Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3265.htm
Timestamp: 2018-12-11 19:11:27
Document Index: 11670538

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4']

3.265 Kiesgrube Käppelin
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Kiesgrube Käppelin« vom 7. März 2003 (GBl. v. 11.04.2003, S. 191).
Auf der Grundlage der §§ 21 und 58 des Naturschutzgesetzes (NatSchG)in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Weil am Rhein, Landkreis Lörrach, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kiesgrube Käppelin«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 17 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet liegt in der südlichen Oberrheinebene südlich der Stadt Weil am Rhein. Das Gebiet grenzt im Norden unmittelbar an die B 317 (Zollfreie Straße) und erstreckt sich zwischen dem Mattrheindamm im Nordwesten und dem Weg »Am Sohleck« im Osten. Die südliche Grenze erstreckt sich entlang der Kleingartenanlage im Distrikt Nonnenholz und anschließend wieder entlang des Weges »Am Sohleck« bis an den Mattrheindamm.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg sowie beim Landratsamt Lörrach auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung und Entwicklung einer ehemaligen Kiesgrube und ihrer Umgebung als
1. ein Bereich mit wertvollen Lebensräumen unterschiedlicher Ausprägung wie z.B. Mulden und Tümpeln, Kiesrohböden, Kies- und Schwemmlingsfluren, Ruderalgesellschaften, Gebüsch- und Sukzessionsstadien sowie verschiedenen Rasengesellschaften;
2. Lebensraum für eine Vielzahl zum Teil stark gefährdeter Tierarten, insbesondere Vogel- und Amphibienarten;
3. Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche zum Teil vom Aussterben bedrohte Vogelarten;
4. bedeutsamer Biotop inmitten eines Ballungsgebietes.
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu
verletzen qder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder ihnen gleichgestellte Maßnahmen
6. in den bestehenden Gewässern zu fischen oder Besatzmaßnahmen vorzunehmen.
1. das Naturschutzgebiet außerhalb des gekennzeichneten Besucherrundweges zu betreten;
2. das Naturschutzgebiet außerhalb des gekennzeichneten Besucherrundweges mit Fahrrädern zu befahren;
7. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme, Fallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennnutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass
4. Pflanzenschutzmittel nur im Bereich der intensiv genutzten Obstwiesen unter Beachtung der Pflanzenschutzanwendungs- Verordnung verwendet werden.
(2) § 4 gilt nicht für die jagdrechtlich gebotene Nachsuche nach schwerkrankem oder krankgeschossenem Wild. Im Übrigen findet im Naturschutzgebiet keine Jagdausübung statt.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. l Nr.2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutz gebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.
FREIBURG I. BR., den 7. März 2003