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Timestamp: 2019-05-22 08:03:10
Document Index: 292269623

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 707', '§ 707', '§ 707', '§ 705', 'BGH', '§ 707', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 707', '§ 707', 'BGH', '§ 4', 'BGH', '§ 707', 'BGH', 'BGH', '§ 707', '§ 707', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: ZIP 2006, 754 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 08.12.2006
https://dejure.org/2006,320
BGH, 23.01.2006 - II ZR 126/04 (https://dejure.org/2006,320)
BGH, Entscheidung vom 23.01.2006 - II ZR 126/04 (https://dejure.org/2006,320)
BGH, Entscheidung vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 (https://dejure.org/2006,320)
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Zulässigkeit zusätzlicher Beitragspflichten in Gesellschaftsvertrag oder durch Mehrheitsbeschluß einer Publikumsgesellschaft
Vereinbarung über hinausgehende Beitragspflichten im Gesellschaftsvertrag einer Publikumsgesellschaft; Objektiv bestimmbare Ausgestaltung der Höhe der nachzuschießenden Beiträge; Mehrheitsbeschluss über nachträgliche Beitragspflichten; Pflicht zur Deckung des sich aus dem Wirtschaftsplan durch Gegenüberstellung laufender Einnahmen und Ausgaben ergebenden Liquiditätsbedarfs; Eindeutige gesellschaftsvertragliche Bestimmung über Ausmaß und Umfang einer möglichen zusätzlichen Belastung; Festsetzung einer Grenze des Erhöhungsrisikos; Eindeutige und klar formulierte Klausel als Grundlage einer Nachschussverpflichtung
Über Einlage hinausgehende Beitragspflicht in Publikums-GbR nur bei eindeutiger Erkennbarkeit der Aufspaltung und objektiv bestimmbarer Beitragshöhe
Zu den Voraussetzungen, unter denen die Gesellschafter einer Publikumsgesellschaft zur Leistung von Nachschusszahlungen verpflichtet sein können
Voraussetzungen einer Nachschusspflicht in einer Publikumsgesellschaft
Publikumsgesellschaft: Vereinbarung von Beitragspflichten
Keine unbegrenzte Nachschusspflicht!
Anlagevermittlung - Keine unbegrenzte Nachschusspflicht!
Grenze für Nachschusspflicht muss auch bei Publikumsgesellschaften im Voraus feststehen
Gesellschafter einer Publikums-GbR müssen im Vorfeld einer Gesellschaftsbeteiligung darüber informiert werden, ob und in welcher Höhe sie zu Nachschüssen verpflichtet sind
Grenze der Nachschusspflicht bei Publikumsgesellschaften
Über Einlage hinausgehende gesellschaftsvertragliche Beitragspflicht in Publikums-GbR bei eindeutiger Erkennbarkeit der Aufspaltung und objektiv bestimmbarer Höhe
Beitragserhöhung durch Mehrheitsbeschluss
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 23.01.2006, Az.: II ZR 126/04 (über Einlage hinausgehende zusätzliche gesellschaftsvertragliche Beitragspflicht in Publikums-GbR)" von RA/StB Andreas Himmelmann, original erschienen in: ZfIR 2006, 761 - 762.
Zusammenfassung von "Nachzahlungsforderungen bei geschlossenen Immobilienfonds im Unterdeckungsmodell" von RA Sebastian Barta / RA Dr. Geiseler-Bonse, LL.M., Berlin, original erschienen in: BKR 2006, 265 - 270.
LG Augsburg, 10.09.2003 - 1 O 739/02
OLG München, 04.05.2004 - 30 U 705/03
NJW-RR 2006, 829
ZIP 2006, 754
DNotZ 2006, 631
NZM 2006, 716
WM 2006, 774
BB 2006, 795
DB 2006, 835
NZG 2006, 379
BGH, 19.03.2007 - II ZR 73/06
Vereinbarung von Nachschussverpflichtungen im Gesellschaftsvertrag einer …
a) Sollen in dem Gesellschaftsvertrag einer Publikumsgesellschaft über die betragsmäßig festgelegte Einlageschuld hinausgehende laufende Beitragspflichten vereinbart werden, müssen diese aus dem Gesellschaftsvertrag eindeutig hervorgehen und der Höhe nach bestimmt oder zumindest objektiv bestimmbar sein (Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755).
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts, dem die einschlägigen Senatsurteile vom 23. Januar 2006 (II ZR 126/04, ZIP 2006, 754 und II ZR 306/04, ZIP 2006, 562) noch nicht bekannt sein konnten, ist die Beklagte nicht zu Nachschusszahlungen verpflichtet.
Die - dispositives Recht enthaltende - Regelung in § 707 BGB greift allerdings u.a. dann nicht ein, wenn sich die Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag keine der Höhe nach festgelegten Beiträge versprochen, sondern sich verpflichtet haben, entsprechend ihrer Beteiligung das zur Erreichung des Gesellschaftszwecks Erforderliche beizutragen (…Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 - II ZR 342/03, ZIP 2005, 1455, 1456; Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 Tz. 14 und II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 563 Tz. 14 m.w.Nachw.).
Ebenso ist § 707 BGB dann nicht berührt, wenn sich die Gesellschafter zum einen eine betragsmäßig festgelegte Einlage, zum anderen laufende Beiträge versprochen haben (Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO; v. 7. November 1960 - II ZR 216/59, WM 1961, 32, 34).
In einem solchen Fall bedürfen die Festlegung der Höhe und die Einforderung der Beiträge keines Gesellschafterbeschlusses, sondern sind Sache der Geschäftsführer (Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 und v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO;… MünchKommBGB/Ulmer 4. Aufl. § 707 Rdn. 3).
Sollen über die eigentliche Beitragsschuld hinausgehende Beitragspflichten begründet werden, muss dies aus dem Gesellschaftsvertrag eindeutig hervorgehen (vgl. zuletzt Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO m.w.Nachw.).
Zudem muss auch im Falle einer derartigen Aufspaltung der Beitragspflicht die Höhe der laufenden Beiträge im Gesellschaftsvertrag zumindest in objektiv bestimmbarer Weise ausgestaltet sein (Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO;… v. 7. November 1960 aaO;… MünchKommBGB/Ulmer aaO Rdn. 2 f.).
Das kann der Senat selbst feststellen, weil der Gesellschaftsvertrag der Klägerin als Publikumsgesellschaft objektiv auszulegen ist (vgl. zuletzt Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 aaO; v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO Tz. 15 und II ZR 306/04 aaO Tz. 15 m.w.Nachw.).
Insbesondere legt der Gesellschaftsvertrag der Klägerin nicht fest, nach welchen Maßstäben der Wirtschaftsplan aufzustellen ist und welche Positionen in die Kalkulation einzubeziehen sind (vgl. Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO Tz. 18).
Im Übrigen ist ein Gesellschafter zur Hinnahme von Eingriffen in seine Mitgliedschaft nur dann verpflichtet, wenn diese im Gesellschaftsinteresse geboten und ihm unter Berücksichtigung seiner eigenen schutzwürdigen Belange zumutbar sind (Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 aaO, 1456 f.; v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO Tz. 24 und II ZR 306/04 aaO Tz. 24 m.w.Nachw.).
Dabei sind an die aus der Treuepflicht abgeleitete Verpflichtung, einer Beitragserhöhung zuzustimmen, besonders hohe Anforderungen zu stellen, da ein Gesellschafter grundsätzlich nicht zu neuen Vermögensopfern gezwungen werden darf (Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 aaO; v. 23. Januar 2006 aaO;… MünchKommBGB/Ulmer aaO § 705 Rdn. 233).
Diese Vorschrift greift u.a. dann nicht ein, wenn sich die Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag keine der Höhe nach festgelegten Beiträge versprochen, sondern sich verpflichtet haben, entsprechend ihrer Beteiligung das zur Erreichung des Gesellschaftszwecks Erforderliche beizutragen (BGH, Urteil vom 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455-1457; vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 Tz. 14 und vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 563 Tz. 14 m.w.Nachw.).
