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Timestamp: 2016-10-26 23:17:48
Document Index: 213757811

Matched Legal Cases: ['Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 83', 'Art. 42', 'Art. 8', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 63', 'Art. 51', 'Art. 63', 'Art. 62', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 62', 'Art. 62', 'Art. 42', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 62', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 121', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_1163/2013 (08.08.2014)
2C_1163/2013 � � Urteil vom 8. August 2014
beide vertreten durch Rechtsanw�ltin Veronica Martin,
Verweigerung des Familiennachzugs infolge Straff�lligkeit,
A.a.�Der nigerianische Staatsangeh�rige A.A.________ (geb. 1977) reiste am 20. Juli 2002 in die Schweiz ein. Gest�tzt auf die am 2. August 2002 geschlossene Ehe mit der Schweizer B�rgerin C.________ (geb. 1980) erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Der gemeinsame Sohn D.________ war am 7. Juni 2002 geboren worden. Am 1. Januar 2006 hoben die Eheleute den gemeinsamen Haushalt auf.
A.b.�Das Kreisgericht IV Aarwangen-Wangen verurteilte A.A.________ am 17. Januar 2006 wegen Widerhandlungen gegen die Bet�ubungsmittelgesetzgebung, begangen zwischen Sommer 2004 und Januar 2005, zu einer bedingten Gef�ngnisstrafe von 18 Monaten (bei einer Probezeit von vier Jahren), weshalb er am 23. Februar 2006 ausl�nderrechtlich verwarnt wurde. Die Verwarnung enthielt folgenden Passus:
�"Durch Ihr Verhalten und Ihre Verurteilung haben Sie das Gastrecht in der Schweiz massiv missbraucht. Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass vorbestrafte Ausl�nder aus der Schweiz ausgewiesen werden k�nnen. Nur mit R�cksicht auf den Umstand, dass Sie mit einer Schweizerb�rgerin verheiratet sind, verzichten wir im Moment auf fremdenpolizeiliche Massnahmen. Sollten Sie jedoch erneut zu gerichtlichen Verurteilungen wegen eines Verbrechens oder Vergehens Anlass geben, k�nnen Sie nicht mehr mit unserer Nachsicht rechnen."
�Am 1. Februar 2007 wurde A.A.________ wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder und Fahrens ohne Haftpflichtversicherung zu einer bedingten Geldstrafe von f�nf Tagess�tzen zu je Fr. 70.-- (bei einer Probezeit von zwei Jahren) und einer Busse von Fr. 250.-- verurteilt.
A.c.�Am 7. Januar 2009 wurde die Ehe geschieden und das Kind D.________ unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Das Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern wies das Gesuch um Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A.A.________ am 19. Juni 2009 ab. Die dagegen ergriffenen kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos (Entscheid der Polizei- und Milit�rdirektion des Kantons Bern vom 17. November 2009; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. September 2010). Das Bundesgericht best�tigte die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung mit Urteil 2C_787/2010 vom 16. Juni 2011. Die Begr�ndung lautete dahingehend, die Voraussetzungen von Art. 50 AuG (SR 142.20) seien nicht erf�llt: Weder liege eine erfolgreiche Integration im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor noch seien wichtige pers�nliche Gr�nde gem�ss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG gegeben, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen w�rden.
�In diesem Verfahren war eine Verurteilung vom 4. M�rz 2010 wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagess�tzen zu je Fr. 60.-- (bei einer Probezeit von drei Jahren) und einer Verbindungsbusse von Fr. 420.-- noch nicht ber�cksichtigt.
Seit dem 1. Juni 2011 ist A.A.________ mit der Schweizer B�rgerin B.A.________ (geb. 1959) verheiratet. Die Einwohnergemeinde Bern wies das am 1. Juli 2011 eingereichte Familiennachzugsgesuch der Eheleute am 27. September 2011 ab. Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos (Entscheid der Polizei- und Milit�rdirektion des Kantons Bern vom 28. Februar 2013; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. November 2013).
