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Timestamp: 2019-12-06 06:20:30
Document Index: 274625703

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 42', '§ 42', '§ 44', '§ 44', '§ 12', '§ 7', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 40', '§ 44', '§ 116', '§ 15', '§ 44', '§ 11', '§ 11', '§ 53', '§ 55', '§ 8', '§ 44', '§ 2']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 35/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1.1 BSG, Urteil vom 04.06.2014 – B 14 AS 53/13
Sozialgerichtliches Verfahren – Normenkontrollverfahren – Entscheidung über Gültigkeit von Satzungen nach § 22a SGB 2 – Unwirksamkeit der Wohnaufwendungenverordnung Berlin – WAufwV BE – Bildung einer Gesamtangemessenheitsgrenze für Unterkunfts- und Heizkosten – Unzulässigkeit der Bestimmung des Heizbedarfs anhand der rechten Spalte „zu hoch“ des bundesweiten Heizspiegels
Die WAV des Landes Berlin vom 3.4.2012 ist insgesamt unwirksam. Die Verwendung der Werte des bundesweiten Heizspiegels sind nicht geeignet eine Gesamtangemessenheitsgrenze ausreichend zu begründen, weil es nur ein Grenzwert ist (BSG vom 12.5.2013 – B 14 AS 60/12 R ).
Quelle: http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&Datum=2014&nr=13511&pos=5&anz=65
2. Entscheidungen des Bundessozialgerichts vom 14.05.2014 zur Arbeitsförderung ( SGB III)
2.1 BSG, Urteil vom 14.05.2014 – B 11 AL 8/13 R
3.1 LSG NRW, Beschluss vom 08.08.2014 – L 6 AS 727/14 B
Die in § 42 a Abs. 2 SGB II zwingend vorgesehene umgehende Rückführung eines Darlehens im Wege der Aufrechnung in Höhe von 10 v. H. der Regelleistung bei einer voraussichtlichen Dauer von hier mehr als drei Jahren scheint verfassungsrechtlich nicht unbedenklich (vgl. dazu Senatsurteil vom 30.01.2014 — L 6 AS 1154/13-).
Die Leistungsbezieherin verfügt nur über Mittel in Höhe des Regelbedarfs, welcher das soziokulturelle Existenzminimum abdecken soll. Das sind Mittel/Ansprüche, die auf der Grundlage der verfassungsrechtlichen Existenzsicherungspflicht des Staates darauf zielen, ein menschenwürdiges Leben sicherzustellen (vgl. Bundesverfassungsgericht –
Quelle: http://www.lokalkompass.de/essen-sued/ratgeber/aufrechnung-von-kautionsdarlehen-regelsaetze-zwei-neue-pkh-entscheidungen-aus-essen-d463967.html
Anmerkung 1 : Vgl. LSG BB, Beschluss vom 18.11.2013 – L 10 AS 1793/13 B PKH – Gewährung von Prozesskostenhilfe, denn es scheint verfassungsrechtlich bedenklich, wenn die Tilgung der Mietkaution mehr als zwei Jahre andauern wird, so das von einem atypischen Fall auszugehen sein könnte. Denn dabei unterläuft die laufenden Minderung der Leistung zur Deckung des Regelbedarfs wegen solcher Aufwendungen die vom BVerfG geforderte Möglichkeit, Ansparungen bezogen auf die Regelbedarfe vorzunehmen und so einen Ausgleich zu erreichen.
Anmerkung 2 : Vgl. LSG NRW, Beschluss vom 27.03.2014 – L 19 AS 332/14 B – Gewährung von PKH, den gegen die Regelung des § 42a Abs. 2 SGB II erhobenen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 18.11.2013 – L 10 AS 1793/13 B; LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 07.02.2013 – L 7 AS 448/13 B m.w.N.) wird entgegengehalten, dass in atypischen Fällen eine Mietkaution als Zuschuss zu gewähren ist (LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 03.02.2014 – L 2 AS 2280/13 B bzw. ein Erlass der Rückzahlungsverpflichtung nach § 44 SGB II in Betracht kommt. Bei der Prüfung, ob ein atypischer Fall vorliegt, werden im Hinblick auf die seit dem 01.04.2011 geltenden gesetzlichen Rückzahlungsbedingungen seit diesem Zeitpunkt andere Gesichtspunkte eine Rolle spielen, als zuvor.
3.2 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 24.07.2014 – L 19 AS 423/14 NZB – rechtskräftig
Die grundsätzliche Frage, inwieweit Tilgungsleistungen auf Verbindlichkeiten zum Erwerb eines Eigenheims als Bedarf zu berücksichtigen sind, ist in der Rechtsprechung des BSG geklärt. Nach der gefestigten Rechtsprechung des BSG (Urteile vom 7.11.2006 – B 7b AS 2/05 R -, 18.02.2010 – B 14 AS 74/08 R, 07.07.2011 – B 14 AS 79/10 R, 23.08.2011 – B 14 AS 91/10 R, 16.02.2012 – B 4 AS 14/11 R und 22.08.2012 – B 14 AS 1/12 R) sind Tilgungsleistungen nur in dem besonderen Ausnahmefall zu übernehmen, wenn es um den Erhaltung von Wohneigentum geht, dessen Finanzierung im Zeitpunkt des Bezugs von Grundsicherungsleistungen bereits weitgehend abgeschlossen ist.
3.3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 14.08.2014 – L 2 AS 1229/14 B ER – rechtskräftig
Die vorläufige Gewährung des auf die Antragstellerin entfallenden Anteils von Leistungen für Unterkunft und Heizung setzt eine konkret drohende Wohnungslosigkeit, die regelmäßig erst ab Zustellung der Räumungsklage anzunehmen ist, voraus (vgl. Beschluss des erkennenden Senats vom 08.07.2013 – L 2 AS 1116/13 B ER).
Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht aus dem Beschluss des LSG NRW vom 17.04.2014 – L 19 AS 485/14 B ER. In diesem Beschluss hat der 19.Senat ausdrücklich festgestellt, dass lediglich bei einer von § 44a SGB II erfassten Kompetenzstreitigkeit geringere Anforderungen an den Anordnungsgrund für die vorläufige Gewährung von Kosten der Unterkunft zu stellen sind, weil in diesem Fall nicht in Frage steht, ob überhaupt ein Leistungsanspruch besteht. Die Ablehnung des nach § 12a Satz 1 SGB II vorrangig in Anspruch zu nehmenden Wohngeldes ist damit nicht vergleichbar, weil aus ihr nicht automatisch ein Anspruch auf SGB II-Leistungen folgt.
3.4 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 15. Senat, Beschluss vom 24.07.2014 – L 15 AS 202/14 B ER
Sozialgerichtliches Verfahren – einstweiliger Rechtsschutz – Grundsicherung für Arbeitsuchende – Leistungsausschluss für Ausländer bei Aufenthalt zur Arbeitsuche – Anwendbarkeit auf Unionsbürger – Arbeitnehmereigenschaft ?- Glaubhaftmachung der tatsächlichen Ausübung einer Tätigkeit ? – untergeordnete und unwesentliche Tätigkeit ?- Europäische Sozialcharta
Der Senat hält an seiner Auffassung fest (vgl bereits Beschluss vom 15.11.2013 – L 15 AS 365/13 B ER = ZFSH/SGB 2014, 177), dass § 7 Abs 1 S 2 Nr 2 SGB 2 Leistungen nach dem SGB 2 stets dann ausschließt, wenn kein anderweitiger Aufenthaltszweck als derjenige der Arbeitsuche ein Aufenthaltsrecht begründen kann, so dass auch solche Ausländer von Leistungen nach dem SGB 2 ausgeschlossen sind, die kein materielles Aufenthaltsrecht im Bundesgebiet haben, weil sie wirtschaftlich inaktiv sind, ohne über ausreichenden Krankenversicherungsschutz und ausreichende Existenzmittel zu verfügen oder ein Daueraufenthaltsrecht zu haben (§ 2 Abs 2 Nrn 5 und 7 iVm § 4 S 1 und § 4a FreizügG/EU ).
3.5 Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 13.08.2014 – L 7 AS 1569/13 NZB
Zur Frage, ob § 40 Abs. 1 Satz 2 SGB II in der seit 01.04.2011 geltenden Fassung, mit der die „Verfallsfrist“ für rückwirkend zu gewährende Sozialleistungen nach § 44 Abs. 4 Satz 1 SGB X von vier Jahren für Leistungen nach dem SGB II auf ein Jahr verkürzt wurde, verfassungswidrig ist.
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=171772&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
Anmerkung: gleicher Auffassung BSG, Urteil vom 13.02.2014 – B 4 AS 19/13 R; das ein Landessozialgericht insoweit Bedenken geäußert hätte, ist nicht ersichtlich (vgl. BayLSG, Urteil vom 19.03.2014 – L 16 AS 289/13; LSG Bad.-Württemberg, Beschluss vom 24.10.2013 – L 13 AS 4917/12 B; LSG NRW, Urteil vom 19.09.2013 – L 7 AS 1050/13; zum SGB XII § 116a SGB XII – BSG, Urteil vom 26.06.2013 – B 7 AY 6/12 R ).
4.1 Sozialgericht Berlin, Urteil vom 09.07.2014 – S 205 AS 30970/13 – Berufung anhängig beim LSG Berlin-Brandenburg unter dem Aktenzeichen L 26 AS 1921/14
Die Regelungen über die Absenkung des Arbeitslosengeldes II bei Pflichtverletzungen sind nicht verfassungswidrig (so aber Neskovic/Erdem, SGb 2012, 134ff.). Die Annahme, eine Absenkung von Leistungen stelle stets einen verfassungswidrigen Eingriff in das Existenzminimum dar, geht von dem irrigen Ansatz aus, die Regelleistung sei bereits das zum Lebensunterhalt Unerlässliche (LSG Niedersachsen-Bremen, Urt. v. 18.12.2013 – L 13 AS 161/12) Jedenfalls eine Absenkung von 30 Prozent des Regelbedarfs begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, da das physische Existenzminimum nicht betroffen ist, sich eine solche Absenkung daher nur auf die Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auswirkt, bei deren Ausgestaltung der Gesetzgeber ei-nen weiten Gestaltungsspielraum hat (vgl. BVerfG; Urt. v. 09.02.2010 – 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09) und etwa die defizitären Bemühungen des Leistungsberechtigten, seinen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln finanzieren zu können, durchaus berücksichtigen darf.
Anmerkung: Anderer Auffassung LSG NRW, Beschluss vom 17.10.2013 – L 7 AS 836/13 B -, offen gelassen Hessisches LSG, Beschluss vom 03.12.2013 – L 9 AS 614/13 B ER – : Die Bestandskraft eines Verwaltungsaktes nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II hindert nicht die materielle Überprüfung der Sanktionswürdigkeit des Verhaltens. In dem Widerspruch gegen den Sanktionsbescheid ist regelmäßig auch ein Überprüfungsantrag gemäß § 44 SGB X zu sehen.
4.2 SG Osnabrück, Urteil vom 09.07.2014 – S 33 AS 133/13
Nachzahlungen auf Sozialleistungen (hier: Kindergeld) sind nach § 11 Abs. 3 SGB II, ggf. in Verbindung mit § 11 Abs. 2 S. 3 SGB II, auf sechs Monate zu verteilen ( a.A. BSG, Urteil vom 16. Mai 2012, Az.: B 4 AS 154/11 R; Urteil vom 7. Mai 2009, Az.: B 14 AS 13/08 R ).
Quelle: http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml;jsessionid=F417D8A6D3B480F95F150DA22E2DE7B7.jpd5?doc.id=JURE140013375&st=null&showdoccase=1&paramfromHL=true#focuspoint
Anmerkung: anderer Auffassung Vgl. LSG NRW, Beschluss vom 28.05.2014 – L 19 AS 1860/13 B – nachgezahltes Kindergeld ist eine einmalige Einnahme.
4.3 SG Osnabrück, Urteil vom 09.07.2014 – S 33 AS 199/13
5.1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.06.2014 – L 20 SO 388/13
Die Voraussetzungen für Eingliederungshilfe nach den §§ 53, 54, Abs. 1 SGB XII i.V.m. § 55 SGB IX und § 8 EinglHV lägen vor. Eine Nutzungsintensität vergleichbar mit dem Gebrauch eines KFZ für die Teilhabe am Arbeitsleben ist nach neuerer Rechtsprechung des BSG nicht erforderlich (Urteil vom 02.02.2012 – B 8 SO 9/10 R).
Ein Umbau eines in der „Pflegefamilie“ der Antragstellerin bereits vorhandenen Fahrzeugs kommt nicht als Alternative zur Anschaffung eines eigenen PKW in Betracht (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BSG, Urteil vom 12.12.2013 – B 8 SO 18/12 R).
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=171750&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
6. Entscheidungen der Sozialgerichte zur Sozialhilfe (SGB X II )
6.1 SG Osnabrück, Urteil vom 02.07.2014 – S 4 SO 222/11
Die Pflicht zur Tragung der Bestattungskosten kann sich aus Vertrag, aus Familienrecht, aus Erbrecht oder aus Unterhaltsrecht ergeben. Daneben kommt auch eine öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht aus dem jeweiligen Bestattungsgesetz des zuständigen Bundeslandes in Betracht (vgl. BSG, Urt. v. 29.09.2009 – B 8 SO 23/08 R -). Nicht ausreichend ist demgegenüber die sittliche bzw. moralische Verpflichtung (vgl. Urt. des SG Oldenburg v. 02.12.2011 – S 21 SO 231/09 -).
Quelle: http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml;jsessionid=F417D8A6D3B480F95F150DA22E2DE7B7.jpd5?doc.id=JURE140013377&st=null&showdoccase=1&paramfromHL=true#focuspoint
7. Das Überprüfungsverfahren nach § 44 SGB X – Wichtiger Garant der Forderung, die sozialen Rechte möglichst weitgehend zu verwirklichen (§ 2 Abs. 2 SGB I)
ein Aufsatz von Udo Geiger, abgedruckt in Heft 04/2014 der info also: http://www.info-also.nomos.de/fileadmin/infoalso/doc/Aufsatz_infoalso_14_04.pdf
8. Anmerkung zu: OLG Hamm 7. Senat, Beschluss vom 17.12.2013 – 7 UF 165/13 , Autor: Heinrich Schürmann, Vors. RiOLG
Quelle Juris: http://www.juris.de/jportal/portal/t/fkp/page/homerl.psml;jsessionid=E6503F8DE61B55CDCEBA69FCDAE06759.jp14?nid=jpr-NLFR000011514&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
9. Anmerkung zu: BSG 14. Senat, Urteil vom 20.02.2014 – B 14 AS 53/12 R , Autor: Prof. Dr. Uwe Berlit, Vors. RiBVerwG
Quelle Juris: http://www.juris.de/jportal/portal/t/d1b/page/homerl.psml?nid=jpr-NLSR000009414&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp