Source: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/berufe-im-gesundheitswesen/psychologieberufe/faq-psyg.html
Timestamp: 2020-07-07 13:59:04
Document Index: 98889406

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 22', 'Art. 27', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49']

Das Bundesamt für Gesundheit führt die Liste der gemäss Psychologieberufegesetz (PsyG) ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgänge und aktualisiert diese laufend. Der erfolgreiche Abschluss eines in dieser Liste aufgeführten ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgangs führt zum eidgenössischen Weiterbildungstitel in Psychotherapie und berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung «eidg. anerkannte/r Psychotherapeut/in». Der eidg. Weiterbildungstitel wird auf Antrag der für den Weiterbildungsgang verantwortlichen Organisation vom Bund/BAG ausgestellt.
2. Welche Möglichkeiten haben Weiterzubilden, die in einem Weiterbildungsgang stehen, der nicht akkreditiert wurde?
Mit dem eidg. Weiterbildungstitel abgeschlossen werden können nur Weiterbildungsgänge, die gemäss PsyG ordentlich akkreditiert sind. Ausschliesslich Inhaberinnen und Inhaber eines anerkannten Hochschulabschlusses in Psychologie können nach erfolgreichem Abschluss eines ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgangs den eidg. Weiterbildungstitel gemäss PsyG erwerben.
Wurde ein Weiterbildungsgang nicht akkreditiert, können die betroffenen Weiterzubildenden in einen anderen, bereits ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgang wechseln, wobei es Sache des aufnehmenden Instituts ist, die Bedingungen für eine allfällige Aufnahme festzulegen.
1. Wer erhält einen eidg. Weiterbildungstitel gemäss PsyG?
Einen eidg. Weiterbildungstitel gemäss PsyG können erwerben: Personen mit einem gemäss Art. 2 PsyG anerkannten inländischen Hochschulabschluss in Psychologie oder eines gemäss Art. 3 PsyG anerkannten ausländischen Ausbildungsabschluss in Psychologie, die einen ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgang gemäss Liste der akkreditierten Weiterbildungsgänge in sämtlichen Teilen (d.h. Theorie und Praxis) vollständig abgeschlossen haben.
2. Wer stellt die eidg. Weiterbildungstitel aus und wie sehen diese aus?
3. Wie erhalten Absolvierende eines ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgangs den eidg. Weiterbildungstitel? Welche Unterlagen müssen dafür bei wem eingereicht werden?
Wer einen ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgang nachweislich in allen seinen Teilen (Theorie und Praxis) gemäss ordentlich akkreditiertem Curriculum erfolgreich abgeschlossen hat, dem wird gemäss Gesetz der eidg. Weiterbildungstitel verliehen. Die Absolvierenden müssen weder beim Bund, noch bei einem Berufs- oder Fachverband ein Dossier zur Überprüfung einreichen, um den eidg. Weiterbildungstitel zu erhalten.
4. Wieviel kostet der eidgenössische Weiterbildungstitel und der Eintrag im PsyReg?
Im Zuge der Teilrevision der Psychologieberufeverordnung (PsyV) und deren Gebührenordnung im Anhang 1 wird per 1. Februar 2020 neu eine Gebühr in der Höhe von CHF 250.— für die Ausstellung der Urkunde über den eidgenössischen Weiterbildungstitel und den Eintrag ins Psychologieberuferegister (PsyReg) erhoben. Die Inrechnungstellung erfolgt über die verantwortliche Organisation, die dem BAG die Absolventinnen und Absolventen ihres akkreditieren Weiterbildungsgangs melden.
5. Können sich auch Inhaberinnen und Inhaber eines ausländischen Weiterbildungstitels als eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin bzw. eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut bezeichnen?
Für die Anerkennung von ausländischen Weiterbildungstiteln ist die Psychologieberufekommission (PsyKo) zuständig. Wurde ein ausländischer Weiterbildungstitel durch die PsyKo anerkannt, hat dieser in der Schweiz die gleiche Wirkung wie der eidgenössische Weiterbildungstitel (vgl. Art. 9 PsyG), d.h. ein ausländisch anerkannter Weiterbildungstitel berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung als „eidg. ankerkannte Psychotherapeutin“ / „eidg. anerkannter Psychotherapeut“ und zur Beantragung einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung.
6. Wie lautet die korrekte Bezeichnung, wenn jemand über den eidg. Weiterbildungstitel und einen Fachtitel eines Berufsverbands (FSP, ASP, SBAP) verfügt?
7. Welche Bedeutung hat der eidg. Weiterbildungstitel für die Berufstätigkeit?
8. Können Trägerinnen und Träger eines Fachtitels eines Berufsverbandes (z.B. Fachpsychologe/in für Gesundheitspsychologie FSP, Fachpsychologe/in SBAP in klinischer Psychologie) ihre Titel vom Bund anerkennen lassen?
4. Kann eine Person zu einem akkreditierten Weiterbildungsgang zugelassen werden, obwohl diese ihr Psychologiestudium noch nicht ganz vollständig abgeschlossen hat?
Im Prinzip setzt die Zulassung zu einem akkreditierten Weiterbildungsgang gemäss Artikel 7 PsyG ein abgeschlossenes Masterstudium in Psychologie voraus. Nun kann es aber vorkommen, dass jemand unmittelbar vor dem Abschluss des Masterstudiums steht und sich für einen Weiterbildungsgang anmelden möchte, der nur alle zwei Jahre durchgeführt wird. In solchen Einzel- bzw. Ausnahmefällen hat die für einen akkreditierten Weiterbildungsgang verantwortliche Organisation grundsätzlich die Kompetenz, eine Person – unter Vorbehalt, dass diese das Studium tatsächlich unverzüglich abschliesst – in ihre Weiterbildung aufzunehmen.
Im Psychologieberuferegister (PsyReg) werden alle Inhaberinnen und Inhaber eines eidg. Weiterbildungstitels in den Fachgebieten Psychotherapie, Neuro-, Klinische-, Gesundheits- sowie Kinder- und Jugendpsychologie eingetragen. Darunter fallen auch die Inhaberinnen und Inhaber eines gemäss Übergangsrecht als eidg. geltenden Weiterbildungstitels in Psychotherapie (Art. 49. PsyG). Ebenfalls eingetragen werden die Inhaberinnen und Inhaber einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung in Psychotherapie sowie die sogenannten 90-Tage-Dienstleistenden.
Entweder haben Sie einen ordentlich akkreditierten Weiterbildungsgang gemäss PsyG in sämtlichen Teilen (Theorie und Praxis) erfolgreich absolviert oder Sie haben einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang in Psychotherapie gemäss Übergangsbestimmungen Art. 49 PsyG in sämtlichen Teilen (Theorie und Praxis) erfolgreich abgeschlossen. Bei erster Variante erfolgt die Erfassung im PsyReg automatisch, wenn die verantwortliche Organisation Ihres Weiterbildungsgangs dem BAG meldet, dass Sie den akkreditierten Weiterbildungsgang abgeschlossen haben und das BAG Ihren Weiterbildungstitel ausstellt. Letztere können sich per E-Mail an das BAG wenden.
3. Was kostet der Eintrag im PsyReg und die Urkunde zum eidg. Weiterbildungstitel?
1. Wer muss eine kantonale Berufsausübungsbewilligung beantragen? Macht es einen Unterschied, ob ich privatwirtschaftlich tätig bin oder in einer öffentlich-rechtlichen Institution angestellt bin?
Seit dem 1. Februar 2020 wird hinsichtlich der Bewilligungspflicht der Ausübung des Psychotherapieberufs nicht mehr unterschieden, ob Psychotherapeutinnen und -therapeuten privatwirtschaftlich tätig sind oder ihren Beruf in einer öffentlich-rechtlichen Institution (z.B. Universitätsklinik) ausüben. Der Bewilligungspflicht gemäss Art. 22 PsyG und entsprechend den Berufspflichten gemäss Art. 27 PsyG unterstellt sind per 1. Februar 2020 somit all diejenigen Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die ihren Beruf in eigener fachlicher Verantwortung ausüben. Der Begriff «Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung» umfasst sowohl die unselbstständige (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eines öffentlichen oder privaten Unternehmens) als auch die selbstständige Ausübung, und zwar sowohl im Nebenerwerb als auch im Haupterwerb, solange diese in eigener fachlicher Verantwortung beziehungsweise nicht unter der Aufsicht einer Angehörigen oder eines Angehörigen desselben Berufs geschieht. Ob eine fachlich eigenständige Tätigkeit vorliegt, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Vor diesem Hintergrund wenden Sie sich zur abschliessenden Klärung, in welchen Fällen konkret eine Berufsausübungsbewilligung zu beantragen ist, an den zuständigen Kanton.
2. Wird für die Abrechnung über die Zusatzversicherung die Mitgliedschaft in einem Berufsverband vorausgesetzt?
Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband ist für die Aufnahme auf die Liste der Psychotherapeutinnen und -therapeuten im Bereich Zusatzversicherungen, welche von santésuisse geführt wird, nicht zwingend: Kriterium für die Aufnahme ist, dass der/die Psychotherapeut/in über eine Berufsausübungsbewilligung eines Kantons verfügt und die Aus- und Weiterbildungskriterien eines der drei Verbände FSP, SBAP und ASP erfüllt. Dies wird durch den Fachtitel eines der drei Verbände bestätigt. Es können jedoch auch Psychotherapeutinnen und -therapeuten, welche nicht Verbandsmitglied sind, einem dieser Verbände ihr Dossier zur Prüfung einreichen. Wenn der betreffende Verband bestätigt, dass seine Anforderungen erfüllt sind, kann die/der Psychotherapeut/in bei santésuisse ein Gesuch um Aufnahme auf die Liste stellen (unter Beilage der Bestätigung des Verbandes).
3. Wird zukünftig eine Abrechnung über die Zusatzversicherungen durch den Eintrag im PsyReg, d.h. durch den eidg. Weiterbildungstitel, möglich sein?
Mit dem Psychologieberuferegister steht erstmals ein Register auf Bundesebene zur Verfügung, in welchem alle Inhaberinnen und Inhaber eines eidg. Weiterbildungstitels in Psychotherapie verzeichnet sind. Ebenfalls im PsyReg eingetragen werden die kantonalen Berufsausübungsbewilligungen dieser Personen. Leider ist das PsyReg zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht komplett, namentlich sind noch nicht alle Berufsausübungsbewilligungen der Kantone eingetragen.
Das BAG steht betreffend Ablösung der Liste der santésuisse durch das PsyReg mit der santésuisse derzeit in Kontakt. Ein entsprechender Wechsel kann jedoch erst vollzogen werden, wenn das PsyReg komplett ist. Die noch fehlenden Einträge sollten bis Ende dieses Jahres erfasst sein. Bis dahin führt der Weg, um auf die Liste der santésuisse aufgenommen zu werden, noch über die Verbände (vgl. vorangehende Frage).
6. Wie verhält es sich mit der Fortbildungspflicht gemäss Psychologieberufegesetz?
Der Fortbildungspflicht, genauso wie den anderen Berufspflichten gemäss Artikel 27 PsyG, unterstehen nur Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in eigener fachlicher Verantwortung tätig sind. Die Aufsichtspflicht obliegt den Kantonen. Das heisst, die Kantone können konkrete Regelungen der Fortbildungspflicht vornehmen und die Einhaltung dieser Vorschriften überprüfen. Wenn Sie Fragen haben, z.B. im Zusammenhang mit der Berufsausübungsbewilligung, wenden Sie sich an den zuständigen Kanton.
Weitere Bestimmungen seitens des Bundes betreffend die Fortbildung gibt es nicht.
Provisorische Akkreditierung (01.04.2013 - 31.03.2018)
1. Was ist die provisorische Akkreditierung und bis wann war sie gültig?
Am 31. März 2018 ist die Übergangsfrist und damit die Geltungsdauer der provisorischen Akkreditierung abgelaufen.
Nur wer bis am 31.03.2018 einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang nachweislich in seiner Gesamtheit abgeschlossen hat (Theorie und Praxis), hat damit einen Abschluss erworben, der gemäss Art. 49 des Psychologieberufegesetzes (PsyG) als eidgenössischer Weiterbildungstitel gilt. Auch die als eidg. geltenden Weiterbildungstitel berechtigen zur Bezeichnung als «eidg. anerkannte/r Psychotherapeut/in». Eine Bundesurkunde wird dagegen nicht ausgestellt.
2. Wie erhalten Absolvierende eines provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgangs den eidgenössischen Weiterbildungstitel?
Die Absolvierenden von provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgängen erhalten keinen eidg. Weiterbildungstitel in Form einer Bundesurkunde. Vielmehr gilt: Wer bis zum Ablauf der Übergangsfrist (31.03.2018) einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang in seiner Gesamtheit (d.h. Theorie und Praxis) abgeschlossen hat, verfügt damit über einen Weiterbildungsabschluss, der nach Art. 49 PsyG gesetzlich als eidgenössischer Weiterbildungstitel gilt. Dementsprechend haben auch die Absolvierenden der provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgänge das Recht, sich als «eidg. anerkannte/r Psychotherapeut/in» zu bezeichnen. Es ist nicht möglich, im Rahmen einer Gleichwertigkeitsprüfung den eidg. Weiterbildungstitel in Form eines vom Bund mitunterzeichneten Titels zu erhalten.
3. Wer bestätigt den Absolvierenden von provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgängen ihren Weiterbildungsabschluss gemäss den Übergangsbestimmungen nach Art. 49 PsyG, damit dieser als eidgenössischer gilt?
Der erfolgreiche Abschluss bis spätestens zum 31. März 2018 eines provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgangs in all seinen Teilen (Theorie und Praxis) gilt gemäss Art. 49 PsyG als eidgenössisch. Eine Bestätigung ist in diesem Sinne nicht notwendig; Sie dürfen sich per Gesetz «eidg. anerkannte/r Psychotherapeut/in» nennen. Für die Absolventinnen und Absolventen solcher Weiterbildungsgänge ist es jedoch zentral, nachweisen zu können, dass sie einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang innerhalb der Übergangsfrist, d.h. bis spätestens am 31. März 2018 komplett abgeschlossen haben.
Eine entsprechende Bestätigung kann durch die für den betreffenden Weiterbildungsgang verantwortliche Organisation selber ausgestellt werden. Sie kann aber auch von einem der drei Berufsverbände FSP, ASP oder SBAP mit der Verleihung des Verbandsfachtitels bescheinigt werden.
Der Bestätigung müssen folgende Informationen entnommen werden können, damit sie z.B. für die Kantone (für die Beantragung einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung) aussagekräftig ist: a) dass es sich bei der abgeschlossenen Weiterbildung um einen provisorisch akkreditierten Weiterbildungsgang gemäss Anhang 2 PsyV handelt; b) dass dieser sowohl in seinen theoretischen Teilen (Wissen und Können) als auch praktischen Elementen (Klinische Praxis, eigene psychotherapeutische Tätigkeit, Supervision, Selbsterfahrung) vollständig abgeschlossen wurde; und c) dass die Weiterbildung innerhalb der Frist der Übergangsbestimmungen, also vor dem 31.03.2018, abgeschlossen wurde.
Falls Ihre Frage anhand des FAQ nicht beantwortet werden konnte, nehmen wird diese gerne per E-Mail entgegen. Vielen Dank.
Letzte Änderung 18.06.2020
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