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Timestamp: 2019-08-24 19:55:59
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Matched Legal Cases: ['§5', '§ 229', '§34', '§ 10', '§ 10', '§ 32']

Die Rürup-Stratgie bei Abfindung und Arbeitslosengeld | Der Privatier
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Kap. 9.3.3: Die Rürup-Strategie
Der Privatier Veröffentlicht am 16.Jul.2014 von Privatier 16.Jan.2018
Noch einmal kurz zur Erinnerung:
Ich habe in dem Beitrag über den richtigen Zeitpunkt erläutert, dass sich der Bezug von Arbeitslosengeld im Zusammenhang mit einer Abfindung auf die Steuer nicht gerade günstig auswirkt (nett formuliert).
Und dann habe ich begonnen, Strategien gegen eine ungewünschte hohe Steuerbelastung vorzustellen: Zunächst die von mir praktizierte Strategie des Anmeldens (bei der Agentur für Arbeit) und des Abmeldens, nachdem der Anspruch festgestellt ist.
Dann habe ich in einem zweiten Beitrag auf Anregung und mit der Unterstützung von „Mr. Excel“ das Dispositionsjahr vorgestellt. Und auch Vor- und Nachteile gegenüber meiner Variante aufgeführt.
Aller guten Dinge sind aber drei. Und darum gibt es heute die dritte und letzte Strategie:
Die Rürup-Strategie.
Ich habe ja hier schon mehrfach über die geniale Kombination der Rürup-Versicherung im Zusammenhang mit der Fünftel-Regelung und der Auszahlung einer Abfindung im Folgejahr geschrieben.
Aber dass sich die Rürup-Versicherung auch in ebenso genialer Weise auf den Bezug von Arbeitslosengeld auswirkt, habe ich auch leider erst zu spät erfahren. Und damit es anderen nicht genau so ergeht, schreibe ich es hier auf.
Der Effekt dieser Strategie beruht auf zwei Besonderheiten im Zusammenhang mit der Fünftel-Regelung:
Normalerweise werden bei der Fünftel-Regelung zwei Steuerbeträge berechnet: Einer, der ohne die Abfindung zu zahlen wäre und einer, der mit einem Fünftel der Abfindung zu zahlen wäre. Die Differenz wird dann wieder mit fünf multipliziert und auf die „normale“ Steuer aufgeschlagen.
Das geht aber alles schlecht, wenn das Basiseinkommen schon negativ ist. Und das wird es z.B. durch eine Rürup-Versicherung. Wer nämlich im Jahr seiner Abfindung kein sonstiges Einkommen hat, hat (ohne die Abfindung) zunächst ein Basis-Einkommen von 0 Euro. Zieht man nun die Vorsorgeaufwendungen von z.B. ca. 30.000 Euro für einen maximalen Rürup-Beitrag ab, entsteht ein negatives Basiseinkommen.
Bei einem negativen Basiseinkommen wird die Fünftel-Regel daher etwas vereinfacht. Das normale Einkommen spielt in diesem Falle keine Rolle, es wird einfach die Steuer auf ein Fünftel der Abfindung berechnet und wieder mit fünf multipliziert. Kommt irgendwie aufs gleiche hinaus, ist aber einfacher zu rechnen und zu verstehen.
Aber jetzt kommt die zweite Besonderheit und der Clou der Strategie:
Das Arbeitslosengeld wird nämlich zuerst einmal beim Basiseinkommen berücksichtigt! D.h. gleiche Rechnung wie vorher, jetzt aber mit z.B. 2.000 Euro Arbeitslosengeld pro Monat: Normales Einkommen = 0 Euro, zzgl. 24.000 Euro Arbeitslosengeld macht insgesamt 24.000 Euro, abzgl. Vorsorge mit Rürup von 30.000 Euro ergibt immer noch ein negatives Basiseinkommen!
Und damit ändert sich an der Steuer-Berechnung für die Abfindung nichts.
Man kann bis zu ca. 30.000 Euro Arbeitslosengeld beziehen, ohne dass dies irgendwelche Auswirkung auf die steuerliche Belastung der Abfindung hat. Und 30.000 Euro Arbeitslosengeld wird wohl kaum jemand erreichen können.
Oder um es noch einmal anders auszudrücken: Wer im Jahr der Abfindung den maximalen Rürup-Beitrag (für verh.) leistet, kann ohne irgendeine weitere Strategie das Arbeitslosengeld beziehen, ohne sich Gedanken um eine zu hohe steuerliche Belastung auf sein Abfindung machen zu müssen.
Wenn ich das vorher nur gewusst hätte… Nunja – egal. Schädlich war meine Strategie jedenfalls auch nicht. Aber irgendwie auch unnötig.
Abschließend möchte ich aber noch einmal eine deutliche Warnung aussprechen: Ich selber habe nur eine der vorgestellten Vorgehensweisen (erfolgreich) ausprobiert. Die beiden anderen sind (zumindest für mich) reine Theorie. Ich denke zwar, dass die vorgestellten Überlegungen richtig sind – aber eine Garantie kann ich nicht geben.
Gerade für die hier vorgestellte Rürup-Strategie sollte man zur Vorsicht lieber vorher einmal mit einem Steuerberater sprechen!
Oder noch einmal selber nachlesen, z.B. in dem Artikel über die Fünftel-Regelung im Steuernetz (Anm.: Artikel inzwischen leider nicht mehr verfügbar). Dort heißt es gegen Ende des Artikels:
Ist das ohne die außerordentlichen Einkünfte verbleibende zu versteuernde Einkommen (Basiseinkommen 1) auch unter Einberechnung der Lohnersatzleistung negativ, wird die Steuer ohne Progressionsvorbehalt berechnet. Die Lohnersatzleistung bleibt also vollständig außen vor.
Eigentlich klar und eindeutig, oder?
Nun – damit habe ich jetzt drei Strategien gegen zu hohe Steuern im Zusammenhang mit Abfindung und Arbeitslosengeld vorgestellt. In den nächsten Beiträgen werde ich dann weiter erzählen, welche anderen Erfahrungen ich bei der Agentur für Arbeit gemacht habe. Los geht es beim nächsten Mal mit meinem „Fehlstart„.
Kap. 9.3.2.2: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vor- und Nachteile Kap. 9.3.2: Das Dispositionsjahr Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmelden Kap. 9.3: Der richtige Zeitpunkt
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Kap. 9.3.3: Die Rürup-Strategie — 48 Kommentare
Mr. Excel sagte am 17.Jul.2014 um 11:30 :
nur zur Information, falls jemand an dieser Stelle einsteigt.
Das Dispositionsjahr macht so gesehen keinen wirtschaftlichen Sinn mehr.
Ausser >>>>> man wird in diesem Jahr 58. Diejenigen sollten unbedingt das Kapitel Dispositionsjahr lesen. Bei mir war es so und hat exakt so funktioniert.
An dieser Stelle mal ein Kompliment an Privatier für diese einzigartige Zusammenstellung. Mann – die hätte mir viel Arbeit erspart … damals …..
