Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BAG_28_01_2010_2_AZR_764_08_Voraussetzungen_fuer_das_Vorlieg-d3960184.html
Timestamp: 2016-12-07 13:02:45
Document Index: 391783939

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 70', '§ 3', '§ 1', '§ 3', 'Art. 39', '§ 1', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

BAG, 28.01.2010 - 2 AZR 764/08 - Voraussetzungen für das Vorliegen einer mittelbaren Benachteiligung i.S.d. § 3 Abs. 2 Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG); Forderung eines Arbeitgebers nach hinreichenden Deutschkenntnissen der Arbeitnehmer als sachlich gerechtfertigtes Ziel | Urteile auf anwalt24.de
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BAG, 28.01.2010 - 2 AZR 764/08 - Voraussetzungen für das Vorliegen einer mittelbaren Benachteiligung i.S.d. § 3 Abs. 2 Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG); Forderung eines Arbeitgebers nach hinreichenden Deutschkenntnissen der Arbeitnehmer als sachlich gerechtfertigtes Ziel
BundesarbeitsgerichtUrt. v. 28.01.2010, Az.: 2 AZR 764/08Gericht: BAGEntscheidungsform: UrteilDatum: 28.01.2010Referenz: JurionRS 2010, 14716Aktenzeichen: 2 AZR 764/08 Verfahrensgang:vorgehend:ArbG Herford - 30.10.2007 - AZ: 3 Ca 749/07LAG Hamm - 17.07.2008 - AZ: 16 Sa 544/08Rechtsgrundlagen:§ 1 AGG§ 3 Abs. 2 AGGArt. 39 EGV§ 1 Abs. 2 S. 1 KSchGArt. 2 RL 2000/43/EGArt. 4 RL 2000/43/EGArt. 6 RL 2000/78/EGFundstellen:BAGE 133, 141 - 149AA 2010, 99-100ArbR 2010, 90ArbRB 2010, 33 (Pressemitteilung)ArbRB 2010, 168-169AuA 2010, 176AuA 2010, 308AuR 2010, 135AuR 2010, 392AUR 2010, 135AUR 2010, 392BB 2010, 371 (Pressemitteilung)BB 2010, 1275BB 2010, 1733DB 2010, 9DB 2010, 1071-1073DStR 2010, 13EBE/BAG 2010, 83-86EWiR 2010, 375EzA-SD 3/2010, 3 (Pressemitteilung)FA 2010, 207FStBay 2010, 879-880InfAuslR 2010, 392-395MDR 2010, 938NJ 2010, 10-11NJW 2010, 8NJW 2010, 10 "keine mittelbare Diskriminierung"NJW 2010, 2458 "Kenntnis der deutschen Schriftsprache"NJW-Spezial 2010, 338NWB 2010, 1666NWB direkt 2010, 583NZA 2010, 625-627Personal 2010, 54PERSONALmagazin 2010, 60RdW 2010, 448-449SAE 2010, 51-52 (Pressemitteilung)SAE 2010, 253-257schnellbrief 2010, 7 (Pressemitteilung)StBW 2010, 91 (Pressemitteilung)StuB 2010, 604UBB 2010, 2-3V&S 2010, 10-11ZBVR online 2010, 21 (amtl. Leitsatz)ZfPR online 2010, 18 (red. Leitsatz)ZMV 2010, 102 (Pressemitteilung)ZTR 2010, 597Orientierungssatz:1. Die Anforderung eines Arbeitgebers an die Arbeitnehmer, die deutsche Schriftsprache zu beherrschen, knüpft nicht an eines der in § 1 AGG genannten Merkmale an. Die deutsche Schriftsprache kann unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Ethnie beherrscht werden.2. Eine mittelbare Benachteiligung iSd. § 3 Abs. 2 AGG liegt nicht vor, wenn die unterschiedliche Behandlung durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt ist und die Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind.3. Rechtmäßige Ziele iSd. § 3 Abs. 2 AGG können alle nicht ihrerseits diskriminierenden und auch sonst legalen Ziele sein. Dazu gehören auch privatautonom bestimmte Ziele des Arbeitgebers, zB betriebliche Notwendigkeiten und Anforderungen an persönliche Fähigkeiten des Arbeitnehmers.4. Als rechtmäßiges Ziel kommt die möglichst optimale Erledigung der anfallenden Arbeit in Betracht.5. Wenn ein Arbeitgeber Arbeitsanweisungen erteilt, deren Befolgung Kenntnisse der deutschen Schriftsprache verlangt, um die optimale Erledigung der im Betrieb anfallenden Arbeit zu sichern, so ist eine damit verbundene Benachteiligung nicht ausreichend sprachkundiger Arbeitnehmer nach § 3 Abs. 2 AGG gerechtfertigt.Amtlicher Leitsatz:1. Eine mittelbare Benachteiligung iSd. § 3 Abs. 2 AGG liegt nicht vor, wenn die unterschiedliche Behandlung durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt ist und die Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind.2. Verlangt der Arbeitgeber von seinen Arbeitnehmern Kenntnisse der deutschen Schriftsprache, damit sie schriftliche Arbeitsanweisungen verstehen und die betrieblichen Aufgaben so gut wie möglich erledigen können, so verfolgt er ein sachlich gerechtfertigtes Ziel.In SachenBeklagter, Berufungsbeklagter und Revisionskläger,pp.Kläger, Berufungskläger und Revisionsbeklagter,hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 28. Januar 2010 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Kreft, die Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Eylert und Schmitz-Scholemann sowie die ehrenamtlichen Richter Röder und Dr. Niebler für Recht erkannt:Tenor:1. Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 17. Juli 2008 - 16 Sa 544/08 - aufgehoben.2. Die Berufung des Klägers gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Herford vom 30. Oktober 2007 - 3 Ca 749/07 - wird zurückgewiesen.3. Der Kläger hat auch die Kosten der Berufung und der Revision zu tragen.Von Rechts wegen!
31.05.2010 - 1.072 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Volker Schneider aus WuppertalKündigung aufgrund fehlender DeutschkenntnisseWorauf Arbeitgeber achten sollten. mehr