Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-07-2002-I_173-2002
Timestamp: 2016-10-27 12:59:00
Document Index: 221791616

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159']

T.________, 1950, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecherin Katrin Zumstein, "Villa Le Grand", Schulhausstrasse 12, 4900 Langenthal,
A.- Die 1950 geborene italienische Staatsangeh�rige T.________, gelernte N�herin, arbeitete ab 1. Juni 1989 bis zum 29. Februar 2000 zu 100 % in der Psychiatrischen Klinik Q.________ als Hausangestellte. Am 29. November 1999 wurde sie per 29. Februar 2000 aus gesundheitlichen Gr�nden zu 50 % vorzeitig pensioniert.
Am 2. Dezember 1999 meldete sie sich wegen rheumatischer Beschwerden zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Bern holte einen Arztbericht von Frau Dr. med. Z.________ vom 27. Oktober 2000 ein, welchem die Berichte des Spitals J.________ vom 21. Januar 2000 und 31. M�rz 2000 sowie des Dr. med. Y.________ vom 18. Januar 1999 beilagen. Ferner zog sie Ausk�nfte der Arbeitgeberin vom 12. Januar 2000 bei und beauftragte die Klinik f�r Rheumatologie und Klinische Immunologie/Allergologie des Spitals J.________ (im Folgenden: rheumatologische Klinik) mit einer gutachterlichen Untersuchung (Gutachten vom 1. M�rz 2000). Anl�sslich einer Hospitalisation von T.________ in der rheumatolgischen Klinik wurde ein psychosomatisches Konsilium der Medizinischen Abteilung des Spitals J.________ eingeholt. Weil die im rheumatologischen Gutachten vom 1. M�rz 2001 festgestellte Arbeitsf�higkeit in Widerspruch stand zum psychosomatischen Konsilium vom 19. M�rz 2001, ersuchte die IV-Stelle die rheumatologische Klinik um Stellungnahme und abschliessende Beurteilung der Arbeitsf�higkeit aus medizinischer Sicht. In ihrem Erg�nzungsbericht vom 25. Juli 2001 hielt diese an ihrer Beurteilung vom 1. M�rz 2001 fest. Nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren erliess die IV-Stelle am 26. Oktober 2001 eine Verf�gung, mit welcher sie das Leistungsbegehren mangels rentenbegr�ndender Invalidit�t abwies.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher T.________ die Aufhebung der angefochtenen Verf�gung beantragte, wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 13. Februar 2002 abgewiesen.
C.- T.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Entscheids seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie zu mindestens 50 % arbeitsunf�hig sei.
1.- a) Das kantonale Gericht hat die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 Abs. 1 IVG), insbesondere bei Vorliegen eines geistigen Gesundheitsschadens (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG), die Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG) sowie zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c) zutreffend dargelegt.
b) Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschr�nkt; er findet zum einen sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen). Zum andern umfasst die beh�rdliche und richterliche Abkl�rungspflicht nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverh�ltnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abh�ngt, ob �ber den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,
2. Aufl. , S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbeh�rden und Sozialversicherungsgericht zus�tzliche Abkl�rungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 Erw. 4a mit Hinweis).
2.- a) Verwaltung und Vorinstanz st�tzten sich bei der Beurteilung der Arbeitsf�higkeit vorab auf das Gutachten der rheumatologischen Klinik vom 1. M�rz 2001 sowie die diesbez�gliche Erg�nzung vom 25. Juli 2001 und kamen zum Schluss, es liege keine rentenbegr�ndende Invalidit�t vor.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der Sachverhalt sei ungen�gend abgekl�rt worden, weil eine Stellungnahme zu den widerspr�chlichen Aussagen in den medizinischen Berichten nur aus rheumatologischer, nicht aber aus psychosomatischer Sicht eingeholt wurde. Damit sei ihre physische und insbesondere psychische Verfassung nicht gen�gend respektive gar nicht abgekl�rt worden und es dr�nge sich die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens auf.
b) Die �rzte der rheumatologischen Klinik diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 1. M�rz 2001 ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und Adipositas bei LWS-Hyperlordose, Mammahypertrophie und generalisierter diffuser Schmerzkrankheit sowie Hyperreflexie der unteren Extremit�t.
