Source: https://www.klicktipps.de/zivildienst.php
Timestamp: 2018-05-24 15:35:35
Document Index: 387024458

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 5', '§ 3', '§2', '§ 2', '§ 48']

Klicktipps - Zivildienst, freiwilliges soziales Jahr oder freiwilliges ökologisches Jahr
Tipps für Zivildienstleistende und TeilnehmerInnen am freiwilligen sozialen Jahr oder freiwilligen ökologischen Jahr
Zivildienststelle suchen und finden
Bewerbung und Vorstellung bei der Zivildienststelle
Zurückstellung und Befreiung vom Zivildienst
Vorzeitiger Dienstbeginn (ab 17)
Wechsel zu einer anderen Zivildienststelle
Verkürzung des Zivildienstes von 12 auf 9 Monate
Sonderurlaub (während und am Endes des Zivildiensts) für Veranstaltungen, Notfälle, Ausbildungs- und Studienbeginn
Konflikte mit der Zivildienststelle
Bescheinigung der Dienstzeit
Einstellungs- und Entlassungsuntersuchung
Kriegsdienstverweigerung bei der Bundeswehr
Bundeswehr nach Kriegsdienstverweigerung
Nebentätigkeit (Job, Gewerbe, Freiberuf)
Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitsamt), Arbeitslosengeld
Kindergeld, Kinderzuschläge
Waisenrente und Halbwaisenrente
Der Zivildienst in der bisherigen Form läuft im Lauf des Jahres 2011 aus.
Wie der Auslauf funktioniert und wer wann noch zum Zivildienst muss oder ihn freiwillig beginnen kann, ist bei www.zentralstelle-kdv.de beschrieben.
Auch wenn der Zivildienst in Deutschland ein Auslaufmodell ist, bleibt diese Seite hier vollständig erhalten:
Viele Punkte in dieser Seite betreffen auch die Zeit nach dem Zivildienst, z. B. Kindergeld, Rentenversicherung, Bescheinigung der Dienstzeit, Unterlagen sortieren usw.
Die Seite enthält gleichzeitig auch Informationen für FSJ und FÖJ.
Die meisten Tipps und Tricks auf dieser Seite gelten gleichermaßen für
Teilnehmer(innen) am freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) und
Teilnehmer(innen) am freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ).
Für Wehrdienstleistende habe ich eine Extra-Seite zusammengestellt: Wehrdienst
Die meisten Tipps in dieser Homepageseite betreffen die Bereiche 'Finanzielles' und 'Selbstverwaltung'. Vieles hier Beschriebene habe ich in der Zivizeit selbst erlebt, wurde von meinen Söhnen oder deren Freunden erlebt, oder habe ich in den letzten jahren in diversen sozialen Einrichtungen mitbekommen.
Um den Text zu vereinfachen und weil mir dieses Thema am nächsten liegt, wird im Folgenden meist nur von Zivildienstleistenden (ZDL) geschrieben, auch wenn alle drei Bereiche gemeint sind. Unterschiede zwischen Zivildienst und FSJ/FÖJ sind im Text erkennbar.
Es lohnt sich, einen solchen Dienst für die Allgemeinheit abzuleisten!
sammelt Lebenserfahrung,
kommt in ungewohnte Situationen,
kommt mit Menschen zusammen, die man sonst nie kennen gelernt hätte und
kommt auf Staatskosten in eine andere Ecke der Republik oder ins Ausland, wenn man sich eine entsprechende Stelle aussucht.
Der abgeleistete Dienst erhöht die Chancen bei der nächsten Bewerbung, weil der Arbeitgeber nicht befürchten muss, dass der Bewerber noch eingezogen wird und weil der Bewerber Erfahrungen hat, in einem vorgegebenen System sinnvoll mitzuarbeiten.
