Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20217,%2048
Timestamp: 2019-09-18 15:12:53
Document Index: 371397899

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'Art. 13', 'EuG', '§ 4', '§ 4', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 4', '§ 4', 'EuG', 'EuG', '§ 4', 'Art. 13', 'EuG', 'Art. 20', 'Art. 28', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

BFH, 15.03.2007 - V R 55/03 - dejure.org
https://dejure.org/2007,755
BFH, 15.03.2007 - V R 55/03 (https://dejure.org/2007,755)
BFH, Entscheidung vom 15.03.2007 - V R 55/03 (https://dejure.org/2007,755)
BFH, Entscheidung vom 15. März 2007 - V R 55/03 (https://dejure.org/2007,755)
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UStG 1980/1991/1993 § 4 Nr. 14, Nr. 16; Richtlinie 77/388/EWG Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b und c
Umsatzsteuer in einer Labor-GmbH
Steuerpflichtigkeit von analytischen Tätigkeiten eines Labormediziners in Laborgemeinschaften; Rechtmäßigkeit einer gesonderten Ausweisung der Umsatzsteuer in den Rechnungen eines Labormediziners; Erbringung von Leistungen ärztlicher Aufsicht in Einrichtungen ärztlicher ...
Medizinische Analysen einer Labor-GmbH unter ärztlicher Leitung sind von der Umsatzsteuer befreit
Umsatzsteuerbefreiung für medizinische Analysen einer Laborgesellschaft
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 15.03.2007, Az.: V R 55/03 (Umsatzsteuerliche Behandlung medizinischer Laboruntersuchungen)" von VorsRiFG Camilla Hölzer, original erschienen in: UR 2007, 501 - 504.
Zusammenfassung von "Einfluss des EuGH auf die Rechtsprechung des BFH - Aufgezeigt anhand der Steuerbefreiungsnorm des § 4 Nr. 14 UStG für medizinische Flugtauglichkeitsuntersuchungen" von Prof. Dr. Hans Nieskens, original erschienen in: UR 2008, 41 - 48.
Umsatzsteuergesetz (1980/1993), § 4, No. 16, Buchstabe c
EuGH, 12.01.2006 - C-106/05
EuGH, 18.06.2006 - C-106/05
BFH, 23.11.2006 - V R 55/03
BFHE 217, 48
DB 2007, 1232
BStBl II 2008, 31
Ein Arzt kann --wie z.B. ein Laborarzt-- auch gegenüber anderen Ärzten steuerfreie Heilbehandlungsleistungen erbringen (EuGH-Urteil L.u.P. in Slg. 2006, I-5123 Rdnrn. 37 f.; BFH-Urteile vom 25. November 2004 V R 44/02, BFHE 208, 80, BStBl II 2005, 190, unter II.1.;… vom 1. Februar 2007 V R 64/05, BFH/NV 2007, 1203, unter II.1.a; vom 15. März 2007 V R 55/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, unter II.1.b, und vom 2. September 2010 V R 47/09, BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.4.a).
b) Da die von der Klägerin ausgeführten Leistungen schon unter die in § 4 Nr. 14 UStG genannte Steuerbefreiung fallen, kann unerörtert bleiben, ob diese Leistungen auch die Voraussetzungen der in § 4 Nr. 16 Buchst. c UStG genannten Steuerbefreiung erfüllen (vgl. hierzu zuletzt BFH-Urteil vom 15. März 2007 V R 55/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, und hierzu ergangener Nichtanwendungserlass des Bundesministeriums der Finanzen vom 17. Dezember 2007 IV A 6-S 7172/07/0001, BStBl I 2008, 23).
Zur Frage, welche Personen über die Berufsqualifikation verfügen müssen, gilt nach der Rechtsprechung Folgendes: Heilbehandlungsleistungen einer GmbH sind nur steuerfrei, wenn entweder ihr Gesellschafter (EuGH-Urteil L. u. P. GmbH in BFH/NV Beilage 2006, 442, und BFH-Urteil vom 15. März 2007 V R 55/03, DStR 2007, 946) oder das bei der GmbH angestellte Krankenpflegepersonal (…EuGH-Urteil Ambulanter Pflegedienst Kügler GmbH in Slg. 2002, I-6833, BFH/NV Beilage 2003, 30, UR 2002, 513, und BFH-Urteil in BFHE 205, 514, BStBl II 2004, 849) über die erforderliche Berufsqualifikation verfügt.
Der BFH habe in der Nachfolgeentscheidung vom 15.03.2007 - V R 55/03 maßgeblich auf den Grundsatz der steuerlichen Neutralität abgestellt und klar gestellt, dass die Differenzierung nicht davon abhängen könne, ob die Bezahlung bei gleichem Leistungsspektrum von den Krankenkassen erfolge oder nicht.
Der BFH habe mit Urteil vom 15.03.2007 - V R 55/03 Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des § 4 Nr. 16 UStG geäußert.
Daraus folgt, dass maßgeblich darauf abzustellen ist, dass für alle Kategorien privatrechtlicher Einrichtungen i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der 6. EG-Richtlinie in Bezug auf die Erbringung vergleichbarer Leistungen nach dem nationalem Recht die gleichen Bedingungen für ihre Anerkennung gelten (V R 55/03).
Bei der Beurteilung, ob ein sachlicher Grund für die Ungleichbehandlung derselben Leistungen verschiedener Wirtschaftsteilnehmer vorliegt, muss berücksichtigt werden, dass der Zweck der Steuerbefreiung nach nationalem Recht - die Entlastung der Sozialversicherung von der Umsatzsteuer - sich nicht mit dem Zweck der Steuerbefreiung nach Gemeinschaftsrecht deckt, der in der Senkung der Kosten der Heilbehandlung schlechthin liegt (V R 55/03 unter Hinweise auf die ständige Rechtsprechung des EuGH, vgl. Vorabentscheidung L.u.P. GmbH, Rz 25, m.N.).
Soweit der Kläger in dem Verfahren V R 55/03 die Frage aufgeworfen hat, ob die 40%-Grenze gegen das Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 3 und Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG) verstößt, weil diese Bedingung nicht erfüllbar sei, musste der BFH darauf nicht eingehen.
Die Berechnung der 40%-Grenze bezog sich ausschließlich auf die Organgesellschaft (…s. Reiß in Reiß/Kraeusel/Langer § 2 UStG, Rz. 101.1) und umfasste ausschließlich die in § 4 Nr. 16 e UStG genannten Umsätze (BFH-Urteil vom 15.03.2007 - V R 55/03).
Nach Buchst. c sollen Leistungen steuerfrei sein, die außerhalb von Krankenhäusern (oder ähnlichen Einrichtungen) im Rahmen eines persönlichen Vertrauensverhältnisses erbracht werden, sei es in den Praxisräumen des Behandelnden, in der Wohnung des Patienten oder an einem anderen Ort, für alle anderen ärztlichen Leistungen soll Buchst. b eingreifen" (BFH-Urteil vom 15. März 2007 V R 55/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, unter II.1.b).
Im Übrigen habe der BFH mit Urteil vom 15. März 2007 V R 55/03 (BStBl. II 2008, 31) entschieden, dass der Anwendungsbereich des § 4 Nr. 14 UStG a.F. nicht im Wege der Auslegung auf den Anwendungsbereich des § 4 Nr. 16 Buchst. c UStG a.F. reduziert werden könne.
Dem steht das Urteil des BFH vom 15. März 2007 V R 55/03 (BStBl. II 2008, 31) -entgegen der Ansicht der Klägerin- nicht entgegen, denn im dortigen Streitfall war der alleinige Gesellschafter Arzt.
Da die Steuerbefreiung personenbezogen ist und nur davon abhängt, dass es sich um ärztliche oder arztähnliche Leistungen handelt, die --wie im Streitfall-- von Personen erbracht werden, die die erforderlichen beruflichen Befähigungsnachweise besitzen, kommt es nicht auf die Rechtsform an, unter der die Heilbehandlungsleistungen erbracht werden (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 15. März 2007 V R 55/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, unter II.1.a, m.w.N.).
FG Niedersachsen, 03.09.2015 - 16 K 340/12