Source: http://m.hensche.de/Kurzarbeit_Urlaub_Bei_Kurzarbeit_Null_kein_Urlaubsanspruch_Arbeitsgericht_Passau_1Ca62-11_Heimann_u.html
Timestamp: 2017-02-21 18:59:11
Document Index: 162892090

Matched Legal Cases: ['Art. 267', 'Art. 31', 'Art. 7', 'Art. 31', 'Art. 7', 'Art. 267', 'Art. 31', 'Art. 7', 'Art. 31', 'Art. 7', '§ 148', '§ 14', '§ 17', '§ 1', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 5', '§ 1', '§ 7', '§ 1', 'Art. 7', '§ 47', '§ 47', '§ 169', '§ 216', '§ 320', '§ 1', '§ 19', '§ 87', '§ 615', '§ 169', '§ 169', '§ 615', '§ 1', '§ 11', '§ 11', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 125', '§ 13', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 7', 'Art. 267', 'Art. 31', 'Art. 7', 'Art. 31', 'Art. 7', '§ 4', 'Art. 7', 'Art. 31', 'Art. 7', 'Art. 31', 'Art. 7', '§ 148']

Dem Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on wer­den gemäß Art. 267 des Ver­tra­ges über die Ar­beits­wei­se der Eu­ropäischen Uni­on fol­gen­de Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt: 1. Sind Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung da­hin aus­zu­le­gen, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­ste­hen, wo­nach im Fal­le der Ver­rin­ge­rung der zu leis­ten­den Ar­beits­ta­ge pro Wo­che in­fol­ge rechtmäßiger An­ord­nung von Kurz­ar­beit der An­spruch des Kurz­ar­bei­ters auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub pro ra­ta tem­po­ris im Verhält­nis der An­zahl der Wo­chen­ar­beits­ta­ge während der Kurz­ar­beit zu der An­zahl der Wo­chen­ar­beits­ta­ge ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten an­ge­passt wird und der Kurz­ar­bei­ter da­mit während der Kurz­ar­beit nur ei­nen dem­ent­spre­chend ge­rin­ge­ren Ur­laubs­an­spruch er­wirbt? 2. Falls die ers­te Vor­la­ge­fra­ge be­jaht wird: Sind Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung da­hin aus­zu­le­gen, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­ste­hen, wo­nach im Fal­le der Ver­rin­ge­rung der zu leis­ten­den Ar­beits­ta­ge pro Wo­che auf Null in­fol­ge rechtmäßiger An­ord­nung von "Kurz­ar­beit Null" der An­spruch des Kurz­ar­bei­ters auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub in­so­weit pro ra­ta tem­po­ris auf Null an­ge­passt wird und der Kurz­ar­bei­ter da­mit während der "Kurz­ar­beit Null" kei­nen Ur­laubs­an­spruch er­wirbt?
- Kläger -Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
- Be­klag­te -Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
erlässt das Ar­beits­ge­richt Pas­sau, Kam­mer 1, durch Di­rek­tor des Ar­beits­ge­richts May­er­ho­fer als Vor­sit­zen­den und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Mei­sin­ger und Bau­er auf Grund münd­li­cher Ver­hand­lung am 13. April 2011 fol­gen­den
Dem Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on wer­den gemäß Art. 267 des Ver­tra­ges über die Ar­beits­wei­se der Eu­ropäischen Uni­on fol­gen­de Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:
1. Sind Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As-
pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung da­hin aus­zu­le­gen, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­ste­hen, wo­nach im Fal­le der Ver­rin­ge­rung der zu leis­ten­den Ar­beits­ta­ge pro Wo­che in­fol­ge rechtmäßiger An­ord­nung von Kurz­ar­beit der An­spruch des Kurz­ar­bei­ters auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub pro ra­ta tem­po­ris im Verhält­nis der An­zahl der Wo­chen­ar­beits­ta­ge während der Kurz­ar­beit zu der An­zahl der Wo­chen­ar­beits­ta­ge ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten an­ge­passt wird und der Kurz­ar­bei­ter da­mit während der Kurz­ar­beit nur ei­nen dem­ent­spre­chend ge­rin­ge­ren Ur­laubs­an­spruch er­wirbt?
2. Falls die ers­te Vor­la­ge­fra­ge be­jaht wird:Sind Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu-ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung da­hin aus­zu­le­gen, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­ste­hen, wo­nach im Fal­le der Ver­rin­ge­rung der zu leis­ten­den Ar­beits­ta­ge pro Wo­che auf Null in­fol­ge rechtmäßiger An­ord­nung von "Kurz­ar­beit Null" der An­spruch des Kurz­ar­bei­ters auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub in­so­weit pro ra­ta tem­po­ris auf Null an­ge­passt wird und der Kurz­ar­bei­ter da­mit während der "Kurz­ar­beit Null" kei­nen Ur­laubs­an­spruch er­wirbt?Die Ver­hand­lung des vor­lie­gen­den Rechts­streits vor dem Ar­beits­ge­richt Pas­sau wird gemäß § 148 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung bis zur Er­le­di­gung des Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens beim Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on aus­ge­setzt.
A. Zum Sach­ver­halt des Aus­gangs­ver­fah­rens
Die Par­tei­en strei­ten sich nach der Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses über Ansprüche des Klägers auf Ur­laubs­ab­gel­tung. In die­sem Zu­sam­men­hang stellt sich die Fra­ge, - 3 -
ob der Kläger während der Zeit, in der er sich in „Kurz­ar­beit Null" be­fun­den hat, über­haupt ei­nen An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub er­wor­ben hat.
Die Be­klag­te ist ein Un­ter­neh­men der Au­to­mo­bil­zu­lie­fer­in­dus­trie und beschäftigt meh­re­re Hun­dert Ar­beit­neh­mer. In ih­rem Be­trieb be­steht ein Be­triebs­rat. Der am 07.04.1964 ge­bo­re­ne Kläger war seit 21.07.2003 als CNC-Dre­her und CNC-Fräser bei der Be­klag­ten beschäftigt. Auf Grund der durch ei­nen Um­satzrück­gang ver­ur­sach­ten wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten ent­schloss sich die Be­klag­te zu ei­nem im Jahr 2009 durch­geführ­ten Ab­bau von Ar­beitsplätzen und zum Aus­spruch zahl­rei­cher be­triebs­be­ding­ter Kündi­gun­gen.
Mit Schrei­ben vom 28.04.2009 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis des Klä-ers aus be­trieb­li­chen Gründen zum 30.06.2009. Der Kläger griff die­se Kündi­gung mit ei­ner beim Ar­beits­ge­richt Pas­sau er­ho­be­nen Kündi­gungs­schutz­kla­ge vom 06.05.2009 — 5 Ca 595/09 — an.
Im Mai 2009 ver­ein­bar­ten die Be­klag­te und der Be­triebs­rat ei­nen So­zi­al­plan, der un­ter an­de­rem fol­gen­de Re­ge­lun­gen enthält:
lt. 2. Um den von den Kündi­gun­gen be­trof­fe­nen Beschäftig­ten ei­ne so­zia­le Ab­si­che­rung zu gewähren, wird die Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen, dass mit den im März und April 2009 gekündig­ten Beschäftig­ten be­fris­te­te Ar­beits­verträge für die Dau­er ei­nes Jah­res ma­xi­mal bis 30. Sep­tem­ber 2010, ge­rech­net ab dem Zeit­punkt des Ab­laufs der je­wei­li­gen Kündi­gungs­frist, ab­ge­schlos­sen wer­den.
3. Bei die­sen be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen han­delt es sich um Zweck­be­fris­tun­gen im Sin­ne des § 14 Abs. 1 Tz­B­fG [= Ge­setz über Teil­zeit­ar­beit und be­fris­te­te Ar­beits­verträge]. Der Zweck der be­fris­te­ten Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses je­weils um ein Jahr ist die Ermögli­chung der Beschäftig­ten, Kurz­ar­bei­ter­geld in An­spruch neh­men zu können. Ar­beit­ge­ber­sei­te und Be­triebs­rat sind sich darüber ei­nig, dass der­zeit für die be­trof­fe­nen Beschäftig­ten we­gen des Um­satzrück­gangs und der schlech­ten Auf­trags­la­ge kei­ne Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten im Be­trieb be­ste­hen. Vor­aus­sicht­lich muss für die ge­sam­te Dau­er der Be­fris­tung der Ar­beits­verhält­nis­se Kurz­ar­beit — oh­ne die teil­wei­se Er­brin­gung von Ar­beits­leis­tung — in An­spruch ge­nom­men wer­den.
//. 7. Hin­sicht­lich der rest­li­chen Ur­laubs­ansprüche der be­trof­fe­nen Beschäftig­ten wird die Re­ge­lung ge­trof­fen, dass ab so­fort der Ur­laub in na­tu­ra ein­ge­bracht wird. Zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund des Ab­lau­fens der ver­ein­bar­ten Be­fris­tun­gen sind die Ur­laubs­ansprüche dem­zu­fol­ge ein­ge­bracht.
111. 3. So­fern Beschäftig­te endgültig nicht mehr in den Be­trieb der Ar­beit­ge­be­rin über­nom­men wer­den können - auch nicht zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt - wird ih­nen
zum Aus­gleich der Nach­tei­le we­gen des Ver­lus­tes des Ar­beits­plat­zes ei­ne ein­ma­li­ge Ab­fin­dung ge­zahlt.
Die Be­klag­te und der Be­triebs­rat schlos­sen fer­ner ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 22.05.126.05.2009 zur Si­che­rung der Beschäfti­gung und zur Re­ge­lung der Kurz­ar­beit ab, in der un­ter an­de­rem be­stimmt ist, dass Ar­beits­zeit bis zu ma­xi­mal 100% (der in­di­vi­du­el­len re­gelmäßigen Ar­beits­zeit) auf Grund von Kurz­ar­beit aus­fal­len kann.
In ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 27.09.2001 hat­ten die Be­klag­te und der Be­triebs­rat ei­ne Ur­laubs­re­ge­lung ge­trof­fen, die un­ter an­de­rem vor­sieht, dass je­der Ar­beit­neh­mer je Ka­len­der­jahr 30 Ta­ge An­spruch auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub hat und dass dem Ar­beit­neh­mer ein Zwölf­tel des Jah­res­ur­laubs für je­den vol­len Mo­nat des Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses zu­steht.
Der zwi­schen den Par­tei­en geführ­te Kündi­gungs­rechts­streit beim Ar­beits­ge­richt Pas­sau wur­de auf der Grund­la­ge des So­zi­al­plans ein­ver­nehm­lich be­en­det. Das Ar­beits­verhält­nis wur­de für die Zeit vom 01.07.2009 bis zum 30.06.2010 als be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis fort­geführt. Der Kläger be­fand sich in die­ser Zeit in „Kurz­ar­beit Null" (bei vollständi­gem Weg­fall der Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung an al­len Ta­gen der Ar­beits­wo­che) und be­zog Kurz­ar­bei­ter­geld von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, wel­ches die Be­klag­te an den Kläger aus­zahl­te. Mit Ab­lauf des 30.06.2010 schied der Kläger ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung aus dem Ar­beits­verhält­nis aus.
Be­reits mit der Ab­rech­nung für Ju­ni 2009 er­hielt der Kläger ei­ne Ur­laubs­ab­gel­tung für fünf­zehn Ur­laubs­ta­ge.
Der Kläger meint, die Be­klag­te ha­be wei­te­re fünf­zehn nicht ein­ge­brach­te Ur­laubs­ta­ge aus dem Ur­laubs­jahr 2009 mit 1.370,59 € brut­to so­wie zehn nicht ein­ge­brach­te Ur­laubs­ta­ge aus dem Ur­laubs­jahr 2010 mit 913,73 € brut­to ab­zu­gel­ten. Die Kurz­ar­beit ha­be kei­ner­lei Aus­wir­kun­gen auf die Dau­er des Ur­laubs und auf die Ur­laubs­ab­gel­tung.
