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Timestamp: 2016-02-10 04:40:12
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Matched Legal Cases: ['Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 19', 'Art. 9', 'Art. 26', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 25']

27/01/2011 | R�ckmeldung | PDF | drucken
Dieser Artikel wurde f�r die Buchausgabe des HLS mit Bild und Infografik reich illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.H. (franz. R�publique helv�tique, ital. Repubblica elvetica) ist die offizielle Bezeichnung des schweiz. Staatswesens, das am 12.4.1798 die alte Eidgenossenschaft abl�ste und bis zum 10.3.1803 bestand; "Helvetik" lautet der entsprechende Epochenbegriff.
Hauptstadt der H. war bis Sept.1798 Aarau, danach bis zum Mai 1799 Luzern, schliesslich bis zum M�rz 1803 Bern. Das Staatsgebiet umfasste einen Grossteil der heutigen Schweiz. R�tien (Graub�nden) schloss sich der H. am 21.4.1799 an. Am 13.8.1802 gab Frankreich sein Einverst�ndnis zur Einverleibung des fr�her vorder�sterr. Fricktals. Das Wallis wurde am 27.8.1802 in die Unabh�ngigkeit entlassen. Genf, das Territorium des vormaligen F�rstbistums Basel und das preuss. F�rstentum Neuenburg geh�rten dagegen nie zur H. Die Bev�lkerung z�hlte um 1800 1'493'726 Einwohner.
1 - Entstehung und staatliche Organisation
1.1 - Die politische Umw�lzung
Die Erfolge im 1. Koalitionskrieg (1792-97) gegen Preussen und �sterreich in Mitteleuropa sowie in Italien und der Frieden von Campoformio vom 17.10.1797 liessen dem revolution�ren Frankreich (Franz�sische Revolution) f�r den Sturz der alten Ordnung in der Eidgenossenschaft freie Hand. Schon am 10.10. erzwang Frankreich den Anschluss der B�ndner Untertanengebiete an die Cisalpinische Republik; im Dezember besetzte es die s�dl. Teile des F�rstbistums Basel, die in die eidg. Neutralit�t eingeschlossen waren, w�hrend Peter Ochs in Paris gleichzeitig im Auftrag des Direktoriums eine Verfassung f�r die Eidgenossenschaft ausarbeitete. Frankreich nutzte die bestehende Unzufriedenheit der l�ndl. Eliten in den Untertanengebieten sowie der aufgekl�rten B�rger in den st�dt. Orten und f�rderte gezielt revolution�re Bestrebungen. Nach ihrem Ausbruch in Basel und der Waadt im Jan. 1798 griff die Helvetische Revolution rasch auf andere Orte �ber; am 4.4.1798 gab es in der Schweiz kein einziges Untertanengebiet mehr. Angefacht oder ausgel�st und zugleich auch abgesichert wurde die Umw�lzung durch franz. Truppen, die ab Ende Januar in einer Zangenbewegung von der Waadt und vom Jura her in das westl. Mittelland vorstiessen (Franzoseneinfall). In den Kampfhandlungen Anfang M�rz 1798 ging die alte Eidgenossenschaft unter. Die Kt. Freiburg, Solothurn und Bern wurden besetzt; die Franzosen begannen mit der Auspl�nderung und dem polit. Umbau der eroberten oder ihnen durch Revolution zugefallenen Gebiete.
1.2 - Verfassung
Das am 12.4.1798 in Kraft getretene, von Frankreich aufoktroyierte Grundgesetz war eine Adaptation der franz. Direktorialverfassung von 1795. Es gestaltete die erweiterte Eidgenossenschaft der Helvet. Revolution in einen nationalen Einheitsstaat um, der auf den Prinzipien der Rechtsgleichheit, der Volkssouver�nit�t und der Gewaltentrennung beruhte und nach dem Repr�sentativsystem funktionierte. Die Aktivb�rger traten in den Gem. j�hrlich zu den Urversammlungen zusammen und bestimmten die Wahlm�nner. Die kant. Wahlm�nnerversammlung nahm die Wahlen in die Zentral- und die Kantonsbeh�rden vor. In die beiden Parlamentskammern, den Senat und den Grossen Rat, entsandte jeder Kanton vier bzw. acht Abgeordnete, an den Obersten Gerichtshof einen Richter. Das aus f�nf Mitgliedern bestehende Vollziehungsdirektorium besass weitgehende Kompetenzen (Direktorium). Es st�tzte sich auf vier, sp�ter sechs Minister, welche die einzelnen Bereiche der Zentralverwaltung leiteten. Mittels der Regierungsstatthalter, der Distriktsstatthalter und der Agenten kontrollierte es theoretisch das ganze Land. Die Kantone sanken zu blossen Verwaltungseinheiten herab; sie verf�gten zwar �ber eine Gerichtsorganisation (Kantonsgericht, Distriktsgerichte), nicht aber �ber eigene Legislativen. Die kant. Administration lag in den H�nden der f�nfk�pfigen Verwaltungskammer. Mit der von Peter Ochs entworfenen, vom franz. Direktorium abge�nderten helvet. Verfassung begann in der Schweiz die Entwicklung zum modernen, nur durch den Willen der B�rger legitimierten Verfassungs- und Verwaltungsstaat, der die F�rderung des Gemeinwohls bezweckte. Als Amtssprachen waren Deutsch, Franz�sisch und Italienisch anerkannt.
