Source: https://openjur.de/u/2190628.html
Timestamp: 2020-08-11 19:16:04
Document Index: 86271937

Matched Legal Cases: ['§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 249', '§ 211', '§ 251', '§ 52', '§ 251', '§ 211', '§ 57', '§ 64', '§ 465', '§ 73']

LG Münster, Urteil vom 10.10.2018 - 2 Ks-30 Js 2/18-4/18 - openJur
Urteil vom 10.10.2018 - 2 Ks-30 Js 2/18-4/18
LG Münster, Urteil vom 10.10.2018 - 2 Ks-30 Js 2/18-4/18
openJur 2019, 37599
Der Angeklagte wird wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge zu einer
Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens sowie die notwendigen Auslagen der Nebenkläger.
Die sichergestellten 14.800,00 Euro werden eingezogen.
Angewendete Vorschriften: §§ 211, 249, 251, 52, 73 StGB
Der Angeklagte wurde am 01. Mai 1968 in Q1/ Polen geboren und wuchs im Haushalt seiner Eltern auf, deren Ehe neben dem Angeklagten noch eine ältere Tochter und vier jüngere Söhne entstammen. Der Vater des Angeklagten war als Busfahrer, seine Mutter als Reinigungskraft tätig. Inzwischen sind die Eltern des Angeklagten berentet.
Mit sieben Jahren wurde der Angeklagte regelgerecht eingeschult und besuchte sodann acht Jahre lang die Schule, bevor er seinem persönlichen Interesse folgend auf eine Musikschule wechselte. In dieser fühlte sich der Angeklagte dann jedoch zunächst unterfordert und befasste sich daraufhin nicht mehr mit dem Unterrichtsstoff, beziehungsweise blieb der Schule ganz fern, was dazu führte, dass er eine obligatorische Prüfung verpasste und die Schule danach ohne Abschluss verließ.
Im Anschluss nahm der Angeklagte eine Lehre als Bergmann auf, die er nach drei Jahren erfolgreich abschloss. Sodann arbeitete er auch eine gewisse Zeit in diesem Beruf.
Mit 19 Jahren wurde der Angeklagte dann zum Wehrdienst eingezogen. In dieser Zeit lernte er seine spätere Ehefrau kennen, mit der er in eine andere polnische Stadt verzog und die er mit circa 23 Jahren heiratete. Wenig später, und zwar am 12. Februar 1992, wurde die gemeinsame Tochter geboren. Beruflich fand der Angeklagte, der nach dem Ende seines Wehrdienstes nochmals für einige Monate als Bergmann gearbeitet hatte, schließlich eine Anstellung in einem Kommunikationsunternehmen, in dem er sodann etwa 13 Jahre lang tätig war.
Die Ehe des Angeklagten war durch die Untreue seiner Ehefrau erheblich belastet. Letztere hatte ihn bereits kurze Zeit nach der Geburt der gemeinsamen Tochter für einen anderen Mann verlassen, war dann aber zum Angeklagten zurückgekehrt und wurde alsbald danach mit dem zweiten gemeinsamen Kind, einem 1994 oder 1995 geborenen Sohn, schwanger. Noch vor der Geburt des zweiten Kindes war sie dem Angeklagten jedoch erneut untreu, woraufhin Letzterer sie verließ. Die Ehe wurde in der Folgezeit geschieden.
Der Angeklagte lebte nach der letzten Trennung von seiner Frau allein und - bis heute - weitgehend ohne Kontakt zu seinen Kindern. Im Zusammenhang mit der psychischen Belastung durch die Trennung kam es erstmals zu missbräuchlichem Alkoholkonsum durch den Angeklagten, der in psychischen Belastungssituationen - und insbesondere jeweils in der Vorweihnachtszeit - episodenweise exzessiv trank. Dennoch gelang es Letzterem, namentlich vor dem Hintergrund, dass er in diesen Jahren nie durchgehend übermäßig dem Alkohol zusprach, seiner beruflichen Tätigkeit weiter nachzugehen. Schließlich führte aber circa 2003 / 2004 der Verkauf des Kommunikationsunternehmens dazu, dass er seine Arbeitsstelle verlor.
Der Angeklagte zog daraufhin zunächst zeitweise in den Haushalt seiner Eltern zurück, wobei er von der ihm von seinem Arbeitgeber bei seinem Ausscheiden gezahlten Abfindung lebte. Nach etwa einem Jahr, als seine finanziellen Rücklagen aufgebraucht waren, verließ er aufgrund vermehrter Streitigkeiten mit seinen Eltern deren Haus wieder und siedelte nach Österreich über. Dort lebte er sodann ca. vier bis fünf Jahre und war beruflich als Bauarbeiter tätig.
Etwa im Jahr 2009 kehrte der Angeklagte nach Polen zurück und zog erneut zu seinen Eltern. In den folgenden Jahren war er vornehmlich "schwarz" beschäftigt und verdiente so seinen Lebensunterhalt. Es gab jedoch auch Phasen, in denen der Angeklagte kein Geld zur Verfügung hatte, was sodann jeweils zu Konflikten mit seinen Eltern führte. Auch in dieser Zeit trank der Angeklagte - allerdings, wie schon früher, stets nur episodenweise - wieder exzessiv Alkohol, wobei er nach seinen Angaben in den Jahren 2013 / 2014 einmal über einen Zeitraum von einem Jahr und vier Monaten überhaupt keinen Alkohol zu sich nahm.
Im Sommer 2015 kam der Angeklagte dann - auf Anraten des ebenfalls aus Polen stammenden und in C1 lebenden Zeugen A1 - nach Deutschland, um hier Geld zu verdienen. Beide kannten sich aus gemeinsamen Kindertagen in Polen, wobei sich der Zeuge A1 bereits seit vielen Jahren in Deutschland aufhielt, aber regelmäßig, insbesondere über Weihnachten in seinen polnischen Heimatort fuhr, um seine dort lebende Familie zu besuchen. Als er anlässlich eines solchen Besuches vom Angeklagten erfuhr, dass Letzterer in Polen keine feste Arbeit hatte, erkundigte er sich über einen weiteren Bekannten nach einer freien Stelle bei der Firma Fleischzerlegung X1 in I1-D1 vermittelte dem Angeklagten den Kontakt dorthin.
Der Angeklagte, der zwar einen Führerschein, aber kein Auto besitzt, reiste sodann mit dem Bus nach Deutschland und trat die ihm vermittelte Arbeitsstelle bei der Firma X1 an. Er war für etwa sechs Wochen in der Fleischfabrik tätig und wohnte in dieser Zeit in einer von seinem Arbeitgeber vorgehaltenen Unterkunft. Dann wurde dem Angeklagten gekündigt, nachdem dieser krankheitsbedingt nicht mehr zur Arbeit erschienen war.
Im Anschluss zog der Angeklagte in eine zwischen C1 und D1 gelegene Pension, in der er etwa zwei Monate lang lebte. Während dieser Zeit ging er keiner angemeldeten Beschäftigung nach, war aber verschiedentlich "schwarz" u.a. als Bauhelfer und auf einem Bauernhof zum Ausmisten der Ställe tätig.
Ab Mitte Oktober 2016 nahm der Angeklagte dann bei dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb C2 eine Beschäftigung auf. Das Arbeitsverhältnis dauerte aber nur etwa einen Monat an, bevor dem Angeklagten gekündigt wurde. In der Folgezeit übte der Angeklagte sodann wiederum unangemeldete Beschäftigungen aus. Außerdem zog er in dieser Zeit aus der zuvor von ihm bewohnten Pension aus und bezog am 21. November 2016 in P1-M1 unter der Anschrift L1-Straße ... ein Zimmer.
In Deutschland ist der Angeklagte, der bisher keine Verletzungen mit Kopfbeteiligung erlitten hat, noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Das von dem Angeklagten im November 2016 angemietete Zimmer befand sich in einem auf einem bauernhofähnlichen Anwesen gelegenen Haus, in dessen Obergeschoss der Eigentümer, der Zeuge I2, einzelne Räume vermietet. Das Zimmer des Angeklagten war spartanisch vornehmlich mit dem Vermieter gehörenden Gegenständen möbliert, im Wesentlichen mit einem Bett, einem Schrank sowie einem rollbaren Fernsehtisch. Außerdem standen dem Angeklagten ein Badezimmer und eine Küche zur gemeinsamen Benutzung mit den anderen vier Mietern im Obergeschoss zur Verfügung, zu denen unter anderem die Zeuginnen Q2 und L2 zählten. Die monatliche Miete betrug 220,- Euro.
Mit den Mitmietern pflegte der Angeklagte keinen engeren Kontakt. Auch im Übrigen lebte er sozial sehr zurückgezogen und verbrachte - wenn er nicht arbeitete - viel Zeit in seinem Zimmer. Nur gelegentlich traf er sich mit dem Zeugen A1 sowie dessen Bekannten, dem Zeugen I3, der ebenfalls aus Polen stammt und in Deutschland lebt.
In der Zeit vom 28. September 2017 bis zum 27. November 2017 übte der Angeklagte dann nochmals eine angemeldete Beschäftigung aus, und zwar bei der Firma Estrichverlegung B1 in C1. Von dort erhielt er jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt keine vollständigen Lohnauszahlungen mehr, was er auf bei der Krankenkasse bestehende offene Verbindlichkeiten seinerseits und eine einhergehende Verrechnung zurückführte. So erfolgte im Oktober 2017 als Lohnauszahlung für September lediglich eine Überweisung von 29,48 Euro. Der Angeklagte entschloss sich daher, lieber erneut "schwarz zu arbeiten" und verrichtete im November 2017 noch einmal kurzfristig unangemeldete Tätigkeiten. Im Dezember 2017 ging er dann aber keiner Beschäftigung mehr nach und gestaltete sich mangels fortlaufender Einnahmen seine finanzielle Situation zunehmend beengt.
Am 23. November 2017 ging auf dem Konto des Angeklagten bei der Volksbank Ostmünsterland eine letzte Zahlung der Firma B1 in Höhe von 934,88 Euro ein, woraufhin der Angeklagte noch am selben Tag 800,00 Euro von seinem Konto abhob. Nachdem er Anfang Dezember 2017 dann noch zweimal 50,- und einmal 20,- Euro abgehoben hatte, ließ er sich schließlich am 11. Dezember 2017 den nunmehr nur noch verfügbaren Restbetrag von 5,- am Geldautomaten auszahlen mit der Folge, dass sich lediglich noch knapp 3,- Euro auf seinem Konto befanden.
Während seines Aufenthaltes in Deutschland verfügte der Angeklagte über kein Auto, sondern bewegte sich in der Regel mit einem Herrenfahrrad fort. Nur im Oktober 2017 stand ihm kurzzeitig der Pkw des Zeugen A1 zur Verfügung, weil sich der Zeuge zu dieser Zeit wegen einer Hüft-Operation im Krankenhaus befand und er dem Angeklagten sein Auto überlassen hatte. Der Zeuge A1 ließ das Auto aber bereits nach wenigen Tagen von dem Zeugen I3 wieder beim Angeklagten abholen. Da Letzterer nämlich verabredungswidrig auf seinem Handy mehrfach nicht zu erreichen gewesen war, befürchtete der Zeuge A1, der Angeklagte könne wieder einmal vermehrt Alkohol konsumieren und es könne, wenn er alkoholisiert mit dem Pkw umherfahre, Schwierigkeiten geben. Tatsächlich nahm der Angeklagte zu dieser Zeit seit Geraumen nicht nur episodenweise, sondern relativ regelmäßig exzessiv Alkohol zu sich. Dabei kam es auch im Jahr 2017 besonders in der Vorweihnachtszeit - wie für ihn üblich - zu einer Intensivierung des Alkoholkonsums, indem sich der Angeklagte mehr oder minder täglich allein in seinem Zimmer betrank. Ungefähr am 10./11. Dezember 2017 suchte der Zeuge A1, nachdem er aus der sich an seine Operation anschließenden medizinischen Rehabilitation entlassen worden war, den Angeklagten zum Zwecke eines Besuchs in dessen Zimmer auf. Letzterer lag zu diesem Zeitpunkt mit geöffneten Augen zwar wach, aber so erheblich alkoholisiert in seinem Bett, dass ein Gespräch mit ihm nicht möglich war.
Über den Zeugen A1 hatte der Angeklagte etwa im August oder September 2017 Kontakt zu dem ledigen V1, dem späteren Todesopfer, erhalten. Letzterer war in C1 aufgewachsen, fast zeitlebens dort ansässig und "stadtbekannt". Bereits seit vielen Jahren lebte er in einem im Eigentum seiner Schwester - der Nebenklägerin und Zeugin V2 - stehenden Haus unter der Adresse M2-Straße ... in C1. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein in 1 ½geschossiger Bauweise errichtetes, freistehendes und von einem großen Garten umgebenes Einfamilienhaus, das im Außenbereich von C1 ca. 1,5 km vom Ort entfernt in ländlicher Umgebung liegt.
Der am 7. Juni 1946 geborene und inzwischen berentete V1 war in seinem Leben beruflich im Wesentlichen keiner festen Anstellung nachgegangen. Zeitweilig trieb er Handel mit Lederjacken und Pkws, wobei er seine Geschäftspartner wohl auch übervorteilte. Wie er seinen Lebensunterhalt im Übrigen vor Eintritt ins Rentenalter bestritten hat, war selbst seinen langjährigen Freunden - namentlich den Zeugen H1 und S1 - nicht bekannt. In C1 ging insoweit das Gerücht um, das Opfer habe Kontakte ins Rotlichtmilieu und sei als Zuhälter tätig gewesen. Dass der Getötete über diverse Feinde und mutmaßlich über diverse Gläubiger verfügte, die aus früheren Tagen Rechnungen mit ihm und mutmaßlich Geldforderungen an ihn offen hatten, hat die Kammer als wahr unterstellt.
Am 1. September 2010 erlitt V1 einen Schlaganfall, in dessen Folge er rechtsseitig vollständig gelähmt war. Er konnte sich seitdem im Haus lediglich noch mit einem handbetriebenen Rollstuhl bewegen und nur noch das Erdgeschoss des Gebäudes nutzen. Das An- und Auskleiden sowie das Zubettgehen und Aufstehen gelang ihm jedoch im Wesentlichen allein.
Die über mehrere Stufen zu erreichende vordere Eingangstür des Hauses nutzte V1 seit dieser Zeit nicht mehr. Er vermochte allerdings das Haus über eine Hintertür zu betreten und zu verlassen. Die von außen zu dieser Tür führenden zwei Treppenstufen konnte der Angeklagte sich an dem dort befindlichen Geländer entlang hangelnd überwinden und sich so in seinen - von innen betrachtet - regelmäßig links neben der Treppe unter einem Carport abgestellten elektrischen Rollstuhl fallen lassen bzw. aus diesem ziehen. Vor dem Hinterausgang - erneut von innen betrachtet - liegt eine Grundstückszufahrt, die nach rechts zu einem doppelflügeligen Holztor und weiter zu einer davor liegenden Zuwegung führt, über die das Grundstück von der M2-Straße aus mit einem Pkw angefahren werden kann. Von der vorbenannten Grundstückszufahrt wiederum verläuft ein Plattenweg um die Hausecke herum, an der parallel zur Zuwegung liegenden Giebelseite des Hauses entlang und sodann zu dessen Vorderseite und dort zur Haupteingangstür. Der Plattenweg ist, soweit er parallel zur Zuwegung verläuft, auf der vom Haus abgewandten Seite durch eine hohe Hecke begrenzt, die aus dicht beieinander stehenden Thuja-Bäumen besteht.
Die von V1 bewohnten Räumlichkeiten im Erdgeschoss bestanden aus drei Zimmern nebst Küche und Bad. Schlafzimmer und Wohnzimmer der Wohnung waren nach vorne gelegen, Küche sowie Kaminzimmer zur Rückseite des Hauses gewandt und das Bad zur Seite der Zuwegung befindlich. Während Wohn- und Schlafzimmer sowie die Küche jeweils über einen von der vorderen Eingangstür abgehenden zentralen Hausflur zu erreichen waren, konnte man in das Kaminzimmer, in dem Kaminholz gelagert war, lediglich über das Wohnzimmer gelangen und das Bad nur über einen vom Hinterausgang abgehenden kleinen Vorflur betreten, der daneben eine zweite Tür zur Küche aufwies .
V1 nutzte in den letzten Jahren vor seinem Tod vor allem die Küche seiner Wohnung intensiv, in welcher er sich tagsüber regelmäßig bei laufendem Radio aufhielt und sich am Tisch sitzend mit seinem Laptop beschäftigte. Wenn er zuhause und wach war, pflegte er stets die Hintertür des Hauses ein Stück offenstehen zu lassen, während er diese von innen abschloss, wenn er sich schlafen legte. Durch die sich nach innen links öffnende Hintertür, die auch außen mit einem Griff versehen war und sich deshalb im nicht abgeschlossenen Zustand auch von dort aus ohne Schlüssel öffnen ließ, gelangt man in den bereits erwähnten kleinen Vorflur. Von diesem geht vor Kopf die Tür zum Bad und rechts die Tür zur Küche ab, welche sich ihrerseits nach außen rechts in den Vorflur öffnet. In der Küche, auf deren gefliestem Boden damals ein Teppich lag, befand sich vom Vorflur kommend links der Tür eine Eckbank mit einem davor stehenden Küchentisch, auf welchem regelmäßig der Laptop des Opfers abgestellt war. Rechts der Tür schloss sich eine L- förmige Küchenzeile an, die sich über die gesamte Länge der zur Grundstückszufahrt gerichteten Außenwand und weiter über Eck nach links über die Wand zog, die der vorerwähnten Küchentür gegenüberliegt. Etwa in der Mitte der an der Wand zur Grundstückszufahrt gelegenen Küchenzeilenkomponente befand sich ein zweiflügeliges Fenster, vor dem außen - links vom üblichen Abstellplatz des elektrischen Rollstuhls - eine Bank stand. An die Küchenzeilenkomponente, die an der gegenüberliegenden Wand aufgestellt war, schloss sich wiederum über Eck die in den zentralen Hausflur der Wohnung führende zweite Küchentür an.
Da der später Getötete - wie dargestellt - das Obergeschoss des Hauses aufgrund seiner Behinderung nach dem Schlaganfall nicht mehr für sich nutzen konnte, vermietete V1, der selbst an seine Schwester keine Miete zahlte, ab etwa 2013 / 2014 ein dort gelegenes Zimmer an den ihm bereits seit etwa 15 Jahren bekannten Zeugen A1. Die monatliche Miete von 200,00 Euro zahlte der Zeuge dabei stets bar, indem er jeweils zur Monatsmitte den entsprechenden Betrag persönlich übergab oder auf den Küchentisch legte.
Auch im Übrigen bevorzugte es V1, über seine finanziellen Mittel in Form von Bargeld zu verfügen, da er den Banken nicht traute. Seine Rente und die durch die AOK regelmäßig bezogenen Zahlungen in Höhe von insgesamt etwa 610,- Euro monatlich wurden zwar auf ein von ihm bei der Sparkasse Münsterland Ost geführtes Girokonto überwiesen. Er war jedoch stets darauf bedacht, sich eingehende Gutschriften, insbesondere solche über höhere Beträge, zeitnah bar auszahlen zu lassen. So hatte er in den Jahren 2010 bis 2013 verschiedene Geldleistungen von Versicherungen sowie eine Gutschrift aus der Auflösung eines Kontos in Höhe von insgesamt 116.550,- Euro erhalten, die er jeweils binnen weniger Tage bar vom Konto abhob. Dabei erhielt er im ersten Jahr nach seinem Schlaganfall bei der Durchführung der Bankgeschäfte Hilfe von seinem Neffen, dem Zeugen V3. Auch Pkw-Verkäufe wickelte V1 bar ab. So verkaufte er nach seinem Schlaganfall auf diese Weise einen Mercedes Typ-E Klasse für 3.000,- Euro und im Jahr 2012 eine DB 280 SL Pagode für 25.000,- Euro. Das abgehobene bzw. eingenommene Geld verwahrte V1 im Wesentlichen in einem Briefumschlag, den er in der linken Schublade eines in seinem Schlafzimmer stehenden Vitrinenschrankes deponierte. Das so verwahrte Geld nutzte V1 als "Vorrat". Für den täglichen Bedarf behielt er stets Bargeld auch in größeren Scheinen in der Hosentasche bei sich, wobei er zuletzt entgegen seiner vorherigen Handhabung keine 500-Euroscheine mehr mit sich zu führen pflegte, nachdem der Zeuge V3 ihn darauf hingewiesen hatte, dass es für einen Rollstuhlfahrer riskant sei, erhebliche Bargeldbeträge mit sich zu führen . Für größere Ausgaben wurden demgegenüber Barmittel auch unmittelbar dem Briefumschlag entnommen und erhaltenes Wechselgeld auch in diesen zurückgesteckt. Dass der später Getötete im Besitz größerer Mengen Bargeld war, die er auf die angegebene Weise verwahrte, wussten jedenfalls seine Schwester, die Zeugin V2, sowie sein Neffe, der Zeuge V3, die beide bei unterschiedlichen Gelegenheiten - der Neffe noch 2016 oder 2017- in Anwesenheit des V1 das im Vitrinenschrank liegende Geld sahen. Im Übrigen bevorzugte es der eher geizige V1 jedoch, sich als nicht wohlhabend darzustellen, und führte abgesehen davon, dass er sich - wie die Kammer als wahr unterstellt hat - sicher bis vor einigen Jahren und wahrscheinlich bis zu seinem Tode mit kostspieligen Prostituierten traf, einen eher bescheidenen Lebensstil. So ging auch der Zeuge A1 nicht davon aus, dass der Getötete größere Summen Bargeld besäße, sondern dass dieser lediglich über eine kleine Rente verfüge.
