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Timestamp: 2020-07-10 03:27:30
Document Index: 239381613

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 29', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 139', '§ 60', '§ 11', '§ 11', '§ 3', '§ 3', 'Art. 319', '§ 60', 'Art. 139', 'Art. 139', '§ 60', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 14', 'Art. 8', '§ 101', '§ 113', 'Art. 16', '§ 3', '§ 4', '§ 60', '§ 29', '§ 3', '§ 4', 'Art. 16', 'Art. 16', '§ 29', '§ 29', 'Art. 10', '§ 3', 'EuG', 'Art. 319', 'Art. 16', '§ 3', '§ 4', 'Art. 9', '§ 3', 'EuG', 'Art. 319', 'Art. 319', 'EuG', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', 'Art. 9', '§ 3', 'EuG', 'Art. 15', 'EuG', 'Art. 8', 'Art. 14', 'EuG', '§ 3', '§ 4', '§ 154', '§ 83']

VG Bayreuth, Urteil v. 22.03.2017 – B 4 K 16.31942 - Bürgerservice
VG Bayreuth, Urteil v. 22.03.2017 – B 4 K 16.31942
Die Strafbarkeit der Homosexualität im Senegal führt nicht zwingend zur Annahme der Verfolgung Homosexueller
AsylG § 3a Abs. 2 Nr. 3, § 3b Abs. 1 Nr. 4, § 3c Nr. 3, § 3e Abs. 1, § 29a Abs. 1
RL 2011/95/EU Art. 9 Abs. 1, Abs. 2, Art. 10 Abs. 1 lit. d
GG Art. 16a Abs. 3 S. 1, S. 2
Angesichts der Weisungslage betreffend die Strafverfolgungs- und Anklagepraxis bei Homosexualität sowie der geringen Anzahl von Verurteilungen ist die Wahrscheinlichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung oder Verurteilung als verschwindend gering einzuschätzen, auch wenn man berücksichtigt, dass von dem Asylbewerber eine Geheimhaltung seiner Homosexualität im Herkunftsland oder Zurückhaltung beim Ausleben seiner sexuellen Ausrichtung nicht erwartet werden kann. (Rn. 21) (redaktioneller Leitsatz)
Homosexualität in Senegal, Ehrenmord, interner Schutz, Verfolgungsdichte, sicherer Herkunftsstaat
Der Kläger, senegalesischer Staatsangehöriger, reiste zuletzt im April 2014 auf dem Luftweg von … über … in die Bundesrepublik Deutschland ein und stellte am 17.11.2016 einen Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (im Folgenden: Bundesamt).
In einem Schreiben vom 04.11.2016 an seinen Verfahrens- und Prozessbevollmächtigten, welches dem Bundesamt vorgelegt wurde, schilderte der Kläger seine Asylgründe. Auf den Inhalt dieses Schreibens wird Bezug genommen.
Bei seiner Anhörung durch das Bundesamt am 17.11.2016 gab der Kläger an, nach einem Deutschstudium in seinem Heimatland von 1996 bis 2002 habe er an der Universität in Frankfurt am Main 2009 einen Sprachkurs belegt und von 2010 bis 2016 Germanistik und Romanistik studiert, beides aber nicht abgeschlossen. Seit seiner ersten Einreise in die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 sei er nur einmal im Jahr 2014 in Senegal gewesen, um einen neuen Reisepass zu beantragen. Auf Frage nach seinen Asylgründen trug der Kläger vor, 2008 habe er den Deutschen M. kennengelernt, der eine Verpflichtungserklärung für ihn unterschrieben habe, um ihm ein Studium in Deutschland zu ermöglichen. Von der deutschen Botschaft in Senegal habe er dann ein Visum bekommen und zunächst einen Sprachkurs gemacht. Sein Plan sei gewesen, in Deutschland zu studieren und einen Job zu finden. Zu Beginn des Studiums habe er Probleme mit der Sprachwissenschaft gehabt, sei durch Prüfungen gefallen und habe das Fach wechseln müssen. Er habe dann einige Semester Romanistik studiert, aber wegen des Teilbereichs Sprachwissenschaft keinen Abschluss gemacht. Von Oktober 2009 bis August 2010 habe er bei M. in … gelebt, der in dieser Zeit sein Lebenspartner gewesen sei. Nachdem M. mitbekommen habe, dass er (der Kläger) auch andere Männer kennen gelernt und wechselnde Partner gehabt habe, habe es Probleme zwischen ihnen gegeben. Er (der Kläger) sei dann im August 2010 nach Frankfurt/M. gezogen, wo er bis jetzt lebe. Mit M. habe er seit seinem Auszug keinen Kontakt mehr. Mit dem Ende seines Studiums