Source: http://rcarl.de/einkommensteuer-zusammenveranlagung.html
Timestamp: 2018-09-19 00:13:08
Document Index: 213660991

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 1', '§1', '§ 1', '§ 26', '§ 26', '§ 46', '§ 70', '§32', '§32', '§ 26']

Einkommensteuer zusammenveranlagung - Alles über Steuern
Einkommensteuer zusammenveranlagung
Steuerveranlagung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern
Für unbeschränkt steuerpflichtige Ehegatten (Inländer) sowie die per Gesetz gleichgestellten Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz bestehen bei der Art der Einkommensteuerveranlagung Veranlagungswahlrechte, die bei geschickter Gestaltung im Einzelfall zu erheblichen steuerlichen Vorteilen führen können.
Seit dem Veranlagungsjahr 2013 wird die Wahl auf die Einzelveranlagung (§ 26a EStG) und Zusammenveranlagung (§ 26b EStG) reduziert. Darüber hinaus bestehen noch Sonderveranlagungen bei Tod eines Ehegatten (Einzelveranlagung mit Verwitweten Splitting) und im Jahr der Trennung (Einzelveranlagung mit „Sondersplitting“ im Trennungsjahr). Bis einschließlich 2012 kann es im Einzelfall auch noch zu einer Besonderen Veranlagung mit Verwitweten-Splitting kommen.
Veranlagungsart: Zusammenveranlagung (§ 26b EStG)
Hinweis „Ehegatte vorübergehend im Ausland“: Die eheliche Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft wird nicht schon durch eine zeitweise oder durch äußere Umstände bedingte längere Trennung aufgehoben (Beispiele: berufliche Auslandstätigkeit, Einzug zum Kriegsdienst etc.).
Hinweis: „Wer ist Ehegatte?“: Welche Personen Ehegatten im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind, bestimmt sich nach dem Zivilrecht. Bei Ausländern ist dies nach den bürgerlich rechtlichen Bestimmungen des Heimatlandes zu beurteilen, es sei denn diese Gesetze verstoßen gegen die inländischen guten Sitten (Bsp. Mehrfachheirat/Bigamie).
Wurden Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt und wählt ein Ehegatte vor Bestandskraft des ihm gegenüber ergangenen Bescheids die getrennte Veranlagung, sind die Ehegatten auch dann getrennt zur Einkommensteuer zu veranlagen, wenn der gegenüber dem anderen Ehegatten ergangene Zusammenveranlagungsbescheid bereits bestandskräftig geworden ist. Der Antrag auf getrennte Veranlagung stellt hinsichtlich des gegenüber dem anderen Ehegatten ergangenen Zusammenveranlagungsbescheids ein rückwirkendes Ereignis dar. Die dementsprechend erneut in Lauf gesetzte Festsetzungsfrist beginnt ihm gegenüber mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Antrag auf getrennte Veranlagung gestellt wird (Urteil vom 3. März 2005 III R 22/02).
Hinweis: Ab dem 1. 1.2013 ist die Änderung der gewählten Veranlagungsart grundsätzlich nur noch bis zur formellen Bestandskraft des Steuerbescheides möglich (§ 26 Abs. 2 Satz 4 EStG).
Ehegatte im Ausland/Haushalt im EU/EWR Ausland: Die Spezialvorschriften des § 1 Abs. 3 und des §1a EStG gewähren Ausnahmeregelungen für EU-Bürger, bei denen die Einkünfte des Haushaltes im Wesentlichen der deutschen Steuer unterliegen. Das Gleiche gilt für Ausländer, die unter die Ausnahmeregelung des § 1 Abs. 3 EStG fallen. Hier werden – je nach Fallkonstellation – der Splittingtarif oder der Steuervergünstigungen im Rahmen abzugsfähiger Unterhaltsleistungen gewährt. Der Antragsteller muss EU/EWR-Bürger sein und der gemeinsame Haushalt muss sich in einem EU/EWR Staat befinden. Auf die Nationalität des Ehegatten kommt es nicht an. Grundvoraussetzung ist, dass die Einkünfte der Ehegatten mindestens zu 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder dass die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nicht übersteigen. Dieser Betrag wird entsprechend der Ländergruppenregelung u.U. gekürzt. Die Einkünfteermittlung erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Steuerrechts.
In Trennung lebende Ehegatten möchten, kurz vor der endgültigen Scheidung, häufig durch einen so genannten „Versöhnungsversuch“ mit einem zeitweiligen Zusammenleben dem Finanzamt nochmal eine steuerlich günstige Zusammenveranlagung „abringen“. Dies erkennt die Rechtsprechung nur an, soweit tatsächlich nochmals eine Wirtschafts- und Lebensgemeinschaft für die Dauer von mindestens einem Monat gebildet wurde (Vergl. Pflüger in Herrmann/ Heuer/Raupach, EStG, § 26, Rdnr. 31 / BFH–Urteil vom 18.07.1996 III R 90/95, BFH/NV 1997, 139 und BFH-Beschluss vom 05.10.2001 III B 149/00, NV).
Steuerliche Wirkung der Zusammenveranlagung
Einkommen A = 0 € Steuer bei Einzelveranlagung: A: 0€
Einkommen B = 110.000 € Steuer bei Einzelveranlagung B: 37.938€
Einkommen A+B = 110.000 € Steuer bei Zusammenveranlagung: 29.676€
Maximaler Steuervorteil ohne Solizuschlag und Kirchensteuer 8.262€
Im Jahre 2016 beginnt die niedrigste Tarifzone nach dem Grundfreibetrag von 8.472€ mit einer Steuerbelastung von 14,0 %. Die höchste Tarifzone beginnt bei Alleinstehenden ab 53.666€ (zu versteuerndes Einkommen) bzw. bei Verheirateten ab 107.332€ mit einem Steuersatz von 42,0 %. Hierauf ist der Soli-Zuschlag mit 5,5 % und ggf. die Kirchensteuer mit 9 % bzw. 8 % zu berechnen. Die Gesamtsteuerbelastung liegt damit bei der Einkommensteuer in der Spitze bei 48,09 %.
Die weitere Tariferhöhung von 42 % auf 45%, die sogenannte „Reichensteuer“ greift bei Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Einkommen von 254.447€ und bei Verheirateten ab einem zu versteuernden Einkommen von 508.894€. Zusätzlich ist bei allen Steuerberechnungen der Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die anfallende Einkommensteuer sowie eine etwaige Kirchensteuer zu berücksichtigen.
Tipp: Steuervorauszahlungen bei gemeinsam veranlagten Ehegatten / Lebenspartnern
Steuervorauszahlungen sollten niemals unbestimmt sein. Auf der Überweisung ist exakt anzugeben
welche Steuer für wen gezahlt wird. Beispiel: „Einkommensteuervorauszahlung Thomas Müller 2016“.
Ansonsten kann das Finanzamt die Vorauszahlung weitgehend frei zum Ausgleich fälliger Steuerschulden der Ehegatten verwenden und Überhänge jeweils hälftig zurückerstatten.
Veranlagungsart: Einzelveranlagung von Ehegatten (§ 26a EStG)
Ehegatten, die die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllen, können dennoch eine Einzelveranlagung wählen. In einigen Fällen kann eine Einzelveranlagung zur Einkommensteuer zu einer insgesamt niedrigeren Steuerbelastung führen. Aus diesem Grunde sind bei bestimmten Fallkonstellationen vorsorglich beide Veranlagungsmöglichkeiten zur Ermittlung der Steuerbelastung durchzurechnen.
Fallkonstellationen bei der eine Einzelveranlagung zu einer niedrigeren Steuer führen kann als bei der möglichen Zusammenveranlagung:
Ein Ehegatte bezieht nur Arbeitslosenunterstützung und der andere Ehegatte bezieht Arbeitslohn.
Ein Ehegatte erhält eine Arbeitnehmerabfindung oder sonstige außerordentliche Einkünfte die unter die sogenannte Fünftelregelung fallen.
Ein Ehegatte bezieht hohe ausländische Einkünfte, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen und der andere Ehegatte bezieht Arbeitslohn oder sonstige steuerpflichtige Einkünfte.
Ein Ehegatte ist selbständig und der andere Arbeitnehmer. Die Arbeitgeberleistungen zu den Vorsorgeaufwendungen des Arbeitnehmers kürzen den Vorwegabzug des anderen Ehegatten.
