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Timestamp: 2019-09-23 06:57:35
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Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 11', '§ 10', '§ 1', '§ 2', '§ 5', 'EuG', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'EuG', '§ 5', '§ 5', '§ 53', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 14', '§ 65', '§ 67', '§ 67', '§ 64', '§ 14', '§ 5', '§ 51', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 8', '§ 32', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', 'Art. 56', 'Art. 63', '§ 8', '§ 5', '§ 8', 'EuG', '§ 8', 'EuG', '§ 5', '§ 8', 'EuG', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Steuerbefreiungen gem. KStG ⇒ Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
2.2.5 Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (§ 5 Abs. 1 Nr. 4 KStG)
2.2.7 Vermögensverwaltung für nichtrechtsfähige Berufsverbände (§ 5 Abs. 1 Nr. 6 KStG)
2.2.23 Auftragsforschung (§ 5 Abs. 1 Nr. 24 KStG)
2.2.24 Steuerbefreiungen außerhalb des KStG (R 5.18 KStR)
Die Steuerbefreiungen in § 5 KStG sind grundsätzlich nur auf unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtige Körperschaften anwendbar (vgl. § 5 Abs. 2 Nr. 2 KStG). Voraussetzung einer Befreiung von der Körperschaftsteuer ist somit, dass die Körperschaft entweder ihren Sitz (§ 11 AO) oder ihren Ort der Geschäftsleitung (§ 10 AO) im Inland hat (vgl. § 1 Abs. 1 KStG). Nicht anwendbar sein sollen die Befreiungsvorschriften auf lediglich beschränkt körperschaftsteuerpflichtige Körperschaften i.S.v. § 2 Nr. 1 KStG, es sei denn, es handelt sich um eine gemeinnützige EU- oder EWR-Körperschaft i.S.d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG, auf die das Amtshilfeabkommen anwendbar ist, oder ein mit dem entsprechenden ausländischen Staat abgeschlossenes Doppelbesteuerungsabkommen (→ Doppelbesteuerung) enthält eine spezielle Ausnahme von diesem Grundsatz.
Der EuGH hat mit Urteil vom 14.9.2006 (C-386/04, DStR 2006, 1736) und ihm folgend der BFH mit Urteil vom 20.12.2006 (I R 94/02, BStBl II 2010, 331) entschieden, dass die Steuerbefreiung des § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG auch auf ausländische, nur beschränkt steuerpflichtige Körperschaften Anwendung findet (vgl. hierzu auch BFH Beschluss vom 14.7.2004, I R 94/02, BStBl II 2005, 721 sowie den Nichtanwendungserlass des BMF vom 20.9.2005, IV C 4-S 0181-9/05, BStBl I 2005, 902). In dem Verfahren ging es um eine gemeinnützige italienische → Stiftung mit inländischen Vermietungseinkünften, der die Steuerbefreiung für → Gemeinnützigkeit nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG aufgrund von § 5 Abs. 2 Nr. 2 KStG a.F. versagt wurde. Der EuGH hat in dem Urteil festgestellt, dass die Versagung der Steuerbefreiung mit der europäischen Kapitalverkehrsfreiheit unvereinbar sei und keine Rechtfertigung für diese Beschränkung bestehe.
Leistungsempfänger sind die begünstigten, in § 5 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a KStG genannten Personen oder ihre Angehörigen (zur Auslegung des Begriffs der Angehörigen vgl. BMF vom 8.1.2003, IV A 2-S 2723-3/02, BStBl I 2003, 93 mit Verweis auf BMF vom 25.7.2002, IV A 6-S 2176-28/02, BStBl I 2002, 706);
2.2.5. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (§ 5 Abs. 1 Nr. 4 KStG)
Von der Versicherungsaufsichtsbehörde nach § 53 VAG anerkannte kleine Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) sind nach § 5 Abs. 1 Nr. 4 KStG sachlich von der Körperschaftsteuer befreit. Voraussetzung ist, dass ihre Beitragseinnahmen die in § 4 KStDV festgesetzten Jahresbeträge nicht übersteigen oder sie – falls sich ihr Geschäft auf die Sterbegeldversicherung beschränkt – soziale Einrichtungen darstellen.
