Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Prozess_Ausbeutung_Hausangestellte_Arbeitsgericht_Berlin_36Ca3627-11_u.html
Timestamp: 2019-06-25 01:40:38
Document Index: 82920722

Matched Legal Cases: ['Art. 100', 'Art. 100', '§ 54', '§ 55', '§ 55', '§ 18', '§ 46', 'Art. 100', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 1', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 9', 'Art. 100', 'Art. 100', '§ 18', 'BGH', '§ 18', 'Art 34', '§ 17', 'Art. 37', 'Art. 32', 'BGH', '§ 18', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 1', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGH', '§ 18', '§ 46', '§ 46', '§ 61', '§ 64']

ArbG Berlin, Urteil vom 14.11.2011, 36 Ca 3627/11 - HENSCHE Arbeitsrecht
ArbG Ber­lin, Ur­teil vom 14.11.2011, 36 Ca 3627/11
Schlagworte: Menschenrechte, Mobbing, Lohnklage
Aktenzeichen: 36 Ca 3627/11
Entscheidungsdatum: 14.11.2011
Ge­richts­beschäftig­tek
- Be­klag­ter -
hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin, 36. Kam­mer, auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 14.06.2011
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt K als Vor­sit­zen­der
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Frau S und Herr M
Die Kos­ten des Rechts­streits hat die Kläge­rin bei ei­nem Gebühren­wert von 71.527,97 EUR zu tra­gen.
Der Werd des Streit­ge­gen­stan­des wird auf 70.754,00 EUR fest­ge­setzt.
Die Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin und der Be­klag­te, bei­de kei­ne deut­schen Staats­an­gehöri­gen, stan­den je­den­falls in ei­nem Ar­beits­verhält­nis.
Der Be­klag­te ist als At­ta­che ak­kre­di­tier­tes Mit­glied der Bot­schaft des König­reichs S in Ber­lin, die Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin ar­bei­te­te als Haus­an­ge­stell­te im Fa­mi­li­en­haus­halt des Be­klag­ten.
Im Rah­men der 9. März 2011 bei dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin ein­ge­gan­ge­nen und dem Be­klag­ten am 15. März 2011 zu­ge­stell­ten Kla­ge trägt die Kläge­rin vor, Ansprüche aus ab­ge­tre­te­nem Recht gel­tend zu ma­chen. Ih­re Rechts­vorgänge­rin sei mit der Fa­mi­lie des Be­klag­ten nach Ber­lin ge­kom­men. Dort sei der Rei­se­pass un­zugäng­lich auf­be­wahrt wor­den. Die Tätig­kei­ten im Haus­halt sei­en aus­beu­te­risch ge­we­sen, ih­re Rechts­vorgänge­rin sei der Frei­heit be­raubt, zu­dem see­lisch so­wie körper­lich miss­han­delt und ins­be­son­de­re von ei­ner Ehe­frau und ei­nem Kind des Be­klag­ten ge­schla­gen wor­den.
Nach­dem sich ih­re Rechts­vorgänge­rin des Rei­se­pas­ses ha­be bemäch­ti­gen können, sei je­ne am 30. No­vem­ber 2010 aus der Woh­nung in ei­ne Ein­rich­tung für ver­folg­te Men­schen geflüch­tet.
Am 15. Fe­bru­ar 2011 ha­be sie ih­re Ansprüche an die Kläge­rin ab­ge­tre­ten.
Die Kläge­rin be­an­tragt die Vor­la­ge des Rechts­strei­tes bei dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gern. Art. 100 Abs. 2 GG bzw. Art. 100 Abs. 1 GG. Des Wei­te­ren regt sie an, durch An­fra­ge des Ge­richts bei der Bot­schaft des König­reichs S an­zu­fra­gen, ob sei­tens des König­reichs S auf die Im­mu­nität des Be­klag­ten ver­zich­tet bzw. ei­nem Ver­zicht durch den Be­klag­ten zu­ge­stimmt wer­de.
Die Kläge­rin be­an­tragt un­ter Kla­gerück­nah­me im Übri­gen,
den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin 1. (Ent­gelt­ansprüche) 14.950,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz
- auf den Be­trag von 700,00 EUR seit dem 1. Mai 2009,
- auf den Be­trag von mo­nat­lich je­weils 750,00 EUR seit je­dem Mo­nats­an­fang von Ju­ni 2009 bis No­vem­ber 2010
zu zah­len;
2. (Über­stun­den)
15.804,00 EUR nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz
- auf den Be­trag von 7.704,00 EUR seit dem 1. Ja­nu­ar 2010 und
- auf den Be­trag von 8.100,00 EUR seit dem 1. No­vem­ber 2010 zu zah­len;
3. (Schmer­zens­geld)
im­ma­te­ri­el­len Scha­dens­er­satz zu zah­len, des­sen Höhe in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, des­sen Höhe aber 40.000,00 EUR nicht un­ter­schrei­ten soll­te, zu­dem auf den zu­ge­spro­che­nen Be­trag Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Kla­ge­zu­stel­lung zu zah­len.
die Kla­ge als un­zulässig ab­zu­wei­sen.
Er trägt vor, er ha­be Be­weis­mit­tel in der Hand, die den Vor­trag der Kläge­rin wi­der­le­gen würden.
Zu­dem be­ru­fe er sich auf die di­plo­ma­ti­sche Im­mu­nität. Hier­aus fol­ge, dass nur ei­ne ab­ge­son­der­te münd­li­che Ver­hand­lung über die Im­mu­nität zulässig sei, nicht je­doch ein Güte-und Kam­mer­ter­min. Vor­lie­gend könne be­reits nach Ak­ten­la­ge ent­schie­den wer­den.
I. Die Kla­ge war ab­zu­wei­sen.
1. Die Ent­schei­dung be­durf­te der münd­li­chen Ver­hand­lung durch die Kam­mer gern. §§ 54, 55 Abs. 2, 57 ArbGG, denn ei­ne Ent­schei­dung von Ar­beits­ge­rich­ten ist oh­ne münd­li­che Ver­hand­lung nur un­ter der Vor­aus­set­zung nach § 55 Abs. 1 Ein­lei­tungs­satz ArbGG in den in § 55 Abs. 2 ArbGG ab­sch­ließend auf­geführ­ten Fällen möglich. Die Ent­schei­dung über die Zulässig­keit ei­ner Kla­ge gehört nicht hier­zu.
Die Be­frei­ung von der deut­schen Ge­richts­bar­keit nach § 18 GVG ist ein Ver­fah­rens­hin­der­nis, über des­sen Vor­lie­gen im We­ge ei­nes Zwi­schen­streits nach §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 280 ZPO ent­schie­den wer­den kann_ Bei ei­nem be­ste­hen­den Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses ist die Kla­ge je­doch ins­ge­samt durch Pro­zes­s­ur­teil als un­zulässig ab­zu­wei­sen (vgl. BAG, Ur­teil vom 23. No­vem­ber 2000 - 2 AZR 490/99 -, zi­tiert nach ju­ris).
2. Der Rechts­streit war zur Ent­schei­dung reif.
a. Es war sei­tens des er­ken­nen­den Ge­richts kei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nach Art. 100 Abs. 2 GG darüber ein­zu­ho­len, wel­che Reich­wei­te die Re­geln des Wie­ner Übe­r­ein­kom­men über di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen (nach­fol­gend WÜD) ha­ben.
Nach Art. 31 WÜD ge­nießt ein Di­plo­mat Im­mu­nität von der Straf­ge­richts­bar­keit des Emp­fangs­staats, fer­ner steht ihm Im­mu­nität von des­sen Zi­vil- und Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit zu (Art. 31 Abs. 1 WÜD), ab­ge­se­hen von hier nicht ein­schlägi­gen Aus­nah­men. Als Di­plo­mat gel­ten der Mis­si­ons­chef und die Mit­glie­der des di­plo­ma­ti­schen Per­so­nals der Mis­si­on (Art. 1 Buchst. e) WÜD). Auf die Im­mu­nität von der Ge­richts­bar­keit, die ei­nem Di­plo­ma­ten zu­steht, kann der Ent­sen­de­staat ver­zich­ten (Art. 32 Abs. 1 WÜD), der Ver­zicht muss stets aus­drück­lich erklärt wer­den (Art. 32 Abs. 2 WÜD).
We­der hin­sicht­lich des Be­ste­hens noch hin­sicht­lich der Trag­wei­te die­ser all­ge­mei­nen Re­geln des Völker­rechts lie­gen ob­jek­tiv ernst­zu­neh­men­de Zwei­fel vor.
