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Timestamp: 2016-10-28 00:54:25
Document Index: 125436309

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 45', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9']

U 162/99 (27.07.2000)
U 162/99 Gb
I.________, 1949, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ludwig Raymann, Witikonerstrasse 15, Z�rich,
A.- Die 1949 geborene I.________ arbeitete seit 1988 als Betriebsmitarbeiterin bei der Firma P.________ AG, einem der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unterstellten Betrieb. Mit Unfallmeldung vom 1. November 1994 teilte die Arbeitgeberin der SUVA mit, die Versicherte habe am 15. Juni 1994 an der Verpackungsmaschine gearbeitet und sich beim Heben der Rollen am rechten Handgelenk verletzt. Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. R.________ konstatierte ein dolentes rechtes Handgelenk, Schmerzen im R�cken und im rechten Knie/Unterschenkel und diagnostizierte eine �berbelastung durch Arbeit (Zeugnis vom 15. November 1994).
Mit Verf�gung vom 20. M�rz 1995 lehnte die SUVA nach medizinischen und beruflichen Abkl�rungen einen Anspruch auf Versicherungsleistungen ab, da die Handgelenksbeschwerden nicht auf die berufliche T�tigkeit zur�ckgef�hrt werden k�nnten. Auf Einsprache hin hielt sie nach erg�nzenden medizinischen Untersuchungen und einer am 13. September 1995 durchgef�hrten Handgelenksarthroskopie (Bericht des Dr. med. O.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, vom 15. September 1995) an ihrem Standpunkt fest (Entscheid vom 31. Januar 1996).
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde, mit welcher zus�tzlich das Vorliegen eines Unfallereignisses geltend gemacht worden ist, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 11. M�rz 1999 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst die Versicherte unter Beilage eines Berichts des Dr. med. O.________ (vom 3. Mai 1999) beantragen, der Einspracheentscheid vom 31. Januar 1996 und die Verf�gung vom 20. M�rz 1995 seien aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten, f�r die Beschwerden am rechten Handgelenk die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
W�hrend die SUVA auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen l�sst, hat die beigeladene Helsana Versicherungen AG auf eine Stellungnahme verzichtet. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen.
Die dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um Versicherungsleistungen zustehende umfassende Kognition hat unter anderem die Konsequenz, dass auch neue, erstmals im letztinstanzlichen Verfahren vorgebrachte Tatsachenbehauptungen und Beweismittel zu ber�cksichtigen sind (BGE 103 Ib 196 Erw. 4a; RKUV 1994 Nr. U 179 S. 35 Erw. 4, 1988 Nr. K 769 S. 244 Erw. 5a). Im vorliegenden Fall betrifft dies namentlich den mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgelegten Bericht des Dr. med. O.________ (vom 3. Mai 1999) und die zum Unfall vom 30. Juni 1992 neu edierten Akten der SUVA.
2.- a) Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Grundlagen sowie die massgebliche Rechtsprechung zu den Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVV) und unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV), zu den Berufskrankheiten (Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG) sowie zur Meldepflicht einer verunfallten Person (Art. 45 Abs. 1 UVG) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Ebenso verh�lt es sich mit den Ausf�hrungen �ber den sozialversicherungsrechtlich massgeblichen Regelbeweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. auch 121 V 208 Erw. 6b, 119 V 9 Erw. 3c/aa) und �ber die Beweiskraft von "Aussagen der ersten Stunde" (BGE 115 V 143 Erw. 8c).
b) Zu betonen bleibt, dass die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gem�ss UVG zun�chst voraussetzt, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des nat�rlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst�nde, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher St�rungen ist; es gen�gt, dass das sch�digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die k�rperliche oder geistige Integrit�t der versicherten Person beeintr�chtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche St�rung entfiele (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem sch�digenden Ereignis und einer gesundheitlichen St�rung ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wor�ber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweisw�rdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse M�glichkeit eines Zusammenhangs gen�gt f�r die Begr�ndung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). F�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs gen�gt es, wenn der Unfall f�r eine bestimmte gesundheitliche St�rung eine Teilursache darstellt.
3.- Die Vorinstanz hat im �berzeugend begr�ndeten Entscheid zutreffend dargelegt, dass auf Grund der bestehenden Aktenlage weder ein pl�tzliches Ereignis, noch besonders sinnf�llige Umst�nde im Sinne einer Programmwidrigkeit beim Bewegungsablauf noch ein un�blicher, ausserordentlicher Kraftaufwand mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen oder glaubhaft gemacht worden sind. Sie hat daher das Vorliegen eines Unfallereignisses bei dieser Ausgangslage zu Recht verneint. Gleiches gilt f�r das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung, bei welcher sie die Pl�tzlichkeit der Beschwerdeverursachung nicht als mit dem notwendigen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt beurteilte. Ferner hat sie zu Recht erwogen, dass die Beschwerdef�hrerin keine Leistungsanspr�che aus Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG zustehen, da weder sch�digende Stoffe noch arbeitsbedingte Erkrankungen gem�ss Anhang I zur UVV in Frage stehen. Auch das Vorliegen einer Berufskrankheit gem�ss Art. 9 Abs. 2 UVG wurde richtigerweise verneint. Mithin ist sie auf Grund der medizinischen Aktenlage und der beruflichen Abkl�rungen zutreffend davon ausgegangen, dass die bei der Beschwerdef�hrerin festgestellten Sch�digungen nicht mit mindestens stark �berwiegender Wahrscheinlichkeit durch die berufliche T�tigkeit verursacht worden sind.
