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Timestamp: 2019-07-23 13:06:08
Document Index: 338749669

Matched Legal Cases: ['Art. 5', '§ 1', '§ 6', '§ 10', '§ 24', '§ 2', '§ 14']

BVerwG, 26.11.1992 - 7 C 20.92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,363
BVerwG, 26.11.1992 - 7 C 20.92 (https://dejure.org/1992,363)
BVerwG, Entscheidung vom 26.11.1992 - 7 C 20.92 (https://dejure.org/1992,363)
BVerwG, Entscheidung vom 26. November 1992 - 7 C 20.92 (https://dejure.org/1992,363)
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Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG, Kunstfreiheit, § 1 Abs. 2 Nr. 2, Abs. 2, Abs. 3 Satz 2 GjS, § 6 GjS, § 10 GjS, Entscheidungsvorrang der Bundesprüfstelle bei der Abwägung
Jugendgefährdung - Kunstfreiheit - Abwägung widerstreitender Belange - Grundrechtsoptimierung
Neue Medien und die Besetzung der Bundesprüfstelle
BVerwGE 91, 211
NJW 1993, 1491
NVwZ 1993, 675 (Ls.)
DVBl 1993, 498
afp 1993, 601
Welche Substantiierungsanforderungen dabei an die Einwände des rechtsuchenden Bürgers zu stellen sind, bestimmt sich auch nach dem Maß der in der Behördenentscheidung zum Ausdruck kommenden Fachkunde (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. November 1992 - BVerwG 7 C 20.92 -, Umdruck S. 11).
vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1992 - 7 C 20/92 -, juris, Rn. 10.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1992 - 7 C 20/92 -, juris, Rn. 15.
Das Bundesverwaltungsgericht hat nach der Josefine Mutzenbacher-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zunächst im Beschluss vom 26.11.1992 (Az. 7 C 20/92) ausgeführt, dass es seine Auffassung, welches der widerstreitenden Verfassungsgüter im Einzelfall Vorrang genießen soll, nicht an die Stelle des Gremiums der Bundesprüfstelle setzen könne, die wegen Zugrundelegung eines fehlerhaften Kunstbegriffes ausgeblieben war.
Der Senat hat im Urteil vom 25. Oktober 1995 (…aaO) deutlich gemacht, daß der Gesetzgeber gerade auch den Artisten als Unterhaltungskünstler in den Schutzbereich der Künstlersozialversicherung einbeziehen wollte; dementsprechend unterliegt auch die Verwertung "artistischer Kunst" der Künstlersozialabgabepflicht, obgleich Artistik nur dem Wortstamm nach zur Kunst zählt, im übrigen aber den allgemein gebräuchlichen Definitionen von Kunst nicht entspricht (zum Kunstbegriff vgl BVerfGE 67, 213, 226 f; 75, 369, 377 und 83, 130, 138 ff; BVerwGE 91, 211, 213; BFHE 136, 474;… 160, 253 und 175, 40 sowie BSG SozR 3-5425 § 24 Nr. 12 S 75 ff).
Angesichts der Unmöglichkeit, Kunst generell zu definieren (BVerwGE 91, 211) hat der Senat bereits die von der Rechtsprechung zur Abgrenzung des Lebensbereichs "Kunst" (BVerfGE 30, 173, 188 f) in verschiedenen Rechtsbereichen entwickelten Maßstäbe aufgezeigt (…vgl. BSG SozR 3-5425 § 2 Nr. 1).
Zum Kunstbegriff in anderen Rechtsgebieten werden zwar materielle Kriterien gefordert, wie etwa die freie schöpferische Gestaltung, in der Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zur unmittelbaren Anschauung gebracht werden (vgl. zu dieser Unterscheidung auch BVerfGE 67, 213, 226 f; 75, 369, 377 und 83, 130, 138 ff.; zum Kunstbegriff im Jugendschutz: BVerwGE 91, 211, 223; zum Kunstbegriff im Einkommensteuerrecht vgl. BFHE 136, 474; 160, 253, 513; 175, 40).
BVerwG, Urteil vom 26. November 1992 - 7 C 20.92 -, BVerwGE 91, 211, juris, Rn. 15 f.
Es handelt sich dabei vornehmlich um Entscheidungen wertender Art durch weisungsfreie, mit Sachverständigen und/ oder Interessenvertretern besetzte Ausschüsse, wie sie etwa in speziellen Prüfungsverfahren gesetzlich vorgesehen sind (BVerwGE 91, 211, 215/216; BVerwGE 61, 176, 185; BVerfGE 84, 34, 50; BVerwGE 92, 132 ff.).
Denn was zur Herstellung praktischer Konkordanz mit der Kunstfreiheit in die jeweilige Waagschale zu werfen ist, unterliegt uneingeschränkter richterlicher Kontrolle (BVerwG, Urteil vom 26. November 1992 - 7 C 20.92 - BVerwGE 91, 211 ).
Da die KJM die Feststellung eines Verstoßes gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages als sachverständiges Gremium trifft, deren Mitglieder nach § 14 Abs. 6 Satz 1 JMStV weisungsunabhängig sind, sind ihren Entscheidungen zugrunde liegenden Wertungen bei ihrer gerichtlichen Überprüfung als sachverständige Aussagen anzusehen (vgl. auch VGH München…, Urteil vom 23. März 2011 - 7 BV 09.25 12 - VGHE BY 64, 68 = NJW 2011, 2678 Rn. 43 ff.; zu den Entscheidungen der Bundesprüfstelle BVerwG, Urteil vom 26. November 1992 - 7 C 20.92 - BVerwGE 91, 211 ).
Nach der den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts folgenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts haben sich die Fachgerichte auf Seite des Kinder- und Jugendschutzes im Rahmen des verfahrensrechtlich Möglichen Gewissheit darüber zu verschaffen, welchen schädigenden Einfluss die konkrete Schrift ausüben könnte, vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1992 - 7 C 20/02 -, BVerwGE 91, S. 211 (215); Niehues, NJW 1997, S. 557 (559).
Allerdings hat das Gericht die wertende Einschätzung der Bundesprüfstelle, auch soweit es um die Beurteilung eines schädigenden Einflusses des indizierten Mediums auf Jugendliche geht, als sachverständige Äußerung zu beachten, vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1992- 7C 20/02 -, BVerwGE 91, S. 211 (216).
vgl. BVerwG, Urteile vom 26.11.1992 - 7 C 20.92 - und - 7 C 22.92 -, a. a. O. und vom 28.08.1996 - 6 C 15/94 -, NJW 1997, 602.
vgl. BVerwG, Urteile vom 26.11.1992 - 7 C 20.92 - und 7 C 22.92 - , a. a. O.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1992 - 7 C 20/92 - , BVerwGE 91, 211.
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