Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/leichtflbausbv
Timestamp: 2020-01-28 16:34:11
Document Index: 9301103

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 4', '§ 11', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Der Ausbildungsberuf Leichtflugzeugbauer/Leichtflugzeugbauerin wird staatlich anerkannt.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Auszubildende, denen der Besuch eines nach landesrechtlichen Vorschriften eingeführten schulischen Berufsgrundbildungsjahrs nach einer Rechtsverordnung gemäß § 29 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes als erstes Jahr der Berufsausbildung anzurechnen ist, beginnen die betriebliche Ausbildung im zweiten Ausbildungsjahr.
Arbeiten mit Metallen,
Bearbeiten von Kunststoffen,
Verarbeiten von faserverstärkten Kunststoffmaterialien,
Einrichten, Bedienen und Warten von Maschinen und Geräten,
Herstellen und Anwenden von Vorrichtungen und Formen,
Herstellen von Teilen und Hauptbaugruppen für Leichtflugzeuge,
Endmontage von Leichtflugzeugen,
Warten und Instandsetzen von Leichtflugzeugen.
Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 4 sollen nach der in der Anlage für die berufliche Grundbildung und für die berufliche Fachbildung enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine vom Ausbildungsrahmenplan innerhalb der beruflichen Grundbildung und innerhalb der beruflichen Fachbildung abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhalts ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten diese Abweichungen erfordern.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in Abschnitt I für das erste Ausbildungsjahr und in Abschnitt II unter laufender Nummer 1, Nummer 3 Buchstabe a und Nummer 4 Buchstabe a für das zweite Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend den Rahmenlehrplänen zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens fünf Stunden fünf Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Anfertigen einfacher Bauteile in Handlaminierverfahren,
Herstellen von Holzverbindungen von Hand,
Herstellen von Metallteilen, insbesondere durch Sägen, Bohren, Biegen, Feilen.
Werkstoffe: Holz, Metalle, Kunststoffe,
Flächen- und Körperberechnung,
Zeichnen einfacher Werkstücke.
Die schriftlichen Aufgaben sollen vorwiegend praxisbezogene Fälle berücksichtigen.
(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 16 Stunden eine Arbeitsprobe durchführen. Es kommt insbesondere in Betracht:
ein Schalenbauteil mit Einbauteilen aus faserverstärktem Kunststoff im Handlaminier- und im Sandwichverfahren mit selbstgefertigten Metallbeschlägen anfertigen.
Arbeitsorganisation und Betriebstechnik,
Arbeitsweise, Bedienung und Wartung gebräuchlicher Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitungsmaschinen,
Verfahren bei der Verarbeitung von faserverstärkten Kunststoffen,
Verbindungstechniken im Flugzeugbau,
Funktionsweise der gebräuchlichen Flugüberwachungsinstrumente,
Grundkenntnisse der Aerodynamik und der Flugmechanik;
Material- und Lohnberechnungen,
Hebelgesetz;
Lesen von Skizzen und Zeichnungen,
Skizzieren und Zeichnen von Teilen;
Die Fragen und Aufgaben sollen vorwiegend praxisbezogene Fälle berücksichtigen.
(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und der Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichend Leistungen erbracht sind.
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für die Lehrberufe, Anlernberufe und vergleichbar geregelte Ausbildungsberufe, die in dieser Verordnung geregelt sind, insbesondere für den Ausbildungsberuf Holzflugzeugbauer/Holzflugzeugbauerin, sind vorbehaltlich des § 11 nicht mehr anzuwenden.
Diese Verordnung tritt am 1. August 1987 in Kraft.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Leichtflugzeugbauer/zur Leichtflugzeugbauerin
(Fundstelle: BGBl. I 1986, 2115 - 2119)
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs (§ 4 Nr. 2) a) Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebs erläutern
4 Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung (§ 4 Nr. 4) a) berufsbezogene Vorschriften der Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen, insbesondere Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und Merkblätter nennen und beachten
b) unfallverursachendes Verhalten sowie berufstypische Unfallquellen und Unfallsituationen beschreiben
c) Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Kunstharzen und Lösungsmitteln beachten
d) Regeln für den vorbeugenden Brand- und den Explosionsschutz beschreiben
e) Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom beschreiben
