Source: https://www.allroundtalk.com/plauderecke/unter-den-rock-fotografieren-ist-legal-t9755.html
Timestamp: 2019-12-15 21:57:22
Document Index: 197382387

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 33', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 201', '§ 201', '§ 201', '§ 201', '§ 185', 'BGH', '§ 177', '§ 177', '§ 177', '§ 185']

Unter den Rock fotografieren ist legal : Kaffeelounge Your SEO optimized title
Unter den Rock fotografieren ist legal
Preview: Unter den Rock fotografieren ist legal
by cherrycurry » 9. Mar 2014, 03:31
Das Höchstgericht des US-Bundesstaates Massachussetts hat mit einem kontroversen Urteil für Aufsehen gesorgt. Im Falle einer Frau, die sich in der U-Bahn von einem Mann mit Smartphone belästigt sah, kamen die Richter zur Ansicht, dass es legal sei, sogenannte "Upskirt"-Fotos von anderen Menschen ohne deren Einwilligung aufzunehmen. Das berichtet der Fernsehsender NBC.
Unter "Upskirt" versteht man das Fotografieren unter den Rock einer Frau.
Es mag legal sein - die feine Art ist es aber trotzdem nicht.
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Re: Unter den Rock fotografieren ist legal
by Knuddelbär-balu » 9. Mar 2014, 13:39
In Deutschland wäre so ein Foto nicht legal; da es ein Recht auf das eigene Bild gibt.
Was den genannten Fall betrifft, es wäre abzuwarten, ob z.B. ein Zivilgericht nicht völlig anders entscheidet, so dass die Frau zumindest einen hohen Schadenersatz erhält.
by salt » 10. Mar 2014, 16:05
der Richter spinnt wohl ein bisschen, mal schaun ob er das auch noch sagt wenn das seine Frau oder seine tochter betrifft
by Christian » 15. Apr 2016, 08:25
Der wichtige Punkt wäre hier vor allem, ob das Gesicht der Person zu erkennen wäre. Wenn das der Fall wäre, dann wäre es ohne Einwilligung der abgebildeten Person auf jeden Fall strafbar. Sollte es zumindest!
by Schreiberling » 15. Apr 2016, 14:31
Knuddelbär-balu wrote: In Deutschland wäre so ein Foto nicht legal; da es ein Recht auf das eigene Bild gibt.
Wenn wir zunächst mal beim Strafrecht bleiben:
Sofern das Bild verbreitet wird, dann ist die Verbreitung bei uns nach § 22 KunstUrhG einwilligungsbedürftig und sofern es ohne solche Einwilligung verbreitet wird, dann kommt ggf. die Strafvorschrift des § 33 KunstUrhG zur Anwendung, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, tatsächliche Verfolgung allerdings nur auf Antrag.
Wobei man vielleicht als Verteidiger ganz spitzfindig argumentieren und in Zweifel ziehen könnte, daß eine Aufnahme unter den Rock die äußere Erscheinungsweise einer Person in der Weise preisgibt, daß man sie (so ohne weiteres) identifizieren kann. (Das hinge dann von den Umständen des Einzelfalles ab, etwa besondere Merkmale u.ä.) Denn wenn der/die Abgebildete nicht zu identifizieren ist, dann erfordert eine Aufnahme meines Wissens keine Einwilligung.
Auch die Ausnahmen § 23 I Nr. 3 bzw. § 23 I Nr. 4 KunstUrhG wären ja theoretisch zu erwägen:
Nr. 3 erscheint natürlich abwegig, weil diese Art der Photographie nicht dem Sinn und Zweck der Ausnahme entspricht, wenn man aber an den offenen Kunstbegriff des BVerfG denkt, mag man bei Nr. 4 schon ins Grübeln kommen... ;) Allerdings wird es durch § 23 II KunstUrhG ja ohnehin hinfällig, da m.E. eindeutig berechtigte Interessen der Abgebildeten verletzt werden, denn ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit der X unter den Rock zu sehen, mit dem man dieses Interesse abwiegen müßte dürfte nun wirlich kaum bestehen.
Wobei diese Regelung ja aber letztlich nur auf Veröffentlichungen zielt, wenn keine Veröffentlichung erfolgen soll, greift ja nur der erst in jüngerer Zeit - zur Ausfüllung der entsprechenden Strafbarkeitslücke - geschaffene § 201a StGB, der schon die Aufname als Solches unter Strafe stellt. Ob nun ein Rock einen "gegen Einblick besonders geschützten Raum" (§ 201a StGB I Var. 2) darstellt, ist im Grunde eine diskutierenswürdige Frage. Auch im Hinblick auf das "darin befinden" - nun ja die wesentlichen Teile des Körpers befinden sich ja darin. ;)
Es kann aber wohl dahingestellt bleiben, da § 201a II StGB jedenfalls Aufnahmen, die "geeignet [sind], dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden" unter Strafe stellt. Ich denke , daß man die Eignung getrost bejahen kann, obschon zumindest bei billig und gerecht denkenden Menschen dieser erhebliche Ansehensverlust wohl nicht eintreten dürfte, da es sich ja doch eindeutig um ein Opfer handelt. Allerdings wird es wohl doch immer eine nennenswerte Zahl solcher Menschen geben, die weniger gerecht denken, und auf die das eine entsprechende Wirkung hat. Allerdings könnte man das bei einer allseits bekannten Darstellerin in pornographischen Filmen unter Umständen doch in Zweifel ziehen, denn da ist ja bürgerliches Ansehen dieser Art ohnehin nicht mehr vorhanden (liegt hier ja aber nicht vor, allerdings würde da dann ja zivilrechtlich was rauszuholen sein, da die betreffende Dame für dergleichen ja gewöhnlich Geld zu nehmen pflegt.) ;)
Im Zivilrecht könnte der Schadensersatz dann aber womöglich auch Probleme bereiten, sofern keine Identifizierbarkeit vorliegt und wenn das Bild womöglich nicht mal veröffentlicht wird. Einerseits wird wohl ein Schaden schwer zu beziffern und zu beweisen sein, sofern es sich nicht um psychologische Behandlungskosten oder dergleichen handelt. Darüberhinaus stellt sich die Frage, wie sehr etwa das Allgemeine Persönlichkeitsrecht oder die Rechte aus dem Kunsturhebergesetz bzw. § 201a StGB beeinträchtigt sind, wenn die Person nicht bzw. kaum zu identifizieren ist, so daß dann letztlich vielleicht nur noch seelische Schmerzen in Betracht kommen.
Soweit meine Gedanken dazu - ich habe jetzt allerdings auch zugegeben nicht großartig Kommentare gewälzt oder die Rechtsprechung dazu studiert. Ich denke jedenfalls, daß man hier allerdings zumindest im Zivilrecht auf der Richterbank den gesunden Menschenverstand walten lassen sollte und nicht zu dogmatisch herangehen.
by Knuddelbär-balu » 16. Apr 2016, 15:42
Da Upskirt-Fotos in den Bereich der Fetisch-Befriedigung und damit in das sexuelle geht, wären/sind dann diese Fotos nicht auch eine Form der sexuellen Belästigung ?
Andererseits kursiert ja seit viele vielen Jahren die eher spaßige Frage, was denn ein Schotte unter seinem Schottenrock trägt; Unterhose oder keine. Und diese Frage hat schon fast etwas kultig- kulturelles.
Sollte es übrigens z.B. dazu kommen, dass jemand bei Upskirt-Fotos von Roma oder Muslima erwischt wird, könnte für den Täter ein Verfahren vor einem deutschen Strafgericht das aller geringste Problem sein ...
by Schreiberling » 16. Apr 2016, 19:01
Habe daran im Moment gar nicht gedacht. Dann also quasi über § 185 StGB, denn einen Tatbestand der sexuellen Belästigung als Solches gibt es ja (außer am Arbeitsplatz) nach wie vor nicht.
