Source: https://fwd-sport.de/infos/allgemeineinfos
Timestamp: 2019-01-22 18:29:23
Document Index: 134207597

Matched Legal Cases: ['§11', '§ 1', '§ 10', '§ 5', '§ 2', '§ 9', '§ 18', '§ 1', '§ 2', '§ 21', '§ 23', '§ 9', '§ 21', '§ 11', '§ 99', '§ 8', '§ 3', '§ 629', '§ 616', '§ 174', '§ 182', '§ 171', '§ 72', '§ 73', '§ 11', '§ 50', '§11', '§242', '§ 5', '§242', '§ 6', '§ 38', '§11', '§11', '§ 5', '§ 11', '§ 18', '§ 1385', '§ 13', '§ 13', '§ 8', '§11', '§ 5', '§ 20', '§11', '§11', '§ 48', '§ 41', '§ 59']

FWD von A bis Z - FWD-Sport.de - Freiwilligendienste im Sport in Niedersachsen
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Siehe auch => Seminare
Auf Wunsch erhalten die FWDler/-innen ein Abschlusszeugnis, in dem auf Verlangen berufsqualifizierende Merkmale aufgeführt und Angaben zu Leistungen und Führung während der Dienstzeit aufgenommen werden. Das Zeugnis wird nach angemessener Rücksprache mit der Einsatzstelle durch den Träger ausgestellt. Alle FWDler/-innen, die mindestens sechs Monate ihres Freiwilligendienstes abgeleistet haben, erhalten zudem eine entsprechende => Bescheinigung.
Das FSJ kann von jungen Menschen geleistet werden, die ihre Vollzeitschulpflicht absolviert und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. FWDler/-innen sind dadurch im Regelfall mindestens 16 Jahre alt. Es muss gewährleistet sein, dass die jungen Menschen den Tätigkeiten im FSJ körperlich und geistig gewachsen sind. Für die obere Altersgrenze gilt, dass ein/e Teilnehmer/-in das FSJ nur antreten kann, sofern er/sie in dem Kalenderjahr, in dem das FSJ beginnt, nicht 27 wird. Eine Ausnahme besteht, wenn er/sie das FWD vor Erreichen des 27. Lebensjahres vertragsgemäß beendet (Beispiel: FWD von Januar bis November, 27. Geburtstag im Dezember des gleichen Jahres). Das 27. Lebensjahr darf bei Beginn keinesfalls vollendet sein.
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) steht Männern und Frauen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht offen. Das Schulpflichtgesetz in den jeweiligen Bundesländern muss beachtet werden.
Für versicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit nach dem Altersteilzeitgesetz sowie für Beamtinnen und Beamte im Bundesdienst, die sich in Altersteilzeit befinden, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu leisten. Vor Abschluss einer Vereinbarung über die Ableistung des Bundesfreiwilligendienstes ist die Zustimmung des Arbeitgebers bzw. des Dienstherrn einzuholen.
Die Anerkennung als => Einsatzstelle im FSJ wird bei der Landessportjugend desjenigen Bundeslandes beantragt, in dem sich die Einsatzstelle befindet: In Niedersachsen richtet man den Antrag an den Sportverein ASC Göttingen von 1846 e.V..
Im Regelfall ist die Mitgliedschaft im Landessportbund (LSB) Voraussetzung. Für die Anerkennung als Einsatzstelle im BFD gilt, dass grundsätzlich alle Einsatzstellen, die bislang im Zivildienst im Sport oder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) / Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im Sport anerkannt werden konnten, auch potenzielle Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst im Sport sind. Bis zum 01.04.2011 anerkannte Dienststellen des Zivildienstes wurden automatisch per Gesetz mit allen Zivildienstplätzen als Einsatzstellen und Einsatzplätze Bundesfreiwilligendienstes anerkannt. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Platzzahlerhöhungen sind wie bisher unkompliziert über das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) möglich. Einrichtungen, die bisher nicht als Zivildienststellen anerkannt waren, können sich als Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienstes anerkennen lassen. Dabei wird jeder einzelne Platz anerkannt, also nicht nur die Einrichtung als solche. Formulare sind über die zuständigen Träger zu erhalten. In Einzelfällen lassen sich Einsatzstellen ohne Rücksprache mit dem Träger anerkennen. Im Regelfall haben diese Einsatzstellen angekreuzt, dass sie zum Zuständigkeitsbereich des DOSB gehören, sich aber direkt an das BAFzA gewandt. Zum Teil sind Einsatzstellen, die deutlich "Sportvereine" sind, der Zentralstelle (ZS) vom BAFzA zugeordnet worden. Die Zentralstelle ordnet diese Einsatzstellen Trägern zu, d.h. sie informiert den (zumeist regional) zuständigen Träger. Dieser nimmt mit der Einsatzstelle Kontakt auf. Ist diese mit den Konditionen des Trägers einverstanden und ordnet sich diesem zu, muss sie die Zuschüsse an ZS bzw. Träger abtreten; die entsprechenden Formulare werden an die ZS gesendet. Aufgrund der hohen Zahl von Anträgen auf Neuanerkennung als Einsatzstelle konnte durch das BAFzA nur eine überschlägige Prüfung der Anträge stattfinden. Dies hatte zur Folge, dass die Einsatzstellen vorläufig und befristet anerkannt wurden. Mittlerweile wurden alle betroffenen Einsatzstellen entfristet. Die Vorläufigkeit der Anerkennung bleibt weiterhin bestehen. Ein Zeitpunkt für eine spätere Prüfung einer dauerhaften Anerkennung ist zurzeit noch nicht absehbar.
Anerkennung als Träger des FWD im Sport
Träger des FSJ im Sport müssen nach dem => Jugendfreiwilligendienstegesetz von der zuständigen Landesjugendbehörde als Träger für das FSJ anerkannt werden. Derzeit sind 16 Landessportjugenden in allen Bundesländern als Träger des FWD im Sport anerkannt, in Niedersachsen zudem der ASC Göttingen, der den FWD in Kooperation mit der Sportjugend Niedersachsen durchführt.
Die fachliche und persönliche Anleitung der FWDler/-innen durch die Einsatzstelle ist Bestandteil der im Gesetz vorgeschriebenen pädagogischen Begleitung. Sie beinhaltet die Einarbeitung und die Betreuung während des Einsatzes. Die Einsatzstelle benennt eine Fachkraft als Praxisanleiter/-in, die mit den FWDler/-innen in ihrem Arbeitsalltag regelmäßig Kontakt hat. Die Fachkraft ist zuständig für die fachliche Einarbeitung und Anleitung der Teilnehmer/-innen sowie für die Klärung des Aufgabengebietes entsprechend den individuellen Fähigkeiten der Freiwilligen (=> Einarbeitungsphase). Sie sichert die Unterstützung und Beratung der Freiwilligen, vermittelt ihnen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen für den Arbeitsalltag und den Ausbildungs- und Berufsweg. Darüber hinaus muss der/die Anleiter/-in auch für persönliche Fragen zur Verfügung stehen, die nicht direkt mit der Tätigkeit zu tun haben, aber im Zusammenhang mit der Reifungsphase des jungen Menschen stehen. Die FWD-Träger haben darauf zu achten, dass die fachliche und pädagogische Anleitung durch die Einrichtung gewährleistet wird.
Ansprechpartner für Jugendliche, die ein FWD absolvieren möchten und für Sportvereine, die eine FWD-Stelle anbieten
möchten, ist die zuständige Landessportjugend, in Niedersachsen auch der ASC Göttingen von 1846 e.V. (=> Träger).
Arbeitgeber für Freiwillige sind i.d.R. die Träger des FWD. Das bedeutet, dass sich die Freiwilligen bei Fragen, die Vereinbarungen, Sozialversicherung, Personalpapiere, Bescheinigungen, Taschengeldauszahlung etc. betreffen, an diese
wenden müssen. Wird eine => Vereinbarung nach §11,2 JFDG geschlossen, übernimmt die Einsatzstelle die Arbeitgeberfunktionen.
Der Träger kann aber Aufgaben der Einsatzstelle in ihrem Namen und auf ihre Rechnung übernehmen.
Die Tätigkeiten der FWDler/-innen variieren je nach Angebot und Kooperationspartner der Einsatzstelle, grundsätzlich
gilt, dass sie hauptsächlich mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Sport zu tun haben sollen (=> Aufgaben
im Freiwilligen Sozialen Jahr im Sport). Andere Regelungen sind möglich.
Arbeitskreis FSJ im Sport
In dem vom dsj-Vorstand berufenen AK "FSJ im Sport", der von der Deutschen Sportjugend koordiniert wird, treffen
sich Vertreter/-innen der Landessportjugenden, um das FSJ im Sport weiterzuentwickeln und zu begleiten.
Die Einsatzstellen, die eine spezielle Arbeitskleidung erfordern bzw. wünschen, haben diese den FWDler/-innen unentgeltlich zu stellen und anschließend auch für die notwendige Reinigung/-instandsetzung zu sorgen.
Wer zwölf Monate ein FWD leistet, hat einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Während des FWD zahlt die Einsatzstelle
mit den Sozialabgaben auch in die Arbeitslosenversicherung ein.
Arbeitslosengeld I-Empfänger/-innen im BFD
Bei ALG I steht die schnelle Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt im Vordergrund, und die hat aus Sicht aller
Beteiligten Vorrang vor einem Freiwilligendienst. Erst nach längerer Arbeitslosigkeit und damit verknüpftem Bezug
von ALG II dürfte die Einschätzung zulässig sein, dass einstweilen eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt
unwahrscheinlich ist und daher eine Freistellung von der Arbeitsplatzsuche für einen Freiwilligendienst vertretbar ist.
In Sonderfällen („Frührente auf Kosten des Arbeitsamtes" etc.) gelten die allgemeinen Anrechnungsregeln für ALG I,
über die jede Arbeitsagentur Auskunft geben kann.
Arbeitslosengeld II-Empfänger/-innen im BFD
ALG II-Empfängerinnen und Empfänger können grundsätzlich am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen, da der
Bezug der Grundsicherung für Arbeitssuchende - sog. Arbeitslosengeld II - dies nicht grundsätzlich ausschließt.
Entsprechend der Handhabung beim bereits bestehenden Jugendfreiwilligendienst (FSJ/FÖJ) gilt vom Taschengeld,
das ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin am Bundesfreiwilligendienst ein Betrag in Höhe von 175 Euro nicht als zu
berücksichtigende Einnahme erhält (§ 1 Absatz 1 Nummer 13 Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung = ALG IIV-
E). Dieser Betrag soll somit nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. In der Gesetzesbegründung heißt
es hierzu, dass mit dieser Regelung die Motivation von ALG-II-Bezieher/-innen, an einem Bundesfreiwilligendienst
teilzunehmen, gestärkt werden soll.
Wegen dieser vom Gesetz vorgesehenen Gleichbehandlung beider Freiwilligendienste ist zudem die Teilnahme an
einem Bundesfreiwilligendienst wie beim Jugendfreiwilligendienst als wichtiger persönlicher Grund anzusehen, der
der Ausübung einer Arbeit entgegensteht (vgl. § 10 Absatz 1 Nummer 5 SGB II), sodass eine Bezieherin oder ein
Bezieher von Arbeitslosengeld II, die/der am Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, in dieser Zeit nicht verpflichtet ist,
eine Arbeit aufzunehmen.
Für die FWDler/-innen sind vom Träger, ggf. im Namen und auf Rechnung der Einsatzstelle, Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abzuführen. Bestand in den letzten vier Wochen vor der Ableistung des FWD ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, sind erhöhte Beiträge zu entrichten. Deswegen verlangen viele Träger, dass zwischen der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses und dem Beginn des FWD mehr als ein Monat liegen oder dass der anfallende Mehrbeitrag von der Einsatzstelle getragen werden muss.
FWDler/-innen sollten sich spätestens drei Monate vor Ende ihres Freiwilligendienstes persönlich beim Arbeitsamt
arbeitssuchend melden, um im Fall einer Arbeitslosigkeit keine finanziellen Nachteile zu erleiden.
Der FWD ist arbeitsmarktneutral ausgestaltet. Die Freiwilligen verrichten unterstützende, zusätzliche Tätigkeiten und
ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte. Die Arbeitsmarktneutralität ist immer dann gegeben, wenn durch den Einsatz
von Freiwilligen die Einstellung von neuen Beschäftigten nicht verhindert wird und keine Kündigung von Beschäftigten
Von der Einsatzstelle sind die ggf. notwendigen ärztlichen Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen zu veranlassen
und die hierfür entstehenden Kosten zu übernehmen.
Lohnsteuerkarte, Sozialversicherungsnummer und die Mitgliedsbescheinigung einer gesetzlichen Krankenkasse sind
dem Träger des FWD bzw. der Einsatzstelle rechtzeitig vorzulegen.
Obwohl das Verhältnis zwischen den Freiwilligen und der Einsatzstelle kein Arbeitsverhältnis ist, wird der freiwillige
Dienst hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften weitgehend einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt.
Entsprechend gelten die einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen, wie zum Beispiel das Arbeitsschutzgesetz, die
Arbeitsstättenverordnung, das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz und das Schwerbehindertengesetz.
Das Jugendfreiwilligendienstegesetz legt fest, dass die Arbeitsschutzvorschriften für eine Tätigkeit im Rahmen eines
FWD Anwendung finden: Betriebs- und Gefahrenschutz, Unfallversicherungsschutz, Arbeitsschutz, Frauen- und
Mutterschutz, Jugendarbeitsschutz, Schutz von Schwerbehinderten.
Ein Unfall während der Arbeitszeit, auf dem Arbeitsweg und während der Seminare gilt als Arbeitsunfall und ist durch
die Einsatzstelle unverzüglich mit Hilfe der entsprechenden Formblätter der Berufsgenossenschaft zu melden. Ein
Unfall während der Freizeit gilt als Arbeitsunfall, wenn die Freizeit Teil des Seminarprogramms ist. Der FWD-Träger ist
unverzüglich von dem Unfall in Kenntnis zu setzen.
Der/die FWDler/-in hat jede Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer der Einsatzstelle und dem Träger unverzüglich mitzuteilen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als zwei Kalendertagen ist eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit und deren Dauer spätestens am dritten Arbeitstag der Einsatzstelle und dem Träger vorzulegen. Bei Seminaren ist die Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am ersten Tag notwendig. Während der Arbeitsunfähigkeit wird das Entgelt für die Dauer von höchstens sechs Wochen weitergezahlt, jedoch nicht über die Beendigung des Vertrages hinaus. Liegt der Einsatzstelle eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, so hat sie diese an den FWD-Träger weiterzuleiten. Erkrankt der/die Freiwillige zu Seminarzeiten, muss eine ärztliche Bescheinigung bereits am ersten Tag vorgelegt werden, damit diese Zeiten als Bildungstage anerkannt werden können. Die Bildungstage sind nach Möglichkeit aber nachzuholen.
=> Krankheitsfall
Der FWD ist eine ganztätige Hilfstätigkeit. Die Arbeitszeit entspricht der tariflichen Arbeitszeit im öffentlichen Dienst,
in der Regel 38,5 bis 42 Stunden wöchentlich. Die konkrete Arbeitszeit ist entsprechend den Gegebenheiten zwischen
der Einsatzstelle und den Freiwilligen abzustimmen.
Bei Wochenenddiensten oder anderen Verpflichtungen, die die wöchentliche Arbeitszeit überschreiten, ist für einen
entsprechenden Ausgleich zu sorgen. Überstunden- oder Feiertagszuschläge gibt es im FWD nicht.
Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
Aufgaben im FWD im Sport
Zentrale Aufgabenfelder der Teilnehmer/-innen im FWD im Sport sind:
Planen, Durchführen und Auswerten von sportlichen, kulturellen und politischen Vereinsangeboten für Kinder und Jugendliche,
pädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen,
Kennenlernen und Mitarbeit in den Gremien der Jugendselbstverwaltung,
Kennenlernen und Begleitung von organisatorischen Rahmenbedingungen für Vereinsangebote mit Kindern und Jugendlichen,
Gestaltung von Trainingseinheiten, Wettkampfbetreuung,
Pflege und ggf. Aufbau von Kontakten innerhalb und außerhalb der Einsatzstellen.
Die Tätigkeiten der FWDler/-innen liegen damit in den Bereichen Bewegung, Spiel und Sport für Kinder und Jugendliche.
Nach Absprache ist es auch möglich, Freiwillige in anderen Bereichen einzusetzen, bspw. im Umweltbereich, der
Betreuung besonderer Zielgruppen und in der handwerklich-gärtnerischen Arbeit.
Aufsichtspflichtige Personen haben die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass die ihnen zur Aufsicht anvertrauten Minderjährigen selbst nicht zu Schaden kommen und auch keinen anderen Personen Schaden zufügen. Sie müssen deswegen ständig wissen, wo sich die ihnen zur Aufsicht anvertrauten Minderjährigen befinden und was diese gerade tun. Aufsichtspflichtige Personen müssen vorhersehbare Gefahren vorausschauend erkennen und zumutbare Anstrengungen unternehmen, um die ihnen anvertrauten Minderjährigen vor Schäden zu bewahren. Hintergrund dieser Verpflichtung ist die Annahme, dass minderjährige Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Alters sowie ihrer fehlenden körperlichen und geistigen Reife einerseits ihnen selbst drohende Gefahren entweder überhaupt nicht erkennen oder aber nicht richtig einschätzen können und daher besonderen Schutz bedürfen. Andererseits bestehen aus denselben Gründen auch erhöhte Gefahren für andere Personen, die durch unbewusstes und/oder unüberlegtes Verhalten von Minderjährigen in Gefahr gebracht werden oder Schäden erleiden können. Nähere Informationen finden sich unter www.aufsichtspflicht.de.
Die Einsatzstelle ist verantwortlich für die Aufsichtspflicht gegenüber minderjährigen FWDler/-innen. Dabei sind die Besonderheiten der jeweiligen Einsatzstellen zu beachten. Gleichzeitig sind die Freiwilligen häufig aufsichtspflichtig gegenüber den betreuten Kindern und Jugendlichen. Die Freiwilligen müssen vorsorglich über die gesetzlichen Regelungen, z.B. das Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit (JÖSCHG), belehrt und vor Gefahren gewarnt werden. Aufgabe der Einsatzstelle ist es, das Einhalten der Regeln zu kontrollieren und gegebenenfalls einzuschreiten sowie den Träger zu informieren. Der Träger informiert die Freiwilligen in den Bildungsseminaren über das Thema.
Auch Ausländer/-innen können am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie über
einen Aufenthaltstitel verfügen, der sie zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Ein Aufenthaltstitel (auch ein Visum ist ein
Aufenthaltstitel) darf in der Regel nur erteilt werden, wenn der Lebensunterhalt gesichert ist, § 5 Abs. 1 Nr. 1
Aufenthaltsgesetz. Nach § 2 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz ist dies der Fall, wenn eine Ausländerin oder ein Ausländer den
Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel (wie z. B. Wohngeld) bestreiten kann.
Eine Arbeitserlaubnis benötigen Ausländer/-innen nicht (§ 9 Nr. 16 der Arbeitsgenehmigungsverordnung (ArGV)
v. 17.9.1998. Die Bundesagentur für Arbeit betont dies in ihrem Merkblatt 7 „Arbeitsgenehmigung für ausländische
Arbeitnehmer“). Die Ausländerbehörden entscheiden im Einzelfall, ob Asylbewerber/-innen oder Ausländer/-innen,
die eine Duldung besitzen, einen FWD leisten dürfen.
Die Bezuschussung des Bundesfreiwilligendienstes durch den Bund ist kein Hinderungsgrund für die Erteilung eines
Aufenthaltstitels. Freiwilligen aus dem Ausland kann grundsätzlich auch speziell für die Teilnahme am
Bundesfreiwilligendienst eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18 des Aufenthaltsgesetzes erteilt werden.
=> Visumspflicht
Der Bundesfreiwilligendienst wird im Inland absolviert. Für deutsche Freiwillige, die einen Freiwilligendienst im Ausland
leisten möchten, steht der speziell dafür ausgestaltete Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) zur Verfügung.
Der wichtigste Unterschied zum BFD sind die Versicherungen (z.B. notwendige Auslandskrankenversicherung).
Aussetzung des Zivildienstes
Nach dem 30. Juni 2011 kann niemand mehr den Zivildienst (ZD) antreten.
Mit Beginn des FWD erhalten die Freiwilligen vom Träger oder vom BAFzA einen FWD-Ausweis, bei dessen Vorlage
Vergünstigungen gewährt werden können. Dazu ist zumeist ein Lichtbild erforderlich. Mit dem Ausweis können sie
Vergünstigungen bei Einrichtungen des Bundes und zum Teil beim Besuch von kulturellen Einrichtungen oder
Veranstaltungen erhalten. Nachlass wird ebenfalls häufig bei Zeitkarten im öffentlichen Personennahverkehr gewährt.
Der Ausweis selbst gibt keinen Anspruch auf Vergünstigungen. Er dient lediglich dem Nachweis über die Teilnahme
am Freiwilligendienst. Welche Altersgruppen im Einzelfall Vergünstigungen erhalten, entscheiden diejenigen,
die die Vergünstigungen anbieten. Es ist darum von den Freiwilligen im Einzelfall bei den Veranstaltern und
(kulturellen) Einrichtungen zu erfragen, ob auch ihre Altersgruppe erfasst ist.
Gesondert gilt zusätzlich für den BFD:
Was Ermäßigungen im Eisenbahnverkehr angeht, bestimmt § 1 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe h der Verordnung
über den Ausgleich gemeinwirtschaftlicher Leistungen im Eisenbahnverkehr (AEAusglV), der auf den BFD
entsprechend anzuwenden ist, dass Ausbildungsverkehr die Beförderung von Teilnehmern/-innen am BFD
(ungeachtet ihres Alters) einschließt.
BAföG (Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz)
Voraussetzung für eine Förderung nach dem BAföG ist zunächst, dass das Studium in Vollzeit betrieben wird; Teilzeitstudiengänge werden nicht gefördert. Des Weiteren darf der Studierende grundsätzlich bei Beginn des Studiums das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Da es sich bei den Bezügen (Taschengeld und Geldersatzleistungen) aus dem Bundesfreiwilligendienst nach der vorliegenden Beurteilung des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) um positive Einkünfte im Sinne des § 2 EStG handelt, werden diese gemäß § 21 BAföG auf den BAföG-Bedarf angerechnet, wobei für den Auszubildenden selbst gemäß § 23 Absatz 1 Nr. 1BAföG ein monatlicher Freibetrag von zur Zeit 255,- Euro gewährt wird. Der Freibetrag von 255,- Euro bezieht sich auf die positiven Einkünfte nach Abzug folgender Beträge:
- Pauschale für die zu leistende Einkommen- und Kirchensteuer nach Tz 21.1.31 BAföGVwV,
- Werbungskostenpauschbetrages gemäß § 9a EStG (z.Zt. 76,67 Euro pro Monat),
- Sozialpauschale gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1 BAföG (z.Zt.. 21,3 %).
Beginn des FWD im Sport
Der Beginn eines FWD-Jahres liegt in der Regel zwischen Juli und Oktober. Genaue Termine können bei den jeweiligen
FWD-Trägern erfragt werden. In einigen Bundesländern ist ein FWD-Beginn auch zum Schulhalbjahr möglich, zum
Teil sind die Anfangszeiten ganz ins Belieben von FWDler/-in und Einsatzstelle gestellt.
Jede/r FWDler/-in wird zu Beginn des FWD über den Träger (bei Verträgen nach § 11,2 JFDG ggf. über die Einsatzstelle)
bei der Berufsgenossenschaft (in einigen Bundesländern Verwaltungsberufsgenossenschaft) versichert. Die Folgen
von Arbeits- und Wegeunfällen sind somit abgesichert.
Die Teilnehmer/-innen sind von der Berufsschulpflicht befreit. In der Regel verlangt die zuständige Berufsschule zu
Beginn des FWD die Bescheinigung für den entsprechenden FWD.
Eine Befreiung minderjähriger Freiwilliger von der Berufsschulpflicht ist grundsätzlich möglich,
eine bundesweite Regelung besteht aber derzeit noch nicht.
Eine Bescheinigung über Art und Dauer der Beschäftigung muss zu Beginn und nach Vollendung des FWD vom
Träger ausgestellt werden. Eine Abschlussbescheinigung kann nur bei einer Mindesteinsatzzeit von sechs Monaten
erteilt werden. Diese Bescheinigung ersetzt jedoch kein Zeugnis über die Art und die Qualität der geleisteten Arbeit
(=> Abschlusszeugnis).
Vor- und Zuname, Anschrift und Geburtsdatum,
den Verpflichtungszeitraum zum FWD,
die Erklärung, dass die Bestimmungen des Jugendfreiwilligendienstegesetzes im Verpflichtungszeitraum beachtet werden/wurden, die Bezeichnung des Trägers und der Einsatzstelle, die Bezeichnung der Zulassungsbehörde und des Zulassungsbescheides. Auch Freiwillige, die lange krank waren, erhalten eine Bescheinigung über die Ableistung des FWD.
