Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/kuenstlersozialabgaben-fuer-kunstfoerderung-durch-das-land-berlin-344619
Timestamp: 2020-01-21 17:39:55
Document Index: 348902697

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 103', '§ 123', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 123', '§ 103', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 33', '§ 27', '§ 24', '§ 33', '§ 36', '§ 24', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 168', '§ 86', '§ 86', '§ 70', '§ 4', '§ 4', '§ 70', '§ 54', '§ 24', '§ 24', '§ 27', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 4', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 163', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', 'Art 20', '§ 4', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 51', '§ 242', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 96', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 3', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24']

Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben für Kunst­för­de­rung durch das Land Ber­lin | Rechtslupe
Wer­den Sti­pen­dia­ten durch die Prä­sen­ta­ti­on von deren Wer­ken aus dem Bereich bil­den­de Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen durch ein Land geför­dert, so ist die­ses als Unter­neh­men im Sin­ne des KSVG dem Grun­de nach abga­be­pflich­tig, weil es Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te iSv § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG betreibt.
So die Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Streits über die Abga­be­pflicht des Lan­des Ber­lin nach dem KSVG wegen des Kul­tur­för­der­pro­jek­tes "Kunst­Bank". Das Land Ber­lin prä­sen­tier­te bis zum 31.1.2006 in den Räum­lich­kei­ten der Senats­kanz­lei unter der Bezeich­nung "Kunst­Bank" in monat­lich wech­seln­den Dop­pel­aus­stel­lun­gen die Wer­ke von jeweils zwei Künst­le­rin­nen und Künst­lern, die von ihm zuvor mit einem Arbeits­sti­pen­di­um auf dem Gebiet der Bil­den­den Kunst geför­dert wor­den waren. Die Betreu­ung der Aus­stel­lung erfolg­te frü­her durch Absol­ven­ten des Stu­di­en­gangs Kunstgeschichte/​Kunstwissenschaft und ab Sep­tem­ber 2005 durch eine exter­ne Pro­jekt­lei­te­rin sowie durch den Neu­en Ber­li­ner Kunst­ver­ein (NBV), der die Sti­pen­dia­ten jeweils am Vor­abend der monat­lich statt­fin­den­den Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit vor­stell­te. Anläss­lich der Aus­stel­lun­gen wur­den kei­ne Ein­tritts­gel­der erho­ben, ein Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke fand nicht statt. Die aus­stel­len­den Sti­pen­dia­ten erhiel­ten vom Klä­ger eine indi­vi­du­ell bemes­se­ne Mate­ri­al­auf­wands­ent­schä­di­gung; im Übri­gen erfolg­te die Finan­zie­rung der Aus­stel­lungs- und Gesprächs­rei­he durch die Finanz­grup­pe "Spar­kas­sen-Kul­tur­fond". Die "Kunst­Bank" ver­füg­te über einen von Mit­ar­bei­tern des Lan­des Ber­lin erstell­ten Inter­net­auf­tritt auf des­sen Home­page. Der Gale­rie­raum der "Kunst­Bank" wur­de nach einem Brand am 1.2.2006 geschlos­sen.
Die beklag­te Künst­ler­so­zi­al­kas­se stell­te nach Kennt­nis­er­lan­gung von dem Kul­tur­för­der­pro­jekt "Kunst­Bank" die Abga­be­pflicht des Klä­gers nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 6 KSVG dem Grun­de nach fest, weil die­ser als Trä­ger der "Kunst­Bank" eine Gale­rie bzw einen Kunst­han­del betrei­be. Das Sozi­al­ge­richt Ber­lin hat die auf Auf­he­bung des Erfas­sungs­be­schei­des gerich­te­te Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, der Klä­ger betrei­be mit der Aus­stel­lungs­rei­he im Gale­rie­raum "Kunst­Bank" Öffent­lich­keits­ar­beit für die Sti­pen­dia­ten und sei daher nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG abga­ben­pflich­tig 1. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung und die ange­foch­te­nen Beschei­de auf­ge­ho­ben 2: Die Kla­ge sei auch in Anbe­tracht der erfolg­ten Schlie­ßung des Gale­rie­raums "Kunst­Bank" zuläs­sig, weil unab­hän­gig von die­ser kon­kre­ten Art der Prä­sen­ta­ti­on zwi­schen den Betei­lig­ten ein Dis­sens über die grund­sätz­li­che Abga­be­pflicht des Klä­gers für die Prä­sen­ta­ti­on von Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten im Rah­men öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen bestehe und im Übri­gen auch ein berech­tig­tes Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­in­ter­es­se vor­lie­ge. Sie sei zudem begrün­det, da der Klä­ger mit der "Kunst­Bank" kein abga­be­pflich­ti­ges Unter­neh­men im Sin­ne des § 24 KSVG betrei­be. Man­gels eines Ver­kaufs der prä­sen­tier­ten Wer­ke unter­lie­ge der Klä­ger nicht der Abga­ben­pflicht als Betrei­ber einer Gale­rie oder eines Kunst­han­dels nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 6 KSVG. Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 3 KSVG sei­en eben­falls nicht erfüllt, weil der Klä­ger nach den lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten weder zur Ver­ga­be von Sti­pen­di­en noch zur Aus­stel­lung der Wer­ke von Sti­pen­dia­ten ver­pflich­tet und daher die­se Form der Kul­tur­för­de­rung nicht als wesent­li­cher Unter­neh­mens­zweck anzu­se­hen sei. Soweit der Klä­ger mit der Aus­stel­lungs­rei­he Wer­bung für die Sti­pen­dia­ten und somit für Drit­te betrei­be, feh­le es an dem im Rah­men von § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG erfor­der­li­chen arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Ein­satz der Sti­pen­dia­ten und somit an einer für die Abga­be­pflicht not­wen­di­gen sym­bio­ti­schen Bezie­hung zwi­schen Künst­ler und Ver­wer­ter. Schließ­lich die­ne weder die Aus­stel­lungs­rei­he noch der dies­be­züg­li­che Inter­net­auf­tritt der Eigen­dar­stel­lung des Klä­gers, so dass auch eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 2 KSVG aus­schei­de.