Die Bewerbung bei einer Zivildienststelle läuft in der Regel folgendermaßen ab:
Anruf bei der vom künftigen ZDL ausgesuchten ZDSt
klären, ob dort für die gewünschte Zeit Bedarf an ZDLs besteht
Vorstellungs- und Besichtigungstermin vereinbaren
Name des zuständigen Gesprächspartners notieren
Viele ZDSt laden aber nur ZDL ein, die bereits ihre Anerkennung erhalten haben.
eventuell ein bis drei Probetage (Hospitation) zum gegenseitigen Kennenlernen
ZDSt und ZDL füllen gemeinsam ein Formular aus, in dem sie gegenüber dem Bundesamt ihre gewünschte Zusammenarbeit und den gewünschten Beginn des ZD erklären.
Das Formular "Vorschlag auf Einberufung eines anerkannten Kriegsdienstverweigerers" (EKL), ist erhältlich bei www.zivildienst.de → Downloads → EKL.
Spätestens hierfür ist das Vorliegen des Musterunsergebnisses und der Anerkennung notwendig.
Weitere Hinweise für Bewerbung und Vorstellung:
Es ist gar nicht positiv, wenn Papa oder Mama für den ZDL bei der Zivildienststelle anrufen und sich dort für ihn bewerben. Viele Einrichtungen laden solche Jungs nicht mal zum Vorstellungsgespräch ein.
Es ist nicht gestattet, dass ein ZDL dort arbeitet, wo ein naher Angehöriger sein Vorgesetzter sein könnte.
Wer schlampig gekleidet oder unpünktlich zum Vorstellungsgespräch kommt, disqualifiziert sich damit selbst. Eine Vorstellung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist ebenfalls nicht erfolgreich.
Uninteressierte, verschlafene oder angeberische Typen sind auch nicht vertrauenerweckend.
Wer schon am Anfang des Vorstellungsgesprächs nach Geld, Urlaubstagen und Mittagspause fragt, disqualifiziert sich.
Folgende Fälle sind in diversen Zivildienststellen wirklich passiert:
Mehrfach erlebt: Papa oder Mama rufen für ihren Jungen bei der ZDSt an.
Ergebnis: Sofortige Absage. Ein Vorstellungsgespräch findet nicht statt.
Ein ZDL-Bewerber kommt mit Freundin an der Hand zum Vorstellungsgespräch. Sie ist mit dabei und bittet darum, dass er die Stelle bekommt.
Ergebnis: Der ZDL wurde zwar eingestellt, aber die ZDSt hat es sehr bereut und sich geschworen, diesen Fehler nie zu wiederholen.
Mehrfach erlebt: Eine ZDSt, bei der viel Fahrdienst für Personen und Material nötig ist, soll besetzt werden; ZDL-Bewerber kommen mit getuntem Fahrzeug in den Hof gebraust.
Ergebnis (Fall A): Der ZDL wird von einer noch unerfahrenen ZDSt eingestellt. Unfälle und sonstige Verstöße gegen Verkehrsregeln finden statt. Die ZDSt lernt daraus (teure Art der Schulung).
Ergebnis (Fall B): Ein Vorstellungsgespräch findet gar nicht erst statt.
Es gibt sehr fleißige und umsichtige ZDL und gelegentlich auch faule ZDL. Mehrfach erlebt: "Gute Kumpels" von faulen ZDL bewerben sich.
Ergebnis: Ein Vorstellungsgespräch findet nicht statt.
Wenn in 2010 der Zivildienst von 9 auf 6 Monate verkürzt werden sollte, könnte es für Zivildienststellen zunehmend interessant werden, eingearbeitete ZDL nach ihrem Dienst in ein befristetes Angestelltenverhältnis für 3 bis 6 Monate zu übernehmen. Hierüber kann man sich im Bewerbungsgespräch schon mal unterhalten.
Als Alternative zum Zivildienst ist auch ein Wehrersatzdienst bei THW, Feuerwehr, DRK, DLRG usw. möglich. Für den Wehrersatzdienst ist eine Verweigerung nicht nötig.
Der Wehrersatzdienst kann erst mit 18 Jahren begonnen werden. Er dauert, solange die Wehrpflicht 9 Monate beträgt, 6 Jahre; bei einer Wehrpflicht von 6 Monaten 4 Jahre.
