Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_AGG_schuetzt_Geschaeftsfuehrer_vor_Altersdiskriminierung_II_ZR_163-10.html
Timestamp: 2016-12-07 12:24:59
Document Index: 243914060

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 22', '§ 22', '§ 7', '§ 15', '§ 22']

HENSCHE Arbeitsrecht: II ZR 163/10
a) Auf den Geschäftsführer ei­ner GmbH, des­sen Be­stel­lung und An­stel­lung in­fol­ge ei­ner Be­fris­tung abläuft und der sich er­neut um das Amt des Geschäftsführers be­wirbt, sind gemäß § 6 Abs. 3 AGG die Vor­schrif­ten des Ab­schnitts 2 des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes und § 22 AGG ent­spre­chend an­wend­bar.
b) Ent­schei­det ein Gre­mi­um über die Be­stel­lung und An­stel­lung ei­nes Be­wer­bers als Geschäftsführer, reicht es für die Ver­mu­tungs­wir­kung des § 22 AGG aus, dass der Vor­sit­zen­de des Gre­mi­ums die Gründe, aus de­nen die Ent­schei­dung ge­trof­fen wor­den ist, un­wi­der­spro­chen öffent­lich wie­der­gibt und sich dar­aus In­di­zi­en er­ge­ben, die ei­ne Be­nach­tei­li­gung im Sin­ne des § 7 Abs. 1 AGG ver­mu­ten las­sen.
c) Macht der Kläger ei­nen An­spruch auf Er­satz sei­nes Er­werbs­scha­dens nach § 15 Abs. 1 AGG gel­tend, ob­liegt ihm grundsätz­lich die Dar­le­gungs- und Be­weis­last dafür, dass die Be­nach­tei­li­gung für die Ab­leh­nung sei­ner Be­wer­bung ursächlich ge­wor­den ist. Ihm kommt aber ei­ne Be­wei­ser­leich­te­rung zu­gu­te, wenn nach der Le­bens­er­fah­rung ei­ne tatsächli­che Ver­mu­tung oder Wahr­schein­lich­keit für ei­ne Ein­stel­lung bei re­gel­ge­rech­tem Vor­ge­hen be­steht.
Landgericht Köln, Urteil vom 27.11.2009, 87 O 71/09Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 29.07.2010, 18 U 196/09
II ZR 163/10 Verkündet am:23. April 2012Stoll Jus­tiz­haupt­se­kretärin als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le
Tat­be­stand: Der im März 1947 ge­bo­re­ne Kläger war me­di­zi­ni­scher Geschäftsführer der be­klag­ten GmbH, die im Raum K. sta­ti­onäre Kran­ken­haus­dienst­leis­tun­gen an­bie­tet. Ein­zi­ge Ge­sell­schaf­te­rin der Be­klag­ten ist die Stadt K. . Die Be­klag­te hat ei­nen fa­kul­ta­ti­ven Auf­sichts­rat. Die­sem ob­lie­gen nach der Sat­zung der Ab­schluss, die Ände­rung und die Auf­he­bung der An­stel­lungs­verträge mit
Ent­schei­dungs­gründe: Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist in­so­weit er­folg­los, als dem Zah­lungs­an­trag statt­ge­ge­ben wor­den ist. Im Übri­gen ha­ben bei­de Rechts­mit­tel Er­folg und führen zur Auf­he­bung des Be­ru­fungs­ur­teils und zur Zurück­ver­wei­sung der Sa­che an das Be­ru­fungs­ge­richt.
Ab­ge­se­hen da­von, dass schon die un­strei­ti­gen Äußerun­gen in der Auf­sichts­rats­sit­zung für die An­nah­me ei­ner Ver­mu­tung im Sin­ne des § 22 AGG aus­rei­chen, konn­te das Be­ru­fungs­ge­richt die Pres­se­be­richt­er­stat­tung berück­sich­ti­gen. Es war sich da­bei der Tat­sa­che be­wusst, dass Pres­se­be­richt­er­stat­tun­gen feh­ler­haft sein können, oh­ne dass die da­von Be­trof­fe­nen das ver­hin­dern können. Es hat aber zu­tref­fend dar­auf ab­ge­stellt, dass die in der Pres­se wie­der­ge­ge­be­nen Äußerun­gen "aus dem Auf­sichts­rat" ge­kom­men sind. So heißt es in dem Ar­ti­kel des K. Stadt-An­zei­gers vom 16. Ok­to­ber 2008 nach der An­ga­be, die stell­ver­tre­ten­de Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de G. (CDU) ha­be diegu­ten wirt­schaft­li­chen Er­geb­nis­se der Be­klag­ten erwähnt:
Berg­mann Strohn Reich­art
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