Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/umsatzsteuerliche-bemessungsgrundlage-bei-einem-tausch-383416
Timestamp: 2019-12-08 13:03:09
Document Index: 313726782

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'EuG', '§ 10', '§ 10']

Umsatz­steu­er­li­che Bemes­sungs­grund­la­ge bei einem Tausch | Rechtslupe
Bei einem Tausch wird im Ergeb­nis der Wert der tat­säch­li­chen eige­nen Auf­wen­dun­gen des Leis­ten­den, also der Wert der zu besteu­ern­den Leis­tung, als Bemes­sungs­grund­la­ge ange­setzt.
Die Bemes­sungs­grund­la­ge bestimmt sich nach § 10 Abs. 2 Satz 2 UStG a. F. Gemäß § 10 Abs. 2 Satz 2 UStG a. F. gilt bei einem Tausch der Wert jedes Umsat­zes als Ent­gelt für den ande­ren Umsatz. Der Wert des ande­ren Umsat­zes wird in richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung durch den sub­jek­ti­ven Wert für die tat­säch­lich erhal­te­ne und in Geld aus­drück­ba­re Gegen­leis­tung bestimmt.
Als sub­jek­ti­ver Wert ist der­je­ni­ge Wert fest­zu­stel­len, den der Emp­fän­ger der Leis­tung bei­misst, die er sich ver­schaf­fen will und deren Wert dem Betrag ent­spricht, den er zu die­sem Zweck auf­zu­wen­den bereit ist. Die­ser Wert umfasst alle Aus­ga­ben ein­schließ­lich der Neben­leis­tun­gen, die der Emp­fän­ger der jewei­li­gen Leis­tung auf­wen­det, um die frag­li­che Leis­tung zu erhal­ten 1.
Im Ergeb­nis wird damit der Wert der tat­säch­li­chen eige­nen Auf­wen­dun­gen des Leis­ten­den, also der Wert der zu besteu­ern­den Leis­tung, als Bemes­sungs­grund­la­ge ange­setzt 2.
Danach ist Bemes­sungs­grund­la­ge des Umsat­zes der Unter­neh­me­rin, näm­lich die Lie­fe­rung der Hal­le, der Gesamt­be­trag ihrer Auf­wen­dun­gen für die Errich­tung der Hal­le. Dies ist der Betrag, der aus der Sicht der Unter­neh­me­rin dem Wert der Lie­fe­rung der Grund­stü­cke als ande­rer Umsatz im Sin­ne des § 10 Abs. 2 Satz 2 UStG a. F. ent­spricht, da die Unter­neh­me­rin die­sen Betrag auf­wen­de­te, um im Gegen­zug die Lie­fe­rung der Grund­stü­cke zu erhal­ten. Die Umsatz­steu­er gehört gemäß § 10 Abs. 2 Satz 3 UStG a. F. nicht zum Ent­gelt.
Aus den vor­ste­hen­den Aus­füh­run­gen ergibt sich auch – ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Unter­neh­me­rin, dass die gesetz­li­che Rege­lung kei­ne gleich hohe Bewer­tung bei einem Tausch bezweckt, son­dern eine unter­schied­li­che Bemes­sung der Tau­sch­leis­tung mög­lich ist 3.
Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 11. Juni 2014 – 1 V 290/​13
vgl. BFH, Urteil vom 11.07.2012 – XI R 11/​11, BFHE 238, 560 m. w. N.; vgl. auch EuGH, Urteil vom 19.12.2012, – C‑549/​11 – Orfey, HFR 2013, 188 Rz. 45 m. w. N.[↩]
Wag­ner, in Sölch/​Ringleb, UStG, Stand: Novem­ber 2013, § 10 Rz. 285[↩]
so auch Wag­ner, in Sölch/​Ringleb, UStG, Stand: Novem­ber 2013, § 10 Rz. 288[↩]
BemessungsgrundlageTausch