Wer den Wehrersatzdienst vorzeitig abbricht, muss die anteilige Restzeit im Grundwehrdienst oder (wenn anerkannter Verweigerer) im Zivildienst 'abdienen'.
Weitere Informationen: www.bbk.bund.de → Themen → Überblick → Ehrenamt → Freistellung;
dort gibt es auch eine interessante Seite "Fragen und Antworten" und ein PDF "Informationen zum Freistellungsverfahren".
Die DLRG beschreibt den Wehrersatzdienst in diesem Flyer.
Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum man vorläufig eine Zurückstellung vom Zivildienst beantragen kann, z. B.:
wenn man vorübergehend nicht zivildienstfähig ist,
wenn man in Haft oder in der Psychiatrie ist,
wenn man zum Pfarrer oder Priester ausgebildet wird,
wenn die Heranziehung zum Dienst wegen persönlicher, insbesondere häuslicher, wirtschaftlicher oder beruflicher Gründe eine besondere Härte bedeuten würde.
wenn die Versorgung seiner Familie, hilfsbedürftiger Angehöriger oder anderer hilfsbedürftiger Personen, für deren Lebensunterhalt er aus rechtlicher oder sittlicher Verpflichtung aufzukommen hat, gefährdet würde oder wenn für Verwandte ersten Grades besondere Notstände zu erwarten sind
wenn man für die Erhaltung und Fortführung des eigenen Betriebs unentbehrlich ist,
wenn eine Ausbildung begonnen wurde (bitte in § 11 ZDG genau nachlesen!)
und einige Gründe mehr.
Eine Befreiung von der Dienstpflicht gilt für
ordinierte Geistliche,
Dienstpflichtige, deren Vater, Mutter, Bruder oder Schwester an den Folgen einer Wehr- oder Zivildienstbeschädigung verstorben ist,
Dienstpflichtige, bei denen bereits 2 Geschwister Werhrdienst, Zivildienst, FSJ o. ä. abgeleistet haben (Musterantrag, .txt-Datei 1kB),
Die Zurückstellung ist in § 11 ZDG geregelt.
Die Befreiung ist in § 11 WPflG geregelt. Was für den Wehrdienst gilt, gilt immer auch mit für den Zivildienst.
Der Antrag auf Zurückstellung oder Befreiung sollte rechtzeitig gestellt werden! Falls der Antrag gestellt wird, nachdem man bereits eine Vereinbarung mit einer Zivildienststelle getroffen hat, sollte man diese Stelle fairerweise frühzeitig über die möglicherweise stattfindende Zurückstellung oder Befreiung informieren.
Normalerweise wird man frühestens ab 18 zum Zivildienst eingezogen.
Die vorzeitige Heranziehung ist für den Wehrdienst in § 5 Abs. 1a WPflG so geregelt: Man kann beantragen, früher eingezogen zu werden. Das ist ab dem 17. Geburtstag möglich. Wenn man unter 18 ist, sollte zum Antrag die Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters gelegt werden.
Da Zivildienstleistende nicht benachteiligt werden dürfen, gilt hier sinngemäß das Gleiche.
Zusätzlich muss sicherlich auch eine frühere Musterung - rechtzeitig vor dem gewünschten Dienstbeginn - beantragt werden, und der Kriegsdienst muss verweigert werden; auch das Beides am besten gleich mit Unterschrift des gesetzlichen Vertreters.
Wenn das Ganze stärker beschleunigt werden muss, dann den entscheidenden Stellen mit Telefonaten, Hingehen und Faxen freundlich und höflich auf die Nerven gehen.
Der Wehrersatzdienst bei THW, Feuerwehr, DRK usw. kann erst ab 18 begonnen werden.
Ein Wechsel von einer ZDSt zu einer anderen ist (auf Antrag des ZDL) möglich, ist aber bei der inzwischen recht kurzen ZD-Zeit kaum noch sinnvoll.
