Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%202231
Timestamp: 2020-02-27 15:25:15
Document Index: 238904574

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', '§ 880', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', '§ 1', '§ 7', '§ 11', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 13', '§ 11', '§ 823', '§ 288', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.05.1996 - IX ZR 50/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,1198
BGH, 09.05.1996 - IX ZR 50/95 (https://dejure.org/1996,1198)
BGH, Entscheidung vom 09.05.1996 - IX ZR 50/95 (https://dejure.org/1996,1198)
BGH, Entscheidung vom 09. Mai 1996 - IX ZR 50/95 (https://dejure.org/1996,1198)
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Grundpfandrecht - Anfechtbare Einräumung - Beseitigungsanspruch - Anfechtung einer Grundschuld - Miteigentümer als Gesamtgläubiger
Anspruch auf Beseitigung eines anfechtbar eingeräumten Grundpfandrechts nur bei besonderen erschwerenden Umständen
Inhalt des Anfechtungsanspruchs und Verhältnis zum Schadensersatzanspruch aus unerlaubter Handlung
NJW 1996, 2231
ZIP 1996, 1178
MDR 1996, 1062
DNotZ 1997, 710
VersR 1997, 355
WM 1996, 1245
Ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB kommt nach der Rechtsprechung des Senats in Betracht, wenn der Schuldner planmäßig mit eingeweihten Helfern zusammenwirkt, um sein wesentliches Vermögen dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen (BGHZ 130, 314, 331; BGH, Urt. v. 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, NJW 1996, 2231).
Da die Insolvenzanfechtung regelmäßig weniger einschneidende Rechtsfolgen als eine Schadensersatzforderung vorsieht, müssen besondere erschwerende Umstände hinzutreten (BGH, Urteil vom 13. Juli 1995 - IX ZR 81/94, BGHZ 130, 314, 330; vom 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, ZIP 1996, 1178, 1179).
§ 11 AnfG umschreibt mit den Begriffen "veräußert, weggegeben oder aufgegeben" eine Beschränkung des Anspruchs nach Art und Umfang darauf, was zur Befriedigung des anfechtenden Gläubigers nötig ist (vgl. dazu BGH-Urteil vom 9. Mai 1996 IX ZR 50/95, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1996, 2231).
"Geht einem Grundpfandrecht des Anfechtungsgläubigers ... ein anfechtbar erlangtes dingliches Recht eines anderen an dem Grundstück vor, so begründet der Anfechtungsanspruch ... in der Regel die schuldrechtliche Verpflichtung des Anfechtungsgegners, dem Recht des Anfechtungsgläubigers in entsprechender Anwendung des § 880 BGB den Vorrang einzuräumen" (BGH-Urteil in NJW 1996, 2231).
Diese setzt über den Anfechtungstatbestand hinaus besonders erschwerende Umstände voraus (BGHZ 130, 314, 330;… BGH, Urt. v. 12. Februar 1996 - II ZR 279/94, NJW 1996, 1283; v. 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, NJW 1996, 2231, 2232).
Solche Umstände können indes vorliegen, wenn der Schuldner und sein eingeweihter Ehegatte planmäßig zusammenwirken, um das pfändbare Schuldnervermögen dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen (BGHZ 130, 314, 331; BGH, Urt. v. 9. Mai 1996, aaO).
Geht einem Sicherungsrecht des Anfechtungsgläubigers ein anfechtbar erworbenes dingliches Recht eines anderen an einem Grundstück vor, so begründet der Anfechtungsanspruch nach § 7 AnfG grundsätzlich (nur) die schuldrechtliche Verpflichtung des Anfechtungsgegners, von seinem anfechtbar erlangten Recht keinen Gebrauch zu machen (BGHZ 130, 314, 324 ff; BGH, Urt. v. 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, WM 1996, 1245, 1246).
Inhaltlich wird der Bereitstellungsanspruch gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 AnfG durch das Befriedigungsbedürfnis des konkreten anfechtenden Gläubigers ausgestaltet (vgl. BGH, Urteil vom 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, ZIP 1996, 1178, 1179 unter 1;… Jaeger, aaO § 1 Anm. 3 und § 7 Anm. 2;… Onusseit, aaO § 11 Rn. 12 und 14).
Weiter kommt ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB nach der Rechtsprechung des Senats in Betracht, wenn der Schuldner planmäßig mit eingeweihten Helfern zusammenwirkt, um sein wesentliches Vermögen dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen (BGH, Urteil vom 13. Juli 1995 - IX ZR 81/94, BGHZ 130, 314, 331 mwN; vom 9. Mai 1996 - IX ZR 50/95, NJW 1996, 2231, 2232;… vom 16. November 2007 - IX ZR 194/04, BGHZ 174, 228 Rn. 16).
Das von der Hypothek zur Eigentümergrundschuld gewordene Grundpfandrecht in Gesamtgläubigerschaft stellt sich allerdings in der Hand des einen Bruchteilsinhabers als Eigentümergrundschuld am eigenen Miteigentumsanteil und als Fremdgrundschuld am Miteigentumsanteil des anderen dar (vgl. BGH, Urt. v. 09.05.1996 - IX ZR 50/95, WM 1996, 1245, jurisTz. 19 mwN).
Der Gläubiger hat lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch, dass das Recht des Anfechtungsgegners bei der Zwangsvollstreckung nicht berücksichtigt wird (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juli 1995 - IX ZR 81/94 = BGHZ 130, 314 Rn 22, BGH, Urteil vom 09. Mai 1996 - IX ZR 50/95 Rn 9;… Huber, aaO, § 11 Rn 21; § 13 Rn 25;… Kirchhof, aaO, § 11 Rn 68).
Soweit sich im Einzelfall aus § 823 II BGB i.V.m. § 288 StGB bzw. § 826 BGB ein entsprechender Anspruch ergeben kann, wenn bei einer sittenwidrigen vorsätzlichen Schädigung der Schuldner planmäßig mit eingeweihten Dritten zusammenwirkt, um sein wesentliches pfändbares Vermögen dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen (BGH, Urt. vom 09. Mai 1996 - IX ZR 50/95 Rn 11; BGHZ 130, 314, Rn 49 ff), entspricht der Klägervortrag nicht den hohen Anforderungen an ein kollusives Zusammenwirken.
Dies kann etwa anzunehmen sein, wenn der Schuldner mit eingeweihten Dritten zusammenwirkt, um auf diese Weise sein wesentliches Vermögen dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen (vgl. BGH NJW 1996, 2231).
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