im September 2016 sei auch die Verpflichtungserklärung ungültig geworden. Bereits in seiner Heimat habe er gemerkt, dass er homosexuell sei, dies aber konsequent verheimlicht. Weder seine Eltern noch seine Geschwister wüssten davon. Er habe Angst gehabt, weil Homosexuelle in Senegal strafrechtlich verfolgt und gesellschaftlich diskriminiert würden. Wenn eine homosexuelle Person erwischt werde, seien die Leute gewalttätig gegen sie, misshandelten sie und vergewaltigten sie auch. Ihm sei das nicht passiert, weil er nur ganz heimlich homosexuelle Kontakte gehabt habe. Wenn seine Verwandten von seiner Homosexualität erfahren würden, würden sie das als Schande betrachten und ihn misshandeln, sie könnten ihn sogar vergewaltigen. Homosexualität sei in Senegal gesellschaftlich missachtet. Art. 139 des senegalesischen Strafgesetzbuches besage, dass auf männliche homosexuelle Handlungen eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren stehe. Es gebe auch Geldstrafen von 130 Euro bis 2.300 Euro. All das bewirke, dass man seine Homosexualität nicht ausleben könne. Es sei eine große Schande für die Familie, sie könnten den Betreffenden umbringen oder umbringen lassen. Die Polizei schütze Homosexuelle nicht. Wende sich ein Homosexueller an die Polizei, müsse er damit rechnen, misshandelt und vergewaltigt zu werden. Wenn er in sein Heimatland zurückkehre und seine Homosexualität dort bekannt werde, könne er misshandelt und vergewaltigt werden. In Senegal gebe es keine Schutzmöglichkeiten. Deutschland sei ein tolerantes Land, in dem gleichgeschlechtlicher Sex nicht verboten sei.
Mit Bescheid vom 16.12.2016 wurden vom Bundesamt die Anträge auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, Asylanerkennung und subsidiären Schutz als offensichtlich unbegründet abgelehnt (Ziffern 1, 2 und 3), festgestellt, dass Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 und Abs. 7 Satz 1 AufenthG nicht vorliegen (Ziffer 4), der Kläger unter Fristsetzung von einer Woche und Abschiebungsandrohung nach Senegal zur Ausreise aufgefordert (Ziffer 5), das Einreise- und Aufenthaltsverbot gemäß § 11 Abs. 7 AufenthG, befristet auf 10 Monate ab dem Tag der Ausreise, angeordnet (Ziffer 6) und das gesetzliche Einreise- und Aufenthaltsverbot gemäß § 11 Abs. 1 AufenthG auf 30 Monate ab dem Tag der Abschiebung befristet (Ziffer 7). In der Begründung wird unter anderem ausgeführt, der Kläger habe keine Verfolgungshandlungen im Sinne von § 3a AsylG geltend gemacht, sondern stütze seinen Antrag ausschließlich auf in der Zukunft mögliche, sehr unwahrscheinliche Diskriminierungen, die keine asylrechtliche Relevanz hätten. Nach seinen Angaben habe er mit den senegalesischen Behörden oder der senegalesischen Polizei keine Probleme gehabt. Er fürchte sich lediglich vor etwaigen künftigen Bedrohungen. Dementsprechend könne nicht davon ausgegangen werden, dass er in Senegal mit so gravierenden Verfolgungshandlungen zu rechnen habe, dass eine Verfolgung im Sinne des § 3a AsylG angenommen werden könnte. Selbst wenn der Kläger tatsächlich homosexuell sei und eine sexuelle Beziehung zu einem Mann, die er nach eigenen Angaben bisher in Senegal diskret gelebt habe, bekannt werden würde, müsse er wohl allenfalls mit einer gesellschaftlichen Ächtung rechnen, die asylrechtlich nicht relevant sei. Im Falle einer Ausgrenzung durch seinen Bekanntenkreis bleibe es ihm unbenommen, innerhalb Senegals an einen anderen Ort zu gehen, wo ihn niemand kenne. Dort könne er ebenso unbehelligt leben wie in Deutschland. Nach Art. 319 des senegalesischen Strafgesetzbuchs werde nicht bestraft, wer homosexuell sei, sondern wer homosexuelle Handlungen vornehme. In der Praxis seien Verfahren jedoch äußerst selten. Diskriminierung und Intoleranz seien zwar weit verbreitet, Betroffene seien jedoch nicht allgemein Gewalt und Belästigungen ausgesetzt.
