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Timestamp: 2020-04-06 05:34:55
Document Index: 232594721

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 21', '§ 21', '§ 14', '§ 22', '§ 14', '§ 14', '§ 23', '§ 23', '§ 20', '§ 29', '§ 41', '§ 14', '§ 21', '§ 29', '§ 41', '§ 14', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§41', '§ 2', '§14', '§14']

Formular 2075 - Steueranmeldung für Bier im Einzelfall - hobbybrauer.de
Formular 2075 - Steueranmeldung für Bier im Einzelfall
Beitrag von fufi » Mittwoch 17. Juni 2015, 12:49
Juhu, ein neuer Zollthread!
Ich wollte mal vorsichtig fragen, ob jemand hier die einzelnen Punkte im Formular übersetzen könnte, so dass man einfacher findet, was man ankreuzen muss, wenn man dann doch mal Steuern zahlen möchte.
Hier mal die Optionen (inklusive meiner Interpretationen, falls vorhanden, Gesetzestexte sind mein Kryptonit)
/edit: habe eure Antworten eingefügt und für Hobbybrauer relevante Punkte blau eingefärbt
Ich melde die in Feld 5 angegebenen Biermengen zur Versteuerung an als Steuerschuldner nach
§ 14 Abs. 4 Nr. 1 BierStG
(Unrechtmäßige Entnahme aus einem Steuerlager)
für Hobbybrauer irrelevant
§ 21 Abs. 5 Satz 5 BierStG
(Nichteinhaltung des Verfahrens nach § 21 Abs. 4 BierStG)
§ 14 Abs. 4 Nr. 2 BierStG
(Herstellung ohne Erlaubnis)
- Beim Verschenken des selbstgebrauten Bieres außer Haus
- Auch gültig für Brauseminare und Brauen zu Demonstrationszwecken
§ 22 Abs. 3 BierStG
(Unregelmäßigkeiten während der Beförderung im Rahmen des Versandhandels)
§ 14 Abs. 4 Nr. 4 BierStG
(Unregelmäßigkeiten während der Beförderung unter Steueraussetzung)
(Unregelmäßigkeiten während der Beförderung von Bier des steuerrechtlich freien Verkehrs anderer Mitgliedstaaten)
§ 14 Abs. 4 Satz 3 BierStG
(Abgabe von Bier an Personen, die nicht im Besitz einer gültigen Erlaubnis nach § 23a Abs. 1 BierStG sind)
§ 23a Abs. 3 BierStG
(zweckwidrige Verwendung)
gilt nur für solche Brauer, die eine Erlaubnis nach Paragr. 23 Abs. 1 haben (Bierherstellung für Arzneimittel, Essig, Aromen, usw.), und das Bier dann nicht zu diesen Zwecken verwendet wird. (und fälschlicherweise als Ersatz für Punkt 3 beim HZA Hannover )
§ 20 Abs. 1 oder 2 BierStG
(Bezug oder Besitz zu gewerblichen Zwecken aus dem steuerrechtlich freien Verkehr anderer Mitgliedstaaten; auch bei Nichteinhaltung des Verfahrens)
§ 29 Abs. 2 BierStG i.V.m. § 41 Abs. 3 BierStV und
§ 14 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 BierStG
(Herstellung von mehr als 2 hl Bier im Kalenderjahr als Haus- und Hobbybrauer)
bei einer Überschreitung der jährlichen Freimenge von 2hl
§ 21 Abs. 5 Satz 1 BierStG
(Beauftragter von einem Versandhändler)
Wir können das gerne hier zusammentragen und versuchen, die Punkte bzw die Situationen kurz zu beschreiben und dann haben wir optimalerweise zum Schluss eine Liste, in der dann jeder ablesen kann, was er auf dem Formular ankreuzen muss. Die kann dann ja auch ins Wiki. Bei mir ist es grad so, dass ich vorhabe, eine größere Menge zu verschenken, weshalb ich zu Punkt 7 tendiere, ist das korrekt?
Danke schonmal, ich hoffe, das wird ein produktiver Thread
Zuletzt geändert von fufi am Mittwoch 17. Juni 2015, 16:48, insgesamt 2-mal geändert.
