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Timestamp: 2019-08-19 00:36:59
Document Index: 72318453

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 25', '§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 10', '§ 11', '§ 14', '§ 15', '§ 17', '§ 25']

LederGerbAusbV - Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik
Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik (Lederherstellungs- und Gerbereitechnikausbildungsverordnung - LederGerbAusbV)
Ausfertigungsdatum: 02.07.2015
"Lederherstellungs- und Gerbereitechnikausbildungsverordnung vom 2. Juli 2015 (BGBl. I S. 1148)"
Ersetzt V 806-21-1-94 v. 13.8.1981 I 838 (GerbAusbV)
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 4 des Berufsbildungsgesetzes und des § 25 der Handwerksordnung. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte, von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan für die Berufsschule werden demnächst im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht.
Auf Grund des § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes, der durch Artikel 232 Nummer 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, sowie auf Grund des § 25 Absatz 1 der Handwerksordnung, der zuletzt durch Artikel 146 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, jeweils in Verbindung mit § 1 Absatz 2 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I S. 3165) und dem Organisationserlass vom 17. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4310), verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
§ 10 Prüfungsbereich Blößenherstellung und Trocknung von Leder
§ 11 Prüfungsbereich Technologie der Blößenherstellung und der Gerbung
§ 14 Prüfungsbereich Nasszurichtungs- und Zurichtungsprozesse
§ 15 Prüfungsbereich Technologie der Nasszurichtung und Zurichtung
§ 17 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschluss- und Gesellenprüfung
Anlage: Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik
Der Ausbildungsberuf der Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik wird staatlich anerkannt nach
§ 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage B Abschnitt 2 Nummer 40 Gerber der Handwerksordnung.
Umgehen mit Rohware,
Herstellen von Blößen und Umgehen mit kollagenen Nebenprodukten,
Anwenden von Gerbverfahren,
Durchführen von Prozessen der Nasszurichtung,
Durchführen von Prozessen der Vorzurichtung,
Durchführen von Prozessen der Zurichtung,
Beurteilen von Fertigleder und
Produkt- und Prozessökologie.
Einrichten, Bedienen und Warten von Arbeitsgeräten, Werkzeugen, Maschinen und Anlagen sowie
(1) Durch die Abschluss- und Gesellenprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.
(2) Die Abschluss- und Gesellenprüfung besteht aus den Teilen 1 und 2.
Teil 1 der Abschluss- und Gesellenprüfung erstreckt sich auf
Teil 1 der Abschluss- und Gesellenprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:
Blößenherstellung und Trocknung von Leder sowie
Technologie der Blößenherstellung und der Gerbung.
(1) Im Prüfungsbereich Blößenherstellung und Trocknung von Leder soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Rohwaren, Rohwarenschäden und Konservierungsmethoden zu erkennen und zu bewerten,
Blößen durch Entkälken, Beizen und Pickeln auf die Gerbung vorzubereiten sowie Prozesse zu kontrollieren und zu dokumentieren,
Trocknungsverfahren zu unterscheiden und durchzuführen,
Arbeitsschritte zu planen, festzulegen und zu dokumentieren,
Arbeitsgeräte, Werkzeuge, Maschinen und Anlagen auszuwählen und einzusetzen,
Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung anzuwenden und
fachliche Hintergründe aufzuzeigen sowie seine Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe zu begründen.
(2) Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe und zwei Arbeitsproben durchführen. Während der Arbeitsaufgabe wird mit ihm ein situatives Fachgespräch geführt.
(3) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 145 Minuten. Die Arbeitsaufgabe dauert 100 Minuten, das situative Fachgespräch innerhalb der Arbeitsaufgabe dauert höchstens 10 Minuten und die Arbeitsproben dauern insgesamt 45 Minuten.
(1) Im Prüfungsbereich Technologie der Blößenherstellung und der Gerbung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
den histologischen Aufbau und Eigenschaften von Rohwaren hinsichtlich ihrer Verwendung zu unterscheiden,
Blößen herzustellen und auf die Gerbung vorzubereiten,
Blößen mechanisch zu bearbeiten und mit kollagenen Nebenprodukten umzugehen,
Gerbverfahren und Gerbmittel zu unterscheiden, Gerbverfahren durchzuführen und
prozessbezogene Berechnungen durchzuführen.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 105 Minuten.
(1) Teil 2 der Abschluss- und Gesellenprüfung erstreckt sich auf
(2) In Teil 2 der Abschluss- und Gesellenprüfung sollen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Abschluss- und Gesellenprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit erforderlich ist.
Teil 2 der Abschluss- und Gesellenprüfung findet in folgenden Prüfungsbereichen statt:
Nasszurichtungs- und Zurichtungsprozesse,
Technologie der Nasszurichtung und Zurichtung sowie
(1) Im Prüfungsbereich Nasszurichtungs- und Zurichtungsprozesse soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Prozesse unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und qualitätssichernder Vorgaben umweltgerecht und nachhaltig zu planen, durchzuführen, zu überwachen und zu dokumentieren,
Werkstoffe und Hilfsmittel unter Berücksichtigung gesundheitlicher und ökologischer Anforderungen einzusetzen,
Leder abzuwelken und zu falzen,
Nasszurichtungsprozesse zu unterscheiden, durchzuführen, zu kontrollieren und zu dokumentieren,
Zurichtungsverfahren und Applikationstechniken zu unterscheiden, Maschinen und Anlagen auszuwählen, einzurichten und zu bedienen, Lederoberflächen zuzurichten,
Lederoberflächen mechanisch zu bearbeiten,
Leder haptisch und optisch zu prüfen und zu beurteilen sowie
fachliche Hintergründe aufzuzeigen und seine Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe zu begründen.
(2) Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe und drei Arbeitsproben durchführen. Während der Arbeitsaufgabe wird mit ihm ein situatives Fachgespräch geführt.
(3) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 290 Minuten. Die Arbeitsaufgabe dauert 200 Minuten, das situative Fachgespräch innerhalb der Arbeitsaufgabe dauert höchstens 15 Minuten und die drei Arbeitsproben dauern insgesamt 90 Minuten.
(1) Im Prüfungsbereich Technologie der Nasszurichtung und Zurichtung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Maschinen und Anlagen einzusetzen,
prozessbezogene Berechnungen durchzuführen,
Nasszurichtungsprozesse unter Berücksichtigung der Ledereigenschaften durchzuführen,
Zurichtungsverfahren und Applikationstechniken durchzuführen, Hilfsmittel einzusetzen,
chemische Abläufe und Vernetzungsmöglichkeiten zu berücksichtigen,
Lederarten hinsichtlich Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten zu unterscheiden und
Prozesse unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und qualitätssichernder Vorgaben umweltgerecht und nachhaltig durchzuführen.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 135 Minuten.
1. Blößenherstellung und Trocknung von Leder
mit 20 Prozent,
2. Technologie der Blößenherstellung und der Gerbung
mit 15 Prozent,
3. Nasszurichtungs- und Zurichtungsprozesse
4. Technologie der Nasszurichtung und Zurichtung
mit 25 Prozent,
(2) Die Abschluss- und Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen wie folgt bewertet worden sind:
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Technologie der Nasszurichtung und Zurichtung“ oder „Wirtschafts- und Sozialkunde“ durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschluss- und Gesellenprüfung den Ausschlag geben kann.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2015 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Gerber-Ausbildungsverordnung vom 13. August 1981 (BGBl. I S. 838) außer Kraft.
Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik
(Fundstelle: BGBl. I 2015, 1152 - 1156)
1 Umgehen mit Rohware
Eingangskontrolle durchführen, insbesondere Gewicht der Rohware feststellen
Rohware unterscheiden und bewerten
Konservierungsmethoden erkennen und beurteilen, Rohwarenschäden feststellen, dokumentieren und ihre Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung berücksichtigen
Rohware lagern und nach Verwendungszweck bereitstellen
2 Herstellen von Blößen und Umgehen mit kollagenen
Rohware durch Weichprozess reinigen und ursprünglichen Wassergehalt wiederherstellen
Haare, Oberhaut und Naturfett im Äscherprozess entfernen
Haut durch Hautaufschluss entsprechend dem Verwendungszweck auf die Gerbung vorbereiten
Äscherprozess und Blößen kontrollieren
Unterhautbindegewebe mechanisch entfernen und Blößen kantieren, Reststoffe trennen und als Rohstoffe für die weitere Verwertung bereitstellen
Prozessparameter hinsichtlich des Verwendungszwecks unterscheiden und beurteilen
Blößen in Narben- und Fleischspalt spalten, Spaltstärke berücksichtigen
kollagene Nebenprodukte trennen und als Rohstoffe für die weitere Verwertung bereitstellen
betriebliche Vorgaben hinsichtlich hygienerechtlicher Anforderungen an Behältnisse und Lagerorte für tierische Nebenprodukte einhalten
Blößen durch Entkälken, Beizen und Pickeln auf die Gerbung vorbereiten, pH-Wert in Flotte und Blöße einstellen
3 Anwenden von Gerbverfahren
Gerbverfahren und -mittel hinsichtlich Qualität, Verwendungszweck, Eigenschaften und Aussehen des Leders unterscheiden
mineralische, pflanzliche oder synthetische Gerbung anwenden, Parameter des Gerbprozesses überwachen und dokumentieren, Leder in Qualitätsklassen einteilen
Leder abwelken und falzen, Falzstärken berücksichtigen, Falzspäne trennen und für die weitere Verwertung bereitstellen
4 Durchführen von Prozessen der Nasszurichtung
Nasszurichtungsprozesse hinsichtlich ihrer Kombinationsmöglichkeiten sowie hinsichtlich des Verwendungszwecks, der Eigenschaften und des Aussehens des Fertigleders unterscheiden
Neutralisations- und Nachgerbverfahren im Hinblick auf daraus resultierende Ledereigenschaften unterscheiden und durchführen, pH-Wert einstellen
Farbstoffgruppen und Färbereihilfsmittel unterscheiden, Leder nach unterschiedlichen Verfahren färben
Fettungsmittel unterscheiden und Leder fetten
Prozessparameter beurteilen und dokumentieren
5 Durchführen von Prozessen der Vorzurichtung
Trocknungsverfahren unterscheiden
Vakuum-, Spannrahmen- oder Hängetrocknung durchführen
mechanische Verfahren zum Weichmachen und Verdichten von Leder unterscheiden und durchführen
Crustleder beurteilen, in Qualitätsklassen einteilen und für die Weiterverarbeitung bereitstellen
Leder schleifen und entstauben
6 Durchführen von Prozessen der Zurichtung
Zurichtungsverfahren unterscheiden
Optik, Haptik und Deckungsgrad von Lederoberflächen beurteilen und dokumentieren
Lederoberflächen nach Ledertyp und Verwendungszweck zurichten
Applikationstechniken und Hilfsmittel unterscheiden
Oberflächen mechanisch bearbeiten, insbesondere bügeln und prägen
7 Beurteilen von Fertigleder
Lederfehler feststellen und hinsichtlich der weiteren Verwendung des Leders beurteilen
haptische und visuelle Prüfungen durchführen, insbesondere in Bezug auf Griff, Stärke, Struktur und Farbe
Fertigleder hinsichtlich der Vorgaben prüfen
Leder messen, auszeichnen, verpacken und versandfertig machen
Kriterien für das Lagern einhalten, insbesondere in Bezug auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichteinfall
8 Produkt- und Prozessökologie
Prozesse umweltgerecht durchführen
Werkstoffe, Betriebs- und Hilfsmittel nachhaltig und effizient einsetzen
Richtlinien zum Schutz von Gesundheit und Umwelt beachten, insbesondere beim Umgang mit Hilfsmitteln
Arbeitsschritte unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe und Fertigungsunterlagen planen, festlegen und dokumentieren
Werk- und Betriebsstoffe sowie Hilfs- und Arbeitsmittel auswählen, den einzelnen Arbeitsschritten zuordnen, kennzeichnen und bereitstellen
Arbeitsauftrag und Arbeitsschritte auf Durchführbarkeit prüfen, Auftragsunterlagen bearbeiten
Materialbedarf ermitteln, Materialkosten und Zeitaufwand abschätzen
produktspezifische und berufsbezogene Vorschriften anwenden
technische Unterlagen, insbesondere Betriebs- und Arbeitsanweisungen sowie Richtlinien, anwenden, Sicherheitsdatenblätter beachten
Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und im Team situationsgerecht führen, Sachverhalte darstellen, fremdsprachliche Fachbegriffe anwenden, bei der Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen kulturelle Unterschiede berücksichtigen
7 Einrichten, Bedienen und Warten von Arbeitsgeräten, Werkzeugen, Maschinen und Anlagen
Arbeitsgeräte, Werkzeuge, Maschinen und Anlagen hinsichtlich Material, Funktion und Einsatz auswählen und unter Berücksichtigung der Sicherheitsbestimmungen einsetzen
Arbeitsgeräte, Werkzeuge, Maschinen und Anlagen reinigen und warten
Rezepturvorgaben auf Produktionsmengen umrechnen
Maschinen und Anlagen unter Berücksichtigung der Sicherheitsbestimmungen einrichten, Prozessdaten einstellen, Prozesse überwachen, Verfahrensparameter korrigieren
Parameter im laufenden Produktionsprozess kontrollieren, mit Toleranzvorgaben abgleichen und dokumentieren
Maßnahmen zur Behebung von Toleranzabweichungen ergreifen und dokumentieren
Proben entnehmen, Prüfmittel, insbesondere Indikatoren sowie mess- und regeltechnische Geräte, auswählen, Prüfungen durchführen und Ergebnisse bewerten und dokumentieren