Privatier sagte am 17.Jul.2014 um 19:38 :
Also, ich finde, das Dispojahr macht schon Sinn. Ganz besonders und an erster Stelle natürlich (wie Du schon gesagt hast) für die, die innerhalb des Dispojahres 58 Jahre alt werden. Aber auch für alle, die trotz aller Vorteile nicht in eine Rürup-Versicherung einzahlen wollen.
Und „Danke“ für das Kompliment. Ich nehme es gerne an und stimme Dir auch noch zu: JA – das hätte auch mir eine Menge Arbeit erspart, wenn es eine Seite wie diese schon vorher gegeben hätte. Ich hoffe, es können einige davon profitieren.
Axel Dobra sagte am 30.Mrz.2015 um 17:19 :
zunächst vielen Dank und meinen repekt für die gesamten Darstellungen.
Bin in exakt derselben Situation, was ich bisher gelesen habe deckst sich auch mit meinen Recherchen und Berechnungen.
Das Dispositionsjahr leuchtet mir in bezug auf das Lebensalter allerdings nicht ganz ein, wenn ich z.B. im Mai 58 werde kann ich doch im Juni ALG (mit Anspruc 24 Monate) beantragen, oder?
Sperr-und/oder Ruhezeiten lasse ich dabei natürlich aussen vor.
Privatier sagte am 30.Mrz.2015 um 20:12 :
Selbstverständlich kann man. sobald man 58 Jahre alt ist, ALG1 mit 24 Monate Anspruch beantragen. Keine Frage.
Aber bei manch einem dauert es eben noch ein bisschen, zwischen dem Ende der Arbeit und dem 58. Geburtstag. Und da ist so ein Dispojahr schon eine gute Lösung. Wer schon 58 ist, braucht natürlich nicht so lange zu warten.
Und mit der oben geschilderten Rürup-Strategie braucht man sich auch um die Steuern (wg. des ALG( keine Gedanken zu machen.
Paula sagte am 31.Mrz.2015 um 13:50 :
kleine Anmerkung von mir zu Dispositionsjahr und Bezug von ALG 1 mit/ab 58 Jahren.
24 Monate ist die max. Bezugsdauer von ALG 1 bei Erfüllung der Regelanwartschaft mit/ab 58 Jahren.
Allerdings wird bei Vorliegen eines Auflösungsvertrag bzw. freiwilliger Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses eine Sperrzeit von der Arbeitsagentur verhängt.
Bei Verhängung einer Sperrzeit vermindert sich dann leider auch die Anspruchsdauer für ALG 1 um ein Viertel d.h. Bezug von ALG 1 statt 24 Monate nur nur noch 18 Monate!
Diese Sperrzeit und die Kürzung der ALG 1 Bezugsdauer kann aber auch durch das Dispositionsjahr umgangen werden.
D.h. erfolgt die Arbeitslosmeldung 12 Monate nach Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses (= Dispositionsjahr), dann wird keine Sperrzeit verhängt und auch die Bezugsdauer von ALG 1 nicht gekürzt.
Ich nutze ab 01.01.2015 dieses mögliche Dispositionsjahr und wie von dem Privatier und anderen Experten empfohlen und ausgeführt, werde ich mich erst ab 01.01.2016 arbeitslos melden und dann eben Anspruch auf 24 Monate ALG 1 haben.
Fazit und großer Vorteil aus meiner Sicht: Das Dispositionsjahr ermöglicht in diesem Falle 6 Monate länger den Bezug von ALG 1.
Privatier sagte am 31.Mrz.2015 um 13:58 :
Danke für die richtige und wichtige Ergänzung!
Axel sagte am 1.Apr.2015 um 19:56 :
vielen Dank für die Anmerkung.Ja das mit der 6-monatigen (Viertel) Sperrzeit stimmt wohl tatsächlich, ich bin mir aber nicht so sicher, ob das mit der erwähnten Strategie klappt.
Wenn man zum 31.12.2014 (wie ich auch) ausgeschieden ist und am 2.1.2016
sich arbeitslos meldet – erfüllt man dann die Grundvoraussetzung, in den letzten 24 Monaten 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen zu sein, überhaupt noch, oder ist der Anspruch dann ganz weg.
Das wäre mir zu riskant.
Privatier sagte am 2.Apr.2015 um 09:30 :
Noch eine Ergänzung: Eine Sperre wirkt immer doppelt!
Einerseits gibt es keine Zahlungen ab dem Zeitpunkt des Auslösers für die Sperre. Andererseits wird der Anspruch verkürzt. Hat man eigentlich einen Anspruch auf 24 Monate, so bedeutet dies, dass die ersten 3 Monate keine Zahlung erfolgt und zusätzlich der Anspruch um weitere 3 Monate gekürzt wird. Zahlung also bereits ab dem 4. Monat, insgesamt dann für 18 Monate. Bei Jüngeren (Anspruch 12 Monate) decken sich die beiden Effekte und es fällt nicht auf: Die ersten 3 Monate sind bereits die gekürzten. Auch hier Zahlung ab dem 4.Monat, dann für insgesamt noch 9 Monate.
Die Bedenken zum Dispojahr habe ich genau so gehabt, deshalb habe ich mich auch für das An- und Abmelden entschieden. Allerdings habe ich inzwischen gelernt, dass man sich relativ entspannt schon Mitte Dezember für den 1.Jan. arbeitslos melden kann. Nur krank werden darf man nicht!!
Paula sagte am 2.Apr.2015 um 09:20 :
die Arbeitslosmeldung muss exakt ab 01.01.2016 fixiert werden (der 02.01.2016 wäre natürlich zu spät).
Da der 01.01. immer ein Feiertag ist, hat die Arbeitsagentur da geschlossen.
Diese Arbeitslosmeldung kann allerdings ja bereits in der letzten oder vorletzten Dez.-Woche 2015 zum Termin 01.01.2016 erfolgen.
Ich werde mich (wie von der Arbeitsagentur gewünscht) im Sept. 2015 arbeitssuchend und dann Ende 2015 als arbeitslos ab 01.01.2016 melden.
Was ist da riskant?
Axel sagte am 2.Apr.2015 um 17:54 :
so einfach soll das gehen? Das zu glauben fällt mir eher schwer.
Im September oder auch im Dezember (ist ja egal)2015 melden und sagen, das soll aber erst zum 1.1.2016 gelten, d.h. mit anderen Worten:
man könnte beim Amt auch sagen, bitte für den ALG-Anspruch die Abfindung einfach nicht berücksichtigen, oder welchen Denkfehler mache ich da?
Paula sagte am 4.Apr.2015 um 13:52 :
ich denke, Mr. Excel und der Privatier haben zwischenzeitlich in Kap. 9.3.2 „Das Dispositionsjahr“ nochmals sehr detailliert die mögliche Verkürzung der ALG1-Ansapruchsdauer durch geschicktes Timing des Dispostionsjahres erläutert.
Ich praktiziere aktuell exakt diese Strategie d.h. 2015 = Dispositionsjahr, Meldung als arbeitssuchend im Sept. 2015 und arbeitslos ab 01.01.2016 mit dann möglichen 24 Mon. ALG 1.
Die Höhe der erhaltenen Abfindung ist hier überhaupt nicht relevant.
