Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20171129_OGH0002_0070OB00176_17H0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-12-13 10:54:55
Document Index: 322328132

Matched Legal Cases: ['OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 332', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 20', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 1497', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 332', 'OGH', 'OGH', '§12', '§ 12', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 12', '§ 12', '§ 11', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§11', '§ 12', '§ 11', 'OGH', '§ 11', 'OGH', 'OGH', '§ 11', 'OGH', '§ 11', 'OGH', 'OGH', '§ 12', '§ 12', '§ 11', 'OGH', 'OGH', '§75', '§76', 'OGH', 'OGH', '§ 1017', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 176', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 27', '§74', '§ 74', 'OGH', 'OGH', '§ 74', '§ 176', '§ 881', 'Art 27', '§ 234', '§ 75', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§393', '§ 393', '§ 393', '§ 393', 'OGH', '§ 393', 'OGH', 'OGH', '§ 393', '§ 393', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 393', '§ 377', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 393', 'Art 12', 'Art 15', 'Art 15', '§ 12', '§ 393', '§ 12', '§ 12', '§ 1478', '§ 12', '§ 11', '§ 75', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 1489', '§ 1489', '§ 12', '§ 1489', 'Art 12', 'Art 13', '§ 393', '§ 74', '§ 52', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 7Ob176/17h - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob64/59 2Ob291/61 2Ob8...
RS0034547
2Ob64/59; 2Ob291/61; 2Ob83/64; 1Ob16/70; 5Ob177/72; 6Ob145/72; 6Ob70/74; 5Ob293/74; 8Ob270/75; 7Ob572/77; 8Ob178/81; 4Ob512/83; 3Ob694/82; 8Ob567/82; 4Ob46/83; 8Ob600/93; 2Ob78/03i; 2Ob6/06f; 2Ob241/06i; 2Ob58/07d; 2Ob235/08k; 1Ob162/10w; 8Ob35/11x; 6Ob9/11h; 4Ob144/11x; 9ObA9/12g; 9ObA46/12y; 10Ob18/13i; 4Ob102/13y; 4Ob170/13y; 6Ob212/13i; 3Ob9/14s; 5Ob157/14w; 3Ob28/15m; 7Ob12/17s; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 7Ob95/17x; 7Ob176/17h; 4Ob94/17b; 7Ob199/17s; 4Ob98/19v
Für den Beginn der Verjährungsfrist ist nicht entscheidend, ob sich der Anspruchsberechtigte subjektiv in einem Irrtum befunden hat, sondern ob ihm objektiv alle für das Entstehen des Anspruches maßgebenden Tatumstände bekannt waren.
2 Ob 64/59
Entscheidungstext OGH 11.02.1959 2 Ob 64/59
Veröff: ZVR 1960/166 S 114
2 Ob 83/64
Entscheidungstext OGH 02.04.1964 2 Ob 83/64
Veröff: ZVR 1965/64 S 73
1 Ob 16/70
Entscheidungstext OGH 12.03.1970 1 Ob 16/70
Veröff: MietSlg 22208
8 Ob 270/75
Entscheidungstext OGH 04.02.1976 8 Ob 270/75
8 Ob 178/81
Entscheidungstext OGH 05.11.1981 8 Ob 178/81
nur: Für den Beginn der Verjährungsfrist ist nicht entscheidend, ob sich der Anspruchsberechtigte subjektiv in einem Irrtum befunden hat. (T1)
4 Ob 46/83
Entscheidungstext OGH 29.11.1983 4 Ob 46/83
Veröff: DRdA 1984,242 (P Bydlinski) = Arb 10324 = RdW 1984,181 = JBl 1984,270
Beisatz: Es kommt auf die objektive Vorhersehbarkeit für den Geschädigten und nicht auf die ex-post-Betrachtung von Sachverständigen an. (T2)
2 Ob 6/06f
Entscheidungstext OGH 02.03.2006 2 Ob 6/06f
Auch; Beis wie T2 nur: Es kommt auf die objektive Vorhersehbarkeit für den Geschädigten an. (T3)
nur: Für den Beginn der Verjährungsfrist ist nicht entscheidend, ob dem Anspruchsberechtigten objektiv alle für das Entstehen des Anspruches maßgebenden Tatumstände bekannt waren. (T4)
Vgl auch; Beisatz: Die subjektive „Überzeugung“ vom Vorliegen eines Sorgfaltsverstoßes setzt die Verjährungsfrist für sich allein noch nicht in Gang, allerdings trifft den Geschädigten die Obliegenheit, Schritte zur Objektivierung zu setzen. (T5)
9 ObA 9/12g
Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 9/12g
10 Ob 18/13i
Entscheidungstext OGH 16.04.2013 10 Ob 18/13i
Vgl; Beisatz: Die auf bloßen Mutmaßungen basierende subjektive Überzeugung des Geschädigten reicht für den Beginn des Fristenlaufs nicht aus. (T6)
3 Ob 28/15m
Entscheidungstext OGH 21.04.2015 3 Ob 28/15m
Auch; Beisatz: Maßgebend ist vielmehr, ob dem Geschädigten objektiv alle für das Entstehen des Anspruchs maßgebenden Tatbestände bekannt gewesen sind. (T7)
Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T8)
ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0034547
JJR_19590211_OGH0002_0020OB00064_5900000_002
Rechtssatz für 2Ob11/71 8Ob250/71 2Ob1...
RS0034335
2Ob11/71; 8Ob250/71; 2Ob198/73; 2Ob255/75; 7Ob22/76; 8Ob205/76; 5Ob877/76; 4Ob348/77; 8Ob106/78; 7Ob771/78; 8Ob124/79; 7Ob676/79; 8Ob243/79; 8Ob290/80; 8Ob215/81; 3Ob694/82; 2Ob110/83; 4Ob46/83; 8Ob13/84; 1Ob536/90; 3Ob1514/92; 8Ob600/93; 2Ob597/93; 1Ob590/94; 5Ob2339/96y; 5Ob2105/96m; 9Ob167/97t; 1Ob119/99b; 7Ob249/01w; 10Ob189/02w; 7Ob93/02f; 10Ob22/03p; 1Ob13/04z; 7Ob322/04k; 7Ob17/06k; 2Ob118/09f; 7Ob8/10t; 8Ob35/11x; 4Ob144/11x; 3Ob200/11z; 4Ob170/13y; 3Ob9/14s; 7Ob56/15h; 7Ob12/17s; 7Ob91/17h; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 7Ob176/17h; 1Ob230/17f; 4Ob92/19m
Kann der Verletzte auf Grund der ihm bekannten Umstände zumutbarerweise ohne nennenswerte Mühe Name und Anschrift des Ersatzpflichtigen in Erfahrung bringen, so gilt die Kenntnisnahme als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie dem Berechtigten bei einer entsprechenden Erkundigung zuteil geworden wäre.
