Source: http://www.dbk.de/nc/kirche-a-z/?w=Kardinalswappen&cHash=9c4e528259ce3621a7ed63790721cfed
Timestamp: 2017-10-22 13:32:53
Document Index: 73296225

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', 'Art. 137']

Begriffsbestimmung, geschichtlicher Überblick und Funktionen
Der Titel Kardinal leitet sich ab vom lateinischen Wort cardo = Türangel, Angelpunkt. Er bezieht sich ursprünglich auf einen an einer römischen Hauptkirche (cardo) – auch außerhalb Roms – angestellten Geistlichen (in cardinatus cardinalis, vgl. Anm.1), dem eine Kirche oder Diakonie als Titelkirche (tituli cardinales) in Rom anvertraut ist. Es handelt sich um die älteste kirchliche Ehrenfunktion, die unmittelbar auf den Papst, den Summus Pontifex, folgt. Sie geht auf die älteste Zeit der Kirchengeschichte zurück, nämlich auf Papst Silvester I. (314–336) – presbyteri e diaconi cardinales.
Kardinal ist ein vom Papst verliehener Titel, der den Träger zur Papstwahl berechtigt und ihn zur besonderen Mitverantwortung an der Gesamtleitung der Kirche ("Senat des Papstes") verpflichtet:
Gemäß can. 353 § 1 CIC (Codex des Kanonischen Rechts) helfen sie "dem obersten Hirten der Kirche auf kollegiale Weise hauptsächlich in den Konsistorien, zu denen sie sich auf Anordnung des Papstes und unter seinem Vorsitz versammeln", d.h. sie helfen "durch kollegiales Handeln, wenn sie zur Behandlung wichtigerer Fragen zusammengerufen werden" (can. 349 CIC). Oder sie helfen "als einzelne in Ausübung verschiedener Ämter, womit sie dem Papst vornehmlich in der täglichen Sorge für die Gesamtkirche Hilfe leisten" (can. 349 CIC), so z. B. in der Römischen Kurie, wo sie in der Regel Leitungsfunktionen in den Dikasterien (Kongregationen, Päpstlichen Räten, Tribunalen oder Ämtern) bekleiden, oder als Kurienkardinäle (d.h. sie sind nicht Diözesanbischöfe, müssen in Rom leben und besitzen die vatikanische Staatsbürgerschaft) Verwaltungsaufgaben im Vatikanstaat übernehmen, als Mitglieder der Kongregationen, Räte, Kommissionen oder sonstigen Päpstlichen Einrichtungen (d.h. sie sind Diözesanbischöfe und müssen nach Rom kommen, wenn der Papst sie ruft oder ihre übernommene Aufgabe es erfordert) oder im Rahmen ihnen eigens übertragener Ämter tätig sind (vgl. z. B. can. 334, 356 od. 358 CIC).
Die Zahl der Kardinäle hat sich mit wachsendem Umfang der kirchlichen Angelegenheiten sowie der Ausdehnung der Kirchenverwaltung vergrößert. So hat z. B. das Konzil von Konstanz (1414–1418) ihre Zahl auf 24 festgelegt, Sixtus V. (1585–1590) setzte durch die Konstitution Postquam Verus vom 3.12.1586 die Zahl auf 70 fest und teilte das Kollegium in drei Ordnungen (Klassen) ein: 6 Kardinalbischöfe (Anm. 2), 50 Kardinalpriester und 14 Kardinaldiakone. Diese Ordnung gilt bis heute.
Erst Papst Johannes XXIII. (1958–1963) erweiterte das Kollegium auf 75 Kardinäle. Nach dem Konsistorium vom 5.3.1973 erhöhte Paul VI. (1963–1978) die Zahl der Kardinäle auf 144. Papst Johannes Paul II. legte mit der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis vom 22.2.1996 die Zahl der papstwahlberechtigten Kardinäle auf 120 fest.
Mit Pius XII. (1939–1958) setzte schrittweise die "Internationalisierung" des Kardinalskollegiums ein. Heute stellen die italienischen Kardinäle nicht mehr die Mehrheit des Kollegiums. Johannes Paul II. hat mit seinen neun Konsistorien (Anm. 3) die Transparenz der Weltkirche in all ihren Facetten deutlich gemacht.
Unter Nikolaus II. (1058–1061) wurde erstmals 1059 ein Papstwahldekret erlassen und Alexander III. (1159–1181) verlieh durch das Dekretale Licet de vitanda 1179 den Kardinälen das ausschließliche Papstwahlrecht (gewählt ist, wer mindestens Zweidrittel der wählenden Kardinäle auf sich vereinigen kann; eine Bestimmung, die bis heute gilt.). Gregor X. (1272–1276) führt auf dem II. Konzil von Lyon (1274) durch die Konstitution Urbi Periculum das Konklave zur Papstwahl ein, wie es bis heute vorgeschrieben ist, um vor allem weltliche Beeinflussungen bei der Wahl auszuschließen.
Seit den Kurienreformen nach dem II. Vatikanischen Konzil (1962–1965) unter Paul VI. und unter Johannes Paul II. sowie im neuen Kirchenrecht von 1983 ist festgelegt, dass Kurienkardinäle, "die Dikasterien oder anderen ständigen Einrichtungen der Römischen Kurie oder des Vatikanstaates vorstehen", bei Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Amtsverzicht anzubieten haben (can. 354 CIC). Mit Vollendung des 80. Lebensjahres sind sie gemäß Motu Proprio Ingravescentem Aetatem vob Paul VI. vom 21. November 1970 dann auch keine Mitglieder in den Dikasterien der Römischen Kurie oder in den ständigen Organen des Apostolischen Stuhls sowie des Vatikanstaates mehr und verlieren das aktive Wahlrecht bei der Papstwahl.
Während der Sedisvakanz (d.h. in der Zeit zwischen dem Ende des Pontifikats – in der Regel nach dem Tod des Papstes – und der Wahl des neuen Papstes) kommen dem Kardinalskollegium bestimmte Leitungsfunktionen zu, ohne dass an der Leitung der Gesamtkirche etwas geändert werden darf (Anm. 4). Die Kardinäle stehen dann an der Spitze der Regierung der Gesamtkirche sowie des Staates der Vatikanstadt [Lo Stato della Città del Vaticano (SCV)] (gem. den Bestimmungen der Lateranverträge von 1929).
Die dringendsten Geschäfte werden in diesem Fall von den Kardinälen in der Generalkongregation (Anm. 5) und in Sonderversammlungen, die täglich vor dem Eintritt ins Konklave stattfinden, behandelt und erledigt. Dazu zählen insbesondere alle Angelegenheiten, die mit dem Begräbnis des verstorbenen Papstes zu tun haben und die für den Beginn und die Durchführung des Konklaves wichtig erscheinen.
Mit Ausnahme des Camerlengo der Hl. Römischen Kirche, des Großpönitentiars sowie des Generalvikars der Diözese Rom verlieren alle Kurienkardinäle an der Spitze der verschiedenen Dikasterien mit dem Tod des Papstes ihre Ämter. Die Kongregationen und Gerichtshöfe behalten während der Sedisvakanz ihre üblichen Kompetenzen, ihre Funktionen als Exekutivorgane sind aufgehoben.
Der Papst ernennt die neuen Kardinäle in einem Konsistorium, wobei aus politischen Gründen manchmal der Name des Auserwählten nicht genannt wird. Er bleibt Kardinal "in pectore", die Namensnennung erfolgt dann in einem der nächsten Konsistorien. Erst mit der Namensnennung tritt der in pectore zum Kardinal Kreierte "in die Pflichten und Rechte ein, wobei jedoch seine Rangfolge vom Tage der Reservation an zählt" (can. 351 § 3 CIC).
Die Auswahl der neuen Kardinäle geschieht frei und ohne Beeinflussung bzw. Intervention ziviler Mächte aus dem Kreis der Bischöfe und Geistlichen aus aller Welt. Ihre Kreierung vollzieht der Papst durch Dekret, das vor dem Kardinalskollegium verkündet wird.
Der Kardinal besitzt das Recht, in seiner eigenen Kirche begraben zu werden, er kann überall in der Welt das Bußsakrament spenden, er darf nur vor das Gericht des Papstes gezogen werden und kann den Ort zur Zeugenvernehmung selbst bestimmen. Über seine Titelkirche übt er keinerlei Leitungsgewalt aus, wohl aber beratende Schirmherrschaft. Zu den Ehrenrechten gehören der Kardinalspurpur und die Anrede "Eminenz".
