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Timestamp: 2016-10-28 17:56:48
Document Index: 7738059

Matched Legal Cases: ['Art. 63', 'Art. 43', 'Art. 140', 'Art. 129', 'Art. 183', 'Art. 134', 'Art. 181', 'Art. 22', 'Art. 43', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 152', 'Art. 152', 'Art. 278', 'Art. 152']

6P.105/2006 (02.11.2006)
6P.105/2006
6S.221/2006
6S.295/2006 /rom
Beschwerdef�hrer, vertreten 1.) durch F�rsprecher A.________, und 2.) durch Rechtsanw�ltin B.________
Obergericht des Kantons Aargau, Obere Vorstadt 38, 5000 Aarau.
Strafzumessung (Art. 63 StGB); Aufschub des Strafvollzugs zwecks ambulanter Behandlung (Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB),
6S.295/2006
Staatsrechtliche Beschwerde (6P.105/2006) und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerden (6S.221/2006 und 6S.295/2006) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, vom 23. M�rz 2006.
Das Bezirksgericht Aarau sprach X.________ am 29. Oktober 2003 des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), der Gef�hrdung des Lebens (Art. 129 StGB), der Freiheitsberaubung und Entf�hrung (Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), des Angriffs (Art. 134 StGB) und der mehrfachen, vollendet versuchten N�tigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), alles begangen am 10. Februar 2001 zum Nachteil von C.________, sowie verschiedener weiterer Straftaten schuldig. Es verurteilte ihn deswegen zu zwei Jahren Zuchthaus, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 12 Tagen. Zudem verwies es ihn f�r die Dauer von f�nf Jahren des Landes. Ferner verpflichtete es ihn und die beiden verurteilten Mitangeklagten unter anderem zur Zahlung einer Genugtuung von Fr. 2'000.-- an C.________.
Das Obergericht des Kantons Aargau wies mit Urteil vom 10. M�rz 2005 die hiegegen erhobenen Berufungen von X.________ und der Staatsanwaltschaft sowie die gegen die Berufung der Letzteren gef�hrte Anschlussberufung von X.________ ab und best�tigte das erstinstanzliche Urteil im Schuld- und im Strafpunkt. In teilweiser Gutheissung der Anschlussberufung des Gesch�digten setzte es die von X.________ in solidarischer Haftbarkeit mit den zwei verurteilten Mitangeklagten zu leistende Genugtuung auf Fr. 4'000.-- fest.
X.________, der im Verfahren vor dem Obergericht durch F�rsprecher A.________ amtlich verteidigt war, focht das Urteil des Obergerichts durch die von ihm erbetene Rechtsanw�ltin B.________ mit staatsrechtlicher Beschwerde und mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde an.
Der Kassationshof des Bundesgerichts wies mit Urteil vom 16. November 2005 die staatsrechtliche Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat, und hiess die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde teilweise gut. Er hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ck. Die R�ckweisung betraf die Strafzumessung, die Landesverweisung sowie die Frage der Anordnung einer ambulanten Massnahme.
Das Obergericht des Kantons Aargau setzte mit Urteil vom 23. M�rz 2006 in teilweiser Gutheissung der von X.________ eingereichten Berufung die Freiheitsstrafe von 24 Monaten auf 22 Monate herab, ordnete eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 43 StGB w�hrend des Strafvollzugs an und sah von einer Landesverweisung ab.
Gegen das Urteil des Obergerichts vom 23. M�rz 2006 erhebt X.________, vertreten durch F�rsprecher A.________, staatsrechtliche Beschwerde und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde, mit welchen er den Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme beantragt. Ausserdem erhebt X.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin B.________, eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde, mit welcher er ebenfalls den Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme beantragt und zudem eine Herabsetzung der Strafe verlangt. In allen drei Eingaben wird ferner um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht.
Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau haben auf Gegenbemerkungen zu den Beschwerden verzichtet.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Verweigerung des Strafaufschubs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme sei willk�rlich, da sie teilweise auf aktenwidrigen Annahmen beruhe.
1.1 Das Obergericht vertrat in seinem (ersten) Entscheid vom 10. M�rz 2005 die Auffassung, es k�nne nicht gesagt werden, dass eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen biete (Urteil des Obergerichts vom 10. M�rz 2005 S. 38). Der Beschwerdef�hrer macht geltend, diese Annahme stehe im Widerspruch zum psychiatrischen Gutachten der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 2. August 2002.
Die R�ge geht an der Sache vorbei. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht der (erste) Entscheid des Obergerichts vom 10. M�rz 2005, sondern das (zweite) Urteil des Obergerichts vom 23. M�rz 2006. Darin wird indessen nicht mehr die Ansicht ge�ussert, es k�nne nicht gesagt werden, dass eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bieten w�rde.
1.2 Das Obergericht f�hrte in seinem (ersten) Urteil vom 10. M�rz 2005 unter anderem Folgendes aus: "Falls sich im Strafvollzug die k�rperlichen Beschwerden verst�rken, was im Gutachten einzig als M�glichkeit dargestellt wird, liegt es in der Verantwortung der Vollzugsbeh�rden, die n�tigen Massnahmen zu ergreifen" (Urteil des Obergerichts vom 10. M�rz 2005 S. 38). Der Beschwerdef�hrer macht geltend, entgegen der zitierten Bemerkung des Obergerichts werde im Gutachten die Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht einzig als M�glichkeit dargestellt. Vielmehr halte die Expertin fest, dass im Strafvollzug von einer Verschlechterung des physischen und psychischen Zustands des Beschwerdef�hrers auszugehen sei.
Auch dieser Einwand st�sst ins Leere. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht der (erste) Entscheid des Obergerichts vom 10. M�rz 2005, sondern das (zweite) Urteil des Obergerichts vom 23. M�rz 2006. Darin wird indessen nicht mehr ge�ussert, im Gutachten werde die Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdef�hrers im Strafvollzug einzig als M�glichkeit dargestellt.
1.3 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, entgegen einer Bemerkung des Obergerichts sei es dem bisherigen Therapeuten nicht m�glich, die Behandlung im Strafvollzug fortzusetzen.
Die R�ge zielt ins Leere. Das Obergericht weist zwar auf die M�glichkeit hin, dass der bisherige Therapeut die Behandlung des Beschwerdef�hrers im Strafvollzug weiterf�hren k�nnte, was angesichts der �rtlichen Verh�ltnisse nicht als ausgeschlossen erscheine. Es h�lt aber ausdr�cklich fest, dass dies eine Frage des Vollzugs ist (angefochtenes Urteil S. 19). Damit hat das Obergericht nicht die Feststellung getroffen, dass es f�r den bisherigen Therapeuten m�glich sei, die Behandlung des Beschwerdef�hrers im Strafvollzug weiterzuf�hren, und es hat nicht auf der Grundlage einer derartigen Feststellung entschieden. Das Obergericht h�lt in seinem Urteil vielmehr fest, dass in Anbetracht der Dauer des Strafvollzugs ein Wechsel des Therapeuten notwendig werde, und es erachtet dies als f�r den Beschwerdef�hrer zumutbar (angefochtenes Urteil S. 19).
Demnach ist in tats�chlicher Hinsicht davon auszugehen, dass der Vollzug der Strafe einen Wechsel des Therapeuten zur Folge h�tte. Im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde ist zu pr�fen, inwiefern dies f�r die Frage des Aufschubs des Strafvollzugs von Bedeutung ist.
1.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit als offensichtlich unbegr�ndet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2.1 Namens des Beschwerdef�hrers reichten sowohl F�rsprecher A.________ als auch Rechtsanw�ltin B.________, offenbar unabh�ngig und ohne Wissen voneinander, eine Nichtigkeitsbeschwerde ein. Die beiden Beschwerden datieren vom 8. Mai 2006 und gingen am 9. bzw. 10. Mai 2006 beim Bundesgericht ein. F�rsprecher A.________ legitimierte sich durch eine Vollmacht, die sich in den Akten befinde. Rechtsanw�ltin B.________ legitimierte sich durch eine Vollmacht vom 11. Mai 2005, die sie ihrer Rechtsschrift beilegte.
2.2 Parteivertreter haben als Ausweis eine Vollmacht zu den Akten zu legen; eine solche kann jederzeit nachgefordert werden (Art. 29 Abs. 1 OG). Fehlen die Unterschrift einer Partei oder eines zugelassenen Vertreters, dessen Vollmacht oder die vorgeschriebenen Beilagen, oder ist der Unterzeichner als Vertreter nicht zugelassen, so wird eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels angesetzt mit der Androhung, dass die Rechtsschrift sonst unbeachtet bleibe (Art. 30 Abs. 2 OG).
2.2.1 In Anbetracht der ungew�hnlichen Lage wurden beide Anw�lte gest�tzt auf Art. 29 Abs. 1 OG im Auftrag des Pr�sidenten des Kassationshofes mit Schreiben vom 23. Mai 2006 aufgefordert, bis zum 13. Juni 2006 eine aktuelle Vollmacht nachzureichen. Eine Androhung, dass die Rechtsschrift sonst unbeachtet bleibe, unterblieb.
2.2.2 F�rsprecher A.________ reichte hierauf dem Bundesgericht eine aktuelle, vom 25. April 2006 datierende Vollmacht des Beschwerdef�hrers nach.
2.2.3 Rechtsanw�ltin B.________ teilte dem Bundesgericht innert erstreckter Frist mit Schreiben vom 22. Juni 2006 mit, dass der Beschwerdef�hrer ihr am Vortag telefonisch mitgeteilt habe, er werde ihr keine neue Vollmacht ausstellen. Sie f�hrte aus, sie habe vom Beschwerdef�hrer am 11. Mai 2005 eine Vollmacht erhalten. Gest�tzt hierauf habe sie als erbetene Verteidigerin das (erste) Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 10. M�rz 2005 mit staatsrechtlicher Beschwerde und mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde angefochten. Nach der teilweisen Gutheissung der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 16. November 2005 habe sie den Beschwerdef�hrer auch im neuen Verfahren vor dem Obergericht vertreten. Aufgrund der Vollmacht vom 11. Mai 2005 sei sie auch zur Ergreifung s�mtlicher Rechtsmittel gegen das neue, zweite Urteil des Obergerichts vom 23. M�rz 2006 bevollm�chtigt, solange ihr das Mandat nicht entzogen worden sei. Die letzte Information, die sie kurz vor Ablauf der 30-t�gigen Beschwerdefrist vom Beschwerdef�hrer erhalten habe, habe darin bestanden, dass dieser das Urteil des Obergerichts vom 23. M�rz 2006 unbedingt anfechten wollte. Da sie selbst den neuen Obergerichtsentscheid als unrichtig angesehen habe, sei sie im Rahmen einer sorgf�ltigen Berufsaus�bung zur Ergreifung von Rechtsmitteln an das Bundesgericht berechtigt und verpflichtet gewesen. F�r eine Abkl�rung ihrerseits, ob der Beschwerdef�hrer zus�tzlich einen weiteren Anwalt mandatiert habe, habe es keine Anhaltspunkte gegeben. Die telefonische Mitteilung des Beschwerdef�hrers vom 21. Juni 2006, dass er ihr keine neue Vollmacht unterzeichnen werde, habe lediglich Wirkung ex nunc. Der in dieser telefonischen Mitteilung liegende "Mandatsentzug" habe mithin keine Wirkung ex tunc. Da das Mandatsverh�ltnis somit bis zum 21. Juni 2006 angedauert habe und die Vollmacht vom 11. Mai 2005 auch zur Vertretung vor Bundesgericht berechtige, sei sie bei Einreichung der Nichtigkeitsbeschwerde vom 8. Mai 2006 g�ltig mandatiert gewesen.
2.3.1 Die Vollmacht vom 11. Mai 2005, welche Rechtsanw�ltin B.________ der von ihr eingereichten Nichtigkeitsbeschwerde vom 8. Mai 2006 beilegte, enthielt den offiziellen Vollmachtstext des Z�rcher Anwaltsverbandes. Danach wurde die Rechtsanw�ltin vom Beschwerdef�hrer betreffend Strafverteidigung "zu allen Rechtshandlungen einer Generalbevollm�chtigten mit dem Recht, Stellvertreter zu ernennen, bevollm�chtigt". "Die Vollmacht schliesst insbesondere ein: ... Vertretung vor allen Gerichten, ... Ergreifung von Rechtsmitteln ... , Vollzug von Urteilen ...".
2.3.2 Ein solche Generalvollmacht gen�gt in der Regel auch f�r das bundesgerichtliche Verfahren (BGE 117 Ia 440 E. 1a mit Hinweisen insbesondere auf Poudret/Sandoz, Commentaire de la loi f�d�ral d'organisation judiciaire, 1990, N 2.2.3 zu Art. 29). Was gem�ss dem zitierten Entscheid f�r das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde gilt, muss erst recht f�r das Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde gelten.
Dies bedeutet indessen nicht, dass das Bundesgericht von einem Anwalt keine Vollmacht nachfordern kann. Das Nachfordern einer aktuellen Vollmacht rechtfertigt sich unter anderem, wenn Zweifel �ber den Umfang einer im kantonalen Verfahren ausgestellten Vollmacht bestehen, wenn mithin fraglich ist, ob das vom Anwalt eingereichte Rechtsmittel durch diese Vollmacht gedeckt ist (BGE 117 Ia 440 E. 1b).
2.3.3 Vorliegend wurden wegen der Besonderheit des Falles beide Anw�lte zur Nachreichung einer aktuellen Vollmacht aufgefordert, wobei allerdings eine Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde im S�umnisfall unterblieb. Die Besonderheit des vorliegenden Falles besteht darin, dass F�rsprecher A.________ den Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt der Ausf�llung des (ersten) Obergerichtsentscheids vom 10. M�rz 2005 als amtlicher Verteidiger vertrat; dass der Beschwerdef�hrer in der Folge mit Vollmacht vom 11. Mai 2005 Rechtsanw�ltin B.________ als erbetene Verteidigerin bevollm�chtigte, das Urteil des Obergerichts vom 10. M�rz 2005 beim Bundesgericht anzufechten; dass Rechtsanw�ltin B.________ den Beschwerdef�hrer auch im neuen Verfahren vor dem Obergericht vertrat, nachdem das Bundesgericht die Sache an dieses zur�ckgewiesen hatte; dass im Rubrum des (zweiten) Obergerichtsentscheids vom 23. M�rz 2006 neben Rechtsanw�ltin B.________ als Verteidigerin auch F�rsprecher A.________ als amtlicher Verteidiger figuriert, welchem dieses zweite Urteil "z.K." zugestellt wurde; dass gegen dieses Urteil namens des Beschwerdef�hrers sowohl F�rsprecher A.________ als auch Rechtsanw�ltin B.________ - offenbar unabh�ngig und ohne Wissen voneinander - eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde erhoben, wobei F�rsprecher A.________ auf eine Vollmacht, die sich in den Akten befinde, verwies, und Rechtsanw�ltin B.________ ihre Vollmacht vom 11. Mai 2005 beilegte.
2.3.4 Dass Rechtsanw�ltin B.________ innert der erstreckten Frist keine aktuelle Vollmacht nachreichte, weil sie dazu nicht in der Lage war, da der Beschwerdef�hrer ihr keine neue Vollmacht ausstellte, ist unter den gegebenen Umst�nden unerheblich. Rechtsanw�ltin B.________ war aufgrund der ihr vom Beschwerdef�hrer am 11. Mai 2005 erteilten Generalvollmacht zur Einreichung der vorliegenden eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde bevollm�chtigt, da im Zeitpunkt der Einreichung dieser Eingabe der Beschwerdef�hrer diese Vollmacht nicht widerrufen hatte und nichts darauf hindeutete, dass der Beschwerdef�hrer nach der Ausf�llung des (zweiten) Obergerichtsurteils vom 23. M�rz 2006 einen anderen Rechtsanwalt bevollm�chtigt haben k�nnte, beispielsweise seinen fr�heren amtlichen Verteidiger, der im zweiten Verfahren vor dem Obergericht inaktiv geblieben war. Im �brigen besteht zwischen dem vorliegenden Verfahren und dem ersten Verfahren vor dem Bundesgericht, in welchem der Beschwerdef�hrer durch Rechtsanw�ltin B.________ vertreten war, ein enger Zusammenhang, geht es doch im vorliegenden Verfahren unter anderem um die Frage, ob die Vorinstanz im hier angefochtenen Entscheid den Weisungen und Erw�gungen des Bundesgerichts im Urteil vom 16. November 2005 gen�gend Rechnung getragen hat.
2.4 Demnach ist davon auszugehen, dass sowohl F�rsprecher A.________ (aufgrund der Vollmacht vom 25. April 2006) als auch Rechtsanw�ltin B.________ (aufgrund der Vollmacht vom 11. Mai 2005) bevollm�chtigt waren, als Vertreter des Beschwerdef�hrers gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau vom 23. M�rz 2006 Beschwerden an das Bundesgericht zu erheben.
Einem Beschuldigten ist es grunds�tzlich unbenommen, gegen den letztinstanzlichen kantonalen Entscheid innert der 30-t�gigen Frist mehrere Eingaben an das Bundesgericht einzureichen, in denen die Verletzung eidgen�ssischen Rechts ger�gt wird. Diese mehreren Eingaben sind indessen, auch wenn jede einzelne den formellen Anforderungen der Nichtigkeitsbeschwerde gen�gt, nicht als mehrere selbstst�ndige Nichtigkeitsbeschwerden, sondern rechtlich als Teile einer einzigen Nichtigkeitsbeschwerde zu behandeln. Entsprechendes gilt, wenn die mehreren Eingaben von verschiedenen Anw�lten unterzeichnet worden sind, und zwar auch, wenn diese unabh�ngig und ohne Wissen voneinander gehandelt haben. Denn Beschwerdef�hrer sind nicht die Anw�lte, sondern Beschwerdef�hrer ist einzig der von den Anw�lten vertretene Beschuldigte.
Die von F�rsprecher A.________ unterzeichnete Nichtigkeitsbeschwerde und die von Rechtsanw�ltin B.________ unterzeichnete Nichtigkeitsbeschwerde sind somit nicht als zwei selbstst�ndige Beschwerden, sondern als Teile einer einzigen im Namen des Beschwerdef�hrers eingereichten Nichtigkeitsbeschwerde zu behandeln.
Eingabe von Rechtsanw�ltin B.________
4.1 Die erste Instanz hatte in ihrem Urteil vom 29. Oktober 2003 bei der Strafzumessung straferh�hend ber�cksichtigt, dass der Beschwerdef�hrer Zeugen eingesch�chtert habe. Die Vorinstanz hielt in ihrem ersten Urteil vom 10. M�rz 2005 fest, die Einsch�chterung von Zeugen sei nicht nachgewiesen. Trotzdem best�tigte die Vorinstanz in ihrem ersten Urteil die von der ersten Instanz ausgef�llte Strafe von zwei Jahren Zuchthaus.
Die Vorinstanz ber�cksichtigte in ihrem ersten Urteil in �bereinstimmung mit der ersten Instanz straferh�hend, dass der Beschwerdef�hrer die ihm verschriebenen Medikamente, insbesondere Antidepressiva, vor den inkriminierten Handlungen eigenm�chtig nicht mehr eingenommen habe, weshalb in der Folge die depressiven Symptome und seine aggressive Impulsbereitschaft zugenommen h�tten.
4.2 Der Kassationshof hat in seinem Urteil vom 16. November 2005 erkannt, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie das Absetzen der Medikamente straferh�hend wertete. Im Weiteren beanstande der Beschwerdef�hrer zurecht, dass die Vorinstanz die von der ersten Instanz ausgef�llte Strafe nicht herabsetzte, obschon gem�ss ihren Feststellungen die erstinstanzlich straferh�hend ber�cksichtigte Einsch�chterung von Zeugen durch den Beschwerdef�hrer nicht nachgewiesen sei. Die Nichtigkeitsbeschwerde erweise sich in diesem Punkt als begr�ndet (Urteil des Kassationshofes vom 16. November 2005 E. 8.4).
4.3 Die Vorinstanz hat in ihrem zweiten, vorliegend angefochtenen Urteil erwogen, dass die beiden vom Bundesgericht ger�gten Umst�nde bei der Bemessung des gesamten Verschuldens nicht markant in Betracht fallen. Der wegfallende Vorwurf, bei der Absetzung der Medikamente ein Ansteigen der Aggressionen und der Gewaltbereitschaft in Kauf genommen zu haben, sowie die nicht nachgewiesene Einsch�chterung von Zeugen betr�fen beide die Pers�nlichkeit und den Charakter des Beschwerdef�hrers, stellten jedoch keine Hauptmerkmale des Verschuldens dar. Die zus�tzliche Ber�cksichtigung dieser Umst�nde f�hre deshalb zu einer Reduktion der Freiheitsstrafe um nicht mehr als zwei Monate auf 22 Monate (angefochtenes Urteil S. 17/18).
4.4 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Reduktion der Strafe um lediglich zwei Monate und die ihr zugrunde liegende Begr�ndung der Vorinstanz verletzten Bundesrecht. Erstens sei nicht erkennbar, was die Absetzung von Medikamenten �ber die Pers�nlichkeit und den Charakter einer Person aussagen soll. Zweitens stelle sich die Vorinstanz in krassen Widerspruch zu ihrem ersten Urteil, in welchem mit der Absetzung der Medikamente sein egoistisches Vorgehen und seine Inkaufnahme von Aggressionen und Gewaltbereitschaft und damit eine - aus damaliger Sicht der Vorinstanz - wesentliche Verschuldenskomponente begr�ndet worden sei. W�re das Kriterium der Absetzung der Medikamente von vornherein als wenig bedeutend angesehen worden, so h�tte die Vorinstanz dieses im ersten Urteil ausdr�cklich bloss leicht straferh�hend ber�cksichtigt. Die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid offensichtlich deshalb eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten ausgef�llt, um sich nicht mit der Frage der Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs befassen zu m�ssen, die sich nach der Rechtsprechung bereits bei einer Freiheitsstrafe von h�chstens 21 Monaten stellen kann, da bei einer solchen Strafe zu pr�fen sei, ob im Hinblick auf die M�glichkeit des bedingten Strafvollzugs nicht allenfalls auch eine Freiheitsstrafe von lediglich 18 Monaten in Betracht komme (siehe dazu BGE 127 IV 97 E. 3 mit Hinweisen).
4.5 Die Einw�nde sind unbegr�ndet. Die Vorinstanz hatte bei der Strafzumessung unver�ndert von einer ausserordentlichen Schwere der Taten sowie davon auszugehen, dass der Beschwerdef�hrer namentlich bei seinen Handlungen zum Nachteil des Gesch�digten C.________ r�cksichtslos, brutal, hinterh�ltig und kaltbl�tig vorging. Hinzu kamen eine ganze Reihe von einerseits straferh�henden und andererseits strafmindernden Umst�nden. In einer solchen Situation kann einem einzelnen Umstand schon prinzipiell keine allzu grosse Bedeutung zukommen. Die Vorinstanz hatte in ihrem ersten Entscheid erwogen, es sei wohl m�glich, dass der Beschwerdef�hrer, entsprechend seinen Behauptungen in der Berufung, die Medikamente wegen der Gewichtszunahme abgesetzt habe. Er habe aber genau gewusst, welchem Zweck die Medikamente dienten, und damit in Kauf genommen, dass bei Absetzen der Medikamente auch seine Aggressionen und seine Gewaltbereitschaft steigen w�rden, also egoistisch gehandelt, was die erste Instanz zurecht straferh�hend ber�cksichtigt habe (Urteil der Vorinstanz vom 10. M�rz 2005 S. 36). Mit diesen Erw�gungen hat die Vorinstanz dem Einwand des Beschwerdef�hrers in der Berufung widersprochen, er sei sich im Zeitpunkt der Absetzung der Medikamente nicht bewusst gewesen, dass die Behandlung und seine Neigung zur Delinquenz in einem Zusammenhang stehen (siehe Urteil der Vorinstanz vom 10. M�rz 2005 S. 35). Nichts deutet darauf hin, dass die Vorinstanz in ihrem ersten Urteil das dem Beschwerdef�hrer vorgeworfene eigenm�chtige Absetzen der Medikamente erheblich straferh�hend ber�cksichtigt habe. Der Kassationshof seinerseits hat im Urteil vom 16. November 2005 der Vorinstanz keinerlei Anweisungen �ber das ungef�hre Mass der gebotenen Strafreduktion gegeben.
5.1 Die Vorinstanz hat in ihrem ersten Urteil vom 10. M�rz 2005 in �bereinstimmung mit der ersten Instanz von der Anordnung einer ambulanten Massnahme abgesehen mit der Begr�ndung, dass eine allenfalls erforderliche Psychotherapie zur ordentlichen Betreuung im Strafvollzug geh�re. Der Kassationshof hat im Urteil vom 16. November 2005 diese Auffassung als bundesrechtswidrig erachtet und die Nichtigkeitsbeschwerde in diesem Punkt gutgeheissen. Die Vorinstanz werde sich im neuen Verfahren dazu �ussern m�ssen, ob eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzuordnen ist. Dabei werde sie sich vom Gutachten der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 2. August 2002 leiten lassen m�ssen, das eine weitere ambulante psychiatrische Behandlung des Beschwerdef�hrers inklusive die Verordnung von Medikamenten als unabdingbar und zweckm�ssig im Sinne einer Massnahme nach Art. 43 StGB erachtet. Da die Frage, ob eine ambulante Behandlung gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzuordnen ist, von der Vorinstanz nicht behandelt worden war, konnte der Kassationshof nicht pr�fen, ob der Verzicht auf den Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der ambulanten Massnahme vor Bundesrecht standh�lt (Urteil des Kassationshofes vom 16. November 2005 E. 9.4).
5.2 Die Vorinstanz hat im vorliegend angefochtenen Entscheid eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB angeordnet (angefochtenes Urteil S. 18/19). Sie hat aber den Aufschub des Strafvollzugs zugunsten dieser ambulanten Massnahme abgelehnt. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, dies verstosse gegen Bundesrecht.
Zwecks ambulanter Behandlung kann der Richter den Vollzug der Strafe aufschieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen (Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 Satz 1 StGB).
6.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub anzuordnen, wenn eine tats�chliche Aussicht auf erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Vollzug der ausgef�llten Freiheitsstrafe erheblich beeintr�chtigt w�rde. Die Therapie geht vor, falls eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug klarerweise verhindern oder vermindern w�rde. Dabei sind einerseits die Auswirkungen des Strafvollzugs, die Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung und die bisherigen Therapiebem�hungen zu ber�cksichtigen, andererseits aber auch das kriminalpolitische Erfordernis, Straftaten schuldangemessen zu ahnden bzw. rechtskr�ftige Strafen grunds�tzlich zu vollziehen. Wo ein Therapieerfolg wahrscheinlich ist, sollte nach der Praxis des Bundesgerichts - tendenziell - zun�chst �rztlich behandelt werden. Ein Strafaufschub ist angezeigt, wenn der Strafvollzug die begr�ndete Aussicht auf erfolgreiche Heilbehandlung erheblich beeintr�chtigen w�rde. Dies ist nicht erst anzunehmen, wenn der Vollzug eine Therapie verunm�glicht oder den Behandlungserfolg v�llig in Frage stellt. Vielmehr geht die Therapie vor, sobald eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug verhindern oder wesentlich vermindern w�rde. Auch der Vollzug einer Freiheitsstrafe von l�ngerer Dauer kann zugunsten der ambulanten Massnahme aufgeschoben werden. Doch muss unter dem Gesichtspunkt des Gleichheitsgebots der Behandlungsbedarf umso ausgepr�gter sein, je l�nger die zugunsten der ambulanten Therapie aufzuschiebende Freiheitsstrafe ist. Der Richter muss zur Frage, ob im Hinblick auf eine ambulante Behandlung der Vollzug der Strafe aufzuschieben sei, ein Gutachten einholen (zum Ganzen BGE 129 IV 161 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.2 Nach der Auffassung der Vorinstanz sind die Voraussetzungen f�r den Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme nicht erf�llt. Der Beschwerdef�hrer habe eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr zu verb�ssen. Unter diesen Umst�nden habe er die M�glichkeit in Kauf zu nehmen, dass er die weitere Behandlung mit einem anderen Therapeuten durchf�hren m�sse. In Anbetracht der Dauer des Gef�ngnisaufenthalts erscheine dies als zumutbar. Zudem bestehe die M�glichkeit, dass der bisherige Therapeut die Behandlung auch w�hrend des Strafvollzugs fortsetzen k�nne. Dies sei eine Frage des Vollzugs, erscheine aber auch angesichts der �rtlichen Verh�ltnisse nicht als ausgeschlossen. Aus den Unterlagen ergebe sich kein zwingender Schluss, dass aus Gr�nden der Heilbehandlung der Vollzug der Strafe aufgeschoben werden m�sste. Sollten sich die k�rperlichen Beschwerden verst�rken und insbesondere auch depressive Symptome, namentlich Suizidgedanken, zunehmen, so stehe der Beschwerdef�hrer im Vollzug unter gen�gender und erfahrener �rztlicher Betreuung und verf�ge er auf Grund der im Rahmen der angeordneten Massnahme durchzuf�hrenden Therapie auch �ber zus�tzliche psychiatrische Behandlung und Unterst�tzung (angefochtenes Urteil S. 19).
6.3 Diese Erw�gungen verm�gen die Verweigerung des Strafaufschubs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme nicht zu begr�nden. Die Vorinstanz setzt sich mit dem Gutachten der Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 2. August 2002 nicht substantiiert auseinander und verkennt die Voraussetzungen des Strafaufschubs zugunsten einer angeordneten ambulanten Massnahme.
6.3.1 Der am 2. Januar 1946 geborene, aus dem Kosovo stammende Beschwerdef�hrer erlitt im Jahre 1998 einen schweren Arbeitsunfall, der eine Arbeitsunf�higkeit und die K�ndigung zur Folge hatte. Nach dem Unfall zunehmend auftretende Symptome f�hrten zu einer ambulanten psychiatrischen Behandlung seit Januar 1999. Der behandelnde Psychiater, Dr. D.________, diagnostizierte eine Anpassungsst�rung, eine somatoforme Schmerzverarbeitungsst�rung und eine narzisstische Pers�nlichkeitsst�rung. Seither wird der Beschwerdef�hrer medikament�s behandelt, wobei haupts�chlich Antidepressiva verschrieben werden. Psychische Symptome wie �ngste, eine depressive Stimmung, sozialer R�ckzug, Schlafst�rungen, Schuldgef�hle und Suizidgedanken sowie aggressive Impulse besserten sich unter der medikament�sen Therapie. Wurden die Medikamente einmal nicht eingenommen, sp�rten dies der Beschwerdef�hrer und seine Angeh�rigen sofort; er wurde reizbar, gespannt und unduldsam. Gem�ss dem psychiatrischen Gutachten vom 2. August 2002 leidet der Beschwerdef�hrer an psychischen St�rungen (ICD-10), und zwar an einer Anpassungsst�rung (ICD-10 F43.2), welche, da sie schon lange andauert, als andauernde Pers�nlichkeits�nderung (ICD-10 F62) anzusehen ist, und ausserdem an einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4). Im Rahmen der Anpassungsst�rung sei beim Beschwerdef�hrer von einer verminderten Impulskontrolle, einer erh�hten Kr�nkbarkeit, einer Reduktion des Selbstwertgef�hls und einer emotionalen �bererregbarkeit auszugehen. Die inkriminierten Taten liessen sich zwanglos mit der Anpassungsst�rung in Verbindung bringen, und es sei gut vorstellbar, dass das Absetzen der Medikamente die Impulsbereitschaft erh�ht habe. Eine weitere ambulante psychiatrische Betreuung inklusive die Verabreichung von Medikamenten, in erster Linie Antidepressiva, sei unabdingbar, und eine solche Behandlung w�re auch zweckm�ssig im Sinne einer Massnahme nach Art. 43 StGB (Gutachten vom 2. August 2002, kant. Akten Ordner 1 p.21 ff., 43 ff.). Die Expertin empfahl eine ambulante Massnahme nach Art. 43 StGB, und zwar eine ambulante fach�rztliche Behandlung mit medikament�ser Therapie. Diese sei zur Behandlung der festgestellten St�rung erfolgversprechend. Auf die Fragen, ob eine Behandlung die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten vermindern k�nne und ob der Beschuldigte bereit sei, sich einer Behandlung zu unterziehen, antwortete die Expertin, dass st�tzende Gespr�che und eine ausreichende medikament�se Behandlung die Impulsbereitschaft vermindern, das Selbstwertgef�hl st�rken k�nnen und den Exploranden zu mehr Gelassenheit f�hren; der Explorand sei behandlungsbereit und kooperativ. Auf die Fragen, wie sich der vorherige oder gleichzeitige Strafvollzug auf den Verlauf der St�rung und die M�glichkeiten der Behandlung auswirken w�rde und ob durch den gleichzeitigen Strafvollzug der Erfolg der ambulanten Massnahme verhindert oder erheblich beeintr�chtigt w�rde, antwortete die Expertin, dass ambulante Massnahmen grunds�tzlich auch w�hrend des Strafvollzugs durchgef�hrt werden k�nnen. Beim Exploranden h�tte dies einen ung�nstigen Therapeutenwechsel zur Folge; der Explorand habe zu seinem Psychiater ein Vertrauensverh�ltnis aufbauen k�nnen. Es sei auch davon auszugehen, dass im Strafvollzug einerseits k�rperliche Beschwerden sich verst�rken, andererseits aber auch depressive Symptome, insbesondere auch Suizidgedanken, zunehmen w�rden (kant. Akten Ordner 1 p.47).
6.3.2 In Anbetracht dieser Ausf�hrungen der Expertin besteht im Sinne der zitierten Rechtsprechung zum einen eine tats�chliche Aussicht auf erfolgreiche Behandlung, die zum anderen durch den sofortigen Vollzug der Freiheitsstrafe erheblich beeintr�chtigt w�rde. Der gleichzeitige Strafvollzug w�rde die guten Resozialisierungschancen, die von der angeordneten ambulanten Massnahme zu erwarten sind, klarerweise vermindern. Der Beschwerdef�hrer steht seit 1999 beim Psychiater Dr. D.________ in Behandlung und hat zu diesem ein Vertrauensverh�ltnis aufbauen k�nnen. Im Rahmen einer ambulanten Massnahme w�hrend des Strafvollzugs m�sste der Beschwerdef�hrer von einem anderen Arzt behandelt werden (siehe E. 1.3 hievor). Ein Wechsel des Therapeuten ist aber angesichts der festgestellten Pers�nlichkeitsstruktur und auch des relativ hohen Alters des im Jahr 1946 geborenen und nunmehr 60-j�hrigen Beschwerdef�hrers h�chst ung�nstig. Hinzu kommt, dass laut dem psychiatrischen Gutachten davon auszugehen ist, dass im Strafvollzug einerseits k�rperliche Beschwerden sich verst�rken und andererseits depressive Symptome, insbesondere auch Suizidgedanken, zunehmen w�rden. Dadurch wird die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung offensichtlich zus�tzlich beeintr�chtigt, auch wenn, wie die Vorinstanz festh�lt, im Strafvollzug eine gen�gende �rztliche Betreuung gew�hrleistet ist.
6.4 Indem die Vorinstanz den Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zugunsten der angeordneten Massnahme ablehnte, hat sie somit Bundesrecht verletzt.
