Source: https://www.weka.at/arbeitssicherheit/Demo-Dokumente/MAK-Werte
Timestamp: 2020-05-30 19:24:29
Document Index: 300514936

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 2', '§ 4', '§ 45', '§ 2', '§ 41']

MAK-Werte - Arbeitssicherheit Profi
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Dokument-ID: 286747
Als MAK-Werte werden die in Anhang I der Grenzwerteverordnung angeführten Werte festgelegt (siehe Anhang I – Stoffliste, Spalte 2).
Definition MAK-Werte
Der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) (§ 45 Abs 1 ASchG, § 2 GKV 2018) ist der Mittelwert in einem bestimmten Beurteilungszeitraum, der die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz angibt.
MAK-Werte werden für gesunde Personen im erwerbsfähigen Alter festgelegt. Bei Einhaltung der MAK-Werte wird im Allgemeinen die Gesundheit von Arbeitnehmer/innen nicht beeinträchtigt und diese werden nicht unangemessen belästigt.
Als MAK-Werte gelten sowohl
Tagesmittelwerte (Acht-Stunden-Mittelwerte) als auch
Kurzzeitwerte, die zur Begrenzung von kurzzeitigen Expositionen vorgesehen sind.
In der Regel sind als MAK-Werte neben Tagesmittelwerten (TMW) auch Kurzzeitwerte (KZW) festgelegt.
Momentanwerte (Mow) sind Kurzzeitwerte, deren Höhe im Beurteilungszeitraum zu keiner Zeit überschritten werden darf (nach dem Stand der Technik kürzestmögliche Mess- oder Anzeigezeit des Messverfahrens) – § 4 Abs 4 GKV 2018.
Ab 01.01.2014 gilt für Quarz ein Tagesmittelwert.
Sowohl Tagesmittelwerte als auch Kurzzeitwerte sind nebeneinander in den vorgegebenen Rahmenbedingungen (Häufigkeit, Beurteilungszeitraum; ppm, mg/m³) einzuhalten.
Arbeitgeber/innen müssen dafür sorgen, dass MAK-Werte nicht überschritten werden. Sie haben anzustreben, dass diese Werte stets möglichst weit unterschritten werden (§ 45 Abs 3 ASchG).
Festlegung eines MAK-Wertes
Voraussetzungen für die Festlegung eines MAK-Wertes sind toxikologische und arbeitsmedizinische bzw arbeitshygienische Erfahrung beim Umgang mit dem Stoff. Maßgebend sind dabei wissenschaftlich fundierte Kriterien des Gesundheitsschutzes, nicht die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Realisation in der Praxis.
Erfahrungen am Menschen haben Vorrang vor Tierversuchen.
MAK-Werte sind keine Konstanten, aus denen das Eintreten oder Ausbleiben von Wirkungen bei längeren oder kürzeren Einwirkungszeiten berechnet werden kann.
Im Einzelfall, insbesondere bei schwangeren oder stillenden Arbeitnehmerinnen, kann auch bei Einhaltung der MAK-Werte eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder unangemessene Belästigung nicht ausgeschlossen werden (§ 2 Abs 2 GKV).
MAK-Werte sind auf werdende Mütter nicht anwendbar, da eine fruchtschädigende Wirkung meist nicht untersucht und eine erhöhte Schadstoffempfindlichkeit des mütterlichen Organismus nicht völlig ausgeschlossen werden können.
Allergische Erscheinungen können nach Sensibilisierung der Haut oder der Atemwege unterschiedlich schnell und stark durch Stoffe verschiedener Art ausgelöst werden. Auch geringste Mengen mancher dieser Stoffe können bereits allergische Reaktionen hervorrufen. Auch die Einhaltung der MAK-Werte gibt hier keine Gewähr gegen das Auftreten solcher Reaktionen.
Stoffe, die in weit überdurchschnittlichem Maße solche Reaktionen auslösen, sind im Tabellenteil der Grenzwerteverordnung (Anhang I Stoffliste, Spalte H, S) mit
S, Sa (Gefahr der Sensibilisierung der Atemwege),
Sh (Gefahr der Sensibilisierung der Haut),
Sah (Gefahr der Sensibilisierung der Atemwege und der Haut) oder
SP (Gefahr der Photosensibilisierung)
Hautresorption bei Stoffen, welche die äußere Haut leicht zu durchdringen vermögen, kann bei vielen Arbeitsstoffen eine ungleich größere Vergiftungsgefahr bedeuten als die Einatmung. So können zB durch Anilin, Nitrobenzol, Ethylenglykoldinitrat, Phenole oder bestimmte Pflanzenschutzmittel lebensgefährliche Vergiftungen, häufig ohne Warnsymptome, entstehen.
Solche Stoffe sind im Tabellenteil der Grenzwerteverordnung (Anhang I Stoffliste, Spalte H, S) mit einem
„H“ (besondere Gefahr der Hautresorption)
Durch die GKV 2018 wurden bei einer Reihe von Arbeitsstoffen, die nur sehr schwach durch die Haut resorbiert werden, die H-Markierungen gestrichen. Als typischer Vertreter dieser Maßnahme gilt Xylol, dass nun keine H-Markierung mehr hat!
Vorsicht! Bei einer ganzen Reihe anderer Stoffe wurde aber aufgrund neuer Erkenntnisse die H-Markierung ergänzt!
Bitte lesen Sie dazu unbedingt den Einführungserlass zur GKV 2018, Geschäftszahl BMASKG-461.202/0015-VII/A/4/2018 auf der Homepage der Arbeitsinspektion! Dort sind die Änderungen stofflich detailiert angeführt!
Auch ist bei diesen Stoffen eine Gewähr bei Einhaltung des MAK-Werts und bestehendem Hautkontakt nicht gegeben.
Bei Festlegung der MAK-Werte sind bestimmte Umgebungsbedingungen wie
erhöhte Arbeitsbelastung,
nicht einbezogen. Diese können zu einer wesentlich erhöhten Aufnahme dieser Stoffe bzw zu einer wesentlichen Änderung des Abbaus bzw der Ausscheidung führen.
Die als Einzelwerte festgelegten MAK-Werte berücksichtigen nicht die Tatsache, dass an Arbeitsplätzen meist Expositionen mehrerer Arbeitsstoffe gleichzeitig bestehen, deren Wirkungen einander verstärken bzw begünstigen können (vgl § 41 Abs 5 ASchG – Evaluierungspflicht bei Gesamtwirkung mehrerer gefährlicher Arbeitsstoffe sowie sonstiger risikoerhöhender Bedingungen am Arbeitsplatz).
Summengrenzwerte
Um einem Bedürfnis der Praxis gerecht zu werden, wurden zur Begrenzung der gemeinsamen Wirkung gleichartig wirkender Stoffe (zB Lösungsmittelgemische) Summengrenzwerte festgelegt, welche sich jedoch nicht wie die MAK-Werte der Einzelstoffe auf ausführliche toxikologische Begründungen stützen können.