Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.01.1998&Aktenzeichen=XI%20S%2042/97
Timestamp: 2019-07-17 03:40:50
Document Index: 184328590

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§ 116', '§ 115', '§ 16', '§ 119', '§ 418']

BFH, 22.01.1998 - XI S 42/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,4846
BFH, 22.01.1998 - XI S 42/97 (https://dejure.org/1998,4846)
BFH, Entscheidung vom 22.01.1998 - XI S 42/97 (https://dejure.org/1998,4846)
BFH, Entscheidung vom 22. Januar 1998 - XI S 42/97 (https://dejure.org/1998,4846)
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Schlüssigkeit der Rüge eines Verfahrensmangels hinsichtlich der Ordnungsgemäßheit einer Ladung
Nicht vertreten i.S. des § 116 Abs. 1 Nr. 3 FGO a.F. ist ein Beteiligter insbesondere dann, wenn er nicht ordnungsgemäß geladen worden ist (ständige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Beschlüsse vom 17. Dezember 1996 IX R 5/96, BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638; vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734;… in BFH/NV 2000, 450).
Das gilt auch für Zustellungen, die nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost unter Beachtung der Vorschriften des VwZG bewirkt werden (BFH-Beschlüsse in BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638; in BFH/NV 1998, 734, m.w.N.).
Hierzu wäre es erforderlich gewesen, einen anderen als den beurkundeten Geschehensablauf substantiiert darzulegen und zu beweisen (vgl. u.a. BFH-Beschlüsse in BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638; in BFH/NV 1998, 734).
Da eine schlüssige Verfahrensrüge nach § 116 Abs. 1 Nr. 3 FGO a.F. einen dem Gericht zuzurechnenden Verfahrensfehler voraussetzt (…vgl. dazu u.a. BFH-Beschlüsse vom 17. September 1996 X R 27/94, BFH/NV 1997, 246, m.w.N.;… vom 24. März 1997 IX R 46/96, BFH/NV 1997, 598;… vom 17. September 1997 X S 14/96, BFH/NV 1998, 470;… vom 1. Februar 1999 X R 146/96, BFH/NV 1999, 958, m.w.N.), muss sich aus dieser Darlegung auch ergeben, dass der Fehler bei der Zustellung der Ladung im Verantwortungsbereich des Gerichts lag und dieses vor der Durchführung der mündlichen Verhandlung Anlass zu Nachforschungen über die Ordnungsmäßigkeit der Zustellung gehabt hätte (BFH-Beschlüsse in BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638, m.w.N.; in BFH/NV 1998, 734;… in BFH/NV 2000, 450).
Ein Fall fehlender Vertretung läge somit insbesondere vor, wenn der Kläger bzw. sein Prozeßbevollmächtigter nicht ordnungsgemäß geladen worden wären (BFH-Urteil vom 10. August 1988 III R 220/84, BFHE 154, 17, BStBl II 1988, 948; BFH-Beschluß vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734, m.w.N.).
Die bloße Behauptung des Klägers, er habe die Ladung oder die Mitteilung über deren Niederlegung nicht erhalten, kann daher die Ordnungsmäßigkeit der Zustellung der Ladung nicht entkräften (BFH-Beschluß in BFH/NV 1998, 734).
Sie können nur mit der Nichtzulassungsbeschwerde gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO erhoben werden (BFH-Beschlüsse in BFH/NV 1998, 734;… vom 19. Juli 1995 X R 41/94, BFH/NV 1996, 54).
Dies trifft insbesondere dann zu, wenn der Beteiligte nicht ordnungsgemäß geladen worden ist (BFH-Urteil vom 10. August 1988 III R 220/84, BFHE 154, 17, BStBl II 1988, 948, 949; Beschluß vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734).
Auch nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost sind die von den Postzustellern unter Beachtung der Vorschriften des VwZG bewirkten Zustellungen wirksam (§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Postwesen i.d.F. des Postneuordnungsgesetzes vom 14. September 1994, BGBl I 1994, 2325, 2370; vgl. auch BFH-Beschlüsse vom 17. Dezember 1996 IX R 5/96, BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638; in BFH/NV 1998, 734).
BFH, 13.06.2000 - VII R 99/98
Zwangsgeld - Fristversäumnis - Wiedereinsetzung - Mündliche Verhandlung - …
Ein Fall fehlender Vertretung läge somit insbesondere vor, wenn der Kläger bzw. sein Prozessbevollmächtigter nicht ordnungsgemäß geladen worden wären (vgl. BFH-Beschluss vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734, m.w.N.).
Die bloße Behauptung des Klägers, er habe die Ladung oder die Mitteilung über deren Niederlegung nicht erhalten, kann daher die Ordnungsmäßigkeit der Zustellung der Ladung nicht entkräften (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 1998, 734).
Da der Kläger nicht einmal die angeblich unrichtige Benachrichtigung über die Niederlegung der Ladung bei der Post vorgelegt hat, erübrigt es sich angesichts der Beweiskraft der Postzustellungsurkunde (dazu z.B. BFH-Beschluss vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734) auch, auf diese Behauptung weiter einzugehen.
BFH, 13.06.2000 - VIII R 99/98
Ein Fall fehlender Vertretung läge somit insbesondere vor, wenn der Kläger bzw. sein Prozessbevollmächtigter nicht ordnungsgemäß geladen worden wären (vgl. BFH-Beschluss vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734 , m.w.N.).
Die bloße Behauptung des Klägers, er habe die Ladung oder die Mitteilung über deren Niederlegung nicht erhalten, kann daher die Ordnungsmäßigkeit der Zustellung der Ladung nicht entkräften (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 1998, 734 ).
Zwar wäre ein Fall fehlender Vertretung i.S. des § 119 Nr. 4 FGO gegeben, wenn der Kläger bzw. sein Prozessbevollmächtigter nicht ordnungsgemäß geladen worden wären (BFH-Urteil vom 10. August 1988 III R 220/84, BFHE 154, 17, BStBl II 1988, 948; BFH-Beschluss vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734, m.w.N.).
Die Postzustellungsurkunden erbringen als öffentliche Urkunden i. S. des § 418 Abs. 1 der Zivilprozeßordnung (ZPO) nach wie vor vollen Beweis für die darin vom Postzusteller bezeugten Tatsachen (Beschlüsse des Bundesfinanzhofs vom 17. Dezember 1996 IX R 5/96, BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638;… vom 27. Oktober 1997 V B 55/97, BFH/NV 1998, 500, sowie vom 22. Januar 1998 XI S 42/97, BFH/NV 1998, 734).