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Timestamp: 2016-10-21 23:50:38
Document Index: 362205017

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in casu', 'BGE']

U 135/06 (15.12.2006)
I.________, 1962, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Hunziker-Blum, Dufourstrasse 101, 8008 Z�rich,
Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, 4051 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar M�ller, Wengistrasse 7, 8026 Z�rich
I.________, geboren 1962, war seit 1990 als Gesch�ftsf�hrerin der Firma I.________ t�tig und bei den Basler Versicherungen (Basler) gegen die Folgen von Beruf- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Unmittelbar nach der Geburt ihres dritten Kindes am 13. Juli 1998 im kantonalen Spital X.________ erlitt sie einen isch�mischen Insult (Hirnschlag) mit Gesichtsfeldausfall, Konzentrationsst�rungen und depressiven Episoden. Am 6. November 2000 meldete sich I.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Am 29. Dezember 2000 reichte die Arbeitgeberin f�r diesen Gesundheitsschaden bei den Basler Versicherungen die Unfallmeldung UVG ein.
Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach I.________ nach medizinischen und erwerblichen Abkl�rungen am 14. August 2001 eine ganze Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 80 % zu. Die Basler f�hrte zus�tzliche medizinische Abkl�rungen durch und zog die Akten der IV bei. I.________ reichte fach�rztliche Gutachten ein (geburtshilfliches Gutachten der Frau Dr. med. H.________, Fach�rztin f�r Frauenheilkunde und Geburtshilfe, undatiert; neurologisches Fachgutachten der Frau Dr. med. T.________, �rztin f�r Neurologie und Psychiatrie, Physikalische Medizin, Psychotherapie, vom 20. Dezember 2002; Gutachten zur Pathophysiologie der Frau Dr. med. S.________, Mitarbeiterin im Institut f�r Experimentelle Ophtalmologie, Y.________, undatiert). Am 30. Mai 2003 wies die Basler das Leistungsbegehren der I.________ ab, da kein Unfall vorliege. I.________ erhob gegen die Verf�gung Einsprache und reichte �berdies am 17. November 2003 beim Kreisgericht St. Gallen eine Verantwortlichkeitsklage gegen den Kanton St. Gallen ein.
In der Folge zog die Basler einen Teil der Akten der Winterthur Versicherungen (Haftpflichtversicherung des Spitals X.________) bei und veranlasste eine Begutachtung bei Prof. Dr. med. A.________, Facharzt f�r Geburtshilfe und Gyn�kologie, vom 28. April 2004 (mit zus�tzlichen Stellungnahmen vom 18. Mai und 27. September 2004). Am 3. August 2004 erging das von I.________ in Auftrag gegebene Privatgutachten des Dr. med. M.________, Oberarzt, Klinik f�r An�sthesiologie, Spital Y.________, Universit�t Z.________. Am 10. Juni 2005 wies die Basler die Einsprache ab.
I.________ liess hiegegen Beschwerde f�hren und insbesondere eine zus�tzliche Stellungnahme des Dr. med. M.________ vom 20. Oktober 2004 zu den Akten reichen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz wies die Beschwerde am 18. Januar 2006 ab.
I.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Verpflichtung der Basler zur Erbringung der gesetzlichen Leistungen.
Das kantonale Gericht und die Basler schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Vorinstanz legt folgende Rechtsgrundlagen zutreffend dar: zum Unfallbegriff (Art. 6 Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen, f�r die Beurteilung der Ereignisse vom 13. Juli 1998 massgeblichen Fassung), insbesondere auch zur Rechtsprechung bei der Beurteilung, ob eine medizinische Behandlung als Unfall gilt (BGE 121 V 38 Erw. 1b, 118 V 284 Erw. 2b, je mit Hinweisen), sowie zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3). Darauf wird verwiesen.
