Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=17.10.2013&Aktenzeichen=B%2014%20AS%2070%2F12%20R
Timestamp: 2019-02-16 06:35:00
Document Index: 324259219

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 6', '§ 55', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', 'Art. 1', 'Art. 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22']

BSG, 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - dejure.org
Sozialgerichtliches Verfahren - Entscheidung über die Gültigkeit von Satzungen nach § 22a SGB 2 - Antragsbefugnis - Nichtanwendbarkeit der WAufwV BE auf Leistungsberechtigte nach dem SGB 12 - keine Berücksichtigung der Bedarfe älterer Menschen
Sozialgerichtliches Verfahren; Entscheidung über die Gültigkeit von Satzungen nach § 22a SGB 2; Zuständigkeit der Senate für Angelegenheiten der Grundsicherung für Arbeitsuchende; Antragsbefugnis; Nichtanwendbarkeit der WAufwV BE auf Leistungsberechtigte nach dem SGB 12; Unwirksamkeit der Rege
Sozialgerichtliches Verfahren - Entscheidung über die Gültigkeit von Satzungen nach § 22a SGB 2 - Zuständigkeit der Senate für Angelegenheiten der Grundsicherung für Arbeitsuchende - Antragsbefugnis - Nichtanwendbarkeit der WAufwV BE auf Leistungsberechtigte nach dem SGB 12 - Unwirksamkeit der Regelung zur Berücksichtigung der Bedarfe älterer Menschen
§ 35 Abs 1 SGB 12, § 35 Abs 2 SGB 12, § 35a S 1 SGB 12, § 22 Abs 1 S 1 SGB 2, § 22 Abs 1 S 3 SGB 2
Anwendbarkeit der Verordnung zur Bestimmung der Höhe der angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II und SGB XII des Landes Berlin auf Leistungsberechtigte nach dem SGB XII
Berlin muss Unterkunftsleistungen in der Sozialhilfe neu berechnen
SG Berlin - S 74 AR 51/12
LSG Berlin-Brandenburg, 07.08.2012 - L 36 AS 1162/12
LSG Berlin-Brandenburg, 21.08.2012 - L 36 AS 1162/12
BSG, 18.03.2013 - B 14 AS 70/12 R
BSGE 114, 257
NZM 2014, 677
Dies hat sich erst in jüngerer Zeit geändert, zuerst in Bezug auf Heizkosten (BSG…, Urteil vom 12.06.2013 - B 14 AS 60/12 R - Rn. 21), dann im Zusammenhang mit Satzungen, die auf Grund landesrechtlicher Ermächtigungen nach den §§ 22a bis 22c SGB II erlassen wurden (BSG, Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - Rn. 30, 33 und 34 ff.; BSG…, Urteil vom 04.06.2014 - B 14 AS 53/13 R - Rn. 38).
Den Entscheidungen des BSG und den Verlautbarungen von den Grundsicherungssenaten des BSG angehörigen Richterinnen in Literaturbeiträgen (vgl. BSG…, Urteil vom 12.06.2013 - B 14 AS 60/12 R - Rn. 21; BSG, Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - Rn. 33; Knickrehm , NZM 2013. S. 602 ff.;… dies. , SozSich 2010, S. 193;… dies ., jM 2014, S. 339;… Krauß , Sozialrecht aktuell 2011, S. 144 ff.) lässt sich jedoch entnehmen, dass sich das BSG der Grundrechtsrelevanz des § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II bewusst ist und die eigene Konkretisierung des Angemessenheitsbegriffs für verfassungskonform im Sinne der Rechtsprechung des BVerfG hält.
Mit Fragen der demokratischen Legitimation hat sich das BSG bislang ausschließlich im Zusammenhang mit den Satzungsermächtigungsregelungen der §§ 22a bis 22c SGB II befasst (BSG, Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - Rn. 34 ff.; BSG…, Urteil vom 04.06.2014 - B 14 AS 53/13 R - Rn. 38).
