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Timestamp: 2017-07-27 06:46:42
Document Index: 111692102

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 823', '§ 823', '§ 1004', '§ 823', '§ 823', '§ 1004', '§ 1004']

Prüfungswissen: Der quasinegatorischer Unterlassungsanspruch §§ 823, 1004 BGB analog | Examensrelevant.de
Prüfungswissen: Der quasinegatorischer Unterlassungsanspruch §§ 823, 1004 BGB analog
2 Share Tweet Share 0 Von Examensrelevant 4. April 2016
Prüfungswissen, Zivilrecht
Hinweis: Einführung zu der Entscheidungsbesprechung: Rauchen auf Balkon als „sozialadäquates Verhalten“ (LG Potsdam; Urteil vom 14.03.2014 – 1 S 31/13). Die Entscheidungsbesprechung wird heute mittag veröffentlicht.
Prüfungswissen: Der quasinegatorische Unterlassungsanspruch analog
Der quasinegatorische Unterlassungsanspruch richtet sich gegen die drohende Beeinträchtigung „sonstiger Rechte“ und rechtlich geschützter Positionen. Da § 823 BGB nur eine Schadenskompensation vorsieht, eine Verletzungsabwehr gesetzlich in § 1004 BGB nur für Eigentumsverletzungen vorgesehen ist, liegt eine planwidrige Regelungslücke sowie eine vergleichbare Interessenlage vor. Ein Anspruch ist unter folgenden Voraussetzungen gegeben.
I. Störung eines geschützten Rechtsguts i. S. der §§ 823 ff BGB
Es muss ein von §§ 823 ff. BGB geschütztes Rechtsgut gestört sein.
II. Rechtswidrigkeit, keine Duldungspflicht nach § 1004 II BGB
Die Störung muss rechtswidrig sein, insbesondere darf keine Duldungspflicht nach § 1004 II BGB bestehen. Ein Verschulden hinsichtlich der Störung ist hingegen nicht
Die Rechtswidrigkeit wird in der Regel durch die Rechtsgutverletzung indiziert. Dies gilt nicht für die sog. Rahmenrechte wie das
allgemeine Persönlichkeitsrecht und das
Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb.
Hierbei ist eine umfassende Güter- und Interessenabwägung erforderlich.
III. Weitere bevorstehende Beeinträchtigungen
Grundsätzlich besteht ein schutzwürdiges Interessen an der Geltendmachung eines
Unterlassungsanspruchs nur, wenn noch mit dem Eintritt weiterer Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Allerdings kann der Unterlassungsanspruch auch vorbeugend für erstmalig unmittelbar bevorstehende Störungen geltend gemacht werden.
IV. Geltendmachung gegen den Störer
Der Anspruch muss gegen denjenigen geltend gemachten werden, welcher die Störung verursacht. Hier kann auf die polizei- und ordnungsrechtlichen Grundsätze über den Handlungs- und Zustandsstörer zurückgegriffen werden.
Veröffentlicht in der Zeitschriftenauswertung (ZA) Januar 2015
Tags: allgemeines persönlichkeitsrechtkeine duldungQuasinegatorischer Unterlassungsanspruchrecht am eingerichteten und ausgeübten gewerbebetriebrechtswidrigstörer Examensrelevant.de Kontakt	office@examensrelevant.de Tipps für dein Examen	§ Linksammlung