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Timestamp: 2019-12-10 13:02:55
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Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 52', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

BMF v. 07.07.2006 - IV B 2 -S 2177 - 44/06 - NWB Datenbank
BMF v. 07.07.2006 - IV B 2 -S 2177 - 44/06IV A 5 - S 7206 - 7/06BStBl 2006 I S. 446
1. Zulässige Anwendung der 1 %-Regelung
a) Umfang der betrieblichen Nutzung
b) Nachweis der betrieblichen Nutzung
2. Ermittlung des privaten Nutzungsanteils bei Ausschluss der 1 %-Regelung
3. Umsatzsteuerliche Beurteilung
BMF v. 07.07.2006 - IV B 2 -S 2177 - 44/06 IV A 5 - S 7206 - 7/06 BStBl 2006 I S. 446
Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen vom 28. April 2006 (BGBl 2006 I S. 1095); Änderung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG – Begrenzung der Anwendung der 1 %-Regelung auf Fahrzeuge, die zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt werden; Nachweispflichten
Mit dem Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen vom 28. April 2006 (BGBl 2006 I S. 1095) wurde § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG geändert. Aufgrund dieser Änderung ist die pauschale Ermittlungsmethode für die private Kraftfahrzeugnutzung (1 %-Regelung) nur noch anwendbar, wenn das Kraftfahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Die Neuregelung ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2005 beginnen (§ 52 Abs. 16 Satz 15 EStG).
Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt hierzu Folgendes:
Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises zu ermitteln, wenn dieses zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Der betrieblichen Nutzung eines Kraftfahrzeugs werden alle Fahrten zugerechnet, die betrieblich veranlasst sind, die also in einem tatsächlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen (§ 4 Abs. 4 EStG). Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder Familienheimfahrten sind dabei der betrieblichen Nutzung zuzurechnen.
Die Überlassung eines Kraftfahrzeugs auch zur privaten Nutzung an einen Arbeitnehmer stellt für den Steuerpflichtigen (Arbeitgeber) eine vollumfängliche betriebliche Nutzung dar.
Der Umfang der betrieblichen Nutzung ist vom Steuerpflichtigen darzulegen und glaubhaft zu machen. Dies kann in jeder geeigneten Form erfolgen. Auch die Eintragungen in Terminkalendern, die Abrechnung gefahrener Kilometer gegenüber den Auftraggebern, Reisekostenaufstellungen sowie andere Abrechnungsunterlagen können zur Glaubhaftmachung geeignet sein. Sind entsprechende Unterlagen nicht vorhanden, kann die überwiegende betriebliche Nutzung durch formlose Aufzeichnungen über einen repräsentativen zusammenhängenden Zeitraum (i.d.R. 3 Monate) glaubhaft gemacht werden. Dabei reichen Angaben über die betrieblich veranlassten Fahrten (jeweiliger Anlass und die jeweils zurückgelegte Strecke) und die Kilometerstände zu Beginn und Ende des Aufzeichnungszeitraumes aus.
Auf einen Nachweis der betrieblichen Nutzung kann verzichtet werden, wenn sich bereits aus Art und Umfang der Tätigkeit des Steuerpflichtigen ergibt, dass das Kraftfahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Dies kann in der Regel bei Steuerpflichtigen angenommen werden, die ihr Kraftfahrzeug für eine durch ihren Betrieb oder Beruf bedingte typische Reisetätigkeit benutzen oder die zur Ausübung ihrer räumlich ausgedehnten Tätigkeit auf die ständige Benutzung des Kraftfahrzeugs angewiesen sind (z.B. bei Taxiunternehmern, Handelsvertretern, Handwerkern der Bau- und Baunebengewerbe, Landtierärzten). Diese Vermutung gilt, wenn ein Steuerpflichtiger mehrere Kraftfahrzeuge im Betriebsvermögen hält, nur für das Kraftfahrzeug mit der höchsten Jahreskilometerleistung. Für die weiteren Kraftfahrzeuge gelten die allgemeinen Grundsätze.
Hat der Steuerpflichtige den betrieblichen Nutzungsumfang des Kraftfahrzeugs einmal dargelegt, so ist – wenn sich keine wesentlichen Veränderungen in Art oder Umfang der Tätigkeit oder bei den Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte ergeben – auch für die folgenden Veranlagungszeiträume von diesem Nutzungsumfang auszugehen. Ein Wechsel der Fahrzeugklasse kann im Einzelfall Anlass für eine erneute Prüfung des Nutzungsumfangs sein. Die im Rahmen einer rechtmäßigen Außenprüfung erlangten Kenntnisse bestimmter betrieblicher Verhältnisse des Steuerpflichtigen in den Jahren des Prüfungszeitraumes lassen Schlussfolgerungen auf die tatsächlichen Gegebenheiten in den Jahren vor oder nach dem Prüfungszeitraum zu ( BFH vom 28. August 1987, BStBl 1988 II S. 2).
Beträgt der betriebliche Nutzungsanteil 10 bis 50 Prozent, darf der private Nutzungsanteil nicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG (1 %-Regelung) bewertet werden. Die gesamten angemessenen Kraftfahrzeugaufwendungen sind Betriebsausgaben; der private Nutzungsanteil ist als Entnahme gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 EStG zu erfassen. Diese ist mit dem auf die nicht betrieblichen Fahrten entfallenden Anteil an den Gesamtaufwendungen für das Kraftfahrzeug zu bewerten.
Die Regelungen des BMF-Schreibens vom 21. Januar 2002 (BStBl 2002 I S. 148) bestehen – für Kraftfahrzeuge, die überwiegend betrieblich genutzt werden – unverändert fort.
Zur Frage des Vorsteuerabzugs und der Umsatzbesteuerung bei unternehmerisch genutzten Kraftfahrzeugen vgl. BMF-Schreiben vom 27. August 2004 (BStBl 2004 I S. 864). Ist die Anwendung der 1 %-Regelung gem. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ausgeschlossen, weil das Fahrzeug zu weniger als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, und wird der nichtunternehmerische Nutzungsanteil nicht durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen, ist dieser Nutzungsanteil im Wege der Schätzung zu ermitteln, wobei der Umsatzbesteuerung grundsätzlich der für ertragsteuerliche Zwecke ermittelte private Nutzungsanteil zugrunde zu legen ist.
BMF v. 07.07.2006 - IV B 2 -S 2177 - 44/06IV A 5 - S 7206 - 7/06
Oberfinanzdirektion Koblenz 14.8.2008 - S 2230 A
BMF v. 14.11.2007 - S 1451
BayLfSt 31.7.2006 - S 2177
FG München 9.3.2009 - 6 K 4619/06
FG Düsseldorf 25.9.2008 - 11 K 698/06 H(L)
FG München 11.3.2008 - 6 V 2927/07
BStBl 2006 I Seite 446
BStBl I 2006 S. 446 Nr. 12
DB 2006 S. 1527 Nr. 29
EStB 2006 S. 287 Nr. 8
FR 2006 S. 744 Nr. 16
GmbH-StB 2006 S. 226 Nr. 8
GmbHR 2006 S. 895 Nr. 16
UVR 2006 S. 229 Nr. 8
UAAAB-89801
Geworske, Die ertragsteuerliche Erfassung der Privatnutzung eines betrieblichen Kfz, BBK 11/2010 S. 504
Obermair, Werkstorprinzip, NWB 15/2007 S. 1237
Hilbertz, Steueränderungen 2006/2007, NWBdirekt 52/2006 S. 1
Nolte, Private Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs, NWB 36/2006 S. 3019
Vierhaus/Lucke, Anwendung der 1-v.H.-Regelung auf Fahrzeuge des notwendigen Betriebsvermögens, KSR 9/2006 S. 11
Begrenzung der Anwendung der 1 %-Regelung auf Fahrzeuge, die zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werden, StuB 14/2006 S. 559
Kfz-Rechner (veralteter Rechtsstand), Berechnungsprogramm
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