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Timestamp: 2016-10-23 01:34:10
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Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 679', 'Art. 60', 'Art. 60', 'Art. 684', 'Art. 706', 'BGE', 'Art. 679', 'Art. 689', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 679', 'BGE', 'Art. 679', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 679', 'Art. 679', 'BGE', 'Art. 679', 'Art. 60', 'BGE', 'Art. 60', 'Art. 679', 'BGE', 'BGE', 'Art. 641', 'Art. 679', 'Art. 641', 'BGE', 'Art. 60', 'Art. 679', 'Art. 41', 'Art. 679', 'Art. 684', 'BGE', 'Art. 60', 'Art. 679', 'Art. 679', 'Art. 58', 'Art. 679', 'BGE', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 59', 'Art. 679', 'Art. 60', 'Art. 58', 'Art. 679', 'Art. 684', 'Art. 58', 'Art. 641']

81 II 43968. Urteil der II. Zivilabteilung vom 7. Juli 1955 i.S. Feld m�hle A.-G. gegen Pfister.
1. Exc�s dans l'exercice du droit de propri�t� au d�triment des fonds voisins (immissions) consistant dans le fait de laisser s'�couler des eaux r�siduaires nocives. Responsabilit� du propri�taire foncier selon l'art. 679 CC et non pas selon les art. 706/7 CC (consid. 1). 2. Rapport de causalit� ad�quate entre l'exc�s dans l'exercice du droit de propri�t� et le dommage (consid. 2). 3. Nature juridique de l'action pr�vue par l'art. 679 CC et tendant � ce que les choses soient remises en l'�tat et � ce que des mesures soient prises en vue d'�carter le danger. Action en remboursement des frais occasionn�s au voisin par les mesures de protectionqu'il a prises lui-m�me. Prescription de l'action en dommages-int�r�ts de l'art. 679 CC. Point de d�part du d�lai subsidiaire de prescription de dix ans pr�vu par l'art. 60 CO lorsqu'il s'agit de dommages d�coulant d'immissions durables (consid. 3 et 4). Faits � partir de page 440
A.- Die Kunstseidefabrik Feldm�hle A.-G. in Rorschach leitete ihre Abw�sser in den Jahren 1925 bis 1938 in zwei offene Kl�rbecken im �stlichen Teil des Fabrik Areals. Die Schlammr�ckst�nde wurden in regelm�ssigen Zeitabst�nden abgef�hrt. Da aber der Boden der Kl�rbecken nicht abgedichtet war, konnten im Laufe der Jahre grosse Mengen von Abwasser in den Erdboden einsickern, der aus lehmhaltigen, aber durchl�ssigen Sandschichten besteht. Infolge teilweiser Verdunstung des Abwassers reicherte sich der Untergrund mit Sulfatsalzen an. Diese gelangten und gelangen heute noch langsam in das dort etwa 5 bis 8 Meter unter der Erde durchfliessende Grundwasser. Sie geben ihm einen abnormal hohen Sulfatgehalt und machen es damit betongef�hrlich. Diese Verunreinigung des Grundwassers erstreckt sich auf einen Gel�ndestreifen von etwa 600 m L�nge und 200 bis 300 m Breite.
Er beginnt im �stlichen Teil des Feldm�hle-Areals, wo sich noch die st�rksten Sulfatkonzentrationen vorfinden, und verl�uft talw�rts in n�rdlicher Richtung bis an den Bodensee.
B.- Die beiden Kl�rbecken wurden Ende 1938 abgebrochen. Seither leitet die Feldm�hle A.-G. die Abw�sser BGE 81 II 439 S. 441durch eine eigens dazu erstellte Leitung in den See. Bei dem festgestellten guten Zustand des Abwassernetzes k�nnen heute die Abw�sser den Baugrund in der n�hern und weitern Umgebung der Feldm�hle nicht mehr beeinflussen. Dagegen dauern die erw�hnten Nachwirkungen der fr�hern Einsickerungen an.
C.- Am Hafenplatz, im n�rdlichsten Teil der von sulfathaltigem Grundwasser durchflossenen Zone, erstellte Max Pfister als Bauherr und zugleich Unternehmer im Jahre 1948 einen grossangelegten Neubau ("Spirigbau" genannt) mit Wohnungen und Gesch�ftsr�umen. Nach Aushebung der Baugrube im Februar 1948 zeigte es sich, dass st�ndig Bergdruckwasser eindrang. Untersuchungen ergaben, dass dieses Wasser wegen erh�hter Karbonath�rte und hohen Gehaltes an Sulfaten den Beton gef�hrdete. Pfister musste daher bauliche Vorkehren treffen, um den Neubau gegen die Einwirkungen dieses Grundwassers zu sch�tzen. Vor allem erstellte er eine sogenannte Asphaltwanne. Aus diesen Massnahmen entstanden ihm Mehrkosten von Fr. 18'457.55. Da schon nach dem ersten Untersuchungsbericht vom 8. M�rz 1948 als Ursache der Grundwasserverunreinigung mit Sulfaten das Abwasser der Feldm�hle A.-G. vermutet wurde, machte Pfister sie sogleich f�r den ihm daraus entstandenen Schaden verantwortlich.
D.- Am 21. Februar 1949 erhob Pfister gegen die Feldm�hle A.-G. Klage auf Schadenersatz, anf�nglich im Betrage von Fr. 23'000.--. Er erhielt in beiden kantonalen Instanzen den Betrag des festgestellten Schadens von Fr. 18'457.55 nebst Zins zugesprochen.
E.- Mit vorliegender Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichtes St. Gallen vom 1. M�rz 1955 tr�gt die Beklagte auf g�nzliche Abweisung der Klage an. Sie macht geltend, jedenfalls seit dem Abbruch der alten Kl�rbecken, Ende 1938, k�nne ihr keine �berschreitung ihres Eigentumsrechtes mehr vorgeworfen werden. Der durch Gutachten festgestellte tats�chliche Kausalzusammenhang BGE 81 II 439 S. 442zwischen der fr�hern Abwasserversickerung und dem im Jahre 1948 entstandenen Schaden d�rfe nicht als ad�quat, somit nicht als rechtserheblich gelten. Denn auch die Konzessionsbeh�rde, auf deren Anordnung die Kl�rbecken angelegt und benutzt worden seien, habe nicht mit derartigen Einwirkungen auf Nachbargrundst�cke gerechnet. Es handle sich um nicht voraussehbar gewesene Nachwirkungen, f�r welche kein Anspruch aus Art. 679 ZGB bestehe. �brigens fliesse das Abwasser nicht unver�ndert den tiefer gelegenen Grundst�cken zu, sondern habe sich durch Reaktion mit Bodenbestandteilen in die Sulfate umgesetzt, die dann erst nach und nach vom Grundwasser aufgenommen und abgeschwemmt worden seien und noch w�rden. - Auf alle F�lle sei die vom Kl�ger erhobene Forderung nach Art. 60 OR verj�hrt. Wenn er auch binnen Jahresfrist seit Entdeckung des Zuflusses sulfathaltigen Grundwassers geklagt habe, so doch erst nach Ablauf von zehn Jahren seit der sch�digenden Handlung, als was nur die im Jahre 1938 aufgegebene Art der Eigentumsaus�bung geltend k�nne. Dem in Art. 60 OR ausgesprochenen Willen des Gesetzgebers widerspreche es, den Beginn dieser Verj�hrung mit R�cksicht auf die Nachwirkungen der sch�digenden Handlung hinauszuschieben. Es sei denn auch anerkannt, dass ein Schadenersatzanspruch schon verj�hren k�nne, bevor er entstanden sei (VON TUHR OR � 48 N. 36).
F.- Der Kl�ger und Berufungsbeklagte beantragt Abweisung der Berufung.
