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Timestamp: 2020-07-13 02:44:54
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Matched Legal Cases: ['Art. 66', '§ 242', '§ 275', 'Art. 67', '§ 249', '§ 246', '§ 252', '§ 253', '§ 253', 'Art. 67', '§ 253', 'Art. 28', '§ 253', '§ 246', '§ 246', '§ 253', '§ 286', '§ 285', '§ 322', '§ 317', '§ 317']

Karlsberg Jahresbericht 2019
GEPRÜFTER JAHRESABSCHLUSS 2019 ZUM 31. DEZEMBER 2019 DER KARLSBERG BRAUEREI GMBH, HOMBURG (HGB)
Inhalt 3 Lagebericht Bilanz zum 31.12.2019 Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Kapitalﬂussrechnung 2019 Anhang Vorwort Jahresabschluss Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Finanzkalender Impressum Kennzahlen 5 8 8 32 36 37 38 59 62 62 63
Die Karlsberg Brauer 4
Liebe Freunde der Karlsberg Brauerei, die Neugier der Konsumenten auf Bier und die Nachfrage nach hochwertigen Getränken sind ungebrochen. In diesem Umfeld haben unsere Marken weiter an Stärke gewonnen und sind in Umsatz und Ertrag gewachsen. Unsere Braukompetenz wurde dabei auch im letzten Jahr wieder vielfach ausgezeichnet, u. a. beim „World Beer Award“ und beim „International Craft Beer Award“. Die Basis für unseren Erfolg ist unsere Nähe zum Konsumenten und unsere Überzeugung, dass der perfekte Geschmack begeistert – und das schon seit 1878. Wir versprechen Getränke mit echt starkem Geschmack, die vielen Menschen Genuss und Lebensfreude bringen: „Echt. Begeistert. Gebraut.“ Begleiten Sie uns auf diesem Weg! Ihr Christian Weber 5
Jahresabschluss LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2019 9
I. Grundlagen der Gesellschaft Geschäftsmodell, Ziele und Strategie Die Karlsberg Brauerei GmbH gehört zu den bekannten deutschen Brauereien in Familienbesitz. Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines breiten Sortiments alkoholischer und alkoholfreier Getränke sind Basis einer nachfrageorientierten Unternehmensstrategie. Dabei stehen die strategischen Marken Karlsberg und MiXery mit einem Portfolio an Bieren, Biermischgetränken und alkoholfreien Bieren im Fokus. Dieses wird ergänzt um ein Sortiment von Markenprodukten internationaler Kooperationspartner exklusiv für Deutschland. Ergän- zende Geschäftsfelder für das Markengeschäft sind ein ertragsorien- tiertes Exportgeschäft sowie in begrenztem Umfang Lohnproduktion für internationale Kunden. Ziel der Karlsberg Brauerei GmbH ist es, ein diversifiziertes Portfo- lio ertragsstarker Getränkemarken auszubauen und hierbei sowohl ihr nationales als auch internationales Geschäftsmodell konsequent weiterzuentwickeln. Die Gesellschaft verfolgt dabei eine Strategie der kontinuierlichen Verbesserung der Ertragsbasis mit folgenden Schwer- punkten: • Deutschland: Nationaler Distributionsausbau unserer Topmarken durch ein wachsendes Vertriebsteam im Lebensmitteleinzelhandel • Export: Internationale Distribution unserer eigenen Marken, Reduk- tion der Lohnproduktion • Zusätzliche Erträge durch internationale Partnermarken • Fixkostenreduzierung durch kontinuierliche Verschlankung der Organisation und Hebung von Synergien im Karlsberg Unterneh- mensverbund • Investitionen in Produktqualität, Effizienzsteigerung, Energiekos- tenoptimierung sowie in die aktive Vermarktung der strategischen Marken • Mitarbeiterentwicklung und Förderung der Unternehmens- kultur als mittelständisches, inhabergeführtes Familienunterneh- men • Digitalisierung relevanter Geschäftsprozesse in Richtung Kunde und Konsument 10 Im klassischen Biermarkt konzentriert sich die Karlsberg Brauerei GmbH geografisch auf die Kerngebiete Saarland und Rheinland-Pfalz. Der Fokus liegt dabei auf dem Markengeschäft im Handel sowie dem Gastronomiegeschäft. Die Strategie der Gesellschaft im klassischen Biermarkt ist es, mit einem prämierten Markenportfolio weitere Markt- anteile zu gewinnen und den Bezug der Konsumenten zur Marke Karlsberg langfristig zu stärken. Die Strategie im Segment Biermischgetränke besteht darin, durch Markenstärke, Produktinnovationen und Distributionsausweitung der Marke MiXery, die national distribuiert ist, im Ertrag weiter zu wachsen. Mit neuen, trendorientierten Produkten sowie zielgruppenrelevanten Kommunikationsaktivitäten soll die Marktstellung von MiXery als eine der führenden nationalen Szene- und Trendmarken gefördert und gefestigt werden. Unternehmerische Steuerungssysteme Die Leistungsstärke des Unternehmens wird im Wesentlichen mit den Kennzahlen Umsatz sowie adjustiertes EBITDA (= um wesentliche außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) gemessen. Zielsetzung der Karlsberg Brauerei GmbH ist die nachhaltige Ergebnisverbesserung durch kontinuierlichen Ausbau der Marktanteile in margenstarken Marktsegmenten. Darüber hinaus sind auf dem Gebiet der operativen finanziellen Leis- tungsmessung neben diesen Kennzahlen auch Investitionen sowie der Free Cashflow bedeutsame finanzielle Indikatoren. Dabei erfolgt ein Vergleich sowohl zum Vorjahr als auch zum Plan des laufenden Geschäftsjahres. Hierdurch ist die Geschäftsführung in der Lage, Abweichungen kurzfristig zu erkennen und zeitnah entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
II. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Situation Das deutsche Wirtschaftswachstum hat in 2019 deutlich an Schwung verloren. Die Konjunktur wird durch internationale Handelskonflikte, Währungsturbulenzen von Schwellenländern sowie geopolitische Konflikte zunehmend belastet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung preisbereinigt um 0,6 % (Vorjahr: + 1,5 %). Die konjunkturelle Grunddynamik der deutschen Wirtschaft bleibt zwar aufwärtsgerichtet, jedoch gegenüber den Vorjahren deutlich abgeschwächt. Die exportorientierte deutsche Industrie hat unter der schwächeln- den Weltkonjunktur besonders stark gelitten, die nicht zuletzt vom Handelskrieg zwischen den USA und China ausgelöst wurde. Das herausfordernde außenwirtschaftliche Umfeld führte dazu, dass die Exportumsätze preisbereinigt um 0,9 % deutlich weniger wuchsen als noch im Vorjahr (2018: + 2,1 %). Auch die Importe nahmen mit 1,9 % weniger stark zu als noch im Vorjahr (+ 3,6 %). Als Konjunkturstütze erwies sich hingegen einmal mehr der inländische private Konsum. Die privaten Konsumausgaben sind preisbereinigt um 1,6 % und nominal um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Aufgrund des weiterhin sehr niedrigen Zinsumfeldes hielt auch der Boom in der deutschen Bauwirtschaft an. So konnten die Brutto- anlageinvestitionen erneut kräftig zulegen (2019: + 2,5 %). Angesichts einer weiterhin guten Lage am Arbeitsmarkt, steigender Einkommen und erhöhter Kaufkraft entwickelte sich der deutsche Einzelhandel auch im Berichtsjahr positiv. Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten im Jahr 2019 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes preis- bereinigt 2,7 % sowie nominal 3,3 % mehr um als im Jahr 2018. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte in diesem Zeitraum real 1,2 % und nominal 2,1 % mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Trotz konjunktureller Abkühlung verlief für die Gastronomie und Ho- tellerie das Jahr aufgrund der noch guten binnenwirtschaftlichen Rah- menbedingungen erfreulich. Die Konsumfreude der Deutschen und die dadurch stabile Binnenkonjunktur stützen weiterhin die Branche. 11 Zudem hat das gute Sommerwetter für positive Impulse gesorgt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres konnten die Unternehmen des deutschen Gastgewerbes nach Angaben des Bundesverbandes DEHOGA insgesamt ein Umsatzplus von nominal 3,2 % verbuchen (preisbereinigt 0,8 %). Der Umsatzzuwachs in der Gastronomie betrug dabei 3,5 % (preisbereinigt 0,8 %) und im Beherbergungsgewerbe 2,3 % (preisbereinigt 0,3 %). Der Biermarkt Die deutsche Brauwirtschaft blickt auf ein gedämpftes Jahr 2019 zu- rück. Nach dem von einem langen Sommer und einer Fußball-Welt- meisterschaft profitierenden Kalenderjahr 2018, musste der Absatz bei alkoholhaltigem Bier im vergangenen Jahr einen Rückgang verbuchen. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes sank der Gesamtabsatz (inkl. Exporte) um 1,9 % auf rund 92,2 Mio. Hektoliter. Im Inland ging der Bierabsatz um 2,1 % zurück. Unter dem volatilen weltwirtschaft- lichen Klima hat auch der deutsche Export von Bieren gelitten. Das Exportgeschäft hat im Jahr 2019 einen Absatzverlust von 1,1 % auf 16,0 Mio. Hektoliter zu verzeichnen. Die Absätze in Länder außerhalb der EU legten dagegen um 3,4 % auf 7,0 Mio. Hektoliter zu. Trotz insgesamt sinkender Absätze haben jedoch viele Brauereien und Braugruppen ihr Angebot verbreitert und sich mit soliden Umsätzen behaupten können. Der deutschen Brauwirtschaft ist es in den letzten Jahren gelungen, bei rückläufigen Absätzen den Gesamtumsatz konti- nuierlich zu steigern. Hinsichtlich Produktionsmenge und Bierkonsum ist der deutsche Biermarkt mit großem Abstand führend in Europa. Produktseitig standen 2019 vor allem regionale Bierspezialitäten in der Gunst der Konsumenten. Land-, Keller- und Zwicklbiere konnten ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen und liegen bereits auf Platz fünf der Sortenhitliste. Die größten Absatzverluste im Jahr 2019 musste dagegen die Weißbierbranche verkraften. Die beliebteste Biersorte der Deutschen ist Pils mit einem Marktanteil von mehr als 50 %. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Helles und Weizen. Der Markt für alkoholhaltige Biermischgetränke entwickelte sich trotz des Jahrhundertsommers 2018 (Umsatzanstieg Vorjahr: + 20,6 %) im
Geschäftsjahr weiter positiv. Nach vorläufigen Marktzahlen lagen die Umsätze leicht über dem Vorjahresniveau. Einen wichtigen Impuls für den Biermarkt setzt weiterhin die Nachfrage nach alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 500 verschiedene alkoholfreie Marken. Alkohol- freie Biere stehen bei den Konsumenten hoch im Kurs und erreichten in Deutschland Mitte des Jahres 2019 bereits einen Anteil von 6,6 %, Tendenz weiter steigend. Der Deutsche Brauer-Bund geht mittelfristig von einem weiteren Ausbau des Marktanteils auf bis zu 10 % aus. Die sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden alkoholfreien Sorten werden in der Steuerstatistik des Deutschen Brauer-Bundes nicht er- fasst. Alkoholfreie Biere und Biermischgetränke konnten sich in 2019 erneut besser als die alkoholhaltigen Sorten entwickeln und verzeich- neten bis Ende des dritten Quartals ein Umsatz- und Absatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Geschäftsverlauf Die Karlsberg Brauerei GmbH erzielte im abgelaufenen Geschäfts- jahr weitere Fortschritte in ihren strategischen Schwerpunktgebieten. Zudem konnten auch Randgeschäfte weiter erfolgreich abgebaut werden. Infolgedessen ging der Umsatz um 5,1 Mio. EUR (- 3,9 %) auf 125,8 Mio. EUR zurück, wobei sich der Umsatzmix weiter verbesserte. Der Umsatz im Markengeschäft konnte weiter gesteigert werden. Im Markengeschäft erzielte die Karlsberg Brauerei GmbH Umsatz- zuwächse von insgesamt 1,3 %. Im Inland konnten die Markenumsätze auf 73,3 Mio. EUR leicht gesteigert werden. Damit hat sich das inländische Markengeschäft deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt, der im Vergleich zu dem guten Bierjahr 2018 im Jahr 2019 rückläufig war. Die Marke MiXery konnte ihren nationalen Distributionsausbau fort- setzen und sich als nationaler Marktführer im Markt der Biermischge- tränke mit einem Umsatzanstieg von 1,3 % entsprechend behaupten. Die Marke Karlsberg profitiert weiterhin von einem auf moderne Weise traditionsbewussten Auftritt und steigerte ihren Umsatz um 1,1 %. Die Marktführerschaft mit Karlsberg UrPils im regionalen Kernabsatzgebiet Saarland konnte so gefestigt werden. Die Fokussierung auf eigene Marken im Export als wichtiger Baustein für die ertragsorientierte Diversifizierung trägt weiterhin Früchte. Im Ausland legten die Markenumsätze trotz des international schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf 19,4 Mio. EUR (+ 6,0 %) deutlich zu. Die exklusiv in Deutschland vertriebenen internationalen Partner- marken konnten nach signifikanten Umsatzsteigerungen in den Vorjahren auf einem Umsatzniveau von 8,1 Mio. EUR konsolidiert werden (- 4,7 %). Beim Lohnproduktionsgeschäft wurde der Umsatz um 6,5 Mio. EUR auf 16,3 Mio. EUR weiter angepasst (- 28,6 %). In den sonstigen Umsatzerlösen sind im Wesentlichen Miet- und Frachterlöse, Provisionen, Erlöse aus Kostenumlagen, Verschrottungs- erlöse sowie außergewöhnliche periodenfremde Erträge enthalten. 2017 2018 2019 2017 2018 2019 Umsatzentwicklung (in Mio. EUR) a) Umsatz gesamt: 130,9 125,8 123,1 b) Umsatz Segmente: 73,2 73,3 66,5 33,9 30,9 25,1 18,3 19,4 14,0 8,7 8,5 8,1 Marken Inland Marken Ausland Partner- marken Lohnproduktion und Sonstige 12
