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Timestamp: 2016-10-27 10:50:41
Document Index: 284735598

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

1P.462/2003 (10.09.2003)
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Peter Stein, Florastrasse 44, 8008 Z�rich,
Bezirksanwaltschaft Z�rich, B�ro A-2, Stauffacherstrasse 55, Postfach, 8026 Z�rich,
Staatsrechtliche Beschwerde gegen die Verf�gung des Bezirksgerichts Z�rich, Haftrichter, vom 25. Juli 2003.
Mit Verf�gung vom 30. September 2002 ordnete der Haftrichter des Bezirksgerichts Z�rich die Untersuchungshaft von X.________ an. Dem Angeschuldigten wurde vorgeworfen, seine Lebenspartnerin am 18. September 2002 derart mit F�usten und F�ssen traktiert zu haben, dass diese gem�ss den �rztlichen Berichten neben verschiedenen Rippenbr�chen zumindest Anrisse von Leber und Milz erlitt, was - wenn auch in geringem Masse - zu inneren Blutungen f�hrte. Nach der Einsch�tzung des Instituts f�r Rechtsmedizin bestand f�r die Gesch�digte "eine nicht unerhebliche Gef�hrdung, durch diese Verletzung in eine unmittelbare Lebensgefahr zu geraten, wobei sich dieses Risiko bei ihr nicht realisierte" (Act. 5/5, Schreiben vom 19. Februar 2003). Am 22. November 2002 wurde X.________ im Einverst�ndnis mit der Gesch�digten aus der Haft entlassen. Das Verfahren ist nach wie vor h�ngig.
Am 24. Januar 2003 wurde gegen X.________ erneut eine Strafuntersuchung eingeleitet, wegen Verdachts der einfachen K�rperverletzung, begangen zum Nachteil seiner Lebenspartnerin. Am 27. Januar 2003 ordnete der Haftrichter wiederum die Untersuchungshaft an, welche mit Kollusionsgefahr begr�ndet wurde. Der Angeschuldigte soll der Gesch�digten am 23. Januar 2003 im Verlaufe einer Auseinandersetzung aufs linke Ohr geschlagen haben, was zu einer vor�bergehenden Beeintr�chtigung der H�rfunktion f�hrte.
Am 12. M�rz 2003 wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Der amtliche Verteidiger des Angeschuldigten stellte am 2. April 2003 ein Haftentlassungsgesuch, da keine Kollusionsgefahr mehr bestehe. Mit Verf�gung vom 5. April 2003 lehnte der Haftrichter das Gesuch ab und verl�ngerte die Untersuchungshaft bis 27. Juli 2003.
Mit Gesuch vom 25. Juni 2003 beantragte der Angeschuldigte erneut die Haftentlassung. Die Wiederholungsgefahr werde von der Gesch�digten selber gesetzt, weil sie nicht aus seiner Wohnung ausziehe. Der Haftrichter lehnte das Gesuch am 28. Juni 2003 wiederum ab. Er wies darauf hin, dass eine weitere Haftverl�ngerung nach dem 27. Juli 2003 nur in Frage kommen k�nne, wenn die Untersuchungsbeh�rde zwingende Gr�nde dartue und das mutmasslich beantragte Strafmass in der Begr�ndung hinreichend konkret darlege.
Der Bezirksanwalt V f�r den Kreis Z�rich stellte am 22. Juli 2003 Antrag auf Fortsetzung der Untersuchungshaft. Er machte unter anderem geltend, der psychiatrische Vorbericht vom 12. Juli 2003 besage, dass beim Angeschuldigten eine hohe Gefahr bestehe, dass dieser sich in gleicher oder �hnlicher Weise wie bisher in Konfliktspannungen gegen�ber Beziehungspersonen zu gewaltt�tigen Ausbr�chen hinreissen lasse. Ausstehend sei noch das psychiatrische Gutachten, welches nun nach Erhalt der neurologischen Untersuchungsergebnisse bis Ende August 2003 fertiggestellt werde, allenfalls schon etwas fr�her. Sobald das Gutachten vorliege, k�nne an sich nach der Schlusseinvernahme umgehend ein vorzeitiger Massnahmeantritt erfolgen, wenn dies der Beschuldigte w�nschen sollte. Der Haftrichter folgte diesem Antrag und verf�gte am 25. Juli 2003 die Fortsetzung der Untersuchungshaft bis 31. August 2003.
