Source: http://www.erbrecht-heute.de/Testament-verfassen.html
Timestamp: 2017-07-21 06:52:14
Document Index: 14988570

Matched Legal Cases: ['§ 1937', '§ 1924', '§ 2229', '§ 2232', '§ 2247', '§ 2231', '§ 2231', '§ 2233', '§ 2247', '§ 2048']

Testament verfassen - Erbrecht-heute.de
Das Testament verfassen heißt im Fachjargon auch die letztwillige Verfügung zu verfassen. Es ist eine einseitige Anordnung von Todes wegen, durch die ein Erblasser die Weitergabe seines Vermögens an die Verwandten im Falles seines Ablebens verfügt (§ 1937 BGB). Ohne die Hinterlegung eines Testaments tritt automatisch in Deutschland die gesetzliche Erbfolge (lt. §§ 1924 ff BGB) ein. Ein Testament verfassen kann ein Mensch nur dann, wenn er im Sinne des § 2229 BGB testierfähig ist. Nach den gesetzlichen Bestimmungen kann jeder Mensch, der das 16. Lebensjahr vollendet und keine krankhaften Geistes- oder Bewusstseinsstörungen hat ein Testament erstellen. Testierunfähig ist in der Regel nur der, der auch geschäftsunfähig ist.
Testament verfassen - Begriffsdefinitionen Neben den notariellen Testamenten (§ 2232 BGB) und privatschriftlichen Testamenten (§ 2247 BGB) besteht auch die Möglichkeit in Notzeiten außerordentliche Testamente zu verfassen. Nottestamente können allerdings nur in außergewöhnlichen Situationen errichtet werden.
Die Gültigkeit von Nottestamenten ist nicht dauerhaft, sondern zeitlich begrenzt gelegt.
Die Formerfordernisse ordentlicher Testamente:
Öffentliches Testament:
Gesetzliche Vorgaben stehen in § 2231 Nr. 1 BGB zum Verfassen des Testaments mit Hilfe eines Notars.
Der Erblasser kann hierbei dem Notar die Vorgaben zu seinem letzten Willen mündlich oder schriftlich erläutern und dieser schreibt ihn nieder. Privatschriftliches Testament:
Die Vorschriften zum privatschriftlichen Testament sind zu ersehen im § 2231 BGB und demnach kann ein volljähriger Mensch (§ 2233 BGB) sein Testament privatschriftlich (§ 2247 BGB) errichten. Das BGB schreibt vor, dass der Erblasser seine Verfügungen von Todes wegen eigenhändig verfassen muss. Dies begründet, dass es nicht genügt wenn man am PC einen Ausdruck erstellt oder einen Vordruck unterschreibt. Komplett handschriftlich verfassen, das ist die gesetzliche Vorgabe, ansonsten wäre bei Nichtbeachtung dieses zwingenden Formerfordernisses das Testament unwirksam. Die im Testament getroffenen Regelungen wären null und nichtig. Das privatschriftliche Testament soll außerdem den Ort und das Datum der Errichtung beinhalten und eigenhändig unterschrieben sein. Mit Vor- und Nachnamen zu unterschreiben ist zwar nicht zwingend, doch wenn das nicht der Fall ist, könnten Zweifel an der Echtheit aufkommen und dies bewirkt ebenfalls die Unwirksamkeit des privatschriftlichen Testaments.
Testament Inhalt:
Der Erblasser kann in seiner letztwilligen Anordnung so viele Erben einsetzen, wie er möchte. Er hat auch die Option offen einen gesetzlich berechtigten Erben von der ihm zustehenden Erbfolge auszuschließen. Er muss jedoch bedenken, dass er ihn nur schwerlich ganz enterben kann.
Zusätzlich zur Einsetzung des Erben kann ein Erblasser einem Dritten auch ein Vermächtnis zuwenden. Der Bedachte kann den Anspruch auf die Herausgabe des zugedachten Gegenstandes vom Erben fordern. Der Begünstigte selbst ist durch das Vermächtnis kein Erbe geworden.
Mit der Einsetzung einer Teilungsanordnung (§ 2048 BGB) hat der Erblasser auch unmittelbar Einfluss auf die Auseinandersetzung des Nachlasses. Bei Erbengemeinschaften kann dies sinnvoll sein, wenn Streitigkeiten bei der Verteilung des Nachlasses zu befürchten sind. In solchen Fällen droht eine Zerschlagung von wirtschaftlichen Werten (Firmenanteile).
Testamentsformulierung für eine Erbenbestimmung mit Auflage und Vermächtnis:
Ich bestimme hiermit, dass meine Tochter Frau (Name) meine Erbin sein soll. Ich mache ihr zur Auflage dass sie die Grabpflege für meine Grabstätte übernehmen muss.
Meiner Nichte, Frau (Name) vermache ich mein (Vermögensgegenstand).
Auch die Bestimmung von Auflagen an den Erben oder auch an den Vermächtnisnehmer kann ein Erblasser in seinem Testament anordnen. In dieser Auflage kann er gleichzeitig, wie im Beispiel oben zu bestimmten Leistungen verpflichten (z.B. sein Studium abzuschließen oder etwas Bestimmtes zu unterlassen). Weitere Beispiele erhalten Sie hier.
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