Ebenso ist § 707 BGB dann nicht berührt, wenn sich die Gesellschafter zum einen eine betragsmäßig festgelegte Einlage, zum anderen laufende Beiträge versprochen haben (BGH; Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO; v. 7. November 1960 - II ZR 216/59, BB 1961, 7-7).
In einem solchen Fall bedürfen die Festlegung der Höhe und die Einforderung der Beiträge keines Gesellschafterbeschlusses, sondern sind Sache der Geschäftsführer (BGH. v. 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455-1457 und vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755).
Sollen über die eigentliche Beitragsschuld hinausgehende Beitragspflichten begründet werden, muss dies aus dem Gesellschaftsvertrag eindeutig hervorgehen (BGH. Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 a.a.O. m.w.Nachw.).
Der Gesellschafterbeschluss vom 7. März 2006 (Bl. 158 GA) hat eine Zahlungspflicht nicht wirksam begründet, weil die in § 6 Nr. 6 und § 4 Nr. 2 vorgesehenen Möglichkeiten, die Beiträge nachträglich zu erhöhen, nicht den Anforderungen genügen, die der Bundesgerichtshof in mittlerweile ständiger Rechtsprechung dafür aufgestellt hat (BGH, Urteil vom 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455, 1457; vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 564 und II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 756; vom 5. März 2007 - II ZR 282, ZIP 2007, 766-768; vom 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812-814; Beschluss vom 26. März 2007 - II ZR 22/06, ZIP 2007, 1368-1370).
(BGH, Urteile vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 und - II ZR 306/04, a.a.O.).
Grundsätzlich ist ein Gesellschafter zur Hinnahme von Eingriffen in seine Mitgliedschaft nämlich nur dann verpflichtet, wenn diese im Gesellschaftsinteresse geboten und ihm unter Berücksichtigung seiner eigenen schutzwürdigen Belange zumutbar sind (BGH, Urteil vom 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455-1457; vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 und vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 563; vom 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812-814).
Dies ist regelmäßig der Fall und würde dazu führen, dass die Gesellschafter in den Fällen der Unterdeckung der Gesellschaft grundsätzlich gegen ihren Willen zu Nachschusszahlungen herangezogen werden könnten (so auch ausdrücklich BGH, Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, a.a.O.).
Diese gelte eben - und soweit nunmehr neu - auch für Publikumsgesellschaften in der Rechtsform der GbR (BGH, Urteil vom 4. Juli 2005 - II ZR 342/03, NJW 2005, 3644-3646; vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 und vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 563; vom 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812-814).
Hinzu kommt Folgendes: Während der Bundesgerichtshof noch in seiner Entscheidung vom 4. Juli 2005 (II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455-1457) die Festlegung einer absoluten, der Änderung durch Mehrheitsentscheidungen entzogenen Obergrenze für die durch die Mitgliedschaft in einer Gesellschaft auftretenden Belastungen mit dem Schutz des Minderheitsgesellschafters begründet hat, nimmt er in seinen Entscheidungen vom 23. Januar 2006 (II ZR 126/04 und II ZR 306/04 a.a.O.) eine Korrektur seines Begründungsansatzes vor.
Zudem mussten der Klägerin bzw. ihrem geschäftsführenden Gesellschafter und Prozessbevollmächtigten die Voraussetzungen bekannt sein, die der Bundesgerichtshof in mittlerweile ständiger Rechtsprechung zur Wirksamkeit von Nachschussklauseln in Gesellschaftsverträgen entwickelt hatte (BGH, Urteil vom 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455, 1457; vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 564 und II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 756; vom 5. März 2007 - II ZR 282, ZIP 2007, 766-768; vom 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812-814; Beschluss vom 26. März 2007 - II ZR 22/06, ZIP 2007, 1368-1370).
Die - dispositives Recht enthaltende - Regelung in § 707 BGB greift allerdings unter anderem dann nicht ein, wenn sich die Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag keine der Höhe nach festgelegten Beiträge versprochen, sondern sich verpflichtet haben, entsprechend ihrer Beteiligung das zur Erreichung des Gesellschaftszweck Erforderliche beizutragen (…Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 - II ZR 342/03, ZIP 2005, 1455, 1446; v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 und - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 563; v. 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812, 813).
Ebenso ist § 707 BGB dann nicht berührt, wenn sich die Gesellschafter zum einen eine betragsmäßig festgelegte Einlage, zum anderen laufende Beiträge versprochen haben (so genannte gespaltene Beitragspflicht; Sen.Urt. v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO; v. 7. November 1960 - II ZR 216/59, WM 1961, 32, 34).
Sollen über die eigentliche Beitragsschuld hinausgehende Beitragspflichten begründet werden, muss dies deswegen aus dem Gesellschaftsvertrag eindeutig hervorgehen (…Sen.Urt. v. 19. März 2007 aaO; v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 aaO m.w.Nachw.).
BGH, 05.03.2007 - II ZR 282/05
Wirksamkeit einer in Gesellschaftsvertrag nicht vereinbarten, gleichwohl …
a) Noch zutreffend geht das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Senats (…s. zuletzt Sen.Urt. v. 14. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455 ff.; v. 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562 f. und - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754 ff.) davon aus, dass der Beschluss über die Nachschussverpflichtung der Klägerin gegenüber unwirksam und der nach § 4 GV mögliche Weg der Kapitalerhöhung nicht beschritten worden ist.
aa) Der Gesellschaftsvertrag einer Publikumsgesellschaft wie der vorliegenden ist objektiv auszulegen (BGH, Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, WM 2006, 774, 775 m.w.Nachw.).
Danach bedarf es für eine von § 707 BGB abweichende Verpflichtung des Mitglieds einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts beziehungsweise eines eingetragenen Vereins zur Leistung von Nachschüssen in das Gesellschafts- oder Vereinsvermögens einer eindeutigen vertraglichen oder satzungsmäßigen Grundlage (…siehe auch BGH, Urteile vom 19. März 2007 - II ZR 73/06 - NJW-RR 2007, 832, 833, Rn. 17; vom 23. Januar 2006 - II ZR 126/04 - NJW-RR 2006, 829, 830 , Rn. 14 und vom 4. Juli 2005 - II ZR 354/03 -NJW-RR 2005, 1347, 1348) .
Dabei sind an die aus der Treuepflicht abgeleitete Verpflichtung, einer Beitragserhöhung zuzustimmen, besonders hohe Anforderungen zu stellen, da ein Gesellschafter oder Vereinsmitglied grundsätzlich nicht zu neuen Vermögensopfern gezwungen werden kann (…BGH, Urteile vom 24. September 2007 aaO S. 195 f, Rn. 14; vom 19. März 2007 aaO S. 834, Rn. 29 vom 23. Januar 2006 aaO S. 831, Rn. 24 …und vom 4. Juli 2005 aaO sowie Hinweisbeschluss vom 26. März 2007 aaO).
Geklärt ist in der Rechtsprechung des Senats, worauf er gerade in den letzten Entscheidungen zur Zulässigkeit von Nachschüssen ausdrücklich erneut abgestellt hat (…Sen.Urt. v. 4. Juli 2005 - II ZR 354/03, ZIP 2005, 1455, 1457; v. 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562, 564 und II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 756; v. 19. März 2007 - II ZR 73/06 z.V.b.), dass ein Gesellschafter bei mangelnder gesellschaftsvertraglicher Grundlage aus gesellschafterlicher Treuepflicht zur Hinnahme von Eingriffen in seine Mitgliedschaftsrechte nur dann verpflichtet ist, wenn dies im Gesellschaftsinteresse geboten und ihm unter Berücksichtigung seiner eigenen schutzwürdigen Belange zumutbar ist.
An der Abstimmung über die Änderung des Gesellschaftsvertrages hat die Beklagte unstreitig nicht teilgenommen, und die allgemeine Mehrheitsklausel enthält eine den Anforderungen des § 707 BGB entsprechende antizipierte Zustimmung schon deswegen nicht, weil sie Ausmaß und Umfang einer möglichen zusätzlichen Belastung nicht erkennen lässt, nämlich weder eine Obergrenze noch sonstige Kriterien festlegt, die das Erhöhungsrisiko eingrenzen (…st.Rspr., vgl. z.B. Sen.Urt. v. 5. März 2007 aaO Tz. 13; v. 23. Januar 2006 - II ZR 126/04, ZIP 2006, 754, 755 Tz. 20;… grundlegend hierzu Sen.Urt. v. 15. Januar 2007 - II ZR 245/05, ZIP 2007, 475, 476 Tz. 9).
