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Timestamp: 2016-10-28 18:12:30
Document Index: 135776376

Matched Legal Cases: ['Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 31', 'Art. 17', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 17', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 17', 'BGE', 'in fine', 'Art. 17', 'Art. 25', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 25', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 25', 'Art. 66', 'Art. 65', 'BGE', 'Art. 68', 'Art. 68']

9C_655/2010 (23.12.2010)
9C_655/2010
Progr�s Versicherungen AG, Recht, 8081 Z�rich,
Krankenversicherung (Krankenpflege; Zahnarzt),
vom 22. Juli 2010.
Die 1958 geborene T.________ war 2009 bei der Progr�s Versicherungen AG (nachfolgend: Progr�s) obligatorisch krankenpflegeversichert. Vom 12. Februar bis 26. Oktober 2009 stand sie bei Dr. med. Dr. med. dent. S.________, FMH f�r Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Spezialist SSO f�r Oralchirurgie, in Behandlung. Gest�tzt auf die Stellungnahmen ihres Vertrauenskieferchirurgen vom 18. September und 18. Dezember 2009 lehnte die Progr�s mit Verf�gung vom 25. Februar 2010 und Einspracheentscheid vom 29. April 2010 eine Verg�tung der Kosten von Fr. 1'539.15 gem�ss Honorarrechnungen vom 21. M�rz, 29. April und 3. November 2009 durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung ab.
Die Beschwerde der T.________ wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 22. Juli 2010 ab.
T.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, die Progr�s sei zu verpflichten, die Kosten von Fr. 2'546.65 im Zusammenhang mit der zahn�rztlichen Behandlung vom 12. Februar bis 26. Oktober 2009 zu verg�ten, und die medizinische Beurteilung habe durch einen unabh�ngigen Facharzt FMH f�r Kiefer- und Gesichtschirurgie zu erfolgen.
Die Progr�s beantragt die Abweisung der Beschwerde. Kantonales Gericht und Bundesamt f�r Gesundheit haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Mit Verf�gung vom 24. November 2010 ist das Gesuch von T.________ um unentgeltliche Rechtspflege (Durchf�hrung des Verfahrens ohne Kostenfolge) mangels Bed�rftigkeit abgewiesen worden.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt neu auch die Verg�tung der Kosten der vom behandelnden Arzt und Zahnarzt verfassten Stellungnahmen und Berichte in der H�he von insgesamt Fr. 942.40 gem�ss Honorarrechnung vom 8. August 2010. Dabei handelt es sich indessen nicht um Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und insoweit ist daher schon aus diesem Grund nicht auf die Beschwerde einzutreten (SVR 2008 KV Nr. 3 S. 8, 9C_50/2007 E. 2; vgl. aber hinten E. 5.2).
2.1 Nach Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG �bernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten der zahn�rztlichen Behandlung, u.a. wenn diese durch eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems bedingt ist. Voraussetzung ist, dass das Leiden Krankheitswert erreicht; die Behandlung ist nur so weit von der Versicherung zu �bernehmen, wie es der Krankheitswert des Leidens notwendig macht (Art. 17 Ingress KLV in Verbindung mit Art. 33 lit. d KVV und Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG). Zu den schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems geh�ren u.a. Verlagerung und �berzahl von Z�hnen und Zahnkeimen mit Krankheitswert (z.B. Abszess, Zyste) und Osteomyelitis der Kiefer (Art. 17 lit. a Ziff. 2 und lit. c Ziff. 5 KLV).
2.2.1 Eine schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems im Sinne von Art. 17 Ingress KLV setzt allgemein ein durch prophylaktische Massnahmen im Sinne und im Rahmen zumutbarer Mund- und Zahnhygiene (BGE 128 V 59 und 70) nicht zu verhinderndes pathologisches Geschehen voraus, welches zu erheblichen Sch�den an Z�hnen, Kieferknochen oder Weichteilen gef�hrt hat oder nach klinischem und allenfalls radiologischem Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu f�hren w�rde (BGE 127 V 328 E. 7a S. 335; SVR 2008 KV Nr. 3 S. 8, 9C_50/2007 E. 4.2).
