Source: http://dedocz.com/doc/57642/18.-april-2015-ab-19-30-uhr
Timestamp: 2017-03-29 21:15:33
Document Index: 204768423

Matched Legal Cases: ['Art 15', 'Art 15', 'Art 118', 'Art. 15', 'Art 15', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 119', 'Art 116', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 119', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art. 15', 'Art 15', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118', 'Art 118']

18. April 2015 ab 19:30 Uhr
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ko-baur-ktn-2014.book Seite 1 Mittwoch, 15. Oktober 2014 4:00 16
I. Baurecht
1. K&auml;rntner Bauordnung 1996
1. K-BO 1996
K&auml;rntner Bauordnung 1996 – K-BO 1996, LGBl 1996/62 (WV) idF
LGBl 1997/52 (DFB), LGBl 2000/13 (DFB), LGBl 2001/31, LGBl 2001/
134, LGBl 2004/22 (VfGH), LGBl 2005/77, LGBl 2009/16, LGBl 2012/
80, LGBl 2012/89, LGBl 2013/46 und LGBl 2013/85
1. Abschnitt (Wirkungsbereich)
&sect; 1 Vollziehung
&sect; 2 Ausnahmen
&sect; 3 Beh&ouml;rden
&sect; 4 Mitwirkung der Bundespolizei
&sect; 5 Beratung, Auskunftspflicht, Merkblatt
2. Abschnitt (Vorhaben)
&sect; 6 Baubewilligungspflicht
&sect; 7 Bewilligungsfreie, mitteilungspflichtige Vorhaben, baubeh&ouml;rdliche
&sect; 8 Ortsbildschutz
3. Abschnitt (Ansuchen)
&sect; 9 Antrag
&sect; 10 Belege
&sect; 11 Sonderbestimmungen
&sect; 12 Zusatzbelege
4. Abschnitt (Vorpr&uuml;fungsverfahren)
&sect; 13 Vorpr&uuml;fung
&sect; 14 Zul&auml;ssige Abweichungen vom Fl&auml;chenwidmungsplan
&sect; 15 Abschlu&szlig;
5. Abschnitt (Baubewilligung)
&sect; 16 M&uuml;ndliche Verhandlung, Augenschein
&sect; 17 Voraussetzungen
&sect; 18 Auflagen
&sect; 19 Versagung
&sect; 20 Baubeginn
&sect; 21 Wirksamkeit
&sect; 22 Ab&auml;nderung
&sect; 23 Parteien, Einwendungen
&sect; 24 Vereinfachtes Verfahren
&sect; 25 Nichtigkeit
6. Abschnitt (Vorschriften)
&sect; 26 Anforderungen
&sect; 27 Bauprodukte
&sect; 28 Baul&auml;rm
W. Pallitsch/Ph. Pallitsch/W. Kleewein, K&auml;rntner Baurecht5
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7. Abschnitt (Ausf&uuml;hrung)
&sect; 29 Unternehmer
&sect; 30 Bauleiter
&sect; 31 Meldepflicht
&sect; 32 Ausf&uuml;hrungsplakette
&sect; 33 &Uuml;berpr&uuml;fungen
&sect; 34 &Uuml;berwachung
&sect; 35 Einstellung
&sect; 36 Herstellung des rechtm&auml;&szlig;igen Zustandes
&sect; 37 Ausf&uuml;hrungspflicht
&sect; 38 Aufr&auml;umung
8. Abschnitt (Abnahme)
&sect; 39 Meldepflicht
&sect; 40 Pr&uuml;fung
9. Abschnitt (Gemeinschaftseinrichtungen)
&sect; 41 Orientierungsnummern
&sect; 41a T&uuml;rnummern
&sect; 42 Duldungspflicht
10. Abschnitt (Sicherheitsvorschriften)
&sect; 43 Erhaltungspflicht
&sect; 44 Instandsetzung
&sect; 45 Beseitigung
&sect; 46 R&auml;umung
&sect; 47 Einwendungen
11. Abschnitt (Nachbarpflichten)
&sect; 48 Ben&uuml;tzung
&sect; 49 Entsch&auml;digung
12. Abschnitt (Strafbestimmung)
&sect; 50 Geldstrafen
13. Abschnitt (Schlu&szlig;bestimmungen)
&sect; 51 Zutrittsrechte
&sect; 52 Aufsicht
&sect; 53 Wirkung der Baubewilligungen
&sect; 54 Rechtm&auml;&szlig;iger Bestand
&sect; 55 Bauberechtigte
&sect; 55a Eigent&uuml;mergemeinschaften
&sect; 56 Verweise
&sect; 1.0) (1) Die Vollziehung dieses Gesetzes f&auml;llt – unbeschadet des Verordnungsrechtes der Beh&ouml;rden au&szlig;erhalb der Gemeinde1) – in den eigenen
Wirkungsbereich der Gemeinde.2)3)
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(2) Von der Regelung des Abs. 1 sind ausgenommen:4)
a) die Bestimmungen des 12. Abschnittes;5)
b) (entf&auml;llt)6)
c) Akte der Vollziehung betreffend Vorhaben, die Interessen der Sicherheit oder der Gesundheit au&szlig;erhalb des Gemeindegebietes zu gef&auml;hrden geeignet sind; dies ist jedenfalls gegeben, wenn das Vorhaben die
Sicherheit oder Gesundheit gef&auml;hrdende Immissionen au&szlig;erhalb des
Gemeindegebietes bewirkt;7)
d) Akte der Vollziehung betreffend Vorhaben, die sich auf das Gebiet
zweier oder mehrerer Gemeinden erstrecken oder bei welchen bei der
Durchf&uuml;hrung des Ermittlungsverfahrens benachbarte Grundfl&auml;chen
einzubeziehen sind, die in einer oder mehreren anderen Gemeinden
gelegen sind.7)
(3) Umfasst ein Vorhaben sowohl Geb&auml;ude als auch sonstige bauliche Anlagen, so erstrecken sich die Ausnahmen des Abs. 2 auf alle eine funktionale Einheit bildenden baulichen Anlagen des Vorhabens.
(4) Die Vollziehung der Bestimmungen des Abschnittes 9 f&auml;llt in jedem
Fall in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde.8)
EB zur Nov 1996 (WV):
Zu &sect; 1 Abs 2:
Die Neuformulierung des &sect; 1 Abs. 2 bewirkt zum einen eine sprachliche Bereinigung des infolge von Novellierungen un&uuml;bersichtlich gewordenen Textes, zum
anderen (in lit b) dessen Anpassung an den Text der Bundesverfassung, die in
Art 15 Abs 5 letzter Satz B-VG ausdr&uuml;cklich anordnet, dass auch in den F&auml;llen
des Art 15 Abs 5 erster Halbsatz B-VG „die Bestimmung der Baulinie und des
Niveaus“ in die Vollziehung des Landes f&auml;llt (vgl. zum verfassungsrechtlichen
Hintergrund insb Hauer, K&auml;rntner Baurecht2, Anm 4 zu &sect; 1 KBO; VwSlg 7319
A/1968 und VfSlg 6147/1970).
Zu &sect; 1 Abs 3:
Es wird lediglich ein Verweis richtiggestellt.
EB zur Nov 2012:
Gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 lit. g idgF sind aus kompetenzrechtlichen Gr&uuml;nden bauliche
Anlagen, die nach wasserrechtlichen Vorschriften einer Bewilligung bed&uuml;rfen,
ausgenommen Geb&auml;ude, die nicht unmittelbar der Wassernutzung dienen, vom
Anwendungsbereich der K-BO 1996 ausgenommen. Die Ausnahme der Vollziehung dieses Gesetzes im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde gilt bisher auch
dann, wenn gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 lit. g idgF nicht alle baulichen Anlagen eines Vorhabens der Baubewilligungspflicht unterliegen (&sect; 1 Abs. 3 idgF). Diese Ausnahme
&uuml;berzeugt, insbesondere vor dem Hintergrund der Zuordnung der &ouml;rtlichen Baupolizei zum eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde gem&auml;&szlig; Art 118 Abs. 3 Z 9
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B-VG (siehe auch die kritische Anmerkung in Hauer/Pallitsch, K&auml;rntner Baurecht4 [2002] &sect; 1 Anm. 9) und aus systematischen Gr&uuml;nden, nicht. Gem&auml;&szlig; &sect; 2
Abs. 2 lit. g idgF unterfallen Geb&auml;ude, die nicht unmittelbar der Wassernutzung
dienen, mit anderen Worten „keine funktionale Einheit bilden“, sehr wohl der
K-BO 1996. In &sect; 1 Abs. 3 idgF wird aber f&uuml;r die Frage der Vollziehung diese funktionale Einheit bei baulichen Anlagen gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 lit. g idgF fingiert.
Unterliegen somit nicht alle baulichen Anlagen der Baubewilligungspflicht, sind
hink&uuml;nftig jene baulichen Anlagen, die der Baubewilligungspflicht unterliegen,
f&uuml;r die Frage der Vollziehung an &sect; 1 zu messen. Jene Geb&auml;ude und baulichen Anlagen, die nicht der Baubewilligungspflicht unterliegen, sind dabei nicht zu ber&uuml;cksichtigen.
EB zur Nov 2013:
Zu &sect; 1 Abs 2 lit b:
Der – auf die Zweite Bundes-Verfassungsnovelle, BGBl 392/1929, zur&uuml;ckgehende –
Art. 15 Abs. 5 B-VG regelte den Instanzenzug in Bausachen betreffend bundeseigene Geb&auml;ude, die &ouml;ffentlichen Zwecken dienen, und verwies diese Angelegenheiten weitestgehend in die mittelbare Bundesverwaltung. Durch BGBl I 51/2012
entfiel diese Kompetenzbestimmung. Aus diesem Grund hat die entsprechende
Ausnahme in der K-BO 1996 zu entfallen.
0) IdF der Nov LGBl 2013/46.
Durch die Nov 1981 wurde in Abs 2 der Halbsatz „dies... bewirkt“ und Abs 3
(als Abs 2a) eingef&uuml;gt, der letzte Satz des Abs 2 entstammt der Nov 1992.
Durch die Nov 1996 (WV) wurde Abs 2 neu gefasst, insb neu gegliedert und
die Ausnahme vom eigenen Wirkungsbereich nach Art 15 Abs 5 B-VG dahin
klargestellt, dass die Regelungen &uuml;ber Baulinie und Niveau im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde bleiben (damit wurde der Kritik Hauers in den
bisherigen Auflagen Rechnung getragen, s EB).
Durch das LGBl 2012/80 wurde aus dem Abs 3 folgender Wortlaut gestrichen: „dies gilt auch dann, wenn gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 lit g nicht alle baulichen
Anlagen eines Vorhabens der Baubewilligungspflicht unterliegen“.
Mit der Nov LGBl 2012/80 erhielt Abs 3 die nunmehr g&uuml;ltige Fassung.
Abs 2 lit b entfiel mit LGBl 2013/46.
1) S etwa &sect; 10 Abs 2 K-BO 1996.
2) Der Wirkungsbereich einer Gemeinde ist gem Art 118 Abs 1 B-VG ein
eigener und ein vom Bund bzw Land &uuml;bertragener (vgl auch &sect; 9 K-AGO).
Beim eigenen Wirkungsbereich handelt es sich um jene Aufgaben, die von
der Gemeinde „in eigener Verantwortung frei von Weisungen“ und unter
Ausschluss eines Rechtsmittels an Verwaltungsorgane au&szlig;erhalb der Ge4
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meinde zu besorgen sind. Die Gemeinde ist im Rahmen des eigenen Wirkungsbereichs allerdings an Gesetze und Verordnungen des Bundes oder
Landes gebunden; dem Bund und dem Land kommt gegen&uuml;ber der Gemeinde bei Besorgung ihres eigenen Wirkungsbereiches ein Aufsichtsrecht zu (vgl
Art 118 Abs 4 iVm Art 119a B-VG; s auch &sect; 19 K-AGO).
Der eigene Wirkungsbereich umfasst neben der Privatwirtschaftsverwaltung
(Art 116 Abs 2 B-VG) „alle Angelegenheiten, die im ausschlie&szlig;lichen oder
&uuml;berwiegenden Interesse der in der Gemeinde verk&ouml;rperten &ouml;rtlichen Gemeinschaft gelegen und geeignet sind, durch die Gemeinschaft innerhalb ihrer &ouml;rtlichen Grenzen besorgt zu werden“ (Art 118 Abs 2 B-VG bzw &sect; 10
Abs 1 K-AGO). Neben dieser allgemeinen Umschreibung des Umfangs des
eigenen Wirkungsbereichs enthalten Art 118 Abs 3 B-VG bzw &sect; 10 Abs 3
K-AGO eine demonstrative Aufz&auml;hlung jener Angelegenheiten, die von der
Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich zu besorgen sind; Art 118 Abs 3 Z 9
B-VG (ebenso &sect; 10 Abs 2 Z 11 u Z 12 K-AGO) nennen die hier n&auml;her interessierende „&ouml;rtliche Baupolizei; &ouml;rtliche Feuerpolizei; &ouml;rtliche Raumplanung“.
Der &uuml;bertragene Wirkungsbereich umfasst demgegen&uuml;ber die Angelegenheiten, die die Gemeinde nach Ma&szlig;gabe der Bundesgesetze im Auftrag und
nach den Weisungen des Bundes oder nach Ma&szlig;gabe der Landesgesetze im
Auftrag und nach den Weisungen des Landes zu besorgen hat (vgl Art 119
Abs 1 B-VG bzw &sect; 11 K-AGO).
3) Der Materiengesetzgeber hat die Angelegenheiten des eigenen Wirkungsbereichs ausdr&uuml;cklich als solche zu bezeichnen (vgl Art 118 Abs 2 letzter Satz
B-VG); der Bezeichnung kommt konstitutive Wirkung zu, sie begr&uuml;ndet
die Zust&auml;ndigkeit der Gemeindeorgane im eigenen Wirkungsbereich (vgl zB
VfSlg 5409/1966 uva). Hat der Materiengesetzgeber die Bezeichnung unterlassen, obwohl die Angelegenheit gem Art 118 B-VG in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde f&auml;llt, so ist die Regelung nach der st&auml;ndigen verfassungsgerichtlichen Rsp verfassungswidrig (vgl VfSlg 11.653/1988 ua).
In &sect; 1 Abs 1 K-BO 1996 wurde der Bezeichnungspflicht des eigenen Wirkungsbereiches nach Art 118 Abs 2 B-VG entsprochen.
4) &sect; 1 Abs 2 K-BO 1996 enth&auml;lt Ausnahmen vom eigenen Wirkungsbereich
der Gemeinde, die im Wesentlichen in der Rsp des VfGH und des VwGH
ihre Grundlage haben.
5) Nach der Rsp (s zB VwSlgNF 7227 A) ist unbestritten davon auszugehen,
dass die Vollziehung von Strafbestimmungen nicht in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde f&auml;llt.
6) Durch &sect; 1 Abs 2 lit b K-BO 1996 idF LGBl 62/1996 (WV) wurden „Akte
der Vollziehung betreffend bundeseigene Geb&auml;ude, die &ouml;ffentlichen Zwecken
dienen, soweit es sich nicht um Bestimmung der Baulinie oder des Niveaus
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handelt (Art. 15 Abs. 5 B-VG)“ von der Regelung des Abs. 1 ausgenommen.
Art 15 Abs 5 B-VG regelte den Instanzenzug in Bausachen betreffend bundeseigene Geb&auml;ude, die &ouml;ffentlichen Zwecken dienen, und verwies diese Angelegenheiten weitestgehend in die mittelbare Bundesverwaltung. Durch
BGBl I 2012/51 entfiel diese Kompetenzbestimmung. Aus diesem Grund hatte auch die entsprechende Ausnahme in der K-BO 1996 zu entfallen.
7) Die Ausnahme von Akten der Vollziehung betreffend Vorhaben, die sich
auf das Gebiet zweier oder mehrerer Gemeinden erstrecken, scheint aus verfassungsrechtlicher Sicht geboten, da es sich hierbei um F&auml;lle der &uuml;ber&ouml;rtlichen Baupolizei handelt. Der VfGH h&auml;lt in seiner Rsp unter Berufung auf den
Wortlaut des Art 118 Abs 2 B-VG fest, dass die Angelegenheit geeignet sein
muss, „durch die Gemeinschaft innerhalb ihrer &ouml;rtlichen Grenzen besorgt zu
werden“; daher verbietet es Art 118 Abs 2 B-VG, dass Gemeinden im Rahmen des eigenen Wirkungsbereiches Hoheitsakte bei Vorhaben setzen, die
sich (&ouml;rtlich) auch auf das Gebiet einer anderen Gemeinde erstrecken
(s VfSlg 11.307/1987; der VfGH hat &sect; 117 N&Ouml; BO wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben, weil darin, wie in &sect; 1 K-BO 1996 vor der Nov 1992, eine
Ausnahme vom eigenen Wirkungsbereich nicht vorgesehen war).
