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Timestamp: 2019-09-23 09:01:40
Document Index: 106250239

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 16', '§ 5', '§ 3', '§ 5', '§ 3', '§ 5']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“
vom 1. November 2005
(GVBl.II/05, [Nr. 33], S.574)
geändert durch Artikel 15 der Verordnung vom 19. August 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Märkisch-Oderland wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Wilder Berg bei Seelow“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 82 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Vierlinden Friedersdorf 2, 3;
Lindendorf Dolgelin 3, 4, 5;
Seelow Seelow 6.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nr. 1 aufgeführten zwei topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nr. 2 mit den laufenden Nummern 1 bis 4 aufgeführten Flurkarten und den mit den laufenden Nummern 5, 6 und 7 aufgeführten Liegenschaftskarten.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes ist eine Zone 1 mit besonderen Beschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung festgelegt. Die Zone 1 umfasst rund 18 Hektar. Die Grenze der Zone 1 ist in der in Absatz 1 genannten Kartenskizze und der in Anlage 3 Nr. 1 genannten topografischen Karte mit der Blattnummer 1 sowie in der in Anlage 3 Nr. 2 genannten Flurkarte mit der Blattnummer 2 und den Liegenschaftskarten mit den Blattnummern 6 und 7 mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in der Flurkarte und in den Liegenschaftskarten.
(4) Die Verordnung mit Karten und Flurstücksliste kann beim Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Märkisch-Oderland, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen strukturreichen Hangabschnitt des Übergangsbereichs zwischen Lebuser Platte und Oderbruch umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Laubgebüsche trockenwarmer Standorte sowie der Feuchtwiesen, Röhrichte und der naturnahen Fließgewässer;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume seltener und gefährdeter wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, beispielsweise Pfriemengras (Stipa capillata), Astlose Graslilie (Anthericum liliago) und Violette Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, beispielsweise Fischotter (Lutra lutra), Ringelnatter (Natrix natrix) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus);
die Erhaltung der natürlichen Waldgesellschaften sowie der subkontinentalen Halbtrocken- und Trockenrasen aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung von Pflanzen- und Tierarten dieser Lebensräume;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als überregional bedeutsames Glied im Biotopverbund der subkontinentalen Halbtrocken- und Trockenrasen entlang der Oderhänge.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Wilder Berg bei Seelow“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe und Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Subpannonischen Steppen-Trockenrasen, Schlucht- und Hangmischwäldern (Tilio-Acerion) und Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alnio-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritäre natürliche Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes.
bauliche Anlagen zu errichten oder wesentlich zu verändern, auch wenn dies keiner öffentlich-rechtlichen Zulassung bedarf, ausgenommen sind ortsübliche Weidezäune;
Düngemittel einschließlich Wirtschaftsdünger, wie zum Beispiel Gülle, und Sekundärrohstoffdünger, wie zum Beispiel Abwasser oder Klärschlamm, zum Zwecke der Düngung sowie Abwasser zu sonstigen Zwecken zu lagern, auf- oder auszubringen oder einzuleiten;
auf Grünland die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle oder Sekundärrohstoffdünger wie Abwasser, Klärschlamm oder Bioabfälle einzusetzen,
darüber hinaus auf Grünland in der Zone 1 die Ausbringung von Düngemitteln unterbleibt,
auf Grünland § 4 Abs. 2 Nr. 21 und 22 gilt, wobei eine umbruchlose Nachsaat bei Narbenschäden mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde zulässig ist. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
Pferchungen nur außerhalb von Trockenrasen und mageren Flachland-Mähwiesen erfolgen;
eine Nutzung der in § 3 Abs. 2 genannten Waldgesellschaften ausschließlich einzelstamm- oder truppweise erfolgt,
in den in § 3 Abs. 2 genannten Waldgesellschaften pro Hektar mindestens fünf Stämme mit einem Mindestdurchmesser von 30 Zentimetern in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß bis zum Absterben aus der Nutzung genommen sein müssen,
auf den in § 3 Abs. 2 genannten Waldgesellschaften die Walderneuerung durch Naturverjüngung erfolgt und den übrigen Waldflächen nur Arten der potenziellen natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen, wobei nur heimische Baumarten unter Ausschluss eingebürgerter Arten zu verwenden sind. Nebenbaumarten dürfen dabei nicht als Hauptbaumart eingesetzt werden,
stehendes Totholz mit mehr als 30 Zentimeter Stammdurchmesser in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß nicht gefällt wird und liegendes Totholz an Ort und Stelle verbleibt,
aa) die Fallenjagd nur mit Lebendfallen erfolgt,
bb) keine Baujagd in einem Abstand von bis zu 100 Metern von den Gewässerufern vorgenommen wird,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und außerhalb der mageren Flachland-Mähwiesen,
die Anlage transportabler und mobiler Ansitzeinrichtungen,
die Anlage von Kirrungen, Wildfütterungen in Notzeiten und Ablenkfütterungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und der mageren Flachland-Mähwiesen;
(2) Die in § 4 für das Befahren und Betreten des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Sie gelten unbeschadet anderer Regelungen weiterhin nicht für Eigentümer zur Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung des Bestandes und der zulässigen Nutzung des Eigentums sowie für das Betreten und Befahren, soweit dies zur Ausübung der nach Absatz 1 zulässigen Handlungen erforderlich ist; das Gestattungserfordernis nach § 16 Abs. 2 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg bleibt unberührt.
die Halbtrocken- und Trockenrasen sollen vorwiegend mit Schafen und Ziegen beweidet werden. Die Beweidung soll entsprechend eines regelmäßig fortzuschreibenden, mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Weideplanes durchgeführt werden;
eine Verbuschung der Halbtrocken- und Trockenrasen sowie der Wiesen und feuchten Hochstaudenfluren soll gegebenenfalls durch Entfernen von Gehölzen verhindert werden;
die Ackerbrachen der Zone 1 sollen als extensives Grünland gemäß den Bestimmungen des § 5 Abs. 1 Nr. 1 genutzt werden;
Grünland frischer Standorte einschließlich der mageren Flachland-Mähwiesen soll durch zweischürige Mahd genutzt werden, wobei der erste Schnitt möglichst nach dem 15. Juni und der zweite Schnitt nach dem 31. August eines jeden Jahres erfolgen soll;
die feuchten Hochstaudenfluren sollen in mehrjährigem Abstand gemäht werden;
bei der Mahd des Grünlands und der feuchten Hochstaudenfluren soll die Schnitthöhe mindestens zehn Zentimeter betragen und das Mahdgut von der Fläche entfernt werden;
auf Fehlstellen in bestehenden Streuobstwiesen sollen Hochstämme regionaltypischer Sorten nachgepflanzt werden;
Teilbereiche der in § 3 Abs. 2 genannten Waldgesellschaften sollen über die Maßgabe des § 5 Abs. 1 Nr. 2b hinaus aus der Nutzung genommen werden, an ihren Rändern sollen strukturreiche Waldmäntel und -säume erhalten und entwickelt werden;
die Naturverjüngung soll durch eine angepasste Regulierung des Wildbestandes oder auf Standorten von in § 3 genannten Waldgesellschaften, falls erforderlich, durch Zäunung gefördert werden;
Robinienbestände sollen langfristig in Mischbestände überführt werden.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a bis c dieser Verordnung treten am 1. Juli 2006 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Potsdam, den 1. November 2005
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“
Friedersdorf Vierlinden 2 212/1 teilweise, 217, 220, 221, 231 teilweise, 246;
Friedersdorf Vierlinden 3 19 bis 22, 24 bis 26, 27/1, 27/2, 28 bis 32, 36, 37 teilweise, 38 bis 41, 42 teilweise, 43, 44 teilweise, 45 teilweise, 112 teilweise, 140 teilweise, 146 teilweise;
Dolgelin Lindendorf 3 6 teilweise, 7/2 teilweise, 8 teilweise, 9/2 teilweise;
Dolgelin Lindendorf 4 1 teilweise, 2 teilweise;
Dolgelin Lindendorf 5 97 (gemäß Bodenordnungsverfahren vom 1. November 2000; entspricht ehemaligen Flurstücken 14 teilweise, 16 teilweise, Flur 4 Dolgelin);
Seelow Seelow 6 88 teilweise, 89, 90, 92, 93/1, 94, 95, 97 bis 105, 106 teilweise, 108 teilweise, 140 teilweise, 147 bis 149, 151 bis 153, 155, 156, 159 teilweise, 160 teilweise, 237 teilweise, 241 teilweise, 247 teilweise, 248, 250 teilweise, 251 teilweise, 258, 259, 260 teilweise, 262, 263 teilweise, 264, 265 teilweise.
Friedersdorf Vierlinden 3 39 teilweise, 42 teilweise;
Seelow Seelow 6 88 teilweise, 98 teilweise, 102 teilweise, 103, 105 teilweise, 156 teilweise, 237 teilweise, 241 teilweise, 260 teilweise, 262, 263 teilweise, 264, 265 teilweise.
Blatt- Nr.
1 3452 SW Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
2 3452 SO Topografische Karte zur Verordnung unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ des MLUV, am 11. Oktober 2005
2. Flur- und Liegenschaftskarten
1 Friedersdorf 2 1 : 4 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
2 Friedersdorf 3 1 : 5 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
3 Dolgelin 3 1 : 4 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
4 Dolgelin 4 1 : 5 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
5 Dolgelin 5 1 : 2 000 Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
6 Seelow (teilweise) 6 1 : 2 000 Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
7 Seelow (teilweise) 6 1 : 2 000 Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilder Berg bei Seelow“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005