Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerfG_16_02_2016_2_BvR_107_16_Statthaftigkeit_einer_Verfass-d7508211.html
Timestamp: 2017-01-24 07:34:32
Document Index: 313394907

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 171', '§ 93', '§ 93', '§ 171', '§ 93']

BVerfG, 16.02.2016 - 2 BvR 107/16 - Statthaftigkeit einer Verfassungsbeschwerde wegen Ausschlusses der Öffentlichkeit i.R.v. Verständigungsgesprächen | Urteile auf anwalt24.de
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BVerfG, 16.02.2016 - 2 BvR 107/16 - Statthaftigkeit einer Verfassungsbeschwerde wegen Ausschlusses der Öffentlichkeit i.R.v. Verständigungsgesprächen
BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 16.02.2016, Az.: 2 BvR 107/16Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 16.02.2016Referenz: JurionRS 2016, 11331Aktenzeichen: 2 BvR 107/16 Verfahrensgang:vorgehend:BGH - 12.11.2015 - AZ: 5 StR 467/15Rechtsgrundlage:§ 171b GVGIn dem Verfahrenüberdie VerfassungsbeschwerdeXXXgegen a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 12. November 2015 - 5 StR 467/15 -,b) das Urteil des Landgerichts Dresden vom 12. Juni 2015 - 3 KLs 321 Js 48536/14 -und Antrag auf Erlass einer einstweiligen AnordnungundAntrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfeund Beiordnung eines Rechtsanwaltshat die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durchden Richter Landauund die Richterinnen Kessal-Wulf,Königgemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung derBekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)am 16. Februar 2016 einstimmig beschlossen:Tenor:Der Antrag des Beschwerdeführers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.Gründe1Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Zwar begegnen der Auffassung des Bundesgerichtshofs, wonach die in nichtöffentlicher Hauptverhandlung erfolglos geführten Verständigungsgespräche in so enger Beziehung zur Einlassung des Beschwerdeführers standen, dass sie von dem auf § 171b GVG gestützten Ausschluss der Öffentlichkeit "für die Dauer seiner Einlassung" umfasst waren, verfassungsrechtliche Bedenken. Denn der Bundesgerichtshof hat bei seiner Entscheidung nicht erkennbar die besondere Bedeutung der Kontrolle des Verständigungsgeschehens durch die Öffentlichkeit berücksichtigt (vgl. BVerfGE 133, 168 <214 ff. Rn. 80 ff.>). Ob insoweit ein Verfassungsverstoß vorliegt, kann jedoch letztlich offenbleiben. Denn die Verfassungsbeschwerde geht nicht auf die Ausführungen des Generalbundesanwalts ein, wonach das Urteil nicht auf einem etwaigen Transparenzverstoß beruhe, weil das Vorliegen einer gesetzeswidrigen Absprache oder diesbezüglicher Gesprächsbemühungen mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne. Da die Ausführungen des Bundesgerichtshofs ausdrücklich nur ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts erfolgten, hätte sich der Beschwerdeführer mit dieser - verfassungsrechtlich grundsätzlich tragfähigen - Argumentation indes substantiiert auseinandersetzen müssen (vgl. BVerfGE 105, 252 <264>; BVerfGK 14, 402 <417>).2Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.3Diese Entscheidung ist unanfechtbar.LandauKessal-WulfKönigHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.
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