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Timestamp: 2016-10-25 03:19:49
Document Index: 71858591

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66', 'BGE', 'Art. 68']

8C_584/2010 (11.03.2011)
8C_584/2010 {T 0/2}
M.________, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schultz,
Der 1975 geborene M.________ war als Dachdecker bei der Q.________ GmbH angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 24. Juli 2004 half er einem Bekannten auf dem Bauernhof beim Reinigen der Dachrinnen. Da die Regenrinne infolge eines Isolationsdefekts an einer Kabelleitung unter Strom stand, erlitt er eine Muskelverkrampfung. Nachdem der anwesende Besitzer die Stromeinwirkung hatte unterbrechen k�nnen, st�rzte der inzwischen bewusstlos gewordene Versicherte mitsamt der Metallleiter aus rund drei Metern H�he auf den Betonboden. Vom alarmierten Rettungsdienst wurde er daraufhin notfallm�ssig ins Spital X.________ �berwiesen, wo die behandelnden �rzte folgende Diagnose stellten: Jochbeinfraktur rechts, commotio cerebri, kleine Subarachnoidalblutung rechts, contusio bulbi rechts, multiple Prellungen LWK, Sternum, Becken und posttraumatischer benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel rechts. �ber den Unfallhergang konnte der Versicherte gegen�ber den �rzten keine Angaben machen. Laut Austrittsbericht der Klinik f�r Hals- und Gesichtschirurgie vom 4. August 2004 wurde er wegen der commotio cerebri und der Subarachnoidalblutung zun�chst �berwacht, bevor am 27. Juli 2004 die Jochbeinfraktur operativ saniert werden konnte. In der Folge weilte M.________ vom 23. August bis 1. Oktober 2004 zur Rehabilitation in der Klinik V.________. Dort kam es am 1. September 2004 zu einem Sturz unklarer Ursache. Vom 7. Dezember 2005 bis 12. Januar 2006 folgte nochmals ein station�rer Aufenthalt in der Klinik V.________. Wegen einer Exazerbation der Schmerzen wurde der Versicherte vom 1. bis 6. Februar 2008 und vom 18. bis 23. Februar 2008 im Spital X.________ hospitalisiert. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen des Ereignisses vom 24. Juli 2004 und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Gest�tzt auf die von ihr veranlassten psychiatrischen (Bericht vom 21. Februar 2008), neurologischen (Bericht vom 10. Juni 2008) und neuropsychologischen (Bericht vom 23. Januar 2008) Untersuchungen in der Klinik Z.________ lehnte sie mit Verf�gung vom 19. Dezember 2008 und Einspracheentscheid vom 10. September 2009 mit Wirkung ab Ende Dezember 2008 einen weitergehenden Leistungsanspruch ab, da die geklagten Beschwerden nicht mehr in einem urs�chlichen Zusammenhang mit dem Unfall vom 24. Juli 2004 st�nden.
Die von M.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 26. Mai 2010 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst M.________ beantragen, die SUVA sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheids zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen weiterhin zu erbringen; eventuell sei die Sache zur erg�nzenden Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
W�hrend SUVA und kantonales Gericht auf Abweisung der Beschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grunds�tzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer haftet jedoch f�r einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem nat�rlichen, sondern auch in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3 S. 181). Dabei spielt die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt (BGE 134 V 109 E. 2 S. 111 f.; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabh�ngig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abkl�rungen best�tigt wurden und die hiebei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Sind die geklagten Beschwerden nat�rlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. pr�zisierten Kriterien massgebend. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden die Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112).
3.1 Das kantonale Gericht hat gest�tzt auf die medizinischen Unterlagen, insbesondere den Bericht der Neurologin Dr. med. B.________ vom 22. Januar 2007 und das unter psychiatrischen (21. Februar 2008), neurologischen (10. Juni 2008) und neuropsychologischen (23. Januar 2008) Aspekten erstellte verwaltungsinterne Gutachten der Klinik Z.________ (siehe dazu BGE 136 V 117 E. 3 S. 119 ff.) festgehalten, es seien keine organischen Gesundheitssch�den mehr ausgewiesen, die auf das Unfallereignis vom 24. Juli 2004 zur�ckzuf�hren w�ren. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren. Die auf eingehenden Untersuchungen und bildgebenden Befunden abgest�tzten fach�rztlichen Beurteilungen des Beschwerdebildes sind umfassend und stellen eine gen�gend fundierte Abkl�rung des medizinischen Sachverhalts dar. Es besteht daher kein Anlass zur Annahme, dass erg�nzende Beweismassnahmen daran etwas zu �ndern verm�chten. SUVA und kantonales Gericht konnten gest�tzt auf die Aktenlage ohne weiteres schliessen, dass mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit keine somatischen Unfallfolgen mehr vorliegen.
