Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=21.01.2003&Aktenzeichen=9%20AZR%20307/02
Timestamp: 2019-12-06 02:41:33
Document Index: 308187755

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 33', '§ 29', '§ 4', '§ 5', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 33', '§ 9']

BAG, 21.01.2003 - 9 AZR 307/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1448
BAG, 21.01.2003 - 9 AZR 307/02 (https://dejure.org/2003,1448)
BAG, Entscheidung vom 21.01.2003 - 9 AZR 307/02 (https://dejure.org/2003,1448)
BAG, Entscheidung vom 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 (https://dejure.org/2003,1448)
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Auswahlermessen des Arbeitgebers beim Vorliegen gleichqualifizierter Bewerbungen zu einem öffentlichen Amt; Prinzip der Anciennität; Sicherung des Zugangs von Angestellten zu Beförderungsämtern; Wahrung des Kriteriums der Bestenauslese nach Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (GG)
Öffentlicher Dienst; Vorrang unterrepräsentierter Frauen bei gleich qualifizierter Bewerbung
Grundgesetz, Art. 33 Abs. 2, und 3 Abs. 2 und 3 ; Sozialgesetzbuch, Viertes Buch, § 29 ; Landesgleichstellungsgesetz Rheinland-Pfalz, §§ 4, 7 und 9
ArbG Koblenz, 06.03.2001 - 6 Ca 1338/00
LAG Rheinland-Pfalz, 13.12.2001 - 6 Sa 984/01
BAGE 104, 264
Erst dann ist auf die Kriterien des LGG zurückzugreifen (vgl. für die entsprechende Regelung in Rheinland-Pfalz Senat 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - BAGE 104, 264).
Dagegen führen Fehler des Arbeitgebers bei der Auswahl der Bewerber allenfalls zu einem Anspruch auf rechtsfehlerfreie Wiederholung der Auswahl (st. Rspr., vgl. Senat 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - BAGE 104, 264).
Die gerichtliche Kontrolle beschränkt sich darauf, ob der Arbeitgeber bei seiner wertenden Entscheidung alle wesentlichen Umstände berücksichtigt, allgemeingültige Bewertungsmaßstäbe beachtet hat und ein fehlerfreies Verfahren eingehalten hat, ob insbesondere auch die selbstgesetzten Kriterien, namentlich in einer Ausschreibung, willkürfrei angewendet oder ob sachfremde Erwägungen angestellt worden sind (BAG, Urteil vom 21.01.2003, 9 AZR 307/02, Juris Rz. 32 = ZTR 2003, 572 ff., Urteil vom 21.01.2003, 9 AZR 72/02, Juris Rz. 32 ff. = ZTR 2003, 463 ff., Urteil vom 07.09.2004, 9 AZR 537/03, Juris Rs. 28 = ZTR 2005, 205 ff., Urteil vom 19.02.2008, 9 AZR 70/07, Juris Rz. 35 = NZA 2008, 1016, vgl. BVerfG…, Beschluss vom 29.05.2002, 2 BvR 723/99, Juris Rz. 13).
Ein derartiger, auf die Umsetzung von § 5 AGG gerichteter Hinweis ist zulässig (vgl. hierzu BAG 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - NZA 2003, 1036).
Art. 33 Abs. 2 GG schreibt für die noch offene Auswahlentscheidung nichts weiter vor (BAG 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - NZA 2003, 1036; 22. Juni 1993 - 1 AZR 590/92 - BAGE 73, 269 ).
Die gerichtliche Kontrolle beschränkt sich darauf, ob der Arbeitgeber bei seiner wertenden Entscheidung alle wesentlichen Umstände berücksichtigt, allgemeingültige Bewertungsmaßstäbe beachtet und ein fehlerfreies Verfahren eingehalten hat (BAG 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - NZA 2003, 1036; 21. Januar 2003 - 9 AZR 72/02 - AP Art. 33 Abs. 2 GG Nr. 59 ).
g) Liegen - wie hier - gleich qualifizierte Bewerbungen vor, verbleibt dem Arbeitgeber ein Auswahlermessen (BAG, Urteil vom 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - NZA 2003, 1036, 1038).
Die Gewichtung der einzelnen Qualifikationsmerkmale ist wesentlicher Bestandteil des Beurteilungsspielraums des Arbeitgebers (BAG, Urteil vom 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 - NZA 2003, 1036, 1038).
Der Bewerber muss absolut und im Verhältnis zu den Mitbewerbern der in jeder Hinsicht am besten geeignete sein (vgl. BAG 05.03.1996 - 1 AZR 590/92, AP GG Art. 3 Nr. 226; 02.12.1997 - 9 AZR 445/95, AP GG Art. 33 II Nr. 40; 21.03.2003 - 9 AZR 307/02, NZA 2003, 1036; 07.09.2004 - 9 AZR 537/03, NZA 2005, 879).
Ist das nicht der Fall, kann das Gericht nicht seine Beurteilung an die Stelle der Beurteilung des Arbeitgebers setzen (vgl. BAG 21.03.2003 a.a.O.;… 07.09.2004 a.a.O.).
Die gerichtliche Überprüfung hat sich darauf zu beschränken, ob der Arbeitgeber bei seiner wertenden Entscheidung alle wesentlichen Umstände berücksichtigt, allgemeingültige Bewertungsmaßstäbe beachtet hat und ein fehlerfreies Verfahren eingehalten hat (vgl. BAG 9 AZR 307/02 vom 21.1.2003, NZA 03, 1036, 1038).
Das LGG enthält in § 9 indessen eine Öffnungsklausel für männliche Bewerber und trägt dadurch rechtlichen Bedenken gegen einen absoluten Vorrang des Auswahlkriteriums der Frauenförderung Rechnung (vgl. BAG, Urteil vom 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 -, juris).
Die Berücksichtigung des Dienstalters im Rahmen einer Härtefallregelung ist zulässig und es dürfte auch nicht zu beanstanden sein, wenn zugunsten des männlichen Bewerbers erst ein mindestens 60 Monate höheres Dienstalter durchschlägt (vgl. BAG, Urteil vom 21. Januar 2003 - 9 AZR 307/02 -, juris).