Source: http://www.pax-westphalica.de/cgi-bin/ipomlst.pl?ip=ipm&art=08&dl=d1&pr=0&ul=0
Timestamp: 2018-01-19 03:59:53
Document Index: 164256580

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 70', '§ 71', '§ 72', '§ 73', '§ 74', '§ 75', '§ 76', '§ 77', '§ 78', '§ 79', '§ 80', '§ 81', '§ 82', '§ 83', '§ 84', '§ 85', '§ 86', '§ 87', '§ 88', '§ 89', '§ 90', '§ 91']

Friedens=Schlusz Zwischen Dero Röm: Käyserlichen und Allerchristl: zu Franckreich Königl: Majestäten/ Wie auch desz H: Röm: Reichs hierzu Abgeordneten/ Chur= und Fürsten/ auch Ständen Gevollmächtigten und Abgesandten/ Zu Münster in Westphalen den 24. Newen/ oder 14. Alten Weinmonats deß 1648. Jahrs unterschrieben und besiegelt. Gedruckt im Jahr nach Christi Geburt M.DC.XLVIII. (14: Hist. Germ. C. 441; vgl. VD17: 14:017751U), Bl. B4'-C3.
[§ 69 IPM # IPO] Damit auch mehrgemeldter Friede und Freundschafft zwischen dem Röm. Käyser und dem Allerchristlichsten König desto beständiger sey/ und gemeiner Ruhe gerathen werde/ ist mit Einwilligung/ Rath und Willen/ der Chur=Fürsten und Stände deß Reichs dem Friede zum besten geschlossen/ wie folget:
[§ 70 IPM # IPO] 1. Sol das supremum dominium, jura superioritatis, und alle andere Rechte der Stiffter und Städte/ Metz/ Thull und Verdun/ mit dem gantzen districtu, und namentlich Moyenwick/ allermassen/ wie es bißhero zum Röm. Reich/ also hinfüro zur Cron Franckreich gehören/ und derselben zu ewigen Zeiten/ und unwiederrufflich incorporiret seyn und bleiben: Doch daß dem Herrn Ertz=Bischoff zu Trier das Jus Metropolitanum reserviret und vorbehalten sey und bleibe.
[§ 71 IPM # IPO] Herr Francisc[u]s Hertzog zu Lothringen/ als rechtmässig[e]r Bischoff/ soll in völlige Besitzung deß Bisthums Verdun eingesetzt werden/ und solches Bischthumb friedlich administriren/ wie auch dessen und seine Abbteyen (iedoch Ihro Königl. Maj. und anderer Privaten Recht ohne schaden) auch aller seiner Güter/ wo dieselben auch ligen/ Rechten/ (so fern es dero vorgesetzten Cession nicht zuwider) Privilegien/ Einkunfften und Früchten/ gebrauchen und geniessen/ doch daß Er vorher Ihr Königl. Maj. das juramentum fidelitatis leiste/ und nichts wider Ihr Maj. oder die Kron Franckreich fürnehme.
[§ 72 IPM # IPO] 2. Vbergibt Ihr Käyserl. Majestät und das Reich dem Allerchristlichsten Könige und dessen Nachkommen das jus directi dominii, Superiorität/ und alles/ was iemals Jhm und dem Heil. Römischen Reich an Pinarolo zugestanden oder zustehen können.
[§ 73 IPM # IPO] 3. Cedirt Jhr Röm. Käyserl. Majestät für sich und das gantze Durchläuchtige Haus Oesterreich/ wie auch das Reich/ alle Rechte/ Eigenthum/ dominium, Possession und Jurisdiction/ was bißhero Jhm/ dem Reich und Hauß Oesterreich zugestanden an der Stadt Brisach/ Landgraffschafft Ober= und Nieder=Elsas/ Suntgaw/ Prov[i]ncial-Præfectur der 10 Reichs=Städte im Elsas gelegen/ als Hagenau/ Collmar/ Schlettstatt/ Weissenburg/ Landaw/ Oberenhaim/ Rosheim/ Münster in S. Jergen Thal/ Kaisersberg/ Thüringhaim/ mit allen Dörffern/ und allen Rechten/ so von gedachter Præfectur dependirt/ alles und iedes/ dem Allerchristlichsten Könige von Franckreich/ also/ daß gedachte Stadt Brisach/ mit Hochstadt/ NiederRimbsing/ Harten und Acha[r]ern/ so der Stadt Brisach gehören/ mit dem gantzen Territorio und Vmbzirck/ wie weit es von alters hero gegangen, doch unbeschadet der Privilegien und Jmmunitäten/ so die Stadt Brisach von dem Hauß Oesterreich erhalten und erlanget.
[§ 74 IPM # IPO] Jngleichem sol gedachter Landgraffschafft Ober= und Nieder=Elsas und Suntgaw/ mit der Præfecturâ Provinciali der 10. Städte/ und darzu gehörigen Oerter: Ebenmässig alle Lehensleute/ Landsassen/ Vnterthanen/ Städte/ Festungen/ Schlösser/ Wälder/ Förste/ Gold= Silber= und andere Bergwercke/ Flüsse/ Bäche/ Waiden/ und alle Rechte/ Regalien/ und Zubehörungen/ ohn einiges Reservat/ mit aller Jurisdiction/ Superiorität/ und Ober Herrschafft/ von nu[n] an zu ewigen Zeiten/ dem Allerchristl. Konige und Krone Franckreich gehören und Deroselben incorporirt seyn und bleiben/ ohne einige deß Römischen Käysers/ Reichs/ Hauses Oesterreich/ oder einiges andern wiederrede/ derogestalt/ daß hinfüro kein Käyser/ oder Fürst deß Hauses Oesterreich/ einziges Recht oder Gewalt in obgemeldten Oertern/ diß= oder jenseits Rheins gelegen/ zu einigen Zeiten vorwenden oder gebrauchen sollen oder können.
[§ 75 IPM # IPO] Es sol aber Jhre Königl. Majest. hiemit verbunden seyn/ in allen und ieden Orten den Catholischen Glauben zu erhalten/ wie derselbe von den Oesterreichischen Fürsten erhalten worden/ auch alle und iede Newerung/ so bey diesem Kriege eingeschlichen/ abschaffen.
[§ 76 IPM # IPO] 4. Wird von Röm. Käyserl. Maj. und dem gantzen Reich/ der Königl. Majest. von Franckreich/ Kron und Nachfahren/ in Ewigkeit gewilliget/ das jus tenendi præsidium in der Festung Philipsburg/ die Protection anlangend/ doch daß die Besatzung nicht zu starck sey/ damit den Nachbarn nicht billiche ursach eines Argwohns gegeben werde: doch sol die Kron Franckreich die Besatzung auff eigne Vnkosten erhalten. Es sol auch Jhro Königl. Maj. im Reich freyer Pass und Repass/ zu Wasser und Land/ sowol Volck/ als Proviant/ und anders hinein zu bringen/ zugelassen sein.
[§ 77 IPM # IPO] Jedoch sol dem Könige über die Schutz=Gerechtigkeit/ Besatzung und Durchzug/ in der Festung Philipsburg nichts weiters eingereumet und nachgegeben seyn/ dann das Eigenthum/ alle Jurisdiction/ Possession/ alle Nützung/ Früchte/ Zubehörungen/ Rechte/ Regalien/ Dienste/ eigene Einwohner/ Vnterthanen/ Lehenleute/ und was von Alters hero daselbsten/ und im gantzen Bisthum Speyr/ und demselben einverleibten Kirchenbezirck dem Bischoff und Capitul zu Speyr zugestanden/ oder zustehen mögen/ sol demselben hinfüro alles unbeschadet/ unverletzt und völlig verbleiben/ das Schutz=Recht außgenommen.
[§ 78 IPM # IPO] Der Römische Käyser/ das Reich/ und Herr Ferdinand Carolus/ Ertzhertzog von Oesterreich/ respectivè, erlassen hiermit alle Stände/ Obrigkeiten/ Beampten und Unterthanen/ aller obgedachten Herrschafften und Oerter/ deß Eides und Pflichten/ damit Sie bißhero Jhme und dem Hause Oesterreich verbunden/ wollen Sie auch hiermit dem König und Kron Franckreich zu Vnterthänigkeit/ Gehorsam und Treue angewiesen und verbunden haben/ und setzen hiermit die Kron Franckreich in völlige/ rechtmässige Superiorität/ Proprietät und Possession/ und renunciren hiemit allen und ieden Rechten und Prætensionen/ itzt und zu allen Zeiten: Vnd dieses wil der Römische Käyser vor sich und seine Nachkommen/ gedachter Ertz=Hertzog und dessen Bruder (so fern solche Cession Sie angehet) mit sonderbaren diplomatibus vollnziehen und bekräfftigen; auch verschaffen/ daß deß Königes von Spania Renunciation hierüber in bestandigster Form außgeliefert werden möge: Welches auch von wegen deß Röm. Reichs/ an dem Tage/ da gegenwärtige FriedensTractaten untersieglet werden/ geschehen sol.
[§ 79 IPM # IPO] Damit auch obgedachte Cession und Alienation desto kräfftiger/ als wil Jhr Kayserl. Maj. und das Reich Krafft gegenwärtiger Transaction hiemit auffgehoben haben alle und iede der vorigen Käyser/ und deß Heil. Röm. Reichs Decreten/ Constitutionen/ Statuta und Gebräuche/ auch die so mit einem Eide beschworen/ auch inskünfftige beschworen werden möchten/ namentlich/ der Käyserlichen Capitulation/ so fern darinnen die Alienation der Güter und Rechte deß Reichs verbotten. Vnd wollen hiemit alle exceptiones und Restitutions=wege/ sie mögen namen haben wie sie wollen/ in Ewigkeit excludiren und verwerffen.
[§ 80 IPM # IPO] Es ist auch verglichen/ daß über die von Käyserl. Maj. und den Reichs=Ständen verheissene Ratihabition auff dem nächsten Reichs=Tage/ zum überfluß/ der obgedachten LandHerrschafft/ und der Rechte abalienationes ratificirt werden/ und wenn hinfüro in Käys. Capitulations=Handelung/ oder auff dem Reichstage proponirt würde/ wie man das jenige/ was an Landen und Rechten dem Reich entzogen/ zu recuperiren/ sollen die stücke derer hierinn gedacht wird/ (als welche mit aller Stände Consens und Einwilligung/ zu Erhaltung allgemeines Friedens in eines andern Herrschafft rechtmässig transferirt) nicht darein gezogen/ und zu dem ende auß deß Reichs Matricul außgelescht werden.
[§ 81 IPM # IPO] So bald Benfeld restitu[ir]et/ soll die Festung geschleifft/ und der Erde gleich gemacht werden/ wie auch dabey ligende Festunge Rheinau/ Elsaszabern/ die Festung Hohen=Barr/ und Newburg am Rhein/ und sol in gedachten Orten keine Besatzung gehalten werden.
[§ 82 IPM # IPO] Die Obrigkeit und Einwohner der Stadt Elsaszabern sollen die Neutralität fleissig halten/ und sol dem Königl. Kriegs=Volcke Pass und Repass gegeben werden/ so offt es begehrt wird.
Es sollen am Rhein keine Festungen oder Schantzen von Basel biß auff Philipsburg/ und nichts im Wasser von einer zur andern seiten den Fluß zu intervertirn, gebauet werden.
[§ 83 IPM # IPO] Was die Ensisheimische Kammer=Schulden betrifft/ so nimpt der Herr Ertzhertzog Ferdinand Carl/ mit dem Theile deß Landes/ so der Allerchristlichste König Jhm wieder einräumen sol/ auff sich ein dritten Theil derselben zu bezahlen/ ohn allen Vnterscheid/ sie mögen auf Handschrifften oder Hypothecken bestehen/ nur daß die Handschrifften richtig/ und die hypothecæ speciales, sie mögen betreffen entweder die Lande/ so Jhre Käyserl. Majestät cediret/ oder dem Ertzhertzog restituiret/ wenn sie auch gleich dergleichen nicht hätten/ nur in der Rechnung der Ensisheimischen Kammer=Einnahmen befindlich/ und mit übereinstimmen/ und daß sie biß zum Ende des 1632. Jahrs von solcher Kammer erkennet/ unter den Schulden mit angesetzt/ und gedachte Kammer solche zu verzinsen verpflichtet/ solchen dritten Theil wil Er bezahlen/ und den König so fern schadloß halten.
[§ 84 IPM # IPO] Was aber die Schulden anbelangt/ so von den Hertzogen von Oesterreich auff Landtägen durch sonderbare Convention unter die Stände außgetheilet/ oder von den Ständen selbst gemeines Bestens halben gemacht/ solche sollen die Stände selbst zahlen/ und sol dessenthalben zwischen denen Orten/ so Jhr Majestät zukommen/ und dem Hauß Oesterreich verbleiben/ eine billige und rechtmässige Abtheilung geschehen/ damit iedes Theil wisse was es zu bezahlen habe.
[§ 85 IPM # IPO] Der Allerchristlichste König solle dem Hause Oesterreich/ insonderheit aber dem Herrn Ertzhertzog Ferdinand Carln/ Herrn Ertzhertzogs Leopold Wilhelms [!] ältisten Sohn restituiren die vier Wald=Städte/ als Rheinfelden/ Seckingen/ Lauffenberg und Waldshut/ mit dem gantzen Territorio und Baliveyen/ Flecken/ Dörffern/ Mühlen/ Wäldern/ Försten/ Lehnleuten/ Vnterthanen/ und allen Zubehörungen/ diß= und jenseit deß Rheins. Jngleichem die Graffschafft Hawenstein/ den Schwartzwald/ das gantze Ober= und Nieder=Brißgaw/ die Städte so darinnen gelegen/ und von Alters dem Hause Oesterreich zuständig/ als Newburg/ Freyburg/ Endingen/ Kentzingen/ Waldkirch/ Villingen/ Breunlingen/ mit allen Territorien. Wie auch mit allen Klöstern/ Abteyen/ Prælaturen/ Præposituren/ Comptereyen/ Baliveyen/ Freyherrschafften/ Festungen/ Schlössern/ Graffen/ Freyherren/ Adel/ Lehnleuten/ Vnterthanen/ Flüssen/ Bächen/ Försten/ Wäldern/ allen Regalien/ Recht und Gerechtigkeiten/ Lehen= und Schutzrecht/ und allem andern/ was zur hohen Landes=OberGerechtigkeit/ Recht und Eigenthum deß Hauses Oesterreich in dem gantzen umbzirck von Alters hero gehöret hat. Hiernächst das gantze Ortnau/ mit den Reichs=Städten/ Offenburg/ Gengenbach/ und Zell am Harmersbach/ so fern sie der Præfectur Ortnau zuständig/ also/ daß kein König in Franckreich eiges Recht oder Macht in erzehlten Oertern/ diß=und jenseit Rheins gelegen/ zu allen und ieden Zeiten vorwenden/ oder gebrauchen könne und solle; Jedoch sol dem Haus Oesterreich durch solche Restitution kein new Recht zuwachsen.
Es sol unter beiderseits Vnterthanen/ so diß=und jenseits Rheins wohnen/ freyer Handel und Wandel seyn/ insonderheit aber die Schifffahrt auff dem Rhein und sol keinem Theil nachgelassen seyn/ die Schiffe so ab= oder aufffahren/ zu verhindern/ anzuhalten/ zu arrestiren/ oder zu beschweren/ außgenommen die gewöhnliche Besichtigung der Schiffe/ so wegen der Wahren geschicht. Es sol auch nicht zugelassen seyn/ newe ungewöhnliche Zölle/ Mauten/ Weg=Geld/ und andere dergleichen exactiones am Rhein auffzusetzen/ sondern ieder Theil zu frieden seyn mit dem Zoll und Mauten/ was vor diesem Kriege unter der Oesterreichischen Regierung gewesen.
[§ 86 IPM # IPO] Alle Lehenleute/ Landsassen/ Vnterthanen/ Bürger/ Einwohner/ so diß= und <j>enseit Rheins dem Hause Oesterreich/ wie auch die so ohne mittel dem Röm. Reich unterworffen gewesen/ oder andere Reichs=Stände als Superiores recognoscirt/ sollen/ ungehindert einiger Confiscation/ Translation/ Donation/ sie mag auch geschehen seyn durch ein= oder andern der Kron Schweden und Confoederirten Generalen oder Feld=Marschalln/ (ob sie auch gleich von dem Allerchristlichsten Könige von Franckreich ratificirt, oder selbsten decretirt) alsofort nach publicirtem Friede zu ihren unbeweglichen Gütern/ sive corporalia, sive incorporalia sint, Fleckenn/ Festungen/ Gründe und Possessionen restituiret werden/ ohne einige Exception der Verbesserung auffgewandten Vnkosten und Expensen/ so die itzigen Besitzer vorbringen möchten/ und ohne Restitution oder Erstattung beweglicher oder auch sich bewegender Güter/ wie auch der genossenen Früchte. Was aber anbelanget die Confiscation derer dinge/ so da im Gewicht/ Zahl und Mas bestehen/ dero Exaction/ Concussion und Extorsion/ so in Anse[h]ung deß Kriegs geschehen/ sol dero Repetition/ allem Streit vorzukommen/ beiderseits auffgehoben und cassirt seyn.
