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Timestamp: 2016-10-24 00:05:43
Document Index: 309677215

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE']

8C_284/2016 � � Urteil vom 7. September 2016
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 29. M�rz 2016.
A.a.�A.________ war Assistenzarzt am Spital B.________ und damit bei den Winterthur Versicherungen - heute AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) - obligatorisch unfallversichert. Am 23. Dezember 2003 wurde er als Fussg�nger von einem Auto angefahren. Gleichentags liess er sich im Spital B.________, Klinik f�r Unfallchirurgie, ambulant behandeln. Die dortigen �rzte diagnostizierten am 13. Januar 2004 eine Kontusion und Sch�rfungen am Ober-/Unterschenkel rechts sowie an der Ferse links. Die AXA kam f�r die Heilbehandlung und das Taggeld auf. Am 21. November 2008 f�hrte PD Dr. med. C.________, Klinik D.________, eine H�ftarthroskopie rechts durch. Mit Verf�gung vom 25. Juni 2009 stellte die AXA ihre Leistungen ab 21. November 2008 mangels nat�rlicher Unfallkausalit�t der geklagten Beschwerden ein. Die Einsprache des Versicherten wies sie mit Entscheid vom 8. September 2011 ab. Seine Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich dahingehend gut, dass es den Einspracheentscheid aufhob und die Sache an die AXA zur�ckwies, damit sie nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen �ber den Leistungsanspruch neu entscheide (Entscheid vom 25. September 2012). Auf die Beschwerde der AXA trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_949/2012 vom 14. Dezember 2012 nicht ein.
A.b.�Die AXA holte ein Gutachten des Dr. med. E.________, Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 17. November 2013 ein. Der Versicherte reichte ein Aktengutachten des Dr. med. F.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, vom 1. September 2014 ein. Die AXA zog eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med. G.________, Facharzt Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie FMH, vom 15. Dezember 2014 bei. Mit Verf�gung vom 6. M�rz 2014 stellte sie die Leistungen per 31. M�rz 2004 ein und verzichtete auf die R�ckforderung der bis Oktober 2008 erbrachten Leistungen f�r Heilungskosten. Hieran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 2. Juli 2014 fest.
Hiegegen erhob der Versicherte beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich Beschwerde. Er reichte unter anderem eine Stellungnahme des Dr. med. F.________ vom 9. M�rz 2015 ein. Die AXA legte eine Stellungnahme des Dr. med. G.________ vom 7. M�rz 2015 auf. Mit Entscheid vom 29. M�rz 2016 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides seien ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen (namentlich Heilbehandlung, Rente und Integrit�tsentsch�digung) zu erbringen; eventuell sei ein gerichtliches Obergutachten anzuordnen.
Die AXA schliesst auf Beschwerdeabweisung. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 29. Juli 2016 h�lt der Versicherte an den Beschwerdeantr�gen fest.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen betreffend den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers erforderlichen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) und den massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsanspr�che bedarf es verl�sslicher medizinischer Entscheidgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Gutachtens ist demnach entscheidend, ob es f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweis auf 125 V 351 E. 3a S. 352). Dabei hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der Beweisw�rdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien f�r die Beweisw�rdigung aufzustellen. So darf den von Versicherungstr�gern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden, Gutachten externer Spezial�rzte (so genannte Administrativgutachten) voller Beweiswert zuerkannt werden, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).
3.1.�Dr. med. E.________ diagnostizierte im Administrativgutachten vom 17. November 2013 unter anderem chronische H�ftgelenksbeschwerden (Coxalgie) rechts (ICD-10 M25.55R) bei erstmaligem Nachweis eines Impingement-Syndroms (ICD-10 M24.85R) im Bereich des rechten H�ftgelenks im Zusammenhang mit einer MRI am 19. Januar 2005 bei gleichzeitigem Nachweis eines Einrisses der knorpeligen Gelenklippe (Labrum-L�sion) und deren Verk�rzung an der H�ftgelenkspfanne rechts; anl�sslich der MRI vom 17. Januar 2008 erstmalige Diagnose eines m�ssigen Cam-Impingements femoro-acetabul�r rechts; dezent beginnende H�ftgelenksarthrose rechts (ICD-10 M16.9R).
Zu pr�fen ist, ob die AXA aufgrund des Unfalls vom 23. Dezember 2003 f�r die H�ftproblematik rechts nach dem 31. M�rz 2004 leistungspflichtig ist.
3.2.�Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, Dr. med. E.________ habe im Gutachten vom 17. November 2013 Ausf�hrungen zum konkreten Ablauf des Unfalls vom 23. Dezember 2003 gemacht und in Frage gestellt, ob der Versicherte �berhaupt an der rechten H�fte verletzt worden sei. Es k�nne offen bleiben, ob diese Ausf�hrungen zutr�fen. Denn aus diesem Gutachten gehe schl�ssig hervor, dass die vom Versicherten nach Mitte M�rz 2004 noch geklagten Beschwerden nicht mehr auf diesen Unfall zur�ckzuf�hren seien. Demnach sei es nicht zu beanstanden, dass die AXA gest�tzt auf dieses Gutachten und die es best�tigenden Stellungnahmen des Dr. med. G.________ vom 15. Dezember 2014 und 7. Mai 2015 ihre Leistungen per 31. M�rz 2004 eingestellt habe.
Der Versicherte legt neu ein Protokoll betreffend die Einvernahme des Unfallverursachers vom 23. Dezember 2003 auf. Hierbei handelt es sich um ein unechtes Novum, dessen Einreichung nur im Rahmen von Art. 99 Abs. 1 BGG zul�ssig ist. Der Versicherte legt nicht dar, inwiefern erst der kantonale Entscheid zur Anrufung der obigen Urkunde Anlass gibt bzw. dass ihm deren Beibringung im vorinstanzlichen Verfahren trotz hinreichender Sorgfalt prozessual unm�glich und objektiv unzumutbar war. Sie ist somit unbeachtlich (vgl. nicht publ. E. 1.3 des Urteils BGE 138 V 286, in SVR 2012 FZ Nr. 3 S. 7 [8C_690/2011]; Urteil 8C_285/2016 vom 22. Juli 2016 E. 5.1). Soweit der Versicherte neu den allgemein zug�nglichen Artikel Labruml�sionen des H�ftgelenks der Autoren S.D. Steppacher/M. Tannast/K.A. Siebenrock auflegt, ist dies zul�ssig (nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 136 V 395, in SVR 2011 KV Nr. 5 S. 20 [9C_334/2010]).
5.1.�Die �berlegungen des Gutachters Dr. med. E.________ zum Unfallablauf wurden zur Hauptsache durch die Angaben des Beschwerdef�hrers im Rahmen der Anamneseerhebung veranlasst, etwa in Bezug auf die angegebene Geschwindigkeit des Unfallwagens von 40 km/h. Dass der Versicherte bei einer Kollision mit diesem Tempo ganz anders verletzt worden w�re, bedarf keiner weiterer Er�rterungen. Unter diesen Umst�nden lag es nahe, dass sich Dr. med. E.________ Gedanken zum Unfallhergang machte, wobei er - entgegen der Auffassung des Versicherten - die fachlichen Grenzen nicht in unzul�ssiger Weise �berschritt.
5.2.1.�Den Ausschluss einer "gravierenden Beteiligung des rechten H�ftgelenks" an der Kollision st�tzte Dr. med. E.________ im �brigen nicht ausschliesslich oder in erster Linie auf seine unfallmechanischen �berlegungen, sondern vor allem auf die bei der Erstbehandlung erhobenen Befunde. Seine abschliessende Einsch�tzung beruhte zudem auf einer gesamthaften Betrachtung, insbesondere den Schilderungen des behandelnden Arztes Dr. med. H.________, Pr�vention Rehabilitation Training an der Klinik I.________, im Zeitraum vom 12. Januar 2004 bis 18. M�rz 2004, der Bildgebung und dem operativen Befund des PD Dr. med. C.________ vom 21. November 2008 und 28. Januar 2009.
5.2.2.�Dass bereits unmittelbar nach dem Unfall vom 23. Dezember 2003 eine starke Schwellung im Bereich der rechten H�fte bestanden h�tte, ist entgegen dem Versicherten nicht belegt. Zwar f�hrten die �rzte des Spitals B.________, wo er am Unfalltag ambulant behandelt wurde, im Rahmen der Anamnese aus, er sei vom Auto an der rechten H�fte erfasst worden. Eine �usserlich sichtbare Verletzung oder Beschwerden in diesem Bereich wurden jedoch nicht festgestellt (Bericht vom 13. Januar 2004). Am 12. Januar 2004 erhob der behandelnde Arzt Dr. med. H.________ zwar subjektive Angaben des Versicherten betreffend vermehrte Schmerzen und eine starke Schwellung im Bereich der H�fte, aber keinen derartigen objektiven Befund. Vielmehr stellte er fest, die H�ftbeweglichkeit sei beidseits frei und indolent.
5.2.3.�Selbst wenn davon ausgegangen wird, der Versicherte habe zeitnah zum Unfall vom 23. Dezember 2003 an H�ftbeschwerden rechts gelitten, kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn am 18. M�rz 2014 f�hrte Dr. med. H.________ aus, der Versicherte sei gem�ss eigener Aussage absolut beschwerdefrei betreffend die urspr�ngliche Unfallproblematik. Diesbez�glich schloss der Arzt die Behandlung ab. Danach fand sich, wie auch der Gutachter Dr. med. E.________ festhielt, erst im Bericht der Klinik J.________ vom 9. November 2004 �ber die vortags erfolgte Untersuchung des Versicherten ein Hinweis auf rechtsseitige H�ftbeschwerden. Dieser klagte damals, bei vermehrter Belastung, wie beim Kraft- oder Konditionstraining, komme es aktuell wieder zu deutlicheren Schmerzen unter anderem im Bereich der rechten H�fte.
Je gr�sser der zeitliche Abstand bis zum erneuten Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 55 E. 2.2.2 [8C_331/2015]). Nach dem Behandlungsabschluss vom 18. M�rz 2004 bestand mithin ein mehrmonatiges beschwerdefreies Intervall. Auch in diesem Lichte ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nach einl�sslicher W�rdigung gest�tzt auf das Gutachten des Dr. med. E.________ die H�ftbeschwerden rechts nicht �berwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 23. Dezember 2003 zur�ckf�hrte, und zwar nicht einmal im Sinne einer richtungweisenden Verschlimmerung des aktenm�ssig belegten vorbestehenden Gesundheitsschadens an der H�fte rechts. Von einem R�ckfall oder Sp�tfolgen (Art. 11 UVV) kann ebenfalls nicht ausgegangen werden (vgl. auch Urteil 8C_389/2011 vom 7. Oktober 2011 E. 5.2).
5.3.�Insgesamt hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass keine Indizien ersichtlich sind, die gegen die Zuverl�ssigkeit des von Dr. med. E.________ am 17. November 2013 erstatteten Gutachtens sprechen. An diesem Ergebnis verm�gen das vom Versicherten angerufene Aktengutachten des Dr. med. F.________ vom 1. September 2014 samt seiner Stellungnahme vom 9. M�rz 2015 und das Gutachten des behandelnden Arztes PD Dr. med. C.________ vom 10. November 2006 bzw. sein Bericht vom 28. Januar 2009 nichts zu �ndern. Auch auf den aufgelegten Artikel aus einer medizinischen Fachzeitschrift ist nicht n�her einzugehen (vgl. E. 4 hievor).
5.4.�Der Versicherte r�gt, die AXA habe ihre Leistungspflicht f�r die H�ftbeschwerden rechts bis 21. November 2008 akzeptiert, weshalb sie die Beweislast f�r das Fehlen der Unfallkausalit�t trage. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Parteien im Sozialversicherungsprozess eine Beweislast in der Regel nur insofern tragen, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die �berwiegende Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 222; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2 [8C_354/2007]). Da die Vorinstanz zu Recht nicht von einem Zustand der Beweislosigkeit ausging, sondern zu einem Beweisergebnis gelangte, greift die Umkehr der Beweislast nicht.
5.5.�Da von weiteren Abkl�rungen keine entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten sind, verzichtete die Vorinstanz darauf zu Recht (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236).