Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201996,%20620
Timestamp: 2020-05-31 16:55:44
Document Index: 171336037

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 117', '§ 117', '§ 15', '§ 15', '§ 2', '§ 14']

BFH, 27.06.1996 - V R 51/93 - dejure.org
BFH, 27.06.1996 - V R 51/93
https://dejure.org/1996,102
BFH, 27.06.1996 - V R 51/93 (https://dejure.org/1996,102)
BFH, Entscheidung vom 27.06.1996 - V R 51/93 (https://dejure.org/1996,102)
BFH, Entscheidung vom 27. Juni 1996 - V R 51/93 (https://dejure.org/1996,102)
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UStG 1980 § 15 Abs. 1; BGB § 117
Umsatzsteuer - Vorsteuerabzug - GmbH - Sitz - Tatsächlicher Sitz der GmbH - Feststellungslast - Zugriffsentziehung
BGB § 117; UStG (1980) § 15 Abs. 1
Umsatzsteuer; Nachprüfbarkeit des leistenden Unternehmers aufgrund von Kundenrechnungen
Vorsteuerabzug bei Subunternehmern - Scheinfirma? Kennzeichnung des leistenden Unternehmers (IBR 1997, 175)
UStG § 15 Abs 1 Nr 1 S 1 J: 1980, UStG § 2 Abs 1 J: 1980, UStG § 14 J: 1980
Rechnung; Strohmann-GmbH; Treu und Glauben; Unbedenklichkeitsbescheinigung; Unternehmer
FG Köln, 18.01.1993 - 6 K 5866/90
BFHE 181, 197
BB 1996, 2340
DB 1996, 2317
BStBl II 1996, 620
Die Angabe einer Anschrift, an der im Zeitpunkt der Rechnungstellung keinerlei geschäftliche Aktivitäten stattfinden, reicht als zutreffende Anschrift nicht aus (…BFH-Urteile vom 8. Juli 2009 XI R 51/07, BFH/NV 2010, 256, unter II.1.c; in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620, Orientierungssatz 3 und unter II.1.; anderer Ansicht für die Verwendung eines Postfaches durch den Leistungsempfänger Abschn. 14.5 Abs. 2 Satz 3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses).
Der den Vorsteuerabzug begehrende Leistungsempfänger trägt hierfür die Feststellungslast (z.B. BFH-Urteil vom 27. Juni 1996 V R 51/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620).
Nach den Umständen des Einzelfalls kann zwar auch ein "Briefkasten-Sitz" mit postalischer Erreichbarkeit der Gesellschaft ausreichen; es bedarf deshalb besonderer, detaillierter Feststellungen, um die Annahme eines "Scheinsitzes" zu rechtfertigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620;… BFH-Beschluss vom 4. Februar 2003 V B 81/02, BFH/NV 2003, 670).
Davon ist nicht auszugehen, wenn der in der Rechnung angegebene Sitz der GmbH bei Ausführung der Leistung und bei Rechnungsstellung tatsächlich nicht bestanden hat (…z.B. BFH-Urteil in BFH/NV 2001, 941;… Senatsbeschlüsse vom 14. März 2000 V B 187/99, BFH/NV 2000, 1252;… vom 11. März 1999 V B 135/98, BFH/NV 1999, 1253; Senatsurteil vom 27. Juni 1996 V R 51/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620).
Dem Vorsteuerabzug steht allerdings nicht entgegen, dass sich die leistende GmbH nach Leistungsausführung und Rechnungsausstellung dem Zugriff der Finanzbehörde entzogen hat (BFH-Urteile in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620;… vom 28. November 1997 V B 61/97, BFH/NV 1998, 750).
Es bedarf deshalb besonderer, detaillierter Feststellungen, um die Annahme eines "Scheinsitzes" zu rechtfertigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620).
Auch lässt sich anhand der Feststellung, B. J. sei "seit 1996" verschwunden, nicht beurteilen, ob er erst nach Abwicklung des Auftrages und nach Erteilung der Rechnung untergetaucht ist; Letzteres schlösse den Vorsteuerabzug nicht aus (vgl. BFH-Urteil in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620;… BFH-Beschluss in BFH/NV 1998, 750).
Der den Vorsteuerabzug begehrende Unternehmer trägt die Feststellungslast dafür, dass der in der Rechnung einer GmbH angegebene Sitz tatsächlich bestanden hat (BFH-Urteil vom 27. Juni 1996 V R 51/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620).
Das ist jedenfalls dann nicht der Fall, wenn besondere, detaillierte Feststellungen die Annahme eines "Scheinsitzes" rechtfertigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620;… BFH-Beschlüsse vom 4. Februar 2003 V B 81/02, BFH/NV 2003, 670;… vom 19. April 2007 V R 48/04, BFH/NV 2007, 2035).
Die im BFH-Urteil vom 27.06.1996 (V R 51/93, BStBl II 1996, 620) im Einzelnen genannten Obliegenheiten des Leistungsempfängers, sich für den Zeitraum der Durchführung der zivilrechtlichen Leistungsverpflichtungen vom Beginn der Ausführung der Leistung bis zur Erteilung der Rechnung über die Richtigkeit der Geschäftsdaten zu vergewissern, könnten nur bis zum Abschluss der jeweiligen Rechtsgeschäfte Bedeutung haben und müssten auch Situationen Rechnung tragen, in denen die Liefergeschäfte weitgehend am Ort des Erwerbers durchgeführt würden.
Er verweise hierzu auf die BFH-Urteile vom 27.06.1996 (V R 51/93, BStBl II 1996, S. 620) und vom 28.11.1997 (…V B 61/97, BFH/NV 1998, S. 750).
Der BFH hat im Urteil vom 27.6.1996 (V R 51/93, BStBl. II 1996, 620) ausgeführt, die Angabe der zutreffenden Anschrift diene der Überprüfbarkeit, damit die für den Vorsteuerabzug zwingende Voraussetzung der tatsächlichen Leistung eines anderen Unternehmers von der Finanzverwaltung nachvollzogen werden könne.
Den Leistungsempfänger trifft eine Obliegenheit, sich über die Richtigkeit der Geschäftsdaten (Anschrift, Firma, Rechtsform u.ä.) des Leistenden zu vergewissern (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 27.05.1996 V R 51/93, BStBl II 1996, 620).
Auswirkungen einer Entziehung der leistenden GmbH nach Leistungsausführung und …
BFH, 04.06.2007 - V B 155/06
FG Mecklenburg-Vorpommern, 29.11.2000 - 1 K 40/99
Kein Vorsteuerabzug aus einer Rechnung mit falscher Anschrift des leistenden …
FG Berlin, 22.06.1999 - 5 K 5231/98
FG Nürnberg, 07.10.1997 - II 210/96
BFH, 23.04.1998 - V B 114/97
FG Münster, 26.08.1998 - 5 K 8431/97
VG München, 23.08.2004 - M 19 D 04.3349
FG Köln, 07.12.1999 - 2 K 2402/96
FG Rheinland-Pfalz, 27.05.1997 - 2 K 1138/96
FG Brandenburg, 25.07.1997 - 1 V 1030/97