Source: http://wolfsschutz-deutschland.de/category/allgemein/page/16/
Timestamp: 2019-01-19 00:30:59
Document Index: 384979118

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 44', 'Art. 12', '§ 45', '§ 45', '§ 71', '§ 71', '§ 329', '§ 5', '§ 7', '§ 7', '§ 5']

Allgemein Archive – Seite 16 von 20 –
Hier eine aktuelle Pressemitteilung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder (www.aha-halle.de)
In dem Zusammenhang haben mehrere Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland offenbar einen offensichtlichen Überbietungswettbewerb begonnen, wer sich als größter Hassprediger gegenüber dem Wolf positioniert. Insbesondere in Niedersachsen, Sachsen, Bayern und Sachsen-Anhalt, aber auch in Brandenburg versuchen sich Politik sowie Lobbyverbände von Jägern, Landwirten und Waldbesitzern als besondere Bekämpfer des Wolfes hervorzutun. Dabei scheinen diese Leute zu vergessen, dass ein ähnliches Vorgehen dazu führte, dass in Folge intensiver Jagd das Gebiet des Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei war. Im Unterschied zum Luchs gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch erlegte man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutzstellung auch im Osten Deutschlands sein Ende finden sollte.
„1. Rechtliche Situation, Schutzstatus des Wolfes Der Wolf ist eine heimische, nach internationalen und nationalen Rechtsvorschriften streng geschützte Tierart, deren Vorkommen in Deutschland zurzeit zusammen mit den in Westpolen lebenden Wölfen die Zentraleuropäische Flachlandpopulation bildet.“
Diese internationalen rechtlichen Vorgaben werden durch § 7 Absatz 2 Nr. 13 Buchst. b) BNatSchG und § 7 Absatz 2 Nr. 14 Buchst. a) BNatSchG umgesetzt. Die Zugriffsverbote des § 44 Absatz 1 Nr. 1 bis 3 BNatSchG nehmen die einschlägigen Vorgaben des Art. 12 Absatz 1 Buchst. a) bis d) FFH-RL auf und untersagen das Nachstellen, Fangen, Verletzen oder Töten von Wölfen, das erhebliche Stören von Wölfen während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit sowie jede Entnahme, Beschädigung und Zerstörung ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Nach § 45 Abs. 7 BNatSchG können von den vorgenannten Verboten Ausnahmen zugelassen werden. Eine Ausnahme darf jedoch beim Vorliegen einer der in § 45 Absatz 7 Nr. 1 bis 5 BNatSchG genannten Gründe nur zugelassen werden, soweit es keine zumutbaren Alternativen gibt. Außerdem darf sich der Erhaltungszustand der Wolfspopulationen durch die Zulassung der Ausnahme nicht verschlechtern.
Gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie ist der Wolf zudem eine Art von gemeinschaftlichem Interesse (prioritäre Art). Die EU verlangt von den Mitgliedsländern, dass sie für diese Arten den Fortbestand eines günstigen Erhaltungszustands gewährleisten bzw. – soweit sich die Art noch nicht in einem solchen Erhaltungszustand befindet – herbeiführen. Die EU verlangt von den Mitgliedsländern außerdem, dass sie alle sechs Jahre einen Bericht über den Erhaltungszustand dieser Arten erstellen. Der rechtliche Status des Wolfes und die vom Europäischen Gerichtshof dazu ergangenen Urteile schützen die Tierart Wolf auf der gesamten Landesfläche. Die Ausweisung bestimmter vom Wolf freizuhaltender Gebiete, die Festlegung eines Zielbestandes oder
eine Bestandsregulierung sind daher unzulässig.
Verordnung widerspricht eindeutig Schutzbestimmungen
„Die Tötung eines Wolfes stellt eine strafbare Handlung nach § 71 Absatz 1 und § 71a BNatSchG sowie § 329 Absatz 3 StGB dar. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen kann die strafbare Handlung zum Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit gemäß § 5 WaffG führen und den Entzug des Jagdscheines nach sich ziehen.“, Zitat Ende.Die nunmehr vom Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg Jörg Vogelsänger (SPD) unterzeichnete und am 01.01.2018 als Teil des Wolfmanagementplans in Kraft getretene Brandenburger Wolfsverordnung dagegen, widerspricht eindeutig den internationalen, europäischen und nationalen Schutzbestimmungen. So überlässt diese Verordnung einem Jeden Einzelnen die Einschätzung ab wann Wölfe auffälliges, problematisches oder aggressives Verhalten zeigen. Auch beinhaltet das Papier mit keiner Silbe die Nachweispflicht, dass Wölfe für Übergriffe bzw. Tötungen auf Nutztiere verantwortlich sind. Es reicht die Mutmaßung aus, um die „nach § 7 berechtigten Personen“ mit Vergrämung bis Tötung der mutmaßlich verantwortlichen Wölfe zu beauftragen. Zu den „nach § 7 berechtigten Personen“ zählen u.a. „wer einen gültigen Jagdschein oder eine andere waffenrechtliche Erlaubnis besitzt.“ Hier hat man den Bock zum Gärtner gemacht, wo doch Jäger zu den radikalsten und extremistischen Gegnern der Wiederankunft des Wolfes zählen und immer wieder im Verbund mit ähnlich veranlagten Landwirten, Waldeigentümern und ihren Lobbyverbänden für ihre diesbezügliche permanente und unbelehrbare öffentliche Militanz bekannt sind.
Dann stellt sich noch die Frage, ob mit einer anderen waffenrechtlichen Erlaubnis jede Person mit Waffenschein gemeint ist. Somit kann schon bei bloßem Verdacht, dass der Wolf böse ist, jeder der eine Waffe besitzen darf, Jagd auf das sehr streng geschützte Tier machen. Fachkompetenz hin, Fachkompetenz her. Ein bitterer Beigeschmack, der da aufkommt, wenn man sich auch noch die unter § 5 geregelte Todesstrafe für Wolfs- Hund-Hybriden anschaut. Diese Verordnung hat die Büchse der Pandora geöffnet. Ebenso schwach ist die Regelung und Auflistung von „Zumutbaren Maßnahmen zum Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“. Schon die Bezeichnung ist sehr interessant. Wildernde Hunde zählt man schon mal nicht zu den Verursachern. Was passiert eigentlich, wenn Wolfsgegner gezielt die Tiere anlocken, um sich so das Recht zur Tötung zu schaffen ? Die Verordnung beinhaltet dazu gar nichts.U.a. in dem Blickwinkel betrachtet, fehlen interessanterweise die Auflistung und Androhung von Ahndungen nach dem Straf- und Ordnungswidrigkeitsrecht. Sollte dieses skandalöse Machwerk weiter Gültigkeit besitzen, bekommen garantiert Ordnungsbehörden, Polizei und Justiz noch eine Menge zu tun. Nur besteht die Gefahr, dass es bei einer zu erwartenden langsamen Bearbeitung der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, zu einem sehr gefährlichen Wettlauf mit der erneuten Ausrottung des Wolfes in Brandenburg kommt.
Der AHA fordert den Landtag und die Landesregierung Brandenburgs auf, diese skandalöse für die radikalisierten Wolfsfeinde unter den Jägern, Landwirten und den Waldeigentümern erlassene Verordnung sofort zu stoppen. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung müssen sich endlich im Klaren sein, dass mit der Rückkehr von Wolf und Luchs in Deutschland zwei Tiere zurückkehren, welche wieder ihren Platz im obersten Teil der Nahrungspyramide einnehmen. Ein Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft und Waldeigentümer ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht.
In dem Zusammenhang sei an einen sehr interessanten Beitrag der „Märkischen Oderzeitung“ vom 26.11.2008 erinnert, wo Freunde von blutigen Tierjagden ihr Handeln mit dem Fehlen von natürlichen Feinden des Schalenwildes begründeten und dabei explizit Bären und Wölfe benannten. Nun kehrt der Wolf zurück und übernimmt wieder seine angestammte Funktion als na-
türlicher Feind und schon mobilisiert u.a. die Jägerschaft gegen seine Ausbreitung. Die Politik liefert dazu die Rechtsgrundlagen. Was für ein offensichtlicher und unverantwortlicher Widerspruch !
Erhaltung von Natur- und Lebensräumen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen. Für den AHA ist es erschreckend, dass bei dieser Lobbyschaft und den ihnen zugewandten Politikern kein Aufschrei ertönt, wenn es um Fortsetzung des Flächenfrasses für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften geht. Ziemlich leise geht es auch zu, bei fehlender artgerechter Tierhaltung im Zuge der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft sowie des zunehmenden Missbrauch von Landwirtschaft und Böden für Spekulanten aller Art.
Ferner weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt. Darüber hinaus führte die Art und Weise des Betreibens der Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben.
Hier erwartet der AHA auch mehr Handeln der Politik im Bund und in den Ländern, anstatt eine massive Hass- und Drohkulisse gegen den Wolf und womöglich irgendwann in dem Umfang auch gegen den Luchs aufzubauen. Nach Ansicht des AHA müssen erst einmal absolut vorrangig der ungehemmte Flächenfrass sowie ausgeräumte, monokulturell genutzte Agrarlandschaften, aber auch unwürdige Tierhaltungsbedingungen sowie die Ausplünderung von Wäldern schnellstmöglich der Vergangenheit angehören. Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein.
Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen –wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie- mitzuwirken. Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende
sich bitte an folgende zentrale Anschrift:
Jahresrückblick von Wolfsschutz-Deutschland
Veröffentlicht am 30. Dezember 2017 1. Januar 2018
Eine Abordnung von Wolfsschutz-Deutschland überreiche im Bayerischen Umweltministerium unsere Petition gegen den Abschuss der aus dem Naturpark Bayerischer Wald ausgebrochenen Gehegewölfe.
Liebe Wolfsschützerinnen und Wolfsschützer,
das Jahr geht zu Ende und wir blicken zurück auf zwölf Monate, in denen wir von Wolfsschutz-Deutschland mit aller Kraft für die Wölfe in Deutschland gekämpft haben. Es war für uns ein erfolgreiches Jahr, in dem wir mit unserer Arbeit und dem Engagement tausender von Menschen, die unsere Petitionen unterschrieben haben, viel erreicht haben. Dafür wollen wir allen, die dazu beigetragen haben, dass der Schutzstatus des Wolfes in Deutschland nicht aufgehebelt wurde, ganz herzlich danken!
Was mit unserer Petition gegen den Abschuss von Wolf Pumpak begann, die weit über 125 000 Menschen unterzeichnet haben, setzte sich fort in der Gründung von Wolfsschutz-Deutschland. Auf Grund unserer Aktionen und der kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit konnten wir in diesem Jahr viel erreichen.
Auch im kommenden Jahr werden wir uns nicht davor scheuen, bei unserem Kampf für die Wölfe mit großen Naturschutzverbänden anzuecken, die bereit sind, auch Wölfe zu töten, wenn die Politik es fordert. Wir von Wolfsschutz-Deutschland treten für den wirklichen Schutz der Wölfe ein, das bedeutet auch weiterhin, dass wir unsere Stimme gegen jede Abschussverfügung gegen Wölfe erheben werden und dies auch – wenn notwendig – mit Klagen zu verhindern suchen. Wie wirksam es sein kann, für eine Sache zu kämpfen, das zeigen unsere Petitionen, die bundesweit in den Medien Beachtung fanden. Wir haben durch unsere Petition „Tötet nicht die entlaufenen Wölfe! Jede Minute zählt!“ erreicht, dass die beiden letzten entlaufenen Wölfe des Wolfsgeheges im Naturschutzpark Bayerischer Wald nicht erschossen wurden. Die Petition haben wir persönlich im Bayerischen Umweltministerium in München überbracht und unsere Meinung dort kund getan. In kürzester Zeit hatten fast 30 000 Menschen diese Petition unterschrieben.
