Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%2014%20AS%2086/09%20R
Timestamp: 2019-02-21 08:54:01
Document Index: 20137765

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 22', '§ 1', '§ 10', '§ 95', '§ 22', '§ 10']

BSG, 26.05.2011 - B 14 AS 86/09 R - dejure.org
Arbeitslosengeld II; Beschränkung des Streitgegenstandes; Angemessenheit der Unterkunfts- und Heizkosten; Angemessenheitsmaßstab; Wohnflächengrenze; Sachsen; Anwendung von landesrechtlichen Verwaltungsvorschriften
Arbeitslosengeld II - Angemessenheit der Unterkunfts- und Heizkosten - Angemessenheitsmaßstab - Wohnflächengrenze - Sachsen
§ 19 Abs 1 SGB 2 vom 24.03.2011, § 22 Abs 1 S 1 SGB 2, § 1 Abs 2 WoFG, § 10 WoFG, § 95 SGG
Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Angemessenheit der Unterkunftskosten und Heizkosten in Sachsen
SG Dresden - S 10 S 77/06
SG Dresden, 26.11.2007 - S 10 AS 77/06
SG Dresden, 02.01.2008 - S 10 AS 77/06
BSG, 28.10.2009 - B 14 AS 55/09 B
Eine Heranziehung dieser Verwaltungsvorschrift trotz ihres Außerkrafttretens hat der 14. Senat des BSG (vgl Urteil vom 26.5.2011 - B 14 AS 86/09 R - RdNr 16) nur deshalb für vertretbar gehalten, weil andere aktuellere Vorschriften in dem dort streitigen Zeitraum nicht existierten.
Maßgeblich sind die im streitigen Zeitraum gültigen Bestimmungen (vgl nur BSG Urteil vom 22.9.2009 - B 4 AS 70/08 R - juris RdNr 14; BSG Urteil vom 26.5.2011 - B 14 AS 86/09 R - juris RdNr 18;… BSG Urteil vom 20.12.2011 - B 4 AS 19/11 R - BSGE 110, 52 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 51, RdNr 17).
Hierauf hat bereits der ebenfalls für die Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständige 14. Senat des BSG hingewiesen (BSG Urteil vom 26.5.2011 - B 14 AS 86/09 R - RdNr 19) .
Hieraus folgt, dass solche Wohnungen dann aber auch nicht für Leistungsberechtigte nach dem SGB II zur Verfügung stehen (vgl BSG Urteil vom 26.5.2011 - B 14 AS 86/09 R - RdNr 18) .
Aus Gründen der Rechtseinheit ist die VwV Ersatzwohnraumförderung jedoch der Rechtsprechung des BSG folgend (BSG, Urteile vom 26.05.2011 - B 14 AS 86/09 R, RdNrn. 16 ff. und vom 22.09.2009 - B 4 AS 70/08 R, RdNr. 15) für frühere Zeiträume anzuwenden, auch wenn wiederholt Kritik an der diesbezüglichen Rechtsprechung des BSG geübt wurde.
Der Begriff der "Angemessenheit" unterliegt als unbestimmter Rechtsbegriff der uneingeschränkten richterlichen Kontrolle (…BSG, Urteile vom 19. Februar 2009 - B 4 AS 30/08 R -, juris (Rn. 12);… vom 17. Dezember 2009 - B 4 AS 27/09 R -, juris (Rn. 21);… vom 19. Oktober 2010 - B 14 AS 50/10 R -, juris (Rn. 20);… vom 13. April 2011 - B 14 AS 106/10 R - juris (Rn. 13), vom 26. Mai 2011 - B 14 AS 86/09 R -, juris (Rn. 12); …und vom 20. Dezember 2011 - B 4 AS 19/11 R -, juris (Rn. 14); vom 16. Mai 2012 - B 4 AS 109/11 R -, juris (…Rn. 14); und vom 14. Februar 2013 - B 14 AS 61/12 R -, juris (…Rn. 16)).
