Source: https://kirchenrecht-nek.de/document/39307
Timestamp: 2018-11-15 11:02:03
Document Index: 319420942

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 6', '§ 7', '§ 2', '§ 7', '§ 1']

7.234 Predigergesetz – EKU (PredG) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
7.234 Predigergesetz – EKU (PredG)
in der Evangelischen Kirche der Union1#,2#
Bekanntmachung der Neufassung des Kirchengesetzes über das Amt des Predigers in der Evangelischen Kirche der Union (Predigergesetz) vom 6. Dezember 1957/ 7. August 1962 in der Fassung des Änderungsgesetzes vom 20. Juni 1976 (ABl. 1977 S. 57; MBl. BEK 1977 S. 5, 76)
( 1 ) Prediger im Sinne des Kirchengesetzes ist, wer eine entsprechende Ausbildung hat, ordiniert und gemäß Absatz 2 berufen ist.
( 2 ) Prediger können entsprechend gliedkirchlichem Recht berufen werden:
in Pfarrstellen,
in Pfarrstellen, die auf Zeit in eine Predigerstelle umgewandelt worden sind,
in besonders eingerichtete Predigerstellen.
( 1 ) Zur Ausbildung für das Amt des Predigers können Gemeindemitglieder zugelassen werden, die nach der Art ihrer Teilnahme am kirchlichen Leben als dafür geeignet erscheinen und Gaben der Wortverkündigung und Seelsorge erkennen lassen.
( 2 ) Sie müssen
vollberechtigte Glieder der evangelischen Kirche sein,
frei von solchen körperlichen und psychischen Schäden, die sie an der Ausübung des Dienstes hindern.
( 3 ) Sie müssen mindestens 21 Jahre alt und sollen nicht älter als 40 Jahre sein.
( 4 ) Sie sollen eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren besitzen und über eine befriedigende Allgemeinbildung verfügen.
( 5 ) Die Zulassung erfolgt durch die Predigerschule im Einvernehmen mit dem für den Bewerber zuständigen Konsistorium (Landeskirchenrat) aufgrund einer Eigngungsprüfung.
( 1 ) Die Bewerbung um Aufnahme in die Ausbildung ist an die Predigerschule zu richten.
( 2 ) 1 Zu den Bewerbungsunterlagen, die von der Predigerschule angefordert werden und von dem Bewerber beizubringen sind, gehört ein Gutachten des zuständigen Gemeindepfarrers. 2 Das Nähere regelt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung.
( 1 ) Die Studienzeit des Predigers umfasst vier Jahre seminaristischer Ausbildung, die sieben Studiensemester und das Praktikum von mindestens einem halben Jahr einschließt sowie zwei Jahre Vorbereitungsdienst.
( 2 ) Bei Studierenden, die älter als 30 Jahre sind, kann die seminaristische Ausbildung im Einvernehmen mit der für sie zuständigen Kirchenleitung um ein halbes Jahr und kann der Vorbereitungsdienst um ein Jahr verkürzt werden.
( 3 ) Die Studienzeit an einer anderen Ausbildung zu einem Verkündigungsdienst kann ganz oder teilweise angerechnet werden.
( 4 ) Ausbildungsgang, Lehrfächer, Praktika und Prüfungsfächer der Predigerschulen bestimmt der Rat durch eine besondere Ausbildungs- und Prüfungsordnung.
( 5 ) 1 Der Vorbereitungsdienst wird von den Gliedkirchen aufgrund einer vom Rat erlassenen Ordnung durchgeführt. 2 An seiner Gestaltung und an der Vorbereitung zur Zweiten Prüfung sollen die Dozenten der Predigerschulen beteiligt werden.
( 6 ) Während der seminaristischen Ausbildung untersteht der Studierende der Aufsicht des Rektors der Predigerschule.
( 7 ) Die §§ 12 bis 16 des Pfarrerausbildungsgesetzes vom 2. Dezember 1965 finden sinngemäß Anwendung.3#
( 1 ) 1 Die beiden Ausbildungsabschnitte werden jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen. 2 In den Prüfungen wird festgestellt, ob der Prüfling die Gaben und Kenntnisse besitzt, die eine wirksame Ausübung des Dienstes erhoffen lassen.
