Source: http://m.hensche.de/Altersteilzeit_darf_nicht_zu_Verringerung_der_Betriebsrente_fuehren_Altersteilzeit_Betriebsrente_BAG_3AZR280-10.html
Timestamp: 2018-02-19 21:46:46
Document Index: 15398233

Matched Legal Cases: ['§ 1248', '§ 2', '§ 1385', '§ 112', '§ 247', '§ 247', '§ 307', '§ 307', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 291', '§ 187', '§ 97', '§ 92']

HENSCHE Arbeitsrecht: 3 AZR 280/10
Schlag­worte: Altersteilzeit, Betriebsrente, Teilzeit
Akten­zeichen: 3 AZR 280/10
Ent­scheid­ungs­datum: 17.04.2012
Vor­ins­tan­zen: Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Urteil vom 18.03.2010 - 4 Sa 782/09 B
Arbeitsgericht Hameln, Urteil vom 29.04.2009 - 3 Ca 618/08 B
hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 17. April 2012 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Schlewing, den
Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Spin­ner so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Sche­pers und Dr. Hopf­ner für Recht er­kannt:
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nie­der­sach­sen vom 18. März 2010 - 4 Sa 782/09 B - wird mit der Maßga­be zurück­ge­wie­sen, dass die Zin­sen auf den Be­trag iHv. 471,36 Eu­ro seit dem 13. De­zem­ber 2008 und auf den Be­trag iHv. 235,68 Eu­ro seit dem 1. April 2009 zu zah­len sind.
Die Par­tei­en strei­ten über die Be­rech­nung das Ru­he­ge­halts des Klägers und da­bei über die Berück­sich­ti­gung der von ihm zu­letzt ge­leis­te­ten Al­ters­teil­zeit.
Der 1947 ge­bo­re­ne Kläger war vom 1. Ju­li 1977 bis zum 31. Mai 2008 bei der Be­klag­ten beschäftigt. In der Zeit vom 1. Ju­ni 2002 bis zum 31. Mai 2008 leis­te­te er Al­ters­teil­zeit­ar­beit im Block­mo­dell. Die Ar­beits­pha­se en­de­te am 31. Mai 2005. Hier­an schloss sich die Frei­stel­lungs­pha­se bis zum 31. Mai 2008 an. Seit dem 1. Ju­ni 2008 erhält der Kläger von der Be­klag­ten Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.
Die der Be­triebs­ren­te des Klägers zu­grun­de lie­gen­de Ver­sor­gungs­ord­nung vom 24. No­vem­ber 1981 (im Fol­gen­den: VO 1981) be­stimmt aus­zugs­wei­se:
„Die Fir­men
(nach­fol­gend ‚Fir­ma’ ge­nannt) sa­gen ih­ren Mit­ar­bei­tern
Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu. Auf die­se Leis­tun­gen be­steht ein Rechts­an­spruch. Sie wer­den von der Fir­ma al­lein aus ei­ge­nen Mit­teln er­bracht. Bei der Höhe der Ver­sor­gung hat sich die Fir­ma da­von lei­ten las­sen, daß die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung je­dem Ar­beit­neh­mer ei­ne Grund­si­che­rung ermöglicht. Die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung ergänzt die­se Grund­si­che­rung in dem nach­fol­gend be­schrie­be­nen Um­fang.
1. Die­se Ver­sor­gungs­zu­sa­ge um­faßt fol­gen­de Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung (nach­fol­gend ‚Fir­men­ren­ten’ ge­nannt):
Ru­he­geld als
Al­ters­ren­te oder
vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te oder
In­va­li­den­ren­te so­wie
Wit­wen­ren­te.
2. Ein An­spruch auf Fir­men­ren­te wird er­wor­ben, wenn die War­te­zeit (III) ab­ge­lau­fen ist und die für die je­wei­li­ge Leis­tung er­for­der­li­chen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen (V, VI) erfüllt sind. Wer ei­nen An­spruch auf Fir­men­ren­te er­wor­ben hat, wird ‚An­spruchs­be­rech­tig­ter’ ge­nannt.
Die War­te­zeit ist ab­ge­lau­fen, wenn der Anwärter ei­ne an­re­chen­ba­re Dienst­zeit (IX 1) von fünf Jah­ren zurück­ge­legt und das 30. Le­bens­jahr voll­endet hat.
Die fes­te Al­ters­gren­ze ist bei Männern mit der Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res und bei Frau­en mit der Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res er­reicht.
V. An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für Ru­he­geld
1. Den An­spruch auf Al­ters­ren­te er­wirbt der Anwärter, des­sen Ar­beits­verhält­nis zur Fir­ma mit oder nach Er­rei­chen der fes­ten Al­ters­gren­ze (IV) en­det.
2. Den An­spruch auf vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te er­wirbt der Anwärter, der vor Er­rei­chen der fes­ten Al­ters­gren­ze (IV) Al­ters­ru­he­geld oder Knapp­schafts­ru­he­geld aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§§ 1248 RVO, 25 AVG, 48 RKG) in An­spruch nimmt. Dies ist durch Vor­la­ge des Be­schei­des ei­nes deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers nach­zu­wei­sen.
VII. Höhe des Ru­he­gel­des
1. a) Die Höhe der Al­ters­ren­te er­gibt sich aus zwei ge­son­dert fest­zu­set­zen­den Beträgen, und zwar aus der Teil­ren­te (A) für die bis zum 31.12.1980 zurück­ge­leg­te Dienst­zeit zzgl. der Teil­ren­te (B) für die nach dem 31.12.1980 zurück­ge­leg­te Dienst­zeit.
b) Zur Er­mitt­lung der Teil­ren­te (A) wird zunächst ei­ne theo­re­ti­sche Al­ters­ren­te fest­ge­stellt, in­dem ent­spre­chend der Ver­sor­gungs­ord­nung vom 1. De­zem­ber 1975 für je­des bis zur Al­ters­gren­ze er­reich­ba­re ren­tenfähi­ge Dienst­jahr 1 %, ins­ge­samt je­doch höchs­tens 25 % ... des ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­diens­tes auf der Ba­sis zum 31.12.1980 an­ge­setzt wird. Von die­ser theo­re­ti­schen Al­ters­ren­te beträgt die zum 31.12.1980 er­dien­te Teil­ren­te (A) den Teil, der ana­log § 2 Abs. 1 des ‚Ge­set­zes zur Ver­bes­se­rung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung’ dem Verhält­nis der bis zum 31.12.1980 zurück­ge­leg­ten Dienst­zeit zu der bis zur Al­ters­gren­ze er­reich­ba­ren Dienst­zeit ent­spricht. Die so er­mit­tel­te Teil­ren­te (A) wird in DM fest­ge­schrie­ben und bleibt bis zur Al­ters­gren­ze un­verändert.
c) Die Teil­ren­te (B) beträgt für je­des nach dem 31.12.1980 zurück­ge­leg­te ren­tenfähi­ge Dienst­jahr (IX 4) 0,4 % des ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­diens­tes (X).
2. a) Die Be­mes­sungs­grund­la­ge für ei­nen An­spruch auf vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te (V 2) ... ist die ‚er­reich­ba­re’ Al­ters­ren­te, die sich gemäß Zif­fer 1 aus der DM-fest­ge­schrie­be­nen Teil­ren­te (A) zuzüglich der sich un­ter Hin­zu­rech­nung der noch bis zur Al­ters­gren­ze feh­len­den Dienst­jah­re er­ge­ben­den Teil­ren­te (B) er­mit­telt.
b) Die vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te beträgt den Teil der er­reich­ba­ren Al­ters­ren­te, der dem Verhält­nis der zurück­ge­leg­ten ren­tenfähi­gen Dienst­jah­re (IX 2) zu den er­reich­ba­ren ren­tenfähi­gen Dienst­jah­ren (IX 3) ent­spricht.
1. a) Die an­re­chen­ba­re Dienst­zeit ist die Zeit, während der seit dem letz­ten Dienstein­tritt ein Ar­beits- oder Be­rufs­aus­bil­dungs­verhält­nis zur Fir­ma be­stan­den hat. Ge­setz­li­che und ta­rif­ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen über die An­rech­nung von Dienst­zei­ten blei­ben un­berührt.
1. Fest­stel­lungs­mo­nat für den ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­dienst ist der letz­te vol­le Ka­len­der­mo­nat während der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit (IX 1).
2. a) Bei ei­nem Ge­halts­empfänger ist ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst das ver­trag­lich ver­ein­bar­te mo­nat­li­che Grund­ge­halt oh­ne Zu­satz­leis­tun­gen wie z. B. Tan­tie­men, vermögens­wirk­sa­me Leis­tun­gen und Pro­vi­sio­nen. Über­stun­den­ent­gel­te und Über­stun­den­zu­schläge zählen eben­falls nicht zum ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­dienst.
