Source: https://www.rechtsanwaelte-langen.de/strafrecht/korruptionsstrafrecht/
Timestamp: 2019-09-20 19:04:49
Document Index: 290289753

Matched Legal Cases: ['§ 334', '§ 332', '§ 331', '§ 333', '§299', 'BGH', '§ 298', 'BGH', 'BGH']

Korruptionsstrafrecht - Rechtsanwälte Langen
Einen bedeutenden Teil der Wirtschaftskriminalität stellt die Korruption dar. Korruption bedeutet den Missbrauch einer Vertrauensstellung in der Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nichtwirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht.
Strafrechtlich verfolgt werden in diesem Zusammenhang auch die Verhaltensweisen, die gesellschaftlich oft immer noch auf Akzeptanz stoßen, wie die Einladung zu einem Geschäftsessen oder durch die Industrie gesponserte Fortbildungsmaßnahmen. Das Antikorruptionsgesetz von 1997 hat zum einen zu einer Verschärfung der angedrohten Strafen geführt, zum anderen wurde auf die Voraussetzung der „Unrechtsvereinbarung“verzichtet. Korruptionstatbestände sind die Bestechung (§ 334 StGB) und Bestechlichkeit (§ 332 StGB) sowie die Vorteilsannahme (§ 331 StGB) und Vorteilsgewährung (§ 333 StGB).
Die Entwicklung der Korruptionsstraftaten in den Jahren 2016/2017 stellt sich laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts wie folgt dar:
Ausgewählte Straftaten/-gruppen Fälle 2017 Fälle 2016 Veränderungen absolut Veränderungen in % Aufklärungsquote 2017 Aufklärungsquote 2018
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte 3.850 4.292 – 442 – 10,3 75,6 75,3
Vorteilsannahme, Bestechlichkeit 396 488 – 92 – 18,9 88,4 83,6
Vorteilsgewährung Bestechung 565 638 – 73 – 11,4 91,5 90,4
Körperverletzung im Amt 1.466 1.521 – 3,6 – 3,6 72,9 72,5
Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen 25 77 – – 84,0 89
Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr 213 165 – 29,1 29,1 95,3
(Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017)
Aber nicht nur Unternehmer laufen Gefahr, sich wegen Korruption strafbar zu machen. An der Schnittstelle zum Medizinstrafrecht geben die im Jahr 2016 neu geschaffenen Tatbestände §§299a, 299b StGB über die Korruption im Gesundheitswesen Kliniken, Ärzten, Apothekern und der Pharmaindustrie Anlass, ihre Geschäftspraktiken durch Einholung qualifizierten Rechtsrats überprüfen zu lassen.
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