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Timestamp: 2020-08-04 13:56:55
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Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 68', '§74', '§ 85', '§ 49', '§ 156', '§ 2']

Vorteilhaftigkeitsanalyse gewerblicher - BACHELOR + MASTER
von Falk Baas (Autor)
2.2 Zwangsversteigerung
Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert den Begriff Zwangsversteigerung wie folgt:
,, Verwertung einer Sache durch staatlichen Hoheitsakt im Wege der Versteigerung zum Zweck der Befriedigung der Gläubiger aus dem Erlös.“ 16
Unter dem Begriff Zwangsversteigerung werden in dieser Arbeit die folgenden beiden maßgeblichen Versteigerungsarten zusammengefasst:
- Zwangsversteigerung im Wege der Zwangsvollstreckung, z.B. Vollstreckung eines im Grundbuch eingetragenen Grundpfandrechts und
- Zwangsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, z.B. bei Miteigentümer- und Erbengemeinschaften.1
Der Ablauf einer Zwangsversteigerung (ZV) lässt sich in folgende Schritte gliedern:
- Antragstellung durch einen berechtigten Gläubiger oder ein Mitglied der Erben­gemeinschaft zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft beim zuständigen Amtsgericht,
- Erstellung eines Verkehrswertgutachtens durch einen vom Gericht be­auftragten öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen,
- Anberaumung und öffentliche Bekanntmachung des ZV-Termins,
- Durchführung der eigentlichen ZV i.d.R. in den Räumlichkeiten des zuständigen Amtsgerichts (die Bietungszeit beträgt gemäß § 73 Abs. 1 S. 1 ZVG mindestens 30 Minuten2 und auf Antrag eines berechtigten Beteiligten ist laut § 68 Abs. 1 S. 1 ZVG eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10% des Verkehrswerts zu leisten3 ),
- Zuschlagserteilung an den Meistbietenden, sofern bestimmte Wertgrenzen, 7/10- (§74a ZVG) bzw. 5/10-Wert (§ 85a ZVG)4 nicht unterschritten wurden
- Anberaumung des Verteilungstermins (vom Zuschlag an bis zum Verteilungs­termin ist das s.g. Bargebot5 gemäß § 49 Abs. 2 ZVG mit 4% jährlich zu ver­zinsen),
- Durchführung des Verteilungstermins, d.h. Festsetzung und Ausführung eines Teilungsplans, anhand dessen der Versteigerungserlös letztlich an die Be­rechtigten verteilt wird, dabei ist zu berücksichtigen, dass öffentliche Lasten, wie z.B. säumige Grundsteuern und Vollstreckungskosten Vorrang genießen, so dass erst nachdem diese Forderungen vollständig getilgt sind, der verbleibende Erlös an die übrigen Gläubiger gemäß Teilungsplan ausgekehrt wird und
- Eigentumsumschreibung auf den Ersteher durch das Grundbuchamt auf Ersuchen des Amtsgerichts.
Abbildung 3 zeigt ein Beispiel für eine veröffentlichte amtliche Bekanntmachung, die Auskunft über erste wichtige Objektinformationen enthält und für jeden Interessenten im zuständigen Amtsgericht einsehbar ist. Bei näherem Interesse kann das ent­sprechende Verkehrswertgutachten in der jeweiligen Einsichtsstelle der Voll­streckungsgerichte eingesehen werden.
Abbildung 3: Amtliche Bekanntmachung des Amtsgerichts Leipzig6
2.3 Immobilienauktion
Unter Zugrundelegung einer weniger differenzierten Betrachtungsweise können Immobilienauktionen zu den Freihändigen Verkäufen gezählt werden, da im Gegensatz zum Zwangsversteigerungsverfahren der Verkaufsprozess nicht von Gläubigern initiiert wird, sondern der freien Entscheidung des Immobilieneigentümers obliegt. Die Durchführung der Vorteilhaftigkeitsanalyse im Rahmen dieser Arbeit erfordert eine engere Abgrenzung und klassifiziert die gewerbliche Immobilienauktion als eigen­ständige Erwerbsform. Diese Unterscheidung ist zulässig, da es neben der sach­bezogenen Notwendigkeit auch inhaltliche Unterschiede zwischen Freihändigem Verkauf und Immobilienauktion gibt. Als Beispiele können u.a. angeführt werden, dass der Eigentümer nicht allein den Verkauf und die Vermarktung übernimmt, sondern im Fall der Immobilienauktion diese Aufgaben stets dem Auktionshaus überträgt und im Gegensatz zum Freihändigen Verkauf der Veräußerer selbst kaum einen Einfluss auf die Wahl des Erwerbers hat, da dieser im Wege der Versteigerung ermittelt wird. Ein legitimes Mittel, um die Veräußerung an eine nicht erwünschte Person oder Organi­sation zu verhindern, besteht grundsätzlich nur in der Möglichkeit, diese durch das Auktionshaus von der Versteigerung ausschließen zu lassen.
