Source: https://community.beck.de/2008/08/07/immer-mehr-computerspiele-werden-beschlagnahmt/
Timestamp: 2019-05-23 17:42:48
Document Index: 64031358

Matched Legal Cases: ['§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 15', '§ 131', '§ 131', '§ 131']

Immer mehr Computerspiele werden beschlagnahmt | beck-community
von Prof. Dr. Marc Liesching, veröffentlicht am 07.08.2008
Rechtsgebiete: JugendschutzBeschlagnahmeGewaltdarstellungenCondemned§ 131 StGBComputerspieleDead RisingManhuntScarfaceSoldier of FurtuneMaterielles StrafrechtJugendschutzrechtUrheber- und MedienrechtStrafrecht17|13996 Aufrufe
Mit der Beschlagnahme des Computerspiels "Soldier of Fortune: Payback" durch Beschluss des Amtsgerichts Amberg vom 17.6.2008 (Az.: 102 UJs 1987/08) setzt sich eine auf den ersten Blick erstaunliche Entwicklung fort. Von den nunmehr seit Inkrafttreten der neuen Jugendschutzgesetz 2003 bundesweit insgesamt fünf wegen Gewaltdarstellungen nach § 131 StGB beschlagnahmten Computerspielen (soweit ersichtlich) erfolgten vier erst innerhalb der letzten 14 Monate. Lediglich das Computerspiel "Manhunt" wurde bereits Mitte 2004 beschlagnahmt.
Die Häufung der Beschlagnahmen von Computerspielen allein mit der vorherigen Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in Listenteil B (bei Einschätzung einer Strafbarkeit nach § 131 StGB) zu erklären, greift meines Erachtens zu kurz, da eine derartige Listenaufnahme bereits seit April 2003 erfolgt. Zu fragen ist daher: Werden Computerspiele etwa immer brutaler? Nach meiner Wahrnehmung hat sich vor allem die Qualität von Grafik und Animation verbessert. Ist eine hierdurch gewonnene stärkere "Realitätsnähe" gezeigter gewalthaltiger Spielaktionen schon Grund genug zur häufigeren Bejahung der Tatbestandsmerkmale des § 131 StGB? - Dort ist eigentlich eine besondere Realitätsnähe (anders als nunmehr in § 15 Abs. 2 Nr. 3a JuSchG) gar nicht gefordert.
Bislang erfolgte Beschlagnahmen von Computerspielen aufgrund § 131 StGB (soweit ersichtlich):
AG München, Beschl. v. 19.7.2004 - Az.: 853 Gs 261/04 - „Manhunt"
AG Hamburg, Beschl. v. 11.6.2007 - 167 Gs 551/07 - „Dead Rising"
AG München, Beschl. v. 20.11.2007 - 855 Gs 426/07 - „Scarface"
AG München, Beschl. v. 15.01.2008 - 855 Gs 10/08 - „Condemned"
AG Amberg, Beschl. v. 17.6.2008; Az.: 102 UJs 1987/08 - "Soldier of Fortune: Payback"
Kant kommentiert am Do, 2008-08-07 20:43 Permanenter Link
Als kleine Anmerkung am Rande: Selbst die Fachpresse in Sachen Unterhaltungselektronik hat "Manhunt" ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt - was schon was heißen will. In diversen Spieleforen spricht sich sogar ein sehr großer Teil der Spielergemeinde gegen das Spiel aus ... Adjektive wie "krank","pervers" und "unnütz" sind dabei keineswegs eine Seltenheit.
Immer mehr Comp... kommentiert am So, 2008-08-10 13:14 Permanenter Link
[...] Seit der Einführung des Gesetzes 2003 werden immer mehr Computerspiele beschlagnahmt. [...]
Michael kommentiert am Mo, 2008-08-11 17:48 Permanenter Link
Hier setzt sich ein gefährlicher Trend fort, den wir vorher immer schon gemahnt haben, erst nehmen die Einzelfälle zu, dann wird es irgendwann Massenabfertigung. Unberücksichtigt bleiben ja außerdem die geschnittenen Inhalte, damit die Spiele auch garantiert veröffentlicht werden. Firmen arbeiten da verständlicherweise lieber mit dem Regime zusammen.
Ich behaupte weiterhin, dass der Unterschied zwischen Jugendschutz und Zensur darin besteht, ob es Erwachsene weiterhin kaufen können oder nicht. Es ist ja auch nicht so als würden jetzt Millionen von Jugendlichen exakt diese Spiele wegen extremer Gewalt kaufen, sowas ist Blei in den Regalen, denn sie warten mit sonst nichts auf. Computerspieler und die Branche im Allgemeinen setzt sich sehr differenziert mit dem Thema Gewalt auseinander, da würde ich ebenfalls der Fachpresse lobende Worte entgegnen.
In diesem Sinne hoffe ich auf die Erkenntnis, das Kunst niemals gefährlich ist (Es gab ja mal eine Zeit, da dachte man über entartete Kunst anders!).
Filme und Compu... kommentiert am Mo, 2008-08-11 21:06 Permanenter Link
[...] des DVD-Films “Hostel 2 - Extended Version” hat sich - wie ich gerade beim Kollegen Liesching auf dem Beck Blog gelesen habe -, insbesondere in den letzten Monaten seit Inkrafttreten des neuen [...]
Templar kommentiert am Di, 2008-08-12 14:39 Permanenter Link
Ach bitte, was soll das denn heissen? Spiele wurden schon in den 90'ern wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt, siehe die diversen Mortal Kombat und Doom Teile. Und keiner kann mir erzählen das diese Titel so unglaublich menschenverachtend sind oder es je waren das man sie hätte beschlagnahmen müssen.
Und auch wenn die Grafik heutzutage tatsächlich wesentlich besser ist als damals, so sehen die Spieler in den gegnerischen Figuren genauso wenig "menschliche Wesen" wie sie es bei den ersten Doom Teilen, oder auch bei Schachfiguren täten.
In meinen Augen sind diese Beschlagnahmungen nur Unsinn um zu zeigen "das man etwas gegen diesen Schund unternimmt". Mehr nicht. Geradezu peinlich das sich Gerichte in diesem Land tatsächlich mit so einem Unfug beschäftigen...
Liesching kommentiert am Di, 2008-08-12 16:04 Permanenter Link
@templar: Sie haben recht, dass Mitte bis Ende der 90er Jahre Mortal Kombat Spiele beschlagnahmt worden sind (hingegen Doom meines Wissens nicht). Ich beziehe mich hier nur auf Beschlagnahmen nach Inkrafttreten des JuSchG im April 2003. Auch durch die tatbestandliche Erweiterung des § 131 StGB in 2004 sind vormalige Beschlagnahmen nur noch eingeschränkt mit den seit 2004 erfolgten Beschlüssen vergleichbar. BG. Liesching
Templar kommentiert am Di, 2008-08-12 20:50 Permanenter Link
Oh Verzeihung, natürlich ist Doom nicht beschlagnahmt, da hat mir mein Gedächtnis wohl einen Streich gespielt. Was ich aber ausdrücken wollte ist, das zu jeder Zeit die Möglichkeit bestand brutale Spiele, die in den Augen der Justiz gewaltverherrlichend sind, zu beschlagnahmen, man diese Möglichkeit aber so gut wie nie in Anspruch genommen hat. Und ich persönlich denke das es durchaus mehr als genügend Kandidaten in den vergangenen Jahren gab, welche den Tatbestand der Gewaltverherrlichung erfüllen dürften. Tatsache ist, Spiele waren viele Jahre lang schlichtweg uninteressant, erst mit Aufkommen der unsäglichen Killerspieldebatte sah man sich wohl gezwungen wieder härter gegen vereinzelte Titel vorzugehen, um eben klarzumachen "das was unternommen wird".
Ich kann die Beschlagnamung von Manhunt ja noch nachvollziehen. Aber gerade bei Titeln wie Dead Rising, welche ja vor Humor und comichafter Überzeichnung nur so strotzen, kann ich nur den Kopf schütteln. Auch die Beschlagnahmung von Condemned ist meiner Meinung nach schlichtweg eine Frechheit. Das Spiel mag zwar sehr düster und auch recht brutal sein, aber das sind Filme wie Sieben auch, welche eindeutig Pate für diesen Titel standen.
Naja, all das Gemecker bringt ja doch nichts. Solange es keinen radikalen Generationenwechsel auf Regierungsebene gibt und eine längst überfällige Streichung des § 131 StGB stattfindet werden wohl noch sehr viel mehr Beschlagnahmungen folgen. Ob sinnvoll oder nicht.
Torsten kommentiert am Di, 2008-08-12 22:31 Permanenter Link
"Und auch wenn die Grafik heutzutage tatsächlich wesentlich besser ist als damals, so sehen die Spieler in den gegnerischen Figuren genauso wenig “menschliche Wesen” wie sie es bei den ersten Doom Teilen, oder auch bei Schachfiguren täten."
Genau diese Sichtweise ist doch noetig um in der 'realen' Welt Krieg zu fuehren. Sonst koennte doch niemand auf den Knopf/Abzug druecken ohne die Nerven zu verlieren oder in Traenen auszubrechen.
Templar kommentiert am Mi, 2008-08-13 00:04 Permanenter Link
Die Welt muss bis Mitte der 80'er Jahre ein wundervoller, friedlicher Ort gewesen sein, wo die Blümchen blühten und die Häschen hoppelten, bevor diese bösen und grausamen Killerspiele Gewalt und Krieg verursachten.
HCR kommentiert am Mi, 2008-08-13 15:59 Permanenter Link
"Genau diese Sichtweise ist doch noetig um in der ‘realen’ Welt Krieg zu fuehren. Sonst koennte doch niemand auf den Knopf/Abzug druecken ohne die Nerven zu verlieren oder in Traenen auszubrechen."
Erstens gab es schon vor Videospielen Krieg. Zweitens gibt es auch in Zeiten der Videospiele noch große Probleme mit Posttraumatischen Störungen bei Kriegsveteranen.
Und in dem Moment, in dem die erste seriöse Studie einen Zusammenhang zwischen Gewalt in Spielen und Gewalt in der Realität zeigen kann, werde ich meinen Standpunkt überdenken.
Zur Zeit ist es aber doch so, dass Politiker, die nichtmal in der Lage wären, ihr Emailprogramm selber zu installieren, über diese Belange entscheiden. Und es ist doch grotesk, dass es hier Expertenkommissionen ohne Experten gibt.
Letztlich wird da doch mehr auf öffentlichen Druck der durch die Medien fehlinformierten Masse reagiert, um zu zeigen dass man 'etwas gegen den Schund unternimmt', wie hier schon so schön formuliert wurde. Das alte Jugendschutzgesetz hat genauso effizient oder ineffizient durch Indizierung die Spiele von Kinderhänden ferngehalten, wie es heute eine Beschlagnahmung tut. Am Ende hängt es ohnehin an den Eltern.
Man erinnere sich nur an die Hasswelle die Counter-Strike nach dem Amoklauf von Erfurt entgegenschlug. Der Täter hatte damals nichtmal Internet. Muss Spaß gemacht haben, ein reines Multiplayerspiel alleine zu spielen. Klingt für mich eher nach einem Symptom, als einer Ursache.
Man muss sich wohl damit abfinden, dass nach Belletristik, 'Negermusik', Rock and Roll, Heavy Metal und dem Fernsehen wohl Videospiele der neue Fallstrick unserer unschuldigen Jugend ist. Warten wir einfach ein paar Jahre, bis Leute die einen Gameboy von einem Toaster unterscheiden können im Parlament sitzen.
Compterspiele-Z... kommentiert am Mi, 2008-08-13 18:04 Permanenter Link
[...] Lebewesens schlechthin. So ziemlich alles was man tut und denkt läuft direkt oder indirekt darauf hinaus ;-). Vom Standpunkt der Natur aus ist eine Frau mit der ersten Menstruation geschlechtsreif (also [...]
Stefan kommentiert am Do, 2008-09-04 19:45 Permanenter Link
Meiner Meinung nach würde ich Spiele nicht Indizieren.
Jugendschutz ist wichtig aber die Indizierung soll
Jugendliche Schützen und nicht mir das Recht nehmen
zu Spielen was ich möchte.
Ich bin 22 und damit in der Lage zu sehen,spielen und hören was ich möchte.
Wenn ein Spiel Indiziert wird bedeutet das das Medium
nicht mehr beworben werden darf und dadurch nicht mehr frei verkauft werden kann.
Laut Gesetzt darf jeder volljährige Indizierte Spiele kaufen.
Aber da durch eine Indizierung ein Medium nicht mehr beworben werden darf sieht man die Spiele nicht
Bestenfalls unter Ladentisch nach nachfrage.