2.2.2 Eine Verlagerung von Z�hnen und Zahnkeimen im Sinne von Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV im Besonderen besteht in einer Abweichung von der Lage oder Achsenrichtung. Bei bleibender Dentition besteht der Krankheitswert in einem pathologischen Geschehen, worunter neben den explizit aufgef�hrten Abszess und Zyste alle Erscheinungsformen zu verstehen sind, die erhebliche Sch�den an den benachbarten Z�hnen, am Kieferknochen und an benachbarten Weichteilen verursacht haben oder gem�ss klinischem und allenfalls radiologischem Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit verursachen werden (BGE 130 V 464 E. 3.2 S. 467). Bei verlagerten Weisheitsz�hnen im Speziellen gen�gt jedoch nicht jede Pathologie, die bei anderen verlagerten Z�hnen die �bernahme der Behandlungskosten durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung rechtfertigt. Vielmehr muss entweder die Entfernung des verlagerten Weisheitszahnes wegen besonderer Verh�ltnisse oder die Behandlung der Pathologie schwierig und aufw�ndig sein (BGE 130 V 464 E. 4.1-4 S. 468 ff.; Urteil K 152/06 vom 4. Juli 2007 E. 2.2). Dies gilt auch bei mit der Verlagerung in Zusammenhang stehenden Komplikationen in Form eines Abszesses oder einer Zyste (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 164/03 vom 18. M�rz 2005 E. 3.4).
2.3 Bei von Zahn�rztinnen und Zahn�rzten vorgenommenen Behandlungen in der Mundh�hle, die nicht zahn�rztliche Behandlungen im engeren Sinne darstellen, bestimmt sich die Kosten�bernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG. F�r die Abgrenzung solcher �rztlicher von zahn�rztlichen Behandlungen im Sinne von Art. 31 Abs. 1 KVG und Art. 17-19 KLV sind in erster Linie der Ansatzpunkt und die therapeutische Zielsetzung der Vorkehr im konkreten Fall von Bedeutung. Vom Ansatzpunkt her betreffen zahn�rztliche Behandlungen grunds�tzlich das Kausystem. Die therapeutische Zielsetzung bestimmt sich danach, welcher K�rperteil oder welche Funktion unmittelbar geheilt oder verbessert werden soll (BGE 128 V 135 und 143). Ist die Zuordnung nicht eindeutig, kommt der therapeutischen Zielsetzung das gr�ssere Gewicht zu (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 43/01 vom 29. April 2002 E. 5b in fine; vgl. auch BGE 129 V 275 E. 2 S. 278 und 128 V 143 E. 4b/cc S. 146; vgl. zum Ganzen Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR/Band XIV, 2. Aufl. 2007, Rz. 447 ff. S. 548 ff.).
Die Behandlung eines extraodontoparodontal im Oberkieferknochen liegenden Abszesses mit Fistelbildung etwa stellt eine �rztliche Behandlung einer Krankheit im Sinne von Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Ziff. 1 KVG dar (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 86/99 vom 19. Dezember 2001). Dagegen ist die Entfernung einer radikul�ren Zyste an der Wurzelspitze eines Zahnes grunds�tzlich eine zahn�rztliche Massnahme, wenn sie vom Zahnarzt mittels Wurzelbehandlung angehbar ist; da sie im Zusammenhang mit einem Zahnelement steht, sind die Kosten jedoch nicht gest�tzt auf Art. 17 lit. c Ziff. 4 KLV von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu �bernehmen. Hat sich eine solche Zyste weit �ber ihren Ursprung hinaus entwickelt und den Kieferknochen in der Weise betroffen, dass sie in die Kieferh�hle im Sinne einer Sinusitis maxillaris durchgebrochen ist, hat sie die enge Verbindung mit dem Zahnelement verlassen, sodass deren Behandlung nunmehr eine nach Massgabe von Art. 25 KVG zu �bernehmende �rztliche Leistung darstellt (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 111/99 vom 19. Dezember 2001 E. 5 und 6).