A.A.________ und B.A.________ erheben am 9. Dezember 2013 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, das angefochtene Urteil aufzuheben und A.A.________ eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
�Das Verwaltungsgericht, die Polizei- und Milit�rdirektion und das Bundesamt f�r Migration beantragen die Abweisung der Beschwerde. A.A.________ und B.A.________ verzichten ausdr�cklich auf eine Replik, reichen jedoch ein Arztzeugnis von Dr. med. E.________, Facharzt f�r Innere Medizin FMH, vom 31. M�rz 2014 ein, welches Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand von A.A.________ enth�lt.
�Mit Pr�sidialverf�gung vom 16. Dezember 2013 ist der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt worden.
1.1.�Das angefochtene Urteil wurde von einer letztinstanzlich zust�ndigen kantonalen Gerichtsbeh�rde erlassen und betrifft eine Angelegenheit des �ffentlichen Rechts; es unterliegt grunds�tzlich der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (vgl. Art. 82 lit. a BGG, Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG, Art. 90 BGG). Gem�ss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde unzul�ssig gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt. Weil der Beschwerdef�hrer 1 in ungetrennter Ehe mit einer Schweizerin zusammenlebt, hat er aus Art. 42 Abs. 1 AuG einen bundesrechtlichen Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Zudem kann er sich auf das Recht auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen; dies gilt auch f�r die Beschwerdef�hrerin 2. Die Beschwerde ist zul�ssig.
1.2.�Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind offensichtlich erf�llt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 139 II 404 E. 3 S. 415). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte R�ge- und Substanziierungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht pr�ft solche R�gen nur, wenn sie in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden sind (BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
2.3.�Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Art. 99 Abs. 1 BGG zielt auf Tatsachen ab, die erst durch das angefochtene Urteil rechtserheblich werden. Tatsachen oder Beweismittel, welche sich auf das vorinstanzliche Prozessthema beziehen, sich jedoch erst nach dem angefochtenen Entscheid ereignet haben oder entstanden sind, k�nnen von vornherein nicht durch das angefochtene Urteil veranlasst worden sein (Urteil 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012 E. 1.2 mit Hinweis). Diese so genannten "echten Noven" sind im bundesgerichtlichen Verfahren in jedem Fall unzul�ssig (BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 133 IV 342 E. 2.1 S. 344). Das am 31. M�rz 2014 datierte Arztzeugnis ist nach dem angefochtenen Urteil vom 5. November 2013 entstanden und daher als echtes Novum unbeachtlich.
3.1.�Gem�ss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausl�ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Anspruch auf Familiennachzug erlischt, wenn ein Widerrufsgrund nach Art. 63 AuG vorliegt (Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG).
3.2.�Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG verweist auf Art. 62 lit. b AuG, wonach die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden kann, wenn die ausl�ndische Person zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Praxisgem�ss liegt eine l�ngerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 lit. b AuG vor, wenn diese ein Jahr �berschreitet (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18 f.; 135 II 377 E. 4.2 S. 379 ff.).
3.3.�Die Verweigerung der Bewilligung kann indessen erst verf�gt werden, wenn die erforderliche Interessenabw�gung die Massnahme verh�ltnism�ssig erscheinen l�sst (Art. 96 Abs. 1 AuG). Dabei sind den �ffentlichen Interessen die pers�nlichen Verh�ltnisse und der Grad der Integration der ausl�ndischen Person gegen�berzustellen.
3.4.�Die Notwendigkeit einer Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Danach ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gesch�tzte Familienleben statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale Sicherheit, die �ffentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Bei der Interessenabw�gung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind insbesondere die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten der ausl�ndischen Person w�hrend dieser Periode sowie deren famili�re Situation zu ber�cksichtigen. Zudem sind die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche R�ckschl�sse auf deren Intensit�t zulassen (Geburt und Alter allf�lliger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umst�nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimat folgen (BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149; 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte).