Produktion und Beschaffung Die Produktionsstätte der Karlsberg Brauerei GmbH befindet sich in Homburg. Die Beschaffung der wichtigsten Wirtschaftsgüter für den Geschäftsbe- trieb der Brauerei wie z. B. Rohstoffe, Verpackungen und Gebinde ist überwiegend vertraglich, zum Teil auch längerfristig, geregelt. Während insbesondere bei Malz, Etiketten und Dosen 2019 Preissteigerungen zu verzeichnen waren, war für Grundstoffe sowie insbesondere bei Zucker und Süßstoffen eine rückläufige Preisentwicklung festzustellen. Die Einkaufspreise für Hopfen bewegten sich nahezu auf Vorjahresni- veau. Die Energiepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut, teilweise recht stark, angestiegen. Insbesondere bei Erdgas und Was- ser waren überdurchschnittliche Preiserhöhungen zu verzeichnen. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2019 lag der durchschnittliche Personalstand bei insgesamt 258 Mitarbeitern (Vorjahr: 279 Mitarbeiter). Die Karlsberg Brauerei GmbH hat im Vorjahr ein weitgehend sozialver- träglich gestaltetes Restrukturierungsprogramm umgesetzt, das bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr zu deutlich positiven Effekten geführt hat. Infolgedessen ergibt sich ein gegenüber dem Vorjahr reduzierter durchschnittlicher Personalstand. Ertragslage Die Umsatzerlöse der Karlsberg Brauerei GmbH sind im Geschäftsjahr 2019 aufgrund der weiteren Anpassung des niedrig-margigen Lohn- produktionsgeschäfts sowie unter Berücksichtigung der positiven Wit- terungseinflüsse in den Sommermonaten 2018 nahezu erwartungsge- mäß um 3,9 % (- 5,1 Mio. EUR) auf 125,8 Mio. EUR zurückgegangen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 3,4 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres (2,7 Mio. EUR), maßgeblich bedingt durch im Berichtsjahr enthaltene Erträge aus Schadensersatzleistungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR infolge eines Brandschadens in einem von der Karlsberg Brauerei GmbH angemieteten und weitervermieteten Hal- lenkomplex. Die insgesamt angefallenen Kosten hierfür betrugen 2019 1,3 Mio. EUR und sind im Materialaufwand sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Der Rohertrag ist aufgrund negativer Effekte aus der zum Jahresen- de hohen Bestandsreduktion von 1,4 Mio. EUR sowie erforderlicher außerplanmäßiger Bestandskorrekturen belastet. Dennoch ergibt sich durch den weiter verbesserten Umsatzmix mit wachsenden Marken- und sinkenden Lohnproduktionsumsätzen eine erneute Verbesserung der Rohertragsmarge. Im Zeitraum 2016 bis 2019 konnte die Roher- tragsquote so von 50,1 % auf 59,5 % (2019 exkl. außergewöhnlicher periodenfremder Erträge aus der Erstattung von Steuern: 58,8 %) gesteigert werden. Die 2017 im Zuge des Mengenabbaus initiierten Kostenmaßnahmen führten auch im Geschäftsjahr 2019 zu weiteren Kosteneinsparungen. Die Ablaufprozesse und die organisatorischen Strukturen wurden weiter verbessert und an die veränderten Anforderungen angepasst. Der Personalaufwand ist unter Berücksichtigung noch im Vorjahr ent- haltener Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 1,4 Mio. EUR sowie erzielter Kosteneinsparungen um 1,9 Mio. EUR (- 9,2 %) auf 18,9 Mio. EUR zurückgegangen. Die Abschreibungen in Höhe von 9,5 Mio. EUR lagen im Wesentlichen bedingt durch die im Vorjahr enthaltenen erhöhten außerplanmäßigen Abschreibungen 0,6 Mio. EUR unter dem Niveau des Vorjahres, die planmäßigen Abschreibungen sind zum Vorjahr nahezu unverändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 38,7 Mio. EUR liegen um 3,0 Mio. EUR (- 7,3 %) unter Vorjahresniveau. Infolge der weiter reduzierten Geschäftstätigkeit im Bereich der Lohn- produktion konnten insbesondere Aufwendungen für Beförderung und Lagerung nochmals deutlich reduziert werden. Darüber hinaus ergaben sich im Berichtsjahr aus der Anpassung des Instandhaltungs- zyklus bei technischen Anlagen und Maschinen reduzierte Aufwendun- gen für Instandhaltungen. Aufwendungen für Marketing und Vertrieb für das strategisch wichtige Markengeschäft wurden dagegen im Be- richtsjahr erwartungsgemäß gesteigert. Das Finanzergebnis in Höhe von - 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: - 3,3 Mio. EUR) hat sich aufgrund gestiegener Beteiligungserträge sowie redu- zierter Abschreibungen auf Finanzanlagen zum Vorjahr verbessert. Der im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete Jahresüberschuss beläuft sich vor Ergebnisabführung an die Karlsberg Holding GmbH auf 13
8,3 Mio. EUR und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert (4,0 Mio. EUR). Neben einer weiter verbesserten Umsatzentwicklung im Markengeschäft trugen hierzu reduzierte Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen bei. Darüber hinaus war das Ergebnis durch erhöhte periodenfremde Erträge zusätzlich be- günstigt. Ergebnisbelastend wirkte dagegen der hohe Bestandsabbau zum Jahresende. Die operativen Ergebniskennzahlen adjustiertes EBITDA und EBIT (2019 bereinigt um enthaltene periodenfremde Erträge in Höhe von 2,0 Mio. EUR) liegen bei 19,7 Mio. EUR (Vorjahr: 19,6 Mio. EUR) res- pektive 10,2 Mio. EUR (Vorjahr: 9,5 Mio. EUR). Damit ergibt sich auch im Geschäftsjahr 2019 eine Verbesserung der operativen Ertragskraft. EBITDA-, EBIT-Marge (in % zum Umsatz) 15,7 15,0 12,0 2017 2018* 2019* 8,1 7,3 4,4 EBITDA-Marge EBIT-Marge * GJ 2018: Adjustiertes EBITDA und EBIT bereinigt um enthaltene außergewöhnliche Restruk- Vergleich mit der Prognose des Vorjahres turierungsaufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR Der Umsatz der Karlsberg Brauerei GmbH in Höhe von 125,8 Mio. EUR ist um 3,9 % zurückgegangen. Damit ist die Prognose eines Rückgangs der Umsatzerlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich eingetroffen. Aufgrund der nochmals verbesserten operativen Performance mit gestiegener Rohertragsmarge sowie spürbarer Kosteneinspareffek- te im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 konnte die Prognose eines adjustierten EBITDA zwischen 15,5 und 18,5 Mio. EUR übertroffen werden. Das adjustierte EBITDA liegt bereinigt um enthaltene außer- gewöhnliche Erträge bei 19,7 Mio. EUR. Die wesentlichen Ergebniskennzahlen (in Mio. EUR) 19,6 19,7 14,8 14,8 2017 2018* 2019* 10,2 9,5 5,4 8,3 4,0 0,8 0,8 EBITDA EBIT Jahresüberschuss Jahresüberschuss vor EAV GJ 2019: Adjustiertes EBITDA und EBIT bereinigt um enthaltene außergewöhnliche, perioden- fremde Erträge in Höhe von 2,0 Mio. EUR Finanzlage Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich im Wesentlichen bedingt durch die weiter verbesserte operative Geschäftsentwicklung sowie unter Berücksichtigung der deutlichen Reduzierung der Vorräte zum Jahresende im Berichtsjahr um 3,2 Mio. EUR auf 20,8 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 17,6 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung der vorwiegend im Bereich des Sachanlagever- mögens getätigten Investitionen betrug der Cashflow aus Investiti- onstätigkeit - 3,9 Mio. EUR, was einem um 1,4 Mio. EUR reduzierten Wert gegenüber dem Vorjahr (- 5,3 Mio. EUR) entspricht. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 6,9 Mio. EUR (Vorjahr: - 13,6 Mio. EUR) war maßgeblich beeinflusst durch die deutlich erhöhte Ergebnisabführung an die Karlsberg Holding GmbH sowie durch die planmäßige Tilgung von Krediten. Darüber hinaus erfolgten im Berichtsjahr Mittelzuflüsse aus der Aufnahme einer neu- en Darlehensfinanzierung für eine technische Investition sowie aus der Tilgung gewährter Kredite in Höhe von insgesamt 3,3 Mio. EUR. Der Finanzmittelfonds der Gesellschaft verbesserte sich im Be- richtsjahr um insgesamt 10,0 Mio. EUR auf + 2,2 Mio. EUR (Vorjahr: - 7,8 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2019 stand der Gesellschaft 14
insgesamt ein Finanzierungsrahmen in Höhe von rund 20,0 Mio. EUR zur Verfügung. Zum Stichtag bestand eine Inanspruchnahme in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,5 Mio. EUR). Aufgrund ausreichender freier Kreditlinien war die Gesellschaft jeder- zeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Einzelheiten können aus der als Anlage zum Lagebericht hinterlegten Kapitalflussrechnung entnommen werden. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Karlsberg Brauerei GmbH zum 31. Dezember 2019 betrug 147,3 Mio. EUR und lag damit rund 3,4 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (150,7 Mio. EUR). Das Anlagevermögen in Höhe von 91,4 Mio. EUR ging unter Be- rücksichtigung der moderaten Investitionstätigkeit sowie planmäßiger Abschreibungen um rund 5,8 Mio. EUR zurück. Die Investitionen des Geschäftsjahres 2019 für Sachanlagen und Aus- leihungen an Gastronomiekunden betrugen 6,7 Mio. EUR und lagen nach den hohen technischen Investitionen der letzten Jahre unter dem Niveau des Vorjahres (8,1 Mio. EUR). Investitionsschwerpunkte waren insbesondere Investitionen im Ver- triebsbereich für unsere Marken in die Ausstattung am Point of Sale sowie in Leergut. Darüber hinaus wurden verschiedene technische Investitionen zur Modernisierung der Produktionstechnik sowie zur Qualitätssicherung und Energiekostenreduzierung vorgenommen. Die größte technische Einzelinvestition im Berichtsjahr war eine Investition in einen neuen Außenkocher zur Wärmeeinsparung im Sudhaus. Der Austausch von energierelevanten Anlagenteilen auf moderne Systeme sowie die Erweiterung der bestehenden Anlage um ein Energierückgewinnungskonzept ist ein wesentlicher Bestandteil zur Steigerung der Energieeffizienz bei gleichzeitiger Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Karlsberg Brauerei GmbH. Darüber hinaus wurde eine Hopfenpelletdosage in Betrieb genommen. Zusätzlich zu den erläuterten Investitionen in Sachanlagen und Auslei- hungen wurden im Berichtszeitraum als Finanzanlagen Vorzugsaktien der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA im Wert von 0,6 Mio. EUR erworben. Das Umlaufvermögen hat sich im Berichtszeitraum um 2,6 Mio. EUR auf 55,7 Mio. EUR erhöht, im Wesentlichen bedingt durch signifikant gestiegene liquide Mittel. Die Guthaben bei Kreditinstituten sowie der Kassenbestand beliefen sich zum Jahresende auf 8,2 Mio. EUR und lagen damit 6,5 Mio. EUR über dem Wert zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018. Demgegenüber sind die Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbun- dene Unternehmen stichtagsbedingt zum Vorjahr zurückgegangen. Auf der Passivseite liegen die Rückstellungen in Höhe von 30,8 Mio. EUR nahezu auf Niveau des Vorjahres (30,6 Mio. EUR). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben sich insbesondere aufgrund des weiterhin stark rückläufigen Abzinsungssatzes um rund 2,0 Mio. EUR erhöht. Die sonstigen Rück- stellungen sind um 1,8 Mio. EUR zurückgegangen. Wesentlich dazu beigetragen haben die Inanspruchnahme der im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie aufgrund der Anpassung des Instandhaltungszyklus nicht mehr gebildete Rückstel- lungen für unterlassene Instandhaltung. Die Verbindlichkeiten haben sich im Wesentlichen durch die Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und langfristiger sonstiger Verbindlichkeiten sowie geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Mio. EUR auf 73,9 Mio. EUR reduziert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich infolge der reduzierten Bilanz- summe von 28,3 % im Vorjahr auf nun 28,9 %. Bedingt durch die Abführung des Jahresüberschusses in voller Höhe an die Gesellschaf- terin beträgt das Eigenkapital unverändert 42,6 Mio. EUR. III. Risikobericht Das für den Karlsberg Verbund eingerichtete Risikomanagementsys- tem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich wandelnden rechtlichen und betrieblichen Anforderungen angepasst. Neben der Identifizierung und Überwachung von Risiken werden auch die damit einhergehenden Chancen wahrgenommen. Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken möglichst frühzeitig zu iden- tifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Einbußen bzw. Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Zugleich sollen Chancen erkannt werden, die einen positiven Einfluss auf die 15
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Entwicklung des Unternehmens haben können. Innerhalb der Unternehmensgruppe wurde hierfür ein systematisches Risikomanagementsystem etabliert, das auf die speziellen Anforde- rungen und Gegebenheiten der einzelnen zur Unternehmensgruppe gehörenden Unternehmen ausgerichtet ist. Das Risikomanagementsystem ist mit anderen Konzernmanagement- systemen, insbesondere mit der Planung und dem monatlichen Re- porting sowie der Qualitätssicherung, sowohl organisatorisch als auch technologisch vernetzt. Es bedient sich eines internen Kontrollsystems. Damit wird der interdisziplinäre Informationsaustausch sichergestellt. Die Risikoanalyse erstreckt sich auf einen Planungshorizont von einem Jahr. Die folgenden Risikogebiete werden als besonders relevant für die Karlsberg Brauerei GmbH erachtet: Absatzrisiken, die sich hieraus ergeben könnten, werden durch die Exportabteilung der Karlsberg Brauerei GmbH im regelmäßigen Aus- tausch mit den strategischen Geschäftspartnern fortlaufend identi- fiziert und bewertet sowie gegebenenfalls erforderliche risikomin- dernde Maßnahmen initiiert. Aus heutiger Sicht sind aufgrund des breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios im Exportgeschäft nur geringe negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage absehbar. Planungsunsicherheit besteht nach wie vor auch hinsichtlich der Aus- wirkungen des Brexits, wenngleich die Folgen aufgrund der nicht bedeutsamen wirtschaftlichen Beziehungen der Karlsberg Brauerei GmbH zu Unternehmen im Vereinigten Königreich als untergeordnet bezeichnet werden können. Gesamtwirtschaftliche Risiken Branchenrisiken Wie jedes Wirtschaftsunternehmen ist auch die Karlsberg Brauerei GmbH von einigen gesamtwirtschaftlichen Faktoren abhängig, die sich dem direkten Einflussbereich des Unternehmens entziehen. So wirken sich sowohl Konjunkturrisiken als auch die Situation an den Finanzmärkten auf die Unternehmensentwicklung aus. Geopolitische Risiken Risiken mit potenzieller Auswirkung auf das Wachstum und den Absatz von Produkten der Karlsberg Brauerei GmbH in internationalen Märk- ten können durch ungünstige politische Entwicklungen entstehen, wie beispielsweise in einer Eskalation geopolitischer Konflikte und in einer Verstärkung protektionistischer Tendenzen. Infolgedessen können sich negative Auswirkungen auf das Konsum- klima in unseren Exportmärkten ergeben. So können beispielsweise durch ordnungspolitische Eingriffe wie eine zusätzliche Besteuerung von Importbieren erhöhte Handelsbarrieren entstehen. Auch eine verstärkte Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie könnte sich auf die deutsche Konjunktur und auch auf das Exportgeschäft der Karlsberg Brauerei GmbH negativ auswirken. Die Weltgesundheitsor- ganisation (WHO) hat die rasante Ausbreitung des neuartigen Corona- virus aus China zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Die Lebensmittelbranche wird in den vergangenen Jahren verstärkt von Umwelt- und Verbrauchergruppen ins Visier genommen. Mit- tels oft selbst gesetzter Kriterien, die weder wissenschaftlich noch rechtlich untermauert sind, erzeugen diese Gruppen eine Aufmerk- samkeit, die sich negativ auf das Konsumverhalten innerhalb einer Produktkategorie auswirken kann. Dies betrifft in der Bierbranche die natürlichen Inhaltsstoffe sowie die Zusatzstoffe in Biermischgetränken (z. B. Zuckerersatzstoffe). Es besteht die Gefahr, dass dadurch – unabhängig vom Anbieter – eine gesamte Produktgattung ungerechtfertigt infrage gestellt wird und hierdurch Absatzrückgänge entstehen. Darüber hinaus bestehen Risiken hinsichtlich der verwendeten Verpackungsstoffe, die unter umweltpolitischen Aspekten thematisiert werden können. Weitere Risiken bergen die Regelungen zur Verpackungsverordnung. Des Weiteren ergeben sich Risiken infolge der öffentlichen Diskussion über missbräuchlichen Konsum von Alkohol. Auf nationaler und euro- päischer sowie internationaler Ebene werden Forderungen nach der Reduktion des Alkoholkonsums erhoben, z. B. durch Einschränkungen der Verfügbarkeit, Werbeverbote, Warnhinweise und Preiserhöhun- gen. Die Karlsberg Brauerei GmbH ist sich hierbei ihrer Verantwortung sehr bewusst und unterstützt einen verantwortungsvollen und genuss- vollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken und positioniert sich 17
klar gegen den Missbrauch der Produkte. Die Absatz- und Umsatzentwicklung wird im Jahresverlauf erheblich von der Witterung beeinflusst. Um auch in möglichen Nachfragespit- zen die Lieferfähigkeit sicherzustellen, sind in der Produktionsplanung vorsorglich flexible Produktionsstrukturen und Personaleinsatzpläne implementiert. Risiken bestehen zudem beim generellen Konsumkli- ma und der daraus resultierenden Preissensibilität der Verbraucher. Ein sich verschlechterndes Konsumklima kann so zu sinkender Nachfrage und erhöhtem Preiswettbewerb führen. Der vornehmlich demografisch bedingte Rückgang der Biernachfrage wird zusätzlich durch ein verändertes Verbraucherverhalten beein- flusst. Unter anderem drückt sich dies in einer rückläufigen Entwicklung in der Gastronomie aus. Auch Discounter positionieren sich neu. Wie das Thema Biolebensmittel deutlich macht, erweitert das Preisein- stiegssegment kontinuierlich seine Mengen- und Preisorientierung um den Faktor Produktmehrwert. Die Karlsberg Brauerei GmbH be- gegnet diesen Aktivitäten mit gezielten Marketingmaßnahmen, um die Differenzierung und den Produktmehrwert zu dokumentieren und den emotionalen Markenwert weiter zu steigern. So ist bei den Konsumenten eine Rückbesinnung auf regionale Produkte zu beob- achten. Unser strategischer Ansatz mit Getränkespezialitäten und Pro- duktinnovationen, hoher regionaler Präsenz sowie Markenauftritten, die auf moderne Art unsere Tradition und Braukompetenz betonen, kommt den geänderten Kundenwünschen entgegen. Dem Risiko eines im klassischen Biersegment weiter stagnierenden Inlandsmarktes begegnet die Gesellschaft mit einem breit diver- sifizierten Produktportfolio sowie mit innovativen Konzepten wie bspw. der Kooperation mit internationalen Partnermarken, ergänzt durch ein ertragsstarkes internationales Geschäft. Einer möglichen Veränderung des Konsumverhaltens wird durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios Rechnung getragen. Marktpreisrisiken Die Karlsberg Brauerei GmbH ist in den Bereichen Beschaffung, Pro- duktion und Absatz Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Mögliche Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten werden zwar durch mittelfristige Verträge abgesichert, auf längere Sicht stellen jedoch ins- besondere volatile Energie- und steigende Malz- und Gebindepreise ernstzunehmende Risiken dar. Eines der wesentlichen Kostenziele ist es, Risiken aus den Preis- schwankungen bei Rohstoffen und Energie durch langfristige Lie- fervereinbarungen möglichst zu verringern. Dazu können u. a. Rahmenvereinbarungen genutzt werden, die genügend Flexibilität bei Mengenänderungen ermöglichen. Zudem werden laufend die Bestellpositionen im Hinblick auf Synergiepotenziale überprüft, um zusätzliche Einsparungen nutzen zu können. Produkt-, Beschaffungs- und technische Risiken Die im Produktionsprozess eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bedürfen sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Verfügbarkeit einer permanenten Kontrolle. Mittels eines kontinuierlich weiterentwi- ckelten Qualitätsmanagements werden die Rahmenbedingungen kon- tinuierlich beobachtet und entsprechende Aktionsszenarien aktiviert, um die Produktion und Qualitätsstandards sicherzustellen. Innerhalb der Produktionsprozesse hat die Karlsberg Brauerei GmbH komplexe und hochspezialisierte technische Anlagen im Einsatz. Hier bedarf es höchster Sorgfalt, um Schäden oder Unterbrechungen zu vermeiden. Dazu werden neben dem Einsatz moderner Steuerungs- technik die Anlagen laufend sachgerecht gewartet, instandgesetzt und die zuständigen Mitarbeiter kontinuierlich geschult. Risiken, die aus höherer Gewalt resultieren, können jedoch trotz der hohen Sicherheitsstandards nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Dem Ausfallrisiko von Abfüllstraßen wird durch regelmäßige vorbeugen- de Wartungen, Zustandsbeurteilungen der Maschinen und Anlagen, Schulung des Wartungspersonals, Ersatz von risikobehafteten Altanla- gen, Ersatzinvestitionen in Anlagenteile sowie bei Notwendigkeit durch gänzliche Erneuerung der Anlagen begegnet. Risiken durch drohende Verunreinigung von Fertigprodukten werden durch den Einsatz von Kontrollstandards und technischen Einrichtungen minimiert. Die Produktionschargenrückverfolgung und die Qualitätssicherung sind durch ein internes Informationssystem gewährleistet. Die Ausfall- und Störfallrisiken in der Produktion und die damit verbundene eventuelle Nichteinhaltung der Lieferfähigkeit werden durch moderne Verfah- renstechniken und permanent kontrollierte Prozessabläufe minimiert. 18
