Source: http://exploredoc.com/doc/5233169/%C2%A7-1-abfaev-%E2%80%93-anwendungsbereich
Timestamp: 2019-02-22 14:59:31
Document Index: 177847980

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 18', '§ 53', '§ 18', '§ 53', '§ 53', '§ 54', '§ 72', '§ 54', '§ 12', '§ 53', '§ 7', '§ 3', '§ 2', '§ 18', '§ 3', '§ 3', '§ 17', '§ 3', '§ 3', 'EuG', '§ 3', '§ 13', '§ 23', '§ 3', '§ 12', '§ 3', '§ 25', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 27', '§ 3', '§ 53', '§ 54', '§ 3', '§ 53', '§ 54', '§ 7', '§ 9']

Da die AbfAEV der Konkretisierung der Anzeigepflicht und der Erlaubnispflicht dient, stellt Absatz 1 den Bezug zu diesen gesetzlichen Vorschriften her. Mit den
Regelungen wurde Artikel 26 der europäischen Abfallrichtlinie 2008/98/EG (AbfRL) umgesetzt (siehe dazu die Einführung zur AbfAEV).
Abgrenzung zur Anzeige einer gewerblichen Sammlung
Soweit eine Sammeltätigkeit nach § 53 Abs. 1 Satz 1 KrWG anzeigepflichtig ist, ist die Anzeige unabhängig von einer ggf. nach § 18 KrWG erforderlichen Anzeige
einer gewerblichen Sammlung zu erstatten. Denn die Anzeigepflicht nach § 53 Abs. 1 Satz 1 KrWG ist vom Sammler selbst zu erstatten und bezieht sich auf die
generelle Tätigkeit des Sammelns von Abfällen, während die Anzeigepflicht nach § 18 Abs. 1 KrWG vom Träger der Sammlung zu erstatten ist und die konkrete
Sammeltätigkeit im Gebiet eines öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers betrifft. Letztere bleibt von der allgemeinen Anzeigepflicht nach § 53 Abs. 1 Satz 1
KrWG unberührt und muss daher zusätzlich erfüllt werden.
Entbehrlichkeit der Anzeige bei Erlaubnis
Die Anzeigepflicht gilt nach § 53 Abs. 1 Satz 1 KrWG nicht, wenn der Betroffene über eine Erlaubnis nach § 54 Abs. 1 KrWG verfügt („es sei denn, der Betrieb
verfügt über eine Erlaubnis“). Denn in diesem Fall wurde die Zuverlässigkeit sowie die Sach- und Fachkunde bereits im Rahmen des Erlaubnisverfahrens geprüft.
Folglich muss ein Betrieb, der über eine Erlaubnis für gefährliche Abfälle verfügt, seine Tätigkeiten in Bezug auf nicht gefährliche Abfälle nicht zusätzlich
anzeigen. Auch soweit für die Tätigkeit bereits früher eine Transport- oder Vermittlergenehmigung erteilt wurde und diese nach § 72 Abs. 5 und 6 KrWG als
Erlaubnis fortgilt, ist eine erneute Anzeige nicht notwendig. Etwas anderes gilt, sobald die Gültigkeit der Genehmigung endet.
Ausnahmen von der Erlaubnispflicht für gefährliche Abfälle bestehen nach § 54 Abs. 3 KrWG für öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und
Entsorgungsfachbetriebe. Weitere Ausnahmen von der Erlaubnispflicht sind durch Rechtsverordnung oder durch Sondergesetz möglich (zu den geltenden
Ausnahmen siehe die Erläuterungen zu § 12 Abs. 1 AbfAEV).
Falls ausnahmsweise keine Erlaubnis notwendig ist, muss dennoch eine Anzeige erfolgen. Dies ergibt sich aus dem Wortlaut des § 53 Abs. 1 Satz 1 KrWG. Wer
von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, „verfügt“ nämlich gerade nicht über eine Erlaubnis. Lediglich in den Fällen des § 7 Abs. 8 und 9 AbfAEV gilt auch eine
Ausnahme von der Anzeigepflicht, wobei sich Absatz 8 aber nur auf nicht gefährliche Abfälle bezieht.
Adressaten der Anzeigepflicht
Adressaten der Anzeigepflicht sind Sammler, Beförderer, Händler und Makler von Abfällen, wobei die jeweilige betriebliche Tätigkeit anzuzeigen ist. Die Begriffe
„Sammler“, „Beförderer“, „Händler“ und „Makler“ sind im KrWG definiert. Eine Konkretisierung dieser Begrifflichkeiten in der AbfAEV war daher nicht notwendig
und wäre auch mangels Verordnungsermächtigung nicht möglich gewesen.
