Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2062,%20361
Timestamp: 2020-05-28 05:47:07
Document Index: 265182366

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 906', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 903', '§ 903', '§ 903', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH']

BGH, 31.05.1974 - V ZR 114/72 - dejure.org
https://dejure.org/1974,208
BGH, 31.05.1974 - V ZR 114/72 (https://dejure.org/1974,208)
BGH, Entscheidung vom 31.05.1974 - V ZR 114/72 (https://dejure.org/1974,208)
BGH, Entscheidung vom 31. Mai 1974 - V ZR 114/72 (https://dejure.org/1974,208)
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BGHZ 62, 361
NJW 1974, 1869
MDR 1974, 1008
DVBl 1975, 39
DB 1974, 1760
Er ist jedoch seinen Voraussetzungen nach mit diesen Ansprüchen nicht identisch (Senat, BGHZ 62, 361, 366).
Der Bundesgerichtshof hat dies für Fälle der vorübergehenden Beeinträchtigung wiederholt ausgesprochen (BGHZ 57, 349 [U-Bahnbau]; Senat BGHZ 62, 361 [zeitweise Sondernutzung eines Gehwegs]).
"Ähnliche Einwirkungen" sind solche, die den in dieser Vorschrift genannten Beispielen vergleichbar sind, also unwägbare, im allgemeinen sinnlich wahrnehmbare Immissionen, welche auf natürlichem Wege zugeleitet werden (BGHZ 62, 361, 366 [BGH 31.05.1974 - V ZR 114/72];… BGB-RGRK/Augustin § 906 Rdn. 7 und 23;… MünchKomm/Säcker § 906 Rdn. 19 und 69).
Berücksichtigt werden müssen dabei die Umstände des Einzelfalls, insbesondere die Dauer, Art, Intensität sowie die Auswirkung der Beeinträchtigung (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1871).
Wirkt die zeitweilige Sondernutzung des Straßengrundes aber negativ auf die ortsübliche Benutzung des Nachbargrundstücks oder seinen Ertrag durch nachhaltige Behinderung des Kontakts nach außen über das zumutbare Maß hinaus ein, so ist ein angemessener Ausgleich in Geld geboten (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1871).
Denn bei der nach § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB gebotenen Abwägung aller Umstände des Einzelfalls steht weniger die Sozialpflichtigkeit des Eigentums im Vordergrund als vielmehr der billige Ausgleich der widerstreitenden nachbarlichen Interessen (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1871;… OLG Karlsruhe, a.a.O.).
Die Höhe des Anspruchs ermittelt sich unter Berücksichtigung und Abwägung aller Umstände nach den Grundsätzen der Enteignungsentschädigung (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1872; BGH, Urteil vom 08.07.1988, VZR 45/87, NJW-RR 1988, 1291, 1292).
Bei vorübergehenden Beeinträchtigungen der gewerblichen Nutzung eines Grundstücks kann unmittelbar der Ertragsverlust zugrunde gelegt werden (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1872; BGH, Urteil vom 08.07.1988, V ZR 45/87, NJW-RR 1988, 1291, 1292).
Auf dieser Basis sind dann die Ertragsverluste zu ermitteln (BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1872; BGH, Urteil vom 08.07.1988, V ZR 45/87, NJW-RR 1988, 1291, 1292).
Ergebnis kann aber auch sein, dass der beeinträchtigte Kläger einen Ausgleich des gesamten berechneten Ertragsverlustes verlangen kann, wenn die Abwägung ergibt, dass der Kläger die Beeinträchtigung nicht auch nur zu einem namhaften Teil hinzunehmen gehabt hätte (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 31.05.1974, V ZR 114/72, NJW 1974, 1869, 1872).
Auszugleichen ist nur der unzumutbare Teil der Beeinträchtigung, weil Einwirkungen bis zur Grenze der Unzumutbarkeit hingenommen werden müssen (Senat, BGHZ 62, 361, 371 f.) .
Der Inhalt dieses nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruches bestimmt sich nach den Grundsätzen der Enteignungsentschädigung (vgl. BGHZ 49, 148, 155; 62, 361, 371; 64, 220, 225; vgl. auch Kreft, Bemessung der Enteignungsentschädigung nach der Rechtsprechung des BGH, WM-Sonderbeilage Nr. 7/1982).
7 Der Senat hat unter Übernahme einer ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts (vgl. z.B. JW 1908, 142 Nr. 12; JW 1909, 161 Nr. 10; JW 1913, 267 Nr. 7; RGZ 98, 15, 16; 155, 154, 157 ff) wiederholt entschieden, daß die sogenannten negativen Einwirkungen durch Abhaltung von natürlichen Zuführungen wie etwa Licht und Luft nicht unzulässig im Sinne der §§ 903, 906, 907, 1004 BGB sind (Urteile vom 15. Juni 1951, V ZR 55/50, LM BGB § 903 Nr. 1; vom 10. April 1953, V ZR 115/51, LM BGB § 903 Nr. 2; vgl. auch BGHZ 44, 130, 134; 62, 361, 366; 69, 1, 4).
Das Berufungsgericht hat aufgrund des Verfahrensfehlerfrei festgestellten Sachverhalts (vgl. oben zu II) die gebotene Gesamtabwägung der maßgebenden Umstände vorgenommen (vgl. BGHZ 62, 361, 371 m.w.Nachw.).
Schließlich hat es beachtet, daß nach § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB (in diesem Rahmen hält sich - wie ausgeführt - das Klagebegehren) nur der Teil der Immissionen auszugleichen ist, der über das zumutbare Maß hinausgeht (BGHZ 62, 361, 372;… BGB-RGRK 12. Aufl. § 906 Rn. 79).
LG Hamburg, 03.12.1998 - 327 S 97/98
Nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch bei Mietminderung infolge Lärmbelästigung …
BGH, 08.07.1988 - V ZR 45/87
BGH, 15.06.1977 - V ZR 44/75