Dass die §§ 22a bis 22c SGB II auch in deren Anwendungsbereich nicht viel zur Bestimmung des Angemessenheitsbegriffs beizutragen vermögen, zeigt sich darin, dass die Rechtsprechung zur Auslegung dieser Vorschriften umfassend auf die Konkretisierung des Angemessenheitsbegriffs des § 22 Abs. 1 S. 1 Hs. 2 SGB II durch das BSG zurückgreift (vgl. LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 04.09.2013 - L 36 AS 1987/13 NK - Rn. 49; LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 04.09.2013 - L 36 AS 1414/12 NK - Rn. 45; BSG, Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - Rn. 29 ff.; BSG…, Urteil vom 04.06.2014 - B 14 AS 53/13 R - Rn. 26; hiervon abweichend aber SG Berlin…, Urteil vom 28.04.2014 - S 82 AS 28836/12 - Rn. 28).
Dies gilt unabhängig davon, ob ein solcher Bedarf bei der Festlegung der abstrakten Angemessenheitsgrenze berücksichtigt werden darf, wie es die Festlegung in einer Satzung nahelegt (nur bei realitätsgerechter Ermittlung BSG Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - BSGE 114, 257 = SozR 4-4200 § 22a Nr. 1 - RdNr 35) , oder Teil der Prüfung der konkreten Angemessenheit ist (siehe BSG Urteil vom 11.12.2012 - B 4 AS 44/12 R - RdNr 14) .
Aufgrund des Urteils des Senats vom 17.10.2013 (B 14 AS 70/12 R - SozR 4-4200 § 22a Nr. 1) gilt die WAV nicht (mehr) für Leistungsempfänger nach dem SGB XII. Durch das Urteil wurden in der Überschrift der WAV die Wörter "und Zwölften" und § 6 Abs. 2 Buchst d WAV für unwirksam erklärt.
Die Antragsteller sind insbesondere für ihr Begehren, die WAV vom 3.4.2012 für unwirksam zu erklären, antragsbefugt (vgl zu den Anforderungen an die Antragsbefugnis für Normenkontrollanträge nach § 55a SGG näher Urteil des Senats vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - SozR 4-4200 § 22a Nr. 1 RdNr 22 bis 24 mwN) .
Insoweit hat der Senat bereits entschieden (Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R, aaO, RdNr 25 mwN) , dass zum einen die Fortschreibung der Angemessenheitsgrenzen der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung den Bestand der übrigen Regelungen der WAV ohnehin unberührt lässt und zum anderen die durch die Neufassung verdrängten Werte nicht förmlich aufgehoben sind und deshalb für den Zeitraum seit Inkrafttreten der WAV ab 1.5.2012 bis zum 31.7.2013 weiterhin gelten.
Die Wahrnehmung der Normsetzungskompetenz nach § 22a Abs. 1 SGB II erfordert die realitätsgerechte Erfassung der Bedarfe für Unterkunft und ggf Heizung (vgl § 22b Abs. 1 Satz 2 SGB II) in gleicher Weise, wie es der Verwaltung bei der Konkretisierung der abstrakt angemessenen Bedarfe nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II vorgegeben ist (vgl zu den Anforderungen an die Wahrnehmung der Normsetzungskompetenz nach § 22a Abs. 1 SGB II näher Urteil des Senats vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R, aaO, RdNr 27 bis 33 mwN) .
Doch weicht die Prüfung des LSG nicht von den bundesrechtlichen Anforderungen an Sonderregelungen für besondere Bedarfe nach § 22b Abs. 3 SGB II ab, die der Senat in seinem Urteil vom 17.10.2013 formuliert hat (B 14 AS 70/12 R, aaO, RdNr 34 bis 38) .
Den Entscheidungen des BSG und den Verlautbarungen von den Grundsicherungssenaten des BSG angehörigen Richterinnen in Literaturbeiträgen (vgl. BSG…, Urteil vom 12.06.2013 - B 14 AS 60/12 R - Rn. 21; BSG, Urteil vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - Rn. 33; Knickrehm , NZM 2013. S. 602 ff.;… dies ., SozSich 2010, S. 193;… dies ., jM 2014, S. 339;… Krauß , Sozialrecht aktuell 2011, S. 144 ff.) lässt sich jedoch entnehmen, dass sich das BSG der Grundrechtsrelevanz des § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II bewusst ist und die eigene Konkretisierung des Angemessenheitsbegriffs für verfassungskonform im Sinne der Rechtsprechung des BVerfG hält.