Die Betreuung in den Einsatzstellen erfolgt über die => Anleitung vor Ort. Zudem übernehmen die Träger eine
Reihe von Betreuungsaufgaben (Organisation der => Seminare, Ansprechpartner/-innen für Probleme aller Art,
organisatorische Fragen etc. => Bildungsjahr).
Es ist davon auszugehen, dass jede Einstellung eines/einer BFD-Freiwilligen eine personelle Maßnahme nach § 99
BetrVG darstellt.
Siehe auch => Bescheinigung; => Abschlusszeugnis
Das Bewerbungsverfahren wird vom Träger auf Landesebene, in der Regel in Kooperation mit der anerkannten FWD Einsatzstelle, organisiert; bundesweite Regelungen gibt es hier nicht. Zumeist werden von den Bewerbern/-innen ein Bewerbungsschreiben oder das Ausfüllen eines (vorgegebenen) Bewerbungsbogens, ein Lebenslauf, Passfoto und das letzte Zeugnis erbeten.
Der Gesetzgeber schreibt für den Bundesfreiwilligendienst die Teilnahme an Seminaren vor. Insgesamt sind während
eines zwölfmonatigen Bundesfreiwilligendienstes 25 Seminartage verpflichtend. Wird ein Dienst über den Zeitraum
von zwölf Monaten hinaus vereinbart oder verlängert, erhöht sich die Zahl der Seminartage um mindestens einen Tag
je Monat der Verlängerung. Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, nehmen in angemessenem Umfang an den Seminaren
teil. Als angemessen wird in der Regel mindestens ein Tag pro Monat angesehen.
Der Bund wird bei der Durchführung des BFD durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
vertreten, das ehemalige Bundesamt für den Zivildienst.
Das Bundesamt betreibt die Internetseite www.bundesfreiwilligendienst.de
Bundesarbeitskreis FSJ (BAK-FSJ)
Im Bundesarbeitskreis FSJ sind die Bundeszentralen freien Trägerverbände organisiert. Das FSJ im Sport wird von der
Deutschen Sportjugend vertreten. Jährlich nehmen etwa 30.000 junge Menschen an einem FSJ bei Trägern teil, die
dem BAK-FSJ angeschlossen sind.
Seit 2011 tritt der Bundesfreiwilligendienst neben das FSJ. Freiwillige im Sport sind unabhängig von der Dienstform
Bundestutorat FSJ im Sport
Die Deutsche Sportjugend ist die bundeszentrale Dachorganisation der Träger (=> Zentralstelle) für das FSJ im Sport
und führt das Bundestutorat. Die Koordinierungsstelle befindet sich im Haus des deutschen Sports in der Otto-Fleck-
Schneise 12, in Frankfurt am Main (Deutsche Sportjugend im DOSB e.V.).
Personenbezogene Daten der Teilnehmenden dürfen vom Träger des FWD nur erhoben, verarbeitet und genutzt
werden, soweit dies zur Begründung, Durchführung, Beendigung oder Abwicklung des Freiwilligenjahres erforderlich
ist. Das betrifft vor allem die Planung, den Einsatz und die Einsatzorte.
Für den BFD gilt:
Die Einsatzstellen, Zentralstellen und Träger dürfen personenbezogene Daten, die Bestandteil der Vereinbarung sind
(§ 8 Abs. 1 Satz 2 BFDG), erheben, verarbeiten und nutzen, soweit dies für die Durchführung des BFD-Gesetz
Dauer des FWD im Sport
Ein FSJ dauert mindestens sechs, höchstens 18 Monate. Eine Verlängerung bis zu 24 Monaten ist möglich, wenn dies
im Rahmen eines besonderen pädagogischen Konzeptes begründet ist. Bei manchen Trägern ist nur die Ableistung
eines zwölfmonatigen FWD möglich. Ein Jugendfreiwilligendienst (FSJ und FÖJ) kann bis zu einer Höchstdauer von
18 Monaten auch bei verschiedenen Trägern in Abschnitten geleistet werden. Die Mindestdauer bei demselben Träger
beträgt sechs Monate. Der Träger kann auch ein "unterbrochenes" FSJ anbieten, das in mindestens dreimonatige
Abschnitte gegliedert ist.
Dauer und Anrechnung von BFD, FSJ und Zivildienst
Nach § 3(2) BFDG dürfen bis zum 27. Lebensjahr insgesamt 18 Monate FSJ und/oder BFD abgeleistet werden; die
Dienste werden aufeinander angerechnet. Im pädagogisch begründeten Ausnahmefall ist eine Dienstlänge von 24
Monaten möglich. Der Zivildienst wird dabei nicht angerechnet. Nach dem 27. Lebensjahr müssen zwischen jedem
Ableisten der Dienste (bis maximal 18 Monate) fünf Jahre liegen.
Die Deutsche Sportjugend ist die bundeszentrale Dachorganisation der Träger für das FWD im Sport (=> Zentralstelle).
Die dsj ist der größte Jugendverband in Europa und führt das jugendpolitische Mandat des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB). Sie gestaltet ein flächendeckendes Angebot der freien Jugendhilfe, das ganzheitliche Jugendarbeit
im Sport leistet und flexibel auf die Bedürfnisse junger Menschen reagiert. Sie entwickelt unter aktiver Mitbestimmung
junger Menschen innovative Rahmenbedingungen im Kinder- und Jugendsport und leistet damit ergebnisorientiert
Jugendhilfe. Die dsj ist der größte freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.
Als Dienstfahrten gelten angeordnete Fahrten zur Erledigung von dienstlichen Angelegenheiten. Die Kosten werden
durch die Einsatzstelle erstattet. Die persönliche Eignung der FWDler/-innen, das Vorhandensein eines gültigen
Führerscheines und eine Fahrpraxis ist durch die Einsatzstelle zu prüfen, sofern die Dienstfahrt nicht mit öffentlichen
Verkehrsmitteln durchgeführt wird. Die Fahrtüchtigkeit und Betriebsbereitschaft des Dienstfahrzeugs ist durch die
Einsatzstelle zu gewährleisten. Wird die Nutzung des Privatfahrzeugs der Freiwilligen vereinbart, ist unbedingt darauf
zu achten, dass das Fahrzeug über die Einsatzstelle oder den Träger versichert ist.
Alle öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen, insbesondere zum Schutz der FWDler/-innen, haben der Träger und die Einsatzstelle zu erfüllen. Der Träger hat den/die FWDler/-in vor Schaden und Eigentumsverlust sowie selbstverständlich auch vor Schaden an Leben und Gesundheit zu schützen. Die Vereinbarung regelt dazu das Rechtsverhältnis zwischen dem Träger des FSJ und der Einsatzstelle. Die Einsatzstelle informiert die Teilnehmer/-innen zu Beginn des Einsatzes darüber, welche Tätigkeiten sie übernehmen dürfen und welche nicht. Sie informiert weiterhin darüber, welche Fachkräfte für die Anleitung zuständig sind
Siehe auch => Arbeitszeiten
Der überwiegende Teil der FWDler/-innen steht zum ersten Mal im Arbeitsleben. Deshalb ist in der Einarbeitungsphase
eine sorgfältige Anleitung in der Einrichtung erforderlich. Verantwortlich dafür sind die Personen, die die =>
Anleitung übernommen haben. Einige Träger unterstützen die Einsatzstellen mit einer entsprechenden Checkliste.
Der BFD findet in gemeinwohlorientierten Einsatzfeldern statt, bevorzugt bei Verbänden und Vereinen. Die Einsatzbereiche
der neuen BFDler/-innen können und sollen sowohl die des Zivildienstes als auch verbandsspezifische Aufgaben
umfassen. Während der Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im Sport im FSJ weiterhin im Mittelpunkt steht,
konzentrieren sich die Aufgabenfelder im BFD auf folgende Profile:
1. Projekt- und Veranstaltungsmanagement im Sportverein und Sportverband
2. Sportartspezifische Tätigkeiten („Kinder- und Jugendsport")
3. Arbeit mit besonderen Zielgruppen im Sport
4. Sporträume (u.a. handwerkliche und gärtnerische Tätigkeiten)
5. Umwelt und Naturschutz im Sport
6. Spitzensport
Siehe auch => Aufgaben im FWD im Sport
Die Einsatzsorte befinden sich im gesamten Bundesgebiet. Nähere Informationen gibt es beim => Träger, der häufig
eine Liste freier Einsatzstellen auf seiner Homepage bereithält.
Als Einsatzstellen im Sport kommen Vereine und Sporteinrichtungen in Frage, die regelmäßig Spiel-, Sport- und
Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren, z.B. Sportvereine und -verbände sowie Sportschulen und
Bildungseinrichtungen. Einsatzstellen müssen sich vom zuständigen FWD-Träger anerkennen lassen.
Der FWD-Träger betreut die Freiwilligen während des FWD und vergewissert sich, ob die Rahmenbedingungen für einen
FWD-Einsatz in der Einsatzstelle eingehalten werden. Er unterstützt die Einsatzstelle und den/die Anleiter/-in im Rahmen
der Beschäftigung der Freiwilligen und berät die Freiwilligen individuell bei Schwierigkeiten.
Durch eine festgelegte Einsatzstellenumlage beteiligt sich die Einsatzstelle an der Gesamtfinanzierung des einzelnen FWD Platzes.
Näheres regelt eine Vereinbarung zwischen dem regionalen Träger des FWD und der Einsatzstelle.
Für die Dauer von sechs Wochen werden den FWDler/-innen im Krankheitsfall das Taschengeld und die Sachleistungen
weiter gezahlt. Bei einer Krankheit, die länger währt, übernimmt die Krankenversicherung die gesetzlich geregelten
Leistungen (=> Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, => Krankenkasse). Die Einsatzstellenumlage verringert sich im
Regelfall entsprechend.
Gegen Vorlage des FWD-Ausweises oder einer durch den Träger ausgestellten FWD-Bescheinigung können Teilnehmer/-
innen des FWD im öffentlichen Personennahverkehr in der Regel dieselben Ermäßigungen erhalten wie Schüler/-innen,
Studierende und Auszubildende.
Zum Erwerb einer ermäßigten BahnCard 50 sind Kinder bis einschließlich 17 Jahre sowie Jugendliche im Alter von
18 bis einschließlich 26 Jahre, sofern sie sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden und dies durch geeignete Nachweise
(z.B. Schüler-, Studentenausweis, Kindergeldbescheinigung) belegt wird, berechtigt. Nach Auskunft der Deutschen
Bahn wird bei Vorlage eines FSJ-Ausweises und ggf. der Kindergeldbescheinigung eine ermäßigte Bahn-Card
Der EFD gehört, ähnlich wie => weltwärts oder der => Internationale Jugendfreiwilligendienst, zu den internationalen Freiwilligendiensten und stellt kein FSJ dar. Deutsche Jugendliche haben die Möglichkeit, auch im Sport einen Freiwilligendienst in einem anderen Land durchzuführen, die verfügbaren Plätze sind aber begrenzt. Jugendliche benötigen sowohl eine Entsende-, als auch eine Aufnahmeorganisation. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter: www.freiwilligendienste-im-sport.de
Fachhochschulreife u.ä.
Ob ein BFD als Praktikum für das Fachabitur bzw. die Fachhochschulreife anerkannt wird, kann nur vom jeweiligen
Bundesland (zumeist: Schulbehörde) entschieden werden. Es ist allen Freiwilligen zu empfehlen, konkret mit Angabe
der Tätigkeit vorab schriftlich nachzufragen. Wird die Fachhochschulreife durch den Wohnort anerkannt, gilt sie
unweigerlich in allen Bundesländern.
Fahrlässigkeit setzt Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit voraus. Fahrlässig handelt demnach sowohl derjenige, der
einen Schaden zwar voraussieht, aber hofft, er werde nicht eintreten (bewusste Fahrlässigkeit), als auch der, der den
Schaden nicht voraussieht, ihn aber bei Anwendung der üblichen Sorgfalt hätte voraussehen müssen (unbewusste Fahrlässigkeit).
Fügt jemand einem Dritten rechtswidrig und schuldhaft einen Schaden zu, so haftet er hierfür. Fahrlässig verursachte
Schäden werden vielfach über eine Haftpflichtversicherung reguliert.
Fahrlässiges Handeln kann zugleich den Tatbestand einer Straftat erfüllen (z.B. fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, unterlassene Hilfeleistung). Strafbar macht sich, wer einen Straftatbestand rechtswidrig und schuldhaft erfüllt. Schuldhaft bedeutet, Vorsatz oder Fahrlässigkeit. Vorsatz heißt: Wissen und Wollen der Straftat. Fahrlässig handelt, wer die Sorgfalt außer Acht lässt, zu der er nach den Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet und fähig ist, und deshalb nicht erkennt, dass er eine Straftat vermeiden kann (sogenannter subjektiver Maßstab). Grob fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters kann arbeitsrechtlich relevant sein, insbesondere für den Rückgriff des Arbeitgebers gegen den/die Freiwilligen.