1.1 Sammler von Abfällen
Sammler von Abfällen ist nach § 3 Abs. 10 KrWG jede natürliche oder juristische Person (z.B. GmbH), die gewerbsmäßig oder im Rahmen wirtschaftlicher
Unternehmen, d.h. aus Anlass einer anderweitigen gewerblichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit, die nicht auf die Sammlung von Abfällen gerichtet ist, Abfälle
sammelt. Dabei wollte der deutsche Gesetzgeber alle in Betracht kommenden Unternehmen und Personen erfassen und auch Personengesellschaften (z.B. KG,
OHG, GbR) nicht ausnehmen. Dies spiegelt sich auch in § 2 Abs. 1 AbfAEV wider, wonach eine Personenvereinigung ebenfalls Inhaber eines Sammlerbetriebs
Sammler ist nur derjenige, der selbst Abfälle sammelt, nicht auch derjenige, der einen Dritten (z.B. Subunternehmer) mit der eigentlichen Sammeltätigkeit beauftragt.
Im Falle einer solchen Beauftragung ist allein der Beauftragte Sammler. Nur er unterliegt der entsprechenden Anzeige- und Erlaubnispflicht. Eine andere Frage ist,
ob der Auftraggeber Träger der Sammlung ist und deshalb im Falle einer gewerblichen oder gemeinnützigen Sammlung der Anzeigepflicht nach § 18 KrWG
unterliegt (siehe oben). Unter Umständen ist er auch Händler und in dieser Rolle anzeige- und erlaubnispflichtig.
Abgrenzung der Sammlung von anderen Handlungen
Die Sammlung von Abfällen betrifft nach § 3 Abs. 15 KrWG das Einsammeln von Abfällen einschließlich einer ggf. zum Zwecke des Transports zu einer
Abfallbehandlungsanlage erfolgenden vorläufigen Sortierung (z.B. Um- oder Nachsortierung falsch sortierter Abfälle beim Abfallerzeuger/-besitzer im Rahmen
sog. Müllmanagementsysteme) oder vorläufigen Lagerung (z.B. Umschlag oder kurzfristige Lagerung auf dem Betriebsgelände des Sammlers).
Abzugrenzen ist das Sammeln in zeitlicher Hinsicht nach vorne hin vom Ansammeln von Abfällen im Bereich des Erzeugers/Besitzers mit dem Ziel, Abfälle in
sinnvollen Mengen für die Abfallentsorgung bereitzustellen. Diese Art des Ansammelns bzw. Zusammentragens von Abfällen auf einem Grundstück fällt unter
den Begriff der zeitweilige Lagerung im Sinne der Verfahrensbeschreibungen D15 und R13 gemäß Anlage 1 und 2 zum KrWG und zählt zur Bereitstellung im Sinne
von § 3 Abs. 14 KrWG, nicht aber zu der dort eigenständig genannten Sammlung.
Bei der Abgrenzung nach hinten ist zu berücksichtigen, dass Transportvorgänge, die im Rahmen einer Sammlung stattfinden, zwar noch zur Sammlung zählen,
nicht aber der nach der Sammlung stattfindende Transport zur Abfallbehandlungsanlage.
Hol- und Bringsysteme
Zum Sammeln gehört auch das Entgegennehmen von Abfällen im Rahmen von Hol- und Bringsystemen, durch welche die Abfallerzeuger und -besitzer ihrer
Überlassungspflicht nach § 17 Abs. 1 KrWG (bei Hausmüll und Gewerbeabfällen zur Beseitigung) oder ihrer Pflicht zur ordnungsgemäßen Verwertung (bei
Gewerbeabfällen zur Verwertung) nachkommen. Dabei erfassen Holsysteme die Abfälle beim Erzeuger/Besitzer (z.B. Tonnen- und Sacksysteme sowie mobile
Schadstoffsammlung). Hier ist der Sammler immer zugleich auch Beförderer. Bei Bringsystemen liefert der Erzeuger oder Besitzer die Abfälle hingegen selbst bei
der vorgesehenen Stelle (z.B. Wertstoffhof) an. In diesem Fall ist er selbst bzw. ein von ihm beauftragter Dritter der anzeige- oder erlaubnispflichtige Beförderer.
Zusammenfassend ist „Sammeln“ somit das Abholen oder Entgegennehmen von Abfällen verschiedener Abfallerzeuger/-besitzer oder von Abfällen eines
Abfallerzeugers/-besitzers an verschiedenen Standorten.
