Source: https://www.slideserve.com/tertius/klausur-s-99-strafrecht-ss-2010
Timestamp: 2018-05-21 02:20:53
Document Index: 28281880

Matched Legal Cases: ['§ 315', '§ 315', '§ 315', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 2', '§ 315', '§ 20', '§ 153', '§ 248', '§ 157', '§ 157', '§ 158', '§ 158', '§ 158', '§ 158', '§ 164', '§ 11', '§ 11', '§ 158', '§ 164', '§ 153', 'BGH', '§ 164', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 158', '§ 164', '§ 158', '§ 164', '§ 145', '§ 164', '§ 315', '§ 187', '§ 190', '§ 164', '§ 164', '§ 164', '§ 164', '§ 145', '§ 164', '§ 145', '§ 158', '§ 35', '§ 35', '§ 145', '§ 187', '§ 187', '§ 228', '§ 228', '§ 153', '§ 258', '§ 258', '§ 11', '§ 145', '§ 158', '§ 258', '§ 258', '§ 153', '§ 258', '§ 258', '§ 258', '§ 257', '§ 258', '§ 145', '§ 258', '§ 153', '§ 315', '§ 153', '§ 81', 'BGH', '§ 81', '§ 153', '§ 158', '§ 153', '§ 223', '§ 266', '§ 263', '§ 263', '§ 249', '§ 123', '§ 239']

PPT - Klausur S 99 Strafrecht SS 2010 PowerPoint Presentation - ID:696815
Klausur S 99 Strafrecht SS 2010 PowerPoint Presentation
Klausur S 99 Strafrecht SS 2010
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Klausur S 99 Strafrecht SS 2010 - PowerPoint PPT Presentation
Klausur S 99 Strafrecht SS 2010. Friedrich Toepel. A. Trunkenheitsfahrt des B Strafbarkeit des B gemäß § 315c I Nr. 1a iVm III Nr. 1 StGB durch Heimfahrt mit dem PKW 1. Obj. Tb.: a) Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr +
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Klausur S 99 StrafrechtSS 2010
A. Trunkenheitsfahrt des B
Strafbarkeit des B gemäß § 315c I Nr. 1a iVm III Nr. 1 StGB durch Heimfahrt mit dem PKW
1. Obj. Tb.:
a) Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr +
b) infolge Genusses alkoholischer Getränke nicht in der Lage, das Fahrzeug sicher zu führen:
BAK 1,5 o/oo, ab 1,1 o/oo absolute Fahruntüchtigkeit
c) Gefahrerfolg:
aa) konkrete Gefahr für Leib und Leben ?
+, Tod/nicht unerhebliche Gefährdung von A und V (Beifahrerin ist unstr. von § 315c StGB mitgeschützt, wenn sie nicht Tatbeteiligte ist, bloßes Mitfahren nur in Ausnahmefällen schon Gefährdung, BGH NStZ 1996, 83 f.)
bb) Schaden für fremde Sache von bedeutendem Wert?
+, Wagen des A, ab Schaden von ca. EUR 1.000
d) Kausalität und Zurechnungszusammenhang zwischen Handlung und Gefahrerfolg
+ (objektiv vorhersehbar und vermeidbar +)
2. Subj. Tb., Vorsatz bezüglich Tathandlung,§ 315c III Nr. 1 StGB :
+, B hielt für möglich, dass er fahruntüchtig war und handelte trotzdem, d. h. er nahm dies in Kauf, um den Wagen am nächsten Tage fertig vor der Haustür stehen zu haben
3. Fahrlässige Folge, § 315c III Nr. 1 StGB:
Pflichtwidrig =
a) +, Fahren im Bewusstsein, möglicherweise fahruntüchtig zu sein
(Möglichkeit des Entstehens gefährlicher Situationen, in denen nicht adäquat reagiert werden kann)
b) Fahren auf der Gegenfahrbahn (§ 2 I 1 StVO)
4. Rw, Einwilligung bezüglich V? V ist bewusst mitgefahren
Problem: Frage der Disponibilität des Rechtsguts:
Rechtsgüter des § 315c StGB
a) Rspr./Teil der Lit. (u. a. Lackner/Kühl):
1.Sicherheit des Straßenver-kehrs
2. Einzelner, aber nur als Repräsentant der Allgemein-heit,
b) Teil der Lit. (u. a. S/S/Sternberg-Lieben):
2. Individuum
Lit., die Disponibilität bejaht (Ansicht b),
Voraussetzungen bei konkreter Gefährdung:
Reicht Einwilligung in aus der Teilnahme an der Fahrt typischerweise resultierende Risiken; Einverstandensein mit der bestimmten konkreten Gefährdung ist nicht erforderlich. Hier daher insgesamt +
5. Sch: +, hinsichtlich Fahrlässigkeit subj. Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit +;
kein Indiz, dass Alkoholisierung zu Schuldunfähigkeit gem. § 20 StGB führte, Strafbarkeit daher +
B. Hauptverhandlung
I. Strafbarkeit des A
1. § 153 StGB durch Aussage, A habe sicher gesehen, B sei gefahren, und das Kennzeichen erkannt
a) obj. Tb.: Aussage falsch?
+, falsche Tatsachenbehauptung, gleich welcher Theorie man folgt
Aussagegegenstand = Wirklichkeit,
Aussagegegenstand = Vorstellungsbild
Aussagegegenstand = bei sorgfältigem Nachdenken reproduzierbares Erinnerungsbild (Pflichttheorie)
stets stimmt das, was A behauptet, nicht mit dem Aussagegegenstand überein
Vollendung: Spätestens mit Entlassung als Zeuge (§ 248 StPO)
b) Subj.Tb.: Vorsatz + c) RW, Sch: +
d) Strafzumessung:
aa) Aussagenotstand, § 157 I StGB?
Handeln, um die Gefahr einer Bestrafung abzuwenden? +
Irrtum: A glaubte, sich bereits durch Aussage vor der Polizei strafbar gemacht zu haben/wiederholt die Aussage vor Gericht, um nicht eine Straftat aufzudecken.
Vorstellung des Täters entscheidend
Also: Gericht kann gem. § 157 StGB von Strafe absehen oder mildern.
bb) Berichtigung, § 158 StGB?
Aussage rechtzeitig berichtigt? +,
Berichtigung konnte noch berücksichtigt werden (§ 158 II StGB) ,
noch kein Nachteil entstanden,
bei richtiger Stelle berichtigt (§ 158 III StGB)
Also: Gem. § 158 StGB kann Gericht von Strafe absehen oder mildern.
2. § 164 I StGB aufgrund desselben Verhaltens
a) obj. Tb.:
aa) B einer rw Tat verdächtigt? +,
bb) vor einem Gericht (= Behörde iSd § 11 I Nr. 7 StGB) +
und dem Sitzungsvertreter der StA (= Amtsträger, § 11 I Nr. 2a StGB, Situation des § 158 StPO!) +
cc) Verdächtigung unrichtig? (folgt aus subj. Tatbestandsmerkmal „wider besseres Wissen“)
a) nach h. L. (S/S/Lenckner, § 164 Rdnr. 16):
+, es kommt nicht darauf an, ob der Verdächtigte die Tat tatsächlich begangen hat.
Verdächtigung auch = unrichtig, wenn das gelieferte Tatsachenmaterial unrichtig ist.
Die gelieferten Tatsachenbehauptungen sind falsch, s. oben zu § 153 StGB, obj. Tb.
Behörde auch hier irregeleitet,
b) nach BGHSt 35, 50:
§ 164 StGB Beschuldigungsdelikt,
keine Falschverdächtigung, wenn der Beschuldigte die Tat möglicherweise begangen hat,
danach hier obj. Tb.: -
b) subj.Tb.:
aa) Unwahrheit der Behauptungen nur mit direktem Vorsatz, nach h. L. +
bb) Absicht, behördliches Verfahren (= hier Strafverfahren) gegen B fortdauern zu lassen +
c) Rw +
d) Sch: § 35 I StGB?
