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Timestamp: 2016-10-28 04:30:47
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Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 132', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

U 358/02 (17.06.2003)
U 358/02
1. M.________, 1956, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno H�fliger, Schwanenplatz 7, 6004 Luzern,
2. Helsana Versicherungen AG, Birmensdorfer- strasse 94, 8003 Z�rich,
(Entscheid vom 4. November 2002)
Die 1956 geborene M.________ war seit Januar 1993 bei der Firma S.________ angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall und Berufskrankheit versichert. Am Morgen des 9. Januar 1995 wurde sie auf dem Fussg�ngerstreifen von einem Auto angefahren und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt auf. Dabei zog sie sich gem�ss Bericht des Spitals X.________, wo sie vom Unfalltag bis zum 13. Januar 1995 hospitalisiert war, sowie Zeugnis des Hausarztes Dr. med. A.________, Innere Medizin FMH, vom 25. Februar 1995 eine Rissquetschwunde temporo-occipital rechts, eine commotio cerebri sowie eine Fibulafraktur rechts zu. Die SUVA zog weitere Berichte des Dr. med. A.________ aus der Zeit vom 20. M�rz 1995 bis 3. Mai 1997 (mit beigelegten Stellungnahmen des Dr. med. Y.________, Medical Imaging, vom 1. M�rz 1995, des Dr. med. Z.________, Neurologie FMH, vom 15. April 1996 und des Dr. med. F.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 27. Januar 1997) bei. Anschliessend stellte die Anstalt mit Verf�gung vom 4. Juni 1997 ihre Leistungen ein, hiess jedoch die dagegen erhobene Einsprache - nach Einholung von Stellungnahmen des SUVA-Kreisarztes Dr. med. L.________ vom 23. Juni 1997 und des Dr. med. B.________, Chirurgie FMH, SUVA-Aerzteteam Unfallmedizin, vom 6. M�rz 1998 - mit Entscheid vom 24. Juli 1998 gut und hob die Verf�gung auf.
Im weiteren Verlauf des Verfahrens zog die SUVA Berichte und Stellungnahmen des Dr. med. A.________ vom 22. November 1998, des Dr. med. Z.________ vom 14. September 1998, 23. April, 25. Mai, 28. August und 8. Oktober 1999, des Dr. med. B.________ vom 11. Januar 1999 (Schreiben an die Versicherte) sowie des neuen Hausarztes Dr. med. W.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 16. M�rz 1999 bei. Anschliessend schloss sie den Fall mit Verf�gung vom 15. Dezember 1999 auf dieses Datum hin ab und stellte ihre Leistungen ein. Daran hielt sie auf Einsprachen der Versicherten und des Krankenversicherers Helsana Versicherungen AG hin mit Entscheid vom 19. M�rz 2001 fest. Im Verlauf des Einspracheverfahrens hatte die Versicherte eine Stellungnahme des Dr. med. F.________ vom 20. M�rz 2000 einreichen lassen, w�hrend die SUVA ihrerseits ein Gutachten des Dr. med. C.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, einholte, welches am 21. November 2000 erstattet wurde.
In Gutheissung der von der Versicherten und dem Krankenversicherer erhobenen Beschwerden hob das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern den Einspracheentscheid auf und wies die Sache an die SUVA zur�ck, damit diese im Sinne der Erw�gungen verfahre, die gesetzlichen Anspr�che der Versicherten pr�fe und dar�ber verf�ge (Entscheid vom 4. November 2002). In den Erw�gungen hielt das Gericht fest, der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Januar 1995 und den gesundheitlichen St�rungen sei zu bejahen. Im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens hatte die Helsana Versicherungen AG eine Stellungnahme des Dr. med. R.________, Neurologie FMH, vom 17. Mai 2001 aufgelegt.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die SUVA die Aufhebung des kantonalen Entscheids.
M.________ schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Die Helsana Versicherungen AG und das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichten auf eine Vernehmlassung.
Mit Schreiben vom 6. Februar 2003 l�sst die Versicherte einen Bericht des Dr. med. D.________, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, vom 23. Januar 2003, mit Brief vom 22. Mai 2003 ausserdem einen Austrittsbericht des Zentrums E.________ vom 10. April 2003 nachreichen.
Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zum f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und eingetretenem Gesundheitsschaden (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zum weiteren Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 127 V 102, 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen), insbesondere bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) und bei Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der HWS, Sch�del-Hirntrauma oder einem Schleudertrauma �quivalenten Verletzungen ohne organisch (hinreichend) nachweisbare Funktionsausf�lle (BGE 122 V 415, 117 V 359, 369). Das kantonale Gericht hat sodann zutreffend festgehalten, dass die Beurteilung unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu erfolgen hat, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgepr�gten psychischen Problematik aber - bezogen auf den gesamten Zeitraum zwischen Unfall und Beurteilungszeitpunkt - ganz in den Hintergrund treten (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb mit Hinweis; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437). Gleiches gilt mit Bezug auf die vorinstanzlichen Erw�gungen zu dem im Sozialversicherungsrecht regelm�ssig massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 32 Erw. 1) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 19. M�rz 2001) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Es steht fest, dass die Beschwerdef�hrerin anl�sslich des Unfalls vom 9. Januar 1995 eine Gesundheitssch�digung erlitten hat, welche nach der Rechtsprechung ad�quanzrechtlich zum Formenkreis der Distorsionsverletzungen der HWS und milder Sch�del-Hirntraumen z�hlt. Auf Grund der medizinischen Akten, insbesondere des Austrittsberichts des Spitals X.________ �ber die vom 9. bis 13. Januar 1995 dauernde Hospitalisation, ist ausserdem mit hinreichender Sicherheit erstellt, dass die Versicherte unmittelbar nach dem Unfall Symptome aufwies (leichte �belkeit, Schwindel, Kopfschmerzen), welche dem nach derartigen Verletzungen nicht selten beobachteten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichneten "bunten" Beschwerdebild (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b, 382 Erw. 4b) zuzurechnen sind. Wenn das kantonale Gericht in dieser Beweislage den nat�rlichen Kausalzusammenhang als erstellt betrachtet hat, l�sst sich dies im Lichte der dazu entwickelten Grunds�tze (BGE 119 V 340 ff. Erw. 2b/bb) nicht beanstanden, was denn auch von der SUVA nicht in Abrede gestellt wird.
