Source: https://www.bghw.de/die-bghw/bghw-in-zahlen/jahresbilanz-2017/jahresbilanz-2017
Timestamp: 2020-02-25 09:25:25
Document Index: 98361903

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Jahresbilanz 2017 — BGHW-Website
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Wofür die BGHW Geld ausgibt
Versicherte (Vollarbeiter)
Unfälle und Berufskrankheiten
Wofür die BGHW Geld ausgibt (Stand 2017)
Ausgaben 2017 in Euro
Ausgaben für Betrag in Euro
Prävention 72.792.287,44
(davon Ausgleichslast 148.104.849,68€) 1.009.620.776,99
Verwaltungskosten 112.572.741,60
Sonstige Kosten* 106.074.705,30
Gesamt 1.301.060.511,33
* darunter fallen z.B. Beitragsausfälle und Zuführungen zu Altersrückstellungen
Die Entschädigungsleistungen lassen sich in vier Gruppen unterteilen:
Rehabilitation Kosten für ambulante und stationäre Heilbehandlung, Zahnersatz, Teilhabeleistungen und Pflege.
Verletztengeld Kosten für die Entgeltersatzleistungen nach Wegfall der gesetzlichen Lohnfortzahlung und die Kosten der besonderen Unterstützung.
Renten Versicherten- und Hinterbliebenenrenten
Sonstige Leistungen Die im Leistungskatalog der gesetzlichen Unfallversicherung enthaltenen Positionen, die neben den anderen Leistungen gezahlt wurden.
Diese setzten sich 2017 wie folgt zusammen:
Rehabilitation 348.310.368
Verletztengeld 74.945.709
Renten 424.068.311
Sonstige Leistungen 14.191.539
Gesamt 861.515.927
Die Rentenzahlungen an Versicherte der BGHW bilden mit einem Anteil von 49 Prozent den größten Posten bei den Entschädigungsleistungen. An zweiter Stelle folgen die Rehabilitationskosten, die mit 40 Prozent über ein Drittel der Gesamtausgaben im Entschädigungsbereich ausmachen.
Versicherte oder deren Hinterbliebene erhalten eine Rente bzw. Sterbegeld, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. 2017 zahlte die BGHW an insgesamt 67.065 Rentenempfänger Renten in Höhe von 424,1 Millionen Euro.
Zahl der Renten 2017 nach Empfängergruppen
Empfangsgruppe Zahl der Rentenempfänger
Versicherte 59.711
Witwen, Witwer 6.500
Waisen 853
Sonstige Berechtigte 1
GESAMT 67.065
Bei der BGHW sind rund 374 000 Mitgliedsunternehmen mit rund 4,6 Millionen Beschäftigten* versichert. Dabei überwiegen mit einem Anteil von 86 Prozent kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. In diesen Unternehmen sind aber „nur“ 16,5 Prozent der Versicherten beschäftigt. Lediglich 3,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen haben 50 und mehr Beschäftigte; sie stellen aber fast zwei Drittel der Versicherten.
* hierbei sind Teilzeit-Beschäftigte umgerechnet in Vollzeit-Beschäftigte („Vollarbeiter“)
Anteil der Mitgliedsunternehmen nach Unternehmensgröße
Unternehmen mit Anzahl Unternehmen Prozent Prozent(kumuliert)
weniger als 10 Beschäftigte 319.934 85,6 85,6
10 bis 49 Beschäftigte 41.864 11,2 96,8
50 bis 249 Beschäftigte 9.834 2,6 99,4
250 und mehr Beschäftigte 2.058 0,6 100,0
Gesamt 373.690 100,0
Verteilung der Versicherten (Vollarbeiter) nach Unternehmensgröße
Beschäftigte in Unternehmen mit Anzahl Beschäftigte Prozent Prozent(kumuliert)
weniger als 10 Beschäftigte 754.505 16,5 16,5
10 bis 49 Beschäftigte 883.116 19,3 35,8
50 bis 249 Beschäftigte 975.043 21,3 57,1
250 und mehr Beschäftigte 1.961.246 42,9 100,0
Gesamt 4.573.910 100,0
Im Jahr 2017 wurden der BGHW 267.174 Unfälle angezeigt. 128.805 dieser Unfälle hatten eine mehr als dreitägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge und waren damit anzeigepflichtig. In 2003 Fällen waren die Verletzungsfolgen so schwerwiegend, dass es im Berichtsjahr erstmals zu einer Entschädigung in Form einer Rente bzw. Abfindung oder zur Zahlung von Sterbegeld gekommen ist (neue Unfallrente). Tödlich verletzt wurden 71 Menschen, die Mehrzahl davon (45 Unfälle) bei Straßenverkehrsunfällen.
Unfallzahlen Arbeitsunfälle Wegeunfälle Gesamt
Angezeigte Unfälle 225.242 41.932 267.174
Anzeigepflichtige Unfälle 105.852 22.953 128.805
Neue Unfallrenten 1472 531 2.003
Tödliche Unfälle 38 33 71
Ein empirisches Maß zur Beschreibung des Unfallrisikos ist die Unfallhäufigkeit. Hierbei wird, wie bereits erwähnt, die Zahl der Unfälle zu der Beschäftigtenzahl in Beziehung gesetzt. Man erhält dann eine Angabe „Unfälle je 1000 Beschäftigte“ – häufig als „Tausend-Mann-Quote“ bezeichnet. Diese Größe beträgt bei der BGHW bei den anzeigepflichtigen Unfällen 28,1.
Unfallhäufigkeit (berechnet) Arbeitsunfälle Wegeunfälle Gesamt
Angezeigte Unfälle 49,1 9,1 58,2
Anzeigepflichtige Unfälle 23,1 5,0 28,1
Neue Unfallrenten 0,321 0,116 0,437
Tödliche Unfälle 0,008 0,007 0,015
Im Jahr 2017 sind bei der BGHW 3.899 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit eingegangen. Als Berufskrankheit im juristischen Sinne anerkannt wurden 704 Fälle, 239 Betroffene erhalten eine ab 2017 laufende Rentenzahlung. In weiteren 1.425 Fällen wurde die berufliche Verursachung der Erkrankung festgestellt; eine Berufskrankheit im juristischen Sinne lag jedoch nicht vor, weil besondere versicherungsrechtliche Voraussetzungen nicht erfüllt waren – etwa die Aufgabe der gefährdenden Tätigkeit. Die Berufsgenossenschaft übernimmt in diesen Fällen die medizinische Rehabilitation und berät die Erkrankten über mögliche Schutzmaßnahmen. In 1.988 Fällen ist der Verdacht auf eine Berufskrankheit nicht bestätigt worden. In Folge einer Berufskrankheit sind im Berichtsjahr 109 Versicherte verstorben. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelte es sich dabei um asbestverursachte Erkrankungen, deren Ursachen in der Regel bereits Jahrzehnte zurückliegen.
Bei den Rentenfällen dominieren mit einem Anteil von 57 Prozent die Erkrankungen der Atemwege oder der Lunge. Hier spielen insbesondere Erkrankungen durch Einwirkung von Asbest eine Rolle. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Verdachtsanzeigen: Bei den meisten Anzeigen handelt es sich um Hautkrankheiten, gefolgt von Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen, insbesondere Lärmerkrankungen und Schädigungen der Wirbelsäule.
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