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Timestamp: 2019-12-07 10:39:27
Document Index: 241541924

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 49', '§ 24', '§ 18', '§ 18', '§ 23', '§ 23', '§ 18', '§ 1', '§ 79', 'BGH', '§ 3']

Aus für Mercedes Sprinter & Co?
am 05.08.03 07:21
Höchstgeschwindigkeit von Kombifahrzeugen
Hingewiesen wird auf die Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 23.07.2003 (1 ObOWi 219/03), die für die Praxis von größerer Bedeutung sein dürfte. Es geht um die Frage, ob mit Kraftfahrzeugen der Marke Mercedes Sprinter, die häufig als Lieferfahrzeuge eingesetzt und mit hohen Geschwindigkeiten gefahren werden - wobei es nicht selten zu schweren Unfällen kommt - , die für Lastkraftwagen geltende Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h eingehalten werden muss. Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Verurteilung eines Betroffenen wegen Überschreitung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h grundsätzlich bestätigt.
Der Betroffene war mit einem Kraftfahrzeug Mercedes-Benz Sprinter, das seinem Arbeitgeber gehörte, auf Bundesautobahnen unterwegs. Das Kraftfahrzeug fand für Zwecke des Automatentransports und der Automatenaufstellung Verwendung. Am Tattag waren im Kraftfahrzeug außer der Fahrer/Beifahrersitzbank keine weiteren Sitzreihen vorhanden.
Bei einer Kontrolle wurde festgestellt, dass der Betroffene eine Geschwindigkeit von 160 km/h gefahren war.
Nach den Feststellungen des Amtsgerichts enthielten die Zulassungspapiere für das vom Betroffenen gesteuerte Kraftfahrzeug u. a. folgende Eintragungen:
“Pkw geschlossen”, “entspricht Kombilimousine”. Das Leergewicht wurde mit 2,315 t, das zulässige Gesamtgewicht mit 4,6 t angegeben.
Der Betroffene berief sich darauf, dass er das Kraftfahrzeug wegen der Eintragungen in den Zulassungspapieren und einer Auskunft der Firma Daimler-Chrysler AG für einen Pkw gehalten habe, der auf Autobahnen keiner Geschwindigkeitsbegrenzung unterliege.
Das Amtsgericht hat den Betroffenen wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften um 74 km/h (160 km/h abzüglich einer Toleranz von 6 km/h) zu einer Geldbuße 500 Euro und einem Fahrverbot von 1 Monat verurteilt.
Das Bayer. Oberste Landesgericht hat das Urteil des Amtsgerichts grundsätzlich bestätigt und lediglich wegen eines vermeidbaren Verbotsirrtums die Höhe der Geldbuße herabgesetzt und das Fahrverbot entfallen lassen.
Das Amtsgericht hat den Betroffenen zu Recht wegen einer vorsätzlichen Geschwindigkeitsüberschreitung gemäß § 18 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1, § 49 Abs. 1 Nr. 18 StVO, § 24 StVG verurteilt. Denn bei dem vom Betroffenen gesteuerten Kraftfahrzeug handelte es sich nicht um ein von der Geschwindigkeitsbeschränkung des § 18 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 StVO ausgenommenen Personenkraftwagen. Das Fahrzeug war am Tattag als Lastkraftwagen (zur Definition vgl. BayObLGSt 1997, 69/70) zum Transport von Automaten eingesetzt gewesen. Außerdem überschritt sein zulässiges Gesamtgewicht mit 4,6 t den in § 18 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 StVO angeordneten Grenzwert von 3,5 t, ab welchem für Lastkraftwagen die Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h gilt.
Das Amtsgericht hat aber auch zu Recht verneint, dass es sich bei dem Tatfahrzeug um einen Personenkraftwagen im Sinne von § 23 Abs. 6 a StVZO handelt. Denn die Einordnung des Tatfahrzeugs als Pkw nach § 23 Abs. 6 a StVZO scheitert hier, wie das Amtsgericht zutreffend ausgeführt hat, bereits daran, dass es mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,6 t den Grenzwert von 2,8 t überschritten hat. Dass das Tatfahrzeug in den Zulassungspapieren und in der Betriebserlaubnis des Kraftfahrzeugbundesamtes als “Pkw geschlossen”, “entspricht Kombilimousine” bezeichnet ist, ändert an dieser Einordnung nichts (OLG Düsseldorf NZV 1991, 483; BayObLGSt 1997, 69/70). Angesichts seiner Bauart und lastwagentypischen Ausstattung sowie seiner Bestimmung zur Güterbeförderung kommt eine Einordnung als Personenkraftwagen daher nicht in Betracht.
