Source: http://www.nauen.de/dienstleistung/anzeigen/id/4074/geburt,-beurkunden.html
Timestamp: 2020-04-04 12:16:06
Document Index: 174601065

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 1', '§ 2', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21']

Nauen - Geburt, beurkunden
Wie schön! Bei den vielen Vorbereitungen, die sie für die Geburt des Kindes treffen werden, bedenken Sie bitte, dass die Geburt dem Standesamt angezeigt werden muss und dass das Standesamt verschiedene Papiere von Ihnen benötigt, um die Geburt zu beurkunden. Wenn Sie sich die notwendigen Papiere schon während der Schwangerschaft bereitlegen, können Sie sich nach der Geburt vielleicht einige ermüdende Ämtergänge ersparen.
Muss es unbedingt ein Original sein?
In jedem Fall gilt: Alle Papiere müssen immer im Original vorgelegt werden. Sogenannte „beglaubigte Kopien“ von Personenstandsurkunden, wie sie gelegentlich von anderen Ämtern angefertigt werden, werden nicht anerkannt! In jedem Fall geben wir Ihnen die vorgelegten Originalurkunden wieder zurück.
(§ 4 PStV)
Brauche ich unbedingt einen Ausweis?
Was auch immer Sie im Standesamt erledigen möchten: Sie müssen sich ausweisen können. Achten Sie auf einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Da Reisepässe keine Wohnanschrift enthalten, legen Sie dann zusätzlich einen anderen geeigneten Nachweis über Ihre Wohnschrift vor, z.B. eine Meldebescheinigung.
Was kostet eine Geburtsurkunde?
Jede Geburtsurkunde kostet 10 Euro. Jede weitere Urkunde, die im selben Arbeitsgang angefertigt wird, kostet die Hälfte – also kosten 2 Urkunden 15 Euro und 3 Urkunden kosten 20 Euro usw.
(§ 1 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren für öffentliche Leistungen im Geschäftsbereich des Ministers des Innern (GebOMI) vom 21.07.2010)
Sie haben Personenstandsurkunden aus anderen Staaten?
Fremdsprachige Urkunden bedürfen in jedem Fall der Übersetzung durch einen in Deutschland beeidigten Übersetzer. Die Urkunden müssen dem Standesamt im Original und mit Übersetzung vorgelegt werden. Übersetzer „tackern“ und siegeln diese Verbindung zwischen Urkunde und Übersetzung; lösen Sie diese Verbindung nicht!
(§ 2 PStV)
Werden Personenstandsurkunden grenzüberschreitend verwendet, müssen sie für den Gebrauch im Ausland „fit“ gemacht werden. Je nach Herkunft der Urkunde werden dafür die Anbringung einer Apostille, eine Legalisation oder eine Urkundenüberprüfung im Ausland notwendig (wenige Ausnahmen: wie z.B. Österreich und Schweiz – aufgrund zwischenstaatlicher Übereinkommen sind hier keine Anerkennungsförmlichkeiten notwendig)
Wer kümmert sich um die Anzeige der Geburt?
Die Geburt muss dem Standesamt innerhalb von 7 Werktagen angezeigt werden.
Die meisten Kinder in unserem Standesamtsbezirk werden in der Havellandklinik geboren; dann zeigt die Klinik die Geburt an und bietet Ihnen als Service die Übermittlung Ihrer Dokumente zusammen mit der Geburtsanzeige in Standesamt mit dem Kurierdienst der Klinik an; so dass Sie im Idealfall nach wenigen Tagen nur noch Ihre Papiere aus dem Standesamt abholen müssen.
Bei einer Hausgeburt muss die Geburt in erster Linie von den Sorgeberechtigten angezeigt werden oder von der Hebamme, die dabei zugegen war, oder von jeder anderen Person, die von der Geburt weiß.
(§ 18, § 19, § 20 PStG)
Was muss im Standesamt für die Beurkundung der Geburt vorgelegt werden?
Welche Papiere Sie nun genau für die Beurkundung der Geburt benötigen, ist von Fall zu Fall sehr verschieden. Deshalb sind nachfolgend nur die häufigsten Fälle aufgeführt. Es kann aber auch Fälle geben, die hier nicht detailliert aufgeführt sind, da sie sehr großen persönlichen Erklärungsbedarf haben - dann ist es immer besser, im Standesamt persönlich vorzusprechen und sich direkt beraten lassen. Dazu gehören z.B.
Eltern mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit (auch EU-Bürger)
Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit, die im Ausland geboren wurden,
Eltern, die im Ausland geheiratet haben und/oder im Ausland geschieden wurden
Eltern, bei denen die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt mit einem Mann verheiratet ist, der nicht der leibliche Vater ihres Kindes ist.