Die Be­klag­te meint, während der be­rech­tig­ter­wei­se an­ge­ord­ne­ten „Kurz­ar­beit Null" sei kein Ur­laubs­an­spruch des Klägers ent­stan­den, so dass sie für das Jahr 2009 (ab 01.07.2009) kei­ne wei­te­re Ur­laubs­ab­gel­tung mehr und für das Jahr 2010 (bis 30.06.2010) über­haupt kei­ne Ur­laubs­ab­gel­tung zu zah­len ha­be. Während der „Kurz-
ar­beit Null" sei­en die ge­gen­sei­ti­gen Pflich­ten aus dem Ar­beits­ver­trag sus­pen­diert ge­we­sen. Die Si­tua­ti­on sei recht­lich ver­gleich­bar mit der von Ar­beit­neh­mern, wel­che sich in El­tern­zeit befänden. (In § 17 Abs. 1 Satz 1 des Ge­set­zes zum El­tern­geld und zur El­tern­zeit [Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz — BEEG] vom 05.12.2006 [BGBl. I S. 2748] ist vor­ge­se­hen, dass der Ar­beit­ge­ber den Er­ho­lungs­ur­laub, der dem Ar­beit­neh­mer oder der Ar­beit­neh­me­rin zu­steht, für je­den vol­len Ka­len­der­mo­nat der El­tern­zeit um ein Zwölf­tel kürzen kann.) Zum glei­chen Er­geb­nis kom­me man, wenn die Einführung von Kurz­ar­beit mit dem Wech­sel des Ar­beit­neh­mers von ei­nem Voll­zeit- in ein Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis ver­gli­chen wer­de mit der Fol­ge ei­ner Ver­rin­ge­rung der be­trieb­li­chen Wo­chen­ar­beits­ta­ge und — kon­se­quen­ter­wei­se — der Ver­rin­ge­rung von Ur­laub.
B. Zum na­tio­na­len recht­li­chen Rah­men
1. Be­zahl­ter Er­ho­lungs­ur­laub
Das in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gel­ten­de Min­des­t­ur­laubs­ge­setz für Ar­beit­neh­mer (Bun­des­ur­laubs­ge­setz — BUr1G) vom 08.01.1963 (BGBl. I S. 2), zu­letzt geändert durch Ge­setz vom 07.05.2002 (BGBl. I S. 1529), enthält un­ter an­de­rem fol­gen­de Be­stim­mun­gen:
§ 1 Ur­laubs­an­spruch
Je­der Ar­beit­neh­mer hat in je­dem Ka­len­der­jahr An­spruch auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub.
(2) Als Werk­ta­ge gel­ten al­le Ka­len­der­ta­ge, die nicht Sonn- oder ge­setz­li­che Fei­er­ta­ge sind.
§ 4 War­te­zeit
Der vol­le Ur­laubs­an­spruch wird erst­ma­lig nach sechs­mo­na­ti­gem Be­ste­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses er­wor­ben.
§ 5 Teil­ur­laub
(1) An­spruch auf ein Zwölf­tel des Jah­res­ur­laubs für je­den vol­len Mo­nat des Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses hat der Ar­beit­neh­mer
a) für Zei­ten ei­nes Ka­len­der­jahrs, für die er we­gen Nich­terfüllung der War­te­zeit in die­sem Ka­len­der­jahr kei­nen vol­len Ur­laubs­an­spruch er­wirbt;
b) wenn er vor erfüll­ter War­te­zeit aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­schei­det;
c) wenn er nach erfüll­ter War­te­zeit in der ers­ten Hälf­te ei­nes Ka­len­der­jahrs aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­schei­det.
(2) Bruch­tei­le von Ur­laubs­ta­gen, die min­des­tens ei­nen hal­ben Tag er­ge­ben, sind auf vol­le Ur­laubs­ta­ge auf­zu­run­den.
(3) Hat der Ar­beit­neh­mer im Fal­le des Ab­sat­zes 1 Buch­sta­be c be­reits Ur­laub über den ihm zu­ste­hen­den Um­fang hin­aus er­hal­ten, so kann das dafür ge­zahl­te Ur­laubs­ent­gelt nicht zurück­ge­for­dert wer­den.
§ 7 Zeit­punkt, Über­trag­bar­keit und Ab­gel­tung des Ur­laubs
(1) Bei der zeit­li­chen Fest­le­gung des Ur­laubs sind die Ur­laubswünsche des Ar­beit­neh­mers zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, daß ih­rer Berück­sich­ti­gung drin­gen­de be­trieb­li­che Be­lan­ge oder Ur­laubswünsche an­de­rer Ar­beit­neh­mer, die un­ter so­zia­len Ge­sichts­punk­ten den Vor­rang ver­die­nen, ent­ge­gen­ste­hen. Der Ur­laub ist zu gewähren, wenn der Ar­beit­neh­mer dies im An­schluß an ei­ne Maßnah­me der me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Re­ha­bi­li­ta­ti­on ver­langt.
(2) Der Ur­laub ist zu­sam­menhängend zu gewähren, es sei denn, daß drin­gen­de be­trieb­li­che oder in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen­de Gründe ei­ne Tei­lung des Ur­laubs er­for­der­lich ma­chen. Kann der Ur­laub aus die­sen Gründen nicht zu­sam­menhängend gewährt wer­den, und hat der Ar­beit­neh­mer An­spruch auf Ur­laub von mehr als zwölf Werk­ta­gen, so muß ei­ner der Ur­laubs­tei­le min­des­tens zwölf auf­ein­an­der­fol­gen­de Werk­ta­ge um­fas­sen.
