Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%201988,%2074
Timestamp: 2019-08-24 23:35:04
Document Index: 34519531

Matched Legal Cases: ['§ 43', 'Art. 12', '§ 59', '§ 185', '§ 43', '§ 2', '§ 49', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 267', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 12', 'BGH', '§ 57', '§ 9', '§ 86', '§ 86', '§ 86', 'BGH', 'BGH', '§ 86', '§ 86', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NStZ 1988, 74 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Oldenburg, 05.10.1987
BVerfG, 14.07.1987 - 1 BvR 537/81, 1 BvR 195/87
https://dejure.org/1987,1
BVerfG, 14.07.1987 - 1 BvR 537/81, 1 BvR 195/87 (https://dejure.org/1987,1)
BVerfG, Entscheidung vom 14.07.1987 - 1 BvR 537/81, 1 BvR 195/87 (https://dejure.org/1987,1)
BVerfG, Entscheidung vom 14. Juli 1987 - 1 BvR 537/81, 1 BvR 195/87 (https://dejure.org/1987,1)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,1) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Standesrichtlinien der Rechtsanwälte
BRAO § 43; GG Art. 12 Abs. 1
Richtlinien - Anwaltliches Standesrecht - Anwendbarkeit - Sachlichkeitsgebot
Anwaltliche Standesrichtlinien keine ausreichende Grundlage für Einschränkung anwaltlicher Berufsausübung
Verfassungswidrigkeit der Standesrichtlinien der Rechtsanwälte
Kurznachricht zu "Der verfassungsrechtliche Rahmen für die Organisation der Anwaltschaft" von Prof. Dr. Reinhard Gaier, original erschienen in: BRAK-Mitt 2012, 142 - 145.
Kurznachricht zu "Urknall Bastille-Beschlüsse - Auswirkungen auf die Unabhängigkeit der Anwaltschaft" von Prof. Dr. Reinhard Singer, original erschienen in: BRAK-Mitt 2012, 145 - 152.
Kurznachricht zu "Satzungsversammlung: Ein kritischer Parforceritt durch 20 Jahre" von RA/FAFamR Dr. Wolfgang Hartung, original erschienen in: AnwBl 2014, 703 - 708.
NJW 2017, 3070
Sie wäre aber vor dem Hintergrund der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum anwaltlichen Standesrecht aus dem Jahr 1987 (BVerfGE 76, 171; 76, 196) und angesichts dessen, dass § 59b Abs. 2 Nr. 6 Buchst. b BRAO eine solche Regelung für gerichtliche und behördliche Zustellungen trifft, zwingend zu erwarten gewesen (vgl. auch BVerfGE 101, 312, 329).
b) Darüber hinaus messen die angegriffenen Entscheidungen im Rahmen der - aufgrund obiger Erwägungen richtigerweise im Rahmen der §§ 185, 193 StGB vorzunehmenden - Abwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls (vgl. BVerfGE 93, 266 ) auch den Umständen nicht genügend Bedeutung bei, dass der Beschwerdeführer die für strafwürdig erachteten Äußerungen im Rahmen eines Bußgeldverfahrens im sogenannten "Kampf ums Recht" getätigt hat (vgl. BVerfGE 76, 171 ;… BVerfG, Beschlüsse der 2. Kammer des Ersten Senats vom 10. Juli 1996 - 1 BvR 873/94 -, NStZ 1997, S. 35 und der 1. Kammer des Ersten Senats vom 16. März 1999 - 1 BvR 734/98 -, NJW 2000, S. 199 ) und er die Äußerungen ausschließlich an die zuständige Bußgeldbehörde gerichtet hat, ohne dass sie nicht am Verfahren beteiligten Personen zur Kenntnis gelangen konnten (…vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 10. März 2009 - 1 BvR 2650/05 -, NJW-RR 2010, S. 204 ).
Befindet sich der Beschwerdeführer im sogenannten "Kampf ums Recht", ist es ihm zur plastischen Darstellung seiner Position grundsätzlich erlaubt, auch starke und eindringliche Ausdrücke zu benutzen, um seine Rechtsposition zu unterstreichen, ohne jedes Wort auf die Waagschale legen zu müssen (vgl. BVerfGE 76, 171 ;… BVerfG, Beschlüsse der 2. Kammer des Ersten Senats vom 10. Juli 1996 - 1 BvR 873/94 -, NStZ 1997, S. 35 und der 1. Kammer des Ersten Senats vom 16. März 1999 - 1 BvR 734/98 -, NJW 2000, S. 199 ).
(aa) Zu den statusbildenden Grundpflichten eines Rechtsanwalts gehört die Pflicht zur Verschwiegenheit (vgl. BVerfGE 76, 171 ; vgl. § 43a Abs. 2 BRAO und § 2 der Berufsordnung für Rechtsanwälte).
Nachdem das Bundesverfassungsgericht mit Beschlüssen vom 14. Juli 1987 (BVerfGE 76, 171 ff.; 196 ff.) die Verfassungswidrigkeit weiter Teile des - auf Grundlage der Standesrichtlinien geschaffenen - anwaltlichen Berufsrechts festgestellt hatte, wurde eine umfassende neue gesetzliche Regelung der beruflichen Pflichten und Befugnisse der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte nötig.
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Juli 1987 (Hinweis auf BVerfGE 76, 171) stehe der Anwendung dieser standesrechtlichen Vorschrift nicht entgegen.
Das Bundesverfassungsgericht hat zwar mit Beschlüssen vom 14. Juli 1987 (BVerfGE 76, 171 und 76, 196) ausgesprochen, dass die anwaltlichen Standesrichtlinien künftig weder als normative Regelung der anwaltlichen Berufspflichten noch als rechtserhebliches Hilfsmittel zur Konkretisierung der Generalklausel in Betracht kommen.
Es hat jedoch die Notwendigkeit anerkannt, dass für eine Übergangszeit - die hier bis zum Erlass des § 49 b Abs. 2 BRAO a.F. im Jahre 1994 andauerte - auch weiterhin auf die Standesrichtlinien zur Konkretisierung des § 43 BRAO zurückgegriffen werden konnte, soweit dies zur Aufrechterhaltung einer funktionsfähigen Rechtspflege unerlässlich war (vgl. BVerfGE 76, 171 ).
Entscheidend ist, dass gesetzliche Vorgaben für eine autonome Entscheidungsfindung die angemessene Partizipation aller Betroffenen an der Willensbildung gewährleisten (vgl. BVerfGE 76, 171 ; 107, 59 ).
BVerfG, 15.03.1989 - 1 BvR 522/87
BVerfG, 10.07.1996 - 1 BvR 873/94
BGH, 21.06.1999 - AnwZ (B) 91/98
Nachweis der besonderen Kenntnisse als Fachanwalt für Steuerrecht nach Abschluß …
BGH, 17.05.1991 - 3 StR 8/91
BGH, 13.05.1993 - IX ZR 234/92
Sachlichkeitsgebot bei der anwaltlichen Berufsausübung; Ansehen des …
BVerfG, 17.02.1992 - 1 BvR 899/90
OVG Hamburg, 25.07.1989 - Bf VI 64/86
Rechtsweg zu den allgemeinen Verwaltungsgerichten im Rahmen eines Rechtsstreits …
Aufnahme des Namens eines Rechtsanwalts in die Firma einer …
Rücknahme der Zulassung als Rechtsanwalt - Abgabe einer falschen Versicherung an …
Verpflichtung aller Vertragsärzte zur Teilnahme am ärztlichen …
AnwG Zweibrücken, 17.02.2006 - 5 EV 20/02
BGH, 26.06.1989 - AnwZ (B) 38/88
OVG Berlin-Brandenburg, 28.02.2019 - 90 H 2.18
VG Gießen, 02.08.2011 - 21 K 1604/10
Vorlage an Europäischen Gerichtshof gemäß Art. 267 AEUV zur Vereinbarkeit von § 3 …
BGH, 12.12.1988 - AnwSt (R) 5/88
Revision des Rechtsanwalts gegen den Ausschluss aus der Anwaltschaft wegen …
BVerfG, 02.11.1992 - 1 BvR 911/90
Unbeachtlichkeit des standesrechtlichen Verbots der Erwirkung eines …
OLG Düsseldorf, 14.11.1991 - 2 U 40/91
OLG Hamm, 06.11.2000 - 15 W 319/00
Entlassung des Testamentsvollstreckers - wichtiger Grund - anwaltliche Vertretung …
BVerfG, 02.11.1992 - 1 BvR 555/89
OLG Stuttgart, 04.08.1989 - 2 U 82/89
Standeswidrigkeit einer Verwendung der Bezeichnung "Strafverteidiger"; Verbot der …
OLG Hamm, 05.01.2000 - 15 W 314/00
Antrag auf Entlassung des Testamentsvollstreckers; Vorliegen eines wichtigen …
Hinweis eines Anwalts auf die Gebührenpflicht für den Fall der Versagung einer …
KG, 11.04.1988 - 24 U 6583/87
VG Frankfurt/Main, 19.10.2004 - 21 BG 1748/04
Arzt; Berufspflicht; diffamierende Äußerungen; Fernbehandlung über …
OLG Nürnberg, 22.12.1992 - 3 U 3119/92
Werbung eines Steuerberaters in einer Stellenanzeige für Büropersonal als …
OLG Hamm, 11.12.1990 - 4 U 113/90
Hinweis auf Kooperationspartner durch Rechtsanwalt
OLG München, 23.11.1989 - 29 U 3393/89
Glaubwürdigkeit eines Zeugen; Wiederholung der Beweisaufnahme; Telefonische …
AnwG Köln, 20.02.2008 - 10 EV 421/06
Unsachliche Äußerungen eines Rechtsanwalts
OVG Niedersachsen, 11.12.1995 - 8 O 5771/95
Rechtsweg zu den Anwaltsgerichtshöfen; Anwaltsgerichtshof; Rechtsweg
KG, 03.02.1992 - 24 U 4762/91
Treuhandverhältnis durch Entgegennahme von Spekulationsgeldern unter der Auflage …
BGH, 31.10.1988 - AnwZ 53/87
AnwG Hamm, 25.02.2008 - 6 EV 782/06
Zulässigkeit von Vorwürfen eines Rechtsanwalts gegenüber einem Bundesanwalt im …
BVerwG, 14.06.2001 - 6 B 32.01
Voraussetzungen für die Bejahung einer Rechtssache als grundsätzlich bedeutsam - …
EKMR, 07.03.1991 - 14622/89
HEMPFING v. THE FEDERAL REPUBLIC OF GERMANY
LG Hagen, 08.11.1989 - 22 O 168/89
Anspruch auf Unterlassung von Werbung gegen eine Anwaltskanzlei auf Basis des …
EGH Hessen, 15.04.1988 - ZEGH 17/87
BRAO §§ 12, 43
BGH, 11.04.1988 - StbSt (B) 3/88
Bewertung der Verfehlungen eines Steuerberaters nach § 57 Abs. 2 …
AGH Baden-Württemberg, 18.11.1989 - 15/89 (III) - 5
Erteilung eines Verweises gegen einen Rechtsanwalt wegen vorsätzlicher …
AGH Baden-Württemberg, 18.11.1989 - 15/89
https://dejure.org/1987,1573
OLG Oldenburg, 05.10.1987 - Ss 481/87 (https://dejure.org/1987,1573)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 05.10.1987 - Ss 481/87 (https://dejure.org/1987,1573)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 05. Januar 1987 - Ss 481/87 (https://dejure.org/1987,1573)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,1573) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Vor der Einführung des § 9 Abs. 2 Satz 2 VereinsG durch Artikel 9 Nr. 1 des Gesetzes zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus vom 9. Januar 2002 (Terrorismusbekämpfungsgesetz; BGBl. I S. 361) bestand - hinsichtlich des in gleicher Weise gefassten § 86a StGB - bereits Einigkeit darüber, dass unwesentliche Abweichungen eines Kennzeichens dessen Übereinstimmung mit dem inkriminierten Originalkennzeichen noch nicht in Frage stellen (Stegbauer, NStZ 2006, 677, 678;… ferner zu § 86a StGB etwa Laufhütte/Kuschel, LK, 12. Aufl., § 86a Rn. 6 f; vgl. ferner Foth, JR 1982, 382 sowie Senatsurteil v. 27. Mai 1981 - 1 Ss 45/81, NStZ 1981, 393 mit zust. Anm. Bottke, JR 1982, 77, 78; OLG Oldenburg, Urt. v. 5. Oktober 1987 - Ss 481/87, NStZ 1988, 74).
Der Haftrichter hat dagegen zu befinden, wenn eine Regelung betroffen ist, die nur das Verhältnis zu einem bestimmten Gefangenen ordnet (vgl. BGH, NJW 1988, 351; Senat, NStZ-RR 2004, 184, 185;… Boujong, a.a.O., Rdnr. 6 und 7).
Auch Lieder fallen darunter (vgl. dazu u.a. BGH in MDR 1965, 923; BayObLG in NJW 1962, 1878; OLG Oldenburg in NJW 1988, 351; OLG Celle in NJW 1991, 1498;… Tröndle/Fischer, StGB, 51. Aufl. 2003, § 86 a RNr. 4 m.w.N.).
OLG Celle, 03.07.1990 - 3 Ss 88/90
Verwendung von Kennzeichen einer nationalsozialistischen Organisation; Singen von …
Zutreffend geht die Jugendkammer davon aus, daß Kennzeichen einer nationalsozialistischen Organisation im Sinne von §§ 86 a, 86 Abs. 1 Nr. 4 StGB auch ein solches sein kann, das nicht nationalsozialistischen Ursprungs ist (vgl. OLG Celle, JR 1981, 381 zum Hakenkreuz), und daß es für die Kennzeichen-Eigenschaft von Bedeutung ist, ob die nationalsozialistischen Machthaber dem Kennzeichen herausragende Bedeutung beigemessen haben, was zum Beispiel darin zum Ausdruck kommen kann, daß hoheitliche Anordnungen über seine Verwendung getroffen worden sind (vgl. zum Gruß "Heil Hitler" BGHSt 27, 1, 2; zum sogenannten Horst-Wessel-Lied "Die Fahne hoch" BGH MDR 1965, 923; OLG Oldenburg NJW 1988, 351).