Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20252,%20516
Timestamp: 2018-12-15 01:14:39
Document Index: 157526954

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 43', '§ 11', '§ 11', '§ 2', '§ 43', '§ 11', '§ 11', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 15', '§ 2', '§ 43', '§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 8', 'Art 107', 'Art 263', 'EuG', '§ 118', '§ 118', 'EuG', 'EuG', '§ 2', 'EuG', '§ 11']

BFH, 19.01.2016 - XI R 38/12 - dejure.org
Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding; Organschaft: GmbH & Co. KG als juristische Person i. S. des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG; Begriff des Hilfsumsatzes i. S. des § 43 UStDV - Rechtmäßigkeit des Steuerbescheids als Streitgegenstand des FG-Verfahrens - Auslegung nationalen Rechts entsprechend Unionsrecht - Keine Abweichung nach § 11 Abs. 2 FGO bei Ergebnisgleichheit aber abweichender Begründung - Erfordernis der Entscheidungserheblichkeit bei Anrufung des Großen Senats nach § 11 Abs. 4 FGO - Über- oder Unterordnungsverhältnis zwischen den Mitgliedern einer Mehrwertsteuergruppe
Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding; Organschaft: GmbH & Co. KG als juristische Person i.S. des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG; Begriff des Hilfsumsatzes i.S. des § 43 UStDV - Rechtmäßigkeit des Steuerbescheids als Streitgegenstand des FG-Verfahrens - Auslegung nationalen Rechts entsprechend Unionsrecht - Keine Abweichung nach § 11 Abs. 2 FGO bei Ergebnisgleichheit aber abweichender Begründung - Erfordernis der Entscheidungserheblichkeit bei Anrufung des Großen Senats nach § 11 Abs. 4 FGO - Über- oder Unterordnungsverhältnis zwischen den Mitgliedern einer Mehrwertsteuergruppe
§ 2 Abs 1 UStG 2005, § 2 Abs 2 Nr 2 S 1 UStG 2005, § 2 Abs 2 Nr 2 S 3 UStG 2005, § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 UStG 2005, § 15 Abs 4 UStG 2005
Berücksichtigungsfähigkeit des Vorsteuerabzugs aus dem Erwerb einer Beteiligung an einer Tochtergesellschaft durch eine geschäftsleitende Holding
Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding; Organschaft: GmbH & Co. KG als juristische Person i.S. des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG; Begriff des Hilfsumsatzes i.S. des § 43 UStDV
Vorsteuerabzug einer Holding; umsatzsteuerrechtliche Organschaft
Vorsteuerabzug einer geschäftsführenden Holding
Umsatzsteuerrechtliche Organschaft - die GmbH & Co. KG als Organgesellschaft
Kapitalanlage - und der Vorsteuerabzug
Mehrere Rechtsfragen zum Vorsteuerabzug einer Holding und zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft geklärt
EUBes 527/2011, § 10d Abs 2 EStG, § ... 8 Abs 1 KStG, § 8c Abs 1 S 5 KStG 2002 vom 22.12.2009, § 8c Abs 1a KStG 2002 vom 16.07.2009, § 8c Abs 1 S 6 KStG 2002 vom 22.12.2009, Art 107 Abs 1 AEUV, Art 263 Abs 4 AEUV
Rechtsfragen zum Vorsteuerabzug einer Holding und zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft entschieden
Geschäftsleitende Holding zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt - Personengesellschaft kann Organgesellschaft sein
Geschäftsführende Holding darf Vorsteuer abziehen
Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding und umsatzsteuerliche Organschaft
Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding sowie GmbH & Co. KG als umsatzsteuerliche Organgesellschaft
Nach dem EuGH-Urteil zur umsatzsteuerlichen Organschaft: Bleibt nun doch alles beim Alten?
Kurznachricht zu "USt-Fallen Cash Pooling und Organschaft" von RA/FAArbR/StB/WP Prof. Dr. Thomas Küffner und RA Dr. Michael Rust, original erschienen in: DB 2016, 728 - 731.
