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Timestamp: 2019-08-18 12:19:16
Document Index: 234506852

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 6', 'Art. 6', '§ 5', '§ 34', '§ 1', '§ 9', '§ 9', '§ 214', '§ 214', '§ 1', '§ 14', '§ 1', '§ 14', '§ 14', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 214', '§ 14', '§ 214', '§ 47', '§ 2', '§ 80', '§ 47', '§ 2', '§ 8', '§ 9']

Rechtsprechung: ZfBR 2003, 171 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OVG Niedersachsen, 25.07.2002 | VGH Hessen, 13.09.2002 | VGH Baden-Württemberg, 23.09.2002 | VGH Baden-Württemberg, 15.07.2002 | OVG Niedersachsen, 07.03.2002 | OVG Nordrhein-Westfalen, 26.09.2002 | OVG Niedersachsen, 25.07.2002 | LG Münster, 08.03.2001
https://dejure.org/2002,3348
VGH Baden-Württemberg, 10.10.2002 - 5 S 1655/01 (https://dejure.org/2002,3348)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 10.10.2002 - 5 S 1655/01 (https://dejure.org/2002,3348)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 10. Januar 2002 - 5 S 1655/01 (https://dejure.org/2002,3348)
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§ 5 Abs 6 Nr 2 BauO BW, § 6 Abs 4 S 1 Nr 2 BauO BW
Balkon, Abstandsflächen, ausnahmsweise Zulassung
Muß ein Balkon Abstandsflächen einhalten?
Nachbarklage gegen Baugenehmigung; Nachbarschützende Abstandsflächenvorschriften; Abstandsflächenpflichtigkeit eines Balkons; Nichteinhaltung der Privilegierungsmaße des § 5 Abs. 6 Nr. 2 Landesbauordnung (LBO); An Grundstücksgrenze errichtete gemeinsame Brandmauer ; Begründung einer Sondersituation auf dem Nachbargrundstück
VG Karlsruhe, 04.04.2001 - 12 K 1304/00
BauR 2003, 1201
Der Balkon ist danach in die Bemessung der Abstandsfläche miteinzubeziehen, d.h. mit ihm ist eine eigene Abstandsfläche einzuhalten, so als ob auf dieser Höhe die Außenwand vorspringen würde (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 10.10.2002 - 5 S 1655/01 - BauR 2003, 1201).
Ohne Erfolg berufen sich die Antragsteller zum Beleg ihrer gegenteiligen Ansicht auf das Urteil des 5. Senats des erkennenden Gerichtshofs vom 10.10.2002 (- 5 S 1655/01 -, BauR 2003, 1201).
Es ist dabei zutreffend davon ausgegangen, dass das Erfordernis der Vereinbarkeit mit öffentlichen Belangen den Schutz von Rechten Dritter einschließt (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 14.1.2010 - 8 S 1977/09 - NVwZ-RR 2010, 387) und die Unterschreitung der von § 5 LBO vorgeschriebenen Abstandsflächentiefe grundsätzlich eine nicht mehr zumutbare und somit im Sinn des § 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 LBO erhebliche Beeinträchtigung der nachbarlichen Belange darstellt, ohne dass es auf das Ausmaß dieser Unterschreitung ankommt (…vgl. u.a. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 6.6.2008 - 8 S 18/07 - VBlBW 2008, 483; Beschl. v. 13.6.2003 - 3 S 938/03 - BauR 2003, 1549; Urt. v. 10.10.2002 - 5 S 1655/01 - BauR 2003, 1201).