Im Bundesfreiwilligendienst wird für jede Freiwillige, für jeden Freiwilligen ein Zuschuss für Taschengeld und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt, der sich nach dem Alter der Freiwilligen richtet. Zudem wird die pädagogische Begleitung der Freiwilligen gefördert. Informationen über die konkreten Kosten, die auf die Einsatzstellen zukommen, geben die BFD-Träger.
Den Antrag auf Anerkennung als FSJ-Einsatzstelle für Vereine, Bewerbungsvordrucke für Interessierte und andere
Formulare gibt es in der Regel beim => Träger.
FWDler/-innen können Freistellung/Freizeit zur Arbeitssuche beanspruchen (entspr. § 629 BGB i.V. mit § 616 BGB).
Der Anspruch muss angemessen sein in der Häufigkeit, der Länge und dem Zeitpunkt. Die betreffende Zeit muss nicht
nachgearbeitet werden.
Nach dem Jugendfreiwilligendienstegesetz ist eine Vergütung des Freizeitausgleichanspruches in Geld nicht möglich.
Mehrarbeit wird in Freizeit ausgeglichen.
Ein FÖJ kann auch im Sport geleistet werden, wenn die dafür erforderlichen Voraussetzungen in der Einsatzstelle vorhanden sind. Die Freiwilligen im FÖJ verantworten nicht nur Sportangebote, sondern bearbeiten Projekte zu Umweltund Klimaschutz sowie Energiesparen im Sportverein. Sie sind beispielsweise zuständig für Sport in der Natur, Natur in den Sportstätten und nachhaltiges Sportstätten- sowie Eventmanagement.
Bei einigen => Trägern sind Anmeldefristen für das FSJ einzuhalten. Informationen hierüber erteilt die jeweilige
Landessportjugend, die als Träger fungiert.
Das FSJ kann in europäischen sowie in außereuropäischen Ländern geleistet werden, wenn der Träger seinen Sitz in
der Bundesrepublik Deutschland hat. Im Rahmen des FSJ im Sport werden derzeit (Stand: Februar 2012) Stellen in
Frankreich angeboten => Internationaler Jugendfreiwilligendienst; => weltwärts.
In 2010 ist ein sog. erweitertes Führungszeugnis für kinder- und jugendnahe Tätigkeiten eingeführt worden, das dem
Arbeitgeber in weit größerem Umfang als bisher ermöglicht, Auskünfte darüber zu erhalten, ob Stellenbewerber
wegen bestimmter Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen vorbestraft sind.
Grundsätzlich werden Erstverurteilungen nur dann in ein polizeiliches Führungszeugnis übernommen, wenn das Strafmaß
90 Tagessätze oder drei Monate Freiheitsstrafe übersteigt. Abweichend davon wurden jedoch, auch nach bisher
geltendem Recht schon alle Verurteilungen – unabhängig vom Strafmaß – wegen bestimmter schwerer Sexualstraftaten
nach den §§ 174 bis 180 und § 182 StGB aufgenommen. Für das erweiterte Führungszeugnis wird dieser Katalog
um weitere kinder- und jugendschutzrelevante Verurteilungen wegen Straftaten nach den §§ 171, 180a, 181a, 183 bis
184f, 225, 232 bis 233a, 234, 235 oder 236 StGB erweitert. Künftig wird daher auch beispielsweise eine Verurteilung
zu 60 Tagessätzen wegen Verbreitung von Kinderpornographie oder Exhibitionismus im erweiterten Führungszeugnis
erscheinen. Bislang erhielt der Arbeitgeber von einer solchen Verurteilung durch ein Führungszeugnis keine Kenntnis.
Das erweiterte Führungszeugnis wird nach dem neuen § 72a KJHG (Tätigkeitsausschluss) dort notwendig, wo Träger
der Jugendhilfe Personen für die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigen oder vermitteln. Welche Regelung
für Freiwillige im FSJ gilt, vereinbart der öffentliche Träger der Jugendhilfe mit den freien Trägern und ist deshalb
von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Einsatzstellen können darüber hinaus weitere eigene Festlegungen im
Rahmen ihres Präventionskonzeptes treffen, die zu berücksichtigen sind.
Freiwillige des Bundesfreiwilligendienstes und der Jugendfreiwilligendienste sind von der Gebühr für die Erteilung
eines Führungszeugnisses befreit. Bei der Beantragung des Führungszeugnisses muss dazu ein Antrag auf Gebührenbefreiung gestellt werden. Die Meldebehörde darf in diesem Fall keine Gebühr erheben, sondern muss die Entscheidung des allein zuständigen Bundesamtes für Justiz abwarten, an das der Antrag auf Erteilung eines Führungszeugnisses einschließlich des Antrages auf Gebührenbefreiung zur Entscheidung weiterzuleiten ist. Als Nachweis für die ehrenamtliche Tätigkeit, zu der auch der BFD, das FSJ und das FÖJ zählen, ist eine entsprechende Bescheinigung der Einsatzstelle vorzulegen und dies auch als Begründung des besonderen Verwendungszwecks anzugeben.
Generationsübergreifender Bundesfreiwilligendienst
Das BFD-Gesetz erlaubt die Weiterführung des Generationsübergreifenden Freiwilligendienstes (GÜF) im Sport. Während für Menschen unter 27 eine Vollzeittätigkeit verpflichtend ist, können „Ältere" den BFD auch mit reduzierter Stundenzahl, die jedoch über 20 Stunden pro Woche liegen muss, leisten (Minimum: 20,1 Stunden). Und während für Menschen unter 27 die Teilnahme an 25 Seminartagen verpflichtend ist, nehmen „Ältere" an den Seminaren nur „in angemessenem Umfang" teil. Als angemessen gilt in der Regel mindestens ein Tag pro Monat.
Gesetzliche Grundlage für das FSJ ist das => Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG).
Der vollständige Text des BFDG kann unter https://www.gesetze-im-internet.de/bfdg/BJNR068710011.html abgerufen werden.
Grundzüge des Bundesfreiwilligendienstes
Der Bundesfreiwilligendienst steht Männern und Frauen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht offen. Wie bei den Jugendfreiwilligendiensten dauert der Einsatz in der Regel zwölf, mindestens sechs und höchstens 18, im begründeten Ausnahmefall auch 24 Monate. Der Bundesfreiwilligendienst ist grundsätzlich vergleichbar einer Vollzeitbeschäftigung zu leisten. Sofern die Freiwilligen älter als 27 Jahre sind, ist der BFD auch Teilzeit von mehr als 20 Wochenstunden möglich. Wie der Zivildienst und das FSJ wird auch der Bundesfreiwilligendienst arbeitsmarktneutral ausgestaltet. Er führt nicht zu einer Verdrängung oder einem Ersatz regulärer Arbeitskräfte, sondern beinhaltet allein unterstützende Tätigkeiten. Die Freiwilligen werden gesetzlich sozialversichert. Das Taschengeld hat in Ost und West eine einheitliche Obergrenze. Es wird wie in FSJ und FÖJ nicht vorgegeben, sondern frei mit den Trägern vereinbart.
Die Einsatzstelle informiert die Freiwilligen zu Beginn des Einsatzes darüber, welche Tatbestände im Rahmen der
Dienstpflicht durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert sind.
Haftung für Sachschäden auf dem Weg ins Bildungszentrum
In den Fällen, in denen ein/-e BFD-Freiwillige/-r mit dem Privatwagen zum Bildungszentrum fährt und durch einen Unfall einen Schaden an ihrer/seiner Person erleidet, ist sie/er über die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) versichert. Wenn sie/er einen Schaden am eigenen Fahrzeug erleidet, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht (Ausnahme: Sachschäden im Zuge einer Hilfeleistung). Zudem haften weder der Bund noch die Einsatzstelle, d.h. es haftet ausschließlich die/der Freiwillige selbst. Zwar sind Erstanreise und Rückfahrt Dienstreisen, die Nutzung des privateigenen Fahrzeugs ist aber nicht vorgeschrieben. Alternativ können An- und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, im Einzelfall ggf. auch mit Dienstfahrzeugen der Einsatzstellen erfolgen.
FWDler/-innen üben eine Hilfstätigkeit aus. Von daher ergeben sich Abgrenzungen in der Arbeit zu ausgebildeten Fachkräften.
Auf der Ebene einer Hilfskraft darf FWDler/-innen Verantwortung übertragen werden. Die Übertragung von
Aufgaben ist jeweils im Einzelfall zu klären. Dabei ist die persönliche Reife der Freiwilligen zu berücksichtigen.
Es wird empfohlen, den Bewerber/-innen während des Bewerbungsverfahrens die Gelegenheit zur Hospitation in der entsprechenden Einsatzstelle zu geben. Auch während des FWD-Bildungsjahres sind Hospitationen in anderen Einrichtungen in Abstimmung mit der Einsatzstelle und dem Träger zu ermöglichen.
Der Internationale Jugendfreiwilligendienst ermöglicht, ebenso wie => weltwärts und das => FSJ im Ausland, einen
Freiwilligeneinsatz im Ausland.
Alle aktuellen Informationen zum FWD und anderen Freiwilligendiensten im Sport findet man unter:
Die => Träger im Sport haben zudem oft eigene Internetseiten mit länderspezifischen Informationen.
Allgemeine Informationen zum Bundesfreiwilligendienst hat der Bund bereitgestellt unter
Das Gesetz zur Förderung der Jugendfreiwilligendienste hat zum 1. Juni 2008 das FSJ-Gesetz abgelöst. Es regelt die
Bedingungen, unter denen ein FWD geleistet werden kann. Mehr Infos unter:
www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/jfdg/gesamt.pdf
Die Jugendleiter/-in-Card (Juleica) ist ein Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in der Jugendarbeit. Dieser
Ausweis legitimiert gegenüber den Erziehungsberechtigten der minderjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der
Jugendarbeit und gegenüber staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, von denen Beratung und Hilfe angeboten wird.
Die Jugendleiter/-in-Card erhalten Mitarbeiter/-innen in der Jugendarbeit, die ehrenamtlich tätig sind (im Sinne des
§ 73 KJHG). Sie müssen mindestens 16 Jahre alt und für ihre ehrenamtliche Arbeit nach festgelegten Standards qualifiziert
sein. Manche Träger integrieren diese Qualifizierung in die Bildungstage des FWD.
Die beim Bundesfreiwilligendienst geltende Sonderregelung für kaderangehörige Spitzensportler/-innen kann beim FSJ
keine Anwendung finden. => Persönliches Training
In Bezug auf Kindergeld und Kinderfreibeträge sowie weitere kinderbezogene Leistungen ist die Ableistung eines FWD
gleichbedeutend mit Zeiten der Schul- und Berufsausbildung. Die Leistungen werden während des Freiwilligenjahres
gewährt. Eine Einkommenshöchstgrenze gibt es seit 2012 nicht mehr.
Für Teilnehmer/-innen am FWD kann deshalb bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld beantragt werden. Zur Beantragung
erhalten die Teilnehmer/-innen nach Vertragsabschluss eine Bescheinigung, die bei der örtlichen Familienkasse des
Arbeitsamts von den Eltern einzureichen ist. Auch für den Ortszuschlag, die Waisenrente und den BAFÖG-Antrag von
Geschwistern wird diese Bescheinigung eingereicht (=>Bescheinigung).
Das Kinder- und Jugendhilfegesetz ist die Grundlage für die fachliche Weiterentwicklung und Förderung der Jugendhilfe.
In § 11 (1) SGB VIII heißt es: "Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen
Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollten an den Interessen junger Menschen anknüpfen und
von ihnen mit bestimmt und mit gestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher
Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen." In diesem Sinne ist der FWD ein Angebot im
Rahmen der Jugendhilfe.
Der FWD wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.
Soziale Dienste im In- und Ausland sollen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, in der Praxis das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken sowie soziale und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Für die pädagogische Begleitung im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Dienstes werden deswegen nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wege der Festbetragsfinanzierung je Monat und Teilnehmer/-in gewährt. Die Gelder werden von der => Zentralstelle beantragt und den => Trägern weitergeleitet.
Bei Konflikten zwischen FWDler/-in und Einsatzstelle, welche nicht zwischen den beiden Parteien gelöst werden
können, ist der Träger umgehend zu informieren.