Abgrenzung zwischen Sammlern und Entsorgern
Da danach auch Personen oder Unternehmen, die Abfälle im Rahmen eines Bringsystems in einer genehmigten Anlage sammeln, der Anzeige- und Erlaubnispflicht
unterliegen, stellt sich die Frage der Abgrenzung zwischen einem Sammler und dem Betreiber einer Entsorgungsanlage. Wollte man den Anlagenbetreiber als
Sammler ansehen, würde dies angesichts der Genehmigungspflicht für Entsorgungsanlagen und Deponien zu einer ungerechtfertigten Ausdehnung der Anzeigeund Erlaubnispflicht führen und dem EU-rechtlich geprägten Zweck dieser Vorschriften widersprechen. Deshalb bedarf es keiner zusätzlichen Registrierung in der
Rolle des Sammlers im Bringsystem bzw. einer Anzeige- bzw. Erlaubnispflicht als Sammler. Anders verhält es sich, wenn der Anlagenbetreiber die Abfälle selbst
beim Erzeuger oder Besitzer abholt und zu seiner Anlage befördert. Dann handelt es sich um ein Holsystem, bei dem der Anlagenbetreiber zugleich als anzeigebzw. erlaubnispflichtiger Sammler und Beförderer (im Falle der Sammlung bei mehreren Erzeugern/Besitzern) oder nur als Beförderer (im Falle der Abholung bei nur
einer Anfallstelle) anzusehen ist.
Sammeln und Befördern auf öffentlichen Verkehrswegen
Nach Sinn und Zweck der Anzeige- und Erlaubnispflicht wird auch nur das Sammeln und Befördern auf öffentlichen Verkehrswegen erfasst. Der innerbetriebliche
Verkehr, also das Sammeln und Befördern von Abfällen auf einem Betriebsgrundstück oder der Transport von Abfällen innerhalb eines Chemieparks, fällt
demnach nicht unter die Vorschriften. Anders liegt der Fall, wenn Abfälle von einem Betriebsgrundstück über öffentliche Straßen zu einem anderen Grundstück
des gleichen Betriebs befördert werden. In diesen Fällen ist ein anzeige- bzw. erlaubnispflichtiges Sammeln bzw. Befördern von Abfällen gegeben.
Gewerbsmäßigkeit des Sammelns
Sammler von Abfällen ist nach § 3 Abs. 10 KrWG nur derjenige, der „gewerbsmäßig“ oder „im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen“ handelt. Dabei ist die
gewerbsmäßige Sammlung nicht mit der „gewerblichen Sammlung“ im Sinne von § 3 Abs. 18 KrWG zu verwechseln (siehe auch oben).
Gewerbsmäßig ist das Sammeln, wenn es im Rahmen einer auf gewisse Dauer angelegten selbstständigen Tätigkeit im Bereich der Wirtschaft stattfindet, die auf
die Erzielung von Gewinn durch das Sammeln von Abfällen gerichtet ist. Maßgeblich ist, dass der Geschäftszweck des Unternehmens auch und gerade im
Sammeln von Abfällen liegt. Dies ist etwa bei privaten Müllabfuhrunternehmen und anderen „klassischen“ Abfallentsorgungsbetrieben der Fall („ProfiEntsorger“), nicht allerdings bei öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, die im Rahmen ihrer Entsorgungsaufgabe Abfälle sammeln. Dabei ist es für den Begriff
der Gewerbsmäßigkeit unerheblich, ob tatsächlich ein Gewinn erzielt wird und ob die Tätigkeit im konkreten Fall eine Leistung unter mehreren ist. Ebenso wenig
kommt es darauf an, ob der jeweilige Abfall gefährlich ist oder nicht und ob es sich um eigene oder fremde Abfälle handelt. Auch muss die Abfallsammlung oder beförderung nicht die ausschließliche oder auch nur hauptsächliche Tätigkeit, wohl aber eine gewöhnliche und regelmäßige Tätigkeit des betroffenen
Sammeln im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen
Im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen erfolgt das Sammeln, wenn es aus Anlass einer anderweitigen gewerblichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit, die nicht auf
die Sammlung von Abfällen ausgerichtet ist, durchgeführt wird. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen Unterfall der Gewerbsmäßigkeit. Lediglich die
gewerbsmäßige Tätigkeit, anlässlich derer die Abfälle gesammelt werden, dient eigentlich anderen Zwecken als der Abfallsammlung.
Bei der Bestimmung der „Tätigkeit“ ist insoweit nicht auf die jeweils im Einzelfall durchgeführte Sammeltätigkeit abzustellen, sondern auf die allgemeine Tätigkeit
des Unternehmens. Nach der gesetzlichen Definition muss nämlich das Sammeln „im Rahmen“ wirtschaftlicher Unternehmen erfolgen. Nur wenn der allgemeine
Unternehmenszweck, also die vom Unternehmen im Hauptzweck ausgeübte Tätigkeit, nicht gerade in der Abfallsammlung liegt, handelt es sich um ein
wirtschaftliches Unternehmen, in dessen „Rahmen“ dann im Einzelfall die Abfallsammlung erfolgt. Unternehmen, die eigene Abfälle sammeln, fallen dabei gemäß
der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nur dann als wirtschaftliche Unternehmen unter den Sammlerbegriff, wenn es sich beim Sammeln um
eine gewöhnliche und regelmäßige Tätigkeit des Unternehmens handelt. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich nicht um einen Sammler. Gleiches gilt bei
wirtschaftlichen Unternehmen, die fremde Abfälle sammeln. Die Größe des Unternehmens und die Anzahl der Mitarbeiter/-innen spielen dabei keine Rolle.
Die folgenden Beispiele, die auch für Beförderer im Sinne von § 3 Abs. 11 KrWG gelten, verdeutlichen die Abgrenzung zwischen einer „gewerbsmäßigen“
Tätigkeit und einer Tätigkeit „im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen“:
Im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen erfolgt der Werksverkehr zwischen verschiedenen Unternehmensstandorten eines Industriebetriebs. Voraussetzung
ist freilich, dass öffentliche Verkehrswege benutzt werden.
Auch Landwirte, die regelmäßig z.B. Gülle – soweit diese als Abfall einzustufen ist (siehe dazu die Erläuterungen zu § 13 Abs. 4) – in Biogasanlagen
transportieren, machen dies grundsätzlich im Rahmen ihres wirtschaftlichen Unternehmens. Etwas anderes gilt, wenn ein Landwirt als Lohnunternehmer (auch)
Gülle für andere transportiert. Dann handelt er gewerbsmäßig.
Ein Bauunternehmer, der die bei seinen Leistungen anfallenden eigenen Abfälle oder die Abfälle seiner Kunden in Erfüllung einer Nebenpflicht aus dem
Bauvertrag befördert, handelt grundsätzlich ebenfalls im Rahmen eines wirtschaftlichen Unternehmens, das auf andere Zwecke als die Abfallentsorgung
ausgerichtet ist. Etwas anderes gilt aber für Straßen- oder Tiefbauunternehmen, deren Haupttätigkeit auch der Transport von Bauabfällen ist (z.B.
Unternehmen, die eigene Aufbereitungsanlagen für Bauschutt oder teerhaltigen Straßenaufbruch betreiben und dort regelmäßig solche Abfälle aus ihren
Baumaßnahmen anliefern). Auch bei Abbruchunternehmen gehört die Abfuhr und Entsorgung der Abfälle typischerweise zum Unternehmenszweck. Hier liegt
deshalb ebenfalls kein wirtschaftliches Unternehmen, sondern gewerbsmäßiges Handeln vor.
Die Erbringung sonstiger Dienstleistungen, z.B. durch Handwerksbetriebe, erfolgt regelmäßig im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen. Dies gilt etwa dann,
wenn ein Fliesenleger die herausgeschlagenen alten Fliesen vom Kunden mitnimmt und sie zu einem Sammelplatz oder einer Entsorgungsanlage befördert oder
wenn ein mobiler Friseur nach Verrichtung der Tätigkeit in einem Altenheim die nicht mehr verwendbaren Reste der Färbemittel zurück in seinen Laden
mitnimmt. Der hauptsächliche Unternehmenszweck ist in solchen Fällen die Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen; das Sammeln oder Befördern von
Abfällen erfolgt (nur) anlässlich und im Zusammenhang mit diesen Leistungen.
Bei Tank- oder Kanalreinigungsunternehmen ist hingegen der Transport der anfallenden Abfälle nach der Verkehrsanschauung in aller Regel und
typischerweise als Segment in der angebotenen Leistungspalette der Entsorgungsdienstleistungen enthalten, sodass der Unternehmenszweck auch und
gerade den Transport von Abfällen für Dritte umfasst.
Gleiches gilt für die Anbieter von mobilen Toilettenkabinen. Auch hier gehört neben dem Aufstellen der Kabinen insbesondere die Abfuhr und Entsorgung
der Fäkalien und sonstigen Abfälle zum Leistungsspektrum, sodass es sich ebenfalls um eine gewerbsmäßige Tätigkeit handelt.
Ein Entrümpelungsunternehmen, welches neben Abfällen auch Nichtabfälle sammelt bzw. befördert, handelt ebenfalls gewerbsmäßig. Denn nach der
Verkehrsauffassung ist hier das Zusammentragen und Befördern von Abfällen ein unverzichtbarer oder zumindest wesentlicher Bestandteil der angebotenen
Hersteller und Vertreiber, welche die aus ihren Erzeugnissen entstehenden Abfälle im Rahmen der Produktverantwortung (§§ 23 ff. KrWG) zurücknehmen,
handeln ebenfalls gewerbsmäßig, sofern die Rücknahme einen nicht unerheblichen Teil ihres Geschäftsbetriebs ausmacht und die Kosten der Rücknahme in
die Preise für Neuprodukte eingerechnet werden.
