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Timestamp: 2018-08-15 21:28:12
Document Index: 350913348

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 92', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 149', 'Art. 2', 'Art. 92', 'Art. 92', 'Art. 92', 'Art. 92', 'Art. 93', 'Art. 85', 'Art. 91', 'Art. 92', 'Art. 64']

Änderungsgrund Was hat geändert Gültig ab. Excel-Tabelle Betreibung- Übersichtsverfahen gelöscht. Anpassung Änderung BEX - PDF
Änderungsgrund Was hat geändert Gültig ab. Excel-Tabelle Betreibung- Übersichtsverfahen gelöscht. Anpassung Änderung BEX
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1 Stadt Bern Direktion für Bildung Soziales und Sport Betreibung und BEX Verwaltung Änderungsgrund Was hat geändert Gültig ab Excel-Tabelle Betreibung- Übersichtsverfahen gelöscht Anpassung Änderung BEX IKS 2 Titel, Kapitel 4 neu 1. November 2009 Aktualisierte Richtlinien über die Berechnung des BEX Kapitel 1 Grundlagen; Kapitel 3a Berechnung BEX 1. September Grundlagen Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG). Kreisschreiben Nr. B3 der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 01. März 2001 Art. 9 Sozialhilfeverordnung (SHV) SKOS B Grundsätze - Sozialhilfeleistungen sind absolut unpfändbar (Art. 92 Abs. 1 Ziff. 8 SchKG) - Eine Einkommenspfändung schafft grundsätzlich keine Grundlage für einen Anspruch auf Sozialhilfe. Das Gleiche gilt für Lohnabtretungen: Wird ein Teil des laufenden Einkommens zediert, ist der entsprechende Haushalt nicht bedürftig und hat keinen Anspruch auf Sozialhilfeunterstützung - Die wirtschaftliche Hilfe von Personen, die eine laufende Einkommenspfändung haben, entspricht höchstens dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum (BEX), auch wenn dieses tiefer ist als das SKOS-Budget. Die betreffenden Personen haben mit den aufgrund des betreibungsrechtlichen Existenzminimums errechneten finanziellen Mitteln auszukommen. Vorbehalten bleiben ausserordentliche Kosten (SIL), die nicht zu einer Anpassung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums führen - Der Klientel entstandene Betreibungskosten werden vom Sozialdienst grundsätzlich nicht übernommen
2 3. Betreibungsrechtliches Existenzminimum (BEX) 3.1 Berechnung Die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums richtet sich nach dem Kreisschreiben B3 der kantonalen Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen. Es handelt sich nicht um absolute Vorgaben, sondern um Empfehlungen, die in der Regel angewendet werden. Es steht dem Betreibungsamt jedoch frei, Abweichungen zu gestatten, wenn dies im Einzelfall nach Prüfung der Umstände angemessen ist. Beim BEX ist der Grundbetrag höher als beim sozialen Existenzminimum gemäss SKOS-Richtlinien. Beim BEX werden ausserdem Beiträge an Pensionskassen und Berufsverbände, unumgängliche Berufsauslagen und Unterstützungs- und Unterhaltsbeiträge berücksichtigt. Betreibungsrechtliches Existenzminimum gemäss Kreisschreiben vom 1. April 2010 Grundbetrag ist höher als GBL gemäss SKOS-Richtlinien Anders als gemäss SKOS sind im Grundbetrag inbegriffen die Prämien für Hausratund Privathaftpflichtversicherung Soziales Existenzminimum gemäss SKOS-Richtlinien Grundbedarf für den Lebensunterhalt Wohnkosten und Nebenkosten KVG-Prämien, Selbstbehalt und Franchise Zahnarzt Zuschläge Effektiver Mietzins und Heizkosten, Sozialbeiträge (AHV, IV, EO, ALV, UV, BVG etc.), Unumgängliche Berufsauslagen (erhöhter Nahrungsbedarf, auswärtige Verpflegung, überdurchschnittlicher Kleiderverbrauch, Fahrten zum Arbeitsplatz), Unterstützungs- und Unterhaltsbeiträge, Schulung der Kinder, Abzahlung Miete/Leasing von Kompetenzstücken, Arzt / Arzneien / Geburt / Wartung / Pflege, Wohnungswechsel SIL und IZU Krankheits- / behinderungsbedingte Spezialauslagen, Erwerbsunkosten und Auslagen für nicht lohnmässig honorierte Leistungen, Fremdbetreuung von Kindern, Schule / Kurse / Ausbildung, Urlaub / Erholung, Wegzug 3.2 Verhältnis BEX soziales Existenzminimum Bei der Berechnung der Sozialhilfe sind zwei verschiedene Fälle auseinanderzuhalten: 1) Regel: Die Sozialhilfe wird grundsätzlich nach dem sozialen Existenzminimum der SKOS-Richtlinien bemessen (Art. 8 SHV) 1. 1 Vgl. Grafik in Anhang 1
3 2) Ausnahme: Liegt bei einer laufenden Einkommenspfändung das BEX aber unter dem Ansatz der SKOS-Richtlinien, so ist die Sozialhilfe ausnahmsweise nach BEX zu berechnen (Art. 9 SHV). Ein den Grundbedarf gemäss SKOS-Richtlinien nicht deckendes BEX ist somit nicht durch Sozialhilfe zu ergänzen Vorgehen bei laufender Einkommenspfändung 4.1 Beim Intake - Überbrückungsfälle Die Klientel hat eine Einkommenspfändung und ihre Stelle verloren. Sie wartet nun auf ALV-Taggelder. In diesem Fall bevorschusst der Sozialdienst Sozialhilfe nur in der Höhe des BEX, sofern dieses tiefer ist als das SKOS-Budget. - Die Klientel kommt mit einer Einkommenspfändung zum SD, weil sie ihre Stelle verloren und entweder keinen Anspruch auf ALV-Taggelder hat oder sie ergänzend dazu unterstützt werden muss. In diesem Fall zahlt der SD Sozialhilfe in der Höhe des BEX. - Die Klientel kommt mit einer Einkommenspfändung zum SD, das Betreibungsamt hat die Wohnungs- oder KK-Kosten (wegen Nichtbezahlens) bei der Berechnung des BEX nicht berücksichtigt. In diesem Fall übernimmt der Sozialdienst diese beiden Posten und interveniert schriftlich beim Betreibungs- und Konkursamt Bern. 4.2 Während der Unterstützung - Der Klientel wird während der Unterstützung das Einkommen gepfändet. Hier ist das BEX massgebend, sofern es tiefer ist als das SKOS-Budget. Es gibt keine Aufstockung mit Sozialhilfe. Das neue Budget wird verfügt (Finanzverfügung). Liegt das BEX hingegen über dem SKOS-Budget, erhält die betreffende Person keine Unterstützung. - Der Klientel wird während der Unterstützung das Einkommen gepfändet und das Betreibungsamt hat die Wohnungs- oder KK-Kosten (wegen Nichtbezahlens) bei der Berechnung des BEX nicht berücksichtigt. Diesfalls erfolgt die Übernahme dieser Ausstände durch den SD nur in Einzelfällen; zudem ist eine Rückerstattung vorzunehmen (z.b. wenn Wohnung absolut erhaltenswert ist). Der SD unternimmt ausserdem eine schriftliche Intervention beim Betreibungs- und Konkursamt Bern. Nach Beendigung der Einkommenspfändung erfolgt die Unterstützung gemäss den SKOS-Richtlinien. 2 Vgl. Grafik in Anhang 2
4 5. Registerauszug Bei verschuldeter Klientel kann beim Betreibungsamt ein Auszug aus dem Betreibungsregister verlangt werden. Dies muss auf dem schriftlichen Weg erfolgen. Das Betreibungsamt Bern erteilt die Auskunft unentgeltlich. 6. Verlustscheine Grundsätzlich ist es nicht üblich, Verlustscheine zurückzukaufen. Besondere Überlegungen, z.b. die Notwendigkeit eines blanken Betreibungsregisters als Voraussetzung für den Antritt einer Stelle etc. können einen Rückkauf im Einzelfall rechtfertigen. Durch Verlustschein verurkundete Forderungen verjähren 20 Jahre nach der Ausstellung des Verlustscheines (Art. 149a Abs. 1 SchKG). Bei durch Verlustschein verurkundeten Forderungen vor dem beginnt die Verjährung mit dem zu laufen (Art. 2 Abs. 5 Schlussbestimmungen des SchKG). Der/die Gläubiger/in kann die Verjährung allerdings unterbrechen, indem die Forderung beispielsweise erneut in Betreibung gesetzt wird. 7. Zahlungsbefehle und andere Betreibungsurkunden An die Klientel adressierte Zahlungsbefehle und andere Betreibungsurkunden dürfen nicht von der Verwaltung (z.b. Sozialdienst) entgegen genommen werden. Adressatin der Zahlungsbefehle ist die Klientel als Schuldnerin. Der Sozialdienst kann nicht von sich aus Rechtsvorschlag erheben. Würde der Sozialdienst Zahlungsbefehle entgegennehmen, so bestünde deshalb die Gefahr, dass die 10-tägige Frist für die Erhebung des Rechtsvorschlages verpasst wird. 8. Pfändbarkeit von Einkommen und Vermögenswerten In Art. 92 SchKG sind die unpfändbaren Vermögenswerte aufgeführt. Für uns ist unter anderem Folgendes wichtig: - Sozialhilfeleistungen sind unpfändbar (Art. 92 Abs. 1 Ziff. 8 SchKG). - Die Leistungen der AHV, IV und Ergänzungsleistungen sind ebenfalls unpfändbar (Art. 92 Abs. 1 Ziff. 9a SchKG) - Ansprüche auf Vorsorge- und Freizügigkeitsleistungen gegen eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge sind vor Eintritt der Fälligkeit ebenfalls unpfändbar (Art. 92 Abs. 1 Ziffer 10 SchKG). Gemäss Bundesgericht fällt auch die gebundene Selbstvorsorge der Säule 3a in diese Regelung. - Beschränkt pfändbar sind hingegen IV-Taggelder und IV-Renten aus einer Pensionskasse (Art. 93 SchKG).
5 9. Schuldnerschutz Die betriebene Klientel kann sich gegen ungerechtfertigte Forderungen wehren und Rechtsvorschlag erheben. Gegebenenfalls rechtfertigen sich eine Schuldenbereinigung und der Beizug einer externen Fachberatung (Verein Schuldensanierung). Der Schuldner kann zudem jederzeit (gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber nicht nach erhobenem Rechtsvorschlag!) vom Gericht des Betreibungsortes feststellen lassen, dass die Schuld nicht oder nicht mehr besteht oder gestundet ist (Art. 85a SchKG). Heisst das Gericht die Klage gut, so hebt es die Betreibung auf oder stellt sie ein. 10. Auskunft ans Betreibungsamt Der Sozialdienst muss dem Betreibungsamt auf Anfrage Auskunft über eine Person geben, die Sozialhilfe bezieht (Art. 91 Abs. 5 SchKG). 11. Vorgehen und Zuständigkeit Für Forderungen des Sozialamtes oder der Klientel, die das Sozialamt für diese in Betreibung setzt, ist der Inkassodienst zuständig. Der Inkassodienst muss die für diese Betreibungen entstehenden Kosten vorschussweise zulasten des Unterstützungskontos übernehmen. 12. Siehe auch: Schulden Auskunft und Schweigepflicht Edith Olibet Sozialbehörde
1. Grundsätze - Sozialhilfeleistungen sind absolut unpfändbar (Art. 92 Abs. 1 Ziff. 8 SchKG).
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