Source: https://www.ewir-online.de/heft-2-2018/ewir-2018-47-vertraglicher-haftungsausschluss-fuer-das-fehlen-von-eigenschaften-die-der-kaeufer-nach-den-oeffentlichen/
Timestamp: 2018-02-21 11:01:59
Document Index: 40804839

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 14', '§ 434', '§ 474', '§ 14', '§ 434', '§ 474', 'BGH', 'BGH', '§ 434', '§ 434', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG']

Vertraglicher Haftungsausschluss für das Fehlen von Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers erwarten durfte (BGH, Urt. v. 27.09.2017 – VIII ZR 271/16 – Eva Feldmann) – EWiR 2018, 47
EWiR 2018, 47
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2018 WirtschaftsrechtVertrags- und HaftungsrechtBGB § 14 Abs. 1, § 434 Abs. 1 Satz 3, § 474 Abs. 1Vertraglicher Haftungsausschluss für das Fehlen von Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers erwarten durfte BGB§ 14 BGB§ 434 BGB§ 474 BGH, Urt. v. 27.09.2017 – VIII ZR 271/16 (LG Wuppertal), ZIP 2017, 2153 = BB 2017, 2767 = IBR 2017, 707 = MDR 2017, 1411BGHUrt.27.9.2017VIII ZR 271/16ZIP 2017, 2153BB 2017, 2767IBR 2017, 707MDR 2017, 1411LG Wuppertal
1. Der Verkäufer kann im Hinblick auf die in § 434 Abs. 1 Satz 3 BGB getroffene gesetzgeberische Wertung grundsätzlich seine Haftung nicht nur für das Fehlen einer üblichen und vom Käufer zu erwartenden Beschaffenheit (§ 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB), sondern auch für das Fehlen von Eigenschaften ausschließen, deren Vorhandensein der Käufer nach den vom Verkäufer abgegebenen öffentlichen Äußerungen berechtigterweise erwarten kann (im Anschluss an BGH v. 22. 4. 2016 – V ZR 23/15, ZIP 2016, 1930 = NJW 2017, 150, Rz. 14, dazu EWiR 2016, 729 (Cramer)).
2. Für die Abgrenzung zwischen Verbraucher- und Unternehmerhandeln ist grundsätzlich die objektiv zu bestimmende Zweckrichtung des Rechtsgeschäfts entscheidend (im Anschluss an BGH v. 24. 2. 2005 – III ZB 36/04, BGHZ 162, 253, 256 f. = ZIP 2005, 622, dazu EWiR 2005, 781 (Kulke); BGH v. 15. 11. 2007 – III ZR 295/06, ZIP 2008, 27 = NJW 2008, 435, Rz. 6 f., dazu EWiR 2008, 485 (Kulke); EuGH v. 9. 11. 2016 – Rs C-149/15, NJW 2017, 874, Rz. 32, und v. 3. 9. 2015 – Rs C-110/14, ZIP 2015, 1882, Rz. 16 ff., insb. Rz. 21, dazu EWiR 2015, 735 (Feldmann)). Dabei kommt es maßgeblich auf die jeweiligen Umstände des Einzelfalls, insbesondere das Verhalten der Parteien bei Vertragsschluss an. In bestimmten Fällen kann es allerdings auch ausreichen, dass dem Käufer vor oder bei Vertragsschluss der Eindruck vermittelt wird, er erwerbe die Kaufsache von einem Unternehmer (im Anschluss an EuGH NJW 2017, 874, Rz. 34–45).
Eva Feldmann, Dr. iur., Professorin für Wirtschaftsrecht, Rechtsanwältin, FAin für Bau- und Architektenrecht – University of Applied Sciences Europe Iserlohn, Berlin, Hamburg