Nach seinem Schlaganfall pflegte V1, zum Zwecke des Zeitvertreibs bei passender Witterung nahezu jeden Tag in der Woche mit seinem elektrischen Rollstuhl an der M2-Straße entlang in den Ortskern von C1 und dort zu einer von seinem Bruder, dem Nebenkläger V4, an der X2-Straße # betriebenen Autowerkstatt zu fahren, wo er sich zumeist längere Zeit auf- und mit Mitarbeitern und Kunden unterhielt. Im Übrigen bekam er auch zuhause gelegentlich Besuch. So kam der mit ihm bereits seit der Jugend befreundete Zeuge H1 regelmäßig etwa einmal in der Woche bei V1 vorbei, um sich mit ihm zu unterhalten, wobei der Zeuge dies seit seiner Verrentung im November 2017 auch häufiger mit dem Fahrrad tat. Ferner erhielt der später Getötete mit Ausnahme des Wochenendes häusliche Behandlungen durch einen Pflegedienst und einen Physiotherapeuten.
Anfallende kleinere Reparaturen im und am Haus ließ V1 neben seinem Neffen V3 auch von seinem Mieter, dem Zeugen A1, mit dem er gut auskam, gegen kleines Entgelt ausführen. Letzterer half ihm außerdem gelegentlich bei der alltäglichen Versorgung aus, indem er ihm, wenn er eigene Einkäufe tätigte, Lebensmittel mitbrachte. Bei den vorgenannten Gelegenheiten zahlte V1 die vom Zeugen A1 verauslagten Beträge stets mittels von ihm - dem späteren Opfer - in seiner Hosentasche mitgeführten Bargelds zurück. Die im Garten anfallenden Arbeiten jedoch konnte der Zeuge A1 für seinen Vermieter aufgrund einer Allergie nicht ausführen, sodass sich V1 hierfür der Hilfe anderer Personen bediente. Nachdem im Jahr 2017 zunächst ein Albaner namens N1 Gartenarbeiten für V1 verrichtet hatte, fragte der später Getötete im August oder September 2017 den Zeugen A1, ob er jemanden wisse, der diese Tätigkeit übernehmen könne. Der Zeuge sprach daraufhin den Angeklagten an, der sich an dieser Beschäftigung interessiert zeigte, woraufhin der Zeuge seinem Vermieter die Telefonnummer des Angeklagten gab. V1 kontaktiere daraufhin zeitnah den Angeklagten und beide kamen überein, dass der Angeklagte zukünftig Gartenarbeiten ausführen werde. Dabei sollte der Angeklagte dort alles machen, was anfiel, u.a. Rasen- und Hecken schneiden.
In der Folgezeit, jedenfalls im August oder September 2017, möglicherweise auch noch ein paar Wochen danach, verrichtete der Angeklagte dann für V1 tatsächlich einige Male Gartenarbeiten. Hierbei mähte er unter anderem den Rasen. Mit der Zerlegung eines im Jahre 2017 umgefallenen Baumes im Garten, bei dem es sich um eine Weide handelte, war der Angeklagte nicht befasst. Die Tätigkeiten des Angeklagten vergütete V1 - wie für ihn üblich - jeweils bar im Haus mittels der von ihm stets in seiner Hose mitgeführten Geldmittel.
Im Übrigen betrat der Angeklagte das Haus des Opfers auch bei zwei anderen Gelegenheiten, nämlich einmal, um zusammen mit dem Zeugen A1 einen Fernseher aus dem Obergeschoss nach unten zu tragen, und ein anderes Mal, als er den Zeugen zum Zwecke der gemeinsamen Weiterfahrt zuhause abholte, wobei er - der Angeklagte - bei beiden Gelegenheiten sein Fahrrad an der an der Giebelseite des Hauses befindlichen Hecke abstellte.
2. Tatvorgeschehen
Der Zeuge A1 fuhr nach seiner Hüftoperation und der anschließenden medizinischen Rehabilitation am 11./12. Dezember 2017 nach Polen, wo er über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel verblieb. Dass der Zeuge jedes Jahr - üblicherweise allerdings erst wenige Tage vor Weihnachten - in seine Heimat zu fahren pflegte, war seinen Arbeitskollegen und Freunden und unter anderem auch dem Angeklagten bekannt. In dieser Zeit bewohnte V1 jeweils das Haus an der M2-Straße allein.
Am Vormittag des 22. Dezember 2017, einem Freitag, fuhr V1 wie gewöhnlich mit seinem elektrischen Rollstuhl zu der von seinem Bruder V4 betriebenen Autowerkstatt, wo er - wie auch sonst regelmäßig - auf seinen dort beschäftigten Neffen, den Zeugen V3, traf. Gegen 15:30 Uhr verließ V1 die Werkstatt dann wieder und machte sich in seinem Rollstuhl auf den Weg nach Hause. Unterwegs fuhr er um kurz nach 15:30 Uhr an dem am Ortsausgang von C1 unweit von der X2-Straße befindlichen Aldi-Markt vorbei. In diesem hielt sich zu dieser Zeit die in einem nahegelegenen Altenheim beschäftigte Zeugin T1 auf, die mit dem Fahrrad zum Geschäft gekommen war, in diesem eine Vielzahl von Waren eingekauft hatte und - wie die Kammer als wahr unterstellt hat - dort auf ihre Chefin L3 und deren Ehemann getroffen war. Als sich die Zeugin danach im Kassenbereich des Marktes befand, sah sie durch die Fensterscheibe des Ladens den auf dem vorgelagerten Parkplatz mit seinem Rollstuhl vorbeifahrenden V1, der ihr gut bekannt war. Sie grüßte diesen kurz, gab ihm aber gleichzeitig durch Gesten zu verstehen, dass sie in Eile sei, woraufhin dieser lediglich ihren Gruß erwiderte und seine Fahrt mit dem Rollstuhl fortsetzte.
V1 begab sich im weiteren Verlaufe des Tages nach Hause, wo er dann umgezogen in seine übliche Nachtgarderobe - eine Jogginghose und einen dünnen Pullover - zu Bett ging.
Am Morgen des nächsten Tages, einem Samstag, machte sich der später Getötete - wie regelmäßig an diesem Wochentag - nicht auf den Weg zur Werkstatt. Er blieb vielmehr zuhause, wobei er nach dem Aufstehen seine Nachtbekleidung anbehielt. Wie üblich schloss er auch an diesem Tag, dem 23. Dezember 2017, die Hintertür des Hauses auf und ließ sie ein Stück weit geöffnet stehen. Um 10:24 Uhr rief V1 dann von seinem Festnetztelefon aus seine Bekannte, die Zeugin S1, in deren Friseursalon an und erinnerte sie daran, dass sie ihm vor Weihnachten noch die Haare schneiden müsse, was diese seit dem Schlaganfall des Opfers regelmäßig bei ihm zuhause machte. Da die Zeugin zu diesem Zeitpunkt jedoch sehr beschäftigt war, erwiderte sie, dass sie sich noch darum kümmern werde, und beendete sodann zügig das Gespräch. Als sie dann am selben Tag um 17:13 und 17:16 Uhr auf das Festnetz bzw. Handy des V1 zurückrief, wurden diese Anrufe nicht angenommen. Um 21:07 Uhr des Tages ging dann vom Festnetzanschluss des Opfers noch ein von dem in seinem Haus installierten Notrufgerät veranlasster automatisierter Kontrollanruf heraus.
3. Tatgeschehen
Kurz nach dem Telefongespräch von 10:24 Uhr traf der Angeklagte am Haus M2-Straße ... ein.
Vor dem Hintergrund seiner schlechten wirtschaftlichen Situation hatte Letzterer nämlich spätestens an diesem Morgen den Entschluss gefasst, in V1s Haus einzudringen und sich erforderlichenfalls auch mit körperlicher Gewalt des dort von ihm in jedenfalls nicht unerheblicher Höhe erwarteten Bargeldes zu bemächtigen.
Mit diesem Ziel war er mit dem Fahrrad von seiner Wohnadresse aus aufgebrochen, ausgestattet mit einem abgesägten Eichenholzknüppel mit einem Durchmesser von ca. 6 cm und einer Länge von ca. 40 cm. Den Holzknüppel hatte der Angeklagte vermutlich aus einem auf dem Grundstück seines Vermieters befindlichen größeren Holzlager an sich genommen. Jedenfalls fasste er diesen - und dies wahrscheinlich noch vor seinem Aufbruch zum Haus des Opfers - mit bloßen Händen an. Hierbei hinterließ der Angeklagte eine DNA- Spur auf der teilweise noch an dem Knüppel befindlichen Holzrinde. Wahrscheinlich bereits für die Fahrradfahrt, spätestens jedoch am Haus des V1 angelangt, zog sich der Angeklagte dann Handschuhe an. Er stellte sein Fahrrad ab und nahm die Thuja-Hecke passierend den mitgeführten Holzknüppel in die nunmehr bekleidete Hand, wobei sich zu diesem Zeitpunkt Teile der Eichenrinde - möglicherweise durch ein gezieltes Abstreifen seitens des Angeklagten, möglicherweise auch aufgrund eines unbeabsichtigten beiläufigen Kontakts des Knüppels mit der Hecke - ablösten. Diese fielen teils auf den Boden, teils blieben sie in den Thuja-Bäumen hängen, wobei sich an einem der in den Ästen verfangenen Holzrindenstücke die von dem Angeklagten angetragene DNA befand. Sodann begab sich der Angeklagte zu der - ihm bekanntermaßen - üblicherweise offen stehenden hinteren Eingangstür.
Als er dabei den elektrischen Rollstuhl draußen geparkt und die Hintertür geöffnet sah, erkannte der Angeklagte, dass V1 zuhause war. Er entschied sich spätestens jetzt, diesen mittels Schlägen mit dem mitgeführten Knüppel zu töten, da er um jeden Preis das von ihm im Haus erwartete Bargeld in nicht unerheblicher Höhe auffinden und dieses sodann im Wissen, dass er darauf keinen Anspruch hatte, an sich bringen und für sich behalten wollte, und er weiter glaubte, sein dahingehendes Vorhaben durch die Tötung des Opfers leichter und schneller durchführen zu können.
In Ausführung seines Entschlusses trat der Angeklagte durch die offenstehende Hintertür in den Vorflur des Hauses. V1 befand sich zu diesem Zeitpunkt im Rollstuhl in der Küche und bemerkte den eintretenden Angeklagten. Ob sich sodann durch die geöffnete Küchentür zunächst ein Gespräch bzw. Disput zwischen Beiden entspann oder ob der Angeklagte seinem Opfer sogleich unmittelbar offen feindlich gegenübertrat, konnte die Kammer nicht feststellen. Womöglich hatte V1, sofern er das Mobilteil seines Festnetztelefons nicht ohnehin noch aufgrund des vorherigen Anrufs bei der Zeugin S1 in der Hand hielt, noch vor dem ersten Angriff Gelegenheit, das regelmäßig auf der vor dem zweiflügeligen Fenster befindlichen Küchenarbeitsplatte in der Ladestation stehende Festnetztelefon zu erreichen und dieses - wahrscheinlich in der Absicht, Hilfe zu rufen - zu ergreifen. Der entweder noch im Vorflur oder im Bereich der zu diesem weisenden weit geöffneten Küchentür stehende Angeklagte begann nunmehr mit dem Holzknüppel in der zuvor gefassten Tötungsabsicht auf sein Opfer einzuschlagen. V1 wiederum befand sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Rollstuhl in der Küche unmittelbar vor der maßgeblichen Küchentür zwischen Küchenzeile und rechter Wange der Sitzbank. Durch die vom Angeklagten ausgeführten mehrfachen Schläge, deren genaue Abfolge nicht feststellbar war, wurde V1 u.a. das mobile Festnetztelefon aus der Hand geschlagen. Hierdurch öffnete sich das Batteriefach und die Klappe sowie die Batterien wurden herausgeschleudert. Diese landeten sodann im hinteren Teil der Küche auf dem Teppich, während das Telefon selbst auf der Arbeitsplatte neben der Spüle zu liegen kam.
Der Angeklagte versetzte V1 mit dem Holzknüppel sieben teils mit massiver Kraft geführte wuchtige Schläge auf beide Seiten des Kopfes sowie auf das Hinterhaupt, die zu sieben einzelnen unregelmäßig gestalteten Hautdurchtrennungen und entsprechenden Einblutungen in die Hirnhaut führten. Außerdem schlug er seinem Opfer mit dem Knüppel mehrmals und teilweise heftig ins Gesicht, sodass V1 einen Nasenbeinbruch, eine Hautaufreißung im Bereich des rechten Unterlides sowie Verletzungen im linken und rechten Stirnbereich, am äußeren Ende der rechten Augenbraue, eine Einblutung in die Unterlippe sowie Hauptabschürfungen am Kinn und an der rechten Wange erlitt. Hierbei verlor der später Getötete auch seine aufgesetzte Brille, die unter dem Küchentisch liegen blieb. V1, der zur Abwehr der Schläge seinen noch beweglichen linken Arm erhoben hatte, erlitt zudem am linken Unterarm und an der linken Hand blutige Verletzungen. Darüber hinaus wirkte der Angeklagte mit dem Knüppel auch auf die gelähmte rechte Hand sowie den rechten Oberschenkel des Opfers ein.
Bei Ausführung der Schläge löste sich die Rinde stückchenweise von dem Holzknüppel ab, wobei Teilchen auf dem Küchenboden verstreut liegen blieben. Ferner führten die Schläge auf das Opfer zu einer Vielzahl von Blutspritz- und -tropfspuren in der Küche, die sich u.a. vom Bereich der hinteren Küchentür bis in den Vorflur erstreckten, wobei Teile der Blutspritzspuren in der Küche bis an die Zimmerdecke reichten.
Während der vorgenannten Attacke versuchte V1 wahrscheinlich noch, den Angriffen des Angeklagten dadurch zu entgehen, dass er mit seinem Rollstuhl entlang der Küchenzeile bis etwa zwei Meter in den Raum hinein nach hinten zurückwich. Infolge der gewaltsamen Einwirkungen wurde er dann aber bewusstseinsgetrübt, wenn nicht gar bewusstlos, und verblieb mit leicht zurückgelehntem Kopf reglos in seinem Rollstuhl. Nicht ausschließbar schob auch der Angeklagte nach Durchführung der Schläge den Rollstuhl etwas weiter zurück, um an diesem leichter vorbei zu kommen. Jedenfalls passierte er sodann das in seinem Rollstuhl bewegungslos sitzende Opfer, ging weiter in die Küche hinein und ließ den inzwischen stark bebluteten Holzknüppel auf den Boden fallen, welcher dort unmittelbar vor dem Sockel der Küchenzeile nahe der Tür zum zentralen Hausflur liegen blieb.
Als zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach den Schlägen das Bewusstsein des V1 wieder aufklarte, begann Letzterer sich zu regen, und bewegte sich in dem Versuch, dem Angeklagten zu entkommen, mit seinem Rollstuhl in Richtung der zum Vorflur weisenden Küchentür. Dabei zog er sich wahrscheinlich mit seiner bebluteten linken Hand an der vor dem Fenster angebrachten Arbeitsplatte entlang, was zur Folge hatte, dass an dieser erhebliche Blutwischspuren zurückblieben. Außerdem betätigte er - entweder hierbei oder bereits bei der vorherigen Rückwärtsbewegung - mit der bebluteten linken Hand den Handlauf zum Anschieben des Reifens des Rollstuhls.
Als der Angeklagte bemerkte, dass V1 sich wieder regte, zog er in weiterer Verfolgung seiner Tötungsabsicht mit einer Hand die neben dem Herd befindliche Besteckschublade der Küchenzeile auf, an dessen Griff der dabei von ihm getragene nunmehr beblutete Handschuh eine Blutwischspur hinterließ. In der Schublade befanden sich unter anderem mit braunen Holzgriffen versehene, einseitig und sägezahnähnlich geschliffene Küchenmesser mit einer Klingenlänge von etwa 17 cm und einer Klingenbreite von 2,3 cm. Der Angeklagte ergriff eines dieser Messer und stach V1 damit von hinten teils mit erheblicher Wucht dreimal, nämlich zweimal rechts und einmal links, in den Rücken, wobei die beiden rechten Stiche jeweils die Brusthöhle und die Lunge eröffneten und die untere dieser beiden Stichverletzungen die sechste rechte Rippe vollständig durchtrennte. Als der Angeklagte nach dem letzten rechts in den oberen Rückenbereich geführten Stich sicher war, das Opfer werde nunmehr an seinen Verletzungen versterben, ließ er das Messer, dessen Klinge 15cm tief eingedrungen war, schlicht in dessen Rücken stecken.
V1 verstarb binnen kurzer Zeit in seinem unmittelbar vor der Küchentür zum Vorflur befindlichen Rollstuhl, unter und hinter dem sich auf dem Boden Blutlachen gebildet hatten, zusammengesackt sitzend und nach links vorne gebeugt, mit dem Kopf an die Küchenarbeitsplatte anliegend.
Ursächlich für seinen Tod war ein Lungenversagen infolge der scharfen Gewalteinwirkung mit dem Messer. Die durch die Schläge gegen den Schädel des Opfers hervorgerufene traumatische Schädigung des Gehirns war demgegenüber nicht geeignet, zum Tode zu führen. Jedoch hatte der schlagbedingte Nasenbeinbruch in Anbetracht der Kopfhaltung des Opfers zu einer massiven Bluteinatmung in die Luftröhre, die Bronchien und die Lunge geführt. Diese Bluteinatmung hätte ohne medizinische Versorgung auch ohne die Stichverletzungen binnen Minuten zum Tode des V1 geführt.
Wie lange die Reglosigkeit des V1 nach den ihm versetzten Schlägen an- dauerte, konnte die Kammer nicht feststellen. Dies gilt gleichermaßen dafür, ob der Angeklagte bereits im Zeitraum zwischen den Schlägen und den Stichen die Küche verließ, um in der restlichen Wohnung nach Geld zu suchen, oder ob er dies erst nach der Beibringung der Stiche tat.
Jedenfalls aber begab sich der Angeklagte im Rahmen der Tatausführung in das Schlafzimmer des V1 und durchsuchte in diesem unter anderem den Nachttisch sowie den dort stehenden Vitrinenschrank nach Bargeld. Aus dem Nachttisch, dessen Tür er offen stehen ließ, zog er verschiedene Papiere heraus, die er - teilweise mit von ihm verursachten blutigen Schuh- und Wischspuren versehen - auf dem Boden zurückließ. In der linken Schublade des Vitrinenschrankes fand der Angeklagte dann den Briefumschlag, in welchem das Opfer sein Bargeld aufbewahrte und in dem sich zu diesem Zeitpunkt mindestens 14.800,- Euro befanden. Der Angeklagte nahm das Geld aus dem Umschlag heraus und brachte es an sich. Das leere Kuvert ließ er sodann auf den Boden vor dem Vitrinenschrank fallen, dessen Schubladen und Türen er ebenfalls in geöffneter Stellung zurückließ.
Der Angeklagte verließ das Haus unter Mitnahme der 14.800- Euro durch die Küche und die hintere Eingangstür, die er hinter sich zuzog, und fuhr mit seinem Fahrrad davon.
Nachdem er sich zwischenzeitlich seiner durch die Tat blutbefleckten Kleidung entledigt hatte und zu diesem Zweck ggf. kurz in seinem ca. 5 km vom Tatort entfernt liegenden Zimmer gewesen war, begab er sich um die Mittagszeit mit seinem Fahrrad nach P1 zu dem dortigen, ca. 10 km von seiner Wohnung entfernten Geschäft "Marktkauf”. In diesem erwarb er neben einigen Lebensmitteln und Alkoholika - namentlich drei Flaschen Weizenkorn zum Gesamtpreis von 17,97 Euro und eine Flasche Jack Daniels zum Preis von 15,99 Euro - sowie einer Sporttasche einen vollständigen Satz neuer Garderobe - nämlich Boxershorts, Socken, ein T-Shirt, eine Jeans, eine Jacke, Handschuhe bzw. eine Mütze. Der Angeklagte bezahlte seinen Einkauf, dessen Kosten sich auf eine Gesamtsumme von 262,74 Euro beliefen, um 13:58 Uhr bar. Im Anschluss begab er sich zu einem im selben Einkaufskomplex wie der Marktkauf gelegenen N2 Elektrofachmarkt und erwarb dort ein Smartphone der Marke LG nebst Schutzhülle zum Kaufpreis von 153,98 Euro, den er ebenfalls mittels Bargelds entrichtete. Ob es sich bei den bei diesen Einkäufen vom Angeklagten eingesetzten Geldmitteln um eigenes Geld handelte oder diese bereits aus dem zuvor begangenen Raub stammten, konnte die Kammer nicht feststellen. Sicher aber tätigte der Angeklagte diese größeren Einkäufe nur vor dem Hintergrund des neuen "Geldsegens".
Als der Angeklagte mit dem Holzknüppel auf V1 einschlug, handelte er ebenso wie bei der Ausführung der Messerstiche in Verfolgung seines oben dargestellten, spätestens unmittelbar vor der Tatausführung gefassten Plans, namentlich seines Entschlusses, diesen zur Begehung des Raubes zu töten, und er erkannte dessen Tod als sichere Folge seines Tuns.
Bei der Tatbegehung, bei der der Angeklagte mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Alkoholeinfluss stand, war weder seine Fähigkeit, das Unrecht seines Handelns einzusehen, noch seine Fähigkeit, entsprechend dieser Einsicht zu handeln, aufgehoben oder auch nur erheblich eingeschränkt.
4. Tatnachgeschehen
Am 23. Dezember 2017 wollte der Zeuge H1 wieder einmal V1 besuchen, wie er dies regelmäßig zu tun pflegte. Er traf an diesem Tag gegen 11:00 Uhr mit seinem Fahrrad am Haus des Opfers ein, wobei er bis zur hinteren Eingangstür fuhr. Als der Zeuge dort bemerkte, dass diese nicht wie üblich offen stand, er weiter draußen den geparkten elektrischen Rollstuhl seines Freundes wahrnahm und bei einem Blick von seinem Rad aus durch das höher gelegene Küchenfenster drinnen die Griffe des handbetriebenen Rollstuhls sah - ohne dabei allerdings das in diesem befindliche, nach vorne gesackte Opfer erkennen zu können - ging er davon aus, V1 sei möglicherweise von der Familie oder Bekannten mit dem Auto abgeholt worden und deshalb nicht zuhause, woraufhin er unverrichteter Dinge wieder davonradelte.
Am Sonntag, dem 24. Dezember 2017, wollte der Zeuge H1 erneut nach seinem Freund sehen und fuhr morgens wiederum mit dem Fahrrad zu dessen Haus. Als er dort die Situation unverändert vorfand, insbesondere die Griffbügel des Rollstuhls von seinem Rad aus nach wie vor in derselben Stellung wie tags zuvor durch das Küchenfenster zu sehen waren, kam in ihm der Gedanke auf, V1 könne möglicherweise in ein Krankenhaus eingeliefert worden sein. Um sich hierüber zu informieren, radelte der Zeuge sodann zur Zeugin V2, die ebenfalls in C1 lebt und einen Schlüssel für die hintere Eingangstür des Hauses besitzt. Als die Zeugin auf die Schilderung der Lage erklärte, nichts von einem Krankenhausaufenthalt zu wissen, fuhren beide mit deren Auto zum Haus des Opfers zurück.
Dort angelangt, steckten sie in der Annahme, die Hintertür könne abgeschlossen sein, den Schlüssel ins Schloss und betraten sodann durch die lediglich zugezogene Tür den Vorflur, von dem aus sie den verstorbenen V1 in dem vorstehend dargestellten Zustand tot im Rollstuhl wahrnahmen.
Da das Handy der Zeugin V2 mangels Empfangs keine Telefonverbindung herstellen konnte und der Zeuge H1 kein Telefon bei sich führte, betrat Letzterer die Küche, hangelte sich am Rollstuhl vorbei und nahm das auf der Arbeitsplatte liegende, beblutete mobile Festnetztelefon an sich. Mit diesem versuchte die Zeugin V2 sodann, einen Notruf abzusetzen. Als dieses wegen der - von ihr unbemerkt - fehlenden Batterien nicht funktionierte, legte sie das Telefon auf der oberen Stufe der Außentreppe vor der Hintertür ab. Sodann fuhren der Zeuge H1 und die Zeugin V2 mit dem Auto Richtung C1 zurück , wobei sie vom Handy der Zeugin, welches nun wieder Empfang hatte, einen der Brüder des Verstorbenen anriefen, der sodann die Polizei verständigte.
Der Angeklagte hielt sich in der Zeit nach seinem Einkauf in P1 vermutlich wie üblich überwiegend in seinem Zimmer auf, wobei er dort auch weiter Alkohol konsumierte. Die erbeuteten Geldscheine hatte er, nachdem er sie zumindest einmal durchgezählt hatte, zwischenzeitlich in der Weise versteckt, dass er sie in einem im Wesentlichen hälftig umgeschlagenen Bündel unter den in seinem Zimmer befindlichen rollbaren Fernsehtisch geschoben hatte.
Neben dem Angeklagten hielt sich in diesen Tagen nur noch eine weitere Mieterin, die Zeugin L2, im Obergeschoss des Hauses auf. Die anderen Mieter waren über Weihnachten weggefahren. Die vorgenannte Zeugin fragte den Angeklagten im Verlaufe des 24. Dezember 2017, ob er abends mit ihr zusammen essen und etwas Zeit verbringen wolle, was dieser bejahte. Beide trafen sich dann am Abend gegen etwa 18:00 Uhr in der Küche, aßen und unterhielten sich. Dabei erzählte der Angeklagte der Zeugin, dass er ein neues Mobiltelefon habe, und bat sie, ihm verschiedene Apps einzurichten, da er damit nicht klar komme. Die Zeugin tat ihm den Gefallen und installierte auf Veranlassung des Angeklagten auf dem von diesem tags zuvor erworbenen LG-Handy unter anderem eine App für Pkw-Verkäufe. Letzterer hatte nämlich erklärt, er wolle sich ein Auto zulegen, weshalb sich die Zeugin sodann mit dem Angeklagten gemeinsam Gebrauchtwagenangebote anschaute, die preislich bei etwa 2.000,- Euro lagen.
Der Tatort wurde in der Zeit vom 24. bis 28. Dezember 2017 durch die Zeugen KHK X3 und KHK S2 aufgenommen. Durch den Zeugen EKHK X4, der u.a. eine Vielzahl von Abrieben vornahm, wurden intensive Maßnahmen der Spurensicherung und Spurendokumentation durchgeführt. Sodann wurden auf Veranlassung der Ermittlungsbehörden zahlreiche Gutachten insbesondere zur DNA-Analyse und zu den daktyloskopischen Spuren an den genommenen Proben sowie den sichergestellten Asservaten erstellt.
Nachdem bei einer der durch die Sachverständige W1 vorgenommenen Begutachtungen an einem im Haus des V1 sichergestellten kleinen Holzrindenteil sowie an einem weiteren kleinen Holzrindenstück, das in den Zweigen der Thuja- Bäume aufgefunden wurde, DNA-Merkmale einer zunächst unbekannten Person festgestellt und das erstellte DNA-Profil in der DNA-Analyse-Datei (DAD) gespeichert worden war, wurde aus einer österreichischen Datenbank Anfang Januar 2018 ein Treffer gemeldet, der sodann durch die Sachverständige W1 verifiziert wurde und hinsichtlich dessen der Leiter des Mordkommission, der Zeuge KHK Q3, über Interpool Wien die Personendaten des Angeklagten ermittelte.
Am 24. Januar 2018 wurde der Angeklagte sodann vorläufig festgenommen und das von ihm bewohnte Zimmer vom Zeugen KHK X3 sowie am Folgetag vom Zeugen KK S3 durchsucht, wobei Letzterer die nach wie vor unter dem rollbaren Fernsehtisch befindlichen, im Wesentlichen exakt aufeinanderliegenden hälftig umgeschlagenen Geldscheine auffand. Das Bargeld war im Gegensatz zu der sonstigen Umgebung nicht verstaubt oder erheblich verdreckt und bestand aus 28 50-Euro-Scheinen, 42 100-Euro-Scheinen, 26 200-Euro-Scheinen und 8 500-Euro-Scheinen. Im Zimmer des Angeklagten, in welchem sich zahlreiche leere Wodka- und Bierflaschen befanden und weitere 300 Euro in 50- Euro-Scheinen offen auf einem Regal lagen, wurde bei der Durchsuchung durch den Zeugen KHK X3 außerdem ein Kassenzettel des Geschäfts "Marktkauf" in P1 aufgefunden, welcher den dargestellten am 23. Dezember 2017 um 13:58 Uhr getätigten Wareneinkauf mit einem Gesamtpreis von 262,74 Euro auswies. Ferner wurde im Kleiderschrank des Angeklagten die Verpackung des von diesem erworbenen Handys der Marke LG aufgefunden und im Rahmen der von der Zeugin KHKin H1 durchgeführten Spurensicherung fotografisch dokumentiert. Das aufgefundene Geld und der aufgefundene Kassenzettel wurden ebenso wie das Handy, das bereits im Rahmen der Festnahme des Angeklagten konfisziert worden war, sichergestellt.
Der Angeklagte befindet sich seit dem 26. Januar 2018 aufgrund des Haftbefehls des Amtsgerichts Münster vom selben Tage ununterbrochen in Untersuchungshaft, wobei er bis zum 07. Februar 2018 stationär auf der internistischen Abteilung des Justizvollzugskrankenhauses G1 untergebracht war. Der Angeklagte hatte nämlich im Rahmen seiner bereits am 25. Januar 2018 erstmals versuchten haftrichterlichen Anhörung einen generalisierten Krampfanfall erlitten und war deshalb in die Universitätsklinik N3 eingeliefert worden, von deren Liegendnotaufnahme er dann nach G1 überstellt wurde. Im Verlaufe des Aufenthalts im Justizvollzugskrankenhaus zeigte sich beim Angeklagten zunehmend eine Alkohol- Entzugssymptomatik, die eine medikamentöse Behandlung erforderlich machte.
Die von der Kammer getroffenen Feststellungen zu den persönlichen und familiären Verhältnissen des Angeklagten sowie zu seinem Werdegang beruhen im Wesentlichen auf der von seinem Verteidiger in der Hauptverhandlung verlesenen Erklärung, bezüglich derer der Angeklagte angegeben hat, sie solle seine Einlassung zur Person darstellen. Diese Erklärung ist durch die Angaben des Zeugen A1 insoweit ergänzend erläutert worden, als dieser glaubhaft bekundet hat, bei dem nicht namentlich bezeichneten Bekannten, der dem Angeklagten geraten habe, zum Zwecke einer Arbeitsaufnahme nach Deutschland zu kommen, und der ihm die erste Arbeitsstelle vermittelt habe, habe es sich um ihn - den Zeugen - gehandelt. Er habe den Angeklagten bereits aus der gemeinsamen Kindheit in Polen gekannt. Obwohl er - der Zeuge - schon seit vielen Jahren in Deutschland lebe und arbeite, sei er in der Vergangenheit regelmäßig und insbesondere über Weihnachten in seine Heimat gefahren, um seine Familie zu besuchen. Bei einer solchen Gelegenheit habe er den Angeklagten getroffen und von ihm erfahren, dass er Arbeit suche. Nachdem er - der Zeuge - dem Angeklagten eine Arbeitsstelle bei der Firma X1 vermittelt habe, sei Letzterer, da er über kein Auto verfügt habe, mit dem Bus nach Deutschland gekommen.
Weiter gründen sich die diesbezüglichen Feststellungen auf die in der Hauptverhandlung gemachten ergänzenden Angaben des Angeklagten selbst, der insbesondere den abgebrochenen Kontakt zu seinen Kindern, die genaueren Umstände seines Alkoholmissbrauchs und vornehmlich dessen Beginns sowie die seiner beruflichen Tätigkeit bei der Firma Estrichverlegung B1 und der anschließenden erneuten Aufnahme unangemeldeter Beschäftigungen im Sinne der getroffenen Feststellungen geschildert hat.
Dass der Angeklagte strafrechtlich in Deutschland nicht vorbelastet ist, ergibt sich aus dem in der Hauptverhandlung verlesenen Bundeszentralregisterauszug vom 15. Juni 2018.
Zu seinen sonstigen Lebensumständen in den letzten Monaten vor der Tat hat sich der Angeklagte ebenso wie zum Tatvorwurf selbst in der Hauptverhandlung nicht eingelassen.
Die insoweit getroffenen Feststellungen beruhen jedoch auf dem Ergebnis der Beweisaufnahme, dessen Inhalt und Umfang sich aus der Sitzungsniederschrift ergibt.
Die Feststellungen zu den Lebensumständen des V1 insbesondere zu seinem angeblichen Lebenswandel vor der Berentung, zu dem erlittenen Schlaganfall und den daraus resultierenden körperlichen Einschränkungen sowie zu seinen Wohnverhältnissen beruhen auf den Bekundungen der Zeugen S1, H1 und I2 sowie der Aussage der Zeugin V2.
So hat die Zeugin S1 bekundet, sie sei von etwa 1983 bis 1990 mit dem Opfer liiert gewesen und danach mit ihm in freundschaftlichem Kontakt geblieben. Wovon V1, der " stadtbekannt" gewesen sei, zu jener Zeit seinen Lebensunterhalt bestritten habe, wisse sie nicht genau. Er habe gelegentlich Lederjacken verkauft und auch immer wieder kleinere Geschäfte mit Autos gemacht. Einer geregelten Beschäftigung sei er damals jedenfalls nicht nachgegangen. V1 habe sein Leben im Wesentlichen in C1 verbracht, zur Zeit ihrer Liebesbeziehung habe er in einer Wohnung gelebt, später sei er dann in das Haus seiner Schwester gezogen. Dort habe außer dem ledigen V1 nur noch ein Mieter gewohnt.
Die von der Zeugin S1 geschilderten Umstände hat der Zeuge H1 bestätigt, der ausgesagt hat, er habe V1 bereits seit seinem 14ten Lebensjahr gekannt und diesen seit seinem Schlaganfall etwa einmal wöchentlich bzw. seit seiner - des Zeugen - Verrentung im November 2017 auch häufiger mit dem Fahrrad zuhause besucht. Der Getötete habe früher von "Kungelei" gelebt.
Der Zeuge I2, der V1 vom Sehen her kannte, hat insoweit ergänzend bekundet, in C1 sei das Gerücht umgegangen, V1 habe Kontakte ins Rotlichtmilieu und sei als Zuhälter tätig gewesen.
Dass V1 bereits seit vielen Jahren in dem Haus M2-Straße ... in C1 lebte, hat wiederum die Zeugin V2 bekundet, die weiter ausgesagt hat, dass das maßgebliche Hausgrundstück zwar in ihrem Eigentum stehe, ihr lediger Bruder für dessen Nutzung aber nichts habe zahlen müssen. Nach dem Schlaganfall, dessen Zeitpunkt sowie dessen körperlich einschränkende Folgen die Zeugin V2 im Sinne der getroffenen Feststellungen bekundet hat, habe sich ihr Kontakt zu ihrem Bruder intensiviert. So habe sie seitdem für ihn die Wäsche gewaschen und in der Wohnung gelegentlich gesaugt oder den handbetriebenen Rollstuhl gesäubert. Letzteres habe sie zuletzt am 22. Dezember 2017 getan. Sie sei im Besitz eines Schlüssels für die Hintertür des Hauses, den sie genutzt habe, wenn ihr Bruder nicht zuhause gewesen sei.
Die weiteren Feststellungen, dass sich V1 in seiner Wohnung im Erdgeschoss in einem handbetriebenen Rollstuhl bewegen konnte und zwar die vordere Haustür nicht mehr benutzen, das Haus aber selbständig durch die Hintertür verlassen und betreten konnte, indem er sich das dortige Geländer nutzend über die zwei Stufen an der Hintertür in den bzw. aus dem regelmäßig draußen geparkten Elektrorollstuhl hangelte, beruhen auf den übereinstimmenden Aussagen der Zeugen V2 und H1. Letzterer hat ferner bekundet, das spätere Opfer habe sich innerhalb der Wohnung vornehmlich in der Küche aufgehalten und zumeist bei laufendem Radio am Küchentisch mit seinem Laptop beschäftigt, wobei er regelmäßig die hintere Eingangstür ein Stück habe offen stehen lassen, durch die u.a. auch die ihn - wie festgestellt - betreuenden Pflegekräfte Zutritt zur Wohnung gehabt hätten. Dass V1 üblicherweise die Hintertür offen stehen ließ, wenn er zuhause und wach war, und sich zumeist in der Küche des Hauses aufhielt, hat der Zeuge A1 bestätigt, der in Übereinstimmung mit den Aussagen der Zeugen S1 und H1 bekundet hat, ein Zimmer im Obergeschoss des Hauses als Mieter bewohnt zu haben. Nur wenn V1 das Haus verlassen oder sich schlafen gelegt habe - so der Zeuge A1 weiter -, habe dieser die vorgenannte Tür ge- und verschlossen.
Dass die Hintertür auch an der Außenseite mit einem Griff versehen war und sich deshalb in nicht abgeschlossenem Zustand von außen ohne Schlüssel öffnen ließ, folgt aus den dahingehenden glaubhaften Bekundungen der tatortaufnehmenden und spurensichernden Zeugen KHK X3 und EKHK X4.
Dass V1 im Übrigen, wenn es die Witterung zuließ, fast jeden Tag in der Woche mit dem Elektrorollstuhl über die M2-Straße in den Ortskern von C1 zu der von seinem Bruder betriebenen Autowerkstatt fuhr und dort jeweils längere Zeit verweilte und sich verschiedentlich unterhielt, hat der Zeuge V3 bekundet, der in dieser Werkstatt als KFZ-Mechatroniker beschäftigt ist.
Das Gericht ist von der Richtigkeit der vorgenannten plausiblen Aussagen der Zeugen S1, H1, I2 sowie V2 und V3, die keinen erkennbaren Grund haben, die geschilderten Umstände wahrheitswidrig zu bekunden, überzeugt.
Die von der Kammer getroffenen Feststellungen zum Tatablauf sowie zu den tödlichen Verletzungen des V1 gründen sich auf folgende Erkenntnisse und Erwägungen:
Dass der Täter V1 die festgestellten Verletzungen, und zwar zunächst durch die Schläge mit dem Holzknüppel und sodann durch Stiche in den Rücken zugefügt hat, steht aufgrund der überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen W2 und L4 fest.
Erstere hat den Getöteten am 25. Dezember 2017 obduziert und die dabei festgestellten Verletzungen im Einzelnen beschrieben. Weiter hat sie dargelegt, dass die dem Opfer zugefügte stumpfe Gewalt nach der Morphologie der Verletzungen plausibel durch eine Beibringung mittels des maßgeblichen Holzknüppels zu erklären sei. Angesichts der Ausprägung der Hautaufreißungen sowie des Nasenbeinbruches sei zudem festzustellen, dass die Schläge zumindest teilweise mit erheblicher Kraft und Wucht ausgeführt worden seien. Die Verletzungen am linken Unterarm sowie an der linken Hand des Opfers stellten sich - so die Sachverständige weiter - als typische Abwehrverletzungen dar.
Die Sachverständige W2, die Größe und Beschaffenheit des zu Beginn der Obduktion noch im Rücken des Opfers steckenden Messers wie festgestellt geschildert hat, hat ferner ausgeführt, dass angesichts der bei der Sektion in der Brusthöhle des Toten vorgefundenen relativ geringen Blutmenge von 150 ml darauf zu schließen sei, dass das Opfer zu dem Zeitpunkt, als ihm die Stiche beigebracht worden seien, schon anderweitig eine nicht unerhebliche Menge Blut verloren gehabt habe. Dies wiederum lasse nur den Schluss darauf zu, dass dem Opfer die Schläge mit dem Holzknüppel als erstes zugefügt worden seien. Dass V1 die anschließenden Stiche in den Rücken aber noch zu Lebzeiten erlitten habe, stehe aufgrund der deutlich erkennbaren Einblutungen in die Umgebung der Stichkanäle fest. Die Stiche seien - so die Sachverständige weiter - letztlich auch todesursächlich gewesen, da zwei der Stichverletzungen von hinten die Brusthöhle und die Lunge eröffnet und zu einem unmittelbaren Lungenversagen geführt hätten. Die zuvor erfolgte siebenmalige stumpfe Gewaltanwendung auf den Schädel des Opfers sei zwar erheblich, aber, wie das Verletzungsbild zeige, nicht geeignet gewesen, den Tod des V1 herbeizuführen. Die im Rahmen der neuropathologischen Begutachtung des Gehirns festgestellte traumatische Schädigung sei nämlich nur als geringgradig einzustufen. Allerdings sei es - so die Sachverständige W2 weiter - infolge des durch den Schlag ins Gesicht verursachten Nasenbeinbruchs bei dem Opfer zu einer Bluteinatmung gekommen. In dessen Lunge habe sie an den typischen Einatmungsstellen erhebliche Einblutungen festgestellt, aufgrund derer auch ohne die nachfolgenden Messerstiche binnen weniger Minuten der Tod eingetreten wäre.
Ergänzend zu den Ausführungen der Sachverständigen W2 hat der Sachverständige L4 unter Zugrundelegung der - durch den Zeugen RBer I4 im Rahmen der Spurensicherung fotografisch dokumentierten und von Letzterem in der Hauptverhandlung erläuterten - Art und Lokalisation der Blutspuren am Tatort Ausführungen zu den Entstehungsmodalitäten der Verletzungen gemacht und insoweit dargelegt, dass unter Berücksichtigung der Morphologie der Riss- /Quetschwunden am Kopf des Toten und der besonders großen Reichweite der Blutspritzspuren in der Küche von einer ganz erheblichen Wucht der Schläge auszugehen sei. So seien unter anderem Blutspritzspuren an der Küchendecke vorhanden gewesen. Dass - wie wiederum die Sachverständige W2 dargelegt hat - keine Fraktur des Schädels eingetreten sei, stehe dem nicht entgegen, da mit einer solchen auch bei stärkerer Gewaltanwendung gegen den Kopf nicht notwendigerweise zu rechnen sei. Angesichts der Heftigkeit der Schläge sei mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Opfer nach diesen, wenn auch nicht sofort handlungsunfähig, so jedoch bewusstseinsgetrübt gewesen sei, möglicherweise habe es aber auch das Bewusstsein ganz verloren. Wie lange dieser Zustand angedauert habe, lasse sich aus sachverständiger Sicht jedoch nicht eingrenzen.