3.2 In psychiatrischer Hinsicht liegt laut Diagnose des Dr. med. K.________ im Gutachten der Klinik Z.________ vom 21. Februar 2008 eine Konversionsst�rung vor (ICD-10: F44.7), gemischt mit gelegentlichen Momenten von dissoziativer Amnesie sowie starker Regressionsneigung und Symptomausweitung und Neigung zu Pseudologie auf der Grundlage einer auff�lligen Pers�nlichkeit mit vorwiegend histrionischen Charakterz�gen. Ebenfalls diagnostiziert wurden nebst einer leichten spezifischen Angstst�rung (ICD-10: F41.8), eine ab Dezember 2005 mindestens mittelgradige, jedoch sp�testens seit M�rz 2007 remittierte depressive Phase (depressive Episode; ICD-10: F32.1) sowie residuelle m�gliche Folgen einer initial ausgepr�gten psychotraumatologischen St�rung infolge des Unfalls. Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, ist das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und der vom Gutachter festgestellten psychischen St�rung bzw. Fehlentwicklung zumindest im Sinne einer Teilursache zu bejahen. Da die nat�rliche Kausalit�t der psychischen Beschwerden mit dem Unfall angesichts der Aktenlage gegeben ist und von keiner Seite in Frage gestellt wird, bedarf der Sachverhalt auch diesbez�glich keiner Erg�nzung oder Vervollst�ndigung durch die Vorinstanz.
4.1 Das kantonale Gericht und die Beschwerdegegnerin haben die Frage, ob die zumindest teilweise nat�rlich unfallkausale psychische Problematik auch in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 24. Juli 2004 stehe, nach den bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Regeln gepr�ft (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c S. 140) und nicht nach der bei Schreckereignissen zur Anwendung kommenden allgemeinen Ad�quanzformel (gew�hnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung; BGE 129 V 177 E. 4.2 S. 185).
Diese Beurteilung ist nach Lage der Akten richtig. Nach der Rechtsprechung werden schreckbedingte pl�tzliche Einfl�sse auf die Psyche (sog. Schreckereignisse; zur Definition: BGE 129 V 177 E. 2.1 S. 179 f.; SVR 2009 UV Nr. 20 S. 75, 8C_533/2008 E. 2.2; 2008 UV Nr. 7 S. 22, U 548/06 E. 2.2) als Einwirkungen auf den menschlichen K�rper im Sinne des Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG; 830.1) anerkannt. Es handelt sich dabei um Ereignisse - wie etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugungl�cke, schwere Autokollisionen, Br�ckeneinst�rze, Bombenabw�rfe, verbrecherische �berf�lle oder sonstige pl�tzliche Todesgefahren sowie Seebeben (Urteil 8C_387/2007 vom 25. Februar 2008 E. 5.2.1) - bei denen, anders als im Rahmen der �blichen Unf�lle, die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Aus diesem Grund erweist sich in solchen F�llen die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten Ad�quanzkriterien als ungeeignet (BGE 129 V 177 E. 4.2 S. 184). Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, stand beim Beschwerdef�hrer nach dem Unfallereignis nicht eine psychische Stresssituation im Vordergrund. Vielmehr litt dieser an somatischen Beschwerden, welche im weiteren Verlauf von psychischen Problemen �berlagert wurden.
Die Frage nach der anwendbaren Methode f�r die Pr�fung des ad�quaten Kausalzusammenhangs spielt allerdings dann ohnehin keine Rolle, wenn dieser auch gem�ss den bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grunds�tzen zu bejahen ist. Ob dies zutrifft, ist umstritten und im Folgenden zu pr�fen.
4.2.1 Im Rahmen der ad�quanzrechtlich nach objektiven Gesichtspunkten und ohne Ber�cksichtigung der Pers�nlichkeitsstruktur der versicherten Person vorzunehmenden Kategorisierung der Unfallschwere (RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.4.1 mit Hinweisen) hat die Vorinstanz das Ereignis vom 24. Juli 2004 als mittelschweren Unfall im mittleren Bereich qualifiziert. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, es liege ein schwerer Unfall vor.
