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Timestamp: 2016-10-24 23:50:19
Document Index: 306125061

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

I 844/06 (24.09.2007)
A.________, 1968, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann, Dell'Olivo Frey & Pribnow, Stadtturmstrasse 10, 5400 Baden,
Der 1968 geborene A.________ meldete sich am 7. April 2003 unter anderem mit Hinweis auf neurologische St�rungen, Schmerzen in Brust und Schulter sowie Atemprobleme zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Aargau gew�hrte berufliche Eingliederungsmassnahmen (Mitteilungen vom 20. Mai und 29. August 2003). Gest�tzt auf weitere Abkl�rungen, insbesondere ein interdisziplin�res Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstation (MEDAS) am Spital X.________ vom 16. August 2005, lehnte die IV-Stelle das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente oder um Kostengutsprache f�r berufliche Massnahmen ab (Verf�gungen vom 16. und 17. November 2005). Mit Einspracheentscheid vom 14. Februar 2006 best�tigte die Verwaltung die Festlegung eines nicht rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrades von 31 Prozent.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Rechtsbegehren, die Sache sei, unter Aufhebung von vorinstanzlichem und Einspracheentscheid, zur weiteren Abkl�rung, inbesondere Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Strittig ist, ob die Vorinstanz die Arbeitsf�higkeit ohne Verletzung von Bundesrecht beurteilt hat.
2.1 Das kantonale Gericht hat die Begriffe der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 und 2 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG) sowie die Bestimmungen �ber die Bemessung der Invalidit�t nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) zutreffend wiedergegeben. Gleiches gilt f�r die Rechtsprechung zur Bedeutung �rztlicher Berichte und Gutachten f�r die Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261 mit Hinweisen) sowie f�r die Grunds�tze �ber die Beweisw�rdigung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
2.2 Einem der IV-Stelle erstatteten Gutachten der MEDAS am Spital X.________ vom 16. August 2005 ist zu entnehmen, der Versicherte leide im Wesentlichen an einer hypochondrischen St�rung und an einem thorakovertebralen und zervikozephalen Schmerzsyndrom. Erstere beeintr�chtige zwar nicht die Arbeitsf�higkeit (im Sinne der Wahrnehmung eines ganzen Pensums), wohl aber das Leistungsverm�gen im Ausmass von 30 Prozent. Eine leidensangepasste, das heisst einfache und leichte, wechselbelastende T�tigkeit sei grunds�tzlich m�glich. Das kantonale Gericht verlieh diesem Gutachten volle Beweiskraft und ging - in W�rdigung auch der weiteren medizinischen Akten - davon aus, abgesehen von der hypochondrischen St�rung liege kein psychiatrisches Leiden vor. Diese Feststellung ist f�r das Bundesgericht bloss dann nicht verbindlich, wenn sie offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften zustande gekommen ist (oben E. 1.2). Ausf�hrungen �ber die Auswirkungen der k�rperlichen Beeintr�chtigung er�brigen sich, da deren fehlender Einfluss auf die Invalidit�t unbestritten ist.
2.3 Der Beschwerdef�hrer r�gt in verschiedener Hinsicht Unrichtigkeit oder Unvollst�ndigkeit der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen.
2.3.1 Im gesamten Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung. Obgleich also keine Bindung an f�rmliche Beweisregeln besteht, hat die Praxis mit Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien f�r die Beweisw�rdigung aufgestellt (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352). Dazu geh�rt, dass von einem Gutachten, welches alle Anforderungen hinsichtlich der Beurteilungsgrundlagen und der Begr�ndung erf�llt und das deshalb als schl�ssig und somit beweiswertig einzustufen ist, nur abgewichen werden darf, wenn besondere Gr�nde dies rechtfertigen. Die Vorinstanz hat die ihr zur Verf�gung stehenden Akten aufgearbeitet und hinreichend begr�ndet, warum sie auf das Gutachten der MEDAS vom 16. August 2005 abgestellt hat. Eine unvollst�ndige Tatbestandsfeststellung ist ihr nicht vorzuwerfen. Ebenso wenig kann von einer offensichtlich unrichtigen Erfassung des entscheidmassgeblichen Sachverhalts ausgegangen werden.
2.3.2 Im kantonalen Beschwerdeverfahren liess der Versicherte insbesondere ein Gutachten der behandelnden Psychiaterin Dr. M.________, vom 13. M�rz 2006 einreichen. Diese diagnostizierte eine "mindestens mittlere bis schwere Episode einer rezidivierenden Major Depression (...) v.a. �ngstlich hypochondrisch gelagert mit stark somatischem Ausdruck" und attestierte eine Arbeitsf�higkeit von 50 Prozent, die aber nur im Rahmen einer gesch�tzten Werkstatt verwertet werden k�nne (so im Wesentlichen auch die Einsch�tzung der Psychiatrischen Universit�tsklinik [PUK] vom 16. Juni 2004). Der Umstand allein, dass die vom gutachtlichen Ergebnis abweichende Einsch�tzung von der behandelnden �rztin stammt, darf nicht dazu f�hren, jene als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die oft einen l�ngeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Mediziner f�hrt zu wertvollen Erkenntnissen, mit denen sich Gutachter eingehend auseinandersetzen m�ssen. Auf der anderen Seite l�sst es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch t�tigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl�rungen zu nehmen, wenn die behandelnden �rzte zu anderslautenden Einsch�tzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F�lle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdr�ngt, weil die behandelnden �rzte wichtige - und nicht rein subjektiver �rztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben sind (Urteil I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
2.3.3 Unter Verweis auf das Gutachten der Frau Dr. M.________ macht der Beschwerdef�hrer zun�chst geltend, dieser objektiv gehaltene Bericht sei - im Gegensatz zum psychiatrischen Konsilium im Rahmen der interdisziplin�ren Begutachtung - unter Ber�cksichtigung der aktuellen Fachliteratur und spezifischer Testresultate abgefasst. Sind die allgemeinen Merkmale der Beweiswertigkeit (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) erf�llt, ist es nicht Sache der rechtsanwendenden Beh�rde, sich zu den im jeweiligen fachmedizinischen Bereich geltenden Regeln und Anforderungen einer sachgerechten Exploration zu �ussern. Es muss daher die Feststellung gen�gen, dass anerkannte Begutachtungsinstitute die - hier vor allem interessierende - Frage nach dem Vorliegen einer Depression oft ohne Diskussion der Fachliteratur und auch ohne Durchf�hrung einer entsprechenden Testung beurteilen, ohne dass dies jeweils einen Grund zur Beanstandung lieferte.