Die Qualitätssicherung nimmt durch die Bedeutung der Rohstoffe für die Produktqualität bereits bei der Beschaffung eine wichtige Rolle ein. Neben vorab erfolgten Lieferantenaudits werden die eingesetz- ten Aromen, Inhaltsstoffe und Verpackungsmaterialien sowohl beim Lieferanten als auch während der Produktion einer umfangreichen Qualitätskontrolle unterzogen. Insgesamt steht der Beschaffungsmarkt unter ständiger Beobachtung, wobei langfristige Liefervereinbarungen angestrebt werden. In Bezug auf die Produkt- und Produktionsrisiken wird das in der Qualitätssicherung geführte HACCP-System (Hazard Analysis and Cri- tical Control Points) kontinuierlich verbessert. Darüber hinaus ist die Karlsberg Brauerei GmbH gemäß International Food Standard (IFS) zertifiziert und wird in jährlichem Turnus auditiert. Diese Norm enthält zusätzlich die Grundsätze einer guten Herstel- lungspraxis (Reinigung, Desinfektion, Schädlingsbekämpfung, War- tung, Instandhaltung und Schulung), eine Gefährdungsanalyse sowie kritische Lenkungspunkte. Dieses vorbeugende System unterstreicht die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Lebensmitteln und Ver- brauchern. Dennoch ist nicht vollständig auszuschließen, dass es zu Produktfehlern, die einen Produktrückruf notwendig machen, kom- men könnte. Eine detaillierte Kennzeichnung macht einzelne Chargen identifizier- bar, ordnet relevante Chargen den entsprechenden Lieferanten zu und stellt die Produktverfolgbarkeit sicher. Somit sind die Produktwege kontrollierbar und mögliche Schäden werden begrenzt. Um Haftungsrisiken aus potenziellen Schadensfällen zu vermindern und mögliche Verluste hieraus zu vermeiden, hat das Unternehmen entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Die Angemessenheit dieser Versicherungen, in deren Schutz auch die Konzerngesellschaf- ten einbezogen sind, wird regelmäßig hinsichtlich der abgedeckten Ri- siken und Deckungssummen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Unternehmen des Karlsberg Verbundes beziehen ihre Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von einer Vielzahl von verschiedenen Lieferanten. Dennoch können Beschaffungsrisiken aufgrund von Lieferengpässen sowie Lieferantenabhängigkeiten bei bestimmten Produkten beste- hen. Durch eine Verteilung der Bedarfe auf möglichst viele Lieferanten kann dieses Risiko minimiert werden. Leergutengpässe können saisonal, d. h. insbesondere in den Sommer- monaten, bei erhöhter Konsumentennachfrage zu einer Leergut- knappheit führen, wodurch vereinzelt Out-of-Stock-Situationen re- sultieren können. Im operativen Leergutmanagement werden kun- denspezifische Salden geführt. Zudem wird die Leergutrückführung zeitnah in den Systemen aktualisiert. Damit stellt das Unternehmen sicher, dass die Pfandvergütung sachgerecht und wirtschaftlich ad- äquat zugeordnet wird, keine Leergutengpässe entstehen und die Lieferfähigkeit gesichert bleibt. Umweltschutzrisiken Im Rahmen der Produktion lassen sich Umweltbelastungen nicht voll- kommen vermeiden. Um damit einhergehenden Umweltschutzrisiken vorzubeugen, werden umweltschutz- und auch arbeitsschutzrelevante Gesetze regelmäßig analysiert sowie Emissionswerte einer kontinuier- lichen Überwachung unterzogen. Für die Karlsberg Brauerei GmbH erlangen Energierückgewinnungsprojekte eine immer größere Bedeu- tung. So konnten durch die in den vergangenen Jahren umgesetzten Energieeinspar- und Effizienzinvestitionen, wie beispielsweise das im Geschäftsjahr 2016 errichtete Blockheizkraftwerk und die Erneue- rung des Außenkochers des Sudhauses im Geschäftsjahr 2019, die Emissionswerte und Energiekosten deutlich reduziert werden. Darüber hinaus erfolgt eine regelmäßige Sensibilisierung aller im Produktionsprozess eingebundenen Mitarbeiter für aktuelle Themen in den Bereichen Umwelt und Energie sowie eine Einbindung in verschiedene operative Projekte, um Potenziale zu erschließen und Risiken zu minimieren. IT-Risiken Die Unternehmensgruppe setzt moderne Informations- und Kom- munikationstechnologien ein, um die Produktions- und Geschäfts- prozesse effizient und kostengünstig zu gestalten. Die komplexen Produktionsprozesse der Abfüllanlagen werden mit hochmoderner Leittechnik gesteuert. Die Unternehmensgrundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie regeln verbindlich die Nutzung der Informations- und Kommunikationssysteme unter dem Gesichtspunkt der IT- und Datensicherheit. 21
Generell können folgende Risiken bestehen: • Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen • Verlust oder Manipulation von Daten • Cyberkriminalität • Compliance-Verletzungen • Offenlegung vertraulicher Informationen. Hohe Sicherheitsstandards, eine moderne Technologie, Richtlinien und qualifizierte Mitarbeiter tragen dazu bei, diese IT-Risiken zu mi- nimieren. Die in der Karlsberg Service GmbH organisierte zentrale IT-Organisationsstruktur sowie der Einsatz standardisierter, konzern- weit genutzter Systeme und Prozesse sind weitere Maßnahmen zur Risikominimierung. Das Risiko eines möglichen Ausfalls zentraler IT-Systeme wird durch redundante Systeme sowie durch eine Notstromversorgung minimiert, sodass wir dieses Risiko insgesamt als gering einschätzen. Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung der Pro- zesse hat das Thema Cybersecurity in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Zum Schutz vor potenziellen Bedrohungen werden konzernweit aktuelle Sicherheitssysteme eingesetzt. Im Schadensfall sind die größten Risiken durch Versicherungen abgesichert. Rechtliche und steuerliche Risiken Im Rahmen des unternehmerischen Handelns ist die Karlsberg Braue- rei GmbH rechtlichen Risiken ausgesetzt und kann in gerichtliche Aus- einandersetzungen und Schiedsverfahren involviert werden. Rechtli- che Risiken ergeben sich aus gesellschaftsrechtlichen Veränderungen, etwa aus der Veräußerung von Gesellschaften und im Zusammenhang mit dem Abschluss von Unternehmensverträgen. Darüber hinaus bestehen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten im operativen Geschäft, insbesondere in den Bereichen Vertrags-, Steuer-, Arbeits- oder Pro- dukthaftungsrecht. Zunehmend wird das Unternehmen auch mit dem Lebensmittelrecht konfrontiert. Soweit erforderlich, wird in adäquatem Umfang bilanzielle Risikovor- sorge gebildet. Darüber hinaus werden durch einen ausreichenden Versicherungsschutz die größten Einzelrisiken abgesichert. Durch ein Großfeuer, dessen Ursache nicht eindeutig festgestellt ist, wurden im März 2019 Teile eines von der Karlsberg Brauerei GmbH angemieteten und weitervermieteten Hallenkomplexes zerstört. Etwaige das Unternehmen treffende Auswirkungen sollten durch die von der Karlsberg Brauerei GmbH abgeschlossenen Versicherungen weitestgehend gedeckt sein. Darüber hinaus ist im April 2019 durch die Implosion eines Verkaufs- hefetanks aufgrund einer thermisch-chemischen Reaktion eine am- moniakführende Leitung beschädigt worden. Die das Unternehmen treffenden Auswirkungen sind durch die von der Karlsberg Brauerei GmbH abgeschlossenen Versicherungen weitestgehend abgedeckt. Die Unternehmensgruppe erwartet, dass die bestehenden Risiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermö- gens- und Ertragslage haben werden. Die Geschäftstätigkeit der Karlsberg Brauerei GmbH unterliegt zudem den jeweils geltenden nationalen steuerlichen Rechtsvorschriften. Än- derungen der jeweiligen Steuergesetze und deren Rechtsprechung sowie unterschiedliche Auslegungen im Rahmen von Betriebsprü- fungen können zu höherem Steueraufwand und zu höheren Steuer- nachzahlungen führen. Außerdem können Änderungen der Gesetze und Regelungen auch einen wesentlichen Einfluss auf die Steuerfor- derungen und Steuerverbindlichkeiten haben. Steuerliche Risiken, die sich aus den verschiedenen Themenkom- plexen ergeben, werden durch die Steuerabteilung der Karlsberg Service GmbH, die bei operativen und strategischen Entscheidungen mit möglichen steuerlichen Folgen konsequent einzubinden ist, fort- laufend identifiziert und bewertet sowie gegebenenfalls erforderliche risikomindernde Maßnahmen initiiert. Personalrisiken Für die Karlsberg Brauerei GmbH ist es von großer Bedeutung, quali- fizierte und engagierte Mitarbeiter für alle Bereiche zu gewinnen, zu entwickeln und im Unternehmen zu halten sowie alle Personalressour- cen effektiv zu steuern. Ansonsten könnte das Unternehmen mögli- cherweise nicht in der Lage sein, seiner Geschäftstätigkeit effizient und erfolgreich nachzugehen. Eine zunehmend größere Herausforderung 24
ist der stetig an Intensität gewinnende Wettbewerb um die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte und die sich verändernden Anforderungen in der digitalisierten Arbeitsumgebung. Unternehmenswerkstatt mit Beteiligungsmöglichkeit • Regelmäßige (mind. jährliche) Rücksprache mit den Führungskräften (Personalentwicklung in den Bereichen) • Interdisziplinäre Tarifkommissionen begleiten jede Tarifverhandlung. Insbesondere nachfolgende Risiken könnten sich ergeben: • Anpassungsrisiko: Mitarbeiter sind falsch oder unzureichend qua- Forderungsrisiken lifiziert • Motivationsrisiko: Arbeitsleistung wird zurückgehalten • Verlust von wichtigen Fach- und Führungskräften • Streikrisiko: Produktionsausfall aufgrund der Ausübung des Streik- rechts • Wahrnehmungsrisiko: Mitarbeiter berichten Negativerlebnisse bei ihrem Arbeitgeber in sozialen Netzwerken → sinkende Arbeitge- berattraktivität → Arbeitskräftemangel • Tarifrisiko: Trotz der anhaltenden, schwierigen Wettbewerbssitua- tion ist es angesichts der gesellschaftspolitischen Stimmung mög- lich, dass der Druck auf die Tarifparteien zunimmt. Daraus können höhere Tarifabschlüsse resultieren, die zu einem höheren Perso- nalaufwand führen können, als die Planungen bislang vorsehen. Einzelne oder mehrere dieser Umstände könnten die Fähigkeit beein- trächtigen, die Personalressourcen effektiv zu steuern. Dies wiederum könnte negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Zur Begegnung dieser Risiken werden nachfolgende Maßnahmen ergriffen, um ihre negativen Auswirkungen so weit wie möglich zu mindern: • Aufbau von Mitarbeiter- und Führungskompetenzen durch gezielte Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung • Monitoring des Nachwuchspotentials • Schaffung einer positiv geprägten Unternehmenskultur, in der direk- te Rückmeldungen und Kritik erlaubt sind; professionelle Begleitung von schwierigen Gesprächssituationen • Aktive Informationspolitik und Aufbau kompetenter, eigenständig handelnder Führungskräfte • Regelmäßige Rücksprachen von Personal und Geschäftsführung mit den Betriebsräten, Abgleich Stimmungsbild, Wertebefragungen, Ausfallrisiken liegen in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Ver- hältnisse von Kreditnehmern und Kunden des Unternehmens begrün- det. Daraus resultieren Gefahren des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen bzw. Leistungen. Möglichen Forderungsausfällen wird durch ein stringentes Debito- renmanagement entgegengewirkt. Ein IT-gestütztes Überwachungs- system sowie eine eintrittsbasierte und automatisierte Forderungs- bewertungssystematik gewährleisten die operative Messung und Steuerung der Kreditrisiken. Im Rahmen der Finanzsteuerung werden die Kreditpositionen und Kreditengagements überprüft sowie laufend Bonitäts- und Fristigkeitsanalysen durchgeführt. Absatzfinanzierungen in der Gastronomie werden durch einen effektiven Vertragsüberwa- chungsprozess abgesichert. Ein effizientes Debitorenmanagement zeigt rechtzeitig Bonitätsveränderungen an und leitet umgehend Ge- genmaßnahmen ein. Die Bemessung des Ausfallrisikos basiert auf einzelfallbezogenen Analysen. Kreditrisiken, Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken Unter Liquiditätsrisiken werden Risiken verstanden, dass das Unterneh- men gegebenenfalls nicht über ausreichende Finanzierungsmittel ver- fügt, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen oder dass nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann. Aufgabe des Liquiditäts-Managements ist es, den pro- gnostizierbaren Bedarf zu marktüblichen Konditionen zu finanzieren und so die jederzeitige Liquidität des Unternehmens sicherzustellen. Liquiditätsrisiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar. Der Konzern verfügt über ausreichende Kreditlinien. Eventuelle Liquiditätsschwankungen werden bereits frühzeitig durch permanente Analysen auf Abweichungen von der jährlichen Finanz- 25
