Source: https://www.jobrecht.de/krankengeld/steuerliche-behandlung/
Timestamp: 2020-07-05 06:52:25
Document Index: 159089040

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 44', '§ 32']

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Krankengeld ist grundsätzlich steuerfrei (§ 3 Nr.1a EStG). Es geht somit nicht in das zu versteuernde Einkommen ein.
Wie die übrigen Entgeltersatzleistungen ist Krankengeld jedoch in den Progressionsvorbehalt einzubeziehen (§ 32b EStG).
Progressionsvorbehalt in der gesetzlichen Krankenversicherung
Krankengeld ist Entgeltersatzleistung. Entgelt-, Lohn- oder Einkommensersatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen unterliegen dem Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs.1 Nr.1b Einkommenssteuergesetz). Das gilt auch, wenn die Leistungen freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherten gewährt werden (Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 32b EStG, R 32b Abs.1 S.1).
Sowohl das auf gesetzlicher Grundlage (§§ 44ff SGB V) als auch das aufgrund freiwilliger Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung geleistete Krankengeld unterliegen somit dem Progressionsvorbehalt. Das erhaltene Krankengeld wird deshalb den sonstigen Einkünften hinzugerechnet mit der Folge, dass der persönliche Steuersatz angehoben wird.
In den Progressionsvorbehalt sind Entgeltersatzleistungen mit den Beträgen einzubeziehen, die als Leistungsbeträge nach den einschlägigen Leistungsgesetzen festgestellt werden. Das bedeutet des Weiteren, dass Kürzungen dieser Beiträge, die auf dem entsprechenden Abzug von Versichertenanteilen an den Beiträgen zur Renten-, Arbeitslosen- sowie Kranken- und Pflegeversicherung beruhen, unberücksichtigt bleiben (Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 32b EStG, R 32b Abs. 2 S.2).
Kein Progressionsvorbehalt in der Privatversicherung
Nicht in den Progressionsvorbehalt einbezogen wird demgegenüber das Krankengeld, das eine private Krankenversicherung den Versicherten gewährt.
Der Bundesfinanzhof hat zu der abweichenden steuerlichen Behandlung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geurteilt, dass die beiden Krankenversicherungssysteme derart unterschiedlich sind, dass der Gesetzgeber die Versicherten nicht in gleichem Maße besteuern muss.
Die unterschiedliche steuerliche Einordnung steht deshalb mit dem Gleichheitsgrundsatz aus Artikel 3 Grundgesetz in Einklang (Bundesfinanzhof, Urteil v. 26.11.2008, X R 53/06).
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