Source: http://www.justiz.nrw.de/WebPortal_Relaunch/Gerichte_Behoerden/Justizvollzug/justizvollzug1/bauliche_Gestaltung_6/index.php?print=1
Timestamp: 2020-01-21 02:45:13
Document Index: 390527502

Matched Legal Cases: ['§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 60', '§59', '§ 60']

Das Jugendstrafvollzugsgesetz Nordrhein-Westfalen enthält im vierzehnten Abschnitt (§§ 59 bis 61 JStVollzG NRW) besondere Regelungen zur Ausgestaltung der Anstalten für den Jugendvollzug.
So müssen die bauliche Gestaltung und das Außengelände der Vollzugseinrichtung in Einklang mit dem Ziel der anstaltsinternen Förderung und Erziehung stehen. Hierzu sollen die Abteilungen in Wohngruppen gegliedert sein (§ 59 Abs. 4 JStVollzG NRW).
Auch im Jugendstrafvollzug werden, soweit hierfür Bedarf besteht, sozialtherapeutische Einrichtungen vorgehalten. Die organisatorischen, personellen und baulichen Mindeststandards sind auf die jugendspezifischen Besonderheiten zugeschnitten(§ 59 Abs. 5 JStVollzG NRW).
Die Anstalten können eigene Schulabteilungen unterhalten (§ 60 Abs. 1 JStVollzG NRW).
Eine bedarfsgerechte Anzahl und Ausstattung von Plätzen, insbesondere für therapeutische Maßnahmen, für Maßnahmen der Beschäftigung, Freizeit, Sport, Seelsorge und Besuche, ist vorzusehen. Räume für den Aufenthalt während der Ruhe- und Freizeit sowie Gemeinschafts- und Besuchsräume sind wohnlich oder zweckentsprechend auszugestalten. (§59 Abs. 3 JStVollzG NRW).
Ein bedarfsgerechtes Angebot an Arbeitsplätzen für zugewiesene Tätigkeiten, an Plätzen für Schul- und Berufsschulunterricht und an Plätzen für berufliche Ausbildung sowie für arbeitstherapeutische Maßnahmen wird vorgehalten(§ 60 Abs. 1 JStVollzG NRW).
Das Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz Nordrhein-Westfalenenthält ebenfalls spezifische Regelungen zur baulichen Ausgestaltung des Vollzuges der Sicherungsverwahrung:
Die bauliche Umsetzung der Bedürfnisse des Vollzugsbetriebes wird beim Neubau und der baulichen Sanierung von Justizvollzugsanstalten in enger Abstimmung zwischen der Justiz als Nutzerin und den weiteren am Bau Beteiligten abgestimmt.
Die Gebäudegrundrisse müssen klar gegliedert sein, so dass hierdurch schon ein hohes Maß an Sicherheit gegeben ist. Die Wege innerhalb der Anstalt müssen übersichtlich verlaufen, um den Betriebsablauf nicht zu erschweren. Durch die räumliche Gestaltung der Gesamtanlage muss weiterhin auch ein rationeller Personaleinsatz begünstigt werden. Auf die oftmals auch von Außenstehenden als unerwünscht angesehene Umwehrungsmauer (zwischen 5 und 6 Meter hoch) um ein Gefängnis kann im geschlossenen Vollzugsbetrieb auch heute nicht verzichtet werden.