Zurzeit hat das Kardinalskollegium insgesamt 220 Mitglieder, von denen 120 unter 80 Jahren, also wahlberechtigt sind (Stand: 6. September 2017). Papst Franziskus hat während seiner Amtszeit 61 Kardinäle ernannt, im Konsistorium am 22. Februar 2014 hat er 19 zu Kardinälen erhoben, in einem Konsistorium am 14. Februar 2015 weitere 20 Kardinäle und im Konsistorium am 19. November 2016 noch 17 Kardinäle. Am 28. Juni 2017 wurden fünf weitere Kardinäle erhoben.
(1) Inkardinieren / Inkardination = bis heute gebräuchlich für die verpflichtende Eingliederung eines Priesters in eine bestimmte Diözese.
(2) Kardinalbischöfe sind jene Kardinäle, "denen vom Papst der Titel einer suburbikarischen Kirche übertragen ist" (can. 350 § 1 CIC), d. h. denen der Titel einer im Umkreis Roms (sub Urbem) und zur Kirchenprovinz Rom gehörenden Diözese (Albano, Frascati-Tusculum, Palestrina, Porto e Santa Rufina, Sabina e Poggio Mirteto, Velletri und Ostia) verliehen worden ist. Seit dem Motu Proprio Ad Suburbicarias Sedes vom 10.3.1961 erhält der Kardinaldekan, d.h. der Vorsteher des Kardinalskollgiums, Ostia als Titelbistum zusätzlich zu seinem bisherigen Titel. Mit dem CIC von 1983 werden auch "die in das Kardinalskollegium aufgenommenen orientalischen Patriarchen" den Kardinalbischöfen zugezählt (vgl. can. 350 CIC).
(3) 30.6.1979, 2.2.1983, 25.5.1985, 28.6.1988, 28.6.1991, 26.11.1994, 21.2.1998, 21.2.2001, 21.10.2003.
(4) Vgl. can. 335 u. can. 359 CIC; Nr. 1–4 Universi dominici gregis.
(5) Gem. Konstitution Pauls VI. Romano Pontifici elegendo vom 1.10.1975 (cap. II) sind alle Kardinäle, die nicht durch Krankheit verhindert sind, zur Teilnahme verpflichtet, den über 80-Jährigen steht die Teilnahme frei. Der Versammlungsort muss nicht im Vatikan sein; den Vorsitz führt der Kardinaldekan oder der Vizedekan und im Verhinderungsfall der älteste Kardinal in der Rangordnung.
Das Amt des Kardinaldekans geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Er ist "Erster unter Gleichen" ("primus inter pares") und hat keine Jurisdiktionsgewalt. Er wird aus der Reihe der Kardinalbischöfe gewählt. Die Bestätigung des Gewählten erfolgt durch den Papst. Er präsentiert und repräsentiert das Kardinalskollegium.
Ihn vertritt der Subdekan des Kollegiums, dessen Wahl und Bestätigung wie beim Dekan erfolgt. Wird das Amt des Kardinaldekans vakant, wählen die Kardinalbischöfe unter Vorsitz des Subdekans aus ihrer Gruppe einen neuen Dekan. Mit der gleichen Wahl wird der Subdekan bestimmt.
Sowohl der Kardinaldekan als auch der Subdekan müssen ihren Wohnsitz in der Stadt Rom nehmen (can. 352 §§ 1–4 CIC und Motu Proprio Sacro Cardinalium Consilio vom 24.2.1965 [AAS 57(1965)296 f.]).
Der Kardinaldekan wird vom Camerlengo oder vom Präfekten des Päpstlichen Hauses über den Tod des Papstes unterrichtet. Er informiert dann alle Kardinäle und ruft sie zu den Versammlungen (s. auch Sonderkongregation, Generalkongregation). Der Kardinaldekan teilt den Tod des Papstes auch dem beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps und den Staatsoberhäuptern der betreffenden Nationen mit.
Bei den Generalkongregationen führt der Kardinaldekan den Vorsitz. Kann er selbst nicht am Konklave teilnehmen, weil er über 80 Jahre alt ist, so übernimmt der Subdekan seine Funktionen dort. Ist auch dieser nicht anwesend, so übernimmt gemäß can. 355 § 1 CIC der Rangälteste der Kardinalbischöfe die Funktion des Kardinaldekan.
Bei der Sedisvakanz kommen dem Dekan folgende Aufgaben zu:
Er lädt die Kardinäle zum Konklave ein.
Er leitet den Vorgang der Papstwahl.
Er fragt den neu gewählten Papst, ob er die Wahl annimmt.
Er fragt den neu gewählten Papst, welchen Namen er wählt.
Er spendet dem Neugewählten die Bischofsweihe, wenn dieser noch nicht Bischof ist (can. 355 § 1 CIC).
Papst Franziskus bestätigte im Juni 2017 nach dem Rücktritt von Kardinal Roger Etchegaray die Wahl von Kardinal Battista Re als neuem Vizedekan des Kardinalskollegiums. Allerdings hat auch Kardinal Re die Altersgrenze von 80 Jahren für die Teilnahme an einer Papstwahl überschritten, so dass nach der Hierarchie die Leitung eines Konklaves derzeit dem Oberhaupt der maronitischen Christen weltweit, Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï (Beirut/Libanon), zufiele.
Der Kardinalprotodiakon (der erste in der Klasse der Kardinaldiakone, früher auch Kardinalerzdiakon genannt) verkündet nach dem Dankgebet der Kardinäle am Ende des Konklaves auf der Benediktions-Loggia des Petersdomes dem wartenden Volk den Namen des Neugewählten und den Namen, den er sich als Papst, gegeben hat.
Bei der "Amtseinführung als universaler Hirte der Kirche" legt der Kardinalprotodiakon dem Neugewählten das Pallium [Päpstliche Insignien] um und spricht dabei die lateinische Formel: "Gepriesen sei Gott, der dich zum Hirten der ganzen Kirche erwählt hat, indem er dir den Apostolischen Dienst anvertraute. Mögest du viele Jahre des irdischen Lebens lang ruhmvoll hervorragen, bis du, von deinem Herrn gerufen, beim Eintritt ins Himmlische Reich mit der Unsterblichkeit bekleidet wirst." (vgl. can. 355 § 2 CIC und UDG 89).
Kardinal Renato Raffaele Martino ist seit 12. Juni 2014 neuer Kardinal-Protodiakon. Da er aus Altersgründen nicht mehr an einer Papstwahl teilnehmen könnte, würde die besondere Aufgabe, nach dem Konklave der Öffentlichkeit von der Mittelloggia des Petersdoms den Namen des neuen Papstes zu verkünden, an seinen Stellvertreter, den US-Amerikaner und emeritierten Kurienkardinal William Joseph Levada fallen.
Alle Kardinäle bilden das Kardinalskollegium, das den Papst in der Leitung der Gesamtkirche unterstützt und berät. Kurienerzbischof Ilson de Jesus Montanari ist zurzeit Sekretär des Kardinalskollegiums (ernannt am 28. Januar 2014). Das Kardinalskollegium ist nicht identisch mit dem Papstwahlgremium, da nur die unter 80-jährigen Kardinäle wahlberechtigt sind.
(*21.09.1953, zum Kardinal erhoben am 20.11.2010)
(*31.12.1947, zum Kardinal erhoben am 22.02.2014)
(*18.08.1956, zum Kardinal erhoben am 18.02.2012)
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Purpurmantel:
Purpurmantel kommt vom italienischen "porpora", weshalb der Kardinal auch als "Porporato" bezeichnet wird. Die Farbe rot soll die Treue zum Papst bis hin zum Blutvergießen symbolisieren.
Ursprungsland der Purpurfärberei ist laut Mythologie und Geschichtsforschung Phönikien. Die Phönizier stellten Purpur zunächst exklusiv her und handelten damit. Auch in Persien, Griechenland, in der Römerzeit und im Mittelalter spielte die Purpurfärberei eine Rolle. Seinen Höhepunkt erreichte der Purpurluxus in Byzanz.
Der purpurne Mantel war Abzeichen des Kaisers, der Prinzen und höchster Beamter, aber auch von Priestern und kirchlichen Würdenträgern. In der Bibel wird das begehrte Rot mehrfach erwähnt: so z.B. Exodus 25,4, Ezechiel 23,6, Lukas 16,19 oder Geheime Offenbarung 17,4; 18,16. In Matthäus 27,28 (Markus 15,17.20; Johannes 19,2.5) dient der Purpurmantel zur Verhöhnung Jesu durch die römischen Soldaten.
1464 hat Paul II. (1464-1471) den Kardinalsrock eingeführt, ein majestätisches, purpurrotes Zeremonialgewand, um die Mitglieder des Heiligen Kollegiums von anderen Prälaten zu unterscheiden.
Kardinalsbirett:
Das Birett (biretum, pileus) ist ursprünglich eine weiche, baskenmützenähnliche Kopfbedeckung, die wohl zunächst unter der Kapuze des Birrus, einem antiken Umhang, getragen worden ist und daher auch ihren Namen hat. Später wurde sie zum festen Bestandteil der klerikalen Amtstracht und zum selbständigen Rangabzeichen (z.B. Doktor-Birett). Im 15. Jahrhundert erhält das Birett seine heutige feste, viereckige Form mit drei (römisch) bzw. vier (deutsch, englisch, französisch) bogenförmigen Aufsätzen (cornua) mit und ohne Quaste in der Mitte. In Italien bezeichnet der vierte Aufsatz den Doktorgrad.
Die Farbe des Biretts ist bei Kardinälen rot, bei (Erz-)Bischöfen und Prälaten violett, bei Domherren z.B. schwarz mit violetter Quaste in der Mitte (unterschiedlich gehandhabt). Bis zum II. Vatikanischen Konzil hat jeder Kleriker ein Birett getragen. Im Caeremoniale episcoporum von 1998 ist unter den Nummern 1214-1220 die Kleidung der Bischöfe und Kardinäle genau vorgeschrieben, d.h. was zu welchem Anlass zu tragen ist.
Pileolus:
Der Name leitet sich ab vom lateinischen pileus = Hut, Mütze. Es ist ein kleines rundes Scheitelkäppchen, bei Kardinälen aus roter Moiré-Seide, das auch unter dem Birett oder Mitra getragen wird. Die ursprüngliche, im 14. Jh. aufgekommene Form hat Schläfen und Hinterkopf mit bedeckt, weshalb es auch später Camauro genannt wurde. Die heutige kleinere Form ist im 16./17. Jh. entwickelt worden.
Dieser Pileolus (auch "Soli Deo" genannt, weil er nur vor dem Allerheiligsten bzw. im Gottesdienst vom Sanctus bis nach der Kommunionausteilung abgenommen wird) hat verschiedene Farben: beim Papst weiß, bei den Kardinälen rot, den Bischöfen und Prälaten violett, sonst schwarz.
Kardinalsstaatssekretär:
Kardinal Pietro Parolin (*17. Januar 1955 in Schiavon, Italien - am 31. August 2013 mit Wirkung zum 15. Oktober 2013 von Papst Franziskus zum Staatssekretär ernannt, Kardinalserhebung im Konsistorium am 22. Februar 2014)
Kirchliche Würdenträger bringen ihr Wappen im Siegel, auf Denkmälern und Geräten und in oder an Kirchen an. Helm, Helmzier und Helmdecken werden hier ersetzt durch Rang- und Würdezeichen (Mitra, Bischofsstab oder Kreuz; im Mittelalter gehört auch das Schwert als Zeichen der höchsten weltlichen Gewalt dazu), geblieben ist der Schild. Heute gibt das kirchliche Wappen in vereinfachter heraldischer Form Auskunft über Rang und Stellung:
Das Wappenschild eines (Erz-)Bischofs ist meist kombiniert aus dem Wappen des (Erz-)Bistums an heraldisch vornehmen Ort (bei Quadrierung des Schildes in Feld 1 und 4) und persönlichen Elementen (z.B. Familienwappen, symbolischer Ausdruck des Wahlspruchs etc.). Hinter dem Schild erscheint das Kreuz und zwar bei Bischöfen ein einfaches Kreuz, bei Erzbischöfen und Patriarchen ein Doppelkreuz. Unter dem Schild ist in der Regel der Wahlspruch angebracht.
Kardinäle, die als (Erz-)Bischöfe ihre Diözese leiten, behalten die Rangzeichen hinter dem Schild, der Schild selbst kann (muss aber nicht) in seiner Aufteilung nach der Kardinalserhebung geändert werden.
Seit dem 14. Jh. schmücken die Kardinäle ihren Schild mit dem roten Kardinalshut, der durch Dekret von 1832 mit je 15 roten Quasten an rotseidenen Schnüren, auf fünf Reihen verteilt (1-2-3-4-5), geschmückt ist. Früher wurde dieser breitkrempige rote Hut bei feierlichen Anlässen auf der Kapuze des Kardinalsmantels getragen. Heute besitzt er nur noch zeremonielle Bedeutung.
Mit der Annahme des Kardinalswappens ändern sich Farbe und Anzahl der Quasten: Bischof = grüner Hut mit je 6 grünen Quasten; Erzbischof = grüner Hut mit je 10 grünen Quasten.
Der Kardinalvikar ist der Generalvikar des Papstes für die Diözese Rom (nicht zu verwechseln mit dem Amt des Generalvikars für die Vatikanstadt, das seit 1991 dem Kardinalerzpriester von St. Peter zukommt). Unterstützt wird er vom Vicegerenten, seinem bischöflichen Stellvertreter, und von Weihbischöfen, die gemeinsam den Bischofsrat der Diözese Rom bilden.
Im Falle der Sedisvakanz bleibt der Kardinalvikar im Amt. Entscheidungen, die bis dahin dem Papst vorgelegt werden mussten, sind jetzt dem Kardinalskollegium zu unterbreiten (vgl. Universi Dominici Gregis, Nr. 16)
Entstanden ist das Amt des Kardinalvikars unter den Pontifikaten von Papst Urban IV. (1261-1264) und Papst Nikolaus IV. (1288-1292). Zu einer regelmäßigen Einrichtung wurde es durch Papst Paul IV. (1555-1559) im Konsistorium vom 25. November 1558.
Kardinalvikar ist zurzeit Kardinal Agostino Vallini (* 17.4.1940 - ernannt am 27.6.2008 zum Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Diözese Rom und Erzpriester der Lateranbasilika)
Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz (nicht wahlberechtigt bei Papstwahl)
Die ersten Jahrhunderte kannten keine eigene Karfreitagsliturgie. Für das 4. Jahrhundert wird eine Verehrung des Heiligen Kreuzes in Jerusalem überliefert. Die Feier des Karfreitags bildete sich erst im Laufe des 10. Jahrhunderts aus. Mit dem Tridentinischen Messritus wurde 1570 die Karfreitagsliturgie festgelegt, die 1955 und 1970 revidiert wurde. Heute besteht die Feier aus den drei Teilen Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier.
Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Christi. An ihm findet keine spezielle Liturgie statt.
Der Katechismus der katholischen Kirche ist der Leitfaden über die Grundlagen des christlichen Glaubens.
Der Katechismus der katholischen Kirche ist der Leitfaden über die Grundlagen des christlichen Glaubens. Das Wort „katechein“ kommt aus dem Griechischen und heißt „mündlich unterrichten“. Der Katechismus ist nach vier Grundpfeilern gegliedert: dem Glaubensbekenntnis, den Sakramenten, dem Leben aus dem Glauben (den Geboten) und dem Gebet des Gläubigen (Vaterunser). Der Katechismus richtet sich an alle Gläubigen, vor allem aber an jene, die für die Katechese, also die Vermittlung des christlichen Glaubens, verantwortlich sind. Die Lehraussagen und pastoralen Aussagen dienen der Praxis für das Leben. Der Katechismus der katholischen Kirche wurde als Konsequenz des Zweiten Vatikanischen Konzils verfasst. Er entstand im Pontifikat von Papst Johannes Paul II. und wurde am 11. Oktober 1992 veröffentlicht.
Hier finden Sie Band 1 und 2 des Erwachsenenkatechismus, herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz.
Hier finden Sie den Weltkatechismus, herausgegeben vom Vatikan.
Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wurde 1977 ins Leben gerufen, zwei Jahre später fand die erste Verleihung statt.
Mit dem Preis werden Bücher ausgezeichnet, die "beispielhaft und altersgemäß christliche Lebenshaltungen verdeutlichen, religiöse Erfahrungen vermitteln und Glaubenswissen erschließen. Die ausgezeichneten Werke sollen das Zusammenleben von Gemeinschaften, Religionen und Kulturen fördern. Dabei muss die transzendente und damit religiöse Dimension erkennbar sein."
Zur Internetseite des Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreises
Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ setzt sich als internationales Kinderhilfswerk der katholischen Kirche mit jährlich rund 2.700 Projekten weltweit für Kinder in Not ein.
Gemeinsam mit engagierten Partnern und Fachleuten vor Ort – in Ordensgemeinschaften, Bistümern und Nichtregierungsorganisationen – arbeitet das Kindermissionswerk daran, benachteiligten Kindern in aller Welt mit nachhaltig angelegten Projekten Hoffnung und Zukunft zu geben.
Der verantwortliche Umgang mit den Spendengeldern wird jährlich durch die Auszeichnung mit dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bescheinigt.
Zur Internetseite des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“
Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Adventssonntag. Der kirchliche Festkalender bildet das Gerüst kirchlichen Lebens und hat im Laufe der Zeit eine vielfältige Entwicklung durchlaufen.
Weitere Informationen auf den Internetseiten des Vatikan
Die Kirchenmusik ist die wichtigste „Kultursparte“ der katholischen Kirche: Sie erklingt nicht nur in nahezu jedem Gottesdienst, sondern sie ist zum Beispiel auch aus der Kommunion- und Firmkatechese ebenso wenig wegzudenken wie aus der Trauerpastoral. In der Musik finden auch die Menschen einen Zugang zur Kirche, die ihr ansonsten nicht so nah stehen.
Das europaweit größte und aktuellste Online-Portal für Kirchenmusik bietet das vom Deutschen Musikrat getragene Deutsche Musik-Informations-Zentrum (MIZ), das ein eigenes Themenportal zur Kirchenmusik anbietet: themen.miz.org/kirchenmusik.
Die katholischen Erwachsenen-, Jugend- und Kinderchöre mit mehreren Hunderttausend Mitgliedern wirken regelmäßig an der Gestaltung der Liturgie mit. Auch sie sind als christlich orientiertes Freizeitangebot für manche attraktiv, die sonst keine allzu große Kirchenbindung aufweisen. Katholische Chöre singen schwerpunktmäßig nach Worten der Heiligen Schrift und führen ihre Mitglieder ganz selbstverständlich an die Mitte des kirchlichen Lebens heran. Die öffentlichen Auftritte kirchlicher Musikensembles sind in peripheren Regionen oft die einzigen Kulturveranstaltungen.
Interessante Aufbrüche sind beim Dialog von Kirche und E-Musik-Avantgarde zu verzeichnen. In den vergangenen Jahrzehnten sind mehrere Förderinitiativen für Neue Geistliche Musik in vielfältigen Formaten und Trägerschaften entstanden: Das sich stetig weitende Spektrum reicht etwa von Stipendien für junge Musiker über liturgische Komponisten-Workshops bis hin zu Weg weisenden Uraufführungen etwa beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd.
In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Rechtliche Grundlage bilden die in das Grundgesetz von 1949 unverändert übernommenen staatskirchenrechtlichen Artikel der Weimarer Verfassung. Dort wird den Kirchen unter anderem das Recht zugesprochen, Steuern nach Maßgabe landesrechtlicher Bestimmungen zu erheben (WRV Art. 137, 6).
Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer (in einigen Bundesländern acht Prozent). Sie wird über das staatliche Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst etwa drei Prozent des Steuereinkommens. Letztlich zahlt nur knapp ein Drittel der Katholiken Kirchensteuer. Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen, alte Menschen mit geringer Rente und Arbeitslose zahlen keine Lohn- und Einkommenssteuer und daher auch keine Kirchensteuer.
Für die Verabschiedung des Haushalts und die Überwachung der Verteilung der Kirchensteuern ist der jeweilige diözesane Kirchensteuerrat zuständig. In diesen Gremien sitzen mehrheitlich Laien, die nicht im kirchlichen Dienst stehen und von den Kirchenvorständen der Gemeinden gewählt werden.
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Die Erde, die Pflanzen- und Tierwelt sind Gottes Schöpfung. Sie sind dem Menschen zur Nutzung und zur Pflege anvertraut. Der Mensch hat also grundsätzlich das Recht und den Auftrag, gestaltend in die Schöpfung eingreifen. Die Natur ist zu zähmen und zu kultivieren. Der Naturauftrag des Menschen ist immer auch Kulturauftrag.
Zur ethischen Beurteilung des Klonens
I. Grundlegung: Bewahren und Gestalten als menschlicher Grundauftrag
1. Die nicht-menschliche Schöpfung
Mit dem Begriff der "Schöpfung" erinnert die Bibel daran, dass unsere natürliche Umwelt nicht menschliches Produkt, sondern Gottes Werk ist. Das biblische Schöpfungsverständnis erfordert einen schonenden Umgang mit der Umwelt, Respekt und Dankbarkeit vor den natürlichen Grundlagen und der natürlichen Vielfalt des Lebens. Auf diese Weise ist der biblische Schöpfungsgedanke immer wieder ein Korrektiv gegenüber einem ausschließlich an Nützlichkeitsgesichtspunkten orientierten Umgang mit der Umwelt.
Der erste Schöpfungsbericht der Bibel unterstreicht die Herrschaftsstellung des Menschen mit Blick auf die ihn umgebende Umwelt (Gen. 1,28). Der zweite Schöpfungsbericht verdeutlicht, dass dieser Auftrag nicht den willkürlichen Umgang mit der Natur rechtfertigt, sondern im "Bebauen und Bewahren" besteht (Gen. 2,15). Der Herrschaftsauftrag steht im Dienst des Lebens auf der Erde. Der Mensch ist also nicht unumschränkter Herrscher über die Schöpfung. Er handelt sozusagen als Sachwalter des Schöpfers, die Erde ist nicht sein Eigentum, über das er beliebig verfügen darf. Unter dieser Voraussetzung darf er die nicht-menschliche Umwelt zu seinem Nutzen verwenden.
Die Natur geht jedoch nicht auf in ihrem Nutzwert für den Menschen, sondern ist an sich wertvoll. In ihrer Erklärung "Gott ist ein Freund des Lebens" haben die katholische und die evangelische Kirche auf den Eigenwert der nicht-menschlichen Natur hingewiesen. Sie unterstreichen, dass Tiere und Pflanzen "auf Gott als den Schöpfer bezogen sind, an seinem Leben Anteil haben und zu seinem Lob bestimmt sind." Das heißt, dass nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen, sondern darüber hinaus die Lebensmöglichkeiten für die notwendige Vielfalt von Lebewesen zu schützen sind. Die Kirchen weisen gleichzeitig darauf hin, dass dies nicht bedeutet, "dass jedes individuelle Lebewesen oder jede Art erhalten" werden müsse.
Als einziges Geschöpf ist der Mensch mit Geist und Freiheit ausgestattet. Er ist fähig, verantwortlich zu denken und zu handeln. Nach dem Zeugnis der Bibel ist er geschaffen nach Gottes Bild. Daher kommt ihm als Mensch, das heißt, unabhängig von irgendwelchen Eigenschaften, eine unverletzliche Würde zu. In seiner leiblichen und seelischen Integrität und in seiner personalen Identität ist daher jeder Mensch in jeder Lebensphase unbedingt zu schützen. Eine auf Immanuel Kant zurückgehende philosophische Tradition beschreibt dies, indem sie den Menschen als "Zweck an sich selbst" bezeichnet. Der Mensch darf nicht fremden Zwecken unterworfen, er darf nicht wie eine Sache benutzt und zum Objekt gemacht werden. Jede Gestaltbarkeit der Welt hat ethisch ihre Grenze an der leiblichen und seelischen Identität eines Menschen. Alle Versuche, den Menschen physiologisch oder genetisch auf bestimmte Zwecke hin zu "optimieren", verstoßen gegen die menschliche Würde. Jede Form der Menschenzüchtung wäre zutiefst unmoralisch, weil menschliches Leben nicht Produkt, sondern unmittelbare Schöpfung Gottes und der Machbarkeit entzogen ist.
II. Spezielle Fragen
1. Klonierung
Ein Klon wird definiert als eine Gruppe genetisch identischer Organismen. Die Klonbildung ist eine asexuelle Form der Fortpflanzung. Sie kommt in der Natur vor
• durch die Teilung einer oder mehrerer Zellen (z.B. Bakterien, Hefen, Pilze)
a) Klonierung bei Tieren
Klonierung bei Tieren kann als eine Form der Tierzüchtung betrachtet werden, wenn sie zum Zweck der Verbesserung gewünschter Eigenschaften eingesetzt wird. Gegenüber traditionellen Formen der Tierzüchtung vermeidet man auf diesem Weg die Mischung väterlicher und mütterlicher Elemente im Erbgut der Nachkommenschaft. Man ist außerdem in der Lage, eine große Anzahl genetisch identischer Individuen zu erzeugen.
Ungeschlechtliche Fortpflanzung findet in der Natur auf natürlichem Weg vor allem bei primitiven Formen des Lebens statt. Sie bedeutet eine Einschränkung in der Vielfalt der Erbanlagen. Das Klonen von Tieren wirft neue Fragen auf mit Blick auf die Geschwindigkeit, mit der eine gezielte Veränderung des Erbgutes möglich wird und die mittel-und langfristigen Folgen, die damit verbunden sind. So könnten schwere Störung im ökologischen Gleichgewicht hervorgerufen werden und Tier- und Pflanzenarten ganz verschwinden. Die Vielfalt der Arten ist jedoch schützenswert. Der Vize-Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia, hat eine Form der Klonierung, die zu einer Veränderung der ganzen Art führen würde, abgelehnt. Zu bedenken ist auch, dass die sexuelle Fortpflanzung der höheren Lebewesen mit ihrer Mischung des Erbmaterials in der Evolutionsgeschichte eine wichtige Funktion hat, die die notwendige Anpassung der Lebewesen an die sich ändernde Umwelt erleichtert. Auf der anderen Seite erhofft sich die Grundlagenforschung von der Möglichkeit, Versuche mit genetisch weitgehend identischen Tieren durchzuführen, erhebliche Erkenntnisfortschritte.
b) Klonierung von Menschen
Als eine "fundamentale Bedrohung der geschichtlichen und personalen Einmaligkeit des Menschen" hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Karl Lehmann, Klonierungsversuche mit menschlichen Embryonen bezeichnet und im Vorfeld der "Menschenrechtskonvention zur Biomedizin" des Europarates ein internationales Verbot gefordert.
Jeder Versuch, Menschen zu klonieren, wäre eine fatale Überschreitung des menschlichen Gestaltungsauftrags und ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Unabhängig von jedem weiteren möglichen Missbrauch dieser Technik (z. B. verbrauchende Embryonenforschung), ist sie mit Blick auf ihre Anwendung am Menschen in jedem Fall abzulehnen.
Klonierung, als Fortpflanzung auf ungeschlechtlichem Weg, hebt das Konzept der Elternschaft auf. Jedes Kind hat aber das Recht, einen leiblichen Vater und eine leibliche Mutter zu haben und in seinem genetischen Ursprung mehr zu sein als das berechenbare Produkt des Fortpflanzungswillens eines anderen. Der Vize-Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia, hat die Klonierung von Menschen als das "Maximum der Herrschaft des Menschen über den Menschen" bezeichnet.
Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und gewollt. Wie könnte sich ein Kind, das als Kopie eines anderen erzeugt wurde, als göttliches Geschenk, als unergründliches Geheimnis, als Ebenbild Gottes und unendlich wertvoll begreifen? Es wäre in seiner leiblichen Existenz unmittelbares Resultat menschlicher Planung. Selbst bei einer Befruchtung im Reagenzglas - die die Kirche ebenfalls ablehnt - ist zumindest die genetische Veranlagung nicht das Ergebnis menschlicher Planung, sondern von der ungeplanten Kombination väterlicher und mütterlicher Gene abhängig. Die gewollte Erzeugung eines genetisch im Vorhinein bestimmten Menschen hätte Züge der Menschenzüchtung. Menschliches Leben würde nicht angenommen wie es ist, sondern nach den eigenen Vorstellungen und Maßstäben hergestellt und so zum Objekt gemacht.
Menschliche Gestaltungsfreiheit hat ihre Grenze an der Unantastbarkeit der menschlichen Person. Klonierung würde die Machbarkeit eines Menschen nach dem Bild eines anderen bedeuten und damit die Herrschaft nicht nur über seine äußeren Lebensvollzüge, sondern über seine leibliche Identität.
Lateinisch: communio = Gemeinschaft. Bezeichnung für den Empfang der Eucharistie, also des Leibes und Blutes Christi in Gestalt von Brot und Wein.
Die Austeilung der Kommunion erfolgt in der Regel während der Heiligen Messe (Eucharistiefeier). Sie ist aber auch außerhalb dieser Feier möglich (Krankenkommunion).
Die Form des Kommunionempfangs ist unterschiedlich. Meistens wird nur das heilige Brot, die Hostie, ausgeteilt. Bei Eucharistiefeiern mit kleineren Gruppen ist auch die Kelchkommunion ("Kommunion in beiderlei Gestalt") üblich, bei der auch der konsekrierte Messwein an die Gläubigen ausgeteilt wird.
Der Begriff "Konklave" stammt ursprünglich vom lat. conclave = das Zimmer, das Gemach und wird auch vom lateinischen Ausdruck "cum clave" (= mit Schlüssel) abgeleitet. Er umschreibt sowohl den abgeschlossenen Raum, in dem sich die Kardinäle zur Wahl des Papstes versammeln, als auch diese Versammlung selbst. Seit 1878 finden die Papstwahlen in der Sixtinischen Kapelle statt.
Die Abgeschlossenheit bietet Gewähr für äußere Ruhe und innere Sammlung und schützt vor Indiskretionen und Beeinflussung von außen.
Außer den wahlberechtigten Kardinälen können einige weitere Personen Zugang zum Konklave haben, die von der Sonderkongregation vorher bestätigt werden müssen: der Sekretär des Kardinalskollegiums, der als Sekretär der Wahlversammlung fungiert; der Päpstliche Zeremonienmeister mit zwei Zeremoniaren und zwei Ordensleuten der Päpstlichen Sakristei; ein vom Kardinaldekan ausgewählter Kleriker, der ihm in seinem Amt assistiert; einige Ordenspriester verschiedener Sprachen für die Beichte; zwei Ärzte für eventuelle Notfälle; sowie für den Tischdienst und die Sauberhaltung der Räumlichkeiten zuständige Personen. Diese Personen sind zu strengster Geheimhaltung verpflichtet und werden vor Beginn der Wahlhandlungen vereidigt (Nr. 48 Universi Dominici Gregis). Sie haben während der Wahlhandlungen die Sixtinische Kapelle zu verlassen.
Konklave, Eid
Insgesamt drei Eide müssen alle Mitglieder des Kardinalskollegiums im Zusammenhang mit der Papstwahl an verschiedenen Orten leisten:
Generalkongregation: In den ersten Generalkongregationen versprechen die Kardinäle, die Vorschriften zu achten und das Amtsgeheimnis zu wahren. Die Eidesformel lautet:
"Wir Kardinalbischöfe, Kardinalpriester und Kardinaldiakone der Heiligen Römischen Kirche versprechen, verpflichten uns und schwören, dass wir alle zusammen und jeder einzelne von uns genau und gewissenhaft alle Normen beachten werden, die in der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis Papst Johannes Pauls II. enthalten sind, und alles streng geheim halten werden, was sich in irgendeiner Weise auf die Wahl des Papstes bezieht oder was von Natur aus während der Vakanz des Apostolischen Stuhles die Geheimhaltung erfordert." (Universi Dominici Gregis, Kap. II, Nr. 12)
Jeder einzelne Kardinal spricht hierauf die Worte:
"Und ich, .N Kardinal N., verspreche es, verpflichte mich darauf und schwöre es", während er die Hand auf das Evangelium legt, fügt er hinzu: "so wahr mir Gott helfe und die heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand berühre."
