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Timestamp: 2016-10-22 16:20:34
Document Index: 275976557

Matched Legal Cases: ['Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 15', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 13', 'Art. 15', 'Art. 16']

6B_527/2010 (30.09.2010)
Bundesrichter Schneider, Wipr�chtiger, Mathys, Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Gerichtsschreiberin Pasquini.
2. A.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin Barbara Haas-Helfenstein,
Das Kriminalgericht des Kantons Luzern verurteilte X.________ am 1. Mai 2009 wegen versuchter (eventual-)vors�tzlicher T�tung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.
Auf Appellation von X.________ sowie Anschlussappellation der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern hin best�tigte das Obergericht des Kantons Luzern, II. Kammer, am 5. Januar 2010 das Urteil des Kriminalgerichts im Schuld- und Strafpunkt.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, (1) das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben, (2) er sei vom Vorwurf der versuchten vors�tzlichen T�tung freizusprechen, (3) eventualiter sei er wegen (versuchter) schwerer K�rperverletzung, begangen im Notwehrexzess, mit einer Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren zu bestrafen, unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren, (4) unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen zulasten des Staats.
Die Vorinstanz geht - unter Hinweis auf die Ausf�hrungen im erstinstanzlichen Urteil - zusammenfassend von folgendem Sachverhalt aus:
Zwischen den Familien des Beschwerdef�hrers und des Beschwerdegegners bestand eine angespannte nachbarschaftliche Beziehung. Am 5. Juni 2008 um ca. 21.00 Uhr begegneten sich der Beschwerdef�hrer, der in Begleitung seines Sohns war, und der Beschwerdegegner, der von seiner Ehefrau begleitet wurde, im Treppenhaus vor der Wohnungst�re des Beschwerdef�hrers. Der Beschwerdegegner schaute den Beschwerdef�hrer "schr�g" an und machte eine Bewegung mit dem Arm bzw. der Schulter nach oben respektive vorne. Der Beschwerdef�hrer fragte ihn, weshalb er ihn "schr�g" anschaue. Gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz ist nicht auszuschliessen, dass es zwischen den beiden M�nnern zu einem kurzen Wortwechsel kam. K�rperliche Ber�hrungen fanden allerdings keine statt. Es kam zu keinem Angriff des Beschwerdegegners auf den Beschwerdef�hrer. Letzterer f�hlte sich durch den "schr�gen" Blick des Beschwerdegegners sowie durch dessen Bewegung mit dem Arm bzw. der Schulter provoziert. Der Beschwerdegegner und seine Ehefrau stiegen ein paar Treppenstufen hinauf. Darauf sagte der Beschwerdef�hrer zum Beschwerdegegner, er solle warten, liess diesen im Treppenhaus stehen und ging mit seinem Sohn in seine Wohnung. Die Ehefrau des Beschwerdegegners verschwand in ihrer Wohnung. Der Beschwerdegegner wartete im Treppenhaus in der Annahme, dass der Beschwerdef�hrer ihm etwas mitteilen wolle. Der Beschwerdef�hrer holte ein K�chenmesser mit einer Klingenl�nge von 15.5 cm aus der K�che. In der Zwischenzeit �ffnete sein Sohn die Wohnungst�re einen Spalt weit. Der Beschwerdef�hrer trat in der Folge erneut vor die Wohnungst�re. Der Beschwerdegegner kam ihm entgegen und blieb in einer Entfernung von einem halben bis einem Meter vor ihm stehen. Es kam zu keinen k�rperlichen Ber�hrungen und zu keinem Angriff durch den Beschwerdegegner. Der Beschwerdef�hrer stach in w�tendem bzw. erregtem Zustand, wortlos, unkontrolliert und �berraschend zweimal mit Wucht auf den Beschwerdegegner ein. Dabei f�hrte er das Messer von oben nach unten. M�glicherweise nahm der Beschwerdegegner im Verlauf dieses Angriffs mit dem Messer die H�nde zur Abwehr nach oben. Der Beschwerdegegner erlitt zwei thorakale Stichverletzungen links, eine Fraktur des Brustbeins und zwei Stichverletzungen in der rechten Hand. Der Beschwerdef�hrer ging in der Folge in seine Wohnung und informierte nach einigen Minuten die Polizei. Lebensgef�hrlich verletzt und stark blutend fuhr der Beschwerdegegner selbst ins Spital, wo er notfallm�ssig operiert wurde und �berlebte.
