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Timestamp: 2016-10-22 13:42:06
Document Index: 128103359

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

9C_391/2014 (30.01.2015)
9C_391/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 30. Januar 2015
A.________, geboren 1953, verf�gt �ber ein Konzertdiplom als Pianistin und ein Dirigentinnendiplom. Zudem schloss sie ein Studium in Literaturwissenschaften ab. Auch verf�gt sie �ber spezielle Kenntnisse in Kunstgeschichte und Malerei. Sie lebt seit November 2000 mehrheitlich in der Schweiz, wobei sie j�hrlich einige Monate in Italien verbringt. In der Schweiz verf�gt sie �ber keinen festen Wohnsitz und lebt bei Freunden und Bekannten. Auch geht sie keiner regelm�ssigen Erwerbst�tigkeit nach. Bei einem Sturz zog sie sich am 26. Oktober 2008 eine Fraktur des linken Handgelenks zu. Am 5. Februar 2009 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich kl�rte die medizinischen, wirtschaftlichen und pers�nlichen Verh�ltnisse ab. Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2012 und Verf�gung vom 13. Oktober 2012 sprach sie A.________ befristet ab 1. Oktober 2009 bis 31. Januar 2011 eine halbe Invalidenrente zu (Invalidit�tsgrad von 59 %).
Die Beschwerde der A.________ hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 27. M�rz 2014 teilweise gut. Es �nderte die Verf�gung vom 13. Oktober 2012 insoweit ab, als es feststellte, dass A.________ f�r die Zeit vom 1. Oktober 2009 bis 31. Januar 2011 infolge einer 100-prozentigen Arbeitsunf�higkeit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren. Sie beantragt, der vorinstanzliche Entscheid und die Verf�gung vom 13. Oktober 2012 seien teilweise aufzuheben; es sei ihr ab 1. Februar 2011 eine unbefristete Vollrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Februar 2011.
3.1.�Die Vorinstanz erwog, der Spezialarzt Dr. med. B.________, Leitender Arzt Orthop�die/Handchirurgie an der Klinik C.________, habe am 1. November 2010 best�tigt, dass lebenslang eine Einschr�nkung der Beweglichkeit im Handgelenk von 50 % als Pianistin sowie f�r belastende und belastungsfreie manuelle T�tigkeiten bestehen bleibe. Dr. med. D.________ vom Regionalen �rztlichen Dienst (RAD) habe im Bericht vom 14. Mai 2012 festgehalten, die Beschwerdef�hrerin sei seit dem 1. November 2010 in ihrer T�tigkeit als Pianistin zu 50 % arbeitsunf�hig, in einer angepassten, k�rperlich leichten T�tigkeit bestehe aber eine volle Arbeitsf�higkeit. Diese Aussagen widerspr�chen sich nicht, denn Dr. med. D.________ habe eine leidensangepasste T�tigkeit ausdr�cklich als eine solche ohne repetitive belastende oder das volle Bewegungsausmass aussch�pfende T�tigkeit definiert. Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, die linke Hand sei bleibend gesch�digt und es sei deshalb eine willk�rliche Feststellung, dass die vom Spezialarzt Dr. med. B.________ gestellte Diagnose mit derjenigen des RAD-Arztes Dr. med. D.________ �bereinstimme.
3.2.�Dem kantonalen Versicherungsgericht steht als Sachgericht im Bereich der Beweisw�rdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht, erhebliche Beweise �bersieht oder solche willk�rlich ausser Acht l�sst (BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211; zum Begriff der Willk�r BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5 mit Hinweisen). Die vorinstanzliche W�rdigung der Berichte der Dres. med. D.________ und B.________ kann jedoch nicht als offensichtlich unrichtig beurteilt werden. Dass Dr. med. B.________ f�r alle manuellen T�tigkeiten eine Arbeitsunf�higkeit von 50 % bescheinigt hat, steht - in �bereinstimmung mit der Vorinstanz - nicht im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. med. D.________, der eine leidensangepasste T�tigkeit ausdr�cklich als eine solche ohne repetitive belastende oder das volle Bewegungsausmass aussch�pfende definiert hat. Zum einen �ussert sich Dr. med. B.________, insbesondere in seinem "Best�tigungsschreiben" vom 17. April 2013 nicht zur Zumutbarkeit einer Verweisungst�tigkeit. Zum andern lassen auch die Freizeitaktivit�ten der Beschwerdef�hrerin nicht auf eine weiter gehende Einschr�nkung schliessen; nach f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen des kantonalen Gerichts f�hrt die Beschwerdef�hrerin seit L�ngerem wieder Ski und nimmt an Segelregatten teil.
