Source: http://exploredoc.com/doc/9816600/abstimmungsbrosch%C3%BCre-vom-5.-juni-2016
Timestamp: 2020-04-07 17:53:45
Document Index: 56837028

Matched Legal Cases: ['§ 65', '§ 64', '§ 38', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 4', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 4', '§ 6', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 38', '§ 3', '§ 5', '§ 51', '§ 7', '§ 7', '§ 51', '§ 148', '§ 160', '§ 8', '§ 12', '§ 13', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 28', '§ 29']

Abstimmungsbroschüre vom 5. Juni 2016
Neuregelung der familienergänzenden Kinderbetreuung:
Aargauische Volksinitiative und Gegenvorschlag
6a Aargauische Volksinitiative «''Kinder und Eltern''
für familienergänzende Betreuungsstrukturen»
(Hauptabstimmung)
6b Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung
(Kinderbetreuungsgesetz, KiBeG) (Gegenvorschlag)
Wegfall des Steueranteils bei den Grundbuchabgaben
7 Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetz
buch und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB)
Änderung vom 1. März 2016
Hörzeitschrift für lesebehinderte Bürgerinnen und Bürger
Für blinde, seh- oder sonst lesebehinderte Bürgerinnen und
Bürger bietet der Kanton Aargau die Erläuterungen des Regierungsrats zu den Abstimmungsvorlagen auch kostenlos als
Hörzeitschrift an. Diese wird in Zusammenarbeit mit der
Schweizerischen Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte (SBS) im international anerkannten Daisy-Format produziert und auf einer CD verschickt. Bücher und Zeitschriften im
Daisy-Format können auf speziellen Daisy-Playern, aber auch
auf dem Computer oder auf allen MP3-fähigen CD- oder DVDPlayern abgespielt werden. Zusätzlich werden die Daisy-Dateien
auf den Abstimmungsseiten des Kantons im Internet bereitgestellt: siehe www.ag.ch/abstimmungen.
Wenn Sie blind, seh- oder lesebehindert sind und die Erläute­
rungen des Regierungsrats an die Stimmberechtigten zu den
Abstimmungsvorlagen in Zukunft als Daisy-Hörzeitschrift
erhalten möchten, können Sie diese direkt bei der SBS abon­
nieren. Bitte melden Sie sich unter [email protected] oder
Telefon 043 333 32 32.
Weiterführende Informationen zu den einzelnen
Vorlagen finden Sie unter dem folgenden Link:
www.ag.ch/abstimmungen
Der Regierungsrat unterbreitet Ihnen zusammen mit dem
Grossen Rat folgende Vorlagen zur Abstimmung:
Erläuterung des Regierungsrats
6a Aargauische Volksinitiative «"Kinder und Eltern" für familien
ergänzende Betreuungsstrukturen» (Hauptabstimmung)
und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB)
Argumente der Vertreterinnen des
Behördenreferendums
Neuregelung der familienergänzenden Kinderbetreuung: Volksinitiative und Gegenvorschlag
Der Grosse Rat hat am 25. August 2015 mit 90
zu 39 Stimmen das Volksbegehren abgelehnt
und am 12. Januar 2016 dem Kinderbetreuungsgesetz (KiBeG) als Gegenvorschlag mit 68 zu 68
Stimmen durch Stichentscheid des Grossratspräsidenten zugestimmt.
Regierungsrat und Grosser Rat empfehlen Ihnen
ein «NEIN» zur Volksinitiative und ein «JA» zum
Der Aargauer Abstimmungsmodus bei Initiative und Gegenvorschlag
Gestützt auf § 65 Abs. 3 der Kantonsverfassung haben die
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gleichzeitig in einer
Hauptabstimmung über die Initiative und in einer Eventualabstimmung über den Gegenvorschlag zu entscheiden.
Die Initiative gilt dabei in jedem Fall als angenommen, wenn
sie mehr Ja- als Nein-Stimmen auf sich vereinigt. In diesem
Fall wird der Gegenvorschlag hinfällig. Nur wenn die Initiative abgelehnt wird, kommt der Gegenvorschlag zum Tragen, sofern er mehr Ja- als Nein-Stimmen auf sich vereinigt.
«"Kinder und Eltern" für familienergänzende
Betreuungsstrukturen» vom 9. April 2013
(Kinderbetreuungsgesetz, KiBeG) vom 12. Januar 2016
(Gegenvorschlag)
Der Grosse Rat des Kantons Aargau hat am 25. August 2015 über
die Volksinitiative «"Kinder und Eltern" für familienergänzende
Betreuungsstrukturen» beraten und sich mit 90 zu 39 Stimmen
gegen das Begehren ausgesprochen.
Am 12. Januar 2016 hat der Grosse Rat das Gesetz über die
familienergänzende Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsgesetz,
KiBeG) als Gegenvorschlag mit 68 zu 68 Stimmen durch Stichentscheid des Grossratspräsidenten gutgeheissen.
Regierungsrat und Grosser Rat empfehlen Ihnen die Volksinitiative
zur Ablehnung und den Gegenvorschlag zur Annahme.
Der Staatskanzlei sind am 9. April 2013 die Unterschriftenlisten der Volksinitiative «"Kinder und Eltern" für familienergänzende Betreuungsstrukturen» mit 3'289 gültigen Unterschriften eingereicht worden.
Die Initiative verlangt eine umfassende Regelung der familienergänzenden Kinderbetreuung. Die Einzelheiten sollen weitgehend durch den Regierungsrat und damit für den ganzen Kanton einheitlich festgelegt werden.
Der Gegenvorschlag regelt nur die wesentlichen Grundzüge der
familienergänzenden Kinderbetreuung. Den Gemeinden wird
ein grosser Handlungsspielraum bei der Ausgestaltung der
Detailregelung eingeräumt, so dass auf die lokalen Verhältnisse
Rücksicht genommen werden kann.