In den meisten Fällen wird die aufnehmende ZDSt zumindest fordern, dass der bei der abgebenden Stelle erarbeitete Urlaubsanspruch als Urlaub genommen wird und ggf., dass die abgebende Stelle das auf die bereits geleistete Zeit entfallende anteilige Entlassungsgeld an die aufnehmende Stelle zahlt. Zwischen den ZDSt wäre dieser Ausgleich auch gerecht.
Viele ZDSt haben mit wechselwilligen ZDL schon ungute Erfahrungen gemacht. Die Aufnahme solcher ZD wird daher oft abgelehnt, oder es werden Erkundigungen bei derbisherigen ZDSt eingeholt.
Ein Wechsel der ZDSt, z. B. wegen Insolvenz der ZDSt ist aber ohne große Probleme möglich.
Gelegentlich kommt es auch vor, dass Zivi und ZDSt nicht zueinander passen: Z. B. ein in der Pflege eingesetzter Zivi kommt damit nicht zurecht, oder ein Technik-Zivi will unbedingt lieber in die Pflege. Beides ist durchaus nicht ungewöhnlich.
Wenn trotz bestem Willen von ZDL und ZDSt die Probleme nicht zu lösen sind (z. B. durch interne Umbesetzung), oder wenn "die Chemie" gar nicht stimmt, sollte ein Wechsel möglichst bald angegangen werden. Gemeinsamer Ansprechpartner hierfür ist de Regionalbetreuer.
Der ZDL sollte auch selbst rasch aktiv werden und selbst schon eine passende und aufnahmebereite ZDSt suchen. (siehe auch: Konflikte mit der Zivildienststelle)
In den letzten 30 Jahren wurde der Zivildienst immer wieder mal um ein paar Monate verkürzt. Für ZDL, die während so einer Verkürzung Dienst taten, galt immer die Regel, dass ihr Dienst dann der neuen kürzeren Zeit entsprach. Wer wollte, hatte aber auch das Recht, sich mit einem rechtzeitig gestellten Antrag für die ursprünglich geplante Zeit weiter als ZDL beschäftigen lassen. Letzteres war besonders für von Arbeitslosigkeit bedrohte oder an ihrem Dienst sehr interessierte ZDL eine interessante Alternative.
Wenn in 2010 oder ab 2011 der Zivildienst von 9 auf 6 Monate verkürzt werden sollte, könnte es für Zivildienststellen auch zunehmend interessant werden, eingearbeitete ZDL nach ihrem Dienst für 3 bis 6 Monate in ein befristetes Angestelltenverhältnis zu übernehmen. Hierüber könnte man sich schon mal im Bewerbungsgespräch unterhalten.
Bei der Diskussion um Verkürzung von 9 auf 6 Monate ist bereits jetzt (Anfang 2010) zu beobachten, dass Dienststellen zunehmend FSJ- und FÖJ-Stellen oder Minijobs einrichten, und Plätze für ZDL, bei denen Einarbeitungszeit und Dienstzeit in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen, streichen.
Angehende ZDL sollten sich daher überlegen, ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, sich gleich für ein FSJ oder FÖJ oder eine andere Form von Wehrersatzdienst zu bewerben.
Sold und Entlassungsgeld von ZDL sind nach § 3 Nr. 5 EStG steuerfrei.
ZDL, die vor und/oder nach dem ZD arbeiten und Steuern zahlen, sollten unbedingt eine Einkommensteuererklärung ausfüllen und abgeben.
Im Jahr des Dienstbeginns und des Dienstendes fallen im Vergleich zum ZDL-Sold meist sehr unterschiedliche Verdienste an. Eine Einkommensteuererklärung kann hier große Teile (oder alles) von der gezahlten Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag zurückbringen.
