Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-betrieb/hinzurechnungsbesteuerung-luxemburger-pruefstand-3120976
Timestamp: 2017-10-19 21:41:17
Document Index: 308162452

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 96', '§ 96', '§ 8', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', 'EuG', '§ 7', 'EuG', '§ 7', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'Art. 64', 'EuG', 'EuG', '§ 7', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 7', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Hinzurechnungsbesteuerung – auf dem Luxemburger Prüfstand | Rechtslupe
Rechtslupe » Steuerrecht » Doppelbesteuerung » Steuerrecht » Einkommensteuer » Einkommensteuer (Betrieb) » Hinzurechnungsbesteuerung – auf dem Luxemburger Prüfstand
16. März 2017 | Doppelbesteuerung, Einkommensteuer (Betrieb)
Die aus den von der Z-GmbH abgetretenen Forderungen erzielten Einkünfte stammen nicht aus einer der in § 8 Abs. 1 AStG 2006 aufgeführten “aktiven” Tätigkeiten. Soweit die GmbH geltend macht, die Y-AG habe im fraglichen Zeitraum auch als “Dienstleisterin” für die vier Vereine fungiert, ist diesem Vorbringen kein Anhalt dafür zu entnehmen, dass die aus der Forderungseinziehung resultierenden Einkünfte solche aus Dienstleistungen i.S. von § 8 Abs. 1 Nr. 5 AStG 2006 sind oder solchen Einkünften zumindest funktional zuzuordnen sein könnten2.
Den Feststellungen im angefochtenen Urteil ist nichts dafür zu entnehmen -und die GmbH hat solches auch nicht vorgetragen-, dass die Y-AG im Streitjahr 2006 neben den hier streitigen Einnahmen aus der Einziehung der von der Z-GmbH abgetretenen Forderungen auf Erlösbeteiligung weitere Einkünfte (etwa aus mit den Vereinen bestehenden Dienstleistungsverträgen) erzielt hat. Soweit sie behauptet, das Geschäftsmodell der Y-AG sei darauf ausgerichtet gewesen, die Vereine sowohl bei der Aufrechterhaltung der Zentralvermarktung als auch bei der Stärkung ihres sportlichen Erfolgs zu unterstützen, ist anhand dieses Vorbringens nichts dafür ersichtlich, dass die Gesellschaft dieses Geschäftsmodell im Jahr 2006 bereits durch den Abschluss konkreter Beratungs- oder Agenturverträge mit einzelnen Sportvereinen in die Tat umgesetzt und aus dieser Tätigkeit Einkünfte erzielt hat, die als aus einer “aktiven” Tätigkeit i.S. von § 8 Abs. 1 Nr. 5 AStG 2006 stammend angesehen werden könnten. So ist auch nicht erkennbar, dass die von der GmbH behauptete Tätigkeit des Geschäftsführers und Verwaltungsrats der Y-AG zugunsten eines der Vereine über den Zweck, den Wert der streitbefangenen Erlösbeteiligung zu erhöhen, hinaus Gegenstand eines konkreten Dienstleistungsvertrags zwischen der Y-AG und jenem Verein gewesen ist, aus dem diese Einkünfte bezogen hat.
Soweit die GmbH in diesem Zusammenhang rügt, das Finanzgericht habe ihr diesbezügliches Vorbringen und die von ihr vorgelegten Belege für die Veräußerungsaktivitäten und den dadurch in dem Fall eines Vereins im Oktober 2007 tatsächlich erzielten Veräußerungserlös verfahrensfehlerhaft nicht zur Kenntnis genommen, muss dem nicht weiter nachgegangen werden. Denn etwaige Verfahrensmängel in Form eines Verstoßes gegen den klaren Inhalt der Akten (§ 96 Abs. 1 FGO) oder der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (§ 96 Abs. 2 FGO) wären auf der Grundlage des soeben geschilderten -insoweit maßgeblichen7– materiell-rechtlichen Standpunkts des Finanzgericht nicht ursächlich für die angefochtene Entscheidung und könnten daher eine Aufhebung des Finanzgericht, Urteils nicht rechtfertigen.
