Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BeckRS%202009%2028618
Timestamp: 2019-12-06 17:37:10
Document Index: 340931633

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 81', '§ 81', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Schleswig, 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 (129/09), 1 SsOWi 92/09... - dejure.org
OLG Schleswig, 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 (129/09), 1 SsOWi 92/09 (129/09)
https://dejure.org/2009,1913
OLG Schleswig, 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 (129/09), 1 SsOWi 92/09 (129/09) (https://dejure.org/2009,1913)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 (129/09), 1 SsOWi 92/09 (129/09) (https://dejure.org/2009,1913)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 26. Januar 2009 - 1 Ss OWi 92/09 (129/09), 1 SsOWi 92/09 (129/09) (https://dejure.org/2009,1913)
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Verwertungsverbot einer ohne richterliche Anordnung entnommenen Blutprobe
Vorliegen eines Beweisverwertungsverbotes bei Entnahme einer Blutprobe ohne richterliche Anordnung bei Annahme einer polizeilichen Eilkompetenz und mehrmaligem vergleichbarem Handeln in der Vergangenheit; Annahme einer Gefährdung des Untersuchungserfolges bei Taten im ...
blutalkohol , S. 174
mitfugundrecht.de (Kurzinformation und Volltext)
Beweisverwertungsverbot bei Anordnung der Blutentnahme durch Polizei nach Verdacht auf Drogenfahrt
Beweisverwertungsverbot bei rechtswidriger Blutentnahme
Blutproben bei Autofahrern - nicht ohne Richter
Richter müssen Blutprobe anordnen
AG Ratzeburg, 30.04.2009 - 6 OWi 12/09
NStZ-RR 2010, 82
StV 2010, 13
BeckRS 2009, 28618
Gelingt dies nicht, so muss die nach § 81 a Abs. 2 StPO zum Einschreiten berechtigende Gefährdung des Untersuchungserfolges mit Tatsachen begründet werden, die auf den Einzelfall bezogen und in den Ermittlungsakten zu dokumentieren sind, sofern die Dringlichkeit nicht evident ist (vgl. BVerfG, NJW 2007, S.1345; OLG Schleswig, NStZ-RR 2010, S. 82; OLG Celle, BeckRS 2009, 27705; OLG Dresden, NJW 2009, 2149 ff.; OLG Bamberg, BeckRS 2010, 3699).
Zum anderen kann bei Taten im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen die typischerweise bestehende abstrakte - und damit gerade nicht einzelfallbezogene - Gefahr, dass durch den körpereigenen Abbau der Stoffe der Nachweis der Tatbegehung erschwert oder gar verhindert wird, für sich allein noch nicht für die Annahme einer Gefährdung des Untersuchungserfolges ausreichen (OLG Schleswig, NStZ-RR 2010, S. 82;… Senat, NJW 2009, S. 242; OLG Hamburg, NJW 2008 , S. 2597).
Dass der Zeuge G. etwa einer die Rechtsprechung zur Bedeutung des Richtervorbehalts außer acht lassenden polizeilichen Übung folgte, die Verdachtsmomente des § 81 Abs. 1 StPO mit den Anordnungskompetenzen nach § 81a StPO gleich zu setzen und deswegen den Richter "auszuschalten", hat selbst die Revision nicht angeführt (SchlH OLG StV 2010, 13/15; OLG Nürnberg DAR 2010, 217 f.).
Insbesondere kann für die revisionsgerichtliche Prüfung davon ausgegangen werden, dass der Angeklagte nicht in die Blutentnahme eingewilligt hat (zum Erfordernis des diesbezüglichen Revisionsvorbringens vgl. etwa OLG Celle NJW 2008, 3079; OLG Hamm NJW 2009, 242; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 - 1 Ss Owi 92/09 = BeckRS 2009 28618; OLG Dresden StV 2009, 571).
Insbesondere die willkürliche Annahme von Gefahr im Verzug, die bewusste Umgehung oder Missachtung des Richtervorbehalts oder das Vorliegen eines besonders schwer wiegenden Fehlers können danach ein Verwertungsverbot begründen (BVerfG NJW 2008, 3053; BGHSt 51, 285 = NJW 2007, 2269 = NStZ 2007, 601;… BGH, B. v. 15.05.2008 - 2 ARs 452/07 - Rz. 15 bei Juris; speziell für den Fall der Blutentnahme: SenE v. 26.09.2008 - 83 Ss 69/08 - = NStZ 2009, 406 = ZfS 2009, 48; OLG Stuttgart NStZ 2008, 238 = Blutalkohol 45 [2008], 76 = VRS 113, 365; OLG Karlsruhe VRR 2008, 243; OLG Bamberg, NJW 2009, 2146; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 = BeckRS 2009, 28618; OLG Celle NJW 2009, 3524; OLG Jena, B. v. 25.11.2008 - 1 Ss 230/08 = BeckRS 2009 04235; jeweils mit weiteren Nachweisen).