Mit Schriftsatz seines Prozessbevollmächtigten vom 23.12.2016, beim Verwaltungsgericht Bayreuth an diesem Tag auch eingegangen, hat der Kläger gegen den Bescheid vom 16.12.2016 Klage erhoben und beantragt,
die Beklagte unter Aufhebung des Bescheides vom 16.12.2016 zu verpflichten, den Kläger als Asylberechtigten anzuerkennen, hilfsweise, dem Kläger die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen, höchst hilfsweise, dem Kläger subsidiären Schutzstatus zuzuerkennen, höchst hilfsweise, das Vorliegen von Abschiebungsverboten nach § 60 Abs. 5 und Abs. 7 Satz 1 AufenthG festzustellen.
Zur Begründung wird geltend gemacht, aufgrund seiner Homosexualität, die von der Beklagten weder bestritten werde noch ernsthaft angezweifelt werden könne, drohten dem Kläger in seinem Herkunftsland Senegal Diskriminierung, massive Misshandlungen und Bestrafungen. Polizeilichen Schutz habe er nicht zu erwarten. Die Einschätzung der Beklagten, eine Diskriminierung des Klägers sei „sehr unwahrscheinlich“ und er müsse bei Bekanntwerden und Ausleben seiner sexuellen Orientierung „wohl allenfalls mit einer gesellschaftlichen Ächtung rechnen, die asylrechtlich nicht relevant sei“, sei falsch. Art. 139 des senegalesischen Strafgesetzbuches sei eindeutig. Bestehende Strafgesetze würden im Herkunftsland des Klägers auch angewendet, auch an Orten, wo „ihn niemand kenne“. Der Denkansatz der Beklagten „Solange du nicht erwischt wirst, musst du auch nicht mit Verfolgung rechnen“ sei insbesondere asylrechtlich schlichtweg verfehlt. Dass der Kläger seine sexuelle Orientierung „diskret“ behandelt und gelebt habe und deswegen polizeilich nicht in Erscheinung getreten sei und dadurch sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Repressionen bisher hätten abgewendet werden können, könne ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Der Kläger müsse keine Entdeckung in seinem Heimatland provozieren, um Fluchtgründe darlegen zu können. Die Drohung einer Verfolgung sei ausreichend. Dass der Kläger aus einem sog. sicheren Herkunftsland komme, sei nicht relevant, weil er dargelegt habe, dass ihm abweichend von der dortigen allgemeinen Lage Verfolgung und ernsthafter Schaden drohten. Betroffene seien entgegen der Behauptung der Beklagten sehr wohl Gewalt und Belästigungen ausgesetzt. Dass Strafverfahren aufgrund des Art. 139 des senegalesischen Strafgesetzbuches „äußerst selten“ seien, könne dem Kläger nicht zum Vorwurf gemacht werden. Eine Freiheitsstrafe, mit der homosexuelle Handlungen bedroht seien und die im Herkunftsland, das - wie Senegal - eine solche Regelung erlassen habe, tatsächlich verhängt werde, sei als unverhältnismäßige oder diskriminierende Bestrafung zu betrachten und stelle eine Verfolgungshandlung dar. Vom Asylbewerber dürfe nicht erwartet werden, dass er seine Homosexualität im Herkunftsland geheim halte oder Zurückhaltung beim Ausleben seiner sexuellen Ausrichtung übe, um die Gefahr einer Verfolgung zu vermeiden. Homosexuelle, die in Senegal offen ihre Veranlagung lebten, würden strafrechtlich verfolgt und erlitten zudem von privater Seite Verfolgungshandlungen, ohne dass staatliche Stellen in der Lage oder willens wären, hiervor angemessen Schutz zu bieten. Die dargelegte individuelle Gefahr für Leib und Freiheit des Klägers sei auch im Rahmen der Feststellung eines Abschiebungsverbotes zu berücksichtigen.
Die Beklagte hat mit Schriftsatz des Bundesamtes vom 30.12.2016 unter Bezugnahme auf die Begründung der angefochtenen Entscheidung beantragt,
Mit Schriftsatz seines Prozessbevollmächtigten vom 25.01.2017 trug der Kläger ergänzend vor, möge er im Jahr 2009 auch in der Lage gewesen sein, Konflikte mit den Behörden zu vermeiden, so sei seine psychische Verfassung heute eine ganz andere als zu der Zeit, als er sein Heimatland verlassen habe. Er sei nicht mehr in der Lage, seine Tarnung als Heterosexueller in Senegal aufrecht zu erhalten. Heute sei er ein selbstbewusster schwuler Mann, der die Nichtverfolgung durch den deutschen Rechtsstaat so verinnerlicht habe, dass er das Versteckspiel in Senegal nicht würde ertragen können und früher oder später der Konflikt mit den Behörden und eine Verurteilung vorprogrammiert wären. Zu berücksichtigen sei insbesondere auch, dass eine dauerhafte homosexuelle Partnerschaft im Heimatland nicht möglich sei. Eine offen gelegte Partnerschaft würde entgegen aller Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Berichte des Auswärtigen Amtes schnell zu einer Verurteilung und/oder zu körperlichen Übergriffen führen. Davor habe der Kläger tatsächlich sehr große Angst. Zudem werde nicht auszuschließen sein, dass sich der Kläger aufgrund seines jahrelangen Erlebens des deutschen Rechtsstaatssystems für die Rechte Homosexueller in seinem Heimatland einsetzen werde. In diesem Fall seien staatliche und nichtstaatliche Übergriffe garantiert. Dass der Kläger in seinem Heimatland nicht in der Lage sein würde, eine von ihm grundsätzlich gewollte auf Dauer angelegte gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu führen, sei auch bei der Prüfung des § 60 Abs. 5 AufenthG zu berücksichtigen. Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften fielen unter den Schutz des Art. 8 Abs. 1 EMRK. Weil der vorliegende Fall sowohl unter das „Privatleben“ als auch unter das „Familienleben“ des Klägers in Sinne von Art. 8 EMRK falle, sei Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK zu beachten und anzuwenden. Bei einer offen gelebten Paarbeziehung würde der Kläger von Arbeitgebern, Kommilitonen und der Familie Ablehnung bis hin zum sozialen Totalabsturz erfahren und mindestens mit Anzeigen übersät werden. Zudem würde ein umfassender präventiver Schutz eines Männerpaares tatsächlich nicht möglich sein. Tätliche Übergriffe seien vorprogrammiert. Die Täter würden von ihrer Umgebung sogar Anerkennung für die „Verteidigung der Moral“ bekommen. Die Weisungslage in Senegal betreffend die Strafverfolgungs- und Anklagepraxis sei nicht entscheidend, da der Kläger darauf nicht vertrauen könne, zumal auch in Senegal davon auszugehen sei, dass verwaltungsinterne Weisungen an die Sicherheitsbehörden nicht höher zu bewerten seien als die geltenden Gesetze. Das Strafgesetzbuch würde zur Anwendung kommen.
Mit Schriftsatz vom 01.02.2017 bekräftigte der Kläger seinen Wunsch, eine Partnerschaft mit einem Mann einzugehen. In den fast sieben Jahren, in denen er in Deutschland lebe, sei ihm das leider nicht gelungen. Es habe zwar wiederholt Beziehungen gegeben, die ihn hoffnungsvoll gestimmt hätten, aber leider seien die Freundschaften dann doch wieder auseinandergegangen. Das habe auch an der großen Belastung durch sein Studium gelegen und der Notwendigkeit, nebenher seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Inzwischen habe er eingesehen, dass er es nie schaffen werde, Deutsch so perfekt zu erlernen, dass es für einen Studienabschluss ausreiche. Deshalb plane er jetzt, eine Ausbildung als Altenpfleger zu absolvieren. Eine Einrichtung in Köln sei bereit, ihn als Auszubildenden aufzunehmen. Senegal sei für schwule Männer kein „sicherer“ Staat. Wenn er dorthin abgeschoben würde, würde er keine Partnerschaft mehr eingehen können. Die Ablehnung homosexueller Menschen sei in Senegal so stark verwurzelt, dass zwei schwule Männer dort nicht offen als Paar zusammenleben könnten. Hierzu verweise auf Meldungen im Internet vom 21./23.03.2016, 27.12.2015, 01.08.2015 und 11.03.2016. Er zitiere diese Meldungen, um deutlich zu machen, wie die Stimmung der Bevölkerung gegen Homosexuelle sei. Wenn es zwei Männer wagen würden, zu „heiraten“ und offen als