2.4 Eine �rztliche oder zahn�rztliche Krankheitsbehandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 1 KVG resp. Art. 17 KLV liegt auch vor, wenn ein gef�hrdeter Gesundheitszustand unbehandelt sich wahrscheinlich verschlimmerte und dem mit der gr�ssten Aussicht auf Erfolg durch eine m�glichst fr�hzeitige Therapie entgegengewirkt werden kann (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 5/06 vom 21. August 2006 E. 3.2; Eugster, a.a.O., Rz. 325 f. S. 502).
3.1 Die Vorinstanz hat festgestellt, die von Dr. med. Dr. med. dent. S.________ im Rahmen der Behandlung vom 12. Februar bis 26. Oktober 2009 erbrachten Leistungen, deren Verg�tung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung streitig sei, h�tten die Entfernung des Weisheitszahns Nr. 18 am Oberkiefer rechts sowie die Behandlung und anschliessende Beseitigung samt der notwendigen Nachkontrollen des diagnostizierten osteomyelitischen Herdes im Bereich des (bereits fr�her gezogenen) Weisheitszahns Nr. 28 des Oberkiefers links umfasst. Gem�ss der Honorarrechnung vom 29. April 2009 sei vor der Entfernung des Weisheitszahns am 23. M�rz 2009 der osteomyelitische Herd im Segment des fr�her entfernten Weisheitszahns Nr. 28 behandelt worden. Im Zusammenhang mit dem Weisheitszahn Nr. 18 seien einzig pericoronale Infekte diagnostiziert worden, deren Behandlung im Wesentlichen in der Extraktion des betreffenden Zahnes bestanden habe, was keine besondere Massnahme darstelle. Aussergew�hnliche Verh�ltnisse, welche die Operation schwierig und aufw�ndig gemacht h�tten, seien nicht mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. In der betreffenden Honorarrechnung (recte: vom 31. M�rz 2009) habe der Zahnarzt die Position 4206 verrechnet, was gem�ss dem anwendbaren SSO-Tarif f�r eine einfache Entfernung eines retinierten Zahnes stehe. Die sp�ter vom behandelnden Zahnarzt vorgebrachte Darstellung (im Bericht vom 26. Juni 2009), es sei der zweith�chste von sechs Schwierigkeitsgraden erf�llt gewesen, sei weniger glaubhaft. Aus diesen Tatsachenfeststellungen hat die Vorinstanz geschlossen, bei der Extraktion des Weisheitszahns Nr. 18 sei der qualifizierte Krankheitswert, welcher Anspruch auf �bernahme der Kosten durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung gebe, nicht vorgelegen.
3.2 Die Feststellung der Vorinstanz, die vier Sitzungen umfassende Behandlung vom 12. Februar bis 22. M�rz 2009 habe den osteomyelitischen Herd im Segment des fr�her entfernten Weisheitszahns Nr. 28 im Oberkiefer links betroffen, ist offensichtlich unrichtig, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht r�gt. In der Honorarrechnung vom 29. April 2009 wurde zwar die Diagnose "Osteomyelitischer Herd" angegeben. Aus den Akten ergibt sich indessen mit aller nur w�nschbaren Deutlichkeit, dass am 12. Februar 2009 unter der Diagnose "Abszess Oberkiefer rechts" in Terminalan�sthesie eine Inzision und Drainage durchgef�hrt worden war. Die Nachbehandlung erfolgte an drei Sitzungen, wobei an derjenigen vom 16. Februar 2009 eine "Intraorale Inzision Logen" vorgenommen wurde. Der behandelnde Arzt und Zahnarzt f�hrt dazu in seinem integrierender Bestandteil der Beschwerde bildenden "Arztzeugnis" vom 3. August 2010 unter Hinweis auf die Operationsberichte vom 12. Februar und 23. M�rz 2009 aus, trotz Inzision und Drainage und Antibiotikaverabreichung habe der Infekt noch zugenommen, sodass nach vier Tagen die Inzision h�tte erweitert und die Drainage erneuert werden m�ssen. Erst nach Abklingen des akuten Infektes sei die Entfernung des schr�g transversal impaktiert verlagerten, mit der Okklusionsfl�che nach bukkal und den Wurzeln bis in die Kieferh�hle rechts reichenden Weisheitszahns Nr. 18 m�glich gewesen. Bereits davor h�tten rezidivierende pericoronale Infekte mit ausstrahlenden Schmerzen in die Kopf- und Nackenregion bestanden.
