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Timestamp: 2018-03-19 14:42:33
Document Index: 231831057

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 54', 'Art. 6', 'Art. 29', 'Art. 37', '§ 5']

Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachwe...
Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für einen Kindergarten
Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für einen Kindergarten – Seite 397 – 01.09.2015 >>
1.5 Risikobeurteilung
Gebäudeart/Gebäudeklasse:
In der Regel GK 3 (Art. 2 Abs. 3 BayBO)
Einstufung der Baumaßnahme:
Sonderbau, Tageseinrichtungen für Kinder (Art. 2 Abs. 4 Punkt 10 BayBO)
Einzelfallbetrachtung:
Da es sich um einen nichtgeregelten Sonderbau handelt, ist eine Einzelfallbetrachtung zwingend.
Die bauaufsichtlichen Schutzziele aus Art. 3 und 12 BayBO sind gesetzlich für die Planungsphase bindend. Der Bauherr kann noch zusätzliche Schutzziele festlegen (Versicherbarkeit). Teilweise ist der Denkmalschutz als zusätzliches gesetzliches Schutzziel zu berücksichtigen. Ggf. kann auch Bestandsschutz als privates Schutzziel zu berücksichtigen sein. Vor allem im Bestand ergeben sich durch die unterschiedlichen Schutzziele Schutzzielkonflikte.
Das vorgegebene Schutzniveau ergibt sich aus den zutreffenden Vorgaben, welche bei nicht geregelten Sonderbauten nicht abschließend sein können. Hier ist lediglich das Schutzniveau aus der Landesbauordnung zu entnehmen. Die besondere Nutzungsart bzw. die Nutzer sind dabei zu berücksichtigen. Durch den Bauherrn kann das zu erreichende Schutzniveau noch erhöht werden.
Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für einen Kindergarten – Seite 398 – 01.09.2015 << >>
Da es sich um einen nicht geregelten Sonderbau handelt, sind nach Art. 54 Abs. 3 BayBO formal entsprechende Maßnahmen für die Sondernutzung zu berücksichtigen, welche zusätzlich zu den Vorgaben aus der Bauordnung umzusetzen sind (ggf. auch geringere Anforderungen zulässig bei entsprechender Gefahrenlage). Ziel ist Einhaltung der vorgegebenen Schutzziele im gesellschaftlich akzeptierten Schutzniveau.
Kindergarten mit z.B. 3 Gruppen bzw. 75 Kindern
Kinder von 3 bis 7 Jahren oder von 1 bis 3 bei einer Kinderkrippe
Handlung im Brandfall teilweise unkontrolliert, hilfebedürftig
teilweise behindert ca. 8 % (Bundesdurchschnitt)
geringer als in Standardgebäuden, da Kinder betreut werden
Kerzen, Weihnachtsgestecke, Weihnachtsbäume
Gefahr der Ausbreitung von Feuer und Rauch abhängig von:
Abstände von Nachbargebäuden oder Brandwänden
Unterteilung durch innere Brandwände
Feuerwiderstandsfähige Trennung von Nachbarnutzungen
Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für einen Kindergarten – Seite 399 – 01.09.2015 << >>
Holzbalkendecken ggf. nicht ausreichend feuerwiderstandsfähig
Schlechter Anschluss der alten Holzbalkendecken an Wände
Qualität von Leitungsdurchführungen
Fehlender Ausgang der Gruppenräume direkt ins Freie
Nutzbarkeit der Rettungswege auf Grund des geringen Alters oder der Unbeholfenheit
Ausreichende Abstände oder Brandwände zu Nachbargebäuden
Tragende Bauteile der Angriffswege (Treppen, Treppenräume)
Mögliche Beurteilungsgrundlage für den Einzelfall
Auf Grundlage der Einzelfallbetrachtung kann festgehalten werden, dass grundsätzlich die BayBO gilt. Zusätzlich kommen noch alle eingeführten Technischen Baubestimmungen wie z.B. Leitungsanlagenrichtlinie für die Verlegung von Leitungen jeglicher Art außer Lüftungsleitungen, Lüftungsanlagenrichtlinie für die Lüftungsanlage einschließlich der Lüftungsleitungen, DIN 4102 in Betracht. Außerdem die Verordnungen für technische Anlagen (FeuV, EltBauV).
Das BS-Konzept der BayBO berücksichtigt nicht die Nutzung, die Nutzer und die sich daraus ergebenden Gefahren (große Anzahl der Kleinkinder).
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Um die baurechtlichen Schutzziele zu erreichen, sind zusätzliche Maßnahmen vorzusehen. Ggf. können Einzelanforderungen aus der Schulbaurichtlinie übernommen werden.
Bei wesentlicher Änderung der vorgenannten Randbedingungen/Planungsgrundlagen muss die Wirksamkeit der BS-Maßnahmen auf den Prüfstand.