Beitrag von afri » Mittwoch 17. Juni 2015, 13:32
Nein, es ist in diesem Fall 8. "Zweckwidrige Verwendung" anzukreuzen. Begründet wird das damit, dass der Hobbybrauer Bier nur für sich und seine Gäste im eigenen Haus herstellt. Wenn er es außer Haus gibt, ist es zweckwidrig verwendet worden.
Beitrag von Holger-Pohl » Mittwoch 17. Juni 2015, 13:55
Und was bedeutet das dann?? Knast? Erhöhter Steuersatz?
Beitrag von Brockmann24 » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:05
afri hat geschrieben: Nein, es ist in diesem Fall 8. "Zweckwidrige Verwendung" anzukreuzen. Begründet wird das damit, dass der Hobbybrauer Bier nur für sich und seine Gäste im eigenen Haus herstellt. Wenn er es außer Haus gibt, ist es zweckwidrig verwendet worden.
Fall 8 (Zweckwidrige Verwendung) gilt nur für solche Brauer, die eine Erlaubnis nach Paragr. 23 Abs. 1 haben (Bierherstellung für Arzneimittel, Essig, Aromen, usw.), und das Bier dann nicht zu diesen Zwecken verwendet wird.
Selbstgebr. Bier außer Haus fällt unter den Fall 3 (Herstellen ohne Erlaubnis), da sich diese Erlaubnis auf die Inhaber von Steuerlagern bezieht (Paragr. 5). Der Hobbybrauer, der keine Erlaubnis für ein Steuerlager hat, und nicht die Voraussetzung der Steuerbefreiung für Hobbybrauer erfüllt (also u.a. nicht im eigenen Haushalt braut), wird nach Paragr. 14 Abs.4 Nr.2 steuerpflichtig.
Beitrag von Hagen » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:12
Nur Nr. 3 und 10 sind relevant.
Nur 10 erklärt sich von selbst.
Nr. 3 wie zuvor gesagt.
Auch gültig für Brauseminare und Brauen zu Demostrationszwecken sowie für Ruthard und Gleichgesinnte, die lieber gleich danach versteuern als sich den 2 hl-HB-Tört mit Anschlussmeldung anzutun.
Rest erklärt sich oder ist zumindest für nicht gewerbliche Brauer uninteressant.
Beitrag von Brauwolf » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:19
Ich habe mir zwar vorgenommen mich in diesem Forum nicht mehr zum Thema Zoll zu äußern (weil es vollkommen sinnlos ist), aber bevor das hier total den Bach runtergeht, muss ich doch noch mal.
Aus der Aufstellung von fufi sind für Hobbybrauer nur die Punkte 3 und 10 interessant.
Damit Bier nach § 29 Abs. 2 BierStG i.V.m. § 41 Abs. 3 BierStV und
§ 14 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 BierStG steuerbefreit ist, müssen folgende
1. Das räumlich zuständige HZA muss von der Absicht Bier herzustellen in Kenntnis gesetzt worden sein.
2. Es muss im eigenen Haushalt gebraut werden.
3. Das Bier ist nur für den eigenen Verbrauch bestimmt.
4. Die kalenderjährlich hergestellte Menge beträgt nicht mehr als 200 Liter
Punkt 10 ist im Formular 2075 anzukreuzen wenn die Menge von 200 Litern überschritten ist.
In allen anderen Fällen ist Punkt 3 anzukreuzen.
Es zählt nicht die Beschreibung im Formular, sondern der Inhalt des als Quelle angegebenen Paragraphen.
"Herstellung ohne Erlaubnis" bedeutet nicht, dass man etwas Unerlaubtes tut, sondern dass man keine Erlaubnis zum Betreiben eines Steuerlagers hat, was bei Hobbybrauern gewöhnlich der Fall ist und was auch unsinnig wäre. Die von der Verwaltung gewählte Formulierung "Herstellung ohne Erlaubnis" ist irreführend und unprofessionell. Zum Herstellen von Bier braucht es keine Erlaubnis.
Der Punkt 8 betrifft nur Leute, die zwar eine Erlaubnis zur steuerfreien Verwendung von Bier für die Herstellung von zum Beispiel Arzneimitteln oder Essig haben, dann dieses Bier aber doch als Bier zum Trinken in Verkehr bringen und entsprechend nachversteuern müssen.
