Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202008,%201161
Timestamp: 2019-07-19 15:28:44
Document Index: 205308283

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 662', '§ 667', '§ 662', '§ 667', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 662', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGH', 'Art. 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', '§ 113', '§ 261', 'BGH', 'BGH', '§ 113', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 69', '§ 74', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 2008, 1161 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1775
BGH, 26.06.2008 - III ZR 30/08 (https://dejure.org/2008,1775)
BGH, Entscheidung vom 26.06.2008 - III ZR 30/08 (https://dejure.org/2008,1775)
BGH, Entscheidung vom 26. Juni 2008 - III ZR 30/08 (https://dejure.org/2008,1775)
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BGB § 662, § 667
Auftragsverhältnis bei Wirtschaftsführung für einen anderen außerhalb einer Ehe trotz familiärer oder personaler Beziehungen
Anwendbarkeit auftragsrechtlicher Bestimmungen auf mit der Ehe vergleichbare Beziehungen mit sonstigem familiären oder personalen Einschlag
BGB § 662 § 667
Familienrecht - Auftragsverhältnis zwischen Eheleuten?
Familienrecht - Wirtschaftsführung von Eheleuten durch einen Ehepartner allein - Auftragsverhältnis?
LG Arnsberg, 16.03.2006 - 2 O 306/05
MDR 2008, 1161
FamRZ 2008, 1841
OLG Schleswig, 18.03.2014 - 3 U 50/13
Erteilung einer Vorsorge- und Kontovollmacht: Rechtliche Qualifikation als …
Der BGH hat jedoch 2008 klargestellt, dass für seine Entscheidung aus dem Jahr 2000 die Besonderheiten der ehelichen Lebensgemeinschaft maßgebend gewesen seien und sie auf Fallgestaltungen mit sonstigem familiären oder personalen Einschlag nicht übertragbar sei (BGH, Urt. v. 26.6.2008 - III ZR 30/08, bei juris Leitsatz und Rn. 2).
OLG Brandenburg, 19.03.2013 - 3 U 1/12
Auftrag: Rückzahlung von aufgrund einer Kontovollmacht abgehobenen Geldbeträgen …
Der BGH hat aber auch entschieden, dass seine Rechtsprechung, nach der zwischen Eheleuten ein Auftragsverhältnis im Sinne der §§ 662 ff. BGB selbst dann nicht besteht, wenn sie übereingekommen sind, während ihres Zusammenlebens die Aufgabenbereiche in der Weise zu regeln, dass einer von ihnen die Wirtschaftsführung allein übernimmt und die verfügbaren Mittel im Wesentlichen aus den Einkünften oder dem Vermögen des anderen Ehegatten zufließen, auf Fallgestaltungen mit sonstigem familiären oder personalen Einschlag nicht übertragbar ist (BGH, Urteil vom 26.6.2008 - III ZR 30/08, BeckRS 2008, 17591).
Denn der Bundesgerichtshof hat schon mit seiner Entscheidung vom 26.06.2008 (III ZR 30/08 - juris Rn.2) klargestellt, dass für die Annahme eines besonderen Vertrauensverhältnisses die Besonderheiten der ehelichen Lebensgemeinschaft maßgebend gewesen seien, was nicht auf Fallgestaltungen mit sonstigem familiären oder personalen Einschlag übertragbar sei (…so auch OLG Schleswig a.a.O.).
Ihm sei dann der vom Gesetz grundsätzlich gewährte Anspruch auf Rechnungslegung trotz des langen Zuwartens unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben auch für die Vergangenheit wieder zuzusprechen [BGH, NJW 1963, 950; BGH, Beschl. v. 26.06.2008 - III ZR 30/08 = BeckRS 2008, 17591; OLG Hamm, Urt. v. 20.11.2007 - 26 U 62/06 = BeckRS 2008, 20414].
Der BGH hat das Bestehen eines Auftragsverhältnisses bei Übertragung der Wirtschaftsführung bislang nur zwischen Ehegatten grundsätzlich ausgeschlossen (BGH, Urteil vom 5.7.2000, XII ZR 26/98), eine Übertragung dieser Rechtsprechung auf sonstige familiäre Verhältnisse aber ausdrücklich verneint (BGH, Beschluss vom 26.6.2008, III ZR 30/08).
Dies insbesondere deshalb, da Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beklagten in Bezug auf ihre Geschäftsführung bestehen (vgl. BGH, Beschluss vom 26.6.2008, III ZR 30/08; BGH, Urteil vom 31.1.1963, VII ZR 284/61).
Denn seine nachträgliche Geltendmachung kann dann unter Umständen gegen Treu und Glauben verstoßen (ebenso: BGH, NJW-RR 1987, 963; MDR 2008, 1161).
https://dejure.org/2008,1553
BGH, 28.05.2008 - XII ZR 61/06 (https://dejure.org/2008,1553)
BGH, Entscheidung vom 28.05.2008 - XII ZR 61/06 (https://dejure.org/2008,1553)
BGH, Entscheidung vom 28. Mai 2008 - XII ZR 61/06 (https://dejure.org/2008,1553)
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EGBGB Art. 17
Keine Anerkennung einer ausländischen Privatscheidung (hier nach religiösen jüdischem Recht) bei Geltung deutschen cheidungsstatuts
Vorliegen einer Privatscheidung bei einer Scheidung nach mosaischem Recht durch Übergabe eines Scheidebriefs und Nichtvorliegen einer Statusentscheidung des Rabbinatsgerichts; Art. 17 EGBGB als Maßstab für die Anerkennung einer ausländischen Privatscheidung ; Anerkennungsfähigkeit einer ausländischen Privatscheidung bei Geltung deutschen Scheidungsstatuts; Möglichkeit einer Inhaltsscheidung bei anderweitiger Rechtshängigkeit eines Scheidungsverfahrens vor dem Rabbinatsgericht in Israel bei Geltung deutschen Scheidungsstatuts
Allgemeine Grundsätze Brüssel II-VO
IPR: (Materiellrechtliche) Anerkennung von Privatscheidungen (jüdische Rabbinatsscheidung deutscher Staatsangehöriger in Israel)
Rechtsnatur einer Scheidung nach mosaischem Recht; Anerkennung in der Bundesrepublik Deutschland; Anderweitige Rechtshängigkeit eines Scheidungsverfahrens vor dem Rabbinatsgericht in Israel
Familienrecht - Scheidung nach mosaischem Recht = Privatscheidung?
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 28.05.2008, Az.: XII ZR 61/06 (Art. 17 EGBGB: Anerkennung einer Scheidung nach mosaischem Recht)" von Prof. Dr. Dr. hc. mul. Dieter Henrich, original erschienen in: FamRZ 2008, 1409 - 1414.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 28.05.2008, Az.: XII ZR 61/06 (Anerkennungsfähigkeit einer Privatscheidung...)" von VorsRiLG Martin Streicher, original erschienen in: FamRBint 2008, 82 - 83.
Kurznachricht zu "Ehescheidung deutscher Juden (zu BGH, 28.5.2008 - XII ZR 61/06)" von Prof. Dr. Kurt Siehr, original erschienen in: IPRax 2009, 332 - 336.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 28.05.2008, Az.:XII ZR 61/06 (Die Scheidung nach mosaischem Recht durch Übergabe des Scheidebriefs ist eine rechtsgeschäftliche Scheidung und keine Statusentscheidung)" von Prof. Dr. Heinrich Dörner, original erschienen in: JR 2009, 327 - 332.
AG Nordhorn, 12.09.2005 - 11 F 212/98
BGHZ 176, 365
NJW-RR 2008, 1169
FamRZ 2008, 1409
JR 2009, 327
Die Verordnung (EG) Nr. 2201/2203 des Rates über die Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Ehesachen und in Verfahren betreffend die elterliche Verantwortung und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1347/2000 vom 27. November 2003 (Brüssel IIa-VO = EuEheVO; ABl. L 338 S. 1) verweist in ihrem Artikel 14 in das nationale Recht, wenn sich aus ihren Artikel 8 bis 13 keine Zuständigkeit eines Gerichts eines Mitgliedsstaats ergibt (vgl. auch Senatsurteil BGHZ 176, 365 = FamRZ 2008, 1409 Rn. 14).
Das deutsche Prozessrecht behandelt die anderweitige Rechtshängigkeit als negative Prozessvoraussetzung, die von Amts wegen zu beachten ist (st. Rspr., grundlegend RGZ 160, 338, 344 f; BGH, Urteil vom 15. Januar 1985 - X ZR 16/83, WM 1985, 673; vom 28. Mai 2008 - XII ZR 61/06, BGHZ 176, 365 Rn. 19;… MünchKomm-ZPO/Becker-Eberhard, 5. Aufl., § 261 Rn. 5 und 42).
Die Rechtshängigkeit der Streitsache vor einem ausländischen Gericht steht nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der Rechtshängigkeit vor einem inländischen Gericht aber gleich, wenn das ausländische Urteil hier anzuerkennen sein wird (vgl. etwa BGH, Urteil vom 18. März 1987 - IVb ZR 24/86, WM 1987, 826; vom 12. Februar 1992 - XII ZR 25/91, FamRZ 1992, 1058, 1059; vom 24. Oktober 2000 - XI ZR 300/99, NJW 2001, 524, 525; vom 28. Mai 2008, aaO Rn. 17).
41 Vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs (Deutschland) vom 28. Mai 2008 (XII ZR 61/06, Rn. 36), zugänglich unter folgender Internetadresse: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=44298&pos=0&anz=1.
Das Verfahrenshindernis der entgegenstehenden Rechtshängigkeit eines drittstaatlichen Gerichts wie das von der Ehefrau in der Schweiz anhängig gemachte Verfahren beurteilt sich - so zutreffend das Amtsgericht - nach § 113 Abs. 1 FamFG iVm § 261 Abs. 3 Nr. 1 ZPO analog, der von Amts wegen zu beachten ist (BGH, FamRZ 2008, 1409 Rn. 19; OLG Hamm, NJW-RR 1995, 510; OLG Celle FamRZ 1993, 439; OLGR Saarbrücken 2004, 467).
Im Einzelnen muss eine Identität der Parteien in beiden Verfahren gegeben sein, der Streitgegenstand muss identisch sein, die ausländische Rechtshängigkeit muss vor der Rechtshängigkeit bei einem deutschen Gericht eingetreten sein (Prioritätsprinzip), die zu erwartende ausländische Entscheidung muss im Inland anerkennungsfähig sein (BGH, FamRZ 2008, 1409 Rn. 17) und die Sperrwirkung des Einwands der früheren Rechtshängigkeit für ein inländisches Verfahren darf nicht zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung des Rechtsschutzes für den inländischen Antragsteller führen.
Das Verfahrenshindernis der entgegenstehenden Rechtshängigkeit eines drittstaatlichen Gerichts beurteilt sich - wie ausgeführt - nach § 113 Abs. 1 FamFG iVm § 261 Abs. 3 Nr. 1 ZPO analog, der von Amts wegen zu beachten ist (BGH FamRZ 2008, 1409, Rn. 19; OLG Hamm NJW-RR 1995, 510; OLGR Saarbrücken 2004, 467).
Von Amts wegen sind nur solche Verfahrensmängel zu berücksichtigen, die sich auf Verfahrens- und Sachentscheidungsvoraussetzungen beziehen (Senatsurteil BGHZ 176, 365 = FamRZ 2008, 1409 Rn. 13 - internationale Zuständigkeit; BGH Beschluss vom 29. April 2004 - V ZB 46/03 - NJW-RR 2004, 1294 - ordnungsgemäße Besetzung des Beschwerdegerichts), die Zulässigkeit der (Erst-)Beschwerde betreffen (vgl. BGH Beschluss vom 23. Oktober 2003 - IX ZB 369/02 - NJW 2004, 1112, 1113 mwN) oder die einen Mangel der Beschwerdeentscheidung (§ 69 FamFG) begründen (…vgl. Keidel/Meyer-Holz FamFG 18. Aufl. § 74 Rn. 19 ff.).
Im Ergebnis ebenso BGH, Urteil vom 28. Mai 2008 XII ZR 61/06 , BGHZ 176, 375, juris, Rdn. 39; Urteil vom 2. Februar 1994 XII ZR 148/92 , FamRZ 1994, 434, juris, Rdn. 17; Silagi, Staatsangehörigkeitsverlust praeter legem in der bundesdeutschen Rechtspraxis, StAZ 2006, 134, S 137 ff.; Scheftelowitz, in: Bergmann/ Ferid/Henrich, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Stand: 198. Lieferung (September 2012), Länderabschnitt Israel, S. 39; Gera-Grünbaum/Zwergbaum, Das Staatsangehörigkeitsrecht von Israel, 2. Aufl. 1974, S. 17, 21; a. A. VG München, Urteil vom 24. September 2001 M 25 K 99.500 , juris, Rdn. 28; Assan, Israelisches Staatsangehörigkeitsrecht, StAZ 2012, 228, 235.
OLG Celle, 14.10.2008 - 17 WF 130/08
Doppelte Rechtshängigkeit: Geltendmachung eines Unterhaltsanspruchs in …
Im rechtlichen Ausgangspunkt hindert nach ständiger Rechtsprechung auch die - zeitlich früher eingetretene - Rechtshängigkeit einer Streitsache im Ausland das inländische Verfahren, wenn Identität des Streitgegenstandes vorliegt und mit der Anerkennung der vom ausländischen Gericht zu treffenden Entscheidung zu rechnen ist (vgl. BGH Urteile vom 10. Oktober 1985 - I ZR 1/83 - NJW 1986, 2195 f. und vom 28. Mai 2008 - XII ZR 61/06 - FamRZ 2008, 1409, 1410).
30 - vgl. im Ergebnis ebenso BGH, Urteile vom 02.02.1994 - XII ZR 148/92 - und vom 28.05.2008 - XII ZR 61/06 - juris; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 30.09.1968 - VI 394/68 -, DÖV 1969, 248; Bergmann/Ferid, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Stand 2007, Israel S.39; Silagi, Staatsangehörigkeitsverlust praeter legem in der bundesdeutschen Rechtspraxis, StAZ 2006, 134, 138; a.A. VG München, Urteil vom 24.09.2001 - M 25 K 99.500 -, juris.