Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.03.1988&Aktenzeichen=IX%20ZR%20114/87
Timestamp: 2019-10-21 01:20:34
Document Index: 308925056

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 546', 'BGH']

https://dejure.org/1988,105
BGH, 24.03.1988 - IX ZR 114/87 (https://dejure.org/1988,105)
BGH, Entscheidung vom 24.03.1988 - IX ZR 114/87 (https://dejure.org/1988,105)
BGH, Entscheidung vom 24. März 1988 - IX ZR 114/87 (https://dejure.org/1988,105)
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Schadensersatz wegen schlechter Erfüllung eines Anwaltsvertrages - Kauf eines Traktors - Einsatz eines Traktors als Schneeräumgerät - Haftung eines Anwalts bei schwerwiegenden Fehlern des Gerichts - Ungewissheit über eine Vorschusspflicht - Anfechtung eines Kaufvertrages ...
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der mit der Prozessführung betraute Rechtsanwalt seinem Mandanten gegenüber verpflichtet, dafür einzutreten, dass die zugunsten des Mandanten sprechenden tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkte so umfassend wie möglich ermittelt und bei der Entscheidung des Gerichts berücksichtigt werden (BGH, Urt. v. 24. März 1988 - IX ZR 114/87, NJW 1988, 3013, 3016;v. 4. Juni 1996 - IX ZR 51/95, NJW 1996, 2648, 2650;… v. 24. Mai 2007 - IX ZR 142/05, WM 2007, 1425, 1426 f Rn. 14; Beschl. v. 19. Juni 2008 - IX ZR 111/05, ZMR 2008, 602; Zugehör NJW 2003, 3225, 3226 unter 2a).
cc) Die Feststellung, wie der Prozess richtigerweise hätte entschieden werden müssen, ist nach § 287 ZPO zu treffen, weil es sich um ein Element der schadensausfüllenden Kausalität handelt (BGH NJW 1988, 3013, 3015).
Dann ist darüber, wie der Prozess hätte enden müssen, nach den Verfahrensgrundsätzen des § 287 ZPO zu befinden (vgl. BGH NJW 1988, 3013, 3015).
Dies beruht auf der Erwägung, dass es sich um Vorschriften des materiellen Rechts handelt und der Mandant nicht allein deshalb schlechter gestellt sein darf, weil der hypothetische Sieg im Vorprozess nunmehr eine notwendige Voraussetzung für die Bejahung eines Schadens darstellt, den grundsätzlich der Kläger nachzuweisen hat (vgl. BGHZ 30, 226, 232; BGH VersR 1976, 468, 469; NJW 1988, 3013, 3015; WM 1996, 1830 ).
Der Schutz des Mandanten gebietet es, dass der Rechtsanwalt dafür Sorge trägt, dass diese Argumente bei der gerichtlichen Entscheidung berücksichtigt werden können (BGH, Urteil vom 24. März 1988 - IX ZR 114/87, NJW 1988, 3013, 3016;… vom 18. Dezember 2008, aaO;… vom 11. April 2013, aaO).
Etwaige Versäumnisse des Gerichts schließen die Mitverantwortung des Rechtsanwalts für eigenes Versehen grundsätzlich nicht aus (vgl. RGZ 152, 330, 341; RG JW 1915, 645 f;… BGH, Urt. v. 17. September 1964 - III ZR 215/63, NJW 1964, 2402, 2404 mit kritischer Anmerkung von Schultz MDR 1965, 264 f; Senatsurt. v. 24. März 1988 - IX ZR 114/87, WM 1988, 987, 993; Müller MDR 1969, 797 ff).
Pflicht des zum Prozeßbevollmächtigten bestellten Rechtsanwalts zu sachgemäßer Prozeßführung ändert sich grundsätzlich nicht dadurch, daß in die Korrespondenz zwischen ihm und dem Mandanten ein Verkehrsanwalt eingeschaltet ist (…Senatsurt. v. 17. Dezember 1987 IX ZR 41/86, aaO S. 387; Senatsurt. v. 24. März 1988 IX ZR 114/87, aaO S. 990;… Vollkommer, aaO Rdn. 320-322; Seltmann VersR 1974, 97, 102).
Es muß daher angenommen werden, daß sich die Zulassung auf den gesamten in der Berufungsinstanz anhängigen Streitstoff erstreckt (BGH, Urteil vom 24. März 1988 - IX ZR 114/87 …und vom 7. Dezember 1989 - VII ZR 70/89 - NJW-RR 1990, 277 = BGHR ZPO § 546 Abs. 1 Satz 1 Revisionszulassung, beschränkte 5 und 9).
BGH, 29.11.1990 - IX ZR 108/90
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