Source: https://www.adfc-diepholz.de/gehweg-radfahrer-frei-sind-keine-radwege/?replytocom=864
Timestamp: 2019-09-15 18:22:01
Document Index: 18077771

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§41', '§ 25', '§2', '§ 2', '§9']

Gehweg Radfahrer frei - sind keine Radwege!!! › Bürgersteig, Fußgänger, Fußweg, Gehweg, Radfahrer frei, Radweg, Z239
Radtouren Weyhe
Urteil: Querungshilfen
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“Gehweg + Radfahrer frei” sind keine Radwege!!!
By Holger on 31.08.2011 Radverkehrsanlagen
Im gesamten Landkreis Diepholz gibt es eine Menge Straßen, die mit den Zeichen “Gehweg – Radfahren erlaubt” (oder “Radfahrer frei”, ist dasselbe) ausgeschildert sind. Welche Konsequenzen hat das für den Radfahrer?
Keine Benutzungspflicht für Radfahrer
Solche Wege brauchen selbstverständlich NICHT benutzt zu werden, denn es sind keine Radwege (erst recht keine Radwege mit Benutzungspflicht), sondern Gehwege.
Weil es ein Gehweg ist, haben Fußgänger absoluten Vorrang vor dem Radverkehr. Radfahrer dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren! Auf die Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Bei Bedarf ist also anzuhalten.
Inflationärer Gebrauch der Schilder
Der Gesetzgeber hat eigentlich gedacht, dass solche Beschilderungen nur selten verwendet werden sollen: Denn das Fahren von Radfahrern auf Gehwegen ist weder im Interesse der Fußgänger noch der Radfahrer. Außerdem: Falls wirklich ein Sonderweg für Radverkehr erforderlich ist, weil die Benutzung der Fahrbahn unzumutbar ist, dann soll dieser Weg vernünftig breit und an Kreuzungen und Einmündungen sicher geführt sein.
Mit einem zur Benutzung auch durch Radfahrer freigegebenen Gehweg erweisen die Behörden den unsicheren Leuten einen Bärendienst. Denn es sind gerade die älteren und unsicheren Leute, die dann an der nächsten Kreuzung oder Einmündungen vom nächstbesten Auto umgefahren werden, weil die Autofahrer auf die Fahrbahn gucken, aber nicht auf die nicht radfahrergerecht geführten Gehwege.
StVO, § 41 Vorschriftzeichen:
§41 Anlage 2
Zeichen 239 Gehweg
2. Ist durch Zusatzzeichen die Benutzung eines Gehweges für eine andere Verkehrsart erlaubt, muss diese auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrverkehr warten; er darf nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
Das Zeichen kennzeichnet einen Gehweg (§ 25 Absatz 1), wo eine Klarstellung notwendig ist.
“Gehweg – Radfahrer frei” ausgeschilderte Wege empfehlen wir Ihnen in der Regel nicht zu benutzen – jedenfalls dann, wenn die Fahrbahn problemlos mit dem Rad zu befahren ist. Auf der Fahrbahn werden Sie von den Autofahrern besser gesehen und haben ein geringeres Unfallrisiko an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstücksausfahrten, weil Sie Kreuzungen und Einmündungen ganz genau so befahren können wie die Autos. Das ist am sichersten, weil Sie dann nicht übersehen werden.
Grenzwertig wird es natürlich auf stärker befahrenen Straßen, wo ein ordentlicher Radweg fehlt und es lediglich die “Notlösung” mit dem freigegebenen Radweg gibt. In Weyhe z.B.: Hauptstraße, Leester Straße. In Stuhr: Stuhrer Landstraße, Bassumer Straße. – Wer die Fahrbahn mit dem Fahrrad benutzt (§2 Abs. 4 S. 1 StVO) wird von vielen Autofahrern als Störenfried empfunden und mehr oder weniger übel behandelt. Vom Anhupen über Anpöbeln bis Abdrängeln ist alles möglich. Kein Wunder, dass nur wenige Radfahrer Lust haben, in solchen Straßen auf der Fahrbahn zu fahren: der Stressfaktor ist zu hoch.
Das Fahren auf dem -unzureichenden- Hochbord ist aber eben auch problematisch. Denn es ist schlichtweg gefährlich. Die meisten Fahrrad-Unfälle im Landkreis geschehen auf den Innerorts-Radwegen, und da liegen die untermaßigen, schlecht ausgebauten gemeinsamen Geh-/Radwege ganz vorne.
Mit oder ohne Schild?
MERKE: Wenn nur ein einziger baulich abgesetzter Weg neben der Fahrbahn läuft und er keine Beschilderung hat, dann ist das ein GEHWEG — kein Radweg!
Anti-Velo on 19.03.2019 8:11
Schade, dass es mit den Radfahrern immer wieder zu Stress kommen muss. Da gibt es Oma Enzebach, die lieber auf’m Gehweg radelt und da gibt es Velo Sportschnitt, dem selbst eine maximal zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h nur ein Lächeln abringt …
Aber beide müssen sich den benutzungspflichtigen Radweg teilen. Das will Velo natürlich nicht, denn da müsste er ja auf die Oma Rücksicht nehmen. Also fährt er rücksichtslos auf der Fahrbahn, überholt rechts etc., wobei er nie vergisst, die Rücksicht der Kraftfahrer einzufordern. Irgendwas ist doch hier faul am Apfel, oder?
der Anti-Velo
David on 24.05.2019 16:52
Ihnen ist aber klar, dass so extreme Raser die absolute Ausahme sind? Außerdem dürfen diese auf der Straße fahren. Natürlich sollten sie sich dann an die Regeln halten und nicht rechts überholen. Aber Ihre Polemik ist lächerlich, die meisten Radfahrer fahren auf der Straße, weil es keinen richtigen Radweg gibt und sie schneller vorankommen wollen als mit der Gehgeschwindigkeit. Auf der Straße werden sie dann von Autofahrern (wie Ihnen?) bedrängt und teils massiv gefährdet, obwohl sie nichts falsches tun. Also ja hier ist etwas faul, aber meistens haben die “Bösen” 4 Räder und nicht 2.
Günther on 26.05.2019 15:01
Beim ‘Anti-Velo’ ist Sachlichkeit kaum zu erwarten, allein das Pseudonym ist Programm. ‘Radfahrer stören, weg damit’ ist wohl dessen Motto. — Manchmal habe ich tatsächlich den Eindruck, dass Menschen mit solchen Ansichten im Kfz unterwegs sind und auch so handeln…..
Martini on 26.06.2019 8:46
Zurück zum Thema: Ich laufe tgl. vier Mal bei mir die Straße entlang (Gehweg/Radfahrer frei). Der Weg ist ca. 1 m breit und teilweise begrenzt durch eine kleine Mauer, auf der anderen Seite ist ein Arkadengang von einem Hotel. Täglich werde ich von 50 km/h fahrenden Radfahrerrasern von vorn oder angeklingelt und angepöbelt. Teilweise passieren “Streifschüsse”. Es kommt zu Streit. In Stuttgart fühlen sich die ach so gebeutelten Radfahrer immer im Recht. Für mich ist es sehr unbefriedigend, denn ich habe au keine Wege-Alternative. Wenn ich auf DIESE Verkehrsregel hinweise, kriegen die Schaum vor den Mund und schreien nur.
Holger on 27.06.2019 8:08
Schon mal beim Stg. Bürgermeister um Erläuterung der straßenverkehrsbehördlichen Anordnung gebeten? Stichworte: Recht auf körperliche Unversehrtheit (Grundgesetz) ==> VwV ist bindend ==> Freigabe des Gehweges ‘kommt nur in Betracht, wenn dies unter Berücksichtigung der Belange der Fußgänger vertretbar ist’ ==> bei einem 1m schmalem Weg dürfte das nie vertretbar sein, weil Lenkerbreite plus Schulterbreite größer als Gehwegbreite = Ausweichen auf die Fahrbahn ist zwingend. ==> Welche Alternativen der Verkehrsführung wurden geprüft? ==> Welche Abwägungen wurden bei der Prüfung im Einzelnen getroffen?
Im Zweifel kann man einen Antrag auf Neubescheidung stellen (Grundrecht verletzt + (falsche?) Ermessensentscheidung) und klagen. Zu den Erfolgsaussichten kann natürlich nur ein Rechtsanwalt Auskunft geben.
Besserwisser on 05.09.2019 0:26
Tempo 50 innerorts gilt in Deutschland nur für Kraftfahrzeuge, nicht für Radfahrer. Andererseits kommt man normalerweise auch nicht in die Nähe von 50km/h mit dem Fahrrad.
Michael on 23.01.2019 9:39
danke für die Aufklärung im Artikel. da ich der Meinung bin dass es sich um einen Sachverhalt handelt, zum aufklären des Lesers, finde ich es nicht gut dass hier persönliche Meinungen mit hineinkommen im Artikel. Bitte wirklich nur den Sachverhalt wiedergeben, sonst ist das umprofessionell.
Martin on 01.06.2018 11:07
Wenn das Zusatzschild “Radfahrer frei” nun alleine da hängt, also ohne das Fussgängerschild oder sonstwas darüber (kommt hier in SH vor allem an Landstraßen mit linksseitigem Zusatzweg vor), muss der Radfahrer dann in dieser Richtung auch Schrittgeschwindigkeit fahren? Die Regelung der Schrittgeschwindigkeit ergibt sich ja eigentlich aus dem Fußgängerschild.
Holger on 10.06.2018 14:19
In § 2 Abs. 4 StVO über die Straßenbenutzung durch Fahrräder heißt es in Satz 3: “Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen ‘Radverkehr frei’ angezeigt ist.” – Für Dich als Verkehrsteilnehmer bedeutet dies: Du kannst bei einer solchen Beschilderung davon ausgehen, dass es sich um einen “Radweg” handelt. Also darfst Du außenorts max. 100 km/h fahren 😉
Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Zeichen auf einem Gehweg aufgestellt werden darf, denn OHNE jegliche Beschilderung wäre der Weg tatsächlich ein Gehweg. Aber das muss Dich als Verkehrsteilnehmer nicht interessieren. Maßgeblich sind die Zeichen, die dort tatsächlich stehen. Und die deuten auf einen Radweg hin. Der ist allerdings nicht benutzungspflichtig. Du kannst wahlweise die Fahrbahn benutzen.
Gregor Koch on 21.10.2017 16:21
Mir ist heute folgendes passiert: ich fahre auf der Straße, ein anderer Radfahrer auf dem Bürgersteig rechts davon. Ich biege rechts ab, er fährt geradeaus und mir dadurch ins Hinterrad.
Ich glaube nicht, dass an dieser Stelle der Gehweg für Radfahrer freigegeben ist; falls doch: war ich rücksichtslos oder er (abgesehen davon, dass er beim Überqueren der Straße nicht links und rechts geschaut hat)?
Holger on 21.10.2017 17:57
Hallo, Du hättest den Falschfahrer auf dem Gehweg wohl durchlassen müssen. §9 StVO, Abbiegen, Wenden Rückwärtsfahren: wer abbiegt, muss andere Fahrzeuge durchlassen. Radfahrer auch dann, wennn sie neben der Fahrbahn fahren. — Aber er hätte dort nicht fahren dürfen und schon gar nicht so schnell. Also haben beide Beteiligten Fehler gemacht. Beim Amtsgericht (wenn’s soweit kommen sollte) wird dann jeder soundsoviel Prozent des Schadens zu tragen haben. Welche Quoten der Richter ansetzt, hängt sehr vom Einzelfall ab.
Helge on 22.06.2017 8:54
Grundsätzlich halte ich es für richtig, dass Radfahrer auf der sicheren Fahrbahn fahren, insbesondere innerorts, wo es viele Einmündungen gibt. Verkehrsteilnehmer, die nie oder nur selten Fahrrad fahren, können sich glaube ich nur schwer vorstellen, wie gefährlich es an jeder Einmündung ist, wie häufig es zu brenzligen Situationen kommt und wie selbstverständlich es erscheint, dass Radfahrer auf ihre Vorfahrt verzichten müssen.
Nun, so finde ich, ufert es allerdings aus. Auf der L203 zwischen Verden und Weserbrücke ist der gute Radweg, der nur wenige schadhafte Stellen aufweist, neuerdings auch ein Radweg zu einem Fußweg mit Zusatzzeichen “Radfahrer frei” umgewandelt worden. Ich habe das mal ausprobiert und bin auf der Landesstraße gefahren. Trotz Rushhour wurde ich von keinem Autofahrer geschnitten. Bemerkenswert jedoch, dass die Fahrbahn schlechter ist als der Fußweg, auf dem fast nie Fußgänger unterwegs sind. Ein Gewinn an Sicherheit ist es sicherlich auch nicht, wenn ich nun auf der stark frequentierten Fahrbahn fahre, zumal es hier keine Einmündungen gibt.
Tatsächlich fahren nun alle weiterhin mit ihren Fahrrädern auf dem (ehemals) Radweg , jedoch alle zu schnell, schneller als Schrittgeschwindigkeit. Es ist wirklich lächerlich…
Holger on 23.06.2017 17:54
Richtig, es ist eigentlich Unsinn, dass dort auf “Gehweg — Radfahrer frei” umgeschildert wurde. Es wurden an der gleichen Landesstraße 203 kilometerlange Streckenabschnitte zwischen Hutbergen und Thedinghausen-Lunsen sowie zwischen Ahausen und Eißel aus der Radwegbenutzungspflicht herausgenommen. Der Grund ist folgender: seit Jahren wird vor dem Zustand des Radweges mit “Gefahr! Radwegschäden” gewarnt. Die zuständige Baubehörde (NLStBV) will keine Sanierung vornehmen und die Aufsichtsbehörde (Nds. Wirtschaftsminister) will nicht einschreiten. Deshalb hat das Ministerium verordnet, stattdessen “Gehweg — Radfahrer frei” aufzuhängen. Ich verstehe auch nicht, weshalb es den Behörden nicht gelingt, die Schäden zu beseitigen. Dann kann man die Lollis hängen lassen und basta.
Peter Schnitker on 22.06.2016 20:49
Wie man lesen konnte sind nachweislich über 40% der Radfahrer Unfälle SELBST VERSCHULDET. Nutzen das Radfahrer frei falsch und NIETEN FUßGÄNGER UM, Kreisverkehr falsch Rum etc.
Marco Reppenhagen on 25.10.2017 9:56
Ich gehe davon aus, sie haben die 40% korrekt recherchiert? Dann weise ich darauf hin, dass es die Mehrheit ist, nämlich ihren Angaben zur Folge 60%, die unverschuldet in Unfälle mit KFZ verwickelt werden und dass es bei einem Unfall mit einem Radfahrer immer zu einen Schaden am Menschen kommt, während der Autofahrer natürlich wohl behütet hinter Blech sitzt.
Nur so am Rand, oh: Ich muss meine Formatierung der ihren anpassen: NUR SO AM RANDE…
Holger on 25.10.2017 21:24
Es kommt noch besser: in den 40% sind auch die 18% Rad-Alleinunfälle drin und 8% Radfahrer-Radfahrer-Unfälle. — Bei Kfz-Rad-Unfällen trägt der Autofahrer zu 75% der Fälle die Hauptschuld. (Quelle: Stat. Bundesamt, “Zweiradunfälle im Straßenverkehr”, 2011)
Klaus on 16.05.2016 8:02
Es wäre schön, in den Kommentaren und Berichten NICHT von beknackten und Idioten usw. zu schreiben! Es geht NUR miteinander.
Fahrradheini on 05.05.2016 19:59
Schade, ich hatte beim Satzbeginn “Falls Ihnen solch eine Kanallie begegnet…” eine befriedigendere Lösung als “ignorieren” zu bekommen. Irgendeine geniale Idee. Aber Hauptsache, diese Seite klärt darüber auf, dass “Fahrrad frei” nicht “Radweg” bedeutet”, wie viele Autofahrer aufgrund von anscheinender Leseschwäche wohl vermuten.
Holger on 06.05.2016 14:00
…eine befriedigendere Lösung als „ignorieren“ zu bekommen. Irgendeine geniale Idee.
Nee, auf die göttliche Eingebung warten wir leider auch noch vergebens 😉
Manchmal mache ich mir den Spaß und fahre den Leuten hinterher, um sie dann vor der Haustür anzusprechen: “Hoppla, woher kennen wir uns denn?”. Das klappt gelegentlich, wenn die Leute in die nächste 30-Zone hineinfahren. Wenn ein freundliches Gespräch keine Einsicht bringt, dann komme ich ggf. nochmal vorbei und überreiche ein Faltblatt von der Polizei: “Schaun-se-mal, da steht alles drin. Dann brauchen wir uns in Zukunft nicht mehr zu streiten.” Mit Telefonnummer vom hiesigen Revier und der Straßenverkehrsbehörde. Ein anderer Kollege fährt gern direkt beim Revierleiter der Pol.wache vorbei, damit er höflich bei den Leuten anruft. Eine Anzeige ist eh’ sinnlos, aber Nachhilfe von der Polizei ist schon blamabel genug…
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