Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/rentenverzicht-2.html
Timestamp: 2018-12-15 12:22:55
Document Index: 253867356

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 75', '§ 75', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77']

Rentenverzicht | Ihre Vorsorge < content="">
Meine Frau bezieht set dem 60. eine Faltersrente für Frauen mit 18 % Abschlag. Bald wird sie 70 und fühlt sich noch sehr fit. Jetzt möchte sie 3 Jahre auf die Rente verzichten und dann mit 73 wieder beziehen.
Ist es möglich, dass sie dann für die 3 Jahre Verzicht den damaligen Abschlag mit dem neuen Zuschlag wieder ausgleicht?
Sie gedenkt 90 Jahre alt zu werden!
ja, ein Rentenverzicht ist möglich. Aber, was sie in 3 Jahren verlorenem Rentenbezug hat, ist Ihnen auch klar - wann holt sie es mit dem etwaigen Mehrbetrag wieder auf, von den neuen Berechnungsmodalitäten der letzten 10 Jahre mal abgesehen? ...genau, abenteuerlich daran zu denken, wenn es schon morgen in die Kiste gehen könnte.
Die nächste Beratungsstelle klärt Sie darüber in Zahlen auf (flankt solch eine hypothetische Frage gleich an die Hauptverwaltung), was wäre wenn - und sein Sie/Ihre Frau nicht enttäuscht, wenn die Wartezeit bis zum 'jetzt rechnet es sich' schneller im Sarkophag endet, als Sie sie einbalsamieren können ;-)
Fragen gibt's ...die haben mit der Realität so rein gar nichts zu tun, sind rein hypothetisch – oder meinen Sie das wirklich ernsthaft, fern rein jeglicher/individueller Interessen? (Mucki ist eher nicht der Nick eines klassischen Rentenempfängers, eher der eines einnässenden Prüfungsangsthäschens ;-)
So wie Ihre Frau sich das vorstellt, funktioniert es nicht. Der Bescheid ist bindend. Natürlich kann Ihre Frau noch 3 Jahre arbeiten, aber da sie eine Altersvollrente bezieht, werden keine Zuschläge mehr in der Rente berücksichtigt. Auf die Rente verzichten geht auch nicht. Die Rente wird normal weitergezahlt, nebenher kann ihre Frau ohne Komplikationen dazuverdienen. Eine 450-Euro-Grenze gibt es nicht mehr zu beachten. Von dem Verdienst gehen dann nur noch Beiträge zur Kranken-u. Pflegeversicherung und evtl. Steuern runter. Ein Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung bzw. Arbeitslosenversicherung entfällt !!
Auf die Rente verzichten geht auch nicht.
Na klar geht das. § 46 SGB I
Auf die Altersrente könnte Ihre Frau vollständig verzichten. Sie könnte dann durch die Beschäftigung noch Entgeltpunkte hinzubekommen. Die bisher berücksichtigten Entgeltpunkte werden aber auch bei einem späteren Rentenbezug nur einem Abschlag berücksichtigt. Wie bereits aus den vorherigen Antworten erkennbar ist, rechnet sich diese Option eher nicht.
Kurze Rückfrage an den Experten:
Klar die Entgeltpunkte, die schon den Abschlag hatten, behalten ihn weiterhin.
Aber ist der denn nicht - wegen des Verzichts - auch wieder zu erhöhen?
Es müsste doch bei einem Verzicht nach dem 65. in jedem Fall für 3 Jahre + 18% geben.
Bei erstmaliger Rente z.B. mit 68 = 118 %, beim angesprochenen Verzicht zwischen 70 und 73, doch wohl (82 + 18) = 100 %, oder?
Ja, insoweit geht Ihre Rechnung auf. Dennoch denken Sie daran, dass Ihre Frau drei Jahre keine Rente bekommen. Im Übrigen möchte ich hinsichtlich des Verzichts noch einschränkend bemerken, dass durch den Verzicht andere Personen oder Sozialleistungsträger nicht belastet werden dürfen.
Also die Idee mit dem Verzicht auf die Altersrente ist so konfus und abstrakt - da fehlen mir die Worte. ;-)
Haben Sie sich mal ausgerechnet, auf welchen Betrag sie da verzichtet? Z.B. mtl. Rente 500,- EUR x 12 x 3 = 18.000 EUR!!! Bei mtl. nur 300,- EUR sind es immerhin noch 10.800 EUR. Wie will Ihre Frau diesen Betrag jemals wieder reinholen? 90 Lebensjahre reichen evtl. gar nicht aus.
