Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/vollstreckung/der-kostenfestsetzungsantrag-im-rahmen-der-zwangsvollstreckung-3146345?pk_campaign=feed&pk_kwd=der-kostenfestsetzungsantrag-im-rahmen-der-zwangsvollstreckung
Timestamp: 2020-07-07 16:54:54
Document Index: 307113172

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 788', '§ 103', '§ 104', '§ 107', '§ 103', '§ 794', '§ 10', '§ 10', '§ 103', '§ 10', 'BGH', '§ 104', '§ 103', '§ 103', '§ 103', '§ 103', '§ 18', '§ 103', '§ 104', '§ 103']

Der Kos­ten­fest­set­zungs­an­trag im Rah­men der Zwangs­voll­stre­ckung
Der Antrag auf Erlass eines Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlus­ses muss den Gegen­stand der gel­tend gemach­ten Kos­ten­po­si­tio­nen in hin­rei­chend bestimm­ter Form bezeich­nen. Erfor­der­lich sind eine genaue Bezeich­nung des zugrun­de lie­gen­den Rechts­streits oder Voll­stre­ckungs­ti­tels sowie die nach­voll­zieh­ba­re Anga­be von Grund und Höhe der ein­zel­nen Posi­tio­nen. Wird die Fest­set­zung von Rechts­an­walts­kos­ten begehrt, so muss die nach § 10 Abs. 2 RVG vor­zu­neh­men­de Kos­ten­be­rech­nung aus sich her­aus ver­ständ­lich sein; die Bezug­nah­me auf Voll­stre­ckungs­un­ter­la­gen genügt hier­für nicht.
Nach § 788 Abs. 2 ZPO setzt das Voll­stre­ckungs­ge­richt die Kos­ten der Zwangs­voll­stre­ckung gemäß § 103 Abs. 2, § 104 und § 107 ZPO fest. Nach § 103 Abs. 2 Satz 2 ZPO sind dem Kos­ten­fest­set­zungs­an­trag die Kos­ten­be­rech­nung, ihre zur Mit­tei­lung an den Geg­ner bestimm­te Abschrift und die zur Recht­fer­ti­gung der ein­zel­nen Ansät­ze die­nen­den Bele­ge bei­zu­fü­gen.
Der Inhalt des Antrags hat dem Umstand Rech­nung zu tra­gen, dass es sich bei dem mit ihm begehr­ten Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss gemäß § 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO um einen Voll­stre­ckungs­ti­tel han­delt, der for­mell und mate­ri­ell in Rechts­kraft erwächst [1]. Aus dem Antrag muss des­halb in bestimm­ter Form her­vor­ge­hen, wel­che Kos­ten­po­si­tio­nen Gegen­stand der Gel­tend­ma­chung sind. Erfor­der­lich ist danach zunächst eine genaue Bezeich­nung des zugrun­de­lie­gen­den Rechts­streits oder Voll­stre­ckungs­ti­tels [2]. Wei­ter müs­sen Grund und Höhe der ein­zel­nen Posi­tio­nen nach­voll­zieh­bar bezeich­net wer­den [3].
Bei der Gel­tend­ma­chung von Rechts­an­walts­kos­ten rich­tet sich der erfor­der­li­che Inhalt der Kos­ten­be­rech­nung nach § 10 Abs. 2 RVG [4]. Die Vor­schrift des § 10 Abs. 2 RVG sieht vor, dass in der Kos­ten­be­rech­nung die Beträ­ge der ein­zel­nen Gebüh­ren und Aus­la­gen, Vor­schüs­se, eine kur­ze Bezeich­nung des jewei­li­gen Gebüh­ren­tat­be­stands, die Bezeich­nung der Aus­la­gen sowie die ange­wand­ten Num­mern des Ver­gü­tungs­ver­zeich­nis­ses und bei Gebüh­ren, die nach dem Gegen­stands­wert berech­net sind, auch die­ser anzu­ge­ben sind; bei Ent­gel­ten für Postund Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen genügt die Anga­be des Gesamt­be­trags. Die Kos­ten­be­rech­nung muss aus sich her­aus ver­ständ­lich sein.
Danach hat der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall den Kos­ten­fest­set­zungs­an­trag der Gläu­bi­ge­rin zu Recht für unzu­rei­chend erach­tet, weil er weder den zugrun­de­lie­gen­den Rechts­streit oder Voll­stre­ckungs­ti­tel genau bezeich­ne­te noch eine hin­rei­chend detail­lier­te Kos­ten­be­rech­nung ent­hielt. Die Gläu­bi­ge­rin macht ohne Erfolg gel­tend, dass die jewei­li­gen Grund­la­gen und Berech­nun­gen der gel­tend gemach­ten Rechts­an­walts­kos­ten in den dem Antrag bei­gefüg­ten Voll­stre­ckungs­auf­trä­gen genannt sei­en. Den for­ma­len Anfor­de­run­gen des § 103 Abs. 2 Satz 2 ZPO in Ver­bin­dung mit § 10 Abs. 2 RVG ist mit Blick auf ihren Sinn, den Inhalt des bean­trag­ten Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlus­ses in hin­rei­chend bestimm­ter Wei­se fest­zu­le­gen, nicht dadurch genügt, dass sich die Grund­la­gen der Hono­rar­be­rech­nung aus dem Antrag bei­gefüg­ten Voll­stre­ckungs­un­ter­la­gen erge­ben.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2018 – I ZB 16/​18
vgl. BGH, Beschluss vom 16.01.2003 – V ZB 51/​02, NJW 2003, 1462 3]; Beschluss vom 10.03.2011 – IX ZB 104/​09, AGS 2011, 566 7]; MünchKomm-.ZPO/Schulz, 5. Aufl., § 104 Rn. 137[↩]
BeckOK.ZPO/Jaspersen, 29. Ed., § 103 Rn. 27; MünchKomm-.ZPO/Schulz aaO § 103 Rn. 39; Saenger/​Girl, ZPO, 7. Aufl., § 103 Rn. 7[↩]
vgl. OLG Bran­den­burg, AnwBl 2001, 306; FG Nürn­berg, EFG 1989, 364; MünchKomm-.ZPO/Schulz aaO § 103 Rn. 42[↩]
vgl. OLG Bran­den­burg, AnwBl 2001, 306 [zu § 18 Abs. 2 BRAGO aF]; BeckOK.ZPO/Jaspersen aaO § 103 Rn. 27; Zöller/​Herget, ZPO, 32. Aufl., § 104 Rn. 4; Saenger/​Girl aaO § 103 Rn. 11[↩]
For­mat­feh­ler beim elek­tro­ni­schen Doku­ment – und die… Wird ein Schrift­stück bei Gericht als elek­tro­ni­sches Doku­ment ein­ge­reicht und weist die­ses elek­tro­ni­sche Doku­ment einen For­mat­feh­ler auf, besteht nur eine ein­male Hin­weis­pflicht des Gerichts nach…