Axel sagte am 4.Apr.2015 um 16:57 :
naja, komme inzwischen doch ins Grübeln. Erstmal macht man mit dieser Strategie nichts falsch. Bleibt nur das Restrisiko im Januar 2016 ernsthaft erkrankt zu sein und dem AA nicht zur Verfügung stehen zu können.
Paula sagte am 25.Jul.2014 um 09:23 :
aus meiner Sicht ist Rürup wg. schlechter Verzinsung und hohen Provisionen bzw. Verwaltungsgebühren überhaupt nicht zu empfehlen.
Weiterhin muss die Rürup-Rente bei Auszahlung versteuert werden und ist im Todesfall dann auch verloren.
Aus Sicht eines erzielbaren negativen Basis-Einkommens, wird die Geschichte natürlich wieder etwas interessanter.
Verrechnet werden könnten im Jahr der Abfindungszahlung dann wohl direkt Einnahmen von 32K (-> 80% der Rürup-Einzahlung von max. 40K) wie z.B.:
– das Arbeitslosengeld (Dispositionsjahr ist dann nicht erforderlich)
– das Einkommen des Ehepartners und/oder ein steuerlicher Gewinn aus einer PV-Anlage usw.
Bei einer Abfindungszahlung von z.B. 200K und 20K zusätzlich zu versteuernden Einnahmen müsste ich demnach „nur“ 188K (200 + 20 – 32 = 188) mit 5-tel Regelung versteuern?
Klingt nicht schlecht. Bliebe dann noch die zu schluckende Kröte der Rürup-Gebühren bzw. der hohen Vermittlungsprovisionen von 4-6%.
Danke für die Info, jetzt muss ich wohl doch Rürup-Angebote einholen und nochmals anfangen zu rechnen (Abfindungszahlung im Jan. 2015).
Privatier sagte am 25.Jul.2014 um 13:00 :
Zur Kritik an der Rürup-Versicherung würde ich gerne auf meinen Beitrag „Gedanken zu Rentenversicherungen“ verweisen.
Ich selber habe die Rürup-Versicherung aus zwei Gründen abgeschlossen:
a) Steuervorteil im Zusammenhang mit der Abfindung.
Übrigens: Je kleiner die Abfindung, desto mehr wirkt die Rürup-Versicherung! Kann ich z.B. von 110T€ Abfindung 30T€ für Rürup abziehen, lande ich mit 5tel-Regel (80/5=16) beim steuerfreien Einkommen für Verheiratete. Erhalte ich aber die doppelte Abfindung von 220T€, wirkt der Abzug von 30T€ nicht mehr so richtig.
b) Erhöhung des Einkommen aus Rentenversicherungen und damit erhöhte Absicherung des Langlebigkeitsrisikos.
Durch das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf UND dem geplanten vorzeitigen gesetzlichen Rentenbeginn ist die zu erwartende gesetzl. Rente ja deutlich gemindert. Da kann eine Ergänzung aus einer zweiten Quelle nicht schaden.
Den Effekt im Zusammenhang mit dem Arbeitslosengeld habe ich erst im Nachhinein erfahren und war bei mir daher kein Motiv. Aber hier möchte ich auch noch einmal deutlich warnen:
Dieser Effekt tritt nur ein, wenn keine anderen Einkünfte erzielt werden!
Auch die Einkünfte des Ehepartners machen die Rechnung u.U. zunichte!
Wichtig ist immer die Reihenfolge der Berechnungsschritte zu beachten. Und da wird eben zuerst die Summe aller Einkünfte berechnet. Und ich denke, da gehören auch die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb dazu (bin mir allerdings nicht ganz sicher).
Insofern ist die Beispiel-Rechnung für eine Abfindung von 200T€+20T€ sonstige Einkünfte korrekt, was die Steuer angeht.
Aber beim ALG ist Vorsicht geboten. Es entsteht zwar ein negatives Basiseinkommen (20T€-32T€), aber das ALG wirkt eben nur solange neutral, bis dieses negative Basiseinkommen ausgeglichen ist.
Im Beispiel und bei einem angenommenen ALG-Satz von 2T€/Monat eben nur noch für 1/2 Jahr. Danach wird es wieder steuerrelevant!
Vorsicht ist also geboten…
Gerald Dietrich sagte am 31.Jan.2016 um 15:34 :
Vielen Dank für Deine hilfreichen Informationen! Habe im Januar 2016 eine Abfindung erhalten und eine relativ hohe Auszahlung dank 5tel Regelung. Bisher dachte ich auch an Rürup (habe bereits 2 Verträge, z.Z. ohne Einzahlung), um am Jahresende nicht auf Grund von ALG1-Bezug nachzahlen zu müssen. Habe jetzt aber erfahren, dass die „Rendite“ der staatlichen Rente regelmäßig besser wäre, als Rürup. Vom steuerlichen Aspekt ist es identisch. Hast Du Erfahrungen ob man einfach statt in Rürup in sein Rentenkonto einzahlen kann bzw. sollte?
Privatier sagte am 31.Jan.2016 um 19:36 :
Es mag sein, dass die staatliche Rente eine bessere Rendite bringt. Ich fühle mich kaum in der Lage, das vernünftig auszurechnen.
Ich würde allerdings AUF KEINEN FALL einfach so einzahlen! Das habe ich zwar noch 2013 für meine Frau erfolgreich so gemacht, habe dann aber für das Folgejahr einen „Antrag“ bekommen, den wir ausfüllen sollten. Ich kann mich noch an eine äußerst mühselige Prozedur erinnern mit einigen Telefonaten mit Berlin inkl. anschließendem Einspruch, bis die restlichen Zahlungen dann endgültig richtig verbucht waren.
So ganz habe ich die Prozedur auch nicht verstanden. Man muss wohl inzwischen einen Grund haben, warum man einzahlen möchte: z.B. Auffüllen von Lücken oder Ausgleich des Rentenabschlages bei vorzeitiger Inanspruchnahme der Rente.
Natürlich gibt es Minimal- und Maximal-Beträge. Daran könnte das Vorhaben z.B. schon scheitern. Denn aktuell liegt der Höchstbetrag für freiwillig Versicherte bei ca. 1.160€/Monat oder ca. 14.000€ für das Jahr. Mit Rürup käme man da deutlich höher!
Aber ich habe die Regeln auch nicht 100% verstanden. Von daher: Unbedingt vorher eine Rentenberatung aufsuchen! Das Vorhaben erläutern und dann evtl. gleich in die Wege leiten lassen.
Det sagte am 31.Jan.2016 um 21:21 :
An Gerald , einfach mal Kap. 6.7 , 6.8 , 6.10 lesen incl. Kommentaren , und mit eigener Sichtweise abgleichen. Für eine Rendite , wäre auch der Bezug ( Dauer ) und der mögliche Anfang der Auszahlung ( Verrentung ) evt. noch zu überlegen . Dieses dann mal im Vergleich GRV und Rürup setzen , Ergebnis dann dementsprechend umsetzen . GRV kann , muss aber nicht, die bessere Wahl sein.