-, A droht nicht wegen Aussagen vor der Polizei eine Freiheitsstrafe,
außerdem § 35 I 2 StGB: eine Freiheitsstrafe müsste hingenommen werden
§ 35 II StGB: Irrtum, wegen der Aussage vor der Polizei bestraft zu werden, kann sich wegen Hinnahmepflicht nicht auf Umstände bezogen, die gem. § 35 II StGB entschuldigen würden.
e) Strafzumessung: § 158 StGB, Berichtigung der Aussage, analog?
Mindermeinung (S/S/Lenckner, § 164 Rdnr. 35), will § 158 StGB bei § 164 StGB analog anwenden
3. § 145d II Nr. 1 StGB durch dasselbe Verhalten
Erklärt sich für subsidiär, daher nicht näher darauf eingehen, falls § 164 StGB bejaht wurde.
Obj. Tb.:
nach h. M. Täuschung über den Beteiligten an einer rw Tat notwendig,
hier: B hat obj. § 315c I Nr. 1a StGB verwirklicht,
keine falsche Tatsachenbehauptung über den Tatbeteiligten, Tb. –
4. §§ 187, 186, 185 StGB durch dasselbe Verhalten
herabsetzende Tatbehauptung gegenüber Dritten +, jedoch:
a)erweislich wahr (Bearbeitervermerk),
daher keine unberechtigte Herabsetzung,
b) Wahrheitsbeweis nicht ausgeschlossen durch § 190 S. 2 StGB:
B ist erst nach As Behauptung freigesprochen worden
II. Strafbarkeit des B
1. § 164 StGB durch Aussage, V sei gefahren
a) Tb.: obj. und subj. (dazu oben B I 2) unproblematisch +
b) Rw, Einwilligung:
aa) h. M. (S/S/Lenckner, § 164 Rdnr. 1, 23):
Einwilligung –, Strafbarkeit +,
geschützte Rechtsgüter bei § 164 StGB:
1. Schutz der Rechtspflegeorgane 2. Schutz des Einzelnen vor ungerechtfertigten Maßnahmen
alternativ, nicht kumulativ zu verstehen,
Rechtsgüter des § 164 StGB
aa) h. M.: Rechtsgüter alternativ geschützt
1.Rechtspflegeor-gane
2. Individuum vor ungerechtfertig-ten Maßnahmen
bb) Mindermeinung (Hirsch Schröder GS):
Rechtspfle-georgane
nur Rechts-reflex des Indi-vidualrechts-guts
2. § 145d II Nr. 1 StGB durch dasselbe Verhalten
Erklärt sich für subsidiär, nicht näher darauf einzugehen notwendig, falls § 164 StGB bejaht. Sonst:B
B hat Tatverdacht auf V gelenkt,
nicht bloß den Verdacht von sich abgelenkt.
Daher Täuschung über Tatbeteiligten +,
Adressat war eine relevante Stelle iSd § 145d I StGB (§ 158 I 1 StPO)
direkter Vorsatz + (Bewusstsein anzunehmen, dass StA auch zur Entgegennahme von Anzeigen zuständig)
c)Rw: keine Einwilligung, da reines Rechtspflegedelikt
d)Sch: § 35 I StGB wegen Vorstrafen -,
§ 35 I 1 StGB: die Gefahr der Strafbarkeit, auch Freiheitsstrafe muss B hinnehmen,
Strafbarkeit gem. § 145d II Nr. 1 StGB +
3. § 187 StGB durch dasselbe Verhalten
a) Tb.: obj. und subj. +
b) Rw:Einwilligung
aa) +, § 187 StGB schützt ein Individualrechtsgut, und V war einverstanden, Strafbarkeit -.
bb) § 228 StGB analog,
Sittenwidrigkeit der Einwilligung, weil sie der Verdeckung der Straßenverkehrsgefährdung des B diente?
Nach h. M. ist § 228 StGB nur auf Körperverletzungen anwendbar, nicht analog auf andere Tatbestände.
Gegenteil nur bei guter Begründung vertretbar (Gefahr strafausdehnender Analogie)
III. Strafbarkeit der V
1. § 153 I StGB durch Aussage vor Gericht, sie sei gefahren
Unproblematisch +
2. § 258 I StGB durch dasselbe Verhalten
Vereitelung +, nach Bearbeitervermerk wäre B ohne V’s Aussage verurteilt worden.
b) subj. Tb.:
aa) Vorsatz hinsichtlich Vortat +,
bb) dolus directus bezüglich Vereitelungserfolgs: hier sogar 1. Grades +
c) Rw, Sch: unproblematisch
d) aber Strafausschließungsgrund, § 258 VI StGB:
Tat zugunsten des Verlobten (= Angehöriger, § 11 I Nr. 1a StGB) begangen, daher Strafbarkeit –
3. § 145d Abs. 2 Nr. 1 StGB durch dasselbe Verhalten
a) Tb.:
Ist gegeben gegenüber der anwesenden StA, § 158 StPO, Vorsatz: dolus directus 2. Grades bezüglich Unrichtigkeit ihrer Angaben
b) Subsidiarität:
Subsidiaritätsklausel des Abs. 1 gilt auch für Abs. 2 („Ebenso“).
keine Strafbarkeit gem. § 258 I StGB wegen § 258 VI StGB,
daher keine Subsidiarität,
Strafbarkeit +
IV. Strafbarkeit des B
1. §§ 153, 26 StGB durch Bitte, die V möge die Tat auf sich nehmen
2. §§ 258 I, 26 StGB durch dasselbe Verhalten
-, persönlicher Strafausschließungsgrund des
§ 258 V StGB:
B ist Vortäter, nach h. M. folgt Straflosigkeit aus § 258 V StGB,
Es fehlt eine Regelung wie § 257 III 2 StGB für § 258 StGB
3. §§ 145d II Nr. 1, 26 StGB durch dasselbe Verhalten
Unproblematisch +, keine Subsidiarität mangels Strafbarkeit gem. § 258 StGB
[Ebenfalls verwirklichte Beihilfe zu §§ 153 und 145d II Nr. 1 StGB durch Benennen der V als Zeugin
= subsidiär zur Anstiftung, muss nicht gesondert angesprochen werden.]
C. Konkurrenzen:
§§ 315c I Nr. 1a, III Nr. 2;
oder 145d II Nr. 1; 53;
[§§ 153, 26; 145d II Nr. 1, 26; 52]
D. Prozessuale Zusatzfrage: Verstoß gegen § 81a I 2 StPO
I. Beweiserhebungsverbot verletzt:
+, nur Arzt darf Blutprobe abnehmen
II. Folgt aus dem Verstoß ein Beweisverwertungsverbot?
Kriterium: Schutzzweck der Norm,
nach h. M. (BGHSt 24, 125 ff.) –,
wenn nicht bewusst vom Handelnden gegen die Vorschrift des § 81a I 2 StPO verstoßen wurde
II. Strafbarkeit des A gem. §§ 153 (157, 158); 164 (evtl. § 158 StGB analog); 52 StGB
III. Strafbarkeit der V gem. §§ 153, 145d II Nr. 1, 52 StG
(dann Verstoß gegen Grundsatz des Fairen Verfahrens,
hier aber nicht der Fall);
Schutzzweck des Verbots
= Schutz des Betroffenen vor gesundheitlichen Gefahren
¹ Zuverlässigkeit der Beweismittel
Mit dem Verstoß: gesundheitliche Gefahr kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Sanktion: eingreifende Krankenschwester § 223 StGB!
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