2.3.4 Dass der psychiatrische Teilgutachter die Existenz einer Depression nicht grunds�tzlich verworfen hat, zeigt sich in der abschliessenden Empfehlung, eine Weiterf�hrung der therapeutischen Bem�hungen sei notwendig, weil "unter der zwei Jahre dauernden Psychotherapie und der suffizienten pharmakologischen Behandlung sich in der heutigen Exploration ein remittierter beziehungsweise deutlich gebesserter Zustand hinsichtlich einer depressiven St�rung oder einer Zwangsst�rung geboten haben k�nnte". Es ist also durchaus nicht so, dass im Gutachten unterstellt w�rde, der Versicherte nehme seit Jahren Antidepressiva ein, ohne dass die fragliche Indikation gegeben sei; der Psychiater nimmt vielmehr an, die Symptome seien wegen einer erfolgreichen Therapierung so weit abgemildert, dass das Leiden die Arbeitsf�higkeit nicht (mehr) beeinflusse. Der Wegfall der Auswirkungen einer - allf�lligen - psychischen Erkrankung bis zum Zeitpunkt der Begutachtung steht im �brigen im Einklang mit der relativ g�nstigen Prognose im Bericht der PUK vom 16. Juni 2004, wonach "langfristig eine deutliche, aber keine vollst�ndige Besserung zu erreichen" sei.
Festzustellen bleibt in diesem Zusammenhang, dass der im Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 19. November 2002 erwogene Verdacht einer Pers�nlichkeitsst�rung auf mittels Fragebogen erhobenen "hochpathologischen Werten" beruht, die sich - m�glicherweise wiederum aufgrund des schon erw�hnten Therapieerfolgs - bei der psychiatrischen Teilbegutachtung im Fr�hjahr 2005 nicht mehr best�tigten.
2.3.5 Nach konsiliar�rztlicher Einsch�tzung ist auch eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung auszuschliessen. Der Einwand, dieser Schluss sei nicht mit einer ausreichenden Begr�ndung unterlegt, ist insofern nicht von der Hand zu weisen, als im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS davon die Rede ist, emotionale Konflikte oder psychosoziale Probleme, die wesentlichen Anteil an der Ausl�sung und Aufrechterhaltung einer Schmerzsymptomatik haben m�ssten, seien nicht festzustellen. Diese Vorgabe wird im ausf�hrlichen Bericht der Frau Dr. M.________ klar widerlegt und steht auch in Widerspruch zur - zutreffenden - vorinstanzlichen Feststellung, das Leiden des Beschwerdef�hrers stehe in Zusammenhang mit "vielen psychosozialen Momenten".
Der Streit um die Frage, ob die Voraussetzungen f�r bestimmte Diagnosen gegeben seien oder nicht, f�hrt jedoch nicht weiter: Die Diagnose ist notwendig, um einen Gesundheitsschaden zu erfassen; sie besagt aber als solche nichts �ber dessen Auswirkungen (vgl. BGE 130 V 396 E. 6.2.3 S. 401). Das Ausmass der zumutbaren Leistung korreliert vielmehr mit den fach�rztlich erhobenen Befunden, also der Bestandesaufnahme von konkreten Beeintr�chtigungen der organischen und psychischen Integrit�t und mit den entsprechenden Konsequenzen f�r die qualitative und quantitative arbeitsbezogene Funktionalit�t. In diesem Punkt sind die Schlussfolgerungen der MEDAS nicht zu beanstanden. Wie schon das kantonale Gericht ausgef�hrt hat, liegen ihnen ausschliesslich die im Leistungsstreit der Invalidenversicherung massgebenden, weil versicherten direkt-urs�chlichen Faktoren zugrunde, w�hrend die Optik des therapierenden Mediziners notwendigerweise auch beeintr�chtigende Elemente ohne Krankheitswert erfasst.
2.4 Die Vorinstanz ermittelte anhand der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens einen Invalidit�tsgrad von 32 Prozent und sch�tzte demnach die Ablehnung des Rentenanspruchs. Dieses Erkenntnis ist nach Massgabe der dem Bundesgericht gegebenen �berpr�fungsbefugnis nicht zu beanstanden.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 134 Satz 2 OG in der seit 1. Juli 2006 geltenden Fassung). Die unentgeltliche Rechtspflege (Prozessf�hrung und Verbeist�ndung; Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG) kann gew�hrt werden (BGE 125 V 201 E. 4a S. 202 und 371 E. 5b S. 372, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie sp�ter dazu imstande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird Rechtsanwalt Zimmermann, Baden, f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.