Immobilienauktionen werden in dieser Arbeit als gewerbliche Versteigerungen frem­den Grundbesitzes sowie grundstücksgleicher Rechte verstanden, die sich nach den Vorschriften der Gewerbe- und Versteigererordnung7 richten und nicht durch einen staatlichen Hoheitsakt begründet sind.
Aus dem Beiwohnen mehrerer Versteigerungstermine des Autors lässt sich deren Ablauf wie folgt skizzieren: In der eigentlichen Versteigerungsveranstaltung, die grundsätzlich für jeden Interessierten frei zugänglich ist, werden die Objekte von einem vereidigten Auktionator der Reihe nach aufgerufen. Es erfolgt die s.g. Aus- lobung, dabei werden die objektspezifischen Daten vorgelesen. Danach werden das jeweilige Mindestgebot sowie die Steigerungsraten, z.B. 500€, verkündet und die Interessenten zur Gebotsabgabe, die zumeist durch Handzeichen erfolgt, aufgefordert. Mit dem dritten Hammerschlag wird die Immobilie an den Meistbietenden zu­geschlagen. Die Beurkundung des notariellen Kaufvertrages erfolgt im Nachgang für gewöhnlich noch am selben Tag. Zu diesem Zwecke sind zumeist mehrere Notare direkt vor Ort.
Das gesamte Auktionsverfahren, das sich über einen bestimmten Zeitraum erstreckt, kann als Prozess mehrerer Teilschritte verstanden werden, von der erstmaligen Vorstellung einer Immobilie bis hin zur Auskehrung des Kaufpreises.
Folgende Gliederungsschritte lassen sich unterscheiden:
- erstmalige Objektvorstellung durch den Eigentümer gegenüber dem Auktions­haus,
- unverbindliche und i.d.R. kostenlose Einwertung der Immobilie durch das Auktionshaus zur Bestimmung des Auktionslimits,
- Abschluss eines Einlieferungsvertrages und Protokollierung einer notariellen Verkaufsvollmacht,
- Aufnahme des Einlieferungsobjektes in den Versteigerungskatalog,
- Durchführung der eigentlichen Grundstücksauktion, dabei sind 10% vom Höchstgebot, mindestens jedoch 2.000€ als Sicherheitsleistung im Verstei-gerungstermin zu leisten sowie eine kaufpreisabhängige Courtage8 zugunsten des Auktionshauses,
- Beurkundung des notariellen Kaufvertrages,
- Hinterlegung des Kaufpreises i.d.R. innerhalb eines Monats ab Verstei-gerungstermin auf ein Notaranderkonto9,
- Beantragung der Eintragung einer Auflassungsvormerkung10 in das Grundbuch zugunsten des Erstehers durch den beurkundenden Notar und
- Auszahlung des Kaufpreises bei ranggerechter Eintragung der Auflassungs-vormerkung und Vorlage aller vertragsbedingten Genehmigungen und Negativatteste11 an den Verkäufer.
2.4 Kostenvergleichsrechnung
Bei der Kostenvergleichsrechnung handelt es sich um ein rein quantitatives Be­wertungsverfahren, wobei ausschließlich auf eindeutig messbare monetäre Größen bei der Bewertung von Handlungsalternativen zurückgegriffen wird.12 Die Kosten­vergleichsrechnung arbeitet mit Durchschnittswerten und zählt damit zu den statischen quantitativen Bewertungsmethoden. Der Informationsbedarf und die Komplexität der Rechenmethoden sind überschaubar.13 Auszuwählen ist dabei diejenige Alternative, die im Vergleich zu den anderen Handlungsmöglichkeiten die geringsten Kosten verursacht. Im Kapitel 6.1 wird eine Kostenvergleichsrechnung anhand der Erwerbskosten, bezogen auf die Höhe der durchschnittlich zu zahlenden Kaufpreise sowie der mit dem Kaufakt verbundenen Erwerbsnebenkosten durch­geführt.
