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Timestamp: 2020-08-05 11:34:36
Document Index: 139515905

Matched Legal Cases: ['Art. 357', 'Art, 4', 'Art. 253', 'Art. 356', 'Art, 395', 'Art. 363']

1885 / 160 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 11 Jul 1885 18:00:01 GMT)
1885 / 160 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 11 Jul 1885 18:00:01 GMT) scan diff
[17965] Oeffentliche Ladung, E Nachdem für die nachfolgenden Personen die Ein- tragung der nachstehenden Grundstücke, nämli für: I. Ackermann Johannes Kunkel 1, Bernhards Sohn, zu Niederrodenbach, von S, 366. 1a 59 qm Ader im Vogelsgesang, . 436. 2 , 03 „ Holzung in der Dornbah, Gemarkung Niederrodenbach, fatastrirt unter dem Namen Johannes Kunkel I., Bernhards Sohn, zu Niederrodenbah, II. a. die Ebefrau des Andreas Burger II., Catha- rine, geb. S(ales, b, den Ackermann Andreas Schales III., Jo- hannes Sohn, . c. den Ackermann Jacob Stein V., Peters Sohn, i i: Ackermann Andreas Stein, Peters Sohn, / \ämmitlihch von Hochstadt,
a 93 qm Ader in der untersten Bör-
wiese, i Ader vor dem Kerker, Garten in der Lüßenhartig, Garten im Dauheim, Garten im Steen, Garten in der Waidbach, Garten am Brand,
Wiese auf dem Forft,
Wiese, der Kochberg,
a O Wiese daselbst,
DD. 170. 1,94 , Wiese am Perlenborn, Gemarkung Hochstadt,
fatastrirt auf den Namen von Johannes Schales,
Wilhelms Sohn, zu Hochstadt,
ITI. Georg Adam Hain, Heinrichs Sohn, von Großkrouenburg, von P. 693, — a 41 qm Wiese in der Bite,
Gemarkung Großfkroßenburg, katastrirt unter dessen Namen, _
IV. Ackermann Andreas Klassert zu Großkrotzen- burg, von i: : S Y. 0/358. 1 a 93 qm Wiese auf den Niederwiesen
und dem {malen Weg, Acker auf den Niederwiesen
und dem {malen Weg, Gemarkung Großfroßenburg, . fataftrirt unter dem Namen von Andreas Klafsert, Johannes Sohn, zu Großkroßenburg,
Y, Gastwirth Simon Hain, Melchiors Sohn, zu Großauheim von L H, 595. 7 a 56 qm Ader, Weinsteingewann auf
dem Kinzigbeimer Weg, J. 401. 3 , 50 „ Ader, das große Steingerütsch, Q. 19, 10/42 „ Haus Nr. d in der Langgasse, a. Wohnhaus mit Hofraum, Abtritt, b, Scheuer mit Stallung, c. 2. Scheuer mit Stallung, - d, Stallgebäude mit Holzremise und Waschhaus, Q. 20. 8 a 35 gm Hausgarten daselbft, W137. — , 18 „, Garten im Waldgarten, „: 1309. e, 17 „ Garlen vorm Thüren auf dem Herrnrasen, 20 20 15
O O, | Wiese, das Bruch,
Gemarkung Großauheim, kataftrirt unter dessen Namen,
VI. Leonhard Peter II,, Conrads Sohn, zu Ober- rodenbach, von B. 381, 3 a 34 qm Acker, das Weidenfeld,
G 0 10 H Acker am Haßlauer Berge, D 202 3 02 | Ader, die Raingarten- 22a. 0 13 / stüde,
¿-1T90. p 94 Acker am Dorfe,
246. 29 Hausgarten im Dorfe, 518. 708 Aer hinterm Heegholz, 79. „ 90 „, Ader, zweite Bruchgewann, Gemarkung Oberrodenbach, katastrirt unter defsen Namen,
VII. Ackermann Magnus Krämer zu Großkroten- burg von D 405. Q. 4227. V L
von . 429,
. 260. 8,
193. 269.
. 284, BB. 335a. — , 73 C. D 2,15
15 12 99 88
| dos | o O
V (OLoOS (a8,
2a 59 qm Wiese, die Oberwiesen, 2,19 „ Wiese im Glockenzehnten, O e 97 „ Ader auf die Niederwiesen und den {malen Weg, Gemarkung Großkrotenburg, fatastrirt unter dem Namen von Magnus Krämer Caspars Sohn, zu Großkrotzenburg, ¿2 VIIT, a. die Ebefrau des Bâäckers Eduard Albert Theresia, geb. Krämer, b, die ledige Anna Krämer, c. die ledige Eva Krämer, sämmtlich von Großfkrotenburg,
6 a 92 qm Aer, die nassen Gehren, 3 „9% „ Wiese, die Niederwiesen, Gemarkung Großkrotenburg, fataftrirt unter dem Namen Krämer, Magnus, Cas- pars Sohn's Frau Louise, geb. Bergmann, zu Groß- kroßenburag, IX. a, Adermann Andreas Burger I.,, Caspars Sohn, b, Ackermann Andreas Burger II., Andreas I. Sohn, Beide in Hochstadt,
a 24 qm Garten im Gieren, 90 , Aer auf der Weidenkaute, 05 „ Holzung,das WiebloserWäldchen, e 210. 26 „ Holzung daselbft, Os 80 „ Holzung daselbft, B. 229. 30 „ Garten an der Enggafse, Gemarkung Hochstadt H. 304.
gm e 000, o D
von B, 118. Y. 566.
