Source: http://anglerverein-eb-kyritz.de/gewaesserordnung/gewaesserordnung-lavb.htm
Timestamp: 2019-05-21 23:24:26
Document Index: 315426574

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 16', '§ 32', '§ 15', '§ 44', '§ 19', '§ 19', '§ 45', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 3']

Gewässerordnug LAVB
Ordnung zur Ausübung der Angelfischerei auf den Verbandsgewässern
des Landesanglerverbandes Brandenburg e. V.
Präambel 4.4.1 Allgemeine Angelgewässer
1. Grundsätze 4.4.2 In Salmonidengewässern
2. Betretungsrechte, Zuwegung zu Gewässern 4.5 Behandlung und Verwendung des Fanges
2.1 Uferbetretung 4.5.1 Aneignung und Zurücksetzung gefangener Fische
2.2 Betretungsbefugnis in der freien Landschaft 4.5.2 Fangbuch
2.3 Betretungsbefugnis im Wald 4.5.3 Behandlung und Besitz untermassiger Fische
2.4 Verhaltensregeln, Grenzen der Betretungsbefugnis 4.5.4 Verkauf
2.5 Zufahrt zu Gewässern mit Kraftfahrzeugen, Parken 4.6 Benutzung von Booten und Wasserfahrzeugen
3. Angelgeräte 4.6.1 Benutzungsbefugnis
3.1 Anzahl der Angelgeräte 4.6.2 Ständige Liegeplätze
3.2 Definition der Angelgeräte 4.6.3 Errichtung baulicher Anlagen
3.2.1 Friedfischangel 5. Angeln in Salmonidengewässern
3.2.2 Raubfischangel 5.1 Fangstatistik
3.2.2.1 Köderfischangel 5.2 Zulässige Angelgeräte
3.2.2.2 Spinnangel 5.2.1 Spinnangel
3.2.3 Flugangel 5.2.2 Flugangel
3.2.3.1 Flugangel als Friedfischangel 5.3 Waten und Bootsbenutzung
3.2.3.2 Flugangel als Raubfischangel 5.4 Angelzeit
3.2.3.3 Anfüttern 5.5 Hegevorschriften
4. Fangbestimmungen 6. Nacht-& Eisangeln, Benutzung von Wetterschutzvorrichtungen
4.1 Fang und Verwendung von Köderfischen 6.1 Nachtangeln
4.2 Köderfischsenke 6.2 Eisangeln
4.3 Schonzeiten und Verwendungsverbote 6.3 Benutzung von Wetterschutzvorrichtungen
4.3.1 Mindestmaß und Schonzeiten 7. Befugnisse des Vorstandes des LAVB
4.3.2 Ganzjährige Schonzeit und somit Fangverbot 8. Gewässerpflege und fischereiliche Bewirtschaftung
4.4 Fangbegrenzungen je Kalendertag 9. Inkrafttreten
Der Gewässerreichtum Brandenburgs ist ein charakteristisches Merkmal der märkischen Landschaft und ein bedeutsamer ökologischer, ökonomischer und landeskultureller Faktor. Als Bestandteil der heimischen Natur sind die Gewässer mit den in ihnen lebenden Tieren und Pflanzen Lebensgrundlage unserer Gesellschaft. Die Qualität und Vielfalt der Gewässer bilden die Grundlage für die Erhaltung, Entwicklung und Nutzung der Fischbestände, die in ihrer Artenvielfalt und ihrer natürlichen Artenzusammensetzung zu schützen sind (BbgFischG). Die Gewässer werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet. Hierbei ist das Recht zur Fischentnahme untrennbar mit der Verpflichtung zur Hege der Fischbestände sowie der Pflege der Gewässer verbunden. Die nachfolgende Gewässerordnung des Landesanglerverbandes Brandenburg e. V. (LAVB) regelt auf der Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie der Satzung des LAVB die Ausübung der Angelfischerei auf und an den Verbandsgewässern.
1.1.Jeder Angler ist verpflichtet, die jeweils gültigen, den Fischfang und den Aufenthalt in der Natur betreffenden gesetzlichen Bestimmungen zu kennen und zu befolgen.
1.3. Jeder Angler, der einer Gliederung des LAVB als Mitglied angehört und den entsprechenden Jahresbeitrag entrichtet hat sowie einen gültigen Fischereischein „A“ oder „B“ besitzt, hat das Recht, die Gewässer des LAVB zu beangeln. Die Rechte der Inhaber von Begleit- bzw. Jugendfischereischeinen sind auf die Beangelung bestimmter Gewässer und den Gebrauch bestimmter Angelgeräte beschränkt. Voraussetzung für den Erwerb von Salmonidenangelberechtigungen ist der Besitz des Fischereischeines "A" oder "B".
1.7. Der Fischfang ist so auszuüben, dass eine gegenseitige Behinderung oder Störung der am Fischfang beteiligten Personen vermieden wird. Bei der Ausübung der Angelfischerei ist ein Abstand von mindestens 50 Metern zu stehenden Fischfanggeräten und ständigen Fischereivorrichtungen einzuhalten (§ 17 Abs. 1 und 2 BbgFischO). Bei der Wahl des Angelplatzes hat der Zuerstgekommene das Vorrecht. Auf gekennzeichneten Behindertenangelplätzen haben Behinderte immer das Vorrecht, unabhängig vom Zeitpunkt ihres Eintreffens. Angelstege des LAVB stehen allen berechtigten Anglern zur Nutzung zur Verfügung. Das Ausbringen von Bojen und anderen Kennzeichnungen in das Gewässer, um den in Anspruch genommenen Angelplatz abzugrenzen, ist nicht gestattet. Ein Angler kann maximal soviel Platz in Richtung Wasserfläche beanspruchen, wie er die von ihm gewählte Fangmontage selber werfen kann.
Der Inhaber einer Angelberechtigung ist befugt, die an das Gewässer angrenzenden Ufer, Inseln, Anlandungen und Schifffahrtsanlagen sowie Brücken, Wehre, Schleusen und sonstige Wasserbauwerke zum Zwecke der Ausübung der Angelfischerei auf eigene Gefahr zu betreten und zu benutzen, soweit öffentlich-rechtliche Vorschriften dem nicht entgegenstehen. Diese Befugnis erstreckt sich nicht auf Gebäude, zum unmittelbaren Haus-, Wohn- und Hofbereich gehörende Grundstücksteile und gewerbliche Anlagen mit Ausnahme von Campingplätzen (§ 16 Abs. 1 BbgFischG). Wenn der Angler die Betretung von Viehweiden nicht vermeiden kann, so hat er darauf zu achten, dass er Weidezäune nicht beschädigt oder unbrauchbar macht. Tore und Gatter müssen stets wieder sorgfältig verschlossen werden. An naturnahen, unverbauten Bach- und Flussabschnitten, Kleingewässern, auf Feucht- und Nasswiesen, in Quellbereichen, Mooren und Sümpfen sowie in Bruch-, Moor- und Auwäldern hat die Betretung so zu erfolgen, dass die Biotope nicht zerstört oder in sonstiger Weise erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden (§ 32 BbgNatSchG). Das Betreten und Befahren des Geleges (bewachsene wasserseitige Uferzone) ist verboten, gleiches gilt für das Zerstören, Befahren und Betreten von natürlichen und belegten Laichplätzen sowie von Fischlaich (§ 15 Abs. 1 und 4 BbgFischO). Die Beangelung des Geleges ist vom festen Ufer, von Stegen oder vom vor dem Gelege liegenden Boot aus gestattet.
In der freien Landschaft ist das Betreten der privaten Wege und Pfade, der Wirtschaftswege sowie der Feldraine, Heide-, Öd- und Brachflächen zum Zwecke der Erholung auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben. Diese Befugnis gilt auch für landwirtschaftliche Flächen außerhalb der Nutzzeit.
Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen der Saat oder Bestellung und der Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses. Die Befugnis gilt sinngemäß für das Fahren mit Krankenfahrstühlen sowie für das Radfahren auf Wegen (§ 44 Abs. 1 und 2 BbgNatschG).