Sixtinische Kapelle: Nachdem alle Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle zum Konklave versammelt sind, legen sie vor Beginn der Wahlhandlungen folgenden Eid ab:
"Wir alle und jeder einzelne wahlberechtigte zu dieser Wahl des Papstes anwesende Kardinal versprechen, verpflichten uns und schwören, uns treu und gewissenhaft an alle Vorschriften zu halten, die in der Apostolischen Konstitution Papst Johannes Pauls II., Universi Dominici Gregis, vom 22. Februar 1996 enthalten sind. Ebenso versprechen wir, verpflichten wir uns und schwören, dass jeder von uns, wenn er durch Gottes Fügung zum Papst gewählt wird, sich bemühen wird, das munus petrinum des Hirten der Universalkirche in Treue auszuüben und unermüdlich die geistlichen und weltlichen Rechte sowie die Freiheit des Heiligen Stuhles zu wahren und zu verteidigen. Vor allem aber versprechen und schwören wir, in bedingungsloser Treue und mit allen, seien es Kleriker oder Laien, Geheimhaltung über alles zu wahren, was in irgendeiner Weise die Wahl des Papstes betrifft, und was am Wahlort geschieht und direkt oder indirekt die Abstimmungen betrifft; dieses Geheimnis in keiner Weise während oder nach der Wahl des neuen Papstes zu verletzen, außer wenn vom Papst selbst eine ausdrückliche Erlaubnis dazu erteilt worden ist. Gleichermaßen versprechen und schwören wir, niemals eine Einmischung, eine Opposition noch irgendeine andere Form zu unterstützen oder zu begünstigen, wodurch weltliche Autoritäten jeglicher Ordnung und jeglichen Grades oder irgendwelche Gruppen oder Einzelpersonen sich in die Papstwahl einzumischen versuchen sollten."
Darauf leisten die einzelnen wahlberechtigten Kardinäle nach ihrer Rangordnung mit der folgenden Formel den Eid:
"Und ich, N. Kardinal N., verspreche, verpflichte mich und schwöre es", und sie fügen hinzu, indem sie die Hand auf das Evangelium legen: "so wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand berühre."
Abgabe der Stimme: Bei der Abgabe seines Stimmzettels spricht jeder wahlberechtigte Kardinal den Eid:
"Ich rufe Christus, der mein Richter sein wird, zum Zeugen an, dass ich den gewählt habe, von dem ich glaube, dass er nach Gottes Willen gewählt werden sollte." (Universi Dominici Gregis, Kap. V, Nr. 66)
Außerdem müssen alle weiteren Personen, die für den Wahlverlauf berufen werden, sich zu strenger Geheimhaltung verpflichten und folgenden Eid leisten:
"Ich, N.N., verspreche und schwöre, absolute Geheimhaltung gegenüber allen, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardinäle gehören, und zwar auf ewig, wenn ich nicht eine ausdrückliche Sondererlaubnis des neugewählten Papstes oder seiner Nachfolger erhalte, über alles, was direkt oder indirekt mit der Wahl und den Abstimmungen für die Wahl des Papstes zu tun hat. Ich verspreche und schwöre überdies, dass ich keinerlei Aufnahmegeräte benütze, sei es zur Registrierung von Stimmen oder von Bildern während der Zeit der Wahl innerhalb des Bereiches der Vatikanstadt, und insbesondere von dem, was direkt oder indirekt irgendwie mit den Wahlhandlungen selber zusammenhängt. Ich erkläre, dass ich diesen Eid in dem Bewusstsein leiste, dass eine Übertretung dessen meiner Person gegenüber zu jenen geistlichen und kanonischen Strafen führen wird, die der zukünftige Papst (vgl. can. 1399 CIC) anzuwenden gedenkt. So wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand berühre." (Universi Dominici Gregis, Kap. II, Nr. 48)
Bei den "ordentlichen" Konsistorien kommen alle Kardinäle zusammen, die in Rom anwesend sind. Sie beraten z.B. über Neugründung oder Teilung von Bistümern oder bereiten besondere Feierlichkeiten wie Selig- und Heiligsprechungen vor.
An den "außerordentlichen" Konsistorien nehmen alle Kardinäle teil. Sie werden einberufen, wenn es um die Beratung wichtiger weltkirchlicher Fragen geht, z. B. Finanzen des Vatikans, Kurienreform oder Papstwahl. Wenn in den Konsistorien feierliche Akte stattfinden, können sie auch öffentlich sein, z. B. wenn der Papst neuen Kardinälen das rote Birett überreicht.
Papst Johannes Paul II. ließ das Konsistorium, das im 16. Jahrhundert mit Einführung der Kurie an Einfluss verloren hatte, als engeren Beraterkreis wieder aufleben. Das erste außerordentliche Konsistorium berief er bereits acht Monate nach seiner Wahl, am 30. Juni 1979, ein. Benedikt XVI. berief im Konsistorium vom 24.3.2006 fünfzehn neue Kardinäle, am 24.11.2007 dreiundzwanzig neue Kardinäle, am 18. Februar 2012 zweiundzwanzig neue Kardinäle und am 24. November 2012 sechs neue Kardinäle. In einem öffentlichen Konsistorium am 22. Februar 2014 im Vatikan nahm Papst Franziskus 19 neue Kardinäle in das Kardinalskollegium auf. Unter diesen Kardinälen war auch der langjährige Bischof von Regensburg und inzwischen emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. In seinem zweiten Konsistorium erhebt Papst Franziskus am 14. Februar 2015 weitere 20 Kardinäle, darunter den ehemaligen Kuriendiplomaten Erzbischof Karl Josef Rauber SJ. Papst Franziskus erhebt im dritten Konsistorium seiner Amtszeit am 19. November 2016 weitere 17 Kardinäle aus 15 Ländern und am 28. Juni 2017 wurden fünf weitere Kardinäle erhoben.
Als weiteres Beratungsgremium hat Papst Paul VI. 1965 die Welt-Bischofs-Synode geschaffen, in der Bischöfe, Kardinäle (sofern sie ein Bistum leiten) und Kurienkardinäle zusammenkommen. Diese Synoden finden ebenso wie die Kontinental-Synoden für die Ortskirchen der verschiedenen Regionen in Rom statt.
Das Konzil (lat. concilium = „Versammlung“); Versammlung von Bischöfen.
Eine Bischofsversammlung unter Vorsitz des Papstes, die Fragen berät, die die ganze Kirche betreffen, nennt man ein ökumenisches Konzil (griech. „ökumen“ heißt „auf den ganzen Erdkreis bezogen").
Die katholische Kirche zählte bisher 21 Konzile. Das letzte, das Zweite Vatikanische Konzil fand von 1962 bis 1965 statt.
Die Vatikanischen Konzile sind nach ihrem Tagungsort, der Peterskirche im Vatikan, benannt.
Das Erste Vatikanische Konzil (auch: Vaticanum I), von Papst Pius IX. (1846–1878) einberufen, war das 20. Konzil in der römisch-katholischen Zählung und fand vom 8. Dezember 1869 bis zum 18. Juli 1870 statt.
Mit diesem Konzil versuchte die Kirche, die katholische Lehre zu bekräftigen und sich den von der Kirche abgelehnten Zeitströmungen des 19. Jahrhunderts wie dem Liberalismus, der modernen Wissenschaft, der Arbeiterbewegung und dem Sozialismus entgegenzustellen. Zudem wurde die Vorrangstellung des Papstes (Primat), die dessen Unfehlbarkeit in Lehrfragen einschließt, zum Dogma erklärt.
Das Zweite Vatikanische Konzil (auch: Vaticanum II, das 21. Konzil der römisch-katholischen Zählung) wurde von Papst Johannes XXIII. (1958–1963) einberufen und nach dessen Tod von Papst Paul VI. (1963–1978) fortgesetzt und beendet (11. Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965).
Mit dem Konzil, das als das wichtigste kirchenpolitische Ereignis des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, wollte sich die Kirche einerseits der „modernen Welt“ öffnen und andererseits ihr Verhältnis zu den anderen christlichen Kirchen und den nichtchristlichen Religionen neu bestimmen (Ökumene).
