Source: http://rae-poellmann.com/ablauf/
Timestamp: 2019-09-20 03:13:27
Document Index: 101460321

Matched Legal Cases: ['§ 200', '§ 207', '§ 54', '§ 4', '§ 209', '§ 211', '§ 212', '§ 213', '§ 201']

Ablauf - Hanns Pöllmann
Wird das Insolvenzverfahren nach Durchführung einer Schlussverteilung beendet,
stellt dies nach der gesetzlichen Terminologie des § 200 Abs. 1 InsO die Aufhebung des Insolvenzverfahrens dar, d. h. also die regelmäßige Verfahrensbeendigung.
Wird dagegen das Verfahren vorzeitig beendet, spricht man von einer Einstellung des Insolvenzverfahrens. Eine solche Einstellung kann nach § 207 InsO erfolgen, wenn die realisierte Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die reinen Kosten des Verfahrens im Sinne des § 54 InsO zu decken (Einstellung mangels Masse). Eine solche Einstellung unterbleibt nur, soweit ein ausreichender Vorschuss geleistet wird oder dem Schuldner nach § 4 a InsO die Kosten des Verfahrens gestundet wurden.
Andernfalls ist das Verfahren sofort und unmittelbar einzustellen; eine weitere Verwertungvon Massegegenständen erfolgt nicht mehr.
Reicht dagegen die Insolvenzmasse aus, um die Verfahrenskosten zu decken, nicht aber zur Begleichung sämtlicher im Verfahren entstandener bzw. noch entstehender Masseverbindlichkeiten, so spricht man von Masseunzulänglichkeit. Ergibt sich eine solche Situation, hat der Insolvenzverwalter diese Masseunzulänglichkeit dem Insolvenzgericht anzuzeigen. Das Insolvenzgericht hat diese Anzeige öffentlich bekannt zu machen und die im Verfahren bekannten Massegläubiger darüber zu informieren.
In diesem Fall besteht aber die Pflicht des Verwalters zur Abwicklung des weiteren Verfahrens bzw. zur Verwertung der restlichen Insolvenzmasse fort. Ist die Verwertung abgeschlossen, wird die dann verfügbare Masse nach der Rangordnung des § 209 InsO auf die Massegläubiger verteilt und das Verfahren anschließend nach § 211 eingestellt.
Ergibt sich im Laufe des Verfahrens, dass der ursprünglich vorliegende Eröffnungsgrund Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit weggefallen ist, so ist das Insolvenzverfahren auf Antrag des Insolvenzschuldners ebenfalls einzustellen; vgl. § 212 InsO. Der Wegfall des Eröffnungsgrundes ist vom Schuldner glaubhaft zu machen.
Gleichermaßen endet das Insolvenzverfahren, wenn sämtliche am Verfahren beteiligten Insolvenzgläubiger einer vorzeitigen Beendigung, d. h. also einer Einstellung des Verfahrens zustimmen; vgl. § 213 InsO.
Es wurde bereits unter dem Stichwort „Verteilung der Insolvenzmasse“ dargelegt,
dass dem beteiligten Insolvenzgläubiger nach Abschluss des Insolvenzverfahrens grundsätzlich nach § 201 InsO das Recht zusteht, seine Forderung weiter gegen den Insolvenzschuldner geltend zu machen, soweit sie im Insolvenzverfahren nicht befriedigt wurde. Dieses unbeschränkte Nachforderungsrecht kann nicht nur durch einen Insolvenzplan aufgehoben oder vollständig beseitigt werden, sondern wird bei natür lichen Personen meist durch das Institut der Restschuldbefreiung verdrängt.
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