Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20254/01
Timestamp: 2020-04-05 09:08:48
Document Index: 313917378

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 542', '§ 542', 'BGH', '§ 536', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 536', '§ 543', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543', '§ 543', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 536', 'BGH', 'BGH', '§ 536', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.05.2005 - XII ZR 254/01 - dejure.org
https://dejure.org/2005,461
BGH, 04.05.2005 - XII ZR 254/01 (https://dejure.org/2005,461)
BGH, Entscheidung vom 04.05.2005 - XII ZR 254/01 (https://dejure.org/2005,461)
BGH, Entscheidung vom 04. Mai 2005 - XII ZR 254/01 (https://dejure.org/2005,461)
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BGB § 542 a. F.
Grundsätze für die Erheblichkeit der Beeinträchtigung des vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache; Fristlose Kündigung des Mietvertrages bezüglich Geschäftsräume; Zusicherung einer Eigenschaft des Mietobjekts; "Ca."-Angabe der Mietfläche
Flächenabweichung im Gewerberaummietvertrag
Minderfläche bei Geschäftsraum als Mietmangel
Um mehr als 10 % von der vereinbarten Fläche abweichende Mietfläche als nicht unerheblicher Mangel
BGB § 542 (a.F.)
Gewerbemiete: Flächenabweichung von mehr als 10% immer Mangel!
Gewerberaummiete - Flächenabweichung von mehr als 10 Prozent ist Mangel
Geschäftsraum-Miete - Flächenabweichung von mehr als 10 Prozent ist ein Mangel
Flächenabweichung: 10% Abweichung sind auch im Gewerb ein Mangel
Auch bei Gewerbeverträgen muß die Mietfläche halbwegs stimmen! - Firmen / Gewerbe
Minderfläche bei Geschäftsräumen
Fristlose Kündigung wegen zu geringer Mietfläche
Zur Flächenabweichung im Gewerberaummietvertrag - Minderfläche von 10% stellt einen erheblichen Mangel dar
Gewerbemiete: Flächenabweichung von mehr als 10% stellt einen Mangel dar! (IBR 2005, 643)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.05.2005, Az.: XII ZR 254/01 (Erheblicher Mangel bei mehr als 10%iger Abweichung von der vereinbarten Gewerberaummietfläche" von RiLG Dr. Winfried Holthaus, original erschienen in: ZfIR 2005, 734.
NJW 2005, 2152
NZM 2005, 500
ZMR 2005, 612
WM 2005, 1816
Nach der Rechtsprechung des Senats liegt ein zur Minderung der Miete führender Mangel der Wohnung im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB vor, wenn ihre tatsächliche Wohnfläche um mehr als 10 % unter der im Mietvertrag angegebenen Wohnfläche liegt (st. Rspr.;… vgl. nur Senatsurteil vom 10. März 2010 - VIII ZR 144/09, NJW 2010, 1745 Rn. 8 mwN; ebenso BGH, Urteil vom 4. Mai 2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152 unter II 4 c aa - für das Gewerberaummietrecht).
Auf die tatsächliche Beeinträchtigung des Gebrauchs des Mieters kommt es nach der Rechtsprechung des BGH jedoch nicht an (BGH, Urteil vom 29. Oktober 1986, VIII ZR 144/85, NJW 1987, 432; Urteil vom 04. Mai 2005, XII ZR 254/01, 2005, 2152).
Dabei ist ein Mangel der Mietsache jede nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustands von dem vertraglich vereinbarten Zustand, der ihre Gebrauchstauglichkeit beeinträchtigt (st. Rspr. Senatsurteile vom 16. Februar 2000 - XII ZR 279/97 - NJW 2000, 1714, 1715; vom 4. Mai 2005 - XII ZR 254/01 - NJW 2005, 2152 …und vom 21. Juli 2010 - XII ZR 189/08 - NJW 2010, 3152 Rn. 13).
