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Timestamp: 2016-10-23 16:23:39
Document Index: 204696977

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 109', 'Art. 6', 'Art. 109', 'Art. 109', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_80/2015 (29.05.2015)
8C_80/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 29. Mai 2015
vertreten durch Advokat Christof Enderle,
vom 22. Dezember 2014.
A.________, geboren 1952, arbeitete seit August 2007 mit einem 60%-Pensum im Aussendienst der B.________ AG und war in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA oder Beschwerdef�hrerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 24. M�rz 2008 rutschte sie auf vereistem Boden aus und zog sich bei einem Supinationstrauma eine B�nderverletzung am linken oberen Sprunggelenk (OSG) zu. Die AXA �bernahm die Heilbehandlung und richtete ein Taggeld aus. Nach mehreren operativen Eingriffen sowie medizinischen und erwerblichen Abkl�rungen stellte die AXA die Heilbehandlung und Taggeldleistungen r�ckwirkend per 31. Januar 2012 ein und verneinte einen Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Verf�gung vom 20. Februar 2012). In teilweiser Gutheissung der Einsprache hob die AXA die verf�gte Einstellung der Heilbehandlung auf und anerkannte ab dem 7. Dezember 2012 wiederum einen Anspruch auf Taggeldleistungen (Einspracheentscheid vom 9. September 2013).
Die hiegegen erhobene Beschwerde der A.________ hiess das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 22. Dezember 2014 im Sinne der Erw�gungen gut. Es verneinte das Erreichen des medizinischen Endzustandes per 31. Januar 2012, hob den Einspracheentscheid vom 9. September 2013 auf und sprach der Versicherten - nebst dem im kantonalen Verfahren nicht mehr bestrittenen Anspruch auf �bernahme der Heilbehandlung �ber den 31. Januar 2012 hinaus - auch f�r die Zeit vom 1. Februar 2012 bis 6. Dezember 2012 Taggelder basierend auf einer Arbeitsunf�higkeit von 30% zu (Dispositiv-Ziffer 1). Zudem verpflichtete es die AXA zur Bezahlung einer Parteientsch�digung an die im kantonalen Verfahren obsiegende Versicherte (Dispositiv-Ziffer 2).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die AXA, die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 des kantonalen Entscheides seien aufzuheben und der Einspracheentscheid zu best�tigen, wonach die Versicherte vom 1. Februar bis 6. Dezember 2012 keinen Anspruch auf Taggeldleistungen nach UVG habe. Weiter ersucht die Beschwerdef�hrerin um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung.
W�hrend A.________ keine Einw�nde gegen das Gesuch um aufschiebende Wirkung erhebt, schliesst sie auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 30. April 2015 hat der Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Die Vorinstanz hat die f�r die Beurteilung des strittigen Anspruchs auf Unfallversicherungsleistungen nach Gesetz und Rechtsprechung massgebenden Grundlagen richtig dargestellt. Darauf wird verwiesen.
Letztinstanzlich unbestritten ist, dass der von der Beschwerdef�hrerin urspr�nglich am 20. Februar 2012 r�ckwirkend per 31. Januar 2012 verf�gte Heilbehandlungsabschluss unhaltbar war und die AXA zwischenzeitlich ihre Leistungspflicht auch hinsichtlich der nach dem 31. Januar 2012 weiterhin erforderlichen Heilbehandlung anerkannt hat. Insoweit bestreitet die Beschwerdef�hrerin vor Bundesgericht auch die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung nicht (mehr), wonach der Endzustand des unfallbedingten Gesundheitsschadens per 31. Januar 2012 noch nicht erreicht wurde. Insbesondere unbestritten ist, dass sich die Versicherte am 17. Dezember 2012 einem f�nften unfallbedingten operativen Eingriff an ihrem linken Fussgelenk unterziehen musste und laut Einspracheentscheid in diesem Zusammenhang sp�testens ab 7. Dezember 2012 wieder voll arbeitsunf�hig war.