(3) Der Ur­laub muß im lau­fen­den Ka­len­der­jahr gewährt und ge­nom­men wer­den. Ei­ne Über­tra­gung des Ur­laubs auf das nächs­te Ka­len­der­jahr ist nur statt­haft, wenn drin­gen­de be­trieb­li­che oder in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen­de Gründe dies recht­fer­ti­gen. Im Fall der Über­tra­gung muß der Ur­laub in den ers­ten drei Mo­na­ten des fol­gen­den Ka­len­der­jah­res gewährt und ge­nom­men wer­den. Auf Ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buch­sta­be a ent­ste­hen­der Teil­ur­laub je­doch auf das nächs­te Ka­len­der­jahr zu über­tra­gen.
(4) Kann der Ur­laub we­gen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ganz oder teil­wei­se nicht mehr gewährt wer­den, so ist er ab­zu­gel­ten.
(1) Das Ur­laubs­ent­gelt be­mißt sich nach dem durch­schnitt­li­chen Ar­beits­ver­dienst, das der Ar­beit­neh­mer in den letz­ten drei­zehn Wo­chen vor dem Be­ginn des Ur­laubs er­hal­ten hat, mit Aus­nah­me des zusätz­lich für Über­stun­den ge­zahl­ten Ar­beits­ver­diens­tes. Bei Ver­diens­terhöhun­gen nicht nur vorüber­ge­hen­der Na­tur, die während des Be­rech­nungs­zeit­raums oder des Ur­laubs ein­tre­ten, ist von dem erhöhten Ver­dienst aus­zu­ge­hen. Ver­dienstkürzun­gen, die im Be­rech­nungs­zeit­raum in­fol­ge von Kurz­ar­beit, Ar­beits­ausfällen oder un­ver­schul­de­ter Ar­beits­versäum­nis ein­tre­ten, blei-ben für die Be­rech­nung des Ur­laubs­ent­gelts außer Be­tracht. Zum Ar­beits­ent­gelt gehören­de Sach­bezüge, die während des Ur­laubs nicht wei­ter­gewährt wer­den, sind für die Dau­er des Ur­laubs an­ge­mes­sen in bar ab­zu­gel­ten.
(1) Von den vor­ste­hen­den Vor­schrif­ten mit Aus­nah­me der §§ 1, 2 und 3 Abs. 1 kann in Ta­rif­verträgen ab­ge­wi­chen wer­den. Die ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ha­ben zwi­schen nicht­ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern Gel­tung, wenn zwi­schen die­sen die An­wen­dung der ein­schlägi­gen ta­rif­li­chen Ur­laubs­re­ge­lung ver­ein­bart ist. Im übri­gen kann, ab­ge­se­hen von § 7 Abs. 2 Satz 2, von den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes nicht zu­un­guns­ten des Ar­beit­neh­mers ab­ge­wi­chen wer­den.
Der An­spruch auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub von jähr­lich min­des­tens 24 Werk­ta­gen nach §§ 1, 3 des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes ent­spricht ei­nem be­zahl­ten Min­dest­jah­res­ur­laub von vier Wo­chen nach Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung (Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on vom 18.11.2003, L 299/9).
II. Kurz­ar­beit
Kurz­ar­beit im Sin­ne des deut­schen Ar­beits­rechts be­deu­tet, dass die be­triebsübli­che re­gelmäßige Ar­beits­zeit für die Be­leg­schaft oder für Tei­le von ihr vorüber­ge­hend ab­ge­senkt wird (bei­spiels­wei­se von fünf Ar­beits­ta­gen auf zwei Ar­beits­ta­ge in der Wo­che) und die da­von be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ein ent­spre­chend re­du­zier­tes Ar­beits­ent­gelt er­hal­ten (vgl. Schaub/Linck, Ar­beits­rechts-Hand­buch, 13. Aufl 2009, § 47, Rn. 1; Preis im Er­fur­ter Kom­men­tar zum Ar­beits­recht, 11. Aufl. 2011, Rn. 657). Un­ter „Kurz­ar­beit Null" (oder auch „Kurz­ar­beit 100%") im Sin­ne die­ses Vor­la­ge­be­schlus­ses ist der vorüber­ge­hen­de vollständi­ge Weg­fall der Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung an al­len Ta­gen der Ar­beits­wo­che zu ver­ste­hen (im Ab­schnitt II. 3. des im Mai 2009 ver­ein­bar­ten So­zi­al­plans als „Kurz­ar­beit — oh­ne die teil­wei­se Er­brin­gung von Ar­beits­leis­tung —" be­zeich­net). In­fol­ge der Einführung von Kurz­ar­beit wird das Ar­beits­verhält­nis nicht be­en­det, son­dern die Ar­beits­pflicht des Ar­beit­neh­mers und die Lohn­zah­lungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers wer­den in­so­weit sus­pen­diert (vgl. Schaub/Linck, Ar­beits­rechts-Hand­buch, 13. Aufl 2009, § 47, Rn. 10).
Der durch den vorüber­ge­hen­den Ar­beits­aus­fall oder die vorüber­ge­hen­de vollständi­ge Ar­beits­ein­stel­lung ein­tre­ten­de Ent­gel­t­aus­fall wird, falls die so­zi­al­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der §§ 169 bis 182 oder des § 216b des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) vor­lie­gen, da­durch ge­mil­dert, dass die von der Kurz­ar­beit be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer Kurz­ar­bei­ter­geld aus Mit­teln der Bun­des­agen­tur für Ar­beit be­zie­hen können, wel­ches nach § 320 Abs. 1 des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch vom Ar­beit­ge­ber zu er­rech­nen und an die Ar­beit­neh­mer aus­zu­zah­len ist. Das Kurz­ar­bei­ter­geld hat Lohn­er­satz­funk­ti­on und tritt in der Kurz­ar­beits­pe­ri­ode wirt­schaft­lich an die Stel­le der aus­ge­fal­le­nen Vergütung (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 05.07.1979 — 3 AZR 173/78 = NJW 1980, 1128 = AP Nr. 33 zu § 1 Fei­er­tags­lohn­zah­lungsG).
Ob die Kurz­ar­beit vom Ar­beit­ge­ber rechtmäßig und wirk­sam an­ge­ord­net wor­den ist, ist je­doch nach ar­beits­recht­li­chen Grundsätzen und nicht nach dem Drit­ten Buch So­zi­al­ge­setz­buch zu be­ur­tei­len. Der Ar­beit­ge­ber kann ei­ne Re­ge­lung zur Einführung von Kurz­ar­beit nicht ein­sei­tig im We­ge sei­nes Di­rek­ti­ons­rechts durch­set­zen, son­dern es be­darf ei­ner ent­spre­chen­den Rechts­grund­la­ge, et­wa im Ar­beits­ver­trag, in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung, in ei­nem Ta­rif­ver­trag oder in § 19 des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes (KSchG). In Be­trie­ben, in de­nen ein Be­triebs­rat be­steht, un­ter­liegt die Einführung von Kurz­ar­beit der Mit­be­stim­mung des Be­triebs­rats bei vorüber­ge­hen­der Verkürzung der be­triebsübli­chen Ar­beits­zeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes (Be­trVG).
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts entfällt bei ei­ner ge­genüber dem Ar­beit­neh­mer rechtmäßig und wirk­sam an­ge­ord­ne­ten Kurz­ar­beit die Ar­beits­pflicht des Ar­beit­neh­mers ganz (bei „Kurz­ar­beit Null" oder „Kurz­ar­beit 100%") oder teil­wei­se. Die Kurz­ar­beit stellt ei­ne Aus­nah­me von dem Grund­satz dar, dass der Ar­beit­ge­ber das Ri­si­ko des Ar­beits­aus­falls zu tra­gen, al­so trotz Nicht­beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers die Vergütung in vol­ler Höhe wei­ter­zu­zah­len hat, wenn der Ar­beit­neh­mer in­so­weit sei­ne Ar­beits­kraft an­ge­bo­ten hat. An­nah­me­ver­zug im Sin­ne von § 615 des Bürger­li­chen Ge­setz­bu­ches (BGB) tritt in­so­weit nicht ein. Der Ar­beit­neh­mer behält während der Kurz­ar­beit den Lohn­an­spruch in Höhe des Kurz­ar­bei­ter­gelds. Die Vergütungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers entfällt al­so nicht vollständig. Sind die so­zi­al­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen in §§ 169ff, des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch für den Be­zug von Kurz­ar­bei­ter­geld erfüllt, wird das aus Mit­teln der Bun­des­agen­tur für Ar­beit fi­nan­zier­te Kurz­ar­bei­ter­geld vom Ar­beit­ge­ber er­rech­net und an die an-spruchs­be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­mer aus­be­zahlt. Fehlt es an ei­ner der so­zi­al­recht­li­chen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen der §§ 169ff. des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch, ist aber die Kurz­ar­beit ar­beits­recht­lich wirk­sam ein­geführt wor­den, so können die von Kurz­ar­beit be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer Ver­dienst­aus­fall in Höhe des Kurz­ar­bei­ter­gel­des be­an­spru­chen (vgl. et­wa Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.07.1990 — 5 AZR 557/89 = BA­GE 65, 260ff. = NZA 1991, 67 = AP Nr. 32 zu § 615 BGB Be­triebs­ri­si­ko; Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.04.2009 — 5 AZR 310/08 = BA­GE 130, 331ff. = NZA 2009, 913 = AP Nr. 311 zu § 1 TVG Ta­rif­verträge Bau).
III. Aus­wir­kun­gen der Kurz­ar­beit auf die Be­rech­nung des Ur­laubs­an­spruchs
Die Ant­wort auf die Fra­ge, in­wie­weit sich die Kurz­ar­beit auf die Be­rech­nung der Dau­er des An­spruchs des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub aus­wirkt, er­gibt sich nicht aus § 11 Abs. 1 Satz 2 des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes, wo­nach Ver­dienstkürzun­gen, die im Be­rech­nungs­zeit­raum in­fol­ge von Kurz­ar­beit, Ar­beits­ausfällen oder un­ver­schul­de­ter Ar­beits­versäum­nis ein­tre­ten, für die Be­rech­nung des Ur­laubs­ent­gelts außer Be­tracht blei­ben. Die­se ur­laubs­recht­li­che Vor­schrift be­trifft nämlich nicht den so ge­nann­ten Zeit­fak­tor, son­dern nur den so ge­nann­ten Geld­fak­tor, al­so die Be­mes­sung des für die Aus­fall­zeit zu­grun­de zu le­gen­den Ver­diens­tes (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.01.2002 — 9 AZR 601/00 = BA­GE 100, 189ff. = NZA 2002, 1041 = AP Nr. 55 zu § 11 BUrIG; Po­wietz­ka/Christ, NJW 2010, 3397 [3398]).
Im ar­beits­recht­li­chen Schrift­tum wer­den zu der Fra­ge, in­wie­weit sich die — rechtmäßig und wirk­sam ein­geführ­te — Kurz­ar­beit auf die Be­rech­nung der Dau­er des An­spruchs des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub aus­wirkt, kon­tro­ver­se Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten.
Nach ei­ner An­sicht ist die Kurz­ar­beit in­so­weit wie ei­ne Ab­sen­kung der Ar­beits­ver­pflich­tung bei ei­nem ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Über­gang von ei­ner Voll­zeit- zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung, bei der die Ar­beit auf we­ni­ger Ar­beits­ta­ge als bei ei­ner Voll­zeit­beschäfti­gung ver­teilt ist, zu be­han­deln (vgl. Dörner/Gall­ner im Er­fur­ter Kom­men­tar zum Ar­beits­recht, 11. Aufl. 2011, § 3 BUrIG, Rn. 23; Hoh­meis­ter/Go­retz­ki/ Op­per­mann, Bun­des­ur­laubs­ge­setz - Hand­kom­men­tar, 2. Aufl. 2008, § 3 BUrIG, Rn. 75 und 76; Lei­ne­mann/Linck, Ur­laubs­recht, 2. Aufl. 2001, § 3 BUrIG, Rn. 62ff.; Bo­nan­ni/Nau­mann, DStR 2009, 1374 [1376]). Ei­ne der­ar­ti­ge Um­rech­nung ist für den Zu­satz­ur­laub schwer­be­hin­der­ter Men­schen in § 125 Abs. 1 Satz 1 des Neun­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) ge­setz­lich vor­ge­se­hen („Schwer­be­hin­der­te Men­schen ha­ben An­spruch auf ei­nen be­zahl­ten zusätz­li­chen Ur­laub von fünf Ar­beits­ta­gen im Ur­laubs­jahr; ver­teilt sich die re­gelmäßige Ar­beits­zeit des schwer­be­hin­der­ten Men­schen auf mehr oder we­ni­ger als fünf Ar­beits­ta­ge in der Ka­len­der­wo­che, erhöht oder ver­min­dert sich der Zu­satz­ur­laub ent­spre­chend.") In glei­cher Wei­se er­folgt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts die Um­rech­nung des ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laubs von 24 Werk­ta­gen in Ar­beits­ta­ge, wenn der Ar­beit­neh­mer nicht an al­len sechs Werk­ta­gen in der Wo­che, son­dern in der weit­ge­hend übli­chen Fünf-Ta­ge-Wo­che ar­bei­tet (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 27.01.1987 — 8 AZR 579/84 = BA­GE 54, 141ff. = NZA 1987, 462 = AP Nr. 30 zu § 13 BUrIG). Ändert sich im Ver­lauf
ei­nes Ka­len­der­jah­res die Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit auf we­ni­ger oder auch auf mehr Ar­beits­ta­ge ei­ner Ka­len­der­wo­che, verkürzt oder verlängert sich ent­spre­chend die Dau­er des dem Ar­beit­neh­mer zu­ste­hen­den Ur­laubs. Sie ist dann je­weils un­ter Berück­sich­ti­gung der nun­mehr für den Ar­beit­neh­mer maßgeb­li­chen Ver­tei­lung sei­ner Ar­beits­zeit neu zu be­rech­nen (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 28.04.1998 — 9 AZR 314/97 = BA­GE 88, 315ff. = NZA 1999, 156 = AP Nr. 7 zu § 3 BUrIG).
Wird bei­spiels­wei­se in ei­nem Be­trieb nach der Einführung von Kurz­ar­beit nur noch an zwei Ta­gen ge­ar­bei­tet, während die Ar­beits­zeit sonst auf sechs Ar­beits­ta­ge ver­teilt ist, würde sich die Ur­laubs­dau­er in der Kurz­ar­beits­pe­ri­ode dem­nach wie folgt be­rech­nen: Die Ge­samt­dau­er des ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laubs (§ 3 Abs. 1 Bun­des­ur­laubs­ge­setz: 24 Werk­ta­ge) ist durch die Zahl der re­gelmäßigen Ar­beits­ta­ge pro Wo­che (hier: sechs Ta­ge) zu tei­len und mit der Zahl der auf Grund der Einführung von Kurz­ar­beit noch zu er­brin­gen­den Ar­beits­ta­ge pro Wo­che (hier: zwei Ta­ge) zu mul­ti­pli­zie­ren. Dies er­gibt ei­ne Ur­laubs­dau­er von acht Ta­gen. Die­se Ur­laubs­dau­er ent­spricht während der Kurz­ar­beits­pe­ri­ode dem ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub von 24 Ta­gen, wie er oh­ne die Einführung von Kurz­ar­beit gel­ten würde (Bei­spiel nach Lei­ne­mann/Linck, Ur­laubs­recht, 2. Aufl. 2001, § 3 BUrIG, Rn. 64). Denn bei ei­ner Zwei-Ta­ge-Ar­beits­wo­che kann mit ei­ner Ur­laubs­dau­er von acht Ar­beits­ta­gen der ge­setz­li­che Min­des­t­ur­laub von vier Wo­chen ver­wirk­licht wer­den.
Bei kon­se­quen­ter An­wen­dung die­ser Um­rech­nung er­wirbt der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh-mer kei­nen Ur­laubs­an­spruch für die Mo­na­te, für die „Kurz­ar­beit Null" an­ge­ord­net, al­so die Zahl der Ar­beits­ta­ge pro Wo­che auf Null re­du­ziert wor­den ist (vgl. das Bei­spiel 1 bei Gro­eger, Ar­bRB 2010, 119 [120], der al­ler­dings die­se Auf­fas­sung nicht teilt).
Nach an­de­rer An­sicht hat die — rechtmäßig und wirk­sam ein­geführ­te — Kurz­ar­beit kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Be­rech­nung des An­spruchs des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub (vgl. Gro­eger, Ar­bRB 2010, 119ff. — mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
Die­se An­sicht macht gel­tend, der Ur­laubs­an­spruch ent­ste­he nach dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz un­abhängig vom Um­fang der tatsächli­chen Ar­beits­leis­tung des Ar­beit­neh­mers. Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz knüpfe das Ent­ste­hen des Ur­laubs­an­spruchs nicht an ein (abs­trak­tes oder in­di­vi­du­el­les) Er­ho­lungs­bedürf­nis, son­dern an die in § 1
- 11 - und § 4 des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes ge­nann­ten Merk­ma­le, nämlich das Be­ste­hen ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses und die Erfüllung der War­te­zeit. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sei der ge­setz­li­che Min­des­t­ur­laub kei­ne Ge­gen­leis­tung des Ar­beit­ge­bers für ei­ne er­brach­te oder zu er­brin­gen­de Ar­beits­leis­tung; er müsse vom Ar­beit­neh­mer nicht „ver­dient" wer­den. Da­mit wer­de ein sol­cher An­spruch we­der we­gen Rechts­miss­brauchs aus­ge­schlos­sen, wenn der Ar­beit­neh­mer im Ur­laubs­jahr oder im Über­tra­gungs­zeit­raum we­gen Krank­heit nicht ge­ar­bei­tet ha­be (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 28.01.1982 — 6 AZR 571179 = BA­GE 37, 382ff. = NJW 1982, 1548 = AP Nr. 11 zu § 3 BUrIG Rechts­miss­brauch; Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.03.1984 — 6 AZR 600/82 = BA­GE 45, 184ff. = NZA 1984, 197 = AP Nr. 14 zu § 3 BUrIG Rechts­miss­brauch), noch erlösche der An­spruch auf Ab­gel­tung des ge­setz­li­chen Ur­laubs, wenn der Ar­beit­neh­mer bis zum En­de des Ur­laubs­jah­res und/oder des Über­tra­gungs­zeit­raums we­gen Krank­heit nicht in der La­ge ge­we­sen sei, den Ur­laub zu neh­men (vgl. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.03.2009 — 9 AZR 983/07 = BA­GE 130, 119ff. = NZA 2009, 538 = AP Nr. 39 zu § 7 BUrIG — im An­schluss an das Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on vom 20.01.2009 in den Rechts­sa­chen C-350/06 [Schultz-Hoff] und C-520/06).
Nach die­ser An­sicht stellt sich die Fra­ge, ob bei der Er­mitt­lung der Dau­er des Ur­laubs­an­spruchs sol­che Umstände zu ei­ner Ver­rin­ge­rung führen könn­ten, auf die der Ar­beit­neh­mer kei­nen Ein­fluss ha­be und an de­ren Her­beiführung er in der Re­gel auch nicht mit­wir­ke. Wenn schon ein in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen­der Grund (Krank­heit), bei dem die Ar­beits­pflicht eben­falls sus­pen­diert sei, die Dau­er des Ur­laubs­an­spruchs un­berührt las­se, müsse dies erst recht bei ei­nem grundsätz­lich in das Be­triebs- und Wirt­schafts­ri­si­ko des Ar­beit­ge­bers fal­len­den Grund (Kurz­ar­beit) gel­ten. Da­her soll­te für die Be­rech­nung des Ur­laubs­an­spruchs nur auf die Ar­beits­ver­pflich­tung im „un­gestörten" Ar­beits­verhält­nis ab­ge­stellt wer­den (vgl. Gro­eger, Ar­bRB 2010, 119 [120f.]).
C. Zu den Vor­la­ge­fra­gen
Das Ar­beits­ge­richt Pas­sau hält es für ge­bo­ten, dem Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on die aus der Ent­schei­dungs­for­mel er­sicht­li­chen Fra­gen im We­ge des Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens gemäß Art. 267 des Ver­tra­ges über die Ar­beits­wei­se der Eu­ro-
päischen Uni­on (AEUV) vor­zu­le­gen.
Gemäß Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on (Grund­rech­te-Char­ta; Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on vom 30.03.2010, C 83/389) hat je­de Ar­beit­neh­me­rin und je­der Ar­beit­neh­mer das Recht auf ei­ne Be­gren­zung der Höchst­ar­beits­zeit, auf tägli­che und wöchent­li­che Ru­he­zei­ten so­wie auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub. Gemäß Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 04.11.2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung (Ar­beits­zeit-Richt­li­nie; Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on vom 18.11.2003, L 299/9) tref­fen die Mit­glieds­staa­ten die er­for­der­li­chen Maßnah­men, da­mit je­der Ar­beit­neh­mer ei­nen be­zahl­ten Min­dest­jah­res­ur­laub von vier Wo­chen nach Maßga­be der Be­din­gun­gen für die In­an­spruch­nah­me und die Gewährung erhält, die in den ein­zel­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder nach den ein­zel­staat­li­chen Ge­pflo­gen­hei­ten vor­ge­se­hen sind.
Das vor­le­gen­de Ge­richt be­ab­sich­tigt, sei­ner Ent­schei­dung im Aus­gangs­ver­fah­ren die oben bei Rn. 32 bis 34 dar­ge­stell­te An­sicht im ar­beits­recht­li­chen Schrift­tum zu­grun­de zu le­gen, wo­nach die Kurz­ar­beit bei der Be­rech­nung der Ur­laubs­dau­er wie ei­ne Ab­sen­kung der Ar­beits­ver­pflich­tung bei ei­nem ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Über­gang von ei­ner Voll­zeit- zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung, bei der die Ar­beit auf we­ni­ger Ar­beits­ta­ge als bei ei­ner Voll­zeit­beschäfti­gung ver­teilt ist, zu be­han­deln ist. Ei­ne sol­che Ge­pflo­gen­heit steht aber mögli­cher­wei­se im Wi­der­spruch zu Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12.12.2007 be­zie­hungs­wei­se zu Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 04.11.2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung.
Zunächst ist fest­zu­hal­ten, dass nach dem Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on vom 22.04.2010 in der Rechts­sa­che C-486/08 (Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des-kran­kenhäuser Ti­rols .1. Land Ti­rol — dort bei Rn. 33) der in § 4 Nr. 2 der am 06.06.1997 ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit im An­hang der Richt­li­nie 97/81/EG des Ra­tes vom 15.12.1997 zu der von UN­ICE, CEEP und EGB ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit (Amts­blatt der Eu­ropäischen Ge­mein­schaf­ten vom 20.01.1998, L 14/9) in der durch die Richt­li­nie 98/23/EG des Ra­tes vom 07.04.1998 geänder­ten Fas­sung (Amts­blatt der Eu­ropäischen Ge­mein-schaf­ten vom 05.05.1998, L 131/10) fest­ge­leg­te pro-ra­ta-tem­po­ris-Grund­satz auf die
Gewährung des Jah­res­ur­laubs für ei­ne Zeit der Teil­zeit­beschäfti­gung durch­aus an-ge­wen­det wer­den kann, denn für die­se Zeit ist die Min­de­rung des An­spruchs auf Jah­res­ur­laub ge­genüber dem bei Voll­zeit­beschäfti­gung be­ste­hen­den An­spruch aus sach­li­chen Gründen ge­recht­fer­tigt (vgl. auch Po­wietz­ka/Christ, NJW 2010, 3397ff.). Hin­ge­gen kann die­ser Grund­satz nicht nachträglich auf ei­nen An­spruch auf Jah­res­ur­laub an­ge­wen­det wer­den, der in ei­ner Zeit der Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­ben wur­de. Die vom Ar­beits­ge­richt Pas­sau be­ab­sich­tig­te Über­tra­gung die­ser Grundsätze auf die Be­rech­nung der Ur­laubs­dau­er für Zeiträume der Kurz­ar­beit dürf­te mit dem erwähn­ten Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on vom 22.04.2010 im Ein­klang ste­hen, denn ei­ne An­pas­sung der Dau­er des Er­ho­lungs­ur­laubs ist im Aus­gangs­fall nicht et­wa nachträglich oder rück­wir­kend für die Mo­na­te der un­gekürz­ten Beschäfti­gung, son­dern nur für die Mo­na­te vor­ge­se­hen, für die die Kurz­ar­beit rechtmäßig und wirk­sam an­ge­ord­net war.
