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Timestamp: 2019-07-22 13:27:53
Document Index: 133011896

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 114', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 114', '§ 161', '§ 164', '§ 171']

BFH, 06.07.1999 - VIII R 46/94 - dejure.org
https://dejure.org/1999,709
BFH, 06.07.1999 - VIII R 46/94 (https://dejure.org/1999,709)
BFH, Entscheidung vom 06.07.1999 - VIII R 46/94 (https://dejure.org/1999,709)
BFH, Entscheidung vom 06. Juli 1999 - VIII R 46/94 (https://dejure.org/1999,709)
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EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; HGB §§ 114, 116, 161
Sonderbetriebseinnahmen - Alleingesellschafter - Geschäftsführer - Verwaltungsleistung - Managementleistung
Zur Behandlung von Verwaltungs- und Managementleistungen eines Kommanditisten gegenüber einer KG durch eine zwischengeschaltete Kapitalgesellschaft als Sonderbetriebseinnahmen
Die Gewinnermittlung bei der GmbH & Co. KG
Die Grundaussage
Das Betriebsvermögen (BV) bei der GmbH & Co. KG
FG Baden-Württemberg, 29.06.1994 - 10 K 15/94
BFHE 189, 139
BB 1999, 1856
DB 1999, 1837
BStBl II 1999, 720
NZG 1999, 1075
§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erfasst dabei auch solche Einnahmen der Gesellschafter, die ohne diese Vorschrift als Einkünfte aus selbständiger Arbeit zu erfassen wären (zuletzt Bundesfinanzhof Urteil vom 6.7.1999 - VIII R 46/94 - BFHE 189, 139 mwN) .
a) Die von der Klägerin der Vertriebs-GmbH erstatteten Geschäftsführerbezüge der Beigeladenen waren als Sondervergütungen i.S. von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG einheitlich und gesondert festzustellen (vgl. BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94, BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 1. der Gründe, m.w.N.).
Sondervergütungen kommen auch in Betracht, wenn ein Dritter in den Leistungsaustausch zwischen dem Gesellschafter und der Personengesellschaft eingeschaltet ist, sofern die Leistung des Gesellschafters nicht dem zwischengeschalteten Dritten, sondern der leistungsempfangenden Personengesellschaft zugute kommen soll (BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 2. der Gründe, m.w.N.).
Der BFH hat in gefestigter Rechtsprechung § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG auch auf Vergütungen angewandt, die bei einer GmbH & Co. KG der Kommanditist dafür erhält, dass er in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Komplementär-GmbH die Geschäfte der KG führt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 2.b der Gründe).
Er erfüllt nicht nur eine Verpflichtung der GmbH, sondern zugleich eine persönliche Verpflichtung gegenüber der KG (BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 2.b der Gründe).
Für die einkommensteuerliche Beurteilung der Tätigkeitsvergütung ist es unerheblich, auf welcher schuldrechtlichen oder gesellschaftsrechtlichen Grundlage der Gesellschafter seine Tätigkeit erbringt; entscheidend ist, dass er --wie der Kommanditist, der als Organ der Komplementär-GmbH die Geschäfte der KG führt-- damit letztlich "im Dienst der Personengesellschaft" tätig wird und wirtschaftlich gesehen einen Beitrag zur Verwirklichung ihres Gesellschaftszwecks leistet (BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 2.b der Gründe, m.w.N.).
Darüber hinaus hat der Senat entschieden, dass Vergütungen einer KG für Verwaltungs- und Managementleistungen ihres Kommanditisten auch dann als dessen Sonderbetriebseinnahmen i.S. von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG zu erfassen sind, wenn der Kommanditist seine Leistung über eine zwischengeschaltete Schwesterkapitalgesellschaft erbringt (BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720).
Die Tätigkeitsvergütungen sind zwar auf der ersten Stufe der steuerlichen Gewinnermittlung als betrieblicher Aufwand der Gesellschaft zu berücksichtigen, die in § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG angeordnete Hinzurechnung der Tätigkeitsvergütung verhindert jedoch, dass diese den Gesamtgewinn und den Gewerbeertrag der Mitunternehmerschaft mindern (BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94, BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720;… Schmidt/ Wacker, EStG, 24. Aufl., § 15 Rz. 560).
Das gilt nach ständiger Rechtsprechung auch für Vergütungen, die der Kommanditist einer GmbH & Co. KG als (Gesellschafter-) Geschäftsführer der Komplementär-GmbH von dieser erhält (vgl. z.B. Senatsurteil vom 3. Februar 1977 IV R 153/74, BFHE 121, 333, BStBl II 1977, 504, unter 2.b cc der Entscheidungsgründe; Beschluss des Großen Senats des BFH vom 25. Februar 1991 GrS 7/89, BFHE 163, 1, BStBl II 1991, 691, zu C.III.4.b der Gründe; BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720).
c) Die Klägerin weist allerdings zu Recht darauf hin, dass eine von einer Personengesellschaft gezahlte Tätigkeitsvergütung unter bestimmten Umständen auch dann § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG 1990/1997 unterfallen kann, wenn der Vergütungsempfänger die mit ihr abgegoltene Leistung im Dienst einer anderen Gesellschaft geleistet hat (BFH-Urteile vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94, BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720; vom 10. Juli 2002 I R 71/01, BFHE 200, 184, BStBl II 2003, 191).
Das entspricht dem Ziel der Vorschrift, die Mitunternehmer einer Personengesellschaft hinsichtlich der Sondervergütungen einem Einzelunternehmer anzunähern (BFH-Urteile in BFHE 189, 139, 141, BStBl II 1999, 720, 721; vom 28. Oktober 1999 VIII R 41/98, BFHE 190, 394, 397, BStBl II 2000, 339, 341, m.w.N.); dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass der Aufwand der Personengesellschaft in der Gesamtbilanz der Mitunternehmerschaft durch einen gleich hohen Ertrag des die Vergütung empfangenden Mitunternehmers ausgeglichen wird.
a) Sondervergütungen mindern zwar den Steuerbilanzgewinn der Gesellschaft, werden aber beim Gesellschafter in gleicher Höhe in seiner Sonderbilanz erfasst und bewirken so, dass der Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft nicht gemindert wird (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94, BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, vor 1.).
Der BFH hat dabei entscheidend auf den Zweck der genannten Vorschrift abgestellt, eine Minderung des Gewerbeertrags der Mitunternehmerschaft zu vermeiden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, unter 1. a.E.).
BFH, 07.12.2004 - VIII R 58/02
Sondervergütung einer Kommanditistin als Angestellte einer die Büroarbeiten der …
Außerdem fehle es an der in dem BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94 (BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720) herausgestellten Beherrschung des Dritten, also der GmbH, durch die Klägerin.
Vielmehr hat der BFH diese Vorschrift über ihren Wortlaut hinaus auch angewandt, wenn der Kommanditist einer GmbH & Co. KG für seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Komplementär-GmbH eine Vergütung erhält, und zwar auch dann, wenn der Anstellungsvertrag nicht mit der KG, sondern der Komplementär-GmbH abgeschlossen wurde (ständige Rechtsprechung, Urteile vom 2. August 1960 I 221/59 S, BFHE 71, 425, BStBl III 1960, 408; in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720, m.w.N.).
Darüber hinaus hat der BFH in dem Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720 Sondervergütungen i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG auch für den Fall angenommen, dass ein Kommanditist, der zugleich Alleingesellschafter und Geschäftsführer der Komplementär-GmbH und einer Schwester-Kapitalgesellschaft der GmbH & Co. KG war, über die zwischengeschaltete Schwesterkapitalgesellschaft Verwaltungs- und Managementleistungen an die KG erbracht hat.
Richtig ist zwar, dass der Senat in seinem Urteil in BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720 im Rahmen der Gesamtwürdigung des Sachverhalts auf die beherrschende Stellung des Kommanditisten hingewiesen hat.
Dieser kann mit sich selbst keinen schuldrechtlichen Vertrag abschließen und keinen Unternehmerlohn für seine Geschäftstätigkeit als Betriebsausgabe abziehen (s. dazu z.B. BFH 6.7.1999, VIII R 46/94, BFHE 189, 139 , BStBl II 1999, 720 m.w.N.;… z.B. auch Schmidt, EStG , § 15 Rn. 561 m.w.N. ).
Das kommt nur dann in Betracht, wenn die Leistung nicht (oder nicht nur) dem zwischengeschalteten Dritten, sondern (letztlich) der leistungsempfangenden Personengesellschaft zugute kommen soll (…z.B. BFH 15.12.1998, VIII R 62/97, BFH/NV 1999, 773 m.w.N.; 6.7.1999, VIII R 46/94, BFHE 189, 139 , BStBl II 1999, 720;… dazu Schmidt, EStG , § 15 , Rn. 562).
Der Leistungsbeziehung des Dritten zur Personengesellschaft liegt in dem Fall eine Anweisung des Gesellschafters zugrunde, die den Dritten bindet, so dass der notwendige Zusammenhang zwischen dem Gesellschafter und der Gesellschaft als nicht unterbrochen angesehen wird (s. dazu BFH 6.7.1999, VIII R 46/94, BFHE 189, 139 , BStBl II 1999, 720 m.w.N.).
Ein Entgelt, das Kommanditisten einer GmbH & Co KG für ihre Tätigkeit als Geschäftsführer der Komplementär-GmbH erhalten, stellt eine Sondervergütung nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG dar (BFH 6.7.1999, VIII R 46/94, BFHE 189, 139 , BStBl II 1999, 720 mwN;… 15.12.1998, VIII R 62/97, BFH/NV 1999, 773 m.w.N.).
Er sieht es für die steuerliche Beurteilung der Vergütung - als Einkünfte aus Gewerbebetrieb - ausdrücklich als gleichgültig an, aufgrund welcher schuldrechtlichen oder gesellschaftsrechtlichen Grundlage der Gesellschafter seine Tätigkeit, die der Verwirklichung des Gesellschaftszwecks dient, erbringt (dazu im Einzelnen mit weiteren Nachweisen BFH 6.7.1999 a.a.O. und 15.12.1998 a.a.O.).
Mit der ausdrücklichen Begründung, dass diese Besonderheit keine andere rechtliche Behandlung der von den Gesellschaftern geschuldeten Managementaufgaben rechtfertige, hat er die Vergütung, die dafür über die Schwestergesellschaft gezahlt worden ist, in dem bereits zitierten Urteil vom 6.7.1999 (VIII R 46/94, BFHE 189, 139 , BStBl II 1999, 720 mwN) als eine den gewerblichen Einkünften zuzurechnende Sondervergütung im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG angesehen.
Ebenso wie eine Komplementär-GmbH fördert auch die Kommanditisten-GmbH den Gesellschaftszweck der Personengesellschaft durch den von ihr gesellschaftsrechtlich geschuldeten Beitrag: Während der Beitrag des Komplementärs neben seiner Verpflichtung zur Leistung einer Einlage vor allem in der persönlichen Haftung und der Geschäftsführung besteht (§ 114 Abs. 1, § 161 Abs. 2, § 164 HGB; vgl. auch Senatsurteil vom 6. Juli 1999 VIII R 46/94, BFHE 189, 139, BStBl II 1999, 720), liegt der gesellschaftsrechtlich geschuldete Beitrag des Kommanditisten vor allem in der Überlassung von Eigenkapital (§ 171 Abs. 1 HGB) und damit in der Stärkung der Finanzkraft der KG.
Gleiches gelte für eine Vergütung, die der Kommanditist als alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer über eine zwischengeschaltete Schwester-Kapitalgesellschaft erhalte (vgl. BFH, Urteil v. 06.07.1999, VIII R 46/94).
Der BFH führt insofern zur Rechtfertigung aus, der Kommanditist werde letztlich im Dienste der Personengesellschaft tätig und leiste wirtschaftlich betrachtet einen Beitrag zur Verwirklichung des Gesellschaftszwecks (vgl. die vom Beklagten zitierten BFH, Urteile v. 06.07.1999, VIII R 46/94; v. 14.02.2006, VIII R 40/03).
FG Niedersachsen, 22.05.2013 - 4 K 1/12
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FG Münster, 13.04.2018 - 14 K 3906/14
FG Schleswig-Holstein, 23.07.2010 - 1 K 215/05
Provisionen eines Anlagevermittlers für die Vermittlung von Beteiligungen an …
BFH, 08.08.2000 - VIII B 12/98
Nichtzulassungsbeschwerde - Schlüssige Darlegung - Entgelt für Dienstleistungen - …