Source: https://www.duncker-humblot.de/en/buch/die-absicherung-teleologischer-argumente-in-der-zivilrechtsprechung-des-bundesgerichtshofes-9783428134120/?page_id=0
Timestamp: 2020-04-02 10:31:17
Document Index: 101523477

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die Absicherung teleologischer Argumente in der Zivilrechtsprechung des Bundesgerichtshofes | Duncker & Humblot
Die Absicherung teleologischer Argumente in der Zivilrechtsprechung des Bundesgerichtshofes
Reichelt, Muna
Eine empirisch-deskriptive Analyse
Schriftenreihe zur Rechtssoziologie und Rechtstatsachenforschung (RR), Volume 90
2011. Tab., Abb.; 327 S.
ISBN 978-3-428-13412-0
ISBN 978-3-428-53412-8
ISBN 978-3-428-83412-9
Im Rahmen der juristischen Methodenlehre wird die Auslegung des Gesetzes anhand seines Zweckes gelehrt und bei der Fallbearbeitung genutzt, obgleich es keine verbindlichen Regeln zur Bestimmung des Gesetzeszweckes gibt. Die Arbeit geht mittels einer empirisch-deskriptiven Analyse der Frage nach, ob es in der Rechtsprechungspraxis ein erkennbares System zur Zweckermittlung gibt. Dazu wurden 151 Entscheidungsbegründungen des BGH in Zivilsachen, in denen sich der BGH ausdrücklich mit dem Gesetzeszweck befasst, inhaltsanalytisch ausgewertet, um herauszufinden, was der BGH als Grundlage seiner Ermittlung des Gesetzeszwecks angibt. Die auszuwertenden Entscheidungen wurden anhand benannter Kriterien ausgewählt und unter Nutzung der BGHZ-CD-ROM des Carl Heymans Verlages als Retrieval-Instrument gefunden. Die Ergebnisse werden anhand von Kreuztabellen und Diagrammen dargestellt und teilweise weiter besprochen. Das Ergebnis ist, dass die Gesetzeszwecke nicht anhand eines erkennbaren Systems ermittelt werden. Vielmehr werden alle erdenklichen Quellen für die Findung des Gesetzeszweckes konsultiert und genutzt, nicht stets zunächst die eine und sodann - bei deren Unergiebigkeit - die andere. Erkennbar ist jedoch eine gewisse Häufigkeit der Nutzung der Quellen: Vorrangig nimmt der BGH Bezug auf Gesetzesmaterialien und Rechtsprechung, selten auf die Literatur. Kaum Bezug genommen wird auf die Geschichte der auszulegenden Norm oder ihre Systematik. In knapp einem Viertel der Entscheidungsbegründungen wird überhaupt nicht mitgeteilt, wie der Zweck ermittelt wurde. Eine argumentative Auseinandersetzung mit verschiedenen in Betracht kommenden Zwecken nimmt der BGH grundsätzlich nicht vor.
Inhaltsübersicht: A. Einleitung - B. Zielsetzung der Arbeit - C. Die These und der Befund - D. Die teleologische Interpretation: Sinn und Zweck des Gesetzes - Die objektive und subjektive Auslegung von Gesetzen - Der Wandel der Normsituation und seine Auswirkung auf die teleologische Auslegung - Die Funktionen des Rechts als Gesetzeszweck - Erkenntnisquellen des Zwecks - Die Funktionen der Urteilsbegründung - Die revisionsbegründende Rechtsverletzung - Die richterliche Gewalt - Die Natur der Entscheidungsbegründung und die Möglichkeit der Untersuchung der Entscheidung - E. Die Analyse der Entscheidungsbegründungen: Darstellung des Untersuchungsganges - Der Verweis auf die Erkenntnisquellen - Frequenzanalytisches Ergebnis - F. Folgerungen aus dem gefundenen Ergebnis: Folgerungen für die teleologische Interpretation als Auslegungsmethode - Folgerungen für das behauptete "Primat" der teleologischen Interpretation - G. Zusammenfassung - Statistisch erfasste Entscheidungen der Teilerhebung I - Anhang I-V - Literatur- und Sachwortverzeichnis
Rechtstatsachenforschung Methodenlehre Teleologische Auslegung Civil law, code of civil procedure Sociology of law
Zur Evolution von staatlichem und kirchlichem Recht
Die Berücksichtigung kultureller Wertvorstellungen in der deutschen Strafrechtsdogmatik. (SRA 230) Print + E-Book
Zur Knabenbeschneidung. (SR 216) Print + E-Book