Der Betroffene durfte unter diesen Umständen nach § 18 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 StVO mit dem Tatfahrzeug nicht schneller als 80 km/h fahren.
Der Rechtsfolgenausspruch hält allerdings der rechtlichen Überprüfung nicht stand. Das Amtsgericht hat zwar die Tatsache, dass der Betroffene im Bewusstsein gehandelt hat, beim Überschreiten der Geschwindigkeit von 80 km/h nichts Unerlaubtes zu tun, zutreffend als schuldmindernd gewürdigt. Dieser Umstand lässt die Indizwirkung des Regelfalls entfallen (Deutscher, NZV 2001, 101/102) und erlaubt es daher nach § 1 Abs. 2 BKatV, von den Regelsätzen der Bußgeldkatalogverordnung nach unten abzuweichen.
Auf die Rechtsbeschwerde des Betroffenen ist daher das angefochtene Urteil im Rechtsfolgenausspruch unter Herabsetzung der Geldbuße auf 250 Euro aufzuheben. Die weitergehende Rechtsbeschwerde ist als unbegründet zu verwerfen (§ 79 Abs. 6 Satz 1 OWiG).
Zu: Aus für Mercedes Sprinter & Co? Skandal !
am 05.08.03 11:18
Dieses Urteil finde ich einen Skandal. Da wird einer aus tausenden herausgepickt und mustertauglich zur Minna gemacht.
Es ist sicher richtig und gut diese schnellen und dabei immer schwerer werdenden Transporter auszubremsen. Aber doch bitte nicht so. Das ist eine Sache des Verordnungsgebers. Dann muß eben die StVO geändert werden.
Demnächst kommt einer und meint, daß aus einem PKW oder LKW ein So-Kfz-Wohnmobil wird, nur weil mal jemand darin übernachtet......
am 05.08.03 12:13
Ist das jetzt ein PKW oder ein LKW???
Das muß doch eindeutig aus den Fahrzeugpapieren hervorgehen. Wie kann ein Fahrzeug mit 4,6 t zulässigem Gesamtgewicht eine PKW-Zulassung bekommen? - ich dachte immer das Limit liegt bei 3,5 t. Hier muß mal eine eindeutige Rechtslage geschaffen werden. Entscheidend sollte sein, was im Fahrzeugbrief/schein steht. Sonst leihe ich mir demnächst einen Kleinlaster aus, schaue in den FZ-Schein was drin steht und muß dennoch mehrere Stellen kontaktieren und nachfragen. Was ist wenn ich dort keine einheitlichen Auskünfte bekomme. Wer hat dann recht?
Meiner Meinung hätte das Gericht den Fahrzeugführer freisprechen müssen und den Gesetzgeber anweisen müssen, hier für klare Verhältnisse zu sorgen.
am 05.08.03 13:39
>[Zitat:] "Meiner Meinung hätte das Gericht den Fahrzeugführer freisprechen müssen und den Gesetzgeber anweisen müssen, hier für klare Verhältnisse zu sorgen."
Letzteres liegt nicht in der Macht eines obersten Landesgerichts. Dass bei diesen Fahrzeugen eine Lösung über die StVZO erfolgen sollte, halte ich auch für die sinnvollere, weil leichter zu durchschauende und verständlichere Lösung. Vielleicht muss aber auch hier der Verordnungsgeber mal wieder zuerst durch Gerichtsurteile auf die richtige Spur geschoben werden.
Zu: Aus für Mercedes Sprinter & Co?
am 05.08.03 14:58
>[Zitat:] "Letzteres liegt nicht in der Macht eines obersten Landesgerichts. Dass bei diesen Fahrzeugen eine Lösung über die StVZO erfolgen sollte, halte ich auch für die sinnvollere, weil leichter zu durchschauende und verständlichere Lösung. Vielleicht muss aber auch hier der Verordnungsgeber mal wieder zuerst durch Gerichtsurteile auf die richtige Spur geschoben werden."
Das kann sich ja dann nur noch um Jahre handeln, bis sich der Gesetzgeber mal aufrafft - es sei nur an die längst überfällige Angleichung der Fahrerlaubnis für die 125cm³-Motorräder an EU-Bestimmungen erinnert.