Mit der Revi­si­on rügt die Beklag­te die Ver­let­zung der Amts­er­mitt­lungs­pflicht ( § 103 SGG iVm § 123 SGG) sowie die Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts ( § 24 Abs 1 Satz 1 KSVG). Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe den streit­ge­gen­ständ­li­chen Sach­ver­halt auf­grund der unzu­läs­si­gen Beschrän­kung des Streit­ge­gen­stands auf die kul­tur­för­dern­de Tätig­keit des Klä­gers im Rah­men der Aus­stel­lungs­rei­he "Kunst­Bank" nicht hin­rei­chend von Amts wegen ermit­telt. Grund­la­ge des Rechts­streits sei viel­mehr die gesam­te Kul­tur- und Kunst­för­de­rung des Klä­gers. Deren wesent­li­cher Zweck bestehe dar­in, für die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen durch Drit­te zu sor­gen und erfül­le somit die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 3 KSVG. Soweit der Klä­ger durch Pres­se­infor­ma­tio­nen oder Wer­be­schrif­ten und über das Inter­net auf kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen auf­merk­sam mache, betrei­be er zudem Öffent­lich­keits­ar­beit zu Guns­ten der geför­der­ten Künst­ler und unter­lie­ge daher bereits nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG der Abga­be­pflicht. Auf­grund des­sen sei es uner­heb­lich, ob vor­lie­gend auch die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 2 KSVG erfüllt sind, was ange­sichts der ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­las­se­nen Ermitt­lun­gen des Lan­des­so­zi­al­ge­richts der­zeit nicht beur­teilt wer­den kön­ne.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ist Streit­ge­gen­stand vor­lie­gend nicht die gesam­te kunst- und kul­tur­för­dern­de Tätig­keit des Lan­des Ber­lin, son­dern allein die öffent­li­che Kunst­för­de­rung des Klä­gers durch die Prä­sen­ta­ti­on von Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen und die inso­weit von ihm betrie­be­ne Öffent­lich­keits­ar­beit und Wer­bung. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat mit die­ser Bestim­mung des Streit­ge­gen­stan­des weder gegen § 123 SGG ver­sto­ßen noch die ihm oblie­gen­de Amts­er­mitt­lungs­pflicht (§ 103 S 1 Halbs 1 SGG) ver­letzt.
Maß­ge­bend für die Bestim­mung des Streit­ge­gen­stan­des ist der gel­tend gemach­te pro­zes­sua­le Anspruch, dh Kla­ge­an­trag und Kla­ge­grund im Hin­blick auf einen bestimm­ten Sach­ver­halt 3. Hier­von aus­ge­hend wird der Streit­ge­gen­stand vor­lie­gend durch den objek­ti­ven Rege­lungs­ge­halt der ange­foch­te­nen Beschei­de bestimmt. Der Erfas­sungs­be­scheid vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006 regelt die Abga­be­pflicht des Klä­gers für sei­ne kunst­för­dern­de Tätig­keit in Form der Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen im Bereich der Bil­den­den Kunst ein­schließ­lich der in die­sem Zusam­men­hang vom Klä­ger betrie­be­nen Öffent­lich­keits­ar­beit und Wer­bung. Die­se Ein­gren­zung des den ange­foch­te­nen Beschei­den zugrun­de­lie­gen­den Lebens­sach­ver­halts ergibt sich zwar nicht aus deren Ver­fü­gungs­satz, folgt aber aus einer am objek­ti­ven Emp­fän­ger­ho­ri­zont ori­en­tier­ten Aus­le­gung. Aus­weis­lich der Begrün­dung des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006, die eben­falls als Aus­le­gungs­hil­fe her­an­ge­zo­gen wer­den kann 4, war allein die durch den Klä­ger – sei­ner­zeit noch im Aus­stel­lungs­raum "Kunst­Bank" – durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen mit Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst Gegen­stand des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens und der Beschei­de.
Die­se Beschrän­kung des dem Erfas­sungs­be­scheid zugrun­de­lie­gen­den Lebens­sach­ver­halts und somit des Streit­ge­gen­stan­des auf einen bestimm­ten Tätig­keits­be­reich des abga­be­pflich­ti­gen Unter­neh­mens ist recht­lich zuläs­sig und in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art unter Berück­sich­ti­gung der dem Erfas­sungs­be­scheid zukom­men­den Zweck­be­stim­mung sogar gebo­ten.
Grund­sätz­lich ist zwar der auf der Grund­la­ge von § 24 KSVG erge­hen­de Erfas­sungs­be­scheid unter­neh­mens­be­zo­gen, dh er stuft ein bestimm­tes Unter­neh­men ins­ge­samt als nach § 24 KSVG dem Grun­de nach abga­be­pflich­tig ein, stellt also gewis­ser­ma­ßen eine "recht­li­che Eigen­schaft" des Unter­neh­mens fest, und regelt als Kon­se­quenz die­ser recht­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on die Abga­be­pflicht des Inha­bers des Unter­neh­mens 5. Eine Dif­fe­ren­zie­rung nach abga­be­pflich­ti­gen Tätig­keits­be­rei­chen ist dage­gen auf­grund der durch die Sys­te­ma­tik des KSVG vor­ge­ge­be­nen Unter­schei­dung zwi­schen dem Erfas­sungs­be­scheid, der auf einer ers­ten Stu­fe über die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach ent­schei­det, und dem Abga­be­be­scheid, der die abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te und die sich dar­aus erge­ben­de Höhe der Abga­be fest­legt, im Regel­fall erst in Letz­te­rem vor­zu­neh­men. Da aber ande­rer­seits die Abga­be­tat­be­stän­de des § 24 KSVG tätig­keits­be­zo­gen for­mu­liert sind 6, muss bereits aus dem Erfas­sungs­be­scheid klar her­vor­ge­hen, ob Gegen­stand der Prü­fung der Abga­be­pflicht das gesam­te Tätig­keits­spek­trum eines Unter­neh­mens ist oder ob nur ein­zel­ne Tätig­keits­be­rei­che bewer­tet wur­den. Die­se Not­wen­dig­keit besteht umso eher, je viel­fäl­ti­ger und aus­dif­fe­ren­zier­ter das Tätig­keits­spek­trum eines Unter­neh­mens ist – ins­be­son­de­re aber dann, wenn ein Unter­neh­men über meh­re­re orga­ni­sa­to­risch abgrenz­ba­re Tätig­keits­be­rei­che ver­fügt 7. In sol­chen Fäl­len muss der Erfas­sungs­be­scheid kon­kret erken­nen las­sen, für wel­che Tätig­keits­be­rei­che die Abga­be­pflicht bejaht wor­den ist 8. Dies gebie­tet nicht nur die dem Erfas­sungs­be­scheid zukom­men­de Zweck­be­stim­mung, son­dern auch der Bestimmt­heits­grund­satz (§ 33 SGB X).
