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Timestamp: 2020-07-09 02:09:18
Document Index: 97757799

Matched Legal Cases: ['Art. 53', 'Art. 67', 'Art. 68', 'Art. 78', 'Art. 82', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 10', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 30', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 8', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 17', 'Art. 36', 'Art. 39', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 6', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 53', 'Art. 54', 'Art. 55', 'Art. 57', 'Art. 1', 'Art. 58', 'Art. 59', 'Art. 60', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 67', 'Art. 67', 'Art. 1', 'Art. 16', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 71', 'Art. 75', 'Art. 3', 'Art. 78', 'Art. 72', 'Art. 78', 'Art. 76', 'Art. 84', 'Art. 68', 'Art. 76', 'Art. 87', 'Art. 87', 'Art. 4', 'Art. 90', 'Art. 90', 'Art. 34', 'Art. 90', 'Art. 90', 'Art. 90', 'Art. 92', 'Art. 7', 'Art. 94', 'Art. 97', 'Art. 20', 'Art. 66', 'Art. 98', 'Art. 99', 'Art. 100', 'Art. 103', 'Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 52', 'Art. 107', 'Art. 111', 'Art. 114', 'Art. 6', 'Art. 114', 'Art. 21', 'Art. 37', 'Art. 30', 'Art. 35', 'Art. 34']

Lawbrary | UVG - Bundesgesetz über die Unfallversicherung
Erster Titel a. Versicherte Personen
Obligatorische Versicherung (1 - 3)
Freiwillige Versicherung (4 - 5)
Gegenstand der Versicherung (6 - 9)
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (10 - 14)
Versicherter Verdienst (15 - 15)
Taggeld (16 - 17)
Invalidenrente (18 - 23)
Integritätsentschädigung (24 - 25)
Hilflosenentschädigung (26 - 27)
Hinterlassenenrenten (28 - 33)
Anpassung der Renten an die Teuerung (34 - 34)
Auskauf von Renten (35 - 35)
Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen aus besonderen Gründen (36 - 43)
Feststellung des Unfalles (45 - 47)
Gewährung der Leistungen (48 - 50)
… (51 - 51)
Medizinalpersonen und Spitäler (53 - 55)
Zusammenarbeit und Tarife (56 - 56)
Streitigkeiten (57 - 57)
Allgemeines (58 - 60)
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (61 - 67)
Andere Versicherer (68 - 71)
Ersatzkasse (72 - 74)
Gemeinsame Vorschriften (75 - 78)
Aufsicht (79 - 80)
Geltungsbereich (81 - 81)
Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer (82 - 84)
Durchführung (85 - 86)
Finanzierung (87 - 87)
Verhütung von Nichtberufsunfällen (88 - 88)
Rechnung (89 - 89)
Finanzierung (90 - 90)
Prämien (91 - 95)
Datenbearbeitung und -bekanntgabe, Amts- und Verwaltungshilfe (96 - 98)
Vollstreckung und Haftung (99 - 102)
Verhältnis zu anderen Sozialversicherungszweigen (103 - 104)
Sonderbestimmungen zur Rechtspflege (105 - 111)
Strafbestimmungen (112 - 114)
Verhältnis zum europäischen Recht (115 - 115)
Aufhebung und Änderung von Gesetzesbestimmungen (116 - 117)
Übergangsbestimmungen und Inkrafttreten (118 - 120)
Erster Titel: Anwendbarkeit des ATSG
1Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die Un­fall­ver­si­che­rung an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.
2Sie fin­den kei­ne An­wen­dung in fol­gen­den Be­rei­chen:
Me­di­zi­nal­recht und Ta­rif­we­sen (Art. 53-57);
Ne­ben­tä­tig­kei­ten (Art. 67a) der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt (Su­va);
Re­gis­trie­rung von Un­fall­ver­si­che­rern (Art. 68);
Ver­fah­ren über geld­wer­te Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern (Art. 78a);
Ver­fah­ren über die An­er­ken­nung von Aus­bil­dungs­kur­sen und die Er­tei­lung von Aus­bil­dungs­nach­wei­sen (Art. 82a).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
Art. 1a Versicherte
1Ob­li­ga­to­risch ver­si­chert sind nach die­sem Ge­setz:
die in der Schweiz be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer, ein­sch­liess­lich der Heim­ar­bei­ter, Ler­nen­de, Prak­ti­kan­ten, Vo­lon­tä­re so­wie der in Lehr- oder In­va­li­den­werk­stät­ten tä­ti­gen Per­so­nen;
die Per­so­nen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19822 (AVIG) er­fül­len oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zie­hen (ar­beits­lo­se Per­so­nen).3
2Der Bun­des­rat kann die Ver­si­che­rungs­pflicht aus­deh­nen auf Per­so­nen, die in ei­nem ar­beits­ver­trag­s­ähn­li­chen Ver­hält­nis ste­hen. Er kann Aus­nah­men von der Ver­si­che­rungs­pflicht vor­se­hen, na­ment­lich für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der, für un­re­gel­mäs­sig Be­schäf­tig­te und für Per­so­nen, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20074 von Vor­rech­ten, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen be­güns­tigt sind.5
1 Ur­sprüng­lich Art. 1.
2 SR837.0
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 12 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
1Wird ein Ar­beit­neh­mer ei­nes Ar­beit­ge­bers in der Schweiz für be­schränk­te Zeit im Aus­land be­schäf­tigt, so wird die Ver­si­che­rung nicht un­ter­bro­chen.
2Nicht ver­si­chert sind Ar­beit­neh­mer, die von ei­nem Ar­beit­ge­ber im Aus­land für be­schränk­te Zeit in die Schweiz ent­sandt wer­den.
3Der Bun­des­rat kann ab­wei­chen­de Vor­schrif­ten er­las­sen, na­ment­lich für Ar­beit­neh­mer von Trans­port­be­trie­ben und öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen.
1Die Ver­si­che­rung be­ginnt an dem Tag, an dem das Ar­beits­ver­hält­nis an­fängt oder erst­mals Lohn­an­spruch be­steht, in je­dem Fall aber im Zeit­punkt, da der Ar­beit­neh­mer sich auf den Weg zur Ar­beit be­gibt. Für ar­beits­lo­se Per­so­nen be­ginnt sie mit dem Tag, an dem erst­mals die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 AVIG1 er­füllt sind oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zo­gen wer­den.2
2Die Ver­si­che­rung en­det mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem der An­spruch auf min­des­tens den hal­b­en Lohn auf­hört und für ar­beits­lo­se Per­so­nen mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem letzt­mals die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 AVIG er­füllt oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zo­gen wor­den sind.3
3Der Ver­si­che­rer hat dem Ver­si­cher­ten die Mög­lich­keit zu bie­ten, die Ver­si­che­rung durch be­son­de­re Ab­re­de bis zu sechs Mo­na­ten zu ver­län­gern.4
4Die Ver­si­che­rung ruht, wenn der Ver­si­cher­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung oder ei­ner aus­län­di­schen ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung un­ter­steht.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­gü­tun­gen und Er­satzein­künf­te, die als Lohn gel­ten, so­wie die Form und den In­halt von Ab­re­den über die Ver­län­ge­rung von Ver­si­che­run­gen.5
1 SR837.0
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1In der Schweiz wohn­haf­te Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de und ih­re nicht ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten mit­ar­bei­ten­den Fa­mi­li­en­glie­der kön­nen sich frei­wil­lig ver­si­chern.
2Aus­ge­schlos­sen von die­ser frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung sind nich­t­er­werbs­tä­ti­ge Ar­beit­ge­ber, die le­dig­lich Haus­be­diens­te­te be­schäf­ti­gen.
1Die Be­stim­mun­gen über die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung gel­ten sinn­ge­mä­ss für die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung.
2Der Bun­des­rat er­lässt er­gän­zen­de Vor­schrif­ten über die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung. Er ord­net na­ment­lich den Bei­tritt, den Rück­tritt und den Aus­schluss so­wie die Prä­mi­en­be­mes­sung.
1So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt, wer­den die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen bei Be­rufs­un­fäl­len, Nicht­be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ge­währt.
2Die Ver­si­che­rung er­bringt ih­re Leis­tun­gen auch bei fol­gen­den Kör­per­schä­di­gun­gen, so­fern sie nicht vor­wie­gend auf Ab­nüt­zung oder Er­kran­kung zu­rück­zu­füh­ren sind:
Kno­chen­brü­che;
Ver­ren­kun­gen von Ge­len­ken;
Me­nis­kus­ris­se;
Mus­kel­ris­se;
Mus­kel­zer­run­gen;
Seh­nen­ris­se;
Band­lä­sio­nen;
Trom­mel­fell­ver­let­zun­gen.1
3Die Ver­si­che­rung er­bringt ih­re Leis­tun­gen aus­ser­dem für Schä­di­gun­gen, die dem Ver­un­fall­ten bei der Heil­be­hand­lung zu­ge­fügt wer­den (Art. 10).
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Als Be­rufs­un­fäl­le gel­ten Un­fäl­le (Art. 4 ATSG1), die dem Ver­si­cher­ten zu­stos­sen:2
bei Ar­bei­ten, die er auf An­ord­nung des Ar­beit­ge­bers oder in des­sen In­ter­es­se aus­führt;
wäh­rend der Ar­beit­s­pau­sen so­wie vor und nach der Ar­beit, wenn er sich be­fug­ter­wei­se auf der Ar­beits­stät­te oder im Be­rei­che der mit sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit zu­sam­men­hän­gen­den Ge­fah­ren auf­hält.
2Für Teil­zeit­be­schäf­tig­te, de­ren Ar­beits­dau­er das vom Bun­des­rat fest­zu­set­zen­de Min­dest­mass nicht er­reicht, gel­ten auch Un­fäl­le auf dem Ar­beits­weg als Be­rufs­un­fäl­le.
3Der Bun­des­rat kann für Wirt­schafts­zwei­ge mit be­son­de­ren Be­triebs­for­men, na­ment­lich für die Land­wirt­schaft und das Klein­ge­wer­be, den Be­rufs­un­fall ab­wei­chend um­schrei­ben.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Als Nicht­be­rufs­un­fäl­le gel­ten al­le Un­fäl­le (Art. 4 ATSG1), die nicht zu den Be­rufs­un­fäl­len zäh­len.2
2Teil­zeit­be­schäf­tig­te nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 sind ge­gen Nicht­be­rufs­un­fäl­le nicht ver­si­chert.
1Als Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten Krank­hei­ten (Art. 3 ATSG1), die bei der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit aus­sch­liess­lich oder vor­wie­gend durch schä­di­gen­de Stof­fe oder be­stimm­te Ar­bei­ten ver­ur­sacht wor­den sind.2 Der Bun­des­rat er­stellt die Lis­te die­ser Stof­fe und Ar­bei­ten so­wie der ar­beits­be­ding­ten Er­kran­kun­gen.
2Als Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten auch an­de­re Krank­hei­ten, von de­nen nach­ge­wie­sen wird, dass sie aus­sch­liess­lich oder stark über­wie­gend durch be­ruf­li­che Tä­tig­keit ver­ur­sacht wor­den sind.
3So­weit nichts an­de­res be­stimmt ist, sind Be­rufs­krank­hei­ten von ih­rem Aus­bruch an ei­nem Be­rufs­un­fall gleich­ge­stellt. Sie gel­ten als aus­ge­bro­chen, so­bald der Be­trof­fe­ne erst­mals ärzt­li­cher Be­hand­lung be­darf oder ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG) ist.3
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf die zweck­mäs­si­ge Be­hand­lung der Un­fall­fol­gen, näm­lich auf:
die am­bu­lan­te Be­hand­lung durch den Arzt, den Zahn­arzt oder auf de­ren An­ord­nung durch ei­ne me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­son so­wie durch den Chi­ro­prak­tor und die am­bu­lan­te Be­hand­lung in ei­nem Spi­tal;
die vom Arzt oder Zahn­arzt ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­tel und Ana­ly­sen;
die Be­hand­lung, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung ei­nes Spi­tals;
die ärzt­lich ver­ord­ne­ten Nach- und Ba­de­ku­ren;
die der Hei­lung dien­li­chen Mit­tel und Ge­gen­stän­de.
2Der Ver­si­cher­te kann den Arzt, den Zahn­arzt, den Chi­ro­prak­tor, die Apo­the­ke, das Spi­tal und die Kur­an­stalt frei wäh­len.2
3Der Bun­des­rat kann die Leis­tungs­pflicht der Ver­si­che­rung nä­her um­schrei­ben und die Kos­ten­ver­gü­tung für Be­hand­lung im Aus­land be­gren­zen. Er kann fest­le­gen, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­cher­te An­spruch auf Hil­fe und Pfle­ge zu Hau­se hat.3
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf die Hilfs­mit­tel, die kör­per­li­che Schä­di­gun­gen oder Funk­ti­ons­aus­fäl­le aus­glei­chen. Der Bun­des­rat er­stellt die Lis­te die­ser Hilfs­mit­tel.
2Die Hilfs­mit­tel müs­sen ein­fach und zweck­mäs­sig sein. Sie wer­den zu Ei­gen­tum oder leih­wei­se ab­ge­ge­ben.
Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf De­ckung der durch den Un­fall ver­ur­sach­ten Schä­den an Sa­chen, die einen Kör­per­teil oder ei­ne Kör­per­funk­ti­on er­set­zen. Für Bril­len, Hör­ap­pa­ra­te und Zahn­pro­the­sen be­steht ein Er­satz­an­spruch nur, wenn ei­ne be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge Kör­per­schä­di­gung vor­liegt.
1Die not­wen­di­gen Rei­se-, Trans­port- und Ret­tungs­kos­ten wer­den ver­gü­tet.
2Der Bun­des­rat kann die Ver­gü­tung für Kos­ten im Aus­land be­gren­zen.
1Die not­wen­di­gen Kos­ten für die Über­füh­rung der Lei­che an den Be­stat­tungs­ort wer­den ver­gü­tet. Der Bun­des­rat kann die Ver­gü­tung der im Aus­land ent­ste­hen­den Kos­ten be­gren­zen.
2Die Be­stat­tungs­kos­ten wer­den ver­gü­tet, so­weit sie das Sie­ben­fa­che des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes nicht über­stei­gen.
1Tag­gel­der und Ren­ten wer­den nach dem ver­si­cher­ten Ver­dienst be­mes­sen.
2Als ver­si­cher­ter Ver­dienst gilt für die Be­mes­sung der Tag­gel­der der letz­te vor dem Un­fall be­zo­ge­ne Lohn, für die Be­mes­sung der Ren­ten der in­ner­halb ei­nes Jah­res vor dem Un­fall be­zo­ge­ne Lohn.
3Bei der Fest­set­zung des Höchst­be­trags des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes nach Ar­ti­kel 18 ATSG1 be­zeich­net der Bun­des­rat die da­zu ge­hö­ren­den Ne­ben­be­zü­ge und Er­satzein­künf­te.2 Da­bei sorgt er da­für, dass in der Re­gel min­des­tens 92 Pro­zent, aber nicht mehr als 96 Pro­zent der ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer zum vol­len Ver­dienst ver­si­chert sind. Er er­lässt Be­stim­mun­gen über den ver­si­cher­ten Ver­dienst in Son­der­fäl­len, na­ment­lich bei:
lang­dau­ern­der Tag­geld­be­rech­ti­gung;
Be­rufs­krank­hei­ten;
Ver­si­cher­ten, die nicht oder noch nicht den be­rufs­üb­li­chen Lohn er­hal­ten;
Ver­si­cher­ten, die un­re­gel­mäs­sig be­schäf­tigt sind.
