Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2065,%20114
Timestamp: 2020-04-01 12:17:33
Document Index: 107163147

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BGH, 25.09.1975 - VII ZB 9/75 - dejure.org
https://dejure.org/1975,140
BGH, 25.09.1975 - VII ZB 9/75 (https://dejure.org/1975,140)
BGH, Entscheidung vom 25.09.1975 - VII ZB 9/75 (https://dejure.org/1975,140)
BGH, Entscheidung vom 25. September 1975 - VII ZB 9/75 (https://dejure.org/1975,140)
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Anforderungen für die Wirksamkeit einer Berufungsschrift im Hinblick auf ihre Vollständigkeit - Notwendigkeit der Angabe einer ladungsfähigen Anschrift des Berufungsbeklagten oder dessen Prozessbevollmächtigten erster Instanz in der Berufungsschrift - Erleichterung der ...
BGHZ 65, 114
NJW 1976, 108
MDR 1976, 137
VersR 1976, 59
DB 1976, 1153
Die Angabe der ladungsfähigen Anschrift des Berufungsklägers in der Berufungsschrift ist nicht Zulässigkeitsvoraussetzung der Berufung (Ergänzung zu BGHZ 65, 114 = NJW 1976, 108 = LM § 518 Abs. 2 Ziff. 1 ZPO Nr. 6).
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden (BGHZ 65, 114), daß eine Berufung nicht deswegen unwirksam ist, weil die Berufungsschrift weder die ladungsfähige Anschrift des Berufungsbeklagten noch die seines Prozeßbevollmächtigten enthält, obgleich dadurch eine alsbaldige Zustellung nach § 519 a ZPO erschwert wird (vgl. dazu auch Doerry Anm. LM Nr. 6 zu § 518 ZPO; ebenso nunmehr BAG GS NJW 1987, 1356).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 65, 114, 117) und des Bundesarbeitsgerichts (NJW 1987, 1356 f.) ist eine Rechtsmittelschrift auch dann ordnungsgemäß, wenn sie die ladungsfähige Anschrift des Rechtsmittelbeklagten oder seines Prozessbevollmächtigten nicht enthält, obgleich dadurch die alsbaldige Zustellung nach § 521 Abs. 1 ZPO erschwert wird.
Ebenso wenig wie die Einlegung einer Berufung nicht deswegen unwirksam ist, weil die Berufungsschrift nicht die ladungsfähige Anschrift des Prozessbevollmächtigten des Berufungsbeklagten enthält (BGHZ 65, 114, 116), hängt die Wirksamkeit der Berufungsschrift von der Angabe der ladungsfähigen Anschrift des Prozessbevollmächtigten des Berufungsklägers ab (…Musielak/Ball, aaO, § 519 Rdn. 6).
Für die Zulässigkeit eines Rechtsmittels ist es - anders als bei der Einreichung der Klage - im Grundsatz nicht erforderlich, dass der Rechtsmittelführer seine Anschrift bekannt gibt (BGH, Beschluss vom 25. September 1975 - VII ZB 9/75, BGHZ 65, 114, 117).
Eine Rechtsmittelschrift sei allerdings nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 65, 114, 117) und des Bundesarbeitsgerichts (NJW 1987, 1356 f.) auch dann ordnungsgemäß, wenn sie die ladungsfähige Anschrift des Rechtsmittelbeklagten oder seines Prozessbevollmächtigten nicht enthalte, obgleich dadurch die alsbaldige Zustellung nach § 521 Abs. 1 ZPO erschwert werde.
Nach übereinstimmender Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum kann eine Anschlußberufung nur dann nicht mehr eingelegt werden, wenn ein die Berufung als unzulässig verwerfender Beschluß ergangen oder die mündliche Verhandlung im Berufungsverfahren geschlossen ist (…vgl. Stein/Jonas/Grunsky, ZPO, 20. Aufl., § 521 Rz 9: BGHZ 37, 131; BGHZ 65, 114).
Deshalb kann der Gesetzgeber nicht davon ausgegangen sein, dem Berufungsbeklagten müsse eine Überlegungsfrist für die selbständige Anschlußberufung zustehen (ebenso BGHZ 65, 114 = AP Nr. 32 zu § 518 ZPO und die letztgenannten Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts).
Unterläßt der Berufungsbeklagte die rechtzeitige Begründung gemäß § 522 a Abs. 2 ZPO und reicht er später vor Schluß der letzten mündlichen Verhandlung eine nachträgliche Begründung ein, so liegt darin sogar eine zulässige Wiederholung der Anschlußberufung, die den früheren Mangel heilt (vgl. dazu BGHZ 65, 114 = AP Nr. 32 zu § 518 ZPO; BAG 20, 261 = AP Nr. 4 zu § 522 a ZPO).
Im Hinblick auf diesen arbeitsrechtlichen Prozeßgrundsatz hat der Bundesgerichtshof, der in bezug auf das Anschriftenerfordernis eine andere Ansicht vertritt, die Voraussetzungen für eine Vorlage der Rechtsfrage an den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes verneint (BGH Beschluß vom 25. September 1975, BGHZ 65, 114 = AP Nr. 32 zu § 518 ZPO).
Nur der an erster Stelle bezeichnete Beschwerdeführer konnte danach Kläger und Berufungskläger, nur die an zweiter Stelle aufgeführte Person Beklagte und Berufungsbeklagte sein (…vgl. BGH VersR 1983, S. 778; BGHZ 65, 114 (115)).
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist die Berufung unzulässig (st. Rspr.; vgl. BGHZ 21, 168, 170 ff.; 65, 114, 115; 113, 228, 230; BGH…, Beschluss vom 10. Oktober 2006 - XI ZB 14/06 - NJW-RR 2007, 413, 414 Rn. 8; jeweils m.w.N.).
BAG, 04.12.1975 - 2 AZR 462/74
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