Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ-RR%202012,%20141
Timestamp: 2020-02-21 23:01:28
Document Index: 161970726

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 66', 'Art. 2', 'Art. 20', '§ 66', '§ 249', '§ 250', '§ 253', '§ 255', '§ 66', '§ 349', 'BGH', '§ 249', '§ 253', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.01.2012 - 4 StR 594/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,1094
BGH, 24.01.2012 - 4 StR 594/11 (https://dejure.org/2012,1094)
BGH, Entscheidung vom 24.01.2012 - 4 StR 594/11 (https://dejure.org/2012,1094)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2012 - 4 StR 594/11 (https://dejure.org/2012,1094)
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§ 66 StGB; Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG; Art. 20 Abs. 3 GG
Sicherungsverwahrung (Beachtung der strikten Verhältnismäßigkeitsanforderungen; Gefahr schwerer Gewalt- oder Sexualkriminalität; einzelfallbezogene Begründung)
§ 66 StGB, § 249 StGB, § 250 Abs 1 StGB, § 253 StGB, § 255 StGB
Anordnung der Sicherungsverwahrung bei schwerer räuberischer Erpressung: Strikte Verhältnismäßigkeitsprüfung nach der Rechtsprechung des BVerfG
Notwendigkeit der Herleitung einer Gefahr schwerer Gewaltstraftaten oder Sexualstraftaten aus konkreten Umständen in der Person oder dem Verhalten des Täters bei der Anordnung einer Sicherungsverwahrung
StGB a.F. § 66 Abs. 1 Nr. 3; StPO § 349 Abs. 2
LG Rostock, 08.07.2011 - 13 KLs 34/10
NStZ-RR 2012, 141
Auch der 4. Strafsenat des BGH (Beschl. v. 24 . Januar 2012, 4 StR 594/11) hat die Ansicht geäußert, dass schwere räuberische Erpressungen im Sinne der §§ 249, 250 Abs. 1, §§ 253, 255 StGB wegen der dafür angedrohten Mindeststrafe von drei Jahren und der für die Tatopfer damit regelmäßig verbundenen psychischen Auswirkungen jedenfalls dann ausreichend "schwere Straftaten" seien, wenn der Täter sein Opfer durch den Einsatz einer Waffe in Todesangst versetzt.
Demgegenüber will der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs sogar die bei den Tatopfern regelmäßig eintretenden psychischen Auswirkungen genügen lassen, insbesondere wenn das Opfer in Todesangst versetzt wird (Beschluss vom 24.01.2012, Az.: 4 StR 594/11, NStZ-RR 2012, 141), ebenso der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs im Beschluss vom 04.08.2011 (Az.: 3 StR 235/11, StV 2011, 673) betreffend einen Banküberfall mit einer ungeladenen Schreckschusspistole.
Es kann dahinstehen, ob die vom Landgericht gegebene Begründung der neueren Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Urteil vom 4. Mai 2011 - 2 BvR 2365/09 u.a., NJW 2011, 1931) und des Bundesgerichtshofs (vgl. u.a. BGH, Urteil vom 8. Februar 2012 - 2 StR 346/11; BGH, Beschluss vom 24. Januar 2012 - 4 StR 594/11) gerecht wird.