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Timestamp: 2019-05-20 00:25:03
Document Index: 97752554

Matched Legal Cases: ['§ 201', '§ 61', '§ 201', '§ 201', '§ 201', '§ 201', '§ 290', '§ 203', '§ 61', '§ 323']

Autor Thema: 17-Jährige entführt: Es bleibt bei sieben Jahren_06.07.2012 (Gelesen 6282 mal)
« am: 06 Juli 2012, 16:30:37 »
Die Strafe gegen jenen mittlerweile 48-jährige Wiener, der ein 17 Jahre altes Mädchen entführen und in seinem SM-Club vergewaltigen wollte, ist vom Wiener Oberlandesgericht (OLG) bestätigt worden. Der Mann muss sieben Jahre in Haft.
Der Berufung des Mannes komme keine Berechtigung zu, hieß es seitens des OLG.
Erhöhung der Strafe denkbar gewesen
Das Gericht ließ vielmehr durchblicken, dass eine Anhebung der Strafe gute Chancen gehabt hätte, wäre die Staatsanwaltschaft mit einer Strafberufung gegen das Ersturteil vorgegangen, mit dem der mittlerweile 27 Jahre alten Frau auch eine finanzielle Wiedergutmachung von 25.000 Euro zugesprochen worden war.
http://wien.orf.at/news/stories/2540244/
« Antwort #1 am: 06 Juli 2012, 17:27:46 »
--wird schon richtig sein, dass der fall nichts mit der priklopil causa zu hatte ---wie man sich ständig zu betonen beeilt---dies allerdings jeweils unter geflissentlicher unterlassung der auch hier dokumentierten sorgfalt der evaluierungskommission bzw des ermittlers oberst kröll !!
« Antwort #2 am: 06 Juli 2012, 17:40:34 »
@ MM : eine berufung schreiben bedeutet arbeit ...........
« Antwort #3 am: 06 Juli 2012, 17:50:35 »
Einen direkten Zusammenhang sehe auch ich wie bereits erwähnt nicht mehr (obwohl ich das selbst trotz gegenteiliger - nicht medialer - Aussagen auch lange nicht glauben wollte).
« Antwort #4 am: 06 Juli 2012, 19:47:28 »
dass eine Anhebung der Strafe gute Chancen gehabt hätte, wäre die Staatsanwaltschaft mit einer Strafberufung gegen das Ersturteil vorgegangen...
Sieht nicht so aus als ob der Staatsanwalt das wollte.
Mildes Urteil für die Schwere des Verbrechens.
« Antwort #5 am: 06 Juli 2012, 19:54:26 »
LR : das wollte die ganz sicher nicht, sonst hätte sie ja berufen---und ohne berufung auch des sta durfte die instanz die strafe nicht erhöhen !
scheuch hatte ja heute auch keine strengere strafe als beim ersten (nur aufgrund seiner berufung aufgehobenen) urteil zu befürchten (meines wissens hatte ja nur er - und nicht auch die sta- berufen)
« Antwort #6 am: 06 Juli 2012, 19:57:22 »
Dann verraten sie mir mal einen Grund warum die Staatsanwaltschaft NICHT berufen hat.
Vielleicht weils einen Deal gab?
Rücknahme der Angaben bezüglich Priklopil weils in eine Szene geführt hat, die dem gewichtigen Wiener Politiker gefährlich werden hätte können?
« Antwort #7 am: 06 Juli 2012, 20:00:48 »
der grund , den ich Ihnen VERRATEN kann : die sta hat die strafe für ANGEMESSEN gehalten (deals sind im gesetz nicht vorgesehen - soviel ich weiss)..............
« Antwort #8 am: 06 Juli 2012, 20:02:45 »
Haben Sie sich bereits den Entscheidungstext des OLG durchgelesen?
Möchte den Link hier nicht posten - ist aber selbstverständlich jedem anderen frei gestellt!
« Antwort #9 am: 06 Juli 2012, 20:03:11 »
Staatsanwalt K. hat den Freispruch von EH ja auch für angemessen gehalten ...
Wer war der Staatsanwalt bei Nyolt?
« Antwort #10 am: 06 Juli 2012, 20:12:21 »
MM : .. hab ich nicht gelesen- aber wenn das OLG tatsächlich durchblicken ließ, dass eine strafberufung der sta gute erfolgsaussichten gehabt hätte , dann war dies eine peinliche "watschn" für die sta (der dies aber wurscht sein dürfte : "na und !?) ;
LR : den freispruch hat er nicht für "angemessen", sondern entweder aufgrund der verfahrensergebnisse für richtig oder beweiswürdigungsmäßig für zumindest vertretbar, jedenfalls aber nicht mit aussicht auf erfolg bekämpfbar gehalten ...... möglicherweise ist er dabei fehleinschätzungen erlegen .-------wo Sie schon wieder hindenken
« Antwort #11 am: 06 Juli 2012, 20:21:28 »
Zitat von: Lilly Rush am 06 Juli 2012, 20:03:11
Es gibt jetzt einen geradezu amtlich festgestellten "auffallend untätigen" Staatsanwalt in Wien ....
« Antwort #12 am: 06 Juli 2012, 20:22:12 »
Schade, weil ich nicht sicher bin, ob ich als Laie das alles richtig verstanden habe!
Nach meinem Verständnis hat das Erstgericht rechtsfehlerhafte Schuldsprüche gefällt (ob der STA es nicht besser wissen müsste oder ob er einfach nicht wollte) sei mal dahingestellt. Betroffen hat das meinem Verständnis nach desweiteren nicht den Punkt "Entführung" etc.).
Was natürlich nichts daran ändert, dass dieser Typ meinetwegen lebenlang hinter schwedischen Gardinen sein Dasein fristen sollte.
Bleibt anzumerken, dass die Bestimmung des § 201 StGB während des zu II/B relevanten Tatzeitraums mehrfach geändert wurde. Zufolge des gemäß § 61 StGB anzustellenden Günstigkeitsvergleichs hätte in Ansehung der vor dem 1. Jänner 2002 (dem Inkrafttreten des StRÄG 2001) begangenen Taten ein Schuldspruch nach § 201 Abs 2 StGB idF BGBl 1989/242 und hinsichtlich jener vom 1. Jänner 2002 bis 30. April 2004 nach § 201 Abs 2 StGB idF BGBl I 2001/130 erfolgen müssen. Auf Taten ab dem 1. Mai 2004 wäre § 201 Abs 1 StGB in der seither (also auch im Urteilszeitpunkt) geltenden Fassung anzuwenden gewesen. Dass das Erstgericht rechtsfehlerhaft hinsichtlich aller Taten Schuldsprüche nach § 201 Abs 2 StGB idF BGBl I 2001/130 fällte, wirkte sich in concreto nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers aus (Ratz, WK-StPO § 290 Rz 22 f). Der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass das Antragserfordernis des § 203 Abs 1 StGB idF BGBl 1989/242 eine rein prozessuale Verfolgungsvoraussetzung regelte (15 Os 22/92, JBl 1993, 465) und demnach nicht in den Günstigkeitsvergleich einzubeziehen ist (Höpfel/U. Kathrein in WK² § 61 Rz 16; vgl § 323 Abs 3 StGB; aA Durl, ÖJZ 2005, 505 ff).
« Letzte Änderung: 06 Juli 2012, 20:28:46 von Miss Marple »
« Antwort #13 am: 06 Juli 2012, 20:54:30 »
@MM : ...es handelt sich "nur" um unrichtige subsumierungen von jedenfalls "vergewaltigungen" bzw "geschlechtöiche nötigungen"darstellenden taten (zu denen im ergebnis zu recht nicht freigesprochen wurde). die rechtsirrigen(nämlich nicht auf die zur jeweiligen tatzeit geltenden bestimmungen erfolgten )subsumierungen (unterstellung der taten unter gewisse straftatbestände) blieben ohne einfluß auf den letztlich (der höhe nach strengsten)anzuwendenden strafsatz ... keine renommee für die 1. instanz (weder für die sta noch das gericht)
der pkt "entführung" war von kritik des olg nicht betroffen...............
eine eingehendere urteilsanalyse durch uns zwei laien würde hier den rahmen sprengen --
aber mangels "todesfolge" beim opfer wäre "lebenslang" als strafe nur auf gesetzwidrige weise möglich gewesen (was auch wir laien uns daher nicht erwarten sollten)
« Antwort #14 am: 06 Juli 2012, 20:59:16 »
Habe deshalb ja auch meinetwegen(!) geschrieben und ja, ich weiß...!