Der Erfas­sungs­be­scheid bil­det die recht­li­che Grund­la­ge für den Abga­be­be­scheid, ist mit­hin für die­sen vor­greif­lich. In der Regel schafft erst eine – posi­ti­ve oder nega­ti­ve – Ent­schei­dung über die Zuge­hö­rig­keit zum abga­be­pflich­ti­gen Per­so­nen­kreis für die Betei­lig­ten Klar­heit dar­über, ob gezahl­te Ent­gel­te der Abga­be­pflicht unter­lie­gen. Die­sem Zweck wird der Erfas­sungs­be­scheid nur gerecht, wenn der unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Lebens­sach­ver­halt, für den die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach bejaht wird, aus dem Bescheid ersicht­lich ist. Andern­falls ist der Adres­sat eines Erfas­sungs­be­schei­des nicht in der Lage, den an die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach geknüpf­ten gesetz­li­chen Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten (§§ 27 ff KSVG) nach­zu­kom­men. Denn der Umfang die­ser gesetz­li­chen Aufzeichnungs‑, Aus­kunfts- und Mel­de­pflich­ten wird zwangs­läu­fig mit der Ent­schei­dung über die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach fest­ge­legt: Zah­lun­gen an Künst­ler oder Publi­zis­ten im Rah­men der Tätig­keit eines dem Grun­de nach abga­be­pflich­ti­gen Unter­neh­mens, die nicht zu den in § 24 KSVG auf­ge­zähl­ten Tätig­keits­be­rei­chen gehö­ren, müs­sen vom Unter­neh­mer weder auf­ge­zeich­net noch der Künst­ler­so­zi­al­kas­se gemel­det wer­den 9. Wird bei einem Unter­neh­men, das über ein brei­tes, aus­dif­fe­ren­zier­tes Betä­ti­gungs­feld mit abgrenz­ba­ren Tätig­keits­be­rei­chen ver­fügt, kei­ne ent­spre­chen­de Kon­kre­ti­sie­rung der von der Abga­be­pflicht erfass­ten Tätig­kei­ten vor­ge­nom­men, fehlt dem Erfas­sungs­be­reich ggf die nach § 33 SGB X erfor­der­li­che hin­rei­chen­de Bestimmt­heit. Die Kon­kre­ti­sie­rung trägt in die­sen Fäl­len den Inter­es­sen aller am KSVG-Rechts­ver­hält­nis Betei­lig­ten Rech­nung und dient dar­über hin­aus der Opti­mie­rung des Mel­de- und Abga­be­ver­fah­rens. Unter­neh­men, die ein dif­fe­ren­zier­tes und viel­schich­ti­ges Tätig­keits­spek­trum auf­wei­sen, sind auf eine sol­che Kon­kre­ti­sie­rung der von der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach erfass­ten Tätig­keits­be­rei­che ange­wie­sen, um den sich hier­aus erge­ben­den Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten nach­kom­men zu kön­nen und ein ord­nungs­wid­ri­ges Ver­hal­ten zu ver­mei­den (vgl § 36 Abs 2 KSVG). Die Künst­ler­so­zi­al­kas­se wird hier­durch nicht in der Wahr­neh­mung ihrer gesetz­li­chen Auf­ga­ben ein­schränkt, da sie selbst über den Umfang des Prü­fungs­ver­fah­rens vor Erlass eines Abga­be­be­schei­des und damit auch über den Gegen­stand eines nach­fol­gen­den gericht­li­chen Ver­fah­rens ent­schei­det. Erge­ben sich nach dem Abschluss eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens Anhalts­punk­te für wei­te­re abga­be­pflich­ti­ge, aber orga­ni­sa­ti­ons­mä­ßig abgrenz­ba­re Tätig­keits­be­rei­che des betref­fen­den Unter­neh­mens, bleibt es der Künst­ler­so­zi­al­kas­se unbe­nom­men, inso­weit ein neu­es – ergän­zen­des – Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten.
Im vor­lie­gen­den Fall muss­te bereits im Erfas­sungs­be­scheid der von der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach erfass­te Tätig­keits­be­reich näher umschrie­ben wer­den, um von einer hin­rei­chen­den Bestimmt­heit des Beschei­des aus­ge­hen zu kön­nen, weil die Kunst- und Kul­tur­för­de­rung des Lan­des Ber­lin eine Viel­zahl unter­schied­li­cher, aber orga­ni­sa­ti­ons­mä­ßig abgrenz­ba­rer Wir­kungs­krei­se umfasst. Das Land ist Betrei­ber zahl­rei­cher kul­tu­rel­ler und musea­ler Ein­rich­tun­gen und betreut eine Viel­zahl kul­tu­rel­ler Pro­jek­te. Auf­grund die­ser Auf­ga­ben­viel­falt sind für ein­zel­ne the­ma­tisch abgrenz­ba­re Berei­che inner­halb der für Kul­tur zustän­di­gen Abtei­lung der Senats­kanz­lei orga­ni­sa­to­risch abgrenz­ba­re Ver­wal­tungs­ein­hei­ten (Refe­ra­te) gebil­det wor­den. So besteht etwa für Ange­le­gen­hei­ten der För­de­rung von Künst­le­rin­nen und Künst­lern, Pro­jek­ten und Frei­en Grup­pen ein eigen­stän­di­ges Fach­re­fe­rat (Abtei­lung V Refe­rat D – Orga­ni­gramm der Senats­kanz­lei, Stand 04/​2012), wäh­rend zB für Ange­le­gen­hei­ten der Ein­rich­tungs­för­de­rung (für Büh­nen, Orches­ter usw) ein ande­res Fach­re­fe­rat zustän­dig ist 10. Die­se einem Fach­re­fe­rat zuge­wie­se­nen Tätig­keits­be­rei­che der Kul­tur­för­de­rung kön­nen jeweils den Gegen­stand eines geson­der­ten Prü­fungs­ver­fah­rens nach § 24 KSVG bil­den. Dem hat die Beklag­te in dem ange­foch­te­nen Bescheid/​Wider­spruchs­be­scheid im Ergeb­nis selbst Rech­nung getra­gen, weil sie sich allein auf die durch den Klä­ger – sei­ner­zeit noch im Aus­stel­lungs­raum "Kunst­Bank" – durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen mit Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst gestützt hat.
Die von der Beklag­ten im Gerichts­ver­fah­ren begehr­te Erwei­te­rung des Streit­ge­gen­stan­des auf die Erfas­sung der gesam­ten Tätig­keit des Klä­gers im Bereich der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung wäre nur unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 99 SGG mög­lich gewe­sen, weil die­se Erwei­te­rung mit einer Ände­rung des Kla­ge­grun­des – also des his­to­ri­schen Lebens­sach­ver­halts, aus dem der Klä­ger sei­nen Anspruch her­lei­tet – ver­bun­den gewe­sen wäre (§ 99 Abs 3 SGG). Eine Kla­ge­än­de­rung hat im Ver­fah­ren vor dem Sozi­al­ge­richt und Lan­des­so­zi­al­ge­richt nicht statt­ge­fun­den, weil sie von den Vor­in­stan­zen offen­sicht­lich nicht als sach­dien­lich ange­se­hen wor­den ist und der Klä­ger einer sol­chen Ände­rung nicht zuge­stimmt hat (§ 99 Abs 1 SGG); sie ist im Revi­si­ons­ver­fah­ren unzu­läs­sig (§ 168 S 1 SGG). Ob im Fal­le einer zuläs­si­gen Kla­ge­än­de­rung auch die wei­te­ren Sachur­teils­vor­aus­set­zun­gen vor­ge­le­gen hät­ten, bedarf hier kei­ner nähe­ren Dar­le­gung.
Die somit allein streit­ge­gen­ständ­li­che kunst­för­dern­de Tätig­keit des Klä­gers in Form der Prä­sen­ta­ti­on von Sti­pen­dia­ten­wer­ken aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen ist aller­dings weder an einen bestimm­ten Aus­stel­lungs­raum noch an eine bestimm­te Pro­jekt­be­zeich­nung gebun­den. Daher ist die zum 1.2.2006 erfolg­te Schlie­ßung des ursprüng­lich für die Prä­sen­ta­ti­on der Sti­pen­dia­ten­wer­ke genutz­ten Aus­stel­lungs­raums "Kunst­Bank", des­sen Bezeich­nung zugleich als Pro­jekt­na­me dien­te, für das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren ohne Bedeu­tung, weil auch in der Fol­ge­zeit – bis heu­te – eine die­sem Pro­jekt inhalt­lich ver­gleich­ba­re Kul­tur­för­de­rung statt­fin­det, wenn auch unter einer neu­en Bezeich­nung und in ande­ren Räum­lich­kei­ten.
Gegen­stand des Ver­fah­rens ist nur der Erfas­sungs­be­scheid vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006. Weder ist der vor Erlass des streit­ge­gen­ständ­li­chen Wider­spruchs­be­schei­des ergan­ge­ne Abga­be­be­scheid vom 18.1.2006 nach § 86 SGG Gegen­stand des Wider­spruchs­ver­fah­rens gewor­den noch ist der die­sen ändern­de und zwi­schen dem Erlass des Wider­spruchs­be­schei­des und der Erhe­bung der Kla­ge ergan­ge­ne Bescheid vom 22.3.2006 (Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null) ent­spre­chend dem in §§ 86, 96 SGG ent­hal­te­nen Rechts­ge­dan­ken Gegen­stand des Kla­ge­ver­fah­ren gewor­den, weil die­se die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben (KSA) betref­fen­den Beschei­de den ange­foch­te­nen Erfas­sungs­be­scheid weder ändern noch ergän­zen. Erfas­sungs- und Abga­be­be­scheid betref­fen viel­mehr jeweils unter­schied­li­che Rege­lungs­ge­gen­stän­de 11.
Die auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu beach­ten­den Sachur­tei­lungs­vor­aus­set­zun­gen lie­gen vor. Ver­fah­rens­be­tei­ligt auf der Klä­ger­sei­te ist das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger der Behör­de, auf wel­che die Auf­ga­ben der zum Zeit­punkt des Beschei­der­las­ses zustän­di­gen Aus­füh­rungs­be­hör­de über­ge­gan­gen sind (§ 70 Nr 1 SGG iVm § 4 Abs 1 des Geset­zes über die Zustän­dig­keit in der All­ge­mei­nen Ber­li­ner Ver­wal­tung – AZG – iVm Nr 17 des All­ge­mei­nen Zustän­dig­keits­ka­ta­logs zu § 4 Abs 1 S 1 – Zust­Kat AZG iVm Abschnitt I Nr 36 Geschäfts­ver­tei­lung des Senats von Ber­lin vom 20.2.2007 12 ). Eine Betei­lig­ten­fä­hig­keit der Behör­de selbst (§ 70 Nr 3 SGG) ist im Lan­des­recht Ber­lins nicht vor­ge­se­hen.
Zuläs­si­ge Kla­ge­art ist die – hier auch so erho­be­ne – Anfech­tungs­kla­ge (§ 54 Abs 1 S 1 SGG). Die­se hat sich durch die Schlie­ßung des Aus­stel­lungs­rau­mes "Kunst­Bank" zum 1.2.2006 nicht pro­zes­su­al erle­digt, weil der ange­foch­te­ne Erfas­sungs­be­scheid zum einen die recht­li­che Grund­la­ge für die Zah­lung der KSA im Zeit­raum bis 1.2.2006 bil­den kann und zum ande­ren der Klä­ger auch nach die­sem Zeit­punkt noch eine dem Pro­jekt "Kunst­Bank" inhalt­lich ver­gleich­ba­re öffent­li­che Künst­ler­för­de­rung betrie­ben hat und wei­ter­hin betreibt. So sind die künst­le­ri­schen Wer­ke von Sti­pen­dia­ten aus dem För­der­zeit­raum 2005/​2006 auf Initia­ti­ve der sei­ner­zeit noch für die Künst­ler­för­de­rung zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur in Zusam­men­ar­beit mit dem NBK in den Räum­lich­kei­ten der "Stif­tung Ber­li­ni­sche Gale­rie" aus­ge­stellt wor­den. Auch nach dem Wech­sel der Zustän­dig­keit in den Auf­ga­ben­be­reich der Senats­kanz­lei wer­den unter deren Feder­füh­rung wei­ter­hin die Wer­ke von geför­der­ten Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen prä­sen­tiert. Im Jahr 2007 fand zwar kei­ne sol­che Aus­stel­lung statt, aber seit 2008 wer­den die Prä­sen­ta­tio­nen in Zusam­men­ar­beit mit der "Neu­en Gesell­schaft für Bil­den­de Kunst e.V." in deren Räu­men durch­ge­führt. Die Tat­sa­che, dass die­se Aus­stel­lun­gen nicht mehr im Aus­stel­lungs­raum und unter der Pro­jekt­be­zeich­nung "Kunst­Bank" ver­an­stal­tet wer­den, ist des­halb uner­heb­lich; sie sind Teil der vom Klä­ger orga­ni­sier­ten Sti­pen­dia­ten­för­de­rung und die­ser ist wei­ter­hin in die Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung ent­spre­chen­der Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­bun­den.
Das für die Durch­füh­rung der Anfech­tungs­kla­ge not­wen­di­ge Rechts­schutz­be­dürf­nis liegt eben­falls vor. Es wird ins­be­son­de­re nicht durch die mit Bescheid vom 22.3.2006 erfolg­te Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null aus­ge­schlos­sen, denn die hier streit­ge­gen­ständ­li­che Abga­be­pflicht dem Grun­de nach besteht unab­hän­gig davon, ob tat­säch­lich Ent­gel­te für künst­le­ri­sche oder publi­zis­ti­sche Leis­tun­gen gezahlt wer­den, von denen die Künst­ler­so­zi­al­kas­se zu ent­rich­ten ist 13. Maß­geb­lich hier­für ist die unmit­tel­bar aus der Sys­te­ma­tik des KSVG fol­gen­de zwei­pha­si­ge Aus­ge­stal­tung des Ver­fah­rens zur Fest­stel­lung und Erhe­bung der Künst­ler­so­zi­al­kas­se, mit einer dem Abga­be­recht ver­gleich­ba­ren Unter­schei­dung zwi­schen der Künst­ler­so­zi­al­kas­sen-Pflicht und der Künst­ler­so­zi­al­kas­sen-Schuld 14. Obwohl der Gesetz­ge­ber bei den in § 24 Abs 1 S 1 KSVG genann­ten Unter­neh­men als typisch unter­stellt, dass sie Leis­tun­gen selbst­stän­di­ger Künst­ler oder Publi­zis­ten in Anspruch neh­men und mit­hin Ent­gel­te für deren Leis­tun­gen zah­len, gehört die ent­gelt­li­che Inan­spruch­nah­me sol­cher Leis­tun­gen in der Regel nicht zum Erfas­sungs­tat­be­stand (anders: § 24 Abs 1 S 2 und Abs 2 KSVG). Zudem erge­ben sich bereits aus der Fest­stel­lung der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach belas­ten­de Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten (vgl §§ 27 ff KSVG), die den Betrof­fe­nen selbst im Fal­le der spä­te­ren Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null beschwe­ren kön­nen und des­halb die Anfech­tungs­mög­lich­keit des Erfas­sungs­be­schei­des recht­fer­ti­gen.
