Source: http://www.captain-huk.de/urteile/ag-cuxhaven-verurteilt-mit-lesenswertem-urteil-vom-4-11-2015-5-c-46315-die-huk-24-ag-zur-zahlung-der-vorgerichtlich-gekuerzten-sachverstaendigenkosten/
Timestamp: 2017-12-17 15:45:19
Document Index: 326270224

Matched Legal Cases: ['§ 495', '§ 7', '§ 115', '§ 1', '§ 249', 'BGH', '§ 254', '§ 291', '§ 187']

AG Cuxhaven verurteilt mit lesenswertem Urteil vom 4.11.2015 – 5 C 463/15 – die HUK 24 AG zur Zahlung der vorgerichtlich gekürzten Sachverständigenkosten. | Captain HUK
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Dienstag, 05.01.2016 um 12:21 von Willi Wacker | · Gelesen: 13001 · heute: 8 | Noch kein Kommentar
die Redaktion und der Autor hoffen, dass Ihr gut und gesund ins neue Jahr gekommen seid. Wir wollen nun unsere Beiträge über restliche Sachverständigenkosten fortsetzen und stellen Euch gleich zu Beginn des neuen Jahres ein Sachverständigenkosten-Urteil aus Cuxhaven gegen die HUK 24 AG vor. Mit dieser Entscheidug des AG Cuxhaven zu den von der HUK 24 AG gekürzten Sachvrständigenkosten beginnt das Jahr 2016, wie wir meinen, erfreulich. Lest aber selbst die Entscheidung aus Cuxhaven zu den Sachverständigenkosten gegen die HUK 24 AG und gebt dann bitte Eure Kommentare ab.
5 C 463/15
HUK 24 AG, vertr. d. d. Vorstand dieser vertr. d. D. Frank u. D. Thomas, Willi-Hussong-Str. 2, 96442 Coburg
hat das Amtsgericht Cuxhaven im Verfahren gemäß § 495 a ZPO mit einer Erklärungsfrist bis zum 30.10.2015 am 04.11.2015 durch den Richter F. für Recht erkannt:
1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 107,65 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 13.09.2015 zu zahlen.
Der Kläger hat gegen die Beklagte einen Anspruch aus § 7 StVG i.V.m. § 115 Abs. 1 Nr. 1 VVG i.V.m. § 1 PflVG auf Zahlung von 107,65 EUR.
Zudem ist auch bezüglich der geltend gemachten Nebenkosten die Höhe nicht zu beanstanden. Es ist nicht ersichtlich, dass der Kläger von vornherein hätte erkennen können, dass die Sachverständigen überhöhte Nebenkosten ansetzen würden. Zwar ist der Geschädigte nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot gehalten, im Rahmen des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu wählen. Der Geschädigte ist dabei aber nicht zu einer Erforschung des ihm zugänglichen Markts verpflichtet, um einen für den Schädiger und dessen Haftpflichtversicherer möglichst preisgünstigen Sachverständigen ausfindig zu machen, sondern darf sich damit begnügen, ein für ihn in seiner Lage erreichbares Sachverständigenbüro zu beauftragen. Auch das Ergebnis der Umfrage bei den Mitgliedern des Sachverständigenverbandes über die Höhe der üblichen Honorare muss dem Geschädigten nicht bekannt sein. Somit fallen die Kosten nicht von vornherein aus dem Rahmen der für die Behebung des Schadens erforderlichen Geldbeträge nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB (BGH, Urt. v. 11.02.2014 – VI ZR 225/13, NJW 2014, 1947).
Dass der Kläger gemäß § 254 Abs. 2 Satz 1 Fall 2 BGB gegen seine Pflicht zur Schadensminderung verstoßen hat, indem er bei der Regulierung Maßnahmen unterlassen hat, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Schadensminderung ergriffen hätte, ist nicht vorgetragen oder ersichtlich. Insbesondere kann dem nicht aus Cuxhaven stammenden Kläger nicht vorgeworfen werden, ein Sachverständigenbüro in Hemmoor beauftragt zu haben. Da diese Gemeinde sich wie der Unfallort im Landkreis Cuxhaven befindet, hat der Kläger ein ortsnahes Sachverständigenbüro ausgewählt. Schließlich ist auch gegen die Abrechnung einer Fahrtkostenpauschale von 42,00 EUR nichts einzuwenden. Die Beklagte hat nicht vorgetragen, warum die Pauschale aus Sicht des Klägers überhöht gewesen sein sollte. Die Fahrtstrecke vom Büro des Sachverständigen in Hemmoor bis zum Autohaus, wo das Fahrzeug untersucht wurde, beträgt 41,2 km, für die Hin- und Rückfahrt also 82,4 km. Aus Sicht des Geschädigten ist es nicht überhöht, für jeden gefahrenen Kilometer einen Preis von etwas mehr als 0,50 EUR anzusetzen.
Der Zinsanspruch beruht auf §§ 291, 288 BGB i.V.m. § 187 Abs. 1 BGB analog.
Der Streitwert wird auf 107,65 EUR festgesetzt.
Das AG Cuxhaven verurteilt HUK-Coburg zur Zahlung der restlichen Sachverständigenkosten (5 C 528/09 vom 10.11.2009)