Source: https://www.verbraucherschutz.tv/2018/08/23/schoenheitsreparaturen-rechte-der-mieter-gestaerkt-bgh-viii-zr-27716
Timestamp: 2019-05-24 12:07:48
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Schönheitsreparaturen - Rechte der Mieter gestärkt - BGH VIII ZR 277/16 Schönheitsreparaturen - Rechte der Mieter gestärkt - BGH VIII ZR 277/16
Schönheitsreparaturen – Rechte der Mieter gestärkt – BGH VIII ZR 277/16
23. August 2018 / 23.08.2018 / Redaktion / 783
Schönheitsreparaturen sind ein häufiges Streitthema zwischen Mietern und Vermietern. Ein aktuelles Urteil des BGH vom 22. August 2018 dürfte viele Mieter freuen (Az.: VIII ZR 277/16).
Nach diesem Urteil muss der Mieter die Renovierungsarbeiten beim Auszug nicht übernehmen, wenn er die Wohnung unrenoviert übernommen hat. Das gilt auch dann, wenn im Mietvertrag etwas anderes formularmäßig vereinbart wurde. Derartige Klauseln in Mietverträgen seien unwirksam, entschied der BGH. In einem solchen Fall, muss der Mieter die Wände auch dann nicht streichen, wenn er mit seinem Vormieter eine andere Vereinbarung getroffen hat.
In dem Fall vor dem BGH war der Sachverhalt allerdings noch etwas diffiziler. Hier hatte der beklagte Mieter fünf Jahre eine Wohnung des Vermieters bewohnt. Die Wohnung hatte er im unrenovierten Zustand mit Gebrauchsspuren des Mieters übernommen. Der Formularmietvertrag enthielt aber eine Klausel, nach der der Mieter die Renovierungsarbeiten übernehmen muss. Vor seinem Auszug führte der Mieter diese Schönheitsreparaturen auch aus, allerdings nicht zur Zufriedenheit des Vermieters, der darauf hin einen Maler beauftragte. „Die Klausel zu den Schönheitsreparaturen ist nach der Rechtsprechung unzulässig, wenn der Mieter keinen angemessenen Ausgleich erhält“, so Rechtsanwalt Schulte-Bromby. Allerdings gab es in diesem Fall eine Absprache zwischen Mieter und seinem Vormieter. Da der Mieter einige Gegenstände von seinem Vorgänger übernommen hat, hatte er sich im Gegenzug zur Übernahme der Schönheitsreparaturen bereit erklärt. Aufgrund dieser Vereinbarung entschieden die Vorinstanzen, dass der Mieter so zu behandeln sei, als ob er die Wohnung im renovierten Zustand übernommen hat und dementsprechend die Schönheitsreparaturen vornehmen muss.
Kategorien: Haus & Grund / Mietrecht Schlagwörter: BGH VIII ZR 277/16 / Schönheitsreparaturen
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