Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201988,%20252
Timestamp: 2020-04-09 11:29:16
Document Index: 44671137

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 20', '§ 11', '§ 20', 'Art. 3', '§ 795', '§ 20', '§ 11', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

BFH, 13.10.1987 - VIII R 156/84 - dejure.org
BFH, 13.10.1987 - VIII R 156/84
https://dejure.org/1987,325
BFH, 13.10.1987 - VIII R 156/84 (https://dejure.org/1987,325)
BFH, Entscheidung vom 13.10.1987 - VIII R 156/84 (https://dejure.org/1987,325)
BFH, Entscheidung vom 13. Januar 1987 - VIII R 156/84 (https://dejure.org/1987,325)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,325) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG 1975 § 11 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 Nr. 1; EStG 1987 § 11 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 2 Nrn. 1 bis 3; GG Art. 3 Abs. 1; BGB § 795
Disagio - Schuldverschreibung - Einnahmen aus Kapitalvermögen - Vereinbarter Zinssatz
Unterschiedsbetrag zwischen Ausgabe- und Rückzahlungsbetrag (Disagio) einer Schuldverschreibung gehört zu den Einnahmen aus Kapitalvermögen; Zufluß bei Rückgabe der Schuldverschreibung
BFHE 151, 512
NJW 1988, 2559
BB 1988, 322
DB 1988, 478
BStBl II 1988, 252
(1) Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG bezieht, wer Kapitalvermögen gegen Entgelt zur Nutzung überlässt (BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252).
Auch in diesen Fällen beruht ein Unterschiedsbetrag zwischen Rückzahlungs- und Ausgabebetrag auf Veränderungen des Kapitalmarktzinses zwischen dem Antrag auf Genehmigung einer Emission und dem Ausgabetag mit der Folge einer Minderung des vom Emittenten zu vereinnahmenden Betrages (vgl. BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252 --zur Beurteilung eines Kommunaldarlehens--; Hahne, Der Betrieb --DB-- 2003, 1397; Plewka/Schimmele, DB 1998, 2494, 2496 f.).
Auch eine Inhaberschuldverschreibung begründet --unbeschadet ihrer Verbriefung und Übertragbarkeit-- wirtschaftlich eine Kapitalüberlassung an den Emittenten (BFH-Urteil in BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252).
Sie wird nicht dadurch aufgehoben, dass die Kapitalüberlassung nicht in Form einer bloßen Darlehenshingabe, sondern eines Kaufpreises für eine verbriefte Forderung erfolgt (BFH-Urteil in BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252).
Die hierzu getroffene Unterscheidung im BFH-Urteil in BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252 (a.E.) war lediglich für die Frage des Zuflusses des Disagios im Sinne der Erlangung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht i.S. des § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG beim Darlehensgeber als Bezieher von (Überschuss-)Einkünften aus Kapitalvermögen von Bedeutung (vgl. dazu auch BFH-Urteil vom 21. Mai 1993 VIII R 1/91, BFHE 172, 42, BStBl II 1994, 93).
Erforderlich ist aber in jedem Fall die Überlassung von privatem Geldvermögen an Dritte (BFH-Urteile vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252, unter III.2.; vom 9. März 1982 VIII R 160/81, BFHE 136, 72, BStBl II 1982, 540; Beschluss des Großen Senats des BFH vom 29. November 1982 GrS 1/81, BFHE 137, 433, BStBl II 1983, 272; vgl. Blümich/Stuhrmann, § 20 EStG Rz 294a;… vgl. auch Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 20 Rz 123).
Auch wenn man das Disagio als zinsähnliche Vergütung für die Kapitalnutzung ansieht, ist es im Zeitpunkt der Darlehensauszahlung abzugsfähig, wenn es dabei vom Darlehensgeber vereinbarungsgemäß einbehalten wird (BFHE 84, 399, 401-403; 129, 344, 345/346; vgl. ferner BFH, Urteil vom 13. Oktober 1987 - VIII R 156/84 = DB 1988, 478, 481;… Littmann/Wolff-Diepenbrock aaO Anm. 5; Brosch DB 1984, 1696, 1698 zu IV 2).
Sie setzen das Bestehen einer auf die Hauptleistung gerichteten Kapitalschuld voraus und bilden neben dieser eine Nebenleistung (ständige Spruchpraxis, vgl. z.B. Bundesfinanzhof, Urteile vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252;… vom 21. Oktober 1997 VIII R 18/96, BFH/NV 1998, 582).
Wird das Schuldscheindarlehen vom Gläubiger zu einem unter dem Nennbetrag liegenden Preis an einen Dritten abgetreten, hat dieser das Damnum bei der Darlehenstilgung weder in voller Höhe noch zeitanteilig zu versteuern (Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252).
Im übrigen müsse nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zwischen Inhaberschuldverschreibungen und Darlehensforderungen unterschieden werden (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, 522, BStBl II 1988, 252, 257).
Der erkennende Senat setzt sich damit nicht in Widerspruch zu seinem Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84 (BFHE 151, 512, 522, BStBl II 1988, 252).
Der BFH hat die Auffassung vertreten, daß ein Abgeld, das wirtschaftlich nicht ins Gewicht fällt, bei den Einkünften aus Kapitalvermögen nicht anzusetzen ist (Urteil in BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252, zu 5.; vgl. auch Schreiben des Bundesministers der Finanzen vom 24. November 1986, BStBl I 1986, 539).
In diesem Fall treffen die im Urteil in BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252, zu 5. angestellten Überlegungen für das Schuldscheindarlehen in gleicher Weise wie für die Schuldverschreibung zu.
a) Nach diesen Vorschriften gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen alle Vermögensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Überlassung von Kapital zur Nutzung sind (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252;… Blümich/ Stuhrmann, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Kommentar, 15. Aufl., § 20 EStG Rz. 14).
Sie ist vielmehr verpflichtet, Einkommensteuer, die auf Einkünften aus Kapitalvermögen beruht, genauso zu erheben, wie Einkommensteuer, die auf Einkünften aus anderen Einkunftsarten beruht (BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, 520, BStBl II 1988, 252).
Diese Vorschrift bewirkt, dass alles, was für die Nutzung von Kapital gewährt wird, zu den Einnahmen aus Kapitalvermögen gehört; deshalb gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen alle Vermögensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung sind (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252, m.w.N.).
Einkünfte aus Kapitalvermögen i. S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG bezieht, wer Kapitalvermögen gegen Entgelt zur Nutzung überläßt (Urteil des Bundesfinanzhofs -- BFH -- vom 13. Oktober 1987 VIII R 156/84, BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252).
Der Rechtsgrund für die Kapitalüberlassung ist dabei ebenso ohne Bedeutung (BFHE 151, 512, BStBl II 1988, 252) wie der Umstand, daß für die Beteiligten das langfristige Zahlungsziel durch die testamentarische Anordnung des Erblassers (weitgehend) verbindlich vorgegeben war.
Zahlungen der Eltern an ihr Kind im Gegenzug für dessen Erbteilsverzicht und …
BFH, 21.04.1988 - IV R 47/85
1. Zur Mitunternehmerschaft von Treugebern einer Publikumsgesellschaft - 2. Ein …
Sämtliche Erträge aus einem als sonstige Kapitalforderung einzuordnenden …
BFH, 15.07.1998 - II R 40/97
Kraftfahrzeugsteuer - Gesamtgewicht - Allgemein zulässiges Gesamtgewicht - …
BFH, 29.01.2002 - VIII B 47/01
BFH, 30.07.2002 - VIII B 23/02
Über dem Nennwert liegende Aufwendungen für den Erwerb festverzinslicher …
FG Baden-Württemberg, 13.12.2001 - 6 K 115/99
Einkünfte aus Kapitalvermögen bei Optionsanleihen mit sog. verdecktem Aufgeld
FG Nürnberg, 15.12.2006 - VII 3/05
Vorliegen einer verdeckten Kapitalanlage bei dem Abschluss eines …
BFH, 21.02.1995 - VIII R 6/92
Zugehörigkeit einer Vorfälligkeitsentschädigung zu den Dauerschuldzinsen
FG München, 26.02.2002 - 6 K 4092/00
Zufluss von Zinsen; Einkommensteuer 1996
FG Baden-Württemberg, 20.12.1995 - 5 K 41/95