Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.02.1963&Aktenzeichen=2%20StR%2026/63
Timestamp: 2018-02-17 23:38:07
Document Index: 316317310

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 175', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.02.1963 - 2 StR 26/63 - dejure.org
Das gilt grundsätzlich auch, wenn die flüchtige Berührung sich mehrmals wiederholt (BGH Urt. v. 27. Februar 1963 - 2 StR 26/63) und erst recht, wenn sie über der Kleidung nur vermittels eines Gegenstandes, also nicht unmittelbar, stattfindet, Soweit in solchen leichteren Fällen ein Sühnebedürfnis besteht, wird ihm regelmäßig mit den Tatbeständen der Beleidigung Genüge geschehen können.
Solange im Ungewissen bleibt, zu welchem bestimmten Verhalten der Angeklagte sein Opfer veranlassen wollte, ist ein Schuldspruch wegen versuchter Verführung eines Minderjährigen zur Unzucht nicht möglich (vgl. auch hierzu BGH Urt. v. 27. Februar 1963 - 2 StR 26/63 und vom 25. Juni 1963 - 1 StR 210/63).
Wäre der Angeklagte noch unbestraft, so hätte die Verurteilung kaum bestehen bleiben können (…vgl. u.a. RGSt 52, 184, 186; BGH Urt. v. 27. Februar 1963 - 2 StR 26/63 S. 3, 4).
Hat der Angeklagte seine Hand nicht eine gewisse, wenn auch kurze Zeit am Glied des Jungen gelassen, sondern sie "gleich" wieder zurückgezogen (so die von Goehrke bestätigte Einlassung des Angeklagten UA 5), so könnte es sich um ein so kurzes Berühren des Geschlechtsteils des Jungen handeln, daß ein Unzuchttreiben im Sinne der §§ 175, 175 a StGB nicht vorläge (dazu BGHSt 1, 293 [BGH 13.07.1951 - 2 StR 275/51]; BGH Urteil vom 27. Februar 1963 - 2 StR 26/63).