Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201980,%20291
Timestamp: 2019-04-20 09:41:21
Document Index: 154860208

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 520', '§ 520', 'BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.09.1979 - VI ZR 79/79 - dejure.org
Erfordernis einer eigenhändigen Unterschrift des Rechtsanwalts als unerläßliche Wirksamkeitsvoraussetzung für fristwahrende Bestimmende Schriftsätze - Gesetzliche Regelung der Notwendigkeit einer Unterzeichnung von Rechtsmittelbegründungsschriften - Ableitung der Entbehrlichkeit einer Unterzeichnung von Rechtsmittelbegründungsschriften aus der Zulässigkeit der Einlegung eines Rechtsmittels mittels eines Telegramms - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand als Korrektiv zur Heilung von Formfehlern - Ausreichende Berücksichtigung des Formerfordernisses der Unterschrift eines Rechtsanwalts bei Erkennbarkeit der Urheberschaft und der Verantwortung für den Inhalt des Schriftsatzes - Zulässigkeit der Auflockerung von Formvorschriften bei Wahrung der Rechtssicherheit - Lockerung der Berufungsbegründungsfrist trotz Interesses der Öffentlichkeit an einer strengen Handhabung der Formvorschriften - Umdeutung der persönlichen Abgabe eines Berufungsbegründungsschriftsatzes durch den Prozessbevollmächtigten bei Gericht in einen Antrag auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist - Verschulden des Prozessbevollmächtigten wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht
NJW 1980, 291
VersR 1980, 186
WM 1980, 91
JR 1980, 205
Sie kann freilich ausgeschlossen werden, wenn der Anwalt zwar nicht die Urschrift, wohl aber die gleichzeitig eingereichte beglaubigte Abschrift unterzeichnet hat (BGH, Beschl. v. 5. März 1954 - VI ZB 21/53 - LM ZPO § 519 Nr. 14; BGH NJW 1980, 291 [BGH 25.09.1979 - VI ZR 79/79]/292).
Anders als in den Fällen BGHZ 37, 156, 158 und BGH NJW 1980, 291 [BGH 25.09.1979 - VI ZR 79/79] war das hier völlig eindeutig geworden, als Rechtsanwalt Raab unter Angabe des gerichtlichen Aktenzeichens und genauer Bezeichnung der Rechtssache anfragte, wann die Klage dem Beklagten und den beiden Streitverkündungsgegnern zugestellt worden war.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes reicht die Unterschrift unter dem Beglaubigungsvermerk auf den mit dem nicht unterschriebenen Originalschriftsatz gleichzeitig eingereichten Abschriften aus, um eine ordnungsgemäße Rechtsmittelschrift anzunehmen (BGH Urteil vom 25.09.1979, VI ZR 79/79;… vergl. auch Zöller/Heßler, ZPO, 30. Aufl., § 520 Rn. 7).
aa) Als bestimmender Schriftsatz muß die Berufungsbegründung nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich von einem zur Vertretung bei dem Berufungsgericht berechtigten Rechtsanwalt eigenhändig unterschrieben sein (§§ 520 Abs. 5, 130 Nr. 6 ZPO; st. Rspr., vgl. BGHZ 37, 156; 92, 251, 254; 97, 251, 253; 101, 134, 137; BGH, Urt. v. 25. September 1979, VI ZR 79/79, NJW 1980, 291; Beschl. v. 15. Juni 2004, VI ZB 9/04, NJW-RR 2004, 1364; Beschl. v. 23. November 2004, XI ZB 4/04, NJW-RR 2005, 435, 436).
Zwar ist anerkannt, daß eine gleichzeitig eingereichte beglaubigte Abschrift, die der Rechtsanwalt unterzeichnet hat, die fehlende Unterschrift auf der Urschrift ersetzen kann (vgl. Senatsbeschluß vom 5. März 1954 - VI ZB 21/53 = LM ZPO § 519 Nr. 14 und Urteil vom 25. September 1979 - VI ZR 79/79 - VersR 1980, 186, 187; BGHZ 92, 251, 255; BGH, Urteil vom 22. September 1992 - XI ZR 335/92 - VersR 1993, 459; vom 25. September 1979 - XI ZR 79/79 - NJW 1980, 291; jeweils m.w.N.).
Dies entspricht ständiger Rechtsprechung des BGH (vgl. die Nachw. in NJW 1980, 291) und wird auch von der Revision nicht angezweifelt.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen bestimmende Schriftsätze wie die Berufungsbegründungsschrift in Anwaltsprozessen von einem beim Prozeßgericht zugelassenen Rechtsanwalt unterzeichnet sein (z.B. Urteil vom 25. September 1979 - VI ZR 79/79 = WM 1980, 91 = VersR 1980, 186, 187; Beschluß vom 6. Dezember 1979 - VII ZB 13/79 = VersR 1980, 321, jeweils m.w.Nachw. auf die übereinstimmende Rechtsprechung des Reichsgerichts und der anderen Obersten Gerichtshöfe des Bundes; BGHZ 101, 134, 137 f).
Das rechtfertigt es indessen nicht, auch bei den herkömmlichen Übersendungsformen, bei denen die Unterzeichnung des einzureichenden Schriftsatzes möglich ist, von dem Erfordernis der eigenhändigen Unterschrift abzusehen (BGH, Urteil vom 25. September 1979 a.a.O.;… Beschluß vom 6. Dezember 1979 a.a.O. m.w.Nachw.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 25. September 1979 a.a.O., 92 bzw. 188;… Beschluß vom 6. Dezember 1979 a.a.O.; Beschluß vom 27. März 1980 - VII ZB 1/80 = VersR 1980, 765) genügt es zum Nachweis dafür, daß der Prozeßbevollmächtigte der Beklagten der Urheber der Berufungsbegründungsschrift vom 25. Januar 1994 ist und für sie die Verantwortung übernimmt, auch nicht, daß dieser den nicht unterzeichneten Schriftsatz durch Einwurf in den Nachtbriefkasten des Oberlandesgerichts persönlich in den Gerichtseinlauf gebracht hat.
Zum einen läßt sich dies dem Akteninhalt nicht entnehmen, weil der Schriftsatz und die Abschriften nicht die Person des Überbringers ausweisen, so daß zum Zeitpunkt des Ablaufs der Berufungsbegründungsfrist keine Sicherheit hinsichtlich der Erfüllung der Zulässigkeitsvoraussetzung der Berufung gegeben war (vgl. BGH, Urteil vom 25. September 1979 a.a.O.).
Die eigenhändige Unterschrift ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich Wirksamkeitsvoraussetzung jedes fristwahrenden bestimmenden Schriftsatzes (BGH Beschluß vom 25. September 1979 - VI ZR 79/79 = NJW 1980, 291 m.w.N.; Urteil vom 4. Oktober 1984 - VII ZR 342/83, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) .
Die Prüfung der Fristwahrung kann sich jedoch - schon aus Gründen der Rechtssicherheit - nur auf Umstände erstrecken, die dem Gericht bis zum Fristablauf bekannt sind (BGH NJW 1980, 291, 292; Urteil vom 28. Januar 1971 - IX ZR 50/70 = LM § 519 ZPO Nr. 63).
a) Die eigenhändige Unterschrift eines Rechtsanwalts stellt zwar grundsätzlich eine unerläßliche Wirksamkeitsvoraussetzung für fristwahrende bestimmende Schriftsätze dar (ständige Rechtsprechung des Reichtsgerichts seit RGZ 31, 375, 378, des Bundesgerichtshof und der übrigen obersten Gerichtshöfe des Bundes, vgl. BGH, Urt. v. 25. September 1979 - VI ZR 79/79, NJW 1980, 291 m.N.).
Zwar hat der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (Urt. v. 25. September 1979 aaO.) daraus hergeleitet, daß die Besorgnis einer Fristversäumnis keinen gleich zwingenden Grund für die Zulassung einer fernschriftlichen Berufungsbegründung gebe; er hat aber ausdrücklich offengelassen, ob das der Zulässigkeit einer solchen Rechtsmittelbegründung entgegenstehe.
Vorbehaltlich des im Verhältnis zwischen dem Gericht und den Prozeßbeteiligten geltenden Vertrauensschutzes (unten b aa) muß für den Zeitpunkt des Ablaufs der Begründungsfrist durch den rechtzeitigen Eingang entweder der Begründungsschrift (vgl. dazu BGH, Urteil vom 25. September 1979 - VI ZR 79/79, NJW 1980, 291 [BGH 25.09.1979 - VI ZR 79/79]) oder eines schriftlichen Verlängerungsantrags Klarheit darüber geschaffen worden sein, daß die formelle Rechtskraft noch nicht eingetreten ist.
BGH, 25.04.1985 - BLw 18/84
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