Dies rechtfertigt sich vor allem aus Gründen der Rechtssicherheit und der Praktikabilität, zumal Leistungsberechtigte nach dem SGB II zumindest Teil der Zielgruppe der sozialen Wohnraumförderung sind (BSG, Urteile vom 26. Mai 2011 - B 14 AS 86/09 R -, juris (Rn. 18); und vom 16. Mai 2012 - B 4 AS 109/11 R -, juris (…Rn. 20)).
S. 682, zurückzugreifen (BSG, Urteil vom 26. Mai 2011 - B 14 AS 86/09 R -, juris (Rn. 18)), denn die abstrakte Angemessenheit der Leistung für die Unterkunft kann nicht ohne Berücksichtigung des verfügbaren Wohnraums erfolgen (…auch BSG, Urteile vom 19. Oktober 2010 - B 14 AS 50/10 R -, juris (Rn. 27 f); und vom 13. April 2011 - B 14 AS 106/10 R -, juris).
Für den Fall des Auslaufens/Nichtbestehens einschlägiger Verwaltungsvorschriften hat sich das Bundessozialgericht im Urteil vom 26.5.2011 (B 14 AS 86/09 R, Rn. 16 ff.) für das Land Sachsen ebenfalls gegen die Anwendung der schon früher außer Kraft getretenen VwV-SächsBelG und weiter für die Anwendung der VwV-Ersatzwohnraumförderung ausgesprochen, nachdem das Landessozialgericht Chemnitz im Urteil vom 15.1.2009, L 3 AS 29/08 erneut auf die VwV-SächsBelG abgestellt hatte und nicht auf die VwV-Ersatzwohnraumförderung und in letzterer keine Verwaltungsvorgabe i. S. v. § 10 WoFG erblickt hatte.
In diesem Sinne hat das Bundessozialgericht auf die VwV-Ersatzwohnraumförderung abgestellt und im Urteil vom 26.5.2011 ( B 14 AS 86/09 R, Rn. 16, 18) dazu auszugsweise ausgeführt:.
Dies entspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BSG für das Land Sachsen (U. v. 22.9.2009 und vom 26.5.2011 a. a. O.) und damit der maßgeblichen Rechtspraxis für diese Zeit.
Inhalt und Zweckrichtung der VwV-Ersatzwohnraumförderung legen nahe, dass in Sachsen im einfachen Wohnungssegment kleine Wohnungen knapp sind, denn mit ihr wurden die Wohnungsgrößen im Bereich der 1-Personenhaushalte von 45 m² auf 50 m² erhöht (BSG, U. v. 26.5.2011, B 14 AS 86/09 R, Rn. 18).
Dies rechtfertigt sich vor allem aus Gründen der Rechtssicherheit und der Praktikabilität, zumal Leistungsberechtigte nach dem SGB II zumindest Teil der Zielgruppe der sozialen Wohnraumförderung sind (vgl. BSG, Urteil vom 26. Mai 2011, Az.: B 14 AS 86/09 R und Urteil vom 16. Mai 2012, Az.: B 4 AS 109/11 R - beide juris).
Maßgeblich sind die im streitigen Zeitraum gültigen Bestimmungen (vgl. BSG, Urteil vom 22. September 2009, Az.: B 4 AS 70/08 R; Urteil vom 26. Mai 2011, Az.: B 14 AS 86/09 R - juris und Urteil vom 20. Dezember 2011, Az.: B 4 AS 19/11 R, BSGE 110, 52).
Streitgegenstand ist vielmehr die Höhe der Kosten für Unterkunft und Heizung insgesamt (vgl. zur Frage der Kosten für Unterkunft und Heizung als abtrennbarer Streitgegenstand, BSG Urteil vom 26.05.2011 - B 14 AS 86/09 R = juris Rn 10 m.w.N.).