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Timestamp: 2016-10-25 05:01:27
Document Index: 49587391

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 10', 'Art. 100', 'e contrario', 'BGE', 'Art. 103', 'Art. 105', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 8', 'Art. 16', 'EGMR', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 10', 'Art. 152', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 153', 'Art. 159']

2A.688/2005 (04.04.2006)
2A.688/2005
Urteil vom 4. April 2006
Bundesrichter Hungerb�hler,
Gerichtsschreiberin Dubs.
X.________, zzt. Strafanstalt Z.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch
Rechtsanwalt Franz Hollinger,
Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau, Postfach, 5001 Aarau.
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 21. Oktober 2005.
Der 1973 geborene mazedonische Staatsangeh�rige X.________ reiste 1988 als 15-J�hriger in die Schweiz ein. 1989 erhielt er die Niederlassungsbewilligung im Kanton Aargau. Im Jahre 1994 heiratete er in seiner Heimat die Landsfrau Y.________ (geb. 1974). Aus der Ehe gingen die T�chter A.________ (geb. 1995) und B.________ (geb. 1997) hervor. Die Ehefrau und die Kinder sind heute ebenfalls im Besitz der Niederlassungsbewilligung.
Die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau bestrafte X.________ am 21. Juni 1990 bzw. am 15. November 1990 wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) mit Bussen von Fr. 30.-- bzw. Fr. 250.--. Am 21. April 1993 wurde er von der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau wegen Diebstahls verurteilt, wobei von Strafe und Massnahme abgesehen wurde. In der Zeit vom 4. Juni 1993 bis zum 10. Februar 1999 wurde X.________ f�nf Mal wegen Widerhandlungen gegen das SVG verurteilt und mit Bussen zwischen Fr. 60.-- und Fr. 800.-- bestraft. Das Bezirksamt Kulm sprach X.________ am 10. August 1999 wegen Verursachens eines Verkehrsunfalles infolge Nichtbeherrschens des Fahrzeuges, Vereitelung einer Blutprobe, pflichtwidrigen Verhaltens nach Verkehrsunfall mit Sachschaden und F�hrens eines Motorfahrzeuges in nichtbetriebssicherem Zustand schuldig und verurteilte ihn zu 14 Tagen Gef�ngnis bedingt sowie einer Busse von Fr. 800.--. Das Bezirksamt Aarau bestrafte X.________ am 13. Oktober 1999 wegen einer Geschwindigkeits�berschreitung mit einer Busse von Fr. 120.--. Am 21. Oktober 2002 sprach das Amtsstatthalteramt Luzern eine bedingt vollziehbare Gef�ngnisstrafe von 14 Tagen wegen Veruntreuung aus.
Am 3. September 1999 lieferte sich X.________ mit einem anderen Verkehrsteilnehmer auf der Strecke G.________-H.________ ein Autorennen. Beide Fahrzeuge rasten eng hintereinander bzw. teilweise nebeneinander mit einer Geschwindigkeit von 120-140 km/h in das Dorf H.________. X.________ setzte nach Ortsbeginn von H.________ seine Geschwindigkeit insoweit geringf�gig herab, als er etwas Gas wegnahm. Er bremste seine Fahrt erst ab, als er erkannte, dass der Wagen des anderen Lenkers ins Schleudern geriet. Der andere Lenker verlor die Herrschaft �ber sein Fahrzeug und erfasste auf dem Trottoir zwei jugendliche Fussg�nger, welche nach dem Unfall ihren schweren Verletzungen erlagen. X.________ fuhr mit einer Geschwindigkeit von ca. 20-30 km/h am Unfallauto vorbei, ohne sich weiter um das Unfallgeschehen zu k�mmern.
Das Obergericht des Kantons Luzern (als Appellationsinstanz) erkl�rte X.________ mit Urteil vom 16. Juni 2003 der mehrfachen (eventual-) vors�tzlichen T�tung, der mehrfachen �berschreitung der gesetzlichen und signalisierten H�chstgeschwindigkeit innerorts und ausserorts sowie des Nichtanpassens der Geschwindigkeit an die Strassen- und Verkehrsverh�ltnisse, des ungen�genden Abstandhaltens beim Hintereinanderfahren, des vorschriftswidrigen �berholens und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Verkehrsunfall schuldig und verurteilte ihn zu sechs Jahren Zuchthaus als Zusatzstrafe zum Urteil des Amtsstatthalteramtes Luzern vom 21. Oktober 2002 und zu einer Landesverweisung von f�nf Jahren, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von vier Jahren. Gleichzeitig wurde die mit Strafbefehl des Bezirksamtes Kulm vom 10. August 1999 ausgesprochene Gef�ngnisstrafe von 14 Tagen f�r vollziehbar erkl�rt. Mit Urteil vom 26. April 2004 (BGE 130 IV 58) hat das Bundesgericht die dagegen gef�hrte staatsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeitsbeschwerde abgewiesen, soweit es darauf eintrat.
Mit Strafbefehl vom 1. Juni 2004 b�sste das Bezirksamt Kulm X.________ wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren mit Fr. 200.--.
Das Migrationsamt des Kantons Aargau verf�gte am 5. Oktober 2004 die Ausweisung von X.________ auf unbestimmte Dauer ab dem Zeitpunkt seiner Entlassung aus dem Strafvollzug. X.________ erhob gegen diese Verf�gung am 26. Oktober 2004 Einsprache, welche das Migrationsamt mit Entscheid vom 10. M�rz 2005 abwies. Dagegen beschwerte sich X.________ erfolglos beim Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 23. November 2005 beantragt X.________, den Entscheid des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 21. Oktober 2005 aufzuheben, von einer Ausweisung abzusehen und die Sache zur Androhung der Ausweisung an das Migrationsamt zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Das Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau verzichtet auf eine Vernehmlassung. Das Migrationsamt des Kantons Aargau und das Bundesamt f�r Migration schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
1.1 Gegen die sich auf Art. 10 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142.20) st�tzende Ausweisungsverf�gung ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 e contrario; BGE 114 Ib E. la S. 2; 129 II 193 E. 2.1 S. 198) und der Beschwerdef�hrer ist hierzu legitimiert (Art. 103 lit. a OG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Nach Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid gebunden, wenn wie vorliegend eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz entschieden und den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensgarantien ermittelt hat. Damit ist die M�glichkeit, vor Bundesgericht neue Tatsachen vorzubringen und neue Beweismittel einzureichen, weitgehend eingeschr�nkt. Nachtr�gliche Ver�nderungen des Sachverhaltes (sog. "echte" Noven) ber�cksichtigt das Bundesgericht nicht, denn einer Beh�rde kann nicht vorgeworfen werden, sie habe den Sachverhalt im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG fehlerhaft festgestellt, wenn sich dieser nach ihrem Entscheid ver�ndert hat (BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150 mit Hinweisen). Insofern ist der in der Beschwerdeschrift erw�hnte Umstand, wonach die Sozialversicherungsanstalt momentan im Begriff sei, die Invalidit�t des Beschwerdef�hrers zu �berpr�fen, f�r die materielle Beurteilung der vorliegenden Beschwerde unbeachtlich.
1.3 Das Bundesgericht wendet im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde das Bundesrecht von Amtes wegen an; es ist an die von den Parteien vorgebrachten Begr�ndungen nicht gebunden und kann die Beschwerde deshalb auch aus anderen als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 129 II 183 E. 3.4 S. 188 mit Hinweisen).
2.1 Ein Ausl�nder kann aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG) und die nach Art. 11 Abs. 3 ANAG bzw. allenfalls Art. 8 Ziff. 2 EMRK gebotene Interessenabw�gung diese Massnahme nicht als unverh�ltnism�ssig erscheinen l�sst. Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (vgl. Art. 16 Abs. 3 ANAV [SR 142.201]; Urteil des EGMR i.S. Boultif gegen die Schweiz vom 2. August 2001, Rz. 48, in: VPB 65/2001 Nr. 138; BGE 129 II 215 E. 3 S. 216 f.; 125 II 105 ff.).
Je l�nger ein Ausl�nder in der Schweiz gelebt hat, desto strengere Anforderungen sind an die Gr�nde f�r eine Ausweisung zu stellen. Dabei ist zu ber�cksichtigen, in welchem Alter sich der Ausl�nder in der Schweiz niedergelassen hat. Ausgeschlossen ist eine Ausweisung jedoch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst bei Ausl�ndern der "zweiten Generation" nicht, die hier geboren sind und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht haben; von der Ausweisung ist diesfalls aber nur zur�ckhaltend Gebrauch zu machen. Sie kommt namentlich dann in Betracht, wenn der Ausl�nder besonders schwere Gewalt-, Sexual- oder Bet�ubungsmitteldelikte begangen und wenn er wiederholt delinquiert hat (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c S. 436.; 125 II 521 E. 2b S. 523 f.; 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190). Praxisgem�ss dr�ngt sich Zur�ckhaltung auch dann auf, wenn es sich beim Betroffenen zwar nicht um einen Ausl�nder der "zweiten Generation" handelt, aber doch um eine Person, die ausgesprochen lange hier gelebt hat. Solche Ausl�nder d�rfen in der Regel ebenfalls nicht schon wegen einer einzelnen Straftat ausgewiesen werden, selbst wenn diese schwerer Natur ist. Vielmehr ist eine Ausweisung grunds�tzlich erst bei wiederholten Straftaten von einigem Gewicht angebracht. Unter Ber�cksichtigung aller entscheidenden Umst�nde kann zwar auch eine einzelne Verurteilung wegen einer besonders schwerwiegenden Straftat zur Ausweisung f�hren, doch ist diese bei sehr langer Anwesenheit in der Regel erst anzuordnen, wenn eine sich zusehends verschlechternde Situation vorliegt, d.h. wenn der Ausl�nder, statt sich zu bessern, mit der deliktischen T�tigkeit fortf�hrt und sich namentlich immer schwerere Straftaten zu Schulden kommen l�sst (vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence r�cente du Tribunal f�d�ral en mati�re de police des �trangers, in: RDAF 53/1997 I S. 314 ff.; Andreas Z�nd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Peter Uebersax/Peter M�nch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg], Ausl�nderrecht, 2002, Rz. 6.32, S. 223 f.; Urteil des Bundesgerichts 2A.274/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 2.2).
2.2 Der Beschwerdef�hrer wurde wiederholt straff�llig und unter anderem zu einer Zuchthausstrafe von 6 � Jahren verurteilt. Er erf�llt somit den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG.
3.1.1 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung ist die vom Strafrichter verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216).
Abgesehen von diversen Strafbefehlen wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und geringf�gigen Verm�gensdelikten ist vor allem die Verurteilung vom 16. Juni 2003 wegen mehrfacher (eventual-)vors�tzlicher T�tung und weiterer Verst�sse gegen das Strassenverkehrsgesetz hervorzuheben. Das Verschulden des Beschwerdef�hrers in Bezug auf den Unfall vom 3. September 1999 wiegt sehr schwer, was sich auch im hohen Strafmass ausdr�ckt. Um seinen Rivalen die fahrerische �berlegenheit zu beweisen und um keinen Preis das Gesicht zu verlieren, liess er sich auf ein Autorennen ein, das sich bis in den Innerortsbereich von H.________ zog. Das Obergericht des Kantons Luzern warf ihm auch angesichts der Tatsache, dass er sich nach dem Unfall nicht um die Geschehnisse k�mmerte, sondern unerkannt die Flucht ergriff, eine "ausserordentliche Gewissenlosigkeit" vor.
Erschwerend f�llt ins Gewicht, dass sich der Beschwerdef�hrer weder durch fr�here einschl�gige Verurteilungen noch durch Probezeiten von strassenverkehrsrechtlichen Verst�ssen hat abbringen lassen. Auch ergibt sich aufgrund der fortdauernd ergangenen Verurteilungen eine klare Tendenz zu immer schwerwiegenderen Verfehlungen im Strassenverkehr mit einem immer gr�sser werdenden Gef�hrdungspotential. Seine Beteiligung an einem Autorennen, das durch gegenseitige Provokationen zu einem Duell auf der Strasse und schliesslich zum Tod zweier unbeteiligter Jugendlicher f�hrte, zeugt von Unbelehrbarkeit, Einsichtslosigkeit und einer nicht hinnehmbaren R�cksichtslosigkeit gegen�ber Rechtsg�tern Dritter und der hiesigen Rechtsordnung. Sodann darf entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers der nach dem Vorfall vom 3. September 1999 ergangene Strafbefehl vom 1. Juni 2004 wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren nicht bagatellisiert werden, zeigt doch dieses Verhalten - wie das Rekursgericht zu Recht erwogen hat -, dass der Beschwerdef�hrer nach wie vor M�he hat, sich rechtskonform zu verhalten.
3.1.2 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, das �ffentliche Interesse an seiner Ausweisung sei heute "klarerweise" nicht mehr sehr gross. Der Resozialisierungsgedanke des Strafrechts vermindere das �ffentliche Interesse an der Ausweisung. Es liege auf der Hand, dass die Resozialisierungschancen des Beschwerdef�hrers in der Schweiz ungleich gr�sser seien als in seiner Heimat.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verfolgen strafrechtliche und fremdenpolizeiliche Massnahmen unterschiedliche Zwecke. Aus strafrechtlicher Sicht ist namentlich die Frage einer m�glichen Wiedereingliederung in die Gesellschaft massgeblich, wobei gewisse Unsicherheiten in Kauf genommen werden. Demgegen�ber steht f�r die Fremdenpolizeibeh�rden das Interesse der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, w�hrend der Wiedereingliederungsgedanke nur einen von mehreren Faktoren darstellt (BGE 129 II 215 E. 3.2 S. 216 f.; 125 II 105 E. 2b und 2c S. 17 ff. je mit Hinweisen). Insbesondere bei schwerwiegenden Drogen- und Gewaltdelikten r�ckt bei fremdenpolizeilichen Verfahren der Resozialisierungsgedanke in den Hintergrund, kann doch angesichts der von solchen Straft�tern ausgehenden Gefahren f�r die Gesellschaft ausl�nderrechtlich nur ein geringes Restrisiko toleriert werden (BGE 125 I 521 E. 4a/aa S. 527; Alain Wurzburger, La jurisprudence r�cente du Tribunal f�d�ral en mati�re de police des �trangers, in: RDAF 53/1997 I, S. 42).
