Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%2012%20KR%2013/14%20R
Timestamp: 2018-06-25 12:10:16
Document Index: 15711674

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 705', '§ 723', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 705', '§ 7', '§ 47', '§ 705', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

BSG, 11.11.2015 - B 12 KR 13/14 R - dejure.org
§ 7 Abs 1 SGB 4, § 7a SGB 4, § 705 BGB, § 723 BGB
ESGB 4, BGB
§ 7 Abs 1 S 1 SGB 4, § 7 Abs 1 S 2 SGB 4, § 7a Abs 1 S 2 SGB 4, § 1 S 1 Nr 1 SGB 6, § 705 BGB
SGB IV §§ 7 Abs. 1 S. 1, 7a; GmbHG §§ 47, 46, 6; BGB §§ 705, 723
Sozialversicherungspflicht des Minderheitsgesellschafters einer GmbH; Status eines "leitenden Angestellten" und Prokuristen; Stimmbindungsvertrag als Indiz gegen abhängige Beschäftigung
Fragen der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
Zum sozialversicherungsrechtlichen Status eines Gesellschafters - BSG hält nichts von Stimmrechtsvereinbarungen
Zur Sozialversicherungspflicht von Geschäftsführern und mitarbeitenden Gesellschaftern einer GmbH
muellerhofstede.com (Kurzinformation)
Das Ende der Schönwetter-Selbständigkeit
Sozialversicherungspflicht eines Gesellschafters-Geschäftsführers trotz Bürgschaft in unbegrenzter Höhe und Stimmrechtsbindungsvertrag
Sozialversicherungsrechtlicher Status eines Gesellschafters
Sozialversicherungspflicht von Geschäftsführern und mitarbeitenden Gesellschaftern einer GmbH
Frühere Rechtsprechung zum Status von Gesellschaftern-Geschäftsführern begründet (fast) keinen Vertrauensschutz
Kurznachricht zu "Beitragsfalle für Familiengesellschaften: Das Ende der "Schönwetter-Selbstständigkeit"" von RA/FAArbR Dr. Thomas Thees, original erschienen in: DB 2016, 352 - 353.
SG Freiburg, 29.05.2013 - S 11 KR 6129/09
BSGE 120, 59
Gerade dieses Postulat der Vorhersehbarkeit ist es, das das Recht der Pflichtversicherung in der Sozialversicherung prägt und von Wertungen des - an ganz anderen praktischen Bedürfnissen ausgerichteten - Gesellschaftsrechts unterscheidet (vgl dazu ausführlich BSG Urteil vom 11.11.2015 - B 12 KR 13/14 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen).
Ob jemand abhängig beschäftigt oder selbstständig tätig ist, richtet sich ausgehend von den genannten Umständen nach dem Gesamtbild der Arbeitsleistung und hängt davon ab, welche Merkmale überwiegen (…BSG, Urteil v. 18.11.2015, B 12 KR 16/13 R, SozR 4-2400 § 7 Nr. 25;… Urteil v. 11.11.2015, B 12 KR 10/14 R, SozR 4-2400 § 7 Nr. 28; Urteil v. 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R, SozR 4-2400 § 7 Nr. 26; jeweils m.w.N.;… zur Verfassungsmäßigkeit dieser Abgrenzung: BVerfG, Beschluss v. 20.5.1996, 1 BvR 21/96, SozR 3-2400 § 7 Nr. 11).
Insoweit gilt im Ausgangspunkt nichts anderes als für gesellschaftsrechtliche Wertungen und Gestaltungen, die für die sozialversicherungsrechtliche Statusbeurteilung ebenfalls nicht strikt übernommen werden dürfen; eine uneingeschränkte Parallelität gibt es insoweit nicht (BSG, Urteil vom 11.11.2015, - B 12 KR 13/14 R -, in juris).
Ob Gestaltungen der Gesellschaftsrechts- bzw. Gesellschaftsvertragsrechtslage (überhaupt) für die Statusentscheidung bedeutsam sind, und - falls ja - mit welchem Indizcharakter und welcher Gewichtung im Rahmen der Abwägung aller Umstände, beurteilt sich ohne strikte "Parallelwertung" allein im vorliegend thematisch einschlägigen - sozialversicherungsrechtlichen - Kontext des § 7 Abs. 1 SGB IV (BSG, Urteil vom 11.11.2015, - B 12 KR 13/14 R -, in juris).
Die Sperrminorität muss sich - als "echte" Sperrminorität - vielmehr grundsätzlich auf alle Angelegenheiten der Gesellschaft und nicht nur auf einige bedeutende Angelegenheiten beziehen (Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.01.2015, - L 1 KR 130/14 - LSG Hamburg, Urteil vom 05.11.2014, - L 1 KR 44/13 -, jeweils in juris), wobei die Anforderungen an den von der Sperrminorität umfassten Geschäftskreis freilich nicht überspannt werden dürfen, zumal die gesellschaftsrechtlichen Gestaltungen der sozialsozialversicherungsrechtlichen Abwägungsentscheidung nicht als bindendes Bestimmungselement vorausliegen, sondern nur als Abwägungsgesichtspunkt (als Indiz - BSG, Urteil vom 11.11.2015, - B 12 KR 13/14 R -, in juris) zu berücksichtigen sind.
Sperrminorität des Minderheitsgesellschafters - Vertragliche Zusicherung der …
Aus ihm ergibt sich in beiden Fassungen zwar keine eigenständige Sperrminorität des Klägers (vgl. BSG, Urteil vom 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R -), allerdings rundet er, wie auch die zuvor genannten Merkmale, das Gesamtbild ab.
Gestaltungen der Gesellschaftsrechts- bzw Gesellschaftsvertragsrechtslage prägen die Abwägungsentscheidung zum sozialversicherungsrechtlichen Status nicht iS einer strikten Parallelwertung zwingend vor; ihnen kommt keine - im Rahmen der sozialversicherungsrechtlich gebotenen Gesamtabwägung von vornherein den Ausschlag gebende, dh entscheidende - Indizfunktion für das Vorliegen selbstständiger Tätigkeit zu (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R Rn 23 ff, juris).
Eine unterschiedliche Bewertung von Stimmrechtsvereinbarungen im Gesellschaftsrecht einerseits und im Sozialversicherungsrecht andererseits ist durch die verschiedenen Sachstrukturen der jeweiligen Rechtsbereiche gerechtfertigt (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R unter Hinweis auf Bernsdorff , DB 2014, 1551 ).
Die außerhalb des Gesellschaftsvertrages von den Gesellschaftern getroffene Stimmbindungsvereinbarung ist daher nach der Rspr des BSG, der sich der Senat anschließt, nicht geeignet, die sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergebenden "Rechtsmachtverhältnisse" mit sozialversicherungsrechtlicher Wirkung zu "verschieben", weil der Stimmbindungsvertrag von jedem Gesellschafter aus wichtigem Grund gekündigt werden konnte (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R, SozR 4-2400 § 7 Nr. 26 Rn 25 mwN).
Auch dass Kündigungsrechte in der vorliegend zu beurteilenden Zeit tatsächlich nicht ausgeübt wurden, ist im sozialversicherungsrechtlichen Kontext ohne Bedeutung (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R, aaO Rn 26).
Ohnehin war das BSG der dortigen Rechtsauffassung nicht gefolgt und hatte das Urteil aufgehoben (BSG, Urteil vom 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R - juris).
Dieses Postulat der Vorhersehbarkeit prägt das Recht der Pflichtversicherung in der Sozialversicherung und unterscheidet es von Wertungen des - an ganz anderen praktischen Bedürfnissen ausgerichteten - Gesellschaftsrechts (BSG, Urteile vom 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R - juris, Rn. 27 und - B 12 KR 10/14 R - juris, Rn. 31).
Bei einem Konfliktfall zwischen beiden Gesellschaftern der GmbH käme nämlich - durchsetzbar - allein die des Mehrheitsgesellschafters aufgrund seines vertraglichen Kündigungsrechts zustehende Rechtsmacht zum Tragen (BSG, Urteil vom 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R - juris, Rn. 25 ff.).
Die vorliegende, auf Dauer geschlossene "Stimmbindungsvereinbarung" war als Innengesellschaft bürgerlichen Rechts kündbar (hierzu BSG, Urteil vom 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R - juris, Rn. 31).
Aus dem Urteil B 12 KR 13/14 R ergebe sich dagegen, dass kündbare zivilrechtliche Verträge so zu berücksichtigen seien, als sei die Kündigung bereits erfolgt.
Der Senat verweist dazu auf die Rechtsprechung des BSG (Urt. v. 11. November 2015 - B 12 KR 13/14 R - juris Rn 31), wonach solche Stimmbindungsvereinbarungen jedenfalls aus wichtigem Grund jederzeit kündbar sind.
LSG Rheinland-Pfalz, 18.05.2016 - L 4 R 296/15
BSG, 15.02.2017 - B 12 KR 77/16 B
Abgrenzung selbstständiger Tätigkeit von abhängiger Beschäftigung - hier: …
BSG, 10.02.2016 - B 12 R 26/15 B
LSG Bayern, 06.10.2017 - L 7 R 504/15
Statusfeststellungeines Komanditisten
Statusfeststellung; GmbH-Geschäftsführer; mittelbarer Gesellschafter; …
BSG, 18.09.2017 - B 12 R 7/17 B
Beitragspflicht zur Sozialversicherung; Prokurist; Divergenzrüge; Formgerechte …