Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Frankfurt&Datum=07.06.2005&Aktenzeichen=14%20U%20198/04
Timestamp: 2019-05-25 08:22:29
Document Index: 105351506

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'BGH', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 5', 'Art. 12', '§ 5', 'Art. 12']

OLG Frankfurt, 07.06.2005 - 14 U 198/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,10151
OLG Frankfurt, 07.06.2005 - 14 U 198/04 (https://dejure.org/2005,10151)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 07.06.2005 - 14 U 198/04 (https://dejure.org/2005,10151)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 07. Juni 2005 - 14 U 198/04 (https://dejure.org/2005,10151)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,10151) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Fußpflege; Werbung; Podologe
Irreführende Werbung mit Bezeichnung "medizinische Fußpflege"
Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung "medizinischer Fußpfleger" ohne förmliche Ausbildung nach dem Podologengesetz (PodG); Wettbewerbswidrigkeit einer Werbung über das Betreiben medizinischer Fußpflege
LG Fulda, 27.07.2004 - 4 O 82/04
Mit Blick auf die Berufsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 GG kann deshalb ein uneingeschränktes Verbot unverhältnismäßig sein, das auf die Untersagung eines Hinweises auf eine rechtlich erlaubte berufliche Tätigkeit gerichtet ist (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 1990 - I ZR 239/87, GRUR 1990, 1032, 1034 = WRP 1990, 688 - Krankengymnastik; OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04, juris Rn. 31;… Bornkamm in Köhler/Bornkamm aaO § 5 Rn. 5.154;… Lindacher in GK-UWG, 2. Aufl., § 5 Rn. 883;… Dreyer in Harte/Henning, UWG, 3. Aufl. § 5 Rn. B 204).
Die Werbung für "medizinische Fußpflege" durch eine Fußpflegerin, der das Führen der Berufsbezeichnung "Podologin/Medizinische Fußpflegerin" nach § 1 Abs. 1 PodG nicht erlaubt ist, ist zwar grundsätzlich irreführend nach § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 UWG (entgegen OLG Frankfurt, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04; OLG Naumburg, Urteil vom 4. März 2004 - 7 U (Hs) 58/03); ein Verbot der Werbung wäre jedoch mit Blick auf Art. 12 GG unverhältnismäßig (Anschluss OLG Frankfurt, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04; entgegen OLG Hamm, Urteil vom 3. Februar 2011 - 4 U 160/10).
36 (2) Die Werbung mit dem Hinweis auf "medizinische Fußpflege" erzeugt zwar den Eindruck einer besonderen Qualifikation im Sinne eines allgemein anerkannten Ausbildungsganges mit einer entsprechenden medizinischen Abschlussprüfung (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 3. Februar 2011 - 4 U 160/10, juris Rn. 33 ff.;… Bornkamm in Köhler/ders., aaO § 5 Rn. 5.154; aA OLG Frankfurt, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04, juris Rn. 27 ff.; OLG Naumburg…, Urteil vom 4. März 2004 - 7 U (Hs) 58/03, juris Rn. 13).
37 (3) Ein völliges Verbot, jeglichen Hinweis auf die Durchführung medizinischer Fußpflege schlechthin, ist mit Blick auf die Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) jedoch unverhältnismäßig, wenn die Beklagte die mit "medizinischer Fußpflege" bezeichnete Tätigkeit tatsächlich ausüben darf (vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04, juris Rn. 31; aA OLG Hamm…, Urteil vom 3. Februar 2011 - 4 U 160/10, juris Rn. 39).
Die Frage, inwieweit die Werbung für Leistungen der medizinischen Fußpflege trotz fehlender Ausbildung zum "Podologen"/"Medizinischen Fußpfleger" zulässig ist, wird zudem obergerichtlich unterschiedlich beurteilt (für die Zulässigkeit: OLG Frankfurt a.M, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04; OLG Naumburg, Urteil vom 4. März 2004 - 7 U (Hs) 58/03; dagegen: OLG Hamm, Urteil vom 3. Februar 2011 - 4 U 160/10).
vgl. OLG Naumburg, Urteil vom 04.03.2004 - 7 U (Hs) 58/03 - , a.a.O., OLG Frankfurt, Urteil vom 07.06.2005 - 14 U 198/04 - , a.a.O. .".
vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 07.06.2005 - 14 U 198/04 -, Rn. 31 f., juris; LG Münster, Urteil vom 08.07.2010 - 24 O 27/10 -, Rn. 23, juris.
Gleicher Auffassung ist auch das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 07.06.2005, Aktenzeichen 14 U 198/04), welches betont, der Begriff "Podologe" sei außerhalb der Fachkreise nicht bekannt; insbesondere sei nicht bekannt, dass derjenige, der sich als Podologe oder als medizinischer Fußpfleger bezeichne, eine zweijährige Ausbildung durchlaufen und eine staatliche Prüfung absolvieren müsse.
Es verbietet den Fußpflegern, die nicht zur Führung der Berufsbezeichnung berechtigt sind, nicht, fußpflegerische Leistungen im bisherigen Umfang anzubieten (vgl. OLG Sachsen-Anhalt vom 4.3.2004 7 U (H) 58/03; OLG Frankfurt vom 7.6.2005 14 U 198/04 jeweils zitiert nach juris).
vgl. Oberlandesgericht Frankfurt, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04 -.