Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20133/87
Timestamp: 2019-05-24 10:27:18
Document Index: 196513021

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1975', '§ 227', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 227', '§ 823', 'BGH', '§ 227', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 264']

BGH, 02.02.1988 - VI ZR 133/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,750
BGH, 02.02.1988 - VI ZR 133/87 (https://dejure.org/1988,750)
BGH, Entscheidung vom 02.02.1988 - VI ZR 133/87 (https://dejure.org/1988,750)
BGH, Entscheidung vom 02. Februar 1988 - VI ZR 133/87 (https://dejure.org/1988,750)
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Unerlaubte Handlung - Schutzgesetz - Beteiligung an einerSchägerei - Zurechnungszusammenhang - Schwere Folge
StGB § 1975 § 227
Das Verschulden, das § 823 Abs. 2 BGB voraussetzt, ist auf die Schutzgesetzverletzung zu beziehen (BGHZ 103, 197, 200;… BGH, Urt. v. 5. Mai 1987 - VI ZR 181/86, NJW-RR 1987, 1311).
b) Auch fehlt es nicht am Zurechnungszusammenhang zwischen dem vom Berufungsgericht bejahten deliktischen Verhalten des Beklagten und dem eingetretenen Schaden (vgl. dazu BGHZ 57, 137, 142; Senatsurteil vom 2. Februar 1988 - VI ZR 133/87 - VersR 1988, 736, 737).
§ 227 StGB a.F. ist Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB (BGHZ 103, 197).
Auf die Ursächlichkeit des möglichen Tatbeitrages des Beklagten für die Zerstörung der Sehfähigkeit kommt es dagegen nicht an, denn § 227 StGB a.F. ist als abstrakter Gefährdungstatbestand ausgebildet (BGHZ 103, 197, 200 f.).
Den ihm offenstehenden Beweis, daß sein Tatbeitrag den Schaden nicht herbeigeführt hat (BGHZ 103, 197, 201), hat der Beklagte bislang nicht erbracht.
Schutzgesetz i. S. von § 823 Abs. 2 BGB ist eine Norm, die nach Zweck und Inhalt - selbst wenn ihr auf die Allgemeinheit gerichteter Schutzzweck ganz im Vordergrund steht - wenigstens auch auf den Schutz von Individualinteressen ausgerichtet ist (vgl. Senatsurteile vom 3. Februar 1987 BGHZ 100, 13, 14 f. und vom 2. Februar 1988 BGHZ 103, 197 f. m. w. Nachw.).
cc) Auch der Umstand, daß § 264 StGB als Gefährdungsdelikt konzipiert ist, steht dem Schutzgutcharakter der Norm nicht entgegen (vgl. Senatsurteil vom 2. Februar 1988 aaO).