Source: https://abmahnschutzbrief.de/das-ewige-argernis-mit-negativen-ebay-bewertungen/
Timestamp: 2020-05-28 00:11:27
Document Index: 387005252

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 280', '§ 823', '§ 1004', '§ 280']

Das ewige Ärgernis mit negativen eBay Bewertungen › Abmahnschutzbrief.de
Das ewige Ärgernis mit negativen eBay Bewertungen
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Das Auktionshaus eBay bietet jedem Internetnutzer die Möglichkeit grenzüberschreitend handeln zu können, wenn eine Registrierung inklusive Anerkennung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen erfolgt ist. In letzter Zeit gab es immer wieder Ärger bezüglich des Bewertungssystems. Die meist gegenseitige Bewertung erfolgt nach der Abwicklung des Geschäfts.
Im Hinblick auf das Bewertungssystem ist besonders § 6 Bewertungssystem und Vertrauenssymbole der eBay-AGB zu beachten. So heißt es besonders in § 6 II, dass die Mitglieder verpflichtet sind, in den abgegebenen Bewertungen ausschließlich wahrheitsgemäße Angaben zu machen und die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Die von Mitgliedern abgegebenen Bewertungen müssen sachlich gehalten sein und dürfen keine Schmähkritik enthalten. Nutzungen, die dem Zweck des Bewertungssystems zuwiderlaufen sind verboten, sprich die Abgabe unzutreffende Bewertungen. Sowohl Bewertungen über sich selbst abzugeben oder über Dritte zu veranlassen, als auch Umstände in Bewertungen einfließen zu lassen, die nicht mit der Abwicklung des zugrunde liegenden Vertrags in Zusammenhang stehen sind verboten, so § 6 III.
Die Bewertungsstufen reichen von „positiv“ über „neutral“ bis hin zu „negativ“. Haben die Nutzer ihre Bewertungen erst einmal abgegeben werden diese von eBay weder verändert noch entfernt, selbst wenn der Nutzer eine Rücknahmeerklärung ausspricht.
Es ist jedoch Fakt, dass die Bewertungen das Aushängeschild des Verkäufers sind und da auch nicht registrierte Nutzer Einsicht in die bisherigen Bewertungen des Verkäufers haben
sollen die Bewertungen möglichst vertrauenserweckend auf potenziellen Bietern wirken und weder verunsichern noch abschrecken. Negative Bewertungen werden in rot dargestellt und springen den möglichen Neukunden sofort ins Auge. Die Bewertung ist für alle Käufer das einzige Merkmal an dem sich festmachen lässt, wie zuverlässig der Käufer und dessen Produktqualität ist. So wird ein Verkäufer mit „Top Bewertung“ wahrscheinlich bald sein nächstes Geschäft abschließen. Die wirtschaftliche Bedeutung ist folglich enorm.
Alle negativen Bewertungen, die voreilig, ungerechtfertigt, aufgrund eines Missverständnisses oder schlicht zur Erteilung einer Lektion aufgrund von Unzufriedenheit erteilt wurden stehen zunächst unwiderruflich im Netz.
In Fällen von missbräuchlichen, vulgären, rassistischen oder jugendfreien Bemerkungen, sowie im strafrechtlichen Sinne beleidigende Bemerkungen eBay eine Ausnahme. Ansonsten wird eine negative Bewertung nur dann entfernt, wenn die Parteien eine einvernehmliche Regelung finden oder eine vollstreckbare richterliche Entscheidung dies vorsieht. Jedem Händler wird eine Rücknahme der negativen Bewertung nur zu Pass kommen.
Denn die Folgen sind schwerwiegend. Ein Verkäufer, der einen bestimmten Anteil an neutralen oder negativen Bewertungen erhalten hat kann mit diversen Strafen von eBay rechnen. Die angebotenen Artikel können bei der Anzeige der Suchergebnisse zurückgestuft werden, der Händler muss den kostenpflichtigen Bezahldienst PayPal anbieten, des Weiteren kann das Handelsvolumen eingeschränkt werden, die härteste Maßnahme bildet allerdings die Sperrung des Verkäuferkontos.
Eine negative Bewertung kann sich also schlagartig auf die Umsatzzahlen und somit geschäftsschädigend und im schlimmsten Fall existenzbedrohend auswirken.
Jeder Verkäufer hat einen Anspruch auf Entfernung der negativen Bewertung, wenn es sich
bei der Bewertung um eine Schmähkritik oder unwahre Tatsachenbehauptungen handelt, hierbei kann eine Verletzung der vertraglichen Nebenpflichten gem. §§ 280 Abs. 1, 249 Abs. 1 BGB vorliegen, sowie gem. § 823 Abs. 1 BGB bzw. § 1004 BGB analog die Zustimmung des Bewertenden zur Rücknahme der innerhalb der Bewertung veröffentlichten Schmähkritik oder unwahren Tatsachenbehauptung verlangt werden.
Auch wenn die Bewertung aus anderen Gründen unsachlich ist, kann hat die Vertragspartei einen Anspruch wegen Verletzung der vertraglichen Nebenpflichten zumindest auf den Anspruch gem. §§ 280 Abs. 1, 249 Abs. 1 BGB stützen.
Aufgrund der einschneidenden wirtschaftlichen Folgen hat kein eBay Händler negative Bewertungen, die unwahr oder unsachlich sind hinzunehmen.