Un­strei­tig ist das Recht des di­plo­ma­ti­schen Ver­kehrs zwi­schen Staa­ten in dem ein­schlägi­gen Wie­ner Übe­r­ein­kom­men über di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen als Teil des Völker­rechts ko­di­fi­ziert (vgl. BVerfG, Be­schluss vorn 6. De­zem­ber 2006 - 2 BvM 9/03 -, zi­tiert nach ju­ris).
Die di­plo­ma­ti­sche Im­mu­nität von recht­li­cher Ver­fol­gung kennt grundsätz­lich kei­ne Aus­nah­men für be­son­ders gra­vie­ren­de Rechts­verstöße; der Di­plo­mat kann in sol­chen Fällen
nur zur per­so­na non gra­ta (Art. 9 WÜD) erklärt wer­den. Da­ne­ben be­steht die Möglich­keit, auf völker­recht­li­cher Ebe­ne ge­gen den Ent­sen­de­staat vor­zu­ge­hen (vgl. auch BVerfG, Be­schluss vom 10. Ju­ni 1997 - 2 BvR 1516/96 -, zi­tiert nach ju­ris). Dies er­gibt sich un­mit­tel­bar aus dem Sinn der di­plo­ma­ti­schen Im­mu­nität, die nur ein­greift, wenn der Di­plo­mat an­geb­lich oder tatsächlich ge­gen das Recht des Emp­fangs­staa­tes verstößt. Im­mu­nität zu gewähren, er­gibt über­haupt erst bei ei­ner sol­chen rechts­wid­ri­gen Hand­lung ei­nen Sinn (vgl. BVerfG a.a.O.).
Dürf­ten der Emp­fangs­staat und al­so auch sei­ne Ge­rich­te mit an­de­ren als den vom Di­plo­ma­ten­recht vor­ge­se­he­nen Mit­teln ge­gen den Di­plo­ma­ten vor­ge­hen, so würden die Grund­la­gen der di­plo­ma­ti­schen Be­zie­hun­gen erschüttert, die ein Zu­sam­men­le­ben der Staa­ten erst ermögli­chen. Die Un­ver­letz­lich­keit der Di­plo­ma­ten als ei­ne der ältes­ten Gewähr­leis­tun­gen des Völker­ge­wohn­heits­rechts ist fun­da­men­ta­le Vor­aus­set­zung für die Pfle­ge zwi­schen­staat­li­cher Be­zie­hun­gen. Im Ver­lauf der Ge­schich­te ha­ben da­her Staa­ten al­ler Kul­tu­ren die zu die­sem Zweck be­ste­hen­den ge­gen­sei­ti­gen Ver­pflich­tun­gen be­ach­tet. Die In­sti­tu­ti­on der Di­plo­ma­tie mit ih­ren Pri­vi­le­gi­en und Im­mu­nitäten hat sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te als un­ver­zicht­ba­res In­stru­ment der ef­fek­ti­ven Ko­ope­ra­ti­on in­ner­halb der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft er­wie­sen, das es den Staa­ten er­laubt, un­abhängig von ih­ren un­ter­schied­li­chen Ver­fas­sungs- und So­zi­al­sys­te­men ein ge­gen­sei­ti­ges Verständ­nis zu ent­wi­ckeln und ih­re Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit fried­li­chen Mit­teln bei­zu­le­gen (vgl. BVerfG a.a.O.).
Die Kom­ple­xität der heu­ti­gen in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft ver­langt mehr denn je, dass die Re­geln, die den ge­ord­ne­ten Fort­schritt der Be­zie­hun­gen zwi­schen ih­ren Mit­glie­dern si­chern, dau­er­haft und mit größter Sorg­falt re­spek­tiert wer­den. Zusätz­lich ist die be­son­de­re Rol­le der Ge­gen­sei­tig­keit im Di­plo­ma­ten­recht zu be­ach­ten: Je­der Emp­fangs­staat ist zu­gleich Ent­sen­de­staat; je­de Ein­schränkung und je­der Ver­s­toß ge­gen di­plo­ma­ti­sche Im­mu­nitäten und Vor­rech­te kann - recht­lich oder fak­tisch - auf die ei­ge­nen Di­plo­ma­ten und ih­re An­gehöri­gen im Aus­land zurück­wir­ken (vgl. BVerfG a.a.O.).
