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Timestamp: 2018-08-20 22:34:02
Document Index: 301120633

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 314', '§ 341', '§ 43', '§ 51', '§ 57']

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www.frag-einen-anwalt.de Strafrecht Haft 4 Jahre Haft
19.12.2009 00:27 |
Hallo, mein Mann sitzt seit September diesen Jahres in U- Haft. Letzte Woche wurde das Urteil gesprochen! 4 Jahre wegen Handeltreibens mit Btm in nicht geringer Menge und längerem Zeitraum. Mein Frage ist, Kann man in Berufung gehen und wie stehen die Chancen auf ein geringeres Urteil? Und wenn es bei den 4 Jahren bleibt, wie viel davon muss er tatsächlich absitzen?
Ihre Fragen will ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt beantworten:
Ob Berufung eingelegt werden kann hängt davon ab, welches Gericht für die erste Instanz zuständig war. Gegen Urteile des Landgerichts ist in Strafsachen keine Berufung zulässig (§ 312 StPO), jedoch das Rechtsmittel der Revision.
Die Frist für die Berufung regelt § 314 StPO und die Frist der Revision § 341 StPO:
Entscheidend ist daher, was genau Sie mit letzter Woche meinen. Wurde das Urteil z.B. am 11.12.09 verkündet, endet die Frist für die Einlegung von Rechtsmitteln mit Ablauf des 18.12.2009 (siehe § 43 StPO). Es ist wohl daher davon auszugehen, dass die Frist bereits verstrichen ist und das Urteil in Rechtskraft erwachsen ist. Gegebenenfalls könnten Sie mir per E-Mail mitteilen, wann das Urteil konkret gefällt wurde, damit ich das genau prüfen kann.
Ob Chancen auf eine geringere Strafe bestehen oder bestanden hätten, kann ohne Akteneinsichtnahme leider keineswegs beurteilt werden.
Wie lange die verhängte Strafe auch tatsächlich durch Haft zu verbüßen ist, hängt von einigen Faktoren ab:
Nach § 51 Abs. 1 Satz 1 StGB ist die Untersuchungshaft oder eine andere Freiheitsentziehung auf die Freiheitsstrafe anzurechnen, sofern der Verurteilte sie aus Anlass einer Tat erlitten hat, die Gegenstand des Verfahrens ist oder gewesen ist. Bei Ihnen würde also die Zeit ab September angerechnet werden.
Insbesondere ist für Sie aber die Regelung des § 57 StGB von Bedeutung, wonach eine Entlassung nach einer 2/3-Verbüßung möglich ist:
Aufgrund der Sachverhaltsschilderung kann ich nicht entnehmen, ob die Voraussetzungen ansatzweise vorliegen.
Grundsätzlich käme daher eine Entlassung im Frühjahr 2012 in Betracht.
Ich hoffe Ihre Fragen im Rahmen dieser Plattform angemessen beantwortet zu haben. Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass ohne konkrete Akteneinsicht eine Beurteilung nur aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung erfolgt und zusätzliche Informationen zu einer abweichenden juristischen Einschätzung führen können.
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