Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%207/11
Timestamp: 2019-12-10 07:27:37
Document Index: 172700143

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 1', '§ 6']

BFH, 17.10.2013 - IV R 7/11 - dejure.org
https://dejure.org/2013,36576
BFH, 17.10.2013 - IV R 7/11 (https://dejure.org/2013,36576)
BFH, Entscheidung vom 17.10.2013 - IV R 7/11 (https://dejure.org/2013,36576)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 2013 - IV R 7/11 (https://dejure.org/2013,36576)
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Rückstellungen wegen angeordneter flugverkehrstechnischer Maßnahmen auf der Grundlage von Lufttüchtigkeitsanweisungen und Joint Aviation Requirements; Grundsatz der Abschnittsbesteuerung; Streitgegenstand im zweiten Rechtsgang
§ 249 Abs 1 S 1 HGB, § 5 Abs 1 S 1 EStG 2002, § 5 Abs 4b S 1 EStG 2002, § 6 Abs 1 Nr 3a Buchst c EStG 2002, § 1 Abs 2 Nr 1 LuftBO
Rückstellungen wegen angeordneter flugverkehrstechnischer Maßnahmen auf der Grundlage von Lufttüchtigkeitsanweisungen und Joint Aviation Requirements – Grundsatz der Abschnittsbesteuerung – Streitgegenstand im zweiten Rechtsgang
Anpassungsverpflichtung im Luftfahrtverkehr
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten: rechtliche Verpflichtung und wirtschaftliche Verursachung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 17.10.2013, Az.: IV R 7/11 (Rückstellungen wegen angeordneter flugverkehrstechnischer Maßnahmen auf der Grundlage von Lufttüchtigkeitsanweisungen ...)" von RA/FAStR/StB Dr. Stefan Behrens, original erschienen in: BB 2014 Heft 4, ...
Kurznachricht zu ""Einfin" - erklärter Gleichklang bei der Passivierung ungewisser Verbindlichkeiten - Zum BFH-Urteil vom 17. 10. 2013, IV R 7 /11" von RIBFH i. R. Dr. Alfred Christiansen, original erschienen in: DStR 2014, 279 - 281.
Kurznachricht zu "Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten aufgrund luftverkehrsrechtlich angeordneter Maßnahmen - Anmerkungen zum BFH-Urteil vom 17. 10. 2013 - IV R 7/11" von Dipl.-Finw. Dr. Michael Schulze, original erschienen in: StuB 2014, 92 - 95.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 17.10.2013, Az.: IV R 7/11 (Rückstellungen aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtungen)" von StB/Dipl.-Fw. Rolf Wischmann, original erschienen in: EStB 2014, 44 - 45.
Kurznachricht zu "Grundsatzurteil zu öffentlich-rechtlichen Anpassungsrückstellungen" von WP/StB Prof. Ulrich Prinz, original erschienen in: DB 2014, 80 - 83.
Kurznachricht zu "BFH beendet Streit über die rechtliche Entstehung von Verpflichtungen bei der Rückstellungsbildung" von VorsRiFG Berlin-Brandenburg Bernd Rätke, original erschienen in: BBK 2014, 416 - 421.
BFHE 243, 256
BB 2014, 175
DB 2014, 30
BStBl II 2014, 302
NZG 2014, 116
Zudem darf es sich bei den Aufwendungen nicht um (nachträgliche) Herstellungs- oder Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts handeln (BFH-Urteil in BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Der rechtliche und wirtschaftliche Bezugspunkt der Verpflichtung muss in der Vergangenheit liegen, sodass die Verbindlichkeit nicht nur an Vergangenes anknüpft, sondern auch Vergangenes abgilt (BFH-Urteil in BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302, m.w.N.).
Dafür müssen die wesentlichen Tatbestandsmerkmale des die Verpflichtung auslösenden Tatbestands erfüllt sein und das Entstehen der Verbindlichkeit nur noch von wirtschaftlich unwesentlichen Tatbestandsmerkmalen abhängen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302, unter B.I.2.b aa;… ebenso BFH-Beschluss vom 11. November 2015 I B 3/15, BFH/NV 2016, 387).