Steuererklärungen lohnen sich besonders in Jahren mit ungleichmäßigem Verdienst:
Ausbildung → Anstellung
Lehre	→ Zivildienst
Zivildienst → Anstellung
Anstellung → Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit → Anstellung
Dies liegt daran, dass Lohnsteuer monatlich immer so berechnet wird, als bekäme man das ganze Jahr das gleiche Gehalt. (weitere Informationen → Einkommensteuer)
Der ZD gilt als ‘Mitarbeit im Öffentlichen Dienst’. Für Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes gibt es bei vielen Versicherungen Rabatte auf die Prämien. Der Rabatt muss bei der Versicherung beantragt werden. Die Versicherung sendet ein entsprechendes Formular zu, das dann bei der ZDSt zur Bestätigung der Mitarbeit im Ö.D. unterschrieben wird.
Das Verlassen des Öffentlichen Dienstes muss der Versicherung rechtzeitig gemeldet werden. Der Versicherungsschutz kann sonst ganz oder teilweise erlöschen und Nachforderungen oder Strafzahlungen werden fällig.
Die Unterhaltssicherungsbehörde ist zuständig für die Bearbeitung der Anträge nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (→ USG). Sie sichert den Lebensbedarf des ZDL und seiner Familienangehörigen.
Leistungen für Zivildienstleistende:
allgemeine Leistungen für die Ehefrau und die ehelichen Kinder
Einzelleistungen für unterhaltsberechtigte Angehörige (z. B. Eltern, nichteheliche Kinder)
Sonderleistungen, z. B. in Form von Beitragserstattungen für Risikoversicherungen (z. B. Kranken-, Pflege-, Unfall- oder Privathaftpflichtversicherung)
Mietbeihilfe für angemieteten eigengenutzten Wohnraum des Zivildienstleistenden
Garagenmiete für ein Kfz, das während der Dienstzeit stillgelegt wird
Wirtschaftsbeihilfe für Zivildienstleistende, die eine selbstständige Tätigkeit ausüben oder Inhaber eines Gewerbebetriebes sind
Härteausgleich, z. B. in Form einer Erstattung von Stundungszinsen für Kredite
Die Ansprüche sind im rosafarbenen "Merkheft über die soziale Sicherheit der Zivildienstleistenden und ihrer Familienangehörigen" beschrieben, das mit dem Einberufungsschein zugesandt wird.
Unterhaltssicherungsleistungen erhalten Sie nur auf Antrag. Zivildienstleistende, müssen sich an den Kreis (oder die kreisfreie Stadt wenden, in dem/der sie ihren Wohnsitz vor der Einberufung hatten. Außer den sonstigen benötigten Unterlagen muss der Einberufungsschein vorgelegt werden.
Bitte denken Sie für eine zügige Leistungsgewährung daran, den Antrag möglichst frühzeitig nach Empfang des Einberufungsbescheids zu stellen. Das Antragsrecht erlischt 3 Monate nach Beendigung des Zivildienstes.
Jeder Dienstleistende hat bei Dienstbeginn Anspruch auf eine Dienstbrille, wenn er bereits Brillenträger ist. Der Anspruch verfällt zum Ende des dritten Monats des Zivildienstes.
Wer während der Dienstzeit zum Brillenträger wird, hat ab diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf eine Dienstbrille.
(→ Leitfaden, G6, Nr. 5)
Für Zivildienstleistende gibt es evtl. weitere Vergünstigungen:
Bei Vorlage des Ausweises vergünstigte Eintritte (Schwimmbad, Musum, Teater, Kino, ...)
25% Rabatt auf Bundesbahn-Fahrten (→ Anleitung für Bahn-Automaten)
Eventuell Prozente bei Lieferanten der Dienststelle
Ansonsten: Immer mal nach Vergünstigungen fragen.
Kindergeld, Eigenheimförderung, Ortszuschlag
Falls die Eltern des ZDL Kindergeld beziehen, muss die Familienkasse über den Beginn des ZD informiert werden. Während des ZD gibt es kein Kindergeld. Ausnahme: Wenn der Zivildienst nicht am Monatsbeginn anfängt oder nicht am Monatsende endet, kann es für diesen Monat Kindergeld geben. Versehentlich zuviel erhaltenes Kindergeld muss zurückgezahlt werden.