3.1.3 Dem Beschwerdef�hrer ist zugute zu halten, dass er sich seit den vorstehend erw�hnten Verurteilungen, mit Ausnahme des am 1. Juni 2004 ergangenen Strafbefehls wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren, nichts mehr zu Schulden kommen liess. Selbst wenn dieses Betreibungsdelikt ausser Acht gelassen w�rde, dauerte das Wohlverhalten indessen noch nicht allzu lange an und reicht entgegen der vom Beschwerdef�hrer ge�usserten Ansicht nicht aus, um die gegen ihn aufgrund seines Verhaltens in fr�heren Jahren bestehenden Bedenken auszur�umen. Der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer offenbar im Strafvollzug zu keinen Klagen Anlass gegeben hat, gen�gt f�r sich alleine nicht, um eine R�ckfallgefahr auszuschliessen. Dem Wohlverhalten in Unfreiheit kommt praxisgem�ss bloss untergeordnete Bedeutung zu (BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 5, Urteil 2A.73/2003 vom 25. Juni 2003 E. 3.1.3). Sein - bei einer bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug im Jahre 2008 - allenfalls rund 9-j�hriges (fast) straffreies Verhalten seit seiner letzten Straftat ist daher entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers ausl�nderrechtlich nicht ausschlaggebend. Eine andere Wertung w�rde bedeuten, dass eine Ausweisung umso weniger in Frage k�me, je h�her das Strafmass ausf�llt. Ferner kann der Beschwerdefahrer aus dem Umstand, dass das Kriminalgericht Luzern von einer strafrechtlichen Landesverweisung abgesehen hat, nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal dies die umstrittene ausl�nderrechtliche Massnahme nicht ausschliesst (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.2 und 7.4 S. 216 f. und 222 f.). In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass das Obergericht als Appellationsinstanz angesichts des schweren Verschuldens und des �usserst getr�bten fahrerischen Leumunds gewisse Bedenken gegen�ber der Gew�hrung des bedingten Vollzuges des Landesverweises �usserte. Aus prozessualen Gr�nden war es der Appellationsinstanz indessen verwehrt, eine unbedingte Landesverweisung anzuordnen (Urteil des Obergerichtes des Kantons Luzern vom 16. Juni 2003, S. 77).
Bei schwerwiegenden Gewaltdelikten - wie hier - besteht grunds�tzlich ein wesentliches �ffentliches Interesse an einer Ausweisung (BGE 122 II 433 E. 2c S. 436). Das Rekursgericht hat mit Blick auf das im rechtskr�ftigen Strafurteil des Obergerichtes des Kantons Luzern festgestellte Verschulden und die begangenen Taten zutreffend dargelegt, dass ein R�ckfall nicht ausgeschlossen erscheint und jedenfalls im Zusammenhang mit Gewaltdelikten selbst ein blosses Restrisiko nicht hinzunehmen ist (vgl. Urteil 2A.279/2003 vom 17. Juni 2003 E. 2.2.2). Selbst wenn die Resozialisierungschancen in seiner Heimat geringer sein d�rften als in der Schweiz, bedeutet dies noch nicht, dass die Gefahr eines R�ckfalles in der Schweiz entfiele, haben ihn doch seinerzeit weder ein intaktes Familienleben noch eine Integration in der Arbeitswelt daran gehindert, gravierende Delikte im Strassenverkehr zu begehen. Das Rekursgericht durfte daher auf ein grosses �ffentliches Interesse an einer Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdef�hrers aus der Schweiz schliessen.
3.1.4 Der Beschwerdef�hrer beruft sich sodann auf das Urteil des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte i.S. Boultif gegen die Schweiz vom 2. August 2001 (a.a.0.). Entgegen seiner Auffassung l�sst sich daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal die Sachverhalte nicht vergleichbar sind. Im Fall Boultif handelte es sich um einen Algerier, der im Rahmen eines einmaligen Aktes knapp anterthalb Jahre nach seiner Einreise in die Schweiz einen Mann brutal zusammengeschlagen hatte, um an dessen Geld zu gelangen, und deswegen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden war. Zudem hatte sich der Ausl�nder in Freiheit bew�hrt; nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug bis zu seiner Ausreise arbeitete er als G�rtner und Elektriker in ungek�ndigter Stelle. Im vorliegenden Fall ist der Betroffene zwei Jahre nach seiner Einreise als Jugendlicher erstmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten und hatte in den folgenden Jahren trotz jugendgerichtlicher Interventionen und strafrechtlicher Verurteilungen vor allem im Bereich des Strassenverkehrs immer wieder delinquiert. Ferner liegt das hier zu beurteilende Gesamtstrafmass mit 6 � Jahren Zuchthaus weit �ber demjenigen im Fall Boultif. Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdef�hrer seit dem 5. Juli 2004 im Strafvolllzug befindet und seit der Haupttat nochmals, wenn auch im geringen Masse, straff�llig geworden ist. Anders als im Fall Boultif kann daher nicht gesagt werden, es liege beim Beschwerdef�hrer eine relativ lange Bew�hrung in Freiheit nach der Tat vor bzw. er stelle nur noch eine geringe Gefahr f�r die �ffentliche Ordnung dar.
3.2.1 Der Beschwerdef�hrer reiste 1988 im Alter von f�nfzehn Jahren in die Schweiz ein. Er ist folglich weitgehend in seiner Heimat aufgewachsen. Es handelt sich somit nicht um einen (hier geborenen und aufgewachsenen) Ausl�nder der "zweiten Generation". Von einer guten Integration in der Schweiz kann beim Beschwerdef�hrer trotz seiner nunmehr 18-j�hrigen Anwesenheit, welche durch den Aufenthalt im Strafvollzug zu relativieren ist, schon mit Blick auf seine regelm�ssigen Verst�sse gegen die Rechtsordnung des Gastlandes nicht gesprochen werden. Wie das Rekursgericht zu Recht festgestellt hat, kann aus der gegenw�rtigen Arbeits- und Ausbildungssituation des Beschwerdef�hrers - ihm steht gem�ss den f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz eine IV-Rente von 50 % sowie Zusatzrenten f�r Ehefrau und Kinder zu - kein erh�htes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz ableiten. Ein besonderer Grund, dass wegen dieser Teilinvalidit�t ein Verbleiben in der Schweiz angezeigt w�re, ist nicht ersichtlich, stellen doch die beruflichen Nachteile, die mit einem Wegzug aus der Schweiz verbunden sind, keine ausserordentlichen Umst�nde dar, die eine Sonderregelung zu rechtfertigen verm�chten. Nicht zu beanstanden ist ferner die Einsch�tzung der Vorinstanz, wonach sich mit Blick auf die mangelnde Reue und Einsicht des Beschwerdef�hrers im Strafverfahren hinsichtlich seiner Pers�nlichkeitsentwicklung sowie aufgrund seiner finanziellen Situation (es bestehen unter anderem Ausst�nde bei der Krankenkasse von �ber Fr. 12'000.-- sowie Schulden und Verlustscheine) kein erh�htes privates Interesse am Verbleib in der Schweiz begr�nden lasse. Aus den Feststellungen im angefochtenen Urteil folgt vielmehr, dass der Beschwerdef�hrer in der Schweiz nicht besonders verwurzelt ist, hingegen mit der Kultur und den Gepflogenheiten seiner Heimat nach wie vor vertraut ist, so dass eine R�ckkehr dorthin f�r ihn durchaus zumutbar ist.
3.2.2 In Betracht zu ziehen sind allerdings auch die Nachteile, welche die Ausweisung f�r die Ehegattin und die gemeinsamen Kinder zur Folge h�tte. Der Beschwerdef�hrer r�gt in diesem Zusammenhang, die Vorinstanz habe die privaten Interessen des Beschwerdef�hrers und seiner Familienangeh�rigen zu wenig stark gewichtet. Nachdem die Ausreise f�r die Kinder nicht zumutbar sei, w�ren sie bei einer Ausweisung des Beschwerdef�hrers f�r viele Jahre von ihm getrennt; dasselbe gelte auch f�r seine Frau, welche die Kinder ja nicht allein in der Schweiz zur�cklassen und dem Beschwerdef�hrer in die Heimat folgen k�nne.
Die Ehefrau des Beschwerdef�hrers stammt ebenfalls aus dem Heimatland des Beschwerdef�hrers und ist vor zw�lf Jahren im Alter von 20 Jahren in die Schweiz gekommen. Eine R�ckkehr in die gemeinsame Heimat ist ihr zumutbar, kennt sie doch die dortigen Verh�ltnissen von ihrer Jugend her.
