Source: https://anwalt-kg.de/insolvenzrecht/regelinsolvenz/?s=
Timestamp: 2020-02-20 02:27:17
Document Index: 201005088

Matched Legal Cases: ['§ 88', '§ 301', '§ 305', '§ 2', '§ 129', '§ 138', '§ 142', '§ 88', '§ 290', '§ 290', '§ 88', '§ 88', '§ 295', '§ 301', '§ 283', '§ 300', '§ 302', '§ 300', '§ 88', '§ 301', '§ 4']

Regelinsolvenzverfahren 2019 - Ablauf, Tipps & Hinweise | KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ
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REGELINSOLVENZ: BUNDESWEIT VOM FACHANWALT
Schuldenfrei in 3, 5 oder 6 Jahren ✓ Pfändungsschutz ✓ Keine Wartezeit ✓ Fachanwalt Insolvenz ✓
Die Regelinsolvenz – Was ist das?
Die Regelinsolvenz ist das Insolvenzverfahren für Unternehmer. Sie gibt selbstständigen Personen – Unternehmern und Freiberuflern – die Möglichkeit, sich innerhalb von 3, 5 oder 6 Jahren von ihren Schulden zu befreien. Die selbstständige Tätigkeit muss dabei nicht zwingend aufgegeben werden.
Restschuldbefreiung – Sie verlieren Ihre Schulden
Die Restschuldbefreiung befreit Sie nach 3, 5 oder 6 Jahren von Ihren Schulden.
Fortführung Ihrer selbstständigen Tätigkeit
Durch die Regelinsolvenz kann der Betrieb aufgelöst werden, aber auch saniert und fortgeführt werden
Pfändungsschutz - Gegen Sie wird nicht mehr vollstreckt
Der Pfändungsschutz wird mit Eröffnung des Verfahrens wirksam. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie vor Gläubigern und Gerichtsvollziehern sicher (§§ 88, 89 InsO).
Einleitung der Regelinsolvenz
Eine Schuldnerberatung ist dabei dringend zu empfehlen. Unsere Fachanwaltskanzlei für Insolvenzrecht begleitet in ganz Deutschland Entschuldungen und bereitet eine Regelinsolvenz gewissenhaft innerhalb von 4-6 Wochen vor.
Viele unserer Mandante berichten von einer großen Hemmschwelle den Schritt in die Regelinsolvenz zu wagen. Das Thema wird meist verdrängt, auch weil viele Selbstständigkeit eine große innere Verbundenheit zu ihrem Betrieb haben. Aus diesem Grund bietet unsere Anwaltskanzlei Ihnen ein kostenloses telefonisches Erstberatungsgespräch an. Es dient der objektiven Einschätzung der individuellen Schuldensituation.
Auf dieser Seite haben wir für Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Regelinsolvenz zusammengestellt:
2. Abschnitt: Insolvenzverfahren und Wohlverhaltensperiode
3. Abschnitt: Restschuldbefreiung
Die Verkürzung der Regelinsolvenz auf 3 oder 5 Jahre
Die Regelinsolvenz 2020 und die neue EU-Richtlinie (EU) 2019/1023
Dr. Veaceslav Ghendler und Andre Kraus sind jeweils Fachanwalt für Insolvenzrecht. Seit 2012 ist die Kanzlei auf die Entschuldung und Beratung von Personen mit finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert. Seitdem wurden in der KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei über 20.000 Entschuldungen betreut.
Überblick zur Regelinsolvenz:
Die Vorbereitung Ihrer Entschuldung beginnt mit einer Einschätzung Ihrer Schuldensituation. Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel „Fachanwalt für Insolvenzrecht“ schätzen wir Ihre individuelle Situation ein. Diese erste Einschätzung ist bei uns kostenfrei.
Sie können dann in Ruhe selbst entscheiden, ob Sie diesen Weg einschlagen möchten. Falls ja, beraten wir Sie auch weiterhin auf rechtlicher und betrieblicher Ebene, damit Ihre Insolvenz fehlerfrei „über die Bühne geht“. Wir ermitteln Ihre Gläubiger und erstellen den Insolvenzantrag.
Auf Wunsch versuchen wir zunächst auch einen außergerichtlichen Vergleich mit Ihren Gläubigern auszuhandeln, um ein Insolvenzverfahren doch noch abzuwenden. Im Rahmen der Vorbereitung gehen wir auf alle denkbaren Optionen ein und beraten Sie dahingehend.
Ihre Entschuldung beginnt!
Etwa einen Monat später erhalten Sie postalisch den gerichtlichen Eröffnungsbeschluss zugestellt. Ab diesem Zeitpunkt gilt auch Ihr Pfändungs- und Vollstreckungssschutz. Ihre Gläubiger dürfen dann nicht mehr gegen Sie vorgehen.
Das Insolvenzverfahren dauert 3, 5 oder 6 Jahre. Da Sie als Selbstständiger kein festes Einkommen haben, bestimmt das sogenannte fiktive Einkommen den monatlich pfändbaren Betrag (mehr dazu hier).
Der sogenannte Insolvenzverwalter prüft dann Ihren Betrieb: Hat dieser eine positive Wirtschaftsprognose, erteilt er Ihnen eine sogenannte Freigabe. Es steht Ihnen dann frei, das Unternehmen aufzulösen oder den Betrieb per Auffanggesellschaft zu erhalten. Ihr Weg Richtung Restschuldbefreiung läuft so oder so weiter.
Nach Ablauf der 3, 5 oder 6 Jahre ergeht die Restschuldbefreiung (siehe § 301 InsO). Dadurch wird das Insolvenzverfahren beendet und Ihre Entschuldung ist vollendet. Grundsätzlich sind nur Schulden aus „unerlaubter Handlung“ (wie etwa aus Straftaten, Ordnungswidrigkeiten etc.) nicht davon umfasst. Egal ob bei einer Bank, beim Finanzamt, bei Geschäftspartnern oder bei Ihrem Nachbarn:
Alle Schulden werden durch die Restschuldbefreiung nach 3, 5 oder 6 Jahren gelöscht.
Voraussetzungen der Regelinsolvenz
Die Entschuldung durch eine Regelinsolvenz kann unter den folgenden Voraussetzungen durchgeführt werden:
Sie sind selbstständig tätig – Anderenfalls ist die Verbraucherinsolvenz die richtige Verfahrensart
Alternativ: Aus einer ggf. früher ausgeübten Selbstständigkeit sind mehr als 19 Gläubiger vorhanden (§ 305 Abs. 1 InsO)
Ihr Lebensmittelpunkt befindet sich in Deutschland – Zum Zeitpunkt der Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens sollte sich Ihr Wohnsitz in Deutschland befinden (§ 2 InsO). Nach der Eröffnung und dem ersten Termin mit dem Insolvenzverwalter können Sie bei Wunsch ins Ausland umziehen
Hier erfahren Sie mehr zu den Voraussetzungen einer Regelinsolvenz.
