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Timestamp: 2016-10-22 19:54:32
Document Index: 204122887

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'BGE', 'Art. 686', 'Art. 702', 'Art. 684', 'BGE', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'BGE', 'Art. 684', 'BGE', 'Art. 141', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 686', 'Art. 702', 'Art. 141']

83 II 38452. Urteil der II. Zivilabteilung vom 3. Oktober 1957 i.S. Seidenstoffwebereien vormals Gebr�der Naef AG gegen Stierli.
Droit de voisinage; immission excessive constitu�e par du bruit (art. 684 CC) dans l'exploitation d'une entreprise de tissage. Fait et droit. Obligation de supporter le bruit li� normalement � l'exploitation d'une entreprise d�termin�e? Immission non justifi�e eu �gard � la situation et la nature des immeubles ou � l'usage local. Importance d'une r�glementation sur les constructions qui attribue le fonds sur lequel se trouve la fabrique � la zone industrielle. Augmentation du bruit � la suite de l'agrandissement et de la modernisation de l'entreprise; pr�visibilit� de ce d�veloppement. Comparaison avec d'autres bruits. L'autorit� cantonale a-t-elle examin� de fa�on d�fectueuse la n�cessit� et la possibilit� d'ex�cuter les mesures de protection qu'elle a ordonn�es, en particulier leur compatibilit� avec les exigences de l'hygi�ne de la fabrique? Obligation de recourir � une expertise? Faits � partir de page 384
A.- Die Firma Seidenstoffwebereien vormals Gebr�der Naef AG betreibt auf einem 180 m langen und 40-60 m breiten Grundst�ck mitten im Dorfe Affoltern a.A. eine Seidenweberei. Der Betrieb bestand schon im Jahre 1867. Die Fabrikanlange umfasste damals ein "Gewerbshaus" BGE 83 II 384 S. 385mit Dampfkesselanlage und Hochkamin. Heute sind in einem ungef�hr 130 m langen Fabrikgeb�ude, das aus einem �lteren Westfl�gel und einem anfangs der Vierzigerjahre dieses Jahrhunderts erstellten Ostfl�gel besteht, neben B�ros und Lagerr�umen sechs Webs�le mit insgesamt etwa 250 Webst�hlen eingerichtet. Unter diesen Maschinen finden sich 60 automatische, die in den Jahren 1949/50 angeschafft wurden und im zweiten Stock des Ostfl�gels des Fabrikgeb�udes stehen. Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet die Belegschaft dieser Fabrik in zwei Schichten von morgens 5 Uhr bis abends 10 Uhr.
N�rdlich vom Ostabschnitt des Fabrikgel�ndes, von diesem durch einen �ffentlichen Fussweg getrennt, liegt das Grundst�ck des Schmiedmeisters Bernhard Stierli, das dessen Vater im Jahre 1902 gekauft hatte. Auf diesem Grundst�ck steht hart am Gemeindefussweg das von Stierli benutzte, im Jahre 1867 erbaute Wohnhaus mit Schmiedwerkst�tte.
B.- Im Jahre 1951 liess die Firma Seidenstoffwebereien vormals Gebr�der Naef AG eine neues Bauvorhaben ausschreiben. Hierauf leitete Stierli am 13. Juli 1951 gegen sie Klage ein mit den Begehren, die Ausf�hrung der geplanten Baute sei ihr zu untersagen; ferner sei sie zu verpflichten, den von ihren bisherigen Bauten ausgehenden Fabrikl�rm zu beseitigen, eventuell durch Erstellung einer geeigneten Klimaanlage einzud�mmen. Das erste Begehren fand seine Erledigung dadurch, dass die Beklagte ihr Projekt �nderte und sich zu Massnahmen verpflichtete, mit denen der Kl�ger sich zufrieden gab. Streitig blieb nur das zweite, gegen den L�rm aus den bestehenden Fabrikgeb�uden gerichtete Begehren. Das Bezirksgericht nahm an, dass der durch die Webst�hle bei offenen Fenstern erzeugte L�rm in der Wohnung des Kl�gers das Mass dessen �berschreite, was in dem betreffenden, vorwiegend Wohncharakter tragenden Dorfteil von Affoltern geduldet werden m�sse. Durch Schliessung der dem Grundst�ck des Kl�gers zugekehrten Fenster der Fabrik werde der L�rm BGE 83 II 384 S. 386gen�gend ged�mpft. Die Beklagte sei daher zu dieser Massnahme zu verpflichten. Diese Auflage werde indessen zur Folge haben, dass die Beklagte im Interesse der Arbeiterschaft und des Fabrikationsprozesses Vorkehren treffen m�sse, deren Planung und Verwirklichung eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werde. F�r diese Zwischenzeit sei der Beklagten das Offenhalten der Fenster in beschr�nktem Umfange noch zu gestatten. Demgem�ss erkannte das Bezirksgericht am 10. September 1955, die Beklagte habe auf der Nordseite der �stlichen Webs�le des bestehenden Fabriktraktes in der Zeit bis zu den Sommer-Betriebsferien 1956 jeweilen bis 7 Uhr morgens und ab 6 Uhr abends s�mtliche Fenster und in den dazwischen liegenden Tagesstunden wenigstens die Seitenfl�gel (also nicht auch die obern Fl�gel) geschlossen zu halten; nach Ende der erw�hnten Betriebsferien seien die Fenster w�hrend der ganzen Arbeitszeit vollst�ndig geschlossen zu halten.
