Source: http://bfn.info/23094.html
Timestamp: 2017-04-30 10:55:01
Document Index: 352079520

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 44', '§ 45', '§ 58', '§ 34', '§ 56', '§ 30']

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Netzanbindung der Offshore-WindparksEine der großen Herausforderungen im Bereich der Offshore-Windenergie ist die Netzanbindung. Um den durch die Offshore-Windparks der Nord- und Ostsee erzeugten Strom an Land bringen zu können, müssen diese mit Seekabeln an das landseitige Stromnetz angeschlossen werden. Diese Kabel werden durch Schiffe mit besonderer Ausrüstung verlegt und im Anschluss in den Meeresboden eingespült. In der Ostsee werden Wechselstromkabel verlegt, in der Nordsee handelt es sich um Gleichstromkabel, mit denen die Energie über große Distanzen verlustarm transportiert werden kann. Gleichzeitig lassen sich dabei höhere Leistungen übertragen, was die Anzahl der notwendigen Kabel reduziert aber den Bau von Konverterstationen notwendig macht.Verantwortlich für den Netzausbau im Offshore-Bereich sind die Übertragungsnetzbetreiber TenneT für die deutsche Nordsee und 50 Hertz für die deutsche Ostsee.
Die Planfeststellungsverfahren nach § 45 f. WindSeeG, in denen die Netzanbindungen zukünftig im Bereich der deutschen AWZ zugelassen werden (§ 44 Abs. 1, § 45 WindSeeG), führt das BSH durch. Das BfN ist als in der AWZ zuständige Naturschutzbehörde gemäß § 58 Abs. 2 BNatSchG in die Verfahren eingebunden. Im Rahmen der Vorhabenzulassung sind die verschiedenen Instrumente des Naturschutzrechts (gesetzlicher Biotopschutz, FFH -Verträglichkeitsprüfung, besonderer Artenschutz und naturschutzrechtliche Eingriffsregelung) zu beachten. Im Gegensatz zu den Offshore-Windkraftanlagen, die vor dem 1. Januar 2017 genehmigt worden sind, oder die auf Grundlage eines Zuschlags nach § 34 des Windenergie-auf-See-Gesetzes zugelassen werden, sind die Netzanbindungen nicht nach § 56 Abs. 3 BNatSchG von den Verursacherpflichten der Eingriffsregelung freigestellt.
Einen Überblick über bestehende und geplante Netzanbindungen geben die Karten des BSH ( Nordsee / Ostsee). Durch das BSH erteilte Zulassungen von Netzanbindungen sind auf den Seiten des BSH abrufbar.Positionen des BfNDas Ziel des BfN ist es, die Netzanbindung der Offshore-Windparks so naturverträglich wie möglich zu gestalten. Dazu gilt es insbesondere, im Rahmen der Zulassungsverfahren zu den konkreten Vorhaben durch Einfordern entsprechender Auflagen die bau-, anlage- und betriebsbedingten Auswirkungen zu vermeiden und zu minimieren. Zu den Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen bei der Netzanbindung gehören unter anderem:Optimierte Trassenwahl und Feintrassierung zur Vermeidung der Beeinträchtigung von nach § 30 BNatSchG gesetzlich geschützten Biotopen und FFH -Lebensraumtypen,
Verlegung der Kabel vorzugsweise in weniger sensiblen Zeiten, z. B. außerhalb der Hauptrastzeit der Seetaucher (März bis Mitte Mai), kein Eintrag von Schadstoffen (z. B. Betriebsstoffe) in Nord- und Ostsee durch die verwendeten Maschinen und Geräte,
Vermeidung von Beeinträchtigungen in Form einer physischen Gefährdung von Schweinswalen durch Einhaltung der Grenzwerte für Lärmemissionen, insbesondere bei den schallintensiven Rammarbeiten beim Bau der Konverterstationen (vgl. Schallschutzkonzept)EingriffsregelungNeben den unter Dokumenten und Materialien (s. rechte Spalte) aufgelisteten Bewertungsmethodiken wurden vom BSH in Abstimmung mit dem BfN "Leitsätze für die Anwendung der Eingriffsregelung in der AWZ" formuliert. Diese werden auch bei den Entscheidungen über die Zulassung von Netzanbindungen durch das BSH zugrunde gelegt.
Ansprechpartner im BfN zum FG II 4.3/ KEN: Erneuerbare Energien und Naturschutz
zum FG I 2.1/ KNK: Rechtliche und ökonomische Fragen des NaturschutzesDokumente und Materialien Konzept für den Schutz der Schweinswale vor Schallbelastungen bei der Errichtung von Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee (Schallschutzkonzept)
Fachtagung "Perspektiven einer naturverträglichen Netzanbindung der Offshore-Windenergie in der deutschen AWZ - aktuelle rechtliche und naturschutzrechtliche Fragen vom 21. bis 22. November 2013 in LeipzigNatura 2000-Schutzgebiete nach FFH -Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Nordsee. (Karte: Stand 07.2011)Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Nordsee mit Darstellung des Meeresbodens. (Karte: Stand 07.2011)Natura 2000-Schutzgebiete nach FFH -Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Ostsee.
(Karte: Stand 07.2011)Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Ostsee mit Darstellung des Meeresbodens. (Grafik: Stand 07.2011)Linktipps Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Bundesnetzagentur TenneT 50Hertz
Letzte Änderung: 24.03.2017 Artikel drucken