Source: https://www.ebnerstolz.de/de/verpackungsgesetz-pflichten-2019-257253.html
Timestamp: 2019-01-23 10:12:10
Document Index: 68750045

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 24', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 27', '§ 34']

Verpackungsgesetz: Neuerungen und Pflichten ab 2019 - Ebner Stolz
Verpackungsgesetz: Neuerungen und Pflichten ab 2019
Am 1.1.2019 löst das Gesetz zur Fort­ent­wick­lung der haus­halts­na­hen Get­renn­ter­fas­sung von wert­stoff­hal­ti­gen Abfäl­len vom 12.7.2017 (Ver­pa­ckungs­ge­setz, kurz Ver­packG) die der­zeit gül­tige Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung ab. Mit den neuen gesetz­li­chen Vor­ga­ben müs­sen sich alle Ver­t­rei­ber, die Ver­pa­ckun­gen erst­mals gewerbs­mä­ßig in Deut­sch­land in den Ver­kehr brin­gen (sog. Her­s­tel­ler), bei­spiels­weise natio­nale Pro­du­zen­ten, Importeure und Online-Händ­ler, aus­ein­an­der­set­zen. § 7 des Geset­zes regelt eine Sys­tem­be­tei­li­gungspf­licht und zwar ohne Baga­tell­g­ren­zen. Zur Über­wa­chung die­ser Verpf­lich­tung wurde gemäß § 24 des Geset­zes eine rechts­fähige Stif­tung des bür­ger­li­chen Rechts als sog. Zen­trale Stelle ein­ge­rich­tet, die ein sog. Ver­pa­ckungs­re­gis­ter auf­baut bzw. führt. Bei die­ser Zen­tra­len Stelle (www.ver­pa­ckungs­re­gis­ter.org) muss sich jeder Her­s­tel­ler vor dem erst­ma­li­gen Inver­kehr­brin­gen regi­s­trie­ren und eine Regi­s­trie­rungs­num­mer bean­tra­gen. § 9 Abs. 2 Ver­packG regelt in die­sem Zusam­men­hang die hier­für erfor­der­li­chen Anga­ben, deren Mit­tei­lung an das Ver­pa­ckungs­re­gis­ter nicht an Dritte dele­giert wer­den kann:
Voll­stän­dige Fir­men- und Kon­takt­da­ten,
natio­nale Kenn­num­mer ein­sch­ließ­lich der euro­päi­schen oder natio­na­len Steu­er­num­mer,
Mar­ken­na­men, unter denen der Her­s­tel­ler seine sys­tem­be­tei­li­gungspf­lich­ti­gen Ver­pa­ckun­gen in den Ver­kehr bringt und
die Erklär­ung, dass die gesetz­li­che Sys­tem­be­tei­li­gungspf­licht erfüllt ist und die Anga­ben wahr­heits­ge­mäß gemacht wur­den.
Ansch­lie­ßend sind nach § 10 Ver­packG höchst­per­sön­lich abzu­ge­bende monat­li­che bzw. quar­tals­weise Daten­mel­dun­gen an die Zen­trale Stelle und wie ggf. bis­her auch an Sys­teme (z. B. Grü­ner Punkt, Bel­land­vi­sion) vor dem Inver­kehr­brin­gen der Ver­pa­ckun­gen erfor­der­lich. Diese Mel­dun­gen sind nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand elek­tro­nisch vor­zu­neh­men, genaue Vor­ga­ben wird die Zen­trale Stelle recht­zei­tig bekannt geben. Bei ent­sp­re­chen­der Sys­tem­be­tei­li­gung wird jedoch vor­aus­sicht­lich eine dop­pelte Mel­dung nicht not­wen­dig wer­den, da zwi­schen der Zen­tra­len Stelle und dem Sys­tem ein Daten­ab­g­leich mög­lich sein soll. Dem­ent­sp­re­chend ergibt sich für Her­s­tel­ler, die bereits bei den bis­he­ri­gen Sys­te­men regi­s­triert sind, durch das neue Ver­packG zunächst nur die Regi­s­trie­rungspf­licht bei der Zen­tra­len Stelle.
Zudem müs­sen die Her­s­tel­ler bis zum 15.5. des Fol­ge­jah­res - also erst­mals am 15.5.2019 für das Jahr 2018 - der Zen­tra­len Stelle bzw. wie bis­her dem Sys­tem eine Voll­stän­dig­keit­s­er­klär­ung über­mit­teln, sofern die in § 11 Abs. 4 Ver­packG genann­ten Frei­g­ren­zen über­schrit­ten wer­den:
Mate­rial­art Glas 80 t,
Mate­rial­ar­ten Papier, Pappe und Kar­ton 50 t,
übrige Mate­rial­ar­ten grund­sätz­lich 30 t.
Diese Voll­stän­dig­keit­s­er­klär­ung ist durch einen bei der Zen­tra­len Stelle regi­s­trier­ten Sach­ver­stän­di­gen zu prü­fen und in geprüf­ter Form an die Zen­trale Stelle zu über­mit­teln. Als Sach­ver­stän­dige in Betracht kom­men u. a. Wirt­schafts­prü­fer, ver­ei­digte Buch­prü­fer und Steu­er­be­ra­ter, die gemäß § 27 Abs. 2 Ver­packG in einem geson­der­ten Prü­fer­re­gis­ter geführt wer­den.
Absch­lie­ßend sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen, Ein­weg­ver­pa­ckun­gen mit Pfandpf­licht, sys­tem­be­tei­li­gungspf­lich­tige Ver­pa­ckun­gen, die nach­weis­lich nicht im Gel­tungs­be­reich die­ses Geset­zes an den End­ver­brau­cher abge­ge­ben wer­den, und Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen schad­stoff­hal­ti­ger Füll­gü­ter Aus­nah­me­re­ge­lun­gen grei­fen.
Die Ziel­set­zung des Gesetz­ge­bers mit dem Ver­packG liegt auf der Hand: Sämt­li­che Her­s­tel­ler sol­len für die Ent­s­or­gung ihrer Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen selbst auf­kom­men. Zur Durch­set­zung die­ses Anspruchs bein­hal­tet das Ver­packG Buß­geld­vor­schrif­ten (§ 34 Ver­packG) mit Buß­gel­dern von bis zu 100.000 Euro.
Jörn Weingarten , 27.09.2018 nach oben
Stif­tung Zen­trale Stelle Ver­pa­ckungs­re­gis­ter