Source: http://endlagerdialog.de/2019/08/4-abs-4-endlsianfv-fatal-error/
Timestamp: 2019-09-17 08:16:13
Document Index: 101597106

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 24', '§ 4', '§ 4']

§ 4 Abs. 4 EndlSiAnfV: fatal error? | endlagerdialog.de
§ 4 Abs. 4 EndlSiAnfV: fatal error?
Veröffentlicht am 17/08/2019 von endadm
Festlegung der maximalen Leckrate
Der Referentenentwurf der Endlagersicherheitsanforderungsverordnung (EndlSiAnfV) vom 11.07.2019 setzt in § 4 Abs. 4 eine maximal zulässige Leckrate der wesentlichen Barrieren fest.
1. insgesamt höchstens ein Anteil von 10-4 und
2. jährlich höchstens ein Anteil von 10-9
Klarere Formulierung sinnvoll
Da die Leckrate die austretende Menge pro Zeiteinheit ist, sollte zur Klarheit formuliert werden:
Für zu erwartende Entwicklungen ist nachzuweisen, dass
1. im Nachweiszeitraum insgesamt höchstens ein Anteil von 10-4 und
der Masse der eingelagerten Radionuklide….
In der Begründung ist dazu zu lesen:
Der Zahlenwert von 10-4 für den maximal zulässigen Anteil der Masse der Radionuklide, der über den gesamten Nachweiszeitraum ausgetragen werden darf, wurde ursprünglich in einer Voruntersuchung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (Bericht GRS-A-3405) für die BMU-SiAnf 2010 vorgeschlagen. Abgeleitet wurde dieser Wert dort aus dem Einschluss- und Rückhaltevermögen eines hypothetischen einschlusswirksamen Gebirgsbereiches im Wirtsgestein Tongestein mit einer Mächtigkeit von 100 m.
GRS-Bericht A-3405
Im erwähnten GRS-Bericht wird auf Seite 10 ausgeführt:
Die im Nachweiszeitraum im einschlusswirksamen Gebirgsbereich zurückgehaltene Schadstoffmenge – bezogen auf die eingelagerte Schadstoffmenge – muss größer als 99,9999 mol-% sein.
Das bedeutet, im Nachweiszeitraum dürfen höchstens 0,0001 mol-% (= 10-4 mol-%) freigesetzt werden. In der Begründung zur Verordnung wird dargelegt, dass statt der Stoffmenge auch näherungsweise die Stoffmasse hierfür angesetzt werden kann, d. h. 10-4 Massen-%.
Umrechnung von Prozentangabe in Anteil
In der Verordnung wird nun nicht die Prozentangabe benutzt (bezogen auf 100), sondern der Anteil (bezogen auf 1). Aus den 10-4 Massen-% wird also ein Massenanteil von 10-6. Angelehnt an den GRS-Bericht muss § 4 Abs. 4 also lauten:
1. im Nachweiszeitraum insgesamt höchstens ein Anteil von 10-6 und
2. jährlich höchstens ein Anteil von 10-11der Masse der eingelagerten Radionuklide einschließlich ihrer Zerfallsprodukte aus dem Bereich der wesentlichen Barrieren ausgetragen wird.
Aktualisierte Modellrechnungen nicht öffentlich verfügbar
Weiter wird in der Begründung angeführt:
Im Rahmen der Erarbeitung dieser Verordnung wurde der angesetzte Zahlenwert von 10-4 an Hand von aktualisierten Modellrechnungen überprüft, bei denen die einschlägigen Zahlenwerte der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien nach § 24 StandAG (insbesondere die Anlagen 1, 2 und 9) als Eingangsparameter zu Grunde gelegt wurden.
Die angeführten aktualisierten Modellrechnungen sind leider nicht öffentlich zugänglich, so dass eine Überprüfung nicht möglich ist.
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Ein Gedanke zu „§ 4 Abs. 4 EndlSiAnfV: fatal error?“
endadm sagte am 19/08/2019 um 21:30 :
Transparenz zu der geheimen Erarbeitung der Sicherheitsanforderungen
Um mehr Licht in die geheime Erarbeitung der Sicherheitsanforderungen zu bringen, wurde eine IFG-Antrag mit dem Titel Referentenentwurf § 4 Abs. 4 EndlSiAnfV – aktualisierte Modellrechnungen gestellt.