Da sehe ich aber den Knackpunkt für mich.
Wenn ich als Volljähriger das Medium kaufen darf aber ein Minderjähriger nicht so ist das richtig.
Ich darf dieses Medium Kaufen aber leider ist das Medium aus den Regalen verband wurden wegen Bewerbungsverbot.
Wenn ich also keine Möglichkeit hab das Medium zu kaufen fühle ich mich in mein Recht der Selbstbestimmung
Ich kann es kaufen aber nur unter den Ladentisch
oder durch Import.
Ist das sinn und zweck der Indizierung ich glaube nicht.
Ein Schutz der Jugendlichen tritt durch eine Indizierung nur bedingt in kraft.
Weil der Jugendliche sich die Spiele auch anders beschaffen kann.
Da würde auch ein Geschlossener Raum wie in einer
Videothek wenig bringen.
Es hätte aber den Vorteil das Volljährige
sich das kaufen können was sich möchten.
Ich finde es nur verwerflich wenn Personen die sich nicht auskennen gegen die sogenannten Killerspiele hetzen.
Politiker die keine ahnung über Computerspiele haben
und nur durch Blinden Aktionismus irgendwelche Gesetze bringen wollen, das finde ich verwerflich.
Wenn ein Günther Beckstein sagt das Killerspieler
Spieler genau so bestraft werden sollen wie Pädophile
zeugt das nur von Unwissen und Blinden Aktionismus.
Solche Politiker sollten nachdenken bevor sie eine Ganze Generation bestrafen.
MMO Spieler kommentiert am Fr, 2008-11-28 18:28 Permanenter Link
Also bei Manhunt verstehe ich die Beschlagnahmung vollkommen. Auf solche spiele - wo gewalt bewusst verherrlicht wird - kann man wirklich verzichten. Dennoch bin ich der Meinung, dass derartige Maßnahmen kein langfristiges Ziel sein kann. Was getan werden muss - Bewusstseinsbildung, sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern/Spielern.
Übrigens - heute gibts auf allvatar ab 21 Uhr eine Diskussion zu einem anderen sehr kontroversen Thema: "Machen MMO-Spiele süchtig". Hier der Link zum Live-Stream:
http://www.allvatar.com/index.php?p=si
AuchGamer kommentiert am Sa, 2009-01-31 13:12 Permanenter Link
Generell finde ich eine indizierung solcher Spiele gar nicht einmal so schlimm.
Ich habe auch Titel wie Manhunt 1+2, Postal und andere gespielt, bei denen es meiner Meinung nach nur auf das Töten ankommt. Ein Verbot der Spiele halte ich für überflüssig. Alle Personen ab 18 Jahren (vielleicht auch 21) sollten Zugriff auf diese Spiele bekommen. Wenn der Weg dazu über die Videothek oder unter den Ladentisch führt, ist dies schon allein aus Jugendschutzgründen völlig gerechtfertigt. Werbeverbote haben teilweise sogar eine bessere Wirkung als das Verbot des Spiels, was der Mensch nicht weiss macht ihn nicht heiss. Natürlich kann sich ausnahmslos jeder Information zu Spielen, oder den Spielen selbst beschaffen, wenn er/sie das Internet nutzt und über legale/illegale Quellen herunterlädt. Jedoch hat der Staat der Pflicht dann genüge getan. Wenn sich auch die Videothekenbetreiber und Eltern daran halten würden ihren Kindern diese Titel nicht zugänglich zu machen, wäre die Sache rund.
Denn unter diesen Umständen sollten diese Titel nur an geeignete Personen gelangen -recherchierende Kinder natürlich ausgeschlossen- und ein Verbot wäre überflüssig.
Für meinen Teil kann ich sagen, dass Spiele der Art Manhunt und Postal zwar Spaß machen, aber nicht unbedingt jetzt interessieren, und verändern schon gar nicht. Es kommt aber auch nicht immer nur auf den Inhalt an, sondern auch auf den Spaß den man dabei haben kann solche SPiele zu spielen. Selbst bei Manhunt ist immer noch eine lineare Abfolge des Geschehens zu erkennen, man muss Aufgaben erfüllen. Und wenn man diese nur durch Töten in grausamer Weise erfüllen kann, so ist dem eben so.