Weiter hat der Sachverständige L4 ausgeführt, dass anhand der in der umfangreichen Fotodokumentation erkennbaren Abschleuderspritzspuren zwar nicht sicher festzustellen sei, dass ein Schlag bereits aus dem Flur heraus erfolgt sei. Jedenfalls aber habe sich das Opfer, nachdem es zu bluten begonnen habe, ausschließlich im Bereich der zum Vorflur gerichteten Küchentür sowie in der Küche selbst, und zwar dort entlang der am Fenster vorbeilaufenden Küchenzeilenkomponente bis etwa zur Höhe der mittig befindlichen Spüle aufgehalten, wie sich aus Art und Lage der Bluttropfspuren in diesen Bereichen entnehmen lasse. Dass sich das Opfer innerhalb dieser Zone von etwa zwei Metern ab der hinteren Küchentür bewegt habe, stehe zudem aufgrund der entsprechenden am Boden sichtbaren Profilabdruckspuren des linken Reifens des Rollstuhls, eines erkennbar am linken Handlauf zum Anschieben des Rollstuhls befindlichen blutigen Handabdrucks sowie der entsprechend platzierten Blutwischspur an der Kante der Arbeitsplatte fest. Ferner ließen die im küchentürnahen Bereich des Flures gehäuft vorzufindenden Blutspritzspuren ihrer Form nach eine Bewegungsrichtung aus der Küche in den Flur hinein erkennen. Die V1 verabreichten Schläge könnten vom Grundsatz her sowohl von vorne als auch von hinten erfolgt sein, allerdings sei angesichts des küchentürnahen Ortes der ersten Angriffskonstellation und des Umstands, dass dem Opfer das Nasenbein gebrochen worden sei, mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er die Schläge von vorn erhalten habe. Sowohl die hintere Eingangstür als auch die Küchentür zum Vorflur seien, wie an der Morphologie der an diesen befindlichen Blutspuren ebenfalls erkennbar sei, zum Vorfallszeitpunkt weit geöffnet gewesen.
Den überzeugenden Ausführungen der vorgenannten beiden Sachverständigen hat sich die Kammer nach eigener Prüfung angeschlossen.
Aus den entsprechenden Darlegungen des Sachverständigen L4 sowie aus dem Umstand, dass die hintere Eingangstür laut den Aussagen der Zeugen H1 und A1 über Tag häufig offen stand - was dem Angeklagten, wie noch auszuführen sein wird, bekannt war - hat die Kammer in Bezug auf den Ablauf des Tatgeschehens selbst gefolgert, dass der Täter das Haus durch Letztere betreten hat. Weiter ist das Gericht angesichts des Umstandes, dass sich V1 nach den Bekundungen der vorgenannten beiden Zeugen tagsüber regelmäßig in der Küche aufhielt, davon überzeugt, dass es unmittelbar nach dem Betreten des Hauses im Bereich Vorflur / hinterer Küchentür zum Zusammentreffen zwischen Täter und Opfer gekommen ist.
Ob es sodann unmittelbar zum ersten Schlag gekommen oder ob diesem ein Disput vorausgegangen ist, konnte die Kammer nicht feststellen. Der Umstand, dass V1 womöglich noch zum Mobilteil seines Festnetztelefons greifen konnte, jedenfalls der Täter dieses aus dessen Hand schlug - was das Gericht aus der von den Zeugen KHK X3 und EKHK X4 glaubhaft bekundeten Lage der Batterien und der Batteriefachklappe des Mobilteils auf dem Boden der Küche geschlossen hat - spricht jedoch zumindest für eine für das Opfer erkennbare Bedrohungssituation zu einem nicht ausschließbar auch vor dem ersten Schlag liegenden Zeitpunkt.
Die Feststellung der Kammer, dass die Schläge mittels des maßgeblichen abgesägten Eichenholzknüppels ausgeführt wurden, beruht zunächst darauf, dass dieser - wie die Zeugen KHK X3 und EKHK X4 glaubhaft bekundet haben - unmittelbar am Tatort auf dem Küchenfußboden sichergestellt wurde und, wie bereits dargestellt, nach der Morphologie der Verletzungen als Tatwerkzeug plausibel in Betracht kommt. Zudem wurden laut den Bekundungen der beiden vorgenannten Zeugen- die im Übrigen die Lage des Grundstücks sowie dieses selbst ebenso wie Bauweise, Aufteilung, Ausstattung und Einrichtung des Gebäudes im Sinne der getroffenen Feststellungen nachvollziehbar beschrieben haben - im unmittelbaren und weiteren Umfeld des Tatortes in der Küche zahlreiche entsprechende Holzrindenstückchen auf dem Boden aufgefunden, was plausibel darauf zurückgeführt werden kann, dass beim kraftvollen Zuschlagen mit dem Knüppel die kleinen Stücke abgeschleudert wurden.
Die Feststellung, dass der Rollstuhl zunächst zurück und sodann wieder nach vorne bewegt wurde, beruht auf den dahingehenden Ausführungen des Sachverständigen L4. Dieser hat überzeugend dargelegt, dass aus dem Ort des ersten Angriffs im Bereich der dem Vorflur zugewandten Küchentür, dem Bild der Blutspuren auf dem Küchenfußboden und an der Arbeitsplatte sowie der Endstellung des Rollstuhls gefolgert werden könne, dass zunächst eine Rückwärts- und im Anschluss eine Vorwärtsbewegung stattgefunden habe.
Dass der Täter das Opfer nicht nur getötet sondern auch in dessen Haus nach Bargeld gesucht, dieses gefunden und an sich gebracht hat, ergibt sich für die Kammer aus folgenden Gesichtspunkten:
Zunächst steht entsprechend den glaubhaften Bekundungen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 fest, dass bei ihrem Eintreffen vor Ort im Schlafzimmer des V1 Türen und Schubladen des dort befindlichen Vitrinenschrankes sowie die Tür des Nachttisches offenstanden, was - wie wiederum die Zeugen V2 und A1 übereinstimmend bekundet haben - in keiner Weise der Gewohnheit des Opers entsprach und deshalb auf einen Durchsuchungsvorgang hindeutet. Darüber hinaus sprechen auch die von den Zeugen KHK X3 und EKHK X4 diesbezüglich geschilderten weiteren Modalitäten, nämlich dass auf dem Boden vor dem offenen Nachttisch Papiere mit blutigen Schuh- und Wischspuren lagen und sich auf dem Boden vor der aufgezogenen linken Schulbade des Vitrinenschrankes ein leerer Briefumschlag befand, darauf hin, dass diese Gegenstände bei einem Durchsuchen vom Täter aus dem jeweiligen Möbelstück herausgeholt und anschließend wegen ihrer für ihn bestehenden Nutzlosigkeit einfach fallengelassen wurden. Schließlich tritt hinzu, dass V1 - wie noch auszuführen sein wird - seine Bargeldvorräte in einem Briefumschlag gerade eben in der linken Schublade des Vitrinenschrankes aufzubewahren pflegte und dass nach den Bekundungen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 weder dort noch sonst wo im Haus ein entsprechender Umschlag mit Bargeld bei der Tatortaufnahme aufgefunden wurde.
Die Gesamtschau der vorgenannten Umstände lässt nach Überzeugung der Kammer nur den Schluss darauf zu, dass der Täter das mit diversen Geldscheinen gefüllte Kuvert entdeckt und das Bargeld aus diesem heraus sowie an sich genommen hat, bevor er den für ihn nunmehr wertlosen Briefumschlag am Tatort zurückließ.
Dass er dies auch frühestens nach Ausführung der Schläge auf das Opfer vorgenommen hat, folgt für die Kammer zwanglos aus dem Umstand, dass die aufgefundenen Papiere vor dem Nachttisch mit blutigen Schuhfragment- sowie Blutwischspuren versehen waren.
Demgegenüber konnte das Gericht nicht feststellen, ob die Durchsuchung des Schlafzimmers und Wegnahme des Geldes vor oder erst nach den Stichen in den Rücken des Opfers erfolgten. Denn es ist - wie bereits ausgeführt - nicht aufzuklären, wie lange die auf die Schläge zurückzuführende Bewusstseinsbeeinträchtigung des V1 angedauert hat. Insoweit ist es möglich, dass das Opfer in einem solchen zeitlichen Ausmaß leblos wirkte, dass der Täter davon ausging, es sei bereits tot, und nachfolgend die Wohnung durchsuchte, bevor er dann jedoch bemerkte, dass sein Opfer sich wieder regte und in Richtung der hinteren Küchentür schleppte. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass sich V1 bereits kurz nach dem letzten Schlag wieder rührte und der Täter noch in der Küche befindlich sodann das Messer einsetzte, um dessen Tod endgültig herbeizuführen.
Dass sich der Täter zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall aber bereits an V1 vorbei in die Küche hinein bewegt und dort den Holzknüppel weggeworfen hatte, steht zum einen aufgrund dessen fest, dass sich das Opfer - wie bereits dargestellt - zuletzt vorwärts in Richtung der hinteren Eingangstür bewegte, wobei die Kammer davon ausgeht, dass er versuchte, nach draußen zu fliehen. Zum anderen nutzte der Täter in Reaktion auf die Bewegung des Opfers ein Messer, welches er einer Besteckschublade im hinteren Bereich der Küche des V1 entnahm. Letzteres folgert die Kammer wiederum aus den Bekundungen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4, die diesbezüglich ausgesagt haben, der Griff der Besteckschublade, die sich in der der hinteren Küchentür gegenüberliegenden Küchenzeilenkomponente befunden habe, habe eine Blutwischspur aufgewiesen und in der vorgenannten Schublade habe ein weiteres augenscheinlich gleichartiges Messer mit braunem Holzgriff wie das bei der Tat verwendete Messer gelegen.
Auch die Feststellungen zur präzisen Endstellung des Rollstuhls sowie zur Position des in diesem befindlichen Opfers beruhen ebenso wie die Feststellungen zu der von V1 zum Todeszeitpunkt getragenen Kleidung, bzgl. derer die Zeugin V2 glaubhaft bekundet hat, dass es sich hierbei um seine Nachtgarderobe gehandelt habe, auf den glaubhaften Aussagen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4. Insoweit hat der Zeuge H1 klarstellend bekundet, er habe zwar vor Eintreffen der Polizei die Küche betreten, um mit dem dort befindlichen Telefon, welches er sodann mit nach draußen genommen habe, einen Notruf zu tätigen. Zu diesem Zweck habe er sich auch am Rollstuhl vorbei gehangelt, im Übrigen aber nichts verändert oder berührt.
Dass der Täter schließlich das von V1 bewohnte Haus durch die hintere Eingangstür verlassen und diese hinter sich zugezogen hat, schließt das Gericht zum einen aus dem von den Zeugen H1 und V2 glaubhaft bekundeten Umstand, dass diese Tür bei ihrem Erscheinen vor Ort geschlossen war, wobei der Zeuge H1 dies bereits auch bezüglich seines Eintreffens am 23. Dezember 2017 so geschildert hat. Zum anderen befanden sich auch - wie die Zeugen KHK X3 und EKHK X4 glaubhaft bekundet haben - an dem innenseitigen Griff der hinteren Eingangstür, die zum Tatzeitpunkt weit geöffnet und deren Innenseite deshalb vom blutigen Geschehen abgewandt war, ebenso wie an dem Handlauf der Außentreppe blutverdächtige Antragungen.
Dass die festgestellte Tat am 23. Dezember 2017 in der Zeit zwischen etwa 10:30 Uhr und circa 11:00 Uhr begangen wurde, steht wiederum aufgrund folgender Erwägungen fest:
Um 10:24 Uhr des Tages hat V1 von seinem Festnetztelefon aus noch ein circa 80 Sekunden dauerndes Telefonat mit der Zeugin S1 geführt. Dies folgt aus dem in der Hauptverhandlung verlesenen Bericht der KOK’in T2 vom 9. Mai 2018, in dem u.a. die entsprechenden Verkehrsdaten der Telefonverbindung zwischen dem Festnetztelefon des Opfers und dem Festnetzanschluss im Friseursalon der Zeugin aufgeführt sind.
Dieses Telefongespräch ist auch von der Zeugin S1 bestätigt worden, die glaubhaft bekundet hat, am Vormittag des 23. Dezember 2017 in ihrem Geschäft einen Anruf des V1 bekommen und sich mit diesem kurz unterhalten zu haben. Es sei darum gegangen, dass ihr früherer Partner, dem sie seit seinem Schlaganfall regelmäßig die Haare in seinem Haus geschnitten habe, noch vor Weihnachten einen Haarschnitt habe bekommen wollen. Sie habe es an diesem Morgen jedoch eilig gehabt, und V1 lediglich mitgeteilt, dass sie sich noch darum kümmern werde, bevor sie das Telefonat wieder beendet habe.
Etwa gegen 11:00 Uhr des Tages wiederum erschien der Zeuge H1 am Haus des V1 und fand dort eine Lage vor, die mit der Situation bei seinem Eintreffen vor Ort am Folgetage äußerlich identisch war. So hat der Zeuge, der die Umstände bei seinem jeweiligen Erscheinen am Haus des V1 im Sinne der getroffenen Feststellungen geschildert hat, insbesondere bekundet, die von ihm am 23. Dezember 2017 durch das Küchenfenster wahrgenommenen Griffe des händisch zu bedienenden Rollstuhls hätten sich in derselben Position befunden, in welcher sie auch am nächsten Tag bei Auffinden des Opfers gewesen seien. Zudem habe er an beiden Tagen die hintere Eingangstür geschlossen vorgefunden, was angesichts der jeweiligen Tageszeit und des Umstandes, dass es sich um ein Wochenende gehandelt habe, eher ungewöhnlich gewesen sei. Er sei am 23. Dezember 2017 mit dem Fahrrad von seiner Wohnung in C1 zur Wohnanschrift des V1 gefahren, um seinen Freund zu besuchen, was er in den letzten Jahren regelmäßig und seit seiner Berentung zunehmend oft getan habe. Dort sei er gegen 11:00 Uhr angekommen, wie er angesichts des Ablaufs dieses Morgens bei ihm - dem Zeugen - und unter zeitlicher Berücksichtigung der mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecke rekonstruiert habe. Da die Hintertür zugezogen gewesen sei, sei er mit dem Fahrrad eine Kurve gefahren und habe dann noch auf diesem sitzend durch das höher liegende Küchenfenster nach drinnen geschaut. Dort habe er die Bügel des handbetriebenen Rollstuhls seines Freundes wahrgenommen, V1 selbst jedoch nicht gesehen. Da auch der Elektrorollstuhl vor dem hinteren Eingang gestanden habe, sei er davon ausgegangen, dass V1 von der Familie oder Bekannten mit dem Auto abgeholt worden sein könne und deshalb nicht zuhause sei. Das sei ihm noch nicht auffällig vorgekommen. Er sei dann unverrichteter Dinge wieder weggefahren. Am nächsten Tag habe er erneut nach seinem Freund sehen wollen und sei mit dem Fahrrad wieder zum Haus M2-Straße ... gefahren. Als er dort eine identische Lage vorgefunden habe , insbesondere die Bügel des Rollstuhls in derselben Stellung wie am Tag zuvor gewesen seien, sei ihm der Gedanke gekommen, V1 könne ins Krankenhaus gebracht worden sein. Er sei deshalb zur Zeugin V2 gefahren, um sich zu informieren. Als diese erklärt habe, nichts von einem Krankenhausaufenthalt zu wissen, sei er mit ihr gemeinsam in deren Auto erneut zur Wohnung des V1 gefahren. Vor Ort sei die Zeugin dann auf die unter dem Küchenfenster stehende Bank gestiegen und habe zu ihm - dem Zeugen - gesagt, dass Karl da "hänge". Daraufhin hätten sie den Schlüssel ins Schloss der Hintertür gesteckt und seien in den Vorflur eingetreten, von dem aus sie dann V1 in der Küche leblos und zusammengesackt in seinem Rollstuhl sitzend vorgefunden hätten. Er sei dann sich am Rollstuhl des Opfers vorbeihangelnd weiter in die Küche gegangen, um an das mobile Festnetztelefon zu gelangen, da das Handy der Zeugin V2 keinen Empfang gehabt habe. Mit dem Telefon in der Hand habe er die Küche dann sofort wieder verlassen. Er habe das Mobilteil an die Zeugin weitergereicht, die versucht habe, damit einen Notruf abzusetzen. Das Telefon habe jedoch nicht funktioniert, wobei man dem Grund hierfür nicht nachgegangen sei. Gemeinsam seien sie dann mit dem Auto wieder in Richtung C1 gefahren, wobei die Zeugin dann mit dem nunmehr wieder empfangsbereiten Handy einen ihrer Brüder habe anrufen können, der sodann den Notruf betätigt habe.
Die Kammer ist von der Richtigkeit der diesbezüglichen Aussage des Zeugen H1 - aus welcher sie schließt, dass V1 zum Zeitpunkt des Eintreffen des Zeugen am 23. Dezember 2018 bereits tot war - überzeugt. Der Zeuge hat sowohl die Lage am 23. Dezember 2017 als auch die Auffindesituation am nächsten Tag detailliert und glaubhaft geschildert. Namentlich ist es aufgrund der höheren Positionierung des Küchenfensters und der nach vorne gebeugten Position des in sich zusammengesackten Todesopfers plausibel, dass der Zeuge zwar die Griffe des Rollstuhls, nicht aber den in diesem sitzenden V1 vom Rad aus erkennen konnte. Zudem hat die Zeugin V2 die Bekundungen des Zeugen H1 - ihrem Wahrnehmungsanteil entsprechend - bestätigt und insbesondere ebenfalls ausgesagt, dieser habe aus der Küche lediglich das mobile Festnetztelefon, das anschließend auf der oberen Stufe der Außentreppe abgelegt worden sei, herausgeholt, um damit einen Notruf abzusetzen.
Dass der Zeuge H1 seine Angaben bezüglich der beiden Besuchsversuche am 23. und 24. Dezember 2017 erfunden hat, um etwa seine Täterschaft zu verdecken, schließt die Kammer aus, wie noch auszuführen sein wird.
Der von der Kammer aufgrund der vorgenannten zeitlichen Eckpunkte getroffenen Feststellung, dass die Tatzeit zwischen etwa 10:30 und circa 11.00 Uhr liegt, stehen auch nicht die Aussagen der Zeuginnen C3 und T1 entgegen, die jeweils bekundet haben, V1 am 23. Dezember 2017 noch zu einem späteren Zeitpunkt lebend gesehen zu haben, worauf ebenfalls später noch eingegangen werden wird.
d.Dass es sich schließlich bei dem vorbeschrieben Täter auch um den Angeklagten handelt, ergibt sich aus einer Gesamtschau folgender Umstände:
Zunächst hatte der Angeklagte die Gelegenheit sowie die erforderlichen Kenntnisse, die Tat zu begehen. So waren - wie der Zeuge A1 und ergänzend der Zeuge I3 bekundet haben - dem Angeklagten das Opfer und seine häuslichen Verhältnisse bekannt, da Letzterer für V1 vermittelt durch den Zeugen A1 im Sommer / Herbst 2017 verschiedentlich Gartenarbeiten durchgeführt hatte.
Der Zeuge A1 hat insoweit insbesondere bekundet, V1, mit dem er gut ausgekommen sei und dem er auch bei gelegentlichen Reparaturen im und am Haus geholfen habe, habe sich bei den im Garten erforderlichen Tätigkeiten von Dritten helfen lassen, da er - der Zeuge - aufgrund einer Allergie keine Gartenarbeiten durchführen könne. Der Zeuge A1 hat weiter die festgestellten Umstände der Kontaktvermittlung zwischen dem Angeklagten und V1 bekundet und ausgesagt, der Angeklagte habe, wie sein Vermieter ihm gegenüber bemerkt habe, dann auch einige Male im Garten gearbeitet. Dies habe ungefähr in den letzten zwei Monaten vor seiner - des Zeugen - Hüftoperation stattgefunden, also im August/ September 2017, ggflls. auch noch im Oktober 2017. Er selbst habe den Angeklagten jedoch nicht vor Ort arbeiten sehen. In seiner Anwesenheit sei - wie der Zeuge weiter im Sinne der getroffenen Feststellungen im Einzelnen bekundet hat - der Angeklagte nur zweimal im bzw. am Haus des V1 gewesen.
Dass der Angeklagte für V1 Gartenarbeiten ausgeführt hat, hat der Zeuge I3 bestätigt. Letzterer hat insoweit ausgesagt, er habe bei einer Gelegenheit im Sommer 2017 gesehen, dass der Angeklagte, den er vor etwa sieben Jahren durch seinen Bekannten, den Zeugen A1, kennen gelernt und seitdem sporadisch wiedergetroffen habe, im Garten des späteren Opfers den Rasen mähte.
Das Gericht ist von der Richtigkeit der vorgenannten miteinander in Einklang stehenden Bekundungen der Zeugen A1 und I3 überzeugt.
Danach waren dem Angeklagten also sowohl die örtlichen Gegebenheiten des Tatortes als auch das Tatopfer selbst bekannt, und damit auch der Umstand, dass V1 an den Rollstuhl gebunden und aufgrund seiner einseitigen Lähmung im Wesentlichen wehrlos war. Darüber hinaus ist bei lebensnaher Betrachtung des Sachverhalts davon auszugehen, dass der Angeklagte auch wusste, dass V1, wenn er zuhause war, mit Rücksicht auf seine stark eingeschränkte Mobilität aus Praktikabilitätsgründen die Hintertür des Hauses tagsüber offenstehen ließ. Schließlich war dem Angeklagten entsprechend den glaubhaften Bekundungen des Zeugen A1 auch bekannt, dass Letzterer regelmäßig über Weihnachten nach Polen fuhr und dies auch im Jahre 2017 tun wollte, weshalb V1 in dieser Zeit allein in dem von ihm bewohnten Haus sein würde.
Ferner war, wenn dem Angeklagten möglicherweise auch nicht bekannt, so aber jedenfalls für ihn doch naheliegend, dass sein Opfer nicht nur unerhebliche Summen Bargeld im Haus aufbewahrte.
Insoweit ist die Kammer zunächst davon überzeugt, dass V1 den Angeklagten nach Verrichtung der Gartenarbeiten entsprechend seiner Gewohnheit bar aus seiner Hosentasche bezahlt hat, wobei er die Geldscheine infolge seiner Behinderung jeweils mit nur einer Hand herausklauben konnte.
Dass V1 stets Geldscheine in nicht unerheblicher Höhe in seiner Hosentasche mit sich führte und mit diesen kurzfristig anfallende Ausgaben bestritt, ergibt sich aus den Aussagen der Zeugen H1 und A1. Insoweit hat nämlich der Zeuge A1, der die diesbezüglichen Gegebenheiten im Sinne der getroffenen Feststellungen im Einzelnen geschildert hat, bekundet, V1 habe ihm für Einkäufe verauslagtes Geld stets unverzüglich zurückgezahlt und dies mit Bargeld getan, das er bei sich in der Hosentasche getragen habe. Der Zeuge H1 hat diesbezüglich hinzugefügt, er habe des Öfteren gesehen, dass sein Freund in der Hosentasche Bargeld in nicht unerheblicher Höhe mit sich geführt habe, wobei es sich bei den Geldscheinen durchaus auch mal um einen 500-Euroschein gehandelt habe. Der Zeuge V3 wiederum hat diesen Sachverhalt bestätigt und ergänzend bekundet, nachdem er seinen Onkel darauf hingewiesen habe, dass es für einen nicht wehrfähigen Rollstuhlfahrer wie ihn riskant sei, größere Geldbeträge, insbesondere einen 500-Euroschein mit sich zu führen, habe er diesen in der letzten Zeit keine größeren Scheine mehr bei sich tragen sehen.
Die Kammer, die die von den Zeugen H1, A1 und V3 übereinstimmend gemachten Aussagen für wahr hält, ist diese zugrunde legend weiter davon überzeugt, dass der Angeklagte angesichts des - im Rahmen seiner Entlohnung auch ihm bekannt gewordenen - Umgangs des späteren Opfers mit Geldscheinen naheliegender Weise das Vorhandensein gewisser Bargeldbeträge im Haus des V1 erwartete. Zwar ist er wahrscheinlich nicht davon ausgegangen, eine so hohe wie die tatsächlich erzielte Beute zu machen, er hatte aber - zudem vor dem Hintergrund der eingeschränkten Mobilität des Opfers - Grund zu der Annahme, dass V1 auch aus Vorsorge Bargeld in nicht unerheblichem Umfang im Haus haben würde.
Dem steht auch nicht entgegen, dass der Zeuge A1 seinen Bekundungen nach davon ausging, dass V1 nicht über größere Summen Bargeld verfügte. Denn der Angeklagte hatte aufgrund des persönlichen Kontakts zu V1 die Gelegenheit, sich von der Höhe dessen Barbesitzes einen eigenen Eindruck zu verschaffen.
Weiter hatte der Angeklagte auch ein Motiv für die Tat.
Er befand sich nämlich im Jahre 2017 in einer schlechten wirtschaftlichen Lage, wie schon an seinem sehr bescheidenen Lebensstil deutlich wird.
So hat der Zeuge I2 zu den Wohnverhältnissen des Angeklagten bekundet, Letzterer habe ab dem 21. November 2016 zur Miete in einem Zimmer in seinem Haus L1-Straße ... in P1 - M1 gewohnt. Das Zimmer, dessen schlichte Möblierung der Zeuge im Sinne der getroffenen Feststellungen beschrieben hat, habe im Obergeschoss gelegen, in dem noch vier weitere Zimmer, u.a. an die slowakischen Zeuginnen Q2 und L2, vermietet gewesen seien. Die Miete habe 220,00 Euro monatlich betragen, wofür der Angeklagte Küche und Bad des Obergeschosses habe mitbenutzen dürfen. Darüber hinaus haben auch die Zeugen KHK X3 und KK S2, die das gesamte Anwesen des Zeugen I2 polizeilich aufgenommen haben, die Wohnverhältnisse des Angeklagten als sehr einfach beschrieben und diese sowie die übrigen örtlichen Gegebenheiten an der Anschrift L1-Straße ... im Einzelnen wie festgestellt geschildert.
Des Weiteren verfügte der Angeklagte nach der Aussage des mit ihm befreundeten Zeugen A1 zum Zwecke der Fortbewegung trotz seiner dezentral gelegenen Wohnung - diese befindet sich ausweislich des in der Hauptverhandlung in Augenschein genommenen und verlesenen Google-Maps Ausdrucks vom 16. Juli 2018 etwa 10 km von der Ortsmitte von P1 entfernt - nur über ein Fahrrad. Soweit ihm im Oktober 2017 kurzzeitig ein Auto zur Verfügung stand, gehörte dies dem Zeugen A1, der den Grund für die Verleihung seines Wagens sowie dessen vorzeitige Abholung durch den Zeugen I3 in Übereinstimmung mit der Aussage des Letzteren im Sinne der getroffenen Feststellungen glaubhaft bekundet hat.
Die ohnehin sehr bescheidene Lebensführung des Angeklagten geriet dann im Dezember 2017 weiter unter Druck, nachdem dieser den letzten von der Firma B1 überwiesenen Lohn weitgehend bereits Anfang Dezember 2017 von seinem Konto abgehoben hatte. Letzteres steht aufgrund der Aussage des Zeugen KHK G2 fest, der die Finanzermittlungen bezüglich des Angeklagten durchgeführt und in Auswertung der maßgeblichen verlesenen Kontoverdichtung Zeitpunkt und Höhe der durch die Firma B1 erfolgten Zahlungen sowie der durch den Angeklagten vorgenommenen Abhebungen im Sinne der getroffenen Feststellungen glaubhaft bekundet hat.
Wenn auch nicht festgestellt werden kann, ob und in welchem Umfang der Angeklagte die abgehobenen Geldmittel tatsächlich schon verbraucht hatte, so stand für ihn zumindest zu erwarten, dass diese zur Neige gehen würden, da er kein Einkommen mehr hatte. Der Angeklagte ging nämlich im Dezember 2017 keiner beruflichen Beschäftigung mehr nach, wie aufgrund der Aussagen der Zeuginnen Q2 und L2 zur Überzeugung des Gerichts feststeht.
Diese Zeuginnen haben nämlich übereinstimmend bekundet, den Angeklagten als Mitmieter in der Unterkunft an der L1-Straße ... zu kennen, wobei sie mit ihm nicht näher befreundet gewesen seien. Sie hätten sich mit ihm aber in der slowakischen bzw. polnischen Sprache, die sich ähnelten, verständigen können. Insgesamt habe der Angeklagte sehr zurückgezogen gelebt und viel Zeit in seinem Zimmer verbracht, wobei beide bekundet haben, sie hätten, wenn sie ihn in den gemeinschaftlich genutzten Bereichen des Hauses getroffen hätten, häufiger den Eindruck gehabt, dass der Angeklagte betrunken gewesen sei.
Die Zeugin L2 hat ferner insbesondere ausgesagt, sie habe den Angeklagten gewöhnlich morgens in der Küche getroffen, bevor sie zur Arbeit gefahren sei. Der Angeklagte sei zu dieser Zeit auch zur Arbeit aufgebrochen, wobei er ein Rad benutzt habe. Im Dezember 2017 sei das aber nicht mehr der Fall gewesen, da er seinen Angaben nach im November 2017 seine Beschäftigung beendet gehabt habe, wobei sie nicht wisse, ob er diese von sich aus aufgegeben oder unfreiwillig verloren habe. Die Zeugin Q2 hat hiermit im Einklang stehend bekundet, der Angeklagte habe zuletzt im November Arbeit gehabt. Danach habe er nicht mehr gearbeitet, was er ihr einmal selbst gesagt habe, wobei er ergänzt habe, er bekomme Geld vom Zeitkonto, was sie nicht verstanden, aber auch nicht weiter hinterfragt habe.
Die Kammer ist davon überzeugt, dass die Zeuginnen Q2 und L2 wahrheitsgemäß ausgesagt haben. Die Zeuginnen haben insbesondere erkennbar Wert darauf gelegt, differenziert anzugeben, welche Wahrnehmungen sie selbst gemacht und welche Umstände sie z.B. nur von Dritten berichtet bekommen haben. So hat die Zeugin Q2 etwa bekundet, sie selbst habe keine Kenntnis über die finanzielle Situation des Angeklagten, sie habe lediglich von Mitmietern gehört, dass der Angeklagte gelegentlich kein Geld gehabt habe.
Dass der Angeklagte aus einem Zeitkonto - oder aus einer anderweitigen Quelle - tatsächlich Geldmittel bezog, die seine finanzielle Situation bemerkenswert verbesserten, schließt die Kammer - wie noch auszuführen sein wird - aus.
Ferner spricht auch der Umstand, dass bei der Durchsuchung seines Zimmers unter dem dortigen Fernsehtisch Bargeld in Höhe von 14.800,- Euro aufgefunden wurde, für die Täterschaft des Angeklagten. Das Vorhandensein dieser enormen Summe lässt sich nämlich nur durch die Tat plausibel erklären, was weiter zu dem Rückschluss führt, dass sich in dem Briefumschlag, der in der linken Schublade des Vitrinenschrankes im Schlafzimmer des V1 lag, zur Tatzeit jedenfalls ein entsprechender Betrag befand.
So weist zunächst schon die vom Zeugen S3 bekundete Sauberkeit der von ihm unter dem rollbaren Fernsehtisch aufgefundenen Geldscheine daraufhin, dass diese dort erst vor nicht allzu langer Zeit deponiert wurden, was gut dazu passt, dass die Tat bei Auffindung des Geldes nur etwa einen Monat zurücklag. Insoweit hat der Zeuge, der nach seinem Bekunden auch bei der anschließenden Zählung und Untersuchung des Geldes durch den spurensichernden Beamten anwesend war, ausgesagt, die von ihm am 25. Januar 2018 im Zimmer des Angeklagten entdeckten 104 Scheine seien im Gegensatz zu dem sie umgebenden Fußboden weder verstaubt noch sonst erheblich verschmutzt gewesen. Zudem lagen diese - so der Zeuge weiter - als Verbund in der von ihm bekundeten Stückelung hälftig umgeschlagen im Wesentlichen exakt aufeinander. Er habe deshalb den Eindruck gewonnen, die Scheine, die für ihn nicht nach "Gebrauchsscheinen" ausgesehen hätten, könnten möglicherweise zuvor in einem Briefumschlag gesteckt haben, was wiederum ebenfalls gut mit den Aufbewahrungsverhältnissen beim Opfer im Einklang steht .
Dieses Geld wurde auch vom Angeklagten unter dem rollbaren Fernsehtisch deponiert. Die Möglichkeit, dass es dort etwa vom Vormieter zurückgelassen oder vom Angeklagten unbemerkt seitens einer dritten Person versteckt worden sein könnte, ist angesichts der erheblichen Höhe des Betrages sowie der grundsätzlich leichten Auffindbarkeit des Geldes so unwahrscheinlich, dass die Kammer einen solchen Geschehensablauf ausschließt.
Zudem spricht gegen die vorgenannte Konstellation, dass - wie sich aus dem in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachten der L5 vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen vom 14. Mai 2018 ergibt - auf einzelnen Geldscheinen Zellmaterial des Angeklagten festgestellt wurde, woraus die Kammer im Übrigen schließt, dass der Angeklagte die Scheine, jedenfalls um sie einmal durchzuzählen, selbst in der Hand gehalten hat. Die Gutachterin L5 hat diesbezüglich ausgeführt, dass sie die von den Längsseiten der Banknoten erstellten Abriebe untersucht und an mehreren eine Mischung mit DNA - Merkmalen von mindestens zwei Personen detektiert habe. Diese habe sie nach Untersuchung von 16 Merkmalsystemen u.a. mit dem DNA- Identifizierungsmuster verglichen, das ihr als DNA-Identifizierungsmuster des Angeklagten aus der durch sie bereits zuvor erfolgten - ebenfalls in der Hauptverhandlung verlesenen - Begutachtung vom 06. April 2018 bekannt gewesen sei. Hierbei habe sie festgestellt, dass der Angeklagte bezüglich sieben der untersuchten Spuren als Verursacher des jeweils dominierenden Anteils der Spur - die Beimengungen seien jeweils nur unvollständig auswertbar gewesen - in Betracht komme, da eine Übereinstimmung aller zum Abgleich vorliegender DNA-Merkmale zwischen Person und Spur vorliege. Die biostatistische Bewertung dieser Mischspuren habe sie nach dem Likelihood-Quotient-Verfahren vorgenommen. Dafür würden zwei Hypothesen für das Zustandekommen der Spur ( H1 und H2 ) formuliert:
H1: Die dominierenden DNA-Merkmale stammen von dem Angeklagten.
H2: Die DNA-Merkmale stammen von einer unbekannten Person, die aus der mitteleuropäischen Bevölkerung stammt und mit dem Angeklagten nicht verwandt ist.
Sie habe unter Anwendung der Produktregel - die untersuchten STR-Systeme werden unabhängig voneinander vererbt - und unter Verwendung mitteleuropäischer Frequenzdaten für alle 16 Merkmalssystem ermittelt, dass die genetische Merkmalkonstellation der Spur mehr als 30 Milliarden Mal wahrscheinlicher durch H1 erklärt werden könne als durch H2, es also mehr als 30 Milliarden Mal wahrscheinlicher sei, dass die Hauptkomponente der Spuren von dem Angeklagten stamme und damit diesem zuzuordnen sei, als dass diese von einer unbekannten mit dem Angeklagten nicht verwandten Person der mitteleuropäischen Bevölkerung stamme. Aus gutachterlicher Sicht bestehe damit kein Zweifel daran, dass jeweils die Mehrheit des Zellmaterials von dem Angeklagten stamme.
Diesen nachvollziehbaren Ausführungen der Sachverständigen L5 hat sich die Kammer nach eigener Sachprüfung angeschlossen.
Es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte eine andere Geldquelle als die Tat hatte. So lässt sich, selbst wenn dieser neben seinen offiziellen Tätigkeiten "schwarz" gearbeitet hat oder noch Zahlungen aufgrund eines bei einer seiner Arbeitsstellen erarbeiteten "Zeitkontos" erhalten haben sollte, damit eine kurz zuvor erworbene Barschaft in der entsprechenden Höhe nicht erklären, zumal, wie bereits ausgeführt, der Angeklagte im Dezember 2017 keine Arbeit hatte.
Ebenfalls schließt die Kammer in Anbetracht der begrenzten Einnahmen des Angeklagten in den vorausgegangenen Monaten sowie seines sehr bescheidenen Lebensstils aus, dass es sich bei dem sichergestellten Bargeld um von ihm im Laufe der Zeit angespartes Geld handelt. Dass nämlich der Angeklagte seinen einfachen Lebensstil nicht ungeachtet vorhandener finanzieller Mittel aus asketischer Bedürfnislosigkeit freiwillig gewählt hat, ergibt sich für das Gericht schon aus seinen noch am Tattage vorgenommenen Einkäufen , bei denen der Angeklagte nicht etwa nur einen vollständigen Satz neuer Garderobe sondern mit dem Handy auch einen Luxusartikel kaufte. Dass der Angeklagte den Einkauf im Marktkauf zur festgestellten Zeitpunkt, im festgestellten Umfang sowie zum festgestellten Preis vornahm und diesen bar bezahlte, steht aufgrund des Inhalts des in der Hauptverhandlung verlesenen diesbezüglichen Kassenzettels fest, der wiederum nach der glaubhaften Aussage des Zeugen KHK X3 bei der von ihm am 24. Januar 2018 vorgenommenen Durchsuchung, bei der auch fünf offen in einem Regal liegende 50-Euro-Scheine aufgefunden wurden, im Zimmer des Angeklagten sichergestellt wurde. Dass der Angeklagte im Anschluss im Geschäft N2 den festgestellten Einkauf des Handys nebst Schutzhülle zum Preis von 153,98 Euro vornahm und auch diesen bar zahlte, steht wiederum aufgrund des Inhalts des in der Hauptverhandlung verlesenen Computerausdrucks des N2 Marktes, aus welchem sich Umfang, Preis, Zahlungsart, Datum und Uhrzeit des diesbezüglichen Einkaufes ergibt, sowie der Verpackung des LG Handys fest, die nach den Bekundungen der die Spurensicherung im Zimmer des Angeklagten durchführende Zeugin KHKin H1 dort sichergestellt wurde. Dabei folgt aus der Übereinstimmung der jeweils verlesenen IMEI-Nummer auf Computerausdruck und Karton, dass es sich bei der sichergestellten Verpackung auch zweifellos um die des zum festgestellten Zeitpunkt erworbenen Mobiltelefons handelt.
Des Weiteren ist das am Tage nach der Tat gegenüber der Zeugin L2 bekundete Interesse des Angeklagten an dem Kauf eines Autos in den Blick zu nehmen, welches von eben dieser Zeugin ebenso wie auch die weiteren Umstände ihres Beisammenseins am 24. Dezember 2017 im Sinne der getroffenen Feststellungen glaubhaft geschildet worden ist. Insoweit hat die Zeugin insbesondere ausgesagt, sie habe an diesem Abend für den Angeklagten eine App auf dessen Handy installiert, da Letzterer erklärt habe, damit nicht klarzukommen. Sodann habe sie gemeinsam mit dem Angeklagten, der erklärt habe, sich ein Auto kaufen zu wollen, Gebrauchtwagenangebote angeschaut.
Die vorgenannten gesamten Umstände lassen insbesondere angesichts ihrer engen zeitlichen Nähe zur Tat darauf schließen, dass der Angeklagte einen entsprechenden Konsum zuvor nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund seiner beschränkten finanziellen Verhältnisse unterlassen hat.
Die dargestellten Einkäufe konnte der Angeklagte auch zeitlich problemlos nach der Tatbegehung vornehmen, da dieser die Strecken zwischen Tatort und Wohnung bzw. zwischen Wohnung und Einkaufsort, deren Längen aufgrund der in der Hauptverhandlung in Augenschein genommenen und verlesenen Google-Maps-Auszüge mit etwa 5 km bzw. circa 10 km feststehen, auch unter Einbeziehung eines Zwischenaufenthalts in seinem Zimmer mit dem Fahrrad in einem Zeitraum von über zwei Stunden ohne Schwierigkeiten zurücklegen konnte, wobei die Kammer angesichts des Umstandes, dass der Angeklagte sich regelmäßig mit dem Fahrrad fortbewegte, davon überzeugt ist, dass er sich auch am Tattag dieses Verkehrsmittels bediente. Die zeitliche Nähe zwischen beiden Geschehnissen spricht vielmehr für die Täterschaft des Angeklagten, zumal dieser zum einen sich die Einkäufe eben nur vor dem Hintergrund des neuen "Geldsegens" leisten konnte und zum anderen naheliegenderweise auch ein neues Garderobenset benötigte, weil er seine wahrscheinlich mit Blut befleckte Tatkleidung schon als etwaiges Überführungsstück beiseite bringen musste.
Demgegenüber war im Haus des Opfers zur Tatzeit Bargeld nicht unerheblichen Umfangs vorhanden, welches nach der Tat verschwunden war.
Die Überzeugung der Kammer von den guten finanziellen Verhältnissen des V1 gründet sich dabei in erster Linie auf die Bekundungen des Zeugen KHK G2, der nicht nur die Finanzermittlungen bezüglich des Angeklagten sondern auch die hinsichtlich des Tatopfers durchgeführt hat. So hat der vorgenannte Zeuge angegeben, V1, der als Rentner regelmäßige Einkünfte in Höhe von insgesamt etwa 610,00 Euro monatlich bezogen habe, habe in den Jahren 2010 bis 2013 größere Barauszahlungen von seinem Konto in Höhe von insgesamt 116.550,- Euro erhalten, wobei der Zeuge die festgestellten den Barauszahlungen zugrundeliegenden Geldeingänge sowie die fortlaufend auf das Konto überwiesenen Einkünfte anhand der maßgeblichen Kontoverdichtung sowie Barauszahlungsbelege im Sinne der getroffenen Feststellungen beschrieben hat.
Zudem waren V1 in der Zeit nach seinem Schlaganfall weitere nicht unerhebliche Geldmittel in Höhe von insgesamt 28.000,00 Euro aus Autoverkäufen zugeflossen, deren Umstände einschließlich der erzielten Erlöse vom Zeugen V3 wie festgestellt bekundet worden sind.
Letztlich erhielt V1 vom Zeugen A1, der das zwischen ihnen bestehende Mietverhältnis im Sinne der getroffenen Feststellungen geschildert hat, jeden Monat einen Betrag von 200,00 Euro in bar, ohne dass er selbst, wie die Zeugin V2 bekundet hat, Miete an seine Schwester zahlen musste.
Dass V1 seine Geldmittel auch regelmäßig privat, und zwar bei sich zuhause, aufzubewahren pflegte, folgt ebenfalls aus der Aussage des Zeugen KHK G2 , der bekundet hat, bei der Auswertung des Kontos des V1 sei auffällig gewesen, dass sich das spätere Opfer eingezahlte größere Beträge stets zeitnah habe bar auszahlen ließ. Diese Aussage wird durch die Bekundungen des Zeugen V3 ergänzt. Letzterer hat nämlich angegeben hat, sein Onkel, für den er des Öfteren kleinere Reparaturen erledigt und den er nach dessen Schlaganfall etwa ein Jahr lang bei der Durchführung seiner Bankgeschäfte unterstützt habe, sei bargeldaffin gewesen und habe nichts von Banken gehalten, diese seien "alle Verbrecher". Dementsprechend habe V1, wie er - der Zeuge - zumindest bei einer Gelegenheit im Jahr 2016 oder 2017 selbst wahrgenommen habe, in einer Schublade des Vitrinenschrankes in seinem Schlafzimmer einen Briefumschlag mit Bargeld aufbewahrt. Dies wiederum hat auch die Zeugin V2 bestätigt, die bekundet hat, einmal einen dickeren Umschlag mit Bargeld in der linken Schublade des Vitrinenschrankes gesehen zu haben, als ihr Bruder nach einem von ihr für ihn getätigten Kleiderkauf ihr den von ihr vorverauslagten Betrag aus diesem Umschlag erstattet habe.
