Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=29.11.2012_1C_231/2012
Timestamp: 2013-05-21 01:39:29
Document Index: 149749634

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 99', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 32', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 59', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 32', 'Art. 2', 'Art. 32', 'Art. 58', 'Art. 679', 'Art. 2', 'Art. 32', 'Art. 62', 'de lege lata', 'de lege ferenda', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 12', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 99', 'Art.\n4', 'Art. 51', 'Art. 58', 'Art. 560', 'Art. 2', 'Art. 32', 'Art. 28', 'Art. 68', 'Art. 66']

1C_231/2012
Beschwerdef�hrer, alle vertreten durch F�rsprecher Johann Schneider,
Einwohnergemeinde Bern, Direktion f�r Tiefbau Verkehr und Stadtgr�n, Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern,
Kosten f�r Massnahmen zur Untersuchung der Deponie Illiswil,
Beschwerde gegen das Urteil vom 20. M�rz 2012
In der Deponie Illiswil in Wohlen wurden von 1962 bis 1975 Bauschutt, Hauskehricht, Schlacken aus der Kehrichtverbrennungsanlage, Strassen- und Kl�rschlamm sowie fl�ssige und �lige Industrieabf�lle abgelagert. Der ehemalige Illiswilgraben wurde auf einer L�nge von 700 m aufgef�llt; die Breite der Deponie betr�gt 150 bis 200 m; die M�chtigkeit bis zu 25 m und das Volumen ca. 1.5 Mio. m3.
Im Jahre 2001 wurde mit den altlastenrechtlichen Untersuchungen begonnen. Diese ergaben, dass es sich um einen hinsichtlich des Schutzes oberirdischer Gew�sser sanierungsbed�rftigen Standort handelt. Insbesondere werden die zul�ssigen Konzentrationswerte f�r Ammonium und Vinylchlorid im Sickerwasser um ein Vielfaches �berschritten.
Am 3. Februar 2010 erliess das Berner Amt f�r Wasser und Abfall (AWA) f�r die zwischen 2001 und 2008 durchgef�hrten Massnahmen (Untersuchungen, �berwachungsmassnahmen, Pilotversuch) eine Kostenverteilungsverf�gung. Darin wurden folgende Kostenanteile festgelegt:
30 % f�r die Stadt Bern als mitbeteiligte Verhaltensst�rerin;
60 % f�r die Deponiebetreiberin, die "Genossenschaft Arbeitsgemeinschaft f�r das Transportgewerbe". Da diese nicht mehr besteht, wird ihr Anteil vom Kanton Bern getragen (Ausfallkosten).
insgesamt 10 % f�r die heutigen Grundeigent�mer (darunter auch die Einwohnergemeinde Wohlen) als Zustandsst�rer, wobei sich der Anteil der einzelnen Grundeigent�mer aufgrund der prozentualen Verteilung der Grundst�cke, bezogen auf die Gesamtfl�che der ehemaligen Deponie, bestimmt.
Aus der Haftung entlassen wurden die Eigent�mer der Parzellen Nrn. 1563 und 3305, die beim Erwerb der Parzellen keine Kenntnis von der Belastung haben mussten.
Die vom Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) mit Verf�gung vom 7. Dezember 2009 gesprochene Kostenbeteiligung von 40 % an s�mtlichen Massnahmen wird anteilsm�ssig auf die Kostenpflichtigen (Grundeigent�mer, Stadt Bern, Kanton) verteilt.
Gegen diese Verf�gung erhoben die Einwohnergemeinde Bern und die betroffenen Grundeigent�mer (ausser die Gemeinde Wohlen) Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Diese wies beide Beschwerden am 17. Februar 2011 ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde der Grundeigent�mer wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 20. M�rz 2012 ab.
Gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid haben die Grundeigent�mer am 7. Mai 2012 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und sie seien aus der Kostenpflicht zur Sanierung der Deponie Illiswil zu entlassen. Eventualiter sei die Sache zu neuer Beurteilung an das AWA zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht beantragt Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das AWA �ussert sich zu einer R�ge der Beschwerdef�hrer, ohne einen Antrag zu stellen.
Die Stadt Bern teilt mit, dass sie gegen eine Entlassung der Beschwerdef�hrer aus der Kostenpflicht nichts einzuwenden habe, vorausgesetzt, dass dies nicht zu einer Erh�hung ihrer Kostenbeteiligung f�hre, sondern zu Lasten des Kantons gehe.
Die Gemeinde Wohlen weist darauf hin, dass auch sie mit Verf�gung des AWA als Grundeigent�merin (und nicht als Gemeinwesen) mit Kosten belastet worden sei. F�r den Fall der Gutheissung der Beschwerde der privaten Grundeigent�mer beantragt sie, ebenfalls aus der Kostenpflicht entlassen zu werden.
In ihrer Replik vom 10. September 2012 halten die Beschwerdef�hrer an ihren Antr�gen fest.
Da alle Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) einzutreten.
Nicht einzutreten ist dagegen auf den Antrag der Gemeinde Wohlen, im Falle des Obsiegens der Beschwerdef�hrer ebenfalls aus der Kostenpflicht entlassen zu werden. Nachdem die Kostenverf�gung von der Gemeinde Wohlen nicht angefochten worden ist, ist sie f�r diese bestandskr�ftig geworden. Es wird Sache des AWA sein, ob es - im Fall einer neuen Kostenverlegung - auch auf den Kostenanteil der Gemeinde Wohlen zur�ckkommt oder diesen bel�sst.
Die Beschwerdef�hrer r�gen zun�chst, im Kataster der belasteten Standorte des Kantons Bern (Auszug vom 2. September 2009) wie auch in der den Grundeigent�mern am 13. September 2002 vom AWA zugestellten "Standortangabe" finde sich der Hinweis, dass die Abkl�rungen "in diesem bedeutenden Fall vom Kanton finanziert werden". Zudem sei in der Standortangabe unter der Rubrik "Bedeutung f�r den Grundeigent�mer" angef�hrt, dass das Verursacherprinzip gelte und die Massnahmen nicht vom Inhaber des belasteten Standorts durchzuf�hren seien. Die Beschwerdef�hrer erblicken darin eine Zusicherung der Kostenfreiheit f�r sie als Landeigent�mer. Es widerspreche daher dem Vertrauensschutz, ihnen Kosten aufzuerlegen.
