Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=22.11.2017&Aktenzeichen=8%20S%201861/16
Timestamp: 2019-10-21 01:30:32
Document Index: 40648650

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 8', '§ 214', '§ 214', '§ 214', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 1']

VGH Baden-Württemberg, 22.11.2017 - 8 S 1861/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,54549
VGH Baden-Württemberg, 22.11.2017 - 8 S 1861/16 (https://dejure.org/2017,54549)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 22.11.2017 - 8 S 1861/16 (https://dejure.org/2017,54549)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 22. November 2017 - 8 S 1861/16 (https://dejure.org/2017,54549)
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Normenkontrolle: Anforderungen an die Auslegungsbekanntmachung eines Bebauungsplans - Verlagerung von Folgeproblemen bautechnischer Art in die Plandurchführung
§ 1 Abs 3 BauGB, § 2 Abs 3 BauGB, § 3 Abs 2 S 2 BauGB, § 8 Abs 2 S 1 BauGB, § 214 Abs 1 S 1 Nr 1 BauGB, § 214 Abs 1 S 1 Nr 2 BauGB, § 214 Abs 2 Nr 2 BauGB, § 47 Abs 2 S 1 VwGO
Der Antragsteller in einem Normenkontrollverfahren kann sich deshalb im Rahmen des § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO auch darauf berufen, dass seine abwägungsrelevanten Belange möglicherweise fehlerhaft abgewogen wurden (…vgl. Senatsurteile vom 14.12.2017 - 8 S 1148/16 -, juris Rn. 15, und vom 22.11.2017 - 8 S 1861/16 -, VBlBW 2018, 201).
Eine Antragsbefugnis kann im Einzelfall zu bejahen sein, wenn aufgrund der topographischen (z.B. Hanglage mit Gefälle in Richtung eines Antragstellergrundstücks) oder geologischen (z.B. mangelnde Versickerungsfähigkeit des Untergrunds) Verhältnisse eine tatsächliche Gefährdung von Grundstücken durch unkontrollierte Wasserflüsse (Regen-, Schicht- oder Grundwasser) nicht offensichtlich ausgeschlossen ist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 04.11.2015, a.a.O. = juris Rn. 13; Senatsurteil vom 22.11.2017, a.a.O.; BayVGH…, Urteil vom 10.05.2016, a.a.O.).
Dies bildet allerdings eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass die Klärung etwaiger Folgeprobleme bautechnischer Art der Plan-durchführung überlassen werden kann (so auch das Senatsurteil vom 22.11.2017, a.a.O.; ferner VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.02.2014 - 5 S 3254/11 -, BRS 82 Nr. 9).
Die Antragsbefugnis ist abweichend davon nur dann zu bejahen, wenn nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass diese nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand gelöst werden können (vgl. wiederum Senatsurteil vom 22.11.2017, a.a.O.; ferner BVerwG, Urteil vom 05.03.1997 - 11 A 5.96 -, UPR 1997, 327; Senatsurteil vom 23.12.1997 - 8 S 627/97 -).
Der Antragsteller in einem Normenkontrollverfahren kann sich deshalb im Rahmen des § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO auch darauf berufen, dass seine abwägungsrelevanten Belange möglicherweise fehlerhaft abgewogen wurden (…vgl. Senatsurteile vom 14.12.2017 - 8 S 1148/16 -, juris Rn. 15, und vom 22.11.2017 - 8 S 1861/16 -, VBlBW 2018, 201; VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 08.02.2017 - 5 S 1049/14 -, BauR 2017, 977 = juris Rn. 31).
§ 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB setzt der Bauleitplanung damit nur eine erste, wenn auch strikt bindende Schranke, die lediglich grobe und einigermaßen offensichtliche Missgriffe ausschließt (vgl. Senatsurteil vom 22.11.2017 - 8 S 1861/16 -, VBlBW 2018, 201 = juris Rn. 37; VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 15.06.2016 - 5 S 1375/14 -, juris, Rn. 62).