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Timestamp: 2017-02-23 09:55:29
Document Index: 350695079

Matched Legal Cases: ['§ 1931', '§ 1932', '§ 1371', '§ 1372', '§ 1931', '§ 1416']

Rechtsanwalt Dirk Bachmann - Ehegattenerbrecht
Ehegattenerbrecht	Bahnstraße 48, 40210 Düsseldorf, Tel. (0211) 36 33 26
Der Anteil des überlebenden Ehegatten wird durch zwei Faktoren bestimmt (§ 1931 BGB):
welche Verwandten neben dem Ehegatten vorhanden sind und welcher Ordnung sie angehören in welchem Güterstand die Ehegatten gelebt haben 1. Erbrecht des Ehegatten neben Verwandten
neben Verwanten 1. Ordnung zu 1/4;
neben Verwandten 3. Ordnung, wenn keine Großeltern da sind, alleine;
2. Der "Voraus" des Ehegatten
Nach § 1932 BGB erhält der Ehegatte als gesetzlicher Erbe einen Anspruch auf die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstückes sind, und die Hochzeitsgeschenke.
Neben Erben 1. Ordnung, also Kindern und Enkeln des Erblassers, bekommt der Ehegatte den Voraus nur, soweit er die Gegenstände zur Führung eines angemessenen Haushalts braucht. Neben Erben entfernterer Ordnungen steht dem Ehegatten der Voraus uneingeschränkt zu.
3. Erbrecht des Ehegatten unter Berücksichtigung des Güterstandes
1. Zugewinngemeinschaft:
In diesem Fall steht dem überlebende Ehegatte zum Anteil, der sich aus seinem Erbrecht neben Verwandten (siehe 1.) ergibt, nach § 1371 Abs.1 BGB zusätzlich 1/4 des Erbes zu.
Der Ehegatte hat hier auch die Möglichkeit die Erbschaft nach § 1372 Abs.3 BGB auszuschlagen, dann bekommt hat er den Anspruch auf Zugewinnausgleich und den Pflichtteil. Dies ist eine Sonderregelung für Ehegatten; normalerweise verliert ein Erbe seinen gesamten Anspruch, wenn er das Erbe ausschlägt.
Diese Möglichkeit kann für den Ehegatten unter Umständen vorteilhafter sein, als den pauschalen Anteil von 1/4 des Erbes anzunehmen.
2. Gütertrennung:
Bei Gütertrennung gilt weitgehend die Erbregelung für Ehegatten neben Verwandten.
Nur für den Fall,dass neben dem Ehegatten ein oder zwei Kinder des Erblassers erben gilt die besondere Regelung des § 1931 Abs.4 BGB der besagt, dass dann der Ehegatte und die Kinder zu gleichen Teilen erben.
3. Gütergemeinschaft:
Es bleibt uneingeschränkt bei der Regelung für Ehegatten neben Verwandten.
Dem Ehegatten steht hier der güterrechtlichen Auseinandersetzungsanspruch nach §§ 1416,1474 ff. BGB zu. Das ist keine Frage des Erbrechts, sondern des ehelichen Güterrechts.
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