Source: https://www.gebaeudedienstleister-nordbayern.de/ausbildung/ausbildungsdauer.php
Timestamp: 2018-08-22 06:21:06
Document Index: 335721956

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§27', '§ 27', '§ 37', '§ 27', '§ 25', '§ 27', '§ 21', '§ 21', '§ 21']

Ausbildungsdauer | Ausbildung | Die Gebäudedienstleister Innung Nordbayern
Die Regelausbildungszeit zum/zur Gesellen/in im Gebäudereiniger-Handwerk beträgt insgesamt 3 Jahre.
Allgemeines zur Verkürzung / Verlängerung der Ausbildungszeit
Grundsätzlich muss die in der Ausbildungsordnung vorgegebene Ausbildungszeit (3 Jahre) eingehalten werden. Vertraglich können Ausbildungsbetrieb und Auszubildender eine Abänderung der Ausbildungszeit nicht herbeiführen. Die Ausbildungszeit kann jedoch in besonderen Fällen von der Handwerkskammer auf Antrag verkürzt oder verlängert werden. Stimmt die Handwerkskammer dem Antrag zu, wird die Ausbildungszeit dann hoheitlich geändert.
Um bis zu 6 Monate bei Nachweis der Fachoberschulreife.
Um bis zu 12 Monate
nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung,
bei Nachweis der Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife (Abitur),
wenn der Auszubildende 21 Jahre oder älter ist
Bei Fortsetzung der Berufsausbildung in demselben Beruf kann die zurückgelegte Ausbildungszeit ganz oder teilweise angerechnet werden.
Bei Nachweis einer einschlägigen Berufstätigkeit (Berufsfeld) kann diese angemessen berücksichtigt werden (z.B. Verkürzung um 12 Monate bei mind. 4 ½ jähriger einschlägiger Berufstätigkeit).
Hierzu muss im Ausbildungsvertrag der Verkürzungsgrund und die Verkürzungsdauer angegeben werden. Die Zeugnisse und sonstigen Unterlagen, die den Verkürzungsgrund belegen, sind in Kopie beizufügen. Mit Eintragung des Lehrvertrages in die Lehrlingsrolle wird die Verkürzung wirksam. Der Auszubildende hat trotz Verkürzung der Ausbildungszeit keinen Anspruch darauf, bereits vom Ausbildungsbeginn an die Vergütung des 2. Ausbildungsjahres zu erhalten.
Verkürzung bei erfolgreichem Besuch des Berufsgrundschuljahres bzw. der Berufsfachschule
Hat der Auszubildende ein einschlägiges Berufsgrundschuljahr oder eine Berufsfachschule erfolgreich besucht, muss diese Zeit als erstes Jahr der Berufsausbildung angerechnet werden, d.h. die Ausbildungszeit verkürzt sich automatisch um ein Jahr (§ 27a Abs. 1 HwO). Der Auszubildende hat in diesem Fall sofort Anspruch auf die Ausbildungsvergütung des 2. Ausbildungsjahres. Ein Verzicht des Auszubildenden auf die Anrechnung ist nichtig.
Verkürzung nach Beginn der Ausbildungszeit
Nach Beginn der Ausbildung kann die Ausbildungszeit nur noch verkürzt werden, wenn der Auszubildende
und in den berufsbezogenen Fächern der Berufsschule
jeweils gute Leistungen (Durchschnitt jeweils mind. 2, 49) nachweist (§27 b Abs. 1 S.1 HwO). Erforderlich ist hierzu ein gemeinsamer schriftlicher Antrag von dem/der Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Handwerkskammer (Antragsformular). Dem Antrag ist eine betriebliche Beurteilung sowie eine Kopie des letzten Berufsschulzeugnisses beizufügen. Mit Stattgabe des Antrages wird das Ausbildungsverhältnis dann durch die Handwerkskammer verkürzt.
Bei berechtigtem Interesse (Betreuung eines Kindes, eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen) kann die tägliche/wöchentliche Ausbildungszeit gekürzt werden, ohne dass die Gesamtdauer der Ausbildung verlängert werden muss (§ 27 b Abs.1 S. 2 HwO).
Eine weitere Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen, besteht in der vorzeitigen Ablegung der Gesellen-/Abschlussprüfung. Gem. § 37 Abs. 1 HwO kann der Auszubildende nämlich bereits 6 Monate vor seinem regulären Prüfungstermin zur Prüfung zugelassen werden, wenn er
jeweils gute Leistungen (Durchschnitt jeweils mind. 2, 49) nachweist.
Die vorzeitige Zulassung muss bei der die Prüfung durchführenden Stelle (Handwerkskammer bzw. Innung) unter Vorlage einer Beurteilung des Betriebes, des letzten Berufsschulzeugnisses sowie den üblichen Anmeldeunterlagen beantragt werden (Antragsformular). Mit Bestehen der vorzeitigen Prüfung endet das Ausbildungsverhältnis.
Zur Gesellenprüfung ist auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens 4 ½ Jahre im Gebäudereiniger-Handwerk tätig gewesen ist. Als Zeiten der Berufstätigkeit gelten auch Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägigen Ausbildungsberuf (sog. „Quereinsteiger“ ohne Ausbildungszeit).
In Ausnahmefällen kann die Handwerkskammer auf Antrag der/des Auszubildenden die Ausbildungszeit durch Hoheitsakt verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen (§ 27 b Abs. 2 HwO. Ein Rechtsanspruch auf Verlängerung besteht nicht. In beiderseitigem Einvernehmen, d.h. vertraglich können Ausbildungsbetrieb und Auszubildender das Ausbildungsverhältnis dagegen nicht verlängern, da ein solcher Vertrag gem. § 25 BBiG nichtig wäre.
Solche Ausnahmefälle sind z.B.
erkennbare schwere Ausbildungsmängel
längere Ausfallzeiten (z.B. infolge Krankheit)
Der Antrag soll rechtzeitig vor Ablauf des Berufsausbildungsverhältnisses gestellt werden. Antragsformulare gibt's bei der Prüfungsabteilung. Eine Verlängerung nach § 27 b Abs. 2 HwO schließt eine anschließende Verlängerung wegen nicht bestandener Prüfung gem. § 21 Abs. 3 BBiG nicht aus.
Besteht der Auszubildende die Gesellen-/Abschlussprüfung nicht – wobei grundsätzlich unerheblich ist, warum die Prüfung nicht bestanden wurde - so verlängert sich das Ausbildungsverhältnis bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin (§ 21 Abs. 3 BBiG).
Hierfür genügt, dass der Auszubildende spätestens 3 Wochen nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses die Verlängerung vom Ausbildungsbetrieb verlangt. Eine Zustimmung des Betriebes ist nicht erforderlich, die Verlängerung wird ggf. auch gegen den Willen des Betriebes automatisch wirksam. Die Verlängerung ist der Kammer unverzüglich schriftlich mitzuteilen (Mitteilungsformular).
Besteht der Auszubildende die erste Wiederholungsprüfung nicht und stellt er (abermals) ein Verlängerungsverlangen, verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis bis zur zweiten Wiederholungsprüfung, wenn diese noch innerhalb der Höchstfrist von einem Jahr (§ 21 Abs. 3 letzter Satzteil BBiG) abgelegt wird. Die Beendigungswirkung tritt unabhängig davon ein, ob die zweite Wiederholungsprüfung bestanden oder nicht bestanden wird (BAG Urteil vom 15. März 2000 – 5 AZR 622/98).
Ausbildungsvergütung bei Verkürzung oder Verlängerung