Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201992,%20291
Timestamp: 2019-12-07 02:05:06
Document Index: 191723283

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1357', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1357', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 27', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1357', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1357', 'BGH', '§ 1357', 'BGH']

BGH, 27.11.1991 - XII ZR 226/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,759
BGH, 27.11.1991 - XII ZR 226/90 (https://dejure.org/1991,759)
BGH, Entscheidung vom 27.11.1991 - XII ZR 226/90 (https://dejure.org/1991,759)
BGH, Entscheidung vom 27. November 1991 - XII ZR 226/90 (https://dejure.org/1991,759)
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Medizinische Indikation - Ärztliche Behandlung - Deckung des Lebensbedarfs der Familie - Ärztlicher Behandlungsvertrag - Mitverpflichtung aus einem Arztvertrag - Schlüsselgewalt - Chemotherapeutische Behandlung - Mithaftung des Ehegatten - Behandlungskosten
Geschäft zur Deckung des Lebensbedarfs: Unaufschiebbare ärztliche Behandlung, Mitverpflichtung des mittellosen Ehegatten
Zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs bei einer medizinisch indizierten ärztlichen Behandlung
Schlüsselgewalt; unaufschiebbare ärztliche Behandlung eines Ehegatten
LG Hannover, 25.04.1989 - 14 O 1/89
BGHZ 116, 184
NJW 1992, 909
MDR 1992, 382
FamRZ 1992, 291
JR 1992, 498
JR 1992, 500
Bejaht hat er demgegenüber die Anwendung des § 1357 BGB für den Abschluss eines Stromlieferungsvertrags (…Senatsbeschluss vom 24. April 2013 - XII ZR 159/12 - FamRZ 2013, 1199 Rn. 5), den Abschluss eines Telefondienstvertrags für einen in der Familienwohnung befindlichen Festnetzanschluss (BGH Urteil vom 11. März 2004 - III ZR 213/03 - FamRZ 2004, 778 f.), eine medizinisch indizierte, unaufschiebbare ärztliche Behandlung eines Ehegatten ohne Rücksicht auf die Höhe der mit ihr verbundenen Kosten (Senatsurteil BGHZ 116, 184 = FamRZ 1992, 291, 292) und für Honoraransprüche aus privatärztlicher Behandlung (Senatsurteil BGHZ 94, 1 = FamRZ 1985, 576 f.).
Die hier zu beurteilende stationäre Behandlung der Tochter der Beklagten und ihres Ehemannes, die medizinisch geboten war und ohne Inanspruchnahme von Sonderleistungen erfolgte, gehörte grundsätzlich zum angemessenen Unterhalt der Familie (BGHZ 116, 184, 186 f).
Auch insoweit ist die Sicht eines objektiven Beobachters nach dem Erscheinungsbild der Ehegatten, wie es für Dritte allgemein offenliegt, entscheidend (vgl. BGHZ 94, 1, 5 f; 116, 184, 188 f; Senatsurteil vom 11. März 2004 - III ZR 213/03 - NJW 2004, 1593, 1594).
Bei Zusatzleistungen eines Krankenhauses sind die Geschäfte in der Regel nur dann angemessen i.S.d. § 1357 Abs. 1 BGB, wenn sich die Eheleute hierüber ausdrücklich und erkennbar im Einzelfall abgestimmt haben (BGHZ 94, 1,9; 116, 184, 186).
Entscheidend hierbei ist der Lebenszuschnitt der Familie, wie er nach außen in Erscheinung tritt und wie er sich aus der Sicht eines objektiven Beobachters im Erscheinungsbild der Ehegatten darstellt (BGH NJW 2004, 1593, 1594; BGHZ 116, 184, 188f.).
Es ist anerkannt, daß eine Rechtswahl auch stillschweigend getroffen werden kann, indem die Parteien übereinstimmend im Verlauf eines Rechtsstreits von der Anwendung einer bestimmten Rechtsordnung ausgehen (Senatsurteil vom 27. November 1991 - XII ZR 226/90 - FamRZ 1992, 291, 292 m.w.N.;… Palandt/Heldrich aaO. Art. 27 EGBGB Rdn. 5-7).
Letztere können von ihrem Gesundheitszustand abhängen: Zu den persönlichen Bedürfnissen eines Ehepartners zählen auch die Kosten für eine notwendige ärztliche Behandlung (vgl. BGH, Urteil vom 11. November 1981 - IV b ZR 608/80 - NJW 1982, 328; vgl. auch BGHZ 94, 1, 6 [BGH 13.02.1985 - IVb ZR 72/83] sowie BGH, Urteil vom 27. November 1991 - XII ZR 226/90I ZR 226/90 - FamRZ 1992, 291, 292, zur Veröffentlichung in BGHZ 116, 184 vorgesehen) und der Pflege- und Betreuungsaufwand bei dauerhaften Körper- und Gesundheitsschäden, etwa bei Gebrechlichen und Blinden (…vgl. Göppinger, Unterhaltsrecht, 5. Aufl., Rdn. 609 S. 364).
OLG Brandenburg, 01.08.2006 - 9 W 8/06
Anspruch auf Ausgleich ehelicher Schulden bei Grundlagengeschäften
Auch insoweit ist die Sicht eines objektiven Beobachters nach dem Erscheinungsbild der Ehegatten, wie es für Dritte allgemein offen liegt, entscheidend (vgl. BGH NJW 2004, 1593; BGHZ 116, 184, 188 f.).
Eine medizinisch gebotene ärztliche Behandlung ohne Inanspruchnahme von Sonderleistungen ist grundsätzlich eine Maßnahme zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie (BGHZ 116, 184, 187).
Ist diese nicht gegeben, überschreiten die Kosten einer - auch medizinisch indizierten, unaufschiebbaren - ärztlichen Behandlung eines Ehegatten vielmehr eindeutig die wirtschaftlichen Verhältnisse und finanziellen Möglichkeiten der nicht krankenversicherten Familie, dann scheidet eine Mitverpflichtung des anderen Ehegatten gemäß § 1357 Abs. 1 BGB nach den Umständen von vornherein aus (BGHZ 116, 184, 188 f .).
Einstandspflicht des Ehegatten für die Kosten der Behandlung bei …
Zwar dient eine medizinisch indizierte, unaufschiebbare ärztliche Behandlung eines Ehepartners ohne Rücksicht darauf, wie hoch die mit ihr verbundenen Kosten sind, grundsätzlich der angemessenen Deckung des Lebensbedarfs (vgl. BGH in FamRZ 1992, 291), weil sie sich auf die Erhaltung der Gesundheit als des primären und ursprünglichen Lebensbedarfs richtet; dies allein begründet aber nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. dazu auch BGH JZ 1985, 680, 682) noch nicht notwendig eine Mitverpflichtung des anderen Ehegatten, weil mit Rücksicht auf die unterhaltsrechtliche Komponente der Haftung aus § 1357 BGB auf das Leistungsvermögen des anderen Ehepartners abzustellen ist (vgl. BGH in FamRZ 1992, 292).
OLG Köln, 26.02.2007 - 5 W 9/07
Keine Mitverpflichtung des mittellosen Ehegatten für stationäre Behandlungskosten …
In der Rechtssprechung ist seit langem anerkannt, dass zu den maßgeblichen Umständen im Sinne von § 1357 Abs. 1 S. 2 BGB insbesondere die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie in ihrem Bezug zu der voraussichtlichen Höhe der Kosten für die ärztliche Behandlung gehören (vgl. BGH NJW 1992, 909), die wiederum entscheidend davon beeinflusst werden, ob eine private Krankenversicherung besteht und in welchem Umfang sie ggf. Versicherungsschutz gewährleistet.
OLG Düsseldorf, 16.01.2001 - 21 U 87/00
OLG Celle, 26.08.2002 - 1 U 15/02
LG Aachen, 18.07.2007 - 11 O 375/06
Voraussetzungen für die Verpflichtung eines Ehegatten zur Begleichung von Kosten …
LG Dortmund, 18.04.2002 - 4 S 25/01
Vergütungsvereinbarung und -anspruch für Wahlleistungen im Krankenhaus; …
OLG Köln, 03.11.1993 - 27 U 106/92