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Timestamp: 2020-07-10 02:24:31
Document Index: 20398638

Matched Legal Cases: ['Art. 60', 'Art. 17', 'Art. 15', 'Art. 18', 'Art. 23', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 22', 'Art. 198', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 1', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 281', 'Art. 64', 'Art. 25']

Lawbrary | FZG - Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
Geltungsbereich (1 - 1)
Rechte und Pflichten der Vorsorgeeinrichtung bei Austritt von Versicherten (2 - 8)
Rechte und Pflichten der Vorsorgeeinrichtung bei Eintritt der Versicherten (9 - 14)
Berechnung der Austrittsleistung und Anspruch auf freie Mittel (15 - 19)
Erhaltung des Vorsorgeschutzes in besonderen Fällen (20 - 21)
Ehescheidung und gerichtliche Auflösung der eingetragenen Partnerschaft (22 - 23)
Information der Versicherten und Dokumentation im Hinblick auf eine Scheidung (24 - 24)
Meldepflichten, Zentralstelle 2. Säule (24 - 24)
Verjährung von Ansprüchen und Aufbewahrung von Vorsorgeunterlagen (24 - 24)
Anwendbarkeit des BVG (25 - 25)
Verhältnis zum europäischen Recht (25 - 25)
Schlussbestimmungen (26 - 28)
Schlussbestimmung der Änderung vom 18. Dez. 1998
Schlussbestimmungen der Änderung vom 14. Dezember 2001
1Die­ses Ge­setz re­gelt im Rah­men der be­ruf­li­chen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge die An­sprü­che der Ver­si­cher­ten im Frei­zü­gig­keits­fall.
2Es ist an­wend­bar auf al­le Vor­sor­ge­ver­hält­nis­se, in de­nen ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung des pri­va­ten oder des öf­fent­li­chen Rechts auf­grund ih­rer Vor­schrif­ten (Re­gle­ment) bei Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze, bei Tod oder bei In­va­li­di­tät (Vor­sor­ge­fall) einen An­spruch auf Leis­tun­gen ge­währt.
3Es ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar auf Ru­he­ge­halts­ord­nun­gen, nach de­nen die Ver­si­cher­ten im Vor­sor­ge­fall An­spruch auf Leis­tun­gen ha­ben.
1Ver­si­cher­te, wel­che die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­las­sen, be­vor ein Vor­sor­ge­fall ein­tritt (Frei­zü­gig­keits­fall), ha­ben An­spruch auf ei­ne Aus­tritts­leis­tung.
1bisVer­si­cher­te kön­nen auch ei­ne Aus­tritts­leis­tung be­an­spru­chen, wenn sie die Vor­sor­ge­ein­rich­tung zwi­schen dem frü­hest­mög­li­chen und dem or­dent­li­chen re­gle­men­ta­ri­schen Ren­ten­al­ter ver­las­sen und die Er­werbs­tä­tig­keit wei­ter­füh­ren oder als ar­beits­los ge­mel­det sind. Be­stimmt das Re­gle­ment kein or­dent­li­ches Ren­ten­al­ter, so ist das Al­ter nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge (BVG) mass­ge­bend.2
1terEben­so ha­ben Ver­si­cher­te, de­ren Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung nach Ver­min­de­rung des In­va­li­di­täts­gra­des her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben wird, am En­de der pro­vi­so­ri­schen Wei­ter­ver­si­che­rung und Auf­recht­er­hal­tung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 26a Ab­sät­ze 1 und 2 BVG An­spruch auf ei­ne Aus­tritts­leis­tung.3
2Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­stimmt in ih­rem Re­gle­ment die Hö­he der Aus­tritts­leis­tung; die­se muss min­des­tens so hoch sein wie die nach den Be­stim­mun­gen des 4. Ab­schnitts be­rech­ne­te Aus­tritts­leis­tung.
3Die Aus­tritts­leis­tung wird fäl­lig mit dem Aus­tritt aus der Vor­sor­ge­ein­rich­tung. Ab die­sem Zeit­punkt ist sie nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 BVG zu ver­zin­sen.4
4Über­weist die Vor­sor­ge­ein­rich­tung die fäl­li­ge Aus­tritts­leis­tung nicht in­nert 30 Ta­gen, nach­dem sie die not­wen­di­gen An­ga­ben er­hal­ten hat, so ist ab En­de die­ser Frist ein Ver­zugs­zins nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 2 zu be­zah­len.5
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 12. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5187; BBl 2009 1101 1109).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­me­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 12. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5187; BBl 2009 1101 1109).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
1Tre­ten Ver­si­cher­te in ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein, so hat die frü­he­re Vor­sor­ge­ein­rich­tung die Aus­tritts­leis­tung an die neue zu über­wei­sen.
2Muss die frü­he­re Vor­sor­ge­ein­rich­tung Hin­ter­las­se­nen- oder In­va­li­den­leis­tun­gen er­brin­gen, nach­dem sie die Aus­tritts­leis­tung an die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung über­wie­sen hat, so ist ihr die­se Aus­tritts­leis­tung so­weit zu­rück­zu­er­stat­ten, als dies zur Aus­zah­lung der Hin­ter­las­se­nen- oder In­va­li­den­leis­tun­gen nö­tig ist.
3Die Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­leis­tun­gen der frü­he­ren Vor­sor­ge­ein­rich­tung kön­nen ge­kürzt wer­den, so­weit ei­ne Rück­er­stat­tung un­ter­bleibt.
1Ver­si­cher­te, die nicht in ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein­tre­ten, ha­ben ih­rer Vor­sor­ge­ein­rich­tung mit­zu­tei­len, in wel­cher zu­läs­si­gen Form sie den Vor­sor­ge­schutz er­hal­ten wol­len.
2Bleibt die­se Mit­tei­lung aus, so hat die Vor­sor­ge­ein­rich­tung frü­he­s­tens sechs Mo­na­te, spä­tes­tens aber zwei Jah­re nach dem Frei­zü­gig­keits­fall die Aus­tritts­leis­tung samt Zins der Auf­fan­gein­rich­tung (Art. 60 BVG1) zu über­wei­sen.2
2bisTre­ten die Ver­si­cher­ten in ei­ne neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung ein, so müs­sen die Frei­zü­gig­keitsein­rich­tun­gen das Vor­sor­ge­ka­pi­tal für die Er­hal­tung des Vor­sor­ge­schut­zes der neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung über­wei­sen. Die Ver­si­cher­ten mel­den:
der Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung den Ein­tritt in die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung;
der neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung die bis­he­ri­ge Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung so­wie die Form des Vor­sor­ge­schut­zes.3
3Bei der Aus­übung der Auf­ga­be ge­mä­ss Ab­satz 2 wird die Auf­fan­gein­rich­tung als Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung für die Füh­rung von Frei­zü­gig­keits­kon­ten tä­tig.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 11 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).
1Ver­si­cher­te kön­nen die Ba­r­aus­zah­lung der Aus­tritts­leis­tung ver­lan­gen, wenn:
sie die Schweiz end­gül­tig ver­las­sen; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 25f;
sie ei­ne selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­neh­men und der ob­li­ga­to­ri­schen be­ruf­li­chen Vor­sor­ge nicht mehr un­ter­ste­hen; oder
die Aus­tritts­leis­tung we­ni­ger als ihr Jah­res­bei­trag be­trägt.
2An An­spruchs­be­rech­tig­te, die ver­hei­ra­tet sind oder in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft le­ben, ist die Ba­r­aus­zah­lung nur zu­läs­sig, wenn der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner schrift­lich zu­stimmt.2
3Kann die Zu­stim­mung nicht ein­ge­holt wer­den oder wird sie oh­ne trif­ti­gen Grund ver­wei­gert, so kann das Zi­vil­ge­richt an­ge­ru­fen wer­den.3
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 30 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 8 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (AS 2002 701; BBl 1999 6128). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
1Ha­ben sich Ver­si­cher­te bei Ein­tritt in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­pflich­tet, einen Teil der Ein­tritts­leis­tung sel­ber zu be­zah­len, so ist die­ser Teil bei der Be­rech­nung der Aus­tritts­leis­tung mit­zu­be­rück­sich­ti­gen, selbst wenn er nicht oder nur teil­wei­se be­gli­chen wur­de. Der noch nicht be­gli­che­ne Teil kann je­doch samt Zin­sen von der Aus­tritts­leis­tung ab­ge­zo­gen wer­den.
2Ha­ben Ver­si­cher­te in­fol­ge ei­ner Leis­tungs­ver­bes­se­rung Er­hö­hungs­bei­trä­ge zu ent­rich­ten, so ist die Aus­tritts­leis­tung auf­grund der ver­bes­ser­ten Leis­tun­gen zu be­rech­nen. Die noch nicht be­gli­che­nen Er­hö­hungs­bei­trä­ge kön­nen je­doch von der Aus­tritts­leis­tung ab­ge­zo­gen wer­den.
1Hat der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beit­ge­be­rin die Ein­tritts­leis­tung von Ver­si­cher­ten ganz oder teil­wei­se über­nom­men, so kann die Vor­sor­ge­ein­rich­tung den ent­spre­chen­den Be­trag von der Aus­tritts­leis­tung ab­zie­hen.
2Der Ab­zug ver­min­dert sich mit je­dem Bei­trags­jahr um min­des­tens einen Zehn­tel des vom Ar­beit­ge­ber oder von der Ar­beit­ge­be­rin über­nom­me­nen Be­trags. Der nicht ver­brauch­te Teil fällt an ein Bei­trags­re­ser­ve­n­kon­to des Ar­beit­ge­bers oder der Ar­beit­ge­be­rin.
1Im Frei­zü­gig­keits­fall muss die Vor­sor­ge­ein­rich­tung den Ver­si­cher­ten ei­ne Ab­rech­nung über die Aus­tritts­leis­tung er­stel­len. Dar­aus müs­sen die Be­rech­nung der Aus­tritts­leis­tung, die Hö­he des Min­dest­be­tra­ges (Art. 17) und die Hö­he des Al­ters­gut­ha­bens (Art. 15 BVG1) er­sicht­lich sein.
2Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss die Ver­si­cher­ten auf al­le ge­setz­lich und re­gle­men­ta­risch vor­ge­se­he­nen Mög­lich­kei­ten der Er­hal­tung des Vor­sor­ge­schut­zes hin­wei­sen; na­ment­lich hat sie die Ver­si­cher­ten dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen, wie die­se den Vor­sor­ge­schutz für den To­des- und In­va­li­di­täts­fall bei­be­hal­ten kön­nen.
1Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss den ein­tre­ten­den Ver­si­cher­ten er­mög­li­chen, ih­ren Vor­sor­ge­schutz auf­recht­zu­er­hal­ten und wei­ter auf­zu­bau­en, und ih­nen die mit­ge­brach­ten Aus­tritts­leis­tun­gen gut­schrei­ben.
2Hält die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ih­re Leis­tun­gen in ei­nem Leis­tungs­plan fest, so hat sie den Ver­si­cher­ten zu er­mög­li­chen, sich bis zu ih­ren vol­len re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen ein­zu­kau­fen. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 79b BVG1.2
3Bei der Be­mes­sung ih­rer Leis­tun­gen darf die Vor­sor­ge­ein­rich­tung nicht un­ter­schei­den, ob die Leis­tun­gen auf Bei­trä­ge oder auf Ein­tritts­leis­tun­gen zu­rück­zu­füh­ren sind.
2 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I 11 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998 (AS 1999 2374; BBl 1999 4). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 19. März 2010 (Struk­tur­re­form), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3393; BBl 2007 5669).
1Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­stimmt in ih­rem Re­gle­ment die Hö­he der Ein­tritts­leis­tung. Die­se darf den hö­he­ren der Be­trä­ge nicht über­stei­gen, der aus dem Ver­gleich zwi­schen ih­rer Aus­tritts­leis­tung nach Ar­ti­kel 15 und 16 und der­je­ni­gen nach ih­rer Ta­bel­le, die Ar­ti­kel 17 sinn­ge­mä­ss dar­stellt, re­sul­tiert.
2Die Ein­tritts­leis­tung wird fäl­lig mit dem Ein­tritt in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung. Ab die­sem Zeit­punkt ist ein Ver­zugs­zins zu zah­len.
3Die Amor­ti­sa­ti­on und Ver­zin­sung je­nes Teils der Ein­tritts­leis­tung, der durch die Aus­tritts­leis­tung der frü­he­ren Vor­sor­ge­ein­rich­tung nicht ge­deckt ist und der auch nicht so­fort be­zahlt wird, rich­tet sich nach den re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen oder ei­ner Ver­ein­ba­rung zwi­schen der ver­si­cher­ten Per­son und der Vor­sor­ge­ein­rich­tung.
1Die Ver­si­cher­ten ha­ben der Vor­sor­ge­ein­rich­tung Ein­sicht in die Ab­rech­nun­gen über die Aus­tritts­leis­tung aus dem frü­he­ren Vor­sor­ge­ver­hält­nis zu ge­wäh­ren.
2Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung kann die Aus­tritts­leis­tung aus dem frü­he­ren Vor­sor­ge­ver­hält­nis so­wie das Vor­sor­ge­ka­pi­tal aus ei­ner Form der Vor­sor­ge­schut­zer­hal­tung für Rech­nung der Ver­si­cher­ten ein­for­dern.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 11 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 237; BBl 1999 4).
1Mit dem Ein­tritt in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung sind die Ver­si­cher­ten zu den Leis­tun­gen ver­si­chert, die ih­nen nach dem Re­gle­ment auf­grund der ein­zu­brin­gen­den Ein­tritts­leis­tung zu­ste­hen.
2Ha­ben sich Ver­si­cher­te bei Ein­tritt in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­pflich­tet, einen Teil der Ein­tritts­leis­tung sel­ber zu be­zah­len, und ha­ben sie die­sen Teil bei Ein­tritt ei­nes Vor­sor­ge­falls nicht oder nur teil­wei­se be­gli­chen, so ste­hen ih­nen die re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen gleich­wohl zu. Der noch nicht be­zahl­te Teil kann je­doch samt Zin­sen von den Leis­tun­gen ab­ge­zo­gen wer­den.
1Ver­bleibt ein Teil der ein­ge­brach­ten Aus­tritts­leis­tung, nach­dem sich die Ver­si­cher­ten in die vol­len re­gle­men­ta­ri­schen Leis­tun­gen ein­ge­kauft ha­ben, so kön­nen sie da­mit den Vor­sor­ge­schutz in ei­ner an­de­ren zu­läs­si­gen Form er­hal­ten.
2Die Ver­si­cher­ten kön­nen mit dem ver­blei­ben­den Teil der ein­ge­brach­ten Aus­tritts­leis­tung auch künf­ti­ge re­gle­men­ta­risch hö­he­re Leis­tun­gen er­wer­ben. Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat jähr­lich dar­über ab­zu­rech­nen.
1Der Vor­sor­ge­schutz, der mit den ein­ge­brach­ten Aus­tritts­leis­tun­gen er­wor­ben wird, darf nicht durch einen neu­en ge­sund­heit­li­chen Vor­be­halt ge­schmä­lert wer­den.
2Die bei der frü­he­ren Vor­sor­ge­ein­rich­tung ab­ge­lau­fe­ne Zeit ei­nes Vor­be­halts ist auf die neue Vor­be­halts­dau­er an­zu­rech­nen. Für die Ver­si­cher­ten güns­ti­ge­re Be­din­gun­gen der neu­en Vor­sor­ge­ein­rich­tung ge­hen vor.
4. Abschnitt: Berechnung der Austrittsleistung und Anspruch auf freie Mittel
1Bei Spar­ein­rich­tun­gen ent­spre­chen die An­sprü­che der Ver­si­cher­ten dem Spar­gut­ha­ben; bei ver­si­che­rungs­mäs­sig ge­führ­ten Bei­trags­pri­mat­kas­sen ent­spre­chen sie dem De­ckungs­ka­pi­tal.
2Das Spar­gut­ha­ben ist die Sum­me al­ler im Hin­blick auf Al­ters­leis­tun­gen gut­ge­schrie­be­nen Bei­trä­ge des Ar­beit­ge­bers oder der Ar­beit­ge­be­rin und der ver­si­cher­ten Per­son so­wie der sons­ti­gen Ein­la­gen; sämt­li­che Zin­sen sind zu be­rück­sich­ti­gen.
3Das De­ckungs­ka­pi­tal ist nach an­er­kann­ten Re­geln der Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­tik im An­wart­schafts­de­ckungs­ver­fah­ren ge­mä­ss dem Grund­satz der Bi­lan­zie­rung in ge­schlos­se­ner Kas­se zu be­rech­nen.
4Bei­trä­ge für Son­der­mass­nah­men und So­li­da­ri­täts­leis­tun­gen sind zu be­rück­sich­ti­gen, wenn sie das per­sön­li­che Spar­gut­ha­ben oder das De­ckungs­ka­pi­tal er­höht ha­ben.
1Bei Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen im Leis­tungs­pri­mat ent­spre­chen die An­sprü­che der Ver­si­cher­ten dem Bar­wert der er­wor­be­nen Leis­tun­gen.
2Die er­wor­be­nen Leis­tun­gen wer­den wie folgt be­rech­net:
ver­si­cher­te Leis­tun­gen ×
an­re­chen­ba­re Ver­si­che­rungs­dau­er
mög­li­che Ver­si­che­rungs­dau­er
3Die ver­si­cher­ten Leis­tun­gen sind im Re­gle­ment nie­der­ge­legt. Sie be­stim­men sich auf­grund der mög­li­chen Ver­si­che­rungs­dau­er. Tem­po­rä­re Leis­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 kön­nen bei der Bar­wert­be­stim­mung weg­ge­las­sen wer­den, wenn sie nicht nach dem De­ckungs­ka­pi­tal­ver­fah­ren fi­nan­ziert wer­den.
4Die an­re­chen­ba­re Ver­si­che­rungs­dau­er setzt sich zu­sam­men aus der Bei­trags­dau­er und der ein­ge­kauf­ten Ver­si­che­rungs­dau­er. Sie be­ginnt frü­he­s­tens mit der Leis­tung von Bei­trä­gen an die Al­ters­vor­sor­ge.
5Die mög­li­che Ver­si­che­rungs­dau­er be­ginnt zur glei­chen Zeit wie die an­re­chen­ba­re Ver­si­che­rungs­dau­er und en­det mit der or­dent­li­chen re­gle­men­ta­ri­schen Al­ters­gren­ze.
6Der Bar­wert ist nach an­er­kann­ten Re­geln der Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­tik zu er­mit­teln. Die Bar­wer­te sind im Re­gle­ment ta­bel­la­risch dar­zu­stel­len.
1Bei Aus­tritt aus der Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat die ver­si­cher­te Per­son zu­min­dest An­spruch auf die ein­ge­brach­ten Ein­tritts­leis­tun­gen samt Zin­sen so­wie auf die von ihr wäh­rend der Bei­trags­dau­er ge­leis­te­ten Bei­trä­ge samt ei­nem Zu­schlag von 4 Pro­zent pro Al­ters­jahr ab dem 20. Al­ters­jahr, höchs­tens aber von 100 Pro­zent. Das Al­ter er­gibt sich aus der Dif­fe­renz zwi­schen dem Ka­len­der­jahr und dem Ge­burts­jahr.
2Bei­trä­ge zur Fi­nan­zie­rung von Leis­tun­gen und zur De­ckung von Kos­ten kön­nen von den Bei­trä­gen der ver­si­cher­ten Per­son nur ab­ge­zo­gen wer­den, wenn die Hö­he der ver­schie­de­nen Bei­trä­ge im Re­gle­ment fest­ge­legt und der Be­darf in der Jah­res­rech­nung oder in de­ren An­hang aus­ge­wie­sen ist. Ab­ge­zo­gen wer­den dür­fen:
Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung der An­sprü­che auf In­va­li­den­leis­tun­gen bis zum Er­rei­chen der or­dent­li­chen Al­ters­gren­ze;
Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung der An­sprü­che auf Hin­ter­las­se­nen­leis­tun­gen, die vor Er­rei­chen der or­dent­li­chen Al­ters­gren­ze ent­ste­hen;
Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung der An­sprü­che auf Über­brückungs­ren­ten bis zum Er­rei­chen der or­dent­li­chen Al­ters­gren­ze. Der Bun­des­rat setzt die nä­he­ren Be­din­gun­gen für die­se Ab­zugs­mög­lich­keit fest;
Bei­trag für Ver­wal­tungs­kos­ten;
Bei­trag für Kos­ten des Si­cher­heits­fonds;
Bei­trag zur Be­he­bung ei­ner Un­ter­de­ckung.1
3So­fern das Re­gle­ment die­sen Ab­zug in Bei­trags­pro­zen­ten vor­sieht, kön­nen auch im Re­gle­ment vor­ge­se­he­ne Auf­wen­dun­gen zur Fi­nan­zie­rung der An­pas­sung der lau­fen­den Ren­ten an die Preis­ent­wick­lung nach Ar­ti­kel 36 BVG2 so­wie der Min­dest­leis­tun­gen für Ver­si­che­rungs­fäl­le wäh­rend der Über­gangs­zeit nach Ar­ti­kel 33 BVG von den Bei­trä­gen der ver­si­cher­ten Per­son ab­ge­zo­gen wer­den.3
4Bei­trä­ge zur Fi­nan­zie­rung von Leis­tun­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-c kön­nen nur dann von den Bei­trä­gen der ver­si­cher­ten Per­son ab­ge­zo­gen wer­den, wenn der nicht für die Leis­tun­gen und Kos­ten nach den Ab­sät­zen 2 und 3 ver­wen­de­te Teil der Bei­trä­ge ver­zinst wird.4
5Von den ge­sam­ten re­gle­men­ta­ri­schen Bei­trä­gen, die der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beit­ge­be­rin und der Ar­beit­neh­mer oder die Ar­beit­neh­me­rin leis­ten, ist min­des­tens ein Drit­tel als Ar­beit­neh­mer­bei­trag zu be­trach­ten.
6Für Bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 33a BVG wird kein Zu­schlag von 4 Pro­zent pro Al­ters­jahr ab dem 20. Al­ters­jahr nach Ab­satz 1 be­rech­net.5
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 11. Dez. 2009 (Mass­nah­men zur Er­leich­te­rung der Ar­beits­markt­be­tei­li­gung äl­te­rer Ar­beit­neh­men­der), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 4427; BBl 2007 5669).
Re­gis­trier­te Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen ha­ben den aus­tre­ten­den Ver­si­cher­ten min­des­tens das Al­ters­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 15 des BVG1 mit­zu­ge­ben.
Art. 18a Teil- oder Gesamtliquidation
1Bei ei­ner Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on der Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­steht ne­ben dem An­spruch auf die Aus­tritts­leis­tung ein in­di­vi­du­el­ler oder kol­lek­ti­ver An­spruch auf freie Mit­tel.
2Die Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 53b-53d, 72a Ab­satz 4 und 72c Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c BVG2.3
1 Ur­sprüng­lich Art. 23. Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003 (1. BVG-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1677; BBl 2000 2637).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 3 des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).
Art. 19 Versicherungstechnischer Fehlbetrag
1Im Frei­zü­gig­keits­fall dür­fen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen kei­ne ver­si­che­rungs-tech­ni­schen Fehl­be­trä­ge von der Aus­tritts­leis­tung ab­zie­hen.
2Im Fall ei­ner Teil- oder Ge­samt­li­qui­da­ti­on dür­fen ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Fehl­be­trä­ge ab­ge­zo­gen wer­den. Von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten im Sys­tem der Teil­ka­pi­ta­li­sie­rung dür­fen ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Fehl­be­trä­ge nur so weit ab­ge­zo­gen wer­den, als sie einen Aus­gangs­de­ckungs­grad nach Ar­ti­kel 72a Ab­satz 1 Buch­sta­be b BVG2 un­ter­schrei­ten.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 3 des BG vom 17. Dez. 2010 (Fi­nan­zie­rung von Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3385; BBl 2008 8411).
Art. 19a Ansprüche bei Wahl der Anlagestrategie durch die versicherte Person
1Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die aus­sch­liess­lich Lohnan­tei­le über dem an­dert­halb­fa­chen obe­ren Grenz­be­trag nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 BVG2 ver­si­chern und un­ter­schied­li­che An­la­ge­stra­te­gi­en an­bie­ten, kön­nen vor­se­hen, dass den aus­tre­ten­den Ver­si­cher­ten in Ab­wei­chung von den Ar­ti­keln 15 und 17 der ef­fek­ti­ve Wert des Vor­sor­ge­gut­ha­bens im Zeit­punkt des Aus­tritts mit­ge­ge­ben wird. In die­sem Fall müs­sen sie min­des­tens ei­ne Stra­te­gie mit ri­si­ko­ar­men An­la­gen an­bie­ten. Der Bun­des­rat um­schreibt die ri­si­ko­ar­men An­la­gen nä­her.
2Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss die ver­si­cher­te Per­son bei der Wahl ei­ner An­la­ge­stra­te­gie über die ver­schie­de­nen An­la­ge­stra­te­gi­en und die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken und Kos­ten in­for­mie­ren. Die ver­si­cher­te Per­son muss schrift­lich be­stä­ti­gen, dass sie die­se In­for­ma­tio­nen er­hal­ten hat.
3Die Aus­tritts­leis­tung wird ab dem Zeit­punkt der Fäl­lig­keit nicht ver­zinst.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Okt. 2017 (AS 2017 5019; BBl 2015 1793).
1Än­dern Ver­si­cher­te ih­ren Be­schäf­ti­gungs­grad für die Dau­er von min­des­tens sechs Mo­na­ten, so hat die Vor­sor­ge­ein­rich­tung wie im Frei­zü­gig­keits­fall ab­zu­rech­nen.
2Sieht das Re­gle­ment ei­ne für die Ver­si­cher­ten min­des­tens eben­so güns­ti­ge Re­ge­lung oder die Be­rück­sich­ti­gung des durch­schnitt­li­chen Be­schäf­ti­gungs­gra­des vor, so kann ei­ne Ab­rech­nung un­ter­blei­ben.
