Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Slg.%202005,%20I-9981
Timestamp: 2019-03-26 19:26:03
Document Index: 244056177

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'Art. 6', '§ 14', '§ 14', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 14', 'Art. 6', 'EuG', 'EuG']

Rechtsprechung: Slg. 2005, I-9981 - dejure.org
Schlußanträge unten: Generalanwalt beim EuGH, 30.06.2005
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des EuGH vom 22.11.2005, Rs.: C-144/04 (Gemeinschaftsrechtswidrigkeit der sachgrundlosen Befristungsmöglichkeit bei Arbeitnehmern ab 52 Jahren)" von Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Reich, original erschienen in: EuZW 2006, 20 - 22.
Zusammenfassung von "Das Verbot der Altersdiskriminierung als allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts - der Beginn eines umfassenden europäischen Antidiskriminierungsrechts?" von Wiss. Mit. Tobias Richter und Wiss. Mit. Ssoufian Bouchouaf, original erschienen in: NVwZ 2006, 538 - 541.
a) Der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (jetzt Gerichtshof der Europäischen Union) stellte in seinem Urteil vom 22. November 2005 in der Rechtssache Mangold (Rs. C-144/04, Slg. 2005, S. 1-9981) fest, dass Gemeinschaftsrecht und insbesondere Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 2000/78/EG einer nationalen Regelung wie der des § 14 Abs. 3 Satz 4 TzBfG entgegenstünden.
a) Der Gerichtshof kam in der Mangold-Entscheidung zu dem Ergebnis, eine nationale Regelung wie § 14 Abs. 3 Satz 4 TzBfG verstoße gegen Gemeinschaftsrecht und müsse unangewendet bleiben (EuGH, Urteil vom 22. November 2005, Rs. C-144/04, Slg. 2005, S. 1-9981 Rn. 77 f.).
Während eine Stelle in der englischen und französischen Sprachfassung der Mangold-Entscheidung darauf hindeutet, dass sich der Gerichtshof insbesondere auf das allgemeine Diskriminierungsverbot zu stützen scheint (vgl. EuGH, Urteil vom 22. November 2005, a.a.O., Rn. 74: "[z]weitens" , "[i]n the second place and above all" , "[e]n second lieu et surtout" ), könnte eine andere Stelle für das Gegenteil sprechen (EuGH, Urteil vom 22. November 2005, a.a.O., Rn. 78: "insbesondere Artikel 6 Absatz 1 der Richtlinie 2000/78").
aa) Der Gerichtshof hielt den allgemeinen Grundsatz des Verbots der Altersdiskriminierung in der Rechtssache Mangold für anwendbar, weil der Sachverhalt grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2000/78/EG falle (EuGH, Urteil vom 22. November 2005, a.a.O., Rn. 51, 64, 75).
Im konkreten Fall begründete der Gerichtshof die Anwendbarkeit des Gemeinschaftsrechts und damit des allgemeinen Verbots der Altersdiskriminierung damit, dass mit dem Teilzeit- und Befristungsgesetz ursprünglich die Richtlinie 1999/70/EG habe umgesetzt werden sollen (EuGH, Urteil vom 22. November 2005, a.a.O., Rn. 75).
Der Gerichtshof ging davon aus, dass einem Verstoß einer nationalen Regelung wie § 14 Abs. 3 Satz 4 TzBfG gegen Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 2000/78/EG nicht entgegenstehe, dass deren Umsetzungsfrist zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht abgelaufen gewesen sei (EuGH, Urteil vom 22. November 2005, a.a.O., Rn. 70 ff.).
Richtlinie 1999/70/EG - Befristete Arbeitsverträge- Einschränkungen - Verschlechterungsverbot - Richtlinie 2000/78/EG - Verbot der Diskriminierung aufgrund des Alters - Nationale Regelung, die den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen mit älteren Arbeitnehmern gestattet - Keine Einschränkungen - Vereinbarkeit - Richtlinien - Noch nicht abgelaufene Umsetzungsfrist - Unmittelbare horizontale Wirkungen - Verpflichtung zu konformer Auslegung
Altersbefristung ab dem 52. Lebensjahr europarechtswidrig?
EuGH könnte Hartz-Regelung kippen // Gutachter gegen grundlose Befristung für ältere Arbeitnehmer
Die Absenkung des Befristungsverbots auf das 52. Lebensjahr ist nicht mit der Richtlinie 2000/78/EG (Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf) vereinbar
31 - Schlussanträge vom 30. Juni 2005 in der Rechtssache C-144/04 (Mangold, Slg. 2005, I-0000, Nrn. 115 und 120).
Verschiedene Generalanwälte, darunter Generalanwalt Jacobs (Schlussanträge vom 20. Mai 1992 in der Rechtssache Parlament/Rat, C-295/90, Urteil vom 7. Juli 1992, Slg. 1992, I-4193, Nr. 43), Generalanwalt Darmon (Schlussanträge vom 17. November 1993 in der Rechtssache Regione Lombardia, C-236/92, Urteil vom 23. Februar 1994, Slg. 1994, I-483, Nr. 27), Generalanwalt Tizzano (Schlussanträge vom 30. Juni 2005 in der Rechtssche Mangold, C-144/04, Urteil vom 21. November 2005, Slg. 2005, I-9981, und vom 27. April 2006 in der Rechtssache Cordero Alonso) und Generalanwältin Kokott (Schlussanträge vom 27. Oktober 2005 in der Rechtssache Adeneler u. a.), haben Argumente für die Ausdehnung dieser Verpflichtung auch auf die Zeit während des Laufs der Frist für die Umsetzung der Richtlinie vorgebracht.
15 - Urteil vom 22. November 2005 (C-144/04, Slg. 2005, I-9981).
15 und 16. Im gleichen Sinne auch meine Schlussanträge vom 30. Juni 2005 in der Rechtssache C-144/04 (Mangold, Urteil vom 22. November 2005, Slg. 2005, I-0000), Nrn. 115 bis 120.
11 Vgl. Schlussanträge des Generalanwalts Jacobs in der Rechtssache Hansa Fleisch Ernst Mundt (C-156/91, EU:C:1992:279, Nr. 23), Schlussanträge des Generalanwalts Tizzano in der Rechtssache Mangold (C-144/04, EU:C:2005:420, Nr. 120), und Schlussanträge der Generalanwältin Kokott in der Rechtssache Adeneler u. a. (C-212/04, EU:C:2005:654, Nrn. 42 ff.).