Alle, die ein FSJ/FÖJ absolvieren, erhalten weiterhin Kindergeld und Kinderfreibeträge, sofern das Gesamteinkommen die geltenden Beträge nicht übersteigt. Die Freiwilligen sind rechtlich ähnlich gestellt wie Auszubildende. (siehe §2 Absatz 3 Nr. 2d BKGG)
Eine (selten vorkommende) Ausnahme gibt es, wenn Kinder neben dem Zivildienst ein Studium ernsthaft und nachhaltig betreiben (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14. Mai 2002 VIII R 61/01).
Für ZDL, die nach dem Zivildienst ihre Ausbildung fortsetzen wollen, sollte dann durch die Eltern sofort Kindergeld beantragt werden. Auch in einer Wartezeit (bis zu 4 Monaten) zwischen Zivildienst und einer Ausbildung oder für arbeitslose Kinder wird Kindergeld gezahlt. Die Zeit vor dem Zivildienst kann ebenfalls bis maximal 4 Monate als Wartezeit problemlos geltend gemacht werden.
Wenn nach der Dienstzeit eine Ausbildung angestrebt wird, die nur zu bestimmten Terminen (z. B. Beginn der Lehre im August, Semesterbeginn im Oktober) beginnt, kann ach für längere Zeiträume Kindergeld beantragt werden.
Auch während Praktika kann problemlos Kindergeld beantragt werden.
Das Einkommen des Kindes muss angegeben werden, ist aber meist nicht so hoch, dass es die Einkommensgrenze von 7.680,00 € (bis 2009) bzw. 8.004 € (2010 und 2011) pro Kalenderjahr für das Kindergeld übersteigt. Wenn das Kindergeld nur für einen Teil des Jahres bezogen wird, wird die Einkommensgrenze nur zu entsprechenden Zwölfteln berechnet. Die Jahresgrenze für das Kindergeld kann eventuell durch Abzug von Werbungskosten des Kindes unterschritten werden.
Der ZDL-Sold zählt zu der Zeit, in der es kein Kindergeld gibt. Er und andere Einkünfte in dieser Zeit zählen deshalb "aus Sicht des Kindergeldes" nicht mit zum Einkommen des Kindes (§ 2 Abs. 2 Satz 7+8 BKGG).
Das Entlassungsgeld zählt zur Zeit nach dem ZD! Beim Entlassungsgeld können keine Werbungskosten abgezogen werden.
Falls in der Zeit zwischen Zivildienst und Studium/Ausbildung sehr viel Geld verdient und die Einkunftsgrenze vermutlich überschritten wird, kann es sinnvoll sein, in dieser Zeit kein Kindergeld zu beantragen.
Für alle Kinder, die in 2009 Kindergeld bekommen haben, gibt/gab es im Jahr 2009 einen Zusatz-Bonus von einmalig 100 €. Bei Kindern, die z. B. wegen Wehr- oder Zivildienst nicht das ganze Jahr Kindergeld erhalten haben, funktionierte das manchmal nicht.
Prüfen Sie also nach, ob für jedes Kind, für das es mindestens einen Monat Kindergeld gab, die 100 € gezahlt wurden.
Sobald Kindergeld gezahlt wird, können die Eltern ihre Kinder wieder steuermindernd für ihre elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) eintragen lassen und sie später in der Einkommensteuererklärung (Anlage Kind) aufführen.
Eltern, die im öffentlichen Dienst angestellt sind, erhalten für die Monate, in denen Kindergeld gezahlt wird, einen erhöhten Ortszuschlag (Mitteilungen an die Personalabteilung nicht vergessen!).
Der Kinderzuschlag zur Eigenheimförderung (erste 8 Jahre nach Anschaffung des selbstgenutzten Eigenheims) wird für das ganze Jahr gezahlt, wenn für das Kind mindestens ein Monat im Kalenderjahr Kindergeld gezahlt wird. Das Gleiche gilt für den Kinderzuschlag zur Riester-Rente.