2.2.7. Vermögensverwaltung für nichtrechtsfähige Berufsverbände (§ 5 Abs. 1 Nr. 6 KStG)
Hierunter fallen nur Körperschaften und Personenvereinigungen (also nicht Vermögensmassen), deren Hauptzweck (nach Satzung und tatsächlicher Geschäftsführung) die → Vermögensverwaltung für einen nichtrechtsfähigen Berufsverband i.S.v. § 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG ist. Die sachliche Steuerbefreiung greift aber nur, sofern die Erträge der Körperschaften im Wesentlichen aus der Vermögensverwaltung stammen und ausschließlich dem Berufsverband zufließen.
U.a. Bündnis 90/Die Grünen, CDU, CSU, FDP, SPD sind als Parteien i.S.v. § 2 PartG von der Körperschaftsteuer befreit.
Die Steuerbefreiung setzt voraus, dass für diese Einrichtungen eine Pflichtmitgliedschaft von Gesetzes wegen vorgesehen ist und dass die jährlichen Beiträge grundsätzlich das Doppelte der Höchstbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht übersteigen. Zu → Entlassungsentschädigungen wegen Altersteilzeit vgl. BMF vom 20.10.2003, IV A 2-S 2728-4/03, BStBl I 2003, 558.
Wurde die → Gemeinnützigkeit nach der Satzung der Körperschaft einmal durch die Finanzverwaltung anerkannt, ist die Finanzverwaltung für die Vergangenheit daran gebunden, selbst wenn die Satzung tatsächlich nicht den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts genügt (BMF vom 17.11.2004, IV C 4-S 0171-120/04, BStBl I 2004, 1059).
Der ideelle Tätigkeitsbereich, der ausschließlich der Verwirklichung der gemeinnützigen Zwecke dient, ist gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG stets von der Körperschaftsteuer befreit. Hierzu gehört z.B. die Vereinnahmung von Spenden/Zuwendungen und Zuschüssen. Ebenfalls nicht körperschaftsteuerpflichtig sind die Einnahmen im Bereich der → Vermögensverwaltung (§ 14 Satz 3 AO), also die Einnahmen z.B. aus Kapitalanlagen oder aus der Vermietung/Verpachtung von Vermögen der gemeinnützigen Körperschaft. Ein → Zweckbetrieb ist nach § 65 AO ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, der zur Erreichung der steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke der Körperschaft notwendig ist und nicht in größerem Umfang mit anderen (steuerpflichtigen) Unternehmen konkurriert (z.B. Krankenhäuser, § 67 AO; s.a. BFH Urteil vom 18.10.2017, V R 46/16, BStBl II 2018, 672; Sportveranstaltungen, § 67a AO). Auch die Einkünfte aus einem Zweckbetrieb sind von der Körperschaftsteuer befreit. Einzig die Einkünfte aus einem »regulären« wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (→ Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb) einer ansonsten gemeinnützig tätigen Körperschaft werden nicht begünstigt und sind damit voll körperschaftsteuerpflichtig, soweit diese Einnahmen jährlich 35 000 € übersteigen (§ 64 Abs. 3 AO). Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist in § 14 Satz 1 und 2 AO definiert als eine über den Rahmen einer Vermögensverwaltung hinausgehende, selbstständige und nachhaltige Tätigkeit, die mit Einnahmeerzielungsabsicht unternommen wird (z.B. entgeltliche Bandenwerbung, Werbung auf Sportbekleidung). Die Steuerpflicht für diesen Tätigkeitsbereich ergibt sich vom Grundsatz bereits aus § 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 KStG, der die Steuerbefreiung für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe ausschließt.
Die Steuerbefreiung wird aus Billigkeitsgründen von der Finanzverwaltung auch den Vermietungsgesellschaften gewährt, mit denen juristische Personen des öffentlichen Rechts Miet- oder Nutzungsverträge abschließen, um die angemieteten Wohnflächen Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern vorübergehend zur Verfügung zu stellen. Die Anwendbarkeit der Billigkeitsregelung erstreckte sich vorerst auf die VZ 2014 bis 2018 (BMF vom 20.11.2014, IV C 2-S 2730/0-01, BStBl I 2014, 1613), wurde jedoch verlängert bis einschließlich VZ 2021 (BMF vom 31.7.2018, IV C 2-S 2730/15/10001, BStBl I 2018, 982). Je nach Bundesland umfasst die Billigkeitsregelung nicht nur den Erwerb der Genossenschaftsanteile durch jPdöR, sondern auch durch steuerbegünstigte Körperschaften i.S.v. §§ 51 ff. AO (LfSt Bayern S 2730.1.1-1/2 St31).
