Source: http://www.arbeitshilfen-kampfmittelraeumung.de/Kapitel/1207133467524.html
Timestamp: 2014-07-28 08:15:54
Document Index: 81290080

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 7', '§ 8', '§ 19', '§ 9', '§ 20', '§ 8', '§ 19', '§ 9', '§ 10', '§ 10']

A-9.1.5Anforderungen an gewerbliche Auftragnehmer 1 Geltungsbereich
Diese Technische Spezifikation definiert über § 8 VOB/A hinausgehende fachliche Anforderungen an gewerbliche Auftragnehmer und deren Fachpersonal.
Gültige Erlaubnis gemäß § 7 SprengG.
Alle auf der Untersuchungs-/ Räumstelle tätigen Personen müssen ein 16-stündiges innerbetriebliches oder außerbetriebliches Lehrprogramm über die Grundlagen der Organisation der Kampfmittelräumung, der Bergungs- und Sondiertechnik, der Gefährdung durch Kampfmittel und Sicherheitsbestimmungen nachweisen. Das innerbetriebliche oder außerbetriebliche Lehrprogramm kann durch eine Unterweisung vor Ort ersetzt werden.
2.2 Räumhelfer
Vorarbeiten wie z.B. Festlegen der Spuren, Auspflocken der Räumfläche, Freischneiden, Ausholzen,
Angraben der vom Räumarbeiter festgestellten Störkörperlage auf Anweisung,
Transport des Störkörpers nach Weisung durch fachkundiges Personal in die bereitgestellten Behältnisse.
16-stündiges Lehrprogramm (s. Punkt 2.1 (2)).
Erfolgreiche Teilnahme an dem 16-stündigen Lehrprogramm.
2.3 Baumaschinenführer Tätigkeit:
Führen von Baumaschinen bei der Kampfmittelräumung (KMR). Beispiel: Lösen von Bodenmaterial bei der flächenhaften KMR, Bodenaushub bei der punktuellen KMR, Beladen von Transportfahrzeugen.
16-stündiges Lehrprogramm (s. Punkt 2.2 (2)).
2.4 Räumarbeiter
Alle Arbeiten des Räumhelfers und darüber hinaus,
Einweisung, Überwachung und Anleitung des Räumhelfers,
Aufsuchen und Lokalisieren von Störkörpern innerhalb des ihm zugewiesenen Räumbereiches mit Hilfe von geeigneten Detektoren und Lokalisierung der Störkörper,
Täglicher Abgleich der Sonde vor Arbeitsbeginn,
Verantwortlich für die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit der Sonde(n),
Festlegung der Angrabstelle,
Dokumentation der Störpunkte pro Parzelle o.ä.,
Verantwortlich für die Einhaltung der jeweiligen Arbeitsvorschriften, Anweisungen und Richtlinien innerhalb seines Aufgabenbereiches,
Schriftliche Bestellung durch den Unternehmer,
Zwei Jahre praktische Tätigkeit als Räumhelfer in der Kampfmittelräumung, insbesondere umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten mit der Sondertechnik des Unternehmens.
Referenzliste über die in den letzten 2 Jahren durchgeführten Projekte,
Bestellung durch den Unternehmer.
2.5 Fachtechnische Aufsichtsperson
Das gemäß § 8, Nr. 3 Abs. 1 e VOB/A vorgesehene Aufsichtspersonal muss
eine Verantwortliche Person gemäß § 19 Abs. (1) Nr. 3 SprengG sein und
über die Fachkunde gemäß § 9 Satz 1 Nr. 1 SprengG verfügen.
Gültige(r) Befähigungsschein(e) der Verantwortlichen Person(en) gemäß § 20 SprengG.
2.6 Räumstellenleiter
Die gemäß § 8, Nr. 3 Abs. 1 e VOB/A vorgesehene leitende Person muss eine
Verantwortliche Person gemäß § 19 Abs. (1) Nr. 2 und 3 SprengG sein (Räumstellenleiter).
Sie muss über die Fachkunde gemäß § 9 Satz 1 Nr. 1 SprengG verfügen und
Fünf Jahre praktische Tätigkeit nachweisen.
Nachweis einer fünfjährigen praktischen Tätigkeit als fachtechnische Aufsichtsperson über Referenzprojekte.
