Source: https://arbeitsinspektion.gv.at/Gesundheit_im_Betrieb/psychische_Belastungen/Arbeitsplatzevaluierung_psychischer_Belastungen.html
Timestamp: 2020-07-10 19:05:55
Document Index: 256903974

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 4', '§ 82', '§ 82', '§ 76', '§ 81', '§ 82']

Mit der ASchG-Novelle (BGBl. Nr. I 118/2012), die am 1.1.2013 in Kraft getreten ist, wird die Wichtigkeit der psychischen Gesundheit und der Prävention arbeitsbedingter psychischer Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen stärker betont.
Psychische Fehlbelastung - Negative Auswirkungen auf die Gesundheit (PDF, 0,2 MB) .
Quellen dieses Folders:
Handlungsspielraum: Iga.Report 31 „Risikobereiche für psychische Belastungen“
Soziale Unterstützung: Baua-Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“. Poster und Bericht „Soziale Beziehungen am Arbeitsplatz“
Führungsverhalten: Baua-Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“. Poster und Bericht „Führung“
Gerechtigkeit und Anerkennung: Baua-Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“. Poster „Gerechtigkeit: 2 Belohnung/Effort-Reward-Imbalance“ und Buch von Siegrist "Arbeitswelt und stressbedingte Erkrankungen" (2015)
Betriebliche Auswirkungen: Fehlzeitenreport. Leoni & Uhl (2016)
Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen - Eine Entscheidungshilfe für Messverfahren (PDF, 0,2 MB)
Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmenfestlegung und Überprüfung der Wirksamkeit
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen zu sorgen.
Gefährdungen können sowohl durch physische als auch durch psychische (psychosoziale, psychomentale oder psychoemotionale) Belastungen und durch deren Wechselwirkung enstehen. Physische Belastungen können zu psychischen Beeinträchtigungen führen oder auch umgekehrt.
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben sich dabei über den neuesten Stand der Technik und der Erkenntnisse auf dem Gebiet der Arbeitsgestaltung entsprechend zu informieren und diese zu berücksichtigen. (§ 3 ASchG)
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Ursachen von arbeitsbedingten psychischen Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen, zu ermitteln und zu beurteilen und Maßnahmen zur Verbesserung zu treffen. Dabei sind die Grundsätze der Gefahrenverhütung gemäß § 7 ASchG anzuwenden. Es ist auch die Gestaltung der Arbeitsaufgaben und die Art der Tätigkeiten, der Arbeitsumgebung, der Arbeitsabläufe sowie der Arbeitsorganisation zu berücksichtigen. Die Wirkung der getroffenen Maßnahmen ist zu überprüfen und die Maßnahmen sind erforderlichenfalls anzupassen. Die Ergebnisse der Ermittlung und Beurteilung sowie die durchgeführten Maßnahmen sind in einer geeigneten Art und Weise nachvollziehbar zu dokumentieren. ( §§ 4, 5, 7 ASchG)
Auch bei der Gefahrenverhütung sind die grundlegenden Dimensionen arbeitsbedingter psychischer Belastungen sowie deren Zusammen- und Wechselwirkung und die Schnittstelle Mensch-Technik-Organisation zu berücksichtigen, weshalb die Grundsätze der Gefahrenverhütung – neben anderen Aspekten – Folgendes festlegen:
Berücksichtigung der Gestaltung der Arbeitsaufgaben und Art der Tätigkeiten, der Arbeitsumgebung, der Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation (§ 7 Z 4a ASchG) und
Planung der Gefahrenverhütung mit dem Ziel einer kohärenten Verknüpfung von Technik, Tätigkeiten und Aufgaben, Arbeitsorganisation, Arbeitsabläufen, Arbeitsbedingungen, Arbeitsumgebung, sozialen Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz (§ 7 Z 7 ASchG)
Eine Überprüfung und erforderlichenfalls Anpassung der Evaluierung muss auch „nach Zwischenfällen mit erhöhter arbeitsbedingter psychischer Fehlbeanspruchung" erfolgen (§ 4 Abs. 5 Z 2a ASchG). Beispiele für solche Zwischenfälle, die eine akute psychische Belastungsreaktion auslösen können, sind etwa die Häufung von Konflikten oder Beschwerden, Gewaltübergriffe oder eine posttraumatische Belastungsstörung nach einem Arbeitsunfall.
Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastung (§§ 4 und 7 ASchG) - Eine Handlungsanleitung zur Wirksamkeitskontrolle von Maßnahmen (PDF, 0,2 MB)
Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen im ASchG
Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen sind keine Präventivfachkräfte (das sind nur Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmedziner).
Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen sind „sonstige Fachleute" (§ 82a Abs. 5 ASchG). Für „sonstige Fachleute" gilt § 82b ASchG.
„erforderlichenfalls" in den Angelegenheiten gemäß § 76 Abs. 3 bzw. § 81 Abs. 3 ASchG beizuziehen und können sie im Ausmaß von max. 25 % der Präventionszeit beschäftigen.
„Erforderlichenfalls" bedeutet, dass die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber je nach der in der konkreten Arbeitsstätte gegebenen Gefährdungs- und Belastungssituation beurteilen und entscheiden, ob für eine bestimmte Aufgabenstellung die fachlichen Qualifikationen der Sicherheitsfachkraft und der Arbeitsmedizinerin des Arbeitsmediziners ausreichen oder eine sonstige Expertise erforderlich ist. Z.B. werden ab 1.1.2013 auch in der Ausbildung von Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner verstärkt Kenntnisse in Arbeits- und Organisationspsychologie und Evaluierung psychischer Belastungen vermittelt werden (eine entsprechende Novelle zur arbeitsmedizinischen Ausbildungsverordnung wurde mit BGBl. II Nr. 463/2012 kundgemacht).
Die Arbeitsinspektion hat mit einem Team von externen Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen einen Leitfaden der Arbeitsinspektion zur Bewertung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen bei der Kontroll- und Beratungstätigkeit (PDF, 0,5 MB) ausgearbeitet und in der Praxis erprobt.
Der Leitfaden der Arbeitsinspektion ebenso wie das Merkblatt Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) (PDF, 1,1 MB) des BMASGK, der Industriellenvereinigung und der WKÖ sind eine Orientierungshilfe und liefern Anhaltspunkte für Betriebe (Arbeitgeberinnen/Arbeitgerber, Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, Betriebsrat, Präventivfachkräfte und sonstige Fachleute, insbesondere Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen) für die Umsetzung der Arbeitsplatzevaluierung.
Anhand weniger Schritten wird anschaulich beschrieben, wie im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen gefährliche Arbeitsbedingungen ermittelt und beurteilt werden können und erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen festgelegt und umgesetzt werden können. Eine sinnvolle Sicherheits- und Gesundheitsdokumentation wird ebenso beschrieben wie Anlassfälle zur Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Evaluierung.
Evaluierung der arbeitsbedingten psychischen Belastungen bei Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern, ein gemeinsamer Folder der AUVA, WKÖ und Arbeitsinspektion
Die Bundesinnung der Bauhilfsgewerbe hat zusammen mit dem Sozialministerium das Merkblatt zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Bauhilfsgewerbe (PDF) veröffentlicht.
Das Merkblatt zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe (PDF) der WKÖ Geschäftsstelle Bau und der Bundesinnungsgruppe Baunebengewerbe
Psychische Belastung und Beanspruchung im Berufsleben. Erkennen - Gestalten, eine Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für Praktikerinnen und Praktiker in der Arbeitswelt
Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt verändern sich auch die Belastungen, die auf den Menschen bei der Arbeit einwirken. Der iga.Report 31 (PDF) widmet sich dem Gefahrenpotenzial psychischer Arbeitsbedingungen
Von einer Gruppe von Expertinnen und Experten (BÖP, GkPP, AK-Wien, Universität Graz, AUVA) wurde eine übersichtliche Zusammenfassung der zentralen Gegenstände und Themenfelder, Ziele, Methoden, Erhebungsinstrumente und Techniken der Arbeits- und Organisationspsychologie erstellt.
Vom Berufsverband der österreichischen PsychologInnen (BÖP) und der Gesellschaft kritischer Psychologinnen und Psychologen (GkPP) wurden Qualifikationskriterien für Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen erarbeitet; auf dieser Grundlage haben die beiden Fachgesellschaften Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen zertifiziert. Die Gesamtliste dieser anerkannten Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen ist in der CD-ROM-Datenbank "ArbeitnehmerInnenschutz expert" enthalten.
Der EvalPsy-Fachleistungsnachweis der Österreichischen Berufsvertretungen für Psychologie (BÖP und GkPP) ist ein Formular, mit welchem einem Unternehmen die korrekte und vollständige Erbringung von arbeits- und organisationspsychologischen Fachleistungen im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach ASchG bestätigt werden. Zugleich kann die Unterlage auch in den zusammenfassenden Tätigkeitsbericht nach § 82 b Abs. 3 ASchG integriert werden. Damit soll ein gesetzeskonformer, dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz entsprechender und fachkompetenter Beratungsablauf zur betrieblichen Umsetzung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastung durch beratende Arbeits- und Organisationspsychologinnen- und Psychologen erreicht werden.