Der Steuersatz beträgt immer 0,4407€ pro vollem Grad Plato und Hektoliter (heruntergebrochen auf volle Liter), sofern die Jahresmenge von 5000hl nicht überschritten wird. Es gibt keinen erhöhten Steuersatz oder gar Strafsteuersatz.
Alle weiteren Punkte zu erläutern würde den Rahmen dieses Forums sprengen und ist für Hobbybrauer auch völlig unnötig und so überflüssig wie ein Kropf.
Beitrag von Hagen » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:39
das sehen einige HZAs - im Gegensatz u.a. zu dir und mir - aber anders.
Ich betreue gerade zwei Verfahren, wo der ermäßigte Steuersatz bei Brauen zu Demontrationszwecken in Abrede gestellt wurde (HZA BI und HZA N)
Gleiches gilt für ein Gemeindebrauhaus, denen man die Privlegierung des § 41 BierStV abgesprochen hat (HZA BI) und nun bei denen den regulären Steuersatz anwenden will
Verfahren laufen noch. Mal sehen, was draus wird.
Wollte hier vielleicht zu einigen Apekten und den praktischen Handhabungen durch die verschiedenen HZAs demnächst hier vielleicht einmal eine Umfrage starten.
Beitrag von Brauwolf » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:47
Wie das einzelne HZÄmter sehen, ist egal - es zählt der Buchstabe des Gesetzes.
Die HZÄmter haben keine Deutungshoheit.
Abgesehen davon sind die einzel versteuerten Mengen in der Regel so gering, dass der Unterschiedsbetrag
der sich aus den beiden angewendeten Steuersätzen ergibt, weniger als 10€ beträgt. Das HZA hat keine rechtliche Handhabe den ihrer Rechnung nach fälligen Fehlbetrag beizutreiben.
Beitrag von afri » Mittwoch 17. Juni 2015, 14:59
Brauwolf hat geschrieben: Wie das einzelne HZÄmter sehen, ist egal - es zählt der Buchstabe des Gesetzes.
Eben, darum kreuze ich brav 8 an, weil das HZA Hannover das so wünscht und es bei den geringen Beträgen, wie von dir richtigerweise bemerkt, egal ist.
PS: Hagen, kannst du vorab in deine Umfrage einbauen: HZA Hannover möchte 8.
Beitrag von Brauwolf » Mittwoch 17. Juni 2015, 16:38
weil das HZA Hannover das so wünscht
Das widerspricht zwar meiner These, bestätigt sie aber auch gleichzeitig.
Mit anderen Worten: beim HZA Hannover (und nicht nur dort) besteht Schulungsbedarf in Sachen Biersteuer.
Noch einmal: es ist nicht automatisch richtig weil ein Beamter das sagt, es ist nur richtig wenn es im Gesetz steht.
Beitrag von fufi » Mittwoch 17. Juni 2015, 16:49
Danke =) Ich hab den Startpost mit euren Infos aktualisiert. Passt das jetzt soweit? fehlt noch was?
Beitrag von Hagen » Mittwoch 17. Juni 2015, 17:26
Ach, Ruthard,
wie heißt es so schön, Recht haben und Recht bekommen ind zweierlei.
Aber ich möchte die Sache wirklich angehen.
Es gibt für unseren Bereich m. M. nach vier relevante Bereiche, wo wir Opfer (Gewinner?) einer unheitlichen oder verfehlten rechtlichen Handhabung durch die HZAs werden:
1) Wo ist der Herstellungsort von Bier? Dort wo gebraut oder dort, wo die Hefe angestellt wird?
Damit im Zusammenhang die Frage, dürfen beide Orte unterschiedlich sein? (Stichwort: Brauen bei Bekannten/Schaubrauen/Gemeinschaftsbraustätte - Anstellen zuhause)
2) Rechtsansichten der verschiedenen HZAs bzgl. des anzuwendenen Steuersatzes.
Gilt der ermäßigte Steuersatz nur für Kleinbrauereien mit Steuerlager und Hobbybrauer, resp. Gemeindebrauhäuser für ihre Sude nach § 41BierSTV?
