Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20235/89
Timestamp: 2019-06-15 21:44:00
Document Index: 212466553

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.03.1990 - XI ZR 235/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1493
BGH, 13.03.1990 - XI ZR 235/89 (https://dejure.org/1990,1493)
BGH, Entscheidung vom 13.03.1990 - XI ZR 235/89 (https://dejure.org/1990,1493)
BGH, Entscheidung vom 13. März 1990 - XI ZR 235/89 (https://dejure.org/1990,1493)
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Nichtabnahme eine Darlehns - Schadensersatzansprüche - Sicherheiten - Beurteilung eines Vertrags - Nichtabnahmeentschädigung - Bankübliche Kreditlinie - Beleihungspraxis
Verengter Ermessensspielraum der Bank für vorbehaltene Bewertung von Sicherheiten für Darlehen bei vereinbarter Nichtabnahmeentschädigung
Abnahmeverpflichtung bei Kredit
NJW 1990, 2676
NJW-RR 1991, 306 (Ls.)
ZIP 1990, 638
MDR 1990, 1110
WM 1990, 751
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 30. November 1989 - III ZR 197/88 = WM 1990, 174 [BGH 30.11.1989 - III ZR 197/88] zu 2 a; Senatsurteil vom 13. März 1990 - XI ZR 235/89 = WM 1990, 751 [BGH 13.03.1990 - XI ZR 235/89] zu 2.) ist der Umfang des Schadensersatzanspruchs wegen Nichtabnahme von dem Zeitraum abhängig, für den die Kreditbank eine rechtlich geschützte Zinserwartung hatte.
Darüber braucht hier jedoch nicht abschließend entschieden zu werden, da der Schadensersatzanspruch der Beklagten seine Grundlage jedenfalls in § 326 BGB findet; insoweit entspricht das Berufungsurteil der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 30. November 1989 und vom 13. März 1990 aaO).
Zwar besteht die Möglichkeit, dass der Beklagte - wie er geltend macht - bei unterstellter erforderlicher Aufklärung durch die Klägerin über etwaige ihm nicht bekannte Risiken der Beteiligung den Versuch unternommen hätte, sich aus den abgeschlossenen Verträgen zu lösen (vgl. dazu den Fall bei BGH, Urteil vom 24. April 1990 - XI ZR 235/89 [unter II 2 b]) und den Vertrag mit der Klägerin nicht abgeschlossen hätte.
Der dem Beklagten entstandene Schaden wäre dann durch einen Vergleich seiner jetzigen Vermögenslage mit derjenigen zu ermitteln, die bestünde, wenn die Klägerin ihre (etwaige) Aufklärungspflicht erfüllt hätte (vgl. BGH, Urteil vom 24. April 1990 - XI ZR 235/89 [unter III]).
Dabei ist darauf abzustellen, welche Regelung die Parteien im Hinblick auf den Vertragszweck bei sachgerechter Abwägung ihrer beiderseitigen Interessen nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrssitte als redliche Vertragspartner getroffen hätten, wenn der nicht geregelte Punkt in ihre Erwägungen einbezogen worden wäre (vgl. BGHZ 90, 69, 77 [BGH 01.02.1984 - VIII ZR 54/83]; BGH, Urt. v. 13. März 1990 - XI ZR 235/89, WM 1990, 751, 752 [BGH 13.03.1990 - XI ZR 235/89];… v. 10. Oktober 1990 a.a.O.).