8 Ob 250/71
Entscheidungstext OGH 18.09.1971 8 Ob 250/71
Veröff: ZVR 1972/157 S 304
2 Ob 198/73
Entscheidungstext OGH 20.12.1973 2 Ob 198/73
Beisatz: Um gegen den Lenker und den Eigentümer oder Halter des unfallsbeteiligten Kraftfahrzeuges vorzugehen, bedarf es nicht der Ermittlung des Haftpflichtversicherers. (T1)
Beisatz: Frage an Untersuchungsrichter während der Vernehmung (T2)
Beisatz: Hier: Besonderes gelagerter Fall: Ansprüche der hinterbliebenen Frau, die den Unfall ihres tödlich verunglückten Mannes nicht unmittelbar miterlebte. (T3)
Entscheidungstext OGH 20.11.1976 5 Ob 877/76
4 Ob 348/77
Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 348/77
Beisatz: § 20 UWG (T4)
Veröff: SZ 50/87 = ÖBl 1977,173
8 Ob 106/78
Entscheidungstext OGH 27.09.1978 8 Ob 106/78
Beisatz: Was dem Verletzten zumutbar ist, um Namen und Anschrift des Ersatzpflichtigen in Erfahrung zu bringen, muss nach den Umständen des Einzelfalles beurteilt werden. (T5)
Veröff: RZ 1979/27 S 123
7 Ob 771/78
Entscheidungstext OGH 01.02.1979 7 Ob 771/78
8 Ob 124/79
Entscheidungstext OGH 02.07.1979 8 Ob 124/79
Ähnlich; Beisatz: Hier: Ungewöhnliche Tätigkeit (§ 1497 ABGB). (T6)
7 Ob 676/79
Entscheidungstext OGH 30.08.1979 7 Ob 676/79
Vgl; Beisatz: Der Geschädigte darf sich nicht passiv verhalten und sich darauf verlassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erlangen werden; oder sich sogar dieser Kenntnis verschließen. (T7)
Beis wie T7; Beis wie T5
Auch; Veröff: Nicht zumutbar, dass ein Klient seinen Rechtsanwalt überwacht, ehe ihm nicht ein Missbrauch des Vertrauensverhältnisses bekanntgeworden ist. (T8)
2 Ob 110/83
Entscheidungstext OGH 04.10.1983 2 Ob 110/83
Beis wie T5; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Für sechsundsiebzigjährigen Verletzten, der sich nach dem Unfall in stationärer Behandlung im Krankenhaus befand, wobei er Bettruhe einzuhalten hatte, nicht zumutbar, Namen und Anschrift der Ersatzpflichtigen in Erfahrung zu bringen. (T9)
Vgl; Verstärkter Senat; Beis wie T5
Veröff: SZ 63/37 = EvBl 1990/129 S 599 = JBl 1990,648 (Reischauer)
Entscheidungstext OGH 14.07.1993 8 Ob 600/93
1 Ob 590/94
Entscheidungstext OGH 11.10.1994 1 Ob 590/94
5 Ob 2105/96m
Entscheidungstext OGH 11.09.1997 5 Ob 2105/96m
Veröff: SZ 70/178
1 Ob 119/99b
Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 119/99b
Auch; Beis wie T7 nur: Der Geschädigte darf sich nicht passiv verhalten und sich darauf verlassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erlangen werden. (T10)
Beisatz: Hier: Dem Geschädigten war es zumutbar, im Wege der Strafverfolgung zu versuchen, Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen zu erhalten. (T11)
Auch; Beis wie T10; Beisatz: Auch wenn dem Geschädigten als Fachmann eine Überprüfung der Sachlage im Hinblick auf einen möglichen Schaden zumutbar ist, könnte bei einem zu erwartenden längeren Krankenstand nur in besonderen Ausnahmefällen eine Verpflichtung bestehen, seine Überprüfungsaktivitäten und Berechnungsaktivitäten einem anderen Sachverständigen zu übertragen, um sich nicht dem Vorwurf der Passivität auszusetzen. (T12)
Beis wie T10; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T13)
Vgl auch; Vgl auch Beis wie T7
Vgl auch; Beis ähnlich wie T5; Beis wie T10
Auch; Veröff: SZ 2017/45
Auch; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T14)
ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0034335
JJR_19710708_OGH0002_0020OB00011_7100000_001
Rechtssatz für 7Ob187/75 7Ob173/75 7Ob...
RS0080075
7Ob187/75; 7Ob173/75; 7Ob4/76; 7Ob74/76; 7Ob73/77; 7Ob9/78; 7Ob22/78; 7Ob28/92; 7Ob93/13x; 7Ob139/13m; 7Ob176/17h; 7Ob144/17b; 7Ob124/17m
VersVG §12 Abs1
§ 12 Abs 1 VersVG enthält eine die Verjährung von Versicherungsansprüchen regelnde Sonderbestimmung. Entscheidend für den Beginn des Laufes der Verjährungsfrist ist der Zeitpunkt, zu dem die Fälligkeit der geforderten Vertragsleistung, die mit Verjährung bekämpft wird, eingetreten ist.
7 Ob 187/75
Entscheidungstext OGH 23.10.1975 7 Ob 187/75
Veröff: VersR 1977,99
7 Ob 173/75
Entscheidungstext OGH 13.11.1975 7 Ob 173/75
Ähnlich; Veröff: EvBl 1976/181 S 356
7 Ob 4/76
Entscheidungstext OGH 12.02.1976 7 Ob 4/76
7 Ob 74/76
Entscheidungstext OGH 13.01.1977 7 Ob 74/76
Veröff: VersR 1978,454
7 Ob 73/77
Entscheidungstext OGH 26.01.1978 7 Ob 73/77
Veröff: VersR 1978,955
Veröff: SZ 51/32
7 Ob 22/78
Entscheidungstext OGH 11.05.1978 7 Ob 22/78
Veröff: VersR 1979,95
7 Ob 28/92
Entscheidungstext OGH 17.02.1993 7 Ob 28/92
nur: Entscheidend für den Beginn des Laufes der Verjährungsfrist ist der Zeitpunkt, zu dem die Fälligkeit der geforderten Vertragsleistung, die mit Verjährung bekämpft wird, eingetreten ist. (T1)
7 Ob 93/13x
Entscheidungstext OGH 19.06.2013 7 Ob 93/13x
Vgl auch; Beisatz: Grundsätzlich hängt somit auch nach Neufassung des § 12 VersVG durch die VersVG-Novelle 1994 der Beginn der ‑ zuvor in § 12 Abs 1 VersVG normierten ‑ Verjährungsfrist von der in § 11 VersVG geregelten Fälligkeit ab. (T2)
7 Ob 139/13m
Entscheidungstext OGH 04.09.2013 7 Ob 139/13m
7 Ob 144/17b
Entscheidungstext OGH 21.02.2018 7 Ob 144/17b
7 Ob 124/17m
Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 124/17m
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0080075
JJR_19751023_OGH0002_0070OB00187_7500000_002
Rechtssatz für 7Ob173/75 7Ob73/77 7Ob9...
RS0080324
7Ob173/75; 7Ob73/77; 7Ob9/78; 7Ob33/81; 7Ob43/85; 7Ob15/90; 7Ob207/00t; 7Ob206/02y; 7Ob268/03t; 7Ob93/13x; 7Ob139/13m; 7Ob176/17h; 7Ob144/17b; 7Ob124/17m
VersVG §11
Der Beginn der in § 12 Abs 1 VersVG normierten Verjährungsfrist hängt von der in § 11 VersVG geregelten Fälligkeit ab.
Veröff: SZ 48/121 = EvBl 1976/181 S 356
Beisatz: In der Regel (T1) Veröff: SZ 51/32
7 Ob 33/81
Entscheidungstext OGH 15.10.1981 7 Ob 33/81
Beisatz: Die Verjährung beginnt mit dem Schluß des Jahres, in welchen die Leistung verlangt werden kann. Da Geldleistungen des Versicherers mit der Beendigung der zur Feststellung des Versicherungsfalles und des Umfanges der Leistung des Versicherers nötigen Erhebungen fällig sind (§ 11 Abs 1 VersVG) ist für die Verjährung entscheidend der Zeitpunkt, in dem die Erhebungen beendet sind. (T2)
7 Ob 43/85
Entscheidungstext OGH 28.11.1985 7 Ob 43/85
7 Ob 15/90
Entscheidungstext OGH 28.06.1990 7 Ob 15/90
Beis wie T2 nur: Da Geldleistungen des Versicherers mit der Beendigung der zur Feststellung des Versicherungsfalles und des Umfanges der Leistung des Versicherers nötigen Erhebungen fällig sind (§ 11 Abs 1 VersVG) ist für die Verjährung entscheidend der Zeitpunkt, in dem die Erhebungen beendet sind. (T3) Veröff: VersRdSch 1991,141
7 Ob 207/00t
Entscheidungstext OGH 14.12.2000 7 Ob 207/00t
Auch; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Wenn der Versicherungsnehmer die Beendigung der Erhebungen des Versicherers schuldhaft hindert (vergleiche dazu auch § 11 Abs 3 VersVG), wozu auch das Unterlassen der Anzeige oder die Mitwirkung bei den Erhebungen gerechnet wird, wird die Verjährung nicht hinausgeschoben. Die Verjährung beginnt von dem Zeitpunkt zu laufen, in dem die Erhebungen bei einem korrekten Vorgehen des Versicherers beendet gewesen wären. Für das Vorliegen einer solchen besonderen Voraussetzung ist der Versicherer behauptungspflichtig und beweispflichtig (vergleiche VersE 1256). (T4)
7 Ob 206/02y
Entscheidungstext OGH 26.02.2003 7 Ob 206/02y
Vgl auch; Beis wie T2 nur: Die Verjährung beginnt mit dem Schluß des Jahres, in welchen die Leistung verlangt werden kann. (T5)
7 Ob 268/03t
Entscheidungstext OGH 25.02.2004 7 Ob 268/03t
Auch; Beisatz: Grundsätzlich hängt somit auch nach Neufassung des § 12 VersVG durch die VersVG-Novelle 1994 der Beginn der ‑ zuvor in § 12 Abs 1 VersVG normierten ‑ Verjährungsfrist von der in § 11 VersVG geregelten Fälligkeit ab. (T6)
Auch Beis wie T4
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0080324
JJR_19751113_OGH0002_0070OB00173_7500000_003
Rechtssatz für 7Ob19/94 5Ob119/01p 7Ob...
RS0080863
7Ob19/94; 5Ob119/01p; 7Ob147/03y; 7Ob101/05m; 7Ob74/05s; 7Ob260/05v; 7Ob234/06x; 7Ob290/06g; 7Ob53/07f; 7Ob84/08s; 7Ob123/09b; 7Ob111/09p; 7Ob39/11b; 7Ob67/12x; 7Ob38/12g; 7Ob132/12f; 7Ob192/13f; 7Ob96/16t; 7Ob22/17m; 7Ob206/16v; 7Ob176/17h; 7Ob47/19s
VersVG §75
VersVG §76 Abs1
Bei der Versicherung für fremde Rechnung hat der Versicherungsnehmer das formelle Verfügungsrecht über die sachlich dem Versicherten zustehenden Forderung.
7 Ob 19/94
Entscheidungstext OGH 11.05.1994 7 Ob 19/94
Veröff: SZ 67/88
5 Ob 119/01p
Entscheidungstext OGH 23.10.2001 5 Ob 119/01p
Vgl; Beisatz: Der Versicherte aus einer Versicherung für fremde Rechnung kann die Rechte aus dem Versicherungsvertrag geltend machen, wenn er im Besitz des Versicherungsscheins ist. Überdies hat der Versicherungsnehmer die Leistung des Versicherers in diesem Fall dem Versicherten gemäß § 1017 ABGB herauszugeben. (T1)
7 Ob 147/03y
Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 147/03y
Vgl; Veröff: SZ 2003/86
7 Ob 101/05m
Entscheidungstext OGH 11.07.2005 7 Ob 101/05m
Vgl; Beisatz: Ab Fälligkeit des Anspruches folgt die Klagelegitimation des Versicherten aus seiner Stellung als Mitversicherter. (T2)
7 Ob 74/05s
Entscheidungstext OGH 02.09.2005 7 Ob 74/05s
7 Ob 260/05v
Entscheidungstext OGH 10.05.2006 7 Ob 260/05v
Vgl; Beisatz: Eigenes Klage- beziehungsweise Verfügungsrecht des Versicherten nur in den Fällen, wo Versicherter Versicherungsschein besitzt, der Versicherungsnehmer zustimmt oder dieser den Anspruch erkennbar nicht weiterverfolgen will. Im letztgenannten Fall ist eine Berufung des Versicherers auf die fehlende Verfügungsmacht dann rechtsmissbräuchlich, wenn der Versicherungsnehmer keine „billigenswerten Gründe" hat, die Zustimmung zu verweigern. (T3)
7 Ob 234/06x
Entscheidungstext OGH 29.11.2006 7 Ob 234/06x
Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Steht für den Versicherer der Versicherte namentlich fest und sind auch sonst keine billigenswerten Gründe für den Versicherer erkennbar, trotz Zustimmung des Versicherungsnehmers eine direkte Auseinandersetzung mit dem Versicherten abzulehnen, erscheint eine Berufung des Versicherers auf ein betreffendes „Abtretungsverbot" rechtsmissbräuchlich. (Hier: ZessRÄG 2005 noch nicht anwendbar) (T4)
7 Ob 290/06g
Entscheidungstext OGH 31.01.2007 7 Ob 290/06g
Beisatz: Hier: Töchterausstattungsversicherung. (T5)
7 Ob 53/07f
Entscheidungstext OGH 28.03.2007 7 Ob 53/07f