LSG Schleswig-Holstein, 30.05.2016 - L 11 AS 39/14
Hinzu kommt, dass die höchstrichterliche Rechtsprechung aus dem Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 1 Grundgesetz [GG]) zu Recht erhöhte Verfahrensanforderungen an die Konkretisierung des abstrakt angemessenen Unterkunftsbedarfs durch untergesetzliche Normsetzung abgeleitet hat (BSG, Urteil vom 17. Oktober 2013 - B 14 AS 70/12 R - BSGE 114, 257 = SozR 4-4200 § 22 a Nr. 1, Rn. 34).
Danach müssen Regelungen i.S. von § 22 b Abs. 3 SGB II auf hinreichend realitätsgerechte und nachvollziehbare Erhebungen zum typischen Wohnbedarf der jeweils betroffenen Gruppen von Personen mit besonderen Bedarfen für Unterkunft (und ggf. Heizung) gestützt sein und es ist kenntlich zu machen, von welchem Sonderbedarf der Normgeber dabei ausgegangen ist (BSG, Urteil vom 17. Oktober 2013 - B 14 AS 70/12 R - BSGE 114, 257 = SozR 4-4200 § 22 a Nr. 1, Rn. 35).
SG Gießen, 01.11.2017 - S 25 AS 108/16
Nach dieser Vorschrift ist zu überprüfen, ob eine Wohnung, die den abstrakten Kriterien entspricht, für den Leistungsberechtigten auf dem Mietmarkt tatsächlich verfügbar und konkret anmietbar war, es ihm also möglich war, die Kosten für die Unterkunft auf das abstrakt angemessene Maß zu senken (konkrete Angemessenheit, BSG vom 17.10.2013 B 14 AS 70/12 R - Rn. 29, juris = BSGE 114, 257).
LSG Thüringen, 27.01.2016 - L 4 AS 1631/14
Dies erfordert insbesondere eine realitätsgerechte Abbildung des örtlichen Wohnungsmarktes, weil ansonsten den Anforderungen zur Ermittlung des verfassungsrechtlich garantierten Existenzminimums nicht genüge getan würde (vgl. Bundes-sozialgericht, Urteile vom 4. Juni 2014 - B 14 AS 53/13 R, Rn. 23 ff. und 17. Oktober 2013 - B 14 AS 70/12 R, Rn. 27 ff., juris).
Der Kläger hat sich weder mit dem Grundsatzurteil des Senats konkret zur WAV Berlin auseinandergesetzt (BSG vom 17.10.2013 - B 14 AS 70/12 R - BSGE 114, 257 = SozR 4-4200 § 22a Nr. 1, RdNr 27, 29, 30) in dem dargelegt ist, dass Bezugspunkt der untergesetzlichen Normsetzungsbefugnis inhaltlich unverändert die Regelung des § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II ist, nach dem Bedarfe für Unterkunft und Heizung in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen nur anerkannt werden, soweit diese angemessen sind, wobei der Begriff der Angemessenheit uneingeschränkter richterlicher Kontrolle unterliegt.
SG Gießen, 04.11.2015 - S 25 AS 496/15
Nach dieser Vorschrift ist zu überprüfen, ob eine Wohnung, die den abstrakten Kriterien entspricht, für den Leistungsberechtigten auf dem Mietmarkt tatsächlich verfügbar und konkret anmietbar war, es ihm also möglich war, die Kosten für die Unterkunft auf das abstrakt angemessene Maß zu senken (konkrete Angemessenheit, BSG vom 17. Oktober 2013 - B 14 AS 70/12 R - Juris-Rn. 29 = BSGE 114, 257).
SG Magdeburg, 26.06.2014 - S 10 AS 2973/10
Zeitlich begrenzte Pflicht des Grundsicherungsträgers zur Bewilligung …
Die Bestimmung der Angemessenheit der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung erfordert die "zeit- und realitätsgerechte Erfassung der sozialen Wirklichkeit" (vgl. BSG, Urteil vom 17. Oktober 2013, Az: B 14 AS 70/12 R).