Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/betrug-und-vermoegensschaden-3110822
Timestamp: 2019-11-13 13:14:22
Document Index: 309732469

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Betrug und Vermögensschaden - Rechtslupe
Betrug und Ver­mö­gens­scha­den
Beim Betrug tritt ein Ver­mö­gens­scha­den ein, wenn die Ver­mö­gens­ver­fü­gung des Getäusch­ten bei wirt­schaft­li­cher Betrach­tungs­wei­se unmit­tel­bar zu einer nicht durch Zuwachs aus­ge­gli­che­nen Min­de­rung des Gesamt­werts sei­nes Ver­mö­gens führt (Prin­zip der Gesamt­sal­die­rung) 1.
Wel­che Ver­mö­gens­po­si­tio­nen im Ein­zel­nen in die­se Gesamt­sal­die­rung ein­zu­stel­len sind, bestimmt sich auch danach, auf wel­ches unmit­tel­bar ver­mö­gens­min­dern­de Ver­hal­ten des im Irr­tum befind­li­chen Täu­schungs­op­fers (Ver­mö­gens­ver­fü­gung) abge­stellt wird 2.
Beim Betrug durch Abschluss eines Ver­tra­ges ergibt ein Ver­gleich der Ver­mö­gens­la­ge vor und nach dem Ver­trags­ab­schluss, ob ein Ver­mö­gens­scha­den ein­ge­tre­ten ist. Dabei sind die bei­der­sei­ti­gen Ver­trags­ver­pflich­tun­gen zu ver­glei­chen (Ein­ge­hungs­be­trug) 3.
Wird im Rah­men eines bereits bestehen­den Ver­trags­ver­hält­nis­ses über den Umfang einer nach dem Ver­trag zu erbrin­gen­den Leis­tung getäuscht und wird dar­auf­hin von dem Getäusch­ten in ver­meint­li­cher Erfül­lung sei­ner ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen eine Leis­tung erbracht, auf die der Täu­schen­de nach dem Ver­trags­in­halt kei­nen Anspruch hat­te, so erlei­det der Getäusch­te in die­ser Höhe einen Ver­mö­gens­scha­den (Erfül­lungs­be­trug) 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. April 2016 – 4 StR 317/​15 5
st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 02.02.2016 – 1 StR 435/​15, Rn.20, NStZ 2016, 283, 284; Beschluss vom 16.06.2014 – 4 StR 21/​14, Rn. 24, NStZ 2014, 640; jeweils mwN[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 02.02.2016 – 1 StR 435/​15, Rn.20, NStZ 2016, 283, 284; Urteil vom 08.10.2014 – 1 StR 359/​13, BGHSt 60, 1, 9 f. Rn. 31 mwN[↩]
st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 24.03.2015 – 4 StR 463/​14, Rn. 3 zitiert nach juris, Beschluss vom 18.07.1961 – 1 StR 606/​60, BGHSt 16, 220, 221; jeweils mwN[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 21.12 1983 – 2 StR 566/​83, BGHSt 32, 211, 213[↩]