Source: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/09/23/hamburger-skeptiker-kummern-sich-um-verstose-gegen-das-heilmittelwerbegesetz-hinweise-erbeten/
Timestamp: 2018-01-24 03:52:55
Document Index: 221953881

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 9', '§ 11', '§11', '§ 11', '§ 11', '§ 12']

Hamburger Skeptiker kümmern sich um Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz – Hinweise erbeten! | Ratgeber-News-Blog
Elke / September 23, 2014
Eine tolle Aktion der Hamburger Skeptiker:
Viele esoterische und pseudowissenschaftliche Leistungen werden nicht über Arztpraxen oder Apotheken vertrieben, sondern zum Beispiel als vermeintliche Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder wirksame Gegenstände (“heilende Steine”). Dementsprechend versuchen viele Anbieter, den Verbraucher direkt zu kontaktieren und für das Produkt bzw. die Leistung zu werben.
Im Wettstreit um das Vertrauen der Kunden überschreiten viele esoterische Anbieter dabei die Grenzen des HWG. Dadurch entsteht oft der Eindruck, dass spirituelle Heiler oder esoterische Produkte Dinge leisten könnten, die die Wissenschaft und die wissenschaftlichen Medizin nicht vermag. Durch Anzahl und Vielfalt solcher Angebote etabliert sich der irrtümliche Glaube, dass dies ein erfolgversprechender Weg zu Heilung und Genesung sei.
Daher will die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zusammen mit dem Deutschen Konsumentenbund Verstößen verstärkt nachgehen.
Hinweise können jederzeit an hwg@skeptiker-hamburg.de geschickt werden. Wir prüfen alle Hinweise und werden gegen Verstöße nach Möglichkeit juristisch vorgehen. Auf jeden Fall helfen uns alle Hinweise bei unserer Aufklärungsarbeit über aktuelle Esoterik-Trends.
Hier findet Ihr einige Beispiele, wie Anbieter gegen das HWG verstoßen könnten:
Es wird etwas angeboten und fälschlicherweise beim Kunden der Eindruck erweckt, der Erfolg wäre garantiert, oder es wird eine Geld-zurück-Garantie geboten (§ 3 Nr. 2a HWG).
Eine Werbung erweckt den Eindruck, es ginge um neutrale Information und nicht um das Bewerben eines Produktes (§ 3 Nr. 2c HWG).
Es werden irreführende oder falsche Angaben über die Zusammensetzung eines Produktes gemacht (§ 3 Nr. 3a HWG).
Die Werbung enthält Zeugnisse oder Gutachten, ohne dass dazu weitere Informationen zu finden sind (Name, Wohnort und Beruf des Gutachters, Datum der Ausstellung). Solch eine Information ist nicht transparent (§ 6 Nr. 1 HWG).
Für ein Produkt wird mit Studien oder Artikeln geworben, die sich gar nicht auf das Produkt beziehen, oder es wird nicht klar, ob es wirklich um dieses Produkt geht. Auch hier müssen Name des Verfassers, Zeitpunkt der Veröffentlichung und Fundstelle genannt werden (§ 6 Nr. 2 HWG).
Fachliteratur wird in der Werbung nicht wortgetreu zitiert (§ 6 Nr. 3 HWG).
Es wird für Fernheilung geworben. Weder Ferndiagnose noch Ferntherapie darf angepriesen werden (§ 9 HWG).
Für ein Mittel, ein Produkt oder eine Dienstleistung wird mit dem Autoritätsargument geworben. Zum Beispiel: “Der renommierte Prof. Dr. Dr. Müller schwört auf die Tablette XY.” (§ 11 Abs. 1 Nr. 2 HWG).
Die Werbung enthält abstoßende oder irreführende Fallbeispiele, die durch ausführliche Beschreibung zur falschen Selbstdiagnose verleiten (§11 Abs. 1 Nr. 3 HWG).
Die Werbung enthält Bilder, die abstoßend wirken, weil sie krankhaft veränderte Körper(teile) zeigen (§ 11 Abs. 1 Nr. 5 HWG).
Der Kunde wird mit Danksagungen, Empfehlungs- oder Anerkennungsschreiben gelockt, die abstoßend, missbräuchlich oder irreführend sind (§ 11 Abs. 1 Nr. 11 HWG).
Es wird für Mittel, Produkte oder Behandlungen geworben, die folgende Krankheiten lindern, therapieren oder auch nur erkennen: (§ 12 Abs. 2 HWG)
HIV, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken oder andere meldepflichtigen Krankheiten;
Suchtkrankheiten (zulässig aber: Werben für Raucherentwöhnung);
Krankhafte Schwangerschafts- oder Entbindungskomplikationen.
Die hier aufgeführten Punkte sind alltagssprachliche Übersetzungen der Gesetzestexte und dienen ausschließlich dazu, einen ersten Eindruck über die Gesetzeslage zu vermitteln.
Sollte Euch Werbung auffallen, von der Ihr glaubt, dass sie gesetzeswidrig ist, schickt einen Link oder einen anderweitigen Hinweis auf die Seite oder das Produkt an:
hwg@skeptiker-hamburg.de
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September 23, 2014 in Alternative Heilmethoden, Esoterik, Pseudowissenschaft, Wissenschaft. Schlagwörter:Deutscher Konsumentenbund, Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), GWUP Hamburg, Hamburger Skeptiker, Heilmittelwerbegesetz, HWG, Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz
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6 Gedanken zu “Hamburger Skeptiker kümmern sich um Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz – Hinweise erbeten!”
September 24, 2014 um 7:43 am
September 24, 2014 um 11:23 am
Prima Sache. Ich habe schon den ersten Hinweis geschickt.
http://landnaturheilpraxis.de/
na da darf oben genannter nicht fehlen, der bespaßt auch noch die vhs bitterfeld, tzzzz…
September 26, 2014 um 6:54 pm
Ich würde aber davon abraten, das Ziel öffentlich zu benennen, sonst könnte es vorzeitig in Deckung gehen und die Arbeit ist für die Katz. Einfach melden und die Hamburger Skeptiker das machen lassen!
Pingback: Hamburger Skeptiker sammeln und prüfen Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz @ gwup | die skeptiker
Oktober 2, 2014 um 2:49 pm
Einfach notwendig und schon längst überfällig. VIKAS e.V. hat ein ähnliches Projekt laufen (https://vikas.de/DATENWHOISWHO/WHOISWHOANMELDUNG.php). Gemeinsam könnte daraus etwas richtig Brauchbares werden.