Ausführungen zur derzeitigen Situation
Die familienergänzende Kinderbetreuung erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Ausbildung und verbessert die gesellschaftliche – insbesondere die sprachliche – Integration der Kinder. Die Chancen auf eine erfolgreiche Schulzeit
und spätere Erwerbstätigkeit verbessern sich. Diese positiven
Auswirkungen stellen sich jedoch nur ein, wenn genügend
bezahlbare Betreuungsangebote vorhanden sind. In vielen
Aargauer Gemeinden ist der Bedarf an Betreuungsplätzen nicht
gedeckt. Eine Umfrage der Gemeindeammänner-Vereinigung
des Kantons Aargau vom Juni 2015 hat ergeben, dass in der
Hälfte der Gemeinden familienergänzende Kinderbetreuung
angeboten wird. Nur jede fünfte Gemeinde beteiligt sich an
den Betreuungskosten für Vorschulkinder und jede vierte an
den Kosten für Randstundenbetreuung oder Mittagstische für
Der Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungskosten und
dem Anreiz, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist wissenschaftlich belegt. Erziehungsberechtigte lassen ihre Kinder nur
dann familienergänzend betreuen, wenn sie sich die Betreuung
auch finanziell leisten können. Viele Mütter würden gerne ins
Erwerbsleben zurückkehren oder das Arbeitspensum erhöhen.
Gemäss einer Berechnung der Industrie- und Handelskammer
St. Gallen-Appenzell wurden gesamtschweizerisch 5,75 Milliarden Franken in die Ausbildung von Frauen investiert, die
derzeit nicht erwerbstätig sind. Man geht von einem ungenutzten potenziellen Erwerbsvolumen von 44,7 Millionen Stunden
pro Jahr aus. Gerade im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel ist es wichtig, dass insbesondere hochqualifizierte
Frauen im Arbeitsprozess verbleiben oder wieder erwerbstätig
Nach geltender Rechtslage ist es den Gemeinden freigestellt,
ob sie ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot bereitstellen und sich finanziell beteiligen. Die vielerorts vorhandenen langen Wartelisten für Betreuungsplätze belegen, dass im
Aargau der Bedarf nicht gedeckt ist. Die öffentliche Hand gab
in der Schweiz im Jahr 2009 1,4 % des Bruttoinlandprodukts
(BIP) für die Kinderbetreuung aus. Im Vergleich dazu flossen
im Kanton Aargau 2011 0,04 % des BIP in die familienergänzende Kinderbetreuung. Das freiwillige Engagement der Gemeinden ist zu gering, um das vorhandene Potenzial der Frauen
Stärkung der familienergänzenden Kinderbetreuung
Eine Stärkung der familienergänzenden Kinderbetreuung wirkt
• Die Integration und damit die Sozialisation der Kinder
verbessert sich. Dadurch reduzieren sich schulische Sondermassnahmen.
• Eine Mehrbeschäftigung der Erziehungsberechtigten führt
zu zusätzlichen Steuereinnahmen und tieferen Sozialhilfekosten.
• Der Fachkräftemangel verringert sich.
Eine bessere Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt ermöglicht die Äufnung der Altersvorsorge und verhindert
damit die Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe im Rentenalter.
• Die Standortattraktivität von Kanton und Gemeinden wird
Der Gesetzesentwurf der Volksinitiative beinhaltet im Wesentlichen Folgendes:
• Die Gemeinden werden verpflichtet, für ein bedarfsgerech tes Angebot an familienergänzender Betreuung von Kin dern bis zum Ende der Schulpflicht zu sorgen. Die Ge meinden können diese Angebote selber führen oder in
Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden oder Dritten bereitstellen.
• Der Regierungsrat regelt die Einzelheiten zur Erhebung des
• Die Benützung der Betreuungsangebote ist freiwillig.
• Die Betreuungsformen und die Öffnungszeiten der Leis tungserbringer werden kantonsweit einheitlich festgelegt.
Der Regierungsrat legt für den ganzen Kanton einheitliche
Qualitätsanforderungen an die Leistungserbringer fest. Diese
betreffen die Ausbildung des Personals, die Infrastruktur
und die Qualitätssicherung.
• Die Leistungserbringer unterstehen der Aufsicht durch die
Standortgemeinden. Dem Kanton obliegt die Oberaufsicht.
• Die Erziehungsberechtigten beteiligen sich nach Massgabe
ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit an den Kosten.
• Die Wohnsitzgemeinden legen die Beiträge der Erzie hungsberechtigten fest. Der Regierungsrat bestimmt die
Rahmenbedingungen für die Tarifmodelle.
• Die Restkosten übernehmen je zur Hälfte die Wohnsitzge meinden und der Kanton.
Was will der Gegenvorschlag?
Der Gesetzesentwurf des Gegenvorschlags beinhaltet im Wesentlichen Folgendes:
Die Gemeinden werden verpflichtet, den Zugang zu einem
bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. Die Aufgabe kann in Zusammenarbeit mit
anderen Gemeinden oder Dritten (zum Beispiel mit Arbeitgebern) erfüllt werden.
• Die Gemeinden legen die Qualitätsanforderungen an die
Leistungserbringer fest und sind für die Aufsicht zuständig.
• Die Erziehungsberechtigten tragen die Kosten. Die Wohn sitzgemeinden beteiligen sich nach Massgabe der wirt schaftlichen Leistungsfähigkeit der Erziehungsberechtigten.
Wo liegen die Unterschiede zwischen der Volksinitiative und dem
Die Volksinitiative und der Gegenvorschlag unterscheiden sich
im Umfang und der Tiefe der Regelungen. Die Volksinitiative
will eine kantonsweit einheitliche, umfassende Neuregelung
der familienergänzenden Kinderbetreuung. Der Gegenvorschlag regelt nur die wesentlichen Grundzüge und belässt den
Gemeinden einen grossen Handlungsspielraum.
Die beiden Vorlagen unterscheiden sich im Wesentlichen wie
• Die Volksinitiative sieht Betreuungsangebote für Kinder bis
zum Ende der Schulpflicht vor, der Gegenvorschlag bis zum
Abschluss der Primarschule.
Die Volksinitiative legt die Betreuungsformen fest (Kindertagesstätten oder Tagesfamilien für Vorschulkinder, Tagesstrukturen für Primarschulkinder, Mittagstische für Jugendliche der Oberstufe). Schulkinder können nicht durch
Tagesfamilien betreut werden, obwohl dies bei geringem
Bedarf die kostengünstigste Betreuungsform ist. Gemäss
Gegenvorschlag sind die Gemeinden bei der Wahl der
Betreuungsformen frei.
• Die Volksinitiative will eine über den ganzen Kanton ein heitliche Qualität der familienergänzenden Kinderbe treuung sicherstellen, indem der Regierungsrat Quali tätsstandards erlässt. Im Gegenvorschlag obliegt dies den
Gemäss Volksinitiative wird die familienergänzende Kinderbetreuung durch die Erziehungsberechtigten, die Gemeinden und den Kanton finanziert, im Gegenvorschlag
durch die Erziehungsberechtigten und die Gemeinden.
Die Volksinitiative will die Kostenbeteiligung der Erziehungsberechtigten vereinheitlichen, indem der Regierungsrat die Eckwerte festlegt. Der Gegenvorschlag belässt den
Gemeinden ihre Autonomie.
Beide Vorlagen wollen die Gemeinden nur dann verpflichten,
ein Betreuungsangebot bereitzustellen, wenn tatsächlich ein
Bedarf besteht. Ist der Bedarf bereits gedeckt oder besteht kein
solcher, muss die Gemeinde keine Betreuungsplätze schaffen.
Gründe für die Annahme der Volksinitiative (Meinung der Minderheit
im Grossen Rat)
Eine Minderheit im Grossen Rat spricht sich aus folgenden
Gründen für eine Annahme der Volksinitiative aus:
Das Wohl der Kinder steht an erster Stelle. Nur mit kantonsweit einheitlichen und genügend hohen Qualitätsanforderungen an die Leistungserbringer kann sichergestellt
werden, dass die Entwicklung und Integration der Kinder
Der Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten soll auf dem
gesamten Kantonsgebiet nach den gleichen Kriterien festgelegt werden. Der Wohnort einer Familie darf nicht darüber bestimmen, ob ein Kinderbetreuungsangebot genutzt
• Eine sozialverträgliche Finanzierung und damit Gerechtig keit für alle Erziehungsberechtigten kann mit der Initiative
am besten erreicht werden.
Gründe für die Ablehnung des Gegenvorschlags (Meinung der Minderheit im Grossen Rat)
Gründen für eine Ablehnung des Gegenvorschlags aus:
• Die Kinderbetreuung ist keine Staatsaufgabe.
In vielen Aargauer Gemeinden sind familienergänzende
Kinderbetreuungsangebote im Aufbau begriffen oder sind
bereits vorhanden. Die Minderheit befürchtet, dass Innovationen von Privaten oder Unternehmen mit dem neuen
Gesetz untergraben werden.
Bereits heute stellen die Gemeinden auf freiwilliger Basis
familienergänzende Kinderbetreuungsangebote bereit und
leisten finanzielle Unterstützung. Die Minderheit geht davon aus, dass der Bedarf an familienergänzender Kinderbetreuung gedeckt ist. Es sollen keine neuen Betreuungsangebote errichtet werden, die ungenutzt bleiben.
Das geltende Recht genügt. Die Gemeinden sollen auch in
Zukunft eigenständig festlegen können, ob sie für ein bedarfsgerechtes familienergänzendes Kinderbetreuungsangebot sorgen und ob sie sich an den Kosten beteiligen wollen.
Um gewisse Qualitätsstandards in der familienergänzenden
Kinderbetreuung zu etablieren, ist kein neues Gesetz erforderlich. Der Kanton stellt den Gemeinden bereits heute unverbindliche Empfehlungen als Hilfsmittel zur Verfügung.
• Die finanziell angespannte Lage der Gemeinden lässt es
nicht zu, dass diese verpflichtet werden, die familienergän zende Kinderbetreuung zu subventionieren.
Volksinitiative «"Kinder und Eltern" für familienergänzende Betreuungsstrukturen»
Das Initiativkomitee macht geltend
Gute familienergänzende Betreuungsstrukturen sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und vor allem: für
Die Initiative "Kinder und Eltern" will, dass jede Gemeinde
bei ausgewiesenem Bedarf ein Angebot an Kinderkrippen oder
Tagesfamilien für die Kleinsten, Tagesstrukturen samt Mittagstisch für die Kindergarten- und Primarschulkinder und Mittagstische für Jugendliche der Oberstufe sicherstellen muss.
Die Gemeinden können diese Angebote selber führen, in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden sicherstellen oder den
Auftrag an Dritte vergeben.
Die Initiative stellt das Wohl der Kinder ins Zentrum. Diese
haben ein Recht auf möglichst gute Rahmenbedingungen für
ihre Entwicklung und Integration sowie auf bessere Chancen
für eine erfolgreiche Schulzeit.
Im Gegensatz zum Gegenvorschlag garantiert die Initiative:
• dass die Betreuung in hoher Qualität sichergestellt ist.
Der positive Einfluss auf die Entwicklung der Kinder entsteht nur, wenn die Betreuerinnen und Betreuer entsprechend ausgebildet sind und ein pädagogisches Konzept
besteht. Damit die Qualität gewährleistet ist, braucht es die
unabhängige Oberaufsicht durch den Kanton.
• dass alle Eltern sich die Betreuung ihrer Kinder leisten
Es ist daher unabdingbar, dass die Elternbeiträge
verträglich abgestuft sind und in allen Gemeinden ver gleichbare Tarife bestehen.
Betreuungsstrukturen»
«Gestützt auf § 64 der Aargauischen Kantonsverfassung (SAR 110.000)
stellen die unterzeichnenden im Kanton Aargau stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger folgendes Initiativbegehren auf Erlass eines Gesetzes:
Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsgesetz)
Gestützt auf § 38 der Kantonsverfassung
Das Gesetz legt den Rahmen für die Angebote der familienergänzenden
Kinderbetreuung fest.
Die familienergänzende Kinderbetreuung bezweckt die:
a) Entwicklung und Integration der Kinder zu fördern sowie die Chan cengerechtigkeit für die Kinder zu verbessern;
b) Vereinbarkeit von Familie und Arbeit oder Ausbildung zu erleichtern.
§ 2 Angebot der Gemeinden
Die Gemeinden sorgen für ein bedarfsgerechtes Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis Ende Schulpflicht.
Sie bieten das Angebot der familienergänzenden Betreuungsstrukturen
selber an oder stellen sicher, dass die Aufgabe mittels Leistungsvereinbarungen an Dritte übertragen oder das Angebot in Zusammenarbeit mit
anderen Gemeinden bereitgestellt wird.
Das Angebot umfasst folgende Betreuungsformen:
a) Kindertagesstätten oder Tagesfamilien für Kinder bis zum Eintritt in
den Kindergarten;
b) Tagesstrukturen für Schulkinder bis Ende Primarschulstufe;
c) Mittagstisch für die Jugendlichen der Oberstufe.
Die Betreuungsformen gemäss Absatz 2 lit. a und b werden in der Regel
ganzjährig von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 18 Uhr angeboten.
Der Regierungsrat definiert die Betreuungsformen und regelt die Einzelheiten zur Erhebung des Bedarfs. Er berücksichtigt dabei die Zwecke in
§ 1 angemessen.
Die Benützung der Betreuungsangebote ist freiwillig.
§ 3 Kantonale Aufgaben
Das zuständige Departement
a) nimmt die Oberaufsicht über die familienergänzende Kinderbetreu ung wahr;
b) berät und unterstützt die Gemeinden;
c) stellt den Gemeinden für jede Betreuungsform ein Musterreglement
über die finanzielle Beteiligung der Erziehungsberechtigten zur Verfügung;
d) definiert die Begriffe der Betreuungsformen.
Der Regierungsrat legt unter Berücksichtigung der unterschiedlichen
Ausgestaltung der Angebote die Anforderungen fest für:
a) die Ausbildung des Personals;
b) die Infrastruktur der Betreuungsangebote;
c) die Qualitätssicherung, insbesondere die pädagogischen Anforderungen.
§ 4 Aufsicht und Bewilligung
Leistungserbringer, die familienergänzende Kinderbetreuung gemäss § 2
anbieten, benötigen eine Bewilligung der Standortgemeinde.
Die Bewilligung wird erteilt, sofern die Anforderungen gemäss § 3 Abs. 2
Die Aufsicht obliegt der Standortgemeinde.
§ 5 Allgemeine Grundsätze der Finanzierung
Die Erziehungsberechtigten haben Anspruch auf Beiträge der öffentlichen Hand, wenn sie ein Angebot im Kanton Aargau nutzen, das die
Betriebsbewilligung gemäss § 4 erhalten hat.
a) Beiträge der Erziehungsberechtigten;
b) Beiträge der öffentlichen Hand; je zur Hälfte von Kanton und Wohn-
sitzgemeinde der Erziehungsberechtigten.
Die Auszahlung der Beiträge der öffentlichen Hand erfolgt in Form der
Subjektfinanzierung durch die Gemeinde. Sie kann direkt an die Erziehungsberechtigten oder an die betreuende Institution erfolgen.
§ 6 Beiträge der Erziehungsberechtigten
Die Wohnsitzgemeinde legt die Beiträge der Erziehungsberechtigten fest.
Bei der Festlegung der Beiträge ist auf die finanzielle Leistungsfähigkeit
der Erziehungsberechtigten und deren Konkubinatspartner sowie auf die
Anzahl der zu betreuenden Kinder einer Familie Rücksicht zu nehmen.
Die Beiträge der Erziehungsberechtigten sind höchstens kostendeckend
und so angesetzt, dass sich auch Erziehungsberechtigte mit tiefem Einkommen die Angebote der familienergänzenden Kinderbetreuung leisten
§ 7 Beiträge der öffentlichen Hand
Bei den Angeboten gemäss § 2 Abs. 2 legt die Wohnsitzgemeinde der
Erziehungsberechtigten den Beitrag der öffentlichen Hand mittels Normkosten abzüglich des Elternbeitrags, der sich aus Sockel- und abgestuftem
Leistungsbeitrag zusammensetzt, fest. Die Wohnsitzgemeinde kann auf
eigene Kosten über die Normkosten hinausgehende Beiträge leisten.
Bei den Angeboten gemäss § 2 Abs. 2 lit. a kann die Wohnsitzgemeinde
den Beitrag der öffentlichen Hand den Erziehungsberechtigten in Form
von Betreuungsgutscheinen zustellen.
Der Regierungsrat regelt die Einzelheiten. Insbesondere legt er für jede
Betreuungsform die Normkosten und die Rahmenbedingungen für die
Tarifmodelle fest. Der Regierungsrat nimmt periodisch eine Evaluation
Das Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung ist spätestens
zwei Jahre nach Annahme durch das Volk in Kraft zu setzen.
Der Regierungsrat erlässt Koordinationsbestimmungen mit der Zielsetzung, dass bisher vom Kanton unterstützte Einrichtungen keinen Nachteil
erleiden.»
über die familienergänzende Kinderbetreuung
(Kinderbetreuungsgesetz, KiBeG)
gestützt auf § 38 Abs. 1 der Kantonsverfassung,
Das Gesetz legt den Rahmen für die familienergänzende Kinderbetreuung
Die familienergänzende Kinderbetreuung bezweckt
a) die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit oder Ausbildung zu erleichtern,
b) die gesellschaftliche, insbesondere die sprachliche Integration und
die Chancengerechtigkeit der Kinder zu verbessern.
Die Gemeinden sind verpflichtet, den Zugang zu einem bedarfsgerechten
Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. Die Aufgabe kann in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden oder Dritten erfüllt werden.
Die Benützung des Angebots ist freiwillig.
§ 3 Qualität und Aufsicht
Der Gemeinderat der Standortgemeinde legt Standards zur Qualität des
Angebots fest und ist für die Aufsicht zuständig.
Die Erziehungsberechtigten tragen die Kosten der familienergänzenden
Kinderbetreuung. Ihr Beitrag ist höchstens kostendeckend.
Die Wohngemeinde beteiligt sich unabhängig vom Betreuungsort nach
Massgabe der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Erziehungsberechtigten.
§ 5 Unterstützung des Kantons
Der Kanton kann Unterstützung bieten, zum Beispiel durch Erstellung
eines Leitfadens.
Er kann damit Dritte beauftragen.
Das Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung ist bis spätestens zum Beginn des Schuljahrs 2018/19 umzusetzen.
Für bisher vom Kanton unterstützte Institutionen der Tagesbetreuung gilt
der bisherige § 51 Abs. 2 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe
und die soziale Prävention (Sozialhilfe- und Präventionsgesetz, SPG) vom
6. März 2001 1) während der Übergangszeit bis zum Abschluss des Schuljahrs 2017/18.
§ 7Inkrafttreten
Der Erlass SAR 401.100 (Schulgesetz vom 17. März 1981) (Stand
1. August 2015) wird wie folgt geändert:
§ 7 Abs. 4 (aufgehoben)
SAR 851.200
Der Erlass SAR 851.200 (Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe und
die soziale Prävention [Sozialhilfe- und Präventionsgesetz, SPG] vom
6. März 2001) (Stand 1. Januar 2016) wird wie folgt geändert:
§ 51 Abs. 2 (aufgehoben)
Keine Fremdaufhebungen.
Der Regierungsrat bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderungen unter Ziff. II.
Aarau, 12. Januar 2016
OMMERLI
Änderung EG ZGB (Wegfall des Steueranteils bei den Grundbuchabgaben)
Der Grosse Rat hat am 1. März 2016 die Änderung des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch
und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB) (Wegfall des Steueranteils bei den Grundbuchabgaben) mit 76 zu 50 Stimmen
Der Grosse Rat empfiehlt Ihnen ein «JA» zu dieser Vorlage.
Der Grosse Rat des Kantons Aargau hat am 1. März 2016
mit 76 zu 50 Stimmen den Wegfall des Steueranteils bei den
Grundbuchabgaben und die damit verbundene Änderung des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch und
Partnerschaftsgesetz (EG ZGB) beschlossen. Gegen diesen
Beschluss wurde mit 60 Stimmen das Behördenreferendum
ergriffen. Die Vorlage untersteht deshalb der Volksabstimmung.
Eine Mehrheit des Grossen Rats empfiehlt Ihnen diese Vorlage zur Annahme. Eine Minderheit des Grossen Rats sowie
der Regierungsrat empfehlen Ihnen demgegenüber, die Vorlage
Die Grundbuchabgaben für gewisse grundbuchliche Vorgänge
(unter anderem Liegenschaftenkäufe oder Errichtungen von
Schuldbriefen) bestehen aus einem Gebühren- und einem Steueranteil. Letzterer soll gestaffelt abgeschafft werden. Neu sollen
stattdessen nur noch kostendeckende Gebühren erhoben werden. Die neuen Gebühren sind in einem Dekret geregelt. Dieses
unterliegt nicht der Volksabstimmung.
Aufgrund der beschlossenen Staffelung der Abschaffung des
Steueranteils führt diese für die Jahre 2018 und 2019, abhängig
vom Geschäftsgang der Grundbuchämter, zu einer Reduktion
der Einnahmen um jährlich rund 16,5 Millionen Franken. Ab
dem Jahr 2020 werden es jährlich rund 33 Millionen Franken
sein, die zur Erfüllung wichtiger Staatsaufgaben fehlen werden.
Was sind Grundbuchabgaben?
Einordnung der Grundbuchabgaben im Abgabenrecht
Öffentliche Abgaben sind Geldleistungen, welche dem Staat
geschuldet sind und die der Deckung des allgemeinen staatlichen Finanzbedarfs dienen. Sie lassen sich unterteilen in Kausalabgaben, zu welchen die Gebühren gehören, und Steuern.
Die Gebühren stellen Entgelte dar für bestimmte, von den
pflichtigen Personen veranlasste Leistungen oder für die Benutzung öffentlicher Sachen oder Einrichtungen. Sie sollen
grundsätzlich die Kosten decken, welche dem Gemeinwesen
durch seine Leistungen oder die Benutzung öffentlicher Sachen
oder Einrichtungen entstanden sind. Steuern werden dagegen
generell zur Finanzierung des allgemeinen Staatshaushalts erhoben.
Eine besondere Kategorie stellen die Gemengsteuern dar. Sie
sind öffentliche Abgaben, die aufgrund einer staatlichen Gegenleistung geschuldet sind. Diese decken allerdings nicht nur
die verursachten Kosten, sondern enthalten bewusst auch einen
Steueranteil.
