Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=01.08.1996&Aktenzeichen=VIII%20R%2012/94
Timestamp: 2019-05-26 08:45:00
Document Index: 330132074

Matched Legal Cases: ['§ 705', '§ 15', '§ 230', '§ 15', '§ 15', '§ 74', '§ 15', '§ 174']

BFH, 01.08.1996 - VIII R 12/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,135
BFH, 01.08.1996 - VIII R 12/94 (https://dejure.org/1996,135)
BFH, Entscheidung vom 01.08.1996 - VIII R 12/94 (https://dejure.org/1996,135)
BFH, Entscheidung vom 01. August 1996 - VIII R 12/94 (https://dejure.org/1996,135)
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BGB §§ 705, 706; EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; HGB §§ 230, 231
Gewinnanteile der Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft als Einkünfte aus Gewerbebetrieb - Vorliegen einer Innengesellschaft
Voraussetzungen der Steuerpflicht als "Mitunternehmer"
Einkommensteuer; Geschäftsführer der Komplementär-GmbH als Mitunternehmer der KG
EStG § 15 Abs 1 Nr 2
FG Niedersachsen, 30.06.2004 - 12 K 58/97
BFHE 181, 423
NJW 1997, 2702
BB 1997, 406
BB 1997, 452
DB 1997, 407
BStBl II 1997, 272
Ebenso scheidet ein derartiger Durchgriff bei der Beurteilung der Tätigkeit einer Personengesellschaft aus, an der eine GmbH mitunternehmerisch beteiligt ist (vgl. BFH-Urteile vom 27. März 2007 VIII R 64/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639; vom 27. März 2007 VIII R 28/04, BFHE 217, 460, BStBl II 2007, 699;… vom 19. Dezember 2007 VIII R 13/05, BFH/NV 2008, 669, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt; vom 18. März 2004 III R 25/02, BFHE 205, 470, BStBl II 2004, 787; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272; vom 17. Januar 1980 IV R 115/76, BFHE 130, 58, BStBl II 1980, 336;… BFH-Beschluss vom 9. April 1987 VIII B 94/86, BFH/NV 1987, 509; ferner Beschluss des BVerfG vom 21. Juni 2006 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, 164, Rz 115).
Da der gesetzlich nicht näher erläuterte Begriff des Mitunternehmers einer abschließenden Definition nicht zugänglich ist, können die Merkmale der Mitunternehmerinitiative und des Mitunternehmerrisikos im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein, sog. Typusbegriff (BFH-Urteil in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, 275).
Zumindest bedeutet sie aber die Teilhabe an unternehmerischen Entscheidungen (BFH-Urteil vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, unter II.1.b).
Da eine GmbH als juristische Person des Privatrechts ein eigenständiges Rechtssubjekt ist, kann bei der Besteuerung einer GmbH als solcher durch die GmbH nicht hindurchgegriffen werden; ebenso scheidet ein derartiger Durchgriff bei der Beurteilung der Tätigkeit einer Personengesellschaft aus, an der eine GmbH mitunternehmerisch beteiligt ist (Senatsurteile in BFHE 221, 238, BStBl II 2008, 681; vom 27. März 2007 VIII R 64/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272; BFH-Urteile vom 18. März 2004 III R 25/02, BFHE 205, 470, BStBl II 2004, 787; vom 23. April 2009 IV R 73/06, BFHE 225, 343, BStBl II 2010, 40;… Senatsbeschluss vom 9. April 1987 VIII B 94/86, BFH/NV 1987, 509).
Da der gesetzlich nicht näher erläuterte Begriff des Mitunternehmers einer abschließenden Definition nicht zugänglich ist, können die Merkmale der Mitunternehmerinitiative und des Mitunternehmerrisikos im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein (sog. Typusbegriff; BFH-Urteil in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
a) Die Merkmale des Mitunternehmerrisikos und der Mitunternehmerinitiative müssen beide vorliegen, sie können aber im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, unter II. 1. b der Gründe, m.w.N. und ständige Rechtsprechung, vgl. dazu Schmidt, a.a.O., § 15 Rz. 262).
Dieses Risiko wird regelmäßig durch Beteiligung am Gewinn und Verlust sowie an den stillen Reserven des Gesellschaftsvermögens einschließlich des Geschäftswerts vermittelt (vgl. u.a. Senatsurteile vom 20. November 1990 VIII R 10/87, BFHE 163, 336, unter 3. a der Gründe; vom 13. Juli 1993 VIII R 50/92, BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282, unter II. 2. b der Gründe; in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, unter II. 1. b der Gründe).
Wer nicht am laufenden oder am Gesamtgewinn der Gesellschaft beteiligt ist, ist nicht Mitunternehmer (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282, unter II. 3. der Gründe; vom 27. Mai 1993 IV R 1/92, BFHE 171, 510, BStBl II 1994, 700, unter III. b der Gründe; in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, unter II. 1. a der Gründe, m.w.N.).
Ausgehend von dieser Rechtslage hat der erkennende Senat in seinem Urteil in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272 auch darauf hingewiesen, daß die Rechtsbeziehungen des beherrschenden Gesellschafters der geschäftsführenden Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG im Hinblick auf die rechtliche Selbständigkeit der GmbH als juristische Person des Privatrechts grundsätzlich nicht im Wege des Durchgriffs durch diese Gesellschaft auf die Beurteilung Einfluß nehmen dürfen, ob der Gesellschafter der GmbH als "verdeckter Mitunternehmer" der GmbH & Co. KG anzusehen ist.
Für die Annahme der Mitunternehmerschaft genügt auch ein verdecktes Gesellschaftsverhältnis; ob ein solches Gesellschaftsverhältnis vorliegt, ist unabhängig von der formalen Bezeichnung der zwischen den Beteiligten bestehenden Rechtsbeziehungen nach dem Gesamtbild der Verhältnisse zu beurteilen (st. Rspr., vgl. z.B. BFH-Urteile vom 13. Juli 1993 VIII R 50/92, BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282, m.w.N.; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
Die Innengesellschaft kann formfrei durch schlüssiges Handeln zustandekommen (Urteil in BFHE 181, 423, 430, BStBl II 1997, 272, m.w.N.).
Hat der Geschäftsführer sich nicht wie ein weisungsgebundener Arbeitnehmer verhalten, sondern die Befugnisse eines Gesellschafters in Anspruch genommen, spricht dies dafür, daß die in den Austauschverträgen vereinbarten Leistungen als Beiträge zur Erreichung eines gemeinsamen Gesellschaftszwecks erbracht werden sollen (Urteile vom 21. September 1995 IV R 65/94, BFHE 179, 62, BStBl II 1996, 66; in BFHE 181, 423, 434, BStBl II 1997, 272, m.w.N.).
Die Merkmale der (Mit-)Unternehmerinitiative und des (Mit-) Unternehmerrisikos können im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein (BFH-Urteil vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
BFH, 25.04.2006 - VIII R 74/03
c) Da der gesetzlich nicht erläuterte Begriff des Mitunternehmers einer abschließenden Definition, d.h. einer tatbestandlichen Kennzeichnung durch eine begrenzte Anzahl von Kriterien nicht zugänglich ist, können die Merkmale der Mitunternehmerinitiative und des Mitunternehmerrisikos im Einzelfall mehr oder weniger ausgeprägt sein (sog. Typusbegriff; z.B. BFH-Urteil vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272, 275).
BFH, 01.07.2003 - VIII R 2/03
Für die Annahme der Mitunternehmerschaft genügt auch ein verdecktes Gesellschaftsverhältnis; ob ein solches Gesellschaftsverhältnis vorliegt, ist unabhängig von der formalen Bezeichnung der zwischen den Beteiligten bestehenden Rechtsbeziehungen nach dem Gesamtbild der Verhältnisse zu beurteilen (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 13. Juli 1993 VIII R 50/92, BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282, m.w.N.; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272; vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190, BStBl II 1998, 480).
Die Innengesellschaft kann formfrei durch schlüssiges Handeln zustande kommen (BFH-Urteile in BFHE 181, 423, 430, BStBl II 1997, 272, m.w.N.; BFHE 185, 190, BStBl II 1998, 480).
