Source: http://www.ergo-online.de/site.aspx?url=html/gesundheitsvorsorge/psychische_belastungen_stress/psychische_belastungen.htm
Timestamp: 2016-12-10 04:54:58
Document Index: 238671974

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 3', '§ 5', '§ 87', '§ 75', '§ 3', '§ 5', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 12']

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Übersicht Die Leistungsanforderungen in den Betrieben werden ständig härter.Immer mehr spielen psychische Faktoren bei der Arbeit eine Rolle.Zum Gesundheitsschutz gilt es Unter- und Überforderung zu vermeiden.Psychische Fehlbelastung schädigt auf Dauer den Organismus.Die DIN EN ISO 10075 verweist auf entsprechende Gegenmaßnahmen.Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung fordern den Schutz vor psychischen Belastungen.Betriebsräte können dafür sorgen, dass diese bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden
Die Arbeitsanforderungen verändern sich. Zeitvorgaben werden enger, Arbeitstempo und Qualitätsansprüche steigen, Leistung wird auch im Büro gemessen, Verantwortung wächst. Eine fast ständige Verfügbarkeit gilt als normal und der Druck des Marktes wird immer mehr an den einzelnen weitergegeben. Psychische Belastungen rücken immer mehr ins Blickfeld
der Arbeitsaufgabe (Art und Umfang der Tätigkeit)der Arbeitsumgebung (z. B. Lärm)der Arbeitsorganisation (z. B. Arbeitszeit, Arbeitsabläufe)den sozialen Komponenten (z. B. Führungsstil, Betriebsklima)den Arbeitsmitteln (z. B. Software)
Die Intensität und Dauer der Arbeitsbelastung reduzierenDie Verteilung der Arbeitszeit z.B. durch die Einführung von Kurzpausen verändern. Mehrarbeit bzw. Überstunden durch Freizeitausgleich kompensieren.Nacht- und Schichtarbeit nach arbeitswissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen gestalten
Monotonieherabgesetzte Wachsamkeit undpsychische Sättigung.
Mehr Abwechslung in die Tätigkeit bringen (z. B. durch Job Rotation)Arbeitsinhalte erweitern (z. B. durch "Job Enlargement") oder anreichern (z.B. durch "Job Enrichment")Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten der Beschäftigten fördernArbeitsumgebung ergonomisch gestalten
Sie tritt vorwiegend bei abwechslungsarmen Beobachtungstätigkeiten (z. B. Anlagenüberwachung) auf. Je länger diese Arbeit dauert und je seltener aktive Eingriffe verlangt werden, desto massiver entsteht dieser Zustand. Beispiele für Gegenmaßnahmen:
Passive Beobachtungstätigkeiten zeitlich begrenzenErholungspausen einführen oder andere Aufgaben zuteilen, die Aktivität erfordernTechnische Arbeitmittel ergonomisch gestalten
Möglichkeiten zur Rückmeldung über die geleistete Arbeit schaffenTransparenz in den Arbeitsablauf bringen, um so das Bewusstsein für den Sinn der eigenen Tätigkeit im Gesamtzusammenhang zu stärkenFür mehr Chancen zu Mitsprache und Beteiligung der Beschäftigten sorgen
Häufig beeinträchtigende Beanspruchungen im Arbeitsprozess können langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten führen. Auftreten können bspw. Herz-/KreislauferkrankungenMagen- und Darmbeschwerden und - erkrankungenMuskel- und Skeletterkrankungenpsychische Störungen (z.B. Depressionen, Neurosen, Nervosität, Angstzustände, Konzentrationsstörungen, Suchtverhalten u. a.)Hörsturzein schwaches Immunsystem (begünstigt Infektionskrankheiten wie Erkältungen aber auch Krebs).Auch Kopf- und Migräneattacken sowie Rückenschmerzen können auf psychische Fehlbelastung zurückgehen.
Belastungsskala: die Spitzenreiter Laut einer repräsentativen Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK unter über 20 000 Beschäftigten (Wissenschaftliches Institut der AOK: Gesundheit am Arbeitsplatz, Bonn 2000) steht an der Spitze der als stark empfundenen psychischen Belastungen für
36,6 Prozent der Beschäftigten die große Arbeitsmenge36,1 Prozent der Beschäftigten das Arbeitstempo33,7 Prozent der Beschäftigten die große Genauigkeit33,3 Prozent der Beschäftigten die ständige Aufmerksamkeit
In einer neueren repäsentativen Umfragen der Initiative Neue Qualität der Arbeit INQA zur Frage "Was ist gute Arbeit?" zeigt sich eine deutliche Zunahme der Belastungsangaben der befragten Erwerbstätigen: 83 % berichten von hoher Komplexität, 68 % von Über- oder Unterforderung und 61 % von hoher Arbeitsintensität (Tatjana Fuchs u.a.: Kurzfassung des Forschungsberichts, Stadbergen 2006, www.inqa.de). Folgen für das Unternehmen
eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kreativitätsinkende Arbeitsproduktivitätmangelhafte Arbeitsqualitäthoher Krankenstandschlechtes Betriebsklima
Bei der Gefährdungsbeurteilung sind ebenfalls gemäß Arbeitsschutzgesetz psychische Faktoren zu berücksichtigen (§ 4, § 5). Der Arbeitgeber hat an Bildschirmarbeitsplätzen psychische Belastungen zu ermitteln und zu beurteilen. Das sieht auch die Bildschirmarbeitsverordnung (§ 3) vor.
