Source: http://www.pax-westphalica.de/cgi-bin/ipomlst.pl?ip=ipo&art=04&dl=d1&pr=0&ul=0
Timestamp: 2018-01-17 13:11:17
Document Index: 20828579

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 29', '§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 36', '§ 37', '§ 38', '§ 39', '§ 40', '§ 41', '§ 42', '§ 43', '§ 44', '§ 45', '§ 46']

Instrumentum Pacis: Der lang gewünschte allgemeine Deutsche Friedenschluß/ Welcher Von Käyserl. Mayt. Königlichen Schwedischen und Frantzösischen: auch Chur: Fürsten und allen so wol Geist: als Weltlichen Ständen des heiligen Römischen Reichs/ etc. Hochansehnlichen/ zu den Friedens=Tractaten Gevollmächtigten/ den 27. Julii/ 6. Augusti zu Oßnabrück/ darnach den 14. 24. Octobr. in Münster/ durch Göttliche Verley[h]ung/ einhelliglich getroffen/ geschlossen vnd vnterschrieben/ den 15. 25. Tag ermeldten Octobers zu Münster und Oßnabrüg: deß 1648 Jahres offentlich publiciret: Vnd darauff die Ratification von hochermeldten Herren allerseits einhelliglich geschehen/ Welche den 8. 18. Febr. dieses 1649. Jahrs mit grosser solennität außgewechselt worden. Samt dem Keyserlichen Mandat in Puncto Executionis wegen obgemelten Friedens. Gedruckt im Jahr nach der Gnadenreichen Geburt unsers FriedenFürstens Jesu Christi 1649. (KB Stockholm: Sveriges Freder och traktater, Karton 1648/4 [Nr. 4]), Bl. A3'-B4.
[Art. IV,1 IPO = § 7 IPM] Vnd ob wol aus vorhergehender allgemeiner Regul ohnschwer verstanden werden könte/ wer/ was vnd wie weit jedes wiedereinzusetzen sey: je dennoch auff vieler Anhalten vnd vmb wichtiger Vrsachen willen/ ist beliebet/ dessen folgende absonderliche Erwehnung zu thun; Jedoch also/ daß die/ so allhier nicht außtrücklich genennet vnd verzeichnet seyn/ dahero nicht für außgeschlossen gehalten werden sollen.
[Art. IV,2 IPO ± § 10 IPM] Vornemblich aber ist es mit der Pfältzischen Sache bey dieser Oßnabrück[=]/ vnd Münsterischen Zusammenkunfft in so weit gebracht vnd behandelt/ daß der darüber nun lange Jahr her geführte Streit folgender Maaß hingeleget worden:
[Art. IV,3 IPO = § 11 IPM] Vnd zwar anfänglich/ was das Hauß Bäyern betrifft/ so solle die Churfürstliche Würde/ so die Pfältzische Churfürsten vor diesem gehabt/ mit allen Regalien/ Emtern/ Vorzügen/ Wapen/ Recht vnd Gerechtigkeiten/ nichts von allem/ was zu dieser Würde gehörig/ davon außgenommen/ wie auch die gantze Ober=Pfaltz zu sampt der Graffschafft Cham mit allen darzu gehörigen Regalien vnd Rechten/ wie biß dahero also auch hinfürters bey dem Durchleuchtigen Fürsten etc. Herrn Maximilian/ Pfaltzgraffen beym Rhein/ Hertzogen in Bäyern etc. vnd dessen Männlichen LeibsErben/ wie auch der gantzen Wilhelmischen Linie/ so lange Männlichs Geschlecht darinne vorhanden seyn vnd verbleiben.
[Art. IV,4 IPO = § 12 IPM] Hinwiederumb entsaget jetzthochgemelter Herr Churfürst für sich/ seinen Erben vnd Nachfolgern gäntzlich vnd durchaus der Schuld der dreyzehen Millionen/ vnd allen an Ober=Oesterreich habenden Vorwand/ so das Seine Durchl. gestracks nach außgeblasenen Frieden der Keys. Maj. aller solcher Verpfändung halber vffgerichtete Instrumente/ selbige abzuschaffen vnd auffzuheben/ außantworten vnd übergeben solle.
[Art. IV,5 IPO = § 13 IPM] Belangend das Hauß Pfaltz/ verwilliget die Keys. Majest. vnd das Röm. Reich gemeiner Befriedigung vnd Ruhe halber/ daß Krafft gegenwertiger Friedenshandlung der achte Churfürst eingeführet vnd eingesetzet/ dessen Stelle der Herr Pfaltzgraff Carl Ludwig/ vnd dessen Erben/ Nachfolger vnd Agnaten der gantzen Rudolphischen Linie/ nach der in der güldenen Bulle enthaltenen Nachfolgs=Ordnung/ vertreten vnd geniessen sollen. Dessen aber jedoch/ was dißfalls Chur=Bäyern vnd der gantzen Wilhelmischen Linien sonderlich vergünstiget vnd zugeeignet worden/ solle Herr Carl Ludwig oder dessen Nachfolgern oder ihme nichts ausser der SamptBelehnung anzumassen haben.
[Art. IV,6 IPO = § 14 IPM] Darnach verwilligen die Keys. Maj. vnd das Reich/ daß die gantze Vnter=Pfaltz mit allen und jeden ihre Geist= und Weltlichen Gütern/ Rechten vnd Zugehörungen/ deren sich vor der Böhmischen Vnruhe die Pfältzischen Chur= und Fürsten zu erfrewen gehabt/ zusampt allen Vhrkundten/ Registern/ Zinßbüchern/ und andern hieher gehörigen Acten/ itztbesagten Herren Pfalzgraffen vollkömlich wiedergegeben werden sollen: Mit Auffheb[u]ng aller bißher dawider geloffenen Handlungen/ vnd solle durch Keys. Maj. Hoheit vorsehen werden/ daß weder der König in Hispanien/ noch ein anderer/ so davon ichtwas besitzet/ dieser Wiedereinsetzung einigerley Weise sich widersetze.
[Art. IV,7 IPO = § 15 IPM] Dieweil aber in der Bergstrassen etliche gewisse Empter von altershero dem Herrn Churfürs<ten> vnd Ertz=Bischoffen von Mäyntz eigenthümlich an= vnd zugehören/ vnd alleine Anno <4>63. für eine gewisse Summa Geldes/ jedoch mit außtrücklichen Bedinge einer immerwärenden Wiederlassung/ denen Herrn Pfaltzgraffen versetzet worden/ so ist verglichen/ daß solche Empter dem itzigen Herrn Churfürsten von Mäyntz/ vnd dessen im selbigen Ertz=Bischoffthumb künfftigen Nachfolgern hinführo gegen bahre Erlegung des darauff hafftenden/ vnd nunmehr freywillig vnter gesetzten Friedens=ExecutionsTerminen wieder angebottenen Pfand= Schillings vnd Gnugthuhunge die PfandVerschreibung verbleiben sollen.
[Art. IV,8 IPO = § 16 IPM] Dem Herrn Churfürsten von Trier/ als Bischoffen zu Speyer/ wie auch Bischoffen zu Wormms solle ihren vorgewandte Rechte an einige in der VnterPfaltz Gebiete belegen Geistliche Güter vor gehörenden Richter/ dafern vnter beyden Fürsten darüber kein freundlicher Vergleich/ zu suchen erlaubet seyn.
[Art. IV,9 IPO = § 17 IPM] Solte sichs dann begeben/ daß die Wilhelmische Linie gäntzlich verstürbe/ vnd Pfältzischen Theils Männliche rechtmässige Erben annoch vorhanden weren/ sol nicht alleine die Ober=Pfaltz/ sondern auch die Chur=Würde/ so biß dahin die Hertzoge von Bäyern gehabt/ auff sothane überle[b]ende Pfältzische Erben/ als welche doch inmittelst ohne das der Sampt=Belehnung zu gemiessen haben/ mit vollem Recht wiederumb verfallen/ also daß mit Außleschung des Achten Churfürsten es bey der gesiebenen Zahl hinfürters verbleibet: Jedoch aber solle also die Ober=Pfaltz auff selbigen Fall an mehr besagte Pfältzische Nachfolger zurücke gehen/ daß denen EigenthumbsErben/ Bäyerischen Theils alle ihre Ansprüch vnd Gutthat/ so ihnen an der Ober=Pfaltz rechtens wegen zustehen/ allerdings frey vnd vorbehalten werden.
[Art. IV,10 IPO = § 18 IPM] So bleiben auch die angeborne Geschlechts=Verträge zwischen dem Churfürstl. Hause Heydelberg vnd Neuburg so von vorigen Keysern über Churfürst. Succession bestettiget worden/ wie auch ihre der gantzen Rudolphischen Linien Rechte/ dafern sie gegenwertiger Verordnung nicht zuwidern/ allerdings in ihrem Stande vnd Würden.
[Art. IV,11 IPO = § 19 IPM] Zu deme/ da einige Julische leerstehende Lehne durch gebührlichs Recht dargethan vnd erwiesen würden/ sollen solche denen Pfältzischen eingeraumet werden.
[Art. IV,12 IPO = § 20 IPM] Vber das/ damit gemeldter Pfaltzgraff Carl Ludewig seiner Brüder Fürstl. Außstewr oder Vnterhalts halber in etwas Erleichterung empfinden möge/ wil Keys. Maj. die Versehung thun/ daß ihnen innerhalb 4. Jahren/ von Begin nechstkünfftigen 1649. Jahrs zu rechnen/ sollen erlegt werden 400000. Reichsthaler/ nemblich jedes Jahr ein hundert tausend/ nebenst dem Jährlichen zinß fünff von hundert gerechnet.
[Art. IV,13 IPO = § 21 IPM] So geneust auch das gantze Hauß Pfaltz mit allen vnd jeden seinen Angehörigen/ vornemlich dessen Diener/ welche ihme bey dieser Zusammenkunfft vnd sonsten bedienet gewesen/ wie auch gesampte Pfältzische vertriebene obbeschriebener Vergessenheit gleich andern obgemeldten/ vnd sonderlich des Puncts der Beschwerniß in diesem Vertrage gantz vnd vollkömlich.
[Art. IV,14 IPO = § 22 IPM] Hergegen sol Herr Carl Ludewig sampt dessen Herren Brüdern gleich andern Chur= vnd Fürsten des Reichs Jhre Keys. Maj. Trew vnd Gehorsam leisten/ vnd für sich vnd seine an der Vnter=Pfaltz nachfolgende Erben sich alles Zuspruchs an der Ober=Pfaltz/ so lange der Wilhelmischen Linie rechtmässige Erben vorhanden seyn werden/ Er sol [!] wol/ als seine Brüder/ begeben vnd verzeihen.
[Art. IV,15 IPO = § 23 IPM] Nach dem auch wegen der Fürstlichen Frawen Mutter Wittiben/ wie auch Geschwistern Vnterhaltung vnd Außstewr Erwehnung gethan/ ist von Keyserl. Majest. zu Bezeugung dero hohen vnd guten Willen gegen das Pfaltzische Hauß verheissen worden/ daß hochbenendter Frawen Wittibin zu Vnterhaltung eins vor all zwantzig tausend Reichsthaler/ jeden Schwestern aber gedachten Herrn Carl Ludwigs/ wann sie sich verheyrathen werden/ zehen tausend Reichsthaler von wegen Jhrer Majest. sollen gezahlet werden. Jm übrigen aber solle Er Herr Carl Ludewig selbst sie zu versorgen schüldig seyn.
[Art. IV,16 IPO = § 24 IPM] Die Graffen in Lainingen vnd Daxburg solle offthochgemelter Her Carl Ludewig vnd dessen Nachfolgern in der Vnter=Pfaltz in keinem bevnruhigen vnd beschweren/ sondern sie ihres von langen Jahren wohlhergebrachten vnd von Käysern bestätigten Rechtens ruhig vnd friedlich geniessen lassen.
[Art. IV,17 IPO = § 25 IPM] Die freye ReichsRitterschafft durch Francken/ Schwaben vnd der Gegend am Rhein sampt ihren zugehörigen Gebiethen/ sol Er in ihrem vnmittelbahrem Stande vnverletzt lassen.
[Art. IV,18 IPO = § 26 IPM] Gle[i]chfals sollen auch die von Keyserl. Majest. an den Freyherrn Gerhard von Waldenburg/ genant Schenckherrn/ wie auch Nicolaum Georgium Reigersperger/ Chur=Mäyntzischen Cantzlern/ vnd Henricum Brömsern/ Freyherrn von Rudesheimb/ so wol auch die von Churfürsten in Bäyern an den Freyherrn Johann Adolff Wolff genand Metternich/ verliehene Lehne/ güldig vnd kräftig verbleiben/ jedoch sollen all solche Lehnleute Herrn Carl Ludewigen/ als ihren rechtmessigen Herrn vnd dessen Nachfolgern den Eyd der Trew vnd Gehorsam zu leisten/ vnd von demselben die Ernewerung ihrer Lehne zu bitten schuldig seyn.
[Art. IV,19 IPO = § 27 IPM] Denen Augspurgischen Confessions=Verwandten/ so in Kirchenbesitz sich befinden/ vnd vnter denselben sonderlich den Bürgern vnd Einwohnern in Oppenheimb sol ihr Geistlicher Stand des 16[2]4. Jahrs [un]verrucket erhalten/ vnd allen andern/ so es begehren/ die Vbung Augspurgischer Confession/ so wol öffentlich zu bestimpter Zeit in Kirchen als daheim vnd vor sich selber in ihren eigenen oder andern darzu erlaubten Häusern/ durch ihre eigene oder der Nachbaren Priester zu verrichten erlaubet seyn.
[Art. IV,20 IPO ← § 28 IPM] PfaltzGraffen Ludewig Philippen werden hiemit wiedergeben alle Herrschafften/ Würd vnd Rechte/ so ihme von den Vorfahren aus Erb= vnd Theilungsfällen vor dem Kriege angewachsen.
[Art. IV,21 IPO ← § 28 IPM] PfaltzGraffen Friedrichen sol der vierdte Theil Viltzbachischen Zolls/ das Closter Ho[rn]bach mit seinen Zugehörungen/ vnd was desselbigen Herr Vater genossen vnd besessen gehabt/ wieder anheim fallen vnd respectivè behalten.
[Art. IV,22 IPO ← § 28 IPM] PfaltzGraffen Leopold Ludwigen sol die Graffschafft Veldentz an der Mosel an Geist= vnd Weltlichen Sachen wider alle bißhero dagegen geführte Handlungen vollkömlich wieder eingeraumt/ vnd Er in selbigen Stand/ darinne sich in Anno 1624. sein Herr Vater befunden/ gesetzet werden.