Beisatz: Der Versicherungsnehmer ist also bei einer Versicherung für fremde Rechnung gegenüber dem Versicherer im eigenen Namen allein verfügungsberechtigt. Dies gilt auch für einen durch eine von einem Elternteil abgeschlossene Unfallversicherung für fremde Rechnung nach § 176 Abs 2 VersVG (mit-)versicherten Minderjährigen. Für diesen als „Gefahrperson" bestehen bei einer Versicherung für fremde Rechnung keine Besonderheiten. (T6)
7 Ob 84/08s
Entscheidungstext OGH 11.09.2008 7 Ob 84/08s
Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Ein eigenes Klage- beziehungsweise Verfügungsrecht des Versicherten besteht nur in den Fällen, in denen der Versicherte den Versicherungsschein besitzt, der Versicherungsnehmer zustimmt oder dieser den Anspruch erkennbar nicht weiter verfolgen will. (T7)
7 Ob 123/09b
Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 123/09b
Veröff: SZ 2009/90
Beis ähnlich wie T3; Beis wie T7
7 Ob 39/11b
Entscheidungstext OGH 27.04.2011 7 Ob 39/11b
7 Ob 67/12x
Entscheidungstext OGH 09.05.2012 7 Ob 67/12x
7 Ob 38/12g
Entscheidungstext OGH 09.05.2012 7 Ob 38/12g
Beisatz: Hier: Wohnungseigentümergemeinschaft / einzelner Wohnungseigentümer. (T8)
7 Ob 132/12f
Entscheidungstext OGH 26.09.2012 7 Ob 132/12f
Beisatz: Hier: Kaskoversicherung, die vom Leasingnehmer zu Gunsten des Leasinggebers „vinkuliert“ wurde. (T9); Veröff: SZ 2012/97
7 Ob 192/13f
Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 192/13f
Auch; Beisatz: Ein eigenes Klage‑ oder Verfügungsrecht des Versicherten besteht nur in den Fällen, in denen der Versicherte den Versicherungsschein besitzt, der Versicherungsnehmer zustimmt oder dieser den Anspruch erkennbar nicht weiter verfolgen will. (T10)
Auch; Beisatz: Hier: Gebäudebündelversicherung der Wohnungseigentümergemeinschaft. Dieser (unechte) Vertrag zugunsten Dritter entfaltet Schutz‑ und Sorgfaltspflichten zugunsten der Versicherten. (T11)
7 Ob 47/19s
Entscheidungstext OGH 28.08.2019 7 Ob 47/19s
ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0080863
JJR_19940511_OGH0002_0070OB00019_9400000_003
Rechtssatz für 7Ob39/94 7Ob147/03y 7Ob...
RS0080792
7Ob39/94; 7Ob147/03y; 7Ob74/05s; 9ObA104/05t; 7Ob260/05v; 7Ob234/06x; 7Ob290/06g; 7Ob53/07f; 7Ob84/08s; 7Ob123/09b; 7Ob111/09p; 7Ob39/11b; 7Ob67/12x; 7Ob38/12g; 7Ob192/13f; 7Ob184/14f; 5Ob21/16y; 7Ob96/16t; 7Ob22/17m; 7Ob206/16v; 7Ob176/17h; 7Ob47/19s
U500 AUB Art 27 Abs2
VersVG §74
Bei einer Versicherung für fremde Rechnung im Sinne der §§ 74 ff VersVG hat der Versicherungsnehmer das formelle Verfügungsrecht über die sachlich dem Versicherten zustehende Forderung; es handelt sich um eine Art gesetzliche Treuhandverhältnis. Der Versicherte kann daher nicht über seine Ansprüche verfügen oder sie gerichtlich geltend machen.
7 Ob 39/94
Entscheidungstext OGH 23.11.1994 7 Ob 39/94
Veröff: SZ 67/213
Auch; Veröff: SZ 2003/86
Auch; Beisatz: Als Verfügung im Sinne des Gesetzes ist jeder Rechtsakt anzusehen, durch den unmittelbar oder mittelbar auf den Bestand oder die Ausgestaltung der Forderung eingewirkt wird. (T1)
Beisatz: Ersatz des Schadens, der durch (abrede-)treuwidrige Ausübung des Kündigungsrechtes durch den Versicherten dem Rechtsnachfolger des Versicherungsnehmers entstand. (T2)
9 ObA 104/05t
Entscheidungstext OGH 30.09.2005 9 ObA 104/05t
Auch; Beisatz: Eigenes Klage- beziehungsweise Verfügungsrecht des Versicherten nur in den Fällen, wo Versicherter Versicherungsschein besitzt, der Versicherungsnehmer zustimmt oder dieser den Anspruch erkennbar nicht weiterverfolgen will. Im letztgenannten Fall ist eine Berufung des Versicherers auf die fehlende Verfügungsmacht dann rechtsmissbräuchlich, wenn der Versicherungsnehmer keine „billigenswerten Gründe" hat, die Zustimmung zu verweigern. (T3)
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Steht für den Versicherer der Versicherte namentlich fest und sind auch sonst keine billigenswerten Gründe für den Versicherer erkennbar, trotz Zustimmung des Versicherungsnehmers eine direkte Auseinandersetzung mit dem Versicherten abzulehnen, erscheint eine Berufung des Versicherers auf ein betreffendes „Abtretungsverbot" rechtsmissbräuchlich. (Hier: ZessRÄG 2005 noch nicht anwendbar) (T4)
Auch; nur: Bei einer Versicherung für fremde Rechnung im Sinne der §§ 74 ff VersVG hat der Versicherungsnehmer das formelle Verfügungsrecht über die sachlich dem Versicherten zustehende Forderung. (T6)
Beisatz: Der Versicherungsnehmer ist also bei einer Versicherung für fremde Rechnung gegenüber dem Versicherer im eigenen Namen allein verfügungsberechtigt. Dies gilt auch für einen durch eine von einem Elternteil abgeschlossene Unfallversicherung für fremde Rechnung nach § 176 Abs 2 VersVG (mit-)versicherten Minderjährigen. Für diesen als „Gefahrperson" bestehen bei einer Versicherung für fremde Rechnung keine Besonderheiten. (T7)
Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Ein eigenes Klage- beziehungsweise Verfügungsrecht des Versicherten besteht nur in den Fällen, in denen der Versicherte den Versicherungsschein besitzt, der Versicherungsnehmer zustimmt oder dieser den Anspruch erkennbar nicht weiter verfolgen will. (T8)
Auch; Veröff: SZ 2009/90
Beis ähnlich wie T3; Beis wie T8
Auch; Beisatz: Die Versicherung für fremde Rechnung entspricht damit eher dem Modell eines unechten Vertrags zu Gunsten Dritter (von diesem wird gesprochen, wenn kein eigenständiger Anspruch des Dritten [Versicherten] selbst gegen den Versprechenden [Versicherer] entsteht; P. Bydlinski in KBB³ § 881 Rz 1). (T9)
