Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%FCrttemberg&Datum=15.12.2011&Aktenzeichen=5%20S%202100%2F11
Timestamp: 2019-02-17 02:40:29
Document Index: 176225130

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 14', '§ 63', '§ 64', '§ 46', '§ 76', '§ 48', '§ 76', '§ 63', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 64', '§ 80', '§ 113', '§ 18', '§ 42', '§ 64', '§ 76']

VGH Baden-Württemberg, 15.12.2011 - 5 S 2100/11 - dejure.org
Zur Beteiligung von Naturschutzvereinigungen an Planfeststellungsverfahren - "Partizipationserzwingung"
§ 18 AEG, § 18d AEG, § 18e Abs 8 S 2 AEG, § 14 Abs 1 BNatSchG, § 63 Abs 2 Nr 6 BNatSchG, § 64 BNatSchG, § 46 VwVfG, § 76 Abs 3 VwVfG, § 48 Abs 1 S 1 Nr 7 VwGO
Möglichkeit der Erhebung einer auf Verletzung des Verfahrensmitwirkungsrechts gestützten Klage durch Naturschutzvereinigungen auch nach Abschluss eines Verwaltungsverfahrens; Entbehrlichkeit der Mitwirkung eines anerkannten Naturschutzverbandes bei Durchführung eines "vereinfachten" Planänderungsverfahrens durch die Planfeststellungsbehörde i.S.v. § 76 Abs. 3 VwVfG; Rechtliche Ausgestaltung einer Auslösung des Mitwirkungsrechts gem. § 63 Abs. 2 Nr. 6 BNatSchG
Stuttgart 21: Kein Bäumefällen für Grundwasseranlage!
Stuttgart 21: Klage des BUND gegen 5. Planänderung (Umplanung des Grundwassermanagements) erfolgreich
123recht.net (Pressemeldung, 16.12.2011)
Käfer gegen Bahnhof: Gericht stoppt "Stuttgart 21"
taz.de (Pressebericht, 16.12.2011)
Stuttgart 21: Teil der Arbeiten gestoppt
Stuttgart 21: Umweltverband BUND stoppt Bauarbeiten
spiegel.de (Pressebericht, 16.12.2011)
Stopp für Stuttgart 21: Ein Käfer, sie zu knechten
NVwZ-RR 2012, 268
VBlBW 2012, 310
DÖV 2012, 327
BauR 2012, 683
Der Kläger ist zwar mit seinem auf Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses gerichteten Hauptantrag unterlegen, dieses Unterliegen ist aber als geringfügig anzusehen, weil die Feststellung der Rechtswidrigkeit und Nichtvollziehbarkeit des angefochtenen Bescheids einer Aufhebung praktisch nahekommt (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 - UPR 2012, 190, juris Rn. 67; BVerwG…, Urteil vom 11.8.2016 - 7 A 1.15 - BVerwGE 156, 20, juris Rn. 175;… Urteil vom 28.4.2016 - 9 A 9.15 - NVwZ 2016, 1710, juris Rn. 182; NdsOVG…, Urteil vom 4.7.2017 - 7 KS 7/15 - DVBl 2017, 1440, juris Rn. 262; OVG Sachsen-Anhalt…, Urteil vom 23.8.2017 - 2 K 66/16 - juris Rn. 262).
Entscheidet sich die Planfeststellungsbehörde - wie hier - für die Einbeziehung einer Baustraße in den verfügenden Teil des Planfeststellungsbeschlusses, so muss sie auch die natur- und artenschutzrechtlichen Folgeprobleme in den Blick nehmen und gegebenenfalls durch verbindliche Regelungen im Planfeststellungsbeschluss abarbeiten (im Ergebnis ebenso VGH Mannheim, Urteil vom 15. Dezember 2011 - 5 S 2100/11 - NuR 2012, 130 ).
Der Landschaftspflegerische Begleitplan hat aber offenbar erkannt, dass auch auf die Bauzeit befristete Maßnahmen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes im Sinne des § 14 BNatSchG führen können (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 15. Dezember 2011 - 5 S 2100/11 - NuR 2012, 130 sowie Guckelberger, in: Frenz/Müggenborg, BNatSchG, 2. Aufl. 2016, § 14 Rn. 29 m.w.N.).
Die Norm setzt eine Eingriffshandlung und eine Eingriffswirkung voraus (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 -, juris Rn. 56;… Guckelberger, in: Frenz/Müggenborg, BNatSchG, 2. Aufl., 2016, § 14 Rn. 10).
Dagegen lässt die wohl überwiegende Rechtsprechung (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 -, juris Rn. 57;… VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 14.11.1991 - 10 S 1143/90 -, juris Rn. 2; Bay. VGH…, Urteil vom 20.11.2007 - 1 N 05.2571 -, juris Rn. 37; OVG LSA…, Urteil vom 31.01.2018 - 2 L 56/16 -, juris Rn. 71) bereits eine nach Art, Umfang und Schwere nicht völlig unwesentliche Beeinträchtigung ausreichen.
Da die Frage, ob eine erhebliche Beeinträchtigung des Naturhaushalts tatsächlich vorliegt, letztendlich nur naturschutzfachlich abschließend beurteilt werden kann, reicht es im Rahmen der Eingriffsprüfung aus, dass die Möglichkeit einer solchen Beeinträchtigung naturschutzfachlich nicht auszuschließen ist (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 -, juris Rn. 57).