2.5 Nutzwertanalyse
Die Nutzwertanalyse als analytisches Bewertungsverfahren14 findet insbesondere Anwendung, wenn der Entscheidungsträger aus multidimensionalen Zielsetzungen wählen soll und nicht alle Merkmalsausprägungen monetär bewertbar sind15, so dass neben quantitativen auch qualitative Einflussgrößen Berücksichtigung finden. Hierzu werden allen Ergebnissen der einzelnen Alternativen gewichtete Nutzwerte zu­geordnet und durch Addition der Gesamtnutzwert der jeweiligen Handlungs-möglichkeiten ermittelt. Je höher dieser ist, desto vorteilhafter ist die zugehörige Alternative im Vergleich zu den anderen berücksichtigten Möglichkeiten. Zangemeister definiert den Begriff wie folgt:
„Nutzwertanalyse ist die Analyse einer Menge komplexer Handlungsalternativen mit dem Zweck, die Elemente dieser Menge entsprechend den Präferenzen des Entscheidungsträgers bezüglich eines multidimensionalen Zielsystems zu ordnen. Die Abbildung dieser Ordnung erfolgt durch die Angabe von Nutzwerten (Gesamtwerte) der Alternativen.“ 16
Die Vorgehensweise bei einer Nutzwertanalyse kann in mehrere Teilschritte untergliedert werden. Die Differenzierung und die Anzahl der verschiedenen Verfahrensabschnitte erfolgt in der Literatur unterschiedlich. Diese Arbeit verwendet eine Unterteilung in fünf Gliederungsschritte17:
- Zielkriterienbestimmung - Auswahl von Bewertungskriterien, die für die Entscheidungssituation von Relevanz und möglichst eindeutig abgrenzbar, messbar, zumindest jedoch schätzbar sind,
- Zielkriteriengewichtung - Gewichtung der zuvor ermittelten Kriterien gemäß der Präferenzstruktur des Entscheidungsträgers mittels absoluter Zahlen oder prozentualer Werte, die vorzugsweise summiert 100% ergeben,
- Teilnutzenbestimmung - Erfassung des Zielerreichungsgrades jedes Kriteriums unter Zugrundelegung einer Nutzenskala18 und Vergabe von Nutzenpunkten,
- Gesamtnutzwertermittlung - Verdichtung der Teilnutzwerte zu einem Gesamtnutzwert aller einbezogenen Handlungsalternativen19 und
- Vorteilhaftigkeitsbewertung - Auswahl der Alternative mit dem höchsten Gesamtnutzwert.
2.6 Sensitivitätsanalyse
Die Methode der Sensitivitätsanalyse ermöglicht es, die Stabilität von Ergebnisgrößen in Abhängigkeit von unterschiedlichen Parametereinflüssen zu überprüfen.20 Sie erweist sich besonders bei unsicherheitsbehafteten Inputgrößen als vorteilhaft und erlaubt Rückschlüsse auf Wirkungszusammenhänge zwischen veränderten Parametern und den sich daraus ergebenden Einflüssen auf die Ergebnisgrößen. Die Sensitivitäts-analyse ist daher ein geeignetes Verfahren bei der Beurteilung der Vorteilhaftigkeit der im Rahmen dieser Arbeit analysierten Immobilienerwerbsformen. Von besonderem Interesse ist dabei die Fragestellung, wie Änderungen bestimmter Einflussgrößen die Vorteilhaftigkeit der drei Handlungsalternativen beeinflussen. Um aussagefähige Ergebnisse zu erhalten, setzt die Anwendung einer Sensitivitätsanalyse voraus, dass die Veränderungen der Parameter in begründbarer und realistischer Weise erfolgen.21
3 Unternehmensvorstellung - Deutsche Grundstücksauktionen AG
Bislang gibt es für das Marktsegment der gewerblichen Immobilienauktionen keine branchenspezifischen, bundesweit statistisch erhobenen Daten, die als Informations­grundlage für die im Rahmen dieser Arbeit durchzuführende Vorteilhaftigkeitsanlyse dienen können. Aus diesem Grund wurde auf die veröffentlichten Unternehmensdaten eines börsennotierten und deutschlandweit agierenden Auktionshauses zurück-gegriffen, dass nachfolgend kurz vorgestellt wird.
„Ihre Immobilie verdient den besten Preis. Das Höchstgebot.“ 22
Mit diesem Slogan wirbt das nach eigener Aussage „ größte Immobilien-Auktionshaus Deutschlands “ 23 auf seiner Internetseite. Das Unternehmen Deutsche Grundstücks­auktionen AG ging 1998 aus der Berliner Grundstücksauktionen-Organisations­gesellschaft mbH & Co KG hervor und ist mit einem Grundkapital von 2.050.000€ ausgestattet, welches sich auf 1.600.000 Stückaktien verteilt.24
Abbildung 4: Unternehmensträgerdaten der DGA25
Folgt man den Angaben des Geschäftsbericht 2011 des Unternehmens, beträgt der Marktanteil der Gesamtgruppe, zu der neben der DGA auch die Unternehmen Sächsische Grundstücksauktionen AG, Norddeutsche Grundstücksauktionen AG, Brecht Immobilien GmbH, Deutsche Internet Immobilien Auktionen GmbH und Westdeutsche Grundstücksauktionen AG gehören, in Deutschland insgesamt „gut 90%“26. Die Gesamtobjektumsätze betrugen im Jahr 2011 92,6 Mio. €, allein der Anteil der DGA lag bei 44,3 Mio. € und entspricht damit einem Anteil von ca. 47,8% am Objektumsatz der gesamten Unternehmensgruppe.27 Der nächstgrößere Wettbewerber erzielte einen Objektumsatz von „gut € 8,4 Mio.“28. Aufgrund der Marktführerschaft und des großen Anteils von ca. 43% (47,8% x 90%) am deutschen Gesamtmarkt für gewerbliche Immobilienauktionen wird für verschiedene Berechnungen auf einzelne veröffentlichte Unternehmensdaten der DGA als Referenzwerte zurückgegriffen.
4 Auswahl der Bezugsgrundlage
Um für die im Rahmen dieser Arbeit durchzuführende Analyse eine aussagekräftige Datengrundlage zu schaffen, erfolgt ein Ranking der Städte in Deutschland, die im Jahr 2011, gemessen an der Anzahl der versteigerten Immobilien, am häufigsten bei der DGA vertreten waren. Die nachfolgende Tabelle zeigt die jeweiligen Rangfolgen, die anhand der vier Ergebnislisten der quartalsmäßig durchgeführten Auktionen mittels Primärdatenerhebung erstellt wurden.
Tabelle 2: Städte-Ranking - quartalsmäßige Erhebung für das Jahr 2011
Demnach werden alle vier Auktionen der DGA von der Stadt Leipzig dominiert.
Tabelle 3: Abschließendes Städte-Ranking für das Jahr 2011
Mit einer Anzahl von insgesamt 81 im Jahr 2011 versteigerten Immobilien liegt damit Leipzig deutlich vor Berlin und wird für die Vorteilhaftigkeitsanalyse als regionale Bezugsgröße mit der umfangreichsten Informationsbasis bestimmt.
5.1 Immobilienauktion - DGA
Nachdem die Bezugsgrundlage eindeutig definiert und abgegrenzt wurde, werden die für die Bewertungsverfahren relevanten Daten erhoben. Für eine erste Betrachtung ist dabei die messbare monetäre Größe des durchschnittlichen Quadratmeterkaufpreises von Bedeutung. Hierfür werden die einzelnen Immobilien nach Objektarten differenziert und die zugehörigen Auktionserlöse aus den Ergebnislisten (Übersicht der Meistgebote) und Nutzflächen (Wohnfläche bzw. Summe aus Wohn- und Gewerbefläche) aus den Angaben im Versteigerungskatalog ermittelt. Das Vorgehen der Auswertung ist in Abbildung 5 dargestellt. Das entsprechende Ergebnis für die Auktion vom 24. bis 26. März 2011 zeigt Tabelle 4.
Abbildung 5: Datenerhebung mittels Versteigerungskatalog und Ergebnisliste29
Tabelle 30: Ergebnisüber-sicht der Auktion vom 24. bis 26. März 2011
Die verbleibenden drei Ergebnisübersichten können dem Anhang 4 entnommen werden. Aus den einzelnen objektbezogenen Größen werden im nächsten Schritt für die jeweilige Immobiliengattung die durchschnittlichen Quadratmeterpreise ermittelt. Hierzu werden die Kaufpreise (Auktionserlöse) und Nutzflächen aller im Jahr 2011 auktionierten teilsanierten und unsanierten Immobilien summiert und daraus der Quotient gebildet:
- Marktsegment teilsanierte Mehrfamilienhäuser
- Marktsegment unsanierte Mehrfamilienhäuser
5.2 Zwangsversteigerung
Die Ermittlung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Immobilien, die im Zuge eines Zwangsversteigerungsverfahrens veräußert wurden, ergibt sich unter Einbeziehung der entsprechenden Zuschlagsbeschlüsse, aus denen das Meistgebot ersichtlich ist, den amtlichen Bekanntmachungen (siehe Abbildung 3, Kapitel 2.2) und ergänzend dem Verkehrswertgutachten der jeweiligen Immobilie.
