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Timestamp: 2016-10-24 16:09:23
Document Index: 182312086

Matched Legal Cases: ['Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE']

8C_1048/2009 (16.04.2010)
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Schadenservice, 8048 Z�rich,
Der 1944 geborene N.________, welcher als Einrahmer/Restaurator/ Gallerist durch seine Arbeitgeberin, die B.________ AG, bei der Berner Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft (nunmehr Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, nachfolgend: Allianz) u.a. obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert war, erlitt bei einem Auffahrunfall am 25. Juni 1999 ein Distorsionstrauma der Halswirbels�ule und ein Knalltrauma. Die Unfallversicherung erbrachte Heilbehandlung und richtete Taggelder aus. Bereits am 29. Juni 1999 stellte Dr. med. D.________, Facharzt FMH f�r Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, einen nach dem Unfall aufgetretenen st�renden Tinnitus fest. In der Folge wurde N.________ insbesondere durch Neurologen und ORL-Fach�rzte mehrfach untersucht und begutachtet. Letztere stellten �bereinstimmend einen Tinnitus und eine m�glicherweise traumatisch ausgel�ste sensorineurale Hochtonschwerh�rigkeit fest. Eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. H.________ ergab keine relevanten Befunde. Schliesslich wurde im Auftrag der Allianz eine Schlussbegutachtung durch die Dres. med. S.________, Leitender Arzt der Klinik f�r Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie am Spital R.________ (Teilgutachten vom 17. November 2004), und M.________, Leitender Arzt Neurologie an der Klinik C.________ (Gutachten vom 28. Oktober 2005), vorgenommen. Mit Verf�gung vom 5. September 2007 teilte die Allianz N.________ mit, er habe mangels Kausalit�t zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 25. Juni 1999 �ber den 31. Dezember 2003 hinaus keinen weiteren Anspruch auf Versicherungsleistungen. Daran hielt die Unfallversicherung auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 15. Mai 2008).
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hiess die gegen den Einspracheentscheid gef�hrte Beschwerde in dem Sinne gut, als es diesen aufhob, den Kausalzusammenhang zwischen dem Tinnitus und dem Unfall vom 25. Juni 1999 bejahte und die Sache an die Allianz zur�ckwies, damit diese nach Vornahme eines Einkommensvergleichs �ber den Leistungsanspruch in Form einer Rente und einer Integrit�tsentsch�digung neu verf�ge.
Die Allianz f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, es sei der kantonale Entscheid aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 14. Mai 2008 zu best�tigen.
N.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.
Beim angefochtenen R�ckweisungsentscheid handelt es sich, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen wird und die R�ckweisung auch nicht einzig der Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient, um einen selbstst�ndig er�ffneten Vor- oder Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Die Zul�ssigkeit der Beschwerde setzt somit - alternativ - voraus, dass der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Abs. 1 lit. a) oder dass die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (Abs. 1 lit. b). Im Umstand, dass der vorinstanzliche Entscheid materiell verbindliche Anordnungen an den Unfallversicherer in Bezug auf den von ihr im Einspracheentscheid verneinten und f�r die weitere Leistungspflicht vorausgesetzten Kausalzusammenhang enth�lt, der darauf beruhende Endentscheid praktisch nicht angefochten und das Ergebnis nicht mehr korrigiert werden k�nnte, ist ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne des Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu erblicken (zum Ganzen: Urteil 8C_531/2008 vom 8. April 2009 E. 1 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 135 V 279, aber in: SVR 2009 UV Nr. 40 S. 137). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
Streitig und zu pr�fen ist, ob f�r den diagnostizierten Tinnitus �ber den 31. Dezember 2003 hinaus ein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besteht. Zu beurteilen ist insbesondere der Kausalzusammenhang zwischen dem Gesundheitsschaden und dem versicherten Ereignis.
4.1 Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache sind im vorinstanzlichen Entscheid, auf den verwiesen wird, zutreffend dargelegt. Das betrifft namentlich die Grunds�tze �ber den f�r einen Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung erforderlichen kausalen Zusammenhang. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nebst anderem einen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). Liegt eine Gesundheitssch�digung mit einem klaren organischen Substrat vor, kann der ad�quate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres zusammen mit dem nat�rlichen Kausalzusammenhang bejaht werden. Anders verh�lt es sich bei nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier l�sst sich die Ad�quanzfrage nicht ohne eine besondere Pr�fung beantworten.
4.2 Zu erg�nzen ist, dass wenn die Unfallkausalit�t einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entf�llt, wenn der Unfall nicht mehr die nat�rliche und ad�quate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsm�ssigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegr�ndende nat�rliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse M�glichkeit nunmehr g�nzlich fehlender urs�chlicher Auswirkungen des Unfalls gen�gt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr�ndender nat�rlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer.