1. Kein Zweifel ist, dass die Zuleitung sch�dlicher Stoffe durch den Grundwasserstrom nach dem Baugrund des Kl�gers als eine nach dem Nachbarrecht (Art. 684 ZGB) unzul�ssige, �berm�ssige Einwirkung zu gelten hat. Man hat es nicht bloss mit einer Quellen- oder Grundwasserverunreinigung im Sinne der Art. 706 /7 ZGB zu tun, wobei dem Betroffenen nur ein bedingter Anspruch BGE 81 II 439 S. 443auf Wiederherstellung und Anspruch auf vollen Schadenersatz nur bei Verschulden des Sch�digers erw�chse. Vielmehr bedeutet das Zuleiten solch sch�dlicher, Bauwerke angreifender Stoffe eine eigentliche Immission, wof�r die Verantwortlichkeit des Eigent�mers des Grundst�ckes, von dem sie ausgeht, nach Art. 679 ZGB Platz greift (vgl. HAAB, N. 3 zu Art. 689 ZGB; BGE 61 II 329, BGE 68 II 375, BGE 75 II 118, BGE 76 II 131). Der nachbarrechtliche Schutz kommt auch den in weiterem Umkreis gelegenen Grundst�cken zu (BGE 55 II 246). Es war schon zur Zeit, als die Kl�rbecken im Gebrauche standen (1925-1938), unzul�ssig, betongef�hrdende Stoffe mit dem Grundwasser abfliessen zu lassen. Denn schon damals waren die in der gef�hrdeten Zone befindlichen Grundst�cke �berbaut oder mindestens baureif, mochte auch vorerst keine Betonmauer in Grundwassertiefe hinabreichen. F�r die Folgen dieser �berschreitung ihres Eigentums haftet die Beklagte gem�ss Art. 679 kausal, also auch ohne Verschulden. Es braucht daher nicht gepr�ft zu werden, ob es ihr zum Verschulden gereiche, dass sie die Weisung der Beh�rde, die Abw�sser in den Kl�rbecken zu neutralisieren und dann in den See abzuleiten, nicht befolgte.
2. Es ist festgestellt, dass der Sulfatgehalt des Grundwassers, gegen den der Kl�ger seinen Neubau sch�tzen musste, aus dem Untergrund des Feldm�hle-Areals stammt und auf die Abw�sser aus den Kl�rbecken zur�ckgeht. Die Beklagte will aber diesen tats�chlichen Zusammenhang nicht als ad�quaten, rechtserheblichen anerkennen. Sie macht geltend, eine solche Einwirkung auf Nachbargrundst�cke, zumal eine so anhaltende, habe sich nicht voraussehen lassen; ferner seien die Abw�sser nicht unver�ndert in das Grundwasser gelangt, sondern h�tten im Untergrund chemische Ver�nderungen erfahren. Diese Einwendung h�lt jedoch nicht stich, denn es handelt sich um Vorg�nge, die sich in naturnotwendiger Weise abspielten, ohne Eingreifen ausserordentlicher Naturereignisse (h�herer Gewalt) oder des Verhaltens Dritter. Dass die BGE 81 II 439 S. 444Abw�sser des Fabrikbetriebes der Beklagten sch�dliche Stoffe enthielten, war von Anfang an bekannt, weshalb sie eben nach beh�rdlicher Weisung h�tten neutralisiert und in den See abgeleitet werden sollen. Die Sch�dlichkeit des Abwassers wurde auch durch eine Expertise �ber die Vergiftungsf�lle hervorgehoben, die sich im Jahre 1942 beim Bahn�bergang vor der Fabrik der Beklagten ereigneten. Dem damaligen Bericht (S. 9 Mitte) ist zu entnehmen, es sei freier Schwefelwasserstoff und freie Kohlens�ure in einer Menge festgestellt worden, "welche als ausgesprochen sch�dlich f�r das normale Leben in einem Vorfluter und sogar stark aggressiv in Bezug auf Bauwerke (Zement und Eisenteile)" zu gelten habe. Diese letzte Eigenschaft haben auch die im Untergrunde durch chemische Umsetzungen entstandenen neuen Sulfate. Die Vorg�nge im Untergrunde bilden nur ein Glied in der Ursachenkette; sie unterbrechen keineswegs den urs�chlichen Zusammenhang. Auf sie mag es zur�ckzuf�hren sein, dass sich der Boden auf so lange hinaus mit Sulfaten angereichert hat, die nun immer noch vom Grundwasser abgeschwemmt werden und nach den Nachbargrundst�cken abfliessen. Allein auch dies ist eben ein nat�rliches, durch die Bodenbeschaffenheit mitbedingtes Geschehen. Auch wenn eine so langdauernde Auswirkung der Abwasserversickerung nicht ohne Untersuchung der geologischen und hydrologischen Verh�ltnisse vorausgesehen wurde, bleibt der Kausalzusammenhang ein rechtserheblicher. Ob und inwiefern Voraussehbarkeit des Erfolges zur Annahme eines ad�quaten Kausalzusammenhanges geh�re, ist