Sofern nichts anderes bestimmt wurde, ist das Betreten des Waldes jedermann auf eigene Gefahr gestattet. Das Radfahren und das Fahren mit Krankenfahrstühlen sind im Walde nur auf Straßen und Wegen erlaubt (§ 19 Abs. 1 und 3 LWaldG).
2.4. Verhaltensregeln, Grenzen der Betretungsbefugnis
Die allgemeinen Betretungsrechte nach 2.2 und 2.3 sind so auszuüben, dass die Rechte der Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten nicht beeinträchtigt und andere Erholungssuchende nicht gestört werden (§ 19 Abs. 2 LWaldG, § 45 BbgNatSchG).
2.5. Zufahrt zu Gewässern mit Kraftfahrzeugen, Parken
Der Angler darf gleichzeitig höchstens mit zwei Handangeln fischen. Bei der Ausübung des Fischfanges unter Verwendung von Spinn- oder Flugangeln ist nur eine Angel zugelassen. Zum Fang ausgelegte Handangeln sind ständig und unmittelbar durch den Angler zu beaufsichtigen (§ 7 Abs. 2 BbgFischO). Unbeköderte Reserveangeln dürfen mitgeführt werden. Die Verwendung von Geräten, die den Anhieb selbsttätig setzen, ist verboten. Inhabern von Sonder-, Begleit- bzw. Jugendfischereischeinen ist nur der Gebrauch von zwei Friedfischangeln gem. 3.2.1 oder einer Flugangel nach 3.2.3.1 gestattet.
3.2. Definition der Angelgeräte
Die Friedfischangel ist ein Gerät, das dem Fang von überwiegend kleintierfressenden Fischen (Friedfischen) dient. Sie besteht aus einer beliebigen Rute mit oder ohne Rolle sowie einem einschenkligen Haken mit pflanzlichem, synthetischem oder tierischem Köder. Wird als Köder das Fleisch von Wirbeltieren oder Krebsen verwendet, so gilt das Gerät als Friedfischangel, wenn der verwendete Haken die Größe 8 der internationalen Skala nicht überschreitet, anderenfalls als Raubfischangel. Als Friedfischangel gilt auch die Mormyschka-Angel. Dabei handelt es sich um eine Angel mit beliebiger Rute, mit oder ohne Rolle, bei der als Köder ein einschenkliger Haken, nicht größer als Hakengröße 8 der internationalen Skala, verwendet wird, der mit einer Metallbeschwerung (Mormyschka) versehen ist. Eine zusätzliche Beköderung mit Friedfischködern ist statthaft.
Sie besteht aus einer Rute mit Rolle und künstlichem oder totem natürlichen Wirbeltierköder, bei der der Köder durch den Angler ständig bewegt wird. An einer Spinnangel dürfen bis zu drei künstliche Köder verwendet werden. Bei Verwendung eines natürlichen Köders ist die Montage weiterer Köder, gleich welcher Art, unzulässig. Ein Spinnköder darf höchstens drei Haken (Einfach-, Doppel-, Drillingshaken) aufweisen. Ungeachtet der Anzahl der Köder und der Anordnung der Haken ist die Verwendung von mehr als drei Haken an einer Spinnangel nicht zulässig. Die Verwendung von Pilkern ist gestattet, wenn diese einen beweglich aufgehängten Haken aufweisen.
Die Flugangel kann in Abhängigkeit von der Art, Größe und Bewegung des Köders zum Fang von Friedfischen und Raubfischen eingesetzt werden. Von anderen Angelgeräten unterscheidet sie sich dadurch, dass die Schnur das Wurfgewicht bildet. Bei Einhaltung dieser Bedingung ist die Zusammenstellung von Rute, Rolle und Vorfach beliebig. Es dürfen gleichzeitig zwei künstliche Flugangelköder (Fliegen) verwendet werden.
Bei der Verwendung von Flugangelködern mit einschenkligen Haken, nicht größer als Hakengröße 6 der internationalen Skala, gilt das Gerät als Friedfischangel.
Bei der Verwendung von Flugangelködern mit einschenkligen Haken, größer als Hakengröße 6 der internationalen Skala, Flugangelködern auf Doppel oder Drillingshaken, Röhrchenfliegen (Tubeflies) oder Waddingtonshanks gilt das Gerät als Raubfischangel. Gleiches gilt bei Verwendung eines Flugangelköders mit zwei einschenkligen Haken. Ungeachtet der Art und Weise ihrer Montage, ist die Verwendung von mehr als zwei Haken an einer Flugangel nicht zulässig.
Bei der Ausübung bestimmter Angelmethoden ist der verantwortungsvolle Einsatz von Locksubstanzen zulässig. Anfüttern ist eine Methode, mit der Fische durch den Angler an den Fangplatz gelockt werden. Um die Gewässer nicht übermäßig biologisch zu belasten, ist dem Angler gestattet, insgesamt nicht mehr als 2 kg Trocken- oder Nassfutter pro Angeltag an den Angelplatz mitzunehmen bzw. als Lockmittel in das Gewässer einzubringen. Bei Hegefischmaßnahmen entscheidet der Veranstalter über die Art, Form und Menge des Lockfutters.
Jeder Angler, der zur Benutzung der Raubfischangel in einem Gewässer berechtigt ist, darf in diesem Gewässer als Angelköder für seinen persönlichen Bedarf Fische, Wollhandkrabben und Amerikanische Flusskrebse fangen, hältern und verwenden. Die Bestimmungen nach 4.3., 4.3.1., 4.5.1. und 4.6. gelten entsprechend. Köderfische dürfen nur in dem Gewässer oder Gewässersystem verwendet werden, aus dem sie gefangen wurden. Dies gilt nicht für tiefgefrorene oder chemisch konservierte Köderfische und tote Seefische (§ 6 Abs. 2 BbgFischO). Fische, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften oder Festlegungen des LAVB einem Fangverbot unterliegen, dürfen weder gehältert noch als Köderfisch verwendet werden Köderfische sind vor dem Anködern grundsätzlich zu töten. Ausnahmen regelt die Bbg.FischO. § 6 Abs. 1.
Fischarten, für die Schonzeiten bestehen, dürfen während dieser Zeit nicht aus dem Gewässer entnommen werden. Sollten Exemplare der geschonten Arten bei der Ausübung des Angelns mitgefangen werden, so sind diese schonend wieder zurückzusetzen, gemäß Bestimmungen nach 4.5.3.
Fischart lateinischer Name Mindestmaß Schonzeit
Aal Anguilla anguilla 45 cm -
Aland Leuciscus idus 30 cm -
Äsche Thymallus thymallus 30 cm 01.12. - 31.05.
Bachforelle Salmo trutta f. fario 30 cm 16.10. - 15.04.
Bachsaibling Salmo fontinalis 25 cm
in Fließgewässern 16.10. - 15.04.
in stehenden Gewässern keine Schonzeit
Barbe Barbus barbus 40 cm 01.05. - 31.07.
Döbel Leuciscus cephalus 30 cm -
Gr. Maräne Coregonus nasus und Coregonus lavaretus
in stehenden Gewässern 30 cm
Hecht Esox lucius 45 cm 01.02. - 31.03.
Karpfen Cyprinus carpio 35 cm -
Kl. Maräne Coregonus albula 15 cm -
Quappe Lota lota 30 cm -
Rapfen Aspius aspius 40 cm 01.04. - 30.06.
in stehenden Gewässern 25 cm
16.10. - 15.04.
Schleie Tinca tinca 25 cm -
als Satzfisch eingebrachte Seeforellen 60 cm
Wels Silurus glanis 75 cm 01.05. - 30.06.
Zander Sander 45 cm 01.04 - 31.05.
Zope Abramis ballerus 20 cm 01.03. - 31.05.
Amerikan. Krebs Orconectes limosus Raf. 8 cm -
Als Mindestmaß gilt bei Fischen der Abstand von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse, bei Krebsen von der vorderen Spitze des Kopfpanzers bis zum Ende des Schwanzes bei flach ausgelegtem Hinterleib ( § 2 Abs. 1 BbgFischO.).
4.3.2. Ganzjährige Schonzeit und somit Fangverbot haben:
Störe, sämtliche Arten der Gattung Acipenseridae sowie deren Bastarde
Fischart lat. Name
Finte Alosa fallax
Weißflossengründling Gobio albipinnatus
Maifisch, sämtliche Arten
Meerforelle Salmo trutta
sämtliche Muscheln
Neunaugen , sämtliche Arten
Schlammpeizker Misgurnus fossilis
5 Stück Aal
3 Stück Feinfisch gesamt – in dieser Menge jedoch nur
3 Stück Hecht, Zander, Wels, Regenbogenforelle, Karpfen
2 Stück Rapfen
1 Stück Bachforelle, Seeforelle, Äsche
5 Stück Salmoniden
insgesamt pro Jahr 100 Stück
Der Angler hat sofort nach dem Fang eines massigen Fisches zu entscheiden, ob er diesen zurücksetzen oder sich aneignen und verwerten will. Soll der Fisch zurückgesetzt werden, so hat dies unmittelbar nach dem Lösen des Hakens zu geschehen. Fische, die entnommen und verwertet werden sollen, sind unmittelbar nach dem Fang weidgerecht zu töten oder vorübergehend, längstens bis zum Ende des Fangtages, zu hältern. Fische, die zurückgesetzt werden sollen oder müssen, sind nach Möglichkeit nicht zu keschern oder anders als mit nassen Händen zu berühren. Das gezielte Angeln auf kapitale Fische, mit dem ausschließlichen Ziel Maße und Masse der gefangenen Fische zu dokumentieren und sie anschließend ins Gewässer zurückzusetzen, widerspricht der guten fachlichen Praxis in der Fischerei und ist daher nicht statthaft.
Jeder Angler ist zur Führung des Fangbuches verpflichtet und hat dies beim Angeln ständig bei sich zu führen. Nach der im Punkt 4.5.1 getroffenen Entscheidung ist der Fisch unabhängig davon, ob der Fisch gehältert oder sofort getötet wird, in das Fangbuch einzutragen. Buntfische können am Ende des Fangtages eingetragen werden.
4.5.3. Behandlung und Besitz untermassiger Fische
Der Besitz untermassiger Fische ist verboten, wobei auch Fische in Hältern als Besitz des Anglers gelten. Gefangene untermassige Fische sind mit größtmöglicher Sorgfalt zu behandeln und unverzüglich in das Gewässer zurückzusetzen. Haben die Fische den Haken tief geschluckt, ist vor dem Zurücksetzen die Angelschnur in Höhe der Kopfspitze zu durchtrennen (§ 3 Abs. 1 BbgFischO).
Soweit nichts anderes bestimmt wurde, ist die Benutzung von Booten und Wasserfahrzeugen einschließlich sog. Bellyboote zum Angeln gestattet. Die Befugnis zur Benutzung von Booten und Wasserfahrzeugen beinhaltet die Befugnis zur zeitweiligen Benutzung eines Uferbereiches als Liegeplatz. Die Benutzung des Liegeplatzes darf die Dauer von 24 Stunden nicht überschreiten. Für die Benutzung von Booten und Wasserfahrzeugen, deren Transport zum Gewässer und die Benutzung von Liegeplätzen gelten die Bestimmungen nach 1.2, 1.8, 2.1 und 2.5 entsprechend. Der Angler ist nicht verpflichtet, sein Boot bzw. Wasserfahrzeug beim Angeln zu verankern.
Das Angeln ist nur in der Zeit von 1 Stunde vor Sonnenaufgang bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang gestattet.