2.1 Das Verwaltungsgericht und das AWA halten diese R�ge, die erstmals vor Bundesgericht erhoben wurde, f�r ein unzul�ssiges Novum (Art. 99 BGG).
Das Bundesgericht ist an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden, soweit dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 und Art. 97 Abs. 1 BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel k�nnen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).
Allerdings werden Rechtstatsachen, die sich aus �ffentlichen Registern ergeben, stets als bekannt vorausgesetzt (BGE 122 V 270 E. 5b/aa S. 275 f.); diese k�nnen daher jederzeit vorgebracht werden (ULRICH MEYER/JOHANNA DORMANN, Fn. 51 zu Art. 99 BGG). Insofern k�nnen sich die Beschwerdef�hrer auch noch vor Bundesgericht auf Eintragungen im �ffentlich zug�nglichen Kataster der belasteten Standorte (Art. 32c Abs. 2 USG) berufen.
Versp�tet ist dagegen die Berufung auf die den Beschwerdef�hrern zugestellte Standortangabe. Im �brigen wird diese von den Beschwerdef�hrern falsch zitiert (in den Hinweisen zur Bedeutung f�r die Grundeigent�mer wird gesagt, dass die Inhaber eines belasteten Standorts die Untersuchungs-, �berwachungs- und Sanierungsmassnahmen durchzuf�hren haben).
2.2 Das AWA f�hrt in seiner Vernehmlassung aus, dass die erw�hnte Bemerkung in der Rubrik "Aktueller Untersuchungsstand" aus dem Jahr 2001 oder 2002 stamme und nicht mehr aktualisiert worden sei. Dies h�tte den Beschwerdef�hrern bei Erhalt des Katasterauszugs vom 2. September 2009 bekannt sein m�ssen, da ihnen zu diesem Zeitpunkt bereits der Entwurf der Kostenverteilungsverf�gung vom 13. August 2009 vorgelegen habe.
2.3 Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein Verbot widerspr�chlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in beh�rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begr�ndendes Verhalten der Beh�rden. Voraussetzung f�r eine Berufung auf Vertrauensschutz ist, dass die betroffene Person sich berechtigterweise auf die Vertrauensgrundlage verlassen durfte und gest�tzt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr r�ckg�ngig machen kann. Die Berufung auf Treu und Glauben versagt jedoch, wenn ihr �berwiegende �ffentliche Interessen entgegenstehen (BGE 131 II 627 E. 6.1 S. 636 f. mit Hinweisen).
Da sich die Beschwerdef�hrer erst vor Bundesgericht auf den Eintrag berufen, liegt es nahe anzunehmen, dass sie ihn vorher nicht bemerkt und somit auch nicht auf dessen Richtigkeit vertraut haben. Die Frage kann jedoch offenbleiben, weil nicht ersichtlich ist, welche Disposition sie im Vertrauen auf die fragliche Formulierung im Altlastenkataster getroffen haben. Die Beschwerdef�hrer machen selbst nicht geltend, dass sie sich - bei Kenntnis ihrer m�glichen Kostenpflicht - dem Eintrag ins Register oder den Untersuchungshandlungen widersetzt h�tten; dies w�re auch aussichtslos gewesen.
2.4 Insofern steht der Grundsatz des Vertrauensschutzes einer Kostenbeteiligung der Beschwerdef�hrer nicht entgegen.
Die Beschwerdef�hrer machen geltend, das Verwaltungsgericht habe sie zu Unrecht als "Verursacher" im Sinne von Art. 32d USG qualifiziert. Sie h�tten die Belastung durch die Deponie weder selbst herbeigef�hrt noch h�tten sie sie vermeiden k�nnen, weil sie im Zeitpunkt der Entstehung der Deponie noch keine tats�chliche Gewalt �ber die betroffenen Grundst�cke hatten. Unter diesen Umst�nden seien sie zwar (Zustands)St�rer im polizeirechtlichen Sinne, d.h. sie m�ssten die Sanierung dulden. Dagegen seien sie nicht Verursacher, sondern Opfer, weil ihr Eigentum durch die Altlasten beeintr�chtigt sei und zumindest w�hrend der Sanierungszeit nicht mehr bestimmungsgem�ss bewirtschaftet werden k�nne. Sie treffe somit keine Kostentragungspflicht.
3.1 Das Umweltschutzgesetz (USG; SR 814.01) regelt in Art. 32d USG, wer die Kosten f�r die Sanierung belasteter Standorte tr�gt. Diese Bestimmung lautet:
1 Der Verursacher tr�gt die Kosten f�r notwendige Massnahmen zur Untersuchung, �berwachung und Sanierung belasteter Standorte.
2 Sind mehrere Verursacher beteiligt, so tragen sie die Kosten entsprechend ihren Anteilen an der Verursachung. In erster Linie tr�gt die Kosten, wer die Massnahmen durch sein Verhalten verursacht hat. Wer lediglich als Inhaber des Standortes beteiligt ist, tr�gt keine Kosten, wenn er bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt von der Belastung keine Kenntnis haben konnte.
3 Das zust�ndige Gemeinwesen tr�gt den Kostenanteil der Verursacher, die nicht ermittelt werden k�nnen oder zahlungsunf�hig sind.
4 Die Beh�rde erl�sst eine Verf�gung �ber die Kostenverteilung, wenn ein Verursacher dies verlangt oder die Beh�rde die Massnahmen selber durchf�hrt.
