Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.06.1983&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2078/82
Timestamp: 2019-05-24 18:16:50
Document Index: 182334551

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.06.1983 - VIII ZR 78/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,1628
BGH, 15.06.1983 - VIII ZR 78/82 (https://dejure.org/1983,1628)
BGH, Entscheidung vom 15.06.1983 - VIII ZR 78/82 (https://dejure.org/1983,1628)
BGH, Entscheidung vom 15. Juni 1983 - VIII ZR 78/82 (https://dejure.org/1983,1628)
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Anmietung eines Fahrzeugs zur Durchführung eines Umzugs - Inanspruchnahme des Mieters für fahrlässig verursachte Schäden am Mietfahrzeug, wenn eine Volldeckung vereinbart wurde - Aufklärungspflicht über die Tatsache, dass ein Dritter den angemieteten Wagen fahren wird
AGBG §§ 3, 9; VVG § 61
WM 1983, 1009
Der erkennende Senat kann die Frage, wie das Verhalten des Beklagten zu bewerten ist, nicht selbst entscheiden, weil die Abgrenzung zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit im Einzelfall in erster Linie dem Tatrichter obliegt und von der Revisionsinstanz nur beschränkt darauf überprüft werden kann, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder wesentliche Umstände außer Betracht gelassen worden sind (BGH, Urteil vom 15. Juni 198 - VIII ZR 78/82 - WM 1983, 1009 unter II 2; Urteil vom 12. Januar 1988 - VI ZR 158/87 - NJW 1988, 1265 unter II, jeweils m.w.Nachw.).
Damit sind die Ausführungen des Berufungsgerichts nicht mehr entscheidungserheblich, soweit sie den subjektiven Tatbestand grobfahrlässigen Verhaltens zum Gegenstand haben, und das Berufungsgericht auch hier die Anwendbarkeit des Anscheinsbeweises bejahen will; das pflegt entgegen seiner Annahme keineswegs "anerkanntermaßen" zu geschehen (vgl. hierzu nur BGH-Urteil vom 21. April 1970 - VI ZR 226/68 - VersR 1970, 568; BGH-Urteil vom 20. Juni 1972 - VI ZR 48/71 - VersR 1972, 944; BGH-Urteil vom 15. Juni 1983 - VIII ZR 78/82 - WM 83, 1009 m.w.N.).
Jedoch greift die Rechtsfigur des Anscheinsbeweises nach allgemeiner Ansicht nicht ein für die Annahme eines über die einfache Fahrlässigkeit hinausgehenden Verschuldensgrades etwa der groben Fahrlässigkeit, weil dieser ein der typisierenden Betrachtung entzogener Subjektivitätsgehalt zukommt (vgl. BGH, VRS 65, 347, 350; OLG Frankfurt, DAR 1992, 432, 433; OLG München, DAR 1984, 18;… Hentschel, Einleitung, Rn. 157a m.w.N.) Daher sind die Umstände, welche einen über das Maß des einfachen Verschuldens hinausgehen Vorwurf rechtfertigen, vom Unfallgegner darzulegen und im Bestreitensfall zu beweisen.