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Timestamp: 2018-09-25 08:15:07
Document Index: 82320372

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 26', '§ 41', '§ 34', '§ 34', '§ 32']

Vermögen aufgebraucht: Anforderung weiterer Unterlagen - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Vermögen aufgebraucht: Anforderung weiterer Unterlagen
Ich habe vor 3 1/2 Jahren eine Erbschaft angetreten und das auch sofort dem jobcenter mitgeteilt ( habe damals ALG II bezogen ) und auch keine Leistungen mehr erhalten.
Nun ist mein Vermögen aufgebraucht und ich habe letztens einen neuen Antrag gestellt. Ich habe sämtliche angeforderten Unterlagen (Kontoauszüge von allen Konten der letzten 3 Monate usw.) in Kopie vorgelegt.
Jetzt verlangt meine SB weitere Unterlagen:
1. ich soll Belegen, wofür ich mein Erbe verwendet habe.
wie soll ich das denn belegen und was ich mit dem Geld gemacht habe,
ist doch wohl meine Privatsache, zumal ich ja auch keine Leistungen bezogen habe.
2.vollständige Kontoauszüge ab dem 01.06.14 von allen drei Konten inkl. Unterkonten
3.Schufa-Datenübersicht mit ausgehändigtem Formular zu beantragen
Kostenpunkt 24,95
4. Nachweis über eine private Rentenvers. die ich kurzzeitig hatte, die ich aber schon Ewigkeiten nicht mehr habe (2009) und auch dementsprechend keine
Unterlagen mehr.
Wenn mir jemand helfen kann, wie ich mich gegen diese Schikane und Schnüffelei wehren kann, wäre ich sehr dankbar
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07.04.2015, 14:19 #2
AW: Vermögen aufgebraucht: Anforderung weiterer Unterlagen
Zunächst einmal muss der SB überprüfen,inwiefern eine Hilfebedürftigkeit vorsätzlich herbei geführt wurde.
Herbeiführung der Hilfebedürftigkeit
In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wird das Arbeitslosengeld II gekürzt, wenn der Leistungsberechtigte die Hilfebedürftigkeit vorsätzlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hat (§ 31 Abs. 4 SGB II). In der Sozialhilfe soll die Leistung auf das für den Lebensunterhalt Unerlässliche eingeschränkt werden, wenn der Leistungsberechtigte nach Vollendung des 18. Lebensjahres sein Einkommen oder Vermögen in der Absicht vermindert hat, die Voraussetzungen für die Gewährung oder die Erhöhung der Sozialhilfeleistung herbeizuführen (§ 26 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB XII). Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sind ausgeschlossen, wenn der Leistungsberechtigte in den letzten 10 Jahren seine Bedürftigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat (§ 41 Abs. 3 SGB XII).
Ob die verlangten Unterlagen dazu wirklich alle angefordert werden dürfen,das kann ich nicht sagen,da werden sich noch andere User melden.
Aber m.M.nach stellt sich die Frage nur bei Punkt 3.
07.04.2015, 14:22 #3
Vor allem, weil man für das Anfordern einer Selbstauskunft auch noch eine negative Schufa bekommt. Und das dürfte das JC wohl kaum freuen, wenn die dann Schecks ausstellen müssen, weil die Bank das eigene Konto kündigt und man auch kein neues mehr eröffnen kann.
07.04.2015, 14:23 #4
Wofür du das Erbe ausgegeben hast, geht die natürlich nichts an.
Da muss es reichen, dass die wissen wann du wie viel geerbst hast und wie lange du davon gelebt hast.
Da gibt es doch dieses - in meinen Augen - Skandalurteil, wo eine ehemalige Reformhausbesitzerin mit 83 J. ihr Vermögen aufbrauchte und sich erlaubte, monatlich mehr als 2.200 € auszugeben.
1. War die sicher einen gehobenen Lebensstandard gewohnt und 2. darf man in dem Alter doch die Kohle raushauen, wer weiß, wie lange man noch zu leben hat.
07.04.2015, 14:25 #5
Hier gibt es gegenteiliges Niederlage für Jobcenter: Mann verprasst Erbe im Nachtclub - und bekommt Hartz IV - Recht - FOCUS Online - Nachrichten
Die haben Dir doch auch bestimmt mitgeteilt, wie Du den Nachweis für Dinge erbringen sollst, die für den üblichen Bedarf drauf gingen. Also Lebensmittel etc. Das ist doch unmöglich nachzuweisen, bzw. hätten die das dann schon damals mitteilen müssen, dass man für jeden Furz die Quittungen aufzubewahren hat.
07.04.2015, 14:31 #6
Wer keine Leistungen vom JC bezieht, muss auch nicht vergleichbar wie ein Leistungsbezieher leben, ihm stehen durchaus andere Ausgaben zu.
Wichtich im ALG II Bezuch ist die aktuelle Bedürftigkeit, die man durch die entsprechenden Kontoauszüge nachweisen kann.
Hier ein Link aus einem Urteil:
BSG : Auch verschwenderischer Erbe hat Anspruch auf Hartz IV
07.04.2015, 14:35 #7
Ist aber leider nur ein SG Urteil. Das andere ist ein LSG aus dem selben Bundesland wie Heilbronn, daher wohl "höherwertiger" und das SG Urteil leicht angreifbar.
