Source: https://www.ewir-online.de/heft-19-2019/ewir-2019-581-keine-satzungsaenderung-durch-einrichtung-eines-aufsichtsrats-bei-einer-gmbh-auf-grundlage-einer-oeffnungsklausel/
Timestamp: 2020-05-27 12:38:12
Document Index: 255518857

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 16', '§ 52', '§ 16', '§ 52', 'BGH', 'BGH', '§ 16']

Keine Satzungsänderung durch Einrichtung eines Aufsichtsrats bei einer GmbH auf Grundlage einer Öffnungsklausel im Gesellschaftsvertrag (BGH, Urt. v. 02.07.2019 – II ZR 406/17 – Hans-Joachim Priester) – EWiR 2019, 581 | EWiR online
EWiR 2019, 581
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2019 WirtschaftsrechtGesellschafts- und KapitalmarktrechtGmbHG § 16 Abs. 1 Satz 1, § 52Keine Satzungsänderung durch Einrichtung eines Aufsichtsrats bei einer GmbH auf Grundlage einer Öffnungsklausel im Gesellschaftsvertrag GmbHG§ 16 GmbHG§ 52 BGH, Urt. v. 02.07.2019 – II ZR 406/17 (KG), ZIP 2019, 1521 = BB 2019, 2124 = DStR 2019, 1755 = GmbHR 2019, 988 = MDR 2019, 1069 = NZG 2019, 979 = WM 2019, 1495 +BGHUrt.2.7.2019II ZR 406/17ZIP 2019, 1521BB 2019, 2124DStR 2019, 1755GmbHR 2019, 988MDR 2019, 1069NZG 2019, 979WM 2019, 1495KG
1. Wird einer GmbH nach Einziehung eines Geschäftsanteils durch eine einstweilige Verfügung untersagt, eine neue Gesellschafterliste, die den von der Einziehung Betroffenen nicht mehr als Gesellschafter ausweist, beim Amtsgericht zur Veröffentlichung im Handelsregister einzureichen, ist die Gesellschaft nach Treu und Glauben gehindert, sich auf die formelle Legitimationswirkung des § 16 Abs. 1 Satz 1 GmbHG zu berufen, wenn entgegen der gerichtlichen Anordnung eine veränderte Gesellschafterliste zum Handelsregister eingereicht und im Registerordner aufgenommen worden ist.
2. Die Einrichtung eines Aufsichtsrats bei einer GmbH auf der Grundlage einer Öffnungsklausel im Gesellschaftsvertrag ist keine Satzungsänderung und ohne Beachtung der für eine Satzungsänderung geltenden Vorschriften zulässig, wenn die Ermächtigung ausreichend bestimmt ist und der Einrichtungsbeschluss nicht gegen das Gesetz oder die Satzung verstößt.
Hans-Joachim Priester, Prof. Dr. iur., Notar a. D., Hamburg