Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-krankheit.html
Timestamp: 2019-04-23 08:41:30
Document Index: 115724370

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 5', '§ 26', '§ 5', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Urteile und Kommentare: Krankheit - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Krank­heit
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Krank­heit von 2009 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Krank­heit.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2009, im Über­blick.
19.10.2017. Ar­beit­ge­ber kön­nen die Um­set­zung in ei­ne an­de­re Schicht per Ar­beits­an­wei­sung auch dann mit dem Ziel des Ge­sund­heits­schut­zes be­grün­den, wenn sie zu­vor kein BEM durch­ge­führt ha­ben: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.10.2017, 10 AZR 47/17 (Pres­se­mel­dung des BAG).
04.05.2017. Bei er­neu­ter Erst­be­schei­ni­gung nach Ab­lauf ei­ner sechs­wö­chi­gen Er­kran­kung müs­sen Ar­beit­neh­mer be­wei­sen, dass sie zwi­schen den Krank­heits­zei­ten ar­beits­fä­hig wa­ren: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 15.11.2016, 12 Sa 453/16.
18.08.2016. Ver­lan­gen Ar­beit­neh­mer Lohn­fort­zah­lung we­gen ei­ner neu­en Krank­heit nach ei­ner sechs­wö­chi­gen an­de­ren Er­kran­kung, müs­sen sie be­wei­sen, dass sie zwi­schen den Er­kran­kun­gen ge­sund wa­ren: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.05.2016, 5 AZR 318/15.
07.12.2015. Mit­te 2014 ent­schied der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH), dass An­sprü­che auf Ur­laubs­ab­gel­tung ver­erb­lich sein müs­sen. Die­se Vor­ga­be hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin jetzt um­ge­setzt: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 07.10.2015, 56 Ca 10986/15 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
19.03.2015. Wird ein al­ko­hol­ab­hän­gi­ger Ar­beit­neh­mer nach ei­ner Ent­wöh­nungs­the­ra­pie rück­fäl­lig, trifft ihn dar­an im Re­gel­fall kein Ver­schul­den im Sin­ne des Ent­gelt­fort­zah­lungs­rechts: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.03.2015, 10 AZR 99/14 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
19.02.2015. Die Vi­deo­über­wa­chung krank­ge­schrie­be­ner Ar­beit­neh­mer ist nur zu­läs­sig, wenn kon­kre­te Tat­sa­chen den Ver­dacht be­grün­den, dass der Ar­beit­neh­mer die Krank­heit nur vor­ge­täuscht hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.02.2015, 8 AZR 1007/13 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
12.06.2014. Vor knapp drei Jah­ren hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass der An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung nicht ver­erb­lich ist (BAG, Ur­teil vom 20.09.2011, 9 AZR 416/10 - wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 11/184 Ur­laubs­ab­gel­tung bei Tod des Ar­beit­neh­mers?). Heu­te hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) klar­ge­stellt, dass der er­satz­lo­se Un­ter­gang des An­spruchs auf Ur­laubs­ab­gel­tung im To­des­fall ge­gen das Eu­ro­pa­recht ver­sto­ßen wür­de: EuGH, Ur­teil vom 12.06.2014, C-118/13 (Bol­la­cke).
09.04.2014. In ei­nem heu­te ent­schie­de­nen Fall hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) klar­ge­stellt, dass ei­ne lang­jäh­rig be­schäf­tig­te Kran­ken­schwes­ter, die aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den kei­ne Nacht­schich­ten mehr ma­chen kann, von ei­nem gro­ßen Kran­ken­haus ver­lan­gen kann, nur tags­über ein­ge­setzt zu wer­den. Weist der Ar­beit­ge­ber kei­ne lei­dens­ge­rech­te Ar­beit im Tagdienst zu, übt er sein Wei­sungs­recht nicht rich­tig aus und be­fin­det sich im An­nah­me­ver­zug: BAG, Ur­teil vom 09.04.2014, 10 AZR 637/13.
14.11.2012. Ar­beit­ge­ber ha­ben nach dem Ge­setz das Recht, vom er­krank­ten Ar­beit­neh­mer be­reits ab dem ers­ten Tag der Ar­beits­un­fä­hig­keit ein At­test zu ver­lan­gen, d.h. ei­ne ärzt­li­che Be­schei­ni­gung der Ar­beits­un­fä­hig­keit. Das steht in § 5 Abs.1 Satz 3 Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG). Bis­lang hat­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) al­ler­dings noch nicht ver­bind­lich ent­schie­den, ob der Ar­beit­ge­ber die­ses Recht mög­li­cher­wei­se nur dann aus­üben kann, wenn er da­für im Ein­zel­fall sach­li­che Grün­de hat. Heu­te hat das BAG klar­ge­stellt, dass der Ar­beit­ge­ber da­für kei­ne Sach­grün­de braucht, d.h. die Be­ru­fung auf das Ge­setz ge­nügt: BAG, Ur­teil vom 14.11.2012, 5 AZR 886/11.
23.05.2012. § 26 Abs.2 TVöD ent­hält ei­ne ei­gen­stän­di­ge Re­ge­lung der Ur­laubs­über­tra­gung in Krank­heits­fäl­len. Das hat zur Fol­ge, dass der krank­heits­be­dingt nicht ge­nom­me­ne Mehr­ur­laub je­weils am 31. Mai des Fol­ge­jah­res ver­fällt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.05.2012, 9 AZR 575/10.
12/014 Betriebliches Gesundheitsmanagement bei psychischer Erkrankung
19.12.2011. Ar­beit­neh­mer sind nach dem Ge­setz nur dann zur Vor­la­ge ei­nes ärzt­li­chen At­tes­tes ver­pflich­tet, wenn ei­ne Krank­heit län­ger als drei Ka­len­der­ta­ge dau­ert. Der Ar­beit­ge­ber kann aber die Vor­la­ge ei­nes At­tes­tes ge­mäß § 5 Abs.1 Satz 3 EFZG auch schon frü­her ver­lan­gen. Aber darf er das auch oh­ne sach­li­che Be­grün­dung im Ein­zel­fall, d.h. "ein­fach so"? Ja, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln: LAG Köln, Ur­teil vom 14.09.2011, 3 Sa 597/11.
15.08.2011. Ist ein Ar­beit­neh­mer über Jah­re hin­weg ar­beits­un­fä­hig er­krankt, ver­liert er seit dem grund­le­gen­den Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) in Sa­chen Schultz-Hoff (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06) sei­nen Ur­laubs­an­spruch nicht für die Zeit sei­ner Er­kran­kung. Der Ur­laubs­an­spruch wächst da­her im Lau­fe der Zeit im­mer wei­ter an. Al­ler­dings muss die­ser an­ge­sam­mel­te „Schultz-Hoff-Ur­laub“ nach Ge­ne­sung des Ar­beit­neh­mers rasch ge­nom­men wer­den, da er nach der Ge­ne­sung des Ar­beit­neh­mers zum En­de des Ka­len­der­jah­res ver­fällt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.08.2011, 9 AZR 425/10 (Pres­se­mit­tei­lung).