Die Einsatzstellen sind verpflichtet, bei Erkrankung der Freiwilligen für die Dauer von sechs Wochen das Taschengeld (und ggf. sonstige Sachleistungen/Geldersatzleistungen) weiter zu gewähren. Nach der sechsten Woche wird durch die Krankenkassen Krankengeld gezahlt. Dies muss die Einsatzstelle, ggf. über den Träger, dem Bundesamt mitteilen. Da die Einsatzstelle während der Krankengeldzahlung keine Auslagen hat, erfolgt für diesen Zeitraum keine Kostenerstattung durch das Bundesamt. Freiwillige in den JFD und im BFD haben grundsätzlich einen Anspruch auf Krankengeld. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit dient das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung dem Lohnersatz bei vorübergehendem Verlust der Arbeitsfähigkeit (Entgeltersatzfunktion). Vollrenten wegen Alters dienen grundsätzlich dem gleichen Zweck wie das Krankengeld selbst, nur handelt es sich hierbei um eine dauerhafte Leistung. Vollrenten wegen Alters gehören damit zu den Einkünften, die ihrer Zielsetzung nach das Bedürfnis nach einem zusätzlichen Schutz durch das Krankengeld typischerweise entfallen lassen. Von daher ist es sachgerecht, den Anspruch auf Krankengeld vom Beginn einer Vollrente wegen Alters auszuschließen (vgl. § 50 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 SGB V). Ein Doppelbezug von Leistungen mit (voller) Lohnersatzfunktion wird damit vermieden.
Diese Regelung gilt ausdrücklich für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung.
Während der Dauer des FWD sind die Teilnehmer/-innen in der gesetzlichen Krankenversicherung als eigenständige
Mitglieder versichert; sie können nicht in der Familienversicherung bleiben. FWDler/-innen, die privat versichert sind,
können den Vertrag während des FWD ruhen lassen und anschließend zu denselben Konditionen wieder in die private
Versicherung zurückwechseln.
Die FWDler/-innen beantragen also die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. Mitgliedschaft in einer
Privatkasse ist nicht möglich. Als Arbeitgeber ist i.d.R. der Träger, bei Verträgen nach §11,2 JFDG die Einsatzstelle anzugeben; das Datum des Dienstantritts ist zu nennen. Die Krankenkasse schickt dem Träger bzw. der Einsatzstelle dann ein Formular zu, das ausgefüllt (Bestätigung der Angaben) umgehend an die Krankenkasse zurückgeschickt werden muss. Daraufhin meldet die Krankenkasse die versicherungspflichtige Tätigkeit an die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte. Diese schickt der Dienststelle das Versicherungsnachweisheft und den FWDler/-innen – meist ein wenig später – den Sozialversicherungsausweis, der sofort in Kopie dem Träger vorzulegen ist.
In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung besteht beispielsweise für Student/-innen der Anspruch auf eine
beitragsfreie Familienversicherung. Wird die Versicherung über die Mutter oder den Vater durchgeführt, besteht der
Anspruch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (ein Tag vor dem 25. Geburtstag). Wurde das Studium durch Grundwehrdienst, Zivildienst, einen Bundesfreiwilligendienst oder einen FWD verzögert oder unterbrochen, verlängert sich die Familienversicherung um den entsprechenden Zeitraum. Zusatzbeiträge, die bestimmte Krankenkassen erheben, entfallen für Freiwillige im Regelfall aufgrund des geringen Verdienstes (Grundlage ist SGB V §242 (5) 5).
Die FWD-Bezüge werden i.d.R. bis zur Dauer von sechs Wochen von der Einsatzstelle fortgezahlt (=> Arbeitsunfähigkeit,
=> Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall). Bei Krankheit braucht der Träger die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung,
um ggf. dem Zuschussgeber die Gründe für das Fehlen der FWDler/-innen nachzuweisen. Bei Krankheiten während des
Urlaubs gelten die Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes.
Der/die Freiwillige ist dazu verpflichtet, am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit die Einsatzstelle über eine Krankheit und die voraussichtliche Abwesenheitsdauer zu informieren (§ 5 Abs.1 Satz 1 EFZG). Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss der/die Freiwillige außerdem eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am nächsten Arbeitstag vorlegen. Im Krankheitsfall werden in der Regel bis zur Dauer von sechs Wochen Taschengeld und Sachleistungen weitergezahlt. Die Einsatzstelle und der Träger vereinbaren, wer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhält und aufbewahrt. Diese ist auf Aufforderung dem BAFzA vorzulegen. Verpasst der/die Freiwillige aufgrund des Krankheitsfalls ein Seminar im Bildungszentrum, ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Kopie dem Bildungszentrum zuzuleiten.
Siehe auch => Arbeitsunfähigkeit
Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst werden für die Dauer des Freiwilligendienstes grundsätzlich als eigenständiges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die Beiträge werden von der Einsatzstelle übernommen und an die Krankenkasse abgeführt. Eine ggf. vorher bestehende Familienversicherung ruht für die Zeit des Freiwilligendienstes und kann - zum Beispiel bei Aufnahme einer Berufsausbildung, weiterem Schulbesuch oder der Aufnahme eines Studiums - wieder aufleben. Gleiches gilt im Übrigen auch bei beihilfefähigen Kindern von Beamten.
Inwieweit die private Krankenver-sicherung für die Zeit des Freiwilligendienstes "ruhend" gestellt werden kann, muss mit der jeweiligen privaten Krankenversicherung vor dem BFD geklärt werden. Zusatzbeiträge, die bestimmte Krankenkassen erheben, entfallen für Freiwillige im Regelfall aufgrund des geringen Verdienstes (Grundlage ist SGB V §242 (5) 5).
Krankenversicherung ab 55 Jahren (für bislang nicht gesetzlich Versicherte)
Nicht gesetzlich Krankenversicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, bleiben versicherungsfrei, d.h., sie werden nicht Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, auch wenn sie eine Voraussetzung der Versicherungspflicht (z. B. Aufnahme einer Beschäftigung oder eines Dienstes i. S. d. JFDG) erfüllen, aber
- in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht zu keinem Zeitpunkt gesetzlich krankenversichert waren (Rahmenfrist) und
- sie in diesen fünf Jahren zumindest zweieinhalb Jahre lang versicherungsfrei, (z. B. als über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienender Arbeitnehmer/-innen oder als Beamter/Beamtin), von der Versicherungspflicht befreit oder hauptberuflich selbständig tätig waren.
Von dieser Regelung werden auch die Ehegatten der Beamten, Selbständigen oder versicherungsfreien Arbeitnehmer/-innen erfasst, wenn sie nach dem vollendeten 55. Lebensjahr versicherungspflichtig werden und in der Rahmenfrist vorher nicht gesetzlich krankenversichert waren.
In Zweifelsfällen ist mit der zuständigen Krankenkasse zu klären, ob diese Voraussetzungen des § 6 Absatz 3a des Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) vorliegen und eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung deswegen ausscheidet. Die Krankenkassen wenden das geltende Recht eigenverantwortlich an. Mit der Regelung wird der Grundsatz gestärkt, dass die Entscheidung für eine private Krankenversicherung und gegen die Mitgliedschaft in der Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich eine Lebensentscheidung ist.
Der Gesetzgeber ging bei der Regelung davon aus, dass die von dem Ausschluss aus der Versicherungspflicht betroffenen Personen bisher schon außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung Eigenvorsorge gegen das Krankheitsrisiko betrieben haben. In der Regel haben sie sich dabei eigenverantwortlich für eine private Absicherung im Krankheitsfall entschieden. Dieser Personenkreis bedarf daher auch dann nicht mehr des Schutzes der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn in der letzten Phase des Berufslebens eine grundsätzlich versicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird.
Die ersten sechs Wochen des Einsatzes gelten als Probezeit. Während dieser Probezeit kann die Vereinbarung von jeder Vertragspartei mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Die Einsatzstelle kann vom Bundesamt ohne Angaben von Gründen innerhalb der Probezeit eine Kündigung verlangen. Nach Ablauf der Probezeit kann die Vereinbarung aus wichtigem Grund innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Bekanntwerden des Kündigungsgrundes von jedem Vertragspartner außerordentlich (fristlos) gekündigt werden. Daneben kann die Vereinbarung von den Parteien mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden (ordentliche Kündigung). Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.
a) Kündigung durch Freiwillige: Freiwillige verpflichten sich für die vertraglich festgelegte Dauer ihres Dienstes. Der Vertrag kann aus einem wichtigen Grund, zum Beispiel bei Erhalt eines Studien- oder Ausbildungsplatzes, gekündigt werden. Die konkreten Modalitäten sind vertraglich festgelegt. Kündigungen müssen über die Einsatzstelle schriftlich erfolgen; diese leitet die Kündigung dann an das Bundesamt weiter.
b) Kündigung durch den Bund auf Wunsch der Einsatzstelle: Vertragspartner sind Bund und Freiwillige/r, insofern kann auch nur der Bund der/dem Freiwilligen kündigen. Die Einsatzstellen beantragen beim Bund die Kündigung des/der Freiwilligen. Im Vertrag werden die Parteien dazu verpflichtet, vor einer Kündigung Kontakt mit dem/der Regionalbetreuer/-in aufzunehmen. Der Träger kann Einsatzstellen wie Freiwillige dazu verpflichten, bei Konflikten die Vermittlung des Trägers zu beanspruchen.
Im Falle einer Kündigung wird die Einsatzstelle immer durch das Bundesamt informiert. Bei einer ordentlichen Kündigung wird dabei auch das Kündigungsdatum angegeben. Für die Berechnung der Kündigungsfrist geht das BAFzA davon aus, dass das Schreiben drei Tage nach Aufgabe zur Post als zugestellt gilt. Ab diesem Tag würde dann eine fristlose Kündigung wirksam. Im Einzelfall sollte ggf. mit dem Bundesamt telefonisch geklärt werden, ab wann eine fristlose Kündigung als wirksam angesehen wird, damit es nicht zu Überzahlungen kommt.
Siehe auch => vorzeitiges Ausscheiden
Grundsätzlich gilt: Wird BFD-Leistenden eine Kur verordnet und gelten sie deshalb für den Zeitraum der Kur als erkrankt, gelten die üblichen Regelungen der BFD-Vereinbarung zu Krankheitsfällen (siehe Punkt 3.2 Nr. 5. der Vereinbarung). Die/der Freiwillige hat daher in dem dort genannten Zeitraum Anspruch auf Taschengeld und Sachbezüge.
Nach dem Gesetz dürfen den FWDler/-innen folgende Leistungen gewährt werden: Taschengeld, Arbeitskleidung,
Sozialversicherungsbeiträge, Unterkunft und Verpflegung, ggf. gemäß jeweils gültiger Sachbezugsverordnung Geldersatzleistungen.
FWDler/-innen sind arbeitsrechtlich keine Arbeitnehmer/-innen. Steuerrechtlich gehören das Taschengeld (Barlohn)
sowie unentgeltliche Verpflegung und Unterkunft jedoch zu den Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit. Aus diesem
Grund haben FWDler/-innen, wie alle übrigen Arbeitnehmer/-innen, der entgeltzahlenden Stelle gem. §§ 38 ff EstG
eine Lohnsteuerkarte oder – da seit 2011 keine Lohnsteuerkarten mehr ausgegeben werden – eine Ersatzbescheinigung
vorzulegen, die sie vom Finanzamt erhalten. Ab 2013 soll voraussichtlich eine elektronische Lohnsteuerkarte eingeführt
Obwohl die Ableistung eines FWD kein Arbeitsverhältnis ist, wird es hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften vom Gesetzgeber einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt. Entsprechend gilt das Mutterschutzgesetz. Es gelten u.a. die besonderen Vorschriften zur Gestaltung des Arbeitsplatzes (= FWD-Einsatzplatzes), zum Kündigungsschutz usw. Teilnehmerinnen am FWD haben auch Anspruch auf Mutterschutzleistungen, wie die Zahlung eines Zuschusses zum Mutterschaftsgeld während der Mutterschutzfristen und Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverboten außerhalb der Mutterschutzfristen. Das Mutterschutzgesetz findet im Bundesfreiwilligendienst Anwendung. Es gelten u.a. die besonderen Vorschriften zur Gestaltung des Arbeitsplatzes (= BFD-Einsatzplatzes), zum Kündigungsschutz usw. Teilnehmerinnen am Bundesfreiwilligendienst haben auch Anspruch auf Mutterschutzleistungen, wie die Zahlung eines Zuschusses zum Mutterschaftsgeld während der Mutterschutzfristen und Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverboten außerhalb der Mutterschutzfristen.
Beim FWD handelt es sich um eine Vollzeitbeschäftigung. Daraus ergibt sich, dass die volle Arbeitskraft der Einrichtung
zur Verfügung gestellt wird. Nebentätigkeiten sind über die Einsatzstelle beim Träger zu beantragen und von dort zu
genehmigen. Es liegt im Ermessen des Trägers, im Einzelfall darüber zu entscheiden. Als Faustregel gilt – analog zur
Bundesnebentätigkeitsverordnung – bis 1/5 der Wochenarbeitszeit noch als Nebentätigkeit. Die Gesamtwochenarbeitszeit
darf 48 Stunden nicht überschreiten.
