Source: http://www.dp-anwalt.de/rechtsgebiete/gewerbesteuer/
Timestamp: 2017-09-20 12:43:46
Document Index: 358103486

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 7', '§ 10', '§ 28', '§ 11', '§ 4']

Gewerbesteuer | Rechtsanwälte donner und partner
Die Erhebung der deutschen Gewerbesteuer ist grundlegend im Gewerbesteuergesetz (GewStG) geregelt. Das Gewerbesteueraufkommen steht dabei den Gemeinden zu. Diese sind seit dem 1. Januar 2004 auch verpflichtet, eine Gewerbesteuer zu erheben, wobei sie einen Hebesatz von mindestens 200% festetzen müssen (§§ 1, 16 Abs. 4 GewStG).
Gegenstand der Besteuerung (sachliche Steuerpflicht) ist der inländische Gewerbebetrieb (§§ 2 GewStG, 15 EStG) als stehendes Gewerbe oder Reisegewerbe (§§ 2, 35a GewStG). Das Gesetz unterscheidet zwischen dem Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Betätigung, Rechtsform oder wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes. Gewerbesteuerschuldner (persönliche Steuerpflicht) ist der Unternehmer (§ 5 GewStG).
Für die Ermittlung der zutreffenden Gewerbesteuer ist zunächst von dem sogenannten Gewerbeertrag auszugehen. Dies ist der nach den Vorschriften des EStG bzw. KStG richtig ermittelte Gewinn, ggf. bereinigt durch bestimmte gewerbesteuerlich mögliche Hinzurechnungen oder Kürzungen (§§ 7 ff GewStG). Erhebungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr, bei einem abweichenden Wirtschaftsjahr gilt der Ertrag des Gewerbes mit dessen Ende als bezogen (§§ 10, 14 GewStG). Von dem so ermittelten Gewerbeertrag ist dann unter Umständen der Gewerbeverlust vorangegangener Erhebungszeiträume in Abzug zu bringen. Allerdings wird der mögliche Verlustvortrag für die jeweiligen Jahre in der Höhe begrenzt, so dass es im Ergebnis jedenfalls zu einer Mindestbesteuerung kommt.
Von dem so ermittelten (auf volle Hundert Euro abgerundeten) Gewerbeertrag ist bei natürlichen Personen ggf. noch ein Freibetrag von derzeit 24.500 € anzurechnen. Auf den Restbetrag ist dann die Steuermesszahl von 3,5% anzuwenden, woraus sich dann der Steuermessbetrag ergibt. Unterhält der Gewerbetreibende in mehreren Gemeinden Betriebsstätten, muss noch eine Zerlegung nach Maßgabe der § 28 ff GewStG erfolgen, also eine Aufteilung des Anteils auf die jeweilige Gebietskörperschaft. Die einzelnen Gemeinden ermitteln die zutreffende Gewerbesteuer dann durch Anwendung der von ihnen festgelegten Hebesätze auf den ihnen zustehenden Steuermessbetrag (§ 11 GewStG).
Die Gewerbesteuer ist zwar keine abziehbare Betriebsaufwendung, führt aber jedenfalls bei natürlichen Personen zu erheblichen Vergünstigungen im Rahmen der Einkommensteuer (§§ 4 Abs. 5b; 35 EStG).
Gerne helfen wir Ihnen, wenn Sie Fragen im Zusammenhang mit der Besteuerung Ihres Gewerbes haben oder bereits Probleme mit dem Finanzamt bzw. der Steuerfahndung aufgetreten sind. Herr Rechtsanwalt Dr. Neumann ist als Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für Steuerrecht Ihr kompetenter Ansprechpartner.