Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/foerderliche-verwendung-durch-versetzung-auf-einen-hoeher-dotierten-dienstposten-385408
Timestamp: 2020-08-08 09:39:49
Document Index: 3654184

Matched Legal Cases: ['Art. 33', '§ 3', '§ 21', 'Art. 33', '§ 3', '§ 8', '§ 4']

Förderliche Verwendung durch Versetzung auf einen höher dotierten Dienstposten | Rechtslupe
Der nicht wei­ter kon­kre­ti­sier­te Antrag auf eine för­der­li­che Ver­wen­dung durch Ver­set­zung auf einen von der per­so­nal­be­ar­bei­ten­den Stel­le zu bestim­men­den höher­wer­ti­gen (höher dotier­ten) Dienst­pos­ten genügt nicht den Anfor­de­run­gen an die Bestimmt­heit eines Antrags im gericht­li­chen Wehr­be­schwer­de­ver­fah­ren.
Die gericht­li­che Kon­trol­le der Fra­ge, ob der Bun­des­mi­nis­ter der Ver­tei­di­gung oder die per­so­nal­be­ar­bei­ten­de Dienst­stel­le bei der Ableh­nung eines Ver­set­zungs­an­trags recht­mä­ßig gehan­delt hat, ist, da Ver­set­zun­gen dienst­pos­ten­be­zo­gen erfol­gen, nur mög­lich, wenn der Sol­dat einen bestimm­ten Dienst­pos­ten bezeich­net. Nur bei einer Kon­kre­ti­sie­rung des ange­streb­ten Dienst­pos­tens kann das Wehr­dienst­ge­richt etwa die Eig­nung des Antrag­stel­lers für den Dienst­pos­ten, das jeweils in Betracht kom­men­de dienst­li­che Bedürf­nis oder die in Fra­ge ste­hen­den dienst­li­chen Belan­ge über­prü­fen. Auch die Beur­tei­lung einer even­tu­el­len Kon­kur­renz­si­tua­ti­on anhand des Prin­zips der Bes­ten­aus­le­se (Art. 33 Abs. 2 GG, § 3 Abs. 1 SG) kann nur bezo­gen auf einen bestimm­ten Dienst­pos­ten erfol­gen.
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ver­langt des­halb bei strei­ti­gen Ver­set­zungs­an­trä­gen in stän­di­ger Recht­spre­chung, dass der Antrag­stel­ler spä­tes­tens im Beschwer­de­ver­fah­ren oder – wenn nach § 21 Abs. 1 Satz 1 WBO unmit­tel­bar die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts bean­tragt wer­den kann – spä­tes­tens in die­sem Antrag kon­kre­te Dienst­pos­ten bezeich­nen muss [1]. Sofern der Antrag­stel­ler über kei­ne aus­rei­chen­den eige­nen Kennt­nis­se von in Betracht kom­men­den Dienst­pos­ten ver­fügt, kann und muss er sich die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen gege­be­nen­falls in einem Per­so­nal­ge­spräch (im Sin­ne der „Richt­li­ni­en für Gesprä­che in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten“ vom 01.07.2003) ver­schaf­fen, in dem er zugleich die prak­ti­schen Mög­lich­kei­ten einer Ver­set­zung abklä­ren kann, bevor er den Beschwer­de­weg beschrei­tet.
Der Antrag­stel­ler hat im gesam­ten hier ent­schie­de­nen Ver­fah­ren nur all­ge­mein sei­ne för­der­li­che Ver­wen­dung auf einem höher­wer­ti­gen, d.h. nach Besol­dungs­grup­pe A 15 dotier­ten Dienst­pos­ten ver­langt und – abge­se­hen von der Dotie­rungs­hö­he des Dienst­pos­tens – kei­ne Kon­kre­ti­sie­rung vor­ge­nom­men. Er hat, soweit es das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren betrifft, auch kei­ne ersicht­li­chen Bemü­hun­gen zu einer wei­ter­ge­hen­den Klä­rung in einem Per­so­nal­ge­spräch unter­nom­men. Sein Antrag genügt damit nicht den geschil­der­ten Anfor­de­run­gen an die Bestimmt­heit.