1.3 - Die helvetischen Kantone
Gem�ss Verfassung sollte die H. aus 21 Kantonen bestehen: den bisherigen 13 Orten, dazu St. Gallen (Stadt, Alte Landschaft, Toggenburg), Sargans (Rheintal, Sax, Gams, Werdenberg, Gaster, Uznach, Rapperswil und March), Aargau (bern. Teil), Thurgau, Bellinzona (oberes Tessin), Lugano (unteres Tessin), L�man (Waadt) und Wallis. R�tien wurde zum Beitritt eingeladen. Am 28.3.1798 erhob der franz. Regierungskommiss�r Fran�ois-Philibert Le Carlier das Berner Oberland zu einem eigenen Kanton, am 11.4. angesichts des Widerstands in Zug auch Baden und die Freien �mter. Die Landsgemeindeorte und ein Teil der befreiten Landschaften in der Inner- und der Ostschweiz empfanden die helvet. Verfassung als Bedrohung der Religion und ihrer alten Freiheiten. Nach einer missgl�ckten milit�r. Offensive (22.4.-3.5.1798) nahmen die Urkantone die Konstitution gezwungenermassen an. Um den Einfluss der verfassungsfeindl. Landesteile zu vermindern, dekretierte Le Carliers Nachfolger Jean-Jacques Rapinat am 4.5. die Schaffung der drei Kt. Waldst�tten (Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug), Linth (Glarus, Sargans, oberes Toggenburg) und S�ntis (Appenzell, St. Gallen, Rheintal, unteres Toggenburg), wodurch die Zahl der helvet. Kantone auf 18 sank.
1.4 - Die helvetischen F�hrungsschichten
Getragen wurde die Helvet. Revolution bzw. die H. vornehmlich von Vertretern der haupt- und munizipalst�dt. Reformelite, die nicht selten bereits vor der polit. Umw�lzung Regierungs- und Verwaltungs�mter bekleidet hatte. In die Zentral- und die Kantonsbeh�rden gelangten Magistraten, Beamte, Juristen, Solddienstoffiziere, �rzte, Theologen, Erzieher, Kaufleute und Fabrikanten. Viele von ihnen waren Mitglieder der Helvetischen Gesellschaft. Die Gem�ssigten bildeten im Parlament die Gruppe der Republikaner, die Radikalen schlossen sich mit den Repr�sentanten der Landbev�lkerung zur Gruppierung der Patrioten zusammen, die den Revolutionsprozess aufgrund der Mehrheitsverh�ltnisse zu beschleunigen suchte. In den ehem. Landsgemeindeorten mussten als Beamte �berwiegend Altgesinnte verpflichtet werden. F�r den lokalen Verwaltungsapparat wurden Angeh�rige der l�ndl. Elite herangezogen, von denen manche als Unterv�gte, Weibel oder Schaffner des Ancien R�gime gewirkt hatten. Unter den l�ndl. Amtstr�gern waren neben den Bauern die Wirte, M�ller und Chirurgen gut vertreten. Innerhalb der F�hrungsschicht l�ste die Helvetik, indem sie jungen M�nnern eine polit. Karriere erm�glichte, einen Generationenwechsel aus.
2 - Modernisierungsphase (1798-1800)
2.1 - Die politische und milit�rische Entwicklung
Als besetztes Land hatte die H. den Unterhalt der Arm�e fran�aise en Helv�tie zu tragen und wurde - wie die �brigen sog. Schwesterrepubliken - r�cksichtslos ausgepl�ndert. Die Repr�sentanten Frankreichs beschlagnahmten die kant. Staatssch�tze und das Kriegsmaterial und auferlegten den Patriziaten und versch. Kl�stern Kontributionen. Am 16.6.1798 n�tigte Regierungskommiss�r Jean-Jacques Rapinat die Direktoren David Ludwig Bay und Alphons Pfyffer zur Demission, was den Promotoren der polit. Umw�lzung, Peter Ochs und Fr�d�ric-C�sar de La Harpe, den Eintritt in die Zentralregierung erm�glichte. Mit dem Abschluss einer Offensiv- und Defensivallianz am 19.8. wurde der Kriegszustand zwischen den beiden Staaten offiziell beendet; die H. musste als Satellitenstaat Frankreichs ihre Neutralit�t preisgeben und verlor jegliche aussenpolit. Bewegungsfreiheit. Diplomat. Vertretungen - die ersten st�ndigen der Schweiz �berhaupt - unterhielt sie nur in Paris und Mailand.