Es stellt sich die Frage nach der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsf�higkeit.
4.1.�Das trotz der gesundheitlichen Beeintr�chtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine �berm�ssigen Anforderungen zu stellen sind (im Einzelnen dazu Urteil 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1, in: SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invalidit�tsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren pers�nlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu f�hren kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsf�higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gest�tzt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsf�higkeit, liegt eine vollst�ndige Erwerbsunf�higkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begr�ndet (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 831/05 vom 21. August 2006 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebensalters auf die M�glichkeit, das verbliebene Leistungsverm�gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, l�sst sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern h�ngt von den Umst�nden des Einzelfalls ab. Massgebend k�nnen die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Pers�nlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; Urteile 9C_153/2011 vom 22. M�rz 2012 E. 3.1; 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Somit h�ngt die Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person f�r eine berufliche T�tigkeit und vor allem auch f�r einen allf�lligen Berufswechsel noch zur Verf�gung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 S. 460).
4.2.�F�r den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsf�higkeit bei vorger�cktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbst�tigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462). Dies ist vorliegend sp�testens der Zeitpunkt der RAD-Abkl�rung vom 6. M�rz 2012. Die Untersuchung war an und f�r sich jedoch bereits auf den 9. August 2011 anberaumt. Sie musste auf Begehren der Beschwerdef�hrerin auf einen sp�teren Zeitpunkt vertagt werden, wobei weder aktenkundig ist noch geltend gemacht wird, dass die Verschiebung aus gesundheitlichen Gr�nden erfolgte. Jedenfalls war man sich seitens der Beschwerdef�hrerin bewusst, dass sich dadurch alles verz�gere, was jedoch in Kauf zu nehmen sei (ELAR-Notiz vom 5. August 2011).
4.3.�Der Beschwerdef�hrerin verblieb im August 2011 noch eine Aktivit�tsdauer von sechs und im M�rz 2012 eine solche von mindestens f�nf Jahren. Von der k�rperlichen Einschr�nkung betroffen ist lediglich die T�tigkeit als Pianistin. Das Dirigieren ist der Beschwerdef�hrerin wieder m�glich. Im �brigen hat sie sich bereits Ende 2009 auf eine Dirigentinnenstelle des Orchestervereins Schlieren beworben (Schreiben des Vereins vom 6. Januar 2010) und im Dezember 2011 ein Konzert in Mailand dirigiert. Die Beschwerdef�hrerin verf�gt zudem �ber einen universit�ren Abschluss in Literaturwissenschaften und hat Erfahrungen im Bereich �bersetzungen gesammelt. Im Jahr 2012 hat sie sodann ein Studium der Rechtswissenschaften aufgenommen. In Frage kommt daher - neben T�tigkeiten als Klavierlehrerin, Lektorin und �bersetzerin - auch eine Besch�ftigung im administrativen Bereich, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat. Als Rechtsh�nderin kann die Beschwerdef�hrerin die linke Hand entlasten. Angesichts der vielseitigen Interessen und der breiten Ausbildung der Beschwerdef�hrerin beschl�gt der m�gliche T�tigkeitsbereich grunds�tzlich das gesamte Spektrum freiberuflicher und wissenschaftlicher Dienstleistungen. Es kann nicht von einem unzumutbaren Wechsel in einen unbekannten Besch�ftigungsbereich gesprochen werden. Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu einer anderen Beurteilung als der vorinstanzlichen zu f�hren. Mangels Angeboten von Vollzeitt�tigkeiten in freiberuflichen und wissenschaftlichen Dienstleistungen w�re der Versicherten auch zumutbar, Teilpensen zu kombinieren (vgl. Urteil 9C_901/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4). Damit steht der Verwertung der verbliebenen Arbeitsf�higkeit nichts im Wege. Die Invalidit�tsbemessung blieb unbestritten, mithin erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.