Source: https://www.bghm.de/arbeitsschuetzer/schwerpunktthemen/bghm-aktuell-2015/bghm-aktuell-022015/
Timestamp: 2017-06-29 14:19:16
Document Index: 98316559

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

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Unternehmer, die sich bereits umfassend mit dem Verhältnis aus Aufwand und Nutzen eines gut organisierten Arbeitsschutzes auseinandergesetzt haben, wissen längst: Ohne eine nachweisbare Organisation des Arbeitsschutz und dessen Dokumentation bekämen sie heute kaum noch Aufträge. Dabei geht es um Planung, Information, Organisation, Übersicht und Kontrolle. Zudem wissen sie, wo sie welche Unterstützung erhalten. Der folgende fiktive Dialog zeigt beispielhaft die Ziele, Schwerpunkte und Handlungshilfen einer wirksamen Arbeitsschutzorganisation sowie die betrieblichen Hemmnisse und Ressourcen auf. Präventionsexperte: „Guten Tag Herr Müller. Ich bin gerade durch Ihre Werkstatt gegangen. Es wird geschweißt und geschliffen, mit viel Rauch und Staub in der Luft. Dabei ist mir aufgefallen, dass Ihre Mitarbeiter trotz des Lärms keinen Gehörschutz tragen. Die mobile Absaugung steht unbenutzt in der Ecke. Einen Mitarbeiter – offenbar ein Leiharbeitnehmer – traf ich sogar ohne Schutzschuhe an. Deshalb musste ich die Arbeiten unterbrechen lassen. Von Ihren Beschäftigten erfuhr ich dann, dass sie der Lärm „nicht weiter stört“ und der Gehörschutz „nervt“. Auf die Gesundheitsgefahren durch Rauch und Stäube angesprochen, erklärten sie mir, sie würden „hinterher die Tore aufmachen. Während der Arbeit sei es zu kalt.“ Ich hatte leider den Eindruck, dass Ihre Beschäftigten die möglichen Gefahren und die zwingende Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen noch nicht richtig ernst nehmen. Wie können Sie Ihre Arbeitsschutzorganisation verändern, um so etwas in Zukunft zu vermeiden? Herr Müller: „Was soll ich dazu sagen? Die wissen doch alle Bescheid, das sind ausgebildete Fachkräfte, die seit Jahren bei mir arbeiten. Außerdem bekommen die alles, was sie brauchen, sie müssen mich nur danach fragen: Schutzbrillen, Arbeitsschuhe, Stöpsel für die Ohren, letztes Jahr habe ich sogar auf Wunsch eines einzelnen Mitarbeiters die mobile Absaugung angeschafft, weil er immer husten musste und sein Arzt vermutete, es käme eventuell von der Arbeit. Wenn Sie mich fragen, sollte er einfach weniger rauchen. Jetzt steht die Absaugung sinnlos rum, weil die Nutzung viel zu umständlich ist. Ich kann denen doch nicht den ganzen Tag im Rücken stehen. Und Arbeitsschutzorganisation ist ja wohl eher was für Unternehmen mit vielen Beschäftigten, ich kann mir das nicht leisten. Aber ich rede noch mal mit meinen Leuten, dann sollte das erledigt sein. Das sind Profis, und es ist ja auch schon lange nichts mehr passiert.“ Präventionsexperte: „Wenn Sie die betrieblichen Abläufe klar definieren und strukturieren, dann hilft das auch Ihrem kleinen Betrieb. Sie vermeiden – gezielt und systematisch – Ärger, Störungen, Stress und zusätzliche Kosten. Außerdem macht das rechtssichere Handeln Ihren Betrieb zum verlässlichen Partner und Auftragnehmer, Sie verschaffen sich Wettbewerbsvorteile. Es ist gut, dass sie ein geringes Unfallgeschehen haben, aber mit der Prävention am Arbeitsplatz ist es ein bisschen wie beim Autofahren: Kaum jemand schnallt sich an, weil er irgendwann einmal einen schweren Unfall erlitten hat, sondern weil der Gurt im Falle eines Falles zum Lebensretter werden kann. Und mal ehrlich: Auch Ihr wirtschaftlicher Erfolg ist kein Zufall oder Glück. Sie machen sich Gedanken über Ihre Unternehmensziele, welchen Mitarbeitern Sie welche Aufgaben oder Verantwortung übertragen können. Sie kennen die Fachleute, die sie unterstützen können. Sie würden wahrscheinlich alles vermeiden, was den Erfolg eines Auftrages gefährdet. Also, ich bin nicht hier, um Ihnen Zeit zu stehlen oder Sie mit unnötigen Auflagen zu belästigen. Ich will Ihnen erprobte Vorgehensweisen vorstellen, mit denen Sie den Arbeitsschutz in Ihrer Firma so organisieren, dass er Beschäftigten und Betrieb von Nutzen ist. Sicher geht das nicht immer alles auf einmal und sofort. Ziel ist es eher, sich kontinuierlich zu verbessern. Das spart Zeit und Geld und: Es macht erfolgreicher!“
Müller: „Das hoffe ich doch!“ Präventionsexperte: „Es ist wie mit neuen Aufträgen oder Innovationen: Akquise und Entwicklung kosten oft Zeit und Geld. Aber diese Investitionen zahlen sich später aus. Und wenn Sie Ihre Arbeitsschutzorganisation im Sinne eines Arbeitsschutzmanagementsystems weiter professionalisieren wollen, gibt es die Möglichkeit, dies auch beraten und begutachten zu lassen. Die Urkunde, zum Beispiel das BGHM Gütesiegel „Sicher mit System“, ist dann Ihr Beleg für eine gut funktionierende Arbeitsschutzorganisation – auch gegenüber größeren Auftraggebern.“
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