Umstritten ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und Gesundheitsschaden.
3.1 In zahlreichen �rztlichen Verlaufsberichten wird bereits fr�hzeitig und anschliessend immer wieder auf Kopfschmerzen hingewiesen. Die SUVA geht diesbez�glich von einer erheblichen psychischen �berlagerung aus, welche zur Folge haben m�sse, dass das Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs nicht nach der Rechtsprechung zu den Folgen eines Schleudertraumas, einer �quivalenten Verletzung oder eines Sch�del-Hirntraumas (BGE 117 V 359, 369), sondern nach derjenigen zu psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen sei. Dieser Argumentation kann jedoch nicht gefolgt werden. Kopfschmerzen z�hlen ohne Zweifel zum erw�hnten "bunten" Beschwerdebild, wie es nach HWS-Distorsionsverletzungen und �hnlichen Unfallsch�digungen h�ufig auftritt. Wie die Vorinstanz zu Recht festh�lt, ist hinreichend ausgewiesen, dass nach dem Ereignis vom 9. Januar 1995 weitere relevante Symptome vorlagen. Damit besteht eine hinreichende Grundlage f�r die Ad�quanzpr�fung nach der Praxis zu den Folgen eines Schleudertraumas, einer �quivalenten Verletzung oder eines Sch�del-Hirntraumas. Die Rechtsprechung setzt diesbez�glich nicht voraus, dass stets s�mtliche Komponenten des bunten Beschwerdebildes (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b) gegeben sein m�ssten (RKUV 2002 Nr. U 365 S. 439 Erw. 3b, 2000 Nr. U 397 S. 327 ff. Erw. 3a und c; Urteile S. vom 8. Juli 2002, U 139/00, Erw. 3, J. vom 7. Februar 2002, U 431/00, Erw. 3a und c, F. vom 26. November 2001, U 409/00, Erw. 3, B. vom 12. Oktober 2000, U 96/00, Erw. 2a und b, H. vom 22. Mai 2000, U 124/99, M. vom 10. Februar 2000, U 278/98, Erw. 4; nicht ver�ffentlichte Urteile H. vom 27. Juni 2000, U 57/99, und V. vom 28. M�rz 1994, U 152/93 [zusammengefasst in RKUV 1995 S. 118], Erw. 2).
Die Kopfschmerzen k�nnen sodann nicht als psychogen bezeichnet werden. Wie die Vorinstanz zutreffend festh�lt, stellte sich erst mehr als ein Jahr nach dem Unfall die Frage nach einem psychogenen Anteil oder einer �berlagerung der anhaltenden Kopfschmerzen mit �ngstlicher und depressiver Entwicklung. Vielmehr lassen sich diese zwanglos und plausibel durch den harten Kopfaufprall und die erlittenen Verletzungen (Rissquetschwunde, commotio cerebri) erkl�ren, wie dies aus der �rztlichen Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 6. M�rz 1998 und dessen Schreiben an die Versicherte vom 11. Januar 1999 hervor geht. Dass die zuvor psychisch unauff�llig gewesene Versicherte wegen der hartn�ckigen Kopfschmerzen - denen zum Trotz sie wieder arbeiten ging - stimmungsm�ssig zu leiden begann, ist als bloss mittelbare (sekund�re) psychische Folgeerscheinung zu werten, welche die prim�r urs�chlichen Zusammenh�nge nicht in den Hintergrund zu dr�ngen vermag.
3.2 Bleibt es somit f�r die Ad�quanzpr�fung bei der Kriterienreihe nach BGE 117 V 359, so l�sst sich der kantonale Entscheid nicht in Frage stellen. Die weithin Ermessensz�ge aufweisende Beurteilung der Kriterien durch das kantonale Gericht h�lt Stand. Wenn sodann die SUVA vorbringt, die einzelnen Merkmale seien nicht in der von der Rechtsprechung geforderten Weise besonders ausgepr�gt erf�llt, so hat auch dieser Entscheid Ermessenscharakter. Die SUVA tr�gt nichts vor, was im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a OG; BGE 126 V 81 Erw. 6, 123 V 152 Erw. 2 mit Hinweisen) eine von der vorinstanzlichen Betrachtungsweise abweichende Einsch�tzung aus triftigen Gr�nden als naheliegender erscheinen liesse.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin hat Anspruch auf eine Parteientsch�digung zu Lasten der SUVA (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die SUVA hat der Beschwerdegegnerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 1500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.