Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVa%20ZR%2088/83
Timestamp: 2020-01-29 05:43:08
Document Index: 328871297

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 33', '§ 53', '§ 33', '§ 12', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 178', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 178', '§ 178', '§ 178', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 2']

BGH, 12.12.1984 - IVa ZR 88/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,884
BGH, 12.12.1984 - IVa ZR 88/83 (https://dejure.org/1984,884)
BGH, Entscheidung vom 12.12.1984 - IVa ZR 88/83 (https://dejure.org/1984,884)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 1984 - IVa ZR 88/83 (https://dejure.org/1984,884)
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Anspruch auf Leistung aus einer privaten Unfallversicherung - Voraussetzungen für das Vorliegen eines Unfalls im Sinne des Unfallversicherungsrechts - Begriff des "Plötzlichen" in diesem Sinne
AUB (AVB f. Unfallvers.) § 2
NJW 1985, 1398
VersR 1985, 177
Hat sich das Geschehen innerhalb dieses kurzen Zeitraums verwirklicht, ist es nach der Rechtsprechung des Senats stets plötzlich, ohne dass es auf die Erwartungen des Betroffenen ankommt (Senatsurteile vom 13. Juli 1988 - IVa ZR 204/87, VersR 1988, 951 unter II 1; vom 12. Dezember 1984 - IVa ZR 88/83, VersR 1985, 177 unter II 1; vom 5. Februar 1981 - IVa ZR 58/80, NJW 1981, 1315 unter II 4).
Das Merkmal der Unfreiwilligkeit bezieht sich nicht auf die Einwirkung von außen, sondern die durch das Unfallereignis bewirkte Gesundheitsschädigung (Senatsurteil vom 12. Dezember 1984 - IVa ZR 88/83, VersR 1985, 177 unter II 2).
Ist aber eine Schädigung durch die Häufung von Einzeleinwirkungen entstanden (Summationsschäden), fehlt es an dem Erfordernis, daß der Betroffene plötzlich, für ihn selbst unerwartet, einen Schaden durch ein äußeres Ereignis erleidet (OLG Düsseldorf NJW 1968, 555 [OLG Düsseldorf 08.05.1967 - 18 U 268/66];… Hofmann/Grabherr § 33 Rn. 10, § 53 Rn. 8;… Giemulla § 33 Rn. 12; Martin, NJW 1972, 561; Weimar, NJW 1966, 2047;… vgl. auch Geigel/Schönwerth, Der Haftpflichtprozeß 20. Aufl. Kap. 29 Rn. 25 und 26; ebenso zum zeitlichen Moment bei dem Unfallbegriff des § 12 Abs. 1 Nr. 11 e AKB: BGH, Urteil vom 5. Februar 1981 - IVa ZR 58/80 - NJW 1981, 1315, 1316 [BGH 05.02.1981 - IVa ZR 58/80]; zu § 2 Nr. 1 AUB: BGH, Urteil vom 12. Dezember 1984 - IVa ZR 88/83 - VersR 1985, 177).
Dabei bezieht sich das Merkmal der Unfreiwilligkeit, die bis zum Beweis des Gegenteils vermutet wird (§ 178 Abs. 2 Satz 2 VVG) nicht auf die Einwirkung von außen, sondern auf die dadurch bewirkte Gesundheitsschädigung (vgl. BGH VersR 1985, 177, 178).
Es hat einen Unfall im Sinne der Ziffer 1.3 der AUB 2000 bejaht - unter Bezugnahme insbesondere auf ein Urteil des BGH vom 12.12.1984, VersR 1985, 177 -, und hilfsweise die Verurteilung darauf gestützt, dass es sich jedenfalls um ein unfallähnliches Ereignis im Sinne der Ziffer 1.4 AUB 2000 wegen erhöhter Kraftanstrengung gehandelt habe.
Das Landgericht hat hierzu konsequent und zutreffend die Kriterien herangezogen, die der Bundesgerichtshof bereits in seinem Urteil vom 12.12.1984, Az. IVa ZR 88/83, VersR 1985, 177 (Bandscheibenvorfall beim Aufprall nach Sprung auf den Boden von einer 50 cm hohen Bank), herausgearbeitet hat.
Der Bundesgerichtshof hat in seiner bereits zitierten Entscheidung in VersR 1985, 177 dazu ausgeführt, dass als Unfall nur ein nicht beherrschtes und damit unfreiwilliges Geschehen angesehen werden könne.
"Plötzlich" muss das Ereignis sein, "unfreiwillig" dagegen die Gesundheitsbeeinträchtigung, vgl. BGH in VersR 1985, 177 ff.; OLG München in RuS 2012, 613 ff.; Götz in Looschelders/Pohlmann, VVG, 2. Auflage, § 178; Rdnr. 25; Kloth in UnfallV, 2. Auflage, E. I. Rdnr. 19; Rixecker in Römer/Langheid, VVG, 5. Auflage, § 178, Rdnr. 12; Dörner in MünchKommVVG, 2. Auflage, § 178, Rdnr. 90.
Ihr Ablauf oder Abschluss muss von außen gestört oder behindert werden, wie etwa beim Umknicken des Fußes auf Grund einer Bodenunebenheit (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15.08.2007, 20 U 05/07, Rn. 20), bei Verletzungen nach dem Abspringen vom Fahrrad (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 17.08.1994, 20 U 213/92, Rn. 23) oder bei einem ungeschickten und unerwartet harten Aufkommen nach einem Sprung (vgl. BGH, Urteil vom 12.12.1984, IVa ZR 88/83, Rn. 9, 12).
Diese bezieht sich bereits nach dem Wortlaut der Bedingungen nicht auf das Unfallereignis, hier also die Injektion des Heroins, sondern auf die Gesundheitsbeschädigung, hier den hypotoxischen Hirnschaden mit Todesfolge (BGH VersR 1985, 177).
Wer einen Vorgang lediglich nicht beherrscht und Risiken bzw. Gefahren falsch einschätzt, wird dagegen zum Objekt eines für ihn unfreiwilligen Geschehens (vgl. BGH, VersR 1985, 177, 178; OLG Zweibrücken, aa0; Prölss/Martin/Knappmann, aa0, AUB 88, § 1 Anm. 3 c; Grimm, aa0, § 2 Rdnrn. 39, 40 mwN).
OLG Hamm, 26.11.1997 - 20 U 177/97
Voraussetzungen für die Annahme eines Unfalls aufgrund einer Kraftanstrengung bei …
LG Bayreuth, 09.11.2005 - 13 S 57/05
Voraussetzungen der Verpflichtung einer Unfallversicherung zur Zahlung von …