Wenn Ihre Frau bald 70 wird und so fit ist, kann sie doch uneingeschränkt dazuverdienen. Die Höchsthinzuverdienstgrenze von derzeit 450,- EUR brutto gilt ja nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze und diese hat sie ja längst überschritten.
Also Ideen haben manche Leute... :-)
Zitiert von: uneingeschränkt
Bei 500 € wäre die neue Rente 609,75 €, macht ein Plus von 109,75 €. Um die 18.000 € aus dem Verzicht auszugleichen währen also 164 Monate notwendig, macht 13 Jahre und 8 Monate.
Allerdings gibt es mehrere Dinge, weshalb man das auf jeden Fall in einer Beratungsstelle überprüfen lassen sollte. Wie W*lfgang schon erwähnte, haben sich die Berechnungsmodalitäten geändert und seit 2005 verringert sich bis 2040 ständig der steuerfreie Rentenbetrag. Auch fehlen in der "Beispielrechnung" die zu entrichtenden Beiträge zu den Versicherungen.
Selbst wenn diese Berechnung stimmt, zum Nachrechnen bin ich ehrlich gesagt zu faul, ist es doch herrlich, wenn man dann in 3 Jahren mit über 70 soviel mehr Rente bekommt. Aber der Betrag, auf den man verzichtet hat, ist natürlich weg. 18% von 500 EUR sind übrigens 90 EUR.
Und wer weiß denn schon, ob die Dame wirklich 90 Jahre alt wird und noch von dieser wahnsinnigen Rentenerhöhung profitiert!?
Also ich finde das Ganze für einen riesigen Quatsch!
Ob das Konstrukt rechtlich überhaupt machbar ist? Ich habe da so meine Zweifel.
Klar kann man auf die monatlichen Zahlungen verzichten.
Das "Stammrecht" auf die Rente bleibt aber weiterhin bestehen.
Ob dann wirklich ein Zuschlag in Betracht kommt und ob überhaupt bei einer Beschäftigung RV-Beiträge durch den Rentner zu zahlen sind müsste erst einmal geklärt werden.
Bei einem Widerruf des Verzichts bleibt es beim urspünglichen Rentenbescheid
18% von 500 EUR sind übrigens 90 EUR.
Die 500 € sind 82% der berechneten Rente, auf Grund einer Minderung um 18%.
Die ungeminderte Rente berechnet sich also mit 500 € / 0,82 . Es erschließt sich mir nicht, warum sie den Prozentwert von der geminderten Rente berechnen wollen.
Ob Sinn oder nicht Sinn kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Ich freue mich für jeden, dessen Gesundheit solche Gedankenspiele überhaupt denkbar macht.
Also ich kann nur feststellen, dass durch die vorzeitige Inanspruchnahme mit 18 % Abschlag immer noch ein Vorteil gegenüber der Rente mit 65 ohne Abschlag besteht. Nach meiner Rechnung auch bis Alter 86.
Klar schmilzt dieser Vorteil in den 3 Jahren Rentenverzicht. Liegt aber bei einem Verzicht ab 86 immer noch über der Rente mit Abschlag. Im Vergleich zur Rente mit 65 ergibt sich in jedem Fall ein höherer Betrag. Wie sollte es auch anders sein, oder?
Sie erwarten jetzt aber nicht nochmal eine Antwort, oder? Es wurde alles gesagt. Und ich halte es immer noch für einen Unsinn - und eine Milchmädchenrechnung.
Es ist eine Rechnung, die so gar nicht aufgeht!
Zum einen bezieht sich der Verzicht NUR auf die Auszahlung. Das Stammrecht, also der Rentenanspruch dem Grunde nach, besteht weiter. Die Gewährung der Zuschläge für nicht in Anspruch genommen Rentenbezug nach der Regelaltersgrenze sehe ich hier nicht.
Zum anderen sind Personen nach bindender Bewilligung einer Altersvollrente versicherungsfrei. Beiträge aus einer mehr als geringfügigen Beschäftigung sind hier also nicht zu zahlen. Somit erhöht sich die zukünftige Altersrente auch nicht mehr und die ganze Sache würde ein Minusgeschäft...