3. a) War der Anwärter während sei­ner an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit (IX 1) im­mer oder zeit­wei­se teil­zeit­beschäftigt, so ist der ren­tenfähi­ge Ar­beits­ver­dienst für die­je­ni­ge mo­nat­li­che Ar­beits­zeit maßge­bend, die dem durch­schnitt­li­chen Beschäfti­gungs­grad während der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit (IX 1) ent­spricht. Beschäfti­gungs­grad ist das Verhält­nis der ver­ein­bar­ten zur vol­len ta­rif­li­chen Ar­beits­zeit je Ka­len­der­mo­nat, höchs­tens 100 %.
4. Der ren­tenfähi­ge Ar­beits­ver­dienst darf 50 % der im Fest­stel­lungs­mo­nat gel­ten­den Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze für Mo­nats­bezüge in der Ren­ten­ver­si­che­rung der An­ge­stell­ten und Ar­bei­ter (§ 1385 Abs. 2 RVO, § 112 Abs. 2 AVG) nicht über­stei­gen.
Am 7. April 1992 wur­de ein Nach­trag 1 zu den Ver­sor­gungs­ord­nun­gen vom 24. No­vem­ber 1981 der L GmbH KG E ver­fasst. Die­ser lau­tet aus­zugs­wei­se:
„Auf­grund von Ände­run­gen bei der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung sind Ergänzun­gen bzw. Klar­stel­lun­gen in den Ver­sor­gungs­ord­nun­gen not­wen­dig ge­wor­den. Mit Wir­kung vom 01.01.1992 gilt:
1. Bei den An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für Ru­he­geld wird auf die Be­stim­mun­gen des AVG (An­ge­stell­ten­ver­si­che­rungs­ge­setz), der RVO (Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung) und des RKG (Reichs­knapp­schafts­ge­setz) Be­zug ge­nom­men. Die­se Be­stim­mun­gen sind zum Teil in das sechs­te Buch des So­zi­al­ge­setz­bu­ches (SGB VI) überführt wor­den. In­so­weit gel­ten jetzt bei den An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen des SGB VI.
Seit dem 1. Ju­ni 2008 gewährt die Be­klag­te dem Kläger ei­ne vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te gemäß II 1 VO 1981 iHv. 270,63 Eu­ro brut­to mo­nat­lich. Bei de­ren Be­rech­nung hat die Be­klag­te ei­nen durch­schnitt­li­chen Beschäfti­gungs­grad von 70 vH in den letz­ten 120 Ka­len­der­mo­na­ten vor Ren­ten­be­ginn nach X 3 Buchst. b Satz 2 VO 1981 zu­grun­de ge­legt, den sie wie folgt er­mit­telt hat:
4 Jah­re Voll­zeit 100 % = 400 %
6 Jah­re Al­ters­teil­zeit 50 % = 300 %
Ge­samt = 700 %
: 10 Jah­re (= 120 Ka­len­der­mo­na­te) = 70 % Beschäfti­gungs­grad im Be­mes­sungs­zeit­raum.
Die Par­tei­en ge­hen übe­rein­stim­mend da­von aus, dass oh­ne Berück­sich­ti­gung der Teil­zeit­beschäfti­gung im Rah­men der Al­ters­teil­zeit die vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te des Klägers 386,61 Eu­ro brut­to mo­nat­lich be­tra­gen würde.
Mit sei­ner der Be­klag­ten am 12. De­zem­ber 2008 zu­ge­stell­ten Kla­ge und der am 31. März 2009 zu­ge­stell­ten Kla­ge­er­wei­te­rung hat der Kläger die Zah­lung des Dif­fe­renz­be­tra­ges zwi­schen der tatsächlich ge­zahl­ten und der oh­ne Berück­sich­ti­gung der Teil­zeit­beschäfti­gung er­rech­ne­ten vor­zei­ti­gen Al­ters­ren­te iHv. 115,98 Eu­ro brut­to mo­nat­lich für die Mo­na­te Ju­ni 2008 bis Fe­bru­ar 2009 ver­langt.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Re­ge­lung in X 3 Buchst. b Satz 2 VO 1981 sei un­wirk­sam, weil sie ei­ne un­zulässi­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der Al­ters­teil­zeit­beschäfti­gung be­wir­ke und nicht den Grundsätzen von Recht und Bil­lig­keit ent­spre­che. So­weit die Ver­sor­gungs­ord­nung das Ziel ver­fol­ge, den zu­letzt er­reich­ten Le­bens­stan­dard zu si­chern, müsse be­ach­tet wer­den, dass die Vergütung ei­nes Ar­beit­neh­mers in Al­ters­teil­zeit auf­grund der Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen höher sei als die Vergütung ei­nes „nor­ma­len“ Teil­zeit­beschäfti­gen. Dies berück­sich­ti­ge die vor In­kraft­tre­ten des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes ge­schaf­fe­ne Ver­sor­gungs­ord­nung nicht.
695,88 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB ab dem 12. De­zem­ber 2008 zu zah­len,
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 347,94 Eu­ro nebst Zin­sen iHv. 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB ab dem 31. März 2009 zu zah­len.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Auf die Be­ru­fung des Klägers hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Ur­teil teil­wei­se ab­geändert und der Kla­ge in Höhe ei­nes mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­be­tra­ges von 78,56 Eu­ro brut­to - un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­nes über die Ge­samt­dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses er­mit­tel­ten Beschäfti­gungs­gra­des - statt­ge­ge­ben. Mit der Re­vi­si­on er­strebt die Be­klag­te die Wie­der­her­stel­lung der kla­ge­ab­wei­sen­den Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts. Der Kläger be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.
Die Re­vi­si­on ist le­dig­lich hin­sicht­lich ei­nes ge­rin­gen Teils der zu­er­kann­ten Zin­sen be­gründet. Im Übri­gen ist sie un­be­gründet. Der Kläger hat An­spruch auf Be­rech­nung und Zah­lung der vor­zei­ti­gen Al­ters­ren­te oh­ne Berück­sich­ti­gung des in X 3 VO 1981 be­zeich­ne­ten Beschäfti­gungs­gra­des. Die Re­ge­lung in X 3 VO 1981 er­fasst Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­se nicht. Sie fin­det des­halb bei der Be­rech­nung der vor­zei­ti­gen Al­ters­ren­te des Klägers kei­ne An­wen­dung.
I. Der Kläger hat ge­gen die Be­klag­te für den Zeit­raum vom 1. Ju­ni 2008 bis zum 28. Fe­bru­ar 2009 ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner um min­des­tens 78,56 Eu­ro brut­to mo­nat­lich höhe­ren vor­zei­ti­gen Al­ters­ren­te. Die vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te des Klägers er­rech­net sich nach VII iVm. IX und X 1, 2 und ggf. 4 VO 1981. Da­nach sind für die Be­rech­nung der Al­ters­ren­te die ren­tenfähi­gen
Dienst­jah­re und der ren­tenfähi­ge Ar­beits­ver­dienst maßgeb­lich. Für den Kläger als Ge­halts­empfänger ist ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst das ver­trag­lich ver­ein­bar­te Grund­ge­halt im letz­ten Mo­nat des Ar­beits­verhält­nis­ses (X 1 und 2 Buchst. a VO 1981), dh. im Mai 2008. Zwar ist bei Teil­zeit­beschäftig­ten nach X 3 VO 1981 der ren­tenfähi­ge Ar­beits­ver­dienst für die­je­ni­ge mo­nat­li­che Ar­beits­zeit maßge­bend, die dem durch­schnitt­li­chen Beschäfti­gungs­grad wäh-rend der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit ent­spricht (X 3 Buchst. a Satz 1 VO 1981), wo­bei von der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit nur die letz­ten 120 Ka­len­der­mo­na­te berück­sich­tigt wer­den (X 3 Buchst. b Satz 2 VO 1981). Die­se Son­der­re­ge­lung für Teil­zeit­beschäftig­te fin­det auf Ar­beit­neh­mer, die Teil­zeit­ar­beit im Rah­men ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses leis­ten, kei­ne An­wen­dung. Dies er­gibt die Aus­le­gung der VO 1981.
