Source: http://www.juramagazin.de/103922.html
Timestamp: 2019-06-20 23:33:08
Document Index: 187881042

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 42', '§ 39', '§ 41', '§ 42', '§ 44', '§ 33', '§ 45', '§ 48', '§ 49']

Dabei ist jedoch zu beachten, dass das pädagogische Konzept darauf gerichtet sein soll, die äußere Fachleistungsdifferenzierung als Organisationsform zugunsten der Binnendifferenzierung und des individuellen Lernens soweit wie möglich zu überwinden. Den Schulen wird durch die Regelungen in Absatz 1 auch die Möglichkeit eröffnet, beide Formen zu kombinieren, indem zum Beispiel in einzelnen Jahrgangsstufen oder Fächern binnendifferenziert unterrichtet wird bei ansonsten äußerer Fachleistungsdifferenzierung in Kursen. In den Absätzen 2 und 3 sind die beiden Anforderungsniveaus beschrieben, die bei der Leistungsdifferenzierung zugrunde gelegt werden müssen, sowie die für die jeweilige Kurseinstufung geltenden Regelungen dargestellt. Absatz 4 regelt die für leistungsdifferenziert unterrichtete Fächer geltenden Grundlagen der Leistungsbewertung, für die das Verhältnis der Noten und Punkte beider Anforderungsniveaus in der Anlage 5 festgelegt ist. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 kann die Schulkonferenz entscheiden, dass nur mit Punkten bewertet wird.
Zu § 28:
Sowohl bei der Beschreibung des Fremdsprachen- als auch beim Wahlpflichtunterrichts sind die Regelungen so gestaltet, dass die Integrierte Sekundarschule ein umfassendes Angebot sowohl für eine praxisbezogene Förderung als auch für die Vorbereitung auf die zwei- und dreijährige Form der gymnasialen Oberstufe vorhalten kann. Auch für Schülerinnen und Schüler, die unmittelbar in die Qualifikationsphase übergehen, kann die Sekundarschule neue Fächer der gymnasialen Oberstufe bereits in Jahrgangsstufe 10 im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts anbieten, so dass sie als Prüfungsfächer wählbar werden.
Zu § 29:
Entsprechend der praxisbezogenen und berufsorientierenden Konzeption des Dualen Lernens wird die Unterrichtsgestaltung in allen Jahrgangsstufen der Integrierten Sekundarschule in diese Richtung akzentuiert. Die Absätze 1 und 2 beschreiben dabei die für alle Schülerinnen und Schüler in allen vier Jahrgangsstufen durchzuführenden Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung sowie von zeitlich begrenzten praxisbezogenen Angeboten an geeigneten Praxislernorten. In den Absätzen 3 und 4 ist dagegen die intensivere Form des praxisbezogenen Lernens beschreiben, die insbesondere für Schülerinnen und Schüler geeignet ist, die ohne die Teilnahme am Praxislernen voraussichtlich keinen Abschluss erreichten. Für sie werden in den Jahrgangsstufen 9 und 10 praxisbezogene Unterrichtsprojekte an bis zu drei Tagen pro Woche an geeigneten Lernorten durchgeführt.
Zu Teil II, Kapitel 2:
Zu § 30:
Die Regelung entspricht der bisherigen Rechtslage.
Zu § 31:
Die Versetzungsregelungen des Gymnasiums wurden erweitert, indem die bisher im allgemeinen Teil der Verordnung enthaltenen generellen Versetzungsregelungen, die für mehrere Schularten galten, nunmehr zusammengefasst wurden mit den zu erfüllenden Leistungsanforderungen.
Zu Teil III, Kapitel 1:
Zu § 32:
Die in Absatz 1 definierten Leistungsanforderungen für den Erwerb der Berufsbildungsreife an der Integrierten Sekundarschule entsprechen den bisher in der Hauptschule für den Hauptschulabschluss zugrunde gelegten Kriterien. Diese Voraussetzungen für den Abschluss werden jedoch erweitert um eine verpflichtende Teilnahme an Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik, die erfolgreich mit mindestens ausreichenden Leistungen in beiden Fächern abgeschlossen werden oder bei schlechteren Leistungen in einem Fach ausgeglichen werden müssen. Auch der Erwerb dieses Abschlusses wird also gebunden an das Erreichen einheitlicher Leistungsanforderungen in den Kernfächern. Der Abschluss kann sowohl in Jahrgangsstufe 9 als auch 10 erworben werden; sofern die Bedingungen in Jahrgangsstufe 9 nicht erfüllt wurden, muss dafür in Jahrgangsstufe 10 erneut an den Vergleichsarbeiten teilgenommen werden, sofern nicht aufgrund einer positiven Leistungsentwicklung die Zulassungsbedingungen für die gemeinsame Prüfung zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses. Am Gymnasium wird die Berufsbildungsreife entweder durch die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 erworben oder bei Verlassen des
Gymnasiums auch dann, wenn die Versetzungsbedingungen bei Nichtberücksichtigung von zwei Fächern erfüllt würden (Absatz 2).