von G. 582, V O 1 DD., 266,
/ Wiese, die Atmuswiesen,
Gemarkung Dörnigheim, fatastrirt unter dem Namen des Andreas Burger, Caspars Sohn, und Ehefrau Catharine, geb. Weber, zu Holbstadt, X. Adckermann Conrad Feger, Philipps Sohn, von Niederrodenbach, von E, 642, l a 78 qm Wiese am Bether, Gemarkung Niederrodenbach, kfatastrirt unter dessen Namen, X1. Johann Conrad Emmel, Caspars Sohn, zu Mittelbuchen von A. 94, 1 a 24 qm Aer in den Weinbergen, i Gemarkung Mittelbuchen, katastrirt unter dessen Namen, XII. Christoph Dönges, Wilhelminen's Sohn in Mittelbuchen von V. 120. — a 23 qm Ader an der Haidwiese, U, 147. — , 30 , Wiese die Breulwiese, Gemarkung Mittelbuchen,
XITII. a. die Wittwe des Bahnwärters Friedrich Ebert, Catharine Caroline, geb. Mainhof, b. Schneider Jacob Mainhof, Beide in Dörnigheim, von E. 249, 4 a 14 qm Ader hinter dem Affenberg, S „ in den Graben, Gemarkung Mittelbuchen, fatastrirt unter dem Namen von Hermann Carl Heinrich Mainbof, Heinrihs Sohn, von Tote- mann, XIV. a. Ackermann Peter Fay, : b, Ebefrau des Ackermanns Johann Hein- rich Huth, Marie Anna, geb. Fay, c. August Fay, d. Ackermann Joseph Fay, e. Anna Mathilde Huth, : fämmtlih zu Großauheim,
7 a 24 qm Ader, das große Steingerütsch,
Wiese in der Hainbach,
d auf der Reusebeune- rüd,
von J. 422. U, 800. — „21 W108. — , 96
T A. Wm. I H. 2 O 6M. c. Gemarkung Großauheim, fatastrirt unter dem Namen von Johann Fay, Wendelins Sohn und Frau Elisabeth, geb. Heimel, zu Großauheim, XV. Taglöhner Johann Heinrih Tak, Johannes Sohn zu Niederrodenbach, von i R. 360. l a 82 qm Ader im Butshlib, Ge- markung Niederrodenbadb, : kfatastrirt unter dem Namen der Ebefrau des Jo- hannes Tack, Maximilians Sohn, Catharine, geb. Beer, zu Niederrodenbach, : 5 in das Grundbuch unter glaubhafter Nachweisung eines zehnjährigen ununterbrowenen Eigenthums- besißes beantragt worden ist, so werden alle die- jenigen Personen, welche Rechte an jenem Grund- vermögen zu haben vermeinen, aufgefordert, solche bis zum Aufgebotstermin, den 16. September d. J., Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden, widrigenfalls nach Ablauf dieser Frist der bisherige Besitzer als Eigenthümer in dem Grundbuche eingetragen werden wird und der die ihm obliegende Anmeldung unterlassende Berechtigte nicht nur seine Ansprüche gegen jeden Dritten, welcher im rechtlihen Glauben an die Richtigkeit des Grundbuchs das oben erwähnte Grundvermögen erwirbt, nicht mehr geltend macben kann, sondern auch ein Vorzugsrebt gegenüber Denjenigen, deren Rechte in Folge der innerhalb der oben geseßten Frist erfolgten Anmeldung eingetragen sind, verliert. Hanau, den 4. Juni 1885, Königliches Amtsgericht. TII. Hahn.
Wiese das Bru,
[18407] Aufgebot.
Die Firma I. W. Quesgen zu Traben qa. d. Mosel hat das Aufgebot, behufs Kraftloserklärung des abhanden gekommenen, d. d, Traben a. d. Mosel, den 1. Juli 1885, auf Herrn Emil Kraft hier ge- zogenen, von diesem acceptirten, am 1. Oktober 1885 zahlbaren und mit der Unterschrift des Aus- ftellers noch nicht versehenen Primawecbsels über 927 M 40 , beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 5. Mai 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 119, an- beraumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Leipzig, den 7. Juli 1885.
Königliches Amtsgericht. Abtheilung II. Steinberger. [18404] Amt3geriht Hamburg.
Auf Antrag von Dr. Heinrich Asher und Joh. Ad. Grotrian, als Testamentsvollstrecker von Anna Caroline von Horn, wird ein Aufgebot dahin erlassen :
daß Alle, welche an den Nachlaß der am 5, Juni 188 zu Billwärder a./d. Bille verstorbenen Anna Caroline von Horn Erb- oder sonstige Ansprüche und Forderungen zu haben vermeinen, oder den Bestimmungen des von der genannten Erblafserin am 25. April 1875 errichteten, mit Kodizillen resp. vom 7. April 1880, 15. Ja- nuar 1882, 4, Juni 1882, 7, Sevtember 1882 und 27. Mai 1883 versehenen, am 18. Juni 1885 hieselbst publizirten Testa- ments, wie auch den den Antragstellern als Testamentsvollstreckern ertheilten Befugnissen widersprechen wollen, hiemit aufgefordert werden, solhe An- und Widersprüche und Forderungen spätestens in dem auf Freitag, 30. Oftober 1885, 107 Uhr V.-M.,
anberaumten Aufgebotstermine im unterzeich- neten Amtsgericht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 14, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiesigen Zusteliungs- bevollmächtigten — bei Strafe des Aus\{lufses.
Hamburg, den 1. Juli 1885.
Das Amtsgericht Hamburg, Civil-Abtheilung XkU]. Zur Beglaubigung: Romberg, Dr., Gerihts-Sekretär.
[18405] Amtsgericht Hamburg.
Auf Antrag von Dr. Albrecht Rudolph Stade und Zulius Otto Adloff, als Vollstrecker des ge- meinschaftliben Testaments der Geschwister Carl Gottlieb Merbach und Caroline Christiane Merbath, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Stade, wird ein Aufgebot dahin erlassen :
daß Alle, welche an den Nachlaß des am 24. Mai 1885 hieselbst verstorbenen Carl Gottlieb Merbach Erb- oder sonstige Ansprüche und runa zu haben vermeinen, oder den Be- timmungen des von dem genannten Erblasser in Gemeinschaft mit seiner Schwester Ca- roline Christiane Merbach am 27, Of- tober 1884 errihteten, am 4, Juni 1885 hieselbst publizirten Testaments, wie auch den den Antragstellern als Testamentsvollstreckern ertheilten Befugnifsen widersprehen wollen, hiemit aufgefordert werden, solhe An- und Widersprüche und Forderungen spätestens in dem auf
Sonnabend, 31, Oktober 1885,
strecker von Benjamin Warnes Thurston, ver- treten dur Rechtsanwalt Dr. John Jsrael,
anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgeriht, Dammthorftraße 10, Zimmer Nr. 2, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiesigen Zustellungs- bevollmächtigten — bei Strafe des Aus\clufses. Hamburg, den 1. Juli 1885. Das Amts3gericht Hamburg, Civil-Abtheiluug V. Zur Beglaubigung: Romberg, Dr., Gerihts-Sekretär.
Amtsgericht Hamburg. Auf Antrag von Samuel Robinson und Director Clemens Perger, als Teftanentsvoll-
wird ein Aufgebot dahin erlassen: daß Alle, welbe an den Nathlaß des am 26. Mai 1885 hieselbst verstorbenen Benjamin Warnes Thurfton, Erb- oder sonstige An- sprücbe zu haben vermeinen, oder den Bestim- mungen des von dem obgenannten Erblasser am 14. Juli 1880 errihteten, am 11. Juni 1885 hieselbsst publizirten Testaments, vie auc der Bestellung dec Antragsteller zu Te- stamentsvollstreern und den denselben als folchen ertheilten Befugnissen, insbesondere der Ums\chreibungébefugniß derselben, widersprechen wollen, hiemit aufgefordert werden, folche An- und Widersprüche spätestens in dem auf Sonnabend, 31. Oktober 1885,
10 Uhr V.-M., i anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgeriht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 56, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiesigen Zustellungsbevoll- mächtigten — bei Strafe des Aus\{chlufsses.
Hamburg, den 1. Juli 1885. Das Amtsgericht Hamburg, Civil-Abtheilung VIILI. Zur Beglaubigung: E Romberg, Dr., Gerihts-Sekretär.
[18402] Amtsgeriht Hamburg. Auf Antrag des Polizei-Inspektors Johannes Julins Jacob Brockmeyer als Testamentsvoll- strecker von Dorothea Philippine Carstens, wird ein Aufgebot dahin erlaffen : daß Alle, welbe an den Nawtlaß der am 14, Juni 1885 hieselbft verstorbenen Dorothea Philippine Carstens Erb- oder sonstige An- sprüche zu haben vermeinen, oder den Bestim- mungen der von der obgenannten Erblasserin am 15, November 1883 errichteten, mit zwei Additawenten resp. vom 17. Januar 1885 und 8. Mai 1885 verschenen, am 25. Juni 1885 hieselbst publizirten Testa- ments, wie auch der Best:llung des Antrag- ftellers zum Testamentsvollstrecker und den dem- selben als soldem ertheilten Befugnissen, ins- besondere der Umschreibungsbefugniß desselben, widersprechen wollen, hiemit aufgefordert werden, solche An- und Widersprüche spätestens in dem auf Mittwoch, 4, November 1885, Uhr V.-M., anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgeriht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 23, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiesigen Zustellungs- bevollmächtigten — bei Strafe des Ausschlusses. Hamburg, den 7. Juli 1885, Das Amtsgericht Hamburg, Civil-Abtheilung x. Zur Beglaubigung : Romberg, Dr., Gerihts-Sekretär.
[18401] Amtsgericht Hamburg.
Auf Antrag von F. L. Garrels und Rechts- anwalt Dr. S, F. A. Antoine-Feill als Testaments- vollstrecker von Florens Vincenz Niehauss, ver- treten durch die Rechtsanwälte Dres. Antoine- Feill und Hübener, wird ein Aufgebot dahin er- lassen:
daß Alle, welche an dea Na®cklaß des am 3. Juni 1885 in Erlangen verstorbenen Kauf- manns Florens Vincenz Niehauss, alleini- gen Inhabers der hiesigen Firma F. Niehanuss, EGrb- oder sonstige Ansprüche zu haben ver- meinen, oder den Bestimmungen des von dem genannten Erblasser am 20. März 1883 errichteten, am 18, Juni 1885 bieselbst publi- zirten Testaments, wie auch den den Antrag- stellern als Tesiamentsvollstreckern ertheilten Befugnissen widerspreben wollen, hiemit auf- gefordert werden, solche An- und Widersprüche pätestens in dem auf Dienstag, 10. November 1885, 107 Uhx V.-M.,
anberaumten Aufgebotstermin im unterzei{neten Amtsgeriht, Dammthorstraße 10, Zimmer Nr. 2, anzumelden — und zwar Auswärtige unter Bestellung eines hiesigen Zustellungs- bevollmächtigten — bei Strafe des Ausschluffes.
Hamburg, den 7. Juli 1885.
Das Amt3geriht Hamburg, Civil-Abtheilung V. Zur Beglaubigung: Romberg, Dr., Gerits-Sefretär.
[18410] S E Das Kgl. Amtsgeriht München I. Abtheilnng A. für Civilsachen, hat am 4. Juli 1885 folgendes Aufgebot erlassen :
Gs ift zu Verlust gegangen ein von dem Cassier Scleder Namens der Bierbrauerci zum Augustiner dahier unterm 12. Mai 1884 ausgestellter Schein über eine von dem Gastwirth Peter Wörner da- hier dort in Baar erlegte Caution von 500
Auf Antrag des genannten Wörner wird nun der Inhaber aufgefordert, längstens bis zum Auf- gebotstermin
Mittwoch, den 3. Februar 1886, __ Vormittags 9 Uhr, im Sißzungsfaal Nr. 18/1. seine Rechte anzumelden und den Cautionéshein vorzulegen, widrigenfalls dessen Kraftloserklärung erfolgen wird,
München, den 6. Juli 1885. :
Der invalide Feldwebel Robert Gersbach hat i, seiner früherea Eigenschaft als außergerichtlicher Auktionator für den Kreis Aschersleben bei der Königlihen Regierungs-Hauptkafse zu Magdeburg eine Kaution von 900 Æ bestelit. Auf den Antrag des Königlichen Regierungs, Präsidenten zu Magdeburg vom 9. Juni 1885 bezw. der Polizeiverwaltung zu Quedlinburg vom 18. ej. m werden diejenigen Personen, welhe aus der Amts führung des 2c. Gersbah Ansprüche an jene Kaution erheben, aufgefordert, ihre Ansprühe und Regt: spätestens in dem auf den 18, September 1885, Vormittags 11 Uhr, im Zimmer Nr. 16 des unterzeichneten Amtsgerichts anberaumten Aufgebotstermine anzumelden, widrigen, falls dieselben ihrer Ansprüche an die Kaution ver- lustig gehen. Quedlinburg, den 3. Juli 1885. Königliches Amtsgericht. [18413] Bekanntmachung. Es ift auf Todeserklärung des am 29. Februar 1828 zu Naumburg a. S. geborenen Schuhmaert Kart Gustav Röder, welwer nach Amerika ausge- wandert und _angeblich im Jahre 1853 von Bal- timore aus die leßte Nächribt von si gegeben hat, Seitens des Schuhmachermeisters August Röder und der Frau Schuhmadwermeister Theile, Chriftiane Wilhelmine, geborene Röder, zu Naumburg a. S. angetragen worden. Derselbe wird daher aufgefordert, sich binnez neun Monaten, spätestens aber in dem auf den 20. Mai 1886, Vormittags 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsftelle, Geschäftszimmer Nr. 17, anberaumten Termine schriftlich odzr persönlich sid zu melden, widrigenfalls er für todt erflärt wird. Naumburg a. S,., den 27. Juni 1885. Königliches Amtsgericht. (18427) Bekanntmachung. Auf Antrag des Justizfiskus, vertreten durch die Vorstandsbeamten des Königlichen Kammergerichts zu Berlin, erkennt das Königliche Amtsgericht zu E pi durch den Amtsrichter Dr. Bauer für Recht: Alle Diejenigen, welbe an den Justizfiskus aus der Amtsführung des bei dem Königlichen Amts- gerihte Neu-Ruppin als Gerichtsschreiber bes amtet gewesenen, am 17, April 1882 verftor- benen Sekretär Grüß und demgemäß auf die von dem gedachten Beamten bestellte Amts- kaution Ansprüche erheben sollten, werden ihrer Ansprüche für verlustig erklärt und wird die von dem Sekretär Grüß bestellte Amtskaution seinen Erben zur freien Verfügung bereit
gestellt. Veröffentlicht : Ren-Ruppin, den 4. Juli 1885, i Wiecel, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
Dea Ausschlußurtheil. In Ausgebots\acben des Karl Friedrich Louis Krug in Dorna sind laut Urtheils vom 4. d. Mts. fol- gende auf dem Fol. 4 des Grund- und Hypotheken- bus für Dorna eingetragene Hypothekenforderun- gen, nämlich:
2/11, 23, Juni 1828 pp.
e, Zehn Meißnishe Gülden — Spec. à 36 gr, oder 7 Thlr. 29 Sgr. 10 Pf. unbezahlte Kauf- und Erbegelder ohne Zinsen für Jo- hanne Christiane Thienemann ;
é, Fünfzig Meißn. Gülden — Spec. à 36 gr, oder 39 Thlr. 29 Sgr. 1 Pf. unbezahlte Kausfgeldcr mit Zinsen zu 4°/9 für Christiane Erdmuthe, verw. Schaller.
Alles lt. Kauf- und Lehnbriefs d. d, 23. Juni 1828 für erloschen erflärt worden, Gera, den 7. Juli 1885, Das Fürstliche Amtsgericht. Münch.
[18416] Jm Namen des Königs! Auf den Antrag Friedrich Hermann
1) des Bauergutsbesiters Klemann zu Hindenberg,
2) des Kossäthen Auzust Karl Noack zu Koswig und des Kolonisten Matthes Scyalmea zu Burg-Kolonie,
3) R Gottlieb Müller zu
obligß, erkennt das Königliche Amtsgericht zu Lübbenau dur den Amtsrichter Dr. Boeckel, für Recht:
1) der Dreiviertelbauer Gottlieb Schroel zu Große Radden und dessen Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die Band I. Blatt 19 des Grund- buchs ron Hindenbexg Abtheilung II1. Nr. 3 aus der Obligation vom 12. September 1834 eingetragene, zu 4/0 verzinslide Post von 109 Thaler (Darlehn),
2) der Bauer Christian Laurenz genannt Schmisc zu Koswig und dessen Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die Band I. Blatt 17 des Grundvuchs von Koswig Abtheilung 1II. Nr. 6 und Band IV. Blait 124 des Grundbuchs von Raddush Abtheilung 111. Nr. 2 aus dem Kaufvertrage vom 18, Februar 1851 eingetragene Post von 98 Thaler (Darlehn respektive Kaufgeld nebst Zinsen) aus- De :
3) der Kossäth Christian Brandt zu Groß- Lübbenau und dessen Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die Band I. Nr. 24 des Grundbuchs von Bobliß Abtheilung Il1. Nr. 3 aus der Obligation vom 22, Dezember 1849 eingetragene Post von 49 Thaler 15 Silbergroschen (Darlehn, zu 40/0 verzinslich) ausgeschlossen, jedo werden fol- genden Personen
a. dem Büdner August Brandt zu Lehde,
b, der Wittwe Brandt, Christiane, geborezen Döring, zu Lehde, :
e. der verehelichten Eigenthümer Bitzker, Marie, geborenen Müler, früher Wittwe Brandt, zu Lehte,
d. der verehelihten Anbauer August Bißker, Anna, geborenen Brandt, in Lehde,
ihre Ansprüche auf die bezeihnete Post vorbehalten.
Den Antragstellern werden die Kosten dieses Ver- fahrens — einem jeden bezügli seines Antrages — auferlegt.
Lübbenau, den 8. Juli 1885,
Gi 5.) Hagenauer.
Fatastrirt unter dessen Namen,
107 Uhr V.,-M.,
M 460,
Der Inhalt dieser Beilage, in welcer au vom 11. Januar 1876, und die im Pateutgesez,
Das Ceniral - Handels - Register Berlin aub dur die Königliche
Anzeigers, SW., Wilhelmftraße 32, bezogen werden,
ch die im S. 6 des Geseyes über vom 25. Mai 1877 vorg
Central-HanudelsZ-
es über den Markeuschuß, vom 30. November 1874 esbriebenen Bekanntmachungen veröffentlicht werden,
für das Deutsche Reih kann dur alle Post - Anstalten , für Expedition des Deutscen Reihs- und Königlich Preußischen Staats-
, sowie die iz dem Gesey, betreffend das Urheberret an Mustern und Modelleu, erscheint au in einem besonderen Blait unter dem Titel
e Reich. (x. 1604,
Das Central - Handels - Register für das Deutsche Reich erscheint in der Regel: tägli. — Das
Abonnement beträat 1 46 50 Z für das Vierteljahr. —
Einzelne Nummern kosten 20 4. 30 S. E
Vom „Central-Handels-Register für ‘das J Deutsche Neich“/ werden heut die Nrn. 169A. und 160 B. ausgegeben.
1) Ein gegen eine Handels gesell schaft ergange- nes Urtheil ift gegen die einzelnen Gefelischafter nit vollstreckbar. Das Gesellshafts- und Privat- vermögen der Gesellschaft ift auseinander zu halten. Will der Gläubiger der Gesellshaft auf das Ver- mögen der Gesellschafter die Exckution erstrecken, \o muß er ein Urtbeil gegen die Person derselben er- wirken. U. obert. G.-H. zu Wien vom 5. Mai 1885 oft, Gericht8halle S. 234.
2) Der Inhaber einer Einzelfirma ift befugt, eine Firmabezeihnung anzunehmen, die nebst seinem Fa- miliennamen einen von seinem Taufnamen ab- weiendcn Vornamen entbält. U. dess. G.-H. 39. Dez. 1884 a. a. O. S. 245.
3) Die Nichtzuhaltung der Lieferungsfrist ist zur Begründung der Scadensersaßforderung aus Art. 357 H.-G.-B. obne Weiteres hinreichend, und wird diese durch ein zwischen dem Käufer und einem Dritten gesblossenes Abkommen nicht beeinträctigt. U. deff. G.-H. 24. Februar 1885 a. a. O. S, 262.
4) „Cours“ und „Courswerth“ bezeihnen bei Werthpapieren dasselbe, was bei Waaren im Allge- meinen der Markt- und Börsenpreis genannt wird, urd daraus folgt, daß nit allemol, wenn an einer Börse in dec nach den dortigen Ginrichtungen üblichen Weise ein Cours notirt ist, das betreffende Papter darum wirklich zu den „courshabenden“ gehört, der notirte Cours wirklich den „Courswerth*“ darstellt. Unter allen Umständen ift Gegenbeweis gegen die Maßgeblicbkeit des Courswerths statthaft. U. I. S Reichsger. 11. April 1883 Slg. Bd. 12
5) Die Kaufmannseigenschaft im Sinne des Art, 4 und 301 H-G.-B. hört dur die Konkurseröffnung auf, wenn der Kridar nicht fortfährt, Handels- gesbäfte zu treiven. U. I. Civilsen. Reichsger. 4 Marz 1886 Blum U. u. A1, 431.
6) Au der Privatmäkler kann von beiden Par- tcien benüßt werden. U, V. Civilsen. Reichsger. a. a, O, 488,
/) Der ftille Gesellshafter kann seinen Anspruch auf beftimmte Zahlungen oder Gewinne während be- stimmter Perioden durch Bezugnahme auf die Bilanz und Bücher der Gesellsbaft (Art. 253, 254 H.-G.-B.) begründen. U. T. Civilsen. Neicb8ger. 14. Februar 1885 a. a. O. S. 433.
8) Die recbtzeitige Anzeige im Sinne des Art. 356 H.-G.-B, kann auch durch die Erhebung der Klage rechtswirksam gemachbt werden. U. I. Civilsen. Reich8ger. 4 Deut) 1800 a. a. D. L 434
9) Bei Entscheidung der Frage, ob der Spediteur die thm obliegende Sorgfalt vernatlässigt habe, ift der Handelsbrauch und die allgemeine Verkehrs\itte zu berücksidtigen. So lange und soweit res integra ist, hat der Spediteur die Verpflichtung, der Ordre des Versenders Folge zu leisten, U. dess. Sen. 12, Viars 1880 4 4D S 435 , 10) Die böslihe Handlungsweise begreift nicht jede grobe Fahrlässigkeit in sib, sondecn denjenigen Hrévelmuth, welcher sich der rechtswidrigen Folgen setnes Verhaltens bewußt ist. U. 11, Civilsen. Reich8ger. v. 7, März 1885 a. a. O. S. 4386.
11) Werde eine Kostbarkeit ohne die dem Absender zur Pflicht gemachte Anzeige zur Beförde- rung übergeben, so ift auch bei Verlust duch bs8- lide Handlungêweise jeder Ersaßanspruch aus dem Fractvertrage erloschen. U. des, Sen, „v. 7. März 10 a0 D
12) Der Begriff „Kostbarkeiten“ im Sinne des Art, 395 Abs. 2 H.-G.-B, umfaßt nit blos sog. Pretiosen, sondern jedes im Verhältniß zu seinem Umfange und Gewicht besonders werthvolle Gut. U. dess. Sen. a a. O.
13) Der in Seecnoth ges{lossene Vertrag über den Hülfe- oder Bergelohn ift blos anfechtbar, nit von Anfang an richtig, Der angemessene Bergelohn ist nad der Satlage zur Zeit des Vertragsabschlusses riterlih festzuseßen. U. I. Civilsea. Reichsger. v. 7. Jan. 1885 a. a. O. S. 438.
14) Beim Domizilwehsel mit benanntem Domi- êlliate hat der Notar bei der Protesterhebung nicht aud na dem Wecselshuldner, sondern nur na dem Domiziliaten zu fragen. U. 1, Civilsen. 7. März 1885, a. a. O. I. 440.
15) Gegen einen Indossatar, der die Wechsel- forderung nur als Mandatar, also als dessen vor- ge|chobene Person geltend macht, können alle gegen diesen begründeten Einreden geltend gemacht werden. U, def. Sen. a. a. O.