Beisatz: Dass dem Versicherungsnehmer die Ausübung der Rechte aus dem Versicherungsvertrag ausschließlich zusteht (Art 27 Abs 2 U500 AUB), bedeutet seine unbeschränkte Verfügungsbefugnis nach außen. Er kann nicht nur Leistungsansprüche geltend machen und über sie verfügen, sondern auch alle Gestaltungsrechte wie etwa Kündigung, Anfechtung, Rücktritt ausüben. (T10) Beisatz: Begehrt der ‑ nach den Verischerungsbedingungen allein verfügungsberechtigte ‑ Versicherungsnehmer im eigenen Namen die Versicherungsleistung für seinen mitversicherten minderjährigen Sohn an sich, kann die beklagte Versicherung ohne weitere Voraussetzungen mit schuldbefreiender Wirkung die Zahlung an den Versicherungsnehmer vornehmen (vgl 9 ObA 178/02w). § 234 ABGB kann nicht zur Anwendung kommen, weil diese Bestimmung voraussetzt, dass der gesetzliche Vertreter eine 10.000 EUR übersteigende Zahlung an das minderjährige Kind entgegennimmt und darüber quittiert. Der Versicherungsnehmer schreitet aber nicht als gesetzlicher Vertreter des minderjährigen Versicherten ein. (T11)
Auch; Beisatz: Eine Abtretung des Versicherungsanspruchs an den Fremdversicherten gibt es insofern gar nicht, als der Versicherte ja gemäß § 75 Abs 1 VersVG Gläubiger des Anspruchs ist. Überträgt der Versicherungsnehmer seine Rechte an den Versicherten, handelt es sich nicht um eine „echte“ Abtretung, sondern um einen Verzicht auf die Verfügungsrechte zugunsten des Versicherten. Vereinbaren Versicherungsnehmer und Versicherer ‑ wie hier ‑, dass eine Zession ausgeschlossen ist, wird in der Regel anzunehmen sein, dass auch dieser Verzicht des Versicherungsnehmers ausgeschlossen ist. (T12)
Beisatz: Hier: Wohnungseigentümergemeinschaft / einzelner Wohnungseigentümer. (T13)
5 Ob 21/16y
Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 21/16y
Auch; Beisatz: Hier: Gebäudebündelversicherung der Wohnungseigentümergemeinschaft. Dieser (unechte) Vertrag zugunsten Dritter entfaltet Schutz‑ und Sorgfaltspflichten zugunsten der Versicherten. (T14)
Auch; Beis wie T3; Beis wie T8; Beis wie T9
ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0080792
JJR_19941123_OGH0002_0070OB00039_9400000_001
Rechtssatz für 2Ob63/12x 5Ob123/12t 3O...
RS0127852
2Ob63/12x; 5Ob123/12t; 3Ob162/12p; 2Ob6/13s; 4Ob102/13y; 3Ob146/13m; 1Ob65/14m; 4Ob60/14y; 3Ob9/14s; 1Ob211/14g; 1Ob81/15s; 9ObA160/16v; 7Ob176/17h; 4Ob145/18d
ZPO §393a
Beim Zwischenurteil gemäß § 393a ZPO zur (verneinten) Verjährung wird nur die allfällige (nicht gegebene) Verjährung des Klagsanspruchs beurteilt und selbstständig im Instanzenzug überprüfbar, bevor ein uU umfangreiches (Beweis- )Verfahren über die übrigen Anspruchsgrundlagen des Klagsanspruchs durchgeführt werden muss. Dass die abgesonderte Prüfung der allfälligen Verjährung eines Anspruchs, dessen Tatsachengrundlagen im Übrigen noch gar nicht feststehen (müssen), die vorläufige Annahme dieser Anspruchsgrundlagen erfordert, liegt in der Natur des Zwischenurteils zur Verjährung gemäß § 393a ZPO.
Beisatz: Das Zwischenurteil gemäß § 393a ZPO steht einer späteren Abweisung der Klagebegehren nicht entgegen, wenn im weiteren Verfahren keine Anspruchsgrundlage (hier: Verletzung von Sorgfaltspflichten) hervorkommen sollte. (T1)
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 5 Ob 123/12t
nur: Beim Zwischenurteil gemäß § 393a ZPO zur (verneinten) Verjährung wird nur die allfällige Verjährung des Klagsanspruchs beurteilt und selbstständig im Instanzenzug überprüfbar, bevor ein uU umfangreiches (Beweis-)Verfahren über die übrigen Anspruchsgrundlagen des Klagsanspruchs durchgeführt werden muss. (T2)
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 3 Ob 162/12p
Vgl; Auch Beis wie T1
3 Ob 146/13m
Entscheidungstext OGH 08.10.2013 3 Ob 146/13m
Auch; Beisatz: Nach § 393a erster Satz ZPO kann das Gericht von Amts wegen oder auf Antrag über den Einwand der Verjährung des geltend gemachten Anspruchs gesondert mit Urteil entscheiden, „soweit die Klage nicht aus diesem Grund abzuweisen ist“. Aus dem Wortlaut dieser Bestimmung wird deutlich, dass mit einem Zwischenurteil zur Verjährung der Eintritt der Verjährung nicht bejaht, sondern nur verneint werden kann. Gelangt das Gericht zum Ergebnis, dass ein geltend gemachter Anspruch verjährt ist, so hat es mit abweisendem (Teil‑)Urteil über das Klagebegehren zu entscheiden. (T3)
Vgl auch; Beisatz: Ein Zwischenurteil zur Verjährung gemäß § 393a ZPO kommt auch bei einem Feststellungsbegehren über das Bestehen einer Schadenersatzpflicht in Betracht. (T4)
Veröff: SZ 2015/52
4 Ob 145/18d
Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 145/18d
Vgl auch; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Gegenstand des Zwischenurteils ist der Einwand bzw die Frage der Verjährung des mit der Klage prozessual geltend gemachten Anspruchs oder eines von mehreren Ansprüchen. Der prozessuale Anspruch wird durch das Begehren und die diesem zugrundeliegenden rechtserzeugenden Tatsachen bestimmt. (T5)
ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127852
JJR_20120424_OGH0002_0020OB00063_12X0000_001
Rechtssatz für 1Ob124/13m 4Ob60/14y 1O...
