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Timestamp: 2016-10-25 08:33:13
Document Index: 183587578

Matched Legal Cases: ['Art. 103', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 66', 'Art. 129', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 130', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 66', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 11', 'Art. 60', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 7', 'Art. 130', 'BGE', 'BGE', 'Art. 130', 'Art. 130', 'Art. 130', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 60', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 61', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 135', 'Art. 137', 'Art. 138', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 73', 'BGE', 'BGE', 'Art. 73', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 68']

9C_173/2009 (25.01.2010)
c/o Schweizerische Lebensversicherungs- und Rentenanstalt, General Guisan-Quai 40, 8002 Z�rich,
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Sch�nberg,
Die BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt (neu: BVG-Sammelstiftung Swiss Life) f�hrte am 21. Januar 2008 Klage gegen L.________ mit dem Rechtsbegehren, dieser sei zu verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 45'693.- nebst Zins zu 5 Prozent seit dem 10. Oktober 2001 zuz�glich Fr. 100.- f�r Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen; der in der Sache erhobene Rechtsvorschlag sei aufzuheben und es sei ihr die definitive Rechts�ffnung zu erteilen. Die Vorsorgeeinrichtung begr�ndete die Klage damit, L.________, der als Eigent�mer eines Gipsergesch�fts von Januar 1984 bis Ende M�rz 1997 bei ihr angeschlossen gewesen sei (Anschluss- und Kollektiv-Lebensversicherungsvertrag vom 7. Februar 1984, Anschlussvertr�ge vom 12. M�rz 1987 und vom 7. Juni 1989; K�ndigungsschreiben vom 26. M�rz 1997), habe den versicherungspflichtigen Mitarbeiter P.________ (Jahrgang 1935) nicht angemeldet. F�r dessen Besch�ftigungszeiten in den Jahren 1985 bis 1995 seien Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitr�ge und Verzugszinsen im eingeklagten Ausmass geschuldet.
Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wies die Klage ab; die geltend gemachten Forderungen seien verj�hrt (Entscheid vom 20. Januar 2009).
Die Sammelstiftung f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit dieses �ber die Klage materiell entscheide.
Auf den Antrag der Beschwerdef�hrerin hin, es sei ihrer Beschwerde (mit Blick auf die dem Beschwerdegegner vorinstanzlich zugesprochene Parteientsch�digung) die aufschiebende Wirkung superprovisorisch zu erteilen, weist das Bundesgericht den Beschwerdegegner an, bis zum Entscheid �ber das Gesuch alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterlassen.
L.________ l�sst beantragen, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten; eventuell sei sie abzuweisen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.1 Die Beschwerdef�hrerin ersucht darum, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Art. 103 Abs. 1 und 3 BGG), nachdem ihr der Beschwerdegegner angedroht hat, die im angefochtenen Entscheid zugesprochene Parteientsch�digung in Betreibung setzen zu wollen. Das Bundesgericht hat den Beschwerdegegner mit Schreiben vom 18. M�rz 2009 angewiesen, bis zum Entscheid �ber das Gesuch s�mtliche auf den Vollzug gerichtete Handlungen zu unterlassen. Mit diesem Urteil ist das Gesuch zufolge Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids gegenstandslos geworden.
1.2 In der Beschwerdeantwort wird das Hauptbegehren gestellt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Die prinzipiell reformatorische Natur des Rechtsmittels verbiete es, "lediglich die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen". Der Hinweis auf die Rechtsprechung, wonach grunds�tzlich ein materieller Antrag notwendig sei, Antr�ge auf R�ckweisung oder blosse Aufhebungsantr�ge hingegen nicht gen�gten (vgl. BGE 133 III 489 E. 3.1), verf�ngt nicht, weil sich Spezifizierungen im hiesigen Verfahrenskontext er�brigen. Im Beschwerdebegehren wird verlangt, die Sache sei an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit dieses �ber die Klage (materiell) entscheide; Weitergehendes konnte von vornherein nicht beantragt werden. Der Rechtsstandpunkt, auf die Beschwerde k�nne aus formellen Gr�nden (Art. 42 Abs. 1 BGG) nicht eingetreten werden, ist daher offensichtlich unbegr�ndet, zumal der Beschwerdegegner im vorinstanzlichen Prozess selber beantragen liess, das Verfahren sei vorab auf die Frage einer allf�lligen Verj�hrung zu beschr�nken.
