Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20266/13
Timestamp: 2020-07-08 15:09:01
Document Index: 168909963

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 1', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 17', 'Art 19', '§ 387', 'Art. 3', 'Art. 17', 'Art. 1', 'Art. 4', '§ 387', 'Art. 1242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1242', 'BGH']

BGH, 14.05.2014 - VIII ZR 266/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,12842
BGH, 14.05.2014 - VIII ZR 266/13 (https://dejure.org/2014,12842)
BGH, Entscheidung vom 14.05.2014 - VIII ZR 266/13 (https://dejure.org/2014,12842)
BGH, Entscheidung vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13 (https://dejure.org/2014,12842)
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Art 1 UNWaVtrÜbk, Art 4 UNWaVtrÜbk, Art 4 EGV 593/2008, Art 17 Abs 1 EGV 593/2008, Art 19 EGV 593/2008
Internationales Kaufrecht - Aufrechnung
BGB §§ 387 ff.; EGBGB Art. 3 Nr. 2
Aufrechnung bzgl. CISG-Kaufvertrag
Zum anwendbaren Recht für Aufrechnung gegen Forderung aus einem internationalen Kauf
Maßgeblichkeit des Vertragsstatuts der Hauptforderung für eine Aufrechnung bei Sachverhalten mit einer Verbindung zum Recht eines ausländischen Staates (Art. 17 Abs. 1 Rom I-VO); zur Bestimmung des Statuts für eine Aufrechnung gegen eine Forderung aus einem Kaufvertrag, ...
Rechtsstreit mit Auslandsbezug: Nach welchem Recht wird aufgerechnet?
Aufrechnung mit Hauptforderung unterliegt den Regeln des Staates der über die Hauptforderung berufenen Rechtsordnung
CISG Art. 1, 4; Rom I-VO Art. 4, 17, 19; BGB §§ 387, 390; Codice civile Art. 1242, 1243
Zum anwendbaren Recht für Aufrechnung gegen Forderung aus internationalem Kauf
Nach welchem Recht sind Aufrechnungsforderungen aus internationalen Kaufverträgen zu beurteilen? (IBR 2014, 1248)
Wann muss ein deutsches Gericht ausländisches Prozessrecht beachten? (IBR 2014, 1249)
LG Konstanz, 04.01.2013 - 8 O 13/12
OLG Karlsruhe, 02.08.2013 - 4 U 31/13
BGHZ 201, 252
NJW 2014, 3156
ZIP 2014, 1883
WM 2014, 1509
Das Revisionsgericht kann jedoch eine - wie hier - unterlassene Abgrenzung selbst vornehmen, wenn der Tatrichter die hierzu notwendigen Feststellungen getroffen hat und keine weiteren Feststellungen zu erwarten sind (vgl. nur Senat…, Urteil vom 17. November 2011 - III ZR 103/10, BGHZ 191, 310 Rn. 33 mwN) oder wenn es keiner weiteren tatrichterlichen Feststellung bedarf, weil das Revisionsgericht diese anhand des unstreitigen Inhalts der Akten selbst treffen kann (vgl. BGH, Urteil vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13, BGHZ 201, 252 Rn. 25 mwN).
Es bedarf hierzu jedoch keiner weiteren tatrichterlichen Feststellungen, weil der Senat die Würdigung auf der Grundlage des festgestellten Sachverhalts selbst treffen kann (vgl. BGH, Urteil vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13, BGHZ 201, 252 Rn. 25 mwN).
Folge der konkludent oder ausdrücklich zu erklärenden Aufrechnung ist, dass die gegenseitigen Geldforderungen - sofern keine Aufrechnungsausschlüsse vereinbart worden sind - durch Verrechnung erlöschen, soweit sie betragsmäßig übereinstimmen (…Weiterentwicklung von BGH, Urteile vom 23. Juni 2010, VIII ZR 135/08, WM 2010, 1712 Rn. 24; vom 14. Mai 2014, VIII ZR 266/13, WM 2014, 1509 Rn. 18).
Zum Verhältnis von Einheitsrecht und unvereinheitlichtem Recht hat der Senat in diesem Zusammenhang bislang lediglich ausgesprochen, dass das UN-Kaufrecht jedenfalls nicht die Aufrechenbarkeit solcher Ansprüche regelt, die sich nicht ausschließlich aus einem ihm unterliegenden Vertragsverhältnis ergeben (…Senatsurteile vom 23. Juni 2010 - VIII ZR 135/08, aaO; vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13, WM 2014, 1509 Rn. 18; ebenso österreichischer OGH, IHR 2002, 24, 27; schweizerisches Bundesgericht, IHR 2004, 252, 253; sogenannte Aufrechnung mit konventionsfremden Forderungen).
Es bedarf jedoch hierzu keiner weiteren tatrichterlichen Feststellungen, weil der Senat diese anhand des unstreitigen Inhalts der Akten selbst treffen kann (vgl. BGH, Urteile vom 14. Mai 1992 - VII ZR 204/90, BGHZ 118, 229, 237 ff.; vom 9. Dezember 1999 - IX ZR 129/99, NJW 2000, 1263 unter I 3;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 37/10, NJW 2011, 3219 Rn. 26; vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13, WM 2014, 1509 Rn. 25; BGH…, Beschluss vom 18. Mai 2006 - I ZB 57/05, GRUR 2006, 702 Rn. 21).
Die Entscheidung über eine im Wege der Prozessaufrechnung geltend gemachte Gegenforderung der beklagten Partei setzt - jedenfalls außerhalb des Anwendungsbereichs der EuGVVO - voraus, dass das Prozessgericht auch insoweit international zuständig ist (Senatsurteile vom 14. Mai 2014 - VIII ZR 266/13, WM 2014, 1509 Rn. 15 f.; vom 12. Mai 1993 - VIII ZR 110/92, NJW 1993, 2753 unter II; vom 20. Dezember 1972 - VIII ZR 186/70, BGHZ 60, 85, 87 f.;… Zöller/Geimer, ZPO, 30. Aufl., IZPR Rn. 41b; jeweils mwN).
Die zur Aufrechnung eingewendete Schuld der Klägerin ist nicht leicht und schnell festzustellen (ebenso in einem ähnlich gelagerten Fall: BGH Urt. v. 14. Mai 2014 zu VIII ZR 266/13, zit. n. juris: Rn. 16 - 27).
Eine ex-nunc wirkende gerichtliche Aufrechnung gem. Art. 1242 Abs. 2 c.c., die trotz ihrer Verortung im italienischen Prozessrecht von einem deutschen Gericht wie eine materiell-rechtliche Vorschrift zu behandeln ist, erfordert bei streitiger Sach- und Rechtslage einen leicht und schnell feststellbaren Gegenanspruch (vgl. zum Ganzen: BGH, Urteil v. 14.05.2014, VIII ZR 266/13).