Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/herausgabevollstreckung-im-fall-der-berliner-raeumung-398524
Timestamp: 2020-08-03 23:33:41
Document Index: 202067919

Matched Legal Cases: ['§ 885', '§ 885', '§ 885', '§ 719', '§ 885', '§ 885']

Herausgabevollstreckung im Fall der Berliner Räumung | Rechtslupe
Die Ver­wah­rung, Ver­wer­tung und Ver­nich­tung der beweg­li­chen Gegen­stän­de des Mie­ters, die im Fal­le der ver­ein­fach­ten Her­aus­ga­be­voll­stre­ckung (§ 885a ZPO) dem Ver­mie­ter als Gläu­bi­ger obliegt, ist nicht Teil, son­dern Fol­ge der Räu­mungs­voll­stre­ckung. Der Räu­mungs­ti­tel ist daher mit der Inbe­sitz­set­zung des Ver­mie­ters ver­braucht.
Im Fal­le der Ber­li­ner Räu­mung beschränkt sich der Voll­stre­ckungs­auf­trag auf die Her­aus­ga­be­voll­stre­ckung (§§ 885 Abs. 1, 885a Abs. 1 ZPO). Hat der Gerichts­voll­zie­her den Gläu­bi­ger in Besitz gesetzt und das Pro­to­koll gem. § 885a Abs. 2 ZPO gefer­tigt, ist die Voll­stre­ckung been­det.
Die Ver­wah­rung, Ver­wer­tung und Ver­nich­tung der beweg­li­chen Gegen­stän­de des Mie­ters, die im Fal­le der ver­ein­fach­ten Her­aus­ga­be­voll­stre­ckung dem Ver­mie­ter als Gläu­bi­ger obliegt, ist nicht Teil, son­dern Fol­ge der Räu­mungs­voll­stre­ckung [1].
Mit der Her­aus­ga­be­voll­stre­ckung ist somit der Räu­mungs­ti­tel ver­braucht und wei­te­re Räu­mungs­maß­nah­men fin­den nicht statt [2].
Bereits für die Ber­li­ner Räu­mung galt, dass der Gläu­bi­ger bei einem spä­te­ren Ver­zicht auf sein Ver­mie­ter­pfand­recht des­halb vom Gerichts­voll­zie­her nicht mehr ver­lan­gen konn­te, dass die­ser die beweg­li­chen Sachen des Räu­mungs­schuld­ners aus den Räu­men schafft [3].
Da auf­grund der been­de­ten Voll­stre­ckung ein einst­wei­li­ger Voll­stre­ckungs­schutz nicht mehr in Betracht kommt, bleibt dem beklag­ten Mie­ter allein der Weg, mög­li­che mate­ri­ell-recht­li­cher Ansprü­che auf ande­rem pro­zes­sua­lem Wege durch­zu­set­zen. Eine einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung durch das Beru­fungs­ge­richt gemäß §§ 719 Abs. 1 Satz 1, 707 Abs. 1 Satz 1 ZPO ist in die­sem Fall nicht mehr mög­lich.
Ober­lan­des­ge­richt Ros­tock, Beschluss vom 15. Okto­ber 2013 – 3 U 80/​13
Zöller/​Stöber, a.a.O., § 885 Rn. 29[↩]
Horst, DWW 2013, 122; zur frü­he­ren Ber­li­ner Räu­mung auch Both, GE 2007, 192[↩]
Zöller/​Stöber, a.a.O., § 885 Rn.20[↩]
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