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Timestamp: 2019-12-14 16:09:08
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Matched Legal Cases: ['§52', '§52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52']

Urheberrecht: Bildungsprivileg wird über den Jahreswechsel gerettet
In der letzten Woche ist in Sachen Bildungsprivileg im Urheberrecht einige Bewegung entstanden. Im Bundestag wurden Anträge beraten. Demnach sieht es nun so aus, als würde die zeitliche Befristung um weitere zwei Jahre verlängert.
Das Aufatmen darf aber nicht von Dauer sein. Zum einen steht der Entscheid eines Musterprozess vor der Tür, der die Frage ‘kleine Teile’ auslegen wird. Zum anderen ist in dem Verfahren auch über die Frage der Ausdruckbarkeit zu entscheiden. Das erstinstanzliche Gericht hatte entscheiden, dass die Zahl der ausdruckbaren Seiten beschränkt werden müsse.
Für die Hochschulen heißt dies, dass Sie sich mit den Verwertungsgesellschaften auf einen Vergütungsvertrag einigen müsen. (Anm.: Man könnte den Satz auch umdrehen.) Andererseits kann man den Zwei-Jahreszeitraum auch nutzen, um die Frage des Open-Access zu regeln.
Die Auseinandersetzung geht weiter. Es ist in den nächsten Wochen zunächst zu schauen, ob die Beratungen im Parlament tatsächlich abgeschlossen werden.
Vielen Dank an Andreas Vollmer und Michael Wuttke für folgende Link - Link - s.
Mir fällt dabei auf, dass inzwischen der §52a UrhG als eLearning-Paragraph bezeichnet wird. Diese Bezeichnung war mir früher nicht begegnet. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Bezeichnung hilfreich ist. Einerseits bezieht sich §52a auch auf Fotokopien, andererseits wäre mal genauer hinzuschauen, ob es eLearning nicht weiterer Schranken im Urheberrecht bedürfe.
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Moodle: den Texteditor anpassen
In Kürze wird Moodle 2.4 erscheinen. Eine Funktion, die komplett neu ist, ist die Anpassungsmöglichkeit für den Texteditor. Der Screenshot zeigt oben eine reduzierte Form, unten die Standarddarstellung.
In welchen Situationen ist es sinnvoll, Funktionen zu reduzieren und welche sollten am besten wegfallen?
Sabine hat in den Kommentaren gefragt. Die horizontale Linie und der Blocksatz kann auch aktiviert werden. Der Screenshot zeigt es Das geht ohne Änderung des Programmcodes. Ich werde mal Versuche herauszubekommen, welche Funktionen mit welchen Kürzeln im Standard verfügbar sind.
Nach etwas Suchen habe ich nun auch eine (vermutlich) komplette Liste der Funktionen gefunden und eingefügt:
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Heute mal ein Stellenangebot für Berlin: Moodle-Linux Server Administration
Als Moodle Partner betreuen wir aktuell mehrere hundert Moodle-Systeme auf eigenen Linux-Servern und in kundeneigenen Strukturen. Diese wollen gehegt und gepflegt…. Stopp: Nein, das nennt man … administriert werden.
Wir bauen unser Team aus. Daher wollen wir zwei weitere Stellen schaffen mit dem Schwerpunkt Linux-Server-Administration.
Details gibt es hier in deutscher oder englischer Sprache.
If you like to work in Berlin and speak English your are welcome in our team.
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Learning analytics und Moodle
Seit einiger Zeit geistert ein Stichwort durch die internationale eLearning Landschaft: learning analytics.
Dahinter steckt die Idee, die von Lernern in Lernumgebungen im Hintergrund erzeugten Daten über Nutzung und Lernfortschritt, aber auch über Lernhindernisse auzuwerten, um daraus Hinweise zur Kursoptimierung oder zur verbesserten Lernerunterstützung zu gewinnen. Learning analytics ist kein klar abgegrenzter Begriff. Daher werden mit ihm noch rechtunterschiedliche Ideen verbunden.
Tatsächlich sind es zumeist noch Ideen und häufig ist wenig konkretes zu erkennen.
Wenig beachtet lauft seit 2011 das Projekt Lernprozessmonitoring - Monitoring von Lernprozessen in personalisierenden und nicht
personalisierenden Lernplattformen der Beuth Hochschule für Technik zusammen mit eLeDia und anderen Partnern.
