Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20161,%20389
Timestamp: 2020-07-15 19:01:52
Document Index: 155111396

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 278', '§ 651', 'BGH', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Entschädigungsanspruch wegen Vereitelung der Reise
Der Anspruch auf eine angemessene Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit nach Absatz 2 der Vorschrift hat daher zunächst einmal dieselben Voraussetzungen wie der Schadensersatzanspruch nach Absatz 1. Zusätzliche haftungsbegründende Voraussetzung ist die Vereitelung oder eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise (BGH, NJW 2005, 1047).
b) Das Verschulden des Reiseveranstalters oder seiner Erfüllungsgehilfen (§ 278 BGB) wird nach § 651f Abs. 1 BGB vermutet (BGH, NJW 2005, 1047;… Palandt/Sprau, 77.Aufl., BGB § 651f, Rn. 4).
Kann oder will der Reiseveranstalter den Reisevertrag nicht wie geschuldet erfüllen und hat dies zur Konsequenz, dass der Kunde die Reise dann nicht antritt, so wird die Reise vereitelt (vgl. BGH (NJW 2005, 1047, beck-online).
Somit ist entgegen der Ansicht des Beklagten nicht der Kläger verpflichtet Rechtfertigungsgründe für seine Nichtannahme des Ersatzangebots darzulegen (vgl. BGH, NJW 2005, 1047).
Nicht entscheidend hingegen ist, ob der Reisende nach Vereitelung der Reise seine berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen hat, eine andere Reise angetreten ist oder die freie Zeit zu Hause verbracht hat (vgl. BGH, NJW 2005, 1047).
Dies steht ferner in Einklang mit der Rechtsprechung des BGH, welcher bei Vereitelung der Reise entschieden hat, dass die tatrichterliche Bemessung der Entschädigung mit der Hälfte des Reisepreises revisionsrechtlich nicht zu beanstanden ist (BGH NJW 2005, 1047, beck-online).
Zum Schadensersatz von Kindern wegen vertaner Urlaubsfreude