(§ 21 PStG)
Wenn Sie vor 2009 geheiratet haben, haben Sie hoffentlich noch die beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch; das ist ein gefaltetes A4-Blatt mit rotem Rand, das Ihnen normalerweise bei der Eheschließung ausgehändigt wurde. Es enthält alle Daten, die für die Beurkundung der Geburt benötigt werden. Seit 2009 können bei der Eheschließung nur noch Eheurkunden ausgehändigt werden, die nicht mehr alle Daten über die Geburt der Eheleute enthalten. Deshalb sind nun wiederum zusätzlich die Geburtsurkunden der Eltern vorzulegen. Wahrscheinlich haben Sie aber noch die beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenbuch (das mussten Sie eigens für die Eheschließung besorgen); reichen Sie diese zusammen mit der Eheurkunde im Standesamt ein. Wie gesagt: Sie bekommen alles zurück!
Die Kindesmutter war noch nie verheiratet
Dann genügen Ihre Geburtsurkunde und Ihr Personalausweis. Wurde vorgeburtlich die Vaterschaft anerkannt, muss eine beglaubigte Abschrift der Vaterschaftsanerkennung vorgelegt werden, ebenso die beglaubigte Abschrift der Sorgeerklärung, sofern sie gemeinsame Sorge erklärt haben. Auch von dem Vater werden Geburtsurkunde und Personalausweis benötigt. Sie erhalten Ihre Geburtsurkunde immer bei dem Standesamt, in dem Ihre Geburt beurkundet wurde. Einzige Ausnahme: Sollten Sie in Nauen geboren worden sein und ihr Baby ebenfalls in Nauen zur Welt kommen, benötigen Sie keine Geburtsurkunde von sich.
Die Kindesmutter ist geschieden
Legen Sie uns Ihre beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch (bei Eheschließungen vor 2009) oder die Eheurkunde und die Geburtsurkunde der Mutter und den rechtskräftigen Scheidungsbeschluss vor. (Solange Sie die Rechtskraft nicht nachweisen können, muss das Standesamt Sie als verheiratet ansehen, das bedeutet konkret, dass Ihr geschiedener Mann als Vater ins Geburtenbuch des neugeborenen Kindes einzutragen ist.) Lassen Sie sich gegebenenfalls die Rechtskraft noch beim Gericht anbringen. Unter Umständen kann es einfacher sein, sich beim damaligen Heiratsstandesamt eine neue Eheurkunde mit Auflösungsvermerk geben zu lassen. Wurde vorgeburtlich die Vaterschaft anerkannt, wird davon die beglaubigte Abschrift benötigt, dazu ggfs. die Sorgeerklärung, sowie die Geburtsurkunde des Vaters.
An dieser Stelle wird nochmals auf die eingangs erwähnten Besonderheiten bei ausländischer Beteiligung verwiesen. So bedürfen z.B. ausländische Scheidungen einer Anerkennung für den deutschen Rechtsbereich; so etwas kann sich unter Umständen recht langwierig gestalten. Lassen Sie sich deshalb in solchem Fall rechtzeitig im Standesamt persönlich beraten!
Und wenn der Vater mit einer anderen Frau verheiratet oder geschieden ist?
Wenn sich sein Name durch die Eheschließung geändert hat, wird auch von ihm eine Heiratsurkunde verlangt, aus der seine Namensänderung hervorgeht.
Die Kindesmutter ist verwitwet
Legen Sie uns Ihre beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch (bei Eheschließungen vor 2009) oder die Eheurkunde und die Geburtsurkunde der Mutter und dazu die Sterbeurkunde des Mannes.
Unter Umständen kann es einfacher sein, sich beim damaligen Heiratsstandesamt eine neue Eheurkunde mit Auflösungsvermerk geben zu lassen.
Wurde vorgeburtlich die Vaterschaft anerkannt, wird davon die beglaubigte Abschrift benötigt, dazu ggfs. die Sorgeerklärung, sowie die Geburtsurkunde des Vaters.
Die Bearbeitungszeiten im Nauener Standesamt sind meist kurz; es ist aber zu beachten, dass die Klinik 7 Tage Zeit hat für die Anzeige der Geburt. Sobald das Standesamt die Anzeige der Klinik sowie alle nötigen Unterlagen von den Eltern hat, wird gewöhnlich innerhalb von 2-3 Tagen beurkundet. Ein kurzer Anruf im Standesamt zur Nachfrage, ob die Geburtsurkunde für das Kind fertig sind, ist in jedem FAll zu empfehlen.