Am 12.7.1798 dekretierten die helvet. R�te, dass alle B�rger den in der Verfassung vorgesehenen Eid auf die H. abzulegen h�tten. Dieser Beschluss l�ste offenen Aufruhr in Nidwalden und Schwyz aus, der auf Ersuchen der helvet. Exekutive von General Alexis Balthasar Henri Antoine von Schauenburg niedergeschlagen wurde, wobei die franz. Truppen am 9.9. im Distrikt Stans ein Blutbad anrichteten (Nidwaldner Schreckenstage). Die sich nach dem �sterr. Einmarsch in Graub�nden (18. und 19.10.) rasch verschlechternde internat. Lage bewog die Zentralbeh�rden, den Aufbau einer Milit�rorganisation voranzutreiben. Die Forderung Frankreichs nach einem von der H. zur Verf�gung zu stellenden Hilfskorps von 18'000 Mann und der Vollzug des Milizorganisationsgesetzes vom 13.12. hatten zur Folge, dass sich viele Wehrpflichtige ins Ausland absetzten. Manche traten in die Emigrantenregimenter ein. Nach dem Ausbruch des 2., zum Teil auf schweiz. Boden ausgefochtenen Koalitionskriegs kam es in versch. Kantonen zu Volksaufst�nden, die sich gegen die Rekrutierungen richteten, weshalb das Parlament am 30. und 31.3.1799 Ausnahmegesetze erliess. Der Verlust der von den Alliierten besetzten S�d- und der Ostschweiz, wo altgesinnte Interimsregierungen die Verwaltung �bernahmen, f�hrte innerhalb des seit dem 18.5. mit Sondervollmachten versehenen Vollziehungsdirektoriums zu Spannungen. Am 25.6. zwang Fr�d�ric-C�sar de La Harpe seinen Rivalen Peter Ochs zum R�cktritt. Die franz. Siege in der zweiten Jahresh�lfte (zweite Schlacht bei Z�rich) sicherten die Weiterexistenz der H. In den von den Kampfhandlungen besonders betroffenen Gebirgskantonen herrschte grosse Not, die durch staatl. und private Hilfsmassnahmen gemildert werden konnte. Der von Fr�d�ric-C�sar de La Harpe nach dem Staatsstreich Napoleon Bonapartes vom 9.11. angestrebten Alleinherrschaft verweigerte der neue Machthaber in Paris die Unterst�tzung, was den Republikanern am 7.1.1800 erm�glichte, den Waadtl�nder und mit ihm die patriot. Regierungsmehrheit zu st�rzen (sog. erster Staatsstreich).
Trotz der vielen Schwierigkeiten griffen die helvet. Politiker in dieser Phase viele Postulate der Aufkl�rung auf und leiteten einen langfristigen Modernisierungsprozess ein. Allerdings konnte vorderhand nur ein Teil der einzelnen Neuerungen und Reformen umgesetzt werden.
2.2 - Die Abl�sung der Feudallasten
In den durch Zehnten belasteten Gegenden des Mittellandes erhofften sich die Bauern das volle Verf�gungsrecht �ber den von ihnen bebauten Boden, zumal Art. 13 der helvet. Verfassung den Loskauf der Feudallasten erm�glichte. Das unter Zugzwang stehende Parlament erkl�rte am 4.5.1798 die pers�nl. Feudalpflichten entsch�digungslos f�r aufgehoben. Am 8.6. wurde der Bezug des Zehnten sistiert, wodurch v.a. die von diesem abh�ngigen Pfarrer in Not gerieten. Die Art der Abl�sung der dingl. Feudalabgaben, welche vorerst die Haupteinnahmequelle der H. bildeten, f�hrte in den R�ten zu leidenschaftl. Debatten. W�hrend die Patrioten nach franz. Vorbild die Grundlasten ohne Entgelt abschaffen wollten, traten die Republikaner f�r eine Entsch�digung der Besitzer ein. Das Gesetz �ber die Feudallasten vom 10.11. sah die unentgeltl. Abschaffung der Kleinzehnten vor, der Grosszehnt und die Bodenzinsen mussten unter Mitwirkung des Staates losgekauft werden. Die in den Kantonen eingerichteten Liquidationsb�ros kapitulierten jedoch vor der Riesenaufgabe, in kurzer Zeit s�mtl. Grundst�cke zu sch�tzen, und der H. fehlten die finanziellen Mittel, um die Feudallastenbesitzer zu entsch�digen. Am 13.12.1799 wurde deshalb f�r die Grundzinsen ein direktes Loskaufsverfahren zwischen Schuldnern und Gl�ubigern eingef�hrt.
