Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202002,%20429
Timestamp: 2019-07-19 07:15:10
Document Index: 276002756

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 24', '§ 176', '§ 78', '§ 338', '§ 29', '§ 238', '§ 78', '§ 29', '§ 29', 'BGH', '§ 238', 'BGH', 'BGH', '§ 29', '§ 29', '§ 29', 'BGH', '§ 238', 'BGH', '§ 238', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29']

BGH, 14.02.2002 - 4 StR 272/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2573
BGH, 14.02.2002 - 4 StR 272/01 (https://dejure.org/2002,2573)
BGH, Entscheidung vom 14.02.2002 - 4 StR 272/01 (https://dejure.org/2002,2573)
BGH, Entscheidung vom 14. Februar 2002 - 4 StR 272/01 (https://dejure.org/2002,2573)
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Mit Zeugenverhaftung drohender Staatsanwalt
§ 24 StPO, §§ 176, 183 GVG, Abgrenzung der Aufgabenbereiche des Vorsitzenden und des Staatsanwalts in der Hauptverhandlung
§ 78c Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StGB; § 338 Nr. 3 StPO; § 29 Abs. 1 und 2 StPO; § 238 Abs. 2 StPO
Verfolgungsverjährung; Unterbrechung (formlose Bekanntmachung der Ermittlungen); Besorgnis der Befangenheit (faires Verfahren; verständige Würdigung); Maßnahmen vor Erledigung des Ablehnungsgesuchs; Herbeiführung der Unerreichbarkeit eines Zeugen durch eine verfahrensleitende Anordnung des Gerichts; Widerspruch; Herbeiführung eines Gerichtsbeschlusses; Rügeverlust
Gefährliche Körperverletzung - Nötigung - Vergewaltigung - Verfolgungsverjährung - Bekanntmachung der Ermittlungseinleitung - Gebot des fairen Verfahrens - Besorgnis der Befangenheit - Unaufschiebbare Amtshandlung - Unerreichbarkeit der Beweismittel
StGB § 78 c Abs. 1 Nr. 1; StPO § 29 Abs. 1, Abs. 2
NStZ 2002, 429
StV 2002, 429
Denn die Entscheidung der Vorsitzenden, von § 29 Abs. 2 Satz 1 StPO Gebrauch zu machen und die Hauptverhandlung fortzusetzen, lässt angesichts des ersichtlich unbegründeten Befangenheitsgesuchs einen Ermessensfehler nicht erkennen (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2002 - 4 StR 272/01, NStZ 2002, 429 Rn. 10).
Auf die Frage, ob der Angeklagte H. diese Rüge überhaupt noch zulässig erheben konnte, nachdem er die Fortsetzungsentscheidung der Vorsitzenden - anders als der Angeklagte G. - in der Hauptverhandlung nicht nach § 238 Abs. 2 StPO beanstandet hat, kommt es bei dieser Sachlage nicht mehr an (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2002 - 4 StR 272/01, NStZ 2002, 429 Rn. 9 mwN).
Unaufschiebbar im Sinne dieser Vorschrift sind Handlungen, die wegen ihrer Dringlichkeit nicht anstehen können, bis ein Ersatzrichter eintritt (vgl. BGH NStZ 2002, 429, 430;… Wendisch in Löwe/Rosenberg StPO 25. Aufl. § 29 Rdn. 14;… Pfeiffer in KK 4. Aufl. § 29 Rdn. 3;… Meyer-Goßner aaO § 29 Rdn. 4, jeweils m. w. Nachw.).
Damit haben sie insoweit das Recht auf Revision verloren (BGHR StPO § 238 Abs. 1 Verhandlungsleitung 2).
Zwar lässt sich der Revisionsbegründung noch die erforderliche (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2002 - 4 StR 272/01, NStZ 2002, 429, 430 mwN) Beanstandung (§ 238 Abs. 2 StPO) der Fortsetzung der Zeugenvernehmung entnehmen.
Bei der Beurteilung, ob eine Amtshandlung unaufschiebbar im Sinne der vorgenannten Vorschrift ist, hat der Richter einen Spielraum dahingehend, dass die Entscheidung vertretbar und ermessensfehlerfrei sein muss (…Meyer-Goßner, a.a.O., § 29 Rn. 16; BGH NStZ 2002, 429 m.w.N.).
BGH, 24.08.2006 - 5 StR 238/06
Die erste verjährungsunterbrechende Handlung war hier die Anordnung der Übersendung der Akten zur Akteneinsicht durch den Verteidiger des Angeklagten am 16. Juli 2001 (vgl. hierzu BGH NStZ 2002, 429), weil sämtliche in Betracht kommende Unterbrechungshandlungen weder den Tatzeitraum noch die einzelnen Taten hinreichend konkretisiert haben (vgl. speziell zu den Anforderungen bei Steuerstraftaten BGH wistra 2000, 477).
Unaufschiebbar im Sinne dieser Vorschrift sind Handlungen, die wegen ihrer Dringlichkeit nicht anstehen können, bis ein Ersatzrichter eintritt (vgl. BGH, Urteil vom 14.02.2002, Az. 4 StR 272/01, zitiert nach Juris;… Schmitt in: Meyer-Goßner/Schmitt, a.a.O. Rdn. 4).
Dass die Handlung aufschiebbar gewesen wäre, begründet zwar für sich allein nicht ihre Unwirksamkeit (vgl. BGH NStZ 2002, 429), sondern die Handlung stellt sich als lediglich fehlerhaft dar (vgl. KK-Fischer, StPO, 6.Aufl. § 29, Rn.5).