Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/studenten-2-studenten-arbeitnehmer_idesk_PI42323_HI7403216.html
Timestamp: 2019-11-14 19:38:58
Document Index: 253843495

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 10', '§ 25', '§ 23', '§ 22', '§ 22']

Studenten / 2 Studenten = Arbeitnehmer? | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Studenten / 2 Studenten = Arbeitnehmer?
Für Studierende als Praktikanten, die eingestellt werden, um berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrungen zu erwerben, gelten gem. § 26 BBiG die §§ 10 - 23 und § 25 BBiG mit der Maßgabe, dass die gesetzliche Probezeit abgekürzt, auf die Vertragsniederschrift verzichtet und bei vorzeitiger Lösung des Vertragsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit abweichend von § 23 Abs. 1 Satz 1 Schadensersatz nicht verlangt werden kann. Die Regelungen greifen unabhängig von der mindestlohnrechtlichen Behandlung der Studierenden. Frühere Definitionen und Qualifizierungen, die studierende Praktikanten nicht als solche einstuften, sind angesichts der eindeutigen Regelung und Legaldefinition in § 22 Abs. 1 Satz 3 MiLoG obsolet.
Der sog. Werkstudent, der auf Grundlage eines Vertrags Arbeit in den Semesterferien erbringt, ist dagegen ohne Weiteres Arbeitnehmer, lediglich der unklare Begriff führt gelegentlich zu Missverständnissen. Weder Arbeitnehmer noch Auszubildende sind Berufsakademie-Studenten. Studenten, die ohne Entgeltanspruch ausschließlich zur Erstellung ihrer Abschlussarbeit (Diplomarbeit/Thesis) im Unternehmen tätig sind, unterfallen grundsätzlich nicht dem Arbeitsrecht. Allerdings ist die Grenze zur mindestlohnpflichtigen Praktikantentätigkeit im Sinne des § 22 Abs. 1 MiLoG fließend und muss im Einzelfall genau definiert werden. Wird für das mit der Arbeit erzielte Ergebnis ein Honorar gezahlt, handelt es sich um einen Werkvertrag. Erhalten sie eine regelmäßige Vergütung, liegt ein Arbeitsverhältnis vor, wenn die Studenten der Weisungsbefugnis des Arbeitgebers unterliegen und die Tätigkeit zumindest auch oder teilweise für das Unternehmen erbracht wird. Anzuraten ist in jedem Fall der Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung.