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Timestamp: 2018-04-24 14:41:24
Document Index: 217418134

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 25', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1365', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 24', '§ 550', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Roger Schäffter - 12/12 - Münchner Immobilien Blog
Home Articles posted by Roger Schäffter (Page 12)
§§ Newsletter Immobilienrecht 2012/17 §§
Ausgestellt am 19. Juli 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Gewerbliches Mietrecht: Kenntnis vom Mangel
Grundstücksrecht: Die überteuerte Wohnung
Wohnungseigentumsrecht: Kein Stimmrechtsverbot bei laufendem Gerichtsverfahren
Wird die Tauglichkeit der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch eingeschränkt, führt dies zu einer Mietminderung. Dies gilt auch, wenn der Mieter die Mietsache nur in der Befürchtung nutzen kann, dass sich eine Gefahr verwirklicht. Kennt der Mieter die Gefahr jedoch nicht, beeinträchtigt dies seine Nutzungsmöglichkeit nicht. Im zugrunde liegenden Fall wurde ein Gewerbeobjekt als Elektro- und Lampengeschäft vermietet. Einer Decke fehlte die erforderliche Tragkraft, um die dort dann zu Ausstellungszwecken befestigten Lampen zu halten. Die Decke stürzte ab. Für den Zeitraum vor dem Einsturz erkannte das Gericht die nachträglich geltend gemachte Mietminderung nicht an. Eine Mietminderung stelle nur das Äquivalenzverhältnis zwischen Miete und Nutzungswert sicher, sei jedoch nicht als Strafvorschrift für den Vermieter gedacht.
Für eine Mietminderung ist die tatsächliche Gebrauchsbeeinträchtigung maßgeblich. Dass ein Mieter ein Objekt aus Sicherheitsgründen nicht vertragsgemäß nutzen sollte oder z. B. aufgrund öffentlich-rechtlicher Nutzungsbeschränkungen nicht nutzen dürfte, hindert ihn zunächst nicht. Erst wenn er von der Gefahr weiß oder im Falle öffentlich-rechtlicher Nutzungsbeschränkungen die zuständige Behörde zumindest ein Einschreiten androht, ist er beeinträchtigt. Letzteres hat das OLG Düsseldorf, Az. 24 U 31/11 (MDR 2012, 83), sogar bei einem Verstoß gegen zwingende Brandschutzvorschriften angenommen.
Fundstelle: LG Heidelberg, Urteil vom 25. April 2012, 5 O 21/12, BeckRS 2012, 10457
Übersteigt ein Kaufpreis den tatsächlichen Wert der gekauften Wohnung um 78,9 %, ist ein besonders grobes Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung nicht ohne weiteres zu erkennen. Das Oberlandesgericht Brandenburg hatte über die Berufung der Verkäufer gegen ein Urteil, mit dem sie zur Rückabwicklung eines Kaufvertrages verurteilt worden waren, zu entscheiden. Die Wohnung hatte in der Zwangsversteigerung einen Erlös von 24.000,00 EUR erbracht. Dem gezahlten Kaufpreis von 65.462,41 EUR hatte ein tatsächlicher Wert der Wohnung von rund 36.000,00 EUR gegenüber gestanden. Das Berufungsgericht gab der Berufung der Beklagten statt und verneinte einen Rückabwicklungsanspruch der Kläger. Wucher im Sinne des § 138 Abs. 2 BGB oder ein wucherähnliches Geschäft seien nicht gegeben. Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagten eine bei den Klägern bestehende Schwächeposition, resultierend z. B. aus geschäftlicher Unerfahrenheit, mangelndes Urteilsvermögen etc. ausgenutzt hätten, konnte das Gericht nicht erkennen. Es setzte dem Wert der Leistung der Beklagten von 36.000,00 EUR den Erlös der Zwangsversteigerung, die den Klägern zugute gekommene Instandhaltungsrücklage sowie die von den Beklagten unstreitig übernommenen Erwerbsnebenkosten entgegen.
Die festgestellte Überteuerung von 78,9 % erscheint auf den ersten Blick sehr hoch. Dennoch ist die Entscheidung des OLG Brandenburg nicht zu beanstanden. Eine verwerfliche Gesinnung liegt dann vor, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch wie der Wert der Gegenleistung ist. Ergibt eine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Leistungen und Gegenleistungen, dass verschiedene Positionen zum Abzug zu bringen sind, kann Sittenwidrigkeit zu verneinen sein.
Autor: Frank U. Schuster – schuster@bethgeundpartner.de
Fundstelle: OLG Brandenburg, Urteil vom 09. Mai 2012, 4 U 92/10; BeckRS 2012, 11393
Ein Wohnungseigentümer unterliegt selbst dann nicht dem Stimmrechtsverbot des § 25 Abs. 5, 2. Alt. WEG, wenn gegen ihn ein gerichtliches Verfahren auf Beseitigung einer von ihm veranlassten baulichen Veränderung geführt wird und während des laufenden Gerichtsverfahrens die Eigentümerversammlung unter Mitwirkung des betreffenden Eigentümers die Genehmigung der baulichen Veränderungen beschließt.
Der BGH räumt der Mitwirkungsbefugnis der Eigentümer einen sehr hohen Stellenwert ein (s. auch BGH, Urteil vom 10.12.2010, V ZR 60/10, Newsletter vom 27.04.2011). Erst wenn die Beschlussfassung verfahrensbezogene Maßnahmen betrifft, greift das Stimmrechtsverbot. Hierunter fallen z. B. Beschlüsse darüber, ob überhaupt ein Rechtsstreit geführt werden soll bzw. über die Art und Weise der Prozessführung und die Frage der verfahrensrechtlichen Beendigung. Bevor ein Wohnungseigentümer von seinem Stimmrecht ausgeschlossen wird, sollte man sich dies stets vor Augen führen.
Fundstelle: BGH, Urteil vom 14. Oktober 2011, V ZR 56/11 – www.bundesgerichtshof.de
§§ Newsletter Immobilienrecht 2012/16 §§
Ausgestellt am 5. Juli 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
• Makler- und Bauträgerrecht: Internet – Angebot genügt als Provisionshinweis
• Makler- und Bauträgerrecht: Bauträgervertrag – Bau für Senioren bedeutet nicht seniorengerecht
• Gewerbliches Mietrecht: Anforderungen an Betriebskostenumlage
• Wohnungseigentumsrecht: Abstimmung nach Objekt- oder Wertprinzip bei Verwalterwahl
Makler- und Bauträgerrecht: Internet – Angebot genügt als Provisionshinweis
In der Internetanzeige eines Immobilienmaklers kann ein eindeutiges Provisionsverlangen liegen, wenn neben den Objektangaben der Hinweis „Provision 7,14 %“ erfolgt. Die klagende Maklerin bot unter „ImmobilienScout24“ ein Baugrundstück zum Kauf an. Bei den Objektangaben hieß es: „Provision 7,14 %“. Der spätere Käufer wandte sich an die Maklerin, die ihm Objektadresse und Verkäuferkontakte nannte. Eine Provisionszahlung lehnt er ab.
Wer sich an einen Makler wendet und dessen Leistungen in Anspruch nimmt (Besichtigung, Anforderung weiterer Unterlagen oder Informationen, Eigentümerbenennung) erklärt damit allein noch nicht schlüssig seine Bereitschaft, ihn zu bezahlen. Solange ihnen nichts Gegenteiliges bekannt ist, dürfen beide Seiten davon ausgehen, dass der Makler von der jeweils anderen Seite entlohnt wird. Deshalb fordert der BGH in ständiger Rechtsprechung ein „eindeutiges Provisionsverlangen“ des Maklers. Zwar ist in einer bloßen Internetanzeige noch kein Angebot auf Abschluss eines Maklervertrages zu sehen. Die Angabe „Provision 7,14 %“ wertete Karlsruhe jedoch als Provisionsverlangen an den Kaufinteressenten. Wenn die Provisionsforderung – wie hier – eindeutig ist, kann sie grundsätzlich auch in einem Internetinserat enthalten sein.
Makler können aufatmen. Alle bisherigen Urteile, nach denen ein Provisionshinweis im Internet nicht Grundlage eines stillschweigenden Maklervertrages sein kann, sind hinfällig. Ebenso erfreulich ist es, dass die Formulierung „Provision 7,14 %“ nicht als bloßer Hinweis auf eine Verkäufer – Provision interpretiert werden kann, sondern sich mangels anderer Angaben an den Kaufinteressenten richtet. Fazit: ein deutlicher Provisionshinweis im Internet kann einen stillschweigenden Maklervertrag begründen. Nach wie vor empfehlenswert bleibt jedoch ein klarer Satz, wie z.B.: „Die vom Käufer im Falle des Ankaufs unmittelbar an uns, die Maklerfirma X, zu zahlende Provision beträgt 5,95 % des Kaufpreises inklusive gesetzliche MwSt. (zurzeit 19 %).“
Autor: Uwe Bethge – bethge@bethgeundpartner.de
Fundstelle: BGH, Urteil vom 03. Mai 2012 , III ZR 62/11 – www.bundesgerichtshof.de
Makler- und Bauträgerrecht: Bauträgervertrag – Bau für Senioren bedeutet nicht seniorengerecht
Wird in einem Bauträgerprospekt angegeben, es werde auch für Senioren gebaut, kann hieraus nicht der Schluss gezogen werden, dass die Wohnungen seniorengerecht oder insgesamt barrierefrei errichtet werden. Insbesondere enthält die Angabe, dass der Zugang zu der Wohnung, dem Kellerraum und der Tiefgarage barrierefrei ausgeführt wird, keine verbindliche Aussage dahingehend, dass auch die Terrasse der Wohnung barrierefrei zu erreichen ist. Eine solche Formulierung bezieht sich ausschließlich auf den Wohnungszugang und kann vom Käufer nicht so verstanden werden, dass die Wohnung ohne Schwellen ausgebaut werde. Auch der Hinweis, wonach die Wohnung einen „gehobenen Wohnkomfort“ hat, lässt einen Rückschluss auf eine Barrierefreiheit nicht zu, so das OLG Stuttgart.
