Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.12.2007&Aktenzeichen=IV%20ZR%2040/06
Timestamp: 2019-05-20 10:19:36
Document Index: 185144849

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 7', 'BGH', '§ 6', '§ 28', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.12.2007 - IV ZR 40/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2917
BGH, 12.12.2007 - IV ZR 40/06 (https://dejure.org/2007,2917)
BGH, Entscheidung vom 12.12.2007 - IV ZR 40/06 (https://dejure.org/2007,2917)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 2007 - IV ZR 40/06 (https://dejure.org/2007,2917)
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Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch den Ausschluss eines unter Beweis gestellten Vortrags; Kenntnis von den Beobachtungen eines Zeugen bei Abfassung einer Schadensanzeige; Vorliegen einer Obliegenheitsverletzung bei Verschweigen von Tatsachen während einer Schadensanzeige
VVG § 6 Abs. 3; AKB § 7 (I) Abs. 2 S. 3
Kfz-Kaskoversicherung - Beweislast des VR für Kenntnis des VN bei Verletzung der Aufklärungsobliegenheit
Zusammenfassung von "Anmerkung zu den Urteilen des BGH v. 13.12.2007, Az.: IV ZR 252/05 (Nichtmitteilung der vom Versicherer bewiesenen Kenntnisse des VN...) & v. 12.12.2007, Az.: IV ZR 40/06 (Aufklärungsobliegenheiten..)" von Prof. Dr. Jürgen Prölss, original erschienen in: VersR 2008, 674 - 675.
NJW-RR 2008, 623
VersR 2008, 484
Fehlt ihm diese Kenntnis, so kann er die Obliegenheit schon objektiv nicht verletzen, denn es gibt nichts, worüber er nach seinem Kenntnisstand den Versicherer aufklären könnte (Senatsbeschluss vom 12. Dezember 2007 - IV ZR 40/06, VersR 2008, 484 Rn. 4;… Senatsurteil vom 13. Dezember 2006 - IV ZR 252/05, VersR 2007, 389 Rn. 10, 13 ff. m.w.N., Anm. Prölss, VersR 2008, 674).
c) Erst wenn eine objektive Obliegenheitsverletzung festgestellt werden kann, hat der Kläger die Vorsatzvermutung des § 6 Abs. 3 Satz 1 VVG a.F. zu widerlegen und zu beweisen, dass ihn ein geringeres Verschulden als Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit trifft (vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 2007 aaO Rn. 7; vom 2. Juni 1993 - IV ZR 79/92, VersR 1993, 960 unter I 2; vom 21. April 1993 - IV ZR 34/92, VersR 1993, 828 unter 2 c m.w.N.).
b) Für die arglistige Verletzung einer Aufklärungsobliegenheit gemäß Ziffer E. 2.1 und E. 1.1.3 AKB 2015 trägt die Beklagte die Beweislast (…vgl. statt aller Prölss/Martin-Armbrüster, VVG, 30. Aufl., § 28 Rn. 168; BGH, Beschluss vom 12.12.2007 - IV ZR 40/06; Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken…, Urteil vom 10.02.2016 - 5 U 75/14, Rn. 56).
Dieses positive Wissen um die die Obliegenheit auslösenden Umstände muss der Versicherer, will er sich auf Leistungsfreiheit wegen Verletzung der Obliegenheit berufen, beweisen (…BGH, Urt. v. 16.09.2009 - IV ZR 246/08 - VersR 2009, 1659; BGH, Beschl. v. 12.12.2007 - IV ZR 40/06 - VersR 2008, 484;… BGH, Urt. v. 13.12.2006 - IV ZR 252/05 - VersR 2007, 389).
Deshalb begründet der Bundesgerichtshof in der oben genannten Entscheidung (Beschl. v. 12.12.2007 - IV ZR 40/06 - VersR 2008, 484) die Ablehnung einer Obliegenheitsverletzung damit, es gebe nichts, worüber der Versicherungsnehmer nach seinem Kenntnisstand seinen Versicherer aufklären könne.
Dass ihm bekannt war, dass das Fahrzeug von ihm mit einem reparierten Vorschaden erworben wurde, was grundsätzlich vom Versicherer zu beweisen ist (BGH BeckRS 2008, 01658), lässt der Antragsteller gegen sich gelten.