RS0129001
1Ob124/13m; 4Ob60/14y; 1Ob211/14g; 9ObA160/16v; 7Ob176/17h
Ein Zwischenurteil über die Verjährung gemäß § 393a ZPO hat nur zu ergehen, wenn zumindest ein schlüssiges Tatsachenvorbringen der klagenden Partei zum Anspruchsgrund vorliegt; andernfalls hätte eine Klageabweisung zu erfolgen.
Auch; Beisatz: Das bedeutet aber nicht, dass im Verfahren über den Verjährungseinwand auch andere Einwendungen geprüft werden müssten. (T1)
Beisatz: Einwendung der Verletzung der Rügeobliegenheit nach § 377 HGB, die nicht von Amts wegen wahrzunehmen ist. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:2013:RS0129001
JJR_20130718_OGH0002_0010OB00124_13M0000_001
Rechtssatz für 7Ob176/17h
RS0131841
7Ob176/17h
Die Kenntnisnahme des Anspruchs durch den Dritten kann schon dann als erfolgt gelten, wenn der Dritte die für eine erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung hätte bringen können.
ECLI:AT:OGH0002:2017:RS0131841
JJR_20171129_OGH0002_0070OB00176_17H0000_001
Entscheidungstext 7Ob176/17h
EvBl‑LS 2018/53 = ZfG 2018,28 = ecolex 2018/346 S 816 (Ertl) - ecolex 2018,816 (Ertl) = Ertl, ecolex 2018,1058 (Rechtsprechungsübersicht)
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Senatspräsidentin Dr. Kalivoda als Vorsitzende und durch die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Höllwerth, Dr. E. Solé, Mag. Malesich und MMag. Matzka als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei A***** K*****, vertreten durch Dr. Marwin Gschöpf, Rechtsanwalt in Velden am Wörthersee, gegen die beklagte Partei U***** AG, *****, vertreten durch Pressl Endl Heinrich Bamberger Rechtsanwälte GmbH in Salzburg, wegen 25.950 EUR sA, über die Revision der beklagten Partei gegen das Zwischenurteil nach § 393a ZPO des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 2. August 2017, GZ 4 R 78/17y-12, womit das Urteil des Landesgerichts Klagenfurt vom 16. März 2017, GZ 70 Cg 43/16t-8, abgeändert wurde, den
Die Kosten des Revisionsverfahrens bilden weitere Verfahrenskosten.
Der Ehemann der Klägerin hat mit der Beklagten einen Unfallversicherungsvertrag abgeschlossen. Die Klägerin ist mitversichert.
Die Klipp & Klar Bedingungen für die Unfallversicherung (U800) – Art 12 und die Klipp & Klar Bedingungen für die Unfallversicherung (U500) – Art 15 lauten im Wesentlichen:
„Kinderlähmung, Frühsommer-Meningoencephalitis, Lyme-Borreliose
Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die Folgen der Kinderlähmung und der durch Zeckenbiss übertragenen Frühsommer-Meningoencephalitis und Lyme-Borreliose. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung serologisch festgestellt wird und frühestens 15 Tage nach Beginn, jedoch spätestens 15 Tage nach Erlöschen der Versicherung, zum Ausbruch kommt.
Als Krankheitsbeginn (Zeitpunkt des Versicherungsfalls) gilt der Tag an dem erstmals ein Arzt wegen der als Kinderlähmung, Frühsommer-Meningoencephalitis oder Lyme-Borreliose diagnostizierten Krankheit zu Rate gezogen wurde.
Ein Schiunfall am 14. 2. 2006 führte zu einer Invalidität der Klägerin von 15 %, wofür die Beklagte 2007 eine Versicherungsleistung von 11.395,50 EUR erbrachte.
Am 2. 8. 2006 erlitt die Klägerin einen Zeckenbiss am rechten Oberarm mit Rötung. Ab 7. 8. 2006 wurde sie drei Wochen mit Doxybene 100 mg 2 x 1 behandelt. Im August 2009 wurde bei ihr bei einem CD57-Test eine massive Borreliose festgestellt. Auch in den Befunden zweier Labore war die Borreliose schon im April 2009 grenzwertig. Durch antibiotische Therapien konnte eine Verbesserung erzielt werden. Es traten aber immer neue Entzündungen im Bereich der Hände, des Kniegelenks und der Zehengelenke auf.
Am 27. 10. 2014 richtete die Klägerin im Zusammenhang mit ihrer Wirbelsäulenverletzung ein E-Mail an einen Mitarbeiter der Beklagten unter anderem mit folgendem Inhalt:
„Anzumerken ist des Weiteren, dass ich im Zuge der OP bei der Wirbelsäulenstabilisation im November 2008 noch zusätzlich von einem Krankenhauskeim infiziert wurde und seitdem zusätzlich an einer sehr schmerzhaften Borreliose leide.“
Mit Schreiben vom 16. 12. 2015 ersuchte der Klagevertreter die Beklagte, die der Klägerin zustehende Versicherungsleistung zu bemessen und führte darin aus: „Aus dem beiliegenden Attest Dr. O***** ergibt sich jedoch nunmehr, dass die bereits im Jahr 2009 in Ansätzen vorhandene Borreliose, die gemäß Art 15 im og Versicherungsvertrag mitversichert ist, zu einem Dauerschaden bzw einem chronischen Verlauf führt.“
Am 3. 2. 2016 antwortete der Beklagtenvertreter, dass weder die Klägerin noch ihr Ehemann eine Schadensmeldung aufgrund der bereits im Jahr 2009 aufgetretenen Borreliose erstattet hätten, weshalb allfällige Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag jedenfalls bereits verjährt seien.
Mit der am 28. 9. 2016 eingebrachten Klage begehrt die Klägerin von der Beklagten die Zahlung von 25.950 EUR sA. Sie sei 2009 aufgrund des Verdachts auf Borreliose behandelt worden, diese Erkrankung habe jedoch erst aufgrund einer Gewebeprobe am 14. 6. 2013 und in weiterer Folge am 15. 12. 2014 (Direktnachweis) diagnostiziert werden können. Der Betreuer der Beklagten habe es vertragswidrig unterlassen, eine „Vorsichtsschadensmeldung“ zu erstatten. Er habe die in Unkenntnis der „maßgeblichen Umstände“ befindliche Klägerin auch nicht aufgeklärt, dass eine Borreliose-Erkrankung gemäß den Versicherungsbedingungen der Beklagten als versichertes Ereignis gelte. Erst durch Konsultation eines Facharztes im Jahr 2015 sei ihr bekannt geworden, dass die vorhandene Borreliose zu einem Dauerschaden bzw chronischen Verlauf führe und diese „aus der Privatunfallversicherung ihres Ehemannes abzugelten wären“. Die Verjährungsfrist beginne daher erst mit ihrer Kenntnis des Anspruchs auf Versicherungsleistung am 26. 7. 2015 (fachärztlicher Befund) zu laufen. Die Versicherungssumme betrage – aufgrund der heranzuziehenden U500 – derzeit 103.800 EUR. Bei einem angenommenen Invaliditätsgrad von 25 % habe sie einen Leistungsanspruch von 25.950 EUR.
