Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202007,%201243
Timestamp: 2018-12-19 14:54:01
Document Index: 81526933

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.07.2007 - VI ZR 217/06 - dejure.org
Abzug des ermittelten Restwerts vom Schadensersatzbetrag bei Weiterbenutzung des unfallbeschädigten Fahrzeugs nach einer (Teil-)Reparatur durch den Geschädigten; Ersatz des Wiederbeschaffungswerts im Wege der fiktiven Schadensabrechnung
Totalschaden - Weiterbenutzung des Fahrzeugs - Restwertabzug
Kalkulierte Reparaturkosten über 130% und erfolgte Instandsetzung im Rahmen der 130%-Grenze
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Unfallschadensregulierung - Restwert bei fiktiver Totalschadensabrechnung und Weiterbenutzung nach Teilreparatur
AG Bochum, 17.05.2006 - 70 C 385/05
AG Bochum, 17.05.2006 - 70 C 386/05
NJW 2007, 2918
MDR 2007, 1368
NZV 2007, 565
VersR 2007, 1243
Im Veräußerungsfall genügt der Geschädigte im Allgemeinen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und seiner Darlegungs- und Beweislast und bewegt sich in den für die Schadensbehebung nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB gezogenen Grenzen, wenn er die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeuges zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 193; 163, 362, 366; 171, 287, 290 f.; vom 21. Januar 1992 - VI ZR 142/91 - VersR 1992, 457; vom 6. April 1993 - VI ZR 181/92 - VersR 1993, 769; vom 7. Dezember 2004 - VI ZR 119/04 - VersR 2005, 381; vom 12. Juli 2005 - VI ZR 132/04 - VersR 2005, 1448 und vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06 - a.a.O.).
Es ist also Rücksicht auf seine individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf die möglicherweise gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten zu nehmen (vgl. Senat, BGHZ 66, 239, 245, 248 f. ; 143, 189, 193 ff. ; 163, 362, 365 ff. ; 171, 287, 290 ff.; Urteile vom 21. Januar 1992 - VI ZR 142/91 - VersR 1992, 457 ;vom 6. April 1993 - VI ZR 181/92 - VersR 1993, 769 und vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06 - VersR 2007, 1243 f.).
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass derartige Ausnahmen, deren Voraussetzungen zur Beweislast des Schädigers stehen, in engen Grenzen gehalten werden müssen, weil andernfalls die dem Geschädigten nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen würde, wonach es Sache des Geschädigten ist, in welcher Weise er mit dem beschädigten Fahrzeug verfährt (so der BGH in seinem Porsche-Urteil für die ausdrücklich als vergleichbare Problematik bezeichnete Situation bei der Bewertung des Restwertes eines Fahrzeugs: BGH, Urteil vom 30. November 1999 - VI ZR 219/98, NJW 2000, 800 = BGHZ 143, 189 = VersR 2000, 467; ferner: BGH, Urteil vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06, NJW 2007, 2918 = VersR 2007, 1243).
Hinsichtlich der Frage, ob dem Geschädigten bei der Abrechnung seines Wiederbeschaffungsaufwands von dem Schädiger eingeholte Restwertangebote entgegengehalten werden können, hat der BGH zuletzt in seiner Entscheidung vom 10.07.2007 (VI ZR 217/06) NJW 2007, 29 18 seine ständige Rechtsprechung wiederholt und zusammengefasst.
Insbesondere dürfen dem Geschädigten bei der Schadensbehebung nicht die vom Haftpflichtversicherer des Schädigers gewünschten Verwertungsmodalitäten aufgezwungen werden (BGH vom 10.07.2007 (VI ZR 217/06) NJW 2007, 2918).
Im Ausnahmefall können nach dieser Rechtsprechung besondere Umstände dem Geschädigten Veranlassung geben, ohne weiteres zugängliche, günstigere Verwertungsmöglichkeiten wahrzunehmen (BGH vom 10.07.2007, VI ZR 217/06) NJW 2007, 2918).
Damit wird im vorliegenden Fall dem Kläger auch nicht die von der Versicherung gewünschte Verwertungsmodalität aufgedrängt, denn der Kläger hat sein Fahrzeug verkauft und nicht, wie im Fall BGH NJW 2007, 2918, nach Reparatur weiter benutzt.
Dieselben Grundsätze gelten, wenn sich - wie im Streitfall - die geschätzten Reparaturkosten in einem Bereich bis zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes des unfallbeschädigten Kraftfahrzeuges bewegen und der Geschädigte vom Schädiger und dessen Haftpflichtversicherer nach einer vollständigen und fachgerechten Reparatur im Rahmen einer konkreten Schadensabrechnung sogar die entsprechenden Kosten verlangen könnte (BGH, Urteil vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06, VersR 2007, 1243).
Insbesondere dürfen ihm bei der Schadensbehebung die von der Versicherung gewünschten Verwertungsmodalitäten nicht aufgezwungen werden (BGH NJW 07, 2918).
In diesem Fall muss sich der Geschädigte auch nur einen Restwert, wie ihn der Sachverständige auf dem Regionalmarkt ermittelt hat, anrechnen lassen (BGH, Urteil vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06 -, MDR 07, 1368; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15. Oktober 2007 - 1 U 45/07 -).
Vielmehr darf sich der Geschädigte an dem Gutachten sowie dem regionalen Markt orientieren ( st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 1. Juni 2010 - VI ZR 316/09 - NJW 2010, 2722 [7]; BGH, Urteil vom 13. Oktober 2009 - VI ZR 318/08 - NJW 2010, 605 [9]; BGH, Urteil vom 13. Januar 2009 - VI ZR 205/08 - NJW 2009, 1265 [9 f.]; BGH, Urteil vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06 - NJW 2007, 2918 [10]; BGH, Urteil vom 6. März 2007 - VI ZR 120/06 - NJW 2007, 1674, 1675 [10]; BGH, Urteil vom 12. Juli 2005 - VI ZR 132/04 - NJW 2005, 3134 [II.1.]; BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - VI ZR 119/04 - NJW 2005, 357, 357 f. [II.3.a)]; BGH, Urteil vom 30. November 1999 - VI ZR 219/98 - NJW 2000, 800 [B.1.a)]), was auch der von ihm beauftragte Sachverständige zu berücksichtigen hat ( vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2009 - VI ZR 205/08 - NJW 2009, 1265, 1265 f. [10]; BGH, Urteil vom 12. Juli 2005 - VI ZR 132/04 - NJW 2005, 3134 [II.2.];… Knerr in: Geigel, Der Haftpflichtprozess, 27. Aufl., Kap. 3 Rn. 48 ).
OLG Hamm, 31.10.2008 - 9 U 48/08
Bemessung des anzurechnenden Restwerts eines unfallgeschädigten PKW
AG Eschweiler, 11.03.2009 - 27 C 458/08
AG Bremen, 25.11.2008 - 10 C 87/08
AG Eschweiler, 11.03.2009 - 27 C 183/08