Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=RGZ%2096,%20286
Timestamp: 2019-08-20 19:35:58
Document Index: 331847403

Matched Legal Cases: ['§ 126', '§ 126', '§ 126', '§ 623', 'BGH', '§ 126', '§ 126', '§ 126', '§ 126', '§ 550', 'BGH', '§ 410', '§ 126', '§ 126']

RG, 30.09.1919 - Rep. II. 105/19 - dejure.org
RG, 30.09.1919 - Rep. II. 105/19
https://dejure.org/1919,32
RG, 30.09.1919 - Rep. II. 105/19 (https://dejure.org/1919,32)
RG, Entscheidung vom 30.09.1919 - Rep. II. 105/19 (https://dejure.org/1919,32)
RG, Entscheidung vom 30. September 1919 - Rep. II. 105/19 (https://dejure.org/1919,32)
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RGZ 96, 286
Der Änderungsvertrag genügt jedoch deswegen nicht der Schriftform, weil die Urkunde nicht erkennen läßt, daß die Unterschrift des Ehemannes auch die Erklärung seiner Ehefrau decken soll, also auch in deren Namen erfolgt ist, wie dies zur Wahrung der Schriftform erforderlich gewesen wäre (RGZ 96, 286, 289;… MünchKomm-BGB/Förschler, 3. Aufl. § 126 Rdn. 21;… Erman/Brox, BGB, 9. Aufl. § 126 Rdn. 12).
§ 126 BGB verlangt jedoch, dass die Parteien und etwaige Vertretungsverhältnisse in der Vertragsurkunde benannt sind (vgl. RG 30. September 1919 - II 105/19 - RGZ 96, 286, 289; APS/Greiner 4. Aufl. § 623 BGB Rn. 30) .
Überträgt man diese Erwägungen auf die Frage, ob die Vertragsparteien aus der Urkunde ersichtlich sind, so erscheint es nicht ausgeschlossen, aus außerhalb der Urkunde liegenden Umstände die Bevollmächtigung der Vertragspartei, die unterschrieben hat, durch die, die nicht unterschrieben hat, herzuleiten (vgl. RGZ 96, 286, [289]).
Insoweit folgt er den Urteilen RGZ 96, 286 und BGHZ 125, 175 , die dem Tatgericht die Auslegung überlassen, ob der Vertragsurkunde die Bevollmächtigung desjenigen, der unterschreibt, zu entnehmen ist.
Handelt für eine Vertragspartei ein Vertreter, so genügt die Unterschrift des Vertreters, allerdings muss das Vertretungsverhältnis in der Urkunde zum Ausdruck kommen (RGZ 80, 400, [405]; RGZ 96, 286;… Förschler in MÜnchKomm, BGB, 3. Aufl., § 126 Rz. 21;… Soergel/Hefermehl, BGB, 13. Aufl., § 126 Rz. 17;… Palandt/Heinrichs, BGB, 61. Aufl., § 126 Rz. 8;… Erman/Palm, BGB, 10. Aufl., § 126 Rz. 12;… zur Gesellschaft bürgerlichem Rechts: Both in Herrlein/Kandelhard, ZAP Praxiskommentar Mietrecht, § 550 Rz. 12; zur Personenmehrheit auf Mieter- oder Vermieterseite: BGHZ 125, 175 = NJW 1994, 1649; OLG Rostock NJW-RR 2001, 514 = NZM 2001, 46 = ZMR 2001, 29;… Heile in Bub/Treier, Handbuch der Geschäfts- und Wohnraummiete, II. Rz. 758), etwa durch einen auf die Vertretung hinweisenden Zusatz.
Die Schriftform, die § 410 BGB voraussetzt, ist nämlich auch durch die Unterzeichnung des Schriftstückes durch einen Vertreter gewahrt, wenn sich wie hier die Vertreterstellung aus der Urkunde selbst ergibt (vgl. RGZ 96, 286, 289;… Münchner Kommentar-Fröschler, 3. Aufl., § 126 Rdnr. 21).
Es hebt damit, wie auch die von ihm angeführte, zu § 126 Abs. 2 Satz 2 BGB ergangene Entscheidung (RGZ 96, 286, 289) zeigt, auf die zu dieser Vorschrift entwickelten Grundsätze über die Wahrung der Schriftform durch einen Vertreter ab.