Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%20180/71
Timestamp: 2020-02-22 11:23:44
Document Index: 172847693

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 11', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 8', '§ 8', '§ 2', '§ 4']

BFH, 16.01.1975 - IV R 180/71 - dejure.org
BFH, 16.01.1975 - IV R 180/71
https://dejure.org/1975,146
BFH, 16.01.1975 - IV R 180/71 (https://dejure.org/1975,146)
BFH, Entscheidung vom 16.01.1975 - IV R 180/71 (https://dejure.org/1975,146)
BFH, Entscheidung vom 16. Januar 1975 - IV R 180/71 (https://dejure.org/1975,146)
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Gewinnermittlung - Schulderlaß - Honorarforderung - Private Gründe - Entnahme - Überschuß von Betriebseinnahmen - Erhöhung
Entnahmen in der Einnahme-Überschussrechnung
Entnahme von Forderungen
Die Entnahme von Forderungen
BFHE 115, 202
NJW 1975, 1989
DB 1975, 1152
BStBl II 1975, 526
a) Ein Schuldenerlaß aus betrieblichen Gründen bedeutet für den Gläubiger eine Vermögensminderung und damit einen Aufwand (vgl. z. B. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Januar 1975 IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526 unter 2. c aa der Gründe).
b) Zur Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG ist der vorlegende Senat nunmehr übereinstimmend der Ansicht, daß die unterschiedliche Berücksichtigung von Zinsaufwendungen je nach Art der Gewinnermittlung nicht zutreffend sei, da die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG zu dem gleichen Totalergebnis führen müsse wie die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 (§ 5 Abs. 1) EStG (BFH-Urteil vom 16. Januar 1975 IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526).
Eine Minderheit, die auf der Grundlage der bisherigen Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 16. Januar 1975 IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526; vom 25. Januar 1985 VI R 173/80, BFHE 143, 332, BStBl II 1985, 437; vom 5. Dezember 1990 I R 5/88, BFHE 163, 87, BStBl II 1991, 308) einen Zufluß beim Verzichtenden ablehnt, möchte zur Vermeidung einer Umgehung des Beschlusses des Großen Senates in BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348 an der im Senatsurteil vom 19. Mai 1993 I R 34/92, BFHE 171, 286, BStBl II 1993, 804 vertretenen Auffassung festhalten.
Andere Senate haben ihn im Einzelfall in ähnlicher Weise verneint (vgl. BFH in BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526; in BFHE 143, 332, BStBl II 1985, 437; vom 30. Juli 1993 VI R 87/92, BFHE 171, 566, BStBl II 1993, 884;… vgl. auch Trzaskalik, in Kirchhof/Söhn, EStG, § 11 Rdnr. B 107 ff.), ohne daß jedoch in den Entscheidungen erkennbar zwischen einzelnen Formen des Forderungsverzichtes differenziert worden wäre.
aa) Im Streitfall kann offenbleiben, ob Geld bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG überhaupt einlage- und entnahmefähig ist (vgl. BFH-Urteil vom 16. Januar 1975 IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526, unter 1.c bb der Gründe; abl. z.B. Kanzler in Herrmann/Heuer/Raupach, § 4 EStG Rz 584) oder ob Entnahmen und Einlagen von Geld (Bar- oder Buchgeld) mangels denkbarer Gewinnauswirkungen in der Einnahmenüberschussrechnung nur nicht erfasst und nicht dargestellt werden können (…vgl. Weber-Grellet, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 4 Rz D 199; ebenso Bode in Kirchhof, EStG, 11. Aufl., § 4 Rz 143; Segebrecht/Gunsenheimer, Die Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, 12. Aufl., Rz 599).
Im Jahr der Entstehung ist die Forderung gewinnerhöhend zu erfassen und erst im Jahr des Erlasses wirkt sich das Erlöschen der Forderung gewinnmindernd aus (vgl. BFH-Urteil vom 16. Januar 1975 (IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526).
Für die Zurechnung solcher Vorteile zu den Betriebseinnahmen kann insoweit nichts anderes gelten als für den bei der Ermittlung von Überschußeinkünften (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG) maßgebenden Begriff der "Einnahmen" i.S. des § 8 Abs. 1 EStG (BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526).
Die Rechtsprechung bezeichnet als Betriebseinnahmen alle Zugänge in Geld oder Geldwert, die durch den Betrieb veranlaßt sind (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Januar 1975 IV R 180/71, BFHE 115, 202, BStBl II 1975, 526; vom 18. März 1982 IV R 183/78, BFHE 136, 76, BStBl II 1982, 587).
Nach seinem Sinn und Zweck ist er in Anlehnung an die Vorschrift des § 8 EStG, die unmittelbar allerdings nur für die Einkunftsarten im Sinne des § 2 Abs. 3 Nr. 4 bis 7 EStG gilt, dahin zu bestimmen, dass Betriebseinnahmen grundsätzlich alle Zugänge von Wirtschaftsgütern in der Form von Geld oder von Geldeswert sind, die durch den Betrieb veranlasst sind (BFH Urteil vom 16.1.1975 IV R 180/71, BStBl. II 1975, 526).
Die Forderung auf Geldzahlung oder Überweisung ist noch keine Betriebseinnahme im Sinne des § 4 Abs. 3 EStG (BFH Urteil vom 16.1.1975 IV R 180/71, BStBl. II 1975, 526).
Sieht ein Steuerpflichtiger aus privaten Gründen davon ab, eine entstandene Honorarforderung einzuziehen oder erlässt er sie dem Schuldner aus privaten Gründen, so kommt es nicht zum Zufluss einer Betriebseinnahme; bei einem Einzelunternehmer läge eine Entnahme vor (BFH Urteil vom 16.1.1975 IV R 180/71, BStBl. II 1975, 526).
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