Hierunter fallen die von den zuständigen Landesbehörden begründeten oder anerkannten gemeinnützigen Siedlungsunternehmen, soweit sie im ländlichen Raum Siedlungs-, Agrarstrukturverbesserungs- und Landentwicklungsmaßnahmen durchführen. Nicht begünstigt ist der Wohnungsbau. Soweit die gemeinnützigen Siedlungsunternehmen als Bauträger oder Baubetreuer im Wohnungsbau tätig sind oder andere Tätigkeiten ausüben, z.B. das Betreiben von Land- und Forstwirtschaft, besteht partielle Steuerpflicht, wenn diese Tätigkeiten nicht überwiegen. Übersteigen die Einnahmen aus den nicht begünstigten Tätigkeiten die Einnahmen aus den begünstigten Tätigkeiten, entfällt die Steuerbefreiung in Gänze. Erfüllen die gemeinnützigen Siedlungsunternehmen auch die Voraussetzungen des § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (→ Gemeinnützigkeit), kann diese Steuerbefreiung alternativ in Anspruch genommen werden (vgl. BMF vom 23.5.1990, IV B 7-S 2732-2/90, DB 1990, 1164).
Für die Steuerbefreiungen nach § 5 Abs. 1 Nr. 14 Buchst. b und c KStG ist lediglich die Art der Erzeugnisse, auf die sich die Leistungen des Verbandes bezieht, maßgeblich. Unerheblich ist insoweit die Qualifikation der Produkte des einzelnen Mitglieds (vgl. FM Mecklenburg-Vorpommern, Schreiben vom 5.2.2010, IV 302-S 2734-2010/001-003).
Die sachliche Steuerbefreiung des § 5 Abs. 1 Nr. 17 KStG betrifft Bürgschaftsbanken (Kreditgarantiegemeinschaften), die Wirtschaftsförderungsmaßnahmen (wie z.B. Übernahme und Verwaltung von staatlichen Bürgschaften und Garantien) durchführen (vgl. hierzu BFH Urteil vom 21.10.1999, I R 14/98, BStBl II 2000, 325). Voraussetzung ist, dass das Vermögen und etwa erzielte Überschüsse nur zur Erreichung des genannten Zwecks verwendet werden.
Nach § 5 Abs. 1 Nr. 18 KStG sachlich steuerbefreit sind Kapitalgesellschaften, die im Rahmen der Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Struktur einer bestimmten Region tätig sind und deren Anteile überwiegend von Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Gemeinden) gehalten werden, wenn sie ihr Vermögen und ihre Überschüsse nur für begünstigte Zwecke verwenden (vgl. auch BMF vom 4.1.1996, IV B 7-S 2738-17/95, BStBl I 1996, 54). Hierbei ist nicht eine Förderung einzelner – benennbarer – Unternehmen, sondern die abstrakt unternehmensbezogene Förderung wirtschaftlicher Verhaltensweisen erforderlich (vgl. BFH Urteil vom 26.2.2003, I R 49/01, BStBl II 2003, 723; OFD Hannover vom 13.1.2005, S 2720-2-StO 241). Die Finanzverwaltung hat die Tätigkeiten, die der regionalen Wirtschaftsförderung dienen, in einer Positivliste zusammengestellt (BMF vom 4.1.1996, IV B 7-S 2738-17/95, BStBl I 1996, 54; vgl auch FM Sachsen-Anhalt vom 12.12.2016, 46-S-2720-6). Nicht steuerbefreit ist eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die eigenwirtschaftliche Tätigkeiten (z.B. Public Leasing) ausübt, mit denen sie zu bestehenden Unternehmen in Wettbewerb tritt (BFH Urteil vom 3.8.2005, I R 37/04, BStBl II 2006, 141). Ist eine einzelne Tätigkeit nicht steuerbegünstigt, entfällt die Steuerbefreiung in vollem Umfang.
