Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/raub-gewalt-drohung-3134408
Timestamp: 2020-07-04 13:08:53
Document Index: 73059501

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Raub, Gewalt, Drohung - und der Finalzusammenhang | Rechtslupe
Raub, Gewalt, Drohung - und der Finalzusammenhang
Raub, Gewalt, Dro­hung – und der Final­zu­sam­men­hang
Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss zwi­schen der Dro­hung mit oder dem Ein­satz von Gewalt und der Weg­nah­me beim Raub eine fina­le Ver­knüp­fung bestehen; Gewalt oder Dro­hung müs­sen das Mit­tel zur Ermög­li­chung der Weg­nah­me sein.
An einer sol­chen Ver­knüp­fung fehlt es, wenn eine Nöti­gungs­hand­lung nicht zum Zwe­cke der Weg­nah­me vor­ge­nom­men wird, son­dern der Täter den Ent­schluss zur Weg­nah­me erst nach Abschluss die­ser Hand­lung fasst [1].
Des­halb genügt der Umstand, dass die Wir­kun­gen eines ohne Weg­nah­me­vor­satz ein­ge­setz­ten Nöti­gungs­mit­tels noch andau­ern und der Täter dies aus­nutzt, für die Annah­me eines Rau­bes nicht. Auch das blo­ße Aus­nut­zen der Angst eines der Ein­wir­kung des Täters schutz­los aus­ge­lie­fer­ten Opfers vor Fort­füh­rung bis­lang nicht auf die Ermög­li­chung der Weg­nah­me von Sachen gerich­te­ter Gewalt­hand­lun­gen reicht – ohne aktu­el­le Dro­hung erneu­ter Gewalt­an­wen­dung – nicht aus [2].
Dem­nach ist der Straf­tat­be­stand des Rau­bes regel­mä­ßig dann gege­ben, wenn mit dem Nöti­gungs­mit­tel kör­per­li­cher Wider­stand über­wun­den oder auf­grund der Zwangs­wir­kung unter­las­sen und es hier­durch dem Täter ermög­licht wird, den Gewahr­sam zu bre­chen. Der Tat­be­stand ver­langt aller­dings nicht, dass der Ein­satz des Nöti­gungs­mit­tels objek­tiv erfor­der­lich ist oder die Weg­nah­me zumin­dest kau­sal för­dert [3]. Es genügt, dass aus Sicht des Täters der Ein­satz des Nöti­gungs­mit­tels not­wen­dig ist (Final­zu­sam­men­hang). Allein sei­ne Vor­stel­lung und sein Wil­le sind für den Final­zu­sam­men­hang maß­ge­bend [4].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Sep­tem­ber 2018 – 1 StR 413/​18
vgl. nur BGH, Urtei­le vom 20.01.2016 – 1 StR 398/​15, BGHSt 61, 141; vom 22.09.1983 – 4 StR 376/​83, BGHSt 32, 88, 92; und vom 20.04.1995 – 4 StR 27/​95, BGHSt 41, 123, 124; und vom 16.01.2003 – 4 StR 422/​02, NStZ 2003, 431, 432; Beschlüs­se vom 21.03.2006 – 3 StR 3/​06, NStZ 2006, 508; vom 24.02.2009 – 5 StR 39/​09, NStZ 2009, 325; vom 25.09.2012 – 2 StR 340/​12, NStZ-RR 2013, 45, 46; und vom 18.02.2014 – 5 StR 41/​14, NStZ 2015, 156[↩]
vgl. nur BGH, Urteil vom 20.01.2016 – 1 StR 398/​15, BGHSt 61, 141 mwN[↩]
BGH, Urtei­le vom 20.01.2016 – 1 StR 398/​15, BGHSt 61, 141; vom 21.05.1953 – 4 StR 787/​52, BGHSt 4, 210, 211; und vom 19.04.1963 – 4 StR 92/​63, BGHSt 18, 329, 331[↩]
BGH, Urtei­le vom 20.01.2016 – 1 StR 398/​15, BGHSt 61, 141; und vom 06.10.1992 – 1 StR 554/​92, NStZ 1993, 79; Beschluss vom 28.04.1989 – 4 StR 184/​89, StV 1990, 159, 160[↩]
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