Source: https://www.lecturio.de/jura/strafrecht-bt-1/brandstiftung-tathandlungen-minder-schwere-faelle.vortrag
Timestamp: 2020-05-28 10:48:39
Document Index: 293426363

Matched Legal Cases: ['§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306']

Brandstiftung (§ 306 StGB), minder schwere Fälle der Brandstiftung (§ 306 II StGB)
Brandstiftung (§ 306 StGB), minder schwere Fälle der Brandstiftung (§ 306 II StGB) von RA Stefan Koslowski
Der Vortrag „Brandstiftung (§ 306 StGB), minder schwere Fälle der Brandstiftung (§ 306 II StGB)“ von RA Stefan Koslowski ist Bestandteil des Kurses „Strafrecht Besonderer Teil 1: Straftaten gegen Individualrechtsgüter und gegen Rechtsgüter der Allgemeinheit“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
Vervollständigen Sie folgende Definition: In Brand gesetzt ist ein Tatobjekt, wenn ...
ein wesentlicher Bestandteil des Objekts in solcher Weise vom Feuer ergriffen ist, dass es auch nach Entfernen oder Erlöschen des Zündstoffes selbstständig weiterbrennen kann.
ein Bestandteil des Objekts in solcher Weise vom Feuer ergriffen ist, dass es auch nach Entfernen oder Erlöschen des Zündstoffes selbstständig weiterbrennen kann.
ein wesentlicher Bestandteil des Objekts in solcher Weise vom Feuer ergriffen ist, dass sich das Feuer unkontrolliert ausbreiten kann.
ein wesentlicher Bestandteil des Objekts in solcher Weise vom Feuer ergriffen ist, dass das Feuer auf andere Objekte übergreift.
Wann liegt nach der herrschenden Meinung ist ein "Inbrandsetzen" vor?
Ein "Inbrandsetzen" ist nur in den Fällen gegeben, in denen ein neuer Brandherd geschaffen wird.
Ein "Inbrandsetzen" ist auch in den Fällen möglich, in denen der Brand beschleunigt oder intensiviert wird (Nachgießen von Öl).
Ein "Inbrandsetzen" ist erst gegeben, wenn durch den Brand ein erheblicher Sachschaden eingetreten ist.
Ein "Inbrandsetzen" ist erst gegeben, wenn der Täter das Feuer nicht mehr kontrollieren kann und sich dieses selbstständig ausbreitet.
A kommt in seinen Garten und sieht, dass ein Blitz in seinen Baum eingeschlagen hat. Der Baum hat Feuer gefangen und die Funken drohen, auf das Haus des Nachbarn N überzuspringen. N war dem A ohnehin schon immer verhasst. Er könnte den Baum einfach mit Wasser aus seinem Gartenschlauch löschen. Dennoch unternimmt er nichts und beobachtet, wie das Anwesen des N Feuer fängt und abbrennt. Hat A als Garant durch Unterlassen den Tatbestand der Brandstiftung § 306 StGB erfüllt?
Nein. Das Weiterbrennenlassen eines Feuers erfüllt dem Wortlaut nach nicht den objektiven Tatbestand des "Inbrandsetzens".
Ja. Auch das Weiterbrennenlassen birgt die typische Gefahr einer Brandstiftung. Dem Sinn und Zweck der Norm nach - dem Schutz des Eigentums - ist der Tatbestand erfüllt.
Eine Garantenstellung besteht nach Ingerenz, weil A die Möglichkeit hatte, den Baum zu löschen, und dies dennoch unterlassen hatte.
Der Wortlautauslegung des "Inbrandsetzens" steht entgegen, dass das geschützte Rechtsgut des § 306 StGB von erheblichem Wert ist. Gleichzeitig wäre es für A leicht gewesen, den Brand zu löschen. Sinn und Zweck der Norm ist es unter diesen Umständen, auch derartiges Verhalten zu bestrafen.
Dozent des Vortrages Brandstiftung (§ 306 StGB), minder schwere Fälle der Brandstiftung (§ 306 II StGB)