Insgesamt nahmen an den vier Sitzungsperioden 2.850 „Konzilsväter“ teil. Die Versammlung verabschiedete insgesamt 16 Dokumente (zwei dogmatische und zwei pastorale Konstitutionen, neun Dekrete und drei Erklärungen). Zu den wichtigsten Dokumenten gehören die vier Konstitutionen. So wird in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche („Lumen Gentium“) das Bild der Kirche als pilgerndes Volk Gottes betont, in der jeder Einzelne Verantwortung trägt. Die Konstitution über die heilige Liturgie („Sacrosanctum Concilium“) führte zu einer umfassenden Reform der Feier der Gottesdienste. So wurde u. a. Latein als Liturgie-Sprache zugunsten der Volkssprache verdrängt. Die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung („Dei Verbum“) erkannte die Ergebnisse und die Legitimität der wissenschaftlichen Erforschung der Heiligen Schrift an. Die weiteren Dokumente betonen u. a. die Religionsfreiheit und den verstärkten Dialog mit Andersgläubigen, beschäftigten sich mit einer Erneuerung des Ordenslebens, beschreiben Leben und Dienst der Priester und unterstreichen die Rolle der Laien in der Kirche.
Quelle: Lexikath©
680 – 681 Drittes Konzil von Konstantinopel
869 – 870, 879 – 880 Viertes Konzil von Konstantinopel
1311 – 1312 Konzil von Vienne
1414 – 1418 Konzil von Konstanz
1431-1445 Konzil von Basel, Ferrara, Florenz und Rom
1512 – 1517 Fünftes Laterankonzil
1545 – 1563 Konzil von Trient
1869 – 1870 Erstes Vatikanisches Konzil
1962 – 1965 Zweites Vatikanisches Konzil
siehe: Darwin, Charles
V Herr Jesus Christus, wir sind gekommen, um betend deinen Kreuzweg nachzugehen, den du vom Haus des Pilatus bis hinauf nach Golgota gegangen bist.
Dankbar betrachten wir das große Erbarmen, mit dem du unsern Ungehorsam gesühnt und unsere Sünden getilgt hast. In dieses Erbarmen empfehlen wir unsere Lieben und alle Menschen und auch uns selber mit unsern Sünden und unserm Leid.
L Der Richter der Welt steht vor dem Gericht der Menschen. Hasserfüllt verlangt die verhetzte Menge seinen Tod. Aus Menschenfurcht fällt Pilatus das ungerechte Urteil.
Jesus aber steht gebunden da und schweigt. —
V Er lästerte nicht, da er gelästert wurde, und drohte nicht, da er litt.
A Er überließ sich dem, der ihn ungerecht verurteilte.
V Er ist geopfert worden, weil er selbst es gewollt hat.
A Seinen Mund hat er nicht aufgetan.
L Wie oft ziehen wir Menschen Gott auch heute zur Verantwortung, weil seine Gedanken nicht unsere Gedanken, seine Wege nicht unsere Wege sind.
V Herr Jesus, um uns zu retten, hast du das Todesurteil des Pilatus schweigend angenommen. Wir bitten dich:
L Die Soldaten bringen das Kreuz. Freiwillig nimmt es der Herr auf seine Schultern. Er will den bitteren Kelch trinken, den der Vater reicht. —
V Er hat unsere Krankheiten getragen
A und unsere Schmerzen auf sich geladen.
V Wie ein Lamm ist er zum Schlachten geführt worden.
A Er schwieg wie ein Schaf, / das vor seinem Scherer verstummt.
L Nur wer sein Kreuz auf sich nimmt und Jesus nachfolgt, der kann sein Jünger sein, in der Mühsal des Berufes, in der Last der Arbeit, in Kreuz und Leiden.
V Herr Jesus, du hast willig das Kreuz getragen, das die Sünde der Menschen dir auferlegt hat. Wir bitten dich:
L Die Last ist schwer, der Weg steinig, der Herr zu Tode ermattet. Er schwankt und fällt. Doch er wird emporgerissen und zum Weitergehen gezwungen. —
V Wir hielten ihn für gezeichnet, von Gott geschlagen und gebeugt.
A Er wurde durchbohrt wegen unserer Missetaten, / zerschlagen wegen unserer Vergehen.
V Keine Gestalt hatte er und keine Schönheit,
A ein Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
L Wie oft versagen wir Menschen in unserm Dienst. Gott aber will, dass wir den ganzen Weg gehen.
V Herr Jesus, du bist nach dem ersten Fall aufgestanden und hast deine Last weitergeschleppt. Wir bitten dich:
L Die Mutter steht am Weg, den der Sohn mit seinem schweren Kreuz geht. Ihre Blicke begegnen sich. Sie erkennt seine Qual und trägt alles Leid mit ihm. —
V Meine Augen sind dunkel geworden vor Weinen;
A denn fort ging von mir, der mein Tröster war.
V Stark wie der Tod ist die Liebe;
A viele Wasser der Trübsal können sie nicht löschen.
L Noch immer leidet Christus in unserer Welt, in den Gliedern seines Leibes, in seinen Brüdern und Schwestern. Mit ihnen leidet Maria, seine und unsere Mutter.
V Herr Jesus, du sahst deine Mutter voller Leid am Kreuzweg stehen. Wir bitten dich:
L Der Herr vermag die Kreuzeslast nicht mehr zu tragen. Da zwingen die Soldaten einen Mann, der vom Feld kommt und eben vorübergeht, Jesus das Kreuz nachzutragen. —
V Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst.
A Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
V Einer trage des anderen Last.
A So erfüllt ihr Christi Gesetz.
L Wir Menschen fürchten das Kreuz. Selbst Petrus, der Jünger Jesu, schreckte davor zurück. Und doch ist in keinem anderen Zeichen Heil außer im Kreuz.
V Herr Jesus, du hast Simon von Cyrene als Helfer angenommen, mit dir das Kreuz zu tragen. Wir bitten dich:
L Veronika sieht Jesu Leid und die Roheit der Soldaten. Sie fragt nicht, was die Menschen denken. Mutig dringt sie durch die Menge und bietet dem Herrn das Schweißtuch dar, in das er sein Antlitz drückt. —
V Zu dir redet mein Herz: ich suche dein Antlitz.
A Zeige uns dein Antlitz, und wir werden gerettet.
V Weise nicht im Zorn deinen Knecht zurück.
A Halte dein Angesicht vor uns nicht verborgen.
L Bewegt uns das Leid des andern? Sehen wir Christi zerschundenes Angesicht in unsern leidenden Schwestern und Brüdern?
V Herr Jesus, voll Güte hast du dein heiliges Angesicht im Schweißtuch der Veronika nachgebildet. Wir bitten dich:
L Die Schwäche und die Schmerzen des Herrn nehmen immer mehr zu. Er fällt ein zweites Mal, schwerer und schmerzlicher als zuvor. Mit großer Anstrengung steht er auf, um sein Opfer zu vollenden. —
V Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch.
A Der Leute Spott bin ich und des Vollces Verachtung.
V Alle, die mich sehen, verspotten mich.
A Ihre Lippen höhnen, und sie schütteln den Kopf.
L Wie oft fallen wir in die alten Sünden und Fehler; wir haben keine Kraft und keine Ausdauer im Guten.
V Herr Jesus, im Übermaß der Schmerzen bist du ein zweites Mal für uns unter dem Kreuz zu Boden gesunken. Wir bitten dich:
L Am Weg stehen Frauen, die den gequälten Herrn beweinen. Er aber denkt voll Mitleid an das Unheil, das über sie kommen wird. —
V Weint nicht über mich.
A Weint über euch und eure Kinder.
V Ihr werdet zu den Bergen sagen: Fallt über uns!
A Und zu den Hügeln: Bedeckt uns!
L Wir sehen meist nur das äußere Leid und übersehen die tiefere Not, die von der Sünde kommt. Wir spüren nur den eigenen Schmerz und übersehen die Not der andern.
V Herr Jesus, mitten im eigenen Leid hast du an all die kommende Not der Mütter und Kinder deines Volkes gedacht. Wir bitten dich:
L Der Herr ist zu Tode erschöpft und bricht zum dritten Mal unter der Last des Kreuzes zusammen. Doch er will das Werk vollenden, das der Vater ihm aufgetragen hat. So rafft er sich mit letzter Kraft noch einmal auf. —
V In den Staub gebeugt ist meine Seele.
A Mein Leib ist zu Boden getreten.
V Die Schuld der Menschen hat sich über mich gehäuft.
A Sie drückt mich nieder wie eine schwere Last.
