Source: https://vaeteraufbruch.de/index.php?id=startseite&tx_ttnews%5Bpointer%5D=2&cHash=f60c0609446c960e0631b2b5f27ef234
Timestamp: 2019-03-19 15:29:59
Document Index: 184981641

Matched Legal Cases: ['EGMR', 'EuG', '§ 1598', '§1626', '§1671', 'Art. 3']

Thesenpapier Unterhalt
Umfrage Verfahrensdauer
bundesweite Demo in Berlin
Von 2001 bis 2012 organisierte der Bundesverein Demos in Berlin. Auf dem Bild machen die Demonstranten einen Zwischenstopp auf der Treppe am Gendarmenmarkt und warten auf die Abschlusskundgebung.
Freitag, 01. März 2019 spiegel.de
"Skrupellose Väter" haben, so las man, Deutschland in die jüngste Krise gestürzt: Die Eintreibung des sogenannten Unterhaltsvorschusses lasse zu wünschen übrig. Eine Nachschau führt zu gewissen Zweifeln.[mehr]
Donnerstag, 21. Februar 2019 Markus Witt
Endspurt bis 27.02.2019: Online-Mitzeichnung zur Petition für ein zeitgemäßes Familienrecht
Über 16.000 Unterschriften und elektronische Mitzeichnungen konnten wir bereits erreichen - jetzt haben wir noch knapp eine Woche um noch einmal zu zeigen, was wir bewegen können.[mehr]
Sinkende Rückholquote beim Unterhaltsvorschuss war zu erwarten, da nun auch ältere Kinder betroffen sind, die mehr kosten. Wer aber schon zu wenig verdient, um den Unterhalt für jüngere Kinder aufzubringen, kann dies später erst...[mehr]
Stellungnahme des Aktionsbündnisses doppelresidenz.org zur Anhörung "Wechselmodell" des Bundestags-Rechtsausschusses
Am 13.2.2019 wird der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages verschiedene Experten-Stellungnahmen zum FDP-Antrag Wechselmodell anhören. Hier deren offiziellen Stellungnahmen sowie die Stellungnahme des Aktionsbündnisses...[mehr]
Vatertags-Kanu-Tour 2018 des Kreisvereins Frankfurt/M.
Plenum beim Elternkongress 2018 in Karlsruhe
Infotisch zur Unterschriften-
sammlung Doppelresidenz
Paddeln auf Nahe und Glan am Fronleichnamswochenende 25./26. - 29. Mai 2016
Mit seinen Kanutouren wendet sich der Väteraufbruch für Kinder e. V. an Kinder, Väter und Mütter, die in ihrem Leben Trennung und Scheidung erfahren mussten. Kinder lernen dabei ihre Eltern neu kennen und es kommt zum...[mehr]
Kanutour im Lahntal
Was der Kreisverein Frankfurt/M. seit vielen Fahren mit viel Spaß und Zulauf erfolgreich organisiert, soll jetzt auch bundesweit für Mitglieder und Interessierte möglich gemacht werden. Ein ungezwungenen Treffen mit anderen...[mehr]
Sonntag, 31. Januar 2016 Markus Witt
Bericht zum Bundesaktiventreffen am 30.01.2016
Väterpolitik 2016 – unter diesem Oberbegriff trafen sich in Frankfurt 30 Aktive aus Kreisvereinen aus dem gesamten Bundesgebiet. Es ging um die Fragen, welche Forderungen hat der VAfK an die Politik, wie gestalten wir unseren...[mehr]
Inhaltliche Positionen des Väteraufbruch für Kinder e.V.
offizielle Beschlüsse der Bundesmitgliederversammlung zur inhaltlichen Ausrichtung der Vereinsarbeit
Leitbild des Väteraufbruch für Kinder e.V.
Ziel des Väteraufbruchs für Kinder e.V. ist es, das Aufwachsen von Kindern in ihren Familien durch ein verstärktes Engagement ihrer Väter und durch kooperative Elternschaft, insbesondere nach Trennung und Scheidung, nachhaltig zu verbessern.
Der VAfK versteht sich als Verein für Kinderrechte, als Familien- und Elternverband und als Organisation, die eine fürsorgende und liebevolle Beziehung beider Eltern zu ihren Kindern stärkt sowie für die Gleichstellung von Müttern und Vätern eintritt.
[zum Volltext]
Mit der Entwicklung neuer Grundsätze hat der Väteraufbruch für Kinder e. V. (VAfK) das neuste Urteil des EGMR aufgegriffen. Stärker als bisher sollen Gesellschaft und Politik die Bindungen zwischen Kindern und ihren Eltern als Grundlagen des sozialen Zusammenhalts der Familien herstellen, fördern und schützen.
In Deutschland ist inzwischen jedes dritte Kind von der Trennung seiner Eltern betroffen. Wenn ein Elternpaar sich trennt oder sich scheiden lässt, gehen Mann und Frau auseinander – als Vater und Mutter bleiben sie zusammen in der Verantwortung. Nach Trennung und Scheidung wird jedoch häufig wieder auf ein tradiertes Betreuungsmodell zurückgegriffen: Die Mutter kümmert sich um die Betreuung der Kinder, der Vater um die materielle Versorgung.
Kinder brauchen beide Eltern für eine förderliche Entwicklung. Das Betreuungsmodell der Paritätischen Doppelresidenz ermöglicht paritätische Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung und gewährleistet somit die Aufrechterhaltung und Förderung der Beziehung des Kindes zu seinen beiden Elternteilen. Dies entspricht den Vorgaben des Grundgesetzes und der UN-Kinderrechtskonvention.