Der Erfas­sungs­be­scheid der Beklag­ten vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006 ist im Ergeb­nis for­mell und mate­ri­ell recht­mä­ßig. Der Bescheid ist gegen den rich­ti­gen Adres­sa­ten gerich­tet, der ein Unter­neh­men iS von § 24 KSVG betreibt. Zwar han­delt es sich dabei weder um eine Gale­rie noch um einen Kunst­han­del und auch nicht um ein sons­ti­ges Unter­neh­men iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG; der Klä­ger ist jedoch nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG zur KSA ver­pflich­tet, weil er Wer­bung oder Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te betreibt.
Der ange­foch­te­ne Bescheid ist gegen den rich­ti­gen Adres­sa­ten erlas­sen wor­den. Zum Zeit­punkt der Beschei­der­tei­lung fie­len die Ange­le­gen­hei­ten der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung in die Zustän­dig­keit der Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur 15. Im Zuge der 2006/​2007 vor­ge­nom­me­nen Neu­struk­tu­rie­rung der Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur wur­de das Res­sort Kul­tur in die Zustän­dig­keit der Senats­kanz­lei über­führt 16, wel­che inso­weit als Nach­fol­ge­be­hör­de der Senats­ver­wal­tung fun­giert.
Ohne Bedeu­tung ist es, dass die Adres­sie­rung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Beschei­de an die ursprüng­lich zustän­di­ge Aus­füh­rungs­be­hör­de – die Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur – erfolgt ist, ohne das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger zu benen­nen. Bei objek­ti­ver Betrach­tungs­wei­se bezieht sich der Rege­lungs­ge­halt der Beschei­de unzwei­fel­haft auf das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger der öffent­li­chen Kunst- und Kul­tur­för­de­rung und nicht auf die sei­ner­zeit zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur als aus­füh­ren­de Behör­de 17.
Rechts­grund­la­ge für die Ein­be­zie­hung des Klä­gers in den Kreis der abga­be­pflich­ti­gen Ver­wer­ter künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen ist § 24 Abs 1 KSVG in der hier maß­geb­li­chen Fas­sung durch das Zwei­te Gesetz zur Ände­rung des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes und ande­rer Geset­ze vom 13.6.2001 18. Danach sind Unter­neh­mer dem Grun­de nach zur KSA ver­pflich­tet, wenn sie eines der in § 24 KSVG genann­ten kunst­ver­mark­ten­den bzw kunst­ver­wer­ten­den Unter­neh­men betrei­ben.
Der Klä­ger betreibt mit der Prä­sen­ta­ti­on der Wer­ke geför­der­ter Sti­pen­dia­ten – hier aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst – in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen ein Unter­neh­men iS des § 24 KSVG. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Klä­ger als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts mit die­ser Art der Kunst­för­de­rung kei­ne Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht ver­folgt, son­dern in Wahr­neh­mung öffent­li­cher Auf­ga­ben han­delt (§ 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Zust­Kat AZG). Im KSVG gilt ein sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher, am Zweck des KSVG aus­ge­rich­te­ter Unter­neh­mer­be­griff 19. Maß­ge­bend für die­sen Unter­neh­mer­be­griff ist nicht eine mit Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht vor­ge­nom­me­ne Ver­mark­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Leis­tun­gen, son­dern deren Inan­spruch­nah­me und Ver­wer­tung für eige­ne Zwe­cke. Daher unter­lie­gen auch juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts der Abga­be­pflicht nach § 24 KSVG, und zwar selbst dann, wenn sie – wie vor­lie­gend – bei der Ver­wer­tung von Kunst oder Publi­zis­tik gera­de in Erfül­lung öffent­li­cher Auf­ga­ben tätig wer­den 20.
Der Klä­ger betreibt die­se Tätig­keit auch mit der für den Begriff des Unter­neh­mens erfor­der­li­chen Nach­hal­tig­keit, dh nicht nur gele­gent­lich. Das Erfor­der­nis der Nach­hal­tig­keit setzt eine auf Wie­der­ho­lung und unbe­stimm­te Dau­er ange­leg­te Betä­ti­gung vor­aus 21. Hier­für sind sowohl Bedeu­tung und Umfang der Betä­ti­gung als auch deren Häu­fig­keit im Jahr maß­ge­bend. Dabei ist die Häu­fig­keit einer Ver­an­stal­tung in ihrer Bedeu­tung für die Abga­be­pflicht umso gerin­ger, je umfang­rei­cher und geziel­ter die orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­be­rei­tun­gen sind. Umge­kehrt liegt bei einer Häu­fig­keit von zwei bis drei Ver­an­stal­tun­gen pro Jahr auch ohne wei­ter­rei­chen­de Pla­nung und Orga­ni­sa­ti­on eine hin­rei­chend inten­si­ve unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit vor, um sie der Abga­be­pflicht nach dem KSVG zu unter­wer­fen 22. Die vom Klä­ger in Zusam­men­ar­beit mit dem NBK und spä­ter mit der "Neu­en Gesell­schaft für Bil­den­de Kunst e.V." orga­ni­sier­ten und im monat­li­chen Wech­sel statt­fin­den­den Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen erfül­len die­se Vor­aus­set­zun­gen, zumal die Vor­be­rei­tung die­ser Aus­stel­lun­gen mit einem nicht unbe­deu­ten­den orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand ver­bun­den ist (Wer­bung durch Fly­er im Vor­feld der Aus­stel­lung, Erstel­lung von Pres­se­infor­ma­ti­on, Erar­bei­tung des Aus­stel­lungs­kon­zepts, Kon­takt mit den Künst­lern usw).