f) Verhalten bei Unfällen und Bränden beschreiben
h) Maßnahmen zur Vermeidung von arbeitsplatzbedingten Umweltbelastungen nennen
i) die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich anführen
5 Lesen und Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen(§ 4 Nr. 5) a) Zeichengeräte handhaben
b) technische Tabellen, Richtlinien und Merkblätter anwenden
c) Skizzen und Zeichnungen anfertigen
6 Be- und Verarbeiten von Holz und Holzwerkstoffen(§ 4 Nr. 6) a) Eigenschaften, Erkennungsmerkmale und Verwendung von berufsüblichen Holzarten und Holzwerkstoffen nennen 16
b) Holz und Holzwerkstoffe lagern
c) Fehler und Güteklassen des Holzes beschreiben
d) Holz und Holzwerkstoffe nach den für die Verwendung wichtigen Eigenschaften auswählen
e) Meßzeuge und Anreißwerkzeuge nennen und anwenden
f) Handwerkzeuge für die Holzbearbeitung nennen, handhaben und instandhalten, insbesondere Sägen, Hobel, Bohrer und Stechbeitel
g) Säge-, Hobel-, Feil-, Schleif und Bohrarbeiten von Hand ausführen
h) Holzverbindungen aus Vollholz und Holzwerkstoffen herstellen, insbesondere Fügen, Eckverbindungen und Schäften
i) Nagel-, Klammer-, Schraub- und Leimverbindungen herstellen
7 Arbeiten mit Metallen(§ 4 Nr. 7) a) Arten und Eigenschaften der berufsüblichen Metalle beschreiben 10
b) einschlägige Handwerkzeuge für die Metallbearbeitung nennen, handhaben und instand halten
c) Meß-, Anreiß-, Säge-, Feil-, Bohr- und Abkantarbeiten von Hand ausführen
e) Metallteile mit Nieten und Klebstoffen sowie durch Löten und Schweißen verbinden
f) Schraubverbindungen herstellen und sichern
8 Bearbeiten von Kunststoffen(§ 4 Nr. 8) a) Arten und Eigenschaften von einschlägigen Kunststoffen nennen 10
b) Kunststoffteile lagern
c) Kunststoffe schneiden, bohren, verformen und verbinden
9 Verarbeiten von faserverstärkten Kunststoffmaterialien(§ 4 Nr. 9) a) Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten von Kunstharzen und Faserverstärkungsmaterialien beschreiben 16
b) Kunstharze und Faserverstärkungsmaterialien lagern, auswählen und aufbereiten
c) einfache faserverstärkte Kunststoffteile herstellen
d) Hilfswerkstoffe nennen und deren Verwendung beschreiben, insbesondere Befestigungsmittel, Schleifmittel und Klebstoffe
1 Verarbeiten von faserverstärkten Kunststoffmaterialien (§ 4 Nr. 9) a) Strangziehverfahren bei der Herstellung von Bauteilen anwenden 14
b) faserverstärkte Kunststoffteile im Handlaminierverfahren herstellen
c) faserverstärkte Kunststoffsandwichteile herstellen
d) Verfahren zur Wärmebehandlung von faserverstärkten Kunststoffen beschreiben und anwenden
2 Einrichten, Bedienen und Warten von Maschinen und Geräten(§ 4 Nr. 10) a) Aufbau und Funktion von Handmaschinen und stationäre Maschinen beschreiben 6
b) Aufgaben von elektrischen Schutzeinrichtungen beschreiben
c) Handmaschinen einsetzen
d) Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitungsmaschinen einrichten und bedienen 8
e) Maschinenwerkzeuge instandhalten
f) Schärfen von Maschinenwerkzeugen beschreiben
g) Maschinen, Geräte und Vorrichtungen warten
h) Störungen an Maschinen und Geräten erkennen und geeignete Maßnahmen zu ihrer Behebung veranlassen
3 Herstellen und Anwenden von Vorrichtungen und Formen (§ 4 Nr. 11) a) Vorrichtungen und Formen nach dem Verwendungszweck unterscheiden 2
b) Werkstoffe für den Formen- und Vorrichtungsbau auswählen 10
c) Schablonen und Vorrichtungen anfertigen
d) Urmodelle anfertigen
e) Formen herstellen
f) Vorrichtungen und Formen instandhalten
4 Herstellen von Teilen und Hauptbaugruppen für Leichtflugzeuge (§ 4 Nr. 12) a) Einbauteile herstellen, insbesondere Rippen, Spanten, Stege, Ruder, Klappen und Verkleidungen 10
b) Schalen laminieren 8
c) Einbauteile einkleben
d) Beschläge montieren
e) Schalen verkleben
5 Behandeln von Oberflächen (§ 4 Nr. 13) a) Materialien und Verfahrenstechniken zur Oberflächenbehandlung nennen 12
b) unterschiedliche Verfahrenstechniken zur Oberflächenbehandlung anwenden, insbesondere Schleifen, Spachteln, Lackieren und Polieren
c) Oberflächen ausbessern
d) Korrosionsschutzmaßnahmen beschreiben und durchführen
6 Endmontage von Leichtflugzeugen(§ 4 Nr. 14) a) Teile zu Hauptbaugruppen zusammenbauen 22
b) Hauptbaugruppen zusammenfügen
c) Fahrwerk und Beschläge montieren
d) Steuerwerk einstellen
e) Bordgeräte einsetzen, anschließen und auf Funktion überprüfen
f) Wägung und Endkontrolle durchführen
7 Warten und Instandsetzen von Leichtflugzeugen (§ 4 Nr. 15) a) Wartungen und Reparaturen nach schriftlichen Anweisungen durchführen 12
b) Schäden an Zelle, Beschlägen und Bordgeräten feststellen
Leichtflugzeugbauer-Ausbildungsverordnung
1986, 2112: BGBl I