Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/deutsche-krankenkassenbeitraege-fuer-franzoesische-zusatzrenten-1912
Timestamp: 2020-08-12 01:34:32
Document Index: 330304886

Matched Legal Cases: ['§ 180', '§ 248', 'Art 3', '§ 248', '§ 229', 'Art 14', 'Art 2', '§ 248', '§ 248', 'Art 3', 'Art 2', '§ 248', '§ 248', '§ 248', '§ 240', '§ 240']

Deutsche Krankenkassenbeiträge für französische Zusatzrenten | Außenwirtschaftslupe
Deutsche Krankenkassenbeiträge für französische Zusatzrenten
Ver­sor­gungs­be­zü­ge sind in der Kran­ken­ver­si­che­rung bei Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen wie bei frei­wil­lig Ver­si­cher­ten seit 1983 bei­trags­pflich­ti­ge Ein­nah­men (vgl § 180 Abs 5 bis 8 RVO [1]). Wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bereits in frü­he­ren Ent­schei­dun­gen [2] – an denen es fest­hält – aus­ge­führt hat, ist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht davon über­zeugt, dass § 248 SGB V ver­fas­sungs­wid­rig ist. Ins­be­son­de­re hat es dar­ge­legt, dass sich an der Zumut­bar­keit der jet­zi­gen Bei­trags­last auf Ver­sor­gungs­be­zü­ge nichts ändert, wenn die Belas­tung von Ver­sor­gungs­be­zie­hern im Ein­zel­fall – wie hier – auf­grund eines höhe­ren Anteils der Ver­sor­gung am indi­vi­du­el­len Arbeits­ein­kom­men höher ist.
Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat auch weder eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung im Ver­hält­nis zu frei­wil­lig ver­si­cher­ten Ren­ten­be­zie­hern gese­hen noch einen Ver­stoß gegen Art 3 Abs 1 GG ange­nom­men, soweit nach § 248 S 2 SGB V für Ver­sor­gungs­be­zü­ge im Sin­ne von § 229 Abs 1 S 1 Nr 4 SGB V, dh Ren­ten und Land­ab­ga­be­ren­ten nach dem Gesetz über die Alters­si­che­rung der Land­wir­te, wei­ter­hin nur der hal­be all­ge­mei­ne Bei­trags­satz gilt. Wei­ter hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt weder die Eigen­tums­ga­ran­tie des Art 14 Abs 1 GG als ver­letzt ange­se­hen noch die Ver­dop­pe­lung der Bei­trags­last auf Ver­sor­gungs­be­zü­ge als Ver­let­zung des Art 2 Abs 1 GG iVm dem rechts­staat­li­chen Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes bewer­tet. Das BVerfG [3] hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­so­zi­al­ge­richt vom 10. Mai 2006 [4] nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Im Zusam­men­hang mit der Ver­dop­pe­lung der Bei­trags­last einer pflicht­ver­si­cher­ten Rent­ne­rin mit einer Wit­wen­ren­te nach dem Sol­da­ten­ver­sor­gungs­ge­setz [5] hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt § 248 SGB V eben­falls nicht bean­stan­det [6]. In die­sen Ent­schei­dun­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt § 248 S 1 SGB V als mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art 3 Abs 1 GG ver­ein­bar ange­se­hen. Einen Ver­stoß gegen Art 2 Abs 1 GG hat es ver­neint und ua aus­ge­führt, die Belas­tung mit dem vol­len all­ge­mei­nen Bei­trags­satz sei auch dann hin­zu­neh­men, wenn die Ver­sor­gungs­be­zü­ge – wie hier – aus­nahms­wei­se einen hohen Anteil der Alters­ein­künf­te aus­mach­ten. Es ist weder ersicht­lich noch macht der Klä­ger gel­tend, dass in sei­nem Fall Beson­der­hei­ten vor­lie­gen, die Anlass zu einer abwei­chen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lung geben könn­ten.
vgl. BSG, Urtei­le vom 24.08.2005 – B 12 KR 29/​04 R, SozR 4–2500 § 248 Nr 1; vom 10.05.2006 – B 12 KR 5/​05 R u.a., USK 2006–25; B 12 KR 7/​05 R, WzS 2007, 155; und B 12 KR 21/​05 R, WzS 2007, 155; sowie vom 13.6.2007 – B 12 KR 18/​06 R, USK 2007-12[↩]
BVerfG, Beschluss vom 28.02.2008 – 1 BvR 2137/​06, SozR 4–2500 § 248 Nr 3[↩]
BVerfG, Beschluss vom 07.04.2008 – 1 BvR 2325/​07, SozR 4–2500 § 248 Nr 4; vgl außer­dem BVerfG, Beschluss vom 28.05.2008 – 1 BvR 2257/​06, SozR 4–2500 § 240 Nr 11: Ver­dop­pe­lung der Bei­trags­last für beam­ten­recht­li­che Ver­sor­gungs­be­zü­ge durch Auf­he­bung von § 240 Abs 3a SGB V[↩]
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