Das Obergericht des Kantons Z�rich, an das die Beklagte appellierte, hat diese mit Urteil vom 30. November 1956 verpflichtet, die Nordfenster der �stlichen Webs�le w�hrend der ganzen Arbeitszeit vollst�ndig geschlossen zu halten mit Ausnahme von je 10 Minuten st�ndlich vom Stundenschlag an zwischen 7 Uhr und 20 Uhr 10. Es nahm an, das �ffnen der Fenster w�hrend dieser kurzen Zeitspannen setze den Beklagten keiner unzumutbaren L�rmeinwirkung aus und gew�hrleiste eine gen�gende L�ftung der Fabrikr�ume, so dass der Beklagten keine �bergangsfrist zur Anordnung anderer Massnahmen zum Schutze der Arbeiter einger�umt zu werden brauche.
C.- Mit ihrer Berufung an das Bundesgericht beantragt die Beklagte, sie sei bloss zu verpflichten, auf der Nordseite der �stlichen Webs�le die zwei �stlichsten Fenster w�hrend der ganzen Arbeitszeit und in der Zeit von 5 bis 7 Uhr und von 19 bis 22 Uhr s�mtliche Fenster mit Ausnahme der kleinen Oberfl�gel geschlossen zu halten; im �brigen sei die Klage abzuweisen; eventuell sei ihr eine Frist bis zum 1. Oktober 1958 einzur�umen, innert der sie BGE 83 II 384 S. 387die wegen der Schliessung aller Fenster notwendig werdenden organisatorischen und betrieblichen �nderungen vorbereiten und durchf�hren k�nne.
Der Kl�ger schliesst auf Best�tigung des angefochtenen Urteils.
Das Kassationsgericht des Kantons Z�rich hat die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde der Beklagten gegen das obergerichtliche Urteil am 7. Mai 1957 abgewiesen.
Die Vorinstanz hat auf Grund eigener, mit aller Sorgfalt durchgef�hrter Beobachtungen festgestellt, dass der von der Fabrik der Beklagten bei offenen Fenstern ausgehende gleichf�rmige L�rm, den der obergerichtliche Referent als lautes, hartes "Tsch�ddern" bezeichnete und der mit zwei kurzen Unterbr�chen t�glich 17 Stunden dauert, sich im Hause des Kl�gers sehr st�rend bemerkbar mache und namentlich wegen seiner Dauer unertr�glich sei; er m�sse zu einer st�ndigen Belastung und Reizung der Nerven, zu einer St�rung des Wohlbefindens und schliesslich der Gesundheit f�hren. Diese Feststellung betrifft tats�chliche Verh�ltnisse (vgl. BGE 44 II 471, 51 II II 402 u. dortige Hinweise, BGE 56 II 360, BGE 58 II 118, BGE 79 II 50) und ist daher gem�ss Art. 63 Abs. 2 OG f�r das Bundesgericht verbindlich. Die Beklagte versucht denn auch nicht, sie anzufechten, sondern macht lediglich geltend, der L�rm ihrer Fabrik stelle gleichwohl keine �berm�ssige Einwirrkung im Sinne von Art. 684 ZGB dar, weil er nicht gr�sser als der L�rm anderer Webereien und deshalb "normal" sei, und weil er zudem von einem in der Industriezone gelegenen Betrieb ausgehe, so dass die Einwirkung durch die Lage und Beschaffenheit der Grundst�cke und den Ortsgebrauch (Art. 684 Abs. 2 ZGB) gerechtfertigt werde; dass der L�rm infolge Vermehrung der Webst�hle und wegen der Anschaffung moderner, leistungsf�higerer Maschinen seit den Vierzigerjahren zugenommen habe, sei nur die Folge der allgemeinen, schrittweise BGE 83 II 384 S. 388vor sich gehenden und voraussehbaren Entwicklung, mit deren Auswirkungen der Nachbar sich abfinden m�sse; ihre Weberei habe bereits alle Z�ge einer industriellen Grossanlage aufgewiesen, als der Vater des Kl�gers die heute diesem geh�rende Liegenschaft gekauft habe; der Kl�ger habe im �brigen auch heute keinen gr�sseren L�rm zu ertragen, als er in den St�dten in vielen B�ros sogar bei geschlossenen Fenstern auftrete; dem Ruhebed�rfnis des Kl�gers, der bei seinem Beruf selber starken L�rm erzeuge, lasse sich durch die im Berufungsantrag umschriebene, schon vor Obergericht vorgeschlagene, von von diesem aber nicht allseitig �berpr�fte L�sung in gen�gender Weise Rechnung tragen; die Vorinstanz mache dem Fabrikbetrieb schwerere Auflagen, als der Experte Haller sie f�r n�tig halte; sie habe ausserdem die nach Art. 684 ZGB erforderliche Abw�gung der konkreten Interessen der Parteien unterlassen und insbesondere das �ffentliche Interesse an der Aufrechterhaltung des Fabrikbetriebs und an der Sicherung hygienischer Arbeitsbedingungen, das dem Privatinteresse des Kl�gers vorgehe, nicht geb�hrend ber�cksichtigt und nicht geh�rig abgekl�rt, ob die vorgesehene st�ndliche L�ftung den hygienischen Anforderungen gen�ge. Mit diesen Ausf�hrungen vermag jedoch die Beklagte die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die L�rmeinwirkung �berm�ssig sei und dass die Beklagte, um hinl�ngliche Abhilfe zu schaffen, die Nordfenster der �stlichen Webs�le ausserhalb der ihr zugestandenen L�ftungspausen w�hrend der ganzen Betriebszeit geschlossen halten m�sse, nicht umzustossen.
a) Die Behauptung, dass der L�rm ihrer Fabrik f�r einen Betrieb solcher Art "normal" sei, kann der Beklagten nicht helfen, weil die Nachbarschaft auch diejenigen St�rungen, die mit einem bestimmten Gewerbe normalerweise verbunden sind, insoweit nicht dulden muss, als sie im Sinne von Art. 684 Abs. 2 ZGB, der einige besonders wichtige Beispiele �berm�ssiger Einwirkung hervorhebt, nach Lage und Beschaffenheit der Grundst�cke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigt sind.BGE 83 II 384 S. 389
Die Lage und die Beschaffenheit der Grundst�cke der Parteien kennzeichnet das Bezirksgericht, auf dessen Erw�gungen die Vorinstanz ausdr�cklich hinweist, mit der Feststellung, diese Grundst�cke seien in einem Wohnquartier mit landwirtschaftlichem und gewerblichem Einschlag gelegen, in welchem die Fabrik der Beklagten das einzige industrielle Unternehmen sei. Das Vorliegen eines Ortsgebrauches, welcher der Beklagten die heutige, durch Vergr�sserung und Modernisierung ihres Betriebs im Jahrzehnt 1941/1950 verst�rkte L�rmerzeugung erlauben w�rde, wird von der Vorinstanz verneint. Auf Grund dieser Feststellungen, die tats�chlicher Natur sind (vgl. BGE 79 II 50 Erw. 3), hat die Vorinstanz die heute von der Fabrik der Beklagten ausgehende, f�r die Bewohner des Hauses des Kl�gers unertr�gliche L�rmeinwirkung mit Recht als im Sinne von Art. 684 Abs. 2 ZGB nicht gerechtfertigt und mithin �berm�ssig bezeichnet.
