Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=13.12.2016&Aktenzeichen=B%201%20KR%204%2F16%20R
Timestamp: 2018-12-14 22:58:05
Document Index: 157781332

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 15', '§ 27', '§ 28', '§ 95', '§ 2', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 95', '§ 33', '§ 37']

BSG, 13.12.2016 - B 1 KR 4/16 R - dejure.org
§ 13 Abs 3 S 1 SGB 5 vom 21.12.1992, § 15 Abs 1 SGB 5, § 27 Abs 1 S 2 Nr 1 SGB 5, § 28 Abs 3 S 1 SGB 5, § 95 Abs 2 S 1 SGB 5
Kein Anspruch auf psychotherapeutische Behandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung durch nicht approbierte nur als Heilpraktiker zugelassene Diplom-Psychologen; Verfassungsmäßigkeit des Ausschlusses psychotherapeutische Leistungen erbringender Heilpraktiker von der Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung
Kein Anspruch auf Kostenübernahme bei Heilpraktiker
Kein Anspruch auf Kostenübernahme für Behandlung bei einer nicht approbierten Diplom-Psychologin - Mindestvoraussetzung für Anspruch auf Behandlung durch nichtärztlichen Psychotherapeuten ist Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz
SG Braunschweig, 28.05.2015 - S 31 KR 43/14
LSG Niedersachsen-Bremen, 26.01.2016 - L 4 KR 209/15
NZS 2017, 190
Die Krankenkassen sind weder befugt, diese Qualifikation eines/r Altenpflegers/in erneut zu überprüfen noch die Erlaubniserteilung durch eine eigene berufsrechtliche Bewertung zu ersetzen (vgl. rechtsähnlich zur Approbation: BSG, Urteil vom 13. Dezember 2016 - B 1 KR 4/16 R -, Rn. 15 - 17, juris).
Frau S. verfügt zwar über eine Approbation als Psychologische Psychotherapeutin (zur Erforderlichkeit auch im Falle des Systemversagens vgl. BSG, Urteil vom 13. Dezember 2016 - B 1 KR 4/16 R -, juris Rn. 10 ff.), ist aber nicht zur vertragspsychotherapeutischen Versorgung zugelassen.
I. verfügt zwar über eine Approbation als Psychologische Psychotherapeutin (zur Erforderlichkeit auch im Falle des Systemversagens vgl. BSG, Urteil vom 13. Dezember 2016 - B 1 KR 4/16 R -, juris Rn. 10 ff.), sie ist aber nicht zur vertragspsychotherapeutischen Versorgung zugelassen.
Ein Anspruch auf Kostenerstattung reicht nicht weiter als der jeweilige Anspruch auf Sachleistungen nach § 2 Abs. 2 Satz 1 SGB V. Er setzt voraus, dass die selbstbeschaffte Behandlung zu den Leistungen gehört, welche die Krankenkassen allgemein in Natur als Sach- oder Dienstleistung zu erbringen haben (ständige Rechtsprechung des BSG, z. B. Urteil vom 13. Dezember 2016 - B 1 KR 4/16 R, Rdnr. 7 mit Bezugnahme u. a. auf BSG, Urteil vom 7. November 2006 - B 1 KR 24/06 R, BSGE 97, 190).
Beide Anspruchsgrundlagen setzten jeweils voraus, dass die selbst beschaffte Leistung im Zeitpunkt der Selbstbeschaffung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung als Sachleistung in Deutschland hätte erbracht werden dürfen (zu § 13 Abs. 3 SGB V siehe BSG, Urteil vom 13. Dezember 2016 - B 1 KR 4/16 R -, Rn. 7, m.w.N.; zu § 13 Abs. 4 SGB V siehe BSG…, Urteil vom 27. September 2005 - B 1 KR 28/03 R -, Rn. 28;… Urteil vom 30. Juni 2009 - B 1 KR 19/08 R -, Rn. 9 f.;… Schifferdecker, in KassKomm-SGB V, 93. EL 2017, § 13 Rn. 173 m.w.N.).
Ebenso fehlt es an Beachtung der Rechtsprechung weiterer Senate des BSG, die bereits zu ähnlichen Fragen der Rückzahlung von Vergütungen und Schadensersatz bei nicht vertragskonformer Leistungserbringung im Gesundheitsbereich entschieden haben (vgl insofern auch BSG [6. Senat] BSGE 84, 290 ff [BSG 29.09.1999 - B 6 KA 38/98 R] = SozR 3-2500 § 95 Nr. 21 mwN und BSG 1. Senat vom 13.12.2016 - B 1 KR 4/16 R - NZS 2017, 190).
Denn danach darf die Krankenkasse anstelle der Sach- oder Dienstleistung Kosten nur erstatten, soweit es das SGB V oder das SGB IX vorsieht (vgl zB BSG Urteil vom 13.12.2016 - B 1 KR 4/16 R - Juris RdNr 7;… BSG Urteil vom 22.4.2015 - B 3 KR 3/14 R - SozR 4-2500 § 33 Nr. 45 RdNr 10;… BSG Urteil vom 28.1.1999 - B 3 KR 4/98 R - BSGE 83, 254, 264 = SozR 3-2500 § 37 Nr. 1 S 12).
Das LSG hat zur Begründung - unter Bezugnahme auf die erstinstanzlichen Entscheidungsgründe sowie Rspr des erkennenden Senats ( BSG Urteil vom 13.12.2016 - B 1 KR 4/16 R - KrV 2017, 27) - ausgeführt, auch bei einem Systemversagen habe die Klägerin lediglich Anspruch auf Behandlung durch einen zur psychotherapeutischen Behandlung zugelassenen Psychotherapeuten (Urteil vom 19.1.2017).