Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20108/92
Timestamp: 2020-04-04 00:23:16
Document Index: 271251791

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 133']

BGH, 18.02.1993 - IX ZR 108/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,640
BGH, 18.02.1993 - IX ZR 108/92 (https://dejure.org/1993,640)
BGH, Entscheidung vom 18.02.1993 - IX ZR 108/92 (https://dejure.org/1993,640)
BGH, Entscheidung vom 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92 (https://dejure.org/1993,640)
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Vertragserfüllungsbürgschaft - Auslegung - Hauptschuldner - GmbH
Wirksamkeit der Bürgschaft für eine GmbH bei bloßer Angabe eines auch in der Einzelfirma enthaltenen Namens
BGB §§ 133, 157, 765
Vertragserfüllungsbürgschaft: Auslegung
Vertragserfüllungsbürgschaft nicht sorgfältig ausgefüllt: Rechtsstreit! (IBR 1993, 315)
NJW-RR 1993, 945
ZIP 1993, 749
MDR 1994, 34
WM 1993, 1141
BB 1993, 1035
DB 1993, 1235
BauR 1993, 474
ZfBR 1993, 216
Nach den anerkannten Auslegungsgrundsätzen hat der Tatrichter bei seiner Willenserforschung insbesondere den mit der Absprache verfolgten Zweck (BGHZ 109, 19, 22) und die Interessenlage der Parteien zu berücksichtigen, ferner die sonstigen Begleitumstände, die den Sinngehalt der gewechselten Erklärungen erhellen können (vgl. BGH, Urt. v. 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92, aaO; v. 16. Oktober 1997 - IX ZR 164/96, WM 1997, 2305, 2306).
Nach den anerkannten Auslegungsgrundsätzen hat der Tatrichter bei seiner Willenserforschung insbesondere den mit der Absprache verfolgten Zweck (BGH, Urteil vom 10. Oktober 1989 - VI ZR 78/89, BGHZ 109, 19, 22; vom 16. Oktober 1997 - IX ZR 164/96, WM 1997, 2305, 2306;… vom 17. März 2011, aaO Rn. 18) und die Interessenlage der Parteien (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1997 - XI ZR 260/96, BGHZ 137, 69, 72; vom 17. Mai 2004 - II ZR 261/01, WM 2004, 1286;… vom 29. Mai 2008, aaO Rn. 24) zu berücksichtigen, ferner die sonstigen Begleitumstände, die den Sinngehalt der gewechselten Erklärungen erhellen können (vgl. BGH, Urteil vom 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92, ZIP 1993, 749, 750;… vom 16. Oktober 1997, aaO).
Begleitumstände können in die Auslegung einbezogen werden, soweit sie für den Gläubiger einen Schluß auf den Sinngehalt der Bürgschaftserklärung zulassen (BGH, Urt. v. 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92, WM 1993, 1141 f [BGH 18.02.1993 - IX ZR 108/92]).
Dabei berücksichtigt das Berufungsgericht nicht hinreichend, dass der objektive Erklärungswert der Willenserklärung des Beklagten sich danach bestimmt, wie seine Erklärung zur Zeit ihres Wirksamwerdens nach Treu und Glauben von dem Kläger verstanden werden musste (BGH Urteil vom 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92 - NJW-RR 1993, 945, 946 m.w.N.).
Nach den anerkannten Auslegungsgrundsätzen hat der Tatrichter bei seiner Willenserforschung insbesondere den mit der Absprache verfolgten Zweck (BGHZ 109, 19, 22) und die Interessenlage der Parteien (Grundsatz der beiderseits interessengerechten Auslegung, BGHZ 137, 69, 72;… BGH, Urt. v. 17. Mai 2004 - II ZR 261/01, WM 2004, 1286) zu berücksichtigen, ferner die sonstigen Begleitumstände, die den Sinngehalt der gewechselten Erklärungen erhellen können (vgl. BGH, Urt. v. 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92, ZIP 1993, 749, 750; v. 16. Oktober 1997 - IX ZR 164/96, WM 1997, 2305, 2306).
aa)Ob die erste Patronatserklärung wie eine zeitlich unbefristete Bürgschaft gekündigt werden konnte (vgl. dazu BGH ZIP 1993, 749 = NJW-RR 1993, 945, dazu EWiR 1993, 665 (Tiedtke)), wie die Beklagte meint, kann dahinstehen.
Ähnlich wie bei einer gekündigten Bürgschaft wäre die Haftung aus der ersten Patronatserklärung dann, soweit es sich dabei auch um einen Vertrag zu Gunsten dritter Gläubiger handeln sollte (…dagegen Allstadt-Schmitz, aaO, Rz. IV 646), jedenfalls auf die Verbindlichkeiten beschränkt gewesen, die im Zeitpunkt der Aufhebung am 31.12.2001 bereits begründet waren (vgl. BGH ZIP 1993, 749 = NJW-RR 1993, 945).
Bei diesem Verständnis unterliegt es keinem ernstlichen Zweifel, daß die Bürgschaftserklärungen der Parteien nach ihrem maßgeblichen objektiven Erklärungswert (vgl. BGH, Urt. v. 18. Februar 1993 - IX ZR 108/92, WM 1993, 1141 f) das Eigenkapitalersatzrisiko miterfaßten.
Bei der Auslegung einer Willenserklärung hat der Tatrichter insbesondere den mit dieser verfolgten Zweck und die Interessenlage der Parteien zu berücksichtigen, ferner die sonstigen Begleitumstände, die den Sinngehalt der gewechselten Erklärungen erhellen können (BGH NJW 2003, 2235 [BGH 13.03.2003 - IX ZR 199/00] ; BGH, NJW-RR 1993, 945 [BGH 18.02.1993 - IX ZR 108/92] ; BGH NJW 1990, 441 [BGH 10.10.1989 - VI ZR 78/89] ;… Busche in Münchener Kommentar zum BGB 7. Auflage 2015 § 133 Rn. 55;… Wendtland BeckOK BGB, Bamberger/Roth/Hau/Poseck 44. Edition Stand: 01.11.2017 § 133 Rn. 25).
2. Die Auslegung einer Bürgschaftserklärung hat sich danach auszurichten, was als Wille für denjenigen erkennbar geworden ist, für den die Erklärung bestimmt war (BGH BauR 1993, 474, (475); BGHZ 36, 30, 33; 47, 75, 78; 103, 275, 280).
Dabei ist ein objektiver Maßstab anzulegen: Der Bürge muss die Bürgschaftserklärung so gegen sich gelten lassen, wie sie bei Berücksichtigung der für den Gläubiger erkennbaren Umstände objektiv aufzufassen ist (BGH BauR 1993, 474, (475);… Urt. vom 23.3.1983 - VIII ZR 335/81, NJW 1983, 1903, 1904;… vom 12.3.1992, a. a. O.).
Außerhalb des Erklärungsakts liegende Begleitumstände können aber in die Auslegung miteinbezogen werden, soweit sie für den Erklärungsempfänger - hier also den Gläubiger - einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen (BGH, BauR 1993, 474, (475); Urteil vom 26.10.1983 - IVa ZR 80/82, NJW 1984, 721 f;… vom 23.2.1987 - II ZR 183/86, BGHR BGB § 133 [Wille 1];… vom 12.3.1992 a. a. O.).
Wie die Revision mit Recht rügt, hat das Berufungsgericht schon das Parteivorbringen hierzu und den Grundsatz unbeachtet gelassen, daß bei der Vertragsauslegung ein übereinstimmender Wille der Parteien jeder anderweitigen Interpretation vorgeht (vgl. etwa BGH, Urteil vom 20. Januar 1994 - VII ZR 174/92 - BGHR BGB § 133 Wille 12).