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Timestamp: 2019-08-26 01:50:35
Document Index: 49414815

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 21']

Rechtsprechung: ZBR 1996, 314 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 30.05.1996
https://dejure.org/1996,110
BVerwG, 30.05.1996 - 2 C 10.95 (https://dejure.org/1996,110)
BVerwG, Entscheidung vom 30.05.1996 - 2 C 10.95 (https://dejure.org/1996,110)
BVerwG, Entscheidung vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 (https://dejure.org/1996,110)
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Kosten für eine Zahnbehandlung - Beurteilung über die Angemessenheit entstandener Zahnarztkosten - Beihilfefähigkeit von Kosten einer zahnärztlichen Behandlung
Zahnärztekammer Nordrhein , S. 283 (Leitsatz / Kurzmitteilung)
Privatliquidation - Arzt und Kostenträger - Besonderheiten bei "echten" Privatpatienten
VG Köln, 04.12.1991 - 3 K 923/90
NJW 1996, 3094
NVwZ 1997, 75 (Ls.)
DVBl 1996, 1150
ZBR 1996, 314
Die behördliche Entscheidung darüber unterliegt uneingeschränkter verwaltungsgerichtlicher Kontrolle (vgl. Urteile vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 12, vom 28. Oktober 2004 - BVerwG 2 C 34.03 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 15 …und vom 25. November 2004 - BVerwG 2 C 30.03 - a.a.O.).
Ist eine Entscheidung im ordentlichen Rechtsweg nicht ergangen, hat der Dienstherr zu prüfen, ob die vom Arzt geltend gemachten Ansprüche nach materiellem Recht begründet sind (vgl. Urteile vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 10.95 - a.a.O., vom 28. Oktober 2004 - BVerwG 2 C 34.03 - a.a.O. …und vom 25. November 2004 - BVerwG 2 C 30.03 - a.a.O.).
Somit knüpft die Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für ärztliche Leistungen grundsätzlich an den Leistungsanspruch des Arztes an und setzt voraus, dass dieser seine Leistungen bei zutreffender Auslegung der Gebührenordnung in Rechnung gestellt hat (vgl. Urteil vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 12 S. 18).
Die behördliche Entscheidung darüber, ob die Aufwendungen notwendig und angemessen sind, ist keine Ermessensentscheidung und unterliegt uneingeschränkter verwaltungsgerichtlicher Kontrolle (vgl. Urteil vom 30. Mai 1996, a.a.O.).
Aus dem Grundsatz, dass Aufwendungen für ärztliche Leistungen, deren Berechnung auf einer zweifelhaften Auslegung der einschlägigen Gebührenordnung beruht, beihilferechtlich schon dann als angemessen anzusehen sind, wenn der vom Arzt in Rechnung gestellte Betrag einer zumindest vertretbaren Auslegung der Gebührenordnung entspricht und der beihilfepflichtige Dienstherr nicht für rechtzeitige Klarheit über seine Auslegung gesorgt hat (…vgl. Urteile vom 17. Februar 1994 - BVerwG 2 C 10.92 - a.a.O., - BVerwG 2 C 17.92 - ZBR 1994, 227, - BVerwG 2 C 25.92 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 6 S. 8 und - BVerwG 2 C 12.93 - ZBR 1994, 188 - LS - Urteil vom 21. September 1995 - BVerwG 2 C 37.94 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 11 S. 13; Urteil vom 30. Mai 1996, a.a.O.), kann der Kläger keinen Anspruch darauf herleiten, dass die Abrechnung der Ärzte für Nuklearmedizin in ungemindertem Umfang als Bemessungsgrundlage für die Beihilfe zugrunde gelegt wird.
Die erforderliche Klarheit der Auslegung muss nicht allgemein etwa durch Richtlinien, sondern kann auch konkret zwischen dem Dienstherrn und dem Beihilfeberechtigten hergestellt werden (vgl. Urteil vom 30. Mai 1996, a.a.O. S. 20).
Die behördliche Entscheidung darüber unterliegt uneingeschränkter verwaltungsgerichtlicher Kontrolle (vgl. BVerwG, Urteile v. 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 12, v. 28. Oktober 2004 - 2 C 34.03 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 15 und vom 25. November 2004 - 2 C 30.03 - juris).
