Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-10-2001-I_364-2000
Timestamp: 2016-10-28 02:51:53
Document Index: 66948065

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

I 364/00 (08.10.2001)
I 364/00 Gb
A.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, R�mistrasse 5, 8024 Z�rich,
A.- Der 1957 geborene A.________ war seit 1993 als Bohrarbeiter bei der Firma X.________ AG t�tig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 14. Juni 1996 sp�rte er beim Aufstellen eines Bohrhammers einen starken Schmerz im R�cken. Die Firma X.________ AG erstattete eine Unfallmeldung, die SUVA richtete jedoch keinerlei Leistungen aus, da weder ein Unfall noch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung vorlag.
A.________ nahm die Arbeit nicht wieder auf und geht seither keiner Erwerbst�tigkeit mehr nach.
Am 9. Juni 1997 meldete sich A.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente, sp�ter eventuell Hilfsmittel) an. Zur Abkl�rung des Leistungsanspruches zog die IV-Stelle Z�rich Arztberichte der Dres. med.
F.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 14. Juni 1997 (mit verschiedenen Konsiliarberichten) und K.________, Innere Medizin FMH, vom 17. August 1997 sowie die Akten der SUVA bei. �berdies veranlasste sie eine Untersuchung am Spital Y.________, Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin; am 7. November 1997 erstatteten Prof. Dr. med.
M.________ und die Dres. med. B.________ und L.________ ihren Bericht. Schliesslich wurde A.________ von Dr. med.
S.________, Spezialarzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, am 20. M�rz 1998 in psychologischer Hinsicht abgekl�rt (Bericht vom 21. M�rz 1998).
Gest�tzt auf diese Abkl�rungen lehnte die IV-Stelle, nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens, das Leistungsbegehren mit Verf�gung vom 24. Juni 1998 ab.
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde, mit der die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beantragt wurde, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 26. Mai 2000 ab.
C.- A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und beantragen, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und das Verfahren "zwecks korrekter materieller Abkl�rung und Pr�fung" an die Verwaltung zur�ckzuweisen.
Zugleich wird beantragt, es sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Ausserdem wird um die Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung ersucht.
1.- Das kantonale Gericht hat die f�r die Beurteilung des Rentenanspruchs massgebenden Gesetzesbestimmungen �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG) richtig wiedergegeben.
Darauf kann verwiesen werden. Gleiches gilt f�r die Rechtsprechung zur Aufgabe von �rztinnen und �rzten im Rahmen des Verfahrens zur Bemessung des Invalidit�tsgrades (BGE 115 V 134 Erw. 2 mit Hinweisen, ZAK 1991 S. 319 Erw. 1c mit Hinweisen) und zur richterlichen W�rdigung der Beweismittel, insbesondere auch bei einander widersprechenden medizinischen Berichten, (ZAK 1986 S. 188 Erw. 2a; siehe auch BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen). Zutreffend sind sodann die Ausf�hrungen der Vorinstanz �ber die Praxis, zur Bestimmung des trotz Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch realisierbaren Erwerbseinkommens (hypothetisches Invalideneinkommen) Tabellenl�hne gem�ss der vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen (BGE 124 V 322 Erw. 3 b/aa mit Hinweisen).
Auch darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass gem�ss der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichtes f�r den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens entscheidend ist, dass es f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr�ndet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis).
2.- Streitig und zu pr�fen ist zun�chst, ob auf Grund der vorhandenen �rztlichen Akten abschliessend beurteilt werden kann, in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer in seiner Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt ist.
a) Dr. med. F.________ attestierte dem Beschwerdef�hrer im Bericht vom 14. Juni 1997 eine Arbeitsunf�higkeit von 100 % seit dem Ereignis vom 14. Juni 1996 bis zur letzten Konsultation bei ihm am 19. November 1996. Zur Diagnose verwies er auf den Konsiliarbericht von Dr. med.
H.________, Rheumatologische Abteilung des Spitals Z.________, vom 18. September 1996, in welchem ein Lumbovertebralsyndrom nach Verhebetrauma mit protrahiertem Verlauf bei Lordose, degenerativer Protursion in der Mittellinie L4/5 und abdomineller muskul�rer Insuffizienz infolge stammbetonter Adipositas per magna festgehalten wird. Dr.
F.________ machte keine Angaben zur Arbeitsf�higkeit in behinderungsangepassten T�tigkeiten.
