Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.03.1990&Aktenzeichen=VI%20ZR%20246/89
Timestamp: 2020-03-29 22:37:47
Document Index: 170951027

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH', '§ 833', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.03.1990 - VI ZR 246/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,549
BGH, 06.03.1990 - VI ZR 246/89 (https://dejure.org/1990,549)
BGH, Entscheidung vom 06.03.1990 - VI ZR 246/89 (https://dejure.org/1990,549)
BGH, Entscheidung vom 06. März 1990 - VI ZR 246/89 (https://dejure.org/1990,549)
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Pferdestall - Autobahnnähe - Verkehrssicherungspflicht - Ländliche Gegend - Schlüsselverwahrung
NJW-RR 1990, 789
MDR 1990, 1099
NZV 1990, 305
VersR 1990, 796
Diese Voraussetzung ist insbesondere dann erfüllt, wenn ein Pferd - wie im Streitfall - von einer Weide entkommt und sich auf die Fahrbahn einer Landstraße begibt (vgl. Senatsurteile vom 11. Januar 1956 - VI ZR 296/54, LM Nr. 3 zu § 833 BGB; vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, NJW-RR 1990, 789, 791).
Die Erfüllung dieser Pflicht soll dazu dienen, ein Entweichen der Tiere, etwa von der Koppel oder Weide, auf Dritten zugängliches Gelände oder Straßen zu verhindern, da erfahrungsgemäß in einem solchen Fall mit schweren Unfällen zu rechnen ist (vgl. Senatsurteile vom 14. Juni 1976 - VI ZR 212/75 - VersR 1976, 1086, 1087; vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, NJW-RR 1990, 789, 791; vom 28. April 1992 - VI ZR 314/91, VersR 1992, 844, 845;… vom 30. Juni 2009 - VI ZR 266/08, VersR 2009, 1275 Rn. 10 f.).
Die rechtlich gebotene Verkehrssicherung umfasst diejenigen Maßnahmen, die ein umsichtiger und verständiger, in vernünftigen Grenzen vorsichtiger Mensch für notwendig und ausreichend hält, um andere vor Schäden zu bewahren (Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, VersR 1990, 796, 797;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, VersR 2006, 233 Rn. 9;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, VersR 2007, 659 Rn. 14;… vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, VersR 2008, 1083 Rn. 9;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, VersR 2008, 1551 Rn. 10;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, VersR 2010, 544 Rn. 5 …und vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, VersR 2011, 546 Rn. 8, jeweils mwN).
Daher reicht es anerkanntermaßen aus, diejenigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf, um andere Personen vor Schäden zu bewahren, und die den Umständen nach zuzumuten sind (Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, aaO;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, aaO Rn. 10;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, aaO Rn. 15;… vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, aaO;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, aaO;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, aaO Rn. 6;… vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, aaO Rn. 9, jeweils mwN).
Allein aus dem Eigentum ergibt sich die Haltereigenschaft nicht, es kann aber ein gewichtiges Indiz für sie sein (vgl. BGH, Urteil vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, NJW-RR 1990, 789, 790).
Hinzu kommt, dass die Tatbestände der § 833 und § 823 BGB sich nicht gegenseitig ausschließen (vgl. BGH, Urteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89 - VersR 1990, 796 unter 2 c; vom 27. Juni 1967 - VI ZR 13/66 - VersR 1967, 906; vom 30. Mai 1967 - VI ZR 189/65 - VersR 1967, 970 a.E.).
Das Aufschieben der Boxentür durch das Pony ist die Verwirklichung einer spezifischen Tiergefahr; es entspricht der tierischen Natur, dass Pferde, sofern ihnen hierzu Möglichkeit gegeben wird, auch einen Stall verlassen, das Weite suchen und dabei den Verkehr auf einer Autostraße erheblich gefährden können (vgl. BGH, Urteil vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89 - VersR 1990, 796 unter 2 b).
Die rechtlich gebotene Verkehrssicherung umfasst diejenigen Maßnahmen, die ein umsichtiger und verständiger, in vernünftigen Grenzen vorsichtiger Mensch für notwendig und ausreichend hält, um andere vor Schäden zu bewahren (vgl. Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, VersR 1990, 796, 797;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, VersR 2006, 233 Rn. 9;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, VersR 2007, 659 Rn. 14;… vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, VersR 2008, 1083 Rn. 9;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, VersR 2008, 1551 Rn. 10;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, VersR 2010, 544 Rn. 5;… vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, VersR 2011, 546 Rn. 8;… vom 2. Oktober 2012 - VI ZR 311/11, BGHZ 195, 30 Rn. 6, …und vom 1. Oktober 2013 - VI ZR 369/12, VersR 2014, 78 Rn. 13; jeweils mwN).
Daher reicht es anerkanntermaßen aus, diejenigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf, um andere Personen vor Schäden zu bewahren und die den Umständen nach zuzumuten sind (vgl. Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, aaO;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, aaO Rn. 10;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, aaO Rn. 15;… vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, aaO;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, aaO;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, aaO Rn. 6;… vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, aaO Rn. 9;… vom 2. Oktober 2012 - VI ZR 311/11, aaO Rn. 7, …und vom 1. Oktober 2013 - VI ZR 369/12, aaO Rn. 14).
In der Rechtsprechung wird ein willkürliches, auf der Triebkonstellation beruhendes Verhalten des Tieres dann verneint, wenn auf den Körper oder auf die Sinne des Tieres ein äußeres Ereignis mit übermäßiger Gewalt derart einwirkt, dass ihm gar keine Freiheit gelassen wird, sich anders zu verhalten (vgl. BGH, NJW-RR 1990, 789 m.w.N.), oder die Verletzung durch eine "reine Reaktion im Unterbewusstsein" herbeigeführt wird, etwa indem sich ein in Vollnarkose gelegter Hund aufbäumt und durch diese nicht bewusst gesteuerte Bewegung mit den Zähnen des geöffneten Fangs den behandelnden Tierarzt verletzt (OLG München, VersR 1978, 334).
OLG Jena, 02.07.2002 - 8 U 1247/01
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OLG Köln, 08.11.2002 - 1 U 22/02
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