Mit Eingabe vom 8. August 2003 erhebt X.________ staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 5 EMRK, Art. 9 und Art. 10 Abs. 2 BV. Er beantragt die Aufhebung der Verf�gung vom 25. Juli 2003 und die Entlassung aus der Haft. �berdies stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.
Der Bezirksanwalt stellte am 25. August 2003 Antrag auf Verl�ngerung der Untersuchungshaft, wiederum unter Berufung auf die Wiederholungsgefahr. Der Haftrichter entsprach diesem Antrag und verl�ngerte die Untersuchungshaft mit Verf�gung vom 29. August 2003 bis zum 30. September 2003.
Der Beschwerdef�hrer ficht die Verl�ngerung der Untersuchungshaft an und verlangt nebst der Aufhebung der angefochtenen Verf�gung die Entlassung aus der Haft. Obwohl die staatsrechtliche Beschwerde grunds�tzlich kassatorischer Natur ist, ist im Rahmen der Beschwerde wegen Verletzung der pers�nlichen Freiheit das Begehren zul�ssig, die kantonalen Beh�rden seien anzuweisen, den Beschwerdef�hrer aus der Haft zu entlassen (BGE 124 I 327 E. 4b/aa S. 333; 115 Ia 293 E. 1a S. 297). Auf die gegen einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid erhobene und frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet den dringenden Tatverdacht nicht, stellt aber den besonderen Haftgrund der Wiederholungsgefahr in Abrede. Sinngem�ss macht er geltend, der Vorfall vom 18. September 2002 sei f�r das h�ngige Verfahren irrelevant, da er am 22. November 2002 aus der damaligen Untersuchungshaft entlassen worden sei. Es sei davon auszugehen, dass die Wiederholungsgefahr gebannt sei, sobald die Gesch�digte seine Wohnung verlasse. Aus dem Umstand, dass sie sich bis heute keine Wohnung gesucht habe, lasse sich ableiten, dass sie weiter mit ihm zusammenleben wolle. Dies lehne er mit Bestimmtheit ab. F�r die Annahme einer Wiederholungsgefahr m�ssten gem�ss � 58 StPO-ZH und der Literatur dazu die bereits begangenen gleichartigen Verbrechen oder erheblichen Vergehen zahlreich sein; das bedeute, das er mindestens mehr als zwei schwere Delikte begangen haben m�sste, was nicht zutreffe. Zudem sei die Aufrechterhaltung der Haft als klar unverh�ltnism�ssig zu beurteilen. Die bisherige Haftdauer sei bereits jetzt in gef�hrliche N�he der zu erwartenden Freiheitsstrafe gelangt, so dass �berhaft vorliege und die pers�nliche Freiheit auch deswegen verletzt sei.
3.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Vorfall vom 18. September 2002 entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers sehr wohl relevant ist f�r die jetzige Untersuchungshaft und die Beurteilung der Wiederholungsgefahr. Das Verfahren wegen dieser ihm vorgeworfenen Handlungen ist nicht abgeschlossen, sondern noch immer h�ngig, wobei die Anklage auf versuchte schwere K�rperverletzung lauten wird (angefochtener Entscheid S. 3). Im angefochtenen Entscheid wird ausdr�cklich ein dringender Tatverdacht sowohl wegen versuchter schwerer K�rperverletzung als auch wegen einfacher K�rperverletzung bejaht, was der Beschwerdef�hrer nicht in Frage stellt.
