Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.06.2002&Aktenzeichen=IX%20ZR%20177/99
Timestamp: 2020-04-08 00:30:01
Document Index: 48855237

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 30', '§ 16', '§ 138', '§ 30', '§ 30', '§ 16', '§ 30', '§ 138', '§ 16', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 140', 'BGH', 'BGH', '§ 373', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH']

BGH, 20.06.2002 - IX ZR 177/99 - dejure.org
https://dejure.org/2002,390
BGH, 20.06.2002 - IX ZR 177/99 (https://dejure.org/2002,390)
BGH, Entscheidung vom 20.06.2002 - IX ZR 177/99 (https://dejure.org/2002,390)
BGH, Entscheidung vom 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99 (https://dejure.org/2002,390)
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ZPO § 138 Abs. 1; KO § 30 Nr. 1 Fall 2, Nr. 2; VOB/B § 16 Nr. 1 A
ZPO § 138 Abs. 1; KO § 30 Nr. 2; KO § 30 Nr. 1 Fall 2, Nr. 2; VOB/B § 16 Nr. 1 A
Inkongruenz einer Überweisung für Abschlagsforderung
Revision - Behauptung - Nur vermutete Tatsache - Konkursverwalter - Anfechtungsprozess - Bargeldlose Überweisung - Gemeinschuldner - Inkongruenz - Abschlagsforderung - VOB
Vermutungen im Anfechtungsprozess zulässig bei greifbaren Anhaltspunkten für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts
Inkongruenz einer bargeldlosen überweisung des Gemeinschuldners
Anfechtung durch Konkursverwalter; Überweisung nach Zahlungseinstellung
Zur Frage der Inkongruenz einer bargeldlosen Überweisung; zur Inkongruenz der Erfüllung von Abschlagsforderungen durch den späteren Gemeinschuldner während seiner wirtschaftlichen Krise
Konkursrecht - Inkongruenz
KO § 30 Nr. 1, 2; ZPO § 138 Abs. 1; VOB/B § 16 Nr. 1
Zulässigkeit von Vermutungen im Anfechtungsprozess bei greifbaren Anhaltspunkten für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts
Darlegung der Inkongruenz von Abschlagszahlungen;Zulässigkeit von Vermutungen bei tatsächlichen Anhaltspunkten für ihre Richtigkeit
Zahlung auf nicht prüffähige Abschlagsrechnung kann vom Konkursverwalter zurückgefordert werden! (IBR 2003, 305)
NJW-RR 2002, 1419
ZIP 2002, 1408
MDR 2002, 1270 (Ls.)
NZBau 2002, 564
NZI 2002, 486
WM 2002, 1690
WM 2002, 1691
DB 2003, 445 (Ls.)
BauR 2002, 1608 (Ls.)
Eine zivilprozessual unzulässige Ausforschung ist erst dann gegeben, wenn eine Partei ohne greifbaren Anhaltspunkt für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich "aufs Geratewohl" bzw. "ins Blaue hinein" Behauptungen aufstellt (vgl. BGH, Urteil vom 20.09.2002 - V ZR 170/01, NJW-RR 2003, 69, 70; Urteil vom 20.06.2002 - IX ZR 177/99, NJW-RR 2002, 1419, 1420;… Urteil vom 09.12.2015 - IV ZR 272/15, juris Rn. 24;… Urteil vom 17.09.1998 - III ZR 174/97, juris Rn. 12).
Zwar ist es zulässig, vermutete Tatsachen als Behauptung in einen Prozess einzuführen, ohne gegen die Wahrheitspflicht gem. § 138 Abs. 1 ZPO zu verstoßen (BGH…, Urteil vom 10. Januar 1995 - VI ZR 31/94 -, BGHR ZPO § 138 Abs. 1 Darlegungslast 4; BGH, Urteil vom 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99 -, Rn. 17, juris).
Hierin liegt regelmäßig ein erhebliches Beweisanzeichen für den Benachteiligungsvorsatz (vgl. BGH, Urt. v. 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99, ZIP 2002, 1408, 1412; v. 11. März 2004 - IX ZR 160/02, ZIP 2004, 1060, 1062).
Das Berufungsgericht wird bei der neuen Entscheidung zu beachten haben, dass die Leistungen der Schuldnerin ungeachtet der Werthaltigkeit der getilgten Forderung des Beklagten gegen die WW. insoweit entgeltlich waren, als der Beklagte nach dem - noch festzustellenden - Erhalt der Zahlungen der Schuldnerin im jeweiligen Monat noch Arbeitsleistungen erbrachte, die mit der Zahlung vergütet werden sollten (BGH…, Urteil vom 5. Juni 2008 - IX ZR 163/07, WM 2008, 1459 Rn. 15; zum maßgeblichen Zeitpunkt BGH, Urteil vom 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99, WM 2002, 1690, 1691;… MünchKomm-InsO/Kirchhof, 3. Aufl., § 140 Rn. 11).
Sie darf also Tatsachen als Behauptung in den Rechtsstreit einführen, deren Richtigkeit sie nur vermutet (…BGH, Urt. v. 30. Januar 1989 - II ZR 175/88, BGHR ZPO § 373 Ausforschungsbeweis 4; BGH, Urt. v. 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99, WM 2002, 1690, 1692).
Unzulässig wird ein solches prozessuales Vorgehen erst dort, wo die Partei ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich Behauptungen "aufs Geratewohl" oder "ins Blaue hinein" aufstellt, wobei in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt ist, dass in der Regel nur das Fehlen jeglicher tatsächlicher Anhaltspunkte die Annahme von Willkür rechtfertigen kann (BGH, Urt. v. 20. Juni 2002, aaO).
Zu einem unzulässigen Ausforschungsbeweis wird ein Beweisantrag unter solchen Umständen erst dann, wenn die beweispflichtige Partei Behauptungen "aufs Geratewohl" oder "ins Blaue hinein" aufstellt, ohne wenigstens greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts aufzuzeigen (BAG 27. September 2012 - 2 AZR 516/11 - Rn. 30; BGH 24. Mai 2007 - III ZR 176/06 - Rn. 15; vgl. für die Anforderungen an den Beweisantritt eines Konkursverwalters BGH 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99 -) .
Die Rechtsprechung zu § 31 KO hat, wie das Berufungsgericht zutreffend feststellt, der Gewährung einer inkongruenten Deckung regelmäßig ein (starkes) Beweisanzeichen (Indiz) für eine Benachteiligungsabsicht im Sinne eines Benachteiligungsvorsatzes entnommen (…BGH, Urt. v. 15. Februar 1990 - IX ZR 149/88, ZIP 1990, 459, 460; Urt. v. 20. Juni 2002 - IX ZR 177/99, ZIP 2002, 1408, 1412).
OLG Brandenburg, 19.12.2019 - 5 U 103/18
Vom Dieselskandal betroffener Audi A6