[Art. IV,23 IPO = § 29 IPM] Die Streitigkeit so vnter denen Bischöffen respectivè zu Bamberg und Würtzburg vnd denen Marggraffen von Brandenburg Culmbach vnd Anspach des Schlosses vnd der Stadt/ wie auch der Vogtey vnd Closter Kitzingen halber in Franckenland am Mäyn entstanden/ sol durch einen gütlichen Vertrag oder kurtzen Summarischen Rechts=Proceß innerhalb 2. Jahren geendiget werden/ bey Verlust aller deßfals habenden Ansprüch/ verweigerden Theils. Jnzwischen sol denen besagten Marggraffen die Vestung Wildsburg/ in dem Stande/ wie bey dessen Vbergabe schrifftlich verglichen vnd versprochen/ wieder eingeraumt werden.
[Art. IV,24 IPO ← § 31(2) IPM] Das Hauß Würtenberg sol in dem wieder erlangtem Besitze der Herrschafften Weinsperg/ Newstadt vnd Meckmühle ruhiglich gelassen werden; wie gleichfals auch demselben alle vnd jede Geist= vnd Weltliche Güter vnd Rechte/ die sie vor diesem Kriege überall besessen/ wiedergeben werden/ vnter denen sonderlich die Herrschafft Blawbeuren/ Achaln vnd Stauffen beydes mit deren Zugehörungen/ vnd vnterm Schein der Zugehörungen darzu angeheimischen Gütern/ [be]sondern der Stadt vnd Gebiete Göppingen vnd Dorffe Pflumeren/ auch mit denen zu der Vniversität Tübingen/ vermachten Einkünfften; auch noch darüber zu sich nehmen die Herrschafften Heydenheim vnd Oberkirch/ wie auch die Städte/ Balingen/ Tutlingen/ Ebingen vnd Rosenfeld zu sampt dem Schlos vnd Dorff Neidlingen vnd Zugehöre/ darzu Hohentwiel/ Hohenasperg/ Hohenaurach/ Hohentübingen/ Albeck/ Hornberg/ Schiltach mit der Stadt Schoerndorff. Ebenmässig die Haupt=Kirchen [!] zu Stutgard/ Tübingen/ Herrnberg/ Göppingen/ Bangnang/ deßgleichen die Abteyen/ Probsteyen vnd Closter Bobenhausen/ Maulbrun/ Anhausen/ Lorch/ Adelberg/ Deckendorff/ Hirschaw/ Blawbeuren/ Herprechtingen/ Murhard/ Albersbach/ Königsbrun/ Herrenalp/ zu St. Jürgen/ Reichenbach/ Pfülingen/ vnd Lichtenstern oder MarienCron/ sampt allen abgenommenen Documenten vnd Vrkundten/ jedoch mit Vorbehalt des Hauses Oesterreich/ wie auch Würtenberg an vorbesagten Herrschafften Blawbeuren/ Achalm vnd Stauffen vorgewendeten/ Gerechtigkeit/ Handlungen/ Außflüchten/ Mittlen/ unnd allen andern vnd jeden rechten Begnadigungen.
[Art. IV,25 IPO ~ § 32 IPM] Ebener Gestalt sollen die Fürsten von Würtenberg/ Mompelgartischer Linien in allen ihren Landen vnd Herrschafften in Elsas/ oder wo sie sonsten gelegen benandtlich in zwey Burgundische Lehne/ Clerwall vnd Persavant beydes ihrer (als Vasallen) vnd des LehenHerrn theils in den Stand/ Rechte/ Vorzügen/ vnd sonderlich in der am= Reiche=Vnmittelbarschafft/ worinne sie vor entstandener KriegsVnruhe sich befunden/ vnd andere ReichsFürsten vnd Stände immer sich befinden können oder mögen/ wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,26 IPO = § 33 IPM] Wegen der Badischen Sache hat man sich dieser Gestalt vereinbahret:
Friedrich Marggraff zu Baden vnd Hochberg/ dessen Kinder vnd Erben zusamt allen/ so ihnen einigerley Weise bedient gewesen oder noch dienen/ was Namens oder Standes sie seyn/ sollen auch sich der oben im 2. vnd 3. Artic. beschriebenen Vergessenheit mit allen ihren Clausulen vnd Begnadigungen zu erfrewen haben/ Krafft deren/ sie vollkömlich wieder eingesetzt werden sollen in den Stand/ in Geist= vnd Weltlichen/ worinne vor entstandener Böhmischer Vnruhe Herr Georg Friedrich Marggraffen zu Baden und Hochberg gewesen/ so wol was die Nieder Marggraffschafft Baden (sonsten ins gemein Baden=Durchlach genant) wie nicht weniger die Marggraffschafft Hochberg/ als auch die Herrschafft Rötteln/ Baden/ Weiler vnd Saussenberg/ betrifft/ dagegen dann die entzwischen diesem zuwidern vorgenommene Verenderungen im geringsten keine statt haben/ sondern gäntzlich abgeschaffet vnd auffgehoben seyn sollen.