Soweit das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in stän­di­ger Recht­spre­chung für den Unter­neh­mens­be­griff des KSVG neben einer nach­hal­ti­gen Tätig­keit die Absicht der Erzie­lung von Ein­nah­men for­dert 23, ist die­se Vor­aus­set­zung vor­lie­gend eben­falls erfüllt. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat es in die­sem Zusam­men­hang als aus­rei­chend ange­se­hen, wenn zwi­schen der Ver­wer­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Leis­tun­gen und der Erzie­lung von Ein­nah­men nur eine mit­tel­ba­re Ver­bin­dung besteht. Es genügt inso­weit, dass die Kunst­ver­wer­tung im Zusam­men­hang mit Auf­ga­ben steht, die aus Haus­halts­zu­wei­sun­gen, aus Bei­trä­gen oder aus ande­ren Ein­nah­men finan­ziert wer­den 24. Dabei kön­nen die unter­schied­lichs­ten Tätig­keits­be­rei­che betrof­fen sein; ent­schei­dend ist, dass es sich um die Erfül­lung einer öffent­li­chen Auf­ga­be han­deln muss. So liegt es hier – sowohl die Sti­pen­dia­ten­för­de­rung im Bereich der Bil­den­den Kunst als auch die Durch­füh­rung von Aus­stel­lun­gen in die­ser Spar­te wer­den durch Haus­halts­mit­tel des Lan­des Ber­lin finan­ziert 25.
Der Klä­ger betreibt mit der Prä­sen­ta­ti­on der Wer­ke geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst – ent­ge­gen der ursprüng­li­chen Annah­me der Beklag­ten im Erfas­sungs­be­scheid – weder eine Gale­rie noch einen Kunst­han­del iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG.
Nach die­ser Vor­schrift sind Unter­neh­mer zur KSA ver­pflich­tet, die mit Wer­ken der Bil­den­den Kunst Han­del trei­ben. Wäh­rend der Ober­be­griff des Kunst­han­dels nicht an eine Räum­lich­keit gebun­den ist und somit zB auch den Kata­log- und Inter­net­han­del mit Wer­ken der Bil­den­den Kunst umfasst, umschreibt der Gale­rie­be­griff des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG den sta­tio­nä­ren Kunst­han­del, bei dem Wer­ke der Bil­den­den Kunst in eigens dafür unter­hal­te­nen Räum­lich­kei­ten mit der nach außen erkenn­ba­ren Absicht ihres Ver­kaufs aus­ge­stellt wer­den. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat bereits in einer frü­he­ren Ent­schei­dung den (beab­sich­tig­ten) Han­del mit Kunst als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für den Gale­rie­be­griff des KSVG gewer­tet 26. An die­ser Aus­le­gung des Gale­rie­be­griffs wird fest­ge­hal­ten. Hier­für spricht neben der die­ser Begriff­lich­keit in Fach­krei­sen bei­gemes­se­nen Bedeu­tung auch der Sinn und Zweck des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG gere­gel­ten Abga­ben­tat­be­stands und des­sen sys­te­ma­ti­sche Stel­lung. Gale­ri­en sind Mitt­ler zwi­schen Künst­lern und inter­es­sier­ten Samm­lern oder Muse­en. Die Auf­ga­be des Gale­ris­ten besteht ua dar­in, unbe­kann­te Künst­ler zu ent­de­cken, durch die Aus­stel­lung ihrer Wer­ke zu för­dern und an den Kunst­markt her­an­zu­füh­ren (vgl Berufs­bild "Gale­rist" des Ver­ban­des Deut­scher Kunst­his­to­ri­ker e.V.), dh die Aus­stel­lung der Wer­ke erfolgt mit dem Ziel ihres Ver­kaufs. Dem­entspre­chend wird die Auf­ga­be des Gale­ris­ten in Fach­krei­sen als im Span­nungs­feld zwi­schen Kunst und Wirt­schaft­lich­keit ste­hend beschrie­ben. Bestä­tigt wird die­se Aus­le­gung des Begriffs "Gale­rie" durch den Umstand, dass der Abga­be­tat­be­stand des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG neben den Gale­ri­en auch den Kunst­han­del als abga­be­pflich­ti­ge Unter­neh­mens­form bezeich­net. Bei Unter­neh­men des Kunst­han­dels steht eben­falls die Ver­mark­tung künst­le­ri­scher Wer­ke im Vor­der­grund. Einen Kunst­han­del betreibt, wer künst­le­ri­sche Wer­ke mit dem Ziel der Wei­ter­ver­äu­ße­rung erwirbt oder sie in Kom­mis­si­on nimmt 27. Die Zusam­men­fas­sung von Gale­ri­en und Kunst­hand­lun­gen in einem Abga­be­tat­be­stand zeigt, dass auch der Gale­rie­be­griff die Absicht der Kunst­ver­mark­tung vor­aus­setzt. Bei bei­den in § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG auf­ge­zähl­ten Unter­neh­mern unter­stellt der Gesetz­ge­ber als typisch, dass sie Leis­tun­gen selbst­stän­di­ger Bil­den­der Künst­ler gegen Ent­gelt in Anspruch neh­men, um dar­aus Ein­nah­men zu erzie­len 28, sie also zu ver­mark­ten.
Hier­von aus­ge­hend betreibt der Klä­ger mit dem Kunst­för­der­pro­jekt "Kunst­Bank" bzw mit inhalt­lich ver­gleich­ba­ren För­der­pro­gram­men kei­ne Gale­rie und auch kei­nen Kunst­han­del iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG. Zwar initi­iert und orga­ni­siert er im monat­li­chen Wech­sel öffent­li­che Aus­stel­lun­gen für die von ihm durch Arbeits­sti­pen­di­en geför­der­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst, die bis zum 1.2.2006 sogar in einem eigens dafür vor­ge­hal­te­nen Raum der Senats­ver­wal­tung statt­fan­den. Aller­dings war nach den die Revi­si­ons­in­stanz bin­den­den Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) ein Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke durch den Klä­ger oder die aus­stel­len­den Künst­ler weder vor­ge­se­hen noch ist eine ent­spre­chen­de Ver­kaufs­ab­sicht anhand objek­ti­ver Umstän­de spä­ter erkenn­bar gewor­den. Es han­delt sich nicht um eine Verkaufs‑, son­dern um eine rei­ne Prä­sen­ta­ti­ons­aus­stel­lung, die nicht der Ver­mark­tung der aus­ge­stell­ten künst­le­ri­schen Wer­ke dient. Die von den Sti­pen­dia­ten erstell­ten künst­le­ri­schen Wer­ke wer­den ledig­lich im Rah­men einer öffent­li­chen Aus­stel­lung prä­sen­tiert, um einer­seits die All­ge­mein­heit über die Ergeb­nis­se der aus Haus­halts­mit­teln finan­zier­ten Kunst- und Kul­tur­för­de­rung zu infor­mie­ren und ande­rer­seits die geför­der­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit vor­zu­stel­len. Die aus­ge­stell­ten und nicht preis­lich aus­ge­zeich­ne­ten Kunst­wer­ke wer­den nach dem Ende des Aus­stel­lungs­zeit­raums an die Künst­ler zurück­ge­ge­ben. Soweit ein­zel­ne Aus­stel­lungs­stü­cke nach dem Ende der Aus­stel­lung von den Künst­lern ver­kauft wer­den, bestehen kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass die Kon­takt­auf­nah­me zwi­schen den aus­stel­len­den Künst­lern und den End­ab­neh­mern durch die vom Klä­ger initi­ier­ten Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen kon­kret geför­dert wor­den ist. Der Klä­ger hat weder orga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tu­ren für den Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke zur Ver­fü­gung gestellt noch hat er vom Ver­kauf der Wer­ke in finan­zi­el­ler Hin­sicht – etwa durch Zah­lung einer Pro­vi­si­on – pro­fi­tiert 29.