planung identifiziert. Um unsere jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie unsere finanzielle Flexibilität sicherzustellen, steuern wir den kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf durch eine kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung. Fällig werdende Finan- zierungen werden frühzeitig auf Refinanzierungsbedarf geprüft und Refinanzierungsgespräche mit Geschäftspartnern zügig angegangen. Mit der in 2016 abgeschlossenen bankenunabhängigen Finanzierung in Form der Unternehmensanleihe über insgesamt 40,0 Mio. EUR sind Verpflichtungen in Form von finanziellen Kennzahlen (Covenants) verbunden. Auch die derzeit bestehende Betriebsmittellinie in Höhe von 20,0 Mio. EUR berücksichtigt Covenants. Das Einhalten der Kenn- zahlen wird im Rahmen des Finanzreportings regelmäßig überwacht. Im vergangenen und im laufenden Jahr werden diese jederzeit erfüllt. Die Wahrscheinlichkeit einer Nichteinhaltung wird auch zukünftig als gering eingeschätzt. Risiken aus Pensionsverpflichtungen Die Pensionsverpflichtungen werden anhand von versicherungsmathe- matischen Bewertungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Be- wertung umfasst u. a. Annahmen über Abzinsungssätze sowie künftige Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. So ergeben sich aufgrund des gegenwärtigen Nied- rigzinsumfeldes im Bereich der Pensionsrückstellungen signifikante Zinsbelastungen. Vorausschauende Mehrjahresanalysen und Szenari- oberechnungen können hierbei die Planungssicherheit erhöhen und zeitnah entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen ermöglichen. Gesamtbeurteilung Die Geschäftsführung der Karlsberg Brauerei GmbH überprüft regel- mäßig die Risikosituation des Unternehmens. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Risikoposition im Geschäftsjahr 2019 nicht wesentlich verändert. Im Berichtszeitraum konnte sich die Karlsberg Brauerei GmbH im Markt gut behaupten. Bestandsgefährdende oder entwick- lungsbeeinträchtigende Risiken traten 2019 weder aus Einzelrisiken noch aus der Gesamtrisikoposition des Unternehmens auf. IV. Chancen- und Prognosebericht Der Chancen- und Prognosebericht behandelt die erwartete qua- litative Entwicklung der Karlsberg Brauerei GmbH und des unter- nehmerischen Umfelds im laufenden Jahr. Dabei werden auch die Chancen aufgezeigt, die sich für die Karlsberg Brauerei GmbH erge- ben können. Unter Chancen der zukünftigen Entwicklung des Unter- nehmens werden kurzfristige positive Möglichkeiten verstanden, die unter bestimmten Voraussetzungen für realisierbar gehalten werden. Für die gesamte Getränkebranche und damit auch für die Karlsberg Brauerei GmbH bestehen kontinuierliche Planungsunsicherheiten. So können bei einer unerwartet schwächeren konjunkturellen Ent- wicklung die Preisaktivitäten im Markt zunehmen. Generell sind die Wechselwirkungen zwischen allgemeiner Wirtschaftslage und Konsu- mentenverhalten nicht vollständig vorhersehbar. Hinzu kommt das Wetter, das einen nicht zu kalkulierenden, aber nachweislichen Faktor für die Getränkeindustrie darstellt. Zur ausführlichen Darstellung der Risiken wird im Wesentlichen auf den Risikobericht verwiesen. Chancenbericht Für die Karlsberg Brauerei GmbH bestehen vielfältige Chancen, die den langfristigen Unternehmenserfolg unterstützen. Nachfolgend werden die wesentlichen Chancen des Unternehmens dargestellt, mit denen zusätzliche Ergebnispotenziale einhergehen. Chancen durch unsere Markenkompetenz Ein qualitativ hochwertiges Produktprogramm und schnelle Entschei- dungswege versetzen das Unternehmen in die Lage, ertragsorien- tierte Wachstumschancen zu nutzen. Unsere Marken sind bei den Konsumenten gut positioniert und bieten den Geschäftspartnern interessante Margen. Die etablierten Regionalmarken und die natio- nalen Marken im Biermix-Segment sowie unsere internationalen Spe- zialitäten unterliegen dabei einer klaren Markenführung, um sich im Verdrängungswettbewerb maßgeblich durchzusetzen. Die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit haben im Getränkemarkt deutlich an Stellenwert gewonnen. Dank starker Marken im regionalen Biermarkt, überregionalen und nationalen Biermix- und alkoholfreien Bereich ergeben sich deshalb weitere Wachstumspotenziale für die 26
Karlsberg Brauerei GmbH. Gute Chancen sehen wir insbesondere mit unseren Marken Karlsberg und MiXery, die in ihren Märkten fest verankert sind und ein attrak- tives und umfangreiches Produktportfolio bieten, das auf die Partner in Gastronomie und Handel sowie deren anspruchsvolle Kundschaft zugeschnitten ist. Die jeweiligen Marktpositionen konnten im Ge- schäftsjahr weiter ausgebaut werden. Insbesondere werden wir auch zukünftig Produktinnovationen im Markt positionieren, um hierdurch weiteres Wachstum zu generieren. Wichtig ist uns dabei eine lokale, regionale – im Biermix-Segment nationale – und konsumentengerechte Positionierung unserer Marken in einem wertigen Umfeld. Darüber hinaus sehen wir in einer konsequenten Weiterentwicklung von Marken in selektiv ausgewählten internationalen Schwerpunktre- gionen gute Wachstumschancen. Chancen durch unser Exportgeschäft Während unser Fokus in den weitestgehend gesättigten inländischen Märkten primär auf dem kontinuierlichen Ausbau unserer Marktan- teile liegt, stehen in selektiv ausgewählten Exportmärkten der Aufbau von Marktpositionen und die sukzessive Steigerung der Bekanntheit unserer Exportmarken im Vordergrund. Chancen durch unser Partnermarkengeschäft In Ergänzung unseres eigenen Markenportfolios wurden für den in- ländischen Markt in den letzten Jahren Vertriebskooperationen mit internationalen Partnern geschlossen. Die Karlsberg Brauerei GmbH übernimmt hierbei den nationalen Vertrieb internationaler Bierspezia- litäten und innovativer alkoholfreier Produkte. Ziel ist es, mit diesen überregional bekannten Partnermarken in das Trendsegment der in- ternationalen Biere in Deutschland vorzustoßen und Marktanteile zu erschließen, verbunden mit Synergieeffekten für unser bestehendes Markenportfolio. Chancen durch Diversifikation und Synergien im Karlsberg Verbund Aufgrund eines sehr breit diversifizierten Produktportfolios, der Besetzung verschiedener Produktkategorien sowie der Präsenz in unterschiedlichen Märkten und Regionen können evtl. auftretende Einzelrisiken nicht nur weitestgehend kompensiert werden, sondern sich auch größere Chancen hieraus ergeben. Darüber hinaus können Synergien durch die Zusammenarbeit zwi- schen der Karlsberg Brauerei GmbH und anderen Unternehmen des Karlsberg Verbundes realisiert werden. Die enge Verflechtung in den Bereichen Technik, Logistik und Ad- ministration sowie eine Straffung der Entscheidungswege führen zu Effizienzsteigerungen und Synergieeffekten. So wird im Vertrieb durch Kooperation mit den anderen Unternehmen im Verbund eine inten- sivere Marktbearbeitung, d. h. eine Optimierung der Betreuung und Kontaktpflege von Kunden, erreicht. Darüber hinaus wird im Konzern in den Bereichen Personal, Einkauf, IT, Rechts- und Vertragswesen sowie Finanzen auf die gebündelte Be- arbeitung in der Konzerngesellschaft Karlsberg Service GmbH gesetzt. Chancen durch Digitalisierung Über alle Unternehmensbereiche hinweg wird die fortschreitende Digitalisierung in den kommenden Jahren neue Möglichkeiten und somit ein signifikantes Potenzial für das Unternehmen bieten. Im technischen Bereich bieten der Einsatz von standardisierten On- line-IT-Systemen und die vollständige Vernetzung der Anlagen und Maschinen innerhalb des gesamten Produktionsprozesses Chan- cen für die Weiterentwicklung des Digitalisierungsprozesses in den nächsten Jahren. Auch im Marketing und Vertrieb werden sich unter Einsatz neuer IT-Anwendungen neue Möglichkeiten ergeben und so den individuellen Bedürfnissen aller Geschäftspartner nach Informa- tion, Service oder Dialog zielgerichtet Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang sollen die Internetpräsenz weiterentwickelt und die Social-Media-Aktivitäten forciert werden. Auch im Verwaltungsbereich werden durch die Digitalisierung aufgrund der Nutzung von einheitlichen IT-Systemen signifikante 27
Effizienzsteigerungen erwartet. So wird im Karlsberg Verbund im lau- fenden Geschäftsjahr eine Harmonisierung derzeit noch unterschied- licher ERP-Releases umgesetzt. Nach Projektabschluss wird in den kommenden Jahren die bestmögliche Ausnutzung des Optimierungs- potenzials in der konzernweiten Harmonisierung und Standardisie- rung von repetitiven Prozessen in allen Funktionsbereichen angestrebt. Ausbau des Chancenmanagements Auf allen Ebenen des Unternehmens werden mögliche Chancen für eine positive Geschäftsentwicklung bewertet und genutzt. Trends und Entwicklungen werden in den jeweiligen Produktfeldern beobachtet und operative Chancen identifiziert. Übersteigt der wahrscheinliche Erfolg die mit der Umsetzung verbundenen Kosten, realisiert das Unternehmen das Vorhaben, sofern es in die übergeordnete Stra- tegie passt. Dafür wurde eine Organisationsstruktur etabliert, die sich durch schlanke Strukturen und effiziente Abläufe auszeichnet. Zu den Aufgaben gehört auch, operative Chancen auf den Märkten wahrzunehmen, in denen sie tätig sind. Die derzeitige Marketing- und Vermarktungsstrategie stärkt den regionalen bzw. nationalen Bezug der Marken und ihrer Produkte weiter und trägt den Bedürfnissen der Geschäftspartner in besonderer Weise Rechnung. Die Konzernebene setzt hierfür den strategischen Rahmen, sichert die Finanzierung und Liquidität und konzentriert sich auf die Steuerung und Führung der operativen Unternehmenseinheiten. Projektverantwortliche mit Marktverantwortung und die Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit der Konzernleitung steuern gemeinsam das Chancenmanage- mentsystem, das gezielt aussichtsreiche Marktänderungen und Pro- dukttrends identifiziert und erschließt. Prognosebericht Die deutsche Wirtschaft hat nach guten Jahren in 2019 deutlich an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2019 nur noch um 0,6 % (Vor- jahr: 1,5 %) zu. Die Bundesregierung erwartet, dass die deutsche Wirt- schaft ihre Schwächephase in den kommenden Monaten überwinden wird. Die konjunkturelle Dynamik bleibt zum Jahresauftakt 2020 zwar noch verhalten, im weiteren Verlauf dürfte die Wirtschaft aber leicht an Fahrt aufnehmen. Das wirtschaftliche Umfeld bleibt aber weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Die internationalen Handelskonflikte, die Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands durch die WHO infolge des Coronavirus, der Brexit sowie geopolitische Risiken dämpfen den Welthandel und die globale Industrieproduktion. Wei- terhin positiv ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Zudem kommen nach wie vor positive Impulse aus der Binnenwirtschaft. Für das laufende Jahr wird ein preisbereinigter Anstieg des Bruttoin- landsprodukts von 1,1 % erwartet. Nach einem schwierigen Jahr 2019 blickt die deutsche Getränkein- dustrie im Umfeld einer weiterhin robusten Inlandsnachfrage und im Hinblick auf positive Anzeichen für eine baldige Überwindung der Wachstumsdelle im Auslandsgeschäft optimistisch auf das laufende Jahr, das mit der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen auch wieder mit bedeutsamen Sportgroßereignis- sen aufwarten kann. Der Deutsche Brauer-Bund erwartet, dass auch die Anzahl an Brauereien und die Zahl der Biermarken weiterhin wachsen werden. Darüber hinaus geht man davon aus, dass gerade die alkoholfreien Biere und alkoholfreien Biermischgetränke weiter zulegen und noch Marktanteile gewinnen werden. Die Verbindung von Innovation mit Tradition hat eine neue Getränkekategorie eta- bliert, die sich positiv auf das Image des Bieres ausgewirkt und in den letzten Jahren immer neue Zielgruppen erreicht hat. Weiter zulegen wird der Getränkekonsum auch im Segment der Bierspezialitäten. Die Craftbrauszene hat positiven Schwung in den deutschen Biermarkt gebracht und die große Biervielfalt zusätzlich be- reichert. Ebenfalls positiv entwickeln werden sich innovative Produkte mit neuen Geschmacksrichtungen und Verpackungen. Trotz grundsätzlich positiver Rahmenbedingungen steht die deut- sche Getränkeindustrie auch vor einigen Herausforderungen. Die größten Herausforderungen sind aus Sicht der deutschen Brauer die Digitalisierung, der demografische Wandel, der weiterhin hohe Wettbewerbsdruck und der harte Preiskampf im Handel sowie stei- gende Kosten wie beispielsweise erhöhte Sortierkosten aufgrund der steigenden Gebindevielfalt. Der Optimierung der Logistik des Mehrwegsystems und des Leergut-Managements kommt eine immer größere Bedeutung zu. 28
Ziel der Karlsberg Brauerei GmbH ist es, das Markengeschäft im Inland und Ausland auszubauen. Das Unternehmen wird auch weiterhin den strategischen Fokus auf die nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft legen. Die Geschäftstätigkeit wird im Jahr 2020 auf folgende Schwerpunkte ausgerichtet sein: • Rollout eines weiterentwickelten Markenauftritts im ersten Halbjahr 2020 • Preisanpassungen an steigende Kosten • Einführung weiterer Gebinde-, Geschmacks- und Getränkesorten im Markengeschäft • Verstärkung der Vertriebsmannschaft im Inland, um die Distribution unseres wachsenden Markenportfolios stärker voranzutreiben • Investitionen in neue moderne Abfülltechniken. Die Geschäftsführung erwartet auf Basis der konsequenten und wert- orientierten Preisentwicklung für das laufende Geschäftsjahr einen positiven Preis-Mengen-Effekt. Durch fokussierte Markenkommu- nikation und die Leistung der nationalen Vertriebsorganisation des Karlsberg Verbundes soll die Distribution unserer Marken und die Präsenz am Point of Sale weiter ausgebaut werden, sodass auch für die kommenden Jahre gute Wachstumsperspektiven erwartet werden. In strategisch weniger relevanten Randbereichen wird der Umsatz dagegen weiter zurückgeführt. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein Umsatz nahezu auf Niveau des Vorjahres erwartet. Die Geschäftsführung geht für das laufende Ge- schäftsjahr davon aus, dass bei deutlich erhöhten Aufwendungen für Marketing und Vertrieb die operative Kennzahl adjustiertes EBITDA zwischen 16 und 19 Mio. EUR liegen wird. Homburg, 25. Februar 2020 Die Geschäftsführung Markus Meyer 29
Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2019 Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Kapitalﬂussrechnung 2019
Bilanz zum 31. Dezember 2019 Aktiva EUR EUR 31.12.2018 TEUR A. I. II. 1. 2. 3. 4. III. 1. 2. 3. 4. B. I. 1. 2. 3. II. 1. 2. 3. III. C. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.526.955,00 12.164 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Beteiligungen Sonstige Ausleihungen Umlaufvermögen Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen Fertige Erzeugnisse und Waren Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen verbundene Unternehmen Sonstige Vermögensgegenstände Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Rechnungsabgrenzungsposten 32 9.903.670,37 16.237.562,00 9.930.878,00 1.911.806,36 37.407.673,99 2.340.891,73 30.600,00 3.122.453,60 5.007.969,40 851.109,27 3.624.336,44 13.886.599,08 12.205.854,53 11.976.962,47 37.983.916,73 42.901.619,32 91.412.491,05 10.007 18.569 11.102 639 40.317 36.856 3.916 31 3.970 44.773 97.254 4.906 986 4.878 9.483.415,11 10.770 14.734 14.958 11.013 40.705 1.628 38.069.416,08 8.170.739,65 55.723.570,84 53.103 134.125,10 324 147.270.186,99 150.681
Passiva A. I. II. III. B. 1. 2. 3. C. 1. 2. 3. 4. 5. EUR EUR 31.12.2018 TEUR Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Rückstellungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Steuerrückstellungen Sonstige Rückstellungen Verbindlichkeiten Anleihen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern EUR 802.860,09 (Vj. TEUR 224) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 25.864,59 (Vj. TEUR 26) 14.968.656,00 27.900,00 15.792.666,30 40.000.000,00 9.621.059,86 5.508.607,77 5.656.193,75 13.097.261,31 12.782.500,00 29.770.500,00 44.842,00 42.597.842,00 30.789.222,30 12.783 29.770 45 42.598 13.008 8 17.544 30.560 40.000 13.230 6.852 3.779 13.662 73.883.122,69 77.523 147.270.186,99 150.681 33
21 % +16,4 % +9,5 % MARKTANTEIL WACHSTUM MIXERY (NASTROV FLAVOUR) ICED BLUE DOSE WACHSTUM MIXERY COLA DOSE Nielsen LEH+GAM+DM+TS 2019 vs. 2018 Biermix ohne Radler
Gewinn- und Verlustrechnung 2019 1. Umsatzerlöse . /. Verbrauchsteuern 2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4. Sonstige betriebliche Erträge davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 14,69 (Vj. TEUR 0) 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung EUR 1.032.044,02 (Vj. TEUR 1.238) 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 9.491.789,74 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 1.543,13 (Vj. TEUR 2) davon Aufwendungen aus der Anwendung der Art. 66 und 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) EUR 149.576,99 (Vj. TEUR 150) 38.650.924,30 9. Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen EUR 863.040,40 (Vj. TEUR 264) 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens davon aus verbundenen Unternehmen EUR 104.127,97 (Vj. TEUR 136) 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.592.301,08 (Vj. TEUR 1.484) 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen EUR 181.892,91 (Vj. TEUR 173) davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 1.727.866,17 (Vj. TEUR 1.519) 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 868.030,18 198.384,14 1.932.520,27 234.021,17 5.447.663,49 61.960,65 15. Ergebnis nach Steuern 16. Sonstige Steuern 17. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 18. Jahresüberschuss 36 EUR EUR 129.853.271,60 -4.049.257,67 125.804.013,93 -1.403.379,76 62.300,00 3.416.892,33 46.308.427,75 3.263.297,60 15.081.165,92 3.835.926,20 2018 TEUR 137.037 -6.130 130.907 526 58 2.719 127.879.826,50 134.210 50.534 3.446 16.650 4.173 10.128 41.690 116.631.531,51 126.621 351 259 1.860 407 5.333 0 -3.270 4.319 305 4.014 4.014 0 -2.744.710,72 8.503.584,27 172.722,47 8.330.861,80 8.330.861,80 0,00
Kapitalﬂussrechnung 2019 1. Jahresüberschuss/-fehlbetrag (vor Ergebnisabführung) 2. Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 3. Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 4. Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 5. Zunahme/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 6. Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 2019 TEUR 8.331 9.726 229 12 2.515 -39 2018 TEUR 4.014 10.534 5.134 -653 -1.006 -374 7. Cashﬂow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.774 17.649 8. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 9. Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen 10. Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen 11. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 12. Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 13. Cashﬂow aus der Investitionstätigkeit 14. Gewinnabführung an Gesellschafter 15. Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 16. Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen 17. Cashﬂow aus der Finanzierungstätigkeit 18. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 19. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 20. Finanzmittelfonds am Ende der Periode Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand, die Guthaben (2019: TEUR 8.171, VJ: TEUR 1.628) sowie die kurzfristigen Kontokorrentverbindlichkeiten bei Kreditinstituten (2019: TEUR 6.018, VJ: TEUR 9.471). Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zahlungsströme enthalten: Gezahlte Zinsen 302 -5.815 -21 3.221 -1.584 -3.897 -8.331 3.273 -1.824 -6.882 9.995 -7.842 2.153 2019 TEUR 3.574 763 -7.323 -25 4.583 -3.316 -5.318 -4.014 0 -9.585 -13.599 -1.268 -6.574 -7.842 2018 TEUR 3.906 37
Jahresabschluss ANHANG
I. Angaben zum Jahresabschluss A. Allgemeines Die Gesellschaft ist unter der Firma Karlsberg Brauerei GmbH mit Sitz in Homburg im Handelsregister des Amtsgerichts Saarbrücken unter der Nummer HRB 17866 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufge- stellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenver- fahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon -Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht. B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsme- thoden maßgebend. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegen- stände des Anlagevermögens und die Sachanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände (3 bis 15 Jahre) nach der linearen Methode vorgenommen. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen des Sachanlagevermögens sind neben den Einzel- kosten auch anteilige Gemeinkosten und Fremdkapitalzinsen, soweit sie auf die Zeitdauer der Herstellung entfallen, einbezogen. Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unter- nehmen sowie Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert und die sonstigen Ausleihungen zum Nennwert angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durch- schnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Son- dereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Markt- preisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus über- durchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und nied- rigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungspreis zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 wird ein jährlicher Sammelposten gebildet und über 5 Jahre abgeschrieben. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in ange- messener Höhe Rückstellungen gebildet. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vor- räte frei von Rechten Dritter. Die Gesellschaft unterliegt seit dem 1. Januar 2005 dem europäischen 40
Emissionshandelssystem. Der Bestand ist zum Anschaffungswert unter der Posten „Fertige Erzeugnisse und Waren“ ausgewiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung des um die einzelwertberichtigten Forde- rungen bereinigten Nettoforderungsbestandes Rechnung getragen. Auf zweifelhafte Forderungen wurden angemessene Einzelwertbe- richtigungen gebildet. Der Bestand an liquiden Mitteln wird mit Nominalwerten bilanziert. Die Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach versiche- rungsmathematischen Grundsätzen auf Basis der Projected-Unit- Credit-Methode unter Zugrundelegung eines Rechnungszinsfußes von 2,71 % (Vorjahr: 3,21 %), eines Lohn- und Gehaltstrends von 2,50 % (Vorjahr: 2,50 %), einem erwarteten Rententrend von 1,50 % (Vorjahr: 1,50 %), einer Fluktuation von 3,50 % (Vorjahr: 3,50 %) und unter Anwendung der „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung nach §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 253 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 HGB durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergebende Zuführungs- betrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren gleichmäßig verteilt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflich- tungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Alters- teilzeitrückstellungen verrechnet. Da kein aktiver Markt besteht, an- hand dessen sich der Marktpreis ermitteln lässt, wurde für die Ermitt- lung des beizulegenden Zeitwerts der Rückdeckungsversicherungen deren Aktivwert verwendet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach ver- nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnitt- lichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag. Latente Steuern sind für die Karlsberg Brauerei GmbH aufgrund des bestehenden Organschaftsverhältnisses mit der Karlsberg Holding GmbH nicht zu bilden. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Ver- bindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittel- kurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. C. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt. Die Bilanzierung von 907.081 Stammaktien und 38.050 Vorzugsaktien der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA erfolgte in Ausübung des Bewertungswahlrechts nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB zu Anschaffungskursen von EUR 17,18 für die Stammaktie bzw. EUR 14,50 für die Vorzugsaktie. Der Börsenkurs lag zum Bilanzstichtag bei EUR 17,10 für die Stammaktie und EUR 15,10 für die Vorzugsaktie. Somit erfolgt der Ausweis für die Stammaktien mit einem um TEUR 69 über dem beizulegenden Wert von TEUR 15.511 liegenden Buchwert von TEUR 15.580 und für die Vorzugsaktien mit einem um TEUR 23 unter dem beizulegenden Wert von TEUR 575 liegenden Buchwert von TEUR 552. Vor dem Hintergrund der positiven Ertragssituation sowie der erwarteten positiven zukünftigen Entwicklung der Mineralbrun- nen-Gruppe ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. 41
marktführer. Josef Haas & Max giesen BRAUer BEI KARLSBERG
Anteilsbesitz Gesellschaft Karlsberg Logistik Service GmbH, Homburg Vendis Gastro GmbH & Co. KG, Homburg beGuest GmbH, Tholey Karlsbräu CHR SAS, Saverne/Frankreich Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA, Bad Teinach-Zavelstein Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2019 Ergebnis Beteiligungsverhältnis Geschäftsjahr 2019 u (unmittelbar) % 100,00 100,00 51,72 100,00 11,66 TEUR 253 4.246 59 5.324 64.951 TEUR EAV -1.987 27 806 8.701 m (mittelbar) u1) u2) m u u3) 1) EAV: Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Karlsberg Brauerei GmbH. 2) inkl. enthaltener außergewöhnlicher Aufwendungen in Höhe von 1,3 Mio. EUR 3) Eigenkapital und Ergebnis Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA per 31.12.2018 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Rückstellungen Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind in den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 5.005 (Vorjahr: TEUR 3.850) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 2.222 (Vorjahr: TEUR 2.784) den Lieferungs- und Leis- tungsverkehr. Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 9.386 (Vorjahr: TEUR 11.013). Rechnungsabgrenzungsposten Hierin enthalten ist ein Disagio in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 3). Gewinnrücklagen Der Ansatz betrifft die Bewertungsänderung aufgrund des Bilanz- rechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) zum 1. Januar 2010. Der noch in künftigen Perioden anzusammelnde Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB beträgt TEUR 747 (Vorjahr: TEUR 897). Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 2.142 (Vorjahr: TEUR 2.291) und unterliegt einer Ausschüttungs- nicht aber einer Abführungssperre. Unter Inanspruchnahme von Art. 28 EGHGB werden Rückstellungen für mittelbare Versorgungsverpflichtungen der Versorgungsempfänger der Karlsberg Brauerei GmbH, für die eine Subsidiärhaftung besteht, im Versorgungswerk Karlsberg Brauerei e.V., Homburg, nicht in der Bilanz ausgewiesen. Die Höhe der nicht bilanzierten mittelbaren Versorgungsverpflichtungen beträgt unter Berücksichtigung ei- nes Rechnungszinses von 4,50 %, der dem Durchschnittzins des Deckungsvermögens des Versorgungswerkes entspricht, TEUR 4.475 (Vorjahr: TEUR 4.231). 46
Unter Zugrundelegung eines Rechnungszinsfußes gemäß § 253 Abs. 2 HGB von 2,71 % (Vorjahr: 3,21 %) ergibt sich ein Betrag von TEUR 8.129 (Vorjahr: TEUR 7.019). Darüber hinaus bestehen mittelbare Versorgungsverpflichtungen der Unterstützungskasse der Löwenbrauerei Trier J. Mendgen GmbH, Homburg, in Höhe von TEUR 195 (Vorjahr: TEUR 195). In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellun- gen für Pfand in Höhe von TEUR 5.717, Personalkosten in Höhe von TEUR 1.707 sowie für ausstehende Rechnungen und Rückvergütungen in Höhe von TEUR 6.174 enthalten. Außerdem werden sonstige Rück- stellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.886 ausgewiesen. Aufgrund einer Anpassung des Instandhaltungszyklus bei technischen Anlagen und Maschinen wurden im Geschäftsjahr keine Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen gebildet (Vorjahr: TEUR 1.444). Entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Altersteilzeitver- pflichtungen mit zusammenhängenden Vermögensgegenständen verrechnet. Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB: Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände Verrechnete Aufwendungen Verrechnete Erträge TEUR 1.061 647 647 25 10 Ebenso werden die in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwen- dungen und Erträge saldiert unter der Position „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ ausgewiesen. 47
Betrag TEUR 40.000 (40.000) 9.621 (13.229) 5.509 (6.852) 5.656 (3.779) 13.097 (13.663) 803 (224) 26 (26) 73.883 (77.523) davon mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr TEUR von 1–5 Jahren TEUR über 5 Jahre TEUR 0 (0) 7.315 (10.632) 5.509 (6.852) 5.656 (3.779) 7.504 (7.654) 803 (224) 26 (26) 25.985 (28.917) 40.000 (40.000) 1.371 (2.222) 0 (0) 0 (0) 4.142 (3.932) 0 (0) 0 (0) 45.512 (46.154) 0 (0) 935 (375) 0 (0) 0 (0) 1.451 (2.077) 0 (0) 0 (0) 2.386 (2.452) In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.832 (Vorjahr: TEUR 691) enthalten. Verbindlichkeiten 1. Anleihen (Vorjahr) 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr) 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr) 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Vorjahr) 5. Sonstige Verbindlichkeiten (Vorjahr) davon aus Steuern (Vorjahr) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (Vorjahr) SUMME (Vorjahr) Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie folgt besichert: • Grundschulden, • Raumsicherungsübereignung der Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertigen und fertigen Erzeugnissen, Handels- waren und Verpackungsmaterialien sowie das gesamte Leergut, • Abtretung der Versicherungsleistungen des Warenbestandes, • Globalzession der gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich solche gegen die Brasserie Licorne SAS und die Karlsbräu CHR SAS, • Verpfändung von Guthaben auf diversen Konten von Banken, • Abtretung von Nutzungsrechten an diversen Marken. 49
D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse (vor Verbrauchsteuern) setzen sich wie folgt zusammen: a) Erlöse für Biereigen-/AFG-Ver- bundsprodukte/-handelswaren b) Erlöse sonstige Handelswaren c) Erlöse aus Kostenumlagen d) Erlöse aus Nebenprodukten e) Erlöse aus Mieten und Pachten f) Sonstige Erlöse 2019 TEUR 2018 TEUR 152.470 158.462 459 1.165 955 2.579 1.788 591 991 920 2.760 3.116 159.415 166.841 g) Erlösschmälerungen -29.561 -29.803 129.853 137.037 davon entfallen auf: Erlöse Inland Erlöse Ausland 94.141 35.712 95.700 41.337 129.853 137.037 Periodenfremde und außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen In den Umsatzerlösen sind außergewöhnliche periodenfremde Erträge aus der Erstattung von Steuern in Höhe von TEUR 2.031 enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge von TEUR 986, im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 968. Darüber hinaus sind außergewöhnliche Erträge in Höhe von TEUR 1.068 aus erhaltenen Schadensersatzleistungen infolge ei- nes Brandschadens in einem von der Karlsberg Brauerei GmbH angemieteten und weitervermieteten Hallenkomplex enthalten. In diesem Zusammenhang konnten planmäßige Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 686 nicht realisiert werden. Im Materialaufwand sind hieraus außergewöhnliche Aufwendungen aufgrund von Be- standskorrekturen in Höhe von TEUR 306 sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 388, im Wesentlichen für den Objektschutz, verbucht. Zudem sind im Berichtsjahr außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von TEUR 602 vorgenommen worden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 150 Aufwendungen nach Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 HGB betreffend die ratierliche Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Die in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesenen Steuern betreffen periodenfremde Aufwendungen für Quellenabzugs- steuer in Höhe von TEUR 42. Finanzergebnis Der aufgrund der Änderung des Rechnungszinses nach § 253 HGB erhöhte Zinsaufwand in Höhe von TEUR 1.265 (Vorjahr: TEUR 1.044) wurde im Finanzergebnis ausgewiesen. Gewinnverwendungsvorschlag Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages wird der Gewinn vollständig an die Karlsberg Holding GmbH abgeführt. 50
II. Sonstige Angaben A. Haftungsverhältnisse und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Haftungsverhältnisse Die Karlsberg Brauerei GmbH fungiert als Bürge im Rahmen eines LKW-Leasings für die Tochtergesellschaft Vendis Gastro GmbH & Co. KG. Der Gesamtnettoanschaffungswert betrug TEUR 376. Zum 31. Dezember 2019 bestanden hieraus Haftungsverhältnisse aus Bürg- schaften in Höhe von TEUR 200. Mit einer Inanspruchnahme aus den Verbindlichkeiten und Bürgschaf- ten wird nicht gerechnet, da die Schuldnerin finanziell in der Lage ist, ihren Verpflichtungen termingerecht nachzukommen. Gegenüber Dritten bestehen keine Haftungsverhältnisse. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Die Gesellschaft hat zur Absatzsicherung eigener Produkte Gaststätten angepachtet. Risiken liegen bei einem Leerstand dieser Objekte in der Weiterzahlung der Pacht. Einzelne Betriebseinrichtungen sowie weite Teile des Fuhrparks sind aus Finanzierungsgründen geleast. Die Verwaltung des Fahrzeugbe- standes erfolgt durch einen externen Dienstleister. Die Erbringung zentraler Verwaltungsfunktionen erfolgt durch die Karlsberg Service GmbH, eine Schwestergesellschaft der Karlsberg Brauerei GmbH. Die Karlsberg Service GmbH erbringt für alle Unter- nehmen des Karlsberg-Konzerns sowie auch für Dritte umfassende Dienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Steuern, Per- sonal, Einkauf sowie Rechts- und Vertragswesen. Damit erfüllt diese Gesellschaft eine wichtige Schnittstellenfunktion mit dem Ziel der kontinuierlich gesteigerten Effizienz der administrativen Abläufe in der gesamten Unternehmensgruppe. Die auf die Karlsberg Brauerei GmbH entfallenden Kostenumlagen sind in den sonstigen betriebli- chen Aufwendungen ausgewiesen. Zur Abdeckung der benötigten Hopfen- und Malzmengen wurden Vorkontrakte mit Hopfen- und Malzlieferanten abgeschlossen. Die Risiken für die Gesellschaft bestehen in den fixierten Lieferpreisen, die durch positive Einflüsse bei den Ernten unterschritten werden können. B. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die zum 31. Dezember 2019 bestehenden finanziellen Verpflich- tungen aus Miet-, Leasing-, Rohstoff- und Dienstleistungsverträgen belaufen sich bis zum jeweiligen Vertragsende auf: in TEUR 31.12.2019 <1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Restlaufzeit Verpflichtungen aus Rohstoffkontrakten (Vorjahr) Verpflichtungen aus Leasingverträgen (Vorjahr) Sonstige Verpflichtungen (Vorjahr) 13.888 (12.634) 12.496 (11.434) 1.392 (1.200) 2.469 (2.797) 164 (164) 861 (991) 164 (164) 1.599 (1.806) 0 (0) Summe (Vorjahr) 16.521 (15.596) 13.521 (12.589) 2.991 (3.006) 0 (0) 9 (0) 0 (0) 9 (0) Es bestehen jährliche Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Pacht- verträgen in Höhe von TEUR 1.567. Die Verträge enden zwischen 2020 und 2029. Aus dem mit der Karlsberg Service GmbH geschlossenen Dienst- leistungsvertrag wird im Geschäftsjahr 2020 ein Aufwand aus Kos- tenumlagen für Service- und Managementdienstleistungen in Höhe von voraussichtlich TEUR 4.802 anfallen. Es bestehen zum Bilanzstichtag tarifvertragliche Verpflichtungen aus Haustrunkdeputaten in Höhe von TEUR 296. 51
Um den nachhaltigen Ertrag des Deckungsvermögens des Versor- gungswerkes Karlsberg Brauerei e.V. sicherzustellen, hat sich das Trägerunternehmen Karlsberg Brauerei GmbH verpflichtet, jährlich einen Ertragszuschuss unter Anrechnung der zu leistenden Nachdo- tierungen sowie von Dividendenerträgen und des Zinsergebnisses zu leisten für den Fall, dass der jährliche Ertrag von 4,5 % auf den Stand des Deckungsvermögens zum 1.1. des Kalenderjahres nicht erreicht wird. Unter Berücksichtigung geplanter Nachdotierungen, Zins- und Dividendenerträge wird für das Geschäftsjahr 2020 ein Ertragszuschuss von 0,6 Mio. EUR erwartet. F. Prüfungs- und Beratungsgebühren des Abschlussprüfers Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzern- abschluss der Karlsberg Holding GmbH einbezogen wird. G. Nachtragsbericht Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag C. Geschäftsführer Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeu- tung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben. Herr Markus Meyer, Geschäftsführer Vertrieb / Marketing Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 285 Nr. 9 HGB, da nur ein Geschäftsführer aus der Gesellschaft Bezüge erhält. Homburg, 25. Februar 2020 Die Geschäftsführung Markus Meyer D. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 258 Arbeitnehmer beschäftigt (kaufm./techn. Angestellte 115, gewerbliche Arbeit- nehmer 143). E. Konzernabschluss Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Karlsberg Holding GmbH, Homburg, einbezogen und im Bundes- anzeiger veröffentlicht. Dieser ist Bestandteil des Konzernabschlusses der Karlsberg Brauerei KG Weber, Homburg, der ebenfalls im Bundes- anzeiger veröffentlicht wird. Zur Erstellung eines Konzernabschlusses war die Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 nicht verpflichtet, da die Karlsberg Holding GmbH, Homburg, zum 31. Dezember 2019 einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit befreiender Wirkung für die Gesellschaft erstellt. 54
6,6% vol Alkohol 16,3 % Stammwürze 28 IBU hopfung Das besondere: Hier zeigt unser Bock die Hörner! Starke Karamell- und Röstmalznoten unterstrei- chen die 6,6% Vol. und machen es zu einem perfekten Bier für die kalte Jahreszeit. Das findet auch die Jury des World Beer Award: Bestes Bockbier 2019! Passt gut: Ente mit Rotkohl, Spaghetti Bolognese mit ordentlich Parmesan, Kaminfeuer. Das sagt Der Brauer: „stark und eigenstäNdig.“ Martin Mihm & STEFFEN HANUSCH BRAUer BEI KARLSBERG 55
Anlagespiegel Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2019 Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2019 EUR EUR EUR EUR EUR 19.250.636,80 20.888,00 1.019.500,00 0,00 18.252.024,80 50.371.896,25 574.274,00 19.091,96 145.779,55 51.072.857,84 I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2. Technische Anlagen und Maschinen 98.252.018,95 65.863,94 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 61.017.339,28 3.631.790,65 3.445.500,02 8.965.906,12 0,00 94.872.382,87 124.615,91 55.807.839,72 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 639.175,41 1.543.026,41 0,00 -270.395,46 1.911.806,36 210.280.429,89 5.814.955,00 12.430.498,10 0,00 203.664.886,79 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 36.855.948,99 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 4. Sonstige Ausleihungen 3.915.944,53 1.411.087,83 5.050.228,77 551.725,00 104.127,97 0,00 0,00 1.679.180,77 0,00 928.387,37 1.785.421,22 0,00 0,00 0,00 0,00 37.407.673,99 2.340.891,73 1.411.087,83 4.193.194,92 47.233.210,12 1.584.240,34 3.464.601,99 0,00 45.352.848,47 276.764.276,81 7.420.083,34 16.914.600,09 0,00 267.269.760,06 56
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 01.01.2019 EUR Zugänge EUR Abgänge EUR 31.12.2019 31.12.2019 31.12.2018 EUR EUR EUR 7.087.065,80 1.657.504,00 1.019.500,00 7.725.069,80 10.526.955,00 12.163.571,00 40.364.647,80 804.539,72 0,05 41.169.187,47 9.903.670,37 10.007.248,45 79.683.395,95 49.914.947,28 2.354.380,36 4.675.365,66 3.402.955,44 8.713.351,22 78.634.820,87 45.876.961,72 16.237.562,00 9.930.878,00 18.568.623,00 11.102.392,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.911.806,36 639.175,41 169.962.991,03 7.834.285,74 12.116.306,71 165.680.970,06 37.983.916,73 40.317.438,86 0,00 0,00 1.380.487,83 1.080.218,57 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 234.021,17 243.498,42 0,00 0,00 1.380.487,83 1.070.741,32 37.407.673,99 2.340.891,73 30.600,00 3.122.453,60 36.855.948,99 3.915.944,53 30.600,00 3.970.010,20 2.460.706,40 234.021,17 243.498,42 2.451.229,15 42.901.619,32 44.772.503,72 179.510.763,23 9.725.810,91 13.379.305,13 175.857.269,01 91.412.491,05 97.253.513,58 57
„Wir waren schon immer da, wo ihr wart … wo das Leben tobt. Wir sind dabei. Mit euch. Auf Augenhöhe. Immer. Das wird sich niemals ändern. Wir wollen Bewährtes bewahren und uns dennoch weiterentwickeln – mit Euch! Denn bald könnt ihr endlich auch ZU UNS kommen – ins Herz unserer Brauerei. Wir öﬀnen uns. Denkt an Livemusik, denkt an Bier-Tastings ... Events … und Genuss. Denkt an … Lebensfreude, Freundschaft, an Spass. Denkt an jede Art von Bier, auf die Ihr Lust habt. Denkt an all das, für das Karlsberg seit 1878 stand und noch heute steht. Das Wissen, die Tradition oder einfach nur … ein gutes Bier. All das ﬁndest du hier. In der Alten Schlosserei. Dem Herz ..., nein, dem Epizentrum von Karlsberg. … und wir können es kaum erwarten, dass IHR uns hier besucht.“
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Karlsberg Brauerei GmbH, Homburg, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Karlsberg Brauerei GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prü- fung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lage- berichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungs- vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unterneh- men unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handels- rechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen ver- antwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Bestandteile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlus- ses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks, die uns nach Erteilung des Bestätigungsvermerks voraussichtlich zur Verfü- gung gestellt werden. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstre- cken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementspre- chend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwor- tung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen • wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. 59
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften gel- tenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belan- gen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ord- nungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weite- ren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Auf- stellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Be- langen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den an- zuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beab- sichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vor- schriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) fest- gestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprü- fung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – be- absichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungs- handlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlan- gen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt wer- den, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte 60
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresab- schluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens; • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Ver- tretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annah- men. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prü- fung feststellen. Saarbrücken, 25. Februar 2020 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Zabel Wirtschaftsprüfer Waldner Wirtschaftsprüfer Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außer- kraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben; • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben; • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungs- grundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstä- tigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahres- abschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungs- urteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gege- benheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann; • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt; 61
Finanzkalender 11.03.2020 28.04.2020 26.08.2020 Veröffentlichung Jahresabschluss 2019 Bilanzpressekonferenz Zinszahlungstermin Veröffentlichung Halbjahresabschluss 2020 Investoren- und Analysten-Telefonkonferenz Impressum Karlsberg Brauerei GmbH Karlsbergstr. 62 66424 Homburg Telefon: 06841-1050 Telefax: 06841-105840 Mail: info@karlsberg.de Geschäftsführung: Markus Meyer Amtsgericht Saarbrücken HRB 17866 62
KENNZAHLEN der Karlsberg Brauerei Gmbh Kennzahlen in Mio. EUR Umsatz Umsatz Marken EBITDA adj. 2019 125,8 92,7 19,7 2018 130,9 91,5 19,6 2017 123,1 80,6 14,8 EBITDA-Rendite adj. in % 15,7 % 15,0 % 12,0 % Abschreibungen EBIT adj. EBIT-Rendite adj. in % Bilanzsumme Eigenkapital EK-Quote Jahresüberschuss Beschäftigte (Anzahl im Durchschnitt) Personalaufwand (Löhne und Gehälter, soziale Abgaben sowie Altersversorgung) 9,5 10,2 8,1 % 147,3 42,6 10,1 9,5 7,3 % 150,7 42,6 9,5 5,4 4,4 % 148,8 42,6 28,9 % 28,3 % 28,6 % 8,3 258 4,0 279 0,8 300 18,9 20,8 21,4 63