3.2 Der Bezirksanwalt wie auch der Haftrichter st�tzen sich in ihrer Argumentation auf den speziellen Haftgrund der Wiederholungsgefahr. Die Voraussetzungen der Wiederholungsgefahr werden in � 58 Abs. 1 Ziff. 3 des Z�rcherischen Gesetzes �ber den Strafprozess vom 4. Mai 1919 (StPO; LS 321) aufgef�hrt. Weder aus dem Haftverl�ngerungsantrag noch aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, inwiefern die Bedingungen der zitierten Bestimmung als erf�llt erachtet werden. Die Begr�ndung des Haftentscheides gen�gt nicht, wenn darin einfach allgemein Wiederholungsgefahr bejaht wird. Der Haftrichter muss die gesetzliche Grundlage, auf der sein Entscheid beruht, so angeben, dass sich der Verhaftete zur Wehr setzen kann. Der Beschwerdef�hrer r�gt jedoch nicht eine Verletzung der aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r fliessenden Pflicht der Beh�rden, ihren Entscheid zu begr�nden. Er bestreitet vielmehr die gesetzliche Grundlage f�r die Verl�ngerung seiner Untersuchungshaft, weil er nicht "zahlreiche Verbrechen oder erhebliche Vergehen" im Sinne von � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO begangen habe. Dar�ber, wie diese besondere Voraussetzung der Z�rcher StPO auszulegen und anzuwenden ist, sprechen sich die kantonalen Beh�rden in keiner Weise aus. Sie verzichteten auch auf eine Vernehmlassung, was unter den gegebenen Umst�nden doch etwas befremdet. Es ist vorab die Aufgabe der kantonalen Instanzen, das kantonale Recht auszulegen und anzuwenden. Das Bundesgericht hat alsdann auf staatsrechtliche Beschwerde hin zu pr�fen, ob die entsprechenden Entscheide verfassungsm�ssig seien.
3.3.1 Neben dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts setzt die Verh�ngung von Untersuchungshaft gem�ss � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO voraus, dass aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft bef�rchtet werden muss, der Angeschuldigte werde, "nachdem er bereits zahlreiche Verbrechen oder erhebliche Vergehen ver�bt hat, erneut solche Straftaten begehen". Zu den ver�bten Taten geh�ren strafbare Handlungen, aufgrund welcher eine Verurteilung erfolgt ist, sowie Delikte, die Gegenstand eines noch pendenten Strafverfahrens bilden. Die Vorstrafenlosigkeit des Angeschuldigten steht der Annahme der Wiederholungsgefahr damit nicht entgegen (Andreas Donatsch, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Z�rich, M�rz 1996, N. 49 zu � 58 StPO; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Z�rich 1997, N. 701b, S. 210). Unklar ist indessen, welche Tragweite dem Begriff "zahlreiche" zukommt. Die Mindestzahl kann nicht in genereller Weise festgelegt werden. Sie h�ngt von der Schwere der ver�bten Straftaten ab (Donatsch, a.a.O., N. 50 zu � 58 StPO). Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, ob zwei Vorf�lle gen�gen k�nnen, um eine Wiederholungsgefahr im Sinn von � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO zu bejahen. Nach dem Wortlaut d�rfte dies zu verneinen sein (Donatsch, a.a.O., N. 50 zu � 58 StPO). Die rechtsanwendende Beh�rde ist an einen klaren, unzweideutigen Gesetzeswortlaut gebunden; sie darf nur ausnahmsweise davon abweichen, u.a. dann, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass er nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (BGE 129 II 232 E. 2.4 S. 236; 128 V 116 E. 3b S. 118f.; 125 III 57 E. 2b S. 58).
3.3.2 Der Inhalt einer Norm ist ausgehend von ihrem Wortlaut nach ihrem Sinn und Zweck und den ihr zugrunde liegenden Wertungen zu ermitteln. Ziel der Auslegung ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis aus der ratio legis (BGE 128 III 113 E. 2a S. 114).