5.1 Wie das kantonale Gericht gest�tzt auf die verschiedenen spezial�rztlichen Feststellungen zu Recht dargelegt hat, steht der Tinnitus des Beschwerdef�hrers in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 25. Juni 1999. Es wird auf die entsprechenden Ausf�hrungen in Erw�gung 2.2 des angefochtenen Entscheides verwiesen. Die Vorbringen in der Beschwerdeschrift k�nnen daran nichts �ndern. Bereits vier Tage nach dem Unfall wurde der Versicherte von Dr. med. D.________ untersucht. Dieser stellte einen nach dem Unfall aufgetretenen Tinnitus und audiologisch objektivierbare beidseitige relativ ausgepr�gte 6000 Hz Senken fest. Hinsichtlich der Hochtonschwerh�rigkeit schloss der Arzt eine Verst�rkung im Rahmen des HWS-Traumas nicht aus, nahm aber an, die Ursache der Sch�digung liege in einer fr�heren akustischen Belastung. Worin diese bestanden haben k�nnte wird nicht konkretisiert. Sie hat laut Ausf�hrungen des Versicherten nie vorgelegen und ergibt sich auch nicht aus dem bekannten beruflichen Werdegang des Beschwerdegegners. �berdies stellte Dr. med. S.________ anl�sslich seiner ersten Untersuchung des Beschwerdegegners am 11. Juli 2000 ein komplexes posttraumatisches St�rungsbild mit Tinnitus und einer m�glicherweise durch den Unfall ausgel�sten sensorineuralen Hochtonschwerh�rigkeit nach Schleudertrauma fest. Schliesslich f�hrt auch Dr. med. M.________ in seinen Gutachten vom 24. Juli 2002 und vom 28. Oktober 2005 klar und unmissverst�ndlich aus, dass der Tinnitus mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zur�ckzuf�hren ist. Entgegen der Darstellung in der Beschwerde ergibt sich aus dem Wortlaut der spezial�rztlichen Berichte eindeutig, dass die Experten einzig bei der Kausalit�tsbeurteilung des Verlustes der H�rf�higkeit der hohen T�ne - und nicht des Tinnitus - verschiedene Ursachen erw�gen. Der ORL-Arzt, Dr. med. S.________, vermutet aber wegen der Gleichzeitigkeit der beiden Ohrensch�digungen ebenfalls eine unfallm�ssige Verursachung.
5.2 Ein Tinnitus kann auch krankheitsbedingt auftreten. Nachdem die Beschwerdef�hrerin aber f�r dessen Folgen w�hrend Jahren Leistungen erbrachte, w�rde es ihr obliegen, den Status quo sine oder ante nachzuweisen (vgl. E. 4.2), der Gesundheitsschaden also entweder schon vor dem Unfall in entsprechendem Ausmass vorlag, oder bis zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung seinen vom Unfall unbeeinflussten schicksalsm�ssigen Verlauf genommen hat. Das gelingt angesichts der widerspruchsfreien medizinischen Unterlagen nicht, womit vom nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall und dem Tinnitus auszugehen ist.
Neben der Verneinung des nat�rlichen Kausalzusammenhanges begr�ndet die Beschwerdef�hrerin ihre Leistungseinstellung insbesondere auch mit der ihres Erachtens fehlenden Ad�quanz.
Beim Tinnitus handelt es sich um ein k�rperliches Leiden, dessen eigentliche Ursache in einem kleineren oder gr�sseren Innenohrschaden zu suchen ist (RKUV 2004 Nr. U 505 S. 246 E. 2.1 mit Hinweis). Bei organischen Unfallfolgen deckt sich die ad�quate, d.h. rechtserhebliche Kausalit�t weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t; die Ad�quanz hat hier gegen�ber dem nat�rlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbstst�ndige Bedeutung (Erw�gung 4.1 hievor). Demnach ist im vorliegenden Fall auch der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem diagnostizierten schweren Tinnitus zu bejahen.
Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdegegner sei durch den Tinnitus in seiner angestammten T�tigkeit zu 70 % in der Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigt. Diese Beurteilung ergibt sich aus den medizinischen Akten, insbesondere aus dem Schlussgutachten der Klinik C._________ vom 28. Oktober 2005, in welchem Dr. med. M.________ die Einschr�nkung �berzeugend begr�ndet. Sie wird von der Beschwerdef�hrerin in masslicher Hinsicht auch nicht ger�gt. Das kantonale Gericht hat die Sache daher zu Recht an die Allianz zur�ckgewiesen, damit diese mittels Einkommensvergleich auf der Basis der 70%igen Arbeitsunf�higkeit feststelle, wie hoch der Invalidit�tsgrad des Versicherten sei und hernach �ber den Anspruch auf eine Rente und eine Integrit�tsentsch�digung neu verf�ge.
Dem Prozessausgang entsprechend hat die Allianz die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG) zu tragen und dem Beschwerdegegner eine Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).