Norpew sagte am 31.Mrz.2017 um 14:58 :
Hallo Privatier und Mr. Excel. Während ich die Ausführungen zum Dispojahr hochinteressiert gelesen habe, kommen mir zum Thema Rürup Strategie doch Zweifel. Zunächst einmal setzt der Ansatz des negativen Basiseinkommens voraus, daß der Abfindung keine Einkommensbezugsdauer vorausging. Was passiert bei Beschäftigungsende Mitte des Jahres und Zahlung der Abfindung noch im selben Jahr ? Sind sind die ca. 30 Tsd EUR Altersvorsorgeaufwendungen schon ggf. bereits gut durch Einkommensabgaben belegt. Da werden schnell aus 30 Tsd mal eben 15 Tsd EUR. Und die dann als Einmalzahlung in Basisrente ? Da kommen dann bei Ruhezeit 5 Jahre etwa 50 EUR Basis-Rürup -Leistung raus. Wenn überhaupt. Und wohlgemerkt es handelt sich um eine Leibrente. Also nix mit Kapitalmitnahme. Ansonsten sind die hier gemachten Angaben ….genial . Ich hätte noch eine Tonne Ergänzungen zu machen, mit denen ich mich gerade beschäftige. Fälligwerden von Direktversicherungen im Abfindungsjahr zum Beispiel.
Privatier sagte am 31.Mrz.2017 um 20:39 :
Die Bedenken und Einwände sind völlig gerechtfertigt. Insofern entfalten einzelne Optimierungen ihre volle Kraft auch nur im Zusammenspiel mit anderen, womöglich vorrangigen.
Und die Verschiebung einer Abfindung in das Folgejahr halte ich schon für einen der wichtigsten Maßnahmen. Das soll nicht heißen, dass es in allen anderen Fällen „nichts mehr zu holen“ gäbe, aber es ist eben weniger effektiv. Oder vielleicht sogar sinnlos. Völlig richtiger Einwand.
Norpew sagte am 31.Mrz.2017 um 15:01 :
Ach ja nochwas. Oben lese ich die Frage gesetzliche RV Nachzahlung oder Rürup. Dran denken die gesetzliche wird KV/PV verbeitragt, der Rürup nicht. Macht ca 18% Unterschied.
Privatier sagte am 31.Mrz.2017 um 20:41 :
Aus eigener Erfahrung (meine Rürup-Rente erhalte ich ja bereits) kann ich sagen, dass auch diese der Beitragspflicht für KV/PV unterliegt. Und ich glaube nicht, dass ich da was übersehen hätte, oder?
Juergen sagte am 1.Apr.2017 um 12:43 :
Meines Wissens gilt dies nur für freiwillig GKV-Versicherte,
nicht für GKV-pflichtversicherte Rentner …
FÜR2012 sagte am 2.Apr.2017 um 18:08 :
wenn Sie keinen Antrag zur Aufnahme in die „Krankenversicherung der Rentner“ (KVdR) gestellt haben, dann sollten Sie das m.M.n. umgehend nachholen.
Erlangen Sie den Status „pflichtversichert in der KVdR“, dann sollten Ihre Rürup-Renteneinkünfte KV- und PV-frei sein!
Sollte aus dem SGB V, §5 Abs.1 Nr.11 ersichtlich sein.
Privatier sagte am 2.Apr.2017 um 20:16 :
Ja, Danke für den Hinweis. Werde ich ganz sicher machen, sobald es soweit ist. Denn in die KVdR wird man nur aufgenommen, wenn man die gesetzliche Rente bezieht (bzw. beantragt hat). Soweit ist es bei mir aber noch nicht.
Ich beziehe derzeit nur meine Rürup-Rente und eine (Riester-geförderte) betriebliche Altersvorsorge. Beide berechtigen aber nicht zum Beitritt in die KVdR. Sondern nur zur Beitragszahlung an die Krankenkasse. 😉
Norpew sagte am 2.Apr.2017 um 11:56 :
hhm…also ich werde zu Rürup und Riester mal nachschauen und hier berichten….bevor ich was Falsches behaupte.
Achtung Begrifflichkeiten : Es gibt Gesetzlich Versicherte die unterhalb der Bemessungsgrenze lagen und ab Rente das Merkmal Pflichtversichert tragen. Dann gibt es die – so wie mich – die ihr Leben lang freiwillig in der GKV Mitgleid waren. Ich falle dadurch ebenfalls in den Status (Freiwillig) Pflichtversichert . Dann gibt es die (so wie der Pensionär vermutlich), die aufgrund ihres vorzeitigen Arbeitsendes in einem der Tarife für sogenannte echte Freiwillig Versicherte gelandet sind. Für diese Gruppe gilt SGB 5 § 229 : Alle sog. Versorgungsbezüge werden für die Beitragsbemessung herangezogen. Diese Ungerechtigkeit ist Nahles und Co übrigens bewusst. Aktuell möchte man auf die Zusatzeinnahmen aus den Beiträgen der Versorgunsbezüge in Höhe von 5,3 Mrd nicht gern verzichten. Melde mich wieder zu Rürup / Riester.
Privatier sagte am 2.Apr.2017 um 20:24 :
Die Ausgangsfrage war ja, ob die Rürup-Rente mit KV/PV-Beiträgen belastet wird.
Und ebenso wenig wie die pauschale Antwort „Nein, keine KV/PV-Beiträge“ falsch ist, ist auch die pauschale Antwort „Ja“ nicht korrekt.
Denn natürlich hängt es vom persönlichen Status ab:
* Als Privatier bin ich freiwillig KV-Versichert und zahle auf alle Einkünfte.
* Als Rentner muss man zunächst unterscheiden, ob dieser pflichtversichert oder freiwillig versichert ist. Dazu habe ich übrigens schon einmal einen etwas ausführlicheren Beitrag „Rente und Krankenkasse“ geschrieben.
Norpew sagte am 2.Apr.2017 um 14:49 :
So , ich glaube ich kann liefern.
Zunächst mal muss man unterscheiden zischen den in der GKV freiwillig oder pflichtversicherten Arbeitnehmern, und den freiwillig versicherten Nichtarbeitnehmern.
Achtung : auch ein dauerhaft während der AN-Zeit freiwillig in der GKV-Versicherter mutiert in der Regel zu einem Pflichtversicherten.
Ich unterstelle nun Privatier ist letzterer. Sagen wir Du wurdest in 2014 aus dem AN-Leben entfernt und bist in 2017 ein sog. Bezieher weiteren Einkommens. Noch kein Rentenantrag gestellt oder GR-Rentenbezieher . Dann werden in der GKV 14+1% allgemeiner Beitragssatz fällig, und zwar mindestens auf 991,67 EUR , maximal auf 4.350 EUR (Bemessungsgrenze). Aufaddiert werden alle Bezüge. Zinsen, Mieten, Rürup. Rürup deswegen, weil Du ja keine gesetzliche Rente beziehst. Da wird dann Rürup zu einem beitragspflichtigem Versorgungsbezug. Pro 100 EUR Rürup Rente sollten also 15 EUR KV + 2,55 EUR PV abfliessen. Entscheidend ist : es wird der volle Beitrag berechnet.
Riester : die Auszahlung von Riester ist an die Auszahlung der Ges.Rente gekoppelt. Sie ist KV/PF frei, wenn der Antragsteller in der sog. Vorversicherungszeit -das was vor Rentenantrag passiert ist – pflichtversichert war. Hier spielt wohl eine Rolle , wie lang die Privatierszeit war.
