Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/pkh-und-die-beiordnung-eines-rechtsanwalts-340133
Timestamp: 2020-01-19 01:27:30
Document Index: 135051102

Matched Legal Cases: ['§ 121', '§ 73', '§ 121', '§ 121', '§ 1', '§ 121']

PKH und die Bei­ord­nung eines Rechts­an­walts | Rechtslupe
Wählt sich der Betei­lig­te einen Recht­an­walt mit Sitz inner­halb des Gerichts­be­zirks aus, so fin­det das Mehr­kos­ten­ver­bot des § 121 Abs. 3 ZPO kei­ne Anwen­dung. Wird im Rah­men der Pro­zess­kos­ten­hil­fe ein sol­cher Rechts­an­walts bei­geord­net, so kann das nicht mit der Maß­ga­be gesche­hen, dass Rei­se­kos­ten aus der Staats­kas­se nur bis zu dem Betrag zu erstat­ten sind, der bei zusätz­li­cher Bei­ord­nung eines Ver­kehrs­an­walts ange­fal­len wären.
So die Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Baden-Würt­tem­berg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers, dem vom Sozi­al­ge­richt Heil­bronn Pro­zess­kos­ten­hil­fe für das Haupt­sa­che­ver­fah­ren über die Gewäh­rung von Fahrt­kos­ten für die Aus­übung des Umgangs­rechts mit sei­nen getrennt von ihm leben­den Kin­dern bewil­ligt wor­den ist. Gleich­zei­tig ist ihm eine Rechts­an­wäl­tin, die ihren Kanz­lei­sitz in K. hat, bei­geord­net wor­den mit der Maß­ga­be, dass Rei­se­kos­ten aus der Staats­kas­se nur bis zu dem Betrag zu erstat­ten sind, der bei zusätz­li­cher Bei­ord­nung eines Ver­kehrs­an­walts ange­fal­len wäre. Gegen die­sen Beschluss hat der Klä­ger Beschwer­de ein­ge­legt.
Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg hat der Beschwer­de statt­ge­ge­ben. Nach § 73a Abs. 1 Satz 1 SGG i.V.m. § 121 Abs. 1 ZPO wird einem Betei­lig­ten auf sei­nen Antrag ein zur Ver­tre­tung berei­ter Rechts­an­walt sei­ner Wahl bei­geord­net, wenn die Ver­tre­tung durch einen Rechts­an­walt erfor­der­lich erscheint oder der Geg­ner durch einen Rechts­an­walt ver­tre­ten ist. Nach § 121 Abs. 3 ZPO kann ein nicht in dem Bezirk des Pro­zess­ge­richts nie­der­ge­las­se­ner Rechts­an­walt jedoch nur bei­geord­net wer­den, wenn dadurch wei­te­re Kos­ten nicht ent­ste­hen.
Die­ses Mehr­kos­ten­ver­bot fin­det vor­lie­gend kei­ne Anwen­dung, da sich der Klä­ger eine Rechts­an­wäl­tin mit Sitz inner­halb des Gerichts­be­zirks des Sozi­al­ge­richts, der auch den H. und damit K. umfasst (vgl. § 1 Aus­füh­rungs­ge­setz Baden-Würt­tem­berg zum SGG), aus­ge­wählt hat 1.
Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 9. März 2012 – L 12 AS 478/​12 B
vgl. bspw. Fischer in Musielak, ZPO, 8. Aufl. 2011, § 121 Rdnr. 19; LSG Baden-Württ., Beschlüs­se vom 13.07.2011 – L 12 AS 2057/​11 B und L 12 AS 1899/​11 B; LSG Nord­rhein-West­fa­len, Beschlüs­se vom 30.11.2010 – L 7 AS 1942/​10 B und vom 25.10.2010 – L 20 AY 93/​10 B; LSG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 31.03.2010 – L 19 AS 284/​10 B PKH; Thü­rin­ger LSG, Beschluss vom 22.07.2009 – L 6 B 55/​09 KR; Hes­si­sches LSG, Beschluss vom 29.09.2008 – L 9 B 242/​08 AS[↩]
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