Source: https://www.flugrechte.eu/7793/eurowings-flugentsch%C3%A4digung-umgebucht-flughafen-gewechselt
Timestamp: 2020-08-12 23:49:23
Document Index: 193633104

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 5', '§651', 'Art. 7', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 4', 'Art. 4']

Eurowings Flugentschädigung wg. Flug umgebucht/Flughafen gewechselt/Flugzeit geändert was nun? - FLUGGASTRECHTE
meine Frau und ich haben über die Fluggesellschaft Eurowings einen Hin-und Rückflug von Dubai nach Köln gebucht.
Der Flug wurde erst annulliert 10 Wochen vor dem Abfluf und wir wurden per E-Mail informiert, aber Eurowings hat uns erst nach 3 Wochen eine E- Mail gesendet mit einer Umbuchung auf eine Lufthansa Maschine, die aber nicht in Köln landet, sondern in Frankfurt. Das ist schon sehr ärgerlich, wenn plötzlich der Flughafen geändert wird.
Außerdem wurden die Flugzeiten jeweils nach vorne verschoben. Bei dem Hinflug um ca. 2 Std und bei dem Rückflug um ca. 2:15 Std. Durch die Verschiebung der Uhrzeit, können wir aus persönlichen Gründen den Flug eventuell ohne weitere Umplanungen nicht antreten (wäre mit Umplanung möglich, aber eher ungern).
Meine Frage ist: Wie sehen da unsere Chancen auf Entschädigungen aus?
Ich danke allen schonmal im Voraus.
eurowings-mail-flugänderung
eurowings-flugentschädigung-musterbrief
Gefragt 13, Okt 2016 in Flugannullierung von shah.a (150 Punkte)
Bearbeitet 13, Okt 2016 von shah.a
Liebe Shah.a,
Sie haben einen Flug mit Eurowings mit der Route Dubai nach Köln gebucht.
Sie haben nun erfahren, dass sich die Zeiten ihres Rückfluges verschoben haben.
Sie fragen sich, ob Ihnen aufgrund der Änderungen Ansprüche zustehen und ob die Fluggastrechte Verordnung in Ihrem Fall überhaupt greift.
I. Anwendbarkeit der Fluggastrechte Verordnung
Gesetzliche Grundlage könnte die 1. Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 sein.
Diese stellt eine gemeinsame Regelung für Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen dar.
Ein Anspruch auf Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 VO scheidet immer dann aus, wenn der Fluggast langfristig über die Annullierung informiert worden ist.
Gemäß Art. 5 VO kann der Fluggast keine Zahlung verlangen, wenn dieser über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet wurde.
Sie wurden hier 10 Wochen vor der anstehenden Reise informiert.
Demnach scheidet meines Erachtens nach ein sog. Ausgleichsanspruch aus.
AG Erding, Urt. v. 17.04.2013, (zu finden bei google unter "2 C 228/13reise-recht-wiki".)
LG Darmstadt, Urt. v. 12.07.2006,(zu finden bei google unter "21 S 20/06reise-recht-wiki".)
Beantwortet 20, Okt 2016 von Culigury (7,200 Punkte)
Zunächst einmal könnten sie vom Reiseveranstalter eine sog. Entschädigung fordern mit der Begründung, dass ein Reisemangel nach §651 c BGB vorliegt.
In ihrem Fall ist es etwas fraglich, ob eine Verschiebung von 2 Stunden schon ausreichend sind einen Reisemangel zu begründen.
Jedoch ist Ihnen durch die Änderung des Zielflughafens für den Rückflug ein Umstand entstanden der auch mit Kosten verbunden sein aufgrund der Tatsache, dass Sie möglicherweise eine Umbuchung zu einem etwas teureren Preis als urprünglich eingeplant hatten vornehmen müssen.
Sie könnten eine Reisepreisminderung in Höhe des Reisepreisees für einen Tag fordern.
Darüber hinaus könnten Sie eine Ausgleichszahlung nach Art. 7 der EG-Verordnung 261/2004 fordern hinsichtlich der Verschiebung des Rückflugs und Änderung des Zielflughafens.
Die von der Reiseveranstalterin veranlasste Umbuchung auf einen anderen Flug, stellt eine Beförderungsverweigerung im Sinn von Art. 4 Abs. 3 der EG-Verordnung Nr. 261/2004 hinsichtlich des ursprünglich vorgesehenen Rückflugs dar, die das Luftfahrtunternehmen zu einer Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 der Verordnung verpflichtet.
Der Umstand, dass der Reiseleiter die Umbuchung nicht selbst vorgenommen oder veranlasst hat, steht einer Haftung nach Art. 4 Abs. 3 der Verordnung nichts entgegen.
Eine Haftung des ausführenden Luftfahrtunternehmens ergibt sich auch, wenn ein Reiseveranstalter, der den Flug für den Fluggast bei dem Luftfahrtunternehmen gebucht hat, eine Umbuchung vornimmt.
Für die Unannehmlichkeiten des Fluggastes ist es unbedeutend, ob eine Umbuchung durch den Reiseveranstalter oder das ausführende Luftfahrtunternehmen veranlasst wurde.
Daher ist es geboten, ihm auch in beiden Fällen die Rechte aus Art. 4 Abs. 3 der Verordnung gegenüber dem Luftfahrtunternehmen zu gewähren.
Demnach währen Sie meines Erachtens nach berechtigt eine Ausgleichszahlung zu fordern.
-AG Erding, Urt. v. 17.04.2013 (leicht zu finden im Volltext unter der googlesuche "2 C 228/13 reise-recht-wiki")
-AG Düsseldorf, Urt. v. 12.04.2002(leicht zu finden im Volltext unter der googlesuche "30 C 14061/01 reise-recht-wiki")
Sie haben über die Fluggesellschaft Eurowings einen Hin-und Rückflug von Dubai nach Köln gebucht.
Der Flug wurde10 Wochen vor dem Abflug annulliert. Nach 3 Wochen hat Eurowings Ihnen dann eine E- Mail gesendet mit einer Umbuchung auf eine Lufthansa Maschine, die aber nicht in Köln landet, sondern in Frankfurt. Zudem wurden die Flugzeiten jeweils nach vorne verschoben. Bei dem Hinflug um ca. 2 Std und bei dem Rückflug um ca. 2:15 Std.
Sie fragen sich nun, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten.
Durch die Umbuchung ist in Ihrem Fall von einer Annullierung des ursprünglich gebuchten Fluges auszugehen.
Leider entfällt der Anspruch auf Ausgleichzahlungen, sobald der Fluggast über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor dem planmäßigen Abflug unterrichtet wird. Sie wurden mehrere Wochen vor Abflug über die Annullierung informiert. Sie wurden also rechtzeitig in Kenntnis gesetzt und haben daher leider keinen Anspruch aus Ausgleichszahlungen.
Ihnen steht dennoch ein Anspruch aus Artikel 8 der europäischen Fluggastrechte Verordnung. Dieser beinhaltet drei Optionen für den Fluggast zwischen denen dieser wählen darf.
Beantwortet 7, Dez 2016 von UeberdenWolken (10,020 Punkte)
Hallo shah.a,
dein Flug mit Eurowings von Dubai nach Köln wurde 10 Wochen vor Abflug annuliert. Sie wurden auf eine Lufthansa Maschine umgebucht, sollten dann aber nicht mehr in Köln, sondern in Frankfurt landen. Darüber hinaus sollen Hin- und Rückflug je etwa 2 Stunden früher starten.
Du fragst dich, ob du einen Anspruch auf Entschädigung hast.
Im Fall einer Annulierung kannst du einen Anspruch auf Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung haben.
Dann ergeben sich möglicherweise für dich Ansprüche gemäß Artikel 5 EU-VO. In Frage kommen Ansprüche aus Artikel 7 und 9 EU-VO.
> Aus Artikel 7 EU-VO können sich für dich Airberlin gegenüber Ansprüche auf Ausgleichszahlungen ergeben:
Von außergewöhnlichen Umständen ist deiner Nachricht nichts zu entnehmen.
Aber, siehe Artikel 5 c i):
Du wurdest 10 Wochen vor Abflug informiert, insofern steht dir kein Anspruch auf Ausgleichszahlungen zu.
> Aber infrage kommt ein Anspruch aus Artikel 8 EU-VO sein, der ebenfalls in Betracht kommt, und zwar ein Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung:
Danach kannst du wegen dieser Annulierung die Entscheidung treffen, ob du dich mit Eurowings in Verbindung setzen und eine Alternativroute vereinbaren möchtest, oder aber, ob du eine vollständige Erstattung der Flugscheinkosten möchtest.
Falls dir deine Umplanungen also zu viel sind, dann ist ja vielleicht eine Erstattung der Flugkosten eine Option für dich.
Beantwortet 9, Dez 2016 von HeliMoon (4,440 Punkte)