Der wirksame Verzicht hat das Erlöschen der Einzelleistungsansprüche zur Folge.
Trotz des Verzichts bleibt das Stammrecht auf die Rentenleistung erhalten.
Der Verzicht auf den (Einzel-)Rentenanspruch (in voller Höhe) bewirkt - anders als die vollständige Nichtzahlung der Rente wegen anzurechnendem Einkommen - dass die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung der Rentner entfällt, ebenso die ihr nachfolgende Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.
Demzufolge bestünde auch kein Anspruch mehr auf einen Beitragszuschuss.
Interessant, dass sie behaupten, die hier getätigte Expertenaussage wäre falsch. Worauf begründet sich diese Annahme?
Ich zitiere aus den Arbeitsanweisungen der deutschen Rentenversicherung:
"Wird auf die Auszahlung einer nach den Vorschriften des SGB VI berechneten Regelaltersrente nach § 46 SGB I >>(SGB I § 46 G0) verzichtet und wird der Verzicht für die Zukunft widerrufen, geht die nach dem Ende des Verzichts wieder zu gewährende Altersrente auf den ursprünglichen Rentenbeginn zurück. § 75 Abs. 1 SGB VI >>(SGB VI § 75 G0) hindert dann die Ermittlung von Entgeltpunkten aus den während der Unterbrechung gegebenenfalls zurückgelegten Beitragszeiten. Der Zugangsfaktor (vergleiche GRA zu § 77 SGB VI >>(SGB VI § 77 R0)) ist jedoch für die bisherigen Entgeltpunkte, die der wieder zu leistenden Regelaltersrente zugrunde zu legen sind, für jeden Kalendermonat des Rentenverzichts, in dem die bisherigen Entgeltpunkte nicht (mehr) Grundlage persönlicher Entgeltpunkte waren, um 0,005 zu erhöhen (§ 77 Abs. 3 Satz 3 Nr. 3 SGB VI >>(SGB VI § 77 G0))."
http://www.eservice-drv.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_306R4
Es gibt also für jeden Monat Rentenverzicht 0,5 %, für 3 Jahre demzufolge 18%.
Mal abgesehen von Rechtsänderungen, die sich auswirken könnten, kommen also die Entgeltpunkte für die 60 Monate vorzeitig bezogene Altersrente (ohne Zugangsfaktor) nach den 3 Jahren Verzicht zum Tragen (mit Zugangsfaktor 1,0). Wie schon gesagt: Immer noch ein Geschäft gegenüber der Rente ab 65!
Rentenverzicht – rechnet sich eigentlich nicht!
Beispieldarstellung, bezogen auf 100 € Brutto bisherige Rente, in der die 18% Minderung
schon enthalten sind.
Zugrunde gelegt ist der ab 01.07.2015 gültige Rentenwert, hier West = 29,21€ und ein Jahr
Rentenverzicht.
Die Vervielfältigung aus anderen Werten kann dann jeder für sich vornehmen.
Da sich die künftige Erhöhung der Altersrente nur aus dem Zugewinn durch die Erhöhung der
Entgeltpunkte um 0,5% je Monat ergibt, habe ich mich im Beispielfall auch auf Entgeltpunkte
bezogen wie folgt:
Bruttorente nach Minderung für 12 Mon. . . . . .= . 100,00 € . . Re-Wert 29,21 = 3,4235 EP,
Rentenverlust für 12 Mon. . . . . . . = 12 * 100 .= 1.200,00 €.
Zugewinn an EGPT in % für 12 Mon. Re-Verzicht = 12 * 0,5 = 6 %
Entgeltpunkte-Zugewinn nach 12 Mon. . . . . . . . . . . . . 1,06 * 3,4235 = 3,6289 EP.
Differenz plus an EP. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .= 0,2054 EP
Zugewinn in Euro je Monat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6,00 €
Dauer der Amortisation . . . . . . . . .1,200 / 6 = 200 Mon. = 16 Jahre und 8 Mon.
Unabdingbar ist dabei das tatsächliche Erreichen des Amortisationszeitraumes, sonst ist es
grundsätzlich ein Minusgeschäft.
6,00 € plus nach fast 17 Jahren lässt sich sicherlich auch anders realisieren.