Paar zusammenzuleben, würde das die Bevölkerung als ungeheure Provokation werten. Sie würde die Männer lynchen. Davor könnte auch die Polizei die Männer nicht rund um die Uhr schützen. Abgesehen davon würden die Männer ihre Arbeit verlieren und keine neue Arbeit und natürlich auch keine Wohnung finden. Ihre Familien würden sich, um ihren Ruf zu retten, von ihnen distanzieren und mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Gewalttaten beteiligen. Außerdem bewege ihn ein weiterer Gesichtspunkt. Er habe wegen seiner homosexuellen Orientierung sehr viel durchmachen müssen. Er habe sich daher vorgenommen gehabt, etwas dafür zu tun, dass das Leben für homosexuelle Menschen in seiner Heimat leichter werde, und sei dem „Lesben- und Schwulenverband in Deutschland“ (LSVD) als Mitglied beigetreten, der über seine „Hirschfeld-Eddy-Stiftung“ Partnerorganisationen im globalen Süden und in Osteuropa unterstütze und konkrete Hilfe für bedrohte Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle vermittele. Wenn er in Deutschland bleiben könne und demnächst eine Ausbildung in Köln absolviere, wolle er in seiner Freizeit diese Arbeit des LSVD, dessen Bundesgeschäftsstelle sich in Köln befinde, unterstützen. Wenn er nach Senegal abgeschoben werden sollte, wolle er mit den dortigen Gruppen Kontakt aufnehmen und sie mit dem LSVD in Kontakt bringen. Er müsse aber gestehen, dass er davor große Angst habe. Die Gruppen agierten weitgehend im Untergrund und lebten in der dauernden Furcht, von den staatlichen Autoritäten verhaftet oder von wütenden Bürgern angegriffen zu werden. Nichts errege die Menschen in Senegal so sehr wie die Vorstellung, dass man versuchen wolle, dem Senegal eine „unafrikanische Lebensweise“ aufzudrängen und die „Familienstrukturen zu zerstören“. Er schrecke deshalb vor einer solchen Bürgerrechtsarbeit in seiner Heimat zurück, wisse aber andererseits, dass er sich nicht weiter verstecken dürfe, wenn sich an den schlimmen Verhältnissen in Senegal für homosexuelle Menschen jemals etwas ändern solle. Seine Angst werde noch durch die Tatsache verstärkt, dass homosexuelle Männer in den senegalesischen Gefängnissen von den Mitgefangenen regelmäßig in schlimmer Weise gedemütigt, erniedrigt und meist auch vergewaltigt würden. Die Wahrscheinlichkeit, strafrechtlich verfolgt und verurteilt zu werden, sei nur dann gering, wenn er in Senegal wieder so versteckt leben würde wie bis zu seiner Ausreise 2009, und wenn er sexuelle Kontakte zu anderen Männern nur äußerst heimlich in versteckten dunklen Ecken und in ständiger Furcht vor Entdeckung aufnehmen würde. Wenn er aber eine Partnerschaft mit einem anderen Mann beginnen, diese offen leben und sich dazu noch in den mehr oder weniger versteckt agierenden Gruppen homosexueller Menschen engagieren würde, sei es in hohem Maße wahrscheinlich, dass er bestraft werde oder dass die Bevölkerung Selbstjustiz an ihm verübe. Von ihm dürfe nicht erwartet und verlangt werden, dass er in Senegal wie ein heterosexueller Mann lebe und seine homosexuelle Orientierung verleugne. Das sei ihm zudem aufgrund des offenen Lebensstils, den er in Deutschland seit 2009 habe pflegen dürfen, nicht mehr möglich.
Am 14.02.2017 teilte die Regierung von Oberfranken mit, dass der Kläger am 09.02.2017 in sein Heimatland abgeschoben wurde.
Mit Schriftsätzen vom 17.02.2017 und 14.03.2017 erklärten die Beteiligten ihr Einverständnis mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung.
Wegen der Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Gerichtsakte und der Bundesamtsakte Bezug genommen.
Die zulässige Klage, über die mit Einverständnis der Beteiligten ohne mündliche Verhandlung entschieden werden kann (§ 101 Abs. 2 VwGO), ist unbegründet, weil der Bescheid des Bundesamtes vom 16.12.2016 rechtmäßig ist und den Kläger nicht in seinen Rechten verletzt (§ 113 Abs. 1 Satz 1, Abs. 5 Satz 1 VwGO).
Der Kläger hat weder einen Anspruch auf Anerkennung als Asylberechtigter (Art. 16a Abs. 1 GG), noch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft (§ 3 Abs. 1 AsylG), noch auf Gewährung subsidiären Schutzes (§ 4 Abs. 1 AsylG), noch auf die Feststellung von Abschiebungsverboten nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 AufenthG.