Bei den Grundbuchabgaben gemäss dem heute geltenden Gesetz über die Grundbuchabgaben vom 7. Mai 1980 handelt es
sich um eine solche Gemengsteuer. Der Kanton Aargau kennt
im Unterschied zu vielen anderen Kantonen keine Handänderungssteuer. Der Steueranteil bei grundbuchlichen Vorgängen
für die Finanzierung der allgemeinen Staatsaufgaben wird somit nicht separat erhoben.
Grundlagen und Inhalt der Grundbuchabgaben
Die Erhebung einer Gemengsteuer für grundbuchliche Vorgänge basiert im Kanton Aargau auf dem Gesetz über die
Grundbuchabgaben vom 7. Mai 1980, welches seit dem
1. Januar 1981 in Kraft ist. Bereits im Gebührentarif zur Grossratsverordnung vom 5. Juli 1911 über die Einführung des
Grundbuchs wurden ein nach Wert abgestufter Tarif und ein
Promillesatz angewendet. Die Höhe der Gemengsteuer war
über Jahrzehnte hinweg unterschiedlich und wurde für Handänderungen letztmals per 1. Juli 2009 von 5 ‰ auf 4 ‰ des
Verkehrswerts reduziert. Der Grundsatz der Erhebung einer
Steuer auf grundbuchlichen Vorgängen war jedoch weitgehend
Die Grundbuchabgaben sind in der Regel abhängig vom Wert
des zugrunde liegenden Rechtsgeschäfts und damit der wirtschaftlichen Bedeutung angepasst. Dadurch führt beispielsweise der Erwerb eines Einfamilienhauses mit einem Kaufpreis
von Fr. 600'000.– zu einer Grundbuchabgabe von Fr. 2'400.–,
wogegen die Grundbuchabgabe bei einem Einfamilienhaus für
2,5 Millionen Franken Fr. 10'000.– beträgt.
Mit Grundbuchabgaben belegt sind insbesondere die Eintragung von Handänderungen, die Aufnahme von selbstständigen
und dauernden Rechten, Stockwerkeigentum und Parzellierungen, die Eintragung von Grundpfandrechten sowie die Eintragung von Vormerkungen, Dienstbarkeiten und Grundlasten.
Im Zusammenhang mit der Eigentumsübertragung an einem
Grundstück fallen je nach Kanton unterschiedliche Kosten an.
Der Kanton Aargau ist einer der günstigsten Kantone bei der
Erhebung von Gebühren, Grundbuchabgaben und Steuern bei
Grundeigentumsübertragungen. Die gesamte Abgabe (Gebühren und Steuern) fällt in rund 20 Kantonen höher aus als im
Finanzielle Lage des Kantons
Die Grundbuchabgaben stellen mit einem Anteil von rund
1,8 Steuerprozenten (Basis Steuerjahr 2016) einen nicht unwesentlichen Teil der Steuereinnahmen des Kantons Aargau
dar. Die finanzielle Lage des Kantons ist sehr angespannt.
Zwei einschneidende Sparpakete sind beschlossen und zum
Teil bereits umgesetzt. Für die kommenden Jahre müssen
weitere Einsparungen im Umfang von 150 bis 230 Millionen
Franken pro Jahr realisiert werden. Dies bedingt sowohl einen
markanten Leistungsabbau bei Aufgaben wie beispielsweise
Sicherheit, Bildung und Gesundheit als auch die Notwendigkeit
von Mehrerträgen. Die Abschaffung des Steueranteils bei den
Grundbuchabgaben würde einen substanziellen Teil des Sanierungsbedarfs (ab 2018 rund 16,5 Millionen Franken und ab
2020 rund 33 Millionen Franken) verursachen.
Weshalb eine Gesetzesänderung?
Am 16. März 2010 reichte die SVP-Fraktion eine Motion betreffend Anwendung des Kostendeckungsprinzips bei grundbuchlichen Vorgängen ein. Die rechtliche Umsetzung dieser
Motion, welche vom Grossen Rat überwiesen worden ist,
erfordert eine Änderung des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB) sowie die Aufhebung des Gesetzes über die Grundbuchabgaben, in welchem
die Steueranteile in den Grundbuchabgaben geregelt sind.
Argumente der Mehrheit im Grossen Rat
Gemäss der Mehrheit des Grossen Rats sollen die als Gemengsteuern ausgestalteten Grundbuchabgaben durch kostendeckende Gebühren ersetzt werden und es soll konsequent nur
noch das Kostendeckungsprinzip zum Tragen kommen. Das
heisst, der Gesamtertrag der Gebühren darf die gesamten Kosten des Verwaltungszweigs nicht mehr übersteigen. Die bestehenden Gemengsteuern werden als ungerechtfertigte indirekte
Steuern betrachtet, für die es inhaltlich keine hinreichende
Rechtfertigung gibt. Der Wegfall der Steuerbelastung bei
grundbuchlichen Vorgängen führt für Wirtschaft und Privatpersonen zu einer willkommenen Entlastung und steigert die
Attraktivität des Kantons als Wirtschaftsstandort und Wohnort.
Die Mindereinnahmen sind durch zusätzliche Einsparungen zu
Argumente der Minderheit im Grossen Rat und des Regierungsrats
Angesichts der aktuellen und für die nächsten Jahre prognostizierten äusserst schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen ist der Steueranteil bei den Grundbuchabgaben für die
Aufrechterhaltung der gesetzlichen Aufgabenerfüllung des
Kantons unverzichtbar. Ein Einnahmenausfall in der Höhe von
33 Millionen Franken jährlich ist ohne einen spürbaren Verzicht auf die gesetzliche Aufgabenerfüllung oder eine generelle
Steuererhöhung zulasten aller Steuerpflichtigen nicht zu bewältigen. Der Regierungsrat hat deshalb dem Grossen Rat drei
Mal Nichteintreten auf die Vorlage beantragt. Aufgrund der
im interkantonalen Vergleich tiefen Handänderungsabgaben
besteht heute kein Standortnachteil für den Kanton Aargau.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie entscheiden mit Ihrer
Stimme für oder gegen den Erhalt des Steueranteils bei den
Grundbuchabgaben.
Ein Ja zur Gesetzesänderung bedeutet die gestaffelte Abschaffung des Steueranteils und den Wegfall dieser Einnahmequelle
für den Kanton. Der Wegfall des Steueranteils führt zu einer
finanziellen Entlastung der an grundbuchlichen Vorgängen (vor
allem Handänderungen, Errichtung von Grundpfandrechten
etc.) beteiligten Personen.
Ein Nein zur Gesetzesänderung hat zur Folge, dass die Steuereinahmen auf grundbuchlichen Vorgängen beibehalten werden.
Dem Staatshaushalt würden diese Einnahmen zur Finanzierung
von wichtigen Aufgaben wie beispielsweise der Sicherheit,
Bildung und Gesundheit weiterhin erhalten bleiben.
Argumente der Vertreterinnen des Behördenreferendums
Eine Abschaffung schadet dem Mittelstand
Der Steueranteil bei Grundbuchabgaben ist vernünftig –
und mit 4 Promille im interkantonalen Vergleich tief: In 21
Kantonen werden höhere Abgaben für grundbuchamtliche
Vorgänge bezahlt.
Im Aargau beträgt die Abgabe für die Eintragung eines
Grundstücks im Wert von einer halben Million Franken
heute Fr. 2'000.–. Die Gebühr nach Abschaffung des Steueranteils würde Fr. 450.– betragen. Die Einsparung wäre also
im Vergleich zum Verkehrswert gering. Bei Eigentumseintragungen mit einem Wert unter Fr. 50'000.– würde die neue
Abgabe sogar höher ausfallen als heute!
Der Kanton Aargau hat wegen fehlender Einnahmen in den
letzten zwei Jahren Leistungen bei Bildung, Gesundheit,
Kultur, Umwelt, Sicherheit und Sozialem abgebaut. Wenn
künftig 33 Millionen Franken jährlich zusätzlich fehlen,
wird dieser Abbau weitergehen, und zwar noch schmerzhafter als bisher.
• Die Abschaffung entlastet weder den Mittelstand noch hilft
es den KMU – im Gegenteil: Der Einnahmenausfall wird zu
Steuererhöhungen und Leistungsabbau für alle führen. Pro fitieren von den tieferen Kosten werden dabei aber nicht die
viel erwähnten mittelständischen Eigenheimbesitzer, son dern vor allem Immobilienhändler. Denn wer bereits ein
Haus gekauft hat, wird von den tieferen Kosten nicht mehr
Aus diesen Gründen empfehlen Ihnen die Fraktionen der
SP, der Grünen, der GLP, der EVP und der BDP, ein Nein in
die Urne zu legen.
Einführungsgesetz zum Schweizerischen
Zivilgesetzbuch und Partnerschaftsgesetz (EG ZGB)
Der Grosse Rat des Kantons Aargau
Der Erlass SAR 210.100 (Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch und Partnerschaftsgesetz [EG ZGB] vom 27. März 1911)
(Stand 1. Juli 2015) wird wie folgt geändert:
§ 148b (neu)
Der Grosse Rat legt die Gebühren für die Eintragungen in das Grundbuch und für weitere Leistungen der Grundbuchämter durch Dekret so
fest, dass deren Gesamterlös die durchschnittlichen Gesamtkosten der in
der Grundbuchführung des Kantons erbrachten Leistungen deckt.
Leistungen der Grundbuchämter zugunsten der kantonalen Verwaltung
erfolgen unentgeltlich.
Der Grosse Rat kann durch Dekret den Verzicht auf die Gebührenerhebung für den Fall vorsehen, dass die Gebühr die voraussichtlichen Kosten
ihres Bezugs nicht zu decken vermag.
Urkundspersonen, Gemeinde- und Steuerbehörden geben den Grundbuchämtern auf Ersuchen hin unentgeltlich Auskunft, soweit dies zur Erhebung der Gebühren erforderlich ist.
Gegen Gebührenentscheide der Grundbuchämter kann im eigenen Namen auch die Urkundsperson Beschwerde führen, die das Geschäft dem
Grundbuchamt angemeldet hat.
§ 160c (neu)
Für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Rechtsänderung vom 1. März
2016 bereits angemeldeten, aber noch nicht abgeschlossenen Grundbuchgeschäfte erheben die Grundbuchämter die geschuldeten Grundbuchabgaben nach bisherigem Recht.
Der Erlass SAR 725.100 (Gesetz über die Grundbuchabgaben vom
7. Mai 1980) (Stand 1. Januar 2012) wird wie folgt geändert:
§ 8 Abs. 1 (geändert), Abs. 3 (geändert)
Bei Handänderungen an Grundstücken beträgt die Abgabe 2,4 ‰ der
Kauf- oder Übernahmesumme, mindestens jedoch Fr. 100.–.
Bei Enteignungen oder bei Vorgängen, auf die das Enteignungsrecht
anwendbar wäre, wird 0,6 ‰ der Enteignungsentschädigung pro Enteignungsvertrag berechnet, mindestens aber Fr. 50.–.
§ 12 Abs. 1 (geändert)
Bei Baulandumlegungen beträgt die Abgabe 0,6 ‰ des Verkehrswertes
der Gesamtfläche, mindestens jedoch Fr. 100.–.
§ 13 Abs. 1 (geändert)
Bei Berichtigungen, die auf die Parteien selbst zurückzuführen sind,
beträgt die Abgabe 0,3 ‰ der ursprünglichen Bemessungsgrundlage,
mindestens jedoch Fr. 50.–.
§ 15 Abs. 1 (geändert)
Für die Eintragung des Erbganges beträgt die Abgabe 1,2 ‰ des Steuerwertes, mindestens jedoch Fr. 50.–.
§ 16 Abs. 1 (geändert)
Für die Umwandlung von Gesamteigentum in Miteigentum und umgekehrt beträgt die Abgabe 1,2 ‰ des Steuerwertes, mindestens jedoch
§ 17 Abs. 1 (geändert)
Für Eintragungen auf Grund von Vermächtnissen beträgt die Abgabe –
neben der Erbgangsabgabe – 2,1 ‰ des Steuerwertes, mindestens jedoch
§ 18 Abs. 1 (geändert)
Für die Aufnahme selbstständiger und dauernder Rechte und für die Verlängerung ihrer Geltung beträgt die Abgabe 1,5 ‰ des Verkehrswertes der
belasteten Bodenfläche, mindestens jedoch Fr. 100.–.
§ 19 Abs. 1 (geändert)
Für die Eintragung von Wasserrechtsverleihungen beträgt die Abgabe 1,5 ‰ des Steuerwertes des Werkes und der dazugehörenden Anlagen,
mindestens jedoch Fr. 100.–.
§ 20 Abs. 1 (geändert)
Für die Aufnahme einer Stockwerkeinheit beträgt die Abgabe 1,2 ‰ des
Verkehrswertes und für die Änderung von Miteigentumsquoten oder Aufhebung von Stockwerkeinheiten auf dem Stammgrundstück Fr. 20.– pro
beteiligte Stockwerkeinheit.
§ 21 Abs. 1 (geändert)
Bei Parzellierungen beträgt die Abgabe 0,6 ‰ des Verkehrswertes des
Bodens der abgetrennten Teilstücke, mindestens jedoch Fr. 50.– pro neue
Parzelle.
Für die Eintragung von Grundpfändern werden von der jeweiligen
Pfandsumme folgende Abgaben, mindestens jedoch Fr. 100.–, erhoben:
a) (geändert) vertragliche Grundpfandrechte:
0,9 ‰;
b) gesetzliche Grundpfandrechte
(geändert) zu Gunsten des Verkäufers,
der Miterben, der Gemeinde, des Pfrund nehmers oder des Bauhandwerkers:
0,3 ‰,
(geändert) bei gleichzeitiger Abtretung
an Dritte oder bei Ausstellung eines
Schuldbriefes:
c) (geändert) leere Pfandstelle:
0,3 ‰;
d) (geändert) Aufteilung oder Zusammenlegung von Pfandstellen: 0,3 ‰;
§ 24 Abs. 1 (geändert)
Bei der Eintragung von Pfandvermehrungen beträgt die Abgabe 0,3 ‰
des Versicherungswertes der Gebäude (ordentliche Versicherung, Zusatzversicherung und Teuerungszusatzversicherung) und des Verkehrswertes
bei nichtlandwirtschaftlichen bzw. des Ertragswertes bei landwirtschaftlichen Grundstücken, mindestens jedoch Fr. 50.– pro Pfandrecht oder maximal die Abgabe der Neuerrichtung des Pfandrechtes.
§ 25 Abs. 1 (geändert)
Für die Anmerkung neuer oder weiterer Zugehör beträgt die Abgabe
0,3 ‰ des Wertes der Zugehör bzw. der Vermehrung, mindestens jedoch
Fr. 50.– und höchstens Fr. 500.–.
§ 26 Abs. 1 (geändert)
Bei der Vormerkung von Vor- und Rückkaufsrechten, Nacherbschaften
und Schenkungsrückfall beträgt die Abgabe 0,3 ‰ des Kaufpreises, beim
Fehlen eines solchen 0,3 ‰ des Steuerwertes.
§ 27 Abs. 1 (geändert)
Für die Vormerkung eines Kaufsrechtes beträgt die Abgabe 0,6 ‰ des
Kaufpreises, mindestens jedoch Fr. 50.–.
§ 28 Abs. 1 (geändert)
Für die Vormerkung von Miete und Pacht beträgt die Abgabe 0,3 ‰
eines Jahreszinses, mindestens jedoch Fr. 50.–.
§ 29 Abs. 1 (geändert)
Für die Eintragung von Dienstbarkeiten und Grundlasten beträgt die Abgabe 0,6 ‰ des Wertes pro herrschendes Grundstück oder pro berechtigte
Person, mindestens jedoch Fr. 50.–.
Der Erlass SAR 725.100 (Gesetz über die Grundbuchabgaben vom 7. Mai
1980) wird aufgehoben.
Unter Vorbehalt des Referendums und der Genehmigung durch den Bund
treten die Änderung unter Ziff. II. am 1. Januar 2018, die Änderung unter
Ziff. I. und die Aufhebung unter Ziff. III. am 1. Januar 2020 in Kraft.
Aarau, 1. März 2016
Regierungsrat und Grosser Rat
empfehlen den Stimmberechtigten,
am 5. Juni 2016 wie folgt zu stimmen:
Nein zur Aargauischen Volksinitiative «"Kinder und Eltern" für familienergänzende Betreuungsstrukturen»
Ja zum Kinderbetreuungsgesetz (KiBeG)
Der Grosse Rat empfiehlt den Stimmberechtigten, am 5. Juni 2016 wie folgt
zu stimmen:
• Ja zur Änderung des EG ZGB
(Wegfall des Steueranteils bei den Grundbuchabgaben)
von der Staatskanzlei
Suchen Sie eine spannende Herausforderung, bei der sich alles um
Infoblatt der Ortspartei SVP Menznau-Menzberg
Eidg. Abstimmung vom 28. Februar 2016
Abstimmungsresultate vom 28. Februar 2016
Ergebnis Abstimmung 28.02.2016
kidéal ist ein junges unabhängiges Unternehmen, welches im
Medienmitteilung KBIK vom 11. Januar 2016
Newsletter (Ausgabe April/2015) Warum das
Wert-volle Kinder-Zeit
Seite 36 - Fridolin