Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202002,%202865
Timestamp: 2020-02-19 12:34:43
Document Index: 359420011

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', 'BGH', '§ 399', '§ 399', '§ 399', '§ 399', '§ 354', '§ 406', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 406', '§ 406', '§ 404', 'BGH', '§ 406', 'BGH']

BGH, 26.06.2002 - VIII ZR 327/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1141
BGH, 26.06.2002 - VIII ZR 327/00 (https://dejure.org/2002,1141)
BGH, Entscheidung vom 26.06.2002 - VIII ZR 327/00 (https://dejure.org/2002,1141)
BGH, Entscheidung vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00 (https://dejure.org/2002,1141)
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(Kein) Aufrechnungserhalt bei (bekannter) Vorausabtretung (§ 406 BGB)
Revision - Kenntnis einer Vorausabtretung - Kenntnis einer Abtretung - Factoring - Warenlieferungen - Kaufpreisforderung - Gegenforderung
Gleichstellung der Kenntnis einer Vorausabtretung mit Kenntnis der Abtretung i.S.d. § 406 BGB
Kenntnis der Abtretung im Sinne von § 406 BGB
Vorausabtretung, Kenntnis der - als Kenntnis der Abtretung; Globalzession, keine Aufrechnung bei -
Kenntnis einer Vorausabtretung als Kenntnis der Abtretung im Sinne des § 406 BGB
Vertragsrecht - Kenntnis der Abtretung im Sinne des § 406 BGB
Gleichstellung der Kenntnis einer Vorausabtretung mit Kenntnis der Abtretung i. S. d. § 406 BGB
Aufrechnungsbefugnis des Schuldners trotz Kenntnis von Vorauszession
§ 406 BGB auch auf die Vorausabtretung einer Forderung anwendbar? (IBR 2002, 734)
NJW 2002, 2865
ZIP 2002, 1488
MDR 2002, 1299
WM 2002, 1845
DB 2003, 272 (Ls.)
Nach einhelliger Meinung in Rechtsprechung und Schrifttum setzt ein Abtretungsausschluss einen Vertrag voraus, in dem sich die Vertragsparteien zumindest stillschweigend über den Ausschluss der Abtretung geeinigt haben (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00, WM 2002, 1845, 1846;… MünchKommBGB/Roth, 4. Aufl. § 399 Rdn. 30;… Palandt/Grüneberg, BGB 66. Aufl. § 399 Rdn. 8;… Staudinger/Busche, BGB Neubearbeitung 2005 § 399 Rdn. 54 jew. m.w.Nachw.).
a) Ist die Abtretung einer Geldforderung durch Vereinbarung mit dem Schuldner gemäß § 399 Alt. 2 BGB ausgeschlossen, so ist die Abtretung gemäß § 354a Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 HGB, der bezweckt, die Abtretbarkeit der betreffenden Forderungen zur Kreditsicherheit zu erleichtern (Beschussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 12/7912, S. 24; Senatsurteil vom 26. Januar 2005 - VIII ZR 275/03, NJW-RR 2005, 624 unter II 2 b aa; siehe auch Senatsurteil vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00, NJW 2002, 2865 unter II 3) gleichwohl wirksam, wenn das Rechtsgeschäft, das diese Forderung begründet hat, für beide Teile ein Handelsgeschäft ist.
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der die Kenntnis einer Vorausabtretung der Kenntnis einer Abtretung im Sinne des § 406 BGB gleichzustellen ist (BGHZ 66, 384, 386 f.; BGH, Urt. v. 26.6.2002 - VIII ZR 327/00, NJW 2002, 2865 f.).
Der Schuldner soll gegenüber dem neuen Gläubiger nicht ungünstiger gestellt werden, als er gegenüber dem alten Gläubiger stand (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00, NJW 2002, 2865 = MDR 2002, 1299).
Soweit der VIII. Zivilsenat ohne nähere Begründung eine andere Auffassung vertreten hat (BGH, Urteil vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00, NJW 2002, 2865), sind diese Erwägungen nicht tragend gewesen.
Die Vorschrift erhält dem Schuldner damit die Vorteile einer bestehenden Aufrechnungslage (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2002 - VIII ZR 327/00, NJW 2002, 2865 f. m.w.N.;… Palandt/Grüneberg, BGB, 71. Aufl., § 406 Rn. 1).
§ 406 BGB betrifft allein die Aufrechnung des Schuldners gegenüber dem Zessionar, die nach Abtretung erklärt wird; die Vorschrift stellt eine Sonderregelung gegenüber § 404 BGB hinsichtlich der Einwendung der Aufrechnung dar (BGH Urteil vom 26.06.2002, VIII ZR 327/00, juris Rn. 17 m.w.N.).
§ 406 BGB räumt damit dem gutgläubigen Schuldner, der bei Erwerb seiner Gegenforderung von der Abtretung der gegen ihn gerichteten Forderung keine Kenntnis hatte, eine Aufrechnungsbefugnis ein (BGH, Urteil vom 26.06.2002 - VIII ZR 327/00, ZIP 2002, 1488).