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Timestamp: 2019-11-14 10:54:30
Document Index: 126718255

Matched Legal Cases: ['Art. 14', '§ 73', '§ 17', '§ 19', '§ 41', '§ 42', '§ 1', '§ 2', 'Art. 14', 'Art. 28', '§ 73', '§ 17', '§ 19', 'Art 28', '§ 41', '§ 43', '§ 17', 'Art. 28', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', 'Art. 28', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 8', '§ 31', '§ 64', '§ 65', 'Art. 14', 'Art. 28', '§ 43', '§ 140', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17']

BVerwG, 30.05.2012 - 9 A 35.10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,6144
BVerwG, 30.05.2012 - 9 A 35.10 (https://dejure.org/2012,6144)
BVerwG, Entscheidung vom 30.05.2012 - 9 A 35.10 (https://dejure.org/2012,6144)
BVerwG, Entscheidung vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 (https://dejure.org/2012,6144)
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GG Art. 14 Abs. 1, Abs. 3, Art. ... 28 Abs. 2 Satz 1; VwVfG § 73 Abs. 4 Satz 1, Abs. 8 Satz 1; FStrG § 17a Nr. 7, § 19 Abs. 2; BImSchG § 41 Abs. 2, § 42 Abs. 2; 16. BImSchV § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 2 Abs. 1 und 2
Planfeststellung; Planänderung; Bestimmtheit; Deckblatt; Verkehrsprognose; Planungshoheit; Prognosehorizont; Aktualisierung der Prognose; Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung; Gesamtraum; außergewöhnliche Einzelvorhaben; Alternativenprüfung; Trassenbündelung; ...
GG Art. 14 Abs. 1, Abs. 3, Art. 28 Abs. 2 Satz 1
§ 73 Abs 8 S 1 VwVfG, § 17a Nr 7 FStrG, § 19 Abs 2 FStrG, Art 28 Abs 2 GG, § 41 Abs 2 BImSchG
Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Bundesstraße 112, Ortsumgehung Brieskow-Finkenheerd
Maßgeblichkeit der funktionalen Betrachtungsweise eines planfestgestellten (Netz-)Abschnitts für die Einteilung einer Straße in eine Kategorienstufe der bundeseinheitlichen Richtlinien für die Anlage von Straßen (RAS-N) bzw. die funktionale Gliederung des Straßennetzes ...
Ortsumfahrung Brieskow-Finkenheerd in Brandenburg darf gebaut werden
NVwZ 2013, 147
DVBl 2012, 1377
Diese vermittelt einer Gemeinde nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, der sich der erkennende Senat auch für das Landesrecht anschließt, eine wehrfähige, in die fachplanerische Abwägung einzubeziehende Rechtsposition gegen fremde Fachplanungen auf dem eigenen Gemeindegebiet, wenn das betreffende Vorhaben nachhaltig eine (hinreichend) bestimmte (konkrete) Planung der Gemeinde stört oder wegen seiner Großräumigkeit wesentliche Teile des Gemeindegebiets einer durchsetzbaren gemeindlichen Planung entzieht (…vgl. BVerwG, B. v. 28.2.2013 - 7 VR 13/12 - juris Rn. 23 m.w.N.) oder kommunale Einrichtungen erheblich beeinträchtigt (vgl. BVerwG, U.v. 6.11.2013 - 9 A 9.12 - NuR 2014, 277;… B.v. 26.9.2013 - 4 VR 1/13 - juris Rn. 49; U.v. 30.5.2012 - 9 A 35/10 - NVwZ 2013, 147 Rn. 35 m.w.N.; U.v. 27.3.1992 - 7 C 18.91 - BVerwGE 90, 96/100 m.w.N.;… vgl. auch B.v. 5.11.2002 - 9 VR 14/02 - juris Rn. 6 m.w.N.; U.v. 12.12.1996 - 4 C 14/95 - BayVBl 1997, 571/572).
Der Belang der Planungshoheit kann vielmehr im Wege der Abwägung mit anderen, für das Vorhaben sprechenden Belangen überwunden werden (vgl. nur BVerwG, U.v. 30.5.2012 - 9 A 35/10 - NVwZ 2013, 147 Rn. 36 m.w.N.;… B.v. 3.9.1997 - 11 VR 20/96 - juris Rn. 22).
Dieses in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts anerkannte Recht kann nämlich nur durch Maßnahmen betroffen werden, die das Ortsbild entscheidend prägen und damit nachhaltig auf das Gemeindegebiet und die Entwicklung der Gemeinde einwirken (vgl. BVerwG, U.v. 6.11.2013 - 9 A 9.12 - NuR 2014, 277/278; U.v. 30.5.2012 - 9 A 35/10 - NVwZ 2013, 147 Rn. 36 m.w.N.).
a) Die gemeindliche Planungshoheit vermittelt eine wehrfähige, in die Abwägung nach § 43 Satz 3 EnWG a.F. einzubeziehende Rechtsposition gegen fremde Fachplanungen auf dem eigenen Gemeindegebiet, wenn ein Vorhaben der Fachplanung eine hinreichend bestimmte Planung nachhaltig stört, wesentliche Teile des Gemeindegebiets einer durchsetzbaren Planung entzieht oder wenn kommunale Einrichtungen durch das Vorhaben erheblich beeinträchtigt werden (BVerwG, Urteile vom 16. Dezember 1988 - 4 C 40.86 - BVerwGE 81, 95 und vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 35 m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts erwachsen aus diesem in den Schutzbereich des Art. 28 Abs. 2 Satz 1 GG fallenden Recht Abwehransprüche aber allenfalls dann, wenn die Gemeinde durch Maßnahmen betroffen wird, die das Ortsbild entscheidend prägen und hierdurch nachhaltig auf das Gemeindegebiet und die Entwicklung der Gemeinde einwirken (BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 36).
Er kann überwunden werden, da es der Planfeststellungsbehörde im Rahmen des Abwägungsgebots unter dem Vorbehalt der Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit unbenommen bleibt, gegenläufigen Belangen den Vorrang einzuräumen (vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 36 m.w.N.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
vgl. zu einer ähnlichen Fallgestaltung BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
vgl. BVerwG, Urteile vom 9. Juni 2010 - 9 A 20.08 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 208, S. 147 f., und vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17 f.
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 29.
Es erscheint aber nicht von vornherein ausgeschlossen, dass die Klägerin durch die an ihrem nördlichen Ortsrand geplante, in Hochlage geführte, 371 m lange Brücke in ihrem von Art. 28 Abs. 2 Satz 1 GG umfassten Selbstgestaltungsrecht beeinträchtigt wird (vgl. auch Urteil vom 30. Mai 2012 - BVerwG 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 36).
Die gemeindliche Planungshoheit vermittelt nach ständiger Rechtsprechung eine wehrfähige, in die Abwägung nach § 17 Satz 2 FStrG einzubeziehende Rechtsposition gegen fremde Fachplanungen auf dem eigenen Gemeindegebiet, wenn das Vorhaben nachhaltig eine bestimmte Planung der Gemeinde stört oder wegen seiner Großräumigkeit wesentliche Teile des Gemeindegebiets einer durchsetzbaren gemeindlichen Planung entzieht oder erheblich gemeindliche Einrichtungen beeinträchtigt (stRspr, vgl. zuletzt Urteil vom 30. Mai 2012 a.a.O. Rn. 35 m.w.N.).
bb) Immerhin berührt ist die Klägerin dagegen in ihrem Selbstgestaltungsrecht, das vor Maßnahmen schützt, die das Ortsbild entscheidend prägen und hierdurch nachhaltig auf das Gemeindegebiet und die Entwicklung der Gemeinde einwirken (Urteil vom 30. Mai 2012 - BVerwG 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 36 m.w.N.).
Der Eingriff in das Selbstgestaltungsrecht der Klägerin kann zwar überwunden werden, da es der Planfeststellungsbehörde im Rahmen des Abwägungsgebotes unter dem Vorbehalt der Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit unbenommen bleibt, gegenläufigen Belangen den Vorrang einzuräumen (Urteil vom 30. Mai 2012 - BVerwG 9 A 35.10 a.a.O. Rn. 36 m.w.N).
Die Grenzen der planerischen Gestaltungsfreiheit bei der Trassenwahl sind erst dann überschritten, wenn eine andere als die gewählte Trassenführung sich unter Berücksichtigung aller abwägungserheblichen Belange eindeutig als die bessere, weil öffentliche und private Belange insgesamt schonendere, hätte aufdrängen müssen oder wenn der Planfeststellungsbehörde infolge einer fehlerhaften Ermittlung, Bewertung oder Gewichtung einzelner Belange ein rechtserheblicher Fehler unterlaufen ist (vgl. nur Urteile vom 30. Mai 2012 a.a.O. Rn. 36 …und vom 16. März 2006 - BVerwG 4 A 1075.04 - BVerwGE 125, 116 Rn. 98 = Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 23).
Dies genügte, um die Planfeststellungsbehörde zu veranlassen, die Entscheidung für die Trasse einer erneuten umfassenden Prüfung zu unterziehen (vgl. Urteil vom 30. Mai 2012 a.a.O. Rn. 30).