3.1.1 Rechtsprechung und herrschende Lehre stellen f�r die Umschreibung des Verursacherbegriffs weitgehend auf den polizeirechtlichen St�rerbegriff ab (BGE 131 II 743 E. 3.1 S. 747 mit Hinweisen; PIERRE TSCHANNEN/MARTIN FRICK, Der Verursacherbegriff nach Art. 32d USG, Gutachten zuhanden des BUWAL vom 11. September 2002, S. 5 f.; PIERRE TSCHANNEN, USG-Kommentar, N. 8. 22, 26 ff. zu Art. 32d USG; MARK CUMMINS, Kostenverteilung bei Altlastensanierungen, Diss. Z�rich 2000, S. 114 ff.; KARIN SCHERRER, Handlungs- und Kostentragungspflichten bei der Altlastensanierung, Diss. Bern 2005, S. 88 ff.; BEATRICE WAGNER PFEIFER, Kostentragungspflichten bei der Sanierung und �berwachung von Altlasten im Zusammenhang mit Deponien, ZBl 3/2004 S. 117 ff., insb. S. 130 ff.): Verursacher ist danach nicht nur der Verhaltensst�rer, d.h. derjenige, der den Schaden oder die Gefahr selbst oder durch das unter seiner Verantwortung erfolgende Verhalten Dritter verursacht hat (Verhaltens- oder Handlungsst�rer), sondern auch, wer �ber die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tats�chliche Gewalt hat (Zustandsst�rer). Dies hat zur Folge, dass derjenige, der im Zeitpunkt der Sanierung Inhaber des belasteten Grundst�cks ist, grunds�tzlich immer Verursacher ist, auch wenn er das Grundst�ck bereits mit der Belastung erworben hat und daher keine M�glichkeit hatte, den Eintritt der Gefahr oder des Schadens zu vermeiden.
3.1.2 Die Gleichsetzung des St�rer- und des Verursacherbegriffs wird in der Literatur kritisiert (HANS RUDOLF TR�EB, Kommentar USG, N. 22 zu Art. 59; HANS-J�RG SEILER, USG-Kommentar, N. 34 zu Art. 2 USG; MARTIN FRICK, Das Verursacherprinzip in Verfassung und Gesetz, Diss. Bern 2004, S. 61 ff.; S�BASTIEN CHAULMONTET, Verursacherhaftungen im Schweizer Umweltrecht, Diss. Fribourg 2009, N. 7, N. 169 ff., N. 1029 ff.; DENIS OLIVER ADLER, Das Verh�ltnis zwischen Verursacherprinzip und Haftpflicht im Umweltrecht, Diss. Z�rich 2011, S. 104 ff. und S. 146 f.; HANS W. STUTZ/BARBARA WILLE, Neue Ans�tze bei der Altlastenkostenverteilung?, URP 2011 S. 50 ff.; ALAIN GRIFFEL/HERIBERT RAUSCH, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Erg�nzungsband zur 2. Auflage, Z�rich 2011, N. 22 zu Art. 2 USG; CORINA CALUORI, Der Verursacherbegriff im Altlastenrecht - eine kritische Analyse, URP 2011 S. 541 ff., insb. S. 553 ff.), weil beide Begriffe unterschiedliche Regelungszwecke verfolgten: Das St�rerprinzip bestimme, wer Adressat einer polizeilichen Massnahme sein k�nne; wesentlich sei dabei in erster Linie die tats�chliche und rechtliche M�glichkeit, den polizeiwidrigen Zustand m�glichst rasch und effektiv zu beseitigen. Dagegen gehe es beim Verursacherprinzip um eine m�glichst gerechte Verteilung der Kosten nach Massgabe der zurechenbaren Verantwortung im Einzelfall. Die "Verursachung" einer Massnahme setze einen Kausalzusammenhang voraus, der beim blossen Zustandsst�rer fehle.
3.1.3 Allerdings sprechen sich - zumindest im Zusammenhang mit der Kostenverteilung f�r die Sanierung von Altlasten - die meisten Autoren f�r die Beibehaltung der bisherigen Praxis aus: Die Gleichsetzung von Verursacher und St�rer entspreche dem gesetzgeberischen Willen (TSCHANNEN/FRICK, a.a.O., S. 5; GRIFFEL/RAUSCH, a.a.O., N. 22 zu Art. 2 und N. 10 zu Art. 32d USG; ADLER, a.a.O., S. 110; FRICK, a.a.O., S. 199; SEILER, a.a.O., N. 65 und 121 zu Art. 2 USG). Trotz der unterschiedlichen Funktionen des St�rer- und des Verursacherbegriffs f�hre die Bezugnahme auf den St�rerbegriff bei der Festlegung des Verursacherkreises zu durchaus sachgerechten Ergebnissen (TSCHANNEN/FRICK, a.a.O., S. 6; FRICK, a.a.O., S. 62, 64, 199 f.; SCHERRER, a.a.O., S. 89 f.). Der Begriff des Verursachers impliziere nicht zwangsl�ufig eine Kostentragungspflicht und lasse Raum f�r Billigkeitserw�gungen (ALAIN GRIFFEL, Die Grundprinzipien des schweizerischen Umweltrechts, Z�rich 2001, N. 224 und 295): Die Qualifikation des Standortinhabers als Verursacher bedeute nur, dass er potenziell kostenpflichtig sei; im Einzelfall k�nne ein Kostenanteil von 0 % gerechtfertigt sein (FRICK, a.a.O., S. 215; GRIFFEL/RAUSCH, a.a.O., N. 11 zu Art. 32d).
SEILER geht davon aus, dass die Kostenpflicht des (schuldlosen) Standortinhabers in Analogie zur zivilrechtlichen Haftpflicht (z.B. Art. 58 OR; Art. 679/684 ZGB) begr�ndet werden k�nne: Dieser trage den Nutzen der Sache, weshalb es billig sei, ihn auch die Nachteile tragen zu lassen (a.a.O., N. 70 zu Art. 2 USG).
TR�EB (a.a.O., S. 28 ff.) verlangt zus�tzlich zur blossen Sachherrschaft eine Sorgfaltswidrigkeit, eine objektive Ordnungswidrigkeit der beherrschten Sache oder eine besondere Gefahrensituation, die vom ersatzpflichtigen Verursacher geschaffen oder unterhalten wurde; erg�nzend k�nne jedoch - in Anlehnung an aArt. 32d USG und an Art. 62 ff. OR - auch auf die Vorteile abgestellt werden, die dem Verursacher durch die Einwirkung oder die Sanierung erwachsen (a.a.O., N. 30).
STUTZ/WILLE (a.a.O., S. 64 f.) wollen zwar de lege lata den Standortinhaber nicht mehr als Verursacher qualifizieren, pl�dieren aber de lege ferenda f�r eine anteilsm�ssige oder sogar vollst�ndige Haftung der Standortinhaber (mit Heimschlagsrecht gegen�ber dem Staat).