Sonderfall: Eigenantrag nach Gläubigerantrag
Wenn ein Gläubiger einen Insolvenzantrag stellt (sog. Gläubigerantrag) ist ein besonders schnelles Handeln erforderlich. In diesem Fall wird von uns innerhalb kurzer Zeit ( sog. “Eigenantragfrist”) ein Antrag auf Regelinsolvenz erstellt. Dies ist sehr wichtig, da bei Versäumnis des Frist eine Regelinsolvenz ohne Restschuldbefreiung droht. Wenn Sie einen Gläubigerantrag empfangen haben, sollten Sie schnellstmöglich professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Selbst wenn nur noch wenige Tage der Frist für den Eigenantrag verbleiben werden wir Ihnen aufgrund der Eilbedürftigkeit auch dann noch weiterhelfen, indem wir Ihren Fall vorrangig behandeln.
Hier finden Sie mehr zu der Frage, wie sie auf einen Gläubigerantrag reagieren.
Hinweis: Vergessene Gläubiger sind kein Hindernis
Viele unserer Mandanten haben kurz vor einem Regelinsolvenzverfahren längst die Übersicht zur Schuldensituation verloren. Dies stellt jedoch kein Hindernis dar, denn bevor wir ein Insolvenzverfahren mit Ihnen beantragen, ermitteln wir Ihre Gläubiger indem wir alle gängigen Schuldenregister für Sie abfragen (Schufa, ICD, Boniversum). Mehr dazu in diesem Video:
Ablauf und Dauer der Regelinsolvenz:
Im Folgenden haben wir alle wesentlichen Informationen zum Ablauf und zur Dauer der Regelinsolvenz für Sie zusammengefasst. Die Durchführung einer Entschuldung durch die Regelinsolvenz besteht dabei aus drei Abschnitten:
1. Abschnitt: Vorbereitung (ca. 6 Wochen bis 3 Monate)
Die Vorbereitung Ihrer Entschuldung stellt die erste Phase der Regelinsolvenz dar.
Die Vorbereitung ist beim Regelinsolvenzverfahren der mit Abstand wichtigste und beratungsintensivste Abschnitt. Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht beginnen wir die Entschuldung mit der Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten und einer umfassenden Beratung über die Restrukturierung Ihrer Unternehmung. Wir weisen Sie ein, wie Sie Ihre Einkünfte vor Pfändungen schützen, eine Auffanggesellschaft gründen oder ihre Betriebseinrichtung behalten und erstellen Ihren auf Sie zugeschnittenen Entschuldungsplan. Insbesondere bei der vorherigen Gründung einer Auffanggesellschaft kann die Vorbereitung bis zu 3 Monate andauern. Wenn Sie Ihren Betrieb ohnehin einstellen möchten, dauert die Vorbereitung etwa 6 Wochen.
Desweiteren sind zu einer gründlichen Vorbereitung folgende 6 Schritte zu beachten:
1. Schritt: Eröffnen Sie ein ein neues Konto
Beginnen Sie die Vorbereitung, indem Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank unter Ihrem eigenen Namen eröffnen, nicht auf den Ihres Betriebs. Das vorhandene Guthaben überweisen Sie sofort auf Ihr neues Konto.
Ihren Partnern oder Kunden, die Ihnen Geld schulden, teilen Sie das neue Konto mit. Nur ein neues Konto schützt Sie vor Pfändungen Ihrer Gläubiger, weil Sie als Selbstständiger keinen Pfändungsschutz genießen und die Pfändungsfreigrenzen bei Kontopfändungen nicht beachtet werden. Sollten Sie zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung aufgefordert werden, geben Sie Ihr neu eröffnetes Konto an. Eröffnen Sie jedoch sofort danach einfach ein weiteres Konto bei einer dritten Bank. So können Sie eine Rücklage für die Durchführung der Regelinsolvenz bilden:
2. Schritt: Bilden Sie eine Rücklage
Neben der Eröffnung eines neuen Kontos sollten Sie beginnen, eine Rücklage zu bilden. Behalten Sie alle eingehenden Gelder und trennen Sie diese von Ihren Schulden. Bedenken Sie, dass der Insolvenzverwalter mit Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens die Guthaben all Ihrer Konten zur Insolvenzmasse ziehen wird. Er wird Ihnen kein Geld für Ihren Lebensunterhalt belassen.
Sie sollten genug Geld besitzen, um im Zeitraum von der Antragstellung bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können und das Insolvenzverfahren zu finanzieren. Dieser Zeitraum beträgt im Regelfall zwei bis drei Monate.
3. Schritt: Regelinsolvenz bei laufendem Geschäftsbetrieb oder Gründung einer Auffanggesellschaft
Sie haben als Selbstständiger zwei unterschiedliche Möglichkeiten, in die Regelinsolvenz zu gehen:
Regelinsolvenz bei laufendem Geschäftsbetrieb: Die erste Möglichkeit kann das Aus für Ihre Unternehmung bedeuten. Nur bei einer positiven Wirtschaftsprognose erteilt der Insolvenzverwalter eine Freigabe für Ihren Betrieb. Es besteht eine gewisse Möglichkeit, Einfluss auf die Wahl eines fachkundigen und fortführungswilligen Insolvenzverwalters zu nehmen. In vielen Fällen wird der Insolvenzverwalter entweder
Ihnen eine sogenannte Freigabe erteilen. Sie können dann Ihre Unternehmung fortführen. Sie sind dann verpflichtet, an den Insolvenzverwalter monatlich einen festen Betrag abzuführen – unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Unternehmung (sog. fiktives Einkommen). Eine Gefahr dabei ist, dass neue Schulden entstehen können, die nicht von der Restschuldbefreiung umfasst werden.
Ihren Betrieb einstellen und dessen gesamte Einrichtung veräußern. Für ihn ist dies der bequeme Weg.
Es wird eine Auffanggesellschaft gegründet: Diese wird möglichst früh vor der Insolvenz von einer Vertrauensperson gegründet. Sie werden von der Auffanggesellschaft eingestellt. Als Arbeitnehmer beantragen Sie dann die Insolvenz. Der Weg über eine Auffanggesellschaft erspart Ihnen eine Menge Frust. Er stellt sicher, dass Sie Ihren Betrieb behalten und gleichzeitig Ihr Einkommen kalkulierbar bleibt. Gleichzeitig muss er sehr bedacht beschritten werden, weil er einige juristische Hürden bereithält. Gehen Sie diesen Schritt nur mit juristischer Begleitung an! Mehr zu der Gründung einer Auffanggesellschaft finden Sie hier.