Der Antrag­stel­ler kann sich auch nicht dar­auf beru­fen, dass es Sache des Dienst­herrn gewe­sen wäre, ihm gleich­sam im Sin­ne einer Bring­schuld geeig­ne­te för­der­li­che Dienst­pos­ten zu benen­nen. Eine sol­che pau­scha­le Ver­pflich­tung ergibt sich nicht aus Art. 33 Abs. 2 GG und § 3 Abs. 1 SG. Die­se Bestim­mun­gen las­sen das Ver­fah­ren, mit­tels des­sen der mate­ri­el­le Grund­satz der Bes­ten­aus­le­se umge­setzt wird, offen [2]. Das Sol­da­ten­recht ent­hält weder all­ge­mein noch hin­sicht­lich höher­wer­ti­ger Dienst­pos­ten eine Aus­schrei­bungs­pflicht; die Nor­men des Beam­ten­rechts, die Aus­schrei­bun­gen vor­se­hen (§ 8 BBG, § 4 BLV), gel­ten nicht für Sol­da­ten. Das für Sol­da­ten prak­ti­zier­te Ver­fah­ren einer durch die per­so­nal­be­ar­bei­ten­den Stel­len von Amts wegen durch­ge­führ­ten Bes­ten­aus­le­se ist als sol­ches recht­lich nicht zu bean­stan­den. Soweit der Antrag­stel­ler in die­sem Rah­men anmahnt, dass ihn der Dienst­herr auf­grund sei­ner Für­sor­ge­pflicht mit Infor­ma­tio­nen über kon­kre­te för­der­li­che Dienst­pos­ten zu ver­sor­gen habe, ist er – neben sei­nem eige­nen Erfah­rungs­wis­sen oder den in sei­nen dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen gege­be­nen Ver­wen­dungs­hin­wei­sen – wie­der­um auf die bereits genann­te Mög­lich­keit des Per­so­nal­ge­sprächs zu ver­wei­sen, wo er mit sei­nem Per­so­nal­füh­rer – ins­be­son­de­re auch vor­aus­schau­end – die Ver­wen­dungs­chan­cen auf frei­en oder frei wer­den­den Dienst­pos­ten erör­tern kann. Dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ist aus zahl­rei­chen ande­ren, nament­lich Kon­kur­ren­ten­streit­ver­fah­ren bekannt, dass Bewer­ber, die sich um kon­kre­te för­der­li­che Dienst­pos­ten bewor­ben oder eine ent­spre­chen­de Ver­set­zung bean­tragt haben, in der Aus­wahl für die Beset­zung die­ses Dienst­pos­tens unab­hän­gig davon mit­be­trach­tet wer­den, ob sie auch von Amts wegen, ins­be­son­de­re nach der ihnen zuer­kann­ten För­der­per­spek­ti­ve, zum enge­ren Kan­di­da­ten­kreis gezählt hät­ten. Im Fal­le der Ableh­nung einer sol­chen Bewer­bung bzw. eines sol­chen Antrags kann die Recht­mä­ßig­keit der Aus­wahl­ent­schei­dung, die sich – wenn meh­re­re Bewer­ber grund­sätz­lich für den Dienst­pos­ten geeig­net sind – wesent­lich nach den Bewer­tun­gen in den aktu­el­len dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen bemisst, im Beschwer­de­weg zur Nach­prü­fung gestellt wer­den.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Sep­tem­ber 2014 – 1 WB 7.2014 -
vgl. BVerwG, Beschlüs­se vom 29.04.2008 – 1 WB 42.07, Rn. 18; vom 13.12 2011 – 1 WB 43.11 18; vom 24.01.2012 – 1 WB 32.11 und 1 WB 33.11 18 sowie vom 27.05.2014 – 1 WB 41.13 29; Bei­spiel für einen hin­rei­chend bestimm­ten Antrag: Beschluss vom 19.06.2014 – 1 WB 52.13 9 und 20[↩]
vgl. hier­zu und zum Fol­gen­den Beschlüs­se vom 22.04.1992 – 1 WB 134.91 3 ff. = PersV 1992, 453 f.; und vom 23.04.1992 – 1 WB 132.91 3 ff. = NZWehrr 1992, 256, 257[↩]
För­der­li­che Ver­wen­dung durch Ver­set­zung auf einen höher… Der nicht wei­ter kon­kre­ti­sier­te Antrag auf eine för­der­li­che Ver­wen­dung durch Ver­set­zung auf einen von der per­so­nal­be­ar­bei­ten­den Stel­le zu bestim­men­den höher­wer­ti­gen (höher dotier­ten) Dienst­pos­ten genügt nicht…
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