Die Anordnung von Haft wegen Wiederholungsgefahr nach � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO verfolgt den Zweck, Verbrechen und Vergehen zu verh�ten; die Haft ist somit �berwiegend Pr�ventivhaft. Da die Pr�ventivhaft einen schwerwiegenden Eingriff in das Recht der pers�nlichen Freiheit darstellt, muss sie auf einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage beruhen, im �ffentlichen Interesse liegen und verh�ltnism�ssig sein. Die Anordnung von Haft wegen Wiederholungsgefahr ist verh�ltnism�ssig, wenn einerseits die R�ckfallprognose sehr ung�nstig und anderseits die zu bef�rchtenden Delikte von schwerer Natur sind. Die rein hypothetische M�glichkeit der Begehung weiterer Delikte sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nur geringf�gige Straftaten ver�bt werden, reichen dagegen nicht aus, um eine Pr�ventivhaft zu begr�nden. Schliesslich gilt auch bei der Pr�ventivhaft - wie bei den �brigen Haftarten -, dass sie nur als ultima ratio angeordnet werden darf. Wo sie durch mildere Massnahmen (wie z.B. �rztliche Betreuung, regelm�ssige Meldung bei einer Amtsstelle, Anordnung von anderen evtl. station�ren Betreuungsmassnahmen etc.) ersetzt werden kann, muss von der Anordnung oder Fortdauer der Haft abgesehen und an ihrer Stelle eine dieser Ersatzmassnahmen angeordnet werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 124 I 208 E. 5 S. 213; 123 I 268 E. 2c S. 271).
Aus dieser Rechtsprechung wird deutlich, dass es bei drohenden schweren Verbrechen grunds�tzlich nicht darauf ankommen kann, ob der Angeschuldigte "zahlreich" delinquiert hat. Wohl ist bei der Annahme, dass der Angeschuldigte weitere Verbrechen oder Vergehen begehen k�nnte, Zur�ckhaltung geboten. Indes kann auch bei einer einmaligen Tat - aufgrund der psychischen Verfassung des Verd�chtigen beziehungsweise seiner Unberechenbarkeit oder Aggressivit�t - Wiederholungsgefahr in Betracht fallen. Anders zu entscheiden hiesse, die potentiellen Opfer von neuerlichen Taten einem nicht verantwortbaren Risiko auszusetzen (vgl. BGE 123 I 268 E. 2c und e S. 271 ff.).
Der Z�rcherische Gesetzgeber d�rfte kaum gewollt haben, dass bei Gewalttaten von besonderer Schwere erst dann vom Haftgrund der Wiederholungsgefahr auszugehen ist, wenn mindestens drei Vorf�lle bekannt sind. Anders verh�lt es sich bei geringf�gigen Straftaten: Hier bringt der Begriff "zahlreich" die unter dem Blickwinkel der pers�nlichen Freiheit gebotene Zur�ckhaltung zum Ausdruck.
3.3.3 F�r eine Auslegung, die sich nicht streng am Wortsinn des Begriffes "zahlreich" orientiert, sondern auf die ratio legis abstellt, spricht �berdies der Zusammenhang zwischen dem Haftgrund der Wiederholungsgefahr gem�ss � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO und demjenigen der Ausf�hrungsgefahr nach � 58 Abs. 2 StPO. Gest�tzt auf � 58 Abs. 2 StPO darf Untersuchungshaft angeordnet werden, wenn sich der dringende Tatverdacht auf ein in strafbarer Weise versuchtes oder vorbereitetes Verbrechen bezieht und aufgrund bestimmter Anhaltspunkte ernsthaft bef�rchtet werden muss, der Angeschuldigte werde die Tat ausf�hren. Nach dieser Bestimmung ist Pr�ventivhaft somit zul�ssig, wenn die Anlasstat ein Versuch ist und die Gefahr droht, der Angeschuldigte werde die Straftat vollenden. Aufgrund der darin enthaltenen Wertentscheidung des Gesetzgebers ist Pr�ventivhaft auch in Betracht zu ziehen, wenn die Anlasstat ein vollendetes Delikt ist und eine Wiederholung ernsthaft droht, sofern es sich um ein schweres Delikt handelt und ein deswegen nicht verantwortbares Risiko besteht. In diesem Sinn ist � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO zu verstehen. Eine streng wortgetreue Auslegung des Begriffes "zahlreich" h�tte andernfalls Konsequenzen, die nicht dem Willen des Z�rcherischen Gesetzgebers entsprechen k�nnen.
