Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bgh/42735f3267323ad762220678e2cd21347cd73ced352a9e4130e681ac4a46056f
Timestamp: 2018-10-20 19:10:04
Document Index: 254575414

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 154', '§ 349', '§ 154', '§ 64', '§ 64', 'BGH', 'BGH']

BGH, 3 StR 151/04: BGH (einfuhr, menge, unterbringung, begründung, stgb, strafe, stpo, dauer, falle, verurteilung)
Urteil des BGH vom 06.05.2004, 3 StR 151/04
3 StR 151/04
BGH (einfuhr, menge, unterbringung, begründung, stgb, strafe, stpo, dauer, falle, verurteilung)
Einfuhr, Menge, Unterbringung, Begründung, Stgb, Strafe, Stpo, Dauer, Falle, Verurteilung
Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 6. Mai 2004 gemäß
§ 154 a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2, § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:
1. Auf die Revision des Angeklagten wird
a) das Verfahren gemäß § 154 a Abs. 2 StPO auf den Vorwurf
der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge
b) das Urteil des Landgerichts Mönchengladbach vom 5. Dezember 2003 im Rechtsfolgenausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben, soweit eine Entscheidung
über die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt unterblieben ist.
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubten Erwerbs von
Betäubungsmitteln in Tateinheit mit unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln
in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs
Monaten verurteilt. Hiergegen wendet sich die auf die Beanstandung der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten, die den aus
dem Beschlußtenor ersichtlichen Erfolg hat.
Der Senat beschränkt das Verfahren auf den Vorwurf der Einfuhr von
Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und folgt insoweit der Begründung
des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift.
Rechtsfehlerhaft hat das Landgericht die Prüfung unterlassen, ob gegen
den Angeklagten eine Maßregel nach § 64 StGB anzuordnen ist. Der Senat
schließt sich auch insoweit der Begründung des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift an:
"Angesichts der Feststellungen, die das Landgericht zur Dauer und Intensität der Drogenabhängigkeit des Angeklagten und zum Zweck der von ihm begangenen Straftat getroffen hat, hätte es unter entsprechender Darlegung im Urteil prüfen müssen, ob die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt nach § 64 StGB anzuordnen ist. Ein Fall, in dem eine solche Maßregelanordnung nicht nahe liegt und daher, jedenfalls aus sachlich-rechtlichen Gründen, keiner Erörterung im Urteil bedarf, liegt ersichtlich nicht vor. Der im Übergehen dieser Maßregelfrage liegende Rechtsmangel ist auf die nicht beschränkte sachlichrechtliche Anfechtung auch ohne besondere Beanstandung zu beachten und erzwingt eine insoweit nicht durch das Verschlechterungsverbot eingeschränkte neue tatrichterliche Überprüfung (BGH, Beschl. vom 20. Oktober 1999 - 3 StR 366/99; BGHSt 37, 5)."
Angesichts der milden Strafe schließt der Senat aus, daß das Landgericht im Falle einer Verurteilung des Angeklagten allein wegen Betäubungsmitteleinfuhr sowie dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt auf eine
noch geringere Strafe erkannt hätte.
Winkler Miebach Pfister