Source: http://slideplayer.org/slide/10202945/
Timestamp: 2017-03-29 23:26:45
Document Index: 17545705

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 9', '§ 7', '§ 6', '§ 89', '§ 90', '§ 91', '§ 96']

1. 2 Die Aufgabe des Betriebsrates BR hat die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der ArbeitnehmerInnen (AN) im Betrieb. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Evagret Meyer
Präsentation zum Thema: "1. 2 Die Aufgabe des Betriebsrates BR hat die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der ArbeitnehmerInnen (AN) im Betrieb."— Präsentation transkript:
2 Die Aufgabe des Betriebsrates BR hat die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der ArbeitnehmerInnen (AN) im Betrieb wahrzunehmen und zu fördern.  Interessenausgleich zum Wohl der AN und des Betriebes  tunlichst ohne Störung des Betriebes  Beiziehung von VertreterInnen der gesetzlichen oder freiwilligen Interessenvertretung  (§ 38f ArbVG)
3 Hat meine Arbeitszeit Grenzen oder hab ich grenzenlos Zeit für meine Arbeit? … Betroffen ist, wer unabhängig von Arbeitsort und - vertrag zusätzlich zur vereinbarten Arbeitszeit  in der Freizeit, am Abend, am Wochenende,  im Urlaub, im Zeitausgleich,  im Krankenstand  während der Pflegefreistellung  arbeitsbezogene Leistungen  für den/die ArbeitgeberIn  für KundInnen  für KollegInnen  erbringt
Flexibilitätsstudie - Umfrage 4 Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt, 2012
Treiber der Entgrenzung (1)  Technisch  Mobile Geräte  Cloud Dienste  Software (SaaS)  Vertraglich  All-In  Zielvereinbarungen (MBO)  freie Dienstverträge  „Vertrauensarbeitszeit“ 5
Treiber der Entgrenzung (2)  Strukturell  Firmen- und Führungskultur  Arbeitsvolumen, Arbeitsinhalte, Arbeitsformen  verkürzte Arbeits- und Produktzyklen  erodiertes „Normalarbeitsverhältnis“  Selbstmanagement des „Arbeitskraftunternehmers“  Individuell  Engagement  Identifikation mit dem Beruf  Kollegialität  „Vereinbarkeit“ von Beruflichem und Privatem 6
7 Motive  Unternehmen  Gestaltung von Auftragsschwankungen  Abstimmung von Produktionsabläufen  Billigerer Arbeitskräfteeinsatz  Beschäftigte  Zeitsouveränität  Vereinbarkeit  Work-Life-Balance  Regeneration  Bildung
8 Zitat „Der Zugewinn an individueller Autonomie im Arbeitsprozess scheint sich offenkundig nur dann als Vorteil zu erweisen, wenn die mit dem Beschäftigungsverhältnis bislang verbundenen Absicherungen erhalten bleiben.“ (Jürgens 2006) In der Arbeit zu Hause und zu Hause nur Arbeit!* Russel-Hochschild, 1997
Was ist Arbeitszeit?  Die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Ruhepausen (§ 2 AZG)  Arbeitszeit ist die gesamte Zeit, in der der Arbeitnehmer nicht über die Verwendung seiner Zeit bestimmt, sondern dem Arbeitgeber dienstlich zur Verfügung steht. 9
10  Die tägliche Normalarbeitszeit darf 8 Stunden, die wöchentliche Normalarbeitszeit vierzig Stunden nicht überschreiten, soweit im folgenden nichts anderes bestimmt wird [ § 3 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz (AZG) ]  Kollektivvertrag kann eine tägliche NAZ von bis zu 10 Stunden zulassen  Tagesarbeitszeit 10 Stunden!(§ 9 AZG)  Wochenarbeitszeit 50 Stunden  Ausnahmen in § 9 Abs. 2 bis 5 AZG Die Grenzen der Arbeitszeit Normalarbeitszeit (NAZ)
11 Aussage eines/r Betroffenen: „Dass ich nicht alle Aufgaben innerhalb der Arbeitszeit erfüllen kann, ist mein persönliches Problem.“ Die Grenzen der Arbeitszeit § 7 Arbeitszeitgesetz (AZG) – „Überstunden“  Fünf Überstunden pro Woche  Zusätzlich höchstens 60 Überstunden im Jahr  Aber: Wöchentlich nicht mehr als 10 Überstunden  Tagesarbeitszeit nicht mehr als 10 Stunden!
12 „Es sind ja nur ein paar Minuten am Abend – und wieviel ist das im Monat?“ Überstundenarbeit - § 6 Arbeitszeitgesetz (AZG) – liegt vor…  wenn die tägliche Normalarbeitszeit (NAZ) überschritten wird,  wenn die zulässige wöchentliche NAZ überschritten wird.  Heranziehung von Angestellten zu Überstunden nur dann, wenn diese rechtlich zugelassen sind und nicht berück- sichtigungswürdige Interessen des Arbeitnehmers der Überstundenarbeit entgegenstehen, …  Formulierungen im Dienstzettel oder Dienstvertrag beachten: ( … „grundsätzliche Bereitschaft zur Leistung von Überstunden“, … )
13 Wann darf ich bis zu 10 Stunden arbeiten?  Unter Beachtung der Höchstgrenzen der wöchentlichen Überstunden an manchen Tagen in der Woche  Wenn eine Gleitzeitbetriebsvereinbarung bis zu 10 Stunden zulässt Wann darf ich bis zu 12 Stunden arbeiten?  Bei vorübergehend erhöhtem Arbeitsbedarf darf die Tagesarbeitszeit nicht mehr als 12 Stunden betragen  Bei der Verteilung der Wochenarbeitszeit auf vier Tage und einer Regelung durch Kollektivvertrag und/oder Betriebsvereinbarung Wann darf ich bis zu 10 Stunden arbeiten? Wann darf ich bis zu 12 Stunden arbeiten?
 Vertrauensarbeitszeit  Arbeitgeber verzichtet auf die Kontrolle der Arbeitszeiten  Mitarbeiterführung vor allem über Zielvereinbarungen und Qualitätsstandards  Eigenverantwortliche Entscheidung wann die Aufgabe erfüllt wird und wie viel Arbeitszeit aufgewendet wird  AZG gilt: Arbeitszeitaufzeichnungen, NAZ, Überstunden…  Rechtlich möglich bei leitenden Angestellten im Sinne des AZG 14 Aussage eines/r Betroffenen: „Meine Chefin/mein Chef kontrolliert mich nicht, sondern vertraut mir.“
Aussage eines/r Betroffenen: „Die Arbeit macht mir Spaß. Da arbeite ich gerne mal etwas länger.“  Ruhepausen/Ruhezeiten  Bei einer Gesamtdauer der Tagesarbeitszeit von mehr als 6 Stunden, mindestens eine halbe Stunde Ruhepause (oder 2 x ¼ Stunde oder 3 x 10 Minuten, wenn im Interesse der ArbeitnehmerInnen oder aus betrieblichen Gründen)  Ein Teil der Ruhepause muss mindestens 10 Minuten betragen  Nach Beendigung der Tagesarbeitszeit mindesten 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit (Verkürzung mittels KV auf mindestens 8 Stunden möglich) 15
16 Wochenendruhe und Wochenruhe  Ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden, in die der Sonntag zu fallen hat  Eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden in der Kalenderwoche  Wöchentliche Ruhezeit ist sowohl die Wochenendruhe als auch die Wochenruhe  (Das Telefonat am Sonntag unterbricht die Wochenendruhe!)