Deshalb empfehlen wir unseren Mandanten oftmals die Gründung einer Auffanggesellschaft.
Mehr zu diesem Thema finden Sie hier oder in diesem Video:
4. Schritt: Sichern Sie Ihr Vermögen vor der Verwertung
Sichern Sie vor allem Ihr privates Vermögen vor der Verwertung. Bei der Entnahme von Sachen oder Vermögen aus Ihrem Betrieb sollten Sie besonders vorsichtig sein. Zum einen sind Betriebsgegenstände oft geleast oder stehen in fremdem Sicherungseigentum. Zum anderen können Entnahmen schnell zur Anfechtung nach der InsO führen (§§ 129 ff. InsO).
Dies kann nicht nur Sie, sondern auch den Empfänger der Zuwendung in Schwierigkeiten bringen. Es gibt eine Faustformel: Überweisen Sie niemals Geld an eine nahestehende Person von Ihrem Geschäfts- oder Privatkonto. Das sind beispielsweise Ihr Ehegatte, Ihr Lebenspartner, Ihre Verwandten, aber auch Personen in Ihrer häuslichen Gemeinschaft oder eine Gesellschaft, bei der sie gewisse Funktionen wahrnehmen (§ 138 InsO).
Eine Möglichkeit, Geld zu entnehmen, bieten sogenannte Bargeschäfte (§ 142 InsO). Dabei können Sie auch kurz vor dem Insolvenzverfahren für eine erbrachte Leistung bar bezahlen.
5. Schritt: Stellen Sie die Zahlungen an alle Gläubiger ein
Nachdem Sie ein neues Konto eröffnet und Ihre Vermögenswerte gesichert haben, beenden Sie auf der Stelle alle weiteren Zahlungen an Ihre Insolvenzgläubiger. Das sollten Sie sowohl gegenüber Ihren geschäftlichen als auch den privaten Gläubigern tun. Dies ist rechtlich unbedenklich (z.B. OLG Oldenburg ZVI 2003, 483). Bezahlen Sie nur noch an die Gläubiger, die Ihre Lebensversorgung sicherstellen. Dazu gehören vor allem Ihr Vermieter, Ihr Stromversorger, Ihr privater Internetprovider oder ähnliche. Es werden nun Pfändungen kommen, die Sie aushalten müssen. Sobald das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wird, werden aber alle Zwangsvollstreckungen wirkungslos (§§ 88, 89 InsO).
6. Schritt: Insolvenzantrag durch einen Fachanwalt für Insolvenzrecht erstellen lassen
Ein Insolvenzantrag sollte von Experten erstellt. Ansonsten droht im schlimmsten Fall die Versagung der Restschuldbefreiung nach § 290 InsO
Anschließend stellen wir Ihren Insolvenzantrag. Wir begleiten Ihre Vorbereitung um sicherzustellen, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Sollte es also zu Beanstandungen des Insolvenzgerichts kommen, stellen wir Ihnen eine fachanwaltliche Begleitung bis zur endgültigen Eröffnung des Verfahrens zur Verfügung. Durch die Beauftragung eines Fachanwalts für Insolvenzrecht vermeiden Sie unnötige Fehler in Ihrem Antrag.
Diese können im Regelinsolvenzverfahren auch leicht zur Versagung der Restschuldbefreiung führen (§ 290 InsO). Ein fehlerhafter Antrag ist jedoch nur einer der Gründe, die eine Versagung der Restschuldbefreiung auslösen können. Professionelle Unterstützung ist daher in jedem Fall empfehlenswert.
Hier finden Sie mehr zu Ihren Vorteilen einer anwaltlichen Antragstellung, der Vermeidung der Versagung der Restschuldbefreiung und unserer Arbeitsweise. Hierzu gibt es auch ein Video.
2. Abschnitt: Insolvenzverfahren und Wohlverhaltensperiode (3, 5 oder 6 Jahre)
Ist die Vorbereitung abgeschlossen und Ihr von uns erstellter Insolvenzantrag bei Gericht abgegeben, dauert es ca. einen Monat, bis Sie den Eröffnungsbeschluss postalisch vom Gericht erhalten. Ab diesem Zeitpunkt dauert Ihre Insolvenz 3, 5, oder 6 Jahre. Schon zuvor wird das Insolvenzgericht regelmäßig einen sogenannten vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen, der damit beginnt, Ihr Vermögen im Sinne Ihrer Gläubiger zu sichern. Erst danach eröffnet das Insolvenzgericht des Regelinsolvenzverfahren. Zu Ihrem Gunsten tritt der Pfändungsschutz ein.
Was in dieser Zeit auf Sie zukommt, haben wir in folgendem Abschnitt für Sie zusammengefasst:
Ca. einen Monat nach Antragsstellung wird das Regelinsolvenzverfahren eröffnet – es dauert ab dann 3, 5 oder 6 Jahre
Danach werden alle Pfändungen Ihrer Gläubiger gestoppt (vgl. §§ 88, 89 InsO). Die Gläubiger dürfen Sie nicht mehr kontaktieren, sondern nur noch der Insolvenzverwalter. Sind beim Schuldner noch größere Vermögenswerte vorhanden, darf der Insolvenzverwalter diese verwerten.
Bei noch laufender Selbstständigkeit: Abgabe des pfändbaren Teils des fiktiven Einkommens.
Die 5 Obliegenheiten bei einer Regelinsolvenz sind:
Erwerbsobliegenheit (Im Falle einer eintretenden Arbeitslosigkeit muss man sich um eine Anstellung bemühen; mehr dazu hier)
Abgabe der Hälfte einer Erbschaft während einer Insolvenz
keine direkten Zahlungen an die Gläubiger
Ihren Gläubigern gegenüber sind Sie zu nichts mehr verpflichtet. Sie erhalten den Pfändungs- und Vollstreckungsschutz gem. §§ 88, 89 InsO. Ebenso verhält es sich gegenüber dem Gerichtsvollzieher: Ihm ist es ebenso nicht mehr gestattet, gegen Sie vorzugehen. Es wird schließlich ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der stattdessen die Interessen Ihrer Gläubiger vertritt. Daher dürfen Sie den Treuhänder auf keinen Fall als Ihren Rechtsbeistand ansehen.
Die Aufgaben des Insolvenzverwalters
Schon bevor das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wird, wird das Insolvenzgericht regelmäßig einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen, der damit beginnt, Ihr Vermögen zu sichern. Im Gegensatz zur Vermögenssicherung bei einer Privatinsolvenz dauert dies bei der Regelinsolvenz etwa 2-3 Jahre. Grund dafür ist, dass der Insolvenzverwalter die Unterlagen des Betriebes auf möglicherweise anfechtbare Rechtsgeschäfte untersucht, was teilweise zu langen Verzögerungen führen kann. Die Dauer des gesamten Insolvenzverfahrens (3, 5 oder 6 Jahre) wird dadurch natürlich nicht beeinträchtigt.