Der Spieltrieb ist unermesslich, aber Computerspiele sind garantiert ungefährlicher als wenn sich auf dem Spielplatz kleine Kinder raufen und mit Stöcken hauen. Ausser sie schieben sich gegenseitig die DVDs in irgendwelche Körperöffnungen.
Kurzum: Denen die reif aber auch gefestigt genug sind, sollte die Möglichkeit gegeben werden, solche Spiele zu erwerben und zu besitzen.
WerWeiß? kommentiert am So, 2009-03-01 23:13 Permanenter Link
bei manhunt ist es verständlich, dass sich so manche besorgte behörde wiedereinmal dazu berufen fühlte, den großen retter zu spielen und den satan in form einer CDrom auf ewig in die ewige finsternis zu verdammen. alles für unsere jugend. nur vergisst man dabei, dass das spiel somit auch für erwachsene in schier unerreichbare ferne rückt und diese sich dann, wenn ich das mal auf mich beziehen darf, ziemlich verarscht fühlen. an meinem achtzehnten geburtstag feierte ich nicht nur die tatsache, dass ich kein kind mehr war, nein: ich feierte, dass ich nun endlich tun und lassen konnte, was ich wollte, ohne dass mutti mir sagt, welchen film ich jetzt zB angucken darf, oder nicht! da hab ich mich aber geschnitten. nur, dass jetzt die jugendschutzbehörde muttis rolle einnimmt und meint mir, dem berufstätigen 29 jährigen vater einer kleinen tochter als vormund dienen zu müssen! so kann man die sache nicht lösen, das funktioniert nicht. schlimm genug, dass man nichtmal als erwachsener im laden so ohne weiteres an das gewünschte indizierte medium herankommt ( bzw gar nicht im falle einer beschlagnahmung ), nein: wenn man es sich per post im schönen öschtreich besorgen will, wird es wenn man pech hat vom zoll eingesammelt und man sieht das teil nie mehr wieder. und dann kann man denen so lange man will damit kommen, dass man fast 30 ist und die werden sagen: nein, das ist beschlagnahmt, das dürfen sie nicht in die republik einführen. zumindest nicht übern postweg.
mal im ernst, wir äffen die amis ja schon nach, wo`s nur geht, warum machen wir es dann nicht auch mit den computerspielen/filmen/... so wie die jungs dort drüben? schön die ungeschnittenen versionen/fassungen/... ins regal samt werbung und wer den scheiss an kinder verkauft und erwischt wird, kann den laden am nächsten tag dicht machen. würde man den verkäufern mit solchen strafen drohen, die würden die leute nebst dem perso auch noch nach reisepass, versicherungskarte und weiß der teufel was fragen. aber nein, in deutschland verbietet man lieber als mehr auf prävention und kontrolle zu setzen, das ist schließlich billiger. aber heute wird man sowieso überall auf der welt bevormundet, egal wo man hingeht und wie alt man ist.
um nochmal auf manhunt und manhunt 2 zurück zu kommen, die spiele sind wirklich bitter böse und gehören auf gar keinen fall in die hände unserer sprößlinge, manhunt ist verstörend, eiskalt, grausam, brutal und absolut abartig. scarface und sof 3 : payback sind auf eine ganz andere art brutal und sind auch nix für kinners(sof 1+2 ebnefalls). condemned halte ich persönlich nicht für zu brutal, höchstens für viiieeeel zu gruselig. auch wenn es gewaltanwendung glorifiziert ist die beschlagnahme dieses titels weitesgehend unverständlich ( soweit ich weiss ist condemned 2 auch beschlagnahmt worden, manhunt 2 ebenfalls). dead rising habe ich nicht gespielt, werde es mir aber demnächst bestellen. ha! und so werde ich es auch weiterhin tun, ich lasse mir mit fast 30 nicht mehr vorschreiben, was ich spielen darf und was nicht. da müssen diese idioten von der bpjm schon früher aufstehen!
grüße aus dem schönen süden!
SuperMoritz kommentiert am Mo, 2009-03-02 14:20 Permanenter Link
sooooooo, zuerst einmal: HCR ( siehe comments weiter oben ) hat verdammt nochmal recht.
videospiele dienen den armen irren in diesen ganzen ministerien und wat weiß ich was schlicht untergreifend als sündenbock. man kann und will eben nach vorkommnissen wie den amokläufen von erfurt und emmsdetten nicht wahrhaben, dass man selbst versagt hat. und damit meine ich fehlendes interesse der lehrer an den schülern, geiz der regierung und die gleichgültigkeit von aufsichtspersonen.
gut, mittlerweile ist nachgewiesen, dass computerspiele mit gewalttätigem inhalt kurzfristig die aggressivität des spielers steigern können, geb ich ja gern zu. aber wenn man dies als argument gegen computerspiele nutzt, sollte man nicht vergessen, dass so manch einer zB auch beim fussball (allgemein beim sport), beim lesen eines buches, beim auto fahren, beim karten spielen, beim handwerkern oder bei der gartenarbeit mal kurz die nerven verliert. das hängt alles vom charakter ab, was allerdings im zuge der anti-videospiel-hetz-propaganda des "jugendschutzes" von "reportagen" wie frontal21 oder dem ganzen anderen schund gerne vergessen wird.
"reportagen", die nur vollkommen überzogen die schlechtere seite der spiele beleuchten, sich für positive aspekte null intereesieren und mit falschen tatsachen arbeiten, die von der unaufgeklärten bevölkerung sofort für wahr genommen werden. beispielsweise wurde dem spiel gta san andreas vorgeworfen, man bekäme im spiel extrapunkte für besonders grausames töten, ebenso wie das vergewaltigen und anschliessende zerstückeln von passanten und kindern. diese flachspiefen vom zdf haben wirklich eine kranke fantasie. naja, früher dachte man auch, bücher würden die jugend verblöden und verderben; und woher kam dieser irrglaube? hetzpropaganda von oben. das wird sich alles noch zum guten wenden, wird zwar n weilchen dauern, aber es wird passieren, da bin ich zuversichtlich.
Shadowhazard kommentiert am Fr, 2010-11-12 09:50 Permanenter Link
Ich spiele schon seit dem Ende der C64 Ära und ich hab mich spätestens seit der SNES/MegaDrive Ära gegen Zensur ausgesprochen.
Früher ohne das Internet war es verdammt schwer die nötigen Infos über ein Spiel zu bekommen wenn es erst einmal indiziert war.
Diese sogenanten Jugendschützer die sich rausnehmen zu entscheiden ob ein Spiel auf dem Index landet oder gar beschlagnamt wird sind Leute die von VideoGames die wenigste Ahnung haben. Diese Menschen prüfen den Inhalt eines Spieles das unter Umständen von einer EINZIGEN hier in Deutschland lebenden Person(meist Lehrer oder andere möchtegern Jugenschützer) angeprangert wurde.
Computerspiele sind grundsätzlich als Kunst anzusehen auf jeder gängigen Plattform, auch Spiele die Gewalt verherrlichen denn auch Gewaltorgien müssen erst von kreativen Köpfen geplant und programmiert werden und jeder CoreGamer weiß das Spieleentwicklung kein Zuckerschlecken ist!
Spiele die große Gewalt oder auch Sex beinhalten sind nicht zu beschlagnahmen da Sex&Gewalt einfach zum Menschen gehört und das schon seit Anbeginn der Menscheit das ist einfach psychologisch zu begründen mit dem Jagd und Sammeltrieb der beim Menschen nie verschwinden wird nur durch wachsenden Fortschritt etwas verdrängt.
Manhunt zB ist auch für mich ein zweischneidiges Schwert, es ist ein technisch und designtechnisch super Spiel für seine Zeit.Das Spiel schafft es ganz drückende Atmospäre zu schaffen und die Story ist auch nicht unbedingt soo unreal.Ich spiele Manhunt selber auch nicht(nur zweimal zum testen) da ich auch der Meinung bin das es ein echt harter Brocken ist was die Möglichkeiten anbelangt aber ist dennoch kein Grund für mich zu beschlagnahmen da eben nur Gewalt verherrlicht wird, die Gebrüder Grimm habens gemacht warum nicht auch Gamedesigner.
Jeder hat selber zu entscheiden welches Game das richtige für ihn ist und nicht Behörden,Lehrer und Politiker die schon mal aus Prinzip den Mund zu halten haben wenns um Medien und Kunst geht!
Wenn DU der Meinung bist das etwas Kunst ist dann ist es auch so.