Source: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10012515
Timestamp: 2018-12-10 22:12:47
Document Index: 370873007

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 1', '§ 2', '§ 8', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 9', '§ 11', '§ 1', '§ 3']

RIS - Aufstellung und Betrieb von Dampfkesseln - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 10.12.2018
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Aufstellung und Betrieb von Dampfkesseln, Fassung vom 10.12.2018
Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Aufstellung und den Betrieb von Dampfkesseln – ABV
StF: BGBl. Nr. 353/1995
BGBl. II Nr. 147/2012
Auf Grund der §§ 6 und 10 des Kesselgesetzes, BGBl. Nr. 211/1992, wird verordnet:
Einteilung der Dampfkessel
Betrieb von Dampfkesseln ohne ständige Beaufsichtigung
Zeitweiliger Betrieb von Dampfkesseln mit herabgesetzten Werten der Betriebsparameter
Sicherheitsziele und Anforderungen
Einteilung der Dampfkessel hinsichtlich der Aufstellung
Alternative technische Regeln (Anm.: Übergangsbestimmung)
Übergangsbestimmungen (Anm.: aufgehoben durch BGBl. II Nr. 147/2012)
Betrieb von Dampfkesseln, ausgenommen Heißwasserkessel, ohne ständige Beaufsichtigung (BOSB)
Zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der Dampfkessel
Zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der Dampfkesselanlage
Besondere Anforderungen an die Regel- und Begrenzungseinrichtungen
Zusätzliche Anforderungen für den 72-Stunden-Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung
Zuverlässigkeit und Nachweis der Konformität
Erleichterungen für Dampfkessel mit geringerem Gefahrenpotential
Betrieb von Heißwasserkesselanlagen ohne ständige Beaufsichtigung (BOSB)
Zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der Heißwasserkessel
Heißwasserkessel mit Eigendruckhaltung durch Dampfraum ohne Ausdehnungstrommel
Heißwasserkessel mit Eigendruckhaltung durch Dampfraum in der Ausdehnungstrommel
Heißwasserkessel besonderer Bauart mit Fremddruckhaltung
Sonstige Heißwasserkessel
Zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der Heißwasserkesselanlage
Erleichterungen für Heißwasserkessel mit geringerem Gefahrenpotential
Zeitweiliger Betrieb von Dampfkesseln, ausgenommen Heißwasserkresseln (Anm.: richtig: Heißwasserkesseln), mit herabgesetztem Betriebsdruck (höchstens 1 bar) ohne ständige Beaufsichtigung
Zusätzliche Ausrüstung des Dampfkessels
Anforderungen an die Ausrüstungsteile
Maßnahmen beim Umstellen vom Betrieb als Dampfkessel der Gruppen II, III oder IV auf Betrieb mit herabgesetztem Betriebsdruck und umgekehrt
Betrieb und Überwachung der Regel- und Begrenzereinrichtungen
Zeitweiliger Betrieb von Heißwasserkesseln mit herabgesetzter Betriebstemperatur (höchstens 120 C) ohne ständige Beaufsichtigung
Zusätzliche Ausrüstung der Heißwasserkesselanlage
Maßnahmen beim Umstellen vom Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV mit herabgesetzter Vorlauftemperatur und umgekehrt
Betrieb von Dampf- und Heißwasserkesseln bei Beaufsichtigung mittels Fernüberwachung
Anforderungen an die Ausrüstung der Fernüberwachung
Zusätzliche Anforderungen an die Ausrüstung der Dampf- und Heißwasserkesselanlage
Fernüberwachung von einer Warte aus
Beschaffenheit von Speisewasser und Kesselwasser für Dampfkessel
Anforderungen an Speisewasser und Kesselwasser
Tabelle 1 Richtwerte für salzhaltiges Speisewasser für Umlaufkessel
Tabelle 2 Richtwerte für salzhaltiges Kesselwasser aus salzhaltigem Speisewasser für Umlaufkessel
Tabelle 3 Richtwerte für salzfreies Speisewasser bei alkalischer Fahrweise für Umlaufkessel
Tabelle 4 Richtwerte für Kesselwasser aus salzfreiem Speisewasser für Umlaufkessel
Tabelle 5 Richtwerte für salzfreies Speisewasser für Durchlaufkessel
Tabelle 6 Richtwerte für salzhaltiges Speisewasser für Schnelldampferzeuger
Tabelle 7 Richtwerte für Kessel- und Kreislaufwasser von Heißwasseranlagen aus salzhaltigem Speisewasser für Umlaufkessel
Anforderungen an die Aufstellung mittlerer und großer Dampfkessel
Zusätzliche Anforderungen an die Aufstellung großer Dampfkessel in Kesselräumen
§ 1. (1) Diese Verordnung gilt für die in § 2 angeführten, ortsfest betriebenen Dampfkessel und regelt
den Betrieb von Dampfkesseln ohne ständige Beaufsichtigung (BOSB),
den zeitweiligen Betrieb mit herabgesetzen (Anm.: richtig: herabgesetzten) Werten der Betriebsparameter,
den Betrieb von Dampfkesseln mittels Fernüberwachung,
die Anforderungen an Speise- und Kesselwasser und
die Aufstellung von Dampfkesseln.
(2) Dampfkessel der Gruppe I und Dampfkessel mit einem Rauminhalt kleiner gleich 21 sind in Übereinstimmung mit den §§ 8 und 9 des Kesselgesetzes sachgemäß aufzustellen und zu betreiben, Die Bestimmungen der §§ 3 bis 12 sind auf diese Dampfkessel nicht anzuwenden.
(3) Als Rauminhalt gilt der Wasserinhalt bis zur NW-Marke (niedrigster Wasserstand) und bei Durchlaufkesseln der Gesamtrauminhalt.
(4) Das Druckinhaltsprodukt ist das Produkt aus dem festgesetzten höchsten Betriebsdruck in Bar und dem Rauminhalt in Liter.
(5) Eine Dampfkesselanlage im Sinne dieser Verordnung umfaßt insbesondere im engen räumlichen Zusammenhang stehende Dampfkessel, deren Ausrüstung, Ausdehnungsgefäße sowie die Anlageteile verbindenden Rohrleitungen.
§ 2. (1) Dampfkessel der Gruppe I sind Dampfkessel mit einem festgesetzten höchsten Betriebsdruck größer 0,5 bar und kleiner gleich 32 bar und einem Rauminhalt größer 2 l und kleiner gleich 10 l.
(2) Dampfkessel der Gruppe II sind Dampfkessel mit einem festgesetzen (Anm.: richtig: festgesetzten) höchsten Betriebsdruck größer 0,5 bar, einem Rauminhalt größer 10 l und einem Druckinhaltsprodukt kleiner gleich 200 (bar x l).
(3) Dampfkessel der Gruppe III sind Dampfkessel mit einem festgesetztem höchsten Betriebsdruck größer 0,5 bar und kleiner gleich 32 bar, einem Rauminhalt größer 10 l und kleiner gleich 1 000 l und einem Druckinhaltsprodukt größer 200 (bar x l) und kleiner gleich 5 000 (bar x l).
(4) Dampfkessel der Gruppe IV sind alle übrigen Dampfkessel mit einem Rauminhalt größer 2 l.
§ 3. (1) Die ständige Anwesenheit des Betriebswärters (§ 3 Abs. 4 und § 5 des Dampfkesselbetriebsgesetzes – DKBG, BGBl. Nr. 212/1992) bei Dampfkesseln ist nicht erforderlich, wenn die Dampfkessel mit zusätzlichen Regel- und Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet sind, die die Dampfkesselanlage bei gefährlichen Betriebszuständen automatisch und sicher abstellen. Diese Anforderung ist bei Einhaltung dieser Verordnung erfüllt.
(2) Derart ausgerüstete Dampfkessel sowie ihre Ausrüstung sind von entsprechend befugten Personen (Dampfkesselwärtern) zu beaufsichtigen und zu bedienen und periodisch zu überprüfen. Vom Dampfkesselwärter ist ein Betriebsbuch zu führen.
(3) Die zusätzlichen Regel- und Sicherheitseinrichtungen müssen folgenden grundlegenden Anforderungen genügen:
Die wesentlichen Sicherheitseinrichtungen müssen redundant ausgeführt sein,
Sicherheitseinrichtungen und Regeleinrichtungen müssen voneinander unabhängig arbeitende Geräte sein und voneinander unabhängige Geber haben,
elektrische Einrichtungen müssen nach dem Ruhestromprinzip oder einem gleichwertigen Prinzip wirken,
eine periodische Funktionsprüfung der Sicherheitseinrichtungen und der Brennerabschaltung muß durch einen Prüfzwang sichergestellt werden,
eine Rufeinrichtung zum Betriebswärter muß vorhanden sein und
nach einer Störabschaltung darf die Wiederinbetriebnahme nur nach Entriegelung vor Ort möglich sein.
(4) Die Eignung der Sicherheitseinrichtung ist durch eine Baumusterprüfung nachzuweisen.
(5) Die in der Anlage 1 Abschnitt 1 (BOSB für Dampfkessel ausgenommen Heißwasserkessel) und Abschnitt 2 (BOSB für Heißwasserkessel) angeführten technischen Regeln stellen spezifizierte Mindestanforderungen zur Erfüllung der in den Absätzen 1 bis 4 angeführten grundlegenden Sicherheitsanforderungen dar.
§ 4. (1) Für die nachstehend angeführten Dampfkessel, ausgenommen Dampfkessel mit Überhitzer, gelten die in Abs. 2 angeführten Erleichterungen. Es sind dies:
Dampfkessel der Gruppe II sowie Dampfkessel der Gruppe III bis zu einem festgesetzten höchsten Betriebsdruck von 10 bar, bei Heißwasserkesseln bis zu einer festgesetzten höchsten Betriebstemperatur von 180 ºC,
Heißwasserkessel der Gruppe IV bis zu einer festgesetzten höchsten Betriebstemperatur von 120 ºC und
Dampfkessel, unabhängig von deren Größe, wenn auf Grund der Art der Beheizung bei Wassermangel keine Gefahr für eine Überhitzung drucktragender Wandungen besteht.
(2) Die in Abs. 1 genannten Dampfkessel dürfen ohne ständige Beaufsichtigung entsprechend den Bestimmungen des § 3 mit folgenden Erleichterungen betrieben werden:
Die Fristen für die periodischen Überprüfungen können verlängert werden,
Bedienungsmaßnahmen können eingeschränkt zur Anwendung gebracht werden,
Bei der zusätzlichen Ausrüstung gemäß § 3 Abs. 3 können Vereinfachungen zur Anwendung gebracht werden und
Für die Einrichtung eines Prüfzwanges gemäß § 3 Abs. 3 Z 4 und einer Rufeinrichtung gemäß § 3 Abs. 3 Z 5 gelten die in Anlage 1 Abschnitte 1 und 2 genannten Erleichterungen.
(3) Die in der Anlage 1 Abschnitt 1 Z 7 und Abschnitt 2 Z 7 angeführten technischen Regeln stellen spezifizierte Mindestanforderungen zur Erfüllung der grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen des Absatzes 2 dar.
§ 5. (1) Dampfkessel dürfen zeitweilig unbeaufsichtigt mit einem festgesetzten höchsten Betriebsdruck von höchstens 1 bar oder bei Heißwasserkesseln mit einer festgesetzten höchsten Betriebstemperatur von höchstens 120 ºC betrieben werden, wenn nachstehende Anforderungen erfüllt sind:
Der Dampfkessel ist mit Einrichtungen zu versehen, die eine sichere Umstellung der Betriebsarten gewährleisten.
Die Sicherheit des Umstellvorganges muß durch entsprechende Bedienungsmaßnahmen, welche in der sicherheitstechnisch richtigen Reihenfolge durchzuführen sind, gewährleistet werden.
(2) Die in Anlage 1 Abschnitt 3 (Dampfkessel ausgenommen Heißwasserkessel) und Abschnitt 4 (Heißwasserkessel) angeführten technischen Regeln stellen spezifizierte Mindestanforderungen zur Erfüllung der im Absatz 1 angeführten grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen dar.
§ 6. (1) Dampfkessel, die mittels Fernüberwachung betrieben werden, sind mit zusätzlichen Einrichtungen zu versehen, die eine sichere Überwachung und Eingriffsmöglichkeiten gewährleisten.
(2) Die in Anlage 2 angeführten technischen Regeln stellen spezifizierte Mindestanforderungen zur Erfüllung der grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen des Absatzes 1 dar.
§ 7. (1) Dampfkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Wasser betrieben werden.
(2) Die Anforderungen an das Speise- und Kesselwasser sind von der Kesselbauart, dem festgesetzten höchsten Betriebsdruck und den Betriebsbedingungen abhängig; entsprechende Richtwerte für das Speise- und Kesselwasser sind in Anlage 3 angeführt. Diese Anlage gilt nicht als technische Regel für Dampfkessel aus Nichteisenmetallen sowie aus austenitischem Stahl im Wasserbereich.
(3) Das Speise- und Kesselwasser ist von sachkundigen Personen periodisch zu überprüfen und zu beurteilen. Die darüber anzulegenden Aufzeichnungen sind von der Kessel- oder Werksprüfstelle im Rahmen der wiederkehrenden äußeren Untersuchungen zu überprüfen.
§ 8. (1) Dampfkessel müssen so aufgestellt sein, daß sie sachgemäß und unfallsicher bedient, gewartet, instandgesetzt und gegebenenfalls überwacht werden können und bei bestimmungsgemäßem Betrieb eine Gefährdung von Personen und Sachgütern vermieden wird.
(2) Dampfkessel müssen derart aufgestellt werden, daß bei Funktionsstörungen oder Schäden eine Gefährdung von Personen oder Sachgütern vermieden oder möglichst gering gehalten wird.
(3) Die in Anlage 4 angeführten technischen Regeln stellen spezifizierte Mindestanforderungen zur Erfüllung der in Abs. 1 und 2 genannten grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen für Dampfkessel gemäß § 9 Abs. 1 Z 2 und 3 dar.
§ 9. (1) Dampfkessel werden hinsichtlich ihrer Aufstellung wie folgt eingeteilt:
Kleine Dampfkessel sind solche, deren Druckinhaltsprodukt die Zahl 2 000 und deren festgesetzter höchster Betriebsdruck 16 bar nicht übersteigt.
Mittlere Dampfkessel sind folgende:
Dampfkessel, deren Wasserinhalt beim niedrigsten Wasserstand 2 000 l, deren festgesetzter höchster Betriebsdruck 16 bar und deren Druckinhaltsprodukt die Zahl 20 000 nicht übersteigt, oder
Dampfkessel, deren äußere Durchmesser von beheizten Kesselteilen 60,3 mm und deren äußere Durchmesser von unbeheizten Kesselteilen 168,3 mm nicht überschreiten und deren Druckinhaltsprodukt die Zahl 20 000 und deren festgesetzter höchster Betriebsdruck 32 bar nicht übersteigt und die nicht unter Z 1 fallen.
Große Dampfkessel sind alle übrigen.
(2) Für Dampfkessel, die keinen niedrigsten Wasserstand haben, gilt das Füllvolumen als Wasserinhalt.
(3) Für Heißwasserkessel ist an Stelle des festgesetzten höchsten Betriebsdruckes der Sattdampfdruck bei der festgesetzten höchsten Betriebstemperatur heranzuziehen.
§ 10. (1) Kleine Dampfkessel (§ 9 Abs. 1 Z 1) dürfen nicht in Räumen, die Wohnzwecken dienen, aufgestellt werden. Sie dürfen bis zu einem gemeinsamen Druckvolumenprodukt von 6 000 in Gruppen in einem Raum aufgestellt werden, der nicht Wohnzwecken dient.
§ 11. Die Bestimmungen des § 1 Abs. 1 Z 1 bis 4 und der §§ 3 bis 7 sind auf Dampfkessel, die nach Inkrafttreten der Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend über den automatisierten Betrieb von Dampfkesseln – ABD-V, BGBl. II Nr. 147/2012, rechtmäßig in Betrieb genommen werden, nicht anzuwenden.
Betrieb von Dampfkesseln, ausgenommen Heißwasserkessel ohne ständige Beaufsichtigung
Die Dampfkessel müssen mit einer regelbaren Beheizung ausgerüstet sein, die sich Änderungen im Wärmebedarf bei allen Betriebszuständen schnell anpaßt. Die im Feuerraum und in den Kesselzügen gespeicherte Wärme darf nach Abschalten der Beheizung ein unzulässiges Ausdampfen des im Dampfkessel vorhandenen Wasservorrates nicht bewirken. Diese Forderung gilt zB als erfüllt, wenn nachgewiesen wird, daß nach dem Abschalten der Heizung aus Vollastbeharrung die Rauchgastemperatur in der Höhe des höchsten Feuerzuges (HF) 400° C unterschreitet, bevor der Wasserstand von der Marke des niedrigsten Wasserstandes (NW) auf 50 mm über dem höchsten Feuerzug (HF) abgesunken ist. Für den Nachweis ist eine Wasserstandvorrichtung so anzuordnen, daß das Maß 50 mm über HF zu erkennen ist, oder muß diese Erkennbarkeit durch eine andere geeignete Maßnahme erzielt werden.
Die Beheizung muß automatisch erfolgen. Die jeweils geltenden Regeln der Technik sind zu beachten.
Der Dampfdruck jedes Dampfkessels muß selbsttätig durch Beeinflussung der Wärmezufuhr geregelt werden. Zusätzlich zu dieser Regeleinrichtung muß eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung vorhanden sein, die bei Überschreiten des zulässigen Betriebsüberdruckes die Beheizung abschaltet und verriegelt (Druckbegrenzer).
Bei Dampfkesseln mit festgesetztem niedrigsten Wasserstand muß die Höhe des Wasserstandes selbsttätig geregelt werden (Wasserstandregler). Zusätzlich zu dieser Regeleinrichtung müssen zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die bei Unterschreiten des festgesetzten niedrigsten Wasserstandes die Beheizung abschalten und verriegeln (Wasserstandbegrenzer). Bei Zwangsumlaufkesseln müssen zusätzlich zu den vorgenannten Wasserstandbegrenzern zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen (Begrenzer) vorhanden sein, die bei einer Verminderung der Strömung unter das zulässige Maß die Beheizung selbsttätig abschalten und verriegeln (zB Strömungs- oder Temperaturbegrenzer). Sofern es der Betrieb des Dampfkessels erfordert, ist ein Zeitglied zulässig, das die Abschaltung und Verriegelung der Beheizung um höchstens 1/10 der Absinkdauer verzögert. Die Absinkdauer ist die Zeit, in welcher ein Wasserspiegel bei unterbrochener Speisung, gleichbleibendem Druck sowie bei der zulässigen Dampfleistung vom niedrigsten Wasserstand (NW) auf den höchsten Feuerzug (HF) absinkt. Zulässige Dampfleistung ist die höchste in Dauerbetrieb erzeugbare Dampfleistung, mit der der Dampfkessel betrieben werden darf.
Bei Durchlaufkesseln müssen Speisewasser- und Brennstoffzufuhr selbsttätig und im Verbund geregelt werden. Als Sicherung gegen Wassermangel sind anstelle der zwei Wasserstandbegrenzer zwei zuverlässige andere Sicherheitseinrichtungen (Begrenzer) einzubauen, die eine unzulässige Erwärmung der Kesselwandungen verhindern (zB Temperaturbegrenzer).
Bei Dampfkesseln mit Überhitzer muß ein Begrenzer vorhanden sein, der die Beheizung bei Überschreiten der zulässigen Temperatur, vermehrt um eine Regeltoleranz (ca. 15° C), abschaltet und verriegelt (Temperaturbegrenzer), es sei denn, die Berechnungstemperatur des Überhitzers liegt höher als die maximal erreichbare Temperatur. Darüber hinaus muß die Heißdampftemperatur selbsttätig geregelt werden, wenn sie 400° C übersteigt, sofern die Berechnungstemperatur des Überhitzers kleiner als die maximal erreichbare Temperatur ist.
Es ist eine selbsttätig wirkende Einrichtung vorzusehen, die das Überschreiten eines vom Kesselhersteller anzugebenden höchsten Wasserstandes zuverlässig verhindert. Die genannte Einrichtung braucht kein zusätzliches Gerät zu sein. Wird hierzu die Speisung unterbrochen, muß gleichzeitig die Beheizung abgeschaltet werden, wenn durch die unterbrochene Speisung Nachschaltheizflächen gefährdet sind.
Zylindrische Wasserstandgläser sind nicht zulässig.
Direkt anzeigende Wasserstandgläser an Gehäusen von Wasserstandreglern und Wasserstandbegrenzern sind nur zulässig, wenn zwischen dem Gehäuse und dem Wasserstandglas Absperreinrichtungen vorhanden sind.
Überwachung des Speisewassers
Sofern die Möglichkeit eines den Dampfkessel gefährdenden Einbruchs von Fremdstoffen in den Wasserkreislauf besteht, ist eine selbsttätige kontinuierliche Überwachung des Speisewassers erforderlich. Eine geeignete zuverlässige Überwachungseinrichtung muß einen optischen oder akustischen Alarm auslösen, wenn im Speisewasser mehr Öl oder Fett als 3 mg/l vorhanden ist. Dieser Alarm muß bis zur Quittierung durch den Dampfkesselwärter bestehen bleiben. Bei einem Öl- oder Fettgehalt von mehr als 5 mg/l Speisewasser muß die Beheizung des Dampfkessels durch die Überwachungseinrichtung abgeschaltet und verriegelt werden.
Sofern die Möglichkeit eines den Dampfkessel gefährdenden Einbruchs von sonstigen Fremdstoffen wie Säuren, Laugen usw. in den Wasserkreislauf besteht, ist eine selbsttätige kontinuierliche Überwachung des Speisewassers erforderlich. Eine geeignete, zuverlässige Überwachungseinrichtung muß bei Überschreitung der Grenzwerte nach Anlage 3 die Beheizung abschalten und verriegeln.
Wenn auf Grund betrieblicher oder konstruktiver Gegebenheiten der Dampfkesselanlage von den Überwachungskriterien gemäß Z 2.1.1 und 2.1.2 abgewichen werden soll, so ist dies bei konstruktiven Gegebenheiten zwischen Betreiber und der Erstprüfstelle, bei betrieblichen Gegebenheiten zwischen der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle, dem Betreiber und dem Kesselhersteller abzustimmen.
Außerhalb des Kesselaufstellungsraumes muß eine Brandschutzeinrichtung vorhanden sein, welche im Gefahrenfall die Brennstoffzufuhr zuverlässig und wirksam unterbricht. Diese muß bei flüssigen und gasförmigen Brennstoffen eine Sicherheitsabsperreinrichtung sein. Sie muß von außerhalb des Kesselaufstellungsraumes betätigt werden können. (Fluchtschalter). Der Fluchtschalter ist vor Fehlbetätigung zu schützen.
Über jeder Feuerung ist ein zuverlässiger Brandschutzschalter anzubringen, welcher bei Auslösung die Feuerung abschaltet und verriegelt und die Brandschutzeinrichtung betätigt und Alarm gibt.
Begrenzer müssen voneinander und von den Regeleinrichtungen unabhängig angebrachte und arbeitende Geräte sein und voneinander unabhängige Geber haben.
Die elektrischen Einrichtungen der Begrenzer und die nachgeschalteten Stromkreise müssen nach dem Ruhestromprinzip oder einem gleichwertigen Prinzip wirken. Darüber hinaus gelten die Regeln der Technik für Sicherheitsstromkreise. Dies gilt als erfüllt, wenn alle inneren oder äußeren Fehler spätestens bei der nächsten Prüfung nach außen erkennbar werden (durch Abschaltung der Beheizung und Verriegelung). Ein einzelner auftretender Fehler darf nicht zu einem Unwirksamwerden beider Wasserstandbegrenzer bzw. beider Sicherheitseinrichtungen gemäß Z 1.5 führen. Relais, Schütze und Endschalter müssen eine elektrische Lebensdauer von mindestens 250 000 Schaltspielen und zusätzlich eine mechanische Lebensdauer von mindestens 3 Millionen Schaltspielen aufweisen. Schaltkontakte dürfen mit maximal 40% des Nennstromes belastet werden. Die Kontakte von Endschaltern müssen darüber hinaus zwangsgeführt werden. Der Nachweis dieser Bauteileigenschaften erfolgt durch Herstellerbescheinigung. Dabei ist auf die erhöhten Betriebstemperaturen in Kesselhäusern Bedacht zu nehmen. Für die Abschaltung der Beheizung sind 2 überwachte Schaltglieder unterschiedlicher Bauart zu verwenden.
Die Eignung der verwendeten Begrenzereinrichtungen und der nachgeschalteten Stromkreise zur Abschaltung der Beheizung sowie die Eignung der gesamten Systemschaltung ist durch eine Baumusterprüfung einer Erstprüfstelle nachzuweisen. Die Gültigkeit der Baumusterprüfung ist auf 5 Jahre befristet. Die Anbringung und richtige Funktion der Einrichtungen sowie die Erfüllung der Bestimmungen dieses Abschnitts ist im Rahmen der Betriebsprüfung von der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle zu überprüfen und die Überprüfung zu dokumentieren.
Eine Funktionsprüfung der Begrenzer für Druck, Wasserstand, Strömung und Temperatur muß durch eine geeignete Prüfeinrichtung jederzeit durchführbar sein und muß rückwirkungsfrei auf andere Sicherheitseinrichtungen sein.
Alle wesentlichen Störmeldungen (zB auch die Brennerstörung) sowie der Alarm zur Prüfung und zum Kontrollgang müssen vor Ort deutlich erkennbar optisch und akustisch angezeigt werden und über eine Rufanlage (zB Funk) innerhalb von höchstens 3 Minuten zum Dampfkesselwärter geleitet werden. Die Funktion der Alarmeinrichtungen und der Rufanlage muß jederzeit überprüft werden können.
Für die elektrische Installation (Kabelverbindungen) vom BOSB-Schaltschrank zu den Geräten am Dampfkessel sind flexible Kabel mit einem Querschnitt von 1,5 mm2 zu verwenden. Im Bereich erhöhter Temperaturen (unmittelbar am Dampfkessel) sind diese als Silikonkabel auszuführen. Verbindungsleitungen zu Begrenzern dürfen nicht über Zwischenklemmkästen geführt werden. Alle Leitungen sind vor mechanischen Einwirkungen und vor Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen (Schutzschlauch, Kabeltasse usw.). Meßleitungen sind von 230/400-V-Leitungen zu trennen.
Der Betreiber der Dampfkesselanlage hat für sorgfältige Wartung und Prüfung der Regel- und Sicherheitseinrichtungen zu sorgen. Darüber hinaus ist regelmäßig, mindestens halbjährlich und zusätzlich bei schwerwiegenden Störungen eine dafür sachkundige Person mit der Überprüfung zu beauftragen. Als sachkundig gelten zB entsprechend ausgebildete Angehörige von Firmen, welche Inhaber von zumindest einer BOSB-Baumusterprüfung sind, oder von solchen Firmen entsprechend ausgebildete und schriftlich ermächtigte andere Personen. Die halbjährliche Überprüfung muß sich auch auf die Regel- und Begrenzungseinrichtungen erstrecken, die nicht der täglichen Überprüfung unterliegen sowie auf die Brandschutzeinrichtungen.
Die Wartung von Dampfkesselanlagen mit Dampfkesseln, bei denen auf die ständige Beaufsichtigung verzichtet wird, darf nur solchen Dampfkesselwärtern übertragen werden, die mit den besonderen Betriebsverhältnissen der Dampfkesselanlage vertraut sind.
Bei Betriebszuständen, bei denen eine ordnungsgemäße Wirksamkeit der Regler und Begrenzer nicht gewährleistet ist, oder bei sonstigen Störungen ist die Dampfkesselanlage ständig unmittelbar zu beaufsichtigen, wobei gestörte Begrenzungseinrichtungen nur einzeln und nur durch gesicherte Maßnahmen überbrückt werden dürfen.
Während des Anfahrens muß der Dampfkesselwärter im Aufstellungsraum anwesend sein. Als Anfahren gilt der Zeitraum bis zum Erreichen des Betriebszustandes, bei dem das ordnungsgemäße Arbeiten aller Überwachungsgeräte überprüft bzw. beobachtet werden kann und die erste Prüfung der Begrenzer und der Feuerungsabschaltung erfolgreich durchgeführt worden ist. Selbsttätiger Wiederanlauf nach Regelabschaltung gilt nicht als Anfahren. Das Einschalten der Beheizung darf nur am Dampfkessel selbst oder in unmittelbarer Nähe möglich sein. Ein Anfahren oder Betreiben des Dampfkessels mittels einer Schaltuhr ist unzulässig. Während des Betriebes des Dampfkessels muß sich der Dampfkesselwärter an Orten aufhalten, an denen er jederzeit verfügbar und über eine Rufanlage erreichbar ist und innerhalb von 10 Minuten den Dampfkesselraum erreichen kann. Die Nebenarbeit des Dampfkesselwärters darf die erforderlichen Beaufsichtigungs- und Wartungsarbeiten am Dampfkessel nicht beeinträchtigen und muß jederzeit unterbrochen werden können, ohne daß dadurch eine anderweitige Gefahr entsteht.
Während des Betriebes muß sich der Dampfkesselwärter längstens alle 12 Stunden vom ordnungsgemäßen Zustand der Dampfkesselanlage persönlich überzeugen (Kontrollgang). Innerhalb von 2 Stunden nach jedem Anfahren und innerhalb von 2 Stunden nach jedem Ablauf von 24 Stunden ist die Wirksamkeit der Begrenzer für Temperatur, Strömung, Wasserstand und Druck zu überprüfen. Bei diesen Prüfvorgängen muß jede selbsttätige Brennstoffschnellschlußvorrichtung mindestens einmal schließen. Die Durchführung der Kontrollgänge und der Prüfungen sind durch eine Zeitüberwachungseinrichtung sicherzustellen. Bei Zeitüberschreitung und negativem Prüfergebnis hat eine automatische Abschaltung und Verriegelung der Beheizung zu erfolgen.
Das Ergebnis jeder Begrenzerprüfung muß für den Dampfkesselwärter eindeutig erkennbar sein, zB durch Aufleuchten eines Signals.
Die Wartung, Prüfung und Bedienung der wichtigsten Betriebseinrichtungen, der Regel- und Sicherheitseinrichtungen sowie die Anforderungen an das Kessel- und Speisewasser müssen in verständlichen Betriebsanweisungen festgelegt sein, die im Kesselaufstellungsraum an gut sichtbarer Stelle auszuhängen oder auszulegen sind.
Dampfkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Speisewasser und geeignetem Kesselwasser betrieben werden. Um dies zu erreichen, sind betrieblicherseits die wesentlichen Werte täglich zu überprüfen und zu beurteilen. Die Sicherheitsventile sind wöchentlich zu prüfen (anzulüften). In begründeten Fällen kann diese Frist im Einvernehmen mit der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle verlängert werden.
Es ist ein Betriebsbuch zu fuhren, in dem folgende Eintragungen vorzunehmen sind:
Bestätigungsvermerk einer sachkundigen Person über die notwendigen, mindestens halbjährlichen Wartungs- und Prüfungsarbeiten an den Regel- und Begrenzungseinrichtungen,
die Beurteilung der regelmäßigen betrieblichen Wasseruntersuchungen durch den Kesselwärter und sein Bestätigungsvermerk über die Funktionsprüfung der Ausrüstung und
alle Störungen sowie besondere Feststellungen anläßlich der Prüfungs- und Wartungsarbeiten an der Dampfkesselanlage.
Das Betriebsbuch ist dem Kesselprüfer bei jeder Prüfung vorzulegen.
Direkt anzeigende Wasserstandanzeigeeinrichtungen müssen so ausgeführt sein, daß sie den Einwirkungen des Kesselwassers widerstehen.
Der Dampfkesselwärter darf beim Verlassen des Kesselaufstellungsraumes dessen Türen abschließen, sofern die Möglichkeit des schnellen Öffnens im Gefahrenfalle sichergestellt ist und nachdem er sich davon überzeugt hat, daß sich niemand mehr in der Dampfkesselanlage befindet.
Die in Z 4.5 festgelegte Zeit von 24 Stunden kann, sofern es sich nicht um Feuerungen mit staubförmigen oder festen Brennstoffen handelt, auf 72 Stunden verlängert werden. Der 12-Stunden-Kontrollgang entfällt und die in Z 4.4 festgesetzte Frist von 10 Minuten kann auf höchstens 1 Stunde verlängert werden, wenn die nachfolgenden zusätzlichen Anforderungen erfüllt sind. Dies gilt sinngemäß auch für die in Z 4.8 genannten täglichen Prüfungen.
Ausrüstung der Dampfkessel
Mechanisch arbeitende Wasserstandbegrenzer (zB Schwimmergeräte) dürfen nur verwendet werden, wenn für Speise- und Kesselwasser die Anforderungen nach Anlage 3, Tabellen 3 und 4 für Dampfkessel mit einem festgesetzten höchsten Betriebsdruck kleiner gleich 68 bar eingehalten werden. Werden nur mechanisch arbeitende Geräte eingesetzt, so müssen sie im elektromechanischen Übertragungsteil unterschiedlicher Bauart sein.
Zu Z 1.7:
Ausrüstung der Dampfkesselanlage
Es müssen zwei Geräte zur Überwachung des Speisewassers auf Fremdstoffeinbruch entsprechend Z 2.1.1 eingebaut sein. Die Härte des Speisewassers oder seiner Teilströme ist bei Zwangsdurchlaufkesseln selbsttätig zu überwachen. Bei salzfreiem Speisewasser erfolgt dies durch eine Überwachung der Leitfähigkeit, bei salzhaltigem Speisewasser erfolgt dies durch eine Überwachung der Härte. Die Beheizung muß durch die zuverlässige Überwachungseinrichtung abgeschaltet und verriegelt werden, wenn die Grenzwerte für zulässige Abweichungen nach Anlage 3 überschritten werden. Die Anforderungen bezüglich der Überwachung der Härte sind zB erfüllt, wenn die Kapazität der Enthärtungsanlage automatisch auf Erschöpfung überwacht wird. Bei Erschöpfung der Enthärtungsanlage ist die Wasserzufuhr zum Speisewasserbehälter selbsttätig zu unterbrechen. Sofern die Möglichkeit eines Härteeinbruchs in weiteren Teilströmen (zB Kondensat) besteht, sind diese gleichfalls selbsttätig zu überwachen (zB Leitfähigkeit). Bei Überschreiten der Grenzwerte für kurzzeitig zulässige Abweichungen nach Anlage 3 ist die Zufuhr zum Speisewasserbehälter selbsttätig zu unterbrechen. Die Leitfähigkeit des Kesselwassers von Umlauf- und Großwasserraumkesseln sowie des Speisewassers für Durchlaufkessel ist selbsttätig kontinuierlich zu überwachen; eine Registrierung ist nicht erforderlich. Bei Überschreitung der in der Anlage 3 genannten Richtwerte für Kesselwasser und Speisewasser muß die Beheizung durch ein zuverlässiges Gerät abgeschaltet und verriegelt werden.
Anforderungen an die Regel- und Begrenzungseinrichtungen
Zu Z 3.5:
Die Frist, innerhalb welcher ein Alarm zum Dampfkesselwärter geleitet werden muß, kann auf 5 Minuten verlängert werden.
Für die Wasserstandbegrenzer muß im elektrischen und mechanischen Teil bei jedem Gerät eine regelmäßig ablaufende Prüfung selbsttätig erfolgen. Der zeitliche Abstand dieser Prüfungen darf höchstens 6 Stunden betragen. Eine gleichzeitige Überbrückung von 2 Begrenzern darf nicht erfolgen, die Überbrückung eines Begrenzers darf nicht länger als 2 Minuten dauern. Die Beheizung muß selbsttätig abschalten und verriegeln, wenn im Prüfablauf Störungen auftreten. Das 6-Stunden-Zeitglied ist zu überwachen. Teile, deren Funktionsfähigkeit durch diese Funktionsprüfungen nicht erfaßt werden, müssen durch geeignete Maßnahmen den notwendigen Sicherheitsgrad erzielen. Bei selbstüberwachenden Elektroden muß zumindest ein Test durch Unterbrechen des Elektrodenstromkreises erfolgen. Dabei muß die Funktion der Ausgangsrelais der Elektrodenschaltverstärker überprüft werden.
Zu Z 4.9:
In das Betriebsbuch ist zusätzlich folgende Eintragung vorzunehmen: Bestätigungsvermerk einer sachkundigen Person über die halbjährliche Überprüfung der für den 72-Stunden-Betrieb zusätzlichen Einrichtungen.
Zu Z 4.10:
Direkt anzeigende Wasserstandanzeigeeinrichtungen müssen während des Betriebs ohne ständige Beaufsichtigung abgesperrt und entwässert sein.
Elektrische Ausrüstung der Dampfkesselanlage
Es müssen zwei überwachte Abschaltglieder (zB Relais, Schütze) mit Gerätediversität vorgesehen werden. Fehlerausschlüsse, welche nach den Regeln der Technik gelten, sind nicht anwendbar für die Gefahrenabschaltung der gesamten Beheizungsanlage.
Steuer-, Leckgas- und Entlüftungsleitungen müssen so verlegt sein, daß austretendes Gas entweder mit Sicherheit gezündet und verbrannt oder unverbranntes Gas über 72 Stunden gefahrlos abgeleitet wird.
Bei Ölbrennern ist eine Drucküberwachungseinrichtung einzubauen, die bei Unterschreitung des zum Zerstäuben erforderlichen Öldrucks die Feuerung abschaltet.
Zündbrenner sind wie Hauptbrenner mit zwei Sicherheitsabsperreinrichtungen auszurüsten. Bei Brenneranlagen mit mehreren Zündbrennern an einem Feuerraum genügt eine gemeinsame Sicherheitsabsperreinrichtung als zweites Absperrorgan.
Der Gefahrenschalter (Fluchtschalter) für die Feuerung muß außerhalb des Kesselaufstellungsraumes an eindeutig gekennzeichneter Stelle angebracht sein.
Die Dampfkesselanlage ist zusätzlich zu den im Kesselgesetz vorgeschriebenen Prüfungen jährlich einer äußeren Prüfung unterziehen zu lassen.
Im Bereich der Feuerung ist zusätzlich zum Brandschutzschalter an geeigneter Stelle ein zuverlässiger Brandmelder anzubringen, welcher auf Temperatur, Rauch und Dampf reagiert und bei Ansprechen die Feuerung abschaltet und verriegelt, die Brandschutzeinrichtung betätigt und das Rufsignal zum Dampfkesselwärter auslöst. Dieses Rufsignal muß sich vom üblichen Kesselrufsignal unterscheiden. Die Einrichtung ist halbjährlich durch eine sachkundige Person zu überprüfen.
Der Nachweis der Zuverlässigkeit hat für die Begrenzer, die Systemschaltung und die nachgeschalteten Stromkreise bis inklusive dem Stellglied zur Abschaltung der Beheizung durch eine Baumusterprüfung einer Erstprüfstelle zu erfolgen. Vor Auslieferung ist jede BOSB-Einrichtung einer elektrischen Funktionsprüfung zu unterziehen. Diese ist vom Hersteller, der ein zertifiziertes QS-System nach ÖNORM EN ISO 9001 betreibt, oder von einer Erstprüfstelle durchzuführen.
Der Nachweis der Konformität für die übrige Ausrüstung ist, sofern nicht andere Prüfvorschriften bestehen (zB Feuerungsvorschriften), durch eine Herstellererklärung zu erbringen. Dabei muß nachgewiesen werden können, daß gleichartige oder ähnliche Geräte bereits mit Erfolg in praktischer Verwendung stehen.
Die Ziffern 1 bis 6 dieses Abschnittes sind mit folgenden Maßgaben anzuwenden:
Diese Einrichtung ist nicht erforderlich.
unverändert, jedoch ohne Systemschaltung.
mit der Erleichterung, daß keine besondere Prüfeinrichtung erforderlich ist, die Funktionsprüfung der Begrenzer für Druck, Wasserstand, Strömung und Temperatur muß jedoch möglich sein.
mit der Erleichterung, daß die Störmeldungen an geeigneter Stelle zu einer Summenstörung zusammengefaßt werden können und daß keine Rufanlage erforderlich ist.
mit der Erleichterung, daß die Frist für die Überprüfung höchstens 1 Jahr beträgt. In die Überprüfung sind auch die Brandschutzeinrichtungen gemäß Z 2.2, 2.3 und 5.7 (modifiziert) einzubeziehen.
Die Wartung von Dampfkesseln gemäß diesen Erleichterungen kann sich auf die notwendigen Bedienungsmaßnahmen beschränken. Das Bedienungspersonal muß entsprechend ausgebildet sein. Nach dem Anfahren muß der Zeitraum bis zum Erreichen des Betriebszustandes nicht abgewartet werden. Die für die Bedienung zuständige Person muß nicht über eine Rufanlage erreichbar sein, sie muß jedoch innerhalb einer Stunde am Kesselaufstellungsort verfügbar sein.
Z 4.5
mit der Erleichterung, daß die 24stündige Prüffrist auf höchstens 1 Monat verlängert werden kann und daß keine Zeitüberwachungseinrichtung erforderlich ist.
Z 4.8
mit der Erleichterung, daß die wesentlichen Wasserwerte mindestens einmal wöchentlich zu prüfen sind.
gilt mit entsprechend geänderten Fristen.
gilt nicht, im Bereich der Feuerung ist jedoch zusätzlich zum Brandschutzschalter an geeigneter Stelle ein zuverlässiger Brandmelder anzubringen, welcher auf Temperatur, Rauch und Dampf reagiert und bei Ansprechen die Feuerung und das Brandschutzventil abschaltet und verriegelt und Alarm gibt.
Zusätzliche Anforderungen au die Ausrüstung der Heißwasserkessel
Heißwasserkessel müssen mit einer regelbaren Beheizung ausgerüstet sein, die sich Änderungen im Wärmebedarf bei allen Betriebszuständen schnell anpaßt. Die im Feuerraum und in den Kesselzügen gespeicherte Wärme darf nach Abschalten der Beheizung einen unzulässigen Druck- und Temperaturanstieg bzw. ein unzulässiges Ausdampfen des im Heißwasserkessel vorhandenen Wasservorrates nicht bewirken. Diese Forderung gilt zB als erfüllt, wenn nachgewiesen wird, daß nach dem Abschalten der Beheizung aus Vollastbeharrung (bei simuliertem Dampfbetrieb) die Rauchgastemperatur in der Höhe des höchsten Feuerzuges (HF) 400° C unterschreitet, bevor der Wasserstand von der Marke des niedrigsten Wasserstandes (NW) auf 50 mm über den höchsten Feuerzug (HF) abgesunken ist. Für den Nachweis ist eine Wasserstandvorrichtung so anzuordnen, daß das Maß 50 mm über HF zu erkennen ist, oder muß diese Erkennbarkeit durch eine andere geeignete Maßnahme erzielt werden.
Die Beheizung muß automatisch erfolgen. Die jeweils geltenden Regeln der Technik sind zu beachten. Die Heißwasserkesselanlage muß mit einer zuverlässigen, automatisch geregelten Druckhalteeinrichtung ausgerüstet sein, welche sicherstellt, daß keine unkontrollierten Ausdampfungen entstehen können.
Die Vorlauftemperatur muß an jedem Heißwasserkessel selbsttätig durch Beeinflussung der Beheizung geregelt werden. Die zulässige Vorlauftemperatur ist die höchste Temperatur, mit der der Heißwasserkessel betrieben werden darf. Die zulässige Vorlauftemperatur wird am Vorlaufabgang des Heißwasserkessels gemessen.
Bei Heißwasserkesselanlagen, bei denen die Vorlauftemperatur gleich der dem Betriebsdruck zugeordneten Sattdampftemperatur des Heißwasserkessels ist, kann statt der Temperatur der Dampfdruck selbsttätig geregelt werden.
Zusätzlich zu dieser Regeleinrichtung müssen zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die bei Überschreiten der zulässigen Vorlauftemperatur die Beheizung abschalten und verriegeln (Temperaturbegrenzer). Diese müssen im Bereich des Kesselvorlaufes und kesselseitig vor dem Absperrventil angeordnet sein.
Wird die Temperaturregelung nach 1.1.4 durch eine Druckregelung ersetzt, so können die beiden Temperaturbegrenzer entfallen.
An jedem Heißwasserkessel muß zusätzlich eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung vorhanden sein, die bei Überschreiten des zulässigen Betriebsdruckes die Beheizung abschaltet und verriegelt (Druckbegrenzer).
An jedem Heißwasserkessel müssen zwei zuverlässige Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die bei Unterschreiten des festgesetzten niedrigsten Wasserstandes die Beheizung abschalten und verriegeln. (Wasserstandbegrenzer).
Es ist sicherzustellen, daß die Temperatur des jedem Heißwasserkessel zugeführten Rücklaufwassers einen jeweils anlagebezogenen, festzulegenden zulässigen Wert nicht unterschreitet.
Wenn wegen der Änderung des Wasservolumens der Heißwasserkesselanlage ein zeitweises Ablassen oder Einspeisen von Wasser notwendig ist, muß der Wasserstand durch einen zuverlässigen Regler geregelt werden (Wasserstandregler).
Bei Überschreiten eines anlagebezogenen festzulegenden höchsten Wasserstandes muß bei Heißwasserkesselanlagen mit selbsttätiger Wasserstandregelung die Beheizung abgeschaltet und verriegelt, außerdem auch die Speisung abgeschaltet werden. Diese Einrichtung braucht kein zusätzliches Gerät zu sein.
Diese sind wie Dampfkessel gemäß Abschnitt 1 zu behandeln.
Es muß nachgewiesen sein, daß der Dampfdruck im Heißwasserkessel dazu ausreicht, gefährliche Dampfbildung in der Heißwasserkesselanlage und im Netz zu vermeiden.
Ein Parallelbetrieb von Heißwasserkesseln dieser Bauart ist nicht zulässig.
In der Ausdehnungstrommel muß eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung vorhanden sein, die spätestens bei Unterschreiten des festgelegten niedrigsten Wasserstandes die Beheizung und die Umwälzpumpen abschalten und verriegeln (Wasserstandbegrenzer). Sofern die Verbindungsleitung vom Kessel zur Ausdehnungstrommel steigend verlegt, unabsperrbar und ausreichend groß dimensioniert ausgeführt ist, können die Wasserstandbegrenzer gemäß Z 1.1.8 in der Ausdehnungstrommel angeordnet werden.
Es muß nachgewiesen sein, daß der Dampfdruck in der Ausdehnungstrommel dazu ausreicht, gefährliche Dampfbildung in der Heißwasserkesselanlage und im Netz zu vermeiden.
Parallelbetrieb von Heißwasserkesseln dieser Bauart ist nicht zulässig.
Heißwasserkessel besonderer Bauart mit Fremddruckhaltung (Gaspolster mit oder ohne Membran sowie Druckhaltepumpeneinrichtungen)
An den Ausdehnungsgefäßen und an drucklos oder mit Überdruck betriebenen Auffangbehältern, aus denen die Druckhalteeinrichtungen das notwendige Wasser zum Nachspeisen bzw. zur Druckhaltung entnehmen, ist jeweils eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung vorzusehen, die bei Unterschreiten eines festgelegten niedrigsten Wasserstandes die Beheizung und die Umwälzpumpen abschaltet und verriegelt (Wasserstandbegrenzer). Bei Membran-Ausdehnungsgefäßen kann auf den Einbau eines Wasserstandbegrenzers und einer Wasserstandanzeigeeinrichtung verzichtet werden, wenn eine geeignete Einrichtung (zB Gewichtskontrollmanostat) am Membran-Ausdehnungsgefäß so eingestellt werden kann, daß diese bei Unterschreiten des niedrigsten Wasserstandes im Membran-Ausdehnungsgefäß anspricht. Außerdem muß eine Prüfmöglichkeit vorhanden sein, mit der die bestimmungsgemäße Wasser- und Gasfüllung im Membran-Ausdehnungsgefäß fallweise überprüft werden kann.
Es muß eine zuverlässige Sicherheitseinrichtung vorhanden sein, die bei Unterschreiten eines anlagebezogenen festzulegenden Mindestüberdruckes die Beheizung und die Umwälzpumpen (Netzumwälzpumpen, Beimischpumpen, Rücklaufanhebepumpen usw.) abschalten und verriegeln (Mindestdruckbegrenzer).
Bei Verwendung von Überströmventilen muß beim Ansprechen des Mindestdruckbegrenzers nach Z 1.4.2 durch eine zusätzliche Einrichtung die Überströmleitung selbsttätig geschlossen werden.
Heißwasserkessel mit Fremddruckhaltung dürfen parallel betrieben werden.
Die zusätzliche Ausrüstung von Heißwasserkesseln, deren Aufbau von den in Z 1.2, 1.3 und 1.4 behandelten abweicht, ist im Einzelfall mit der Erstprüfstelle festzulegen.
Speise- und Kesselwasser müssen den Richtwerten gemäß Anlage 3 entsprechen. Auch das zeitweise aus der Heißwasserkesselanlage zum Zwecke der Anpassung an die Volumenänderung abgelassene Wasser muß beim Wiedereinspeisen den angeführten Richtlinien entsprechen.
Sofern die Möglichkeit eines die Heißwasserkessel gefährdenden Einbruchs von Fremdstoffen in den Wasserkreislauf (Öl, Fett, Laugen usw.) besteht, ist eine zuverlässige, selbsttätige Überwachung der Beschaffenheit des Rücklaufwassers erforderlich. Die Beheizung und die Umwälzpumpen müssen in diesen Fällen spätestens dann abgeschaltet und verriegelt werden, wenn die zulässigen Grenzwerte nach Anlage 3 überschritten werden.
Auffangbehälter sind für den auftretenden Betriebsüberdruck, mindestens jedoch für einen Überdruck von 2 bar zu bemessen. Dies gilt auch für offene Auffangbehälter.
Direkt anzeigende Wasserstandgläser an Gehäusen von Wasserstandreglern und Wasserstandbegrenzern sind nur zulässig, wenn zwischen dem Gehäuse und dem Wasserstandglas Absperrvorrichtungen vorhanden sind.
Wenn auf Grund betrieblicher oder konstruktiver Gegebenheiten der Heißwasserkesselanlage von den Überwachungskriterien gemäß Z 2.1 und 2.2 abgewichen werden soll, so ist dies bei konstruktiven Gegebenheiten zwischen Betreiber und der Erstprüfstelle, bei betrieblichen Gegebenheiten zwischen der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle, dem Betreiber und dem Kesselhersteller abzustimmen.
Außerhalb des Kesselaufstellungsraumes muß eine Brandschutzeinrichtung vorhanden sein, welche im Gefahrenfall die Brennstoffzufuhr zuverlässig und wirksam unterbricht. Diese muß bei flüssigen und gasförmigen Brennstoffen eine Sicherheitsabsperreinrichtung sein. Sie muß von außerhalb des Kesselaufstellungsraumes betätigt werden können (Fluchtschalter). Der Fluchtschalter ist vor Fehlbetätigung zu schützen.
Die elektrischen Einrichtungen der Begrenzer am Heißwasserkessel und an der Heißwasseranlage sowie die nachgeschalteten Stromkreise müssen nach dem Ruhestromprinzip oder einem gleichwertigen Prinzip wirken. Darüber hinaus gelten die Regeln der Technik für Sicherheitsstromkreise. Dies gilt als erfüllt, wenn alle inneren oder äußeren Fehler spätestens bei der nächsten Prüfung nach außen erkennbar werden (durch Abschaltung der Beheizung und Verriegelung). Ein einzeln auftretender Fehler darf nicht zu einem Unwirksamwerden beider Wasserstandbegrenzer führen. Relais, Schütze und Endschalter müssen eine elektrische Lebensdauer von mindestens 250 000 Schaltspielen und zusätzlich eine mechanische Lebensdauer von mindestens 3 Millionen Schaltspielen aufweisen. Schaltkontakte dürfen mit maximal 40% des Nennstromes belastet werden. Die Kontakte von Endschaltern müssen darüber hinaus zwangsgeführt werden. Der Nachweis dieser Bauteileigenschaften erfolgt durch Herstellerbescheinigung. Dabei ist auf die erhöhten Betriebstemperaturen in Kesselhäusern Bedacht zu nehmen. Für die Abschaltung der Beheizung sind 2 überwachte Schaltglieder unterschiedlicher Bauart zu verwenden.
Die Verbindung außerhalb von Heißwasserkesseln, Ausdehnungsgefäßen und Auffangbehältern liegenden Reglern und Begrenzern für den Wasserstand muß den Anforderungen für die Verbindung der Wasserstandanzeigeeinrichtungen mit dem Heißwasserkessel entsprechen. Ein gemeinsamer Anschluß mit Wasserstandanzeigeeinrichtungen ist zulässig, wenn die Verbindung dem gemeinsamen Anschluß von 2 Wasserstandanzeigeeinrichtungen entspricht.
Die Eignung der verwendeten Begrenzereinrichtungen unmittelbar an den Heißwasserkesseln (2 Wasserstandbegrenzer, 2 Temperaturbegrenzer und 1 Druckbegrenzer) und der nachgeschalteten Stromkreise zur Abschaltung der Beheizung sowie die Eignung der gesamten Systemschaltung ist durch eine Baumusterprüfung einer Erstprüfstelle nachzuweisen. Die Gültigkeit der Baumusterprüfung ist auf 5 Jahre befristet. Die Anbringung und richtige Funktion der Einrichtungen sowie die Erfüllung der Bestimmungen dieses Abschnittes ist im Rahmen der Betriebsprüfung von der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle zu überprüfen und die Überprüfung zu dokumentieren.
Eine Funktionsprüfung der Begrenzer an den Heißwasserkesseln für Druck, Wasserstand, Strömung und Temperatur muß durch eine geeignete Prüfeinrichtung jederzeit durchführbar sein und muß rückwirkungsfrei auf andere Sicherheitseinrichtungen sein.
Für die elektrische Installation (Kabelverbindungen) vom BOSB-Schaltschrank zu den Geräten am Kessel sind flexible Kabel mit einem Querschnitt von 1,5 mm2 zu verwenden. Im Bereich erhöhter Temperaturen (unmittelbar am Kessel) sind diese als Silikonkabel auszuführen. Verbindungsleitungen zu Begrenzern dürfen nicht über Zwischenklemmkästen geführt werden. Alle Leitungen sind vor mechanischen Einwirkungen und vor Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen (Schutzschlauch, Kabeltasse usw.). Meßleitungen sind von 230/400 V-Leitungen zu trennen.
Der Betreiber der Heißwasserkesselanlage hat für sorgfältige Wartung und Prüfung der Regel- und Sicherheitseinrichtungen zu sorgen. Darüber hinaus ist regelmäßig, mindestens halbjährlich und zusätzlich bei schwerwiegenden Störungen eine dafür sachkundige Person mit der Überprüfung zu beauftragen. Als sachkundig gelten zB entsprechend ausgebildete Angehörige von Firmen, welche Inhaber von zumindest einer BOSB-Baumusterprüfung sind, oder von solchen Firmen entsprechend ausgebildete und schriftlich ermächtigte andere Personen. Die halbjährliche Überprüfung muß sich auch auf die Regel- und Begrenzungseinrichtungen erstrecken, die nicht der täglichen Überprüfung unterliegen (zB solche am Ausdehnungsgefäß) sowie auf die Brandschutzeinrichtungen.
Die Wartung von Heißwasserkesselanlagen, bei denen auf die ständige Beaufsichtigung verzichtet wird, darf nur solchen Kesselwärtern übertragen werden, die mit den besonderen Betriebsverhältnissen der Heißwasserkesselanlage vertraut sind.
Bei Betriebszuständen, bei denen eine ordnungsgemäße Wirksamkeit der Regler und Begrenzer nicht gewährleistet ist, oder bei sonstigen Störungen ist die Heißwasserkesselanlage ständig unmittelbar zu beaufsichtigen, wobei gestörte Begrenzungseinrichtungen nur einzeln und nur durch gesicherte Maßnahmen überbrückt werden dürfen. Auch beim Füllen des Netzes und anderen, den Heißwasserkesselbetrieb möglicherweise beeinflussenden Arbeiten am Netz ist die Heißwasserkesselanlage ständig und unmittelbar zu beaufsichtigen.
Vor dem Anfahren der Heißwasserkesselanlage muß sich der Dampfkesselwärter vergewissern, daß sich die Heißwasserkesselanlage in ordnungsgemäßem Zustand befindet, Dies gilt besonders auch für die Druck- und Temperaturverhältnisse im Heißwassernetz. Während des Anfahrens muß der Dampfkesselwärter im Aufstellungsraum anwesend sein. Als Anfahren gilt der Zeitraum bis zum Erreichen des Betriebszustandes, bei dem das ordnungsgemäße Arbeiten aller Überwachungsgeräte überprüft bzw. beobachtet werden kann und die erste Prüfung der Begrenzer und der Feuerungsabschaltung erfolgreich durchgeführt worden ist. Selbsttätiger Wiederanlauf nach Regelabschaltung gilt nicht als Anfahren. Das Einschalten der Beheizung darf nur am Heißwasserkessel selbst oder in unmittelbarer Nähe möglich sein. Ein Anfahren oder Betreiben des Heißwasserkessels mittels einer Schaltuhr ist unzulässig. Während des Betriebes des Heißwasserkessels muß sich der Dampfkesselwärter an Orten aufhalten an denen er jederzeit verfügbar und über eine Rufanlage erreichbar ist und innerhalb von 10 Minuten den Dampfkesselraum erreichen kann. Die Nebenarbeit des Dampfkesselwärters darf die erforderlichen Beaufsichtigungs- und Wartungsarbeiten am Heißwasserkessel nicht beeinträchtigen und muß jederzeit unterbrochen werden können, ohne daß dadurch eine anderweitige Gefahr entsteht.
Während des Betriebes muß sich der Dampfkesselwärter längstens alle 12 Stunden vom ordnungsgemäßen Zustand der Heißwasserkesselanlage persönlich überzeugen (Kontrollgang). Innerhalb von 2 Stunden nach jedem Anfahren und innerhalb von 2 Stunden nach jedem Ablauf von 24 Stunden ist die Wirksamkeit der Begrenzer für Temperatur, Strömung, Wasserstand und Druck zu überprüfen. Bei diesen Prüfvorgängen muß jede selbsttätige Brennstoffschnellschlußvorrichtung mindestens einmal schließen. Die Durchführung der Kontrollgänge und der Prüfungen sind durch eine Zeitüberwachungseinrichtung sicherzustellen. Bei Zeitüberschreitung und negativem Prüfergebnis hat eine automatische Abschaltung und Verriegelung der Beheizung zu erfolgen.
Die Wartung, Prüfung und Bedienung der wichtigsten Betriebseinrichtungen, der Regel- und Sicherheitseinrichtungen, der Druckhalteeinrichtungen sowie die Anforderungen an das Kessel- und Speisewasser müssen in verständlichen Betriebsanweisungen festgelegt sein, die im Kesselaufstellungsraum an gut sichtbarer Stelle auszuhängen oder auszulegen sind.
Heißwasserkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Speisewasser und geeignetem Kesselwasser betrieben werden. Um dies zu erreichen, sind betrieblicherseits die wesentlichen Werte wöchentlich zu überprüfen und zu beurteilen. Die Sicherheitsventile sind monatlich zu prüfen (anzulüften). In begründeten Fällen kann diese Frist im Einvernehmen mit der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle verlängert werden.
Es ist ein Betriebsbuch zu führen, in dem folgende Eintragungen vorzunehmen sind:
die Beurteilung der regelmäßigen betrieblichen Wasseruntersuchung durch den Kesselwärter und sein Bestätigungsvermerk über die Funktionsprüfung der Ausrüstung und
alle Störungen sowie besondere Feststellungen anläßlich der Prüfungs- und Wartungsarbeiten an der Heißwasserkesselanlage.
Der Dampfkesselwärter darf beim Verlassen des Kesselaufstellungsraumes dessen Türen abschließen, sofern die Möglichkeit des schnellen Öffnens im Gefahrenfalle sichergestellt ist und nachdem er sich davon überzeugt hat, daß sich niemand mehr in der Heißwasserkesselanlage befindet.
Die in Z 4.5 festgelegte Zeit von 24 Stunden kann, sofern es sich nicht um Feuerungen mit staubförmigen oder festen Brennstoffen handelt, auf 72 Stunden verlängert werden. Der 12-Stunden-Kontrollgang entfällt und die in Z 4.4 festgesetzte Frist von 10 Minuten kann auf höchstens 1 Stunde verlängert werden, wenn die nachfolgenden zusätzlichen Anforderungen erfüllt sind.
Ausrüstung der Heißwasserkessel
Jede Regelgröße mit sicherheitstechnischer Bedeutung ist mit einem zuverlässigen Begrenzer zu überwachen.
Zu Z 1.1.8:
Werden nur mechanisch arbeitende Geräte eingesetzt (zB Schwimmergeräte), so müssen sie im elektromechanischen Übertragungsteil unterschiedlicher Bauart sein.
Zu Z 1.1.11:
Die Einrichtung muß ein zusätzliches, vom Wasserstandregler und -begrenzer unabhängiges Gerät sein. Ein kurzzeitiges Überbrücken der vorgenannten Einrichtung durch ein zuverlässiges Zeitglied ist zulässig. Die Überbrückungsdauer ist mit dem Heißwasserkesselanlagenhersteller festzulegen.
Ausrüstung der Heißwasserkesselanlage
Der Zusatzwasserverbrauch ist durch geeignete Einrichtungen zur Beurteilung der Dichtheit der Heißwasserkesselanlage alle 72 Stunden festzustellen. Bei unzulässig hohem Zusatzwasserverbrauch ist die Betriebsaufsicht zu verständigen.
Sicherheitseinrichtungen gegen Einbruch von Fremdstoffen: Sofern diese Möglichkeit besteht, ist ein Zweikreissystem vorzusehen. Darauf kann verzichtet werden, wenn durch geeignete Einrichtungen, zB Verwendung zuverlässiger Überwachungsgeräte mit automatischer Ableitung des Rücklaufwassers, sichergestellt ist, daß keine Fremdstoffe in den Heißwasserkessel gelangen können.
Zu Z 3.6:
Für die Wasserstandbegrenzer muß im elektrischen und mechanischen Teil bei jedem Gerät eine regelmäßig ablaufende Prüfung selbsttätig erfolgen. Der zeitliche Abstand dieser Prüfungen darf höchstens 6 Stunden betragen. Eine gleichzeitige Überbrückung von 2 Begrenzern darf nicht erfolgen, die Überbrückung eines Begrenzers darf nicht länger als 2 Minuten dauern. Die Beheizung muß selbsttätig abschalten und verriegeln, wenn im Prüfablauf Störungen auftreten. Das 6-Stunden-Zeitglied ist zu überwachen.
Teile, deren Funktionsfähigkeit durch diese Funktionsprüfungen nicht erfaßt werden, müssen durch geeignete Maßnahmen den notwendigen Sicherheitsgrad erzielen. Bei selbstüberwachenden Elektroden muß zumindest ein Test durch Unterbrechen des Elektrodenstromkreises erfolgen. Dabei muß die Funktion der Ausgangsrelais der Elektrodenschaltverstärker überprüft werden.
In das Betriebsbuch ist zusätzlich folgende Eintragung vorzunehmen: Bestätigungsvermerk einer sachkundigen Person über die halbjährliche Überprüfung der für den 72-Stunden-Betrieb zusätzlichen Einrichtungen und die Menge des Zusatzwasserverbrauchs nach 72 Stunden.
Elektrische Ausrüstung der Heißwasserkesselanlage
Feuerung der Heißwasserkessel
Die Heißwasserkesselanlage ist zusätzlich zu den im Kesselgesetz vorgeschriebenen Prüfungen jährlich einer äußeren Prüfung unterziehen zu lassen.
mit der Erleichterung, daß keine besondere Prüfeinrichtung erforderlich ist. Die Funktionsprüfung der Begrenzer für Druck, Wasserstand, Strömung und Temperatur muß jedoch möglich sein.
mit der Erleichterung, daß die Frist für die Überprüfung höchstens 1 Jahr beträgt. In die Überprüfung sind auch die Brandschutzeinrichtungen gemäß Z 2.6, 2.7 und 5.7 (modifiziert) einzubeziehen.
Die Wartung von Heißwasserkesseln gemäß diesen Erleichterungen kann sich auf die notwendigen Bedienungsmaßnahmen beschränken. Das Bedienungspersonal muß entsprechend ausgebildet sein. Nach dem Anfahren muß der Zeitraum bis zum Erreichen des Betriebszustandes nicht abgewartet werden. Die für die Bedienung zuständige Person muß nicht über eine Rufanlage erreichbar sein, sie muß jedoch innerhalb einer Stunde am Kesselaufstellungsort verfügbar sein.
Zeitweiliger Betrieb von Dampfkesseln, ausgenommen Heißwasserkessel, mit herabgesetztem Betriebsdruck (höchstens 1 bar) ohne ständige Beaufsichtigung
Der Dampfkessel ist zusätzlich mit einem zuverlässigen Sicherheitsventil gegen Überschreiten eines Dampfüberdruckes von 1 bar auszurüsten. Die Abblaseleistung des Sicherheitsventiles bei 1 bar ist nachzuweisen. Dieses Sicherheitsventil muß in der Lage sein, die von der Feuerung erzeugte Dampfmenge abzuführen, wobei es zu einem maximalen Druckanstieg auf 1,1 bar kommen darf. Die Feuerungsleistung für den Betrieb mit herabgesetztem Betriebsdruck kann dabei auf eine Teillastmarke begrenzt werden. Das Sicherheitsventil ist am Dampfkessel absperrbar anzubringen. Die Absperrvorrichtung darf in geöffnetem Zustand keine nennenswerte Drosselung bewirken und im geschlossenen Zustand nach Umstellen auf den Betrieb mit herabgesetztem Betriebsdruck kein Einschalten der Feuerung zulassen (Verblockung). Die Sicherheitsventile für den Betrieb als Dampfkessel der Gruppen II, III oder IV dürfen nicht absperrbar sein. Sie müssen sowohl beim Betrieb als Dampfkessel der Gruppen II, III oder IV als auch beim Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck funktionsfähig sein.
Der Dampfkessel ist zusätzlich mit einem absperrbaren Manometer mit einem Anzeigebereich für einen Überdruck von 0 bar bis 1,6 bar auszurüsten. Am Zifferblatt dieses Manometers ist bei 1 bar Überdruck eine deutlich sichtbare rote Marke anzubringen.
Die Beheizung muß automatisch geregelt sein und den Regeln der Technik entsprechen.
Der Dampfkessel ist mit einem Wasserstandregler sowohl für den Betrieb als Dampfkessel der Gruppe II, III oder IV als auch für den Betrieb mit herabgesetztem Betriebsdruck mit je einem selbsttätigen Druckregler auszurüsten. Die Regelung des Dampfdruckes muß selbsttätig durch Beeinflussung der Wärmezufuhr erfolgen.
Zusätzlich zu den Regeleinrichtungen sind Begrenzer anzubringen, die bei Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck sowohl bei Überschreiten des zulässigen Dampfüberdruckes (Druckbegrenzer) als auch bei Unterschreiten des festgesetzten niedrigsten Wasserstandes (Wasserstandbegrenzer) selbsttätig ein Abschalten der Beheizung bewirken und ein Wiedereinschalten nur von Hand zulassen. Es sind zwei voneinander unabhängige Wasserstandbegrenzer vorzusehen. Es können dies mit Ausnahme des Druckbegrenzers für herabgesetzten Betriebsdruck die gleichen Geräte sein.
Alle wesentlichen Störmeldungen müssen an geeigneter Stelle deutlich erkennbar, optisch und akustisch angezeigt werden. Die Störmeldungen können dabei zu einer Summenstörmeldung zusammengefaßt werden. Es ist keine Rufanlage erforderlich.
Im Bereich der Feuerung ist zusätzlich zum Brandschutzschalter an geeigneter Stelle ein zuverlässiger (gemäß Abschnitt 1, Z 6.2) Brandmelder anzubringen, welcher auf Temperatur, Rauch und Dampf reagiert und bei Ansprechen die Feuerung abschaltet und verriegelt, die Brandschutzeinrichtung betätigt und Alarm gibt.
Druckregeleinrichtungen und Begrenzer für den Betrieb mit herabgesetztem Betriebsdruck müssen absperrbar eingerichtet sein und voneinander unabhängige Geber haben. Die Wasserstandbegrenzer müssen unabhängig von den Wasserstandanzeigeeinrichtungen und dem Wasserstandregler arbeiten. Die elektrischen Einrichtungen dürfen nicht nach dem Arbeitsstromprinzip geschaltet sein, so daß die Begrenzer auch bei Stromunterbrechung die Beheizung abschalten und gegen selbsttätiges Wiedereinschalten verriegeln.
Die Funktion der Einrichtung der gesamten Regel-, Steuer- und Sicherheitsgeräte, gegebenenfalls auch die der selbsttätigen Umstellvorrichtung, ist im Rahmen der Betriebsprüfung von der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle zu überprüfen und die Überprüfung zu dokumentieren.
Bauarten, Anschlüsse und Verbindungen außerhalb des Dampfkessels liegender Regler und Begrenzer für den Wasserstand müssen den Anforderungen für die Verbindung der Wasserstandanzeigeeinrichtungen mit dem Dampfkessel entsprechen. Ein gemeinsamer Anschluß mit Wasserstandanzeigeeinrichtungen ist zulässig, wenn die Verbindungen den Anforderungen für den gemeinsamen Anschluß von zwei Wasserstandanzeigeeinrichtungen entsprechen. Die Absperrvorrichtungen in den Verbindungsleitungen außenliegender Begrenzer für den Wasserstand dürfen nur in der geöffneten Stellung einen Betrieb der Feuerung ermöglichen (Verblockung).
Die Zuverlässigkeit der Wasserstandbegrenzer nach Z 1.5 ist nach Abschnitt 1 Z 6.1 nachzuweisen. Die Zuverlässigkeit des Sicherheitsventiles nach Z 1.1, des Druck- und Wasserstandreglers nach Z 1.4 ist nach Abschnitt 1 Z 6.2 nachzuweisen.
Zur Umstellung vom Betrieb als Dampfkessel der Gruppen II, III oder IV auf Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck sind die Umstellvorgänge in der sicherheitstechnisch richtigen Reihenfolge durchzuführen. In der Regel sind folgende Maßnahmen in der angegebenen Reihenfolge erforderlich:
Die Beheizung wird abgeschaltet. Sie muß während des ganzen Umstellvorganges abgeschaltet bleiben.
Die Absperrvorrichtung zwischen Dampfkessel und Sicherheitsventil gegen Überschreiten des zulässigen Dampfüberdruckes für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck wird voll geöffnet, sobald der Dampfüberdruck auf weniger als 1 bar abgesunken ist.
Die Absperrvorrichtungen zwischen Dampfkessel und Manometer für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck sowie zwischen Dampfkessel und Druckbegrenzer und Druckregler für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck werden voll geöffnet.
Der für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck bestimmte Druckregler sowie der Druckbegrenzer werden in den Regler- sowie den Sicherheitsstromkreis des Steuergerätes für die Beheizung eingeschaltet.
Beim Umstellen von Hand unterliegt die Durchführung der Umstellvorgänge der persönlichen Verantwortung des Dampfkesselwärters.
Die selbsttätige Umstellung darf erst eingeleitet werden können, nachdem die Beheizung abgestellt ist. Die Umstellung auf Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck darf erst erfolgen, wenn sich die für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck vorgesehenen Betriebsverhältnisse eingestellt haben. Bei selbsttätiger Umstellung von Betrieb als Dampfkessel der Gruppe II, III oder IV auf Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck muß durch Verblocken in den Umstelleinrichtungen sichergestellt sein, daß die Umstellvorgänge in der sicherheitstechnisch richtigen Reihenfolge selbsttätig ablaufen. Die Umstelleinrichtungen müssen sich insofern selbst überwachen, daß bei jedem Umstellvorgang auf herabgesetzten Betriebsdruck der Druckbegrenzer für herabgesetzten Betriebsdruck selbsttätig überprüft wird und daß kein Schritt des Umstellvorganges übersprungen werden kann. Die Umstellautomatik muß gegen unbefugtes Auslösen hinreichend gesichert sein.
Die Umstellung vom Betrieb als Dampfkessel der Gruppe II, III oder IV auf Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck und umgekehrt sowie das Durchführen der Funktionsprüfungen nach Z 4.1 sind mit Datum und Uhrzeit in einem Betriebsbuch zu vermerken. Desgleichen sind in das Betriebsbuch Störungen nach Z 4.4 einzutragen und zu vermerken, wer beim Weiterbetrieb bis zur Beseitigung der Störung die ständige unmittelbare Beaufsichtigung übernommen hat.
Das Umstellen vom Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck auf Betrieb als Dampfkessel der Gruppe II, III oder IV darf nur von Hand mittels eines gesicherten Schalters, zB Schlüsselschalters, erfolgen.
Eine Funktionsprüfung der für den Betrieb als Dampfkessel mit herabgesetztem Betriebsdruck erforderlichen Begrenzereinrichtungen muß jederzeit bei Betrieb durchführbar sein. Die Funktionsprüfung muß während jeder Betriebsperiode mit herabgesetztem Betriebsdruck mindestens einmal stattfinden und bei länger andauernder solcher Betriebsweise wöchentlich einmal wiederholt werden. Es ist keine Zeitüberwachungseinrichtung für die Durchführung der Prüfungen erforderlich.
Der Betreiber der Dampfkesselanlage hat für sorgfältige Wartung und Prüfung der Regel- und Sicherheitseinrichtungen zu sorgen. Darüber hinaus ist regelmäßig mindestens jährlich und zusätzlich bei schwerwiegenden Störungen eine dafür sachkundige Person mit der Überprüfung zu beauftragen. Die jährliche Überprüfung muß sich auch auf die Regel- und Begrenzungseinrichtungen erstrecken, die nicht einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen sowie auf die Brandschutzeinrichtungen.
Die Wartung von Dampfkesselanlagen mit herabgesetztem Betriebsdruck, bei denen auf die ständige Beaufsichtigung verzichtet wird, darf nur solchen Personen übertragen werden, die mit den besonderen Betriebsverhältnissen der Dampfkesselanlage vertraut sind.
Während des Betriebes des Dampfkessels mit herabgesetztem Betriebsdruck ist die ständige Anwesenheit des Betriebswärters nicht erforderlich.
Während des Betriebes muß sich der Betriebswärter längstens alle 72 Stunden vom ordnungsgemäßen Zustand der Dampfkesselanlage persönlich überzeugen (Kontrollgang). Es ist keine Zeitüberwachungseinrichtung erforderlich.
Das Ergebnis jeder Begrenzerprüfung muß für den Betriebswärter eindeutig erkennbar sein, zB durch Aufleuchten eines Signals.
Dampfkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Speisewasser und geeignetem Kesselwasser betrieben werden. Um dies zu erreichen, sind betrieblicherseits die wesentlichen Werte 72stündlich zu überprüfen und zu beurteilen. Das Sicherheitsventil für herabgesetzten Betriebsdruck ist regelmäßig zu prüfen (anzulüften).
Die Umstellung gemäß Z 3,
Bestätigungsvermerk einer sachkundigen Person über die notwendigen, mindestens jährlichen Wartungs- und Prüfungsarbeiten an den Regel- und Begrenzungseinrichtungen,
Das Ergebnis der Begrenzerprüfung gemäß Z 4.1,
Das Ergebnis des Kontrollganges gemäß Z 4.6,
das Ergebnis der regelmäßigen betrieblichen Wasseruntersuchungen und der Prüfung des Sicherheitsventiles nach Z 4.9 und
Zeitweiliger Betrieb von Heißwasserkesseln mit herabgesetzter Betriebstemperatur (höchstens 120° C) ohne ständige Beaufsichtigung
Die Beheizung muß automatisch geregelt sein und den geltenden Regeln der Technik entsprechen. Die Regelung der Vorlauftemperatur muß selbsttätig durch Beeinflussen der Wärmezufuhr erfolgen. Jeder Heißwasserkessel ist für den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur mit einem Temperaturregler auszurüsten.
Zusätzlich zu der Temperaturregeleinrichtung sind im Vorlauf des Heißwasserkessels zwei Temperaturbegrenzer einzubauen, die das Überschreiten der zulässigen Vorlauftemperatur von 120° C sicher verhindern. Durch geeignete bauliche Ausführung der Begrenzer muß sichergestellt sein, daß die Einstellung nicht über 120° C verändert werden kann.
Am Heißwasserkessel sind 2 voneinander unabhängige Wasserstandbegrenzer vorzusehen. Es können dies für herabgesetzte Betriebstemperatur die gleichen Geräte sein, wie für den Betrieb des Heißwasserkessels der Gruppe II, III oder IV. Eine selbsttätige Regelung des Wasserstandes ist nur erforderlich, wenn die Veränderung des Wasservolumens der Heißwasserkesselanlage nicht im System selbst aufgenommen wird und demgemäß ein zeitweises Ablassen oder Einspeisen von Wasser notwendig ist.
Am Thermometer im Vorlauf müssen Temperaturen ab 90° C eindeutig abgelesen werden können.
Bei Heißwasserkesselanlagen mit Absicherung der Vorlauftemperatur von 120° C durch Begrenzen des Überdruckes in dem mit dem Heißwasserkessel unabsperrbar verbundenen Dampfraum auf 1 bar (physikalische Absicherung bei hochliegendem Ausdehnungsgefäß mit Sicherheitsvor- und -rücklaufleitung oder sofern der Dampfraum im Heißwasserkessel liegt) gilt außerdem:
Am Dampfraum ist zusätzlich ein zuverlässiges Sicherheitsventil gegen Überschreiten eines Überdruckes von 1 bar anzubringen. Die Abblaseleistung des Sicherheitsventiles bei 1 bar ist nachzuweisen. Das Sicherheitsventil gegen Drucküberschreitung muß absperrbar sein. Die Absperrvorrichtung darf im geöffneten Zustand keine nennenswerte Drosselung bewirken und im geschlossenen Zustand nach Umstellen auf den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur kein Einschalten der Feuerung zulassen (Verblockung). Die Sicherheitsventile gegen Drucküberschreitung für den Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV dürfen nicht absperrbar sein.
Bei einer Begrenzung der Beheizungsleistung nach Umstellen auf den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur genügt es, das Sicherheitsventil nach Z 1 für die geringere Kesselleistung zu bemessen.
Am Dampfraum ist ein Manometer mit Anzeigebereich von 0 bar bis 1,6 bar Überdruck absperrbar anzubringen. Am Zifferblatt des Manometers ist der zulässige Betriebsüberdruck von 1 bar durch eine rote Marke deutlich zu kennzeichnen. Ist bei Heißwasserkesselanlagen mit hochliegendem Ausdehnungsgefäß das Manometer vom Bedienungsstand des Dampfkesselwärters aus nicht deutlich zu erkennen, so ist am Heißwasserkessel ein zusätzliches Manometer mit entsprechendem Anzeigebereich und mit einer roten Strichmarke bei einem Druck entsprechend den um 1 bar erhöhten statischen Druck anzubringen. Die Manometerabsperrvorrichtungen sind so auszubilden, daß bei Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV die Manometer druckentlastet sind.
Einer der beiden Wasserstandbegrenzer gemäß Z 1.3 muß am Ausdehnungsraum angebracht sein.
Anstelle der Temperatur kann der Dampfüberdruck selbsttätig geregelt werden, die beiden Temperaturbegrenzer werden in diesem Fall durch einen Druckbegrenzer ersetzt.
Bei Heißwasserkesselanlagen mit Absicherung der Vorlauftemperatur auf 120° C allein durch temperaturgesteuerte Geräte zur Beeinflussung der Wärmezufuhr (thermostatische Absicherung der Vorlauftemperatur bei hochliegendem, absperrbarem Ausdehnungsgefäß, tiefliegendem, gasdruckbelastetem Ausdehnungsgefäß mit oder ohne Membrane oder Druckhaltung durch Pumpe), bei denen über den Druck keine Temperaturabsicherung möglich ist, gilt:
In der Heißwasserkesselanlage ist ein Druckbegrenzer anzuordnen, der die Beheizung der Heißwasserkessel abschaltet und verriegelt, ehe bei Absinken des Überdruckes in der Heißwasserkesselanlage ein gefahrdrohender Zustand eintreten kann. Der Druckbegrenzer muß druckseitig unabsperrbar sein, oder er darf den Betrieb der Feuerung nur bei geöffneter Absperrung ermöglichen (Verblockung).
Ein Wasserstandbegrenzer muß am Ausdehnungsgefäß vorhanden sein.
Bei Heißwasserkesselanlagen mit Druckhaltung durch Pumpen ist am offenen Auffangbehälter und gegebenenfalls am Ausdehnungsgefäß ein Wasserstandbegrenzer anzubringen.
Es ist anzustreben, daß die Schaltung der Heißwasserkesselanlage und das Prinzip der Druckhaltung (Temperaturabsicherung) für beide Betriebsverhältnisse die gleichen sind. Soll die Art der Temperaturabsicherung geändert werden, sind die geplanten Maßnahmen mit der Kesselprüfstelle zu vereinbaren.
Temperaturregler und Temperaturbegrenzer für den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur müssen abschaltbar eingerichtet sein und voneinander unabhängige Geber haben. Begrenzer für den Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV müssen in jedem Falle wirksam bleiben. Es ist allerdings zulässig, daß Regler und Begrenzer für den Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV umstellbar für den Betrieb mit herabgesetzter Vorlauftemperatur ausgebildet werden.
Begrenzer müssen bei Erreichen des festgelegten Grenzwertes ihrer Betriebsgröße die Beheizung abschalten und verriegeln. Die Wiederinbetriebnahme der Beheizung darf nur von Hand im Kesselaufstellungsraum möglich sein.
Temperaturregler und Temperaturbegrenzer nach Z 2.1 und 2.2 müssen den bei Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV auftretenden Beanspruchungen widerstehen.
Bauarten, Anschlüsse und Verbindungen außerhalb des Heißwasserkessels oder des Ausdehnungsgefäßes liegender Regler und Begrenzer für den Wasserstand müssen den Anforderungen für die Verbindung der Wasserstandanzeigeeinrichtungen mit dem Heißwasserkessel entsprechen. Ein gemeinsamer Anschluß mit Wasserstandanzeigeeinrichtungen ist zulässig, wenn die Verbindungen den Anforderungen für den gemeinsamen Anschluß von zwei Wasserstandanzeigeeinrichtungen entsprechen. Die Absperrvorrichtungen in den Verbindungsleitungen außenliegender Begrenzer für den Wasserstand dürfen nur in der geöffneten Stellung einen Betrieb der Feuerung ermöglichen (Verblockung).
Die Zuverlässigkeit der Wasserstandbegrenzer nach Z 1.3, 1.5.4, 1.6.2 und 1.6.3 und eines allenfalls vorhandenen Strömungsbegrenzers ist nach Abschnitt 1 Z 6.1 nachzuweisen. Die Zuverlässigkeit der Regler und Begrenzer für die Vorlauftemperatur nach Z 1.1 und 1.2 und des Sicherheitsventiles nach Z 1.5.1 ist gemäß Abschnitt 1 Z 6.2 nachzuweisen.
Die Funktion der Einrichtung der gesamten Regel-, Steuer- und Sicherheitsgeräte, auch die der selbsttätigen Umstellvorrichtung, ist im Rahmen der Betriebsprüfung von der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle zu überprüfen und die Überprüfung zu dokumentieren.
Maßnahmen beim Umstellen vom Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppen II, III oder IV auf Betrieb mit herabgesetzter Vorlauftemperatur und umgekehrt
Das Umstellen auf die verschiedenen Betriebsweisen von Hand darf nur mittels eines gesicherten Schalters, zB eines Schlüsselschalters, erfolgen.
Für das Umstellen vom Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV auf Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur und umgekehrt ist für jede Heißwasserkesselanlage ein Programm aufzustellen, das der Kesselprüfstelle zur Prüfung einzureichen ist. Die sicherheitstechnisch richtige Reihenfolge der erforderlichen Maßnahmen ist verbindlich festzulegen. Das geprüfte Umstellprogramm ist Bestandteil der Betriebsprüfung. Eine Ausfertigung ist im Kesselaufstellungsraum auszuhängen.
Werden alle im Umstellprogramm nach Z 3.2 festgelegten Schaltvorgänge von Hand vorgenommen, so unterliegt dies der persönlichen Verantwortung des Dampfkesselwärters.
Bei Einleitung von selbsttätigen Umstellungen auf Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur darf mit dem Schalter nach Z 3.1 nur der Regelstromkreis für den Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV unterbrochen werden. Das selbsttätige Einschalten der Einrichtungen für den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur darf erst erfolgen, wenn die Temperatur im gesamten Netz unterhalb der Ansprechtemperatur des Reglers für den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur gesunken ist, jedenfalls unter 120° C. Durch Verblocken der Umstelleinrichtungen muß sichergestellt sein, daß die im Umstellprogramm nach Z 3.2 festgelegte Schaltfolge eingehalten wird. Die Umstelleinrichtungen müssen sich insofern selbst überwachen, daß bei jedem Umstellvorgang auf herabgesetzte Vorlauftemperatur die Temperaturbegrenzer für herabgesetzte Vorlauftemperatur selbsttätig überprüft werden und daß kein Schritt des Umstellvorganges übersprungen werden kann. Selbsttätige Umstellung auf Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur setzt voraus, daß ein Anpassen des Wasserstandes nicht erforderlich oder eine selbsttätige Wasserstandregelung vorhanden ist.
Die Umstellung auf Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Vorlauftemperatur und zurück auf Betrieb als Heißwasserkessel der Gruppe II, III oder IV sowie das Durchführen der Funktionsprüfungen nach Z 4.1 sind mit Datum und Uhrzeit in einem Betriebsbuch zu vermerken. Desgleichen sind in das Betriebsbuch Störungen nach Z 4.4 einzutragen und zu vermerken, wer beim Weiterbetrieb bis zur Beseitigung der Störung die ständige unmittelbare Beaufsichtigung übernommen hat.
Eine Funktionsprüfung der für den Betrieb als Heißwasserkessel mit herabgesetzter Betriebstemperatur erforderlichen Begrenzereinrichtungen muß jederzeit bei Betrieb durchführbar sein. Die Funktionsprüfung muß während jeder Betriebsperiode mit herabgesetzter Betriebstemperatur mindestens einmal stattfinden und bei länger andauernder solcher Betriebsweise wöchentlich einmal wiederholt werden. Es ist keine Zeitüberwachungseinrichtung für die Durchführung der Prüfungen erforderlich.
Der Betreiber der Heißwasserkesselanlage hat für sorgfältige Wartung und Prüfung der Regel- und Sicherheitseinrichtungen zu sorgen. Darüber hinaus ist regelmäßig, mindestens jährlich und zusätzlich bei schwerwiegenden Störungen eine dafür sachkundige Person mit der Überprüfung zu beauftragen. Die jährliche Überprüfung muß sich auch auf die Regel- und Begrenzungseinrichtungen erstrecken, die nicht einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen sowie auf die Brandschutzeinrichtungen.
Die Wartung von Heißwasserkesselanlagen mit herabgesetzter Betriebstemperatur, bei denen auf die ständige Beaufsichtigung verzichtet wird, darf nur solchen Personen übertragen werden, die mit den besonderen Betriebsverhältnissen der Heißwasserkesselanlage vertraut sind.
Bei Betriebszuständen, bei denen eine ordnungsgemäße Wirksamkeit der Regler und Begrenzer nicht gewährleistet ist, oder bei sonstigen Störungen ist die Heißwasserkesselanlage ständig unmittelbar zu beaufsichtigen, wobei gestörte Begrenzungseinrichtungen nur einzeln und nur durch gesicherte Maßnahmen überbrückt werden dürfen.
Während des Betriebes des Heißwasserkessels mit herabgesetzter Betriebstemperatur ist die Anwesenheit des Betriebswärters nicht erforderlich.
Während des Betriebes muß sich der Betriebswärter längstens alle 72 Stunden vom ordnungsgemäßen Zustand der Heißwasserkesselanlage persönlich überzeugen (Kontrollgang). Es ist keine Zeitüberwachungseinrichtung erforderlich.
Das Ergebnis jeder Begrenzerprüfung muß für die Betriebswärter eindeutig erkennbar sein, zB durch Aufleuchten eines Signals.
Die Wartung, Prüfung und Bedienung der wichtigsten Betriebseinrichtungen und der Regel- und Sicherheitseinrichtungen sowie die Anforderungen an das Kessel- und Speisewasser müssen in verständlichen Betriebsanweisungen festgelegt sein, die im Kesselaufstellungsraum an gut sichtbarer Stelle auszuhängen oder auszulegen sind.
Heißwasserkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Speisewasser und geeignetem Kesselwasser betrieben werden. Um dies zu erreichen, sind betrieblicherseits die wesentlichen Werte wöchentlich zu überprüfen und zu beurteilen. Die Sicherheitsventile für herabgesetzte Betriebsparameter sind regelmäßig zu prüfen (anzulüften).
das Ergebnis der regelmäßigen betrieblichen Wasseruntersuchungen und der Prüfung der Sicherheitsventile nach Z 4.9 und
Am Ort, wo sich der Dampfkesselwärter aufhält, müssen folgende Geräte zur Beobachtung und Notabschaltung des Dampf- oder Heißwasserkessels in übersichtlicher Anordnung vorhanden sein:
Eine Fernwasserstandanzeige mittels TV-Monitor, wobei der Wasserstand deutlich erkennbar sein muß, oder zwei unabhängige Fernwasserstandanzeiger,
Eine Druckanzeige mittels TV-Monitor oder Ferndruckanzeiger,
Eine Ferntemperaturanzeige bei Heißdampf- und Heißwasserkesseln,
Eine Betriebsanzeige der Feuerung (zB Ionisationsstromstärke),
Eine Notabschaltmöglichkeit der Dampfkesselanlage in redundanter und gerätediversitärer Ausführung.
Die Geräte gemäß Z 1.1 und 1.2 können kombiniert werden. Die Geräte gemäß Z 1.1 bis 1.5 müssen zuverlässig gemäß Anlage 1 Abschnitt 1 Z 6.2 sein. Die Notabschaltmöglichkeit gemäß Z 1.5 muß nach dem Ruhestromprinzip wirken.
Zusätzlich zur Fernüberwachung müssen Großwasserraumkessel mit 2 Wasserstandbegrenzern, einer Hochwassersicherung und einem Druckbegrenzer ausgerüstet sein. Dampfkessel mit Überhitzer müssen darüber hinaus mit einem Temperaturbegrenzer, Heißwasserkessel darüberhinaus mit 2 Temperaturbegrenzern ausgerüstet sein.
Zusätzlich zur Fernüberwachung müssen Wasserrohrkessel mit einem Wasserstandwächter und einem Wasserstandbegrenzer, einem Hochwasserwächter und einem Druckwächter ausgerüstet sein. Dampfkessel mit Überhitzer müssen darüber hinaus mit einem Temperaturwächter, Heißwasserkessel darüber hinaus mit 2 Temperaturwächtern ausgerüstet sein.
Durchlaufkessel müssen mit 2 Sicherheitseinrichtungen gegen Wassermangel anderer Bauart ausgerüstet sein, zB Strömungsbegrenzer (-wächter) oder Temperaturbegrenzer (-wächter).
Die Begrenzer und Wächter müssen zuverlässig gemäß Anlage 1 Abschnitt 1 Z 6.2 sein.
Die Beheizung muß automatisch erfolgen. Die geltenden Regeln der Technik sind zu beachten.
Eine Funktionsprüfung der Begrenzer und Wächter für Druck, Wasserstand, Strömung und Temperatur muß jederzeit durchführbar sein.
Alle wesentlichen Störmeldungen (auch eine Brennerstörung) müssen vor Ort und am Ort der Fernüberwachung deutlich erkennbar optisch und akustisch angezeigt werden.
Der Betreiber der Dampfkesselanlage hat für sorgfältige Wartung des Dampfkessels sowie für die sorgfältige Prüfung und Wartung der Regel- und Sicherheitseinrichtungen und der speziellen Geräte der Fernüberwachung zu sorgen.
Im Regelfall sind die Begrenzer und Wächter und die Geräte der Fernüberwachung sowie die Feuerungsabschaltung innerbetrieblich monatlich zu überprüfen.
Die Frist gemäß Z 3.2 kann bei Rauchrohrkesseln und Wasserrohrkesseln im Einvernehmen mit der Kesselprüfstelle verlängert werden.
Darüber hinaus ist regelmäßig mindestens jährlich und zusätzlich bei schwerwiegenden Störungen eine dafür sachkundige Person mit einer Überprüfung zu beauftragen.
Die Wartung von Dampf- und Heißwasserkesselanlagen mit Fernüberwachung darf nur solchen Dampfkesselwärtern übertragen werden, die mit den besonderen Betriebsverhältnissen der Dampfkesselanlage vertraut sind.
Bei Betriebszuständen, bei denen eine ordnungsgemäße Wirksamkeit der Regler, Begrenzer und Wächter oder der Geräte der Fernüberwachung nicht gewährleistet ist, oder bei sonstigen Störungen ist der Dampfkessel ständig unmittelbar zu beaufsichtigen. Erst nach Behebung des Fehlers und Herstellung des ordnungsgemäßen Zustandes darf der Dampfkessel wieder mit Fernüberwachung betrieben werden.
Während des Betriebes des Dampf- oder Heißwasserkessels muß sich der Dampfkesselwärter an jenem Ort aufhalten, an welchem er die Beobachtung des Kesselbetriebszustandes mit Hilfe der Geräte der Fernüberwachung ohne Behinderung durchführen kann und in der Lage ist, jederzeit eine Notabschaltung durchzuführen. Von diesem Ort darf sich der Dampfkesselwärter kurzzeitig zur Bedienung weiterer Dampfkessel, von Hilfs- und Nebenaggregaten sowie dazugehörigen Wärmekraftmaschinen innerhalb der Dampfkesselanlage entfernen. Der Dampfkesselwärter muß jederzeit in der Lage sein, den Dampfkessel vor Ort innerhalb von 3 Minuten zu erreichen.
Während des Betriebes muß sich der Dampfkesselwärter oder eine beauftragte sachkundige andere Person längstens alle 12 Stunden und innerhalb einer Stunde nach jedem Anfahren vom ordnungsgemäßen Zustand der Dampf- oder Heißwasserkesselanlage vor Ort persönlich überzeugen (Kontrollgang). Dabei hat er den Dampfkessel, die Feuerung und alle Ausrüstungsgegenstände in Augenschein zu nehmen und auf verdächtige Wahrnehmungen aller Art wie Geräusche, Gerüche usw. zu achten. Die Durchführung des Kontrollganges ist im Betriebsbuch festzuhalten. Es ist keine Zeitüberwachung erforderlich.
Die Wartung, Prüfung und Bedienung der wichtigsten Betriebseinrichtungen, der Regel- und Sicherheitseinrichtungen und der Geräte der Fernüberwachung müssen in verständlichen Betriebsanweisungen festgelegt sein, die in der Dampfkesselanlage an gut sichtbarer Stelle auszuhängen oder auszulegen sind.
Dampf- oder Heißwasserkessel dürfen nur mit geeignetem, entsprechend aufbereitetem Speisewasser und geeignetem Kesselwasser betrieben werden. Um dies zu erreichen, sind betrieblicherseits die wesentlichen Werte bei Dampfkesseln täglich und bei Heißwasserkesseln wöchentlich zu überprüfen und zu beurteilen. Als Empfehlung für Speise- und Kesselwasser gelten die Tabellen 1 bis 7 (Anhang zu Anlage 3).
Die Sicherheitsventile sind im Regelfall wöchentlich zu prüfen (anzulüften). In begründeten Fällen kann diese Frist im Einvernehmen mit der Kesselprüfstelle verlängert werden. Für Dampfkessel in Kraftwerksanlagen sind die Regelungen mit der Kesselprüfstelle zu vereinbaren.
Bestätigungsvermerk durch den Dampfkesselwärter mit Unterschrift über die 12stündlichen Kontrollgänge,
Bestätigungsvermerk des Dampfkesselwärters über die durchgeführten Funktionsprüfungen und Kontrollen,
Bestätigungsvermerk einer sachkundigen Person über die notwendigen, mindestens jährlichen Wartungs- und Prüfungsarbeiten an den Regel- und Begrenzungseinrichtungen und an den Geräten der Fernüberwachung,
das Ergebnis der regelmäßigen betrieblichen Wasseruntersuchungen nach Z 3.10 und
Das Betriebsbuch ist dem Kesselprüfer auf Verlangen vorzulegen.
Die Übereinstimmung der Ausrüstungsgegenstände mit dieser Anlage sowie die Funktionsfähigkeit ist von der Kesselprüfstelle im Rahmen der Betriebsprüfung und im Rahmen der wiederkehrenden äußeren Untersuchungen von der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle zu überprüfen und die Überprüfung zu dokumentieren.
Wird ein Dampfkessel von einer Warte aus beaufsichtigt und betrieben, muß der Dampfkesselwärter ständig in der Warte anwesend sein. Er muß ständig auf die Regelung des Dampfkessels Einfluß nehmen können.
Die Einrichtung der Fernüberwachung und der Betrieb sind sinngemäß zu Z 1 bis 3 dieser Anlage auszuführen und vorzunehmen. Sonderregelungen können im Rahmen der betrieblichen Notwendigkeiten oder Zweckmäßigkeiten mit der Kesselprüfstelle oder der Werksprüfstelle vereinbart werden.
Beschaffenheit von Speisewasser und Kesselwasser für Dampfkesseln
Durchlaufdampfkessel ohne oder mit Abscheidebehälter sind Wasserrohrdampfkessel, bei denen der Durchlauf des Wassers von der Speisepumpe bewirkt und das Wasser bei einmaligem Durchlauf ganz oder größtenteils verdampft wird.
Umlaufdampfkessel sind Wasserrohrdampfkessel, in denen das zu verdampfende Wasser auf Grund des Dichteunterschieds zwischen Wasser und Wasserdampf-Gemisch (Naturumlauf) oder durch Pumpen (Zwangumlauf) umgewälzt wird.
Großwasserraumdampfkessel sind Flammrohr-, Rauchrohr- oder Flammrohr-Rauchrohr-Dampfkessel, bei denen flammen- oder rauchgasführende Rohre durch einen ganz oder teilweise mit dem zu verdampfenden Wasser gefüllten Raum geführt sind.
Schnelldampfkessel sind Durchlaufdampfkessel oder Zwangumlaufdampfkessel mit geringem Wasserinhalt und kleinem lichten Rohrdurchmesser.
Heißwasserkessel sind Umlaufkessel (Großwasserraum- oder Wasserrohrkessel), bei denen das Wasser direkt aus dem Kessel entnommen wird (Vorlauf), durch das Heißwassernetz gepumpt wird und abgekühlt in den Kessel zurückgeleitet wird (Rücklauf). Der Wasserverlust soll dabei so gering wie möglich gehalten werden.
Salzfreies Speisewasser ist Wasser mit einem Elektrolytgehalt entsprechend einer Leitfähigkeit kleiner 0,2 myS/cm, gemessen hinter starksaurem Probeentnahme-Kationenaustauscher (bei dieser Messung wird vorausgesetzt, daß freie Basen, zB Natriumhydroxid, als Verunreinigung nicht vorhanden sind).
Salzhaltiges Speisewasser ist Wasser mit einem Elektrolytgehalt entsprechend einer Leitfähigkeit größer gleich 0,2 myS/cm, gemessen hinter starksaurem Probeentnahme-Kationenaustauscher. Dabei ist besonders darauf zu achten, daß die Summe der Erdalkalien (früher Härte) das zulässige Maß nicht überschreitet, da es sonst im Dampfkessel zu Kesselsteinbildung kommt.
Konditionierung (auch als Dosierung bezeichnet) im Sinne dieser Regel ist die Verbesserung bestimmter Qualitätsmerkmale des Speisewassers und Kesselwassers durch Anwendung von Konditionierungsmitteln, nach deren Art zwischen folgenden drei Fahrweisen unterschieden wird:
Konditionierung mit Alkalisierungsmitteln (alkalische Fahrweise) ist der Betrieb mit Speisewasser und Kesselwasser, deren pH-Wert durch Alkalisierungsmittel angehoben ist,
Konditionierung mit Oxidationsmitteln (neutrale Fahrweise) ist der Betrieb mit neutralem salzfreiem Speisewasser, dem als Oxidationsmittel Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid zugegeben wird,
Konditionierung mit Alkalisierungs- und Oxidationsmitteln (kombinierte Fahrweise) ist der Betrieb mit salzfreiem Speisewasser, dessen pH-Wert mit Ammoniak angehoben und dem zusätzlich Sauerstoff zudosiert wird.
Speisewasser und Kesselwasser müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um Funktionsstörungen an den Sicherheitseinrichtungen und Schäden an den Dampf- und Heißwasserkesseln hintanzuhalten. Diese Anforderungen werden in der Regel von der Bauart, dem Betriebsdruck und den Betriebsbedingungen des Dampfkessels bestimmt.
In den Tabellen 1 bis 7 sind die Anforderungen an das Speisewasser und an das Kesselwasser in Form von empfohlenen Richtwerten festgelegt. Dabei wird unterschieden, ob für die Speisung des Dampfkessels salzfreies oder salzhaltiges Speisewasser verwendet wird.
Für den Betrieb von Durchlaufkesseln (ausgenommen Schnelldampfkessel) und für Einspritzkühler zur Dampftemperaturregelung ist salzfreies Speisewasser erforderlich (Tabelle 5).
Bei Großwasserraumkesseln sowie bei Umlaufkesseln bis zu einem festgesetzten höchsten Betriebsdruck von 68 bar kann salzhaltiges Speisewasser verwendet werden (Tabellen 1 und 2).
In allen Fällen gilt, daß Speisewasser und Kesselwasser klar, farblos und frei von suspendierten Stoffen sein muß. Weiters darf insbesondere das Kesselwasser nicht zur Schaumbildung neigen. Zur Verhinderung von Korrosion ist eine Konditionierung des Speisewassers und des Kesselwassers notwendig. Sie kann bei Durchlauf-, Umlauf- und Großwasserraumkesseln mit Alkalisierungsmitteln (alkalische Fahrweise), bei Durchlaufkesseln alternativ auch mit Oxidationsmitteln (neutrale Fahrweise) oder mit Ammoniak und Sauerstoff (kombinierte Fahrweise) erfolgen.
Die Anforderungen an Speisewasser und Kesselwasser gelten für den Dauerbetrieb mit den in den Tabellen 1 bis 7 angegebenen Richtwerten. Kurzzeitige Abweichungen im geringen Ausmaß bei Anfahrvorgängen sind zulässig.
Die Einhaltung der in Z 2 angeführten Anforderungen ist in regelmäßigen Abständen vom Bedienungspersonal zu kontrollieren, zu beurteilen und zu dokumentieren. Die Kontrollabstände sind gemäß den in den Anlagen 1 und 2 angeführten Betriebsvarianten einzuhalten. Für alle anderen Betriebsarten (zB ständige Beaufsichtigung) sind die Proben täglich vorzunehmen.
ANHANG ZU ANLAGE 3
Richtwerte für salzhaltiges Speisewasser für Umlaufkessel (Großwasserraum- und Wasserrohrkessel)
Festgesetzter höchster Betriebsdruck (p)
1 < p ≤ 22
22 < p ≤ 68
farblos, klar, frei von ungelösten Stoffen und Schaumbildnern
Summe Erdalkalien (Ca2+ + Mg2+) 2)
Leitfähigkeit bei 25 °C 1)
Sauerstoff (O2) 1)
Kohlensäure (CO2) gebunden 1)
Eisen, gesamt (Fe) 1)
Kupfer, gesamt (Cu) 1)
Kieselsäure (SiO2) 1)
Oxidierbarkeit (MnVII-MnII) als KMnO4 1)
Öl, Fett 1)
1) Richtwerte, welche nicht regelmäßig überprüft werden müssen.
2) Früher angegeben in Grad d. H. – Umrechnung: 1 mmol/l entspricht etwa 5,6 Grad d. H. (deutsche Härte).
Richtwerte für salzhaltiges Kesselwasser aus salzhaltigem Speisewasser für Umlaufkessel (Großwasserraum- und Wasserrohrkessel)
22 < p ≤ 44
44 < p ≤ 68
<50002)
<20002)
<5002)
Summe Erdalkalien (Ca2+ + Mg2+) 3)
Säurekapazität KS8,2 4)
Phosphat (P2 O4) 5)
Natriumsulfit (Na2 SO3) 5)
(Polyamine) 6)
Generell gilt für Kessel mit Überhitzer, daß jeweils die niedrigeren Werte zu verwenden sind.
1) Richtwerte, weiche nicht regelmäßig überprüft werden müssen.
2) Die zulässigen Säurekapazitätswerte dürfen nicht überschritten werden – daher vielfach Leitfähigkeit niedriger.
3) Früher angegeben in Grad d. H. – Umrechnung: 1 mmol/l entspricht etwa 5,6 Grad d. H. (deutsche Härte).
4) Früher angegeben als p-Wert – Umrechnung KS8,2 = 1 entspricht etwa p-Wert 1.
5) Nachweis nur erforderlich, wenn betreffende Dosierchemikalien eingesetzt werden.
6) Filmbildende Amine sollen (an Stelle anderer Dosierchemikalien) nur bei Kessel mit geringer Heizflächenbelastung und bis höchstens 16 bar Betriebsdruck eingesetzt werden. Wegen der Gefahr von Schaumbildung ist jede Überdosierung zu vermeiden.
Zu bestimmen ist entweder nur laufend die Säurekapazität KS8,2 oder laufend die Leitfähigkeit bei 25 °C und fallweise zur Kontrolle zusätzlich die Säurekapazität KS8,2.
Richtwerte für salzfreies Speisewasser bei alkalischer Fahrweise für Umlaufkessel (Wasserrohr- und Großwasserraumkessel)
1 < p ≤ 68 2)
Leitfähigkeit bei 25 °C 3)
2) Für Betriebsdrücke über 68 bar gilt Tabelle 5.
3) Gemessen hinter starksaurem Probeentnahme-Kationenaustauscher.
Richtwerte für Kesselwasser aus salzfreiem Speisewasser für Umlaufkessel (Wasserrohr- und Großwasserraumkessel)
bei Zusatz von festen und flüchtigen Alkalisierungsmitteln
bei Zusatz von nur flüchtigen Alkalisierungsmitteln
p ≤ 68
Leitfähigkeit bei 25 °C 2)
Phosphat (P2 O4)
1) Gemessen hinter starksaurem Probeentnahme-Kationenaustauscher.
2) Gemessen ohne starksaurem Kationenaustauscher.
Richtwerte für salzfreies Speisewasser für Durchlaufkessel (auch Einspritzwasser)
Konditionierung mit flüchtigen Alkalisierungs-mitteln
Oxidierbarkeit (MnVII-MnII) als KMnO4
2) Gemessen hinter starksaurem Probeentnahme-Kationenaustauscher.
3) Gemessen ohne starksaurem Kationenaustauscher
Richtwerte für salzhaltiges Speisewasser für Schnelldampferzeuger
6 < p ≤ 25
Richtwerte für Kessel- und Kreislaufwasser von Heißwasseranlagen aus salzhaltigem Speisewasser für Umlaufkessel (Großwasserraum- und Wasserrohrkessel)
0,5 < p ≤ 25
Säurekapazität KS8,2
Phosphat (P2 O4) 3)
Natriumsulfit (Na2 SO3) 3)
3) Nachweis nur erforderlich, wenn betreffende Dosierchemikalien eingesetzt werden.
Dampfkessel und die dazugehörenden Einrichtungen müssen hinsichtlich des Erschütterungs-, Schwingungs- und Schallschutzes sowie des Schutzes gegen sonstige Gefahren so aufgestellt sein, daß sicherheitstechnischen Gesichtspunkten entsprochen ist.
Alle Ausrüstungsstücke müssen leicht zugänglich sein und jederzeit auf ihre Gebrauchsfähigkeit geprüft werden können. Armaturen des Dampfkessels und der an ihnen angebrachten Sicherheitseinrichtungen müssen so eingebaut werden, daß diese gefahrlos betätigt werden können.
Bereiche, die zur Bedienung und Wartung der Dampfkessel begangen werden müssen, müssen eine freie Höhe von mindestens 2 m und eine freie Breite von mindestens 0,8 m aufweisen.
Soweit für die Bedienung, Wartung und Prüfung eines Dampfkessels Bühnen, Leitern oder Treppen erforderlich sind, müssen diese durch Geländer gesichert sein.
Alle Rohrleitungen und Wandungsteile mit einer Oberflächentemperatur über 60 °C müssen im Verkehrsbereich gegen Berührung hinreichend gesichert sein.
Inspektionsöffnungen müssen zugänglich sein oder leicht zugänglich gemacht werden können.
Aufstellungsräume müssen folgenden Anforderungen genügen:
Sie müssen ausreichend belüftbar sein und über eine hinreichende Beleuchtung verfügen.
Sie müssen mit mindestens einer nach außen aufschlagenden Tür versehen sein.
Fluchtwege und Türen sind mit einer Notbeleuchtung zu versehen und ausreichend zu beschildern.
Die Lagerung von leicht entzündlichen, brennbaren und explosionsgefährlichen Stoffen ist nicht zulässig.
Im Freien aufgestellte Dampfkessel sind samt Ausrüstung gegen schädliche Witterungseinflüsse zu schützen. Alle Teile von Dampfkesseln, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzeinschlag zu besonders schweren Folgen führen kann, sind mit einer wirksamen Blitzschutzanlage zu versehen.
Unbefugten ist der Zutritt zu Dampfkesseln durch augenfällige und dauerhaft angebrachte Hinweisschilder zu untersagen.
Kesselräume sind unbeschadet Z 2.2 gegen andere Räume mit Wandungen abzugrenzen, die hinsichtlich der Festigkeit einer 45 cm dicken Vollziegelwand entsprechen und eine Brandwiderstandsklasse von F90 gemäß ÖNORM B 3800 Teil 2 aufweisen.
Es ist eine möglichst zusammenhängende freiliegende Außenwand- oder Deckenfläche (Entlastungsfläche) von mindestens der Hälfte der größten Projektionsfläche des aufgestellten Dampfkessels vorzusehen, die bei schadensbedingtem Überdruck wesentlich leichter nachgibt als die übrigen Umfassungswände und die derart ausgeführt ist, daß größere Bauschäden an anderen Gebäudeteilen vermieden werden. Es sind Maßnahmen zu setzen, die bei Nachgeben der Entlastungsfläche eine Gefährdung von Personen weitgehend verhindern. Gegebenenfalls sind Zugangsverbote, bauliche Absicherungen, Abschrankungen, Fahrverbote und dergleichen zu errichten und durch Beschilderung deutlich kenntlich zu machen.
Der Kesselraum darf keine Verbindungsöffnungen zu Wohnräumen, zu allgemein zugänglichen Treppenräumen sowie zu Räumen für die Lagerung von leicht entzündlichen, brennbaren und explosionsgefährlichen Stoffen besitzen. Türen zu Räumen, in denen solche Stoffe gelagert sind, sind nur dann gestattet, wenn sie zum Betrieb des Dampfkessels notwendig sind. Sie sind feuerhemmend, selbstschließend und rauchdicht auszuführen.