Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20145/59
Timestamp: 2019-06-26 11:43:34
Document Index: 370933138

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1006', 'BGH', '§ 1006', '§ 1006', 'BGH', 'BGH', '§ 1006', 'BGH', 'BGH', '§ 1006', '§ 1006', '§ 1006', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1006', '§ 1006', 'BGH', '§ 1006', 'BGH', '§ 1006', '§ 1006', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 932', 'BGH']

BGH, 21.12.1960 - VIII ZR 145/59 - dejure.org
BGH, 21.12.1960 - VIII ZR 145/59
https://dejure.org/1960,478
BGH, 21.12.1960 - VIII ZR 145/59 (https://dejure.org/1960,478)
BGH, Entscheidung vom 21.12.1960 - VIII ZR 145/59 (https://dejure.org/1960,478)
BGH, Entscheidung vom 21. Dezember 1960 - VIII ZR 145/59 (https://dejure.org/1960,478)
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NJW 1961, 777
MDR 1961, 315
Darauf kann sich auch der Beklagte entsprechend § 1006 Abs. 3 BGB berufen, weil er bzw. die G. Fahrzeugwerk GmbH ihr Besitzrecht von der G. Transporttechnik GmbH aufgrund des Pacht- und des später aufgehobenen Kaufvertrages abgeleitet haben (vgl. BGH, Urt. v. 21. Dezember 1960 - VIII ZR 145/59, LM Nr. 8 zu § 1006 BGB; RG HRR 1932 Nr. 234;… Staudinger/Gursky, BGB 13. Aufl. § 1006 Rdn. 31) und ein späterer Rückerwerb des Klägers ausscheidet.
Gerade in Fällen der vorliegenden Art sollte der Tatrichter sich bewußt sein, daß eine Überzeugungsbildung nicht immer eine mathematisch lückenlose Gewißheit voraussetzt (vgl. BGHZ 53, 245, 256; BGH Urt. v. 21. Dezember 1960 - VIII ZR 145/59 - NJW 1961, 777, 779).
Für einen Eigentumserwerb des Beklagten an dem inzwischen im Inland belegenen Schiff spricht zwar - trotz seiner Besitzbegründung im Ausland bei Abholung des Schiffs (in Holland) - die Eigentumserwerbsvermutung des § 1006 Abs. 1 Satz 1 BGB (…vgl. BGH, Urt. v. 19. Januar 1994 aaO S. 940 zu B I 2 m.w.N.), die sich auch auf die Verfügungsbefugnis der H.B.V. erstreckt (vgl. BGH, Urt. v. 21. Dezember 1960 - VIII ZR 145/59, LM Nr. 8 zu § 1006 BGB).
In einem solchen Falle hat aber das Gericht unter Würdigung des Beweisergebnisses zu prüfen, ob es die Eigentumsvermutung als widerlegt erachtet; dabei hat es - wie in jeder Beweiswürdigung - auch Beweisanzeichen und Erfahrungssätze zu berücksichtigen (…Senatsurteile vom 10. Mai 1960 - a.a.O. - und vom 21. Dezember 1960 - VIII ZR 145/59 = LM BGB § 1006 Nr. 8 = NJW 1961, 777 = WM 1961, 150).
Der Senat hat deshalb auch früher bereits ausgesprochen, daß die Anforderungen an den nach § 1006 BGB erforderlichen Beweis zur Widerlegung der Eigentumsvermutung nicht besonders streng bemessen werden dürfen (Senatsurteil vom 21. Dezember 1960 - a.a.O. -).
BGH, 04.10.1979 - VII ZR 319/78
Architektenhonorar: Beweislast
Entscheidend gegen die Anwendung der Grundsätze zum Anscheinsbeweis spricht weiter, daß es vorliegend um die Feststellung eines individuellen Willensentschlusses geht, der gemeinhin nicht aus typischen Geschehensabläufen, sondern regelmäßig nur aus den besonderen Umständen des Einzelfalles gefolgert werden kann (vgl. BGH Urteil vom 21. November 1950 - I ZR 49/50 = LM § 1 PatG Nr. 1; BGH Urteil vom 25. März 1953 - II ZR 146/52 = LM § 286 (C) ZPO Nr. 11; BGH NJW 1961, 777, 779; BGH NJW 1968, 2139 Nr. 1; BGH Urteil vom 14. Januar 1955 I ZR 75/53 = GRUR 1955, 447, 448, jeweils m.w.N.).
VG Karlsruhe, 10.05.2001 - 9 K 2018/99
Herausgabe beschlagnahmter Sachen - Beweislast für Eigentum
Eine solche Widerlegung der Eigentumsvermutung des § 1006 BGB kann auch - wie im vorliegenden Fall - mit Hilfe von Beweisanzeichen (Indiztatsachen) und Erfahrungssätzen geführt werden (Staudinger-Gursky, BGB, Bearb. 1993, § 1006 Rd.Ziff. 42; BGH, Urt.v. 21.12.1960, NJW 1961, 777).
Zwar schöpft die Widerlegung des von dem Vermutungsbegünstigten behaupteten Erwerbsgrundes die gesetzliche Vermutung des § 1006 Abs. 1 BGB nicht aus und ist der Vermutungsgegner gehalten, alle nach dem Parteivorbringen in Betracht kommende Erwerbsgründe zu widerlegen (BGH JR 1978, 18, 20 mit Anmerkung Baumgärtel/Wittmann; NJW 1960, 1517, 1518; NJW 1961, 777, 779;… Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Band 2, 1006 Rdnr. 17;… Palandt/Bassenge, BGB , 55. Aufl., 1006 Rdnr. 7;… Staudinger/Gursky, BGB , 12. Auf 1., § 1006 Rdnr. 34 f f;… MüKo - BGB /Medicus, § 1006 Rdnr. 16), jedoch sind solche Erwerbsvorgänge zugunsten des öffentlichen Vermögens der DDR nicht ersichtlich.
Demgegenüber bedeuten tatsächliche Vermutungen die Anwendung der Grundsätze des Beweises des ersten Anscheins: Der an sich beweispflichtigen Partei wird im Hinblick auf allgemeine Erfahrungssätze die Darlegungs- und Beweisführung erleichtert; der Prozeßgegner der beweispflichtigen Partei hat nicht das Gegenteil zu beweisen; es genügt, wenn er die tatsächliche Vermutung erschüttert, um es bei der grundsätzlichen Verteilung der Darlegungs- und Beweislast der Partei, die Rechte für sich beansprucht, zu belassen (vgl. BGHZ 2, 83, 85; BGH in NJW 1961, 777).
Denn in jedem Falle stellen die vom Berufungsgericht hervorgehobenen Umstände in Verbindung mit der Lebenserfahrung so starke Beweisanzeichen dar, daß allein aus ihnen - auch ohne Zuhilfenahme eines "Anscheinsbeweises" - die Bildung der notwendigen tatrichterlichen Überzeugung möglich war (BGHZ 53, 245, 255/256; vgl. auch BGHZ 2, 82; BGH NJW 1961, 777, 779).
Denn eine Bösgläubigkeit ist auch zu verneinen, wenn der Erwerber zwar die entscheidenden Tatsachen kennt, aber in Folge von Rechtsunkenntnis falsch wertet (BGH NJW 1961, 777;… Palandt-Bassenge, § 932 BGB, Rn. 10).
VG Hannover, 21.01.2008 - 10 A 2695/05
Sicherstellung eines Warenlagers
VG Koblenz, 23.04.2008 - 5 K 1802/07
Keine Herausgabe sichergestellter Kosmetikmittel
BGH, 27.05.1963 - III ZR 200/61