Source: https://www.admody.com/urteilsdatenbank/0586e9c86188/BPatG_Beschluss_vom_19-Maerz-2008_Az_32-W-pat-78-06
Timestamp: 2020-08-13 02:10:36
Document Index: 156577899

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 126', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bundespatentgericht, Beschluss vom 19. März 2008, Az.: 32 W (pat) 78/06
Aktenzeichen: 32 W (pat) 78/06
(im Original ca. 22,5 x 12 cm)
Seitens der Markenstelle für Klasse 30 des Deutschen Patent- und Markenamts ist die Anmeldung zunächst beanstandet und sodann in einem ersten Beschluss vom 15. November 2005 als nicht unterscheidungskräftige sowie beschreibende und somit freihaltebedürftige Angabe (§ 8 Abs. 2 Nrn. 1 und 2 MarkenG) zurückgewiesen worden. Eine Darstellung, wie die angemeldete (d. h. eine historische Stadtansicht Dresdens), sei auf dem vorliegenden Warengebiet üblich (unter Hinweis auf beigefügte Internet-Ausdrucke). Es handele sich um einen mittelbaren geografischen Herkunftshinweis, der einem Freihaltungsbedürfnis unterliege, wenn er - wie hier - mit der betreffenden Stadt ohne weiteres identifiziert werde. Die als Marke angemeldete Abbildung habe in Bezug auf die beanspruchten Waren einen werbemäßig hohen Stellenwert und dürfe nicht für einen Einzelnen monopolisiert werden. Zudem fehle das erforderliche Mindestmaß an Unterscheidungskraft.
Die Erinnerung des Anmelders ist durch Beschluss derselben Markenstelle vom 6. Juni 2006 zurückgewiesen worden. Der angemeldeten Marke fehle jegliche Unterscheidungskraft, da sie sich in einer bildlichen Beschreibung der geografischen Herkunft der Waren (aus der Stadt Dresden) erschöpfe.
1. Nach § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG sind solche Marken von der Registrierung ausgeschlossen, die ausschließlich aus Zeichen oder Angaben bestehen, welche im Verkehr zur Bezeichnung u. a. der Art, der Beschaffenheit oder der geografischen Herkunft der beanspruchten Waren dienen können. Die angemeldete Darstellung gibt - wie unstreitig ist - eine historische Abbildung des Zentrums der Stadt Dresden (nach Art einer Vedute) wieder. Back- und Konditoreiwaren, und hier insbesondere Stollen, sind für Dresden typische Produkte; Dresdner Christstollen sind in ganz Deutschland (und darüber hinaus) bekannt. Das als solches deutlich erkennbare Bild der Stadt Dresden ist somit geeignet, einen Hinweis auf die geografische Herkunft so gekennzeichneter Produkte des Backwarensektors zu geben (sog. mittelbare geografische Herkunftsangabe; vgl. Ströbele/Hacker, MarkenG, 8. Aufl., § 8 Rdnr. 230, § 126, Rdnr. 45), darüber hinaus auch auf eine traditionelle Herstellungsmethode.
Az: 32 W (pat) 78/06
https://www.admody.com/urteilsdatenbank/0586e9c86188/BPatG_Beschluss_vom_19-Maerz-2008_Az_32-W-pat-78-06
<a href="https://www.admody.com/urteilsdatenbank/0586e9c86188/BPatG_Beschluss_vom_19-Maerz-2008_Az_32-W-pat-78-06" title="Bundespatentgericht, Beschluss vom 19. März 2008, Az.: 32 W (pat) 78/06">Bundespatentgericht, Beschluss vom 19. März 2008, Az.: 32 W (pat) 78/06</a>
[URL=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/0586e9c86188/BPatG_Beschluss_vom_19-Maerz-2008_Az_32-W-pat-78-06]Bundespatentgericht, Beschluss vom 19. März 2008, Az.: 32 W (pat) 78/06[/URL]
<ref name=UQJiUaV07>{{cite web|title=Bundespatentgericht, Beschluss vom 19. März 2008, Az.: 32 W (pat) 78/06|url=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/0586e9c86188/BPatG_Beschluss_vom_19-Maerz-2008_Az_32-W-pat-78-06|publisher=Admody Rechtsanwälte Aktiengesellschaft|accessdate=13. August 2020}}</ref>
13.08.2020 - 04:10 Uhr
LG Dortmund, Urteil vom 15. Januar 2016, Az.: 3 O 610/15 - BPatG, Beschluss vom 5. März 2009, Az.: 30 W (pat) 81/06 - OLG Hamm, Beschluss vom 16. Mai 2011, Az.: I-8 AktG 1/11 - BPatG, Beschluss vom 5. Februar 2004, Az.: 5 W (pat) 419/03 - BGH, Beschluss vom 29. Mai 2008, Az.: I ZB 55/05 - BGH, Beschluss vom 18. Oktober 2005, Az.: 1 StR 114/05 - BPatG, Beschluss vom 19. Juni 2002, Az.: 26 W (pat) 290/00 - BGH, Beschluss vom 8. Juli 2008, Az.: X ZB 1/08 - BPatG, Urteil vom 27. April 2004, Az.: 3 Ni 49/02 - BPatG, Beschluss vom 14. Juli 2011, Az.: 17 W (pat) 63/06