Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201999,%202115
Timestamp: 2020-02-21 04:19:37
Document Index: 128656529

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 209', '§ 43', '§ 243', '§ 209', '§ 43', '§ 243', '§ 43', '§ 46', '§ 209', '§ 243', 'BGH', '§ 47', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 281', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 204', '§ 204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 46', '§ 7', 'BGH', 'BGH', '§ 243', '§ 34', '§ 46', '§ 46', '§ 46', 'BGH', '§ 47', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.05.1999 - II ZR 119/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,779
BGH, 03.05.1999 - II ZR 119/98 (https://dejure.org/1999,779)
BGH, Entscheidung vom 03.05.1999 - II ZR 119/98 (https://dejure.org/1999,779)
BGH, Entscheidung vom 03. Mai 1999 - II ZR 119/98 (https://dejure.org/1999,779)
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BGB § 209; GmbHG §§ 43 Abs. 4, 46 Nr. 8; AktG §§ 243 ff.
BGB § 209; GmbH §§ 43 Abs. 4, 46 Nr. 8; AktG §§ 243 ff.
Verjährungsunterbrechende Wirkung der Erhebung einer Schadenersatzklage - Anwendung aktienrechtlicher Vorschriften auf Gesellschafterbeschlüsse einer GmbH - Freistellung von Verbindlichkeiten für Treuhänder
Verjährungsunterbrechung durch Erhebung einer Schadensersatzklage gegen GmbH-Geschäftsführer auch bei erst nachträglichem Gesellschafterbeschluss
Anfechtungsfrist, Anfechtungsklage, Geschäftsführer, Gesellschafterbeschluss, Gesellschaftsrecht, Schadensersatzklagen
Gesellschaftsrecht; Schadensersatzklage gegen GmbH-Geschäftsführer
GmbHG § 43 Abs. 4, § 46 Nr. 8; BGB § 209; AktG §§ 243 ff.
Schadensersatzklage gegen GmbH-Geschäftsführer; Gesellschafterbeschluß; Verjährung; Beschlußanfechtung
NJW 1999, 2115
ZIP 1999, 1001
MDR 1999, 1075
WM 1999, 1215
BB 1999, 1345
DB 1999, 1313
NZG 1999, 722
Wenn im GmbH-Recht für Gesellschafterbeschlüsse nach überwiegender Ansicht eine Beschlußfeststellung und -verkündung nicht gefordert wird (vgl. BGHZ 76, 154; 88, 320, 329;… Baumbach/Hueck/Zöllner, GmbHG, 17. Aufl., § 47 Rdn. 18 m.w.N.), einer gleichwohl erfolgten Feststellung aber inhaltsfixierende Wirkung zukommen soll (BGHZ 104, 66, 69; BGH, Urt. v. 3. Mai 1999, II ZR 119/98, NJW 1999, 2115, 2116), so ist die Rechtslage deswegen nicht vergleichbar, weil es für die Anfechtung von Gesellschafterbeschlüssen keine strikte Frist von einem Monat gibt, die Klage vielmehr mit aller dem anfechtungsberechtigten Gesellschafter zumutbaren Beschleunigung erhoben werden muß (BGHZ 111, 224, 225 f m.w.N.).
Eine wirksame Klageerhebung hemmt die Verjährung auch dann, wenn zum Zeitpunkt der Klageerhebung - von der Sachbefugnis abgesehen - noch nicht alle Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, etwa eine für einen Schadensersatzanspruch nach § 281 Abs. 1 Satz 1 BGB erforderliche Fristsetzung noch fehlt (…im Anschluss an BGH, 12. April 2007, VII ZR 236/05, BGHZ 172, 42 = NJW 2007, 1952 Rn. 43; Urteile vom 27. Februar 2003, VII ZR 48/01, NJW-RR 2003, 784 und vom 3. Mai 1999, II ZR 119/98, NJW 1999, 2115).
Nach ständiger Rechtsprechung entfaltet die wirksame Klageerhebung ihre verjährungshemmende Wirkung daher auch dann, wenn zum Zeitpunkt der Klageerhebung - von der Sachbefugnis abgesehen - noch nicht alle Anspruchsvoraussetzungen vorliegen (…BGHZ 172, 42 = NJW 2007, 1952 Rn. 43 zum Mahnbescheidsantrag; BGH Urteile vom 27. Februar 2003 - VII ZR 48/01 - NJW-RR 2003, 784 und vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98 - NJW 1999, 2115;… vgl. auch Erman/Schmidt-Räntsch BGB 13. Aufl. § 204 Rn. 3;… Palandt/Ellenberger BGB 73. Aufl. § 204 Rn. 5).
