Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Berlin-Brandenburg&Datum=21.12.2009&Aktenzeichen=1%20S%20213.08
Timestamp: 2019-07-21 22:17:22
Document Index: 47206099

Matched Legal Cases: ['Art 49', 'Art 12', 'Art 14', 'Art 19', 'Art 20', '§ 4']

OVG Berlin-Brandenburg, 21.12.2009 - 1 S 213.08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2633
OVG Berlin-Brandenburg, 21.12.2009 - 1 S 213.08 (https://dejure.org/2009,2633)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 21.12.2009 - 1 S 213.08 (https://dejure.org/2009,2633)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 21. Dezember 2009 - 1 S 213.08 (https://dejure.org/2009,2633)
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Art 49 EGVtr, Art 12 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG, Art 19 Abs 3 GG, Art 20 Abs 3 GG
Beschwerde; öffentliches Glücksspiel (Sportwetten); Untersagungsverfügung; räumliche Beschränkung auf Land Berlin; Vermittlung und Werbung im Internet; maßgeblicher Zeitpunkt; letzte Tatsacheninstanz; DDR-Gewerbeerlaubnis; Geltung im Land Berlin (verneint); Anwendbarkeit des Glücksspielstaatsvertrages (bejaht); Berufsfreiheit; tatbestandliche Rückanknüpfung; Bestandsschutz (für Ausübungsregeln verneint); Verfassungsmäßigkeit (bejaht); europäische Grundfreiheiten; Dienstleistungsfreiheit; Beschränkung (gerechtfertigt); Unmöglichkeit; Steuerung des Internetangebots (zumutbar); Übermaßverbot; Zuständigkeit; landesübergreifende Regelung (verneint); Spezialität des Glücksspielstaatsvertrages ggü Rundfunkstaatsvertrag, soweit öffentliche Glücksspiele inhaltlich betroffen
Unterliegen des Inhabers einer der fortgeltenden DDR-Gewerbeerlaubnisse zur Veranstaltung und Vermittlung von öffentlichen Glücksspielen, insbesondere Sportwetten, den Internetverboten des Glücksspielstaatvertrages (GlüStV); Zulässigkeit des Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet
VG Berlin, 30.10.2008 - 35 A 461.07
Verboten ist vielmehr jede Form der Veranstaltung und Vermittlung im Internet im Inland (vgl. auch OVG Berlin-Brandenburg , Beschluss vom 21. Dezember 2009, Az. 1 S 213.08, Rdnr. 7 - zitiert nach juris -).
Die Erlaubnis gilt nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Berlin- Brandenburg, der die Kammer folgt, bundesweit allenfalls für den Bereich der Buchmachertätigkeit nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz vom 8. April 1922 (RGBl. I 1922, 335, 393), im Übrigen jedoch nur für den Bereich des Freistaates Sachsen als dem Sitzland des Erlaubnisinhabers und der ausstellenden Behörde als Glücksspielerlaubnis (vgl. OVG Berlin-Brandenburg , Beschlüsse vom 21. Dezember 2009 - 1 S 213.08 und 1 S 215.08 -, beide zitiert nach juris).
Es hätte einer ausdrücklichen Erwähnung der DDR-Erlaubnisse bedurft, wenn diese Bestimmung für den Kreis der Inhaber dieser Erlaubnisse keine Bedeutung hätte haben sollen (vgl. hierzu: OVG Berlin-Brandenburg , Beschluss vom 21. Dezember 2009 -1 S 213.08-, Rn. 12 f., a.a.O).
Dieser Auffassung haben sich mittlerweile mehrere Obergerichte angeschlossen und entschieden, dass die Entfernung der verbotenen Internetwerbung insgesamt, also im gesamten Bundesgebiet, zumutbar ist (vgl. VGH BW vom 15.7.2009 ZfWG 2009, 387; OVG Berlin-Brandenburg vom 21.12.2009 Az. 1 S 213.08 ).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 22. Februar 2010 - 13 B 1809/09 -, juris (…Rn. 32); Bayerischer VGH, Beschluss vom 12. März 2010 - 10 CS 09.1734 -, juris (…Rn. 25); VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 15. Juli 2009 - 6 S 1565/09 -, juris (…Rn. 30); OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. Dezember 2009 - 1 S 213.08 -, juris (…Rn. 18).
Damit kommt es auf die unter den Beteiligten umstrittenen Fragen der technischen Umsetzbarkeit der Geolokalisation und ob die Antragstellerin der räumlich beschränkten Untersagungsverfügung im Hinblick auf § 4 Abs. 4 GlüStV auch dadurch nachkommen kann, dass sie den Internetinhalt jedenfalls von den deutschsprachigen Internetseiten vollständig entfernt (vgl. dazu: Beschluss des Senats vom 15.07.2009 - 6 S 1565/09 -, juris; BayVGH, Beschluss vom 12.03.2010 - 10 CS 09.1734 -, juris; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21.12.2009 - 1 S 213.08 -, juris) im hier vorliegenden einstweiligen Rechtsschutzverfahren nicht entscheidungserheblich an.
Da die Kläger Sportwetten auch von Spielern im Land Brandenburg über das Internet an den ausländischen Anbieter vermittelten und weiter vermitteln möchten, liegt in ihren Aktivitäten eine Vermittlung vor (vgl. zum Begriff: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. Dezember 2009 - OVG 1 S 213.08 -, GewArch 2010, 209, juris Rn. 6; s. auch OVG für das Land Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 8. Dezember 2011 - 4 A 1865/07 -, juris Rn. 24).
Da die Kläger Sportwetten auch von Spielern im Land Brandenburg über das Internet an den ausländischen Anbieter vermittelten und weiter vermitteln möchten, liegt in ihren Aktivitäten eine Vermittlung vor (vgl. zum Begriff: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. Dezember 2009 OVG 1 S 213.08 -, GewArch 2010, 209, juris Rn. 6; s. auch OVG für das Land Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 8. Dezember 2011 - 4 A 1865/07 -, juris Rn. 24).
Verboten ist vielmehr jede Form der Veranstaltung und Vermittlung im Internet im Inland (vgl. auch OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21.12.2009, Az. 1 S 213.08, Rdnr. 7 - zitiert nach juris -).