Die Beklagte wandte ein, ein allfälliger – von ihr allerdings bestrittener – Versicherungsanspruch der Klägerin sei bereits 2013 verjährt, weil bei der Klägerin bereits im Jahr 2009 (zwischen April und August) Borreliose diagnostiziert worden sei. Spätestens Ende des Jahres 2009 hätte die Klägerin eine Schadensmeldung erstatten müssen. Entsprechende Erhebungen wären diesfalls spätestens bis Sommer 2010 abgeschlossen gewesen. Die dreijährige Verjährungsfrist habe somit im Sommer 2010 begonnen und im Sommer 2013 geendet. Im Übrigen lägen dem Versicherungsvertrag nicht die U500, sondern die U800 zugrunde.
Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Der Klägerin sei seit September 2009 bekannt gewesen, dass sie an einer ärztlich diagnostizierten Borreliose leide. Beim Durchlesen der Versicherungspolizze hätte ihr bekannt werden können, dass eine durch Zeckenbiss übertragene Borreliose vom Versicherungsschutz umfasst sei. Ab diesem Zeitpunkt hätte sie sämtliche Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Anspruchsverfolgung ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen können. Die dreijährige Verjährungsfrist des § 12 Abs 1 Satz 1 VersVG habe daher spätestens im Sommer 2010 zu laufen begonnen und im Sommer 2013 geendet. Den Mitarbeiter der Beklagten habe sie erst im Oktober 2014 verständigt, als ihr Anspruch auf eine Versicherungsleistung bereits verjährt gewesen sei.
Das Berufungsgericht änderte dieses Urteil in ein Zwischenurteil nach § 393a ZPO ab und wies die Verjährungseinrede der Beklagten ab. Die Kostenentscheidung behielt es der Endentscheidung vor.
Für die Klägerin habe bereits seit der Diagnose im August 2009 hinreichend Grund zur Annahme bestanden, dass sie infolge eines Zeckenbisses an einer Borreliose-Erkrankung leide. Dieser Wissensstand der Klägerin reiche allerdings für die Annahme der Verjährung allein nicht aus. Zur Annahme einer Kenntnis im Sinn des § 12 Abs 1 VersVG bedürfe es auch des Wissens, dass die Erkrankung vom Versicherungsschutz des zwischen ihrem Ehemann und der Beklagten bestehenden Unfallversicherungsvertrags erfasst werde. Es sei aber auch insoweit der Zeitpunkt maßgebend, zu dem sie dieses Wissen ohne nennenswerte Mühe hätte erlangen können. Für die Klägerin habe keine Veranlassung bestanden, nach der Diagnose ihrer Borreliose-Erkrankung, die spätestens 2009 erfolgt sei, die Bedingungen des zwischen ihrem Ehemann und der Beklagten geschlossenen Unfallversicherungsvertrags auf die Frage hin zu prüfen, ob auch diese Erkrankung unter den vereinbarten Unfallversicherungsschutz falle. Der von ihr erhobene Anspruch sei somit entgegen dem Einwand der Beklagten nicht verjährt.
Das Berufungsgericht ließ die ordentliche Revision zur Frage zu, ob mitversicherten Dritten die Einsichtnahme in die Versicherungsunterlage als Erkundungsobliegenheit zumutbar sei.
Gegen dieses Zwischenurteil wendet sich die Revision der Beklagten mit einem Abänderungsantrag; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.
Die Klägerin begehrt, die Revision zurückzuweisen; hilfsweise ihr keine Folge zu geben.
Die Revision ist zulässig, sie ist im Sinne des Aufhebungsantrags auch berechtigt.
1. § 12 VersVG wurde durch die Novelle 1994 tiefgreifend umgestaltet. In dieser grundsätzlichen Neuregelung wurden zunächst (Abs 1 leg cit) die im österreichischen Zivilrecht unbekannten Verjährungsfristen für Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag von zwei bzw (bei der Lebensversicherung) fünf Jahren sowie der oben angeführte Fristbeginn „austrifiziert“. Die Verjährungsfrist beträgt nun einheitlich drei Jahre und ihr Beginn ist nicht mehr im Versicherungsvertragsgesetz spezialgesetzlich geregelt. Es gilt vielmehr die allgemeine Regelung des § 1478 ABGB, wonach die Verjährung mit dem Zeitpunkt beginnt, zu dem das Recht hätte ausgeübt werden können (7 Ob 268/03t).
Der Beginn der in § 12 Abs 1 VersVG normierten Verjährungsfrist hängt damit grundsätzlich von der in § 11 VersVG geregelten Fälligkeit ab (RIS-Justiz RS0080324, RS0080075).
2. Außerdem wurde für „Dritte“ eine Sonderregel eingeführt: Steht der Anspruch aus dem Versicherungsvertrag – wie hier der Klägerin als Mitversicherter und materiell Anspruchsberechtigter (vgl § 75 VersVG) – einem Dritten zu, so beginnt die Verjährung zu laufen, sobald diesem sein Recht auf die Leistung des Versicherers bekannt geworden ist. Ist dem Dritten das Recht nicht bekannt geworden, so verjähren seine Ansprüche erst nach 10 Jahren (§ 12 Abs 1 VersVG).
2.1 „Bekannt geworden“ ist der Anspruch des Dritten grundsätzlich bei positiver Kenntnis um seinen Anspruch (7 Ob 266/05a, Fenyves in Fenyves/Kronsteiner/Schauer, Kommentar zu den Novellen zum VersVG § 12 Rz 6, Gruber in Fenyves/Schauer VersVG § 12 Rz 18; Kraus, Die Versicherung für fremde Rechnung 184; Wieser, Fälligkeit und Verjährung und die VersVG-Novelle, VersRdSch 1994, 293 ff [305]; Prölss in Prölss/Martin Versicherungsvertragsgesetz27 § 12 Rn 72).
2.2.1 Wieser (aaO [306]) nimmt eine korrigierende Auslegung von „Kennen“ dahin vor, dass „Kennenmüssen“ sachgerecht wäre. Den anspruchsberechtigten Dritten sollen gewisse Verpflichtungen zur Ausforschung bestehender Versicherungsverträge treffen, zumindest dann, wenn er mitversicherte Person sei und selbst Schaden erlitten habe.
Fenyves (aaO Rz 6) hält es für überlegenswert, ob die Kenntnisnahme nicht nach den für § 1489 ABGB entwickelten Grundsätzen schon dann als erfolgt gelten könne, wenn der Dritte die für eine erfolgsversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung hätte bringen können.