1Sind zwei Ar­beit­ge­ber1 der glei­chen Vor­sor­ge­ein­rich­tung an­ge­schlos­sen und wech­selt die ver­si­cher­te Per­son vom einen zum an­de­ren, so ist wie im Frei­zü­gig­keits­fall ab­zu­rech­nen, so­fern die ver­si­cher­te Per­son das Vor­sor­ge­werk oder den Vor­sor­ge­plan wech­selt.
2Sieht das Re­gle­ment ei­ne für die ver­si­cher­te Per­son min­des­tens eben­so güns­ti­ge Re­ge­lung vor, so kann ei­ne Ab­rech­nung un­ter­blei­ben.
1 Da die Ver­wen­dung von Paar­for­men die Les­bar­keit des vor­lie­gen­den Ar­ti­kels er­schwert, wird die männ­li­che Per­so­nen­be­zeich­nung als Aus­druck ge­wählt, der sich auf Per­so­nen bei­der Ge­schlech­ter be­zieht.
5a. Abschnitt: Ehescheidung und gerichtliche Auflösung der eingetragenen Partnerschaft
Bei Ehe­schei­dung wer­den die Aus­tritts­leis­tun­gen und Ren­ten­an­tei­le nach den Ar­ti­keln 122-124e des Zi­vil­ge­setz­bu­ches (ZGB)2 so­wie den Ar­ti­keln 280 und 281 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung (ZPO)3 ge­teilt; die Ar­ti­kel 3-5 sind auf den zu über­tra­gen­den Be­trag sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
Art. 22a Berechnung der zu teilenden Austrittsleistung
1Die zu tei­len­de Aus­tritts­leis­tung ei­nes Ehe­gat­ten ent­spricht der Dif­fe­renz zwi­schen der Aus­tritts­leis­tung zu­züg­lich all­fäl­li­ger Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben im Zeit­punkt der Ein­lei­tung des Schei­dungs­ver­fah­rens und der Aus­tritts­leis­tung zu­züg­lich all­fäl­li­ger Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung. Die Aus­tritts­leis­tung und das Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung sind auf den Zeit­punkt der Ein­lei­tung des Schei­dungs­ver­fah­rens auf­zu­zin­sen. Ba­r­aus­zah­lun­gen und Ka­pi­tal­ab­fin­dun­gen wäh­rend der Ehe­dau­er wer­den nicht be­rück­sich­tigt.
2An­tei­le ei­ner Ein­mal­ein­la­ge, die ein Ehe­gat­te wäh­rend der Ehe aus Mit­teln fi­nan­ziert hat, die un­ter dem Gü­ter­stand der Er­run­gen­schafts­be­tei­li­gung von Ge­set­zes we­gen sein Ei­gen­gut wä­ren (Art. 198 ZGB2), sind zu­züg­lich Zins von der zu tei­len­den Aus­tritts­leis­tung ab­zu­zie­hen.
3Ha­ben wäh­rend der Ehe Vor­be­zü­ge für Wohn­ei­gen­tum nach den Ar­ti­keln 30c BVG3 und 331e des Ob­li­ga­tio­nen­rechts4 statt­ge­fun­den, so wer­den der Ka­pi­tal­ab­fluss und der Zins­ver­lust an­teils­mäs­sig dem vor der Ehe­schlies­sung und dem da­nach bis zum Be­zug ge­äuf­ne­ten Vor­sor­ge­gut­ha­ben be­las­tet.
4Der Bun­des­rat re­gelt die Be­rech­nung bei lau­fen­den In­va­li­den­ren­ten und in Fäl­len, in de­nen zwi­schen der Ein­lei­tung des Schei­dungs­ver­fah­rens und dem rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid über den Vor­sor­ge­aus­gleich der Vor­sor­ge­fall Al­ter ein­tritt.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 26. Ju­ni 1998 (AS 1999 1118; BBl 1996 I 1). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
Art. 22b Berechnung der zu teilenden Austrittsleistung bei Heirat vor dem
1.Januar 1995
1Ha­ben die Ehe­gat­ten vor dem 1. Ja­nu­ar 1995 ge­hei­ra­tet, so wird die Aus­tritts­leis­tung im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung auf­grund ei­ner vom Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern er­stell­ten Ta­bel­le be­rech­net. Hat je­doch ein Ehe­gat­te von der Ehe­schlies­sung bis zum 1. Ja­nu­ar 1995 nie die Vor­sor­ge­ein­rich­tung ge­wech­selt und steht fest, wie hoch nach neu­em Recht die Aus­tritts­leis­tung im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung ge­we­sen wä­re, so ist die­ser Be­trag für die Be­rech­nung nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 mass­ge­bend.
2Für die Be­rech­nung der Aus­tritts­leis­tung im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung an­hand der Ta­bel­le ist von fol­gen­den Eck­wer­ten aus­zu­ge­hen:
Zeit­punkt und Hö­he der ers­ten, nach Ar­ti­kel 24 von Ge­set­zes we­gen mit­ge­teil­ten Aus­tritts­leis­tung; ist zwi­schen der Ehe­schlies­sung und dem Zeit­punkt der mit­ge­teil­ten Aus­tritts­leis­tung ei­ne Aus­tritts­leis­tung fäl­lig ge­wor­den, so sind de­ren Hö­he und der Zeit­punkt ih­rer Fäl­lig­keit für die Be­rech­nung mass­ge­bend;
Zeit­punkt und Hö­he der letz­ten, vor der Ehe­schlies­sung be­kann­ten Ein­tritts­leis­tung in ein neu­es Vor­sor­ge­ver­hält­nis; ist kei­ne sol­che Ein­tritts­leis­tung be­kannt, so gel­ten das Da­tum des Be­ginns des Vor­sor­ge­ver­hält­nis­ses und der Wert Null.
3Vom Wert nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a wer­den der Wert nach Ab­satz 2 Buch­sta­be b und all­fäl­li­ge da­zwi­schen lie­gen­de Ein­mal­ein­la­gen samt Zins bis zum Zeit­punkt nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a ab­ge­zo­gen. Die Ta­bel­le gibt an, wel­cher Teil des er­rech­ne­ten Be­trags als Aus­tritts­leis­tung im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung gilt. Zu dem aus der Ta­bel­le re­sul­tie­ren­den Be­trag sind die in Ab­zug ge­brach­te Ein­tritts­leis­tung nach Ab­satz 2 Buch­sta­be b und die Ein­mal­ein­la­gen, die vor der Ehe­schlies­sung er­bracht wor­den sind, samt Zins bis zur Hei­rat hin­zu­zu­rech­nen.
4Die Ta­bel­le be­rück­sich­tigt die Bei­trags­dau­er zwi­schen der Er­brin­gung der Ein­tritts­leis­tung nach Ab­satz 2 Buch­sta­be b und der Aus­tritts­leis­tung nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a so­wie die in die­ser Bei­trags­dau­er lie­gen­de Ehe­dau­er.
