Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/weintechausbv
Timestamp: 2020-01-28 05:02:51
Document Index: 277144279

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 5', '§ 3', 'Art. 1']

Der Ausbildungsberuf des Weintechnologen und der Weintechnologin wird staatlich anerkannt
nach § 4 des Berufsbildungsgesetzes und
nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 30, Weinküfer, der Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung.
(2) Die Berufsausbildung zum Weintechnologen und zur Weintechnologin gliedert sich in:
Annehmen von Trauben, Maische, Most und Wein,
Verarbeiten von Trauben, Maische und Most,
Steuern der alkoholischen Gärung,
Behandeln und Ausbauen von Jungwein und Wein unter Anwendung önologischer Verfahren,
Durchführen von Analysen und sensorischen Bewertungen,
Abfüllen von Erzeugnissen,
Lagern von Erzeugnissen, Verpackungsmaterialien sowie Behandlungs- und Betriebsstoffen,
Vorstellen und Vermarkten von Erzeugnissen,
Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken, Kellerbuchführung,
Durchführen von Hygienemaßnahmen.
Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Arbeiten im Team,
(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 5 und 6 nachzuweisen.
Analyse und Behandlung sowie
rechtliche Grundlagen und Verfahren.
(4) Für den Prüfungsbereich Analyse und Behandlung bestehen folgende Vorgaben:
Proben zu ziehen,
analytische Untersuchungen durchzuführen,
Filtrationen vorzubereiten,
Behandlungsstoffe bereitzustellen und
Erzeugnisse sensorisch zu prüfen und zu beschreiben;
der Prüfling soll eine Arbeitsprobe anfertigen und währenddessen in einem situativen Fachgespräch Fragen beantworten sowie Arbeitsabläufe und Erzeugnisse erklären; das Fachgespräch kann aus mehreren Gesprächsphasen bestehen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 120 Minuten, das situative Fachgespräch soll höchstens 20 Minuten dauern.
(5) Für den Prüfungsbereich rechtliche Grundlagen und Verfahren bestehen folgende Vorgaben:
rechtliche Grundlagen anzuwenden,
Trauben, Maische und Most zu verarbeiten,
Mengen zu ermitteln und berufsbezogene Berechnungen durchzuführen,
Gärprozesse einzuleiten,
Qualitätsstufen zuzuordnen und
Vorschriften der Lebensmittelhygiene zu beachten;
Der Abschluss- oder Gesellenprüfung ist die Ausbildungsordnung zugrunde zu legen.
Herstellen eines Weinerzeugnisses,
Verkostung und Vermarktung,
Kellerwirtschaft sowie
(3) Für den Prüfungsbereich Herstellen eines Weinerzeugnisses bestehen folgende Vorgaben:
Erzeugnisse unter Anwendung önologischer Verfahren zu behandeln,
Süßreservemengen zu ermitteln und analytische Verfahren anzuwenden,
Sterilabfüllungen vorzubereiten und
Erzeugnisse aus Trauben nach gesetzlichen Vorschriften auszustatten;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und währenddessen in einem situativen Fachgespräch Fragen beantworten und Arbeitsabläufe erklären; das Fachgespräch kann aus mehreren Gesprächsphasen bestehen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 180 Minuten, das situative Fachgespräch soll höchstens 20 Minuten dauern.
(4) Für den Prüfungsbereich Verkostung und Vermarktung bestehen folgende Vorgaben:
Wein sensorisch zu prüfen und zu beschreiben sowie
Kunden zu beraten und Erzeugnisse zu präsentieren;
der Prüfling soll eine Arbeitsprobe anfertigen und eine Gesprächssimulation durchführen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 45 Minuten, die Gesprächssimulation soll höchstens 20 Minuten dauern.
(5) Für den Prüfungsbereich Kellerwirtschaft bestehen folgende Vorgaben:
Wein auszubauen,
Klärverfahren anzuwenden,
Erzeugnisse abzufüllen,
Erzeugnisse zu lagern und zu verpacken,
Verkostungen vorzubereiten,
nach seiner Wahl Wein entweder zu Schaum- und Perlwein oder zu einem sonstigen Weinerzeugnis zu verarbeiten;
Herstellen eines Weinerzeugnisses mit 30 Prozent,
Verkostung und Vermarktung mit 30 Prozent,
Kellerwirtschaft mit 30 Prozent,
(8) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen wie folgt bewertet worden sind:
(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche Kellerwirtschaft oder Wirtschafts- und Sozialkunde durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
Diese Verordnung tritt am 1. August 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Weinküfer-Ausbildungsverordnung vom 7. Dezember 1982 (BGBl. I S. 1656) außer Kraft.
Anlage (zu § 3 Absatz 1 Satz 1)Ausbildungsrahmenplanfür die Berufsausbildung zum Weintechnologen und zur Weintechnologin
(Fundstelle: BGBl. I 2013, 1372 – 1375)
1 Annehmen von Trauben, Maische, Most und Wein
Behälter und Geräte zur Annahme vorbereiten
Beschaffenheit prüfen
Qualitätsparameter bestimmen und Qualitätsstufen zuordnen
Annahmegut zur Weiterverarbeitung bereitstellen
Parameter dokumentieren
2 Verarbeiten von Trauben, Maische und Most
Trauben entrappen und einmaischen
Trauben und Maischen, insbesondere für die Herstellung von Rosé-, Rot- und Weißwein, zur Weiterverarbeitung vorbereiten
Maische und Most für die Herstellung von Rosé-, Rot- und Weißwein behandeln
Maische pressen
Most vorklären
Most anreichern und Säure korrigieren
Trester für die Verwertung vorbereiten, Trub aufbereiten
Süßreserve für Qualitätsstufen bereiten, lagern und überwachen
3 Steuern der alkoholischen Gärung
Gärgebinde vorbereiten und füllen
Hefemanagement betreiben
Gärprozesse überwachen, steuern und dokumentieren
Jungwein von der Hefe trennen und Gebinde auffüllen
4 Behandeln und Ausbauen von Jungwein und Wein unter Anwendung önologischer Verfahren
Jungwein sensorisch prüfen
Säuregehalt korrigieren
Jungwein schwefeln
Sektgrundwein bereiten
Trubstoffe durch Klärverfahren abtrennen und verwerten
Jungwein und Wein produktspezifisch lagern
Weinfehler korrigieren, Maßnahmen dokumentieren
Stabilisierungsmaßnahmen durchführen und dokumentieren
Wein zu Schaum- und Perlwein oder zu einem sonstigen Weinerzeugnis verarbeiten
5 Durchführen von Analysen und sensorischen Bewertungen
Untersuchungen zur Bestimmung von Gesamtsäure, Restsüße und schwefeliger Säure durchführen, Ergebnisse entsprechend der Ausbaustufe bewerten und dokumentieren
sensorische Bewertungen anhand von Prüfsystemen durchführen
Ergebnisse von Laboranalysen bewerten
Weinfehler und Weinkrankheiten feststellen
bei Abweichungen von Standards und Vorgaben Maßnahmen einleiten
6 Abfüllen von Erzeugnissen
Süßreserve dosieren
Sterilfiltration und keimfreie Abfüllung durchführen
Füllgebinde, Verschlusssysteme und Etiketten produktbezogen nach Vorgaben bereitstellen und prüfen
Verschnitte herstellen und Ergebnisse dokumentieren
Produktstabilität sicherstellen und dokumentieren
Abfüllanlagen einrichten, umrüsten, bedienen und überwachen
7 Lagern von Erzeugnissen, Verpackungsmaterialien sowie Behandlungs- und Betriebsstoffen
Verpackungsmaterialen, Behandlungs- und Betriebsstoffe annehmen, überprüfen, lagern und bereitstellen
Erzeugnisse lagern, auftragsbezogen kommissionieren und versandfertig machen
8 Vorstellen und Vermarkten von Erzeugnissen
produktbezogene Kundenberatungsgespräche führen
Verkostungen vorbereiten und durchführen
Kellerbesichtigungen vorbereiten und durchführen
Erzeugnisse sensorisch beschreiben
9 Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken, Kellerbuchführung
an der Kellerbuchführung mitwirken
Informations- und Kommunikationssysteme anwenden; Daten erfassen, sichern und pflegen, Datenschutz beachten
Informationen beschaffen, bewerten und dokumentieren, fremdsprachliche Fachausdrücke anwenden
10 Durchführen von Hygienemaßnahmen
Reinigungs- und Desinfektionslösungen ansetzen und anwenden
Produktionsanlagen, Leitungssysteme und Lagerbehältnisse reinigen, desinfizieren und sterilisieren
Hygienemaßnahmen dokumentieren
1 Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht
Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Angebot, Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklären
von Arbeitsabläufen sowie Arbeiten im Team
Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und im Team situationsgerecht führen
Bedarf an Behandlungs- und Betriebsstoffen, Arbeitsmitteln und -geräten ermitteln und auswählen
Zwischen- und Endkontrollen anhand des Arbeitsauftrages durchführen und Arbeitsergebnisse dokumentieren
technische Einrichtungen warten
Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Fehlern, Qualitätsmängeln und -abweichungen durchführen
Ursachen von Fehlern und Qualitätsmängeln systematisch suchen, Fehlerberichte erstellen
Stand: Geändert durch Art. 1 V v. 27.1.2014 I 90
2013, 1369: BGBl I