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Timestamp: 2020-02-24 00:01:17
Document Index: 219825210

Matched Legal Cases: ['§ 224', '§ 65', '§ 153', 'Art. 103', '§ 202', '§ 224', '§ 65', 'Art. 2', '§ 153', 'Art. 103', '§ 62', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 224']

BSG, 09.04.2003 - B 5 RJ 140/02 B - dejure.org
https://dejure.org/2003,8073
BSG, 09.04.2003 - B 5 RJ 140/02 B (https://dejure.org/2003,8073)
BSG, Entscheidung vom 09.04.2003 - B 5 RJ 140/02 B (https://dejure.org/2003,8073)
BSG, Entscheidung vom 09. April 2003 - B 5 RJ 140/02 B (https://dejure.org/2003,8073)
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Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit - Beschwerde gegen Nichtzulassung der Revision - Verletzung des rechtlichen Gehörs - Anspruch auf Fristverlängerung - Pflicht zur Anhörung der Beteiligten - Gewährung von Zeit zur Durchführung ärztlicher Konsultation
SG München, 22.05.2001 - 25 RJ 2116/98
LSG Bayern, 28.05.2002 - L 6 RJ 394/01
Der Grundsatz des Anspruchs auf ein faires Verfahren verpflichtet den Richter, wie den Sachverständigen, vielmehr zur Rücksichtnahme gegenüber den Verfahrensbeteiligten in ihrer konkreten Situation (vgl. BSG, Beschluss vom 9. April 2003, Az.: B 5 RJ 140/02 B).
BSG, 05.02.2009 - B 13 RS 85/08 B
Ihm ist nur Genüge getan, wenn den Beteiligten Gelegenheit sowohl zur Äußerung von etwaigen Bedenken, die sie gegen eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung (und ohne Hinzuziehung der ehrenamtlichen Richter) haben, als auch zur Stellungnahme in der Sache selbst eingeräumt wird (BSG vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B, Juris RdNr 8).
Ein erheblicher Grund wird daher regelmäßig zur völligen Reduzierung des Ermessens führen, mit der Folge, dass dem Verlängerungsgesuch stattgegeben werden muss, wenn sonst das rechtliche Gehör verletzt wäre (BSG vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B, Juris RdNr 9).
Eine Glaubhaftmachung iS des § 224 Abs. 2 ZPO ist nicht erforderlich (BSG vom 9.4.2003 aaO;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG-Komm, 9. Aufl 2008, § 65 RdNr 3).
Dem rechtlichen Gehör ist Genüge getan, wenn den Beteiligten Gelegenheit sowohl zur Äußerung von etwaigen Bedenken, die sie gegen eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung (und ohne Hinzuziehung der ehrenamtlichen Richter) haben, als auch zur Stellungnahme in der Sache selbst eingeräumt wird (vgl BSG Beschluss vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 8) .
Die Anhörungspflicht nach § 153 Abs. 4 Satz 2 SGG ist Ausdruck des verfassungsrechtlichen Gebots des rechtlichen Gehörs (Art. 103 des Grundgesetzes ), das im Beschlussverfahren nicht verkürzt werden darf (BSG vom 9. April 2003 - B 5 RJ 140/02 B).
Damit ist ua gemeint, dass der Richter sich nicht widersprüchlich verhalten darf und zur Rücksichtnahme gegenüber den Verfahrensbeteiligten in ihrer konkreten Situation verpflichtet ist (vgl BSG Beschluss vom 9. April 2003 - B 5 RJ 140/02 B -, veröffentlicht in JURIS, mwN).
Dies gilt grundsätzlich unabhängig davon, ob erhebliche Gründe iS von § 202 S 1 SGG iVm § 224 Abs. 2 ZPO (vgl hierzu Beschluss des Senats vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 9) für eine Verlängerung der richterlichen Frist nach § 65 SGG vorgetragen werden.
Das Gebot rechtlichen Gehörs ist eine Ausprägung des Rechts auf ein faires Verfahren (Art. 2 Abs. 1 GG iVm dem Rechtsstaatsprinzip, vgl hierzu Beschluss des Senats vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 10) .
Die nach § 153 Abs. 4 S 2 SGG zu gewährende Anhörung ersetzt die im Rahmen der mündlichen Verhandlung bestehende Gelegenheit, auf den Gang des Verfahrens Einfluss zu nehmen (Beschluss des Senats vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 9) .
Diese Anhörungspflicht ist Ausdruck des verfassungsrechtlichen Gebots des rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG, § 62 SGG), das im Beschlussverfahren nicht verkürzt werden darf (Senatsbeschluss vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 8;… BSG Urteil vom 17.9.1997 - 6 RKa 97/96 - SozR 3-1500 § 153 Nr. 4 S 11 f mwN …sowie Beschluss vom 29.8.2006 - B 13 R 37/06 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 5 RdNr 5).
Denn die Anhörung soll dem Berufungskläger Gelegenheit geben, sich in der Sache selbst zu äußern und etwaige Bedenken bzw (sachdienliche) Einwände gegen eine Entscheidung im vereinfachten Beschlussverfahren (ohne Hinzuziehung ehrenamtlicher Richter) vorzutragen (vgl Senatsbeschluss vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B - Juris RdNr 8 sowie BSG Urteil vom 21.6.2001 - B 7 AL 94/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 14 S 45 und Beschluss vom 31.7.2012 - B 13 R 179/12 B - BeckRS 2012, 72336 RdNr 7).
Ein erheblicher Grund werde daher regelmäßig - wie bei einem Antrag auf Verlegung oder Vertagung der mündlichen Verhandlung - zur völligen Reduzierung des Ermessens führen mit der Folge, dass dem Verlängerungsgesuch stattgegeben werden müsse, wenn sonst das rechtliche Gehör verletzt wäre (vgl. BSG, Beschluss vom 9. April 2003 - B 5 RJ 140/02 B - JURIS-Dokument Rdnr. 9; BSG…, Beschluss vom 5. Februar 2009 - B 13 RS 85/08 B - JURIS-Dokument Rdnr. 17).
Eine Glaubhaftmachung im Sinne von § 224 Abs. 2 SGG ist nicht erforderlich (vgl. BSG, Beschluss vom 9. April 2003, a. a. O., Rdnr. 10; BSG…, Beschluss vom 5. Februar 2009, a. a. O., m. w. N.).
Ohne Bescheidung des Antrags des Klägers vom 29.10.2008 durfte es aber vor Ablauf des in diesem genannten Verlängerungszeitraums nicht in der Sache entscheiden (vgl BSG vom 9.4.2003 - B 5 RJ 140/02 B, Juris RdNr 13;… BSG vom 31.7.2002 aaO; BSG vom 5.6.1997 - 7 RAr 58/96, Juris RdNr 12).