Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Gehaltskuerzung_Toilettenpausen_6Ca3846-09.html
Timestamp: 2016-12-09 07:39:18
Document Index: 365420242

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 11', '§ 288', '§ 109', '§ 46']

HENSCHE Arbeitsrecht: 6 Ca 3846/09
Ar­beits­ge­richt Köln, 6 Ca 3846/09 Te­nor: 1. Der Be­klag­te zu 2) wird ver­ur­teilt, an den Kläger
- 909,09 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.07.2009zu zah­len.
Die Par­tei­en strei­ten um rest­li­che Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis. Der Kläger war in der Zeit vom 11.08.2008 bis zum 30.06.2009 bei dem Be­klag­ten zu 2) in des­sen Kanz­lei als Rechts­an­walt zu ei­nem Mo­nats­ge­halt von 3.333,33 € brut­to beschäftigt. Dem Ar­beits­verhält­nis lag der Ver­trag vom 16.07.2008 (Bl. 6 – 15 d.A.), auf des­sen In­halt ver­wie­sen wird, zu Grun­de.
Ur­laubs­ent­gelt für die Zeit vom 09.04. bis 19.04.2009 Un­strei­tig hat­te der Kläger für die­se Zeit Ur­laub be­an­tragt, und war die­ser von dem Be­klag­ten zu 2) ab­ge­lehnt wor­den. Im Rah­men ei­nes dar­auf­hin ein­ge­lei­te­ten einst­wei­li­gen Verfügungs­ver­fah­rens wur­de der Be­klag­te zu 2) ver­pflich­tet, dem Kläger in dem vor­ge­nann­ten Zeit­raum Ar­beits­be­frei­ung zu er­tei­len.
Aus­zah­lung ei­nes vom Ge­halt April 2009 ein­be­hal­te­nen Be­tra­ges von 217,18 € net­to Hier­bei han­delt es sich nach dem Sach­vor­trag des Be­klag­ten zu 2) um die ihm ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten in dem vor­ge­nann­ten einst­wei­li­gen Verfügungs­ver­fah­ren, die er vom Ge­halt des Klägers ein­be­hal­ten hat.
Un­strei­tig rech­ne­te der Be­klag­te zu 2) nur ei­nen Be­trag von 1.911,02 € brut­to ab. Den Rest ver­wei­gert er mit der Be­gründung, der Kläger ha­be während der Dau­er sei­nesAr­beits­verhält­nis­ses pflicht- und ver­trags­wid­rig er­heb­li­che Ar­beits­zeit über das übli­che Maß weit hin­aus­ge­hend auf der Toi­let­te ver­bracht. In­so­weit schul­de er kei­ne Vergütung und rech­ne mit dem ent­spre­chen­den Be­trag auf.
Ge­halt für den Mo­nat Ju­ni 2009 Un­strei­tig er­brach­te der Kläger in die­sem Mo­nat kei­ne Ar­beits­leis­tung. Mit Schrei­ben vom 21.05.2009 hat­te er in­so­weit un­ter Hin­weis auf rückständi­ge Ansprüche un­ter Frist­set­zung dem Be­klag­ten an­gekündigt, bei Nicht­zah­lung der Ansprüche sei­ne Ar­beits­kraft für den Mo­nat Ju­ni zurück­zu­hal­ten.
Ur­laubs­ab­gel­tung von 6 Werk­ta­gen Un­strei­tig hat­te der Be­klag­te den vom Kläger be­an­trag­ten Ur­laub für die Zeit vom 02.06. bis ein­sch­ließlich 10.06.2009 ab­ge­lehnt.
Zur Be­gründung sei­ner Kla­ge trägt der Kläger vor: - Die Be­klag­ten schul­de­ten den Bei­trag zur RAK für das Jahr 2009. Denn in sei­nem Ar­beits­ver­trag hätten sie sich ver­pflich­tet, die­sen zu zah­len.
8. die Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, ihm fol­gen­des qua­li­fi­zier­tes Zeug­nis zu er­tei­len: "Zeug­nis
Die Kanz­lei ver­tritt vor­wie­gend klei­ne und mit­telständi­sche Un­ter­neh­men inal­len recht­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten.
Ins­be­son­de­re erfüll­te er fol­gen­de Auf­ga­ben: - Fer­ti­gung von Schriftsätzen in ge­richt­li­chen Ver­fah­ren - schrift­li­che Be­ra­tung von Man­dan­ten - Wahr­neh­mung von Ge­richts­ter­mi­nen - Prüfung von Verträgen. Herr konn­te in al­len von ihm zu be­ar­bei­ten­den Rechts­ge­bie­ten auf ein über­durch­schnitt­li­ches Fach­wis­sen zurück­grei­fen und die­ses er­folg­reich in die Pra­xis um­set­zen.
hilfs­wei­se die Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, ihm ein Zeug­nis zu er­tei­len, wel­ches sich auch auf Leis­tung und Ver­hal­ten im Ar­beits­verhält­nis be­zieht.
