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Timestamp: 2016-10-22 07:15:58
Document Index: 10645405

Matched Legal Cases: ['§ 556', '§ 5', '§ 7', '§ 560', '§ 543', '§ 560', '§ 7', '§ 812']

Nebenkosten evtl. Betrug (Mietrecht, Wohnungseigentum) - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
| 03.07.2007 21:10 | Preis: ***,00 € |
wir bezahlen für eine 100²Meter Wohnung 2400€ im Jahr.
Es ist hier eine Pauschale vereinbart.
Ich habe festgestellt das mein Vermieter für die Mülltonne 400€ Jahrlich abrechnet,die kostet aber bei der Stadt 180€ im Jahr.
Desweitern werden jedes Jahr 5000 Liter Heitzöl eigekauft wodoch nur 2000 Liter im Tank platz haben und der Tankwagen nur einmalim Jahr kommt. Dies merken wir daran das die Heizung für einen Tag und das Warme Wasser ausfalen.
Auch wird uns um 22 Uhr die Heizung abgestellt und erst amnächsten Tag um 4 Uhr in der Früh wieder an. Auch werden alle anderen Kosten den Nebenkosteneinahmen so angepast das nichts mehr übrig bleibt.
Wir haben eine Nebenkostenerhöhung bekommen da waren alle Posten Handschriftlich aufgeführt. Die Liste hat aber der Vermieter wieder mit genommen.
Meine Frage kann ich auf Grund dieser Tatsache nicht innerhalt von 4 Wochen ausziehen.
Kaktus 03 Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 710 weitere Antworten zum Thema:
03.07.2007 | 22:26
1. Die Vereinbarung einer Pauschale ist gemäß § 556 Abs. 2 BGB grundsätzlich zulässig. Die Pauschale ist unabhängig von den tatsächlichen Betriebskosten zu zahlen. Die Höhe muß jedoch angemessen sein. Ohne genaue Prüfung an Hand der Unterlagen kann jedoch hier nicht geklärt werden, ob gar Mietwucher nach § 5 WiStG vorliegt.
2. Eine Heizkostenpauschale ist unzulässig; vgl. hierzu: § 7 der Heizkostenverordnung. Hierauf sollten Sie sich künftig berufen.
3. Eine Erhöhung der Betriebskostenpauschale ist nur möglich, wenn eine Erhöhung im Mietvertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Nach Ihren Angaben haben Sie kein Schriftstück erhalten, sodaß die Erhöhung der Pauschale schon wegen Formmängeln ( keine Textform ) unwirksam sein dürfte.
Sie sollten daher gegenüber dem Vermieter schriftlich per Einschreiben mit Rückschein der mündlich ausgesprochenen Erhöhung widersprechen, auf die Einhaltung der Heizkostenverordnung bestehen und Einsicht in die Unterlagen bzw. Kopien gegen Kostenerstattung fordern.
Im Übrigen mache ich Sie auf die Regelungen des § 560 BGB, insbesondere dessen Absätze 1, 2 und 6 aufmerksam. 4. Die Erhöhung der Pauschale alleine begründet noch kein Sonderkündigungsrecht. Grundsätzlich muß nämlich ein Mietvertrag ordentlich, das heißt innerhalb der vertraglichen bzw. gesetzlichen Kündigungsfrist gekündigt werden.
Nur in Ausnahmefällen kann fristlos gekündigt werden. Hierfür ist gemäß § 543 BGB ein wichtiger Grund erforderlich.
Ein solcher liegt vor, wenn dem Kündigenden unter Berücksichtigung ALLER UMSTÄNDE des Einzelfalles, insbesondere eines Verschuldens der Vertragsparteien, und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Mietverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zur sonstigen Beendigung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann.
Alles in allem sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Auch wenn nach erster Beurteilung der Sach - und Rechtslage eine fristlose Kündigung kaum zulässig ist, so sollten Sie diesen damit beauftragen eine ordnungsgemäßes Kündigungsschreiben abzufassen und /oder die Abrechnung der Betriebskosten zu prüfen und ggf. zu widersprechen.
Anhang ( § 560 BGB und § 7 Heizkostenverordnung )
(1) Bei einer Betriebskostenpauschale ist der Vermieter berechtigt, Erhöhungen der Betriebskosten durch Erklärung in TEXTFORM anteilig auf den Mieter umzulegen, soweit dies IM MIETVERTRAG vereinbart ist. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr der Grund für die Umlage BEZEICHNET und ERLÄUTERT wird. (2) Der Mieter schuldet den auf ihn entfallenden Teil der Umlage mit Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats. Soweit die Erklärung darauf beruht, dass sich die Betriebskosten rückwirkend erhöht haben, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung der Betriebskosten, höchstens jedoch auf den Beginn des der Erklärung vorausgehenden Kalenderjahres zurück, sofern der Vermieter die Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von der Erhöhung abgibt. (3) Ermäßigen sich die Betriebskosten, so ist eine Betriebskostenpauschale vom Zeitpunkt der Ermäßigung an entsprechend herabzusetzen. Die Ermäßigung ist dem Mieter unverzüglich mitzuteilen. (4) Sind Betriebskostenvorauszahlungen vereinbart worden, so kann jede Vertragspartei nach einer Abrechnung durch Erklärung in Textform eine Anpassung auf eine angemessene Höhe vornehmen. (5) Bei Veränderungen von Betriebskosten ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. (6) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam. Heizkostenverordnung:
Nachfrage vom Fragesteller	03.07.2007 | 23:16
Demnach ist die Nebenkostenerhöhung ungültig.
Kann ich dann die 50€ Nebenkostenerhöhung die wir aber schon jeden Monat bezahlt haben zurückforder nund evtl. die Miete um den Betrag kürzen da wir eh ausziehen und wir dann noch 2 Monate nach unserem Auszug die Kaltmiete zu zahlen haben.
Kaktus 03 Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
04.07.2007 | 00:14
Hat ein Mieter auf eine ungerechtfertigte Erhöhungserklärung gezahlt, so bestehen Ansprüche wegen ungerechtfertigter Bereicherung des Vermieters - §§ 812 ff. BGB.
Abschließend und verbindlich kann ich die Rechtslage ohne Einsicht in den Mietvertrag etc. nicht beurteilen.
Allerdings bietet es sich an, mit Ansprüchen aus ungerechtfertigter Bereicherung gegenüber den künftigen Mietzinsforderungen aufzurechnen. Ggf. sollte die Aufrechnung mit dem Widerspruch und der ordentlichen Kündigung zusammen erfolgen. Beachten Sie bitte außerdem, daß eine Kündigung eigenhändig unterschrieben werden muß, damit sie wirksam ist.
"hat mir sehr weiter geholfen. Bin begeistert wie schnell das gegangen ist :-))) "
hat mir sehr weiter geholfen. Bin begeistert wie schnell das gegangen ist :-))) ANTWORT VON
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