11.01.2011. Zum Ar­beits­lohn kön­nen ne­ben den üb­li­chen fi­nan­zi­el­len Zah­lun­gen auch so­ge­nann­te Sach­be­zü­ge ge­hö­ren. Weit ver­brei­tet ist in­so­weit die Dienst­wa­gen­ge­stel­lung - auch - zu pri­va­ten Zwe­cken. Wird der Ar­beit­neh­mer ar­beits­un­fä­hig krank, be­kommt er zu­nächst ein­mal nach Maß­ga­be des Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­set­zes für bis zu sechs Wo­chen wei­ter sei­nen Lohn, d.h. das Geld und den Dienst­wa­gen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat nun die Fra­ge ge­klärt, was in­so­weit nach Ab­lauf des Ent­gelt­fort­zah­lungs-Zeit­rau­mes gilt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 14.12.2010, 9 AZR 631/09
03.11.2010. Wer we­gen ei­ner Krank­heit ar­beits­un­fä­hig ist, hat für den Zeit­raum von bis zu sechs Wo­chen ei­nen ge­setz­li­chen An­spruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall. Er muss da­für le­dig­lich be­wei­sen dass er ar­beits­un­fä­hig krank ist bzw. war. In al­ler Re­gel ge­schieht dies durch ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung, der nach der Recht­spre­chung ein be­son­ders ho­her Be­weis­wert zu­kommt. Zwar be­steht da­ne­ben grund­sätz­lich auch die Mög­lich­keit, die Ar­beits­un­fä­hig­keit auf an­de­re Wei­se zu be­le­gen. Ei­ne er­höh­ten Be­weis­wert ha­ben die­se an­de­ren Al­ter­na­ti­ven je­doch nicht. Da­her soll­ten Ar­beit­neh­mer sie dar­auf ach­ten, der kor­rek­te Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung zu hal­ten. Tun sie das nicht, kön­nen sie schnell in die De­fen­si­ve ge­ra­ten: Lan­des­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 24.06.2010, 11 Sa 178/10.
30.08.2010. Ei­ner ärzt­li­chen Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung hat grund­sätz­lich ei­nen ho­hen Be­weis­wert. Um die­sen zu er­schüt­tern, müs­sen zwei­feln­de Ar­beit­ge­ber har­te Fak­ten vor­le­gen. Ein klas­si­sches ar­beits­recht­li­ches Streit­feld ist da­her die Fra­ge, ob die vor­ge­leg­ten Fak­ten aus­rei­chen. Nur dann ist der Ar­beit­neh­mer näm­lich in der Pflicht und muss sei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit auf an­de­re Wei­se be­wei­sen, um in den Ge­nuss der Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall zu kom­men. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt ent­schied An­fang 2010, ob schon un­vor­sich­ti­ge Äu­ße­run­gen des Ar­beit­neh­mers in­so­weit schäd­lich sein kön­nen: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.02.2010, 16 Sa 890/09
19.05.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln hat ent­schie­den, dass ein Ar­beit­neh­mer bei ei­nem nicht un­er­heb­li­chen Rück­stand des Ar­beit­ge­bers mit der Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen wie bei ei­nem "nor­ma­len" Lohn­rück­stand sein Zu­rück­be­hal­tungs­recht aus­üben kann. LAG Köln, Ur­teil vom 20.01.2010, 9 Sa 991/09.
19.04.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat die An­for­de­run­gen nä­her kon­kre­ti­siert, die der Ar­beit­ge­ber bei der Durch­füh­rung des be­trieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ments zu be­ach­ten hat. Das BAG ver­langt, dass der Ar­beit­ge­ber not­falls auch Wi­der­stän­de des Ar­beit­ne­he­mers über­win­den muss: BAG, Ur­teil vom 10.12.2009, 2 AZR 400/08.
10/065 Zusatzurlaub für Schwerbehinderte: Kein Verfall bei langer Krankheit
10/044 Bußgeld wegen Verstoß gegen Datenschutz: Sammeln von Daten über Krankheiten der Beschäftigten hat Folgen
04.03.2010. Die zu­stän­di­gen Da­ten­schutz­be­hör­den ha­ben Buß­gel­der ge­gen die Dro­ge­rie­ket­te Mül­ler so­wie Lidl ver­hängt, weil die­se in grö­ße­rem Um­fang Da­ten über Krank­hei­ten ih­rer Be­schäf­tig­ten sam­mel­ten und da­mit ge­gen den Da­ten­schutz ver­stie­ßen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell 09/082: "Krank­heits­da­ten auf dem Müll").
Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den, dass der ho­he "Be­weis­wert", der ei­ner ärzt­li­chen Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung nach der Recht­spre­chung zu­kommt, auch ei­ner ärzt­li­chen Ar­beits­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (Ge­sund­schrei­bung) zu­kommt: LAG Düs­sel­dorf , Ur­teil vom 03.09.2009, 11 Sa 410/09.
28.10.2009. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts (ArbG) Düs­sel­dorf ist ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Klau­sel wirk­sam, nach der ein Ar­beit­neh­mer, für den ei­ne Al­ters­teil­zeit­ver­ein­ba­rung im Block­mo­dell be­steht, Zei­ten ei­ner über den Ent­gelt­fort­zah­lungs­zeit­raum hin­aus­ge­hen­den Ar­beits­un­fä­hig­keit nach­ar­bei­ten muss. ArbG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 02.06.2009, 7 Ca 515/09
30.09.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Rhein­land-Pfalz be­fasst sich mit der Dar­le­gungs­last ei­nes ar­beits­un­fä­hig er­krank­ten Ar­beit­neh­mers, dass er wie­der ar­beits­wil­lig sei und die Krank­heit des­galb ein­zi­ger Grund des Ar­beits­aus­falls sei, nach­dem er zu­nächst die Ar­beit ver­wei­gert hat­te: LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 20.03.2009, 6 Sa 361/08.
09/126 Kein Verfall von Resturlaubsansprüchen inflolge von Krankheit seit dem 02.08.2006
20.07.2009. In Ar­beits­recht ak­tu­ell 09/057 in­for­mier­ten wir über ein Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG), das den we­gen Krank­heit nicht ge­nom­me­nen Ur­laub auf­grund des Ur­teils des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) in Sa­chen Schultz-Hoff (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06) ent­ge­gen dem bis­he­ri­gen Ver­ständ­nis der Re­ge­lun­gen des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes (BUrlG) über den 31. März des Fol­ge­jah­res auf­recht er­hält. Das Ur­teil des BAG war da­mals nur auf­grund ei­ner ge­richt­li­chen Pres­se­mel­dung be­kannt. In­zwi­schen hat das BAG sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de ver­öf­fent­licht (Ur­teil vom 24.03.2009, 9 AZR 983/07). Sie wer­den hier kurz be­spro­chen.
09/096 Bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit infolge Hormonbehandlung besteht Pflicht zur Entgeltforzahlung
08.06.2009. Un­ter­zieht sich ei­ne Ar­beit­neh­me­rin ei­ner Hor­mon­be­hand­lung we­gen ei­ner ärzt­lich fest­ge­stell­ten Un­frucht­bar­keit und wird dar­auf­hin ar­beits­un­fä­hig krank, ist der Ar­beit­ge­ber zur Ent­gelt­fort­zah­lung ver­pflich­tet. Ein "Ver­schul­den" der Ar­beit­neh­me­rin an ih­rer Krank­heit bzw. der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ar­beits­un­fä­hig­keit liegt in ei­nem sol­chen Fall nicht vor: Hes­si­sches LAG, Ur­tei vom 26.11.2008, 6/18 Sa 740/08.
05.06.2009. Nach ei­nem Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) ver­fal­len ta­rif­li­che An­sprü­che auf Ur­laubs­geld bei ei­ner lang­dau­ern­den Er­kran­kung des Ar­beit­neh­mers ge­nau­so­we­nig wie der Ur­laubs­an­spruch selbst, wenn der Ur­laubs­geld­an­spruch recht­lich an den Ur­laubs­an­spruch ge­kop­pelt ist: BAG, Ur­teil vom 19.05.2009, 9 AZR 477/07.