Zu Teil III, Kapitel 2:
Zu § 33:
Nicht nur der mittlere Schulabschluss, sondern auch die erweiterte Berufsbildungsreife werden künftig durch Teilnahme an einer gemeinsamen Prüfung erworben, die Aufgaben für beide Anforderungsniveaus umfassen wird. Zur Teilnahme an der Prüfung verpflichtet sind wie bisher alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und an der Integrierten Sekundarschule diejenigen, die die Bedingungen für die Berufsbildungsreife am Ende der Jahrgangsstufe 9 erfüllt haben. Für alle anderen Schülerinnen und Schüler ist die Teilnahme freiwillig, sofern die in Absatz 3 festgesetzten Zulassungsbedingungen erfüllt werden, dafür werden die Punkte im leistungsdifferenzierten Unterricht auf Noten des G-Niveaus umgerechnet, das auch im Jahrgangsteil für den niedrigeren zu erreichenden Abschluss, die erweiterte Berufsbildungsreife gilt.
Zu § 34:
Die bisherige mündliche Prüfung in der ersten Fremdsprache bestand ausschließlich aus einer Überprüfung der Sprechfertigkeit und erfüllte damit nicht die Kriterien für eine „klassische" mündliche Prüfung.
Sie wird jetzt ergänzend zur schriftlichen Prüfung in diesem Fach (Absatz 1 Nummer 3) durchgeführt.
Die Bezeichnung der bisherigen Prüfung in besonderer Form wurde in Präsentationsprüfung verändert, weil dies den Charakter der Prüfung besser zum Ausdruck bringt. Als Fach für diese Prüfung kann jetzt außer den schriftlich geprüften Fächern und Sport jedes andere unterrichtete Fach oder jeder Lernbereich gewählt werden.
Für die neu vorgesehene zusätzliche mündliche Prüfung (§§ 42 und 43) wird hier für die Bildung der gemeinsamen Note aus schriftlicher und mündlicher Prüfung die Gewichtung beider Prüfungsteile festgelegt.
Die Regelung ist unverändert geblieben.
Hier werden die notwendigen Detailregelungen getroffen, um die bisher als mündliche Prüfung definierte Überprüfung der Sprechfertigkeit als besonderen Teil der schriftlichen Prüfung durchführen zu können.
Die Regelungen zur Protokollgestaltung wurden präzisiert und erweitert um den Hinweis auf ergänzende Regelungen in den Ausführungsvorschriften über schulische Prüfungen.
Zu §§ 39 und 40:
Die Bestimmungen für die schriftlichen Prüfungen wurden redaktionell angepasst, indem berücksichtigt wurde, dass jetzt zwei Abschlüsse mit dieser Prüfung erworben werden und die Überprüfung der Sprechfertigkeit im Zusammenhang mit der schriftlichen Prüfung erfolgt.
Zu § 41:
Bei der Zulassung der Themenstellung und bei der Beurteilung der Präsentationsprüfung selbst wird immer das Anforderungsniveau des mittleren Schulabschlusses zugrunde gelegt, um allen Schülerinnen und Schülern die Chance offen zu halten, auch den mittleren Schulabschluss erreichen zu können. Für den Fall, dass nicht der mittlere Schulabschluss, sondern die erweiterte Berufsbildungsreife erreicht wird, wird die in der Prüfung erzielte Note auch für das Anforderungsniveau dieses Abschlusses, um eine Notenstufe verbessert, festgelegt.
Zu §§ 42 und 43:
Die zusätzliche mündliche Prüfung kann auf Antrag in höchstens einem der drei schriftlich geprüften Fächer durchgeführt werden, wenn dadurch eine gemeinsame Note erreicht werden kann, mit der der für einen oder beide Abschlüsse nicht erfolgreich absolvierte Prüfungsteil noch bestanden werden kann.
Freiwillige Prüfungen zur Verbesserung einer Prüfungsnote sind demnach nicht zulässig. Die Bestimmungen für die Durchführung der zusätzlichen mündlichen Prüfungen wurden im Wesentlichen in Übereinstimmung mit den bei anderen schulischen Prüfungen getroffenen Regelungen gestaltet.
Zu § 44:
Das Gesamtergebnis für beide Abschlüsse setzt sich wie bisher aus zwei Komponenten zusammen; sowohl mit den Prüfungsergebnissen als auch mit den Jahrgangsnoten, die in den beiden Schularten erworben wurden, müssen die jeweils festgelegten Leistungsanforderungen erfüllt werden. Für das Bestehen des Prüfungsteils sind die Kriterien unverändert geblieben (Absatz 2). Die an der Integrierten Sekundarschule mit den Jahrgangsnoten zu erfüllenden Abschlussbedingungen für den mittleren Schulabschluss entsprechen im Wesentlichen den Bedingungen, unter denen bisher an der Realschule dieser Abschluss erworben wurde, zuvor werden die Noten in den leistungsdifferenziert unterrichteten Fächern auf das ENiveau umgerechnet (Absatz 3). Für den Erwerb der erweiterten Berufsbildungsreife müssen die in Absatz 3 formulierten Leistungsanforderungen erfüllt sein, jedoch nachdem die Noten in den leistungsdifferenziert unterrichteten Fächern auf das G-Niveau umgerechnet wurden (Absatz 4). Für den Erwerb des mittleren Schulabschlusses am Gymnasium sind die mit den Jahrgangsnoten zu erfüllenden Bedingungen gleich geblieben (Absatz 5). Die erweiterte Berufsbildungsreife wird in dieser Schulart erworben, wenn die in Absatz 4 formierten Bedingungen erfüllt werden, indem ein Fach unberücksichtigt bleibt (Absatz 6). Da auch diejenigen Schülerinnen und Schüler der Integrierten Sekundarschule, die in Jahrgangsstufe 9 nicht die Bedingungen für den Erwerb der Berufsbildungsreife erfüllt haben bei Erreichen der definierten Zulassungskriterien (vgl. § 33 Absatz 3) an der gemeinsamen Prüfung teilnehmen können, muss für sie eine Auffangregelung zum Erwerb der Berufsbildungsreife für den Fall geschaffen werden, dass sie weder für die erweiterte Berufsbildungsreife noch für den mittleren Schulabschluss die Abschlussbedingungen erreichen (Absatz 7).
Zu § 45 bis 47:
Die übrigen Prüfungsbestimmungen sind im Wesentlichen unverändert geblieben.
Zu Teil III, Kapitel 3:
Zu § 48:
Die mit den Jahrgangsnoten zu erfüllenden Leistungsanforderungen für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe von Schülerinnen und Schülern der Integrierten Sekundarschule entsprechen im Wesentlichen denen, die bisher für Schülerinnen und Schüler der Realschule für die Aufnahme in die gymnasiale Oberstufe galten. Zusätzlich muss entsprechend den KMK-Vorgaben nachgewiesen werden, dass in mindestens drei Fächern leistungsdifferenzierter Unterricht auf dem E-Niveau besucht wurde und sich darunter zwei Kernfächer befinden (Absatz 1). In Absatz 2 wird die Entscheidung darüber, ob die zweijährige Form der gymnasialen Oberstufe besucht werden kann, an die pädagogische Einschätzung des Jahrgangsausschusses gebunden. Dadurch wird sicher gestellt, dass nur geeignete Schülerinnen und Schüler in die verkürzte gymnasiale Oberstufe übergehen und die Zahl der Wiederholer klein gehalten wird. Die mit den Jahrgangsnoten zu erfüllenden Abschlussbedingungen des Gymnasiums für den Übergang in die zweijährige gymnasiale Oberstufe entsprechen den bisherigen Bedingungen (Absatz 3). In Absatz 4 wird erstmals für diejenigen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, die die Übergangsbedingungen für die zweijährige Form der gymnasialen Oberstufe knapp verfehlen, die Möglichkeit eröffnet, auf Antrag in eine Integrierte Sekundarschule oder ein berufliches Gymnasium zu wechseln und dort die Einführungsphase zu besuchen. Ansonsten müssen diese Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufe 10 wiederholen.
Zu Teil IV:
Zu § 49:
In Absatz 1 wird festgelegt, dass die noch nach altem Recht gestalteten Aufnahmeregelungen nur für die Aufnahme in das Schuljahr 2010 / 2011 gelten (vgl. Ausführungen zu Teil I, Kapitel 2). Im Folgenden werden die bisher schulgesetzlich festgelegten Höchstgrenzen für 7. Klassen der noch bestehenden auslaufenden Schularten und die bisher dazu geltenden ergänzenden Regelungen der Sekundarstufe IVerordnung unverändert fortgeschrieben.