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Timestamp: 2016-10-27 19:03:18
Document Index: 364700957

Matched Legal Cases: ['Art. 78', 'Art. 3', 'Art. 36', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 31', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 227', 'Art. 27', 'Art. 227', 'Art. 227', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'de lege lata', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 227', 'Art. 27', 'Art. 3', 'Art. 227', 'Art. 3', 'Art. 31', 'Art. 36', 'Art. 5', 'EGMR', 'Art. 31', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 27']

1B_62/2015 (26.03.2015)
1B_62/2015 � � Urteil vom 26. M�rz 2015
Verl�ngerung der Untersuchungshaft, Pr�fungsfrist,
Beschwerde gegen den Beschluss vom 26. Januar 2015 des Obergerichts des Kantons Glarus.
Die Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus f�hrt eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch sowie Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittel- und das Strassenverkehrsgesetz, welche er vor Vollendung seines 18. Lebensjahres begangen habe. Zus�tzlich wird ihm vorgeworfen, er habe am 7. November 2014 (nach seinem 18. Geburtstag) in Winterthur eine versuchte schwere K�rperverletzung ver�bt. Er wurde deswegen gleichentags verhaftet und am 10. November 2014 durch das Bezirksgericht Z�rich als Zwangsmassnahmengericht in Untersuchungshaft versetzt. In der Folge hat die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Z�rich die durch sie er�ffnete Untersuchung (wegen K�rperverletzung) an die Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus abgetreten.
Am 10. Dezember 2014 stellte die Jugendanwaltschaft ein Gesuch um Verl�ngerung der Untersuchungshaft. Mit Verf�gung vom 12. Dezember 2014 trat das Kantonsgericht des Kantons Glarus als Zwangsmassnahmengericht auf das Gesuch nicht ein. Es hielt fest, dass die Untersuchungshaft-Frist sp�testens am 6. Februar 2015 ablaufe. Mit Beschwerde vom 22. Dezember 2014 focht der Beschuldigte diese Verf�gung beim Obergericht an. Das Obergericht des Kantons Glarus wies die Beschwerde mit Beschluss vom 26. Januar 2015 ab.
Gegen den Beschluss des Obergerichtes gelangte der Beschuldigte mit Beschwerde vom 25. Februar 2015 an das Bundesgericht. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur materiellen Behandlung an das kantonale Zwangsmassnahmengericht zur�ckzuweisen.
Die Jugendanwaltschaft liess sich am 2. M�rz 2015 vernehmen, w�hrend das Obergericht am 4. M�rz 2015 auf eine Stellungnahme ausdr�cklich verzichtete. Am 17. M�rz 2015 replizierte der Beschwerdef�hrer auf die Eingabe der Jugendanwaltschaft. Das Obergericht liess sich am 20. M�rz 2015 noch zur Replik des Beschwerdef�hrers (fakultativ) vernehmen.
Die Sachurteilsvoraussetzungen von Art. 78 ff. BGG sind erf�llt,
Im angefochtenen Entscheid wird Folgendes erwogen: Nach Ansicht des Zwangsmassnahmengerichtes gelange hier das Erwachsenen-Strafverfahrensrecht (StPO) und nicht mehr das Jugend-Strafprozessrecht (JStPO) zur Anwendung, da der Beschwerdef�hrer eine der untersuchten Straftaten als Vollj�hriger begangen habe. Anders als die JStPO, welche eine monatliche Haftpr�fung von Amtes wegen vorschreibe, bestimme die StPO, dass bei unbefristet angeordneter Haft erst nach Ablauf von drei Monaten �ber eine allf�llige Haftverl�ngerung zu entscheiden sei. Da die polizeiliche Festnahme am 7. November 2014 und die richterliche Haftanordnung am 10. November 2014 erfolgt seien, habe nicht schon im Dezember 2014 eine Haftpr�fung erfolgen m�ssen. Eine solche sei fr�hestens ab 6. Februar 2015 erforderlich. Dieser Ansicht sei im Ergebnis zuzustimmen. Zwar sei nach der bundesgerichtlichen Praxis in sogenannt "gemischten" F�llen wie hier grunds�tzlich die JStPO anzuwenden. Im betreffenden Leiturteil habe das Bundesgericht jedoch erwogen, dass Ausnahmen m�glich seien, wenn die im Erwachsenenalter begangenen Straftaten schwerwiegend sind. Eine solche Ausnahme sei hier gegeben. In einem Teil der Literatur werde sogar vorgeschlagen, "dass bei gemischten F�llen der Jugendliche f�r Straftaten vor dem 18. Geburtstag nach Jugendstrafverfahren verfolgt werden und f�r Delikte als Vollj�hriger der Erwachsenen-Strafprozessordnung unterstehen" solle. "Formell" f�hre diese L�sung dazu, dass "zwei Verfahren mit einer materiellen Koordination durchzuf�hren" w�ren. Da im Kanton Glarus "die Staats- und Jugendanwaltschaft im Prinzip eine einheitliche Beh�rde" bildeten, bereite es der Jugendanwaltschaft keine Schwierigkeiten, gegen den Beschwerdef�hrer formell zwei Untersuchungsverfahren nebeneinander zu f�hren.