Die Kammer ist von der Richtigkeit der diesbezüglichen untereinander stimmigen Angaben der Zeugen G2 sowie V3 und V2 überzeugt.
Auch wenn die Auszahlungen größerer Beträge an V1 bereits mehrere Jahre zurücklagen und die Zeugen den Umschlag mit Bargeld nicht in unmittelbarer Zeit vor der Tat gesehen haben, so ist das Gericht angesichts der fortlaufenden Einnahmen des V1 aus Rente und Miete sowie der Höhe der Barauszahlungen und Verkaufserlöse doch davon überzeugt, dass am 23.Dezember 2017 jedenfalls noch eine Bargeldsumme von etwa 15.000,00 Euro im Hause des Opfers vorhanden war.
Dies gilt auch unter Berücksichtigung dessen, dass sich - wie die Kammer als wahr unterstellt hat - das Opfer bis vor einigen Jahren und wahrscheinlich bis zu seinem Tode mit kostspieligen Prostituierten getroffen hat; denn angesichts der schlaganfallbedingten körperlichen Einschränkungen des V1 und seines schon auch aus diesem Grunde limitierten, wenig aufwändigen Lebensstils dürften die dadurch entstandenen Auslagen zusammen mit den sonstigen Kosten nicht derart hoch gewesen sein, dass aus einem Barvermögen von ca. 120.000,00 Euro nach wenigen Jahren nicht einmal ein Betrag von circa 15.000,00 Euro übrig geblieben wäre, zumal das Opfer, wie der Zeuge A1 glaubhaft bekundet hat, eher geizig war. Dem steht auch nicht entgegen, dass V1 - vor dem Hintergrund seines Geizes oder aus welch anderen Gründen auch immer - es offenbar bevorzugte, sich als nicht wohlhabend darzustellen, wie sich weiter aus der Aussage des vorgenannten Zeugen ergibt, nach der sein Vermieter ihm gegenüber gelegentlich erklärt habe, er benötige die Mietzahlungen, um ein genügendes Auskommen zu haben, was er - der Zeuge - aber nicht allzu ernst genommen habe.
Dass es sich bei den im Zimmer des Angeklagten aufgefundenen 14.800,00 Euro auch um das von V1 zuvor in seinem Haus verwahrte Geld handelt, das dort von seinem angestammten Platz im Vitrinenschrank im Schlafzimmer entwendet wurde, folgt wiederum daraus, dass - wie bereits ausgeführt - u.a. die maßgebliche Schublade des Vitrinenschrankes vom Täter durchsucht und gerade vor dieser auf dem Boden liegend ein leerer Briefumschlag gefunden wurde, was im Einklang mit den Bekundungen der Zeugen V3 und V2 zu Aufbewahrungsort und -art des Bargeldes des Opfers steht.
Ebenso schließt das Alter der sichergestellten Geldscheine eine Herkunft aus dem Bargeldvorrat des Opfers nicht aus, sondern spricht vielmehr für eine solche. Denn insbesondere von den insgesamt sichergestellten 32 500- und 200- Euro-Scheinen stammte der überwiegende Teil, nämlich 22, aus den Jahren 2001-2010, was dazu passt, dass V1 die größeren ihm zur Verfügung stehenden Beträge bereits vor Jahren, nämlich bis zum Jahr 2013 erhalten bzw. erwirtschaftet und seitdem verwahrt hat. Dass der restliche Teil der vorgenannten Scheine sowie der Großteil der 50- und 100- Euro- Scheine neueren Datums war, ist mit der Feststellung, es handele sich um das Geld des Opfers ebenfalls zwanglos in Einklang zu bringen. Dies lässt sich nämlich plausibel damit erklären, dass V1 die bar erhaltene Miete sowie die vom Konto abgehobenen monatlichen Einnahmen ebenso wie etwaiges Wechselgeld jedenfalls teilweise den im Umschlag im Vitrinenschrank schon länger verwahrten Scheinen hinzugefügt hat.
Die zum Alter der Scheine getroffenen Feststellungen beruhen dabei auf der verlesenen Erklärung und Aufstellung der Zeugin T3 sowie der Zeugen I5 und Q4 von der Deutschen Bundesbank vom 2. und 13. August 2018, aus welchen sich ergibt, dass diese bezüglich der übersandten Seriennummern der maßgeblichen Scheine bei den für die Deutsche Bundesbank produzierenden Druckereien und weiteren druckauftraggebenden nationalen Zentralbanken des Eurosystems recherchiert, die erhaltenen Produktions- und Ausgabedaten mit den eigenen internen Buchungsdaten abgeglichen und so die Produktionsdaten sowie die Daten der Abholung durch die empfangende Stelle, zumeist eine Bundesbankfiliale oder das Logistikzentrum der Deutschen Bundesbank, ermittelt haben. Dass auf die dargestellte Weise anhand der Seriennummer Produktions- und Ausgabedaten in Erfahrung gebracht werden können, jedoch der Zeitpunkt des nachfolgenden Inverkehrbringens der Geldmittel mangels diesbezüglicher Dokumentationen nicht nachzuhalten ist, hat der bei der Deutschen Bundesbank als Sachbearbeiter im Bereich Barzahlungsverkehr tätige Zeuge S4 glaubhaft bekundet.
Auch dass an den Geldscheinen keine belastbaren DNA-Spuren von V1 festgestellt werden konnten, lässt angesichts der Beschaffenheit der Scheine, des in der Regel nur kurzen haptischen Kontakts, der Vielzahl ihrer Benutzer und insbesondere des Umstands, dass die Antragung von DNA-Material von individuellen Unwägbarkeiten abhängt, keinen Schluss darauf zu, dass das Opfer als früherer Besitzer des Geldes ausscheidet. Dem steht angesichts des zuletzt genannten Umstands auch nicht entgegen, dass der Angeklagte - wie ausgeführt - DNA-Spuren an den Geldscheinen hinterlassen hat, zumal dieser es war, der die Scheine zuletzt vor der Sicherstellung angefasst hat.
Die vorstehende Feststellung, dass keine belastbaren DNA-Spuren des Opfers an den Geldscheinen vorhanden waren, beruht dabei auf dem in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachten der L5 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 14. Mai 2018, nach welchem V1 hinsichtlich zweier Spuren zwar als Mitverursacher nicht auszuschließen war, diese ihm jedoch nicht mit der erforderlichen Sicherheit zuzuordnen waren.
Unter Berücksichtigung der obigen Parameter schließt der Umstand, dass an vier Geldscheinen daktyloskopische Spuren aufgefunden wurden, die jedoch weder dem Tatopfer noch Berechtigten aus seinem Umfeld zuzuordnen sind, ebenso wenig V1 als früheren Besitzer der Scheine aus.
Die Feststellung, dass an vier Geldscheinen daktyloskopische Spuren gesichert werden konnten, beruht dabei, ebenso wie diejenige, dass diese nicht dem Opfer und auch nicht dem Angeklagten zuzuordnen waren, auf dem verlesenen Gutachten der KHK‘in T4 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 7. Februar 2018, die die asservierten Geldscheine untersucht, die daktyloskopischen Spuren sichtbar gemacht und mit den Fingerabdrücken des Opfers und des Angeklagten verglichen hat.
Die weitere Feststellung, dass an den sichergestellten Geldscheinen auch keine daktyloskopischen Spuren Berechtigter gefunden worden sind, ergibt sich aus dem verlesenen Vermerk des Zeugen KHK Q3 vom 20. August 2018 sowie den ebenfalls verlesenen Vermerken der RBr T5 und KHK Q5 vom 13. und 24. Juli 2018, nach denen diese die an den Geldscheinen aufgefundenen daktyloskopischen Spuren mit geeignetem Vergleichsmaterial abgeglichen haben und die Berechtigten nicht als Spurenverursacher zugeordnet werden konnten.
Schließlich spricht für die Täterschaft des Angeklagten auch der Umstand, dass zwei vom Eichenholzknüppel stammende kleine Rindenstücke, von denen eines auf dem Boden der Küche unweit des im Rollstuhl befindlichen Getöteten und eines in der Thuja- Hecke an der Zuwegung zum Hintereingang aufgefunden wurde, DNA-Spuren aufweisen, die von ihrem Identifizierungsmuster her dem Angeklagten zuzuordnen sind.
Dass zunächst die beiden jeweils eine DNA-Spur des Angeklagten tragenden Rindenstückchen von dem maßgeblichen Eichenholzknüppel herrühren, steht aufgrund folgender Gesichtspunkte fest:
Nach dem in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachten des KHK T6 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 13. Juli 2018 ist davon auszugehen, dass der Holzknüppel und die Rindenstückchen ursprünglich eine Einheit bildeten. Der Sachverständige hat insoweit ausgeführt, die Teile optisch und lichtmikroskopisch untersucht und übereinstimmende Merkmale gegenübergestellt zu haben. Die Untersuchung habe ergeben, dass die Baumrindenstücke untereinander ähnliche Oberflächenstrukturen und Farbgebung aufwiesen. Ferner seien auf dem Holzknüppel und den maßgeblichen Rindenstückchen Fraßgänge zu erkennen gewesen, die in Form, Lage und Abmessung nahezu deckungsgleich übereinstimmten.
Aufgrund des in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachtens der T7 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 13. Juli 2018 steht weiter fest, dass die maßgeblichen Rindenteilchen ebenso wie das Holzstück von einer Eiche stammten, was - wie die Sachverständige ausführt - deren anatomischmorphologische Untersuchung ergeben habe.
Die Kammer schließt sich den überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen T6 und T7 nach eigener Prüfung an und ist aufgrund dessen davon überzeugt, dass der Holzknüppel und die beiden maßgeblichen Rindenstückchen von einer Eiche herrühren und vormals eine Einheit gebildet haben.
Dem steht nicht entgegen, dass eines der mit der DNA des Angeklagten versehenen Rindenstückchen nicht in unmittelbarer Nähe zum Holzknüppel sondern draußen in einem der Thuja-Bäume aufgefunden wurde. Insoweit ist die Kammer nämlich davon überzeugt, dass dieses Stückchen bereits vor der Tat dorthin gelangte. Hierfür spricht schon, dass - wie noch auszuführen sein wird - an ihm keine Blutantragung festgestellt werden konnte. Ferner wurde das vorgenannte Stückchen in einem Bereich aufgefunden, in welchem der Angeklagte bei seinen vorherigen Besuchen nach der glaubhaften Aussage des Zeugen A1 sein Fahrrad abzustellen pflegte. Es ist daher davon auszugehen, dass der Angeklagte auch vor der Tatbegehung sein Rad an dem gewohnten Platz parkte und sodann dort das maßgebliche Rindenstückchen vom Holzknüppel abfiel, sei es, weil der Angeklagte es zur besseren Handhabung des Knüppels bewusst abstreifte, sei es, weil dies bei einem vom Angeklagten versehentlich verursachten streifenden Kontakt des Holzknüppels mit der Bepflanzung geschah.
Dass sich weiter an den vorgenannten Rindenstückchen DNA-Spuren befanden, die jeweils dem Angeklagten zuzuordnen sind, folgt aus den Ausführungen der Sachverständigen W1:
Diese hat dargelegt, sie habe als Erstes an einem der ihr zur Untersuchung vorliegenden Rindenstückchen - das unter dieser Asservatennummer geführte Stück war nach den glaubhaften Angaben der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 in den Zweigen der Thuja-Bäume sichergestellt worden - das DNA-Profil einer zunächst noch unbekannten männlichen Person festgestellt. Dieses Holzstückchen sei im Übrigen das einzige Asservat gewesen, welches im Rahmen des Blutvortests ein negatives Ergebnis aufgewiesen habe.
Ferner habe sich an einem weiteren von ihr untersuchten Baumrindenstückchen - das unter dieser Asservatennummer geführte Stück ist nach den glaubhaften Bekundungen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 auf dem Boden der Küche unweit des im Rollstuhl befindlichen Getöteten aufgefunden worden - eine DNA-Mischspur befunden, die von zwei Personen, nämlich von dem Opfer und der Person, die auch Verursacher der vorgenannten Spur gewesen sei, gelegt worden sei.
Das von ihr anhand der Spur erstellte DNA-Profil der unbekannten Person sei zur Einstellung in die DNA-Analyse-Datei geeignet gewesen und eine entsprechende Einstellung sodann erfolgt. Nachdem ihr daraufhin eine Treffermeldung aus der österreichischen Datenbank mitgeteilt worden sei - hinsichtlich derer der Zeuge KHK Q3, wie er glaubhaft bekundet hat, die Personendaten des Angeklagten ermittelt hat - habe sie diese zunächst verifiziert. Das Profil habe in allen vergleichbaren DNA-Merkmalsystemen mit dem von ihr an den Baumrindenstückchen festgestellten DNA-Muster der zunächst unbekannten Person übereingestimmt. Das in der österreichischen Datenbank vorhandene Profil habe jedoch nur zehn und nicht sechzehn Merkmalsysteme enthalten. Durch das Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen sei ihr - der Sachverständigen - sodann erneut das DNA-Identifizierungsmuster des Angeklagten zur Verfügung gestellt worden, welches nun alle sechzehn in Deutschland üblicherweise verwendeten Merkmalsysteme aufgewiesen habe.
Sie habe sodann nach dem Likelihood-Qotient- Verfahren die biostatistische Wahrscheinlichkeit für eine Zuordnung der Spur zum Angeklagten berechnet. Bei der biostatistischen Bewertung habe dabei Berücksichtigung finden müssen, dass der Angeklagte aufgrund eines Treffers in der österreichischen Datenbank als Spurenverursacher ermittelt worden sei, um die Möglichkeit eines Zufallstreffers aufgrund der Vielzahl verglichener Profile innerhalb einer Datenbank zu würdigen. Dafür habe sie entsprechend den Empfehlungen der Spurenkommission den errechneten Wert für die Merkmalsübereinstimmung in den zehn in der Datenbank vorliegenden Merkmalsystemen gegen die Zahl der vorhandenen Personendatensätze innerhalb der Datenbank korrigiert. Für die durch das Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen zusätzlich erhobenen sechs Merkmalsysteme gelte dies nicht, eine Korrektur sei insoweit nicht erforderlich.
Zur Berechnung der biostatistischen Wahrscheinlichkeit habe sie zwei Hypothesen formuliert:
H1: Die DNA-Spur stammt vom Angeklagten.
H2: Die DNA-Spur stammt von einer unbekannten Person, die aus der mitteleuropäischen Bevölkerung stammt und mit dem Angeklagten nicht verwandt ist.
Unter Verwendung mitteleuropäischer Frequenzdaten habe sie, wobei sie die Produktregel - die untersuchten STR-Systeme werden unabhängig voneinander vererbt - angewandt habe, für alle 16 Merkmalssysteme ermittelt, dass die genetische Merkmalkonstellation der Spur 15,4 Billiarden mal wahrscheinlicher unter der Hypothese H1 zu erwarten sei als unter der Hypothese H2. Somit bestehe aus gutachterlicher Sicht kein Zweifel an der Annahme, dass der Angeklagte die Spur gelegt habe.
Hinsichtlich der von ihr festgestellten Mischspur sei sie, wie sie in der Hauptverhandlung ausgeführt hat, entsprechend vorgegangen. Insoweit habe sie folgende Hypothesen zu Grunde gelegt:
H1: Die DNA-Mischung besteht aus DNA des Opfers und des Angeklagten.
H2: Die DNA-Mischung besteht aus DNA des Opfers und einer unbekannten Person, die aus der mitteleuropäischen Bevölkerung stammt und mit dem Angeklagten nicht verwandt ist.
Die von ihr insoweit errechnete biostatistische Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Hypothese H1 eher als die Hypothese H2 zutreffe, betrage 19 Milliarden. Auch insoweit bestehe aus gutachterlicher Sicht kein Zweifel an der Zuordnung zum Angeklagten.
Den vorstehenden nachvollziehbaren Ausführungen der Sachverständigen W1 ist die Kammer nach eigener Sachprüfung gefolgt.
Dass die DNA-Spuren des Angeklagten an den aufgefundenen Rindenteilchen nicht im Zusammenhang mit der Tat sondern anlässlich seiner früheren Tätigkeiten im Garten des Opfers angetragen wurden, schließt die Kammer aus.
Zunächst spricht bereits nichts dafür, dass der Angeklagte bei den von ihm ausgeführten Gartenarbeiten mit dem Holzknüppel in Berührung gekommen ist. Zwar wurde - wie der Zeuge V3 glaubhaft bekundet hat- im Jahr 2017 auf dem Grundstück des Opfers ein Baum zerlegt; bei diesem handelte es sich aber, wie der Zeuge weiter bekundet hat, um eine Weide und nicht um eine Eiche. Zudem hat der Zeuge A1 bekundet, dass V1 immer gesteigerten Wert auf Ordnung im Garten gelegt habe, so dass wenig wahrscheinlich erscheint, dass derart geschnittene Eichenholzteile wie das maßgebliche Tatwerkzeug auf dem grundsätzlich aufgeräumten Grundstück einfach so herumgelegen hätten.
Ferner hat die Sachverständige W1 ausgeführt, dass sich die DNA-Spuren an dem draußen gefundenen Rindenstück deutlich besser durch eine zeitnahe Antragung erklären lasse, als durch eine Antragung, die mehrere Monate oder auch nur einen Monat zurückliege. An dem Holzknüppel habe nämlich eine deutliche und flächige Schimmelpilzbildung vorgelegen, die für eine Lagerung des Holzes außer Haus spreche und bereits ab dem ersten Befall regelmäßig dazu führe, dass eine DNA-Analyse aufgrund der raschen Degradierung nicht mehr erfolgreich vorgenommen werden könne. Dies sei hier jedoch möglich gewesen; eine DNA-Degradierung habe nicht vorgelegen. Es sei daher aus sachverständiger Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die DNA-Spur erst nach dem auf dem Holzknüppel erfolgten Schimmelwachstum zeitnah zur erfolgten Begutachtung angetragen worden sei.
Auch diesen nachvollziehbaren Ausführungen der Sachverständigen hat sich die Kammer nach eigener Prüfung angeschlossen.
Das Gericht ist daher davon überzeugt, dass die DNA-Spuren des Angeklagten erst in enger zeitlicher Nähe zur Tat gelegt wurden, als nämlich der Angeklagte - wahrscheinlich vor seinem Aufbruch zum Haus des Opfers - den Holzknüppel mit noch bloßen Händen anfasste. Dabei ist sich die Kammer dessen bewusst, dass diese unvorsichtige Handhabung im Kontrast zur sonstigen Vorgehensweise des Angeklagten bei der Tatbegehung steht, bezüglich derer angesichts des noch darzustellenden Fehlens sonstiger auf ihn weisenden Spuren nämlich davon auszugehen ist, dass der Angeklagte Handschuhe trug.
Im Übrigen sind auch keine anderen Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der maßgebliche Holzknüppel vom Grundstück des Getöteten stammen könnte. Im Haus und im Garten des von V1 genutzten Grundstücks war laut den in Übereinstimmung mit den in Augenschein genommenen diesbezüglichen Lichtbildern stehenden Aussagen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 kein von Größe und Zuschnitt vergleichbares Holz gelagert, was auch für das im Kaminzimmer vorgefundene - trockene - Holz gilt, mit dem der Angeklagte etwaig bei seinen früheren Aufenthalten einmal in Berührung gekommen sein könnte.
Dagegen lässt der Umstand, dass sich - wie ebenfalls aufgrund der mit den in Augenschein genommenen entsprechenden Lichtbildern im Einklang stehenden Bekundungen der Zeugen EKHK X4 und KHK X3 feststeht - auf dem Grundstück des Zeugen I2 ein Holzlager mit nach Art, Beschaffenheit und Größe unterschiedlichen Holzstücken befand, vermuten, dass der bei der Tat verwendete Knüppel aus diesem Lager stammte.
Die aus der Gesamtschau der vorgenannten Gesichtspunkte gewonnene Überzeugung der Kammer davon, dass es der Angeklagte war, der V1 am 23. Dezember 2017 in der Zeit zwischen etwa 10:30 Uhr und circa 11:00 Uhr tötete, wird auch nicht dadurch erschüttert, dass die Zeuginnen C3 und T1 das Opfer an diesem Tag noch nach 11:00 Uhr lebend gesehen haben wollen.
So hat die Zeugin C3 bekundet, der ihr seit langem vom Sehen her bekannte V1 sei ihr am Samstag, dem 23. Dezember 2017, gegen 11:15 Uhr mit seinem elektrischen Rollstuhl auf dem Radweg der M2-Straße circa hundert Meter von seinem Haus entfernt entgegengekommen, als sie selbst nach einem Einkauf bei dem Gemüsebauern L6 mit ihrem Auto in umgekehrte Richtung, nämlich in Richtung des C1er Ortskerns gefahren sei.
Die Zeugin T1 wiederum hat ausgesagt, sie habe den ihr gut bekannten V1 am Samstag, dem 23. Dezember 2017, gegen 13:40 Uhr in seinem Elektrorollstuhl auf dem Parkplatz des noch im Innenstadtbereich von C1 gelegenen Aldi Marktes gesehen.