Sowohl bei der Minderung nach § 536 Abs. 1 BGB als auch bei der außerordentlichen Kündigung nach § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB kommt es auf die Wesentlichkeit der Gebrauchsbeeinträchtigung an (Anschluss BGH NJW 2005, 2152).
a) Die Parteien haben mit der Beschreibung des Mietobjektes in § 1 Nr. 1 des Mietvertrages vom 01.08.2008, in welcher auf die als Anlage 1 dem Mietvertrag beigefügten Grundrisse und die dort mit rotem Stift gekennzeichnete Mietfläche Bezug genommen wird, eine verbindliche Beschaffenheitsvereinbarung bezüglich Größe und Zuschnitt des Mietobjektes getroffen und damit die von der Klägerin als Vermieterin geschuldete Leistung festgelegt (vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2005, XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152 unter II.3. der Gründe).
Dieser Auffassung des VIII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes für die Wohnraummiete (bestätigt etwa in BGH, Urteil vom 29.04.2009, VIII ZR 142/08, NJW 2009, 2297) hat sich XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes für den Bereich des Mietvertrages über Gewerberäume, um den es im vorliegenden Falle geht, mit dem Urteil vom 04.05.2005 (a.a.O.; unter II.4. c aa der Gründe) angeschlossen.
Dieser Kündigungsgrund greift vor allem in den Fällen ein, in welchen das Mietobjekt mit einem Sach- oder Rechtsmangel behaftet ist (vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2005, a.a.O.;… Alberts in Ghassemi-Tabar/Guhling/Weitemeyer, Gewerberaummiete, 1. Aufl., § 543 BGB Rn. 25).
Sowohl bei der Minderung als auch bei der außerordentlichen Kündigung nach § 543 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB kommt es auf die Wesentlichkeit der Gebrauchsbeeinträchtigung an (vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2005, a.a.O.;… Neuhaus, a.a.O., Kap. 20 Rn. 100).
Der Senat hat sich dieser Rechtsprechung für die Miete von Geschäftsräumen angeschlossen (Senatsurteil vom 4. Mai 2005 - XII ZR 254/01 - NJW 2005, 2152).
Die Zusicherung einer Eigenschaft setzt voraus, dass eine Partei die Gewähr für das Vorhandensein der Eigenschaft derart übernommen hat, dass sie für diese unbedingt einstehen will (…BGH, Urt. v. 30.11.1990 - V ZR 91/89, NJW 1991, 912; Urt. v. 04.05.2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152).
Eine derartige Erklärung ist einer "ca.-Angabe zur Mietfläche" nicht zu entnehmen, weil aus dieser deutlich wird, dass sich der Vermieter insoweit nicht binden will (vgl. a. BGH, Urt. v. 04.05.2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152;… Neuhaus, Handbuch der Geschäftsraummiete, 3. Aufl., Rdnr. 398).
Da sich die Miete gerade bei Gewerberäumen in der Regel nach der Betriebsfläche richtet, kommt deren Größe für den Nutzwert wesentliche Bedeutung zu (BGH, Urt. v. 04.05.2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152).
Auch bei der Miete von Gewerberäumen stellt deshalb eine Mietfläche, die mehr als 10 % unter der im Mietvertrag vereinbarten Fläche liegt, grundsätzlich einen zur Minderung berechtigenden Mangel im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB der Mietsache dar (BGH, Urt. v. 04.05.2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 02.12.2004 - I-10 U 77/04, OLGR 2005, 394; v. 13.01.2005 - I-10 U 86/04, ZMR 2005, 450;… KG, Urt. v. 05.02.2009 - 12 U 122/07, MDR 2009, 499).
Für die Annahme einer Zusicherung ist idR eine vertragsmäßig bindende Erklärung des Vermieters erforderlich, aus der sich ergibt, dass er das Vorhandensein einer bestimmten Eigenschaft der Räume/Mietsache garantiert und dafür einstehen will (vgl BGH NJW 1991, 912; NJW 2000, 1714; NZM 2005, 500; OLG Düsseldorf WuM 2003, 138; OLG Frankfurt NZM 2005, 619;… Sternel VIII Rn. 35;… Staudinger/Emmerich § 536 Rn. 34).
Diese Rechtsprechung findet auch bei der Miete von Geschäftsräumen (BGH, NJW 2005, 2152) und darüber hinaus auch dann Anwendung, wenn die als Beschaffenheit vereinbarte Wohnfläche mit einer "ca."- Angabe versehen ist (BGH, WuM 2010, 240).
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