Da der ZD inzwischen deutlich kürzer als 12 Monate ist, wirkt er sich bei den Eltern für Eigenheimförderung und Riester-Rente nicht schädlich aus. (weitere Informationen zu Kindergeld und Eigenheimzulage)
Während des Zivildienstes besteht kein Anspruch auf Waisen- oder Halbwaisenrente.
Ab Vollendung des 18. Lebensjahres bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres besteht ein Anspruch auf diese Renten nur, sofern die Waise eine Schul- oder Berufsausbildung absolviert, bzw. sich in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des Zivildienstes befindet.
Eine Übergangszeit kann höchstens vier Kalendermonate umfassen. Dies gilt auch, wenn die weitere Ausbildung z.B. aus allein hochschulorganisatorischen Gründen nicht früher beginnt.
(Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend → Zivildienst und § 48 SGB VI).
Mittel gemäß Bundes-AusbildungsförderungsGesetz (BAföG)
ZDL, die wegen ihres ZD eine Ausbildung unterbrechen mussten, bekommen während des ZD kein BAföG. Sie können nach dem ZD wieder BAföG beantragen.
Die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse ruht während des ZD. Auch Zusatzbeiträge müssen in dieser Zeit vom ZDL nicht gezahlt werden. Wenn einige Kassen trotzdem versuchen, diese Zusatzbeiträge einzutreiben, ist das wenig seriös. Der ZDL sollte das strikt ablehnen und auch durchblicken lassen, dass er ein solches Verhalten als Aufforderung zum Wechsel der Krankenkasse versteht.
Nach dem ZD muss man sich innerhalb einer Woche(!) wieder bei der Krankenkasse anmelden. Je nach Lebensumständen ist der frühere ZDL dann bei den Eltern mitversichert (=Familienversicherung) oder selbst versichert.
FSJ/FÖJ: Die Freiwilligen melden sich selbstständig bei einer gesetzlichen Krankenkasse ihrer Wahl an und senden dem Arbeitgeber die Mitgliedsbescheinigung. Eine Familienmitversicherung oder die Anmeldung bei einer privaten Krankenkasse sind während des FSJ nicht möglich. Die Kosten der Krankenversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) werden vom Arbeitgeber übernommen. Die FSJ-Kräfte können bei den Krankenkassen ggf. einen Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung zu Arznei-, Verbands- und Heilmittel stellen.
Kontoführungsgebühren werden für Dienstleistende nicht vom Bund erstattet, aber einige Banken bieten (wie für Schüler, Auszubildende und Studenten) gegen Vorlage des Dienstausweises Konten mit kostenloser Kontoführung an. Am geschicktesten sucht man sich eine Bank aus, die auch später für Berufstätige ein kostenloses Konto anbietet.
Spätestens ab Beginn des Zivildienstes sollte man lernen, seine Unterlagen gut sortiert abzulegen.
Wie man das organisieren kann, steht auf der Seite Unterlagen geordnet ablegen.
Das Bundesamt für den Zivildienst (BAZ) - Die Bundesbehörde, die den Zivildienst verwaltet.
Viele interessante Informationen auf der Seite → Dienst leisten → "Rechte, Pflichten"
Informationen zum Sold: → Dienst leisten → Einkünfte.
Die zuständigen Regionalbetreuer (wichtig bei Problemen mit der Dienststelle) findet man mit → Das BAZ → Organisation → Regionalbetreuer
Bei zivildienst.de wird auch über alternative Dienste (Ausland) informiert: "Dienst leisten" → Einsatzmöglichkeiten → alternative Dienste
Aktuellste Sonderinformationen: zivildienst.de → Für Verwaltungsstellen → Arbeitsgrundlagen → Sonderinformationen
zivildienst.de/.../Leitfaden/...
Leitfaden für die Durchführung des Zivildienstes - Hier ist wirklich alles geregelt, was im Zivildienst vorkommen kann.
Im Abschnitt A des Leitfadens ist auch das Zivildienstgesetz (ZDG) enthalten.
