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Timestamp: 2017-06-25 14:23:15
Document Index: 166811589

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 127']

1 Editorial Herausgeber Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender, WGZ Bank Dr. Jürgen Ellenberger, Richter am BGH, Bankrechtssenat Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher, Volksbank Mittelhessen eg Wolfgang Hartmann, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Risikomanagement und Regulierung, ehem. Mitglied des Vorstands und CRO, Commerzbank AG Walter Kleine, Vorstandsvorsitzender, Sparkasse Hannover Prof. Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstands, National-Bank AG Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin, Deutsche Bundesbank Dr. Peter Lutz, Abteilungspräsident, Bankenaufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Dr. Hans Richter, Oberstaatsanwalt, Leiter Abteilung Bank-, Börsen- und Insolvenzstrafrecht, Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschafts strafrecht, Stuttgart Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender, quirin bank AG Werner Severin, stv. Vorsitzender des Vorstands, SaarLB Fachbeirat Jürgen Becker, Bundeszentralamt für Steuern Markus Dauber, Vorstand, Volksbank Offenburg eg Markus Dokter, Leiter Unternehmenssteuerung, Volksbank Mittelhessen eg Volker Fentz, Leiter Firmenkundenbetreuung, Volksbank Weinheim eg Dr. Karsten Füser, Partner, EMEIA / Financial Services, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart Frank Günther, Abteilungsleiter Kreditreferat (Grundsatzfragen) Berliner Volksbank eg Dr. Ralf Hannemann, Direktor, Bereichsleiter Risikomanagement und Controlling, Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB Ralf Josten, LL. M. oec, Rechtsanwalt, Direktor Zentralbereich Kommunen/ Recht und Chefsyndikus Kreissparkasse Köln Dr. Marco Kern, Mitglied des Vorstands, Evangelische Kreditgenossenschaft eg Dr. Jörg Lauer, Direktor Immobilienkunden Europa, Landesbank Baden-Württemberg Hans-Peter Lorenz, Bankenaufsicht, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung Frankfurt Mathias Nittel, Rechtsanwalt, Fachanwalt und Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, Heidelberg Michael Plaumann-Ewerdwalbesloh, Partner/Advisory EMEIA Financial Services, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn Helmut Schneider, Direktor, Steuerabteilung, Bayern LB Elmar Scholz, Abteilungsleiter Marktfolge Passiv / Dienstleistungen, Sparkasse am Niederrhein Anja Steinmeyer, Leiterin Handelskontrolle, HSH Nordbank AG Walter Ullrich, ehem. Direktor, Interne Revision, Hamburger Sparkasse AG Christoph Wengler, Syndikus, European Association of Public Banks (EAPB) Dr. Maximilian A. Werkmüller, Rechtsanwalt, in Kooperation mit LOHR & COMPANY Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbh, Düsseldorf Prof. Dr. Stefan Zeranski, ehem. Leiter Treasury, Kölner Bank eg Redaktion Dr. Patrick Rösler, Chefredakteur und VisdP Corinna van der Eerden, stellv. Chefredakteurin Dr. Christian Göbes Frank Sator Marcus Michel Jürgen Blatz Christine Glemser Thomas Göhrig Katharina Heß Jörg Wehmeyer Liebe Leserinnen und Leser, nach dem Spiel ist vor dem Spiel besagt eine alte Fußballerweisheit. Oder in der Finanz branche könnte man sagen: Nach den MaRisk ist vor den MaRisk! So stand bei der letzten MaRisk-Neufassung u. a. das Thema Strategieprozess im Fokus, während die neuen Konsultationspapiere sich v. a. dem Thema Risikocontrolling widmen. Natürlich wurde bei allen Banken fleißig an den Strategien gearbeitet, diskutiert, dokumentiert und verabschiedet. Aufsichtsorgane wie Mitarbeiter wurden einbezogen und informiert. Aufsichtsrechtlich gesehen wurde alles fristgerecht umgesetzt. Es ist jedoch zu kurz gesprungen, das Thema Strategie damit abzuhaken und sich den neuen Anforderungen der Aufsicht zu widmen. Entscheidend ist doch vielmehr: Wie wird die Strategie gelebt und dauerhaft im Unternehmen implementiert? Meines Erachtens ist die Balanced Scorecard (BSC) ein insgesamt äußerst gelungener Versuch, eine Vielzahl von Erkenntnissen zur Strategieentwicklung, Kopplung von Strategie und operativer Umsetzung, Kennzahlenbildung und -abbildung, sowie Unternehmenssteuerung zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zu verbinden. Bei der Diskussion über die Balanced Scorecard wird jedoch oft vernachlässigt, dass für deren erfolgreichen Einsatz gewisse Rahmenbedingungen vorliegen sollten, ohne die die Balanced Scorecard ihr Potenzial als strategisches Managementsystem nicht entfalten kann. Es handelt sich dabei um notwendige Voraussetzungen aus allen Perspek tiven der BSC (Finanzen, IT/Organisation, Kunden sowie Management und Personal). Dabei ist zwischen Voraussetzungen zu differenzieren, die bereits vor der BSC-Einführung, während ihrer Einführung oder auch erst nach der Einführung der BSC geschaffen sein müssen. Unter Umständen kann sogar auf das ein oder andere Instrument vorerst verzichtet werden, je nachdem, wie die entwickelte BSC ausgestaltet ist bzw. welche Voraussetzungen in Unternehmen bereits vorliegen. Unverzichtbar ist für die Einführung der BSC jedoch eine Vertrauensbasierte Organisation. Alle Mitarbeiter sind über die strategischen Ziele und Maßnahmen zu informieren. Eine offene und umfangreiche Kommunikation ist ein wesentliches Element. Wenn die Unternehmenskultur nicht auf Vertrauen basiert, kann die Einführung der BSC sogar negative Auswirkungen haben. Durch die Aufbereitung der Kennzahlen wird dann neues Misstrauen und neue Ablehnung geschaffen. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Unternehmen dieses Vertrauen. Schenken Sie es Ihren Mitarbeitern und Sie werden es vielfach zurück erhalten. Herzliche Grüße, Michael Willemse Ihr Michael Willemse, Mitglied des Vorstands, Volksbank Viersen eg 3452 Inhalt AKTUELL 348 Kein AGB-Aufwendungs-/Auslagenersatzanspruch der Bank bei Bestellung, Verwaltung, Freigabe und Verwertung von Sicherheiten! Private-Banking-Studie: Hohe IT-Kosten belasten Institute 349 Problemkredite erreichen Billionenmarke Verbraucher planen weniger Anschaffungen, aber mehr Finanzierungen 350 EU-Vorschläge zur Bankenunion BEITRÄGE BEITRÄGE 352 Stresstesting und Risikokonzentrationen: Strukturierter und vernetzter Report für die Praxis Dr. Bernd Walter, Evangelische Kreditgenossenschaft eg (EKK) Guido Pfeifer, Guido Pfeifer-Unternehmenssteuerung wwdie in den MaRisk konkretisierte und ausgeweitete Forderung zur Durchführung von Stresstests unter Beachtung von Risikokonzentrationen und Diversifikationseffekten innerhalb und zwischen den Risikoarten führen zu Handlungsbedarf in Banken und Sparkassen. 358 Studie: Einsatz von Social-Media- Instrumenten in Kreditinstituten Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Hochschule Emden-Leer und IQS Institut für Qualität und Standards in der Insolvenzabwicklung Thomas Lison, IC Tourismus GmbH, Leer ww Auch das Internet wurde mit der Einführung erst langsam von den Kreditinstituten erschlossen, ist aus der heutigen Angebotspalette der Kreditinstitute aber nicht mehr wegzudenken. Es ist daher zu untersuchen, ob aktuelle Medien wie Social Media-Tools ebenfalls einen derartigen Stellenwert bei Banken entfalten können. 364 Beleihungswertermittlung: Deckungsprüfungen mit Überraschungen? Dirk Wiedenroth, Deutsche Kreditbank AG, Berlin ww Für Pfandbriefbanken ist bei der Immobilienbewertung die BelWertV verbindlich. Deckungsprüfungen der BaFin zeigen Schwächen in der Anwendung der gesetzlichen Vorgaben auf. 3463 SERVICE 368 Compliance: Auswirkungen der WpHG-Mitarbeiteranzeigeverordnung Anika Feger, Volksbank Weinheim eg ww Welche Auswirkungen hat die neue WpHG- MaAnzV auf Compliance? Wer darf künftig als Compliance-Beauftragter tätig sein und wie wirkt sich die Verordnung auf das Tätigkeitsfeld aus? Der Fachbeitrag gibt darauf Antworten. 