Source: https://www.wirtschaft-recht-aktuell.de/beschlussfassung-im-umlaufverfahren-und-der-nicht-beteiligte-gmbh-gesellschafter-862520/
Timestamp: 2020-07-06 12:18:37
Document Index: 107508724

Matched Legal Cases: ['§ 241', '§ 48', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 45', '§ 47', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Beschlussfassung im Umlaufverfahren - und der nicht beteiligte GmbH-Gesellschafter | Wirtschaft.Recht.Aktuell
Die Nichtladung eines Gesellschafters ist ein Einberufungsmangel, der nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entsprechend § 241 Nr. 1 AktG zur Nichtigkeit der in der Versammlung gefassten Gesellschafterbeschlüsse führt1. Das gilt für die fehlende Beteiligung an Gesellschafterbeschlüssen, die im Umlaufverfahren gefasst werden, in gleicher Weise.
Nach § 48 Abs. 2 GmbHG bedarf es der Abhaltung einer Versammlung nicht, wenn sich sämtliche Gesellschafter in Textform mit der zu treffenden Bestimmung oder mit der schriftlichen Abgabe der Stimmen einverstanden erklären. Wird einem Gesellschafter die Möglichkeit einer solchen Einverständniserklärung nicht eingeräumt, so führt dies ebenso wie die Nichtladung zu einer Gesellschafterversammlung zur Nichtigkeit des gefassten Beschlusses2.
Ist in der Gesellschafterversammlung einer GmbH das Zustandekommen eines bestimmten Beschlusses vom Versammlungsleiter festgestellt worden, so ist der Beschluss mit dem festgestellten Inhalt vorläufig verbindlich3 und bis zur Entscheidung über die Beschlussanfechtungsklage als gültig zu behandeln4.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 2. Juli 2019 – II ZR 406/17
BGH, Urteil vom 14.12 1961 – II ZR 97/59, BGHZ 36, 207, 211; Urteil vom 17.10.1988 – II ZR 18/88, ZIP 1989, 634, 636; Urteil vom 13.02.2006 – II ZR 200/04, ZIP 2006, 707 Rn. 9; Beschluss vom 24.03.2016 – IX ZB 32/15, ZIP 2016, 817 Rn. 21 [↩]
vgl. BGH, Urteil vom 16.01.2006 – II ZR 135/04, ZIP 2006, 852 Rn. 10; Altmeppen in Roth/Altmeppen, GmbHG, 9. Aufl., Anh. § 47 Rn. 9; Zöllner/Noack in Baumbach/Hueck, GmbHG, 21. Aufl., Anh. § 47 Rn. 46; Römermann in Michalski/Heidinger/Leible/J. Schmidt, GmbHG, 3. Aufl., Anh. § 47 Rn. 94 f.; MünchKomm-GmbHG/Wertenbruch, 3. Aufl., Anh. § 47 Rn. 45; Scholz/K. Schmidt, GmbHG, 11. Aufl., § 45 Rn. 65; Raiser in Ulmer/Habersack/Löbbe, GmbHG, 2. Aufl., Anh. § 47 Rn. 43 [↩]
BGH, Urteil vom 21.03.1988 – II ZR 308/87, BGHZ 104, 66; Urteil vom 03.05.1999 – II ZR 119/98, ZIP 1999, 1001, 1002; Urteil vom 11.02.2008 – II ZR 187/06, ZIP 2008, 757 Rn. 22; Urteil vom 21.06.2010 – II ZR 230/08, ZIP 2010, 1640 Rn. 16 [↩]
vgl. BGH, Urteil vom 04.04.2014 – V ZR 167/13, ZMR 2015, 235 Rn. 6 f.; Urteil vom 26.10.2018 – V ZR 328/17, NJW 2019, 1216 Rn. 24 [↩]