Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.11.1961&Aktenzeichen=VII%20ZR%20158/60
Timestamp: 2019-08-25 10:19:58
Document Index: 26387221

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 823', '§ 263', '§ 812', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', '§ 141']

BGH, 09.11.1961 - VII ZR 158/60 - dejure.org
https://dejure.org/1961,1938
BGH, 09.11.1961 - VII ZR 158/60 (https://dejure.org/1961,1938)
BGH, Entscheidung vom 09.11.1961 - VII ZR 158/60 (https://dejure.org/1961,1938)
BGH, Entscheidung vom 09. November 1961 - VII ZR 158/60 (https://dejure.org/1961,1938)
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Aufrechnung gegen die Rückforderung des unter Sittenverstoß Geleisteten durch den Konkursverwalter - Sittenwidrigkeit eines Darlehensvertrages aufgrund von Zinshöhe und ungewöhnlich hoher Sicherheiten
NJW 1962, 483
MDR 1962, 295
WM 1962, 112
Gäbe es diese Norm nicht und hätte der Gemeinschuldnerin ein - gemäß § 6 KO von dem Verwaltungs- und Verfügungsrecht des Klägers umfaßter - Bereicherungsanspruch auf Rückzahlung der 7.000 DM zugestanden, hätten die Beklagten gegen diesen Anspruch mit ihrem vor Konkurseröffnung entstandenen, aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB, aus Verschulden bei Vertragsschluß oder - nach einer Anfechtung wegen arglistiger Täuschung - aus § 812 BGB herzuleitenden Anspruch auf Rückzahlung des Einschusses aufrechnen können (vgl. BGH, Urt. v. 9. November 1961 - VII ZR 158/60, WM 1962, 112, 114).
Das unter Gesetzes- oder Sittenverstoß Geleistete kann auch der Konkursverwalter über das Vermögen des Leistenden nicht zurückfordern (Aufgabe von BGHZ 19, 338 = NJW 1956, 587 = LM § 817 BGB Nr. 7 L, und BGH, NJW 1962, 483 [BGH 09.11.1961 - VII ZR 158/60]).
In der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Auffassung vertreten worden, der Konkursverwalter könne das vom Gemeinschuldner unter Sitten- oder Gesetzesverstoß Geleistete trotz § 817 Satz 2 BGB zurückfordern (BGHZ 19, 338, 340; Urteil vom 9. November 1961 - VII ZR 158/60 - NJW 1962, 483 [BGH 09.11.1961 - VII ZR 158/60]).
Der VII. Zivilsenat ist dem gefolgt (Urteil vom 9. November 1961 aaO); der II. Zivilsenat hat in BGHZ 44, 1, 6 [BGH 06.05.1965 - II ZR 217/62] die Frage offengelassen.
Ähnlich ist in BGH NJW 1962, 483 [BGH 09.11.1961 - VII ZR 158/60] ausgeführt, es sei nicht einzusehen, daß dem Bereicherten selbst in dem Falle, daß er selbst gesetz- oder sittenwidrig gehandelt habe, sein verwerflicher Erwerb auf Kosten der Konkursgläubiger verbleibe.
Auch die Abweichung von dem Urteil des VII. Zivilsenats (NJW 1962, 483 [BGH 09.11.1961 - VII ZR 158/60]) veranlaßt keine Vorlage an den Großen Senat, weil das Bereicherungsrecht nach der Geschäftsverteilung jetzt nicht mehr in die Zuständigkeit des VII. Zivilsenats, sondern in die des erkennenden Senats fällt (s. dazu BGHZ 28, 16, 28).
Von dem Aufrechnungsverbot sind solche Forderungen nicht erfaßt, die ihrem Kern nach bereits bei Konkurseröffnung bestanden (vgl. dazu BGH, Urt. v. 9.11.1961 - VII ZR 158/60, MDR 1962, 295, 296; BGHZ 68, 379, 382; BGHZ 89, 189;… Urt. v. 28.11.1977 - II ZR 110/76, NJW 1978, 699, 700).
BGH, 03.03.1976 - VIII ZR 209/74
Unterschieben der Bürgschaftserklärung unter einen Darlehensvertrag - …
Die Zinsregelung kann vom Kläger nur in der Erkenntnis getroffen worden sein, daß sich der Hauptschuldner in sehr bedrängter Lage befand, die auf diese Weise ausgenutzt werden konnte (vgl. dazu BGH Urteile vom 22. Dezember 1953 - IV ZR 87/53 = BB 1954, 174; vom 15. Februar 1956 - IV ZR 180/55 = WM 1956, 459, 460; vom 9. November 1961 - VII ZR 158/60 = WM 1962, 112; vom 19. April 1971 - II ZR 79/69 = WM 1971, 857, 858).
Fallgestaltung wäre unbillig und nicht zu rechtfertigen (vgl. BGH NJW 1962, 483 [BGH 09.11.1961 - VII ZR 158/60] zu einem ähnlich gelagerten Fall im Zusammenhang mit § 817 Satz 2 BGB ).
BGH, 27.09.1962 - VII ZR 74/61
Anspruch auf den Rest einer Darlehensforderung gegen den Schuldner, über dessen …
Es kommt deshalb nicht darauf an, wie hoch die Zinsen waren, ob der Darlehensvertrag wegen der Höhe der Zinsen nichtig war (was übrigens einen Anspruch des Klägers auf Rückzahlung des Kapitals noch nicht ausschließen würde, RGZ 161, 52; BGH WM 1956, 459; 1962, 112) und ob es deshalb von vornherein nicht zu einer wirksamen Schuldmitübernahme gekommen ist, Ebenso ist gleichgültig, ob die verschiedenen vom Berufungsgericht angenommenen "Bestätigungen" des Schuldbeitritts im Hinblick auf § 141 BGB als jeweils neu vorgenommene Rechtsgeschäfte hätten beurteilt werden müssen und ob im Zeitpunkt der jeweiligen Bestätigung noch ein eigenes wirtschaftliches Interesse des Beklagten gegeben war.