Dr. med. K.________ stellte in seinem Bericht vom 17. August 1997 im Wesentlichen die gleichen Diagnosen und bescheinigt dem Versicherten eine Arbeitsunf�higkeit von 100 % vom 15. Juni 1996 bis 15. September 1996, von 75 % vom 16. September 1996 bis 30. September 1996, von 50 % vom 1. Oktober 1996 bis 30. November 1996 und wiederum von 100 % ab dem 1. Dezember 1996 bis auf weiteres. Auf Grund der Beschwerden, eingeschlossen ein Status nach Fraktur des Scaphoids rechts am 9. Juli 1991 mit Pseudoarthrosebildung, und des Ausbildungsstandes erachtete er auch keinerlei andere T�tigkeiten als f�r den Beschwerdef�hrer geeignet.
In einem im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Arztzeugnis vom 24. Juni 1998 und einem weiteren, im letztinstanzlichen Verfahren zu den Akten gereichten Arztzeugnis vom 22. Februar 2000 best�tigte Dr. med. K.________ die 100%ige Arbeitsunf�higkeit.
Die Dres. med. M.________, B.________ und L.________ gelangten in ihrem Gutachten vom 7. November 1997 zu folgenden Diagnosen: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom zufolge Dekonditionierung mit Haltungsinsuffizienz, muscul�rer Dysbalance, leichter Wirbels�ulen-Fehlform mit lumbaler Hypolordose und leichter degenerativer Ver�nderung der Bandscheibe L4/5 mit leichtgradiger medianer Diskus-Protursion, Status nach Fraktur des Scaphoids rechts mit Pseudoarthrose-Bildung und Osteosynthese mit Spongiosa-Plastik und schliesslich Adipositas. F�r leichte und mittelschwere k�rperliche Arbeit bestehe eine Arbeitsf�higkeit von 100 %, f�r k�rperlich schwere Arbeit hingegen aktuell eine solche von 50 %, wobei mit medizinischer Trainings-Therapie innert drei Monaten eine Steigerung auf 100 % zu erreichen sei.
Die leichte Radio-Carpal-Arthrose rechts schr�nke die Arbeitsf�higkeit nicht ein, k�nne aber unter Belastung zu Schmerzen f�hren.
Dr. med. S.________ kam in seinem Bericht vom 21. M�rz 1998 zum Schluss, dass beim Versicherten eine Schmerzverarbeitungsst�rung ohne Krankheitswert vorliege. Der Patient weise keine schwere psychische St�rung auf, die eine Arbeitsunf�higkeit motivieren k�nnte.
b) Die Vorinstanz hat richtig erwogen, dass den beiden Gutachten der Dres. med. M.________, B.________ und L.________ einerseits und von Dr. med. S.________ anderseits gem�ss der obgenannten Rechtsprechung (Erw. 1) volle Beweiskraft zuzuerkennen ist. Die Expertisen beruhen auf umfassenden eigenen Untersuchungen in Kenntnis der Vorakten und unter Ber�cksichtigung der geklagten Beschwerden, die Darstellung der medizinischen Zusammenh�nge leuchtet ein und die Schlussfolgerungen sind begr�ndet. Die Arztzeugnisse, die eine 100%ige Arbeitsunf�higkeit bescheinigen, verm�gen keine Zweifel an der Richtigkeit der beiden Gutachten aufkommen zu lassen. Dr. med. F.________ liess in seinem Bericht vom 14. Juni 1997 deutlich erkennen, dass er zum aktuellen Stand der Arbeitsf�higkeit und zur Zumutbarkeit behinderungsangepasster T�tigkeiten keine gesicherte Aussage machen k�nne, da der Beschwerdef�hrer ihn am 19. November 1996 letztmals konsultierte. Die Arztzeugnisse von Dr.
med. K.________ beschr�nken sich mehrheitlich auf die Best�tigung einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit, ohne dies n�her zu begr�nden. Der Bericht vom 17. August 1997 enth�lt zwar eine Diagnose und eine Auseinandersetzung mit der Anamnese, erscheint aber trotzdem nicht geeignet, die Richtigkeit der ihm widersprechenden Gutachten zu ersch�ttern.
F�r die Beurteilung der geklagten R�ckenschmerzen im Bereich der Lendenwirbels�ule ist den Spezialisten des Spitals Y.________, Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin, eine h�here Kompetenz zuzuschreiben als Dr.
med. K.________ als Internisten. Die wiederholten Hinweise in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf die Tatsache, dass Dr. med. K.________ der einzige Internist ist, der den Versicherten beurteilt hat, f�hren deshalb, entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers, gerade nicht dazu, seiner Stellungnahme ein besonderes Gewicht zu geben. Dar�ber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass das Gericht nach der Rechtsprechung in Bezug auf Berichte von Haus�rzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese in Zweifelsf�llen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen). Die Stellung von Dr. med. K.________ als langj�hriger behandelnder Arzt ist der eines Hausarztes durchaus vergleichbar, weshalb eine W�rdigung seiner Berichte entsprechend der angef�hrten Rechtsprechung als zul�ssig erscheint.