Da Gemeinden nicht Grundrechtsträger sind, kommt ihnen trotz der enteignungsrechtlichen Vorwirkungen, die ein wasserrechtlicher Planfeststellungsbeschluss nach § 31 WHG a. F. i.V.m. § 64 und § 65 WG entfaltet, nicht der Schutz des Art. 14 Abs. 3 Satz 1 GG zugute, der einem betroffenen Privaten eine umfassende gerichtliche Kontrolle garantiert (vgl. BVerfG, Beschl. v. 8.7.1982 - 2 BvR 1187/80 - BVerfGE 61, 82; BVerwG, Urt. v. 30.5.2012 - 9 A 35.10 - DVBl 2012, 137; Beschl. v. 18.3.2008 - 9 VR 5.07 - NuR 2008, 502; Beschl. v. 15.4.1999 - 4 VR 18.98 -NVwZ-RR 1999, 554;… Urt. v. 16.3.2006 - 4 A 1001.04-NVwZ 2006, 1055).
Darüber hinaus muss die Planfeststellungsbehörde auch auf noch nicht verfestigte, aber konkrete Planungsabsichten einer Gemeinde abwägend dergestalt Rücksicht nehmen, dass durch die Fachplanung von der Gemeinde konkret in Betracht gezogene städtebauliche Planungsmöglichkeiten nicht unnötigerweise "verbaut" werden (vgl. hierzu insgesamt BVerwG, Urt. v. 30.5.2012 - 9 A 35.10 - DVBl 2012, 1377; Beschl. v. 28.2.2013 - 7 VR 13.12 - UPR 2013, 345; Beschl. v. 28.10.2008 - 7 BN 4.08 -UPR 2009, 236; Beschl. v. 18.3.2008 - 9 VR 5.07 - NuR 2008, 502; Beschl. v. 15.4.1999 - 4 VR 18.98 - NVwZ-RR 1999, 554;… Urt. v. 21.3.1996 - 4 C 26.94 - BVerwGE 100, 388).
Sie hat hierbei weder die Bedeutung des grundrechtlich geschützten Eigentums der betroffenen Bürger noch das im Rahmen der Gewährleistung der kommunalen Selbstverwaltung (Art. 28 Abs. 2 Satz 1 GG) verfassungsrechtlich, ansonsten nur einfachgesetzlich geschützte Eigentum der betroffenen Klägerin und der Gemeinde Kappel-Grafenhausen (vgl. hierzu BVerfG, Beschl. v. 8.7.1982 - 2 BvR 1187/80 - BVerfGE 61, 82; BVerwG, Urt. v. 30.5.2012 - 9 A 35.10 - DVBl 2012, 137; Beschl. v. 18.3.2008 - 9 VR 5.07 - NuR 2008, 502;… Urt. v. 16.3.2006 - 4 A 1001.04-NVwZ 2006, 1055) verkannt oder fehlgewichtet.
Der hieran anknüpfende Einwendungsausschluss nach § 43a EnWG i.V.m. § 140 Abs. 4 Satz 3 LVwG SH, über den ordnungsgemäß belehrt worden ist, gilt auch für das gerichtliche Verfahren (Urteile vom 23. April 1997 - BVerwG 11 A 7.97 - BVerwGE 104, 337 und vom 30. Mai 2012 - BVerwG 9 A 35.10 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225 Rn. 16).
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. N9.2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
vgl. zu einer ähnlichen Fallgestaltung BVerwG, Urteil vom 30. N9.2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 30. N9.2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17 f.
vgl. BVerwG, Urteile vom 9. Juni 2010 - 9 A 20.08 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 208, S. 147 f., und vom 30. N9.2012 - 9 A 35.10 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 225, S. 17.
Eine Alternativenabwägung leidet nicht deshalb unter einem Ermittlungsdefizit, weil ihr keine Gesamtbilanzierung der mit dem Vorhaben verbundenen Be- und Entlastungen zugrunde liegt, wenn außer Zweifel steht, dass es durch das planfestgestellte Vorhaben zu einer Entlastung der Bebauung an einer bisher als Ortsdurchfahrt dienenden Bundesstraße kommen wird und eine relevante zusätzliche Belastung durch die geplante Trasse ausgeschlossen werden kann (…vgl. BVerwG, Urt. v. 06.04.2011 - BVerwG 9 VR 1.11 -, juris, RdNr. 18; Urt. v. 30.05.2012 - BVerwG 9 A 35.10 -, NVwZ 2013, 147 [150], RdNr. 31 in juris).
VGH Bayern, 26.06.2018 - 8 CE 18.1059
Abriss einer Brücke und Anspruch auf Wegerecht
BVerwG, 30.05.2012 - 9 A 1.11