Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.11.2006&Aktenzeichen=VI%20ZB%2070/05
Timestamp: 2019-06-24 16:36:12
Document Index: 280764614

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.11.2006 - VI ZB 70/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,3578
BGH, 07.11.2006 - VI ZB 70/05 (https://dejure.org/2006,3578)
BGH, Entscheidung vom 07.11.2006 - VI ZB 70/05 (https://dejure.org/2006,3578)
BGH, Entscheidung vom 07. November 2006 - VI ZB 70/05 (https://dejure.org/2006,3578)
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Auslegung eines mit "Prozesskostenhilfegesuch und Berufung" überschriebenen Antrages durch den Prozessbevollmächtigen - Kriterien für die Auslegung einer Berufungsschrift - Indizien für die Annahme einer unbedingten Berufungseinlegung
LG München I, 12.01.2005 - 9 O 7210/02
OLG München, 26.09.2005 - 1 U 1946/05
OLG München, 09.11.2005 - 1 U 1946/05
OLG München, 27.10.2011 - 1 U 1946/05
NJW-RR 2007, 780
VersR 2007, 662
Insofern kann der Senat die Prozesserklärungen des Klägers selbst auslegen (…BGH, Urt. v. 31. Mai 1995 - VIII ZR 267/94, NJW 1995, 2563, 2564; v. 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211; Beschl. v. 7. November 2006 - VI ZB 70/05, NJW-RR 2007, 780).
Mit Rücksicht auf die schwerwiegenden Folgen einer bedingten und damit unzulässigen Berufungseinlegung ist für die Annahme einer derartigen Bedingung eine ausdrückliche zweifelsfreie Erklärung erforderlich, die beispielsweise darin gesehen werden kann, dass der Schriftsatz als "Entwurf einer Berufungsschrift" bezeichnet wird, oder von einer "beabsichtigten Berufung" die Rede ist oder angekündigt wird, dass "nach Gewährung der Prozesskostenhilfe" Berufung eingelegt werde (vgl. BGH…, Urteil vom 31. Mai 1995 - VIII ZR 267/94 -aaO; Beschluss vom 19. Mai 2004 - XII ZB 25/04 - FamRZ 2004, 1553, 1554; Senatsbeschluss vom 7. November 2006 - VI ZB 70/05 - aaO).
LSG Niedersachsen-Bremen, 17.04.2013 - L 15 AS 115/11
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Einkommensberücksichtigung - irrtümliche …
So wurde in der zivilgerichtlichen Rechtsprechung bei der Auslegung einer Prozesserklärung als Berufung die abschließende Wendung, die Berufung solle nur dann als eingelegt gelten, wenn dem Kläger das Armenrecht für die Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils bewilligt werde, im Einzelfall aus dem Gesamtzusammenhang heraus nicht als Bedingung gewertet (vgl. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 07.11.2006 - VI ZB 70/05 - Rn. 11 mit weiteren Nachweisen aus der Rechtsprechung).
An der nötigen Eindeutigkeit mit der Folge, dass von unbedingter Prozesshandlung auszugehen ist, fehlt es auch, wenn "zunächst" Prozesskostenhilfeantrag gestellt und ausgeführt wird, "nach Bewilligung der Prozesskostenhilfe werde beantragt" (BGH vom 21.12.2005, XII ZB 33/05; ähnlich BGH vom 07.11.2006, VI ZB 70/05).
OLG Zweibrücken, 25.10.2007 - 1 W 48/07
Anfall von Gerichtsgebühren mit unbedingtem Einreichen der Klageschrift …
Denn maßgeblich ist schon aus Gründen der Rechtssicherheit der objektiv zum Ausdruck gekommene Wille des Erklärenden, und nicht das, was vielleicht insgeheim gewollt war (vgl. BGH Beschluss vom 07.11.2006, Az.: VI ZB 70/05, zitiert nach Juris).