3) Ist es verfassungsrechtlich vertretbar, für die Privilegierung des § 41 BierStV allein den Haushalt als Bezugsgröße zugrunde zu legen, ungeachtet der dort lebenden Personenzahl und deren Rechtbeziehungen zueinander? (Stichwort Singlehaushalt-10 Personenhaushalt/ Wohngemeinschaft)
4) Müssen Gemeindebrauhäuser regional tradionell vor Inkrafttreten des BierStG Bestand gehabt haben, damit ihnen die Privilegierung des § 41 BierStV zuteil wird?
Beitrag von Brauwolf » Mittwoch 17. Juni 2015, 18:42
Dafür braucht es eine Strategie, das lässt sich hier im Forum aber nicht diskutieren.
Vorschriften werden anhand von Istsituationen geschaffen. Das Leben entwickelt sich weiter, die Vorschriften bleiben bestehen und hinken gefühlt der Lebenswirklichkeit 20 Jahre hinterher.
Als die geltenden Vorschriften geschaffen wurden, war eine Brauerei eine ziemlich ortsgebundene Angelegenheit, unten Mauern, oben Kupfer. Da konnte niemand dran denken, dass man heute mit dem BM50 in der Armbeuge mal eben in Tante Friedas Gartenhäuschen geht, sich ein Bier zu brauen.
1300 Brauereien erwirtschaften 800 Millionen Euro Biersteuer, das sind im Schnitt 600.000 Euro pro Brauerei. Dafür muss 12 mal im Jahr eine Akte angefasst werden (Steuerlager mit monatlicher Erklärung).
1300 Hobbybrauer (und die Zahl steigt) bringen - wenn überhaupt - insgesamt 65.000 Euro Steuer, d.h. alle deutschen Hobbybrauer zusammen 10% einer gewerblichen Brauerei im Schnitt.
Beim Hobbybrauer muss dafür - zumindest in meinem Falle - 50 mal im Jahr eine Akte angefasst werden.
Ein Steuerlager ist Zollhoheitsgebiet und muss für Zollbeamte jederzeit (während der Betriebszeiten der Brauerei) zugänglich sein. Hobbybrauen findet einem verfassungsrechtlich besonders geschützten Bereich statt, das scheint einigen Mitarbeitern bestimmter HZämtern noch nicht bewusst zu sein.
Hier sind die Ansatzpunkte.
Beitrag von Hagen » Mittwoch 17. Juni 2015, 20:50
Bei den Fällen, die ich aktuell betreue, sollen die SBs erst einmal die Hosen runter lassen und Ross und Reiter für ihre Rechtsansichten, die zumindest nicht ausdrücklich vom Gesetz gestützt sind, nennen.
Mag sein, dass es aufgrund entsprechender Normenbegründungen etc. durchaus sachkiche Aspekte gibt, die ihre Ansicht - stichhaltig - untermauern.
Falls nicht, kann man DANN andere Strategien entwickeln.
Beitrag von afri » Sonntag 11. Oktober 2015, 21:58
Brauwolf hat geschrieben: zumindest in meinem Falle - 50 mal im Jahr eine Akte angefasst werden.
Respekt, du hast 33 Biere im Ausschank? Ich bewundere deine Kapazitäten an Platz! Darf ich nochmal fragen, was die Abkürzungen hinter dem Biernamen bedeuten (weil da oftmals 2075 dahinter steht, ist das hier on topic)?
Beitrag von Hagen » Montag 12. Oktober 2015, 20:05
Na, wenn es egal ist, kannst du das ja machen. 8) hat in unserem Fall nichts mehr mit Auslegung zu tun - es ist schlichtweg falsch. Kannst ja mal einen Einspruch einlegen mit dem Hinweis, warum 8) und nicht 10) bzw. 3) (für Leute wie R., die alles versteuern wollen) auf HB Anwendung finden soll bzw. einfach bei Überschreiten 10) ankreuzen und warten, was sie dir dazu schreiben.
Nööö, muss ich nicht notieren, spielt für meine Fragestellungen keine Rolle - ist einfach komplette Paddeligkeit des betreffenden SB
Beitrag von Brauwolf » Montag 12. Oktober 2015, 23:08
Naja, ich bin mit meiner Buchführung etwas im Rückstand. Dank meiner trinkfesten und -freudigen Freunde muss ich mir über Lagerhaltung kaum Gedanken machen, durch viele meiner in diesem Jahr gebrauten Biere pflügt schon längst wieder der Kabeljau. Mein BM50-Braumarathon mit 10x 50l in 14 Tagen ist auch noch nicht festgehalten.
"L" steht für eine meiner deutschen Dependancen, "2075" für das bekannte Formular, "41" für steuerfreies Hobbybrauerbier nach §41 BierStVO, PL für meinen Standort in Polen - wobei ich mir überlege, für meine Brautätigkeit außerhalb des Steuergebietes einen allgemeineres Kürzel zu verwenden, schließlich braue ich in fünf verschiedenen Ländern auf zwei verschiedenen Kontinenten und so könnte man leicht aus meiner Dokumentation ein Bewegungsprofil erstellen. Ich habe zwar nichts zu verbergen, aber es geht halt auch niemanden was an, was ich nicht zu verbergen habe. Für eine korrekte Besteuerung in Deutschland ist es egal, ob das Bier in Polen, Österreich, Finnland oder Timbuktu gebraut worden ist, steuerfrei ist steuerfrei und die Angabe ET = exterritorial würde genügen.
Beitrag von Alt-Phex » Montag 12. Oktober 2015, 23:52
schließlich braue ich in fünf verschiedenen Ländern auf zwei verschiedenen Kontinenten
Und da findest du noch Zeit hier zu posten, für AH zu arbeiten und dich über den Zoll zu ärgern ?
Beitrag von Brauwolf » Dienstag 13. Oktober 2015, 00:04
Posten habe ich deutlich eingeschränkt, für AH arbeite ich nur virtuell (sprich stundenweise von beliebigen Internetcafés irgendwo auf der Welt), über den Zoll rege ich mich schon lange nicht mehr auf und das Brauen ist weitgehend automatisiert. Ich habe nicht nur Zeit für andere Hobbies sondern sogar für einen anständigen Beruf - alles eine Frage der Einteilung und der Atemtechnik.
Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 13. Oktober 2015, 00:10
Die Atemtechnik Ruthard, die Atemtechnik. Da muss ich wohl noch dran arbeiten
Beitrag von philipp » Dienstag 13. Oktober 2015, 10:19
Alt-Phex hat geschrieben: Die Atemtechnik Ruthard, die Atemtechnik. Da muss ich wohl noch dran arbeiten
"Vor dem Posten in Zollthreads zehnmal tief durchatmen?" *SCNR*
Brauzeuge
Registriert: Donnerstag 8. März 2018, 11:53
Beitrag von Brauzeuge » Freitag 9. März 2018, 22:42
wollte jetzt mal ein paar Bierchen verkaufen. Aktuell braue ich max 50 Liter/Sud. Ich wollte die Dame beim Zoll in Köln fragen, wie ich jetzt mit 2075 vorgehe. Die allerdings besteht darauf, dass ich ein Steuerlager anmelden muss. Ich entnehme diversen Diskussionen, dass es eigentlich schon über 2075 "brauen ohne erlaubnis" gehen sollte. Muss ich das Formular per Post senden, oder kann ich das auch einscannen und per Email senden? Sollte ich bei der Mail noch näher darauf eingehen, was mit dem Bier passiert? Welchen Verwendungszweck gebe ich bei der Überweisung an?
Beitrag von Xacobator » Freitag 9. März 2018, 22:50
Beitrag von schlupf » Freitag 9. März 2018, 23:11
Vom Zoll her sollte das Versteuern über Herstellung ohne Erlaubnis doch ausreichen.
Der ganze lebensmittelrechtliche Rattenschwanz der da noch dran hängt ist, afaik, die Baustelle von anderen Behörden.
Ein Gewerbe wird man vermutlich noch zusätzlich brauchen...
Beitrag von Brauwolf » Samstag 10. März 2018, 09:35
Der "Brauzeuge" hat mich zu diesem Thema schon per PN befragt. Vermutlich hat ihm meine Antwort nicht gefallen oder sie hat ihm zu lange gedauert, dass er es hier noch einmal versucht.
Zunächst mal: mit halbgaren Informationen, mal so, mal so, können wir nichts anfangen.
Desweiteren: das hier ist ein Hobbybrauerforum, diese Rubrik heißt "Hobbybrauen und Steuern" - wir sind kein Anwaltsbüro und keine Unternehmensberatung.
Damit sollten wir das Thema abschließen.
