Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/b-14-as-103-11-r
Timestamp: 2019-02-16 07:44:20
Document Index: 132784158

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 12', '§ 2', 'BGH', '§ 12', '§ 253']

B 14 AS 103/11 R - Urteil BSG vom 22.08.2012
BSG 22.08.2012 - B 14 AS 103/11 R
vorgehend SG Aachen, 3. Februar 2009, Az: S 23 AS 2/08, Urteilvorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 21. März 2011, Az: L 20 AS 22/09, Urteil
§ 11 Abs 1 S 1 SGB 2 vom 24.12.2003
§ 11 Abs 3 Nr 1 Buchst a SGB 2 vom 24.12.2003
§ 11 Abs 3 Nr 2 SGB 2 vom 24.12.2003
§ 12 Abs 3 S 1 Nr 6 SGB 2
§ 2 Abs 3 S 3 AlgIIV vom 22.08.2005
Wegen seiner doppelten Funktion nimmt das Schmerzensgeld bei bedürftigkeitsabhängigen Sozialleistungen eine besondere Stellung ein. Es dient zum einen dem Ausgleich für erlittene Schmerzen und Leiden und soll den Geschädigten zugleich in die Lage versetzen, sich Erleichterungen und Annehmlichkeiten zu verschaffen, die die erlittenen Beeinträchtigungen wenigstens teilweise lindern. Darüberhinaus soll das Schmerzensgeld dem Verletzten Genugtuung für das verschaffen, was ihm der Schädiger angetan hat (stRspr des Bundesgerichtshofs , Großer Senat für Zivilsachen, Beschluss vom 6.7.1955 - GSZ 1/55 - BGHZ 18, 149 = Juris RdNr 14 und 15). Wegen dieser besonderen Funktion des Schmerzensgeldes hat die Rechtsprechung zum Sozialhilferecht über die im Bundessozialhilfegesetz festgelegte Freistellung des Schmerzensgeldes bei der Berücksichtigung als Einkommen hinaus eine Privilegierung auch bei der Berücksichtigung als Bestandteil des Vermögens entwickelt (Bundesverwaltungsgericht , Urteil vom 18.5.1995 - 5 C 22/93 - BVerwGE 98, 256). Das BSG geht - wie das BVerwG - davon aus, dass die Verwertung eines aus einer Schmerzensgeldzahlung stammenden Vermögens eine "Härte" bedeute (BSG Urteil vom 15.4.2008 - B 14/7b AS 6/07 R - SozR 4-4200 § 12 Nr 9 RdNr 17 ff). Diese weitergehende Privilegierung setzt aber voraus, dass das Vermögen in seiner (ggf noch) vorhandenen Höhe sich eindeutig auf die Schmerzensgeldzahlung nach § 253 Abs 2 BGB zurückführen lässt (vgl auch BVerwG Urteil vom 18.5.1995 - 5 C 22/93 - BVerwGE 98, 256).