Der Beschwerdef�hrer macht (im Wesentlichen zusammengefasst) geltend, auf seinen Fall seien die Haftfristbestimmungen der JStPO anwendbar, weshalb monatlich eine periodische richterliche Haftpr�fung von Amtes wegen zu erfolgen habe. Im Zeitpunkt des nach seinem 18. Geburtstag erfolgten Deliktes sei er (gest�tzt auf die JStPO) noch vorsorglich untergebracht gewesen, weshalb (gem�ss Art. 3 Abs. 1 JStPO) die JStPO als "lex specialis" vorgehe. Eine Abweichung von der einschl�gigen Bundesgerichtspraxis bzw. die ausnahmsweise Anwendung des Erwachsenen-Strafprozessrechts rechtfertige sich nicht. Die Verweigerung der monatlichen periodischen Haftpr�fung durch die kantonalen Instanzen sei bundesrechtswidrig.
4.1.�Einschr�nkungen von Grundrechten bed�rfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschr�nkungen m�ssen im Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind F�lle ernster, unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr (Art. 36 Abs. 1 BV). Die Freiheit darf einer Person nur in den vom Gesetz selbst vorgesehenen F�llen und nur auf die im Gesetz vorgeschriebene Weise entzogen werden (Art. 31 Abs. 1 BV; Art. 5 Ziff. 1 EMRK). Jede Person, der die Freiheit nicht von einem Gericht entzogen wird, hat das Recht, jederzeit ein Gericht anzurufen. Dieses entscheidet so rasch wie m�glich �ber die Rechtm�ssigkeit des Freiheitsentzugs (Art. 31 Abs. 4 BV; s.a. Art. 5 Ziff. 4 EMRK). Aus Art. 31 Abs. 4 BV und Art. 5 Ziff. 4 EMRK leitet sich auch ein Grundrecht der inhaftierten Person ab auf periodische Pr�fung der Untersuchungshaft von Amtes wegen innert vern�nftigen Abst�nden (vgl. BGE 116 Ia 60 E. 2 S. 63).
4.2.�Die wie die StPO am 1. Januar 2011 in Kraft getretene Jugendstrafprozessordnung vom 20. M�rz 2009 (JStPO, SR 312.1) regelt die Verfolgung und Beurteilung der Straftaten nach Bundesrecht, die von Jugendlichen (im Sinne von Art. 3 Abs. 1 JStG) ver�bt worden sind (sowie den Vollzug der gegen sie verh�ngten Sanktionen). Enth�lt die JStPO keine besondere Regelung, so sind die Bestimmungen der StPO anwendbar (Art. 3 Abs. 1 JStPO). Kommt die StPO zur Anwendung, so sind deren Bestimmungen im Lichte der Grunds�tze von Art. 4 StPO auszulegen (Art. 3 Abs. 3 JStPO). Insbesondere sorgen die Strafbeh�rden daf�r, dass das Strafverfahren nicht mehr als n�tig in das Privatleben der Jugendlichen eingreift (Art. 4 Abs. 3 JStPO).
4.3.�Die JStPO regelt die Haftpr�fung bei Untersuchungshaft wie folgt: Die jugendstrafprozessuale Untersuchungsbeh�rde ist zust�ndig f�r die Anordnung von Untersuchungshaft (Art. 26 Abs. 1 lit. b JStPO). Das Zwangsmassnahmengericht ist zust�ndig zur Anordnung oder Genehmigung der �brigen Zwangsmassnahmen (Art. 26 Abs. 2 JStPO). Untersuchungs- und Sicherheitshaft werden nur in Ausnahmef�llen und erst nach Pr�fung s�mtlicher M�glichkeiten von Ersatzmassnahmen angeordnet (Art. 27 Abs. 1 JStPO). Soll die Untersuchungshaft l�nger als sieben Tage dauern, so stellt die Untersuchungsbeh�rde sp�testens am siebten Tag ein Verl�ngerungsgesuch an das Zwangsmassnahmengericht. Dieses entscheidet unverz�glich, sp�testens aber innert 48 Stunden nach Eingang des Gesuchs (Art. 27 Abs. 2 JStPO). Das Zwangsmassnahmengericht kann die Untersuchungshaft mehrmals verl�ngern, jedoch jeweils um h�chstens einen Monat. Das Verfahren richtet sich im �brigen nach Art. 227 StPO (Art. 27 Abs. 3 JStPO).
4.4.�Demgegen�ber sieht Art. 227 Abs. 1 StPO (f�r das Erwachsenen-Strafprozessrecht) Folgendes vor: L�uft die vom Zwangsmassnahmengericht festgesetzte Dauer der Untersuchungshaft ab, so kann die Staatsanwaltschaft ein Haftverl�ngerungsgesuch stellen. Hat das Zwangsmassnahmengericht die Haftdauer nicht beschr�nkt, so ist das Gesuch vor Ablauf von drei Monaten Haft zu stellen. Die Verl�ngerung der Untersuchungshaft wird jeweils f�r l�ngstens drei Monate (in Ausnahmef�llen f�r l�ngstens sechs Monate) bewilligt (Art. 227 Abs. 7 StPO).
4.5.�Auch nach dem Inkrafttreten von StPO und JStPO blieb Art. 3 des Bundesgesetzes �ber das Jugendstrafrecht (JStG, SR 311.1) weiterhin in Kraft. Diese Bestimmung regelt nicht nur den pers�nlichen Geltungsbereich von StGB und JStG betreffend die materiellstrafrechtliche Frage der Sanktionen. Art. 3 Abs. 2 Satz 4 JStG enth�lt zudem eine�
strafprozessuale�Bestimmung zur Frage der Anwendbarkeit des Jugend- bzw. des Erwachsenenstrafverfahrensrechts bei sogenannten "gemischten F�llen". Die Bestimmung lautet wie folgt:
Wurde ein Verfahren gegen Jugendliche eingeleitet, bevor die nach Vollendung des 18. Altersjahres begangene Tat bekannt wurde, so bleibt dieses Verfahren anwendbar. Andernfalls ist das Verfahren gegen Erwachsene anwendbar.
4.6.�In BGE 135 IV 206 wurde (gest�tzt auf Art. 3 Abs. 2 Satz 4 JStG) entschieden, dass ein�
Jugendstrafverfahren, das vor Bekanntwerden von Straftaten eingeleitet wurde, die nach Vollendung des 18. Altersjahres ver�bt wurden, grunds�tzlich�
anwendbar bleibt.�Was das materielle�
Sanktionenrecht�betrifft, ist zwar f�r die Festlegung von Strafen (auch von Zusatzstrafen f�r Delikte, die vor der Vollj�hrigkeit ver�bt wurden) ausschliesslich das StGB massgeblich (Art. 3 Abs. 2 S�tze 1-2 JStG), sofern der T�ter nicht einer Massnahme bedarf (Art. 3 Abs. 2 Satz 3 JStG). Das Jugendstrafprozessrecht bleibt jedoch ungeachtet der Sanktionsfrage grunds�tzlich anwendbar (Art. 3 Abs. 2 Satz 4 JStG; BGE 135 IV 206 E. 5.3 S. 210 f.). Die in Art. 3 Abs. 2 JStG getroffene Regelung tr�gt dem Umstand, dass der bei der Verfolgung bzw. Beurteilung vollj�hrige T�ter bei den ersten Straftaten noch minderj�hrig war, in zweifacher Hinsicht Rechnung: Zum einen bleibt (trotz Anwendung des StGB bei der Festlegung von Strafen oder StGB-Massnahmen) das Jugendprozessrecht anwendbar. Zum anderen k�nnen bei "�bergangst�tern" auch noch Massnahmen nach JStG angeordnet werden, wenn diese sich sachlich aufdr�ngen. Im Interesse der Verfahrens�konomie verhindert diese L�sung auch unn�tige Prozessleerl�ufe, indem von einem bereits pendenten Jugendstrafverfahren in den Erwachsenenstrafprozess gewechselt werden m�sste, wodurch andere Beh�rden sich in den Fall einarbeiten m�ssten, auf die sich auch die Parteien neu einzustellen h�tten. In diesem Zusammenhang k�nnte nicht zuletzt die Wiederholung von aufw�ndigen Untersuchungshandlungen drohen. Ein abrupter Wechsel vom Jugend- zum Erwachsenenstrafprozess erschiene bei "gemischten F�llen" in der Regel umso st�render, als die h�ngigen Jugendstrafverfahren oft bereits weit vorangeschritten sind, wenn neue Straftaten bekannt werden, die erst nach Vollendung des 18. Altersjahres begangen wurden (BGE 135 IV 206 E. 5.3 S. 211 mit Hinweis).
Das Bundesgericht erwog allerdings auch, dass die Regelung von Art. 3 Abs. 2 JStG in der Lehre mit Recht als teilweise widerspr�chlich bzw. l�ckenhaft kritisiert werde. So sind besondere F�lle von Schwerstkriminalit�t denkbar, bei denen sich de lege lata stossende Konsequenzen ergeben k�nnten. Beispielsweise erschiene es kaum sinnvoll, wenn Jugendstrafbeh�rden, die einen Diebstahl verfolgen, auch ein T�tungsdelikt beurteilen m�ssten, welches der T�ter nach Vollendung des 18. Altersjahres begangen hat. Solche F�lle, bei denen sich ausnahmsweise die Anwendung des Erwachsenen-Strafprozessrechts aufdr�ngen k�nnte, sind allerdings eher selten. Bis zum Erlass einer konsistenteren gesetzlichen Regelung ist die Gerichtspraxis gehalten, auslegungsweise (und n�tigenfalls durch L�ckenf�llung) f�r sachgerechte L�sungen zu sorgen (BGE 135 IV 206 E. 5.3 S. 211 f. mit Hinweis).
4.7.�Art. 27 Abs. 3 JStPO schreibt bei jugendstrafprozessualer Untersuchungshaft eine monatliche richterliche Haftpr�fung vor. Art. 227 StPO ist nur anwendbar, soweit die JStPO keine abweichenden Vorschriften vorsieht (Art. 27 Abs. 3 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 JStPO). Dieser Vorbehalt gilt insbesondere f�r die Dreimonatsfrist von Art. 227 Abs. 1 i.V.m. Abs. 7 StPO. Daraus ergibt sich, dass im Jugendstrafprozess grunds�tzlich die einmonatige Pr�fungsfrist massgeblich ist. Nicht ausdr�cklich gesetzlich geregelt ist die Frage, welche haftrechtlichen Bestimmungen bei sogenannten "gemischten" F�llen anwendbar sind, d.h., wenn Straftaten zu untersuchen sind, die sowohl vor als auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres der beschuldigten Person ver�bt wurden. Nach der oben dargelegten Praxis des Bundesgerichtes und gest�tzt auf Art. 3 Abs. 2 Satz 4 JStG ist im vorliegenden Fall grunds�tzlich die JStPO anwendbar, da das Jugendstrafverfahren gegen den Beschwerdef�hrer bereits (seit l�ngerer Zeit) lief, bevor die neue (nach seinem 18. Geburtstag ver�bte) Straftat bekannt wurde. Wie sich aus den nachfolgenden Erw�gungen ergibt, dr�ngt sich hier keine Ausnahme von der Anwendbarkeit der JStPO auf. Der Umstand, dass die nach dem 18. Geburtstag des Beschwerdef�hrers ver�bte untersuchte Straftat relativ schwerwiegend ist (versuchte schwere K�rperverletzung), f�hrt hier nicht zur ausnahmsweisen Anwendbarkeit des Erwachsenen-Strafverfahrensrechts. Insbesondere rechtfertigt dieser Umstand keine Beschneidung des in der JStPO ausdr�cklich verankerten Anspruchs auf monatliche periodische Haftpr�fung durch den Richter.