Ein Etappenziel haben wir auch in Sachsen erreicht. Über 44.000 Menschen haben die Petition für das Rosenthaler Wolfsrudel unterschrieben, das nach dem Willen des Bautzener Landrats Harig erschossen werden sollte. Mit einem Eilantrag hatte unsere Dachorga, die Grüne Liga Sachsen, dies verhindert. Zugleich haben Mitglieder von uns vor Ort in Rosenthal Nachtwachen gehalten, damit ein Wolf aus dem Rudel nicht erschossen wird. Auch dafür gilt unser herzlicher Dank an alle, die dort mitgeholfen haben!
Wir denken nicht egoistisch, wir unterstützen alle, die sich wirklich dem Schutz der Wölfe in Deutschland widmen. So auch Jan Olsson, der sich mit aller Kraft in Niedersachen für das Leben der Goldenstedter Rudels einsetzt (www.w-i-s-z-v.de) Unsere Petition gegen den Abschuss des CUX-Land Rudels in Niedersachsen hat bisher knapp 66.000 Unterschriften vorzuweisen.
Auch beim Kampf gegen den Abschuss der sechs Wolfmischlingswelpen in Thüringen haben wir geholfen und Laura Pastoors bei ihrer Petition unterstützt. Dadurch wurde erreicht, dass die Wolfsmischlinge nicht abgeschossen, sondern eingefangen werden.
Ganz herzlich wollen wir uns auch bei Sebastian Michel, Gregor und all den anderen Mitarbeitern bei http://www.change.org bedanken, die uns bei unseren Petitionen sehr unterstützt haben! Denken Sie beim Spenden bitte daran, dass auch change.org ein Verein ist und auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist.
Beschwerde beim Deutschten Presserat wegen Bild-Artikel
Erschreckt hat uns, dass die meisten Medien nur negativ über den Wolf schreiben und sich nicht um eine Recherche bemühen, sondern ohne zu hinterfragen einfach Aussagen von Leuten veröffentlichen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Schon aus Fotos, die irgendein Bauer vom Traktor aus geschossen hat, werden reißerische Artikel kreiert, die völlig ohne einen Zusammenhang gedruckt, oder im Internet verbreitet werden. Allen voran die Bild-Zeitung. Aufgrund eines reißerischen Artikels haben wir den Deutschen Presserat eingeschaltet. Der Artikel mit der Überschrift „WEIL SIE MENSCHEN BEDROHEN- Minister will Wölfe zum Abschuss freigeben“ hetzte gegen die Wölfe und war voller Unwahrheiten. Die Entscheidung darüber, ob die Bild-Zeitung vom Deutschen Presserat gerügt wird, steht noch aus.
Mitglieder von uns waren immer wieder in Niedersachsen und in Sachsen unterwegs, um nachzusehen, wie die Nutztiere vor einem Zugriff der Wöfe geschützt sind. In vielen Fällen mussten sie feststellen, dass die Schafe, Ziegen und Kälber entweder gar nicht, oder nicht ausreichend gesichert waren. Oft fehlen Stromzäune, es existiert kein Unterbodenschutz oder die Zäune entsprechen nicht der geforderten Höhe. All das haben wir auf unserer Webseite dokumentiert (siehe auch hier www.wolfsschutz-deutschland.de/2017/12/12/kalb-to-go-in-niedersachsen/.
Zudem haben wir zahlreiche Anzeigen erstattet, so auch gegen den Bautzener Landrat Harig, der einen Wolf des Rosenthaler Rudels einfach abschießen wollte, dieses Vorhaben aber nach einem Eilantrag der Grünen Liga zurückgezogen hat. Auch gegen Wolfshasser sind wir vorgegangen und haben sie angezeigt. So unter anderem gegen Wendelin Schmücker, Sprecher der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, der gegenüber einer Zeitung geäußert hatte „Wolfsmanagement funktioniert nur mit dem Gewehr“. Anzeigen gegen Anonym erstellten wir auch bei den erschossen aufgefundenen Wölfen unter anderem in Brandenburg, Baden-Württemberg und in Sachsen.