Der rechtliche und wirtschaftliche Bezugspunkt der Verpflichtung muss in der Vergangenheit liegen, so dass die Verbindlichkeit nicht nur an Vergangenes anknüpft, sondern auch Vergangenes abgilt (BFH-Urteile vom 8. September 2011 IV R 5/09, BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122, unter II.2.d aa; in BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302, unter B.I.2.b).
a) Nach allgemeinen Grundsätzen entstehen (auch öffentlich-rechtliche) Ansprüche und Verpflichtungen zu dem Zeitpunkt, zu dem die sie begründenden Tatbestandsmerkmale erfüllt sind (BFH-Urteile vom 17. Okt. 2013 - IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302 Rz. 20;… vom 6. Febr. 2013 - I R 8/12, BFHE 240, 252, BStBl II 2013, 686 Rz. 13).
Für das rechtliche Entstehen der Verpflichtung kommt es darauf an, zu welchem Zeitpunkt die in der konkreten Regelung enthaltenen materiellen Rechtsfolgen ausgelöst werden (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 20).
Eine Verpflichtung ist spätestens im Zeitpunkt ihrer rechtlichen Entstehung auch wirtschaftlich verursacht, da mit der rechtlichen Entstehung nicht nur die wesentlichen, sondern alle Tatbestandsmerkmale des die Verpflichtung auslösenden Tatbestands erfüllt sind (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 24).
Eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung ist wirtschaftlich verursacht, wenn sie so eng mit dem betrieblichen Geschehen des Wirtschaftsjahrs verknüpft ist, dass es geboten ist, sie wirtschaftlich als Aufwand des jeweiligen Wirtschaftsjahrs zu behandeln (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 23).
Dafür müssen - ungeachtet der rechtlichen Gleichwertigkeit aller Tatbestandsmerkmale - die wesentlichen Tatbestandsmerkmale des die Verpflichtung auslösenden Tatbestands erfüllt sein und das Entstehen der Verbindlichkeit nur noch von wirtschaftlich unwesentlichen Tatbestandsmerkmalen abhängen (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 23;… in BStBl II 2013, 686 Rz. 21;… BFH-Urteil vom 25. Aug. 1989 - III R 95/87, BFHE 158, 58 , BStBl II 1989, 893 Rz. 24).
Die öffentlich-rechtliche Verpflichtung muss in zeitlicher Nähe zum Bilanzstichtag sanktionsbewehrt zu erfüllen sein (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 18, 41;… in BStBl II 2013, 686 Rz. 11).
Der rechtliche und wirtschaftliche Bezugspunkt der Verpflichtung muss in der Vergangenheit liegen, so dass die Verbindlichkeit nicht nur an Vergangenes anknüpft, sondern auch Vergangenes abgilt (BFH in BStBl II 2014, 302 Rz. 23).
Konkretisiert wird eine öffentlich-rechtliche Pflicht dabei regelmäßig durch einen Rechtsakt (Verwaltungsakt, Verfügung oder Abschluss einer entsprechenden verwaltungsrechtlichen Vereinbarung: vgl. BFH-Urteile vom 25. März 2004 IV R 35/02, BFHE 206, 25, BStBl II 2006, 644; vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (Urteil vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302) erfordere die in § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. c EStG genannte Verbindung zwischen dem Vorteilseintritt und der Erfüllung der Verpflichtung einen sachlichen Zusammenhang zwischen der Pflichterfüllung und den (künftigen) Vorteilen.
Eine solche unmittelbare Verbindung wird von der nun geschaffenen steuerrechtlichen Regelung nicht mehr verlangt (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Aus dem Sinn und Zweck der Norm ergibt sich jedoch, dass nicht jeder Zusammenhang zwischen der zu erfüllenden Verpflichtung und einem künftigen wirtschaftlichen Vorteil ausreicht, sondern vielmehr ein sachlicher Zusammenhang erforderlich ist (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass künftige Einnahmen die später zu erfüllende Verpflichtung in ihrer Belastungswirkung mindern (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Der gedachte Erwerber eines Betriebs rechnet gerade mit den Einnahmen des laufenden Betriebs und würde diese beim Kauf nicht als belastungsmindernd zu Gunsten der ausgewiesenen Rückstellungen berücksichtigen (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
FG Thüringen, 07.07.2015 - 2 K 505/14
Rückstellungen für erst nach dem Bilanzstichtag für drei Folgejahre festgesetzte …