2.2.2 Auch der Oberste Gerichtshof nahm schon dahin Stellung, dass die Kenntnis des Dritten im Zusammenhang mit der Bestimmung des § 1489 ABGB gesehen werden müsse. Nach den zu dieser Bestimmung entwickelten Grundsätzen kann die Kenntnisnahme schon dann als erfolgt gelten, wenn der Dritte die für eine erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung hätte bringen können (7 Ob 266/05a; zustimmend Kraus aaO; Prölss aaO; aM Gruber aaO, der aber in Honsell, Berliner Kommentar zum Versicherungsvertragsgesetz § 12 Rn 137 allgemein auf Fenyves/Kronsteiner/Schauer verweist).
3.1 Die Judikatur zum Beginn der dreijährigen Verjährungsfrist nach § 1489 ABGB lässt sich wie folgt zusammenfassen: Sie beginnt mit dem Zeitpunkt zu laufen, in dem der Ersatzberechtigte sowohl den Schaden als auch den Ersatzpflichtigen soweit kennt, dass eine Klage mit Aussicht auf Erfolg erhoben werden kann (RIS-Justiz RS0034524, vgl auch RS0034374). Maßgeblich ist, ob dem Geschädigten objektiv alle für das Entstehen des Anspruchs maßgebenden Tatumstände bekannt waren (vgl RIS-Justiz RS0034547).
Der Geschädigte darf sich allerdings nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält (RIS-Justiz RS0065360). Wenn er die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre (RIS-Justiz RS0034327; RS0034335). Dabei ist auf die Umstände des konkreten Falls abzustellen. Die Erkundungspflicht des Geschädigten darf dabei nicht überspannt werden (RIS-Justiz RS0034327).
3.2 Gegenstand des Revisionsverfahrens ist nun die Frage, ob die Klägerin die Verpflichtung getroffen hätte durch Nachsehen in den Versicherungsbedingungen ihren
– nunmehr behaupteten – Leistungsanspruch in Erfahrung zu bringen. Dies ist entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts zu bejahen:
Der Klägerin war der Zeckenbiss aus dem Jahr 2006 und die Diagnose der Borreliose aus dem Jahr 2009 bekannt. Sie wusste auch, dass sie Mitversicherte und Anspruchsberechtigte aus der Unfallversicherung ihres Mannes war; immerhin hatte sie bereits für einen erlittenen Unfall Versicherungsleistungen erhalten. Die Frage, ob ein Versicherungsfall gegeben und dieser auch gedeckt ist, lässt sich selbst für den Versicherungsnehmer nur durch Einsicht in die Versicherungsbedingungen klären. Sobald der Mitversicherte und materiell Anspruchsberechtigte seine vertragliche Stellung kennt, ist er ebenso wie der Versicherungsnehmer im Stande, sich über die Bedingungslage zu erkundigen, was vor allem im Hinblick darauf, dass der Versicherungsnehmer der Ehemann der Klägerin ist, hier leicht und ohne jeglichen Aufwand möglich gewesen wäre. Eine entsprechende Durchsicht hätte ganz klar ergeben, dass sich der Versicherungsschutz auch auf durch Zeckenbiss übertragene Lyme-Borreliose erstreckt. Der Einschluss von durch Zeckenbiss übertragenen Erkrankungen ist in der Unfallversicherung auch durchaus nicht unüblich (vgl bsp Musterbedingungen für die Unfallversicherung: Art 12 AUVB 2000, Art 13 AUVB 2008), sodass die Argumentation der Klägerin, sie als Laie habe nicht damit rechnen müssen, dass derartige Erkrankungen gedeckt seien, ins Leere geht. Nur am Rande sei erwähnt, dass die Klägerin in ihrem Neubemessungsantrag vom 27. 10. 2014 die Borreliose-Erkrankung ausdrücklich ergänzend anführte, sie also nicht von einer völligen Irrelevanz dieser Erkrankung für die Unfallversicherung ausging. Der Rechtsansicht des Berufungsgerichts, die Diagnose der Erkrankung im Jahr 2009 hätte keine weiteren Erkundigungen insbesondere durch ein Durchsehen der Versicherungsbedingungen geboten, weshalb der Klägerin keine Verletzung der Erkundungsobliegenheit anzulasten sei, wird damit nicht näher getreten.
4. Da das Berufungsgericht aufgrund der vom Obersten Gerichtshof nicht geteilten Rechtsansicht die Behandlung der im Zusammenhang mit der Frage der Verjährung erhobenen Mängelrüge unterließ, ist derzeit eine abschließende Beurteilung der Verjährung nicht möglich. Die Rechtssache ist aber aus folgenden Gründen nicht an das Berufungsgericht, sondern an das Erstgericht zurückzuverweisen:
5.1 Mit einem Zwischenurteil über den Einwand der Verjährung nach § 393a ZPO wird nur die allfällige Verjährung des Klagsanspruchs beurteilt und selbständig im Instanzenzug überprüfbar, bevor ein unter Umständen umfangreiches (Beweis-)Verfahren über die übrigen Anspruchsgrundlagen des Klagsanspruchs durchgeführt werden muss (RIS-Justiz RS0127852). Ein solches Urteil hat jedoch nur zu ergehen, wenn auch ein schlüssiges Tatsachenvorbringen des Klägers zum Anspruchsgrund vorliegt; sonst wäre die Klage – wie auch sonst erst nach Erörterung der Unschlüssigkeit (RIS-Justiz RS0117576) – abzuweisen (RIS-Justiz RS0129001). Das heißt, nur die Verjährung eines schlüssigen Anspruchs kann verneint werden.
5.2 Bei einer Versicherung für fremde Rechnung im Sinn des §§ 74 ff VersVG hat der Versicherungsnehmer das formelle Verfügungsrecht über die sachlich dem Versicherten zustehende Forderung; es handelt sich um eine Art gesetzliches Treuhandverhältnis. Der Versicherte kann daher nicht über seine Ansprüche verfügen oder sie gerichtlich geltend machen (RIS-Justiz RS0080792, RS0080863).
Schlüssiges Tatsachenvorbringen der Klägerin, aus welchen Gründen sie dennoch zur Geltendmachung des Klagsanspruchs berechtigt sein soll, fehlt bislang. Die Beklagte hat auf diesen Umstand – nur äußerst undeutlich – hingewiesen, aus welchem Grund wohl die fehlende Schlüssigkeit des Klagsanspruchs bisher auch unerörtert blieb. Dies wird das Erstgericht im fortgesetzten Verfahren nachzuholen haben.
6. Der Kostenvorbehalt gründet sich auf § 52 ZPO.
E120357
ECLI:AT:OGH0002:2017:0070OB00176.17H.1129.000
JJT_20171129_OGH0002_0070OB00176_17H0000_000