L Auch wir sind noch nicht am Ziel; wir sind unterwegs, oft einsam und verlassen. Die Stunde, da alles umsonst scheint und uns der letzte Mut verlässt, kann auch für uns kommen.
V Herr Jesus, du bist ein drittes Mal unter der Last unserer Sünden zu Boden gestürzt und hast dich wieder aufgerafft. Wir bitten dich:
L Zu Tod ermattet ist der Herr auf dem Kalvarienberg angekommen. Die Soldaten reißen ihm vor allem Volk die Kleider vom Leib, und die Wunden der Geißelung beginnen von neuem zu bluten. —
V Sie teilen unter sich meine Kleider.
A Sie werfen das Los um mein Gewand.
V Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Heiles an mir,
A nur Striemen und Wunden.
L Wie oft missachten und verachten wir den andern; wir stellen ihn bloß und lassen nichts Gutes an ihm.
V Herr Jesus, du hast auch die letzte Schmach des Verbrechertodes für uns tragen wollen. Wir bitten dich:
L Die Soldaten werfen Jesus zu Boden. Sie durchbohren seine Hände und Füße und schlagen ihn ans Kreuz. Dann richten sie es empor. Jetzt ist das Wort erfüllt: "Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen." —
V Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt.
A Sie haben alle meine Gebeine gezählt.
V Sie haben mir Galle unter die Speise gemischt,
A in meinem Durst mich mit Essig getränkt.
L Auch wir sind oft gebunden an Menschen, wir sind gefesselt an Aufgaben, denen wir entrinnen möchten. Christus gibt uns die Kraft, sie in der Freiheit der Liebe zu erfüllen.
V Herr Jesus, du hast dich für uns ans Kreuz nageln lassen. Wir bitten dich:
L Der Herr hängt angenagelt am Holz des Kreuzes. Er betet für seine Peiniger. Um die neunte Stunde schreit er mit lauter Stimme: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Und sterbend betet er: "Es ist vollbracht. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist." —
V Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung rühmen und preisen wir.
A Denn durch das Holz des Kreuzes / ist Freude gekommen in alle Welt.
V Der Herr sei uns gnädig und segne uns.
A Er lasse sein Angesicht über uns leuchten / und schenke uns sein Heil.
L Es gibt kein sinnloses Leid mehr für den, der an Christus glaubt. Auch im tiefsten Abgrund ist der Gekreuzigte bei ihm.
V Herr Jesus, dem Willen des Vaters gehorsam, bist du am Kreuz für das Heil der Menschen gestorben. Wir bitten dich
L Der Herr hat ausgelitten. Josef von Arimatäa hat voll Trauer und Ehrfurcht den Leib des Herrn vom Kreuz herabgenommen. Dann legen sie Jesus in den Schoß Mariens, seiner betrübten Mutter. —
V Ihr alle, die ihr vorüberkommt, gebt acht
A und schaut, ob ein Schmerz dem meinen gleicht.
V Siehe, ich bin die Magd des Herrn.
A Mir geschehe nach deinem Wort.
L Auch wir begegnen immer wieder dem Tod. Menschen, die uns nahe stehen, sterben. Der eigene Tod kommt unausweichlich auf uns zu.
V Herr Jesus, dein toter Leib wurde in den Schoß deiner Mutter gelegt. Wir bitten dich:
14 14. STATION: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt
L Sie legen den Leib des Herrn in das Grab; doch der Tod kann ihn nicht festhalten. Aus dem Grab ersteht das Leben; die neue Schöpfung ist vollbracht. —
V Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein.
A Wenn es aber stirbt, / bringt es reiche Frucht.
V Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit.
A Gesät wird in Schwachheit, / auferweckt in Kraft.
L Wir sollen nicht trauern wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn Christus ist auferweckt von den Toten als Erstling der Entschlafenen. Und wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht.
V Herr Jesus, du hast das Schicksal des Grabes mit uns geteilt; doch am dritten Tag bist du auferstanden von den Toten. Wir bitten dich:
V Allmächtiger, ewiger Gott, wir danken dir, dass du durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes unser Leben erneuert hast. Gib, dass wir durch die Teilnahme am Kreuzweg bereit werden, unser Kreuz geduldig und beharrlich zu tragen und dir treu zu dienen. Schenke allen, für die wir gebetet haben, deine Gnade und führe unsere Verstorbenen zur Auferstehung. Durch Christus, unsern Herrn.
Zugehörigkeitszeichen zu Christus und Segensgebärde: Wer das Kreuzzeichen macht, erinnert sich immer wieder seiner Zugehörigkeit als Getaufter zum Christentum. Der biblische Bezug liegt im Matthäusevangelium (Mt 28,19): „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken verleihen im Turnus von zwei bis vier Jahren den mit 25.000 Euro dotierten „Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken“ für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen. Mit dieser Stiftung leisten sie einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur.
Die Gesamtheit der Dikasterien (Behörden) und Einrichtungen, die dem Papst bei der Ausübung seines obersten Hirtenamtes behilflich sind, wird als Römische Kurie bezeichnet.
Sie nimmt die ihr übertragenen Aufgaben im Namen des Papstes und in seiner Autorität wahr (can. 360 CIC). Mit der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus vom 28. Juni 1988 hat Johannes Paul II. ihre Struktur und Zuständigkeiten grundlegend neu geregelt.
Die wichtigste Kurienbehörde, die dem Papst direkt zuarbeitet, ist das Staatssekretariat. Mit Blick auf seine umfassenden Kompetenzen kann es als die zentrale Oberbehörde bezeichnet werden.
Die Kongregationen
Kongregation für die Glaubenslehre (ihr zugeordnet sind die Internationale Theologenkommission und die Päpstliche Bibelkommission)
Kongregation für die Bischöfe (ihr zugeordnet ist die Päpstliche Kommission für Lateinamerika)
Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gemeinschaften apostolischen Lebens
Zur Kurie gehören auch drei Gerichtshöfe: Die Apostolische Pönitentiarie (Gewährung von Gnadenerweisen sowie Gewährung und Gebrauch von Ablässen), die Apostolische Signatur (höchster Gerichtshof der Kirche und zugleich oberste Gerichtsverwaltungsbehörde) und die Römische Rota (ordentliches Gericht des Apostolischen Stuhls, wird vornehmlich als Berufungsgericht tätig).
Die Päpstlichen Räte sind im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils eingerichtet worden. Sie sind vor allem Organe des Kontakts, Dialogs und des Studiums. Es gibt heute elf Päpstliche Räte:
Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden
Päpstlicher Rat "Cor Unum"
Päpstlicher Rat für die Pastoral im Krankendienst
Und es gibt besondere Kommissionen/Komitees:
Päpstliche Kommission "Ecclesia Dei"
Es gibt reine Verwaltungsbehörden mit einer ihren Aufgaben entsprechenden Organisationsstruktur: die Apostolische Kammer, die Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhls und die Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls.
Zu den Behörden der Römischen Kurie, die nicht zu den Dikasterien zählen, gehören die Präfektur des Päpstlichen Hauses sowie das Amt für die liturgischen Feiern des Papstes.
die Vatikanische Apostolische Bibliothek
die Päpstlichen Akademien, insbesondere die Päpstliche Akademie der Wissenschaften
die Vatikanische Druckerei
die Vatikanische Verlagsbuchhandlung
die Tageszeitung L'Osservatore Romano
Radio Vatikan und das Vatikanische Fernsehzentrum
das Presseamt des Heiligen Stuhls
die Dombauhütte von St. Peter (in Verbindung mit dem Kapitel der Basilika für die Basilika St. Peter zuständig)
das Institut für kirchliche Einrichtungen (IOR)
Als besondere Einrichtungen nennt die Konstitution Pastor Bonus auch das Arbeitsbüro des Apostolischen Stuhls, das Institut für kirchliche Einrichtungen und das Pilgerbüro.
Die Anwaltschaft des Heiligen Stuhls vertritt den Heiligen Stuhl und die Dikasterien der Römischen Kurie vor kirchlichen und weltlichen Gerichten.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde 1968 auch der Päpstliche Hofstaat neu geordnet und wird seither als Päpstliches Haus bezeichnet. Es gliedert sich in die Päpstliche Kapelle und die Päpstliche Familie.
Mehr Informationen auf den Internetseiten des Vatikan