Mit ihm werden Sie kurz nach Eröffnung der Regelinsolvenz einen persönlichen Termin wahrnehmen müssen. Dies ist in der Regel im gesamten Verfahren der einzige persönliche Termin, in der Folge reduziert sich der Kontakt zum Insolvenzverwalter meist auf ca. ein Schreiben im Jahr
Das Verhalten gegenüber dem Insolvenzverwalter
Dabei sollten Sie nicht vergessen, dass Sie im Insolvenzverfahren nicht unter der Vormundschaft des Insolvenzverwalters stehen. Über diejenigen Gewinne, die den pfändbaren Betrag übersteigen, können Sie weiterhin nach Belieben verfügen. Sie müssen sich nicht mit dem Insolvenzverwalter absprechen, bevor Sie ein Rechtsgeschäft tätigen, umziehen, Ihre Erwerbstätigkeit ändern oder verreisen. Zeigen Sie ihm allerdings wichtige Änderungen Ihrer Lebensverhältnisse immer an, bevor Sie diese vornehmen (§ 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO).
Wir raten Ihnen zu einer ausschließlich schriftlichen Kommunikation mit dem Insolvenzverwalter. Lesen sie hier mehr zum richtigen Umgang mit dem Insolvenzverwalter und Ihren Rechten ihm gegenüber.
Da auch im Umgang mit dem Insolvenzverwalter häufig noch Fragen auftauchen, bieten wir unseren Mandanten an, sie in diesem Stadium zu begleiten. So können wir Ihnen weiterhin zur Seite stehen und Sie hinsichtlich Ihres Austauschs mit dem Insolvenzverwalter unterstützen.
Nach dem Insolvenzverfahren wird die Wohlverhaltensperiode eingeleitet. Sie beginnt zwei bis drei Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Sie endet mit dem gesamten Verfahren drei, fünf oder sechs Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
In dieser Zeit kommen Sie nicht mehr mit dem Insolvenzgericht in Berührung und auch ihr Kontakt zum Insolvenzverwalter reduziert sich. Ihr Vermögen wird nicht mehr verwertet und Sie müssen auch nicht mehr ausführlich Auskunft über jede Zuwendung geben. Zudem können Sie wieder Geld ansparen.
Viele Mandanten fragen uns regelmäßig, welche Erleichterungen die Wohlverhaltensphase für Sie bereithält. Zum einen haben die Mandanten wenig Kontakt zum Treuhänder: nur noch ein jährlicher Fragebogen muss ausgefüllt werden.
Der Treuhänder hat nun das Vermögen – falls vorhanden – verwertet und verteilt, deshalb reduziert sich Ihr Kontakt mit ihm auf ein Minimum. Außerdem muss der Treuhänder nunmehr nur noch einmal jährlich dem Insolvenzgericht Bericht erstatten, inwieweit Sie den Obliegenheiten nachkommen.
Nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode kommt es zur Restschuldbefreiung und Sie werden von Ihren Verbindlichkeiten befreit. Die Schufa löscht schließlich Ihren Eintrag drei Jahre nach dem Ablauf Ihres letzten Insolvenzjahres.
Der letzte Abschnitt ist die Restschuldbefreiung. Sie wird gem. § 301 InsO nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode vom Gericht erteilt und bewirkt, dass die Schulden mit diesem Zeitpunkt gelöscht werden.
3, 5 oder max. 6 Jahre nach Stellung des Insolvenzantrags wird die Restschuldbefreiung erteilt – Sie sind schuldenfrei.
Nicht umfasst sind Forderungen aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen, Steuerhinterziehung sowie Strafen oder Bußgeldern (insbesondere §§ 283 ff. StGB).
3, 5 oder 6 Jahre nach der Eröffnung der Regelinsolvenz erteilt das Gericht Ihnen schließlich die Restschuldbefreiung (§ 300 Abs. 1 InsO). Ihre Gläubiger verlieren ihre Forderungen während Sie dadurch schuldenfrei werden. Dabei ist es völlig egal, ob Sie diese Schulden bei einer Bank, beim Finanzamt, im Fitnessstudio oder bei Ihrem Nachbarn haben. Nur wenige Forderungstypen sind von der Restschuldbefreiung nicht umfasst:
Nicht umfasst von der Restschuldbefreiung sind: Schulden aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen, Steuerhinterziehung, Bußgeldern oder Strafen werden nicht sie nicht von der Restschuldbefreiung erfasst sein (§ 302 InsO). Sie verlieren zwar alle anderen Schulden, sollten diese jedoch in einer Ratenzahlung abbezahlen – oder durch einen Insolvenzplan bereinigen. Mehr zu den Ausnahmen von der Restschuldbefreiung.
Gründe für die Versagung der Restschuldbefreiung sind insbesondere die Abgabe unrichtiger Auskünfte gegenüber Banken und Behörden oder die Verwirklichung von Insolvenzstraftaten. Einen Überblick über die wichtigsten Versagungsgründe finden Sie hier.
Wie kann ich die Regelinsolvenz verkürzen?
Die Regelinsolvenz hat grundsätzlich eine Dauer von 6 Jahren. Diese kann in vielen Fällen jedoch abgekürzt werden. Die Restschuldbefreiung kann früher erreicht werden, wenn ein bestimmter Betrag vorzeitig zurückgezahlt wurde.
Die Regelinsolvenz dauert maximal 6 Jahre.
Mit einem Insolvenzplan lässt sich die Regelinsolvenz auf 1 Jahr verkürzen.
Verkürzung der Regelinsolvenz auf 5 Jahre
Um die Dauer der Regelinsolvenz von sechs auf fünf Jahre zu verkürzen, muss in dieser Zeit ein Betrag zurückgezahlt werden, der der Höhe der Verfahrenskosten entspricht. Die Höhe der Verfahrenskosten ist wiederum abhängig von der Höhe der Insolvenzmasse. In der Regel ist ein Betrag von 2.000 Euro bereits ausreichend, um die Verfahrenskosten zu decken. Dieser Betrag wird erreicht, wenn über fünf Jahre hinweg ein Betrag von etwa 35 Euro monatlich zurückgezahlt wurde. Ebenso kann eine Einmalzahlung zu Beginn der Insolvenz oder im Laufe des Verfahrens getätigt werden.
Mit dem unten stehenden Rechner können Sie berechnen, ob der von Ihnen zurückgezahlte Betrag ausreicht, um die Regelinsolvenz auf fünf Jahre zu verkürzen.
Regelinsolvenz in 3 Jahren abschließen
Ebenso ist es möglich, die Restschuldbefreiung bereits nach drei Jahren zu erreichen. Hierfür muss ein Betrag zurückgezahlt werden, der 35 % der ursprünglichen Schuldensumme entspricht. Die Höhe des Betrags ist also abhängig davon, wie hoch die Schulden zu Beginn der Regelinsolvenz waren. Zudem müssen die Verfahrenskosten bezahlt werden. Diese hängen unter anderem von der Höhe der Insolvenzmasse ab, steigen also an, je mehr Geld zurückgezahlt wurde.
Die Verfahrenskosten lassen sich nur schwer genau beziffern. Wenn ein hohes pfändbares Einkommen vorhanden ist oder die Möglichkeit einer Zuwendung beispielsweise von Verwandten besteht, so dass in drei Jahren ca. 35 % der Schulden bezahlt werden können, ist unsere Empfehlung ein außergerichtlicher Vergleich.
Mit unserem Drei-Jahres-Rechner können Sie zumindest annäherungsweise berechnen, ob Sie die Regelinsolvenz nach drei Jahren abschließen können:
Insolvenzplan: Verkürzung der Regelinsolvenz auf 4 – 12 Monate
Nach der Reform der Insolvenz 2014 wurde Schuldnern die Möglichkeit gegeben, diese mit einem sogenannten Insolvenzplan vorzeitig zu beenden. Der Insolvenzplan wird durch eine höhere, von Seiten eines “Sponsors” gestellte Einmalzahlung durchgesetzt (beispielsweise Familienmitglieder). Der Abstimmungstermin wird dabei von uns gezielt vorbereitet, um das Gelingen nicht vom Zufall abhängig zu machen. Wenn das Gericht den Insolvenzplan dann bewilligt, kommt es zur Verkürzung der Regelinsolvenz auf vier bis zwölf Monate.
Beim Insolvenzplan ist die richtige Strategie ausschlaggebend. Es kommt darauf an, dass eine überwiegende Mehrheit der erscheinenden Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen. Ablehnende Gläubiger können durch anwaltliches Geschick möglicherweise davon abgehalten werden, an der Abstimmung teilzunehmen. Hier finden Sie alles zu den Voraussetzungen und Erfolgsaussichten eines Insolvenzplans.
Die Vorteile der Regelinsolvenz
Es besteht ein Irrglaube, dass eine Insolvenz das Ende einer selbstständigen Tätigkeit bedeuten muss. Richtig ist: Falls Ihre Unternehmung ohne die Schulden profitabel ist und sowohl sich selbst als auch Ihren Lebensunterhalt trägt, können Sie Ihre selbstständige Tätigkeit trotz Regelinsolvenz fortführen. Die selbstständige Tätigkeit wird vom Insolvenzverwalter freigegeben und Sie führen einen festen Betrag an die Gläubiger ab – betreiben Ihr Unternehmen aber ganz normal weiter.
Eine andere Lösung ist die Auffanggesellschaft. Eine Vertrauensperson – meist ein Familienmitglied – gründet eine UG oder GmbH. Sie werden eingestellt und arbeiten auf Ihrem Gebiet als angestellter Geschäftsführer weiter.
Vielen Unternehmern wachsen die Schulden über den Kopf. Sie können Ihren Lieferanten, Partnern, Banken und anderen Gläubigern keine weiteren Zahlungen anbieten – weil die Einnahmen auch bei einer reduzierten Ratenzahlung nach einem Vergleich nicht ausreichen oder unkalkulierbar schwankend sind. Insbesondere bei saisonalen Geschäften können viele Selbstständige nicht mit immer gleich bleibenden Einnahmen kalkulieren.
In diesem Fall ist ein Regelinsolvenzverfahren aufgrund der Restschuldbefreiung ein Ausweg. Sie verlieren Ihre Schulden sicher und unabhängig von der Rückzahlung an die Gläubiger, ihrer Anzahl oder der Schuldenhöhe.
Kalkulierbarer Zeitpunkt der Entschuldung
Durch die Regelinsolvenz kann der Zeitpunkt der Entschuldung von Vornherein geplant werden. Anders als bei einem Vergleich, der von einer ausfallosen Ratenzahlung über einen langen Zeitraum abhängt, tritt die Restschuldbefreiung spätestens 6 Jahre nach der Verfahrenseröffnung ein (§ 300 Abs. 1 InsO). Bei einer freiwilligen Rückzahlung eines Teils der Schulden im Regelinsolvenzverfahren tritt die Restschuldbefreiung sogar nach 3 oder 5 Jahren ein.
Die Vorhersehbarkeit der Entschuldung führt zu einer psychologischen Entlastung: Der oftmals langjährige Leistungsdruck durch stetige Rückzahlungsversuche sowie die Belastung durch Pfändungen und Vollstreckungen nehmen ab. Sofort nach der Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens dürfen die Gläubiger nicht mehr gegen Sie vollstrecken – es tritt der sogenannte Pfändungsschutz ein (§§ 88, 89 InsO). Sie haben keinerlei Rückzahlungszwang.
Die Regelinsolvenz bringt in unserer Schuldnerberaterpraxis einen finanziellen Vorteil. Viele Schuldner zahlen vor der Regelinsolvenz – oder während eines Vergleichs – mehr Geld an die Gläubiger, als sie es in einer Regelinsolvenz tun. Das Regelinsolvenzverfahren führt durch die Freigabe der Selbstständigkeit und das an die gesetzlichen Pfändungsschutzbeträge angelehnte “fiktive Einkommen” oftmals zu höheren zur Verfügung stehendem Einnahmen eines Selbstständigen. Der Insolvenzverwalter verhindert dabei während der Regelinsolvenz jede Vollstreckung oder Pfändung durch die Gläubiger.
Keine “bösen Briefe” Ihrer Gläubiger
„Böse Briefe“ Ihrer Gläubiger hören schnell auf: meistens mit dem ersten Anschreiben durch uns und spätestens mit der Eröffnung der Regelinsolvenzverfahrens. Sie müssen nicht mehr mit Ihren Gläubigern kommunizieren – wir schreiben alle Gläubiger an und bestellen uns als Anwaltskanzlei zum Verfahrensbevollmächtigten. Ab diesem Zeitpunkt wenden sich die meisten Gläubiger an uns.
Ihre Lebensführung wird nicht wesentlich eingeschränkt. Sie verfügen frei über den unpfändbaren Teil Ihres Einkommens und müssen niemanden fragen, wenn Sie beispielsweise umziehen, einen Job wechseln, kündigen oder heiraten wollen. Außerdem wird der Insolvenzverwalter Sie bei richtiger Vorbereitung durch eine erfahrene Fachanwaltskanzlei im Verlauf der Wohlverhaltensperiode der Regelinsolvenz nur ca. 5 Mal per Brief kontaktieren.
