Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202004,%20786
Timestamp: 2020-08-13 20:09:20
Document Index: 347948291

Matched Legal Cases: ['§ 839', '§ 847', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', '§ 611', 'BGH']

OLG Stuttgart, 28.07.2003 - 4 U 51/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2433
OLG Stuttgart, 28.07.2003 - 4 U 51/03 (https://dejure.org/2003,2433)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 28.07.2003 - 4 U 51/03 (https://dejure.org/2003,2433)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 28. Juli 2003 - 4 U 51/03 (https://dejure.org/2003,2433)
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Amtshaftungsanspruch eines Polizeibeamten gegen seinen Dienstherren: "Mobbing" durch wiederholte unterdurchschnittliche dienstliche Beurteilungen
BGB § 839; BGB § 847; GG Art. 34
Zum Begriff des Mobbing - Amtshaftungsanspruch wegen Mobbing
Arbeitsrecht - Amtshaftungsanspruch bei Mobbing?
Schadensersatz wegen Mobbing durch Dienstvorgesetzte; Regelbeurteilung eines Polizeibeamten; Definition des Mobbing; Fürsorgepflicht und Treupflicht des Dienstherrn; Bestehen eines Amtshaftungsanspruchs; Erfordernis einer Gesamtschau der Vorgänge; Systematik der ...
Öffentliches Dienstrecht; Schmerzensgeld wegen Mobbings durch Vorgesetzte
LG Stuttgart, 21.02.2003 - 15 O 385/02
NVwZ-RR 2003, 715
VersR 2004, 786
vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 28. Juli 2003- 4 U 51/03 -, a.a.O. = juris, Rn. 27 am Ende, 30; VG des Saarlandes, Urteil vom 20. Dezember 2011 - 2 K 668/10 -, juris, Rn. 29, m.w.N.
Ähnliches gilt für das in dem oben zitierten Urteil des OLG Stuttgart vom 28. Juli 2003 - 4 U 51/03 - (…juris, Rn. 30) weiter angeführte Argument, das Vorgehen gegen Einzelakte könne in "Mobbing"-Situationen erfolglos bleiben, da beim "Mobbing" erst in der Gesamtschau der rechtsverletzende Charakter der Vorgehensweise erkennbar werde.
Bei der Anwendung des Erfordernisses einer verhaltensumfassenden Beurteilung (prinzipiell ebenso BGH, Urteil vom 1.8.2002, NJW 2002, 3172; OLG Stuttgart Urteil vom 28.7.2003, NVwZ-RR 2003, 715;… Urteile des Thüringer LAG vom 15.2.2001 und 10.4.2001 a.a.O.; dem folgend Hessisches LAG Urteil vom 24.8.2001 - 14 Sa 1396/00 - (n.v.); LAG Rheinland-Pfalz vom 16.8.2001, ZIP 2001, 2298; LAG Berlin Urteil vom 19.11.2002 - 3 Sa 1635/02- (n.v.); ArbG Dresden Urteil vom 7.7.2003 - 5 Ca 5954/02 n.v.; Aigner BB 2001, 1355; Gamerschlag/Perband VersR 2002, 288; Hahn AiB 2002, 645; Kerst-Würkner ArbuR 2001, 255; Rieble/Klumpp FA 2002, 308; Ruberg ArbuR 2002, 202; Smutny/Hopf DRdA 2003, 117 und 123; Wittinger/Herrmann ZBR 2002, 338) handelt es sich in den Zweifelsfällen um den bedeutsamsten Teil der Mobbingfeststellung.
Dem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 28. Juli 2003 (4 U 51/03; NVwZ-RR 2003, 715, 716 f) ist Gegenteiliges nicht zu entnehmen.
Denn solchen Beurteilungen fehlt bereits eine dauerhafte Außenwirkung, da sie vom Dienstherrn den Kollegen nicht bekannt gemacht werden und auch keine sonstigen Umstände ersichtlich sind, die dem Kläger das nach seiner Ansicht verhältnismäßig schlechte Abschneiden immer wieder in unredlicher Weise in Erinnerung gerufen hätten (vgl. auch OLG Stuttgart, NVwZ-RR 2003, 715 ff.).
Unter Mobbing versteht man den Missbrauch der hervorgehobenen Amtsstellung als Vorgesetzter, um einen Untergebenen systematisch, fortgesetzt und zielgerichtet zu beleidigen, zu schikanieren und zu diskriminieren (BGH, NJW 2002, 3172; OLG Stuttgart, NVwZ-RR 2003, 715).
Entscheidend ist ein systematisches und fortgesetztes Vorgehen des Mobbenden mit dem Ziel, den Untergebenen durch wiederholtes und nachhaltiges Schikanieren oder Diskriminieren zu zermürben (vgl. OLG Stuttgart, NVwZ-RR 2003, 715 ff.).
Es reicht nicht aus, dass bei der Zusammenarbeit zwischen mehreren Arbeitnehmern bzw. auch im Verhältnis Vorgesetzter und Untergebener aufgetretene Dienstpflichtverletzungen als "Mobbing" empfunden werden (vgl. Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, AP Nr. 2 zu § 611 BGB Mobbing, OLG Stuttgart, NVwZ-RR 2003, 715 ff.).
Wenn der Arbeitgeber im Rahmen dieser gerichtlichen Auseinandersetzung seine Rechtsposition verteidigt, so liegt hierin kein Mobbing (OLG Stuttgart 28.07.2003 - 4 U 51/03).
Dies gilt auch für den vom OLG Stuttgart entschiedenen Fall (VersR 2004, S. 786 - 788).
Zu diesem Mobbingbegriff vgl. BVerwG, Urteil vom 15.12.2005 -2 A 4.04-, NVwZ-RR 206 m.w.N.; BGH, Urteil vom 01.08.2002 -III ZR 277/01-, ZBR 2003, 57 sowie OLG Stuttgart, Urteil vom 28.07.2003 -4 U 51/03-, NVwZ-RR 2003, 715 m.w.N.; Urteil der Kammer vom 23.09.2008 -2 K 1964/07-, bestätigt durch OVG des Saarlandes, Beschluss vom 28.05.2009 -1 A 427/08-.
dazu auch VG Göttingen, Urteil vom 02.04.2008 -3 A 263/06- sowie VG Würzburg, Urteil vom 27.06.2006 -W 1 K 04.1027-, jeweils unter Hinweis auf OLG Stuttgart, Urteil vom 28.07.2003 -4 U 51/03-, a.a.O.; Urteil der Kammer vom 23.09.2008 -2 K 1964/07-, bestätigt durch OVG des Saarlandes, Beschluss vom 28.05.2009 -1 A 427/08-.
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.06.2012 - 1 A 1844/11
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Schmerzensgeld wegen der Verletzung der …
LG München I, 07.09.2005 - 15 O 25369/04