4.1.�Die Vorinstanz begr�ndet die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung wie folgt: Der Beschwerdef�hrer 1 habe mit der Verurteilung zu einer Gef�ngnisstrafe von 18 Monaten den Widerrufsgrund der l�ngerfristigen Freiheitsstrafe nach Art. 62 lit. b AuG gesetzt. Durch die Tat (Erlangung, Besitz und Verkauf von mindestens 150 Gramm Kokaingemisch an verschiedene Abnehmerinnen und Abnehmer w�hrend mehrerer Monate) habe er ein erhebliches Verschulden auf sich geladen. Zudem sei er am 1. Februar 2007 wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder und Fahrens ohne Haftpflichtversicherung zu einer bedingten Geldstrafe von f�nf Tagess�tzen zu je Fr. 70.-- (bei einer Probezeit von zwei Jahren) und zu einer Busse von Fr. 250.-- verurteilt worden. Am 4. M�rz 2010 sei - im abgeschlossenen ausl�nderrechtlichen Verfahren noch nicht ber�cksichtigt - die Verurteilung wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagess�tzen zu je Fr. 60.-- (bei einer Probezeit von drei Jahren) und einer Verbindungsbusse von Fr. 420.-- erfolgt. Drei dieser Delikte seien als Vergehen zu qualifizieren; jedenfalls die zuletzt begangene grobe Verkehrsregelverletzung sei keineswegs zu bagatellisieren. Auch wenn diese j�ngsten Verurteilungen f�r sich genommen keinen Widerrufsgrund setzen w�rden, seien sie bei der Interessenabw�gung zu ber�cksichtigen. Das Bundesgericht verfolge mit Blick auf den Kampf gegen den Drogenhandel eine strenge Praxis. Das Interesse an der Fernhaltung von Personen, die sich - wie der Beschwerdef�hrer 1 - einer schweren Bet�ubungsmitteldelinquenz schuldig gemacht h�tten, sei bedeutend und erhalte mit Blick auf die teilweise erhebliche SVG-Delinquenz zus�tzliches Gewicht. Auch unter Ber�cksichtigung der seit der schweren Bet�ubungsmitteldelikte vergangenen Zeit sei nach wie vor von einem erheblichen �ffentlichen Fernhalteinteresse auszugehen.
�Der Eheschluss der Beschwerdef�hrenden sei am 1. Juni 2011 und damit nur wenige Tage vor dem bundesgerichtlichen Entscheid betreffend Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung erfolgt. Die Beschwerdef�hrenden h�tten bei dieser Ausgangslage nicht auf den Verbleib des Beschwerdef�hrers 1 in der Schweiz vertrauen d�rfen. Vielmehr h�tten sie - im Unterschied zur Konstellation w�hrend der ersten Ehe des Beschwerdef�hrers 1, welche vor dessen Straff�lligkeit geschlossen worden sei - schon von Beginn an damit rechnen m�ssen, dass die Ehe nicht in der Schweiz w�rde gelebt werden k�nnen. Die Ehe sei zudem kinderlos geblieben und verm�ge unter den genannten Umst�nden keine besonders ausgepr�gte famili�re Beziehung zur Schweiz zu begr�nden, wenngleich der 54-j�hrigen Beschwerdef�hrerin 2 mit Schweizer B�rgerrecht das Eheleben in Nigeria kaum zumutbar sei.
�Im �brigen sei der Beschwerdef�hrer 1 nicht besonders gut integriert, weder l�gen vertiefte soziale Beziehungen noch eine stabile Arbeitssituation vor. Dem 36-j�hrigen Beschwerdef�hrer 1 sei eine R�ckkehr nach Nigeria, wo er den gr�ssten Teil seines Lebens verbracht habe, durchaus zumutbar.
4.2.�Die Beschwerdef�hrenden bestreiten nicht, dass der Beschwerdef�hrer 1 durch die Verurteilung zu einer Gef�ngnisstrafe von 18 Monaten einen Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 lit. b AuG gesetzt hat. Sie bestreiten auch nicht, dass die Beschwerdef�hrerin 2, als sie den Beschwerdef�hrer 1 kennenlernte, um dessen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewusst hat. Sie machen jedoch geltend, aufgrund der bereits erfolgten Verwarnung sei die Angelegenheit f�r die Beschwerdef�hrerin 2 in ausl�nderrechtlicher Hinsicht erledigt gewesen. Sie seien davon ausgegangen, die Verurteilungen seien mit der Verwarnung abgegolten gewesen und das damals h�ngige Verfahren habe mit der Scheidung des Beschwerdef�hrers 1 in Verbindung gestanden. Seit der Verurteilung im Jahr 2006 sei das Verhalten des Beschwerdef�hrers 1 grunds�tzlich "ausl�nderrechtlich gesetzeskonform" gewesen. Die beurteilten Straftaten l�gen beinahe zehn Jahre, die Verurteilungen wegen SVG-Widerhandlungen beinahe vier Jahre zur�ck. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung sei unverh�ltnism�ssig. Im Urteil 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3.3 habe das Bundesgericht erwogen, eine strafrechtliche Verurteilung verunm�gliche die Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung nicht ein f�r alle Mal. Soweit der Betroffene, gegen den eine Entfernungsmassnahme ergriffen worden sei, weiterhin in den Kreis der nach Art. 42 ff. AuG nachzugsberechtigten Personen falle und es seinen hier anwesenden nahen Angeh�rigen nicht zumutbar sei, ihm ins Heimatland zu folgen und dort das Familienleben zu pflegen, sei - so das Bundesgericht -���eine Neubeurteilung angezeigt, wenn er sich seit der Verurteilung bzw. Strafverb�ssung bew�hrt und sich f�r eine angemessene Dauer in seiner Heimat klaglos verhalten habe. Dass nach der Verurteilung des Beschwerdef�hrers 1 im Jahr 2006 als mildere Massnahme im Vergleich zur Ausweisung eine Verwarnung ausgesprochen worden sei, k�nne nicht dazu f�hren, dass der Beschwerdef�hrer 1 schlechter dastehe, als wenn er im Jahr 2006 ausgewiesen worden w�re und zusammen mit der Beschwerdef�hrerin 2 im Jahr 2011 ein Gesuch um Familiennachzug gestellt h�tte. Der Beschwerdef�hrer 1 lebe seit �ber elf Jahren in der Schweiz. Er habe nie Sozialhilfe bezogen und keine Schulden angeh�uft. Er arbeite tempor�r, h�tte aber gerne eine Festanstellung. Seine Integration sei weder in sprachlicher noch in sozialer Hinsicht zu beanstanden; er verbringe den gr�ssten Teil seiner Freizeit mit seiner Familie. In seinem Heimatland habe er keine engen Verwandten mehr.
5.1.�Den Beschwerdef�hrenden ist darin zuzustimmen, dass das abgeschlossene Verfahren betreffend die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung nicht durch die Verurteilung vom 17. Januar 2006 ausgel�st worden war, sondern durch die Scheidung des Beschwerdef�hrers 1 von seiner ersten Ehefrau. Aus dieser Tatsache k�nnen die Beschwerdef�hrenden indessen nichts zu ihren Gunsten ableiten:
�Weil die eheliche Gemeinschaft mehr als drei Jahre gedauert hatte, pr�ften sowohl das Verwaltungsgericht als auch das Bundesgericht einen Anspruch aus Art. 50 AuG, verneinten diesen jedoch wegen fehlender Integration; auch ein nachehelicher H�rtefall wurde verneint. Im���Zusammenhang mit Art. 50 AuG thematisierten beide Gerichtsinstanzen die Straff�lligkeit des Beschwerdef�hrers 1. Insbesondere das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 8. September 2010 enth�lt diesbez�glich eine ausf�hrliche W�rdigung. Diese m�ndete in der Feststellung, insgesamt w�rden die erhebliche Straff�lligkeit und die damit manifestierte kriminelle Energie des Beschwerdef�hrers 1 gegen das Vorliegen einer erfolgreichen Integration in der Schweiz sprechen (Urteil vom 8. September 2010 E. 4.1.2). Das Bundesgericht best�tigte diese Einsch�tzung implizit und hielt seinerseits im Zusammenhang mit der Beziehung zum Sohn D.________ fest, der Beschwerdef�hrer 1 habe "namentlich angesichts seiner nicht unbedeutenden strafrechtlichen Verurteilungen zu erheblichen Klagen Anlass gegeben" (Urteil 2C_787/2010 vom 16. Juni 2011 E. 3.2).