Ein Ehegatte hat geringe Arbeitnehmereinkünfte und der noch nicht ausgeschöpfte Vorwegabzug wird durch die hohen Arbeitnehmereinkünfte des anderen Ehegatten verbraucht.
Wegen Überschreitung der Einkunftsgrenzen wird der Härteausgleich (§ 46 Abs. 3 EStG / § 70 EstDV) für Nebeneinkünfte nicht gewährt. Bei einer getrennten Veranlagung unterschreitet jedoch der Ehegatte mit den Nebeneinkünfte die Einkunftsgrenze.
Soweit bei einem Ehegatten oder bei beiden Ehegatten die Voraussetzungen des Witwensplittings vorliegen (§32a Abs. 6 Nr. 1 EStG).
Soweit einem Ehegatten oder beiden Ehegatten ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für einen Teil des Veranlagungszeitraums noch zusteht.
Tod eines Ehegatten: Witwensplitting / Gnadensplitting (§32a Abs. 6 Nr. 1 EStG)
Aktualisiert (08. März 2016)
Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben, zahlen in der Regel insgesamt weniger Steuern, wenn sie sich zusammen veranlagen lassen. Das heißt, sie füllen eine gemeinsame Steuererklärung aus.
Zerstrittene Paare neigen dazu, wieder einzelne Erklärungen zu machen – trotz der höheren Steuern.
In diesem Ratgeber listen wir besondere Situationen auf, in denen ausnahmsweise die Einzelveranlagung die günstigere Alternative ist.
Mit einer Steuersoftware können Sie simulieren, welche Ergebnisse herauskommen. Würden Sie als Paar mit zwei Einzelveranlagungen insgesamt weniger Steuern zahlen, dann sollten Sie sich für die Einzelveranlagungen entscheiden.
Bei Verheirateten ist es normal, dass sie gemeinsam eine Steuererklärung abgeben. Davon geht das Finanzamt standardmäßig aus, beide Eheleute erhalten einen gemeinsamen Steuerbescheid. Auch wenn Ehegatten auf dem Hauptformular der Steuererklärung kein Kreuzchen bei „Zusammenveranlagung“ setzen, führt das Finanzamt diese Form der Veranlagung durch.
Zusammenveranlagung ist für Paare meist günstiger
In den meisten Fällen ist die Zusammenveranlagung steuerlich günstiger. Insbesondere, wenn beide Ehegatten recht unterschiedlich viel verdienen. Denn bei der Zusammenveranlagung addiert das Finanzamt das Jahreseinkommen der Partner, anschließend halbiert es den Betrag und ermittelt auf dieser Grundlage die Einkommensteuer – was wegen der Progression der Steuersätze in der Regel zu einem in der Summe niedrigeren Steuersatz führt.
Voraussetzung für die Zusammenveranlagung ist, dass beide Partner nicht dauernd getrennt leben. Das bedeutet nicht, dass die Eheleute oder eingetragenen Partner den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Beispielsweise kann einer der Partner aus beruflichen Gründen einen anderen Wohnsitz haben. Dies ist der Regelfall, wenn einer der Partner eine doppelte Haushaltsführung geltend macht.
Eingetragene Lebenspartner sind gleichberechtigt
Die Regeln für Ehegatten gelten auch für eingetragene Lebenspartner. Das Bundesverfassungsgericht hatte dies mit Beschluss vom 7. Mai 2013 (Az. 2 BvR 909/06) entschieden.
Egal ob Lebens- oder Ehepartner – statt der standardmäßig vorgesehenen Zusammenveranlagung kann einer der Partner die Einzelveranlagung wählen. In den meisten Fällen passiert dies, wenn sich ein Paar zerstritten hat und die Ehe kurz vor dem Aus steht. Dabei wäre selbst im Trennungsjahr eine Zusammenveranlagung noch möglich.
Insgesamt sind diese vier Veranlagungsvarianten bei Partnern möglich:
Diese gesetzlichen Grundlagen gelten
Die Einzelveranlagung ist gesetzlich geregelt in Paragraf 26a Einkommensteuergesetz.
