Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%C3%BCnchen&Datum=18.01.2002&Aktenzeichen=21%20U%203164/01
Timestamp: 2019-07-16 13:21:46
Document Index: 49029505

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG München, 18.01.2002 - 21 U 3164/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,11149
OLG München, 18.01.2002 - 21 U 3164/01 (https://dejure.org/2002,11149)
OLG München, Entscheidung vom 18.01.2002 - 21 U 3164/01 (https://dejure.org/2002,11149)
OLG München, Entscheidung vom 18. Januar 2002 - 21 U 3164/01 (https://dejure.org/2002,11149)
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Wahlkampfflugblatt
Katholischer Drecksack
§§ 242, 249 ff., 253, 823 Abs. 1, 852, 1004 BGB
Auskunft und Geldentschädigung wegen Verteilung von Flugblättern im Vorfeld der Bundestagswahlen; Schwere Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts eines Abgeordneten durch unwahre Tatsachenbehauptung; Recht des Verlegers auf Verschwiegenheit bezüglich der Verfasser; Verjährung von Geldentschädigungsansprüchen
LG München I, 07.03.2001 - 9 O 16843/00
NJW-RR 2002, 1045
Insoweit ist davon auszugehen, dass der Auskunfts- und der hieraus abgeleitete bzw. deckungsgleiche Herausgabeanspruch nur im Rahmen des § 242 BGB besteht (vgl. OLG München NJW-RR 2002, 1045, 1047).
Entscheidend sind die gesamten Umstände des Einzelfalles (BGH AfP 1971, 76 = NJW 1971, 698 - Pariser Liebestropfen; BGH in BGHZ 132, 13 = AfP 1996, 144 = NJW 1996, 1131 - Lohnkiller; Senat NJW-RR 2002, 1045 - Katholischer Drecksack), insbesondere Bedeutung und Tragweite des Eingriffs (etwa Ausmaß der Verbreitung, Nachhaltigkeit und Fortdauer der Rufschädigung; Verletzung der Intimsphäre durch Nacktfotos oder die Behauptung unerlaubter Beziehungen), Anlass und Beweggrund des Handelnden und Grad des Verschuldens.
Der Äußernde hat insbesondere Belegtatsachen vorzutragen, die seine Behauptung zu stützen geeignet sind (OLG Brandenburg NJW-RR 2007, 1641, 1641 f.; OLG München NJW-RR 2002, 1045, 1046; BVerfG NJW 1999, 1322, 1324).
Allerdings ist auch die Meldung einer Zeitung allein noch nicht ausreichend als Beweis für die Wahrheit einer Behauptung (OLG München NJW-RR 2002, 1045, 1046).
Im übrigen kann daher dahinstehen, ob der Beklagte den Wahrheitsbeweis ohnehin nur durch eine strafrechtliche Verurteilung des Klägers hätte führen können (so OLG München NJW-RR 2002, 1045).
Ob ein solcher Eingriff vorliegt, hängt insbesondere von der Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, ferner auch von Anlass und Beweggrund des Handelnden sowie von dem Grad seines Verschuldens ab (vgl. BGH in BGHZ 132, 13 AFG 1996, 144 = NJW 1996, 1131 -- Der Lohnkiller; Senat NJW-RR 2002, 1045 = ZUM-RD 2002, 362 -- Katholi scher Drecksack).