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Timestamp: 2016-10-22 05:30:20
Document Index: 235479005

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 329/05 (02.06.2006)
U 329/05
Pr�sident Ursprung, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Sch�n; Gerichtsschreiber Fl�ckiger
C.________, 1973, Portugal, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Chopard, Werdstrasse 36, 8004 Z�rich,
Der 1973 geborene C.________ war bei der X.________ AG als Hilfsarbeiter angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am sp�ten Abend des 8. Juni 2001 wurde er als Fussg�nger von einem Personenwagen angefahren. Dabei zog er sich gem�ss Kurzaustrittsbericht des Kantonalen Spitals Y.________, wo er vom Unfalltag bis am 16. Juni 2001 hospitalisiert gewesen war, vom 21. Juni 2001 eine commotio cerebri, eine Rissquetschwunde occipital und eine Kniekontusion rechts zu. Die SUVA zog die polizeilichen Unfallakten bei und holte weitere Ausk�nfte des Dr. med. K.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 6. Juli, 11. September und 5. Dezember 2001, der Klinik Z.________ vom 1. November 2001, des Radiologie Instituts im Medizinischen Zentrum A.________ vom 19. November 2001 sowie des Dr. med. P.________, Ohren-Nasen-Halskrankheiten FMH, vom 29. November 2001 ein. Zudem liess sie den Versicherten am 30. Juli und 6. November 2001 durch den Kreisarzt Dr. med. M.________, am 11. Dezember 2001 durch den Kreisarzt Dr. med. S.________ sowie am 7. M�rz 2002 und 7. M�rz 2003 neurootologisch durch Dr. med. T.________, SUVA-�rzteteam Unfallmedizin, untersuchen. Anschliessend sprach die Anstalt mit Verf�gung vom 17. M�rz 2003 eine Integrit�tsentsch�digung auf Grund einer Integrit�tseinbusse von 5 % zu. Gleichzeitig stellte sie ihre Leistungen auf den 31. M�rz 2003 ein mit der Begr�ndung, es best�nden zwar noch gewisse Restfolgen des Unfalls, der Versicherte sei aber ab 1. April 2003 in der zuletzt ausge�bten T�tigkeit als Strassenbauer zu 100 % arbeitsf�hig. Daran wurde mit Einspracheentscheid vom 19. Mai 2004 festgehalten.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ab (Entscheid vom 22. Juni 2005). Im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens war ein Bericht des Arztes R.________, Portugal, vom 17. September 2004 eingereicht worden.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst C.________ die R�ckweisung der Sache an die SUVA und die Zusprechung der gesetzlichen Versicherungsleistungen beantragen.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber das intertemporale Recht (BGE 130 V 445), den im Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 Erw. 3.2), den Begriff der Beweislast (BGE 117 V 264 Erw. 3b), insbesondere die Beweislastverteilung bez�glich des Wegfalls der einmal anerkannten Unfallkausalit�t bestimmter Beschwerden (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45) sowie den Beweiswert und die W�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer �ber den 31. M�rz 2003 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin f�r Folgen des Unfalls vom 8. Juni 2001 hat. Umstritten ist dabei, ob die SUVA den medizinischen Sachverhalt hinreichend abgekl�rt hat.
2.1 In medizinischer Hinsicht hat das kantonale Gericht mit ausf�hrlicher und �berzeugender Begr�ndung dargelegt, dass seitens der Kniebeschwerden bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung von keiner erheblichen Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit mehr auszugehen ist. Diesbez�glich werden in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde denn auch keine Einw�nde mehr erhoben. Gleiches gilt hinsichtlich der Schwindelbeschwerden, welche Gegenstand ausf�hrlicher Abkl�rungen durch die SUVA bildeten.
2.2 Der Beschwerdef�hrer l�sst geltend machen, die Vorinstanz sei zu Unrecht auch hinsichtlich der �brigen aktenkundigen Symptome, welche sich insbesondere in Form von Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, M�digkeit, Vergesslichkeit und Verlangsamung �usserten, von einem hinreichend gekl�rten Sachverhalt ausgegangen. Diesbez�glich wird im Bericht des Dr. med. K.________ vom 11. September 2001 festgehalten, neu aufgetreten seien Vergesslichkeit (erstmals am 21. August 2001 angegeben), intermittierend auftretendes Kopfweh sowie M�digkeit. Dem Bericht der Klinik Z.________ vom 1. November 2001 ist zu entnehmen, dass sich die nach dem Unfall bestehenden Kopfschmerzen und Konzentrationsst�rungen zun�chst ordentlich gebessert h�tten, ebenso der Drehschwindel. Nach der Wiederaufnahme der Arbeit am 30. Juli 2001 seien weiterhin Schmerzen im Kniebereich sowie wieder vermehrt Schwindelsymptome aufgetreten. Von Seiten der Konzentrationsst�rungen und Kopfschmerzen sei der Patient beschwerdefrei. In der Beurteilung wird angegeben, die prim�ren postcommotionellen Beschwerden h�tten sich vollst�ndig zur�ckgebildet. Hingegen sei bereits in der Postakutphase und dann erneut mit einer Latenz von ca. 1 Monat eine invalidisierende Drehschwindelsymptomatik aufgetreten. Zudem best�nden noch belastungsabh�ngige Schmerzen im Kniebereich rechts, welche jedoch weniger einschr�nkend seien. Der Kreisarzt Dr. med. M.________ hielt in seinem Bericht vom 6. November 2001 fest, im Vordergrund st�nden Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden. Wegen der Schwindelbeschwerden habe die volle Arbeitsf�higkeit als Strassenbauer nicht eingehalten werden k�nnen. Ob eine Steigerung der derzeitigen Arbeitsf�higkeit von 50 % m�glich sei, h�nge von den Resultaten der ORL-Untersuchung und der MRI-Untersuchung des Sch�dels in A._______ ab. Letztere ergab am 19. November 2001, soweit vorliegend relevant, unauff�llige Befunde. Dr. med. K.________ (Bericht vom 5. Dezember 2001) und Kreisarzt Dr. med. S.________ (Bericht vom 11. Dezember 2001) wiesen �bereinstimmend auf Schwindelattacken hin, welche im Vordergrund st�nden und die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigten. Der Kreisarzt erw�hnte daneben "geringe Beschwerden occipital". Unter diesen Umst�nden l�sst sich nicht beanstanden, wenn die SUVA ihre weiteren Abkl�rungen auf die Schwindelbeschwerden konzentrierte, da nur diese als potenziell anspruchsrelevant erschienen. Die diesbez�glichen umfassenden Untersuchungen durch Dr. med. P.________ und Dr.med. T.________ liefern eine zuverl�ssige Grundlage f�r die Beurteilung der Entwicklung bis zum Einspracheentscheid vom 19. Mai 2004. Der Bericht des Dr. R.________, Portugal, vom 17.September 2004 enth�lt lediglich eine Aufz�hlung einzelner Symptome, nennt aber keine Befunde, aus welchen in nachvollziehbarer Weise Ergebnisse abgeleitet w�rden, und ist deshalb nicht geeignet, die Zuverl�ssigkeit der durch die SUVA veranlassten Abkl�rungen in Frage zu stellen.
2.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die SUVA den Sachverhalt hinreichend abgekl�rt hat. Zus�tzliche Beweismassnahmen rechtfertigen sich nicht, weil davon - jedenfalls f�r den hier interessierenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid vom 19. Mai 2004 - keine zus�tzlichen Abkl�rungen zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 9 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 2 Erw. 2.3 mit Hinweisen).
Auf der Basis der medizinischen Akten l�sst sich, wie die Vorinstanz �berzeugend dargelegt hat, die Anspruchsbeurteilung - mit Einschluss der Bemessung der Integrit�tsentsch�digung - nicht beanstanden.