Dieser Entscheidung wäre davon abgesehen insoweit nicht zu folgen, als darin - abweichend von Art. 6 Abs. 8 Nr. 2 Buchst. b BayBO - ein Mindestabstand von 2 m von der gegenüberliegenden Nachbargrenze für ausreichend erachtet wird, weil die "Breiten- und Vorsprungsmaße" für den Nachbarn keine Rolle spielten (…anders in Bayern, vgl. z.B. BayVGH, U.v. 23.3.2010 - 15 B 08.2180 - juris Rn. 23; ebs. VGH BW U.v. 10.10.2002 - 5 S 1655/01 - juris Rn. 20: "demgegenüber müssen vor abstandsrechtlich nicht privilegierten Vorbauten, die die k u m u l a t i v e n Maße des § 5 Abs. 6 Nr. 2 BauO BW nicht einhalten, Abstandsflächen liegen").
https://dejure.org/2002,5124
OVG Niedersachsen, 25.07.2002 - 1 LB 980/01 (https://dejure.org/2002,5124)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 25.07.2002 - 1 LB 980/01 (https://dejure.org/2002,5124)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 25. Juli 2002 - 1 LB 980/01 (https://dejure.org/2002,5124)
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Rücksichtnahme - Schutzanspruch eines - mittlerweile entprivilegierten - landwirtschaftlichen Betriebs
Dies konnte im umgekehrten Falle, in dem landwirtschafsunabhängiges Wohnen in einem kleinen Bereich nur dadurch als Einzelfall entstanden war, dass ein bislang landwirtschaftlichem Wohnen gewidmetes Gebäude aus der Solidargemeinschaft der Tierhalter einseitig ausschied, Geruchshäufigkeiten deutlich über 30 oder gar 50 % der Jahresstunden als noch zumutbare Geruchsbelastung zur Folge haben (vgl. Senatsurt. v. 25.7.2002 - 1 LB 980/01 -, RdL 2002, 313 = NVwZ-RR 2003, 24 = AUR 2003, 58).
Hier dominiert die landwirtschaftliche Nutzung nicht (mehr) in einem Maße, welches eine Übertragung der Grundsätze rechtfertigte, welche der Senat in seinem Urteil vom 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, aaO) entwickelt hatte.
Das entspricht dem im Senatsurt. v. 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, a.a.O.) hervorgehobenen Umstand, dass die einseitige Aufgabe landwirtschaftlich bezogenen Wohnens in einer im Übrigen ausschließlich und intensiv landwirtschaftlich geprägten Umgebung den Schutzanspruch herabsetzen kann.
Es ist aber auch nicht (mehr) sowie in dem Weiler, welchen der Senat in seinem Urteil vom 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, NVwZ-RR 2003, 24) zu beurteilen gehabt hatte.
Zwar müsse nach dem Senatsurteil vom 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, NVwZ-RR 2003, 24) derjenige, der als einziger aus der Gemeinschaft bislang einhellig Tiere Züchtender ausscheide, noch höhere Geruchsbeeinträchtigungen hinnehmen.
Es ist aber auch nicht (mehr) so wie in dem Weiler, welchen der Senat in seinem Urteil vom 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, NVwZ-RR 2003, 24) zu beurteilen gehabt hatte.
Zumutbar sind abhängig von den konkreten Umständen des Einzelfalls, insbesondere der eigenen Emissionssituation, Werte von 50 % und möglicherweise auch darüber hinaus (im Anschluss an Senat, Urt. v. 25.7.2002 - 1 LB 980/01 -, juris Rn. 16 = NVwZ-RR 2003, 24).
In diesem Fall besteht eine Schicksalsgemeinschaft der emittierenden landwirtschaftlichen Betriebe, die es verbietet, die auf die reine Wohnnutzung bezogenen Immissionsrichtwerte der GIRL (Geruchsimmissionsrichtlinie v. 29.2.2008/10.9.2008, Gem. RdErl. v. 23.7.2009, Nds. MBl. 2009, 794) uneingeschränkt zur Anwendung zu bringen (vgl. Senat, Urt. v. 25.7.2002 - 1 LB 980/01 -, juris Rn. 16 = NVwZ-RR 2003, 24).
Offen geblieben sind bislang allerdings die zeitlichen Grenzen dieser nachwirkenden Pflicht zur besonderen Rücksichtnahme (vgl. Senat, Urt. v. 25.7.2002, a. a. O.;… Beschl. v. 6.3.2013, a. a. O.); der Senat nimmt diesen Fall zum Anlass, seine Rechtsprechung in diesem Punkt wie folgt zu konkretisieren:.
Das gelte, obwohl der Antragsteller seinerzeit im Sinne des Senatsurteils vom 25.7.2002 (- 1 LB 980/01 -, NVwZ-RR 2003, 24) einseitig aus der Schicksalsgemeinschaft der Landwirte ausgeschert sei.
Dabei geht der Senat mit dem Verwaltungsgericht nicht der Frage nach, ob die im Senatsurteil vom 25. Juli 2002 (- 1 LB 980/01 -, RdL 2002, 313 = NVwZ-RR 2003, 24 = AUR 2003, 58; dieses wird in der Anlage 2 zum Einführungserlass der GIRL 2008, den Ausführungshinweisen zu Nummer 1 GIRL, NdsMBl. 2009, 805 - Betrachtung benachbarter Tierhaltungsanlagen zustimmend zitiert), entwickelten Grundsätze auch auf Fälle erweiternd anzuwenden sind, in denen die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung wie hier Jahrzehnte zurückliegt.
Diese Gesamtbelastung ist dem Antragsteller zuzumuten; als Gesundheitsbeeinträchtigung ist dies nicht anzusehen (vgl. Senatsurteil vom 25.7.2002 - 1 LB 980/01 -,-, NVwZ-RR 2003, 24).
In der Rechtsprechung hat sich die GIRL als Entscheidungshilfe bisher nicht allgemein durchgesetzt (vgl. OVG Lüneburg vom 25.7.2002 1 LB 980/01 NVwZ-RR 2003, 24 m.w.N.).
Diese grundsätzlichen Einwände sprechen dagegen, die GIRL als antizipiertes Sachverständigengutachten im Sinn der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vom 17.2.1978 1 C 102.76 BVerwGE 55, 250) anzusehen (…vgl. BayVGH vom 27.11.2006 a.a.O.; OVG Lüneburg vom 25.7.2002 a.a.O.).
2006, 243; Urt. v. 28.10.2004 - 1 KN 202/03 -, RdL 2005, 172; Urt. v. 25.7.2002 - 1 LB 980/01 -, NVwZ-RR 2003, 24; (7. Senat:) Beschl. v. 16.5.2006 - 7 ME 6/06 -, RdL 2006, 212; (12. Senat:) Urt. v. 26.4.2007 - 12 LB 62/07 -, Nds. VBl.
In der Rechtsprechung werden, worauf die Beigeladene und der Beklagte hinweisen, im landwirtschaftlichen Bereich zum Teil weit über den Wert von 20 % der Jahresstunden hinausgehende Immissionswerte für zulässig gehalten (vgl. NdsOVG, Urt. v. 25.07.2002 - 1 LB 980/01 -, RdL 2002, 313 = NVwZ-RR 2003, 24 = AgrarR 2003, 58 ; ferner OVG NRW, Beschl. v. 03.11.2000 - 7 B 1533/00 -, JURIS ; Beschl. v. 18.03.2002 - 7 B 315/02 -, NVwZ 2002, 1390 = BauR 2002, 1684 ; ebenso Beschl. v. 19.12.2002 - 10 B 435/02 -, BauR 2004, 292 = NWVBl 2004, 307 und Beschl v. 19.05.2003 - 22 A 5565/00 -, AUR 2003, 279;… Urt. v. 25.06.2003 - 7 A 4042/00 -, RdL 2003, 293 = BauR 2003, 1850 = NWVBl 2004, 95 ).
(so Nds. OVG, Urt. v. 25.07.2002 - 1 LB 980/01 -, a. a. O. mit weiteren Nachweisen).".
Dies habe auch Eingang in die Rechtsprechung gefunden, die von einer "Schicksalsgemeinschaft" der emittierenden landwirtschaftlichen Betriebe spreche (Nds. OVG vom 25.07.2002 Az. 1 LB 980/01).
