Source: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/1373.5
Timestamp: 2020-02-17 03:16:25
Document Index: 57916937

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 48', '§ 38', '§ 24', '§ 48', '§ 57', '§ 18', '§ 6', '§ 4']

1Diese Verordnung regelt den Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses, des Realschulabschlusses und der allgemeinen Hochschulreife durch Schüler von Waldorfschulen. 2Die Verordnung sichert die Gleichwertigkeit des so erworbenen Hauptschulabschlusses, qualifizierenden Hauptschulabschlusses und Realschulabschlusses mit den im Wege der Schulfremdenprüfung an Oberschulen in öffentlicher Trägerschaft erlangten Abschlüssen sowie die Gleichwertigkeit der so erworbenen allgemeinen Hochschulreife mit der im Wege der Schulfremdenprüfung an Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft erlangten allgemeinen Hochschulreife.2
1Die Prüfung wird an den Waldorfschulen abgehalten. 2Die Prüfung findet jeweils zeitgleich mit den Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses und des Realschulabschlusses für Schulfremde der Oberschulen in öffentlicher Trägerschaft und der Abiturprüfung an den allgemein bildenden Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft statt.4
(2) 1Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf drei der Fächer Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung, Geographie, Geschichte, eine Fremdsprache, Biologie oder Physik der Oberschule und kann fachpraktische Teile enthalten. 2Bei der Festlegung der Fächer soll der Prüfungsausschuss die Wünsche des Prüfungsteilnehmers berücksichtigen.
(3) 1In einem Fach der mündlichen Prüfung können waldorfspezifische Unterrichtsinhalte berücksichtigt werden, wenn der Prüfungsteilnehmer dies beantragt. 2In dem Antrag ist anzugeben, in welchem Fach der mündlichen Prüfung die Berücksichtigung erfolgen soll.5
(1) 1Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. 2Die schriftliche Prüfung in Englisch enthält keinen praktischen Teil.
(2) 1Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf zwei weitere schriftlich nicht geprüfte Fächer und kann fachpraktische Teile enthalten. 2Bei der Festlegung der Fächer soll der Prüfungsausschuss die Wünsche des Prüfungsteilnehmers berücksichtigen. 3Eine Prüfung im Fach Sport wird nicht durchgeführt.
(1) 1Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und nach Wahl des Prüfungsteilnehmers eines der Fächer Physik, Chemie oder Biologie. 2§ 5 Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.
(2) 1Die mündliche Prüfung erstreckt sich
2Sie kann fachpraktische Teile enthalten. 3Auf Antrag des Prüfungsteilnehmers ersetzt die Schulaufsichtsbehörde die mündliche Prüfung
4Wird einem Antrag gemäß Satz 2 entsprochen, ist der Prüfungsausschuss an die Bewertung der Leistungen durch die Waldorfschule gebunden.
(1) 1Zur Durchführung der Prüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Schulaufsichtsbehörde berufen werden. 2Der Prüfungsausschuss besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. 3Die Mitglieder des Prüfungsausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. 4Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teilnehmen.
(1) 1Für jedes mündliche Prüfungsfach werden Fachausschüsse gebildet. 2Die Mitglieder der Fachausschüsse werden vom Prüfungsausschuss berufen. 3Einem Fachausschuss gehören neben dem Vorsitzenden, der zugleich Mitglied des Prüfungsausschusses ist, zwei weitere Lehrer an, von denen einer Lehrer der Waldorfschule sein soll.
(2) 1Über die Aufgabenstellung für die mündliche Prüfung ent-scheidet der Fachausschuss auf der Grundlage der vom Vorsitzenden des Fachausschusses unterbreiteten Aufgabenvorschläge. 2Sie bedarf der Bestätigung durch den Prüfungsausschuss. 3Der Fachausschuss führt die mündliche Prüfung durch.
(3) 1In Fächern, in denen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung durchgeführt wurde, bildet der Fachausschuss die Prüfungsnote aus den Ergebnissen der schriftlichen und mündlichen Prüfungen, die zu gleichen Teilen einfließen. 2Im Zweifel kommt dem Ergebnis der schriftlichen Prüfungsleistung dabei ein höheres Gewicht zu.9
(1) 1Die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses ist bestanden, wenn
2Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn in den Fächern Deutsch und Mathematik die Prüfungsnote schlechter als „ausreichend“ lautet.
(4) 1Über das Bestehen der Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuss in einer Schlusssitzung. 2Den Prüfungsteilnehmern ist das Ergebnis der Prüfung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mitzuteilen. 3Besteht ein Schüler die Prüfung nicht, wird ihm dies schriftlich durch den Prüfungsausschuss unter Hinweis auf eine eventuelle Wiederholbarkeit der Prüfung bekanntgegeben.10
(2) 1Über die Aufgabenstellung für diese zusätzliche mündliche Prüfung entscheidet der Fachausschuss auf der Grundlage der vom Vorsitzenden des Fachausschusses unterbreiteten Aufgabenvorschläge. 2Sie bedarf der Bestätigung durch den Prüfungsausschuss.
1Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des Hauptschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. 2Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. 3Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des Realschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. 4Der Prüfungsausschuss stellt den Teilnehmern, die die Prüfung bestanden haben, das jeweilige Zeugnis aus.
(2) 1In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sind schriftliche Arbeiten anzufertigen. 2Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils 90 Minuten.13
(1) 1Zur Durchführung der besonderen Leistungsfeststellung für Schüler der Waldorfschulen wird ein Ausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Schulaufsichtsbehörde berufen werden. 2Er besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. 3Die Mitglieder des Ausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. 4Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Ausschusses teilnehmen.
(1) 1Die Abiturprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. 2Die Dauer der schriftlichen Prüfungen richtet sich nach § 48 Absatz 2 Satz 4 Nummer 1 und 2 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung.
(2) 1Der schriftliche Teil umfasst die Prüfung in vier Fächern. 2Es müssen Kenntnisse in zwei Fächern auf erhöhtem Anforderungsniveau (Leistungskursfächer) und in zwei Fächern auf grundlegendem Anforderungsniveau (Grundkursfächer) nachgewiesen werden.
(4) 1Durch die vier schriftlichen Prüfungsfächer müssen die Aufgabenfelder nach § 38 Absatz 1 Satz 1 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung abgedeckt sein. 2Unter den Fächern der schriftlichen Prüfung müssen sich die Fächer Mathematik und Deutsch befinden. 3Als Grundkursfächer können Deutsch, Mathematik, Geschichte, Geographie, Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft, Biologie, Chemie und Physik schriftliche Prüfungsfächer sein.
(5) 1Der mündliche Teil umfasst die Prüfung in vier, nicht bereits schriftlich geprüften Fächern. 2Zugelassen werden nur Prüfungsteilnehmer, die den schriftlichen Teil gemäß § 24 Absatz 6 Nummer 1 bestanden haben. 3In zwei mündlichen Prüfungsfächern können auf Antrag des Prüfungsteilnehmers an die Stelle der mündlichen Prüfung die Leistungen der Jahrgangsstufe 13 treten. 4Dies gilt nicht für die Fremdsprache. 5Die Entscheidung trifft die Schulaufsichtsbehörde.
(8) 1In einem Prüfungsfach findet zusätzlich eine mündliche Prüfung statt, wenn
2§ 48 Absatz 11 Satz 2 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung gilt entsprechend.17
(1) 1Zur Durchführung der Abiturprüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Schulaufsichtsbehörde berufen werden. 2Er besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. 3Die Mitglieder des Prüfungsausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. 4Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teilnehmen.
(1) 1Für jedes mündliche Prüfungsfach werden an den Waldorfschulen Fachprüfungskommissionen gebildet. 2Die Fachprüfungskommission führt die mündliche Prüfung auf der Grundlage der vom Fachlehrer des Kurses unterbreiteten und vom Prüfungsausschuss genehmigten Aufgabenvorschläge durch.
(2) 1Einer Fachprüfungskommission gehören ein Mitglied des Prüfungsausschusses als Vorsitzender und zwei weitere Lehrer des jeweiligen Faches an, davon ein Lehrer zugleich als Schriftführer. 2Einer der beiden weiteren Lehrer soll ein Lehrer der Waldorfschule sein, wenn er die staatliche Lehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufe im betreffenden Fach besitzt. 3Die Schulaufsichtsbehörde kann entscheiden, dass ausnahmsweise auch ein Lehrer der Waldorfschule ohne eine staatliche Lehrbefähigung im betreffenden Fach Mitglied der Fachprüfungskommission sein kann.20
1Frühestens vier Tage nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen und der Fachprüfungen gemäß § 57 Absatz 1 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung, werden die mündlichen Prüfungen durchgeführt. 2Innerhalb des Zeitraumes der mündlichen Prüfungen finden zuerst die zusätzlichen mündlichen Prüfungen gemäß § 18 Absatz 8 statt.22
ohne Einbringung einer Besonderen Lernleistung gilt für ein Leistungskursfach: Die Punktzahlen der Prüfung und der zusätzlichen mündlichen Prüfung werden jeweils mit dem Faktor 6,5 multipliziert und addiert. 2Dezimalstellen beim Gesamtergebnis bleiben unberücksichtigt;
ohne Einbringung einer Besonderen Lernleistung gilt für ein Grundkursfach: Die Punktzahlen der Prüfung und der zusätzlichen mündlichen Prüfung werden jeweils mit dem Faktor 4,5 multipliziert und addiert. 2Dezimalstellen beim Gesamtergebnis bleiben unberücksichtigt;
(7) 1Der Prüfungsausschuss stellt die Gesamtqualifikation fest. 2Er stellt den Teilnehmern, die die Prüfung bestanden haben, das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife für Schüler der Waldorfschule aus, das die Berechtigung zum Studium an einer Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland bescheinigt.23
(1) 1Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 2004 in Kraft, soweit in Absatz 2 Satz 1 nichts anderes bestimmt ist. 2Gleichzeitig treten, soweit in Absatz 2 Satz 2 nichts anderes bestimmt ist, außer Kraft:
(2) 1Die §§ 6 und 10 Abs. 3 sowie Abschnitt 3 treten am 1. August 2005 in Kraft. 2Gleichzeitig treten die §§ 4 und 7 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Realschulabschlußprüfung für Schüler staatlich genehmigter Waldorfschulen im Freistaat Sachsen außer Kraft.27
Quelle: REVOSax http://revosax.sachsen.de/vorschrift/1373.5 Stand vom 17.02.2020