Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Ss%20(B)%20100/95
Timestamp: 2019-12-07 09:54:33
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Matched Legal Cases: ['§ 378', '§ 378', '§ 370', '§ 378', '§ 378', '§ 370', '§ 378', '§ 378', '§ 378', '§ 378', '§ 378', '§ 378', '§ 370', '§ 378']

OLG Braunschweig, 08.03.1996 - Ss (B) 100/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,2685
OLG Braunschweig, 08.03.1996 - Ss (B) 100/95 (https://dejure.org/1996,2685)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 08.03.1996 - Ss (B) 100/95 (https://dejure.org/1996,2685)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 08. März 1996 - Ss (B) 100/95 (https://dejure.org/1996,2685)
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AO § 378
Steuerstrafrecht; keine mittelbare Täterschaft des Steuerberaters bei leichtfertiger Steuerverkürzung
Leichtfertige Steuerverkürzung in mittelbarerTäterschaft?
NJW 1997, 3254
NStZ 1998, 44
Bei der von dem Gesetzgeber intendierten engen Auslegung des Tatbestands begeht der Steuerberater keine Ordnungswidrigkeit nach § 378 AO, wenn er die Steuererklärung seines Mandanten lediglich vorbereitet und diese vom Steuerpflichtigen unterzeichnet und eingereicht wird, weil es an eigenen Angaben des Steuerberaters gegenüber dem Finanzamt fehlt (Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts --BayObLG-- vom 9. November 1993 4St RR 54/93, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 1994, 410; Beschluss des Oberlandesgerichts --OLG-- Braunschweig vom 8. März 1996 Ss (B) 100/95, DStR 1997, 515;… Beschluss des OLG Zweibrücken vom 23. Oktober 2008 1 Ss 140/08, Deutsches Steuerrecht/Entscheidungsdienst 2009, 321, und herrschende Meinung in der Literatur Klein/Jäger, a.a.O., § 370 Rz 31, § 378 Rz 9; Joecks in Franzen/Gast/Joecks, Steuerstrafrecht, 7. Aufl., § 378 Rz 23 ff., m.w.N.; Meyer in Beermann/Gosch, AO § 370 Rz 241; Rüping in HHSp, § 378 AO Rz 24; Reitz, DStR 1984, 91; Dörn, Zeitschrift für Wirtschaft, Steuer, Strafrecht --wistra-- 1994, 215; derselbe in Die Steuerberatung --Stbg-- 2002, 454; Müller, Der AO-Steuer-Berater --AO-StB-- 2003, 210; Rolletschke, wistra 2004, 49; Gotzens/Heinsius, Stbg 2000, 209, 216 f.; a.A. Kohlmann, Steuerstrafrecht, § 378 AO 1977, Rz 24 [keine generelle Freizeichnung des Steuerberaters]; Weyand in Schwarz, AO, § 378 Rz 4 [weite Auslegung des Begriffs "Wahrnehmung der Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen"]).
Eine leichtfertige Steuerverkürzung nach § 378 AO im Zusammenhang mit dem Tatkomplex Bayern II scheitert schon daran, daß Q. zwar Kenntnis von der Wiederaufnahme der Verhandlungen hatte, aber nicht in Wahrnehmung der Interessen der Steuerpflichtigen handelte, wie es der Tatbestand des § 378 AO erfordert (vgl. auch BayObLG NStZ 1994, 136; OLG. Braunschweig NJW 1997, 3254).
Etwas anderes folgt auch nicht aus der von der Revision angeführten Rechtsprechung der ordentlichen Gerichtsbarkeit (vgl. Urteil des BayObLG in wistra 1994, 34, DStR 1994, 410, und Beschluss des Oberlandesgerichts --OLG-- Braunschweig vom 8. März 1996 Ss (B) 100/95, wistra 1996, 319, DStR 1997, 515;… zustimmend Joecks in Franzen/Gast/Joecks, Steuerstrafrecht, 5. Aufl., § 378 AO 1977 Rz. 25, § 370 AO 1977 Rz. 18;… Tormöhlen in Wannemacher, Steuerstrafrecht, 4. Aufl., Rz. 1712; Krekeler in Praxis Steuerstrafrecht --PStR-- 2002, 129 ff., 133 f.; Dörn, Die Steuerberatung --Stbg-- 2002, 454 ff.;… kritisch Kohlmann, Steuerstrafrecht, § 378 AO 1977 Rdnr. 24), wonach der steuerliche Berater nicht wegen einer leichtfertigen Steuerverkürzung belangt werden könne, wenn er lediglich eine Steuererklärung für den Steuerpflichtigen vorbereitet hat.
OLG Zweibrücken, 23.10.2008 - 1 Ss 140/08
Leichtfertige Steuerverkürzung: Bußgeldrechtliche Verantwortlichkeit des …
Zur bußgeldrechtlichen Verantwortlichkeit der steuerlichen Berater nach dieser Vorschrift folgt der Senat der als herrschend zu bezeichnenden Rechtssprechung des BayObLG (NStZ 1994, 136) sowie des Oberlandesgerichts Braunschweig (NStZ 1998, 44).
FG Düsseldorf, 11.04.2001 - 18 K 7170/97
Steuerverkürzung; Fehlbuchung; Festsetzungsfrist; Steuerberatungsgesellschaft - …
Diese Auffassung wird zwar von Teilen der Rechtsprechung und des Schrifttums vertreten (vgl. hierzu Beschluss des Bayerischen Oberlandesgerichts vom 09.11.1993 - 4 St RR 54/93, WISTRA 1994, 34 ff.; ebenso OLG Braunschweig, Beschluss vom 08.03.1996 - Ss (B) 100/95, WISTRA 1996, S. 319 f.;… Nachweise zur Gegenmeinung: siehe Beschluss des Bayerischen Oberlandesgerichts vom 09.11.1993 a.a.O.; vgl. auch schon FG Baden-Württemberg vom 22.01.1988 IX K 237/89, EFG 1988, 546).
OLG Braunschweig, 08.03.1996 - Ss (V) 100/95
Ein Steuerberater, der einen Jahresabschluß erstellt, der von einem Kollegen dafür verwendet wird, eine Steuererklärung zu entwerfen, begeht auch dann keine leichtfertige Steuerverkürzung, wenn er Ausgaben als BA behandelt, die nicht als solche behandelt werden dürfen, und Betriebseinnahmen vernachlässigt und dabei weiß, daß das Zahlenwerk automatisch ohne nähere Nachprüfung für die Steuererklärung Verwendung findet (OLG Braunschweig, Beschl. v. 8.3. 1996 - Ss (B) 100/95).