Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20306/98
Timestamp: 2019-08-18 20:40:01
Document Index: 67406241

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 104', '§ 52', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 579', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.11.1999 - III ZR 306/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,200
BGH, 04.11.1999 - III ZR 306/98 (https://dejure.org/1999,200)
BGH, Entscheidung vom 04.11.1999 - III ZR 306/98 (https://dejure.org/1999,200)
BGH, Entscheidung vom 04. November 1999 - III ZR 306/98 (https://dejure.org/1999,200)
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Preisausschreiben gegen Richter
§ 104 Nr. 2 BGB, § 52 ZPO, gegenständlich beschränkte Geschäftsunfähigkeit, Feststellung und Berücksichtigung der Prozeßunfähigkeit von Amts wegen durch das Berufungsgericht, § 56 ZPO
Berufung - Zulässigkeit - Berufungsverfahren - Instanz - Prozeßunfähig - Prozeßfähigkeit - Klageerhebung
Abweisung der Klage in der Berufungsinstanz bei prozessunfähigem Kläger
BGHZ 143, 122
NJW 2000, 289
ZIP 1999, 2073
MDR 2000, 223
VersR 2001, 479
BB 2000, 16
Eine etwaige Prozessunfähigkeit führt zwar weder zur Unzulässigkeit der Berufung noch zur Unzulässigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde (BGH, Urteil vom 4. November 1999 - III ZR 306/98, NJW 2000, 289, 291).
Es ist allerdings anerkannt, daß das Rechtsmittel einer in dem anhängigen Rechtsstreit von Anfang an nicht nach den Vorschriften des Gesetzes vertretenen Partei zum Zwecke der Korrektur dieses - von Amts wegen zu berücksichtigenden - Mangels als zulässig zu behandeln ist und zur Aufhebung eines gegen sie ergangenen Sachurteils sowie zur Abweisung der Klage als unzulässig führt, weil andernfalls - bei Verwerfung des Rechtsmittels als unzulässig - ein vorinstanzliches Sachurteil bestätigt würde, das der Nichtigkeitsklage gemäß § 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO ausgesetzt wäre (vgl. BGHZ 40, 197, 198 f.; 143, 122, 127;… vgl. auch Sen.Urt. v. 28. April 1997 aaO).
Anhaltspunkte für einen ausgeprägten Querulantenwahn (vgl. BGH NJW 2000, 289) sind nicht erkennbar; bloße Lästigkeit, die aus Sicht des Beklagten sicherlich gegeben ist, reicht für einen derartigen Verdacht nicht aus.
Stellt sich heraus, dass eine Partei wegen Geschäftsunfähigkeit der gesetzlichen Vertretung bedarf, so hat das Gericht Gelegenheit zur Abhilfe zu geben (z.B. durch Bestellung eines Pflegers, vgl. BGH, Urteil vom 9. April 1986 - IVb ZR 10/85 - NJW-RR 1986, 1119, unter II 2); anderenfalls ist die Klage als unzulässig abzuweisen (vgl. BGHZ 143, 122, 126 f.).
Richtig ist allerdings, dass nach der Lebenserfahrung Störungen der Geistestätigkeit Ausnahmeerscheinungen sind, so dass im Allgemeinen von der Prozessfähigkeit der Partei auszugehen und anderes nur dann anzunehmen ist, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Prozessunfähigkeit vorliegen könnte (vgl. BGH, Urteile vom 9. Januar 1996 - VI ZR 94/95, NJW 1996, 1059, 1060 und vom 4. November 1999 - III ZR 306/98, BGHZ 143, 122, 124).
Richtig ist auch, dass das Prozessgericht allein auf der Grundlage eines in einem anderen Verfahren erstellten Gutachtens eine Beweislastentscheidung zu Ungunsten einer Partei, dass sich deren Prozessfähigkeit nicht feststellen lasse, nur dann treffen darf, wenn es keine anderen erschließbaren Erkenntnisquellen gibt (BGH, Urteile vom 9. Januar 1996 - VI ZR 94/95, NJW 1996, 1059, 1060 und vom 4. November 1999 - III ZR 306/98, BGHZ 143, 123, 124).
Prozessfähigkeit; Geschäftsfähigkeit; psychische Erkrankung; Psychose; paranoid; …
Die Geschäftsfähigkeit und damit die Prozessfähigkeit wegen einer geistigen Störung kann auch nur für einen beschränkten Kreis von Angelegenheiten - etwa die Führung von Rechtsstreitigkeiten - ausgeschlossen sein (BGH, Urteil vom 04. November 1999 - III ZR 306/98 - Rn. 15, juris = NJW 2000, 289; OLG Hamm…, Beschluss vom 10. Juni 2014 - I-11 SchH 27/12 - Rn. 13, juris = MDR 2014, 1044).
Auch wenn Zweifel an der Existenz einer Partei bestehen, ist sie zur Erledigung des Streits hierüber als existent zu behandeln (Senatsbeschluss vom 12. Mai 2004 - XII ZR 226/03 - NJW-RR 2004, 1505, 1506; BGHZ 24, 91, 94; zur Prozessfähigkeit: BGHZ 143, 122, 123 und Urteil vom 9. Januar 1996 - VI ZR 94/95 - NJW 1996, 1059).
OLG Oldenburg, 06.03.2008 - 6 W 16/08
Prozesskostenhilfeprüfungsverfahren: Erforderlichkeit einer persönlichen Anhörung …
OLG Hamm, 10.06.2014 - 11 SchH 27/12
Bewilligung der Prozesskostenhilfe bei Zweifeln an der Prozessfähigkeit des …
BSG, 29.07.2005 - B 7a AL 162/05 B
Prozessunfähigkeit im sozialgerichtlichen Verfahren, Verbindung oder Trennung von …
BGH, 11.04.2002 - BLw 33/01
OLG Jena, 22.01.2007 - 1 UF 454/06
Fehlende Mitwirkung des Kindes und der Kindesmutter an einem Abstammungsgutachten …
OLG Brandenburg, 16.08.2006 - 7 U 24/06
Überprüfung der Prozessfähigkeit von Amts wegen
OLG Brandenburg, 16.08.2006 - 7 U 25/06
Prüfung der Prozessfähigkeit von Amts wegen
OLG Koblenz, 22.02.2008 - 10 U 1328/06
Berufung: Erstmalige Geltendmachung der Prozessunfähigkeit durch einen …
BSG, 21.01.2013 - B 5 R 430/12 B
LG Düsseldorf, 16.01.2013 - 34 O 32/12
Fachärztliche Feststellung hinsichtlich der Prozessfähigkeit des Klägers
BSG, 21.01.2013 - B 5 R 429/12 B
OLG München, 16.05.2006 - 9 U 2009/05
Zulässigkeit der Klage einer insolventen GmbH aus einer sicherungsabgetretenen …
OLG Schleswig, 18.09.2001 - 8 UF 234/00
Berufung einer nicht rechtsfähigen Partei
BSG, 13.02.2014 - B 4 AS 434/13 B
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.12.2008 - 6 A 670/06