1. Die VO 1981 stellt ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge dar. Sie enthält von der Be­klag­ten vor­ge­ge­be­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen und „ty­pi­sier­te Wil­lens­erklärun­gen“, die nach ob­jek­ti­ven, vom Ein­zel­fall un­abhängi­gen Kri­te­ri­en ein­heit­lich so aus­zu­le­gen sind, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den. Da­bei ist auf die Verständ­nismöglich­keit des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders ab­zu­stel­len. Aus­gangs­punkt für die Aus­le­gung ist der Wort­laut. Von Be­deu­tung für das Aus­le­gungs­er­geb­nis sind fer­ner der Ge­samt­zu­sam­men­hang der Re­ge­lung und der von den Ver­trags­par­tei­en ver­folg­te Re­ge­lungs­zweck so­wie die der je­weils an­de­ren Sei­te er­kenn­ba­re In­ter­es­sen­la­ge der Be­tei­lig­ten (BAG 27. Ju­li 2010 - 3 AZR 777/08 - Rn. 21, AP BGB § 307 Nr. 46 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 48). Die Aus­le­gung ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge durch das Be­ru­fungs­ge­richt un­ter­liegt der un­ein­ge­schränk­ten re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung (BAG 22. De­zem­ber 2009 - 3 AZR 136/08 - Rn. 22 f., AP Be­trAVG § 1 Aus­le­gung Nr. 7 = EzA Be­trAVG § 1b Nr. 7; 13. De­zem­ber 2011 - 3 AZR 852/09 - Rn. 17).
2. Die Aus­le­gung der VO 1981 nach die­sen Kri­te­ri­en er­gibt, dass die für
teil­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer ge­trof­fe­ne Re­ge­lung in X 3 VO 1981 auf Ar­beit­neh­mer in Al­ters­teil­zeit kei­ne An­wen­dung fin­det. Dies folgt zwar nicht aus dem Wort­laut der Re­ge­lung, wohl aber aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Be­stim­mun­gen und dem sich dar­aus er­ge­ben­den Re­ge­lungs­zweck der VO 1981.
a) Der Wort­laut von X 3 VO 1981 ist nicht ein­deu­tig. Die Be­stim­mung trifft kei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung für Al­ters­teil­zeit­beschäftig­te. Sie erwähnt nur die Teil­zeit­beschäfti­gung. Al­ler­dings dif­fe­ren­ziert die Vor­schrift auch nicht nach ver­schie­de­nen For­men der Teil­zeit­beschäfti­gung. Da­her kann die Re­ge­lung nach ih­rem Wort­laut auch die Al­ters­teil­zeit­beschäfti­gung er­fas­sen, da die­se eben­falls ei­ne Form von Teil­zeit­beschäfti­gung dar­stellt.
b) Aus Sinn und Zweck der Re­ge­lung in X 3 VO 1981 er­gibt sich je­doch, dass sie Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­se nicht er­fasst. Die Re­ge­lung be­zweckt er­kenn­bar, den zu­letzt vor dem Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis durch den Ar­beits­ver­dienst be­stimm­ten Le­bens­stan­dard des Ver­sor­gungs­empfängers zu gewähr­leis­ten. Da der durch die Höhe des Ar­beits­ent­gel­tes ge­prägte Le­bens­stan­dard bei ei­nem Teil­zeit­beschäftig­ten auf­grund der pro ra­ta tem­po­ris be­rech­ne­ten Vergütung ge­rin­ger ist als bei ei­nem ver­gleich­ba­ren Voll­zeit­beschäftig­ten, soll auch die durch die Teil­zeit­beschäfti­gung er­dien­te Al­ters­ver­sor­gung ent­spre­chend ge­rin­ger sein. Die­ser Re­ge­lungs­zweck er­gibt sich aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Be­stim­mun­gen der VO 1981. Dem wi­derspräche es, Beschäftig­te in Al­ters­teil­zeit in die Re­ge­lung des X 3 VO 1981 ein­zu­be­zie­hen.
aa) Die Er­mitt­lung des ren­tenfähi­gen Ver­diens­tes in der VO 1981 er­folgt zunächst oh­ne Be­zug zur in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit auf der Grund­la­ge ei­nes Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses.
X 1 VO 1981 be­stimmt den für die Er­mitt­lung des ren­tenfähi­gen Ver­diens­tes maßgeb­li­chen Fest­stel­lungs­mo­nat. Dies ist der letz­te vol­le Ka­len­der-
mo­nat der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit nach IX VO 1981, dh. der letz­te Ka­len­der­mo­nat vor der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses. An­sch­ließend de­fi­niert X 2 VO 1981 den ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­dienst. Da­bei un­ter­schei­det X 2 VO 1981 zwi­schen Ge­halts­empfängern (X 2 Buchst. a VO 1981) und Lohn­empfängern (X 2 Buchst. b VO 1981). Bei Ge­halts­empfängern ist ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst nach X 2 Buchst. a VO 1981 das ver­trag­lich ver­ein­bar­te Grund­ge­halt oh­ne Zu­satz­leis­tun­gen wie Tan­tie­men, vermögens­wirk­sa­me Leis­tun­gen, Pro­vi­sio­nen, Über­stun­den­ent­gel­te und Über­stun­den­zu­schläge. Bei Lohn­empfängern ist ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst der Mo­nats­lohn, der sich aus dem ver­ein­bar­ten St­un­den­grund­lohn und der ta­rif­li­chen mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit er­rech­net. X 2 Buchst. b Satz 2 VO 1981 re­gelt den Fall, dass ta­rif­lich kei­ne mo­nat­li­che, son­dern ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit fest­ge­legt ist. Die Be­rech­nung des ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­diens­tes in X 2 VO 1981 knüpft da­her an die Voll­zeit­beschäfti­gung an. Ei­ne aus­geübte Teil­zeit­beschäfti­gung ist da­bei un­be­acht­lich. Durch die Zu­grun­de­le­gung des Grund­ge­halts so­wie der St­un­den­grund­vergütung und die Aus­klam­me­rung an­de­rer - un­ste­ti­ger - Vergütungs­be­stand­tei­le wird deut­lich, dass als ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst das Mo­nats­ein­kom­men maßgeb­lich sein soll, das dem voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer oh­ne Vor­lie­gen be­son­de­rer Umstände re­gelmäßig und ste­tig zu­fließt und das ihm zum Be­strei­ten sei­nes Le­bens­un­ter­halts dau­er­haft zur Verfügung steht. Durch die­ses Ein­kom­men wird im All­ge­mei­nen der Le­bens­stan­dard des Ar­beit­neh­mers ge­prägt. Auf­grund der in X 1 und X 2 VO 1981 an­ge­ord­ne­ten Be­rech­nung soll die von der Be­klag­ten zu­ge­sag­te Al­ters­ren­te da­zu bei­tra­gen, die­sen Le­bens­stan­dard im Al­ter auf­recht­zu­er­hal­ten.
bb) Die Son­der­vor­schrift für die Er­mitt­lung des ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­diens­tes für Teil­zeit­beschäftig­te in X 3 VO 1981 dient eben­falls da­zu, den zu­letzt er­reich­ten Le­bens­stan­dard des Ar­beit­neh­mers zu si­chern.
(1) Bei Ar­beit­neh­mern, die zeit­wei­se oder dau­er­haft Teil­zeit­ar­beit ge­leis­tet ha­ben, sieht X 3 Buchst. a VO 1981 vor, dass der ren­tenfähi­ge Ar­beits­ver­dienst
für die­je­ni­ge mo­nat­li­che Ar­beits­zeit maßge­bend ist, die dem durch­schnitt­li­chen Beschäfti­gungs­grad während der an­re­chen­ba­ren Dienst­zeit nach IX 1 VO 1981 ent­spricht. Da­bei ist Beschäfti­gungs­grad das Verhält­nis der ver­ein­bar­ten zur vol­len ta­rif­li­chen Re­gel­ar­beits­zeit im Ka­len­der­mo­nat. Die­se Be­stim­mung trägt dem Um­stand Rech­nung, dass ein Teil­zeit­beschäftig­ter nur ei­nen Vergütungs­an­spruch pro ra­ta tem­po­ris hat und dass der durch sei­nen Ar­beits­ver­dienst ge­prägte Le­bens­stan­dard da­her ge­rin­ger ist als bei ver­gleich­ba­ren Voll­zeit­beschäftig­ten. Nur die­ser ge­rin­ge­re Le­bens­stan­dard soll durch die Al­ters­ren­te ge­si­chert wer­den. Die Re­ge­lung in X 3 VO 1981 dient da­zu, ent­spre­chend dem Verhält­nis der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit zur ta­rif­li­chen Vol­l­ar­beits­zeit den ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­dienst zu er­mit­teln. Sie geht er­kenn­bar von ei­nem pro­por­tio­na­len Verhält­nis zwi­schen Ar­beits­zeit und ren­tenfähi­gem Ar­beits­ver­dienst aus.
(2) Für Ar­beit­neh­mer, die während des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Be­klag­ten teil­wei­se voll­zeit­beschäftigt und teil­wei­se teil­zeit­beschäftigt oder in wech­seln­dem Um­fang teil­zeit­beschäftigt wa­ren, be­stimmt X 3 Buchst. b Satz 2 VO 1981, dass bei der Be­rech­nung des durch­schnitt­li­chen Beschäfti­gungs­gra­des nur die letz­ten 120 Ka­len­der­mo­na­te berück­sich­tigt wer­den. Mit die­ser Re­ge­lung legt die VO 1981 für die Er­mitt­lung des ren­tenfähi­gen Ar­beits­ver­diens­tes bei teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern ei­nen re­präsen­ta­ti­ven Zeit­raum fest. Ei­ne sol­che Re­ge­lung ist, wie der Se­nat be­reits ent­schie­den hat, zulässig (BAG 3. No­vem­ber 1998 - 3 AZR 432/97 - AP Be­trAVG § 1 Gleich­be­hand­lung Nr. 41 = EzA TVG § 1 Aus­le­gung Nr. 31). Es ist grundsätz­lich nicht sach­wid­rig, auf den Beschäfti­gungs­um­fang während der letz­ten zehn Jah­re des Ar­beits­verhält­nis­ses ab­zu­stel­len. Dies ist ein Zeit­raum, in dem sich der durch den Ar­beits­ver­dienst ge­prägte Le­bens­stan­dard ver­fes­tigt. Die­ser soll durch die Al­ters­ren­te ge­si­chert wer­den.
cc) Aus die­sem Re­ge­lungs­zweck er­gibt sich, dass ei­ne Al­ters­teil­zeit­beschäfti­gung nicht un­ter X 3 VO 1981 fällt. Der durch das Ar­beits­ent­gelt ge­prägte Le­bens­stan­dard von Al­ters­teil­zeit­beschäftig­ten ist ein an­de­rer als der von
„nor­ma­len“ Teil­zeit­beschäftig­ten. „Nor­ma­le“ Teil­zeit­beschäftig­te er­hal­ten idR ei­ne an­tei­li­ge Vergütung in der Höhe, die dem Verhält­nis ih­rer in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit und der Ar­beits­zeit ei­nes ver­gleich­ba­ren Voll­zeit­beschäftig­ten, dh. dem „Beschäfti­gungs­grad“ iSd. VO 1981, ent­spricht. Dem­ge­genüber er­hal­ten Al­ters­teil­zeit­beschäftig­te ein höhe­res Ar­beits­ent­gelt. Durch die ge­setz­li­chen Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Al­ters­teil­zeitG und ggf. zusätz­li­che ta­rif­li­che und ein­zel­ver­trag­li­che Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen, die we­der mit ei­ner Tan­tie­me noch mit vermögens­wirk­sa­men Leis­tun­gen, Pro­vi­sio­nen, Über­stun­den­ent­gel­ten oder Über­stun­den­zu­schlägen iSv. X 2 Buchst. a VO 1981 ver­gleich­bar sind, wird ein deut­lich höhe­rer mo­nat­li­cher Ver­dienst während der Al­ters­teil­zeit er­zielt und für den Le­bens­stan­dard prägend, als dies bei ei­nem an­de­ren teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer der Fall ist. Die in der Ver­sor­gungs­ord­nung vor­aus­ge­setz­te Pro­por­tio­na­lität zwi­schen dem Beschäfti­gungs­um­fang und dem re­gelmäßigen, den Le­bens­stan­dard prägen­den Ver­dienst ist für die Ar­beit­neh­mer, die Al­ters­teil­zeit­ar­beit leis­ten, nicht ge­ge­ben. Ihr Ein­kom­men spie­gelt den Um­fang der Ar­beits­zeit nicht in dem­sel­ben Maße wi­der, wie dies bei an­de­ren teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern der Fall ist. Die Grup­pe der in Al­ters­teil­zeit­ar­beit beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer weicht dem­nach von der Grup­pe der an­de­ren teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer hin­sicht­lich der aus die­ser Beschäfti­gung er­ziel­ten Vergütung er­heb­lich ab. Die Vergütung die­ser Ar­beit­neh­mer­grup­pe ist der von Voll­zeit­ar­beit­neh­mern ähn­li­cher als der von Teil­zeit­beschäftig­ten. Sie wer­den da­her nach Sinn und Zweck der Re­ge­lung von X 3 VO 1981 nicht er­fasst.
c) Für die­se Aus­le­gung spricht auch, dass es bei der Schaf­fung der Ver­sor­gungs­ord­nung im Jah­re 1981 und auch bei ih­rer Übe­r­ar­bei­tung im Jah­re 1992 noch kei­ne ge­setz­lich ge­re­gel­te Al­ters­teil­zeit­ar­beit gab. Die Ver­fas­ser der VO 1981 kann­ten zwar das „nor­ma­le“ Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis, das sich da­durch aus­zeich­net, dass der er­ziel­te Ver­dienst ty­pi­scher­wei­se im Ver­gleich zu dem Ver­dienst in ei­nem Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis dem Verhält­nis der in­di­vi­du­ell er­brach­ten Ar­beits­zeit zur Ar­beits­zeit ei­nes voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers
ent­spricht. Da­von weicht das Al­ters­teil­zeit­ge­setz vom 23. Ju­li 1996 (BGBl. I S. 1078) ab. Es ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber, auf­grund sog. Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Al­ters­teil­zeitG ei­ne Vergütung zu zah­len, bei der die Ar­beits­zeit und der dar­aus er­ziel­te Ver­dienst in kei­nem pro­por­tio­na­len Verhält­nis mehr zur Voll­zeit­ar­beit und dem Voll­zeit­ver­dienst ste­hen. Da die Ver­sor­gungs­ord­nung nach Einführung der ge­setz­li­chen Al­ters­teil­zeit im Jah­re 1996 nicht geändert wur­de, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass für Al­ters­teil­zeit­beschäftig­te auf­grund der Be­son­der­hei­ten ih­rer Beschäfti­gung und Vergütung kei­ne Son­der­re­ge­lun­gen gel­ten, son­dern sich ihr ren­tenfähi­ger Ar­beits­ver­dienst nach der Grund­re­ge­lung in X 1 und 2 VO 1981 be­stim­men soll.
3. Dem­nach er­rech­net sich die vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te des zu­letzt in Al­ters­teil­zeit beschäftig­ten Klägers oh­ne Berück­sich­ti­gung des in X 3 VO 1981 be­stimm­ten Beschäfti­gungs­gra­des und da­mit aus­ge­hend von ei­nem Voll­zeit­ver­dienst im letz­ten Mo­nat des Ar­beits­verhält­nis­ses, dh. im Mai 2008. Da­nach er­gibt sich auf Grund­la­ge des von den Par­tei­en übe­rein­stim­mend zu­grun­de ge­leg­ten Re­chen­werks ei­ne um 115,98 Eu­ro mo­nat­lich höhe­re vor­zei­ti­ge Al­ters­ren­te und da­mit ein mo­nat­li­cher Ren­ten­be­trag iHv. 386,61 Eu­ro brut­to. Da sich der Kläger ge­gen die ei­nen mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­be­trag von 78,56 Eu­ro brut­to über­stei­gen­de Kla­ge­ab­wei­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht ge­wandt hat, steht ihm je­den­falls der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­er­kann­te mo­nat­li­che Dif­fe­renz­be­trag iHv. 78,56 Eu­ro brut­to für die Zeit vom 1. Ju­ni 2008 bis zum 28. Fe­bru­ar 2009 zu.
II. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist in­so­weit be­gründet, als sie zu Un­recht zur Zins­zah­lung be­reits je­weils vom Tag der Zu­stel­lung der Kla­ge und der Kla­ge­er­wei­te­rung an und nicht erst ab dem je­wei­li­gen Fol­ge­tag ver­ur­teilt wur­de.
Die Pflicht zur Ver­zin­sung be­ginnt bei Pro­zess­zin­sen nach §§ 291, 288 Abs. 1 Satz 2, § 187 Abs. 1 BGB mit dem Fol­ge­tag der Rechtshängig­keit (BAG 15. Sep­tem­ber 2009 - 9 AZR 645/08 - Rn. 60, NZA-RR 2010, 271). Vor­lie­gend wur­de die Kla­ge der Be­klag­ten am 12. De­zem­ber 2008 und die Kla­ge­er­wei­ter-
rung am 31. März 2009 zu­ge­stellt. Zins­be­ginn ist da­nach für die mit der Kla­ge ver­folg­ten Beträge der 13. De­zem­ber 2008 und für die mit der Kla­ge­er­wei­te­rung ver­folg­ten Beträge der 1. April 2009. In die­sem Um­fang war das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts auf­zu­he­ben und die kla­ge­ab­wei­sen­de Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts wie­der­her­zu­stel­len.
III. Die Be­klag­te hat die Kos­ten der Re­vi­si­on gemäß § 97 Abs. 1, § 92 Abs. 2 Nr. 1 ZPO zu tra­gen.
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