3.3 Es ist davon auszugehen, dass der Weisheitszahn Nr. 18, welcher auch nach Auffassung des Vertrauenskieferchirurgen des Krankenversicherers (Stellungnahme vom 18. September 2009) verlagert war, (mit-)urs�chlich f�r den Abszess gewesen war (vgl. BGE 130 V 464 E. 4.2 in fine S. 469). Das Tatbestandsmerkmal der Verlagerung mit Krankheitswert im Sinne von Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV ist somit gegeben. Anderseits f�llt eine Qualifikation der Abszessbehandlung als �rztliche Massnahme nach Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 Ziff. 1 KVG ausser Betracht.
3.3.1 Die Behandlung des Abszesses erforderte vier Konsultationen, wobei laut dem Bericht des behandelnden Zahnarztes vom 23. Oktober 2009 nach einer ersten Inzision mit Drainage am 12. Februar 2009 und Antibiotikaverabreichung wegen des schwierigen Verlaufs vier Tage sp�ter noch ein weiteres Mal inzidiert werden musste. Ebenfalls sei die Entfernung des Weisheitszahnes Nr. 18 schwierig gewesen. Der Zahn sei transversal gelegen und habe mit den Wurzeln bis in die Kieferh�hle gereicht, sodass diese er�ffnet war. Im "Arztzeugnis" vom 3. August 2010 f�hrt er weiter aus, wegen der vorg�ngig notwendigen Inzision sei zudem die Schleimhaut �ber der Zahnverlagerung und damit �ber dem Loch zur Kieferh�hle nicht intakt gewesen, sodass die angrenzende vestibul�re Schleimhaut mobilisiert und eine plastische Deckung durchgef�hrt werden musste. Die Behandlung durch eine Osteotomie ohne Separation habe dem zweith�chsten von sechs Schwierigkeitsgraden gem�ss dem anwendbaren SSO-Tarif (Position 4206 "Entfernung retinierter Zahn einfach") entsprochen.
3.3.2 Aufgrund dieser Angaben kann in Bezug auf die Entfernung des Weisheitszahns Nr. 18 nicht von besonderen Verh�ltnissen resp. einer schwierigen und aufw�ndigen Behandlung der Pathologie, bestehend aus dem Abszess sowie den �blichen pericoronalen Infekten (vgl. Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 61/03 vom 8. Februar 2005 E. 4.4), gesprochen werden. Auch aus dem Operationsbericht vom 23. M�rz 2009 ergeben sich keine Besonderheiten, insbesondere keine Hinweise auf Komplikationen. Sodann geh�ren die verschiedenen Verfahren der Zahnentfernung gem�ss den Tarifpositionen 4201-4207 zum zahn�rztlichen Standard. Die Anwendung eines bestimmten Verfahrens, vorliegend eine Osteotomie ohne Separation, allein vermag daher noch nichts �ber die Besonderheit der Verh�ltnisse auszusagen. Ebenfalls l�sst der Umstand der zweimaligen Abszessinzision die Behandlung der Pathologie nicht als besonders schwierig oder aufw�ndig erscheinen. Es besteht somit kein Anspruch auf �bernahme der Kosten der Entfernung des Weisheitszahns Nr. 18 einschliesslich der Abszessbehandlung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung. Das gilt auch, soweit diese Vorkehren im Rahmen der Behandlung von chronischen Kopf- und Nackenschmerzen erfolgte (vgl. undatierter �berweisungsschein Frau Dr. med. B.________; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 134/02 vom 26. August 2003 E. 4.2).