Somit knüpft die Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für zahnärztliche Leistungen an den Leistungsanspruch des Arztes an und setzt grundsätzlich voraus, dass dieser seine Leistungen bei zutreffender Auslegung der Gebührenordnung in Rechnung gestellt hat (vgl. BVerwG, Urt. v. 30. Mai 1996, DVBl. 1996, 1150;… BayVGH, Urt. v. 6. Juni 2016 a. a. O.).
Objektiv zweifelhafte Gebührenvorschriften, bei denen es ernsthaft widerstreitende Meinungen über die Berechtigung des Gebührenansatzes geben kann, sind demgegenüber der Ausnahmefall (…BVerwG, Urteile vom 17. Februar 1994 - 2 C 10.92 - BVerwGE 95, 117 und 2 C 17.92 - juris Rn. 11 und vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 12 S. 19).
Aus dem Grundsatz, dass Aufwendungen für ärztliche Leistungen, deren Berechnung auf einer zweifelhaften Auslegung der einschlägigen Gebührenordnung beruht, beihilferechtlich schon dann als angemessen anzusehen sind, wenn der vom Arzt in Rechnung gestellte Betrag einer zumindest vertretbaren Auslegung der Gebührenordnung entspricht und der beihilfepflichtige Dienstherr nicht für rechtzeitige Klarheit über seine Auslegung gesorgt hat (…vgl. Urteile vom 17. Februar 1994 - BVerwG 2 C 10.92 - a.a.O., - BVerwG 2 C 17.92 - ZBR 1994, 227, - BVerwG 2 C 25.92 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 6 S. 8 und - BVerwG 2 C 12.93 - ZBR 1994, 188 - LS - Urteil vom 21. September 1995 - BVerwG 2 C 37.94 - Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 11 S. 13; Urteil vom 30. Mai 1996, a.a.O.), kann der Kläger keinen Anspruch darauf herleiten, dass die Abrechnung der Ärzte für Radiologie in ungemindertem Umfang als Bemessungsgrundlage für die Beihilfe zugrunde gelegt wird.
BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 -, NJW 1996, 3094).
BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 -, a.a.O.; OVG Rheinland-Pfalz,.
33.94 -, juris Rn. 12; Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 -, NJW 1996, 3094;.
Mai 1996 - 2 C 10.95 -, a.a.O.).
Diese finanzielle Belastung tritt ohne Rücksicht darauf ein, ob eine Unklarheit des Gebührenrechts (vgl. dazu Urteil vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 Nr. 12) bestand, ob der Dienstherr seinen Rechtsstandpunkt zu einer umstrittenen Frage klargestellt hat und ob die zivilgerichtliche Entscheidung dem materiellen Recht entspricht.
Letztlich kann für den Beamten, der vom Zivilgericht in Anwendung einer - wie hier - nicht eindeutigen, zu seinen Ungunsten ausgelegten Vorschrift des Gebührenrechts zur Zahlung des Arzthonorars verurteilt worden ist, nichts anderes gelten als das, was nach der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 10.95 - Buchholz 270 § 5 Nr. 12) bei Unklarheiten der gebührenrechtlichen Regelung generell für den Beihilfeanspruch des Beamten gilt: Die Angemessenheit des Betrages, den er in Höhe des geforderten Honorars gezahlt hat, darf nicht verneint werden, denn sonst würde die Unklarheit zulasten des Beamten gehen.
OVG Nordrhein-Westfalen, 08.06.2016 - 1 A 1660/15
Möglichkeit der Erhebung einer Gebühr nach Nummer 5170 des Gebührenverzeichnisses …
Mit dem Erlass habe der Dienstherr die von ihm vertretene Auslegung der Gebührenordnung rechtzeitig klargestellt, weshalb gemäß dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 - eine bloß vertretbare Auslegung die Annahme der Angemessenheit des Gebührenansatzes nicht tragen könne.
Insofern ist das Verwaltungsgericht nicht von einer lediglich vertretbaren Auslegung der Gebührenordnung für Zahnärzte bei ernsthaft widerstreitenden Auffassungen im Sinne des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 - ausgegangen.
Sollte der erste Teil der Frage dahingehend zu verstehen sein, dass der Beklagte für klärungsbedürftig hält, ob allein die Kundgabe einer entsprechenden Rechtsauffassung des Dienstherrn zur Auslegung der Gebührenordnung per Erlass ein Gericht im beihilferechtlichen Verfahren zu der Annahme zwingt, über die Berechtigung eines Gebührenansatzes bestünden bei objektiver Betrachtung ernsthaft widerstreitende Auffassungen im Sinne des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 1996- 2 C 10.95 -, sodass in der Folge die Angemessenheit der (zahn-)ärztlichen Leistung wegen der im Erlass (zugleich) enthaltenen Klarstellung verneint werden müsste, wäre diese Frage zu verneinen.
vgl. näher BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996- 2 C 10.95 -, DVBl. 1996, 1150 = juris, Rn. 20 bis 22.
Der Beklagte hat keinen Rechtssatz bezeichnet, mit dem das Verwaltungsgericht von dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 1996- 2 C 10.95 - abgewichen sein soll.
vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 10.95 -, juris, Rn. 20; OVG NRW, Urteil vom 15. März 2016 - 1 A 120/15 -, juris, Rn. 21.
Somit knüpft die Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für (zahn-)ärztliche Leistungen an den Leistungsanspruch des (Zahn-)Arztes an und setzt grundsätzlich voraus, dass dieser seine Leistungen bei zutreffender Auslegung der Gebührenordnung in Rechnung gestellt hat (vgl. BVerwG, U. v. 30.5.1996 - 2 C 10.95 - DVBl 1996, 1150).
Dabei ist die behördliche Entscheidung darüber, ob die Aufwendungen notwendig und angemessen sind, keine Ermessensentscheidung, sondern unterliegt der uneingeschränkten verwaltungsgerichtlichen Kontrolle (vgl. BVerwG, U. v. 30.5.1996 - 2 C 10.95 - DVBl 1996, 1150).
VG Stuttgart, 11.03.2013 - 13 K 4202/11
VG Stuttgart, 11.03.2013 - 13 K 4557/11
VG Oldenburg, 26.05.2004 - 6 A 3052/02
Schadensersatz wegen verzögerter Beihilfeerstattung
OVG Nordrhein-Westfalen, 27.03.2015 - 1 A 486/14
Ausreichende Begründung des behandelnden Arztes bei der Gewährung von Beihilfe zu …
VG Braunschweig, 23.03.2004 - 7 A 332/03
Beihilfefähigkeit von Veneers bei zahnmedizinisch notwendiger Versorgung
VG Regensburg, 01.09.2015 - RN 8 K 15.936
VG Minden, 16.06.2004 - 4 K 5134/03
Anspruch eines Studiendirektors auf Gewährung einer Beihilfe zu einer …
VG Minden, 10.03.2004 - 4 K 3165/03
Aufwendungen zur Wiederherstellung der Gesundheit und zur Besserung oder …
VG Minden, 16.02.2000 - 4 K 124/99
Musterschreiben an private Kostenerstatter - Dentinadhäsive Rekonstruktionen …
VG Minden, 02.05.2007 - 4 K 787/06
Beurteilung der Angemessenheit in Bezug auf Aufwendungen für zahnärztliche …
VG Schleswig, 01.11.2018 - 12 A 25/17
Recht des Bundesbeamten - Beihilfe
VG Köln, 12.01.2012 - 19 K 2797/10
Beihilfeberechtigung für Aufwendungen der berücksichtigungsfähigen Ehefrau eines …
VG Aachen, 30.01.2003 - 1 K 2081/00
Voraussetzungen der Wahrung der Klagefrist zur Erhebung einer …
VG Minden, 29.09.2004 - 4 K 2467/01
Beamtenrechtliche Voraussetzungen des Vorliegens eines Anspruchs eines …
VG Gelsenkirchen, 24.09.2004 - 3 K 4334/03
Gewährung einer Beihilfe für zahnärztliche Leistungen gegenüber einem Beamten; …
VG Arnsberg, 19.04.2002 - 13 K 612/00
Beihilfe durch das Land für eine Implantatversorgung gegenüber einer …
VG Arnsberg, 19.04.2002 - 13 K 5146/00
VG Arnsberg, 22.02.2002 - 13 K 3584/00
Streit um die Höhe einer gewährten Beihilfe für Zahnarztleistungen an das Kind …
VG Regensburg, 01.09.2015 - 8 K 15.936
Klebebrackets, adhäsive Befestigung, kieferorthopädische Behandlung, Beamter
VG Mainz, 22.05.2003 - 7 K 61/03
https://dejure.org/1996,276
BVerwG, 30.05.1996 - 2 C 5.95 (https://dejure.org/1996,276)
BVerwG, Entscheidung vom 30.05.1996 - 2 C 5.95 (https://dejure.org/1996,276)
BVerwG, Entscheidung vom 30. Mai 1996 - 2 C 5.95 (https://dejure.org/1996,276)
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Beihilfefähige Aufwendungen - Beihilfefähigkeit der Mittel "Acarosan" undn "Acarex-Test" - Allergie gegen Hausstaubmilben - Auslegung und Subsumtion des Begriffs "Arzneimittel"
Beamtenrecht: Beihilfe zu Gunsten von Beamten für Mittel gegen Hausstaubmilben ("Acarosan")
VG Koblenz, 21.04.1994 - 6 K 38/93
NVwZ-RR 1997, 367
DVBl 1996, 1149
Zu dem beihilferechtlichen Arzneimittelbegriff hat das Bundesverwaltungsgericht in dem vom Beklagten bezeichneten Urteil vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 5.95 - (Buchholz 271 LBeihilfeR Nr. 16) ausgeführt, dass sich dieser Begriff im Wesentlichen mit dem Arzneimittelbegriff des § 2 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes deckt.
Vielmehr hat er es seiner tatsächlichen und rechtlichen Würdigung zugrunde gelegt, wobei er ausdrücklich auf das Senatsurteil vom 30. Mai 1996 (a.a.O.) Bezug genommen hat.
Diese Begriffsbestimmung ist jedoch angesichts des Zweckes des Arzneimittelgesetzes, für die Sicherheit im Verkehr mit Arzneimitteln zu sorgen, nicht ohne Weiteres auf das Heilfürsorgerecht zu übertragen, das die Verpflichtung des Dienstherrn zur Übernahme der Krankenbehandlung der Polizeivollzugsbeamten regelt (vgl. Urteil vom 30. Mai 1996 - BVerwG 2 C 5.95 - Buchholz 271 LBeihilfeR Nr. 16).
Ungeachtet dessen kann die arzneimittelrechtliche Definition auch ohne ausdrückliche Bezugnahme zumindest als Ausgangspunkt zur Bestimmung auch des beihilferechtlichen Arzneimittelbegriffs herangezogen werden (vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5.95 -, juris, Rn. 16;… OVG RP, Urteile vom 9. Mai 2005 - 2 A 10106/05.OVG -, juris, Rn. 20 …und vom 11. November 2011 - 10 A 10670/11.OVG -, juris, Rn. 27;… VGH BW, Urteile vom 19. Januar 2010 - 4 S 1816/07 -, juris, Rn. 20 …und vom 23. Februar 2010 - 13 S 2696/09 -, juris, Rn. 22; BayVGH…, Urteil vom 13. Dezember 2010 - 14 BV 08.1982 -, juris, Rn. 26 …und Beschluss vom 12. Januar 2011 - 14 B 10.1975 -, juris, Rn. 17).
Nach Sinn und Zweck der Beihilfevorschriften, die aufgrund der Fürsorgepflicht auf die Beteiligung des Dienstherrn an den Kosten der Behandlung in Krankheitsfällen von Beamten und dessen Angehörigen gerichtet sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5/95 -, juris, Rn. 17 m.w.N.;… OVG RP, Urteile vom 9. Mai 2005 - 2 A 10106/05.OVG -, juris, Rn. 20 …und vom 11. November 2011 - 10 A 10670/11.OVG -. juris, Rn. 28), ist vielmehr darauf abzustellen, ob nach objektiven Maßstäben von dem Mittel eine therapeutische Wirkung zu erwarten ist (vgl. BayVGH…, Urteil vom 28. April 1993 - 3 B 92.3836 -, juris, Rn. 13;… VGH BW, Urteile vom 19. Januar 2010 - 4 S 1816/07 -, juris, Rn. 22…, vom 23. Februar 2010 - 13 S 2696/09 -, juris, Rn. 24 …und vom 2. August 2012 - 2 S 2631/10 -, juris, Rn. 17).
Die arzneimittelrechtliche Definition kann allerdings als Ausgangspunkt für die Bestimmung der im Beihilferecht verwendeten gleichlautenden Begriffe dienen (vgl. grundlegend BVerwG, Urteil vom 30.05.1996 - 2 C 5.95 -, ZBR 1996, 314; OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 09.05.2005 - 2 A 10106/05 - ZBR 2006, 203).
Gegenteiliges kann nicht dem von der Berufung herangezogenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30.05.1996 (- 2 C 5.95 - ZBR 1996, 314) entnommen werden, da sich diese Entscheidung zu der hier in Rede stehenden Problematik der wissenschaftlichen Anerkennung nicht verhält, sondern lediglich klarstellt, dass dem beihilferechtlichen Arzneimittelbegriff lediglich Mittel zur Anwendung am oder im menschlichen Körper unterfallen.
Bei den von der Klägerin angeschafften anitallergenen Bettzwischenbezügen handelt es sich aber weder um Arznei-/Verbandsmittel noch um Hilfsmittel i. S. der soeben genannten Vorschrift, so dass eine Beihilfefähigkeit dieser Bettzwischenbezüge ausscheiden muss (so auch BVerwG, Beschl. v. 9.2.2001 - BVerwG 2 B 72.00 -, Buchholz 270 § 5 BhV Nr. 13 unter Bezugnahme auf das Urt. v. 30.5.1996 - BVerwG 2 C 5.95 -, NVwZ-RR 1997, 367 = DVBl. 1996, 1149 = ZBR 1996, 314 = DÖD 1997, 133 u. Nds. OVG, Beschl. v. 7.4.2003 - 5 LA 3622/01 -).
Unter (beihilfefähigen) Arzneimitteln können grundsätzlich nur solche Mittel verstanden werden, die durch Anwendung am oder im menschlichen Körper Wirkungen erzeugen (BVerwG, Urt. v. 30.5.1996, aaO;… BAG, Urt. v. 25.2.1999 - 6 AZR 512/97 -, NZA 1999, 1228 = NVwZ-RR 2000, 630).
Diese lediglich mittelbare Wirkung der antiallergenen Bettzwischenbezüge schließt es aber aus, diese unter den Arzneimittelbegriff des Beihilferechts zu fassen (vgl. BVerwG, Urt. v. 30.5.1996, aaO).
Gerade weil die Zielsetzung und Systematik des beamtenrechtlichen Beihilferechts eine zumutbare Eigenvorsorge von den Beamtinnen und Beamten vorsehen und daher anders als etwa das Arzneimittelrecht oder das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung eine Beschränkung der nach Beihilferecht erstattungsfähigen Aufwendungen (Beihilfefähigkeit) vorsehen können, setzt der Hilfsmittelbegriff wie der Arzneimittelbegriff des Beihilferechts einschränkend voraus, dass das Mittel unmittelbar am Körper des Patienten wirkt und nicht etwa nur mittelbar auf den Patienten in der Weise einwirkt, dass krankheitserregende bzw. -auslösende Faktoren von dem Patienten ferngehalten werden (vgl. BVerwG, Urt. v. 30.5.1996, aaO, u. Beschl. v. 9.1.2001, aaO).
Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 1996 (- 2 C 5.95 - DÖD 1997, 133), betreffend die Beihilfefähigkeit eines Hausstaubmilbenvernichtungsmittels "Acarosan" sowie eines Mittels zum Testen der Belastung textiler Gegenstände mit Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen "Acarex-Test", hat das Bundesverwaltungsgericht die mit der vom erkennenden Senat auszulegenden weitgehend gleichlautende Bestimmung des § 4 Abs. 1 Nr. 6 BVO Rheinland-Pfalz ausgelegt.