13.05.2009. Das Ar­beits­ge­richt Stutt­gart hat ent­schie­den, dass die Be­rech­ti­gung zur Pri­vat­nut­zung ei­nes Dienst­wa­gens mit dem Ab­lauf der sechs­wö­chi­gen Ent­gelt­fort­zah­lung bei Krank­heit en­det. Ab die­sem Zeit­punkt, d.h. bei ei­ner län­ge­ren krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­un­fä­hig­keit, kann ein Dienst­wa­gen da­her vom Ar­beit­ge­ber her­aus­ver­langt wer­den: Ar­beits­ge­richt Stutt­gart, Ur­teil vom 25.02.2009, 20 Ca 1933/08.
09/057 Auslegung des Bundesurlaubsgesetzes entsprechend dem Schultz-Hoff Urteil des EuGH
07.04.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass auch pri­va­te Ar­beit­ge­ber die Kon­se­quen­zen aus dem Schultz-Hoff-Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) zu tra­gen ha­ben, d.h. den we­gen Krank­heit nicht ge­nom­me­nen Ur­laub ver­gan­ge­ner Jah­re ge­wäh­ren oder ab­gel­ten müs­sen, oh­ne sich auf den Ver­fall die­ser Rest­ur­laubs­an­sprü­che zum 31. März be­ru­fen zu kön­nen. Nach An­sicht des BAG ist da­zu ei­ne Än­de­rung des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes (BUrlG) nicht er­for­der­lich: BAG, Ur­teil vom 24.03.2009, 9 AZR 983/07.
31.03.2009. Das Ar­beits­ge­richt Lör­rach hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil klar­ge­stellt, dass die Ent­schei­dung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) vom 20.01.2009 in Sa­chen Schultz-Hoff (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06, C-520/06) von den deut­schen Ge­rich­ten auch dann um­zu­set­zen ist, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne Pri­vat­per­son ist. Auch oh­ne ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung müs­sen sich pri­va­te Ar­beit­ge­ber da­her dar­auf ein­stel­len, dass Ur­laubs­an­sprü­che künf­tig nicht zum 31. März des Fol­ge­jah­res ver­fal­len, wenn der Ur­laub bis da­hin we­gen Krank­heit nicht ge­nom­men wer­den konn­te: Ar­beits­ge­richt Lör­rach, Ur­teil vom 06.02.2009, 3 Ca 161/08.
17.03.2009. Vor knapp zwei Mo­na­ten hat­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) 2009 ent­schie­den, dass der Ver­fall von Ur­laubs­an­sprü­chen dau­er­haft er­krank­ter Ar­beit­neh­mer eu­ro­pra­rechts­wid­rig ist (EuGH, Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06 - Schultz-Hoff). Grund­la­ge des EuGH-Ur­teils war ei­ne Vor­la­ge des Lan­des­ar­beits­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf. Aus der EuGH-Ent­schei­dung zog das LAG Düs­sel­dorf un­ge­wöhn­lich rasch, näm­lich nur zwei Wo­chen (!) spä­ter die recht­li­chen Kon­se­quen­zen und ent­schied den Vor­la­ge­fall im we­sent­li­chen für den kla­gen­den Ar­beit­neh­mer, Herrn Schultz-Hoff: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 02.02.2009, 12 Sa 486/06.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­un­fä­hig­keit ha­ben oder wenn es in­fol­ge des krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­aus­falls zu Pro­ble­men kommt, be­ra­ten und ver­tre­ten wir Sie ger­ne. Wir sind auch be­hilf­lich, wenn Sie von ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kün­di­gung be­trof­fen sind oder wenn Ih­nen auf­grund ei­ner län­ger an­dau­ern­den Er­kran­kung Rest­ur­laubs­an­sprü­che für zu­rück­lie­gen­de Jah­re zu­ste­hen, die von Ih­rem Ar­beit­ge­ber nicht an­er­kannt wer­den.
Auf­stel­lung krank­heits­be­ding­ter Fehl­zei­ten