Der Bundesfreiwilligendienst wird auch von „Älteren" im Umfang von mehr als 20 Stunden Dauer pro Woche geleistet (Minimum 20,1 Stunden). Daraus ergibt sich, dass die Freiwilligen der Einrichtung entsprechend mehr als eine halbe Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Nebentätigkeiten müssen deshalb durch die Einsatzstelle genehmigt werden. Die maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden ist dabei zu beachten. Die Ableistung eines Bundesfreiwilligendienstes und einer Nebentätigkeit in derselben Beschäftigungsstelle ist sowohl aufgrund der Frage der Arbeitsmarktneutralität als auch wegen der sozialversicherungsrechtlichen Folgen für die Freiwilligen nicht möglich.
Bei Nichteinhaltung von FWD-Regelungen können bei groben und wiederholten Verstößen folgende Konsequenzen
Bei schuldhaftem Verhalten der Einsatzstelle:
fristlose Kündigung und Entzug der Anerkennung als Einsatzstelle,
Nachzahlung für entstandene Aufwendungen des Trägers,
Rückzahlung öffentlicher Zuschüsse,
Anzeige wegen Betrug und Veruntreuung öffentlicher Gelder,
unter Umständen Weiterzahlung der monatlichen Beiträge.
Rückzahlung von Kindergeld,
Übernahme von Stornokosten.
Das Jugendfreiwilligendienstegesetz verlangt, dass die pädagogische Begleitung von einer regionalen oder überregionalen
Beratungs- und Betreuungsstelle durch pädagogische Mitarbeiter/-innen sichergestellt wird.
Die pädagogische Begleitung umfasst die an Lernzielen orientierte fachliche Anleitung der FWDler/-innen durch die
Einsatzstelle, die individuelle Betreuung durch pädagogische Kräfte des Trägers und durch die Einsatzstelle sowie die
Seminararbeit. Die pädagogische Begleitung hat das Ziel, die Jugendlichen auf den Einsatz in ihren neuen Aufgabenfeldern
vorzubereiten und ihnen zu helfen, Eindrücke zu reflektieren und Erfahrungen zu analysieren.
Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen soll soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken. Der Bundesfreiwilligendienst wird durch Seminare begleitet. Die Gesamtdauer der Seminare beträgt, bezogen auf eine zwölfmonatige Teilnahme am freiwilligen Dienst, mindestens 25 Tage, davon entfallen fünf Tage auf ein Seminar zur politischen Bildung; dies wird in den 17 ehemaligen staatlichen Zivildienstschulen (jetzt: Bildungseinrichtungen des Bundes) durchgeführt - auf Wunsch der Träger zusammen mit Teilnehmerinnen/Teilnehmern des FSJ/FÖJ. Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, nehmen in angemessenem Umfang an den Seminaren teil. Auch in der Zeit zwischen den Seminaren ist eine über die fachliche Anleitung hinausgehende Begleitung, insbesondere in Krisen- und Konfliktsituationen, sicherzustellen.
Pädagogische Pauschale
Die Kosten der pädagogischen Begleitung werden vom Bund bezuschusst. Alle Einsatzstellen, die der Zentralstelle Deutsche Sportjugend angeschlossen sind, müssen die pädagogische Pauschale an die Zentralstelle abtreten; sie leitet den Großteil der Gelder dann weiter. Im Regelfall geschieht dies durch das Ausfüllen des Anerkennungsformulars, bei schon als Zivildienststelle anerkannten Einsatzstellen ist die Unterzeichnung eines zusätzlichen Formulars notwendig.
Ziel des FWD ist es, die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu unterstützen. Insbesondere die
Seminare bieten den Freiwilligen die Möglichkeit zur gleichberechtigten Mitbestimmung. Grundsätze der Partizipation
sind vom BAK-FSJ erarbeitet worden und werden derzeit von verschiedenen Trägerverbünden erprobt.
Die meisten Träger (in Hamburg: die Einsatzstellen) benötigen neben dem Bewerbungsbogen auch einen ausgefüllten Personalbogen, der nach Zusage für einen Stellenantritt ausgefüllt werden muss. Ferner werden benötigt: Die Lohnsteuerkarte oder Lohnsteuerersatzbescheinigung, eine Kopie des Sozialversicherungsausweises, ein zusätzliches Passbild für den FWD-Ausweis, eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse, bei Minderjährigen die arbeitsmedizinische Untersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (=> Gesundheitszeugnis), i.d.R. ein zusätzliches Passbild für den Übungsleiterausweis und eine Kopie eines Erste-Hilfe-Ausweises. Manche Träger/Einsatzstellen erwarten auch ein erweitertes Führungszeugnis.
Das eigene Training ist kein Teil des FWD und muss deswegen außerhalb der Dienstzeiten stattfinden. Natürlich ist es
möglich, nach Absprache beispielsweise nachmittags zu trainieren und als Ausgleich abends oder am Wochenende zu
Einsatz der FSJler/-innen in Tätigkeitsfeldern der sportlichen Jugendarbeit und in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen,
fachliche und persönliche Anleitung,
Gewährung von 26 Werktagen Urlaub und Freistellung an 25 Arbeitstagen für Bildungsseminare und
zentrale Treffen (gerechnet auf ein zwölfmonatiges FSJ),
Zahlung der Einsatzstellenumlage,
Kooperation mit dem Träger.
Wenn Einsatzstellen und Träger übereinkommen, Verträge nach §11,2 JFDG abzuschließen, übernimmt die
Einsatzstelle weitere Pflichten, die z.T. an den Träger delegiert werden können.
die persönliche Betreuung und Qualifizierung der FSJler/-innen,
die Durchführung und Finanzierung der gesetzlich vorgeschriebenen begleitenden Seminare von 25 Arbeitstagen bei zwölf Monaten Dienstzeit,
die Auszahlung des Taschengeldes sowie des Pauschalbetrages für Unterbringung und Verpflegung,
die Anmeldung und Finanzierung der FSJler/-innen bei der Sozialversicherung, d.h. Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge abzuführen,
Erstellen einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Träger, Einsatzstelle und der/dem FSJ’ler/-in
Ausstellen eines FSJ-Ausweises,
Ausstellen einer Bescheinigung (und auf Verlangen eines Zeugnisses) über das FSJ.
Wenn Einsatzstellen und Träger übereinkommen, Verträge nach §11,2 JFDG abzuschließen, übernimmt die Einsatzstelle
einen Teil dieser Pflichten, die z.T. wieder an den Träger delegiert werden können.
Der FWD wird bei einigen Ausbildungen und Studiengängen als Vorpraktikum anerkannt.
Im FWD im Sport gibt es keine Probezeit, wenn die => Vereinbarung dies nicht explizit regelt.
Profisportler/-innen
Der Einsatz im FWD stellt den Tätigkeitsmittelpunkt des/der Freiwilligen dar. Eine gleichzeitige Profi-Laufbahn ist deswegen
ausgeschlossen. => Kadersport, => persönliches Training
Der FWD ist kein Ausbildungsverhältnis (=> Rechtsverhältnis). Es führt also zu keinem Schul- oder Berufsabschluss. Sein
Qualifizierungswert liegt in den Bereichen der sozialen Erfahrung und sozialen Bildung sowie der Chance der beruflichen
Orientierung und der persönlichen Entwicklung. Im FWD im Sport wird darüber hinaus eine Übungsleiterausbildung
mit Lizenzierung angeboten, z.T. auch der Erwerb der Juleica.
Die Deutsche Sportjugend und ihre => Träger haben sich dazu verpflichtet, die vom => Bundesarbeitskreis FSJ (BAK
FSJ) verabschiedeten Qualitätsstandards umzusetzen. Viele Bundesländer haben zusätzliche Standards verabschiedet.
Die pädagogischen Grundlagen des FSJ im Sport, die mit dem BMFSFJ und dem BAK FSJ abgestimmt werden, sind
in einer Rahmenkonzeption festgehalten.
Siehe auch => Gesetzliche Grundlagen
Rechtsträger eines Vereins ist im Regelfall der Verein selbst.
Zwischen FWDler/-in, FWD-Träger und der Einsatzstelle wird eine privatrechtliche Vereinbarung abgeschlossen. Es handelt sich dabei weder um ein Arbeits- noch um ein Ausbildungsverhältnis: das entstehende Rechtsverhältnis ist ein Dauerschuldverhältnis eigener Art. Es wird geprägt durch eine gegenseitige Interessenwahrungspflicht: eine Fürsorgepflicht des Trägers und eine Treuepflicht der FWDler/-innen. An die arbeitsrechtlichen Regeln wird sinnentsprechend und unter Berücksichtigung der Besonderheiten angeknüpft. Bezüglich der öffentlichrechtlichen Schutzvorschriften ist das FWD einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt (=> Arbeitsschutzvorschriften).
Regionalbetreuer/-innen
Die Regionalbetreuer/-innen sind Außendienstmitarbeiter des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Sie teilen sich auf in Berater/-innen und Prüfer/-innen.
Freiwillige im Sinne des BFDG unterliegen grundsätzlich der Versicherungs- sowie Beitragspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung und erwerben dadurch Rentenanwartschaften. Dies gilt gleichermaßen für „junge" Freiwillige, für Seniorinnen und Senioren, die noch keine Altersrente beziehen, ebenso wie für Altersteilrentenbezieher/-innen und Erwerbsminderungsrentner/-innen. Keine Beitragspflicht entsteht, weil dann Versicherungsfreiheit vorliegt, wenn Freiwillige im Sinne des BFDG eine Altersvollrente - unabhängig ob vor oder nach Erreichen der Regelaltersgrenze - beziehen. Beiträge der Arbeitslosenversicherung müssen grundsätzlich für alle Freiwilligen abgeführt werden, die das maßgebende Lebensalter für eine Regelaltersrente noch nicht vollendet haben. Bei Freiwilligen, die das Lebensalter für eine Regelaltersrente bereits vollendet haben, hat ein Arbeitgeber seinen Arbeitgeberanteil abzuführen. -> Vgl. auch Nebentätigkeit
Werden Unterkunft und/oder Verpflegung nicht von der Einsatzstelle gestellt, können Geldersatzleistungen in Form
von Kostenerstattungen bis zur Höhe der jeweils gültigen Sachbezugswerte gezahlt werden. (=> Unterkunfts- und
Verpflegungspauschale)
Die Teilnahme am FWD ist nicht an einen bestimmten Schulabschluss gebunden, nur die Vollzeitschulpflicht muss
absolviert sein. (=> Berufsschulpflicht)
Schulen als Einsatzstellen
Anders als bisher im Zivildienst ist auch die Betreuung an Schulen außerhalb des regulären Unterrichts (also etwa in der Nachmittagsbetreuung) als Einsatzbereich möglich. Ein Erlass des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend regelt, dass Freiwillige auch im Regelunterricht, insbesondere im Sportunterricht eingesetzt werden dürfen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Freiwilligen nur unter Aufsicht eingesetzt werden.
FWDler/-innen haben wie alle anderen Mitarbeiter/-innen in einer Einrichtung über die persönlichen Verhältnisse der
Betreuten – auch über die Zeit des Einsatzes hinaus – strenges Stillschweigen gegenüber Außenstehenden zu wahren.
Die Bestimmungen der §§ 5 und 43 Bundesdatenschutzgesetz finden Anwendung.
Neben der Arbeit in den Einrichtungen ist ein wesentlicher Bestandteil des FWD die Teilnahme an den von den Trägern
organisierten Bildungsangeboten.
Die laut Gesetz für ein zwölfmonatiges FWD vorgeschriebenen 25 Seminartage teilen sich u.a. in ein Einführungs-, ein
Zwischen- und ein Abschlussseminar auf, deren Mindestdauer je fünf Tage beträgt. Das Zwischenseminar wird häufig
zur Übungsleiter/-innen Ausbildung genutzt. Wird ein FWD von mehr als zwölf Monaten abgeleistet, erhöht sich die
Zahl der Seminartage um mindestens einen Tag pro zusätzlichem FWD-Monat.