8) Der Abschnitt 9 der K-BO 1996 trifft Regelungen zu Orientierungsnummern (s &sect; 41 K-BO 1996), zu T&uuml;rnummern (s &sect; 41a K-BO 1996) und Duldungspflichten betreffend die Anbringung von Einrichtungen, die der Stra&szlig;enbeleuchtung oder Stra&szlig;enbezeichnung dienen bzw von Kennzeichen
&uuml;ber die Lage von Versorgungseinrichtungen und Kanalisationsanlagen (vgl
&sect; 42 K-BO 1996). Diese Angelegenheiten liegen im ausschlie&szlig;lichen oder
&uuml;berwiegenden Interesse der in der Gemeinde verk&ouml;rperten &ouml;rtlichen Gemeinschaft und sind geeignet, durch die Gemeinschaft innerhalb ihrer &ouml;rtlichen Grenzen besorgt zu werden und fallen daher nach Art 118 Abs 2 B-VG
in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde (so auch Unkart, K&auml;rntner
Bauordnung, Anm 11).
Judikatur – Allgemein:
1) Die Angelegenheiten des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde sind
gem&auml;&szlig; Art 118 Abs 4 letzter Satz B-VG vom einfachen Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich als solche zu bezeichnen; diese Bezeichnungspflicht gilt sowohl
hinsichtlich der (gem&auml;&szlig; Art 118 Abs 2 erster Satz) durch Subsumtion unter
die Generalklausel dem eigenen Wirkungsbereich zugeordneten Angelegenheiten wie auch hinsichtlich der (gem&auml;&szlig; Art 118 Abs 3) ausdr&uuml;cklich zur Besorgung im eigenen Wirkungsbereich gew&auml;hrleisteten Angelegenheiten (vgl
Slg 5409/1966). Die Bezeichnung muss sich auf den Inhalt konkreter gesetzlicher Regelungen beziehen und obliegt dem f&uuml;r die jeweilige Materie zust&auml;ndigen Gesetzgeber (Slg 5409/1966, 5415/1966).
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Regelungen in Gesetzen, die fr&uuml;her als mit 31. Dezember 1965 in Kraft gesetzt
worden sind und ab diesem Zeitpunkt im Rahmen des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde zu besorgende Angelegenheiten betreffen, waren gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs 3 der Bundes-Verfassungsgesetz-Nov 1962 (idF BGBl 1968/274)
bis sp&auml;testens 31. Dezember 1969 entsprechend zu bezeichnen. Bis dahin war
die Feststellung, ob eine gesetzliche Regelung im eigenen Wirkungsbereich
der Gemeinde zu vollziehen war, von den Vollziehungsbeh&ouml;rden selbst an
Hand der Bestimmungen des Art 118 Abs 2 erster Satz und Abs 3 B-VG sowie der entsprechenden Gemeinderechtsgesetze vorzunehmen. Unterblieb
eine solche Bezeichnung innerhalb der genannten Frist, so hatte dies zur Folge, dass das betreffende Gesetz zwar auch nach dem 31. Dezember 1969 von
der Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich zu vollziehen war, das Gesetz
aber mangels der verfassungsgesetzlich geforderten Bezeichnung verfassungswidrig geworden ist (vgl Slg 6196/1970). Ziel der Bezeichnungspflicht
ist es unter anderem, zu einer – wenn auch in vielen Gesetzen verstreuten –
taxativen Bezeichnung der konkreten gesetzlichen Regelungen zu kommen,
die im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde zu vollziehen sind (VfSlg
5409). Die gesetzestechnische Art der Bezeichnung ist dem Gesetzgeber freigestellt, ... in Zusammenhang mit der jeweiligen Regelung oder auch zusammenfassend an anderer Stelle. Es ist dem zust&auml;ndigen Materiengesetzgeber
auch verfassungsgesetzlich nicht verwehrt, die ihm obliegende Bezeichnungspflicht in anderem gesetzlichen Zusammenhang vorzunehmen, sofern
er dabei nur das Erfordernis der Ausdr&uuml;cklichkeit beachtet. Denn nur auf
diese Weise wird dem mit der Normierung der Bezeichnungspflicht klar zum
Ausdruck gebrachten Willen des Verfassungsgesetzgebers entsprochen, dass
diese Feststellung vom Gesetzgeber selbst und nicht von der Vollziehung vorzunehmen ist (VfGH 21.12.1979, Slg 8719).
2) Verwaltungsstrafsachen sind vom eigenen Wirkungsbereich ausgenommen (VfSlg 5579, VwSlg 7227/A ua).
3) Verwaltungsvollstreckungsangelegenheiten sind nicht im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde zu vollziehen (VwSlg 7368/A ua).
4) Die der Baubeh&ouml;rde zustehende unmittelbare Befehls- und Zwangsgewalt
zur Durchf&uuml;hrung notstandspolizeilicher Ma&szlig;nahmen ist im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde auszu&uuml;ben (VfGH 6.10.1983, Slg 9811; VwGH
22.12.1983, 81/06/0171, BauSlg 168).
5) Entscheidungen &uuml;ber Enteignungen und Entsch&auml;digungen sind vom
eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde auszunehmen (VfSlg 5807, 6088,
8227 ua).
6) Auch bei Bauten f&uuml;r genehmigungspflichtige Betriebsanlagen ist ein &uuml;berwiegendes Interesse der in der Gemeinde verk&ouml;rperten &ouml;rtlichen Gemeinschaft
anzunehmen. Die Zugeh&ouml;rigkeit der Baubewilligung f&uuml;r alle Geb&auml;ude, die geW. Pallitsch/Ph. Pallitsch/W. Kleewein, K&auml;rntner Baurecht5
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werblichen Betriebsanlagen dienen, kann unter dem Gesichtspunkt der Eignung zur Besorgung durch die Gemeinden nicht schlechthin verneint werden;
auch nicht im Hinblick auf besondere Probleme einer solchen Betriebsanlage
in anderen Rechtsmaterien (VwGH 13.5.1968, Slg 7348/A).
7) Bauvorhaben, die sich auf zwei oder mehrere Gemeinden erstrecken,
sind nicht im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde zu vollziehen (VfGH
18.3.1987, Slg 11.307).
8) Die Erlassung eines Heizverbotes in Form einer V f&auml;llt in den eigenen
Wirkungsbereich der Gemeinde (hier im Hinblick auf die konkrete Gefahr
einer Luftverunreinigung gerechtfertigt) (VfGH 13.6.1988, Slg 11.726, betr
eine Tiroler Gemeinde).
9) Die Genehmigung der Schaffung von Baupl&auml;tzen oder Bauplatzteilen
ist eine Angelegenheit der &ouml;rtlichen Baupolizei und f&auml;llt daher in den eigenen
Wirkungsbereich der Gemeinde (VfSlg 5823, 6060, 9580). Die in den Bestimmungen &uuml;ber die Grundabtretung zutage tretenden, mit der &ouml;rtlichen Baupolizei in enger Verbindung stehenden Interessen der Gemeinde als Inhaberin
von Verkehrsfl&auml;chen, die sie nach Art 118 Abs 3 Z 4 B-VG selbst verwaltet
(VfSlg 6208, 6685, 6770), sind gleichfalls dem eigenen Wirkungsbereich zuzuordnen. Der Umstand, dass die Grundabtretung unter dem Blickwinkel
des Eigentumsschutzes und f&uuml;r Zwecke der Kompetenzzuordnung als Enteignung zu qualifizieren ist (vgl VfSlg 3475, 3666, 8980, 8981, 9781), &auml;ndert
daran nichts. Die Grundabtretungspflicht unterscheidet sich von Enteignungen nach dem Stra&szlig;enrecht dadurch, dass sie nur aus Anlass und im (engeren
oder weiteren) Zusammenhang mit einer angestrebten Grundteilung ausgel&ouml;st wird (VfGH 17.10.1991, G 242 u 271/91, Slg 12.891).
10) F&auml;llt durch eine &Uuml;bertragungsverordnung die Zust&auml;ndigkeit der Gemeinde weg, hat &uuml;ber eine Berufung gegen einen Bescheid des B&uuml;rgermeisters die Landesregierung (und nicht der Gemeinderat) zu entscheiden.
(VwGH 24.11.1992, 92/05/0136, zur Bgld BO).
11) Die Kl&auml;ranlage und ihre Transportleitungen bilden eine Einheit, sodass
eine &uuml;ber&ouml;rtliche Angelegenheit iSd &sect; 116 Abs 3 N&Ouml; BO anzunehmen ist,
also eine Zust&auml;ndigkeit der Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich nicht gegeben war (VwGH 15.2.1994, 93/05/0234, BauSlg 24).
12) Eine Zust&auml;ndigkeit der Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich ist nur
dort gegeben, wo die Kompetenzverteilung des B-VG dies zul&auml;sst, was im
Falle einer Zust&auml;ndigkeit der Bergbeh&ouml;rde f&uuml;r einen Steinbruch nicht der
Fall ist (VwGH 15.12.1994, 94/06/0030, BauSlg 285).
13) Wie der VfGH in Erk Slg 7459/1974 in Abkehr von seiner fr&uuml;heren Rsp
ausgesprochen hat, liegt eine Verletzung des verfassungsgesetzlich gew&auml;hrleisteten Selbstverwaltungsrechtes einer Gemeinde nur dann und insoweit
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vor, als eine staatliche Beh&ouml;rde eine Ma&szlig;nahme trifft, womit das Recht der
Gemeinde auf Besorgung einer bestimmten Angelegenheit im eigenen Wirkungsbereich schlechthin verneint wird. Die Pr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit
solcher Akte steht dem VwGH zu. An dieser Auffassung h&auml;lt der VfGH seither fest (Slg 7568/75 und B 323/75 v 18.12.1976). Die Beschwerde k&ouml;nnte also
nur dann begr&uuml;ndet sein, wenn der belangten Beh&ouml;rde der Vorwurf der Verneinung des Selbstverwaltungsrechtes gemacht werden m&uuml;sste (VfGH
11.10.1977, B 237/76, Slg 8150).
14) Erstreckt sich ein Geb&auml;ude &uuml;ber Gemeindegrenzen, ist die &ouml;rtlich zust&auml;ndige BH Baubeh&ouml;rde. Eine nachtr&auml;gliche Baubewilligung f&uuml;r eine die Gemeindegrenzen &uuml;berschreitende Baulichkeit ist nach der N&Ouml; BO nicht zul&auml;ssig (VwGH 4.7.2000, 2000/05/0044, BauSlg 170).
&sect; 2. (1) Soweit durch dieses Gesetz der Zust&auml;ndigkeitsbereich des Bundes ber&uuml;hrt wird, ist es so auszulegen, dass sich keine &uuml;ber die Zust&auml;ndigkeit des Landes hinausgehende Wirkung ergibt.1) Insbesondere2) gilt dieses Gesetz nicht f&uuml;r bauliche Anlagen
a) des Verkehrswesens bez&uuml;glich Bundesstra&szlig;en, Eisenbahnen, Seilbahnen, Luftfahrt oder Schifffahrt,3)
b) des Bergwesens,4)
c) die einer Bewilligung nach wasserrechtlichen Vorschriften bed&uuml;rfen,
ausgenommen Geb&auml;ude, die nicht unmittelbar der Wassernutzung dienen,4)
d) die einer Bewilligung oder Anzeige nach &sect; 37 AWG 2002 bed&uuml;rfen.5)
(2) Dieses Gesetz gilt nicht f&uuml;r:6)
a) bauliche Anlagen des Verkehrswesens bez&uuml;glich Stra&szlig;en im Sinne des
K&auml;rntner Stra&szlig;engesetzes 1991 – K-StrG;7)
b) Warteh&auml;uschen, Haltestellen&uuml;berdachungen und &auml;hnliche Einrichtungen f&uuml;r Verkehrszwecke bis zu 25 m2 Grundfl&auml;che und 3,50 m H&ouml;he;
c) Verkaufseinrichtungen auf &ouml;ffentlichen Verkehrsfl&auml;chen bis zu 25 m2
Grundfl&auml;che und 3,50 m H&ouml;he;8)
d) Leitungsanlagen f&uuml;r Elektrizit&auml;t9), Gas und Erd&ouml;l, ausgenommen Geb&auml;ude, die nicht unmittelbar der Leitungsnutzung dienen;
e) bauliche Anlagen, die einer Bewilligung nach dem K&auml;rntner Elektrizit&auml;tswirtschafts- und -organisationsgesetz 2011 – K-ElWOG10) bed&uuml;rfen, ausgenommen Geb&auml;ude, die nicht unmittelbar der Elektrizit&auml;tserzeugung dienen;
f) Transformatorengeb&auml;ude, die einer Bewilligung nach dem K&auml;rntner
Naturschutzgesetz 2002 – K-NSG 2002 bed&uuml;rfen;11)
g) Fernmeldeanlagen, ausgenommen ihre hochbaulichen Teile;12)