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Timestamp: 2018-06-22 05:39:23
Document Index: 69271752

Matched Legal Cases: ['§286', '§286', 'BGH', '§ 286', '§ 271', '§ 28']

Fitnessstudio droht ohne Mahnung gleich mit Inkasso Inkasso Forum 123recht.net
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Fitnessstudio droht ohne Mahnung gleich mit Inkasso
2.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Inkasso Mahnung droht
Frage vom 2.1.2017 | 00:40
go456688-31
Ich habe mein Fitnessstudio Vertrag ordentlich gekündigt und habe auch eine Kündigungsbestätigung bekommen.
Jetzt kurz vor Ende habe ich allerdings das Konto geschlossen von dem der wöchentliche Betrag abgebucht wurde.
Mitte der Woche bekamm ich Folgende Email:
'Sehr geehrter Herr Y,
da unsere restlichen 4 Zahlungen ständig storniert werden ohne entsprechende Meldung von Ihnen und jetzt mit dem Vermerk "Konto erloschen", haben wir unsere offenen Forderungen an unser Inkasso Unternehmen weitergeleitet.
Mit freundlichen Grüßen, Fitnessstudio X'
Ich habe von dem Studio keinerlei Mahnung oder ähnliches bekommen sondern direkt diese Email.
Meine Antwort waren die 2 folgenden Emails:
'Ihr hättet ja auch mal eher fragen können. Dann hätte ich euch die Beiträge so überwiesen.
Statt ihr einfach schreibt was ihr bis März noch bekommt'
'Da Sie mir weder eine Mahnung noch eine Zahlungsfrist gewährt bzw gesetzt haben,
Ist die Weitergabe an ein Inkasso Unternehmen übrigens nicht rechtens laut BGB §286.
Desweitern erwarte ich eine schriftliche Mahnung oder Frist der offenstehenden Beträge. '
Ich weiss nicht ob ich richtig oder falsch geantwortet habe. Das war nur gleich meine erste Reaktion.
Wie sieht die rechtliche Lage nun genau aus?
Muss ich Hauptforderung und Inkasso Gebühren Zahlen?
Inkasso Mahnung droht
Antwort vom 2.1.2017 | 01:07
Denn durch die Nicht-Einlösung der Lastschriften ist automatisch Verzug eingetreten.
Außerdem wird im abgeschlossenen Vertrag mit dem Fitnessstudio die Zahlung "kalendermäßig" bestimmt sein (z.b: immer zum 15. eines Monats). Bei kalendermäßig bestimmten Zahlungen ist keine Mahnung und keine Fristsetzung erforderlich. (siehe §286 BGB)
Die Hauptforderung bestimmt.
Grundsätzlich muss man auch die Kosten, die durch die Nicht-Einlösung der Lastschriften entstanden sind, bezahlen.
Bei Inkassogebühren muss man aber genau hinschauen, oft sind die überhöht.
Antwort vom 2.1.2017 | 01:08
In den vertraglichen Vereinbarung mit dem Studio steht vermutlich wie üblich drin, wann der Betrag fällig ist.
Dann bedarf es keiner Mahnung.
Falls das nicht da drin steht:
Desweiteren gelten auch die Informationen seitens der Bank über Rüchlastschriften als Mahnung.
Falls die Info nicht erfolgt ist:
Das kommentarlose schließen des Kontos ohne die Lastschriften umzustellen dürfte als Zahlungsverweigerung gelten, da bedarf es auch keiner Mahnung.
Beim Inkasso muss man aufpassen, viele berechnen viel zu hohe Gebühren.
Also fix mal die Hauptforderung überweisen (Verwendugszweck "Nur Hauptforderung") und dann mal abwarten was das Inkasso schreibt.
Antwort vom 3.1.2017 | 01:10
Zitat (von go456688-31):
Rücklastschrift = fahrlässig verursachte Pflichtverletzung (BGH 08.03.05 - XI ZR 154/04) = Verzug (§ 286 II Nr. 4 BGB).
Direkte Beauftragung eines Inkassounternehmens ohne Mahnung = argumentativ: Obliegenheitsverletzung des Gläubigers
Wie wäre es, wenn Du zum einen den aufgelaufenen Betrag zzgl. 3.- € pauschal für die Rücklastschriften überweist?
Die Beauftragung eines Inkassounternehmens ist immer rechtens. Die Frage ist nur, ob Du Deinem Gläubiger Schadenersatz leisten musst (siehe oben).
Auf beides hast Du keinen Anspruch, zumal mit der E-Mail eine Mahnung bekommen hast. Der Gläubiger kann von Dir sofortige Zahlung ohne Frist verlangen, da Du überfällig bist (§ 271 BGB).
Die Hauptforderung, wenn diese so dem Gläubiger laut Vertrag zusteht, muss gezahlt werden. Bei einer etwaigen Inkassovergütung als Schadenersatz sind die Chancen gut diese nicht zahlen zu müssen (siehe oben).
Dazu müsstest Du zweimal schriftlich gemahnt werden. Nach Erhalt der ersten schriftlichen Mahnung müssen vor der Meldung an die Schufa mindestens vier Wochen vergehen. Du musst mit der ersten schriftlichen Mahnung (oder zumindestens rechtzeitig vorher) über die Beabsichtigte Meldung informiert werden. Und Du darfst der Forderung nicht widersprechen (§ 28a Abs. 1 Nr. 4 BDSG).
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