Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ-RR%202000,%20S.%20554
Timestamp: 2019-06-20 10:26:03
Document Index: 60182016

Matched Legal Cases: ['§ 15', 'Art. 8', '§ 80', '§ 32', '§ 32', 'Art.8', '§ 15', '§ 15']

BVerfG, 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1278
BVerfG, 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 (https://dejure.org/2000,1278)
BVerfG, Entscheidung vom 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 (https://dejure.org/2000,1278)
BVerfG, Entscheidung vom 21. April 2000 - 1 BvQ 10/00 (https://dejure.org/2000,1278)
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Demonstration 'gegen Gewalt und Inländerfeindlichkeit'
§ 15 Abs. 1 VersG, Art. 8 GG, § 80 VwGO, § 32 Abs. 2 BVerfGG
Erlass einer eA, die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen eine Verbotsverfügung für eine Versammlung der Jungen Nationaldemokraten einstweilen wiederherzustellen
Sofortvollzug - Versammlungsverbot - Versammlung - Einstweilige Anordnung - Bundesverfassungsgericht - NPD - Gefahrprognose - Versammlungsfreiheit
BVerfGG § 32; GG Art.8 Abs. 1
VG Lüneburg, 20.04.2000 - 7 B 30/00
OVG Niedersachsen, 20.04.2000 - 11 M 1524/00
NVwZ-RR 2000, 554
DVBl 2000, 1121
Die öffentliche Ordnung kann durch die Art und Weise der Kundgabe einer Meinung verletzt werden, etwa durch ein aggressives, die Grundlagen eines verträglichen Zusammenlebens der Bürger beeinträchtigendes, insbesondere andere Bürger einschüchterndes, Auftreten der Versammlungsteilnehmer (vgl. BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, NVwZ-RR 2000, S. 554;… NJW 2001, S. 2069 ;… NJW 2001, S. 2072 ).
Zudem weiche diese von dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21. April 2000 - 1 BvQ 10/00 - ab.
Gefordert sind daher konkrete ordnungsbehördliche Erkenntnisse als Grundlage der Gefahrenprognose, so z.B. je nach Gefahrentyp über die Zahl und den Kreis der zu erwartenden Versammlungsteilnehmer, über Aufrufe zu Gewalttaten oder sonstige konkrete Indizien für befürchtete Straftaten ( BVerfG, Einstweilige Anordnung vom 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 -, NVwZ-RR, 554).
Bei ihrer Entscheidung orientiert sich die Kammer an den Grundsätzen, die das Bundesverfassungsgericht zur Inanspruchnahme des Grundrechts der Versammlungsfreiheit und zur Auslegung des § 15 VersG im Einzelnen ausgeführt hat, vgl. u.a. Beschluss vom 14.05.1985 - 1 BvR 233/81 und 1 BvR 341/81 -, BVerfGE 69, 315 ff.; Beschluss vom 21.04.1998 - 1 BvR 2311/94 -, NVwZ 1998, 834; vom 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 - vom 14.07.2000 - 1 BvR 1245/00 - vom 18.08.2000 - 1 BvQ 23/00 -, NJW 2000, 3053; vom 26.01.2001 - 1 BvQ 8/01 sowie 1 BvQ 9/01 - vom 26.03.2001 - 1 BvQ 15/01 -, NJW 2001, 1411; vom 01.05.2001 - 1 BvQ 21/01 -, NJW 2001, 2078; vom 05.09.2003 - 1 BvQ 32/03 -, NVwZ 2004, 90; Senatsbeschluss vom 23.06.2004 - 1 BvQ 19/04 -, NJW 2004, 2814; Beschluss vom 16.08.2005 - 1 BvQ 25/05 - Beschluss vom 26.01.2006 - 1 BvQ 3/06 - Beschluss vom 27.01.2006 - 1 BvQ 4/06 - Beschluss vom 10.05.2006 - 1 BvQ 14/06 -, NVwZ 2006, 1049; Beschluss vom 26.06.2007 - 1 BvR 1418/07 -, NVwZ-RR 2007, 641; Beschluss vom 07.11.2008 - 1 BvQ 43/08 - Beschluss vom 04.09.2009 - 1 BvR 2147/09 -NJW 2010, 141 sowie Beschluss vom 04.09.2010 - 1 BvR 2298/10 -, juris.
Die öffentliche Ordnung kann durch die Art und Weise der Kundgabe einer Meinung verletzt werden, etwa durch ein aggressives, die Grundlagen eines verträglichen Zusammenlebens beeinträchtigendes, insbesondere andere Bürger einschüchterndes Auftreten der Versammlungsteilnehmer (vgl. BVerfG, Beschl. v. 21.4.2000 - 1 BvQ 10/00 -, NVwZ-RR 2000, 554).
Bei dieser Entscheidung orientiert sich die Kammer an den Grundsätzen, die das Bundesverfassungsgericht zur Inanspruchnahme des Grundrechts der Versammlungsfreiheit und zur Auslegung des § 15 VersG im Einzelnen ausgeführt hat, vgl. u.a. Beschluss vom 14.05.1985 - 1 BvR 233/81 und 1 BvR 341/81 -, BVerfGE 69, 315 ff.; Beschlüsse vom 21.04.1998 - 1 BvR 2311/94 -, NVwZ 1998, 834; vom 21.04.2000 - 1 BvQ 10/00 - vom 14.07.2000 - 1 BvR 1245/00 - vom 18.08.2000 - 1 BvQ 23/00 -, NJW 2000, 3053; vom 26.01.2001 - 1 BvQ 8/01 sowie 1 BvQ 9/01 - vom 24.03.2001 - 1 BvQ 13/01 -, NJW 2001, 2069; vom 01.05.2001 - 1 BvQ 21/01 -, NJW 2001, 2078; vom 05.09.2003 - 1 BvQ 32/03 -, NVwZ 2004, 90; Senatsbeschluss vom 23.06.2004 - 1 BvQ 19/04 -, NJW 2004, 2814; Beschluss vom 16.08.2005 - 1 BvQ 25/05 - Beschluss vom 26.01.2006 - 1 BvQ 3/06 - Beschluss vom 27.01.2006 - 1 BvQ 4/06 - Beschluss vom 10.05.2006 - 1 BvQ 14/06 -, NVwZ 2006, 1049; Beschluss vom 26.06.2007 - 1 BvR 1418/07 -, NVwZ-RR 2007, 641; Beschluss vom 07.11.2008 - 1 BvQ 43/08 - Beschluss vom 04.09.2009 - 1 BvR 2147/09 -NJW 2010, 141 sowie Beschluss vom 04.09.2010 - 1 BvR 2298/10 -, Juris, insbesondere auch zu Versammlungsauflagen, vgl. Beschluss vom 21.04.1998 - 1 BvR 2311/94 -, NVwZ 1998, 834; Beschluss vom 02.12.2005 - 1 BvQ 35/05 -, Juris.
So sind etwa Beschränkungen der Versammlungsfreiheit verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, die ein aggressives und provokatives, die Bürger einschüchterndes Verhalten der Versammlungsteilnehmer verhindern sollen, durch das eine Klima der Gewaltdemonstration und potentieller Gewaltbereitschaft erzeugt wird (vgl. BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, NVwZ-RR 2000, 554 f., NJW 2001, 2069 [2071]; NJW 2001, 2072 [2074]).