Vielleicht kann der Gesetzgeber dann auch mal die Disponenten und Chefs der Speditionen, die ihre Fahrer zu diversen Verkehrsverstößen zwingen, stärker zur Verantwortung ziehen...
am 05.08.03 21:48
Nur mal keine Panik. Diese Regelung steht schon lange so in den Gesetzen und betrifft nur Fahrzeuge über 3,5t. In den Medien wird dieser Fall mal wieder pauschalisiert und hochgebauscht. Das Tempo 80 für diese Fahrzeuge ist im Übrigen sehr sinnvoll. Die Bremsanlagen dieser Fahrzeuge sind meist nicht auf das hoge Tempo ausgelegt. Das haben ausführliche Tests bewiesen.
am 05.08.03 21:51
Hallo Chris: Diese Regelung steht schon lange so in den Gesetzen und betrifft nur Fahrzeuge über 3,5t. Was steht da wo wie genau?
am 05.08.03 22:33
Hallo THOR: Da war ich mal wieder zu schnell und hab einen Satz in der StVo überlesen. Da steht tatsächlich "ausgenommen Personenkraftwagen". Dann stellt sich für mich aber die Frage, wieso ein Lieferwagen als PKW zugelassen sein kann. An der generellen Zustimmung meinerseits für dieses Tempolimit ändert auch diese Gesetzteslücke nichts.
am 05.08.03 22:42
Tja scheint wohl wieder mal so zu sein, dass Gerichte dem Gesetzgeber zeigen wo es lang geht. Kommt ja immer öfters vor (inkl. BVG). Schade für den den es erwischt :-(
Fahrzeugart ist relativ
angehängt von Gerhard Zahn [Email: Keine]
am 06.08.03 13:29
Die StVZO ist mittlerweile nur noch reif für den Papierkorb. Das Finazamt interessiert sich schon lange nicht mehr für die Eintragung im Fahrzeugschein (ob PKW oder LKW) - es darf mittlerweile nach "Verwendungszweck" entscheiden, ob ein Fahrzeug ein PKW oder ein LKW ist - aber hier umgekehrt, weil der LKW ja billiger ist (im Steuersatz). Wenn jetzt auch noch die Gerichte, je nach Anlass und Preis selbst bestimmen, die EU-Richtlinien haben eh schon lange eine andere Bezeichnung, wird es wohl am Besten sein, wir führen die Bezeichnung WFZ (Wunschfahrzeug) ein. G.Zahn
Ergänzung zu Chris
am 09.08.03 16:41
Hier die Quelle zu den ausführlichen Tests: SWR RASTHAUS
am 09.08.03 16:45
Übrigens wird in dem Link davon gesprochen, daß eine Veränderung der EU Gesetzgebung dazu geführt habe, daß es für Sprinter und Co keine Geschwindigkeitsbegrenzung gebe.
Wenn dem so wäre, wie kann dann ein Deutsches OLandesgericht dem widersprechen?
EU Recht steht doch über nationalem Recht bzw muß in nationales Recht umgesetzt werden....
am 09.08.03 18:49
Ohne jetzt im konkreten Fall näher recherchiert zu haben: man muss bei den EU-"Gesetzen" unterscheiden zwischen EU-Richtlinien und EU-Vorschriften. EU-Vorschriften sind unmittelbar geltendes Recht, z.B. VO(EWG) 3820/85 bzw. 3825/85, die die Lenkzeitvorschriften für Lkw- und Busfahrer und den Einsatz des EG-Kontrollgeräts regeln. Diese bedürfen keiner Umsetzung in nationales Recht mehr, sondern sind direkt geltendes Recht.
Anders ist es mit den EU-Richtlinien, die, wie der Name besagt, eben nur "Richt"linien sind. Diese sollten zwar auch baldmöglich in nationales Recht umgesetzt werden, um Geltung zu erlangen. Jedoch lassen sich manche Länder damit viel Zeit oder lassen es manchmal auch ganz bleiben. Zwangsmittel auf Durchsetzung gibt es offensichtlich nicht. Eine solche Richtlinie, die z.B. EU-weit inzwischen umgesetzt wurde, ist die Richtlinie zur Harmonisierung des Fahrerlaubnisrechts.
