Source: https://wendl-koehler.de/rechtliches/umwandlung-einzelunternehmen-gmbh/
Timestamp: 2019-05-23 05:14:01
Document Index: 64171564

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 152', '§ 152', '§ 123', '§ 20', '§ 152', '§ 19']

Umwandlung Einzelunternehmen zu GmbH | Wichtige Infos + Checkliste
Umwandlung Einzelunternehmen in GmbH – Was es zu beachten gibt +Checkliste
Veröffentlicht von Dirk Wendl am 06.02.2018
Mit großer Begeisterung für die eigene Geschäftsidee starten viele Unternehmensgründer als Einzelunternehmer in die Selbstständigkeit. Auf diese Weise kann der Gewerbebetrieb schnell, kostengünstig und vergleichsweise unkompliziert eingerichtet werden. Wenn sich respektable Erfolge einstellen und die Umsätze steigen, denken viele Unternehmer über eine Umwandlung vom Einzelunternehmen in eine GmbH nach.
1 Rechtsformwechsel vom Einzelunternehmen zur GmbH – welche Vorteile gibt es?
2 Umwandlung in eine GmbH: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
3 Umwandlungsmethoden im Überblick
4 Einzelunternehmen in GmbH einbringen?
5 Checkliste zum Download
Rechtsformwechsel vom Einzelunternehmen zur GmbH – welche Vorteile gibt es?
W enn es in Ihrem Unternehmen zu Problemen mit der Liquidität und zu Forderungsausfällen kommt, haften Sie als Einzelunternehmer mit Ihrem Privatvermögen. Eine Haftungsbeschränkung gibt es nicht und im schlimmsten Fall ist neben dem Unternehmen auch Ihre private Existenz bedroht. Die persönliche Haftung des Einzelkaufmanns ist meist der entscheidende Grund für die Umwandlung des Unternehmens in eine GmbH. Verzeichnet das wachsende Unternehmen wirtschaftliche Erfolge, steigt häufig der Wunsch nach einer Haftungsbeschränkung. Im Gegensatz zum einzelkaufmännischen Unternehmen beschränkt sich die Haftung bei einer GmbH ausschließlich auf das Gesellschaftsvermögen (siehe § 13 Abs. 2 GmbHG).
Ein weiterer Grund kann die Aufnahme von Investoren sein, die bei einer GmbH deutlich einfacher gestaltet werden kann. Erwirtschaftet das einzelkaufmännische Unternehmen gute Erträge, kann die Gewerbesteuer insbesondere in einer Region mit hohem Gewerbesteuerhebesatz zu einem Anreiz für die Umwandlung werden. Hier wird die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer in der Regel nur unzureichend auf die Einkommenssteuer des Einzelunternehmers angerechnet. Nicht selten kommt in diesem Fall die Umwandlung vom Einzelunternehmen zur GmbH durch den Steuerberater zur Sprache.
Umwandlung in eine GmbH: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt lässt sich nicht pauschal beantworten, da dies immer von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Faktoren abhängt. Hier spielen insbesondere steuerliche, rechtliche sowie wirtschaftliche Gründe eine große Rolle. Eine gute Einschätzung zu diesem Thema kann Ihnen Ihr Steuerberater bieten, da er im Idealfall genau über die notwendigen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Ihr Unternehmen informiert ist. Ein Wechsel zwischen den Rechtsformen ist nicht immer einfach, daher ist zusätzlich auch die Rücksprache mit einem versierten Fachanwalt empfehlenswert.
Umwandlungsmethoden im Überblick
Für die Umwandlung vom Einzelunternehmen in eine GmbH gibt es unterschiedliche Methoden, die jeweils mit bestimmten Vor- und Nachteilen für den Unternehmer verbunden sind.
Ausgliederung gemäß Umwandlungsgesetz (UmwG)
Das Umwandlungsgesetz (UmwG) regelt die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH. Voraussetzung nach den Vorgaben in § 152 S. 1 UmwG für diesen Weg ist jedoch, dass es sich bei dem Einzelunternehmer um einen im Handelsregister eingetragenen Kaufmann (e.K.) handelt. Zusätzlich darf keine Überschuldung vorliegen (siehe § 152 S. 2 UmwG). Dieser Vorgang ist ein Unterfall der Spaltung und wird als Ausgliederung bezeichnet (siehe § 123 ff. UmwG). Im Hinblick auf die Steuer wird die Ausgliederung gemäß § 20 UmwStG neutral behandelt.
Es erfolgt keine Aufdeckung stiller Reserven, da im Einzelunternehmen eine Fortführung der Buchwerte erfolgt. Auf dem Wege der Gesamtrechtsnachfolge (siehe § 152 UmwG) erfolgt ein Übergang des gesamten Einzelunternehmens (oder von Teilen) in eine neugegründete oder bereits bestehende GmbH mit allen Aktiva und Passiva. Für diesen Übergang sind keine weiteren Rechtsakte notwendig. Mit Eintrag der Ausgliederung in das Handelsregister gelten übertragene Vermögenswerte des Einzelunternehmens als übertragen. Dies umfasst ebenfalls Verbindlichkeiten sowie Verträge mit Dritten.
Einbringung in die GmbH durch Sachgründung / Sachkapitalerhöhung
Dieser Weg vollzieht sich außerhalb der Regelungen des Umwandlungsgesetzes und wird daher auch als zivilrechtliche Umwandlungsmethode bezeichnet. Auch bei dieser Methode kann die Umwandlung vom Einzelunternehmen in eine GmbH im Zuge einer Neugründung oder alternativ durch Übertragung in eine bereits bestehende GmbH erfolgen. Im letzteren Fall wird die Einbringung auf dem Weg einer Sachkapitalerhöhung vorgenommen. Das Einzelunternehmen (e. K.) wird als Einlage im Sinne einer Kapitalerhöhung in die bestehende GmbH eingebracht. Das Registergericht überprüft den notwendigen Sachkapitalerhöhungsbericht und anschließend wird die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister vorgenommen. Mit diesem Eintrag ist die Übertragung des Einzelunternehmens auf die GmbH vollständig vollzogen.
Ist eine GmbH-Neugründung erforderlich, erfolgt die Umwandlung im Zuge einer Sachgründung. Hier wird das Einzelunternehmen als Stammeinlage im Zuge der Gründung als Teil des Betriebsvermögens der GmbH zugeführt. Eine Eintragung in das Handelsregister erfolgt nach Prüfung des Sachgründungsberichts. Mit dem Eintrag ist die Umwandlung vom Einzelunternehmen in eine GmbH vollzogen. Meist übernimmt der Unternehmer nun die Funktion des Geschäftsführers.
Einzelunternehmen in GmbH einbringen?
Neben der Umwandlung in eine GmbH durch Ausgliederung gibt es weitere Alternativen:
Die entgeltliche Übertragung von Teilen oder des gesamten Einzelunternehmens an die neue GmbH. Dies entspricht jedoch einer verschleierten Sachgründung und ist nicht empfehlenswert.
Nach der Neugründung der GmbH wird das Einzelunternehmen (oder Teile) anschließend als verdeckte Einlage eingebracht. Eine Gewährung von Gesellschaftsrechten oder die Zahlung eines Kaufpreises erfolgt nicht. Eine andere Möglichkeit ist die Bargründung mit anschließender Kapitalerhöhung durch die Einbringung des Einzelunternehmens (zu Buchwerten) in die GmbH.
Diese Variante gibt es mit oder ohne die Begründung einer Betriebsaufspaltung.
Im § 19 Abs. 4 GmbHG sind verdeckte Sacheinlage oder verschleierte Sachgründung klar definiert. Je nach Fall kann dies steuerrechtliche, strafrechtliche oder zivilrechtliche Folgen haben. Wenn Sie sich beispielsweise aus Gründen der Haftungsbeschränkung zur Gründung einer GmbH entschlossen haben, sollten Sie diesen Vorgang nicht ohne die Hilfe eines Steuerberaters sowie nach Rücksprache mit einem erfahrenen Fachanwalt in Angriff nehmen.
Hier finden Sie unsere Checkliste zum Download:
Checkliste: Umwandlung Einzelunternehmer zu GmbH
E. Aybars sagt:
guten tag herr wendl und vielen dank für informationen. meine frage lautet, wie die gewerbesteuer bei einer gmbh vorteilhafter angerechnet werden kann als bei einem einzelkaufmann? danke im voraus