Dazu muss ein Partner auf der ersten Seite des Mantelbogens seiner Steuererklärung in Zeile 24 ein Kreuz bei „Einzelveranlagung“ setzen.
Die Wahl gilt dann für das betreffende Jahr. Sie kann nur noch geändert werden, solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig wurde. Von dieser Regelung gibt es einige Ausnahmen: Die Veranlagungsart kann später noch geändert werden, falls ein beide Partner betreffender Steuerbescheid aufgehoben, geändert oder berichtigt wird. Dazu müssen die Eheleute dem Finanzamt die neue Veranlagungsart bis zum Eintritt der Bestandskraft des Änderungs- oder Berichtigungsbescheids mitteilen.
Das Finanzamt akzeptiert diese Änderung allerdings nur dann, wenn die Partner dadurch auch wirklich sparen. Andernfalls macht es ohnehin keinen Sinn, außer einer der Partner wollte den anderen ärgern.
Diese Folgen hat die Einzelveranlagung
Die Einzelveranlagung unterscheidet sich in einigen Punkten von der Zusammenveranlagung von Ehegatten oder Lebenspartnern. Die wichtigsten sind:
Bei der Einzelveranlagung gibt jeder Ehepartner oder Lebenspartner eine eigene Einkommensteuererklärung ab und erhält einen individuellen Steuerbescheid.
Die Einkommensteuer berechnet sich für jeden der beiden nach dem Grundtarif.
Jedem Partner werden vom Finanzamt die für Ledige üblichen Freibeträge, Pauschbeträge und Höchstbeträge gewährt. Schöpft einer der beiden seine Freibeträge nicht aus, kann der andere den nicht ausgeschöpften Teil nicht beanspruchen.
Jeder der Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner schuldet nur die Einkommensteuer, die sich aus seinem Steuerbescheid ergibt.
Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz).
Die beiden können alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.
Die zumutbare Grenze für außergewöhnliche Belastungen wird nach der Höhe der jeweiligen Einkünfte errechnet. Das entspricht dem Prinzip der Individualbesteuerung.
Lohnersatzleistungen – Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz für die zu versteuernden Einkünfte. Denn solche Einnahmen unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Konsequenz: Werden beide Partner zusammen veranlagt, führen diese zu einer höheren Steuer.
Tipp: Ist absehbar, dass beispielsweise die schwangere Ehefrau nicht mehr arbeiten und Elterngeld beziehen wird, ist es sinnvoll, dass sie die Steuerklasse 3 (III) beantragt und der Ehemann die Steuerklasse 5 (V) erhält. Denn maßgeblich für die Berechnung des Elterngelds (auch für das Arbeitslosengeld) ist das Nettogehalt der Frau, das dadurch höher ausfällt. Um davon zu profitieren, müssen werdende Eltern bereits spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes die Steuerklassen ändern lassen.
Außergewöhnliche Belastungen – Hatte einer der Partner sehr hohe Krankheitskosten und der andere nicht, ist es möglich, dass der erstere alleine die zumutbare Belastung bei den außergewöhnlichen Belastungen überschreitet und diese Kosten in der Steuererklärung absetzen kann.
Kirchgeld – Das Kirchgeld ist dann fällig, wenn einer der Partner konfessionslos ist und der besser verdienende Partner einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört. Bemessungsgrundlage hierfür ist das gemeinsam zu versteuernde Einkommen. Wählen beide die Einzelveranlagung, lässt sich dies verhindern.
Auslandseinkünfte – Wenn einer der beiden Partner ausländische Einkünfte hatte, dann könnte ebenfalls eine Einzelveranlagung sinnvoll sein.
Kalkulieren Sie mit einem Steuerprogramm
Mit einer Steuersoftware können Sie simulieren, welches steuerliche Ergebnis bei den beiden Alternativen Einzel- und Zusammenveranlagung herauskommt. Falls Sie als Paar mit zwei Einzelveranlagungen zusammengerechnet weniger Steuern zahlen würden, dann sollten Sie sich für die Einzelveranlagungen entscheiden.
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Источники: http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/verheiratete-geschiedene/226-zusammenveranlagung, http://www.scheidung.org/zusammenveranlagung/, http://www.finanztip.de/einzelveranlagung/