Abgesehen davon, dass die Aussagen der beiden Zeuginnen schon untereinander schlecht in Einklang zu bringen sind - nach diesen hätte sich V1 nämlich am Samstag, dem 23. Dezember 2017, gegen 11:15 Uhr mit seinem Rollstuhl auf dem Weg zu seinem nur noch circa hundert Meter entfernt liegenden Zuhause befunden, um sich etwa 1 ½ Stunden später wieder im Innenstadtbereich von C1 aufzuhalten, sich also binnen kurzer Zeit mit seinem Elektrorollstuhl zweimal auf den Weg gemacht, was angesichts der sich aus der Distanz zwischen seinem Haus und dem Innenstadtbereich von C1 sowie der jahreszeitlichen Witterung ergebenden Beschwerlichkeit dieses Unterfangens unwahrscheinlich erscheint - ist die Kammer aus folgenden Gründen davon überzeugt, dass die Zeuginnen jeweils einem Irrtum unterlegen sind:
Was die Zeugin C3 anbetrifft, so war sich diese - wie sie es laut den Bekundungen des Vernehmungsbeamten, des Zeugen KHK M3 von der Polizeidienststelle X2, auch schon bei ihrer eine Woche nach der Tat erfolgten polizeilichen Vernehmung war- zwar in nachvollziehbarer Weise sicher, dass die von ihr geschilderte Begegnung mit dem Rollstuhlfahrer am maßgeblichen Samstag stattgefunden hat, da der Gemüsebauer - so die Zeugin - seinen Laden lediglich an diesem Wochentag vormittags geöffnet habe. Die Kammer ist jedoch davon überzeugt, dass die Zeugin C3 in ihrem Schluss, dass es sich bei dem Rollstuhlfahrer um V1 gehandelt hat, einem Irrtum unterlegen ist. So hat die Zeugin auf Nachfrage, woran sie die Identität der Person festmache, selbst angegeben, V1 nicht speziell an seinen Gesichtszügen, sondern nur "an allem" erkannt zu haben, ohne dass sie aber näher darlegen konnte, aus welchen konkreten Merkmalen dieses "alles" besteht. Hinzu tritt, dass der Eindruck der Zeugin auch nur auf einer wenige Sekunden andauernden Wahrnehmung beruhte, da sie sich bei der Begegnung am Steuer ihres auf einer Landstraße in Fahrt befindlichen Autos befand und ihre Sicht zusätzlich dadurch eingeschränkt war, dass es nach ihren Bekundungen in der Hauptverhandlung zu diesem Zeitpunkt nieselte. Das Gericht geht daher davon aus, dass die Zeugin, für die die Begegnung zum Zeitpunkt ihrer Wahrnehmung völlig belanglos war, allein aus den beiden Umständen, dass sich die von ihr wahrgenommene Person in einem Rollstuhl befand und sich dieser in Richtung des Hauses des Opfers bewegte, - unzutreffend - gefolgert hat, sie habe den ihr nur vom Sehen her bekannten V1 wahrgenommen, ohne die naheliegende Möglichkeit, dass es sich auch um einen anderen Rollstuhlfahrer gehandelt haben könnte, überhaupt zu erwägen.
Die Zeugin T1 wiederum hat bekundet, sie sei nicht nur am 23. Dezember 2017 sondern auch schon tags zuvor mit dem Rad zum Aldi Markt gefahren, der unweit der X2-Straße am Ortsausgang von C1 liege. Am Freitag, dem 22. Dezember 2017, habe sie viele Lebensmittel eingekauft und noch vorm Bezahlen an der Kasse ihre Chefin im Aldi Markt getroffen. Der Bezahlvorgang selbst an diesem Tag habe dann um kurz nach 15:30 Uhr stattgefunden. Am darauffolgenden Samstag sei sie bereits früher im Aldi Markt gewesen, sie habe - ausweislich des von ihr eingesehenen Kassenbons - da um 13:48 Uhr bezahlt. An diesem Tag, an dem sie deutlich weniger als am Vortag eingekauft habe, habe sie V1 in seinem Rollstuhl an dem Markt vorbeifahren sehen. Sie mache das daran fest, dass sie es am 23. Dezember 2017 eilig gehabt habe, da ihre Eltern, wie schon länger angekündigt, zu Heiligabend zu Besuch hätten kommen wollen. Bezüglich der Modalitäten dieser Begegnung selbst hat die Zeugin T1 in der Hauptverhandlung weiter bekundet, sie habe V1 bei dem Treffen nur signalisiert, dass sie es eilig habe, woraufhin er in etwa gesagt habe: "Jau, dann mach men." und weitergefahren sei. Demgegenüber hatte die Zeugin bei der Polizei - wie sich aus der Verlesung ihrer polizeilichen Aussage vom 27. Dezember 2017 ergab - insoweit allerdings noch bekundet, sie habe mit V1 nicht gesprochen, sie habe ihn vielmehr nur draußen vor dem Fenster vorbeifahren sehen und ihm nonverbal zu verstehen gegeben, dass sie es eilig habe.
Abgesehen davon, dass schon die letztgenannten Ungereimtheiten Zweifel an der Genauigkeit der Angaben dieser Zeugin aufkommen lassen - wobei die Kammer insbesondere aufgrund der zeitlichen Nähe der polizeilich durchgeführten Vernehmung zum Geschehen davon überzeugt ist, dass die Zeugin tatsächlich nicht, wie in der Hauptverhandlung bekundet, mit V1 gesprochen, sondern diesem lediglich nonverbal mittels Handzeichen signalisiert hat, dass sie es eilig habe - unterliegt die Zeugin T1 nach der Überzeugung der Kammer aber ebenso wie die Zeugin C3 bei ihrer Aussage einem Irrtum, und zwar insoweit, als sie V1 nicht am Samstag, dem 23. Dezember 2017, sondern bereits am Freitag, dem 22. Dezember 2017, am Aldi Markt gesehen hat.
Zunächst lässt nämlich schon die von der Zeugin T1 vorgenommene Verknüpfung, sie habe es eilig gehabt, als sie V1 gesehen habe, keinen sicheren Schluss darauf zu, an welchem der beiden Tage die Begegnung erfolgt ist. Denn die Zeugin hat ihre Eile am Samstag ausschließlich damit begründet, dass sie am 24. Dezember 2017 - also erst am darauffolgenden Tag - den bereits länger angekündigten Besuch ihrer Eltern erwartete, sodass ein daraus resultierendes Gefühl der Hast allein am Vortag wenig plausibel ist, dieses vielmehr im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch genauso auch bereits am Freitag bestanden haben kann. Dies gilt umso mehr, als die Zeugin aufgrund der Transportprobleme des am Freitag vorgenommenen größeren Einkaufs mit dem Rad gerade auch an diesem Tag Grund dafür hatte, schnell nach Hause zu kommen. Auch die von der Zeugin vorgenommene Differenzierung, sie habe an dem einen Tag ihre Chefin und an dem anderen Tag V1 gesehen, steht einer Koinzidenz der zwei Geschehnisse am 22. Dezember 2017 nicht entgegen. Denn beide Ereignisse haben zu verschiedenen Zeitpunkten des Einkaufsgeschehens und an verschiedenen Standpositionen der Zeugin im Bereich des Aldi Marktes stattgefunden und können daher auch ohne Kollision nacheinander am selben Tag erfolgt sein.
Schließlich sprechen aber auch außerhalb des Einkaufsgeschehens selbst liegende gewichtige Gesichtspunkte dafür, dass die Zeugin T1 V1 tatsächlich bereits am 22. Dezember 2017 um kurz nach 15:30 Uhr an dem Aldi Markt hat vorbeifahren sehen.
So fügt sich zunächst eine Begegnung der beiden bereits am Freitag um kurz nach 15:30 Uhr stimmig in die Aussage des Zeugen V3 ein, der auf Vorhalt seiner Angaben bei der Polizei ausgesagt hat, sein Onkel sei zuletzt am Freitag, dem 22. Dezember 2017, in der Werkstatt in C1 gewesen. Samstags sei sein Onkel regelmäßig nicht in die Werkstatt gekommen, so auch in dieser Woche nicht. An dem vorgenannten Freitag habe V1 die Werkstatt gegen 15:30 Uhr wieder verlassen. Dass wiederum der Weg von der Werkstatt zum Haus des V1 diesen an dem ca. drei Gehminuten von der Werkstatt entfernt unweit der X2-Straße liegenden Aldi Markt vorbeiführte, steht aufgrund des in der Hauptverhandlung in Augenschein genommenen und verlesenen Google-Maps-Auszug betreffend den Bereich "Aldi C1" vom 15. Juli 2018 fest.
Des Weiteren haben sich, nachdem in der medialen Berichterstattung über den Fall die Rede davon gewesen ist, der Getötete sei wohl zuletzt am Freitag, den 22. Dezember 2017, lebend gesehen worden, auf einen entsprechenden Aufruf an die Bevölkerung mit der Bitte um Hinweise über die Zeugin T1 hinaus keine weiteren Zeugen bei der ermittelnden Polizei in X2 gemeldet, die V1 noch am Samstag, dem 23. Dezember 2017, im Ortskern von C1 gesehen haben wollen. Das Gegenteil dieses vom Zeugen KHK M3 glaubhaft bekundeten Sachverhaltes wäre aber im Hinblick darauf, dass der Getötete "stadtbekannt" war und ein Aldi Markt erfahrungsgemäß gerade am Tag vor Heiligabend stark frequentiert wird, zu erwarten gewesen, hätte sich das Opfer tatsächlich noch am 23. Dezember 2017 dort aufgehalten. Letzteres entzieht auch der Erwägung, V1 könne ja auch an zwei aufeinander folgenden Tagen am Aldi Markt gewesen sein, die Grundlage.
In die vorstehende Würdigung fügt sich der Umstand ein, dass - wie die Zeugin S1 bekundet hat - die von ihr am Samstag, dem 23. Dezember 2017, um 17:13 und 17:16 Uhr vorgenommen Rückrufe auf das Festnetz bzw. Handy des V1 nicht angenommen wurden. Soweit ausweislich des Berichts der KHK‘in T2 vom 9.Mai 2018 an diesem Tag um 21:07 Uhr vom Festnetzanschluss des Opfers noch ein Anruf abgegangen ist, handelte es sich um einen automatisierten Kontrollanruf. Diesbezüglich hat nämlich der Zeuge K1, technischer Leiter der Firma S1-Alarmruf-Wachzentrale GmbH, glaubhaft bekundet, das im Haus des Opfers ein Notrufgerät seiner Firma installiert gewesen sei, das alle sieben Tage Kontrollanrufe veranlasse, ohne dass der Kunde hierfür tätig werden müsse. Mit diesen Anrufen werde die Funktionstauglichkeit der Anlage überprüft. Wie sich aus der von ihm eingesehen die maßgebliche Anlage betreffenden Dokumentation ergebe, habe die Anlage des V1 die entsprechenden Anrufe stets samstags zwischen 21:07 und 21:08 Uhr durchgeführt.
Es liegen auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass ein Dritter das Opfer getötet haben könnte.
Was den Zeugen A1 anbetrifft, so hielt sich dieser entsprechend seinen von dem Zeugen I3 gestützten Bekundungen, an deren Richtigkeit zu zweifeln kein Anlass besteht, zur maßgeblichen Zeit im Ausland in Polen auf.
Demgegenüber war zwar der Zeuge H1 vor Ort und dies auch zeitnah zum Tod des Opfers. Dieser Umstand vermag aber keinen tragfähigen Anhaltspunkt für dessen Täterschaft zu begründen. Denn der Zeuge, der ein Freund des Toten war und in gesicherten Verhältnissen lebt, so dass bei ihm schon kein Motiv für eine solche Tat erkennbar wird, hat nicht nur am 24. Dezember 2017 das Auffinden der Leiche veranlasst, sondern auch berichtet, dass er nicht nur an diesem Tag, sondern auch bereits am 23. Dezember 2017 am Hause des V1 war. Dass sich der Zeuge, wenn er der Täter wäre, freiwillig so in Verdacht gebracht hätte, hält die Kammer für ausgeschlossen. Zudem spricht auch die Komplexität seiner Bekundungen sowie deren originelle Details, die sich zum Beispiel in der Beschreibung der von ihm mit dem Rad gefahrenen Runde vor dem Hintereingang des Hauses sowie seiner speziellen Beobachtungsposition von dessen Sattel aus manifestieren, für deren Richtigkeit. Darüber hinaus wird seine Aussage von der Zeugin V2 gestützt, die das Geschehen vom 24. Dezember 2017, soweit es ihrer Wahrnehmung unterlag, so wie der Zeuge H1 geschildert hat.
Es gibt auch keinen konkreten Hinweis darauf, dass ein etwaig vom Angeklagten personenverschiedener im Tatzeitraum unweit des Hauses des Getöteten aufhältiger Radfahrer etwas mit der Tat zu tun gehabt hat. Insoweit haben die Zeuginnen I6 und T8 zwar jeweils glaubhaft bekundet, sie hätten am Morgen des 23. Dezember 2017 gegen 10:00 Uhr beim zufälligen Vorbeikommen eine mittelalte männliche Person mit einem Fahrrad im Bereich einer in der Nähe des Hauses des Opfers befindlichen Bank stehen sehen; dieser Mann, den sie nicht sicher wiedererkennen könnten, sei ihnen "irgendwie merkwürdig" erschienen. Die Zeuginnen konnten jedoch die von ihnen bekundete Merkwürdigkeit nicht näher erläutern und haben insbesondere auch kein Verhalten der männlichen Person beschrieben, das ein Auskundschaften o.ä. nahe legen würde. Allein der bloße Aufenthalt der Person in der Nähe des späteren Tatorts vermag aber kein tragfähiges Verdachtsmoment zu begründen, zumal die Rast eines Radfahrers an einer Bank insbesondere in ländlicher Umgebung nicht unüblich ist, so dass es sich bei der von den Zeuginnen beobachteten Person um jedweden harmlosen Radfahrer an diesem Morgen gehandelt haben kann.
Soweit die Kammer weiter als wahr unterstellt hat, dass V1 diverse Feinde und mutmaßlich diverse Gläubiger hatte, die aus früheren Tagen Rechnungen mit dem Verstorbenen und mutmaßlich Geldforderungen an den Verstorbenen offen hatten, so schließt die Kammer auch diese als Täter aus. Zwar mögen die Vorgenannten Beweggründe für eine Tötung gehabt haben; das etwaig unkorrekte Verhalten des V1, das ein darauf gerichtetes Verlangen ausgelöst haben könnte, lag jedoch zum Tatzeitpunkt bereits viele Jahre zurück und es gibt keinen Hinweis darauf, dass etwaig entstandene Ressentiments einen aktuellen Bezug zum Leben des Opfers hatten. So ist gemäß der Aussage des Zeugen KHK Q3 auch der Vater eines Kindes mit Familiennamen B2, dessen Tod V1 in den 80iger Jahren durch schuldhaftes Verhalten im Straßenverkehr verursacht haben soll, bereits selbst verstorben. Zudem hätten etwaige Feinde und Gläubiger des V1, falls sie diesen tatsächlich auf lebensbedrohliche Weise hätten schädigen wollen, bereits seit längerer Zeit Gelegenheit dazu gehabt, da das Opfer schon seit mehreren Jahren aufgrund seiner halbseitigen Lähmung praktisch wehrlos war.
Gegen die Täterschaft eines Dritten spricht schließlich auch, dass am Tatort trotz intensiver Spurensuche und zahlreicher eingeholter Gutachten - bis auf die Spur des Angeklagten - keine sonstigen täterrelevanten Spuren aufgefunden wurden.
Die erfolgte Faserspurenuntersuchung hat keine Anhaltspunkte für die Täterschaft eines Dritten ergeben.
So konnten, wie aufgrund des in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachtens des T9 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 20. Juni 2018 feststeht, an Folienabklebungen, die an der Leiche und in tatrelevanten Bereichen der Wohnung vorgenommen wurden, bei einer auflichtmikroskopischen Durchmusterung keine Fremdfaserspuren festgestellt werden. Vielmehr habe - so der Sachverständige - der Abgleich der aufgefundenen Faserspuren mit den asservierten Kleidungsstücken ergeben, dass die textilen Spurenquellen sämtlich aus dem Haushalt des Opfers stammten.
Die durchgeführten daktyloskopischen Untersuchungen haben ebenfalls keine Spuren erbracht, die auf einen vom Angeklagten personenverschiedenen Täter hinweisen.
Wie aus dem in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachten des KHK H2 vom Landeskriminalamt Nordrheinwestfalen vom 16. Januar 2018 folgt, konnten insbesondere keine brauchbaren daktyloskopischen Spuren an den Teilen des Festnetztelefons des Opfers sichtbar gemacht werden. Dass es sich bei dem von KHK H2 untersuchten Asservat um das aus dem Haushalt des Opfers stammende mobile Festnetztelefon handelte, haben wiederum die Zeugen KHK X3 und EKHK X4 glaubhaft bekundet.
Soweit an einzelnen nach den Bekundungen der vorgenannten Zeugen aus dem Schlafzimmer des Opfers stammenden Schriftstücken neun daktyloskopische Spuren gesichert werden konnten, so waren diese durch im Anschluss erfolgte Recherchen im AFIS Bestand keinen Personen zuzuordnen. Dies folgt wiederum aus dem verlesenen Gutachten des KOK N4 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 9. Januar 2018 sowie seiner ergänzenden Erklärung vom 13. Juli 2018.
Auch aufgrund der durchgeführten DNA-Analysen haben sich keine Hinweise auf einen anderen Täter ergeben.
So ergibt sich aus dem verlesenen Gutachten der Sachverständigen L5 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 6. April 2018, dass diese Sachverständige - an im Haus M2-Straße ... polizeilich erstellten Abrieben sowie sichergestellten Asservaten - insgesamt 125 DNA-Untersuchungen durchgeführt hat. Hierbei wurde, wie die Sachverständige ausgeführt hat, neben zahlreichen dem Opfer zuzuordnenden Spuren eine Spur am Küchentisch festgestellt, die eine Beimengung enthielt, als deren Mitverursacher der Berechtigte S5 nicht auszuschließen war. Außerdem habe eine Spur an einem Lastenbescheid DNA einer unbekannten Person B aufgewiesen und an drei Spuren an einem handschriftlich in kyrillischer Schrift geschriebenen Schriftstück sowie einer Aufenthaltserlaubnis - welche nach Aussage der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 jeweils aus dem Schlafzimmer des Opfers stammten - habe sie DNA einer unbekannten Person A festgestellt.
Die Spur der Person B konnte, wie aufgrund des ebenfalls verlesenen Gutachtens der Sachverständigen L5 vom Landeskriminalamt Nordrhein Westfalen vom 12. Juni 2018 feststeht, sodann dem berechtigten Zeugen A1 zugeordnet werden. Die Sachverständige W1 hat weiter ausgeführt, soweit hinsichtlich der Spur am Lastenbescheid seitens des Landeskriminalamtes Nordrhein Westfalen außerdem ein Treffer bezogen auf das Profil einer anderen in der DAD gespeicherten Person mit Namen P2 mitgeteilt worden sei, sei davon auszugehen, dass es sich um einen Zufallstreffer handele. Denn das in der Datenbank gespeicherte Profil des P2 sei, wie sie - die Sachverständige - überprüft habe, lediglich mit fünf Merkmalsystemen dort hinterlegt gewesen. Von diesen seien zwar vier Merkmale auch in der Spur nachweisbar gewesen. Das fünfte Merkmal - welches das aussagekräftigste gewesen wäre - habe in der Spur jedoch gefehlt.
Nach dem in der Hauptverhandlung verlesenen Gutachten der Sachverständigen L5 vom 13. Juni 2018 konnte durch die Untersuchung weiterer Schriftstücke sowie insbesondere der bebluteten Jogginghose ebenfalls ausschließlich DNA des Opfers und kein Zellmaterial anderer Personen nachgewiesen werden, wobei auch die vorgenannten Gegenstände nach den Bekundungen der Zeugen KHK X3 und EKHK X4 aus dem Besitz des V1 stammten.
Die Kammer hat sich den überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen T9, H2, N4, L5 und W1 nach eigener Prüfung angeschlossen und ist hinsichtlich des unbekannt gebliebenen Spurenlegers A sowie der daktyloskopischen Spuren, die nicht zugeordnet werden konnten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Spuren jeweils an Schriftstücken aus dem Schlafzimmer des Opfers ohne erkennbaren Zusammenhang mit der Tat befinden, der Überzeugung, dass die vorgenannten Spuren keinen Hinweis auf eine mögliche Täterschaft des jeweiligen Spurenlegers darstellen.
Bei der Gesamtschau aller Indizien lässt sich daher der sichere Schluss ziehen, dass es der Angeklagte war, der die Tat begangen hat.
e.Als der Angeklagte mit dem Holzknüppel auf sein Opfer einwirkte, handelte er ebenso wie bei den nachfolgenden Messerstichen in Ausführung seiner von Anfang an bestehenden Tötungsabsicht und er erkannte den Tod des Opfers als sichere Folge seines Tuns.
Dass es dem Angeklagten bereits bei den von ihm vorgenommenen Schlägen gegen den Kopf des V1 nicht lediglich um eine bloße Verletzung des Opfers und auch nicht nur um die Preisgabe des Versteckes des Geldes bzw. die Herausgabe des Geldes ging, sondern dass der Angeklagte mit seiner Gewaltanwendung von vornherein den Tod des Opfers bezweckte, um sich um jeden Preis in den Besitz des erwarteten Geldes zu bringen und dessen Wegnahme in Ruhe vornehmen zu können, folgt zunächst schon aus der Massivität seiner Attacke. Diese manifestiert sich nämlich in der Gefährlichkeit des von ihm benutzten Tatwerkzeugs, der Wucht, mit welcher die Schläge teilweise ausgeführt wurden, sowie den Zielen seiner Angriffe, die hauptsächlich auf Schädel und Gesicht des Opfers gerichtet waren. Angesichts der teilweisen Schwere der Verletzungen und der eingesetzten Gewalt ist ein anderer Schluss als derjenige, dass der Angeklagte V1 durch die Schläge töten wollte und diesen Erfolg als sichere Folge seines Handelns erkannte, zur Überzeugung der Kammer nicht möglich, zumal bei wuchtigen Schlägen mit einem dicken Eichenholzknüppel auf den Kopf eines immobilen Opfers die Gefährlichkeit des Tuns anschaulich ist. Darüber hinaus schließt die Kammer auch aus dem Umstand, dass V1 den Angeklagten namentlich kannte und ihn - was der Angeklagte wusste - unschwer bei der Polizei als Täter hätte identifizieren können, auf einen von Beginn an bestehenden Tötungsvorsatz. Schließlich wird die Annahme anfänglichen Tötungsvorsatzes dadurch abgerundet, dass der Angeklagte auch tatsächlich "gezwungen" war, zur Auffindung des Geldes die Räumlichkeiten des Opfers zu durchsuchen. Dabei lässt das Gepräge der Tat bei lebensnaher Bewertung der Handlungsabläufe nach der Überzeugung der Kammer keinen anderen Schluss zu, als dass der Angeklagte die Tötung aus Habgier und zum Zwecke der Ermöglichung bzw. Erleichterung der Wegnahme des Geldes durchführte.
f.Die Feststellungen zur vorläufigen Festnahme des Angeklagten sowie zu den Umständen seiner Untersuchungshaft beruhen überwiegend auf der Einlassung des Angeklagten und im Übrigen auf der Verlesung des Vermerks des Richters am Amtsgericht U1 vom 25. Januar 2018, der sich über den von dem Angeklagten erlittenen Krampfanfall und dessen Abtransport in das Universitätsklinikum N3 so wie festgestellt verhält.
