Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.07.2015&Aktenzeichen=XII%20ZB%20369/14
Timestamp: 2019-10-20 18:12:56
Document Index: 309825253

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1578', '§ 238', '§ 238', '§ 238', '§ 1578', '§ 1579', '§ 1581', '§ 1578', '§ 1578', '§ 238', '§ 1578', '§ 1578', 'BGH', '§ 238', 'BGH', '§ 1578', '§ 1587', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 238', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.07.2015 - XII ZB 369/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,21474
BGH, 15.07.2015 - XII ZB 369/14 (https://dejure.org/2015,21474)
BGH, Entscheidung vom 15.07.2015 - XII ZB 369/14 (https://dejure.org/2015,21474)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 (https://dejure.org/2015,21474)
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§ 1578 b BGB, § 238 Abs. 2 FamFG, § 238 Abs. 1 FamFG, § 238 Abs. 4 FamFG, § 1578 b Abs. 1, 2 BGB, § 1579 Nr. 2 BGB, § 1581 BGB
§ 1578 Abs 2 BGB, § 1578b Abs 1 BGB, § 238 FamFG
BGB § 1578 Abs. 2; BGB § 1578b Abs. 1
Familienrecht - Abänderung des titulierten Unterhalts und der mögliche Wechsel des Krankenkassentarifs
Zur Abänderung des titulierten Unterhalts wegen möglichen Wechsels in einen günstigeren Tarif der privaten Krankenversicherung
Abänderung festgesetzten Ehegattenunterhalts wegen unterhaltsrelevanten Tatsachen
Kurznachricht zu "Abänderungsverfahren zur Frage der Herabsetzung des Unterhalts - Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 15.07.2015" von VorsRiOLG a.D. Dr. Rainer Hoppenz, original erschienen in: FamRZ 2015, 1694 - 1697.
Kurznachricht zu "Annexkorrektur von Unterhaltsentscheidungen" von VorsRiOLG a.D. Dr. Hans-Ulrich Graba, original erschienen in: NJW 2015, 3275 - 3278.
NJW 2015, 2963
MDR 2015, 1136
FamRZ 2015, 1694
aa) Bei mehreren vorausgegangenen (Abänderungs-)Entscheidungen ist auf die im letzten Abänderungsverfahren ergangene Entscheidung abzustellen (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 - FamRZ 2015, 1694 Rn. 15 mwN).
Erweist sich das Vorbringen des Antragstellers als unrichtig oder ist die sich daraus ergebende Änderung nur unwesentlich, so ist der Abänderungsantrag unbegründet (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 - FamRZ 2015, 1694 Rn. 16 mwN).
Einer Fehlerkorrektur steht vielmehr die Rechtskraft der Vorentscheidung entgegen, deren Durchbrechung nur insoweit gerechtfertigt ist, als sich die maßgeblichen Verhältnisse nachträglich verändert haben (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 - FamRZ 2015, 1694 Rn. 19 mwN).
Die Entscheidung über eine Unterhaltsbegrenzung kann dann wegen § 238 Abs. 2 FamFG im Rahmen eines Abänderungsverfahrens grundsätzlich nicht nachgeholt werden (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 - FamRZ 2015, 1694 Rn. 22 mwN;… vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 59 mwN).
Ist ein Umstand allein im Rahmen der Billigkeitsbetrachtung nach § 1578 b BGB erheblich, so kommt es mithin grundsätzlich darauf an, ob der fragliche Umstand bereits im Ausgangsverfahren zu einer abweichenden Entscheidung hätte führen müssen (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2015 - XII ZB 369/14 - FamRZ 2015, 1694 Rn. 23).
Auf die hiergegen eingelegte Rechtsbeschwerde des Antragstellers hat der Bundesgerichtshof durch Beschluss vom 15.07.2015 (XII ZB 369/14) den vorgenannten Senatsbeschluss aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Oberlandesgericht zurückverwiesen.
Für die Beurteilung nach § 1587 b BGB ist daher die Möglichkeit der Wahl eines günstigeren Tarifs der privaten Krankenversicherung im Rahmen einer neu anzustellenden tatrichterlichen Gesamtschau mit zu berücksichtigen (s. BGH, Beschluss vom 15.07.2015 - XII ZB 369/14 - zitiert nach juris Rn. 30).
Ist indes nunmehr eine Abänderung wegen veränderter Tatsachen- und Rechtslage eröffnet, kann eine sogenannte Alttatsache berücksichtigt werden, wenn sie nicht bereits im Ausgangsverfahren entscheidungserheblich war (s. BGH, Beschluss vom 15.07.2015 - XII ZB 369/14 - juris Rn. 24).
Für sich genommen kann dieser Umstand daher keine Abänderung der Entscheidung eröffnen (BGH XII ZB 369/14 FamRZ 2015, 1694 Rn. 19), da dieser Umstand seit der Ausgangsentscheidung unverändert ist (vgl. § 238 Abs. 2 FamFG).
Auf dieser durch Auslegung zu ermittelnden Grundlage ist im Abänderungsverfahren unter Berücksichtigung der neuen Verhältnisse festzustellen, welche Veränderungen in diesen Umständen eingetreten sind und welche Auswirkungen sich daraus für die Höhe des Unterhalts ergeben (BGH XII ZB 369/14, FamRZ 2015, 1694 ff Rn. 20).
Der Bundesgerichtshof hat hinsichtlich der Abänderbarkeit eines Unterhaltstitels wegen eines im vorausgegangenen Verfahren nicht berücksichtigten ("übersehenen") Umstandes entschieden, dass dann, wenn eine Abänderung aus anderen Gründen eröffnet ist, auch eine sog. Alttatsache bei der Neubewertung einbezogen werden kann, wenn sie nicht bereits im Ausgangsverfahren entscheidungserheblich war, d.h. die übersehene Alttatsache für sich genommen noch nicht zu einer anderen Entscheidung hätte führen müssen (vgl. BGH XII ZB 369/14, Beschluss vom 15.07.2015, FamRZ 2015, 1694 ff Rn. 24).