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Timestamp: 2016-10-21 15:04:42
Document Index: 88859475

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'in dubio', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 66']

6B_273/2010 (11.05.2010)
vertreten durch Rechtsanw�ltin Anja Bloesser,
3. Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Heros�-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Mehrfache einfache K�rperverletzung, mehrfache Freiheitsberaubung etc.,
Mit Urteil vom 4. M�rz 2009 stellte das Bezirksgericht Baden das gegen X.________ gef�hrte Strafverfahren bez�glich T�tlichkeiten infolge Verj�hrung ein und sprach ihn vom Vorwurf der mehrfachen Ausn�tzung einer Notlage frei. Hingegen erkl�rte es ihn der mehrfachen einfachen K�rperverletzung, der mehrfachen Freiheitsberaubung, der versuchten Freiheitsberaubung sowie der versuchten N�tigung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. Weiter stellte das Bezirksgericht fest, X.________ sei f�r den den beiden Zivilkl�gerinnen Y._________ und Z.________ entstandenen Schaden vollumf�nglich haftbar, wobei die Bestimmung der Schadensh�he auf den Zivilweg verwiesen werde. Ferner verpflichtete das Bezirksgericht X.________, den beiden Zivilkl�gerinnen Genugtuungen von je Fr. 5'000.-- sowie Parteientsch�digungen von Fr. 16'382.75 bzw. Fr. 12'750.05 zu bezahlen.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 28. Januar 2010 sei aufzuheben, und er sei freizusprechen. Folgerichtig seien alle Genugtuungs- und Entsch�digungsforderungen abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Des Weiteren stellt er ein Gesuch um aufschiebende Wirkung, welches mit Pr�sidialverf�gung vom 23. April 2010 gutgeheissen worden ist.
1.1 Die Vorinstanz erachtet es als erstellt, dass der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 1 in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar 2004 in einem Hotel in Torquay (England) mehrfach an den Haaren riss, sie am Hals w�rgte und ihr zahlreiche Faustschl�ge gegen den K�rper versetzte, so dass sie Kopf- und Thoraxverletzungen erlitt.
1.2 Weiter geht die Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdef�hrer im Verlauf des Monats Juni 2004 die Beschwerdegegnerin 2 zwei Mal am Verlassen seiner Wohnung hinderte respektive ein Mal erfolglos daran zu hindern versuchte. Zudem schrie er der Beschwerdegegnerin 2 in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2004 derart laut ins rechte Ohr, dass diese ein - �rztlich bescheinigtes - Geh�rtrauma erlitt, welches zu einer vor�bergehenden leichtgradigen Verminderung des Geh�rs sowie zu einem persistierenden Ohrger�usch f�hrte. Schliesslich drohte der Beschwerdef�hrer der Beschwerdegegnerin 2 gleichentags, sie die Treppe hinunterzustossen.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung und einen Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo".
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Feststellungen zum Sachverhalt pr�ft es nur unter dem Gesichtspunkt der Willk�r (Art. 97 Abs. 1 BGG). Es hat die Voraussetzungen an die Begr�ndungspflicht einer Willk�rr�ge und wann Willk�r vorliegt, bereits mehrfach dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (BGE 134 II 244 E. 2.1 und 2.2; 132 I 175 E. 1.2). Gleiches gilt in Bezug auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Grundsatz "in dubio pro reo" (BGE 127 I 38 E. 2a).
Mit seinen Ausf�hrungen stellt der Beschwerdef�hrer der vorinstanzlichen Begr�ndung �ber weite Strecken einzig seine eigene Sicht der Dinge gegen�ber, indem er darlegt, wie die Beweise seiner Meinung nach zu w�rdigen gewesen w�ren. Hierdurch vermag er jedoch nicht aufzuzeigen, dass bzw. inwiefern die Vorinstanz im Ergebnis in Willk�r verfallen w�re oder den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt h�tte. Dies gilt insbesondere f�r seine Schilderung des Erhalts bzw. des Lesens eines SMS und der darauffolgenden Auseinandersetzung mit der Beschwerdegegnerin 1 w�hrend des gemeinsamen Abendessens im Hotel in Torquay am Vorabend des (mutmasslichen) Vorfalls und f�r seinen Hinweis auf die Einladung zu einem Konzertbesuch durch die Beschwerdegegnerin 2 kurze Zeit nach den (angeblichen) Delikten.
Die Vorinstanz w�rdigt die Aussagen der Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 wie auch jene des Beschwerdef�hrers eingehend. Sie h�lt unter Bezugnahme auf die erstinstanzliche Urteilsbegr�ndung namentlich fest, der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 am Tag, nachdem sie vom Beschwerdef�hrer (angeblich) brutal zusammengeschlagen worden sei, mit diesem Geschlechtsverkehr gehabt habe, spreche nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Anschuldigungen. Angesichts der erlittenen Traumatisierung und der von ihr geschilderten Angst, Scham und Ohnmacht sei ihr Verhalten vielmehr begreiflich, wagten es doch Opfer von Gewaltdelikten h�ufig aus Furcht vor erneuter Gewalt oder aus Scham nicht, sich dem vom T�ter gewollten Geschlechtsverkehr zu widersetzen. Weiter erw�gt die Vorinstanz, die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 2 irrt�mlich angegeben habe, der Beschwerdef�hrer habe die Haust�re seiner Wohnung von innen per Schl�ssel abgeschlossen, obwohl die Haust�re �ber gar kein Schloss verf�ge, verm�ge die Glaubhaftigkeit ihrer im Kerngehalt (Hindern am Verlassen der Wohnung) gleichbleibenden Aussagen nicht zu ersch�ttern, sei es doch nachvollziehbar, dass die Erinnerung an ein solches Detail rund f�nf Jahre nach dem Vorfall verblasst sei. Weshalb diese Ausf�hrungen der Vorinstanz geradezu unhaltbar sein sollten, zeigt der Beschwerdef�hrer nicht substanziiert auf. Nicht willk�rlich ist ferner die Erw�gung im angefochtenen Urteil, ein Komplott zwischen den Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 sei auszuschliessen, da sich diese nie begegnet und ihre Aussagen zu individuell seien, als dass sie auf einer Absprache basieren k�nnten.
Zusammenfassend verf�llt die Vorinstanz nicht in willk�rliche Beweisw�rdigung. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).