Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=17.02.1997&Aktenzeichen=4%20B%2016.97
Timestamp: 2019-10-21 01:33:04
Document Index: 181488559

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 10', '§ 31', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

BVerwG, 17.02.1997 - 4 B 16.97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,490
BVerwG, 17.02.1997 - 4 B 16.97 (https://dejure.org/1997,490)
BVerwG, Entscheidung vom 17.02.1997 - 4 B 16.97 (https://dejure.org/1997,490)
BVerwG, Entscheidung vom 17. Februar 1997 - 4 B 16.97 (https://dejure.org/1997,490)
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Verwerfen und Zurückweisen einer Nichtzulassungsbeschwerde - Erhebung von Grundsatzrüge, Abweichungsrüge und Verfahrensrüge - Funktionslosigkeit eines Bebauungsplanes - Sinnlosigkeit einer baurechtlichen Planungskonzeption - Überplanung von bereits bebauten Ortsteilen - ...
BauGB § 1 Abs. 3 § 10 § 31 Abs. 2
VGH Baden-Württemberg, 15.11.1996 - 8 S 1923/96
NVwZ-RR 1997, 512
Ein Bebauungsplan tritt wegen nachträglicher Funktionslosigkeit nur dann außer Kraft, wenn offenkundig ist, dass er als Instrument für die Steuerung der städtebaulichen Entwicklung nicht mehr tauglich ist (…vgl. BVerwG, Urteile vom 29. April 1977 - BVerwG 4 C 39.75 - a.a.O. …und vom 3. August 1990 - BVerwG 7 C 41 bis 43.89 - a.a.O.; Beschluss vom 17. Februar 1997 - BVerwG 4 B 16.97 - Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 34).
Dies wäre der Fall, wenn eine Nutzung der in Rede stehenden Flächen als Weg auf unabsehbare Zeit ausgeschlossen erscheint und die Teilnehmer der Flurbereinigung - insbesondere der Antragsteller - auf die Fortgeltung der Festsetzungen des Flurbereinigungsplans insoweit nicht vertrauen durften (vgl. zur Funktionslosigkeit bei Bebauungsplänen BVerwG, Urteil vom 29. April 1977 - BVerwG 4 C 39.75 - BVerwGE 54, 5 ; Beschluss vom 17. Februar 1997 - BVerwG 4 B 16.97 - NVwZ-RR 1997, 512).
Die Planungskonzeption, die einer Festsetzung zugrunde liegt, wird nicht schon dann sinnlos, wenn sie nicht mehr überall im Plangebiet umgesetzt werden kann (BVerwG, Beschluß vom 17. Februar 1997 BVerwG 4 B 16.97 Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 34; Beschluß vom 6. Juni 1997 BVerwG 4 NB 6.97 Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 37).
All diesen Fällen ist gemein, dass tatsächliche Veränderungen - seien es planabweichende bauliche Entwicklungen, seien es Veränderungen sonstiger, z.B. politischer Rahmenbedingungen - den Festsetzungen des Bebauungsplans die Fähigkeit nahmen, die städtebaulichen Entwicklung in einer bestimmten Richtung zu steuern (vgl. BVerwG vom 17.2.1997 NVwZ-RR 1997, 512).
Es kommt nicht auf die Verhältnisse auf einzelnen Grundstücken an (BVerwG vom 17.2.1997 NVwZ-RR 1997, 512 ).
Sie liefern jedenfalls dann keine verwertbaren Anhaltspunkte für einen objektiven Verlust der Steuerungsfähigkeit der Festsetzungen, wenn die festgesetzte Nutzungsart im Plangebiet noch von einer Vielzahl von Grundeigentümern tatsächlich ausgeübt wird (vgl. auch BVerwG vom 17.2.1997 NVwZ-RR 1997, 512).
Eine Gemeinde kann dort den bereits entstandenen städtebaulichen Zustand rechtlich festschreiben (BVerwG, Beschl. v. 16.01.1996 - 4 NB 1.96 -, NVwZ-RR 1997, 83) oder umgestalten, soweit ihre städtebaulichen Ziele sowie entsprechend gewichtige, gegen die Erhaltung der vorgefundenen Verhältnisse sprechende Belange dies rechtfertigen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 17.02.1997 - 4 B 16.97 -, NVwZ-RR 1997, 512; Beschl. v. 06.06.1997 - 4 NB 6.97 - NVwZ-RR 1998, 415 = PBauE § 10 BauGB Nr. 16).
Die Schlussfolgerung, dass eine Festsetzung ihre städtebauliche Gestaltungsfunktion unmöglich erfüllen kann, ist deswegen nur möglich, wenn die tatsächlichen Verhältnisse massiv und offenkundig vom Planinhalt abweichen (vgl. BVerwG, Beschluss vom 17. Februar 1997 - BVerwG 4 B 16.97 - Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 34, S. 5).
Die Rechtsprechung zur Funktionslosigkeit von Bebauungsplänen, die den Maßstab für die entsprechenden Entscheidungen zur Funktionslosigkeit von eisenbahnrechtlichen Planfeststellungen geliefert hat, stellt zwar auf den Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes ab, tut dies aber in anderer Weise: Es kommt nicht darauf an, ob jemand auf die Funktionslosigkeit vertraut hat, sondern darauf, ob der Annahme der Funktionslosigkeit nicht der Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes entgegensteht (vgl. BVerwGE 54, 5 ; Beschluß vom 17. Februar 1997 - BVerwG 4 B 16.97 NVwZ-RR 1997, 512).
Die lediglich fehlerhafte Anwendung eines vom Divergenzgericht aufgestellten Rechtssatzes ist keine Abweichung in diesem Sinne (st. Rspr., vgl. BVerwG, Beschl. v. 10.07.1995 - 9 B 18.95 - NVwZ-RR 1997, 101), ebenso wenig das Übersehen einer Rechtsfrage oder eines Rechtssatzes (st. Rspr., vgl. BVerwG, Beschl. v. 17.02.1997 - 4 B 16.97 - NVwZ-RR 1997, 512).
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.01.2005 - 19 A 5177/04
Begründung einer fehlerhaften Rechtsanwendung durch die Nichtbeachtung oder …
VerfGH Bayern, 13.08.2008 - 18-VII-06
Unzulässige Popularklage gegen Bebauungsplan
VGH Bayern, 27.08.2008 - 15 ZB 08.758
Zulassung der Berufung (abgelehnt); Vorbescheid zur planungsrechtlichen …
OVG Nordrhein-Westfalen, 14.09.2005 - 12 A 3000/05
VG Augsburg, 02.07.2015 - Au 5 K 15.641
Baubeseitigung; Überdachung von bestandskräftig genehmigten Stellplätzen …
VG Augsburg, 26.06.2014 - Au 5 K 14.365
Errichtung einer Grenzgarage; qualifizierter Bebauungsplan; Baugrenzen; isolierte …
VG Ansbach, 16.05.2018 - AN 9 K 16.01195
Bauantrag, Wohnnutzung, bauliche Nutzung, Bebauungsplan
VG München, 16.03.2009 - M 8 K 08.3322