Source: https://notizen.duslaw.de/der-aufsichtsratsvorsitzende-kann-nicht-%E2%80%9Eruhen%E2%80%9C/
Timestamp: 2019-07-18 03:00:56
Document Index: 2316932

Matched Legal Cases: ['§ 107', '§ 104', '§ 107', '§ 11', '§ 101', '§ 107']

Der Aufsichtsratsvorsitzende kann nicht „ruhen“ - Unternehmensrechtliche Notizen
Der AR-Vor­sit­zende kann jeder­zeit und unab­hän­gig vom Vor­lie­gen eines wich­ti­gen Grun­des sein Amt nie­der­le­gen, ohne damit aus dem AR aus­schei­den zu müs­sen (Mertens/​Cahn in: Köl­ner Kom­men­tar zum AktG, 3. Aufl. 2013, § 107 Rn. 37). Die Nie­der­le­gung ist sofort wirk­sam. Die Option, statt der Nie­der­le­gung des Vor­sit­zes die­ses Amt nur ​„ruhen” zu las­sen, gibt es nicht.
Der AR hat bei Wider­ruf der Bestel­lung bzw. Amts­nie­der­le­gung eine neue Per­son zum Vor­sit­zen­den zu wäh­len. Geschieht dies nicht, so kommt eine gericht­li­che Bestel­lung (entspr. § 104 II AktG) zum Zuge (Mertens/​Cahn in: Köl­ner Kom­men­tar zum AktG, 3. Aufl. 2013, § 107 Rn.23). Das Amt des Vor­sit­zen­den darf nicht vakant blei­ben. Das Gesetz weist dem AR-Vor­sit­zen­den eine Reihe wich­ti­ger Befug­nisse zu (Bericht­erstat­tung des Vor­stands, Ein­be­ru­fung des Gre­mi­ums, Nie­der­schrift über HV bei nicht­bör­sen­no­tier­ter AG, Mit­wir­kung bei Anmel­dung von Kapi­tal­maß­nah­men).
Die Äuße­rung eines ​„Wirt­schafts­ethi­kers”, auf­grund der Sat­zung wäre der Prä­si­dent des Haupt­ak­tio­närs (Bay­ern Mün­chen e.V.) ​„durch die­ses Amt selbst Teil des Auf­sichts­rats, sogar als Vor­sit­zen­der. Da liegt die struk­tu­relle Krux” ist so nicht zutref­fend. Die Sat­zung der Bay­ern Mün­chen AG (s. dort § 11) kennt weder ein Ent­sen­dungs­recht (§ 101 II AktG) noch eine Ein­schrän­kung der Wahl­frei­heit für den AR-Vor­sitz (was ohne­hin unzu­läs­sig wäre; Mertens/​Cahn in: Köl­ner Kom­men­tar zum AktG, 3. Aufl. 2013, § 107 Rn. 16).
gfranetzki@hotmail.com sagt: