Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=24.01.1991&Aktenzeichen=2%20RU%2062/89
Timestamp: 2019-10-20 23:34:13
Document Index: 40286436

Matched Legal Cases: ['§ 731', '§ 809', '§ 731', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 802', 'Art. 3', '§ 731', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 809', '§ 809']

BSG, 24.01.1991 - 2 RU 62/89 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1061
BSG, 24.01.1991 - 2 RU 62/89 (https://dejure.org/1991,1061)
BSG, Entscheidung vom 24.01.1991 - 2 RU 62/89 (https://dejure.org/1991,1061)
BSG, Entscheidung vom 24. Januar 1991 - 2 RU 62/89 (https://dejure.org/1991,1061)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,1061) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Beitrag - Landwirtschaftliche Unfallversicherung - Arbeitsbedarf
SG Lübeck, 14.04.1989 - S 1 U 211/86
BSGE 68, 111
Die Prüfung, ob der Gefahrtarif die zweckmäßigste, vernünftigste oder gerechteste Regelung trifft, ist nicht Aufgabe der Gerichte (…BSG SozR 2200, § 731 Nr. 2;… BSG Urteile vom 21. August 1991 und 18. Oktober 1994, aaO); die Abwägung zwischen mehreren, jeweils für die eine oder andere Regelung bei der Gestaltung des Gefahrtarifs wesentlichen Gesichtspunkte und die daraus folgende Entscheidung obliegt dem Unfallversicherungsträger (BSG SozR 3-2200 § 809 Nr. 1).
Bei komplexen und sich sprunghaft entwickelnden Sachverhalten ist ihm ein zeitlicher Anpassungsspielraum zuzubilligen, um weitere Erfahrungen zu sammeln, Klarheit zu gewinnen und Mängeln in den Regelungen abzuhelfen (…BSG SozR 2200 § 731 Nr. 2; SozR 3-2200 § 809 Nr. 1;… BSG Urteil vom 21. August 1991, aaO; BVerfGE 33, 171, 189, 80, 1, 26).
Das BSG hat daraus schon unter der Geltung der RVO gefolgert, dass in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung die Unfallgefahr kein bestimmender Faktor für die Beitragsberechnung ist, es vielmehr ausreicht, wenn sie durch Auswahl eines geeigneten Berechnungsmaßstabs oder durch Kombination verschiedener Berechnungsmaßstäbe im Rahmen eines Mischsystems berücksichtigt wird (…BSGE 54, 232, 234 = SozR 2200 § 809 Nr. 1 S 3; BSGE 68, 111, 114 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1 S 3;… BSGE 73, 253, 255 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 2 S 11;… BSGE 82, 132, 138 = SozR 3-2200 § 802 Nr. 1 S 7 f).
Maßgebend ist, ob sachgerechte, plausible Gründe für die autonome Rechtssetzung anzuführen sind (BVerfGE 17, 337, 354; 17, 381, 388; 27, 220, 230;… Bundesverfassungsgericht (BVerfG) SozR Nr. 83 zu Art. 3 GG; BSGE 68, 111, 115; BSG Urteil vom 23. Mai 1973 - 8/7 RU 43/71).
Bei solchen komplexen und sich entwickelnden Sachverhalten wie hier im Rahmen der Beitragsgestaltung nach dem Arbeitsbedarf ist dem Satzungsgeber bei einer Neuregelung der Beitragsbemessung ein zeitlicher Anpassungsspielraum zuzubilligen; er muß einen angemessenen Zeitraum zur Verfügung haben, um aufgrund der Neuregelung weitere Erfahrungen zu sammeln, Klarheit zu gewinnen und Mängeln an der Neuregelung abzuhelfen (vgl BVerfGE 33, 171, 189; 37, 104, 118; 43, 291, 321; 54, 173, 202; 80, 1, 26; Bundesverfassungsgericht (BVerfG) Beschluß vom 17. Oktober 1990 - 1 BvR 283/85 - BSGE 68, 111, 117).
Nicht unberücksichtigt kann dabei bleiben,daß durch die höheren Berechnungseinheiten pro Jahr und ha und den damit verbundenen höheren Beitrag auch die zum Ausgleich dem Kläger gewährten Bundesmittel entsprechend höher geworden sind (s BSGE 68, 111, 116).
Die Abwägung zwischen mehreren, für die eine oder andere Regelung bei der Ausgestaltung des Gefahrtarifs sprechenden Gesichtspunkte und die Entscheidung hierüber obliegt dem zur autonomen Rechtsetzung berufenen Organ des Unfallversicherungsträgers (…vgl BSG vom 12.12.1985 - 2 RU 40/85 - SozR 2200 § 731 Nr. 2; BSG vom 24.1.1991 - 2 RU 62/89 - BSGE 68, 111 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1) .
Maßgebend ist, ob -wie hier-sachgerechte, plausible Gründe für die autonome Rechtsetzung anzuführen sind (vgl. BSGE 68, 111, 115).
Zutreffend ist das LSG zunächst davon ausgegangen, dass Satzungen der Krankenversicherungsträger autonom gesetztes Recht sind, das durch die Gerichte nur daraufhin zu prüfen ist, ob es mit der gesetzlichen Ermächtigung und höherrangigem Recht vereinbar ist (BSGE 68, 111, 112 mwN = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1) .
Nicht zu prüfen haben die Gerichte, ob der Satzungsgeber die zweckmäßigste, vernünftigste und gerechteste Regelung getroffen hat (vgl BSGE 68, 111, 115 mwN = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1) .
Nicht zuletzt weist der Senat auf das im Beitragsrecht der Beklagten heranziehbare Erfordernis der Praktikabilität (BSGE 68, 111 ff) und die aufgrund der Besonderheiten im Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Unfallversicherung geltenden gesonderten Vorschriften zur Berechnungsgrundlage hin.
Das Gericht hat nicht zu überprüfen, ob der Satzungsgeber die zweckmäßigste, vernünftigste oder gerechteste Regelung getroffen hat (BVerfGE 4, 7, 18; 17, 319, 330; 31, 119, 130;… BSGE 54, 232, 235 = SozR 2200 § 809 Nr. 1; BSGE 68, 111, 115 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1;… BSGE 73, 253, 256 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 2).
In diesem Entscheidungsrahmen der Beklagten und in dem aufgezeigten gerichtlichen Prüfungsumfang sieht der Senat diese Regelung mit höherrangigem Recht in Einklang stehend an (s BSGE 68, 111, 116 = SozR 3-2200 § 809 Nr. 1).
BSG, 21.08.1991 - 2 RU 54/90
Arbeitnehmerüberlassung - Gefahrtarifstelle - Unfallversicherungsbeitrag
Der Satzungsgeber muß vielmehr einen angemessenen Zeitraum zur Verfügung haben, um weitere Erfahrungen zu sammeln, Klarheit zu gewinnen und Mängeln an Regelungen abzuhelfen (vgl ua BVerfGE 80, 1, 26 sowie BSG Urteil vom 24. Januar 1991 - 2 RU 62/89 -, jeweils mwN).
Gesetzliche Unfallversicherung - Beitragsrecht - Gefahrtarif 1995 - Wahl der …
LSG Rheinland-Pfalz, 20.09.2002 - L 3 U 292/99
Zur Rechtmäßigkeit eines Gefahrtarifes
LSG Hessen, 24.03.1993 - L 3 U 367/92
Zur Berechnungsgrundlage für die Höhe der Beiträge zur jagdlichen …