3.1.4 CALUORI (a.a.O., S. 564 f.) will dagegen den Verursacherbegriff im Altlastenrecht auf Personen beschr�nken, die Massnahmen durch ihr Verhalten verursacht haben oder denen als Standortinhaber der massnahmenverursachende Tatbestand aufgrund der Verantwortung �ber ihre Sache zugerechnet werden k�nne. Verursacher sei und bleibe somit (im Gegensatz zur heutigen Praxis) derjenige, der im Zeitpunkt der Standortbelastung Inhaberstellung hatte und damit die Verantwortung f�r den rechtskonformen Zustand trug. Dagegen sei derjenige, der ein bereits belastetes Grundst�ck erwirbt, nicht Verursacher.
Diese Auffassung h�tte im vorliegenden Fall zur Folge, dass die Beschwerdef�hrer, die ihre Grundst�cke erst nach Schliessung der Deponie erworben haben, nicht Zustandsverursacher w�ren; sie k�nnten allenfalls als Erben der Grundeigent�mer zum Zeitpunkt des Deponiebetriebs haften (vgl. dazu unten, E. 5.3 und 5.4).
3.2 Ausgangspunkt der �berlegungen muss die gesetzliche Regelung der Kostenverteilung in Art. 32d USG sein: Der Gesetzgeber hat im Rahmen der umweltrechtlichen Grunds�tze einen Gestaltungsspielraum. Er kann im Gesetz auch Personen, die nicht unmittelbare Verursacher sind, als Verursacher bezeichnen, sofern ein hinreichender direkter funktioneller Zusammenhang besteht, der eine normative Zurechnung erlaubt (BGE 138 II 111 E. 5.3.3 S. 126 mit Hinweisen).
Art. 32d Abs. 2 Satz 3 USG geht davon aus, dass auch derjenige, der "lediglich als Standortinhaber beteiligt ist", zum Kreis der potenziell Kostenpflichtigen geh�rt (sofern er sich nicht befreien kann). Damit wird der Standortinhaber gesetzlich als "Verursacher" bezeichnet bzw. einem Verursacher gleichgesetzt. Dabei unterscheidet das Gesetz nicht danach, ob der Standortinhaber das Eigentum vor oder nach Eintritt der Belastung erworben hat.
3.3 Der USG-Entwurf 1983 sah keine Bestimmung zur Kostentragungspflicht f�r Altlasten vor, weil Bundesrat und Verwaltung der Auffassung waren, dass auf die bundesgerichtliche Praxis zur Kostenverlegung bei der antizipierten Ersatzvornahme zur�ckgegriffen werden k�nne. Die st�nder�tliche Kommission f�r Umwelt, Raumplanung und Energie hielt eine Konkretisierung des Verursacherprinzips f�r den Bereich der Altlastensanierung f�r n�tig und beauftragte daher die Verwaltung mit der Erarbeitung einer Kostenbestimmung, die sich an der bundesgerichtlichen Praxis zur Kostenverlegung bei der antizipierten Ersatzvornahme orientieren sollte (vgl. TSCHANNEN/FRICK, a.a.O., S. 4; FRICK, a.a.O., S. 197 f.; MARCO ZAUGG, Altlasten - die neuen Bestimmungen, URP 1996 S. 485 Fn. 10). Dieser Entwurf wurde im Parlament als Art. 32d USG diskussionslos angenommen (AB 1994 S 477 f.; AB 1995 N 1296).
Die vom Gesetzgeber rezipierte bundesgerichtliche Rechtsprechung war im Zusammenhang mit Art. 12 des Bundesgesetzes �ber den Schutz der Gew�sser vor Verunreinigung vom 16. M�rz 1955 (AS 1956 1533; aGSchG[1956]) und Art. 8 des Gew�sserschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971 (AS 1972 950; aGSchG[1971]) entwickelt worden. Sie ging davon aus, dass die Kosten f�r Massnahmen des Gemeinwesens zur Abwehr bzw. Behebung von Gew�sserverunreinigungen auf die St�rer im polizeirechtlichen Sinne zu verteilen seien, zu denen neben den Verhaltens- auch die Zustandsst�rer geh�rten (BGE 91 I 295 E. 3b S. 302 f.; 94 I 403 E. 4 S. 409; 101 Ib 410 E. 5 S. 414 ff.; 102 Ib 203 E. 2 und 3 S. 206 f.; 114 Ib 44 E. 2a S. 47 f.; 118 Ib 407 E. 4c S. 414 ff.). Sie setzte damit "Verursacher" im Sinne von Art. 8 aGSchG(1971) mit St�rer gleich.
3.4 Wortlaut und Entstehungsgeschichte von Art. 32d USG sprechen somit f�r eine Gleichsetzung von Verursacher- und St�rerbegriff. Diese Auslegung wurde durch die USG-Revision 2005 best�tigt:
3.4.1 In der urspr�nglichen Fassung lautete Art. 32d Abs. 2 Satz 3 USG wie folgt:
"Wer lediglich als Inhaber der Deponie oder des Standortes beteiligt ist, tr�gt keine Kosten, wenn:
c. ihm aus der Sanierung kein Vorteil erw�chst."
3.4.2 Lit. c dieser Bestimmung wurde in der Literatur kritisiert, weil die Sanierung eines Grundst�cks dem Eigent�mer immer einen Vorteil verschaffe (vgl. MARCO ZAUGG, Revisionsbestrebungen zu Art. 32d USG, URP 2001 870 f.).
Die Kommission f�r Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats schlug daher vor, Art. 32d Abs. 2 lit. c USG dahin zu pr�zisieren, dass die unschuldige und nichts ahnende Inhaberin eines belasteten Grundst�cks sich nur dann an den Kosten beteiligen m�sse, wenn ihr daraus ein Vorteil erwachse, der �ber die Beseitigung der unzul�ssigen Einwirkung hinausgehe (Parlamentarische Initiative Altlasten, Untersuchungskosten, Bericht vom 20. August 2002, BBl 2002 5008 ff., insb. 5010 und 5021 Ziff. 2.3.1.2, wo in der �berschrift ausdr�cklich vom "ahnungslosen Zustandsst�rer" die Rede ist).
