Source: https://www.sjr-heidelberg.de/keinmissbrauch/2016/12/07/nein-heisst-nein-aenderungen-im-sexualstrafrecht/
Timestamp: 2019-11-20 19:42:01
Document Index: 58450006

Matched Legal Cases: ['§177', '§184', '§72', '§72', '§184', '§201', '§72', '§72']

Wichtige Auswirkungen für die Einsichtnahme in erweiterte Führungszeugnisse in der Kinder- und Jugendarbeit!
Das Sexualstrafrecht wurde verschärft, das Prinzip „Nein heißt Nein“ wurde festgeschrieben. Diese Änderungen sollen die Rechte von Betroffenen stärken und stellen ab sofort alle sexuellen Handlungen unter Strafe, die gegen den erkennbaren Willen einer Person vorgenommen werden.
Außerdem wurde Normen/ Bestimmungen zur sexuellen Belästigung neu eingeführt sowie Straftaten, die aus Gruppen heraus verübt werden.
Diese Änderungen schlagen sich in folgenden Paragraphen nieder:
§177 StGB Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung
§184 i StGB Sexuelle Belästigung
Daraus abgeleitet ergibt sich eine Neufassung des §72a SGB VIII, der den Tätigkeitsausschluss von einschlägig vorbestraften Personen in der Kinder- und Jugendarbeit regelt. Zugrunde gelegt werden dabei bestimmte Paragraphen, die zu besagtem Tätigkeitsausschluss führen.
Aufgrund der Neuerungen des Sexualstrafrechts wurde diese Liste erweitert. Dies ist bei der Einsichtnahme in erweiterte Führungszeugnisse zu beachten – das Kinder- und Jugendamt wird eine entsprechende Mitteilung verschicken.
So schließen nun auch Straftaten gegen die folgenden Paragraphen – ergänzend zu den bisher bekannten und in §72a SGB VIII genannten Paragraphen – eine Tätigkeit aus:
§184i StGB Sexuelle Belästigung
§201a Abs. 3 Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
Die gesamte Liste der Paragraphen, die zu einem Tätigkeitsausschluss führen, sind im neu gefassten §72a SGB VIII nachzulesen.
Kategorie: Allgemein Stichworte: §72a; Führungszeugnisse; Sexualstrafrecht