OVG Berlin-Brandenburg, 19.07.2013 - 11 S 26.13
OVG stoppt vorerst Fällung von Straßenbäumen in der Crellestraße
6 1. Der Umstand, dass der Bundesgesetzgeber für die Naturschutzvereinigungen in § 64 Abs. 1 BNatSchG die Möglichkeit einer altruistischen Verbandsklage geregelt hat, mit der diese zusätzlich die Verletzung - objektiven - materiellen Naturschutzrechts rügen können, lässt die Klagemöglichkeiten zur Durchsetzung der Verletzung von Verfahrensmitwirkungsrechten unberührt (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15. Dezember 2011 - 5 S 2100/11 - juris Rn. 44 m. w. Nachw.; vgl. auch Beschluss des Senats vom 30. Januar 2013 - OVG 11 S 83.12 - BA S. 6).
VGH Baden-Württemberg, 15.12.2011 - 5 S 2910/11
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung bei Fehler im Planänderungsbescheid
Seiner fristgerecht erhobenen Klage gegen diesen Planänderungsbescheid (siehe hierzu die Ausführungen des Senats in dem den Beteiligten bekannten Urteil vom heutigen Tage, Az.: 5 S 2100/11) kam zwar zunächst von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (§ 80 Abs. 1 VwGO, vgl. hierzu die Ausführungen des Senats in dem den Beteiligten ebenfalls bekannten Beschluss vom 05.10.2011 - 5 S 2101/11 -).
Zwar hat der Senat mit Urteil vom heutigen Tage (5 S 2100/11) bereits in der Hauptsache entschieden, dass der Bescheid des Eisenbahn-Bundesamt vom 30.04.2010 rechtswidrig und nicht vollziehbar ist.
Wie der Senat in dem im Hauptsacheverfahren 5 S 2100/11 ergangenen Urteil vom 15.12.2011 festgestellt hat, leidet der Planänderungsbescheid zu Lasten des Antragstellers an einem Rechtsmangel, der nach § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO i.V.m. § 18e Abs. 6 Satz 2 AEG die Feststellung seiner Rechtswidrigkeit und Nichtvollziehbarkeit rechtfertigt.
Die Antragsbefugnis ergibt sich hier daher bereits aus der - im vorläufigen Rechtsschutzverfahren entsprechend anwendbaren - allgemeinen Regelung des § 42 Abs. 2 VwGO (vgl. in ähnlichen Fallgestaltungen z.B. auch OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 19. Juli 2013 - OVG 11 S 26.13 -, juris Rn. 5; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15. Dezember 2011 - VGH 5 S 2100/11 -, juris Rn. 44; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 15. Dezember 2008 - OVG 4 ME 315/08 -, NVwZ-RR 2009, 412 ).
Der Umstand, dass der Bundesgesetzgeber für die Umweltvereinigungen in § 64 BNatSchG und im Umwelt-Rechtbehelfsgesetz Möglichkeiten einer echten Verbandsklage geregelt hat, mit der diese zusätzlich die Verletzung - objektiven - materiellen Naturschutz- bzw. sonstigen Umweltrechts rügen können, lässt die Klagemöglichkeiten zur Durchsetzung von Mitwirkungsrechten unberührt (vgl. OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 19. Juli 2013, a.a.O., Rn. 6; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15. Dezember 2011, a.a.O.).
Sie hat insbesondere selbst zu prüfen, ob das Vorhaben allen rechtlichen und tatsächlichen Anforderungen entspricht und die Gewähr für die Einhaltung der einschlägigen rechtlichen Vorgaben bietet (…BVerwG, Urt. v. 26.11.1991 - 7 C 16.89 - UPR 1992, 154; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.12.2011 - 5 S 2100/11- NuR 2012, 130).
Mit Bescheid vom 23.10.2012 stellte das Eisenbahn-Bundesamt im Wege des ergänzenden Verfahrens - gestützt auf § 76 Abs. 3 VwVfG - erneut die die Zentralisierung der Abwasserreinigungsanlagen betreffende 5. Änderung des Plans fest, nachdem der erkennende Senat mit Urteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 - einen entsprechenden Bescheid vom 30.04.2010 für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt hatte.
VGH Baden-Württemberg, 17.05.2017 - 5 S 88/17
Keine subjektive Rechtsposition einer anerkannten Naturschutzvereinigung …
Das Mitwirkungsrecht verschafft der Naturschutzvereinigung eine selbstständig durchsetzbare, begünstigende subjektive Rechtsposition (vgl. Senatsurteil vom 15.12.2011 - 5 S 2100/11 - VBlBW 2012, 310, juris Rn. 44; OVG Schlesw.-H., Beschluss vom 5.7.1999 - 4 M 48/99 - juris; ferner NdsOVG…, Urteil vom 3.3.2015 - 4 LC 39/13 - NordÖR 2015, 270, juris Rn. 100; auch schon BVerwG…, Urteil vom 14.5.1997 - 11 A 43.96 - BVerwGE 104, 367, juris Rn. 28).
VGH Baden-Württemberg, 08.08.2013 - 5 S 2327/12
Stuttgart 21 - kein vorläufiger Rechtsschutz gegen unwesentliche Planänderung