Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20144/90
Timestamp: 2019-12-07 14:51:26
Document Index: 173066414

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 263', 'BGH', 'BGH', '§ 263', '§ 263', 'BGH', '§ 263', 'BGH', '§ 263', '§ 263', 'BGH', 'BGH', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 263', 'BGH', '§ 263', '§ 263', 'BGH']

BGH, 08.05.1990 - 1 StR 144/90 - dejure.org
https://dejure.org/1990,7144
BGH, 08.05.1990 - 1 StR 144/90 (https://dejure.org/1990,7144)
BGH, Entscheidung vom 08.05.1990 - 1 StR 144/90 (https://dejure.org/1990,7144)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 1990 - 1 StR 144/90 (https://dejure.org/1990,7144)
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Vorliegen eines Irrtums bei Vornehmen einer Vermögensverfügung trotz Zweifel - Umwandlung von Fremdbesitz in Eigenbesitz
Ein Irrtum im Sinne des § 263 StGB ist nicht nur gegeben, wenn der Getäuschte von der Gewißheit der behaupteten Tatsache ausgeht, sondern auch dann, wenn er trotz gewisser Zweifel die Vermögensverfügung trifft, wenn er also die Möglichkeit der Unwahrheit für geringer hält (BGH wistra 1990, 305).
Denn der Getäuschte ist im Regelfall des Betrugs schon dann der List des anderen zum Opfer gefallen, wenn er die Vermögensverfügung trotz eines Zweifels vornimmt (BGH, Urteil vom 8. Mai 1990 - 1 StR 144/90, wistra 1990, 305;… vgl. auch Kühl in Lackner/Kühl, StGB, 28. Aufl., § 263 Rn. 19).
Ein im Sinne des § 263 StGB bedeutsamer Irrtum wird weder dadurch ausgeschlossen, daß der Getäuschte den Irrtum hätte vermeiden können (vgl. BGHSt 34, 199, 201;… Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, 23. Aufl., § 263 Rdn. 20), noch dadurch, daß er an der Richtigkeit der ihm gemachten Erklärungen noch gewisse Zweifel hat (vgl. BGH, Urt. v. 8.5.1990 - 1 StR 144/90, wistra 1990, 305;… Cramer aaO § 263 Rdn. 40;… Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch, 50. Aufl., § 263 Rdn. 40).
Ein Irrtum liegt aber nicht nur vor, wenn der Getäuschte von der Gewißheit der behaupteten Tatsache ausgeht, sondern auch dann, wenn er trotz gewisser Zweifel eine Verfügung trifft, weil er es für unwahrscheinlich hält, daß die behauptete Tatsache nicht zutrifft (BGH wistra 1990, 305 m.w.Nachw.).
Denn der Getäuschte ist im Regelfall des Betruges schon dann der List des anderen zum Opfer gefallen, wenn er die Vermögensverfügung trotz eines Zweifels vornimmt (BGH wistra 1990, 305 f.; 2003, 142 ff. m.z.w.N.;… Schönke-Schröder-Cramer, StGB, 26. Aufl. 2001, § 263 Rn. 40).
Solche Zweifel würden die Annahme eines vollendeten Betruges nicht entfallen lassen, solange sie die Wahrheit der Tatsache noch für möglich und die Möglichkeit der Unwahrheit jedenfalls für geringer hielt (vgl. BGHSt 47, 83 [88] = NStZ 2001, 540 [541] = NJW 2001, 3718 [3719]; BGH wistra 1990, 305; BGH wistra 1992, 95 [97];… BGHR StGB § 263 Abs. 1 Täuschung 21; vgl. a. BGH NJW 2003, 1198 = NStZ 2003, 313 [314];… Tröndle/Fischer a.a.O. § 263 Rdn. 33 a;… Cramer, in: Schönke-Schröder, StGB, 26. Aufl., § 263 Rdn. 40).
BayObLG, 13.11.2003 - 5St RR 307/03
Zur Abgrenzung des Treubruchstatbestands vom Missbrauchstatbestand der Untreue und dieser beiden Untreuetatbestände gegenüber dem Tatbestand der veruntreuenden Unterschlagung (im Anschluss an BGH wistra 1990, 305; 1991, 341).