Source: https://www.haufe.de/steuern/rechtsprechung/veraeusserungsgewinn-einbringung-einer-freiberuflichen-einzelpraxi_166_73744.html
Timestamp: 2016-10-25 03:22:05
Document Index: 110935789

Matched Legal Cases: ['§ 175', '§ 24', '§ 24', '§ 175', '§ 16', '§ 24']

Veräußerungsgewinn: Einbringung einer freiberuflichen Einzelpraxi | Steuern | Haufe
08.01.2012 | Rechtsprechung
Veräußerungsgewinn: Einbringung einer freiberuflichen Einzelpraxis (BFH)
Der Wert, mit dem das eingebrachte Betriebsvermögen in der Bilanz der GbR auszuweisen ist, gilt zwingend als Veräußerungspreis des Einbringenden. Das Wahlrecht wird ausschließlich durch die aufnehmende Gesellschaft ausgeübt. EntscheidungsstichwörterBemessung des Veräußerungsgewinns aus der Einbringung einer freiberuflichen Einzelpraxis in eine Personengesellschaft nach deren Bilanzansätzen
Leitsatz1. Wird die Einzelpraxis eines Arztes in eine GbR eingebracht und werden deren Wirtschaftsgüter erst in einem späteren Ver¬anlagungszeitraum als dem der Einbringung in der Eröffnungsbilanz der GbR erfasst, stellt die Erstellung und Einreichung der Eröffnungsbilanz ein Ereignis mit steuerlicher Wirkung für die Vergangenheit i.S. des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO für die Bemessung des Einbringungsgewinns dar.2. Der Wert, mit dem das eingebrachte Betriebsvermögen in der Bilanz der GbR einschließlich der Ergänzungsbilanzen angesetzt wird, gilt gemäß § 24 Abs. 3 Satz 1 UmwStG zwingend als Veräußerungspreis des Einbringenden. Das Wahlrecht i.S. des § 24 Abs. 3 Satz 1 UmwStG wird ausschließlich durch die auf¬nehmende Personengesellschaft ausgeübt.3. Ein Veto- oder Mitspracherecht des Einbringenden besteht nicht (Anschluss an BFH-Urteil vom 25. April 2006 VIII R 52/04, BFHE 214, 40, BStBl II 2006, 847, m.w.N.). Eventuelle Abweichungen von einer vorherigen einvernehmlichen Festlegung der Bilanzansätze zwischen dem Einbringenden und der aufnehmenden Gesellschaft sind damit steuerrechtlich ohne Bedeutung (Anschluss an BFH-Urteil vom 26. Januar 1994 III R 39/91, BFHE 173, 338, BStBl II 1994, 458).Normenkette AO § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2EStG § 16UmwStG § 24 Abs. 3VerfahrensgangFG Düsseldorf vom 14. März 2008 2 K 2106/06 E (EFG 2008, 910)Urteil v. 12.10.2011, VIII R 12/08, veröffentlicht am 4.1.2012Haufe Online Redaktion
Die steuerliche Behandlung von Unternehmensumwandlungen hängt stark davon ab, ob an der Umwandlung EU-/EWR-Rechtsträger teilnehmen oder ein Drittstaatenbezug besteht. Die Ansässigkeit der beteiligten Rechtsträger kann insbesondere darüber entscheiden, ob stille Reserven fortgeführt werden können oder aufzudecken und ohne entsprechenden Liquiditätszufluss zu besteuern sind.Weiter