Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/die-finanzkrise-erreicht-die-architekten-anwaelte-und-andere-freiberufler_002788.html
Timestamp: 2019-03-25 21:48:33
Document Index: 191921515

Matched Legal Cases: ['§ 229', '§ 222', '§ 240', '§ 235', '§ 239', '§ 217']

Die Finanzkrise erreicht die Architekten, Anwälte und andere Freiberufler/ PLAN B: der Insolvenzplan.
Viele Ärzte wurden durch die Gesundheitsreform wirtschaftlich stark beschnitten. Zahlreiche Ärzte haben auch finanzielle Engpässe durch zu teuere Investitionen oder durch Schrottimmobilien und Schrottfinanzanlagen zu verkraften. Auch bei anderen Freiberuflern gibt es wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Das Handelsblatt berichtete am 28.November 2008 S. 34: Die Krise erreicht die Architekten; die Folgen der Finanzkrise werden-laut Joachim Brennekce, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer die Architekten hart treffen.
Der Insolvenzplan kann geeignetes Sanierungsinstrument für insolvente Freiberufler zur Erhaltung der Zulassung und zum Neustart sein. In der Vergangenheit wurden pressewirksam zahlreiche größere Firmen durch Insolvenzplan vor der Abwicklung bewahrt. Aber auch für Selbständige bietet der Insolvenzplan Chancen. Manchmal reicht schon ein nur vorbereiteter Insolvenzplan, um die beteiligten Gläubiger außerhalb eines eröffneten Insolvenzverfahrens zu überzeugen, dass eine Sanierung bessere Befriedigungschancen eröffnet, als eine Zwangsvollstreckung oder die Insolvenz.
Nachfolgend einige allgemeine Informationen zum Insolvenzplan
Durch die Regelung über den Insolvenzplan soll den beteiligten Personen - Schuldner und Gläubigern- eine tragfähige Grundlage für privatautonome Gestaltungen eröffnet werden. Anders als der Vergleich ist der Insolvenzplan dabei nicht an die Gewährung bestimmter Mindestquoten geknüpft, sondern überläßt es der Gläubigerautonomie, ob einer Regelung zugestimmt wird.
Ihm sind die in den §§ 229 und 230 InsO genannten Anlagen (Planbilanzen, Plangewinn- und Verlustrechnungen, Planliquiditätsrechnungen) beizufügen, 219 InsO.
Die Festlegung der Rechte der Beteiligten erfolgt in Gruppen ( § 222 InsO).
Der Erörterungs- und Abstimmungstermin eröffnet für die Gläubiger die Gelegenheit, Einwendungen gegen den Insolvenzplan in die Diskussion zu bringen und Fragen zu stellen. Der Erörterungs- und Abstimmungstermin ist die mündliche Verhandlung, in der der eingereichte Insolvenzplan erörtert, nach § 240 InsO gegebenenfalls abgeändert und über den im Anschluss abgestimmt wird, § 235 Abs. 1 S. 1 InsO.
Das Insolvenzgericht hat im Abschluss an die Erörterung die Stimmrechtszuteilung vorzunehmen.
Das Gericht führt gemäß § 239 InsO eine Stimmliste.
Mit einer zur Tabelle festgestellten oder mit einer bestrittenen Forderung wird nicht gleichzeitig eine Aussage zum Stimmrecht für den Erörterungs- und Abstimmungstermin getroffen, was umgekehrt entsprechend gilt, d.h. beides sind unabhängig voneinander zu treffende Entscheidungen.
§ 217 InsO regelt, dass sich materiell die Wirkungen des Insolvenzplans unmittelbar auf Regelungen über die Befriedigung der absonderungsberechtigten Gläubiger und Insolvenzgläubiger beziehen (" Die Befriedigung der absonderungsberechtigten Gläubiger und der Insolvenzgläubiger....können in einem Insolvenzplan abweichend von der Vorschriften dieses Gesetzes geregelt werden ").
Kein Insolvenzplan ist möglich bei Masseunzulänglichkeit.
Weitere Infos und Kontakt unter :
www.insolvenzplan-als-chance.com
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Kulzer M.B.A., ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Die Finanzkrise erreicht die Architekten, Anwälte und andere Freiberufler" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie dazu kurz Ihre Situation mit relevanten Details, damit Sie eine konkrete Antwort erhalten.)
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