Source: https://www.weka.ch/themen/personal/arbeitsvertraege-und-reglemente/personalreglemente/article/gleitzeitreglement-so-erstellen-sie-es-rechtssicher/
Timestamp: 2019-10-19 22:25:19
Document Index: 136021292

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 73', 'Art. 324', 'Art. 37', 'Art. 47', 'Art. 48']

Wenn Sie im Betrieb für die Angestellten ein flexibles Arbeitszeitsystem einführen wollen, benötigen Sie ein Gleitzeitreglement, damit für alle Mitarbeitenden die gleichen Regelungen gelten. Dieser Arbeitshilfen-Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie ein möglichst optimales Gleitzeitreglement zusammenstellen können.
Schritt 1: Arbeitszeit definieren
Setzen Sie die Arbeitszeit fest, welche pro Tag/Woche/Monat einzuhalten ist.
Schritt 2: Block- und Gleitzeiten festlegen
Bestimmen Sie, welchen Zeitraum die Blockzeiten am Vor- und Nachmittag umfassen, in denen die Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu sein haben. Definieren Sie auch den frühesten Arbeitsbeginn und das späteste Arbeitsende pro Tag für die Gleitzeit. Beachten Sie dabei die Höchstarbeitszeiten nach ArG (Art. 10 ArG). Legen Sie die Minimal- und Maximaldauer der täglichen Pausen fest.
Schritt 3: Monatsübertrag bestimmen
Entscheiden Sie sich, wie viele Stunden (plus/minus) am Monatsende auf den Folgemonat übertragen werden dürfen (das muss dann auch monatlich überprüft werden).
Schritt 4: Art der Zeiterfassung
Ein Gleitzeitsystem funktioniert nur, wenn eine detaillierte Zeiterfassung vorgenommen wird (ohnehin in Art. 73 ArGV 1 vorgeschrieben). In Frage kommen Stempeluhren, Zeittotalisator, Erfassung durch den Arbeitnehmer in einer Zeittabelle im EDV-System.
Schritt 5: Arbeitsverhinderungen aus persönlichen Gründen
Halten Sie im Gleitzeitreglement fest, dass Arbeitsverhinderungen aus persönlichen Gründen (insbesondere Arztbesuche usw.) nach Möglichkeit in die Randzeiten der Gleitzeit zu legen sind. Regeln Sie, wieweit diese Ausfallzeiten vor- oder nachgeholt werden müssen (Art. 324a OR beachten). Halten Sie auch fest, wer Absenzen während der Blockzeit oder Ferien bewilligt.
Schritt 6: Überstunden im Gleitzeitreglement
Halten Sie im Reglement fest, dass ein positiver Gleitzeitsaldo nur dann als Überstundenarbeit angesehen werden kann, wenn es sich um angeordnete oder betriebsnotwendige Mehrarbeit gehandelt hat. Regeln Sie, in welcher Zeitdauer diese Mehrarbeit zu kompensieren ist.
Schritt 7: Weiter zu beachtende Vorschriften
Für Industriebetriebe, die dem ArG unterstellt sind, gelten noch weitere Vorschriften, die einzuhalten sind, z.Bsp.:
es muss eine Betriebsordnung erstellt werden, welche dem kantonalen Arbeitsamt zur Genehmigung vorzulegen ist (Art. 37 - 39 ArG);
der Stundenplan und die Arbeitszeitbewilligungen sind den Angestellten bekannt zu geben (Art. 47 ArG)
Schritt 8: Verfassen des Gleitzeitreglements
Erstellen Sie das Gleitzeitzeitreglement.
Schritt 9: Genehmigung
Lassen Sie das Gleitzeitreglement durch die Arbeitnehmervertretung im Betrieb oder die Angestellten genehmigen (vgl. Art. 48 ArG für industrielle Betriebe).
Schritt 10: Bekanntgabe
Setzen Sie das Reglement in Kraft durch entsprechende Bekanntgabe (für industrielle Betriebe) oder durch Genehmigung der einzelnen Angestellten (mittels Unterschrift).
So erstellen Sie ein gültiges Gleitzeitreglement mit definierten Blockzeiten.