umstritten. Nach der einen Ansicht (STARK, Das Wesen der Haftpflicht des Grundeigent�mers nach Art. 679 ZGB, S. 201 /2) kommt es auf Voraussehbarkeit �berhaupt nicht an. Andere (so BECKER, N. 31 zu Art. 41 OR, mit Hinweisen) stellen auf den objektiven Zusammenhang ab, wie er sich bei Kenntnis aller durch den Tatsachenverlauf aufgedeckten Bedingungen des Erfolges hinterher darbietet (sog. objektive nachtr�gliche Prognose). In �hnlichem BGE 81 II 439 S. 445Sinne sprechen von Voraussehbarkeit in objektivem Sinne A. VON TUHR (OR, � BGE 13 I 8 mit Note 51) und OSER-SCH�NENBERGER (N. 82 und 83 zu Art. 41 OR). Dies ist auch der Standpunkt der Rechtsprechung, wonach ein Ereignis dann als rechtserhebliche Ursache eines Erfolges zu gelten hat, wenn es nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der Erfahrung des Lebens an sich geeignet war, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuf�hren und daher der Eintritt dieses Erfolges durch jenes Ereignis allgemein als beg�nstigt erscheint (BGE 64 II 204 mit Hinweisen). Hier nun traf ein, was bei den bestehenden Verh�ltnissen mit dem einsickernden Abwasser geschehen musste. Durch dieses Einsickern und die darauffolgenden Umsetzungen ist f�r den Baugrund der Nachbargrundst�cke ein Gefahrenherd entstanden, von dem aus fortw�hrend unzul�ssige Immissionen ausgehen. Alle diese in den �rtlichen Gegebenheiten begr�ndeten Vorg�nge sind ad�quate Ursachen des dem Kl�ger entstandenen Schadens, und da sie wesentlich durch die Art, wie die Beklagte ihr Grundst�ck ben�tzt hat, bedingt sind, kann sich die Beklagte ihrer Verantwortlichkeit nach Art. 679 ZGB nicht deshalb entschlagen, weil sie mit so weitreichenden Auswirkungen der Abwasserversickerung nicht gerechnet habe. Sie versucht sich damit auf Schuldlosigkeit zu berufen, was aber f�r die Anwendung von Art. 679 ZGB ohne Belang ist. Den Grund zur Klage bildet �brigens nicht allein die Tatsache, dass die Beklagte es seinerzeit geschehen liess, dass jahrelang schwefelhaltiges Abwasser einsickerte, sondern auch der Umstand, dass sie auf diese Weise den erw�hnten Immissionsherd entstehen und anwachsen liess, dessen Auswirkungen den Schaden herbeigef�hrt haben. Diese fortw�hrenden Immissionen sind der Beklagten als andauernde �berschreitung ihres Eigentums zuzurechnen.
3. Bei dieser Sachlage ist die von der Beklagten in zweiter Linie erhobene Verj�hrungseinrede gleichfalls nicht begr�ndet. Allerdings unterliegen Schadenersatzforderungen BGE 81 II 439 S. 446aus Art. 679 ZGB der Verj�hrung nach Art. 60 OR (vgl. BGE 68 II 375 Erw. 6). Unbestritten ist indessen, dass der Kl�ger die einj�hrige, von der Kenntnis des Schadens und der Person des Ersatzpflichtigen an laufende ("relative") Verj�hrung mit der beim Vermittleramt erhobenen Klage unterbrochen hat. Die Beklagte beruft sich nur auf die subsidi�re zehnj�hrige Frist, die von der sch�digenden Handlung an l�uft, gleichg�ltig, wann der Schaden eintritt und der Gesch�digte von den Anspruchselementen hinreichende Kenntnis erh�lt, um die Forderung rechtlich geltend machen zu k�nnen. Es ist ihr zuzugeben, dass diese "absolute" Verj�hrung an das Ereignis ankn�pft, das die Haftung begr�ndet und dass, auch wenn daraus erst sp�ter Schaden entsteht, die Frist dennoch von jenem fr�heren Datum an zu berechnen ist (OSER-SCH�NENBERGER, N. 14 zu Art. 60 OR). Zu Unrecht will die Beklagte aber die Ben�tzung der Kl�rbecken als abgeschlossene Tatsache betrachtet wissen, so dass die absolute Verj�hrung Ende 1938 in Gang gekommen und Ende 1948 abgelaufen w�re. Der Schaden, den der Kl�ger bei der Errichtung des Spirig-Neubaues erlitten hat, ist nicht infolge fr�herer, zehn Jahre zur�ckliegender, sondern neuer Immissionen aus dem Grundst�ck der Beklagten entstanden, wie sie sich bei Aushebung der Baugrube des Spirigbaues ergaben und nach dem Expertenbefund weiterhin stattfinden. Deshalb ist der Beklagten, wie dargetan, eine noch andauernde (wenn auch allenfalls unverschuldete) �berschreitung ihres Eigentums zur Last zu legen.
Daraus ist dem Kl�ger nach Art. 679 ZGB in erster Linie ein Anspruch auf "Beseitigung der Sch�digung" oder auf "Schutz gegen drohenden Schaden" erwachsen. Diese Anspr�che k�nnen nicht verj�hrt sein, denn sie fliessen aus dem Eigentum und sind daher gar nicht der Verj�hrung unterworfen; sie entstehen immer wieder, wenn in das Eigentum in unrechtm�ssiger Weise eingegriffen wird, und bestehen zu Recht, solange diese St�rung dauert (BGE 53 II 224; LEEMANN, 2. Aufl., N. 45 zu BGE 81 II 439 S. 447Art. 641 ZGB; HAAB N. 20 zu Art. 679 ZGB; STAUDINGER, 9. Aufl., II Schuldverh�ltnisse 3. Teil S. 2003; Kommentar der Reichsgerichtsr�te, 10. Aufl., Berlin 1953, II, N. 4 a zu � 852 BGB S. 881, wo gesagt wird, es gebe keine Rechtfertigung unzul�ssiger Einwirkungen, z.B. eines sch�digenden Betriebes auf das beeintr�chtigte Grundst�ck durch "Verschweigen"). Man hat es einfach mit einer speziellen Ausgestaltung des in Art. 641 Abs. 2 ZGB dem Eigent�mer zuerkannten Rechtes auf Abwehr ungerechtfertigter Einwirkungen zu tun (BGE 73 II 156 Erw. 2).
Was der Kl�ger geltend macht, ist nun im wesentlichen nichts anderes als eine aus jenem unverj�hrbaren Anspruch abzuleitende Forderung. Er h�tte statt dessen verlangen k�nnen, dass die Beklagte selber die gebotenen Schutzmassnahmen (Asphaltwanne usw.) vornehme, nat�rlich auf ihre Kosten. Wenn er, um gr�ssere Nachteile zu vermeiden, selber unges�umt das zum Schutze des in Errichtung begriffenen Neubaues N�tige vorkehrte, um dann die Beklagte auf Ersatz der Aufwendungen zu belangen, so kann diese Forderung nicht fr�her, als er die Aufwendungen machte, zu verj�hren begonnen haben, auf keinen Fall aber, bevor der Beseitigungs- oder Abwehranspruch entstanden war, also bei Aushebung der Baugrube. Somit wurde die zehnj�hrige Verj�hrung ebenso wie die einj�hrige mit der Klage vom 21. Februar 1949 unterbrochen.
4. Zum gleichen Ergebnis gelangt man �brigens auch, wenn man von einer nicht aus einem Beseitigungsanspruch abzuleitenden, reinen Schadenersatzforderung ausgeht. Art. 60 OR l�sst sich auf Forderungen aus Art. 679 ZGB nicht w�rtlich anwenden. Wenn das Gesetz die "absolute" Verj�hrung von der "sch�digenden Handlung" an laufen l�sst, hat es eine Haftung f�r unerlaubte Handlungen, insbesondere nach Art. 41 OR, im Auge. Der Grundeigent�mer ist aber nach Art. 679 ZGB nicht nur f�r Handlungen, sondern f�r jede �berschreitung seines Eigentums verantwortlich, insbesondere f�r �berm�ssige Einwirkungen auf Nachbargrundst�cke gem�ss den Regeln des Nachbarrechts (Art. 684 ZGB). Hier ist Haftungsgrund' BGE 81 II 439 S. 448wie bereits ausgef�hrt, die fortw�hrende Einwirkung auf die Nachbargrundst�cke infolge der von der Beklagten seinerzeit durch die Art der Benutzung der Kl�rbecken verursachten und seither nicht behobenen Sulfatablagerungen. An diesen Tatbestand hat auch der Beginn der zehnj�hrigen Frist des Art. 60 OR anzukn�pfen. Die �berwiegende Lehrmeinung geht denn auch dahin, dass keine Verj�hrung l�uft, "solange die Sch�digung andauert" (so KOLB, Die Haftung des Grundeigent�mers nach Art. 679 ZGB, in ZSR 1952 S. 160 a; �hnlich LEEMANN, 2. Aufl., N. 25 zu Art. 679 ZGB, und FR�LICHER, Die Abgrenzung der Haftung des Werkeigent�mers nach Art. 58 OR von der Verantwortlichkeit des Grundeigent�mers nach Art. 679 ZGB S. 106). Dem steht allerdings ein Urteil der Genfer Cour de justice gegen�ber, das die zehnj�hrige Verj�hrung mit dem "acte initial", der als erste Ursache erscheinenden Handlung des Eigent�mers, beginnen l�sst (Semaine judiciaire 1945 S. 412). Dieser Ansicht, die L'HUILLIER, La responsabilit� du propri�taire foncier selon l'article 679 CCS (in ZSR 1952 S. 6 a mit Note 16) ohne eigene Stellungnahme erw�hnt, ist jedenfalls f�r die F�lle fortw�hrender Immissionen nicht beizutreten. Freilich bedarf die herrschende Lehre, wonach w�hrend andauernder Sch�digung keine Verj�hrung l�uft, einer Einschr�nkung. Nur dann kann die Verj�hrung nicht beginnen, wenn und solange kein abgeschlossener Schaden vorliegt (vgl. BGE 55 II 253 Erw. 2). Einer fortw�hrenden unrechtm�ssigen Einwirkung auf Nachbargrundst�cke k�nnen aber auch einzelne in sich abgeschlossene Schadensereignisse entspringen. So bietet sich gerade der Schadensfall des Kl�gers dar. H�tte sich, was 1948 geschah, zehn Jahre fr�her ereignet, der Kl�ger aber bis zum Februar 1949 den in sich abgeschlossenen Schaden nicht rechtlich geltend gemacht, so st�nde ihm nun der Ablauf der zehnj�hrigen Verj�hrung entgegen. Da aber die aktuelle St�rung seines Grundeigentums erst 1948, und zwar infolge der erst damals vor sich gehenden Einwirkungen, BGE 81 II 439 S. 449eintrat, begann auch die zehnj�hrige Frist nun erst zu laufen, so dass sie durch die vorliegende Klage rechtzeitig unterbrochen worden ist.
Diese Betrachtungsweise findet eine St�tze in der Ordnung der Werkeigent�merhaftung (Art. 58 und 59 OR). Es ist anerkannt, dass die Rechte aus Art. 59 OR, entsprechend dem Recht auf "Schutz gegen drohenden Schaden" nach Art. 679 ZGB, nicht verj�hren oder, anders ausgedr�ckt, dass sie stets aufs neue entstehen, solange der gefahrdrohende Zustand dauert (OSER-SCH�NENBERGER, N. 9 zu Art. 60 OR). Und eine Forderung auf Schadenersatz entsteht nach der klaren Vorschrift von Art. 58 OR f�r jeden Schaden, der infolge eines Werkmangels eintritt, wie ihn das Gesetz umschreibt. Gleichg�ltig ist, ob der sch�digende Werkmangel, allenfalls verborgen, schon jahrzehntelang vor dem Eintritt eines Schadens vorhanden war. Demgem�ss l�uft auch f�r jeden Schadenfall eine gesonderte Verj�hrung, Dauersch�digungen vorbehalten, die, solange sie nicht abgeschlossen sind, gar nicht verj�hren. Bei andauernden unzul�ssigen Immissionen auf Nachbarsgrundst�cke im Sinne von Art. 679 in Verbindung mit Art. 684 ZGB besteht die gleiche Interessenlage. Deshalb beabsichtigte der Gesetzgeber denn auch, die beiden Haftungsf�lle in einer Bestimmung zu vereinigen (wor�ber vgl. STARK, a.a.O. S. 52 und 225). Es ist gerechtfertigt, in gleicher Weise, wie es bei Sch�digungen zufolge von Werkm�ngeln geschieht, auch bei jedem im Gefolge von unzul�ssigen Immissionen, gleichg�ltig wie lange diese schon stattfinden, eintretenden Schaden eine Ersatzforderung zu gew�hren, die fr�hestens im Zeitpunkt derjenigen Immission, durch die der Schaden unmittelbar verursacht ist, zu verj�hren beginnt.
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Kantonsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 1. M�rz 1955 best�tigt.
Art. 58 und 59 OR,
Art. 641 Abs. 2 ZGB