Die Feststellung, dass die Fähigkeit des Angeklagten, das Unrecht seines Tuns einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, zur Tatzeit weder aufgehoben noch erheblich vermindert war, beruht auf den Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen M4.
Da der Angeklagte einer Exploration durch den Sachverständigen nicht zugestimmt hat, konnte dieser seine Begutachtung allein auf Grundlage seiner Erkenntnisse in der Hauptverhandlung sowie des ihm vorliegenden Arztbriefes des Justizvollzugskrankenhauses G1 vom 08. Februar 2018 vornehmen.
M4 hat zunächst nachvollziehbar dargelegt, dass es keinerlei Hinweis darauf gebe, dass der Angeklagte im fraglichen Tatzeitraum unter einer psychiatrischen Erkrankung im engeren Sinne, also unter einer schizophrenen oder manischdepressiven Psychose gelitten habe. Das in der Uniklinik durchgeführte CT habe keine Auffälligkeiten ergeben, sodass es bei dem Angeklagten auch keinen Verdacht auf eine organische Schädigung des Gehirns gebe, wie sie im Verlaufe eines langjährigen Alkoholmissbrauchs durchaus auftreten könne. Auch sonst gebe es keinen Hinweis auf eine hirnorganische Beeinträchtigung. Insoweit spreche nichts für das Vorliegen einer krankhaften seelischen Störung.
Hinsichtlich der Beurteilung der Frage, ob die Tat im Rahmen einer erheblichen Alkoholintoxikation begangen worden sei, die das Steuerungsvermögen des Angeklagten in einem erheblichen Maße beeinträchtigt oder dieses sogar aufgehoben hat, sei Folgendes festzuhalten: Da über die Höhe eines der Tat vorhergehenden Alkoholkonsums nichts bekannt sei, spreche für eine Alkoholisierung bei der Tat allein die Annahme, dass der Angeklagte als Alkoholiker regelmäßig Alkohol konsumiert habe. Diagnostisch sei nämlich bei dem Angeklagten vor dem Hintergrund der bei ihm nach der Festnahme festgestellten erhöhten Leberwerte sowie der festgestellten Thrombozytopenie und des recht schweren Alkoholentzugssyndroms von einer Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.2) auszugehen. Aus demselben Grunde bestehe bei dem Angeklagten aber auch eine ausgesprochene Alkoholgewöhnung, so dass bei diesem auch höhere Blutalkoholkonzentrationen zu keinen stärkeren Ausfallserscheinungen führten. Gegen einen erheblichen Rauschzustand bei der Tat spreche jedenfalls, dass der Angeklagte am Morgen des 23. Dezember 2017 den circa 5 km weiten Weg von seiner Wohnung zum Haus des Opfers sowie auch im Folgenden die Strecken zwischen V1s Haus und dem 10 km von diesem entfernt liegenden Marktkauf in P1 sowie seiner eigenen Wohnung mit dem Fahrrad zurückgelegt habe. Das setze eine motorische Leistungsfähigkeit voraus, die mit einem erheblichen Intoxikationszustand nicht in Übereinstimmung zu bringen sei. Zudem weise der Umstand, dass der Angeklagte bei der Tatbegehung lediglich die beiden festgestellten DNA - Spuren hinterlassen habe, auf ein recht reflektiertes Vorgehen des Täters hin, das ebenfalls mit einer erheblichen Alkoholisierung nicht in Einklang zu bringen sei. Insofern sei ein schwerwiegender Intoxikationszustand im Sinne einer passageren krankhaften seelischen Störung aus psychiatrischer Sicht ebenfalls nicht anzunehmen.
Weiter spreche auch nichts für die Annahme, dass die Tat im Rahmen eines hochgradigen affektiv erregten Ausnahmezustandes begangen worden wäre. Vielmehr sei eine Tötung aus Gründen der finanziellen Bereicherung nicht mit einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung bei der Tat in Einklang zu bringen, sodass von einer solchen vorliegend nicht auszugehen sei.
Darüber hinaus liege ein forensisch relevanter Schwachsinn bei dem Angeklagten sicherlich ebenfalls nicht vor. Zwar lasse sich die intellektuelle Leistungsfähigkeit des Angeklagten ohne eigene Exploration und Untersuchung nicht genauer einschätzen. Das Vorliegen einer intellektuellen Behinderung im Sinne eines forensisch relevanten Schwachsinns könne er jedoch bereits angesichts des schulischen und beruflichen Werdeganges des Angeklagten ausschließen.
Schließlich spräche beim Angeklagten auch nichts für das Vorliegen einer Störung, die man dem Rechtsbegriff der schweren anderen seelischen Abartigkeit zuordnen könne. Zwar sei über die Persönlichkeit des Angeklagten nicht sehr viel bekannt. Hinweise auf ein in der Vergangenheit erheblich abnormes Verhalten oder frühere Persönlichkeitsauffälligkeiten gebe es in der eingeführten Biografie des Angeklagten jedenfalls aber nicht. Insbesondere lägen keine Hinweise auf impulsive, gewalttätige oder dissoziale Persönlichkeitsakzentuierungen vor. Auch habe die Alkoholabhängigkeit des Angeklagten bislang zu keinem schwerwiegenden Abbau in seiner Persönlichkeit im Sinne einer sogenannten Persönlichkeitsdepravation geführt.
Diesen überzeugenden Ausführungen des erfahrenen Sachverständigen M4 hat sich die Kammer nach eigener kritischer Prüfung angeschlossen und deshalb eine Aufhebung oder erhebliche Einschränkung der Schuldfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit ausgeschlossen.
Nach den getroffenen Feststellungen hat sich der Angeklagte vor dem Hintergrund des anschließend eingetretenen Todes des Opfers durch die Schläge mit dem Holzknüppel zunächst des vollendeten Mordes gemäß § 211 Abs.1 und 2 StGB schuldig gemacht.
Auch wenn die jedenfalls teilweise tödlichen Schläge gegen den Kopf des V1 nicht ursächlich für den konkreten Todeseintritt waren sondern dieser erst durch die späteren Stiche in seinen Rücken herbeigeführt wurde, so liegt dennoch - und zwar selbst dann, wenn es eine nennenswerte zeitliche Zäsur durch ein seitens des Angeklagten vorgenommenes zwischenzeitliches Suchen nach Bargeld in der Wohnung des Getöteten gegeben haben sollte - eine vollendete Tötung durch die vorgenannte Tathandlung vor. Denn bereits mit den wuchtigen Schlägen mit dem Holzknüppel hat der Angeklagte eine (Mit-) Ursache für den später durch die Messerstiche verursachten Tod des Opfers gesetzt, wobei dieser Ursachenzusammenhang von seinem ursprünglichen Vorsatz umfasst war. Namentlich schließt es die Ursächlichkeit des Täterhandelns in objektiver Hinsicht nicht aus, dass ein weiteres Verhalten an der Herbeiführung des Erfolgs mitgewirkt hat. Somit waren die mit Tötungsabsicht geführten wuchtigen Schläge mit dem Holzknüppel unbeschadet des Umstandes, dass das Tatopfer letztlich vorzeitig unmittelbar an den Folgen der späteren Messerstiche gestorben ist, für den Tod des Opfers ursächlich. Denn der auf den endgültigen Tod gerichtete Einsatz des Messers gegen das jedenfalls durch die Schläge benommene und bereits durch den das Nasenbein betreffenden Angriff tödlich verletzte Opfer knüpfte an das vorausgegangene Geschehen an und wäre in seiner konkreten Ausprägung ohne die durch die Schläge mit dem Holzknüppel geschaffene Lage nicht möglich gewesen.
Der Tod des V1 als Folge der mit dem Holzknüppel geführten Schläge ist dem Angeklagten auch subjektiv als von dem die Ausführung der Schläge tragenden Vorsatz mitumfasst zuzurechnen. Der Vorsatz des Täters muss sich auf den Eintritt des tatbestandlichen Erfolgs führenden Kausalverlauf richten, wobei er nicht durch unwesentliche Abweichungen des vorgestellten vom tatsächlichen Geschehensablaufs in Frage gestellt wird, zumal wenn sich Letzterer innerhalb der Grenzen des nach allgemeiner Lebenserfahrung Vorhersehbaren hält und keine andere Beurteilung der Tat rechtfertigt. Vorliegend ist - eben auch im Falle einer Zäsur - nach den festgestellten Umständen eine lediglich unwesentliche Abweichung des tatsächlichen vom vorgestellten Kausalverlauf gegeben. Der Umstand, dass der Tod des durch die Schläge mit dem Holzknüppel bereits tödlich verletzten und alsbald versterbenden Opfers unmittelbar durch die mit derselben Angriffsrichtung gegen das wider Erwarten noch nicht verstorbene Opfer geführten Messerstiche bewirkt wurde, bewegt sich nicht außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit und rechtfertigt keine andere Bewertung der Tat.
Die Tötung des V1 ist als Mord i.S.d. § 211 StGB zu qualifizieren.
Der Angeklagte hat - im Zeitpunkt der Schläge mit dem Holzknüppel - sein Opfer aus Habgier gemäß § 211 Abs. 2 StGB getötet. Er handelte tatbeherrschend und bewusstseinsdominant aus einem noch über die Gewinnsucht hinaus gesteigerten abstoßenden Gewinnstreben um jeden Preis. Er strebte den Tod des V1 an, um sich ohne jede Rücksichtnahme auf das Opfer in den Besitz des in seinem Hause erwarteten Bargeldes zu bringen.
Zum anderen erfüllt die Tat das - im Übrigen regelmäßig gleichzeitig mit der Habgier verwirklichte - Mordmerkmal der "Ermöglichungsabsicht", die schon vorliegt, wenn sich der Täter deshalb für die zum Tod führende Handlung entscheidet, weil er glaubt, auf diese Weise die andere Straftat schneller oder leichter begehen zu können. Dem Angeklagten kam es bei der Tötung seines Opfers darauf an, anschließend ungestört - nämlich ohne durch den etwaig selbst einschreitenden, jedenfalls aber Hilfe herbeirufenden V1 gestört zu werden - in der Wohnung verwahrtes Bargeld entwenden, also einen Raub begehen zu können. Die "andere" Tat, mithin der hier gegenständliche Raub, muss dabei nicht prozessual selbstständig sein, sondern kann auch in Tateinheit mit der Tötung stehen.
Für eine heimtückische Begehungsweise bestehen indes keine hinreichenden Anhaltspunkte. Heimtückisch handelt, wer in feindseliger Willensrichtung eine zum Zeitpunkt des Angriffs bestehende Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst zur Tat ausnutzt. Das Opfer muss gerade aufgrund der Arglosigkeit wehrlos sein. Entscheidender Dreh- und Angelpunkt in zeitlicher Hinsicht ist hierbei der Beginn des mit Tötungsvorsatz geführten Angriffs, der Eintritt ins Versuchsstadium, vorliegend mithin der Moment des Einsatzes des Holzknüppels durch den Angeklagten. Für die Feststellung der Arglosigkeit zu gerade diesem Zeitpunkt ist eine den Sachverhalt in seinen Nuancen vollständig ausleuchtende Feinanalyse erforderlich. Vorliegend aber fehlt es an einer sicher feststellbaren Tatsachenbasis bezüglich der konkreten Vorgehensweise bis zu dem ersten mit Tötungsvorsatz geführten Schlag des Angeklagten. Insbesondere erscheint es insoweit möglich, dass das Opfer in der konkreten Angriffssituation - nachdem der Angeklagte das Haus durch die Hintertür betreten hatte - nicht etwa aufgrund von Arglosigkeit, sondern aufgrund seiner körperlichen Unterlegenheit zur Leistung einer effektiven Gegenwehr nicht mehr in der Lage war. Im Übrigen sah sich V1 gar noch imstande,- wie sich an den festgestellten Abwehrverletzungen zeigt - jedenfalls noch im Ansatz Gegenwehr zu leisten und womöglich ferner das auf der Arbeitsplatte befindliche Festnetztelefon zu ergreifen.
Auch sonst drängt sich vorliegend eine bestimmte, die Arglosigkeit und eine darauf beruhende Wehrlosigkeit des V1 nahelegende Sachverhaltsvariante nicht auf. Namentlich ist ein Rückschluss von der Vorbereitung der Tat durch den Angeklagten auf die Arglosigkeit des Opfers verstellt, lässt sich doch daraus eine Folgerung auf das unmittelbare Tatvorgeschehen erkennbar nicht herleiten. So mag die Planung - was nicht bekannt ist - gleichermaßen von Beginn an darauf abgezielt haben, dem Opfer offen vor den Schlägen feindselig gegenüber zu treten; insoweit mag es auch ein vorgelagertes Gespräch oder gar einen Disput gegeben haben. Ob das Opfer aber in einer solchen Situation zu wirkungsvollen Gegenmaßnahmen nicht mehr in der Lage gewesen wäre, wäre auch unter Berücksichtigung seiner Behinderung bloße Spekulation.
Wären die Schläge feststellbar von hinten verabreicht worden, wäre dies in die gebotene Gesamtschau einzubeziehen gewesen; denn ein solcher Geschehensablauf spräche dafür, dass schon der erste Angriff von hinten geführt worden und damit möglicherweise heimtückisch wäre. Dies ist aber nach den Ausführungen des Sachverständigen L4 gerade nicht der Fall. Vielmehr ist danach - wie bereits dargestellt - in hohem Maße wahrscheinlich, dass die auf den Schlägen beruhenden Verletzungen von vorne beigebracht wurden.
Soweit man keine bedeutsame Zäsur zwischen den Schlägen mit dem Holzknüppel und den Messerstichen annähme, würde sich die Frage eines weiteren Totschlags oder Mordes ob der lediglich iterativen Tatbestandsverwirklichung nicht stellen, zumal eben "nur" das Tatmittel gewechselt worden wäre und es weder eine räumliche Veränderung noch eine zeitliche Unterbrechung gegeben hätte.
Doch selbst wenn man eine hinreichende Zäsur infolge eines zwischenzeitlichen Durchsuchens der Räumlichkeiten des V1 nach Geld durch den Angeklagten unterstellen würde, würde ein etwaig durch die Messerstiche weiter verwirklichtes Tötungsdelikt konkurrenzrechtlich hinter dem Mord zurücktreten, da die Herbeiführung des Todeserfolgs dem Angeklagten strafrechtlich nur einmal angelastet werden kann.
Eine insoweit naheliegende Annahme des - im Falle einer Zäsur möglicherweise ebenfalls verwirklichten - Mordmerkmals der "Verdeckungsabsicht" verbietet sich im Übrigen auch deshalb schon im Ansatz, weil dem Angeklagten insoweit nach dem Zweifelssatz zugute zu halten wäre, dass es eben eine solche - nicht sicher feststellbare - Zäsur zwischen den Schlägen und den Messerstichen einschließlich des Fassens eines neuen Tatentschlusses nicht gegeben hat, es mithin ein erneutes Ansetzen zur Tötung mit Verdeckungsabsicht nicht gab.
Neben dem Mord hat der Angeklagte einen Raub mit Todesfolge gemäß §§ 249, 251 StGB begangen. Er ging V1 mit körperlicher Gewalt auch in der Absicht an, erwarteten Widerstand gegen die Wegnahme zu verhindern. Dabei genügt, dass die Gewaltanwendung die erst nachfolgende Wegnahme des im Schlafzimmer aufgefundenen und in Besitz genommenen Bargeldes, welches der Angeklagte im Bewusstsein, keinen Anspruch darauf zu haben, für sich behalten wollte, ermöglichen sollte. Da der Angeklagte den Tod des V1 vorsätzlich herbeigeführt hat, hat er diesen auch "wenigstens leichtfertig" verursacht.
Die Tatbestände des § 211 StGB und des § 251 StGB stehen im Verhältnis der Tateinheit (§ 52 StGB). § 251 StGB enthält ein spezifisches Unrecht, das bei der Annahme von Gesetzeseinheit und der sich daraus ergebenden Verurteilung nur wegen Mordes in Tateinheit mit Raub oder schwerem Raub nicht erfasst würde, so dass im Schuldspruch eine Klarstellung geboten ist.
Gegen den Angeklagten war für seine Tat gemäß §§ 211 Abs. 1, 251, 52 StGB eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen.
Eine besondere Schwere der Schuld gemäß § 57a Abs. 1 Nr. 2 StGB hat die Kammer bei dem Angeklagten nicht festgestellt. Bei der hierfür vorzunehmenden zusammenfassenden Gesamtwürdigung von Tat und Täterpersönlichkeit ist das Gericht zu der Einschätzung gelangt, dass keine erdrückende Vielzahl erschwerender schuldrelevanter Umstände - die sich insbesondere aus der Tatausführung, der Motivation, der Anzahl der Opfer oder der Anzahl und Art weiterer schwerer Straftaten herleiten- von solch erheblichem Gewicht vorliegen, dass die Feststellung der besonderen Schuldschwere geboten erscheint.
Abgesehen davon, dass das hier gegebene Zusammentreffen zweier Mordmerkmale ohnehin nicht schematisch zur Bejahung der besonderen Schwere der Schuld führt, kommt bei einem Raubmord der regelmäßig gleichzeitigen Verwirklichung der Mordmerkmale der Habgier und des Ermöglichens der Tat per se nicht ohne weiteres besonderes schulderhöhendes Gewicht zu. Zudem war insoweit zugunsten des Angeklagten in Betracht zu ziehen, dass der zur Tatzeit immerhin 49 Jahre alte Angeklagte strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten ist.
Die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt gemäß § 64 StGB kam nicht in Betracht.
Insoweit hat der Sachverständige M4 ausgeführt, dass bei dem Angeklagten zwar ein Hang vorliege, alkoholische Getränke im Übermaß zu sich zu nehmen. Es bestehe aber kein symptomatischer Zusammenhang zwischen Hang und Tat.
So gebe es keinen Hinweis darauf, dass der vom Angeklagten begangene Raubmord aufgrund seines Hanges erfolgt sein könnte. Es spreche nichts dafür, dass der Angeklagte die Tat auf Grund einer alkoholbedingten Enthemmung begangen habe, zumal weder vom Zeugen A1 noch von den beiden Mitbewohnerinnen, den Zeuginnen Q2 und L2, bei dem Angeklagten eine besondere Impulsivität oder Aggressivität im Zusammenhang mit einer Alkoholisierung beschrieben worden sei. Im Übrigen gebe es auch keine entsprechenden strafrechtlichen Vorbelastungen.
Für einen anderweitigen Zusammenhang zwischen Abhängigkeit und Tat gebe es ebenfalls keinen Hinweis. Insbesondere habe es sich nicht um ein Beschaffungsdelikt gehandelt. Derartige Delikte seien durchweg direkter Natur und erfolgten bei Alkoholikern zumeist als Ladendiebstahl, weil es eben darum gehe, möglichst schnell wieder an Alkohol zu kommen. Ein derart komplexes Geschehen wie die hiesige Tat komme dafür nicht in Betracht. Und schließlich habe der Angeklagte vor dem Hintergrund des erbeuteten Geldes auch nicht etwa nur Alkoholika gekauft, um damit erst einmal seine Entzugserscheinungen zu bekämpfen, sondern im Marktkauf einen größeren Einkauf getätigt, der neben alkoholischen Getränken noch Lebensmittel, Kleidung und eine Tasche umfasst habe. Zudem habe sich der Angeklagte im direkten Anschluss noch ein neues Smartphone gekauft. Ein gezieltes Alkoholbeschaffungsdelikt sei hier somit nicht anzunehmen.
Auch diesen überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen M4 hat sich die Kammer nach eigener Sachprüfung angeschlossen.
Dabei hat das Gericht berücksichtigt, dass es zur Annahme eines symptomatischen Zusammenhanges bereits ausreichend ist, wenn eine Tat unter anderem auch der Finanzierung des Alkoholkonsums dient. Da dem Angeklagten aber der Erwerb von Alkoholika, wie er sie beiläufig des Einkaufs vom 23. Dezember 2017 erworben hat, grundsätzlich auch ohne den unmittelbar zuvor eingetretenen "Geldsegen" möglich gewesen wäre, - insoweit wusste der Angeklagte nämlich in der Vergangenheit eingetretene finanzielle Engpässe zu überbrücken, wie sich an seinem mehr oder minder durchgängigen Alkoholkonsum in jener Zeit zeigt - diente der vorliegende Raubmord nach Überzeugung des Gerichts ausschließlich der Beschaffung von Geldmitteln zur längerfristigen Deckung des allgemeinen Lebensbedarfs des Angeklagten sowie zur Ermöglichung von "Luxusanschaffungen".
Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 465, 472 StPO.
Die Einziehungsentscheidung beruht auf § 73 StGB.
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