Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%2064,%20220
Timestamp: 2019-12-10 05:02:52
Document Index: 53991

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 133', '§ 73', '§ 1', '§ 1', '§ 133', '§ 73', '§ 620', '§ 620', '§ 620', '§ 4', '§ 4', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 157', '§ 154', '§ 550', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 620', '§ 1', '§ 1', '§ 1']

BAG, 28.02.1990 - 7 AZR 143/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,337
BAG, 28.02.1990 - 7 AZR 143/89 (https://dejure.org/1990,337)
BAG, Entscheidung vom 28.02.1990 - 7 AZR 143/89 (https://dejure.org/1990,337)
BAG, Entscheidung vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 (https://dejure.org/1990,337)
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ArbG Lüneburg, 05.07.1988 - 2 Ca 543/88
LAG Niedersachsen, 24.01.1989 - 8 Sa 1365/88
BAGE 64, 220
NZA 1990, 746
BB 1991, 207
DB 1990, 1923
Es geht um die Auslegung von Urkunden, ohne dass besondere Umstände des Einzelfalls, die der Auslegung eine bestimmte, der Beurteilung des Revisionsgerichts entzogene Richtung geben könnten, vorlägen (vgl. dazu BAG 5. Februar 2009 - 6 AZR 151/08 - Rn. 33, AP KSchG 1969 § 4 Nr. 69 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 87; 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - zu II 2 a der Gründe, BAGE 64, 220).
Bei diesem Schreiben handelt es sich zwar um eine atypische Willenserklärung, deren Auslegung gem. § 133 BGB grundsätzlich Sache der Tatsacheninstanz ist; da das Landesarbeitsgericht eine Auslegung aber unterlassen hat, kann der Senat sie selbst vornehmen (vgl. BAG 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - BAGE 64, 220, 227 mwN;… Germelmann/Matthes/Prütting ArbGG 3. Aufl. § 73 Rn. 17).
Diese Protokollnotiz geht als dem Arbeitnehmer günstige Tarifnorm der gesetzlichen Befristungsregelung vor (BAG 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - BAGE 64, 220 = AP BeschFG 1995 § 1 Nr. 14 = EzA BeschFG 1985 § 1 Nr. 9, zu II 1 der Gründe).
Eine Auslegung wurde zwar von diesen nicht vorgenommen, jedoch kann der Senat das Kündigungsschreiben selbst gemäß § 133 BGB auslegen (vgl. BAG 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - BAGE 64, 220, 227 mwN;… Germelmann/Matthes/Prütting ArbGG 3. Aufl. § 73 Rn. 17).
Der Senat hat in ständiger Rechtsprechung (Urteil vom 7. März 1980 - 7 AZR 177/78 - AP Nr. 54 zu § 620 BGB Befristeter Arbeitsvertrag, zu I 1 der Gründe; Urteil vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 -;, zur Veröffentlichung vorgesehen; Urteil vom 21. März 1990 - 7 AZR 192/89 -;, zu I 1 der Gründe, nicht veröffentlicht) unter Anknüpfung an die Rechtsprechung des Zweiten und des Fünften Senats des Bundesarbeitsgerichts (Urteil vom 26. April 1979 - 2 AZR 431/77 - AP Nr. 47 zu § 620 BGB Befristeter Arbeitsvertrag und Urteil vom 24. Oktober 1979 - 5 AZR 851/78 - AP Nr. 49 zu § 620 BGB Befristeter Arbeitsvertrag) entschieden, daß ein Arbeitnehmer nach Erhalt einer sogenannten Nichtverlängerungsmitteilung nicht gehalten ist, die Unwirksamkeit der Befristung innerhalb der dreiwöchigen Klagefrist des § 4 Satz 1 KSchG gerichtlich geltend zu machen.
Die §§ 4 und 7 KSchG finden auf eine Mitteilung des Arbeitgebers, er halte die vereinbarte Befristung aus Rechtsgründen für wirksam, auch nicht entsprechende Anwendung, weil sich eine derartige Erklärung erheblich von einer Kündigung unterscheidet (zuletzt: Senatsurteil vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - zur Veröffentlichung vorgesehen, zu I 1 der Gründe).
Allein daraus, daß die Klägerin nach dem Hinweis der Beklagten vom 22. Februar 1988, das Arbeitsverhältnis ende am 31. Mai 1988, mit der Einreichung der Klage noch bis zum 15. April 1988 zuwartete, konnte die Beklagte nicht den Eindruck gewinnen, die Klägerin wolle sich mit der Rechtsansicht der Beklagten, die Befristung sei rechtswirksam, endgültig zufrieden geben und ihr Recht nicht mehr weiterverfolgen, zumal auch die Klageerhebung noch mehr als einen Monat vor Ablauf der für das Arbeitsverhältnis vereinbarten Frist erfolgte (so auch Senatsurteil vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - zur Veröffentlichung vorgesehen, zu I 2 der Gründe).
a) Der Senat hat im Urteil vom 15. März 1989 (7 AZR 449/88 - AP Nr. 7 zu § 1 BeschFG 1985; bestätigt u.a. durch Urteile vom 21. März 1990 - 7 AZR 138/89 - nicht veröffentlicht, und vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - zur Veröffentlichung vorgesehen) im Anschluß an die Senatsentscheidung vom 25. September 1987 ( BAGE 56, 155 = AP Nr. 1 zu § 1 BeschFG 1985) entschieden, daß die Protokollnotiz Nr. 1 zu Nr. 1 SR 2a MTA als für den Arbeitnehmer günstigere Tarifnorm der gesetzlichen Befristungsregelung des Art. 1 § 1 Abs. 1 BeschFG 1985 vorgeht.