4.- a) Der Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin bringt letztinstanzlich erstmals vor, dass die Versicherte bereits am 1. Juli 1992 (recte 30. Juni 1992) einen Unfall erlitten habe, welcher von der SUVA als Unfall akzeptiert worden sei und wof�r diese Leistungen erbracht habe. Damals sei die Versicherte bei der Arbeit auf dem Boden ausgeglitten und auf den Hinterkopf und den R�cken gefallen. Offensichtlich habe sich die Versicherte bei jenem schweren Sturz durch eine Abwehrhandlung die sp�ter invalidisierende Handgelenksl�sion zugezogen. Die SUVA bestreitet dies mit der Begr�ndung, dass laut den Akten zum Unfallereignis vom 30. Juni 1992 nie von Handgelenksbeschwerden die Rede gewesen sei.
b) Anl�sslich der von Dr. med. O.________ am 13. September 1995 durchgef�hrten Arthroskopie am rechten Handgelenk wurden am Os lunatum ulnarseits eine schwere Knorpelsch�digung mit Abschilferung von Knorpelschuppen und palmarseits ligament�re Verletzungen (ruptierter palmarer Kapselbandabschnitt) festgestellt. Diese Ver�nderungen k�nnen, wie Dr. med. O.________ im nachgereichten Schreiben vom 3. Mai 1999 noch einmal explizit best�tigt, nur durch einen Unfall bedingt sein. Bereits im Bericht an Dr. med. R.________ vom 15. September 1995 hatte er festgehalten, dass "eindeutig posttraumatische Ver�nderungen vorgefunden wurden mit Kapselbandzerreissungen palmarseits sowie auch einer Sch�digung des Knorpels am Os lunatum". Dr. med. V.________ von der Abteilung Unfallmedizin der SUVA erachtete in der �rztlichen Beurteilung vom 19. Januar 1996 ein Trauma als nur eine von mehreren m�glichen Ursachen. Ueberdies w�rden die auf der Beugeseite des Handgelenks gelegenen Bandl�sionen seines Erachtens, wenn sie traumatisch entstanden w�ren (was er bei der Versicherten als nicht bekannt ausschloss), eine massive Hyperextension (z.B. Sturz auf die dorsal extendierte Hand), also einen ad�quaten Unfallmechanismus voraussetzen.
c) Der nun erstmals geltend gemachte Unfall ereignete sich am 30. Juni 1992. Dabei war die Versicherte bei der Arbeit an der Teigmaschine ausgeglitten und auf den Hinterkopf und den R�cken gefallen. Im Vordergrund standen anf�nglich Kopfschmerzen, dann aber vor allem eine Lumbalgie und nach wenigen Tagen auch eine Ischialgie links, mit Paraesthesien in LS 5 links. Nach einer 100 %igen Arbeitsunf�higkeit bis 2. August 1992 arbeitete die Beschwerdef�hrerin ab dem 22. August 1992 wieder zu 50 %, bis sie am 9. November 1992 das urspr�ngliche Teilzeitpensum wieder aufnahm. Wie sich aus den Akten ergibt, wurden die Schmerzen im rechten Handgelenk 1994 sowohl gegen�ber den diversen involvierten Aerzten wie auch gegen�ber der SUVA (Bericht vom 7. Dezember 1994) stets als zunehmend seit zwei Jahren (Sommer 1992) beschrieben. Auf Grund des Unfallherganges (Sturz auf Hinterkopf und R�cken) ist eine Beeintr�chtigung des Handgelenks infolge Abwehrhandlung, wie von beschwerdef�hrerischer Seite vorgebracht, nicht zum vornherein auszuschliessen. So ist es unabh�ngig davon, ob zum Unfallzeitpunkt nie von Handgelenksbeschwerden die Rede war, unwahrscheinlich, dass ein derartiges Unfallereignis ohne Handbeteiligung der Betroffenen abgelaufen ist. Vieles spricht daf�r, dass eine ausgewiesene Rechtsh�nderin, wie die Beschwerdef�hrerin, sich bei einem derartigen Sturz zwangsl�ufig reflexartig auf die rechte Hand abst�tzte. Dass sie allenfalls dabei erlittene ligament�re Verletzungen nicht meldete, w�re insofern nachvollziehbar, als es sich im Vergleich zu den �brigen Beschwerden, die immerhin eine einmonatige volle Arbeitsunf�higkeit zur Folge hatten, um Bagatellen handelte.
d) Ob jedoch die ausgewiesenen Beschwerden �berwiegend wahrscheinlich auf den geltend gemachten versicherten Unfall vom 30. Juni 1992 zur�ckzuf�hren sind, l�sst sich auf Grund der bestehenden medizinischen Aktenlage nicht schl�ssig beurteilen. Die Sache ist zu dahingehender medizinischer Abkl�rung an die SUVA zur�ckzuweisen.
rungsgerichts des Kantons Z�rich vom 11. M�rz 1999 und
der Einspracheentscheid vom 31. Januar 1996 aufgehoben
gungen, �ber den Leistungsanspruch neu verf�ge.
teientsch�digung von Fr. 2'500.-- (inkl. Mehrwert-
IV. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hat
fahren, entsprechend dem Ausgang des letztinstanzli-
chen Prozesses, zu befinden.