2.3 - Schaffung eines modernen Steuersystems
Um auf die Zehnten und Bodenzinsen verzichten zu k�nnen, musste die H. die Finanzwirtschaft des Ancien R�gime durch ein modernes Steuersystem ersetzen. Die Umwandlung der einzel�rt. Staatsverm�gen in Nationalgut am 24.4.1798 bewahrte das von Frankreich ausgepl�nderte Land vorl�ufig vor dem Bankrott. Das am 17.10. verabschiedete Auflagengesetz f�hrte eine Reihe bis dahin unbekannter direkter und indirekter Steuern ein. Das Verm�gen wurde mit einer Kapital-, einer Grund- und einer H�usersteuer belastet. Hinzu kamen eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, Hand�nderungs- und Stempelgeb�hren sowie eine Handels- (Engroshandel), eine Getr�nke- (Detailhandel) und eine Luxusabgabe (Besitz von Jagdhunden, Kutschen usw.). Die Taxation der Kapitalien, Grundst�cke und Liegenschaften verlief schleppend, wodurch sich die finanzielle Lage der H. verschlimmerte. Die im Kriegsjahr 1799 erhobenen Sondersteuern wirkten sich ebenfalls negativ auf das regul�re Steuersystem aus. Weil die Steuerertr�ge unter allen Erwartungen blieben, war der Staat vom April 1800 an gezwungen, seine T�tigkeit durch den Verkauf von Nationalg�tern zu finanzieren.
2.4 - Sicherung der Staatsmonopole
Die H. bem�hte sich, die wegen ihrer Ertr�ge wichtigen Hoheitsrechte der ehemaligen eidg. Orte an sich zu ziehen und zentral zu verwalten. Am 4.5.1798 �bernahm sie den Salzhandel. Das Postwesen wurde am 1.9. zum Staatsmonopol erkl�rt, eine generelle Verstaatlichung der Postbetriebe gelang indessen nicht. Im Vorfeld des 2. Koalitionskriegs wurde am 17.11. das Pulverregal gesetzlich verankert. Die �bertragung der M�nzhoheit an den Zentralstaat am 19.3.1799 war begleitet von der Einf�hrung einer einheitl. W�hrung mit dem Schweizer Franken zu 10 Batzen und 100 Rappen als Grundlage. Die desolate Finanzlage verunm�glichte jedoch den Einzug s�mtlicher im Umlauf befindl. Geldsorten. Die Nationalisierung der Bodensch�tze kam erst durch das Gesetz vom 13.2.1800 zustande. Allgemein begr�sst wurde die am 26.6.1798 verordnete einheitl. Zeitrechnung.
2.5 - Handel und Gewerbe, Wirtschaftsreform
Die Gewerbebeschr�nkungen des Ancien R�gime wurden nach der Konstituierung der H. ignoriert, obschon der Grundsatz der Handels- und Gewerbefreiheit in der helvet. Verfassung fehlte. Am 8.5.1798 hoben die gesetzgebenden R�te alle interkant. Handelshemmnisse auf. Die Vorrechte der Z�nfte wurden am 19.10. abgeschafft, worauf sich die St�dte mit dem Zuzug l�ndl. Handwerker konfrontiert sahen. Das System der Ehaften f�r Tavernen, M�hlen usw. wurde durch Gewerbebewilligungen ersetzt. Weil die Zahl der Wirtschaften sprunghaft anwuchs, f�hrte das Parlament am 24.9.1799 Patentgeb�hren ein. Mit der gezielten F�rderung von Ackerbau und Viehzucht wurde eine Steigerung der landwirtschaftl. Ertr�ge bezweckt. Auf das im Fr�hjahr 1798 einsetzende unkontrollierbare Jagen reagierte das Vollziehungsdirektorium am 9.5. mit einem zeitlich befristeten Jagdverbot. Die Fischerei wurde hingegen unter dem Vorbehalt von Eigentumsrechten freigegeben. Weil in den zum Nationaleigentum erkl�rten bisherigen Staatsw�ldern der Waldfrevel �berhand nahm, erliess die Zentralregierung am 28.2.1799 eine Forstverordnung. Eine F�rderung der Textilindustrie wurde durch die Kriegsereignisse verunm�glicht.
2.6 - Neuordnung des Rechtswesens
Die Rechtsgleichheit war zweifelsohne die gr�sste Errungenschaft der Helvetik. Art. 8 der Verfassung ebnete die seit Jahrhunderten bestehenden rechtl. Standesunterschiede ein und beseitigte die letzten Reste der Leibeigenschaft, Art. 19 schuf ein einheitliches helvet. Staatsb�rgerrecht. Von der Gleichberechtigung ausgeschlossen blieben die Frauen, deren Diskriminierung f�r die �berwiegende Mehrheit der Politiker kein Problem darstellte. Die Juden wurden zwar am 1.6.1798 von der ihnen auferlegten Kopfsteuer befreit (Judensteuer), die helvet. Staatsb�rgerschaft gew�hrte ihnen das Parlament jedoch nicht. Die in der H. niedergelassenen Ausl�nder wurden am 29.10. den helvet. Staatsb�rgern privatrechtlich gleichgestellt, was einem Bruch mit der Vergangenheit gleichkam. Die Unehelichen erhielten am 28.12. die vollen b�rgerl. Rechte mit Ausnahme der Intestaterbfolge. Mit der Vereinheitlichung und Kodifikation des Zivil- und des Strafrechts sollte das Nationalbewusstsein gef�rdert werden. Das Vorhaben eines Zivilgesetzbuches auf der Basis des schweiz. Rechts gedieh allerdings nicht �ber Einzelregelungen hinaus. Im Bereich des Eherechts setzte sich die franz. Auffassung von der Ehe als b�rgerl. Vertrag durch, die Ehehindernisse wurden gemildert. So erkl�rte die Legislative am 2.8. konfessionelle Mischehen und am 17.10. Ehen zwischen Cousins und Cousinen f�r zul�ssig. Die neu geschaffenen Einwohnergemeinden verpflichtete man zur F�hrung von Zivilstandsregistern und zur �bernahme der Vormundschaftspflege. Gesetzlich verankert wurde auch das im Art. 9 der Verfassung garantierte Privateigentum. Auf dem Gebiet des Strafrechts gelang die Ausarbeitung des dem franz. Code p�nal von 1791 nachgebildeten "Helvetischen Peinlichen Gesetzbuches", das am 4.5.1799 in Kraft trat. Das von den Ideen der Aufkl�rung durchdrungene Strafrecht regelte die Strafmasse nach dem Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit, schr�nkte die richterl. Willk�r ein und sah einen humaneren Strafvollzug vor. Die Folter war bereits am 12.5.1798 abgeschafft worden.