Abbildung 6: Auszug aus einem Zuschlagsbeschluss des Amtsgerichts Dresden 31
Für das Jahr 2011 ergeben sich daraus für die einzelnen Immobilienarten folgende Durchschnittswerte32:
5.3 Freihändiger Immobilienverkauf
Für die Ermittlung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise von Immobilien, die im Jahr 2011 im Freihändigen Verkauf veräußert wurden, wird auf Angaben aus dem Grundstücksmarktbericht 2011 der Stadt Leipzig33 zurückgegriffen. Betreffend die Marktsegmente teilsanierte und unsanierte Mehrfamilienhäuser enthält dieser folgende Werte:
Bei diesen Angaben ist zu berücksichtigen, dass für den Grundstücksmarktbericht 2011 explizit nur Kauffälle ausgewertet wurden, zu denen notarielle Kaufverträge vorlagen.34 Im Umkehrschluss bedeutet das zum einen, dass alle Immobilien, die zwangsversteigert wurden, nicht erfasst sind, da dieser Erwerbsakt keiner notariellen Beurkundung bedarf. Gemäß § 156 BGB kommt der Vertrag durch den Zuschlag zustande. Zum anderen sind jedoch alle Immobilien, die 2011 im Zuge gewerblicher Immobilienauktionen versteigert wurden, bereits in den ermittelten Werten enthalten. Folglich muss für die durchzuführende Analyse die Summe aller Objektumsätze in die entsprechenden Teilsummen der beiden Erwerbsformen gewerbliche Immobilien­auktion und Freihändiger Verkauf untergliedert werden, um den durchschnittlichen Quadratmeterpreis des Freihändigen Verkaufs zu ermitteln. Dazu werden zunächst die beiden Größen Objektumsatz und Anzahl der Kauffälle der DGA (Anteil 47,8% [siehe Kapitel 3] am 90%igen Marktanteil der Gesamtgruppe, mithin ˜ 43% am Gesamtmarkt) auf die jeweilige Gesamtgröße der Erwerbsform der gewerbliche Immobilienauktionen aggregiert. Im Nachgang erfolgt die Berechnung der Gesamtobjektnutzfläche, die im Freihändigen Verkauf im Jahr 2011 veräußert wurde und anschließend die Ermittlung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise.
Abbildung 7: Marktanteil der DGA am Gesamtmarkt der gewerblichen Immobilienauktionen
Der Objektumsatz des Marktanteils der gewerblichen Immobilienauktionen inkl. DGA beträgt 2,19 Mio. € und entspricht damit einem Anteil von rund 19,2% am Gesamtobjektumsatz der Stadt Leipzig für teilsanierte Mehr-familienhäuser. Die Teilsumme der Kaufpreise für den Freihändigen Verkauf beträgt folglich 9,21 Mio. € (11,40 Mio. € - 2,19 Mio. €).
Die Ermittlung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise erfolgt in gleicher Weise, wie zuvor für das Segment der teilsanierten Mehrfamilienhäuser. Auch in diesem Fall wird auf die bereits für die DGA ermittelten Werte sowie die Vorgaben des Grundstücksmarktberichts 2011 zurückgegriffen.
1 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Stichwort-Ergebnisseite.jsp (28.07.2012)
2 Vgl. Baur, Fritz; Bruns, Alexander; Stürner, Rolf: Zwangsvollstreckungsrecht: C. F. Müller Lehr- und Handbuch, 13. Auflage, Heidelberg, München, Landsberg, Berlin, 2006, S. 434
3 Vgl. Baur, Fritz; Bruns, Alexander; Stürner, Rolf: Zwangsvollstreckungsrecht, C. F. Müller Lehr- und Handbuch, 13. Auflage, Heidelberg, München, Landsberg, Berlin, 2006, S. 463
4 Vgl. Deimann, Ernst; Hilbert, Alfred; Hock, Rainer: Immobiliarvollstreckung, C. F. Müller Recht in der Praxis, 5. Auflage, Heidelberg, München, Landsberg, Berlin , 2011, S. 92 f.