5Die Ab­sät­ze 1-3 gel­ten sinn­ge­mä­ss für Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben, die vor dem 1. Ja­nu­ar 1995 er­wor­ben wor­den sind.
Art. 22c Übertragung der Austrittsleistung und der lebenslangen Rente
1Die zu über­tra­gen­de Aus­tritts­leis­tung wird bei der Vor­sor­ge- oder Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung des ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten im Ver­hält­nis des Al­ters­gut­ha­bens nach Ar­ti­kel 15 BVG2 zum üb­ri­gen Vor­sor­ge­gut­ha­ben be­las­tet. Für die Über­tra­gung ei­ner le­bens­lan­gen Ren­te nach Ar­ti­kel 124a ZGB3 gilt dies sinn­ge­mä­ss.
2Die über­tra­ge­ne Aus­tritts­leis­tung oder Ren­te wird bei der Vor­sor­ge- oder Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung des be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten im Ver­hält­nis, in dem sie in der Vor­sor­ge des ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten be­las­tet wur­de, dem ob­li­ga­to­ri­schen und dem üb­ri­gen Gut­ha­ben gut­ge­schrie­ben.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der Über­tra­gung der Ren­te in die Vor­sor­ge- oder Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung des be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten. Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung des ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten und der be­rech­tig­te Ehe­gat­te kön­nen an­stel­le der Ren­ten­über­tra­gung ei­ne Über­wei­sung in Ka­pi­tal­form ver­ein­ba­ren.
4Die Vor­sor­ge- und Frei­zü­gig­keitsein­rich­tun­gen hal­ten fest, wie sich die Aus­tritts­leis­tung oder Ren­te auf das Al­ters­gut­ha­ben und das üb­ri­ge Vor­sor­ge­gut­ha­ben ver­teilt. Sie lei­ten die­se In­for­ma­ti­on bei der Über­tra­gung an ei­ne an­de­re Vor­sor­ge- oder Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung wei­ter.
Art. 22d Wiedereinkauf nach Scheidung
1Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss nach der Schei­dung dem ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten die Mög­lich­keit ge­wäh­ren, sich im Rah­men der über­tra­ge­nen Aus­tritts­leis­tung wie­der ein­zu­kau­fen. Die Be­stim­mun­gen über den Ein­tritt in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung gel­ten sinn­ge­mä­ss. Die wie­der ein­be­zahl­ten Be­trä­ge wer­den im glei­chen Ver­hält­nis wie bei der Be­las­tung nach Ar­ti­kel 22c Ab­satz 1 dem Al­ters­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 15 BVG2 und dem üb­ri­gen Vor­sor­ge­gut­ha­ben zu­ge­ord­net.
2Kein An­spruch auf Wie­der­ein­kauf be­steht nach der Über­tra­gung ei­nes Be­tra­ges nach Ar­ti­kel 124 Ab­satz 1 ZGB3.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
Art. 22e Auszahlung aufgrund von Alter oder Invalidität
1Hat der be­rech­tig­te Ehe­gat­te An­spruch auf ei­ne vol­le In­va­li­den­ren­te oder hat er das Min­destal­ter für den vor­zei­ti­gen Al­ters­rück­tritt (Art. 1 Abs. 3 BVG2) er­reicht, so kann er die Aus­zah­lung der le­bens­lan­gen Ren­te nach Ar­ti­kel 124a ZGB3 ver­lan­gen.
2Hat er das Ren­ten­al­ter nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 BVG er­reicht, so wird ihm die le­bens­lan­ge Ren­te aus­be­zahlt. Er kann de­ren Über­wei­sung in sei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­lan­gen, wenn er sich nach de­ren Re­gle­ment noch ein­kau­fen kann.
Art. 22f Entschädigung
1Wird ei­nem Ehe­gat­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 124e Ab­satz 1 ZGB2 zu­ge­spro­chen, so kann das Ge­richt im Schei­dungs­ur­teil be­stim­men, dass ein Teil der Aus­tritts­leis­tung auf An­rech­nung an die Ent­schä­di­gung über­tra­gen wird.
2Es teilt der Vor­sor­ge­ein­rich­tung den zu über­tra­gen­den Be­trag mit den nö­ti­gen An­ga­ben über die Er­hal­tung des Vor­sor­ge­schut­zes von Am­tes we­gen mit; für die Über­tra­gung sind die Ar­ti­kel 3-5 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Wird ein Ehe­gat­te zur Zah­lung ei­ner Ka­pi­tal­ab­fin­dung nach Ar­ti­kel 124d oder 124e Ab­satz 1 ZGB ver­pflich­tet, so kann das Ge­richt im Schei­dungs­ur­teil be­stim­men, dass die­ser Be­trag in die Vor­sor­ge­ein­rich­tung des be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten oder, wenn dies nicht mög­lich ist, in ei­ne Ein­rich­tung zur Er­hal­tung des Vor­sor­ge­schut­zes ein­ge­zahlt wird. Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.
Art. 23 Eingetragene Partnerschaft
Die Be­stim­mun­gen über die Schei­dung sind bei ge­richt­li­cher Auf­lö­sung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1 Ur­sprüng­lich Art. 22d. Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 30 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
6. Abschnitt: Information der Versicherten und Dokumentation im Hinblick auf eine Scheidung
1Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat dem Ver­si­cher­ten jähr­lich die re­gle­men­ta­ri­sche Aus­tritts­leis­tung nach Ar­ti­kel 2 mit­zu­tei­len.1
2Hei­ra­tet der Ver­si­cher­te oder geht er ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ein, so hat ihm die Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf die­sen Zeit­punkt sei­ne Aus­tritts­leis­tung mit­zu­tei­len.2 Die Vor­sor­ge­ein­rich­tung hat die­se An­ga­be in ih­ren Un­ter­la­gen fest­zu­hal­ten und bei Aus­tritt des Ver­si­cher­ten der neu­en Vor­sor­ge- oder ei­ner all­fäl­li­gen Frei­zü­gig­keitsein­rich­tung zu über­mit­teln.3
3Im Fal­le der Ehe­schei­dung oder ge­richt­li­chen Auf­lö­sung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft hat die Vor­sor­ge­ein­rich­tung auf Ver­lan­gen der ver­si­cher­ten Per­son oder dem Ge­richt Aus­kunft zu ge­ben über:
die Hö­he der Gut­ha­ben, die für die Be­rech­nung der zu tei­len­den Aus­tritts­leis­tung mass­ge­bend sind;
den An­teil des Al­ters­gut­ha­bens nach Ar­ti­kel 15 BVG4 am ge­sam­ten Gut­ha­ben der ver­si­cher­ten Per­son.5
4Der Bun­des­rat re­gelt die wei­te­ren In­for­ma­ti­ons­pflich­ten.6
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 1118; BBl 1996 I 1).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 26. Ju­ni 1998 (AS 1999 1118; BBl 1996 I 1). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
6a. Abschnitt: Meldepflichten, Zentralstelle 2. Säule
Art. 24a Meldepflicht der Einrichtungen
Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und Ein­rich­tun­gen, wel­che Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen füh­ren, mel­den der Zen­tral­stel­le 2. Säu­le jähr­lich bis En­de Ja­nu­ar al­le Per­so­nen, für die im De­zem­ber des Vor­jah­res ein Gut­ha­ben ge­führt wur­de.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
Die Mel­dung um­fasst:
Na­me und Vor­na­me des Ver­si­cher­ten;
sei­ne AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer;
sein Ge­burts­da­tum;
Na­me der Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder der Ein­rich­tung, wel­che die Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen führt.
Art. 24d Zentralstelle
1Die Zen­tral­stel­le 2. Säu­le ist die Ver­bin­dungs­stel­le zwi­schen den Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, den Ein­rich­tun­gen, wel­che Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen füh­ren, und den Ver­si­cher­ten.
2Sie mel­det der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV die ver­ges­se­nen Gut­ha­ben, um die zur Iden­ti­fi­ka­ti­on und Lo­ka­li­sie­rung der Be­rech­tig­ten er­for­der­li­chen An­ga­ben zu er­hal­ten.
3Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le der AHV lie­fert der Zen­tral­stel­le 2. Säu­le fol­gen­de An­ga­ben, so­fern die­se in den zen­tra­len Re­gis­tern oder elek­tro­ni­schen Dos­siers ent­hal­ten sind:
für in der Schweiz wohn­haf­te Per­so­nen den Na­men der AHV-Aus­gleichs­kas­se, wel­che die Ren­te aus­zahlt;
die Adres­sen von Per­so­nen im Aus­land.
4Die Zen­tral­stel­le 2. Säu­le lei­tet die er­hal­te­nen An­ga­ben an die zu­stän­di­ge Ein­rich­tung wei­ter. Sie nimmt An­fra­gen ein­zel­ner Ver­si­cher­ter be­tref­fend de­ren Vor­sor­ge­gut­ha­ben ent­ge­gen und gibt ih­nen die er­for­der­li­chen An­ga­ben zur Gel­tend­ma­chung ih­rer An­sprü­che.
5Die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und die Ein­rich­tun­gen, wel­che Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen füh­ren, ar­bei­ten mit der Zen­tral­stel­le 2. Säu­le zu­sam­men.
1Das zu­stän­di­ge De­par­te­ment re­gelt das Ver­fah­ren.
2Das zu­stän­di­ge Bun­des­amt kann tech­ni­sche Wei­sun­gen er­las­sen. Die­se sind ver­bind­lich:
für die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den;
für die die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen­den Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und Ein­rich­tun­gen, wel­che Frei­zü­gig­keits­kon­ten oder -po­li­cen füh­ren.
Die Zen­tral­stel­le 2. Säu­le be­wahrt die Mel­dun­gen auf. Die Auf­be­wah­rungs­pflicht er­lischt mit Ab­lauf von zehn Jah­ren, nach­dem der Ver­si­cher­te das Ren­ten­al­ter im Sin­ne von Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 BVG1 er­reicht hat.
6b. Abschnitt: Verjährung von Ansprüchen und Aufbewahrung von Vorsorgeunterlagen
Für die Ver­jäh­rung von An­sprü­chen und die Auf­be­wah­rung von Vor­sor­ge­un­ter­la­gen gilt Ar­ti­kel 41 BVG1 sinn­ge­mä­ss.
7. Abschnitt: Anwendbarkeit des BVG
Die Be­stim­mun­gen des BVG2 be­tref­fend die sys­te­ma­ti­sche Ver­wen­dung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV, die Rechts­pfle­ge, das Be­ar­bei­ten und die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten, die Ak­ten­ein­sicht, die Schwei­ge­pflicht so­wie die Amts- und Ver­wal­tungs­hil­fe sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
Art. 25a Verfahren bei Scheidung
1Kann im Schei­dungs­ver­fah­ren nicht nach Ar­ti­kel 280 oder 281 ZPO2 über den Vor­sor­ge­aus­gleich ent­schie­den wer­den, so führt das am Ort der Schei­dung nach Ar­ti­kel 73 Ab­satz 1 BVG3 zu­stän­di­ge Ge­richt ge­stützt auf den vom Schei­dungs­ge­richt be­stimm­ten Tei­lungs­schlüs­sel die Tei­lung von Am­tes we­gen durch, nach­dem ihm die Streit­sa­che über­wie­sen wor­den ist (Art. 281 Abs. 3 ZPO). Bei ei­nem Ver­fah­ren um Er­gän­zung ei­nes aus­län­di­schen Schei­dungs­ur­teils gilt als Ort der Schei­dung der Ort des Er­gän­zungs­ver­fah­rens (Art. 64 des BG vom 18. Dez. 19874 über das In­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht).5
2Die Ehe­gat­ten und die Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ha­ben in die­sem Ver­fah­ren Par­tei­stel­lung. Das Ge­richt setzt ih­nen ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist, um An­trä­ge zu stel­len.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 1118; BBl 1996 I 1).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
8. Abschnitt: Verhältnis zum europäischen Recht
Art. 25b Geltungsbereich
1In Be­zug auf Per­so­nen, für die die Rechts­vor­schrif­ten der so­zia­len Si­cher­heit der Schweiz oder ei­nes oder meh­re­rer EU-Mit­glied­staa­ten gel­ten oder gal­ten und die Staats­an­ge­hö­ri­ge der Schweiz oder ei­nes EU-Mit­glied­staa­tes sind, auf Flücht­lin­ge oder Staa­ten­lo­se mit Wohn­ort in der Schweiz oder ei­nem EU-Mit­glied­staat so­wie auf die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Hin­ter­las­se­nen die­ser Per­so­nen sind auf die Leis­tun­gen im Gel­tungs­be­reich des vor­lie­gen­den Ge­set­zes fol­gen­de Er­las­se in der für die Schweiz ver­bind­li­chen Fas­sung von An­hang II, Ab­schnitt A, des Ab­kom­mens vom 21. Ju­ni 19992 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men) an­wend­bar:
Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/20043;
Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/20094;
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/715;
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/726.
