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Timestamp: 2016-10-26 00:39:29
Document Index: 351724662

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 147', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 147', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 101', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 108', 'Art. 6', 'Art. 147', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 108', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 142', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 147', 'BGE', 'Art. 107', 'Art. 108', 'Art. 146', 'Art. 149', 'Art. 101', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 159', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 312', 'Art. 306', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 147', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 146', 'Art. 146', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 146', 'Art. 156', 'Art. 158', 'Art. 159', 'Art. 118', 'Art. 160', 'Art. 118', 'Art. 106', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 118', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 143', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 16', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 343', 'Art. 350', 'Art. 16', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 29', 'Art. 32', 'Art. 107', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 139', 'Art. 6', 'Art. 101', 'Art. 108', 'Art. 146', 'Art. 149', 'Art. 107', 'Art. 147', 'Art. 147', 'Art. 16', 'Art. 63', 'Art. 142', 'Art. 143', 'Art. 311', 'Art. 147', 'Art. 147', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 306', 'Art. 147', 'Art. 312', 'Art. 306', 'Art. 159', 'Art. 107', 'Art. 147', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 146', 'BGE', 'Art. 149', 'Art. 147', 'Art. 101', 'Art. 101', 'Art. 108', 'Art. 101', 'Art. 225', 'BGE', 'Art. 101', 'Art. 224', 'BGE', 'Art. 147', 'Art. 101', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 147', 'Art. 108', 'Art. 147', 'Art. 101', 'Art. 147', 'BGE', 'Art. 101', 'Art. 108', 'Art. 147', 'Art. 101', 'Art. 108', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 108', 'Art. 139', 'Art. 6', 'Art. 147', 'Art. 101', 'BGE', 'Art. 221', 'Art. 221', 'Art. 108', 'Art. 221', 'Art. 147', 'Art. 108', 'Art. 224', 'Art. 108', 'Art. 3', 'Art. 108', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 146', 'Art. 149', 'Art. 108', 'Art. 108', 'Art. 108']

139 IV 254. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Generalstaatsanwaltschaft gegen X. (Beschwerde in Strafsachen)
Art. 3 al. 2 let. c, art. 101 al. 1, art. 107 al. 1 let. b, art. 108 al. 1 let. a et al. 2, art. 139 al. 1, art. 146 al. 1, art. 147 al. 1, art. 224 al. 1 et art. 312 al. 2 CPP; droit des parties de participer � l'audition des coaccus�s, des t�moins et des personnes entendues � titre de renseignement. Exigences mat�rielles et objet du litige (consid. 1-3). R�gles de proc�dure relatives aux auditions s�par�es et � l'administration des preuves en pr�sence des parties (consid. 4). Le droit des personnes accus�es de participer � l'administration des preuves vaut en principe aussi pour l'audition des coaccus�s (consid. 5.1-5.3). Conflits possibles avec la recherche de la v�rit� et le principe de l'�galit�; exceptions au principe de l'administration des preuves en pr�sence des parties (consid. 5.4 et 5.5). Probl�matique de l'admission d'accus�s qui n'ont pas encore �t� entendus aux auditions de coaccus�s (consid. 5.5.2-5.5.4). Droit de l'accus� qui a d�j� �t� entendu par le minist�re public et de son d�fenseur de participer aux auditions de coaccus�s, de t�moins et de personnes entendues � titre de renseignement. Exception au principe de l'administration des preuves en pr�sence des parties ni�e dans le cas particulier (consid. 5.5.5-5.5.11). Faits � partir de page 26
A. Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau f�hrt eine Strafuntersuchung gegen X. (nachfolgend: Beschuldigter) und zwei Mitbeschuldigte wegen Diebstahls. Im Hinblick auf die f�r den 19. Januar 2012 angek�ndigten Einvernahmen der beiden Mitbeschuldigten stellte der Beschuldigte ein Gesuch um Teilnahme an den Einvernahmen, welches die Staatsanwaltschaft mit Verf�gung vom 13. Januar 2012 abwies. Ein weiteres Gesuch des Beschuldigten um Teilnahme an den weiteren Einvernahmen von Mitbeschuldigten, Auskunftspersonen und allf�lligen Zeugen (eventuell vorerst beschr�nkt auf den Offizialverteidiger) entschied die Staatsanwaltschaft am 26. Januar 2012 ebenfalls abschl�gig. Eine vom Beschuldigten dagegen erhobene Beschwerde hiess das Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, mit Beschluss vom 13. April 2012 gut.
Das Obergericht hat auf eine Vernehmlassung ausdr�cklich verzichtet. Der Beschuldigte beantragt mit Stellungnahme vom 6. Juni 2012 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.
1. Die Generalstaatsanwaltschaft ist in F�llen wie dem vorliegenden zur Beschwerde legitimiert (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG; vgl. BGE 137 IV 340 E. 2.3 S. 344-346). Auch das Sachurteilserfordernis des nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteils bei nicht verfahrensabschliessenden Zwischenentscheiden (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) ist erf�llt. Die streitigen Grundsatzfragen sind rechtzeitig im h�ngigen Untersuchungsverfahren zu kl�ren. Falls sich erst in einem sp�teren Beschwerdeverfahren gegen den Endentscheid herausstellen w�rde, dass der Ausschluss des Beschuldigten von den Einvernahmen unzul�ssig war, droht zum Nachteil der beschwerdef�hrenden Generalstaatsanwaltschaft ein empfindlicher Beweisverlust (vgl. Art. 147 Abs. 4 StPO [SR 312.0]). Bei einer verfr�hten Zulassung des Beschuldigten zu Einvernahmen droht demgegen�ber (nach den Darlegungen der Generalstaatsanwaltschaft) Kollusion bzw. eine Verf�lschung der Beweisergebnisse. Auch aus Sicht des Beschuldigten dr�ngt sich eine Kl�rung seiner gesetzlich verankerten Partei- und Teilnahmerechte im Untersuchungsverfahren auf. In �hnlichen Konstellationen (insbesondere betreffend Akteneinsicht bzw. drohende Beweisverluste) hat das Bundesgericht den Rechtsnachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ebenfalls bejaht (BGE 137 IV 340 E. 2.3.3 und 2.3.4 S. 345 f.; Urteile 1B_238/2011 vom 13. September 2011, in: Pra 2012 Nr. 34 S. 230 ff.; 1B_32/2010 vom 10. Mai 2010 E. 1).
