Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20284/85
Timestamp: 2020-07-06 06:31:37
Document Index: 132378731

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 112', 'BGH', '§ 112', 'BGH', '§ 112', 'BGH', '§ 112', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.1986 - II ZR 284/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,699
BGH, 09.10.1986 - II ZR 284/85 (https://dejure.org/1986,699)
BGH, Entscheidung vom 09.10.1986 - II ZR 284/85 (https://dejure.org/1986,699)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 1986 - II ZR 284/85 (https://dejure.org/1986,699)
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Vertretungszuständigkeit des Aufsichtsrats bei Berufung auf Unwirksamkeit einer Kündigung durch ein Vorstandsmitglied - Unzulässigkeit einer Klage auf Grund Vertretung durch Vorstand statt des Aufsichtsrats - Vertretungsmacht des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft
Prozeßführungsbefugnis des Aufsichtsrats einer AG im Rechtsstreit mit abberufenem Vorstandsmitglied
Aktienrecht, Aufsichtsrat, Gesellschaftsrecht, Vorstand
NJW 1987, 254
NJW-RR 1987, 158 (Ls.)
ZIP 1986, 1381
WM 1986, 1411
BB 1986, 2229
DB 1987, 1723
Für eine "Berichtigung" des Rubrums war zum einen von vornherein kein Raum, weil der Kläger den gesetzlichen Vertreter der Beklagten nicht irrtümlich falsch bezeichnet hatte, sondern verfehlt den Vorstand als gesetzlichen Vertreter der Beklagten angesehen und ihn deshalb in der Klageschrift als Vertreter benannt hatte (vgl. Sen.Urt. v. 9. Oktober 1986 - II ZR 284/85, ZIP 1986, 1381, 1382 f.).
a) Die Aktiengesellschaft wird in einem Prozess mit einem Vorstandsmitglied - auch nach dessen Ausscheiden - gemäß § 112 AktG durch ihren Aufsichtsrat als Organ vertreten (BGH, Urteil vom 9. Oktober 1986 - II ZR 284/85, ZIP 1986, 1381, 1382; Urteil vom 22. April 1991 - II ZR 151/90, ZIP 1991, 796;… Urteil vom 16. Oktober 2006 - II ZR 7/05, ZIP 2006, 2213 Rn. 5;… Urteil vom 16. Februar 2009 - II ZR 282/07, ZIP 2009, 717 Rn. 7;… Zwischenurteil vom 29. Januar 2013 - II ZB 1/11, ZIP 2013, 483 Rn. 10).
Eine entsprechend differenzierte Sichtweise unter Hervorhebung einer konkreten Interessenkollision lässt der Bundesgerichtshof auch im Zusammenhang mit § 112 AktG erkennen, wenn er ausführt, dass eine Vertretung durch die Geschäftsführung eine Befangenheit jedenfalls dann nicht als möglich erscheinen lasse, wenn feststehe, dass mit einer Rückkehr des klagenden abberufenen Vorstandes nicht mehr zu rechnen sei (BGH BB 1986, 2229, zitiert nach juris, dort Rn. 9).
Eine Aktiengesellschaft wird in einem Prozess mit einem Vorstandsmitglied - auch nach dessen Ausscheiden - gemäß § 112 AktG durch ihren Aufsichtsrat als Organ vertreten (BGH…, Urteil vom 16. Februar 2009 - II ZR 282/07, ZIP 2009, 717 Rn. 7;… Urteil vom 16. Oktober 2006 - II ZR 7/05, ZIP 2006, 2213 Rn. 5; Urteil vom 22. April 1991 - II ZR 151/90, ZIP 1991, 796; Urteil vom9. Oktober 1986 - II ZR 284/85, ZIP 1986, 1381, 1382) und nicht durch das einzelne Aufsichtsratsmitglied.
Im Recht der AG entspricht es gefestigter Rechtsprechung, die Regelung des § 112 AktG auch in bezug auf die aus dem Amt ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder anzuwenden (BGH, Urt. v. 9. Oktober 1986 - II ZR 284/85, ZIP 1986, 1381, 1382; v. 7. Juli 1993 - VIII ZR 2/92, AG 1994, 35; v. 28. April 1997 - II ZR 282/95, ZIP 1997, 1108).
Die ausschließliche Vertretungszuständigkeit ist dem Aufsichtsrat auch für den Fall zugestanden worden, daß sich ein Vorstandsmitglied nach dem Widerruf seiner Bestellung und der fristlosen Kündigung seines Anstellungsverhältnisses mit der von ihm erhobenen Klage nur gegen die Kündigung wendet und Ansprüche aus dem Anstellungsvertrag geltend macht (BGH Urt. vom 9. Oktober 1986 - II ZR 284/85, WM 1986, 1411/1412).
Soweit bestimmte Ausführungen in dem Senatsurteil vom 9. Oktober 1986 (II ZR 284/85, WM 1986, 1411, 1412) zu diesem Ergebnis in Widerspruch stehen, hält der Senat daran nicht fest.
In seiner Entscheidung vom 9. Oktober 1986 [Anm. korrigiert siehe sonstiger Hinweis] (II ZR 284/85, WM 1986, 1411) hat der Senat die Vertretungszuständigkeit des Aufsichtsrates darüber hinaus auch dann bejaht, wenn ein Vorstandsmitglied nach dem Widerruf seiner Bestellung nur die Unwirksamkeit der gleichzeitig ausgesprochenen Kündigung seines Dienstverhältnisses sowie Rechte aus dem Anstellungsvertrag geltend macht.