Die Handelskammer zu Leipzig hat vor- läufig den allgemeinen Theil des Jahresberichts für 1884 veröffentliht. Die in demselben enthaltene Uebersicht über die einzelnen Handelszweige und die Industrie lautet :
Was die einzelnen Handelszweige anlangt, so litt der Getreidehandel unter weichenden Preisen, nur Fegen das Ende des Jahres besserte sib das Ge- \châft etwas. In ähnlicher Weise hatte der Kolonial- waarenhandel zu klagen, namentlih sank Kaffee stark im Preise. Das näâmlice gilt vom Farbwaaren- und vom Drogengeschäft ; leßterem brachte zeitweilig die Cholera-Epidemie in Îtalien und Frankreich einige Bewegung. Dem Geschäft im LTaback zam zu gute, daß die endli gewährte volle Ausfuhrvergütung die Ausfubr des Ueber- usses der Fabrikation ermögliht. Der Holz- bandel [litt unter der geringen Bautkbätigkeit. Auch der Handel in 1ohen Häuten war wenig Iohnend, da der Verbrau von Leder gering blieb;
dazu kamen stärkere Verluste an Außenständen. Leßteres war auch beim Rauchwaaren- Handel der Fall, welWer überhaupt das Jahr 1884 zu den un- günstigsten seit langer Zeit zählen muß. Au in Borsten, in Roßhaaren, in Wolle benattheiligten weichende Preise das Geschäft; in deutschen Wollen mabt sich ein immer weiterer Rück- gang der Produktion bemerklih. Der Kohlen- bandel ging ungeadhtet des milden Winters ziemli gut Der Einfuhr böhmischer Braunkohlen fam die Fratermäßigurg zu statten; im Steinkohlen- ge]@ast tritt die Bedeutung des Lugau - Oelsniter Reviers immer mehr hervor. In Eisen behielten die Preise noch immer ihre weicende Richtung.
In Wand- und Tafeluhren entwickelt sich nach und nach ein nit unerheblihes Auéfuhrgesbäft. Von Porzellan und Steingut, ebenso von Glaswaaren erzielten feinere Erzeugnisse cin befriedigendes Gescäft, während die gewöhnliche Gebrauch8waare unter Ueber- produftion leidet.
Rüböl und Petroleum sanken erheblih im Preise; neben dem amerikanischen Petroleum beginnt russisches si den deutshen Markt zu erobern. — Im Wein- handel machte sih nah einigen günstigen Ernten wieder eine lebhaftere Bewegung geltend.
Der Garnbandel hatte unter weichenden Preisen zu leiden; nur im Sommer wurde dies durch eine kurze günstigere Zeit urterbrohen. Auch die meisten Gattungen von Webwaaren zeigen gedrücckte und sinkende Preise, namentlih Seidenwaaren und unter diesen wieder besonders Sammet und VBânderz der Tuchhandel ging zu Anfang des Jahres etwas flotter, naher aber desto {leppender; der Zwischenhandel in Damenkleiderstoffen leidet unter den früheren Uebelftänden. Dte Mode begann si wiedec den Stoffen aus harten, glänzenden Garnen mehr zuzu- wenden, daneben wurden au Flanelle in steigendem Maße zu Damenkleidern verwandt.
In Spielwaaren war mattes Geschäft.
Auf den Papierhandel übte die Aufhebung des Mitscherlibshen Patentes einen belebenden Einfluß. Erfreulich ift, daß von den Behörden wieder etwas böhere Anforderungen an die Güte des für ihre Zwecke zu liefernden Papiers gestellt werden.
__ Im Buchhandel macht sich das Streben na festerem Zusammenschluß geltend; hervorzuheben ist die Eixrichtung einer Abrechnungsftelle sür Baarvatckete.
Die Industrie unseres Bezirks hat auch im verflossenen Jahre wieder mancherlei Fortscritte auszuwellen — Errichtung neuer und Erweiterung bestehender Anlagen, Aufnahme neuer Zweige, Ein- führung von Verbesserungen ; hervorzuheben ist die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung in mehreren größeren Fabriken. Es herrschte im Allgemeinen rege Thâtigkeit, fast dur{gängig wird jedoch über gedrükte Preise geklagt.
In besonders starkem Maße gilt letzteres von der Gisenindustrie: immer noch weichende Preise des Roheisens auf dem Weltmarkte; dazu die Zuderkrisis, deren Wirkungen si insofern bis hierher erstreckten, als auswärtige Fabriken, die früher hauptsächlich für die Zuckerindustrie beschäftigt gewesen waren, jetzt auf dem hiesigen Markte das Angebot vermehren halfen. Neue Maschinenfabriken, zum Theil mit eigener Gießerei, wurden in Konnewiß, Plagwiß und Lindenau errichtet, darunter eine auësließlich für Transmissionen. Der Erzeugung von Scnellprefssen hat fi eine Reudniter Fabrik zugewandt, nunmehr die vierte des Bezirks. Ja Plagwitz entstanden auch dret neue Nicckclblech-Fabriken, sowie cine Fabrik von Akkumulatoren für eleftrishe Beleubtung. Die Fabriken von Pianofortes sowohl wie von anderen musikalisben Instrumenten gewinnen ein immer weiteres Absatzgebiet; in Plagwiß wurde eine neue Fabrik von Mechaniken errichtet.
Auch auf dem Gebiete der viel verzweigten chemis ben Industrie sind mehrere neue Niederlassungen entstanden, insbesondere zwei Fabriken ätherischer Oele ; in einigen Zweigen machte sib, na einigen besseren Jahren, wieder Ueberproduktion bemerklih. Eine Neuheit, die möglicherweise auch für die Bodenkultur von Be- deutung werden kann, ist die woblgelungene Dar- stellung von Rosenöl aus einheimischen Nosen dur eine der hiesigen Fabriken ätherischer Oele. Für das aus japanischem Pfefferminzösl gewonnene Menthol hat Leipzig bereits die Bedeutung eines Weltmarktes gewonnen.
Die Einrichtung der Mühlen unseres Bezirks nach neuem System kann jeßt als durchgeführt angesehen werden; der Gescbäftsgang war bei wei- chenden Preisen {leppend. Der Spiritusproduktion kam die reiche Kartoffelernte des Vorjahres zu statten, während die neue Ernte wohl im Often Deutschlands, aber nit in Sachsen günstig ausfiel. Der Gewinn der Raffinerien war gedrückt, zumal da fi beim Export die Konkurrenz anderer Länder sehr füblbar machte. Die Zuckerfabrik in Markranstädt hatte im vergangenen Jahre — dem zweiten ihres Bestehens — éine sehr {were Zeit durchzumachen, die nur durch das Entgegenkommen der Landwirthe in Betreff der Rübenpreise erträglib wurde. Aub auf die Syrupraffinerie wirkten die niedrigen Zuerpreise lähmend. Die Chokoladenfabrikation ift in erfreu- lihem Aufschwunge begriffen, do wird über s{waches Weihnachtsgeschäft geklagt. Die Mineralwafser- fabriken wurden durch das Sommerwetter mehr begünstigt als in den vorhergehenden Jahren. Der Cigarrenfabrikation kam, wenn auch von hier aus bis jeßt wenig exportirt wird, der Eintritt der vollen Zollvergütung insofern zu gute, als die Konkurrenz im Inlande, namentli seitens der süddeutschen Industrie, weniger drückend wirkte.
spinnereien waren gut beschäftigt und konnten trotz niedriger Preise ansehnliche Dividenden geben. Eine Baumwollenspinnerei ift in der Ecrichtung begriffen. Die Juteweberei in Lindenau bezeicbnet ihren Absatz als befriedigend, obglei die Produktion in Deut\c- land auf das Doppelte anstieg und die Preise gedrückt waren. Der dortigen Spigenfabrik wurde der Absatz dur die schärfere Konkurrenz der französish-n Induftrie ershwert. Die Blumenfabriken hatten unter der Mode, welche Federn vorzoa, die Nüfchen- fabriken unter den Zollverbältnissen zu leiden; eine der leßteren sah si veranlaßt, in Oesterreich eine Zweigniederlassung zu gründen. Einen Ausfuhrartikel von wacsender Bedeutung bilden gestickte Tischdeken, welche theils im Bezirk, theils für Rechnung hiesiger Firmen auswärts gefertigt werden.
Die Leipziger Gummiwaaren- Fabrik wurde in ein Aktienunternehmen umgewandelt; dieselbe haite im Inlande befriedigenden Absatz, während der Absatz nad dem Auslande dur die hohen Zölle sehr erschwert wurde; in Plagwitz ist noH eine weitere Gummiwaaren- Fabrik errichtet worden. Einen neuen Zweig der Großindustrie vertritt die Patentkummet- Fabrif in Konnewitz. Die Rauthwaaren-Zurichtereien hatten ungenügende Beschäftigung, während die Färbereien, namentlich die Schwarzfärbereien, gute Gescbäfte maten. Dem Wachstuch thut das Linoleum, welbes jeßt aub in Deutschland gefertigt wird, merklichen Abbruc.
In Chuomopapieren wird die folide Fabrikation durh eine bedenklihe Schleuderkonkurrenz benach- theiligt; auc in der Luxuépapier-Fabrikation waren die Preise sehr gedrückt.
Die Produktion von Büchern ift in fortwährendem Steigen begriffen.
Der Diskont blieb das ganze Jahr hindur niedrig;
die Gewinne der Banken hielten deshalb nicht ganz gleihen Schritt mit den Umsäßen. Im Börsen- verkehr warden ausländische Papiere der höheren Zinsen wegen vielfach bevorzugt.
_ Die Handelskammer sür Barmen berichtet in ihrem Jahresbericht pro 1884 über die allgemeine Geschäftslage. Im Gegensay zu dem vorherge- gangenen Geschäftsberichte, zu dem die damals herr- schende Geschäftsftille und gedrückte Stimmung den Grundton geliefert, können wir beute mit der er- freulihen Thatsacbe beginnen, daß das hinter uns liegende Geschäftsjahr in seinem Gesammtergebniß ein zufriedenstellenderes gewesen, ja in den wesent- lihsten Zweigen unserer Jadustrie — den Besatz- artifeln — sogar als cin gutes hervorgehoben zu werden verdient.
Die Wendung zum Befseren erfolgte kurz nah Eintritt des neuen Jahres, und zwar, wie immer, als ein Geschenk der Mode, die diesmal die foge- nannte Tresse — einen breiten Damenbesaß — in hohem Maße begünstigte. — Jm Fluge eroberte dieser Artikel den in- und auéländisben Marki und beherrshte denselben bis gegen das Ende des Jahres in hervorragender Weise.
Ebenso hat die seit 1880 in Aufnahme gekommene Spitze (Imitation) sich ihre Beliebtheit nit nur zu erhalten gewußt und dadurch Stoff zu fort- dauernder und mit wenig Unterbrewung lebhafter Thätigkeit gewährt, sondern sie hat fih dur große Nacbfrage zu einer Bedeutung emporges{chwungen, die diesen Artikel als einen Hauptzweig unserer Jn- dustrie in der Gegenwart erscheinen läßt.
Bemerkenswerth ist, daß das Anlagekapital in diesem Industriezweige ein sehr beträbtliches ges wesen ist, eine Thatsache, die um so erfreulicher Élingt, als die erforderliden Maschinen ausschließlich in unserem Thale hergestellt worden sind.
Zu bedauern bleibt nur, daß, troß der großen Nachfrage, die Preise des Artikels fortwährend heruntergedrückt werden und so zu befürchten steht, daß dadur der Artikel eine dauernde Schädigung erleidet.
Wie dem entgegenzutreten, darüber fehlt es an einem Modus.
Was die sonstigen Zweige und Verbältniffe unserer Industrie betrifft, so wollen wir den Spéezial- referaten nicht vorgreifen, verweisen vielmehr auf dieselben,
Daß die befriedigende und stellenweise sogar \{wungvolle Lage der Industrie und des Großhandels nicht eine allgemeine gewesen, ist eine Erscheinung, die in einem Bezirke, dessen Industrie so vielseitig dem Wechsel der Mode unterworfen ist, nie ganz \{chwinden, vielmehr stets mehr oder minder vor- herrschen wird, wie wir dagegen niht vershweigen | dürfen, daß die Klagen über unlohnende Preise in manchen Artikeln sich fortwährend erbalten und auc der Berechtigung nicht ent‘ehren.
Fügen wir dem Allen noch hinzu, daß nennens- werthe Arbeiterentlassungen nicht stattgefunden, daß im Geld- und Kreditwesen das Jahr 1884 als ein normales bezeichnet wird und daß von den, nach amtlicher Uebersicht hierselbst zum Ausbruch ge- fommenen 5 Konkursen nur ciner die Industrie und den Handel betraf, daß ferner die Bauthätigkeit cine erhöhtere gewesen ist, so gelangen wir mit Recht zu dem Scblusse, dem wir im Eingange unsercs Be- rihtes Ausdruck gegeben haben und den wir dahin resumiren, daß das gescäftlihe Gesammtergebniß unseres Bezirkes ein zufriedenstellenderes gewesen und eine Wendung zum Befseren nicht zu verkennen ist.
Centralblatt für die Textil-Induftrie. Nr. 27. — Inhalt: Protokoll der Versammlung der Norddeutsben Textil-Berufégenofsenschaft. — Die englishen Baumwollspinnereien und die Er-
findungs-Ausftellung in London. — Borrichtung zum Jofortigen und selbstthätigen Stillsezen des Rund- stuhles beim Fadenbrub. — Mailleuse für Rund- wirkstühle. — Fadenabzuavorribtung für Swiffchen- Stickmaschinen. — Zusatz zu gerbstoffhaltigen Beizen für Färbereizweck:. — Ceorrespondenzen (aus der Schweiz). — Fachshulen. — Sprecsaal. — Rund- schau. — Neu eingetragene Ficmen. — Konkurîe, — Submissionen. Anfragen über Bezugs- und Absatquellen. — Marktberichte. Konfektionés beriht. — Amerikanisher Modeberi{t. — Patent- Anmeldungen. — Patent-Ertheilungen. — Versagung von Patenten. — Uebertragung von Patenten. — Erlös{ung von Patenten. — Ausländische Patente. — Berliner Course, — Anzeigen.
Handels- und Gewerbe-Z eitung. Ne: 27. — Inhalt: Leitartikel: Aus dem iFFrahtrecht. XII. Inhalt des Fracbtbriefs (Forts.). — Der Strike. — Amtliche Bekanntmachungen: Gesetz, betreffend die Grhebung von Reihs-Stempelabgaben. — Packet- verkehr mit Spanien und Portugal. — MReichs- gerichts-Entscheidungen: Domüilwechsel, Die Zu- sendung eines Wechsels mit Domizilvermerk, ohn- Namen und Wohnort des Domizilaten, ist im Zweifel als ein Auftrag zur betr Ausfüllung anzusehen. — Komumissions8ge]chäft. Der Art. 363 (Veckauf unter dem geseßten Preise Seiters des Kommissionärs) findet auch auf den Fall eines Verkaufs wider Willen des Kommittenten Anwendung Ent- \cheidungen anderer Gerichtshöfe: Frachtrecht. Begriff der „böslichen Handlungêweise" im Fractrebt. — Ver- sicherungswesen: das Ret zur Nacbscbußaus\cbreibung bei «Gegenseitigkeits-Versiherungs-Gesellshaften. —_— Aus dem Reichs-Versiherungsamt. — Rechtliche Grundsäße in Bescheiden und Beschlüssen. — Export: Einnahme des Suezkanals. — Englische Koblen-Pcoduktion und -Ausfuhr. — Weizenhandel in Kalifornien, Oregon und Washington Territory. — Stiffahrtebewegung im Hafen zu Leer. — Be- \prehung gewerblicher Etablissements: Färberei, Drudecei, Wasch-, Flecken- und Garderoben-Reini- gungs-Anstalt von W. Spindler, Berlin, Wall- straße 11/13 (Schluß). — Der Viktoria-Ventilator. — Verbesserung der Glühlichtlampen. — Zum Ver- sicherung8wesen : Rechenschaftsbericht der AUgemeinen Bersorgungs- Anstalt im Großherzogthum Baden zu Karlsruhe für das Jahr 1884, — Intercssantes aus dem Gcschäftsleben: Antwerpener Welt-Aue€ stellung. — BUCe 0 das Aprilheft 1885 zur Statistik des Deutschen Reichs des Kais. Statist. Amts. Dte überseeishe Auswanderung. Der Segen der Konkurrenz. — Zusammenstellung der regelmäßigen Dampfer - Expeditionen von Stettin, mitgetheilt vom Spediteur-Verein Herrmann und Theilnehmer, Stettin. Juli 1885. — Die deutshe Handels- marine. Der Nordostseekanal. — Erleichterter Er- werb von Grund und Boden dur Arbeiter 2c. in London, — Jahresberiht der Handels- und Ge- werbekammer zu Stuttgart für 1884, Bremer Sciffsliste von Heinrih Beer, Speditionsgeschäft, Bremen. Juli 1885, — Einheitlihe Eisenbahantarife. — Musterlager für die Nahrungsmittelbranche. — Ruktionsberiht von Salomon Broth., London. — Im Briefkasten wurden diverse RechtEfragen beant- wortet. — Literatur: Neue Masik-Zeitung Nr. 11. — Der sftatistishe Theil brate: Patent-Anmeldun- gen. — Neu eingetragene Firmen sowie Konkurse, beide mit Angabe der Geschäftsbranche, — Ver- loofungen. — Amtlich festgestellte Course. — S missionen 2c.
Baugewerks-Zeitungzg. Nr. 54. — Inhalt: Zum Strike der Maurer Berlins. — Vereins- angelegenheiten. Freiwillige Berufsgenofsen- schaften. — Soziales. — Lokales und Vermifch{tes. Konkurrenzen. — Amtliches. — Brief- und Fragekasten. — Bau - Submissions - Anzeiger. — Anzeigen. — Beilage: Anzeigen.
Die Handelsregistereinträge aus dem Königreich Sachsen, dem Königreich Württemberg und dem Großherzogthum Hessen werden Dienstags bezw. Sonnabends (Württemberg) unter der Rubrik Leipzig, resp. Stuttgart und Darm ftadt veröffentlicht, die beiden ersteren wöcentlib, die, leßteren monatlich.
Berlin. Handelsregister [18483] des Königlichen Amtsgerichts L. zu Berlin, pufolge Verfligung vom 10. Juli 1885 sind am selben Tage folgende Eintragungen erfolgt. In unser Gesellschaftsregister, woselbst unter Nr. 9566 die hiesige Handelsgesellshaft in Firma: Deutsche Nickelblech-Judustrie- Gesellschaft Schröder Perner & Co. vermerkt steht, ist eingetragen : Der Eleftrotechniker Ehregott Schröder ist aus der Handelsgesellsbaft ausgeschieden. Dem Chregott Schröder zu Berlin ist für vor- bezeihnete Gesellshaft Prokura ertheilt und ist die- selbe unter Nr. 6406 unseres Prokurenregisters cin- getragen worden. In unser Firmenregister, woselbst unter Nr. 12,756 die hiesige Handlung in Firma: Wm. Joël
vermerkt stet, ist cingetragen :