Source: http://www.humboldt-forum-recht.de/english/1-2010/index.html
Timestamp: 2018-10-18 07:37:03
Document Index: 205064276

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', '§ 4', '§ 90', '§ 823', '§ 985', '§ 1592', '§ 1', '§ 2', '§ 4', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', '§ 13', '§ 203', '§ 1', '§ 8', '§ 8', '§ 13', '§ 17', '§ 18', '§ 19']

Humboldt Forum Recht (HFR) - Niclas Börgers, Helmut Frister: Rechtliche Probleme im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Keimzellen (1-2010)
Publications - Essays - 1-2010
Dr. Niclas Börgers / Prof. Dr. Helmut Frister
Rechtliche Probleme im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Keimzellen
Gegenstand der Reproduktionsmedizin sind Methoden und Probleme der natürlichen und künstlichen Fortpflanzung. Dabei sollen die Verfahren der Fortpflanzungsmedizin in der Praxis vorwiegend der Kinderwunschbehandlung dienen, wobei sich die Forschung hierauf und den somit engeren Bereich der eigentlichen Fortpflanzung von Menschen nicht beschränkt. Bei den Verfahren der Kryokonservierung von Gameten werden Ei- und Samenzellen in flüssigem Stickstoff bei einer Temperatur von -196°C tiefgefroren und aufbewahrt, um sie zu einem späteren Zeitpunkt für primär fortpflanzungsmedizinische Maßnahmen zu verwenden.
Bislang wurden in der Rechtswissenschaft insbesondere die Probleme der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GG) und des Lebensschutzes (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) des extrakorporalen Embryos und seiner Nutzung als Forschungsobjekt intensiv besprochen, die verfassungsrechtlichen und ethischen Grundlagen der biomedizinischen Forschung untersucht und Grenzen des weiten Schutzbereichs der von Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garantierten Forschungsfreiheit aufgezeigt. Die Rechtsprobleme im praktischen Umgang mit den nicht transferierten 2-PN-Zellen und Embryonen wurden jedoch kaum erörtert, insoweit wird bislang allenfalls ein legislatorischer Handlungsbedarf in den Spannungsfeldern zwischen Forschungsfreiheit und -regulierung reklamiert, welche im Zuge des medizinischen Fortschritts zu konstatieren sind.
Die Autoren führen zunächst in das Thema der Kryokonservierung von Keimzellen grundlegend ein. In ihrem Beitrag analysieren sie sodann in erster Linie, welche Vorgaben das geltende Recht für den praktischen Umgang mit kryokonservierten Keimzellen macht. Die Ausführungen gliedern sich dabei in zwei Teile. Der erste thematisiert den Regelfall der kryokonservierten 2-PN-Zellen. Es wird insbesondere erörtert, welche Rechte die genetischen Eltern an diesen Zellen haben und inwiefern der Reproduktionsmediziner zur weiteren Konservierung verpflichtet ist. Der zweite Teil problematisiert den Umgang mit dem pathologischen Fall eines kryokonservierten, verwaisten Embryos. Dabei untersuchen die Verfasser insbesondere Verwerfung und Adoption verwaister Embryonen hinsichtlich Vereinbarkeit mit und Strafbarkeit nach dem Embryonenschutzgesetz, zudem werden verfassungsrechtliche Bedenken besprochen, die Voraussetzungen nach dem Transplantationsschutzgesetz erörtert und verbleibender gesetzlicher Handlungsbedarf aufgezeigt.
B. Kryokonservierte 2-PN-Zellen
I. Der rechtliche Status
1. 2-PN-Zellen als Rechtsobjekte
2. Die an der 2-PN-Zelle bestehenden absoluten Rechte
b. Allgemeines Persönlichkeitsrecht
3. Beschränkungen der Verfügungsbefugnis
a. Keine Verkehrsfähigkeit
b. Keine unmittelbare Herausgabe an die genetischen Eltern
II. Weiterentwicklung
III. Verwerfung
1. Verwerfung mit Einwilligung der genetischen Eltern
2. Eigenmächtige Verwerfung durch den Reproduktionsmediziner
3. Grenzen der Aufbewahrungspflicht
IV. Keine Adoption der 2-PN-Zelle
C. Kryokonservierte Embryonen
I. Verwerfung verwaister Embryonen
1. Strafbarkeit nach dem Embryonenschutzgesetz?
II. Adoption verwaister Embryonen
1. Vereinbarkeit mit dem Embryonenschutzgesetz
2. Voraussetzungen nach dem Transplantationsgesetz
a. Einwilligung beider Spender
b. Aufklärung über die rechtlichen Folgen
c. Dokumentation von Einwilligung und Aufklärung
3. Verbleibender gesetzlicher Handlungsbedarf
a. Embryoadoption bei nicht mehr einzuholender Einwilligung
b. Möglichkeit des Ausschlusses der Vaterschaft
2-PN-cells | Absolute rights | Adoption | § 4 AMG | Artificial insemination | Basic right to life | § 90 BGB | § 823 Abs. 1 BGB | § 985 BGB | § 1592 BGB | Biology | Biomedicine | Biopolitics | Birth | Body parts | Body term | Child | Chromosome | Consent | Crime of omission | Cryopreservation | Descent | Destruction | Doctor reservation | Doctors law | Duty to inform | Embryo | Embryo adoption | Embryo protection law | Embryo transfer | ESchG | § 1 Abs. 1 Nr. 2 ESchG | § 2 ESchG | § 4 ESchG | § 8 ESchG | § 9 ESchG | § 10 ESchG | § 11 ESchG | § 12 ESchG | Fertilization | Freedom of research | Gametes | Gametes | General personality rights | Art. 1 Abs. 1 i.V.m. 2 Abs. 1 GG | Art. 1 Abs. 1 S. 1 GG | Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG | Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG | Guarantors obligation | Gynaecological Endocrinology | Human biology | Human body | Human dignity | Implantation | Informed consent | In vitro fertilization | IVF | Legal object | Legal subject | Life | Life sciences | Maintenance obligation | Maternity | Medicine | Non-commerciality | Obligation to preserve | Ovum | Parents | Paternity | Patient education | Physical integrity | Pre-implantation diagnostics | Procreation | Pronucleus | Property | Reproductive health | Reproductive medicine | Res extra commercium | Right to life | RL 2004/23/EG | Sperm cell | Stem cell research | § 13 Abs. 1 StGB | § 203 StGB | Tissue directive | Tissue law | Tissue trafficking | TPG | § 1a Nr. 4 TPG | § 8 TPG | § 8b TPG | § 13c TPG | § 17 TPG | § 18 TPG | § 19 TPG | Transplantation law | Unborn life
Niclas Börgers / Helmut Frister, HFR 2010, S. 1 et seqq.
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