Strittig bleibt damit einzig, ob die Versicherte gem�ss angefochtenem Entscheid auch f�r die Dauer vom 1. Februar bis 6. Dezember 2012 Anspruch auf ein Taggeld basierend auf einer unfallbedingten Arbeitsunf�higkeit von 30% hat, oder ob sie im Gegenteil - nach Auffassung der AXA - vonseiten der verbleibenden Unfallfolgen in ihrer angestammten 60%-T�tigkeit im Verkaufsaussendienst uneingeschr�nkt voll arbeitsf�hig war.
5.1.�Nach einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Aktenlage hat das kantonale Gericht mit in allen Teilen �berzeugender Begr�ndung, worauf verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), zutreffend erkannt, dass die AXA angesichts des Anforderungsprofils der von der Versicherten weiterhin ausge�bten angestammten T�tigkeit als Verkaufsaussendienstmitarbeiterin mit zwingendem Geh- und Stehpensum hinsichtlich der im strittigen Zeitraum aktenkundig hinl�nglich dokumentierten und durchgehend geklagten unfallbedingten Restbeschwerden am linken Fussgelenk (belastungsabh�ngige Schmerzen mit deutlicher Schw�che der Peronealmuskulatur sowie Druckdolenz und Schwellung entlang der Peronealsehnen) jedenfalls nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit die Wiedererlangung einer uneingeschr�nkten Leistungsf�higkeit nachzuweisen vermochte. Die Vorinstanz schloss insbesondere gest�tzt auf die Berichte des behandelnden Orthop�den Dr. med. C.________ vom 1. M�rz 2012, des die AXA beratenden Dr. med. D.________ vom 4. Juli und 18. September 2012 sowie des begutachtenden Orthop�den Dr. med. E.________, vom 8. M�rz 2011 zu Recht darauf, dass die Versicherte nicht nur bis zum 31. Januar und danach wieder ab 7. Dezember 2012 wegen Restfolgen des Unfalles vom 24. M�rz 2008 in der Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt war, sondern auch im strittigen Zeitraum zwischen 1. Februar und 6. Dezember 2012 angesichts des Anforderungsprofiles ihrer angestammten Arbeitsstelle bezogen auf ein Vollzeitpensum unfallbedingt zu 30% arbeitsunf�hig blieb. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach die Beschwerdegegnerin auch in ihrem angestammten 60%-Teilzeitpensum anteilsm�ssig - proportional zur 30%-igen Arbeitsunf�higkeit hinsichtlich eines 100%-Penums - teilarbeitsunf�hig war, ist nach Aktenlage jedenfalls nicht als bundesrechtswidrig zu beanstanden. Denn Dr. med. E.________ hielt nachvollziehbar und �berzeugend fest, die Versicherte sei infolge ihrer Unfallverletzung am linken Sprunggelenk nicht mehr in der Lage, ausschliesslich gehend und stehend zu verrichtende T�tigkeiten auszu�ben. Mit Blick auf das Anforderungsprofil hinsichtlich der Gehf�higkeit in der angestammten Verkaufsaussendienstt�tigkeit mit erforderlichen Gehstrecken von 150 bis 200 Metern L�nge sei sie - bezogen auf ein Vollpensum - unfallbedingt zu 30% arbeitsunf�hig. Ist die Geh- und Stehf�higkeit der Beschwerdegegnerin unfallbedingt eingeschr�nkt und f�llt diese Einschr�nkung auch dann ins Gewicht, wenn die fragliche T�tigkeit nur begrenzte kurze Gehstrecken erfordert, dann ist der Vorinstanz - mangels gegenteiliger schl�ssiger Hinweise in den medizinischen Akten - beizupflichten, dass sich diese Einschr�nkung anteilsm�ssig auch bei teilzeitlicher Aus�bung einer solchen T�tigkeit auswirkt.
