Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20188,%20561
Timestamp: 2019-12-09 15:22:34
Document Index: 306073463

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 9', '§ 15', '§2', '§7', '§9', '§15', '§ 9', '§ 17', '§ 2', '§ 15', '§ 15', '§ 22', '§ 22']

BFH, 18.05.1999 - I R 118/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,123
BFH, 18.05.1999 - I R 118/97 (https://dejure.org/1999,123)
BFH, Entscheidung vom 18.05.1999 - I R 118/97 (https://dejure.org/1999,123)
BFH, Entscheidung vom 18. Mai 1999 - I R 118/97 (https://dejure.org/1999,123)
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GewStG § 2 Abs. 2 Satz 1, § 7, § 9 Nr. 1 Satz 2; EStG § 15 Abs. 2
GewStG §2 Abs. 2 Satz 1, §7, §9 Nr. 1 Satz 2; EStG §15 Abs. 2
Drei-Objekt-Grenze - Private Vermögensverwaltung - Gewerblicher Grundstückshandel
§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG
Gewerbesteuer; Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten als Objekte im Sinne der sog. Drei-Objekt-Grenze
"Drei-Objekte-Grenze": Wie zählen Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten? (IBR 1999, 555)
BFHE 188, 561
NJW 1999, 3584 (Ls.)
NZM 1999, 921
BB 1999, 1645 (Ls.)
DB 1999, 1637
DB 2000, 303
BStBl II 2000, 28
NZG 1999, 1124
Dies trägt zum einen der gebotenen Rechtsvereinfachung Rechnung und entspricht zum anderen der gesetzgeberischen Grundentscheidung, private Veräußerungsgewinne unbesteuert zu lassen (vgl. insbesondere BFH-Urteil in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28, unter II. 2. c, aa).
Objekt im Sinne der von der Rechtsprechung entwickelten sog. Drei-Objekt-Grenze zur Abgrenzung einer privaten Vermögensverwaltung vom gewerblichen Grundstückshandel kann auch ein Mehrfamilienhaus sein (Anschluss an BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 I R 118/97, BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28; gegen Tz. 9 des BMF-Schreibens vom 20. Dezember 1990 IV B 2 -S 2240- 61/90, BStBl I 1990, 884, und BMF-Schreiben vom 21. Januar 2000 IV C 2 -S 2240- 2/00, BStBl I 2000, 133).
Die Finanzverwaltung wende das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18. Mai 1999 I R 118/97 (BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28), welches den gegenteiligen Standpunkt vertrete, über den entschiedenen Einzelfall hinaus zunächst nicht allgemein an (BMF-Schreiben vom 21. Januar 2000 IV C 2 -S 2240-2/00, BStBl I 2000, 133).
b) Der I. Senat des BFH hat mit Urteil in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28 gegen die Auffassung des BMF (Schreiben in BStBl I 1990, 884) entschieden, dass Objekte im Sinne der sog. Drei-Objekt-Grenze Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten sein können.
c) Der erkennende Senat schließt sich der Rechtsauffassung des I. Senats in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28 an und bemerkt zusätzlich:.
Der Entscheidung des I. Senats in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28 ist darin zu folgen, dass die hier erörterte Konkretisierung des gesetzlichen Tatbestandes auch vor dem Hintergrund der gesetzgeberischen Entscheidung bewältigt werden muss, dass Gewinne aus privat verwaltetem Vermögen --vorbehaltlich der §§ 17, 23 EStG-- nicht der Einkommensteuer unterliegen.
Nach Auffassung des I. Senats des BFH (Urteil in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28) kann die gesetzgeberische Grundentscheidung, private Veräußerungsgewinne unbesteuert zu lassen, im Allgemeinen nicht davon abhängen, ob das jeweilige Veräußerungsobjekt besonders aufwendig errichtet, besonders groß oder besonders wertvoll ist.
Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG gelten gewerbesteuerrechtlich dieselben Grundsätze für die Annahme eines vom Kläger betriebenen gewerblichen Grundstückshandels wie gemäß § 15 Abs. 2 EStG für die Einkommensteuer (BFH-Urteil in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28).
Gewerbesteuerrechtlich gelten dieselben Grundsätze für die Annahme eines gewerblichen Grundstückshandels wie nach § 15 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) für die Einkommensteuer (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 18. Mai 1999 I R 118/97, BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28).
Dieser Zeitraum von fünf Jahren gilt grundsätzlich auch, wenn das Grundstück vom Veräußerer zunächst vermietet worden ist; dann ist von einer zumindest bedingten Veräußerungsabsicht auszugehen (BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 I R 118/97, BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28, m.w.N.).
Gewinne aus der Veräußerung von zum Umlaufvermögen gehörenden Grundstücken während oder nach einer Betriebsaufgabe sind hingegen als laufende Gewinne zu erfassen (BFH-Urteil in BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28).
Bei der Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und Gewerbebetrieb ist die Grundentscheidung des Gesetzgebers zu respektieren, "gelegentliche" (§ 22 Nr. 3 EStG) (Dienst-)Leistungen sowie auch mehrfache An- und Verkaufsvorgänge nicht in die Gewerblichkeit einzubeziehen (vgl. BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 I R 118/97, BFHE 188, 561, BStBl II 2000, 28).
Bei der Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und Gewerbebetrieb ist die Grundentscheidung des Gesetzgebers zu respektieren, "gelegentliche" --§ 22 Nr. 3 EStG-- (Dienst-)Leistungen sowie selbst häufige An- und Verkaufsvorgänge nicht in die Gewerblichkeit einzubeziehen (vgl. BFH-Urteil vom 18. Mai 1999 I R 188/97, BFHE 188, 561, BStBl I 2000, 28;… Senatsurteil in BFHE 194, 198, BFH/NV 2001, 961).
(BMF-Schreiben vom 9.7.2001 ­ IV A 6 ­ S 2240 ­ 35/01) Der BFH hat mit Urteil v. 18.5.1999 ­ I R 118/97 ­ (BStBl. 2000 II S. 28) und v. 15.3.2000 ­ X R 130/97 ­ (NWB EN-Nr. 851/2000) ­ abweichend von Rdnr. 9 des BMF-Schreibens v. 20.12.1990 (BStBl. 1990 I S. 884) ­ für den Fall des An- und Verkaufs von Grundstücken entschieden, dass Objekt i. S. der von der Rechtsprechung entwickelten sog. ,,Drei-Objekt- Grenze" zur Abgrenzung der privaten Vermögensverwaltung vom gewerblichen Grundstückshandel nicht nur Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen, sondern.
(2) Rdnr. 9 wird wie folgt gefasst: ,,Objekte i. S. der genann- ten ,,Drei-Objekt-Grenze" sind Grundstücke jeglicher Art. Auf die Größe, den Wert oder die Nutzungsart des einzelnen Objekts kommt es nicht an (vgl. BFH-Urteile v. 18.5.1999, BStBl. 2000 II S. 28, und v. 15.3.2000 ­ X R 130/97).
Im Falle der Errichtung durch den Steuerpflichtigen und ansch- ließendem Verkauf von anderen bebauten Grundstücken als Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern und Eigentums- wohnungen (z. B. Mehrfamilienhäusern, Büro-, Hotel-, Fa- brik- oder Lagergrundstücken [Großobjekte]) kann ein ge- werblicher Grundstückshandel allerdings auch bei der Ver- äußerung von weniger als vier Objekten vorliegen (vgl. z. B. BFH-Urteil v. 24.1.1996, BStBl. 1996 II S. 303: Errichtung und Verkauf von zwei Supermärkten; BFH-Urteil v. 14.1.1998, BStBl. 1998 II S. 346: Errichtung und Veräußerung nur eines Sechsfamilienhauses); diese Rechtsprechung hat durch die BFH-Urteile v. 18.5.1999 (a.a.O.) und v. 15.3.2000 (…a.a.O.) keine Änderung erfahren.".
BFH, 24.10.2001 - X B 148/00
Zulassungsgrund - Divergenz - Grundstückserwerb - Private Vermögensverwaltung - …
FG Niedersachsen, 15.08.2000 - 15 K 83/97
Kein gewerblicher Grundstückshandel bei langfristiger Verpachtung von …