Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.02.1975&Aktenzeichen=VI%20ZR%2044/74
Timestamp: 2019-06-24 16:34:56
Document Index: 87381140

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 82', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH']

BGH, 13.02.1975 - VI ZR 44/74 - dejure.org
https://dejure.org/1975,505
BGH, 13.02.1975 - VI ZR 44/74 (https://dejure.org/1975,505)
BGH, Entscheidung vom 13.02.1975 - VI ZR 44/74 (https://dejure.org/1975,505)
BGH, Entscheidung vom 13. Februar 1975 - VI ZR 44/74 (https://dejure.org/1975,505)
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Einnahme des Präparats Contergan während der Schwangerschaft - Schmerzensgeld wegen Fehlbildungen an Gliedmaßen - Abgabe einer Einbringungserklärung von Geldern in eine Stiftung - Klage gegen notwendige Streitgenossen
Stiftung "Hilfswerk für behinderte Kinder" [Contergan-Stiftung]
BGHZ 64, 30
NJW 1975, 1457
MDR 1975, 568
VersR 1975, 533
DB 1975, 732
Der Bundesgerichtshof (BGHZ 64, 30 ff.) stimmt dem Landgericht darin zu, daß das Stiftungsgesetz die Anspruchs- und Verteilungsregelung des Vergleichs habe ersetzen wollen.
Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf seine mit der Verfassungsbeschwerde angegriffene Entscheidung vom 13. Februar 1975 (BGHZ 64, 30 ff.) Bezug genommen und ergänzend ausgeführt: Die verfassungsmäßigen Grenzen für eine gesetzestechnische Lösung, die hier von besonderen Sachzwängen bestimmt gewesen sei, würden nicht durch Art. 82 GG, sondern durch rechtsstaatliche Grundsätze (Prinzip der Gewaltenteilung, Demokratiegebot, Normenklarheit, Justitiabilität) gezogen.
Auch in anderen Fällen hat der Bundesgerichtshof die Klageerhebung nur gegen einzelne notwendige Streitgenossen zugelassen, wenn die übrigen vor Klageerhebung erklärt hatten, zu der mit der Klage begehrten Leistung verpflichtet und bereit zu sein (vgl. BGH Urteile vom 13. Januar 1958, II ZR 136/56, JZ 1958, 406; vom 8. Juni 1962, V ZR 171/61, NJW 1962, 1722, 1723 und wohl auch vom 13. Februar 1975, VI ZR 44/74, NJW 1975, 1457, 1459).
Das schließt jedoch eine sich im Rahmen der Eigentumsbindung haltende Neuordnung der Vertragsbeziehungen der Beklagten zur Firma B. durch Rechtsnormen (hier kommunale Satzungen) nicht von vornherein aus (vgl. im einzelnen BGHZ 64, 30, 38 ff. und BVerfGE 42, 263, 293 ff., jeweils mit zahlreichen Nachw.).
Es löste diese ab (BGHZ 64, 30, 34; BVerfGE 42, 263, 291, 299).
Nur wenn diese Garantieerklärung die vom Gesetzgeber in § 29 des erwähnten Gesetzes aufgestellte Bedingung für sein Inkrafttreten erfüllte, "sicherzustellen", daß die von der Beklagten bereitgestellten Mittel der Stiftung in vollem Umfang zur Verfügung gestellt würden, konnte das Gesetz in Kraft treten (vgl. dazu BVerfGE 42, 263, 287; BGHZ 64, 30, 33, 44).