Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20141/71
Timestamp: 2019-05-23 20:12:15
Document Index: 130840695

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.12.1972 - II ZR 141/71 - dejure.org
https://dejure.org/1972,843
BGH, 14.12.1972 - II ZR 141/71 (https://dejure.org/1972,843)
BGH, Entscheidung vom 14.12.1972 - II ZR 141/71 (https://dejure.org/1972,843)
BGH, Entscheidung vom 14. Dezember 1972 - II ZR 141/71 (https://dejure.org/1972,843)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1972,843) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Nichtiges Geschäft bei Verstoß gegen die guten Sitten - Zuwendungen an Vertreter oder Angestellte des anderen Vertragsteils mit dem Ziel, von diesen bei der Vergabe von Aufträgen ihres Unternehmens bevorzugt zu werden, verstoßen gegen die einfachsten und grundlegenden Sätze des geschäftlichen Anstandes und kaufmännischer guter Sitte - Eine Benachteiligungsabsicht ist für die Annahme der Sittenwidrigkeit keine Voraussetzung - Sittenwidrigkeit ergibt sich schon aus der Verbindung von eigennützigen Interessen des Vertreters mit denen des Vertretenen
NJW 1973, 363
MDR 1973, 384
GRUR 1973, 382
DB 1973, 323
21 Der Senat hat bei der rechtlichen Bewertung des Übertragungsvertrages in seinem Urteil vom 5.10.2010 und dem Ergebnis, dass der Vertrag sittenwidrig sei, die bis dahin vom Bundesgerichtshof und einem Teil des Schrifttums zu vergleichbaren Konstellationen vertretene Rechtsauffassung zugrunde gelegt, dass ein Vertrag, der zu dem Zweck abgeschlossen wird, das Forderungsrecht eines Dritten zu vereiteln, allein wegen der nicht zu billigenden und den redlichen Rechtsverkehr störenden Zweckrichtung sittenwidrig ist (RGZ 62, 137, 139; RGZ 81, 86; BGH NJW 1962, 1099; BGHZ 60, 102, 104 = NJW 1973, 465; BGH NJW 1973, 363 = MDR 1973, 384; BGH NJW 1981, 2184, 2185; BGHZ 103, 235, 24; BGH NJW 1988, 902; BGH NJW-RR 1996, 869; BGH NJW-RR 1999.1186; OLG Düsseldorf NJW-RR 2001, 1025, 1026; OLG München NJW 2011, 80, 81;… Medicus, AT Rdn. 706;… Münch-Komm/Armbrüster § 138 Rdn. 96;… Soergel/Hefermehl Rdn. 184;… Staudinger/Sack/Fischinger § 138 Rdn. 447).
Darauf, ob es tatsächlich zu einer Schädigung des Dritten gekommen ist, kam es hiernach nicht an (ausdrücklich BGH NJW 1973, 363 = MDR 1973, 384).
Sie stellt wie die Bestechung eine krasse Erscheinungsform missbilligter Kommerzialisierung dar (BGH NJW 1991, 1819; BGH NJW 1973, 363; BGH NJW 1962, 1099; OLG Düsseldorf, Urteil vom 12.01.2007 - I-7 U 262/05, zitiert nach juris).
Nach ständiger Rechtsprechung verstoßen Zuwendungen an Vertreter oder Angestellte des anderen Vertragsteils mit dem Ziel, von diesem bei der Vergabe von Aufträgen ihres Unternehmens bevorzugt zu werden, gegen die einfachsten und grundlegenden Sätze des geschäftlichen Anstandes und kaufmännischer guter Sitten (BGH NJW-RR 1991, 483, 484; NJW 1973, 363).
Ob die an der Zuwendung Beteiligten den Geschäftsherrn schädigen, ist dabei für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäfts ohne Belang (BGH NJW 1973, 363).
Der Bundesgerichthof sieht Schmiergeldzahlungen genauso wie Bestechungszahlungen als in hohem Maße anstößig und als sittenwidrig an; es handelt sich hierbei um krasse Erscheinungsformen missbilligter Kommerzialisierung (Urteil vom 16.01.2001, XI ZR 113/00, NJW 2001, 1065, 1067; Urteil vom 14.12.1972, II ZR 141/71, NJW 1973, 363; Urteil vom 26.03.1962, II ZR 151/60, NJW 1962, 1099).
Dem steht auch die von der Beklagten zitierte Entscheidung des BGH (NJW 1973, 363) nicht entgegen.
BGH, 11.06.1975 - IV ZR 153/73
Tätigwerden als Rechtsanwalt zur Vorbereitung eines Grundstückstauschs und der …