5.2.�Was die Beschwerde f�hrende AXA hiegegen vorbringt, ist offensichtlich unbegr�ndet. Entscheidend ist nicht, ob die Versicherte ausserhalb ihres angestammten, bis zum versicherten Unfall ausge�bten 60%-Erwerbspensums bereits teilinvalid war. Massgebend ist vielmehr, ob sie als Folge des Unfalles nicht nur bis zum 31. Januar und wiederum ab 7. Dezember 2012, sondern auch in der dazwischen liegenden Periode zumindest teilweise unfallkausal aus gesundheitlichen Gr�nden in mindestens beschr�nktem Ausmass unf�hig war, ihr angestammtes Arbeitspensum zu leisten (vgl. Art. 6 ATSG). Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, im fraglichen Zeitraum sei die Versicherte hinsichtlich der Aus�bung ihrer angestammten T�tigkeit in keiner Weise eingeschr�nkt gewesen, steht diese Behauptung im Widerspruch zur gegenteiligen Auffassung der Versicherten, wie sie von Letzterer stets unter Berufung auf das polydisziplin�re Gutachten vom 14. April 2011 des Zentrums F.________ vertreten wurde. Unbestritten handelt es sich bei der Verkaufsaussendienstt�tigkeit der Versicherten nicht um eine ausschliesslich gehend und stehend zu verrichtende Besch�ftigung, welche ihr offensichtlich infolge ihrer Unfallverletzungsfolgen am linken OSG nicht mehr zumutbar w�re, was auch die AXA zu anerkennen scheint. Letztere negiert jedoch, dass die unfallbedingt hinsichtlich der Geh- und Stehf�higkeit beeintr�chtigte Beschwerdegegnerin auch insoweit anteilsm�ssig durch belastungsabh�ngige Schmerzen und Schwellungsneigung eingeschr�nkt ist, als ihre angestammte Teilzeit-T�tigkeit im Verkaufsaussendienst nur - aber immerhin - ein limitiertes Gehpensum erfordert. Soweit sich die Beschwerdef�hrerin dabei auf diverse Arztberichte beruft, finden sich an den betreffenden Stellen - abgesehen von der Einsch�tzung des die AXA gem�ss Aktenbeurteilung vom 23. Januar 2012 beratenden Dr. med. G.________ - keine Hinweise darauf, dass die Versicherte im fraglichen Zeitraum ihr angestammtes Geh- und Stehpensum ohne die geringsten unfallbedingten Beeintr�chtigungen zu absolvieren vermocht h�tte. Dr. med. G.________ begr�ndete jedoch an der bezeichneten Stelle in seiner Aktenbeurteilung mit keinem Wort, weshalb die vom orthop�dischen Gutachter des Zentrums F.________, Dr. med. E.________, auch in Bezug auf eine T�tigkeit mit nur beschr�nktem Geh- und Stehpensum infolge unfallbedingter Restbeschwerden am linken OSG attestierte 30%-ige Arbeitsunf�higkeit zu ignorieren sei.
5.3.�Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdef�hrerin bei gegebener Aktenlage offensichtlich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit darzulegen vermag, dass die Versicherte w�hrend der befristeten Dauer vom 1. Februar bis 6. Dezember 2012 - abweichend zur Zeit bis zum 31. Januar und ab 7. Dezember 2012 - bei Aus�bung ihrer angestammten Verkaufsaussendienstt�tigkeit unfallbedingt in keiner Weise beeintr�chtigt, sondern vielmehr voll arbeitsf�hig war. Es bleibt demnach beim angefochtenen Entscheid, wonach die Beschwerdegegnerin vom 1. Februar bis 6. Dezember 2012 Anspruch auf ein Taggeld nach UVG basierend auf einer unfallkausalen Arbeitsunf�higkeit von 30% hat.
6.1.�Die offensichtlich unbegr�ndete Beschwerde wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG unter Verweis auf den kantonalen Entscheid (Art. 109 Abs. 3 BGG) abgewiesen.
6.2.�Ausgangsgem�ss sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 4 lit. a und Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Diese hat der Beschwerdegegnerin �berdies eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2156.- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 29. Mai 2015