Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201990,%203195
Timestamp: 2020-01-19 16:31:24
Document Index: 268576336

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', '§ 906', 'BGH', '§ 906', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', '§ 836', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', '§ 906', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.03.1990 - III ZR 141/88 - dejure.org
https://dejure.org/1990,588
BGH, 08.03.1990 - III ZR 141/88 (https://dejure.org/1990,588)
BGH, Entscheidung vom 08.03.1990 - III ZR 141/88 (https://dejure.org/1990,588)
BGH, Entscheidung vom 08. März 1990 - III ZR 141/88 (https://dejure.org/1990,588)
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Baumwurzeln - Mauerstandfestigkeit - Randstreifenbepflanzung - Nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch
Baumwurzeln und Beeinträchtigungen - Ausgleichsansprüche
BGB § 1004, § 906
Standfestigkeit einer Mauer: nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch (IBR 1990, 719)
NJW 1990, 3195
VersR 1991, 70
WM 1990, 1979
Zwar kommt ein solcher Anspruch (…zu den Voraussetzungen siehe nur Senat, Urt. v. 30. Mai 2003, V ZR 37/02, WM 2003, 1969, 1970 m.w.N.) auch bei dem grenzüberschreitenden Eindringen von Baumwurzeln in ein Grundstück in Betracht (BGH, Urt. v. 8. März 1990, III ZR 141/88, NJW 1990, 3195, 3196;… Erman/Hagen/A. Lorenz, BGB, 10. Aufl., § 906 Rdn. 39).
Der Ausgleichsanspruch ist gegenüber dem Schadensersatzanspruch subsidiärer Natur (…vgl. Erman/Hagen, BGB 8. Aufl. § 906 Rdn. 29; BGHZ 72, 289, 295; BGH, Urt. v. 8. März 1990, III ZR 141/88, BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 - Ausgleichsanspruch 2).
Ob dies, wovon der Senat ausgegangen ist, aus der Rechtsprechung des III. Zivilsenats (BGHZ 72, 289, 295; Urt. v. 8. März 1990, III ZR 141/88, NJW 1990, 1979; ferner für das Verhältnis des enteignungsgleichen Eingriffs zur Haftung des Grundstücksbesitzers nach § 836 BGB: BGHZ 125, 19, 21 i. Anschl. an BGHZ 55, 229) herzuleiten ist, mag zweifelhaft sein.
Bei diesen Einwirkungen muß es sich nicht um Imponderabilien im Sinne des § 906 Abs. 1 BGB handeln, vielmehr sind tatbestandsmäßig beispielsweise Grobimmissionen (BGHZ 58, 149, 159) oder eindringende Wurzeln (Senatsurteil vom 8. März 1990 aaO; s. auch BGH, Urteil vom 26. April 1991 - V ZR 346/89 - NJW 1991, 2826 f.).
Er kann je nach Art und Weise der Einwirkung auf vollen Schadensersatz gehen (BGHZ 28, 255; 57, 359, 368; 58, 149, 160; Senatsurt. v. 19. April 1985, WM 1985, 1041 ; Urt. v. 8. März 1990, III ZR 141/88, NJW 1990, 3195, 3197).
Auf die Revision der Kläger hat der Senat durch Urteil vom 8. März 1990 - III ZR 141/88 - BGHWarn 1990 Nr. 71 - das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben und die Sache zu anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Insoweit hat das Berufungsgericht die Vorgaben des ersten Revisionsurteils des Senats vom 8. März 1990 - III ZR 141/88 - BGHWarn 1990, Nr. 71 - beachtet und erhebt die Revision auch keine Einwendungen.
Daran hat der Bundesgerichtshof auch im Hinblick auf den nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruch beim Eindringen von Wurzelwerk festgehalten und die gegenteilige Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf - wie schon erwähnt - aufgehoben (BGH NJW 1990, 3195).
a) Ein nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch entsprechend § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB besteht nach gefestigter Rechtsprechung regelmäßig dann, wenn von einem privatwirtschaftlich genutzten Grundstück (vgl. BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 Ausgleichsanspruch 2; BGHZ 72, 289, 291) auf ein benachbartes Grundstück einwirkende Beeinträchtigungen zwar rechtswidrig sind und daher nicht geduldet werden müssten, der betroffene Eigentümer jedoch aus besonderen Gründen gehindert ist, solche Störungen gemäß § 1004 Abs. 1 BGB zu unterbinden; der Anspruch setzt voraus, dass der Betroffene hierdurch Nachteile erleidet, die das zumutbare Maß einer entschädigungslos hinzunehmenden Einwirkung übersteigen.
Der nachbarrechtliche Ausgleichsanspruch ist auf einen Nachteilsausgleich nach den Grundsätzen der Enteignungsentschädigung gerichtet (vgl. BGHZ 147, 45, 53;… BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 Ausgleichsanspruch 12; BGH NJW 1992, 2884 f. [unter II 2 a) der Entscheidungsgründe]; BGHZ 85, 375, 386) und kann je nach Art und Weise der Einwirkung auf vollen Schadensersatz gehen (BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 Ausgleichsanspruch 2).
Ein - auch beim nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruch möglicher (vgl. BGH NJW 1992, 2884 f. [unter II 2 a) der Entscheidungsgründe]; BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 Ausgleichsanspruch 2) - Abzug "neu für alt" vom Herstellungsaufwand kommt dabei nur insoweit in Betracht, als die Errichtung eines Ersatzhauses zu einem vom Betroffenen auszugleichenden Wertzuwachs des Gebäudes, zu dessen erhöhter Lebensdauer oder zur Ersparung von Aufwendungen durch Hinausschieben künftiger Reparaturen führt (vgl. BGHZ 102, 322, 331).
Der nachbarrechtliche Ausgleichsanspruch ist verschuldensunabhängig (BGH vom 08.03.1990 - III ZR 141/88 = NJW 1990, 3195, 3196).
Bei dem Astbruch handelt es sich hingegen nicht um eine "Maßnahme" der Verwaltung (so auch BGH vom 08.03.1990 - III ZR 141/88 = NJW 1990, 3195, 3196).
Ein Abzug "neu für alt" ist auch beim Umfang des nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruchs möglich, bei den Arbeiten am Dach aber nicht erforderlich, da es sich hauptsächlich um Arbeitslohn handelt (BGH vom 08.03.1990 - III ZR 141/88 = NJW 1999, 3195, 3197).
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