Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20ABR%2029/77
Timestamp: 2020-08-06 20:04:46
Document Index: 38450507

Matched Legal Cases: ['§ 87', '§ 87', '§ 37', '§ 42', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 111', '§ 111', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 111', '§ 87', '§ 111', '§ 87', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 87']

BAG, 03.04.1979 - 6 ABR 29/77 - dejure.org
BAG, 03.04.1979 - 6 ABR 29/77
https://dejure.org/1979,1608
BAG, 03.04.1979 - 6 ABR 29/77 (https://dejure.org/1979,1608)
BAG, Entscheidung vom 03.04.1979 - 6 ABR 29/77 (https://dejure.org/1979,1608)
BAG, Entscheidung vom 03. April 1979 - 6 ABR 29/77 (https://dejure.org/1979,1608)
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Mitbestimmungsrecht - Tarifvertragspartei - Abschließende Regelung - Tarifvertrag - Rahmenvorschrift - Einigungsstelle
LAG Baden-Württemberg, 14.02.1977 - 1a TaBV 1/77
VersR 1980, 199
DB 1979, 2186
Deshalb besteht ein Tarifvorrang dann, wenn die Tarifvertragsparteien mit der tariflichen Regelung erkennbar das Ziel verfolgt haben, die betreffende Angelegenheit abschließend zu regeln (BAG 3. April 1979 - 6 ABR 29/77 - AP BetrVG 1972 § 87 Nr. 2 = EzA BetrVG 1972 § 87 Nr. 7).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts entfällt daher bei betriebsverfassungsrechtlichen Kompetenzstreitigkeiten das Rechtsschutzinteresse, wenn ein konkreter Vorgang, der zum Verfahren geführt hat, in der Vergangenheit liegt, zur Zeit der gerichtlichen Entscheidung bereits abgeschlossen ist, ohne daß auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, daß sich ein gleichartiger Vorgang wiederholen kann (BAG Beschluß vom 10. Juni 1974 - 1 ABR 136/73 - AP Nr. 15 zu § 37 BetrVG 1972; BAG 29, 281 = AP Nr. 1 zu § 42 BetrVG 1972; Beschluß vom 3. April 1979 - 6 ABR 29/77 - AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972; BAG 25, 93, 95 = AP Nr. 1 zu § 87 BetrVG 1972 Werkmietwohnungen; BAG vom 24. März 1981 - 1 ABR 32/78 - zur Veröffentlichung vorgesehen) und die begehrte Entscheidung keinen der Beteiligten in einem betriebsverfassungsrechtlichen Recht oder Rechtsverhältnis mehr betreffen kann (so der erkennende Senat zuletzt im Beschluß vom 18. Februar 1982 - 6 ABR 25/79 -).
kennenden Senats vom 3. April 1979 - 6 ABR 29/77 - AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972, zu II 4 b der Gründe und vom 18. Februar 1982 - 6 ABR 25/79 zu II 2 der Gründe).
Enthält ein Tarifvertrag nur lückenhafte oder ergänzungsbedürftige Rahmenregelungen, steht ihrer Ausfüllung durch Betriebsvereinbarungen insoweit keine Sperrwirkung entgegen (vgl. BAG, Beschluss vom 03.04.1979, 6 ABR 29/77, zitiert nach juris).
Der erkennende Senat hat bereits in seinem Beschluß vom 3. April 1979 (-- 6 ABR 29/77 -- AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972) dargelegt, daß zwar die Einigungsstelle über ihre Zuständigkeit zunächst auch selbst zu entscheiden hat ("Vorfragenkompetenz"), dies aber nicht dazu führt, daß bei Streit über die Zuständigkeit der Einigungsstelle das Rechtsschutzinteresse für die Klärung dieser Frage im arbeitsgerichtlichen Beschlußverfahren vor dem Spruch der Einigungsstelle zu verneinen wäre (vgl. nunmehr ebenso die Beschlüsse des Ersten Senats des Bundesarbeitsgerichts vom 15. Oktober 1979 -- 1 ABR 49/77 -- AP Nr. 5 zu § 111 BetrVG 1972 mit Anmerkung von Birk und vom 17. Februar 1981 -- 1 ABR 101/78 -- (demnächst) AP Nr. 9 zu § 111 BetrVG 1972).