Die durch das StÄndG 2003 vom 15.12.2003, BStBl I 2003, 710 eingeführte Steuerbefreiungsvorschrift betrifft die Auftragsforschung öffentlich-rechtlicher Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen (z.B. von Hochschulen). Nicht unter die Steuerbefreiung fallen Tätigkeiten, die auf die Anwendung gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse, auf die Übernahme von Projektträgerschaften sowie auf wirtschaftliche Tätigkeiten ohne Forschungsbezug gerichtet sind.
2.2.23. Auftragsforschung (§ 5 Abs. 1 Nr. 24 KStG)
Nach dieser Vorschrift ist die Global Legal Entity Identifier Stiftung von der KSt befreit. Aufgabe dieser Stiftung ist es, eine weltweit nutzbare sowie öffentliche und kostenlos zugängliche Datenbank aufzubauen, zu unterhalten und fortzuentwickeln, die der Identifikation von Rechtspersonen mittels eines weltweit anzuwendenden Referenzcodes dient. Mit dem Referenzcode sollen an Finanzgeschäften beteiligte Rechtspersonen eindeutig identifiziert werden können (BT-Drs. 18/3017, 51 f.).
2.2.24. Steuerbefreiungen außerhalb des KStG (R 5.18 KStR)
Für die persönlichen Steuerbefreiungen nach § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 2a, 15, 24 KStG sind keine besonderen zeitlichen Voraussetzungen zu beachten, da sich die jeweilige Steuerbefreiung schon aus dem Bestehen der jeweiligen Körperschaft ergibt.
Die persönlichen Steuerbefreiungen nach § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 2a, 15, 24 KStG erstrecken sich naturgemäß auf sämtliche Einkünfte/Tätigkeiten sowie alle Einrichtungen der persönlich von der Körperschaftsteuer befreiten Körperschaften. Damit sind auch die wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe bzw. Betriebe gewerblicher Art dieser Körperschaften steuerbefreit. Nicht von der Körperschaftsteuer befreit sind hingegen rechtlich selbstständige Tochterunternehmen dieser Körperschaften (vgl. BFH Urteil vom 13.11.1963, GrS 1/62 S, BStBl III 1964, 190).
Für die nachfolgenden Fälle ist die sachliche Steuerbefreiung für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe ausgeschlossen, die nicht ausschließlich auf die Erfüllung der begünstigen Aufgaben gerichtet sind:
Sicherungseinrichtungen der Kreditinstitute (§ 5 Abs. 1 Nr. 16 KStG),
Gesamthafenbetriebe (§ 5 Abs. 1 Nr. 19 KStG),
Gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien (§ 5 Abs. 1 Nr. 22 KStG).
Zur Anwendung des § 8b KStG und zu den Auswirkungen auf die GewSt nimmt das BMF-Schreiben vom 28.4.2003 (IV A 2-S 2750a-7/03, BStBl I 2003, 292) ausführlich Stellung.
Abs. 1: Steuerbefreiungen von Dividendenerträgen. Nach der Änderung durch das Jahressteuergesetz 2007 vom 13.12.2006 (BGBl I 2006, 2878) ist die Steuerfreiheit für Beteiligungserträge bei verdeckten Gewinnausschüttungen davon abhängig, dass diese bei der ausschüttenden Körperschaft das Einkommen nicht gemindert haben (§ 32a KStG; → Halbeinkünfteverfahren, → Verdeckte Gewinnausschüttung). Mit dem AmtshilfeRLUmsG vom 26.6.2013 (BGBl I 2013, 1809) wurde das bisher auf die verdeckten Gewinnausschüttungen beschränkte Korrespondenzprinzip auf sämtliche Bezüge des Abs. 1 Satz 1 erweitert. Die Steuerbefreiung findet somit nur Anwendung, soweit die Bezüge das Einkommen der leistenden Körperschaft nicht gemindert haben.
Abs. 2: Steuerfreistellung von Gewinnen aus der Veräußerung von Kapitalbeteiligungen. Der Veräußerungsgewinn errechnet sich aus der Differenz zwischen dem erzielten Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten und dem steuerlichen Buchwert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Veräußerung (§ 8b Abs. 2 Satz 2 KStG). Veräußerungskosten sind alle durch den Veräußerungsvorgang veranlasste Aufwendungen (BFH Urteil vom 12.3.2014, I R 45/13, BStBl II 2014, 719). Nachträglich anfallende Veräußerungskosten sind rückwirkend zum Stichtag der Veräußerung zu berücksichtigen (BFH Urteil vom 12.3.2014, I R 55/13, BStBl II 2015, 658).
