Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.06.1966&Aktenzeichen=VII%20ZR%2040/64
Timestamp: 2019-11-18 09:17:56
Document Index: 372180283

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', '§ 649', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 4', '§ 649', 'BGH', 'BGH', '§ 649', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', '§ 649', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH']

BGH, 20.06.1966 - VII ZR 40/64 - dejure.org
BGH, 20.06.1966 - VII ZR 40/64
https://dejure.org/1966,82
BGH, 20.06.1966 - VII ZR 40/64 (https://dejure.org/1966,82)
BGH, Entscheidung vom 20.06.1966 - VII ZR 40/64 (https://dejure.org/1966,82)
BGH, Entscheidung vom 20. Juni 1966 - VII ZR 40/64 (https://dejure.org/1966,82)
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Architekt- und Objektbetreuung
Bestehen eines aus Werksmängeln hergeleiteten Gewährleistungsanspruches bei Vorliegen unvollständiger Einzelleistungen des Architekten
Architekten und Ingenieure-Zur Berechnung d. Vergütungsanspruches e. Architekten
Minderung des Vergütungsanspruchs des Architekten wegen unvollständiger Ausführung einzelner Teilleistungen
NJW 1966, 1713
MDR 1966, 834
DB 1966, 1310
Bei der Prüfung der Zumutbarkeit sind alle Umstände des Falles von Bedeutung, vor allem die Gründe der außerordentlichen Kündigung wie ein etwaiges pflichtwidriges oder schuldhaftes Verhalten des Architekten, unabhängig davon, daß letzteres auch zu Schadensersatzansprüchen führen kann (Senatsurteil vom 20. Juni 1966 - VII ZR 40/64 = BGHZ 45, 372, 375).
Zwar gilt für die Kündigung des Bestellers aus wichtigem Grund § 649 Satz 2 BGB nach ständiger Rechtsprechung nicht, so daß in einem solchen Fall der Unternehmer eine Vergütung für noch nicht erbrachte Leistungen nicht verlangen kann (BGHZ 31, 224, 229; 45, 372, 375;… Palandt/Thomas, BGB, 52. Aufl., § 649 BGB Rdn. 4;… Staudinger/Peters, BGB, 12. Aufl., § 649 BGB Rdn. 35).
Ob dem Architekten, wenn er eine mit einem bestimmten Prozentsatz des Gesamthonorars bewertete Leistung überhaupt nicht erbracht hat, das hierauf entfallende Teilhonorar zu versagen ist, kann offen bleiben, da, wie noch ausgeführt wird, dieser Fall hier nicht gegeben ist (BGH NJW 1966, 1713 [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64] = BGHZ 45, 372).
Demnach steht ihnen das hierauf entfallende Teilhonorar (§ 19 Abs. 1 b GOA) zu (BGHZ 45, 372).
Schon danach ist das auf die Teilleistung "Bauvorlagen" entfallende Teilhonorar begründet (BGHZ 45, 372).
Selbst wenn die 7 "Mauerwerkszeichnungen", von denen der Beklagte spricht, nicht von den Klägern sondern von der A. GmbH angefertigt worden sind und die Erstellung derartiger Zeichnungen überhaupt zu den Aufgaben der Kläger gehörte, würde dadurch deren Anspruch auf die Teilgebühr aus § 19 Abs. d GOA nicht berührt (BGHZ 45, 372).
Diese würde den Honoraranspruch des Architekten nur berühren (BGHZ 45, 372), wenn infolgedessen das dem Beklagten geschuldete Architektenwerk einen Mangel aufwiese.
Der Beklagte schuldet deshalb den auf die Ausführungszeichnungen entfallenden Teil des Architektenhonorars auch dann, wenn die Zeichnungen den üblichen Anforderungen nicht entsprechen sollten (BGHZ 45, 372).
Dann steht ihnen auch das Honorar hierfür zu (BGHZ 45, 372).
Weist das Bauwerk wegen ungenügender Bauaufsicht Mängel auf, so wird der Anspruch der Architekten auf die Teilgebühr grundsätzlich dadurch nicht berührt (BGHZ 45, 372).
Ein derartiger Vertrag ist ein Werkvertrag, dessen Ziel vor allem darin besteht, daß der Architekt durch die Wahrnehmung der ihm obliegenden Aufgaben das Bauwerk mangelfrei entstehen läßt (st.Rspr.; BGHZ 31, 224, 227 f [BGH 26.11.1959 - VII ZR 120/58]; 42, 16, 18 [BGH 25.05.1964 - VII ZR 239/62]; 43, 227, 230 [BGH 01.02.1965 - GSZ - 1/64]; 45, 372, 373 [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64]; 62, 204, 206 f [BGH 07.03.1974 - VII ZR 217/72]).