Vielmehr sollte mit der Verwendung des Wortes "Zeitangestellte" im Arbeitsvertrag der Parteien nur deutlich gemacht werden, daß die Klägerin lediglich für die vertraglich vereinbarte Zeit und nicht auf Dauer angestellt werden sollte (vgl. hierzu auch das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil des Senats vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 -;, zu II 2 b der Gründe; ebenso das nicht veröffentlichte Senatsurteil vom 21. März 1990 - 7 AZR 517/88 -;, zu I 3 c der Gründe).
Die Lücke in einem Vertrag, die durch die Unwirksamkeit einer Klausel entsteht, kann im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung geschlossen werden ( BGH Urteil vom 1. Februar 1984 - VIII ZR 54/83 - BGHZ 90, 69, 74; BGH Urteil vom 30. Oktober 1974 - VIII ZR 69/73 - BGHZ 63, 132, 136; BAG Urteil vom 8. November 1972 - 4 AZR 15/72 - AP Nr. 3 zu § 157 BGB; BAG Urteil vom 16. November 1979 - 2 AZR 1052/77 - AP Nr. 1 zu § 154 BGB; Senatsurteil vom 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 -;, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Selbst wenn zugunsten der Beklagten unterstellt wird, dass untypische Klauseln vorliegen, kann der Senat die Auslegung selbst vornehmen, weil es um die Auslegung von Vertragsurkunden geht und besondere Umstände des Einzelfalls, die der Auslegung eine bestimmte, der Beurteilung des Revisionsgerichts entzogene Richtung geben könnten, ausscheiden (BAG 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - BAGE 64, 220, 227; 12. Juli 1957 - 1 AZR 418/55 - AP ZPO § 550 Nr. 6 mit zustimmender Anmerkung Wieczorek).
Wenn der erforderliche Sachverhalt festgestellt ist und es um die Auslegung von Urkunden geht, kann das Revisionsgericht auch atypische Erklärungen selbst auslegen (vgl. BAG 28. Februar 1990 - 7 AZR 143/89 - BAGE 64, 220, 227; 28. Februar 1991 - 8 AZR 89/90 - BAGE 67, 279, 282 f.).
Sie schließt nur solche Regelungen aus, die für den Arbeitnehmer ungünstiger sind (ständige Rechtsprechung seit BAGE 56, 155, 162 ff. = AP Nr. 1 zu § 1 BeschFG 1985, zu C I 3 der Gründe; vgl. u.a. BAGE 58, 183, 188 = AP Nr. 4 zu § 1 BeschFG 1985, zu I 3 der Gründe; BAGE 64, 220, 225 = AP Nr. 14 zu § 1 BeschFG 1985, zu II 1 a der Gründe).
Da die Protokollnotiz Nr. 1 zu Nr. 1 SR 2 y BAT eine tarifvertragliche Abschlußnorm ist (ständige Rechtsprechung seit BAGE 58, 183, 191 = AP Nr. 4 zu § 1 BeschFG 1985, zu I 3 c bb der Gründe; vgl. u.a. BAGE 64, 164, 167 ff. = AP Nr. 12 zu § 1 BeschFG 1985, zu I 2 der Gründe und BAG Urteil vom 25. November 1992 - 7 AZR 191/92 - AP Nr. 150 zu § 620 BGB Befristeter Arbeitsvertrag, zu I 4 a aa der Gründe), hätten die Arbeitsvertragsparteien die Geltung dieser Tarifvorschrift ausschließen können (ständige Rechtsprechung seit BAGE 58, 183, 188 = AP Nr. 4 zu § 1 BeschFG 1985, zu I 3 der Gründe; BAGE 64, 164, 167 = AP Nr. 12 zu § 1 BeschFG 1985, zu I 2 der Gründe; BAGE 64, 220, 226 = AP Nr. 14 zu § 1 BeschFG 1985, zu II 1 a der Gründe).
BAG, 28.08.1996 - 7 AZR 849/95
Befristeter Arbeitsvertrag wegen gesicherter Rückkehrmöglichkeit in ein früheres …
BAG, 22.11.1994 - 3 AZR 335/94
BAG, 04.12.2002 - 7 AZR 394/01
LAG Berlin, 16.04.1996 - 5 Sa 144/95
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