Gemäß § 29a Abs. 1 AsylG ist der Asylantrag eines Ausländers aus einem Staat im Sinne des Artikels 16a Abs. 3 Satz 1 GG (sicherer Herkunftsstaat) als offensichtlich unbegründet abzulehnen, es sei denn, die von dem Ausländer angegebenen Tatsachen oder Beweismittel begründen die Annahme, dass ihm abweichend von der allgemeinen Lage im Herkunftsstaat Verfolgung im Sinne des § 3 Abs. 1 AsylG oder ein ernsthafter Schaden im Sinne des § 4 Abs. 1 AsylG droht. Gemäß Art. 16a Abs. 3 Satz 1 GG können durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, Staaten bestimmt werden, bei denen auf Grund der Rechtslage, der Rechtsanwendung und der allgemeinen politischen Verhältnisse gewährleistet erscheint, dass dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet. Gemäß Art. 16a Abs. 3 Satz 2 GG wird vermutet, dass ein Ausländer aus einem solchen Staat nicht verfolgt wird, solange er nicht Tatsachen vorträgt, die die Annahme begründen, dass er entgegen dieser Vermutung politisch verfolgt wird.
Senegal ist gemäß § 29a Abs. 2 in Verbindung mit Anlage II AsylG ein sicherer Herkunftsstaat.
Zwar sind gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen sowie die Demonstration von Homosexualität in der Öffentlichkeit strafbar (Bericht des Auswärtigen Amtes im Hinblick auf die Einstufung der Republik Senegal als sicheres Herkunftsland im Sinne des § 29a AsylVfG, Stand: August 2015, vom 21.11.2015 (im Folgenden: AA), S. 10) mit der Folge, dass Homosexuelle in Senegal als eine bestimmte soziale Gruppe im Sinne des Art. 10 Abs. 1 Buchstabe d der EU-Qualifikations-RL bzw. des § 3 b Abs. 1 Nr. 4 AsylG anzusehen sind (EuGH, Urteil vom 07.11.2013 - C-199/12 bis 201/12 -, juris). Nach Art. 319 des senegalesischen Strafgesetzbuchs wird derjenige, der einen „unzüchtigen oder widernatürlichen Akt“ mit einer Person seines Geschlechts begeht, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Hinzu kommt eine Geldstrafe von umgerechnet zwischen 150 € und 2.300 €. Ist einer der Partner dabei 21 Jahre oder jünger, wird stets die Höchststrafe verhängt (AA, S. 10; Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage einzelner Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 17.06.2016, BT-Drs. 18/8819 (im Folgenden: ABR), Frage 29).
Allein die Tatsache, dass der Kläger homosexuell ist, begründet aber noch nicht die Annahme, ihm drohe abweichend von der allgemeinen Lage in Senegal politische Verfolgung im Sinne des Art. 16a Abs. 1 GG, § 3 Abs. 1 AsylG oder ein ernsthafter Schaden im Sinne des § 4 Abs. 1 AsylG.
Der bloße Umstand, dass homosexuelle Handlungen unter Strafe gestellt sind, stellt als solcher noch keine Verfolgungshandlung in Gestalt einer unverhältnismäßigen oder diskriminierenden Strafverfolgung oder Bestrafung im Sinne des Art. 9 Abs. 1 und Abs. 2 Buchstabe c der EU-Qualifikations-RL bzw. des § 3 a Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 3 AsylG dar. Dagegen ist eine Freiheitsstrafe, mit der homosexuelle Handlungen bedroht sind und die im Herkunftsland, das eine solche Regelung erlassen hat, tatsächlich verhängt wird, als unverhältnismäßige oder diskriminierende Bestrafung zu betrachten und stellt somit eine Verfolgungshandlung dar (EuGH, a.a.O.).
Zur Anwendungspraxis des Art. 319 Strafgesetzbuch lässt sich dem Bericht des Auswärtigen Amtes (AA, Seiten 10 und 12) sowie der Antwort der Bundesregierung (ABR, Frage 29) entnehmen, dass der Artikel in Einzelfällen angewandt wird. Nach dem Bericht des Auswärtigen Amtes wurden im August 2015 sieben junge Männer, die nach Presseberichten „auf frischer Tat gestellt“ wurden, zu Freiheitsstrafen von jeweils sechs Monaten verurteilt. Laut Antwort der Bundesregierung vom 17.06.2016 gab es seit 2005 bis heute sieben Verurteilungen. Weiter wird dort ausgeführt, dass im Dialog der EU und ihrer Mitgliedstaaten mit der senegalesischen Regierung über die Abschaffung des Art. 319 Strafgesetzbuch erreicht wurde, dass die Regierung der Republik Senegal die Polizei- und Ermittlungsbehörden angewiesen hat, keine Strafverfolgung oder Anklage nur mehr wegen des Artikels 319 zu betreiben. Auch aus dem Bericht von Amnesty International (Amnesty Report 2016 Senegal) ergeben sich die Verurteilungen von sieben Männern wegen „widernatürlicher Handlungen“ zu sechs Monaten Haft und einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten im August 2015 sowie die Verurteilung eines Mannes ebenfalls wegen „widernatürlicher Handlungen“ zu sechs Monaten Gefängnis im Juli 2015.