Das OVG Nordrhein-Westfalen (vgl. Beschluss vom 19.12.2002, Az. 10 B 435/02) lässt für "landwirtschaftliches Wohnen" eine Geruchswahrnehmungshäufigkeit von mehr als 50% der Jahresstunden zu (vgl. auch: Nds. OVG v. 25.7.2002, Az. 1 LB 980/01).
(so Nds. OVG, Urt. v. 25.07.2002 - 1 LB 980/01 -, a. a. O. mit weiteren Nachweisen).
OVG Nordrhein-Westfalen, 19.12.2002 - 10 B 435/02
Änderung des Streitgegenstands bei Modifizierung einer Baugenehmigung; …
Geruchsgutachten nach der GIRL bei Betreiben eines Schweinemastbetrieb
VG Hannover, 04.04.2017 - 4 A 12981/14
Erfolgreiche Nachbarklage gegen eine immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für …
VG Gera, 12.02.2004 - 4 K 1290/98
VGH Hessen, 13.09.2002 - 4 UE 981/99
https://dejure.org/2002,5604
VGH Hessen, 13.09.2002 - 4 UE 981/99 (https://dejure.org/2002,5604)
VGH Hessen, Entscheidung vom 13.09.2002 - 4 UE 981/99 (https://dejure.org/2002,5604)
VGH Hessen, Entscheidung vom 13. September 2002 - 4 UE 981/99 (https://dejure.org/2002,5604)
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Bauplanungsrecht - Bauvoranfrage, faktische Baugrenze, Bauvorbescheid, Fremdkörperwirkung, Hinterlandbebauung, unbeplanter Innenbereich, Nebenanlagen, Schulgebäude, Wohnhaus
Bestimmung der Eigenart der näheren Umgebung; Zulässigkeit einer Bebauung eines Grundstücks mit einem Wohnhaus als sog. Hinterlandbebauung gemäß § 34 Abs. 1 BauGB; Unzulässigkeit des Heranziehens eines Schulgebäudes zur Bestimmung der Eigenart der näheren Umgebung, wenn das Schulgebäude von Wohnhäusern umgeben ist
VG Gießen, 12.05.1998 - 1 E 750/96
DÖV 2003, 342
Außer Betracht bleiben bauliche Anlagen, die die Umgebung nicht prägen oder in ihr gar als Fremdkörper erscheinen (…BVerwG, Urt. v. 26.5.1978 - IV C 9/77 -, BVerwGE 55, 369) oder nur Nebenanlagen sind (VGH Kassel, Urt. v. 13.9.2003 - 4 UE 981/99 -, NVwZ-RR 2003, 259 f).
Das Landgericht hat maßgebliche rechtliche Erwägungen zum Begriff des "Fremdkörpers", wie er in der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte entwickelt worden ist (…vgl. dazu BVerwG, Urt. v. 15.02.1990 - 4 C 23/86 -, BVerwGE 84, 322, 325 ff. - Leitentscheidung - Urt. v. 07.12.2006 - 4 C 11/05 -, BVerwGE 127, 231, 232 f.; VGH Kassel, Urt. v. 13.09.2002 - 4 UE 981/99 -, NVwZ-RR 2003, 259, 260), unberücksichtigt gelassen.
So hat etwa der Hessische Verwaltungsgerichtshof (Urteil vom 13.09.2002 - 4 UE 981/99 -, juris) die Hinterlandbebauung durch ein Schulgebäude bei teils wohnlich, teils gewerblich genutzten baulichen Anlagen im hinteren Bereich nicht als unbeachtlichen "Fremdkörper" angesehen.