In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Verwaltung habe ihre Abkl�rungspflicht vernachl�ssigt.
Dieser Vorwurf ist unbegr�ndet. Die IV-Stelle hat verschiedene Arztberichte und die Akten der SUVA beigezogen und dar�ber hinaus ein umfassendes Gutachten erstellen lassen.
Die medizinische Situation ist damit vollumf�nglich gekl�rt. Ein Anlass zu weiteren Abkl�rungen bestand und besteht nicht. Insbesondere ist auf Grund der geklagten Beschwerden und der bisherigen Diagnosen nicht ersichtlich, warum der Versicherte internistisch abgekl�rt werden m�sste.
c) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Vorinstanz und Verwaltung zu Recht davon ausgegangen sind, der Sachverhalt sei gen�gend gekl�rt. Der Antrag auf R�ckweisung "zwecks korrekter materieller Abkl�rung und Pr�fung" ist daher abzuweisen.
3.- Streitig ist des Weitern der Anspruch des Beschwerdef�hrers auf eine Invalidenrente.
a) Zu Recht ist unbestritten geblieben, dass der Beschwerdef�hrer als Erwerbst�tiger zu betrachten ist und dass zur Festlegung des Invalidit�tsgrades die allgemeine Methode des Einkommensvergleiches anzuwenden ist, wobei als Valideneinkommen Fr. 58'000.- einzusetzen sind.
b) Bestritten wird hingegen das trotz Gesundheitsschaden zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen. Die IV-Stelle verwies in ihrem Vorbescheid vom 28. April 1998 und in der Verf�gung vom 24. Juni 1998 auf die Zumutbarkeit angepasster Erwerbst�tigkeiten ohne regelm�ssiges Heben schwerer Lasten und machte geltend, beim Ergreifen einer solchen T�tigkeit entstehe keine Einkommenseinbusse gegen�ber der fr�heren T�tigkeit. Sie ging also implizit von einem Invalideneinkommen von ebenfalls Fr. 58'000.- aus, was zu einem Invalidit�tsgrad von 0 % und zur Ablehnung des Leistungsbegehrens f�hrte.
Die Vorinstanz verwendete zur Berechnung des Invalidenlohns unter zutreffendem Verweis auf die Rechtsprechung (oben Erw. 1) die Tabellenl�hne gem�ss LSE, wobei sie, entsprechend den Arztberichten, einen Besch�ftigungsgrad von 100 % zu Grunde gelegt hat. Den Ausbildungsstand des Versicherten ber�cksichtigend ist sie von einer Besch�ftigung des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive T�tigkeiten) ausgegangen. Die Berechnung ergab (unter Ber�cksichtigung der Nominallohnentwicklung und der durchschnittlichen betriebs�blichen Arbeitszeit) einen Invalidenlohn von Fr. 54'084.-, was zu einer Erwerbseinbusse von Fr. 3916.- und einem Invalidit�tsgrad von 6,75 % f�hrte.
In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Verlangt wird ein Abzug von 25 %, was - gem�ss Beschwerdebegr�ndung - der konstanten Praxis entsprechen soll. Das trifft nicht zu.
Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat vielmehr festgehalten, dass ein solcher Abzug nicht schematisch, sondern in Ber�cksichtigung der gesamten Umst�nde des Einzelfalles vorzunehmen ist. Dabei ist der Einfluss aller Merkmale (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen im Einzelfall nach pflichtgem�ssem Ermessen zu sch�tzen. Letztlich ist der Abzug auf insgesamt h�chstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 79 Erw. 5b). Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall einen Abzug f�r nicht gerechtfertigt erachtet. Die Frage, ob dem vollumf�nglich zu folgen sei, kann offen bleiben, denn selbst bei Vornahme des Maximalabzuges von 25 % ergibt sich - wie das kantonale Gericht richtig erwogen hat - eine Erwerbseinbusse von 30 % und damit keine rentenbegr�ndende Invalidit�t.
c) Demgem�ss haben Vorinstanz und Verwaltung zu Recht festgestellt, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
4.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die seitens des Versicherten beantragte unentgeltliche Verbei- st�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da der Prozess nicht aussichtslos erschien, die Bed�rftigkeit aktenkundig ist und die Vertretung geboten war (BGE 124 V 309 Erw. 6; AHI 1999 S. 85 Erw. 3). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.