2.1 Die Versicherte bringt zun�chst vor, die Strenge der geltenden Praxis zum aussergew�hnlichen Faktor als Wesensmerkmal des Unfallbegriffs bewirke bei einem nat�rlichen Vorgang wie der Niederkunft einer gesunden Frau eine unangemessene Einschr�nkung der UVG-Deckung und verstosse gegen das Gleichbehandlungsgebot, weil das Risiko einer gesunden Frau bei der Niederkunft nicht vergleichbar sei mit jenem bei der Operation eines kranken Menschen. Die angewandte Praxis beziehe sich regelm�ssig auf die Abgrenzung von Krankheit und Unfall, nie aber auf die Behandlungsrisiken bei Geburten, welche das Risikoprofil von UVG-versicherten Frauen nicht unwesentlich mitpr�gten.
2.2 Jede Geburt ist mit Gefahren verbunden. Die Versicherte weist zutreffend darauf hin, dass eine gesunde Frau aber nicht damit rechnen muss, nach der Entbindung an einem schweren, bleibenden Gesundheitsschaden zu leiden. Bei der Beurteilung, ob eine medizinische Behandlung den Unfallbegriff erf�llt, ist indessen die mit dem �rztlichen Eingriff objektiv verbundene Gefahr massgeblich. Geburtshilfliche Massnahmen an gesunden Frauen sind in aller Regel mit geringeren Risiken verbunden als medizinische Eingriffe an kranken Patienten, weshalb der Unfallbegriff in Zusammenhang mit der �rztlichen Behandlung bei normalen Geburten (zu den sogenannten Risikogeburten vgl. Erw. 2.3 hienach) nur mit besonders grosser Zur�ckhaltung zu bejahen ist. Es besteht daher keine Veranlassung, an das Erfordernis der Aussergew�hnlichkeit bei Geburten generell weniger strenge Anforderungen zu stellen als an die �brigen medizinischen Massnahmen. Im �brigen gilt es zu beachten, dass nicht jeder Behandlungsfehler als Heilbehandlungsunfall zu qualifizieren ist (vgl. Franz J. Fischer, �rztliche Behandlung und Behandlungsfehler im Rahmen des UVG, Vortrag gehalten am PKU-Seminar f�r UVG-Verantwortliche vom 13./14. Oktober 1997).
2.3 Der Sorgfaltsmassstab bei einer als normal zu erwartenden Spontangeburt ist - worauf die Versicherte an sich zu Recht hinweist - ein anderer als bei einer (voraussehbaren) Risikoentbindung. Entgegen ihren Ausf�hrungen bedeutet aber die Belastung der Anamnese einzig mit einer vorangegangenen Schnittentbindung bei einer ansonsten gesunden Frau jedenfalls bei Abwesenheit zus�tzlicher Risikofaktoren f�r die Mutter (oder das Kind) nicht ohne weiteres das Vorliegen besonderer Risiken, welche sich bei der Pr�fung des Unfallbegriffes auswirken. Dass in der medizinischen Fachliteratur der Begriff "Risikoschwangerschaft" sowie folglich auch derjenige der "Risikogeburt" sehr weit gehandhabt (hiezu Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 260. Auflage, Stuttgart/New York 2004, S. 1590) und gemeinhin - unbesehen der konkreten Umst�nde - jede Geburt nach einer Schnittentbindung als risikoreich eingestuft wird, f�hrt zu keinem anderen Schluss. Denn die Ungew�hnlichkeit als wesentliches Begriffsmerkmal des Unfalles ist mit Blick auf die konkreten Umst�nde im Einzelfall in Verbindung mit den objektiven Risiken einer medizinischen Massnahme zu beurteilen und kann nicht nach einer schematischen Einteilung erfolgen. Dass sich bei einer normalen Ausgangslage, welche einen problemlosen Geburtsvorgang annehmen l�sst, die generelle Annahme eines besonderen Risikos verbietet, bedeutet keine Ungleichbehandlung.
2.4 Wenn die diensthabenden Medizinalpersonen im Wissen darum, dass die Versicherte ein erstes Kind im Jahre 1992 mittels Kaiserschnitt (sowie ein zweites im Jahre 1993 auf nat�rlichem Weg) geboren hatte, bei der Geburt des dritten Kindes am 13. Juli 1998 nicht von vornherein eine Schnittentbindung durchf�hrten, wichen sie damit jedenfalls nicht ganz erheblich vom medizinischen Standard ab (vgl. Susanne Bollinger Hammerle, Die vertragliche Haftung des Arztes f�r Sch�den bei der Geburt, Diss. Luzern 2004, S. 19 FN 71 mit Hinweis auf Jaisle, Schnittentbindung in den Akten der Justiz, eine Hilfe f�r �rzte und Juristen zur Bewertung von Geburtskomplikationen, Stuttgart etc. 1995, S. 44 f.), weshalb insoweit kein unfallversicherungsrechtlich relevanter grober Behandlungsfehler vorliegt.
3.1 Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen gest�tzt auf die Einsch�tzungen des Prof. Dr. med. A.________, die Modalit�ten der operativen Plazentaentfernung seien nicht un- bzw. aussergew�hnlich gewesen. Selbst wenn bez�glich des Blutverlustes auf die Berechnung des Dr. med. M.________ abgestellt werde, fehle es an einer erheblichen Abweichung vom medizinisch �blichen, weshalb der Unfallbegriff nicht erf�llt sei.
Dagegen wendet die Versicherte ein, es liege eine Mehrzahl gravierender �rztlicher Fehlleistungen vor, die jede f�r sich das Merkmal der Aussergew�hnlichkeit erf�llten. Zum einen h�tten die �rzte den Blutverlust untersch�tzt und nicht ausreichend sowie schnell genug therapiert. Zum anderen sei die Dosis der verabreichten Medikamente nicht dem verminderten Blutvolumen angepasst worden. Als Folge des mehrfach vorschriftswidrig applizierten vasokonstriktiven Medikamentencocktails habe sie einen Hirnschlag erlitten.
3.2 In den Akten finden sich keine Hinweise auf einen vermehrten Blutverlust bei der Geburt des Kindes oder w�hrend der Phase der Plazentaretention (Austrittsbericht des Dr. med. E.________, Kantonales Spital X.________, vom 31. August 1998). Dass 15 bis 25 Minuten nach der Geburt des Kindes die Indikation zur manuellen Plazental�sung gestellt wurde (vgl. Gutachten des Prof. Dr. med. A.________ vom 28. April 2004), war nicht auf eine starke Blutung der Versicherten, sondern darauf zur�ckzuf�hren, dass die konservativen Mittel ausgesch�pft waren (so blieb etwa das mehrmals versuchte Herausreissen der Plazenta durch Dr. med. E.________ erfolglos; vgl. hiezu auch die Ausf�hrungen der Versicherten in der Verantwortlichkeitsklage vom 17. November 2003, S. 9). Hingegen ist dem Verlaufsbericht vom 13. Juli 1998 zu entnehmen, dass die Versicherte im Rahmen der operativen (manuellen) Plazental�sung einen massiven Blutverlust von etwa 1000 ml erlitt. Prof. Dr. med. A.________ kam zum Schluss, die Versicherte habe insgesamt (d.h. w�hrend der Geburt des Kindes, der Plazentaretention und der manuellen Plazental�sung) eine Blutmenge von 1000-1500 ml bzw. 1200-1800 ml verloren (Gutachten vom 28. April 2004, Zusatzbericht vom 27. September 2004). Demgegen�ber errechnete Dr. med. M.________ einen markant h�heren Blutverlust von total zirka 3000 ml (Gutachten vom 3. August 2004), wobei h�modynamisch wirksam ein solcher von �ber 2000 ml gewesen sei (Stellungnahme vom 20. Oktober 2004). Beide Gutachter stimmen indessen darin �berein, dass es retrospektiv sehr schwierig, wenn nicht praktisch ausgeschlossen ist, den Blutverlust exakt zu ermitteln.
3.3 Soweit die Versicherte auch im letztinstanzlichen Verfahren r�gt, sie sei zum Geburtsvorgang (inklusive postpartaler Phase bis zur Narkose) nicht befragt worden, ist ihr - entgegen den vorinstanzlichen Erw�gungen - insoweit zu folgen, als entsprechende Angaben in der Tat relevant sein k�nnen. Denn der umstrittene pr�operative Blutverlust als m�gliche im Verbund mit den verabreichten Medikamenten negativ wirkende Ursache ist durchaus rechtserheblich f�r die Beurteilung ihrer Anspr�che. Indessen kann in antizipierter Beweisw�rdigung ausgeschlossen werden, dass die Befragung der Beschwerdef�hrerin verwertbare Angaben �ber die Menge des bis zur Narkose verlorenen Blutes an den Tag br�chte. Ein solches Unterfangen ist schon deshalb nicht beweistauglich, weil es sich um eine Wassergeburt handelte und im Wasser bereits wenig Blut imponierend wirkt.
3.4.1 Prof. Dr. med. A.________ �usserte sich eingehend zur Problematik des erlittenen Blutverlustes. Zun�chst konnte ein von der Versicherten als Ursache des als ganz massiv empfundenen Blutverlustes w�hrend der Geburt des Kindes und in der anschliessenden Plazentaperiode vermuteter Uterusriss weder klinisch noch durch sonographische Untersuchung und Nachtastung festgestellt werden (vgl. Gutachten des Prof. Dr. med. A.________ vom 28. April 2004). Gest�tzt auf die echtzeitlichen Aufzeichnungen �ber den Gesundheitszustand der Versicherten und nach Einholen neurologischer, klinisch-pharmakologischer sowie an�sthesiologischer Konsilien legte Prof. Dr. med. A.________ im Gutachten vom 28. April 2004 (wie auch in Zusatzberichten vom 18. Mai und 27. September 2004) im Einzelnen dar, dass die Beschwerdef�hrerin zwar zeitweilig Anzeichen eines kompensierten Volumenmangels, indessen nie die klinischen Zeichen eines Blutverlustes in der Gr�ssenordnung der H�lfte des Blutvolumens aufwies, wie dies Dr. med. M.________ ausf�hrte (Gutachten vom 3. August 2004). Zur Therapie des Blutverlustes erkl�rte Prof. Dr. med. A.________, der bis zum Beginn der Narkose erfolgte Blutverlust habe nachweislich keinen Einfluss auf die Kreislaufparameter gehabt. Der etwa eine Stunde lang dauernde Blutdruckabfall habe sich nach ad�quater Therapie fast normalisiert und in der Folge seien keine Symptome einer Hypovol�mie aufgetreten. Bluttransfusionen seien zu jenem Zeitpunkt absolut nicht indiziert gewesen. Die Versicherte habe den Blutverlust gut toleriert, was einerseits auf die Anpassungsgabe einer jungen gesunden Frau und anderseits auf die ad�quate Infusionstherapie zur�ckzuf�hren sei.
3.4.2 Demgegen�ber basieren die Einsch�tzungen des Dr. med. M.________ auf Berechnungen, welchen ausschliesslich allgemeine (statistische) Angaben zu Grunde liegen und die somit die Besonderheiten des konkreten Falles ausser Acht lassen. Die daraus abgeleiteten Schl�sse des Dr. med. M.________ sind umso weniger einleuchtend, als er selbst - insoweit �bereinstimmend mit Prof. Dr. med. A.________ - davon ausgeht, dass die klinische Symptomatik wichtige Hinweise auf einen Volumenmangel zu geben vermag (Erwiderung vom 20. Oktober 2004). Auch sind seine Beurteilungen nicht ohne Widerspr�che. Im Gutachten vom 3. August 2004 gab er (auch diesbez�glich im Einklang mit Prof. Dr. med. A.________) an, der Schockindex sei w�hrend der An�sthesie grenzwertig gewesen; am Nachmittag des 13. Juli 1998 h�tten die dokumentierten Kreislaufparameter keinen positiven Schockindex, indessen fast durchgehend eine Tachykardie mit mehr als 100 Schl�gen pro Minute gezeigt, was f�r einen eben noch kompensierten Volumenmangel spreche. Auch h�tten die typischen Folgen eines Volumenmangels, d.h. Organmanifestationen ausserhalb des zentralen Nervensystems, gefehlt und in den im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt durchgef�hrten Untersuchungen h�tten relevante Verengungen im Bereich der hirnversorgenden Arterien ausgeschlossen werden k�nnen. Demgegen�ber erkl�rte er am 20. Oktober 2004, angesichts der arteriellen Mitteldr�cke von unter 60 mmHg sei es nicht mehr statthaft, von einem kompensierten Volumenmangel zu sprechen.
3.4.3 Unter Ber�cksichtigung, dass die Einsch�tzungen des Dr. med. M.________ nicht ganz widerspruchsfrei und dar�ber hinaus auf Teilaspekte fokussiert sind, w�hrend die Ausf�hrungen des Administrativgutachters Prof. Dr. med. A.________ den medizinischen Hintergrund umfassend ausleuchten, auf Besprechungen mit zahlreichen Fach�rzten beruhen sowie einleuchtend und nachvollziehbar begr�ndet - da auf den sich bei den Akten befindlichen Aufzeichnungen der Vitalparameter beruhend - sind, hat die Vorinstanz (in deren Spruchk�rper im �brigen in der Person von Dr. med. O.________, FMH f�r An�sthesiologie, ein Facharzt mitwirkte) zu Recht auf Prof. Dr. med. A.________ abgestellt. Ausgehend von dessen Einsch�tzungen kann mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass den �rzten bei der Einsch�tzung und der Therapie des Blutverlustes Fehler unterlaufen sind, die so erheblich vom medizinisch �blichen abwichen, dass der Unfallbegriff erf�llt w�re. Diese Beurteilung wird auch von den Dres. med. B.________, FMH f�r Innere Medizin und Rheumatologie, (Stellungnahme vom 1. Dezember 2001) und S.________ (im undatierten Gutachten zur Pathophysiologie) gest�tzt.
3.5 Es braucht nicht gekl�rt zu werden, ob und allenfalls welche Bedeutung dem Leitfaden des Universit�tsspitals Z�rich zur Plazentaretention f�r die Beurteilung des �rztlichen Vorgehens im konkreten Fall zukommt. Das �rztliche Prozedere in der Nachgeburtsperiode, die insofern pathologisch verlief, als sich eine Plazentaretention einstellte, wich jedenfalls selbst nach dem erw�hnten Leitfaden nicht ganz erheblich vom medizinisch �blichen ab. Darin wird (in Ziff. 6.9.1) festgehalten, dass 30 Minuten nach der Geburt ein aktives Vorgehen mit einer Syntocinongabe, Entleerung der Harnblase, Eisbeutel auf Uterus und Ansetzen des Kindes einsetzen soll. Bei Erfolglosigkeit dieser Massnahmen soll das Blut aus der Nabelschnur abgelassen werden, danach wiederum Syntocinon (i.v.; Infusion) verabreicht und bei Erfolglosigkeit der sog. Cred�-Versuch unternommen werden. Nach einer Stunde habe die manuelle Plazental�sung zu erfolgen. Bei Plazentaretention mit verst�rkter Blutung (Ziff. 6.9.1.1) - an einer solchen fehlte es indessen im Falle der Versicherten (Erw. 3.2 hievor; Austrittsbericht des Dr. med. E.________ vom 31. August 1998) - ist unverz�glich eine manuelle L�sung angezeigt.
Aus dem Partogramm geht hervor, dass nach der Geburt des Kindes (12.25 Uhr) um 12.27, 12.50 und 13.10 Uhr je 5 Einheiten Syntocinon ("Synto") verabreicht wurden. Nachdem die Plazentaretention manifest wurde, entschlossen sich die �rzte nach Aussch�pfung aller konservativen Massnahmen 15 bis 25 Minuten postpartal zur manuellen Plazental�sung, welche (bei erschwerter L�sung und Verbleiben von Plazentar�ckst�nden) mit einer massiven Blutung einherging. Damit erfolgte der operative Eingriff zum einen fachgerecht nach Aussch�pfung der konservativen Massnahmen und zum anderen zeitgerecht. Ein grober Behandlungsfehler, wie er vorliegend einzig relevant ist, f�llt auch diesbez�glich ausser Betracht.
4.1 �bereinstimmend geben die Gutachter A.________ und M.________ an, die aufgetretenen Hirninfarkte seien durch An�mie und Volumenmangel nicht hinreichend zu erkl�ren bzw. der Schlaganfall sei keine "zwangsl�ufige Folge" der postpartalen Blutung. Nach Einsch�tzung des Dr. med. M.________ ist der Schlaganfall - nebst dem Blutverlust - indessen auf folgende Abweichungen vom medizinischen Standard zur�ckzuf�hren: (1) Verabreichung von Methergin bei manifester Hypovol�mie, (2) doppelte Maximaldosis Methergin intraven�s verabreicht, (3) Gabe von Methergin zus�tzlich zu einem weiteren Vasopressor. Zu pr�fen ist, ob in der Dosierung oder der Kombination der verabreichten Medikamente ein grober Behandlungsfehler liegt, der den Unfallbegriff (ausnahmsweise) erf�llt.
4.2 Eine falsche Medikamentierung, namentlich wenn es sich um eine grobe und ausserordentliche Verwechslung handelt, kann unter bestimmten Voraussetzungen so ungew�hnlich sein, dass sie den Unfallbegriff erf�llt. So hatte das Bundesgericht das Einspritzen eines falschen Kontrastmittels in zu starker Dosis zu diagnostischen Zwecken, welche zum Tod des Patienten f�hrte, als Unfall angesehen (BGE 85 II 344). Es erwog, die erfolgte Einspritzung liege v�llig ausserhalb der einem Spitalaufenthalt normalerweise inh�renten Risiken. Der Versicherte habe sich einer sachgem�ss durchzuf�hrenden Myelographie unterziehen wollen und sei bereit gewesen, die damit verbundenen normalen Risiken auf sich zu nehmen. Er sei aber keinesfalls gewillt gewesen, auch die Folgen der Verwendung eines falschen Mittels in zu hoher Dosis, das in dieser Anwendung nicht nur speziell f�r ihn, sondern f�r jeden Patienten t�dliche Gefahren in sich berge, in Kauf zu nehmen. Der Zweck des Eingriffs, n�mlich die Diagnose einer allf�lligen, keinesfalls lebensgef�hrlichen Diskushernie, habe ihn keinesfalls zum Eingehen eines so hohen Risikos gen�tigt (BGE 85 II 347 Erw. 1a).
4.3 Dr. med. M.________ f�hrte aus, die in der Situation des knappen Volumenstatus intraven�s verabreichte Methergindosis von 1ml = 0,2 mg entspreche der doppelten Menge, die laut Herstelleranweisung langsam intraven�s injiziert werden d�rfe. Das Risiko gef�hrlicher Nebenwirkungen steige, wenn andere vasoaktive Substanzen wie Ephedrin verabreicht w�rden, wie dies in casu geschehen sei. In der Situation eines intravasalen Volumenmangels mit zur physiologischen Kompensation enggestellten Widerstandsgef�ssen sei diese Nebenwirkung umso mehr zu erwarten. Demgegen�ber stellte sich Prof. Dr. med. A.________ auf den Standpunkt, die verabreichten Medikamente und Infusionen h�tten hinsichtlich Art, Indikation, Dosierung und Kombination international anerkannten Gewohnheiten bzw. Standards entsprochen.
Wie die Schweizerische Arzneimittel-Nebenwirkungszentrale (SANZ) erkl�rte, wurde ihr eine Durchblutungsst�rung des Gehirns durch Methergin bis dato nie gemeldet und war eine solche auch in der Fachliteratur nicht bekannt (Kurzkommentar der SANZ vom 4. Mai 1999; vgl. auch [undatiertes] pathophysiologisches Gutachten der Frau Dr. med. S.________ sowie neurologisches Fachgutachten der Frau Dr. med. T.________ vom 20. Dezember 2002 ["Schlaganf�lle unter Ergotalkaloiden werden in der mir zur Verf�gung stehenden Literatur nicht beschrieben"]).
Die der Versicherten verabreichte Dosis entsprach der in der Produkteinformation angegebenen H�chst-Dosierung (0,5-1ml = 0,1-0,2 mg). Angesichts dessen, dass der Blutverlust mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nicht im Ausmass des von Dr. med. M.________ errechneten lag (Erw. 3.4.3 hievor), kann in der Dosierung des Methergin jedenfalls kein grober Behandlungsfehler gesehen werden, welcher derart schwer wiegt, dass er den Unfallbegriff erf�llen w�rde.
4.4 Zu pr�fen ist, ob in der verabreichten Medikamentenkombination, insbesondere angesichts der bekannten Interaktionen von Methergin mit anderen vasokonstriktorischen Mitteln (wie sie auch in der Produkteinformation zu Methergin aufgef�hrt ist und daher den �rzten bekannt sein musste), eine gravierende Abweichung vom �rztlichen Standard zu sehen ist. Prof. Dr. med. A.________ f�hrte hiezu aus, eine Interaktion mit schweren gesundheitlichen Folgen sei zwischen Methergin und Ephedrin bekannt. Die gleichzeitige Anwendung dieser Medikamente k�nne bei vorhandenem hohen Blutdruck zu einer Gehirnblutung f�hren. Bei der Beschwerdef�hrerin habe jedoch eher ein tiefer Blutdruck (Hypotonie) vorgelegen und die Sch�digung des Gehirns sei auch nicht auf eine Blutung, sondern auf einen Durchblutungsstopp zur�ckzuf�hren.
Ohne dass gepr�ft werden m�sste, ob der Hirninfarkt �berhaupt auf die verabreichten Medikamente zur�ck gef�hrt werden kann (wobei Prof. Dr. med. A.________ in �bereinstimmung mit Dr. med. U.________, Radiodiagnostik FMH, angab, der MRI-Befund vom 16. Juli 1998 spreche f�r einen arteriellen Territorialinfarkt und gegen einen h�modynamisch bedingten Infarkt durch Abfall des Perfusionsdruckes bzw. wonach die L�sionen vereinbar sind mit subakuten isch�mischen Infarkten und keine Zeichen einer Einblutung feststellbar waren; Schreiben vom 16. Juli 1998), war die Kombination der Medikamente Methergin und Ephedrin zwar, wie sich im Nachhinein zeigte, wegen der Gefahr �berschiessender vasokonstriktorischer/vasopressorischer Wirkung (vgl. Schreiben der Novartis Pharma Schweiz AG, Bern, vom 4. Juni 1999) nicht unproblematisch. Sie beruhte indessen weder auf einer (groben und ausserordentlichen) Verwechslung, noch wich sie ganz massiv vom �rztlichen Standard ab. Dass die Kombination der beiden Medikamete Methergin und Ephedrin bei r�ckblickender Betrachtung gewisse Risiken beinhaltete, f�hrt zu keinem andern Schluss. Denn zum einen ist f�r die Beurteilung das Vorgehen der �rzte in der konkreten Behandlungssituation und nicht ein Betrachtung "ex post" unter Ber�cksichtigung auch der menschlichen Tragik des Falles entscheidend (BGE 120 Ib 413 ff. Erw. 4a und 4c/aa); zum anderen stellten weder Prof. Dr. med. A.________ noch Frau Dr. med. S.________ noch Frau Dr. med. T.________ fest, die Kombination der Medikamente stelle einen groben Behandlungsfehler dar. Auch die Gutachterin Dr. med. H.________ f�hrte den Gesundheitsschaden nicht auf die Medikation zur�ck.
Es ist somit nicht rechtsgen�glich erstellt, dass im Rahmen der Plazentaretention in Abweichung vom medizinischen Standard Fehler begangen worden waren, die als grob qualifiziert werden m�ssen. Nach den �berzeugenden Ausf�hrungen des Prof. Dr. med. A.________, auf welche abzustellen ist (Erw. 3.4.3 hievor), k�nnen sowohl der Blutverlust als auch die passagere Hypertonie und die verwendeten Medikamente mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Ursachen f�r den Hirnschlag ausgeschlossen werden. Indessen k�nnte nur ein ausserordentlich hoher Blutverlust zusammen mit eindeutig falscher Medikation zur Bejahung des aussergew�hnlichen Faktors f�hren. Beides ist nach Lage der Akten mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Ob die �rzte Behandlungsfehler begangen haben, die unterhalb der (hohen) Schwelle des Unfallbegriffs liegen, braucht hier nicht entschieden zu werden.