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Timestamp: 2013-06-19 00:52:43
Document Index: 162947214

Matched Legal Cases: ['§ 2042', '§ 46', '§ 48', '§ 48', '§ 2038', '§ 2038', '§ 2038', '§ 2038']

Anteile der Kinder bei Todesfall ohne Testament - konkrete Fragen Erbrecht
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10.01.2007 16:33 | Preis: ***,00 € |
Mein Vater ist durch einen Autounfall verstorben, es existierte kein Testament. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder ( 1 Kind selbsttändig, 2 Kinder Studenten, 1 Kind unter 18). Zur Lebzeit meines Vaters kaufte er zusammen mit meiner Mutter folgende Objekte:
1 Haus: ca. Wert 300.000 Euro
1 Haus: ca. Wert 175.000 Euro (vermietet zu 450Euro / Monat)
1 Eigentumswohnung: Kaufpreis 51.000 Euro (leerstehend)
Laut Erbschein steht jedem der Kinder 1/16 der Mietobjekte zu, im Moment bilden wir eine Erbgemeinschaft zusammen mit meiner Mutter. 1. Doch wie wird diese Erbgemeinschaft am Besten geregelt? Muss sie notariell festgelegt werden damit sich alle an die damit kommenden Pflichten halten? Wie ist es mit Kleinigkeiten, z.B. der Benutzung des Autos, das der ganzen Familie gehört, meine Mutter aber für sich zur alleinigen Benutzung beansprucht.
2. Kann ich darauf bestehen, dass mir meine Mutter meinen Erbanteil auszahlt? Wenn ja, was passiert mit der Erbgemeinschaft, zerfällt diese und jedes Kind wird ausgezahlt?
3. Kann meine Mutter einfach ein Haus verkaufen ohne mit uns zu sprechen bzw. nicht notwendige Änderungen veranlassen (z.B. Kündigung von Versicherungen.)? Wenn Nein, wie können wir das verhindern, falls sie es trotzdem tut?
4. Kann man ungefähr sagen wie hoch die Erbschaftssteuer ist und müssen diese auch die nicht erwerbstätigen Kinder zahlen? Wann wird die Erbschaftssteuer fällig?
5. Wieviel Anteil steht uns nicht erwerbstätigen Kindern (trotz Halbwaisengeld, da Vater Beamter) von der Witwenrente zu? Gibt es dafür einen Berechnungsgrundsatz? (sie bekommt ca. 1.600 Euro und lebt mietfrei in einem der Häuser)
6. Wieviel steht uns anteilsmäßig vom Mietertrag des Mietobjekts zu? Wie müssen die Mieterträge verwaltet werden? Müssen sich die nicht erwerbstätigen Kinder anteilsmäßig an den anfallenden Kosten für den Unterhalt des vermieteten Objekts beteiligen?
7. Meine Mutter hat kurz vor dem Tod meines Vaters vom gemeinsamen Konto, das sie mit ihm hatte, einen Anteil auf ein auf ihren Namen lautendes Konto übertragen ohne Billigung des Vaters. (10.000 Euro) Sie hat uns und auch meinem Vater mehrmals mündlich versichert, dass sie diesen Betrag wieder auf das gemeinsame Konto rücküberweist. Dies hat sie bis heute nicht getan. Nun meint sie, wir müssten sie verklagen um an dieses Geld zu kommen. Wie sieht dabei die Chance aus an das Geld zu kommen und was wären die groben Schritte?
Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Anfrage. Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 320 weitere Antworten zum Thema:
10.01.2007 | 18:00
Die Erbengemeinschaft ist eine Gemeinschaft mit Gesamthandszuständigkeit für das gesamte Nachlassvermögen, d.h. allen Miterben gehört alles und sie können auch lediglich gemeinsam verfügen.
Der Gesetzgeber verfolgt mit dem Pinzip der Gesamthand das Ziel, staatliche Eingriffe bei der Abwicklung der Erbengemeinschaft zu vermeiden, sondern die Erbteilung durch Vereinbarung der erben zu ermöglichen.
Schlägt eine Einigung unter den Miterben fehl, kommt es zur Auseinandersetzung nach dem BGB:
a) Tilgen der Nachlassverbindlichkeiten
b) Verteilen teilbarer Nachlassgegenstände (Geld)
c) Liquidation unteilbarer Nachlassgegenstände (Immobilien)
d) Auskehrung der bereinigten Erlöse
Sie können als Miterbe nach § 2042 BGB die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verlangen mit den unter a) bis d) genannten Folgen.
Ihre Mutter kann lediglich über ihren Erbanteil verfügen, d.h. ihre ideelle quotale Berechtigung am Gesamthandsvermögen. Sie kann jedoch nicht über einzelne Nachlassgegenstände wirksam verfügen und somit im Rahmen eines Kaufvertrages ihrer Eigentumsverschaffungspflicht nicht nachkommen.
Als Kind (Steuerklasse I) steht Ihnen ein Freibetrag in Höhe von EUR 205.000,00 zu. Ein Erwerb von Todes wegen wird in dieser Höhe bei der Bemessung der zu entrichtenden Steuern nicht mitberücksichtigt.
Innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Kenntnis des Vermögensanfalls müssen Sie den Erbfall dem zuständigen Finanzamt anzeigen.
Danach werden Sie aufgefordert eine Steuererklärung abzugeben. Auf der Grundlage dieser Steuererklärung erlässt das Finanzamt einen Steuerbescheid aus dem sich die Fälligkeit der Steuer ergibt.
Der Witwenrentenanspruch ergibt sich aus § 46 SGB VI, der wie folgt lautet:
46 SGB VI Witwenrente und Witwerrente
(2b) Ein Anspruch auf Witwenrente oder Witwerrente besteht auch nicht mit Ablauf des Monats, in dem die Bestandskraft der Entscheidung des Rentenversicherungsträgers über das Rentensplitting unter Ehegatten eintritt.
Der Anspruch auf Waisenrente ergibt sich aus § 48 SGB VI, der wie folgt lautet:
§ 48 SGB VI Waisenrente
Erträge des Nachlasses werden nach § 2038 Abs. 2 BGB grundsätzlich erst im Rahmen der Erbauseindersetzung verteilt. Nach § 2038 Abs. 2 Satz 3 BGB kann jeder Erbe zum Schluss des jeweiligen Kalenderjahres die Verteilung der angefallenen Erträge verlangen, wenn die Auseinandersetzung des Nachlasses länger als ein Jahr auf den Erbfall ausgeschlossen ist.
Die Erben sind nach § 2038 BGB gemeinsamschaftlich zur Verwaltung des Nachlasses berechtigt, wobei alle Entscheidungen gemeinsam getroffen werden müssen.
Sofern die Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses erforderlich sind, ist jeder Miterbe nach § 2038 Satz 2 BGB verpflichtet bei der Verwaltung mitzuwirken.
Der Betrag iHv EUR 10.000,00 gehört zum beweglichen Nachlassvermögen. Die Miterben haben Anspruch auf Auszahlung entsprechend ihrem Erbanteil.
Nach Ihrer Schilderung gibt es hier keine Einigung mit Ihrer Mutter, so dass Sie die Erbengemeinschaft auflösen sollten. Mit der Auflösung der Erbengemeinschaft würde das teilbare Nachlassvermögen (Geld) entsprechend der Erbanteile verteilt werden.
Sollte Ihre Mutter die entsprechende Auszahlung verweigern, müssten Sie Klage erheben.
Insgesamt ist es ratsam - gerade in Anbetracht des Nachlassvermögens - einen auf Erbrecht spezialisierten Kollegen vor Ort zu mandatieren, um in dieser Sache Rechtsverlusten vorzubeugen.
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