Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Saarbr%C3%BCcken&Datum=30.10.2014&Aktenzeichen=4%20U%20165/13
Timestamp: 2019-10-14 14:38:53
Document Index: 152713780

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 28', '§ 81', '§ 81', '§ 28', '§ 5', '§ 81', '§ 28', '§ 5', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 81', 'BGH']

OLG Saarbrücken, 30.10.2014 - 4 U 165/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,38023
OLG Saarbrücken, 30.10.2014 - 4 U 165/13 (https://dejure.org/2014,38023)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 30.10.2014 - 4 U 165/13 (https://dejure.org/2014,38023)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 30. Januar 2014 - 4 U 165/13 (https://dejure.org/2014,38023)
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KfzpflV § 5, VVG § 28 Abs 2, VVG § 81 Abs 2
VVG § 81 Abs. 2; VVG § 28 Abs. 2; KfzpflV § 5
VVG § 81 Abs. 2 ; VVG § 28 Abs. 2 ; KfzpflV § 5
Verkehrsrecht - Unfall mit 0,93 Promille - 75% Leistungskürzung bei der Kasko!
Kürzung von Ersatz des Kaskoschadens um 75 % bei Unfallverursachung mit 0,93 Promille
LG Saarbrücken, 01.10.2013 - 14 O 26/13
NJW-RR 2015, 411
Die diesbezügliche Belehrung war - wie das Amtsgericht unter Bezugnahme auf das Urteil des OLG Düsseldorf vom 19.12.2014 (Az. I-4 U 165/13) zutreffend ausführt - sowohl formell als auch inhaltlich ordnungsgemäß.
Zwar sind die beiden letzten Sätze, die sich auf das Verhältnis von Widerspruchsrecht zum Rücktrittsrecht (§ 8 Abs. 6 VVG a.F.) beziehen, nicht erforderlich, sie sind jedoch unschädlich (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.12.2014, Az. I-4 U 165/13).
Grobe Fahrlässigkeit liegt insbesondere dann nahe, wenn der Versicherungsnehmer wusste oder durch einfachste und naheliegende Überlegungen hätte erkennen können, dass sein Verhalten geeignet war, den Eintritt des Versicherungsfalls zu fördern; darüber hinaus muss der Sorgfaltsverstoß auch in subjektiver Hinsicht unentschuldbar erscheinen (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2003 - IV ZR 173/01, VersR 2003, 364; Saarl. OLG, Urteil vom 25. Mai 1994 - 5 U 1053/93 - 70, VersR 1996, 580; Urteil vom 30. Oktober 2014 - 4 U 165/13, NJW-Spezial 2015, 41).
Eine vollständige Kürzung auf Null kommt auch bei grober Fahrlässigkeit im Einzelfall insbesondere dann in Betracht, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall dadurch grob fahrlässig herbeiführt, dass er sein Fahrzeug trotz absoluter Fahruntüchtigkeit im Verkehr geführt hat (…BGH, Urt. v. 22.06.2011 - IV ZR 225/10, BGHZ 190, 120; s. auch Saarl. OLG, Urteil vom 30. Oktober 2014 - 4 U 165/13, NJW-Spezial 2015, 41).
Eine vollständige Kürzung auf null kommt auch bei grober Fahrlässigkeit im Einzelfall insbesondere dann in Betracht, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall dadurch grob fahrlässig herbeiführt, dass er sein Fahrzeug trotz absoluter Fahruntüchtigkeit im Verkehr geführt hat (…BGH, Urt. v. 11.01.2012, Az.: IV ZR 251/10 …und Urt. v. 22.06.2011, Az.: IV ZR 225/10; OLG Saarbrücken, Urt. v. 30.10.2014, Az.: 4 U 165/13;… LG Saarbrücken, Urt. v. 18.02.2015, Az.: 14 O 108/14).
(1) Dafür, dass eine zum Unfallzeitpunkt vorliegende absolute Fahruntüchtigkeit unfallursächlich ist, spricht ein Anscheinsbeweis, wenn sich der Unfall unter Umständen und in einer Verkehrslage ereignet hat, die ein nüchterner Fahrer hätte meistern können (BGH, Urteil vom 10. Januar 1995 - VI ZR 247/94, NJW 1995, 1029, 1030; Saarl. OLG, Urteil vom 17. Juni 1994 - 3 U 951/93 - 183, NZV 1995, 23; OLG Hamm VersR 2002, 76; vgl. auch Senat, Urteil vom 30. Oktober 2014 - 4 U 165/13, NJW-RR 2015, 411).
Eine Kürzung nach § 81 Abs. 2 VVG von über 90% kommt generell nicht in Betracht (vgl. BGH…, Urteil vom 15.07.2014, VI ZR 452/13, Rn. 12), weswegen eine Kürzung von über 50% nach Auffassung des Gerichts nur bei sehr erheblicher, grober Fahrlässigkeit angenommen werden kann (vgl. bspw. OLG Saarbrücken, Urteil vom 30.10.2014, 4 U 165/13, zur Kürzung von 75 % bei Trunkenheitsfahrten mit einem Blutalkohol von knapp 1 Promille).
Bereits deshalb, weil der Grad der relativen Fahruntüchtigkeit der absoluten Fahruntüchtigkeit stark angenähert war, erscheint es gerechtfertigt, die Leistungen aus dem Versicherungsvertrag um 75 % zu kürzen (vgl. OLG Saarbrücken, Urteil vom 30.10.2014, Az. 4 U 165/13, zitiert nach juris, Rn. 98, 101, OLG Düsseldorf…, Urteil vom 23.12.2010, Az. 4 U 101/10, Rn. 25, 31; OLG Hamm…, Urteil vom 25.8.2010, Az. 20 U 74/10, zitiert nach juris, Rn. 47;… Halm/Kreuter/Schwab, AKB, 2.A., D.2.1 AKB Rdnr. 39, 41).
Insoweit müssen Ausfallerscheinungen, insbesondere vermindertes Reaktions- und Koordinationsvermögen oder erhöhte Risikobereitschaft festgestellt werden, die typischerweise auf den Alkoholgehalt zurückzuführen sind (vgl. OLG Saarbrücken, Urteil vom 30.10.2014, Az. 4 U 165/13, Rz. 68, 69 n.w.N.).