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Timestamp: 2019-10-16 14:19:49
Document Index: 174044759

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 21', 'Art. 101', '§ 115', '§ 21', 'Art. 101', '§ 105']

Zulässigkeit der Verteilung der Geschäfte des Finanzgerichts nach dem jeweils beteiligten Finanzamt / BFH / 2012 / Rechtsprechung / Rechtsprechung / Rechtsportal - Deubner Rechtsportal
BFH (V B 72/18) | Datum: 27.11.2018
BFH (III B 92/15) | Datum: 06.06.2016
BFH (IV B 128/15) | Datum: 27.01.2016
BFH, Beschluss vom 24.10.2012 - Aktenzeichen I B 140/12
DRsp Nr. 2013/155
1. NV: Das Gebot des gesetzlichen Richters ist nicht verletzt, wenn sich nach dem Geschäftsverteilungsplan eines FG die Zuständigkeit der Senate außerhalb der Spezialmaterien nach den jeweils beteiligten Finanzämtern richtet. 2. NV: Das FG kann anstelle von Entscheidungsgründen auf die Begründung eines dem Urteil vorangegangenen Beschlusses über die Ablehnung eines AdV-Antrags in gleicher Sache verweisen.
Die nach dem jeweils beteiligten Finanzamt unterscheidende Verteilung der allgemeinen, nicht in die Spezialzuständigkeit eines bestimmten Senats fallenden Streitsachen in der Geschäftsverteilung des Finanzgerichts wird den Anforderungen an eine Verteilung der Geschäfte nach generell-abstrakten Merkmalen gerecht.
FGO § 115 Abs. 2 Nr. 3 ; GVG § 21e Abs. 1 S. 1; GG Art. 101 Abs. 1 S. 2;
II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet. Die geltend gemachten Verfahrensmängel (Zulassungsgrund gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung -- FGO --) liegen nicht vor.
1. Die Klägerin rügt die Besetzung des erstinstanzlichen Gerichts. Der Geschäftsverteilungsplan des FG Berlin-Brandenburg für 2012 (Geschäftsverteilungsplan 2012) entspreche nicht dem Grundgesetz ( GG ) und dem Gerichtsverfassungsgesetz ( GVG ), weil die Verteilung der Streitsachen auf die einzelnen Senate sich --abgesehen von den Spezialmaterien-- nach den jeweils beteiligten Finanzämtern richte.
Die Rüge ist unbegründet. Nach § 21e Abs. 1 Satz 1 GVG verteilt das jeweilige Präsidium des Gerichts die Geschäfte auf die einzelnen Senate. Aus dem Gebot des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ) folgt, dass die Verteilung der Geschäfte nach generell-abstrakten Merkmalen erfolgen muss, die die steuernde Auswahl und Manipulation bei der Zuteilung der zu erledigenden Aufgaben nach Möglichkeit vermeiden; die Zuweisung des Rechtsstreits zu einem bestimmten Spruchkörper oder Richter muss aus Sicht des Gerichts nach zufälligen Kriterien und "blindlings" erfolgen (Plenumsbeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 8. April 1997 1 PBvU 1/95, BVerfGE 95, 322 , BStBl II 1997, 672 ).
Auch diese Rüge bleibt ohne Erfolg. Mit Blick auf das Erfordernis der Urteilsbegründung gemäß § 105 Abs. 2 Nr. 5 FGO ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn anstelle von Entscheidungsgründen auf eine zwischen den Beteiligten ergangene andere Entscheidung des FG verwiesen wird, die die gleichen Sachverhalte und Rechtsfragen betrifft (Senatsbeschluss vom 17. Dezember 1998 I R 56/98, BFH/NV 1999, 808 ).
Vorinstanz: FG Berlin-Brandenburg, vom 06.08.2012 - Vorinstanzaktenzeichen 12 K 12115/11
BFH/NV 2013, 226
Zitieren: BFH - Beschluss vom 24.10.2012 (I B 140/12) - DRsp Nr. 2013/155