Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201984,%20870
Timestamp: 2020-04-06 11:49:12
Document Index: 238992550

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 124', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', '§ 518', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 87', '§ 18', '§ 44', '§ 87', '§ 18', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 1984, 870 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 28.06.1984
BGH, 27.06.1984 - VIII ZR 213/83
https://dejure.org/1984,1080
BGH, 27.06.1984 - VIII ZR 213/83 (https://dejure.org/1984,1080)
BGH, Entscheidung vom 27.06.1984 - VIII ZR 213/83 (https://dejure.org/1984,1080)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 (https://dejure.org/1984,1080)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,1080) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Berufung - Zulässigkeit - Falsche Bezeichnung des Gerichts - Irrtum - Berichtigung nach Fristablauf
VersR 1984, 870
Fehlerhafte oder unvollständige Angaben schaden nicht, wenn aufgrund der sonstigen erkennbaren Umstände für Gericht und Prozeßgegner nicht zweifelhaft bleibt, welches Urteil angefochten wird (BVerfG NJW 1991, 3140; BGH, Urteile vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 - VersR 1984, 870 …und vom 16. Januar 1986 aaO;… Beschlüsse vom 16. März 1989, 12. April 1989 und 25. Februar 1993 aaO; vgl. auch Beschluß vom 7. November 1995 - IV ME 12/95 [richtig: VI ZB 12/95 - d. Red.] - NJW 1996, 320, 321).
Denn zur Auslegung der Berufungsschrift können nur solche Umstände und Erklärungen herangezogen werden, die innerhalb der Berufungsfrist dem Berufungsgericht bekannt werden (Senatsurteil vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 = VersR 1984, 870).
Vorliegend ist das Urteil jedoch aufgrund sonstiger, innerhalb der Rechtsmittelfrist des § 124a Abs. 2 Satz 1 VwGO erkennbarer Umstände derart individualisierbar, dass seine Identität für den Rechtsmittelgegner und das angerufene Gericht zweifelsfrei feststeht (vgl. BGH, Urt. v. 27.06.1984 - VIII ZR 213/83 -, VersR 1984, 870 - Beschl. v. 12.04.1989 - IVb ZB 23/89 -, NJW-RR 1989, 958 - jeweils zitiert nach juris).
Nicht zu berücksichtigen sind auch die Begleitumstände, von denen das Gericht und der Rechtsmittelgegner erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist Kenntnis erlangt haben (vgl. BGH, Urteile vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 - VersR 1984, 870 …und vom 31. Mai 1995 - VIII ZR 267/94 - aaO).
BGH, 16.01.1986 - I ZR 181/84
Unzulässigkeit einer Berufung mangels zutreffender Bezeichnung des …
Dem ist nach der Rechtsprechung nur dann genügt, wenn der Prozeßgegner und - innerhalb der Berufungsfrist - auch das Berufungsgericht in der Lage sind, sich Gewißheit über die Identität des angefochtenen Urteils zu verschaffen (BGH, Beschl. v. 28. März 1958 - IV ZB 68/58, LM ZPO § 518 Nr. 10; Beschl. v. 3. Juli 1974 - V ZB 9/74, VersR 1974, 1100; Urt. v. 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83, VersR 1984, 870; BAG, Beschl. v. 1. November 1971 - 4 AZB 29/71, AP ZPO § 518 Nr. 16).
Ist dieses nicht oder unzutreffend bezeichnet, ist der Verfahrensfortgang bis zur Beseitigung des Bezeichnungsmangels gehindert und ist offen, welches erstinstanzliche Urteil in seiner Rechtskraft gehemmt worden ist (BGH, Beschl. v. 15. Dezember 1982 - IVa ZB 15/82 VersR 1983, 250; Urt. v. 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83, a.a.O. BAG, Urt. v. 5. Dezember 1974 - 3 AZR 137/74, AP ZPO § 518 Nr. 26).
Zwar käme es auf diesen Mangel nicht an, wenn sich bis zum Ablauf der Berufungsfrist aus dem sonstigen Inhalt der Berufungsschrift oder aus weiteren Umständen auch für das Berufungsgericht ergeben hätte, daß die unzutreffende Bezeichnung des erstinstanzlichen Gerichts auf einem Irrtum beruhte und daß als Gericht der ersten Instanz in Wirklichkeit das Landgericht Bonn gemeint war (…BGH, Beschl. v. 15. Dezember 1982 - IVa ZB 15/82, aaO; Urt. v. 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83, aaO;… BAG, Urt. v. 5. Dezember 1974 - 3 AZR 137/74, aaO).
Deshalb genügt es, wenn sich bei falscher Bezeichnung des erstinstanzlichen Gerichts bis zum Ablauf der Berufungsfrist aus dem sonstigen Inhalt oder aus weiteren Umständen auch für das Berufungsgericht ergibt, daß die unzutreffende Bezeichnung auf einem Irrtum beruht und in Wirklichkeit das Gericht gemeint ist, von dem das angefochtene Urteil tatsächlich erlassen worden ist (vgl. BGH Beschl. vom 15. Dezember 1982 - IVa ZB 15/82 = VersR 1983, 250; Urt. v. 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 = VersR 1984, 870;… Urt. vom 16. Januar 1986 - I ZR 181/84 = VersR 1986, 574, jew. m.w.N.).
Im Fall VersR 1984, 870 war der erstinstanzliche Prozeßbevollmächtigte des Berufungsbeklagten nur namentlich benannt, seine Kanzleianschrift dagegen nicht angegeben; auch kam den Umständen nach offenbar eine Gerichtsstandvereinbarung in Betracht.
Derartige Ermittlungen waren aber nicht notwendig, um hinreichende Gewißheit über das angefochtene Urteil zu erlangen; insoweit liegt der Sachverhalt anders als in Fällen einer irrtümlichen Angabe des Herkunftsgerichts in der Berufungsschrift (vgl. BGH, Urteile vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 = VersR 1984, 870 und vom 16. Januar 1986 - I ZR 181/84 = VersR 1986, 574).
BGH, 12.04.1989 - IVb ZB 23/89
Anforderungen an eine ordnungsgemäße Berufungsschrift - Bedeutung der …
Fehlerhafte oder unvollständige Angaben schaden nicht, wenn aufgrund der sonstigen erkennbaren Umstände für Gericht und Prozeßgegner nicht zweifelhaft bleibt, welches Urteil angefochten wird (vgl. BGH Urteile vom 27. Juni 1984 - VIII ZR 213/83 - VersR 1984, 870 und vom 16. Januar 1986 - I ZR 181/84 - VersR 1986, 574, jeweils m.w.N.).
Das erfordert grundsätzlich außer der Bezeichnung der Parteien die Angabe des Gerichts, welches das angefochtene Urteil erlassen hat, des Verkündungstermins und des Aktenzeichens (BGH, Beschl. v. 15.12.1982 - IVa ZB 15/82, VersR 1983, 250; Urt. v. 27.6.1984 -VIII ZR 213/83, VersR 1984, 870;… Beschl. v. 8.10.1986 - IVa ZB 12/86, BGHR ZPO § 518 Abs. 2 Nr. 1 Urteilsbezeichnung 1; Beschl. v. 12.4.1989 - IVb ZB 23/89, FamRZ 1989, 1063, 1064).
BPatG, 15.10.1997 - 19 W (pat) 2/96
Patenteinspruchsverfahren - Anforderungen an die Bezeichnung des angefochtenen …
OLG Hamburg, 20.07.1998 - 2 Wx 34/98
Fristenwahrung eines Rechtsmittels in Wohnungeseigentumsangelegenheiten; …
https://dejure.org/1984,3261
BGH, 28.06.1984 - III ZR 89/83 (https://dejure.org/1984,3261)
BGH, Entscheidung vom 28.06.1984 - III ZR 89/83 (https://dejure.org/1984,3261)
BGH, Entscheidung vom 28. Juni 1984 - III ZR 89/83 (https://dejure.org/1984,3261)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,3261) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kollegialgericht - Beamter - Amtspflichtverletzung - Rechtmäßigkeit - Zwangsvollstreckung - Sonderopfer - Allgemeinwohl
OLG Koblenz, 04.05.1983 - 1 U 285/82
WM 1986, 204
Rechtswidrige Vollstreckungsmaßnahmen begründen keine Entschädigungsansprüche wegen Eingriffs in das Eigentum (Senatsurteil vom 28. April 1960 - III ZR 22/59 = BGHZ 32, 240, 244 ff.); insbesondere aus Anordnung und Vollziehung eines Steuerarrestes lassen sich Ansprüche dieser Art nicht herleiten, weil hier das Schadensbild und seine Ausgleichung nicht von einem zu Unrecht abverlangten "Sonderopfer" geprägt wird (Senatsurteil vom 25. Mai 1959 - III ZR 39/58 = BGHZ 30, 123, 125 f.; Beschl. des Senats vom 28. Juni 1984 - III ZR 89/83 - VersR 1984, 870 ).
In der Senatsrechtsprechung ist nämlich seit langem anerkannt, daß - hier unterstellt - rechtswidrige Vollstreckungsmaßnahmen, auch solche zur Durchsetzung von Steuerforderungen, keine Entschädigungsansprüche wegen enteignungsgleichen Eingriffs begründen können, weil hier das Schadensbild und seine Ausgleichung nicht von einem zu Unrecht abverlangten "Sonderopfer im Interesse des Allgemeinwohls" geprägt wird (Senatsurteile BGHZ 30, 123 und 32, 240; Senatsbeschluß vom 28. Juni 1984 - III ZR 89/83 = WM 1984, 1240; Senatsurteil vom 3. Oktober 1985 - III ZR 28/84 = WM 1986, 204, 207; insoweit in NJW 1986, 2952 nicht abgedruckt; vgl. auch Schwager/Krohn, Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Enteignungsrecht, WM 1991, 33, 46).
Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 12. Juli 1984 (III ZR 89/83 = BGHZ 92, 94 [BGH 12.07.1984 - III ZR 98/83]) ausgesprochen, daß die in § 87 a Abs. 5 II. WoBauG i.V.m. § 18 a WoBindG, § 44 Abs. 3 II. WoBauG und der Ersten Wohnungsfürsorge-Zinserhöhungsverordnung getroffene Regelung nicht gegen das Grundgesetz verstößt.
Die gesetzliche Regelung in §§ 87 a Abs. 5, 44 Abs. 3 II. WoBauG, §§ 18 a ff WoBindG i.V.m. 1. ZinsVO NW greift nicht nur unmittelbar in den privatrechtlichen Darlehensvertrag ein (Senatsurteil vom 12. Juli 1984 a.a.O. S. 97), sondern sie stellt sich auch als gesetzliche Ergänzung des Bewilligungsbescheids dar.
Für die Feststellung der Ursächlichkeit einer Amtspflichtverletzung ist, soweit es nicht um eine Ermessensentscheidung geht, darauf abzustellen, wie die Behörde nach Auffassung des über den Ersatzanspruch urteilenden Gerichts richtigerweise hätte entscheiden müssen (Senatsurteil v. 3. Oktober 1985 - III ZR 28/84 - WM 1986, 204, 206 m. w. Nachw.).
Nach ständiger Rechtsprechung ist ein Verschulden des amtspflichtwidrig handelnden Bediensteten zu verneinen, wenn ein mit mehreren rechtskundigen besetztes Kollegialgericht die Amtshandlung für rechtmäßig gehalten hat (BGHZ 17, 153, 158; 27, 338, 343; 68, 142; 78, 274, 279; Senatsbeschluß vom 28. Juni 1984 - III ZR 89/83 = VersR 1984, 870).