2.7 - Gemeindeorganisation und Gemeindeb�rgerrecht
Das helvet. Staatsb�rgerrecht stellte zwar die Niedergelassenen politisch den Ortsb�rgern gleich, berechtigte sie aber nicht zur Nutzung der Gemeindeg�ter. Die Helvetik verzichtete darauf, das bisherige Ortsb�rgerrecht abzuschaffen. Das Gesetz �ber die Gemeindeb�rgerrechte vom 13.2.1799 garantierte den Ortsb�rgern das Recht auf den Gemeindenutzen, behielt das Prinzip der heimat�rtl. Armenunterst�tzung bei, formulierte den Grundsatz der Niederlassungsfreiheit und fixierte den Anspruch der Niedergelassenen auf den Einkauf in die Gemeinde- und Armeng�ter. Die im Fr�hjahr 1798 herrschende Unsicherheit, ob die Gem. in der herk�mml. Form als Nutzungskorporationen oder nach franz. Muster als blosse Agentschaften weiterbestehen w�rden, beendeten die helvet. R�te, indem sie am 13.11. provorisch und am 15.2.1799 definitiv zwei Gemeindearten schufen, die Einwohnergemeinde (Gemeinde) der Aktivb�rger und die B�rgergemeinde der Ortsb�rger. Als deren Beh�rden wirkten die Munizipalit�t und die Gemeindekammer, die innerhalb ihres Aufgabenbereichs beschr�nkte Autonomie genossen. Dadurch konnten sich die kommunalen Institutionen entfalten.
2.8 - Staat und Kirche
Den f�hrenden Helvetikern schwebte ein laizist. Staat vor. Art. 26 der Verfassung aberkannte den Pfarrern die polit. Rechte und trieb diesen Stand dadurch in die Opposition. Ein Gesetz stellte am 31.8.1798 Geistliche und Laien einander gleich. Die geistl. Gerichtsbarkeit der kath. Kirche wurde abgeschafft, desgleichen die Sittengerichte in den ref. Kantonen. Die Massnahmen zur Durchsetzung der staatl. Oberaufsicht �ber die Kirchengemeinschaften trafen in erster Linie die kath. Kirche. Am 27.4. versagte das Vollziehungsdirektorium dem p�pstl. Nuntius die Anerkennung. Das Verm�gen der Kl�ster und Stifte wurde am 8.5. einer staatl. Zwangsverwaltung unterstellt und am 17.9. zum Nationaleigentum erkl�rt (S�kularisation). Den Kl�stern wurde auch untersagt, Novizen und Professen aufzunehmen. Schliesslich schr�nkte die helvet. Exekutive am 4.4.1799 die Prozessionen ein und verbot auf diese Weise die Wallfahrten. Der Art. 6 des Grundgesetzes, der die Glaubens- und Kultusfreiheit gew�hrleistete, verhinderte eine umfassende S�kularisierung von Staat und Gesellschaft. Die Pfarrwahlen und die Pfr�ndenbesetzungen erfolgten unter der Aufsicht der Verwaltungskammern, doch behielten die Kirchengemeinschaften ihre bisherigen Rechte. Im Grunde genommen vertraten die Helvetiker ein aufgekl�rtes Staatskirchentum.
2.9 - Erziehungswesen, Volksaufkl�rung
Auf keinem Gebiet unternahm die H. so grosse Anstrengungen wie auf demjenigen des Erziehungswesens. F�r Philipp Albert Stapfer, den Minister der K�nste und Wissenschaften, f�hrten Bildung und Erziehung zur ethischen Vervollkommnung des Menschen. Stapfer wandelte die Schule von einer kirchl. in eine staatl. Einrichtung um. Gest�tzt auf einen Regierungsbeschluss vom 24.7.1798 �bernahm in jedem Kanton ein achtk�pfiger Erziehungsrat die Aufsicht �ber das Schulwesen. Der von einem umfassenden Erziehungsplan begleitete Gesetzesentwurf zur Umgestaltung der Volksschule wurde im Parlament schleppend behandelt und verw�ssert. Erst am 4.-6.12.1800 sollte die Exekutive die Einrichtung von Elementarschulen in den Gem. und die allgem. Schulpflicht in den Wintermonaten dekretieren. Von den Projekten f�r Lehrerseminare zur Verbesserung der Lehrerbildung waren die wenigsten von Erfolg gekr�nt. Die polit. Volksaufkl�rung lag in den H�nden des im Nov. 1798 geschaffenen Bureaus f�r National-Kultur, das Heinrich Zschokke leitete.