4.2.2 Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem objektiv erfassbaren Unfallereignis und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen Beachtung finden. Zu pr�fen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der N�he zu den leichten oder schweren Unf�llen erfolgt. Massgebend sind der augenf�llige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumst�nde, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden k�nnen. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Ad�quanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa f�r die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, aber auch f�r - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls zu pr�fende - �ussere Umst�nde, wie eine allf�llige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall f�r andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Immerhin k�nnen die erlittenen Verletzungen aber R�ckschl�sse auf die Kr�fte gestatten, die sich beim Unfall entwickelt haben (SVR 2009 UV Nr. 57 S. 203, 8C_77/2009 E. 4.1.1; Urteil 8C_396/2009 vom 23. September 2009 E. 4.4.2).
4.2.3 Gem�ss den Abkl�rungen des Eidgen�ssischen Starkstrominspektorats vom Juli 2005 ereignete sich der Unfall vom 24. Juli 2004 wie folgt: Der Beschwerdef�hrer war bei regnerischem Wetter damit besch�ftigt, Laub aus einer Dachrinne zu entfernen. Pl�tzlich h�rte der Hofbesitzer diesen schreien und st�hnen und stellte fest, dass er mit der rechten Hand die Regenrinne umklammert hielt und nicht mehr loslassen konnte. Auf die Frage, ob er unter Strom stehe, konnte der Versicherte dies mit Kopfnicken best�tigen. Der Hofbesitzer eilte daraufhin zur Sicherungshauptverteilung und zog die Sicherung heraus. Der inzwischen bewusstlos gewordene Beschwerdef�hrer st�rzte daraufhin mitsamt der Metallleiter zu Boden und blieb dort verletzt liegen.
Gem�ss Polizeirapport vom 19. .August 2004 ereignete sich der Sturz - vermutlich in Seitenlage - aus rund drei bis vier Metern H�he auf den harten Boden, wo sich der Beschwerdef�hrer Kopfverletzungen zugezogen hat. Von der Polizei wurde er auf dem Boden in einer kleinen Blutlache liegend und nur teilweise ansprechbar gefunden.
Der in der Folge beigezogene Elektroinstallateur stellte fest, dass das Regenfallrohr eine Spannung von ca. 230 Volt aufwies. Laut Starkstrominspektorat stand der Versicherte auf einer Metallleiter, welche an die untere geerdete Regenrinne gelehnt war. Bei der Erfassung der oberen Regenrinne sei er vom Strom durchflossen worden, was zu einer Muskelverkrampfung gef�hrt habe, so dass er sich nicht mehr von der Stromeinwirkung habe befreien k�nnen. Da er das Bewusstsein verloren habe, sei er nach dem Entfernen der Sicherungen zu Boden gest�rzt. Obwohl der Stromfluss durch den K�rper die Gefahrenschwelle wesentlich �berschritten habe, sei der Versicherte gl�cklicherweise von einem lebensgef�hrlichen Herzkammerflimmern verschont geblieben. Nicht bekannt ist, wie lange er effektiv unter Strom stand.
4.2.4 Aufgrund des geschilderten Geschehensablaufs ist davon auszugehen, dass der infolge der Stromeinwirkung bewusstlos gewordene Versicherte praktisch unkontrolliert mit einiger Wucht und entsprechenden Krafteinwirkung aus rund 3 Metern H�he auf dem Betonboden aufschlug. Damit unterscheidet sich das Unfallereignis vom als mittelschwer beurteilten Geschehen, bei dem die versicherte Person bei einem Sturz vom Garagendach aus mindestens 3 Metern H�he auf den F�ssen landen konnte (vgl. Urteil U 11/07 vom 27. Februar 2008 E. 4.2). Zum bereits f�r sich allein als mittelschwer zu qualifizierenden Stromunfall mit Bewusstlosigkeit oder zumindest Benommenheit und Muskelkr�mpfen (vgl. RKUV 1993 Nr. U 166 S. 92, U 29/92 E. 2b; Urteil U 137/93 vom 26. Oktober 1994 E. 2b) entwickelten sich aufgrund des Verlusts der Kontrolle �ber den eigenen K�rper beim Leitersturz auf den Betonboden nochmals zus�tzliche Kr�fte, so dass das Unfallereignis vom 24. Juli 2004 insgesamt als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen zu qualifizieren ist (vgl. dazu die in RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.4.1 erw�hnte Rechtsprechung). Der Auffassung des Beschwerdef�hrers, es handle sich um einen schweren Unfall, ist entgegenzuhalten, dass die von ihm geltend gemachten Umst�nde nicht die Schwere des Unfalls betreffen, sondern jenen Begleitumst�nden zuzurechnen sind, welche bei mittelschweren Unf�llen den Ausschlag f�r die Bejahung oder Verneinung der Ad�quanz geben (vgl. SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1; RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.4.2).