2.7 Taucher
Anforderungen gemäß § 10 BGV C23. Nachweis:
Prüfungszeugnisse nach der "Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss geprüfter Taucher" und Nachweis von Tauchstunden gemäß § 10 Nr. 1 Sätze 2 und 3 BGV C23 der für die Räummaßnahme vorgesehenen Taucher.
Die Mindestanforderungen an die technische Ausstattung werden in Anlehnung an die Inhalte der Schutzbestimmungen / Güteprüfbestimmungen der Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung Deutschland e.V., Kampfmittelräumung, Gütesicherung RAL-GZ 901 definiert. Über die nachfolgend aufgeführte technische Ausrüstung muss der Auftragnehmer verfügen.
Mechanische Messgeräte,
Optische Vermessungsgeräte,
Geräte zur räumstelleninternen akustischen Kommunikation (z.B. Funksprechgeräte).
3.2 Sondiertechnik
Branchenübliche Sondiergeräte unterschiedlicher Messprinzipien,
Geräte mit Detektor für ferromagnetische Körper (z.B. Magnetometer, Eisendetektor),
Geräte mit induktivem Detektor (z.B. Metallsuchgerät, „Minensuchgerät“, Bohrlochsonde).
3.3 Ausrüstung zur computergestützten Sondierung
Kompatible Sondiergeräte,
Mobile Datenspeicher (mind. 2 Stück),
Geeignete, PC-gängige Software anerkannter Entwickler (MAGNETO, SMART, EVA oder gleichwertig),
Mobile Auswertetechnik zum Einsatz auf der Räumstelle,
Stationäre Hardware zur Datensicherung und Archivierung.
3.4 Ausrüstung für Räumarbeiten (konventionell)
Bagger oder Radlader (ggf. mit Panzerglasscheibe),
Geprüfte Hebetechnik (Mindesttragfähigkeit 500 kg),
Technik und Ausrüstung zur Baugrubensicherung (insbesondere Ausrüstung für nichtferromagnetischen Verbau),
Geräte zur Wasserhaltung.
3.5 Ergänzungsausrüstung für Wasserbergung
Grundsätzlich müssen für alle zur Wasserbergung eingesetzten Geräte das Attest der Schiffsuntersuchungskommission (SUK) / Binnenschifffahrtsberufsgenossenschaft (BSBG) und die jeweils geforderte Klassifikation vorliegen.
3.5.1 Allgemeine Ausrüstung und Sondiertechnik
Schwimmgreifer oder Baggerponton,
Sonden bzw. Sondenarrays in Ausführung für Unterwasserarbeit,
Navigationsmittel zur kontrollfähigen flächendeckenden Sondierung (DGPS o.ä.).
3.5.2 Verfahrensabhängige Ausrüstung
In Abhängigkeit von dem durch das Unternehmen eingesetzten Verfahren wird folgende Ausstattung gefordert:
Bei flächendeckender Magnetabsuche bzw. Sondierung mit nachfolgender punktueller Magnetbergung:
Unterwasser-Fingermagnet (Leistungsaufnahme mind. 6 kW) mit Spüldüsen (Wasserdruck mind. 8 bar) und Lastanzugserkennung.
Bei Sondierung mit nachfolgender Bergung durch Taucher:
Spüllanzen,
Wechselsprechanlage für Unterwassereinsatz,
Ausrüstung nach UW „Taucherarbeiten“ (BGV C23) und UW „Sprengarbeiten“ (BGV C24).
4 Vorlage Nachweise
Die Nachweise der personellen Anforderungen sind je nach gewähltem Vergabeverfahren, beim Teilnahmeantrag oder bei öffentlichen bzw. beschränkten Ausschreibungen mit dem Angebot des Bieters vorzulegen.
Die Nachweise zu den technischen Anforderungen sind je nach gewähltem Vergabeverfahren beim Teilnahmeantrag oder bei öffentlichen Ausschreibungen mit dem Angebot des Bieters vorzulegen.
Es sind die für den Einsatz vorgesehenen Geräte tabellarisch unter Angabe des Typs, Herstellungsjahres, wesentlicher Leistungsmerkmale und die für den Einsatz vorgesehene Stückzahl aufzulisten.