Der Entscheidung ist zuzustimmen. Die Ausführung einer Wohnung als barrierefrei setzt eine spezielle Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien voraus. Denn zu der Beschaffenheit eines Werkes gehören alle Eigenschaften, die nach der Vereinbarung den vertraglichen Erfolg herbeiführen sollen. Soll beispielsweise auch die Terrasse ohne eine Schwelle zu erreichen sein, muss dies im Vertrag vereinbart werden.
Fundstelle: OLG Stuttgart, Urteil vom 19. März 2010, 10 U 52/10 – www.ibr-online.de
Gewerbliches Mietrecht: Anforderungen an Betriebskostenumlage
Auch in einem Gewerberaummietverhältnis bedarf die Umlage von Betriebskosten auf den Mieter einer inhaltlich bestimmten und eindeutigen Vereinbarung. Unklarheiten gehen zu Lasten des Vermieters, so das OLG Schleswig in seiner Entscheidung vom 10. Februar 2012. Im Mietvertrag war vereinbart, dass der Mieter die Nebenkosten trägt, die mit dem Betrieb des Mietgegenstandes zusammenhängen. Diese pauschale Regelung ist jedoch zu unbestimmt und daher unwirksam.
Auch für den Gewerbemieter muss sich aus dem Vertrag ergeben, welche konkreten Betriebskosten er zu tragen hat. Dazu kann auch einfach auf § 2 der Betriebskostenverordnung Bezug genommen werden. Vorliegend wurden jedoch weder die Betriebskosten im Einzelnen aufgeführt, noch wurde auf die Betriebskostenverordnung Bezug genommen. Der Mieter muss somit keine Betriebskosten zahlen.
Fundstelle: OLG Schleswig, Urteil vom 10. Februar 2012, 4 U 7/11, IMR 2012, 190
Wohnungseigentumsrecht: Abstimmung nach Objekt- oder Wertprinzip bei Verwalterwahl
Fundstelle: BGH, Urteil vom 28. Oktober 2011, V ZR 253/10 (Fortführung des Beschlusses vom 19. September 2002 – V ZB 30/02) – www.bundesgerichtshof.de
§§ Newsletter Immobilienrecht 2012/15 §§
Ausgestellt am 28. Juni 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Gewerbliches Mietrecht: Neue Richtlinien für die Mietflächenberechnung
Grundstücksrecht: Haftung des Hausverkäufers
Makler- und Bauträgerrecht: Nachforschungspflichten
Wohnungseigentumsrecht: Der Balkon gehört zum Sondereigentum!
Häufig wird in den Gewerbemietverträgen vereinbart, dass eine Berechnung der Flächen nach Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für gewerblichen Raum (MF-G) der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. (gif) zu erfolgen hat. Da es keine gesetzlich verbindliche Definition der Mietfläche gibt, ist diese Richtlinie ein durchaus hilfreiches und faires Instrument und zwar für beide Vertragspartner. Die Richtlinie sollte dabei stets nur als Ganzes verwendet werden. Die MF-G aus November 2004 wurde nun von der gif im moderaten Umfang aktualisiert und am 01. Mai 2012 fertig gestellt. Die MF-G baut dabei auf dem Definitionsvorrat der DIN 277 auf, da diese sich mit der Systematisierung von Grundflächen und Rauminhalten des Hochbaus beschäftigt. Neu und ebenfalls am 01. Mai 2012 fertig gestellt ist auch eine Richtlinie für den Einzelhandelsbereich (MF-V), an Hand derer sich üblicherweise die Verkaufsfläche berechnen lässt.. Da ein Baugenehmigungsverfahren üblicherweise auf die Verkaufsfläche abgestellt wird, dürfte auch die MF-V von hoher Bedeutung für die Praxis werden. Hinzu kommt die Richtlinie MF-W für Wohnraum. Damit sind alle wichtigen Flächenarten abgedeckt. Sämtliche Richtlinien können über die unten genannte Fundstelle bezogen werden.
Autor: Edda C. de Riese, LL.M. – deriese@bethgeundpartner.de
Fundstelle: Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. – www.gif-ev.de
Besteht ein Restanspruch gegen den Bauunternehmer und überträgt der Verkäufer eines Hauses diesen auf den Erwerber, muss eine entsprechende Garantiehaftung ausdrücklich vereinbart und notariell beurkundet werden. Andernfalls haftet der Verkäufer nicht für die Realisierbarkeit des Erfüllungsanpruchs aus dem Bauvertrag. Darüber, dass der abgetretene Erfüllungs- und Gewährleistungsanspruch gegen den Bauunternehmer nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen verjährt, muss der Verkäufer den Erwerber nicht aufklären.
Im entschiedenen Fall hat ein Eigentümer sein noch nicht fertig gestelltes Haus veräußert und seinen Anspruch auf Fertigstellung des Gebäudes gegen den Bauunternehmer auf den Erwerber übertragen. Als der Erwerber vom Bauunternehmer die Fertigstellung einforderte, hat dieser sich auf die Verjährung berufen und wurde zudem insolvent. Der Verkäufer haftet nicht, da eine Garantie für die Durchsetzbarkeit des Anspruchs nicht vereinbart und beurkundet wurde und keine allgemeine Aufklärungspflicht des Verkäufers darüber besteht, dass und wann der abgetretene Anspruch nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen verjährt. Daraus folgt: Wann immer Gegenstand des Erwerbs ein Anspruch gegen einen Dritten ist, sollte der Erwerber eigenständig und gründlich prüfen, ob dieser Anspruch werthaltig und durchsetzbar ist. Kann eine solche Prüfung nicht durchgeführt werden, sollten unbedingt und ausdrücklich entsprechende Sicherheiten (z.B. Garantien, Kaufpreiseinbehalte) vereinbart werden.
Autor: Diana emmerich – emmerich@bethgeundpartner.de
Fundstelle: OLG Koblenz, Beschluss vom 29. September 2011, 5U 840/11, BeckRS 2012, 10024
Makler- und Bauträgerrecht: Nachforschungspflicht
Makler können Angaben zum Objekt, die sie vom Auftraggeber erhalten, grundsätzlich ungeprüft weitergeben. Vermittelt ein Makler ein Gebäude zu Wohnzwecken, stellt es keine Pflichtverletzung dar, wenn er die Überprüfung unterlässt, ob das Objekt überhaupt baurechtlich als Wohnhaus genehmigt ist. Im vorliegenden Fall hatte der Makler ein Bahnwärterhäuschen vermittelt, welches in der Vergangenheit stets bewohnt war. Im Exposé war das Objekt als Bahnwärterhaus beschrieben und im Grundbuch als Wohnhaus eingetragen. Nach Abschluss des Kaufvertrages stellte sich heraus, dass eine entsprechende Genehmigung zur Wohnnutzung nicht vorlag. Der Auffassung des Erwerbers, dass der Makler dies hätte überprüfen müssen, folgte das Gericht nicht. Der Makler konnte auf die Angaben des Verkäufers vertrauen. Anlass zu Zweifeln an der Richtigkeit dieser Angaben bestand im Hinblick auf den Grundbucheintrag gerade nicht. Der Makler ist aus nicht verpflichtet, darüber hinaus zu informieren, dass er keine eigenen Nachforschungen über eine baurechtliche Genehmigung angestellt hat.
Bei dem Grundsatz, angaben des Verkäufers ungeprüft weitergegeben zu können, ist Vorsicht geboten. Dies gilt nur, solange keinerlei Zweifel an deren Unrichtigkeit oder Unsicherheit aufkommen. Ein Makler hat gegenüber seinem Kunden grundsätzlich auch eine Aufklärungspflicht über alle ihm bekannten tatsächlichen und rechtlichen Umstände,die für die Kaufentscheidung von Bedeutung sein können. Er muss eigene Nachforschungen anstellen, wenn dies vereinbart ist oder sich Anhaltspunkte für Zweifel an den Angaben des Verkäufers ergeben.
Autor: Veronika Thormann – thormann@bethgeundpartner.de
Fundstelle: OLG Stuttgart, Urteil vom 02. Februar 2011, 3 U 154/10 – www.beck-online.de
Ist der Wohnung ein Balkon vorgelagert, ist er Bestandteil dieses Sondereigentums, auch ohne gesonderter Erklärung. Folge ist, so das OLG München, dass ein Sondernutzungsrecht am Balkon nicht begründet werden kann. Das Gericht stellt in seiner Entscheidung auch klar, dass dies nur für den Balkonraum und nicht für die konstruktiven Teile des Balkon gilt, die nach wie vor zum Gemeinschaftseigentum gehören.
Die Entscheidung entspricht der mittlerweile herrschenden Ansicht. Zu beachten ist, dass damit nur der Balkonraum gemeint ist. Gebäudeteile, die die äußere Gestaltung des Gebäudes bestimmen oder für dessen Bestand oder Sicherheit erforderlich sind, fallen unter das Gemeinschaftseigentum, also insbesondere die Balkonaußenwände, die Balkondecken und die Bodenplatte einschließlich der Isolierschicht.
Fundstelle: OLG München, Beschluss vom 23. September 2011, 34 Wx247/11, ZWE 2012, 37
§§ Newsletter Immobilienrecht 2012/14 §§
Ausgestellt am 11. Juni 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Gewerbliches Mietrecht: TÜV-Beanstandungen kein Mietmangel!
Makler- und Bauträgerrecht: Bauträgervertrag – Haftung für Verzugsschaden
Wohnungseigentumsrecht: Fehler der Beschlusssammlung
Bau- und Architektenrecht: Mehrkosten bei gemeinsamer Festlegung der Nacherfüllung
Gewerbliches Mietrecht: TÜV-Beanstandungen kein Mietmangel! Auch wenn ein TÜV-Gutachten das Zu- und Abluftsystem einer Gaststätte als gegen einschlägige Vorschriften verstoßen bezeicnet, führt das nicht automatisch zur Annahme eines Mangels der Mietsache und damit zu einer Mietminderung. Nur, wenn die Tauglichkeit der angemieteten Gaststätte zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder erheblich beeinträchtigt wäre, könne dies anders gesehen werden, so das OLG Düsseldorf. Das wäre der Fall, wenn die zuständige Behörde die Nutzung des Mietobjekts in der erforderlichen Form untersagt hätte oder ein behördliches Einschreiten als sicher zu erwarten gewesen wäre. Da vorliegend der Gaststättenbetreiber das TÜV-Gutachten privat beauftragt hatte, die zuständige Behörde die Lüftungsanlage nicht gerügt und erst recht dem Mieter den betrieb einer Gaststätte nicht untersagt oder ihm die Erteilung einer Konzession verweigert hatte, verurteilte das den beklagten Mieter zur Rückzahlung des Mietrückstands.
Kommentar: Das OLG Düsseldorf bestätigt die höchstrichterliche Rechtsprechung, nach der Verstöße gegen öffentlich-rechtliche Anforderungen grundsätzlich keinen Mietmangel darstellen, solange sie nicht zu einem behördlichen Einschreiten führen.
Autor: Susanne Tank – tank@bethgeundpartner.de, Fundstelle: OLG Düsseldorf, Beschluß vom 30. Dezember 2011, 24 U 76/11, IMR 2012, 188
Makler- und Bauträgerrecht: Bauträgervertrag – Haftung für Verzugsschaden Die termingerechte Fertigstellung einer Eigentumswohnung oder eines Wohnhauses gehört zu den wesentlichen Pflichten eines Bauträgers und kann daher nicht in dem vom Bauträger formulierten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen werden. In der Urteilsbegründung hat das erkennende Gericht hervorgehoben, dass die Haftung für die Erfüllung wesentlicher Vertragspflichten selbst bei einfacher Fahrlässigkeit nicht formularmäßig ausgeschlossen werden darf. Denn der Erwerber müsse unter Umständen seine bisherige Wohnung fristgerecht räumen, den Umzug auf einen fixen Termin festlegen und sich zwecks Kaufpreiszahlung ein Darlehen der finanzierenden Bank zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitstellen lassen., so das OLG München. Aufgrund dessen ist auch die zuweilen in Bauträgerverträgen enthaltene Beschränkung für Verzugsschäden auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit unwirksam.
Kommentar: Der Entscheidung ist zuzustimmen, da die termingerechte Fertigstellung eine “Kardinalspflicht” des Bauträgers darstellt und somit die Haftung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht begrenzt werden kann. Der Bauträger hat daher bei der Zusage von Fertigstellungsterminen rechtzeitig die geeigneten Vorkehrungen zu treffen, damit der Termin eingehalten werden kann. Andernfalls setzt er sich einem möglicherweise hohen Verzugsschaden des Käufers aus.
Autor: Jens Christian Althoff – althoff@bethgeundpartner.de, Fundstelle: OLG München, Urteil vom 15. November 2011, 13 U 15/11 – www.ibr-online.de
Wohnungseigentumsrecht: Fehler der Beschlusssammlung Führt ein Verwalter die Beschlusssammlung nicht ordnungsgemäß, indem er Eintragungen erst nach sechs Wochen und ohne Hinweis auf den Eintragungszeitpunkt oder die Urheberschaft der Eintragung vornimmt, so kann ein Wohnungseigentümer trotzdem noch nicht zwingend seine Abberufung verlangen. Für die erfolgreiche Abberufung des Verwalters reicht es nicht aus, dass ein wichtiger Grund zur Abberufung vorliegt. Den Wohnungseigentümern steht überdies noch ein Beurteilungsspielraum zu, der erst überschritten ist, wenn eine Weiterbeschäftigung des Verwalters objektiv nicht mehr vertretbar scheint.
Praxistipp: Der Bundesgerichtshof lässt dem Verwalter in dieser Entscheidung einiges durchgehen. Auf die Milde der Gerichte sollte der Verwalter sich allerdings nicht verlassen. Wird die Beschlusssammlung nicht ordentlich geführt, ist dies ein gesetzlicher Regelfall eines wichtigen Grundes für eine Abberufung. Auch wenn bei der Beurteilung eines Abberufungsverlangens natürlich immer auf die Gesamtumstände geschaut werden muss – insoweit ist dem BGH zuzustimmen – sollte der Verwalter bei der Führung der Beschlusssammlung daher immer sofort (spätestens nach zwei Tagen) und nach den Vorgaben von § 24 WEG vornehmen, um Probleme zu vermieden. Zu Beginn einer neuen Verwaltung ist es außerdem ratsam, einen Blick in die Teilungserklärung zu werfen, denn die Wohnungseigentümer können natürlich in Ergänzung der gesetzlichen Regelungen weitere Formvorschriften vereinbaren.
Autor: Lars Kutz – kutz@bethgeundpartner.de, Fundstelle: BGH, Urteil vom 10. Februar 2012, V ZR 105/11 – www.bundesgerichthof.de
Bau- und Architektenrecht: Mehrkosten bei gemeinsamer Festlegung der Nacherfüllung Erbringt der Auftragnehmer die von ihm geschuldete Werkleistung nicht ordnungsgemäß, so ist er verpflichtet, den vertragsgemäßen Zustand auf eigene Kosten herzustellen. Hierbei entscheidet über Art und Weise der Nacherfüllung zunächst der Auftragnehmer ganz allein. Vom OLG Schleswig wurde nun aber ein Fall entschieden, in dem Auftragnehmer und Auftraggeber gemeinsam die art und Weise der Nacherfüllung festgelegt hatten. die Nacherfüllung scheiterte, der Auftraggeber beharrte auf die ordnungsgemäße Durchführung der gewählten Nacherfüllungsart. Hiergegen wandte der Auftragnehmer ein, dass die gewählte Nacherfüllungsart von der geschuldeten Grundleistung zum Vorteil des auftraggebers abweiche. Diesen Vorteil habe sich der Auftraggeber anrechnen lassen. “Weit gefehlt”, so die oberen Landesrichter. An die gewählte Nacherfüllungsart sind beide Parteien gebunden, eine Anrechnung etwaiger Mehrkosten finde daher nicht statt, so das Urteil.
Praxistipp: Im Einzelfall kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, angesichts auftretender Baumängel, den geschuldeten Leistungsumfang neu zu bestimmen. Dem Auftragnehmer sei hier dringend angeraten, potentielle Mehrkosten hinreichend zu kalkulieren sowie die Frage der Kostentragung vorab eindeutig zu regeln.
Autor: André Bethge, LL.M. – a.bethge@bethgeundpartner.de, Fundstelle: OLG Schleswig, Beschluss vom 22. August 2011, 3 U 101/10 – www.ibr-online.de
§§ Newsletter Immobilienrecht 2012/13 §§
Ausgestellt am 24. Mai 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Steuerrecht: Bedenken gegen Verfassungsmäßigkeit der Zinsschranke
Grundstücksrecht: Verschweigen von Unwissenheit ist keine Arglist!
Makler- und Bauträgerrecht: Stillschweigender Maklervertragsabschluss
Wohnungseigentumsrecht: Übertragung von Verkehrssicherungspflichten
Mietrechtsreform: Es geht voran!
Der Bundesfinanzhof hatte zu entscheiden, ob die körperschaftssteuerliche Zinsschranke auch gilt, wenn die kreditgewährenden Banken aufgrund von Bürgschaften der Anteilseigner an eine Gesellschaft in Höhe von mehr als 10 % der die Zinserträge übersteigenden Zinsaufwendungen auf die Anteilseigner Rückgriff nehmen können. Eine Immobiliengesellschaft hatte eine Fremdfinanzierung nur durch hohe Bürgschaften ihrer Anteilseigner erlangen können. Aufgrund der gegebenen Bürgschaften gestattete das Finanzamt in seinem Körperschaftssteuerbescheid nur eine begrenzte Abzugsfähigkeit der geleisteten Schuldzinsen. Das verstößt jedoch gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Grundgesetzes, so der Bundesfinanzhof. Mit den Regelungen zur sog. Zinsschranke sei der Gesetzgeber von seiner Grundentscheidung abgewichen, dass Betriebsausgaben in dem Jahr abziehbar sein sollen, in dem sie angefallen sind und den Steuerpflichtigen belasten. Hierdurch wolle er die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen u.a. zur Vermeidung von missbräuchlichen Steuergestaltungen beschränken. Hiermit vergleichbar seien jedoch nicht die Fälle, in denen eine Bank ein Darlehen gewähre, hierfür aber eine Bürgschaft oder eine anderweitige Sicherheit eines Gesellschafters oder einer nahe stehenden Person verlange, wenn dies zum Erhalt des Darlehens erforderlich sei. Dann belaste die Zinsschranke besonders finanzschwache, zur Aufrechterhaltung ihres Geschäftsbetriebes auf Fremdkapital angewiesene Unternehmen, die dieses aber nur erhalten, wenn sie durch ihre Gesellschafter Sicherheiten stellen können, so der Bundesfinanzhof.
Zinsaufwendungen eines Betriebs für in Anspruch genommenes Fremdkapital sind nach dem Wortlaut der sog. „Zinsschranke“ nur in Höhe des verrechenbaren EBITDA als Betriebsausgaben abziehbar. Danach verbleibende nicht abziehbare Zinsaufwendungen sind in die folgenden Wirtschaftsjahre vorzutragen. Dies gilt nicht, wenn ein Betrieb nicht oder nur anteilmäßig zu einem Konzern gehört („Stand-alone“). Der Bundesfinanzhof hat zu Recht festgestellt, dass die Regelung zur Zinsschranke aufgrund ihres weit gefassten Wortlauts auch steuerrechtliche Gestaltungen einschränkt, die von ihrem Zweck nicht erfasst sind.
Fundstelle: Bundesfinanzhof, Beschluss vom 13. März 2012, I-B-111/11 -www.bundesfinanzhof.de
Verschweigt der Verkäufer eines Hauses dem Käufer gegenüber im Rahmen eines gemeinsamen Besichtigungstermins, in dem Feuchtigkeitsschäden des Gebäudes festgestellt werden, dass er selbst die Ursache der Durchfeuchtungen nicht kennt, so handelt er nicht bereits arglistig, so der BGH. In dem im Jahre 1936 erbauten Wohnhaus gab es erhebliche Feuchtigkeitsmängel im Keller. Über deren Ursache hatte der Verkäufer selbst nur plausible Vermutungen angestellt, da sie ihm nicht bekannt waren. Die Käuferin war daher der Ansicht, sie hätte darauf hingewiesen werden müssen, dass die Ursachen unbekannt und nähere Untersuchungen auch nicht angestellt worden seien. Dadurch habe der Verkäufer arglistig gehandelt. Der BGH sah das anders: der Verkäufer habe nicht versichert, bestimmte Kenntnisse von der Mangelursache zu haben, die er in Wirklichkeit nicht hatte, sondern habe lediglich eigene Vermutungen angestellt.
Im Rahmen von Objektbesichtigungen vor der Veräußerung besteht grundsätzlich eine Offenbarungspflicht für verborgene Mängel oder Ursachen, die auf solche Mängel hindeuten, weil der Käufer sie nicht erkennen kann. Hat der Verkäufer Kenntnis von solchen Umständen, muss er den Käufer daher auch ungefragt informieren. Weiß der Verkäufer hingegen selbst nicht genau, was die Ursachen eines bestimmten Schadensbildes sind (hier waren es Feuchtigkeitsflecken), muss er diese eigene Unwissenheit nicht speziell zum Ausdruck bringen, sondern darf sie verschweigen. Wichtig ist aber, dass der Verkäufer beim Verkauf einer Immobilie im umgekehrten Fall niemals falsche Angaben oder Angaben „ins Blaue hinein“ machen sollte, weil er sonst möglicherweise trotz des Gewährleistungsausschlusses für die Mängel einzustehen hat.
Autor: André Bethge, LL.M. – a.bethge@bethgeundpartner.de
Fundstelle: BGH, Urteil vom 16. März 2012, V ZR 18/11 – www.bundesgerichtshof.de
Überreicht ein Makler ein Exposé mit einem eindeutigen Provisionshinweis und fordert der Kunde hierauf weitere Leistungen, wie z.B. einen Besichtigungstermin, wird hierin zumindest ein stillschweigender Maklervertragsabschluss gesehen. Dies gilt auch, wenn der Makler mehrere identische Wohnungen in einem Objekt inseriert, jedoch nur für eine Wohnung ein Exposé übermittelt, so das Kammergericht. Im Rahmen der Besichtigung hatte der Makler im entschiedenen Fall noch auf das Exposé der ein Stockwerk höher liegenden und ansonsten identischen Wohnung hingewiesen. Dieser Hinweis könne nach lebensnaher Betrachtung nur so verstanden werden, dass auch die letztlich gekaufte Wohnung provisionspflichtig sei.
In der Praxis werden die meisten Maklerverträge nur stillschweigend abgeschlossen. Für den Makler ist ein eindeutiger Provisionshinweis zu Beginn seiner Tätigkeit daher entscheidend. Fehlt es an diesem, ist er auf die Kooperationsbereitschaft seines Kunden angewiesen. Dieser kann sich natürlich auch noch nachträglich mit der Zahlung einer Provision einverstanden erklären. Dies muss dann jedoch ausdrücklich geschehen. Ist der Maklerkunde hingegen nicht zur Zahlung einer Provision bereit, muss er einem eindeutigen Provisionshinweis sofort widersprechen. Anderenfalls gilt eine Provision in der vom Makler verlangten Höhe als vereinbart.
Fundstelle: KG Berlin, Beschluss vom 17. August 2011, 10 U 89/11, BeckRS 2011, 22499
Im Verwaltervertrag wird die Verkehrssicherungspflicht für eine Wohnungseigentumsanlage häufig auf deren Verwalter übertragen. Dann ist dieser in vollem Umfang zur Durchführung von Räum- und Streuarbeiten im Winter verantwortlich. Dies birgt erhebliche Haftungsrisiken für den Verwalter, denn er muss grundsätzlich die Einhaltung seiner Sorgfaltspflichten nachweisen. Anders kann es allerdings sein, wenn der Verwalter die Verkehrssicherungspflichten seinerseits mit Einverständnis der Wohnungseigentümergemeinschaft auf Hausmeister (eine Hauswartfirma) überträgt und die Hausmeister nicht Angestellte des Verwalters, sondern Arbeitnehmer der Gemeinschaft sind. Dann hat der Verwalter seine Verkehrssicherungspflicht wirksam auf die Hausmeister delegiert. Anschließend haftet er nur noch in den seltenen Fällen eines Auswahl- und Überwachungsverschuldens.
Verwalter von Wohnungseigentum sollten darauf achten, dass die Hausmeister bei der Wohnungseigentümergemeinschaft angestellt und nicht im eigenen Namen beschäftigt werden. Dies sollte durch Arbeitsverträge auch dokumentiert sein. Zusätzlich empfiehlt sich der Abschluss einer Vermögenshaftpflichtversicherung um verbleibende Haftungsrisiken abzudecken.
Fundstelle: AG Hannover, Urteil vom 05. April 2012, 480 C 297/12
Nachdem das Bundesjustizministerium mit Bearbeitungsstand vom 25. Oktober 2011 einen neuenReferentenentwurf zur Stellungnahme vorgelegt hatte, soll heute ein entsprechender überarbeiteter Gesetzentwurf im Bundeskabinett beraten werden.
Der Entwurf vom 25. Oktober 2011 sei darin nur geringfügig verändert worden. Bestehen bleiben u.a. der Ausschluss einer Mietminderung in den ersten drei Monaten bei energetischen Maßnahmen sowie die Duldungspflicht bzgl. entsprechender Arbeiten. Demgegenüber sollen etwa die „Belange der Energieeffizienz und des Klimaschutzes“ bei der Abwägung, ob ein Härtefall vorliegt, nicht mehr zu Gunsten des Vermieters berücksichtigt werden.
Im Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um rech­net man damit, dass der Ent­wurf im ers­ten Quar­tal 2013 in Kraft tritt.
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte zuvor den Antrag „Soziales Mietrecht erhalten und klimagerecht verbessern“ (BT-Drucks. 17/9559) im Bundestag vorgelegt, da sie die Rechte der Mieter gefährdet sieht. Die SPD lehnt u.a. den Vorschlag des Bundesjustizministeriums ab, das Mietminderungsrecht bei energetischen Modernisierungsmaßnahmen für drei Monate auszuschließen. Zudem fordert die SPD, die Umlagefähigkeit der Kosten von Modernisierungsmaßnahmen von 11% auf 9% jährlich zu senken. Der Bundestag hat den Antrag am 11. Mai 2012 beraten und in die zuständigen Ausschüsse überwiesen.bethgeundpartner haben bereits im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Immobilienverband Deutschland IVD einen Gesetzentwurf zur Beseitigung mietrechtlicher Hemmnisse beim Klimaschutz und Anfang 2010 einen Gesetzentwurf zur beschleunigten Räumung von Mietwohnungen vorgelegt. Näheres hierzu unter http://bethgeundpartner.de/Mietrechtsreform.552.0.html.
§§ News zum Immobilienrecht 2012/12 §§
Ausgestellt am 10. Mai 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Grundstücksrecht: Grundbucheinsichtsrecht des getrennt lebenden Ehepartners
Gewerbliches Mietrecht: Minderungs- und Aufrechnungsbeschränkung
Bau- und Architektenrecht: Beauftragung durch WEG-Verwalter
Auch der getrennt lebende Ehegatte hat das Recht, in ein Grundbuch einzusehen, wenn die Ehegatten den Güterstand der Zugewinngemeinschaft gewählt haben, so das OLG Rostock. Der Antragsteller begehrte in dem zugrunde liegenden Fall Grundbucheinsicht, da seine getrennt lebende Ehefrau die Veräußerung des Objekts beabsichtigte und es sich hierbei um ihr wesentliches Vermögen handelte. Dieser Antrag wurde vom Grundbuchamt zurückgewiesen, da ein berechtigtes Interesse fehle. Zu Unrecht, wie das OLG Rostock entschied. Einerseits ist allgemein anerkannt, dass der mit dem Eigentümer im gesetzlichen Güterstand lebende Ehegatte regelmäßig ein Recht hat, in das Grundbuch einzusehen. Andererseits darf nach der familienrechtlichen Vorschrift des § 1365 BGB ein Ehegatte nur mit der Zustimmung seines Ehegatten über das wesentliche Vermögen verfügen.
Der Entscheidung ist zuzustimmen. Es ist zu berücksichtigen, dass der getrennt lebende Ehegatte in der vorliegenden Konstellation der Veräußerung zustimmen muss und zum anderen auch zur Durchsetzung eines möglichen Zugewinnanspruchs auf diese Akteneinsicht angewiesen ist.
Fundstelle: OLG Rostock, Beschluss vom 23. Dezember 2011, 3 W 71/11, NJW-RR 2012, 400
Eine Klausel, wonach die Pachtminderung und die Aufrechnung gegenüber dem Pachtanspruch des Verpächters ausgeschlossen sind, soweit die Forderungen nicht rechtskräftig festgestellt oder unbestritten sind, ist wirksam. Dem stehe auch nicht entgegen, dass der BGH bei einem Werkvertrag ein formularmäßiges Aufrechnungsverbot als unwirksam angesehen hat, so das Oberlandesgericht Celle.
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass dem Pächter/Vermieter im kaufmännischen Verkehr durch die Einschränkung, dass der Ausschluss nicht für rechtskräftig festgestellte oder unbestrittene Forderungen gilt, die Möglichkeit bleibt, seine Minderungsansprüche in einem Rückforderungsprozess geltend zu machen. Dass im vorliegenden Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen war, dass dem Pächter diese Rückforderungsansprüche erhalten bleiben, ist nach dem OLG Celle unschädlich. Ein ausdrücklicher Vorbehalt sei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht erforderlich. Auch die Aufrechnungsmöglichkeit des Pächters/Vermieters kann nach herrschender Auffassung im gewerblichen Miet- und Pachtvertrag durch allgemeine Geschäftsbedingungen wirksam ausgeschlossen werden, soweit sie sich nicht auf rechtskräftig festgestellte oder unstreitige Forderungen bezieht.
Fundstelle: OLG Celle, Urteil vom 22. März 2012, 2 U 127/11, IBRRS 85146
Die Vereinbarung einer pauschalen Aufwandsvergütung von mehr als 40 % des Erfolgshonorars für den Fall, dass der Auftraggeber von seiner Verkaufsabsicht Abstand nimmt, ist beurkundungspflichtig. Damit soll sichergestellt werden, dass der Auftraggeber durch einen Notar belehrt und aufgeklärt wird und somit nicht in seiner Entschlussfreiheit beeinträchtigt wird. Nach ständiger Rechtsprechung gilt der Formzwang für alle Vereinbarungen, die im Falle der Nichtveräußerung oder des Nichterwerbs empfindliche wirtschaftliche Nachteile vorsehen und so mittelbar einen Zwang zur Veräußerung oder zum Erwerb begründen. Daher kann auch ein Makler sich von seinem Auftraggeber nicht einen erheblichen Betrag versprechen lassen, der diesen derart in seiner Entschlussfreiheit beeinträchtigt, dass er unter Verkaufs- bzw. Erwerbszwang steht. Eine solche Vereinbarung muss beurkundet werden, sonst ist sie nichtig.
Grundsätzlich können Makler ohne Beurkundungspflicht Vereinbarungen über die Vergütung des tatsächlich angefallenen Aufwands treffen. Werden aber zwecks Vereinfachung der Nachweisführung Pauschalen vereinbart, dürfen diese bestimmte Sätze nicht überschreiten. Hier gibt es leider keine klare Richtlinie, bis zu welchem Höchstbetrag eine Vereinbarung ohne Formzwang möglich ist. Bisher werden Pauschalen bis zu etwa 10 % der im Erfolgsfall zu zahlenden Provision noch als zulässig erachtet, ohne dass darüber eine notarielle Beurkundung zu erfolgen hat. Bei höheren Pauschalen ist stets zur Beurkundung anzuraten.
Fundstelle: OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 22. September 2010, 19 U 120/10 – www.jurisweb.de
Die Ermächtigung des WEG-Verwalters, die zur ordnungsgemäßen Instandhaltung und Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums erforderlichen Maßnahmen in Auftrag zu geben, erstreckt sich nicht auf außergewöhnliche, nicht dringende Arbeiten größeren Umfangs. Diese schmerzliche Erfahrung machte kürzlich ein Architekt vor dem Bundesgerichtshof. Er war mit den Leistungen der Phasen 1 bis 8 durch den WEG-Verwalter beauftragt worden, hatte sämtliche Leistungen ordnungsgemäß erbracht und dennoch forderte die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) im Nachgang das gezahlte Honorar zurück. „Im konkreten Fall völlig zu Recht“, so Karlsruhe. Ein wirksamer Architektenvertrag mit der WEG sei nicht geschlossen worden, insbesondere sei diese nicht wirksam durch deren Verwalter vertreten worden. Auch könne sich der Architekt nicht darauf berufen, er habe auf eine ordentliche Beauftragung durch den Verwalters vertrauen dürfen. Ein Honoraranspruch gegen die Eigentümergemeinschaft scheide damit aus. Es stellte sich also die Frage, ob die WEG dann nicht zu Unrecht bereichert sei und sich hierfür einen entsprechenden Betrag anrechnen lassen müsse. Im vorliegenden Fall musste sie dies nicht tun, da es zu den geplanten Arbeiten mangels Liquidität letztlich nicht mehr kam und nach Ansicht der Karlsruher Richter auch in absehbarer Zeit nicht kommen werde. Der Architekt musste daher das erhaltene Honorar zurückzahlen.
Bei einer Beauftragung durch Dritte sollte man sich immer die entsprechende Vertretungsbefugnis nachweisen lassen. Denn auch ein Schadensersatzanspruch gegen den vollmachtlosen Vertreter scheidet dann aus, wenn der Beauftragte den Mangel der Vertretungsbefugnis kannte oder zumindest kennen musste. Letzteres ist leider deutlich häufiger der Fall, als zu Weilen angenommen. So darf zum Beispiel auch der Bauunternehmer nicht einfach darauf vertrauen, der Architekt sei zu seiner Beauftragung vollumfänglich befugt.
Autor: André Bethge, LL.M. – a.bethge@bethgeundpartner.deFundstelle: BGH, Beschluss vom 22. März 2012, VII ZR 206/10 – www.bundesgerichtshof.de
§§ News zum Immobilienrecht 2012/11 §§
Ausgestellt am 25. April 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
unser heutiger newsletter immobilienrecht informiert Sie über:
Makler-und Bauträgerrecht: 2 Mal unecht verflochten
Gewerbliches Mietrecht: Vorsicht vor Konkurrenz!
Wohnungseigentumsrecht: Verlagerung von Entscheidungskompetenzen
Wohnraummietrecht: Eigenbedarf der GbR an Mietwohnung
Makler- und Bauträgerrecht: 2 Mal unecht verflochten
Gleich zweifach hat die Gerichte jüngst die Frage beschäftigt, wann eine der Maklerprovision entgegenstehende „unechte Verflechtung“ vorliegt. Ohne verpflichtende Bindung an die Interessen des Vermieters, so das HansOLG Hamburg im Beschluss vom 27. Oktober 2011, liegt eine Verflechtung selbst dann nicht vor, wenn der alleinbeauftragte Makler wie eine „ausgelagerte Vermietungsabteilung“ des Eigentümers agiert und wirtschaftlich von diesem abhängig ist. Dies birgt zwar die theoretische Möglichkeit einer Pflichtverletzung im Einzelfall, begründet aber nicht die Annahme eines „institutionalisierten Interessenkonflikts“, bei dem sich der Makler schon aufgrund der Interessenlage regelmäßig auf die Seite des Eigentümers stellen wird. Der Beschluss ist von großer Bedeutung, weil er auf ähnliche „Vertriebe“ übertragbar ist; selbst die enge Bindung des Maklers an einen Projektentwickler oder Bauträger führt nicht zwingend zu einer „unechten Verflechtung“.
Im zweiten Fall hat der BGH am 01. März 2012 (allerdings im Fall eines Versicherungsmaklers) entschieden, dass für die Annahme eines institutionellen Interessenkonflikts eine verpflichtende Interessenbindung an den Vertragsgegner gerade nicht bestehen muss. Es genügte dem Bundesgerichtshof vielmehr, dass eine Kooperation mit der Versicherungsgesellschaft auf Dauer angelegt und durch entsprechende Vertragsgestaltungen verfestigt war. Insgesamt, so der BGH, sei davon auszugehen, dass die Maklerin im „Lager“ des Versicherers steht und deshalb die Interessen ihrer Kunden nicht sachgemäß wahren kann.
Es ist jeder Einzelfall sehr genau zu betrachten. Denn selbst die Hamburger Richter hätten es als provisionsschädlich angesehen, wenn der Makler sein Büro nicht nur auf dem Gelände des Wohnparks, sondern direkt in den Geschäftsräumen des Vermieters untergebracht hätte. Bei einer auf Dauer angelegten (Vertriebs-)Beziehung zwischen Makler und Eigentümer ist eine „Innenprovision“ vorzuziehen; dann ist auch eine klare Verflechtung dem Provisionsanspruch nicht abträglich.
Fundstelle: HansOLG Hamburg, Beschluss vom 27. Oktober 2011, 14 U 78/11, BeckRS 2012, 01758; BGH, Urteil vom 01. März 2012, III ZR 213/11 – www.bundesgerichtshof.de
Gewährt der Vermieter dem Mieter (hier einem Betreiber eines Fitnessstudios) Konkurrenzschutz, so schließt dies die Ansiedlung eines anderen Fitnessstudios aus. Dies gilt auch dann, wenn der geschützte Mieter auch medizinisch-therapeutische Behandlungen anbietet, die im konkurrierenden Unternehmen nicht durchgeführt werden. Maßgebend ist insoweit die vertragliche Vereinbarung, so dass OLG Frankfurt. Die Argumentation des Vermieters, der angebliche Konkurrent böte keinen besonderen medizinischen oder therapeutischen Ansatz und richte sich tatsächlich vornehmlich an ein jugendliches Publikum, geht fehl, so die Richter. Entscheidend seien die vertraglichen Vereinbarungen. Da der Vermieter mit dem Konkurrenten im Mietvertrag lediglich ganz allgemein den Betrieb eines Fitnessstudios vereinbart hat, habe auch dieser Mieter die Möglichkeit, medizinisch-therapeutische Behandlungen anzubieten. Dies reiche für eine Konkurrenzsituation bereits aus.
Gibt es keine Vereinbarung über den Konkurrenzschutz, besteht ein so genannter vertragsimmanenter Schutz gegen Konkurrenten. Um Unsicherheiten zu vermeiden, sollte daher beim Vertragsschluss immer auch über den Konkurrenzschutz nachgedacht werden. Er kann auch vollständig ausgeschlossen werden. Die entsprechenden Vereinbarungen sollten aufgrund der erheblichen Folgen stets sorgfältig durchdacht und formuliert werden.
Fundstelle: OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 27. Januar 2012, 2 U 299/11, BeckRS 2012, 06906
Die Übertragung von eigenen Entscheidungskompetenzen per Beschluss auf die Hausverwaltung entspricht nicht den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Verwaltung, wenn keine präzisen Eckdaten vorgegeben sind und Vergleichsangebote eingeholt werden müssen. Dies kann auch nicht durch den Umstand geheilt werden, dass die Verwaltung die Vergleichsangebote nach Rücksprache mit dem Beirat einholen soll, denn die wesentlichen Eckdaten bleiben offen, so das Amtsgericht Hannover.
Eine Delegation von Entscheidungskompetenzen auf Dritte ist in der Praxis häufig anzutreffen. Meistens wird auf Verwaltung oder Beirat verlagert. Das ist möglich, aber der Beschluss muss dann sorgfältig formuliert werden. Auf jeden Fall müssen die Grenzen, in denen eine Entscheidung getroffen werden kann, klar definiert werden, etwa Kostenobergrenzen etc. Dabei dürfen die Grenzen nicht zu weit gefasst sein. Das häufig anzutreffende Konstrukt, der Verwaltung vor einer Entscheidung die Rücksprache mit dem Beirat aufzuerlegen, sollte vermieden werden. Denn der Beirat hat selbst in Angelegenheiten der gemeinschaftlichen Verwaltung keine eigene Entscheidungsbefugnis, wenn er diese nicht von der WEG übertragen bekommen hat. Und auch hier müssen wieder klare Parameter festgelegt sein.
Autor: Lars Kutz – kutz@bethgeundpartner.de
Fundstelle: AG Hannover, Urteil vom 15. November 2011, 484 C 3413/11, ZMR 2012, 229 ff.
Streitig war lange Zeit, ob eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als Vermieterin einer Wohnung Eigenbedarf an der Wohnung zu Gunsten eines Gesellschafters geltend machen kann. Dies hat der BGH bereits bejaht, wenn einer der Gesellschafter die Wohnung für eigene Zwecke benötigt. Streitig war allerdings weiterhin, ob der Gesellschafter, in dessen Person Eigenbedarf besteht, bereits bei Abschluss des Mietvertrages Mitglied der GbR sein muss oder ob es genügt, wenn dieser später in die GbR eintritt oder die GbR selbst erst später in den Mietvertrag eintritt. Auch diese Fragen sind jetzt vom BGH entschieden. Eine GbR kann sich auf einen in der Person eines Gesellschafters bestehenden Eigenbedarf auch dann berufen, wenn dieser der Gesellschaft bei Abschluss des Mietvertrages oder bei Eintritt der Gesellschaft in einen bestehenden Mietvertrag noch nicht angehörte.
Nach der Entscheidung muss sich der Gesellschafter einer GbR im Falle einer Eigenbedarfskündigung zu seinen Gunsten durch die GbR grundsätzlich keine Gedanken mehr über den Zeitpunkt seines Eintritts in die GbR oder deren Eintritt in den Mietvertrag machen. Nach wie vor ist aber die Begründung des Eigenbedarfs sorgfältig zu prüfen. Die Kündigung kann unwirksam sein, wenn der Eigenbedarf des Gesellschafters schon vor Abschluss des Mietvertrages vorgelegen hat bzw. vorhersehbar war oder ein Gesellschafter vor Abschluss des Mietvertrages hätte wissen müssen, dass er die Wohnung in naher Zukunft benötigt.
Fundstelle: BGH, Urteil vom 23. November 2011, VIII ZR 74/11 – www.bundesgerichtshof.de
§§ News zum Immobilienrecht 2012/10 §§
Ausgestellt am 13. April 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Grundstücksrecht: Anpassung von Wertsicherungsklauseln aus Erbbaurechtsverträgen
Gewerbliches Mietrecht: Fristlose Kündigung bei Schimmelpilzbildung
Makler- und Bauträgerrecht: Provision des Erstmaklers
Wohnungseigentumsrecht: Guthaben aus Jahresabrechnung im Zweifel sofort fällig
Erfüllt die im Erbbaurechtsvertrag vereinbarte Wertsicherungsklausel ihren Zweck nicht mehr, ist im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung zu ermitteln, was die Vertragspartner nach Treu und Glauben für diesen Fall vereinbart hätten. Führt die Auslegung zu keinem Ergebnis, kommt die Erhöhung des Erbbauzinses wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage in Betracht. In beiden Fällen sind nicht die seit Vertragsabschluss, sondern die seit der letzten aufgrund der Klausel vorgenommenen Erhöhung geänderten Verhältnisse maßgebend.
Erbbaurechtsverträge haben traditionell lange Laufzeiten. Umso größere Bedeutung hat die Wertsicherung des Erbbauzinses. Immer wieder werden Klauseln vereinbart, die nach Jahren nicht mehr wie vorgesehen „funktionieren“. Wurde die Wertsicherungsklausel schlicht vergessen, war eine Wertsicherung aber gewollt, lässt der BGH seit langem die Anpassung des Erbbauzinses nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage zu. Nunmehr stellt der BGH klar, dass diese Grundsätze nicht für Klauseln gelten, die lediglich ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Hier ist im Wege ergänzender Vertragsauslegung zu ermitteln, was die Parteien vereinbart hätten. Erst wenn die Auslegung zu keinem Ergebnis führt, ist die Anpassung wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage möglich. Eine Anpassung kommt danach regelmäßig erst in Betracht, wenn die Lebenshaltungskosten seit dem letzten Anpassungszeitpunkt um mehr als 150 % gestiegen sind. Zur Anpassung von Erbbauzinsen gibt es eine Vielzahl von Rechtsprechung, die den Eindruck erwecken kann, es gäbe verlässliche Richtlinien. Immer wieder werden jedoch Entscheidungen mit neuen oder überraschenden Aspekten getroffen. Vertragliche Regelungen sollten deshalb sorgfältig gestaltet werden.
Autor: Diana Emmerich – emmerich@bethgeundpartner.de Fundstelle: BGH, Urteil vom 18. November 2011, V ZR 31/11 – www.bundesgerichtshof.de
In einem vom OLG Düsseldorf entschiedenen Fall war in einer Arztpraxis aufgrund eines Wasserschadens Schimmel aufgetreten. Nach Ansicht des Gerichts berechtigt dies den Mieter jedoch nicht zum Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung. Die aufgrund des modrigen Geruchs eingetretene Geruchsbelästigung rechtfertige allenfalls eine vorübergehende Minderung des Mietzinses, nicht jedoch die außerordentliche Kündigung des Mietverhältnisses. Entsprechendes gelte für die vom Mieter behauptete Schimmelpilzbildung. Diese könne nur in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß relevant sein. Dieses Ausmaß war im vorliegenden Fall jedoch nicht erreicht. Sowohl die Geruchs- als auch die Schimmelpilzbildung waren auf den Laborraum beschränkt, der einen Anteil von ca. 6 % der Gesamtfläche aufweist.
Bevor also vorschnell eine Kündigung von Mieterseite ausgesprochen wird, sollte sorgfältig geprüft werden, ob die Voraussetzungen tatsächlich vorliegen. Auch ist zu beachten, dass nicht notwendigerweise jede Art von Schimmelpilz tatsächlich toxisch und damit gesundheitsgefährdend ist. Im Zweifelsfall ist ein entsprechendes Gutachten einzuholen.
Autor: Edda de Riese, LL.M. – deriese@bethgeundpartner.deFundstelle: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 19. Juli 2011, I-24 U 31/11 – www.justiz.nrw.de
Werden von einem Kunden zwei Makler nacheinander in Anspruch genommen, stellt sich immer wieder die Frage, wem der Provisionsanspruch zusteht. Der erste Makler hat Anspruch auf die Provision, soweit dieser eine Nachweistätigkeit vorgenommen hat und der Abschluss des Kaufvertrages in angemessenem Zeitabstand folgt. Bei einem zeitlichen Abstand von etwa acht Monaten sei von einer (Mit-)Ursächlichkeit des Nachweises des ersten Maklers auszugehen, so das Oberlandesgericht Bamberg. Im entschiedenen Fall hatte der erste Makler das Objekt inseriert, auf die Provisionspflichtigkeit hingewiesen, dem Kunden das Objekt gezeigt und den Kontakt zum Verkäufer hergestellt. Damit war eine Nachweistätigkeit erbracht. Der Kunde berief sich zu Unrecht darauf, dass ihm nur der zweite Makler das Objekt nachgewiesen habe. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass sich der Kunde gegenüber dem zweiten Makler auf Vorkenntnis hätte berufen können. Dieser hätte keine eigene provisionspflichtige Nachweistätigkeit mehr entfalten können.
Die Entscheidung ist zutreffend. Der erste Makler hatte einen vollständigen Nachweis erbracht, dessen Mitursächlichkeit für den Kaufvertragsabschluss wegen des relativ kurzen Zeitabstandes vermutet werden konnte. Anders sieht es aus, wenn ein längerer Zeitraum zwischen der Tätigkeit des Maklers und dem Abschluss des Kaufvertrages liegt. Dann muss der Makler konkret beweisen können, dass seine Tätigkeit fortwirkte. In der Rechtsprechung wird dies in der Regel bei Zeitabständen von über einem Jahr gefordert. Für den zweiten Makler gilt, dass sich der Kunde bei vollständigem Nachweis durch einen vorgeschalteten Makler immer auf Vorkenntnis berufen kann. Der zweite Makler muss dann noch entscheidende weitere Hinweise zwecks Förderung des Kaufentschlusses liefern, wenn er ebenfalls eine Provision verdienen will.
Autor: Veronika Thormann – thormann@bethgeundpartner.de Fundstelle: OLG Bamberg, Urteil vom 19. August 2011, 6 U 9/11 – www.jurisweb.de
Beschließt eine Wohnungseigentümergemeinschaft eine Jahresabrechnung, so ist ein sich daraus für den einzelnen Miteigentümer ergebendes Guthaben sofort zu erstatten. Das gilt jedenfalls, wenn nicht durch einen Beschluss oder eine Vereinbarung etwas anderes geregelt ist.Der Anspruch auf Auszahlung eines beschlossenen Abrechnungsguthabens richtet sich gegen die teilrechtsfähige Wohnungseigentümergemeinschaft.
Die vorgenannte Entscheidung gilt in den Fällen, in denen sich nicht aus der Gemeinschaftsordnung, dem beschlossenen Verwaltervertrag oder einem Beschluss nach § 21 Abs. 7 WEG eine andere Regelung bezüglich der Abrechnungsguthaben ergibt. Häufig ist eine Verrechnung des Guthabens mit zukünftigen Beiträgen zum Wirtschaftplan vorgesehen. Gibt es keine solche Regelung, tut die Verwaltung gut daran, mit der Jahresabrechnung auch die Auszahlungsmodalitäten beschließen zu lassen, insbesondere, wenn zu befürchten steht, dass das WEG-Konto nicht ausreichend gedeckt sein wird.
Autor: Susanne Tank – tank@bethgeundpartner.de Fundstelle: OLG Hamm, Beschluss vom 15. Februar 2011, I-15 Wx 222/10, ZWE 2011, 414
News zum Immobilienrecht 2012/09
Ausgestellt am 28. März 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Gewerbliches Mietrecht: Betriebskostenumlage
Grundstücksrecht: Grundbuchberichtigungsanspruch des Erbbauberechtigten
Bau- und Architektenrecht: Prüfungspflichten des Bauunternehmers
Sonstige Betriebskosten sind nur dann auf den Mieter umlegbar, wenn die einzelnen Positionen im Mietvertrag aufgeführt sind. Im entschiedenen Fall waren im Mietvertrag in einem Klammerzusatz Wartungsbeispiele aufgeführt, an deren Ende das Kürzel „etc.“ stand. Die Formulierung lautete: „(Tore, Klimaanlage, Heizung, Aufzug etc.)“. Das Kürzel “etc.” lasse nach Ansicht der Richter nicht mit der notwendigen inhaltlichen Bestimmtheit erkennen, auf welche weiteren Bestandteile des Objekts sich die Wartungspflicht des Mieters erstrecken soll. Die im Klammerzusatz aufgeführten Wartungsbeispiele mit dem Zusatz “etc.” seien daher als abschließend anzusehen.
Es handelt sich nicht um eine bahnbrechende Entscheidung. Dass „sonstige Betriebskosten“ nur auf den Mieter abgewälzt werden können, wenn sie im Einzelnen benannt sind, ist mittlerweile schon mehrfach durch die Gerichte bestätigt worden. Allerdings gibt es immer noch Mietverträge, die in dieser Hinsicht zu unbestimmt sind. Es kann daher nicht oft genug auf diese Problematik hingewiesen werden.
Fundstelle: OLG Düsseldorf, Urteil vom 15. Dezember 2011, I-10 U 96/11 – www.ibr-online.de
Die Erklärung eines Grundstückseigentümers, er stimme der Belastung des Erbbaurechts mit einer Grundschuld in Höhe eines bestimmten Betrags zu, kann nicht dahin ausgelegt werden, dass sie darüber hinaus auch Grundschuldzinsen umfasst. Ist die Eintragung der Grundschuld dennoch nebst Grundschuldzinsen im Erbbaugrundbuch erfolgt, so ist das Erbbaugrundbuch unrichtig, da diese Eintragung nicht von der erforderlichen Zustimmung des Grundstückseigentümers gedeckt ist. Ein Anspruch auf Grundbuchberichtigung steht dann allerdings nur dem Erbbauberechtigten zu, nicht aber dem Grundstückseigentümer.
Auch ohne eigenes Antragsrecht auf Grundbuchberichtigung ist der Grundstückseigentümer bei unrichtiger Eintragung eines Grundpfandrechts im Erbbaugrundbuch nicht rechtlos gestellt. Denn aus dem durch den Erbbaurechtsvertrag begründeten Schuldverhältnis kann der Grundstückseigentümer den Erbbauberechtigen darauf in Anspruch nehmen, den Grundbuchberichtigungsanspruch entweder selbst geltend zu machen oder den Grundstückseigentümer zu dessen Geltendmachung zu ermächtigen. Darüber hinaus sollte der Grundstückseigentümer in Fällen dieser Art das Grundbuchamt auf die Unrichtigkeit des Grundbuches hinweisen und die Eintragung eines Widerspruchs zu Gunsten des Erbbauberechtigten von Amts wegen anregen.
Fundstelle: OLG Hamm, Beschluss vom 10. Mai 2011, 15 Wx 536/10 – www.beck-online.de
Spezialkenntnisse eines Fachplaners sind regelmäßig nicht vom bauausführenden Unternehmen zu erwarten. Daher gehöre es auch nicht zu dessen Pflichtenkatalog, die Planung eines eingeschalteten Sonderfachmanns auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, so das OLG Frankfurt. Etwas anderes gelte nur dann, wenn ein Planungsfehler mit „ins Auge springender Deutlichkeit“ erkennbar gewesen ist. Im zu entscheidenden Fall konnte hiervon aber keine Rede sein. Die vorgelegten Statikberechnungen waren zwar falsch gewesen, weshalb Risse in der Bodenplatte auftraten, dennoch treffe den Bauunternehmer hieran kein Verschulden. Denn ein bauausführendes Unternehmen müsse die bauseits vorgegebene Statik nicht im Einzelnen nachrechnen. Hierfür sei schon aufgrund mangelnder Fachkompetenz kein Raum, so der deutliche Hinweis der Frankfurter Richter.
Verfügt ein Bauunternehmer im Einzelfall über eine besondere Fachkompetenz, so erhöhen sich dessen Prüfungspflichten. Hierzu ist dann aber der Bauherr darlegungs- und beweisbelastet. Gelingt der Nachweis nicht, so verbleibt es bei obigen Grundsätzen.Autor: André Bethge, LL.M. – a.bethge@bethgeundpartner.de
Fundstelle: OLG Frankfurt, Urteil vom 16. Dezember 2011, 10 U 294/09 – www.beck-online.de
Ausgestellt am 14. März 2012	von Roger Schäffter in Immobilienrecht
Grundstücksrecht: Vorkaufsverzichtserklärung bei Veräußerung sämtlicher Wohneinheiten?
Makler- und Bauträgerrecht: Vertrauen auf Wahrsagerin
Gewerbliches Mietrecht: Anforderungen an die Parteibezeichnung – Schriftform
Wohnungseigentumsrecht: Bestellung des ersten Verwalters in der Teilungserklärung auch ohne Grundbucheintragung wirksam?
Auch bei der Veräußerung sämtlicher Einheiten einer Wohnungseigentumsanlage ist eine Vorkaufsverzichtserklärung der Gemeinde nach den Vorschriften des Baugesetzbuchs (BauGB) nicht erforderlich. In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Sachverhalt forderte das Grundbuchamt im Rahmen einer Zwischenverfügung noch die Erklärung der Gemeinde, wonach das Vorkaufsrecht nicht ausgeübt werde. Bei dem Kauf einer Eigentumswohnung ist jedoch nach § 24 Abs. 2 BauGB ein gemeindliches Vorkaufsrecht grundsätzlich ausgeschlossen. Dass in diesem Fall nach der wirtschaftlichen Betrachtung das gesamte Objekt verkauft wurde, ist unerheblich, so das OLG Hamm. Denn die entscheidende Vorschrift im Baugesetzbuch stellt allgemein auf den Kauf von „Rechten nach dem Wohnungseigentumsgesetz“ ab, so dass auch für den Fall der Veräußerung aller Einheiten keine Einschränkung vorgenommen werden dürfe.
Kommentar: Der Entscheidung ist zuzustimmen. Denn bei der Frage, ob eine Vorkaufsverzichtserklärung der Gemeinde erforderlich ist, ist ausschließlich auf die Einordnung des Kaufgegenstands abzustellen. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass nach der Rechtsprechung bei der Veräußerung sämtlicher Wohneinheiten einer Anlage auch die ggf. nach der Teilungserklärung erforderliche Zustimmung der übrigen Wohnungseigentümer oder des Verwalters nicht erforderlich ist.
Fundstelle: OLG Saarbrücken, Beschluss vom 14. Dezember 2011, 15 W 476/11 – www.ibr-online.de
Aufgrund der Zahlungsunfähigkeit der Käufer eines Einfamilienhauses im Wert von 1,9 Mio EUR erklärte der Verkäufer in einem vom OLG Stuttgart entschiedenen Fall den Rücktritt. Wie sich herausstellte, verfügten die Käufer über keine nennenswerten finanziellen Mittel. Sie vertrauten einer Wahrsagerin, die ihnen einen Millionengewinn voraussagte. Der Vertrag wäre auch wegen arglistiger Täuschung anfechtbar gewesen. Der Verkäufer nahm dies zum Anlass, seine an den Makler gezahlte Provision zurückzufordern. Mit Erfolg. Zwar trägt der Makler das sog. Durchführungsrisiko des Vertrages nicht. Eine Arglistanfechtung lässt den Vertrag jedoch von Anfang an entfallen. Der Makler hätte seine Provision also nie verdient. Das Gericht entschied, dass sich die Gründe der Anfechtbarkeit nicht aus dem Rücktrittsschreiben ergeben müssen. Ausreichend sei, dass der Vertrag auch hätte angefochten werden können.
Praxistipp: Wird ein Vertrag rückabgewickelt, sind für den Makler die Hintergründe aufzuklären. Dies stellt ihn vor das Problem, dass er diese Hintergründe nicht unbedingt kennt. Diese Entscheidung macht es ihm nicht leichter, da es nicht darauf ankommt, ob sich die Gründe aus der Rücktrittserklärung ergeben. Bei derartigen Provisionsrückforderungen sollte der Makler daher sofort den Dialog mit den Parteien suchen, um die Berechtigung der Forderung prüfen zu können
Fundstelle: OLG Stuttgart, Urteil vom 07. Dezember 2011, 3 U 135/11, BeckRS 2012, 01235
Die Frage, welche Anforderungen an die gemäß § 550 BGB erforderliche Schriftform eines langfristigen Mietvertrages zu stellen sind, beschäftigt die Gerichte nach wie vor in regelmäßigen Abständen. Grundsätzlich unterliegen (nur) die wesentlichen Vertragsbedingungen dem Schriftformzwang. Diese müssen sich aus der Vertragsurkunde ergeben. Der BGH hat aber auch klargestellt, dass der Inhalt des Vertrages im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses lediglich bestimmbar sein muss (BGH, XII ZR 142/07). Auf dieser Grundlage hat das OLG Düsseldorf die Bezeichnung des Vermieters als „R. E. Grundstücksgemeinschaft 1 (Gemeinschaft Duisburg)“ als schriftformkonform akzeptiert. Denn es spreche einiges dafür, so das Gericht, dass es sich dabei um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts handle, die aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit Partei des Mietvertrages sein kann. Dann sei die Bezeichnung ohnehin ausreichend. Aber auch wenn es sich um eine Bruchteilsgemeinschaft handeln würde, die im Gegensatz zur GbR gerade nicht rechtsfähig ist, so dass Vermieter sämtliche Bruchteilseigentümer wären, sei die Bezeichnung ausreichend. Denn die Teilhaber einer Bruchteilsgemeinschaft lassen sich leicht durch einen Blick ins Grundbuch ermitteln. Damit seien sie ausreichend bestimmbar.
Kommentar: Einen Widerspruch zu der Entscheidung des BGH, der die Bezeichnung des Vermieters als „Erbengemeinschaft“ als nicht ausreichend erachtet hat (XII ZR 187/00), sieht das OLG Düsseldorf nicht. Denn in der Entscheidung des BGH, so das OLG, bestand keine Möglichkeit für den potentiellen Erwerber, die Vertragspartei, sprich die Erben, anhand der Urkunde zu ermitteln. Dies ist richtig, lag aber auch an den besonderen Umständen des Einzelfalls. Nach wie vor ist dringend zu empfehlen, bei Abschluss des Mietvertrages die Parteien richtig und vollständig zu bezeichnen, damit Unsicherheiten gar nicht erst aufkommen können.
Fundstelle: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18. Juli 2011, I-24 U 218/10, BeckRS 2011, 25218
Die Bestellung des ersten Verwalters in der Teilungserklärung ist dann ohne entsprechende Grundbucheintragung wirksam, wenn sämtliche Wohnungseigentümer der Vereinbarung über die Verwalterbestellung beigetreten sind.
Praxistipp: In der Regel bestimmen Aufteiler auch den ersten Verwalter. Damit das wirksam geschieht, ist in der Teilungserklärung darauf zu achten, dass die Eintragungsbewilligung auch die Regelung über den ersten Verwalter umfasst. Die Eintragungsbewilligung gibt der Aufteiler ab. Er gestattet damit dem Grundbuchamt, die der Bewilligung zugrunde liegenden Erklärungen einzutragen. In obiger Entscheidung bezog sich die Eintragungsbewilligung aber gerade nicht auf die Verwalterbestellung. Zwar konnte auf eine in allen Kaufverträgen enthaltene ausdrückliche Zustimmung zur Verwalterbestellung zurückgegriffen werden. Geht man aber davon aus, dass in der Praxis der Käufer den Notar bestimmt und damit nicht alle Abverkäufe beim die Teilungserklärung beurkundenden Notar erfolgen, besteht die große Gefahr, dass die kaufvertragliche Erklärung zur Übernahme der Regelung aus der Teilungserklärung zu pauschal gefasst werden und die Übernahme der Vereinbarung über die Verwalterbestellung davon nicht umfasst ist. Notare sind zwar „Alleskönner“, es ist jedoch sinnvoll, bei einer geplanten Aufteilung nach WEG einen Notar mit ausgewiesener Expertise in diesem Bereich zu beauftragen.
Fundstelle: KG, Beschluss vom 06. Oktober 2011, 1 W 477/11, BeckRS 2011, 25666