Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_dolgenseen
Timestamp: 2020-02-27 23:38:47
Document Index: 340474089

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 5']

(GVBl.II/12, [Nr. 36])
geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 8. Dezember 2017
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Uckermark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Dolgenseen-Ragollinsee“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 431 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Stadt: Gemarkung: Flur:
Templin Herzfelde 2;
Templin Klosterwalde 4, 5;
Templin Petznick 1, 3, 4.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nummer 2 aufgeführten topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit den Blattnummern 1 bis 3 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nummer 3 mit den Blattnummern 1 bis 8 aufgeführten Liegenschaftskarten.
(3) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Uckermark, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Rotbuchenwälder, der Eichen-Hainbuchenwälder, der Erlen-Bruchwaldgesellschaften, der Gesellschaften natürlich eutropher Seen mit ihren Sumpf- und Verlandungszonen, der Quell-, Seggen- und Röhrichtmoore, der Feucht- und Frischwiesen sowie der strukturell und hydrologisch verschieden ausgeprägten Stand- und Fließgewässer einer Moorseenkette;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Krebsschere (Stratiotes aloides), Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata), Warnstorfs Torfmoos (Sphagnum warnstorfii), Rentierflechte (Cladonia rangiferina), Faden-Segge (Carex lasiocarpa), Drachenwurz (Calla palustris), Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis) und Kümmel-Silge (Selinum carvifolia);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Rohrweihe (Circus aeruginosus), Große Rohrdommel (Botaurus stellaris), Eisvogel (Alcedo atthis), Kranich (Grus grus), Neuntöter (Lanius collurio), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Weißstorch (Ciconia ciconia), Zwergschnäpper (Ficedula parva), Schellente (Bucephala clangula), Heidelerche (Lullula arborea), Laubfrosch (Hyla arborea), Moorfrosch (Rana arvalis), Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma) und Sumpfhornkleewidderchen (Zygaena trifolii);
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit einer weitgehend unzerschnittenen, reich gegliederten und störungsarmen Landschaft typisch eiszeitlicher Prägung, gekennzeichnet durch einen außergewöhnlichen Reichtum an Seen, Moor- und Feuchtwäldern und durch den Wechsel von Wald und Offenland, Alleen, Hecken, Vorwäldern, Gebüschen und Obstgehölzen;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen dem Europäischen Vogelschutzgebiet „Uckermärkische Seenlandschaft“ und den Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung „Platkowsee-Netzowsee-Metzelthin“, „Kuhzer See/Jakobshagen“ sowie dem Biosphärenreservat „Schorfheide-Chorin“.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Dolgenseen-Ragollinsee“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes), das ehemals einen Teil des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Platkowsee-Netzowsee-Metzelthin“ umfasste, mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis), Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Biber (Castor fiber), Bitterling (Rhodeus amarus), Fischotter (Lutra lutra), Großem Mausohr (Myotis myotis) und Großer Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten; ausgenommen ist außerhalb von Röhrichten, Bruchwäldern, Feuchtwiesen und Mooren das Betreten zum Zweck der Erholung sowie des Sammelns von Pilzen und Wildfrüchten gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 10 jeweils nach dem 30. Juni eines jeden Jahres;
Wasserfahrzeuge aller Art einschließlich Surfbretter oder Luftmatratzen zu benutzen; ausgenommen ist das Befahren der Gewässer mit muskelkraftbetriebenen Booten außerhalb von Röhrichten, Schwimmblattgesellschaften oder Verlandungsbereichen. Das Einsetzen und Anlegen der muskelkraftbetriebenen Boote ist nur an den in den Karten zu dieser Verordnung nach § 2 (Kartenskizze, Topografische Karte im Maßstab 1 : 10 000, Blattnummern 1 und 2 und Liegenschaftskarte, Blattnummern 2, 4 und 6) eingezeichneten Uferabschnitten zulässig;
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle und vergleichbare Rückstände aus Biogasanlagen oder Sekundärrohstoffdünger, wie zum Beispiel solche aus Abwasser, Klärschlamm oder Bioabfälle, einzusetzen,
der in § 3 Absatz 2 Nummer 2 genannte Lebensraumtyp „Moorwälder“ auf den Flurstücken 104, 116, 117, Flur 4 der Gemarkung Petznick, nicht bewirtschaftet wird, im Übrigen eine Nutzung der Laubwälder einzelstamm- bis truppweise erfolgt,
je Hektar mindestens fünf Stück stehendes Totholz mit mehr als 35 Zentimeter Durchmesser in 1, 30 Meter Höhe über dem Stammfuß und einer Mindesthöhe von 5 Metern nicht gefällt werden und liegendes Totholz (ganze Bäume mit Durchmesser über 65 Zentimeter am stärksten Ende) im Bestand verbleibt,
der Besatz mit Karpfen, ausgenommen des Mittleren Dolgensees, Kleinen Dolgensees und Klosterwalder Teiches, untersagt ist. Für diese Seen ist ein Hegeplan zu erstellen, der insbesondere den Karpfenbesatz regelt und spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung in Kraft tritt. Der Hegeplan ist einvernehmlich mit der Fachbehörde für Naturschutz abzustimmen. Bis zum Inkrafttreten des Hegeplanes ist ein einmaliger Karpfenbesatz mit bis zu 25 Kilogramm pro Hektar bis zur Abfischung des Bestandes innerhalb eines Zeitraumes von drei bis fünf Jahren zulässig. Eine Erhöhung durch den Hegeplan ist nicht zulässig,
die in § 3 Absatz 2 Nummer 3 genannten Fischarten ganzjährig geschont sind;
diese von den rechtmäßig errichteten Stegen und von Booten aus sowie darüber hinaus am Klosterwalder Teich, Ragollinsee, Mittleren Dolgensee und Kleinen Dolgensee von den in den Karten zu dieser Verordnung nach § 2 (Kartenskizze, Topografische Karte im Maßstab 1 : 10 000, Blattnummern 1 und 2 und Liegenschaftskarte, Blattnummern 2, 4 und 6) eingezeichneten Uferabschnitten aus beziehungsweise am Kleinen Dolgensee vom Südufer aus zulässig ist,
aa) die Fallenjagd mit Lebendfallen erfolgt und in einem Abstand von bis zu 100 Metern zum Gewässerufer verboten ist, Ausnahmen von der Einhaltung dieses Abstandes kann die untere Naturschutzbehörde erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
die Anlage von Kirrungen außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und des in § 3 Absatz 2 Nummer 1 genannten Lebensraumtyps „Magere Flachland-Mähwiesen“.
das Sammeln von Pilzen und Wildfrüchten in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch nach dem
Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, unter anderem Maßnahmen zur Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche, die von der unteren Naturschutzbehörde zugelassen oder angeordnet worden sind;
in der Rinne zwischen Ragollinsee und Dolgensee sowie in der Ablaufrinne zwischen Dolgensee und Großem Dolgensee soll durch Sohlschwellen beziehungsweise durch eingebrachte Hindernisse (Baumstämme) eine Abflusshemmung erzielt werden;
der Abfluss des Moores südwestlich des Ragollinsees soll verschlossen werden;
am Ablauf des Klosterwalder Teiches in Richtung Kleiner Dolgensee soll der Sohlabsturz durch eine Sohlgleite ersetzt werden;
zum Schutz vor der Zurückdrängung indigener Pflanzen sollen Maßnahmen beispielsweise zur Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche eingeleitet werden;
die nadelholzdominierten Forsten südlich der Klosterwalder Mühle sollen im Rahmen von Durchforstungs- und Waldumbaumaßnahmen langfristig in naturnah strukturierte Rotbuchenwälder bodensaurer beziehungsweise lehmiger Standorte umgewandelt werden.
§ 5 Absatz 1 Nummer 1 dieser Verordnung tritt am 1. Juli 2012 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tag nach der Verkündung in Kraft.
Potsdam, den 9. Mai 2012
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Dolgenseen-Ragollinsee“
Herzfelde 2 109, 113 bis 115, 118, 122, 125 bis 130, 132 teilweise, 134 bis 136, 144 bis 153, 161 teilweise, 162, 163, 165, 166, 294 bis 315;
Klosterwalde 4 139, 141 bis 145, 147 teilweise, 155 bis 157, 161 bis 163, 169 teilweise, 218, 219 teilweise, 220, 222, 223 teilweise, 224, 225, 226 teilweise, 227 bis 233;
5 107, 108/1, 108/2 teilweise, 111 bis 116, 117/1, 118 bis 120, 121 teilweise, 123 teilweise, 124 bis 129, 134/1 teilweise, 135, 136, 138/1, 138/2, 139/2, 140 bis 142, 143/2, 144/2, 144/3, 145/1, 149/1, 149/2 teilweise, 156, 157, 158/1 teilweise, 170 teilweise, 180, 181, 182/3, 182/4, 182/5, 182/6, 182/7, 183/3, 183/4, 183/5, 183/6, 183/7, 184, 190, 193, 194, 196/1, 196/2, 196/3, 197, 201, 220 bis 222, 230, 231, 239 teilweise, 241 bis 243, 244 teilweise, 245 bis 291, 293;
Petznick 1 4 teilweise, 202 teilweise, 203 bis 205;
3 91 teilweise, 111, 484, 485 teilweise;
4 1 bis 12, 42 bis 47, 54 teilweise, 55, 75 bis 78 jeweils teilweise, 82 teilweise, 83 teilweise, 86 teilweise, 97, 104 teilweise, 113 teilweise, 116 bis 123, 124/1, 125 bis 144, 146 bis 166, 168, 169, 180, 181.
1. Übersichtskarte im Maßstab 1 : 30 000
Titel: Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Dolgenseen-Ragollinsee“
1 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV), am 21. März 2012
Titel: Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Dolgenseen-Ragollinsee“
01 2847-NW unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
02 2847-NO unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
03 2847-SW unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
Titel: Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Dolgenseen-Ragollinsee“
01 Herzfelde
Petznick 2
1, 4 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
02 Herzfelde
03 Klosterwalde
Petznick 5
4 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
04 Herzfelde
05 Klosterwalde 4, 5 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
06 Klosterwalde
3, 4 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
07 Petznick 4 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012
08 Klosterwalde 5 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 21 des MUGV, am 21. März 2012