Bei Transportunternehmen kann ein gewerbsmäßiges Handeln nicht schon deshalb angenommen werden, weil der Unternehmenszweck in der Beförderung
liegt. Vielmehr muss gerade das Befördern von Abfällen mit umfasst sein. Deshalb handeln nur solche Unternehmen gewerbsmäßig, die neben der
Beförderung von anderen Gegenständen auch die Beförderung von Abfällen vertraglich vereinbaren (schriftlich oder mündlich) und sogar gezielt mit
entsprechenden Angeboten werben. Dies gilt natürlich erst recht für gewerbliche Müllabfuhrunternehmen und andere Abfallbeförderer. Hat hingegen ein
Transportunternehmen die Beförderung von Abfällen grundsätzlich ausgeschlossen (z.B. in seinen Geschäftsbedingungen) und führt es einen Abfalltransport
nur vereinzelt auf besonderen Kundenwunsch durch, handelt es sich um ein wirtschaftliches Unternehmen. Gleiches gilt bei einem Möbelspediteur, der
grundsätzlich nur Möbel von der Fabrik zu Einrichtungshäusern oder von Einrichtungshäusern zu Privatkunden befördert und Verpackungen oder
beschädigte bzw. defekte Möbelstücke mit zurücknimmt. Auch Spediteure, die den Einzelhandel mit Waren beliefern und zur Vermeidung von Leerfahrten
gebrauchte Verpackungen (Papier, Pappe, gepresste Getränkeverpackungen) als Rückladung mitnehmen, tun dies regelmäßig im Rahmen wirtschaftlicher
Soweit sich bei einem Unternehmen mit mehreren unselbstständigen Bereichen lediglich einer mit der Sammlung oder Beförderung von Abfällen befasst,
kommt es darauf an, ob der Abfallbereich den Hauptzweck des Unternehmens prägt (insbesondere nach Umfang und Umsatz). Ist dies zu bejahen, handelt es
sich bei dem Unternehmen insgesamt um einen gewerbsmäßigen Sammler oder Beförderer. Handelt es sich hingegen um einen untergeordneten Bereich,
erfolgt das Sammeln oder Befördern im Rahmen eines wirtschaftlichen Unternehmens (z.B. Aktensammlung und -vernichtung durch eine Abteilung einer
karitativen Einrichtung).
Nicht gewerbsmäßig ist auch das Sammeln durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger im Rahmen ihrer Entsorgungsaufgabe (hier fehlt es an der
Gewinnerzielungsabsicht) und die Sammlung durch kommunale Versorgungsbetriebe bzw. andere öffentliche Stellen und Behörden (z.B. Polizei, Bundeswehr,
Marine etc.). In diesen Fällen erfolgt die Sammlung regelmäßig auch nicht im Rahmen eines wirtschaftlichen Unternehmens.
1.2 Beförderer von Abfällen
Beförderer von Abfällen ist nach § 3 Abs. 11 KrWG jede natürliche oder juristische Person (auch Personenvereinigung), die gewerbsmäßig oder im Rahmen
wirtschaftlicher Unternehmen Abfälle befördert. Zur Auslegung der Begriffe „gewerbsmäßig“ und „im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen“ gilt das Gleiche wie
beim Sammler (oben 1.1).
Eigene Beförderungsleistungen
Im Unterschied zum Sammler führt der Beförderer reine Beförderungsleistungen durch; er sammelt also weder Abfälle verschiedener Abfallerzeuger und -besitzer
noch von verschiedenen Standorten gleicher Abfallbesitzer. Vielmehr befördert er lediglich fremde Abfälle zu einem ihm von seinem Vertragspartner vorgegebenen
Ziel, ohne selbst vertraglich für die Veranlassung der Entsorgung dieser Abfälle verantwortlich zu sein. Beförderer ist dabei nur derjenige, der selbst die Abfälle
befördert, nicht auch derjenige, der einen Dritten (z.B. Subunternehmer) mit der eigentlichen Beförderertätigkeit beauftragt. Deshalb sind Speditionsunternehmen,
die vertraglich lediglich die Veranlassung der Beförderung von fremden Abfällen zu einem ihnen vom Vertragspartner vorgegebenen Ziel übernehmen, ohne selbst
die Abfälle zu befördern, keine Beförderer.
Die Anzeige- und Erlaubnispflicht gilt dabei – vorbehaltlich der Ausnahmen nach § 12 Abs. 1 – unabhängig von der Art des Transportmittels (Kfz, Schiff,
Schienen-, Luftfahrzeug etc.).
1.3 Händler von Abfällen
Händler von Abfällen ist nach § 3 Abs. 12 KrWG jede natürliche oder juristische Person (auch Personenvereinigung), die gewerbsmäßig oder im Rahmen
wirtschaftlicher Unternehmen oder öffentlicher Einrichtungen in eigener Verantwortung Abfälle erwirbt und weiter veräußert. Zur Auslegung der Begriffe
„gewerbsmäßig“ und „im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen“ wird auf die Ausführungen zum Sammler verwiesen (oben 1.1).
