Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%2020,%20261
Timestamp: 2019-03-23 07:32:01
Document Index: 268914621

Matched Legal Cases: ['§ 373', '§ 522', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 522', '§ 522', '§ 522', '§ 522', 'BGH', 'BGH', '§ 522', 'BGH', '§ 284', '§ 522', '§ 89']

BAG, 18.01.1968 - 5 AZR 207/67 - dejure.org
BAG, 18.01.1968 - 5 AZR 207/67
Unselbständige Anschlußberufung - Nachträgliche Begründung - Wiederholung der Anschlußberufung - Zeugenaussage - Urkundliche Verwertung
LAG Hamm, 03.03.1967 - 5 Sa 437/63
BAGE 20, 261
NJW 1968, 957
b) Da der Beklagte sich dem von der Klägerin in der Berufungsinstanz wiederholten Antrag auf urkundliche Verwertung der Vernehmungsniederschriften und des Sachverständigengutachtens aus dem landgerichtlichen Verfahren widersetzt hat, oblag es ihm, im Berufungsverfahren den Gegenbeweis anzutreten (…vgl. Zöller/Stephan, ZPO, 13. Aufl., § 373 Anm. IV; BAGE 20, 261 = AP Nr. 4 zu § 522 a ZPO; BGH Urteil vom 19. Dezember 1969 - VI ZR 128/68 - VersR 1970, 322).
c) Nach der Rechtsprechung des BGH (BGHZ 20, 311 = LM Nr. 2 zu § 522 ZPO) und des Bundesarbeitsgerichts (BAGE 20, 261 = AP Nr. 4 zu § 522 a ZPO, mit insoweit zust. Anm. Baumgärtel/Scherf) ist in der nachträglichen Begründung einer unselbständigen Anschlußberufung jedoch eine zulässige Wiederholung der Anschlußberufung zu sehen.
Hierin ist eine zulässige Wiederholung der Anschlußberufung zu sehen (BAG vom 18. Januar 1968 - 5 AZR 207/67 - AP Nr. 4 zu § 522 a ZPO).
Will eine Partei - auch die an sich nicht beweispflichtige Partei - einen derartigen Urkundenbeweis nicht gelten lassen, so muß sie sich gegenbeweislich spätestens im Berufungsverfahren auf die Vernehmung des Zeugen berufen (BAGE 20, 261 = AP Nr. 4 zu § 522 a ZPO, zu II 1 der Gründe, m.w.N.).
Bei dieser Sachlage hätte der Kläger, wenn er diesen Urkundenbeweis nicht gelten lassen wollte, sich spätestens im Berufungsverfahren ausdrücklich auf die Vernehmung der beiden Zeugen berufen müssen (BAGE 20, 261 = AP, a.a.O.).
BGH, 11.01.2007 - IX ZR 55/03
Die mit der Anschlussberufung weiter verfolgten Schadensersatzansprüche konnten entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts noch bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung begründet werden (vgl. RGZ [GrSZ] 170, 18, 20, 22; BGH, Beschl. v. 20. November 1953 - IV ZB 96/53, NJW 1954, 109, 110; BAGE 20, 261;… Wieczorek/Rößler, ZPO 2. Aufl. § 522a Anm. B).
Die Begründung der Anschlussberufung wurde fristgerecht vorgelegt, weil sie am 21.10.2010 noch innerhalb der Frist zur Berufungserwiderung eingereicht worden ist (vergleiche zur Rechtslage Doukoff, zivilrechtliche Berufung, 4. Auflage 210 Randziffer 785 mit Hinweis auf BAGE 20, 261 = NJW 1968, 957; NZA 1995, 323).
Insofern findet die Verwertung im Wege des Urkundenbeweises bei förmlich beantragter Zeugenvernehmung ihre Grenze (…Beschluß vom 10. September 1979 - BVerwG 3 CB 117.79 - a.a.O.;… Urteil vom 18. September 1985 - BVerwG 2 C 30.84 - a.a.O.; vgl. für den Zivilprozeß z.B. BGH, WM 1970, 408 ; VersR 1974, 1030; BAG, NJW 1968, 957;… Leipold, in: Stein-Jonas, ZPO, 20. Aufl., § 284 Rdnr. 38).
Der frühere Mangel wird dann geheilt (BAG v. 06.09.1994 - 9 AZR 92/93, NZA 1995, 232; BAG v. 18.01.1968 - 5 AZR 207/67, AP Nr. 4 zu § 522a ZPO; Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, § 89 Rz.38).