Dass sich der Klä­ger aus­weis­lich sei­ner Home­page mit dem Kul­tur­för­der­pro­jekt "Kunst­Bank" als Teil der Ber­li­ner Gale­rie­sze­ne ver­stan­den hat, steht die­sem Ergeb­nis nicht ent­ge­gen. Der Gale­rie­be­griff des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG ist in dem recht­li­chen Kon­text aus­zu­le­gen, in dem er ver­wen­det wird. Bei die­ser Aus­le­gung ist das Gericht nicht an die Ein­schät­zung der Betei­lig­ten gebun­den.
Recht­lich zutref­fend hat die Vor­in­stanz auch die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG als nicht erfüllt ange­se­hen. Danach sind die Betrei­ber von Thea­ter-, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­tio­nen sowie sons­ti­ge Unter­neh­men zur Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­tet, deren wesent­li­cher Zweck dar­auf gerich­tet ist, für die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen zu sor­gen.
Zwar schei­det die Abga­be­pflicht des Klä­gers nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG nicht bereits des­halb aus, weil die Dar­bie­tung von Wer­ken der Bil­den­den Kunst in den Abga­be­tat­be­stän­den des § 24 Abs 1 S 1 Nr 2 und 6 KSVG eine spe­zi­el­le Rege­lung erfah­ren hat 30. Denn der Gesetz­ge­ber hat nach dem Inkraft­tre­ten des KSVG ein Bedürf­nis dafür gese­hen, neben der detail­lier­ten Auf­füh­rung typi­scher Kunst­ver­wer­ter Auf­fang­tat­be­stän­de zu schaf­fen, um nicht nur die Ver­mark­ter, son­dern auch die Ver­wer­ter von Kunst im Inter­es­se der Gleich­be­hand­lung mög­lichst umfas­send in die Abga­be­pflicht ein­zu­be­zie­hen 31. Dem dien­te ins­be­son­de­re die mit Gesetz vom 20.12.1988 32 ein­ge­führ­te Erwei­te­rung des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG gere­gel­ten Abga­be­tat­be­stan­des um die sog "klei­ne Gene­ral­klau­sel" 33. Der Klä­ger betreibt mit der Orga­ni­sa­ti­on von Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen im Bereich der Bil­den­den Kunst indes kein "sons­ti­ges Unter­neh­men", des­sen wesent­li­cher Zweck auf die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher Wer­ke gerich­tet ist.
Der wesent­li­che Zweck eines Unter­neh­mens, der nicht mit sei­nem über­wie­gen­den Zweck gleich­zu­set­zen ist 34, wird durch sei­ne prä­gen­den Auf­ga­ben und Zie­le gekenn­zeich­net 35. Bei Behör­den oder öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wird der wesent­li­che Unter­neh­mens­zweck durch die ihnen gesetz­lich zuge­wie­se­nen Pflicht­auf­ga­ben bestimmt 36. Hier­von aus­ge­hend sind die Vor­aus­set­zun­gen des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG gere­gel­ten Abga­be­tat­be­stands nicht erfüllt. Zwar ist das Land Ber­lin auf­grund des ver­fas­sungs­recht­li­chen Auf­trags zum Schutz und zur För­de­rung der Kul­tur (Art 20 Abs 2 Ver­fas­sung des Lan­des Ber­lin) auch für die Lan­des­an­ge­le­gen­hei­ten der Kul­tur zustän­dig (§ 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Abs 2 Zust­Kat AZG), ohne aller­dings nach dem Gesetz zu einer bestimm­ten Art der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung ver­pflich­tet zu sein. Das Land kann viel­mehr im Rah­men der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­zu­wei­sung und unter Berück­sich­ti­gung der hier­für im Haus­halts­plan zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel über Art und Umfang die­ser För­de­rung nach frei­em Ermes­sen ent­schei­den. Die Kunst- und Kul­tur­för­de­rung im All­ge­mei­nen und die Sti­pen­dia­ten­för­de­rung im Bereich der Bil­den­den Kunst im Beson­de­ren sind somit kei­ne lan­des­recht­li­che Pflicht­auf­ga­be und gehö­ren des­halb nicht zu den wesent­li­chen Auf­ga­ben des Lan­des Ber­lin.
Aus die­sem Grun­de kann hier offen­blei­ben, ob aus der in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG vor­ge­nom­me­nen gesetz­li­chen Gleich­stel­lung der "sons­ti­gen Unter­neh­men" mit Theater‑, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­tio­nen folgt, dass von der "klei­nen Gene­ral­klau­sel" nur sol­che Unter­neh­men erfasst wer­den, die am Markt über­wie­gend wie eine Theater‑, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­ti­on fun­gie­ren und deren Orga­ni­sa­ti­on und Arbeits­wei­se der­je­ni­gen der benann­ten Unter­neh­men ent­spricht 37 – etwa Pro­mo­ti­on-, Event- und Wer­be­agen­tu­ren oder sons­ti­ge kul­tu­rel­le Unter­neh­mun­gen 38.
Der Klä­ger ist jedoch nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG zur KSA ver­pflich­tet. Nach die­ser Vor­schrift unter­lie­gen Unter­neh­mer der Abga­be­pflicht, die Wer­bung oder Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te betrei­ben.
Der Klä­ger betreibt mit der Ver­öf­fent­li­chung von Pres­se­mit­tei­lun­gen und Fly­ern über die von ihm initi­ier­ten Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen sowie mit dem sei­ner­zeit für das Kul­tur­för­der­pro­jekt "Kunst­Bank" gestal­te­ten Inter­net­auf­tritt Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit für die aus­stel­len­den Künst­le­rin­nen und Künst­ler. Der in § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG ver­wen­de­te Begriff der Wer­bung beschränkt sich nicht auf die posi­ti­ve Dar­stel­lung eines Unter­neh­mens in der Öffent­lich­keit und sei­ner Leis­tun­gen (Image­pfle­ge) zum Zwe­cke der Gewin­nung von Kun­den im Sin­ne einer kom­mer­zi­el­len Waren- bzw Pro­dukt­wer­bung 39, son­dern er gilt auch dann, wenn unter Ein­satz von Wer­be­mit­teln auf eine bestimm­te Per­son und ihr Wir­ken oder eine bestimm­te Ver­an­stal­tung auf­merk­sam gemacht wird. Öffent­lich­keits­ar­beit im Sin­ne des § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG ist durch das metho­di­sche Bemü­hen eines Unter­neh­mens, einer Insti­tu­ti­on, einer Grup­pe oder einer Per­son um das Ver­ständ­nis und das Ver­trau­en der Öffent­lich­keit durch den Auf­bau und die Pfle­ge von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­zie­hun­gen gekenn­zeich­net 40.
