Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.03.1990&Aktenzeichen=I%20ZR%20239/87
Timestamp: 2019-05-25 12:22:15
Document Index: 229384845

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'BGH', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'Art. 12', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 3']

BGH, 08.03.1990 - I ZR 239/87 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1749
BGH, 08.03.1990 - I ZR 239/87 (https://dejure.org/1990,1749)
BGH, Entscheidung vom 08.03.1990 - I ZR 239/87 (https://dejure.org/1990,1749)
BGH, Entscheidung vom 08. März 1990 - I ZR 239/87 (https://dejure.org/1990,1749)
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Werbehinweis - Irreführung - Masseur - Medizinischer Bademeister - Krankengymnastik - Werbeverbot - Berechtigung zur Ausübung
Irreführung/Inhaber oder Personal
"Krankengymnastik"; Wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit des Hinweises eines Masseurs und medizinischen Bademeisters auf Krankengymnastik
NJW-RR 1991, 494
GRUR 1990, 1032
Mit Blick auf die Berufsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 GG kann deshalb ein uneingeschränktes Verbot unverhältnismäßig sein, das auf die Untersagung eines Hinweises auf eine rechtlich erlaubte berufliche Tätigkeit gerichtet ist (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 1990 - I ZR 239/87, GRUR 1990, 1032, 1034 = WRP 1990, 688 - Krankengymnastik; OLG Frankfurt am Main…, Urteil vom 7. Juni 2005 - 14 U 198/04, juris Rn. 31;… Bornkamm in Köhler/Bornkamm aaO § 5 Rn. 5.154;… Lindacher in GK-UWG, 2. Aufl., § 5 Rn. 883;… Dreyer in Harte/Henning, UWG, 3. Aufl. § 5 Rn. B 204).
Einschränkungen der Berufsfreiheit sind im Einzelfall mit Art. 12 Abs. 1 GG nur vereinbar, wenn sie vernünftigen Zwecken des Gemeinwohls dienen und den Berufstätigen nicht übermäßig oder unzumutbar treffen (BVerfGE 85, 248, 261 f.; BGH, Urt. v. 8.3.1990 - I ZR 239/87, GRUR 1990, 1032, 1034 = WRP 1990, 688 - Krankengymnastik).
Denn in Anbetracht der Vielzahl von allgemeinen Regelungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens liegt es nahe, dass die angesprochenen Verkehrskreise davon ausgehen, wer eine bestimmte Behandlungsweise anbiete - hier die medizinische Fußpflege - werde das nur aufgrund der einschlägigen Vorschriften tun und habe auch die nach diesen Vorschriften geregelte Berufsausbildung durchlaufen, wobei es für die Anwendung des § 3 UWG unerheblich ist, ob der Verkehr den Inhalt der Vorschrift im einzelnen kennt (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 1990 - I ZR 239/87, juris Rn. 22).
Da das Publikum seit langem an das Bestehen von das Gesundheitswesen regelnden Vorschriften gewöhnt ist, hängt das Entstehen einer Irreführungsgefahr auch nicht davon ab, dass sich zunächst bei dem Publikum das Bewusstsein einer durch Erlaubnispflicht qualifizierten Berufsbezeichnung durchgesetzt hat (BGH, Urteil vom 8. März 1990 - I ZR 239/87, aaO).
Dabei ist ferner einzubeziehen, ob es der Beklagten zumutbar wäre, sonstige Angaben zu machen, um Fehlvorstellungen zu vermeiden (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 1990 - I ZR 239/87, aaO Rn. 24).
BGH, Urteile vom 13.12.1984 - I ZR 71/83 -, MDR 1985, S. 736 und 8.3.1990 - I ZR 239/87 -, MDR 1991, S. 30; Bornkamm, a.a.O., § 5 UWG Rdnr. 4.5; Doepner, a.a.O., § 3 Rdnr. 20. .