Heikler ist die Ausreise f�r die Kinder der Ehegatten. Die beiden T�chter sind in der Schweiz geboren, hier aufgewachsen und eingeschult. Sie sind heute zehn und neun Jahre alt. Eine Umsiedlung im Falle einer vorzeitig bedingten Entlassung des Beschwerdef�hrers im Jahre 2008 w�re f�r die Kinder mit pers�nlichen H�rten und schulischen Schwierigkeiten verbunden. Indessen sind die T�chter �ber ihre Eltern mit der Kultur und der Sprache des Heimatlandes verbunden; eine Angew�hnung an die dortigen Verh�ltnisse ist daher nicht zum Vornherein ausgeschlossen.
Ob eine �bersiedlung der Kinder in die Heimat des Beschwerdef�hrers im Jahre 2008 als "wohl unzumutbar" erscheint, wie die Vorinstanz angenommen hat, kann indessen offen bleiben. Wohl k�nnen famili�re Beziehungen dazu f�hren, dass von einer Ausweisung eines straff�llig gewordenen Ausl�nders abzusehen ist, wenn die Massnahme wegen der Unzumutbarkeit der Ausreise f�r die Familienangeh�rigen zu einer Trennung der Familiengemeinschaft f�hrt. Die Art und Schwere der hier begangenen Gewaltdelikte, das Verschulden des Beschwerdef�hrers, seine wiederholte Straff�lligkeit trotz strafrechtlicher Massnahmen l�sst eine solche R�cksichtnahme indessen nicht zu. Das grosse �ffentliche Interesse an der Ausweisung des Beschwerdef�hrers �berwiegt sein privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz, selbst wenn die famili�re Beziehung deshalb unter Umst�nden kaum mehr bzw. nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.4 und 4.1 S. 218; Urteil 2A.149/2003 vom 9. Juli 2003 E. 3.4). Vorliegend darf erg�nzend ber�cksichtigt werden, dass die famili�ren Beziehungen wegen der gegen�ber dem Beschwerdef�hrer verh�ngten Freiheitsstrafe ohnehin nur in beschr�nktem Rahmen gelebt werden k�nnen.
3.3 Unter den vorliegenden Umst�nden steht der Ausweisung des Beschwerdef�hrers auch der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK (und Art. 13 BV) verankerte Anspruch auf Achtung des Familien- und Privatlebens nicht entgegen. Zwar hat der Beschwerdef�hrer aufgrund der gelebten Beziehung zu seiner Ehefrau und den Kindern gest�tzt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK grunds�tzlich einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz (BGE 129 II 215 E. 4.1 S. 218 mit Hinweis); im vorliegenden Fall sind aber die nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK erforderlichen Voraussetzungen f�r einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens erf�llt. Die Ausweisung des Beschwerdef�hrers st�tzt sich auf Art. 10 ANAG und hat damit auf eine gesetzliche Grundlage im Landesrecht. Es handelt sich dabei um eine Massnahme, die zur Aufrechterhaltung der �ffentlichen Ordnung und zur Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen des Beschwerdef�hrers notwendig ist.
4.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Ausweisung als rechtm�ssig und das angefochtene Urteil damit als bundesrechtskonform. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist demnach abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdef�hrer hat f�r das bundesgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Prozessf�hrung und Verbeist�ndung ersucht. Er konnte indessen nicht ernsthaft mit einer Gutheissung der Beschwerde rechnen. Das Gesuch ist daher wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuweisen (Art. 152 OG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 OG). Seiner finanziellen Lage wird bei der Bemessung der Gerichtsgeb�hr Rechnung getragen (Art. 153a OG). Eine Parteientsch�digung ist nicht geschuldet (Art. 159 Abs. 2 OG).
Das Gesuch am unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird abgewiesen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr 1'000.-- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Migrationsamt und dem Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau sowie dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 4. April 2006