Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202013,%203151
Timestamp: 2019-08-21 21:32:26
Document Index: 38384318

Matched Legal Cases: ['Art 72', '§ 1', 'Art 2', 'Art 20', '§ 1', 'Art 5', 'Art 2', 'Art 20', 'Art 72', 'Art. 70', 'Art. 74']

Verfassungsmäßigkeit des Therapieunterbringungsgesetzes (Gesetzgebungskompetenz; Abstandsgebot; Rechtsstaatsprinzip; Vertrauensschutzgebot; erhöhter Gefährlichkeitsmaßstab; verfassungskonforme Auslegung; psychische Störung; Bestimmtheitsgebot; Einzelfallgesetz; objektiver Grundrechtsverstoß)
Verfassungsmäßigkeit des Therapieunterbringungsgesetzes (juris: ThuG) bei verfassungskonformer Auslegung - Gesetzgebungskompetenz des Bundes für Erlass des ThUG gem Art 72 Abs 1, 74 Abs 1 Nr 1 GG - Vereinbarkeit von § 1 Abs 1 ThUG idF vom 22.12.2010 mit Art 2 Abs 2 S 2 GG iVm Art 20 Abs 3 GG - Begriff der "psychischen Störung" iSd § 1 Abs 1 ThUG mit Art 5 Abs 1 S 2 Buchst e MRK vereinbar - jedoch Verletzung des Beschwerdeführers in Grundrecht aus Art 2 Abs 2 S 2 GG iVm Art 20 Abs 3 GG durch angegriffene Entscheidungen - abw Meinung: Gesetzgebungskompetenz des Bundes nicht gem Art 72 Abs 1, 74 Abs 1 Nr 1 GG, sondern kraft Sachzusammenhangs
Kurznachricht zu "Das Therapieunterbringungsgesetz und der verfassungsrechtliche Strafbegriff - Besprechungsaufsatz zu BVerfG, Beschl. v. 11.07.2013 - 2 BvR 2302/11, 1279/12, StV 2014, 160 -" von Prof. Dr. Katrin Höffler, original erschienen in: StV 2014, 168 - 174.
Es wird vielmehr durch allgemeine Grundsätze der Verfassungsinterpretation gestützt, denen zufolge der historischen Interpretation bei der Auslegung von Kompetenznormen ein besonderes Gewicht beizumessen ist (…vgl. BVerfGE 109, 190 - Juris Rn. 90; BVerfG, Beschluss vom 11.7.2013 - 2 BvR 2302/11 -, Juris Rn. 55), ohne dass darin eine methodisch unzulässige Auslegung der Verfassung nach Maßgabe des einfachen Rechts zu sehen ist (…vgl. Degenhart, in: Sachs , GG, 6. Aufl. 2011, Art. 70 Rn. 54 und Art. 74 Rn. 47).
Hat der Verfassungsgeber eine normativ ausgeformte Materie vorgefunden und sie als solche gleichsam nachvollziehend benannt, so ist davon auszugehen, dass die einfachgesetzliche Ausformung in der Regel den Zuweisungsgehalt auch der Kompetenznorm bestimmt (…vgl. BVerfGE 109, 190 - Juris Rn. 104; BVerfG, Beschluss vom 11.7.2013 - 2 BvR 2302/11 -, Juris Rn. 55).
Sie ist bislang allenfalls für bereits vorkonstitutionell ausgeformte, umfangreiche Rechtsmaterien anerkannt worden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 11. Juli 2013 - 2 BvR 2302/11, 2 BvR 1279/12 - BVerfGE 134, 33 und Urteil vom 10. Februar 2004 - 2 BvR 834, 1588/02 - BVerfGE 109, 190 für das Strafrecht).