Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=20.12.2002&Aktenzeichen=23%20U%2039/02
Timestamp: 2019-05-25 00:33:38
Document Index: 66905724

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 276', '§ 675', '§ 287', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Düsseldorf, 20.12.2002 - 23 U 39/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2609
OLG Düsseldorf, 20.12.2002 - 23 U 39/02 (https://dejure.org/2002,2609)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 20.12.2002 - 23 U 39/02 (https://dejure.org/2002,2609)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 20. Dezember 2002 - 23 U 39/02 (https://dejure.org/2002,2609)
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"Kirchenaustritt erspart Kirchensteuer" - Steuerberater muss eigens darauf hinweisen
Steuerberater muss auch auf mögliche Belastungen aufgrund der Kirchensteuerpflicht seines Mandanten hinweisen
BGB § 249 § 276 § 675
Steuerberatung; fehlender Hinweis auf Kirchenaustritt als Beratungsverschulden
LG Kleve, 22.01.2002 - 3 O 287/01
NJW-RR 2003, 1071
Entgegen der Ansicht des OLG Düsseldorf (NJW-RR 2003, 1071, 1073) gilt die Vermutung beratungsgerechten Verhaltens nicht unabhängig von religiösen, ideellen oder sonstigen Motiven des Mandanten.
Hierzu haben sie sich auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf (OLG Düsseldorf NJW-RR 2003, 1071 ff.) berufen.
Soweit der von den Klägern herangezogenen Entscheidung des OLG Düsseldorf (NJW-RR 2003, 1071 ff.) die Ansicht zu entnehmen sein sollte, die vom Steuerberater geschuldete Beratung umfasse auch den Hinweis, den Anfall von Kirchensteuern durch Austritt aus der Kirche zu vermeiden, wäre dieser Auffassung demnach nicht zu folgen.
c. Soweit der von den Klägern herangezogenen Entscheidung des OLG Düsseldorf (NJW-RR 2003, 1071 ff.) die Ansicht zu entnehmen sein sollte, die vom Steuerberater geschuldete Beratung umfasse auch den Hinweis, den Anfall von Kirchensteuern durch Austritt aus der Kirche zu vermeiden, wäre dieser Auffassung demnach nicht zu folgen.
Die Beweisanforderungen, denen der Geschädigte für den Nachweis der haftungsausfüllenden Kausalität ausgesetzt ist, unterliegen zwar bereits den nach § 287 ZPO bestehenden Beweiserleichterungen, da insoweit § 286 ZPO nicht gilt (vgl. BGH…, Urteil vom 22.02.2001, IX ZR 293/99, BGHReport 2001, 434 = NJW-RR 2001, 1351, 1353 = WM 2001, 741, 743 m.w.N.; OLG Düsseldorf, 23. Zivilsenat, Urt. v. 20.12.2002, 23 U 39/02, OLGR 2003, 106, 108 m.w.N.).
Hierbei hat er den Mandanten in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich seine Rechte und Interessen zu wahren und eine Fehlentscheidung zu vermeiden (BGH NJW 1995, 958; NJW 1995, 2108/2110; NJW 1998, 1488/1489/1491; NJW 2001, 3477/3478; Senat, Urteil vom 20.12.2002 - 23 U 39/02 = OLGR 2003, 106 und GI 2003, 60; Zugehör DStR 2003, Seiten 1124 f und 1171 f - Anm. 1.2.).
Etwas anderes hat der Senat auch nicht in seinem Urteil vom 20.12.2002 (a.a.O.) angenommen.