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Timestamp: 2020-01-28 19:52:17
Document Index: 206342537

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 333', 'BGH', '§ 333', '§ 297', '§ 297', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 611', '§ 333', '§ 333']

BAG, 04.12.2002 - 5 AZR 556/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,966
BAG, 04.12.2002 - 5 AZR 556/01 (https://dejure.org/2002,966)
BAG, Entscheidung vom 04.12.2002 - 5 AZR 556/01 (https://dejure.org/2002,966)
BAG, Entscheidung vom 04. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 (https://dejure.org/2002,966)
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Antragstellung im Berufungsverfahren - Arbeitnehmerstatus - widersprüchliches Verhalten
Antragstellung im Berufungsverfahren
Antragstellung im Berufungsverfahren - Entscheidung durch kontradiktorisches Urteil - Versäumnisurteil bei Nichterscheinen in der Berufungsverhandlung - Gleichstellung von Nichtverhandeln mit Nichterscheinen - Erforderlichkeit der Antragsstellung für ein Verhandeln
Arbeitnehmerstatus; Prozeßrecht - Verhandeln; Nichtverhandeln; Erörterung des Rechtsstreits; Sachantrag; Form der Antragstellung; Bezugnahme auf die Schriftsätze; Heilung des Formmangels; Säumnis; Auslegung von vergangenheitsbezogenen Statusanträgen; ...
ArbG Nürnberg, 26.01.2000 - 2 Ca 6864/99
ArbG Nürnberg, 31.03.2000 - 2 Ca 6864/99
BAGE 104, 86
NJW 2003, 1548
MDR 2003, 520
NZA 2003, 341
DB 2003, 1232
Widersprüchliches Verhalten ist erst dann rechtsmissbräuchlich, wenn für den anderen Teil ein schützenswerter Vertrauenstatbestand geschaffen worden ist oder wenn andere besondere Umstände die Rechtsausübung als treuwidrig erscheinen lassen (BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - BAGE 104, 86).
Insbesondere ist das Vertrauen eines Vertragspartners auf eine bestimmte Rechtslage schutzwürdig, soweit er von dem anderen Teil in diesem Glauben bestärkt worden ist (vgl. insbesondere BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - BAGE 104, 86, 92).
Ein widersprüchliches Verhalten ist erst dann rechtsmissbräuchlich, wenn für den anderen Teil ein schützenswerter Vertrauenstatbestand geschaffen worden ist (BGH 9. Mai 1960 - III ZR 32/59 - BGHZ 32, 273, 279; 20. März 1986 - III ZR 236/84 - NJW 1986, 2104, 2107) oder wenn andere besondere Umstände die Rechtsausübung als treuwidrig erscheinen lassen (BGH 22. Mai 1985 - IVa ZR 153/83 - BGHZ 94, 344, 354;… 5. Dezember 1991 - IX ZR 271/90 - aaO; BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - aaO).
Nur die völlige Verweigerung der Einlassung zur Sache stellt demnach ein "Nichtverhandeln" iSd. § 333 ZPO dar (BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - BAGE 104, 86; BGH 27. Mai 1986 - IX ZR 152/85 - NJW-RR 1986, 1252, 1253).
Nach der Auffassung des Fünften Senats liegt ohne einen Sachantrag kein "Verhandeln" iSd. § 333 ZPO vor (BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - aaO).
Das steht nicht in Widerspruch zur Rechtsprechung des Fünften Senats; denn dieser hat ausdrücklich hervorgehoben, dass der Fall anders beurteilt werden könne, in dem lediglich die Abwehr der Klage oder des Rechtsmittels begehrt werde (BAG 1. Dezember 2004 - 5 AZR 121/04 - 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 -BAGE 104, 86).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. nur Senat 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - BAGE 104, 86, 91 ff.) kann sich ein Beschäftigter gegenüber seinem Vertragspartner nicht darauf berufen, zu ihm in einem Arbeitsverhältnis zu stehen, wenn er sich hierbei unter dem Gesichtspunkt des widersprüchlichen Verhaltens rechtsmissbräuchlich verhält.
