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Timestamp: 2016-10-28 21:46:22
Document Index: 339546029

Matched Legal Cases: ['Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 87', 'Art. 88', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 74', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'Art. 17']

9C_701/2011 (03.02.2012)
Der 1968 geborene R.________ erlitt im Jahr 1983 bei einem Autounfall ein schweres Sch�del-Hirn-Trauma. Nachdem er von November 1993 bis Juni 1999 als Hilfsbauarbeiter erwerbst�tig gewesen war und seit November 1999 Arbeitslosenentsch�digung bezogen hatte, meldete er sich am 7. Februar 2000 mit dem Hinweis auf neurologische St�rungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Gest�tzt auf medizinische und erwerbliche Abkl�rungen sprach die IV-Stelle des Kantons Z�rich R.________ mit Wirkung ab Dezember 1999 eine ganze Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 70 Prozent zu (Verf�gungen vom 6. und 20. Juli 2001). Dieser Anspruch wurde anl�sslich einer ersten Revision best�tigt (Mitteilung der IV-Stelle vom 18. Juni 2003). Im Rahmen einer weiteren �berpr�fung hob die Verwaltung die Invalidenrente unter anderem gest�tzt auf ein neurologisches Gutachten auf (Verf�gung vom 16. M�rz 2010).
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 9. August 2011).
R.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die IV-Stelle zu verpflichten, ein interdisziplin�res Gutachten einzuholen.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Feststellungen der Vorinstanz hinsichtlich des Grades der Arbeitsunf�higkeit betreffen Tatfragen, soweit sie auf Beweisw�rdigung beruhen, und sind insoweit lediglich unter eingeschr�nktem Blickwinkel �berpr�fbar (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397).
Strittig ist, ob die Vorinstanz die Aufhebung der seit Dezember 1999 aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 70 Prozent ausgerichteten ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab Mai 2010 zu Recht gesch�tzt hat mit der Begr�ndung, der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers habe sich seit der Mitteilung vom 18. Juni 2003 bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens (Verf�gung vom 16. M�rz 2010) leistungswirksam verbessert.
2.1 �ndert sich der Invalidit�tsgrad einer Rentenbez�gerin oder eines Rentenbez�gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin f�r die Zukunft entsprechend erh�ht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 87 Abs. 2 und 3, Art. 88a und Art. 88bis IVV). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede �nderung in den tats�chlichen Verh�ltnissen, die geeignet ist, den Invalidit�tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Ver�nderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann etwa revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver�ndert haben oder eine andere Art der Invalidit�tsbemessung zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349). Als Vergleichsbasis f�r die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche �nderung des Invalidit�tsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskr�ftige Verf�gung (oder gegebenenfalls formlose Mitteilung nach Art. 74ter lit. f IVV; vgl. SVR 2010 IV Nr. 4 S. 7, 9C_46/2009 E. 3.1), welche auf einer materiellen Pr�fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabkl�rung, Beweisw�rdigung und Durchf�hrung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108). Ist eine anspruchserhebliche �nderung des Sachverhalts nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. SVR 2010 IV Nr. 30 S. 94, 9C_961/2008 E. 6.3).
2.2 Anl�sslich der �berpr�fung des Anspruchs im Jahr 2003 ging die IV-Stelle von einem gegen�ber den Verh�ltnissen von 2001 station�ren Zustand aus, so dass die aktuellen Feststellungen mit den �rztlichen Stellungnahmen zu vergleichen sind, wie sie der urspr�nglichen Leistungszusprache 2001 zugrunde gelegt worden waren.
2.2.1 Das kantonale Gericht w�rdigte das medizinische Dossier und kam zum Schluss, der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers habe sich seit der urspr�nglichen Rentenzusprache 2001 derart verbessert, dass ihm eine T�tigkeit als Bauhilfsarbeiter seit sp�testens Juni 2009 - und damit auch im Zeitpunkt der strittigen Verf�gung vom 16. M�rz 2010 - wieder ohne Einschr�nkungen zuzumuten sei. Im neurologischen Gutachten der Frau Dr. W.________ vom 11. Juni 2009 sowie in deren Stellungnahme vom 17. Dezember 2009 werde einl�sslich dargelegt, inwiefern sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdef�hrers seit der urspr�nglichen Rentenzusprechung tats�chlich verbessert habe. Die aktuelle Untersuchung habe weder schwerwiegende neurologische Ausf�lle noch ein traumatisch bedingtes Hirnleistungsdefizit ergeben.
In der Tat hatte Prof. P.________ (Neuropsychologisches Institut X._________) im November 2000 noch eine ausgepr�gte Funktionsschw�che der rechten Hirnh�lfte festgestellt; die entsprechenden Befunde seien gen�gend koh�rent, "um ihre Beeinflussung durch kulturelle Faktoren, und noch deutlicher durch eine allf�llige Neigung zur Aggravation oder gar Simulation, auszuschliessen" (Gutachten vom 16. M�rz 2001). Die neurologische Begutachtung durch Frau Dr. W.________ im Jahr 2009 ergab derweil eine Diskrepanz zwischen den geklagten subjektiven Beschwerden und dem weitgehend normalen Neurostatus sowie den Zusatzuntersuchungen. Die Kopfschmerzen seien wohl medikament�s induziert. Auch sei die kr�ftige Statur des Versicherten mit Schwielen an H�nden und F�ssen sowie an der Kniescheibe schwer mit der angegebenen vollst�ndigen Inaktivit�t vereinbar. Laut dem Teilgutachten des Instituts f�r Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung am epileptischen Zentrum Y.________ vom 30. April 2009 sind die erhobenen defizit�ren Leistungen "global und unspezifisch"; es lasse sich kein Zusammenhang mit dem Sch�del-Hirn-Trauma herstellen. Angesichts eines solchen Leistungsprofils w�ren auch die nach dem Unfall ausge�bte mehrj�hrige Berufst�tigkeit im Baugewerbe und der Erwerb eines F�hrerscheins undenkbar gewesen. Die ungew�hnlich schlechten Testleistungen sowie die Auff�lligkeiten in den Symptomvalidierungsverfahren wiesen darauf hin, dass die gezeigten Leistungsminderungen nicht authentische neuropsychologische Defizite darstellten. Die neurologische Hauptgutachterin schloss, die Arbeitsf�higkeit im fr�heren Beruf sei nicht (mehr) eingeschr�nkt.
2.2.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Beurteilungen des Internisten Dr. S.________ von 2003 und 2008 wiesen keine nennenswerten Ver�nderungen aus; auch dessen Absch�tzung der Arbeitsunf�higkeit sei stets die gleiche. Hinzu komme, dass er seit 2008 beim Psychiater Dr. J.________ in Behandlung stehe; dieser Arzt habe Befunde erhoben (Konzentrationsschw�che, Ged�chtnisprobleme, Erm�dbarkeit; Bericht vom 19. November 2008), welche schon f�r die urspr�ngliche Rentenzusprechung massgebend gewesen seien. Das kantonale Gericht hat sich mit diesen �rztlichen Stellungnahmen auseinandergesetzt. Das Abstellen auf die gegebene Aktenlage - somit der Verzicht auf das vom Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht beantragte Einholen einer interdisziplin�ren Expertise - verletzt das Untersuchungsprinzip (Art. 43 Abs. 1 bzw. Art. 61 lit. c ATSG) nicht, sind doch in die neurologische Administrativbegutachtung durch Frau Dr. W.________ auch die neuropsychologischen Abkl�rungsergebnisse des epileptischen Zentrums Y.________ vom 15./16. April 2009 (Teilgutachten vom 30. April 2009) eingeflossen. Der Vorinstanz kann auch keine unvollst�ndige Feststellung des Sachverhalts vorgeworfen werden; in den Akten finden sich keine Hinweise darauf, dass die nicht-neurologische Hals-Nasen-Ohrenproblematik (vgl. Kurzaustrittsbericht der Klinik f�r Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie am Spital Z.________ vom 14. Mai 2010) eine invalidisierende Wirkung zeitigen k�nnte.
Weiter ist die in der Beschwerdeschrift hervorgehobene �bereinstimmung von MRI-Befunden als solche allein nicht geeignet, eine Kontinuit�t auch der funktionellen Folgen solcher hirnorganischen Befunde auszuweisen. Schliesslich wird die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung auch dann nicht offensichtlich unrichtig, wenn aufgrund der neuropsychologischen Beurteilung des Sanatoriums Q._________ vom 18. April 2011, gem�ss welcher keine Hinweise auf Aggravation bestehen, davon ausgegangen w�rde, dass insgesamt mittelgradige kognitive St�rungen (betreffend verbales Ged�chtnis, exekutive Funktionen, Arbeitstempo) vorliegen. Diese Ausf�lle m�ssten - als Folgen des 1983 erlittenen Unfalls - in den Jahren vor der Anmeldung bei der Invalidenversicherung (2000) in mindestens gleicher Auspr�gung bereits gegeben gewesen sein. Der Beschwerdef�hrer war indes von Ende 1993 bis Mitte 1999 dennoch in der Lage, als Bauhilfsarbeiter erwerbst�tig zu sein.
2.3 Die vorinstanzliche Folgerung, der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers habe sich im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG soweit gebessert, dass eine rentenausschliessende T�tigkeit wieder m�glich ist, ist nach dem Gesagten bundesrechtskonform. Weiterungen, namentlich beweism�ssiger Hinsicht, er�brigen sich.