Die Be­klag­ten be­an­tra­gen, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie tra­gen vor: Die Be­klag­te zu 1) sei nicht pas­siv­le­gi­ti­miert. Die Kla­ge sei in­so­weit schon un­schlüssig. Der Kläger ha­be nämlich nicht sub­stan­ti­iert be­gründet, dass ei­ne Ge­sell­schaft bürger­li­chen Rechts be­gründet wor­den sei. Tatsächlich exis­tie­re ei­ne sol­che nicht.
Ent­schei­dungs­gründe I. Die Kla­ge war nur im zu­ge­spro­che­nen Um­fang be­gründet.
1. Die Zah­lungs­kla­ge a) Der Kläger hat ge­gen den Be­klag­ten zu 2) ei­nen An­spruch auf Er­stat­tung des hälf­ti­gen RAK Bei­tra­ges für die Zeit vom 01.01. bis ein­sch­ließlich 30.06.2009. Der An­spruch er­gibt sich aus § 3 (a) des Ar­beits­ver­tra­ges.
In Be­zug auf den darüber hin­aus gel­tend ge­mach­ten Be­trag war die Kla­ge ab­zu­wei­sen. b) Der Kläger hat ge­gen den Be­klag­ten zu 2) des Wei­te­ren gemäß § 1/§ 11 BUrlG ei­nen An­spruch auf Vergütung für die Zeit sei­ner Frei­stel­lung vom 09.04. bis ein­sch­ließlich 19.04.2009. Denn dem Kläger stand für die­sen Zeit­raum Ur­laub zu und hat er – da das einst­wei­li­ge Verfügungs­ver­fah­ren ihm nur die Frei­stel­lung und nicht auch die Vergütung zu­ge­spro­chen hat­te – nun­mehr ei­nen An­spruch auf Ur­laubs­ent­gelt für die be­sag­te Zeit.
f) Der Zins­an­spruch be­ruht für al­le Ansprüche auf § 288 BGB. g) So­weit der Kläger von dem Be­klag­ten zu 2) die Er­stat­tung ei­nes Be­tra­ges an Ster­be­geld­um­la­ge be­gehrt, war sei­ne Kla­ge ab­zu­wei­sen. Für den An­spruch ist kei­ne Grund­la­ge vor­han­den. Sie er­gibt sich auch nicht aus dem Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en.
2. Die Kla­ge auf Zeug­nis­er­tei­lung Sie war nur in ih­rem Hilfs­an­trag be­gründet. Der Kläger hat gemäß § 109 Ge­wO ge­gen den Be­klag­ten zu 2) ei­nen An­spruch auf Er­tei­lung ei­nes qua­li­fi­zier­ten Zeug­nis­ses. Da der Be­klag­te zu 2) bis­lang dem Be­geh­ren des Klägers nicht nach­ge­kom­men ist (ob­wohl das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­reits seit über ei­nem hal­ben Jahr be­en­det ist), war er an­trags­gemäß zu ver­ur­tei­len.
3. Die Kla­ge ge­gen die Be­klag­te zu 1) Sie war ins­ge­samt ab­zu­wei­sen, weil der Kläger nicht an­satz­wei­se die Pas­siv­le­gi­ti­ma­ti­on der Be­klag­ten zu 1) schlüssig dar­ge­legt hat­te.
II. Die Ne­ben­ent­schei­dun­gen be­ru­hen auf §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 92 Abs. 1 ZPO, 3 ff. ZPO. III. Rechts­mit­tel­be­leh­rung Ge­gen die­ses Ur­teil kann von dem Kläger und dem Be­klag­ten zu 2)
Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den.
Für die Be­klag­te zu 1) ist kei­ne Be­ru­fung ge­ge­ben. Die Be­ru­fung muss in­ner­halb ei­ner N o t f r i s t * von ei­nem Mo­nat beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Blu­ment­hals­traße 33, 50670 Köln ein­ge­gan­gen sein. Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung.
Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den. Vor­ste­hen­de Ab­schrift stimmt mit der Ur­schrift übe­rein gez. Mey­er-Wop­pe­rer Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt Aus­ge­fer­tigt: Reg.-Beschäftig­te
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le m.hensche.de
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