In der Nacht, d.h. in der Zeit von 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang, darf von den Inhabern eines Fischereischeines "A" in den Angelgewässern des LAVB, mit Ausnahme der Salmonidengewässer, zu den gleichen Bedingungen geangelt werden, wie am Tage. Inhabern eines Jugendfischereischeines ist das Angeln in der Zeit von 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang unter Aufsicht eines volljährigen Inhabers des Fischereischeines "A" oder eines Erziehungsberechtigten gestattet.
Auf Salmonidengewässern ist das Eisangeln nicht gestattet. Auf allen anderen Gewässern ist es erlaubt, sofern dem nicht behördliche Entscheidungen oder Beschlüsse des Vorstandes des LAVB entgegenstehen. Dabei handelt jeder Angler auf eigene Gefahr und ist für seine persönliche Sicherheit selbst verantwortlich. Außerdem sollte er besonderes Augenmerk auf die Sicherheit seiner Mitmenschen richten. Eislöcher dürfen an der Unterseite der Eisdecke einen Durchmesser oder eine Kantenlänge von 20 Zentimetern nicht überschreiten. Nach Beendigung des Angelns sind Eislöcher deutlich zu kennzeichnen.
Die Benutzung eines Anglerzeltes, Schirmzeltes oder einer anderen Vorrichtung, die dem Schutz vor Witterungsunbilden, aber nicht vorwiegend dem Zwecke der Übernachtung dient (Wetterschutzvorrichtung), ist dem Angler grundsätzlich erlaubt,
sofern diese Raum für nicht mehr als 2 Personen bietet,
über keinen wasserundurchlässigen Boden (Zeltboden) verfügt,
gedeckte Farben aufweist und in der Landschaft nicht störend wirkt.
Wetterschutzvorrichtungen dürfen in der Nacht, zum Schutz vor Witterungsunbilden auch am Tage, benutzt werden, aber insgesamt nicht länger als 12 Stunden ununterbrochen an ein und derselben Stelle stehen. An naturnahen, unverbauten Bach- und Flussabschnitten, Kleingewässern, auf Feucht- und Nasswiesen, in Quellbereichen, Mooren und Sümpfen sowie in Bruch-, Moor- und Auwäldern ist die Benutzung von Wetterschutzvorrichtungen nicht gestattet.
Personen bestimmen, die die Einhaltung der Ordnung zur Ausübung der Angelfischerei auf den Verbandsgewässern – Gewässerordnung - kontrollieren,
ganzjährige oder zeitlich begrenzte Schonzeiten, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen, für Fische, Krebse und Muscheln festlegen,
Gewässer bei Neubesatz nach bedeutenden Fischverlusten oder neuentstandene Gewässer bis zu einer Zeit von 24 Monaten sperren,
mit den Vorständen anderer Landesverbände Vereinbarungen über den Austausch oder die gegenseitige
Anerkennung von Angelberechtigungen zu treffen.
Für die Pflege der Angelgewässer und ihrer Ufer sind die im jeweiligen Territorium ansässigen Kreisanglerverbände und deren Vereine verantwortlich. Sie wirken bei den ihnen zur Betreuung übertragenen Gewässern, bei Gewässeruntersuchungen und Fischbesatz mit bzw. führen ihn selbst aus. Die näheren Modalitäten werden auf Grundlage der Satzungen des LAVB mit den Kreisanglerverbänden und deren jeweiligen Vereines durch Betreuungsvereinbarungen geregelt. Die fischereiliche Bewirtschaftung der Angelgewässer obliegt dem Vorstand des LAVB, der dazu Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer bevollmächtigt, die ihm gegenüber verantwortlich sind. Alle fischereilichen Maßnahmen, insbesondere Bestandskontrollen, Bestandsregulierungen und Besatzmaßnahmen, bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Vorstandes bzw. der für die Gewässerwirtschaft verantwortlichen Mitarbeiter und werden den KAV bekannt gegeben.
Die "Ordnung zur Ausübung der Angelfischerei auf den Verbandsgewässern des Landesanglerverbandes Brandenburg e. V. (Gewässerordnung) Ausgabe2004 tritt am 01.01.2004 in Kraft.
Gleichzeitig tritt die Gewässerordnung Ausgabe 1998 außer Kraft.
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