https://dejure.org/2002,3545
VGH Baden-Württemberg, 23.09.2002 - 5 S 2687/00 (https://dejure.org/2002,3545)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 23.09.2002 - 5 S 2687/00 (https://dejure.org/2002,3545)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 23. September 2002 - 5 S 2687/00 (https://dejure.org/2002,3545)
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Verletzung des Entwicklungsgebots; Überplanung einer Gewerbefläche mit Grünflächen
§ 1 Abs 6 BauGB, § 9 Abs 1 Nr 11 BauGB, § 9 Abs 1 Nr 15 BauGB, § 214 Abs 2 Nr 2 BauGB
Bestandsschutz, öffentliche Grünfläche, Abwägungsgebot, Flächennutzungsplan, Entwicklungsgebot
Verletzung des Entwicklungsgebotes
Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit eines Bebauungsplans; Verletzung des Entwicklungsgebots ; Beeinträchtigung der städtebaulichen Entwicklung; Planerische Konzeption des Flächennutzungsplans ; Gesamtes Gemeindegebiet oder über das Bebauungsplangebiet hinausreichenden Ortsteil ; Vollständige Überplanung der Fläche eines Gewerbebetriebs
BVerwG, 23.06.2003 - 4 BN 65.02
BauR 2003, 1001
Dies gilt insbesondere, wenn bestehende Gebäude und Nutzungen überplant werden (wie VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 23.9.2002 - 5 S 2687/00).
Ob dies der Fall ist, bestimmt sich nach der planerischen Konzeption des Flächennutzungsplans für den größeren Raum, in der Regel das gesamte Gemeindegebiet (BVerwG, Urteil vom 26.2.1999 - 4 CN 6.98 - BauR 1999, 1128; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 23.9.2002 - 5 S 2687/00 - BauR 2003, 1001).
Diese Abweichung beeinträchtigt aber inhaltlich, vor allem aber räumlich noch nicht die sich aus dem Flächennutzungsplan für das gesamte Gemeindegebiet ergebende geordnete städtebauliche Entwicklung und beeinflusst die Rechtswirksamkeit des Bebauungsplans nach § 214 Abs. 2 Nr. 3 BauGB damit nicht (vgl. dazu VGH Bad.-Württ., Urteil vom 23.09.2002 - 5 S 2687/00 -, BauR 2003, 1001; BVerwG, Urteil vom 26.01.1999 - 4 CN 6.98 -, juris).
https://dejure.org/2002,4376
VGH Baden-Württemberg, 15.07.2002 - 5 S 1601/01 (https://dejure.org/2002,4376)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15.07.2002 - 5 S 1601/01 (https://dejure.org/2002,4376)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15. Juli 2002 - 5 S 1601/01 (https://dejure.org/2002,4376)
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§ 1 Abs 3 BauGB, § 14 Abs 1 BauGB
Bebauungsplan, Veränderungssperre, Erforderlichkeit, Teilnichtigkeit
BauGB § 1 Abs. 3; BauGB § 14 Abs. 1
Überplanung eines Kernkraftwerksgeländes; Nachfolgenutzung eines Kernkraftwerksgeländes; Bewertung einer Planung als reine Negativplanung; Nichtigkeit einer Satzung über eine Veränderungssperre; Ausweisung eines Sondergebiets als Planungsziel ; Energiepark für nichtnukleare Energieerzeugungseinrichtungen; Erforderlichkeit eines Bebauungsplans
VBlBW 2003, 68
BauR 2002, 1751
Für eine sicherungsfähige Planung ist erforderlich, dass diese einen Stand erreicht hat, der ein Mindestmaß dessen erkennen lässt, was Inhalt des zu erwartenden Bebauungsplans sein soll (…BVerwG, Urt. v. 10.09.1976 - IV C 39.74 -, BVerwGE 51, 121; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.07.2002 - 5 S 1601/01 -).
Denn die Art der Nutzung gehört zu den für die Bauleitplanung wesentlichen Festsetzungselementen (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.07.2002, a. a. O., m. w. N.).
