Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/zulassungswiderruf-beim-prozessbevollmaechtigten-und-das-nzb-verfahren-vor-dem-bundesfinanzhof-396381
Timestamp: 2020-04-04 12:18:17
Document Index: 210929324

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 62', '§ 62', '§ 155', '§ 244', '§ 55', '§ 155', '§ 249', '§ 116', '§ 244', '§ 62', '§ 33', '§ 33', '§ 45']

Zulas­sungs­wi­der­ruf beim Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten – und das NZB-Ver­fah­ren vor dem Bun­des­fi­nanz­hof | Rechtslupe
Zulassungswiderruf beim Prozessbevollmächtigten - und das NZB-Verfahren vor dem Bundesfinanzhof
Zulas­sungs­wi­der­ruf beim Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten – und das NZB-Ver­fah­ren vor dem Bun­des­fi­nanz­hof
Zwar füh­ren der Ver­zicht auf die Rech­te aus der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft und der sich hier­an anschlie­ßen­de Wider­ruf die­ser Zulas­sung nach § 14 Abs. 2 Nr. 4 der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung (BRAO) dazu, dass der bis­he­ri­ge Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te sei­ne Pos­tu­la­ti­ons­fä­hig­keit ver­liert. Er erfüllt die Vor­aus­set­zun­gen des § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO nicht mehr und ist des­halb vor dem Bun­des­fi­nanz­hof nicht ver­tre­tungs­be­fugt (§ 62 Abs. 4 Sät­ze 1 und 3 FGO).
Fol­ge ist jedoch nicht, dass die vor­her vor­ge­nom­me­nen Pro­zess­hand­lun­gen ‑hier die Ein­le­gung und Begrün­dung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de- unstatt­haft sind. Denn Pro­zess­hand­lun­gen, die bis zu dem Zeit­punkt vor­ge­nom­men wer­den, in dem der Wider­ruf rechts­kräf­tig wird, blei­ben wirk­sam 1.
Aller­dings hat der (rechts­kräf­ti­ge) Wider­ruf der Bestel­lung des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten als Rechts­an­walt in sinn­ge­mä­ßer Anwen­dung (§ 155 FGO) des § 244 der Zivil­pro­zess­ord­nung (ZPO) grund­sätz­lich die Unter­bre­chung des Ver­fah­rens zur Fol­ge. Weder hat ein neu­er Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ter sei­ne Bestel­lung dem Gericht ange­zeigt noch hat der Klä­ger das Gericht über die Bestel­lung eines Abwick­lers nach § 55 Abs. 5 BRAO infor­miert 2.
Der Bun­des­fi­nanz­hof ist den­noch vor­lie­gend nicht gehin­dert, in ent­spre­chen­der Anwen­dung des über § 155 FGO sinn­ge­mäß anzu­wen­den­den § 249 Abs. 3 ZPO eine Ent­schei­dung zu erlas­sen. Nach die­ser Vor­schrift wird durch die nach dem Schluss einer münd­li­chen Ver­hand­lung ein­ge­tre­te­ne Unter­bre­chung die Ver­kün­dung der auf­grund die­ser Ver­hand­lung zu erlas­sen­den Ent­schei­dung nicht gehin­dert. Ist wie im Fal­le der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de kei­ne münd­li­che Ver­hand­lung vor­ge­se­hen, so kann eine Ent­schei­dung auch wäh­rend der Unter­bre­chung des Ver­fah­rens erge­hen, wenn kei­ne Fris­ten mehr lau­fen, alle erfor­der­li­chen Pro­zess­hand­lun­gen vor Ein­tritt der Unter­bre­chung vor­ge­nom­men wor­den sind, der Klä­ger wegen des Ablaufs der Begrün­dungs­frist (§ 116 Abs. 3 FGO) vor Ein­tritt der Unter­bre­chung mit wei­te­rem Vor­trag zur Begrün­dung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de aus­ge­schlos­sen ist und dar­über hin­aus durch Zustel­lung der Ent­schei­dung kei­ne Frist in Lauf gesetzt wird. Ein neu zu bestel­len­der vor dem BFH ver­tre­tungs­be­fug­ter Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ter könn­te daher nichts Ent­schei­dungs­er­heb­li­ches mehr bewir­ken. Des­halb hat der Bun­des­fi­nanz­hof kei­ne Beden­ken, im Streit­fall zu ent­schei­den, ohne dass ein neu zu bestel­len­der vor dem BFH ver­tre­tungs­be­fug­ter Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ter sei­ne Bestel­lung dem Gericht ange­zeigt und die­ses die Anzei­ge dem Geg­ner zuge­stellt hät­te (§ 244 Abs. 1 ZPO; eben­so bereits BFH, Ent­schei­dun­gen in BFH/​NV 2003, 485, und in BFH/​NV 2014, 1398).
Der ehe­ma­li­ge Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers ist jedoch nicht mehr im Rubrum als sol­cher zu nen­nen. Ihm darf die Ent­schei­dung wegen man­geln­der Ver­tre­tungs­be­fug­nis auch nicht ‑wie nach § 62 Abs. 6 Satz 5 FGO vor­ge­se­hen- zuge­stellt wer­den. Dies hin­dert aber die Zustel­lung der Ent­schei­dung nicht; in Erman­ge­lung eines Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ist sie dem Klä­ger selbst zuzu­stel­len 3.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. Mai 2015 – X B 72/​14
Steu­er­li­che Ver­mö­gens­er­mitt­lung beim… Unter­halts­zah­lun­gen kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen bei der Ein­kom­men­steu­er zu berück­sich­ti­gen sein, § 33a EStG. Vor­aus­set­zung hier­für ist gemäß § 33 Abs. 1…
vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 21.11.2002 – VII B 58/​02, BFH/​NV 2003, 485, unter II. 1., m.w.N.; BFH, Urteil vom 19.02.2014 – XI R 1/​12, BFH/​NV 2014, 1398, unter II. 2.a[↩]
zur Wir­kung der Bestel­lung eines Abwick­lers vgl. BFH, Urteil vom 10.02.1982 – I R 225/​78, BFHE 135, 445, BSt­Bl II 1982, 535, unter 1.[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 28.02.1991 – V R 117/​85, BFHE 163, 410, BSt­Bl II 1991, 466, und BFH, Urteil vom 25.02.1992 – IX R 171/​87, BFH/​NV 1993, 603[↩]
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