Laut BGH-Rechtsprechung sollen solche Handlungen nur in Ausnahmefällen Beleidigungen darstellen und zwar dann, wenn "nach den gesamten Umständen in dem Verhalten des Täters zugleich eine — von ihm gewollte — herabsetzende Bewertung des Opfers zu sehen ist", sie muß auch über die bloße geschlechtliche Handlung hinausgehen und muß zum Ausdruck bringen, der bzw. die Betroffene weise einen "seine Ehre mindernden Mangel auf". Das sehe ich ehrlich gesagt in der Ablichtung noch nicht, weil die Auswahl vermutlich nicht nach moralischen, sondern eher subjektiv-ästhetischen Kriterien erfolgt oder auch, daß die betreffenden Person nicht den Anschein erweckt, sich dagegen zur Wehr zu setzen o.ä. Wobei dem Täter meist egal sein dürfte, ob aus Mangel an Ehre oder aus körperlicher Schwäche bzw. Scham.
Was sonst noch so bei sexueller Belästigung in Betracht kommt, etwa (Sexuelle) Nötigung, glaube ich noch weniger, weil es da meines Erachtesn im Hinblick auf die sexuellen Handlungen an "einiger Erheblichkeit" fehlt (jedenfalls, wenn man bedenkt, daß § 177 StGB ein Einheitstatbestand ist, der sexuelle Nötigung und Vergewaltigung abdeckt), und man im übrigen auch mit dem Merkmal der Nötigung Probleme bekommt, es wird zwar in gewisser Weise die Arglosigkeit ausgenutzt, wenn man so will. Wenn man aber bei unsittlichen Berührungen zum Teil noch nicht mal auf sexuelle Nötigung nach § 177 StGB erkennen will, dann habe ich da eher meine Zweifel. Obschon natürlich jede Frau im kurzen Rock einem solchen Photographen fast schutzlos ausgeliefert ist (§ 177 I Nr. 3 StGB).
Nun gut, wenn die Bilder nicht nur aufgenommen, sondern auch veröffentlicht werden und die betreffende Person dann auch zu erkennen ist, würde ich § 185 StGB aber wohl doch relativ leicht bejahen, darin liegt dann doch für mich eine Beleidigung durch Mißachtung der Ehre.
Aber ich denke, es wäre wünschenswert, wenn der Gesetzgeber hier in gewissem Umfange tätig würde, wobei da natürlich das Problem besteht, daß man Tatbestände schaffen könnte, die jede versehentliche Berührung einer anderen Person einen der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aussetzen. Dann kann man sich bei stolpernden Personen auf der Treppe unter Umständen dazwischen entscheiden, ob man nun wegen unterlassener Hilfeleistung (weil man sie hinplumpsen läßt) oder sexueller Belästigung (weil man sie mit den Armen auffängt) belangt wird, das Gleiche vielleicht in öffentlichen Verkehrsmitteln wo man wegen Überfüllung beengt steht. Auch der von mir nicht praktizierte — aber in manchen Gegenden wohl als Brauchtum akzeptierte — Klaps auf den Hintern der Bedienung wäre sicher so ein Fall, hier allerdings durchaus nicht ohne ein gewisses Recht. Flirtversuche könnten schließlich auch darunter fallen, so daß man dann andere Menschen erst nach Abgabe entsprechender Willenserklärungen mit sexuellen Absichten ansprechen dürfte.
Ja, bei manchen Gruppen wäre da wohl nicht zuzuraten, bei Mohammedanerinnen ebensowenig wie bei Schotten, denn von einem kräftig gebauten Schotten, könnte das vielleicht ebenfalls mit einem Faustschlag enden. In angelsächsischen Ländern reagieren die Menschen doch empfindlich auf Verletzung ihrer Privatsphäre.
by Speedy Harmonie » 13. May 2017, 14:04
Wie blöd muss man denn sein, um sowas zuzulassen? Ich kann das nicht verstehen. Niemand hat sich an sowas zu ergötzen. Mensch ey, wie pervers.
deutsches recht upskirt Fotos
frauen unter den rock fotografiert upskirting legal in deutschland