Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=FG%20Schleswig-Holstein&Datum=17.04.2013&Aktenzeichen=5%20K%2071/11
Timestamp: 2019-09-20 21:36:17
Document Index: 302423751

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 64', '§ 64', '§ 84', '§ 33', '§ 64', '§ 33', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 64']

FG Schleswig-Holstein, 17.04.2013 - 5 K 71/11 - dejure.org
https://dejure.org/2013,10193
FG Schleswig-Holstein, 17.04.2013 - 5 K 71/11 (https://dejure.org/2013,10193)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 17.04.2013 - 5 K 71/11 (https://dejure.org/2013,10193)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 17. April 2013 - 5 K 71/11 (https://dejure.org/2013,10193)
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§ 33 Abs 1 EStG 2009, § 33 Abs 2 S 1 EStG 2009, § 64 Abs 1 Nr 1 EStDV vom 01.11.2011, § 64 Abs 1 Nr 2 Buchst f EStDV vom 01.11.2011, § 84 Abs 3f EStDV vom 01.11.2011
Außergewöhnliche Belastungen: Abzugsfähigkeit der Kosten für Heileurythmie, ärztliche Verordnung als ausreichender Nachweis
Steuermindernde Berücksichtigung von Aufwendungen für heileurythmische Behandlungen als außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 Einkommensteuergesetz; Heileurythmie als eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr.2 Buchst. f EStDV
Aufwendungen für heileurythmische Behandlungen als außergewöhnliche Belastungen
Aufwendungen für Heileurythmie können außergewöhnliche Belastungen darstellen
Aufwendungen für Heileurythmie als außergewöhnliche Belastung
BFH, 18.06.2014 - VI R 27/13
EFG 2013, 1128
Das Finanzgericht (FG) gab der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1128 veröffentlichten Gründen insoweit statt, als es die im Streitjahr von der Klägerin geleisteten Aufwendungen für heileurythmische Behandlungen in Höhe von 1.080 EUR als außergewöhnliche Belastung zum Abzug nach § 33 EStG zuließ.
Es beantragt, das Urteil des Schleswig-Holsteinischen FG vom 17. April 2013 5 K 71/11 aufzuheben und die Klage abzuweisen.
Auch das Finanzgericht Münster (Urteil vom 18. Januar 2012 - 11 K 317/09, EFG 2012, 702) und das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht (Urteil vom 17. April 2013 - 5 K 71/11, EFG 2013, 1128) teilen diese Auffassung.
b) Das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht (Urteil vom 17. April 2013 - 5 K 71/11, a.a.O.) und Geserich (…Der Nachweis der Zwangsläufigkeit von Krankheitskosten nach der Neuregelung im StVereinfG 2011, a.a.O.) vertreten hingegen die Auffassung, die gesetzliche Neuregelung in § 64 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f durch das StVereinfG 2011 fordere den strengen amtlichen Nachweis nur bei wissenschaftlich nicht anerkannten Behandlungsmethoden, nicht aber bei wissenschaftlich umstrittenen Behandlungsmethoden, so dass auch zukünftig zwischen wissenschaftlich umstrittenen und wissenschaftlich nicht anerkannten Methoden zu unterscheiden sei, da nur letztere dem strengen amtlichen Nachweiserfordernis nach § 64 Abs. 1 Buchst. f EStDV unterliegen.
Bei krankheitsbedingten Aufwendungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel ist dieser Nachweis nach § 64 Abs. 1 Nr. 1 EStDV durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers zu führen; bei Aufwendungen für Maßnahmen, die ihrer Art nach nicht eindeutig nur der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen können und deren medizinische Indikation deshalb schwer zu beurteilen ist, verlangt § 64 Abs. 1 Nr. 2 EStDV ein vor Beginn der Heilmaßnahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder eine vorherige ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (vgl. dazu FG Schleswig-Holstein vom 17.4. 2013 5 K 71/11 EFG 2013, 1128).