Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=02.09.2010&Aktenzeichen=1%20BvR%201974/08
Timestamp: 2019-05-26 22:23:05
Document Index: 389853794

Matched Legal Cases: ['Art 20', 'Art 20', 'Art 3', '§ 1', '§ 1', 'Art. 3', 'Art. 20', 'Art. 3', 'Art. 20']

BVerfG, 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 - dejure.org
BVerfG, 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08
https://dejure.org/2010,1577
BVerfG, 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 (https://dejure.org/2010,1577)
BVerfG, Entscheidung vom 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 (https://dejure.org/2010,1577)
BVerfG, Entscheidung vom 02. September 2010 - 1 BvR 1974/08 (https://dejure.org/2010,1577)
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Artt. 20 Abs. 3, 20 Abs. 1, 3 Abs. 1 GG
Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Versagung von Beratungshilfe wegen ausreichender Selbsthilfemöglichkeiten
Keine Verletzung des Gebots der Rechtswahrnehmungsgleichheit durch Versagung von Beratungshilfe wegen ausreichender Selbsthilfemöglichkeiten
Art 20 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 3 Abs 1 GG, § 1 Abs 1 BeratHiG, § 1 Abs 1 Nr 2 BeratHiG
Nichtannahmebeschluss: Keine Verletzung des Gebots der Rechtswahrnehmungsgleichheit durch Versagung von Beratungshilfe wegen ausreichender Selbsthilfemöglichkeiten
Versagung von Beratungshilfe für die Einreichung eines Widerspruchs durch einen Rechtsanwalt i.R.e. Verfahrens gegen die Kürzung von Arbeitslosengeld II (Hartz-IV-Leistungen) während eines Reha-Aufenthaltes; Zulässigkeit eines nachträglich gestellten Beratungshilfeantrags
Keine Beratungshilfe bei ausreichenden Selbsthilfemöglichkeiten
Keine Beratungshilfe bei Selbsthilfemöglichkeiten
Keine Beratungshilfe bei ausreichenden eigenen Rechtskenntnissen
Kostenloser Anwalt nur, wenn es nötig ist
Anspruch auf Rechtsrat nicht selbstverständlich
Versagung von Beratungshilfe wegen ausreichender Selbsthilfemöglichkeiten
Versagung von Beratungshilfe wegen Selbsthilfemöglichkeit
Keine Beratungshilfe wegen ausreichender Selbsthilfemöglichkeiten
Beratungshilfe: Vorrang der Selbsthilfe
AG Freising, 15.05.2008 - 52 UR II 127/08
BVerfGK 18, 1
NZS 2011, 462
Die Auslegung und Anwendung des Beratungshilfegesetzes obliegt in erster Linie den zuständigen Fachgerichten (vgl. BVerfGK 15, 438 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 -, juris, Rn. 13;… Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 9. Januar 2012 - 1 BvR 2852/11 -, juris, Rn. 11).
Es kann daher bereits die Frage, ob ein Parallelfall vorliegt, bei Rechtsunkundigen den Beratungsbedarf zur Wahrnehmung ihrer Rechte begründen (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 -, juris, Rn. 16;… Beschluss vom 30. Mai 2011 - 1 BvR 3151/10 -, juris, Rn. 11).
Entsprechend dem für die Prozesskostenhilfe geltenden Prüfungsmaßstab überschreiten die Fachgerichte dann den Entscheidungsspielraum, der ihnen bei der Auslegung der Bestimmungen des Beratungshilfegesetzes zukommt, wenn sie einen Auslegungsmaßstab verwenden, durch den einem unbemittelten Rechtsuchenden im Vergleich zum bemittelten Rechtsuchenden die Rechtswahrnehmung unverhältnismäßig eingeschränkt wird (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 -, juris, Rn. 13;… Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 11. Mai 2009 - 1 BvR 1517/08 -, juris, Rn. 25).
Gerade die Frage, ob ein Parallelfall vorliegt, kann bei Rechtsunkundigen den Beratungsbedarf begründen (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 2. September 2010, a.a.O., Rn. 16).
BVerfG, 25.04.2012 - 1 BvR 2869/11
Zu den Grenzen zulässiger Beweisantizipation im PKH-Verfahren - Befugnis des …
Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG steht einer Besserstellung der Unbemittelten gegenüber Bemittelten entgegen (vgl. BVerfGK 16, 406 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 -, NZS 2011, S. 462 ;… Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 14. Dezember 2011 - 1 BvR 2735/11 -, juris, Rn. 7).
AG Halle/Saale, 04.02.2011 - 103 II 4313/10
Beratungshilfe: Erfordernis vorheriger schriftlicher Eigenbemühungen zur …
Das Bundesverfassungsgericht hat ausdrücklich klargestellt, dass Art. 3 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG einer Besserstellung desjenigen, der seine Prozessführung nicht aus eigenen Mitteln bestreiten muss und daher von vorneherein kein Kostenrisiko trägt, gegenüber dem Bemittelten, der sein Kostenrisiko wägen muss, entgegen steht (Beschluss vom 2. September 2010, Az. 1 BvR 1974/08, zitiert nach juris).
LSG Sachsen, 30.03.2011 - L 7 AS 793/10
Denn die Notwendigkeit anwaltlicher Beratung kann verfassungskonform nicht stets und pauschal mit der Verweisung auf ein Parallelverfahren verneint werden, da gerade die Frage, ob ein Parallelfall vorliegt, bei Rechtsunkundigen den Beratungsbedarf begründen kann (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08, RdNr. 16).
Insbesondere kommt es darauf an, ob der zugrunde liegende Sachverhalt schwierige Tatsachen- oder Rechtsfragen aufwirft und der Rechtsuchende über besondere Rechtskenntnisse verfügt (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 02.09.2010, a.a.O., RdNr. 14).
Es ist ferner nicht ersichtlich, dass sich der Antragsteller schon in früheren, gleichgelagerten Verfahren selbst vertreten und dort sachkundig auf Rechtsprechung Bezug genommen hätte, die der Rechtsauffassung des Grundsicherungsträgers widersprach (so z.B. bei BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 02.09.2010, a.a.O., RdNr. 17), so dass seine Rechtskenntnisse für die Klageerhebung hätten ausreichen können.
Die Verweisung auf Selbsthilfe stellt dann keine unverhältnismäßige Einschränkung der Rechtswahrnehmung dar, weil auch ein kostenbewusster Bemittelter das aufgrund der Erstberatung vorhandene Wissen selbständig auf die späteren Fälle übertragen würde (so zur Beratungshilfe BVerfG…, Beschluss vom 30.05.2011 - 1 BvR 3151/10 = NJW 2011, 2711 ff. = juris Rn. 12; Beschluss vom 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 = NZS 2011, 462 f. = juris Rn. 13 ff.).
Geht das Revisionsverfahren hingegen aus Sicht des Betroffenen negativ aus, ist er nicht gehindert, sein Rechtsschutzziel im eigenen Verfahren weiter zu verfolgen (so ausdrücklich LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 29.02.2012 - L 14 AS 206/12 B PKH = juris Rn 7 unter Bezugnahme auf BVerfG Beschluss vom 18.11.2009 - 1 BvR 2455/08 = NJW 2010, 988 f. = juris Rn 9;… BVerfG Beschluss vom 30.05.2011 - 1 BvR 3151/10 = NJW 2011, 2711 ff. = juris Rn. 12, zur Gewährung von Beratungshilfe; vgl. dazu auch BVerfG Beschluss vom 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 = NZS 2011, 462 f. = juris Rn. 13 ff.).