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG, vgl. auch Art. 105 Abs. 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 134 IV 36 E. 1.4.1 S. 39 mit Hinweis).
2.3 Die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der willk�rlichen Anwendung von kantonalem Recht und Willk�r bei der Sachverhaltsfeststellung) pr�ft das Bundesgericht nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweis). Die Beschwerdeschrift muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen. Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweis).
Der Beschwerdef�hrer r�gt, die W�rdigung des Sachverhalts durch die Vorinstanz sei offensichtlich falsch (Beschwerde S. 3 ff.).
3.1 Entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers ist die Feststellung der Vorinstanz, im Verhalten des Beschwerdegegners, der die Treppe hinunterkam und sich in einer Distanz von einem halben bis einem Meter wortlos vor dem Beschwerdef�hrer "aufbaute", liege kein bedrohliches Verhalten begr�ndet, das unmittelbar in einen Angriff umschlagen k�nne, nicht willk�rlich. Der Beschwerdef�hrer setzt sich mit den Ausf�hrungen der Vorinstanz, wonach ein unbewaffneter Durchschnittsmensch nicht leichthin eine mit einem langen Messer bewaffnete Person angreife, nicht in rechtsgen�glicher Weise auseinander. Das Argument des Beschwerdef�hrers, er sei lediglich mit einem K�chenmesser bewaffnet gewesen, verf�ngt diesbez�glich ebensowenig wie das Vorbringen, der Beschwerdegegner habe sich ihm trotz des Messers gen�hert, da darin kein Angriff besteht. Auch mit der Feststellung der Vorinstanz, die Handlungen des Beschwerdef�hrers k�nnten h�chstens darauf gerichtet gewesen sein, einem zwar m�glichen, aber unsicheren Angriff vorzubeugen, setzt sich dieser nicht in rechtsgen�glicher Weise auseinander.
3.2 Auch soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, die Vorinstanz halte seine Betroffenheit durch die Tat f�r glaubhaft und best�tige sinngem�ss die Ausf�hrungen im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 9. Juli 2008, vermag er nicht darzutun, inwiefern die Feststellung der Vorinstanz, ein Angriff durch den Beschwerdegegner habe nicht unmittelbar gedroht, willk�rlich sei. Die diesbez�glichen Ausf�hrungen betreffen die Situation des Beschwerdef�hrers nach der Tat und haben mit der Frage, ob Umst�nde vorlagen, die einen unmittelbaren Angriff indizierten, nichts zu tun.
