Source: https://www.fernlehrgang-heilpraktiker.com/forum/Thread-Clostridium_difficile?pid=296891
Timestamp: 2018-01-16 23:10:24
Document Index: 34383805

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§6', '§ 6', '§ 34', '§ 7', '§ 24', '§ 6', '§ 1']

Er hat keinerlei Symptome, daher besteht ja auch keine Meldepflicht.
Wie ist das in diesem Fall mit dem BHV ? Darf ich wegen des Keimnachweises den Darm generell nicht behandeln oder die übrige Dysbiose therapieren, muss aber die Clostridien außen vor lassen ?
danke für die interessante Frage, welche ich gerne mit verfolge.
Clostridium difficile, kann auch als harmloser Krankenhauskeim auftreten. Bei Schwächung des Darmökosystems beispielsweise durch Antibiosen, kann der keim sich vermehren und dabei Toxine frei setzen und eine CDI ( Clostridium difficile Infektion)/ CDAD ( Clostridien assoziierte Diarrhoe auslösen.
Behandlungsverbot gemäß § 24 §6 ( 1) Satz 1 Nr. 5a IfSG :
Zitat: Die Behandlung von Personen, die an einer der in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 2 und 5 oder § 34 Abs. 1 genannten übertragbaren Krankheiten erkrankt oder dessen verdächtig sind oder die mit einem Krankheitserreger nach § 7 infiziert sind, ist insoweit im Rahmen der berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde nur Ärzten gestattet.
Das "Zauberwort" ist dabei insoweit ( = in Bezug auf die Erkrankung). Bei deiner Frage ist das in der Tat speziell, weil ich nicht weiß ob es eine juristische Regelung diesbezüglich gibt. Wenn du das erkrankte Organ behandelst, lässt sich ja nicht immer deutlich trennen welche Infektion dadurch behandelt wird.
Ich könnte mir vorstellen, das es hierbei um juristische Feinheiten geht.
Zitat: (...) Als Behandlung im Sinne der Sätze 1 und 2 gilt auch der direkte und indirekte Nachweis eines Krankheitserregers für die Feststellung einer Infektion oder übertragbaren Krankheit; (...)
Mhm, echt spannend. Mich würde da auch echt interessieren ob es da schon Fälle/Entscheidungen gibt dazu. Denn ansonsten hätte ich an deiner Stelle ehrlich gesagt etwas Angst zu behandeln. Denn auch wenn du nicht die Infektion selbst behandelst, du behandelst halt den Darm. Und wie dir das im Zweifelsfall dann ausgelegt würde ist echt ne gute Frage.
Hmm, kann uns der liebe Horst weiterhelfen?
@ Silke : das Labor hat den Keim beim normalen Darmcheck ermittelt und einen Nachforderungsbogen gesendet, mit dem ich die toxinbildenden Stämme untersuchen lassen könnte, wenn ich es denn dürfte
Da der Patient aber keinerlei Durchfallsymptome zeigt, gehe ich ohnehin davon aus, dass wir es mit einem Nicht-Toxin-Bildner zu tun haben.
Ich werde am Montag Morgen mal das Gesundheitsamt anrufen - mal sehen, was die sagen. Hoffentlich erreiche ich direkt morgens den Amtsarzt, der Patient kommt nämlich schon um 10 Uhr zur Befundbesprechung
hier die Info des Amtsarztes : eine generelle Darmsanierung ist erlaubt, lediglich eine spezielle Behandlung der Clostridien nicht
Also, ich habe den ganz normalen Gesundheitscheck-Darm inkl. Nachweis von Clostridium difficile angefordert. Wenn ich jetzt die zweite Stuhlprobe nur für Clostridium difficile mache, darf ich das oder wäre dies nun ein direkter Erregernachweis?
Clostridium difficile ist in den angesprochenen Paragrafen des IfSG nicht direkt aufgeführt. Deren Geltungsbereich konnte (und kann) jedoch durch Rechtsverordnungen des Bundes ausgedehnt werden (§§ 24 Satz 3, 15 Abs. 1 IfSG) ausgedeht werden. Dies ist hinsichtlich der CDAD mit der Meldepflicht-Anpassungsverordnung vom 18.3.2016 geschehen, wonach "die Meldepflicht nach § 6 Abs. 1 Satz 1 IfSG" ausgedehnt wird auf die Erkrankung/Tod an einer Clostridium-difficile-Infektion mit klinisch schwerem Verlauf.
Ein derartiger klinisch schwerer Verlauf liegt nach § 1 Abs. 2 dieser Verordnung vor, wenn der Erkankte