Gesetzestexte im Internet (Bundesjustizministerium), z. B. Zivildienstgesetz (ZDG), Wehrsoldgesetz (WSG) und Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG)
zivildienst-stellen.net
Zivildienst-Stellenbörse zusätzlich mit Tipps und Links
fsj.cc
Der Ring Missionarischer Jugendbewegungen e.VJ (RMJ) ist ein Zusammenschluss von 68 Werken und Einrichtungen, die in Deutschland vor allem jugend-missionarisch tätig sind. Der RMJ und betreut jährlich über 400 FSJler in bundesweit über 100 Einsatzstellen.
wfb-bensheim.de, bh-b.de, caritasheim-bensheim.de
Beispiele für Einrichtungen mit Zivildienststellen in unserer näheren Umgebung.
Homepages mit Tipps
Zivil - Die aktuelle Zeitschrift für Zivildienstleistende. Herausgeber: Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK),
zivildienst.zivilist.com
Informationen zum Zivildienst und auch zum Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweiger
www.inhaltsangabe.info/...
Ein Musterbrief zur Kriegsdienstverweigerung. So ein Muster ist aber den Behörden bekannt. Es sollte daher nur als Idee benutzt werden, wie ein solcher Brief aussehen könnte.
Eine Verweigerung ist nur sinnvoll, wenn man sich selbst mit dem Thema auseinandersetzt und die eigenen Argumente und Formulierungen benutzt.
Viele Tipps für Zivildienstleistende und FSJ. Außerdem ein gut besuchtes Forum, ein Soldrechner und eine Stellenbörse.
zivi-treff.de
Viele Tipps für Zivildienstleistende und jene die noch Zivildienst machen möchten. Auch ein Soldrechner, eine "Step by Step" Anleitung für alle wichtigen Stationen und Formalitäten sowie ein Forum.
frieden-schaffen.de
Das Pfarramt des "Beauftragten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (ELKW) für Friedensarbeit, Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende" bietet kostenlos Informationen, Gespräche und Begleitung für Kriegsdienstverweigerer auf dem Weg zur Anerkennung. Homepage mit Forum und interessanten Links
Informationen und Materialien für Kriegsdienstverweigerer, Zivildienstleistende, KDV-Berater und Journalisten; auch Beratung für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende.
Viele Informationen zu Bundeswehr und Zivildienst, besonders im Abschnitt Wehrpflichtinfos und mit interessanten Rundbriefen (Download).
forum.musterung.net
Gut besuchtes Forum zu Musterung, Rückstellung, Einberufung, Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst
FSJ und Ausland
Viele Informationen zum FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) und dem ADiA (Anderer Dienst im Ausland).
pro-fsj.de und foej.de
Noch zwei Infoseiten zum Freiwilligen Sozialen Jahr und Freiwilligen Ökoöogischen Jahr
Viele Informationen zum Zivildienst im Ausland.
Informationen und Erfahrungsberichte von weltweiten Auslandsaufenthalten, Freiwilligendiensten sowie Praktika und Studium im Ausland.
chemnitz.ihk24.de/...
Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit mit dem UK-Verfahren für den betroffenen Mitarbeiter eine Zurückstellung zu beantragen. Als Download gibt es auf dieser Seite auch ein Merkblatt der IHK zur Zurückstellung und Unabkömmlichstellung ("UKstellung") vom Wehr- und Zivildienst
anwalt-wehrrecht.de
Ein Anwalt für Fragen zum Wehrrecht. Schon auf der Homepage sind interessante Hinweise. Allerdings kostet bereits ein Anruf oder ein E-Mail an ihn Geld.
Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS). Alles Wichtige rund um die Bewerbung für einen Numerus-Clausus-Studienplatz.
freie-studienplaetze.de und hochschulkompass.de
Informationen über Studienplätze, die nach zentraler Vergabe und Nachrückverfahren immer noch freigeblieben sind.
Arbeitszeugnisse selbst prüfen oder selbst erstellen: online oder mit PC-Software