Ich hatte heute Gelegenheit den aktuellen Projektstand zu sehen und bin beeindruckt.
In stark vereinfachter Darstellung übernimmt LEMO die Datenbank und die ServerLog-Daten aus der Moodle-Lernplattform, anonymisiert diese vollständig und wertet sie dann mittels Data-Warehouse-Methoden aus.
Aktuell sind u.a. folgende Auswertungen möglich:
Zahl und Häufigkeit des Zugriffs auf Lerninhalte im Kurs
Zugriffsreihenfolge auf Lerninhalte (tatsächlich genutzte Lernpfade) einzelner Nutzer oder wiederholte Kombinationen von Aktivitätsaufrufen
Zeitreiheneinschränkung
Nutzergruppenauswertung
Vergleiche (in Vorbereitung)
Die Darstellung der Daten erfolgt in unterschiedlicher grafischer Weise als Balkengrafik oder Netzgrafiken, die sich dynamisch anpassen. Derzeit ist das Tool in einer Entwicklungsphase und kann als alpha-Prototyp bezeichnet werden.
Die heutige interne Diskussion in Berlin hat gezeigt, dass die Auswertung der Daten durchaus Erkenntnisse zur Lernprozessanalyse liegert, gleichwohl weder eine eierlegende Wollmichsau ist, die Antworten auf alle Fragen liefert, noch ganz einfach zu interpretierende Daten liefert. Eine Erkenntnis war, dass es durchaus einer umfassenden Erläuterung bedarf wie manche Daten aus dem Rohmaterial herausgenommen und analysiert werden, um die Ergebnisse interpretien zu können.
Von einem Projekt mit dem Ziel, einen Prototyp zu entwickeln kann man sicher nicht erwarten bereits eine perfekte Lösung bereitzustellen. Man kann jedoch bereits jetzt konstatieren, dass eine gute Basis gelegt ist, auf der man weitere Arbeiten aufbauen kann.
Am 30. November wird es in der Beuth Hochschule in Berlin eine öffentliche Präsentation des Arbeitsstandes geben. Interesenten wenden sich bitte an info@eledia.de.
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Urheberrecht § 52 a: wer ergreift die Initiative.
Manchmal hat es den Eindruck, man schaut einem ‘Katz und Maus’-Spiel zu. Beim § 52a scheint das der Fall zu sein.
Der § 52a des Urheberrechts sieht vor, dass öffentliche Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen) urheberrechtlich geschützte Werke in kleinen Teilen nutzen können. Diese Regelung ist nach mehrmaliger Befristung nun erneut kurz vor dem Auslaufen. Ende 2012 wird sie ungültig, sofern bis dahin nicht jemand das Gesetz ändert.
Die Zuständigkeit für den Bildungsbereich liegt bei den Bundesländern. Die Zuständigkeit für das Urheberrecht liegt beim Bundestag. Das zuständige Ministerium ist das Bundesjustizministerium.
Juli 2012: Das Bundesjustizministerium hat dem zuständigen Ausschuß des Bundestages einen Bericht über die dritte Evaluierung von §52a des Urheberrechtsgesetzes vorgelegt (Ausschussdrucksache 17(6)201). [Danke an Michael Wuttke für den Hinweis auf diese Information der Linken]]. Darin empfiehlt das Ministerium die Verlängerung der bisherigen Regelung.
Oktober 2012: Der Bundesrat befasst sich mit dem Thema und empfiehlt dem Bundestag, die Befristung im Urheberrecht ganz aufzuheben.
Und nun? In zwei Monaten ist Stichtag. Wer hat denn nun den Ball zum Handeln in der Hand? Die Parteien im Bundestag. Sie können eine Gesetzänderung einbringen. Die Bundesrregierung über das Bundesjustizministerium: sie können dem Bundestag einen Gesetzentwurf vorlegen. Die Mitglieder des Rechtsausschuß des Bundestages: sie können im Rahmen der Gesetzesberatung die Änderung des Gesetzes einbringen. Mitglieder mehrerer anderer Ausschüsse des Bundestages, die eine Mitberatung in Urheberrechtsfragen haben. Die Mitglieder des Bundestages: im Rahmen der letztlichen Beratung des Gesetzes können sie noch Änderungen einbringen.
Derzeit wird eine andere Änderung des Urheberrechts noch im Bundestag beraten. Dabei geht es um das Leistungsschutzrecht für Verleger. Es wäre nun ein Leichtes in dem Rahmen gleich den 52a zu erhalten.
Nun denn mal los.
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Bundesrat beantragt § 52a des Urheberrechts zu entfristen, statt auslaufen zu lassen.
Mein Kollege Gerald Hartwig hat mich auf ein paar Neuigkeiten aufmerksam gemacht. Wesentlich dabei ist, dass der Bundesrat Mitte Oktober vorgeschlagen hat den § 52a des Urheberrechts von seiner Befristung zu befreien. Darüber ist interesanterweise nicht öffentlich berichtet worden.
Es ist jedoch eien Blamage, dass das zuständige Bundesjustizministerium in dieser Frage nicht selber tätig geworden ist. Auch das Bundesbildungsministerium hätte hir im Rahmen der interministeriellen Abstimmung die Bildungsinteressen erkennen und einbringen müssen.
Hier der Text der Beschlussfassung. 514-12B.pdf
Der Ball dürfte damit im Fachausschuß des Bundestages und dann im Bundestag liegen.
Urheberrecht: Lehrer aufgepasst! Wenn Recht zu Unrecht wird.
Der Jahreswechsel wird urheberrechtlich für Lehrer zu einem entscheidenden Punkt. Was in 2012 Recht war, kann in 2013 Unrecht sein. Worum geht es?
Am 1. Januar 2013 ist ein Teil des Urheberrechtsgesetzes nicht mehr in Kraft. § 52 a hat ein sog. Bildungsprivileg für die Nutzung von urheberechtlich geschützten Materialien geschaffen. Urheberrechtlich geschützte Materialien konnten bislang in kleinen Teilen für den eigenen Unterricht genutzt werden. Dies erlaubte auch die Digitalisierung und damit die Nutzung in Lernplattformen.
Ausgenommen waren und sind davon alle Formen von Lehrbüchern. Für Lehrbücher gibt es eine besondere vertragliche Regelung zwischen den Schulbuchverlagen, den Verwertungsgesellschaften und den Kultusministerien, die jedoch die Digitalisierung und Nutzung in Lernplattformen ausschließt.
Zum 1. Januar 2013 wird die Sonderregelung des § 52 a ersatzlos wegfallen. Das bedeutet konkret:
Kleine Teile von urheberrechtlich geschützten Dokumenten können nicht mehr im Unterricht genutzt werden.
Sie dürfen nicht mehr als Kopien im Unterricht genutzt werden.
Sie müssen aus Lernplattformen entfernt werden, sofern Schüler darauf noch Zugriff haben.
Etwas was in 2012 noch Recht war, wird damit ab Januar 2013 Unrecht.
Es ist in den letzten Monaten nicht ersichtlich gewesen, dass sich jemand für die Verlängerung dieser Regelung stark gemacht hat.
Lehrende können selbst erstellte Texte, Bilder, Grafiken, Videos, Audios nutzen.
Lehrende können Quellen nutzen, deren Verfasser seit 70 Jahren tot sind. diese sind gemeinfrei. (Vorsicht bei Übersetzungen: hier gilt der Schutz bis 70 Jahre nach dem Tod des Übersetzers)
Lehrende können Werke nutzen bei denen die Urheber ein freies Nutzungsrecht eingeräumt haben, z.B. solche , die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurden.
Lehrende können die Rechteinhaber um Erlaubnis zur Nutzung fragen. Das geht oft einfacher als man gemeinhin denkt. Rechteinhaber ist der Verfasser/Autor oder im Fall einer Verlagsveröffentlichung der Verlag.
Hinweis, da es hier oft zu Verwechslungen kommt. Es gibt eine zweite Regelung zur Nutzung von Fotokopien aus Unterrichtswerken. Hier haben die Kultusministerien mit den Schulbuchverlagen und den Verwertungsgesellschaften einen Vertrag geschlossen, der die Nutzung im Unterricht in bestimmtem Umfang, nicht jedoch die Digitalisierung, erlaubt. Dieser Vertrag ist mit dem Begriff ‘Schulbuch-Trojaner’ in Verbindung gebracht worden, da eine entsprechende Software entwickelt werden sollte. Der Inhalt dieses Vertrages hat mit der obigen Regelung nichts zu tun. Dieser zweite Vertrag bleibt in Kraft.
Seit ein paar Jahren geistert ein Begriff durch die internationale Lernwelt: MOOC. Dahinter steckt der Begriff des Massive Open Online Course, also ein riesig großer offener Online-Kurs.
George Siemens, Stephen Downes und vermutlich David Wiley haben zuerst mit dem Begriff hantiert. Siemens und Downes Konzept basierte in etwa auf folgenden Eckpfeilern:
Der Kurs findet online statt. Er ist für jedermann zugänglich und dieTeilnahme ist kostenfrei.
Es gibt wöchentliche Informationsinputs (schriftlich oder als Verweis auf Quellen) und eine Live-Präsentation.
Auf dieser Grundlage setzen sich die Teilnehmer individuell mit dem Lerngegenstand auseinander.
Sie können ihre Fragen, Ideen und Erkenntnisse anderen zur Verfügung stellen. Dazu stellen die Veranstalter Ressourcen wie Foren, ein Wiki oder einen Aggregator für Blogeinträge zur Verfügung.
Es gibt in der Regel keine Teilnahmezertifikate.
Die Idee dahinter ist es Bildung und Lernen zu öffnen und allfällige Barrieren, insbesondere finanzielle und zeitliche abzubauen.
An den Kursen haben immer mehrere hundert Personen teilgenommen. Typischerweiser nimmt die Zahl der aktiv Teilnehmenden über den Verlauf (6-12 Wochen) ab.
Seit zwei Jahren wird der Begriff MOOC oder OpenCourses auch in anderer Weise genutzt. Insbesondere amerikanische Universitäten haben begonnen Plattformen bereitzustellen auf denen Riesenkure angeboten werden. Riesig ist tatsächlich die Zahl der Teilnehmer. 50.000, 100.000 oder sogar 150.000 Anmeldungen verzeichnen einige der heute angebotenen Kurse.
Auch hier ist die Teilnahme kostenfrei. Bei einzelnen Kursen kann man gegen eine Gebühr am Ende einen Leistungsnachweis erbringen und ein Zertifikat einer anerkannten amerikanischen Universität erwerben. Der Lernprozess basiert meist auf kurzen Videoaufzeichnungen mit integrierten oder ergänzenden Übungen.
George Siemens hat diese Konzepte einander gegenübergestellt:
Designing and Running a MOOC from gsiemens
Eine sehr schöne verstädnliche Visualisierung der Creative Commons Lizenzen hat Martin Mißfeldt erstellt:
Recht: Sind Webinare Rundfunk?
Der Bereich des E-Learning berührt recht viele verschiedene Rechtsgebiete. Ein Bereich, den ich selber nie im Blick hatte, ist der Bereich des Rundfunkrechts. Worum geht es?
Immer häufiger werden Live-Webinare durchgeführt. Ein Referent hält einen Vortrag und die Teilnehmenden schalten sich perInternet hinzu. Der Rundfunkstaatsvertrag definiert auch über Internet übertragene Informationssendungen als Rundfunk. Webinare können u.U. als Rundfunk klassifiziert werden. Der Betrieb von Rundfunk ist jedoch anzeige- bzw. genehmigungspflichtig.
Thomas Schwenke ist dieser Frage genauer nachgegangen.
Fasst man seinen Beitrag zusammen so sind Webinare Rundfunk wenn sie geplant, allgemein zugänglich und theoretisch von 500 oder mehr Personen empfangbar sind. Wer demnach ein Webinar innerhalb eines Moodle-Seminars anbietet oder dieses nur unternehmensintern zur Verfügung stellt, betreibt keinen Rundfunk. Wer ein Webinar jedoch öffentlich frei zugänglich macht und z.B. zu Werbezwecken nutzt betreibt u.U. Rundfunk.
Ich habe mich früher einmal intensiv mit Rundfunkfragen befasst. Die Verfasser des Rundfunkstaatsvertrags haben mit großer Sicherheit diee Distributionsform nicht im Blick gehabt. Ich nehme an, dass auch die Genehmigungsbehörden nicht wirklich ein Interesse an dieser Form des Rundfunks haben. Man muß jedoch im Blick haben, dass der nicht genehmigte Betrieb von Rundfunk eine Ordnungswidrigkeit ist.
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