2.1 L.________ war als Inhaber einer Einzelfirma vom 1. Januar 1984 bis zum 31. M�rz 1997 der Sammelstiftung angeschlossen. Der im Zeitraum von 15. April 1978 bis 31. August 1995 in der Einzelfirma des L.________ besch�ftigte Arbeitnehmer P.________ wurde im Jahr 2001 r�ckwirkend f�r Beitragsperioden im Zeitraum August 1985 (nach Inkrafttreten des BVG anfangs 1985) bis August 1995 (Beendigung des Arbeitsvertrags) in die Versicherung aufgenommen (vgl. die Schreiben der Sammelstiftung vom 6. Juni und 19. Dezember 2000 sowie vom 5. April und 10. Oktober 2001), nachdem sein Rechtsvertreter im Rahmen einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung bei der Vorsorgeeinrichtung entsprechend interveniert hatte (Schreiben vom 26. Januar 1999 und vom 20. April 2000). Die Sammelstiftung stattete P.________ mit einem Vorsorgeguthaben von Fr. 45'806.- (Valuta 5. November 2001) aus und stellte dem Arbeitgeber, welcher der Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beitr�ge schuldet (Art. 66 Abs. 2 Satz 1 BVG; J�rg Br�hwiler, Obligatorische berufliche Vorsorge, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 2065 Rz. 173), am 2. Januar/24. April 2002 den Saldo des Pr�mienzahlungs-Kontos in H�he von Fr. 46'707.10 in Rechnung. Sp�ter setzte die Vorsorgeeinrichtung die Forderung (nebst Zinsen seit dem 15. Oktober 2001) in Betreibung (Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes vom 18. Juni 2002), worauf L.________ Rechtsvorschlag erhob. Das Gesuch des Versicherungstr�gers um Rechts�ffnung vom 22. Januar 2003 wurde mangels einer Schuldanerkennung abgewiesen (Entscheid des Richteramts X.________ vom 13. August 2003).
2.2 Strittig und zu pr�fen ist, ob das kantonale Gericht zu Recht erkannt hat, die klageweise geltend gemachte Beitragsnachforderung f�r die Besch�ftigungsjahre 1985 bis 1995 sei verj�hrt. Forderungen auf periodische Beitr�ge und Leistungen verj�hren nach f�nf, andere nach zehn Jahren; die Art. 129 bis 142 OR sind anwendbar (Art. 41 Abs. 1 BVG in der bis Ende 2004 geltenden Fassung; nunmehr Art. 41 Abs. 2 BVG; Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.1 mit Hinweisen). Die Verj�hrungsfrist beginnt mit der F�lligkeit der Forderung (Art. 130 Abs. 1 OR). Eine Forderung ist f�llig, wenn der Gl�ubiger sie verlangen kann und der Schuldner erf�llen muss (BGE 129 III 535 E. 3.2.1 S. 541; SVR 2008 BVG Nr. 14 S. 57 E. 3.1, 9C_321/2007).
3.1 Eine gesetzliche F�lligkeitsregel f�r Beitragsforderungen besteht erst seit dem Inkrafttreten der 1. BVG-Revision auf Anfang 2005; nach ihr �berweist der Arbeitgeber die beiderseitigen Beitr�ge bis sp�testens zum Ende des ersten Monats nach dem Kalender- oder Versicherungsjahr, f�r das die Beitr�ge geschuldet sind, an die Vorsorgeeinrichtung (Art. 66 Abs. 4 BVG). Zuvor waren allein reglementarische oder vertragliche F�lligkeitsregelungen massgebend (Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.2). Gem�ss der hier anwendbaren reglementarischen Bestimmung werden die Pr�mien vorsch�ssig zu Beginn jedes Versicherungsjahres in einem Betrag f�llig (Art. 4 Abs. 1 der ab 1988 g�ltigen Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Rentenanstalt [AVB] und Art. 3 Abs. 1 der ab 1996 g�ltigen AVB). Die Verj�hrungsfrist beginnt f�r jede einzelne Jahrespr�mie gesondert.