1Ist der Ver­si­cher­te in­fol­ge des Un­fal­les voll oder teil­wei­se ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG1), so hat er An­spruch auf ein Tag­geld.2
2Der An­spruch auf Tag­geld ent­steht am drit­ten Tag nach dem Un­fall­tag. Er er­lischt mit der Wie­der­er­lan­gung der vol­len Ar­beits­fä­hig­keit, mit dem Be­ginn ei­ner Ren­te oder mit dem Tod des Ver­si­cher­ten.
3Das Tag­geld der Un­fall­ver­si­che­rung wird nicht ge­währt, wenn ein An­spruch auf ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung oder ei­ne Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung nach dem Er­w­erb­ser­satz­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19523 be­steht.4
4An ar­beits­lo­se Per­so­nen wird das Tag­geld un­ab­hän­gig von zu be­ste­hen­den War­te­zei­ten (Art. 18 Abs. 1 AVIG5) oder Ein­stell­ta­gen (Art. 30 AVIG) aus­ge­rich­tet.6
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Das Tag­geld be­trägt bei vol­ler Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG1) 80 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes.2 Bei teil­wei­ser Ar­beits­un­fä­hig­keit wird es ent­spre­chend ge­kürzt.
2Das Tag­geld der ar­beits­lo­sen Per­so­nen ent­spricht der Net­to­ent­schä­di­gung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nach den Ar­ti­keln 22 und 22a AVIG3, um­ge­rech­net auf den Ka­len­der­tag.4
3 SR837.0
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
Art. 18 Invalidität
1Ist der Ver­si­cher­te in­fol­ge des Un­fal­les zu min­des­tens 10 Pro­zent in­va­lid (Art. 8 ATSG2), so hat er An­spruch auf ei­ne In­va­li­den­ren­te, so­fern sich der Un­fall vor Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters er­eig­net hat.3
2Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des in Son­der­fäl­len. Er kann da­bei auch von Ar­ti­kel 16 ATSG ab­wei­chen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Der Ren­ten­an­spruch ent­steht, wenn von der Fort­set­zung der ärzt­li­chen Be­hand­lung kei­ne nam­haf­te Bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten mehr er­war­tet wer­den kann und all­fäl­li­ge Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men der In­va­li­den­ver­si­che­rung (IV) ab­ge­schlos­sen sind. Mit dem Ren­ten­be­ginn fal­len die Heil­be­hand­lung und die Tag­geld­leis­tun­gen da­hin. …1
2Der An­spruch er­lischt mit der gänz­li­chen Ab­fin­dung, mit dem Aus­kauf der Ren­te oder dem Tod des Ver­si­cher­ten. …2
3Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über die Ent­ste­hung des Ren­ten­an­spruchs, wenn von der Fort­set­zung der ärzt­li­chen Be­hand­lung kei­ne nam­haf­te Bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten mehr zu er­war­ten ist, der Ent­scheid der IV über die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung je­doch erst spä­ter ge­fällt wird.
1 Drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die In­va­li­den­ren­te be­trägt bei Vollin­va­li­di­tät 80 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes; bei Teilin­va­li­di­tät wird sie ent­spre­chend ge­kürzt.
2Hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Ren­te der IV oder auf ei­ne Ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV), so wird ihm ei­ne Kom­ple­men­tär­ren­te ge­währt; die­se ent­spricht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG1 der Dif­fe­renz zwi­schen 90 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes und der Ren­te der IV oder der AHV, höchs­tens aber dem für Voll- oder Teilin­va­li­di­tät vor­ge­se­he­nen Be­trag.2 Die Kom­ple­men­tär­ren­te wird beim erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fen der er­wähn­ten Ren­ten fest­ge­setzt und le­dig­lich spä­te­ren Än­de­run­gen der für Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge be­stimm­ten Tei­le der Ren­te der IV oder der AHV an­ge­passt.
2bisAb­satz 2 ist auch an­wend­bar, wenn der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung hat.3
2terDie In­va­li­den­ren­te nach Ab­satz 1 und die Kom­ple­men­tär­ren­te nach Ab­satz 2 ein­sch­liess­lich der Teue­rungs­zu­la­gen wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG beim Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters für je­des vol­le Jahr, das der Ver­si­cher­te zum Un­fall­zeit­punkt äl­ter als 45 Jah­re war, wie folgt ge­kürzt:
bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad von min­des­tens 40 Pro­zent: um 2 Pro­zent­punk­te, höchs­tens aber um 40 Pro­zent;
bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad un­ter 40 Pro­zent: um 1 Pro­zent­punkt, höchs­tens aber um 20 Pro­zent.4
2qua­terFür die Fol­gen von Rück­fäl­len und Spät­fol­gen gel­ten die Kür­zungs­re­ge­lun­gen nach Ab­satz 2ter auch dann, wenn sich der Un­fall vor Vollen­dung des 45. Al­ters­jah­res er­eig­net hat, so­fern die durch den Rück­fall oder die Spät­fol­gen be­wirk­te Ar­beits­un­fä­hig­keit nach Vollen­dung des 60. Al­ters­jah­res ein­ge­tre­ten ist.5
3Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten, na­ment­lich über die Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten in Son­der­fäl­len.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Nach der Fest­set­zung der Ren­te wer­den dem Be­zü­ger die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen (Art. 10-13) ge­währt, wenn er:
an ei­ner Be­rufs­krank­heit lei­det;
un­ter ei­nem Rück­fall oder an Spät­fol­gen lei­det und die Er­werbs­fä­hig­keit durch me­di­zi­ni­sche Vor­keh­ren we­sent­lich ver­bes­sert oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung be­wahrt wer­den kann;
zur Er­hal­tung sei­ner ver­blei­ben­den Er­werbs­fä­hig­keit dau­ernd der Be­hand­lung und Pfle­ge be­darf;
er­werbs­un­fä­hig ist und sein Ge­sund­heits­zu­stand durch me­di­zi­ni­sche Vor­keh­ren we­sent­lich ver­bes­sert oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung be­wahrt wer­den kann.
2Der Ver­si­che­rer kann die Wie­der­auf­nah­me ei­ner ärzt­li­chen Be­hand­lung an­ord­nen. …1
3Bei Rück­fäl­len und Spät­fol­gen so­wie bei der vom Ver­si­che­rer an­ge­ord­ne­ten Wie­der­auf­nah­me der ärzt­li­chen Be­hand­lung hat der Ren­ten­be­zü­ger auch An­spruch auf die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen (Art. 10‒13). Er­lei­det er wäh­rend die­ser Zeit ei­ne Ver­dien­stein­bus­se, so er­hält er ein Tag­geld, das nach dem letz­ten vor der neu­en Heil­be­hand­lung er­ziel­ten Ver­dienst be­mes­sen wird.
1 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 17 Ab­satz 1 ATSG2 kann die Ren­te ab dem Mo­nat, in dem die be­rech­tig­te Per­son ei­ne Al­ters­ren­te der AHV be­zieht, spä­tes­tens je­doch ab Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters nach Ar­ti­kel 21 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19463 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung nicht mehr re­vi­diert wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
1Kann aus der Art des Un­fal­les und dem Ver­hal­ten des Ver­si­cher­ten ge­schlos­sen wer­den, dass er durch ei­ne ein­ma­li­ge Ent­schä­di­gung wie­der er­werbs­fä­hig wür­de, so hö­ren die bis­he­ri­gen Leis­tun­gen auf, und der Ver­si­cher­te er­hält ei­ne Ab­fin­dung von höchs­tens dem drei­fa­chen Be­trag des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes.
2Aus­nahms­wei­se kön­nen Ab­fin­dun­gen ne­ben ei­ner ge­kürz­ten Ren­te aus­ge­rich­tet wer­den.
1Er­lei­det der Ver­si­cher­te durch den Un­fall ei­ne dau­ern­de er­heb­li­che Schä­di­gung der kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen In­te­gri­tät, so hat er An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung.1
2Die Ent­schä­di­gung wird mit der In­va­li­den­ren­te fest­ge­setzt oder, falls kein Ren­ten­an­spruch be­steht, bei der Be­en­di­gung der ärzt­li­chen Be­hand­lung ge­währt. Der Bun­des­rat kann für die Ent­ste­hung des An­spruchs in Son­der­fäl­len einen an­de­ren Zeit­punkt be­stim­men, na­ment­lich bei Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen durch das Ein­at­men von As­best­fa­sern.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Die In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung wird in Form ei­ner Ka­pi­tal­leis­tung ge­währt. Sie darf den am Un­fall­tag gel­ten­den Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes nicht über­stei­gen und wird ent­spre­chend der Schwe­re des In­te­gri­täts­scha­dens ab­ge­stuft.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung.
1Bei Hilf­lo­sig­keit (Art. 9 ATSG1) hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung.2
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird nach dem Grad der Hilf­lo­sig­keit be­mes­sen. Ihr Mo­nats­be­trag be­läuft sich auf min­des­tens den dop­pel­ten und höchs­tens den sechs­fa­chen Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes. Für die Re­vi­si­on der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung (Art. 17 ATSG1) gilt Ar­ti­kel 22 sinn­ge­mä­ss.2
2 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
Stirbt der Ver­si­cher­te an den Fol­gen des Un­fal­les, so ha­ben der über­le­ben­de Ehe­gat­te und die Kin­der An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­ren­ten.
1Der über­le­ben­de Ehe­gat­te hat An­spruch auf ei­ne Ren­te oder ei­ne Ab­fin­dung.
3Der über­le­ben­de Ehe­gat­te hat An­spruch auf ei­ne Ren­te, wenn er bei der Ver­wit­wung ei­ge­ne ren­ten­be­rech­tig­te Kin­der hat oder mit an­dern durch den Tod des Ehe­gat­ten ren­ten­be­rech­tigt ge­wor­de­nen Kin­dern in ge­mein­sa­mem Haus­halt lebt oder wenn er min­des­tens zu zwei Drit­teln in­va­lid ist oder es bin­nen zwei Jah­ren seit dem To­de des Ehe­gat­ten wird. Die Wit­we hat zu­dem An­spruch auf ei­ne Ren­te, wenn sie bei der Ver­wit­wung Kin­der hat, die nicht mehr ren­ten­be­rech­tigt sind, oder wenn sie das 45. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt hat; sie hat An­spruch auf ei­ne ein­ma­li­ge Ab­fin­dung, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf ei­ne Ren­te nicht er­füllt.
4Der ge­schie­de­ne Ehe­gat­te ist der Wit­we oder dem Wit­wer gleich­ge­stellt, so­fern der Ver­un­fall­te ihm ge­gen­über zu Un­ter­halts­bei­trä­gen ver­pflich­tet war.
6Der An­spruch auf ei­ne Ren­te ent­steht mit dem Mo­nat nach dem To­de des Ver­si­cher­ten oder mit dem nach­träg­li­chen Ein­tritt ei­ner In­va­li­di­tät von min­des­tens zwei Drit­teln beim über­le­ben­den Ehe­gat­ten. Er er­lischt mit der Wie­der­ver­hei­ra­tung, mit dem To­de des Be­rech­tig­ten oder dem Aus­kauf der Ren­te. …3
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die Kin­der des ver­stor­be­nen Ver­si­cher­ten ha­ben An­spruch auf ei­ne Wai­sen­ren­te. Ha­ben sie einen El­tern­teil ver­lo­ren, so er­hal­ten sie die Ren­te für Halb­wai­sen; sind bei­de El­tern­tei­le ge­stor­ben oder stirbt in der Fol­ge der an­de­re El­tern­teil oder be­stand das Kin­des­ver­hält­nis nur zum ver­stor­be­nen Ver­si­cher­ten, so er­hal­ten sie die Ren­te für Voll­wai­sen.
2Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über die Ren­ten­be­rech­ti­gung von Pfle­ge­kin­dern und in Fäl­len, in de­nen der ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te nur zur Leis­tung ei­nes Un­ter­halts­bei­tra­ges ver­pflich­tet war.
3Der An­spruch ent­steht mit dem Mo­nat nach dem To­de des Ver­si­cher­ten oder des an­dern El­tern­teils. Er er­lischt mit der Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res, mit dem Tod der Wai­se oder mit dem Aus­kauf der Ren­te.1 Der Ren­ten­an­spruch dau­ert bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung, längs­tens aber bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr. …2
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. II 6 des BG vom 7. Okt. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 1126; BBl 1993 I 1169).
2 Vier­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die Hin­ter­las­se­nen­ren­ten be­tra­gen vom ver­si­cher­ten Ver­dienst
für Wit­wen und Wit­wer:
40 Pro­zent,
für Halb­wai­sen:
15 Pro­zent,
für Voll­wai­sen:
25 Pro­zent,
für meh­re­re Hin­ter­las­se­ne zu­sam­men höchs­tens:
70 Pro­zent.
2Die Hin­ter­las­se­nen­ren­te für den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten ent­spricht 20 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes, höchs­tens aber dem ge­schul­de­ten Un­ter­halts­bei­trag.
3Die Ren­ten wer­den gleich­mäs­sig her­ab­ge­setzt, wenn sie für den über­le­ben­den Ehe­gat­ten und die Kin­der mehr als 70 Pro­zent oder zu­sam­men mit der Ren­te für den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten mehr als 90 Pro­zent aus­ma­chen. Fällt spä­ter die Ren­te ei­nes die­ser Hin­ter­las­se­nen da­hin, so er­hö­hen sich die Ren­ten der üb­ri­gen gleich­mäs­sig bis zum Höchst­be­trag ih­rer An­sprü­che.
4Ha­ben die Hin­ter­las­se­nen An­spruch auf Ren­ten der AHV oder der IV, so wird ih­nen ge­mein­sam ei­ne Kom­ple­men­tär­ren­te ge­währt; die­se ent­spricht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG1 der Dif­fe­renz zwi­schen 90 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes und den Ren­ten der AHV oder der IV, höchs­tens aber dem in Ab­satz 1 vor­ge­se­he­nen Be­trag.2 Die Kom­ple­men­tär­ren­te des ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten ent­spricht der Dif­fe­renz zwi­schen dem ge­schul­de­ten Un­ter­halts­bei­trag und der Ren­te der AHV, höchs­tens aber dem in Ab­satz 2 vor­ge­se­he­nen Be­trag. Die Kom­ple­men­tär­ren­te wird beim erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fen der er­wähn­ten Ren­ten fest­ge­setzt und le­dig­lich den Än­de­run­gen im Be­zü­ger­kreis der AHV- oder der IV-Ren­ten an­ge­passt.
4bisAb­satz 4 ist auch an­wend­bar, wenn der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung hat.3
5Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten, na­ment­lich über die Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten so­wie der Ren­ten für Voll­wai­sen, wenn bei­de El­tern­tei­le ver­si­chert wa­ren.