In dem eben erwähn­ten Ur­teil vom 22.04.2010 hat der Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on (dort bei Rn. 28 und 29) al­ler­dings auch dar­an er­in­nert, dass nach ständi­ger Recht­spre­chung der An­spruch je­des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub als ein be­son­ders be­deut­sa­mer Grund­satz des So­zi­al­rechts der Uni­on an­zu­se­hen sei, von dem nicht ab­ge­wi­chen wer­den dürfe und den die zuständi­gen na­tio­na­len Stel­len nur in den in der Richt­li­nie über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung selbst aus­drück­lich ge­zo­ge­nen Gren­zen um­set­zen dürf­ten (vgl. auch das Ur­teil des Ge­richts­hofs vom 10.09.2009 in der Rechts­sa­che C-277/08 [Vicen­te Pe­re­da] — dort bei Rn. 18). Es sei zu be­ach­ten, dass die­ser be­son­ders be­deut­sa­me Grund­satz des So-zi­al­rechts der Uni­on nicht re­strik­tiv aus­ge­legt wer­den dürfe (vgl. dem­ge­genüber Rud­kow­ski, SAE 2011, 1 [5], die dar­auf hin­weist, dass Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 04.11.2003 über be­stimm­te As­pek­te die Be­schränkung enthält, dass der Ar­beit­neh­mer den Ur­laub „nach Maßga­be der Be­din­gun­gen für die In­an­spruch­nah­me und die Gewährung erhält, die in den ein­zel­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder nach den ein­zel­staat­li­chen Ge­pflo­gen­hei­ten vor­ge­se­hen sind").
Wei­ter ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on be­reits in sei­nem Ur­teil vom 26.06.2001 in der Rechts­sa­che C-173/99 (BEC­TU; dort un­ter Rn. 52) aus­geführt hat, die Ar­beits­zeit-Richt­li­nie sei da­hin aus­zu­le­gen, dass sie es den Mit­glieds­staa­ten ver­weh­re, den al­len Ar­beit­neh­mern ein­geräum­ten An­spruch auf be-
zahl­ten Jah­res­ur­laub da­durch ein­sei­tig ein­zu­schränken, dass sie ei­ne Vor­aus­set­zung für die­sen An­spruch auf­stell­ten, die be­wir­ke, dass be­stimm­te Ar­beit­neh­mer von die-sem An­spruch aus­ge­schlos­sen sei­en.
Die Be­ant­wor­tung der Vor­la­ge­fra­gen durch den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on ist für die Ent­schei­dung des Rechts­streits er­heb­lich. Sind nämlich Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung da­hin aus­zu­le­gen, dass sie ei­ner An­pas­sung der Ur­laubs­dau­er pro ra­ta tem­po­ris im Fall der Ver­rin­ge­rung der Zahl der Wo­chen­ar­beits­ta­ge durch Kurz­ar­beit (Vor­la­ge­fra­ge 1) be­zie­hungs­wei­se im spe­zi­el­len Fall des vorüber­ge­hen­den vollständi­gen Weg­falls der Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung an al­len Ta­gen der Ar­beits­wo­che durch „Kurz­ar­beit Null" (Vor­la­ge­fra­ge 2) ent­ge­gen­ste­hen, so schei­det die vom Ar­beits­ge­richt Pas­sau be­ab­sich­tig­te Rechts­an­wen­dung aus.
Im Hin­blick auf Nr. 23 der Hin­wei­se des Ge­richts­hofs zur Vor­la­ge von Vor­ab­ent­sch­ei-dungs­er­su­chen durch die na­tio­na­len Ge­rich­te (Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on vom 11.06.2005, C 143/1) sei erwähnt, dass das vor­le­gen­de Ge­richt meint, dass es sich bei der be­sag­ten An­pas­sung der Ur­laubs­dau­er im Fal­le der Kurz­ar­beit be­zie­hungs­wei­se der „Kurz­ar­beit Null" um ei­ne Be­din­gung für die In­an­spruch­nah­me und die Gewährung des Min­des­t­ur­laubs han­delt, die nach den ein­zel­staat­li­chen Ge­pflo­gen­hei­ten vor­ge­se­hen ist. Die Vor­la­ge­fra­gen könn­ten da­her in dem Sin­ne be­ant­wor­tet wer­den, dass Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on vom 12. De­zem­ber 2007 be­zie­hungs­wei­se Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung der vom Ar­beits­ge­richt Pas­sau be­ab­sich­tig­ten Rechts­an­wen­dung nicht ent­ge­gen­ste­hen.
D. Zur Aus­set­zung der Ver­hand­lung im Aus­gangs­ver­fah­ren
Die Vor­la­ge der Vor­ab­ent­schei­dungs­fra­gen an den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on führt da­zu, dass die Ver­hand­lung des vor­lie­gen­den Rechts­streits vor dem Ar­beits­ge­richt Pas­sau gemäß § 148 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung bis zur Er­le­di­gung des Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens aus­ge­setzt wird (vgl. auch Nr. 25 der Hin­wei­se des
Ge­richts­hofs zur Vor­la­ge von Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen durch die na­tio­na­len Ge­rich­te: Amts­blatt der Eu­ropäischen Uni­on vom 11.06.2005, C 143/1).
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