Zu beurteilen ist die Verj�hrungsfrage mit Bezug auf Pr�mienzahlungsanspr�che, die r�ckwirkend f�r einen Zeitraum erhoben werden, w�hrend dessen die Vorsorgeeinrichtung offenbar keine Kenntnis vom individuellen Vorsorgeverh�ltnis hatte. In dieser Situation stellt sich zun�chst die Frage, ob die F�lligkeit, mit welcher der Beginn der Verj�hrungsfrist einhergeht, bereits unmittelbar zu Beginn des jeweiligen Versicherungsjahrs (gem�ss AVB) respektive nach Massgabe von Art. 66 Abs. 4 BVG eintritt, oder ob sie erst mit der effektiven Begr�ndung des individuellen Versicherungsverh�ltnisses (nachtr�gliche Aufnahme des P.________ in die berufliche Vorsorge) zum Tragen kommen kann. Wenn ersteres zutrifft, stellt sich die weitere Frage, ob der Lauf der Verj�hrungsfrist unabh�ngig von der Kenntnis s�mtlicher anspruchserheblicher Tatbestandselemente seitens der Beitragsgl�ubigerin beginnt.
3.2 Nach der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts und (ab 2007) der II. sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts war der tats�chliche Bestand eines einschl�gigen Rechtsverh�ltnisses f�r die F�lligkeit der auf vergangene Besch�ftigungszeiten bezogenen Beitragsforderungen konstitutiv. Mit anderen Worten fiel der Beginn der Beitragsverj�hrungsfrist nach Art. 41 Abs. 2 BVG (aArt. 41 Abs. 1 BVG) mit der Begr�ndung des Rechtsverh�ltnisses zusammen; dies galt ungeachtet dessen, ob es sich um den Anschluss eines Arbeitgebers an die Vorsorgeeinrichtung (mit kollektiver Wirkung hinsichtlich der Arbeitnehmer) handelte oder um die Begr�ndung eines individuellen Versicherungsverh�ltnisses zwischen der Vorsorgeeinrichtung und dem einzelnen Arbeitnehmer.
3.2.1 Demnach werden Vorsorgebeitr�ge f�r fr�here Jahre mit dem zwangsweisen Anschluss des (zuvor keiner registrierten Vorsorgeeinrichtung angeh�renden) Arbeitgebers an die Auffangeinrichtung (nunmehr Art. 11 Abs. 5 und 6 [in der seit Januar 2005 geltenden Fassung], Art. 60 Abs. 2 lit. a BVG) f�llig (SZS 1994 S. 388 E. 3b, B 34/93). J�ngst hat das Bundesgericht best�tigt, dass erst die Anschlussverf�gung die Beitragsforderung entstehen l�sst und ihre F�lligkeit begr�ndet (SVR 2010 BVG Nr. 2 S. 4 E. 4.3, 9C_655/2008).
3.2.2 Die F�lligkeit von Beitragsforderungen, die sich aus der nachtr�glichen Begr�ndung eines individuellen Vorsorgeverh�ltnisses im Rahmen eines bestehenden Anschlussvertrages ergeben (vgl. zu den verschiedenen Rechtsverh�ltnissen Hansj�rg Seiler, Der Anschlussvertrag an eine Personalvorsorgeeinrichtung: Ein Vertrag zwischen Privatrecht und Sozialversicherungsrecht, in: Versicherungsbranche im Wandel, Liber amicorum f�r Moritz W. Kuhn, Bern 2009, S. 376 ff.), trat nach bisheriger Praxis ebenfalls mit der Entstehung des Rechtsverh�ltnisses ein. So liess bei Ungewissheit �ber das Beitragsstatut erst der rechtskr�ftige Entscheid �ber die AHV-rechtliche Einstufung einer Person als Unselbst�ndigerwerbende eine r�ckwirkende Beitragsforderung entstehen; die nachzuentrichtenden Beitr�ge wurden fr�hestens mit diesem Entscheid f�llig (Urteil B 26/99 vom 9. August 2001 E. 2c; vgl. SZS 2002 S. 510). Unter Bezugnahme auf diese Rechtsprechung hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht festgehalten, bei einem Rechtsstreit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer �ber die Qualifizierung einer Besch�ftigung als Haupt- oder aber als Nebenerwerb - wovon abhing, ob die betreffende Person der obligatorischen beruflichen Vorsorge zu unterstellen war oder nicht - trete die F�lligkeit r�ckwirkender Beitragsforderungen erst mit Rechtskraft des Entscheides ein, die Erwerbst�tigkeit sei als hauptberufliche zu betrachten: "Nel rinviare agli art. 129 a 142 CO, l'art. 41 LPP fa dipendere l'inizio della prescrizione dall'esigibilit� del credito contributivo. Orbene, il credito contributivo pu� diventare esigibile solo se il lavoratore � stato correttamente annunciato all'istituto di previdenza. Solo a partire da tale momento l'istituto di previdenza pu�, sulla base del guadagno annunciato, conteggiare e addebitare i contributi. (...) Per determinare l'inizio del termine di prescrizione non pu� per contro semplicemente bastare la circostanza che il lavoratore avrebbe dovuto essere assicurato" (SVR 2007 BVG Nr. 17 S. 57 E. 4.7, B 1/04).
Bei dieser Rechtslage bleibt zu pr�fen, ob die (hier noch abschliessend festzustellende) Unkenntnis der Vorsorgeeinrichtung und eine allf�llige Zuwiderhandlung des Arbeitgebers gegen die Meldepflicht (Art. 10 BVV 2; vgl. Art. 11 Abs. 1 BVG, Art. 7 Abs. 1 BVV 2) die F�lligkeit der Beitragsschuld beeinflussen.
4.1 Nach der Rechtsprechung und mehrheitlichen Doktrin zu Art. 130 Abs. 1 OR tritt die F�lligkeit unabh�ngig davon ein, ob der Gl�ubiger von Forderung und F�lligkeit Kenntnis hat oder haben kann (BGE 126 III 278; 119 II 216 E. 4a/aa S. 219; BGE 106 II 134 E. 2a S. 137; Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.3; vgl. 126 II 145 E. 2b S. 151; Robert K. D�ppen, Basler Kommentar OR I, 2007, Art. 130 N 9; Stephen V. Berti, Z�rcher Kommentar OR V 1h, 2002, Art. 130 N 8; Alfred Koller, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bern 2009, S. 1100 Rz. 1 und S. 1155 Rz. 44; Ingeborg Schwenzer, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl. Bern 2009, S. 527 N 84.15; Gauch/Schluep/Schmid/Emmenegger, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Z�rich 2008, S. 224 Rz. 3309; a.M.: Hans Merz, Die privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 1980, in: ZBJV 1982 S. 136 f.).
4.2 Aus Sicht der Vorsorgeeinrichtung erscheint es als stossend, wenn der Lauf der Verj�hrung auch dann in Gang gesetzt wird, wenn ihr eine - zwar objektiv einklagbare - Forderung nicht bekannt ist und auch nicht bekannt sein kann (vgl. dazu Jean-Beno�t Meuwly, La prescription des cr�ances d'assurance priv�e [art. 46 al. 1 LCA] au regard de la derni�re jurisprudence du Tribunal f�d�ral, in: AJP 2003 S. 315 ff.). Das Anliegen der Vorsorgeeinrichtung und der dahinter stehenden Versichertengemeinschaft, dass alle Beitr�ge zur Finanzierung der Vorsorgeleistungen reglementskonform bezahlt werden, steht dem Ziel der Rechtssicherheit gegen�ber, wonach eine Forderung nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht mehr durchsetzbar sein soll. Beim Ausgleich dieser Interessen muss der Schutzzweck des Rechtsinstituts der Verj�hrung im Auge behalten werden. Die Nichterheblichkeit der Kenntnis wird unter anderem damit begr�ndet, die Verj�hrung sei vor allem zum Schutz des Schuldners geschaffen (Pascal Pichonnaz, Commentaire Romand, Code des obligations Bd. I, Basel 2003, N 4 zu Art. 130 OR). Dieser Schutz kann nach Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 1 ZGB) von demjenigen nicht in Anspruch genommen werden, der - aus eigenem, vorwerfbarem Verhalten - allein daf�r verantwortlich ist, dass die Forderung der Gl�ubigerin verborgen geblieben ist. Die Berufung des Beitragsschuldners auf einen Eintritt der F�lligkeit vor erfolgter Kenntnisnahme w�re alsdann rechtsmissbr�uchlich (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 131 II 265 E. 4.2 S. 267; Thomas G�chter, Rechtsmissbrauch im �ffentlichen Recht, 2005, S. 4 ff.). Wenn der Schuldner die vorl�ufige Unkenntnis der Gl�ubigerin zu verantworten hatte, h�ngt der Eintritt der F�lligkeit somit ausnahmsweise von deren Wissen um die Grundlagen der Forderung ab. Da der Zeitpunkt, zu welchem s�mtliche f�r die Bemessung der Beitragsforderung notwendigen Angaben vorliegen, auch von der Aufmerksamkeit der Vorsorgeeinrichtung abh�ngig ist, wirkt nicht erst die tats�chliche, sondern bereits die normativ anrechenbare - zumutbare - Kenntnis fristausl�send.
