Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201997,%202233
Timestamp: 2020-01-23 14:05:50
Document Index: 166780638

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 151', '§ 151', '§ 765', '§ 777', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 151', 'BGH', 'BGH', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 777', '§ 151', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 151', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.05.1997 - IX ZR 136/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,638
BGH, 06.05.1997 - IX ZR 136/96 (https://dejure.org/1997,638)
BGH, Entscheidung vom 06.05.1997 - IX ZR 136/96 (https://dejure.org/1997,638)
BGH, Entscheidung vom 06. Mai 1997 - IX ZR 136/96 (https://dejure.org/1997,638)
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Abschluss eines französischen Recht unterliegenden Kaufvertrages - Abschluss eines deutschen Recht unterstellten Bürgschaftsvertrages - Inanspruchnahme einer Mitgläubigerin
Annahme einer Bürgschaftserklärung durch Behalten der übersandten Urkunde ("Gewürzmühle")
Annahme nach § 151 S. 1 BGB
BGB § 151, § 765, § 777
Annahme einer Bürgschaftserklärung durch den Gläubiger; Zeitbürgschaft für Ratenzahlungen
Unterbliebene Annahme einer Bürgschaft
Zustandekommen eines Bürgschaftsvertrages; Zeitbürgschaft für Ratenzahlung
NJW 1997, 2233
ZIP 1997, 1151
WM 1997, 1242
BB 1997, 1435
DB 1997, 1969
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist daher etwa für die Annahme eines selbständigen Garantieversprechens (BGHZ 104, 82, 85 m.w.Nachw.), eines Schuldbeitritts (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1993 - VII ZR 192/92, WM 1994, 303, 305 f.) oder einer Bürgschaft (BGH, Urteil vom 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, WM 1997, 1242) eine ausdrückliche oder konkludente Erklärung gegenüber dem Antragenden nicht erforderlich.
b) Allerdings bedarf es für das Zustandekommen des Vertrages auch in den Fällen des § 151 Satz 1 BGB der Annahme, d.h. eines als Willensbetätigung zu wertenden, nach außen hervortretenden Verhaltens des Angebotsempfängers, aus dem sich dessen Annahmewille unzweideutig ergibt (BGHZ 74, 352, 356; 111, 97, 101; BGH, Urteil vom 6. Mai 1997, aaO m.w.Nachw.).
Dementsprechend hat der Bundesgerichtshof in dem zitierten Urteil vom 6. Mai 1997 (IX ZR 136/96, aaO) entschieden, daß es als Betätigung des endgültigen Annahmewillens in aller Regel ausreicht, wenn dem abwesenden Gläubiger die Bürgschaftsurkunde zugeschickt wird und er sie behält.
Dem entspricht - wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt - die Formulierung in § 777 Abs. 1 Satz 1 BGB, der sowohl der Bundesgerichtshof (Urteile vom 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, NJW 1997, 2233, 2234 und vom 13. Juni 2002 - IX ZR 398/00, WM 2002, 1645, 1646 f.) als auch die Literatur (…Bülow, Recht der Kreditsicherheiten, 8. Aufl., Rn. 1037;… Federlin in Kümpel/Wittig, Bank- und Kapitalmarktrecht, 4. Aufl., Rn. 12.303;… MünchKommBGB/Habersack, 5. Aufl., § 777 Rn. 14;… E. Herrmann in Erman, BGB, 13. Aufl., § 777 Rn. 3;… Staudinger/Horn, BGB, Neubearbeitung 2013, § 777 Rn. 3;… Nobbe, Kommentar zum Kreditrecht, 2. Aufl., § 777 BGB Rn. 5;… Prütting in jurisPK-BGB, 6. Aufl., § 777 Rn. 8;… Rohe in BeckOK BGB, Stand 1. Mai 2013, § 777 Rn. 7;… Stadler in Jauernig, BGB, 14. Aufl., § 777 Rn. 7;… Staudinger in Schulze, BGB, 7. Aufl., § 777 Rn. 6) ein Erlöschen der Verpflichtung des Bürgen entnehmen.
Die auch im Falle des § 151 BGB erforderliche nach außen hervortretende Betätigung des Annahmewillens ist regelmäßig schon darin zu sehen, daß der Gläubiger, der zuvor eine Bürgschaft verlangt hatte, die ihm zugeleitete Urkunde behalten hat (Senatsurt. v. 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, WM 1997, 1242).
Im vorliegenden Fall ist sie für den Senat aber nicht bindend, weil dabei allgemein anerkannte Auslegungsregeln unbeachtet geblieben sind (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, ZIP 1997, 1151, 1152).
Die Ansicht des Berufungsgerichts, die Widerruflichkeit folge daraus, daß es andernfalls der Frist bis zum 30. September 1992 nicht bedurft hätte, daß das Angebot vielmehr gleich bis zum 31. Dezember 1994 hätte befristet werden können, verstößt gegen den Grundsatz einer nach beiden Seiten hin interessengerechten Auslegung, einer ebenfalls allgemein anerkannten Auslegungsregel (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1997 aaO).
a) Ein für den Antragsempfänger lediglich vorteilhaftes oder sonstiges Geschäft, bei dem der Zugang einer Annahmeerklärung nach der Verkehrssitte entbehrlich erscheint (…vgl. BGH, Urt. v. 28. Oktober 1993 - VII ZR 192/92, NJW-RR 1994, 280 f.: Schuldbeitritt; v. 6. Mai 1992 - IX ZR 136/96, NJW 1997, 2233: Bürgschaftserklärung), liegt hier nicht vor.
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist daher etwa für die Annahme eines selbständigen Garantieversprechens (BGHZ 104, 82, 85 m.w.Nachw.), eines Schuldbeitritts (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1993, WM 1994, 303, 305 f.) oder einer Bürgschaft (BGH, Urteil vom 6. Mai 1997, WM 1997, 1242) eine ausdrückliche oder konkludente Erklärung gegenüber dem Antragenden nicht erforderlich.
Allerdings bedarf es für das Zustandekommen des Vertrages auch in den Fällen des § 151 Satz 1 BGB der Annahme, d.h. eines als Willensbetätigung zu wertenden, nach außen hervortretenden Verhaltens des Angebotsempfängers, aus dem sich dessen Annahmewille unzweideutig ergibt (BGHZ 74, 352, 356; 111, 97, 101; BGH, Urteil vom 6. Mai 1997, aaO m.w.Nachw.).
Es liegt deshalb nicht fern, eine Betätigung des Annahmewillens der Klägerin schon darin zu erblicken, daß sie, handelnd durch ihre F. Anwälte, das Abtretungsangebot der Firma M. entgegengenommen und behalten hat (vgl. für den Fall der Übersendung einer Bürgschaftserklärung BGH, Urteil vom 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, WM 1997, 1242 unter II 1 b).
BGH, 13.06.2002 - IX ZR 398/00
Die Auslegung des Berufungsgerichts verstößt, wie die Revision mit Recht rügt, gegen den allgemein anerkannten Grundsatz einer nach beiden Seiten hin interessengerechten Auslegung (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, NJW 1997, 2233, 2234 m.w.N.).
Dies lässt nach der Lebenserfahrung darauf schließen, dass er mit der ihm zugegangenen Bürgschaftsurkunde einverstanden ist (vgl. BGH, Urt. v. 6.5.1997 - IX ZR 136/96, NJW 1997, 2233).
Die Betätigung des Annahmewillens lag darin, daß die Beklagte die Urkunde behalten hat (vgl. Senatsurt. v. 6. Mai 1997 - IX ZR 136/96, NJW 1997, 2233).
Betreuungstätigkeit bei Anzeige des eingeschränkten Sicherungszwecks und …