Fast täglich spürten wir Fakenews auf. Beiträge über Menschen und Hunde, die angeblich von Wölfen gebissen wurden, entpuppten sich als nicht wahr, wurden aber in den Medien breit getreten.
Wie unsere Einschätzung aus dem Frühsommer bestätigte, gab es laut BfN (Bundesamt für Naturschutz) auch in diesem Jahr keine rasante Vermehrung und keinen günstigen Erhaltungszustand der Wölfe. Zitat: „Die Zahl der 60 von den Bundesländern bestätigten Rudel des aktuellen Monitoringjahres 2016/2017 in Deutschland ist im Vergleich zum vorherigen um 13 gestiegen. Allerdings ist die Zahl der Wolfspaare im selben Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe ist von vier auf drei gesunken. Die meisten Tiere leben heute in Brandenburg und in Sachsen, wo im Jahr 2000 erstmals nach der Ausrottung der Art in Deutschland vor 150 Jahren ein Wolfspaar aus Polen zugewandert ist.
„Für den Naturschutz sind diese Zahlen zwar erfreulich, jedoch weist die Art noch immer eine insgesamt ungünstige Erhaltungssituation auf“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Vor allem der Straßenverkehr gefährdet demnach den Wolf in seinem Bestand; daneben stellen illegale Abschüsse ein erhebliches Problem dar. Von den in Deutschland seit dem Jahr 2000 insgesamt 201 tot aufgefundenen Wölfen sind 140 durch den Straßenverkehr ums Leben gekommen und 26 illegal getötet worden. Im Vergleich zum Monitoringjahr 2015/2016 ist die Zahl der illegalen Tötungen von zwei auf fünf angestiegen. (hier geht es zur Pressemitteilung des BfN).
(aus Versehen hatte ich in der ersten Version leider die falschen Zahlen eingefügt, sorry! )
Die Hysterie, die von Medien, Politikern, vor allem auch von Lobbyisten wie Jägern und Nutztierhaltern betrieben wird, ist unserer Meinung nach nicht nachvollziehbar.
Ernüchternd war unsere Anfrage an die Bundestagsfraktionen anlässlich der Bundestagswahlen zum Thema Wolf. Die Grünen/Bündnis 90 und die Partei Die Linke hat uns gar nicht geantwortet, FDP und CDU/CSU haben sich dazu bekannt, Wölfe evtl. abzuschießen. Die SPD stellte sich zwar hinter den Wolf und bestätigt, dass der Wolf unter Artenschutz stehe, doch wer sich die Politik in den einzelnen Bundesländern ansieht, der erkennt, dass auch die SPD den Abschuss von Wölfen befürwortet.
Wir brauchen auch im nächsten Jahre Ihre Unterstützung
Wolfsschutz-Deutschland steht aber nicht nur zum Schutz der Wölfe. Wir setzen uns für alle Tiere ein, die bejagt und erschossen werden sollen. So unterstützen wir das Aktionsbündnis Fuchs. Der Rotfuchs gehört in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden – ohne, dass es für diese intensive Verfolgung einen stichhaltigen Grund gäbe. Auch dieser Irrsinn muss unserer Meinung nach ein Ende haben!
Auch im kommenden Jahr wird es wieder viel für uns zu tun geben. Wir werden wachsam sein, alles dafür tun, dass die Wölfe bei uns in Frieden leben können. Dazu brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Unsere Bitte: Helfen Sie uns, dem Wolf in Deutschland wieder ein friedliches Zuhause zu geben!
Allen Wolfsfreunden wünschen wir ein gutes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr!
Wolfsschutz Deutschland wünscht frohe und entspannte Weihnachtstage
wir wünschen Ihnen besinnliche, entspannte und geruhsame Feiertage. Weihnachten und zwischen den Jahren ist die Zeit für Familien. Genießen Sie die Zeit mit Ihren Lieben. Die Wölfe zeigen uns mit ihrem Familienleben ein gutes Beispiel. Es gibt keine strickte Rangordnung bei unseren Wölfen in Deutschland. Vielmehr kümmern sich Eltern und die älteren Geschwister liebevoll und fast schon antiautoritär um den Nachwuchs. Zusammenhalt ist das Wichtigste für ein Wolfsrudel. In diesem Sinne lasst uns auch im nächsten Jahr weiter zusammenhalten um alles für unsere Wölfe zu tun. Dabei wollen sehr viele Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde auch den Schäfern und Weidetierhaltern die Hand reichen. Dies bestätigt eine Umfrage in unserer Facebookgruppe. Hier kann noch mit abgestimmt werden: https://www.facebook.com/groups/630745127109379/
Anfrage der FDP zum Goldenstedter- und zum Cuxlandrudel
Niedersachsen – Die FDP hatte eine Anfrage an das Umweltministerium gestellt. Anscheinend möchte man zu gerne das Goldenstedter und das Cuxland-Rudel töten. Allerdings bislang ohne wirklichen Erfolg. Dennoch muss der öffentliche Druck beibehalten werden. Bitte an den befreundeten Verein www.w-i-s-z-v.de spenden und unsere Petition www.change.org/cuxlandrudel sowie die Petition www.change.org/wolf von w-i-s-z-v unterzeichnen und teilen.
Hier die Pressemitteilung: Entnahme der Wolfsrudel in Barnstorf-Goldenstedt und Cuxhaven
In einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom 28. November 2017 wird von einigen Vorfällen berichtet, bei denen Wölfe des Rudels im Raum Barnstorf-Goldenstedt feststehende Zäune überklettert hätten (https://www.nlwkn.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/wolfsbuero-empfiehlt-verstaerkten-herdenschutz-in-den-landkreisen-diepholz-und-vechta-159793.html, Abrufdatum: 29.11.2017). Weiter heißt es: „Bereits seit Ende 2016 rät das Wolfsbüro den Tierhaltern in der Region, den vom Land Niedersachsen empfohlenen Mindestschutz, einen elektrisch geladenen Nutzgeflecht- oder Litzenzaun in Höhe von mindestens 90 cm, mit sogenannten „Flatterbändern“ auf 120 oder noch besser auf 140 cm zu erhöhen.“
Das Wolfsrudel im Raum Cuxhaven hat einem Bericht der Nordwest Zeitung vom 19. Oktober 2017 zufolge bereits bis zu 60 Nutztiere gerissen. Darunter seien auch Rinder, die durch Zäune geschützt gewesen seien. Seit dem nachweislichen Bestehen des Rudels im Jahr 2015 gab es mehrere dokumentierte Übergriffe auf Rinder (https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/nutztierrisse/, Abrufdatum: 29. November 2017).
Die komplette Pressemeldung gibt es hier: http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/entnahme-der-wolfsrudel-in-barnstorf-goldenstedt-und-cuxhaven-160311.html
Dazu ein Kommentar unseres Vereinsmitgliedes Petra Klages:
Abschuss frei!
Das wünscht sich so mancher Landwirt und auch Hobbynutztierhalter in Deutschland. Doch es gibt in Deutschland Gesetze – und strenge Richtlinien der EU. Der Abschuss ist eine Straftat, der Wolf ist streng geschützt – und das bleibt auch so. Eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes.
Vor vielen Jahren sind die Wölfe heimgekehrt, das ist nicht unbekannt, aber der notwendige Schutz der Nutztiere wurde bislang von den Tierhaltern fast in allen Bereichen schwer vernachlässigt. Statt dessen ist das Geschrei betroffener Hobbytierhalter und Landwirte jetzt groß. Der Wolf hat Hunger und die Nutztierhalter servieren ihm seine Mahlzeiten wie auf dem silbernen Tablett. Denn es gibt kaum angemessene Schutzzäune, nur selten den wolfssicheren Untergrabungsschutz. Warum?
