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Timestamp: 2019-09-15 14:35:39
Document Index: 282609412

Matched Legal Cases: ['Art. 104', 'Art. 133', 'Art. 140', 'Art. 145', 'Art. 133', 'Art. 133', 'Art. 50', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30']

2C_886/2017 - 2017-11-02 - Öffentliche Finanzen und Abgaberecht - Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau, Steuerperiode 2012 / direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2012
2C 886/2017
2.2. Direktsteuerlich sind Gesuche um Wiederherstellung der versäumten Einsprachefrist gegen eine Veranlagungsverfügung bei der mit der Sache befassten kantonalen Verwaltung für die direkte Bundessteuer (Art. 104 Abs. 1 DBG) - und nicht etwa bei der übergeordneten Rechtsmittelbehörde - einzureichen (Art. 133 Abs. 3 DBG). Das Prinzip des iudex a quo herrscht in gleicher Weise in den daran anschliessenden kantonalen Steuerjustizverfahren (Art. 140 Abs. 4 bzw. Art. 145 Abs. 2 DBG; Urteil 2C 301/2013 / 2C 302/2013 vom 17. Dezember 2013 E. 7.1; HUGO CASANOVA/CLAUDE-EMMANUEL DUBEY, in: Yves Noël/Florence Aubry Girardin [Hrsg.], Commentaire romand zum LIFD, 2. Aufl. 2017, N. 17a zu Art. 133 DBG; PETER LOCHER, Kommentar DBG, III. Teil, 2015, N. 28 zu Art. 133 DBG). Es gilt im Übrigen auch vor Bundesgericht (Art. 50 Abs. 1 BGG).
2.3. Mit Blick auf die dargelegte Rechtslage wäre das Fristwiederherstellungsgesuch beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau einzureichen gewesen. Das Bundesgericht ist unzuständig. Es kann in einem solchen Fall aber von Amtes wegen zur Weiterleitung des Gesuchs an die mutmasslich zuständige kantonale Behörde schreiten (Art. 30 Abs. 2 BGG; Urteil 2C 486/2016 vom 31. Mai 2016 E. 2.7 mit Hinweisen; FLORENCE AUBRY GIRARDIN, in: Bernard Corboz/Alain Wurzburger/Pierre Ferrari/Jean-Maurice Frésard/Florence Aubry Girardin [Hrsg.], Commentaire de la LTF, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 30 BGG mit Hinweisen; ANDREAS GÜNGERICH, in: Hansjörg Seiler/Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich/ Niklaus Oberholzer, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015, N. 3 zu Art. 30 BGG). Da die Steuerpflichtige nicht beabsichtigt hat, den vorinstanzlichen Entscheid anzufechten, sondern vielmehr um Wiedereinsetzung in den früheren Stand ersucht, erübrigt es sich, über die als "Beschwerde" bezeichnete Eingabe zu entscheiden. Sie ist lediglich als Fristwiederherstellungsgesuch entgegenzunehmen und zur weiteren Behandlung an das in der Sache zuständige Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau zu überweisen.
Entscheid : 2C_886/2017
Regeste : Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau, Steuerperiode 2012 / direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2012
thurgau • bundesgericht • direkte bundessteuer • verwaltungsrat • bundesgesetz über das bundesgericht • verfahrensbeteiligter • wiese • koch • original • kostenvorschuss • postaufgabe • gerichtsschreiber • vorinstanz • entscheid • frist • kopie • bg über die harmonisierung der direkten steuern der kantone und gemeinden • fristwiederherstellung • beschwerde in öffentlich-rechtlichen angelegenheiten • wiederherstellung des früheren zustandes
2C_301/2013 • 2C_302/2013 • 2C_486/2016 • 2C_886/2017
BGG: 30, 32, 50, 66
DBG: 104, 133, 140, 145