b) Die Bauordnung, welche die Gemeinde Affoltern am 7. Juli/16. September 1955, also w�hrend des vorliegenden Prozesses, erlassen hat, weist die Liegenschaft der Beklagten freilich der Industriezone zu. Entgegen der Auffassung der Beklagten hat jedoch die Einteilung eines Gebietes in Bauzonen keineswegs die Bedeutung, dass dadurch die Lage der Grundst�cke und der Ortsgebrauch im Sinne des Art. 684 Abs. 2 ZGB in von Bundesrechts wegen verbindlicher Weise bestimmt w�rden. Bei der Anwendung dieser Gesetzesvorschrift hat der Richter auf die tats�chlichen Verh�ltnisse abzustellen, die mit der vorab f�r die Zukunft gedachten Zoneneinteilung durchaus nicht �bereinzustimmen brauchen. Zudem besagt eine Bauordnung ja ohnehin nur, was und wie in den verschiedenen Zonen gebaut werden darf, und nicht, welche Einwirkungen durch L�rm und andere St�rungen auf Nachbargrundst�cke erlaubt seien. Auf jeden Fall k�nnten Kantone und Gemeinden durch ihre Baugesetzgebung nicht den Art. 684 ZGB dadurch ausser Kraft setzen, dass sie Einwirkungen erlauben w�rden, die angesichts der tats�chlichen Lage eines Grundst�cks und des wirklichen Ortsgebrauchs, d.h. dessen, was BGE 83 II 384 S. 390am betreffenden Ort in Wirklichkeit �blich ist, ungerechtfertigt sind. Wenn in BGE 74 I 153 /54 beil�ufig bemerkt wurde, die Eigent�mer von Wohnh�usern in einem der Industriezone zugewiesenen Gebiet h�tten von Seiten der Gewerbebetriebe ein in ausgesprochenen Wohnquartieren nicht erlaubtes Mass von l�stigen Einwirkungen durch L�rm, Rauch usw. hinzunehmen, so kann dies nicht bedeuten, dass es bei Beurteilung der Frage, welche Einwirkungen die Eigent�mer von Wohnh�usern innerhalb oder in der Umgebung eines solchen Gebietes im einzelnen Falle zu dulden haben, nicht auf die tats�chlichen Verh�ltnisse am betreffenden Orte, sondern einfach darauf ankomme, dass das in Frage stehende Gebiet (sei es auch erst nach Erstellung der Wohnh�user) der Industriezone zugeteilt wurde. Ebensowenig wird die Auffassung der Beklagten durch die von ihr angerufenen Art. 686 Abs. 2 und Art. 702 ZGB gest�tzt. Diese Bestimmungen erlauben den Kantonen und Gemeinden nur, dem Grundeigentum Beschr�nkungen aufzuerlegen, die �ber die im ZGB vorgesehenen hinausgehen, nicht aber, die vom Zivilrecht gesetzten Schranken zu lockern oder aufzuheben.
Das will nicht heissen, dass den Baugesetzen f�r die Anwendung von Art. 684 ZGB �berhaupt keine Bedeutung zukomme. Bei der Ermittlung der tats�chlichen Verh�ltnisse, die f�r die rechtliche Beurteilung der l�stigen Einwirkungen massgebend sind, kann der Richter sie als Indizien in Betracht ziehen (vgl. BGE 40 II 449). Ihre W�rdigung unter diesem Gesichtspunkte steht jedoch ausschliesslich dem kantonallen Richter zu, weil es sich dabei eben um die Feststellung tats�chlicher Verh�ltnisse handelt. Von Bundesrechts wegen ist daher nichts dagegen einzuwenden, dass die Vorinstanz auf die Bauordnung nicht entscheidend abgestellt hat. H�tte die Vorinstanz diesem Erlass die ihm von der Beklagten zugeschriebene Bedeutung beigemessen und die tats�chliche Lage und Beschaffenheit der beteiligten Grundst�cke sowie den wirklichen Ortsgebrauch nicht beachtet, so w�re im Gegenteil BGE 83 II 384 S. 391gerade dies als Bundesrechtsverletzung zu r�gen gewesen. Die Vorinstanz musste nach Art. 684 ZGB, wie sie es getan hat, dem von ihr festgestellten Umstande Rechnung tragen, dass das der Industriezone zugewiesene Grundst�ck der Beklagten rings umgeben ist von einem nichtindustriellen Gebiet, das zum Wohnen und zum Betrieb von Gewerbe und Landwirtschaft benutzt wird. Ebenso beruht es auf einer zutreffenden Auslegung von Art. 684 ZGB, wenn sie bei Ermittlung des Ortsgebrauchs ber�cksichtigte, dass die Fabrik der Beklagten nicht von jeher so starken L�rm erzeugt hat wie heute, sondern dass der Fabrikl�rm, wie die Beklagte zugeben muss, durch die Erweiterung und Modernisierung des Betriebs im Jahrzehnt 1941/1950 (namentlich durch die 1949/50, also nur 1-2 Jahre vor Beginn dieses Prozesses erfolgte Anschaffung von 60 automatischen Webst�hlen) betr�chtlich vermehrt worden ist.
