Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-12-2010-8C_204-2010
Timestamp: 2016-10-26 02:24:36
Document Index: 387678768

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 97', 'Art. 29', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 66']

"Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft AG,
Mit Urteil 8C_260/2008 vom 29. September 2008 hielt das Bundesgericht in Best�tigung des Entscheids des Verwaltungsgerichts von Appenzell Ausserrhoden vom 24. Oktober 2007 fest, dass L.________ (Jg. 1961) �ber den 1. Dezember 2005 hinaus mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs keinen Anspruch auf Heilbehandlung aus der obligatorischen Unfallversicherung f�r die Folgen des Unfalls vom 13. Januar 2003 mehr hatte. Mit Verf�gung vom 6. Februar 2009 stellte die "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: Z�rich) die Taggeldleistungen r�ckwirkend ab 28. M�rz 2003 ein und verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 3. M�rz 2009).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst L.________ das Rechtsbegehren stellen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei "die Angelegenheit an die Verwaltung, evtl. die Vorinstanz zur Vornahme einer Entscheidung unter Beachtung der jeweils eingereichten Rechtsmittel zur�ckzuweisen."
Die Z�rich beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, respektive es sei darauf nicht einzutreten. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die geltend gemachten psychischen Beeintr�chtigungen, die gem�ss Verf�gung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden vom 18. Mai 2007 ab Juni 2004 zu einer vollst�ndigen Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit f�hrten, weswegen eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen war, ad�quat kausale Folgen des Unfalls vom 13. Januar 2003 sind und daher auch nach dem 27. M�rz 2003 von der Z�rich allenfalls Taggeldleistungen zu erbringen waren. Die Vorinstanz erwog, dass es nach der Rechtsprechung zur Ad�quanzbeurteilung nicht zul�ssig sei, einen je nach der konkret zur Diskussion stehenden Leistung (Heilbehandlung; Taggeld; Invalidenrente; Integrit�tsentsch�digung) unterschiedlichen Massstab anzulegen (vgl. BGE 127 V 102) und wies die kantonale Beschwerde unter Verweis auf das Urteil 8C_260/2008 des Bundesgerichts vom 29. September 2008 ab. Damit �bersah sie, dass das Bundesgericht im zitierten Urteil den Sachverhalt nur unter dem eingeschr�nkten Blickwinkel nach Art. 97 Abs. 1 BGG �berpr�fen durfte, weil nicht �ber Geldleistungen der obligatorischen Unfallversicherung, sondern allein �ber eine Sachleistung (Heilbehandlung) zu befinden war (vgl. E. 1.2 hievor). Insofern verletzte sie, wie der Beschwerdef�hrer zu Recht geltend macht, den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV). Sie verf�gte �ber volle Kognition (vgl. E. 1.2 hievor) und h�tte daher die Sachverhaltsr�gen pr�fen m�ssen (vgl. Art. 61 lit. c ATSG).
Von der beantragten R�ckweisung der Sache ist, wie sich aus dem Folgenden ergibt, dennoch abzusehen.
3.1 Der als Koch (Souschef) in einem Hotel berufst�tig gewesene Beschwerdef�hrer wurde am 13. Januar 2003 am Arbeitsplatz von einem K�chengehilfen w�hrend ungef�hr zehn Minuten wiederholt mit zum Teil gef�hrlichen Gegenst�nden (Kochkelle, Schraubenzieher, Hackmesser) attackiert und erlitt dabei eine kleine Rissquetschwunde an der Stirn sowie Prellungen im Bereich des rechten und linken Oberarms sowie der Schulter (vgl. Sachverhalt lit. A des erw�hnten Urteils 8C_260/2008). Trotz der (geringf�gigen) k�rperlichen Verletzungen stellt dieser Sachverhalt unbestritten ein Schreckereignis dar, weshalb praxisgem�ss der Kausalzusammenhang nach der allgemeinen Ad�quanzformel (gew�hnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen ist (BGE 129 V 177; Urteil U 390/04 vom 14. April 2005 E. 1.2).
3.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, bislang sei in unzutreffender Weise angenommen worden, dem �bergriff sei ein Disput vorangegangen, was den Zwischenfall als weniger heftig erscheinen lasse, als er tats�chlich gewesen sei. Auch das heftige Zustechen mit dem Schraubenzieher (der kraftvollste Stich sei nur dank des sich in der Brusttasche befindlichen Teigspachtels abgebremst worden) sei unber�cksichtigt geblieben. Er habe in dieser Phase des �bergriffs um sein Leben gef�rchtet (der T�ter sei auf ihm gekniet), zumal er nicht habe erkennen k�nnen, ob es sich beim benutzten Werkzeug um einen Schraubenzieher oder ein K�chenmesser gehandelt habe. Weiter seien Angriffe mit Grillschaufel, R�stmesser und das Werfen eines �ber 10 kg schweren Hackstocks sowie das Schwingen eines grossen Hackmessers mit 60 cm langer Klinge unbeachtet gelassen, bzw. ausgeblendet oder verharmlost worden.
3.3 Selbst wenn von dieser Sachverhaltsschilderung ausgegangen wird, sind die Anforderungen, die von der Rechtsprechung bei Schreckereignissen hinsichtlich der Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs verlangt werden, hier klar nicht erf�llt. Die zwar nicht zu bagatellisierende Situation, in der sich der Beschwerdef�hrer befand, ist nicht ann�hernd vergleichbar mit jenen F�llen, in welchen das Bundesgericht die Ad�quanz bejahte. Dies zeigt gerade das in der letztinstanzlichen Beschwerde zitierte Urteil U 9/00 vom 28. August 2001 (publ. in: RKUV 2001 U 440 S. 350). Nach dessen E. 6c griff der Sohn des Partners der Versicherten diese an, warf sie zu Boden und versuchte sie zu erw�rgen; zudem schlug er mehrere Male ihren Kopf auf den Boden und versetzte ihr Kniest�sse in R�cken und Nieren. Dieser beeindruckenden Aggression kam eine besondere Intensit�t zu, weil der Angriff brutal und unvorhergesehen erfolgte und der Angreifer zum Bekanntenkreis der Versicherten geh�rte. In der vorliegenden Angelegenheit ist entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht ersichtlich, dass der K�chengehilfe ihn in eine lebensbedrohliche Lage brachte oder bringen wollte, zumal die Attacken w�hrend eines l�ngeren Zeitraums von zehn Minuten erfolgten und er sich diesen zu entziehen vermochte oder h�tte entziehen k�nnen. Es ist daher nicht von Bedeutung, ob den Angriffen ein verbaler Disput vorausging. Aus diesen Gr�nden ist der angefochtene Entscheid im Ergebnis zu best�tigen.
3.4 Unter diesen Umst�nden ist auf den Nichteintretensantrag der Z�rich nicht n�her einzugehen.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.