5 Bargebot: Entspricht dem zugeschlagenen Meistgebot im Zwangsversteigerungstermin.
6 Stadt Leipzig (Hrsg.): Amtliche Bekanntmachung, Zwangsversteigerung, Leipzig, 19.04.2012
7 Vgl. http://www.dga-ag.de/immobilien-versteigern/Wissenswertes/wissenswertes-ueber-die- private-grundstuecksauktion/r-Wissenswertes-a-63.html (24.07.2012)
8 Vgl. Deutsche Grundstücksauktionen AG (Hrsg.): Versteigerungsbedingungen, Versteigerungskatalog Ausgaben 03/11, Auflage 67.000, F 51 395, S. 94
9 Anderkonto: Anderkonten sind Treuhandkonten, die nur bestimmte Berufsgruppen führen dürfen, wie bspw. Notare und Rechtsanwälte. Kaufpreise, die Notaren anvertraut werden, werden treuhänderisch von diesen auf Anderkonten bis zur Auszahlungsreife verwahrt.
10 Auflassungsvormerkung: Eine Auflassungsvormerkung wird im Grundbuch des betreffenden Grundstücks eingetragen und dient der Sicherung des Anspruchs auf Übertragung des Kaufgegenstandes auf den Erwerber. Sie soll verhindern, dass der Verkäufer den Kaufgegenstand ein weiteres Mal verkauft und besitzt damit eine rangwahrende Wirkung.
11 Negativattest: Bescheinigungen über das Nichtausüben von Vorkaufsrechten, z.B. nach § 2 Abs. 2 GVO.
12 Vgl. Koch, Susanne: Einführung in das Management von Geschäftsprozessen: Six Sigma, Kaizen und TQM, Berlin, Heidelberg, 2011, S. 95 f.
13 Vgl. Preißler, Peter R.: Controlling, Lehrbuch und Intensivkurs, 13. Auflage, München, 2007, S. 209
14 Vgl. Jung, Hans: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 10. Auflage, München, 2006, S. 75
15 Zangemeister, Christof: Nutzwertanalyse in der Systemtechnik, München 1970, S.45
16 Vgl. Jung, Hans: Controlling, 2. Auflage, München, 2007, S. 134 f.
17 Vgl. Jung, Hans, Controlling: 2. Auflage, München, 2007, S. 134 f.
18 Vgl. Jung, Hans, Controlling: 2. Auflage, München, 2007, S. 134 f.
19 Vgl. Pfnür, Andreas; Schetter, Christoph; Schöbener, Henning: Risikomanagement bei Public
20 Private Partnerships, Berlin, Heidelberg 2010, S. 77
21 Vgl. Ott, Sven: Investitionsrechnung in der öffentlichen Verwaltung: Die praktische Bewertung von Investitionsvorhaben, Wiesbaden, 2011, S. 170
22 http://www.dga-ag.de (12.07.2012)
23 http://www.dga-ag.de (12.07.2012)
24 Vgl. Deutsche Grundstücksauktionen AG(Hrsg.): Geschäftsbericht 2011, Berlin, 2012, S. 21
25 https://www.handelsregister.de/rp_web/document.do?doctyp=UT&index=0 (29.07.2012)
26 Deutsche Grundstücksauktionen AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2011, Berlin, 2012, S. 8 ff.
27 Deutsche Grundstücksauktionen AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2011, Berlin, 2012, S. 8 ff.
28 Deutsche Grundstücksauktionen AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2011, Berlin, 2012, S. 8 ff.
29 Deutsche Grundstücksauktionen AG (Hrsg.): Versteigerungskatalog, Ausgabe 01/11, Auflage 67.000, F 51 395, S. 45 und Ergebnisliste, S. 2
30 Stadt Dresden (Hrsg.): Zuschlagsbeschluss, Zwangsversteigerung, Dresden, 18.03.2008
31 Schlöffel, Andreas: Zuschlagsstatistik der Stadt Leipzig, Abteilung Zwangsvollstreckung, Leipzig 2012, S. 7
32 Stadt Leipzig, Gutachterausschuss (Hrsg.): Grundstücksmarktbericht 2011, Leipzig 2011, S. 24 ff.
33 Vgl. Auskunft des Gutachterausschusses, vom 04.07.2012
9783955495831
v296971
Nutzwertanalyse Sensitivitätsanalyse Kostenvergleichsrechnung Handlungsempfehlung Wohnimmobilie
Falk Baas (Autor)