Die Ab­fin­dung für die Wit­we oder die ge­schie­de­ne Ehe­frau ent­spricht:
wenn die Ehe we­ni­ger als ein Jahr ge­dau­ert hat, dem ein­fa­chen,
wenn die Ehe min­des­tens ein Jahr, aber we­ni­ger als fünf Jah­re ge­dau­ert hat, dem drei­fa­chen,
wenn die Ehe mehr als fünf Jah­re ge­dau­ert hat, dem fünf­fa­chen Jah­res­be­trag der Ren­te.
Ist der An­spruch des über­le­ben­den Ehe­gat­ten we­gen Wie­der­ver­hei­ra­tung er­lo­schen und wird die neue Ehe nach we­ni­ger als zehn Jah­ren ge­schie­den oder un­gül­tig er­klärt, so lebt der Ren­ten­an­spruch im fol­gen­den Mo­nat wie­der auf.
1Zum Aus­gleich der Teue­rung er­hal­ten die Be­zü­ger von In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten Zu­la­gen. Die­se gel­ten als Be­stand­teil der Ren­te.
2Der Bun­des­rat setzt die Zu­la­gen auf­grund des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se fest. Die Ren­ten wer­den auf den glei­chen Zeit­punkt wie die Ren­ten der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung der Teue­rung an­ge­passt.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Dez. 1991 (AS 1992 1327; BBl 1991 I 217).
1Der Ver­si­che­rer kann ei­ne In­va­li­den- oder Hin­ter­las­se­nen­ren­te je­der­zeit nach ih­rem Bar­wert aus­kau­fen, wenn der Mo­nats­be­trag ge­rin­ger ist als die Hälf­te des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes. Bei Hin­ter­las­se­nen­ren­ten wird der Ge­samt­be­trag al­ler Ren­ten be­rück­sich­tigt. In den üb­ri­gen Fäl­len ist der Aus­kauf nur mit dem Ein­ver­ständ­nis und im of­fen­kun­di­gen lang­fris­ti­gen In­ter­es­se des Ren­ten­be­rech­tig­ten zu­läs­sig.
2Mit dem Aus­kauf er­lö­schen die An­sprü­che aus dem Un­fall. Nimmt je­doch nach dem Aus­kauf die un­fall­be­ding­te In­va­li­di­tät er­heb­lich zu, so kann der Ver­si­cher­te ei­ne ent­spre­chen­de In­va­li­den­ren­te be­an­spru­chen. Der Aus­kauf ei­ner In­va­li­den­ren­te be­rührt den An­spruch auf ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te nicht.
Art. 36 Zusammentreffen verschiedener Schadensursachen
1Die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen so­wie die Tag­gel­der und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen wer­den nicht ge­kürzt, wenn die Ge­sund­heits­schä­di­gung nur teil­wei­se Fol­ge ei­nes Un­fal­les ist.
2Die In­va­li­den­ren­ten, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen und die Hin­ter­las­se­nen­ren­ten wer­den an­ge­mes­sen ge­kürzt, wenn die Ge­sund­heits­schä­di­gung oder der Tod nur teil­wei­se die Fol­ge ei­nes Un­fal­les ist. Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen vor dem Un­fall, die zu kei­ner Ver­min­de­rung der Er­werbs­fä­hig­keit ge­führt ha­ben, wer­den da­bei nicht be­rück­sich­tigt.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Hat der Ver­si­cher­te den Ge­sund­heits­scha­den oder den Tod ab­sicht­lich her­bei­ge­führt, so be­steht kein An­spruch auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, mit Aus­nah­me der Be­stat­tungs­kos­ten.
2In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG1 wer­den in der Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le die Tag­gel­der, die wäh­rend der ers­ten zwei Jah­re nach dem Un­fall aus­ge­rich­tet wer­den, ge­kürzt, wenn der Ver­si­cher­te den Un­fall grob fahr­läs­sig her­bei­ge­führt hat. Die Kür­zung be­trägt je­doch höchs­tens die Hälf­te der Leis­tun­gen, wenn der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt des Un­falls für An­ge­hö­ri­ge zu sor­gen hat, de­nen bei sei­nem To­de Hin­ter­las­se­nen­ren­ten zu­ste­hen wür­den.2
3Hat der Ver­si­cher­te den Un­fall bei nicht vor­sätz­li­cher Aus­übung ei­nes Ver­bre­chens oder Ver­ge­hens her­bei­ge­führt, so kön­nen ihm in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG die Geld­leis­tun­gen ge­kürzt oder in be­son­ders schwe­ren Fäl­len ver­wei­gert wer­den. Hat der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt des Un­fal­les für An­ge­hö­ri­ge zu sor­gen, de­nen bei sei­nem To­de Hin­ter­las­se­nen­ren­ten zu­stün­den, so wer­den Geld­leis­tun­gen höchs­tens um die Hälf­te ge­kürzt. Stirbt er an den Un­fall­fol­gen, so kön­nen die Geld­leis­tun­gen für die Hin­ter­las­se­nen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 2 ATSG eben­falls höchs­tens um die Hälf­te ge­kürzt wer­den.3
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
Art. 39 Aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse
Der Bun­des­rat kann aus­ser­ge­wöhn­li­che Ge­fah­ren und Wag­nis­se be­zeich­nen, die in der Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le zur Ver­wei­ge­rung sämt­li­cher Leis­tun­gen oder zur Kür­zung der Geld­leis­tun­gen füh­ren. Die Ver­wei­ge­rung oder Kür­zung kann er in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­sät­ze 1-3 ATSG2 ord­nen.
Art. 42 Umfang des Rückgriffs
Im Fal­le ei­nes Rück­griffs nach den Ar­ti­keln 72-75 ATSG2 fin­det Ar­ti­kel 73 Ab­satz 2 ATSG auch dann An­wen­dung, wenn die Kür­zung nach Ar­ti­kel 37 Ab­sät­ze 2 und 3 oder nach Ar­ti­kel 39 die­ses Ge­set­zes er­folgt, so­weit die Kür­zung auf Grund ei­ner schuld­haf­ten Scha­dens­ver­ur­sa­chung durch den Ver­si­cher­ten er­folgt ist.
Art. 43 und 44
1Der ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer hat sei­nem Ar­beit­ge­ber oder dem Ver­si­che­rer den Un­fall, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert oder ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit zur Fol­ge hat, un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.
2Der Ar­beit­ge­ber hat dem Ver­si­che­rer un­ver­züg­lich Mit­tei­lung zu ma­chen, so­bald er er­fährt, dass ein Ver­si­cher­ter sei­nes Be­trie­bes einen Un­fall er­lit­ten hat, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert, ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG1) oder den Tod zur Fol­ge hat.2
2bisAr­beits­lo­se Per­so­nen ha­ben der zu­stän­di­gen Stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder dem Un­fall­ver­si­che­rer den Un­fall un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.3
3Der selb­stän­di­g­er­wer­ben­de Ver­si­cher­te hat dem Ver­si­che­rer den Un­fall, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert oder ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit zur Fol­ge hat, un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.
1Ver­säu­men der Ver­si­cher­te oder sei­ne Hin­ter­las­se­nen die Un­fall­mel­dung in un­ent­schuld­ba­rer Wei­se und er­wach­sen dar­aus dem Ver­si­che­rer er­heb­li­che Um­trie­be, so kön­nen die auf die Zwi­schen­zeit ent­fal­len­den Geld­leis­tun­gen bis zur Hälf­te ent­zo­gen wer­den.
2Der Ver­si­che­rer kann je­de Leis­tung um die Hälf­te kür­zen, wenn ihm der Un­fall oder der Tod in­fol­ge un­ent­schuld­ba­rer Ver­säum­nis des Ver­si­cher­ten oder sei­ner Hin­ter­las­se­nen nicht bin­nen drei­er Mo­na­te ge­mel­det wor­den ist; er kann die Leis­tung ver­wei­gern, wenn ihm ab­sicht­lich ei­ne falsche Un­fall­mel­dung er­stat­tet wor­den ist.
3Un­ter­lässt der Ar­beit­ge­ber die Un­fall­mel­dung auf un­ent­schuld­ba­re Wei­se, so kann er vom Ver­si­che­rer für die dar­aus ent­ste­hen­den Kos­ten­fol­gen haft­bar ge­macht wer­den.
Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­che­rer die Au­top­sie oder einen ähn­li­chen Ein­griff bei ei­nem töd­lich Ver­un­fall­ten an­ord­nen kann. Die Au­top­sie darf nicht an­ge­ord­net wer­den, wenn die nächs­ten An­ge­hö­ri­gen da­ge­gen Ein­spra­che er­he­ben oder ei­ne ent­spre­chen­de Wil­lens­er­klä­rung des Ver­stor­be­nen vor­liegt.
1Der Ver­si­che­rer kann un­ter an­ge­mes­se­ner Rück­sicht­nah­me auf den Ver­si­cher­ten und sei­ne An­ge­hö­ri­gen die nö­ti­gen An­ord­nun­gen zur zweck­mäs­si­gen Be­hand­lung des Ver­si­cher­ten tref­fen.
Art. 49 Auszahlung des Taggeldes
Die Ver­si­che­rer kön­nen die Aus­zah­lung dem Ar­beit­ge­ber über­tra­gen.
Art. 50 Verrechnung
For­de­run­gen auf Grund die­ses Ge­set­zes so­wie Rück­for­de­run­gen von Ren­ten und Tag­gel­dern der AHV, der IV, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, der Kran­ken­ver­si­che­rung und von Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur AHV/IV kön­nen mit fäl­li­gen Leis­tun­gen ver­rech­net wer­den.
1. Kapitel: Medizinalpersonen und Spitäler
Art. 53 Eignung
1Als Ärz­te, Zahn­ärz­te, Chi­ro­prak­to­ren und Apo­the­ker im Sin­ne die­ses Ge­set­zes gel­ten Per­so­nen, die die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne pri­vat­wirt­schaft­li­che Be­rufs­aus­übung in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung nach dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 20062 er­fül­len. Die von ei­nem Kan­ton zur Ab­ga­be von Me­di­ka­men­ten zu­ge­las­se­nen Ärz­te sind im Um­fang die­ser Zu­las­sung den Apo­the­kern gleich­ge­stellt.
2Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen die Spi­tä­ler und Kur­an­stal­ten, die me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, die La­bo­ra­to­ri­en so­wie die Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men zur Tä­tig­keit zu­las­ten der Un­fall­ver­si­che­rung zu­ge­las­sen wer­den.
2 SR811.11
Wer für die Un­fall­ver­si­che­rung tä­tig ist, hat sich in der Be­hand­lung, in der Ver­ord­nung und Ab­ga­be von Arz­nei­mit­teln so­wie in der An­ord­nung und Durch­füh­rung von Heilan­wen­dun­gen und Ana­ly­sen auf das durch den Be­hand­lungs­zweck ge­for­der­te Mass zu be­schrän­ken.
Art. 54a Auskunftspflicht des Leistungserbringers
Der Leis­tungs­er­brin­ger muss dem Ver­si­che­rer ei­ne de­tail­lier­te und ver­ständ­li­che Rech­nung zu­stel­len. Er muss ihm auch al­le An­ga­ben ma­chen, die die­ser be­nö­tigt, um die Leis­tungs­an­sprü­che zu be­ur­tei­len und um die Be­rech­nung der Ver­gü­tung und die Wirt­schaft­lich­keit der Leis­tung über­prü­fen zu kön­nen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2760; BBl 2000 255).
Art. 55 Ausschluss
Will ein Ver­si­che­rer ei­ner Me­di­zi­nal­per­son, ei­nem La­bo­ra­to­ri­um, ei­nem Spi­tal oder ei­ner Kur­an­stalt aus wich­ti­gen Grün­den das Recht auf Be­hand­lung der Ver­si­cher­ten, auf die Ver­ord­nung und Ab­ga­be von Arz­nei­mit­teln oder auf die An­ord­nung und Durch­füh­rung von Heilan­wen­dun­gen und Ana­ly­sen nicht oder nicht mehr ge­stat­ten, so ent­schei­det das Schieds­ge­richt (Art. 57) über den Aus­schluss und des­sen Dau­er.
1Die Ver­si­che­rer kön­nen mit den Me­di­zi­nal­per­so­nen, den me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, den Spi­tä­lern, den Kur­an­stal­ten so­wie den Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men ver­trag­lich die Zu­sam­men­ar­beit re­geln und die Ta­ri­fe fest­le­gen.1 Sie kön­nen die Be­hand­lung der Ver­si­cher­ten aus­sch­liess­lich den am Ver­trag Be­tei­lig­ten an­ver­trau­en. Wer im am­bu­lan­ten Be­reich die Be­din­gun­gen er­füllt, kann dem Ver­trag bei­tre­ten.23
2Der Bun­des­rat sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on mit den Ta­ri­f­ord­nun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­rungs­zwei­ge und kann die­se an­wend­bar er­klä­ren. Er ord­net die Ver­gü­tung für Ver­si­cher­te, die sich in ein Spi­tal oh­ne Ta­rif­ver­ein­ba­rung be­ge­ben.4
3Be­steht kein Ver­trag, so er­lässt der Bun­des­rat nach An­hö­ren der Par­tei­en die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten.
4Für al­le Ver­si­cher­ten der Un­fall­ver­si­che­rung sind die glei­chen Ta­xen zu be­rech­nen.
2 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Sie­he auch Art. 1 der V vom 17. Sept. 1986 über die Ta­ri­fe der Heil- und Kur­an­stal­ten in der Un­fall­ver­si­che­rung (SR 832.206.2).
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern und Me­di­zi­nal­per­so­nen, La­bo­ra­to­ri­en oder Spi­tä­lern und Kur­an­stal­ten so­wie den Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men ent­schei­det ein für das gan­ze Kan­tons­ge­biet zu­stän­di­ges Schieds­ge­richt.1
2Zu­stän­dig ist das Schieds­ge­richt des Kan­tons, in dem die stän­di­ge Ein­rich­tung die­ser Per­so­nen oder An­stal­ten liegt.
3Die Kan­to­ne be­zeich­nen das Schieds­ge­richt und re­geln das Ver­fah­ren. Der schieds­ge­richt­li­chen Be­hand­lung ei­nes Streit­fal­les hat ein Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren vor­aus­zu­ge­hen, so­fern nicht schon ei­ne ver­trag­lich ein­ge­setz­te Ver­mitt­lungs­in­stanz ge­am­tet hat. Das Schieds­ge­richt setzt sich zu­sam­men aus ei­nem neu­tra­len Vor­sit­zen­den und je ei­ner Ver­tre­tung der Par­tei­en in glei­cher Zahl.
4Die Ent­schei­de wer­den den Par­tei­en mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung schrift­lich er­öff­net.
5Ge­gen Ent­schei­de des Schieds­ge­richts kann nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052 beim Bun­des­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.3
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Art. 58 Arten der Versicherer
Die Un­fall­ver­si­che­rung wird je nach Ver­si­cher­ten­ka­te­go­ri­en durch die Su­va2 oder durch an­de­re zu­ge­las­se­ne Ver­si­che­rer und ei­ne von die­sen be­trie­be­ne Er­satz­kas­se durch­ge­führt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis bei der Su­va wird in der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung durch Ge­setz, in der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung durch Ver­ein­ba­rung be­grün­det. Der Ar­beit­ge­ber hat der Su­va in­nert 14 Ta­gen die Er­öff­nung oder Ein­stel­lung ei­nes Be­trie­bes zu mel­den, des­sen Ar­beit­neh­mer ihr un­ter­stellt sind.
2Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis bei den an­dern Ver­si­che­rern wird be­grün­det durch einen Ver­trag zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber oder dem Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den und dem Ver­si­che­rer oder durch Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Kas­se auf­grund ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses.
3Ist ein Ar­beit­neh­mer, der dem Ob­li­ga­to­ri­um un­ter­steht, bei ei­nem Un­fall nicht ver­si­chert, so ge­währt ihm die Er­satz­kas­se die ge­setz­li­chen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen.
Art. 59a Typenvertrag
1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 stel­len ge­mein­sam einen Ty­pen­ver­trag auf, der die Be­stim­mun­gen ent­hält, die in je­dem Fall in die Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge auf­zu­neh­men sind.
2Im Ty­pen­ver­trag ist na­ment­lich vor­zu­se­hen, dass die ver­si­cher­ten Be­trie­be den Ver­trag bei Er­hö­hun­gen des Net­to­prä­mi­en­sat­zes oder des Pro­zent­sat­zes des Prä­mi­en­zu­schlags für Ver­wal­tungs­kos­ten in­nert ei­ner Frist von 30 Ta­gen nach Er­halt der Mit­tei­lung durch den Ver­si­che­rer kün­di­gen kön­nen. Die Ver­si­che­rer müs­sen die Er­hö­hun­gen den ver­si­cher­ten Be­trie­ben min­des­tens zwei Mo­na­te vor En­de des lau­fen­den Rech­nungs­jah­res mit­tei­len.
3Die Ver­si­che­rer un­ter­brei­ten den Ty­pen­ver­trag dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung. Kommt kein ge­nü­gen­der Ty­pen­ver­trag zu­stan­de, so be­stimmt der Bun­des­rat, wel­che Be­stand­tei­le in je­dem Ver­trag ent­hal­ten sein müs­sen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
Art. 60 Anhörung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen
Über die Auf­stel­lung der Prä­mi­en­ta­ri­fe und de­ren Glie­de­rung in Ri­si­ko­ge­mein­schaf­ten hört die Su­va die in­ter­es­sier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen der be­trof­fe­nen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer an.
Die Su­va und die nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 2 re­gis­trier­ten Ver­si­che­rer so­wie an­de­re an der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes Be­tei­lig­te sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
1Die Su­va ist ei­ne au­to­no­me An­stalt des öf­fent­li­chen Rechts mit Rechts­per­sön­lich­keit und Sitz in Lu­zern. Die Su­va wird im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.1
2Die Su­va be­treibt die Ver­si­che­rung nach dem Grund­satz der Ge­gen­sei­tig­keit.
3Die Su­va steht un­ter der Ober­auf­sicht des Bun­des, die durch den Bun­des­rat aus­ge­übt wird. Das Re­gle­ment über die Or­ga­ni­sa­ti­on der Su­va so­wie der Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
Art. 62 Organe
Die Or­ga­ne der Su­va sind:
der Su­va-Rat;
Art. 63 Suva-Rat
1Der Su­va-Rat be­steht aus:
sech­zehn Ver­tre­tern der bei der Su­va ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer;
sech­zehn Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber, die bei der Su­va ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer be­schäf­ti­gen;
acht Ver­tre­tern des Bun­des.
2Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren. Er be­rück­sich­tigt da­bei die Lan­des­tei­le, die Be­rufs­ar­ten und das Ge­schlecht. Die Ver­bän­de der Ar­beit­neh­mer und der Ar­beit­ge­ber ha­ben das Recht, dem Bun­des­rat Kan­di­da­tu­ren vor­zu­schla­gen. Der Bun­des­rat kann je­der­zeit Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes aus wich­ti­gen Grün­den ab­be­ru­fen.
3Für das Ho­no­rar der Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes und die wei­te­ren mit die­sen Per­so­nen ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen gilt Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20002 (BPG) sinn­ge­mä­ss. Der Bun­des­rat ge­neh­migt das Re­gle­ment über die Ho­no­ra­re der Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes.
4Die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes schei­den spä­tes­tens am En­de des Ka­len­der­jah­res, in wel­chem sie das 70. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben, aus dem Su­va-Rat aus.
5Der Su­va-Rat kon­sti­tu­iert sich selbst und wählt da­bei den Prä­si­den­ten und zwei Vi­ze­prä­si­den­ten so­wie sei­ne Aus­schüs­se, na­ment­lich den Su­va-Rats­aus­schuss. Er hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:
Fest­le­gung der stra­te­gi­schen Zie­le, der Grund­sät­ze der Prä­mi­en­be­stim­mung und der Per­so­nal­po­li­tik der Su­va;
Ver­ab­schie­dung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments zu­han­den des Bun­des­ra­tes;
Er­lass des Per­so­nal­re­gle­ments;
Ge­neh­mi­gung der Rech­nungs­grund­la­gen und Fest­le­gung der Prä­mi­en­ta­ri­fe;
Wahl und Ab­be­ru­fung der Re­vi­si­ons­stel­le;
Ver­ab­schie­dung des Jah­res­be­richts und der Jah­res­rech­nung zu­han­den des Bun­des­ra­tes so­wie Ent­scheid über die Ver­wen­dung von Er­trags­über­schüs­sen;
Er­nen­nung und Ab­be­ru­fung der Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung und von de­ren Vor­sit­zen­dem;
Ver­ab­schie­dung des Vor­an­schlags für die Be­triebs­kos­ten, der Fi­nanz­pla­nung und der Aus­ge­stal­tung des Rech­nungs­we­sens;
Or­ga­ni­sa­ti­on der in­ter­nen Re­vi­si­on so­wie Be­stel­lung, Be­auf­sich­ti­gung und Ab­be­ru­fung des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars;
Auf­sicht über die Ge­schäfts­lei­tung und de­ren Vor­sit­zen­den, na­ment­lich im Hin­blick auf die Be­fol­gung der Ge­setz­ge­bung, der mass­ge­ben­den Re­gle­men­te und Wei­sun­gen so­wie auf die be­trieb­li­che Füh­rung;
Ge­währ­leis­tung ei­nes an­ge­pass­ten in­ter­nen Kon­troll­sys­tems und Ri­si­ko­ma­na­ge­ments;
Ent­las­tung der Ge­schäfts­lei­tung.
6Der Su­va-Rats­aus­schuss be­rei­tet die Ge­schäf­te zu­han­den des Su­va-Ra­tes vor. Der Su­va-Rat kann dem Su­va-Rats­aus­schuss im Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment die Fest­le­gung von Prä­mi­en­ta­ri­fen nach Ab­satz 5 Buch­sta­be d so­wie die Auf­ga­ben nach Ab­satz 5 Buch­sta­ben g-m über­tra­gen. Die an­de­ren Auf­ga­ben des Su­va-Ra­tes sind nicht über­trag­bar.
2 SR172.220.1
Art. 64 Geschäftsleitung
1Die Ge­schäfts­lei­tung führt die Ge­schäf­te der Su­va und ver­tritt sie nach aus­sen; sie kann die Pro­ku­ra und an­de­re Voll­mach­ten er­tei­len.
2Die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung dür­fen dem Su­va-Rat nicht an­ge­hö­ren. Sie wer­den nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR)2 an­ge­stellt. Für ih­ren Lohn und die wei­te­ren Ver­trags­be­din­gun­gen gilt Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 BPG3 sinn­ge­mä­ss.
3 SR172.220.1
Art. 64a Sorgfalts- und Treuepflicht
1Die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes und der Ge­schäfts­lei­tung er­fül­len ih­re Auf­ga­ben mit al­ler Sorg­falt und wah­ren die In­ter­es­sen der Su­va in gu­ten Treu­en. Der Su­va-Rat trifft die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­ren zur Wah­rung der In­ter­es­sen der Su­va und zur Ver­hin­de­rung von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen.
2Im Rah­men der Sorg­falts- und Treue­pflicht le­gen al­le Mit­glie­der der Or­ga­ne der Su­va ih­re In­ter­es­sen­bin­dun­gen ge­gen­über dem Wahl­or­gan of­fen.
3Sie mel­den Ver­än­de­run­gen ih­rer In­ter­es­sen­bin­dun­gen wäh­rend der Mit­glied­schaft lau­fend.
4Der Su­va-Rat in­for­miert im Rah­men der jähr­li­chen Be­richt­er­stat­tung über die In­ter­es­sen­bin­dun­gen sei­ner Mit­glie­der.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1Die Su­va muss ih­re Jah­res­rech­nung durch die Re­vi­si­ons­stel­le im Sin­ne von Ar­ti­kel 727 OR2 or­dent­lich prü­fen las­sen. Die Re­vi­si­ons­stel­le über­prüft zu­dem die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten über das Fi­nan­zie­rungs­ver­fah­ren ge­mä­ss Ar­ti­kel 90.
2Die Wahl der Re­vi­si­ons­stel­le er­folgt für ei­ne Amts­dau­er von höchs­tens drei Jah­ren. Wie­der­wahl ist mög­lich.
Art. 64c Verantwortlichkeit
1Die Mit­glie­der der Or­ga­ne so­wie die mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­fass­ten Per­so­nen sind für den Scha­den ver­ant­wort­lich, den sie der Su­va ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig zu­fü­gen.
2Der An­spruch der Su­va auf Scha­den­er­satz ge­gen die Mit­glie­der der Or­ga­ne so­wie die mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­fass­ten Per­so­nen ver­jährt in fünf Jah­ren von dem Ta­ge an, an dem die­se Kennt­nis vom Scha­den und von der Per­son des Er­satz­pflich­ti­gen er­langt hat, auf je­den Fall aber in zehn Jah­ren, vom Tag der schä­di­gen­den Hand­lun­gen an ge­rech­net.
3Strei­tig­kei­ten aus der Ver­ant­wort­lich­keit der Mit­glie­der der Or­ga­ne oder der mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­trau­ten Per­so­nen wer­den durch die Zi­vil­ge­rich­te be­ur­teilt.
Art. 65 Rechnungslegung
1Die Rech­nungs­le­gung der Su­va stellt de­ren Ver­mö­gens-, Fi­nanz- und Er­trags­la­ge mit Spar­ten­rech­nung dar.
2Sie folgt den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der We­sent­lich­keit, der Ver­ständ­lich­keit, der Ste­tig­keit und der Brut­to­dar­stel­lung und ori­en­tiert sich un­ter Vor­be­halt so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Son­der­be­stim­mun­gen an all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards.
Art. 65a Verantwortlicher Aktuar
1Für die Stel­lung und die Auf­ga­ben des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars gel­ten die Ar­ti­kel 23 und 24 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042.
2Die ge­stützt auf das Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz zu­sätz­lich er­las­se­nen Vor­schrif­ten des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments über die Auf­ga­ben des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars und über den In­halt des Be­richts sind an­wend­bar.
2 SR961.01
1Das Per­so­nal der Su­va wird nach OR2 an­ge­stellt.
2Der Su­va-Rat legt Ent­löh­nung, Ne­ben­leis­tun­gen und die wei­te­ren Ver­trags­be­din­gun­gen im Per­so­nal­re­gle­ment fest. Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 BPG3 gilt sinn­ge­mä­ss.
3Das Per­so­nal ist bei der Pen­si­ons­kas­se der Su­va ver­si­chert.
Die Su­va ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 80 ATSG2 für kom­mer­zi­el­le Leis­tun­gen steu­er­pflich­tig.
2 SR830.1
Art. 66 Zuständigkeitsbereich
1Bei der Su­va sind die Ar­beit­neh­mer fol­gen­der Be­trie­be und Ver­wal­tun­gen ob­li­ga­to­risch ver­si­chert:
in­dus­tri­el­le Be­trie­be nach Ar­ti­kel 5 des Ar­beits­ge­set­zes vom 13. März 19642 (ArG);
Be­trie­be des Bau- und In­stal­la­ti­ons­ge­wer­bes so­wie des Lei­tungs­baus;
Be­trie­be, die Be­stand­tei­le der Erdrin­de ge­win­nen oder auf­be­rei­ten;
Forst­be­trie­be;
Be­trie­be, die Me­tall, Holz, Kork, Kunst­stof­fe, Stein oder Glas ma­schi­nell be­ar­bei­ten, und Gies­se­rei­en, mit Aus­nah­me fol­gen­der Ver­kaufs­be­trie­be, so­fern die­se nicht sel­ber pro­du­zie­ren, son­dern die Pro­duk­te nur be­ar­bei­ten:
Op­ti­ker­ge­schäf­te,
Bi­jou­te­rie- und Schmuck­ge­schäf­te,
Sport­ar­ti­kel­ge­schäf­te oh­ne Kan­ten- und Be­lags­schleif­ma­schi­nen,
Ra­dio- und Fern­seh­ge­schäf­te oh­ne An­ten­nen­bau,
In­nen­de­ko­ra­ti­ons­ge­schäf­te oh­ne Bo­den­le­ger- und Schrei­ner­ar­bei­ten;
Be­trie­be, in de­nen feu­er- oder ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­che Stof­fe oder Stof­fe, die Be­rufs­krank­hei­ten her­vor­ru­fen kön­nen (Art. 9 Abs. 1) er­zeugt, im Gros­sen ver­wen­det oder im Gros­sen ge­la­gert wer­den;
Ver­kehrs- und Trans­port­be­trie­be so­wie Be­trie­be mit un­mit­tel­ba­rem An­schluss an das Trans­port­ge­wer­be;
Han­dels­be­trie­be, die mit Hil­fe von Ma­schi­nen schwe­re Wa­ren in gros­ser Men­ge la­gern;
Schlacht­häu­ser mit ma­schi­nel­len Ein­rich­tun­gen;
Be­trie­be der Ge­trän­ke­fa­bri­ka­ti­on;
Be­trie­be der Elek­tri­zi­täts-, Gas- und Was­ser­ver­sor­gung so­wie der Keh­richt­be­sei­ti­gung und Ab­was­ser­rei­ni­gung;
Be­trie­be für tech­ni­sche Vor­be­rei­tung, Lei­tung oder Über­wa­chung von Ar­bei­ten nach den Buch­sta­ben b-l;
Lehr- und In­va­li­den­werk­stät­ten;
Be­trie­be, die tem­po­rä­re Ar­beits­kräf­te zur Ver­fü­gung stel­len;
Bun­des­ver­wal­tung, Bun­des­be­trie­be und Bun­des­an­stal­ten;
Zwei­ge öf­fent­li­cher Ver­wal­tun­gen von Kan­to­nen, Ge­mein­den und öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten, die Ar­bei­ten nach den Buch­sta­ben b-m aus­füh­ren.
2Der Bun­des­rat be­zeich­net die un­ter­stell­ten Be­trie­be nä­her und um­schreibt na­ment­lich den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va für Ar­beit­neh­mer:
von Hilfs- und Ne­ben­be­trie­ben der un­ter­stell­ten Be­trie­be;
von Be­trie­ben, bei de­nen nur die Hilfs- und Ne­ben­be­trie­be un­ter Ab­satz 1 fal­len;
von ge­misch­ten Be­trie­ben;
von Per­so­nen, die auf ei­ge­ne Rech­nung Ar­bei­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b-m in er­heb­li­chem Um­fang aus­füh­ren, oh­ne dass die Merk­ma­le ei­nes Be­trie­bes vor­lie­gen.