Kurznachricht zu "Umsatzsteuer: Vorsteuerabzug einer geschäftsleitenden Holding und Fortbestand der Organschaft bei Insolvenz - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 19.01.2016" von RA/FAStR/StB Dr. Jan de Weerth, original erschienen in: ZInsO 2016, 817 - 824.
Kurznachricht zu "Vorsteuerabzug GmbH & Co. KG als juristische Person - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 19.01.2016" von RAin/FAinStR/StBin Pia Schlösser, original erschienen in: BB 2016, 928 - 932.
Kurznachricht zu "Neuere Entwicklungen im Steuerrecht - BFH vom 19.1.2016: Vorsteuerabzug bei geschäftsleitenden Holdings; GmbH & Co. KG als Organgesellschaft" von RA/FAfStR Dr. Gero Burwitz, original erschienen in: NZG 2016, 457 - 458.
Kurznachricht zu "Vorsteuerabzug einer Führungsholding und umsatzsteuerliche Organschaft" von Prof. Dr. Joachim Eggers, original erschienen in: NWB 2016, 830 - 831.
BFHE 252, 516
ZIP 2016, 1378
ZIP 2016, 21
BB 2016, 661
BB 2016, 928
BB 2017, 345
DB 2016, 626
BStBl II 2017, 567
NZG 2016, 756
ccc) An diese Sachverhaltswürdigung ist der Senat nach § 118 Abs. 2 FGO gebunden; denn sie ist auf Grundlage der vom FG getroffenen, nicht mit Verfahrensrügen angegriffenen Feststellungen möglich und verstößt nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze (…vgl. BFH-Beschluss vom 19. Dezember 1986 V S 14/85, BFH/NV 1987, 271, unter 2.; BFH-Urteile vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359, unter II.2.a und b; vom 19. Januar 2016 XI R 38/12, BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567, Rz 44, 45;… vom 28. Juni 2017 XI R 12/15, BFHE 258, 532, BFH/NV 2017, 1400, Rz 66).
Diese Würdigung ist auf Grundlage der vom FG getroffenen, nicht mit zulässigen und begründeten Verfahrensrügen angegriffenen Feststellungen, dass die Klägerin aufgrund außersteuerlicher Gesichtspunkte nicht berechtigt war, ein deutlich höheres oder auch den Betriebskosten entsprechendes Entgelt zu erheben, möglich und verstößt nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze; sie bindet daher nach § 118 Abs. 2 FGO den Senat (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil in BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567, Rz 45, m.w.N.).
Die Voraussetzungen einer Organschaft zwischen der Klägerin als Organträgerin und der KG als Organgesellschaft seien im Streitfall weder nach der Rechtsprechung des V. Senats (Urteil vom 2. Dezember 2015 V R 25/13, BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547) noch nach der des XI. Senats (Urteil vom 19. Januar 2016 XI R 38/12, BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567) des BFH gegeben.
Auch für den Fall, dass entgegen der Annahme des FG und der Beteiligten eine Organschaft zwischen der Klägerin als möglicher Organträgerin und der KG als möglicher Organgesellschaft bestanden hätte, weil möglicherweise auch eine Personengesellschaft --wie hier die KG-- Organgesellschaft sein kann (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547, und in BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567; Wäger, UR 2017, 664, 666 f.; Rauch, UR 2017, 885, 891 f.), wäre die Klage gleichfalls abzuweisen.
FG Schleswig-Holstein, 06.02.2018 - 4 K 35/17
Finanzielle Eingliederung; Organschaft
Demgegenüber habe es der XI. Senat des BFH offengelassen, ob für ein solches Erfordernis eine hinreichende Grundlage im Unionsrecht bestehe (BFH-Urteil vom 19. Januar 2016 XI R 38/12, BStBl II 2017, 567 Rz. 104).
Der XI. Senat des BFH habe zudem in seinem vorangegangenen Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH ausgeführt, dass es zweifelhaft sei, ob der BFH die Behandlung mehrerer Personen als ein Steuerpflichtiger von einem Verhältnis der Über- und Unterordnung abhängig machen dürfe, während das Unionsrecht gegenseitige Beziehungen ausreichen lasse (BFH-Beschluss vom 11. Dezember 2013 XI R 38/12, BStBl II 2014, 428 Rz. 71).
(2) Der XI. Senat des BFH hat es in seinen Vorlagebeschlüssen vom 11. Dezember 2013 XI R 17/11 (…BStBl II 2014, 417 Rz. 66) und XI R 38/12 (…BStBl II 2014, 428 Rz. 71) für zweifelhaft gehalten, ob das für das Vorliegen der (finanziellen) Eingliederung erforderliche Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen dem Organträger und der Organgesellschaft unionsrechtskonform ist.
In seinen Schlussurteilen vom 19. Januar 2016 XI R 17/11 (…BStBl II 2017, 581 Rz. 79 ff.) und XI R 38/12 (BStBl II 2017, 567 Rz. 100 ff.) hat der XI. Senat unter Verweis auf das EuGH-Urteil vom 16. Juli 2015 C-108/14 und C-109/14 "Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt" (BStBl II 2017, 604 ) und die Schlussanträge des Generalanwalts weiterhin Zweifel daran angedeutet, dass für das Erfordernis einer (finanziellen) Eingliederung mit Durchgriffsrechten eine hinreichende Grundlage im Unionsrecht besteht, diese Frage aber im Ergebnis offen gelassen.
Der XI. Senat des BFH ist in der Folgezeit im Ergebnis der Auffassung des V. Senates gefolgt und hat entschieden, dass § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG richtlinienkonform dahingehend ausgelegt werden kann, dass der Begriff "juristische Person" (jedenfalls) auch eine GmbH & Co. KG umfasst, hat aber ausdrücklich offengelassen, ob der XI. Senat im Übrigen der Auffassung des V. Senates zustimmen kann (Urteile vom 19.01.2016 XI R 38/12, BFHE 252, 516, HFR 2016, 470, Nachfolgeentscheidung zum EuGH-Urteil Marenave; und vom 01.06.2016 VXI R 17/11, BFHE 254, 164, HFR 2016, 816; vgl. auch Lange, UR 2016, 297).
Die Leistungen der einen Untergesellschaft werden in diesem Fall nach organschaftlichen Grundsätzen dem Organträger zugerechnet (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 2016 XI R 38/12, Deutsches Steuerrecht -DStR- 2016, 587, Rz 59) und damit zu Leistungen des Organträgers an die andere Untergesellschaft.
d) Die finanzielle und organisatorische Eingliederung der Gesellschaften in das Unternehmen des A kann dahinstehen (vgl. zur Eingliederung von Personengesellschaften in das Unternehmen des Organträgers: BFH-Urteilevom 2. Dezember 2015 V R 25/13, BFHE 251, 534, UR 2016, 185;vom 19. Januar 2016 XI R 38/12, DStR 2016, 587).
Für diese Sichtweise spricht außerdem, dass für den Fall, dass die Rechtsfrage entscheidungserheblich gewesen wäre, der V. Senat des BFH beim erkennenden Senat gemäß § 11 Abs. 3 FGO hätte anfragen müssen, ob einer Abweichung vom BFH-Urteil in BFH/NV 1999, 1136 zugestimmt wird (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567, Rz 97 f.).
Umsatzsteuer sowie einen Aufwendungsersatzanspruch erhält (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 2016, XI R 38/12, BFH/NV 2016, 706; zur möglichen Steuerbarkeit eines Aufwendungsersatzanspruchs vgl. auch BFH-Urteil vom 27. November 2008, V R 8/07, BStBl II 2009, 397),.
FG Berlin-Brandenburg, 13.06.2018 - 7 K 7226/15