Im Parlament wurde der Vorschlag der st�nder�tlichen Kommission angenommen, Art. 32d Abs. 2 lit. b und c ganz zu streichen (AB 2004 S 526). In den Voten der Parlamentarier wurde ausgef�hrt, es sei zu kl�ren, in welchen Ausnahmef�llen der Eigent�mer eines Grundst�cks nicht zur Kostentragung beigezogen werden k�nne (Votum Hegetschweiler, AB 2004 N 470). Aus den Materialien ergeben sich keinerlei Hinweise, dass es nur um die Entlastung des ahnungslosen Standortinhabers zum Zeitpunkt der Entstehung der Belastung ging; vielmehr sollte die Exzeptionsklausel allen "ahnungslosen Zustandsst�rern" zugute kommen (Votum B�ttiker, AB 2004 S 526) und daf�r sorgen, dass erst im letzten Schritt allenfalls der Inhaber die Kosten tr�gt (Votum Leutenegger Oberholzer, AB 2004 N 472). Dies setzt voraus, dass auch der blosse Standortinhaber zum Kreis der potenziell Kostenpflichtigen im Sinne von Art. 32d Abs. 1 USG geh�rt.
3.4.3 W�re nur der Standortinhaber zum Zeitpunkt der Belastung Zustandsverursacher, h�tte die Exzeptionsklausel - die vor allem im Zusammenhang mit dem Grundst�ckserwerb diskutiert wird (vgl. z.B. HANS U. LINIGER, Altlasten und kein Ende? GesKR 3/2007 S. 278 f.; KARIN SCHERRER, Was lange w�hrt ... wird nicht zwingend besser, Revision des Umweltrechts im Altlastenbereich, Jusletter 11. September 2006, Rz. 8) - kaum noch Bedeutung. Ihr Anwendungsbereich w�rde sich auf die F�lle beschr�nken, in denen die Belastung durch eine nicht vorhersehbare Grundst�cksnutzung eines Mieters, P�chters oder eines Dritten verursacht wurde.
3.5 Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass die von CALUORI vorgeschlagene Modifikation des (Zustands-)Verursacherbegriffs im Einzelfall zu gerechteren und/oder praktikableren Ergebnissen f�hren w�rde:
W�ren alle Erwerber von belasteten Grundst�cken von vornherein keine Verursacher im Sinne von Art. 32d Abs. 1 USG, k�nnte ihnen auch aus Billigkeitsgr�nden kein Kostenanteil auferlegt werden, z.B. wenn ihnen im Hinblick auf einen bestehenden Altlastenverdacht ein erheblicher Preisnachlass gew�hrt wurde. Es ist aber nicht einzusehen, weshalb in solchen F�llen das belastete Grundst�ck ohne jegliche Kostenbeteiligung des Inhabers saniert werden sollte, obwohl dieser wirtschaftlich von der Sanierung profitiert.
Umgekehrt kann bei der Festlegung des Kostenanteils des Standortinhabers (der sich nicht nach Art. 32d Abs. 2 Satz 3 USG befreien kann), ber�cksichtigt werden, ob er schon bei Eintritt der Belastung Verantwortung f�r das Grundst�ck trug und die M�glichkeit gehabt h�tte, die Belastung abzuwenden, oder ob er dieses erst nachtr�glich, mit der bereits bestehenden Belastung, erworben hat. Je nach den Umst�nden des Falles kann es sich rechtfertigen, seinen Kostenanteil auf 0 % herabzusetzen (vgl. FRICK, a.a.O., S. 215; GRIFFEL/RAUSCH, a.a.O., N. 11 zu Art. 32d).
3.6 Zusammenfassend ergibt die Auslegung von Art. 32d USG, dass auch ein Standortinhaber, der das Grundst�ck bereits mit der Belastung erworben hat, zu den potenziell zahlungspflichtigen Personen geh�rt, soweit er sich nicht nach Abs. 2 Satz 3 von der Haftung befreien kann. Es besteht daher kein Grund, die bisherige Praxis zu �ndern.
3.7 Dies hat zur Folge, dass die Beschwerdef�hrer als Eigent�mer der belasteten Grundst�cke grunds�tzlich zum Kreis der Kostenpflichtigen geh�ren. Wie die Vorinstanz dargelegt hat, sind sie direkte Nachkommen (S�hne bzw. Enkel) der Landwirte, die ihr Land 1962 zum Betrieb der Deponie zur Verf�gung gestellt hatten, und sind vor Ort aufgewachsen. Insofern wussten sie von dem Deponiebetrieb oder h�tten bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt davon wissen m�ssen. Dies wird von den Beschwerdef�hrern nicht substanziiert bestritten. Insofern sind sie nicht nach Art. 32d Abs. 2 Satz 3 USG von der Haftung befreit.
Im Folgenden ist zu pr�fen, ob der ihnen auferlegte Kostenanteil von 10 % bundesrechtskonform ist.
Die Beschwerdef�hrer sind der Auffassung, der Kanton Bern m�sse einen h�heren Anteil der Kosten �bernehmen, weil er nicht nur die Ausfallkosten (f�r die Deponiebetreiberin) trage, sondern auch selbst Verhaltensst�rer sei. Zum einen habe er selbst �lverseuchtes Material nach Illiswil geliefert bzw. (auf Anfrage) problematische Abf�lle dorthin verwiesen. Zum anderen habe er seine Aufsichtspflicht krass verletzt. Insbesondere habe er erst 1974, im Jahr der Schliessung der Deponie, Weisungen f�r den Betrieb erteilt. Hierf�r verweisen die Beschwerdef�hrer auf die Beschwerdeschrift der Stadt Bern an die BVE vom 4. M�rz 2010.
4.1 Die Beschwerdef�hrer erheben diese R�ge erstmals vor Bundesgericht. Im Verfahren vor der BVE hatte nur die Stadt Bern geltend gemacht, dass der Kanton auch als Verhaltensst�rer hafte. Vor Verwaltungsgericht wurde die Frage nicht thematisiert.
Wie bereits oben (E. 2.1) dargelegt, sind neue tats�chliche Behauptungen und Beweismittel nur in den engen Grenzen von Art. 99 Abs. 1 BGG zul�ssig. Dagegen sind neue Rechtsvorbringen grunds�tzlich noch vor Bundesgericht zul�ssig, solange sie sich im Rahmen des Streitgegenstands bewegen (BGE 136 V 362 E. 4.1 S. 366 f. mit Hinweisen). Dies gilt jedenfalls, soweit sie sich auf aktenkundige Tatsachen st�tzen.
4.2 Das AWA ging in seiner Kostenverf�gung (S. 5) davon aus, dass die Sanierungsbed�rftigkeit des Standorts (hinsichtlich Ammonium und Vinylchlorid) nicht auf die Anlieferung von �lbelastetem Material zur�ckzuf�hren sei; es schloss schon aus diesem Grund eine Verhaltensst�rung durch den Kanton aus.
Die BVE f�hrte ihrerseits (S. 10) aus, dass die angebliche Ablagerung von �lhaltigen Abf�llen durch den Kanton nicht belegt sei; wer die im Bericht der Kellerhals + Haefeli AG vom 20. April 2009 genannten �lhaltigen Sande deponiert habe, lasse sich heute auch nicht mehr rekonstruieren.
Diese Feststellungen wurden von den Beschwerdef�hrern vor Verwaltungsgericht nicht angefochten und keine diesbez�glichen Beweisantr�ge gestellt, obwohl die vorinstanzlichen Entscheide dazu Anlass gaben. Dies kann vor Bundesgericht nicht nachgeholt werden (Art. 99 Abs. 1 BGG). Insofern fehlen die tats�chlichen Grundlagen f�r eine allf�llige Verantwortung des Kantons als Abfallerzeuger oder -ablagerer.
4.3 Dagegen stellen sich im Zusammenhang mit einer allf�lligen Haftung des Kantons aus Aufsichtspflichtverletzung v.a. Rechtsfragen; der Sachverhalt ist weitgehend unstreitig. Fraglich ist allerdings, ob es sich um ein neues Rechtsbegehren im Sinne von Art. 99 Abs. 2 BGG handelt. Letztlich kann die Frage offenbleiben, weil es jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden ist, dass dem Kanton Bern "nur" die Ausfallkosten und nicht noch zus�tzlich ein Kostenanteil wegen Verletzung seiner Aufsichtspflichten auferlegt wurde.
4.3.1 Unstreitig hat der Kanton Bern den Deponiebetrieb nie bewilligt. Der Regierungsrat erteilte zwar am 16. M�rz 1962 eine Bewilligung zur Rodung von Waldparzellen mit Bedingungen zur Eindolung des Illiswilbachs; dagegen wurden die Einsprachen gegen die Deponie nicht behandelt und keinerlei Auflagen zum Deponiebetrieb und zum Gew�sserschutz verf�gt. In den folgenden Jahren gingen die Akten verloren. Erst am 31. Juli 1974, im Zusammenhang mit der bevorstehenden Schliessung der Deponie, erteilte der Regierungsrat erstmals Weisungen zur weiteren Auff�llung der Deponie und verbot das Ablagern von Haus-, Gewerbe- und Industriem�ll, Metzgereiabf�llen sowie fl�ssigen und schlammigen Abf�llen jeder Art.
4.3.2 Der Kanton hat das Rechtsverweigerungsverbot verletzt, indem er nie �ber die Betriebsbewilligung und die dagegen erhobenen Einsprachen entschieden hat. Fraglich ist allerdings, ob diese Amtspflichtverletzung unmittelbar die sch�dliche Umwelteinwirkung bzw. die konkrete Gefahr bewirkte.
Dies ist jedenfalls hinsichtlich der Ammonium-Belastung zu verneinen, die durch den Abbau von organischem Kohlenstoff entsteht, der auch in Siedlungs- und Gr�nabf�llen und sogar in Bauschutt enthalten ist, dessen Ablagerung mit Sicherheit bewilligt worden w�re.
Dagegen ist Belastung mit Vinylchlorid (einem chlorierten Kohlenwasserstoff) auf Industrieabf�lle zur�ckzuf�hren, deren Ablagerung in einer Deponiebewilligung (m�glicherweise) ausgeschlossen worden w�re. Allerdings herrschte damals in der Region Bern ein Deponienotstand; die Deponie Illiswil war neben der Grube Lutzern in Bolligen die einzige Ablagerungsstelle der Region. Insofern ist es wahrscheinlich, dass selbst bei einer Beschr�nkung der Deponiebewilligung auf Bauschutt und Kehrichtschlacke in den Folgejahren auch Industrieabf�lle abgelagert worden w�ren. Die Kausalit�t des pflichtwidrigen Unterlassens des Kantons f�r die Standortbelastung ist daher nicht erstellt.
Schliesslich beanstanden die Beschwerdef�hrer den ihnen auferlegten Kostenanteil von insgesamt 10 % als ermessensfehlerhaft. Sie gehen davon aus, dass - entsprechend der in Art. 51 Abs. 2 OR vorgesehenen Haftungskaskade - der blosse Standortinhaber immer dann von der Haftung befreit werde, wenn ein in der Haftungsordnung vorgehender Verursacher (Verhaltensst�rer) eruiert werden k�nne. Nur in Ausnahmef�llen k�nne es, aufgrund von Billigkeitserw�gungen, trotzdem zur Kostenauferlegung an den Standortinhaber kommen. Vorliegend seien keine derartigen Gr�nde ersichtlich, weshalb ihr Kostenanteil auf 0 % festzulegen sei.
5.1 Das Verwaltungsgericht f�hrte aus, dass praxisgem�ss von einer Kostenquote von 60-90 % f�r den Verhaltensst�rer und von 10-30 % f�r den Zustandsst�rer ausgegangen werde. Es verwies hierf�r insbesondere auf die Vollzugshilfe des BAFU (VASA: Realleistungs- und Kostentragungspflichten).
Vorliegend sei zu ber�cksichtigen, dass die Rechtsvorg�nger der Beschwerdef�hrer der Gemeinde Bern das Land f�r den Betrieb der Schuttdeponie zur Verf�gung gestellt h�tten. Sie h�tten im Verwaltungsausschuss der Deponie einen von sieben und sp�ter zwei von neun Vertretern gestellt und h�tten von der Ablagerung verschiedener, vertraglich nicht vorgesehener Abf�lle gewusst. Durch die Auff�llung des Illiswiltobels sei ebenes, landwirtschaftlich besser nutzbares Land entstanden. Zudem h�tten die damaligen Grundeigent�mer eine Ausfallentsch�digung f�r Land und Wald von insgesamt ca. Fr. 140'000.-- und eine Gewinnbeteiligung von insgesamt Fr. 300'000.-- erlangt. Aufgrund dieser wirtschaftlichen Interessenlage sei eine vollst�ndige Befreiung der Beschwerdef�hrer von der Kostentragungspflicht nicht gerechtfertigt.
5.2 Die Beschwerdef�hrer machen dagegen geltend, ihnen d�rften die angeblichen Vorteile ihrer Rechtsvorg�nger aus dem Betrieb der Deponie nicht angerechnet werden, weil diese nicht an sie weitergegeben worden seien. Sie h�tten das Grundeigentum entweder durch Kauf oder durch Abtretung auf Rechnung k�nftiger Erbschaft erworben, und zwar entsprechend den Bestimmungen des b�uerlichen Bodenrechts mindestens zum Ertragswert. W�rden sie anstelle ihrer Rechtsvorg�nger in die Kostenpflicht genommen, h�tte dies eine nicht zu rechtfertigende Besserstellung der Ver�usserer resp. der zuk�nftigen Miterben zu Lasten der heutigen Grundeigent�mer zur Folge. Zudem sei zu ber�cksichtigen, dass die belasteten Parzellen Teil eines landwirtschaftlichen Gewerbes seien, das dem Realteilungsverbot unterliege (Art. 58 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber das b�uerliche Bodenrecht [BGBB; SR 211.412.11]); insofern h�tten die Beschwerdef�hrer die belasteten Parzellen nicht von der �bernahme ausschliessen k�nnen.
5.3 Nach Rechtsprechung und Literatur ist f�r die Rechtsnachfolge zwischen Verhaltens- und Zustandsverursachern einerseits sowie zwischen Singular- und Universalsukzession andererseits zu unterscheiden:
5.3.1 Die latente Kostenpflicht des Standortinhabers geht bei einer Hand�nderung ohne Weiteres auf den Erwerber �ber (a.A. CALUORI, a.a.O., S. 564). Allerdings handelt es sich nicht um einen Fall der Rechtsnachfolge; vielmehr kn�pft die latente Kostenpflicht an die Rechtsbeziehung zum belasteten Standort an und entsteht somit origin�r beim neuen Eigent�mer oder Inhaber (vgl. CUMMINS, a.a.O., S. 118 f.; SCHERRER, a.a.O., S. 93 f.; ROMY, a.a.O., S. 625).
Dagegen verbleibt die Kostenpflicht des Verhaltensverursachers im Fall der Singularsukzession als pers�nliche Schuld bei diesem und geht nicht auf den Rechtsnachfolger �ber.
5.3.2 M�glich ist dagegen ein �bergang der Kostenpflicht des Verhaltensverursachers im Fall der Universalsukzession.
Dies betrifft zum einen die F�lle der Verm�gens- oder Gesch�fts�bernahme (vgl. HANS U. LINIGER/CURDIN CONRAD, Altlastenrechtliche St�rerhaftung und Rechtsnachfolge bei Unternehmenstransaktionen: quid iuris?, in: Liber amicorum f�r Rudolf Tsch�ni; Z�rich, 2010, S. 229 ff., insb. 237 ff.; ISABELLE ROMY, Sites pollu�s, soci�t�s et responsabilit�s, in: Journ�es suisse du droit de la construction, Fribourg 2009, S. 163 ff., insb. S. 187 ff.; WAGNER PFEIFER, a.a.O., S. 139 ff.).
Zudem kann die Kostenpflicht (auch die latente) eines Verhaltensst�rers gem�ss Art. 560 Abs. 2 ZGB auf dessen Erben �bergehen (SEILER, a.a.O., N. zu Art. 2 USG; SCHERRER, a.a.O., S. 97 f.; ROMY, a.a.O., S. 627 ff.; a.A. CUMMINS a.a.O., S. 121; URS CH. NEF, die Kostenpflicht bei der Sanierung von historischen Altlasten, FS Lendi, Z�rich 1998, S. 399). Das Bundesgericht hat im Urteil 1A.273/2005, 1A.274/2005 und 1P.669/2005 vom 25. September 2006 E. 5.2 und 5.3 (in: URP 2007 S. 861) ausgef�hrt, dass zwar die Verhaltensverursachereigenschaft nicht durch Erbfolge auf einen Erben �bertragen werden k�nne, wohl aber die Schulden des Erblassers, einschliesslich solcher �ffentlich-rechtlicher Natur, sofern der Erbe die Erbschaft nicht ausschl�gt.
5.4 Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die Rechtsvorg�nger der Beschwerdef�hrer, die am Gewinn der Deponie beteiligt und im Verwaltungsausschuss der Deponie vertreten waren, durch ihr Verhalten zur Standortbelastung beigetragen haben und damit Verhaltensverursacher waren, auch wenn ihr Verursachungsbeitrag geringer zu veranschlagen ist als derjenige der Deponiebetreiberin. Ihnen gegen�ber w�re daher ein Kostenanteil von 10 % keinesfalls ermessensmissbr�uchlich.
Dagegen haben die Beschwerdef�hrer die Belastung durch die Deponie weder selbst herbeigef�hrt noch h�tten sie sie vermeiden k�nnen. Zwar haben sie die landwirtschaftlichen Grundst�cke, Bauten und Anlagen ihrer Rechtsvorg�nger erworben, doch gibt es in den Akten keine Anhaltspunkte daf�r, dass sie auch die Passiven rechtsgesch�ftlich �bernommen h�tten.
Allerdings sind sie (als direkte Nachkommen) vermutlich Erben ihrer Rechtsvorg�nger. Im vorinstanzlichen Entscheid fehlen jedoch Angaben zur Frage, ob und wann die Rechtsvorg�nger der Beschwerdef�hrer verstorben sind, wer alles zu den Erben geh�rte und ob einzelne Erben die Erbschaft ausgeschlagen haben. Sind weitere Miterben vorhanden, haften grunds�tzlich auch sie - und nicht nur die Beschwerdef�hrer - f�r die Schulden des Erblassers.