c) Es kann nicht anerkannt werden, dass die mit der Erweiterung und technischen Modernisierung eines Betriebs verbundene Vermehrung des L�rms von den Nachbarn ohne weiteres hinzunehmen sei. Bei solchen Massnahmen ist auf die Nachbarn R�cksicht zu nehmen. Auf jeden Fall verm�gen solche Massnahmen eine verst�rkte L�rmeinwirkung dann nicht zu rechtfertigen, wenn der L�rm dadurch f�r die Bewohner der Nachbarschaft unertr�glich wird, wie es hier zutrifft, und wenn den betroffenen Nachbarn nicht entgegengehalten werden kann, ihre Grundst�cke seien zu einer Zeit �berbaut worden, da die eingetretene Entwicklung bereits vorauszusehen war. Dass im Jahre 1867, als das heute dem Kl�ger geh�rende Haus gebaut wurde, mit der Entwicklung des Betriebs der Beklagten habe gerechnet werden k�nnen, die sich zwischen 1940 und 1950 vollzog, behauptet die Beklagte mit Recht selber nicht. Wie es sich in dieser Hinsicht im Jahre 1902 verhalten habe, als der Vater des Kl�gers das Haus kaufte, ist unerheblich, weil es bei Beurteilung der Frage, wieweit die mit der Entwicklung eines Betriebs verbundene L�rmzunahme wegen Voraussehbarkeit dieser Entwicklung zu BGE 83 II 384 S. 392dulden sei, eben nicht darauf ankommt, wann das der L�rmeinwirkung ausgesetzte Grundst�ck vom derzeitigen Eigent�mer oder seinem Gesamtrechtsvorg�nger erworben wurde, sondern darauf, wann es der gegenw�rtigen Benutzungsart gewidmet wurde. Dementsprechend wurde im Falle BGE 40 I Nr. 52 verschiedenen Nachbarn eines Bundesbahnhofs die Duldung des durch eine Erweiterung der Bahnanlagen verursachten zus�tzlichen L�rms deshalb zugemutet, weil nicht nur der Erwerb, sondern auch schon die Erstellung ihrer Wohnh�user in eine Zeit fiel, da die Bahn bereits bestand (S. 455).
d) Der Hinweis auf den (Strassen-)L�rm, dem man in den St�dten vielerorts ausgesetzt ist, kann der Beklagten nicht helfen. Solche Vergleiche sind unvereinbar mit Art. 684 ZGB, wonach die Frage, welche Einwirkungen zu dulden sind, nach den �rtlichen Verh�ltnissen zu beurteilen ist. Im �brigen geben die Phonzahlen, auf welche die Beklagte bei ihrem Vergleich abstellt, nur die Lautst�rke an und sagen nichts �ber die Art des L�rms, die dessen Wirkung auf den Menschen in sehr wesentlichem Masse mitbeeinflusst.
Unbehelflich ist auch der Hinweis der Beklagten auf den L�rm, den der Kl�ger m seiner Schmiede selber erzeugt. Wie die Vorinstanz feststellt, entsteht dieser L�rm - im Gegensatz zu dem von der Beklagten erzeugten Dauerl�rm - immer nur f�r kurze, nach Minuten z�hlende Zeit. Es handelt sich also um einen L�rm, der einerseits ertr�glich und anderseits nicht geeignet ist, den von der Fabrik der Beklagten ausgehenden L�rm zu �berdecken.
