Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.03.2017&Aktenzeichen=I%20R%2073%2F15
Timestamp: 2020-01-29 08:34:14
Document Index: 62804646

Matched Legal Cases: ['§ 340', '§ 2', '§ 164', '§ 126', '§ 6', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 6', '§ 11', '§ 1', '§ 1', '§ 11', '§ 2', '§ 20', '§ 22', '§ 3', '§ 8', '§ 2', '§ 252', '§ 2', '§ 1', '§ 8', '§ 6', '§ 135', '§ 6', '§ 6', '§ 252', '§ 255', '§ 1', '§ 6', '§ 6', '§ 340', '§ 340', '§ 1', '§ 2', '§ 39', '§ 255', '§ 255']

BFH, 29.03.2017 - I R 73/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,26047
BFH, 29.03.2017 - I R 73/15 (https://dejure.org/2017,26047)
BFH, Entscheidung vom 29.03.2017 - I R 73/15 (https://dejure.org/2017,26047)
BFH, Entscheidung vom 29. März 2017 - I R 73/15 (https://dejure.org/2017,26047)
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§§ 340e, ... 340f Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuchs, § 2 Abs. 1 Satz 2 des Investmentsteuergesetzes, § 164 Abs. 2 der Abgabenordnung, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes, § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB, § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB, § 255 Abs. 1 HGB, § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG, § 11 Abs. 1 Satz 1 InvStG, § 1 Abs. 1 Nr. 5 des Körperschaftsteuergesetzes, § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG, § 11 Abs. 1 Satz 2 InvStG, § 2 Abs. 1 Satz 1 InvStG, § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG, § 22 Nr. 5 EStG, § 3 Nr. 40 EStG, § 8b Abs. 1 KStG, § 2 Abs. 2 InvStG, § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB, § 2 Abs. 1 Satz 2 InvStG, § 1 Abs. 3 Satz 3 InvStG, § 8 Abs. 5 Satz 3 InvStG, § 6 Abs. 1 EStG, § 135 Abs. 2 FGO
§ 6 Abs 1 Nr 2 S 1 EStG 2002, § 6 Abs 1 Nr 2 S 2 EStG 2002, § 252 Abs 1 Nr 4 HGB, § 255 Abs 1 HGB, § 1 Abs 3 S 3 InvStG
Ausschüttungsgleiche Erträge - und der Ansatz nachträglicher Anschaffungskosten
Keine nachträglichen AK für ausschüttungsgleiche Erträge
EStG § 6 Abs 1 Nr 2 S 2, EStG § 6 Abs 1 Nr 1 S 3, HGB § 340e, HGB § 340f, InvStG § 1 Abs 3 S 3, InvStG § 2 Abs 1 S 2, KAGG § 39 Abs 1 S 2
Kreditinstitut, Teilwertabschreibung, Sondervermögen, Umlaufvermögen, Fonds
BFHE 258, 38
BB 2017, 2095
DB 2017, 1686
BStBl II 2017, 1065
NZG 2017, 1157
Der BFH habe in der Sache I R 73/15 auf der Basis von § 255 Abs. 1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) entschieden, dass ausschüttungsgleiche Erträge die Anschaffungskosten eines Anteilsscheins nicht tangierten.
Nach dem BFH-Urteil zu Az. I R 73/15 gelte das Transparenzprinzip nicht vorbehaltlos; vielmehr sei der Investmentfonds nur nach Maßgabe der ausdrücklichen Anordnungen des Gesetzgebers zu behandeln.
In der Sache des BFH zu Az.: I R 73/15 habe dieser klargestellt, dass ein aktiver Ausgleichsposten aufgrund ausschüttungsgleicher Erträge kein eigenständiges Wirtschaftsgut bilde.
Da die ausschüttungsgleichen Erträge bereits versteuert sind, sind sie bei der Rückgabe bzw. Veräußerung des Investmentanteils von dem sich aus der Differenz aus dem Rückgabepreis bzw. Veräußerungserlös einerseits und dem Buchwert anderseits ergebenden Gewinn abzuziehen (vgl. BFH vom 29.03.2017 I R 73/15, BFHE 258, 38, BStBl II 2017, 1065 auch mit Hinweisen auf die herrschende Meinung in der Literatur).
Hat es der BFH in seiner Entscheidung vom 29.03.2017 I R 73/15 noch offen gelassen, ob der zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung zu bildende Merkposten als (aktiver) Korrekturposten bilanziell zu erfassen ist, geht der erkennende Senat davon aus, dass der wegen negativ thesaurierter Erträge zu bildende Posten (Ausgleichsposten) den Charakter eines (passiven) Bilanzpostens hat, der bei der Rückgabe bzw. Veräußerung des Investmentanteils gewinnerhöhend aufzulösen ist.
Der BFH hat in seinem Urteil vom 29.03.2017 I R 73/15 ausgeführt, dass ausschüttungsgleiche Erträge nicht zu - die Übernahme von Veräußerungsgewinnen mindernden - nachträglichen Anschaffungskosten des Investmentanteils führen können.
aa) Die Annahme von Anschaffungskosten i.S. des § 255 Abs. 1 HGB setzt Aufwendungen des bilanzierenden Steuerpflichtigen voraus (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 258, 38, BStBl II 2017, 1065, Rz 10, m.w.N.).
Ob eine "dauernde Wertminderung" für Investmentanteile im Umlaufvermögen, die regelmäßig für Veräußerungszwecke gehalten werden, gegeben sein kann, wurde dabei ausdrücklich offen gelassen (vgl. BFH-Urteil vom 29. März 2017 I R 73/15, BFHE 258, 38, BStBl II 2017, 1065, Rz 12, m.w.N.).
Dass die Klägerin am 22.12.2011 die ausschüttungsgleichen Erträge zu besteuern hätte und der sich daraus ergebende Merkposten nach der Rechtsprechung des BFH (BFH, Urteil vom 29.03.2017 I R 73/15, BFHE 258, 38, BStBl II. 2017, 1065) nicht bereits am 22.12.2011 abgeschrieben, sondern erst bei der Veräußerung gewinnmindernd aufgelöst werden durfte, ändert wegen der Erfassung aller Vorfälle im selben Veranlagungszeitraum ebenfalls nichts an dem vom Beklagten im Ergebnis zutreffend ermittelten Verlustes der Klägerin.
Zudem ist zur Frage der Berücksichtigung des StAP bei der Teilwertabschreibung von Investmentanteilen bereits ein Revisionsverfahren (Az.: I R 73/15) anhängig.
Dass es sich bei den bei Erwerb von Investmentanteilen gezahlten Zwischengewinnen um Anschaffungskosten handele, werde auch durch das BFH-Urteil vom 29.3.2017 I R 73/15, Sammlung der amtlich nicht veröffentlichten Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH/NV - 2017, 1237, bestätigt.