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Timestamp: 2019-11-18 09:56:18
Document Index: 50940355

Matched Legal Cases: ['§ 82', '§ 28', '§ 28', '§ 3', '§ 82', '§ 85', '§ 19', '§ 61', '§ 64']

Hinzuverdienst bei Leistungen aus SGB XII - www.forum-sozialhilfe.de
Hinzuverdienst bei Leistungen aus SGB XII
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Ungelesener Beitragvon doxter » 10.04.2019, 12:31
ich habe einen GdB von 100%, bin EU Rentner und werde aktuell durch einen mobilen Pflegedienst versorgt. Um die Versorgung abzusichern, fließen neben der Kombileistung zusätzlich Leistungen aus dem SGB XII in die Abrechnung des Pflegedienstes ein. Weitere Leistungen zum Lebensunterhalt erhalte ich von Seiten des Sozialamtes nicht.
Kann ich auf Grund deser Tatsache noch etwas durch Arbeit von Zuhause aus dazuverdienen? Ich benötige das Gefühl, selber Geld verdient zu haben und nich nur einfach so zu bekommen.
Re: Hinzuverdienst bei Leistungen aus SGB XII
Ungelesener Beitragvon CuttySark » 10.04.2019, 14:02
Wenn Du Leistungen aus dem SGB XII bekommst, sieht der Sachverhalt noch anders aus.
Das Einkommen, das berücksichtigt wird, richtet sich nach § 82 SGB XII.
Absatz 3 bestimmt hier:
„1Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbstständiger und nicht selbstständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28. 2Abweichend von Satz 1 ist bei einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen von dem Entgelt ein Achtel der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28 zuzüglich 25 vom Hundert des diesen Betrag übersteigenden Entgelts abzusetzen. 3Im Übrigen kann in begründeten Fällen ein anderer als in Satz 1 festgelegter Betrag vom Einkommen abgesetzt werden. 4Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, ist abweichend von den Sätzen 1 und 2 ein Betrag von bis zu 200 Euro monatlich nicht als Einkommen zu berücksichtigen.“
Hieraus folgt, dass Sie grundsätzlich hinzuverdienen können, so viel, wie Sie wollen. Allerdings hat der Hinzuverdienst Auswirkungen auf die Höhe der Grundsicherung.
Wie sich aus § 82 SGB XII ergibt, werden 30 % des Brutto-Hinzuverdienstes abgezogen, maximal die Hälfte des Eckregelsatzes.
Die so gewonnenen bereinigten Einkommensdaten werden dann in die Berechnung der Grundsicherung eingerechnet.
Es ist also nicht so, dass Sie nur einen bestimmten Betrag hinzuverdienen können. Vielmehr sind Sie als Altersrentner so gestellt, dass hier keine Grenzen einzuhalten sind.
Wie hoch die Grundsicherung dann im Einzelnen ausfallen wird, hängt auch von den angemessenen Kosten der Unterkunft und Heizung ab.
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 10.04.2019, 15:26
Hallo doxter,
ich mache es etwas kürzer als mein 'Vorschreiber': wenn SGB XII-Leistungen bezogen werden, dürfen 30% des Verdienstes, max. halber Regelbedarf, behalten werden. Der Rest des Verdienstes wird leider angerechnet.
Zuletzt geändert von Heinrich am 10.04.2019, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.
Ungelesener Beitragvon doxter » 10.04.2019, 19:52
und vielen Dank für die schnellen Anworten!
Ungelesener Beitragvon CuttySark » 11.04.2019, 08:20
Moin, Moin doxter,
wir freuen uns alle, die wir hier schreiben, Mitmenschen helfen zu können, denn auch wir haben oder hatten Probleme zu lösen. Drücke Dir ganz fest die Daumen, dass alles zu Deiner Zufriedenheit verläuft.
Du musst übrigens nicht zwangsläufig "arbeiten, jobben" oder wie immer Du die Tätigkeit nennst, um Geld zu verdienen. Ich mache im Jahr ca. 150 bis 200 € auf den Monat gerechnet anrechnungsfrei nur durch die Ausnutzung von Angeboten des Marktes. Gesetzliche Krankenversicherung 100 € aus Bonusauszahlungen, Banken bieten oder boten Programme für neue Kontenverbindungen durch Boni (Commerzbank 100 €, Wüstenrot 170 €, Kreditkartenanbieter 50 €, PayBack in verschiedenen Abstufungen, Strom- und Gasanbieter wechsel ich jährlich zum 01. Februar eines Jahres.
Also schön informieren und handeln.
Ungelesener Beitragvon Colloredo » 11.04.2019, 08:43
ich verstehe doxter so, dass er eben keine Grundsicherung/Hilfe zum Lebensunterhalt bezieht sondern nur einen Zuschuss zu den Kosten des Pflegedienstes vom Sozialamt bekommt.
Die von euch bisher zitierten 30% Freibetrag gelten aber nur für den Bezug von Grundsicherung /HLU .
Bei der Hilfe zur Pflege wird der Einkommenseinsatz komplett anders berechnet.
Es wird eine Einkommensgrenze aus dem doppelten Regelbedarf (also 848 € derzeit) plus Kosten der Unterkunft (ohne Heizung) berechnet.
Wenn das Einkommen unter dieser Einkommensgrenze liegt, muss man für die Hilfe zur Pflege gar nichts zuzahlen.
Wenn das Einkommen über dieser Einkommensgrenze liegt, können nochmals für verschiedene Konstellationen verschiedene Prozentbeträge freigelassen werden und da restliche Einkommen muss dann eingesetzt werden.
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 11.04.2019, 09:46
im Eingangsbeitrag ist von Leistungen nach SGB XII die Rede. In diesem Zusammenhang kenne ich nur den genannten Freibetrag.
Kann aber natürlich gut sein, daß Du Recht hast. Mein Bruder "Rolf" und ich sind eben Laien ...
Ungelesener Beitragvon CuttySark » 11.04.2019, 09:55
Herzlichen Dank für Deine Aufklärung. Zum einen hatte ich das so nicht verstanden und hätte ich es verstanden, so hätte ich es nicht gewusst. Dann unterliegt doxter lediglich den Anrechnungen der Rentenversicherung, wenn keine Leistungen aus dem SGB XII erfolgen.
Ungelesener Beitragvon w12 » 11.04.2019, 10:32
Colloredo hat recht.
Da wir Laien uns gerne weiterbilden (wollen):
Hilfe zur Pflege 7. Kapitel, Einkommenseinsatz bei Leistungen nach dem 5. - 9. Kapitel, § 85 SGB XII ff.
Ungelesener Beitragvon doxter » 11.04.2019, 10:34
es ist genau so wie es Colloredo geschrieben hat. Ich bekomme zum einen:
Leistungen der Hilfe zur Pflege nach §§ 19 Abs. 3 i.V.m. §§ 61 ff. SGBXII
in Höhe von bis zu 4.000 Euro. Diese Gelder gehen komplett zum Pflegedienst. Des Weiteren erhalte ich aus den o.g. Leistungen Pflegegeld gem. § 64a SGB XII (Pflegegrad 4) in Höhe von 242,67 Euro.
Ich bekomme keine Grundsicherung/Hilfe zum Lebensunterhalt! Wie verhält es sich in diesem Fall mit der Zuverdienst Grenze?
Sorry, dass ich mich nicht verständlich ausgedrückt habe.
VG. Frank alias doxter
Zuletzt geändert von doxter am 11.04.2019, 10:37, insgesamt 2-mal geändert.