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Timestamp: 2020-06-01 09:32:34
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Matched Legal Cases: ['§ 307', '§ 305', '§ 305', 'BGH', '§ 307', '§ 305', 'BGH', 'BGH']

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CSR in internationalen Lieferverträgen: Möglichkeiten und Grenzen der Vereinbarung von CSR-Regelungen in der Lieferkette
Autor: Dr. André Depping
Erschienen in: CSR und Recht
Für eine glaubwürdige und konsistente CSR-Strategie ist es erforderlich, die Wahrung der Menschenrechte und Förderung von Nachhaltigkeit in der gesamten Lieferkette sicherzustellen. Die dazu erforderlichen Regelungen in Klauseln der Lieferverträge oder einem separaten Verhaltenskodex werden regelmäßig als Allgemeine Geschäftsbedingungen zu qualifizieren sein. Sie sind somit nur wirksam, wenn sie nicht überraschend oder unklar sind und den Lieferanten nicht unangemessen benachteiligen. Daher ist es ratsam, die Regelungen in Verhaltenskodizes streng an bestehenden internationalen Instrumenten auszurichten. Kerninhalte der Verhaltenskodizes sind Regelungen zu Menschenrechten und Arbeitnehmerschutz, Umweltschutz und Korruptionsverbot.
Lieferverträge sollten als Kontrollinstrument ein sorgfältig formuliertes Auditierungsrecht des Auftraggebers vorsehen. Bei Beanstandungen sollten Verbesserungsmaßnahmen und Fristen zu deren Umsetzung gemeinsam erarbeitet, vereinbart und überprüft werden. Eine Kündigung des Liefervertrags sollte erst das letzte Mittel sein.
Der Beitrag enthält für viele Regelungsgegenstände Klauselvorschläge.
Kolberg ( 2012 ), S. 58
Deutsches Global Compact Netzwerk ( 2012 ), S. 5.
In der EU-Strategie 2011–2014, COM (2011) 681, S. 8, heißt es: „Damit etwaige negative Auswirkungen aufgezeigt, verhindert und abgefedert werden, werden große Unternehmen sowie Unternehmen, die von derartigen Auswirkungen besonders betroffen sein könnten, darin bestärkt, eine risikobasierte Sorgfaltsprüfung, auch auf der Ebene der Lieferketten, vorzunehmen.“
Singh ( 2011 ), S. 117 f.; zur Kritik an Verhaltenskodizes auch Loew ( 2005 ), S. 40, und E. Kocher, Corporate Social Responsibility – Instrumente zur Gestaltung transnationaler Arbeitsbeziehungen, WSI Mitteilungen 4/2008, S. 198.
W. Müller, Die AGB-Kontrolle im unternehmerischen Rechtsverkehr – Standortnachteil für das deutsche Recht, BB 2013, S. 1355 f.
Palandt/Grüneberg, 74. Aufl., § 307 BGB Rn. 40 m. w. N.
Vgl. Richter, B., Allgemeine Geschäftsbedingungen im B2B-Verkehr in Deutschland, der Schweiz und England, Diss. Köln 2014, S. 116 ff.
Palandt/Grüneberg, 74. Aufl., § 305 Rn. 20.
Palandt/Grüneberg, 74. Aufl., § 305 Rn. 22.
BGH NJW 1992, S. 2285.
Davon gehen auch Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 76, 79, aus.
Dazu Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 79.
Teicke/Matthiesen ( 2013 ), S. 773.
Gilch/Pelz ( 2008 ), S. 133, im Ergebnis auch Spießhofer/Graf von Westphalen (2015), S. 82.
Teicke/Matthiesen ( 2013 ), S. 773; Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 81; ebenso für den Fall einer Garantie.
A.a. Gilch/Pelz ( 2008 ), S. 133.
Ein positives Beispiel ist der Code of Conduct for Suppliers von Beiersdorf (Stand 2013).
Einen guten Überblick über Branchenbesonderheiten und bestehende Branchenkodizes liefert Loew ( 2005 ); zu den für die Automobilindustrie maßgeblichen internationalen Standards Kolberg, B. ( 2012 ), S. 23 ff.
Vgl. Gilch/Pelz ( 2008 ), S. 133.
Vgl. Staudinger/Coester, BGB, 2006, § 307 Rn. 200. Dies gilt ebenso für eine Klausel im Liefervertrag, die auf die Geltung des Verhaltenskodex des Auftraggebers verweist. Jedoch sind dessen Regelungen einer Inhaltskontrolle nach §§ 305c und 307 BGB unterworfen.
Dies entspricht auch den wesentlichen Empfehlungen, z. B. ICC Commission on Business in Society ( 2008 ), S. 4;. Deutsches Global Compact Netzwerk (DGCN) ( 2012 ), S. 8 f. Vgl. zu Standards nachhaltig gemeinsamer Wertschöpfung auch D’heur ( 2014 ), S. 77 ff. Eine Auswertung typischer Inhalte von Verhaltenskodizes findet sich bei Loew ( 2005 ), S. 10 ff. Zu den Prinzipien des Global Compact in diesem Handbuch Wehrmann, CSR im Kontext von Nachhaltigkeit und Menschenrechten.
So auch Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 80, 81.
Gute Übersichten findet sich z. B. bei Hopkins ( 2007 ), S. 155.
Ausführungen zu den Frage, was überhaupt zu einem solchen Lebensunterhalt gehört, finden sich bei Hopkins ( 2007 ), S. 159
Loew ( 2005 ), S. 13.
Ausführlichere Musterformulierungen sowie Hinweise zur Bekämpfung von Korruption in der Lieferkette bietet Global Compact, Fighting Corruption in the Supply Chain: A Guide for Customers and Suppliers, New York 2010.