e) Der Vorinstanz kann nicht vorgeworfen werden, sie habe dadurch Bundesrecht verletzt, dass sie die Interessen der Beklagten und die �ffentlichen Interessen an der Aufrechterhaltung des Fabrikbetriebs und an der Sicherung hygienischer Arbeitsbedingungen nicht geb�hrend ber�cksichtigt und die Durchf�hrbarkeit der von ihr gefundenen L�sung nicht geh�rig gepr�ft habe. Die Vorinstanz hat in rechtlich durchaus zutreffender Weise ausgef�hrt, die von BGE 83 II 384 S. 393der Beklagten unterstrichene volkswirtschaftliche Bedeutung ihres Betriebs gebe ihr nicht das Recht, in der geschilderten Weise, d.h. durch Erzeugung eines f�r die Anwohner unertr�glichen L�rms, auf die Nachbargrundst�cke einzuwirken, zumal wenn Abhilfe m�glich sei, ohne dass der Betrieb dadurch unm�glich werde. Ihre Feststellung, dass die im angefochtenen Urteil getroffene Regelung, wonach die Nordfenster der �stlichen Webs�le nur w�hrend bestimmter L�ftungspausen ge�ffnet werden d�rfen, den Betrieb nicht verunm�gliche, sondern den hygienischen Anforderungen gen�ge, ist im wesentlichen tats�chlicher Natur. Man kann nicht sagen, dass sie der allgemeinen Erfahrung widerspreche. Es kann aber auch keine Rede davon sein, dass die Vorinstanz, indem sie es unterliess, diesen Punkt durch einen Sachverst�ndigen untersuchen zu lassen, eine bundesrechtliche Beweisvorschrift verletzt habe. Wo das Bundesrecht die Beiziehung Sachverst�ndiger nicht vorschreibt (wie etwa in Art. 141 und 374 Abs. 2 ZGB), ist es eine Frage des kantonalen Prozessrechts, wieweit der kantonale Richter auf seine eigene Sachkenntnis abstellen darf (BGE 58 II 118). Verf�hrt er beim Entscheid hier�ber willk�rrlich, wie es die Beklagte der Vorinstanz vorwirft, so kann dies nur durch staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 4 BV, nicht durch Berufung ger�gt werden. Im �brigen ist mit dem Kassationsgericht darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz den Parteien Gelegenheit gegeben hat, sich zu der von ihr in Aussicht genommenen L�sung auszusprechen, und dass die Beklagte daraufhm nicht etwa behauptet hat, die Frage, ob diese L�sung durchf�hrbar sei, k�nne ohne Anh�rung eines Fachmannes nicht zutreffend beurteilt werden. Sie machte nicht einmal geltend, die vorgesehenen L�ftungspausen seien aus hygienischen Gr�nden ungen�gend, sondern ihr Verwaltungsratspr�sident brachte auf die ausdr�ckliche Frage, wie er sich zu dieser L�sung stelle, nur vor, er habe den Eindruck, "dass dies aus organisatorischen Gr�nden nicht gemacht werden kann", weil die BGE 83 II 384 S. 394Beklagte doch nicht extra eine Person f�r das �ffnen und Schliessen der Fenster anstellen k�nne. Um so weniger darf die Beklagte der Vorinstanz heute vorwerfen, sie habe die fabrikhygienischen Erfordernisse ungen�gend abgekl�rt. Auf den Einwand, dass die st�ndliche L�ftung organisatorisch nicht durchf�hrbar sei, kommt sie mit Recht nicht mehr zur�ck; es handelt sich auch hier zur Hauptsache um eine Tatfrage. Demnach hat das Bundesgericht davon auszugehen, dass die von der Vorinstanz getroffene Regelung durchf�hrbar sei, so dass sich die Frage, ob der Beklagten die Schliessung des Betriebs zugemutet werden k�nnte, nicht stellt. Ebensowenig ist, wenn die vorgesehene st�ndliche L�ftung gen�gt, die Frage der Erstellung einer Klimaanlage zu er�rtern.
f) Schliesslich trifft auch nicht zu, dass die Vorinstanz mangelhaft abgekl�rt habe, ob die von der Beklagten heute vorgeschlagene L�sung (Schliessung der beiden �stlichsten Fenster w�hrend der ganzen Arbeitszeit, Schliessung der �brigen Fenster mit Ausnahme der kleinen Oberfl�gel fr�hmorgens und sp�tabends) dem Ruhebed�rfnis des Kl�gers gen�gend Rechnung tr�ge ... (Ausf�hrungen dar�ber, dass das Ergebnis der beim Augenschein durchgef�hrten Versuche die Vorinstanz zur Annahme berechtigte, nur die im angefochtenen Urteil getroffene Regelung sch�tze den Kl�ger gen�gend).
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichtes des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 30. November 1956 best�tigt.
Art. 686 Abs. 2 und Art. 702 ZGB suite... ,
Art. 141 und 374 Abs. 2 ZGB,