Das LSG ist auch etwas später erlassen.
Das LSG-Urteil gilt aber nur für den Rechtskreis SGB XII und ist daher bei ALG II gar nicht anwendbar.
07.04.2015, 14:47 #8
Wie kommst du darauf? nur weil da für einen Fall im SGB XII entschieden wurde, bedeutet das nicht, dass es keine analoge Anwendung für das SGB II findet. Bestimmungen zum sozialwidrigen Verhalten gibt es ebenso im SGB II § 34.
Leute Leute, man muss die Urteile immer lesen und in dem kurzen Text steht sogar
Nur bei einem sozialwidrigen Verhalten könne der Leistungsanspruch versagt werden. .... Inwieweit ein Ersatzanspruch nach § 34 SGB II oder eine Minderung des Anspruchs wegen einer Pflichtverletzung in Betracht kommt (§§ 32, 31 Abs. 2 SGB II), ist vorliegend nicht zu prüfen.
Das kommt- wie ja immer- auf den Einzelfall an, aber tendenziell wird das eben ausgeschlossen, wenn die meinen, dass man monatlich zu viel verbraucht hat und da werden die eben immer strenger.
Wobei natürlich klar ist, dass er immer Leistungen bekommen muss (Existenzsicherung, die könne ja keinen offiziell verhungern lassen), aber die Rückforderung geht dann auf die Erben über.
07.04.2015, 15:10 #9
In dem Fall ging es aber um die Grusi. Die hat keine Entsprechung im SGB II.
(Existenzsicherung, die könne ja keinen offiziell verhungern lassen)
U25 schon, die müssen offiziell verhungern. Ist aber etwas OT.
aber die Rückforderung geht dann auf die Erben über.
Wer würde denn mit so einer Belastung das Erbe überhaupt annehmen wollen? Vermutlich werden dann alle ausschlagen und die Rückforderungspflicht trifft dann das Bundesland.
07.04.2015, 15:15 #10
Aber im SGB II gibt es den selben §§, bzw. einen mit dem selben Zweck ;)
Aber egal. Wenn du meinst, dass dies bei Alg 2 nicht passieren könnte, soll es mir auch egal sein.
07.04.2015, 15:34 #11
ist doch wohl meine Privatsache, zumal ich ja auch keine Leistungen bezogen
Die Höhe und der Zuflußzeitpunkt ist ja dem JC bekannt.
Mach eine Auflistung über Deine notwendigen Ausgaben über den Zeitraum (Miete, Strom, Versicherungen + Pauschalbetrag für weitere Ausgaben wie Ernährung usw.).
Rechne das zusammen und prüfe, ob Du bereits damit den Vermögensfreibetrag unterschreitest. Denn diesen dürftest Du (noch) haben...
Hier beantragst Du die Kostenübernahme beim JC.
Wenn Du keine Unterlagen mehr darüber hast, kannst Du entweder bei der Versicherung die Bestätigung über die Auflösung einholen oder erklären, dass die Versicherung seit 2009 nicht mehr besteht.
07.04.2015, 21:21 #12
In letzter Konsequenz zu ende gedacht würde das bedeuten , jeder der geschäftlich Pleite gemacht hat ist selber schuld.Irgendwie verstricken die sich auch immer mehr in ihrer eigenen komischen Logik.Naja.
08.04.2015, 22:55 #13
danke erstmal an euch alle, daß man das gefühl hat, man ist nicht alleine auf der kugel !
habe mich vorher auch hier kundig gemacht und deswegen angemeldet:dank:
werde denen erstmal ein schreiben aufsetzen, wie ich das sehe und dann bei ablehnung einen anwalt zu konsultieren.
auf jeden fall hat mich das hier im forum, nicht alles zu akzeptieren, was das JC von mir verlangt
erstmal weitergeholfen
berichte gerne über die weiterentwicklung!
man lebt nur einmal vl.:icon_kratz
09.04.2015, 00:53 #14
Die schreiben einem Arbeitnehmer doch auch (noch) nicht vor, dass er sein Gehalt nur in Höhe des Regelsatzes ausgeben darf und Miete auch nur ganz wenig.
09.04.2015, 07:45 #15
Rechtsanwalt einschalten. Schufa . das geht den SB gar nichts an. Der Typ hat sie nicht alle. Kontoauszüge seit 06/14? Soll er mal die Rechtsgrundlage für nennen. DU bist jetzt bedürftig und hast dein Vermögen ganz normal ausgeben müssen. Nachweise darüber? Rechtsgrundlage nennen. Der Typ versucht die Abwimmeltechnik damit du dich nicht beim ALG-II anmeldest.
Das Urteil da aus BW zeigt wieder einmal wie manche Richter drauf sind. Verfassungsmäßig dürfte das keinen Bestand haben. Es sei denn, die Richter hätten eine zuverlässige Kristallkugel die ihnen mitteilt, wann ein Mensch stirbt. Und Heilbronn hat eh ein besonderes Geschmäckle, da wundert mich nichts.
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