Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/gewinnruecklage-bei-der-ug-haftungsbeschraenkt/
Timestamp: 2020-07-07 02:47:52
Document Index: 188572313

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 242', '§ 266', '§ 272', '§ 266', '§ 266', '§ 268']

Gewinnrücklage bei der UG (haftungsbeschränkt)? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Gewinnrücklage bei der UG (haftungsbeschränkt)?
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Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) darf mit einem Stammkapital unterhalb des Mindeststammkapitals einer GmbH, d.h. unter 25.000 Euro, gegründet werden. Ziel des Gesetzgebers ist es jedoch, dass das Mindeststammkapital in der Zukunft durch Ansparung erreicht und somit die Eigenkapitalausstattung erhöht wird. Daher ist gemäß § 5a Absatz 3 GmbHG in der Bilanz des nach den §§ 242, 264 des Handelsgesetzbuches aufzustellenden Jahresabschlusses einen gesetzliche Rücklage zu bilden, in die ein Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses einzustellen ist. Am Ende darf die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) dann auch als GmbH firmieren, muss es aber nicht.
Was sind Gewinnrücklagen?
Gewinnrücklagen sind gemäß § 266 HGB zunächst ein Bestandteil des Eigenkapitals neben dem gezeichneten Kapital, der Kapitalrücklage, des Gewinn- bzw. Verlustvortrags und des Jahresüberschusses bzw. -fehlbetrages. Gemäß § 272 HGB dürfen als Gewinnrücklagen nur Beträge ausgewiesen werden, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr aus dem Ergebnis gebildet worden sind. Dazu gehören aus dem Ergebnis zu bildende gesetzliche Rücklagen, auf Gesellschaftsvertrag oder Satzung beruhende Rücklagen, Rücklagen für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen und andere Gewinnrücklagen. Die Gesellschafter einer UG (haftungsbeschränkt) können aber auch „freiwillig“ eine Gewinnrücklage oberhalb der 25 % des Jahresüberschusses beschließen, um schneller das Mindeststammkapital zu erreichen. Gewinnrücklagen sind Rücklagen nach Steuern, da hier bereits der Körperschaftsteuerabzug erfolgte. Bedeutung in diesem Zusammenhang erlangen daher auch die Begriffe des Jahresabschlusses, des Gewinnvortrags und des Bilanzgewinns, da das Gliederungsschema des § 266 Absatz 3 HGB nur ein Grobschema darstellt und auf den konkreten Einzelfall einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) jedes Jahr erneut angepasst werden muss. Entscheidend ist dabei, ob das gesamte Ergebnis verwendet wird.
Wie erfolgt die Bilanzierung?
Die UG (haftungsbeschränkt) wird regelmäßig eine kleine Kapitalgesellschaft darstellen. Damit ist sie zwar nur verpflichtet eine verkürzte Bilanz aufzustellen, aber gemäß § 266 Absatz 1 Satz 3 HGB gehört dazu auch, dass auf der Passivseite der Bilanz unter dem Buchstabe A. Eigenkapital die römischen Zahlen I., II., III. Gewinnrücklagen, IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag und V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag auszuweisen sind. Dies ist somit grds. Pflicht. Die Bilanz darf aber ausnahmsweise gemäß § 268 HGB auch unter Berücksichtigung der z.B. teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden. Dann verschwinden die Zahlen IV. und V. und ein neuer Punkt, nämlich dann IV. Bilanzgewinn/ Bilanzverlust wird ausgewiesen.