Die Re­geln des Di­plo­ma­ten­rechts stel­len des­halb ei­ne in sich ge­schlos­se­ne Ord­nung dar, die die mögli­chen Re­ak­tio­nen auf Miss­bräuche der di­plo­ma­ti­schen Vor­rech­te und Im­mu­nitäten ab­sch­ließend um­schreibt (vgl. BVerfG a.a.O.).
b. Auch muss­te kei­ne Vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 GG er­fol­gen.
Ein Ge­richt kann die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts über die Ver­fas­sungsmäßig­keit ei­ner Norm nach Art. 100 Abs. 1 GG nur ein­ho­len, wenn bei of­fen­sicht­lich meh­re­ren in Be­tracht kom­men­den Aus­le­gungsmöglich­kei­ten kei­ne
ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung möglich ist (vgl. BVerfG, Be­schluss vom 12. Fe­bru­ar 1992 - 1 BvL 21/88 -, zi­tiert nach ju­ris).
Zwar wird es auf­grund von § 18 GVG nicht möglich sein, et­wai­ge Ansprüche ge­gen den Be­klag­ten, den kläge­ri­schen Vor­trag als wahr un­ter­stellt, vor bun­des­deut­schen Ge­rich­ten für Ar­beits­sa­chen gel­tend zu ma­chen.
Die­ses ist auf­grund der ho­hen Stel­lung der In­sti­tu­ti­on der Di­plo­ma­tie hin­zu­neh­men, zu­mal die Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin nicht schutz­los ge­stellt ist.
Gestützt auf die all­ge­mei­nen Auf­op­fe­rungs­grundsätze hat ein Drit­ter, der ein Son­der­op­fer er­bracht hat, An­spruch auf Er­satz (vgl. auch BGH, Ur­teil vorn 3. März 2011 - III ZR 174/10 -, zi­tiert nach ju­ris).
Denn in dem Fall, dass tatsächlich be­ste­hen­de Ansprüche der Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin ge­genüber dem Be­klag­ten nicht ge­richt­lich gel­tend ge­macht wer­den können, wird ein Entschädi­gungs­an­spruch auf­grund ei­ner rechtmäßigen ho­heit­li­che Maßnah­me der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als Ge­setz­ge­ber des § 18 GVG be­ste­hen, weil die­se Vor­schrift zu ei­nem un­mit­tel­ba­ren Ein­griff in ei­ne geschütz­te Ei­gentümer­po­si­ti­on der Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin der­ge­stalt geführt hat, dass die schädi­gen­de Aus­wir­kung für die kon­kre­te Betäti­gung ho­heit­li­chen Han­delns ty­pisch ist und aus der Ei­gen­art der ho­heit­li­chen Maßnah­me folgt. Bei den Nach­tei­len, die der Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin auf­grund der Im­mu­nität des Be­klag­ten ent­stan­den sein könn­ten, dürf­te es sich um Nach­tei­le hand­ein, die in ei­nem in­ne­ren Zu­sam­men­hang mit der schädi­gen­den ho­heit­li­chen Maßnah­me ste­hen und die ty­pi­scher­wei­se in die­ser selbst an­ge­legt, al­so un­mit­tel­bar sein wer­den (vgl. auch Saarländi­sches OLG, Ur­teil vom 19. April 2011 - 4 U 314/10 -, zi­tiert nach ju­ris).
Ob die Norm­set­zung als rechtmäßiges ho­heit­li­ches Han­deln zu ei­nem un­zu­mut­ba­ren Son­der­op­fer auf Sei­ten der Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin der­ge­stalt geführt hat, dass in ei­ne geschütz­te Ei­gen­tums­po­si­ti­on nach Dau­er, Art, In­ten­sität und Aus­wir­kung schwer und un­erträglich mit der Fol­ge ein­ge­grif­fen wur­de, dass hier­aus Leis­tungs­ansprüche ge­genüber der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ent­stan­den sein könn­ten, wer­den die Ge­rich­te der or­dent­li­chen Ge­richts­bar­keit als die gern. Art 34 Satz 3 GG, § 17 Abs. 2 Satz 2 GVG aus­sch­ließlich zuständi­gen Ge­rich­te zu ent­schei­den ha­ben.