Auch im Falle des § 297 Abs. 2 ZPO muss wegen der zentralen Bedeutung der Sachanträge für Streitgegenstand, Rechtskraft, Möglichkeit der "Flucht in die Säumnis", Streitwert und Kosten eindeutig sein, ob Anträge gestellt werden, was beantragt wird und was nicht (BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - BAGE 104, 86, 88;… Musielak/Huber ZPO 4. Aufl. § 297 Rn. 3).
Das Verbot des Selbstwiderspruchs hindert Vertragsparteien auch daran, sich auf die Unwirksamkeit eines Vertrags zu berufen, den sie viele Jahre lang als rechtswirksam angesehen und beiderseits erfüllt haben (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341).
Insbesondere ist das Vertrauen eines Vertragspartners auf eine bestimmte Rechtslage schutzwürdig, wenn er von dem anderen Teil in diesem Glauben bestärkt worden ist (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341).
Die Rechtsordnung lässt widersprüchliches Verhalten grundsätzlich zu (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BGH v. 05.06.1997 - X ZR 73/95, NJW 1997, 3377).
Jeder Partei steht es in der Regel frei, sich auf die Nichtigkeit der von ihr abgegebenen Erklärung zu berufen (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BGH v. 07.04.1983 - IX ZR 24/82, BGHZ 87, 169, 177) oder ein unter ihrer Beteiligung zustande gekommenes Rechtsgeschäft anzugreifen (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BGH v. 5.12.1991 - IX ZR 271/90, NJW 1992, 834).
Widersprüchliches Verhalten ist erst dann rechtsmissbräuchlich, wenn für den anderen Teil ein schützenswerter Vertrauenstatbestand geschaffen worden ist (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BGH v. 09.05.1960 - III ZR 32/59, BGHZ 32, 273, 279; BGH v. 06.03.1985 - IVb ZR 7/84, NJW 1985, 2589, 2590; BGH v. 20.03.1986 - III ZR 236/84, NJW 1986, 2104, 2107) oder wenn andere besondere Umstände die Rechtsausübung als treuwidrig erscheinen lassen (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BGH v. 22.05.1985 - IVa ZR 153/83, BGHZ 94, 344, 354).
Regelmäßig genügt es nicht, dass der Arbeitnehmer einen Vertrag über "freie Mitarbeit" abgeschlossen und seiner vergütungsmäßigen Behandlung als freier Mitarbeiter nicht widersprochen, sondern deren Vorteile entgegengenommen hat (BAG v. 04.12.2002 - 5 AZR 556/01, NZA 2003, 341; BAG v. 20.09.2000 - 5 AZR 61/99, AP Nr. 37 zu § 611 BGB Rundfunk).
BAG, 18.05.2004 - 9 AZR 319/03
Teilzeitanspruch - Kirche
Es kann deshalb dahin stehen, ob Sachanträge konkludent gestellt werden können und ob das Fehlen von Sachanträgen von Amts wegen zu berücksichtigen ist (vgl. hierzu BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - AP ZPO § 333 Nr. 1 = EzA ZPO § 333 Nr. 1, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Die Rechtsordnung lässt widersprüchliches Verhalten grundsätzlich zu (vgl. etwa BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - zu II 4 b der Gründe, BAGE 104, 86) .
Maßgeblich ist, ob für den anderen Teil ein schützenswerter Vertrauenstatbestand geschaffen worden ist oder andere besondere Umstände die Rechtsausübung als treuwidrig erscheinen lassen (vgl. BAG 18. November 2003 - 9 AZR 173/03 - zu II 2 b der Gründe; 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - zu II 4 b der Gründe, aaO) .
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BAG, 01.12.2004 - 5 AZR 121/04
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