4.1 Mit Bezug auf die Behandlung im Bereich des Oberkiefers links ist gem�ss Vorinstanz aufgrund der Stellungnahme des Vertrauenskieferchirurgen des Krankenversicherers vom 18. Dezember 2009 mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass nicht eine Osteomyelitis, sondern einzig eine Ostitis vorgelegen habe, welche im Katalog von Art. 17 KLV nicht enthalten sei und damit keine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung begr�nde. Die Beurteilung des Vertrauensarztes �berzeuge mit Blick auf die Ausf�hrungen zur Osteomyelitis der Kiefer im Atlas der Erkrankungen mit Auswirkungen auf das Kausystem der Schweizerischen Zahn�rzte-Gesellschaft (SSO; 3. Aufl. 2008), wonach sich diese Krankheit im R�ntgenbefund als unscharf begrenzte osteolytische Zone im Kiefer zeige. Der behandelnde Zahnarzt begr�nde in seinem Bericht vom 8. M�rz 2010 nicht �berpr�fbar, weshalb seine Auffassung, wonach es sich tats�chlich um einen osteomyelitischen Herd gehandelt habe, zutreffen soll.
Der Vertrauenskieferchirurg des Krankenversicherers hatte in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember 2009 ausgef�hrt, das R�ntgenbild zeige von einem entz�ndlichen Randsaum umgebene Wurzelreste des Zahnes 28, was nicht einer Osteomyelitis entspreche, sondern einem ganz lokalisierten entz�ndlichen Herd. Ein solcher Befund sei in der KLV nicht aufgef�hrt und diese sei abschliessend.
4.2 Der behandelnde Arzt und Zahnarzt bestreitet nicht, dass keine Osteomyelitis der Kiefer im Sinne von Art. 17 lit. c Ziff. 5 KLV vorlag. Im "Arztzeugnis" vom 3. August 2010 f�hrt er aus, es habe sich um einen "typischen osteomyelitischen Herd" gehandelt, d.h. die unscharf begrenzte osteolytische Zone um den Sequester bzw. Wurzelrest sei auf den Tuberbereich lokalisiert gewesen und habe am Nachbarzahn 27 ihr Ende gefunden. Demgegen�ber h�tte sich sinngem�ss bei einer Osteomyelitis der Kiefer diese Zone weiter im Kiefer ausgebreitet, was zu einer Lockerung der Z�hne bis zum Zahnausfall h�tte f�hren k�nnen. Er widerspricht jedoch der Vorinstanz, wonach lediglich eine Ostitis und nicht ein (im Operationsbericht vom 23. M�rz 2009 und auf der Honorarrechnung vom 29. April 2009 als Diagnose genannter) "Osteomyelitischer Herd" bestanden habe. Die entz�ndliche Ver�nderung im Oberkiefer links habe im Innern des Tuber, somit im Knochenmark gelegen und nicht (nur) die Knochenoberfl�che (Kortikalis) betroffen. Ein osteomyelitischer Herd im Knochenmark, ob mit Sequester oder Wurzelrest im Zentrum, lasse sich wie eine Osteomyelitis der Kiefer nicht durch mundhygienische Massnahmen, Fluoridierung und Dentalhygiene beeinflussen und sei daher als nicht vermeidbar resp. erkrankungsbedingt anzusehen. Als Prozess im Knochenmark stelle der osteomyelitische Herd wie eine begrenzte oder ausgedehnte Osteomyelitis in jedem anderen Knochen eine Erkrankung ausserhalb vom Kausystem (Odontoparodont) dar. Da die Zielsetzung nicht eine Verbesserung der Kaufunktion sei, liege eine Krankheitsbehandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Ziff. 1 KVG vor.
