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Timestamp: 2016-10-27 07:13:19
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Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 38', '§ 19', '§ 35', '§ 38', '§ 38', '§ 41']

Baum in Grenzgebiet, Lichtrecht - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
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Baum in Grenzgebiet, Lichtrecht
28.03.2006 20:58 | Preis: ***,00 € |
Auf eine Seite von mein Haus geht die Grenze direkt an mein Hauswand, auf diese seit habe ich auch ein Fenster und ein Hintertür. Es gibt auch ein Baulast auf die Nachbargrundstück, laut diese habe ich Wegerecht und Fensterrecht gemäß ## 109 und 110 Hess. Bauordnung. In diese Baulast steht es das der jeweilige Eigentümer soll sich in dieser Gebiet von allen baulichen Anlagen freizuhalten und das die Fenster "eingebaut und unterhalten" werden darf. Frage 1: Was ist ein "bauliche Anlage"? Ist ein Zaun ein bauliche Anlage, der Nachbar hat wegen hundehaltung ein Zaun, ich kan mein Fenster deswegen von draussen nicht erreichen. Ist ein Stellplatz, ein Carport oder ein Gartenhaus ein bauliche Anlage?
Frage 2: Welche abstand muss mein Nachbar für Bepflanzung direkt vor mein Fenster einhalten? Für kleine Pflanzen und für ein zwei meter hohes Baum.
MfG Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 115 weitere Antworten zum Thema:
28.03.2006 | 21:16
Die Landesbauordnungen definieren den Begriff der baulichen Anlage. So auch § 2 der Hessischen Landesbauordnung, den ich auszugsweise zitiere.
Ein Stellplatz, ein Carport, ein Gartenhaus und ein Zaun sind daher unstreitig als bauliche Anlage zu klassifizieren.
Hinsichtlich der Grenzabstände für Pflanzen gelten die §§ 38 ff. Hess. Nachbarrechtsgesetz, die ich nachfolgend zitiere.
* a). sehr stark wachsenden Allee- und Parkbäumen, insbesondere dem Eschenahorn (Acer negundo), sämtlichen Lindenarten (Tilia), der Platane (Platanus acerifolia), der Roßkastanie (Aesculushippocastanum), der Rotbuche (Fagus sylvatica), der Stieleiche (Quercus robur), ferner der Atlas- und Libanon-Zeder (Cedrus atlantica u. libani), der Douglasfichte (Pseudotsuga taxifolia), der Eibe (Taxus baccata), der österreichischen Schwarzkiefer (Pinus nigra austriaca) 4 m,
* b). stark wachsenden Allee- und Parkbäumen, insbesondere der Mehlbeere (Sorbus intermedia), der Weißbirke (Betula pendula), der Weißerle (Alnus incana), ferner der Fichte oder Rottanne (Picea abies), der gemeinen Kiefer oder Föhre (Pinus sylvestris), dem abendländischen Lebensbaum (Thuja occidentalis) 2 m,
* c). allen übrigen Allee- und Parkbäumen 1,5 m,
* a). Walnußsämlingsbäumen 4 m,
* b). Kernobstbäumen, soweit sie auf stark wachsender Unterlage veredelt sind, sowie Süßkirschenbäumen und veredelten Walnußbäumen 2 m,
* c).Kernobstbäumen, soweit sie auf schwach wachsender Unterlage veredelt sind, sowie Steinobstbäumen, ausgenommen die Süßkirschenbäume 1,5 m,
* a). stark wachsenden Ziersträuchern, insbesondere der Alpenrose (Rhododendron-Hybriden), dem Feldahorn (Acer campestre), dem Feuerdorn (Pyracantha coccinea), dem Flieder (Syringa vulgaris), dem Goldglöckchen (Forsythia intermedia), der rotblättrigen Haselnuß (Corylus avellana v. fuscorubra), den stark wachsenden Pfeifensträuchern - falscher Jasmin - (Philadelphus coronarius, satsumanus, zeyheri u.a.), ferner dem Wacholder (Juniperus communis) 1 m,
* b). allen übrigen Ziersträuchern 0,5 m,
* a). Brombeersträuchern 1 m,
* b). allen übrigen Beerenobststräuchern 0,5 m,
* a). mit Hecken über 2 m Höhe 0,75 m,
* b). mit Hecken bis zu 2 m Höhe 0,50 m,
* c). mit Hecken bis zu 1,2 m Höhe 0,25 m.
2. landwirtschaftlich nutzbar sind oder dem Erwerbsgartenbau oder dem Kleingartenbau dienen und im Außenbereich (§ 19 Abs. 1 Nr. 3, § 35 Baugesetzbuch) liegen oder
3. durch Bebauungsplan der landwirtschaftlichen, erwerbsgärtnerischen oder kleingärtnerischen Nutzung vorbehalten sind.
1. Anpflanzungen, die hinter einer Wand oder Mauer vorgenommen werden und diese nicht überragen,
2. Anpflanzungen an den Grenzen zu öffentlichen Straßen, zu öffentlichen Grünflächen und zu Gewässern,
3. Anpflanzungen auf öffentlichen Straßen.
Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen in ausreichendem Maße beantworten konnte. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Ich verbleibe vorerst
www.kanzlei-roth.de Nachfrage vom Fragesteller	29.03.2006 | 07:09
Guten Morgen, ich danke Ihnen für diese sehr detailierte und zügige Antwort. Es ist auch gut zu sehen das es gibt etwas in den Hessischen Bauordning das detailiert ist, sonst ist hier fast alles erlaubt!
Folgefrage wegen die anpflanzung von Bäume:
Sowie ich es verstehe wird es kein unterschied gemacht zwichen ein "normale Grenze" und, wie in dieser Fall, eine Grenze direkt an Hauswand mit eingebaute Fenster mit Fensterrecht. Ein Gartenbaum 1,5m vor ein Fenster ist erlaubt!
29.03.2006 | 10:20
das hessische Nachbarrechtsgesetz beschränkt den Grenzabstand auf Anpflanzungen von Bäumen, Sträuchern und einzelnen Rebstöcken von den Nachbargrundstücken.
Der Grenzabstand bspw. eines Kernobstbaumes zum Nachbargrundstück muss 1,5 m betragen (§ 38 Nr. 2 c HessNachbarRG).
Für Ziersträucher und andere Sträucher sind die Abstände in § 38 Nr. 3 und 4 geregelt.
Wie die Messungen des Abstands im Einzelnen durchzuführen sind, ergibt sich aus § 41 HessNachbarRG. Danach wird der Abstand von der Mitte des Baumstammes, des Strauches oder des Rebstocks bis der Strauch oder der Rebstock aus dem Boden austritt.
Grenzbaum gefällt ohne die Zustimmung von Nachbar
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