Beitrag von t3k » Mittwoch 18. April 2018, 08:06
Ich habe eine verständnisfrage zu 3) in der Liste.
Wenn ich Bier also verschenke und somit versteuere darf dann diese Menge von der „200L Steuerfrei-Menge“ abgezogen werden ?
Mein Bauchgefühl sagt ja, aber ich wollte diesbezüglich hier nochmal „reinhorchen“ ;)
Beitrag von ggansde » Mittwoch 18. April 2018, 08:24
Bier verschenken -> kein Eigengebrauch, fällt also nicht unter die Freimenge als Hobbybrauer
Bier verschenken -> Bier in Verkehr bringen -> Behördengänge notwendig
Beitrag von KCSteevo » Mittwoch 18. April 2018, 08:45
Wenns versteuert ist zählts auch nicht zur Freimenge dazu. Hast dann ja das Formular ausgefüllt. Die 200 Liter sind für den Eigengebrauch
Beitrag von t3k » Mittwoch 18. April 2018, 09:02
Super, danke für die fixe Rückmeldung. !
Beitrag von Kurt » Sonntag 17. Juni 2018, 13:12
Ich veranstalte demnächst eine Party bei mir im Garten. Dort wird selbstgebrautes Bier ausgeschänkt. Brauche ich dafür die Anmeldung per 2075?
Ich habe neugierige Nachbarn...
Beitrag von Brauwolf » Sonntag 17. Juni 2018, 13:49
Durstige Nachbarn wären einfacher zu händeln...
Ich gehe mal davon aus, dass das Bier von dir gebraut worden ist und zwar bei dir zuhause, dass die Gäste alle eingeladen sind (kein fb-flashmob!) und du die schon länger auch bei ihren Namen kennst. Damit sollten alle Voraussetzungen für die Steuerbefreiung, einschließlich eigenem Verbrauch, erfüllt sein. Dass die 200l-Grenze nicht überschritten worden ist, setze ich auch mal voraus.
Trotzdem kann eine 2075 nicht schaden, die tut nicht weh und es handelt sich nur um Cent-Beträge. Falls einer deiner netten Nachbarn dich verpetzt, braucht der Sachbearbeiter außer Augen verdrehen nichts tun und kann auf seinem Sessel hocken bleiben.
Beitrag von Kurt » Sonntag 17. Juni 2018, 20:27
Beitrag von Gasflasche » Montag 9. Juli 2018, 12:24
Eine kleine (vielleicht auch dumme) Frage: die Steuer wird ja mit auf der Stammwürze berechnet. Stammwürze ist im Prinzip Zuckergehalt der Würze, also vor dem Anstellen. Aber irgendwie irritiert mich die Frage schon seit Monaten: gehört der Zucker, den ich für die Flaschengärung nach der Hauptgärung dazu gebe, (steuerlich und überhaupt) nicht doch zu der Stammwürze?
Beitrag von schloemi » Montag 9. Juli 2018, 12:35
Zur Stammwürze zählen nicht nur der Zuckergehalt, sondern alle im Wasser gelösten Stoffe (also auch Eiweiße, Aromastoffe etc.) vor dem Anstellen. Eine spätere Zuckergabe würde ich demnach nicht zur Stammwürze zählen. Sofern du den Zucker in Wasser löst und den gleichen Extraktgehalt wie bei der Stammwürze anpeilst, hast du eh keine Probleme ... unter Vernachlässiging dem Umstandes, dass damit auch das Volumen erhöht wird.
Beitrag von Ladeberger » Montag 9. Juli 2018, 15:38
Eine spätere Zuckergabe würde ich demnach nicht zur Stammwürze zählen.
Hi schloemi,
ich schon! Stammwürze beschreibt den unvergorenen Extrakt eines Bieres, wie von dir beschrieben. Vor dem Anstellen der unvergorenen Würze ist sie daher noch direkt messbar, danach wird sie aber zur virtuellen Größe. Natürlich muss jede diesen Extrakt modifiziertende Dosage - ob vorne oder hinten im Prozess - hier einbezogen werden. Beispielsweise auch ganz trivial bei der Rückverdünnung eines High-Gravity Sudes.
Der Gesetzgeber bedient sich daher schon für die Definition der Stammwürze der Ballingformel, um diesen intransparenten Prozessen rund um die Stammwürzebestimmung auszuweichen. Ich zitiere aus § 2 Abs. 1 Satz 2 BierStG: Grad Plato ist der Stammwürzegehalt des Bieres in Gramm je 100 Gramm Bier, wie er sich nach der großen Ballingschen Formel aus dem im Bier vorhandenen Alkohol- und Extraktgehalt errechnet. Da sich die Zuckerdosage im Alkoholgehalt niederschlägt, wird sie auf die (virtuelle) Stammwürze rückwirkend draufgerechnet.
Beitrag von schloemi » Montag 9. Juli 2018, 16:10
Montag 9. Juli 2018, 15:38
Danke für die Aufklärung. Bei der Rückverdünnung von High Gravity Süden bin ich immer davon ausgegangen, dass dass Produkt aus SW * Volumen konstant bleibt und somit ignoriert.
Der zweite Punkt mit der späteren Zuckerdosage macht natürlich Sinn, auch wenn sich das im Hobbybraubereich zum Zwecke einer normalen Aufspeisung vermutlich im Messfehler-Bereich afhalten sollte - ein unterschiedlicher EVG könnte mMN deutlicheren Einfluss haben.
Beitrag von Gasflasche » Montag 9. Juli 2018, 19:07
Dann schlag ich also die Zuckergabe drauf Auch wenn der Effekt nicht groß sein wird: wenn ich mir dann schon die Mühe mache, die Sache zu melden, kann ich's ja genau so gut gleich richtig machen.. Obwohl, dann müsste ich ja die Formel nehmen Oder kommt das dann wieder auf's gleiche raus?
Beitrag von Sura » Montag 9. Juli 2018, 19:50
.... ich will jetzt ja nicht pieselig sein, aber du hast die Steuer am Brautag bzw. Anstelltag zu entrichten. Woher weisst du denn dann schon die genaue Menge Zucker? Du weisst doch im Prinzip noch nichtmal wieviel du genau abfüllen wirst....
Beitrag von Gasflasche » Montag 9. Juli 2018, 22:22
Wenn es stimmt, dass man es am gleichen Tag noch zu entrichten hat: am Brautag dürfte die ungefähre Menge Zucker/Liter durchaus bekannt sein: da das Bier bei der Abfüllung immer mehr oder weniger mit der gleichen Temperatur abgefüllt wird (mit der daraus resultierenden Menge an gelöstem CO2), die gewünschte Menge CO2 auch schon feststeht, ist es eigentlich im Voraus schon recht deutlich, wieviel Zucker reinkommen wird.. Auch wenn die Menge die abgefüllt werden wird, nicht 100% bekannt ist, würde das nach deiner Theorie also bedeuten, dass also eigentlich jede Meldung de fakto falsch ist..
Außerdem, wird bei einem "vorgefertigtem" Radler auch der in der Limonade enthaltenen Zucker als Stammwürze wahrgenommen und dementsprechend versteuert, wenn ich das gerade (zufällig) richtig gelesen habe, der kommt auch erst später rein..
Ich täte also vermuten, dass der Zoll davon ausgeht, dass du am Anfang schon ziemlich weisst was du am Ende haben willst, gerade, wenn die Sache mal so weit ist, dass es jemanden kaufen wollte...
In diesem Fall geht es nicht drum, dass beim Brauen schon Steuer entrichtet werden sollte, aber sich jetzt die Situation stellt, worin einen Teil vom letzten Sud (der noch von der Biersteuer befreit ist) verkauft werden könnte oder wird.
Beitrag von Neubierig » Dienstag 10. Juli 2018, 11:12
Und wenn du beim Abfüllen experimenterweise Grünschlauchen willst? Dann hast du zuviel Steuer bezahlt. Ich meine du solltest dir nicht so ein Kopf darüber machen.
Und zur Limonade in Radler - schau mal hier:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... er#p283216
Beitrag von Gasflasche » Dienstag 10. Juli 2018, 13:56
Ja gut, wenn ich den Plan selber umschmeiße, dann bin ich ja selber dumm Dummheit kostet immer Geld
Beitrag von Brauwolf » Dienstag 10. Juli 2018, 17:33
.... ich will jetzt ja nicht pieselig sein, aber du hast die Steuer am Brautag bzw. Anstelltag zu entrichten.
Wieso das denn? Richtig ist zwar, dass nach §14 Abs.1 BierStG i.V.m. §14 Abs.2 Punkt 2 BierStG (in unserem Fall) die Steuer mit der Herstellung entsteht, zur Besteuerung muss es aber erst mal Bier sein - und das ist es mitnichten wenn die Hefe in die Würze gegeben wird. Erst wenn die Hefe angekommen ist und mindestens 0,5% Alkohol produziert hat, darf sich das Gebräu Bier nennen und wird zum Steuergegenstand. Tatsächlich zählt für die Steuerbemessung der Extraktgehalt zum Zeitpunkt des Anstellens, wird die Erfassung versäumt, kann das später durch Anwendung der Großen Ballingschen Formel zurückgerechnet werden (Geht sogar mit haushaltsüblichen Mitteln aus einer Kombination von Spindel- und Refraktormessung). Neben dem Extraktgehalt ist aber auch die Biermenge für die Steuerermittlung wichtig und die Biermenge kann erst bestimmt werden, wenn das Bier ins letzte Lagergefäß, sei es Fass oder Flasche, abgefüllt ist. Was nicht Bier wird, muss nicht versteuert werden, als da sind die Kräusen, der Hefeschlamm und - falls gestopft wird - der Hopfenschmodder der zum Schluss herausgefiltert oder -sedimentiert wird. Wenn wir schon den Speisezucker mitversteuern wollen, müssen wir bitteschön so pingelig sein.
Fazit: Die Bestimmung der Steuerschuld beginnt mit der Aufzeichnung des Platowertes zum Zeitpunkt des Anstellens (ersatzweise Große Ballingsche Formel zu einem späteren Zeitpunkt) und wird beendet mit der Mengenerfassung zum Zeitpunkt des Abfüllens. Erst dann kann eine 2075 ausgefüllt und abgeschossen werden. Und auch dann erst ist die Steuer zu entrichten.
Beitrag von Gasflasche » Dienstag 10. Juli 2018, 17:36
Das bringts auf den Punkt, Danke!
Beitrag von LEFUET » Montag 26. November 2018, 09:38
Also eins ist mir irgendwie noch nicht klar...zahlt man den errechneten Betrag sofort, oder wartet man einen Bescheid/eine Zahlungsaufforderung des Zollamtes ab..? Ich habe jetzt zum ersten mal das "schmucke" Formular 2075 ausgefüllt und erreiche grad niemandem beim zuständigen Zollamt..!! Vielleicht kann mir das ja jemand von Euch kurz mitteilen; danke!!
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 26. November 2018, 09:58
Es gibt keinen Bescheid und keine Zahlungsaufforderung. Du musst das Geld proaktiv überweisen. Die Bankverbindung steht oben rechts auf deiner "Jahresanmeldungsbestätigung" (dieser Zettel, auf dem deine Haus- und Hobbybrauernummer steht), falls dein zuständiger nicht vergessen hat diese einzutragen.
Beitrag von LEFUET » Montag 26. November 2018, 10:04
Montag 26. November 2018, 09:58
Ah ok, Danke schon mal - das geht aus dem 2075 nicht wirklich hervor..ich hatte jetzt auf der HZA Webseite nach einer Bankverbindung gesucht - mich aber gewundert wie die das, ohne Belegnummer, etc., zugeordnet bekommen. Dann schau ich nachher mal auf meine Anmeldebescheinigung
Muss die Hobbybrauernummer denn dann im 2075 angegeben werden? Ich habe da keinen Hinweis drauf gefunden
Beitrag von Brauwolf » Montag 26. November 2018, 10:56
LEFUET hat geschrieben: ↑
Montag 26. November 2018, 10:04
Oben im Adressfeld kannst du deine Hobbybrauernummer eintragen, je nach Länge bei "Unternehmen" oder "Verbrauchssteuer".
Die Bankverbindung deines HZA findest du auf zoll.de unter Dienststellensuche/Zahlungsverkehr.
Beitrag von LEFUET » Montag 26. November 2018, 12:18
Montag 26. November 2018, 10:56
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Super - vielen Dank dafür!!
Bin ja zur Zeit auch noch beim "Amt" tätig, aber DAS hätte ich jetzt nicht so verstanden/gelesen..Werde ich dann noch ergänzen