Dabei kann offenbleiben, ob dieses Produkt ein Arzneimittel i. S. d. § 2 Abs. 1 AMG ist (vgl. zum Arzneimittelbegriff: BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5/95 -, juris; Urteil vom 18. Dezember 1997 - 3 C 46/96 -, juris; OVG RP, Urteil vom 11. November 2011 - 10 A 10670/11.OVG -, esovg sowie Urteil vom 9. Mai 2005 - 2 A 10106/05.OVG -, esovg).
Weiterhin kann offenbleiben, ob das Präparat als "Stoff" oder "Zubereitung" gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 AMG als Arzneimittel gilt, obwohl das Beihilferecht eine dieser Norm entsprechende begriffliche Erweiterung des Arzneimittelbegriffs nicht kennt (vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996, a. a. O.).
Schließlich kann auch offenbleiben, ob die Aufwendungen für das streitbefangene Präparat aus einem anderen beihilferechtlichen Gesichtspunkt als demjenigen der Beihilfegewährung für Arzneimittel beihilfefähig sein könnten, obwohl der Zusatz "und dergleichen" in § 4 Abs. 1 Nr. 6 BVO a. F. nicht als Ergänzung des Begriffs "Arzneimittel" sondern allein zur Ergänzung des hier nicht einschlägigen Begriffs "Verbandmittel" dient (BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996, a. a. O.).
§ 4 Abs. 1 Nr. 6 BVO a. F. geht jedoch von einem engen Arzneimittelbegriff aus, der sich im Ausgangspunkt mit dem Arzneimittelbegriff in § 2 Abs. 1 AMG deckt (BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996, a. a. O.; OVG RP, Urteil vom 9. Mai 2005 - 2 A 10106/05.OVG -).
Der Begriff "dergleichen" bezieht sich allein auf den voranstehenden Begriff der Verbandmittel (BVerwG, Urteil vom Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5/95 -, DVBl. 1996, 1149) und kann daher vorliegend ebenfalls nicht zu einer Einbeziehung der streitgegenständlichen Bezüge in den Anwendungsbereich des § 21 BVO führen.
Einer ergänzenden Auslegung ist die Beihilfenverordnung nicht zugänglich, denn die als beihilfefähig in Betracht kommenden Aufwendungen in Krankheitsfällen sind in den beihilferechtlichen Vorschriften im Einzelnen und abschließend konkretisiert (BVerwG zu der vergleichbaren Frage der Beihilfefähigkeit eines Mittels zur Feststellung und Bekämpfung bzw. Beseitigung von Hausstaubmilben und deren Exkrementen [Acarosan], Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5/95 -, DVBl. 1996, 1149).
Insbesondere beruhen die rechtlichen Erwägungen des Bundessozialgerichts in dem von der Klägerin ins Feld geführten Urteil auf anders lautenden und anders aufgebauten, insbesondere weniger differenzierten Vorschriften des Rechts der gesetzlichen Krankenversicherung (vgl. bereits BVerwG, Urteil vom 30. Mai 1996 - 2 C 5/95 -, DVBl. 1996, 1149).
BVerwG, 30.05.1996 - 2 C 3.95
Recht der Soldaten: Heilfürsorge für Soldaten, Mittel gegen Hausstaubmilben …
Beihilfefähigkeit eines Arzneimittels bzw. Medizinprodukts
BVerwG, 09.01.2001 - 2 B 72.00
Beihilfefähigkeit antiallergener Bettbezüge
Beihilfefähigkeit von Medikament bei Laktoseintoleranz
VGH Hessen, 12.12.2002 - 10 UZ 901/01
Beihilfefähigkeit antiallergener Zwischenbettbezüge grundsätzlich …
VG Stade, 10.10.2002 - 3 A 1119/01
Zur Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für Heilkräuter im Rahmen der TCM
VG Stuttgart, 23.10.2006 - 6 K 1806/06
Beihilfefähigkeit eines Medikaments gegen Arthrose.
VG Sigmaringen, 10.07.2001 - 7 K 1702/99