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Timestamp: 2017-06-23 10:23:49
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Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 20', '§20', '§ 20', '§ 20', '§ 5']

Deutsche Reichsangehörigkeit – Deutsche Geschichte
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Deutsche Reichsangehörigkeit [ˈdɔɪ̯ʧə ʀaɪ̯çsʔanɡəˌhøːʀɪçkaɪ̯t], juristische Angehörigkeit zum Deutschen Reich in Form des Deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik oder des III. Reiches. Beiwörter sind reichsangehörig und reichsdeutsch.
„Das StAnG. von 1870 kannte nur die mittelbare Reichsangehörigkeit.
Die mittelbare RAng. ist ein Produkt der auswärtigen und kolonialen Ausdehnung des Reiches. Sie ist trotz Verlustes des deutschen Kolonialreiches nicht von selbst fortgefallen (Ausland).“
– Walter Schätzel, Staatsrechtler in „Mittelbare und unmittelbare Reichsangehörigkeit“, 1928
Der § 2 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1913 definierte den Rechtsstatus des Reichslandes Elsaß-Lothringen und der deutschen Schutzgebiete:
„[1] Elsaß-Lothringen gilt im Sinne dieses Gesetzes als Bundesstaat.
Damit besaß die Volksgruppe der Elsaß-Lothringer formaljuristisch die mittelbare Reichsangehörigkeit, de facto aber wie die Schutzgebiete nur die unmittelbare Reichsangehörigkeit.
Nach dem I. Weltkrieg, genauer 1922, stellte Julius Hatschek in Deutsches und Preußisches Staatsrecht (Bd. I, S. 155) fest, dass das Reich zwar die Schutzgebiete, aber nicht die an ihnen gekoppelte unmittelbare Reichsangehörigkeit verloren hatte.
Der Begriff deutsche Reichsangehörige [ˈdɔɪ̯ʧə ʀaɪ̯çsʔanɡəˌhøːʀɪɡə] bezeichnet den Inhaber der deutschen Reichsangehörigkeit und grenzt diesen zum einen vom Reichszugehörigen und zum anderen von Deutschstämmigen ab, die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen leben und die i. d. R. über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen.
Bis Anfang Febr. 1934 galt im Reich die zweifache Staatsangehörigkeit: Zum einen bestand die mittelbare Reichsangehörigkeit vermittelnde Staatsangehörigkeit in den deutschen Ländern und zum anderen die unmittelbare Reichsangehörigkeit.
Nach der Einführung einer einheitlichen deutschen Staatsangehörigkeit (Febr. 1934), die auf der unmittelbaren Reichsangehörigkeit basierte, wurde diese 1935 um ein sog. Reichsbürgergesetz erweitert, dass das Juden- vom Deutschtum ausschließen sollte.
Ihre Reichsangehörigkeit verloren alle Reichsdeutschen, wenn sie sich aus ihrem Heimatstaat ausbürgern ließen oder aus sonstigen Gründen ihre Staatsangehörigkeit verloren, wie die nachfolgend §§ 20 und 21 RuStAG aufzeigen:
„§20
Die Entlassung muß jedem Staatsangehörigen auf seinen Antrag erteilt werden, wenn er die Staatsangehörigkeit in einem anderen Bundesstaate besitzt und sich diese gemäß § 20 vorbehält.“
– §§ 20 und 21 Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913
Im Zuge des III. Gesetzes zur Bereinigung von Bundesrecht wurde die seit 1934 fortbestehende (unmittelbare) Reichsangehörigkeit am 8. Dez. 2010 durch den bundesdeutschen Gesetzgeber ersatzlos gestrichen.
3.1 1914–1945
3.1.1 Mittelbarer Reichsangehörigkeit
3.1.2 Unmittelbare Reichsangehörigkeit
Rechtlich bedenklich ist die Tatsache, dass anstelle der weggefallenen unmittelbaren Reichsangehörigkeit keine neue Rechtsgrundlage zur bestehenden deutschen Staatsangehörigkeit (und damit zur deutschen Bundesangehörigkeit) geschaffen wurde; fälschlicherweise verweist das aktuelle StAG der Bundesrepublik weiterhin auf das RuStAG und nimmt für sich in Anspruch, mit diesem vollidentisch zu sein.
Staatsangehörigkeit der DDR
↑ 1,0 1,1 Karl Thedick: Deutsche Staatsangehörigkeit im Bund und in den Ländern, § 5 Reichs- und Staatsangehörigkeit im Kaiserreich, S. 43.
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