Abs. 3 der Vorschrift enthält ein 5 %iges pauschales Betriebsausgabenabzugsverbot im Zusammenhang mit Veräußerungsgewinnen und Nichtabziehbarkeit von Gewinnminderungen i.V.m. Kapitalbeteiligungen. Die Fiktion nichtabziehbarer Betriebsausgaben nach Maßgabe von § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG geht jedoch ins Leere, wenn die veräußernde KapGes im Inland über keine Betriebsstätte und keinen ständigen Vertreter verfügt (BFH Urteil vom 31.5.2017, I R 37/15, BStBl II 2018, 144).
Abs. 4 des § 8b KStG a.F. schränkte die Steuerfreiheit des Abs. 2 wieder ein.
Die Steuerbefreiung des Abs. 2 galt nicht für nach altem Umwandlungssteuerrecht entstandene sog. einbringungsgeborene Anteile (→ Einbringung), es sei denn, dass die Anteile sieben Jahre gehalten wurden. Die begünstigte Körperschaft durfte die Anteile nicht von einer natürlichen Person zu einem unter dem Teilwert liegenden Wert erworben haben (§ 8b Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 KStG a.F.).
Nach einschränkender Auslegung der Finanzverwaltung sind die zum Anfang des Jahres bereits vorhandenen Anteile in die Berechnung nicht einzubeziehen. Nicht ausreichend ist, wenn durch mehrere kleine Erwerbsvorgänge eine Anteilsquote von 10 % erreicht wird. Vielmehr ist im Erwerbsjahr der voll körperschaftsteuerpflichtige Streubesitz erst dann zu verneinen, wenn durch einen einzelnen Erwerbsvorgang ein Anteilspaket von mindestens 10 % erworben wird (OFD Frankfurt/M. vom 2.12.2013, S 2750a A-19-St 52, DStR 2014, 427).
§ 8b Abs. 7 KStG i.d.F. des Steuerbereinigungsgesetz 1999 vom 22.12.1999 (BGBl I 1999, 2601) sah unter gewissen Voraussetzungen ein pauschales Betriebsausgabenabzugsverbot für Auslandsdividenden vor. Dieses Betriebsausgabenabzugsverbot verstößt laut Urteil des BFH vom 24.7.2018 (I R 75/16, DStR 2019, 214) gegen die unionsrechtliche Grundfreiheit des freien Kapitalverkehrs nach Art. 56 EG (jetzt Art. 63 AEUV) und bleibt deswegen auch bei Drittstaatenbeteiligungen unanwendbar. Die Entscheidung betrifft jedoch lediglich Altfälle bis VZ 2001. § 8b Abs. 5 KStG sieht nunmehr eine Gleichbehandlung der fingierten Beteiligungsaufwendungen bei Auslands- und Inlandsbeteiligungen vor.
Abs. 9: Die Abs. 7 und 8 gelten wiederum nicht für Bezüge, auf die die Mutter-Tochter-Richtlinie Anwendung findet.
Beispiel zu 1. und 5.:
Das Einkommen der GmbH (Kapitalgesellschaft I) betrug im Jahr 01 100, sie schüttet dieses im Jahr 02 vollständig an die 100 %ige Mutter-AG (Kapitalgesellschaft II) aus.
Beispiel zu 2. und 3.:
Die XY-GmbH verkauft ein Aktienpaket an der Z-GmbH, deren Wj. mit dem Kj. übereinstimmt, am 30.6.01 für 20 000 €.