So auch Hopkins ( 2007 ), S. 149, und Kolberg, B. ( 2012 ), S. 52.
Sehr verbreitet ist Supplier Data Exchange (SEDEX).
Anders noch Gilch/Pelz ( 2008 ), S. 135.
Teicke/Matthiesen ( 2013 ), S. 773 f.
Vgl. OLG Hamm, BB 1970, S. 374.
Vgl. BGH NJW 1988, S. 1726 ff., wonach der Vertragspartner des Verwenders der Allgemeinen Geschäftsbedingungen grundsätzlich die Möglichkeit haben muss, sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zuverlässig über Inhalt und Umfang seiner Rechte und Pflichten zu informieren, damit er bei der Vertragsabwicklung nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird.
Vgl. ICC Commission on Business in Society ( 2008 ), S. 6.
Burckhardt/Merk ( 2011 ), S. 121 ff.
Vgl. Deutsches Global Compact Netzwerk ( 2012 ), S. 34 mit weiteren Beispielen.
BGH NJW-RR 1993, S. 1056, 1059; Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 80.
ICC Commission on Business in Society ( 2008 ), S. 9.
Vgl. Spießhofer/Graf von Westphalen ( 2015 ), S. 82.
Zurück zum Zitat Burckhardt, G./Merk, J. (2011): Sozialaudits – was bringen sie den Näherinnen in den Sweatshops?, in Burckhardt, G. (Hg.), Mythos CSR. Unternehmensverantwortung und Regulierungslücken, Bonn 2011, S. 119–124. Burckhardt, G./Merk, J. (2011): Sozialaudits – was bringen sie den Näherinnen in den Sweatshops?, in Burckhardt, G. (Hg.), Mythos CSR. Unternehmensverantwortung und Regulierungslücken, Bonn 2011, S. 119–124.
Zurück zum Zitat Deutsches Global Compact Netzwerk (DGCN) (2012): Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Ein praktischer Leitfaden zur kontinuierlichen Verbesserung, Berlin. Deutsches Global Compact Netzwerk (DGCN) (2012): Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Ein praktischer Leitfaden zur kontinuierlichen Verbesserung, Berlin.
Zurück zum Zitat D ’heur, M. (2014): shared.value.chain: Profitables Wachstum durch nachhaltig gemeinsame Wertschöpfung, in: D’heur (Hg.), CSR und Value Chain Management, Berlin. D ’heur, M. (2014): shared.value.chain: Profitables Wachstum durch nachhaltig gemeinsame Wertschöpfung, in: D’heur (Hg.), CSR und Value Chain Management, Berlin.
Zurück zum Zitat Gilch, A./Pelz, C. (2008): Compliance-Clauseln – Gut gemeint aber unwirksam?, CCZ 2008, S. 131–136. Gilch, A./Pelz, C. (2008): Compliance-Clauseln – Gut gemeint aber unwirksam?, CCZ 2008, S. 131–136.
Zurück zum Zitat Hopkins, M. (2007): Corporate Social Responsibility & International Development, London 2007, S. 146 ff. Hopkins, M. (2007): Corporate Social Responsibility & International Development, London 2007, S. 146 ff.
Zurück zum Zitat ICC Commission on Business in Society (2008): ICC guide to responsible sourcing. Integrating social and environmental considerations into the supply chain, Paris. ICC Commission on Business in Society (2008): ICC guide to responsible sourcing. Integrating social and environmental considerations into the supply chain, Paris.
Zurück zum Zitat Kolberg, B. (2012): Soziale und ökologische Nachhaltigkeitskommunikation in der Automobilindustrie Wie kommuniziert das soziale System am Beispiel der Lieferantenkette? Hildesheim: Masterarbeit. Kolberg, B. (2012): Soziale und ökologische Nachhaltigkeitskommunikation in der Automobilindustrie Wie kommuniziert das soziale System am Beispiel der Lieferantenkette? Hildesheim: Masterarbeit.
Zurück zum Zitat Loew, T. (2005): CSR in der Supply Chain. Herausforderungen und Ansatzpunkte für Unternehmen, Institute 4 Sustainability, Berlin. Loew, T. (2005): CSR in der Supply Chain. Herausforderungen und Ansatzpunkte für Unternehmen, Institute 4 Sustainability, Berlin.
Zurück zum Zitat Singh, S. (2011): Verhaltenskodex: Echtes Anliegen oder bloß Augenwischerei?, in Burckhardt, G. (Hg.), Mythos CSR. Unternehmensverantwortung und Regulierungslücken, Bonn 2011 S. 114–118. Singh, S. (2011): Verhaltenskodex: Echtes Anliegen oder bloß Augenwischerei?, in Burckhardt, G. (Hg.), Mythos CSR. Unternehmensverantwortung und Regulierungslücken, Bonn 2011 S. 114–118.
Zurück zum Zitat Spießhofer, B./Graf von Westphalen, F. (2015): Corporate Social Responsibility und AGB-Recht, Betriebsberater 2015, S. 75 ff. Spießhofer, B./Graf von Westphalen, F. (2015): Corporate Social Responsibility und AGB-Recht, Betriebsberater 2015, S. 75 ff.
Zurück zum Zitat Teicke, T./Matthiesen, R. (2013): Compliance-Klauseln als sinnvoller Bestandteil eines Compliance-Systems, BB 2013, S. 771 ff. Teicke, T./Matthiesen, R. (2013): Compliance-Klauseln als sinnvoller Bestandteil eines Compliance-Systems, BB 2013, S. 771 ff.
CSR und Recht
Print ISBN: 978-3-662-44118-3
Electronic ISBN: 978-3-662-44119-0
https://doi.org/10.1007/978-3-662-44119-0
https://doi.org/10.1007/978-3-662-44119-0_6