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Timestamp: 2017-09-23 05:39:18
Document Index: 255549819

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 24', '§ 48', '§ 48', '§ 713', '§ 8', '§ 48']

Lexikon Steuer: Bauabzugssteuer - Leistungsempfänger
> Bauabzugssteuer - Leistungsempfänger
Der private Steuerbürger ist zunächst von der Bauabzugssteuer nicht betroffen. Abzugsverpflichtet ist, soweit keine Freistellungsbescheinigung ( Bauabzugssteuer - Freistellung ) vorliegt, der Empfänger der Bauleistung ( Bauabzugssteuer - Abzugspflichtige Bauleistungen ). Es muss sich hierbei um
Umsatzsteuerlich ist Unternehmer , wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig nachhaltig ausübt. Entscheidend ist hierbei, dass die Tätigkeit auf die Erzielung von Einnahmen gerichtet ist. Auf die Absicht, mit der Tätigkeit Gewinn zu erzielen, kommt es nicht an. Daher werden auch Tätigkeiten erfasst, die einkommensteuerlich eine Liebhaberei darstellen. Dabei umfasst das Unternehmen die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit.
für Kleinunternehmer ( § 19 UStG ),
pauschalversteuernde Land- und Forstwirte ( § 24 UStG ) und
Vermieter von nicht mehr als zwei Wohnungen werden nach dem Steueränderungsgesetz 2001 (Neufassung des § 48 Abs. 1 Satz 2 EStG ) von der Verpflichtung, eine Abzugssteuer auf Bauleistungen für diese Wohnungen zu erheben, befreit. Damit ist zum einen nur derjenige (ganz) von der Bauabzugssteuer befreit, der lediglich ein oder zwei Wohnungen vermietet und sonst keine weitere unternehmerische Tätigkeit betreibt. Aber das Gesetz ist wohl dahingehend auszulegen, dass auch jeder andere Unternehmer, soweit er maximal zwei Wohnungen vermietet und für diese Bauleistungen in Anspruch nimmt, insoweit von der Bauabzugssteuer befreit ist.
Besteht das Unternehmen nur aus der Vermietung von Wohnungen, werden aber mehr als zwei Wohnungen vermietet, ist die Bagatellgrenze ( Bauabzugssteuer - Bagatellregelung ) von 15.000 EUR zu beachten ( § 48 Abs. 2 Nr. 1 EStG ).
Die Abzugspflicht betrifft nur den unternehmerischen Bereich des Auftraggebers. Wird die Bauleistung für ein Bauwerk erbracht, das nur teilweise unternehmerischen Zwecken dient, kommt es abweichend von A 192 Abs. 18 UStR darauf an, ob die Bauleistung dem unternehmerischen oder nichtunternehmerischen Teil des Bauwerks zugeordnet werden kann. Bauleistungen, die einem Teil des Bauwerks nicht eindeutig zugeordnet werden können, sind dem Zweck zuzuordnen, der überwiegt . Der überwiegende Zweck ist anhand des Wohn-/Nutzflächenverhältnisses oder anderer sachgerechter Maßstäbe festzustellen.
Leistungsempfänger kann auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (z.B. eine Arbeitsgemeinschaft) sein. Entrichtungsschuldner des Steuerabzugsbetrags ist die Personengesellschaft. In diesen Fällen sind die geschäftsführenden Gesellschafter ( § 713 BGB ) zur Vornahme des Steuerabzugs verpflichtet.
Der Beginn und das Ende der Unternehmereigenschaft richtet sich nach den Grundsätzen des Umsatzsteuergesetzes (Hinweis auf R 18 UStR und R 19 UStR ). Die Unternehmereigenschaft kann schon mit sog. Vorbereitungshandlungen beginnen und eine persönliche Abzugspflicht begründen.
Der Steuerabzug ist vom Leistungsempfänger unabhängig davon durchzuführen, ob der Leistende (Auftragnehmer) im Inland oder im Ausland ansässig ist (§ § 8 AO - 11 AO ). Es kommt auch nicht darauf an, ob es zum Unternehmenszweck des Leistenden gehört, Bauleistungen zu erbringen bzw. ob er mit seinem Unternehmen überwiegend Bauleistungen erbringt. Auch wenn jemand nur ausnahmsweise gegenüber einem Unternehmer eine Bauleistung erbringt, unterliegt die Vergütung dem Steuerabzug.
Dagegen ist die Abrechnung einer Wohnungseigentümergemeinschaft mit den Eigentümern keine Abrechnung im Sinne von § 48 Abs. 1 Satz 3 EStG .
Auch eine Personengesellschaft kann Leistender sein, ebenso eine Arbeitsgemeinschaft .