Eine öffentliche Einrichtung ist eine Sache oder eine Sachgesamtheit, die durch Widmung einem bestimmten Kreis der Öffentlichkeit zur Benutzung zur Verfügung
gestellt wird. In der Regel werden öffentliche Einrichtungen von den Gemeinden im Rahmen der Daseinsvorsorge bereitgestellt (z.B. Kindergärten, Altenheime,
Schulen, Verkehrsbetriebe). Sofern keine gesetzliche Verpflichtung zur öffentlich-rechtlichen Organisation besteht, kann auch ein privates Unternehmen Träger
einer öffentlichen Einrichtung sein. Mögliche Organisationsformen sind daher neben der einer Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts bzw. eines Regieoder Eigenbetriebs auch die einer GmbH, AG etc. Für ihre Stadtwerke bzw. Verkehrs- und Entsorgungsbetriebe haben die meisten Gemeinden inzwischen eine Form
des Privatrechts gewählt. Gerade bei den Verkehrs- und Entsorgungsbetrieben dürfte der Hauptanwendungsfall für ein Handeln im Rahmen öffentlicher
Einrichtungen liegen.
Wesentliches Kriterium für einen Händler ist, dass er in eigener Verantwortung, d.h. in eigenem Namen, Abfälle „erwirbt und weiterveräußert“. Durch das Merkmal
des Handelns in eigener Verantwortung unterscheidet sich der Händler vom Makler, welcher den Erwerb und die Veräußerung von Abfällen nicht in eigenem
Namen betreibt, sondern nur dazu beiträgt, dass entsprechende Rechtsgeschäfte zwischen Dritten zustande kommen. Die Händlereigenschaft kann auch dann
vorliegen, wenn die Person bei der Übernahme der Abfälle von ihrem Vorbesitzer ein Entgelt erhält und bei ihrer Weitergabe dem Empfänger ein – regelmäßig
geringeres – Entgelt für die Entsorgung bzw. Veranlassung der Entsorgung zahlt.
Maßgeblich ist, ob nach den vertraglichen Vereinbarungen Eigentum an dem Abfall erlangt und anschließend weiter übertragen wird. Denn unter Erwerb und
Veräußerung wird schon nach allgemeinem Verständnis eine eigentumsrechtliche Übereignung verstanden. Eine bloße Besitzübertragung reicht hingegen nicht
aus, zumal der Abfallbesitz nach der Händlerdefinition gerade nicht erforderlich ist. Deshalb ist etwa der Betreiber eines Umschlagplatzes für Abfälle (z.B.
Binnenhafen), der nur fremde Abfälle von einem Fahrzeug in ein anderes Fahrzeug umlädt, kein Händler.
Allerdings erfüllt nicht jede Eigentumsübertragung, insbesondere nicht eine Übertragung aufgrund gesetzlicher oder sonstiger Schuldverhältnisse, den Begriff
des „Erwerbs“. Erforderlich ist vielmehr ein Eigentumserwerb aufgrund rechtsgeschäftlicher Beziehung. Keine Händler von Abfällen sind deshalb Rechtsträger, die
zur Annahme oder zur Veranlassung der Entsorgung der Abfälle bereits kraft Rechtsvorschrift verpflichtet sind. Dies betrifft öffentlich-rechtliche
Entsorgungsträger im Rahmen ihrer Entsorgungsverantwortung, z.B. wenn sie – als öffentliche Einrichtung – überlassene Grünabfälle, altmetallhaltige Abfälle oder
Elektroaltgeräte, deren Erfassung und Eigenentsorgung sie sich vorbehalten haben, weiterveräußern. Gleiches gilt für Hersteller oder Vertreiber sowie die von
ihnen beauftragten und eingerichteten Systeme, die Abfälle aus von ihnen hergestellten oder vertriebenen Produkten kraft einer Rücknahmeverordnung nach § 25
KrWG oder kraft eines Gesetzes zurücknehmen und unmittelbar nach ihrer Erfassung weiterveräußern. Ebenfalls keine Händler sind Hersteller und Vertreiber, die
Abfälle aus dem Gebrauch der von ihnen hergestellten bzw. vertriebenen Produkte freiwillig zurücknehmen.
Die Erlangung der tatsächlichen Sachherrschaft über die Abfälle ist für den Händlerbegriff nicht erforderlich. Unter die Händlerdefinition fallen deshalb auch
Personen, welche die Abfälle nicht physisch in Besitz nehmen. Dies ist bei sog. Streckenhändlern der Fall. Kennzeichnend für den Streckenhandel ist, dass der
Händler den Abfall vom Erzeuger oder Besitzer erwirbt und ihn weiterverkauft, ohne selbst physischen Kontakt mit dem Abfall zu haben. Schuldrechtliche
Verträge bestehen also nur zwischen Händler und Erzeuger bzw. Besitzer einerseits sowie Händler und Empfänger andererseits. Die vom Händler veranlasste und
organisierte Lieferung des Abfalls erfolgt dann direkt vom Erzeuger bzw. Besitzer an den Abnehmer.
