Source: https://www.rvg-news.de/rvg-faelle-kampf-um-gebuehren/terminsgebuehr-telefonische-absprachen/
Timestamp: 2019-11-17 03:50:15
Document Index: 212447011

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 104', '§ 294', 'BGH', '§ 104', 'BGH']

Terminsgebühr für telefonische Absprachen? | Besser abrechnen nach RVG - Höhere Anwaltsvergütung für Sie
Gespräch auf Beendigung des Verfahrens gerichtet?
Wie der BGH kürzlich in seinem Beschluss vom 06.03.2014 (VII ZB 40/13, DRsp-Nr. 2014/6466) entschieden hat, lösen Gespräche über Verfahrensabsprachen, mit deren Befolgung keine Beendigung des Verfahrens verbunden ist, eine Terminsgebühr gemäß Vorb. 3 Abs. 3 Halbsatz 1, Fall 3 VV RVG nicht aus.
Dies gilt jedenfalls für Gespräche über eine bloße Zustimmung zum Ruhen des Verfahrens, so die Karlsruher Richter. Denn in der einschlägigen Vorbemerkung zum entsprechenden Gebührentatbestand (hier: im Rahmen des Berufungsverfahrens) ist eindeutig angegeben, dass die Gebühr für außergerichtliche Besprechungen nur für die Mitwirkung an solchen Besprechungen entsteht, die auf die Vermeidung oder Erledigung des Verfahrens gerichtet sind.
BGH, Beschl. v. 6.3.2014 – VII ZB 40/13: Lesen Sie im Folgenden die Urteilsgründe im Volltext.
BGH, Beschl. v. 6.3.2014 – VII ZB 40/13 – Die Urteilsgründe im Volltext
Für die Entstehung einer Terminsgebühr kann es ausreichen, wenn bestimmte Rahmenbedingungen für eine mögliche Einigung in mehreren Parallelverfahren abgeklärt und/oder unterschiedliche Vorstellungen der Prozessparteien über die Erledigung der Parallelfälle unter Einschluss des streitigen Verfahrens ausgetauscht werden (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Februar 2007 – XI ZB 38/05, NJW 2007, 2858 Rn. 10; Beschluss vom 27. Februar 2007 – XI ZB 39/05, NJW-RR 2007, 1578 Rn. 10, jeweils m.w.N.).
bb) Die Würdigung des Beschwerdegerichts, dass die Verhandlungen im Termin vom 24. Mai 2012 nicht als auf die Erledigung des Ausgangsrechtsstreits gerichtete Besprechung im Sinne der Vorbemerkung 3 Abs. 3 Halbsatz 1 Fall 3 VV RVG einzustufen sind, ist vom Rechtsbeschwerdegericht, dem lediglich die Kontrolle auf Rechtsfehler obliegt (BGH, Beschluss vom 18. Juli 2013 – VII ZB 45/12, NJW-RR 2013, 1511 Rn. 27 m.w.N.), nur eingeschränkt zu überprüfen (vgl. BGH, Beschluss vom 23. April 2013 – II ZB 7/09, ZIP 2013, 1165 Rn. 11).
aa) Grundsätzlich können auch telefonische Besprechungen solche im Sinne der Vorbemerkung 3 Abs. 3 Halbsatz 1 Fall 3 VV RVG sein (vgl. BAG, NZA 2013, 395 Rn. 10; BGH, Beschluss vom 21. Januar 2010 – I ZB 14/09, ZfS 2010, 286 Rn. 6-8). Nach dem Gesetzeszweck ist erforderlich, dass überhaupt die Bereitschaft der Gegenseite besteht, in Verhandlungen mit dem Ziel einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens einzutreten (vgl. BAG, NZA 2013, 395 Rn. 14).
Verweigert der Gegner von vornherein entweder ein solches sachbezogenes Gespräch oder eine gütliche Einigung, kommt eine auf die Erledigung des Verfahrens gerichtete Besprechung bereits im Ansatz nicht zustande (vgl. BAG, NZA 2013, 395 Rn. 14; BGH, Beschluss vom 20. November 2006 – II ZB 9/06, NJW-RR 2007, 286 Rn. 8; Müller-Rabe in Gerold/Schmidt aaO, Vorb. 3 VV Rn. 174).
Im Unterschied dazu ist von einer solchen Besprechung auszugehen, wenn sich der Gegner auf das Gespräch einlässt, indem er die ihm zur Beendigung des Verfahrens unterbreiteten Vorschläge zur Kenntnis nimmt und deren Prüfung zusagt (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2006 – II ZB 9/06, NJW-RR 2007, 286 Rn. 8).
bb) Nach § 104 Abs. 2 Satz 1 ZPO reicht Glaubhaftmachung (vgl. § 294 ZPO ) für die Festsetzung der Kosten aus. Das gilt insbesondere hinsichtlich der Entstehung der Kosten (vgl. BGH, Beschluss vom 13. April 2007 – II ZB 10/06, NJW 2007, 2187 Rn. 8; Stein/Jonas/Bork, ZPO , 22. Aufl., § 104 Rn. 3). Im Falle überwiegender Wahrscheinlichkeit der tatbestandlichen Voraussetzungen ist die betreffende Gebühr zu Gunsten des Antragstellers festzusetzen (vgl. BGH, Beschluss vom 4. April 2007 – III ZB 79/06, NJW 2007, 2493 Rn. 11).
Vorinstanz: LG Frankenthal, vom 11.08.2011 – Vorinstanzaktenzeichen 2 HKO 126/10
Vorinstanz: OLG Zweibrücken, vom 02.07.2013 – Vorinstanzaktenzeichen 4 W 29/13
Quelle: DRsp Nr. 2014/6466
Autor der einleitenden Zusammenfassung: Rechtsanwalt Michael Rohrlich
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