Eingabe von F�rsprecher A.________
Der Beschwerdef�hrer macht in dieser Eingabe einzig geltend, die Verweigerung des Aufschubs des Strafvollzugs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme verstosse gegen Bundesrecht. Soweit der Beschwerdef�hrer in diesem Zusammenhang Kritik an einzelnen Erw�gungen im erstinstanzlichen Entscheid und im Urteil der Vorinstanz vom 10. M�rz 2005 �bt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da einzig das Urteil der Vorinstanz vom 23. M�rz 2006 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. Die R�ge, der Strafaufschub sei zu Unrecht verweigert worden, ist aber im Ergebnis aus den vorstehenden Erw�gungen begr�ndet.
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit, soweit die Verweigerung des Strafaufschubs betreffend, gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Der Beschwerdef�hrer ersucht um die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
9.1 Das Bundesgericht gew�hrt einer bed�rftigen Partei, deren Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, auf Antrag Befreiung von der Bezahlung der Gerichtskosten (Art. 152 Abs. 1 OG). N�tigenfalls kann ihr ein Rechtsanwalt beigegeben werden, dessen Honorar im Falle des Unterliegens vom Bundesgericht festgesetzt und von der Bundesgerichtskasse ausgerichtet wird (Art. 152 Abs. 2 OG). Im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde kann der obsiegenden Partei aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung zugesprochen werden (Art. 278 Abs. 3 BStP).
Bei Einreichung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege spricht der Kassationshof die aus der Bundesgerichtskasse zu leistende Entsch�digung auch dann und auch insoweit dem Rechtsanwalt und nicht der Partei zu, wenn das Gesuch infolge Gutheissung der Beschwerde gegenstandslos geworden ist.
9.2 Die staatsrechtliche Beschwerde war von vornherein aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege insoweit abzuweisen ist. Mit R�cksicht auf die schlechten finanziellen Verh�ltnisse des Beschwerdef�hrers wird die Gerichtsgeb�hr auf Fr. 800.-- festgelegt.
9.3 Das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde ist gegenstandslos geworden, soweit die Nichtigkeitsbeschwerde betreffend die Verweigerung des Strafaufschubs gutgeheissen wird. Das Gesuch ist gutzuheissen, soweit die Nichtigkeitsbeschwerde betreffend das Strafmass abgewiesen wird, da die Beschwerde insoweit nicht von vornherein aussichtslos war.
9.3.1 Im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde werden somit keine Kosten erhoben.
9.3.2 Im vorliegenden Fall haben zwei Rechtsanw�lte, F�rsprecher A.________ und Rechtsanw�ltin B.________, unabh�ngig und ohne Wissen voneinander namens des Beschwerdef�hrers Nichtigkeitsbeschwerde eingereicht und ein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt. In beiden Eingaben wird die Verweigerung des Strafaufschubs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme als bundesrechtswidrig ger�gt. In der von Rechtsanw�ltin B.________ unterzeichneten Eingabe wird �berdies das Strafmass kritisiert.
In einer solchen Konstellation kann nur einem der beiden Anw�lte eine Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet werden.
Rechtsanw�ltin B.________ hatte als erbetene Verteidigerin das (erste) Obergerichtsurteil vom 10. M�rz 2005 beim Bundesgericht angefochten und den Beschwerdef�hrer im neuen Verfahren vor dem Obergericht vertreten. Sie war aufgrund der ihr erteilten Generalvollmacht vom 11. Mai 2005 auch zur Anfechtung des (zweiten) Obergerichtsentscheids vom 23. M�rz 2006 bevollm�chtigt, solange diese Vollmacht nicht widerrufen worden war. Rechtsanw�ltin B.________ hatte mangels entsprechender Anhaltspunkte keinen Anlass abzukl�ren, ob der Beschwerdef�hrer nach der Ausf�llung des (zweiten) Obergerichtsurteils vom 23. M�rz 2006 allenfalls einem anderen Rechtsanwalt eine Vollmacht zur Ergreifung von Rechtsmitteln gegen diesen Entscheid erteilt haben k�nnte, beispielsweise F�rsprecher A.________, der im ersten obergerichtlichen Verfahren der amtliche Verteidiger des Beschwerdef�hrers war. Demgegen�ber h�tte sich F�rsprecher A.________ unter den gegebenen Umst�nden vor der Annahme des Mandats zur Ergreifung von Rechtsmitteln gegen das (zweite) Obergerichtsurteil vom 23. M�rz 2006 vergewissern m�ssen, ob der Beschwerdef�hrer Rechtsanw�ltin B.________ das Mandat entzogen habe.
Aus diesen Gr�nden ist dem Beschwerdef�hrer im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde einzig Rechtsanw�ltin B.________ im Sinne von Art. 152 Abs. 2 OG als Rechtsanw�ltin beizugeben und dieser eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse auszurichten.
Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird, soweit die Verweigerung des Aufschubs des Strafvollzugs zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme betreffend, gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 23. M�rz 2006 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Im �brigen wird die Nichtigkeitsbeschwerde abgewiesen.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde wird, soweit nicht gegenstandslos geworden, gutgeheissen.
Der Beschwerdef�hrer hat im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde eine Gerichtsgeb�hr von Fr. 800.-- zu zahlen.
Im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde wird Rechtsanw�ltin B.________ eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.