4.3 Die abschliessende vorinstanzliche Feststellung, bei der Beschwerdef�hrerin liege im Oberkiefer links lediglich eine Entz�ndung von Knochengewebe (Ostitis), und nicht eine Knochenmarkentz�ndung (Osteomyelitis; Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 262. Aufl. 2011, S. 1511 und 1516), vor, kann nicht als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden (Art. 97 Abs. 1 sowie Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Es ist aber nicht auszuschliessen, dass die Behandlung des auf einen bestimmten Bereich lokalisierten entz�ndlichen Herdes eine �rztliche Behandlung im Sinne von Art. 25 KVG darstellt. Massgebend ist neben dem Ansatzpunkt in erster Linie die therapeutische Zielsetzung, d.h. welcher K�rperteil oder welche Funktion unmittelbar geheilt oder verbessert werden soll (vorne E. 2.3). Es stellen sich u.a. folgende Fragen: Gibt es solche lokalisierten entz�ndlichen Herde im Bereich des Tubers eines extrahierten Weisheitszahns? Haben sie Krankheitswert resp. was sind die absehbaren Folgen einer Nichtbehandlung? Inwiefern dient eine Behandlung auch der Kaufunktion? Der Krankenversicherer wird zu diesen Fragen ein fach�rztliches Gutachten einzuholen haben und danach �ber die Verg�tung der Kosten der Behandlung der Entz�ndung im Oberkiefer links durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung neu verf�gen.
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Parteien je die H�lfte der Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seit dem Inkrafttreten des Bundesgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 sind die Verfahren vor Bundesgericht auch in Sozialversicherungsangelegenheiten nicht mehr kostenlos (Art. 65 Abs. 4 lit. a BGG).
5.2 Im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren besteht auch dann Anspruch auf Parteientsch�digung, wenn kein entsprechender Antrag gestellt wurde (BGE 111 Ia 156 E. 4 und 5 S. 157 f.; Urteil 8C_629/2007 vom 3. November 2008 E. 5.2.1; Hansj�rg Seiler und Andere, Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2007, N. 3 zu Art. 68 BGG). Das vom behandelnden Arzt und Zahnarzt im Auftrag und auf Rechnung der Beschwerdef�hrerin verfasste "Arztzeugnis" vom 3. August 2010 enth�lt die wesentliche medizinische und rechtliche Begr�ndung daf�r, weshalb es sich bei der Behandlung vom 12. Februar bis 26. Oktober 2009 um eine von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu verg�tende Leistung handeln soll. Es bildet integrierender (Haupt-) Bestandteil der Beschwerde. Es rechtfertigt sich daher, eine Parteientsch�digung unter dem Titel notwendiger und gebotener Vertretungsaufwand zur Wahrung der Interessen der Beschwerdef�hrerin zuzusprechen (vgl. Seiler und Andere, a.a.O., N. 12 ff., insbes. 15 f. zu Art. 68 BGG). In masslicher Hinsicht ist die H�he der Entsch�digung unter Ber�cksichtigung des teilweisen Prozesserfolges ex aequo et bono auf Fr. 600.- festzusetzen.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 22. Juli 2010 und der Einspracheentscheid der Progr�s Versicherungen AG vom 29. April 2010, soweit die Behandlung im Oberkiefer links im Zeitraum vom 23. M�rz bis 26. Oktober 2009 betreffend, werden aufgehoben. Die Sache wird an den Krankenversicherer zur�ckgewiesen, damit er nach Abkl�rungen im Sinne von E. 4.3 �ber den Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf Verg�tung der Kosten dieser Behandlung neu verf�ge. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden je zur H�lfte der Progr�s Versicherungen AG und der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Die Progr�s Versicherungen AG hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 600.- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.