Source: https://www.duncker-humblot.de/buch/das-voelkerstrafgesetzbuch-und-das-verbot-der-strafbegruendung-durch-gewohnheitsrecht-9783428130696/?page_id=0
Timestamp: 2019-08-23 07:35:46
Document Index: 149314772

Matched Legal Cases: ['Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103']

Das Völkerstrafgesetzbuch und das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht | Duncker & Humblot
Zur Frage der Zulässigkeit von strafgesetzlichen Verweisungen auf Völkergewohnheitsrecht im Hinblick auf das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Artikel 103 Absatz 2 des Grundgesetzes
Beiträge zum Internationalen und Europäischen Strafrecht / Studies in International and European Criminal Law and Procedure (IES), Band 4
2010. 285 S.
ISBN 978-3-428-13069-6
ISBN 978-3-428-53069-4
ISBN 978-3-428-83069-5
Die Aktualität des Verbots der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Art. 103 II GG (nulla poena sine lege) ergibt sich beim Völkerstrafgesetzbuch dadurch, dass dieses Gesetz in seinen Tatbeständen dynamisch auf Völkergewohnheitsrecht verweist. In der vorliegenden Publikation beschäftigt sich der Autor mit der Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit derartiger Verweise. Unter Anwendung der ratio des Verbots der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht werden Kriterien dafür entwickelt, wann strafgesetzliche Verweisungen auf Gewohnheitsrecht von Art. 103 II GG erfasst werden. Während dies die Frage des Schutzbereichs dieser Verfassungsnorm betrifft, ist hiervon das Problem zu unterscheiden, ob Art. 103 II GG einer Abwägung durch kollidierendes Verfassungsrecht zugänglich ist. In einem Exkurs wird die juristische Diskussion um die Anwendung des Rückwirkungsverbots bei der Verurteilung der sogenannten Mauerschützen reflektiert. Abweichend von der dort geltenden überwiegenden Meinung kommt der Autor zum Ergebnis, dass Art. 103 II GG durchaus einer Abwägung durch kollidierendes Verfassungsrecht zugänglich sein kann. Da jedoch für die vorliegende Fallgestaltung derartiges Verfassungsrecht nicht zu erkennen ist, sind diejenigen Tatbestände des Völkerstrafgesetzbuchs, die in den Schutzbereich des Art. 103 II GG eingreifen, zugleich verfassungswidrig.
Die Arbeit wurde mit dem Werner-Pünder-Preis 2009 ausgezeichnet.
Inhaltsübersicht: A. Einleitung: Zur Problematik - Zum Gang der Darstellung - Zum Untersuchungsmaßstab - B. Das Völkerstrafgesetzbuch: Gesetzgeberische Ziele - Inhalt und Struktur des Völkerstrafgesetzbuchs - C. Das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht: Das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht im deutschen Recht - Das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht im Völkerrecht? - D. Verstoß der auf Völkergewohnheitsrecht verweisenden VStGB-Tatbestände gegen das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Art. 103 Abs. 2 GG: Einleitung - Vorliegen eines dynamischen Verweises auf Völkergewohnheitsrecht - Eingriff in den Schutzbereich des Verbots der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Art. 103 Abs. 2 GG - Möglichkeit der verfassungsrechtlichen Rechtfertigung eines Eingriffs in das Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Art. 103 Abs. 2 GG - Zusammenfassung zur Frage der Vereinbarkeit der untersuchten Tatbestände des Völkerstrafgesetzbuchs mit dem Verbot der Strafbegründung durch Gewohnheitsrecht nach Art. 103 Abs. 2 GG - E. Rechtspolitischer Ausblick: Änderung des Art. 103 Abs. 2 GG? - F. Zusammenfassung und Thesen - Literatur- und Sachverzeichnis
Völkerstrafgesetzbuch (VStGB) Nulla poena sine lege Gewohnheitsrecht Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminologie Völkerrecht