Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=28.03.2002&Aktenzeichen=2%20BvR%20307/01
Timestamp: 2019-05-24 00:15:09
Document Index: 17550101

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 4', '§ 10', 'BGH', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 4']

BVerfG, 28.03.2002 - 2 BvR 307/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2114
BVerfG, 28.03.2002 - 2 BvR 307/01 (https://dejure.org/2002,2114)
BVerfG, Entscheidung vom 28.03.2002 - 2 BvR 307/01 (https://dejure.org/2002,2114)
BVerfG, Entscheidung vom 28. März 2002 - 2 BvR 307/01 (https://dejure.org/2002,2114)
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Erfolglose Verfassungsbeschwerde bezüglich der Mitgliedschaft in der Scientology Church als Grund für die Ausschließung von Mitgliedern einer politischen Partei
Verfassungsbeschwerde - CDU-Mitglied - Scientology-Mitglied - Versagung von Rechtsschutz - Ausschluss aus der CDU - Parteischiedsgericht
GG Art. 20 Abs. 3, Art. 2 Abs. 1, Art. 4
NJW 2002, 2227
NVwZ 2002, 1502 (Ls.)
DVBl 2002, 968
Die Wahrnehmung dieser Aufgabe verlangt, dass der Prozess der Meinungs- und Willensbildung des Volkes grundsätzlich "staatsfrei" bleiben muss (BVerfG, Beschluss vom 28. März 2002 - 2 BvR 307/01 - NJW 2002, 2227).
Auch wenn dies - wie im Beschluss der 4. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März 2002 (NJW 2002, S. 2227 ) - offen bleibt, weil die Verwaltungsgerichte hier tatsächliche Feststellungen zu den Zielen und der Betätigung von Scientology nicht getroffen haben, kommt die Feststellung eines Verstoßes gegen Art. 4 Abs. 1 GG nicht in Betracht.
Das folgt aus § 10 Abs. 2 Satz 1 und 2 PartG, der verfassungsrechtlich bedenkenfrei ist (BVerfG, NJW 2002, 2227 mit Hinweis auf BVerfG, NVwZ 2002, 70; BGHZ 101, 193, 201 ff.;… Maunz - Dürig / Klein, zu Art. 21 GG, Rn. 368 ff.;… Henke, Bonner Kommentar zu Art. 21 GG, Rn. 271 ff. jeweils mit ausführlicher Auseinandersetzung mit der neueren Gegenauffassung, für diese vgl. Dreier / Morlok, zu Art. 21 GG, Rn. 133 f.).
Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 28. März 2002 (NJW 2002, 2227, 2228) es ausdrücklich offen gelassen, ob durch die Bestätigung eines Parteiausschlusses überhaupt in den Schutzbereich des Grundrechts eingegriffen wird.
Ermessensfehlerhaft wären die ablehnenden Bescheide vor diesem Hintergrund im übrigen auch dann nicht, wenn die Antragstellerin den Schutz von Art. 4 Abs. 1 und 2 GG für sich in Anspruch nehmen könnte (vgl. auch BVerfG vom 28.3.2002 NJW 2002, 2227 f.).
Ebenso wie der Grundsatz aber, dass niemand gezwungen werden kann, sich in einem Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren selbst zu belasten, ist auch das Recht der klagenden Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz in bürgerlich-rechtlichen Streitigkeiten verfassungsrechtlich verbürgt (vgl. etwa BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 28.03.2002 - 2 BvR 307/01, NJW 2002, 2227; BVerfGE 54, 277, 291: BVerfGE 80, 103, 107; BVerfGE 85, 337, 345; BverfGE 97, 169, 185).