4.3.1 Im Falle eines schwereren Ereignisses im mittleren Bereich bzw. eines solchen im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen gen�gt es rechtsprechungsgem�ss zur Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs, wenn nur eines der ad�quanzrechtlich massgebenden Kriterien nach BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 (besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen; ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung; k�rperliche Dauerschmerzen; �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit), nicht notwendigerweise in besonders ausgepr�gter Weise, erf�llt ist (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322, U 458/04 E. 3.5.1; Urteil 8C_396/2009 vom 23. September 2009 E. 4.5).
4.3.2 Gem�ss dem angefochtenen Entscheid ist dem Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit aus objektiver Sicht nicht abzusprechen. Ob von einer besonderen Eindr�cklichkeit auch dann gesprochen werden kann, wenn sich der Versicherte nicht an das Unfallgeschehen erinnert, liess das kantonale Gericht offen, da dieses Kriterium alleine nicht gen�ge, um bei einem Unfall im eigentlichen mittleren Bereich die Ad�quanz der psychischen Fehlentwicklung zu bejahen (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009 E. 4.5) und weitere Beurteilungsmerkmale nicht erf�llt seien.
Der Ber�cksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umst�nde geeignet sind, bei der betroffenen Person w�hrend des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abl�ufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein k�nnen. Dabei sind objektive Massst�be anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies �berhaupt zuverl�ssig feststellen liesse -, soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumst�nde, bei Betroffenen psychische Vorg�nge der genannten Art auszul�sen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc). Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist (8C_655/2010 vom 15. November 2010 E. 4.2.2).
Das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, wie der unvorhersehbare Stromschlag beim Kontakt mit der Dachrinne, der dadurch verursachte Kontrollverlust �ber den eigenen K�rper (Verkrampfung der H�nde, nicht Loslassen k�nnen) auf einer in steilem Winkel an die Dachrinne gestellten Leiter, rund drei Meter �ber dem Betonboden, Verletzungen u.a. am Kopf, lassen das Ereignis vom 24. Juli 2004 objektiv betrachtet als besonders dramatisch bzw. eindr�cklich erscheinen. Angesichts der Erinnerungsl�cke des Beschwerdef�hrers, welcher gegen�ber den erstbehandelnden �rzten und auch noch am 15. Oktober 2004 gegen�ber dem Case Manager der SUVA keine Angaben �ber den Unfallhergang machen konnte, kommt dem Kriterium indessen nicht die gleiche Bedeutung zu, wie wenn eine ungetr�bte Erinnerung an den Unfall bestehen w�rde (Urteil 8C_624/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.2.1).
4.3.3 Im Urteil U 137/93 vom 26. Oktober 1994 f�hrte das damalige Eidg. Versicherungsgericht aus, Stromunf�lle seien erfahrungsgem�ss geeignet, zu psychischen Leiden zu f�hren, wie sie beim Versicherten aufgetreten waren. Es betrachtete daher das Kriterium der "Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen", als erf�llt. Dr. med. K.________ diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten vom 21. Februar 2008 eine dissoziative St�rung (Konversionsst�rung) gemischt nach ICD-10: F44.7. Dissoziative St�rungen sind als Folge von Stromunf�llen bekannt (WOLFGANG ZSCHIESCHE, Stromunf�lle am Arbeitsplatz, in: Arbeitsmed. Sozialmed., 2010, S. 166). Es ist daher auch im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass das Kriterium erf�llt ist.
Da bereits die Erf�llung dieses einen Kriteriums den nat�rlichen Kausalzusammenhang als ad�quat erscheinen l�sst, brauchen die �brigen Kriterien nicht gepr�ft zu werden.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdef�hrer geklagten psychischen Beschwerden in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 24. Juli 2004 stehen. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zur Pr�fung des Anspruchs auf die gesetzlichen Leistungen an die SUVA zur�ckzuweisen.
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Als unterliegende Partei hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG; BGE 133 V 642 E. 5). Diese hat dem Beschwerdef�hrer �berdies eine Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 Abs. 1 BGG), womit dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung gegenstandslos wird.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 26. Mai 2010 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 10. September 2009 werden aufgehoben. Es wird die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen, damit sie �ber den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf die gesetzlichen Leistungen f�r die Folgen des Unfalls vom 24. Juli 2004 im Sinne der Erw�gungen neu befinde.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau zur�ckgewiesen.