Unter diesen Umst�nden ist nicht erstellt, dass den Beschwerdef�hrern die Verursachungsquote ihrer Rechtsvorg�nger zugerechnet werden kann.
5.5 Bei der Bemessung des Kostenanteils k�nnen neben dem Mass der Verantwortung auch Billigkeitsgesichtspunkte, wie die wirtschaftliche Interessenlage und die wirtschaftliche Zumutbarkeit, ber�cksichtigt werden (TSCHANNEN/FRICK, a.a.O., S. 20). Namentlich kann (in Anlehnung an aArt. 32d Abs. 2 Satz 3 lit. b und c) ber�cksichtigt werden, ob der Standortinhaber, der die Belastung kannte oder kennen musste, einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Belastung gezogen hat und ob ihm aus der Sanierung ein Vorteil erw�chst.
5.5.1 Im vorliegenden Fall ist es m�glich, dass den Beschwerdef�hrern (unabh�ngig von ihrer Erbenstellung) gewisse, mit dem Deponiebetrieb zusammenh�ngende Vorteile zugute gekommen sind (z.B. Bodenverbesserung; in den landwirtschaftlichen Betrieb investierte Anteile der Gewinnbeteiligung). Allerdings wurden diese Vorteile wahrscheinlich bei der Festsetzung des �bernahmepreises bzw. bei der Anrechnung auf den Erbteil ber�cksichtigt. Auch zu dieser Frage gibt es keine Feststellungen.
5.5.2 Denkbar ist auch, dass den Beschwerdef�hrern durch die Sanierung ein wirtschaftlicher Vorteil erw�chst, beispielsweise wenn sie das zum landwirtschaftlichen Ertragswert erworbene Land nach der Sanierung als Bau(erwartungs)land verkaufen k�nnten. Auch hierzu fehlen jedoch Feststellungen. Zudem m�sste u.U. ein Gewinnanspruch der Miterben nach Art. 28 ff. BGBB ber�cksichtigt werden.
5.5.3 W�rden die Beschwerdef�hrer ausschliesslich als Standortinhaber haften, ohne dass ihnen der Verursachungsanteil ihrer Rechtsvorg�nger zugerechnet werden k�nnte, und ohne durch den Deponiebetrieb oder die Sanierung selbst einen wirtschaftlichen Vorteil erlangt zu haben oder in Zukunft zu erlangen, erschiene eine Kostenbeteiligung von 10 % exzessiv und damit bundesrechtswidrig.
Zwar sind die bisher angefallenen Untersuchungskosten, auf die sich die angefochtene Verf�gung beschr�nkt, bescheiden und f�r die Beschwerdef�hrer wirtschaftlich zumutbar. Die eigentliche Sanierung der Deponie steht jedoch noch bevor und die damit verbundenen Kosten lassen sich schwer absch�tzen. Die Beschwerdef�hrer bef�rchten zu Recht, dass die jetzige Kostenverteilungsverf�gung pr�judizielle Wirkung auch f�r die zuk�nftige Kostenaufteilung haben k�nnte.
5.6 Die vom Verwaltungsgericht zitierte Praxis, wonach 10-30% der Kosten auf den schuldlosen Zustandsst�rer entfallen, bedarf daher der Pr�zisierung: Ein derartiger Kostenanteil ergibt sich nicht bereits aus der Eigent�merstellung zum Zeitpunkt der Kostenverteilungsverf�gung, sondern erscheint nur dann gerechtfertigt, wenn weitere Umst�nde hinzutreten, z.B. wenn die betroffene Person schon im Zeitpunkt der Belastung f�r den Standort verantwortlich war und diese daher h�tte verhindern k�nnen, wenn sie f�r den Verursachungsanteil ihres Rechtsvorg�ngers haftet (kraft Gesch�fts�bernahme oder als Erbe) oder durch die Belastung und/oder Sanierung einen (nicht unwesentlichen) wirtschaftlichen Vorteil erlangt hat oder erlangen wird.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Da der erstinstanzlichen Beh�rde bei der Festsetzung der Anteile ein Ermessensspielraum zusteht, erscheint es sinnvoll, die Sache an das AWA (und nicht ans Verwaltungsgericht) zu weiterer Abkl�rung und neuem Entscheid zur�ckzuweisen.
6.1 Das AWA wird zun�chst kl�ren m�ssen, ob die Rechtsvorg�nger der Beschwerdef�hrer noch leben und (als Verhaltensverursacher) an den Kosten beteiligt werden m�ssen. Ist dies nicht der Fall, ist zu pr�fen, ob deren Kostenanteil kraft Erbfolge auf alle oder auf einzelne Beschwerdef�hrer �bergegangen ist. Diesfalls w�re ein Kostenanteil der Beschwerdef�hrer von 10 % nicht zu beanstanden; allerdings w�re zu pr�fen, ob noch weitere Erben vorhanden sind, die ebenfalls in die Pflicht zu nehmen w�ren.
Ansonsten m�sste erg�nzend gepr�ft werden, ob den Beschwerdef�hrern (oder einzelnen von ihnen) wirtschaftliche Vorteile aus dem Deponiebetrieb zugeflossen sind oder aus der Sanierung erwachsen, die eine Kostenbeteiligung in H�he von 10 % rechtfertigen w�rden. W�re auch dies zu verneinen, m�sste der Kostenanteil der Beschwerdef�hrer (als blosse Standortinhaber) erheblich herabgesetzt oder auf eine Kostenbeteiligung ganz verzichtet werden.
6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegen die Beschwerdef�hrer mit ihrem Eventualantrag. Sie haben daher Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 BGG). Da sich die Stadt Bern und die Gemeinde Wohlen dem Beschwerdeantrag nicht widersetzt haben, erscheint es gerechtfertigt, die Parteikosten dem Kanton Bern aufzuerlegen. Es sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 20. M�rz 2012 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung im Sinne der Erw�gungen an das Amt f�r Wasser und Abfall des Kantons Bern zur�ckgewiesen.
Der Kanton Bern hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, dem Amt f�r Wasser und Abfall des Kantons Bern, der Einwohnergemeinde Bern, Direktion f�r Tiefbau Verkehr und Stadtgr�n, der Einwohnergemeinde Wohlen, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.