Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/betreuerverguetung-aus-der-staatskasse-und-der-vermoegensfreibetrag-des-betreuten-bei-bezug-von-eingliederungshilfe-3200454
Timestamp: 2020-01-21 07:52:44
Document Index: 157455567

Matched Legal Cases: ['§ 1908', '§ 1', '§ 1', '§ 1908', '§ 1836', '§ 1836', '§ 90', '§ 90', '§ 1', '§ 90', '§ 5', '§ 60', '§ 60']

Betreu­er­ver­gü­tung aus der Staats­kas­se – und der Ver­mö­gens­frei­be­trag des Betreu­ten bei Bezug von Ein­glie­de­rungs­hil­fe | Rechtslupe
Betreuervergütung aus der Staatskasse - und der Vermögensfreibetrag des Betreuten bei Bezug von Eingliederungshilfe
Eine Berufs­be­treue­rin hat einen Anspruch auf Ver­gü­tung ihrer Amts­füh­rung gemäß §§ 1908 i Abs. 1 Satz 1, 1836 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB iVm § 1 Abs. 2 Satz 1 VBVG. Schuld­ner des Ver­gü­tungs­an­spruchs ist grund­sätz­lich der Betreu­te. Die zu bewil­li­gen­de Ver­gü­tung ist aber nach § 1 Abs. 2 Satz 2 VBVG aus der Staats­kas­se zu zah­len, wenn der Betreu­te mit­tel­los ist.
Er gilt nach §§ 1908 i Abs. 1 Satz 1, 1836 d Nr. 1 BGB als mit­tel­los, wenn er die Ver­gü­tung aus sei­nem ein­zu­set­zen­den Ein­kom­men oder Ver­mö­gen nicht, nur zum Teil oder nur in Raten auf­brin­gen kann. Die Inan­spruch­nah­me des Betreu­ten ist dabei auf die gemäß § 1836 c BGB ein­zu­set­zen­den Mit­tel begrenzt. Sein Ver­mö­gen hat der Betreu­te gemäß § 1836 c Nr. 2 BGB nach Maß­ga­be des § 90 SGB XII für die Betreu­er­ver­gü­tung auf­zu­brin­gen 1.
Im Aus­gangs­punkt steht der Betrof­fe­nen im hier ent­schie­de­nen Fall nach § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII iVm § 1 Nr. 1 der Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII 2 ein Schon­be­trag in Höhe von der­zeit 5.000 € zu, so dass sie nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts zu ihren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen ohne wei­te­res in der Lage ist, die nach § 5 Abs. 1 Satz 2 VBVG geschul­de­te; und vom Amts­ge­richt zutref­fend errech­ne­te Ver­gü­tung von 2.389, 20 € zu zah­len.
Ent­ge­gen der Ansicht des Land­ge­richts Ham­burg 3 ist der Betrof­fe­nen im Hin­blick auf § 60 a SGB XII jedoch kein zusätz­li­cher Frei­be­trag von wei­te­ren 25.000 € zuzu­bil­li­gen. Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den hat, hat § 60 a SGB XII auf die Ermitt­lung des für die Betreu­er­ver­gü­tung ein­zu­set­zen­den Ver­mö­gens kei­nen Ein­fluss 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Juli 2019 – XII ZB 216/​19
LG Ham­burg, Beschluss vom 02.04.2019 314 T 1/​19[↩]