Abgrenzung zwischen Händlern und Sammlern
Erlangt ein Händler hingegen auch den Besitz an dem Abfall, ist er zugleich Abfallbesitzer im Sinne von § 3 Abs. 9 KrWG. Begrifflich können zwar auch Sammler
und Beförderer – die ebenfalls Abfallbesitzer werden – zugleich Händler von Abfällen sein, wenn sie die Abfälle nicht nur sammeln oder befördern, sondern
außerdem in eigener Verantwortung weiterveräußern. Allerdings ist dies grundsätzlich bei jeder Sammeltätigkeit der Fall, weil der Sammler regelmäßig auch den
weiteren Entsorgungsweg festlegt (anders bei einem bloßen Befördern der Abfälle im Auftrag und nach Weisung des Erzeugers oder Besitzers). Hier wird man
annehmen können, dass das Handeln in Bezug auf die gesammelten oder beförderten Abfälle eine untergeordnete Nebentätigkeit ist, für die keine zusätzliche
Anzeige oder Erlaubnis notwendig ist. Die zusätzliche Registrierung eines Sammler- oder Befördererbetriebs bzw. die Erteilung einer Erlaubnis an einen solchen
Betrieb in der Rolle eines Händlers ist nur dann notwendig, wenn die Tätigkeit des Betriebs neben der Abfallsammlung bzw. -beförderung auch noch im Handel mit
anderen als den gesammelten oder beförderten Abfällen besteht.
Abgrenzung zwischen Händlern und Entsorgern
Die Annahme und Weitergabe von Abfällen durch den Betreiber eines Zwischenlagers erfordert ebenfalls eine an Sinn und Zweck der Anzeige- und
Erlaubnispflicht orientierte einschränkende Auslegung dahingehend, dass es auch hier einer zusätzlichen Anzeige bzw. Erlaubnis als Händler in Bezug auf diese
Abfälle nicht bedarf. Insoweit gelten die zum Anlagenbetreiber als Sammler im Bringsystem gemachten Ausführungen entsprechend (oben 1.1).
Gleiches gilt für den Betreiber einer Vorbehandlungsanlage, der beispielsweise wegen Kapazitätsengpässen seiner Anlage gezwungen ist, die von einem
Abfallerzeuger erworbenen Abfälle unbehandelt an einen anderen Abfallentsorger weiterzuveräußern.
Im Übrigen ist für den Händlerbegriff entscheidend, dass der Händler die Abfälle ohne Änderung ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung weitergibt, also
nicht zum Zweiterzeuger im Sinne von § 3 Abs. 8 Nr. 2 KrWG wird. Auch aus diesem Grund kann der Betreiber einer Vorbehandlungsanlage, der nach einer
Vorbehandlung der Abfälle die weitere Abfallentsorgung eigenverantwortlich übernimmt, kein Händler von Abfällen sein.
1.4 Makler von Abfällen
Makler von Abfällen ist nach § 3 Abs. 13 KrWG jede natürliche oder juristische Person (auch Personenvereinigung), die gewerbsmäßig oder im Rahmen
wirtschaftlicher Unternehmen oder öffentlicher Einrichtungen für die Bewirtschaftung von Abfällen für Dritte sorgt. Zur Auslegung der Begriffe „gewerbsmäßig“
und „im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen oder öffentlicher Einrichtungen“ wird auf die Ausführungen zum Sammler und Händler verwiesen (oben 1.1 und
Abfallbewirtschaftung für Dritte
Makler ist nur, wer für die Bewirtschaftung von Abfällen für Dritte sorgt. Maßgeblich ist, dass sich die Tätigkeit auf Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung im
Sinne von § 3 Abs. 14 KrWG, insbesondere die Verwertung oder Beseitigung, für andere bezieht. Sie muss die jeweilige Abfallbewirtschaftungsmaßnahme
ermöglichen und fördern. Im Gegensatz zu Händlern organisieren Makler die Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen nicht in eigener Verantwortung, d.h. nicht in
eigenem Namen. Ihre Tätigkeit zielt vielmehr darauf ab, eine Geschäftsbeziehung zwischen einem Abfallerzeuger oder -besitzer und einem Anbieter von
Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen, wie etwa dem Betreiber von Verwertungs- oder Beseitigungsanlagen, herzustellen. Ob diese letztlich zustande kommt, ist
grundsätzlich unerheblich. Damit beschränkt sich die Tätigkeit des Maklers auf ein Vermitteln von Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen. Das kann auch bei einem
Ingenieurbüro der Fall sein, welches etwa im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme bestimmte Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen vermittelt.
