Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4021.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:24:04
Document Index: 5355152

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 64', '§ 4', '§ 5']

4.021 Untereck
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Untereck« vom 20.November 1995 (GBl. v. 30.12.1995, S. 898).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Zollernalbkreis auf dem Gebiet
1. der Stadt Albstadt, Gemarkung Laufen
2. der Stadt Balingen, Gemarkung Frommern und Gemarkung Weilstetten
3. der Stadt Meßstetten, Gemarkung Tieringen wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Untereck«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 80 ha. Es umfaßt auf
1. Gemarkung Laufen
Flurstück Nr. 511 teilweise (tw), 1870 tw, 1871 tw, 1878/1 tw, 2042 tw und 2043 tw.
2. Gemarkung Frommern
Flurstück Nr. 4696 tw, 4739, 4741-4745, 4749, 4753/ 1-5, 4754-4758, 4759 tw, 4760 tw und 4762 tw.
3. Gemarkung Weilstetten
Flurstück Nr. 3354 tw, 3355/1 tw, 3355/2 tw, 3361 tw, 3364, 3365 tw, 3369 tw, 3370, 3371 tw, 3377 tw, 3379/1, 3379/2, 3379/3 tw, 3379/4 tw, 3379/5, 3380 tw, 3383 tw, 3384/4 tw, 3384/5, 3384/6, 3385 tw, 3386 tw, 3387, 3388 tw, 3533-3540 jeweils tw, 3541, 3542-3549 jeweils tw, 3550/1 tw, 3550/2 tw, 3550/3 tw, 3551 tw, 3552 tw, 3553/1 tw, 3553/2 tw, 3554 tw, 3555 tw, 3559 tw, 3561 tw, 3562 tw, 3564 tw, 3565/1 tw und 3565/2 tw.
4. Gemarkung Tieringen
Flurstück Nr. 1855-1865, 1866/1, 1866/2, 1867/1, 1868-1871, 1872/1, 1872/2, 1872/3, 1873/1, 1873/2, 1928, 1942 tw, 1964, 1965 und 2384.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 12.August 1993 im Maßstab 1:25000 und in acht Flurkarten im Maßstab 1:2500 gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in den Karten getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen sowie bei den Bürgermeisterämtern Albstadt und Balingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und ökologische Verbesserung der Hangwälder, Geröllhalden und Felsbildungen in der oberen Stufe des Albtraufes zwischen Tobeltalstraße und Lochenpaß.
Hier werden in herausragender Art die Zusammenhänge zwischen geologischem Untergrund, geomorphologischen Vorgängen, Klima, Bodenbildung, Vegetation, Landeskultur und Landschaftsbild deutlich. Die extremen Relief-, Klima- und Bodenbedingungen führen zu einer äußerst feingliedrigen Struktur von Lebensräumen für zahlreiche gefährdete, geschützte und seltene Tier- und Pflanzenarten.
4. Entwässerungs- oder andere Maßnahmen, z.B. Quellfassungen, vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets entgegen dem Schutzzweck verändern;
7. neu aufzuforsten oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen dies gilt auch für Totholz auf Flächen in öffentlichem Eigentum -, zu beschädigen oder zu zerstören;
9. Gesteinsteile zu entnehmen;
11. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder außerhalb der fest eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer zu machen;
12. das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder das Schutzgebiet mit Fahrzeugen aller Art, einschließlich Fahrrädern und Motorschlitten, sowie Skiern oder Rodelgeräten zu befahren;
13. an den Felsen zu klettern;
14. mit Luftfahrzeugen aller Art einschließlich Modellflugzeugen zu starten oder zu landen;
16. Düngemittel, Chemikalien oder Pestizide einzubringen.
- die Bejagung so ausgeübt wird, daß die Aufrechterhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung des Schutzzwecks dauerhaft gewährleistet ist. Dies bedeutet insbesondere die Rückführung der Reh-, Gams- und Muffelwildbestände auf eine Dichte, die die Naturverjüngung des Waldbestands gestattet. Für Gebiete, in denen eine Eigenjagd des Landes besteht, ist bei der Aufstellung der Abschußpläne die Zielsetzung des Naturschutzgebiets in besonderer Weise verbindlich;
- Fütterungen ausgeschlossen sind und bestehende Fütterungseinrichtungen beseitigt werden;
- jagdliche Einrichtungen nur in der Form einfacher Hochsitze aus naturbelassenen Hölzern errichtet und unterhalten werden;
- eine standortgemäße dauerwaldartige, allein auf Naturverjüngung basierende Bewirtschaftung ohne schlagweise Räumung erfolgt;
- die im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erlassenen jeweils geltenden Waldschutzgebietserklärungen der Staatlichen Forstverwaltung eingehalten werden;
3. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren ordnungsgemäße Unterhaltung und Instandsetzung;
4. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt veranlaßt werden;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 - 5 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig treten folgende Verordnungen außer Kraft, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung beziehen:
· Verordnung des Württembergischen Kultministers über das Naturschutzgebiet »Untereck« vom 26.August 1939 (verkündet im Regierungsblatt für Württemberg vom 19. September 1939);
· Verordnung des Landratsamtes Zollernalbkreis über das Landschaftsschutzgebiet »Albstadt-Bitz« vom 7. September 1983 (verkündet im Amtsblatt des Zollernalbkreises vom 10. September 1983);
· Verordnung des Landratsamtes Zollernalbkreis über das Landschaftsschutzgebiet »Großer Heuberg« vom 27.Juni 1984 (verkündet im Zollernalbkurier vom 30. Juni 1984).
TÜBINGEN, den 20. November 1995