386 BankPartner 388 Rezensionen 392 Personalia 374 Längerfristige Ausfallwahrscheinlichkeiten: Messung vs. Berechnung Sven Fischer, Sparkasse Chemnitz ww Die Ausfallwahrscheinlichkeiten der meisten Ratingagenturen und Risikoklassifizierungsverfahren beziehen sich auf einen Zeithorizont von einem Jahr. Oft werden jedoch Ausfallwahrscheinlichkeiten mit einem längeren Zeithorizont benötigt. Es gibt verschiedene Wege, diese zu messen oder zu berechnen c KWG: Auswirkungen auf die Gefährdungsanalyse Elmar Scholz, Sparkasse am Niederrhein ww Verwertung der Erfahrungen aus der Geldwäscheprävention Zusammenführung in eine übergreifende GFA Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige strafbare Handlungen. Impressum BankPraktiker RECHTSSICHER REVISIONSFEST RISIKOGERECHT Redaktion Dr. Patrick Rösler, Chefredakteur und VisdP Corinna van der Eerden, stellv. Chefredakteurin Dr. Christian Göbes Frank Sator Marcus Michel Jürgen Blatz Christine Glemser Thomas Göhrig Katharina Heß Jörg Wehmeyer Leiterin Korrektorat und Rezensionen Janin Stärker Sponsoring- /Anzeigenleitung Stefanie Nauen Produktionsleitung Claudia Merklinger Leiterin Aboservice Beate Knopf Satz Metalexis, Niedernhausen Druck best response GmbH, Bruchsal Versand best response GmbH, Bruchsal Titelfoto shutterstock.com/andrey Yurlov Preise Der Preis für ein Jahresabonnement Inland beträgt 210, inkl. USt. und zzgl. 12, Versandkosten. BankPraktiker erscheint zehn Mal jährlich. Der Preis für ein Einzelheft beträgt 23,45 ( ,45 Versand). Abonnementkündigungen sind nur mit einer Frist von 4 Wochen zum Ende des berechneten Bezugszeitraums möglich. Firmenanschrift & inhaltliche Verantwortung Finanz Colloquium Heidelberg GmbH Plöck 32a D Heidelberg Tel.: Fax: Geschäftsführung Dr. Christian Göbes, Frank Sator, Dr. Patrick Rösler, Marcus Michel Sitz der Gesellschaft ist Heidelberg, Amtsgericht Mannheim HRB Nr Umsatz-Identifikationsnummer gemäß 27 a Umsatzsteuergesetz: DE ISSN4 Aktuell Kredit, Recht Kein AGB-Aufwendungs-/ Auslagenersatzanspruch der Bank bei Bestellung, Verwaltung, Freigabe und Verwertung von Sicherheiten! w Obwohl die Auslagenersatzklausel in Nr. 18 der AGB-Sparkassen sowie in Nr. 12 Abs. 6 der AGB-Banken sowohl in der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH-Urt. v , Az.: III ZR 215/87) sowie in der Instanzrechtsprechung (OLG Frankfurt/M., Urt. v , Az.: 23 U 124/07) als auch nahezu in der gesamten Literatur (vgl. statt vieler Pamp in Wolf/Lindacher/Pfeiffer, AGB- Recht, Komm. 5. Aufl. Rn. B 57) als Konkretisierung des Anspruchs auf Aufwendungsersatz i. S. d. 675, 670 BGB angesehen wurde und somit als rein deklaratorische, nicht der AGB-Kontrolle unterliegende Klausel, hat der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in zwei Grundsatzentscheidungen vom , Az.: XI ZR 61/11 und 437/11, entschieden, dass diese beiden Auslagenersatzklauseln nicht nur AGBrechtlich kon trollier bar, sondern zudem auch unwirksam sind. Zur Begründung führt der BGH aus, dass sich der erste Teil der Auslagenersatzklausel nicht in der bloßen Widergabe der gesetzlichen Vorgaben der 670, 677, 683 BGB erschöpft, sondern bei Kunden feindlichster Auslegung der Bank darüber hinaus die Möglichkeit bietet, vom Kunden selbst dann Auslagenersatz zu verlangen, wenn es sich um unangemessene, nicht erforderliche Ausgaben i. S. v. 670 BGB handelt. Was den zweiten, die Sicherheiten betreffenden Teil der Klausel anbelangt, so führt der Bundesgerichtshof aus, dass auch nach der hier anzuwendenden Kunden feindlichsten Auslegung die Bank berechtigt wäre, auch für solche Auslagen Ersatz zu verlangen, die sie nicht im Auftrag und im Interesse des Kunden erbringt und welche zudem nicht erforderlich sind. In diesem Zusammenhang verweist der BGH auch darauf, dass die Sicherheiten-Bestellung, -Verwaltung, -Freigabe und -Verwertung ohnehin nur im Interesse der Bank erfolge, weswegen eine diesbezügliche Kostenerstattung außerhalb der Vorschrift des 670 BGB nur dann erfolgen dürfe, wenn dies gesetzlich vorgegeben sei, was wenig überzeugt (so auch Bunte, EWiR 307 BGB 4/12, 473). Für die Kreditinstitute hat diese Entscheidung zur Konsequenz, dass diese ihren Kunden nur noch solche Auslagen in Rechnung stellen dürfen, welche sie ohnehin nach den gesetzlichen Vorschriften der 670, 677, 683 BGB von ihren Kunden verlangen dürfen. Was wiederum die im Zusammenhang mit der Bestellung, Verwaltung, Freigabe und Verwertung von Sicherheiten von den Kreditinstituten aufzubringenden, auch fremden Kosten, wie z. B. Notarkosten im Zusammenhang mit Löschungsbewilligungen oder Kosten im Zusammenhang mit der Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung (z. B. Maklerkosten) anbelangt, so können Kreditinstitute diese Kosten nur noch dann von ihren Kunden ersetzt verlangen, wenn sich dies aus den Normen der 670, 677, 683 BGB oder aus anderweitigen gesetzlichen Vorschriften ergibt, wozu auch die schadensersatzrechtlichen Regelungen i. S. v. 280, 286 BGB gehören. Vor diesem Hintergrund dürften Kreditinstitute ein hohes Interesse daran haben, ihre Kunden vor der Verwertung von Sicherheiten in Verzug zu setzen, um zumindest ihre im Zusammenhang mit der Verwertung von Sicherheiten anfallenden Aufwandskosten im Wege des Schadensersatzes ersetzt zu bekommen. Dr. Hervé Edelmann, Rechtsanwalt, Bankrecht, Thümmel, Schütze & Partner, Stuttgart Vorstand, IT Private-Banking-Studie: Hohe IT-Kosten belasten Institute w Bei den Private-Banking-Instituten ist der Anteil der IT-Kosten an den Gesamtausgaben von 23% im Jahr 2007 auf aktuell mehr als 27% angestiegen. Damit werden die Kosten für die IT-Infrastruktur für die Branche zunehmend zur Belastung. Dies ist das Ergebnis der Europäischen Private Banking Studie 2012 der Eurogroup Consulting. Dabei sah es schon mal besser aus: Den Instituten in Deutschland war es gelungen, den Anteil der IT-Kosten von 31,5% im Jahr 2002 auf 23% im Jahr 2007 zu reduzieren. Als ab 2008 im Zuge der Finanzkrise jedoch flächendeckend gespart werden musste, konnte dieser Wert nicht mehr gehalten werden, so der Senior Manager bei Eurogroup Consulting. Den Instituten ist es nicht gelungen, ihre IT-Kosten im gleichen Maße wie die Gesamtausgaben zu senken. Laut Aussage der Studieninitiatoren scheint sich der Trend zu steigenden IT-Kosten zu verfestigen, so dass sie sich zu einer ernsthaften Belastung für Private-Banking-Institute entwickeln. Der Grund: Infolge der Sparrunden veralten immer mehr IT-Systeme, was wiederum zu Ineffizienzen und damit zu steigenden Kosten führt. So müssen immer mehr Institute einen Großteil ihres IT- Budgets in die Sicherstellung des laufenden Betriebs investieren. Hinzu kommen steigende regulatorische Anforderungen und immer komplexer werdende Abläufe und Produkte, die ebenfalls einen Großteil des zu Verfügung stehenden IT-Budgets in Anspruch nehmen. Dieses Geld fehlt dann bei wichtigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Schließlich belasten veraltete und kostenintensive IT-Infrastrukturen nicht nur die Finanzkraft des Instituts, sondern behindern auch die zeitnahe Umsetzung von Produkt- und Service-Innovationen, so ein EGC-Experte. Statt sich auf die Pflege ihrer veralteten IT zu konzentrieren, sollten die Institute daher überprüfen, wie sie ihre IT-Kostenstruktur verbessern können. Diese Überlegungen müssen immer im Kontext der übergreifenden IT-Strategie erfolgen, so die Studien - initiatoren. Nur, wer die richtige Balance aus Kosteneffizienz, IT-Betriebsstabilität und 3485 Aktuell einem schlanken time to market findet, schafft sich die notwendigen Freiräume, um auf Markttrends schnell reagieren zu können. Dies reduziert die Gesamtkosten des Instituts und führt zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Kredit Problemkredite erreichen Billionenmarke w Das Volumen notleidender Kredite in den Bilanzen europäischer Kreditinstitute ist 2011 auf über eine Billion gestiegen. Nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC standen Ende vergangenen Jahres Non Performing Loans im Nominalwert von rd. 1,05 Billionen in den Büchern, fast neun Prozent mehr als Im Krisenjahr 2008 lag das Volumen der Problemkredite noch bei gut 500 Mrd.. Zurückzuführen ist der Anstieg von 2011 maßgeblich auf die Zunahme problematischer Kredite in den Krisenstaaten Spanien und Griechenland, aber auch in Italien. So stieg der Nominalwert der Verbindlichkeiten, die von Gläubigern nicht mehr fristgerecht getilgt werden konnten, in Spanien um 23% auf 136 Mrd., in Italien um 37% auf 107 Mrd. und in Griechenland sogar um fast 50% auf 40 Mrd.. Vergleichsweise moderat verlief demgegenüber die Entwicklung in Irland und Portugal. Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Südeuropa hat im vergangenen Jahr erwartungsgemäß zu mehr Zahlungsausfällen von Kreditschuldnern geführt. Zwar ist das Volumen der Non Performing Loans in 2011 nicht mehr so stark gestiegen wie in den Vorjahren, von einer Trendwende ist der Finanzsektor jedoch angesichts der erneut verschlechterten Konjunkturperspektiven für 2012 noch weit entfernt, so die Studieninitiatoren. Auch die deutschen Banken konnten ihren Bestand an Problemkrediten trotz der vergleichsweise guten Wirtschaftsentwicklung im vergangenen Jahr nicht abbauen. Die Bereinigung der Bankbilanzen verläuft allerdings auch deswegen schleppend, weil die Institute nach wie vor nur wenige Käufer für ihre Kreditportfolien finden. Zwar trennten sich die Kredit institute im vergangenen Jahr von Randaktivitäten ( Non Core Assets ) und Non Performing Loans im Volumen von 36 Mrd. und allein im ersten Halbjahr 2012 von weiteren 27 Mrd.. Der deut liche Anstieg gegenüber dem Transaktionsvolumen i. H. v. elf Mrd. in 2010 relativiert sich allerdings vor dem Hintergrund der insgesamt zur Disposition stehenden Kreditportfolien: Nach Schätzungen der PwC-Experten müssen zu den notleidenden Krediten von gut einer Billion zudem Kredite über weitere 1,5 Billionen addiert werden, die Banken als Non Core Assets eingestuft haben. In Deutschland gab es 2011 nur wenige Verkäufe von Non Core Assets. Die bekannt gewordenen Transaktionen hatten ein Volumen von knapp 140 Mio. bis rd. 1,3 Mrd.. Auf der Käuferseite standen i. d. R. Private-Equity-Fonds bzw. auf Problemkredite spezialisierte Investoren. Vorstand, Kredit Verbraucher planen weniger Anschaffungen, aber mehr Finanzierungen w In den kommenden zwölf Monaten wollen die Bundesbürger weniger Konsumgüter kaufen als zuvor. Falls sie Anschaffungen planen, so beabsichtigen künftig aber mehr Verbraucher, dafür einen Kredit zu nutzen. Dies besagt der aktuelle Konsumkredit-Index des Bankenfachverbands in seiner Herbstprognose Der Index wird seit zwei Jahren im Auftrag des Verbands von der GfK Marktforschung erstellt, die dazu zweimal jährlich rd Haushalte nach ihren Konsum- und Finanzierungsgewohnheiten sowie -absichten befragt. Angesichts der krisenbedingten Kaufzurückhaltung der Verbraucher ist der Handel jetzt auf Finanzierungsangebote angewiesen, um weiter Waren verkaufen zu können, so der Geschäftsführer des Bankenfachverbands. Der Autohandel realisiert Studien zufolge die Hälfte seines Umsatzes ausschließlich mit finanzieren Fahrzeugen. Laut dem Bankenfachverband sind gerade jetzt die Kreditbanken gefordert, mit ihrem angestammten Geschäft die Konjunktur am Laufen zu halten. Insgesamt beschreibt der Index mit 112 Punkten eine konstante Nachfrage nach Verbraucherkrediten zur Finanzierung von Konsumgütern in den kommenden zwölf Monaten. Ein Indexwert von 100 Punkten deutet dabei eine stabile Entwicklung an. Künftig sind tendenziell mehr Kredite für Gebrauchtwagen als für Neuwagen zu erwarten. Für Pkws und andere Konsumgütergruppen sind die Kaufabsichten der Verbraucher hierbei deutlich geringer als die Absichten, Kredite zu nutzen. Langlebige Gebrauchsgüter stehen aktuell seltener auf der Einkaufsliste der Verbraucher als zuvor. Die entsprechenden Teilindexwerte für die Anschaffungsplanung liegen bei 63 Punkten für Neuwagen und bei jeweils 70 Punkten für Möbel und Elektronik. Andere Ausgaben bleiben stabil, so planen Verbraucher weiterhin Renovierungen vorzunehmen (110 Punkte) und in den Urlaub zu fahren (120 Punkte). Der Teilindexwert für Anschaffungen liegt bei 91 Punkten. Die Finanzierungsplanung der Verbraucher liegt laut entsprechendem Teilindex bei 124 Punkten und zeigt eine steigende Tendenz der Verbraucher an, Anschaffungen zu finanzieren. Dies ist der höchste Wert seit Start des Indexes im Frühjahr 2011 (103 Punkte). Deutliche Zuwächse sind v. a. bei gebrauchten Pkws (143 Punkte) sowie Möbeln und Küchen (131 Punkte) zu verzeichnen. Alle anderen Warengruppen sind konstant, nur Kredite für Urlaubsreisen sind leicht rückläufig (82 Punkte). Die Frühjahrsprognose des Konsumkredit- Index wird der Bankenfachverband im April 2013 veröffentlichen. 3496 Aktuell Vorstand EU-Vorschläge zur Bankenunion w Am hat die Europäische Kommission zwei Verordnungsvorschläge und eine Mitteilung mit dem Titel Fahrplan für die Bankenunion zur Umsetzung der Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs der Euro-Mitgliedstaaten vom veröffentlicht. Zwar findet sich in den Erläuterungen zu den Verordnungsvorschlägen die Meinung der EU-Kommission wieder, dass zur Banken union auch zwingend ein europäischer Einlagensicherungsfonds und ein europäisches Bankenrestrukturierungssystem erforderlich ist, von konkreten Vorschlägen diesbezüglich hat die Kommission aber erst einmal abgesehen. Allerdings findet sich in der allgemein gehaltenen Mitteilung der Kommission die Überlegung, ggf. in der nahen Zukunft über einen einheit lichen europäischen Einlagensicherungsfonds nachzudenken. Die Kommission hat sich nun dafür entschieden, vorzuschlagen, dass die Aufsicht über alle Kreditinstitute im Euro- Raum der EZB übertragen werden sollen. Sie ist dabei der Ansicht, dass die Vergangenheit gezeigt habe, dass auch kleinere Institute eine Bedrohung für die Finanzstabilität waren, daher soll sich die Aufsicht nicht nur auf systemrelevante Kreditinstitute beziehen. Der Verordnungsvorschlag regelt die exklusiven Aufsichtsbefugnisse und die alleinige Zuständigkeit der EZB insbesondere für die Zulassung und den Entzug der Lizenz, für die Sicherstellung der Erfüllung der Anforderungen an Eigenmittel, Großkredite, Liquidität, Leverage, Meldewesen und Offenlegung, für die Auferlegung zusätzlicher Kapital puffer, für Anforderungen an die Governance und die Risikotragfähigkeit, für die Überwachung des Risikomanagements und ggf. für die Auferlegung zusätzlicher Anforderungen insbesondere an Eigenmittel, Liquidität. Nationale Aufsichtsbehörden sollen die EZB bei der Erfüllung ihrer Aufgaben lediglich unterstützen und den Weisungen der EZB folgen. Nicht-Euro-Staaten wird die Option eingeräumt, sich der EZB-Aufsicht zu unterwerfen. Die Verordnung regelt ferner die neuen Befugnisse der EZB. So hat die EZB demnach gegenüber den zu beaufsichtigenden Instituten, Holdings, betroffenen Personen und den nationalen Behörden Anspruch auf Herausgabe von Informationen. Daneben sollen Institute künftig regelmäßige Berichtspflichten gegenüber der EZB haben. Auch wird die EZB ermächtigt, Daten für statistische Auswertungen zu sammeln. Sie kann mündliche oder schriftliche Erläuterungen verlangen, Buchprüfungen und Inspektionen in den Räumlichkeiten der Institute vornehmen. Wenn für die Inspektion ein gerichtlicher Durchsuchungsbeschluss nach nationalem Recht notwendig ist, hat die EZB diesen bei Gericht entsprechend zu beantragen. Das Gericht hat dabei lediglich zu prüfen, ob die EZB ausreichend darlegt, dass ein schwerwiegender Verstoß gegen EU-Recht vorliegt. Als Sanktion für die Nichteinhaltung von Entscheidungen (europäischen Verwaltungsakten) sieht der Vorschlag vor, dass ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Umsatzes des Vorjahrs verhängt werden kann. Gegen diese Verwaltungsakte ist der Rechtsweg vor dem EuGH gegeben. Hinsichtlich der Sprache gilt das europarechtliche Prinzip, dass Entscheidungen in der Sprache des Betroffenen bzw. Antragstellers erfolgen müssen. Um einen möglichen Interessenskonflikt bei der Erfüllung der Aufgaben aus dem Bereich der Geldpolitik zu vermeiden, sieht der Vorschlag Regeln hinsichtlich der Unabhängigkeit und die Trennung von der Geldpolitik vor, ohne aber eine eigene recht liche Einheit in der EZB zu gründen. Es soll lediglich ein neuer Aufsichtsvorstand, der sich aus Vertretern der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden zusammensetzt, geschaffen werden. Die Kommission und die EBA erhalten in diesem Gremium einen Beobachterposten. Die Rolle der EBA bleibt grundsätzlich von diesem Vorschlag unangetastet. Vornehmliche Aufgabe der EBA soll es bleiben, die Konvergenz der nationalen Aufsicht zu erhöhen und einheitliche Standards im Bankaufsichtsrecht zu schaffen (single rule book). Die Finanzierung der Aufsichtsarbeit der EZB soll vollständig von den beaufsichtigten Institu- ten durch Beiträge gedeckt werden. Die Gebührenhöhe soll aber die Bedeutung und das Risikoprofil der Institute widerspiegeln. Die Aufsichtssparte soll zwar von politischer und wirtschaftlicher Einflussnahme unabhängig sein, allerdings ist die EZB dem Rat und dem Europäischen Parlament rechenschaftspflichtig. Der Verordnungsvorschlag wurde wie vom Rat gefordert, auf Art. 127 VI AEUV gestützt, so dass das Parlament nur angehört werden muss. Die Verordnung soll am in Kraft treten. Die EZB hat bis zum eine Liste der signifikanten Institute und Gruppen zu veröffentlichen, über die die EZB dann grundsätzlich ab dem die Aufsicht übernimmt. Ab dem soll die EZB bereit sein, sämtliche anderen Institute der Euro-Zone zu beaufsichtigen. Für das weitere Gesetzgebungsverfahren ist nun nur noch die einstimmige Zustimmung des Rats erforderlich. Zusätzlich zu dem Verordnungsvorschlag zur Übertragung der Bankenaufsicht auf die EZB hat die Kommission auch einen Änderungsvorschlag zur sog. EBA-Verordnung vorgeschlagen. Wesentlichster Inhalt dieses Vorschlags ist die Änderung des notwendigen Quorums des Rats der Aufseher der EBA. Während für die meisten Entscheidungen nach der aktuellen EBA-Verordnung eine qualifizierte Mehrheit notwendig ist, soll künftig eine einfache Mehrheit der Mitglieder ausreichen, um somit schneller Entscheidungen treffen zu können. Damit soll auch ein Gegengewicht für die Nicht-Euro-Staaten geschaffen werden, die bei der EZB Verordnung nicht berücksichtigt worden sind. Zwar sah der Beschluss der Staats- und Regierungschefs der Eurozone vor, die Bankaufsicht der EZB zu übertragen, der konkrete Vorschlag der EU-Kommission wird aber von vielen Euro- und Nicht-Euro- Staaten aktuell in der derzeitigen Form nicht mitgetragen. Auch das Europäische Parlament protestiert gegen