Die - dispositives Recht enthaltende - Regelung in § 707 BGB greift allerdings u. a. dann nicht ein, wenn die Höhe der Beiträge im Gesellschaftsvertrag nicht ziffernmäßig fixiert ist, sondern in objektiv bestimmbarer, künftigen Entwicklungsmöglichkeiten Rechnung tragender Weise ausgestaltet ist (zuletzt BGH, NJW-RR 2006, S. 829ff, NJW-RR 2006, S. 827 ff;… NJW-RR 2005, S. 1347 f.).
OLG Hamm, 19.01.2007 - 26 U 36/06
Zur Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses der eine Nachschussverpflichtung …
Eine Nachschusspflicht kann durch Mehrheitsbeschluss nur dann getroffen werden, wenn dies aus dem Gesellschaftsvertrag eindeutig hervorgeht und der Gesellschaftsvertrag Ausmaß und Umfang einer möglichen zusätzlichen Belastung erkennen lässt (BGH NJW-RR 2005, 1347 und NJW-RR 2006, 829;… MünchKomm/Ulmer, BGB, 4. Aufl. 2004 Rdnr. 6).
Es genügt nicht, dass der Gesellschafter für die Verbindlichkeiten ohnehin nach außen haftet (BGH NJW-RR 2006, 829, 831, unter Ziffer 25) oder bei einem geschlossenen Immobilienfonds, der nach dem Unterdeckungsmodell konzipiert ist, die projektierten Einnahmen unterschritten werden und ohne Beitragsleistungen der Gesellschafter die Liquidation oder Auflösung der Gesellschaft droht (BGH NJW-RR 2006, 829, 831; 2005, 1347, 1348 f.).
LG Frankfurt/Oder, 22.01.2016 - 12 O 28/15
Kein Hinweis auf Leitungen: Tiefbauer muss keine Handschachtungen vornehmen!
LG Hamburg, 13.10.2006 - 418 O 58/05
Die Klägerin nimmt den Beklagten in seiner Eigenschaft als Kommanditist der …
https://dejure.org/2006,6891
KG, 08.12.2006 - 14 U 21/06 (https://dejure.org/2006,6891)
KG, Entscheidung vom 08.12.2006 - 14 U 21/06 (https://dejure.org/2006,6891)
KG, Entscheidung vom 08. Dezember 2006 - 14 U 21/06 (https://dejure.org/2006,6891)
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Gesellschaftsvertrag einer BGB-Gesellschaft: Voraussetzungen einer Vereinbarung über eine Nachschusspflicht
Abfindungsanspruch eines aus einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ausgeschiedenen Gesellschafters; Vereinbarung von über die betragsmäßig festgelegte Einlageschuld hinausgehenden Beitragspflichten im Gesellschaftsvertrag einer Publikumsgesellschaft; Beschränkung der Nachschussverpflichtung; Unwirksamkeit einer gesellschaftsvertraglich festgelegten Nachschussforderung wegen Unwirksamkeit von Darlehensverträgen auf Grund fehlender wirksamer Vollmacht
Wirksamkeit der Nachschussklausel einer Publikums-GbR bei vorheriger Festlegung von Kriterien und Obergrenzen
Zusammenfassung von "Neues zur gespaltenen Beitragspflicht der Personengesellschafter" von Prof. Dr. Michael Frings, original erschienen in: NZG 2008, 218 - 219.
LG Berlin, 09.12.2005 - 8 O 66/05
NZG 2007, 226
NZG 2008, 840 (Ls.)
NZG 2009, 80 (Ls.)
Es wird auch nicht von der ständigen Rechtsprechung des 14. Zivilsenats zu den hier streitigen Vertragsklauseln abgewichen (vgl. Senatsurteile vom 08. Dezember 2006, 14 U 43/05 und 14 U 21/06).