Indessen darf der entsprechende Verpflichtungswille nicht lediglich fiktiv unterstellt werden (BFH-Urteile in BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282, 284, m.w.N.; BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272; BFHE 185, 190, BStBl II 1998, 480).
bb) Der zwischen der GmbH und dem Beigeladenen abgeschlossene Geschäftsführer-Anstellungsvertrag darf nach der Rechtsprechung des Senats im Hinblick auf die rechtliche Selbständigkeit der GmbH als juristische Person des Privatrechts nicht im Wege des Durchgriffs als ein zur KG bestehendes verdecktes Gesellschaftsverhältnis als notwendige Grundlage für eine Mitunternehmerstellung bei der KG ausgelegt werden (Urteil in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
Denn die Frage, ob ein Gehalt unangemessen ist, hängt nicht in erster Linie von den Erträgen des Unternehmens, sondern davon ab, ob es der Leistung entspricht und auch für Dritte aufzubringen gewesen wäre (vgl. BFH-Urteile in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62;… vom 23. August 1990 IV R 58/89, BFH/NV 1991, 661; vom 21. September 1995 IV R 65/94, BFHE 179, 62, BStBl II 1996, 66; in BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
Zustandekommen eines Gesellschaftsvertrages durch schlüssiges Verhalten
Für die Annahme der Mitunternehmerschaft genügt auch ein verdecktes Gesellschaftsverhältnis; ob ein solches Gesellschaftsverhältnis vorliegt, ist unabhängig von der formalen Bezeichnung der zwischen den Beteiligten bestehenden Rechtsbeziehungen nach dem Gesamtbild der Verhältnisse zu beurteilen (st. Rspr., vgl. z.B. BFH-Urteile vom 13. Juli 1993 VIII R 50/92, BStBl II 1994, 282, m.w.N.; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BStBl II 1997, 272; vom 16.12.1997 VIII R 32/90, BStBl II 1998, 480).
Die Innengesellschaft kann formfrei durch schlüssiges Handeln zustande kommen (BFH-Urteil vom 01.08.1996 VIII R 12/94, BStBl II 1997, 272, m.w.N., vom 16.12.1997 VIII R 32/90, BStBl II 1998, 480).
Hat der Geschäftsführer sich nicht wie ein weisungsgebundener Arbeitnehmer verhalten, sondern die Befugnisse eines Gesellschafters in Anspruch genommen, spricht dies dafür, dass die in den Austauschverträgen vereinbarten Leistungen als Beiträge zur Erreichung eines gemeinsamen Gesellschaftszwecks erbracht werden sollen (Urteile vom 21. September 1995 IV R 65/94, BStBl II 1996, 66; vom 01.08.1996 VIII R 12/94, BStBl II 1997, 272, m.w.N.).
In diesem Sinne ist eine Tantiemevereinbarung als ungewöhnlich zu werten, die bewirkt, dass stets der überwiegende Teil des Jahresgewinns der KG dem Geschäftsführer zufließt (BFH-Urteil vom 01.08.1996 VIII R 12/94, BStBl 1997, 272 m.w.N.).
Sie sind anzunehmen, wenn sich ein Geschäftsführer wie ein (Allein-)Inhaber des betreffenden Unternehmens verhält (BFH vom 01.08.1996 VIII R 12/94, BStBl II 1997, 272).
Kennzeichnend für das Mitunternehmerrisiko des Gesellschafters einer Innengesellschaft ist, dass das Unternehmen im Innenverhältnis (d.h. mit schuldrechtlicher Wirkung) auf gemeinsame Rechnung und Gefahr des nach außen auftretenden Geschäftsinhabers und des anderen Gesellschafters geführt wird (BFH-Urteile in BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282; vom 1. August 1996 VIII R 12/94, BFHE 181, 423, BStBl II 1997, 272).
BFH, 21.04.2009 - II R 26/07
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FG Saarland, 07.10.2004 - 1 V 266/04
Keine Mitunternehmerschaft bei Nießbrauch am Gewinnbezugsrecht des Kommanditisten
FG Hamburg, 21.09.2000 - II 697/99
Zur Ernsthaftigkeit der Vereinbarung eines Gesellschaftsverhältnisses zwischen
FG Hamburg, 04.11.2009 - 2 K 165/09
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FG München, 06.11.2003 - 5 K 3973/00
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FG Hamburg, 12.06.2003 - V 247/02
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FG Rheinland-Pfalz, 18.05.2001 - 3 K 3030/97
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FG Hessen, 16.05.1997 - 8 V 5391/96
Voraussetzung der ernstlichen Zweifel an der Rechtmäßigkeit bei der Aussetzung …
FG Münster, 23.09.2008 - 1 K 5114/04