Source: https://www.bussgeldkatalog.de/verjaehrung-schmerzensgeld/
Timestamp: 2020-04-01 04:52:16
Document Index: 2445628

Matched Legal Cases: ['§ 195', '§ 197', '§ 253', '§ 195', '§ 199', '§ 197', '§ 199']

Verjährung beim Schmerzensgeld: Welche Fristen gelten?
Kurz & knapp: Verjährung von Schmerzensgeld
Wann verjährt ein Schmerzensgeldanspruch?
Bei der Geltendmachung von Schmerzensgeld kommt die regelmäßige Verjährungsfrist zur Anwendung (vgl. § 195 BGB). Hiernach verjährt der Anspruch nach drei Jahren. Der Fristbeginn fällt auf das Ende des Jahres, in dem der Schmerzensgeldanspruch angefallen ist. Geschädigte haben damit nicht ewig Zeit, um Schmerzensgeld zu beantragen oder einzuklagen.
Gibt es Ausnahmen bei der Verjährung von Schmerzensgeld?
Ja. Eine Verjährungsfrist von 30 Jahren gilt etwa für Ansprüche, die bereits tituliert sind (z. B. durch rechtskräftiges Urteil) oder sich aus einer vorsätzlichen Tat ergaben (vgl. § 197 BGB).
Was geschieht, wenn Sie das Schmerzensgeld nicht rechtzeitig beantragen?
Versäumen Sie, den Antrag auf Schmerzensgeld oder eine Schmerzensgeldklage einzureichen, verfallen mögliche Ansprüche Ihrerseits.
Wann steht Ihnen Schmerzensgeld zu?
Wann tritt beim Schmerzensgeld die Verjährung ein?
Die Verjährungsfrist beim Schmerzensgeld läuft? Ein Anwalt hilft
Wann verjährt der Anspruch auf Schmerzensgeld? Die Frist der Verjährung legt das BGB fest.
Grundlage für einen Schmerzensgeldanspruch ist z. B. eine Verletzung des Körpers. Dies legt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in § 253 fest. Diese Entschädigung in Geld, wie es dort heißt, bemisst sich immer am Einzelfall.
Sogenannte Schmerzensgeldtabellen geben allerdings einen Anhaltspunkt dafür, wie viel Schmerzensgeld andere Gerichte in ähnlich gelagerten Fällen zugesprochen haben.
Nicht immer ist es aber möglich, den Anspruch zeitnah durchzusetzen, etwa weil Krankenhausaufenthalte notwendig sind. Dann stellt sich die Frage, ob und wann die Verjährung von einem Schmerzensgeldanspruch eintritt.
Die Verjährung beim Schmerzensgeld regelt das BGB. Hier heißt es in § 195 BGB, dass die Verjährungsfrist drei Jahre beträgt. Nach § 199 Abs. 1 BGB gilt zum Beginn der Frist folgendes:
Hierzu ein Beispiel: Ulli gerät Anfang Dezember 2015 in einen schweren Unfall. Er liegt bis Februar 2016 im Koma. Nachdem er aufgewacht ist, wurde er in Kenntnis gesetzt. Damit beginnt die Frist der Verjährung der Schmerzensgeldansprüche Ende 2016. Nun hat Ulli drei Jahre Zeit, seine Ansprüche geltend zu machen.
Nach § 197 BGB tritt die Verjährung beim Schmerzensgeld bei rechtskräftigen Urteilen, Vergleichen und notariellen Verträgen erst nach 30 Jahren ein. Kann der Schädiger nicht gefunden werden oder sind die anspruchsbegründeten Umstände unbekannt, kann die Verjährung beim Schmerzensgeld ebenfalls 30 Jahre betragen (§ 199 Abs. 2 BGB).
Ist davon auszugehen, dass die Verletzung zu Zukunftsschäden führt, die aber bei Entstehung des Anspruchs nicht absehbar sind, kann ein Feststellungsantrag bei Gericht gestellt werden. So kann die Verjährung von Schmerzensgeldansprüchen ausgeschaltet werden. Spätfolgen, die bereits absehbar waren, sind hingegen mit der gezahlten Entschädigung abgegolten und können nicht erneut angeführt werden.
Verpassen Sie die Frist, kann das Schmerzensgeld nicht mehr beantragt werden.
Haben Sie nach einem Unfall einen Schmerzensgeldanspruch, ist die Verjährung unbedingt zu beachten. Wenden Sie sich deshalb zeitnah an einen Rechtsanwalt. Dieser kann Sie hinsichtlich der Höhe möglicher Entschädigungen sowie zu den einzuhaltenden Fristen beraten.
Am besten nehmen Sie selbst mit der gegnerischen Versicherung keinen Kontakt auf und versuchen Ihren Anspruch nicht auf eigene Faust durchsetzen zu wollen. Versicherer versuchen nicht selten, Unfallopfer einzuschüchtern und die Ansprüche abzuschmettern. Häufig bieten sie zu wenig Schmerzensgeld.
Ein Anwalt kann Sie hinsichtlich der Verjährung beim Schmerzensgeld beraten, mit der Versicherung sprechen und dieser für die Zahlung von Schmerzensgeld eine Frist setzen. Geht die Haftpflichtversicherung darauf nicht ein, bleibt nur noch eine Klage bei Gericht. Dann entscheidet ein Richter über die Schmerzensgeldhöhe.
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