die Deparlamentarisierung des Gesetzgebungsverfahrens in dieser zentralen Frage der Souveränitätsübertragung auf die eigentlich unabhängige EZB. Christian König, Leiter Rechtsabteilung, Verband der Privaten Bausparkassen, Berlin 3507 Bank Praktiker RECHTSSICHER REVISIONSFEST RISIKOGERECHT Finanz Colloquium Heidelberg Vermögensnachfolgeplanung Dr. Claudia Klümpen- Neusel Rechtsanwältin und Steuerberaterin PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Maren Gräfe Rechtsanwältin und Steuerberaterin PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Die Bedeutung einer ganzheitlichen Vermögens- oder Unternehmensnachfolgeplanung wird oft nicht rechtzeitig erkannt. Nur ein geringer Anteil der Bevölkerung hat überhaupt ein Testament errichtet, zudem werden bestehende Testamente häufig nicht an geänderte persönliche, familiäre oder aber rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen angepasst. Neben der Vermögensnachfolge widmet sich das vorliegende Wiki auch dem Thema Stiften und Stiftungsmanagement. Denn gerade Stiftungen können Teil einer frühzeitigen und vorausschauenden Vermögens- und Unternehmensnachfolge sein und gleichzeitig dem gemeinwohlbezogenen Engagement dienen. Kenntnis der rechtlichen Grundlagen, vorausschauende Gestaltung und laufende Betreuung sind daher die drei Grundpfeiler, auf denen Nachfolgegestaltungen und Stiftungslösungen aufgebaut sein müssen. Das handwerkliche Rüstzeug, um diese Grundpfeiler errichten zu können, finden Sie im WIKI Vermögensnachfolgeplanung. Geldanlage besser mit Beratung!? Markus Mair Senior Consultant Abteilung Retail Banking IVA Kai Fürderer Mitglied der Geschäftsleitung IVA Seit mehr als einem Jahrzehnt führen sinkende Zinssätze und immer volatilere Aktienmärkte bei Geldanlegern sowie Banken und Fondsgesellschaften zu einem Problem: Es fehlen plan bare Erträge. Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG stellt im Folgenden eine inhaltliche Form der Geldanlageberatung dar, die durch Einfachheit und sichtbare Nachvollziehbarkeit sowohl Kunden als auch Beratern die Sicherheit in dieser schwierigen Zeit zurückgeben kann. Bei konsequentem Einsatz kann sie nicht nur die Planbarkeit der Erträge für Kunden und Banken erhöhen, sondern zu einer leichteren Zielerreichung der Berater führen und damit die Freude an der Anlageberatung zurückgeben. Bestellen Sie schriftlich direkt bei: Ich bestelle: Finanz Colloquium Heidelberg GmbH Plöck 32a, Heidelberg Fax: 06221/ Telefon: 06221/ Bestellcoupon Internet: Lieferung gegen Rechnung versandkostenfrei innerhalb Deutschlands! Ab 10 Hefte der gleichen Ausgabe 10 % Rabatt Ab 20 Hefte der gleichen Ausgabe 15 % Rabatt Ab 50 Hefte der gleichen Ausgabe 20 % Rabatt Weitere Bücher sowie Seminare finden Sie unter BankPraktiker WIKI Vermögensnachfolgeplanung ISBN , BankPraktiker WIKI Geldanlage besser mit Beratung!? ISBN , BankPraktiker WIKI Stiftungsmanagement ISBN , BankPraktiker WIKI Kick-Backs: Bestandsaufnahme und Ausblick ISBN , BankPraktiker WIKI Erben und Vererben ISBN , BankPraktiker WIKI ESUG: Folgen für die Bankpraxis ISBN , BankPraktiker WIKI Testamentsvollstreckung durch Banken ISBN , Name, Vorname Position Abteilung Firma Straße PLZ/Ort Telefon Fax Datum, Unterschrift8 Vorstand Kredit Konto Anlage Recht Handel Controlling Revision IT Muster-Stresstest-Reports für die Praxis Strukturierter und vernetzter Report zu Stresstesting und Risikokonzentrationen. Autoren: Dr. Bernd Walter, Bereichsleiter Steuerung, Evangelische Kreditgenossenschaft eg (EKK) und Guido Pfeifer, Guido Pfeifer-Unternehmenssteuerung. Diskutieren Sie zum Thema dieses Beitrags mit anderen BankPraktikern in unserem FCH Blog: blog.fc-heidelberg.de Diesen Beitrag finden Sie dort unter der Rubrik: Controlling/Handel/Bilanz. I. Einleitung w Dieser Beitrag soll Anregungen geben, welche Aspekte im Rahmen der Erstellung eines vernetzten Reportings über Stresstests aufgegriffen werden können. Dabei wird ein besonderer Wert auf die Einbindung von Konzentrationsrisiken, übergreifenden Szenarien und Inversen Stresstests sowie auf die Überprüfung des Geschäftsmodells gelegt. Die Stresstests sollen außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Ereignisse abbilden. Die Darstellung erfolgt anhand von geeigneten historischen und hypothetischen Szenarien. In die Überlegungen sind die strategische Ausrichtung des Kreditinstituts sowie deren wirtschaftliches Umfeld einzubeziehen. Die Simulationen werden methodisch zwischen Sensitivitäts- und Szenario-Untersuchungen differenziert. Die angemessene Ausrichtung der Analysen erfolgt kontextabhängig. Bei der erstmaligen Erstellung eines Stresstest- Reportings sollte darauf geachtet werden, dass man für die jeweilige Risikoart adäquate Stresstests auswählt und beschreibt. Mittelfristig sollte eine Weiterentwickelung darin erfolgen, dass man risikoartenübergreifende Stresstests umsetzt. Sofern im Rahmen der regelmäßigen Erstellung von Marktpreis-, Adressoder Liquiditätsrisikoberichten Stresstests durchgeführt oder Konzentrationsrisiken analysiert werden, können an den jeweiligen Stellen im Stresstest-Reporting entsprechende Hinweise darauf eingebaut werden. Anhand der Analysen zum Stresstesting sowie zu Konzentrationsrisiken soll transparent werden, wie die Bank oder Sparkasse in Bezug auf die wesentlichen Risiken mit extremen Marktentwicklungen, Modellschwächen sowie Risikokonzentrationen umgeht bzw. welche Risiken hier bestehen. Dabei wird sowohl die Risikotragfähigkeit als auch die Risikosteuerung in Betracht gezogen. Letztlich wird ein Überblick über die wesentlichen Risikoarten sowie über die Entwicklung der Risiken in Extremsituationen erlangt, wobei auch die verwendeten Risikomodelle kritisch hinterfragt werden müssen. In Abb. 1 wird eine mögliche Struktur eines Stresstestreports auszugsweise dargestellt. Im 1. Kapitel wird ein Überblick über die aktuelle Lage dargestellt. Dieser Abschnitt ist gleichzeitig als Management-Summary zu verstehen. Im 2. Kapitel werden Zielsetzung und Vorgehensweise bei der Erstellung des Stresstestreports beschrieben. Der 3. Abschnitt behandelt übergreifende Szenarien, die sich auf alle Risikoarten auswirken können. In Kapitel 4 folgt die Darstellung der Stresstests sowie Risikokonzentrationsuntersuchungen für die wesent lichen Risikoarten. In den beiden sich an schließenden Kapiteln 5 und 6 werden die Ermittlung der Risikotragfähigkeit im Stressszenario sowie die Zusammenführung der Stresstests behandelt. Das 7. Kapitel beschäftigt sich mit der Darstellung von Ertragskonzentrationen, bevor abschließend in Kapitel 8 der ebenfalls in den MaRisk geforderte Teilaspekt Inverse Stresstests den Abschluss des hier vorgestellten Musterreports bildet. II. Erläuterung zu einzelnen Kapiteln des Muster-Stresstest- Reports In diesem Abschnitt wird aus Gründen der Übersichtlichkeit und Komplexität lediglich auf ausgewählte Kapitel des Muster-Stresstest- Reports detaillierter eingegangen. Zu Kapitel 1: Das Wichtigste im Überblick Dieses Kapital soll einen Überblick über bedeutsame Engpässe bei den Stresstests, Risi- 3529 kokonzentrationen und der Risikotragfähigkeit verschaffen und Handlungsvorschläge formulieren. Es werden hier die wesentlichen Problemkonstellationen für jede Risikoart, die im sich anschließenden Analyseteil Stresstests sowie Konzentrationsrisikountersuchungen für die wesentlichen Risiken behandelt werden, kompakt zusammengefasst. Diese Zusammenfassung sollte die kritischen Aspekte hinsichtlich der Problemszenarien und der vorliegenden Konzentrationen unter Berücksichtigung der Wettbewerbslage erläutern sowie mögliche Folgen skizzieren. Eine zusammenfassende Beurteilung der Stressrisikotragfähigkeit sowie der normalen Risikotragfähigkeitsrechnung wird erstellt. Sollten sich aus der Stressrisikotragfähigkeit besondere Problemkonstellationen ergeben, so werden diese kompakt dargelegt. Darüber hinaus werden die folgenden Fragestellungen beantwortet: Welche Entwicklungen sollten aufgrund der durchgeführten Analyse betrachtet werden, da sie für die Bank kritisch werden können? Bei welchen Risiken ist ein Eingreifen notwendig? Um welche Maßnahmen handelt es sich, und welche Wirkung soll erzielt werden? Zu Kapitel 2: Zielsetzung und Vorgehen Das erstellte Reporting sollte sich mit folgenden Themengebieten beschäftigen und diese untersuchen: Wie wirken extreme Marktentwicklungen auf das Kreditinstitut? Welche Auswirkungen könnten durch Modellrisiken entstehen? Welche Bedeutung haben Risikokonzentrationen? Können extreme Risiken, die aus der heutigen Positionierung des Kreditinstituts resultieren, ohne Verlust der Geschäftsgrundlage überstanden werden? Für die jeweiligen Risikoarten sollten nicht ausschließlich diejenigen Stress-Szenarien aufge-» Ein systematisches und strukturiertes Vorgehen bei Analyse der Stresstests und Risikokonzentrationen in einer