Angesichts der Weisungslage betreffend die Strafverfolgungs- und Anklagepraxis sowie der geringen Anzahl von Verurteilungen ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass gerade der Kläger strafrechtlich verfolgt und verurteilt wird, als verschwindend gering einzuschätzen, auch wenn man berücksichtigt, dass von dem Asylbewerber eine Geheimhaltung seiner Homosexualität im Herkunftsland oder Zurückhaltung beim Ausleben seiner sexuellen Ausrichtung nicht erwartet werden kann (EuGH, a.a.O.).
Der Kläger hat eine homosexualitätsbedingte Verfolgung persönlich weder in eigener Person noch im Freundes- oder Bekanntenkreis erlebt. Grund für seine Ausreise im Jahr 2009 war nicht etwa die Furcht vor Verfolgung oder einem ernsthaften Schaden, sondern die ihm gebotene Möglichkeit, in Deutschland zu studieren. Demgemäß kann er sich nur allgemein auf die Lage Homosexueller in Senegal berufen, wie sie sich seiner Meinung nach darstellt.
Die in seinem Schriftsatz vom 01.02.2017 zitierten Internetmeldungen begründen nicht die Wahrscheinlichkeit, dass der Kläger damit rechnen muss, in Senegal wegen seiner sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt zu werden oder Übergriffen Dritter schutzlos ausgeliefert zu sein. Dies gilt insbesondere auch für den Fall, dass der Kläger eine auf Dauer angelegte Partnerschaft mit einem Mann eingeht und offen mit diesem zusammenlebt.
Die Schilderung des Ereignisses an der Universität in Dakar am 21.03.2016 belegt die Fähigkeit und Bereitschaft sowohl des Sicherheitspersonals der Universität als auch der Polizei, einen Homosexuellen vor einer Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure zu schützen. Die Meldung vom 01.08.2015 der Verurteilung eines bekannten senegalesischen Kolumnisten wegen homosexueller Akte zu sechs Monaten Gefängnis bestätigt nur, was sich auch aus dem Bericht des Auswärtigen Amtes ergibt, nämlich dass es in Einzelfällen noch zu homosexualitätsbedingten Verurteilungen kommt. Eine einzelne Verurteilung auf Grund besonderer Umstände - die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem öffentlichen Vorwurf einer Vergewaltigung - begründet aber nicht die Annahme einer generellen Gefahr für Homosexuelle, ebenfalls festgenommen und verurteilt zu werden, sobald sie ihre sexuelle Orientierung nicht mehr geheim halten. Der Bericht vom 27.12.2015 über die Festnahme von 11 Männern, die als Teil einer ungefähr 20 Menschen zählenden Hochzeitsgesellschaft an einer Hochzeitsfeier für ein schwules Paar teilgenommen hätten, dessen Vermählung in einer Schule des Ortes gefeiert worden sei, sagt über die genauen Umstände der Festnahme gerade dieser 11 Männer nichts aus. Die Wahl eines öffentlichen Gebäudes als Veranstaltungsort für eine homosexuelle Hochzeitsfeier lässt aber nicht auf eine verbreitete begründete Furcht vor strafrechtlicher oder sonstiger Verfolgung schließen. Außerdem zeigt die Veranstaltung einer Hochzeitsfeier, dass ein Zusammenleben zweier Männer in einer Partnerschaft offensichtlich möglich ist.
Soweit der Kläger geltend macht, er müsse auch mit Gewalttätigkeit von seinen Nachbarn und seiner Familie rechnen, es sei sogar nicht ausgeschlossen, dass ihn seine Familie umbringe oder umbringen lasse, um die „Schande“ zu tilgen, muss er sich zunächst auf die Möglichkeit verweisen lassen, nicht in sein bisheriges Umfeld, sondern in einen anderen Landesteil Senegals zurückzukehren (§ 3e Abs. 1, § 4 Abs. 3 AsylG).
Davon abgesehen findet Diskriminierung durch nichtstaatliche Akteure in der Öffentlichkeit sowie im familiären Rahmen zwar statt und wird vom Staat billigend in Kauf genommen (AA, Seite 12), nicht jede von nichtstaatlichen Akteuren ausgehende Diskriminierung stellt aber eine Verfolgungshandlung im Sinne von § 3a AsylG oder einen ernsthaften Schaden im Sinne von § 4 Abs. 1 AsylG dar. Der Bundesregierung sind Berichte bekannt, wonach Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Opfer physischer oder psychischer Gewalt, einschließlich sexueller Gewalt, geworden sind und der Staat nicht in der Lage oder willens war, Schutz davor zu bieten (§ 3a Abs. 2 Nr. 1, § 3b Abs. 1 Nr. 4, § 3c Nr. 3 AsylG). Dies betrifft aber vor allem zu Haftstrafen verurteilte Personen, die auf Grund der Überfüllung der Haftanstalten in Gemeinschaftszellen untergebracht und dort Opfer sexueller Gewalt werden (Antwort der Bundesregierung vom 17.06.2016, Frage 30). Zu diesem gefährdeten Personenkreis gehört der Kläger nicht, und es liegt an ihm, die von ihm angestrebte Bürgerrechtsarbeit für Homosexuelle so dezent zu gestalten, dass er nicht Gefahr läuft, zu einer Haftstrafe verurteilt zu werden.
Im Übrigen kann Personen, die ihre Zugehörigkeit zu einer sexuellen Minderheit in Senegal öffentlich machen, die Verletzung anderer Menschenrechte, einschließlich wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte, durch nichtstaatliche Akteure drohen, wobei derartige Menschenrechtsverletzungen vor allem Personen betreffen, die sich aktiv für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen (Antwort der Bundesregierung vom 17.06.2016, Frage 35). Auch wenn der Schutz der Angehörigen von Minderheiten durch staatliche Stellen nicht immer mit der gebotenen Entschlossenheit und angemessenen Durchsetzungskraft erfolgt (Antwort der Bundesregierung vom 17.06.2016, Frage 35), ist einschränkend zu berücksichtigen, dass nach Art. 9 Abs. 1 Buchstaben a und b der EU-Qualifikations-RL bzw. § 3a Abs. 1 Nrn. 1 und 2 AsylG eine Verletzung von Grundrechten nur dann eine Verfolgung darstellt, wenn sie von einer bestimmten Schwere ist (EuGH, a.a.O.). Nach diesen Bestimmungen muss eine Handlung, um als Verfolgung zu gelten, (Buchstabe a bzw. Nr. 1) auf Grund ihrer Art oder Wiederholung so gravierend sein, dass sie eine schwerwiegende Verletzung der grundlegenden Menschenrechte darstellt, insbesondere der Rechte, von denen nach Art. 15 Abs. 2 EMRK keine Abweichung zulässig ist, oder (Buchstabe b bzw. Nr. 2) in einer Kumulierung unterschiedlicher Maßnahmen, einschließlich einer Verletzung der Menschenrechte, bestehen, die so gravierend ist, dass eine Person davon in ähnlicher wie der in Buchstabe a bzw. Nr. 1 beschriebenen Weise betroffen ist. Nicht jede Verletzung der Grundrechte eines homosexuellen Asylbewerbers ist notwendigerweise so schwerwiegend (EuGH, a.a.O.). Insbesondere ist festzustellen, dass die Grundrechte, die spezifisch mit der sexuellen Ausrichtung verbunden sind - wie das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäß Art. 8 EMRK, gegebenenfalls in Verbindung mit Art. 14 EMRK -, nicht zu den Grundrechten gehören, von denen keine Abweichung möglich ist (EuGH, a.a.O.).
Erkenntnisse, dass (außerhalb von Haftanstalten) die einem Homosexuellen von nichtstaatlichen Akteuren drohenden Menschenrechtsverletzungen den Schweregrad einer Verfolgung im Sinne von § 3a Abs. 1 AsylG bzw. eines ernsthaften Schadens in Gestalt einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von § 4 Abs. 1 AsylG erreichen, liegen nicht vor. Insbesondere lässt sich den Erkenntnisquellen nicht entnehmen, dass homosexuelle Familienmitglieder von ihren Angehörigen „zur Tilgung der Schande“ getötet werden können, ohne dass der senegalesische Staat, auch wenn er Diskriminierungen billigend in Kauf nimmt, in der Lage und willens wäre, einen solchen „Ehrenmord“ zu verhindern.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die vom Kläger geäußerten Befürchtungen, insbesondere seine Annahme, er könne in Senegal nicht gefahrlos mit einem Mann partnerschaftlich zusammenleben, weder auf persönliche negative Erfahrungen noch auf die allgemeine Auskunftslage als objektive Grundlage gestützt werden können.
Die Klage wird daher mit der Kostenfolge des § 154 Abs. 1 VwGO, wonach der unterliegende Teil die Kosten des Verfahrens trägt, abgewiesen. Die Gerichtskostenfreiheit ergibt sich aus § 83b AsylG.