3Der Bun­des­rat kann Ar­beit­neh­mer von der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung bei der Su­va aus­neh­men, wenn ihr Be­trieb ei­ner pri­va­ten Un­fall­ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ei­nes Be­rufs­ver­ban­des an­ge­hört, die den glei­chen Ver­si­che­rungs­schutz ge­währ­leis­tet. Die Aus­nah­men sind ins­be­son­de­re zu be­wil­li­gen, wenn sie für den Be­stand und die Leis­tungs­fä­hig­keit ei­ner be­ste­hen­den Un­fall­ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ge­bo­ten sind.
3bisAr­beits­lo­se Per­so­nen sind bei der Su­va ver­si­chert. Der Bun­des­rat re­gelt, wel­cher Ver­si­che­rer bei Zwi­schen­ver­dienst, bei Teil­ar­beits­lo­sig­keit und bei ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men zu­stän­dig ist.4
4Die Su­va führt für die Ar­beit­ge­ber der bei ihr ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer so­wie für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der sol­cher Ar­beit­ge­ber die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung (Art. 4 und 5) durch. Der Bun­des­rat kann die Su­va er­mäch­ti­gen, auch Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de aus gleich­ar­ti­gen Be­rufs­zwei­gen, die kei­ne Ar­beit­neh­mer be­schäf­ti­gen, zu ver­si­chern.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
Art. 67 Führung der Militärversicherung
1Über­trägt der Bun­des­rat die Füh­rung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 81 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19922 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) der Su­va, so führt die­se die Mi­li­tär­ver­si­che­rung als ei­ge­ne So­zi­al­ver­si­che­rung mit ge­son­der­ter Rech­nung.
2 Die Su­va or­ga­ni­siert die Mi­li­tär­ver­si­che­rung so, dass die­se ih­re Auf­ga­ben nach dem MVG er­fül­len kann und dass die Er­stel­lung von Jah­res­be­rich­ten und Sta­tis­ti­ken nach Ar­ti­kel 77 ATSG3 si­cher­ge­stellt ist.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 18. März 2005 über die Über­tra­gung der Füh­rung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung an die Su­va, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 2881; BBl 2004 2851).
Art. 67a Nebentätigkeiten
1Die Su­va kann zu­sätz­lich zu den Tä­tig­kei­ten, zu wel­chen sie nach dem Ge­setz ver­pflich­tet ist, in den fol­gen­den Be­rei­chen tä­tig sein:
Füh­rung von Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­kli­ni­ken;
Scha­den­ab­wick­lung für Drit­te;
Ent­wick­lung von Si­cher­heits­pro­duk­ten und de­ren Ver­kauf;
Be­ra­tung und Aus­bil­dung im Be­reich der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung.
2Die Ne­ben­tä­tig­kei­ten müs­sen:
mit den ho­heit­li­chen Auf­ga­ben der Su­va beim Voll­zug der Be­stim­mun­gen über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 ver­ein­bar sein;
fi­nan­zi­ell selbst­tra­gend sein.
3Die Ne­ben­tä­tig­kei­ten wer­den von Leis­tungs­zen­tren in­ner­halb der Su­va oder von Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten nach dem OR2 aus­ge­übt, an de­nen die Su­va die Mehr­heit des Ka­pi­tals und der Stimm­rech­te be­sitzt.
4So­weit die Ne­ben­tä­tig­kei­ten von Leis­tungs­zen­tren wahr­ge­nom­men wer­den, führt die Su­va für je­des Leis­tungs­zen­trum ei­ne se­pa­ra­te Be­triebs­rech­nung. Über­schüs­se oder Ver­lus­te wer­den ei­ner se­pa­ra­ten Re­ser­ve der Su­va gut­ge­schrie­ben oder be­las­tet.
1Per­so­nen, für de­ren Ver­si­che­rung nicht die Su­va zu­stän­dig ist, wer­den nach die­sem Ge­setz ge­gen Un­fall ver­si­chert durch:
pri­va­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20042 (VAG) un­ter­ste­hen;
öf­fent­li­che Un­fall­ver­si­che­rungs­kas­sen;
Kran­ken­kas­sen im Sin­ne des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19944 über die Kran­ken­ver­si­che­rung.5
2Die Ver­si­che­rer, die sich an der Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung be­tei­li­gen wol­len, ha­ben sich in ein vom Bun­des­amt für Ge­sund­heit6 ge­führ­tes Re­gis­ter ein­zu­tra­gen. Das Re­gis­ter ist öf­fent­lich.7
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5269; BBl 2003 3789).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG über die Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 1328 1367 Art. 1 Abs. 1; BBl 1992 I 93).
5 Sie­he auch die UeB der Änd. 25.09.2015 am Schluss des Tex­tes.
6 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
7 Sie­he auch Art. 2 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
Der Ar­beit­ge­ber sorgt da­für, dass sei­ne Ar­beit­neh­mer bei ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 ver­si­chert sind. Die Ar­beit­neh­mer ha­ben bei der Wahl des Ver­si­che­rers ein Mit­be­stim­mungs­recht.
1Die Ver­si­che­rer müs­sen den ob­li­ga­to­risch und den frei­wil­lig Ver­si­cher­ten min­des­tens den in die­sem Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Ver­si­che­rungs­schutz ge­wäh­ren.
2Die Kran­ken­kas­sen kön­nen die Ver­si­che­rung der Heil­be­hand­lung ein­sch­liess­lich der Sach­schä­den, der Rei­se-, Trans­port- und Ret­tungs­kos­ten so­wie des Tag­gel­des durch­füh­ren. Sie ha­ben mit dem Ver­si­che­rer, der die üb­ri­gen Leis­tun­gen er­bringt, die ge­gen­sei­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit zu ver­ein­ba­ren.1
3Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 kön­nen die Scha­dener­le­di­gung der Su­va oder ei­nem Drit­ten über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der Ge­neh­mi­gung der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht und für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be c der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­amts für Ge­sund­heit.2
1 Sie­he auch Art. 2 bzw. 4 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
Art. 71 Eingeschränkte Steuerfreiheit
In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 80 Ab­satz 1 ATSG2 kön­nen Ver­si­che­rer nur Zu­wei­sun­gen an die tech­ni­schen Re­ser­ven, so­weit sie aus­sch­liess­lich der Si­cher­stel­lung von An­sprü­chen nach die­sem Ge­setz die­nen, bei den di­rek­ten Steu­ern des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den steu­er­frei zu­rück­stel­len.
1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 er­rich­ten in Form ei­ner Stif­tung ei­ne Er­satz­kas­se. Der Stif­tungs­rat ist pa­ri­tä­tisch aus Ver­tre­tern der Ver­si­che­rer und der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men­zu­set­zen. Die Stif­tungs­ur­kun­de und die Re­gle­men­te be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.
2Die­se Ver­si­che­rer ha­ben der Er­satz­kas­se einen An­teil der Prä­mi­enein­nah­men aus der Un­fall­ver­si­che­rung zu über­wei­sen. Der An­teil wird so be­mes­sen, dass die Er­satz­kas­se al­le Auf­wen­dun­gen, die nicht durch Di­rektein­nah­men ge­deckt sind, fi­nan­zie­ren und für Dau­er­ver­pflich­tun­gen an­ge­mes­se­ne Re­ser­ven be­stel­len kann.
3Kommt die Grün­dung der Er­satz­kas­se nicht zu­stan­de, so nimmt sie der Bun­des­rat vor. Wenn sich die Ver­si­che­rer über den Be­trieb der Kas­se nicht ei­ni­gen kön­nen, so er­lässt der Bun­des­rat die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.1
1Die Er­satz­kas­se er­bringt die ge­setz­li­chen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen an ver­un­fall­te Ar­beit­neh­mer, für de­ren Ver­si­che­rung nicht die Su­va zu­stän­dig ist und die von ih­rem Ar­beit­ge­ber nicht ver­si­chert wor­den sind. Die Kas­se zieht vom säu­mi­gen Ar­beit­ge­ber die ge­schul­de­ten Er­satz­prä­mi­en ein. Sie trägt auch die Kos­ten für die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen ei­nes Ver­si­che­rers nach Ar­ti­kel 68, der zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den ist.
2Die Er­satz­kas­se weist Ar­beit­ge­ber, die ih­re Ar­beit­neh­mer nach er­folg­ter Mah­nung nicht ver­si­chert ha­ben oder die kei­nen Ver­si­che­rer ge­fun­den ha­ben, ei­nem Ver­si­che­rer zu.1
2bisAb­satz 2 ist nicht an­wend­bar auf Ar­beit­ge­ber, die aus­sch­liess­lich Ar­beit­neh­mer mit ge­ring­fü­gi­gen Ein­kom­men nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 5 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­schäf­ti­gen.3
2terDie Er­satz­kas­se er­füllt die ihr in den Ar­ti­keln 78 und 90 Ab­satz 4 über­tra­ge­nen Auf­ga­ben.4
3Der Bun­des­rat kann der Er­satz­kas­se auch Auf­ga­ben über­tra­gen, die nicht in den Tä­tig­keits­be­reich der an­dern Ver­si­che­rer fal­len.
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
Art. 75 Wahlrecht der öffentlichen Verwaltungen
1Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se, Ge­mein­den und an­de­re öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten kön­nen für die Ver­si­che­rung ih­res Per­so­nals, das nicht be­reits bei der Su­va ver­si­chert ist, in­nert ei­ner vom Bun­des­rat fest­zu­set­zen­den Frist zwi­schen der Su­va und ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 wäh­len.
2Ver­wal­tun­gen und Be­trie­be, die ei­ne Ein­heit bil­den, wer­den beim glei­chen Ver­si­che­rer ver­si­chert.
1 Sie­he auch Art. 3 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
1Der Bun­des­rat prüft auf das En­de ei­ner fünf­jäh­ri­gen Pe­ri­ode von sich aus oder auf ge­mein­sa­mes Be­geh­ren der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen und nach An­hö­ren der bis­her zu­stän­di­gen Ver­si­che­rer, ob ei­ne Än­de­rung der Zu­tei­lung be­stimm­ter Be­triebs- oder Be­rufs­ka­te­go­ri­en zur Su­va oder zu den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 an­ge­zeigt ist.
2Ei­ne Neu­zu­tei­lung wird frü­he­s­tens zwei Jah­re nach dem In­kraft­tre­ten der ent­spre­chen­den Ver­ord­nung oder Ge­set­zes­än­de­rung wirk­sam.
1Bei Be­rufs­un­fäl­len er­bringt der­je­ni­ge Ver­si­che­rer die Leis­tun­gen, bei dem die Ver­si­che­rung zur Zeit des Un­fal­les be­stan­den hat. Bei Be­rufs­krank­hei­ten ist der Ver­si­che­rer zu Leis­tun­gen ver­pflich­tet, bei dem die Ver­si­che­rung be­stan­den hat, als der Ver­si­cher­te zu­letzt durch schä­di­gen­de Stof­fe oder be­stimm­te Ar­bei­ten oder durch be­ruf­li­che Tä­tig­kei­ten ge­fähr­det war.
2Bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len er­bringt der­je­ni­ge Ver­si­che­rer die Leis­tun­gen, bei dem der Ver­un­fall­te zu­letzt auch ge­gen Be­rufs­un­fäl­le ver­si­chert war.
3Der Bun­des­rat ord­net die Leis­tungs­pflicht und das Zu­sam­men­wir­ken der Ver­si­che­rer:
für Ver­si­cher­te, die von ver­schie­de­nen Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt wer­den;
bei ei­nem er­neu­ten Un­fall, na­ment­lich wenn er zum Ver­lust paa­ri­ger Or­ga­ne oder zu an­de­ren Än­de­run­gen des In­va­li­di­täts­gra­des führt;
beim To­de bei­der El­tern­tei­le;
bei Be­rufs­krank­hei­ten, die in meh­re­ren, bei ver­schie­de­nen Ver­si­che­rern ver­si­cher­ten Be­trie­ben ver­ur­sacht wur­den.
Art. 78 Grossereignisse
1Er­eig­net sich ein Scha­dener­eig­nis, das vor­aus­sicht­lich Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen aus­löst, die das Net­to­prä­mi­en­vo­lu­men der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rungs­zwei­ge des dem Scha­dener­eig­nis vor­an­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­jah­res al­ler Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 über­stei­gen (Gros­ser­eig­nis), so mel­den die ein­zel­nen Ver­si­che­rer der Er­satz­kas­se (Art. 72) lau­fend den ge­schätz­ten Ge­samt­scha­den­auf­wand und die er­brach­ten Zah­lun­gen.
2Zeit­lich und räum­lich ge­trenn­te Er­eig­nis­se bil­den dann ein ein­zi­ges Gros­ser­eig­nis, wenn sie auf die glei­che Ur­sa­che zu­rück­zu­füh­ren sind.
Art. 78a Streitigkeiten
Bei geld­wer­ten Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern er­lässt das Bun­des­amt für Ge­sund­heit ei­ne Ver­fü­gung.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 21 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).
1Die Auf­sichts­be­hör­den (Art. 76 ATSG1) sor­gen für ei­ne ein­heit­li­che Rechts­an­wen­dung. Sie kön­nen da­zu von den Ver­si­che­rern Aus­künf­te ein­for­dern. Sie er­grei­fen Mass­nah­men zur Be­he­bung von Män­geln und sor­gen na­ment­lich für die Füh­rung von ein­heit­li­chen Sta­tis­ti­ken, die ins­be­son­de­re der Be­schaf­fung ver­si­che­rungs­tech­ni­scher Grund­la­gen, der Prä­mi­en­be­mes­sung und der Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten die­nen.2
2Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 kön­nen im Fal­le von schwe­rer Miss­ach­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten von der Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung aus­ge­schlos­sen wer­den.
3Die Er­satz­kas­se un­ter­steht auch der Stif­tungs­auf­sicht des Bun­des (Art. 84 des Zi­vil­ge­setz­buchs; ZGB3).
4Be­son­de­re Be­stim­mun­gen über die Be­auf­sich­ti­gung der Ver­si­che­rer blei­ben vor­be­hal­ten.
Die Kan­to­ne klä­ren die Ar­beit­ge­ber über ih­re Ver­si­che­rungs­pflicht auf; sie über­wa­chen de­ren Ein­hal­tung. Sie kön­nen ih­re AHV-Aus­gleichs­kas­sen ver­pflich­ten, bei der Kon­trol­le der Ein­hal­tung der Ver­si­che­rungs­pflicht mit­zu­wir­ken.
1Die Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten für al­le Be­trie­be, de­ren Ar­beit­neh­mer in der Schweiz Ar­bei­ten aus­füh­ren.1
2Der Bun­des­rat kann die An­wen­dung die­ser Vor­schrif­ten für be­stimm­te Be­triebs- oder Ar­beit­neh­mer­ka­te­go­ri­en ein­schrän­ken oder aus­sch­lies­sen.
1Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten al­le Mass­nah­men zu tref­fen, die nach der Er­fah­rung not­wen­dig, nach dem Stand der Tech­nik an­wend­bar und den ge­ge­be­nen Ver­hält­nis­sen an­ge­mes­sen sind.
2Der Ar­beit­ge­ber hat die Ar­beit­neh­mer bei der Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zur Mit­wir­kung her­an­zu­zie­hen.
3Die Ar­beit­neh­mer sind ver­pflich­tet, den Ar­beit­ge­ber in der Durch­füh­rung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu un­ter­stüt­zen. Sie müs­sen ins­be­son­de­re per­sön­li­che Schutzaus­rüs­tun­gen be­nüt­zen, die Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen rich­tig ge­brau­chen und dür­fen die­se oh­ne Er­laub­nis des Ar­beit­ge­bers we­der ent­fer­nen noch än­dern.
1Der Bun­des­rat kann Ar­bei­ten mit be­son­de­ren Ge­fah­ren von ei­nem Aus­bil­dungs­nach­weis ab­hän­gig ma­chen, so­fern die So­zi­al­part­ner einen ent­spre­chen­den An­trag stel­len.
2Er re­gelt die Aus­bil­dung und die An­er­ken­nung von Aus­bil­dungs­kur­sen nach vor­gän­gi­ger An­hö­rung der Eid­ge­nös­si­schen Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on (Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on) für Ar­beits­si­cher­heit.
1Der Bun­des­rat er­lässt nach An­hö­ren der un­mit­tel­bar be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen Vor­schrif­ten über tech­ni­sche, me­di­zi­ni­sche und an­de­re Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten in den Be­trie­ben. Er be­stimmt, wer die Kos­ten trägt.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die Mit­wir­kung von Ar­beit­särz­ten und an­dern Spe­zia­lis­ten der Ar­beits­si­cher­heit in den Be­trie­ben.
1Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne kön­nen nach An­hö­ren des Ar­beit­ge­bers und der un­mit­tel­bar be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten be­stimm­te Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten an­ord­nen. Der Ar­beit­ge­ber hat den Durch­füh­rungs­or­ga­nen den Zu­tritt zu al­len Ar­beits­räu­men und Ar­beitsplät­zen des Be­triebs zu ge­wäh­ren und ih­nen zu ge­stat­ten, Fest­stel­lun­gen zu ma­chen und Pro­ben zu ent­neh­men.
2Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne kön­nen Ver­si­cher­te, die hin­sicht­lich Be­rufs­un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten durch be­stimm­te Ar­bei­ten be­son­ders ge­fähr­det sind, von die­sen Ar­bei­ten aus­sch­lies­sen. Der Bun­des­rat ord­net die Ent­schä­di­gung für Ver­si­cher­te, die durch den Aus­schluss von ih­rer bis­he­ri­gen Ar­beit im Fort­kom­men er­heb­lich be­ein­träch­tigt sind und kei­nen An­spruch auf an­de­re Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ha­ben.
1Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne des ArG1 und die Su­va voll­zie­hen die Be­stim­mun­gen über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.2 Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­stän­dig­keit und die Zu­sam­men­ar­beit der Durch­füh­rungs­or­ga­ne. Er be­rück­sich­tigt ih­re sach­li­chen, fach­li­chen und per­so­nel­len Mög­lich­kei­ten.
2Der Bun­des­rat be­stellt die Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on, die aus fol­gen­den Mit­glie­dern be­steht:
drei Ver­tre­ter der Ver­si­che­rer (ein Ver­tre­ter der Su­va und zwei Ver­tre­ter der Ver­si­che­rer nach Art. 68);
acht Ver­tre­ter der Durch­füh­rungs­or­ga­ne (drei Ver­tre­ter der Su­va, zwei der eid­ge­nös­si­schen und drei der kan­to­na­len Durch­füh­rungs­or­ga­ne des ArG);
zwei Ver­tre­ter der Ar­beit­ge­ber;
zwei Ver­tre­ter der Ar­beit­neh­mer.3
2bisDer Bun­des­rat wählt einen Ver­tre­ter der Su­va zum Vor­sit­zen­den.4
3Die Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on stimmt die ein­zel­nen Durch­füh­rungs­be­rei­che auf­ein­an­der ab, so­weit der Bun­des­rat hier­über kei­ne Be­stim­mun­gen er­las­sen hat; sie sorgt für ei­ne ein­heit­li­che An­wen­dung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten in den Be­trie­ben. Sie kann dem Bun­des­rat An­re­gun­gen zum Er­lass sol­cher Vor­schrif­ten un­ter­brei­ten und die Su­va er­mäch­ti­gen, mit ge­eig­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen Ver­trä­ge über be­son­de­re Durch­füh­rungs­auf­ga­ben auf dem Ge­bie­te der Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ab­zu­sch­lies­sen.
4Die Be­schlüs­se der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on sind für die Ver­si­che­rer und die Durch­füh­rungs­or­ga­ne des Ar­beits­ge­set­zes ver­bind­lich.
5Der Bun­des­rat übt die Auf­sicht (Art. 76 ATSG5) über die Tä­tig­keit der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on aus.6
1 SR822.11
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die Kan­to­ne leis­ten Rechts­hil­fe bei der Voll­stre­ckung rechts­kräf­ti­ger Ver­fü­gun­gen und un­auf­schieb­ba­rer An­ord­nun­gen der Durch­füh­rungs­or­ga­ne.
2Wer­den Le­ben oder Ge­sund­heit von Ar­beit­neh­mern durch Miss­ach­tung von Si­cher­heits­vor­schrif­ten schwer ge­fähr­det, so ver­hin­dert die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de die Be­nüt­zung von Räu­men oder Ein­rich­tun­gen und schliesst in be­son­ders schwe­ren Fäl­len den Be­trieb bis zur Be­he­bung des si­cher­heits­wid­ri­gen Zu­stan­des; sie kann die Be­schlag­nah­me von Stof­fen und Ge­gen­stän­den ver­fü­gen.
Art. 87 Prämienzuschlag
1Der Bun­des­rat setzt auf An­trag der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on einen Prä­mi­en­zu­schlag für die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten fest. Er kann nach An­hö­ren der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on be­stimm­te Be­triebs­ka­te­go­ri­en von die­sem Prä­mi­en­zu­schlag ganz oder teil­wei­se be­frei­en.
2Der Prä­mi­en­zu­schlag wird von den Ver­si­che­rern er­ho­ben und von der Su­va ver­wal­tet, die dar­über ei­ne ge­son­der­te Rech­nung führt; die­se be­darf der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.
3Der Prä­mi­en­zu­schlag dient da­zu, die Kos­ten zu de­cken, die den Durch­füh­rungs­or­ga­nen aus der Tä­tig­keit zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ent­ste­hen. Der Bun­des­rat ord­net die Ein­zel­hei­ten.
Art. 87a Beiträge ausländischer Betriebe
1Aus­län­di­sche Be­trie­be, de­ren Ar­beit­neh­mer nicht der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nach die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen, ha­ben Un­fall­ver­hü­tungs­bei­trä­ge zu ent­rich­ten.
2Die Bei­trä­ge müs­sen den Prä­mi­en­zu­schlä­gen ent­spre­chen, die nach Ar­ti­kel 87 für ver­gleich­ba­re Be­trie­be fest­ge­setzt sind.
3Der Bun­des­rat re­gelt das Er­he­bungs­ver­fah­ren.
1Die Su­va und die an­de­ren Ver­si­che­rer för­dern die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len. Sie be­trei­ben ge­mein­sam ei­ne In­sti­tu­ti­on, die durch Auf­klä­rung und all­ge­mei­ne Si­cher­heits­vor­keh­ren zur Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len bei­trägt und gleich­ar­ti­ge Be­stre­bun­gen ko­or­di­niert.
2Der Bun­des­rat setzt auf An­trag der Ver­si­che­rer einen Prä­mi­en­zu­schlag für die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len fest.
3Die Ver­si­che­rer sind ver­pflich­tet, mit dem Er­trag aus den Prä­mi­en­zu­schlä­gen die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len all­ge­mein zu för­dern.
Siebter Titel: Rechnung und Finanzierung
1. Kapitel: Rechnung
1Für die Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung sind ein­heit­li­che Rech­nungs­grund­la­gen zu ver­wen­den. Der Bun­des­rat er­lässt Richt­li­ni­en.
2Die Ver­si­che­rer füh­ren je ei­ne ge­son­der­te Rech­nung für:
die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Be­rufs­un­fäl­le und der Be­rufs­krank­hei­ten;
die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le;
die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung (Art. 4 und 5).
2bisDie Su­va führt aus­ser­dem ei­ne ge­son­der­te Rech­nung für die Ver­si­che­rung der ar­beits­lo­sen Per­so­nen.2
3Die Fi­nan­zie­rung der Zwei­ge nach den Ab­sät­zen 2 und 2bis hat selbst­tra­gend zu sein.3
4Rech­nungs­jahr ist das Ka­len­der­jahr.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
1a. Kapitel: Finanzierung
Art. 90 Finanzierung der kurzfristigen Leistungen und der Renten
1Die Ver­si­che­rer wen­den zur Fi­nan­zie­rung der Tag­gel­der, der Kos­ten für die Heil­be­hand­lung, der üb­ri­gen kurz­fris­ti­gen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und der In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten das Be­darfs­de­ckungs­ver­fah­ren an.2
2Sie wen­den das Ka­pi­tal­de­ckungs­ver­fah­ren zur Fi­nan­zie­rung der In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten und der Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen an, so­bald die­se fest­ge­setzt sind. Das De­ckungs­ka­pi­tal muss für die De­ckung al­ler Ren­ten­an­sprü­che oh­ne Teue­rungs­zu­la­gen aus­rei­chen.
3Die Ver­si­che­rer bil­den Rück­stel­lun­gen zur Fi­nan­zie­rung des in­fol­ge ei­ner Än­de­rung der vom Bun­des­rat ge­neh­mig­ten Rech­nungs­grund­la­gen er­for­der­li­chen zu­sätz­li­chen Ren­ten­de­ckungs­ka­pi­tals. Zum Aus­gleich von Schwan­kun­gen der Be­triebs­er­geb­nis­se sind Re­ser­ven zu be­stel­len. Der Bun­des­rat er­lässt Richt­li­ni­en.
4Bei Gros­ser­eig­nis­sen wird zur Fi­nan­zie­rung des Scha­den­auf­wands, der die Schwel­le für ein Gros­ser­eig­nis nach Ar­ti­kel 78 über­steigt, bei der Er­satz­kas­se ein Aus­gleichs­fonds er­rich­tet. Der Aus­gleichs­fonds wird vom Fol­ge­jahr an über einen Prä­mi­en­zu­schlag pro Ver­si­che­rungs­zweig ge­äuf­net. Der Prä­mi­en­zu­schlag wird von der Er­satz­kas­se so fest­ge­legt, dass sämt­li­che lau­fen­den Kos­ten der Schä­den ge­deckt wer­den kön­nen. Er wird von den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 er­ho­ben und von der Er­satz­kas­se ver­wal­tet. Die Er­satz­kas­se ver­gü­tet den ein­zel­nen Ver­si­che­rern die Auf­wen­dun­gen, wel­che die Schwel­le über­stei­gen. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
2 Sie­he auch die UeB der Änd. 25.09.2015 am Schluss des Tex­tes.
Art. 90a Finanzierung der Teuerungszulagen bei den Versicherern nach Artikel 68 Absatz 1 Buchstabe a und bei der Ersatzkasse
1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se er­rich­ten einen Ver­ein nach den Be­stim­mun­gen des Zi­vil­ge­setz­buchs2 zur lang­fris­ti­gen Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen (Art. 34) für die Be­rufs- und Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung. Die Mit­glied­schaft im Ver­ein ist für al­le zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se ob­li­ga­to­risch.
2Die Mit­glie­der des Ver­eins sind ver­pflich­tet, ei­ge­ne ge­son­der­te Rück­stel­lun­gen zur Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen zu bil­den.
3Die ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen wer­den fi­nan­ziert aus:
Zins­über­schüs­sen auf den Ren­ten­de­ckungs­ka­pi­ta­li­en;
An­tei­len von Zins­er­trä­gen auf Rück­stel­lun­gen für Leis­tun­gen an In­va­li­de und Hin­ter­las­se­ne;
An­tei­len von Zins­er­trä­gen auf Rück­stel­lun­gen für Hei­lungs­kos­ten und Tag­gel­der;
Aus­gleichs­zah­lun­gen un­ter den Mit­glie­dern;
Zins­er­trä­gen auf den ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen; und
Prä­mi­en­zu­schlä­gen für nicht durch Zins­über­schüs­se ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen.
4Der Ver­ein legt für al­le Mit­glie­der ein­heit­li­che Zinsan­teils­sät­ze der Zins­er­trä­ge auf den Rück­stel­lun­gen so­wie ein­heit­li­che Prä­mi­en­zu­schlä­ge für nicht ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 92 Ab­satz 1 mit­tels Ver­fü­gung fest. Die Prä­mi­en­zu­schlä­ge wer­den so­weit er­ho­ben, als po­si­ti­ve Zins­über­schüs­se, Zu­satz­zinsan­tei­le und Zins­er­trä­ge auf den ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen nicht aus­rei­chen, um die Fi­nan­zie­rung der ka­pi­ta­li­sier­ten, ge­spro­che­nen Teue­rungs­zu­la­gen zu ge­währ­leis­ten.
5Wird der Sal­do der ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen ei­nes oder meh­re­rer Mit­glie­der am En­de ei­nes Rech­nungs­jah­res ne­ga­tiv, so legt der Ver­ein die not­wen­di­gen Aus­gleichs­zah­lun­gen un­ter den Mit­glie­dern fest. Da­bei ha­ben die Mit­glie­der mit po­si­ti­vem Sal­do nach den in den Ver­eins­sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment ge­re­gel­ten Mo­da­li­tä­ten Aus­gleichs­zah­lun­gen zu leis­ten.
6Die Ein­zel­hei­ten wer­den in den Sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment des Ver­eins ge­re­gelt. Die Sta­tu­ten und das Ver­wal­tungs­re­gle­ment be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.
7Kommt die Grün­dung des Ver­eins nicht zu­stan­de, so er­lässt der Bun­des­rat die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.
Art. 90b Finanzierung der Teuerungszulagen bei der Suva und den Versicherern nach Artikel 68 Absatz 1 Buchstabe b
Die Teue­rungs­zu­la­gen bei der Su­va und den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be b wer­den aus den Zins­über­schüs­sen und, so­weit die­se nicht aus­rei­chen, nach dem Aus­ga­benum­la­ge­ver­fah­ren fi­nan­ziert.
Art. 90c Finanzierung der Teuerungszulagen für arbeitslose Personen
1Die Su­va bil­det zur Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen für ar­beits­lo­se Per­so­nen ge­son­der­te Rück­stel­lun­gen.
2Die ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen wer­den fi­nan­ziert aus:
Zins­über­schüs­sen auf den De­ckungs­ka­pi­ta­li­en der Ver­si­che­rung der ar­beits­lo­sen Per­so­nen;
der Ver­zin­sung der Rück­stel­lun­gen; und
all­fäl­li­gen Bei­trä­gen aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.
3Wird vom Bun­des­rat ei­ne Teue­rungs­zu­la­ge fest­ge­setzt, so ent­nimmt die Su­va das zu­sätz­lich er­for­der­li­che De­ckungs­ka­pi­tal den Rück­stel­lun­gen. Rei­chen die Rück­stel­lun­gen nicht aus, um das Ka­pi­tal zur Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen zu bil­den, so wer­den die zu­sätz­lich er­for­der­li­chen Mit­tel aus den Bei­trä­gen aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fi­nan­ziert.
4Die Su­va legt die Bei­trä­ge aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fest. Sie kon­sul­tiert vor­gän­gig die Auf­sichts­kom­mis­si­on für den Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.
Art. 90d Finanzierung der Anpassung der Hilflosenentschädigung
Die Fi­nan­zie­rung der An­pas­sung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung in­fol­ge Er­hö­hung des höchst­ver­si­cher­ten Ver­diens­tes er­folgt für die Be­rufs- und Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung nach den glei­chen Re­geln wie für die Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen. Für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se wer­den die Ein­zel­hei­ten in den Sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment des Ver­eins nach Ar­ti­kel 90a Ab­satz 1 ge­re­gelt.
1Die Prä­mi­en für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Be­rufs­un­fäl­le und Be­rufs­krank­hei­ten trägt der Ar­beit­ge­ber.
2Die Prä­mi­en für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le ge­hen zu Las­ten des Ar­beit­neh­mers. Ab­wei­chen­de Ab­re­den zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers blei­ben vor­be­hal­ten.
3Der Ar­beit­ge­ber schul­det den ge­sam­ten Prä­mi­en­be­trag. Er zieht den An­teil des Ar­beit­neh­mers vom Lohn ab. Die­ser Ab­zug darf für den auf ei­ne Lohn­pe­ri­ode ent­fal­len­den Prä­mi­en­be­trag nur am Lohn­be­trag die­ser oder der un­mit­tel­bar nach­fol­gen­den Pe­ri­ode statt­fin­den. Je­de ab­wei­chen­de Ab­re­de zu­un­guns­ten der Ver­si­cher­ten ist un­gül­tig.
4Die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung schul­det den ge­sam­ten Prä­mi­en­be­trag der ar­beits­lo­sen Per­so­nen. Sie zieht den nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 4 AVIG1 von der ar­beits­lo­sen Per­son ge­schul­de­ten An­teil von der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab. Neh­men die ar­beits­lo­sen Per­so­nen an Pro­gram­men zur vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung, an Be­rufs­prak­ti­ka oder an Bil­dungs­mass­nah­men teil, so ent­rich­tet die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung die Prä­mi­en für das Un­fall­ri­si­ko wäh­rend die­ser Tä­tig­kei­ten an die Su­va.2
Art. 92 Festsetzung der Prämien
1Die Prä­mi­en wer­den von den Ver­si­che­rern in Pro­mil­len des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes fest­ge­setzt. Sie be­ste­hen aus ei­ner dem Ri­si­ko ent­spre­chen­den Net­to­prä­mie und aus Zu­schlä­gen für die Ver­wal­tungs­kos­ten, für die Kos­ten der Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten, für die nicht durch Zins­über­schüs­se ge­deck­ten Teue­rungs­zu­la­gen und für die all­fäl­li­ge Äuf­nung ei­nes Aus­gleichs­fonds bei Gros­ser­eig­nis­sen. Die Ver­si­che­rer kön­nen für die bei­den ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rungs­zwei­ge je ei­ne vom je­wei­li­gen Ri­si­ko un­ab­hän­gi­ge Mi­ni­mal­prä­mie er­he­ben; der Bun­des­rat legt die Höchst­gren­ze der Mi­ni­mal­prä­mie fest.2
2Für die Be­mes­sung der Prä­mi­en in der Be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung wer­den die Be­trie­be nach ih­rer Art und ih­ren Ver­hält­nis­sen in Klas­sen des Prä­mi­en­ta­rifs und in­ner­halb die­ser in Stu­fen ein­ge­reiht; da­bei wer­den ins­be­son­de­re Un­fall­ge­fahr und Stand der Un­fall­ver­hü­tung be­rück­sich­tigt. Die Ar­beit­neh­mer ei­nes Be­trie­bes kön­nen nach ein­zel­nen Grup­pen ver­schie­de­nen Klas­sen und Stu­fen zu­ge­teilt wer­den.
3Bei Zu­wi­der­hand­lung ge­gen Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten kön­nen die Be­trie­be je­der­zeit und auch rück­wir­kend in ei­ne hö­he­re Ge­fah­renstu­fe ver­setzt wer­den.
4Än­de­run­gen in der Be­triebs­art und in den Be­triebs­ver­hält­nis­sen sind dem zu­stän­di­gen Ver­si­che­rer in­nert 14 Ta­gen an­zu­zei­gen. Bei er­heb­li­chen Än­de­run­gen kann der Ver­si­che­rer die Zu­tei­lung zu den Klas­sen und Stu­fen des Prä­mi­en­ta­rifs än­dern, ge­ge­be­nen­falls rück­wir­kend.
5Auf­grund der Ri­si­koer­fah­run­gen kann der Ver­si­che­rer von sich aus oder auf An­trag von Be­triebs­in­ha­bern die Zu­tei­lung be­stimm­ter Be­trie­be zu den Klas­sen und Stu­fen des Prä­mi­en­ta­rifs je­weils auf den Be­ginn des Rech­nungs­jah­res än­dern.
6Für die Be­mes­sung der Prä­mi­en in der Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung kön­nen Ta­rif­klas­sen ge­bil­det wer­den. Die Prä­mi­en dür­fen nicht nach dem Ge­schlecht der ver­si­cher­ten Per­so­nen ab­ge­stuft wer­den.3
7Der Zu­schlag für die Ver­wal­tungs­kos­ten dient der De­ckung der or­dent­li­chen Auf­wen­dun­gen, die den Ver­si­che­rern aus der Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung er­wach­sen. Der Bun­des­rat kann Höchst­an­sät­ze für die­sen Zu­schlag fest­le­gen. Er be­stimmt die Frist für die Än­de­rung der Prä­mi­en­ta­ri­fe und die Neu­zu­tei­lung der Be­trie­be in Klas­sen und Stu­fen. Er er­lässt Be­stim­mun­gen über die Prä­mi­en­be­mes­sung in Son­der­fäl­len, na­ment­lich bei den frei­wil­lig und den von an­er­kann­ten Kran­ken­kas­sen Ver­si­cher­ten.4
1 Sie­he auch Art. 7 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3136; BBl 1993 I 805).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5259; BBl 2003 5973 6069).
1Die Ar­beit­ge­ber ha­ben lau­fend Auf­zeich­nun­gen zu ma­chen, die über Be­schäf­ti­gungs­art und Lohn so­wie über Zahl und Da­ten der Ar­beits­ta­ge ei­nes je­den Ar­beit­neh­mers ge­naue Aus­kunft ge­ben. Auf Ver­lan­gen ge­ben sie dem Ver­si­che­rer wei­te­re Aus­künf­te über al­le die Ver­si­che­rung be­tref­fen­den Ver­hält­nis­se so­wie Ein­sicht in die Auf­zeich­nun­gen und die zu de­ren Kon­trol­le die­nen­den Un­ter­la­gen.
2Der Ver­si­che­rer schätzt die Prä­mi­en­be­trä­ge für ein gan­zes Rech­nungs­jahr zum vor­aus und gibt sie den Ar­beit­ge­bern be­kannt. Bei er­heb­li­chen Än­de­run­gen kön­nen die Prä­mi­en im Lau­fe des Jah­res an­ge­passt wer­den.
3Die Prä­mi­en wer­den für das Rech­nungs­jahr je­weils im Vor­aus ent­rich­tet. Ge­gen einen an­ge­mes­se­nen Zu­schlag kann der Ar­beit­ge­ber oder der frei­wil­lig Ver­si­cher­te die Prä­mi­en in halb­jähr­li­chen oder vier­tel­jähr­li­chen Ra­ten be­zah­len.
4Nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res be­rech­net der Ver­si­che­rer die end­gül­ti­gen Prä­mi­en­be­trä­ge auf­grund der wirk­li­chen Lohn­sum­men. Wenn die Lohnauf­zeich­nun­gen kei­ne si­che­re Aus­kunft ge­ben, so wer­den der Prä­mi­en­be­rech­nung an­de­re Er­he­bun­gen zu­grun­de ge­legt, und der Ar­beit­ge­ber ver­liert das Recht, die fest­ge­setz­ten Prä­mi­en zu be­an­stan­den. Ein Mehr- oder Min­der­be­trag ge­gen­über den ge­schätz­ten Prä­mi­en­be­trä­gen wird nach­träg­lich er­ho­ben, zu­rück­er­stat­tet oder ver­rech­net. Nach­for­de­run­gen sind bin­nen Mo­nats­frist nach Rech­nungs­stel­lung zu be­glei­chen.
5Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Zu­schlä­ge bei ra­ten­wei­ser Zah­lung und bei Nicht­ein­hal­tung der Zah­lungs­frist, über die Lohnauf­zeich­nun­gen, de­ren Re­vi­si­on und Auf­be­wah­rung so­wie über die Prä­mi­en­ab­rech­nung. Er sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on der Be­stim­mun­gen über die Er­mitt­lung des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes in der Un­fall­ver­si­che­rung mit den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen in an­dern So­zi­al­ver­si­che­rungs­zwei­gen.
6Er kann den kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­sen der AHV die Er­he­bung der Prä­mi­en so­wie wei­te­re Auf­ga­ben im Rah­men der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung ge­gen Ent­schä­di­gung über­tra­gen.
7Er kann für Klein­be­trie­be und Haus­hal­te ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen er­las­sen.
Art. 94 Einreihung der Betriebe und der Versicherten in die Prämientarife
In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 ATSG2 ha­ben die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 für die erst­ma­li­ge Ein­rei­hung der Be­trie­be und der Ver­si­cher­ten in die Prä­mi­en­ta­ri­fe und für die Än­de­rung der Ein­rei­hung, aus­ge­nom­men im Fal­le von Ar­ti­kel 92 Ab­satz 3, kei­ne Ver­fü­gung zu er­las­sen.
1Die Su­va oder die Er­satz­kas­se er­hebt vom Ar­beit­ge­ber, der sei­ne Ar­beit­neh­mer nicht ver­si­chert, die Er­öff­nung des Be­trie­bes der Su­va nicht ge­mel­det oder sich sonst wie der Prä­mi­en­pflicht ent­zo­gen hat, für die Dau­er der Säum­nis, höchs­tens aber für fünf Jah­re, ei­ne Er­satz­prä­mie in der Hö­he des ge­schul­de­ten Prä­mi­en­be­tra­ges. Der Be­trag wird ver­dop­pelt, wenn sich der Ar­beit­ge­ber in un­ent­schuld­ba­rer Wei­se der Ver­si­che­rungs- oder Prä­mi­en­pflicht ent­zo­gen hat. Kommt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Pflich­ten wie­der­holt nicht nach, so kann ei­ne Er­satz­prä­mie vom drei- bis zehn­fa­chen Prä­mi­en­be­trag er­ho­ben wer­den. Ist als Er­satz­prä­mie der ein­fa­che Prä­mi­en­be­trag zu ent­rich­ten, wer­den Ver­zugs­zin­sen be­rech­net. Er­satz­prä­mi­en dür­fen dem Ar­beit­neh­mer nicht am Lohn ab­ge­zo­gen wer­den.
1bisDer Ar­beit­ge­ber, wel­cher aus­sch­liess­lich Ar­beit­neh­mer mit ge­ring­fü­gi­gen Ein­kom­men nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 5 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19461 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­schäf­tigt, schul­det die Er­satz­prä­mie nur bei ver­si­cher­ten Un­fäl­len. Ab­satz 1 zwei­ter und drit­ter Satz ist nicht an­wend­bar.2
2Die Su­va und die Er­satz­kas­se un­ter­rich­ten sich ge­gen­sei­tig über die ver­füg­ten Er­satz­prä­mi­en.
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
1. Kapitel: Datenbearbeitung und -bekanntgabe, Amts- und Verwaltungshilfe
Die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­ne sind be­fugt, die Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, zu be­ar­bei­ten oder be­ar­bei­ten zu las­sen, die sie be­nö­ti­gen, um die ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben zu er­fül­len, na­ment­lich um:2
die Prä­mi­en zu be­rech­nen und zu er­he­ben;
Leis­tungs­an­sprü­che zu be­ur­tei­len so­wie Leis­tun­gen zu be­rech­nen, zu ge­wäh­ren und mit Leis­tun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu ko­or­di­nie­ren;
die An­wen­dung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu be­auf­sich­ti­gen;
ein Rück­griffs­recht ge­gen­über ei­nem haft­pflich­ti­gen Drit­ten gel­tend zu ma­chen;
die Auf­sicht über die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes aus­zuü­ben;
Sta­tis­ti­ken zu füh­ren;
die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV zu­zu­wei­sen oder zu ve­ri­fi­zie­ren.
1 Ur­sprüng­lich Art. 97a. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2760; BBl 2000 255).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Or­ga­ne, die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­traut sind, Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG2 be­kannt ge­ben:3
an­de­ren mit der Durch­füh­rung so­wie der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­nen, wenn die Da­ten für die Er­fül­lung der ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung, wenn sich in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 ATSG ei­ne Pflicht zur Be­kannt­ga­be aus ei­nem Bun­des­ge­setz er­gibt;
bbis.4Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung für die Zu­wei­sung oder Ve­ri­fi­zie­rung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV;
den für die Er­he­bung der Quel­len­steu­er zu­stän­di­gen Be­hör­den, nach den Ar­ti­keln 88 und 100 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19905 über die di­rek­te Bun­des­steu­er so­wie den ent­spre­chen­den kan­to­na­len Be­stim­mun­gen;
den mit der Durch­füh­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 19596 über den Wehr­pflich­ter­satz be­trau­ten Be­hör­den, nach Ar­ti­kel 24 des ge­nann­ten Ge­set­zes;
den Or­ga­nen der Bun­des­sta­tis­tik, nach dem Bun­des­sta­tis­tik­ge­setz vom 9. Ok­to­ber 19927;
den Voll­zugs­or­ga­nen des Bun­des­ge­set­zes vom 19. März 19768 über die Si­cher­heit von tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen und Ge­rä­ten, des Gift­ge­set­zes vom 21. März 19699, des Um­welt­schutz­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 198310 so­wie der Strah­len­schutz­ver­ord­nung vom 22. Ju­ni 199411, wenn die Da­ten für die Er­fül­lung der ih­nen nach die­sen Er­las­sen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
der nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1 mit der För­de­rung der Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len be­trau­ten In­sti­tu­ti­on, wenn die Da­ten für die Wahr­neh­mung die­ser Auf­ga­be er­for­der­lich sind;
den Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die An­zei­ge oder die Ab­wen­dung ei­nes Ver­bre­chens die Da­ten­be­kannt­ga­be er­for­dert;
hbis.12 dem Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) oder den Si­cher­heits­or­ga­nen der Kan­to­ne zu­han­den des NDB, wenn ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 201513 ge­ge­ben ist;
im Ein­zel­fall und auf schrift­lich be­grün­de­tes Ge­such hin:
So­zi­al­hil­fe­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Fest­set­zung, Än­de­rung oder Rück­for­de­rung von Leis­tun­gen be­zie­hungs­wei­se für die Ver­hin­de­rung un­ge­recht­fer­tig­ter Be­zü­ge er­for­der­lich sind,
Zi­vil­ge­rich­ten, wenn die Da­ten für die Be­ur­tei­lung ei­nes fa­mi­li­en- oder erbrecht­li­chen Streit­fal­les er­for­der­lich sind,
Straf­ge­rich­ten und Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Ab­klä­rung ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens er­for­der­lich sind,
Be­trei­bungs­äm­tern, nach den Ar­ti­keln 91, 163 und 222 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 188914 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs,
den Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­den nach Ar­ti­kel 448 Ab­satz 4 ZGB16,
1bisDie zur Be­kämp­fung der Schwarz­ar­beit er­for­der­li­chen Da­ten dür­fen nach den Ar­ti­keln 11 und 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 200518 ge­gen die Schwarz­ar­beit be­kannt ge­ge­ben wer­den.19
2Da­ten dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG auch der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de im Rah­men des Mel­de­ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 19 des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ok­to­ber 196520 über die Ver­rech­nungs­steu­er be­kannt ge­ge­ben wer­den.
3Per­so­nen­da­ten, die sich auf einen Un­fall oder auf ei­ne Be­rufs­krank­heit be­zie­hen, dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG aus­nahms­wei­se Drit­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn es die Ab­wen­dung ei­ner Ge­fahr für Le­ben oder Ge­sund­heit er­for­dert. Über­wie­gen­de Pri­vat­in­ter­es­sen müs­sen ge­wahrt blei­ben.
4Da­ten, die von all­ge­mei­nem In­ter­es­se sind und sich auf die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes be­zie­hen, dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG ver­öf­fent­licht wer­den. Die An­ony­mi­tät der Ver­si­cher­ten muss ge­wahrt blei­ben.
5Ärz­te und Ärz­tin­nen, die als Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen der Ar­beits­si­cher­heit ein­ge­setzt sind, blei­ben an das ärzt­li­che Be­rufs­ge­heim­nis ge­bun­den. Sie dür­fen je­doch in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG dem Ar­beit­ge­ber und den Or­ga­nen nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 Schluss­fol­ge­run­gen über die Eig­nung ei­nes Ar­beit­neh­mers oder ei­ner Ar­beit­neh­me­rin für be­stimm­te Ar­bei­ten mit­tei­len, wenn zum Schutz der Ge­sund­heit und der Si­cher­heit die­ser Per­son oder der an­de­ren Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen ein über­wie­gen­des In­ter­es­se an ei­ner Mit­tei­lung be­steht und wenn die Ein­wil­li­gung der be­trof­fe­nen Per­son nicht ein­ge­holt wer­den kann. Die­se ist in je­dem Fall zu in­for­mie­ren.
6In den üb­ri­gen Fäl­len dür­fen Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG an Drit­te wie folgt be­kannt ge­ge­ben wer­den:
nicht per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten, so­fern die Be­kannt­ga­be ei­nem über­wie­gen­den In­ter­es­se ent­spricht;
Per­so­nen­da­ten, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall schrift­lich ein­ge­wil­ligt hat oder, wenn das Ein­ho­len der Ein­wil­li­gung nicht mög­lich ist, die­se nach den Um­stän­den als im In­ter­es­se des Ver­si­cher­ten vor­aus­ge­setzt wer­den darf.
7Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind.
8Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der Be­kannt­ga­be und die In­for­ma­ti­on der be­trof­fe­nen Per­son.
9Die Da­ten wer­den in der Re­gel schrift­lich und kos­ten­los be­kannt ge­ge­ben. Der Bun­des­rat kann die Er­he­bung ei­ner Ge­bühr vor­se­hen, wenn be­son­ders auf­wen­di­ge Ar­bei­ten er­for­der­lich sind.
10Hat ein Ar­beit­neh­mer oder ei­ne Ar­beit­neh­me­rin den Or­ga­nen nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 oder den Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen der Ar­beits­si­cher­heit be­trieb­li­che oder per­sön­li­che An­ge­le­gen­hei­ten ver­trau­lich mit­ge­teilt, so ist das Still­schwei­gen hin­sicht­lich der Per­son des Ar­beit­neh­mers oder der Ar­beit­neh­me­rin auch ge­gen­über dem Ar­beit­ge­ber zu wah­ren.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
8 [AS 1977 2370, 1995 2766, 2006 2197 An­hang Ziff. 97. AS 2010 2573 Art. 20 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 12. Ju­ni 2009 über die Pro­duk­te­si­cher­heit (SR 930.11).
9 [AS 1972 430, 1977 2249 Ziff. I 541, 1982 1676 An­hang Ziff. 10, 1984 1122 Art. 66 Ziff. 4, 1985 660 Ziff. I 41, 1991 362 Ziff. II 403, 1997 1155 An­hang Ziff. 4, 1998 3033 An­hang Ziff. 7. AS 2004 4763 An­hang Ziff. I]
12 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 18 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
15 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 29 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
17 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 18 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
19 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
Art. 98 Besondere Amts- und Verwaltungshilfe
Die Ver­wal­tungs- und Rechts­pfle­ge­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und der Ge­mein­den so­wie die Or­ga­ne der an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen ge­ben den mit der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­nen auf schrift­li­che und be­grün­de­te An­fra­ge im Ein­zel­fall kos­ten­los die­je­ni­gen Da­ten be­kannt, die er­for­der­lich sind für die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.
2. Kapitel: Vollstreckung und Haftung
Art. 99 Vollstreckung von Prämienrechnungen
Die auf rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gun­gen be­ru­hen­den Prä­mi­en­rech­nun­gen wer­den nach Ar­ti­kel 54 ATSG2 voll­streck­bar.
Art. 100 Haftung für Schäden
Er­satz­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 78 ATSG2 sind beim Ver­si­che­rer gel­tend zu ma­chen; die­ser ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2760; BBl 2000 255). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
3. Kapitel: Verhältnis zu anderen Sozialversicherungszweigen
Art. 103 Militärversicherung
1Hat ein Ver­si­cher­ter An­spruch auf Leis­tun­gen der Mi­li­tär­ver­si­che­rung und der Un­fall­ver­si­che­rung, so wer­den Ren­ten, In­te­gri­täts- und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen so­wie - in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 65 Buch­sta­be a ATSG2 - die Be­stat­tungs­ent­schä­di­gung von je­dem Ver­si­che­rer nach sei­nem An­teil am Ge­samt­scha­den er­bracht. Für al­le üb­ri­gen Leis­tun­gen kommt aus­sch­liess­lich je­ner Ver­si­che­rer auf, der nach der an­wend­ba­ren Ge­setz­ge­bung un­mit­tel­bar leis­tungs­pflich­tig ist.
2Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen und be­son­de­re Be­stim­mun­gen über die Leis­tungs­pflicht bei Rück­fäl­len, Schä­di­gun­gen paa­ri­ger Or­ga­ne und Fäl­len von Staub­lun­gen er­las­sen. Er kann die Ko­or­di­na­ti­on des Tag­gel­des re­geln.
Art. 104 Übrige Sozialversicherungen
Der Bun­des­rat kann die Ko­or­di­na­ti­on des Tag­gel­des zu den üb­ri­gen So­zi­al­ver­si­che­run­gen re­geln.
1. Kapitel: Sonderbestimmungen zur Rechtspflege
Art. 105 Einsprache gegen eine Prämienrechnung
Ei­ne Ein­spra­che (Art. 52 ATSG2) kann auch ge­gen ei­ne auf ei­ner Ver­fü­gung be­ru­hen­den Prä­mi­en­rech­nung er­ho­ben wer­den.
Wenn Ge­fahr im Ver­zug ist, kann die ver­fü­gen­de Stel­le An­ord­nun­gen zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten oh­ne Ein­spra­chemög­lich­keit nach Ar­ti­kel 52 ATSG2 er­las­sen. Die Be­schwer­de nach Ar­ti­kel 109 bleibt vor­be­hal­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Art. 107 und 108
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt be­ur­teilt in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 ATSG2 Be­schwer­den ge­gen Ein­spra­cheent­schei­de über:
die Zu­stän­dig­keit der Su­va zur Ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer ei­nes Be­trie­bes;
die Zu­tei­lung der Be­trie­be und der Ver­si­cher­ten zu den Klas­sen und Stu­fen der Prä­mi­en­ta­ri­fe;
An­ord­nun­gen zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Art. 111 Aufschiebende Wirkung
Ei­ner Ein­spra­che oder Be­schwer­de ge­gen ei­ne Ver­fü­gung, wel­che die Ein­rei­hung von Be­trie­ben und Ver­si­cher­ten in die Prä­mi­en­ta­ri­fe, die Fest­le­gung ein­heit­li­cher Zinsan­teils­sät­ze der Zins­er­trä­ge für Rück­stel­lun­gen und ein­heit­li­che Prä­mi­en­zu­schlä­ge für nicht ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen, ei­ne Prä­mi­en­for­de­rung oder die Zu­stän­dig­keit ei­nes Ver­si­che­rers be­trifft, kommt auf­schie­ben­de Wir­kung nur zu, wenn ihr die­se in der Ver­fü­gung selbst, von der Ein­sprachein­stanz oder vom Ge­richt ver­lie­hen wird.
1So­fern kei­ne schwe­re­re straf­ba­re Hand­lung nach ei­nem an­de­ren Ge­setz vor­liegt, wird mit Geld­stra­fe von bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft, wer vor­sätz­lich:
sich durch un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben oder in an­de­rer Wei­se der Ver­si­che­rungs- oder der Prä­mi­en­pflicht ganz oder teil­wei­se ent­zieht;
als Ar­beit­ge­ber ei­nem Ar­beit­neh­mer Prä­mi­en vom Lohn ab­zieht, sie in­des­sen dem vor­ge­se­he­nen Zweck ent­frem­det;
als Durch­füh­rungs­or­gan sei­ne Pflich­ten, na­ment­lich die Schwei­ge­pflicht, ver­letzt oder sei­ne Stel­lung zum Nach­teil Drit­ter, zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum un­recht­mäs­si­gen Vor­teil ei­nes an­de­ren miss­braucht;
als Ar­beit­ge­ber oder Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt und da­durch an­de­re ernst­lich ge­fähr­det.
2So­fern kei­ne schwe­re­re straf­ba­re Hand­lung nach ei­nem an­de­ren Ge­setz vor­liegt, wird mit Bus­se be­straft, wer fahr­läs­sig als Ar­beit­ge­ber oder Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt und da­durch an­de­re ernst­lich ge­fähr­det.
in Ver­let­zung der Aus­kunfts­pflicht un­wah­re Aus­kunft er­teilt oder die Aus­kunft ver­wei­gert;
die vor­ge­schrie­be­nen For­mu­la­re nicht oder nicht wahr­heits­ge­treu aus­füllt;
als Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt, oh­ne da­durch an­de­re zu ge­fähr­den.
4Han­delt der Tä­ter in den Fäl­len nach Ab­satz 3 fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 5000 Fran­ken.
Art. 114 und 115
Zehnter Titel: Verhältnis zum europäischen Recht
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BB vom 17. Ju­ni 2016 (Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die Re­pu­blik Kroa­ti­en), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 5233; BBl 2016 2223).
Elfter Titel: Schlussbestimmungen
der Zwei­te und Drit­te Ti­tel des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 19111 über die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung;
das Bun­des­ge­setz vom 18. Ju­ni 19152 be­tref­fend die Er­gän­zung des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 1911 über die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung;
das Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19623 über Teue­rungs­zu­la­gen an Rent­ner der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt und des mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Ar­beits­diens­tes.
2Es wer­den eben­falls die kan­to­na­len Er­las­se über die ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer auf­ge­ho­ben.
1 [BS 8 281; AS 1959 858, 1964 965, 1968 64, 1971 1465 Schl- und UeB zum X. Tit. Art. 6 Ziff. 2, 1977 2249 Ziff. I 611, 1978 1836 An­hang Ziff. 4, 1982 196 2184 Art. 114, 1990 1091, 1991 362 Ziff. II 412, 1992 288 An­hang Ziff. 37, 1995 511. AS 1995 1328 An­hang Ziff. 1]
Än­de­run­gen des gel­ten­den Bun­des­rech­tes ste­hen im An­hang; die­ser ist Be­stand­teil des Ge­set­zes.
1Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen für Un­fäl­le, die sich vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes er­eig­net ha­ben, und für Be­rufs­krank­hei­ten, die vor die­sem Zeit­punkt aus­ge­bro­chen sind, wer­den nach bis­he­ri­gem Recht ge­währt.
2Für Ver­si­cher­te der Su­va gel­ten je­doch in den in Ab­satz 1 er­wähn­ten Fäl­len vom In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an des­sen Be­stim­mun­gen über:
die Ge­wäh­rung der Heil­be­hand­lung nach Fest­set­zung der Ren­te (Art. 21), so­fern der An­spruch erst nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­steht;
den Aus­schluss der Kür­zung von Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen, wenn der Un­fall oder die Be­rufs­krank­heit grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt wur­de (Art. 37 Abs. 2);
die In­va­li­den­ren­ten, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen, Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten so­wie die Lei­chen­trans­port- und Be­stat­tungs­kos­ten, so­fern der An­spruch erst nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­steht;
die Wei­ter­ge­wäh­rung von Wai­sen­ren­ten für Kin­der, die noch in Aus­bil­dung be­grif­fen sind (Art. 30 Abs. 3), wo­bei der An­spruch auf die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes be­reits er­lo­sche­nen Ren­ten in­nert Jah­res­frist gel­tend ge­macht wer­den muss;
den Aus­kauf von Ren­ten (Art. 35);
die Teue­rungs­zu­la­gen (Art. 34), wo­bei die Teue­rung für al­le Rent­ner durch die nach bis­he­ri­gem Recht zu­ge­spro­che­nen Ren­ten und all­fäl­li­gen Teue­rungs­zu­la­gen als aus­ge­gli­chen gilt und die Zu­la­gen für die Rent­ner des mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Ar­beits­diens­tes wei­ter­hin zu Las­ten des Bun­des ge­währt wer­den.
3War der ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te durch ge­richt­li­che Ent­schei­dung oder durch Ver­trag zu Un­ter­halts­bei­trä­gen an ein aus­ser­ehe­li­ches Kind im Sin­ne des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung vom 10. De­zem­ber 19071 ver­pflich­tet, so gilt die­ses für die Ge­wäh­rung von Wai­sen­ren­ten als Kind des Ver­si­cher­ten.
4Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen für Nicht­be­rufs­un­fäl­le, die sich vor dem In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 9. Ok­to­ber 19982 er­eig­net ha­ben, wer­den nach dem bis­he­ri­gen Recht ge­währt. Die Geld­leis­tun­gen wer­den je­doch nach dem neu­en Recht aus­ge­rich­tet, so­fern der An­spruch nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 9. Ok­to­ber 1998 ent­steht.3
5Die In­va­li­den­ren­ten, de­ren An­spruch vor In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 15. De­zem­ber 2000 ent­stan­den ist, wer­den nach dem bis­he­ri­gen Recht ge­währt.4
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1998. in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1321; BBl 1997 III 619 627).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1491; BBl 2000 1320 1330).
Ver­trä­ge über die Un­fall­ver­si­che­rung von Ar­beit­neh­mern für Ri­si­ken, die nach die­sem Ge­setz aus der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung ge­deckt wer­den, fal­len bei des­sen In­kraft­tre­ten da­hin. Über die­sen Zeit­punkt hin­aus vor­aus­be­zahl­te Prä­mi­en wer­den zu­rück­er­stat­tet. Die An­sprü­che aus Un­fäl­len, die sich vor­her er­eig­net ha­ben, blei­ben vor­be­hal­ten.