Source: https://www.bibukurse.de/einkommensteuer/steuerpflicht/sachliche-steuerpflicht/persoenliche-zurechnung-von-einkuenften.html
Timestamp: 2017-12-14 02:19:44
Document Index: 309005632

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 38', '§ 2', '§ 25', '§ 39', '§ 39', '§ 41', '§ 42', '§ 42']

Persönliche Zurechnung von Einkünften - Online-Kurse
Einkommensteuer - Persönliche Zurechnung von Einkünften
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Die Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes sind derjenigen Person zuzurechnen, die sie erzielt hat (§ 2 I EStG). Es ist daher entscheidend, wer den Tatbestand verwirklicht, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft (§ 38 AO). Interessant ist also festzustellen, wer die Einkünfte erzielt hat nach § 2 1 EStG und wer damit Einkommen bezogen hat (§ 25 I EStG). Die Zurechnung stellt sich bei den Einkünften aus selbstständiger bzw. nichtselbstständiger Arbeit nicht als Problem dar, da die Arbeitsleistung des Steuerpflichtigen im Vordergrund steht und man ihm also seine Einkünfte sehr leicht zuordnen kann. Bei allen anderen Einkunftsarten kann dies jedoch schwieriger werden. Als Grundsatz gilt nach § 39 AO das bürgerlich-rechtliche Eigentum. Erst wenn das wirtschaftliche Eigentum vom bürgerlich-rechtlichen Eigentum abweicht, ist eine Zuordnung maßgeblich nach dem wirtschaftlichen Eigentum vorzunehmen.
Hier klicken zum Ausklappen Hauseigentümer Simeon veräußert ein Mehrfamilienhaus am 16. August 2015 an Daniel. Simeon und Daniel vereinbaren, dass ab dem 1. September Nutzen, Lasten und Gefahren auf Daniel übergehen. Einen Monat später, also erst am 1. Oktober 2015, wird Daniel als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen.
Bürgerlich-rechtlich ist der Daniel erst mit Eintragung ins Grundbuch Eigentümer des Familienhauses geworden. Die Vermietungseinkünfte sind dem Daniel allerdings schon einen Monat vorher, also ab 1.9.2015, zuzurechnen, denn nach § 39 AO gilt er seit dem 1.9.2015 als wirtschaftlicher Eigentümer.
Die §§ 41 und 42 AO legen insbesondere fest, dass auch Scheingeschäfte und andere Scheinhandlungen steuerlich unbeachtlich sind und durch Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des bürgerlichen Rechts die Steuerpflicht nicht umgangen oder gemindert werden kann (§ 42 AO). Da allerdings in einer marktwirtschaftlichen Ordnung der Grundsatz der Vertragsfreiheit gilt, hat natürlich jeder Steuerpflichtige die Möglichkeit, seine Verhältnisse insbesondere steuerlich so zu gestalten, wie es ihm beliebt. Insbesondere können Einkünfte auf andere Personen verlagert werden (was allerdings nicht im Falle des Missbrauchs nach § 42 AO gilt).
Hier klicken zum Ausklappen Florian L. bestellt zu Gunsten seiner minderjährigen Tochter Leonie bürgerlich-rechtlich einen lebenslänglichen Nießbrauch an einem Mietwohngrundstück, das dem Florian gehört.
Er bleibt damit Eigentümer des Mietwohngrundstücks, allerdings sind die Vermietungseinkünfte hinfort der Tochter Leonie zuzurechnen.
Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist allerdings, dass die Nießbrauchbestellung ernsthaft gewollt war und darüber hinaus in der Zukunft konsequent durchgeführt wird.
Hier klicken zum Ausklappen Die Steuerpflichtige Kathrin P. vereinbart mit ihrer Hausbank, dass die Erträge aus ihrem Wertpapierdepot ab sofort ihrer Tochter gutgeschrieben werden sollen.
Die Erträge sind nicht der Tochter zuzurechnen, sondern vielmehr der Mutter, denn die Dividendengutschrift ist lediglich als Einkommensverwendung zu sehen. Für die steuerliche Zurechnung der erzielten Erträge ist die Einkommensverwendung aber unerheblich. Erst wenn Kathrin wirksam die Wertpapiere ihrer Tochter schenken würde, würde die Einkunftsquelle auf die Tochter übergehen und dann erst wären der Tochter die Erträge zuzurechnen.
Hier klicken zum Ausklappen Die Firma C aus Mannheim bestellt Medikamente, die am 1. September geliefert werden, allerdings unter Eigentumsvorbehalt durch den Lieferanten.
Bis zur vollständigen Bezahlung bleibt deswegen der Hersteller rechtlicher Eigentümer der Medikamente. Hingegen ist wirtschaftlicher Eigentümer jedoch bereits ab der Lieferung der Abnehmer, so dass deswegen sämtliche hiermit zusammenhängenden Aufwendungen und Erträge diesem also bereits ab der Lieferung zuzurechnen sind.
Folgende Regel gilt in Abhängigkeit zu den Einkünften und bezüglich der Zurechnung.
bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft und aus Gewerbebetrieb:
- wer trägt das betriebliche Risiko und die Gefahr?
bei Einkünften aus Kapitalvermögen:
- wer verfügt wirtschaftlich über das eingesetzte Kapital?
bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung:
- wer überlässt Dritten Gegenstände gegen Entgelt?
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Florian L. bestellt zu Gunsten seiner minderjährigen Tochter Leonie bürgerlich-rechtlich einen lebenslänglichen Nießbrauch an einem Mietwohngrunstück, das dem Florian gehört.
Einkünfte sind der Tochter zuzurechnen.
Einkünfte sind teilweise der Tochter und teilweise dem Vater zuzurechnen.
Einkünfte sind dem Vater Florian zuzurechnen.
Hauseigentümer Peter veräußert ein Mehrfamilienhaus am 16. August 2011 an Franz. Peter und Franz vereinbaren, dass ab dem 1. September Nutzen, Lasten und Gefahren auf Franz übergehen. Einen Monat später, also erst am 1. Oktober 2011, wird Fanz als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen.
Die Einkünfte werden Fanz ab dem Verkauf des Gebäudes zugerechnet, also ab dem 16.08.2011.
Die Einkünfte werden Fanz ab dem 01.09.2011, also nach Übergang der Nutzen, Lasten und Gefahren.
Die Einkünfte werden Fanz erst nach Eintragung in das Grundbuch zugerechnet, also ab dem 01.10.2011.
Die Steuerpflichtige Kathrin P. vereinbart mit ihrer Hausbank, dass die Erträge aus ihrem Wertpapierdepot ab sofort ihrer Tochter gutgeschrieben werden sollen.
Einkünfte sind teilweise der Tochter und teilweise der Mutter zuzurechnen.
Einkünfte sind der Mutter zuzurechnen.