i.d.F. des Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 07.12 2006, BGBl I 2006, 2782, BStBl I 2007, 4↩
vgl. zur funktionalen Betrachtungsweise im Rahmen des § 8 Abs. 1 AStG, z.B. BFH, Urteil vom 13.10.2010 – I R 61/09, BFHE 231, 152, BStBl II 2011, 249↩
BMF, Anwendungserlass zum Außensteuergesetz -AEAStG- vom 14.05.2004, BStBl I 2004, SonderNr. 1/2004, 3, Tz.07.06.4; Wassermeyer in Flick/Wassermeyer/Baumhoff/Schönfeld -F/W/B/S-, Außensteuerrecht, § 7 AStG Rz 197↩
AEAStG Tz.07.06.4; Protzen in Kraft, AStG, § 7 Rz 298↩
so Wassermeyer in F/W/B/S, a.a.O., § 7 AStG Rz 193↩
so Haase/Reiche, AStG/DBA, 3. Aufl., § 7 AStG Rz 146↩
vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 14.02.2008 – I B 162/07, BFH/NV 2008, 1353, m.w.N.↩
BFH, Urteil vom 21.10.2009 – I R 114/08, BFHE 227, 64, BStBl II 2010, 774↩
vom 20.12 2007, BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218↩
Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft -AEUV-, ABl.EU 2008, Nr. C 115, 47↩
EuGH, Urteil Cadbury Schweppes vom 12.09.2006 – C-196/04, EU:C:2006:544, Slg. 2006, I-7995; s. zur Übertragbarkeit dieser Rechtsprechung auf §§ 7 ff. AStG BFH, Urteil in BFHE 227, 64, BStBl II 2010, 774, Rz 25 ff.↩
vom 26.06.2013, BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 802↩
vgl. insbesondere EuGH, Urteile Test Claimants in the FII Group Litigation vom 13.11.2012 – C-35/11, EU:C:2012:707, Rz 90 ff., Internationales Steuerrecht -IStR- 2012, 924, und Emerging Markets Series of DFinanzamt Investment Trust Company vom 10.04.2014 – C-190/12, EU:C:2014:249, Rz 25 ff., IStR 2014, 333; zur Kritik an dieser Rechtsprechung vgl. Reimer in Schaumburg/Englisch, Europäisches Steuerrecht, 2015, Rz 7.95 ff.↩
ebenso z.B. Schön, Jahrbuch der Fachanwälte für Steuerrecht -JbFSt- 2013/2014, S. 85, 90; derselbe Beihefter zu IStR 2013, Heft 6, S. 3, 19; Köhler in Strunk/Kaminski/Köhler, AStG/DBA, § 7 AStG Rz 22.1; vgl. auch Schönfeld in F/W/B/S, a.a.O., § 8 AStG Rz 429 f.↩
vom 25.02.1992, BGBl I 1992, 297, BStBl I 1992, 146↩
vgl. z.B. den Fall des EuGH, Urteils Holböck vom 24.05.2007 – C-157/05, EU:C:2007:297, Slg. 2007, I-4051↩
z.B. EuGH, Urteil Holböck, EU:C:2007:297, Rz 35, Slg. 2007, I-4051; Sedlaczek/Züger in Streinz, EUV/AEUV, 2. Aufl., Art. 64 Rz 14, jeweils m.w.N.↩
EuGH, Urteil Holböck, EU:C:2007:297, Rz 41, Slg. 2007, I-4051↩
z.B. EuGH, Urteil Prunus und Polonium vom 05.05.2011 – C-384/09, EU:C:2011:276, Rz 34, Slg. 2011, I-3319↩
vgl. im Einzelnen z.B. Wassermeyer in F/W/B/S, Vor §§ 7-14 AStG Rz 6 ff.; Rust, Die Hinzurechnungsbesteuerung, 2007, S. 23 ff.↩
vom 20.12.2000, BGBl I 2000, 1850, BStBl I 2001, 28↩
vgl. EuGH, Urteil Holböck, EU:C:2007:297, Rz 40, Slg. 2007, I-4051↩
vgl. Rust, a.a.O., S. 52 f.↩
EuGH, Urteile A vom 18.12 2007 – C-101/05, EU:C:2007:804, Rz 48, Slg. 2007, I-11531; Prunus und Polonium, EU:C:2011:276, Rz 34, Slg. 2011, I-3319↩
vgl. EuGH, Urteile Amid vom 14.12 2000 – C-141/99, EU:C:2000:696, Slg. 2000, I-11619; Pensioenfonds Metaal en Techniek vom 02.06.2016 – C-252/14, EU:C:2016:402, Rz 38↩
z.B. EuGH, Urteil STEKO Industriemontage vom 22.01.2009 – C-377/07, EU:C:2009:29, Rz 30 ff., Slg. 2009, I-299, BStBl II 2009, 95↩
vgl. z.B. unter dem Gesichtspunkt des Rechtfertigungsgrunds der Kohärenz Rust, a.a.O., S. 144 ff.; dagegen Lütke, Die CF- C-Legislation (Hinzurechnungsbesteuerung) im Spannungsfeld zwischen europäischer Kapitalverkehrsfreiheit und weltweiter Kapitalliberalisierung (WTO), 2006, S. 135 ff.; Brähler, Controlled Foreign Companies-Rules, 2007, S. 230 ff.↩
EuGH, EU:C:2006:544, Slg. 2006, I-7995↩
vgl. auch Schön, Beihefter zu IStR 2013, Heft 6, S. 3, 5↩
vgl. z.B. Wassermeyer in F/W/B/S, Vor §§ 7-14 AStG Rz 1; Rust, a.a.O., S. 11 ff.↩
EuGH, Urteil Cadbury Schweppes, EU:C:2006:544, Rz 49 ff., Slg. 2006, I-7995, m.w.N. aus der EuGH-Rechtsprechung↩
z.B. EuGH, Urteil A, EU:C:2007:804, Rz 36 f., Slg. 2007, I-11531; EuGH, Beschluss Test Claimants in the CFC and Dividend Group Litigation vom 23.04.2008 – C-201/05, EU:C:2008:239, Rz 93, Slg. 2008, I-2875↩
EuGH, Urteile A, EU:C:2007:804, Rz 37, Slg. 2007, I-11531; Orange European Smallcap Fund vom 20.05.2008 – C-194/06, EU:C:2008:289, Rz 87 f., Slg. 2008, I-3747↩
EuGH, Urteil Haribo Lakritzen Hans Riegel und Österreichische Salinen vom 10.02.2011 – C-436/08 und – C-437/08, EU:C:2011:61, Rz 112 ff., 126, Slg. 2011, I-305↩
vgl. Lang/Lüdicke/Reich, IStR 2008, 709, 711 ff.; Kotthaus, Binnenmarktrecht und externe Kapitalverkehrsfreiheit, 2012, S. 168 f.; Smit, EC Tax Review 2012, 233, 242 f.↩
vgl. Schön, Beihefter zu IStR 2013, Heft 6, S. 3, 21 f.; und in JbFSt 2013/2014, S. 85, 94 ff.↩
EuGH, EU:C:2006:544, Rz 49 ff., Slg. 2006, I-7995↩
BT-Drs. 16/6290, S. 92 ff.; vgl. auch BMF, Schreiben vom 08.01.2007, BStBl I 2007, 99↩
vgl. Lehfeldt in Strunk/Kaminski/Köhler, a.a.O., § 8 AStG Rz 10.1 f., 182.19 ff.; Kraft, a.a.O., § 8 Rz 748 ff.; Fuhrmann in Fuhrmann, Außensteuergesetz, 3. Aufl., § 8 Rz 286 ff; Haase/Reiche, a.a.O., § 8 AStG Rz 134; Goebel/Palm, IStR 2007, 720, 723↩
so Schön, Beihefter zu IStR 2013, Heft 6, S. 3, 15 f.; vgl. auch BFH, Urteil in BFHE 231, 152, BStBl II 2011, 249, Rz 18↩
Einlagenrückgewähr einer Drittstaatengesellschaft –…
Das US-Spin-off – und die Aktienübertraung
Ehegattennachzug bei türkischen Staatsangehörigen –…
Verpflichtung zur Zahlung eines Mindestentgelts und die…
Themenseiten zu diesem Artikel: Auslandsgesellschaft, Hinzurechnungsbesteuerung, Zwischeneinkünfte
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Steuerrecht | Doppelbesteuerung | Steuerrecht | Einkommensteuer | Einkommensteuer (Betrieb)