Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/verjaehrung-bei-aussergerichtlichen-vergleichsverhandlungen-38853
Timestamp: 2020-03-30 04:32:46
Document Index: 261527605

Matched Legal Cases: ['§ 204', '§ 204', '§ 204', '§ 204', '§ 204', '§ 211', '§ 204', '§ 204', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Ver­jäh­rung bei außer­ge­richt­li­chen Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen | Rechtslupe
Tritt der Still­stand des Kla­ge­ver­fah­rens nach § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB mit Ein­ver­ständ­nis des Klä­gers ein und betreibt die­ser das Ver­fah­ren ledig­lich wegen außer­ge­richt­li­cher Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen mit dem Beklag­ten nicht wei­ter, liegt dar­in kein trif­ti­ger Grund, der zur Unan­wend­bar­keit des § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB füh­ren kann. Die mit der Kla­ge­er­he­bung ein­ge­tre­te­ne Hem­mung der Ver­jäh­rung endet dann, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem aktu­el­len Urteil fest­ge­stellt hat, sechs Mona­te nach Ein­tritt des Still­stands.
Gemäß § 204 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Satz 1 BGB endet die mit der Kla­ge­er­he­bung ein­ge­tre­te­ne Hem­mung der Ver­jäh­rung sechs Mona­te nach Ein­tritt des Still­stands. Dies ist nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur dann anders zu beur­tei­len mit der Fol­ge der Unan­wend­bar­keit von § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB, wenn für das Untä­tig­blei­ben des Berech­tig­ten (= Klä­gers) ein trif­ti­ger, für den ande­ren Teil erkenn­ba­rer Grund vor­liegt 1.
Betreibt der Klä­ger ledig­lich wegen außer­ge­richt­li­cher Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen das Ver­fah­ren nicht wei­ter, stellt das kei­nen trif­ti­gen Grund in die­sem Sin­ne dar und führt des­halb nicht zur Unan­wend­bar­keit des § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB (= § 211 Abs. 2 BGB a.F.). Die­se ist viel­mehr nur dann gerecht­fer­tigt, wenn beson­de­re Umstän­de vor­lie­gen, die über den in der Pra­xis häu­fi­gen Fall hin­aus­ge­hen, dass die Par­tei­en außer­halb des Pro­zes­ses noch in Ver­hand­lun­gen ste­hen, und die es des­halb aus­nahms­wei­se recht­fer­ti­gen, die Hem­mung der Ver­jäh­rung noch andau­ern zu las­sen 2.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. März 2009 – II ZR 32/​08
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st. Rspr. zu der Vor­gän­ger­vor­schrift § 211 Abs. 2 BGB a.F. BGH, Urtei­le vom 21. Febru­ar 1983 – VIII ZR 4/​82, WM 1983, 533, 534; vom 23. April 1998 – III ZR 7/​97, WM 1998, 1493, 1496; vom 27. Janu­ar 1999 – XII ZR 113/​97, NJW 1999, 1101, 1102; vom 12. Okto­ber 1999 – VI ZR 19/​99, ZIP 2000, 294, 295; vom 18. Okto­ber 2000 – XII ZR 85/​98, NJW 2001, 218, 219 f.; vom 27. Janu­ar 2005 – VII ZR 238/​03, NJW-RR 2005, 606, 607[↩]
st.Rspr.; s. nur BGH, Urteil vom 27. Janu­ar 1999 aaO[↩]
st. Rspr.; vgl. u.a. BGH, Beschluss vom 22.10.2008 – 1 StR 503/​08, NStZ-RR 2009, 43[↩]
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