Der § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) kann für Betriebs- und Personalräte ein Einfallstor für betriebliche Strategien gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz sein. Der Betriebsrat hat nämlich ein Mitbestimmungsrecht bei der Gefährdungsbeurteilung (BAG-Entscheidung vom 8.6.2004, Aktenzeichen: Az. 1 ABR 13/03 und BAG-Entscheidung vom 15. Januar 2002, AZ: 1 ABR 13/01) und kann darauf drängen, dass psychische Faktoren dabei berücksichtigt werden. Nach § 87 Absatz 1 Ziffer 7 des Betriebsverfassungsgesetzes (Bundespersonalvertretungsgesetz § 75 Abs. 3 Ziffer 11 und 16) besteht dann ein Mitbestimmungsrecht, wenn erstens keine abschließende verpflichtende Regelung besteht und wenn zweitens eine gesetzliche Bestimmung, wie z.B. das Arbeitsschutzgesetz vorliegt, die nach den jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten konkret umgesetzt werden muss. Sie können auf die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes und der Bildschirmarbeitsverordnung und mithin den Schutz der Beschäftigten vor psychischen Gefährdungen drängen. Der ServicebereichRechtsquellen und Normen Gesetze und Verordnungen
§ 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und§ 5 Täglicher Arbeitsablauf Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)
§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers§ 4 Allgemeine Grundsätze,§ 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen§ 12 Unterweisung
Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft GUV-Information der Unfallkassen GUV-I 8766: Psychische Belastungen - Checklisten für den Einstieg
Bundesverband der Unfallkassen, München 2004 GUV-Information der Unfallkassen GUV-I 8628: Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz - ein Handbuch. Phänomene, Ursachen, Prävention, Bundesverband der Unfallkassen, München 2005 Berufsgenossenschaftliche Information BGI 609: Stress am Arbeitsplatz, Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften, 2003VBG-Fachinformation BGI 5107: Aktiv Ressourcen nutzen: Vom richtigen Umgang mit Stress. Orientierung, Beispiele, Empfehlungen für Unternehmen. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2009
Teil 2: Anforderungen an die Arbeitsaufgaben - Leitsätze. DIN ISO EN 10075: Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung
Teil 1 Allgemeines und BegriffeTeil 2 Gestaltungsgrundsätze Literatur
Informationen und Handlungshilfen zu psychischen Belastungen, Stress und psychischen Erkrankungen. Web-Portal der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz:Anleitung zum Umgang mit Stress und psychosozialen Risiken. http://eguides.osha.europa.eu/stress/DE-DE/ Auch als Broschüre zum download dort verfügbar. Windemuth, Prof. Dr. Dirk/ Jung, Dr. Detlev/Petermann, Olaf ( Hrsg.):Praxishandbuch psychische Belastungen im Beruf - vorbeugen - erkennen - handeln.Wiesbaden (Universum Verlag) 2. Auflage 2014BMA, BDA, DGB: Gemeinsame Erklärung Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. 5. September 2013. verfügbar als download (92 KB) Bundesrat: Verordnungsantrag der Länder Hamburg, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein
Drucksache 315/13, beschlossen am 3.5.2013, verfügbar als download (270 kB) TBS NRW (Hrsg.):Psychische Belastungen - Schritt für Schritt zum Erfolg: Wie Interessenvertretungen das Thema "psychische Belastungen" im Betrieb aufgreifen können. Reihe Arbeit, Gesundheit, Umwelt, Technik Heft 77, Dortmund 2013
IGA-Fakten 1, 2013, download unter www.dguv.de DGUV Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Hrsg.):
Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen - Tipps zum Einstieg. Berlin 2013, download unter www.dguv.de Dr. Richter/ Prof. Dr. Schütte:
Psychische Belastung - was tun? Verhältnisprävention geht vor Verhaltensprävention. in: baua: Aktuell 2.12. Schwerpunkt: Psychische Belastung. dowload unter: www.baua.de DGB Index Gute Arbeit GmbH (Hrsg.): Arbeitshetze – Arbeitsintensivierung – Entgrenzung. So beurteilen die Beschäftigten die Lage. Ergebnisse der Repräsentativumfrage der Gute DGB-Index Gute Arbeit GmbH 2011 zum Thema »Arbeitshetze Arbeitsintensivierung Entgrenzung«.
Berlin März 2012, verfügbar als download (3,7 MB) Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie - IG BCE (Hrsg.):
Psychische Belastung. Frühsignale erkennen - betriebliche Handlungsschritte einleiten. Informationen für Betriebsräte. Hannover 2012, bestellen unter www.igbce.de
BG ETEM (Hrsg.):Psychische Gesundheit - ein Baustein des erfolgreichen Unternehmens. BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, Köln o.J. (für Führungskräfte) Kölbach, Dr. Margrit /Zapf, Prof. Dr. Dieter :
Oppolzer, Prof. Dr. A.: Psychische Belastungen in der Arbeitswelt
hg. v. Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution, Mannheim 3. Auflage 2009 Zum Vertiefen:
Psychische Gesundheit im Betrieb. Arbeitsmedizinische Empfehlungen. Ausschuss für Arbeitsmedizin, Bonn 2011 Kamp, Lothar/ Pickshaus, Klaus (Hrsg.):
Regelungslücke psychische Belastungen schließen. Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf und IG Metall, Frankfurt 2011, hier als download (1,47 MB)verfügbar. Matyssek, A.K.:
bestellen unter: www.mehr-wohlbefinden-im-job.de, 2009 Bücher und Broschüren zu psychischen Belastungen und Stress
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