[§ 87 IPM # IPO] Der Allerchristlichste König sol schuldig seyn/ nicht allein die Bischoffe zu Straßburg und Basel/ mit der Stadt Straßburg/ sondern auch die andere unmittelbare Stände deß Römischen Reichs in Ober= und Nieder=Elsas/ den Abt [von] Murbach und Luderen/ die Aebtissin von Andlaw/ das Benedictiner=Kloster in S. Jergen Thal/ die Pfaltzgraffen von Lützelstein/ die Graffen und Freyherrenn von Hanau/ Fleckenstein/ Oberstein/ den gantzen Land=Adel in Unter Oesterreich/ [!] wie auch die vorgedachte zehen Reichs=Städte/ so die Præfectur Hagenau agnosciren/ in der Freyheit und Possession deren Immedietät oder unmittelbaren Stände lassen/ die Sie bißhero gehabt/ also/ daß Er keine Königl. Hoheit über Sie zu prætendiren/ sondern mit denen Rechten zufrieden/ was dem Haus Oesterreich zugestanden/ und durch diese Friedenshandlung der Kron Franckreich cedirt. Jedoch/ daß durch diese Declaration nichts abgehe dem juri supremi dominii,/ welches droben übergeben.
[§ 88 IPM # IPO] Der Allerchristlichste König wil vor die ihm übergebene Lande mehrgenandtem Herrn Ertzhertzog Ferdinand Carln drey Million Goldes (tres milliones librarum Thuronensi[u]m) auff künfftige drey Jahr als Anno 1649. 1650. 1651 auff Johannis deß Tauffers iedes Jahr den dritten Theil/ an guter/ gäng[ig]er und geb[ig]er Müntze/ zu Basel/ entweder ihm selbst, oder dessen Deputirten/ einhändigen.
[§ 89 IPM # IPO] Uber solche Summa Geldes wil der Allerchristlichste König auff sich nehmen zwey Dritte Theil der Ensisheimischen Kammer=Schulden/ ohne allen unterscheid/ sie mögen auff Handschrifften oder Hypothecken bestehen/ nur daß die Handschrifften richtig/ und die hypothecæ speciales, sie mögen betreffen entweder die Lande/ so Jhre Majestät cediret/ oder dem Ertzhertzog restituiret/ wenn sie auch dergleichen nicht hätten/ nur in der Rechnung der Ensisheimischen Kammer=Einnahmen befindlich/ und mit übereinstimmen/ und daß sie biß zum Ende deß 1632. Jahrs von solcher Kammer erkennet/ unter den Schulden mit angesetzt/ und gedachte Kammer solche zu zahlen/ verpflichtet/ und verspricht dem Herrn Ertzhertzog wegen solcher zwey Drittheil schadlos zu halten: Vnd damit solches desto füglicher geschehe/ sollen alsofort nach Vnterschreibung dieses Friedens=Schlusses von beiden Theilen Commissarij verordnet werden/ so vor dem ersten Zahlungs=Termin zusammen kommen/ die Schulden abtheilen/ daß ein ieder wisse was ihm zu zahlen.
[§ 90 IPM # IPO] Es wil auch der Allerchristl. König mehrgemeldtem Herrn Ertzhertzog ehist und ohn allen verzug zustellen lassen alle und iede schrifftliche Urkunden/ wasserley die auch seyn/ so die restituirte Oerter betreffen/ wie dieselbe in der Cantzley/ Regierung und Kammer zu Ensisheim oder Brisach/ oder in Verwahrung der Beampten/ oder in eingenommenen Städten und Schlössern gefunden werden.
[§ 91 IPM # IPO] Wo aber solche Vrkunden gemein/ und auch die cedirte Land und Oerter zugleich mit betreffen/ wil Er dem Herrn Ertzhertzog glaubwürdige Abschrifft davon zukommen lassen.