Kulosa, Steuerbefreiung für Erwerbsgenossenschaft und Wirtschaftsgenossenschaft nach § 5 Abs. 1 Nr. 14 KStG, FR 1998, 803; Eisgruber, Das Halbeinkünfteverfahren auf der Ebene der Körperschaft, DStR 2000, 1493; Moritz, Voraussetzungen der Steuerbefreiung von Bürgschaftsbanken, KFR 2000, Fach 4, S 177; Altendorf, Die steuerliche Behandlung von Beteiligungen an anderen Körperschaften und Personenvereinigungen nach § 8b KStG, NWB Fach 4, 4419; Schindler/Ambros, Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf steuerbefreite Körperschaften, DB 2001, 448; Schönwald, Besteuerung von Gewinnausschüttungen und Veräußerungsgewinnen, Steuer & Studium 2004, 316; Gastl u.a., Neuerungen bei Beteiligungen an anderen Körperschaften und Personenvereinigungen, Steuer & Studium 2004, 359; Engelsing/Rohde, Die gemeinnützige GmbH im Steuerrecht, NWB 2005, Fach 4, 4965; Thömmes/Nakhai, Gemeinnützigkeitsrecht – Förderung der Allgemeinheit und Satzungsbestimmungen zur Ausschließlichkeit und Unmittelbarkeit, DB 2005, 2259; Meining, Beteiligungen steuerbefreiter Berufsverbände an Kapitalgesellschaften, DStR 2006, 352; Jachmann/Meier-Behringer, Gemeinnützigkeit in Europa: Steuer- und europarechtliche Rahmenbedingungen, BB 2006, 1823; Thömmes, Steuerbefreiung ausländischer gemeinnütziger Stiftungen, IWB 2006, Fach 11a, 1061; Eicker/Obser, EuGH: Steuerbefreiung auch für ausländische gemeinnützige Organisationen, ZErb 2007, 4; Kaufmann/Schmitz-Herscheidt, Steuerbefreiung von Forschungseinrichtungen, BB 2007, 2039; Patzner/Frank, Geplante Abschaffung der Steuerbefreiung nach § 8b KStG für Streubesitzanteile, IStR 2008, 433; Schröder, Die steuerpflichtige und steuerbegünstigte GmbH im Gemeinnützigkeitsrecht, DStR 2008, 1069; Freiherr v. Proff, Grenzüberschreitende Gemeinnützigkeit nach dem Persche-Urteil des EuGH, IStR 2009, 371; Kühner, Unbeschränkte wirtschaftliche Betätigung für Berufsverbände, DStR 2009, 1786; Eberhard, Steuerwirksame Abschreibungen auf Gesellschafterdarlehen, DStR 2009, 2226; Kahlert/Eversberg, Insolvenz und Gemeinnützigkeit, ZIP 2010, 260; Mueller-Thuns/Jehke, Gefährdung der Steuerbefreiung von Berufsverbänden gem. § 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG durch Beteiligung an Kapitalgesellschaften, DStR 2010, 905; Kilger/Prossliner, Das Recht der berufsständischen Versorgung seit dem Jahr 2010, NJW 2012, 3347; Stangl, Ausgewählte Streitpunkte des § 8b KStG, DStR-Beiheft 2013, 8; Ortmann-Babel/Bolik/Zöller, Am Ende zahlen alle drauf – Die Neuregelung zur Steuerpflicht von Streubesitzdividenden im Überblick, SteuK 2013, 89; Weiten/Feldner, Überlegungen zur Steuerbefreiung ausländischer gemeinnütziger Körperschaften in Deutschland, ZErb 2013, 88; Benz/Jetter, Die Neuregelung zur Steuerpflicht von Streubesitzdividenden, DStR 2013, 489; Linn, Das Gesetz zur Umsetzung des EuGH-Urteils vom 20.10.2011 in der Rechtssache C-284/09 (Streubesitzdividenden), IStR 2013, 235; Wittkowski/Hielscher, Der Praktiker-Tipp – Aktuelles zur Besteuerung sog. Streubesitzdividenden, BC 2013, 148; Grefe, Die ertragsteuerlichen Regelungen für Streusitzdividenden nach § 8b Abs. 4 KStG, DStZ 2013, 573; Binnewies, Besteuerung von Streubesitzdividenden – Die Neuregelung des § 8b Abs. 4 KStG, GmbH-StB 2013, 255; Haisch/Helios, Steuerpflicht von Streubesitzdividenden in der Direkt- und Fondsanlage, DB 2013, 724; Wiese/Lay, Die Besteuerung der sog. »Streubesitzdividenden« im Körperschaftsteuerrecht, GmbHR 2013, 404; Intemann, Die Neuregelung zur Steuerpflicht von Streubesitzdividenden, BB 2013, 1239; Jasper/Stark, Unionsrechtskonforme Dividendenbesteuerung ausländischer Pensionsfonds, IStR 2013, 554; Hillebrand/Klamt/Migirov, Auswirkungen der Steuerpflicht von Streubesitzdividenden bei Beteiligungen über Investmentvermögen, DStR 2013, 1646; Burwitz, Neuere Entwicklungen im Steuerrecht – Steueränderungen durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz, NZG 2013, 892; Watrin/Eberhardt, Besteuerung von Streubesitzdividenden und internationale Steuerplanung, IStR 2013, 814; Adrian, Beteiligungsbezogene oder isolierende Betrachtungsweise beim unterjährigen Erwerb von Kapitalgesellschaftsanteilen?, GmbHR 2014, 407; Rathke/Ritter, Anwendbarkeit des Teileinkünfteverfahrens bei Kapitalgesellschaften auf Erträge aus Streubesitzbeteiligungen, DStR 2014, 1207; Mössner, Auslegung von § 8b Abs. 4 KStG durch OFD Frankfurt, IStR 2014, 497; Lüdicke, Die Bedeutung des § 8b Abs. 2 KStG in der Rechtssache DMC, IStR 2014, 537; Mitschke, Nochmals: Die Bedeutung des § 8b Abs. 2 KStG in der Rechtssache DMC – Eine Erwiderung auf Lüdicke IStR 2014, 537, IStR 2014, 668; Rohler, Bestimmung des Veräußerungsgewinns nach § 8b II KStG, GmbH-StB 2014, 263; Forchhammer, Nachträgliche Veränderung des Veräußerungspreises und der Veräußerungskosten als stichtagsbezogene Teile des Veräußerungsgewinns i.S.v. § 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002, SteuK 2014, 297; Dunkmann, Abziehbarkeit von Veräußerungskosten bei einer Anteilsveräußerung nach § 8b Abs. 2 KStG 2002, GWR 2014, 312; Böhmer, Abziehbarkeit von Veräußerungskosten bei einer Anteilsveräußerung nach § 8b Abs. 2 KStG 2002, SteuK 2014, 323; Weiss, Unterjährige Beteiligungsveränderungen bei § 8b Abs. 4 KStG, SteuK 2014, 507; Kirchhain, Wie viel Gewinn nötig, wie viel möglich? – Leistungsbeziehungen gemeinnütziger Unternehmen und Konzerne auf dem Prüfstand, DB 2014, 1831; Helm/Haaf, Das BFH-Urteil vom 27.11.2013 – ein Impuls zur Auslegung des Zweckbetriebs der Wohlfahrtspflege, DStR 2014, 2004; Forchhammer, Überdotierung einer Gruppenunterstützungskasse; kassenbezogene Beurteilung, SteuK 2015, 190; Höfer, BFH zur Steuerfreiheit von Gruppenunterstützungskassen, DB 2015, 831; Roth, Vom Förderer zum Geförderten: Zur Gemeinnützigkeitsfähigkeit der öffentlichen Hand und ihrer Untergliederungen, GmbHR 2015, 953; Brinkhaus/Bielinis, Die Steuerbefreiung von Pensionskassen bei mitunternehmerischer Beteiligung an gewerblichen Personengesellschaften, DStR 2015, 2358; Schultze, Keine DBA-Begünstigung für steuerbefreite Körperschaften, IStR 2016, 320; Weiss, Zur Schachtelstrafe bei § 8b KStG – Zum Problem der Wegelagerersteuer (§ 8b Abs. 3 Satz 1, Abs. 5 Satz 1 KStG), Der Konzern, 174; Hoheisel/Stroh, Neuregelung des § 8b Abs. 7 KStG, Änderungen durch das BEPS-Umsetzungsgesetz 1, StuB 2017, 179; Schienke-Ohletz, Internationales Gemeinnützigkeits- und Spendenrecht unerwünscht?, BB 2018, 221; Schienke-Ohletz, Die Beteiligung gemeinnütziger Stiftungen an Unternehmen, BB 2018, 2012; Wolter/Griemla, Neutralisation von nach § 8b Abs. 3 Satz 3 ff. KStG vorgenommenen außerbilanziellen Aufwandskorrekturen bei späteren korrespondierenden Erträgen, FR 2018, 253.