Source: https://www.fachanwalt-strafrecht-muenchen.org/aktuelles/urkundenfalschung-267-stgb/
Timestamp: 2020-07-15 00:56:04
Document Index: 161285782

Matched Legal Cases: ['§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267']

Urkundenfälschung (§ 267 StGB) | Fachanwalt Strafrecht München
Urkundendelikte (§ 267 StGB) – Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 1 StGB) – Besonders schwere Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 2 StGB) – Bandenmäßige Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 3 StGB)
In diesem Fachartikel setzt sich Fachanwalt Strafrecht München Volker Dembski mit dem Straftatbestand der Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB auseinander.
1. Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 1 StGB)
Unter Urkunde versteht man jede Verkörperung einer Gedankenerklärung, die dazu geeignet und bestimmt ist, eine außerhalb ihrer selbst liegende Tatsache im Rechtsverkehr unter Beweis zu stellen, und dem Erklärenden zugeordnet werden kann. Auch Beweiszeichen fallen unter den Urkundenbegriff. Erforderlich ist aber, dass das Zeichen, welches als Abkürzung für die vollständige Gedankenäußerung fungiert, mit einem Gegenstand fest verbunden ist. Beispielsweise enthält ein an einem Kraftfahrzeug angebrachtes und mit Prüfstempel der Zulassungsstelle versehenes Kennzeichen die Erklärung, dass das Fahrzeug für den im Fahrzeugregister eingetragenen Halter zum öffentlichen Verkehr zugelassen ist. Es handelt sich dann um eine zusammengesetzte Urkunde. Das rote Kennzeichen für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten ist jedoch kein Beweiszeichen, sondern lediglich ein Kennzeichen ohne Urkundeneigenschaft. Von einer Gesamturkunde spricht man, wenn mehrere Einzelurkunden dergestalt zusammengefasst werden, dass eine neue übergeordnete Erklärung entsteht.
2. Besonders schwere Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 2 StGB)
Wenn der Täter einen Vermögensverlust von mindestens EUR 50.000,- herbeiführt oder durch das Herstellen bzw. Verfälschen von mindestens zwanzig Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet, ist der Tatbestand der besonders schweren Urkundenfälschung gemäß § 267 Abs. 2 StGB erfüllt. Es handelt sich um Regelbeispiele mit erhöhtem Strafrahmen.
3. Bandenmäßige Urkundenfälschung (§ 267 Abs. 3 StGB)
Bei der bandenmäßigen Urkundenfälschung gemäß § 267 Abs. 3 StGB handelt es sich um einen Qualifikationstatbestand mit Verbrechenscharakter.