Ähnliches machen zwar ggf. auch Hersteller und Vertreiber, die aufgrund ihrer Produktverantwortung die Rücknahme und Entsorgung von Abfällen organisieren.
Allerdings tun sie dies nicht „für Dritte“, sondern haben eine eigene Entsorgungsverantwortung (§ 27 KrWG).
Gleiches gilt für Betreiber von Zwischenlagern und Vorbehandlungsanlagen. Sie sind als Zweiterzeuger oder Besitzer ebenfalls selbst entsorgungspflichtig.
Verfahrensbevollmächtigte, die im Nachweisverfahren für einen Abfallerzeuger handeln (vgl. § 3 Abs. 4 der Nachweisverordnung – NachwV), sind ebenfalls keine
Makler. Sie vertreten vielmehr eine Partei und stehen somit im Lager eines der Abfallwirtschaftsbeteiligten.
Im Übrigen wird wie bei den Händlern auch bei Maklern die Erlangung der tatsächlichen Sachherrschaft über die Abfälle nicht vorausgesetzt (oben 1.3).
Tatbestandliche Handlung im Inland
Da Absatz 1 ebenso wie § 53 Abs. 1 Satz 1 und § 54 Abs. 1 Satz 1 KrWG an die Tätigkeit des Sammelns, Beförderns, Handelns und Makelns von Abfällen
anknüpft, kommt es für die Anwendung der Verordnung nicht darauf an, ob der Sammler, Beförderer, Händler oder Makler seinen Hauptsitz im Inland hat.
Maßgeblich ist vielmehr, ob das Sammeln, Befördern, Handeln oder Makeln von Abfällen im Inland stattfindet, ob also die gesamte oder zumindest ein Teil der
tatbestandlichen Handlung im Inland erfolgt.
Ausländische Sammler oder Beförderer
Ausländische Sammler oder Beförderer, die in Deutschland Abfälle sammeln bzw. befördern, müssen deshalb ihre Tätigkeit vorher bei der zuständigen Behörde
angezeigt haben, sofern sie nicht sogar eine Erlaubnis benötigen.
Ausländische Händler oder Makler
Etwas anderes gilt für ausländische Händler oder Makler, die aus dem Ausland heraus (z.B. per Telefon, Fax oder E-Mail) in Deutschland Abfälle erwerben
und/oder veräußern bzw. entsprechende Rechtsgeschäfte vermitteln. Ihre Tätigkeit hat zwar einen rechtlichen und tatsächlichen Bezug zum Gebiet der
Bundesrepublik Deutschland, findet aber de facto im Ausland statt. Dies gilt zunächst für Makler, deren Tätigkeit, nämlich das Sorgen für die Bewirtschaftung von
Abfällen für andere, ausschließlich im Ausland erfolgt. Aber auch ausländische Händler, die in Deutschland Abfälle erwerben bzw. nach Deutschland veräußern
und damit eigentlich die von § 3 Abs. 12 KrWG vorausgesetzte Handlung im Inland erbringen, unterliegen nicht der Anzeige- und Erlaubnispflicht. Vielmehr gilt
für sie allein das Recht des Staats, in dem sie ihren Geschäftssitz haben. Soweit dies ein anderer EU-Mitgliedstaat ist, müssen ohnehin auch dort die
Anforderungen nach Artikel 26 AbfRL beachtet werden.
Dabei gilt die AbfAEV nicht nur für Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen innerhalb Deutschlands, sondern nach Absatz 2 auch für anzeige- oder erlaubnispflichtige
Tätigkeiten im Rahmen grenzüberschreitender Abfallverbringungen. Maßgeblich ist hier ebenfalls, dass die Tätigkeit auf dem Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland durchgeführt wird. Dann sind die europäischen und deutschen Vorschriften zur Abfallverbringung und der AbfAEV nebeneinander anzuwenden.
Während für Anzeigen und Erlaubnisse bei inländischen Personen bzw. Unternehmen diejenige Behörde örtlich zuständig ist, in deren Zuständigkeitsbereich der
Betroffene seinen Hauptsitz hat (§ 53 Abs. 1 Satz 3 und § 54 Abs. 1 Satz 3 KrWG), gibt es bei ausländischen Unternehmen im KrWG keine Sonderregelung zur
Behördenzuständigkeit. Örtlich zuständig ist in diesem Fall die Behörde, in deren Bezirk der Anlass für die Amtshandlung hervortritt, d.h. im Regelfall die für den
ersten geplanten Grenzübertritt zuständige Behörde. Dies stellen § 7 Abs. 2 und § 9 Abs. 2 AbfAEV klar. Welche Behörde innerhalb des Lands sachlich zuständig
ist, ergibt sich aus dem Landesrecht.
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