2. Das Obergericht erw�gt im angefochtenen Entscheid zusammengefasst Folgendes: Die Parteien h�tten (gest�tzt auf Art. 147 Abs. 1 StPO) grunds�tzlich das Recht, an s�mtlichen Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft teilzunehmen. Dazu geh�re namentlich die Einvernahme von (mit)beschuldigten Personen, Zeugen oder Auskunftspersonen. Die von der Staatsanwaltschaft (und vom Z�rcher Obergericht) vertretene These, wonach der in Art. 146 Abs. 1 StPO verankerte Grundsatz der getrennten Einvernahme eine Ausnahme zum Teilnahmerecht nach Art. 147 Abs. 1 StPO bilde, �berzeuge nicht. Insofern sei der Praxis des Appellationsgerichtes BGE 139 IV 25 S. 28Basel-Stadt zu folgen. Gewisse Einschr�nkungen des Teilnahmerechtes seien zwar (gest�tzt auf Art. 108 StPO und allenfalls in Analogie zu Art. 101 Abs. 1 StPO) zul�ssig. Im vorliegenden Fall sei dem Beschuldigten die Teilnahme an den Befragungen von Mitbeschuldigten, Zeugen und Auskunftspersonen jedoch zu Unrecht verweigert worden.
3. 3.1 Die Staatsanwaltschaft st�tzt die von ihr verf�gte Verweigerung der Teilnahme des Beschuldigten und seines Offizialverteidigers an den fraglichen Einvernahmen auf Art. 146 Abs. 1 StPO. Die Bestimmung bezwecke, Kollusionshandlungen zu verhindern. Daher sei es in der Anfangsphase des Strafverfahrens zul�ssig, die einzelnen Beschuldigten in dem Sinne getrennt voneinander zu befragen, dass sie und ihre Verteidiger wechselseitig von den Einvernahmen der �brigen Mitbeschuldigten (vorerst) ausgeschlossen werden. Damit k�nne sichergestellt werden, dass die Untersuchungsbeh�rde nicht von Anfang an allen Beschuldigten s�mtliche Informationen offenlegen m�sste und die Beschuldigten nicht die M�glichkeit h�tten, ihre Aussagen an diejenigen der Mitbeschuldigten anzupassen. Diese Interpretation (von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 147 Abs. 1 StPO) entspreche der bisherigen (vor Inkrafttreten der neuen StPO am 1. Januar 2011 geltenden) Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK.
3.2 Die beschwerdef�hrende Generalstaatsanwaltschaft macht �berdies (zusammengefasst) geltend, im vorliegenden Fall sei jedenfalls eine Einschr�nkung des Teilnahmerechtes gest�tzt auf Art. 108 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO zul�ssig. Der in der StPO statuierte Grundsatz der Partei�ffentlichkeit von Beweisabnahmen konkretisiere prim�r den sich aus Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ergebenden Anspruch des Beschuldigten auf Konfrontation mit belastenden Gew�hrspersonen. In seiner allgemeinen Ausrichtung gehe Art. 147 Abs. 1 StPO aber weit �ber diesen Anspruch hinaus. Die bisherige Praxis des Bundesgerichtes zu Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK und Art. 32 Abs. 2 BV habe lediglich grundrechtliche Minimalgarantien f�r das Teilnahmerecht an Beweiserhebungen entwickelt. Der drohende Rechtsmissbrauch (im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO) sei in m�glichen Verdunkelungshandlungen zu sehen. Im Haftantrag der Staatsanwaltschaft vom 20. Dezember 2011 sei Kollusionsgefahr als Haftgrund gegen den Beschuldigten wie folgt begr�ndet worden: "Es muss verhindert werden, dass die drei Verhafteten ihre Aussagen absprechen, m�gliche BGE 139 IV 25 S. 29Mitt�ter warnen, resp. evtl. weiteres Deliktsgut, Einbruchswerkzeug oder Spuren verschwinden lassen resp. vernichten". Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft erscheint es sachgerecht, das Teilnahmerecht an Beweiserhebungen "mit der gleichen Begr�ndung" einzuschr�nken, mit der die Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr angeordnet wurde.
4. 4.1 Die Artikel 142-146 StPO regeln (im Rahmen des 2. Abschnitts "Einvernahmen", im 1. Kapitel "Allgemeine Bestimmungen" unter dem 4. Titel "Beweismittel") die allgemeinen Modalit�ten der strafprozessualen Einvernahmen. Art. 146 StPO tr�gt den Randtitel "Einvernahmen mehrerer Personen und Gegen�berstellungen". Er ordnet im Wesentlichen einvernahmetechnische Fragen der genannten Befragungsf�lle. Art. 146 Abs. 1 StPO bestimmt, dass mehrere zu befragende Personen im Regelfall "getrennt einvernommen" werden. "Getrennt" voneinander bedeutet zun�chst, dass Befragte (insbesondere Zeugen oder Mitbeschuldigte) im Rahmen der gleichen Einvernahmesitzung nicht gemeinsam (d.h. gleichzeitig oder wechselseitig) befragt werden, sondern nacheinander. Vorbehalten ist der Sonderfall der Konfrontationseinvernahme verschiedener Personen nach erfolgten ersten Befragungen (Art. 146 Abs. 2 StPO; vgl. Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085 ff., 1186). Sinn und Zweck von Art. 146 Abs. 1 StPO ist in diesem Sinne die ungest�rte Wahrheitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Kollusion. Die Bestimmungen von Art. 142-146 StPO sind allgemeiner Natur und gelten f�r alle Einvernahmearten (Befragungen von Beschuldigten, Privatkl�gern, Zeugen, Auskunftspersonen usw.). Sie enthalten keine Vorschriften zu den Teilnahmerechten der Parteien bei Beweiserhebungen (namentlich bei Einvernahmen). Insbesondere l�sst sich dem Wortlaut von Art. 146 Abs. 1 StPO nicht entnehmen, dass die Parteien zu den getrennten Einzeleinvernahmen nicht zuzulassen seien. Die Teilnahmerechte der Parteien werden (im sich anschliessenden 3. Abschnitt) in Art. 147 und 148 StPO separat geregelt:
4.2 Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO statuiert den Grundsatz der Partei�ffentlichkeit der Beweiserhebungen im Untersuchungs- und Hauptverfahren und bestimmt, dass die Parteien das Recht haben, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch BGE 139 IV 25 S. 30auf rechtliches Geh�r (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es kann nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen (vgl. Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; s. auch Art. 101 Abs. 1 StPO) eingeschr�nkt werden (vgl. Botschaft StPO, BBl 2006 1187). Beweise, die in Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO erhoben worden sind, d�rfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwesend war (Art. 147 Abs. 4 StPO). Zwischen Konfrontationseinvernahmen mehrerer Personen (Art. 146 Abs. 2 StPO) und der Teilnahme an partei�ffentlichen Einzel befragungen mit dem Recht, dem einzeln Befragten in der Folge Erg�nzungsfragen zu stellen (Art. 147 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 146 Abs. 1 StPO), ist im �brigen zu differenzieren.
4.3 Die Anwesenheit der Verteidigung bei polizeilichen Einvernahmen richtet sich nach Art. 159 StPO (Art. 147 Abs. 1 Satz 2 StPO). Bei Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchf�hrt, k�nnen die Parteien die gleichen Rechte nach Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO beanspruchen (Art. 312 Abs. 2 i.V.m. Art. 306 Abs. 3 StPO; Botschaft StPO, BBl 2006 1187). Zeugen haben hingegen (im Gegensatz zu den Parteien) kein Teilnahmerecht bei partei�ffentlichen Beweiserhebungen. Deshalb folgt aus Art. 146 Abs. 1 StPO, dass Zeugen nicht nur einzeln und separat befragt werden, sondern dass sie vor ihrer Befragung auch keine Kenntnis von den Aussagen anderer Zeugen und Gew�hrspersonen (oder der Parteien) erhalten (vgl. auch Art. 146 Abs. 4 lit. b StPO).
5. In einem ersten Schritt ist zu pr�fen, ob der gesetzliche Anspruch Beschuldigter auf Teilnahme an Beweiserhebungen auch f�r die Einvernahme von Mitbeschuldigten grunds�tzlich gilt (Art. 147 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 146 Abs. 1 StPO). Falls dies bejaht wird, ist weiter zu pr�fen, ob im vorliegenden Fall eine gesetzliche Ausnahme vom Teilnahmeanspruch erf�llt ist.
5.1 Die in Erw�gung 4 dargelegte Systematik der StPO und die Wortlaute der genannten Vorschriften sprechen f�r die grunds�tzliche Zulassung beschuldigter Personen (und ihrer Verteidigung) zur partei�ffentlichen Einvernahme von Mitbeschuldigten (und weiteren Gew�hrspersonen). Insbesondere bildet das in Art. 146 Abs. 1 StPO verankerte Prinzip der "getrennten" Einvernahme keine selbstst�ndige gesetzliche Ausnahme zu den spezifischen Parteirechten nach Art. 147 Abs. 1 StPO. Ein prinzipieller Teilnahmeanspruch beschuldigter Personen wird denn auch von der �berwiegenden Literatur (sowie von der baselst�dtischen, Berner und Waadtl�nder Gerichtspraxis) bejaht (vgl. BGE 139 IV 25 S. 31FELIX BOMMER, Ausschluss des Mitbeschuldigten von der Einvernahme der beschuldigten Person?, BE N'ius, Neues aus der Berner Justiz, 2012 Heft 10 S. 28 ff., 29; STEFAN CHRISTEN, Zum Anwesenheitsrecht der Privatkl�gerschaft im schweizerischen Strafprozessrecht, ZStrR 129/2011 S. 463 ff.; GUNHILD GODENZI, Heimliche Einvernahmen: Die Aush�hlung der Partei�ffentlichkeit der Untersuchung durch den Grundsatz der getrennten Einvernahme, ZStrR 129/2011 S. 322 ff.; dies., in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO;nachfolgend: Kommentar], 2010, N. 2 und 25 zu Art. 146StPO; FRANZ RIKLIN, StPO Kommentar, 2010, N. 1-4 der Vorbem. zu Art. 147 f. und N. 1 zu Art. 147 StPO; DORRIT SCHLEIMINGER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 5 zu Art. 147 StPO; NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts [nachfolgend: Handbuch], 2009, Rz. 818, 823;OLIVIER THORMANN, in: Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 2 zu Art. 146 und N. 1-2 zu Art. 147 StPO; ANDR� VOGELSANG, Art. 147 StPO: Wirksamer Gegenpol zur Allmacht der Staatsanwaltschaft oder bloss toter Buchstabe?, Anwalts-Revue 2012 S. 230 ff., 234; WOLFGANG WOHLERS, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2010, N. 5 zu Art. 147StPO; Urteile AppGer/BS Nr. BE.2011.87 vom 19. Januar 2012 und Nr. BE.2011.20 vom 14. April 2011, in: forumpoenale 2011 S. 276; TC/VD vom 10. Mai 2012; a.M. KATHARINA GRAF, in: Polizeiliche Ermittlung, Handbuch, Albertini/Fehr/Voser [Hrsg.], 2008, S. 171 f.; DANIEL H�RING, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 1 und 2 zu Art. 146 StPO; THOMAS HANSJAKOB, Geheime Erhebung von Beweisen nach StPO, forumpoenale 2011 S. 299 ff.; CHRISTOPH ILL, in: Kommentierte Textausgabe [...] StPO, Goldschmid/Maurer/Sollberger [Hrsg.],2008, S. 133; MARCEL MEIER, Kollusionsverhinderung im Vorverfahren der Schweizerischen Strafprozessordnung, Masterarbeit Luzern 2011, S. 34, 36; NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [nachfolgend: Praxiskommentar], 2009, N. 1 und 3 zu Art. 146 StPO[anders aber SCHMID, Handbuch, a.a.O., Rz. 818, 823]; Urteile ObGer/ZH Nr.UH110023 vom 11. Mai 2011, in: ZR 110/2011 S. 102; ObGer/AG Nr. SBK.2011.91 vom 19. Mai 2011, in: forumpoenale 2011 S. 208; ObGer/TG Nr. SW.2011.2011 vom 29. September 2011, in: RBOG 2011 S. 166; TC/GE Nr. ACPR/93/2011 vom 4. Mai 2011).
