Source: https://www.sfv-online.de/verband/dfb-masterplan/entwicklung-spielbetrieb/flexibilisierung-spielbetrieb/
Timestamp: 2019-02-19 09:47:21
Document Index: 36026673

Matched Legal Cases: ['§ 67', '§ 67', '§ 43', '§ 56', '§ 46', '§ 48', '§ 46', '§ 70']

Flexibilisierung Spielbetrieb | Sächsischer Fußball-Verband e.V.
Unter diesen Umständen ist es das oberste Ziel, den Amateurfußball als breites sportliches Freizeitangebot und als Basis für den Leistungsfußball zu sichern. Dazu sind Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Spielbetriebs und der Wettbewerbsangebote zu schaffen und das fußballsportliche Angebotsspektrum für alle Altersklassen und Zielgruppen zu erweitern.
Maßnahmen zur Flexibilisierung
Die Arbeitsgruppe "Spielbetrieb der Zukunft" hat inzwischen Maßnahmen zur Flexibilisierungs entwickelt, die alle Bereiche des Spielbetriebs, wie Spielbetriebsorganisation, altersgerechter Spielbetrieb, neue Wettbewerbsformen und Flexibilisierung bestehender Fußballangebote sowie Spielmöglichkeiten bei geringen Spielerzahlen umfassen.
Auf Basis dieser Vorschläge hat der SFV-Vorstand 2014 Ergänzungen und Anpassungen der Spielordnung beschlossen, die besonders auf die Erweiterung der Spielmöglichkeiten bei geringen Mannschafts- und Spielerzahlen abzielen:
Zweitspielrechte
Ein Zweitspielrecht ermöglicht es dem Spieler/der Spielerin, am Pflichtspielbetrieb von zwei Vereinen teilzunehmen. Zielgruppe sind Berufspendler, Auszubildende, Studenten und Kinder getrennt lebender Eltern. Betroffene Spieler/Spielerinnen können an verschiedenen Aufenthaltsorten spielen, müssen sich nicht für einen Verein entscheiden und bleiben somit dem Heimatverein verbunden. Die Anwendung des Zweitspielrechts ist auf die Kreisebene beschränkt. Siehe dazu § 67 Abs. 7 der SFV-Spielordnung. Eine weitere Möglichkeit zum Erhalt eines Zweitspielrechts für einen anderen Verein besteht für Kinder und Jugendliche, wenn der Heimatverein keinen altersgerechten Spielbetrieb anbieten kann. Siehe dazu § 67 Abs. 6 der SFV-Spielordnung.
In den Kreisspielklassen sollen Junioren-, Herren- und Frauenmannschaften auch mit weniger als 11 Spielern an den Meisterschaftsrunden teilnehmen können. Dazu werden entweder Staffeln gebildet, in denen alle Mannschaften mit weniger Spielern teilnehmen oder solche Mannschaften werden in bestehende Staffeln integriert. Es wird dann nach dem sogenannten "Norweger-Modell" gespielt: treffen Mannschaften mit unterschiedlicher Spieleranzahl aufeinander, richtet sich die Anzahl der Spieler nach dem Team mit der geringeren Spieleranzahl. Das Norweger-Modell bietet als Alternative zur Spielgemeinschaft eine gute Option, kleineren Vereinen mit einer temporären Spielmangelsituation eine eigenständige Beteiligung am Spielbetrieb zu ermöglichen. Der Verein behält dabei eine eigene Mannschaft und seine eigene Identität. Diese Variante ist in Sachsen schon im Juniorenbereich erprobt und als prinzipiell praktikabel bewertet worden. Siehe dazu § 43 Abs. 4 der SFV-Spielordnung.
Wiedereinwechseln
Immer mehr Mannschaften in den unteren Spielklassen greifen auf ältere Spieler zurück. Für diese Spieler ist es vorteilhaft, häufiger ein- und ausgewechselt zu werden. Spieler, die sich leicht verletzen, können ausgewechselt werden und nach kurzer Erholung gegebenenfalls wieder zum Einsatz kommen. Zudem hat der Trainer die Möglichkeit, einen Spieler zwischenzeitlich aus dem Spiel zu nehmen, um ihm Anweisungen und Hilfestellung zu geben. Siehe dazu § 56 Abs. 6 der SFV-Spielordnung.
Anreize zur Bildung von A-Junioren Mannschaften
Darüber hinaus sind, um dem Rückgang an A-Junioren-Mannschaften zu begegnen, Anreize zur Bildung neuer Mannschaften gesetzt worden:
Doppelte Zählung von A-Junioren-Mannschaften für die Erfüllung des Solls an Nachwuchsmannschaften. Siehe dazu § 46 Abs. 2 der SFV-Spielordnung.
Erlass des Schiedsrichtersolls bei Neugründung einer A-Junioren-Mannschaft; siehe dazu § 48 Abs. 3 der SFV-Spielordnung.
Die Bildung von Spielgemeinschaften ist in Sachsen ein bereits langjährig bewährtes Instrument, um Vereinen, die in einzelnen Altersklassen nicht über eine ausreichende Anzahl von Spielern bzw. Spielerinnen für die Meldung einer eigenen Mannschaft verfügen, die Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen. Spieler aus maximal drei Vereinen (Im Herrenbereich zwei) können in einer Spielgemeinschaftsmannschaft zusammengeführt werden. Spielgemeinschaften der Herren können in den beiden untersten Spielklassen der Kreisverbände, Spielgemeinschaften der Junioren in allen Spielklassen bis unterhalb der Landesliga und Spielgemeinschaften der Frauen und Juniorinnen in allen Landes- und Kreisspielklassen teilnehmen. Siehe dazu § 46 Abs. 4 und §§ 70 und 71 der SFV-Spielordnung.