3.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es bei der Bejahung der Wiederholungsgefahr gem�ss � 58 Abs. 1 Ziff. 3 StPO nicht darauf ankommen kann, ob der Angeschuldigte mindestens drei Verbrechen oder erhebliche Vergehen begangen hat. Im Sinne der ratio legis der Pr�ventivhaft ist massgeblich auf die Schwere der Tat abzustellen, deren Wiederholung aufgrund der konkreten Umst�nde droht.
3.4 Der Beschwerdef�hrer hat die Gesch�digte am 18. September 2002 derart schwer verletzt, dass sie neben verschiedenen Rippenbr�chen zumindest Anrisse von Leber und Milz erlitt, was - wenn auch in geringem Masse - zu inneren Blutungen f�hrte. Zwar hat sich das Risiko der unmittelbaren Lebensgefahr bei der Gesch�digten nicht realisiert. Gem�ss dem Gutachten des Instituts f�r Rechtsmedizin vom 19. Februar 2003 stellt "das spontane Sistieren der aus solchen Organrissen austretenden Blutungen" eher die Ausnahme als die Regel dar (Act. 5/5). Gegen den Beschwerdef�hrer ist aus diesem Grund das Verfahren wegen versuchter schwerer K�rperverletzung h�ngig und es wurde zu Recht ein entsprechender dringender Tatverdacht bejaht (E. 3.1 oben). Nur zwei Monate nach Entlassung aus der Untersuchungshaft im November 2002 hat der Beschwerdef�hrer seine Lebenspartnerin im Januar 2003 erneut derart stark geschlagen, dass ihr H�rverm�gen vor�bergehend beeintr�chtigt war.
Der psychiatrische Vorbericht vom 12. Juli 2003 (Act. 10/4) bejaht eine R�ckfallgefahr des Beschwerdef�hrers. Alkoholkonsum und Wutausbr�che mit brachialer Gewaltanwendung geh�rten nach Meinung des Gutachters zum "eingeschliffenen Verhaltensrepertoire" des Beschwerdef�hrers; seine Gewaltausbr�che seien reaktiver Natur. Die R�ckfallgefahr werde durch ihn objektiv oder subjektiv belastende und reizende St�rungen ausgel�st. Sie entstehe vor allem daraus, dass er seine Kontroll- und Steuerungsf�higkeit �ber sein aggressives Tun verliere und dabei mit "blindw�tig-ungebremster Heftigkeit" auf sein Opfer einschlage. Die R�ckfallgefahr werde im Besonderen durch seine v�llige Uneinsichtigkeit in seine Gef�hrdung und Behandlungsbed�rftigkeit bewirkt. Eine erhebliche Gefahrensituation entstehe vor allem bei einem Zusammenleben mit der Lebenspartnerin.
3.5 Es ist somit durchaus ernsthaft zu bef�rchten, dass der Beschwerdef�hrer bei Entlassung aus der Haft sein Opfer erneut schl�gt und schwer verletzt. Aufgrund der bei den bisherigen Taten zu Tage getretenen Aggressivit�t ist der Haftrichter zu Recht davon ausgegangen, es bestehe eine grosse Gefahr, der Beschwerdef�hrer k�nnte an der Gesch�digten ein Verbrechen begehen.
3.6 Somit ist festzuhalten, dass die bereits begangenen K�rperverletzungen, die unbestritten ung�nstige R�ckfallprognose und die Schwere der zu bef�rchtenden Delikte die Untersuchungshaft - gest�tzt auf die verfassungskonforme Auslegung der Z�rcher Bestimmung �ber die Wiederholungsgefahr - grunds�tzlich rechtfertigen.
Zu pr�fen bleibt, ob die Dauer der Untersuchungshaft zul�ssig ist, was der Beschwerdef�hrer bestreitet.
Der Beschwerdef�hrer befindet sich insgesamt seit �ber 9 � Monaten in Haft.
Zur Frage der �berhaft �ussert sich der Haftrichter ebenfalls nur am Rande. Wenn er festh�lt, nach Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens k�nne die Schlusseinvernahme durchgef�hrt und allenfalls ein vorzeitiger Massnahmeantritt erfolgen, so kann - jedenfalls solange die Massnahmebed�rftigkeit in Frage steht - davon ausgegangen werden, die Haftdauer sei noch verh�ltnism�ssig. Der zust�ndige Bezirksanwalt wird jedoch nach dem Eingang des psychiatrischen Gutachtens umgehend die Frage der �berhaft erneut pr�fen m�ssen, auch wenn die Haft inzwischen aus den gleichen Gr�nden wie bisher bis zum 30. September 2003 verl�ngert wurde.
�berdies wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass die Gesch�digte noch immer in der Wohnung des Beschwerdef�hrers lebt. Solange die Gesch�digte nicht auszieht, ist - wie gesehen (E. 3.5 hiervor) - eine neuerliche Aggression des Beschwerdef�hrer ihr gegen�ber ernsthaft zu bef�rchten. Es ist jedoch unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit problematisch, der Gesch�digten, die sich gegen den Willen des Angeschuldigten in dessen Wohnung aufh�lt, lediglich zu empfehlen, diese zu verlassen, und ihr zur Wohnungssuche "noch eine gewisse Zeit" zu belassen (angefochtener Entscheid S. 2/3), w�hrend der Beschwerdef�hrer wegen deren Weigerung, seine Wohnung zu verlassen, den schweren Eingriff in seine pers�nliche Freiheit mit der Untersuchungshaft auf sich nehmen muss. Im Sinne der Verh�ltnism�ssigkeit gilt auch bei der Pr�ventivhaft - wie bei den �brigen Haftarten -, dass sie nur als ultima ratio angeordnet oder aufrechterhalten werden darf. Wo sie durch mildere Massnahmen (wie z.B. �rztliche Betreuung, regelm�ssige Meldung bei einer Amtsstelle, Anordnung von anderen evtl. station�ren Betreuungsmassnahmen etc.) ersetzt werden kann, muss von der Anordnung oder Fortdauer der Haft abgesehen und an ihrer Stelle eine dieser Ersatzmassnahmen angeordnet werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 124 I 208 E. 5 S. 213; 123 I 268 E. 2c S. 271, je mit Hinweisen). Der Bezirksanwalt wird daher umgehend die notwendigen und m�glichen Massnahmen ergreifen m�ssen, welche gew�hrleisten, dass die Gesch�digte die Wohnung des Beschwerdef�hrers verl�sst; allenfalls wird der Bezirksanwalt die zust�ndigen Beh�rden zu entsprechenden Schritten veranlassen m�ssen. Nur f�r die Zeit, die die Pr�fung und Durchf�hrung dieser Massnahmen in Anspruch nimmt, l�sst sich die andauernde Untersuchungshaft noch als verh�ltnism�ssig rechtfertigen.
Demnach ist die staatsrechtliche Beschwerde im Sinne der vorstehenden Erw�gungen abzuweisen.
Das Verfahren vor Bundesgericht wurde haupts�chlich notwendig, weil die kantonalen Beh�rden ihrer Begr�ndungspflicht nicht nachgekommen sind (E. 3.2 oben). Da der Kanton Z�rich in Haftf�llen �ber keine kantonale Beschwerdeinstanz verf�gt, f�llt eine unzureichende Begr�ndung besonders stark ins Gewicht. Der Beschwerdef�hrer sah sich hier in guten Treuen zur Prozessf�hrung veranlasst. Die Verfahrenskosten sind demzufolge in Abweichung von der Regel des Art. 156 Abs. 2 OG dem Kanton Z�rich aufzuerlegen, der �berdies dem anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer eine angemessene Parteientsch�digung zu entrichten hat (Art. 159 Abs. 3 OG).
Der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung wird damit gegenstandslos.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 3'000.-- wird dem Kanton Z�rich auferlegt.
Der Kanton Z�rich hat F�rsprecher Peter Stein, Anwalt des Beschwerdef�hrers, mit Fr. 1'800.-- f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Bezirksanwaltschaft Z�rich, B�ro A-2, und dem Bezirksgericht Z�rich, Haftrichter, schriftlich mitgeteilt sowie der Direktion der Justiz und des Innern und der Staatsanwaltschaft Z�rich zur Kenntnisnahme zugestellt.