Geht das Revisionsverfahren hingegen aus Sicht des Betroffenen negativ aus, ist er nicht gehindert, sein Rechtsschutzziel im eigenen Verfahren weiter zu verfolgen (so ausdrücklich LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 29.02.2012 - L 14 AS 206/12 B PKH = juris Rn 7 unter Bezugnahme auf BVerfG Beschluss vom 18.11.2009 - 1 BvR 2455/08 = NJW 2010, 988 f. = juris Rn 9;… BVerfG Beschluss vom 30.05.2011 - 1 BvR 3151/10 = NJW 2011, 2711 ff. = juris Rn. 12, zur Gewährung von Beratungshilfe; vgl. dazu auch BVerfG Beschluss vom 02.09.2010 - 1 BvR 1974/08 = NZS 2011, 462 f. = juris Rn. 13 ff).
LSG Niedersachsen-Bremen, 21.02.2011 - L 8 AY 126/10
Sozialgerichtliches Verfahren - Prozesskostenhilfe bei Höhenstreit - …
Dies sind Alternativen, die verständige Beteiligte wählen würden, die bei ihrer Entscheidung für die Inanspruchnahme von Rechtsrat bzw. die Einlegung von Rechtsbehelfen auch die hierdurch entstehenden Kosten berücksichtigen und vernünftig abwägen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 -).
Dies sind Alternativen, die verständige Beteiligte wählen würden, die bei ihrer Entscheidung für die Inanspruchnahme von Rechtsrat bzw. die Einlegung von Rechtsbehelfen auch die hierdurch entstehenden Kosten berücksichtigen und vernünftig abwägen (vgl. zuletzt BVerfG, Beschluss vom 2. September 2010 - 1 BvR 1974/08 - RdNr 13, ZFSH/SGB 2010, 678 m.w.N.).
AG Halle/Saale, 10.02.2011 - 103 II 6317/10
Beratungshilfe in familienrechtlichen Angelegenheiten: Kindesunterhalt, …
LSG Thüringen, 24.07.2012 - L 4 AS 1353/11
Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II; Widerspruch und Klage im Rahmen von …
AG Halle/Saale, 17.12.2010 - 103 II 3802/10
Beratungshilfe: Voraussetzungen der Beratungshilfebewilligung und Anspruch auf …
LSG Nordrhein-Westfalen, 26.02.2013 - L 9 SO 437/12
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.07.2012 - L 7 AS 813/12
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.12.2011 - L 9 SO 568/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 08.08.2014 - L 6 AS 726/14
Bewilligung ratenfreier Prozesskostenhilfe
LSG Nordrhein-Westfalen, 10.05.2012 - L 7 AS 1769/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 15.03.2013 - L 7 AS 2075/12
LSG Nordrhein-Westfalen, 04.10.2012 - L 7 AS 1491/12
LSG Niedersachsen-Bremen, 08.08.2012 - L 7 AS 285/12
Sozialgerichtliches Verfahren - Prozesskostenhilfe - Mutwilligkeit - …
LSG Nordrhein-Westfalen, 19.04.2012 - L 7 AS 1305/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 19.04.2012 - L 7 AS 1134/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 07.03.2013 - L 9 SO 34/13
LSG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2012 - L 7 AS 1059/11
LSG Niedersachsen-Bremen, 08.08.2012 - L 7 AS 287/12
AG Halle/Saale, 05.03.2012 - 103 II 6521/11
Beratungshilfe: Verweisung auf die Verbraucherzentrale als andere zumutbare …
LSG Nordrhein-Westfalen, 08.05.2012 - L 7 AS 541/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2012 - L 7 AS 904/11
AG Halle/Saale, 17.05.2011 - 103 II 435/11
Beratungshilfe: Zumutbarkeit der Inanspruchnahme behördlicher Beratung bei …
LSG Nordrhein-Westfalen, 28.01.2013 - L 7 AS 429/12
LSG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2012 - L 7 AS 1242/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2012 - L 7 AS 1756/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 17.04.2012 - L 7 AS 1408/11
AG Halle/Saale, 17.05.2011 - 103 II 695/11
Beratungshilfe: Zumutbarkeit behördlicher Beratung in einem behördlichen …
SG Würzburg, 19.11.2010 - S 6 R 683/09
Ablehnung einer Umschulung zum IT-Elektroniker - Prozesskostenhilfe - …