Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=08.09.1998&Aktenzeichen=3%20AZR%20185/97
Timestamp: 2020-04-05 23:53:11
Document Index: 298893544

Matched Legal Cases: ['§ 303', '§ 61', '§ 146', '§ 303', '§ 322', 'BGH', '§ 303', '§ 303', 'BGH', '§ 303', '§ 303', '§ 303', '§ 303', '§ 303', '§ 303', '§ 303', 'BGH', '§ 303', '§ 302', 'BGH']

BAG, 08.09.1998 - 3 AZR 185/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,733
BAG, 08.09.1998 - 3 AZR 185/97 (https://dejure.org/1998,733)
BAG, Entscheidung vom 08.09.1998 - 3 AZR 185/97 (https://dejure.org/1998,733)
BAG, Entscheidung vom 08. September 1998 - 3 AZR 185/97 (https://dejure.org/1998,733)
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AktG §§ 303, 322; KO § 61 Abs. 1 Nr. 6, § 146
AktG §§ 303, 322
Konzernrechtliche Durchgriffshaftung - Unternehmensaufspaltung - GmbH & Co. KG - Betriebsgesellschaft - Besitzgesellschaft - Liquidität - Produktionsgesellschaft - Vetriebsgesellschaft - Vermögensinteressen
Konzernrechtliche Durchgriffshaftung für Betriebsrentenansprüche auch bei Betriebsaufspaltung im GmbH Co. KG-Konzern
Gesellschaftsrecht; Durchgriffshaftung im GmbH & Co. KG.-Konzern
AktG §§ 322, 303
Konzernrechtliche Durchgriffshaftung für Betriebsrentenansprüche auch bei Betriebsaufspaltung im GmbH & Co. KG-Konzern
ArbG Bielefeld, 10.01.1996 - 4 Ca 1659/94
NJW 1999, 2612
ZIP 1999, 723
NZA 1999, 543
NZI 1999, 205
DB 1999, 1068
NZG 1999, 661
Zumindest für die sog. "echte" Betriebsaufspaltung (Aufspaltung eines zuvor einheitlichen Unternehmens) ist dies auch bereits mehrfach durch die höchstrichterliche Zivilrechtsprechung entschieden worden (vgl. BGH-Urteil vom 9. Oktober 1986 II ZR 58/86, NJW 1987, 1080; Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 8. September 1998 3 AZR 185/97, NJW 1999, 2612; Urteil des KG vom 1. August 2000 14 U 9216/98, NZG 2001, 80).
Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 8. September 1998 (- 3 AZR 185/97 -) für die Betriebsrenten- und Versorgungsansprüche der bei der Produktionsgesellschaft beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entschieden, daß die Vertriebsgesellschaft nach den Grundsätzen der Durchgriffshaftung im qualifiziert faktischen Konzern für die Verbindlichkeiten der Produktionsgesellschaft haftet.
Vertragspartner der Arbeitnehmer war ausschließlich die Produktionsgesellschaft (so ausdrücklich im Vorverfahren BAG 8. September 1998 - 3 AZR 185/97 - AP AktG § 303 Nr. 12 = EzA AktG § 303 Nr. 8).
a) Die Parteien sind von den in der früheren Rechtsprechung entwickelten konzernrechtlichen Haftungsregeln ausgegangen (vgl. dazu BGH 29. März 1993 - II ZR 265/92 - AP AktG § 303 Nr. 2; 13. Dezember 1993 - II ZR 89/93 - AP AktG § 303 Nr. 5; BAG 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - BAGE 76, 79; 1. August 1995 - 9 AZR 378/94 - AP AktG § 303 Nr. 8 = EzA AktG § 303 Nr. 6; 8. September 1998 - 3 AZR 185/97 - AP AktG § 303 Nr. 12 = EzA AktG § 303 Nr. 8).
Nach der ständigen Rechtsprechung des BAG (Urteil vom 08.09.1998 - 3 AZR 185/97 - AP Nr. 12 zu § 303 AktG) und des BGH (Urteil vom 13.12.1993 - II ZR 89/93 - AP Nr. 5 zu § 303 AktG) kommt ein Haftungsdurchgriff durch die unmittelbar schuldende Gesellschaft entsprechend den §§ 302, 303 AktG in Betracht, wenn sich die Wahl der haftungsbeschränkenden Rechtsform objektiv als missbräuchlich darstellt.
Hiervon ausgehend sind die Regeln über die konzernrechtliche Durchgriffshaftung anwendbar, wenn die abhängige Gesellschaft von der herrschenden Gesellschaft gesteuert wird, die abhängige Gesellschaft nicht für ihre Liquidität vorsorgen kann und die herrschende Gesellschaft nicht darzulegen vermag, dass sich eine unabhängige Gesellschaft auf eine derartige Verhaltensweise hätte einlassen können (BAG, Urteil vom 08.09.1998 - 3 AZR 185/97 - a.a.O.).
Für eine Durchgriffshaftung der Beklagten gegenüber den Arbeitnehmern der d. GmbH auf Zahlung der Sozialplanabfindungen (vgl. aus der umfangreichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshof und des Bundesarbeitsgerichts: BAG vom 24.11.2004, Az. 8 AZR 1/05; BAG vom 14.12.2004, Az. 1 AZR 504/03; BAG vom 31.07.2002, Az. 10 AZR 420/01; BAG vom 08.09.1998, Az. 3 AZR 185/97; BAG vom 10.02.1995, Az. 5 AZR 677/97; BGH vom 14.11.2005, Az. II ZR 178/03) ist nichts dargetan und auch nichts ersichtlich.