Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+55,+20
Timestamp: 2018-11-17 22:25:33
Document Index: 115723548

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 455', '§ 449', '§ 823', '§ 808', '§ 771', '§ 814', '§ 161', '§ 2', '§ 156', '§ 422', '§ 530', '§ 533', '§ 455', '§ 771', 'BGH', '§ 771', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 771', '§ 771', '§ 771', '§ 771', '§ 185', '§ 44', '§ 11', '§ 15', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 262', 'BGH', '§ 771', 'BGH', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 704', '§ 771', '§ 805', '§ 819', '§ 812', '§ 812', '§ 812', '§ 812', 'BGH', '§ 704', '§ 771', '§ 823', 'BGH', '§ 771', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 808', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.11.1970 - VIII ZR 242/68 - dejure.org
Vollstreckung gegen Vorbehaltsverkäufer
§ 455 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 449 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Eigentumsvorbehalt: Anwartschaftsrecht als "sonstiges Recht" iSv § 823 Abs. 1 BGB, zur Frage der Schadensberechnung;
zur Frage des Verschuldens des Vollstreckungsgläubigers, der in eine beim Schuldner weggenommene Sache (§ 808 ZPO), die diesem nicht gehört, vollstreckt;
§ 771 ZPO, Widerspruchsrecht des Vorbehaltskäufers gegen die Zwangsvollstreckung;
§ 814 ZPO, Zuschlag in der Zwangsvollstreckung verschafft dem Dritten Eigentum durch Hoheitsakt (Unanwendbarkeit von § 161 Abs. 1 Satz 2 BGB);
§ 2 AnfG, zur Möglichkeit des Anfechtungsgegners, nach § 156 KostO Einwendungen gegen eine notarielle Kostenrechnung, aus der vollstreckt wird, vorzubringen;
§§ 422, 387 BGB, gegen eine Gesamtforderung kann der Schuldner auch aufrechnen mit einer Gegenforderung, die er nur gegen einen der Gläubiger hat;
§ 530 Abs. 2 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (Hinweis: jetzt § 533 ZPO <Fassung seit 1.1.02>), zur Frage der Sachdienlichkeit
Voraussetzungen für den Eigentumserwerb einer beweglichen Sache - Anforderungen an den Kauf unter Eigentumsvorbehalt - Erwerb von Eigentumsanwartschaften
§§ 455, 823 BGB; § 771 ZPO
Eigentumsanwartschaft in Zwangsvollstreckung
BGHZ 55, 20
NJW 1971, 799
NJW 1971, 800
MDR 1971, 212
DB 1971, 42
Das Berufungsgericht ist zu Recht davon ausgegangen, daß eine Ein-Mann-GmbH unter den Voraussetzungen des § 771 ZPO sich auch gegenüber Pfändungen, die bei ihrem Alleingesellschafter erfolgen, auf ein die Veräußerung hinderndes Recht berufen kann (vgl. BGHZ 55, 20, 26;… BGH, Urt. v. 26. September 1957 - III ZR 67/56, NJW 1957, 1877).
(RGZ 61, 430 [432]; 67, 310/312; RG JW 11, 368; RGZ 108, 260 [262]; RG HRR 1925 Nr. 141; RG LZ 26, 1013; RG JW 29, 149; RGZ 156, 395 [400]; RG HRR 1940 Nr. 419; BGH Urteil vom 15. Juni 1965 - VI ZR 35/64 = WM 65, 863; BGHZ 55, 20 Urteil vom 11. November 1970 - VIII ZR 242/68-;… Stein/Jonas/Münzberg, ZPO, 19. Aufl., § 771 Anm. VII 4 b;… Baumbach/Lauterbach, ZPO, 30. Aufl., Einführung §§ 771-774 Anm. 2B;… Zöller, ZPO, 10. Aufl. § 771 Anm. 1 i;… Sydow/Busch, ZPO, 22. Aufl., § 771 Anm. 4;… Rosenberg, Zivilprozeßrecht, 9. Aufl., § 185 III 4;… Schönke/Baur, Zwangsvollstreckungs-Vergleichs- und Konkursrecht 9. Aufl., § 44 I 2 a; Lent/Jauernig, Zwangsvollstreckungs- und Konkursrecht, 11, Aufl., § 11 II; Bruns, Zwangsvollstreckungsrecht, § 15 IV 3, einschränkend Wieczorek, ZPO, Anm. G III b 2: nur § 826 BGB).
Dem steht nicht entgegen, daß an die Feststellung eines Gläubigerverschuldens deshalb strenge Anforderungen gestellt werden müssen, weil dem betroffenen Dritten die Darlegung und Glaubhaftmachung seiner Rechte obliegt (BGHZ 55, 20, 30) [BGH 11.11.1970 - VIII ZR 242/68] .
Die Zwangsvollstreckung in schuldnerfremdes Vermögen stellt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (zuletzt BGHZ 55, 20, 26) [BGH 11.11.1970 - VIII ZR 242/68] von Anfang an eine Störung der privaten Rechtslage dar.
41 4. Die Drittwiderspruchsklage erfordert ein die Veräußerung hinderndes Recht der Klägerin am Vollstreckungsgegenstand (§ 262 Abs. 1 Satz 1 AO; vgl. hierzu BGH NJW 1971, 799, 800;… OLG Stuttgart a.a.O. Rdn. 37;… Musielak/Lackmann, § 771 Rdn. 12).
Voraussetzung für seinen Eigentumserwerb ist nur, daß die Pfändung und die Versteigerung ordnungsgemäß erfolgen (vgl. Senatsurteil BGHZ 55, 20, 25 f.).
Seit der bereits erwähnten Entscheidung des Reichsgerichts (RGZ 156, 395, 399 f.) entspricht es ebenfalls gefestigter Rechtsprechung, daß der Gläubiger, der in eine schuldnerfremde Sache vollstreckt und den Versteigerungserlös zugewiesen erhält, dem Eigentümer der versteigerten Sache - u. a. - nach Bereicherungsgrundsätzen gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB zur Herausgabe des Erlöses verpflichtet ist (BGHZ 32, 240, 244 f.; 55, 20, 32; vgl. auch BGHZ 66, 150, 151 [BGH 25.03.1976 - VII ZR 32/75];… Stein/Jonas/Münzberg aaO Vorbem. §§ 704 ff. Rdn. 23 und 141, § 771 Rdn. 73, § 805 Rdn. 27 bei Fßn. 43, § 819 Rdn. 8-10;… Palandt/Thomas, BGB, 46. Aufl. 1987, § 812 Anm. 3 b und 5 B a bb;… Soergel/Mühl, BGB, 11. Aufl. 1985, § 812 Rdn. 152 ff.;… Erman/H.P. Westermann, Sachenrecht, 7. Aufl. 1981, § 812 Rdn. 74;… MünchKomm/Lieb, 2. Aufl. 1986, § 812 Rdn. 269).
Ob die von der Beklagten durch die Zwangsvollstreckung in den PKW und dessen Versteigerung veranlaßte Verletzung des Sicherungseigentums der Klägerin, die an sich - auch - den Tatbestand einer unerlaubten Handlung erfüllte (RGZ 156, 395, 400; BGHZ 32, 240, 242; 55, 20, 24, 26;… Stein/Jonas/Münzberg aaO Vorbem. vor §§ 704 ff. Rdn. 24, § 771 Rdn. 76;… Palandt/Thomas aaO § 823 Anm. 5 b aa), schuldhaft erfolgte, bedarf keiner weiteren Erörterung.
Die Vollstreckung in schuldnerfremdes Vermögen mag bei Vorliegen der förmlichen Vollstreckungsvoraussetzungen rechtmäßig sein, soweit es um das Handeln der staatlichen Vollstreckungsorgane geht; der Gläubiger handelt rechtswidrig, wenn er die Vollstreckung in schuldnerfremde Gegenstände betreibt (BGHZ 55, 20, 26).
In diesem Verfahren bietet § 771 Abs. 3 ZPO den Ausgleich dafür, daß die Pfändung aufgrund einer summarischen Prüfung der Zugehörigkeit der Pfandsache zum Schuldnervermögen erfolgt ist; der Dritte kann aufgrund einer ebenso summarischen Prüfung seiner Rechte die weitere Durchführung der Zwangsvollstreckung bis zur abschließenden gerichtlichen Klärung hindern (vgl. BGHZ 55, 20, 30).
Den Vollstreckungsgläubiger trifft indessen bei einem unberechtigten Vollstreckungszugriff keine vom Verschulden unabhängige Gefährdungshaftung; in Betracht kommt nur eine Haftung aus unerlaubter Handlung, insbesondere aus den §§ 823 Abs. 1, 826 BGB (vgl. BGHZ 55, 20, 26; 58, 207, 210), die ein Verschulden voraussetzt.
Bei der Prüfung des Verschuldens kommt dem Gläubiger § 808 Abs. 1 ZPO zugute (BGHZ 55, 20, 30).
Es sei vielmehr Sache des Dritten, den Gläubiger davon zu überzeugen, daß die gepfändeten Sachen nicht zum Vermögen des Schuldners, sondern ihm gehören und, falls ihm das nicht gelinge, seine Rechte dem Prozeßgericht glaubhaft zu machen und bei diesem eine einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung zu erwirken (BGHZ 55, 20, 30; 58, 207, 210).
Die vorliegende Fallgestaltung ist schließlich auch nicht denjenigen Fallgestaltungen ähnlich und daher nicht mit diesen Fallgestaltungen gleichzubehandeln, in denen eine Sache, die mehreren gehört, deliktisch beschädigt wurde und in denen die Rechtsprechung eine Gesamtgläubigerschaft der geschädigten Eigentümer verneint hat (z.B. BGHZ 55, 20 [31 f.]).
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