Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.06.2001&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20329/99
Timestamp: 2020-08-09 00:22:27
Document Index: 66719264

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 125', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 15', '§ 15', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.06.2001 - VIII ZR 329/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,761
BGH, 27.06.2001 - VIII ZR 329/99 (https://dejure.org/2001,761)
BGH, Entscheidung vom 27.06.2001 - VIII ZR 329/99 (https://dejure.org/2001,761)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 2001 - VIII ZR 329/99 (https://dejure.org/2001,761)
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GmbHG § 15 Abs. 4 Satz 2
GmbHG § 15 Abs. 4 S. 2
Heilung eines privatschriftlichen GmbHGeschäftsanteilskaufvertrages
Kaufvertrag - Formmangel - Heilung - GmbH - Geschäftsanteil - Anteile
Keine Heilung eines formnichtigen Kaufvertrages über GmbH-Geschäftsanteile bei späterer Anteilsübertragung an Dritte
Zur Heilung eines privatschriftlichen Kaufvertrages über Geschäftsanteile an einer GmbH, wenn der spätere "Verkaufs- und Übertragungsvertrag" mit anderen Personen auf Erwerberseite und zu anderen schuldrechtlichen Bedingungen geschlossen wurde
Heilung eines privatschriftlichen GmbH-Geschäftsanteilskaufvertrages
Abtretung, Anteilsübertragung, Beurkundung, Beurkundungsmängel, Geschäftsanteil, Gesellschaftsrecht, Heilung, Nichtigkeitsgründe, Notar
GmbHG § 15 Abs. 4 Satz 2; BGB §§ 125, 133, 157
NJW 2002, 142
ZIP 2001, 1536
MDR 2001, 1177
DNotZ 2001, 952
WM 2001, 1623
BB 2001, 1865
DB 2001, 1825
NZG 2001, 940
Das Formerfordernis des § 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG bezieht sich auf alle Nebenabreden, die nach dem Willen der Parteien Bestandteil der Vereinbarung über die Verpflichtung zur Abtretung sein sollen (…vgl. Senatsurteil vom 23. Februar 1983 - IVa ZR 187/81, NJW 1983, 1843 unter II 1 a [juris Rn. 18]; BGH, Urteile vom 27. Juni 2001 - VIII ZR 329/99, NJW 2002, 142 unter II 1 [juris Rn. 13];… vom 30. Juni 1969 - II ZR 71/68, NJW 1969, 2049 unter III [juris Rn. 19]).
Denn anders als in dem vom Bundesgerichtshof mit Urteil vom 27. Juni 2001 VIII ZR 329/99 (Der Betrieb 2001, 1825) entschiedenen Fall war im Streitfall dem A die Option eingeräumt worden, die Abtretung an seinen Bruder und nicht an sich verlangen zu können.
Sie ist für das Revisionsgericht nicht bindend, weil sie weder im Wortlaut des Vertrages noch in dem tatsächlichen Vorbringen der Parteien eine Stütze findet (vgl. dazu BGH, Urt. v. 27.6.2001 - VIII ZR 329/99, WM 2001, 1623, 1625 = ZIP 2001, 1536).
Eine Abtretung nach § 15 Abs. 3 GmbHG heilt nur denjenigen formnichtigen Verpflichtungsvertrag, in dessen Erfüllung sie erfolgt (BGH-Urteil vom 27. Juni 2001 VIII ZR 329/99, Der Betrieb 2001, 1825).
§ 15 IV 1 GmbHG erstreckt sich auf alle Nebenabreden, die nach dem Willen der Parteien Bestandteil der Vereinbarung über die Verpflichtung zur Abtretung sein sollen (BGH Urt. v. 27.6.2001 - VIII ZR 329/99, NJW 2002, 142, unter II. 1., speziell zur Vereinbarung einer Freistellungsverpflichtung in Zusammenhang mit der Übertragung von GmbH-Anteilen).
Eine Heilung nach § 15 IV 2 GmbHG tritt nicht ein, wenn der beurkundete Abtretungsvertrag zu anderen schuldrechtlichen Bedingungen geschlossen wurde als das Verpflichtungsgeschäft ( Rowedder/Bergmann in: Rowedder/Schmidt-Leithoff, § 15 GmbHG, Rz. 43, in dieser Allgemeinheit zu Unrecht unter Hinweis auf BGH Urt. v. 27.6.2001 - VIII ZR 329/99, NJW 2002, 142, wo es um die notarielle Übertragung an andere Personen als schuldrechtlich vereinbart ging).
Die Regelung des § 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG gilt jedoch nach ihrem Sinn und Zweck auch für solche Rechtsgeschäfte einschließlich aller Nebenabreden, die zwar nicht ausdrücklich, aber zwangsläufig die Verpflichtung zur Übertragung von Geschäftsanteilen begründen (BSG…, Urteil vom 25. Januar 2006 a.a.O.; BGH, Urteil vom 27. Juni 2001, VIII ZR 329/99, NJW 2002 Seite 142).
Zwar erstreckt sich dieses auf sämtliche Nebenabreden, die nach dem Willen der Parteien Bestandteil der Vereinbarung über die Verpflichtung zur Abtretung sein sollen (vgl. BGH, WM 2001, 1623 = ZIP 2001, 1536 unter II.1 m.w.N.), so dass über den zu zahlenden Kaufpreis von 75.000,00 EUR hinaus gegebenenfalls auch die angeblich vereinbarte Abgeltung von Beratungsleistungen der Beklagten zu 1) und 2) hätte notariell beurkundet werden müssen.
OLG Nürnberg, 09.10.2002 - 12 U 1346/02