(d) Da die weitere Beteiligte zu 3 eine Anfechtungsklage gegen den am 30. September 2014 gefassten Abberufungsbeschluss nicht erhoben hat und die Anfechtungsfrist bereits zum Zeitpunkt der Entscheidung des Insolvenzgerichts abgelaufen war, ist der Abberufungsbeschluss, wenn förmlich festgestellt, trotz der bestehenden Ladungsmängeln endgültig wirksam und für alle Beteiligten verbindlich (vgl. BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, NJW 1999, 2115, 2116;… vom 11. Februar 2008 - II ZR 187/06, ZIP 2008, 757 Rn. 22).
Denn jedenfalls mit Ablauf der Anfechtungsfrist vor der Entscheidung durch das Insolvenzgericht ist der Abberufungsbeschluss endgültig wirksam geworden, weil er nicht angefochten worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, NJW 1999, 2115, 2116).
Vorsorglich ist darauf hinzuweisen, dass er nachgeholt werden kann (vgl. Sen.Urt. v. 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, ZIP 1999, 1001).
Der Gesellschafterbeschluß kann noch im Laufe des Rechtsstreits gefaßt werden, auch in der Revisionsinstanz (BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, NJW 1999, 2115).
Ein Gesellschafterbeschluß ist materielles Erfordernis für die Geltendmachung der Forderung, so daß eine ohne Beschluß der Gesellschafter erhobene Klage wegen Fehlens einer materiellen Anspruchsvoraussetzung als unbegründet abzuweisen ist (…BGHZ aaO, S. 359; 97, 382, 390; BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, NJW 1999, 2115; BGH, Urteil vom 26. Januar 1998 - II ZR 279/96, NJW 1998, 1646;… Koppensteiner in: Rowedder/Schmidt-Leithoff, GmbHG, § 46 Rdnr. 40;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG, 9. Aufl., § 46 Rdnr. 142;… Goette, Die GmbH, 2. Aufl., § 7 Rdnr. 16; anders bei Ansprüchen der GmbH & Co. KG gegen den Geschäftsführer der Komplementär-GmbH: BGHZ 76, 326, 338; BGH, Urteil vom 10. Februar 1992 - II ZR 23/91, WM 1992, 691, 692).
Lediglich das Fehlen eines wichtigen Grundes für die Ausschließung kann im Anfechtungsprozeß nicht geltend gemacht werden, weil darüber allein im Rechtsstreit über die Ausschließungsklage zu entscheiden ist, während umgekehrt formelle Mängel des für sie erforderlichen Gesellschafterbeschlusses, die dessen Anfechtbarkeit entsprechend § 243 Abs. 1 AktG begründen, hier keine Rolle spielen, wenn der Beschluß nicht erfolgreich angefochten und damit der Ausschließungsklage die Grundlage entzogen wird (…vgl. Hachenburg/Ulmer, GmbHG 8. Aufl. Anh. § 34 Rdn. 27 f.; zur entsprechenden Bedeutung eines Gesellschafterbeschlusses gemäß § 46 Nr. 8 GmbHG im Schadensersatzprozeß gegen einen Geschäftsführer vgl. Sen.Urt. v. 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, ZIP 1999, 1001;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG 9. Aufl. § 46 Rdn. 157).
Der Gesellschafterbeschluss nach § 46 Nr. 8 GmbHG kann vielmehr auch noch im Laufe des Rechtsstreit vorgelegt werden (BGH, Urteil vom 03.05.1999, II ZR 119/98, Juris Tz. 9 m.w.N).
Denn wirksam gefasste Beschlüsse binden die Gesellschafter und die Gesellschaftsorgane nach Ablauf der Anfechtungsfrist (…vgl. Beschluss v. 24.03.2016, Az. IX ZB 32/15 Rn. 30 m.w.N.;… Baumbach/Hueck, a.a.O., § 47 Rn. 9); der Beschluss wird ohne Anfechtung endgültig wirksam (BGH, Urteil v. 03.05.1999, Az. II ZR 119/98, Rn. 10).
Denn für den Fall, dass die Mitgesellschafterin des Klägers - der mit Blick auf ihre 70%-ige Beteiligung an der Beklagten regelmäßig die gem. Ziff. 6.5 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit zu wählende Sitzungsleitung zugekommen wäre - einen den Widerruf der Freistellung betreffenden Gesellschafterbeschluss festgestellt hätte, wäre dieser auch im Falle der Anfechtung durch den Kläger jedenfalls vorläufig verbindlich gewesen (BGH, Urteil v. 03.05.1999, Az. II ZR 119/98, Rn. 10) mit der Folge, dass der Kläger diesem in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer bis zur Rechtskraft eines den Beschluss für unwirksam erklärenden Urteils hätte nachkommen müssen.