Gesamtbetrachtung erleichtert die Umsetzung der MaRisk- Anforderungen und liefert wertvolle Erkenntnisse für die Risikosteuerung. «Abbildung 1: Inhaltsverzeichnis eines Muster-Stresstest-Reports (auszugsweise) 1. Das Wichtigste im Überblick 2. Zielsetzung und Vorgehen 3. Übergreifende Szenarien 3.1 Starker konjunktureller Einbruch 3.2 Hoher Wettbewerb um Kunden 4. Stresstests sowie Konzentrationsrisikountersuchungen für die wesentlichen Risikoarten 4.1 Grundlagen 4.2 Marktpreisrisiken Zinsbuch Ausgangssituation Stresstest Marktentwicklung Stresstest Modelle Konzentrationsrisiken Überleitung für die Stress-Risikotragfähigkeit Schlussfolgerungen für die Risikotragfähigkeitsberechnung Schlussfolgerungen für die Risikosteuerung 4.3 Adressenausfallrisiken 4.4 Operationelle Risiken 4.5 Liquiditätsrisiken 5. Ermittlung der Stress-Risikotragfähigkeit 6. Zusammenführung der Stresstests 7. Ertragskonzentrationen 8. Inverse Stresstest 35310 » Die Ergebnisse der Stresstests sind kritisch zu reflektieren. Dabei ist zu ergründen, inwieweit, und wenn ja, welcher Handlungsbedarf besteht. «nommen werden, die in die Stress-Risikotragfähigkeit überführt werden. Vielmehr sollen hier weitere Überlegungen angestellt werden, die in das Risikomanagement einfließen können. Bei der Erstellung des Berichts sollte jedoch die Verhältnismäßigkeit zwischen Aufwand und Erkenntnissen gewahrt werden. Der Bericht kann in einem jährlichen Turnus erstellt werden. Dabei bietet es sich an, den Stresstest-Report im Rahmen der Analysephase des jährlichen Strategieprozesses fertigzustellen. So können mögliche Erkenntnisse in die Strategien einfließen. Neben der turnusmäßigen Erstellung des Berichts kann auch die Notwendigkeit entstehen, dass ein gesonderter Stresstest-Report auf Ad-hoc-Basis erstellt werden muss. Dieser wird sich i. d. R. auf eine spezielle Entwicklung einzelner Risikoarten beziehen. Zu Kapitel 3: Übergreifende Szenarien Bei dem im folgenden skizzierten Modell risikoartenübergreifender Stresstests handelt es sich um eine Verbindung von mehreren Sensitivitäts- und Szenarioanalysen, die das Ziel haben, Verlustpotenziale zu quantifizieren und entsprechende Hauptrisikotreiber, die Risikofaktoren aller Risikoarten, zu identifizieren. Die Quantifizierung erfolgt über die Berechnung der Risikoparameter, welche sich unter Stressbedingungen verändern. Es ist erforderlich, dass die in den Sensitivitätsanalysen sowie in den Szenarioanalysen identifizierten Hauptrisikofaktoren in die Szenariogenerierung einbezogen werden. Die Szenarioerstellung kann durch historische, hypothetische oder ökonometrische Methoden erfolgen. Außerdem muss es sich hierbei um plausible sowie außergewöhnliche Ereignisse handeln, welche sowohl institutsspezifische als auch systematische Risikostrukturen berücksichtigen. Als übergreifende Szenarien können z. B. folgende Aspekte verwendet werden: Starker konjunktureller Einbruch, Hoher Wettbewerb um Kunden, Strukturelle Probleme in einer Branche/ Region. Die Beschreibung der Szenarien besteht aus zwei wesentlichen Faktoren. Einerseits handelt es sich um die Darstellung der Ursachen und ggf. deren direkte Folgen für die Allgemeinheit, anderseits, und dies ist der wesentlichere Aspekt, um das Aufzeigen der Folgen, welche dieses Szenario für das eigene Haus hat. Zu Kapitel 4: Stresstests sowie wesentliche Konzentrationsrisikountersuchungen für die wesentlichen Risiken Dieses Kapitel sollte mind. die in den MaRisk als wesentlich eingestuften Risikoarten enthalten, wobei es sich anbietet, die komplexeren Adressenausfall- und Marktpreisrisiken zu zerlegen. Sinnvolle Unterteilungen zur Darstellung der Adressenausfallrisiken können die Betrachtung des Kundengeschäfts, des Eigengeschäfts sowie der Beteiligungen sein. Die Marktpreisrisiken lassen sich beispielhaft in Zinsbuch, Handelsgeschäft, Optionen und Immobilien unterteilen. Für die Einzelbetrachtungen der Adressenausfall- sowie der Marktpreisrisiken ist ein einheitlicher Aufbau zu empfehlen, der die folgenden Teilaspekte: Ausgangssituation, Stresstests Marktentwicklung, Stresstests Modelle, Risikokonzentrationen, Überleitung für die Stress-Risikotragfähigkeit, Schlussfolgerungen für die Risikotragfähigkeitsberechnung und Schlussfolgerungen für die Risikosteuerung beleuchtet. Beispielhaft wird im Folgenden anhand des Zinsbuchs die Systematik detaillierter erläutert (siehe Kapitel der Abb.1). Zu Kapitel : Stresstests Marktentwicklungen Aus den kritischen Szenarien in der Ausgangssituation (aus dem monatlichen Zinsbuch- Reporting) können Stressszenarien entwickelt werden, die als Basis für die Stresstests Marktentwicklungen dienen. Die Auswirkungen auf die Zinsstruktur als auch auf die Zinsspanne sind dann entsprechend zu beschreiben. Es kann ebenfalls untersucht werden, wie sich der Barwert bei diesen kritischen Szenarien verändert. Aussagekräftig ist auch eine Quantifizierung der Wertänderungen in Relation zum haftenden Eigenkapital. 35411 Zu Kapitel : Stresstests Modelle Im Rahmen des Zinsbuch-Reportings sollten Annahmen für die Zinsentwicklung, die Entwicklung der Volumina und der GuV-Positionen miteinander kombiniert werden. Zwei weitere Parameter, die in die Simulationen einfließen, aber nicht monatlich variiert werden sollten, sind die Margen für das Neugeschäft und die Abbildung der variablen Produkte mittels gleitender Durchschnitte. Für einen ersten Modell-Stresstest können die Margen erhöht und verringert werden, um eine entsprechende Veränderung des Zinsertrags ausweisen zu können. Diese Sensitivitätsanalysen können in Szenarien überführt werden, die neben der Margenveränderung auch einen Volumensrückgang beinhalten. Von besonderer Bedeutung sind v. a. die Einflüsse auf die Zinserträge der Folgejahre. In einer weiteren Betrachtung sollten die großen variablen Positionen betrachtet werden, die von sich stark verändernden Zinsen betroffen sind. Dies kann dazu führen, dass ein Beibehalten der Zinsanpassung entsprechend der Modellannahme nicht garantiert werden kann. Insbesondere die Kombination inverser Zinsen mit der Verkürzung der gleitenden Durchschnitte und Nullmargen für das Geldmarktkonto können zu starken Rückgängen in der Zinsspanne führen. Die Abbildung der variablen Produkte führt i. d. R. nicht nur in der GuV-Betrachtung, sondern auch in der barwertigen Betrachtung zu größeren Unsicherheiten. Zu Kapitel : Risikokonzentrationen Als mögliche Treiber für größere Änderungen im Zinsaufwand werden häufig das Geldmarktkonto und Wachstumssparen identifiziert. Es ist daher interessant, wie sich die Kunden zusammensetzen und wie sich diese bei steigenden Zinsen verhalten würden. Relevante Aussagen sollten sich mit den Strukturbesonderheiten in diesen Produkten und im Vergleich zur gesamten Passivseite beschäftigen. Zu Kapitel : Überleitung für die Stress- Risikotragfähigkeit Hier werden die Ergebnisse aus den Stresstests und Konzentrationsbetrachtungen mit den definierten übergreifenden Szenarien zusammengefügt. Zu Kapitel : Schlussfolgerungen für die Risikotragfähigkeitsrechnung Hier wird geklärt, ob und wie Risiken angemessen in der Risikotragfähigkeit berücksichtigt werden. Möglicherweise stellt sich heraus, dass alle dargestellten Szenarien abgedeckt werden können. Andere Schlussfolgerungen können in der Form formuliert werden, dass für die normale Banksteuerung die Normalszenarien angebracht sind, und dass in dem einen oder anderen Szenario in Ausnahmefällen die Limite überschritten werden können. Schlechtestenfalls kommt man zu dem Ergebnis, dass sich Schwachstellen gezeigt haben, die im Stressszenario nicht aufgefangen werden können. Ziel möglicher Maßnahmen sollte es sein, die Risiken kurz-, mittel- oder langfristig zu eliminieren bzw. zu reduzieren, um sie für das Institut tragbar zu machen. Zu Kapitel : Schlussfolgerungen für die Risikosteuerung Auch hier ist es das Ziel zu klären, ob und wie die Risiken angemessen berücksichtigt werden. Diesmal erfolgt jedoch diese Würdigung in Bezug auf die Steuerungsmaßnahmen: Wie werden die Steuerungssysteme eingeschätzt und müssen in Bezug auf bereits ergriffene Maßnahmen Korrekturen vorgenommen werden? Welche Schwachstellen gibt es im aktuellen System? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Schwachstellen zu beheben? Welche Wirkung zeigen Maßnahmen, die in den Vorjahren beschlossen wurden? Müssen das Steuerungssystem, die Ressourcen oder Managementverfahren verbessert oder angepasst werden? Zu Kapitel 5: Die Ermittlung der Stressrisikotragfähigkeit Die letztlich entscheidende Frage ist, ob die Bank extreme Risikoeintritte verkraften kann. Diese könnten, wie oben dargestellt, aus Modellfehlern, extremen Marktbewegungen oder Risikokonzentrationen entstehen. Hierzu sollte zunächst ermittelt werden, bis zu welchem schlagend werdenden Gesamt risiko die Bank die» Den Auswirkungen eines schweren konjunkturellen Abschwungs als risiko artenübergreifender Stresstest ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. «35512 » Die Ergebnisse der Stresstests sind auch bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit angemessen zu berücksichtigen. «Verluste verkraften kann, ohne dabei durch aufsichtliche oder betriebswirtschaftliche Zwänge zu einem Stützungsfall zu werden. Zur Ermittlung des Risikodeckungspotenzials können beispielhaft neben dem Risikobudget aus der Ertragskraft noch stille und offene Reserven angesetzt werden, vorausgesetzt sie sind im Stressfall noch vorhanden. Die Ermittlung der Stressrisikotragfähigkeit sollte sich an der Ermittlungssystematik der normalen Risikotragfähigkeitsrechnung orientieren. Der wesentliche systematische Unterschied sollte darin liegen, dass die Risikotragfähigkeit bis zur Grenze ausgeschöpft wird. Zu Kapitel 6: Zusammenführung der Stresstests Hier muss ermittelt werden, wie eine Auslastung dieser Stress-Deckungsmassen im Risikoeintritt erfolgen könnte. Dies lässt sich am besten anhand der folgenden Abbildung darstellen. Als Fazit sollte eine Aussage getroffen werden, ob der Fortbestand der Bank auch unter ausgesprochen negativen Annahmen für die einzelnen Risikoarten gewährleistet ist, und in welcher Form die Deckungspotenziale ausgenutzt werden. Zu Kapitel 7: Ertragskonzentrationen Neben der Fragestellung, in welchen Risiken Konzentrationen vorliegen, stellen die MaRisk ebenfalls Anforderungen an Überlegungen zu Ertragskonzentrationen, welche der Bank gefährlich werden können. Durch die Aufteilung des Gesamtertrags in einzelne Komponenten lassen sich schnell Ertragskonzentrationen aufzeigen. Durch eine Segmentbetrachtung wird deutlich, in welchen Segmenten die Bank welche Erträge erzielt. Je nach Struktur und Größe des Kreditinstituts kann diese Segmentierung unterschiedlich ausgeprägt sein. Neben der Segmentbetrachtung bieten die Aufteilung nach Ertragsquellen oder die Analyse der ertragsstärksten Kunden sinnvolle Ergänzungen, da sie ineinander greifen und gut verknüpfbar sind. Abschließend sollte auch in diesem Kapitel festgehalten werden, ob entsprechende Konzentrationen bestehen, und wenn ja, um welche es sich handelt. Zu Kapitel 8: Inverse Stresstests In den MaRisk werden von den Kreditinstituten sog. Inverse Stresstests gefordert. Ziel dieser Untersuchung ist es, festzustellen, welche Ereignisse die Überlebensfähigkeit eines Kreditinstituts gefährden könnten. Die Überlebensfähigkeit gilt dann als gefährdet, wenn sich das ursprüngliche Geschäftsmodell als nicht mehr durchführbar bzw. tragbar erweist. Sie stellen eine Ergänzung der sonstigen Stresstests dar. Aufgrund ihrer Konstruktionsweise steht hier- Abbildung 2: Zusammenführung der Stresstests Schlechteste realistische Annahme Starker konjunktureller Einbruch Hoher Wettbewerb um Kunden Reputationsrisiken Zinsspannenrisiko Bewertungsrisiken Marktpreis Implizite Optionen Kreditrisiko Kundengeschäft Vermögensverwaltung Kunden Eigengeschäft Vermögensanlage der Bank Summe 35613 Abbildung 3: Überlegungen zu Inversen Stresstests (auszugsweise) Risikoart Vorgehensweise Ergebnis Adressrisiko Kundengeschäft Adressrisiko Eigengeschäft Marktpreisrisiko Zinsspanne Operationelle Risiken Vertriebsrisiken Der Ausfall von wie vielen der größten Kunden kann unter Berücksichtigung einer Reduzierung der Sicherheitenwerte um x% verkraftet werden? Der Ausfall von wie vielen der größten Emittenten/ Kontrahenten kann verkraftet werden? Bei welchem Szenario wird das Risikobudget komplett verbraucht? Welche operationellen Risiken können zu einem Zusammenbruch der Bank führen? Bei welchem Margenrückgang wird langfristig kein Ertrag mehr aus dem Kundengeschäft generiert? Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit» Inverse Stresstests stellen eine sinnvolle Ergänzung zu sonstigen Stresstests dar. Aufgrund ihrer Konstruktionsweise steht bei inversen Stresstests die kritische Reflexion der Ergebnisse im Vordergrund. «bei die kritische Reflexion der Ergebnisse im Vordergrund. Diese müssen i. d. R. bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit nicht berücksichtigt werden. Abbildung 3 zeigt mögliche Fragestellungen zu den Inversen Stresstests. III. Fazit Eine vernetzte Betrachtung und Darstellung sämtlicher Stresstests (inklusive Inverse Stresstests und übergreifende Szenarien) und Konzentrationsrisiken (Risiko- und Ertragskonzentrationen), bezogen auf das bestehende Geschäftsmodell, erleichtern, neben der Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die Steuerung einer Bank oder Sparkasse. Der Bericht kann als Ergänzung zur ganzheitlichen Risikoinventur und Risikotragfähigkeitsrechnung für die einzelnen Risikoarten über relevante Szenarien und Analysen verwendet werden. Die Einbindung der Stresstest- Analyse in den Strategieprozess unterstützt die Geschäftsleitung bei der Festlegung einer nachhaltigen Geschäfts- und Risikostrategie. PraxIStIPPS Auseinandersetzen mit einer systematischen und vernetzten Darstellung der Stresstests und Konzentrationsrisiken. Einen stärkeren Fokus bei den Konzentrationsrisiken auf Ertragskonzentrationen legen. Stärkere Einbindung der ermittelten Stresstest-Ergebnisse in den Strategieprozess. Weiterführende Literatur: Geiersbach/Walter (Hrsg.): Praktikerhandbuch Stresstesting, 2. Aufl14 Vorstand Kredit Konto Anlage Recht Handel Controlling Revision IT Einsatz von Social-Media-Instrumenten in Kreditinstituten Ergebnisse einer empirischen Studie. Autoren: Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Leiter Bereich Bank- und Finanzmanagement, Hochschule Emden-Leer und wissenschaftlicher Leiter, IQS Institut für Qualität und Standards in der Insolvenzabwicklung und Thomas Lison, Bachelor Business Administration der Hochschule Emden-Leer, Typo3-Entwickler, IC Tourismus GmbH, Leer. Diskutieren Sie zum Thema dieses Beitrags mit anderen BankPraktikern in unserem FCH Blog: blog.fc-heidelberg.de Diesen Beitrag finden Sie dort unter der Rubrik: Bereichsübergreifende Themen (u. a. Revision, Vorstand, Personal). 1 Vgl. Steria Mummert Consulting, Wege zum Kunden 2015 Stand: steria-mummert.de/presse/pressemittei lungen/studie-banken-wollen-social-mediaengagement-bis-2015-ausbauen (abgerufen am ). 2 TOP 100 Banken per , Auswertung zum Stichtag Jedes der in die Untersuchung einbezogenen Kreditinstitute konnte mit einem Profil in Xing gefunden werden, wenn mehr als fünf Personen in ihrem persönlichen Profil auf Xing angegeben haben, beim gleichen Unternehmen beschäftigt zu sein. Als aktive Nutzer eines Online-Netzwerks wurde ein Kreditinstitut nur dann angesehen, wenn mind. eine Mitteilung im Profil nachzulesen war und ein Nachweis auf die Echtheit des Profils in Form eines Impressums oder einer Verlinkung auf der Unternehmens-Website der Bank hinterlegt war. 4 Die Größenklassen wurden anhand der Bilanzsumme festgelegt. Kleine Institute weisen eine Bilanzsumme von bis zu einer Mrd. auf, mittlere Institute eine Bilanzsumme von bis zu zehn Mrd. und große Institute eine Bilanzsumme von mehr als zehn Mrd.. I. Einleitung w Social Media rückt weiter in den Fokus der Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Laut einer aktuellen Studie 1 planen rd. 76% aller Banken sich kurz- oder mittelfristig in Online- Netzwerken zu etablieren. Eng verbunden mit dem Web 2.0-Engagement ist der fortwährende Ausbau des strategischen Kundenmanagements in Banken durch Facebook, Twitter oder YouTube. Langfristig soll mit sozialen Netzwerken die Kundenbindung gestärkt werden. Um den Einsatz sozialer Medien der 100 größten Kreditinstitute in Deutschland zu überprüfen, wurde zunächst eine Statuserhebung innerhalb der sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, YouTube, Xing und Flickr durchgeführt 2. Die Auswahl dieser bedeutenden spezifischen Online-Portale erfolgte anhand einer Studie der meistbesuchten Websites in Deutschland im zweiten Quartal Berücksichtigt wurden die offiziellen Unternehmensprofile sowie Kampagnen und Karriereportale in den vorab aufgeführten sozialen Netzwerken 3. Es zeigt sich, dass 32% der Institute eine Präsenz in Facebook aufweisen, 34% der Banken Twitter nutzen, 27% YouTube anwenden und 40% ein Profil in Xing eingestellt haben. Das Fotoportal Flickr stellt mit drei Prozent der Anwender nur eine untergeordnete Position dar. Ein deutlicher Trend einer zunehmenden Nutzung von Social Media mit einer wachsenden Größe der Institute war nicht zu erkennen. Zudem war nicht festzustellen, dass in Banksektoren bestimmte Portale überwiegend angewendet werden. Des Weiteren waren die Darstellungen der Institute in den Portalen sehr unterschiedlich ausgestaltet, selbst innerhalb der Banksektoren. So war z. B. bei den Instituten im Sparkassensektor kein einheitlicher Auftritt im Hinblick auf eine gemeinsame Verbands- Corporate-Identity zu erkennen. Im Folgenden wird das Social-Media-Geschehen bei deutschen Kreditinstituten in einer umfassenden Befragung genauer untersucht. Ziel der Umfrage ist es zu erfahren, welche Bedeutung Social-Media-Instrumente derzeit haben und ob eine Zunahme der Wichtigkeit erwartet wird. II. Empirische Untersuchung zu Social Media in Banken und Sparkassen 1. Beschreibung des Untersuchungssamples Im Zeitraum von März bis April 2012 wurden 150 Kreditinstitute in Deutschland mit einem Fragebogen zu Social-Media-Fragen in Banken angesprochen. Im Ergebnis haben 42 Institute den Bogen beantwortet. Die Rücklaufquote lag bei 28%. Die Untersuchung fand nach Banksektoren und Größenklassen statt 4. Die Aufteilung zeigte, dass die Antwortenden sich relativ gleichmäßig auf die einzelnen Banksektoren verteilten. Die antwortenden Teilnehmer stammten größtenteils aus der Marketingabteilung der Banken. So kamen 33 Teilnehmer aus dem Marketing und vier Personen aus der Organisationsabteilung. Fünf Befragte haben diese Frage nicht beantwortet. Es zeigte sich, dass überwiegend die Experten in den Banken aus dem Marketing und dem Feld der Öffentlichkeitsarbeit Auskunft zu den Fragen gegeben haben. Dies war für die gute Aussagekraft der Ergebnisse von Bedeutung. 2. Ergebnisse der Untersuchung Zunächst waren allgemeine Einschätzungen zum Einsatz von Social Media in den Kreditinstituten von Interesse. Alle befragten Häuser weisen eine eigene Marketingabteilung auf, die ggf. auch das Social-Media-Konzept ausarbeitet. Lediglich drei Institute setzen zusätzlich 35815 Abbildung 1 Abbildung 1: Einsatz von Social-Media-Instrumenten in Kreditinstituten Setzt Ihr Kreditinstitut Social-Media-Instrumente ein? Einsatz nicht geplant 4,8% Einsatz 2012 geplant 31,0% Interne und Externe Kommunikation 14,3%» Social Media rückt weiter in den Fokus der Kreditinstitute und Finanzdienstleister. «Externe Kommunikation 47,6% Interne Kommunikation 2,4% 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% eine externe Agentur, u. a. für Werbekampagnen, ein. Es zeigt sich, dass rd. 95% der befragten Institute bereits Social-Media-Instrumente nutzen bzw. den Einsatz noch im Jahr 2012 planen. Der Hauptanwendungsbereich liegt in der externen Kommunikation, wie Abb. 1 verdeutlicht. Die Quoten liegen über den Zahlen der Auswertung der TOP-100-Banken in Deutschland. Jedoch ist zu vermuten, dass bei der Befragung insbesondere diejenigen Institute geantwortet haben, die sich verstärkt mit dem Themenbereich Social Media auseinandersetzen. Zudem sind die Planungen der Institute aus der Statusumfrage nicht ableitbar. Die bisherige Anwendungsdauer der Verwen- Abbildung der 2Social-Media-Tools war ebenfalls von Interesse. So gaben rd. 36% der Vertreter der Institute an, dass diese Tools bereits zwei Jahre oder länger in ihrem Hause eingesetzt werden. Eine Bank setzt Social-Media-Instrumente bereits mehr als fünf Jahre ein und ein anderes Institut länger als zehn Jahre. Somit weisen einzelne Banken bereits eine langjährige Erfahrung mit dem Einsatz sozialer Medien auf. Dies sind überwiegend die großen Institute. Die Anwendungen Twitter, YouTube, Xing und Facebook dominieren bei der Auswahl der einzelnen Instrumente. So wird aus den Umfrageergebnissen in nachfolgender Abb. 2 u. a. deutlich, dass rd. 48% der Kreditinstitute bereits im Netzwerk Facebook aktiv sind und weitere 45% der Institute den Einsatz dort zukünftig planen. Abbildung 2: (Geplanter) Einsatz von Social-Media-Instrumenten in Prozent der Institute Welche SM-Instrumente setzen Sie ein bzw. planen Sie einzusetzen? Twitter 59,5% 33,3% Youtube 54,8% 33,3% Xing 52,4% 40,5% Facebook 47,6% 45,2% Sonstige 14,3% 7,1% Linkedin 7,1% 9,5% Eigenentwicklung 7,1% 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% Momentaner Einsatz Geplanter Einsatz 35916 » Es zeigt sich, dass rd. 88% der Experten den Bereich Social Media nicht nur als aktuelle Erscheinung ansehen. «Abbildung 3 Abbildung 3: Einschätzung der Bedeutung von Social Media in Kreditinstituten SM nur aktuelle Erscheinung Bedeutung bereits hoch 4,8% 7,1% 7,1% Folgende Einschätzungen habe ich zur Bedeutung von Social Media in Kreditinstituten. 35,7% 42,9% 88,1% Wichtigkeit wird zunehmen 7,1% 14,3% 78,6% 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% Trifft (stark) zu Trifft mittel zu Trifft nicht zu Etwa 71% der Institute setzen Social-Media- Portale zur Werbung und zur Kommunikation mit ihren Kunden ein, circa 38% für Zwecke der Produktpolitik und sieben Prozent für den Bereich der Distributionspolitik. Im Bereich der Produktpolitik nutzen rd. 17% der Institute diese Tools für Produkt-innovationen und 14% für Produktverbesserungen. Der Einsatz von Social Media verursacht bei einem professionellem Auftritt Kosten, gerade wenn diese Medien aktiv betrieben werden. Es zeigt sich, dass mit 52% die Mehrheit der anwendenden Institute einen Zeiteinsatz pro Woche von rd. zwei bis zehn Stunden einplant und weitere 24% den wöchentlichen Einsatz mit 15 bis 40 Stunden einschätzen. Damit ist eine halbe bis eine Arbeitskraft für den Betrieb der Portale bei einer aktiven Moderation einzukalkulieren, mit entsprechenden Personalkosten. Des Weiteren war die allgemeine Einschätzung der Bedeutung des Anbietens von Social-Media- Leistungen durch Kreditinstitute von Interesse. Es zeigt sich, dass rd. 88% der Experten den Bereich Social Media nicht nur als aktuelle Erscheinung ansehen. Etwa 36% der Antwortenden schätzt, dass die Bedeutung von Social Media im Bankbereich bereits hoch ist und sogar rd. 79% bewerten, dass die Wichtigkeit künftig noch stärker zunehmen wird. Die nachfolgende Abb. 3 stellt diese Beurteilungen dar. Abbildung 4 Abbildung 4: Anwendungsmöglichkeiten von Social-Media-Instrumenten in Banken Welche Anwendungen sehen Sie bei Social-Media-Instrumenten? Kunden an das Institut binden Informationen effizient verbreiten Kundenumfragen durchführen 25 Neue Produkte nach Kundenwünschen gestalten 22 Kundenmeinungen verbreiten 16 Neukunden zielgenau mit Werbung anzusprechen 12 Bestandkunden zielgenau mit Werbung anzusprechen 9 Daten von Nichtkunden erhalten17 Abbildung 5 Abbildung 5: Kommunikationsverhalten der Institute im Internet Welches Kommunikationsverhalten pflegen Sie auf Ihren Seiten? Passiv: Wir stellen nur Themen ein. 17 Moderiert: Wir beantworten Fragen der Nutzer. 10 Keine der aufgeführten Vorgehensweisen. 9 Darstellend: wir stellen Beiträge der Nutzer ein » Vertreter der Privatbanken bewerten sogar zu 100%, dass die Wichtigkeit des Einsatzes von Social-Media- Instrumenten durch Kreditinstitute weiter zunehmen wird. «Eine Zunahme der Wichtigkeit der Anwendung von Social-Media-Instrumenten durch Banken wird von allen Institutsvertretern fast gleichhoch bewertet. Vertreter der Privatbanken bewerten sogar zu 100%, dass die Wichtigkeit des Einsatzes von Social-Media-Instrumenten durch Kreditinstitute weiter zunehmen wird. Die Anwendungsfelder der Social-Media-Instrumente sind vielfältig. Mit rd. 76% der Antworten liegen die Kundenbindung und die Informationsverbreitung an erster Stelle der Nennungen. Es folgen die Kundenumfrage mit 61% und die bedürfnisgerechte Produktgestaltung nach Kundenwünschen mit rd. 54% der Antworten - neben weiteren Anwendungsalternativen, wie die folgende Abb. 4 darstellt. Abbildung 6 Abbildung 6: Gründe gegen den Einsatz von Social Media in Banken Dabei war das Kommunikationsverhalten sehr unterschiedlich geprägt, wie die folgende Abb. 5 zeigt. Das passive Einstellen von Themen und Informationen wird von den meisten Instituten mit rd. 46% der Nennungen gewählt. Die moderierte Vorgehensweise wurde von 27% geäußert und die darstellende Art mit nur rd. drei Prozent der Antworten. Es zeigt sich, dass viele Institute noch sehr vorsichtig mit dem Einsatz dieser Instrumente umgehen, denn mit dem Einstellen von Beiträgen der Nutzer besteht die Gefahr, dass diese ihren Unmut über eine Bank oder deren Dienstleistungen äußern. Die moderierte Vorgehensweise, z. B. in den sozialen Netzwerken, wird häufiger von großen Instituten gewählt. Welche Gründe sprechen gegen den Einsatz sozialer Medien in Banken? Es besteht keine Kontrolle über die Inhalte. 2,9 Die Reputation der Bank kann leiden. 2,9 Die Anwendung ist zu kostenintensiv 3,4 Negative Meinungen sollen nicht verbreitet werden. 3,6 Ein sinnvoller Nutzen ist nicht zu erkennen. 3, : trifft stark zu 2: trifft zu 3: trifft mittel zu 4: trifft eher nicht zu 5: trifft nicht zu 36118 » Vorbehalte über die fehlende Kontrolle der Inhalte werden eher bei Instituten gesehen, die den Einsatz von Social- Media-Instrumenten erst planen oder diesen Einsatz auch in der Zukunft nicht in Erwägung ziehen. «Auch mögliche Gründe, die gegen einen Einsatz von Social Media in Banken sprechen, wurden abgefragt. Die Antworten zeigen insgesamt eine nur geringe Ablehnung der sozialen Medien. Die Beantwortungen liegen nach Durchschnittsnoten in den Bereichen trifft mittel bis trifft eher nicht zu. Lediglich eine fehlende Kontrolle über die Inhalte und Einbußen bei der Reputation werden als mögliche Gegenargumente zum Einsatz von Social-Media-Instrumenten in Kreditinstituten angesehen, wie die vorherige Abb. 6 zeigt. Jeweils 17 der 42 Banken haben die Risiken über die fehlende Kontrolle der Inhalte und mög liche Einbußen in der Reputation als (stark) zutreffend angekreuzt. Dies bedeutet eine hohe Sensibilität einiger Banken beim Einsatz dieser Instrumente. Dennoch zeigen die Einzelbenotungen ein stark differenziertes Meinungsbild der Bankenvertreter mit hohen Zustimmungsraten zu den Risiken, aber auch vielen Ablehnungen bei den Einschätzungen zu Gefahren. Besonders kleine Banken haben geäußert, dass keine Kontrolle über die Inhalte besteht und negative Meinungen nicht verbreitet werden sollen. Auch ein möglicher Reputationsverlust wird überwiegend von kleinen Häusern bemerkt. Den fehlenden Nutzen des Einsatzes von Social-Media-Instrumenten in Banken verneinen fast alle Vertreter verschiedener Institutsgrößen. Vorbehalte über die fehlende Kontrolle der Inhalte werden eher bei Instituten gesehen, die den Einsatz von Social-Media-Instrumente erst planen oder diesen Einsatz auch in der Zukunft nicht in Erwägung ziehen. Ein möglicher Reputationsverlust wird insbesondere von Häusern gesehen, die den Social-Media-Einsatz erst in 2012 anstreben. Auch die mögliche Verbreitung negativer Kundenmeinungen wird verstärkt von Banken konstatiert, die den Einsatz von Social-Media-Instrumenten erst in 2012 planen. Ebenfalls wird eine hohe Kostenintensität als Hinderungsfaktor gegen Social Media von Instituten gesehen, die eine Anwendung erst in der Zukunft in Erwägung ziehen. III. Fazit Das Internet wurde mit der Einführung erst langsam von den Kreditinstituten erschlossen und hat wie die Umfrage zeigt mittlerweile ein hohe Bedeutung bei dem Angebot von Bankleistungen sowie bei der Anwendung als externes Marketing-Instrument. Präsenzen im Internet wie die Homepage sind aus der heutigen Angebotspalette der Banken nicht mehr wegzudenken. Es ist gem. den Aussagen der Experten aus den Kreditinstituten zu erwarten, dass Social-Media-Tools künftig ebenfalls einen derartigen Stellenwert entfalten können. Es zeigt sich aus der Umfrage, dass die Bedeutung klassischer Marketing-Instrumente weiterhin als hoch eingeschätzt wird. Jedoch erreichen z. B. klassische Medien wie Direct Mailings oder Werbespots bestimmte Zielgruppen oft nur mit einem unverhältnis mäßig hohen Aufwand an Kosten. Zudem ist der Werbeeffekt dieser Werbeträger bei jüngeren Kundensegmenten generell in Frage zu stellen. Gerade junge Kunden sind mit dem Web vertraut und pflegen zudem ein unterschiedliches Kommunikationsverhalten als ältere Kunden. Die Gruppe der Jungen lässt sich mit Bankangeboten im Bereich Social Media oft begeistern. Für Neukunden und auch Bestandskunden dienen soziale Netzwerke als zusätzliche Informationsquelle und als Instrument zur Kundenbindung, gerade bei jungen Käuferschichten. Es zeigt sich, dass Social Media sich nicht als kurzfristiges Phänomen darstellt, das nach wenigen Jahren wieder vom Markt verschwinden wird. Dennoch nutzen noch nicht alle Banken diese Instrumente im Marketing. Zudem werden die umfassenden Anwendungsmöglichkeiten noch nicht komplett ausgeschöpft, wie die Ergebnisse der Analyse zeigen. Einige Banken haben den Trend der sozialen Medien für sich jedoch bereits entdeckt und erfreuen sich einer großen Fangemeinde. Die Einführung von Social-Media-Angeboten bei Kreditinstituten ist ein langfristiger Prozess und mit großem Einfühlungsvermögen und dem Sammeln von Erfahrungen verbunden. Kreditinstitute, die sich frühzeitig und entschlossen mit der Thematik Social Media beschäftigen, werden langfristig Erfolge im Netz verzeichnen und die sozialen Netzwerke vielfältig nutzen. 36219 PraxIStIPPS Es zeigt sich, dass rd. 95% der befragten Institute bereits Social-Media-Instrumente nutzen bzw. den Einsatz noch im Jahr 2012 planen. Kreditinstitute, die dies nicht in Erwägung ziehen, drohen bei bestimmten Kundengruppen ins Abseits zu geraten. Social Media ist ein langfristiger Prozess und mit einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen und dem Sammeln von Erfahrungen verbunden. Kreditinstitute, die sich frühzeitig und entschlossen mit der Thematik Social Media beschäftigen, werden langfristig Erfolge verzeichnen. Social-Media-Instrumente lassen sich in Kreditinstituten vorrangig zum Zweck der Kunden bindung bei jungen Käuferschichten einsetzen. Junge Leute sollten mit den Medien angesprochen werden, die sie auch im Alltag nutzen.20 Vorstand Kredit Konto Anlage Recht Handel Controlling Revision IT Deckungsprüfungen mit Überraschungen? Deckungsprüfungen zeigen Schwächen in der Anwendung der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) auf. Bei der Wertermittlung von Immobilien sind die Vorgaben des Pfandbriefgesetzes (PfandBG) in Verbindung mit der BelWertV zu beachten. Autor: Dirk Wiedenroth, Teamleiter Bewertung Deutsche Kreditbank AG, Berlin. Diskutieren Sie zum Thema dieses Beitrags mit anderen BankPraktikern in unserem FCH Blog: blog.fc-heidelberg.de Diesen Beitrag finden Sie dort unter der Rubrik: Kredit/Immobilien.» Pfandbriefe sind aufgrund Ihrer besonderen Charakteristika auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein krisenfestes Refinanzierungs- und Anlageinstrument. «1 Quelle: Verband deutscher Pfandbriefbanken, Nachrichten-Ticker. I. Einleitung w Der Hypothekenpfandbrief bleibt bei Anlegern und Emittenten unverändert beliebt und konnte seine Marktposition in einem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld noch ausbauen, so äußerte sich Jan Bettink, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken, am in Berlin. Der Bruttoabsatz von 40,9 Mrd. 1 bei Hypothekenpfandbriefen entsprach in 2011 damit annähernd dem Ergebnis von Diese Entwicklung und das gleichzeitig steigende Interesse von Kreditinstituten, als Pfandbriefemittenten auf den Markt zu kommen, zeigen, dass Pfandbriefe auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein krisenfestes und zuverlässiges Refinanzierungsund Anlageinstrument sind. Dabei spielt die besondere Charakteristik von Pfandbriefen eine entscheidende Rolle, die sowohl für die Pfandbriefbanken als auch die Investoren Vorteile bringt. Pfandbriefe sind emittierte, gedeckte Schuldverschreibungen und dienen der Refinanzierung von Darlehen. Die Besicherung erfolgt bei Hypothekenpfandbriefen durch grundpfandrechtlich belastete Immobilien bis zur sog. Beleihungsgrenze von 60% des nach strengen Kriterien ermittelten Beleihungswerts. Nationale und internationale Anleger schätzen bei ihren Investitionen die erstklassige Bonität der Pfandbriefe, die aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Überwachung durch die Aufsichtsbehörden zu einer sicheren Anlageform gehören. Emittenten sind verpflichtet, quartalsweise die Zusammensetzung der Deckungsmassen zu veröffentlichen und bieten Investoren somit ein hohes Maß an Transparenz. Die deutschen Pfandbriefe gibt es bereits seit über 230 Jahren und die hohen Anforderungen an die Qualität der Deckungsmassen sowie das Risikomanagement stellten bisher sicher, dass es bei keiner Pfandbriefbank zu einer Insolvenz gekommen ist. Aber selbst im unwahrscheinlichen Insolvenzfall würden die Deckungswerte vorrangig der Befriedigung der Pfandbriefgläubiger dienen und nicht am Insolvenzverfahren teilnehmen. Für die Banken bieten Pfandbriefe eine günstige Refinanzierungsmöglichkeit, die aber verbunden ist mit der Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben. Neben dem Grundgesetz für alle deutschen Banken, dem Kreditwesengesetz (KWG) mit allgemeinen Vorschriften, gilt für Pfandbriefbanken das Pfandbriefgesetz (PfandBG), das die gesetzlichen Rahmenbedingungen i. S. d. Anlegerschutzes vorgibt. Nachdem für öffentlich-rechtliche Kreditinstitute die Gewährträgerhaftung entfallen war, wurde mit dem Pfandbriefgesetz im Jahr 2005 die Möglichkeit geschaffen, auf einer neuen gesetzlichen Grundlage Pfandbriefe zu emittieren. Das Gesetz wurde mit dem Ziel verabschiedet, die hohe Qualität der Pfandbriefe, die den Erfolg an den Kapitalmärkten begründet, nachhaltig zu sichern und für andere Banken die Voraussetzungen zum Betreiben des Pfandbriefgeschäfts zu schaffen folgte mit der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) die entsprechende Rechtsverordnung mit den Regelungen zur Methodik der Beleihungswertermittlung und den Mindestanforderungen an die Qualifikation und Unabhängigkeit von Gutachtern. Als weiterer Schutz der Vermögensobjekte vor Wertverlusten bei Marktwertschwankungen wirkt die Beschränkung des Beleihungsauslaufs einer Deckungshypothek auf max. 364 Mehr anzeigen
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