5.2 Dieses Zwischenergebnis wird durch die Gesetzesmaterialien nicht entkr�ftet: BGE 139 IV 25 S. 32
5.2.1 Der Vorentwurf zur StPO (VE/StPO, Fassung des Bundesamtes f�r Justiz, Juni 2001) sah in Art. 156 Abs. 1 VE/StPO eine dem Art. 146 Abs. 1 StPO �hnliche Regelung vor: "Die zu befragenden Personen werden in der Regel getrennt einvernommen". Zwar seien gem�ss Begleitbericht zum VE/StPO "verschiedene Beschuldigte, Zeuginnen und Zeugen etc. einzeln unter Ausschluss der anderen einzuvernehmen" (Begleitbericht VE, S. 113). Diese etwas apodiktisch formulierte Aussage wird jedoch durch die weiteren Bestimmungen des Vorentwurfes und durch pr�zisierende Hinweise des Begleitberichtes relativiert: Zun�chst schr�nkt Art. 156 Abs. 1 VE/StPO selbst ausdr�cklich ein, dass die Einvernahmen nur "in der Regel" getrennt erfolgen sollen. Sodann wurde auch im Vorentwurf (Art. 158 Abs. 1 VE/StPO) bereits der Grundsatz der Partei�ffentlichkeit von Beweisabnahmen statuiert. Art. 159 Abs. 1 VE/StPO r�umte der Verteidigung das Recht ein, "bei den Einvernahmen der Beschuldigten durch Staatsanwaltschaft und Gerichte anwesend zu sein und ihnen Erg�nzungsfragen zu stellen". Gem�ss Begleitbericht zum Vorentwurf gilt dieses Teilnahmerecht "schon bei der ersten Einvernahme". Bei der Teilnahme an Einvernahmen von Mitbeschuldigten seien allerdings "die Einschr�nkungen von Art. 118" VE/StPO (sowie die Schutzmassnahmen gem�ss Art. 160-164 VE/StPO) zu beachten (Begleitbericht VE, S. 115). Daraus ergibt sich, dass schon der VE/StPO den Grundsatz der Partei�ffentlichkeit von Einvernahmen aufnahm und f�r zul�ssige Einschr�nkungen von Parteirechten auf den gesetzlichen Ausnahmenkatalog verwies. Diesbez�glich ist den Materialien folgende Entwicklung zu entnehmen:
5.2.2 Art. 118 Abs. 2 lit. c VE/StPO hatte noch vorgesehen, dass die Strafbeh�rden "f�r den geordneten Ablauf des Verfahrens" den Verfahrensausschluss bzw. die Beschr�nkung des rechtlichen Geh�rs einer Partei anordnen konnten. Diese Regelung wurde allerdings weder in den bundesr�tlichen Entwurf (Art. 106 E/StPO) �bernommen, noch in die vom Parlament verabschiedete einschl�gige Version von Art. 108 Abs. 1 und 2 StPO. Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO verlangt f�r eine Geh�rsbeschr�nkung vielmehr den begr�ndeten Verdacht, dass eine Partei "ihre Rechte missbraucht" (vgl. dazu n�her unten, E. 5.5.6-5.5.11). Die �brigen Einschr�nkungsgr�nde von Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO entsprechen denjenigen des Vorentwurfes (Art. 118 Abs. 2 lit. a und b VE/StPO). Dementsprechend wird in der bundesr�tlichen Botschaft ausdr�cklich darauf hingewiesen, dass das (in vielen kantonalen Prozessgesetzen noch als Ausschlussgrund anerkannte) "gef�hrdete BGE 139 IV 25 S. 33Verfahrensinteresse" f�r sich allein nicht mehr gen�ge, "um das rechtliche Geh�r vor allem in der Anfangsphase des Vorverfahrens einzuschr�nken" (Botschaft StPO, BBl 2006 1164).
5.2.3 Schliesslich war in Art. 156 Abs. 4 lit. b VE/StPO noch ausdr�cklich vorgesehen gewesen, dass die Parteien vor�bergehend von der Verhandlung ausgeschlossen werden konnten, wenn sie selbst im Verfahren "noch als Beschuldigte, Zeuginnen oder Zeugen, Auskunftspersonen oder Sachverst�ndige einzuvernehmen" waren. Sowohl im bundesr�tlichen Entwurf (Art. 143 Abs. 4 lit. b E/StPO) als auch in der in Kraft getretenen Fassung von Art. 146 Abs. 4 lit. b StPO wurden die Beschuldigten dann jedoch von dieser Einschr�nkung ihrer Parteirechte ausgenommen.
5.3 Die gegen�ber der fr�heren Rechtslage gest�rkten Partei- und Teilnahmerechte der Beschuldigten bei Beweiserhebungen, insbesondere der Grundsatz der Partei�ffentlichkeit, bilden einen vom Gesetzgeber angestrebten Ausgleich zu der in der neuen StPO (ebenfalls bewusst) ausgebauten starken Stellung der Staatsanwaltschaft im Vorverfahren (vgl. BOMMER, a.a.O, S. 28; STEFAN CHRISTEN, Anwesenheitsrecht im schweizerischen Strafprozessrecht mit einem Exkurs zur Vorladung [nachfolgend: Vorladung], Z�rcher Studien zum Verfahrensrecht, Bd. 161, 2009, S. 8; GODENZI, Kommentar, a.a.O., N. 2 zu Art. 147 StPO; RIKLIN, a.a.O., N.1-4 zu Art. 16 und N. 1-4 der Vorbem. zu Art. 147 StPO; THORMANN, a.a.O., N. 1-3 zu Art. 147 StPO; VOGELSANG, a.a.O., S. 230 ff.). Diese St�rkung der Parteirechte im Untersuchungsverfahren rechtfertigt sich zudem unter dem Gesichtspunkt, dass im Hauptverfahren die nochmalige Erhebung von (im Vorverfahren ordnungsgem�ss erhobenen) Beweisen eingeschr�nkt ist (Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 350 Abs. 2 StPO; vgl. GODENZI, a.a.O., ZStrR 129/2011 S. 337; RIKLIN, a.a.O., N. 4 zu Art. 16 und N. 3 der Vorbem. zu Art. 147 StPO). Einschr�nkungen der Parteirechte (insbesondere des in Art. 147 Abs. 1 StPO konkretisierten Anspruchs auf rechtliches Geh�r) bed�rfen einer ausreichend klaren gesetzlichen Grundlage und m�ssen verh�ltnism�ssig sein (vgl. 36 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 107 und 108 StPO).
5.4 Die Generalstaatsanwaltschaft und ein Teil der Lehre legen allerdings dar, dass die gesetzliche Regelung zu Effizienzverlusten der Strafuntersuchung in Kollektivf�llen und zu gewissen prozessualen Ungleichbehandlungen von Mitbeschuldigten f�hren k�nne (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO). Diese Problematik betrifft insbesondere BGE 139 IV 25 S. 34Beschuldigte, die als Erste (in Anwesenheit der Mitbeschuldigten) partei�ffentlich einvernommen werden (vgl. GRAF, a.a.O., S. 171 f.; H�RING, a.a.O., N. 1 zu Art. 146 StPO; HANSJAKOB, a.a.O., S. 299 ff., 308; MEIER, a.a.O., S. 28 ff.; s. auch GODENZI, a.a.O., ZStrR 129/2011 S. 349 f.).
5.4.1 Vor diesem Hintergrund enth�lt die StPO gewisse Korrekturmechanismen. Beweiserhebungen dienen nicht allein der Wahrnehmung des rechtlichen Geh�rs der Parteien, sondern prim�r auch der Wahrheitsfindung im Strafprozess (vgl. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StPO). Zum einen sieht das Gesetz Ausnahmen von der Partei�ffentlichkeit vor (vgl. Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO, dazu nachfolgend, E. 5.5). Zum anderen f�hrt selbst eine Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO nicht zu einem vollst�ndigen Beweisverwertungsverbot gegen�ber allen Parteien, sondern ausschliesslich gegen�ber der Partei, die an der Beweiserhebung nicht anwesend war (Art. 147 Abs. 4 StPO). Bei partei�ffentlichen Befragungenvon Mitbeschuldigten kann eine Entsch�rfung der genannten Problematik oft erreicht werden, wenn die Einvernahmen relativ rasch nacheinander erfolgen und bei der Festlegung der Reihenfolge und Modalit�ten von Beweiserhebungen konkreten Beeinflussungsgefahren im Einzelfall Rechnung getragen wird. Die verfahrensleitende Staatsanwaltschaft bestimmt die Reihenfolge und den Ablauf von partei�ffentlichen Befragungen. Sie hat insbesondere daf�r Sorge zu tragen, dass in Anwesenheit von Parteien und Parteivertretern keine unzul�ssigen Beeinflussungen oder Absprachen erfolgen (vgl. Art. 16 Abs. 2 i.V.m. Art. 63, Art. 142 Abs. 1, Art. 143 Abs. 5 und Art. 311 Abs. 1 StPO). Was Erg�nzungsfragen von Mitbeschuldigten an partei�ffentlichen Einvernahmen betrifft, schreibt Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO nicht vor, in welchem Zeitpunkt das zus�tzliche Recht, Fragen an den Erstbefragten zu stellen, zu gew�hrleisten ist ("und einvernommenen Personen Fragen zu stellen"). Wann das Fragerecht ausge�bt werden darf, bestimmt die Verfahrensleitung (vgl. WOHLERS, a.a.O., N. 6 zu Art. 147 StPO).
5.4.2 In den Hauptanwendungsf�llen des Anspruchs der Parteien auf Erg�nzungsfragen, n�mlich bei der Einvernahme von Zeugen (und weiteren Gew�hrspersonen) sowie bei der Konfrontationseinvernahme erscheint es unproblematisch, wenn die Erg�nzungsfragen sofort nach der Einvernahme gestellt werden: An der Befragung von Zeugen k�nnen alle Mitbeschuldigten gleichberechtigt und in identischer BGE 139 IV 25 S. 35Rolle teilnehmen und dabei Erg�nzungsfragen stellen. Im Falle von Konfrontationseinvernahmen von Mitbeschuldigten (Art. 146 Abs. 2 StPO) k�nnen sich alle Gegen�bergestellten wechselseitig zu den Aussagen der Befragten �ussern und (im Rahmen der gleichen Konfrontationseinvernahme) Erg�nzungsfragen stellen. Bei der partei�ffentlichen Einzelbefragung von Mitbeschuldigten (Art. 147 Abs. 1 StPO) ist nach Massgabe der jeweiligen Verh�ltnisse des Einzelfalles in sachgerechter Weise vorzugehen.
5.4.3 Separate (nicht partei�ffentliche) polizeiliche Befragungen sind im Ermittlungsverfahren m�glich, wenn die Polizei im Rahmen ihrer selbstst�ndigen Ermittlungst�tigkeit Befragungen von tatverd�chtigen Personen durchf�hrt (Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO). Falls die Staatsanwaltschaft hingegen Einvernahmen (vor oder nach Er�ffnung der Strafuntersuchung) an die Polizei delegiert, gelten die Bestimmungen von Art. 147 Abs. 1 StPO betreffend Teilnahmerechte (Art. 312 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 306 Abs. 3 StPO; zum Anspruch des polizeilich befragten Beschuldigten auf Beizug des eigenen Verteidigers s. auch Art. 159 Abs. 1 StPO).
5.5 Zu pr�fen bleibt, ob im vorliegenden Fall eine zul�ssige Ausnahme von der grunds�tzlichen Partei�ffentlichkeit der Beweiserhebungen gegeben ist bzw. ob der verf�gte Ausschluss des Beschuldigten und seines Offizialverteidigers von den Einvernahmen von Mitbeschuldigten und Gew�hrspersonen bundesrechtskonform erscheint.
5.5.1 Im Rahmen ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r haben die Parteien namentlich das Recht, an Verfahrenshandlungen teilzunehmen (Art. 107 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 147 Abs. 1 StPO). Die Strafbeh�rden k�nnen das rechtliche Geh�r einschr�nken, wenn der begr�ndete Verdacht besteht, dass eine Partei ihre Rechte missbraucht (Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO), oder wenn die Einschr�nkung erforderlich ist f�r die Sicherheit von Personen bzw. zur Wahrung �ffentlicher oder privater Geheimhaltungsinteressen (Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO). Einschr�nkungen gegen�berRechtsbeist�nden sind nur zul�ssig, wenn der Rechtsbeistand selbst Anlass f�r die Beschr�nkung gibt (Art. 108 Abs. 2 StPO). Zul�ssige Einschr�nkungen sind zu befristen oder auf einzelne Verfahrenshandlungen zu begrenzen (Art. 108 Abs. 3 StPO). Ein vor�bergehender Ausschluss von Einvernahmeverhandlungen ist ausserdem zul�ssig, wenn bei der fraglichen Person eine Interessenkollision besteht oder diese Person im Verfahren noch als Gew�hrsperson (Zeugin, Zeuge, Auskunftsperson oder sachverst�ndige Person) einzuvernehmen ist (Art. 146 Abs. 4 lit. a und b BGE 139 IV 25 S. 36StPO). Falls Verfahrensbeteiligte (oder deren Angeh�rige) stark gef�hrdet erscheinen, kann im �brigen (als prozessuale Schutzmassnahme) die Einvernahme der verfahrensbeteiligten Person unter Ausschluss der Parteien angeordnet werden (Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO). Diese Beschr�nkungsm�glichkeiten des rechtlichen Geh�rs gelten grunds�tzlich f�r das gesamte Untersuchungsverfahren.
5.5.2 Im Anfangsstadium der Untersuchung, n�mlich bis zur ersten Einvernahme von beschuldigten Personen, ist bei der Auslegung von Art. 147 StPO auch der sachlich eng damit zusammenh�ngenden Bestimmung von Art. 101 Abs. 1 StPO betreffend Akteneinsicht Rechnung zu tragen. Danach k�nnen die Parteien "sp�testens nach der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der �brigen wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens einsehen" (Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO). Art. 108 StPO bleibt ausdr�cklich "vorbehalten" (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 StPO). Nach der Praxis des Bundesgerichtes besteht zu Beginn der Strafuntersuchung noch kein absoluter Anspruch auf eine vollst�ndige Akteneinsicht. In begr�ndeten F�llen kann allerdings schon im fr�hen Verfahrensstadium eine - allenfalls partielle - Akteneinsicht sachlich geboten sein, etwa betreffend relevante Haftakten in Haftpr�fungsverfahren (vgl. Art. 225 Abs. 2 StPO; BGE 115 Ia 293 E. 5 S. 302-306 mit Hinweisen).
5.5.3 Die Vorinstanz erw�gt in einem obiter dictum, dass sich - bei noch nicht staatsanwaltlich einvernommenen Beschuldigten - in "Analogie" zu Art. 101 Abs. 1 StPO ein Ausschluss von der Partei�ffentlichkeit von Einvernahmen ergeben k�nne. Das Teilnahmerecht d�rfe ausnahmsweise und in engen Grenzen eingeschr�nkt werden, wenn der (grunds�tzlich teilnahmeberechtigte) Beschuldigte selbst noch nicht mit den Sachverhalten konfrontiert wurde, die den Mitbeschuldigten in den fraglichen Einvernahmen vorgehalten werden sollen. Die Vorinstanz verneinte f�r den vorliegenden Fall eine entsprechende prozessuale Konstellation.
