Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/landwirtschaftssachen-und-die-beteiligung-der-ehrenamtlichen-richter-371503
Timestamp: 2019-10-21 17:55:25
Document Index: 309028972

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 48', '§ 2', '§ 48', '§ 193', '§ 194', '§ 283', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 194', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Land­wirt­schafts­sa­chen – und die Betei­li­gung der ehren­amt­li­chen Rich­ter | Rechtslupe
Landwirtschaftssachen - und die Beteiligung der ehrenamtlichen Richter
Land­wirt­schafts­sa­chen – und die Betei­li­gung der ehren­amt­li­chen Rich­ter
Bei einer Land­pacht­sa­che im Sinn von § 1 Nr. 1a LwVG han­delt es sich nach § 48 Abs. 1 Satz 1 LwVG um eine strei­ti­ge Land­wirt­schafts­sa­che, in der das Gesetz die Betei­li­gung von zwei ehren­amt­li­chen Rich­tern in allen Instan­zen vor­sieht (§ 2 Abs. 2 LwVG).
Ledig­lich bei einer im Umlauf­ver­fah­ren getrof­fe­nen Ent­schei­dung muss aus den Akten erkenn­bar sein, dass die ehren­amt­li­chen Rich­ter den Urteils­ent­wurf gebil­ligt haben. Die Bil­li­gung bedeu­tet zum einen das Ein­ver­ständ­nis, dass die Ent­schei­dung so, wie ent­wor­fen, ver­kün­det wer­den kann. Zum ande­ren ist sie die Bestä­ti­gung dafür, dass die ehren­amt­li­chen Rich­ter bei der Bera­tung und Beschluss­fas­sung über die Ent­schei­dung mit­ge­wirkt haben. Die­se Mit­wir­kung kann, weil die ehren­amt­li­chen Rich­ter das Urteil nicht unter­schrei­ben (§ 48 Abs. 1 Satz 2 LwVG), nur durch das Fest­hal­ten der Bil­li­gung in einer für die Par­tei­en und das Rechts­mit­tel­ge­richt nach­prüf­ba­ren Wei­se nach­ge­wie­sen wer­den 1.
Erfolgt die Bera­tung jedoch wie in der Regel münd­lich im Bei­sein sämt­li­cher betei­lig­ten Rich­ter nach Maß­ga­be von § 193 Abs. 1, § 194 GVG 2, ist eine sol­che Doku­men­ta­ti­on nicht not­wen­dig. Sie wird auch bei einer im Anschluss an die münd­li­che Ver­hand­lung durch­ge­führ­ten Bera­tung nicht im Pro­to­koll oder an ande­rer Stel­le in den Akten ver­merkt.
Bei die­ser Sach­la­ge ist davon aus­zu­ge­hen, dass die ehren­amt­li­chen Rich­ter an der abschlie­ßen­den Urteils­be­ra­tung, die erst nach dem Ablauf der ein­ge­räum­ten und aus­ge­nutz­ten Schrift­satz­frist statt­fin­den durf­te 3, weil das Beru­fungs­ge­richt den Inhalt nach­ge­las­se­ner Schrift­sät­ze nach § 283 Satz 2 ZPO berück­sich­ti­gen muss 4, teil­ge­nom­men und im Hin­blick auf den nach­ge­reich­ten Schrift­satz auch an der Ent­schei­dung über eine mög­li­cher­wei­se not­wen­di­ge Wie­der­eröff­nung der münd­li­chen Ver­hand­lung wie gebo­ten 5 mit­ge­wirkt haben.
BGH, Urteil vom 20.04.2012 LwZR 5/​11, NJW-RR 2012, 879, 880 Rn. 12[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2009 LwZR 3/​08, inso­weit nicht abge­druckt in GuT 2010, 110; BGH, Urteil vom 28.11.2008 LwZR 4/​08, NJW-RR 2009, 286 f. Rn. 8; Zöller/​Lückemann, ZPO, 29. Aufl., § 194 GVG Rn. 1[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 28.11.2008 LwZR 4/​08, NJW-RR 2009, 286, 287 Rn. 10[↩]
BGH, Urteil vom 25.04.2008 LwZR 6/​07, NLB­zAR 2008, 301, 302 Rn. 9[↩]
BGH, Urteil vom 15.04.2011 LwZR 7/​10, NLB­zAR 2011, 270, 271 Rn. 12; Urteil vom 23.11.2007 LwZR 5/​07, NJW 2008, 580, 581 Rn. 8[↩]
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