Nachfolgend die Festlegung der Maßnahmen untergliedert nach
baulichen (einschließlich Gebäudetechnik)
anlagentechnischen,
betrieblichen Maßnahmen und den
Vorkehrungen für den abwehrenden Brandschutz
2.1 Bebauung der Grundstückes/Abstandsflächen (Art. 6 BayBO)
Abstandsflächen werden in Abhängigkeit von der Höhe des Gebäudes und der Einstufung des Baugebietes festgelegt (Kerngebiet, Gewerbe- u. Industriegebiet bzw. Sondergebiet).
Abstände zu Gebäuden auf dem eigenen Grundstück in Abhängigkeit von der Feuerwiderstandsdauer und der Brennbarkeit der Außenwände, unter Berücksichtigung der Gefährdung.
Darlegung, wo sich die Brandwände befinden (nur teilweise aus den Eingabeplänen ersichtlich). Z. B.
Türen in inneren BW T 90 ggf. T 30 RS im Zuge von Fluren
Anlage 3 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für einen Kindergarten – Seite 401 – 01.09.2015 << >>
Ausbildung der Brandwände im Dachbereich. Abstände von Gauben oder anderen Öffnungen von den Brandwänden
Auch hier empfiehlt sich die Darstellung der Brandabschnitte in den Brandschutzplänen.
Fußbodenhöhe höher 7 m, in der Regel wie GK 5 feuerbeständig
Fußbodenhöhe bis 13 m, ggf. hochfeuerhemmend (bis 400 m2 NE)
ab GK 4 nichtbrennbar oder feuerhemmend
Vorkehrungen bei Doppelfassaden und hinterlüfteten Außenwandbekleidungen
wie Baurecht (mind. F 30, F 60 HolzRL, F 90 AB)
Türen T 30 bzw. T 30 RS im Verlauf von Fluren
Trennwände von mehrgeschossigen Hallen (in Anlehnung an Ziffer 2.4 SchulBauRL)
Abweichung von Art. 29 BayBO, Öffnungen in Decken
Möglichkeit Hallenwände wie Geschossdecken, Türen nur zu Fluren T 30 RS
Öffnungen Feuerwiderstand wie Decken
wie Baurecht (harte Bedachung)
Von der Obersten Baubehörde in Bayern wird die Auffassung vertreten, dass für Gruppenräume im EG der zweite Rettungsweg in Form eines Ausganges direkt vom Gruppenraum aus ins Freie erforderlich ist. Dieser Ausgang ist grundsätzlich als Tür vorzusehen.
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Aus dem OG können anstelle von Treppen fest angebrachte Rutschen als zweiter Rettungsweg dienen (nach DIN 7926). Der zweite Rettungsweg sollte für Gruppenräume auch im OG direkt ins Freie führen, z.B. über Balkontüren mit Treppen oder Rutschen. Allerdings ist für die Einsatzkräfte dann ein anderer 2. Angriffsweg erforderlich (mind. eine anleiterbare Stelle der Nutzungseinheit).
Für Kinder unter 3 Jahren ist die Rettung über Rutschen nicht möglich. Die Kinder sollten, wenn irgendwie möglich, im EG untergebracht werden.
immer zwei bauliche Rettungswege
1. RW Tür in den Garten, 2. RW über nicht notwendigen Flur zum Ausgang
Beide Rettungswege führen zu einem sicheren Sammelplatz
grundsätzlich alle erforderlichen Rettungswege baulich
beide RW über einen notwendigen Flur in der Regel nicht möglich
Alternative zwei Rauchabschnitte im Flur und
Bypasslösungen, um rauchfreien Flurabschnitt zu erreichen
ein TR über eine Halle, Rutsche oder Außentreppe
bis zu einem sicheren Sammelplatz
Innerhalb der Gruppenräume
Freihalten der Rettungswege zur Ausgangstür in den Garten
Terrassentür nicht verschlossen lassen, ggf. Panikschloss
Freihalten der Rettungswege zu Ausgangstüren in den Flur
Freihalten des Zuganges zum Nachbarzimmer und Flur
Alternativ freihalten des Zuganges zum Balkon, zur Rutsche oder Außentreppe
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Flure (in Anlehnung an Ziffern 3.3 und 3.4 SchulBauRL)
Unterteilung der Flure in Rauchabschnitte von max. 30 m mittels RS-Türen
Bekleidung brennbarer Baustoffe mit nichtbrennbaren Baustoffen
Flur nach Baurecht, ggf. kein notwendiger �Spielflur� im EG
Treppe (in Anlehnung an Ziffern 3.4 und 4 SchulBauRL)
Feuerwiderstandsfähigkeit nach BayBO
Treppenräume (in Anlehnung an Ziffer 2.3 SchulBauRL)
GK 1, 2 und 3 feuerhemmende Treppenraumwände (Bekleidung nichtbrennbar)
Aufschlagrichtung in Rettungswegrichtung (außer Aufenthaltsräume/Gruppenräume)
Anschluss der Dachgeschosse an notwendige Treppenräume
Gruppenräume im DG zwei Treppenräume
alternativ vorsehen feuerwiderstandsfähiger Dachschrägen
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Vorsehen von einem unmittelbaren Ausgang ins Freie (z.B. Abböschung)
zweiter Rettungsweg über ggf. nicht notwendigen Flur
im 2. Untergeschoss keine Gruppenräume!
bei zwei übereinander liegenden Kellergeschossen getrennte Ausgänge
Feuerwiderstandsfähigkeit zu anderen Kellerräumen
2.6 Haustechnische Anlagen (Art. 37 bis 43 BayBO, ETB, Verordnung für technische Anlagen)
Die haustechnischen Anlagen, welche in der Kindereinrichtung vorhanden sind oder sein werden, sind aufzuzählen.
Leitungsanlagen, jeglicher Art;
Es ist eindeutig darzulegen, dass und ggf. wie alle jeweils zutreffenden Vorschriften eingehalten werden, beispielsweise wie das Abschottungsprinzip, trotz der Verlegung von Leitungsanlagen unterschiedlichster Art, nicht zerstört wird.
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3.1 Gefahrenmeldeanlagen (in Anlehnung an Ziffer 9 SchulBauRL)
als Kompensation für wesentliche Abweichungen oder bei Denkmalschutz ggf. BMA
BMA nach DIN 14675 mit Internalarmierung ggf. mit Aufschaltung zur FW
ggf. z.B. wenn Abweichungen von baurechtlichen Vorschriften nicht wesentlich sind oder zur Verbesserung des Schutzniveaus BMA nach DIN 14676 zulässig (Heimrauchmelder)
Geeignete Handfeuerlöscher
Treppenaugen meist nicht erforderlich
Steigleitung (trocken, nass oder nass-trocken) in der Regel nicht erforderlich
3.3 Rauch- und Wärmeabzug (BayBO in Anlehnung an Ziffer 6 SchulBauRL)
Entrauchung der Treppenräume nach BayBO (Fenster oder 1 m2 oben)
Rauchableitung in Hallen an höchster Stelle 1 % oder oberes Drittel 2 %
ggf. Entrauchungsmöglichkeit der Flure
3.4 Blitzschutzanlagen (in Anlehnung an Ziffer 7 SchulBauRL)
Grundlage der Maßnahmen DIN EN 62305-2 Risikobeurteilung
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3.5 Sicherheitsbeleuchtung (in Anlehnung an Ziffer 8 SchulBauRL)
Für erdgeschossige Einrichtungen i.d.R. keine Sicherheitsbeleuchtung
Für mehrgeschossige Einrichtungen oder in Obergeschossen im Einzelfall
3.6 Sicherheitsstromversorgung (in Anlehnung an Ziffer 10 SchulBauRL)
Für erdgeschossige Einrichtungen i.d.R. keine Sicherheitsstromversorgung
Vor allem die betrieblichen Maßnahmen können schon wegen der sich ändernden Bedingungen nicht für alle Zeit in einem BS-Nachweis/Konzept oder in einer Baugenehmigung festgelegt werden. Es gibt auch keinen Bestandsschutz für diese Maßnahmen. Sie sind immer in Abhängigkeit der nach § 5 Arbeitsschutzgesetz obligatorischen Gefährdungsbeurteilungen festzulegen. Diese sind regelmäßig (ca. jährlich) zu wiederholen.
Grundsätzlich gilt diese Aussage auch für die dauernde Sicherstellung des baulichen und anlagentechnischen Brandschutzes, vor allem bei der Sicherung des Abschottungsprinzips und der Rettungswege. Bei jeder Gefährdungsbeurteilung sind unter anderem alle Wände und Decken mit Brandschutzanforderungen (auch Flur und Treppenraumwände) auf Öffnungen zu überprüfen und diese ggf. zu verschließen (Nachbelegungen von Leitungen jeglicher Art werden oft nicht zulassungsgemäß verschlossen).
Folgende Maßnahmen des betrieblichen Brandschutzes sind in der Regel erforderlich
Fluchtwegbeschilderung/Rettungswegplan
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Feuerwehrpläne für große Einrichtungen
Flucht- u. Rettungswegpläne, wenn die KITAs unübersichtlich sind
Bestellung eines Brandschutzbeauftragten für große oder mehrere Einrichtungen
Festlegen von mind. einem Sammelplatz
offenes Feuer (Kerzen, Rauchverbot)
Prüfungen von sicherheitstechnischen Anlagen nach SPrüfV, wenn vorhanden
Gefährdungsbeurteilung der Brandgefahren
5.1 Feuerwehrpläne/Einsatzunterlagen
Im Einzelfall bei größeren und unübersichtlichen Einrichtungen erforderlich
Erstellung im Einvernehmen mit der FW
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Welche Löschwasserquellen sind vorhanden bzw. geplant und Vergleich mit den Anforderungen (in der Regel zwischen 1.000 bis 1.600 l/min erforderlich)
Folgende Löschwasserquellen können angesetzt werden:
Löschwasserquellen, welche auf anderen Grundstücken stationiert sind, können nicht berücksichtigt werden. Zur Darstellung der Löschwasserversorgung empfiehlt sich ein Lageplan mit Einzeichnung der Löschwasserquellen (Anlage zum Brandschutznachweis).