Source: https://www.sbbt-reisdorf.de/anwalt_des_kindes.html
Timestamp: 2020-08-09 11:28:12
Document Index: 318614374

Matched Legal Cases: ['§ 158', '§158', '§ 1', '§ 158', '§ 1666', '§ 277', '§ 168']

Als Anwalt des Kindes (Verfahrensbeistand) unterstütze ich Kinder in familiengerichtlichen Verfahren
„Das Gericht hat dem minderjährigen Kind in Kindschaftssachen, die seine Person betreffen, einen geeigneten Verfahrensbeistand zu bestellen, soweit dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist.“ (§ 158 FamFG)
Aufgabe des Verfahrensbeistands
Meine Aufgabe als Verfahrensbeistand ist es, das wohlverstandene Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Dazu ist es geboten, die subjektiven Interessen (Wille des Kindes) und seine objektiven Interessen (Kindeswohl) zu berücksichtigen. Ebenso werde ich das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise informieren. Das Gericht kann mir zudem die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen, um am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken.
Ablauf der Verfahrensbeistandschaft
Sobald ich vom Gericht zum Verfahrensbeistand bestellt wurde, kann ich meine Arbeit aufnehmen.
Zunächst sehe ich mir alle relevanten Gerichtsakten an, um einen ersten Eindruck zu erhalten.
Dann nehme ich Kontakt zu den Eltern/Sorgeberechtigten auf und vereinbare einen ersten Gesprächstermin am Wohnort des Kindes.
In dieser vertrauten Umgebung findet ein erster Kontakt mit dem Kind statt. Durch Gespräche, Spiele und Beobachtungen ist es nun meine Aufgabe, die Wünsche und Interessen des Kindes zu erfassen und Lösungen zu finden. Einen weiteren Kontakt mit dem Kind vereinbare ich in der Regel an einem neutralen Ort und lade das Kind z.B. zu einem Spielplatzbesuch oder zum Eis essen ein.
Soweit dies beauftragt wurde, werde ich auch mit den Eltern/Sorgeberechtigten und anderen Bezugspersonen z.B. aus Kita oder Schule sprechen.
Abschließend verfasse ich in der Regel eine schriftliche Stellungnahme für das Gericht und spreche meine Empfehlung zum weiteren Vorgehen aus.
Beim Gerichtstermin bin ich als Beteiligter am Gerichtsverfahren - wie die Anwälte der Eltern - anwesend und achte darauf, dass die Interessen des Kindes im Verfahren berücksichtigt werden.
Bei persönlichen Anhörungen des Kindes durch den/die FamilienrichterIn, werde ich auch hier das Kind begleiten und unterstützen.
In einem Abschlussgespräch bespreche ich mit dem Kind das Ergebniss der Gerichtsverhandlung und kläre über mögliche weitere Schritte auf (z.B. Beschwerdeverfahren).
Die Vergütung des Verfahrensbeistand wird zunächst aus der Staatskasse gezahlt (§158 Abs. 7 Satz 5 FamF). Gemäß § 1 Satz 1 GKG iVm KV 2013 FamGKG ist das Gericht berechtigt, die Kosten des Verfahrensbeistandes vollständig von dem Kostenschuldner zurückzufordern.
§ 158 FamFG Verfahrensbeistand (zum Klappen hier klicken)
2. in Verfahren nach den §§ 1666 und 1666a des Bürgerlichen Gestzbuchs, wenn die teilweise oder vollständige Entziehung der Personensorge in Betracht kommt,
(7) Für den Ersatz von Aufwendungen des nicht berufsmäßigen Verfahrensbeistands gilt § 277 Abs. 1 entsprechend. Wird die Verfahrensbeistandschaft berufsmäßig geführt, erhält der Verfahrensbeistand für die Wahrnehmung seiner Aufgaben nach Absatz 4 in jedem Rechtszug jeweils eine einmalige Vergütung in Höhe von 350 Euro. Im Fall der Übertragung von Aufgaben nach Absatz 4 Satz 3 erhöht sich die Vergütung auf 550 Euro. Die Vergütung gilt auch Ansprüche auf Ersatz anlässlich der Verfahrensbeistandschaft entstandener Aufwendungen sowie die auf die Vergütung anfallende Umsatzsteuer ab. Der Aufwendungsersatz und die Vergütung sind stets aus der Staatskasse zu zahlen. Im Übrigen gilt § 168Abs. 1 entsprechend.