5.5.4 Zu diesem obiter dictum hat das Bundesgericht im hier zu beurteilenden Fall ebenfalls nicht abschliessend Stellung zu nehmen, da der beschuldigte private Beschwerdegegner (im Hinblick auf die Anordnung von Untersuchungshaft) bereits durch die Staatsanwaltschaft einvernommen worden ist (vgl. Art. 224 Abs. 1 StPO). Angesichts der grossen praktischen Bedeutung der betreffenden Fragen dr�ngen sich diesbez�glich immerhin einige (hier nicht entscheiderhebliche) grunds�tzliche Erw�gungen auf: BGE 139 IV 25 S. 37
5.5.4.1 Bei der Auslegung der StPO ist eine Koh�renz zwischen den inhaltlich konnexen Bestimmungen betreffend Akteneinsicht und Teilnahme an Beweiserhebungen anzustreben. Soweit der Wortlaut von Art. 147 Abs. 1 StPO den aufgezeigten Zielkonflikten (zwischen der strafprozessualen Wahrheitsfindung einerseits und den Parteirechten bzw. der prozessualen Gleichbehandlung von Mitbeschuldigten anderseits) keine Rechnung tr�gt (vgl. oben, E. 5.4), hat eine sachgerechte wertungskoh�rente L�ckenf�llung (bzw. teleologische Reduktion) der Norm zu erfolgen. Danach kann die Staatsanwaltschaft - �hnlich wie bei der Akteneinsicht nach Art. 101 Abs. 1 StPO - im Einzelfall pr�fen, ob sachliche Gr�nde f�r eine vorl�ufige Beschr�nkung der Partei�ffentlichkeit bestehen. Solche Gr�nde liegen insbesondere vor, wenn im Hinblick auf noch nicht erfolgte Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr gegeben ist. Falls die Befragung des Mitbeschuldigten sich auf untersuchte Sachverhalte bezieht, welche den (noch nicht einvernommenen) Beschuldigten pers�nlich betreffen und zu denen ihm noch kein Vorhalt gemacht werden konnte, darf der Beschuldigte von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Die blosse M�glichkeit einer abstrakten "Gef�hrdung des Verfahrensinteresses" durch rechtm�ssiges prozesstaktisches Verhalten rechtfertigt hingegen noch keinen Ausschluss von den Einvernahmen (vgl. Botschaft StPO, BBl 2006 1164; YASMINA BENDANI, in: Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 2 zu Art. 108 StPO; CHRISTEN, Vorladung, a.a.O., S. 149 Fn. 790; GODENZI, a.a.O., ZStrR 129/2011 S. 347 f.; VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2010, N. 4 f. zuArt. 108 StPO; MEIER, a.a.O., S. 22; SCHLEIMINGER, a.a.O., N. 14 zu Art. 147 StPO; VEST/HORBER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 5 zu Art. 108 StPO; Urteil AppGer/BS Nr. BE.2011.87 vom 19. Januar 2012 E. 6.1). In den meisten Kantonen entsprach dies auch schon (vor Inkrafttreten von Art. 147 StPO) der grunds�tzlichen Rechtslage nach altem Recht (vgl. dazu HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005, � 76 N. 18).
5.5.4.2 Wie es sich damit verh�lt, braucht hier, wie schon erw�hnt, nicht weiter vertieft zu werden. Keine Beschr�nkungen im Sinne von Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO rechtfertigen sich jedenfalls f�r Beschuldigte, welche bereits einschl�gig einvernommen worden sind.
5.5.5 Im Ergebnis ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass sich im vorliegenden Fall aus einer Auslegung von Art. 147 Abs. 1 i.V.m. BGE 139 IV 25 S. 38Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO kein Ausschluss der Partei�ffentlichkeit begr�nden l�sst. Der angefochtene Entscheid erweist sich insofern als bundesrechtskonform.
5.5.6 Weiter ist zu pr�fen, ob sich hier, nach erfolgter Einvernahme des Beschuldigten, gest�tzt auf Art. 108 StPO eine Ausnahme von der (in Art. 147 Abs. 1 StPO grunds�tzlich gew�hrleisteten) Partei�ffentlichkeit von Beweiserhebungen ableiten l�sst. Auch Art. 101 Abs. 1 Satz 2 StPO statuiert (namentlich f�r besondere Kollusionsrisiken nach erfolgten ersten Einvernahmen) den ausdr�cklichen Vorbehalt von Art. 108 StPO. Zwar folgt aus der blossen Stellung als Mitbeschuldigter noch keine spezifische "Interessenkollision" i.S. von Art. 146 Abs. 4 lit. a StPO (vgl. Botschaft StPO, BBl 2006 1186 unten; BOMMER, a.a.O., S. 30; GODENZI, Kommentar, a.a.O., N. 23 f. zu Art. 146 StPO; H�RING, a.a.O., N. 22 zu Art. 146 StPO; SCHMID, Praxiskommentar, a.a.O., N. 13 f. zu Art. 146 StPO). Bei der Beurteilung des Ausschlussgrundes von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO ist jedoch konkreten Anhaltspunkten f�r rechtsmissbr�uchliches Verhalten Rechnung zu tragen. Dies umso mehr, als neben den Parteirechten auch dem strafprozessualen Ziel der Wahrheitsfindung (Art. 139Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StPO) Nachachtung zu verschaffen ist. Entsprechenden besonderen Verdunkelungsgefahren wird zwar prim�r im Anfangsstadium der Untersuchung (bis zu den ersten Befragungen von Mitbeschuldigten oder wichtigen Zeugen) Rechnung zu tragen sein (vgl. dazu oben, E. 5.5.2-5.5.4). Sie k�nnen aber - aufgrund von entsprechenden Beweisergebnissen - auch erst sp�ter im Verfahren eintreten, etwa wenn eine rechtsmissbr�uchliche direkte Beeinflussung der Aussagen von Dritten konkret droht.
