Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=19.05.2009&Aktenzeichen=6%20A%202672%2F08
Timestamp: 2018-04-25 10:50:33
Document Index: 93409717

Matched Legal Cases: ['Art. 10', '§ 88', '§ 88', 'Art. 10', '§ 88', 'Art. 10', '§ 3', '§ 88']

VGH Hessen, 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z - dejure.org
VGH Hessen, 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z
Schutz des Fernmeldegeheimnisses bei E-Mails auf Betriebsrechnern
E-Mail-Verkehr, privater auf Arbeitsplatzrechner - Fernmeldeheimnis
Zum Zugriff des Arbeitgebers auf den privaten E-Mail-Verkehr am Arbeitsplatz
Nicht gelöschte Mails am Arbeitsplatz unterliegen nicht dem Fernmeldegeheimnis
GG Art. 10 Abs. 1; TKG § 88
Schutz des Fernmeldegeheimnisses bei E-Mails auf Betriebsrechnern: Dienstanbieter; e-mail; Fernmeldegeheimnis
Voraussetzungen für einen Zugriff des Arbeitgebers auf den vom Arbeitsplatzrechner vorgenommenen privaten E-Mail-Verkehr eines Arbeitnehmers; Schutz gegen die rechtswidrige Auswertung von vom Arbeitsplatzrechner vorgenommenen privaten E-Mail-Verkehr eines Arbeitnehmers
Fernmeldegeheimnis für E-Mails am Arbeitsplatz gilt nur bis Ende des Übemittlungsvorgangs
Zugriffsrechte auf E-Mails
TKG § 88 Abs. 2, 3; GG Art. 10 Abs. 1
Kein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis durch Zugriff des Arbeitgebers auf private E-Mails auf dem Betriebrechner des Arbeitnehmers
Kontrolle von E-Mails am Arbeitsplatz
NJW 2009, 2470
WM 2009, 2004
MMR 2009, 714
K&R 2009, 748
DÖV 2009, 684
Nach Abschluss des Übertragungsvorgangs im Herrschaftsbereich des Kommunikationsteilnehmers gespeicherte Verbindungsdaten werden nicht durch § 88 TKG geschützt (…LAG Berlin-Brandenburg a.a.O., Rz. 39; VGH Kassel v. 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z).
Ist der Schutzbereich des Fernmeldegeheimnisses nach Art. 10 Abs. 1 GG nicht eröffnet, so kann sich ein Betroffener auch nicht auf das für Diensteanbieter im Sinne von § 3 Nr. 6 TKG geltende gesetzliche Verbot nach § 88 Abs. 2 und Abs. 3 TKG berufen (vgl. Hess. VGH, Beschluss vom 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z - NJW 2009, 2470).
Die spezifischen Gefahren einer räumlich distanzierten Kommunikation, vor denen das Telekommunikationsgeheimnis schützen will, bestehen hier nicht fort (vgl. Hess. VGH, Beschluss vom 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z - a.a.O. unter Bezug auf BVerfG, Urteile vom 02.03.2006 - 2 BvR 2099/04 - BVerfGE 115, 166 = NJW 2006, 976 und vom 27.02.2008 - 1 BvR 370/07, 1 BvR 595/07 - BVerfGE 120, 274 = NJW 2008, 822; siehe ferner BVerfG, 16.06.2009 - 2 BvR 902/06 - BVerfGE 124, 43 = NJW 2009, 2431; LAG Niedersachsen, Urteil vom 31.05.2010 - 12 Sa 875/09 - NZA-RR 2010, 406; LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.02.2011 - 4 Sa 2132/10 - DB 2011, 1281; LAG Hamm…, Urteil vom 10.07.2012 - 14 Sa 1711/10 - DuD 2013, 50 = juris Rn. 175).
Vielmehr sind diese E-Mails erst nach dem Abschluss der Übertragung über den Empfänger der E-Mail in die Speichermedien des Beklagten gelangt (vgl. Hess. VGH, Beschluss vom 19.05.2009 - 6 A 2672/08.Z - a.a.O.).
Schutz gegen die rechtswidrige Auswertung dieser erst nach Beendigung des Übertragungsvorganges angelegten Daten wird nur durch die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung bzw. auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme gewährt (Hessischer Verwaltungsgerichtshof 19.05.2009, 6 A 2672/08.Z, NJW 2009, 2470 - 2473).
Das Fernmeldegeheimnis wird nicht berührt, wenn nicht der eigentliche E-Mail-Verkehr an sich, sondern lediglich der auf dem Rechner des Arbeitgebers abgespeicherte Inhalt kontrolliert wird (vgl. VGH Hessen, 19. Mai 2009, 6 A 2672/08.Z, NJW 2009, 2470).