Source: http://www.jurablogs.com/2013/08/13/die-gemeinsamen-inkasso-unwirksam-gegruendete-gbr
Timestamp: 2017-10-17 00:28:45
Document Index: 107987944

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 134', '§ 2', '§ 3', '§ 10', '§ 7']

Die zum gemeinsamen Inkasso unwirksam gegründete GbR
Verstößt ein Gesellschaftsvertrag gegen die Erlaubnisvorbehalte des Rechtsdienstleistungsgesetzes, ist der Gesellschaftsvertrag unwirksam, die Gesellschaft bürgerlichen Rechts mithin nicht parteifähig – kann also die ihr zur Einziehung übertragenen Forderungen gar nicht erst einklagen.
Die Parteifähigkeit ist in jeder Lage des Verfahrens von Amts wegen zu prüfen.
Im hier entschiedenen Fall beurteilte der Bundesgerichtshof die Gesellschaft als ist nicht parteifähig, weil ihr Gesellschaftsvertrag unwirksam ist: Der Gesellschaftszweck der Gesellschaft verstößt gegen § 3 und § 2 Abs. 2 Satz 1 Fall 2 RDG mit der Folge, dass der Gesellschaftsvertrag nach § 134 BGB nichtig ist.
Auf den vorliegenden Fall ist das Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen – Rechtsdienstleistungsgesetz – (RDG) anwendbar. Das RDG ist hinsichtlich der hier maßgeblichen Vorschriften am 1.07.2008 in Kraft getreten, der Gesellschaftsvertrag der Gesellschaft wurde im November 2008 geschlossen. Nach § 2 Abs. 2 RDG ist die Einziehung fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird (Inkassodienstleistung), Rechtsdienstleistung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes und gemäß § 3 RDG nur in dem Umfang zulässig, in dem sie durch dieses Gesetz oder durch oder aufgrund anderer Gesetze erlaubt ist. Nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG dürfen Inkassodienstleistungen nur bei der zuständigen Behörde registrierte Personen erbringen, zu denen die Gesellschaft nicht gehört. Die Voraussetzungen des Erlaubnistatbestands des § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, dass die Gesellschaft ein zur Wahrung gemeinschaftlicher Interessen gegründeter Zusammenschluss und ihre Einziehungstätigkeit für ihre Gesellschafter gegenüber der Erfüllung der übrigen satzungsmäßigen Aufgaben nicht von übergeordneter Bedeutung ist, sind gleichfalls nicht gegeben ...
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