2.10 - Kultur- und Pressepolitik
Als Kulturminister erwarb sich Philipp Albert Stapfer ebenfalls bleibende Verdienste. Der Altert�merschutz und die Kunstf�rderung gingen auf seine Initiative zur�ck. Weiter bem�hte er sich um die Sicherung der Klosterbibliotheken und der bereits an die Abtei St. Blasien im Schwarzwald verkauften wertvollen "Zurlaubiana" aus Zug. Am 18.12.1798 beschloss die Legislative die Einrichtung eines Nationalarchivs (Bundesarchiv) und einer Gesetzgebungsbibliothek. Der Aufbau einer Nationalbibliothek gelang nicht. Die Etablierung von Nationalfesten (Feste) zur St�rkung der helvet. Identit�t scheiterte an der polit. Entwicklung. Eine integrative Wirkung sollte auch mit Symbolen wie der Nationalkokarde, dem Freiheitsbaum oder der Figur Wilhelm Tells erreicht werden.
Infolge der in Art. 7 der Verfassung verankerten Pressefreiheit verdoppelte sich pl�tzlich die Zahl der Zeitungen und Zeitschriften. Das bedeutendste Presseorgan war der von Hans Conrad Escher von der Linth und Paul Usteri herausgegebene "Schweiz. Republikaner", der die B�rger �ber die Parlamentsverhandlungen informierte. Die Gesetze und Erlasse wurden in offiziellen Kantonsbl�ttern ver�ffentlicht. Das neue Recht machten sich auch die Gegner der Helvetik zunutze. Auf Karl Ludwig von Hallers Polemiken in den "Helvetischen Annalen" reagierte das Vollziehungsdirektorium am 7.11.1798 mit der Einf�hrung der Pressezensur, die sich f�r sp�tere Machthaber als probates Mittel zur Unterdr�ckung der Opposition erwies.
2.11 - Statistik
Die breit angelegten statist. Erhebungen, welche die Zentralbeh�rden in den verschiedensten Lebensbereichen durchf�hrten, sollten die Grundlagen f�r eine rationale Gestaltung der H. liefern. Am 21.10.1798 leitete Innenminister Albrecht Rengger die erste gesamtschweiz. Volksz�hlung in die Wege. Bekannt sind auch die Pfarrer- und die Schulenqueten Philipp Albert Stapfers vom Febr. 1799.
2.12 - Armenpflege, Gesundheitswesen
Die Armenpflege wurde - anders als in Frankreich - nicht verstaatlicht, sondern den Gemeindekammern �bertragen, doch vermochten viele Gem. ihre Armen nicht ausreichend zu unterhalten, was den Bettel f�rderte. Die F�rsorget�tigkeit der H. beschr�nkte sich auf finanzielle Beitr�ge an bed�rftige Individuen und die Unterst�tzung wohlt�tiger Vereine. F�r die Einrichtung von Arbeitsh�usern fehlten die Mittel. Die Aufsicht �ber das Gesundheitswesen in den Kantonen �bernahmen besondere Sanit�tskommissionen. Weil kein Medizinalgesetz zustande kam, blieb ihnen eine wirksame T�tigkeit versagt.
2.13 - Milit�rorganisation
Art. 25 der Verfassung verankerte die allg. Wehrpflicht, die nicht ausdr�cklich an die helvet. Staatsb�rgerschaft gebunden war, auf nationaler Ebene. Am 4.9.1798 wurde die Bildung der helvet. Legion beschlossen, einer 1'500 Mann umfassenden, stehenden Eingreiftruppe zur Sicherung der inneren Ordnung. Das Milizorganisationsgesetz vom 13.12. hatte den Aufbau einer helvet. Armee zum Ziel. F�r die Aushebung und Einteilung der Dienstpflichtigen waren die Generalinspektoren in den Kantonen zust�ndig. Als feststand, dass sich ein milit�r. Konflikt mit den Koalitionsm�chten nicht mehr abwenden liess, bot die Zentralregierung am 24.2.1799 20'000 Mann f�r den Grenzschutz auf, schuf am 28.2. einen Generalstab und ernannte am 28.3. den Solothurner Augustin Keller zum General. Die helvet. Truppen erwiesen sich jedoch als v�llig kriegsuntauglich. Am 12.8. wurde die Milizarmee faktisch abgeschafft. Ebenfalls aufgel�st wurde am 5.9. die helvet. Legion. Das Parlament beschloss am gleichen Tag die Aufstellung stehender Einheiten, deren St�rke max. 6'500 Mann betragen sollte. Ein am 5.7.1798 erlassenes Werbungsverbot f�r fremde Kriegsdienste musste sogleich wieder gelockert werden, weil es die Interessen Frankreichs tangierte.
3 - Stagnationsphase und Zerfall (1800-1803)
3.1 - Verfassungsk�mpfe und Staatsstreiche
Nach dem Sturz von Fr�d�ric-C�sar de La Harpe - dem sog. ersten Staatsstreich - im Jan. 1800 wurde anstelle des Vollziehungsdirektoriums ein siebenk�pfiger Vollziehungsausschuss gew�hlt, in dem auch drei Altgesinnte Einsitz nahmen. Zum beherrschenden innenpolit. Thema entwickelte sich die Verfassungsfrage, welche die Revolution�re spaltete und die H. destabilisierte. Am 7.-8.8.1800 erzwangen die Republikaner mit dem Einverst�ndnis Frankreichs die Aufl�sung der beiden von den Patrioten dominierten Parlamentskammern und sicherten sich in den provisor. Zentralbeh�rden, dem 43 Mitglieder z�hlenden Gesetzgebenden Rat und dem siebenk�pfigen Vollziehungsrat, die Mehrheit. In vielen Munizipalit�ten waren die Patrioten bereits bei den Erneuerungswahlen im Mai konservativen Kr�ften gewichen, deren Loyalit�t zur H. sich in Grenzen hielt. Die Zeit nach dem zweiten Staatsstreich war von der erbittert gef�hrten publizist. Auseinandersetzung zwischen den Unitariern, den Bef�rwortern des Einheitsstaats, und den vom Ersten Konsul aus machtpolit. Erw�gungen beg�nstigten F�deralisten gepr�gt. Obwohl der Frieden von Lun�ville vom 9.2.1801 der H. das Selbstbestimmungsrecht zugestand, wurde sie gezwungen, ein von Bonaparte ausgearbeitetes Grundgesetz zu akzeptieren. Die Verfassung von Malmaison vom 29.5., welche die H. in einen Bundesstaat umgewandelt h�tte, stiess in beiden polit. Lagern auf Ablehnung. Als die helvet. Tagsatzung, die das Grundgesetz formell gutheissen sollte, Ab�nderungen in unitar. Sinn vornahm, ergriffen die F�deralisten am 27.-28.10. durch den dritten Staatsstreich die Macht, stellten die Kt. Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug wieder her und konstituierten den aus zwei Landamm�nnern und 23 R�ten bestehenden Senat und den vierk�pfigen Kl. Rat. Der Widerstand des Ersten Landammanns Alois Reding gegen die von Frankreich geforderte Abtretung des Wallis, die Ankn�pfung von Beziehungen mit Preussen und �sterreich - im Jan. 1802 wurde ein Botschafter nach Wien entsandt - und die Modifikation des Grundgesetzes kosteten die F�deralisten die Gunst des franz. Diktators. Am 17.4.1802 gewannen die Unitarier durch den vierten Staatsstreich die Regierungsgewalt zur�ck und setzten eine Notabelnversammlung ein, welche die Verfassung von Malmaison erneut �berarbeitete. Nach der ersten in der Schweiz durchgef�hrten Volksabstimmung, bei der die Nichtstimmenden als Bef�rworter gez�hlt wurden (Abstimmungen), galt sie am 2.7. als angenommen. Die obersten Staatsorgane waren nun der dreik�pfige Vollziehungsrat und der 27 Mitglieder umfassende Senat.
3.2 - Das Ende der Reformen
Die aus der tiefen polit. Kluft resultierende Handlungsunf�higkeit f�hrte zu Stagnation und zur R�cknahme vieler Reformen. Dem am 3.4.1801 beschlossenen Aufbau eines Grenzzollsystems blieb der Erfolg versagt, und die am 4.8. eingef�hrten Masse und Gewichte, die auf dem metr. System basierten, vermochten sich nicht durchzusetzen. Nachdem schon Stapfers Pl�ne �ber die Einrichtung der Volksschule nur teilweise hatten verwirklicht werden k�nnen, beschr�nkte sich die Reform der Mittelschulen auf Einzelmassnahmen. Das Projekt einer Nationaluniversit�t wurde nicht realisiert. Der von den Republikanern beherrschte Gesetzgebende Rat setzte am 15.9.1800 das Feudallastengesetz ausser Kraft und verf�gte am 6.10. den Bezug der Grundzinsen f�r 1800, um der H. und den Pfarrern die Eink�nfte zu sichern. Im Kt. Basel reagierten die Bauern im Oktober mit dem "Bodenzinssturm". Zu Zehntunruhen kam es im Jan. 1802 auch in den Z�rcher Distrikten Fehraltorf und Wald. Die gef�hrlichste Protestbewegung gegen die restaurative Tendenz war der im Mai 1802 ausbrechende Aufstand der Bourla-Papey im Kt. L�man. Das Prinzip der Handels- und Gewerbefreiheit wurde durchbrochen. Am 20.11.1800 f�hrte das Parlament den Bed�rfnisnachweis f�r die Er�ffnung neuer Wirtsh�user ein. Schrittweise versch�rft wurde auch die Niederlassungs- und Einb�rgerungspraxis. Das Fremdengesetz vom 10.8.1801 machte die Erteilung der helvet. Staatsb�rgerschaft von der Zusicherung eines Ortsb�rgerrechts abh�ngig.
