Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2013-12-11/xi-r-42_11
Timestamp: 2017-11-21 01:13:25
Document Index: 227829911

Matched Legal Cases: ['§ 70', '§ 72', '§ 73', '§ 37', '§ 169', '§ 174', '§ 228', '§ 229', '§ 126', '§ 70', '§ 157', '§ 70', '§ 174', '§ 174']

BFH, 11.12.2013 - XI R 42/11 - Rechtmäßigkeit einer Rückforderungdoppelt gezahlten Kindergeldes aufgrund eines Arbeitgeberwechsels; Grundsätze zum Beginn der Verjährung des Rückzahlungsanspruchs | anwalt24.de
Urt. v. 11.12.2013, Az.: XI R 42/11
Rechtmäßigkeit einer Rückforderungdoppelt gezahlten Kindergeldes aufgrund eines Arbeitgeberwechsels; Grundsätze zum Beginn der Verjährung des Rückzahlungsanspruchs
Referenz: JurionRS 2013, 55647
Aktenzeichen: XI R 42/11
FG Nürnberg - 28.10.2011 - AZ: 7 K 408/10
§ 70 Abs. 2 S. 1 EStG
§ 72 EStG i.d.F. d. JStG 1996
§ 73 Abs. 1 S. 1 EStG i.d.F. d. JStG 1996
§ 37 Abs. 2 S. 2 AO
§ 169 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 S. 2 AO
§ 174 Abs. 2 AO
§ 228 S. 2 AO
§ 229 Abs. 1 AO
BFHE 244, 302 - 309
AO-StB 2014, 169-170
BB 2014, 1301-1302
BFH/NV 2014, 954-956
BStBl II 2014, 840-843
DStRE 2014, 661-664
EStB 2014, 209
FamRZ 2014, 940
HFR 2014, 520-522
NWB 2014, 1339
NWB direkt 2014, 481
StB 2014, 134
StBW 2014, 378
StX 2014, 261-262
Streitig sind die Aufhebung der Festsetzung und die Rückforderung vom Kläger und Revisionsbeklagten (Kläger) doppelt bezogenen Kindergeldes.
Im Streitfall hat zum 1. Mai 2013 ein gesetzlicher Beteiligtenwechsel stattgefunden; Beklagte und Revisionsklägerin ist nunmehr die Familienkasse Bayern Nord (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 16. Mai 2013 III R 8/11, BFHE 241, 511, BStBl II 2013, 1040, Rz 11; vom 28. Mai 2013 XI R 38/11, BFH/NV 2013, 1774, Rz 14). Das Rubrum des Verfahrens ist deshalb zu ändern.
Die Revision der Familienkasse ist begründet. Sie führt zur antragsgemäßen Aufhebung der Vorentscheidung und insoweit zur Zurückverweisung der nicht spruchreifen Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).
Die Festsetzung durch die Stadt ergibt sich jedenfalls aus § 70 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG in der seinerzeit geltenden Fassung, wonach § 157 AO, der an sich eine schriftliche Bescheiderteilung vorsieht, nicht galt, soweit dem Antrag entsprochen wurde (vgl. zur Abgrenzung BFH-Beschluss vom 31. März 2005 III B 189/04, BFH/NV 2005, 1305). Der Gesetzgeber hat damals u.a. für diesen Fall auf eine schriftliche Bescheiderteilung verzichtet, um das bei der Arbeitsverwaltung eingespielte Verfahren der Kindergeldzahlung im Interesse der Bürger und der Verwaltung beibehalten zu können (vgl. BTDrucks 13/1558, 161). Die Bekanntgabe der konkludenten Kindergeldfestsetzung erfolgte durch die erste Auszahlung (Überweisung) des Kindergeldes und der Bekanntgabe des Auszahlungsbetrages (vgl. Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 24. April 1998 4 K 1755/97, [...]; Felix, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 70 Rz B 7) und blieb über den 1. Januar 2007 hinaus bestehen (vgl. Urteil des FG des Landes Sachsen-Anhalt vom 22. Januar 2013 4 K 1779/10, EFG 2013, 1555).
Denn die Befugnis nach § 174 Abs. 2 AO steht der Behörde zu, die den fehlerhaften Bescheid erlassen hat (vgl. im Ergebnis BFH-Urteil vom 9. Mai 2012 I R 73/10, BFHE 238, 1, BStBl II 2013, 566, Rz 20 ff., zu § 174 Abs. 1 AO; Urteil des FG Düsseldorf in EFG 2009, 1519, [FG Düsseldorf 18.06.2009 - 15 K 37/09 Kg] unter 2.; Urteil des FG Köln in EFG 2010, 380, [FG Köln 17.09.2009 - 10 K 4058/08] unter 2.b).