Source: http://caritas-verdi.blogspot.com/2018/06/kirche-prazisiert-anforderungen.html
Timestamp: 2018-09-21 22:31:23
Document Index: 364179448

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Caritas-Verdi: Kirche präzisiert Anforderungen an Mitarbeiter
berichtete gestern Nachmittag "katholisch.de" ebenso das DOMRADIO (Köln) sowie RADIO VATIKAN
Die Anforderung, dass ein katholischer Chefarzt den "heiligen und unauflöslichen Charakter" der Ehe nach dem Verständnis seiner Kirche beachte, stelle keine "echte berufliche Anforderung" dar, heißt es in den Schlussanträgen zur Begründung. Sie sind richtungsweisend, jedoch nicht bindend für die Richter. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.
Bezug sind die beiden Entscheidungen des EuGH, die wir hier im Blog bereits angesprochen haben:
Im April entschied der EuGH über die Frage, ob - und ggf. unter welchen Bedingungen - die Mitgliedschaft in der Kirche eine Einstellungsvoraussetzung sein kann.
Ich habe im Caritas-Verdi-Blog das Urteil insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen für unsere katholischen Einrichtungen analysiert:
http://caritas-verdi.blogspot.com/2018/04/eugh-urteil-naher-betrachtet.html
Gestern hat sich der EuGH mit den Kündigungsmöglichkeiten bei Loyalitätsverstößen befasst.
Die Schlussanträge des Generalanwalts lassen es an Deutlichkeit nicht mangeln.
http://caritas-verdi.blogspot.com/2018/05/high-noon-fronleichnam-chefarzturteil.html
Auf die erste Entscheidung haben die Bischöfe tatsächlich reagiert, wie wir bereits am 22. Mai berichten konnten. Und wir vermuten jetzt einmal, dass sich die Aussagen am Mittwoch Abend in der katholischen Akademie auf diese Entscheidung und nicht schon vorab auf die Anträge des Generalanwalts im zweiten Verfahren bezogen, die der EuGH erst am Donnerstag veröffentlich hat. Auch wenn es nicht schwierig war, den voraussichtlichen Trend der Anträge aus den vorhergehenden Entscheidungen zu prophezeien.
Katholisch.de und das Domradio (nicht aber Radio Vatikan) führen weiter aus:
Wir glauben ja nicht, dass die Bischöfe an einem urkatholischen Feiertag so schnell auf den Antrag des Generalanwalts beim EuGH reagieren. Und dass die EuGH-Richter, die auch aus Irland, Italien, Polen oder Spanien kommen, von katholischer Kirchenethik und katholischem Kirchenrecht noch nie etwas gehört haben sollen, halten wir auch für ein Gerücht. Diese Behauptung würde ich jedenfalls als "mutig" bezeichnen.
Dem genannten Berliner Staatsrechtler möchte ich empfehlen, die verfassungsrechtlichen Grundlagen noch einmal in Kontext mit den Konkordatsvereinbarungen selbst zu prüfen. Wunschdenken und Rechtfertigungsjuristerei könnten zu unhaltbaren Ergebnissen führen.
(Und manchmal ist es auch interessant zu schauen, welche Texte aus der Originalmeldung von welchem Medium nicht übernommen werden)