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Timestamp: 2020-01-18 17:39:16
Document Index: 29674257

Matched Legal Cases: ['§ 163', '§ 164', '§ 4', '§ 6', '§ 15', '§ 13', '§ 163', '§ 163', '§ 15']

Aktenzeichen: VI R 48/16
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.090519.VIR48.16.0
Normen: § 163 S 2 AO, § 164 Abs 1 S 1 AO, § 4 Abs 1 EStG 2002, § 6 Abs 1 Nr 2 S 1 EStG 2002, § 15 Abs 3 Nr 1 EStG 2002, R 14 Abs 2 S 3 EStR 2008, § 13 EStG 2002, EStG VZ 2008
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 09. Mai 2019 – VI R 48/16 –, juris
1. NV: Die bloße Nichtaktivierung des Feldinventars in der der Steuererklärung beigefügten Bilanz ohne weitere Erläuterungen kann nicht als konkludenter Antrag auf Gewährung einer Billigkeitsmaßnahme gemäß R 14 Abs. 2 Satz 3 EStR 2008 ausgelegt werden (Abgrenzung von den BFH-Entscheidungen vom 12. Juli 2012 I R 32/11, BFHE 237, 307, BStBl II 2015, 175, und vom 14. September 2017 IV R 51/14, BFHE 259, 31, BStBl II 2018, 78) (Rn.11).
2. NV: Die Nichtaktivierung des Feldinventars im Wege einer Billigkeitsmaßnahme gemäß R 14 Abs. 2 Satz 3 EStR 2008 setzt das Vorliegen eines landwirtschaftlichen Betriebs voraus. Hieran fehlt es, wenn die Einkünfte bestandskräftig als solche aus Gewerbebetrieb festgestellt wurden (Rn.19).
3. NV: § 163 AO gebietet es nicht, aus sachlichen Billigkeitsgründen von einer Aktivierung des Feldinventars abzusehen (Rn.25).
1. NV: Es konnte vorliegend dahingestellt bleiben, ob in Ansehung des Beschlusses des Großen Senats des BFH vom 28.11.2016 GrS 1/15 noch an der Auffassung festgehalten werden kann, die Finanzverwaltung könne es durch allgemeine Verwaltungsvorschriften im Billigkeitswege gemäß § 163 AO zulassen, von der gesetzlich geforderten Aktivierung des Feldinventars abzusehen (Rn.18).
2. NV: Der erkennende Senat musste vorliegend auch nicht der Frage nachgehen, ob unter "landwirtschaftlichem Betrieb" i.S. der R 14 Abs. 2 Satz 3 EStR 2008 nach der für die Auslegung ermessensleitender Vorschriften maßgebenden Auffassung der Finanzverwaltung auch landwirtschaftliche Teilbetriebe gewerblich geprägter Personengesellschaften zu verstehen sind (Rn.21).
BFH/NV 2019, 908-911 (Leitsatz und Gründe)
StuB 2019, 756 (Leitsatz)
vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 13. April 2016, Az: 1 K 5322/14, Urteil
Hans-Peter Lange, AgrB 2019, 351-352 (Anmerkung)
jh, StuB 2019, 756 (Anmerkung)
Vergleiche BFH, 16. November 2017, Az: VI R 63/15
Vergleiche BFH, 9. November 2017, Az: IV R 37/14
Abgrenzung BFH, 14. September 2017, Az: IV R 51/14
Abgrenzung BFH, 12. Juli 2012, Az: I R 32/11
Vergleiche BFH, 19. März 2009, Az: IV R 57/07
Abgrenzung BFH, 7. Dezember 2005, Az: I R 123/04
Bei einer Außenprüfung für die Wirtschaftsjahre 2004/2005 bis 2007/2008 stellte die Prüferin fest, dass die Klägerin in diesen Jahren in erheblichem Umfang Einnahmen aus der entgeltlichen Vermietung von Maschinen an fremde Dritte, darunter Landwirte und Nichtlandwirte, sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen bezogen hatte. Das FA gelangte deshalb zu der Überzeugung, die Klägerin habe statt land- und forstwirtschaftlicher insgesamt gewerbliche Einkünfte gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG erzielt. Es ging von einem Strukturwandel i.S. von R 15.5 Abs. 2 Satz 3 der Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) 2005/2008 aus, weshalb das bisher nach R 14 Abs. 2 Satz 3 EStR 2005/2008 nicht berücksichtigte Feldinventar zu aktivieren sei und erhöhte den Gewinn um 376.166 €.