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Timestamp: 2016-10-26 02:19:29
Document Index: 12839913

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 114/06 (05.09.2006)
T.________, 1962, Beschwerdef�hrerin, vertreten
durch Rechtsanwalt Robert Baumann, Br�hlgasse 39, 9000 St. Gallen,
T.________, geboren 1962, war bei der Q.________ AG als Packerin angestellt, als sie am 25. November 1999 am Arbeitsplatz einen Unfall erlitt. Nach einer Maschinenst�rung klemmte sie sich den linken Arm zwischen einer Eisenstange und einer automatischen Klappe der Maschine ein und zog sich dabei eine Kontusion zu. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) kam f�r die Heilbehandlung auf. Mit Verf�gung vom 11. Oktober 2004 und Einspracheentscheid vom 3. M�rz 2005 lehnte sie indessen ihre Leistungspflicht f�r einen am 12. Februar 2004 gemeldeten R�ckfall ab.
T.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, insbesondere eine Invalidenrente basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 100 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung; eventualiter seien weitere Abkl�rungen anzuordnen.
Die Vorinstanz ist auf die Antr�ge betreffend Zusprechung einer Invalidenrente sowie einer Integrit�tsentsch�digung nicht eingetreten mit der Begr�ndung, die SUVA habe im Verwaltungsverfahren einzig gepr�ft, ob die geltend gemachten Beschwerden - Schmerzen und Par�sthesien im Oberarm - auf das Unfallereignis vom 25. November 1999 zur�ckzuf�hren seien. Indessen wurden mit Verf�gung vom 11. Oktober 2004 Heilbehandlung und Geldleistungen (Rente und Integrit�tsentsch�digung) verneint. Mit Einsprache vom 28. Oktober 2004 hat die Beschwerdef�hrerin die Aufhebung dieser Verf�gung und die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen beantragt, was auch Rente und Integrit�tsentsch�digung umfasst. Die Einsprache wurde abgewiesen und damit auch der Anspruch auf Rente und Integrit�tsentsch�digung verneint. Im Einspracheentscheid hat sich die SUVA zwar nur mit der Kausalit�t befasst und diese verneint; damit sind jedoch auch die Voraussetzungen f�r eine Rente sowie f�r eine Integrit�tsentsch�digung entfallen, sodass sich eine weitere Pr�fung des entsprechenden Leistungsanspruchs er�brigte. Indem die Vorinstanz ebenfalls angenommen hat, es fehle an der Kausalit�t, hat sie damit entgegen ihrem teilweisen Nichteintreten auch den Anspruch auf Rente und Integrit�tsentsch�digung verneint. Streitgegenstand bilden somit auch Rente und Integrit�tsentsch�digung (vgl. BGE 130 V 502 Erw. 1.1 mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zur Leistungspflicht des Unfallversicherers bei R�ckf�llen und Sp�tfolgen von Unf�llen (Art. 11 UVV; BGE 118 V 296 f. Erw. 2c), zum nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 und 3.2) sowie zum Beweiswert von Arztberichten und medizinischen Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet die Tauglichkeit der medizinischen Untersuchungsberichte und beantragt eine umfassende neurologische Abkl�rung.
Im Spital X.________ wurde nach dem Unfall vom 25. November 1999 eine starke Schwellung und H�matomf�rbung im distalen Drittel des linken Unterarms festgestellt. In der notfallm�ssigen R�ntgenuntersuchung fanden sich jedoch keine oss�ren Verletzungen. Die vom Hausarzt Dr. med. S._________, Allgemeine Medizin FMH, in der Folge angeordnete Skelettszintigraphie war ebenfalls unauff�llig. Am 6. M�rz 2000 gab die Versicherte an, die �rztliche Behandlung sei abgeschlossen. Erst nach rund anderthalb Jahren klagte sie wieder �ber Beschwerden und wurde deshalb neurologisch abgekl�rt. Die Untersuchung durch Frau Dr. med. B.________ ergab gem�ss Bericht vom 22. Mai 2001 ein leichtes Carpaltunnelsyndrom beidseits, links betont. Der klinisch-neurologische Befund sei intakt; es finde sich lediglich eine leichte Druckdolenz der linksseitigen Bizepssehne. Die von der Beschwerdef�hrerin heute angemeldeten Zweifel an der Zuverl�ssigkeit dieser Einsch�tzung der Neurologin sind, zumal keine substanziierte Kritik vorgebracht wird, angesichts des schl�ssigen und nachvollziehbaren Berichts unbegr�ndet. Die Arbeitgeberin meldete am 12. Februar 2004 einen zweiten R�ckfall. Gem�ss Bericht des Dr. med. R.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 23. M�rz 2003 (recte: 2004) litt die Versicherte unter einer posttraumatischen Belastungsst�rung, welche zu einer somatoformen Schmerzausweitung gef�hrt habe. Er �berwies die Versicherte an Frau Dr. med. A.________, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, welche eine Somatisierungsst�rung infolge von psychischem Trauma bei Arbeitsunfall diagnostizierte und eine traumazentrierte Psychotherapie vorschlug (Stellungnahme vom 22. Mai 2004). Zu erw�hnen ist in diesem Zusammenhang, dass bereits Dr. med. S.________ am 16. Dezember 2002 zuhanden des Krankenversicherers berichtet hatte, dass im Juni 2001 spontan Schmerzen im rechten Unterarm aufgetreten seien; sie h�tten sich allm�hlich ausgebreitet in den ganzen rechten Arm, �ber den Nacken und in den linken Arm. Die Versicherte sei eingehend neurologisch, orthop�disch und rheumatologisch abgekl�rt worden, ohne dass eine eindeutig umschriebene Pathologie gefunden worden sei. Die Beschwerden seien eher als funktionelles Schmerzbild im Rahmen eines beginnenden Fibromyalgie-Syndroms interpretiert worden.
Nachdem somit die Behandlung des somatisch bedingten Leidens bereits dreieinhalb Monate nach dem Unfallereignis abgeschlossen werden konnte und in der Folge trotz verschiedener Untersuchungen keine organischen Befunde mehr erhoben wurden, er�brigen sich weitere Abkl�rungen. Ob die noch geklagten Beschwerden in einem ad�quat-kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 25. November 1999 stehen, ist nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu pr�fen.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Ereignis vom 25. November 1999 sei als schwerer Unfall zu qualifizieren. Indessen ist die Vorinstanz zu Recht von einem mittelschweren Unfall ausgegangen und hat die ad�quate Kausalit�t verneint.
4.1 Rechtsprechungsgem�ss hat die Kategorisierung der Unf�lle nach objektiven Gesichtspunkten und ohne Ber�cksichtigung der Pers�nlichkeitsstruktur der Versicherten zu erfolgen; das subjektive Unfallerlebnis ist nicht massgebend (BGE 115 V 139 Erw. 6, 124 V 44 Erw. 5c/aa; RKUV 2005 Nr. U 555 S. 324 Erw. 3.4.1 [Urteil A. vom 7. April 2005, U 458/04]). Zum Vergleich herangezogen werden k�nnen etwa die folgenden Arbeitsunf�lle: Die versicherte Person geriet beim Kehlen mit der rechten Hand in die Kehlmaschine; dabei wurden die Finger I-III total sowie die Finger IV-V subtotal amputiert (nicht ver�ffentlichtes Urteil M. vom 13. Juni 1996, U 233/95). Auf einem Gleisschotterband kam eine versicherte Person zu Fall und geriet beim Versuch, sich vor einem Sturz vom Band zu retten, mit dem rechten Vorderarm in den F�rdermechanismus; der Arm wurde regelrecht abgeknickt mit der Folge einer offenen Fraktur, einer Durchspiessung der Haut und einer schweren Kontusion der Weichteile (nicht ver�ffentlichtes Urteil B. vom 29. Dezember 1995, U 91/94). In beiden F�llen hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht einen schwereren Unfall im mittleren Bereich angenommen (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 f.; vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 555 S. 324 Erw. 3.4.1 [Urteil A. vom 7. April 2005, U 458/04]). Im Gegensatz dazu ist hier jedoch keine gravierende Verletzung aufgetreten, die - wie eine Amputation oder eine offene Fraktur - zu schockieren vermocht h�tte.
4.2 F�r die Beurteilung der Ad�quanz sind daher die von der Rechtsprechung genannten unfallbezogenen Kriterien in eine Gesamtw�rdigung einzubeziehen (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Dabei muss f�r die Bejahung der Ad�quanz ein einzelnes Kriterium in besonders ausgepr�gter Weise oder es m�ssen mehrere der massgebenden Kriterien erf�llt sein (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
Dramatische Begleitumst�nde lagen nicht vor, ebenso wenig eine besondere Eindr�cklichkeit. So bestand keine Lebensgefahr, wurde doch einzig der Arm eingeklemmt. Der Maschinenf�hrer befand sich in unmittelbarer N�he und h�rte die Schreie der Versicherten; der Schichtf�hrer hatte von seinem B�ro aus Blick auf die fragliche Maschine, bemerkte den Unfall ebenfalls schnell und konnte die Beschwerdef�hrerin durch Schliessen der Klappe befreien. Dass die Versicherte in Panik geraten ist, kann bei einer objektiven Betrachtungsweise nicht ber�cksichtigt werden, zumal sie zwar nach eigenem Empfinden etwa ein halbe Stunde eingeklemmt war, nach Angaben von Maschinen- und Schichtf�hrer jedoch lediglich einige Minuten. Bei der erlittenen Verletzung handelt es sich lediglich um eine Quetschung, die �rztliche Behandlung war nach dreieinhalb Monaten abgeschlossen. Organische Dauerbeschwerden sind, wie oben (Erw. 3) dargelegt, nicht nachgewiesen, die somatoforme Schmerzst�rung ist als psychisches Leiden (vgl. BGE 130 V 353 Erw. 2.2.2) hier nicht zu ber�cksichtigen (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Ab Dezember 2003 attestierte der Hausarzt Dr. med. R.________ zwar eine Arbeitsunf�higkeit, die allerdings nicht somatisch, sondern durch die diagnostizierte posttraumatische Belastungsst�rung bedingt war. Die zu ber�cksichtigenden Beurteilungskriterien sind damit - soweit sie �berhaupt in Betracht fallen - nicht erf�llt, weshalb die ad�quate Kausalit�t zu verneinen ist.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin beruft sich schliesslich darauf, die vormalige Arbeitgeberin habe ihr auf Veranlassung von Dr. med. S.________ eine leichtere T�tigkeit zugewiesen. Aus dem betreffenden Bericht des Hausarztes vom 16. Dezember 2002 geht indessen hervor, dass die Versicherte damals �ber Beschwerden am rechten, also nicht am verunfallten linken Arm klagte, weshalb dieser Umstand hier nicht zu ber�cksichtigen ist.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, dem Bundesamt f�r Gesundheit und der SWICA Gesundheitsorganisation zugestellt.