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Timestamp: 2019-01-23 06:19:00
Document Index: 168126487

Matched Legal Cases: ['Art. 51', 'EuG', 'Art. 51', 'Art. 51', 'EuG', 'Art.\u200951', '§ 2', '§ 20']

﻿ ﻿ BAG – 4 AZR 805/14 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.06.2016, 4 AZR 805/14
Auf die Revision der Klägerin wird – unter Zurückweisung der Revision im Übrigen – das Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg – Kammern Freiburg – vom 29. September 2014 – 9 Sa 19/14 – insoweit aufgehoben als das Landesarbeitsgericht auf die Berufung der Beklagten Ziff. 1 der arbeitsgerichtlichen Entscheidung abgeändert und die Klage insoweit vollständig abgewiesen hat.
Im Umfang der Aufhebung wird die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Lörrach vom 19. Februar 2014 – 3 Ca 343/13 – mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass Ziff. 1 des Tenors der arbeitsgerichtlichen Entscheidung klarstellend wie folgt neu gefasst wird:
Die Kosten des Rechtsstreits tragen Klägerin und Beklagte jeweils zur Hälfte.
4 AZR 805/14 > Rn 1
4 AZR 805/14 > Rn 2
4 AZR 805/14 > Rn 3
4 AZR 805/14 > Rn 4
4 AZR 805/14 > Rn 5
4 AZR 805/14 > Rn 6
4 AZR 805/14 > Rn 7
4 AZR 805/14 > Rn 8
4 AZR 805/14 > Rn 9
4 AZR 805/14 > Rn 10
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4 AZR 805/14 > Rn 14
4 AZR 805/14 > Rn 15
4 AZR 805/14 > Rn 16
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4 AZR 805/14 > Rn 29
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4 AZR 805/14 > Rn 39
4 AZR 805/14 > Rn 40
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4 AZR 805/14 > Rn 66
4 AZR 805/14 > Rn 67
4 AZR 805/14 > Rn 68
4 AZR 805/14 > Rn 69
4 AZR 805/14 > Rn 70
4 AZR 805/14 > Rn 71
4 AZR 805/14 > Rn 72
4 AZR 805/14 > Rn 73
4 AZR 805/14 > Rn 74
4 AZR 805/14 > Rn 75
4 AZR 805/14 > Rn 76
4 AZR 805/14 > Rn 77
4 AZR 805/14 > Rn 78
4 AZR 805/14 > Rn 79
4 AZR 805/14 > Rn 80
bb) Danach besteht keine Vorlagepflicht. Es liegen keine vernünftigen Zweifel hinsichtlich der richtigen Anwendung von Art. 51 GRC bzw. der RL 2001/23/EG vor. Aus der RL 2001/23/EG sowie der hierzu ergangenen Rechtsprechung des EuGH (vgl. die ausf. Nachw. in BAG 17. Juni 2015 – 4 AZR 61/14 (A) – Rn. 33 und 61, BAGE 152, 12) ergibt sich eindeutig, dass die Richtlinie die Beziehungen des Erwerbers zu seinen schon vor dem Übergang vorhandenen Arbeitnehmern nicht regelt. Für ein gegenteiliges Verständnis finden sich weder im Richtlinientext noch in der hierzu ergangenen Rechtsprechung irgendwelche Anhaltspunkte. Solche sind von der Beklagten auch nicht ausgeführt. Der gesamte Regelungskomplex ist erkennbar einzig darauf angelegt, den Übergang von Arbeitsverhältnissen zusammen mit dem Übergang einer ihre Identität wahrenden wirtschaftlichen Einheit anzuordnen und auszugestalten. Zu den beim Erwerber bereits vorhandenen Arbeitsverhältnissen schweigt die Richtlinie. Damit steht zweifelsfrei fest, dass hier keine unionsrechtliche Vorschrift eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten im Hinblick auf den fraglichen Sachverhalt schafft und deshalb auch keine „Durchführung des Rechts der Union“ iSv. Art. 51 Abs. 1 GRC vorliegt. Selbst wenn man das im Hinblick auf die Reichweite von Art. 51 Abs. 1 GRC am weitesten gehende Urteil des Gerichtshofs in der Rechtssache Åkerberg Fransson (EuGH 26. Februar 2013 – C-617/10 -; vgl. dazu krit. BVerfG 24. April 2013 – 1 BvR 1215/07 – Rn. 91, BVerfGE 133, 277) zugrunde legt, folgt hieraus allenfalls, dass der Gerichtshof eine nationale Vorschrift, die nicht einmal zur Umsetzung einer europäischen Richtlinie oder im Hinblick auf andere sekundär- oder primärrechtliche Verpflichtungen erlassen worden ist, als „Durchführung des Rechts der Union“ iSv. Art. 51 Abs. 1 GRC begreift, solange die Vorschrift der Wahrung von Interessen dient, die durch Unionsrecht geschützt sind (vgl. Bergmann Handlexikon der Europäischen Union 5. Aufl. Akerberg Fransson-Urteil). Die RL 2001/23/EG verfolgt jedoch gerade nicht den Zweck, die Rechtsbeziehungen in den Arbeitsverhältnissen zwischen dem Erwerber und seinen bereits vor einer Verschmelzung bei ihm beschäftigten Arbeitnehmern zu regeln.
4 AZR 805/14 > Rn 81
Haustarifvertrag,
UmwG 1995 § 2 Nr. 1
UmwG 1995 § 20 Abs. 1 Nr. 1
Das Urteil BAG – 4 AZR 805/14 wird zitiert in: