Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201971,%20614
Timestamp: 2019-12-12 19:03:37
Document Index: 10796629

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.02.1971 - VIII ZR 144/69 - dejure.org
BGH, 10.02.1971 - VIII ZR 144/69
https://dejure.org/1971,1650
BGH, 10.02.1971 - VIII ZR 144/69 (https://dejure.org/1971,1650)
BGH, Entscheidung vom 10.02.1971 - VIII ZR 144/69 (https://dejure.org/1971,1650)
BGH, Entscheidung vom 10. Februar 1971 - VIII ZR 144/69 (https://dejure.org/1971,1650)
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Verbürgung gegenüber einer Sparkasse für die Verbindlichkeiten einer Kommanditgesellschaft (KG) - Haftung des Bürgen - Herleitung von Sorgfalts- und Nebenpflichten des Gläubigers aus dem Bürgschaftsvertrag - Nichtverhinderung von möglicherweise unberechtigten ...
WM 1971, 614
Denn die Rechtskraft einer dem Gläubiger günstigen Entscheidung gegen den Hauptschuldner wirkt nicht gegenüber dem Bürgen (vgl. BGH Urt. vom 10. Februar 1971 - VIII ZR 144/69, WM 1971, 641; BGHZ 76, 222, 230 f.;… BGH Urt. vom 12. Februar 1987 - III ZR 178/85, WM 1987, 616, 617).
Die umstrittene Frage, ob ein solcher Vollstreckungsbescheid trotz seiner materielle Unrichtigkeit gegenüber dem Titelschuldner voll durchsetzbar ist (vgl. Grunsky ZIP 1986, 1361 m.w.Nachw.; Braun Rechtskraft und Rechtskraftdurchbrechung von Titeln über sittenwidrige Ratenkreditverträge S. 32 ff; Münzberg WM 1987, 128), braucht in diesem Zusammenhang nicht entschieden zu werden: Auf keinen Fall wirkt die Rechtskraft eines gegen den Hauptschuldner ergangenen Urteils auch gegen den Bürgen (BGHZ 76, 222, 230/231; Urteil vom 10. Februar 1971 - VIII ZR 144/69 = WM 1971, 614).
Der Bürgschaftsvertrag ist ein einseitig den Bürgen verpflichtender Vertrag, aus dem für den Gläubiger Sorgfaltspflichten auch als Nebenpflichten grundsätzlich nicht herzuleiten sind (BGH, Urteile v. 10. Februar 1971 - VIII ZR 144/69, WM 1971, 614, 615; vom 31. Mai 1978 - VIII ZR 108/77, WM 1978, 924).
Grundsätzlich bewirkt das den Hauptschuldner verurteilende Urteil - anders als die Abweisung der Klage - allerdings keine Rechtskraft gegenüber dem Bürgen (…vgl. BGH Urt. v. 16. November 1951 - V ZR 17/51 = BGHZ 3, 385/390; Senatsurteil vom 10. Februar 1971 - VIII ZR 144/69 = WM 1971, 614).
Dem Bürgschaftsgläubiger ist es im Verhältnis zum Bürgen nicht grundsätzlich verwehrt, dem Hauptschuldner - etwa durch Absehen von einer Kündigung des Vertragsverhältnisses - anderweit Kredit zu geben, selbst wenn sich hierdurch die Tilgungsaussichten für die durch Bürgschaft gesicherte Forderung verringern (OLG Hamburg, a.a.O. unter Berufung auf BGH WM 1971, 614, 615).
Dem Bürgschaftsgläubiger ist es im Verhältnis zum Bürgen jedoch nicht verwehrt, dem Schuldner anderweit Kredit zu gewähren, selbst wenn sich dadurch die Tilgungsaussichten für die durch Bürgschaft gesicherte Forderung verringern (so BGH WM 1971, 614, 615).