Ferner werden dem Herrn Marggraffen Friederichen die Empter Stain vnd Remhingen (doch daß er allewege der durch Marggraffen Wilhelmen mitler zeit darauff gemachten Schuld befreyet) so wegen der Abnützungen/ Pension vnd Vnkosten/ durch den zu Ettlingen Anno 1629. eingerichteten Vertrag besagtem Marggraffen Wilhelmen übergeben/ mit allen Rechten/ briefflichen Vhrkunden vnd andern Zubehör wiedergeben/ also daß die wegen der verenthobenen Abnützungen/ vnd alles von der Zeit der ersten Einnehm= vnd Besitzung angerechneten Schadens vnd Pensions/ angestelte Klage gäntzlich solle abgeschaffet vnd getödtet seyn. So sol auch die Jährliche Zahlung vnd Verzeichnung/ so aus der Vnter Marggraffschafft an der Obern gewöhnlich bezahlet worden/ krafft gegenwertiger Handlung gäntzlich auffgehoben vnd abgethan seyn/ noch der Vrsachen ichtwas weder von verlauffenen noch künfftigen hinfüro vorgewendet vnd abgefordert werden.
Gleicher Gestalt solle künfftiger Zeit zwischen beyden Badischen Linien/ in Vnter= vnd Ober Marggraffschafft Baden/ nemlich mit dem Vorgehen vnd Sitz auff ReichsTägen vnd Schwäbischen Creyses/ wie auch allen andern gemeinen vnd absonderlichen ReichsZusammenkünfften/ Wechsel gehalten werden/ aber dennoch vor dißmahl sol solcher Vorgang bey Marggraffen Friederichen/ so lange Er lebet/ verbleiben.
[Art. IV,27 IPO = § 34 IPM] Wegen der Freyherrschafft Hohen Geroltzeck ist beliebt/ daß/ da die Fürstinne von Baden ihre angewandte Rechte an besagter Freyherrschafft mit bewehrten Vhrkunden gnugsam vorweisen wird/ die Wiedereinsetzung alsbald nach darüber ergangenem Vrtheil geschehen solle/ mit allem/ Krafft der schrifftlichen Vrkunden daran habenden Rechte vnd Gerechtigkeit. Diese Gerichtliche Erkentnüß aber sol binnen zweyer Jahren Zeit von Zeit des getroffenen Friedens an zu Ende gerichtet werden. Endlich so sollen keine in diesem Friedens=Instrument verfasste Handlungen/ Verträge oder Außflüchte/ keine allgemeine noch besondere Rechtsbedinge (als welchen allen vnd jeden außtrücklich vnd Krafft dieses allzeit entsaget seyn solle) von einem oder andern Theile zu einiger Zeit wider diesen sonderlichen Vertrag angezogen oder zugelassen werden.
[Art. IV,28 IPO ← § 35 IPM] Ferner hat der Hertzog von Croy sich der allgemeinen Vergessenheit ebenmässig zugetrösten/ und sol ihme den gebrauchten Königl. Frantzösischen Schutz an seinen Würden/ Ehren/ Gütern/ Rechten vnd Freyheiten allerdings ohnschädlich seyn/ Er auch an der Herrschafft Vinstingen des jenigen Theils/ welchen seine Vorfahren daran besessen/ vnd von desselben Fraw Mutter Leibgedings weise anitzo besessen wird/ ruhsamlich zu geniessen haben/ vnd bleiben die Reichs=Rechte vnd Gerechtigkeiten der besagten Herrschafft Vinstingen in dem Stande/ worinnen sie vor diesen Empörungen gewesen/ allerdings vnbeleidiget.
[Art. IV,29 IPO ← § 35 IPM] Die streitige Sache Nassaw=Siegen wider Nassaw=Siegen betreffend/ weil selbige durch eine Keyserl. Commission in Anno 1643. zu gütlichen Vergleich hingestellet vnd verschoben/ sol selbige Commission wieder vorgenommen vnd entweder durch freundlichen Vergleich/ oder durch rechtlichen Spruch vor gehörenden Richter entlediget vnd entschieden werden/ Graff Moritz von Nassaw aber vnd seine Brüdere sollen inmittelst ohne einige Beschwerde/ doch nur zu deren Theils in dem ergriffenen Besitz verbleiben.
[Art. IV,30 IPO ← § 35 IPM] Denen Graffen von Nassaw=Sarbrück werden wiedergeben alle Graffschafften/ Herrschafften/ Lande/ Vnterthanen/ Geist= vnd Weltliche Lehne vnd Erbgüter/ nahmentlich aber die gantze Graffschafften Sarbrück vnd Sarwerder cum omni causa, so dann vnter selbigen Gütern sonderlich die Vestung Homburg mit allen daselbst gefundenen Geschützen vnd Mobilien. Vnverletzt beyderseits respectivè so wol der Anno 1629. am 7. Julii durch Vrtheil zu erkandten in dem Revisorio/ als anderer insonderheit der zugefügten Schäden halber/ habende Rechten/ Handlungen/ Außflüchten vnd Reichsbegnadigungen [!]/ als die da nach den Reichssatzungen/ im Fall sich die Parte[ye]n nicht viel lieber in der Gu$te vertragen wollen/ sollen geschlichtet werden/ mit Vorbehalt auch des Rechten/ so dem Graffen von Lainingen=Daxburg an besagter Graffschafft etwan zukommen könne.
