Source: http://www.kostenlose-urteile.de/AG-Muenchen_1122-Ls-362-Js-11781414_Anaesthesiologe-wegen-fahrlaessiger-Verabreichung-von-Betaeubungsmitteln-zu-Geldstrafe-verurteilt.news23565.htm
Timestamp: 2017-02-22 12:56:20
Document Index: 259829974

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urteil > 1122 Ls 362 Js 117814/14 | AG München - Anästhesiologe wegen fahrlässiger Verabreichung von Betäubungsmitteln zu Geldstrafe verurteilt < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung0/0/5(0) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Amtsgericht München, Urteil vom 13.10.2016 - 1122 Ls 362 Js 117814/14 - Anästhesiologe wegen fahrlässiger Verabreichung von Betäubungsmitteln zu Geldstrafe verurteiltTod durch zu viele FentanylpflasterDas Amtsgericht München hat einen 52-jährigen Anästhesiologen wegen der fahrlässigen Verabreichung von Betäubungsmitteln entgegen § 13 Abs. I BtMG in fünf Fällen zu einer Geldstrafe von 21.600 Euro (240 Tagessätze zu je 90 Euro) verurteilt.Der Verurteilte des zugrunde liegenden Verfahrens ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Anästhesiologie und Notfallmedizin und betreibt eine Arztpraxis in München. Er verabreichte in seiner Arztpraxis fünf Mal einem Patienten Fentanylpflaster, ohne dass die Anwendung der Pflaster medizinisch begründet war. Am 20. Juni 2013., 26.Juni 2013, 1.Juli 2013, 5. Juli 2013 und 8.Juli 2013 wurden dem Patienten in der Praxis jeweils ein oder zwei verordnete Pflaster gegeben. Der Patient verstarb am 18. November 2013 in seiner Wohnung an einer Fentanylintoxikation. Er hatte sich die vom verurteilten Arzt verschriebenen Fentanylpflaster intravenös verabreicht.Ärztliche Behandlung mit Fentanyl war medizinisch nicht begründet Das Amtsgericht München hat in der Verhandlung die Patientenakte eingesehen. Daraus ergab sich, dass der Patient anfangs überwacht wurde und grundsätzlich nach Abholung der Fentanylpflaster in der Apotheke diese zur Arztpraxis verbringen sollte, wobei ihm die Fentanylpflaster im Folgenden nach und nach entweder ausgehändigt oder in der Praxis aufgeklebt wurden, so das Urteil. Ein Sachverständigengutachten kam zu dem Ergebnis, dass die ärztliche Behandlung mit Fentanyl medizinisch nicht begründet gewesen sei. Dem Arzt sei bekannt gewesen, dass der Patient opiatabhängig, nikotin- und alkoholsüchtig war und sich in Substitutionsbehandlung befand. Es hätte die Möglichkeit bestanden, vor einer Verschreibung oder Verabreichung von Fentanylpflastern, den Patienten aufzufordern, eine entsprechende Bestätigung über die verschriebenen Substitutionsmittel einzuholen und vorzulegen. Dies habe der Angeklagte zu Unrecht unterlassen, so das Gericht.Verhalten des Arztes ist als grob fahrlässig zu wertenAußerdem wäre die Kombination aus Fentanylpflastern, Lorazepam und Lyrica in der stärksten Darreichungsform und der größten Verpackungsgröße medizinisch nicht begründet gewesen. Es sei hier daher von grob fahrlässigem Verhalten auszugehen. Der Angeklagte habe gewusst, dass er es mit einem Suchtkranken zu tun hatte, der sich im Notfall mit Betäubungsmitteln oder Medikamenten auf dem Schwarzmarkt versorgt hatte. Dies ergebe sich eindeutig aus den Eintragungen in der Patientenkartei. Obwohl dem Angeklagten somit bewusst gewesen sei, dass der Patient unkontrolliert seiner Opiatsucht nachging, habe er die unbedingt erforderlichen Überprüfungen der Angaben des Patienten unterlassen, so die Urteilsgründe.Fentanyl ist als eines der gefährlichsten Betäubungsmittel auf dem Drogenmarkt anzusehenDas Gericht wertete zulasten des Angeklagten, dass er dem Patienten eine harte Droge verabreicht hat. Das Gericht führt hierzu aus, dass es sich bei Fentanyl nämlich um eines der gefährlichsten Betäubungsmittel auf dem Drogenmarkt handele. Fentanyl weist je nach Stärke der Pflaster das 100- bis 300-fache der Morphinwirkung auf, die toxische Potenz der Fentanylderivate ist ebenfalls 100- bis 300-Mal stärker. Auch ist die Dosierbarkeit problematisch und die Gefahr der Ausbildung einer physischen und psychischen Abhängigkeit sehr hoch.Werbung
Quelle: Amtsgericht München/ra-online Weitere Entscheidungen zu diesem Thema:Widerruf der Approbation eines Arztes wegen Verschreibung von Betäubungsmitteln an abhängigen Patienten gerechtfertigt(Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 11.05.2015[Aktenzeichen: 8 LC 123/14])Psychotherapie mit Todesfolge – BGH hebt Urteil gegen Berliner "Drogenarzt" auf(Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11.01.2011[Aktenzeichen: 5 StR 491/10])Aktuelle Urteile aus dem Arzthaftungsrecht | Strafrecht Urteile zu den Schlagwörtern: Betäubungsmittel | Drogen | fahrlässiges Handeln | Fahrlässigkeit Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern. Dokument-Nr. 23565Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil23565Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (0) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Werbung
DruckenVerwenden Sie diese Kurz-URL für Ihre Verlinkungenhttp://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss17707Sie haben eine Meinung zu diesem Urteil? Geben Sie jetzt den ersten Kommentar ab!0zuletzt wurde kommentiert...vor einer Stunde von :Erlaubnis zur Hundehaltung darf bei wiederholter Verunreinigung von Treppenhaus und Garten sowie Eindringen des Hundes in fremde Wohnung widerrufen werdenvor 4 Stunden von :Kein Kaufvertragsschluss mit Höchstbietenden selbst bei unberechtigten vorzeitigem Abbruchs einer eBay-Auktionvorgestern von :Ein sich im Prozess selbst vertretender Anwalt hat keinen Anspruch gegen seine Rechtsschutzversicherung auf Erstattung seiner eigenen AnwaltsgebührenGern gelesen Jobcenter hat keinen Ersatzanspruch gegen 12-jährige Erbin eines Hartz IV-Empfängers »Unverwertbarkeit der Ge­schwindigkeits­messung durch Poliscan Speed »Firmen­wagen­besteuerung: Zuzahlungen des Arbeitnehmers mindern geldwerten Vorteil »Vorfahrtsregelung "rechts vor links" gilt nur auf Parkplätzen mit eindeutigem Straßencharakter »Behinderten­testament: Eltern müssen ihrem behinderten Kind bei vorhandenem größeren Vermögen keinen über den Pflichtteil hinausgehenden Erbteil hinterlassen »Syrischen Staatsangehörigen ist bei Flucht zum Zweck der Wehr­dienst­entziehung Flüchtlingsschutz zu gewähren »Einsatz von Trocknungsgeräten rechtfertigt Mietminderung von 100 % »Fahren mit Sommerreifen im Winter nicht stets grob fahrlässig »neue Urteile BAG zu vor 2002 erteilten Versorgungszusagen »Keine Prüfungs­einschränkung bei Asylanträgen im Fall nicht abgeschlossener Verfahren im Ausland »Schwerlastverkehr in Ortsdurchfahrt unzumutbar »Kein Kaufvertragsschluss mit Höchstbietenden selbst bei unberechtigten vorzeitigem Abbruchs einer eBay-Auktion »BGH: Trotz auftretender plötzlicher Übelkeit ist Rechtsanwalt telefonische Kontaktaufnahme zum Gericht zumutbar »BGH: Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung bei einem Präsenzgeschäft » Anwaltsgebühren Prozesskostenrechner Anwaltssuche Pfändungstabelle Pfändungsrechner IBAN-Rechner (D/A/CH) Hartz IV Regelsätze 2016 Hartz IV Regelsätze 2017 MietminderungstabelleDas könnte Sie auch interessieren ...Änderung der Kreuzfahrt­route: Hohe Hürden für Reise­rücktrittWenn ein erheblicher Reisemangel vorliegt, können Urlauber den Vertrag vor der Abreise kündigen und erhalten ihr Geld zurück. »Wem steht das Recht auf eine Parklücke zu: Dem voraus­fahrenden oder dem schnelleren Autofahrer?In manchen Ortslagen sind Parkplätze äußert rar. Nicht selten entbrennt daher ein heftiger Streit um eine Parklücke. Doch wonach richtet ... hineinfährt? ... »Darf man eine Parklücke bzw. einen Parkplatz freihalten?Der Krieg im Straßenv­erkehr trägt immer neue Früchte. So werden freie Parkplätze einfach mit Stühlen, Absperrband oder Personen ... frei­zuhalten? ... »Versorgungs­ausgleich nach der Scheidung – Was muss man zum Versorgungs­ausgleich wissen?Bei der Scheidung sind nicht zuletzt die Finanzen der Ehepartner zu regeln und zu klären, wer welchen Anteil des Vermögens bekommt. Ein wichtiger ... auf. ... »Muss ein Hundehalter eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abschließen?Durch eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung können die Schäden abgedeckt werden, die durch den Hund entstehen können. Es kann daher ... notwendig? ... »Verurteilung wegen Betriebs der Videostreaming-Plattformen kino.to und kinox.to rechtskräftigBGH bestätigt Gesamt­freiheits­strafe von drei Jahren und vier Monaten »BGH verneint "Strafbarkeitslücke" bei Insiderhandel und MarktmanipulationAuch vor Neuregelung des Wert­papier­handels­rechts begangene Taten können weiterhin geahndet werden »Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:Sie suchen einen Anwalt?Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...Name, Schwerpunkt, Ort, Postleitzahl alle Urteile vom ...Mittwoch, der 22.02.2017 »Dienstag, der 21.02.2017 »Montag, der 20.02.2017 »Freitag, der 17.02.2017 »Donnerstag, der 16.02.2017 »Mittwoch, der 15.02.2017 »Dienstag, der 14.02.2017 »Montag, der 13.02.2017 »Freitag, der 10.02.2017 »Donnerstag, der 09.02.2017 »Mittwoch, der 08.02.2017 »Dienstag, der 07.02.2017 »Montag, der 06.02.2017 »Freitag, der 03.02.2017 »Donnerstag, der 02.02.2017 »Mittwoch, der 01.02.2017 »Dienstag, der 31.01.2017 »Montag, der 30.01.2017 »Freitag, der 27.01.2017 »Donnerstag, der 26.01.2017 »Mittwoch, der 25.01.2017 »Dienstag, der 24.01.2017 »kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkungeinige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbHWerbung