Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20310/03
Timestamp: 2019-06-16 18:11:03
Document Index: 117701924

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 293', '§ 280', '§ 282', '§ 241', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 230']

Rechtsprechung: II ZR 310/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,211
BGH, 21.03.2005 - II ZR 310/03 (https://dejure.org/2005,211)
BGH, Entscheidung vom 21.03.2005 - II ZR 310/03 (https://dejure.org/2005,211)
BGH, Entscheidung vom 21. März 2005 - II ZR 310/03 (https://dejure.org/2005,211)
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Anwendbarkeit der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf die stille Gesellschaft; Anspruch des stillen Gesellschafters auf Rückzahlung der Einlage bei Haftung auf das negative Interesse; Umfang der Aufklärungspflicht über Nachteile und Risiken bei angebotenen Kapitalanlagemodellen in Fällen der Verwendung eines Großteils des Geldes für so genannte weiche Kosten; Aufklärungsbedürftigkeit von Anlageinteressenten bei Widerruf des Widerrufs eines bereits geschlossenen Gesellschaftsvertrages; Kündigungsrecht eines stillen Gesellschafters bei Angebot der Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens in einer Summe, statt wie vereinbart als Rente durch den Vertragspartner
Zu den Aufklärungspflichten bezüglich der Nachteile und Risiken eines Kapitalanlagemodells ("Göttinger Gruppe")
Zusammenfassung von "Rückabwicklung einer Kapitalanlage in Form einer stillen Gesellschaft - Urteilskomplex "Göttinger Gruppe"" von Prof. Dr. Johannes Wertenbruch, original erschienen in: NJW 2005, 2823 - 2826.
LG Göttingen, 12.09.2002 - 2 O 73/02
ZIP 2005, 759
DB 2005, 945 (Ls.)
NZG 2005, 467
Sofern der Prospekt geeignet ist, die nötigen Informationen wahrheitsgemäß und verständlich zu vermitteln, und er dem Anleger rechtzeitig vor Vertragsschluss überlassen worden ist, kann die Aushändigung eines Prospekts im Einzelfall ausreichen, um den Beratungs- und Auskunftspflichten Genüge zu tun (…s. etwa Senat, Versäumnisurteil vom 18. Januar 2007 - III ZR 44/06 - NJW-RR 2007, 621, 622 Rn. 17 …sowie Urteile vom 12. Juli 2007 - III ZR 145/06 - NJW-RR 2007, 1692 Rn. 9;… vom 19. Juni 2008 aaO Rn. 7;… vom 5. März 2009 - III ZR 302/07 - NJW-RR 2009, 687, 688 Rn. 17;… vom 5. März 2009 - III ZR 17/08 - WM 2009, 739, 740 Rn. 12 …und vom 19. November 2009 aaO S. 120 Rn. 24 m.w.N.; s. auch BGH, Urteil vom 21. März 2005 - II ZR 310/03 - NJW 2005, 1784, 1787 f).
So hat der Bundesgerichtshof Ausnahmen unter anderem dann anerkannt, wenn der Vertrag gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, der Zweck der Gesellschaft mit den guten Sitten unvereinbar ist oder eine besonders grobe Sittenwidrigkeit vorliegt (vgl. BGH…, Urteil vom 29. November 2004, aaO; vom 21. März 2005 - II ZR 310/03, NJW 2005, 1784, 1785).