Insbesondere die willkürliche Annahme von Gefahr im Verzug, die bewusste Umgehung oder Missachtung des Richtervorbehalts oder das Vorliegen eines besonders schwer wiegenden Fehlers können danach ein Verwertungsverbot begründen (BVerfG NJW 2008, 3053; BGHSt 51, 285 = NJW 2007, 2269 = NStZ 2007, 601;… BGH, B. v. 15.05.2008 - 2 ARs 452/07 - Rz. 15 bei Juris;… Sen E v. 15.01.2010 a.a.O.; speziell für den Fall der Blutentnahme: SenE v. 26.09.2008 - 83 Ss 69/08 - = NStZ 2009, 406 = ZfS 2009, 48; OLG Stuttgart NStZ 2008, 238 = Blutalkohol 45 [2008], 76 = VRS 113, 365; OLG Karlsruhe VRR 2008, 243; OLG Bamberg, NJW 2009, 2146; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 = BeckRS 2009, 28618; OLG Celle NJW 2009, 3524; OLG Jena, B. v. 25.11.2008 - 1 Ss 230/08 = BeckRS 2009 04235; jeweils mit weiteren Nachweisen).
Die Gefährdung des Untersuchungserfolgs muss mit Tatsachen begründet werden, die auf den Einzelfall bezogen und in den Ermittlungsakten zu dokumentieren sind, sofern die Dringlichkeit nicht evident ist (vgl. hierzu BVerfG, NJW 2007, 1345 f.; OLG Dresden, NJW 2009, 2149 ff.; OLG Bamberg, NJW 2009, 2146 ff., OLG Celle, Beschluss vom 6.8.2009 - 32 Ss 94/09 zitiert nach juris - ; I. Strafsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts, Urteil vom 26. Oktober 2009 (1 Ss OWi 92/09 (120/09)).
Ebenso wie in dem der Entscheidung des I. Strafsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 26. Oktober 2009 (1 SsOWi 92/09 (120/09)) zugrunde liegenden Fall fehlt es hier an diesen Voraussetzungen.
Insbesondere kann für die revisionsgerichtliche Prüfung davon ausgegangen werden, dass der Angeklagte nicht in die Blutentnahme eingewilligt hat (vgl. OLG Celle NJW 2008, 3079; OLG Hamm NJW 2009, 242; OLG Dresden StV 2009, 571; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09, OLG Köln Beschluss vom 15. Januar 2010, 83 Ss 100/09, zitiert nach juris).
Insbesondere die willkürliche Annahme von Gefahr im Verzug, die bewusste Umgehung oder Missachtung des Richtervorbehalts oder das Vorliegen eines besonders schwer wiegenden Fehlers können danach ein Verwertungsverbot begründen (BVerfG NJW 2008, 3053; BGHSt 51, 285 = NJW 2007, 2269 = NStZ 2007, 601;… BGH B. v. 15.05.2008 - 2 ARs 452/07 - Rz. 15 bei Juris;… Sen E v. 15.01.2010 a.a.O.; speziell für den Fall der Blutentnahme: SenE v. 26.09.2008 - 83 Ss 69/08 - = NStZ 2009, 406 = ZfS 2009, 48; OLG Stuttgart NStZ 2008, 238 = Blutalkohol 45 [2008], 76 = VRS 113, 365; OLG Karlsruhe VRR 2008, 243; OLG Bamberg, NJW 2009, 2146; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 - 1 Ss OWi 92/09 = BeckRS 2009, 28618; OLG Celle NJW 2009, 3524; OLG Jena B. v. 25.11.2008 - 1 Ss 230/08 = BeckRS 2009 04235; jeweils mit weiteren Nachweisen).".
Insbesondere die willkürliche Annahme von Gefahr im Verzug, die bewusste Umgehung oder Missachtung des Richtervorbehalts oder das Vorliegen eines besonders schwer wiegenden Fehlers können danach ein Verwertungsverbot begründen (BVerfG NJW 2008, 3053; BGHSt 51, 285 = NJW 2007, 2269 = NStZ 2007, 601;… BGH, B. v. 15.05.2008 - 2 ARs 452/07 - Rz. 15 bei Juris;… Sen E v. 15.01.2010 a. a. O.; speziell für den Fall der Blutentnahme: SenE v. 26.09.2008 - 83 Ss 69/08 - = NStZ 2009, 406 = zfs 2009, 48; OLG Stuttgart NStZ 2008, 238 = Blutalkohol 45 (2008), 76 = VRS 113, 365; OLG Karlsruhe VRR 2008, 243; OLG Bamberg, NJW 2009, 2146; OLG Schleswig, Urt. v. 26.10.2009 -1 Ss OWi 92/09 = BeckRS 2009, 28618; OLG Celle NJW 2009, 3524; OLG Jena, B. v. 25.11.2008 -1 Ss 230/08 = BeckRS 2009 04235; jeweils mit weiteren Nachweisen).
Allerdings ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass mit der Einholung einer richterlichen Entscheidung unter Umständen gar keine zeitliche Verzögerung der Entnahme der Blutprobe verbunden ist, wenn nämlich die Entscheidung des Richters in der ohnehin während der Verbringung des Beschuldigten zur Dienststelle und bis zum Eintreffen des Arztes verstreichenden Zeit herbeigeführt wird (vgl. OLG Schleswig Urteil vom 26.10.2009, Az.1 Ss Owi 92/09; OLG Celle, Beschluss vom 06.08.2009 32 Ss 94/09 , zitiert nach [...] (wo allerdings auch auf den hohen Atemalkoholwert von 3, 08 Promille abgestellt wird; vgl. auch OLG Hamm Beschl. v. 25.08.08, NJW 2009, 242; Beschl. v. 12.03.09, 3 Ss 31/09 - zitiert nach www.justiz.nrw.de).