Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%2068,%20200
Timestamp: 2019-07-16 05:20:53
Document Index: 278852981

Matched Legal Cases: ['§ 77', 'Art. 9', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 23', '§ 77', '§ 77', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 87', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 77', 'Art. 9', '§ 1', 'Art. 9', 'Art. 9', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 77', '§ 2']

BAG, 20.08.1991 - 1 ABR 85/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,232
BAG, 20.08.1991 - 1 ABR 85/90 (https://dejure.org/1991,232)
BAG, Entscheidung vom 20.08.1991 - 1 ABR 85/90 (https://dejure.org/1991,232)
BAG, Entscheidung vom 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 (https://dejure.org/1991,232)
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Abschluß eventuell tarifwidriger Betriebsvereinbarungen
Betriebsvereinbarung - Gewerkschaft - Anträge - Mitbestimmung - Tarifvorrang - Verstoß gegen Tarifvertrag
Betriebsverfassung; Abschluß tarifwidriger Betriebsvereinbarungen
ArbG Freiburg, 06.12.1989 - 10 BV 9/89
ArbG Freiburg, 06.12.1989 - 10 BV 9/90
ArbG Freiburg, 06.12.1989 - 10 Ca 437/89
LAG Baden-Württemberg, 29.10.1990 - 10 Sa 24/90
BAG, 20.08.1991 - 1 AZR 652/90
BVerfG, 29.06.1993 - 1 BvR 1916/91
BAGE 68, 200
BAGE 68, 201
MDR 1992, 493
NZA 1992, 317
VersR 1992, 985
BB 1991, 1784
BB 1991, 2535
BB 1992, 490
DB 1991, 1834
DB 1992, 275
afp 1992, 179
Verfahrensgegenstand sind nämlich normative Regelungen, für die das Betriebsverfassungsgesetz sowohl die rechtliche Grundlage bietet wie auch den Vollzug durch den Arbeitgeber fordert (vgl. BAGE 68, 200, 207 f. = AP Nr. 2 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu B I 2 der Gründe).
Vor allem aber gilt es, soweit sich die Gewerkschaft gegen Verletzungen ihrer durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützten Koalitionsfreiheit wendet (BAGE 68, 200, 208 ff. = AP Nr. 2 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu B II der Gründe).
Später ist er ohne weiteres davon ausgegangen, daß es insoweit keines gemeinsamen Vorgehens bedarf (BAGE 68, 200, 208 ff. = AP Nr. 2 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu B II der Gründe).
Als Gegenstand des § 77 Abs. 3 BetrVG hat es "das Verhältnis der Tarifvertragsparteien und der Betriebspartner in ihrer Befugnis" bezeichnet, "die Arbeitsbedingungen mit normativer Wirkung zu regeln" (BAGE 85, 208, 218 = AP Nr. 10 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu II 2 a der Gründe; BAGE 68, 200, 211 = AP Nr. 2 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu B III 1 b der Gründe).
aa) Zu Unrecht stützt sich das Landesarbeitsgericht auf den Senatsbeschluß vom 20. August 1991 (BAGE 68, 200, 215 f. = AP Nr. 2 zu § 77 BetrVG 1972 Tarifvorbehalt, zu B III 2 b der Gründe).
§ 23 Abs. 3 Satz 1 BetrVG dient dazu, ein gesetzmäßiges Verhalten des Arbeitgebers im Rahmen der betriebsverfassungsrechtlichen Ordnung sicherzustellen (vgl. BAG 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - BAGE 68, 200, 208 f. = AP BetrVG 1972 § 77 Tarifvorbehalt Nr. 2 = EzA BetrVG 1972 § 77 Nr. 41, zu B II 2 der Gründe;… DKK-Trittin § 23 Rn. 67;… Fitting § 23 Rn. 51;… Oetker GK-BetrVG § 23 Rn. 122).
Die Vorschrift soll ein Mindestmaß gesetzmäßigen Verhaltens des Betriebsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der betriebsverfassungsmäßigen Ordnung für die Zukunft sicherstellen (Oetker GK-BetrVG 10. Aufl. § 23 Rn. 15; vgl. zu § 23 Abs. 3 BetrVG BAG 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - zu B II 2 der Gründe, BAGE 68, 200) , nicht aber vergangenes Verhalten bestrafen (HaKo-BetrVG/Düwell 4. Aufl. § 23 Rn. 5) .
Mit dieser Vorschrift soll der Arbeitgeber zur Erfüllung seiner betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten angehalten werden (BAG 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - zu B II 2 der Gründe, BAGE 68, 200) .
Die Befugnis der Tarifvertragsparteien zur Regelung von Arbeitsentgelten und sonstigen Arbeitsbedingungen soll nicht dadurch ausgehöhlt werden, daß Arbeitgeber und Betriebsrat ergänzende oder abweichende Regelungen vereinbaren (Beschluß des Großen Senats vom 3. Dezember 1991 - GS 2/90 - AP Nr. 51 zu § 87 BetrVG 1972 Lohngestaltung; BAGE 56, 18 = AP Nr. 23 zu § 77 BetrVG 1972 und BAG Beschluß vom 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - EzA § 77 BetrVG 1972 Nr. 41).
Dementsprechend wird auch in der Literatur überwiegend die Auffassung vertreten, der Abschluß einer Betriebsvereinbarung unter Verstoß gegen § 77 Abs. 3 BetrVG könne ein grober Verstoß im Sinne von § 23 Abs. 1 BetrVG sein (…so etwa Wiese, GK-BetrVG, 4. Aufl., § 23 Rz 89;… Hess/Schlochauer/Glaubitz, BetrVG, 4. Aufl., § 23 Rz 46; Fitting/Auffarth/Kaiser/ Heither, BetrVG, 17. Aufl., § 23 Rz 28 und Senatsbeschluß vom 20. August 1991, aaO;… einen groben Verstoß gegen die Amtspflichten nehmen Däubler/Kittner/Klebe/Schneider, BetrVG, 3. Aufl., § 23 Rz 38 an, wenn der Betriebsrat mit Beschlüssen beharrlich gegen Tarifverträge verstößt).
Sie machen von ihrer durch § 77 Abs. 3 BetrVG nicht eingeschränkten Normsetzungsbefugnis Gebrauch (Senatsbeschluß vom 20. August 1991, aaO).
Für diese Auffassung beruft sich das Landesarbeitsgericht auf die Senatsentscheidung vom 20. August 1991 (aaO).
Diese Auffassung steht nicht im Widerspruch zur Rechtsprechung des Ersten Senats (Beschluß vom 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 -, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Das Grundrecht der Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) und die darauf beruhende Tarifautonomie sind von der Verfassung nur in ihrem Kernbereich garantiert (BVerfGE 50, 290, 367 = AP Nr. 1 zu § 1 MitbestG; BAG Beschluß vom 20. August 1991. - 1 ABR 85/90 -, zur Veröffentlichung vorgesehen; BAGE 62, 171, 183 = AP Nr. 113 zu Art. 9 GG Arbeitskampf, zu II 3 b der Gründe; vgl. auch BVerfG Beschluß vom 26. Juni 1991 - 1 BvR 779/85 - AP Nr. 117 zu Art. 9 GG Arbeitskampf).
Danach könnte der Abschluß einer Betriebsvereinbarung über tariflich geregelte Arbeitsbedingungen eine Pflichtverletzung sein, die einen Unterlassungsanspruch nach § 23 Abs. 3 BetrVG gegenüber dem Arbeitgeber begründet bzw. zu einer Amtsenthebung des Betriebsrats nach § 23 Abs. 1 BetrVG führt (BAG 22. Juni 1993 - 1 ABR 62/92 - BAGE 73, 291, zu B III 2 a der Gründe; 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - BAGE 68, 200, zu B III 1 b der Gründe).
b) Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist das gegen den Arbeitgeber gerichtete Unterlassungsbegehren einer Gewerkschaft nach § 23 Abs. 3 iVm. § 77 Abs. 3 BetrVG, das darauf abzielt, dem Arbeitgeber die Durchführung von Betriebsvereinbarungen zu untersagen, als eine Angelegenheit aus dem Betriebsverfassungsgesetz im Beschlußverfahren nach § 2 a Abs. 1 Nr. 1 BetrVG zu verfolgen (BAG 20. August 1991 - 1 ABR 85/90 - BAGE 68, 200, zu B I 2 der Gründe).
ArbG Marburg, 07.08.1996 - 1 BV 10/96
Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich
LAG Baden-Württemberg, 23.02.1998 - 7 TaBV 3/97
Zulässigkeit einer Betriebsvereinbarung über die Festlegung von Arbeitszeiten im …
LAG Niedersachsen, 28.05.1998 - 1 TaBV 41/97
Tarifwidriges Verhalten des Arbeitgebers durch Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf …
LAG Nürnberg, 21.09.1992 - 7 TaBV 29/92
Einigungsstelle: Befugnis zur Anrufung durch Einzelbetriebsrat bei Untätigkeit …
LAG Schleswig-Holstein, 28.01.1999 - 4 TaBV 41/98
Betriebsvereinbarung: Verstoß gegen Tarifvertrag