Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/binschausbv
Timestamp: 2019-12-09 02:14:55
Document Index: 158703957

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 1', '§ 8', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Verordnung über die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin
Der Ausbildungsberuf Binnenschiffer/Binnenschifferin wird gemäß § 25 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.
Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen bezogen auf Arbeits- und Geschäftsprozesse so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Die in Satz 1 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen.
Mitwirken beim Fahren von Fahrzeugen auf Binnenwasserstraßen und in Häfen,
Rechtliche Voraussetzungen des Schiffsbetriebes und ihre Umsetzung,
Bauliche Grundlagen von Binnenschiffen,
Transportieren von Gütern und Befördern von Personen,
Mitwirken bei logistischen Abläufen,
Schiffsbetriebswirtschaft,
Pflegen, Warten und Instandhalten von Schiffen und deren Anlagen,
Verhalten unter besonderen Umständen, Havarien und Betriebsstörungen.
(3) Der Prüfling soll in insgesamt höchstens drei Stunden zwei Arbeitsaufgaben durchführen und mit branchenüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen, das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:
Mitwirken beim Führen von Schiffen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsschritte und Arbeitsmittel festlegen, technische Unterlagen nutzen sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung berücksichtigen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgaben relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgaben begründen kann.
(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und mit branchenüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 30 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen, das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und durchführen, Arbeitsergebnisse kontrollieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie beim Umweltschutz ergreifen kann. Des Weiteren soll der Prüfling zeigen, dass er Schiffe an- und ablegen, technische Einrichtungen bedienen, überwachen und pflegen, Decksarbeiten ausführen, Draht- und Tauwerk instand halten, mit Rettungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung umgehen und Beiboote fahren kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 85 Prozent und das Fachgespräch mit 15 Prozent zu gewichten.
(3) Der Prüfling soll in Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen Nautik, Schiffsbetriebstechnik, Maschinen- und Motorentechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Nautik, Schiffsbetriebstechnik sowie Maschinen- und Motorentechnik sind insbesondere fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei sollen Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen, Verwendung von Materialien, Einsatz von Werkzeugen und Maschinen sowie qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigt werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
rechtliche Vorschriften auf Wasserstraßen,
wasserbauliche Anlagen,
Navigationshilfsmittel;
im Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik:
Schiffskonstruktion,
Verhalten im Wasser,
Decksausrüstung,
Be- und Entladung sowie Transport,
Schiffsbetriebswirtschaft;
im Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik:
Vortriebstechnik,
Pneumatik;
1. Prüfungsbereich Nautik 120 Minuten,
2. Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik 90 Minuten,
3. Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik 90 Minuten,
4. Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.
1. Prüfungsbereich Nautik 30 Prozent,
2. Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik 25 Prozent,
3. Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik 25 Prozent,
(6) Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und im Prüfungsteil B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In drei der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des Prüfungsteils B dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin
(Fundstelle: BGBl. I 2005, 124 - 127)
Lfd. Nr. Teil des Ausbildungsberufsbildes Fertigkeiten und Kenntnisse, die unter Einbeziehung selbständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens zu vermitteln sind Zeitliche Richtwerte in Wochen
EUR 1.-18. Monat 19.-36. Monat
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 4 Nr. 1) a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
c) Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften darstellen
3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 4 Nr. 3) a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
4 Umweltschutz (§ 4 Nr. 4) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
5 Planen, Vorbereiten und Kontrollieren von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team (§ 4 Nr. 5) a) Arbeitsaufträge erfassen 4*)
b) Arbeitsschritte vorbereiten und festlegen, Aufgaben im Team planen und umsetzen
c) Arbeitsmittel zusammenstellen
d) Sicherheitsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Arbeits- und Gesundheitsschutz planen und durchführen
e) Arbeitsergebnisse kontrollieren und bewerten
f) Gespräche situationsgerecht führen, Problemlösungsmöglichkeiten anwenden 2*)
6 Information und Kommunikation (§ 4 Nr. 6) a) Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationssystemen einschließlich des Internets für den Ausbildungsbetrieb erläutern 4*)
b) Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken bearbeiten und lösen
c) Informationen, auch fremdsprachliche, beschaffen, bewerten und nutzen; Daten erfassen, sichern und pflegen
d) Vorschriften zum Datenschutz beachten
e) Grundlagen des Funkverkehrs unterscheiden
f) Sachverhalte darstellen, deutsche und englische Fachbegriffe anwenden 2*)
7 Mitwirken beim Fahren von Fahrzeugen auf Binnenwasserstraßen und in Häfen (§ 4 Nr. 7) Nautische Führung 16
a) Binnenschiffe losmachen, festmachen und verholen
b) beim Zusammenstellen von Verbänden mitwirken
c) Ankermanöver durchführen
d) beim Steuern von Binnenschiffen mitwirken 16
e) Navigationshilfsmittel unterscheiden und bei deren Einsatz mitwirken
f) Wach- und Sicherheitsmaßnahmen durchführen
Bedienen und Überwachen von Anlagen 4
g) maschinelle Anlagen für den Betrieb vorbereiten, bedienen und überwachen
h) elektrische und elektronische Anlagen bedienen und überwachen
Europäisches Wasserstraßennetz 8
i) europäisches Wasserstraßennetz darstellen und Nutzungsmöglichkeiten unterscheiden
k) Fahrwasserzeichen und Fahrregeln von Wasserstraßen unterscheiden und anwenden
l) Funktionsweise von wasserbaulichen Anlagen unterscheiden, insbesondere Schleusen und Hebewerke 4
m) Verkehrsüberwachungssysteme anwenden
Signale und Lichter 6
n) Vorschriften über optische und akustische Signale anwenden
o) Kennzeichen von Fahrzeugen und ihre Bedeutung unterscheiden
8 Rechtliche Voraussetzungen des Schiffsbetriebes und ihre Umsetzung (§ 4 Nr. 8) a) Besatzungsvorschriften unterscheiden 3
b) Zulassungsdokumente für den nautischen und technischen Betrieb berücksichtigen und deren Gültigkeit überwachen
c) Regelungen, insbesondere gesetzliche Vorschriften, Papiere und Urkunden, für den Transport von Gütern und die Beförderung von Personen beachten und anwenden
9 Bauliche Grundlagen von Binnenschiffen (§ 4 Nr. 9) a) Bauarten von Binnenschiffen und ihr Verhalten im Wasser unterscheiden, insbesondere Stabilität und Festigkeit 2
b) Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten unterschiedlicher Schiffstypen beim Transport von Gütern und Befördern von Personen berücksichtigen 2
10 Transportieren von Gütern und Befördern von Personen (§ 4 Nr. 10) a) Ladungsgewicht berechnen 6
b) Nutzungsmöglichkeiten von Ballast anwenden
c) bei der Personenbeförderung mitwirken, rechtliche Bestimmungen anwenden
d) Ladungsarten, insbesondere Trockengüter, flüssige Ladungen und Container, unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften und ihres Verhaltens unterscheiden 6
e) Ladungsumschlag planen, vor- und nachbereiten, Ablauf einschließlich Ladungssicherung überwachen, Stauplan erstellen und anwenden
f) rechtliche Bestimmungen für den Transport gefährlicher Güter anwenden
11 Kundenorientierung und qualitätssichernde Maßnahmen (§ 4 Nr. 11) a) qualitätsbewusst handeln und zur Qualitätssicherung beitragen 2*)
b) Gespräche kundenorientiert führen, Kundenwünsche beachten 3*)
c) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsabläufen im eigenen Arbeitsbereich beitragen
12 Mitwirken bei logistischen Abläufen (§ 4 Nr. 12) a) Verkehrsträger und ihre Einsatzmöglichkeiten im kombinierten Verkehr unterscheiden 2
b) bei der Planung von Betriebsabläufen und Fahrplänen mitwirken 2
13 Schiffsbetriebswirtschaft (§ 4 Nr. 13) a) Anlieferung von Betriebsmitteln, Hilfs- und Betriebsstoffen überwachen 6
b) Betriebsmittel, Hilfs- und Betriebsstoffe, insbesondere unter Berücksichtigung gesetzlicher Bestimmungen, lagern und Verbrauch überwachen
c) Einkauf von Nahrungsmitteln planen und durchführen, insbesondere unter Beachtung des Gesundheitsaspektes
d) Mahlzeiten zubereiten
e) Bedarf an Betriebsmitteln, Hilfs- und Betriebsstoffen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte ermitteln, Bestellungen vorbereiten 3
f) Kassenbuch führen
14 Pflegen, Warten und Instandhalten von Schiffen und deren Anlagen (§ 4 Nr. 14) a) Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Werk- und Hilfsstoffen unterscheiden 16
b) Konservierungs- und Reinigungsmittel, insbesondere unter Beachtung des Gesundheits- und Umweltschutzes, einsetzen
c) Gebrauchsknoten entsprechend dem Verwendungszweck herstellen
d) Werkstoffe bearbeiten 16
e) technische Anlagen nach Wartungsvorschriften pflegen und warten
f) Herstellungsarten und Eigenschaften von Drähten und Tauwerk unterscheiden, Drähte und Tauwerk pflegen und spleißen
15 Verhalten unter besonderen Umständen, Havarien und Betriebsstörungen (§ 4 Nr. 15) a) Rettungsmittel und persönliche Schutzausrüstungen einsetzen und warten 6 15
b) verunglückte Personen, insbesondere durch Schwimmen, retten sowie Maßnahmen zur ersten Hilfe durchführen
c) Störungen im Schiffsbetrieb erkennen, bewerten und Maßnahmen zu deren Beseitigung ergreifen
d) sich bei Leckalarm, Havarien, Bränden und Notfällen situationsgerecht verhalten, Hilfs- und Sofortmaßnahmen ergreifen
e) Beiboote handhaben
2005, 121 (925): BGBl I