Es wurde sodann festgehalten, dass die relativ unspezifischen diffusen und schwer fassbaren Schmerzen nicht sicher zugeordnet werden k�nnten und am ehesten psychosomatischer Natur seien. Gest�tzt auf diese Befunde sch�tzten die Gutachter die Arbeitsf�higkeit aus gesamtmedizinischer Sicht auf mindestens 70 %, aus rein rheumatologischer Sicht auf 100 %.
c) Die Haus�rztin, Dr. med. Z.________, diagnostizierte eine Fibromyalgie, sowie ein cerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei ung�nstiger Statik sowie eine Mammahypertrophie, Adipositas und eine verk�rzte Muskulatur.
Ihrem Bericht vom 27. Oktober 2000 f�gte sie sodann die Befunde der von ihr beigezogenen Spezialisten an: Die �rzte der rheumatologischen Klinik kamen am 21. Januar 2000 zum Schluss, die Beschwerdef�hrerin sei in der Putzequipe eines Spitals zu 100 % arbeitsf�hig und ordneten eine ambulante Physiotherapie an. Nach deren Beendigung stellten sie am 31. M�rz 2000 fest, dass keine Besserung der Schmerzsymptomatik verzeichnet werden konnte, aus rheumatologischer Sicht aber kein Anhaltspunkt f�r eine Arbeitsunf�higkeit gesehen werden k�nne. Es empfehle sich, alle zwei Wochen die Arbeitsf�higkeit um 10 % zu steigern, damit sich die Patientin kontinuierlich an den neuen Rhythmus gew�hnen k�nne. Zur Erhaltung der muskul�ren Kondition sei eine 100 %ige Arbeitsf�higkeit indiziert.
d) Im Hospitalisationbericht vom 19. M�rz 2001 diagnostizierten die �rzte der rheumatologischen Klinik ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom, ein multilokul�res Schmerzsyndrom sowie Adipositas mit Mammahypertrophie beidseits.
Das Schmerzsyndrom sei unklarer Zuordnung, am ehesten psychosomatischer Natur. Es sei von einer mindestens 50 %igen Arbeits- und Erwerbsf�higkeit auszugehen. Aus orthop�discher Sicht stellte Dr. med. Y.________ am 18. Januar 1999 chronische LWS-Beschwerden bei Hyperlordose und radiologisch gesicherter Osteochondrose L3/L4 fest und f�hrte aus, bei Beschwerdebesserung k�nne die Arbeitsf�higkeit gesteigert werden.
Im psychosomatischen Konsilium des Spitals J.________ vom 19. M�rz 2001 beschrieb Frau Dr. med. X.________ das Krankheitsbild als Erkrankung mit somatischem Ursprung in Form von degenerativen Ver�nderungen, verst�rkt durch eine Disposition in Form einer pain prone-Anamnese und chronifizierender Faktoren, die durch das Ursprungsleiden hervorgerufen wurden, n�mlich durch verminderte Arbeitsf�higkeit, finanzielle Engp�sse und eine existenzielle Bedrohung durch einen unklaren weiteren k�rperlichen Befund (pathologische Mammographie der linken Brust). Es handle sich ihres Erachtens um ein Krankheitsbild von Krankheitswert. Die Beschwerdef�hrerin sei seit November 1998 maximal 50 % arbeitsf�hig.
e) Zusammenfassend zeigen die medizinischen Unterlagen, dass die Beschwerden der Versicherten nur teilweise durch somatische Befunde objektiviert und erkl�rt werden k�nnen. Der psychiatrischen Beurteilung kommt damit einige Bedeutung zu.
f) Mit Bezug auf die Beschwerdef�hrerin f�hrt das psychosomatische Konsilium einerseits eine Reihe pers�nlicher und famili�rer Umst�nde an und weist anderseits auf nicht n�her spezifizierte psychische und psychosomatische Beeintr�chtigungen hin. Ob Letzteren gegen�ber der psychosozialen Belastungssituation selbstst�ndige Bedeutung und (teil-)invalidisierender Krankheitswert zukommt, kann auf Grund der Akten nicht zuverl�ssig beurteilt werden. Vielmehr erscheinen auch mit Blick auf die von der rheumatologischen Klinik festgestellten psychosomatischen Ursachen weitere Abkl�rungen als unumg�nglich. Die Akten sind daher an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit diese nach Einholung bzw. Erg�nzung der medizinischen Beurteilung des Gesundheitsschadens und der Arbeitsf�higkeit �ber den Rentenanspruch der Beschwerdef�hrerin neu befinden kann.
3.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungsleistungen geht, sind gem�ss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben. Dem Ausgang des letztinstanzlichen Verfahrens entsprechend, steht der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 1OG).
Verf�gung der IV-Stelle Bern vom 26. Oktober 2001 aufgehoben