17  Die Ersatzruhe ist eine ununterbrochene Ruhezeit, die als Ausgleich für die während der wöchentlichen Ruhezeit geleistete - und rechtlich zulässige - Arbeit zusteht  Die Ersatzruhe ist auf die Wochenarbeitszeit anzurechnen (zB auf Gleitzeitkonto zu verbuchen!)  Die Ersatzruhe hat unmittelbar vor Beginn der folgenden Wochenendruhe (Wochenruhe) zu liegen, außer anderes ist vereinbart (zB in einer erzwingbaren Betriebsvereinbarung, …)  Für die infolge eines Feiertages oder der Ersatzruhe ausgefallene Arbeit behalten der ArbeitnehmerInnen den Anspruch auf das Entgelt, das sie gehabt hätten, wenn sie gearbeitet hätten Ersatzruhe / Entgelt während der Ersatzruhe
Aussage eines/r Betroffenen: „Meine selbst gewählten Arbeitsbedingungen schaffen mir mehr Freiheit und mehr Freizeit.“  Urlaub  Unter Urlaub versteht man die Freistellung des Arbeitnehmers von seiner Arbeitspflicht für eine bestimmte Zeit bei Fortzahlung des Arbeitsentgelts. Er stellt einen Teil der Gegenleistung des Arbeitgebers dar, die dem Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung gebührt.  Urlaub dient der Erholung 18
Das Telefonat / eMail während eines Krankenstandes  Entschuldigt ist das Fernbleiben eines Arbeitnehmers vom Dienst dann, wenn er - objektiv betrachtet - arbeitsunfähig war, also infolge einer Erkrankung nicht oder doch nur mit der Gefahr, seinen Zustand zu verschlimmern, fähig war, seiner bisher ausgeübten - oder sonst einer nach dem Arbeitsvertrag zu verrichtenden - Arbeitstätigkeit nachzukommen.  Anspruch auf Entgelt während der Dauer der Verhinderung 19
Gesundheitsverträgliche Arbeitszeit?  Es gibt unter dem Gesundheitsaspekt kein allgemein gültiges Höchstausmaß der Arbeitszeit!  Ziel: Die Gesamtdauer der zu verrichtenden Tätigkeit darf sich nicht negativ auf den Menschen auswirken.  bestimmend sind: -Variabilität hinsichtlich Dauer und Lage der Arbeitszeiten -Dispositionsspielräume, Gestaltungsmöglichkeiten -Vorhersehbarkeit, Verlässlichkeit -körperliche und psychische Konstitution, Alter -soziale, körperlich und geistige Ressourcen 20
Was kann der Betriebsrat machen?  Überwachungs- und Einsichtsrecht (§ 89 ArbVG)  Überwachung des geltenden Rechts (zB KV, BV, AV, ASCHG, SV, …)  Einsichtnahme in die Aufzeichnungen  in die Lohn- und Gehaltslisten der vertretenen AN  die zur Berechnung erforderlichen Unterlagen  alle gesetzlich verpflichtenden Aufzeichnungen (zB Urlaub, Arbeitszeit)  Personalakt (nur mit Einverständnis des/der AN) 21
Interventionen 22 Interventions- und Vorschlagsrecht (§ 90 ArbVG)  Maßnahmen zur Einhaltung der die AN betreffenden Rechtsvorschriften  Vorschläge - zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen  zur menschengerechten Arbeitsgestaltung  sonstige Maßnahmen zugunsten der AN  Informations- und Beratungsrecht §§ 91 und 92 ArbVG
Mitbestimmungsrechte §§ 96, 96a und 97 ArbVG  Personalfragebögen  Kontrollmaßnahmen und technische Kontrollsysteme ( ersatzweise Zustimmung des Gerichtes oder der Schlichtungsstelle ist nicht möglich)  Systeme mit personenbezogenen Daten  Beurteilungssysteme (Zustimmung des BR durch Entscheidung der Schlichtungsstelle ersetzbar)  Allgemeine Ordnungsvorschriften  Lage und Dauer von Arbeitszeit und Arbeitspausen  Benutzung von Betriebsmitteln (BV kann durch Schlichtungsstelle erzwungen werden) 23
Handlungsmöglichkeiten (1)  Arbeitszeit erfassen  Überstunden vermeiden  Evaluierung der psychischen Fehlbeanspruchungen am Arbeitsplatz  Betriebsvereinbarungen (zB zu telefonischer Erreichbarkeit und Beantwortung von Emails)  Kompensation ungesunder Arbeitszeit durch AZ-Verkürzung anstatt Entgelt-Zuschläge  Arbeitsbelastungen vorhersehbar gestalten  Gestaltungsspielräume schaffen 24
Handlungsmöglichkeiten (2)  zeitnaher Ausgleich von Belastungszeiten mit Erholungszeiten, angepasst an den 24h-Rhythmus  gleichmäßige Verteilung von Belastungs- und Erholungszeiten  Pausen einlegen; Richtgröße für Kurzpausen ist 5-10 Minuten/Stunde  Probleme kommunizieren (zB Arbeitsgruppen, MitarbeiterInnengespräch)  Weiterbildungen (zB zu Zeitmanagement, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit,…)  AUSZEITEN SCHAFFEN! 25
Möglichkeiten und Modelle zur Gestaltung von Auszeiten 26  gesetzliche  Elternteilzeit  Altersteilzeit  Bildungskarenz  Bildungsteilzeit  betriebliche  Gleitzeit  Teilzeit  Sabbatical  Zeitkonten
27 DAS MÜSSEN WIR VERHINDERN! Psychische Fehlbeanspruchungen und Arbeitszeit  Einwirkungen  Überlange Arbeitszeit  Zeitdruck  Unzureichende Planbarkeit  Unterbrechungen/ Störungen  Zu wenig Zeit für Schlaf/Freizeit  Unbeeinflussbarer Arbeits- Pausentakt  Verschwimmen von Arbeit und Freizeit  arbeiten, wenn die anderen frei haben  Mögliche Auswirkungen  Nervosität  Schlafstörungen  Verhaltensänderungen  Depressionen  körperliche Erkrankungen  Sucht  Beziehungsprobleme  Burnout, etc.
28 Recht auf „Abschalten“  Europäische Grundrechtecharta  Begrenzung der Höchstarbeitszeit  Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch  Persönlichkeitsrechte  Arbeitszeitgesetz  Tageshöchstarbeitszeit  Überstundenvergütung  Rufbereitschaft, Reisezeit  ASCHG  Fürsorgepflicht und Gefahrenverhütung  Arbeitsplatzevaluierung
Service der Gewerkschaft GPA-djp  Broschüren  „Allzeit bereit – über das Verschwimmen von Arbeitszeit und Freizeit“  „40 – 40 – 40, Arbeitszeitbilder“  „Bildungskarenz“  „Zielvereinbarung – Soziales Audit Teil 1“  „Verhaltenskodizes – Soziales Audit Teil 4“  „Grenzenlose Freiheit? - Datenschutz und Überwachung im Außen- und Mobildienst“ http://www.gjp-djp.at/servlet/ContentServer?pagename=GPA/Page/Index&n=GPA_9.2 29
Service der Gewerkschaft GPA-djp  Bildung  Workshops und Seminare http://blog.gpa-djp.at/bildung/  Beratung  Betriebsvereinbarungen zu Kontrollsystemen (zB Arbeitszeiterfassung, Ortung, Email und Internet,…) http://www.gjp-djp.at/servlet/ContentServer?pagename=GPA/Page/Index&n=GPA_9.3 30
Material und Unterstützung zur Aktionswoche „Schalt mal ab!“  Informationsbroschüre für BetriebsrätInnen „Allzeit bereit“  Informationsfolder  Info-Plakat für BetriebsrätInnen  IFES-Studie  Workshops für BetriebsrätInnen 31
Zitat „In der einen Hälfte des Lebens opfern wir die Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wieder zu erlangen. Und während dieser Zeit gehen Geld und Gesundheit von dannen.“ Francois Marie Voltaire (1694-1778 ) Wollen wir das wirklich? Wir haben den Knopf zum Abschalten in der Hand! 32
Herunterladen ppt "1. 2 Die Aufgabe des Betriebsrates BR hat die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der ArbeitnehmerInnen (AN) im Betrieb."
Ähnliche Präsentationen Rechtliche Grenzen der Arbeitszeitgestaltung Workshop Tagung Arbeitszeit und Gesundheit Robert Priewasser, AK Salzburg.
Stimmungsbarometer steirischer Fach- und Führungskräfte „All inclusive – von der Dienstreise bis zum Burnout“ Pressekonferenz,