Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=15.10.1996&Aktenzeichen=VII%20R%2035/96
Timestamp: 2019-09-16 03:18:35
Document Index: 202081918

Matched Legal Cases: ['§ 191', '§ 3', '§ 7', '§ 9', '§ 3', '§ 7', '§ 191', '§ 191', '§ 191', '§ 191', '§ 191', '§ 278', '§ 191', '§ 3', '§ 191', '§ 191', '§ 3', '§ 191', '§ 191', 'BGH', 'BGH', '§ 191', '§ 3', '§ 11', '§ 13', 'BGH', '§ 873']

BFH, 15.10.1996 - VII R 35/96 - dejure.org
https://dejure.org/1996,895
BFH, 15.10.1996 - VII R 35/96 (https://dejure.org/1996,895)
BFH, Entscheidung vom 15.10.1996 - VII R 35/96 (https://dejure.org/1996,895)
BFH, Entscheidung vom 15. Januar 1996 - VII R 35/96 (https://dejure.org/1996,895)
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AO 1977 § 191 Abs. 1; AnfG § 3 Abs. 1 Nrn. 2, 3, § 7, § 9
Inhalt eines Anfechtungsschuldverhältnisses - Vorliegen einer einheitlichen Rechtshandlung im Sinn des Anfechtungsrechts
Kein Duldungsbescheid des Finanzamts gegen lediglich vormerkungsberechtigten Käufer bei anfechtbarem Grundstückskauf
Abgabenordnung; Duldungsbescheid gegen den aus einer Auflassungsvormerkung Berechtigten
AnfG § 3 Abs 1 Nr 2, AnfG § 7, AO 1977 § 191
Anfechtung; Anwartschaft; Eigentumsübergang
BFHE 181, 268
NJW-RR 1997, 399
ZIP 1997, 285
DB 1997, 144
BStBl II 1997, 17
BFH, 18.12.2001 - VII R 56/99
Zusammenveranlagung - Gesamtschuld - Teilschulden - Vollstreckung - …
bb) Zu diesen anderen Gesetzen gehören die Duldungspflichten nach dem AnfG (ständige Rechtsprechung des BFH, vgl. Senatsurteile vom 2. März 1983 VII R 120/82, BFHE 138, 10, BStBl II 1983, 398; vom 10. Februar 1987 VII R 122/84, BFHE 149, 204, BStBl II 1988, 313, m.w.N., und vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17, sowie das überwiegende Schrifttum vgl. Tipke/Kruse, a.a.O., § 191 AO 1977 Rz. 6;… Boeker in Hübschmann/Hepp/Spitaler, a.a.O., § 191 AO 1977 Rz. 183;… Klein/Rüsken, a.a.O., § 191 Rz. 1, und Schwarz/ Dumke, Abgabenordnung, § 191 Rz. 6).
Anders als der auf § 278 Abs. 2 Satz 1 AO 1977 gegründete Anspruch bedarf die Geltendmachung des Anspruchs nach dem AnfG a.F. und damit die Berechtigung zur --weiteren-- Vollstreckung wegen der übertragenen Vermögenswerte zwingend der rechtsförmlichen Anfechtung durch einen Duldungsbescheid i.S. des § 191 Abs. 1 Satz 1 AO 1977 (so der BFH trotz vielfach dagegen erhobener Einwendungen in ständiger Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile in BFHE 149, 204, BStBl II 1988, 313, und in BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17 mit ausführlicher Auseinandersetzung zum Meinungsstand).
Danach muss sich der Erwerber aufgrund einer (erfolgreichen) Gläubigeranfechtung gemäß § 3 Abs. 2 AnfG so behandeln lassen, als gehöre der durch die angefochtene Rechtshandlung erlangte Gegenstand noch zum Vermögen des Schuldners; infolgedessen muss er bei Unmöglichkeit der Herausgabe unter bestimmten Voraussetzungen Wertersatz leisten (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17; Jatzke in Beermann/Gosch, AO § 191 Rz 16; Boeker in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 191 AO Rz 204).
Ist der anfechtbar weggegebene Gegenstand beim Anfechtungsgegner nicht mehr vorhanden, muss Wertersatz geleistet werden (BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1997, 17).
So hat er z.B. entschieden, dass ein ausdrücklich auf Eigentumserwerb an einem Grundstück gestützter Rückgewährsanspruch gegen den Käufer des Grundstücks nicht besteht, wenn für diesen nur eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen war, und dass in einem solchen Fall der Duldungsbescheid nicht etwa dahin gehend verstanden werden könne, als sei der Rückgewährsanspruch lediglich auf Verzicht der Sicherungsrechte des Käufers aus der für ihn im Grundbuch eingetragenen Auflassungsvormerkung gerichtet (vgl. das Senatsurteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17).
Danach muss sich der Erwerber nach einer (erfolgreichen) Gläubigeranfechtung gemäß § 3 Abs. 2 AnfG so behandeln lassen, als gehöre der durch die angefochtene Rechtshandlung erlangte Gegenstand noch zum Vermögen des Schuldners; infolgedessen muss er bei Unmöglichkeit der Herausgabe unter bestimmten Voraussetzungen Wertersatz leisten (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17; Jatzke in Beermann/Gosch, AO, § 191 Rz 16; Boeker in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 191 AO Rz 204).
Beide Ansprüche schließen sich vielmehr aus (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17).
Von dem Inhaber eines dinglich durch Auflassungsvormerkung gesicherten Anspruchs auf Grundstückserwerb kann das FA mit einem darauf ausgerichteten Duldungsbescheid verlangen, ihm gegenüber von der Vormerkung keinen Gebrauch zu machen (vgl. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BFHE 181, 268, BStBl II 1997, 17, und BGH-Urteil vom 13. Juli 1995 IX ZR 81/94, BGHZ 130, 314-332).
Vergleichbar dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15. Oktober 1996 (VII R 35/96, BStBl II 1997, 17) habe der minderjährige AM das Grundstückseigentum nicht erworben.
FG Niedersachsen, 31.03.2006 - 15 K 161/05
Duldung der Zwangsvollstreckung gem. § 191 AO i.V.m. § 3 des Anfechtungsgesetzes
Der Anfechtungsanspruch ist daher grundsätzlich auf Duldung der Zwangsvollstreckung in den weggegebenen Gegenstand gerichtet (…Huber, a.a.O., § 11 Rdnr. 17), so daß die Anfechtungsklage bzw. der Duldungsbescheid diesen Gegenstand genau bezeichnen muß (…Huber, a.a.O. § 13 Rdnr. 15 ff.; BFH-Urteil vom 15. Oktober 1996 VII R 35/96, BStBl. II 1997, 17; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18. Dezember 1986 IX ZR 11/86, BGHZ 99, 274).
Es bleibt deshalb dabei, daß eine Anfechtung erst nach Abschluß des Gesamtvorgangs möglich ist, bei einer Grundstücksveräußerung also erst, wenn die Eintragung im Grundbuch erfolgt und demgemäß der Käufer nach § 873 des Bürgerlichen Gesetzbuches Eigentümer geworden ist; erst von diesem Zeitpunkt an beginnt die Anfechtungsfrist zu laufen (Urteil des BFH vom 15.10.1996 VII R 35/96, BStBl II 1997, 17).
FG Rheinland-Pfalz, 27.02.2002 - 1 K 2219/00
Anfechtungsrechtlicher Wertersatzanspruch gegen fremdnützigen Treuhänder