Das Einführungsseminar wird erfahrungsgemäß innerhalb von zwei Monaten nach Beginn des FWD veranstaltet. Das
Zwischenseminar – meist in Form eines Lizenzerwerbs – wird noch möglichst in der ersten Hälfte des FWD-Jahres durchgeführt, damit der/die Teilnehmer/-in seine erworbenen Fachkenntnisse früh in die Arbeit einbringen kann und die
Einsatzstelle einen kompetenten Übungsleiter hat. Im Abschlussseminar, welches in den letzten zwei oder drei Monaten
des FWD stattfindet, geht es um die Reflexion der Erfahrungen, die von den Teilnehmer/-innen während des FWD
gemacht wurden. Jedes Seminar wird am Ende der Woche mit den Gruppenmitgliedern ausgewertet. Die Arbeitzeit
beträgt während des Seminars täglich mindestens acht Lerneinheiten (LE), was sechs Zeitstunden entspricht. Gearbeitet
wird in der Regel vormittags und nachmittags, manchmal auch abends. Während der Freizeit besteht die Möglichkeit
zu kreativer Betätigung oder zu sportlichen Aktivitäten – teilweise mit Anleitung eines/einer Referenten/-in oder
Teilnehmers/-in. Die Gestaltung der Abende und sonstiger freier Zeit wird teilnehmend von Referent/-innen begleitet,
aber im Normalfall weitgehend Teilnehmern/-innen bzw. der Gruppe überlassen.
Die Seminarteilnahme gilt als Arbeitszeit und ist Pflicht. Der Urlaub ist außerhalb der Seminarzeiten zu planen. Die
Seminare sind für die Teilnehmer/-innen kostenlos; sie werden von den Trägern organisiert. Die Teilnehmer/-innen
wirken an der inhaltlichen Gestaltung und Durchführung der Seminare aktiv mit (=> Bildungsjahr).
Freiwillige, die Seminartage verpassen, müssen diese im Regelfall nachholen, damit die ordnungsgemäße Durchführung
des FWD bescheinigt werden kann. Genaue Regelungen über Optionen trifft der Träger. Dabei ist zu beachten, dass
die Bildungstage dokumentiert werden und in etwa mindestens acht Lerneinheiten umfassen. Es ist möglich,
Bildungstage beispielsweise in zwei halbe Tage zu unterteilen.
FWDler/-innen sind in der Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Alle Geld- und
Sachbezüge der Freiwilligen sind sozialversicherungspflichtig. Der Träger – bei Vereinbarungen nach § 11,2 JFDG die
Einsatzstelle – trägt die Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile für die Sozialversicherung.
Es ist möglich, als Spitzensportler/-in einen Bundesfreiwilligendienst abzuleisten, sofern der Status "Spitzensportler/-in" gesichert ist. Spitzensportler/-innen können im Rahmen ihrer Arbeitszeit - in Rücksprache mit der Einsatzstelle - trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Spitzensportler/-innen sind die Angehörigen der Nationalmannschaften (A-B-C Kader) und die aussichtsreichsten Anwärter/-innen (D/C-Kader) sowie Stammspieler von Bundesligamannschaften.
a) Olympische Sportarten
- Zugehörigkeit zu den Bundeskadern A bis D/C
- Zugehörigkeit zu einer Ersten Bundesligamannschaft (Stammspieler/-in)
b) Nichtolympische Sportarten, die vom Bundesministerium des Inneren (BMI) gefördert werden.
Die Förderung richtet sich entsprechend dem Förderungskonzept für den Spitzensport des DOSB nach folgenden Einteilungen:
- Zugehörigkeit zu den Bundeskadern A bis D/C, sofern die Sportart in die Förderstufe IIa oder IIb eingestuft ist,
- Zugehörigkeit zum Bundeskader A, sofern die Sportart in die Förderstufen I eingestuft ist.
c) Nichtolympische Sportarten, die vom BMI nicht gefördert werden.
Einzelfallentscheidung auf Vorschlag des DOSB.
Als Einsatzstellen dienen im Regelfall Olympiastützpunkte (OSP) und Leistungszentren, also Trainings- und Betreuungseinrichtungen (Bundes- und Landesleistungszentren sowie Bundesstützpunkte) der Spitzenverbände für die Förderung von Spitzensportler/-innen. Für Sportarten, bei denen das Leistungstraining in Mannschaften im Vordergrund steht, können die jeweiligen Vereine bzw. aus Vereinszusammenschlüssen gebildete Trainingsgemeinschaften deren Funktion übernehmen. Auskünfte zum Spitzensport-BFD erhalten Sie von Herrn Benjamin Riuf. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Steuerbarkeit des Taschengeldes
Das Taschengeld im BFD ist steuerfrei. Eventuelle weitere Leistungen, die Freiwillige erhalten (Unterkunft, Verpflegung, Dienstkleidung) werden dann steuerpflichtig, wenn ohne Berücksichtigung des BFD-Taschengeldes die allgemeinen Steuerfreibeträge überschritten werden. Dies ist nur dann der Fall, wenn Freiwillige über zusätzliche, nicht mit dem BFD zusammenhängende Einkünfte verfügen.
Taschengeld und Sachbezüge sind steuerlich zu veranlagen. In der Regel fallen wegen der geringen Höhe der Bezüge
keine Steuern an. Es können aber Steuern anfallen bei Nebentätigkeiten oder anderen zusätzlichen Einkünften, welche
im jeweiligen Kalenderjahr erzielt werden. Auch wenn steuerrechtlich eigentlich kein Arbeitsverhältnis vorliegt, ist in
jedem Fall zu empfehlen, die entsprechenden Leistungen auf der Lohnsteuerkarte einzutragen.
Bei der Vergabe eines Studienplatzes durch die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) dürfen denjenigen, die ein FWD
ableisten, keine Nachteile entstehen (§ 18 des Staatsvertrages). Das heißt: Ein zugesagter Studienplatz bleibt erhalten,
ggf. aber nicht die Zusage des Ortes.
Bei den entsprechenden Ausbildungsinstituten (z.B. Fachhochschulen) sollten wegen spezifischer Sonderregelungen
bezüglich Anrechnung/Anerkennung Informationen eingeholt werden.
Tätigkeiten im FWD im Sport
Die/der Freiwillige erhält ein monatliches Taschengeld, welches steuerlich wie Lohn und Gehalt bewertet wird. Das
Gesetz hat eine Höchstgrenze festgelegt. Angemessen ist ein Taschengeld, das 6. v. H. der in der Rentenversicherung
der Arbeitgeber geltenden Beitragsbemessungsgrenze nach § 1385 Abs. 2 der Reichsversicherungsordnung nicht
übersteigt (für 2012: maximal 336 Euro).
Für den BFD gilt: Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst. Für das Taschengeld, das die Freiwilligen für ihren Dienst erhalten, gilt derzeit (2012) die Höchstgrenze von 336 Euro monatlich (6 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung). Außerdem können den Freiwilligen Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung oder entsprechende Geldersatzleistungen unabhängig von der Taschengeldobergrenze gewährt werden. Bei Freiwilligen, die nur knapp über 20 Stunden arbeiten, kann maximal 168 Euro an Taschengeld bezahlt werden.
Das BAFzA weist darauf hin, dass es zur Anrechung der Leistungen aus dem Bundesfreiwilligendienst auf andere Leistungen bzw. Ansprüche kommen kann. Empfänger von Rentenleistungen sollten daher mit der zuständigen Rentenkasse klären, ob und ggf. inwieweit die Leistungen aus dem Bundesfreiwilligendienst auf die Rente angerechnet werden. Empfänger von Leistungen nach der Grundsicherung (z.B. ALG II) sollten unbedingt mit der Agentur für Arbeit klären, inwieweit die Leistungen aus dem Bundesfreiwilligendienst auf die Grundsicherung angerechnet werden. Für Bezieher/-innen von ALG II gilt grundsätzlich, dass ein Betrag in Höhe von 60,- Euro in 2011 und 170,- Euro in 2012 des Taschengeldes, eine allgemeine Versorgungspauschale in Höhe von 30,- Euro sowie notwendige Ausgaben wie z. B. Fahrtkosten mit Quittungsvorlage von der Anrechung ausgenommen sind.
Siehe auch => Bescheinigung
Teilzeitbeschäftigung von unter 27-Jährigen
Üblicherweise ist der BFD von Freiwilligen unter 27 Jahren nur in Vollzeit leistbar. Dies gilt allerdings nicht für schwerbehinderte Menschen (als schwerbehindert gilt, wer einen Grad der Behinderung von wenigstens 50% hat) oder für alleinerziehende Mütter oder Väter unter 27 Jahren. Diese Personengruppen dürfen den BFD auch in Teilzeit ableisten. Zum Nachweis reicht gegenüber dem Bundesamt eine Bestätigung der Einsatzstelle aus.
Siehe auch => Fristen
Derzeit sind als FWD-Träger im Sport anerkannt:
Sportjugend Niedersachsen / ASC Göttingen von 1846 e. V.
(vgl. auch => Pflichten der Träger)
Träger im BFD
Das neue BFDG sieht grundsätzlich nur vor, dass Einsatzstellen und Zentralstellen existieren müssen, Trägerstrukturen sind nicht dringend vorgeschrieben. Die Zentralstelle dsj geht grundsätzlich davon aus, dass sich alle Einsatzstellen Trägern anschließen. Zudem ist der Bereich der Seminare und pädagogischen Begleitung nicht ohne (Bildungs-) träger abzudecken. Im Sport steht allen dsj-Mitgliedsorganisationen die Übernahme von Trägerfunktionen offen.
Grundsätzlich ist ein Trägerwechsel innerhalb des FWD im Sport möglich (z.B. bei Ausfall einer Einsatzstelle), nicht aber
der Wechsel zu einem Träger einer anderen Organisation. Ein Trägerwechsel nach sechs Monaten ist unter bestimmten
Voraussetzungen möglich. => Dauer des FWD
(Mutterschaftsgeld/Beschäftigungsverbot)
Seit dem 01.07.2012 nehmen die BFD- und JFD-Einsatzstellen bzw. JFD-Träger am Umlageverfahren zum Ausgleich
der Aufwendungen bei Mutterschaft nach dem Mutterschutzgesetz (= U2-Verfahren) teil. Die Spitzenverbände der
Sozialversicherung haben auf eine entsprechende Initiative des BMFSFJ beschlossen, Personen, die einen Freiwilligendienst
nach dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder dem Bundesfreiwilligendienstgesetz ableisten, mit Wirkung zum
01.07.2012 in das U2-Verfahren einzubeziehen.
Nach § 13 Abs. 1 BFDG und § 13 JFDG sind arbeitsschutzrechtliche Vorschriften auch auf diese Freiwilligendienste
anwendbar. Die Schutzvorschriften des Mutterschutzgesetzes gelten daher auch für die Teilnehmerinnen an diesen Freiwilligendiensten.
BFD- oder JFD-Freiwillige haben somit auch Anspruch auf Mutterschutzleistungen wie die Zahlung
eines Zuschusses zum Mutterschaftsgeld und Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverboten.
Mit der Einbeziehung in das Erstattungsverfahren U2 geht die Verpflichtung der Einsatzstellen und Träger einher, für alle Teilnehmenden an einem Freiwilligendienst nach dem BFDG oder dem JFDG die U2-Umlage zu zahlen. Eine Teilnahme am U1-Verfahren (= Erstattungsregelung zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall auf Grundlage des Entgeltfortzahlungsgesetzes) ist ausgeschlossen, da BFD- und JFD-Freiwillige keine Arbeitnehmer sind. Dementsprechend ist die Weiterzahlung des Taschengeldes während der ersten sechs Wochen der Erkrankung vertraglich geregelt. Im Anschluss daran besteht im Regelfall (Ausnahme siehe Ziffer 5) Anspruch auf Krankengeld.
Siehe auch => Freizeitausgleich. Für Minderjährige sind Überstunden laut Jugendarbeitsschutzgesetz § 8 verboten. Möglich ist nur das Vorarbeiten für einen freien Tag zwischen Feiertagen und Wochenenden, allerdings täglich höchstens eine halbe Stunde.
Übungsleiter/-innen-Ausbildung
Im Zwischenseminar werden die Teilnehmer/-innen durch die Teilnahme an Jugend- und Übungsleiterlehrgängen auf
ihre Tätigkeit im Sport fachlich vorbereitet und erwerben eine DOSB-Lizenz. Die Übungsleiter-C-Lizenz Breitensport
(Ausrichtung Kinder und Jugendliche) wird empfohlen, ist aber in den meisten Bundesländern nicht vorgeschrieben,
da individuelle Vorerfahrungen oder bereits bestehende Lizenzen in die Entscheidung über die Wahl der neuen Lizenz
einbezogen werden. Die Lizenz ist Grundlage der fachlichen Arbeit während der Dienstzeit und darüber hinaus.
Die Bundesregierung hat sich in ihrem Kommentar zur Stellungnahme des Bundesrates darauf festgelegt, „dass beim Bundesfreiwilligendienst ein umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch zwischen Bund und Einsatzstellen nicht erfolgt." Umsatzsteuer kann dennoch an anderer Stelle anfallen.