�Auch wenn nicht erwogen wurde, der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG sei erf�llt, spielte die wiederholte Straff�lligkeit des Beschwerdef�hrers 1 in den Gerichtsentscheiden des abgeschlossenen Verfahrens eine massgebliche Rolle. Aufgrund der recht ausf�hrlichen Erw�gungen (insbesondere des Verwaltungsgerichts) zur Straff�lligkeit des Beschwerdef�hrers 1 durften die Beschwerdef�hrenden nicht annehmen, die Verurteilung vom 17. Januar 2006 zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten 2006 sei mit der Verwarnung "abgegolten" gewesen und habe im Verfahren um die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung keine Rolle gespielt. Dies umso weniger, als sich der Beschwerdef�hrer 1 auch nach der Verwarnung nicht klaglos verhalten hatte. Nachdem er schliesslich am 4. M�rz 2010 noch wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer bedingten Geldstrafe und einer Verbindungsbusse verurteilt worden war, musste den Beschwerdef�hrenden vor der Eheschliessung am 1. Juni 2011 klar sein, dass die Verurteilungen auch im bevorstehenden Familiennachzugsverfahren ber�cksichtigt werden w�rden. Das Vorbringen, sie seien davon ausgegangen, das abgeschlossene Verfahren habe (lediglich) im Zusammenhang mit der Scheidung gestanden, ist nur in formeller Hinsicht zutreffend und damit nicht stichhaltig. Die Beschwerdef�hrenden durften folglich nicht darauf vertrauen, dass sie ihre Ehe in der Schweiz w�rden leben k�nnen.
5.2.�Den Beschwerdef�hrenden kann auch in ihrer Auffassung nicht beigepflichtet werden, wonach der Beschwerdef�hrer 1 nicht schlechter gestellt werden d�rfe, als wenn er damals im Jahr 2006 ausgewiesen (statt verwarnt) worden w�re. Die von den Beschwerdef�hrenden angef�hrte Rechtsprechung setzt gerade voraus, dass die wegen Straff�lligkeit von einer ausl�nderrechtlichen Massnahme betroffene Person sich w�hrend einer angemessenen Zeit im Ausland bew�hrt hat, damit allenfalls ein Anspruch auf Familiennachzug erneut gepr�ft werden kann (Urteil 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3.3). Der Beschwerdef�hrer 1 hat die Schweiz nach dem Abschluss des ersten Verfahrens nicht verlassen, so dass er aus dieser Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Die seit den Bet�ubungsmitteldelikten verstrichene Zeit ist bei der Interessenabw�gung zu ber�cksichtigen (vgl. E. 3.4).
6.1.�Ausgangspunkt f�r das migrationsrechtliche Verschulden ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Diese liegt mit 18 Monaten Freiheitsentzug noch in der N�he zur widerrufsrelevanten Schwelle von einem Jahr (vgl. E. 3.2). Allerdings wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR im Zusammenhang mit Bet�ubungsmitteldelikten, welche nicht der Sucht des T�ters oder der T�terin entspringen, eine strenge Praxis verfolgt. Danach �berwiegt bei Bet�ubungsmitteldelikten von einer gewissen Schwere regelm�ssig das �ffentliche Interesse an einer Beendigung des Aufenthalts (BGE 139 I 145 E. 2.5 S. 149 f. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR; vgl. auch BGE 131 II 352 E. 4.3.1 S. 360; 129 II 215 E. 7 S. 221 ff.; 125 II 521 E. 4a/aa S. 527). In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass der "Drogenhandel" zu den Anlasstaten geh�rt, die gem�ss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV zum Verlust aller Rechtsanspr�che auf Aufenthalt in der Schweiz f�hren sollen. Diese Bestimmung ist zwar gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3.2 S. 26), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu �bergeordnetem Recht f�hrt (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; 139 I 145 E. 2.5 S. 150).
�Die verfahrensausl�sende Delinquenz endete im Januar 2005; im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils lag sie knapp neun Jahre zur�ck. Ein betr�chtlicher Teil dieser Zeit geht indessen auf die aufschiebende Wirkung der eingelegten Rechtsmittel zur�ck, weshalb die Dauer bereits aus diesem Grund zu relativieren ist (Urteile 2C_496/2013 vom 15. November 2013 E. 3.4; 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 3.4.5). Es kommt hinzu, dass auch nach der Bet�ubungsmitteldelinquenz nicht von einem Wohlverhalten gesprochen werden kann: Der Beschwerdef�hrer 1 hat sich trotz der Verwarnung mehrere Vergehen zuschulden kommen lassen, wenngleich es sich um geringf�gigere Delikte handelt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, l�sst insbesondere die grobe Verkehrsregelverletzung darauf schliessen, dass der Beschwerdef�hrer 1 M�he hat, sich an die Rechtsordnung zu halten. Von einem "ausl�nderrechtlich gesetzeskonformen Verhalten" kann schon deshalb nicht gesprochen werden, weil es ein solches Verhalten nicht gibt: Eine Person verh�lt sich entweder gesetzeskonform oder eben nicht. Dass die nach der verfahrensausl�senden Verurteilung begangenen Delikte f�r sich genommen keinen (weiteren) Widerrufsgrund darstellen, hilft den Beschwerdef�hrenden nur begrenzt, denn bei der Verh�ltnism�ssigkeit von Entfernungs- bzw. Fernhaltemassnahmen ist das seit der verfahrensausl�senden Tat gezeigte Verhalten in die Interessenabw�gung einzubeziehen (vgl. E. 3.4). Der Beschwerdef�hrer 1 hat die ihm gebotene Chance insofern nicht genutzt, als er nach der Verwarnung weiterhin (wenn auch nur in eher geringem Ausmass) straff�llig geworden ist. Ein �ffentliches Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs ist daher zu bejahen.
6.2.�Wie dargelegt, mussten die Beschwerdef�hrenden damit rechnen, dass die Ehe mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht in der Schweiz w�rde gelebt werden k�nnen. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass dies bei der ersten Ehe des Beschwerdef�hrers 1 anders war: Jene Ehe war vor der Begehung von Straftaten geschlossen worden, weshalb ihr in der Interessenabw�gung, welche zur Verwarnung gef�hrt hatte, gr�sseres Gewicht zukam als der Ehe der Beschwerdef�hrenden (vgl. auch BGE 139 I 145 E. 3.6 S. 153). Nachdem die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung - unter eingehender Er�rterung der wiederholten Straff�lligkeit des Beschwerdef�hrers 1 - bereits vom Verwaltungsgericht best�tigt war, haben die Beschwerdef�hrenden bei der Eheschliessung das Risiko der Verweigerung des Familiennachzugs bewusst in Kauf genommen. Dies gilt insbesondere auch f�r die Beschwerdef�hrerin 2, wenngleich ihr als Schweizer B�rgerin nicht zugemutet werden kann, dem Beschwerdef�hrer 1 nach Nigeria zu folgen. Ferner haben die Beschwerdef�hrenden keine gemeinsamen Kinder. Unter diesen Umst�nden ist das auf die Ehe bezogene Interesse am Familiennachzug als beschr�nkt einzusch�tzen.
�Nachdem sich der Beschwerdef�hrer 1 - anders als im Verfahren vor der Vorinstanz - nicht mehr auf die Beziehung zu seinem Sohn D.________ beruft, ist diese Frage hinf�llig geworden. Zudem ist der Beschwerdef�hrer 1 als Erwachsener in die Schweiz gekommen und nicht besonders gut integriert. Nach einer Aufenthaltsdauer von gut elf Jahren ist es dem (im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils) 36-j�hrigen Beschwerdef�hrer 1 zumutbar, nach Nigeria zur�ckzukehren und dort eine Existenz aufzubauen. Der Kontakt zwischen den Eheleuten kann mittels Besuchen und elektronischen Kommunikationsmitteln aufrecht erhalten werden.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Verweigerung des Familiennachzugs verh�ltnism�ssig ist. Die Beschwerde ist als unbegr�ndet abzuweisen.
�Die Gerichtskosten sind den unterliegenden Beschwerdef�hrern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG). Ausgangsgem�ss ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).