Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2164.htm
Timestamp: 2018-11-19 10:11:15
Document Index: 82819524

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', 'Art;\n4', '§ 63', '§ 4', '§ 22', '§ 7']

2.164 Forchenkopf
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Forchenkopf" vom 18. Dezember 1992 (GBl. v. 31.03.1993, S. 195).
Aufgrund der §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701) und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12), wird verordnet:
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 5,8 ha. Es umfaßt das auf der Kuppe des Forchenkopfes liegende Wäldchen und die daran anschließenden, nach Süden exponierten Wiesen und Trokkenrasen bis im wesentlichen zur Bahnlinie Freudenstadt – Eutingen.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 34,8 ha. Es wird im Süden durch die Bahnlinie Freudenstadt - Eutingen und den Kiefernweg begrenzt, reicht im Osten bis zur Ortsrandbebauung der Gemarkung Grüntal und wird im Norden größtenteils vom Holländer Weg (von Grünland nach Nordwesten) begrenzt. Im Westen verläuft die Grenze entlang des Feldweges, der in Verlängerung der Ortsstraße von Wittlensweiler nach Norden führt.
(3) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner, flächig schwarz punktierter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Freudenstadt und bei der Stadt Freudenstadt auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(4) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 3 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während dr Sprechzeiten niedergelegt.
B: Naturschutzgebiet
1. die Erhaltung und Förderung der besonders vielfältig vorhandenen Staudensäume entlang der Wegränder, Heckenrand-Streifen und Waldränder;
2. die Erhaltung und Förderung der südexponierten relativ kleinflächigen Halbtrockenrasen als Nahrungs- und Lebensraum einer besonders zahlreichen Insektenfauna;
3. die Erhaltung und Förderung des Hecken- und Feldgehölzbestandes in vielfältiger Ausprägung und Zusammensetzung als Lebens- und Rückzugsraum einer reichhaltigen Kleinsäuger- und Avifauna;
4. die Erhaltung und Förderung kleinräumiger wechselfeuchter Standorte im Unteren Muschelkalk als Besonderheit in diesem Gebiet;
5. die Förderung eines vielschichtigen, naturnahen Waldes mit entsprechender Boden- und Strauchflora.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachteiligen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
2. Straßen, Wege Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu legen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
3. Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;
14. die Wege mit Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Fahrräder und Krankenfahrstühle, zu befahren oder motorbetriebene Schlitten zu benutzen;
15. Flugmodelle zu betreiben;
16. Dauergrünland zur Neueinsaat oder in Ackerland umzubrechen;
17. außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungs- oder Düngemittel zu verwenden;
a) jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze und Jagdkanzeln landschaftsgerecht in einfacher Ausführung nur außerhalb der Halbtrockenrasenbereiche erstellt werden;
b) Futterstellen nicht errichtet werden;
- die Art der bisherigen Grundstücksnutzung nicht geändert,
- Dauergrünland nicht zur Neueinsaat oder in Ackerland umgebrochen werden darf,
- außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungs- oder Düngemittel nicht verwendet und Gehölze, Hecken und Sträucher nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden dürfen;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung mit der Maßgabe, daß eine Reinigung der Gräben im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erfolgt;
C: Landschaftsschutzgebiet
1. die Erhaltung eines erweiterten Lebens- und Rückzugraumes für die im Naturschutzgebiet vorkommende Tier- und Pflanzenwelt als ökologisch notwendige Ergänzung;
(1) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufenkönnen, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der höheren Naturschutzbehörde.
1. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
- die Veränderung der Bodengestalt,
- Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern,
- Neuaufforstungen, Anlage von Christbaum- und Schmuckreisigkulturen oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise,
- Beseitigung oder wesentliche Änderung von Pflanzenbestandteilen wie Bäume, Gebüsche, Feldgehölze oder Hecken,
- die Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln und Flüssigmist außerhalb von Ackerland mit der Maßgabe, daß die Einbringung von Flüssigmist mit einer jährlichen Höchstmenge von 20 qbm/ha nur während der Vegetationsperiode (15. März bis 31. Oktober) zulässig ist;
3. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Wege sowie der oberirdischen Leitungen aller Art;
4. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderung.
D: Schlußteil
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG oder nach jagdrechtlichen Bestimmungen Befreiung erteilt werden. Die Befreiung wird im Bereich des Naturschutzgebiets von der höheren Naturschutzbehörde, im Bereich des Landschaftsschutzgebietes von der unteren Naturschutzbehörde erteilt.
1. in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt;
2. in dem Landschaftsschutzgebiet entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 7 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen;