Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=W%208%20S%2018.50234
Timestamp: 2019-12-15 21:38:43
Document Index: 284513199

Matched Legal Cases: ['§ 80', '§ 29', '§ 34', '§ 60', '§ 60', 'Art. 3', 'Art. 13', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 3', 'Art. 3', 'EGMR']

VG Würzburg, 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 - dejure.org
https://dejure.org/2018,15321
VG Würzburg, 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 (https://dejure.org/2018,15321)
VG Würzburg, Entscheidung vom 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 (https://dejure.org/2018,15321)
VG Würzburg, Entscheidung vom 23. Mai 2018 - W 8 S 18.50234 (https://dejure.org/2018,15321)
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VwGO § 80 Abs. 5; AsylG § 29 Abs. 1 Nr. 1 lit. a, § 34a; AufenthG § 60 Abs. 7, § 60a Abs. 2c; Dublin III-VO Art. 3 Abs. 2, Art. 13 Abs. 1 S. 1, Art. 17 Abs. 1, Art. 18 Abs. 1 lit. b
Keine systemischen Mängel des Asylverfahrens und der Aufnahmebedingungen in Spanien
Aktuelle Berichte von internationalen Nichtregierungsorganisationen und des UNHCR, die die eine solche Annahme rechtfertigen könnten, liegen - soweit ersichtlich - nicht vor.(Vgl. Urteil der Kammer vom 05.06.2018 - 3 K 2342/17 - VG Würzburg, Beschluss vom 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 -, Rn. 15, juris.) Vielmehr haben anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte in Spanien zu den gleichen Bedingungen wie spanische Bürger Zugang zur Arbeitsvermittlung, Bildung, Gesundheitsfürsorge, sozialer Absicherung, Anerkennung von Berufsqualifikationen und zu Integrationsprogrammen.(…Vgl. Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, Sozialleistungen für Asylsuchende und Flüchtlinge in ausgewählten EU-Mitgliedstaaten, WD 6-3000-056/16, S. 13.).
Es verstößt demnach grundsätzlich nicht gegen Art. 3 EMRK, wenn international Schutzberechtigte - wie es in Spanien der Fall ist - den eigenen Staatsangehörigen gleichgestellt sind und von ihnen - nach dem Prinzip der Eigenverantwortung - erwartet wird, dass sie selbst für ihre Unterbringung und ihren Lebensunterhalt sorgen.(Vgl. zu der Reichweite des Art. 3 EMRK: VG des Saarlandes…, Urteil vom 15.03.2017 - 3 K 908/16 - Rn. 122, juris.) Sollten staatliche Leistungen, auf die Anspruch besteht, im Einzelfall tatsächlich verzögert oder nicht gewährt werden, so haben die Betroffenen den Rechtsweg zu beschreiten; Spanien verfügt über ein rechtstaatliches Asylsystem mit administrativen und gerichtlichen Beschwerdemöglichkeiten.(Vgl. VG Würzburg, Beschluss vom 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 -, Rn. 15 - 16, juris.).
Im Übrigen kann nicht davon ausgegangen werden, dass der spanische Staat grundsätzlich nicht willens und in der Lage ist, vor Übergriffen Schutz zu bieten beziehungsweise dagegen vorzugehen.(So auch: VG Würzburg, Beschluss vom 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 -, Rn. 19, juris.).
vgl. Republik Österreich, Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl : Länderinformationsblatt der St aatendoku m entation - Spanien (im Folgenden: BFA Österreich, Länderinformationsblatt Spanien) vom 6. Juli 2018, S. 4; Bisheriger Zitatblock (noch zu aktualisieren): a ida, Country Report: Spain, 2017 Update, Stand 21. März 2018, S. 13 ff.; aida, country report: Spain, 2016 Update, Stand: 31. Dezember 2016, S. 13 ff. und 39 ff. ; United States, Department of State, Country Report on Human Rights - Spain 2017 vom 20. April 2018 United States, Department of State, Country Report on Human Rights - Spain und 2016 vom 3. März 2017, 2014 vom 25. Juni 2015 und 2013 vom 22. April 2014 ; VG Potsdam, Beschluss vom 23. Juni 2014 - 6 L 551/14.A -, juris, Rn. 11 und die dort in Bezug genommenen Erkenntnisse Würzburg, Beschluss vom 23. Mai 2018 - W 8 S 18.50234 -, juris, Rn. 15 f .
In ihrem Dublin-Verfahren wurde ihr Asylantrag rechtmäßig abgelehnt und ihre Abschiebung nach Spanien angeordnet (vgl. VG Würzburg, B.v. 23.5.2018 - W 8 S 18.50234 - juris; U.v. 5.7.2018 - W 8 K 18.50233).
Wie schon im Verfahren der Mutter (vgl. VG Würzburg, B.v. 23.5.2018 - W 8 S 18.50234 - juris) ausgeführt, ist davon auszugehen, dass der spanische Staat der Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Prüfung des Asylbegehrens einschließlich des Vorliegens möglicher Abschiebungshindernisse auch im Hinblick auf die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechte-Charta nachkommt.
Soweit dieser Informationsaustausch erfolgt, genügt der überstellende Staat grundsätzlich den Vorgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention, so dass selbst bei Überstellung von besonders schutzbedürftigen Personen, wie etwa psychisch Kranken, keine grundlegenden Einwände bestehen (vgl. Thym, ZAR 2013, 331 mit Verweis auf die Rechtsprechung des EGMR sowie etwa VG München, Urteil vom 06.05.2016 - M 12 K 15.50793 -, juris; VG Würzburg, Beschlüsse vom 23.05.2018 - W 8 S 18.50234 - und vom 05.03.2014 - W 6 S 14.30235 -, jeweils juris).
Das Gericht schließt sich insoweit der bisher einhelligen Bewertung des Verwaltungsgerichts München und anderer Verwaltungsgerichte an (…vgl. u.a. VG München, B.v. 22.2.2018 - M 2 S 18.50431 - juris Rn. 18 ff.; U.v. 13.6.2017 - 10 K 240/15.A - juris Rn 116 ff.;… B.v. 10.5.2017 - M 8 S 17.51200 - juris Rn. 20 ff.; VG Würzburg, B.v. 23.5.2018 - W 8 S 18.50234 - juris Rn. 15 ff.;… VG Düsseldorf, B.v. 28.7.2017 - 12 L 2824/17.A - juris Rn. 22 ff.).