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Timestamp: 2018-06-18 23:18:50
Document Index: 102081636

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 637', 'BGH', '§ 249', '§ 637', 'BGH']

BGH: Berechnung des Schadensersatzes bei Baumangel | dieWohnungseigentümer.de
D er BGH hat neue Grundsätze aufgestellt, nach denen ein Schadensersatzanspruch wegen eines Baumangels zu berechnen ist.
Der Beklagte errichtete im Auftrag der Kläger ein Einfamilienhaus. Es waren Mängel vorhanden, die der Beklagte trotz Aufforderung mit Fristsetzung nicht beseitigte. Für die Beseitigung der Mängel sind Aufwendungen in Höhe von 9.405,- € netto erforderlich. Die Parteien haben darüber gestritten, ob der Kläger als Schadensersatz, über den er frei verfügen kann und den er nicht zur Mängelbeseitigung verwenden muss, auch die Umsatzsteuer auf diesen Betrag verlangen kann, wenn er die Mängel noch nicht beseitigt hat. Das Berufungsgericht hat dies bejaht.
Der Bundesgerichtshof hat in Abkehr von seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, dass die Umsatzsteuer auf voraussichtliche Mängelbeseitigungsaufwendungen als Schadensersatz nicht verlangt werden kann, solange der Mangel nicht tatsächlich beseitigt worden ist. Diese Entscheidung ist im Lichte der gesetzlichen Regelung des § 249 Abs. 2 Satz 2 BGB * ergangen, die zwar auf Schadensersatzansprüche im Werkvertragsrecht nicht anwendbar ist, jedoch eine gesetzliche Wertung für vergleichbare Fälle enthält.
Bild: © Thorben Wengert/pixelio
Will der Auftraggeber den Bruttobetrag vor einer Mängelbeseitigung, so ist er im Werkvertragsrecht ausreichend dadurch geschützt, dass er einen auch die Umsatzsteuer umfassenden Vorschussanspruch gemäß § 637 Abs. 3 BGB ** geltend machen kann, den er allerdings zur Mängelbeseitigung verwenden muss.
BGH – Urteil vom 22. Juli 2010 – VII ZR 176/09
* § 249 BGB: Art und Umfang des Schadensersatzes
** § 637 BGB: Selbstvornahme
(Quelle: Pressemitteilung des BGH vom 22.07.2010 Nr. 154/2010)
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Schlagwörter: Baumangel, Mangelbeseitigung, Schadensersatz, Umsatzsteuer, Vorschussanspruch im Werkvertragsrecht
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