Mit dem Inter­net­auf­tritt der Senats­ver­wal­tung zum Kul­tur­för­der­pro­jekt "Kunst­Bank", den im Vor­feld aller Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen erstell­ten Fly­ern und den durch die Senats­ver­wal­tung bzw Senats­kanz­lei ver­öf­fent­lich­ten Pres­se­mit­tei­lun­gen über die Sti­pen­dia­ten sowie die aus­ge­stell­ten Wer­ke beab­sich­tigt der Klä­ger einer­seits, die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit zum Besuch der Aus­stel­lun­gen zu ver­an­las­sen, um so einen publi­kums­wirk­sa­men Nach­weis sei­ner Kunst­för­de­rung zu erhal­ten; ander­seits ver­folgt er aber auch als wesent­li­ches Ziel, die geför­der­ten Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst einer brei­te­ren Öffent­lich­keit vor­zu­stel­len, sie bekannt zu machen und gleich­zei­tig einen Kon­takt zwi­schen den geför­der­ten Künst­lern und der Öffent­lich­keit her­zu­stel­len. Dies erfüllt den Tat­be­stand der Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te.
Ohne Bedeu­tung ist in die­sem Zusam­men­hang, dass der Auf­trag zur Wer­bung bzw Öffent­lich­keits­ar­beit vor­lie­gend nicht von den geför­der­ten Künst­lern – also einem Drit­ten – aus­geht. Viel­mehr ist es aus­rei­chend, wenn ent­spre­chen­de Auf­trä­ge von ande­rer Sei­te stam­men oder – gera­de im öffent­lich-recht­li­chen Bereich – Teil eines sozio-kul­tu­rel­len Pro­gramms sind, für das der Gesetz­ge­ber Haus­halts­mit­tel zur Ver­fü­gung stellt. Letz­te­res trifft im vor­lie­gen­den Fall zu, da die Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit Teil der Künst­ler­för­de­rung des Lan­des Ber­lin ist, die durch Haus­halts­mit­tel geför­dert wird 41.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 21. Juni 2012 – B 3 KS 2/​11 R
Foto­gra­fen sind kei­ne Künst­ler Wann sind Foto­gra­fen Künst­ler und wann nur Hand­wer­ker? Mit die­se Fra­ge hat­te sich jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg für den Bereich der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung zu beschäf­ti­gen: Gemäß…
SG Ber­lin, Gerichts­be­scheid vom 03.12.2009 – S 86 KR 663/​06[↩]
LSG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 15.07.2011 – L 1 KR 370/​09[↩]
BSG SozR 4 – 1500 § 51 Nr 4 RdNr 26 mwN[↩]
BSG SozR 3 – 4100 § 242q Nr 1 S 2 f[↩]
BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 20 S 126 f[↩]
vgl auch BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 7 S 37 f[↩]
offen­ge­las­sen in BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 7 S 39[↩]
vgl BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 92[↩]
BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 7 S 37 f – Rund­funk­an­stalt[↩]
Abtei­lung V Refe­rat B – aaO[↩]
stRspr, vgl BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 17 S 111 mwN zu § 96 SGG[↩]
ABl 2007, 986 ff[↩]
stRspr seit BSGE 64, 221, 223 = SozR 5425 § 24 Nr 2; zuletzt BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 8 RdNr 11[↩]
BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 8 RdNr 33 mwN[↩]
§§ 3, 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Abs 2 Zust­Kat AZG iVm dem Beschluss über die Geschäfts­ver­tei­lung des Senats vom 24.05.2002, ABl 2002, 2062[↩]
Abschnitt I Nr 33 bis 45 der Geschäfts­ver­tei­lung des Senats von Ber­lin vom 20.02.2007, ABl 2007, 986[↩]
ähn­lich BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 92[↩]
BGBl I 1027[↩]
BT-Drucks 11/​2964 S 18; BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 2 und 3[↩]
BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 97 f – sozia­le Künst­ler­för­de­rung durch einen Sozi­al­hil­fe­trä­ger; BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 – Bür­ger­funk[↩]
BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 10 S 56 f[↩]
vgl BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 mwN[↩]
BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 6 S 33 f – Mit­glie­der­zeit­schrift; BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 8 S 42 f – päd­ago­gi­sche Hoch­schu­le; BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 97 f – öffent­li­che Künst­ler­för­de­rung durch Sozi­al­hil­fe­trä­ger; BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 – Bür­ger­funk[↩]
vgl Über­sicht über die Kul­tur­aus­ga­ben der Haupt­ver­wal­tung des Lan­des Ber­lin, Stand 29.06.2007; Haus­halts­plan 2010/​2011 des Lan­des Ber­lin, S 71, 113[↩]
BSG, Urteil vom 21.08.1996 – 3 RK 31/​95 – SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 93; offen­ge­las­sen dage­gen in BSG, Urteil vom 31.08.2000 – B 3 KR 27/​99 R – SozR 3 – 5425 § 24 Nr 19 S 121[↩]
Brandmüller/​Zacher, KSVG, Stand Janu­ar 2002, § 24 S 11[↩]
BT-Drucks 8/​3172 S 19 f[↩]
anders in BSG, Urteil vom 20.04.1994 – 3/​12 RK 33/​92 – SozR 3 – 5425 § 24 Nr 5 S 30 – Kunst­ver­ein[↩]
in die­sem Sin­ne BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 19 S 122[↩]
BT-Drucks 11/​3629 S 6[↩]
BGBl I 2606[↩]
zum Begriff vgl BSG aaO[↩]
vgl dazu BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 4 RdNr 18[↩]
in die­sem Sin­ne auch BT-Drucks 13/​5108 S 17[↩]
BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 4 RdNr 17[↩]
so BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 17 S 115; anders mög­li­cher­wei­se BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 19 S 122[↩]
vgl Finke/​Brachmann/​Nordhausen, KSVG, 4. Aufl 2009, § 24 RdNr 100[↩]
vgl dazu BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 6 S 34; Erwei­te­rung durch BSG SozR 4 – 5425 § 24 Nr 2 RdNr 13 zur Erfas­sung von Waren­prä­sen­ta­tio­nen durch Ver­sand­ka­ta­lo­ge[↩]
Finke/​Brachmann/​Nordhausen, aaO, § 24 RdNr 137[↩]
vgl BSG SozR 3 – 5425 § 24 Nr 15 S 96 – sozia­le Künst­ler­för­de­rung durch einen Sozi­al­hil­fe­trä­ger[↩]
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