Die Ausrüstungsvorschriften der StVZO sind bislang immer noch nationales Recht. Möglicherweise gibt es zu den Kleintransportern zwar eine EU-Richtlinie, die jedoch für die Entscheidungsfindung des BayObLG nicht sonderlich von Belang war, weil noch keine Umsetzung in deutsches Recht erfolgt ist.
angehängt von Guido Thürnagel [Email: Keine]
am 10.08.03 12:27
Hallo allerseits, ich glaube auch, daß das hier so hochkócht, weil auf dem 416er hinten Sprinter draufstand und die dusseligen Reporterschlampen da überhaupt nicht differenzieren. So sind Verunsicherungen die Folgen, wenn man tut, als wäre der Begriff "Sprinter" ein Rechtsbegriff. Die Lage ist aber ganz einfach: Alles, was einen Fahrtenschreiber hat, darf nicht schneller als 80 fahren. - Soweit eine Faustregel. Die Frage, ob es sich um einen PKW oder LKW handelt, ist für die Finanzbehörden von untergeordneter Bedeutung. Fahrzeuge bis 2,8 to zGG gelten als PKW - will man die günstigere Gewichtsbesteuerung, muß man eine "LKW-Eigenschaft" glaubhaft machen - durch Widmung, heißt, durch irgendwelche Umbauereien, die die Verwendung als Personentransporer verhindern. Ab 2801 kg zGG gelten Kraftfahrzeuge laut Urteil vom Bundesfinanzhof als "sonstige Fahrzeuge, die nach Gewicht zu besteuern sind". So weit so schön. Ob es sich bei einem 2801 kg Fahrzeug dann um einen "LKW" oder "PKW" laut seiner Widmung handelt, ist für die Haftpflichtverisicherung von Belang: Bei LKW geht der SF-Rabatt nur bis 50 herunter! Bei PKW geht auch weniger. Was die Geschwindigkeit anbetrifft, ist es ganz egal, ob es ein PKW oder ein LKW ist. Hier zählt nur das zGG: Ab 3501 kg ist der Fahrtenschreiber Pflicht und es gilt: 80 km Limit! Und: Es ist völlig egal, ob "Sprinter" draufsteht. Was das Bremsverhalten anbetrifft: Ich habe gerade einen Test im Fernsehen gesehen, in dem ein "Sprinter" einen deutlich kürzeren Bremsweg hatte, als ein PKW - solang der Sprinter unbeladen ist. Von daher sind die Vergleichstests ohnehin hinkend. Man vergleicht dauernd leere PKW mit vollen Kleintransportern und wundert sich, wenn es da Differenzen gibt. Aus diesem Gesichtspunkt würde ich dafür plädieren, die ganze Geschwindigkeitsdiskussion zu unterlassen und dafür das Augenmerk strenger auf Ladungssicherung zu legen. Nur: Das kann man natürlich nicht aus der warmen, trockenen Sitzposition heraus beurteilen.... Vorschlag: Verpflichtung der Kleintransporterhersteller, geeignete Zurrpunkte einzubauen - sonst keine Straßenzulassung! Und weiter: Häufigere Ladungssicherungskontrollen.
am 10.08.03 12:51
Du meintest bestimmt den Bericht, den ich oben verlinkt habe.
Es stimmt hier wurden beladenen Transporter mit einem leeren PKW verglichen.
Nur dürfte dies den realen Bedingungen entsprechen, da PKW in der Regel unbeladen sind und Transporter zu dem Zweck der Ladungsbeförderung dienen.
Hauptproblem ist wohl das Fading bei den Transportern.
@Guido Thürnagel
am 11.08.03 08:57
"Hallo allerseits, ich glaube auch, daß das hier so hochkócht, weil auf dem 416er hinten Sprinter draufstand und die dusseligen Reporterschlampen da überhaupt nicht differenzieren."
Das ist unter dem hier üblichen Niveau.
"So sind Verunsicherungen die Folgen, wenn man tut, als wäre der Begriff "Sprinter" ein Rechtsbegriff. Die Lage ist aber ganz einfach: Alles, was einen Fahrtenschreiber hat, darf nicht schneller als 80 fahren. - Soweit eine Faustregel."
Naja. Alles, was einen Fahrtenschreiber haben muß (!) darf nicht schneller als 80 km/h fahren.....
Logisch, das zGG liegt ja auch bei über 7,5 t !