3. Die Kla­ge hat kei­nen Er­folg. Da die deut­sche Ge­richts­bar­keit nicht ge­ge­ben ist, war die Kla­ge auf An­trag des Be­klag­ten als un­zulässig ab­zu­wei­sen.
Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob die Kläge­rin, die aus ab­ge­tre­te­nem Recht Ansprüche der der Im­mu­nität nach Art. 37 Abs, 4 WÜD un­ter­lie­gen­den Rechts­vorgänge­rin gel­tend macht, ei­ner Be­frei­ung nach Art. 32 WÜD be­darf (vgl. zum Streit­stand BGH, Be­schluss vom 30. März 2011 - XII ZB 300/10 -, zi­tiert nach ju­ris).
Je­den­falls fehlt es an der Zuständig­keit der deut­schen Ge­richts­bar­keit, weil Im­mu­nität des Be­klag­ten nach § 18 GVG be­steht.
Gemäß Art. 31 Abs. 1 Satz 2 WÜD ge­nießt der Di­plo­mat grundsätz­lich Im­mu­nität von der
Zi­vil­ge­richts­bar­keit des Emp­fangs­staats. Das König­reich S ist dem WÜD am 12.
März 1981 bei­ge­tre­ten (BGBl. 11 1981 S. 572). Der Be­klag­te ist un­strei­tig als Mit­glied des di­plo­ma­ti­schen Per­so­nals zur Di­plo­ma­ten­lis­te an­ge­mel­det und da­mit Di­plo­mat im Sin­ne von Art. 31 Abs. 1, Art. 1 Buchst. e) WÜD.
Der Ent­sen­de­staat hat nicht auf die Im­mu­nität von den Ge­rich­ten für Ar­beits­sa­chen ver­zich­tet, Art. 32 Abs. 1, 2 WÜD. Da­bei ist es nicht Auf­ga­be des er­ken­nen­den Ge­richts, den Ent­sen­de­staat des Be­klag­ten zu ei­ner Erklärung über ei­nen Ver­zicht nach Art. 32 WÜD auf­zu­for­dern, viel­mehr hat die kla­gen­de Par­tei die zur Zulässig­keit ih­rer Kla­ge führen­den Umstände selbst her­bei­zuführen. Ein Ver­zicht kann zu­dem auch nicht dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass sich der Be­klag­te im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren auf die Kla­ge ein­ge­las­sen hat (vgl. auch BGH, Be­schluss vom 28. Mai 2003 - IXa ZB 19/03 -, zi­tiert nach ju­ris).
Da­her ist der Be­klag­te gern. § 18 GVG als Mit­glied ei­ner bei der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land be­glau­big­ten di­plo­ma­ti­schen Ver­tre­tung der deut­schen Ge­richts­bar­keit ent­zo­gen (vgl. auch BAG, Ur­teil vom 25. Ja­nu­ar 1973 - 5 AZR 399/72 -, zi­tiert nach ju­ris).
II. Bei der ein­heit­li­chen Kos­ten­ent­schei­dung war zwi­schen den Kos­ten des durch Kla­gerück­nah­me be­en­de­ten und des noch strei­ti­gen Teils des Rechts­strei­tes zu un­ter­schei­den.
1. Hin­sicht­lich des durch Rück­nah­me be­en­de­ten Teils wa­ren die Kos­ten gemäß §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 269 Abs. 3 ZPO der Kläge­rin auf­zu­er­le­gen.
2. Im Übri­gen un­ter­liegt die Kläge­rin, wes­halb sie die Kos­ten gern. §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 91 ZPO zu tra­gen hat.
III. Die Ent­schei­dung über den Streit­wert folgt aus §§ 61 Abs. 1, 46 Abs. 2 ArbGG, 3, 5 ZPO
Ge­gen die­ses Ur­teil kann von d. Kläge­rin Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den.
Mag­de­bur­ger Platz 1,
10785 Ber­lin,
Für d. Be­klag­ten ist kei­ne Be­ru­fung ge­ge­ben.
Wei­te­re Statt­haf­tig­keits­vor­aus­set­zun­gen er­ge­ben sich aus § 64 Abs. 2 ArbGG: „Die Be­ru­fung kann nur ein­ge­legt wer­den,
b) wenn der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des 600 EUR über­steigt,
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