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Timestamp: 2019-08-26 03:27:22
Document Index: 322394251

Matched Legal Cases: ['Art. 22', 'Art. 20', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 46', 'Art. 18', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 25']

412.014.067
Jahrgang 2010 Nr. 321 ausgegeben am 4. November 2010
über die berufliche Grundbildung Spenglerin/Spengler mit Fähigkeitszeugnis (FZ)1
1) Die Berufsbezeichnung ist Spenglerin/Spengler.
2) Spenglerinnen/Spengler beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
a)	Sie sind Fachleute für Blecharbeiten und Abdichtungen an der Gebäudehülle. Ihre Tätigkeit umfasst auch Dünnblechverarbeitung und Blitzschutzanlagen.
b)	Sie arbeiten selbständig und kompetent sowie energieeffizient und umweltschonend und verfügen über praktisch-technisches Geschick und Interesse an arbeitsorganisatorischen und planerischen Aufgaben. Sie handeln kundenfreundlich und verfügen über angemessene Flexibilität.
c)	Sie sind fähig, Probleme und Aufgaben ganzheitlich und handlungsorientiert zu lösen sowie angemessene Führungsaufgaben verantwortungsvoll zu übernehmen.
3) Inhaberinnen/Inhabern eines Berufsattests Haustechnikpraktikerin/Haustechnikpraktiker wird das erste Jahr der beruflichen Grundbildung im Schwerpunkt Spenglerei angerechnet.
a)	Administration;
b)	Nachhaltigkeit;
c)	Arbeitssicherheit;
d)	Werkzeuge und Maschinen;
e)	Rechnen;
f)	Grundlagen Chemie;
g)	Grundlagen Physik;
h)	Werkstoffe;
i)	Fachzeichnen;
k)	Bearbeitungstechniken;
l)	Blechverarbeitung;
m)	Arbeitsvorbereitung;
n)	Befestigungs- und Montagetechnik;
o)	Baukunde;
p)	geneigtes Dach;
q)	Flachdach;
r)	Bekleidungen und Deckungen aus Dünnblech;
s)	Brand- und Blitzschutz.
a)	Informationsmanagement;
c)	Problemlösungsfähigkeit;
d)	ökologisches Verhalten.
a)	Kommunikationsfähigkeit;
b)	Konfliktfähigkeit;
c)	Teamfähigkeit;
d)	Eigenverantwortung;
e)	Selbständigkeit;
f)	Urteils- und Entscheidungsfähigkeit;
g)	Umgangsformen.
2) Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1080 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 120 Lektionen.
3) Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens 32 und höchstens 40 Tage zu acht Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.
1) Der von den verantwortlichen Organisationen der Arbeitswelt erarbeitete und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigte Bildungsplan gilt in Liechtenstein als anerkannt.3
c)	die Qualifikationsbereiche und die Erfahrungsnote, die im Notenausweis nach Art. 22 Abs. 3 genannt werden und für die Wiederholungen nach Art. 20 zählen;
4) Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle.4
a)	Spenglerin/Spengler mit Fähigkeitszeugnis und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b)	Spenglerpolierin/Spenglerpolier mit Fachausweis;
c)	einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung auf der Tertiärstufe;
d)	einschlägiger Hochschulabschluss auf der Tertiärstufe und mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
4) Als Fachkraft gilt, wer über ein Fähigkeitszeugnis oder über ein Berufsattest im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.
4) Sie oder er dokumentiert die Leistungen der Lernenden in der beruflichen Praxis in der Form von Kompetenznachweisen am Ende jedes Semesters.
5) Diese Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt und fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote nach Art. 19 Abs. 4 bis 6.
1) Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in der Form von Kompetenznachweisen nach jedem überbetrieblichen Kurs.
2) Diese Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt und fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote nach Art. 19 Abs. 4 bis 6.
2) Von der beruflichen Praxis, die nach Art. 46 Abs. 3 BBG für die Zulassung zu einem Qualifikationsverfahren verlangt ist, müssen mindestens drei Jahre im Bereich der Spenglerin/des Spenglers erworben worden sein.
a)	Praktische Arbeit, im Umfang von 16 Stunden: Die lernende Person muss im Rahmen einer vorgegebenen Arbeit oder in gestellten Situationen zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten bedarfs- und situationsgerecht sowie fachlich korrekt auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.5
b)	Berufskenntnisse, im Umfang von fünf Stunden: Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens eine Stunde.
2) Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der Erfahrungsnote. Dabei gilt folgende Gewichtung:
a)	die Bildung in beruflicher Praxis: 20 %;
b)	den berufskundlichen Unterricht: 50 %;
c)	die überbetrieblichen Kurse: 30 %.
2) Wird das Qualifikationsverfahren ohne erneuten Besuch der beruflichen Praxis, des berufskundlichen Unterrichts und der überbetrieblichen Kurse wiederholt, so werden die bisherigen Noten für die Berechnung der Erfahrungsnote beibehalten. Werden die berufliche Praxis und der berufskundliche Unterricht während mindestens zwei Semestern sowie die letzten zwei überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen die neuen Noten.
2) Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel "Spenglerin FZ"/"Spengler FZ" zu führen.
b)	die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie die Erfahrungsnote.
Die Regierung kann eine Kommission bestimmen, der die Förderung der Berufsentwicklung und die Sicherstellung der Qualität der Grundbildung für Gebäudetechnikberufe obliegt.
1) Lernende, die ihre Bildung als Spenglerin/Spengler vor dem 1. Februar 2008 begonnen haben, schliessen sie nach dem bisherigen Recht ab.
2) Wer die Lehrabschlussprüfung für Spenglerin/Spengler bis zum 31. Dezember 2012 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.
3) Die Änderung vom 2. Dezember 2014 gilt für Lernende, die ihre Bildung nach dem 1. Januar 2015 begonnen haben. Lernende, die ihre Bildung vor dem 1. Januar 2015 begonnen haben und die Lehrabschlussprüfung bis zum 31. Dezember 2019 wiederholen, können verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.6
2) Die Änderung von Art. 18 vom 2. Dezember 2014 tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.7
1 45404 Spenglerin/Spengler
3 Art. 10 Abs. 1 abgeändert durch LGBl. 2014 Nr. 315.
4 Art. 10 Abs. 4 abgeändert durch LGBl. 2018 Nr. 161.
5 Art. 18 Abs. 2 Bst. a abgeändert durch LGBl. 2014 Nr. 315.
6 Art. 24 Abs. 3 eingefügt durch LGBl. 2014 Nr. 315.
7 Art. 25 Abs. 2 eingefügt durch LGBl. 2014 Nr. 315.