3.3 - Der Zerfall der Helvetischen Republik
Die Zentralregierung verlor jegl. Autorit�t, als sie die Umwandlung des Wallis in eine scheinsouver�ne Republik sanktionierte. Ende Juli 1802 zogen die franz. Besatzungstruppen �berraschend aus der H. ab, was den Vollziehungsrat seiner Machtbasis beraubte. In der Innerschweiz brach sogleich ein Aufstand los. Der sog. Stecklikrieg erfasste im September fast s�mtl. 19 Kantone und n�tigte die Zentralbeh�rden zur Flucht nach Lausanne. Am 30.9., kurz vor dem definitiven Zusammenbruch der H., erliess Bonaparte die Proklamation von Saint-Cloud. Er ordnete die R�ckkehr zur verfassungsm�ssigen Ordnung an und befahl Vertreter der Konfliktparteien zu einer Consulta nach Paris. Die H. wurde erneut von franz. Truppen besetzt. Deren Oberbefehlshaber General Michel Ney verhinderte im Dezember die �bernahme des Fricktals durch einen helvet. Emiss�r. Die Mediationsakte vom 19.2.1803 besiegelte das Ende der H. Am 10.3. ging die Amtsgewalt der helvet. Beh�rden an den Landammann der Schweiz und an die provisorischen kant. Regierungskommissionen �ber.
Kurz vor ihrer Aufl�sung konnte die H. noch einen aussenpolit. Erfolg verzeichnen. Ihre Vertreter hatten in den Verhandlungen �ber die Neuordnung des Dt. Reichs erreicht, dass im Reichsdeputationshauptschluss das Verh�ltnis der Schweiz zum Reich gekl�rt wurde.
3.4 - Ursachen f�r das Scheitern
Die franz. Grossmachtpolitik verhinderte eine eigenst�ndige schweiz. Revolution und entzog der H. die �konom. Mittel f�r eine gedeihl. Entwicklung. F�r die Machthaber in Paris war die H. einerseits ein Teil eines G�rtels von Satellitenstaaten, andererseits aber auch ein weiteres Verfassungsexperiment. Das Pr�fektensystem beispielsweise wurde in Frankreich erst 1800 eingef�hrt. Ihre polit. Instabilit�t teilte die Helvetische mit der Batavischen und der Cisalpinischen Republik. Mit den zentralist. Strukturen waren weder die Regierenden noch die Regierten vertraut. Neuerungen wurden zum Teil �berst�rzt eingef�hrt, und der Krieg von 1799 l�hmte die Staatst�tigkeit. Schliesslich nahmen die Republikaner zwischen 1800 und 1801 der Revolution die Kraft. Durch den Wiederbezug der Bodenzinsen verloren sie den R�ckhalt in der Landbev�lkerung, die ihre Hoffnung auf eine grundlegende Besserung begrub, sich im Machtkampf zwischen Unitariern und F�deralisten passiv verhielt und sich im Stecklikrieg schliesslich auf die Seite der Konterrevolution schlug.
4 - Historiografie, Nachleben und Erinnerung
Die Periode der H. wurde in der schweiz. Geschichtsschreibung kontrovers beurteilt. Carl Hilty verstand 1878 die H. als erste Demokratie auf schweiz. Boden. Der in der 1. H�lfte des 20. Jh. wirkende Alfred Rufer solidarisierte sich aus linksb�rgerl. Warte mit den Helvetikern, die trotz widriger Begleitumst�nde den Aufbau eines neuen Staatswesens gewagt hatten. Die konservative Hauptstr�mung der Historiografie dagegen fokussierte die Helvetik auf das Thema des nationalen Versagens, beklagte die Fremdherrschaft und kritisierte den unschweiz. Zentralismus der H. Die Geschichtsforschung des ausgehenden 20. Jh. betrachtete die Periode zwischen 1798 und 1848 als Umbruchzeit, die zur Entstehung der modernen Schweiz bzw. zur Gr�ndung des Bundesstaats f�hrte. Die unterschiedl. Helvetikbilder in den versch. Kantonen verunm�glichten 1898 ein nationales Zentenarjubil�um. Die Kt. Waadt, Thurgau und Tessin feierten die 1798 erlangte Unabh�ngigkeit. In den Kt. Bern, Schwyz und Nidwalden stand die Erinnerung an die milit�r. Niederlage im Vordergrund. 1995 beschlossen die eidg. R�te, des 200-Jahr-Jubil�ums der H. bloss zu gedenken. Die offizielle Erinnerung blieb Sache der Kantone, von denen einige (Basel-Stadt, Waadt, Aargau) zahlreiche Aktivit�ten organisierten. Am offiziellen Gedenkakt in Aarau am 17.1.1998 nahm der Bundesrat in corpore teil.
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