Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1243.htm
Timestamp: 2018-11-17 22:15:35
Document Index: 269572758

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 28', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 40', '§ 4', '§ 5']

1.243 Brettachtal oberhalb Geddelsbach
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet "Brettachtal oberhalb Geddelsbach" vom 19. Dezember 2000 (GBl. v. 30.01.2001, S. 30).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Bretzfeld, Landkreis Hohenlohekreis, und Wüstenrot, Landkreis Heilbronn, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Brettachtal oberhalb Geddelsbach".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 25,7 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom Mai 1999 auf dem Gebiet der Gemeinde Bretzfeld, Hohenlohekreis, Gemarkung Geddelsbach,
Flur 0 (Geddelsbach), die Flurstücke Nrn.
27 Weg(Teil), 70/3 Weg, 76, 81, 84, 84/1 Weg, 89, 93/2, 94, 96, 180 Wa 2 Brettach (Teil), 628/4 -/6, 629, 631 632/1, 632/2; 633/1, 701 (Teil), 707 und
Flur 1 (Brettach), die Flurstücke Nrn.
370 Weg (Teil), 446/1., 449/1, 451/1, 452/1, 454 - 462: 463/1, 464; 465., 467, 468, 479/1, 506, 692/1 Brettach (Teil), 692/2 Brettach
und auf dem Gebiet der Gemeinde Wüstenrot, Landkreis Heilbronn, Gemarkung Maienfels,
Flur 0, die Flurstücke Nrn.
339, 342 - 347, 349, 349/1 Brettach (Teil), 350 - 355, die Brettach (Teil).
(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 07. Juni 1999 im Maßstab 1:25000 rot umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 07. Juni 1999 im Maßstab 1:2500 rot umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung, Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart, beim Landratsamt Hohenlohekreis in Künzelsau und beim Landratsamt Heilbronn in Heilbronn auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung der naturhaften, unbeeinträchtigten Brettach in ihrer Wildwasserausprägung als Lebensraum für seltene Vogelarten sowie
· die Erhaltung und Förderung der verschiedenen Auenwaldgesellschaften als Lebensbereich von gewässernahen, sehr seltenen Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten im Bereich des Keuperstufenrandes der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. Insbesondere sollen die Erlenwald-Gesellschaften mit Riesenschachtelhalm entlang der Brettach in Verbindung mit den Talwiesen gefördert werden.
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
5. Hunde frei und außerhalb der Wege laufen zu lassen.
3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern, sowie Gewässer zu verunreinigen;
5. Pflanzenschutzmittel oder Chemikalien zu verwenden.
2. das Gebiet außerhalb befestigter Wege, - im Wald außerhalb befestigter Wege von mindestens 2 Metern Breite - mit Fahrrädern zu befahren;
3. außerhalb des besonders ausgewiesenen Weges zu reiten;
6. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen;
7. die Brettach mit Booten oder Modellbooten zu befahren.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass:
4. Feldraine, Hecken, Gebüsche, Bäume, Röhrichtbestände nicht beeinträchtigt werden.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass die Erlen-Eschenwälder als natürliche Pflanzengesellschaften der Bachaue durch Zurückdrängen der Fichte gefördert werden.
(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass Hochsitze und Jagdleitern nur aus naturbelassenem Holz errichtet werden dürfen.
(4) Für die Ausübung der Fischerei gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und in bisherigem Umfang erfolgt.
(5) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung; ausgenommen sind Maßnahmen nach § 4 Abs. 5 Ziffer 7.
Schutz und Pflegemaßnahmen
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung - im Wald im Einvernehmen mit dem Staatlichen Forstamt - festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Gleichzeitig treten die Verordnungen des Landratsamts Öhringen über das Landschaftsschutzgebiet "Brettach- und Heimbachtal mit angrenzenden Höhenzügen" vom 15, Januar 1963 (Hohenloher Zeitung vom 25. Januar 1963) sowie des Landratsamts Heilbronn über das Landschaftsschutzgebiet ”Burgfrieden - Oberes Dachsbachtal" vom 15. Februar 1985 (Amtsblatt Stadt- und, Landkreis Heilbronn vom 28. Februar 1985) für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
Stuttgart, den 19. Dezember 2000