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Timestamp: 2016-10-28 17:50:44
Document Index: 211853224

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 369/02 (06.08.2003)
U 369/02
Bundesrichter R�edi, Bundesrichter Meyer und Ferrari; Gerichtsschreiber Scartazzini
B.________, 1959, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Urs L�tolf, Luzernerstrasse 51a, 6010 Kriens,
Die 1959 geborene, bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unf�lle und Berufskrankheiten versicherte B.________ erlitt bei einem Auffahrunfall am 12. Januar 1999 eine HWS-Distorsion. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen, indem sie insbesondere f�r einen Aufenthalt im Spital Y.________, eine Untersuchung im Zentrum A.________, eine Diagnosestellung in der Augenklinik des Spitals Y._________ und eine ebenfalls im Spital Y.________ durchgef�hrte neuropsychologische Untersuchung aufkam.
Am 23. November 1999 schloss die SUVA den Fall per 1. Dezember 1999 ab und verf�gte die Einstellung weiterer Leistungen. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 14. Juni 2000 fest, nachdem Dr. med. K.________, Facharzt FHM f�r orthop�dische Chirurgie und Mitglied des SUVA-�rzteteams, die Versicherte nochmals untersucht hatte. Dabei kam er haupts�chlich zum Schluss, die beklagten Kopfschmerzen seien auf unfallfremde Faktoren zur�ckzuf�hren, n�mlich auf eine starke psychosoziale Belastungssituation, weshalb es zwischen diesen und dem Unfall an einem nat�rlichen Kausalzusammenhang fehle.
Beschwerdeweise liess B.________ beantragen, Verf�gung und Einspracheentscheid seien aufzuheben und es seien die Versicherungsleistungen r�ckwirkend ab 1. Dezember 1999 wieder vollumf�nglich aufzunehmen. Nach Einholung eines Parteigutachtens bei Prof. Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. R.________, Klinik X.________ (Gutachten vom 28. Dezember 2001), wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern die Beschwerde mit Entscheid vom 11. November 2002 ab.
B.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, unter Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die SUVA unter Kosten- und Entsch�digungsfolge zu verpflichten, ihr r�ckwirkend ab 1. Dezember 1999 die gesetzlichen Versicherungsleistungen weiterhin auszurichten. Zudem sei die Versicherte einer �rztlichen Untersuchung durch einen italienisch sprechenden Spezialisten zu unterziehen.
Die Vorinstanz hat die massgebende Bestimmung und die Grunds�tze �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben ist ferner die Rechtsprechung zum Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 461 f. Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a), zu dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 f. Erw. 1b, je mit Hinweisen; siehe auch BGE 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. Erw. 1b; vgl. auch BGE 125 V 352 ff. Erw. 3a und b). Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 14. Juni 2000) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Streitig und zu pr�fen ist, ob das vorliegende Beschwerdebild in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 12. Januar 1999 steht.
Das kantonale Gericht hat in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen zu Recht auf das Gutachten der Klinik X.________ vom 28. Dezember 2001 abgestellt, das im Anschluss an die Beschwerde gegen den streitigen Einspracheentscheid veranlasst wurde. Diese Expertise stellt in schl�ssiger Weise fest, dass die mit der Abkl�rung beauftragten �rzte lediglich Befunde nachweisen konnten, die m�glicherweise in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem erlittenen Unfall stehen.
