Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%C3%BCnchen&Datum=25.10.2013&Aktenzeichen=10%20U%20964/13
Timestamp: 2018-03-18 05:47:27
Document Index: 178596929

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG München, 25.10.2013 - 10 U 964/13 - dejure.org
Auffahrunfall - Beweislast
StVG § 7 Abs. 1; StVG § 17
Haftungsverteilung bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn nach den Grundsätzen zum Beweis des ersten Anscheins
Haftung in voller Höhe bei Auffahrunfall nach den Grundsätzen zum Beweis des ersten Anscheins
LG Ingolstadt, 31.01.2013 - 32 O 110/12
Zutreffend hat das Berufungsgericht deshalb angenommen, dass es in Fällen wie dem vorliegenden nicht Aufgabe des sich auf einen Anscheinsbeweis stützenden Vorausfahrenden ist zu beweisen, dass ein Spurwechsel nicht stattgefunden hat (aA OLG München, Urteil vom 25. Oktober 2013 - 10 U 964/13, juris Rn. 7).
Diese Feststellungen des Erstgerichts sind rechtsfehlerfrei und stehen in Übereinstimmung mit der obergerichtlichen Rechtsprechung (…Senat, Urt. v. 25.04.2014 - 10 U 1886/13 [juris 4];… OLG Hamm, Urt. v. 09.07.2013 - 9 U 191/12 [BeckRS 2013, 18082]; KG, Beschl. v. 12.07.2010 - 12 U 177/09 [BeckRS 2010, 22692]; KG, Urteil vom 09.09.2002 - 12 U 26/01 [BeckRS 2002, 07774]; BGH NJW-RR 1986, 384: "für einen Zusammenstoß des wendenden Fahrzeugs mit dem Gegenverkehr"; Senat, Urt. v. 25.10.2013 - 10 U 964/13 [juris]; v. 13.12.2013 - 10 U 2372/13 [juris]; v. 14.02.2014 - 10 U 3074/13 [juris], je für einen Auffahrunfall).
Deshalb spricht zwar bei Auffahrunfällen grundsätzlich der erste Anschein für ein unfallursächliches Verschulden des Auffahrenden (BGH NJW 2012, 608; BGH NJW-RR 1987, 1233; KG NJW-RR 2014, 809, 810; OLG München, Urt. v. 25.10.2013 - 10 U 964/13 = juris Rd.6 und Rd.18).
Für entsprechende Anknüpfungstatsachen ist der Kläger beweisfällig geblieben (vgl. zur Beweislast: OLG München, Urt. v. 25.10.2013 - 10 U 964/13 = juris Rd.5).
Dies setzt nämlich voraus, dass beide Fahrzeuge längere Zeit in einer Spur hintereinander hergefahren sind, sodass sie sich auf die Fahrbewegungen des anderen hätten einstellen können (OLG München, 10 U 964/13; LG Essen, 03.12.2009, Az. 4 O 4/08; LG Berlin, 16.03.2011, Az. 42 O 187/10).
auffährt, den Anscheinsbeweis gegen sich hat, dass er entweder nicht den nötigen Sicherheitsabstand eingehalten hat oder mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren ist oder falsch reagiert hat (ständige Rechtsprechung vgl. BGH NZV 1989, 105; OLG Hamm, NZV 1994, 229; OLG München, Urteil vom 25.10.2013, Az: 10 U 964/13).