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Timestamp: 2016-10-27 11:10:32
Document Index: 272357537

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 296/05 (14.02.2006)
U 296/05
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Ferrari, Ursprung, Meyer und Borella; Gerichtsschreiberin Durizzo
K.________, 1965, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Dr. Kathrin H�ssig, Anwaltsb�ro L�tsch + H�ssig, Joweid Zentrum 1, 8630 R�ti,
K.________, geboren 1965, erlitt am 17. September 1999 beim Reiten nach einem Gangartwechsel vom Galopp in den Schritt ein Schleudertrauma. Die "Winterthur" Schweizerische Versicherungsgesellschaft lehnte ihre Leistungspflicht mit Verf�gung vom 6. Juni 2003 und Einspracheentscheid vom 8. Januar 2004 ab.
K.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides und des Einspracheentscheides vom 8. Januar 2004 sei die Winterthur zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
W�hrend die Winterthur auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin am 17. September 1999 beim Reiten einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat.
1.1 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 UVG, zum Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG sowie insbesondere zum Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit (vgl. die zu Art. 9 Abs. 1 UVV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 122 V 233 Erw. 1 mit Hinweisen, 129 V 404 Erw. 2.1; zu Art. 4 ATSG: RKUV 2004 Nr. U 530 S. 576) und die Rechtsprechung, wonach die einzelnen Umst�nde des leistungsbegr�ndenden Geschehens vom Ansprecher glaubhaft zu machen sind (BGE 116 V 140 Erw. 4b mit Hinweis), richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass das Merkmal des ungew�hnlichen �usseren Faktors nach Lehre und Rechtsprechung in einer unkoordinierten Bewegung bestehen kann. Bei K�rperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der �usseren Einwirkung lediglich dann erf�llt ist, wenn ein in der Aussenwelt begr�ndeter Umstand den nat�rlichen Ablauf einer K�rperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungew�hnliche �ussere Faktor zu bejahen; denn der �ussere Faktor - Ver�nderung zwischen K�rper und Aussenwelt - ist wegen der erw�hnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungew�hnlicher Faktor (BGE 130 V 118 ff. Erw. 2 mit Hinweisen und die dort dargelegten Beispiele aus der Rechtsprechung).
Zum Vorfall vom 17. September 1999 findet sich in den Akten was folgt.
2.1 Die Versicherte suchte zwei Tage nach dem Ereignis am 19. September 1999 Dr. med. M.________, Innere Medizin FMH (Bericht �ber die Notfallkonsultation vom 19. September 1999), und das Kreisspital X.________ auf, wo sie am 21. September 1999 ger�ntgt wurde (Berichte vom 19. und 21. September 1999). Aus den damals erstellten Arztberichten ergeben sich keinerlei Hinweise auf den Ablauf des Ereignisses.
2.2 Eine indirekte Schilderung des Herganges findet sich erstmals im Bericht des PD Dr. med. S.________ und der Frau Dr. med. F.________ vom Universit�tsspital Y.________, Neurologische Poliklinik, vom 21. Januar 2000. Selber hat die Versicherte den Vorfall im Juli 2000 in der Unfallanzeige an die Z�rich Versicherungen dargelegt. Schliesslich erfolgten wiederum Darlegungen gegen�ber den Helsana Versicherungen am 31. Mai 2001 und gegen�ber der Beschwerdegegnerin am 16. Mai 2002. Diesen Schilderungen ist gemeinsam, dass das Pferd einen Gangartwechsel vom Galopp in den Schritt vorgenommen hat. Im Bericht an die Helsana ist davon die Rede, das Pferd sei eingeknickt, w�hrenddem in den �brigen Schilderungen von einem Stolpern des Pferdes die Rede ist.
2.3 Wie die Vorinstanz gest�tzt auf den - von der Beschwerdef�hrerin eingereichten - Bericht einer erfahrenen Reitlehrerin, G.________, vom 5. April 2004 richtig ausgef�hrt hat, kommt es h�ufig vor, dass ein Pferd stolpert. Dabei handelt es sich um einen gew�hnlichen Vorgang, mit welchem ein Reiter zu rechnen hat. Dem gegen�ber steht das Einknicken eines Pferdes mit beiden Vorderbeinen, welches oft zu Kopf�berst�rzen vom Pferd f�hrt. Dieses Einknicken mit beiden Vorderbeinen wird auch als eigentliches Einbrechen bezeichnet. Es kommt seltener vor und ein Reiter hat mit einem solchen Vorgang, insbesondere wenn er �ber ein erfahrenes, trittsicheres Pferd verf�gt, nicht zu rechnen. W�hrenddem der letztgenannte Vorgang als Unfall im Rechtssinne bezeichnet werden kann, da der �bliche Bewegungsablauf durch eine Programmwidrigkeit gest�rt wird und damit das Merkmal des ungew�hnlichen �usseren Faktors zu bejahen ist (vgl. BGE 130 V 118 Erw. 2.1), liegt im blossen Stolpern eines Pferdes beim Gangart- oder Schrittwechsel kein Unfall im Rechtssinne.
Wie das kantonale Gericht zu Recht festgehalten hat, kann die Beschwerdef�hrerin nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen; vgl. 130 III 324 f. Erw. 3.2 und 3.3) Tatsachen nachweisen, welche auf einen Unfall im Rechtssinne schliessen liessen. So hat denn die Beschwerdef�hrerin selber den Vorfall bei ihrer ersten Eingabe an die Z�rich Versicherungen vom Juli 2000 als einfaches Stolpern beschrieben. Dasselbe ergibt sich aus der Schilderung gegen�ber den �rzten im Januar 2000. Einzig in der Schilderung gegen�ber der Helsana wurde von einem Einknicken, allerdings nicht von einem Einbrechen mit den Vorderbeinen gesprochen. W�re ein solch aussergew�hnliches Ereignis, bei dem das Pferd selbst zu Fall kommt und sich verletzen kann, eingetreten, h�tte dies die Beschwerdef�hrerin sicher erw�hnt. Indessen sprach sie auch ein Jahr sp�ter im Schreiben gegen�ber der Winterthur Versicherungen von einem einfachen Stolpern. Mithin ist der Beweis, dass es sich beim Ereignis vom 17. September 1999 um einen Unfall im Rechtssinne handelte, weder erbracht noch zu erbringen.