Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201978,%20103
Timestamp: 2020-01-28 00:02:00
Document Index: 212083942

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 537', '§ 306', '§ 537', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 242', '§ 280', '§ 241', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.10.1977 - VIII ZR 73/76 - dejure.org
https://dejure.org/1977,844
BGH, 12.10.1977 - VIII ZR 73/76 (https://dejure.org/1977,844)
BGH, Entscheidung vom 12.10.1977 - VIII ZR 73/76 (https://dejure.org/1977,844)
BGH, Entscheidung vom 12. Januar 1977 - VIII ZR 73/76 (https://dejure.org/1977,844)
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Anspruch auf den Ersatz des Mietzinsausfalles - Rechtmäßigkeit einer Kündigung des Mietvertrages - Einstufung der Errichtung einer Leuchtreklame als Mangel der Mietsache
NJW 1978, 103
WM 1977, 1328
DB 1978, 340
Das Berufungsgericht hat darin recht, daß - abweichend von der Meinung des Landgerichts - die Beklagten hier keine Rechte aus § 537 BGB herleiten können, weil eine Übergabe der Wirtewohnung unstreitig nicht stattgefunden hat (vgl. Senatsurteilevom 12. Oktober 1977 - VIII ZR 73/76 = WM 1977, 1328 = NJW 1978, 103 undvom 28. November 1979 - VIII ZR 302/78 = WM 1980, 312 = NJW 1980, 777).
Die Vorschriften über die Sachmängelhaftung im Mietrecht verdrängen jedenfalls dann die Bestimmungen über anfängliche Unmöglichkeit (§§ 306, 307 BGB), wenn die Mietsache - wie hier - dem Mieter übergeben worden ist (vgl. Senatsurteil vom 12. Oktober 1977 - VIII ZR 73/76 = WM 1977, 1328, 1329).
Das Berufungsgericht geht stillschweigend davon aus, daß die mietrechtlichen Gewährleistungsbestimmungen (§§ 537 f BGB) auch dann anwendbar sind, wenn die Mietsache dem Mieter nicht übergeben worden ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 12. Oktober 1977 - VIII ZR 73/76 - NJW 1978, 103 m.N.; BGHZ 93, 142 f; BGHZ 99, 54, 57;… Sternel, Mietrecht, 3. Aufl., II Rdn. 563 Fußn. 1).
Mit einem Schuldverhältnis der vorliegenden Art ist die aus dem Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) folgende vertragliche Nebenpflicht verbunden, sich leistungstreu zu verhalten (sog. Leistungstreuepflicht), also alles zu unterlassen, was den Vertragszweck beeinträchtigen, gefährden oder vereiteln könnte, insbesondere Handlungen zu unterlassen, welche die im Vertrag angestrebten Vorteile oder Ziele zu Lasten der anderen Vertragspartei gemäß § 242 BGB verwirken, sowie alles Notwendige zu tun, um die Erfüllung der vertraglich übernommenen Verpflichtung sicherzustellen (…vgl. Ernst, in: MüKo, BGB, 5. Auflage, Bd. 2, § 280 Rn. 91 ff. m.w.N. [Leistungs-/Vertragsuntreue];… Roth, in: MüKo, a.a.O., § 241 Rn. 72 f., 76 [Vertragsuntreue];… Palandt/Grüneberg, BGB 71. Auflage, § 280 Rn. 25 f.;… BGH, Urt. v. 11.07.1995 - X ZR 123/92 -, NJW-RR 1995, 1241 - zitiert nach juris;… Urt. v. 30.03.1995 - IX ZR 182/94 -, NJW 1995, 1954; BGH, Urt. v. 12.10.1977 - VIII ZR 73/76 -, MDR 1978, 306 - zitiert nach juris;… Urt. v. 14.03.1984 - VIII ZR 284/82 -, BGHZ 90, 302 - zitiert nach juris;… vgl. auch Urt. v. 15.10.1993 - V ZR 141/92 -, NJW-RR 1994, 372 - zitiert nach juris - zum sog. "tu-quoque-Einwand").
In einer anderen Entscheidung hat der BGH (VIII. Zivilsenat; WM 1977, 1328) dagegen die von einem Dritten ausgehende Beeinträchtigung des Mietgebrauchs als Sachmangel angesehen, ohne eine Unmittelbarkeit für erforderlich zu halten.
OLG Düsseldorf, 06.03.2001 - 24 U 122/00