Als Sicherungsmittel ungeeignet ist eine Veränderungssperre deshalb nur dann, wenn sich das aus dem Aufstellungsbeschluss ersichtliche, hinreichend konkretisierte Planungsziel im Wege planerischer Festsetzung nicht erreichen lässt, wenn der beabsichtigte Bebauungsplan einer positiven Planungskonzeption entbehrt und der Förderung von Zielen dient, für deren Verwirklichung die Planungsinstrumente des Baugesetzbuchs nicht bestimmt sind, oder wenn rechtliche Mängel schlechterdings nicht behebbar sind (vgl. BVerwG, Beschl. v. 21.12.1993 - 4 NB 40.93 -, Buchholz 406.11 § 14 BauGB Nr. 23 = NVwZ 1994, 685; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 04.02.1999 - 8 S 39/99 -, VBlBW 1999, 266; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.07.2002, a. a. O.).
Ob das der Fall ist, lässt sich gleichfalls nur anhand aller konkreten Umstände des Einzelfalls beantworten (…vgl. BVerwG, Urt. v. 16.12.1988 - 4 C 48.86 -, BVerwGE 81, 111; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.07.2002, a. a. O. ).
VGH Hessen, 05.02.2004 - 4 N 360/03
Veränderungssperre zur Sicherung der geplanten Beschränkung von …
Aus den vorliegenden Unterlagen ist ersichtlich, dass die von der Antragsgegnerin beabsichtigten Festsetzungen in ihrer positiven Zielsetzung gewollt und erforderlich sind und nicht lediglich im Sinne einer unzulässigen Negativplanung das vorgeschobene Mittel darstellen, um einen Bauwunsch zu durchkreuzen (OVG Sachsen-Anhalt, B. v. 24.04.2002 - 2 R 270/01 - , vgl. ferner VGH Baden-Württemberg, B. v. 14.11.2001 - 3 S 605/01 - ESVGH 52, 179 und VBlBW 2002, 200 bis 203, ferner VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 15.07.2002 - 5 S 1601/01 - VBlBW 2003, 68 bis 72).
Es ist aber zu berücksichtigen, dass Flächennutzungspläne im Allgemeinen auf einen Planungszeitraum von 10 bis 15 Jahren angelegt sind (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.7.2002 - 5 S 1601/01 -, VBlBW 2003, 68;… Gaentzsch a.a.O.;… Schrödter, Kommentar zum BauGB, 6. Aufl., 1998 § 5 RdNr. 11) und ein Zeitraum von 30 Jahren erheblich über den regelmäßigen Planungs- und Realisierungszeitraum von Bebauungsplänen und von übergeordneten Flächennutzungsplänen hinausgeht (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 16.11.2001 - 3 S 605/01 -, VBlBW 2002, 200).
Insbesondere ist nicht anzunehmen, der Bebauungsplan sei aus zwingenden rechtlichen Gründen vollzugsunfähig oder biete auf unabsehbare Zeit keine Aussicht auf Verwirklichung (vgl. BVerwG, Beschl. v. 11.5.1999 - 4 BN 15.99 -, Buchholz 406.12 § 1 BauNVO Nr. 27 = NVwZ 1999, 1338 = PBauE § 1 Abs. 5 BauNVO Nr. 6; Beschl. v. 8.9.1999 - 4 BN 14.99 - Buchholz 406.11 § 1 BauGB Nr. 106 = ZfBR 2000, 275; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.7.2002 - 5 S 1601/01 - vgl. auch, insoweit einen Abwägungsfehler annehmend, BVerwG, Urt. v. 6.5.1993 - 4 C 15.91 -, Buchholz 406.11 § 1 BauGB Nr. 66 = NVwZ 274 = PBauE § 1 Abs. 6 BauGB Nr. 25;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 4.7.1996 - 5 S 462/95 -, VBlBW 1997, 22 = PBauE § 1 Abs. 6 BauGB Nr. 47;… Urt. v. 25.10.1996 - 5 S 1040/95 -).
Eine städtebaulich unzulässige Negativplanung (vgl. Senatsurt. v. 15.07.2002 - 5 S 1601/01 - VBlBW 2003, 68) liegt darin nicht.
Selbst für Flächennutzungspläne wird allgemein nur ein Planungshorizont von 10 bis 15 Jahren angenommen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.7.2002 - 5 S 1601/01 -, NuR 2002, 750, zu einem vergleichbaren Fall am Standort des Kernkraftwerkes Philippsburg).
Erforderlich ist eine Bauleitplanung nicht nur dann, wenn aktuelle Entwicklungen gelenkt werden sollen, sondern auch, wenn künftige Bedarfslagen sich konkret abzeichnen (vgl. VGH BW, B.v. 15.7.2002, 5 S 1601/01 - juris).
Das erforderliche Minimum an Konkretheit und Absehbarkeit ist in der Regel dann zu bejahen, wenn die künftige Nutzung des Gebiets der Art nach im Wesentlichen feststeht (OVG Berlin vom 2.12.1988 NVwZ-RR 1999, 124; VGH BW vom 15.7.2002 NuR 2002, 750/751).
VGH Bayern, 22.06.2007 - 1 N 04.3145
Ablehnung eines in der mündlichen Verhandlung gestellten Beweisantrags; …
Die "inneren Vorstellungen" der einzelnen Mitglieder des Gremiums sind hingegen unerheblich; dies auch deswegen, weil nicht nur bei der Überprüfung des Abwägungsvorgangs im Hinblick auf offensichtliche Fehler (§ 214 Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 2 BauGB), sondern auch bei der Prüfung, ob ein schon im Rahmen von § 14 Abs. 1 BauGB rechtlich erheblicher offensichtlicher Verstoß gegen den Erforderlichkeitsgrundsatz vorliegt, eine Ausforschung der Motive einzelner Gemeinderatsmitglieder zu unterbleiben hat (vgl. Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand Januar 2006, § 214 Rdnr. 141 mit weiteren Nachweisen sowie VGH BW vom 15.7.2002 VBlBW 2003, 68 = NuR 2002, 750).
https://dejure.org/2002,4431
OVG Niedersachsen, 07.03.2002 - 1 MN 3976/01 (https://dejure.org/2002,4431)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 07.03.2002 - 1 MN 3976/01 (https://dejure.org/2002,4431)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 07. März 2002 - 1 MN 3976/01 (https://dejure.org/2002,4431)
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Verwaltungsprozeßrecht: Antragsbefugnis im Normenkontrollverfahren, [Nachbar-] Gemeinde; Bauleitplanung: Interkommunales Abstimmungsgebot, Verletzung des Abstimmungsgebots
Rechtmäßigkeit der Änderung eines Bebauungsplans; Geltendmachung einer Rechtsverletzung nach § 47 Abs. 2 S. 1 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO); Gebot zur interkommunalen Abstimmung als spezieller Unterfall und Anwendungsfall des allgemeinen Abwägungsgebots; Sinn und Zweck von § 2 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB); Städtebauliche Auswirkungen eines Kaufkraftabflusses; Verwendung des Begriffs "Sondergebiet Einkaufszentrum"; Gleichberechtigtes Nebeneinander der Rechtsschutzformen aus §§ 80a Abs. 3 i.V.m. 80 Abs. 5 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) und aus § 47 Abs. 6 VwGO; Anpassung von Bauleitplänen an die Ziele der Raumordnung und Landesplanung
Ob es sich bei dem in Ziff. C 1.6 04 Satz 1 LROP II 1994 aufgenommenen Plansatz um ein Ziel der Raumordnung handelt, bleibt offen (verneinend Urt. des Senats v. 30.3.2000 - 1 K 2491/98; offen gelassen Beschl. v. 7.3.2002 - 1 MN 3976/01).
Dies hat der Senat in seinen zeitlich sich anschließenden Beschlüssen vom 7. März 2002 (1 MN 3976/01 - BRS 65 Nr. 39, insoweit nicht abgedruckt in NdsRpfl. 2002, 303) und vom 11. März 2002 (1 MN 30/02 und 1 MN 15/02) wie folgt angesprochen:.
Einen - zweiten - Ansatz eröffnet der Beschluss des Senats vom 7. März 2002 (1 MN 3976/01 - a.a.O.), in dem auch der Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Bebauungsplanes mit der folgenden Begründung als maßgeblich zugrunde gelegt worden ist:.
Das Verfahren der Landeshauptstadt Hannover gegen diesen Bebauungsplan hatte Erfolg (zu den Einzelheiten vgl. Beschl. des 1. Senats des erkennenden Gerichts v. 7.3.2002 - 1 MN 3976/01 -, Nds. Rpfl. 2002, 303).
Von dieser zunächst bekräftigten Auffassung (vgl. Beschl. v. 31.10.2000 - 1 M 3407/00 -, NSt-N 2001, 159 = NdsRpfl 2001, 277) hatte sich der Senat allerdings später zum Teil distanziert (vgl. Beschl. v. 7.3.2002 - 1 MN 3976/01 -, BRS 65 Nr. 39 und Beschl. v. 11.3.2002 - 1 MN 30/02 - und - 1 MN 15/02 -).
Ob dies zur Folge hat, dass eine sachgerechte Beurteilung der städtebaulichen Auswirkungen eines größeren Vorhabens auf die Nachbargemeinden in aller Regel eine sachverständige Begutachtung voraussetzt (in diesem Sinne etwa OVG Lüneburg, Beschluss vom 7.3.2002 - 1 MN 3976/01 -, BRS 65 Nr. 39 m. w. N.), mag dahinstehen.
§ 2 Abs. 2 BauGB hat nur zum Ziel, dass die planende Gemeinde auf Belange benachbarter Gemeinden Rücksicht nimmt und vermeidet, dass dort unzumutbare Auswirkungen gewichtiger Art auf das städtebauliche Gefüge entstehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 1989 - BVerwG 4 C 36.86 -, BVerwGE 34, 209; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 7. März 2002 - 1 MN 3976/01 -, BRS 65 Nr. 39).
https://dejure.org/2002,14535
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.09.2002 - 7 B 1716/02 (https://dejure.org/2002,14535)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26.09.2002 - 7 B 1716/02 (https://dejure.org/2002,14535)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26. September 2002 - 7 B 1716/02 (https://dejure.org/2002,14535)
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BauNVO § 8 Abs. 3 Nr. 1; BauNVO § 9
Bauplanungsrecht: Zulässigkeit eines Wohnhauses für den Inhaber eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs im Gewerbegebiet
VG Arnsberg, 23.08.2002 - 4 L 1265/02
Nicht anders als in dem bereits angesprochenen Fall, der dem Beschluss des Senats vom 26.9.2002 (7 B 1716/02) zu Grunde lag, dominiert auch hier die Wohnnutzung das Vorhaben des Beigeladenen eindeutig.
Die Antragstellerin möchte im vorliegenden Fall anders als im Verfahren 7 B 1716/02 nicht eine schleichende Umwandlung ihres eigenen Baugebiets - des festgesetzten Industriegebiets - verhindern, sondern sie möchte verhindern, dass das angrenzende, in demselben Bebauungsplan festgesetzte eingeschränkte Gewerbegebiet durch das Vorhaben des Beigeladenen und andere dort unzulässige betriebsfremde Wohnvorhaben schleichend zu ihren Lasten in ein letztlich nur Wohnnutzung dienendes (faktisches) Wohngebiet umgewandelt wird.
- 7 B 1716/02 -, juris.
Von der Wirksamkeit eines ein weit reichendes Areal umfassenden Bebauungsplans ist auszugehen, auch wenn er bislang nur in räumlich geringem Umfang umgesetzt wurde (vgl. OVG NRW, B.v. 26.9.2002 - 7 B 1716/02 - juris Rn. 3 zu einem Industriegebiet).
LG Münster, 08.03.2001 - 8 S 522/00
https://dejure.org/2001,27961
LG Münster, 08.03.2001 - 8 S 522/00 (https://dejure.org/2001,27961)
LG Münster, Entscheidung vom 08.03.2001 - 8 S 522/00 (https://dejure.org/2001,27961)
LG Münster, Entscheidung vom 08. März 2001 - 8 S 522/00 (https://dejure.org/2001,27961)
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