Drei Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung werden alle bis zur Eröffnung bestehenden Schufa Einträge gelöscht. Dasselbe gilt für alle Einträge bei anderen Wirtschaftsauskunfteien wie Boniversum oder Infoscore sowie dem Schuldnerverzeichnis.
Die Restschuldbefreiung einer Regelinsolvenz befreit Sie von allen Schulden – egal woher sie stammen, wie hoch sie sind oder wie viele Gläubiger Sie haben. Der Umfang der Restschuldbefreiung ist sehr weit. Sie werden von allen Schulden befreit, die vor der Regelinsolvenz bestanden haben (§ 301 InsO). So ist es egal, ob die Schulden bei Privatpersonen, Firmen, Banken, Institutionen wie Krankenkassen oder Behörden wie dem Finanzamt bestehen.
Aus diesen Gründen wird eine Insolvenz auch „Schuldenschnitt“ genannt – Sie werden von einer höchstmöglichen Anzahl von Schuldenarten befreit.
Das Regelinsolvenzverfahren bewirkt einen Pfändungsschutz: Ihre Gläubiger dürfen ab der Eröffnung nicht mehr gegen Sie vollstrecken, indem Sie beispielsweise einen Gerichtsvollzieher bestellen, Sie zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung zwingen oder eine Kontopfändung durchführen. Ihr Geschäft ist vor Pfändungen sicher.
Die Nachteile der Regelinsolvenz
Das pfändbare Vermögen wird durch den Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter unter Beschlag genommen. Nicht unter den Insolvenzbeschlag fällt jedoch das unpfändbare Vermögen. Dies kann bei bestehenden Unterhaltspflichten relativ hoch ausfallen. Auch der Hausrat oder ein Auto, welches für den Weg zur Arbeit benötigt wird, wird dem Schuldner belassen.
Alternativen: Den Insolvenzbeschlag zu umgehen, ist schwierig. Beim außergerichtlichen Vergleich wird zwar kein Treuhänder eingeschaltet, dem das Vermögen dann offengelegt wird. Dennoch ist es beim Schuldenvergleich notwendig, ehrlich zu sein und den Gläubigern ein Vergleichsangebot zu machen, welches höher liegt, als die Summe, die in einer Insolvenz gepfändet werden kann. Denn nur dann haben die Gläubiger einen Anreiz, das Vergleichsangebot anzunehmen. Wenn den Gläubigern kein derartiges Vergleichsangebot gemacht werden kann, gibt es keine Alternative zur Regelinsolvenz.
Die Dauer der Regelinsolvenz beträgt 3, 5 oder im Maximalfall 6 Jahre.
Alternativen: Um die Dauer der Regelinsolvenz zu vermeiden, kann der außergerichtliche Vergleich angestrebt werden. Dieser führt im Erfolgsfall deutlich schneller zur Schuldenfreiheit. Im Durchschnitt vergehen nur etwa drei Monate bis zum Abschluss des Vergleichs und damit der Schuldenfreiheit. Dies gilt aber nur für den Fall, dass eine Einmalzahlung geleistet werden kann. Ein außergerichtlicher Vergleich mit Ratenvereinbarung dauert genauso lang wie eine Regelinsolvenz.
Wenn die Voraussetzungen für einen Insolvenzplan vorliegen, lässt sich hierdurch eine Entschuldung innerhalb eines Jahres erreichen. Dies ist mittelfristig oft kostengünstiger.
Ihnen ist die Schuldenrückzahlung wichtig
Manche Schuldner empfinden es als Nachteil, dass ihre Gläubiger leer ausgehen. Denn die Gläubiger können ihre Forderungen nach Abschluss der Regelinsolvenz nicht mehr durchsetzen. Der Schuldner hatte aber stets die Absicht, seine Verbindlichkeiten eines Tages wieder zurückzuzahlen. Vor allem, wenn man ein persönliches Verhältnis zum Gläubiger hat, kann ein schlechtes Gewissen zur Belastung werden.
Alternativen: Falls dieses Interesse so weit im Vordergrund stehen sollte, kann in einem außergerichtlichen Vergleich oder einem Insolvenzplan auch eine vollständige Rückzahlung mit sehr lang laufender Ratenzahlung vereinbart werden. Doch in der Regel ist es ja so, dass eine vollständige Rückzahlung aufgrund der finanziellen Situation einfach nicht möglich ist. Ein außergerichtlicher Vergleich, in dem einzelne Gläubiger bevorzugt werden, ist jedoch ebenso schwierig zu realisieren. Zudem besteht das Risiko, dass ein solcher Vergleich angefochten werden kann.
Manche Schuldner ziehen es in Betracht, eine Umschuldung durchzuführen und einen neuen Kredit aufzunehmen, von dem dann die bisherigen Verbindlichkeiten bezahlt werden. Hiervon raten wir in der Regel ab, da damit das Kernproblem nicht behoben wird und weiterhin Schulden bestehen bleiben.
Bei einer Regelinsolvenz erfolgt eine Mitteilung in den öffentlichen Insolvenzbekanntmachungen. Diese Publizierung der Regelinsolvenz soll es vergessenen Gläubigern ermöglichen, von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu erfahren. Doch auch andere Personen können Einsicht in die Insolvenzbekanntmachungen nehmen.
Alternativen: Wenn ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten vorliegen, bestehen in der Regel bereits Schufa-Einträge, welche ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen eingesehen werden können. Somit kann durch einen außergerichtlichen Vergleich zwar eine etwas diskretere Entschuldung erfolgen, da keine Bekanntmachung erfolgt. Die Bonität für Kredite verschlechtert sich allerdings trotzdem.
Entfernung des Schufa-Eintrags
Die Regelinsolvenz führt dazu, dass ein Schufa-Eintrag noch drei Jahre nach der Restschuldbefreiung bestehen bleibt.
Alternativen: Eine schnellere Bereinigung des Schufa-Scorings kann erreicht werden, wenn ein außergerichtlicher Vergleich mit einer einmaligen Zahlung abgeschlossen wird. Dann dauert es durchschnittlich nur 3,5 Jahre von beginn der Vergleichsverhandlungen, bis die Schufa wieder “sauber” ist. Der Insolvenzplan ist in vielen Fällen mittelfristig kostengünstiger sowie sicherer und führt nach rund vier Jahren zu einem sauberen Schufa-Scoring.
Ein außergerichtlicher Vergleich oder Insolvenzplan mit einer vereinbarten Ratenzahlung stellt bezüglich des Schufa-Eintrags keine Alternative zur Regelinsolvenz dar.
Wer im Ausland wohnt, kann die Vorteile einer deutschen Regelinsolvenz, insbesondere die umfassende Restschuldbefreiung, nicht in Anspruch nehmen, sondern kann nur ein Insolvenzverfahren nach dem Recht des Aufenthaltsortes durchführen.
Alternativen: Wer im Ausland wohnt, ist für die Gläubiger schwierig zu erreichen. Eine Zwangsvollstreckung ins Ausland bedeutet zusätzlichen Aufwand und auch der Erfolg ist ungewiss. Daher besteht in dieser Situation eine höhere Wahrscheinlichkeit, erfolgreich einen außergerichtlichen Vergleich zu erzielen. Dies ist auch bei Wohnsitz im Ausland möglich.
Der Pfändungsrechner: Was bleibt mir in der Regelinsolvenz von meinen Gewinnen?
Die Frage, ob und wie hoch der Betrag ist, der Ihnen monatlich zur Verfügung stehen wird, bemisst sich nach der Pfändungstabelle. Allerdings wird bei selbstständigen auf das sogenannte fiktive Einkommen abgestellt. Unabhängig von Ihren konkreten Gewinnen knüpft der pfändbare Betrag nur daran an. Relevant sind dabei auch vorhandene Unterhaltspflichten. Ob und inwiefern bei Ihnen eine solche Unterhaltspflicht anzunehmen ist, können Sie hier nachlesen oder im Rahmen eines kostenlosen, telefonischen Erstberatungsgesprächs von uns einschätzen lassen. Den bei Ihnen voraussichtlich pfändbaren Betrag können Sie mit unserem Pfändungsrechner kinderleicht ausrechnen:
Wie kann ich die Schuldenfreiheit mit dem Insolvenzplan schneller erreichen?
Wie kann ich mein Auto behalten?
Was ist das sogenannte fiktive Einkommen?
Wie hoch müssen die schulden sein?
Unser anwaltliches Honorar für Ihre Regelinsolvenz ist ein Festpreis. Verständlicherweise ist es für unsere Mandanten häufig schwierig das Honorar „auf einen Schlag“ zu begleichen.
Daher bieten wir unseren Mandanten faire Ratenzahlungen an. Während Sie die Raten (meist in 2-4 Monaten) begleichen, bereiten wir bereits Ihre Entschuldung umfassend vor, ermitteln also Ihre (möglicherweise unbekannten) Gläubiger und nehmen zu diesen ersten Kontakt auf.
Grundpreis Regelinsolvenz 654,63 Euro (779,- Euro inkl. MwSt.)
(27,99 Euro inkl. MwSt.)
Das anwaltliche Honorar richtet sich nach der Anzahl Ihrer Gläubiger und Immobilien. Unsere Preise enthalten immer die MwSt. – es gibt keine versteckten Kosten. Sollten Sie das Honorar nur schwer tragen können, räumen wir Ihnen gerne eine Ratenzahlung ein. Und mit einem Beratungshilfeschein begleiten wir Ihren Fall kostenfrei.
Zur Vereinfachung hier auch unser Kostenrechner:
Das Regelinsolvenzverfahren ist in der Regel kostenpflichtig. Dabei muss der Insolvenzschuldner grundsätzlich sowohl für die Gerichtskosten, als auch für die Gebühren der anwaltlichen Vorbereitung und Begleitung des Regelinsolvenzantrags aufkommen. Die Gerichtskosten hängen vom Wert der Insolvenzmasse ab und können nicht pauschal angegeben werden. Sie sind deshalb von Fall zu Fall unterschiedlich, werden jedoch meist bei etwa 2000,- € liegen.
Der Gesetzgeber hat den Insolvenzschuldnern die Option eingeräumt, die erforderlichen Gerichtskosten erst nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode zu in Raten zu begleichen (§ 4a InsO). Sofern Sie nur ein geringes Einkommen haben, brauchen Sie überhaupt nichts zu zahlen (sogenannte Nullraten ).
Regelinsolvenz 2020 – was verändert die EU-Richtlinie (EU) 2019/1023?
Am 16. Juli 2019 wurde durch den Europäischen Rat eine europaweite Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf 3 Jahre, unabhängig von der Insolvenzmasse, beschlossen. Eine solche EU-Richtlinie tritt jedoch nicht automatisch auch hierzulande in Kraft. Vorher muss der deutsche Gesetzgeber diese Richtlinie auch in die deutschen Gesetze einpflegen. Die Frist dafür läuft bis zum 17.07.2021, sie kann jedoch einmalig um ein Jahr verlängert werden.
ABER: Die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht will das Verfahren schrittweise jeden Monat um jeweils einen Monat verkürzen, sodass eine in diesem Zeitraum eingelegte Insolvenz so oder so nicht früher enden kann, als eine später eingelegte Insolvenz. Dies soll ab dem 17.12.2019 gelten. Näheres können Sie dieser Tabelle entnehmen:
Quelle: Bundesamt für Justiz und für Verbraucherschutz
Insofern bleibt festzustellen: Es macht für die Restschuldbefreiung keinen zeitlichen Unterschied, wann man tatsächlich die Regelinsolvenz startet. Dass eine kürzere Insolvenz unter dem Strich trotzdem angenehmer sei, als eine längere entspricht häufig jedoch nicht der Wahrheit: Denn je schneller eine Regelinsolvenz in die Wege geleitet wird, desto schneller hat der Schuldner Ruhe von seinen Gläubigern aufgrund des Pfändungsschutzes und wieder Klarheit hinsichtlich seiner finanziellen Verhältnisse.
Ob aus anderen Gründen eine Regelinsolvenz früher oder später eingeleitet werden sollte, lässt sich nur am individuellen Einzelfall bewerten. In einem kostenlosen, telefonischen Beratungsgespräch gehen wir gerne mit Ihnen darauf ein.
Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Regelinsolvenz: Tipps, Ablauf, Dauer und Kosten“? Wir beantworten sie hier kostenlos!
04 Nov 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Hoffe ich bin jetzt auf der richtigen Seite Sehr geehrte Damen und Herren, bevor ich bei Ihnen einen Termin ausmache zur Besprechung, hätte ich noch ein paar Fragen. – Ich bin alleiniger Geschäftsführer im angestellten Verhältnis. Die GmbH gibt es seit 2011, es wurden aber noch nie grössere Umsätze generiert. 1. In wie weit ist […]
Sozialversicherung – Arbeitnehmeranteile
24 Okt 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Haftet der GF persönlich bei Insolvenz der GmbH auch für die angefallenen Säumniszuschläge auf die Arbeitnehmeranteile (bereits bezahlt)
Restschuldbefreit
08 Okt 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Hallo Ich bin Restschuld befreit und bald sind auch meine 3 Jahre nach der Erteilung vorbei. Welche weiteren Datenverarbeitung Unternehmen speichern solche Informationen neben der Schufa? Kann ich da eine Löschung beantragen verlangen? Danke
Erbschaft und Regelinsolvenz
29 Aug 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Ein alter Beschluss ca. 8 Jahre wurde aufgrund von bewust gewollten Nichtbezahlen der Schuld( u.a. Arbeitsverweigerung einer Mitarbeiterin ) nicht bezahlt. Jetzt ist ein Regelinsolvenzverfahren in die Wege geleitet worden aufgrund dieses alten Beschlusses gegen mich als ehem. GF . Die Firma ist seit ca. 8 Jahren erloschen. Diese Schuld stammt aus einem Vertragsverhältnis einer […]
19 Aug 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Wohlverhaltensphase: Geld sparen
05 Aug 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Darf ich Geld auf meinen Pfändungsschutzkonto sparen in der Wohlverhaltensphase bei einer Regelinsolvenz? Ich habe keine Erbschaft erhalten. Es sind teilweise Zuwendungen oder Ansparungen aus meinem Einkommen, wobei ich den monatlichen Pfändungsfreibetrag nicht überschreite.