Rürup : Sie ist KV/PF frei, wenn der Antragsteller in der sog. Vorversicherungszeit -das was vor Rentenantrag passiert ist – pflichtversichert war. Hier spielt wohl eine Rolle , wie lang die Privatierszeit war.
Fazit : Jürgen hat Recht, der Privatier aber auch. Privatier zahlt Rürup, weil bei ihm Rürup ein Versorgungsbezug ist und er noch nicht Renter aber nicht mehr Arbeitnehmer ist. Jürgen ist Rentenbezieher einer gesetzlichen Rente bez. Rürup und Riester sozialabgabenfrei auf diese beiden Geldquellen.
Zu klären wäre noch of die Rürup-Rente des Privatiers ab dem Zeitpunkt des Bezuges der Ges. Rente zurückmutiert in beitragsfrei. Und noch eine Kuriosität für den Privatier.
Wenn Du den Rentenantrag in Bälde stellst, bist Du womöglich aufgrund Deiner Privatiers-Karriere als freiwillig versichert eingestuft, also anders wie derjenige der normal vom AN-Lebne in die Rente gleitet. Du bekommst dann den hälftigen KV-Beitrag von der KVdR NUR AUF ANTRAG, während ihn der Vom-Arb.nehmer-in-die-Rente Gleiter automatisch erhält.
Einen anderen Topf will ich gleich mit abhandeln . Leistungen aus Direktversicherungen werden mit vollem Betrag verbeitragt, und zwar bei Kapitalleistung über 10 Jahre (Kapitalleistung /10 , davon der Jahresbeitrag, daraus 1/12 pro Monat).
Ansonsten bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben, Privatier vielen Dank.
Privatier sagte am 2.Apr.2017 um 20:34 :
Der erste Teil Deiner Ausführungen entspricht (soweit ich sehen konnte) im Wesentlichen den hier an anderen Stellen bereits diskutierten Sachverhalten. Nicht so ganz verstanden habe ich die Aussagen zur Vorversicherungszeit. Das ist glaube ich nicht so ganz korrekt.
Aber egal – was mir viel wichtiger ist, ist die Aussage:
„Wenn Du den Rentenantrag in Bälde stellst, bist Du womöglich aufgrund Deiner Privatiers-Karriere als freiwillig versichert eingestuft…“
Das kann ich ja nun gar nicht nachvollziehen! Ich verweise hier noch einmal auf meinen Beitrag „Rente und Krankenkasse„, denn für die Entscheidung, ob „Pflicht“ oder „Freiwillig“ zählt einzig und allein die 9/10-Regel für die zweite Hälfte der Lebenserwerbstätigkeitszeit. Sonst nichts.
Also, da bin ich mir ganz sicher: Ich werde Pflichtversichertes KVdR-Mitglied, welches KEINE Beiträge auf die Kapitalerträge zahlt! Alles andere ist mir egal.
norpew sagte am 3.Apr.2017 um 10:34 :
Mit Vorversicherungszeit meinte ich exakt die Basisdaten zur 9/10 Regel die Du ansprichst. Wenn diese Regel für Dich positiv greift, bist Du natürlich gesetzlich Versicherter und hast Anspruch auf den hälftigen KV-Unterstützungsbeitrag zur KV zur gesetzlichen Rente. Dies hing halt von Deiner Arbeits – und Privatierskarriere ab.
Frage dazu : konntest Du ermitteln, wie dann – wenn Du die ges Rente beziehst – die Rürup und Riester bei Dir ab dann behandelt werden. Unverändert verbeitragt oder werden die dann neu behandelt. Letzte Woche las ich übrignes , daß die Riester gefördete betriebliche Altersversorgung dem privaten Riester kv technisch gleichgestellt warden soll. Wird im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz mit behandelt.
Privatier sagte am 3.Apr.2017 um 20:44 :
„Wenn diese Regel für Dich positiv greift, bist Du natürlich gesetzlich Versicherter…“
Nein – dann bin ich in erster Linie pflichtversichert im Gegensatz zum freiwillig Versicherten. Beide sind jedoch weiterhin gesetzlich versichert.
„Dies hing halt von Deiner Arbeits – und Privatierskarriere ab.“
Nein – in erster Linie hängt das von meiner Krankenkassen-Karriere ab (gesetzl. oder privat). Ob und wieviel ich in der Zeit angestellt, selbständig oder bereits Privatier war, spielt keine Rolle.
Aber noch einmal zurück zur Frage der Krankenkassen-Beiträge eines Rentners bzgl. Riester- und Rürup:
* Der Pflichtversicherte Rentner zahlt keine KV/PV-Beiträge auf seine Riester/Rürup-Rente. Ausnahme sind Riester-geförderte Betriebsrenten o.ä. Hier hat der Betriebsrenten-Charakter Vorrang und diese Zahlungen sind demnach KV-pflichtig.
* Der Freiwillig versicherte Renter zahlt auf alles einen Beitrag. Also sowohl auf Riester-, Rürup- und Betriebsrente.
Bei mir selber werden sich daher kleine Änderungen ergeben. Rürup sollte aus der Beitragsberechnung entfallen, meine Riester-geförderte Betriebsrente wird weiterhin verbeitragt.
Juheimer sagte am 14.Sep.2017 um 13:00 :
Da ich mich mit dem Gedanken beschäftige, ein lukratives Abfindungsangebot meines Arbeitgebers anzunehmen, lese ich nun schon seit ein paar Tagen die vielen Tipps und Erfahrungen zur Steuerminimierung auf Ihren Seiten und in den Kommentaren. An dieser Stelle erst einmal vielen Dank für diese einzigartige Website! Das Meiste ist für mich als (bisherigen) Laien klar verständlich und nachvollziehbar. Bei einer Sache der Rürup-Strategie stehe ich aber zur Zeit auf dem Schlauch:
Nehmen wir an, der ledige Herr K. erhält im Januar 2018 eine Abfindung in Höhe von 200k EUR und hat keine weiteren Einkünfte, da er das Dispojahr in Anspruch nimmt. Er zahlt in 2018 23.255,81 EUR in eine Rürup-Rente ein, wodurch sein Basiseinkommen negativ wird (86% von Einzahlung = 20.000 EUR). N. m. V. zu Ihrem Kommentar vom 23.05.2014, 7.48 Uhr unter https://der-privatier.com/kap-3-3-3-abfindung-und-steuern-optimierung/ würde ich in diesem Fall davon ausgehen:
Steuern auf (200.000 – 20.000)/5 = 36.000 EUR und Ergebnis mal 5.
Erhält Herr K. allerdings im Jahr 2018 zusätzlich ALG i. H. v. 1.500 EUR p. M. verhält es sich m. V. n. wie folgt:
(200.000 – 20.000 + 18.000)/5 = 39.600 EUR und Ergebnis mal 5.
Herr K. müsste demnach bei Erhalt von ALG in 2018 mehr Steuern zahlen, als im Falle des Dispojahres!?
Wo liegt hierbei mein Denkfehler bzw. was habe ich bisher nicht verstanden?
