Source: https://xn--wrmeschutz-haake-vnb.de/a2nrue.html
Timestamp: 2020-02-18 05:58:37
Document Index: 381302114

Matched Legal Cases: ['§11', '§ 3', '§ 4', '§9', '§ 10', '§10', '§ 22', '§ 24', '§ 25']

EnEV - Gut zu wissen
Bestandsschutz ist eine wesentliche Stütze des deutschen Rechtssystems. Er trägt dazu bei, dass Rechtssicherheit entsteht. Altes Recht kann nicht ohne weiteres durch veränderte Rechtsvorschriften in Frage gestellt werden. Es gibt keine Verordnung, die vorschreibt, dass ungenügend gedämmte Gebäude gedämmt werden müssen.
Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass sich die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes durch Umbaumaßnahmen nicht verschlechtern dürfen (§11).
Änderungen bei beheizten oder gekühlten Räumen von Gebäuden sind so auszuführen, dass die in Anlage 3 der EnEV festgelegten Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Außenbauteile nicht überschritten werden. Wenn Änderungen an Außenbauteilen erforderlich sind und die betroffene Fläche kleiner als 10% der Gesamtfläche ist, gelten die vorhandenen energetischen Eigenschaften als ausreichend. Ist die Fläche aber größer als 10% der Gesamtfläche, wird die geänderte Fläche mit den nach Anlage 3 erforderlichen Eigenschaften ausgeführt. Diese etwas seltsame klingende Regel wurde in der Vergangenheit nicht selten so ausgelegt, dass die gesamte Fläche zu dämmen oder auszutauschen sei. Das ist nicht richtig, denn die restlichen 90% der Fläche genießen Bestandsschutz.
Ist bei Umbau oder Erweiterung die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 Quadratmeter, sind die betroffenen Außenbauteile so auszuführen, dass der neue Gebäudeteil die Vorschriften für zu errichtende Gebäude nach § 3 oder § 4 einhält. Das bedeutet, es ist eine vollständige Bilanzierung durchzuführen (§9).
Ungeachtet des soeben Gesagten enthält die Energieeinsparverordnung in § 10 Vorschriften über notwendige Nachrüstungen bei Anlagen und Gebäuden.
(1) Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen nicht mehr betrieben werden. Das gilt natürlich nicht für ganz kleine Kessel oder ganz große.
(2) Ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in kalten Räumen müssen gedämmt werden.
(3)(4) Ungedämmte, begehbare und nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume müssen gedämmt werden.
(5) Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen gibt es Übergangsregelungen
(6) Die Absätze 2 bis 5 sind nicht anzuwenden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können (§10).
Teile eines Nichtwohngebäudes, die dem Wohnen dienen und einen nicht unerheblichen Teil der Nettogrundfläche umfassen, sind getrennt als Wohngebäude zu behandeln (§ 22).
Denkmalgeschützte Objekte fallen nicht unter die Verordnung. Andere Ausnahmen sind denkbar, wenn die Ziele der EnEV auf anderen Wegen erreicht werden können (§ 24).
Die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung zu befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können (§ 25).