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Timestamp: 2019-09-16 05:06:23
Document Index: 73242404

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 134', '§ 20', 'BGH', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 47', 'Art. 25', '§ 47', '§ 12', '§ 134', '§ 12', 'Art. 6', '§ 47', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 134', '§ 47', 'Art. 25', '§ 47']

14.09.2010 · IWW-Abrufnummer 102949
BGH: Urteil vom 29.06.2010 – KZR 9/08
Unter Berufung auf eine Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vom 25. November 2004 (C-109/03, Slg. 2004, I-11273 = EuZW 2005, 17 - KPN Telecom) vertritt GoYellow die Auffassung, nur ein Entgelt in Höhe der Kosten der Datenübermittlung zu schulden; mit den Kosten der Datenbank DaRed und denen der Aufbereitung der Teilnehmerdaten durch DTAG dürfe sie nicht belastet werden.
Dabei kann offen bleiben, inwieweit Verstöße gegen Missbrauchsverbote zur Anwendung des § 134 BGB führen können (siehe für § 20 GWB BGH, Urt. v. 24. Juni 2003 - KZR 32/01, WuW/E DE-R 1144, 1145 - Schülertransporte; ebenso für § 19 GWB Möschel in Immenga/Mestmäcker, Wettbewerbsrecht, 4. Aufl., GWB § 19 Rdn. 248; Bechtold, aaO § 19 Rdn. 103). Das Entgelt für die eigenen Basisdaten richtet sich aufgrund der gemeinschaftsrechtlich gebotenen einschränkenden Auslegung des § 47 Abs. 4 TKG allein nach dem Maßstab des Art. 25 Abs. 2 Universaldienstrichtlinie. Damit besteht zwischen § 47 Abs. 4 TKG und § 12 TKG 1996 hinsichtlich der Anwendbarkeit des § 134 BGB jedenfalls insoweit kein Unterschied. Denn § 12 TKG 1996 ist im Lichte von Art. 6 Abs. 3 der Richtlinie 98/10/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 1998 über die Anwendung des offenen Netzzugangs (ONP) beim Sprachtelefondienst und den Universaldienst im Telekommunikationsbereich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld (ONP II-Richtlinie) bezüglich der Basisdaten der eigenen Kunden des Herausgabepflichtigen in gleicher Weise auszulegen wie § 47 Abs. 4 TKG (BGH, Urteile vom 13. Oktober 2009, aaO Tz. 24 ff. bzw. Tz. 27 ff.).
Dabei kann offenbleiben, ob die Rüge der Revision zutrifft, die Erledigung habe schon deshalb nicht festgestellt werden können, weil der gezahlte Betrag nicht der Sicherung der Entgeltforderung, sondern der Sicherung von Schadensersatzansprüchen aus unerlaubter Verwendung der überlassenen Daten gedient habe. Denn jedenfalls reichen die Feststellungen des Berufungsgerichts nicht aus, um eine Übersicherung i.S. des § 138 Abs. 1 BGB annehmen zu können (vgl. BGH, Urt. v. 12. März 1998 - XI ZR 74/95, NJW 1998, 2047). Es steht nicht fest, wie hoch der wirksam vereinbarte Preis ist.
VorschriftenBGB § 134, TKG § 47, Richtlinie 2002/22/EG Art. 25 Abs. 2, Eine gegen § 47 Abs. 4 TKG - in gemeinschaftsrechtskonformer Auslegung