Ob Elternteile während des FSJ an volljährige Kinder Ausbildungsunterhalt zahlen müssen, ist gesetzlich nicht eindeutig
geregelt; die Gerichte müssen hier Einzelfallentscheidungen treffen. Hilfreich ist der Nachweis, dass trotz Bemühungen
kein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden werden konnte.
Unterkunfts- und Verpflegungspauschale
Wenn die Einsatzstellen sich nicht dazu in der Lage sehen, eine Unterkunft anzubieten oder diese nicht in Anspruch
genommen wird, beziehen FSJ’ler/-innen manchmal eine entsprechende monatliche Pauschale, die als Ersatzleistung
für Unterkunft und Verpflegung dient. Meist deckt diese Pauschale die tatsächlich für Unterkunft und Verpflegung
anfallenden Kosten nicht ab.
Der gesetzliche Urlaubsanspruch im Kalenderjahr beträgt mindestens 24 Tage. Der Urlaubsanspruch ist in der Vereinbarung geregelt. Die Freiwilligen erhalten – bezogen auf ein zwölfmonatiges FWD – 26 Werktage Urlaub. Der Urlaub soll frühestens drei Monate nach Dienstantritt gewährt werden. Bei einem kürzeren FWD ermäßigt sich der Urlaubsanspruch entsprechend 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat. Bruchteile von Urlaubstagen werden auf einen vollen Tag gerundet.
Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten längere Urlaubsansprüche nach den Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Einzelheiten hinsichtlich des Umfanges des Urlaubes sind mit den jeweiligen Einsatzstellen zu vereinbaren. Die Bildungsseminare sind von der Urlaubsgewährung auszuschließen.
ü26 - verschiedene Zielgruppen
Für Freiwillige über 26 Jahren gibt es verschiedene Sonderregelungen. Keine Einschränkungen gibt es für Selbstständige; Hausfrauen/Hausmänner; Studierende; Vollzeitrentner/-innen. Bei Frührentner/-innen ist ein eventueller Abzug vom Taschengeld zu prüfen. Bei ALG I-Empfänger/-innen ist die Vermittlung in den Arbeitsmarkt vorrangig. ALG II-Empfänger/-innen sind im BFD willkommen, ihr Taschengeld wird - bis auf 175 Euro - auf ihr Arbeitslosengeld angerechnet. Bei Angestellten in Teilzeit ist die Höchstarbeitszeit von 48 Wochenstunden zu beachten, es kommt eventuell zu Lohnsteuerabzügen durch die Abgabe der zweiten Lohnsteuerkarte. Nicht möglich ist der BFD für Angestellte in Vollzeit bzw. für Auszubildende.
Vereinsvorsitzende im BFD
Ein Vereinsvorsitzender darf in dem Verein, dem er vorsteht, keinen BFD ableisten. Grund ist die Unmöglichkeit, eine klare Hierarchie herzustellen, denn der/die Vereinsvorsitzende ist im Endergebnis sich selbst gegenüber (als BFDler/-in) weisungsbefugt, die beiden Rollen sind nicht sinnvoll miteinander vereinbar. Familienangehörige von Vereinsvorsitzenden dürfen selbstverständlich einen BFD im Verein ableisten.
Das Gesetz regelt, dass Verpflegung oder eine entsprechende Geldersatzleistung bis zur Höhe des jeweils gültigen Sachbezugswertes gewährt werden kann (=> Unterkunfts- und Verpflegungspauschale).
Siehe auch => Sozialversicherung. Der Träger (bei Verträgen nach §11,2 JFDG: die Einsatzstelle) übernimmt die
Kosten für die berufsgenossenschaftliche Unfallversicherung. Die Einsatzstelle ist dafür verantwortlich, dass der/die
Freiwillige versichert ist, wenn er oder sie im eigenen Pkw oder Dienstwagen Aufträge der Dienststelle ausführt. Für
den Einsatz des Freiwilligen im Ausland, etwa bei Begleitung von Jugendgruppen, ist der Versicherungsschutz durch
die Einsatzstelle sicherzustellen. In manchen Bundesländern gewährleistet der Träger zudem eine Schlüssel- und Haftpflichtversicherung.
Die Freiwilligen des Bundesfreiwilligendienstes werden grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, § 5 Absatz 1 Nr. 1 SGB V. Die Freiwilligen werden dann auch grundsätzlich in der sozialen Pflegeversicherung pflichtversichert (§ 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB XI). Eine Ausnahme besteht für privat versicherte Freiwillige über 55 Jahren. -> Vgl. auch: Rentenversicherung.
Im FWD werden in einer Vereinbarung zwischen der/dem Freiwilligen, dem FWD-Träger und der Einsatzstelle die gegenseitigen Verpflichtungen festgelegt. Der Umfang der gegenseitigen Pflichten und Rechte ist sowohl gesetzlich vorgeschrieben als auch durch besondere Absprachen der Partner bestimmt. Die Vereinbarung regelt die gegenseitigen Rechte und Pflichten, z.B. Urlaub, Arbeitszeit, Leistungen, Probezeit. Die Vereinbarung legt zudem fest, in welcher Weise Träger und Einsatzstellen die Ziele des Dienstes, insbesondere soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung sowie die Förderung der Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Freiwilligen gemeinsam verfolgen. Vereinbarungen können sowohl nach §11,1 JFDG als auch nach §11,2 JFDG geschlossen werden. Die Unterschiede betreffen die Übernahme von Pflichten durch die Einsatzstelle. Übernimmt die Einsatzstelle Aufgaben als Arbeitgeber, so fällt auf einen Teil der von der Einsatzstelle an den Träger gezahlten Beiträge keine Umsatzsteuer an, da die Gelder vom Träger nur im Namen und auf Rechnung der Einsatzstelle an den Freiwilligen oder die Sozialversicherungsträger weitergeleitet werden. Werden Gelder für Verwaltungsaufgaben erhoben, sind diese umsatzsteuerpflichtig.
Drittstaatsangehörige, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten wollen, müssen von ihrem Heimatland aus einen Visumantrag für die Durchführung des Freiwilligendienstes stellen, da ihnen die für den Aufenthalt erforderliche Aufenthaltserlaubnis in Deutschland nur dann erteilt werden kann, wenn sie mit dem zweckentsprechenden Visum eingereist sind. Ausnahmen bestehen für die Staatsangehörigen von Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von Neuseeland und der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Visum darf dabei in der Regel nur erteilt wer den, wenn der Lebensunterhalt gesichert ist, d.h. ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestritten werden kann. Der Vertrag mit Drittstaatsangehörigen sollte daher so ausgestaltet werden, dass klar ist, dass Unterkunft und Verpflegung gestellt und daher staatliche Leistungen nach der Einreise in Deutschland nicht in Anspruch genommen werden.
Die Waisenrente (Halb- oder Vollwaisenrente) wird während der Teilnahme am FWD weitergezahlt, soweit die Voraussetzungen nach § 48 SGB VI vorliegen.
Wartesemester sind alle vollen Semester, die zwischen Abitur und Studienbeginn liegen. Ausgenommen sind lediglich die Zeiten, in denen man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war. Wer sich nach einem einjährigen Bundesfreiwilligendienst für einen Studienplatz in einem zulassungsbeschränkten Studiengang bewirbt, hat mindestens ein, möglicherweise sogar zwei Wartesemester gesammelt und dadurch etwas größere Chancen auf eine Zulassung. Nach Ableistung des FWD erfolgt zudem eine bevorzugte Zulassung zum Hochschulstudium.
Wartezeit SfH
Der FWD wird als Wartezeit bei der Vergabe von Studienplätzen durch die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) angerechnet. => Studienplatz
Die Wehrpflicht ist ausgesetzt.
Im FWD wird kein Weihnachtsgeld gezahlt.
„weltwärts“ ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, der vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird und es jungen
Menschen ermöglicht, sich mit finanzieller Unterstützung für 6 bis 24 Monate ehrenamtlich in Entwicklungsländern
zu engagieren. „weltwärts“ ist kein FSJ. Derzeit werden einzelne Plätze von mehreren Trägern im Sport eingerichtet.
Nähere Infos und eine Stellenbörse auf: www.weltwaerts.de
Siehe auch => Arbeitszeit
Nach § 41 WoGG sind nur alleinstehende Wehrpflichtige (und Haushalte, zu denen ausschließlich Familienmitglieder gehören, denen Leistungen nach dem BAFöG oder dem § 59 SGB III dem Grunde nach zustehen), nicht zum Bezug von Wohngeld berechtigt. FWDler/-innen können Wohngeld beziehen. Wohngeld wird allerdings nicht für Wohnraum gezahlt, der nur während einer vorübergehenden Abwesenheit vom Familienhaushalt genutzt wird. Wenn eine Person also zur Ableistung eines FWD den elterlichen Haushalt verlässt, um an einem anderen Ort nur für ein Jahr zu wohnen, gilt sie als vorübergehend abwesend und hat keinen Anspruch auf Wohngeld. Ausschlaggebend ist, dass die Verlegung des Lebensmittelpunkts auf Dauer angelegt ist. Dies ist dem zuständigen Amt gegenüber zu begründen. Ob die Voraussetzungen für einen Wohngeldanspruch bestehen, sollte rechtzeitig vor Antritt des Bundesfreiwilligendienstes mit der Wohngeldbehörde geklärt werden.
Zentralstelle für das FWD im Sport ist die Deutsche Sportjugend, die auch das Bundestutorat führt.
Jede Einsatzstelle des BFD muss sich (mindestens) einer Zentralstelle zuordnen. Dies wird im Regelfall über die Trägerstrukturen geschehen. Für die Freiwilligendienste im Sport übernimmt die Deutsche Sportjugend die Aufgaben einer Zentralstelle. Eine Zuordnung zu mehr als einer Zentralstelle wird nur in sehr wenigen Ausnahmefällen in Betracht kommen, vor allem dann, wenn innerhalb einer Einrichtung zwei völlig verschiedene Programme angeboten werden, z.B. sowohl das FSJ als auch das FÖJ. Insbesondere ist diese Möglichkeit vorgesehen für diejenigen Einsatzstellen, die auch an internationalen Programmen teilnehmen. Die Zentralstellennummer der Deutschen Sportjugend ist die 08.
Siehe auch => Abschlusszeugnis
Zielsetzung des FWD
Das FSJ im Sport ist als Bildungs- und Orientierungsjahr zu verstehen, dessen Ziele darin bestehen, die Bereitschaft
junger Menschen für ein freiwilliges gesellschaftliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung zu fördern.
Das FWD im Sport vermittelt dabei Einblicke in ein Berufsfeld, in dem die Teilnehmer/-innen erste berufliche Erfahrungen
sammeln und/oder sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit entscheiden können.
Das Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG) sieht vor, dass in den zwischen Freiwilligen, Einsatzstellen und Trägern
geschlossenen Vereinbarungen auch Zielvereinbarungen aufgenommen werden. Diese orientieren sich im Regelfall an
den Zielen, die in der => Rahmenkonzeption benannt sind.
Siehe auch => Seminare; => Übungsleiterausbildung.
Zulassung/Einstellung der Teilnehmer/-innen.
Über die Zulassung von Freiwilligen entscheidet der jeweilige Träger in Kooperation mit den Einsatzstellen.
Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen wird zumeist durch das Bundesfamilienministerium bezuschusst, so dass
die Einsatzstellen sich nur mit einem Teil an den Gesamtkosten beteiligen müssen. In manchen Bundesländern gibt es
weitere Zuschüsse. Die Abrechnung der Zuschüsse erfolgt über den jeweiligen Träger.
Zuverdienstgrenzen bei Frührentner/-innen und bei Erwerbsminderung
Bei Bezug einer Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze sind bestimmte Hinzuverdienstgrenzen zu beachten. Wer eine Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze als Vollrente in Anspruch nehmen möchte, darf nur einen Hinzuverdienst erzielen, der einen Betrag in Höhe von 400 Euro monatlich nicht übersteigt. Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, führt dies nicht automatisch zum Wegfall der Rente, sondern ggf. zur Zahlung einer niedrigeren Teilrente wegen Alters, die einen höheren Hinzuverdienst erlaubt. Als Hinzuverdienst gelten u.a. alle Einnahmen aus einer Beschäftigung, unabhängig davon, in welcher Form sie geleistet werden. Somit sind das aus dem Bundesfreiwilligendienst erzielte Taschengeld sowie unentgeltliche Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung mit dem jeweiligem Sachbezugswert der Sozialversicherungsentgeltverordnung als Hinzuverdienst zu berücksichtigen. Bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit gelten nochmals differenziertere Regelungen. Zur Klärung sollten sich daher interessierte Freiwillige mit ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird bei Aufnahme einer Beschäftigung durch den Rentenversicherungsträger stets geprüft, ob eine Erwerbsminderung noch vorliegt und damit ein Rentenanspruch weiterhin besteht.