03 Jul 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Ich führe ein Geschäft mit Möbelverkauf und weil es nicht mehr gut läuft, arbeite ich auch als Kurier (Subunternehmer). Ich habe zwei Transporter (beide finanziert) und meine Frau fährt mit zweitem auch als Kurier auf Basis (bei mir beschäftigt). Darf ich die beiden beim Regelinsolvenz behalten und die Raten weiter zahlen ? Ohne Transporter kann […]
19 Jun 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Ich möchte für die UG einen Antrag auf Insolvenz stellen. Habe noch eine freiberufliche, andere Tätigkeit als Einzelunternehmer. Bleibt diese unberührt, auch das Konto? Danke für Ihre Antwort im Voraus.
18 Jun 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Sehr geehrte Damen und Herren, im Februar diesen Jahres wurde bei mir das Regelinsolvenzverfahren eröffnet. Nun wurde mir vom Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass er eine Anfechtung gegen den anteiligen Hausverkauf an meinen Ehemann vornehmen wird. Der Verkauf fand im August 2016 statt. Ist eine Anfechtung damit überhaupt rechtens? Vielen Dank im voraus für die Beantwortung meiner […]
31 Mai 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Guten Tag, ich habe 2008 eine Privatinsolvenz beantrag und jetzt (2019) die Restschuldbefreiung vom Gericht erhalten. Mittlerweile bin ich Selbständig und es sind daraus neue Schulden entstanden. Durch lange Krankheit bin ich in Zahlungsschwierigkeiten gekommen und kann nun, trotz Wiederaufnahme meiner Selbständigkeit, meinen Raten nicht mehr nachkommen. Kann ich einen neuen Antrag auf Regelinsolvenz stellen […]
14 Mai 2019/0 Kommentare/in Regelinsolvenz
Durch Verschiebung eines sehr lukrativen großen Auftrages durch den AG um ein Jahr kam meine GmbH in 2018 in erhebliche Liquiditätsprobleme. 2 Krankenkassen stellten Insolvenzantrag, erklärten diesen aber nach vollständiger Bezahlung als erledigt. Der besagte Auftrag sichert zuverlässig die dauerhafte Sanierung innerhalb der Jahre 2019 und 20 (je nach Baufortschritt). Zugleich führte ich als Geschäftsführer […]
23 Apr 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Hallo, ich werde wohl in absehbarer Zeit eine Regelinsolvenz anmelden. Ich bin in einer GbR mit einem Partner selbstständig. Wir besitzen Eigentum in einer Wohneigentümergesellschaft in der wir unser Gewerbe ausführen. Dieses WEG hat nun Renovierungsmassnahmen beschlossen, das Geld um diese zu bezahlen hätten wir aktuell. Von unseren Schwierigkeiten weiß die WEG nichts und wir […]
09 Apr 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Hallo kurze Frage, habe versucht mit dem Finanzamt bzgl den hohen Steuerschulden aus dem Gewinn der Firma zu sprechen und sich zu einigen, diese gehen aber auf nichts ein, sprich ich müsste jetzt knapp 60.000€ zurückzahlen an das Finanzamt, welches ich nicht habe. Besteht die Möglichkeit, ein Verfahren zu eröffnen und meine Selbstständigkeit fortzuführen? Ich […]
Private Haftung Steuerschulden
14 Mrz 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Meine UG ist in Insolvenz nun bekomme ich eine private Haftung über die Steuerschuld ,wie kann man das abwehren ? mfg P K
07 Mrz 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
05 Mrz 2019/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Ich befinde mich zeit kurzem in einer Regelinsolvenz. Meine Frage was kann mir gepfändet werden? Ich habe 2 Kinder für diese bekomme ich von meinem Ex. Mann Unterhalt in Höhe von 1226€ dazu kommt noch Kindergeld in Höhe von 388€ und ich selbst bekomme 1000€ Unterhalt und einen geringfügigen Lohn von 292,90€ so das ich […]
02 Dez 2018/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Ich hatte im November eine Frage im Forum gestellt – allerdings kann ich neuerdings auf Ihrer Homepage nicht mehr zu den alten Frahgen weiterblättern sondern sehe nur noch die letzten Fragen auf der 1. Seite. Wie kann ich die alten Fragen aufrufen?
20 Nov 2018/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Sehr geehrte Damen und Herren, im März 2012 erlangte ich nach einer Privatinsolvenz die Restschuldbefreiung. Im Anschluss gründete ich mit einem Partner eine UG. Später noch eine GmbH. In der UG nahmen wir dann Anfang 2017 noch einen dritten Gesellschafter Gf auf. Ich wurde krank mit Reha und bin bis heute krankgeschrieben. Ein Gewerbeschein habe […]
07 Nov 2018/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Guten Tag, hat der Schuldner im Rahmen eines Insolvenzverfahrens die Kosten für den Anwalt der Gläubiger zum Zweck der Anmeldung der Forderungen zu tragen? Oder hat der Gläubiger diese Kosten selbst zu tragen? Kann ich also hierzu einen Anwalt beauftragen, der meine Forderung beim Insolvenzverwalter anmeldet, ohne dass ich hierfür die Anwaltskosten zu tragen habe? […]
01 Nov 2018/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
24 Okt 2018/1 Kommentar/in Regelinsolvenz
Sehr geehrtes Team, ich habe eine Frage zu o.g. Thema und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir helfen könnten. Mein Insolvenzverfahren ist beendet und nun befinde ich mich noch 21 Monate in der Wohlverhaltensperiode. Was genau bedeutet eigentlich „angemessene“ Erwerbstätigkeit? Ich habe die Selbständigkeit aufgegeben und arbeite seit der Insolvenzeröffnung als Angestellte. Mir […]
29 Mai 2018/3 Kommentare/in Regelinsolvenz
Video – Neue Pfändungstabelle 2019 – 2020 – 2021