2In Be­zug auf Per­so­nen, für die die Rechts­vor­schrif­ten der so­zia­len Si­cher­heit der Schweiz, Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins gel­ten oder gal­ten und die Staats­an­ge­hö­ri­ge der Schweiz, Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins sind oder die als Flücht­lin­ge oder Staa­ten­lo­se Wohn­ort in der Schweiz oder auf dem Ge­biet Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins ha­ben, so­wie auf die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Hin­ter­las­se­nen die­ser Per­so­nen sind auf die Leis­tun­gen im Gel­tungs­be­reich des vor­lie­gen­den Ge­set­zes fol­gen­de Er­las­se in der für die Schweiz ver­bind­li­chen Fas­sung von An­la­ge 2 zu An­hang K des Über­ein­kom­mens vom 4. Ja­nu­ar 19607 zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA-Über­ein­kom­men) an­wend­bar:
Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004;
Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/2009;
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71;
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/72.
3Der Bun­des­rat passt die Ver­wei­se auf die in den Ab­sät­zen 1 und 2 auf­ge­führ­ten Rechts­ak­te der Eu­ro­päi­schen Uni­on je­weils an, wenn ei­ne An­pas­sung des An­hangs II des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens und der An­la­ge 2 zu An­hang K des EFTA-Über­ein­kom­mens be­schlos­sen wur­de.
4Die Aus­drücke «Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on», «Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft», «Staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on» und «Staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft» im vor­lie­gen­den Ge­setz be­zeich­nen die Staa­ten, für die das Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men gilt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BB vom 17. Ju­ni 2016 (Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die Re­pu­blik Kroa­ti­en), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 5233; BBl 2016 2223).
3 Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 29. April 2004 zur Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit, (SR0.831.109.268.1).
4 Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/2009 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. Sep­tem­ber 2009 zur Fest­le­gung der Mo­da­li­tä­ten für die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 über die Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit, (SR0.831.109.268.11).
5 Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71 des Ra­tes vom 14. Ju­ni 1971 zur An­wen­dung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit auf Ar­beit­neh­mer und Selbst­stän­di­ge so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die in­ner­halb der Ge­mein­schaft zu- und ab­wan­dern; in der je­weils gül­ti­gen Fas­sung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens (AS 2004 121, 2008 4219 4273, 2009 4831) bzw. des re­vi­dier­ten EFTA-Über­ein­kom­mens.
6 Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/72 des Ra­tes vom 21. März 1972 über die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71 zur An­wen­dung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit auf Ar­beit­neh­mer und Selbst­stän­di­ge so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die in­ner­halb der Ge­mein­schaft zu- und ab­wan­dern; in der je­weils gül­ti­gen Fas­sung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens (AS 2005 3909, 2008 4273, 2009 621 4845) bzw. des re­vi­dier­ten EFTA-Über­ein­kom­mens.
1Per­so­nen, die in der Schweiz oder im Ge­biet ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft woh­nen und für die Ar­ti­kel 25b Ab­satz 1 gilt, ha­ben, so­weit das Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men1 nichts an­de­res vor­sieht, die glei­chen Rech­te und Pflich­ten auf Grund die­ses Ge­set­zes wie Schwei­zer Staats­an­ge­hö­ri­ge.
2Per­so­nen, die in der Schweiz, Is­land, Liech­ten­stein oder Nor­we­gen woh­nen und für die Ar­ti­kel 25b Ab­satz 2 gilt, ha­ben, so­weit das re­vi­dier­te EFTA-Ab­kom­men2 nichts an­de­res vor­sieht, die glei­chen Rech­te und Pflich­ten auf Grund die­ses Ge­set­zes wie Schwei­zer Staats­an­ge­hö­ri­ge.
Der An­spruch auf Geld­leis­tun­gen, der nach die­sem Ge­setz be­steht, darf:
so­weit das Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men1 nichts an­de­res vor­sieht, nicht des­halb ge­kürzt, ge­än­dert, zum Ru­hen ge­bracht, ent­zo­gen oder be­schlag­nahmt wer­den, weil die be­rech­tig­te Per­son im Ge­biet ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft wohnt;
so­weit das re­vi­dier­te EFTA-Ab­kom­men2 nichts an­de­res vor­sieht, nicht des­halb ge­kürzt, ge­än­dert, zum Ru­hen ge­bracht, ent­zo­gen oder be­schlag­nahmt wer­den, weil die be­rech­tig­te Per­son im Ge­biet von Is­land, Liech­ten­stein oder Nor­we­gen wohnt.
Leis­tungs­an­sprü­che im An­wen­dungs­be­reich die­ses Ge­set­zes wer­den aus­sch­liess­lich auf Grund der Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes fest­ge­stellt.
1Ver­si­cher­te kön­nen die Ba­r­aus­zah­lung nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be a im Um­fang des bis zum Aus­tritt aus der Vor­sor­ge­ein­rich­tung er­wor­be­nen Al­ters­gut­ha­bens nach Ar­ti­kel 15 BVG1 nicht ver­lan­gen, wenn sie:
nach den Rechts­vor­schrif­ten ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft für die Ri­si­ken Al­ter, Tod und In­va­li­di­tät wei­ter­hin ob­li­ga­to­risch ver­si­chert sind;
nach den is­län­di­schen oder nor­we­gi­schen Rechts­vor­schrif­ten für die Ri­si­ken Al­ter, Tod und In­va­li­di­tät wei­ter­hin ob­li­ga­to­risch ver­si­chert sind;
in Liech­ten­stein woh­nen.
2Ab­satz 1 Buch­sta­be a tritt fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens2 in Kraft.
3Ab­satz 1 Buch­sta­be b tritt fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten des re­vi­dier­ten EFTA-Ab­kom­mens3 in Kraft.
1Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten und re­gelt die zu­läs­si­gen For­men der Er­hal­tung des Vor­sor­ge­schut­zes.
2Er setzt den Ver­zugs­zins­satz fest und be­stimmt einen Zins­rah­men für den tech­ni­schen Zins­satz von min­des­tens ei­nem Pro­zent. Bei der Be­stim­mung des Zins­rah­mens sind die tat­säch­lich ver­wen­de­ten tech­ni­schen Zins­sät­ze zu be­rück­sich­ti­gen.
3Der Bun­des­rat be­stimmt den Zins­satz, zu dem die im Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung er­wor­be­nen Aus­tritts- und Frei­zü­gig­keits­leis­tun­gen und die Ein­mal­ein­la­gen für die Be­rech­nung der auf­zu­tei­len­den Aus­tritts­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 22a auf­ge­zinst wer­den.1
1Die Ein­tritts- und die Aus­tritts­leis­tung be­rech­nen sich nach dem Recht, das zum Zeit­punkt des Ein­tritts in ei­ne Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­zie­hungs­wei­se des Aus­tritts aus ei­ner sol­chen gilt.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 42 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).