Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/205022,0.html
Timestamp: 2019-09-21 03:50:26
Document Index: 131996981

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 437', '§ 440', '§ 123', '§ 123', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 437', '§ 123', '§ 325', '§ 123']

Anfechtung oder Rücktritt
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Verfasst am: 25 Sep 2008 - 19:34:12 Titel: Anfechtung oder Rücktritt
Diese Frage wurde hier bestimmt schon gestellt aber bevor ich die Finde werde ich alt bei der Menge an Beiträgen dazu. Ich hab‘s immer noch nicht kapiert was der Unterschied ist zwischen Anfechtung und Rücktritt. Ganz allgemein. Wenn beim Abschluss eines Kaufvertrages arglistig getäuscht wurde, so kann ich § 123 anfechten oder § 437 zurücktreten. Auch da, bei § 440, kann ich mich auf arglistige Täuschung berufen. Wie entscheide ich mich? Ich verstehe es nicht.
Verfasst am: 25 Sep 2008 - 19:48:21 Titel:
Anfechtung nach § 123 und Rücktritt kommen parallel zur Anwendung, so dass der Käufer ein Wahlrecht hat.
Der Unterschied besteht aber darin, dass nach erfolgter Anfechtung ein Rücktritt ausscheidet. Hingegen kann nach Rücktritt immernoch eine Anfechtung erfolgen.
Verfasst am: 26 Sep 2008 - 06:12:42 Titel:
Dazu sollte man dann auch übrigens in der Klausur/HA ein paar Sätzchen sagen (also zum Verhältnis Anfechtung/Rücktritt, ist ja bei § 123 anders als bei § 119 II bspw.).
Verfasst am: 26 Sep 2008 - 06:54:06 Titel:
Verhältnis Rücktritt und § 119 II BGB: Da meinst du ja ob § 119 II BGB durch die §§ 437 ff. BGB ausgeschlossen wird, richtig?
Und bei Verhältnis Rücktritt und § 123 BGB meinst du ja, dass der arglistig Täuschende nicht schutzwürdig ist, und daher neben dem Rücktritt zuzulassen ist, oder?
Zuletzt bearbeitet von Ant-Man am 26 Sep 2008 - 07:09:04, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 26 Sep 2008 - 07:03:58 Titel:
Nach einem erfolgten Rücktritt können immernoch vertragliche Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden (vgl. § 325 BGB)
Nach erfolgter Anfechtung wegen § 123 BGB können nach h.M. hingegen keine vertraglichen Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.
Verfasst am: 26 Sep 2008 - 07:41:07 Titel:
Jo, genau, das meinte ich. Und dazu sollte man in ner Klausur auch was schreiben. War aber ein Hinweis für den Threadsteller, hatte nur auf deine Aussage Bezug genommen .
Verfasst am: 26 Sep 2008 - 12:08:38 Titel:
vielleicht nocht etwas allgemeiner
anfechtung macht den vertrag (eigentlich die WE) kaputt
dann können die leistungen nach 812 (die genaue einordnung ist wegend er ex tunc wirkung der anfechtung strittig) zurückverlangt werden
hier könnte es jedoch zu einer entreicherung kommen
darum werden bei der "rückabwicklung" synallagmatischer verträge teils der wert der gegenleistung noch miteinbezogen, selbst wenn diese wegen entreicherung nicht mehr herausgegebene werden müsste(könnte)
rücktritt wandelt das ursprüngliche in ein rückgewährschuldverhältnis um,
so dass die Leistungen(oder gegebenenfalls ersatz) zurückgewährt werden
vorteil eines rücktritt im vgl zur anfechtung nach 119 ist, dass man so den eventuell zu leistenden schadensersatz des 122 umgeht