" Die Frage, ob es sich um einen PKW oder LKW handelt, ist für die Finanzbehörden von untergeordneter Bedeutung. Fahrzeuge bis 2,8 to zGG gelten als PKW - will man die günstigere Gewichtsbesteuerung, muß man eine "LKW-Eigenschaft" glaubhaft machen - durch Widmung, heißt, durch irgendwelche Umbauereien, die die Verwendung als Personentransporer verhindern. Ab 2801 kg zGG gelten Kraftfahrzeuge laut Urteil vom Bundesfinanzhof als "sonstige Fahrzeuge, die nach Gewicht zu besteuern sind". So weit so schön. Ob es sich bei einem 2801 kg Fahrzeug dann um einen "LKW" oder "PKW" laut seiner Widmung handelt, ist für die Haftpflichtverisicherung von Belang: Bei LKW geht der SF-Rabatt nur bis 50 herunter! Bei PKW geht auch weniger. Was die Geschwindigkeit anbetrifft, ist es ganz egal, ob es ein PKW oder ein LKW ist."
Die Finanzbehörden machen schon immer was sie wollen, sie sind aber hier nicht das Problem.
" Hier zählt nur das zGG: Ab 3501 kg ist der Fahrtenschreiber Pflicht und es gilt: 80 km Limit!"
NEIN! Es ist kein Fahrtenschreiber Pflicht! Der ist erst ab 7,5t vorgeschrieben. Ein EG-Kontrollgerät ist über 3,5 t Pflicht, wenn (!) gwerblicher Gütertransport erfolgt. Ich kann mit einen 5t Fahrzeug privat ohne Kontrollgerät durch die Gegend fahren.
Die StVO nimmt bei den Geschwindigkeitsregelungen beim PKW immer Abstand von den Gewichtsgrenzen. Ein PKW mit zGG> 3,5t unterliegt nach StVO keinen anderen Bestimmungen als ein PKW mit zGG <3,5 t.
Das Gericht stellt hier einfach die Einstufung als PKW in Frage und und verdonnert einen beliebigen einzelnen Fahrer. Das ist ein Unding.
am 11.08.03 17:54
Die EU kennt keine Gewichtsbegrenzung zur Definition PKW, gemäß EU Konformität und anerkannten KBA Gesetzen könnte man sich ein 40t PKW bauen. DaimlerChrysler hat diese Gesetzeslücke ausgenutzt und baut 4,6t PKW weil, die StVO Personenkraftwagen von der Geschwindigkeitsbegrenzung ausnimmt. Ich würde diesen Punkt bis zum BGH durchziehen, weil der Bund möglicherweise gezwungen wird die StVO zu ändern, denn da steht das Wort "Personenkraftwagen" und im Fahrzeugschein steht auch Personenkraftwagen und wenn Richter der Meinung sind dieses Problem auf dem Rücken der Fahrer auszutragen muß man vielleicht auch den Weg bis zum Ende gehen. Das wäre ein interessantes Grundsatzurteil.
angehängt von Andi [Kontakt]
am 29.08.03 19:09
Ich stimme Stefan und sachse voll zu! Was kann der betroffene Sprinterfahrer dafür, dass Mercedes diese Gesetzeslücke ausnutzt, er hat sich nach der StVO verhalten und ist mit einem PKW erlaubter Weise über 80km/h gefahren. Dieser Präzedenzfall (?) sollte bis zur letzten Instanz durchgezogen werden. Vielleicht wird es dann eine Gesetzesänderung geben, die Fahrer von großen "PKW"-Transportern vor solch willkürlichen Urteilen schützt.
am 30.08.03 08:47
Ich würde lieber vor den völlig überforderten und sich selbst überschätzenden Fahrern dieser Geschosse geschützt werden!
Kann mal bitte ein Physiker die kinetische Energie eines solchen voll beladenen Geschosses im gestreckten Galopp berechnen?
Als ersten Schritt würde ich zumindest den bei Daimler ja bereits vorhandenen Abstandswarner zusammen mit einer automatischen Leistungsrücknahme bei unterschreiten des Mindestabstands zwingend vorschreiben.
am 30.08.03 09:29
Du hast, glaube ich, das Problem garnicht erkannt.......
Ich vermute, daß Du so einen "Problemsprinter" noch nie gesehen hast. Die sind nämlich sehr selten. Die ganzen Fahrzeuge bis 3,5t und die LKW über 3,5t sind von diesem Problem garnicht getroffen.
Zu Deiner angeforderten Berechnung:
Jeder schnell fahrende Mittelklassewagen hat mehr kinetische Energie in sich. Die Masse geht linear ein, die Geschwindigkeit aber quadratisch. Viele Transporter, die unbeladen sind, sind genauso schwer wie Oberklassenfahrzeuge.
am 30.08.03 14:02
das Problem für den Fahrer habe ich schon erkannt, wobei 3,5 oder Tonnen nicht viel Unterschied machen.
Zur kinetischen - wenn ich mit meinen 1,5 t 160 fahre und an der Stoßstange ein voller 3,5 Tonner klebt so ist seine kinetische Energie nach deiner Aussage immer noch über dopplelt so hoch wie meine.
Und wenn ich mit meinem Passat wegen eines ausscherenden 40 Tonners den Anker werfen muss fährt der voll beladene 3,5 Tonner bei mir hinten rein und vorne wieder raus - und darum gehts!
Und wenn die Jungs dann auch noch dabei gleichzeitig rauchen, mit dem Handy telefonieren und sich die Fußnägel lackieren hoffe ich auf die natürliche Auslese am nächsten Baum!
am 30.08.03 14:27
Meine ketzerische Meinung: man sollte bei diesen Fahrzeugen rein um der wirtschaftlichen Vorteile willen einfach nicht immer mit verdeckten Karten spielen wollen. Egal ob 2,8 t oder 4,6 t, diese Fahrzeuge sind von ihrer Verwendungsart Lkw und keine Pkw. Würde man sie konsequenterweise auch als Lkw zulassen, müsste man diese leidige Diskussion über den betroffenen Fahrer als Opfer der Justiz erst gar nicht führen. Jeder, der sich an das Steuer eines solchen Fahrzeugs setzt, könnte sich durch einen einfachen Blick in § 3 StVO informieren, wie schnell er damit fahren darf. Das dürfte in diesem Fall auch der DAF* schnallen.
*DAF: dümmster anzunehmender Fahrer
angehängt von Bastian [Kontakt]
am 31.08.03 18:02
Meiner Ansicht nach, ist es sinnvoll, für diese ganzen Transporter Marke "Sprinter u.Co.". Dafür, dass sie viel zu viel -meist ungesicherte!- Last transportieren können, komplett andere, dem LKW ähnelnde, physikalische Eigenschaften (Schwerpunkt, Stabilität etc.) besitzen, und so schnell fahren könnten, müssten auch sie einer Geschwindigkeitsbegrenzung unterliegen. Es geht nicht an, dass sie, auch wenn mit den Motoren möglich, 180 fahren. 120 tun es doch auch!
angehängt von René [Email: Keine]
am 01.09.03 21:23
schon klar ! und als nächstes sind die anderen transporter (vito/vw-bus) dranne !? da führt die disskusion doch im endeffekt hin . zum thema ungesicherte ladung.. , es ist doch etwas absolut anderes , ob ich in einem geschlosssenen kasten ladung transportiere oder auf einem "richtigen" lkw , mit holzbohlen als hängerbegrenzung oder gummiplanen ! gelle ? ich für meinen teil (vito-fahrer..), ca. 170 spitze , she es schon kommen , das ich nur noch 80 fahren darf (ja , bei mir steht in der zulassung trotzdem LKW , was darf ich nun ?) und mein kollege in seiner v-klasse 170.. , wo bleibt da die gerechtigkeit ? bin der meinung , das sich da eine art hausfrauenverschwörung aufschaukelt (like DUDI) , welche es nicht verkraften in ihren kleinstwagen von transportern überholt zu werden ! blick in den rückspiegel , ach .. nur nen lahmer transporter , kannste ja noch ausscheren.... und am nächsten tag steht in der zeitung , fahrer verlor kontrolle über seinen klein-lkw .... und über andere dumpfbacken im täglichen autobahnverkehr möchte ich mich hier nicht weiter auslassen . meine persönliche meinung ist , das weit mehr andere verkehrsteilnehmer den verkehr gefärden , welche mit 130 tuckern (freie autobahn) , ausscheren und keinen druck , keine reserve unter der motorhaube haben . und dazu gehören die meisten sprinter/vitos etc. nun wirklich nicht.... gruss,rené.