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Timestamp: 2019-09-15 17:59:56
Document Index: 60756378

Matched Legal Cases: ['§ 199', '§ 214', '§ 204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Verjährungshemmung durch Güteantrag in Anlageberatungsfällen | BankenBote
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Sparen & Anlage24. November 2015
Eine Klageforderung ist trotz eines anhängig gemachten Güteantrags wegen Ablaufs der kenntnisunabhängigen Verjährungsfrist nach § 199 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BGB verjährt (§ 214 Abs. 1 BGB), wenn der Güteantrag des Klägers nicht den Anforderungen an die nötige Individualisierung des geltend gemachten prozessualen Anspruchs nach § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB entspricht1.
Diesen Erfordernissen genügt ein Güteantrag nicht, der keinen Bezug zum konkreten Beratungshergang in dem der Gütestelle vorgelegten Einzelfall aufweist, sondern als individuelle Angaben lediglich den Namen und die Anschrift des Klägers (als “Antragstellerpartei”) sowie die Bezeichnung der Anlagefonds enthält und weder die Zeichnungssummen noch den (ungefähren) Beratungszeitraum noch andere die getätigten Anlagen individualisierende Tatsachen nennt.
Darüber hinaus war im vorliegenden Fall auch das angestrebte Verfahrensziel in dem Güteantrag nicht ausreichend beschrieben. Zwar ist von “Schadensersatz aus fehlerhafter Anlageberatung” sowie davon die Rede, dass ein Anspruch geltend gemacht werde, “so gestellt zu werden, als habe sie [die Antragstellerpartei] die Beteiligung nie getätigt”. Damit bleibt jedoch offen, ob der vollständige Zeichnungsschaden oder nur ein Differenzschaden (etwa nach zwischenzeitlicher Veräußerung der Beteiligung oder unter Geltendmachung einer günstigeren Alternativbeteiligung) begehrt wird. Zudem ist dem Güteantrag nicht zu entnehmen, ob das eingebrachte Beteiligungskapital fremdfinanziert war, so dass ein etwaiger Schaden auch oder gar in erster Linie in den aufgebrachten Zins- und Tilgungsleistungen bestand. Die Art und die Größenordnung des geltend gemachten Anspruchs waren für die Beklagte (als Antragsgegnerin und Schuldnerin) hieraus nicht im Ansatz zu erkennen, und unter diesen Umständen war es auch für die Gütestelle nicht möglich, den Gegenstand des Güteverfahrens zu erfassen.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 28. Oktober 2015 – III ZR 33/15
BGH, Urteile vom 18.06.2015 – III ZR 198/14, NJW 2015, 2407, 2408 ff Rn. 16 ff sowie – III ZR 189/1420 ff; – III ZR 191/14 21 ff und – III ZR 227/14 21 ff; vom 03.09.2015, BeckRS 2015, 16019 Rn. 15 ff; und vom 15.10.2015 – III ZR 170/14; Beschlüsse vom 16.07.2015 – III ZR 302/14, BeckRS 2015, 13231 Rn. 4 ff und – III ZR 164/14, BeckRS 2015, 13230 Rn. 2 ff; und vom 13.08.2015 – III ZR 380/14, BeckRS 2015, 15051 Rn. 13 ff [↩]
BGH, Urteile vom 18.06.2015 – III ZR 198/14 aaO S. 2409 Rn. 25 mwN; vom 20.08.2015 – III ZR 373/14, WM 2015, 1807, 1809 Rn. 18; vom 03.09.2015 aaO Rn. 17; und vom 15.10.2015 aaO; BGH, Beschlüsse vom 16.07.2015 – III ZR 302/14 aaO Rn. 5 und – III ZR 164/14 aaO Rn. 3 sowie vom 13.08.2015 – III ZR 380/14 aaO Rn. 14 und – III ZR 358/14, BeckRS 2015, 15050 Rn. 3 [↩]
BGH, Urteil vom 15.10.2015 aaO; s. auch BGH, Urteil vom 18.06.2015 – III ZR 198/14 aaO S. 2410 Rn. 28; BGH, Beschlüsse vom 16.07.2015 – III ZR 302/14 aaO Rn. 6 und – III ZR 164/14 aaO Rn. 4 sowie vom 13.08.2015 – III ZR 380/14 aaO Rn. 15 [↩]
BGH, Urteile vom 03.09.2015 aaO Rn.19; und vom 15.10.2015 aaO [↩]