Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/136667,0.html
Timestamp: 2019-10-16 17:43:36
Document Index: 250755525

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 8', '§16', '§ 16']

Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Subjektiver TB
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 13:12:55 Titel:
Ab und zu komm ich mit den Forumlierungen von AS auch nicht klar. Wenn der Vorsatz unproblematisch ist, dann würde ich z.B. einfach schreiben "A hat den B mit Eventualvorsatz getötet" oder "A handelte vorsätzlich" oder "Vorsatz ist gegeben."
Wenn etwas nicht so klar ist, schreibe ich "Fraglich ist, ob A auch vorsätzlich, dh mit Wissen und Wollen um die TBverwirklichung, gehandelt hat...(dann evtl. Abgrenzung der Vorsatzarten("
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 13:27:31 Titel: Re: Subjektiver TB
Die AS-Einleitung scheint mir nicht ganz vollständig zu sein. Wo bleibt da das Wollens-Element? Man schreibt bei problematischem Vorsatz immer: A müsste vorsätzlich gehandelt haben. Vorsatz ist Wissen und Wollen der Verwirklichung der objektiven Tatbestandes; oder: Vorsatz ist der Wille zur Verwirklichung des objektiven Tatbestandes in Kenntnis aller Tatumstände (oder "eingeschobene" Def., wie Discokandi es vorgeschlagen hat; die kann man v.a. dann bringen, wenn Vorsatz nicht offensichtlich vorliegt, aber mit Begründung nach einhelliger Auffassung verneint/bejaht werden kann).
Im Übrigen ist nicht etwas gleich "falsch", nur weil es in einem Skript/Lehrbuch anders drin steht. Es gibt auch immer verschiedene Formulierungsmöglichkeiten.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 13:29:14 Titel:
Ich würde doch eher einem seriösem Lehr- oder Fallbuch Glauben schenken, sowie auf die Professoren in den Vorlesungen und Übungen hören, als seltsame Formulierungen aus AS-Skripten zu übernehmen.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 13:59:18 Titel:
Ich hab früher auch immer geschrieben Vorastz=Wissen und Wollen, bin jetzt aber auf eine andere Formulierung umgestiegen (bei unproblematischem Vorsatz):
Der Täter kannte alle Umstände aus denen sich die Tbverwirklichung ergab, handelte somit mit Vorsatz.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 14:02:29 Titel: re
die AS Skripten sind ja auch von Profs und in der Qualität hab ich da bisher gute Erfahrungen gemacht.
Meine Frage stammt aus dem Multiple Choice Test da gings nur darum worauf sich der Vorsatz beziehen soll, nicht die einzelnen Vorsatzelemente. Da habt ihr natürlich recht. Hier ist die Frage mit Lösung
Welche der nachfolgenden Elemente gehören zu den Voraussetzungen vorsätzlichen Handelns?
Kenntnis oder Für-möglich-halten der Erfüllung der Tatbestandsmerkmale - Nein, die Kenntnis der Tatbestandsmäßigkeit kann für das Unrechtsbewusstsein von Bedeutung sein, nicht aber für den Vorsatz, vgl. § 16 StGB.
[das kling für mich nach der standard def -müsste Vs bzgl aller TBmerkmale gehabt haben]
Kenntnis oder Für-möglich-halten der Umstände, die für den Tatbestand von Bedeutung sind -Ja, das ergibt sich aus § 16 StGB.
Vorsatz muss bei Erfüllung der Tatbestsandsmerkmale gegeben sein - Nein, dann müsste der Vorsatz ja auch noch bei Erfolgseintritt und während des Kausalverlaufs gegeben sein.
Vorsatz muss bei Begehung der Tat gegeben sein. - Ja, das entspricht § 16 StGB. Begehung der Tat ist der Zeitraum vom Versuchsbeginn bis zur Beendigung der Tathandlung, vgl. § 8 StGB.
dann würde ich als (Standard) Einleitung schreiben "Fraglich ist ob X mit Vorsatz gehandelt hat.Vorsatz erfordert Kenntnis oder für möglich halten der Umstände, die für den TB von Bedeutung sind (§16). "
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 14:06:32 Titel: re
da gings nur darum worauf sich der Vorsatz beziehen soll, nicht die einzelnen Vorsatzelemente.
quatsch andersrum jetzt weiss ich bald garnichts mehr aargh
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 15:15:12 Titel:
Grundsätzlich würde ich immer sagen, dass Vorsatz Wissen und Wollen der Tat ist. Alle anderen, umfangreicheren Formulierungen Z.Bsp. in Richtung "Kenntnis der Umstände" (~Wissen) etc. sind letztlich nur Ausdifferenzierungen dieser Kernelemente, die dann in ihrer Ausführung natürlich vom konkreten Sachverhaltsproblem abhängen.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 20:19:57 Titel:
Ich benutzte in Klausuren, in denen keine Vorsatzprobleme vorkommen, bei der ersten subjektiven Prüfung den Satz "Vorsatz ist der Wille zur Tatbestandsverwirklichung in Kenntnis aller seiner objektiven Merkmale" und danach nur noch "Vorsatz ist das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung".
Ebenso wie Marina fehlt auch mir in der Definition die Erwähnung der voluntativen Vorsatzseite. Bei der vorliegenden AS-Formel handelt es sich um eine Art reinen Umkehrschluss aus § 16 I, der aber m.E. nicht ganz ausreichend ist (zumindest, wenn man zwischen d.e. und luxuria mit der h.M. abgrenzt).
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 22:29:37 Titel: re
zumindest, wenn man zwischen d.e. und luxuria mit der h.M. abgrenzt)
häh? Ägypten?
Verfasst am: 31 Mai 2007 - 03:35:51 Titel: Re: re
d.e.=dolus eventualis=bedingter Vorsatz
luxuria=bewusste Fahrlässigkeit