Vielen Dank für eine Antwort vorab & Grüße
Juheimer
Privatier sagte am 14.Sep.2017 um 19:32 :
Ich sehe, hier denkt jemand mit. Sehr gut!
Ich hoffe, ich habe eine gute Antwort, denn werden die beiden Regeln zur Behandlung einer Abfindung (Fünftelregel) und die zur Behandlung von Lohnersatzleistungen (Progressionsvorbehalt) für sich alleine gesehen, schon von vielen als kompliziert angesehen, so wird es tatsächlich etwas „unübersichtlich“, wenn beides zusammen kommt.
Bevor ich darauf eingehe, möchte ich aber erst einmal sagen, dass Ihre Schlussbemerkung, dass jemand mit ALG-Bezug mehr Steuern zahlen muss, als jemand der ein Dispojahr macht, nicht erstaunlich ist. Das ist ja (u.a.) gerade mit ein Grund, warum man überhaupt ein Dispojahr ins Auge fasst.
Dennoch ist Ihre Rechnung nicht korrekt! Denn in Ihrer Rechnung „(200.000 – 20.000 + 18.000)/5“ setzen Sie, indem Sie eine einfache Addition vornehmen, das ALG als gleichwertig mit der Abfindung und (mit anderem Vorzeichen) der Abzüge für die Rürup-Rente ein. Das wäre aber nur dann richtig, wenn es sich beim ALG um ein zu versteuerndes Einkommen handeln würde. Das ist es aber nicht. ALG ist steuerfrei!
Es gibt bei Wikipedia unter dem Begriff „Fünftelregel“ ein sehr schönes – und wie ich finde, sehr einleuchtendes Beispiel (Nr.4) – für die Kombination aus Fünftelregel und ALG. Vielleicht schauen Sie dort einmal nach, dann muss ich das hier nicht abschreiben, 😉
Juheimer sagte am 15.Sep.2017 um 13:20 :
Vielen Dank für Ihre Antwort! Meinen Fehler in der – zugegebenermaßen – zu einfachen Berechnung sehe ich ein und das Beispiel auf Wikipedia kann ich auch einigermaßen nachvollziehen.
Dennoch stellt sich mir nichtzuletzt wegen der Progression die Frage, ob eine Kombination aus Rürup und Dispojahr nicht die steuergünstigste Variante ist? Ich habe Ihre Seite „Rürup-Strategie“ (Kap. 9.3.3) so verstanden, dass sie die Strategien „Anmelden und wieder abmelden“ bzw. das „Dispositionsjahr“ ersetzen kann!? Ggf. verstehe ich es aber noch nicht vollumfänglich. Daher ein kleines Vergleichsbsp. in Anlehnung an Wikipedia:
Herr K. erhält in 2018 eine Abfindung von 320.000 EUR und hat Mieteinkünfte i. H. v. 3.400 EUR. Zusätzlich bezieht er in Summe ALG i. H. v. 26.400 EUR und zahlt die bereits o. a. 20k€ in eine Rürup ein. Demnach hat er unter der Anwendung der Fünftelregel Einkommen von 64.000 EUR + 3.400 EUR + 26.400 EUR – 20.000 EUR = 73.800 EUR
Damit unterliegt er einem Steuersatz von 42%.
Bezieht Herr K. durch Inanspruchnahme des Dispojahres das ALG erst in 2019, ergibt sich durch 64.000 EUR + 3.400 EUR – 20.000 EUR = 47.400 EUR ein Steuersatz von 40% für 2018.
Insofern wäre doch Variante 2 („Kombination Rürup und Dispojahr“) vorzuziehen und die Rürup-Strategie ersetzt das Dispojahr bzw. „Anmelden und Abmelden“ nicht oder welchen Aspekt beachte ich nicht?
Grüße, Juheimer
Privatier sagte am 15.Sep.2017 um 20:46 :
„Ich habe (die) „Rürup-Strategie“ so verstanden, dass sie die Strategien „Anmelden und wieder abmelden“ bzw. das „Dispositionsjahr“ ersetzen kann!? „
Naja… das stimmt nur zur Hälfte.
Zunächst einmal verfolgen An-/Abmelden und Dispojahr unterschiedliche Ziele. An-/Abmelden hat nur einen Steuervorteil und bietet ein höheres Maß an Sicherheit. Das Dispojahr bietet neben dem Steuervorteil zusätzl. den Wegfall von Sperr- und Ruhezeiten und die Chance, eine höhere Altersklasse zu erreichen. Erkauft wird dies mit einem höheren „Abenteuerfaktor“. 😉
Ein Dispojahr kann man daher durch nichts ersetzen. Richtig ist aber, dass man nicht unbedingt auf den Bezug von ALG1 verzichten muss (wie beim An-/Abmelden), wenn man in gleicher Höhe (oder höher) ein negatives Einkommen hat. Denn bis zur Höhe des negativen Einkommens wirken die ALG-Bezüge nicht steuersteigernd.
Die Rechnung ist, wie schon gesagt, etwas „unübersichtlich“ und ich möchte und kann Sie Ihnen nicht anhand Ihres Beispiels vorrechnen. Vielleicht konsultieren Sie dazu einmal einen Steuerberater (und hoffen darauf, dass der das kann. Die Aussichten sind schlecht. 😉 ).
Ich kann Ihnen aber gerne zwei weitere Links geben, bei denen Sie vorab einmal selber rechnen können:
1. Der erste ist ein Kommentar aus dem Haufe Steuer Office Premium Bereich zur Berechnung der ESt bei einem negativen verbleibenden zvE. Ich zitiere einmal:
„Die Progressionsmilderung ist bei einem negativen verbleibenden zvE stets vorhanden und am stärksten ausgeprägt, weil sich der Grundfreibetrag und die Progressionszone bis zu fünfmal auswirken können.“
2. Dort wird auf ein Beispiel verwiesen, wenn ein negatives z.v.E. mit Progressionseinkünften (also z.B. ALG1) zusammenfällt. Auch dazu der entsprechende Link von der Seite Steuer-Links als Hinweis zum §34.2. Hier das Beispiel 4.
norpew sagte am 19.Sep.2017 um 17:19 :
Hallo alle, da ich gerade ebenfalls an einer Strategie für die Zeit nach dem Abfindungs-Januar 2018 bastele möchte ich eine Beobachtung teilen die ggf. wichtig ist beim Erzeugen eines Negativ-Einkommens. Zugrunde liegt, daß der steuerliche 2018er Altersvorsorgebetrag als Höchstgrenze von z.B Ledigen bei 86 Prozent von 22.767 € = 19.580€ liegt. Dann kommen ggf. noch Werbungskosten in Höhe von sagen wir 2.500€ hinzu.
Somit wären diese ca. 22Tsd € bei Einzahlung in Rürup oder GRV für das Negativeinkommen wirksam. ABER :
Würde ich direkt im Anschluss – sagen wir Februar 18 – das ALG1 in maximaler Höhe (1950 € mtl) beziehen, so führt die AA ja auch Rentenbeiträge in Höhe von 80% der letzten geleisteten Beiträge ab. Ich vermute stark, daß diese Zahlungen der AA die verfügbare Vorsorgesumme von 22.767€ schmälern. Der gleiche Mechanismus gilt wohl auch für die KV-Beiträge.
Weiss jemand ob es sich bei den durch die AA im Falle von ALG1 Bezug geleisteten SV-Beiträge so verhält , sie also die Wirksamkeit des privat noch zahlbaren Vorsorgebetrages schmälern ? Wenn dem so ist, wäre es ein weiteres Argument für zeitverzögertes Beanspruchen des ALG1.
Andererseits ist die sich aus dem Progressionsvorbehalt ergebende Steuerlast auf das ALG1 bei mir im ungünstigsten Falle (11 Monate Bezug) 3,6% auf den ALG1 Auszahlbetrag. Also nicht die Hölle …
Bin gespannt auf euren Feedback.
Privatier sagte am 19.Sep.2017 um 19:41 :
Gute Frage bzw. guter Hinweis!
Habe ich nie drüber nachgedacht, aber der Gedankengang erscheint mir richtig. Da scheint auch sonst keiner drüber nachzudenken, denn ich habe auf die Schnelle auch keinen Hinweis dazu im Internet gefunden.
Ich habe extra noch einmal in meinen Unterlagen nachgesehen: Interessant ist, dass die Agentur nicht den Beitrag bescheinigt, sondern das rentenpflichtige Einkommen. Ähnlich wie es auch ein Arbeitgeber einmal jährlich macht. Bei einem Arbeitgeber hat man aber auch über die Lohnsteuerbescheinigung die für das laufende Jahr bezahlten Beiträge. Diese Angabe hat man bei der Agentur gar nicht. Insofern fällt es auch schwer, die irgendwo einzutragen.
Meiner Meinung nach wäre es aber korrekt, die Renten-Beiträge der Agentur auch in der Summe der Altervorsorgeaufwendungen mit zu rechnen. Und somit bliebe dann für die eigenen Beiträge entsprechend weniger Spielraum. Und damit tatsächlich noch ein Argument mehr für die Verschiebung des ALG-Anspruches.
FÜR2012 sagte am 19.Sep.2017 um 21:58 :
Hallo norpew und Privatier,
ich konnte bei meinen bisherigen Steuererklärungen keinerlei Berücksichtigung oder Anrechnung der ALG1-Leistungen sehen.
Wäre/ ist man z.B. das ganze Jahr arbeitslos mit ALG1-Bezug, dann hätte man ja plötzlich Vorsorgeaufwendungen in seiner Steuererklärung (die sich dann steuersenkend auswikten).
norpew sagte am 19.Sep.2017 um 22:33 :
Nicht unbedingt so, lieber FÜR2012. Ich denke mir, daß die Leistungen der AA den Platz der Arbeitgeberanteile zur Altersvorsorge bzw. bei der KK die steuerfreien Arbeitgeberanteile einnehmen. Beide Zeilen schmälern die beschränkt abziehbaren Sonderausgaben . Wenn also keine weiteren privaten Sonderausgaben entstehen, kann auch nix diese schmälern…also wird die Position beschränkt abziehbare Sonderausgaben einfach genullt. Ich werde die nächsten Tage mal fahnden ob ich was finde. Die Steuertipps der Akad. Arbeitsgemeinschaft sind in der Regel gut bei sowas.
Gruss Norpew
norpew sagte am 20.Sep.2017 um 08:26 :
Hallo alle , ich kann liefern : Quelle ist Steuernet.de unter Sonderausgabenabzug
„Versicherungsbeiträge im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen sind insoweit nicht absetzbar (§ 10 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Das gilt beispielsweise bei Angestellten für steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers zur Krankenversicherung, bei Rentnern für den steuerfreien Zuschuss zur Krankenversicherung, bei Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Krankengeld usw.) für die im Leistungsbetrag enthaltenen Sozialversicherungsbeiträge…..“ .
Die andrere Frage hatte mit dem Bruttoausweis des ALG1 zu tun. Gleiche Quelle . Hier fand ich folgendes :
“ Das Finanzamt rechnet beim Progressionsvorbehalt mit den im Kalenderjahr zugeflossenen Brutto-Leistungsbetrag. Was darunter zu verstehen ist, hängt von der Art der Lohnersatzleistung ab:
Die einen zahlt der Arbeitgeber (z.B. Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit) und trägt sie auf der Lohnsteuerbescheinigung unter der Nr. 15 ein.
Die anderen werden vor allem von den Sozialversicherungsträgern (z.B. Arbeitsagentur, Krankenkasse) gezahlt und auf einer Leistungsbescheinigung ausgewiesen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld). Hier ist der höhere Leistungsbetrag zu berücksichtigen, auch wenn der auf Ihrem Konto eingegangene Zahlbetrag wegen des Abzuges von Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnsteuer usw. niedriger ist (BFH-Urteil vom 5.3.2009, VI R 78/06, BFH/NV 2009 S. 1110). Die abgezogenen Sozialversicherungsbeiträge dürfen Sie nicht als Vorsorgeaufwendungen absetzen, da sie im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen stehen (§ 10 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Sie sind auch nicht von den Lohnersatzleistungen abzuziehen (FG Rheinland-Pfalz vom 24.3.2015, 3 K 1443/13, EFG 2015 S. 1196).
Die gewährten Leistungen sowie die Dauer des Leistungszeitraums werden bis zum 28.2. des nächsten Jahres elektronisch unter Angabe der Identifikationsnummer des Empfängers von der auszahlenden Stelle an das Finanzamt übermittelt (§ 32b Abs. 3 EStG). Die Leistungsbescheinigung muss diesem daher nicht mehr vorgelegt werden.“
Mit dieser Sachlage scheint es so zu sein, es werden die Sozialbeiträge der AA im Rahmen der beschränkt abziehbaren Sonderausgabenermittlung höchstbetragmindernd wirksam. Exakt wie beim AG-Zuschuss zur Sozialversicherung wenn man arbeiten würde. Außerdem ist bei der Ermittlung des Progressionsvorbehaltes der Bruttobezug (also Auszahlbetrag plus RV/KV Beiträge) anzusetzen.
Also damit ist für die Abfindungs-Auszahl-Optimierer unter uns die Strategie klar denke ich….
1. im Jahr des Abfindungsbezuges keinen weiteren Lohn oder Lohnersatzleistung (ALG1) beziehen.
2. Wenn möglich und gewünscht , die maximale Altersvorsorgeaufwendung privat von der Abfindung entweder in Rürup oder GRV stecken, dann wird sie maximal steuermindernd wirksam. Gleiches gilt für die KV-Beiträge bei Lohnersatzleistungs-Nichtbezug. Auch diese werden steuermindernd wirksam.
Privatier sagte am 20.Sep.2017 um 17:16 :
Danke für das Heraussuchen der Quellen. Allerdings muss ich für meinen Teil sagen, dass die dortigen Aussagen zumindest für mich weder neu noch überraschend sind.
Denn wenn wir uns einmal auf den ersten Pkt. konzentieren (im ALG1 enthaltene Renten- Beiträge), so besagt die erste Aussage ja nur, dass diese Beiträge vom Steuerpflichtigen nicht absetzbar sind. Nun – das hatte ich auch nicht erwartet.
Und es beantwortet m.M.n. nicht die Frage, ob diese Beiträge denn die maximale Summe reduzieren.
Ich kann es mir zwar kaum vorstellen, aber ich habe fast den Eindruck, dass dies nicht eindeutig geklärt ist. Zwei Indizien dafür:
* Es gibt nirgendwo in der Steuererklärung eine Möglichkeit (so weit ich weiß), die Sozialversicherungsbeiträge anzugeben, die in Lohnersatzleistungen enthalten sind. Wäre ja auch Unsinn, denn sie sind ja steuerlich nicht relevant. Damit entfällt aber die Möglichkeit, diese Beiträge in der Max.-Summe zu berücksichtigen.
Bei den AG-Beiträgen ist dies anders: Die werden ja in der Steuerbescheinigung ausgewiesen.
* Ich selber habe in meinem Abfindungsjahr die damals mögliche Max.-Summe von 40.000€ in eine Rürup-Rente eingezahlt. Im selben Jahr habe ich auch ALG1 bezogen. Zwar nur für 2-3 Wochen – aber egal. Die im ALG1 enthaltenen Rentenbeiträge habe ich nirgendwo angegeben, denn sie werden erstens in keiner Bescheinigung aufgeführt und es gibt (wie schon erwähnt) keine Möglichkeit, sie einzugeben. Das FA hat die vollen 40.000€ anerkannt. Und ich bin mir sehr sicher, dass meine Steuererklärung nicht einfach durchgewunken wurde, sondern genau geprüft worden ist, da es einige Rückfragen und Erläuterungen gegeben hat.
Ich denke zwar auch, dass die im ALG enthaltenen Rentenbeiträge den Höchstbetrag mindern müssten, ich habe aber Zweifel, ob dies in der Praxis wirklich funktioniert?!
Zur Sicherheit würde ich aber trotzdem dem Fazit zustimmen, dass es vorzuziehen ist, im Jahr des Abfindungsbezuges keine Lohn oder Lohnersatzleistungen zu beziehen.
Uwe Fritz sagte am 27.Apr.2019 um 12:19 :
ist das Modell Rürup bzw. GRV zur Neutralisierung von ALG steuerlich wirklich günstiger
als die Verschiebung von ALG I ins nächste
Jahr und im Jahr der Abfindung Einmal-
beiträge zur GRV oder Rürup ganz normal steuerlich geltend zu machen?
Privatier sagte am 27.Apr.2019 um 15:01 :
Ich denke, so ganz pauschal lässt sich das nicht beantworten.
Die Überlegung gilt ohnehin nur dann, wenn ansonsten keine (oder geringe) Einkünfte vorliegen, so dass sich durch die Einzahlung in die Altervorsorge ein negatives „sonstiges zu versteuerndes Einkommen“ ergibt.
In diesen Fällen ist es dann aber eben so, dass ein ALG-Bezug bsi zur Höhe dieses negativen Einkommens KEINE steuerliche Auswirkung hat. Man spart dadurch also keine zusätzlichen Steuern, man kann aber zusätzlich die ALG-Ansprüche vereinnahmen, ohne dass diese nachteilige Folgen durch den Progressionsvorbehalt hätten.
kurti sagte am 22.Mai.2019 um 09:53 :
Hab mal einige Frage zum Verhältnis von ALG1, Vorsorgeaufwendungen, Rürup…
Wie ist das mit den (Alters)Vorsorgeaufwendungen (Steuer) bei ALG1 Bezug.
Von ALG1 wird doch in die Rente eingezahlt und somit der „freie“ Betrag der Sonderausgaben weniger?!?
Anlaß der Frage. Abfindungszahlung 2020 und Bezug von ALG1
Alternativ könnte man statt einen Rürup zu machen doch auch in die Rentenversicherung „einzahlen“?
Ein bestehender Riestervertrag wirkt sich ja nicht aus…
Privatier sagte am 22.Mai.2019 um 22:10 :
Irgendwie kommt es mir so vor, als hätten wir die Frage hier schon einmal diskutiert. Kann mich aber gerade nicht erinnern, wann und wo?
Theoretisch ist die Überlegung zum ALG-Rentenbeitrag wohl richtig. Hat aber in der Praxis nach meinem Kenntnisstand keine Auswirkung. Zumindest habe ich in meinem eigenen Fall (ALG-Bezug UND maximale Einzahlung der Altersvorsorge-Beiträge) keine Folgen feststellen können. Es gab aber (und gibt immer noch) gar keine Möglichkeit, die ALG-Rentenbeiträge irgendwo in der Steuererklärung zu deklarieren. Wenn ich mich richtig erinnere, werden sie noch nicht einmal irgendwo ausgewiesen. Die Agentur bestätigt nur, welche versicherungsrelevanten Einkünfte sie an die RV gemeldet hat, aber nicht die Beiträge.
Ansonsten sind von der Steuerwirkung her eine Einzahlung in die gesetzl.RV und einen Rürup-Vertrag gleichwertig. Riester kann man dagegen eher vernachlässigen.
kurti sagte am 22.Mai.2019 um 23:36 :
Danke für die Info. Das wäre wirklich sehr gut.
Hab leidere hier auch nichts gefunden. Und auch das restliche Internet gab auch nichts her…
ratatosk sagte am 23.Mai.2019 um 06:54 :
stimmt, die Frage tauchte hier im Faden etwas weiter oben schon mal auf…
Scheint aber tatsächlich so zu sein, dass weder SV-Beitraege der AfA, noch z.B. Aufstockungsbeitraege des AG bei ATZ (s.Bericht suchenwi a.a.O) steuerlich mit dem Vorsorgehoechstbetrag „verschränkt“ werden.
Was aber wohl nicht funktionieren dürfte, sind „laufende“ (mtl.) freiw. RV-Beitraege, bzw. Nachzahlungen auf Monate,die schon mit Alg-Beitraegen (oder aus Krankengeld ?) belegt sind.
Eigenbeitraege(„Einmalzahlung“) zum Ausgleich einer Rentenminderung hingegen schon!
norpew sagte am 23.Mai.2019 um 15:42 :
es ist in der Tat so. ich habe den Fall gerade mit dem Finanzamt durch. Die aufgrund ALG1-Bezug entstandenen Rentenbeiträge und KV/PV-Beiträge sind nicht im Infoschreiben der AA zu den anzusetzenden Versorgungsbezügen aufgeführt, lediglich der Netto-Geldbezug. Da ich aber den Steuerbescheid 2018 noch nicht habe , besteht die theoretische Möglichkeit ,das das FA die „wahren“ Versorgungsbezüge – also Nettobezug zzgl. Sozialabgaben der AA an die Kassen – im Rahmen des Abgleichs dennoch als Brutto-Versorgungsbezug steuerlich ansetzt. Ansonsten gilt was Privatier oben gesagt hat…Rürup oder DRV sind gleichberechtigte die Steuerlast mindernde Altersvorsorgetöpfe bis zur jeweiligen Höchstgrenze aller vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber geleisteten Zahlungen.
kurti sagte am 24.Mai.2019 um 22:05 :
@norpew
Wenn der Steuerbescheid dann da ist, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen.
Nicht, dass das FA doch etwas gemeldet bekommt…