[Art. IV,31 IPO ← § 35 IPM] Dem Hause Hanaw sol Bobenhausen/ Bischoffsheimb am Steg vnd Wilstadt wieder eingeraumet werden.
[Art. IV,32 IPO ← § 35 IPM] Auch Johann Albrecht Graff von Solms den vierdten Theil der Stadt Butzbach/ vnd 4. anligende Dörffer zu sich nehmen.
[Art. IV,33 IPO ← § 35 IPM] Deßgleichen das Hauß Solms: Hohen Solm in die ihnen Anno 1637. abgenommene Güter/ vngehindert der mit Landgraffen Georgen zu Hessen darüber auffgerichteten Handlung wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,34 IPO ← § 35 IPM] Die Graffen von Jsenburg sollen der oben im 2. vnd 3. Artickel beschriebenen allgemeinen Vergessenheit zu geniessen haben/ jedoch mit Vorbehalt deren dem Herrn Landgraffen zu Hessen oder jdweder Dritten wider denenselben/ wie auch denen Graffen von Hohen Solm zustehenden Rechten.
[Art. IV,35 IPO ← § 35 IPM] Die Rheingraffen sollen in ihre Vogteyen Troneck vnd Wildenburg/ wie auch in die Herrschafft Morchingen/ mit denen Zubehörungen vnd in alle von den benachbarten genossene Gerechtigkeiten wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,36 IPO ← § 35 IPM] Herrn Ernesti Graffen von Sains Frawen Wittibe sol hinwiederumb derselbe Besitz des Schlosses/ Stadt vnd Vogtey Hachenburg mit Zubehörungen/ wie auch des Dorffs Bendorff/ darinne sie vor derer Auß[=] vnd Verstossung gewesen/ zugelassen werden/ jedoch mit Vorbehalt eines jedern daran habenden Rechtens.
[Art. IV,37 IPO ← § 35 IPM] Das Schloß vnd Graffschafft Falckenstein sol deme/ der am meisten Recht daran/ wiedergegeben werden. Was auch die Graffen von Rabsburg genandt Löwenhäupt an dem Ampt Bretzenheim als Ertzbischöfflichen Cöllnischen Lehnen/ deßgleichen auch an der Freyherrschafft Reipoltzkirch am Hundsrücken für Gerechtigkeiten haben/ solche sollen ihnen mit allen Rechten vnd Zugehörungen vnverletzt verbleiben.
[Art. IV,38 IPO ← § 35 IPM] So wird auch das Hauß Waldeck in dem Besitz oder dergleichen aller Gerechtigkeiten an der Herrschafft Diedinghausen vnd Dörffern Niedernaw/ Lichtenscheid/ Defeld vnd Niederschlaidern/ wie sie dieselbe Anno 1624. besessen/ wieder eingesetzet.
[Art. IV,39 IPO ← § 35 IPM] Jmgleichen Graff Johan Ernst zu Oetingen in alle Geist= vnd Weltliche Güter/ welche sein Vater Ludewig Eberhard vor dieser Vnruh besessen gehabt.
[Art. IV,40 IPO ← § 35 IPM] Das Hauß Hohenlohe in allem was ihme abgenommen/ bevorab in die Herrschafft Weichersheimb/ wie auch in das Closter Schäffersheimb ohn einige Außflucht/ insonderheit aber das Recht der Vorbehaltung vngeachtet.
[Art. IV,41 IPO ← § 35 IPM] Gleicher Gestalt sol Friedrich Ludewig Graff von Löwenstein vnd Wertheimb in alle seine Graff= vnd Herrschafften/ welche in währendem diesem Kriege ihme sequestrirt/ entzogen vnd andern übergeben worden/ in Geist= vnd Weltlichen Sachen wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,42 IPO ← § 35 IPM] Ebenmässig wird auch Ferdinand Carl Graff von Löwenstein vnd Wertheimb in alle das jenige/ was seinen verstorbenen Anverwandten Georgen Ludewigen vnd Johan Casimir sequestrirt, entzogen vnd andern übergeben worden/ in Geist= vnd Weltlichen Sachen wiedereingesetzet/ jedoch denen Gütern vnd Rechten/ welche Fräwlein Mariæ Christianæ jtzbesagten Georgen Ludwigs von Löwenstein Tochter aus Väter= vnd Mütterlicher Erbtheile zukommen/ hiemit nichts benommen/ als in welche sie vollkömlich solle wiedereingesetzet werden. Gleicher weise auch die Fraw Wittibe Johan Casimiren von Löwenstein in ihre Pfand= vnd Leibgedings=Güter/ mit Vorbehaltung Rechtens/ da etwan von obbemelten Gütern dem Herrn Graffen Friedrich Ludwigen was zustehen solte/ solches entweder in der Güte oder durch gerichtlichen Proceß solle gesuchet werden.
[Art. IV,43 IPO ← § 35 IPM] Das Hauß Erbach/ insonderheit Graffen Georgen Albrechten Erben sollen in das Schloß Breuberg vnd allen dessen Gerechtigkeiten/ so sie mit dem Herrn Graffen von Löwenstein gemein haben/ so wol was die Besatzung vnd dessen Regierung/ als auch andere Bürgerliche Rechte betreffen mügen/ wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,44 IPO ← § 35 IPM] Des Graffen von Brandensteins Fraw Wittib vnd nachgelassene Erben sollen in alle bey diesem Kriege jhr abgenommene vnd verlohrne Güter vnd Gerechtigkeiten wieder eingesetzet werden.
[Art. IV,45 IPO ← § 35 IPM] Nicht weniger auch sollen dem Freyherrn Paul Kevenhüllern mit seines Brudern Kindern/ des Würtenbergischen Cantzlers Löfflern Erben Marci Conradi von Rhelingen Kindern vnd Erben; Jtem Hieronymo von Rhelingen samt seiner Frawen/ wie auch Marco Antonio von Rhelingen aller vnd jeder entzogene Güter vollkömlich wiedergeben werden.
[Art. IV,46 IPO = § 36 IPM] Alle Contracten/ Außwechsel/ Vergleich/ Verschreibungen vnd Schuldbrieffe/ so Reichs Ständen oder Vnterthanen mit Kriegs=Gewalt vnd Vnrecht vnzulässiger Weise abgedrungen/ wessen insonderheit die Stadt Speyer/ Weissenburg am Rhein/ Landaw/ Reutlingen/ Heylbron vnd viele andere sich beklaget/ deßgleichen alle solcher massen erkauffte vnd überlassene Anforderung sollen dero gestalt abgethan vnd ertödtet seyn/ daß niemand deßwegen ferner gerichtliche Klage anstellen/ noch damit solle gehöret werden. So aber auch ein oder ander Schuldener seine außgegebene Verschreibung seinen Gläubigern mittelst ebenmässiger Gewalt vnd Furcht abgedrungen hette/ sol er dieselbe mit Vorbehalt ordentlichen Rechtens von sich wiederumb außhändigen.
[Art. IV,47-48 IPO = § 37(1)-(2) IPM] Weren auch ob seiten Schulden/ so entweder Kauff/ Verkauff/ jährliche Renten/ oder andere Namen tragen/ so von einem oder andern kriegenden Theile aus Haß gegen die Creditoren gewaltthätiger Weise abgepresst worden/ wider die Schuldener/ welche auff solche vorgangene Gewalt/ vnd dieser wegen gethane Zahlung sich beruffen/ vnnd solche zu beweisen anerbieten/ sollen keine gerichtliche Executions=Processe erkandt werden/ es sey dann daß die gantze Sache vorhero wol durchsucht/ vnd alle solche der Schuldener Außflüchte vnd Vorbringen gnugsam erörtert seyn. Die darüber angestelte Klagen vnd Rechts=Processe sollen binnen zweyen Jahren von Publication des Friedens an/ bey Straffe stetswärenden Stillschweigens auf die Halßstarrige/ geendiget werden. Die aber dißfals schon ergangene Processe/ Handlungen vnd Versprechnüssen/ welche deren Wiedereinsetzung halber ein Theil dem andern möchte gethan haben/ sollen gäntzlich todt vnd von keinen Kräfften seyn/ jedoch werden hiermit außgescheiden die jenigen Geld=Summen/ welche in währendem Kriege die schleunig auff den Hals gefallene vorstehende grosse Gefahr abzuwenden aus guten Herzen vnd Gemüthe außgeleget vnd hergeschossen seyn.
[Art. IV,49 IPO = § 38 IPM] Gerichtliche Sprüche so bey wärenden KriegsZeiten über Weltliche Sachen ergangen/ es sey dann des Processes Mangel vnd [N]ichtigkeit augenscheinlich/ oder alsbald zu erweisen/ sollen zwar nicht für gantz ungüldig geachtet/ sondern nur alleine ohne Krafft Rechtens so lange auffgeschoben werden/ biß die gerichtliche Handlungen (darin etwa der beschwerte Theil innerhalb 6. Monaten nach beschlossenem Frieden die übersehung begehren würde) vor gebührlicher gerichtlicher Stell/ auff ordentliche oder sonderbahre Weiß/ wie im Reich gebräuchlich/ wieder übersehen/ vnd nach gleichem Recht erwogen/ vnd also gedachte Sprüche entweder bestettiget oder verbessert/ oder da sie nichtiger Weiß ergangen/ gäntzlich wieder auffgehaben werden.
[Art. IV,50 IPO = § 39 IPM] Da auch einige Regal oder PrivatLehen/ vom Jahr 1618. nicht ernewert/ noch die dannenherrührende Dienste geleistet worden/ sol solches keinem nachtheilig seyn/ sondern die Zeit solche Belehnung wieder zu suchen/ von dem Tage des gemachten Friedenschlusses anfangen.
[Art. IV,51 IPO = § 40 IPM] Endlich sollen alle vnd jede/ so wol Kriegs Officirer vnd Soldaten/ als Räthe und bediente Geist= vnd Weltliche/ wes Nahmen oder Standes die seyn/ so da einem oder andern Theile/ oder deren Bundsgenossen vnd Anhängern in= oder ausserhalb Krie[g]s bedient gewesen/ von höchsten biß zum niedrigsten/ vnd wiederumb von niedrigsten biß zum höchsten/ ohn einigen Vnterscheid oder Außnahm/ mit Weib/ Kind/ Erben/ Nachkommen vnd Dienern/ so wol ihre Personen/ als Güter/ Leben/ Leumuth/ Ehre/ Geist= vnd Weltliche Freyheit/ Rechten vnd Freyheiten betreffend/ in den Stand/ worinne sie vor Zeit jtziges Krieges gewesen/ oder Rechtens halber hetten seyn sollen/ beyderseits wieder eingesetzet seyn; Auch sol man ihren Personen oder Gütern/ kein gerichtliche Anforderung oder Anklag anlegen/ viel weniger einige Straff oder Schaden vnter einigen Vorwand zufügen. Vnd dieses sol an denen/ so der Keyserl. Majest. vnd dem Hause Oesterreich mit Erb=Vnterthänigkeit nicht verwand/ vollkommene Krafft vnd Wirckung haben.
[Art. IV,52 IPO = § 41 IPM] Diejenige aber/ welche der Keyserl. Maj. erbangehörige Vnterthanen oder Lehnleute seyn/ sollen zwar der besagten Vergessenheit zu geniessen haben/ so viel ihre Person/ Leben/ ehrlichen Nahmen vnd Stand betrifft/ mögen auch vngehindert sich in ihr Vaterland wiederumb einstellen/ jedoch sollen sie sich in des Landes Satzungen vnd Gewonheiten/ so wol in Geist= als Weltlichen Dingen zu schicken vnd zu vnterwerffen/ schuldig seyn.
[Art. IV,53 IPO ± § 42 IPM] So viele aber deroselben Güter betrifft/ so deren etwas/ bevor sie auff Schwedisch oder Frantzösischer Seiten sich begeben/ entzogen oder in andere Wege verlohren gangen/ ob wol die Schwedische Gevollmächtigte lange vnd viel darumb angehalten/ daß auch denen jenigen dieselbe wiedergeben werden möchten: jedennoch aber aber [!] weil die Keys. Maj. Jhr hierinne nichts hat wollen vorschreiben lassen/ noch wegen der Herren Keyserl. beständigen Widerrede anderer Gestalt gehandelt werden können/ die Stände des Reichs auch derenhalber den Krieg länger zu führen/ dem Reiche ohnheil= vnd vnrathsam befunden/ so sol es auch hinfüro sein Verbleiben damit haben/ vnd die jtzigen Besitzer dieselben behalten.
[Art. IV,54 IPO ± § 43 IPM] Andere Güter aber/ so ihnen hernachmals darumb/ daß sie sich zu der Cron Schweden oder Franckreich gegen den Keyser vnd dessen Hauß Oesterreich gesellet/ entwand/ sollen ihnen in den Stand/ wie sie jtzt gefunden werden/ jedoch ohne Erstattung der Vnkosten vnd gehobener Früchte oder sonst verursachten Schadens wieder eingeräumet werden.
[Art. IV,55 IPO = § 44 IPM] Jm übrigen sol in Böhmen vnd gesampten andern Keyserl. Erblanden denen Augsp. Confessions=Verwandten Vnterthanen oder Creditoren vnd deren Erben in vnd vor ihren eigenen Anforderungen/ so sie deren haben/ vnd vmb solcher willen gerichtliche Handlungen anstellen vnd verfolgen werden/ Recht vnd Gerechtigkeit gleich denen Catholischen ohn Vnterscheid ertheilet werden.
[Art. IV,56 IPO = § 45 IPM] Von dieser allgemeinen Wiedergebung werden außgenommen/ so nicht wiedergeben werden können/ als bewegliche/ vnd sich bewegende Haab/ genossene Früchte/ vnd was aus Befehl der kriegenden Theile entwand: deßgleichen was an Gebäwden zu Versicherung der Oerter niedergerissen/ vnd wiederumb verbawet/ die gehören Städten/ Gemeinden oder PrivatLeuten/ Geist= vnd Weltlichen zu/ wie auch niedergesetzte/ entzogene/ rechtmässige verkauffte vnd freywillig verschenckte Güter.
[Art. IV,57 IPO = § 46 IPM] Vnd nachdem auch die streitige Gülische Succession=Sache zwischen beyden Chur=Häusern Sachsen vnd Brandenburg/ wie auch Pfaltz Newburg/ wo nicht vorgebawet wird/ dermaleins im Heil. Reiche groß Vnheil erwecken möchte/ so ist verabredet/ daß solche Sache/ wann der Friede glücklich geschlossen/ entweder durch gütliche Vermittelunge/ oder durch ordentlichen Proceß für der Keys. Maj. vnverzüglich solle geendiget werden.