Source: https://www.mv-justiz.de/karriere/referendariat/Nach-dem-Referendariat/
Timestamp: 2020-08-10 14:54:29
Document Index: 53181298

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 19', '§ 1']

Nach dem Referendariat - Justiz Online in M-V
Ihren Bewerbungsunterlagen fügen Sie bitte bei:
Ablichtungen folgender Zeugnisse:
erstes und zweites Staatsexamen (einschl. Einzelübersicht der Noten der II. Staatsprüfung)
ggf. sonstige Prüfungen oder Tätigkeiten bzw. wichtige Zusatzqualifikationen.
Weitergehende Fragen beantwortet Ihnen gern der zuständige Referatsleiter für Personalangelegenheiten (Telefon 0385-5883101) bzw. die zuständige Sachbearbeiterin (Telefon 0385-5883104).
In Mecklenburg-Vorpommern ist das Justizministerium für sämtliche Gerichtsbarkeiten und Staatsanwaltschaften zuständig. Das Ministerium stellt laufend qualifizierte Juristinnen und Juristen für den höheren Justizdienst des Landes ein. Bewerbungen werden daher jederzeit gerne entgegengenommen. Die Neueinstellung in den richterlichen und den staatsanwaltlichen Dienst erfolgt grundsätzlich als Richterin oder Richter auf Probe. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen einheitlichen Probedienst, der beide Berufsgruppen – richterlichen und staatsanwaltlichen Dienst – umfasst.
Grundsätzlich erwarten wir von unseren Bewerberinnen und Bewerbern, dass sie kompetent und flexibel genug sind, sich in alle Bereiche und Tätigkeiten des Justizdienstes einzuarbeiten. Gleichzeitig sehen wir es als besonderen Vorteil der Justiz in Mecklenburg-Vorpommern an, dass die Grenzen der verschiedenen Gerichtsbarkeiten auch nach der Einstellung durchlässig bleiben. Im Rahmen der personalwirtschaftlichen Möglichkeiten können Sie auf Wunsch jederzeit auch noch später von einer Gerichtsbarkeit in die andere wechseln. Es wird von der Bereitschaft, in allen Landesteilen eingesetzt zu werden, ausgegangen.
Die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern bietet einen sicheren Arbeitsplatz mit angemessener Bezahlung. Sie genießen sachliche - und im Falle der auf Lebenszeit ernannten Richterinnen und Richter - auch verfassungsrechtlich garantierte persönliche Unabhängigkeit. Sie tragen vom ersten Tag Ihrer Tätigkeit an Verantwortung, entscheiden nach Gesetz und Recht - und nicht geleitet von Mandanten- oder Arbeitgeberinteressen.
Bewerberinnen und Bewerber müssen die allgemeinen in § 9 Deutsches Richtergesetz geregelten Voraussetzungen für eine Einstellung erfüllen (z.B. deutsche Staatsangehörigkeit, Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung).
Sowohl die Erste juristische Prüfung als auch die Zweite juristische Staatsprüfung sollen in der Regel mit 9,0 Punkten abgeschlossen sein. Erwartet werden darüber hinaus überdurchschnittliche Leistungen im Vorbereitungsdienst.
Bewerberinnen und Bewerber, die die zweite juristische Staatsprüfung mit mindestens 8,0 Punkten abgelegt haben, können mit einer herausragenden ersten juristischen Staatsprüfung (mindestens 9,0 Punkte) bzw. anderen Zusatzqualifikationen (wie etwa Promotion) zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden.
Neben hoher fachlicher Kompetenz wird im Einklang mit § 9 Nr. 4 Deutsches Richtergesetz großer Wert auf ein hohes Maß an sozialen Kompetenzen, wie zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität, Kritikfähigkeit und Ähnliches gelegt. Die sozialen Kompetenzen können Defizite bei den Examensnoten nicht ausgleichen.
Zusätzliche Berufserfahrungen in einschlägigen Bereichen (etwa als Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder als Juristin/Jurist in einem Unternehmen) sind als ergänzende Qualifikationen gerne gesehen, sofern auch die genannten Voraussetzungen bzgl. der Examensnoten und der Sozialkompetenzen gegeben sind.
Nach Eingang der Bewerbungsunterlagen wird Ihre Bewerbung, die die o.g. Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, zunächst für die Dauer eines Jahres in die hier geführte Warteleiste aufgenommen. Dies wird Ihnen mitgeteilt. Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kann sehr kurzfristig erfolgen, wenn Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen auch unter Berücksichtigung des übrigen Bewerberfeldes die Einstellung als möglich erscheinen lassen und ein dringender Personalbedarf abzudecken ist.
Das Vorstellungsgespräch findet im Justizministerium statt. Auf Grundlage eines ca. sechzigminütigen strukturierten Einstellungsinterviews wird entschieden, wer als Richterin bzw. als Richter auf Probe eingestellt wird. Das Einstellungsinterview dient insbesondere der Prüfung der in § 9 Nr. 4 Deutsches Richtergesetz ausdrücklich als weiterer Befähigung geforderten „sozialen Kompetenz“.
Proberichterzeit / Besoldung
Während der regelmäßig auf mindestens 3 bis maximal 4 Jahre bemessenen Probezeit (§ 10 Abs. 1 DRiG) werden die Proberichterinnen und Proberichter in der Regel etwa achtzehn Monate bei einer Staatsanwaltschaft, mindestens ein Jahr bei einer Gerichtsbarkeit sowie gegebenenfalls im Hinblick auf eine mögliche Lebenszeiternennung ein weiteres Jahr in einer anderen Gerichtsbarkeit beschäftigt. Dies gilt auch für Bewerberinnen und Bewerber, die später nach der Probezeit als Staatsanwältin oder Staatsanwalt planmäßig angestellt werden möchten.
Die Reihenfolge der Verwendung richtet sich nach den dienstlichen Erfordernissen sowie den Anforderungen des Proberichterkonzeptes. Für die Dauer der Tätigkeit bei einer Staatsanwaltschaft führen die Richterinnen und Richter auf Probe die Bezeichnung „Staatsanwältin“ oder „Staatsanwalt“ (§ 19 a DRiG). Richterinnen und Richter auf Probe können bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt werden. Wünsche in Bezug auf einen konkreten Bereich sowie örtliche Präferenzen können gerne gegenüber dem Justizministerium angegeben werden. Ob wir die Wünsche erfüllen können, hängt von der konkreten Stellen- und Bewerbersituation ab.
Während der Proberichterzeit, aber auch darüber hinaus, ist Fortbildung ein zentrales Anliegen der Justiz in Mecklenburg-Vorpommern, um fachliche und soziale Kompetenzen laufend weiter zu entwickeln. Es wird erwartet, dass Proberichterinnen und Proberichter an dem gemeinsamen Fortbildungsprogramm der norddeutschen Bundesländer speziell für Richterinnen und Richter auf Probe teilnehmen. Über entsprechende Veranstaltungen werden Sie informiert.
Richterinnen und Richter auf Probe erhalten Dienstbezüge nach Besoldungsgruppe R1 der Bundesbesoldungsordnung R in der gem. § 1 Absatz 2 Nr. 1 LBesG M-V geltenden Fassung. In Krankheits-, Geburts- und Todesfällen werden Beihilfen nach den für die Beamten des Landes geltenden Verwaltungsvorschriften gewährt.