Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20221/64
Timestamp: 2019-07-20 06:30:01
Document Index: 336587359

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1093', 'BGH', '§ 1090', '§ 1093', 'BGH', 'BGH', '§ 398', 'BGH', '§ 398', 'BGH', 'BGH', '§ 1093', 'BGH', 'BGH', '§ 1093', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 566', 'BGH', 'BGH', '§ 1093', 'BGH', 'BGH', '§ 398', 'BGH']

BGH, 10.05.1968 - V ZR 221/64 - dejure.org
BGH, 10.05.1968 - V ZR 221/64
https://dejure.org/1968,246
BGH, 10.05.1968 - V ZR 221/64 (https://dejure.org/1968,246)
BGH, Entscheidung vom 10.05.1968 - V ZR 221/64 (https://dejure.org/1968,246)
BGH, Entscheidung vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64 (https://dejure.org/1968,246)
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Anspruch auf Nutzungsentgelt gegenüber Bewohnern eines erworbenen Hauses - Bestellung eines lebenslangen Wohnungsrechts seitens des Voreigentümers - Stillschweigende Aufhebung des Mietverhältnisses - Übergang von Entgeltanspruch beim Grundstücksverkauf - Abgrenzung des schuldrechtlichen Mietrechts über Wohnräume vom dinglichen Wohnungsrecht
WM 1968, 775
BB 1968, 767
JR 1968, 420
Aus der Entscheidung vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64 JR 1968, 420, 421 kann nicht eindeutig entnommen werden, daß der Bundesgerichtshof das Erklärungsbewußtsein für konstitutiv halte.
Dies gilt insbesondere für die Abrede über eine Gegenleistung des Berechtigten (Senat, Urteil vom 20. September 1974 - V ZR 44/73, NJW 1974, 2123), die auch als ein laufendes, nach bestimmten Zeitabschnitten zu entrichtenden Entgelt vereinbart werden kann (Senat, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, WM 1968, 775).
Sie haben - vom hier nicht gegebenen Fall einer ins Grundbuch eingetragenen Bedingung abgesehen (…vgl. Staudinger/Reymann, BGB, Neubearb. 2017, § 1093 Rn. 14;… Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 14. Aufl., Rn. 1280) - auf den Bestand und den Inhalt des dinglichen Rechts keinen unmittelbaren Einfluss (vgl. BGH, Urteile vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 10; vom 13. Juli 1966 - V ZR 21/64;… JurionRS 1966, 11963, Rn. 15;… vom 5. März 1965 - V ZR 195/62, JurionRS 1965, 11384 Rn. 15;… MünchKommBGB/Mohr, 7. Aufl., § 1090 Rn. 33 mwN;… Staudinger/Reymann, BGB, Neubearb. 2017, § 1093 Rn. 14 mwN).
Daher wird die Vereinbarung über die Bestellung eines Wohnungsrechts vom Bundesgerichtshof im Falle der entgeltlichen Bestellung selbst dann als Kauf und nicht etwa als Mietvertrag gewertet, wenn die entgeltliche Einräumung des Wohnungsrechts gegen eine periodische Zahlung vereinbart worden ist (BGH, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 10, 17;… vgl. BGH, Urteile vom 27. Juni 2014 - V ZR 51/13, juris Rn. 13;… vom 20. Juni 1997 - V ZR 39/96, juris Rn. 8; vom 13. Juli 1966 - V ZR 21/64;… JurionRS 1966, 11963, Rn. 12;… vom 5. März 1965 - V ZR 195/62, JurionRS 1965, 11384 Rn. 20; sog. "mietzinsähnliche Form").
Dieser Verpflichtungsvertrag ist erfüllt worden und rechtfertigt den Fortbestand der Dienstbarkeit (vgl. auch Senat, Urt. v. 10. Mai 1968, V ZR 221/64, LM BGB § 398 Nr. 20).
Mit Recht hat das Berufungsgericht darin ein entscheidendes Argument gegen die Annahme eines rechtsgeschäftlichen Abtretungswillens der Kläger und der Vermieterin gesehen (BGH Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64 = WM 1968, 775, 776 = LM BGB § 398 Nr. 20 unter I b 3).
Über dieselbe Wohnung kann ein Mietvertrag und gleichzeitig oder auch nachträglich ein dingliches Nutzungsrecht bestellt werden (Entscheidungen des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 25. Januar 1974 V ZR 68/72, Der Deutsche Rechtspfleger, 1974, 187; vom 10. Mai 1968 V ZR 221/64, Betriebs-Berater 1968, 767; vom 13. November 1998 V ZR 29/98, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht --ZIP-- 1999, 404; Schön, Der Nießbrauch an Sachen, S. 372 f.;… Rothe in Das Bürgerliche Gesetzbuch, Kommentar, herausgegeben von Mitgliedern des BGH, § 1093 Rn. 5).
Über dieselbe Wohnung kann ein Mietvertrag und gleichzeitig oder auch nachträglich ein dingliches Nutzungsrecht bestellt werden (Entscheidungen des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 25. Januar 1974 V ZR 68/72, Der Deutsche Rechtspfleger, 1974, 187; vom 10. Mai 1968 V ZR 221/64, Betriebs-Berater 1968, 767; vom 13. November 1998 V ZR 29/98, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht --ZIP-- 1999, 404; Schön, Der Nießbrauch an Sachen, S. 372 f.;… Rothe in Das Bürgerliche Gesetzbuch, Kommentar, herausgegeben von Mitgliedern des BGH, § 1093 Rdnr. 5).
Der Kläger hat keinen Anspruch auf Zahlung eines Entgelts für die Nutzung der Räume im Erdgeschoss und im Keller aufgrund des dinglichen Wohnrechts selbst, denn eine Zahlungsverpflichtung kann nicht Gegenstand des dinglichen Rechts sein (BGH, Urteile vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 10; vom 13. Juli 1966 - V ZR 21/64;… JurionRS 1966, 11963, Rn. 15;… vom 5. März 1965 - V ZR 195/62, JurionRS 1965, 11384 Rn. 15).
Gleichwohl handelt es sich bei dem auf die einmalige Bestellung des Wohnrechts gerichteten Vertrag jedoch - auch bei der Vereinbarung eines monatlich zu zahlenden Entgelts - nicht um ein Dauerschuldverhältnis (BGH…, Urteil vom 27. Juni 2014 - V ZR 51/13, juris Rn. 13), sondern um einen Kaufvertrag (BGH, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 10, 17).
Dies hat zur Folge, dass § 566 BGB weder direkt noch analog anwendbar ist (BGH, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 17; vgl. BGH…, Urteil vom 5. März 1965 - V ZR 195/62, JurionRS 1965, 11384 Rn. 20 [zur direkten Anwendung];… Staudinger/Reymann, BGB, Neubearb. 2017, § 1093 Rn. 16;… Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 14. Aufl., Rn. 1283).
Ansprüche aus diesem Verpflichtungsvertrag können auf den neuen Eigentümer eines mit dem Wohnrecht belasteten Grundstücks daher nur bei einer Abtretung des ursprünglichen Eigentümers, des Beklagten zu 2, übergehen (BGH, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64, JurionRS 1968, 11930 Rn. 17; vgl. BGH…, Urteil vom 5. März 1965 - V ZR 195/62, JurionRS 1965, 11384 Rn. 20).
Der auf die Bestellung eines Wohnrechts gerichtete Verpflichtungsvertrag kann aber eine Entgeltabrede auch in der Form enthalten, daß das Entgelt laufend nach bestimmten Zeitabschnitten (sog. mietzinsähnliche Form) zu entrichten ist (vgl. Senatsurteile v. 5. März 1965, V ZR 195/62, WM 1965, 649; v. 13. Juli 1966, V ZR 21/64, WM 1966, 1088, 1089 und v. 10. Mai 1968, V ZR 221/64, LM BGB § 398 Nr. 20 Bl. 1 R).
Der Widerruf setzt als Willenserklärung das Bewußtsein voraus, daß eine rechtsgeschäftliche Erklärung wenigstens möglicherweise erforderlich ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. Mai 1968 - V ZR 221/64 = WM 1968, 775).
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