Sofern der Prospekt geeignet ist, die nötigen Informationen wahrheitsgemäß und verständlich zu vermitteln, und er dem Anleger rechtzeitig vor Vertragsschluss überlassen worden ist, kann die Aushändigung eines Prospekts im Einzelfall ausreichen, um den Beratungs- und Auskunftspflichten Genüge zu tun (…siehe etwa Senat, Versäumnisurteil vom 18. Januar 2007 - III ZR 44/06 - NJW-RR 2007, 621, 622 Rn. 17 …sowie Urteile vom 12. Juli 2007 - III ZR 145/06 - NJW-RR 2007, 1692 Rn. 9…, vom 19. Juni 2008 - III ZR 159/07 - BeckRS 2008, 13080 Rn. 7…, vom 5. März 2009 - III ZR 302/07 - NJW-RR 2009, 687, 688 Rn. 17…, vom 5. März 2009 - III ZR 17/08 - WM 2009, 739, 740 Rn. 12 …und vom 19. November 2009 aaO S. 120 Rn. 24 m.w.N.; s. auch BGH, Urteil vom 21. März 2005 - II ZR 310/03 - NJW 2005, 1784, 1787 f).
Dass dafür die lange Vertragslaufzeit nicht ausreicht, hat der Senat für einen vergleichbaren Vertrag mit der Beklagten zu 1 bereits in dem Urteil vom 21. März 2005 (aaO) ausgeführt.
Sie werden deshalb gemäß §§ 293, 294 Abs. 2 AktG - vorbehaltlich etwaiger Besonderheiten nach der Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft (dazu Sen.Urt. v. 21. März 2005 aaO) - erst mit der Genehmigung der Hauptversammlung und der Eintragung in das Handelsregister wirksam.
b) Ein gegen die Beklagte zu 2 gerichteter Schadensersatzanspruch wegen Verschuldens bei Vertragsschluss (§ 280 Abs. 1, 3, § 282, § 241 Abs. 2, § 311 Abs. 2 BGB n.F.; vgl. dazu etwa Sen.Urt. v. 21. März 2005 - II ZR 310/03, ZIP 2005, 759, 760 ff.) besteht ebenfalls nicht.
Etwas anderes gilt nur, wenn die übrigen Gesellschafter die Erklärung für wirksam gehalten haben, weil sie etwa davon ausgingen, der Mitgesellschafter sei wirksam vertreten worden und seine Zustimmung liege vor (…vgl. BGH, Urteile vom 12. Oktober 1987 - II ZR 251/86, aaO, 417;… vom 14. Oktober 1991 - II ZR 212/90, aaO;… vom 1. Juni 2010 - XI ZR 389/09, aaO), oder wenn der Vertreter zwar ohne Vollmacht gehandelt hat, der Abschluss des Gesellschaftsvertrags aber vom Auftrag des Gesellschafters umfasst war und damit auf seinen Willen zurückzuführen ist (vgl. BGH, Urteile vom 16. Dezember 2002 - II ZR 109/01, BGHZ 153, 214, 221 f.; vom 21. März 2005 - II ZR 310/03, NJW 2005, 1784, 1786;… vom 1. Juni 2010 - XI ZR 389/09, aaO).
Es genügt, daß der stille Gesellschafter Einlagezahlungen leistet (ständige Rechtsprechung des Senats, zuletzt Urteile vom 21. März 2005 - II ZR 140/03 und II ZR 310/03, z.V.b.).
Wie der Senat in seinen Entscheidungen vom 19. Juli 2004, 29. November 2004 und 21. März 2005 (II ZR 354/02, ZIP 2004, 1706, II ZR 6/03, ZIP 2005, 254, 256 und II ZR 140/03 sowie II ZR 310/03, z.V.b.) ausgeführt hat, stehen die Grundsätze der fehlerhaften Gesellschaft einem Anspruch auf Rückgewähr der Einlage dann nicht entgegen, wenn der Vertragspartner des stillen Gesellschafters - der Inhaber des Handelsgeschäfts i.S. des § 230 HGB - verpflichtet ist, den stillen Gesellschafter im Wege des Schadensersatzes so zu stellen, als hätte er den Gesellschaftsvertrag nicht abgeschlossen und seine Einlage nicht geleistet.
LG Düsseldorf, 08.11.2011 - 10 O 109/11
Schadensersatz aus einem Kapitalanlageberatungsvertrag wegen Verletzung der …