Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20AZR%201008/06
Timestamp: 2019-03-19 23:52:19
Document Index: 303469431

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 291', '§ 306', '§ 187', '§ 288', 'BGH', '§ 613', '§ 613']

BAG, 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 - dejure.org
Änderungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag; Formlose Übermittlung des Angebots veränderter Vertragsbedingungen durch den Arbeitgeber; Weitergabe der tariflich vereinbarten prozentualen Gehaltserhöhungen; Widerspruchslose Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses; Verjährung von arbeitsvertraglichen Vergütungsansprüchen
Betriebsübergang: Auch vorbehaltlose Weiterbeschäftigung zählt
Arbeitslohn; Vertragsrecht; AGB-Kontrolle - Änderungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag im Zusammenhang mit einem Betriebsübergang; Bestimmung einer Annahmefrist; Schriftform für die Annahmeerklärung; AGB-Kontrolle: unangemessene Benachteiligung durch zu kurze Ausschlussfrist, Altvertrag; Verbesserung der Arbeitsbedingungen anlässlich eines Betriebsübergangs
Betriebsübergang - Vorbehaltlose Weiterbeschäftigung nach Betriebsübergang - Verspätete Annahme eines Änderungsangebotes
ArbG Gelsenkirchen, 15.02.2006 - 2 Ca 3218/04
NZA 2008, 464
BB 2008, 1627
Dies ist nur dann anzunehmen, wenn die ersatzlose Streichung der unwirksamen Klausel und die Anwendung der gesetzlichen Vorschriften ohne Ergänzung keine angemessene, den typischen Interessen des AGB-Verwenders und seines Vertragspartners Rechnung tragende Lösung bietet (vgl. BAG, 12. Januar 2005, 5 AZR 364/04, NZA 2005, 465 ; 25. Mai 2005, 5 AZR 572/04, NZA 2005, 1111 ; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464 ).
Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist dann zu fragen, was die Parteien bei angemessener Abwägung der beiderseitigen Interessen nach Treu und Glauben redlicher Vertragsparteien vereinbart hätten, wenn ihnen die gesetzlich angeordnete Unwirksamkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingung bekannt gewesen wäre (…vgl. BAG, 11. April 2006, a.a.O.; 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008 293 ; 19. Dezember 2007, a.a.O.).
Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einen Neu- oder einen Altvertrag handelt (vgl. BAG, 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293 ; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464 ).
Zahlreiche Arbeitsverträge kommen ohne sie aus (vgl. BAG, 28.November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293 ; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464 ).
Dies ist nur dann anzunehmen, wenn die ersatzlose Streichung der unwirksamen Klausel und die Anwendung der gesetzlichen Vorschriften ohne Ergänzung des Vertrages keine angemessene, den typischen Interessen des AGB-Verwenders und seines Vertragspartners Rechnung tragende Lösung bietet ( vgl. BAG, 12. Januar 2005, 5 AZR 364/04, NZA 2005, 465, B. II. 1 der Gründe; 25. Mai 2005, 5 AZR 572/04, NZA 2005, 1111, IV. 8. b) der Gründe; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464, Rn. 31 ).
Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist zu fragen, was die Parteien bei angemessener Abwägung der beiderseitigen Interessen nach Treu und Glauben als redliche Vertragsparteien vereinbart hätten, wenn ihnen die gesetzlich angeordnete Unwirksamkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingung bekannt gewesen wäre (… vgl. BAG, 11. April 2006, a. a. O.;… 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293, Rn. 29; 19. Dezember 2007, a. a. O. ).
Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einen Neu- oder einen Altvertrag handelt (… vgl. BAG, 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293, Rn. 30; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464, Rn. 32 ).
Zahlreiche Arbeitsverträge kommen ohne sie aus (… vgl. BAG, 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293, Rn. 30; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464, Rn. 32 ).
Dies ist nur dann anzunehmen, wenn die ersatzlose Streichung der unwirksamen Klausel und die Anwendung der gesetzlichen Vorschriften ohne Ergänzung des Vertrages keine angemessene, den typischen Interessen des AGB-Verwenders und seines Vertragspartners Rechnung tragende Lösung bietet (vgl. BAG, 12. Januar 2005, 5 AZR 364/04, NZA 2005, 465 ; 25. Mai 2005, 5 AZR 572/04, NZA 2005, 1111 ; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464 ).
Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist zu fragen, was die Parteien bei angemessener Abwägung der beiderseitigen Interessen nach Treu und Glauben redlicher Vertragsparteien vereinbart hätten, wenn ihnen die gesetzlich angeordnete Unwirksamkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingung bekannt gewesen wäre (…vgl. BAG, 11. April 2006, a. a. O.; 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008 293 ; 19. Dezember 2007, a. a. O.).
Zahlreiche Arbeitsverträge kommen ohne sie aus (vgl. BAG, 28. November 2007, 5 AZR 992/06, NZA 2008, 293 ; 19. Dezember 2007, 5 AZR 1008/06, NZA 2008, 464 ).
Die in § 12 des Arbeitsvertrages bestimmte Ausschlussfrist von sechs Monaten nach Fälligkeit des jeweiligen Anspruchs dient, wie Ausschlussfristen generell, der Rechtssicherheit und dem Rechtsfrieden (vgl. etwa BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 46; 22. Januar 2008 - 9 AZR 416/07 - Rn. 34; 19. Dezember 2007 - 5 AZR 1008/06 - Rn. 32) .
Die Verjährungsvorschriften sind Ausdruck des vom Gesetz verfolgten Ziels, Rechtsfrieden und Rechtssicherheit herzustellen (vgl. BAG 19. Dezember 2007 - 5 AZR 1008/06 - Rn. 32) .
(bb) Das Gesetz hat einen angemessenen Ausgleich zwischen dem Schutz des Arbeitgebers vor einer drohenden Beweisnot und möglichem Verlust von Regressansprüchen gegen Dritte und der Notwendigkeit, den Arbeitnehmer vor einem ungerechtfertigten Anspruchsverlust zu bewahren, (vgl. BAG 19. Dezember 2007 - 5 AZR 1008/06 - Rn. 32) geschaffen.
Entscheidend ist, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer das formlos Vereinbarte übereinstimmend wollen, selbst wenn sie nicht an die Formvorschrift gedacht haben (vgl. BAG 19. Dezember 2007 - 5 AZR 1008/06 - Rn. 20 mwN) .
Der vom Kläger geltend gemachte Anspruch auf Prozesszinsen ist gemäß §§ 291, 288 Abs. 1 BGB begründet, allerdings erst ab dem 4. Dezember 2007 (vgl. BAG 19. Dezember 2007 - 5 AZR 1008/06 - Rn. 35, EzA BGB 2002 § 306 Nr. 3) .
Auf diesen Betrag sind, wie das Landgericht weiter richtig ausgeführt hat (Bd. I Bl. 198 d. A.), Rechtshängigkeitszinsen zu zahlen, und zwar nach § 187 Abs. 1 BGB a. E. in Verbindung mit §§ 288 Abs. 1, 291, 286 Abs. 1 BGB ab dem Tag, der auf den Tag der Zustellung der Klage folgt (vgl. BGH NJW-RR 1990, 518, 519; BAG NZA 2008, 464, 467 Rn. 35).
Das Angebot war in der Vereinbarung mit der Gewerkschaft ÖTV vom 01.10.1999 enthalten und an die genannten Arbeitnehmer gerichtet (BAG 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 - NZA 2008, 464 Rn. 12).
Das musste auch die Beklagte aus der objektiven Sicht eines verständigen Arbeitgebers erkennen (BAG 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 - NZA 2008, 464, 465 Rn. 13).
Der Zweck, Planungssicherheit zu erreichen, und das damit verbundene Interesse an einer Vereinbarung bestanden am 01.11.1999 fort, weil nach der damaligen Rechtslage zu § 613a BGB dem Übergang des Arbeitsverhältnisses jedenfalls bis zum Zeitpunkt des Betriebsübergangs widersprochen werden konnte (BAG 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 - NZA 2008, 464, 465 unter Hinweis auf BAG 22.04.1993 - 2 AZR 313/92 - AP BGB § 613a Nr. 102).
Insoweit deckt sich der relevante Sachverhalt im Streitfall mit demjenigen, welcher dem Urteil des BAG vom 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 mit der Beklagten als Partei zu Grunde lag; die Kammer macht sich die den Parteien bekannten Ausführungen des BAG vom 19.12.2007 - 5 AZR 1008/06 - NZA 2008, 464, 465 Rn. 15 bis 21 zu eigen.
BAG, 12.05.2010 - 10 AZR 545/09
Tarifliche Funktionsstufe - gerichtliche Vertretung in Rechtsangelegenheiten
BAG, 14.01.2009 - 5 AZR 154/08