( 2 ) 1 Über die Zulassung zur Ersten Prüfung entscheidet die Dozentenkonferenz der Predigerschule, über die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst die zuständige Kirchenleitung. 2 Über die Zulassung zur Zweiten Prüfung entscheidet das Theologische Prüfungsamt der jeweiligen Gliedkirche aufgrund von Gutachten der für die Durchführung des Vorbereitungsdienstes Verantwortlichen. 3 Die Zuständigkeit für die Zulassung zur Zweiten Prüfung kann durch die Gliedkirchen abweichend geregelt werden.
( 3 ) Das Nähere regelt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung.
( 1 ) Hat der Studierende der Predigerschule die Zweite Prüfung bestanden und erklärt er seine Bereitschaft, in den Dienst der Kirche zu treten und sich ordinieren zu lassen, so entscheidet die Kirchenleitung über seine Aufnahme in den Hilfsdienst und über seine Zulassung zur Ordination.
( 2 ) Der Hilfsdienst ist für die Dauer eines Jahres Pflicht.
( 3 ) Die für den Kandidaten des Pfarramtes geltenden Vorschriften über den Hilfsdienst der Kirche finden entsprechende Anwendung.
1 Die Anstellungsfähigkeit der Prediger kann einem Anwärter erst nach Ableistung der Hilfsdienstpflicht zuerkannt werden. 2 § 6 Absatz 1 und Absatz 2 Satz 1 sowie § 7 des Pfarrdienstgesetzes vom 11. November 1960 finden entsprechende Anwendung.4#
( 2 ) Die Kirchenleitung entscheidet darüber, welchen Teil der seminaristischen Ausbildung und des Vorbereitungsdienstes der Vorgeschlagene nachzuholen hat und worin er zu prüfen ist.
( 1 ) 1 Im Zusammenhang mit der Übernahme des Dienstes als Prediger im Hilfsdienst wird die Ordination vollzogen. 2 Ihre Anordnung regelt sich nach gliedkirchlichem Recht.
( 2 ) Der ordinierte Priester führt die Amtsbezeichnung, die ihm in der Berufungsurkunde beigelegt worden ist.
Die Besoldung und Versorgung der Prediger wird vom Rat durch Verordnung geregelt.
( 2 ) Im Übrigen finden, soweit in diesem Kirchengesetz nichts anderes vorgeschrieben wird, die für die Pfarrer und Pastorinnen geltenden Vorschriften über die Ordination, über die Begründung, den Inhalt, die Veränderung und die Beendigung des Dienstverhältnisses sowie über die Dienstaufsicht entsprechende Anwendung.
( 1 ) Dieses Kirchengesetz wird durch den Rat gemäß Artikel 7 Absatz 2 der Ordnung der Evangelischen Kirche der Union in Kraft gesetzt.5#
Die Ausführungs- und Überleitungsbestimmungen zu diesem Kirchengesetz erlassen die Gliedkirchen mit Zustimmung des Rates der Evangelischen Kirche der Union jeweils für ihren Bereich.
1 ↑ Red. Anm.: Das Kirchengesetz wurde am 1. September 1976 durch die Synode der Evangelischen Kirche der Union (EKU) – Bereich DDR – für den Bereich Ost der EKU im vorliegenden Wortlaut neu gefasst und durch den Rat der EKU – Bereich DDR – für die seinerzeitige Evangelische Landeskirche Greifswald mit Wirkung vom 1. Mai 1977 in Kraft gesetzt.
2 ↑ Red. Anm.: Das Kirchengesetz gilt auf dem Gebiet der ehemaligen Pommerschen Ev. Kirche bis zu einer anderweitigen Regelung durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland weiter, soweit es der Verfassung, dem Einführungsgesetz und den weiteren von der Verfassunggebenden Synode beschlossenen Kirchengesetzen nicht widerspricht oder im Einführungsgesetz keine abweichende Regelung getroffen wird, vgl. Teil 1 § 2 Absatz 2 des Einführungsgesetzes vom 7. Januar 2012 (KABl. S. 30, 127, 234) in der jeweils geltenden Fassung. Die Geltung des Kirchengesetzes in der ehemaligen Pommerschen Ev. Kirche ergibt sich auch aus § 7 Absatz 2 Satz 1 i. V. m. § 1 Absatz 1 des Kirchengesetzes der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Regelung von Fragen im Zusammenhang mit der Herstellung der Einheit der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 24. Februar 1991 (ABl. EKD S. 89).
5 ↑ Red. Anm.: Das Kirchengesetz wurde durch den Rat der Evangelischen Kirche der Union – Bereich DDR – für die seinerzeitige Evangelische Landeskirche Greifswald mit Wirkung vom 1. Mai 1977 in Kraft gesetzt (MBl. BEK S. 76).