Ist es die Sorglosigkeit und Verantwortungslosigkeit der Nutztierhalter, denken sie, der Wolf wird gerade ihre Tiere verschonen? Nein, das wird er sicher nicht und mit großer Wahrscheinlichkeit wird er immer wieder kommen, denn der natürliche Prädator ist ein kluges Tier und freut sich über die leichte Beute, die die Hobbytierhafter und Landwirte ihm anbieten.
Der Wolf sitzt am gedeckten Tisch
Zwar reißt der Wolf auch Rehe und anderes Wild – was häufig den Hobbyjägern nicht gefällt und dem Berufsjäger deutlich macht, dass nun ein anderer Jäger im Revier sein Recht in Anspruch nimmt; aber die Wildtiere muss der Wolf jagen und sich abmühen. Die Nutztierhalter hingegen verhalten sich „wolfsfreundlich“ und platzieren das Vieh so, dass der Wolf weder jagen, noch sich in anderer Weise bemühen muss. Er darf hier einfach ganz gemütlich und unbesorgt am gedeckten Tisch speisen. Die Weiden sind nicht gesichert, oder nicht so, wie es schon seit vielen Jahren empfohlen wird. Tatsächlich muss man hier schon fast vom verbotenen „anfüttern“ der Wölfe sprechen.
Ärgerlich ist es, dass die Nutztierhalter unverständlicherweise – trotzdem der Wolf bereits vor vielen Jahren in seine Heimat zurückgekehrt ist – Schutzmaßnahmen außer Acht ließen und lassen. Vielleicht ist ihnen das Leben ihrer Tiere eben nichts – oder zu wenig – wert. Der eine oder andere Nutztierhalter ärgert sich möglicherweise über die eigene Ignoranz gegenüber dem Heimkehrer; den Wolf erfreut es, er hat leichtes Spiel bei den Ignoranten.
Der kriminelle Feind
Ohne es zu wissen, hat sich der Wolf nun Feinde gemacht. Feinde, die nicht über den Schutz ihrer Tiere nachgedacht haben und die Hände schlicht in den Schoss legten – viele Jahre lang. Spiegel Online schrieb beispielsweise bereits im Juli 2016, dass Deutschland ein Wilderei-Problem habe. Es gibt sie, sich strafbar machende Hobbyjäger, die sich nicht an das Jagdgesetz, nicht an deutsche Gesetze halten und illegal Wölfe, Luchse oder auch Greifvögel wildern.
Den erfahrenen Berufsjäger dürfte der Prädator wohl kaum stören, da er lediglich für eine natürliche Ordnung im Wildbestand sorgt. Der Berufsjäger hat mit dem Wolf sogar einen kompetenten Kollegen vor Ort.
Hobbyjäger, Landwirte und Hobbynutztierhalter bemühen sich offensichtlich nur, von eigenem Fehlverhalten abzulenken und beschuldigen den Wolf, ein gefährliches, furchtbares Raubtier zu sein, welches hier – in seiner Heimat – angeblich keinen Platz mehr hat. Das ist natürlich Unsinn und lediglich ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver von kriminellem oder eigenem ignoranten Fehlverhalten. Das junge Rind, welchem ich heute begegnet bin, wünsche ich, dass es für die Fehler des Halters nicht mit dem Leben bezahlen muss.
Die Zeit der Märchen sollte für uns als Erwachsene vorbei sein, auch Landwirte und Hobbytierhalter müssen sich verantwortlich für ihre Tiere zeigen, Hobbyjäger müssen sich an geltende Gesetze halten und sich nicht auf die Brüder Grimm berufen. Ein guter erster Schritt, wäre es, Schutzzäune zu errichten, die dem natürlichen Prädator trotzen. Hilfen gibt es mittlerweile genug.
Kerstin bei Faktencheck: So sehen „wolfssichere“ Zäune in Schleswig-Holstein bei dem vom Abschuss bedrohten Wolf Dani aus?
Beate bei Wolfsschutz Deutschland fordert: Schluss mit grausamen Jagdveranstaltungen und der Hatz auf Fuchsfamilien