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Timestamp: 2019-11-21 04:28:41
Document Index: 243872334

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 3', '§ 1', '§ 40']

Gesundheitsmanagement: 44 Euro Freigrenze für Sachbezüge findet keine Anwendung in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV)
bKVProfis.de: Steuer / Gesetz / Urteil
44 EURO Freigrenze für Sachbezüge (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG, ab 01.01.2014: § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) kann nicht mehr ab dem 01.01.2014 für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) verwendet werden.IV C5 - S 2334/13/10001 2013/0865652
Thema: Ab dem 01.01.2014 kann in der Regel die 44 Euro Freigrenze für Sachbezüge nicht mehr für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) verwendet werden. IV C 5 - S 2334/13/10001 2013/0865652
Jetzt ist es Amtlich, ein Arbeitgeber der seinem Arbeitnehmer(-in) eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung (bKV)finanziert, kann diese nicht mehr über den 44 Euro Sachwertleistungsbezug (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG; ab 2014: § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) als Betriebsausgabe ansetzen.
Der BFH führt in ständiger Rechtsprechung aus, dass die Arbeitslohnqualität von Zukunftssicherungsleistungen, bei denen die Leistung des Arbeitgebers an einen Dritten (Versicherer) erfolgt, davon abhängt, ob sich der Vorgang - wirtschaftlich betrachtet - so darstellt, als ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Mittel zur Verfügung gestellt und der Arbeitnehmer sie zum Zweck seiner Zukunftssicherung verwendet hat (BFH 05.07.2012 -VI R 11/11 -, BStBI 2013 II Seite 190).
Der BFH hat entschieden, dass die Gewährung von Krankenversicherungsschutz (bKV) in Höhe der geleisteten Beiträge Sachlohn ist, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrages von seinem Arbeitgeber ausschließlich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann.
Gleichzeitig würde die Anwendung der 44 Euro Freigrenze auf Zukunftssicherungsleistung ein Widerspruch im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (z.B. § 3 Nr. 63 EStG) führen. Bei Zukunftssicherungsleistungen gilt im Einkommensteuerrecht ein eigenes Freistellungssystem, dem die 44 Euro Freigrenze nicht gleichkommt.
Sofern ein Unternehmen weiterhin in seinen gewünschten betrieblichen Sozialleistungen (bSL) den Bereich der betrieblichen Krankenversicherung (bKV)für die Arbeitnehmer(-in) absichern möchte, bestehen folgende Vorgehensweisen, die über eine Betriebsausgabe gesteuert werden.
Pauschalversteuerung (ohne Sozialversicherungspflicht): Sozialversicherungsentgeltverordnung § 1 Abs. 1 Nr. 2 SvEV "sonstige Bezüge" nach § 40 Abs. 1 Nr. 1 EStG (kein Arbeitsentgelt). Sollten Sie sich für diesen Lösungsweg entscheiden, wenden Sie sich an Ihren Steuerberater / Wirtschaftsprüfer, der im Vorfeld eine schriftliche Stellungnahme bei Ihrem zuständigen Finanzamt einholt. Wir unterstützen Sie und Ihren Steuerberater / Wirtschaftsprüfer mit entsprechenden Fachinformationen.
Individualversteuerung (mit Sozialversicherungspflicht).
Selbstverständlich bleibt weiterhin die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ein optimaler Unternehmensmehrwert (arbeitnehmerfreundlicher Arbeitgeber) für die Arbeitnehmerbindung und Arbeitnehmerfindung. In den meisten Arbeitnehmerumfragen sind die heutigen Arbeitnehmer sehr interessiert, diese Gesundheitsvorsorge bzw. eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung (bAV) zu erhalten.
Einige Unternehmen weisen durch die Einführung ihres unternehmenseigenen Gesundheitsmanagement eine Reduzierung der Fehltage durch Krankheit auf.