Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20223/87
Timestamp: 2018-12-09 20:39:35
Document Index: 292538083

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 286', '§ 8', '§ 17', '§ 288', '§ 4', 'BGH', '§ 4', 'BGH']

BGH, 18.10.1988 - VI ZR 223/87 - dejure.org
Sichtbehinderung vor Auffahrunfall II
§ 286 ZPO, Anscheinsbeweis, Entkräftung nur bei Beweis von Gegentatsachen;
normativer Schaden bei Lohnfortzahlung an britische Soldaten;
§ 8 StVG;
§ 17 StVG;
§ 288 Abs. 2 BGB, Zinsen in Höhe der Staatsanleihen
Zum Fahren auf Sicht bei Dunkelheit dicht hinter einem sichtbehindernden plötzlich ausscherenden Fahrzeug - Auffahrunfall auf der Autobahn
Zu Dienstunfähigkeit führende Verletzung eines Angehörigen der ausländischen Streitkräfte - Gegenwert der Soldfortzahlung und Heilbehandlung als eigener Schaden des Armeeangehörigen - Ersatzfähigkeit der Kosten für die Heilbehandlung in einem Armeekrankenhaus eines Angehörigen der ausländischen Streitkräfte - Ausländischer Staat, dessen Haushalt durch ein die Außenstände übersteigendes Kreditvolumen beeinflusst ist - Anspruch eines Staates auf Verzugszinsen in Höhe seiner Staatsanleihen
Umfang der Darlegungs- und Beweislast bei einem Aufahrunfall
Der Anscheinsbeweis beim Auffahrunfall - Teil 1
NJW-RR 1989, 670
NZV 1989, 105
VersR 1989, 265
VersR 1989, 54
BB 1989, 247
3.a) Bei einem Auffahrunfall spricht nach der ständigen Rechtsprechung des Senats der Anschein schuldhafter Unfallverursachung wegen eines zu geringen Sicherheitsabstandes oder wegen eines Reaktionsverschuldens gegen den auffahrenden Verkehrsteilnehmer (so auch Jagow/Burmann/Heß, Straßenverkehrsrecht, 20. Aufl., § 4 StVO, Rdnr. 24 mit Hinweis auf BGH NZV 1989, 105 und weiteren Rechtsprechungsnachweisen;… weitere Nachweise bei Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 37. Aufl., § 4 StVO, Rdnr. 5).
Dieser wird nach allgemeinen Grundsätzen nur dadurch erschüttert, dass ein atypischer Verlauf, der die Verschuldensfrage in einem anderen Lichte erscheinen lässt, von dem Auffahrenden dargelegt und bewiesen wird (Senatsurteil vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87 - aaO).
Sie widersprechen einfachsten und grundlegenden Regeln geschäftlichen Anstandes und kaufmännischer guter Sitte (BGH, Urteil vom 17. Mai 1988 - VI ZR 223/87, aaO).
Deshalb hat nach einem allgemeinen Grundsatz des Schadensrechts der Schädiger den Verletzten in den Verhältnissen zu entschädigen, in denen er ihn betroffen hat (vgl. Senatsurteil vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87 - VersR 1989, 54, 56).
OVG Niedersachsen, 10.04.2001 - 5 L 556/00
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