5.5.7 Die M�glichkeit, dass bereits befragte Beschuldigte sp�ter ihr prozesstaktisches Verhalten den Aussagen von Mitbeschuldigten anpassen k�nnten, wurde vom Gesetzgeber grunds�tzlich in Kauf genommen, indem er den Parteien ein Teilnahmerecht bei s�mtlichen Beweiserhebungen einr�umte (Art. 147 Abs. 1 StPO) und die Gesichtspunkte von Art. 101 Abs. 1 StPO hier nicht anwendbar sind. Insoweit hat der Gesetzgeber die Weichen zugunsten einer grossz�gigen Handhabung der Partei�ffentlichkeit gestellt (vgl. oben, E. 5.2 und 5.3). Die blosse M�glichkeit einer abstrakten "Gef�hrdung des Verfahrensinteresses" rechtfertigt - nach erfolgten ersten Einvernahmen - noch keinen Ausschluss (vgl. dazu die Literaturhinweise oben, E. 5.5.4.1). Analoges gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes auch f�r den Haftgrund der Kollusionsgefahr (vgl. MARC BGE 139 IV 25 S. 39FORSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 6 f. zu Art. 221 StPO; MARKUS HUG, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2010, N. 21 zu Art. 221 StPO). Anders zu entscheiden hiesse, dass praktisch in allen untersuchten F�llen von kollektiver Kriminalit�t von Vornherein immer ein Haftgrund gegen alle Mitbeschuldigten best�nde.
5.5.8 Zwar kann ein Rechtsmissbrauchsverdacht im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO m�glich sein, wenn (gest�tzt auf Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO wegen Verdunkelungsgefahr) bereits strafprozessuale Haft gegen den Beschuldigten angeordnet wurde. Ein "automatischer" Ausschluss der Parteirechte nach Art. 147 Abs. 1 StPO bei Haftf�llen w�re jedoch unzul�ssig: Regelm�ssig wird Haft aus qualifizierten allgemeinen Verdunkelungsgr�nden angeordnet (z.B. Spurenvernichtung, Bedrohung oder aktive Beeinflussung von Zeugen usw.). Ein Ausschluss gest�tzt auf Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO verlangt demgegen�ber (auch bei Inhaftierten) Anhaltspunkte f�r rechtsmissbr�uchliches Verhalten im Hinblick auf die fragliche Beweiserhebung. Die blosse M�glichkeit, dass der (nach Art. 224 Abs. 1 StPO bereits obligatorisch befragte) Inhaftierte sein sp�teres Aussageverhalten jenem von Mitbeschuldigten anpassen k�nnte, gen�gt weder als Haftgrund, noch f�r einen pauschalen Ausschluss der Partei�ffentlichkeit von Einvernahmen.
5.5.9 Bei der Pr�fung des Ausschlussgrundes von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO ist - nach Massgabe des jeweiligen Einzelfalles - noch weiteren Gesichtspunkten angemessen Rechnung zu tragen. Wie bereits dargelegt (oben E. 5.4), darf die Partei�ffentlichkeit unter dem Aspekt des Gleichbehandlungsgebotes (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO) nicht zu einer im Ergebnis unfairen Benachteiligung zwischen Mitbeschuldigten f�hren. Soweit ein Ausschluss des Beschuldigten aufgrund von Rechtsmissbrauchsverdacht zul�ssig ist, darf auch die Verteidigung eine entsprechende Kollusion nicht bef�rdern. Bei der Wahrnehmung der Interessen ihrer Klientschaft hat die Verteidigung die Rechtsordnung zu respektieren, wozu auch die gesetzlichen Vorschriften zum Rechtsmissbrauchsverbot geh�ren. Soweit den Verteidiger oder die Verteidigerin nicht pers�nlich ein konkreter Rechtsmissbrauchsverdacht (im Sinne von Art. 108 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 lit. a StPO) trifft, kann die Staatsanwaltschaft in begr�ndeten F�llen auch pr�fen, ob der an Einvernahmen teilnehmenden Verteidigung gegen�ber ihrer Klientschaft eine zeitlich eng befristete f�rmliche Geheimhaltungsverpflichtung aufzuerlegen ist. BGE 139 IV 25 S. 40
5.5.10 Im vorliegenden Fall macht die Generalstaatsanwaltschaft (mit Recht) nicht geltend, dass Einschr�nkungen gest�tzt auf Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO (oder Art. 146 Abs. 4 bzw. Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO) zul�ssig w�ren. Sie stellt sich jedoch auf den Standpunkt, es bestehe (im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO) der begr�ndete Verdacht, dass der Beschuldigte seine Rechte missbraucht. Auch der Offizialverteidiger gebe Anlass zu einem Ausschluss von den Einvernahmen. Die Untersuchungshaft des Beschuldigten sei unter anderem wegen Kollusionsgefahr angeordnet worden. Laut Haftantrag vom 20. Dezember 2011 m�sse verhindert werden, dass die Beschuldigten ihre Aussagen untereinander absprechen, m�gliche Mitt�ter warnen bzw. Deliktsgut, Einbruchswerkzeug oder Spuren verschwinden lassen. Rechtsmissbrauchsgefahr bestehe (nach den Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft im kantonalen Beschwerdeverfahren) auch beim Offizialverteidiger, da dieser einseitig f�r seinen Mandanten t�tig sei und seinerseits kolludieren k�nnte.
5.5.11 Diese Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft begr�nden vor dem Hintergrund der obigen Erw�gungen keinen Verdacht von Rechtsmissbrauch im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO. Inwiefern aufgrund der Teilnahme des Beschuldigten an den Einvernahmen konkrete rechtsmissbr�uchliche Verdunkelungshandlungen (wie Spurenvernichtung, gesetzwidrige Beeinflussungen, direkte Absprachen usw.) erfolgen k�nnten, wird in der Beschwerde nicht dargelegt. Ebenso wenig konkretisiert die Generalstaatsanwaltschaft Verdachtsgr�nde f�r ein Verhalten des Offizialverteidigers, welches als rechtsmissbr�uchlich im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO eingestuft werden k�nnte. Auch f�r den von der Staatsanwaltschaft pauschal verf�gten Ausschluss des Beschuldigten und seines Offizialverteidigers von den ersten Einvernahmen allf�lliger Auskunftspersonen oder Zeugen fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage.