Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2039/17
Timestamp: 2018-10-21 17:48:35
Document Index: 150036841

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 812', '§ 22', '§ 22', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 267', 'BGH', 'BGH']

BGH, 31.01.2018 - VIII ZR 39/17 - dejure.org
§ 812 Abs 1 S 1 Alt 2 BGB, § 22 Abs 7 S 1 SGB 2
Direktzahlung von Wohnraummiete durch das Jobcenter an den Vermieter: Anspruch auf Herausgabe einer versehentlich erfolgen Zuvielzahlung nach Beendigung des Mietverhältnisses
Mietzahlungen nach Vertragsende: Rückforderungsanspruch des Jobcenters gegen Vermieter
Mietzahlung durch das Jobcenter - nach Vertragsende
Rückforderungsanspruch nach Auszug: Jobcenter kann zu viel gezahlte Miete direkt zurückverlangen
Jobcenter hat unmittelbaren Rückforderungsanspruch gegen Vermieter wegen Mietzahlung nach Vertragsende
Irrtümliche Zahlung des Jobcenters an Vermieter des Hartz-IV-Empfängers
Unmittelbarer Rückforderungsanspruch eines Jobcenters gegen Vermieter wegen Mietzahlung nach Vertragsende bejaht
Unmittelbarer Rückforderungsanspruch des Jobcenters gegen Vermieter bei versehentlicher Zahlung! (IMR 2018, 140)
AG Rendsburg, 17.03.2016 - 41 C 258/15
LG Kiel, 13.01.2017 - 1 S 92/16
LG Kiel, 27.01.2017 - 1 S 92/16
NJW 2018, 1079
MDR 2018, 395
NZM 2018, 195
Aufgrund der für die Rechtswegzuweisung maßgeblichen rechtlichen Eigenständigkeit der Bürgschaft, auf die die Klägerin ihre Zahlungsklage allein gestützt hat, ist vorliegend nicht über die Rechtswegzuständigkeit für Rechtsstreite zwischen Vermietern und Jobcentern zu entscheiden, denen Kostenübernahmeerklärungen oder Direktzahlungen nach § 22 Abs. 7 SGB II zugrunde liegen (vgl zu Kostenübernahmeerklärungen BVerwG vom 19.5.1994 - 5 C 33.91 - BVerwGE 96, 71 ; BSG vom 25.10.2017 - B 7 SF 1/16 R - juris; vgl zu Direktzahlungen SchleswigHolsteinisches LSG vom 21.9.2012 - L 3 AS 42/10 - juris; Bayerisches LSG vom 21.1.2013 - L 7 AS 381/12 - juris; LSG Nordrhein-Westfalen vom 24.3.2014 - L 19 AS 2329/13 - juris; LSG Niedersachsen-Bremen vom 28.11.2016 - L 11 AS 699/15 - juris; vgl zur Rückforderung nach Direktzahlung auch BGH vom 31.1.2018 - VIII ZR 39/17 - juris).
Für die Beurteilung, wer Leistender und wer Empfänger einer Leistung ist, kommt es maßgeblich darauf an, wie eine vernünftige Person in der Lage des Empfängers die Zuwendung nach Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte verstehen musste und durfte (siehe zuletzt BGH, Urteil vom 31.01.2018 - VIII ZR 39/17, juris, Rn. 17; ferner BGH…, Urteil vom 14.01.2016 - III ZR 107/15, NJW 2016, 3027, Rn. 34; BGH…, Urteil vom 25.02.2016 - IX ZR 146/15, NJW 2016, 2260, Rn. 21).
Maßgeblich sind vielmehr stets die Umstände des Einzelfalles unter Berücksichtigung des Vertrauensschutzes und der Risikoverteilung zwischen den Beteiligten (BGH, Urteil vom 31.01.2018 - VIII ZR 39/17, juris, Rn. 18).
Zwar kann eine Leistung auf fremde Schuld nach § 267 Abs. 1 BGB, bei welcher der Dritte eine eigene Tilgungsbestimmung erbringt, eine eigene Leistung des Dritten darstellen mit der Folge, dass eine bereicherungsrechtliche Rückabwicklung in diesem Verhältnis vorzunehmen ist (BGH…, Urteil vom 19.01.2016 - XI ZR 103/15, BGHZ 208, 278 Rn. 14; vom 31.01.2018 - VIII ZR 39/17, juris Rn. 25).