Die dort genannte "tarifliche Regelung" umfaßt nur solche Bestimmungen, durch die für die in § 87 Abs. 1 BetrVG aufgezählten Tatbestände abschließende Regelungen getroffen sind, die für betriebliche Regelungen keinen Raum mehr lassen (vgl. den Senatsbeschluß vom 3. April 1979, aaO (zu III 2 der Gründe) mit Nachweisen; BAG, Beschluß vom 4. August 1981 -- 1 ABR 54/78 -- (demnächst) AP Nr. 1 zu § 87 BetrVG 1972 Tarifvorrang).
Die Tarifpartner brauchen daher in solchen Fällen die Zuständigkeit der Einigungsstelle für den Fall der Nichteinigung nicht ausdrücklich zu begründen, weil diese sich unmittelbar aus § 87 Abs. 2 BetrVG ergibt (Beschluß vom 3. April 1979 - 6 ABR 29/77 - AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972).
Deshalb muss sie zunächst über die Frage ihrer Zuständigkeit selbst entscheiden (so schon BAG v. 18.3.1975 - AP BetrVG 1972 § 111 Nr. 1; bestätigt BAG v. 3.4.1979 AP BetrVG 1972 § 87 Nr. 2; 15.10.1979 - AP BetrVG 1972 § 111 Nr. 5; 22.1.1980 - AP BetrVG 1972 § 87 Lohngestaltung Nr. 3;… weiterhin Richardi, BetrVG, § 76 Rn 105. Fitting, BetrVG, § 76 Rn. 115;… GK-Kreutz, § 76 Rn. 125;… GL/Löwisch, § 76 Rn. 25;… HSWGNR-Worzalla, § 76 Rn. 25;… ErfK/Kania, § 76 BetrVG Rn. 22;… DKKW-Berg, § 76 Rn. 114; Jäcker, Einigungsstelle, S. 127; Gaul, Einigungsstelle, C II 10;… Leipold, FS Schnorr v. Carolsfeld 1973, S. 273, 288 f.; Dütz, AuR 1973, 353, 368; Lepke, BB 1977, 49, 56; a. A. Galperin, Leitfaden, S. 142; Pünnel, AuR 1973, 257, 262) .
BAG, 12.02.1987 - 6 AZR 129/84
Widerruf einer Pauschalierungsvereinbarung
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zu dem insoweit gleichlautenden § 87 Abs. 1 BetrVG ist das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats für die dort geregelten Mitbestimmungstatbestände insoweit ausgeschlossen, als die Tarifvertragsparteien eine abschließende Regelung getroffen haben, nicht aber dann, wenn der Tarifvertrag insgesamt oder in einzelnen Punkten nur ergänzungsbedürftige Rahmenvorschriften gibt oder die Mitbestimmung des Betriebsrats zur weiteren Durchführung einer von den Tarifvertragsparteien geregelten Angelegenheit vorsieht (vgl. BAGE 36, 148, 156 = AP Nr. 1 zu § 87 BetrVG 1972 Tarifvorrang; BAG Beschluß vom 3. April 1979 - 6 ABR 29/77 - AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972; BAG Beschluß vom 18. März 1976 - 3 ABR 32/75 - AP Nr. 4 zu § 87 BetrVG Altersversorgung).
Nach diesem dem Schutz der Tarifautonomie dienenden Vorbehalt (vgl. BAG Beschl. vom 22.12.1981 - 1 ABR 38/79 - in AP Nr. 7 zu § 87 BetrVG 1972 Lohngestaltung unter III. 3. der Gründe) entfällt das Mitbestimmungsrecht dann, wenn zum einen eine tarifliche Regelung vorliegt und zum anderen diese eine abschließende ist (vgl. BAG Beschl. vom 3.4.1979 - 6 ABR 29/77 - in AP Nr. 2 zu § 87 BetrVG 1972 unter III. 2. der Gründe;… Dietz-Richardi, a.a.O., Rz. 129).