3.3 Soweit der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz h�tte die Vorgeschichte der Tat st�rker ber�cksichtigen m�ssen (Beschwerde S. 4 f.), und er habe anl�sslich der polizeilichen Befragung nicht w�rtlich so ausgesagt, wie es rapportiert worden sei (Beschwerde S. 5 f.), ersch�pfen sich seine Vorbringen in einer unzul�ssigen appellatorischen Kritik. Dasselbe gilt f�r seine R�ge, seine Aussagen w�rden bei richtiger W�rdigung des Sachverhalts mindestens als ebenso glaubhaft erscheinen wie jene des Beschwerdegegners und dessen Ehefrau, sowie f�r den weiteren Einwand, entgegen den Feststellungen der Vorinstanz sei es bereits in der ersten Phase des Geschehens (bevor er das Messer geholt habe) zu einer t�tlichen Auseinandersetzung gekommen (Beschwerde S. 6 ff.). Auch hinsichtlich der Vorbringen, sein Sohn habe zun�chst die Wohnungst�re ge�ffnet, und er h�tte von weiteren Schritten abgesehen, wenn der Beschwerdegegner nicht auf ihn zugekommen w�re (Beschwerde S. 9 f.), legt er nicht in rechtsgen�glicher Weise dar, weshalb die Feststellungen der Vorinstanz willk�rlich sein sollen. Er stellt der Beweisw�rdigung der Vorinstanz seine eigene gegen�ber, ohne substanziiert darzulegen, inwiefern die Sachverhaltsdarstellung im angefochtenen Urteil schlechterdings unhaltbar sein soll. Betreffend das H�matom am Oberschenkel des Beschwerdef�hrers unterstellt die Vorinstanz diesem im �brigen entgegen seiner Behauptung keineswegs, dass er es sich nachtr�glich selbst zugef�gt habe. Die Vorinstanz h�lt lediglich fest, es sei nicht erstellt, wie es zu diesem H�matom gekommen sei (angefochtenes Urteil S. 7).
3.4 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe hinsichtlich der Beurteilung seiner Schuldf�higkeit auf die Einsch�tzung des forensisch-psychiatrischen Gutachters abgestellt, welcher ungerechtfertigterweise aufgrund seiner Herkunft aus dem Kosovo auf psychologische Tests verzichtet habe (Beschwerde S. 11 f.).
Der Gutachter f�hrt aus, es w�re bei einem in der Schweiz aufgewachsenen Menschen m�glich, die These, dass es sich beim Beschwerdef�hrer um einen eher nachgiebigen, �berangepassten und aggressionsgehemmten Menschen handle, dem es schwer falle, �rger manifest und ad�quat auszudr�cken, mittels psychologischer Tests n�her abzukl�ren. Dies mache bei einem im Kosovo aufgewachsenen Menschen keinen Sinn. Selbst wenn dem so w�re, w�rde dies angesichts der guten Lebensbew�ltigung des Beschwerdef�hrers keine psychiatrische [sic!] St�rung im engeren Sinn bedeuten (vorinstanzliche Akten, Fasz. 8, Bel. 7 S. 14).
Es ist nicht ersichtlich, weshalb sich die Vorinstanz vor diesem Hintergrund nicht auf die Ausf�hrungen des Gutachters st�tzen sollte. Nachdem auch bei Durchf�hrung entsprechender psychologischer Tests vom Fehlen einer psychiatrischen St�rung auszugehen w�re, kann dahingestellt bleiben, ob der Gutachter aufgrund der Herkunft des Beschwerdef�hrers auf diese Tests oder anderweitige Abkl�rungen verzichten durfte. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers darf die Vorinstanz gest�tzt auf das forensisch-psychiatrische Gutachten willk�rfrei von seiner vollen Schuldf�higkeit ausgehen.
3.5 Soweit der Beschwerdef�hrer hinsichtlich der Erstellung des forensisch-psychiatrischen Gutachtens eine Verletzung von Art. 8 BV (Rechtsgleichheit) und Art. 29 BV (allgemeine Verfahrensgarantien) sowie Art. 6 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren) r�gt (Beschwerde S. 13 f.), legt er nicht in rechtsgen�glicher Weise dar, inwiefern diese Rechte verletzt sein sollen. Dies gilt auch f�r sein Vorbringen, die Vorinstanz habe das Gebot der Rechtsgleichheit verletzt, indem sie auf das Gutachten abstelle, das ihn aufgrund seiner Herkunft rechtsungleich behandle. Im Ergebnis r�gt er damit erneut, die Vorinstanz verfalle in Willk�r, indem sie sich auf das Gutachten st�tze. Diese R�ge ist indessen aus vorstehenden Erw�gungen (vgl. oben E. 3.4) unbegr�ndet.