4.8.�Nach der Auslegung der Vorinstanz w�rde der in der JStPO verankerte Anspruch des Inhaftierten auf monatliche Haftpr�fung im vorliegenden Fall dahinfallen. Das Zwangsmassnahmengericht w�re erst nach drei Monaten Haftdauer verpflichtet, von Amtes wegen die periodische Haftpr�fung vorzunehmen. Die Bundesverfassung und die EMRK bestimmen, dass Freiheitsentziehungen und ihre grundrechtseinschr�nkenden verfahrensrechtlichen Modalit�ten im Gesetz klar geregelt sein m�ssen (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 BV; Art. 5 Ziff. 1 EMRK). Gesetzliche Unklarheiten wirken sich insofern grunds�tzlich zu Gunsten der inhaftierten Person aus (vgl. EGMR vom 23. September 2014 i.S. C.W. gegen die Schweiz, Ziff. 39-51, Pl�doyer 2014, Nr. 6 S. 65). Bei drei- anstatt einmonatigen Haftpr�fungsperioden droht dem Inhaftierten eine Weiterdauer der Haft um zwei Monate, noch bevor der Haftrichter deren Rechtm�ssigkeit von Amtes wegen zu pr�fen hat. Davon abgesehen kommt dem verfassungs- und konventionsrechtlichen Anspruch auf gesetzm�ssige (fristgerechte) richterliche Haftpr�fung ein selbstst�ndiger Charakter zu (Art. 31 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 BV; Art. 5 Ziff. 4 i.V.m. Ziff. 1 EMRK; vgl. BGE 137 I 23 E. 2.4 S. 26 f.; 126 I 172 E. 3b-c S. 175 f.; 121 I 208 E. 4 S. 212 ff.). Da die Gesetzgebung (wie in E. 4.2-4.7 dargelegt) keineswegs klar bestimmt, dass in F�llen wie dem vorliegenden die l�ngere (dreimonatige) Haftpr�fungsfrist der StPO anwendbar w�re, haben die kantonalen Instanzen somit die k�rzere Frist der JStPO zu beachten.
4.9.�F�r dieses (schon aus den Grundrechten des inhaftierten jungen Erwachsenen abzuleitende) Ergebnis sprechen dar�ber hinaus auch noch �berlegungen der Prozess�konomie, Zweckm�ssigkeit und Verfahrenseinheit: Wie sich aus den Akten ergibt, haben die Z�rcher Strafverfolgungsbeh�rden die Untersuchung f�r die kurz nach dem 18. Geburtstag des Beschwerdef�hrers erfolgte Straftat an die Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus abgetreten. Da diese f�r die Untersuchung s�mtlicher konnexer Delikte zust�ndig ist, erscheint es konsequent, dass f�r Verfahrensfragen im Zweifelsfall (und wie bis anhin) die jugendstrafprozessualen Regeln gelten. Eine "Aufspaltung" verfahrensrechtlicher Fragen, je nach dem Zeitpunkt der untersuchten Delikte, oder gar eine f�rmliche Trennung in zwei separate Verfahren mit "materieller Koordination", wie sie im angefochtenen Entscheid (gest�tzt auf eine �usserung in der Literatur) vorgeschlagen wird, erschiene jedenfalls kompliziert und wenig zielf�hrend. Dies muss besonders im hier zu beurteilenden Fall gelten: Die Jugendanwaltschaft ist schon seit l�ngerer Zeit mit der h�ngigen jugendstrafprozessualen Untersuchung (wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch sowie Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittel- und das Strassenverkehrsgesetz vor dem 18. Altersjahr) gegen den Beschwerdef�hrer betraut. Bereits fr�her wurden Strafverfahren gegen ihn durchgef�hrt. Alle damit verbundenen Verfahrenshandlungen erfolgten gest�tzt auf das Jugendstrafprozessrecht. Insbesondere wurde der Beschuldigte mehrmals in geeigneten Institutionen vorsorglich untergebracht. Die Jugendanwaltschaft kennt den Beschuldigten und seine Vorgeschichte folglich sehr gut. Dies hat dazu gef�hrt, dass die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Z�rich