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Timestamp: 2020-01-22 08:04:31
Document Index: 121092996

Matched Legal Cases: ['§ 129', '§ 130', '§ 131', '§ 144', '§ 127', '§ 127']

www.frag-einen-anwalt.deSozialrechtALGEigenkündigung - Wie lange bekomme ich ein...
12.06.2008 21:55 |
Ich wurde am 1 September 2007 arbeitslos,bin geboren am 12.11.1949.Nach 1 1/2 Monaten habe ich nach eigener Suche eine neue Arbeit angenommen welche 950 Euro unter des vorherigen Gehaltes von 3100 Euro lag ich aber vom der Agentur für Arbeit eine Endgeldsicherung erhalte für 2 Jahre.Wie lange bleibt die Höhe des alten arbeitslosengeldanspruchs bestehen und mit welcher Alg.Sperre und Alg.Dauer muß ich rechnen wenn ich vorher selbst kündige um zu verhindern das ich nach neuem erworbenen Alg.Anspruch erheblich weniger Alg.erhalte?Außerdem arbeite ich in einem Handwerks Betrieb in der Wurst und Fleischproduktion,wo ich als Metzgermeister körperlich an meine Grenzen stoße und mit 58 Jahren von 4-13Uhr arbeite.
ALG ALG Anspruch Arbeit Agentur
Ihre Fragen beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:
1.	WIE LANGE BLEIBT DIE HÖHE DES ALTEN ANSPRUCHES BESTEHEN?
Die Höhe des Arbeitslosengeldanspruches wird in den §§ 129-139 SGB III geregelt.
Maßgeblich ist das pauschalierte Nettoentgelt, das sich aus dem Bruttoentgelt ergibt, das der Arbeitslose im Bemessungszeitraum erzielt hat (Bemessungsentgelt).
Nach § 130 Abs.1 S.2 SGB III umfasst der Bemessungsrahmen grundsätzlich 1 Jahr; er endet mit dem letzten Tag des letzten Versicherungspflichtverhältnisses vor der Entstehung des Anspruchs.
Allerdings ergibt sich für Ihren Fall eine Besonderheit.
Hat der Arbeitslose nämlich innerhalb der letzten 2 Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, so ist nach § 131 Abs.4 SGB III Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zu letzt bemessen worden ist.
Im Ergebnis bedeutet dies also, dass Sie VOR dem 31.08.2009 wieder arbeitslos sein müssen, um das „ alte“ Arbeitslosengeld zu bekommen.
2.	ALG-SPERRE NACH EIGENKÜNDIGUNG
Hat der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt vor, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis gelöst oder durch ein arbeitsvertragswidriges Verhalten Anlass für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses gegeben und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat (Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe).
Nach § 144 Abs.3 SGB III beträgt die Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe 12 Wochen, der Arbeitslosengeldanspruch wird um diese Zeit gemindert.
3.	DAUER DES ARBEITSLOSENGELDANSPRUCHES NACH EIGENKÜNDIGUNG
Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld richtet sich
nach der Dauer der Versicherungspflichtverhältnisse innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist (max. 5 Jahre) und dem Lebensalter, das der Arbeitslose bei der Entstehung des Anspruchs vollendet hat.
Wenn Sie angenommen zum 31.07.2009 kündigen hätten sie also nach Ihren Angaben 16,5 Monate gearbeitet.
Dann hätten Sie gemäß § 127 SGB III einen Anspruch auf 8 Monate abzüglich der Sperrzeit von 12 Wochen.
Allerdings ergibt sich auch hier eine Besonderheit für Sie.
Nach § 127 Abs. 4 SGB III verlängert sich die Dauer des neuen Anspruchs um die Restdauer des wegen Entstehung eines neuen Anspruchs erloschenen alten Anspruchs, wenn nach der Entstehung des erloschenen Anspruchs noch nicht fünf Jahre verstrichen sind; sie verlängert sich längstens bis zu der dem Lebensalter des Arbeitslosen zugeordneten Höchstdauer.
Im Endeffekt erhalten Sie, wenn Sie sich zum 01.08.2009 arbeitslos melden 8 Monaten für den neuen Anspruch und die Restdauer Ihres alten Anspruchs.
Die Höchstdauer beträgt bei Ihnen, da Sie 58 Jahre alt sind 24 Monate.
Für die Dauer der Sperrzeit erhalten Sie natürlich kein ALG I und der Anspruch wird auch dementsprechend um die 12 Wochen gemindert.
Nachfrage vom Fragesteller	13.06.2008 | 12:33
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!Noch eine Frage,erhalte icn in meinem Fall zuerst den neuen Anspruch und dann den alten von ALG 1 oder umgekehrt.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.06.2008 | 13:05
Im Endeffekt bekommen Sie in Ihrem Fall das gleiche Arbeitslosengeld ausgezahlt wie im September 2007.
Der alte Anspruch erlischt mit dem neuen Anspruch und bewirkt, dass der neue Anspruch um die Dauer des alten Anspruchs verlängert wird.
Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.
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