4.1 Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tatsachen, ist damit Tatfrage und wird vom Bundesgericht nur auf Willk�r �berpr�ft. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz begr�ndet ist (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17 mit Hinweisen). Vors�tzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausf�hrt. Vors�tzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach st�ndiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der T�ter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung f�r m�glich h�lt, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg f�r den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerw�nscht sein. F�r den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der T�ter nicht gest�ndig ist - regelm�ssig nur auf �usserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln st�tzen, die ihm R�ckschl�sse von den �usseren Umst�nden auf die innere Einstellung des T�ters erlauben. Zu den �usseren Umst�nden, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, z�hlt namentlich die Gr�sse des dem T�ter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je gr�sser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f. mit Hinweisen).
4.2 Gem�ss den unangefochtenen Feststellungen der Vorinstanz stach der Beschwerdef�hrer mit einem K�chenmesser, das eine 15.5 cm lange Klinge aufwies, unkontrolliert und �berraschend zweimal mit Wucht auf die linke Seite des Oberk�rpers - nahe des Herzens - des Beschwerdegegners ein. Dabei f�hrte er das Messer von oben nach unten. Der Beschwerdegegner erlitt zwei thorakale Stichverletzungen links (nahe des Herzens) und eine Fraktur des Brustbeins. Die Verletzungen waren gem�ss dem Bericht des Luzerner Kantonsspitals vom 4. Juli 2008 potentiell lebensgef�hrlich, und der Tod konnte nur durch einen operativen Eingriff verhindert werden. Bei Messerstichen in den Brustbereich ist das Risiko der Tatbestandsverwirklichung, d.h. des Todes des Opfers, als hoch einzustufen. Es ist allgemein bekannt, dass Messerstiche in den Brustbereich den Tod eines Menschen verursachen k�nnen, was auch der Beschwerdef�hrer einr�umt. Zudem stach der Beschwerdef�hrer unkontrolliert zweimal mit Wucht zu. Die Vorinstanz folgert zutreffend, dass sich bei diesen Messerstichen in die Brust das Risiko t�dlicher Verletzungen als so wahrscheinlich aufdr�ngen musste, dass das Handeln des Beschwerdef�hrers als Inkaufnahme dieses Erfolges ausgelegt werden muss. Der Schluss auf eventualvors�tzliches Handeln des Beschwerdef�hrers verletzt daher entgegen seinen Vorbringen kein Bundesrecht.
5.1 Gem�ss Art. 113 StGB wird wegen Totschlags bestraft, wer vors�tzlich einen Menschen t�tet und dabei in einer nach den Umst�nden entschuldbaren heftigen Gem�tsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die heftige Gem�tsbewegung stellt einen besonderen psychologischen Zustand dar, der nicht pathologisch begr�ndet, sondern dadurch gekennzeichnet ist, dass der T�ter von einer starken Gef�hlserregung �berw�ltigt wird, die in einem gewissen Grad seine F�higkeit, die Situation einzusch�tzen oder sich zu beherrschen, einschr�nkt. Typisch ist, dass der T�ter mehr oder weniger unverz�glich auf ein Gef�hl, das ihn pl�tzlich �berw�ltigt, reagiert. Beispiele solcher Gef�hle sind J�hzorn, Wut, Eifersucht, Verzweiflung, Angst oder Best�rzung. Art. 113 StGB ber�cksichtigt auch andere Situationen, in denen die zu einer T�tung f�hrende Gem�tslage in vergleichbarer Weise als entschuldbar angesehen werden kann. Erfasst werden chronische seelische Zust�nde, die lange Zeit geschwelt haben, bis der T�ter v�llig verzweifelt keinen Ausweg mehr sieht. Mit der Privilegierung wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der T�ter aufgrund seines Zustands im Moment der T�tungshandlung nur noch beschr�nkt in der Lage war, sein Verhalten zu kontrollieren (BGE 119 IV 202 E. 2a S. 203 ff.; 118 IV 233 E. 2a S. 236; Urteile des Bundesgerichts 6B_304/2010 vom 20. Mai 2010 E. 2.3 und 6B_158/2010 vom 1. April 2010 E. 3.1.1; je mit Hinweisen).
Die heftige Gem�tsbewegung oder die grosse seelische Belastung m�ssen entschuldbar sein. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt der Begriff der Entschuldbarkeit voraus, dass die heftige Gem�tsbewegung oder die grosse seelische Belastung (und nicht etwa die Tat) bei objektiver Betrachtung nach den sie ausl�senden Umst�nden gerechtfertigt und die T�tung dadurch bei ethischer Beurteilung in einem milderen Licht erscheint. Es muss angenommen werden k�nnen, auch eine andere, anst�ndig gesinnte Person w�re in der betreffenden Situation leicht in einen solchen Affekt geraten. Die Frage der Entschuldbarkeit der grossen seelischen Belastung ist nicht notwendigerweise nach denselben Kriterien zu entscheiden, die im Falle der heftigen Gem�tsbewegung gelten. Es ist aber auch hier davon auszugehen, wie sich ein vern�nftiger Mensch unter denselben �usseren Umst�nden verhalten h�tte, und ob er aus diesen Gr�nden ebenfalls nicht mehr in der Lage gewesen w�re, die Situation richtig einzusch�tzen und zu meistern. Hat der T�ter die Konfliktsituation, welche die Gem�tsbewegung bzw. die seelische Belastung ausl�ste, selbst verschuldet oder doch vorwiegend durch eigenes Verhalten schuldhaft herbeigef�hrt, so ist der Affekt bzw. die seelische Belastung nicht entschuldbar (BGE 119 IV 202 E. 2a S. 204 f.; 118 IV 233 E. 2a S. 235 ff.; Urteil des Bundesgerichts 6B_158/2010 vom 1. April 2010 E. 3.1.1; je mit Hinweisen).
5.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz stelle unrichtigerweise fest, keine Partei habe geltend gemacht, er habe in einer nach den Umst�nden entschuldbaren heftigen Gem�tsbewegung bzw. unter grosser seelischer Belastung im Sinne von Art. 113 StGB gehandelt. Er habe ebendies bereits anl�sslich der Verhandlung vor Kriminalgericht vorgebracht. Zudem h�tte die Vorinstanz auch ohne diesbez�gliche Vorbringen seinerseits eine entschuldbare heftige Gem�tsbewegung bzw. eine grosse seelische Belastung annehmen m�ssen (Beschwerde S. 14).
5.3 Die Vorinstanz verletzt entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers (Beschwerde S. 14 ff.) kein Bundesrecht, indem sie festh�lt, der Beschwerdef�hrer habe die Tat nicht in einer nach den Umst�nden entschuldbaren heftigen Gem�tsbewegung bzw. unter grosser seelischer Belastung begangen (angefochtenes Urteil S. 10). Sie verweist diesbez�glich auf die Erw�gungen im erstinstanzlichen Urteil, wonach eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags entfalle, da - selbst wenn eine heftige Gem�tsbewegung oder ein Handeln unter grosser seelischer Belastung vorl�ge - die Entschuldbarkeit keinesfalls gegeben w�re (erstinstanzliches Urteil E. 2.5.6). Es ist nicht ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall eine allf�llige heftige Gem�tsbewegung oder grosse seelische Belastung entschuldbar sein soll. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine "Durchschnittsperson" in der Lage des Beschwerdef�hrers in eine solche heftige Gem�tsbewegung geraten w�re bzw. dass die Gegebenheiten zu einer grossen seelischen Belastung gef�hrt h�tten. Die Situation erscheint nicht als geeignet, eine besonnene Person in einen derartigen Zustand zu versetzten, dass sie im Moment der T�tungshandlung nur noch eingeschr�nkt f�hig w�re, ihr Verhalten zu kontrollieren.
6.1 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Der Angegriffene braucht nicht zu warten, bis es zu sp�t ist, sich zu wehren. Jedoch verlangt die Unmittelbarkeit der Bedrohung, dass Anzeichen einer Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahelegen, mit andern Worten, dass objektiv eine Notwehrlage besteht. Solche Anzeichen liegen z.B. vor, wenn der Angreifer eine drohende Haltung einnimmt, sich zum Kampfe vorbereitet oder Bewegungen macht, die in diesem Sinne gedeutet werden k�nnen. Erforderlich ist zudem, dass die Tat zum Zweck der Verteidigung erfolgt. Handlungen, die darauf gerichtet sind, einem zwar m�glichen, aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen, fallen nicht unter den Begriff der Notwehr. Zum Nachweis einer unmittelbaren Bedrohung reicht beispielsweise die Aussicht, dass ein Streitgespr�ch mit T�tlichkeiten enden k�nnte, nicht aus (BGE 93 IV 81 S. 83 f.).
Nach der Rechtsprechung muss die Abwehr nach der Gesamtheit der Umst�nde als verh�ltnism�ssig erscheinen. Eine Rolle spielen vor allem die Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsg�ter, die Art des Abwehrmittels und dessen tats�chliche Verwendung. Besondere Zur�ckhaltung ist bei der Verwendung von gef�hrlichen Werkzeugen zur Abwehr (Messer, Schusswaffen etc.) geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar t�dlicher Verletzungen mit sich bringt. Angemessen ist die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger gef�hrlichen und zumutbaren Mitteln h�tte abgewendet werden k�nnen, der T�ter wom�glich gewarnt worden ist und der Abwehrende vor der Benutzung des gef�hrlichen Werkzeugs das N�tige zur Vermeidung einer �berm�ssigen Sch�digung vorgekehrt hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_1005/2009 vom 18. Februar 2010 E. 3.2 f. mit Hinweisen).
�berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB).
Handelt der T�ter in einer irrigen Vorstellung �ber den Sachverhalt, so beurteilt das Gericht die Tat zu Gunsten des T�ters nach dem Sachverhalt, den sich der T�ter vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB).
6.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, es sei von einer Notwehrsituation auszugehen. Allenfalls habe er die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung �berschritten. Selbst wenn objektiv keine Notwehrsituation gegeben sei, sei er wegen des Vorliegens einer Putativnotwehrsituation freizusprechen (Beschwerde S. 17 f.).
6.3 Gest�tzt auf den willk�rfrei festgestellten Sachverhalt konnte die Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht schliessen, es habe im Zeitpunkt des Zustechens keine Notwehrlage bestanden. Mangels eines unmittelbar drohenden Angriffs f�llt rechtfertigende bzw. entschuldbare Notwehr (Art. 15 und Art. 16 StGB) ausser Betracht. Im fraglichen Moment bestand objektiv keine Notwehrlage, der Beschwerdef�hrer kam vielmehr allenfalls einem m�glichen Angriff zuvor. Der Beschwerdef�hrer befand sich auch nicht in einem Irrtum �ber einen unmittelbaren Angriff. Insbesondere ist daf�r nicht ausschlaggebend, dass allenfalls zu einem fr�heren Zeitpunkt t�tliche Handlungen zwischen den Beteiligten erfolgten. Der vermeintlich Angegriffene muss Umst�nde nachweisen k�nnen, die bei ihm den Glauben erwecken konnten, er befinde sich in einer Notwehrlage. Die blosse Vorstellung von der M�glichkeit eines Angriffs gen�gt nicht f�r die Annahme von Putativnotwehr (Urteil des Bundesgerichts 6P.76/2005 vom 15. November 2005 E. 5.3 mit Hinweis).