auch die Untersuchung des kurz nach dem 18. Geburtstag des Beschwerdef�hrers erfolgten K�rperverletzungsdeliktes an die Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus abtrat. Gem�ss den Akten verf�gte diese noch zwei Tage vor seinem 18. Geburtstag eine weitere jugendstrafprozessuale Unterbringung. Die vorsorgliche Massnahme war zwei Tage nach dem 18. Geburtstag anzutreten. Zuvor war der Beschuldigte in einem Jugendheim platziert gewesen. Laut Verf�gung der Jugendanwaltschaft vom 22. August 2014 sei seine dortige Unterbringung "mehrheitlich gut" verlaufen. Bis Mitte Mai 2014 habe er "gute Fortschritte gemacht". Im Zeitpunkt des neuen (nach dem 18. Geburtstag des Beschwerdef�hrers erfolgten) Deliktes dauerte die jugendstrafprozessuale Unterbringung unbestrittenermassen noch an. Sie wurde drei Tage sp�ter durch Untersuchungshaft abgel�st. Eine Untersuchung nach Erwachsenen-Strafprozess ist gem�ss den vorliegenden Akten nicht h�ngig. Gerade auf Haftfragen dr�ngt sich hier somit (weiter) die Anwendung der JStPO auf.
4.10.�Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als bundesrechtswidrig.
Die Beschwerde ist gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Das Bundesgericht stellt fest, dass im kantonalen Haftpr�fungsverfahren die Fristbestimmung von Art. 27 Abs. 3 JStPO verletzt wurde.
Sowohl in der Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichtes als auch im angefochtenen Entscheid wurde ausdr�cklich in Aussicht gestellt, dass Anfang Februar 2015 eine richterliche Haftpr�fung zu erfolgen habe. Der Beschwerdef�hrer macht in seinen Eingaben nicht geltend, dass das Zwangsmassnahmengericht diese Pr�fung (auch nach Ablauf von drei Monaten) vers�umt h�tte. Seither ist jedoch erneut mehr als ein Monat vergangen, und aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass unterdessen eine Haftentlassung erfolgt w�re. Daher ist die Sache - gem�ss dem Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers - an das kantonale Zwangsmassnahmengericht zu �berweisen zur (im Sinne der vorstehenden Erw�gungen) allenfalls noch erforderlichen materiellen Haftpr�fung.
Der Beschwerdef�hrer hat weder vor Obergericht noch im Verfahren vor dem Bundesgericht ein Haftentlassungsgesuch gestellt. Auch von Amtes wegen hat das Bundesgericht im vorliegenden Fall keine Haftentlassung zu verf�gen. Die gesetzlichen Haftgr�nde bilden nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides, und Haftentlassungsgr�nde sind weder dargetan, noch aus den Akten ersichtlich.
Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer ist antragsgem�ss eine angemessene Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und der Beschluss des Obergerichtes des Kantons Glarus vom 26. Januar 2015 wird aufgehoben.
Es wird festgestellt, dass im kantonalen Haftpr�fungsverfahren die Fristbestimmung von Art. 27 Abs. 3 JStPO verletzt wurde.
Die Sache wird an das Kantonsgericht des Kantons Glarus als Zwangsmassnahmengericht �berwiesen zur (im Sinne der vorstehenden Erw�gungen) allenfalls noch erforderlichen materiellen Haftpr�fung.
Der Kanton Glarus (Kasse des Obergerichts) hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von Fr. 2'200.-- (pauschal, inkl. MWST) zu entrichten.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Obergericht des Kantons Glarus schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 26. M�rz 2015