Eine Ausnahme vom Grundsatz, dass auch die dem Gl�ubiger noch unbekannte Forderung f�llig werden kann, rechtfertigt sich allerdings nicht bei jeder objektiven Verletzung der Meldepflicht. Der Beginn des Fristenlaufs wird nicht aufgeschoben, wenn der Arbeitgeber mit Blick auf die konkreten Verh�ltnisse in guten Treuen davon ausgehen durfte, der nicht an die Vorsorgeeinrichtung gemeldete Arbeitnehmer sei etwa aufgrund seines Beitragsstatus nicht versicherungspflichtig gewesen. Gefordert ist vielmehr eine qualifizierte Meldepflichtverletzung im Sinne einer unentschuldbaren Unterlassung, so wie im Hinblick auf den Erlass einer R�ckforderung unrechtm�ssig bezogener Leistungen eine nur leichte Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht den guten Glauben nicht ausschliesst (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG; BGE 110 V 176; Urteil 8C_594/2007 vom 10. M�rz 2008 E. 5.6). Ein rechtsmissbr�uchliches Verhalten ist nicht schon dann gegeben, wenn der Arbeitgeber die Versicherungspflicht aus einfacher Fahrl�ssigkeit verkannte.
4.3 Bei vorwerfbarem Verhalten des Schuldners erfolgt ein an sich zeitlich schrankenloser Aufschub der F�lligkeit der einzelnen periodischen Beitragsforderung bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Beitragsgl�ubigerin davon anrechenbare Kenntnis erlangt. Dabei muss jedoch ber�cksichtigt werden, dass - vergleichsweise - f�r (sekund�re) Anspr�che aus Vertragsverletzung eine subsidi�re Verj�hrungsfrist von zehn Jahren seit der Pflichtverletzung gilt (Art. 127 OR), f�r Deliktsanspr�che eine ebenfalls zehnj�hrige absolute Frist (Art. 60 Abs. 1 OR), beginnend mit dem sch�digenden Verhalten (Schwenzer, a.a.O., S. 526 f. Rz. 84.14 und 84.18; vgl. BGE 126 II 145 E. 2b S. 151). Wenn nun die Durchsetzbarkeit der origin�ren Beitragsforderung gegen�ber dem Schuldner, der qualifiziert gegen die Meldepflicht verstossen hat, r�ckwirkend unbegrenzt m�glich w�re, k�nnte dies mit der Verj�hrungsordnung insgesamt nicht vereinbart werden (vgl. Meuwly, a.a.O., S. 319 ff.). Damit ist die insofern relative Verj�hrungsfrist von f�nf Jahren nach (zumutbarer) Kenntnisnahme im Wege der L�ckenf�llung (vgl. BGE 135 V 163 E. 5.3 S. 168; 127 V 38 E. 4b/cc S. 41) um eine absolute Befristung zu erg�nzen: Die einzelne Beitragsforderung verj�hrt auch bei Bejahung einer qualifizierten Meldepflichtverletzung und andauernd unverschuldet fehlender Kenntnis der Vorsorgeeinrichtung �ber den Beitragstatbestand jedenfalls zehn Jahre nach ihrem (virtuellen) Entstehen. Da die F�lligkeit bis zur Kenntnisnahme aufgeschoben ist, k�nnen von vornherein nur Beitragsforderungen nachgefordert werden, die zu diesem Termin nicht �lter als zehn Jahre sind. Weiter zur�ckliegende Beitragsforderungen sind bereits (absolut) verj�hrt, so dass mit Bezug auf sie keine (relative) Verj�hrungsfrist (Art. 41 Abs. 2 BVG [aArt. 41 Abs. 1 BVG]) mehr beginnen kann.
Das kantonale Gericht wird zun�chst festzustellen haben (Art. 61 lit. c ATSG), ob die Nichtdeklaration der Besch�ftigung des P.________, den konkreten Umst�nden nach, einer qualifizierten Meldepflichtverletzung des Beschwerdegegners entspricht (vgl. oben E. 4.2) und ob die anrechenbare Kenntnisnahme erst mit dem Eingang eines Schreibens des Rechtsvertreters des P._______ vom 26. Januar 1999 (vgl. oben E. 2.1) begr�ndet wurde. Eintritt und Ausmass der Verj�hrung h�ngen vom Inhalt dieser Feststellungen ab.
5.2.1 Mit Empfang des Schreibens vom 26. Januar 1999 hatte die Sammelstiftung wohl erstmals Gelegenheit, von einem (m�glichen) Vorsorgetatbestand Kenntnis zu nehmen. Trat die F�lligkeit im Januar 1999 ein, hat die Vorsorgeeinrichtung die Verj�hrung auf dem Weg der Betreibung (Erwirkung des Zahlungsbefehls vom 18. Juni 2002) vorerst rechtzeitig unterbrochen (Art. 41 Abs. 2 BVG [aArt. 41 Abs. 1 BVG] in Verbindung mit Art. 135 Ziff. 2 OR). Die Verj�hrung beginnt sodann mit jedem Betreibungsakt und - nach Klageerhebung - mit jeder gerichtlichen Handlung der Parteien und mit jeder Verf�gung oder Entscheidung des Richters von neuem (Art. 137 Abs. 1 und Art. 138 Abs. 1 und 2 OR). Mit Blick auf die weiteren Unterbrechungen (Rechts�ffnungsbegehren vom 22. Januar 2003, Entscheid des Richteramts X.________ vom 13. August 2003 [vgl. dazu BGE 91 II 362 E. 10 S. 371]; Klage vom 21. Januar 2008) ist die Forderung insoweit bis zum heutigen Tag nicht verj�hrt.
5.3 Soweit origin�re Beitragsforderungen verj�hrt sind, stellt sich die Anschlussfrage, ob die Voraussetzungen f�r sekund�re Anspr�che auf Schadenersatz aus Vertragsverletzung gegeben seien. Zur Annahme einer vertraglichen Schadenersatzpflicht bedarf es nicht wie beim Rechtsmissbrauch (oben E. 4.2) einer qualifizierten Meldepflichtverletzung, sondern gen�gt gegebenenfalls leichte Fahrl�ssigkeit (Art. 97 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 1 OR; BGE 130 V 103 E. 3.3 S. 109 mit Hinweisen). Falls eine Vertragsverletzung w�hrend des gesamten Besch�ftigungszeitraums (1985 bis 1995) andauerte, fallen - mit Blick auf die im Laufe des Jahres 2002 erfolgte Betreibung - unverj�hrte Ersatzanspr�che f�r die (prim�r verj�hrten) Jahrespr�mien ab 1993 in Betracht (Art. 127 OR). Nach bisheriger Rechtsprechung oblag die Beurteilung von Ersatzforderungen aus Nicht- oder Schlechterf�llung eines Anschlussvertrages der Ziviljustiz (Urteil B 37/03 vom 10. M�rz 2004 E. 2.3). Diese Kompetenzzuweisung erfolgte urspr�nglich mit Blick auf den Umstand, dass der - mit dem Schadenersatzanspruch verwandte - Verantwortlichkeitsanspruch nach Art. 52 BVG bis zur Gesetzesrevision gem�ss Bundesgesetz vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. Januar 1997 (vgl. BGE 128 V 124 E. 2 S. 126), nicht in die Zust�ndigkeit des BVG-Gerichts, sondern der Ziviljustiz fiel (vgl. BGE 117 V 33 S. 42; SVR 1994 BVG Nr. 2 S. 3 E. 4c, B 37/92). Seither sind f�r die Beurteilung von Verantwortlichkeitsanspr�chen die Berufsvorsorgegerichte zust�ndig. Der fr�her zur Begr�ndung einer Zust�ndigkeit der Zivilgerichtsbarkeit verwendete Harmonisierungsgedanke spricht nun daf�r, die Beurteilung von Ersatzforderungen aus einer Verletzung des Anschlussvertrages zwischen Arbeitgeber und Vorsorgeeinrichtung in die berufsvorsorgegerichtliche Zust�ndigkeit fallen zu lassen. Die bisherige Rechtsprechung steht �berdies im Gegensatz zur Praxis, wonach im Bereich der auf Art. 97 ff. OR gest�tzten Anspr�che aus Nicht- oder Schlechterf�llung des Vorsorgevertrags die Zust�ndigkeit der Gerichte nach Art. 73 BVG bejaht wird (BGE 130 V 103 E. 1.2 S. 105 in Verbindung mit E. 3.3 S. 109; Seiler, a.a.O., S. 398). Die ver�nderten rechtlichen Verh�ltnisse rechtfertigen eine Praxis�nderung (vgl. BGE 134 V 72 E. 3.3 S. 76). Wenn ein Schadenersatzanspruch aus Verletzung anschlussvertraglicher Pflichten in Frage steht, die spezifisch berufsvorsorgerechtlicher Natur sind, ist aufgrund dieses direkten Sachbezugs somit neu das Berufsvorsorgegericht nach Art. 73 BVG sachlich zust�ndig. Die Vorinstanz wird also gegebenenfalls auch die Frage nach einem sekund�ren Ersatzanspruch unter dem Gesichtspunkt einer etwaigen Meldepflichtverletzung zu beurteilen haben.
Die Sache ist an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese im Sinne der vorstehenden Erw�gungen (unter Wahrung des rechtlichen Geh�rs der Parteien sowie des im Hinblick auf allf�llige Anspr�che des Arbeitgebers beizuladenden P.________) den Sachverhalt im Hinblick auf die Fragen erg�nze, ob eine im Sinne der obigen Erw�gungen qualifizierte Meldepflichtverletzung gegeben sei, sowie, wann die Vorsorgeeinrichtung die M�glichkeit hatte, von der Anstellung des P.________ beim Beschwerdegegner Kenntnis zu nehmen, oder ob eine Vertragsverletzung seitens des Beschwerdegegners vorliegt. Je nach Ausgang der Sachverhaltsfeststellung wird die Vorinstanz zu beurteilen haben, ob und gegebenenfalls wie weit die klageweise geltend gemachte Beitragsnachforderung oder vertragliche Schadenersatzforderung der Sammelstiftung materiell begr�ndet sei.
Der materielle Ausgang des Verfahrens ist offen. Bei dieser Sachlage sind die Gerichtskosten praxisgem�ss zu halbieren (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da der Beschwerdef�hrerin als einer mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Institution - im Gegensatz zum Beschwerdegegner - keine Parteientsch�digung zusteht (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 128 V 124 E. 5b S. 133; 126 V 143 E. 4a S. 150), sind die Parteikosten nicht wettzuschlagen (vgl. statt vieler: Urteil 5A_291/2009 vom 28. August 2009 E. 6). Vielmehr hat der Beschwerdegegner im Umfang seines teilweisen Obsiegens Anspruch auf eine reduzierte Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 20. Januar 2009 aufgehoben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur�ckgewiesen, damit sie im Sinne der Erw�gungen verfahre.
Die Gerichtskosten von Fr. 2000.- werden den Parteien je zur H�lfte auferlegt.