Auf dieser Grundlage hat der Senat in seinemUrteil vom 10. Juni 1963 - VII ZR 245/61 - und später umfassender in BGHZ 45, 372 ff entschieden, daß sich der Vergütungsanspruch des Architekten nicht mindert, wenn er einzelne der in § 19 GOA mit einem bestimmten Hundertsatz der Gesamtleistung bewerteten Teilleistungen nur unvollständig ausführt, das Architektenwerk aber insgesamt mangelfrei erbringt.
Dagegen wirkt sich diese Vorschrift auf die Höhe der Gebührenforderung nicht aus, wenn einzelne Teilleistungen der Gesamtarchitektur zwar unvollständig ausgeführt werden, das Bauwerk aber als einheitliche Leistung errichtet wird (BGHZ 45, 372, 376) [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64].
Wie bereits in dem Senatsurteil BGHZ 45, 372, 374 f [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64] angedeutet, kann nichts anderes gelten, wenn das Werk des Architekten bei nur unvollständig erbrachten Teilleistungen zwar insgesamt entstanden ist, aber Fehler aufweist.
Diese in den Senatsurteilen BGHZ 45, 372, 374 f [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64] undvom 28. Februar 1974 - VII ZR 127/71 - offen gelassene Frage (…bejaht von Weyer aaO S. 48;… wohl auch von Fabricius/von Nordenflycht/Bindhardt, GOA, 8. Aufl. (1973), § 2 Rdn. 6;… Neuenfeld aaO § 4 Anm. 48) braucht auch vorliegend nicht entschieden zu werden.
Für die Kündigung des Bestellers aus wichtigem Grund gilt § 649 Satz 2 BGB nicht, so daß in einem solchen Fall der Unternehmer eine Vergütung für noch nicht erbrachte Leistungen nicht verlangen kann (BGHZ 31, 224, 229; BGHZ 45, 372, 375;… Sen. Urt. v. 25. März 1993 - X ZR 17/92, WM 1993, 1474).
Ist das Werk noch in der Herstellung begriffen und hat - wie das Berufungsgericht hier feststellt - die erbrachte Teilleistung so schwerwiegende Mängel, daß sie für den Besteller wertlos ist, so führt wegen des "den Vertragszweck gefährdenden Verhaltens" des Unternehmers die Kündigung des Bestellers ausnahmsweise nicht dazu, daß dieser, wie es § 649 BGB an sich vorsieht, zur Zahlung des vollen Werklohns (mit den sich aus § 649 Satz 2 BGB ergebenden Einschränkungen) verpflichtet bliebe (BGHZ 31, 224, 229 [BGH 26.11.1959 - VII ZR 120/58]; 45, 372, 375) [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64].
Außerdem kann sich daraus ein Anspruch auf Ersatz von Folgeschäden, etwa unvermeidlicher Mehraufwendungen für die Beauftragung eines anderen Unternehmers ergeben (BGHZ 45, 372, 375) [BGH 20.06.1966 - VII ZR 40/64]; ein solcher Anspruch ist aber nicht Gegenstand dieses Rechtsstreits.
Derartige Mängel berechtigen zur Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen, lassen jedoch die Honorarforderung des Architekten unberührt (vgl. dazu näher BGHZ 45, 372, 374;… BGH, Urt. v. 11. März 1982 - VII ZR 128/81, WM 1982, 590, 591).
Notwendig für eine Kündigung des Werkvertrages durch den Besteller aus wichtigem Grund ist eine schuldhafte schwere Gefährdung des Vertragszwecks durch den Unternehmer oder seinen Erfüllungsgehilfen (BGH, Urteil vom 26.11.1959 - VII ZR 120/58, BGHZ 31, 224; Urteil vom 20.06.1966 - VII ZR 40/64, BGHZ 45, 372; Urteil vom 23.05.1996 - VII ZR 140/95, MDR 1996, 901;… Peters/Jacoby in: Staudinger, BGB Neubearb. 2008 § 649 Rn. 57ff. m. w. N.).
Die Kündigung aus wichtigem Grund setzt eine schwere Gefährdung des Vertragszwecks durch den Unternehmer voraus (BGHZ 31, 224, 229; 45, 372, 375;… Staudinger/Peters, aaO, § 649 Rdn. 31).
Der Unternehmer muß sich so verhalten haben, daß der Besteller kein Vertrauen mehr zu ihm haben kann (BGHZ 45, 372, 375;… Sen.Urt. v. 25.3.1993 - X ZR 17/92, NJW 1993, 1972, 1973).
LG Würzburg, 04.01.1991 - 1 O 654/89
Muß der bauüberwachende Architekt die Planung des Vorarchitekten überprüfen?
OLG Bremen, 24.02.2000 - 2 U 90/95
Kündigung aus wichtigem Grund und Annahme grober Mängel bei einem …
BGH, 20.03.1981 - I ZR 36/79
Anspruch auf Schadensersatz nach § 649 BGB wegen Kündigung des Werkvertrages - …
BGH, 05.07.1984 - X ZR 78/83
Bestehen eines Anspruchs auf Vergütung bei Vorliegen von Mängeln aus einem …