Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=1299
Timestamp: 2019-02-23 02:53:37
Document Index: 204171353

Matched Legal Cases: ['§ 4232', '§ 2', '§ 4237', '§ 4234', '§ 2', '§ 4237', '§ 4232', '§ 2', '§ 4237', '§ 4233', '§ 4234', '§ 4232', '§ 2', '§ 4237', '§ 4233', '§ 4234']

III b., LVIII h. vom vorkaufe etc.
von dem vorkaufe, einstands- abtribs-
rechte, der marklosung, dem gespilde,
und nachbarrechte etc.
§ 4232
Hocke, hokke, hockeln, bedeutet: auf dem rückenvon höckern.
tragen. Höcker, oder höckeler, baierisches
l. und p. o. b. II tit. VII art. 1, ist demnach eigent-
lich ein auf dem rücken tragender; ausserdem ist
derselbe eine person, männlichen, oder weiblichen ge-
schlechtes, welche eßwaaren, und andere zum le-
bensunterhalte dinliche sachen wohlfeil aufkaufet,
in die stadt trägt, und bringen lässet, sodann sie
teuer wider verkaufet. Zu latein heissen sie pene-
stici. Zu Hannover war forum penesticorum,
d. i. der höckenmarkt, Christ. Ulr. Grupens orig.
et antiquit. Hanou. Gött. 1740, 4t, cap. VIII § 2
s. 312. Penestica heisset eine höckin, Haltaus s.
946. Wegen der höckerei hat die polizei scharfe
aufsicht zu haben, damit die höcker gute, frische,
tüchtige und gesunde sachen, auch waaren haben;
mithin keine schädliche, noch verdorbene verkaufen,
noch teurung verursachen (§ 4237 des 2ten th.),
die Hessen-casselische verordnung 1622, 4t, tit. 4
s. 9 fg., Kurmainzische erste sammlung der in po-
lizei- und commerciensachen erlassenen verordnun-
gen, Mainz 1752, 8v, n. 34 s. 204 fgg., Orth
von den Reichsmessen zu Frankfurt am M. s. 285,
Wiesand s. 565.
Fürkauf bedeutet den vorzug im kaufe. Er
ist bald erlaubet, bald unerlaubet, und verboten,
Orth am a. o. s. 242 s. 278 fgg.
§ 4234
III b., LVIII h. vom vorkaufe ꝛc.
von dem vorkaufe, einſtands- abtribs-
rechte, der markloſung, dem geſpilde,
und nachbarrechte ꝛc.
Hocke, hokke, hockeln, bedeutet: auf dem ruͤckenvon hoͤckern.
tragen. Hoͤcker, oder hoͤckeler, baieriſches
l. und p. o. b. II tit. VII art. 1, iſt demnach eigent-
lich ein auf dem ruͤcken tragender; auſſerdem iſt
derſelbe eine perſon, maͤnnlichen, oder weiblichen ge-
ſchlechtes, welche eßwaaren, und andere zum le-
bensunterhalte dinliche ſachen wohlfeil aufkaufet,
in die ſtadt traͤgt, und bringen laͤſſet, ſodann ſie
teuer wider verkaufet. Zu latein heiſſen ſie pene-
ſtici. Zu Hannover war forum peneſticorum,
d. i. der hoͤckenmarkt, Chriſt. Ulr. Grupens orig.
et antiquit. Hanou. Goͤtt. 1740, 4t, cap. VIII § 2
ſ. 312. Peneſtica heiſſet eine hoͤckin, Haltaus ſ.
946. Wegen der hoͤckerei hat die polizei ſcharfe
aufſicht zu haben, damit die hoͤcker gute, friſche,
tuͤchtige und geſunde ſachen, auch waaren haben;
mithin keine ſchaͤdliche, noch verdorbene verkaufen,
noch teurung verurſachen (§ 4237 des 2ten th.),
die Heſſen-caſſeliſche verordnung 1622, 4t, tit. 4
ſ. 9 fg., Kurmainziſche erſte ſammlung der in po-
lizei- und commercienſachen erlaſſenen verordnun-
gen, Mainz 1752, 8v, n. 34 ſ. 204 fgg., Orth
von den Reichsmeſſen zu Frankfurt am M. ſ. 285,
Wieſand ſ. 565.
Fuͤrkauf bedeutet den vorzug im kaufe. Er
iſt bald erlaubet, bald unerlaubet, und verboten,
Orth am a. o. ſ. 242 ſ. 278 fgg.
<pb facs="#f1299" n="1275"/>
<fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">III</hi> b., <hi rendition="#aq">LVIII</hi> h. vom vorkaufe &#xA75B;c.</hi> </fw><lb/>
von dem vorkaufe, ein&#x017F;tands- abtribs-<lb/>
rechte, der marklo&#x017F;ung, dem ge&#x017F;pilde,<lb/>
und nachbarrechte &#xA75B;c.</hi><lb/>
§ 4232</head><lb/>
<p><hi rendition="#in">H</hi>ocke, hokke, hockeln, bedeutet: auf dem ru&#x0364;cken<note place="right">von ho&#x0364;ckern.</note><lb/>
tragen. Ho&#x0364;cker, oder ho&#x0364;ckeler, baieri&#x017F;ches<lb/>
l. und p. o. b. <hi rendition="#aq">II</hi> tit. <hi rendition="#aq">VII</hi> art. 1, i&#x017F;t demnach eigent-<lb/>
lich ein auf dem ru&#x0364;cken tragender; au&#x017F;&#x017F;erdem i&#x017F;t<lb/>
der&#x017F;elbe eine per&#x017F;on, ma&#x0364;nnlichen, oder weiblichen ge-<lb/>
&#x017F;chlechtes, welche eßwaaren, und andere zum le-<lb/>
bensunterhalte dinliche &#x017F;achen wohlfeil aufkaufet,<lb/>
in die &#x017F;tadt tra&#x0364;gt, und bringen la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et, &#x017F;odann &#x017F;ie<lb/>
teuer wider verkaufet. Zu latein hei&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ie <hi rendition="#aq">pene-<lb/>
&#x017F;tici.</hi> Zu Hannover war <hi rendition="#aq">forum pene&#x017F;ticorum,</hi><lb/>
d. i. der ho&#x0364;ckenmarkt, <hi rendition="#fr">Chri&#x017F;t. Ulr. Grupens</hi> <hi rendition="#aq">orig.<lb/>
et antiquit. Hanou.</hi> Go&#x0364;tt. 1740, 4t, <hi rendition="#aq">cap. VIII</hi> § 2<lb/>
&#x017F;. 312. <hi rendition="#aq">Pene&#x017F;tica</hi> hei&#x017F;&#x017F;et eine ho&#x0364;ckin, <hi rendition="#fr">Haltaus</hi> &#x017F;.<lb/>
946. Wegen der ho&#x0364;ckerei hat die polizei &#x017F;charfe<lb/>
auf&#x017F;icht zu haben, damit die ho&#x0364;cker gute, fri&#x017F;che,<lb/>
tu&#x0364;chtige und ge&#x017F;unde &#x017F;achen, auch waaren haben;<lb/>
mithin keine &#x017F;cha&#x0364;dliche, noch verdorbene verkaufen,<lb/>
noch teurung verur&#x017F;achen (§ 4237 des 2ten th.),<lb/>
die He&#x017F;&#x017F;en-ca&#x017F;&#x017F;eli&#x017F;che verordnung 1622, 4t, tit. 4<lb/>
&#x017F;. 9 fg., Kurmainzi&#x017F;che er&#x017F;te &#x017F;ammlung der in po-<lb/>
lizei- und commercien&#x017F;achen erla&#x017F;&#x017F;enen verordnun-<lb/>
gen, Mainz 1752, 8v, n. 34 &#x017F;. 204 fgg., <hi rendition="#fr">Orth</hi><lb/>
von den Reichsme&#x017F;&#x017F;en zu Frankfurt am M. &#x017F;. 285,<lb/><hi rendition="#fr">Wie&#x017F;and</hi> &#x017F;. 565.</p><lb/>
<head>§ 4233</head><lb/>
<p><hi rendition="#fr">Fu&#x0364;rkauf</hi> bedeutet den vorzug im kaufe. Er<lb/>
i&#x017F;t bald erlaubet, bald unerlaubet, und verboten,<lb/><hi rendition="#fr">Orth</hi> am a. o. &#x017F;. 242 &#x017F;. 278 fgg.</p>
<fw place="bottom" type="catch">§ 4234</fw><lb/>
[1275/1299] III b., LVIII h. vom vorkaufe ꝛc. Acht und funfzigſtes haubtſtuͤck von dem vorkaufe, einſtands- abtribs- rechte, der markloſung, dem geſpilde, und nachbarrechte ꝛc. § 4232 Hocke, hokke, hockeln, bedeutet: auf dem ruͤcken tragen. Hoͤcker, oder hoͤckeler, baieriſches l. und p. o. b. II tit. VII art. 1, iſt demnach eigent- lich ein auf dem ruͤcken tragender; auſſerdem iſt derſelbe eine perſon, maͤnnlichen, oder weiblichen ge- ſchlechtes, welche eßwaaren, und andere zum le- bensunterhalte dinliche ſachen wohlfeil aufkaufet, in die ſtadt traͤgt, und bringen laͤſſet, ſodann ſie teuer wider verkaufet. Zu latein heiſſen ſie pene- ſtici. Zu Hannover war forum peneſticorum, d. i. der hoͤckenmarkt, Chriſt. Ulr. Grupens orig. et antiquit. Hanou. Goͤtt. 1740, 4t, cap. VIII § 2 ſ. 312. Peneſtica heiſſet eine hoͤckin, Haltaus ſ. 946. Wegen der hoͤckerei hat die polizei ſcharfe aufſicht zu haben, damit die hoͤcker gute, friſche, tuͤchtige und geſunde ſachen, auch waaren haben; mithin keine ſchaͤdliche, noch verdorbene verkaufen, noch teurung verurſachen (§ 4237 des 2ten th.), die Heſſen-caſſeliſche verordnung 1622, 4t, tit. 4 ſ. 9 fg., Kurmainziſche erſte ſammlung der in po- lizei- und commercienſachen erlaſſenen verordnun- gen, Mainz 1752, 8v, n. 34 ſ. 204 fgg., Orth von den Reichsmeſſen zu Frankfurt am M. ſ. 285, Wieſand ſ. 565. von hoͤckern. § 4233 Fuͤrkauf bedeutet den vorzug im kaufe. Er iſt bald erlaubet, bald unerlaubet, und verboten, Orth am a. o. ſ. 242 ſ. 278 fgg. § 4234
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1299
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1275. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1299>, abgerufen am 23.02.2019.