Source: https://www.studimed.de/infothek/finanzierung-auslands-bafoeg/
Timestamp: 2018-09-22 11:50:35
Document Index: 102066361

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§25', '§23', '§29', '§5', '§ 13']

Auslands-BAföG als Grundlage der Finanzierung des Medizinstudiums
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Finanzierung – Auslands-BAföG
Grundsätzliches zum BAföG, Antragsberechtigte, Voraussetzungen
Eine der wichtigsten Komponenten des Auslandsstudium ist das Ausland-BAföG. Der vielen bekannte Begriff BAföG ist die Abkürzung für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“, das gemäß § 68 SGB I Teil des Sozialgesetzbuches ist. Eingeführt wurde das Gesetz, um finanzschwachen Studenten die Möglichkeit zu geben nicht auf ein Studium verzichten zu müssen. Grundvoraussetzungen hierfür sind zuerst einmal eine deutsche Staatsangehörigkeit, ein Alter unter 30 und ein eigenes Bankkonto. Für das Auslandsstudium bietet sich ein Konto bei der Apotheker- und Ärztebank an – sprechen Sie uns an, wir besorgen Ihnen gerne kostenfrei ein solches Konto. Wer schon einmal studiert hat, kann im Regelfall kein BAföG erhalten, ebenso wer selber eigenes Vermögen hat oder Eltern/Ehepartner, die in der Lage sind, das Studium zu finanzieren. Die Eltern sind zum Unterhalt verpflichtet, im Einzelfall kann die finanzielle Unterstützung sogar eingeklagt werden. Näheres zum Auslands-BAföG finden Sie in diesem Artikel weiter unten.
Die Freibeträge für das Einkommen der Eltern sind in §25 BAföG geregelt. Verheiratete Eltern haben einen Freibetrag in Höhe von 1.715€, für jedes weitere Kind weitere 520€.
Die Freibeträge des Studierenden selbst sind in §23 BAföG geregelt. Der Studierende darf 290€ im Monat verdienen (zusammengerechnet mit der Werbungskosten- und der Sozialpauschale ändert sich die Höhe der BAföG-Förderung nicht, wenn das Einkommen des Studierenden umgerechnet auf den Monat 451,35 Euro nicht übersteigt. Somit wird ein 450-Euro-Job möglich, ohne dass die BAföG-Förderung beeinträchtigt wird.
Der Freibetrag für das Vermögen des Studierenden ist in §29 BAföG geregelt. Er darf 7.500€ besitzen.
Antragsverfahren für Auslands-BAföG
Das Antragsverfahren kann gerade für das Auslandsstudium ein halbes Jahr und länger dauern. Mit der Hilfe von StudiMed versäumen Sie keine Frist. Nach formeller Bevollmächtigung schreiben wir für Sie direkt die zuständige BAföG-Stelle (je nach Universität sind verschiedene BAföG-Ämter zuständig) an und erhalten so zunächst eine Eingangsnummer. Der Antrag hat schriftlich zu erfolgen und mit handschriftlicher Unterschrift versehen zu werden, bis zum 01.08.2016 sind alle Bundesländer verpflichtet Onlineanträge anzubieten.
Der Antrag selbst kann erst gestellt werden, wenn die Einschreibung vorliegt. Durch unser vorheriges Schreiben sorgen wir für möglichst geringen Zeitverlust. Interessant kann eine frühe Antragsstellung sein, um die zum Antragszeitpunkt geltenden Vermögensverhältnisse als Grundlage zu konservieren. Wenn sich im Nachhinein die finanziellen Verhältnisse ändern, gilt das dann erst für einen Folgeantrag. Man kann und sollte daher seine finanziellen Verhältnisse zum Antragszeitpunkt „optimieren“.
Es gibt komplizierte Regelungen mit Freibeträgen für eigenes Vermögen und Vermögen/Einkommen der Eltern. Als Vermögen zählt fast alles: Gelder auf Konten, Immobilien, Bausparverträge, und auch das eigene Kraftfahrzeug. Nur Mietkautionen und Rentenanspruche werden nicht mit einbezogen. Bei der Zusammenstellung des Vermögens muss sehr gründlich vorgegangen werden – „vergisst“ man etwas und kommt dies heraus, dann kann es eine Betrugsanzeige geben. Die Auslands-BAföG-Ämter nehmen einen automatischen Datenabgleich mit allen Banken in Deutschland vor, hier sollte also nicht gemogelt werden. Legale Optimierungstipps hält Ihr StudiMed-Studienberater für Sie parat.
Umfang von Auslands-BAföG
Auslands-BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsfreies Darlehen gezahlt, die Höhe richtet sich nach dem persönlichen Bedarf auf der einen Seite und Einkommen und Vermögen des Studenten und seinen Eltern auf der anderen Seite. Die ersten Raten der Rückzahlung werden fünf Jahre nach Studienende fällig, für die Rückzahlung hat der Student 20 Jahre lang Zeit. Wer viel braucht und nichts hat, kann den Höchstsatz von aktuell 735 EUR pro Monat erhalten (649€ Regelbedarf + Kranken- und Pflegeversicherung). Für eigene Kinder des Studenten gibt es einen Kinderbetreuungszuschlag.
Wer im Ausland studiert hat höhere Kosten und erhält hierdurch auch eine höhere Förderung. Grundlage hierfür sind §§5, 16 BAföG. Voraussetzung ist der Beginn an einer Hochschule in der Europäischen Union oder in der Scwheiz. Auslandsausbildungsaufenthalte müssen eine Mindestdauer von sechs Monaten bzw. einem Semester aufweisen. Ferner sind ausreichende Kenntnisse der Unterrichts- bzw. Landessprache erforderlich.
Zusätzlich zu den 735 EUR pro Monat erhält der Studierende einen Zuschuss in Höhe von 4.600 EUR zu den Studiengebühren, für eine Hin- und eine Rückfahrt je Fahrt 250 Euro und es werden eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung bei Studierenden (monatlich bis zur Höhe des Krankenversicherungszuschlags nach § 13a BAföG) gezahlt.
StudiMed hilft Ihnen, jeden möglichen Zuschlag zu erhalten, um bei Ihrem Studium finanziell möglichst unabhängig zu sein. Das Kindergeld von aktuell etwa 180 EUR wird zusätzlich zum BAföG gezahlt. Bis zum dritten Fachsemester ist ein Wechsel des Studienfachs möglich. Wer in Deutschland unglücklich mit seinem Studium ist und doch lieber zur Medizin wechseln möchte, sollte sich also schnell für einen Wechsel entscheiden. Für den Wechsel benötigt man sachliche Gründe. StudiMed hilft Ihnen bei der Argumentation, damit Sie auch im Zweitstudium weiter BAföG beziehen können.
Grundsätzlich muss auch das Auslands-BAföG an den Staat zurückgezahlt werden. Davon ausgenommen ist der Zuschlag für anfallende Studiengebühren (bis max. 4.600 EUR, weitere Informationen siehe oben). Rückzahlungsregelungen zum Auslands-BAföG verhalten sich ansonsten wie beim Inlands-BAföG. Das Entscheidende ist: Reisekosten, Krankenversicherungszuschuss und auch der monatliche Auslandsszuschlag müssen jeweils nur zur Hälfte der ausgezahlten Beträge zurückgezahlt werden müssen.
Auch vom Auslands-BAföG muss maximal ein Betrag von 10.000 EUR zurückgezahlt werden, auch wenn insgesamt mehr Förderung erhalten wurde. Beendet man die eigene Ausbildung oder das Studium mit einer überdurchschnittlich guten Leistung, kann auch dieser Betrag noch einmal reduziert werden – dabei sollte man unter den besten 30% des Jahrgang sein.
Das Auslands-BAföG wird prinzipiell nicht verzinst. Nur für den Fall, dass man bei der Zahlung in Rückstand geraten, werden Zinsen erhoben. Zur Zeit findet die Rückzahlung in monatlichen Raten zu 105 Euro statt, die alle drei Monate fällig sind. Den Rückzahlungsbescheid erhält man viereinhalb Jahre nach dem Ende der Ausbildung bzw. der festgelegten Regelstudiendauer. Nach fünf Jahren beginnt dann die Rückzahlungspflicht. Spätestens innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren soll das Auslands-BAföG zurückgezahlt werden.
Bei einem geringen Einkommen von derzeit <1.070,- EUR kann man sich von der Rückzahlung freistellen lassen. Zuständig für den Einzug des Betrages ist das Bundesverwaltungsamt mit Sitz in Köln.
In der Regel bekommen Studierende, die erfolgreich Auslands-BAföG beantragt haben, den Betrag vor Semesterbeginn und Orientierungswoche ausgezahlt, allerdings fallen Studiengebühren oft schon früher an, und Studierende müssen privat vorschießen. Um diese Lücke zu überbrücken und sich den Anteil der Studiengebühren gleich zu Beginn auszahlen zu lassen, können Studierende einen formlosen Antrag an das BAföG-Amt stellen.
Den Antrag können Sie online stellen. Anschließend müssen Sie die Originale postalisch verschicken. Sie sollten die Unterlagen am Besten mindestens 6 Monate vor geplantem Studienbeginn einreichen, um rechtzeitig Förderungszahlungen zu erhalten. Die BAföG-Ämter scheinen ziemlich überlastet zu sein
Für Rumänien, Ungarn, Polen, Litauen und Bulgarien:
Lesen Sie zum Thema Finanzierung auch unsere Beiträge zum Kindergeld beim Medizinstudium im Auslandsstudium und zum Thema Finanzierung des Medizinstudiums im Ausland.