2.1 Die Gutacher hielten insbesondere fest, die Versicherte leide an einem Status nach indirekter HWS-Verletzung am 12. Januar 1999 bei vorbestehenden rezidivierenden, zum Teil jahrelang behandlungsbed�rftigen Cervicobrachialgien, vegetativer Dystonie und psychosozialer Belastungssituation. Die Leiden, wie sie von der Explorandin geschildert wurden, durften zwar als typische Beschwerden nach HWS-Distorsionstraumen bezeichnet werden. Zwischen ihnen und dem Unfallereignis wurde jedoch nur m�glicherweise ein Kausalzusammenhang als gegeben angenommen. Vermehrte Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, Nackenschmerzen und Schwindel lagen nicht vor, w�hrend die vorbestehende Cervicobrachialgie, eine vegetative Dystonie und die psychosoziale Belastungssituation als unfallfremde Faktoren zu bezeichnen waren. Ebenfalls nur m�glicherweise hatte am 1. Dezember 1999 eine unfallbedingte Behandlungsbed�rftigkeit bestanden, und eine spezifische, unfallbezogene Behandlung konnten die �rzte der Klinik X.________ im Zeitpunkt der Begutachtung nicht empfehlen. Schliesslich f�hrten sie aus, auch eine allf�llige Arbeitsunf�higkeit w�re nur m�glicherweise auf unfallbedingte Beschwerden zur�ckzuf�hren gewesen.
2.2 Nach dem Gesagten verm�gen die Darlegungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren. Wie im angefochtenen Entscheid richtig festgestellt wurde, kann sowohl hinsichtlich der somatischen als auch der psychischen Beeintr�chtigungen die Frage, ob es sich bei den bestehenden Gesundheitsst�rungen um eine nat�rliche Folge des versicherten Unfalles handelt, gest�tzt auf die zur Verf�gung stehenden medizinischen Akten nur im Sinne einer M�glichkeit, nicht jedoch mit dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) beantwortet werden. Der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung ist vollumf�nglich beizupflichten. Demzufolge kommt dem Unfall vom 12. Januar 1999 keine bewiesene kausale Bedeutung f�r das Weiterbestehen von organischen oder psychischen Beeintr�chtigungen der Gesundheit und f�r eine sich daraus ergebende Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit zu. Unter diesen Umst�nden muss auch nicht gepr�ft werden, ob ein ad�quater Kausalzusammenhang gegeben sein k�nnte.
3.1 Bereits im vorinstanzlichen Verfahren hat die Beschwerdef�hrerin eine erg�nzende Begutachtung durch einen ihrer Muttersprache m�chtigen Spezialisten beantragt und h�lt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an diesem Antrag fest. Sie macht geltend, ihre Schilderung zur vorbestehenden Cervicobrachialgie sei im Gutachten vom 28. Dezember 2001 nicht bzw. nicht korrekt wiedergegeben worden. Dies sei auf sprachliche Kommunikationsschwierigkeiten zwischen ihr und Prof. Dr. med. D.________ zur�ckzuf�hren. Dass Verst�ndnisprobleme bestanden h�tten sei im Gutachten (Seite 5) bez�glich der testpsychologischen Untersuchung sogar ausdr�cklich vermerkt worden.
3.2 Nach der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts hat der Versicherte grunds�tzlich, sofern keine objektiven Ausnahmegr�nde vorliegen, Anspruch darauf, von einem eine ihm gel�ufige Amtssprache sprechenden Gutachter untersucht und begutachtet zu werden (BGE 127 V 226 Erw. 2b/bb). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz jedoch richtig dargelegt, die Parteien seien nach einer ersten Untersuchung �berein gekommen, bei Prof. Dr. med. D.________ ein Gutachten in Auftrag zu geben. Damals habe die Beschwerdef�hrerin mit keinem Wort vermerkt, dass es anl�sslich der ersten Untersuchung irgendwelche Sprachprobleme gegeben h�tte. Was ein Verst�ndigungsproblem bei der testpsychologischen Untersuchung anbelangt, f�hrte das kantonale Gericht zutreffend aus, die Patientin habe lediglich die Instrumente auf deutsch nicht restlos verstanden, was nicht von zentraler Bedeutung war, da eine neurologische und nicht eine psychologische Untersuchung im Vordergrund stand.
Dem Begehren um Anordnung einer �rztlichen Untersuchung durch einen italienisch sprechenden Spezialisten ist daher nicht Folge zu leisten.