Source: http://azubileben.blogspot.com/2009/10/die-ohg.html
Timestamp: 2018-10-17 07:17:24
Document Index: 288505051

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 109', '§ 311', '§1', '§ 114', '§ 125', '§ 120']

Azubileben: Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Kennzeichen der offenen Handelsgesellschaft (OHG):
Gesellschaft (mindestens 2 Personen)
gemeinschaftliche Firma (Zusatz OHG) § 19 I 1 HGB
Haftung mit Gesellschafts- und Privatvermögen (unbeschränkt)
Die OHG ist eine Personengesellschaft, die auf gegenseitiges Vertrauen beruht und ermöglicht eine Zusammenführung von Wissen und Kapital.
Bei der Gründung einer OHG sollte ein Gesellschaftsvertrag erstellt werden. Dieser regelt das Rechtsverhältnis der Gesellschafter untereinander (§ 109 HGB). Der Vertrag ist grundsätzlich formfrei, außer einer der Gesellschafter bringt Grundstücker in die Gesellschaft mit ein. In diesem Fall ist die notarielle Beurkundung zwingend notwendig (§ 311b BGB).
Der Gesellschafter hat folgende Rechte:
folgenden Pflichten muss ein Gesellschafter nachkommen:
fristgerechte Einbringung der Kapitaleinlage
persönliche Arbeitsleistung und Geschäftsführung
Bei der Eintragung einer OHG in ein Handelsregister unterscheidet man zwischen deklaratorischer und konstitutiver Wirkung.
deklaratorisch bedeutet, dass die OHG bereits ein Handelsgewerbe ist
konstitutiv bedeutet, dass kein Handelsgewerbe im Sinne des §1 II HGB ist
Geschäftsführung und Vertretung in einer OHG
Die Geschäftsführung und Vertretung könne in einem Gesellschaftsvertrag individuell aufgeteilt werden. Wird dies im Gesellschaftsvertrag nicht geregelt gilt nach dem HGB folgendes: Jeder Gesellschafter darf gewöhnliche Geschäfte ( Rechnungen begleichen, Bestellungen aufgeben,...) durchführen, es sei denn, der andere Geschäftsführer wiederspricht diesem. Bei einem außergewöhnlichen Geschäft (grundstückkauf, Neueinstellung, ...) müssen alle Geschäftsführer zustimmen (Gesamtgeschäftsführung). (§§ 114 - 116 HGB)
Bei der Vertretung legt das Gesetz fest, dass sowohl gewöhnliche, als auch außergewöhnliche Geschäfte von einem einzelnen Geschäftsführer durchgeführt werden dürfen. (§§ 125 , 126 HGB)
Wenn im Gesellschaftsvertrag nichts anderes festgelegt ist Haften alle Gesellschafter zum gleichen teil. Die Haftung ist:
unmittelbar/ direkt
Gesamtschuldnerisch/ solidarische Haftung
Die Gewinn und Verlustregelung werden in den §§ 120 und 121 HGB geregelt. Grundlage für die Gewinn- und Verlustverteilung ist der Gesellschaftsvertrag. Sind hier wiederum keine Regelungen enthalten legt das HGB folgendes fest:
jeder Gesellschafter erhält zunächst einen Anteil von 4% seines Kapitalanteiles. Reicht der Gewinn hierzu nicht aus, findet eine Verteilung zu einem entsprechend niedrigerem Satz statt.
der Restgewinn bzw. Verlust wird nach Köpfen Verteilt
Abschließend kann man folgende Vor- und Nachteile feststellen:
mehr Eigenkapital und dadurch bessere Kreditwürdigkeit
Verteilung des Risikos auf mehrere Personen
mehr Kenntnisse und Fähigkeiten werden in den Betrieb eingebracht
unbeschränkte, direkte, gesamtschuldnerische Haftung
Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gesellschaftern
es ist ein hohes Vertrauensverhältnis ist zwischen den Gesellschaftern erforderlich
ein hoher persönlicher Einsatz ist erforderlich
die OHG ist vor allem für kleiner und mittelgroße Unternehmen geeignet, insbesondere für Familienbetriebe, da hie automatisch ein größeres vertrauen herrscht.
Labels: BWL, Gesellschafter, HGB, OHG, Unternehmensgründung
Eingestellt von Patrick @ Montag, Oktober 12, 2009