Während das „Residenzmodell“ einen „Lebensmittelpunkt“ des Kindes bei einem „Hauptaufenthalts-Elternteil“ und „Umgangszeiten“ beim anderen, getrennt lebenden „Besuchs-Elternteil“ festlegt, bedeutet die Paritätische Doppelresidenz die gleichwertige, abwechselnde Betreuung von Kindern durch ihre getrennt lebenden bzw. geschiedenen Eltern.
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EuGMR) vom 3.12.2009 im Fall Zaunegger müssen auch in Deutschland Väter, die mit der Mutter ihres gemeinsamen Kindes nicht verheiratet sind, einen Zugang zur gemeinsamen elterlichen Sorge erhalten, der unabhängig von der mütterlichen Zustimmung ist. Der Väteraufbruch für Kinder e.V. empfiehlt als Lösung die gemeinsame Sorge ab Vaterschaftsanerkennung, möglichst ab Geburt als Regelfall auch für alle nicht miteinander verheiratete Eltern. In einigen wenigen Ausnahmefällen, die gesetzlich genau zu bestimmen sind, mag diese Regel ausgesetzt sein. Notwendiger Teil dieser Lösung ist, dass die Vaterschaftsanerkennung ohne die Zustimmung der Mutter oder Dritter wirksam werden soll, aber begleitet werden muss von einer eidesstattlichen Erklärung des Anerkennenden, der Mutter in der Empfängniszeit beigewohnt zu haben. Darüber hinaus hat der Anerkennende vorab in eine genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung nach BGB § 1598a einzuwilligen. Eine genetische Abstammungsuntersuchung kann unterbleiben, wenn die Mutter die Erklärung des Vaters bestätigt.
Allen Kindern beide Eltern von Anfang an – Gesellschaftliche Gleichstellung von Vater und Mutter ab Vaterschaftsanerkennung
Kinder nicht verheirateter Eltern, die keine Sorgeerklärung vor der Geburt ihres Kindes abgegeben haben sind rechtlich erheblich dadurch benachteiligt, dass sie nur einen sorgeberechtigten Elternteil haben. Es ist im Interesse der Kinder, dass beide Eltern ab der Geburt das gemeinsame Sorgerecht haben. Unser Grundgesetz sieht nicht vor, dass Eltern in Abhängigkeit vom Personenstand (weil verheiratet) in eine betreuende, sorgeberechtigte Mutter und umgangsberechtigten Vater geteilt werden. Vielmehr ist es die Pflicht beider Eltern ihr Kind zu versorgen, zu betreuen und zu erziehen.
Unmittelbar nach der Geburt des ersten Kindes muss sich die Familie neu „organisieren“. Sind die Väter noch bei der Geburt dabei, so bleibt die Mutter oft wenige Tage nach der Entbindung mit dem Kind alleine zu Hause während der Vater arbeitet. Sinnvoll wäre hier eine mehrwöchige gemeinsame Familienfindungsphase in der auch der Vater gesetzlich von der Arbeit freigestellt wird (Elternschutzgesetz).
Die gemeinsame elterliche Sorge soll begründet werden, wenn „die Übertragung dem Kindeswohl nicht widerspricht“ (§1626a BGB). Zur Auflösung der gemeinsamen Sorge gem. §1671 (2) BGB ist es dann aber ausreichend, wenn eine Einzelsorge dem Kindeswohl „am besten entspricht“. Dies führt regelmäßig dazu, dass Eltern in einen Wettbewerb getrieben werden, wer „der beste“ Elternteil für ein Kind ist. Dies fördert Streit, – Streit der vor allem die Kinder belastet und in der Folge einen Elternteil zumeist unnötig der elterlichen Sorge enthebt. Ausschließlich Kindeswohlgefährdung soll die Aberkennung der gemeinsamen elterlichen Sorge rechtfertigen.
Kinder benötigen neben elterlicher Zuwendung und Unterstützung auch finanzielle Mittel, um ihr Leben und ihre Entwicklung gestalten zu können. In intakten Familien werden diese Mittel gemeinsam von beiden Eltern aus dem gemeinsamen Haushaltseinkommen aufgebracht.
Nach einer Trennung der Eltern stellt sich die Frage, wie der Kindesunterhalt zukünftig geregelt werden soll. Der übliche Weg ist bisher, dass ein elterlicher Haushalt (in der Regel der Mutter) „Betreuungsleistungen“ aufbringt, während in der Regel der väterliche Haushalt für die Finanzierung der Kinder sorgt. Dies ist dem historischen Rollenverständnis geschuldet, dass die Kinderbetreuung Aufgabe der Frau, die finanzielle Versorgung Aufgabe des Mannes sei. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat diese Rollenverteilung vollkommen zu Recht als „ein völlig überholtes Familienmodell“ bezeichnet (Tagesspiegel vom 07.01.2015).
Dies ist jedoch weder gesellschaftlich gewollt, noch der Entwicklung der Kinder förderlich. Die gemeinsame Verantwortung beider Eltern, wie sie bereits in Art. 3 GG festgeschrieben ist, besteht auch nach einer Trennung der Eltern fort und sollte entsprechend ermöglicht und gefördert werden.
Moderne Eltern haben diese „klassische“ Rollenverteilung schon lange aufgebrochen und kümmern sich partnerschaftlich um Familien- und Erwerbsarbeit. Nach einer Trennung auf der Paarebene wollen Väter nicht in die Rolle des Allein-Ernährers gedrängt werden, sondern weiterhin die bisher praktizierte gemeinsame Betreuungs- und Erziehungsverantwortung für ihre Kinder, „auf Augenhöhe“ mit der Mutter, wahrnehmen. In der modernen Nachtrennungsfamilie sollte es keine „Allein-Erziehenden“ mehr geben.