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Timestamp: 2016-10-24 22:01:11
Document Index: 160379628

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE']

8C_737/2011 (02.04.2012)
Die 1976 geborene L.________ war als Key Account Manager bei der X.________ AG t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert, als sie am 14. Dezember 2007 auf einer Treppe st�rzte. Dabei erlitt sie gem�ss den Berichten der Haus�rztin vom 18. Januar und 27. Februar 2008 namentlich Kontusionen u.a. im zervikalen Bereich. Die Mobiliar gew�hrte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Sie holte sodann nebst anderen Arztberichten ein medizinisches Gutachten des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH Orthop�dische Chirurgie, vom 21. April 2008 ein. Am 6. und 22. August 2008 best�tigte die Haus�rztin, es bestehe seit April 2008 wieder eine volle Arbeitsf�higkeit und die �rztliche Behandlung sei abgeschlossen. Am 3. Dezember 2008 meldete L.________ dem Unfallversicherer, sie sei seit 3. November 2008 wegen zervikalen Beschwerden arbeitsunf�hig. Die Mobiliar teilte ihr am 24. M�rz 2009 mit, hiebei handle es sich nicht um Folgen des Unfalls vom 14. Dezember 2007. Im Juni 2010 meldete die Arbeitslosenkasse dem Unfallversicherer einen R�ckfall. Zwischenzeitlich hatte am 29. September 2009 ein operativer Eingriff wegen einer Diskopathie C5/C6 mit Diskushernie stattgefunden. Die Mobiliar holte nebst Berichten der behandelnden �rzte ein Aktengutachten des Dr. med. G.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, vom 2. November 2010 ein. Mit Verf�gung vom 23. Dezember 2010 verneinte sie einen Anspruch auf erneute Leistungen mit der Begr�ndung, am 21. April 2008 sei bez�glich Unfallfolgen der status quo sine erreicht gewesen. Die im November 2008 aufgetretenen behandlungsbed�rftigen Beschwerden und die dadurch bewirkte Arbeitsunf�higkeit st�nden nicht in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 14. Dezember 2007. Daran hielt die Mobiliar auf die von L.________ erhobene Einsprache hin fest, wobei sie nebst der nat�rlichen nun auch die ad�quate Unfallkausalit�t der ab November 2008 aufgetretenen Beschwerden verneinte (Entscheid vom 30. M�rz 2011).
Beschwerdeweise beantragte L.________, in Aufhebung des Einspracheentscheides sei die Mobiliar zu verpflichten, gesetzliche und vertragliche Leistungen auszurichten; eventuell sei die Sache zum neuen Entscheid an den Versicherer zur�ckzuweisen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hiess die Beschwerde teilweise gut und �nderte den Einspracheentscheid insofern ab, dass die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung erst per 22. August 2008 einzustellen seien. Im �brigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (Entscheid vom 18. August 2011).
L.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung von Einsprache- und vorinstanzlichem Entscheid sei die Sache an die Mobiliar zur�ckzuweisen, damit diese �ber den Leistungsanspruch neu verf�ge.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), pr�ft die bei ihm angefochtenen Entscheide aber nur auf Rechtsverletzungen hin, die von den Beschwerdef�hrern geltend gemacht werden (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314 mit Hinweisen). Dabei gilt hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten eine qualifizierte R�gepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; 133 II 396 E. 3.1 S. 399).
Streitig und zu pr�fen ist, ob aus dem Unfall vom 14. Dezember 2007 ein Anspruch auf Leistungen f�r die ab November 2008 aufgetretenen Beschwerden besteht.
Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die Rechtsgrundlagen f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung und den hief�r nebst anderem erforderlichen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden im Grundfall wie bei einem R�ckfall, insbesondere auch bei Diskushernien, zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Erw�gungen �ber die zu beachtenden Beweisregeln. Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz ist, namentlich gest�tzt auf die Gutachten des Dr. med. M.________ vom 21. April 2008 und des Dr. med. G.________ vom 2. November 2010, zum Ergebnis gelangt, f�r die Beschwerden ab November 2008 bestehe mangels nat�rlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 14. Dezember 2007 kein Leistungsanspruch. Das gelte unabh�ngig davon, ob die nat�rliche Kausalit�t unter dem Gesichtswinkel einer direkten Unfallfolge oder eines R�ckfalls gepr�ft werde. Das ab November 2008 aufgetretene Beschwerdebild, welches am 29. September 2009 eine zervikale Spondylodese C5/6 notwendig gemacht und in der Folge - aufgrund der Lockerung eines Schraubenkopfes - eine Revisionsspondylodese an derselben Stelle erfordert habe, stehe �berwiegend wahrscheinlich nicht in einem nat�rlich kausalen Verh�ltnis zum Ereignis vom 14. Dezember 2007.
In der Beschwerde wird eingewendet, im Zusammenhang mit dem Gutachten G.________ sei der Anspruch der Versicherten auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 4 BV (recte seit Inkrafttreten der totalrevidierten Bundesverfassung am 1. Januar 2000: Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt worden. Aus diesem Grund sei der angefochtene Entscheid aufzuheben. Diese R�ge ist aufgrund ihrer formellen Natur vorab zu pr�fen.
4.1 Konkret wird zun�chst beanstandet, dass die Mobiliar der Versicherten den Namen des Gutachters vorg�ngig nicht mitgeteilt habe. Die Beschwerdef�hrerin habe sich daher vor der Erstellung der Expertise nicht zum Gutachter �ussern k�nnen.
Das kantonale Gericht hat hiezu erwogen, der Beschwerdef�hrerin sei durch die unterlassene Information �ber die Erteilung des Gutachterauftrags an Dr. med. G.________ kein Nachteil erwachsen. Das zeige sich darin, dass sie im Nachhinein keine (formellen) Ausstands- oder Ablehnungsgr�nde geltend gemacht habe und im kantonalen Verfahren explizit festhalte, die fachliche Qualit�t des Experten werde nicht in Frage gestellt.
In der Beschwerde wird nichts vorbracht, was diese Beurteilung in Frage stellen k�nnte. Die Versicherte macht einzig geltend, das Verh�ltnis zwischen der Mobiliar und dem Experten, insbesondere der Umfang von dessen Gutachtert�tigkeit f�r den Versicherer, sei nicht klar. Das kantonale Gericht hat diesbez�glich zutreffend (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.; 123 V 175 E. 3d S. 176 f.; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 1.3.1 S. 226, E. 1.3.3 S. 226 f. und E. 1.4 S. 227 f. mit Hinweisen) erwogen, dass selbst bei einem versicherungsinternen Experten nicht ohne Weiteres auf mangelnde Objektivit�t oder auf Voreingenommenheit zu schliessen w�re. Es bedarf hief�r vielmehr besonderer Umst�nde, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der gutachterlichen Beurteilung objektiv als begr�ndet erscheinen lassen. Damit hat es unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf rechtliches Geh�r sein Bewenden, zumal die Versicherte auch letztinstanzlich nicht n�her darlegt, welche besonderen Umst�nde im genannten Sinne sie denn nun gegen Dr. med. G.________ h�tte geltend machen wollen.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin sieht eine Verletzung ihres Geh�rsanspruchs sodann darin, dass sie von Dr. med. G.________ nicht pers�nlich untersucht wurde und ihm darum auch keine Fragen habe stellen k�nnen.
Der Umstand, dass ein medizinisches Gutachten gest�tzt auf die Akten, ohne pers�nliche Untersuchung der versicherten Person durch den Experten, erstellt wird, ber�hrt den Anspruch auf rechtliches Geh�r nicht. Der Geh�rsanspruch beinhaltet auch nicht die Berechtigung der versicherten Person, dem Experten in einer pers�nlichen Gegen�berstellung Fragen stellen zu k�nnen. Hat die versicherte Person Erg�nzungsfragen, kann sie diese denn auch noch nachtr�glich in schriftlicher Form stellen. Dass dies der Beschwerdef�hrerin hier verwehrt gewesen w�re, macht sie nicht geltend. Die R�ge einer Verletzung des Geh�rsanspruchs ist somit auch unter diesem Gesichtswinkel unbegr�ndet.
Liegt nach dem Gesagten kein formeller Mangel vor, bleibt die materielle Begr�ndetheit des angefochtenen Entscheides zu pr�fen. Als diesbez�gliche R�ge der Versicherten kann der Einwand verstanden werden, dass es sich bei der Expertise G.________ um ein Aktengutachten handle.
5.1 Vorab ist festzuhalten, dass das kantonale Gericht bei seiner Beurteilung nicht nur auf das Gutachten G.________, sondern namentlich auch auf die Expertise M.________ vom 21. April 2008 abgestellt hat. Diese wiederum beruht u.a. auf einer pers�nlichen Untersuchung der Versicherten durch den begutachtenden Facharzt.
5.2 Wie die Vorinstanz sodann zutreffend dargelegt hat, kann praxisgem�ss auch auf Aktengutachten abgestellt werden, wenn ein l�ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die �rztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 E. 7.2; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 170, U 245/05 E. 3.4; aus j�ngerer Zeit: Urteil 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht ist gest�tzt auf eine einl�ssliche und nachvollziehbare W�rdigung der medizinischen Akten zum Ergebnis gelangt, dass die dargelegten Voraussetzungen erf�llt sind und daher auf das Aktengutachten G.________ abgestellt werden kann. In der Beschwerde wird nichts vorgebracht, was eine andere Betrachtungsweise zu rechtfertigen verm�chte. Geltend gemacht wird, es fehle an einem klar definierten medizinischen Sachverhalt und an einem l�ckenlosen Untersuchungsbefund. Es wird indessen in keiner Weise dargetan und ist auch nicht ersichtlich, worin solche Unklarheiten oder L�cken bestehen sollen. Die Vorinstanz hat denn auch �berzeugend dargelegt, dass sich Dr. med. G.________ auf verschiedene aussagekr�ftige medizinische Vorberichte st�tzen konnte, welche ihrerseits auf eigenen Untersuchungen der Versicherten durch die Bericht erstattenden �rzte beruhen. Dazu geh�rt namentlich auch das Gutachten M.________ vom 21. April 2008. Die auf das Aktengutachten gerichteten Einw�nde sind mithin nicht geeignet, die vorinstanzliche Beurteilung in Frage zu stellen.
Die Beschwerdef�hrerin �ussert sich nicht zu den weiteren vorinstanzlichen Erw�gungen zu Sachverhalt und rechtlicher W�rdigung. Diese geben denn auch keinen Anlass zur Beanstandung. Damit ist die Beschwerde abzuweisen.