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Timestamp: 2020-07-11 21:51:17
Document Index: 290770475

Matched Legal Cases: ['§ 118', '§ 118', '§ 58', '§ 73', '§ 61', '§ 79']

BFH Urteil vom 17.01.2008 - VI R 26/06 (veröffentlicht am 27.02.2008) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
FG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 27.03.2006; Aktenzeichen 5 K 2776/03; EFG 2006, 1159)
2. Nach diesen Grundsätzen hat das FG eine Gesamtwürdigung vorgenommen. Es ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Übernahme der Kammerbeiträge durch die Klägerin auch im eigenen Interesse der angestellten Geschäftsführer erfolgt und deshalb Arbeitslohn anzunehmen sei. Die Gesamtwürdigung, die revisionsrechtlich nur begrenzt überprüfbar ist (vgl. dazu BFH-Beschlüsse vom 10. Februar 2005 VI B 113/04, BFHE 209, 211, BStBl II 2005, 488; vom 10. November 2005 VI B 75/05, BFH/NV 2006, 530; BFH-Urteil vom 12. April 2007 VI R 77/04, BFH/NV 2007, 1643; Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 118 Rz 30; Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 118 FGO Rz 87, m.w.N.), ist möglich; sie lässt keinen Rechtsfehler erkennen.
a) Wie das FG zu Recht ausgeführt hat, sind Wirtschaftsprüfer und Steuerberater gesetzlich verpflichtet, Mitglied in der jeweiligen Berufskammer zu sein (§ 58 Abs. 1 der Wirtschaftsprüferordnung --WPO--; § 73 Abs. 1 des Steuerberatungsgesetzes --StBerG--). Die Pflichtmitgliedschaft, die unabhängig davon besteht, ob der Wirtschaftsprüfer bzw. Steuerberater nach der Bestellung selbständig oder als Angestellter tätig wird, schließt die Pflicht zur Zahlung von Beiträgen an die Berufskammern ein (§ 61 Abs. 1 WPO; § 79 Abs. 1 StBerG). Die Mitgliedschaft in der Berufskammer ist unabdingbar für die Ausübung des Berufs eines Wirtschaftsprüfers bzw. Steuerberaters. Die Zahlung der Kammerbeiträge durch den Arbeitgeber liegt damit in besonderer Weise im eigenen Interesse des Arbeitnehmers (vgl. dazu Senatsentscheidung in BStBl II 2007, 892).
Haufe-Index 1933751
BFHE 2008, 266
DStR 2008, 444
DStRE 2008, 392
DStZ 2008, 199
HFR 2008, 345