Source: https://www.auva.at/cdscontent/?contentid=10007.795736&viewmode=content
Timestamp: 2020-04-03 20:46:01
Document Index: 342866393

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 49', '§ 51', '§ 47', '§ 47', '§ 11', '§ 42']

Sind Beschäftigte, die mit künstlichen Mineralfasern (z. B. Aluminiumsilikatfasern) arbeiten, untersuchungspflichtig gemäß VGÜ? Gibt es hier eine Empfehlung?
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit "alten" künstlichen Mineralfasern (sofern krebserzeugend gem. GKV-Anhang III C) arbeiten, muss, laut VGÜ, eine freiwillige Untersuchung (§ 51 ASchG) angeboten werden. Der empfohlene Zeitabstand zwischen den Untersuchungen beträgt fünf Jahre.
Welche Untersuchungspflichten nach VGÜ bestehen für eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe?
Es sind nach § 49 ASchG Eignungs- und Folgeuntersuchungen festgelegt. Konkretisiert wird diese Bestimmung hinsichtlich Stoffen und Untersuchungsumfang in der VGÜ.
Als eindeutig krebserzeugend sind etwa folgende Arbeitsstoffe eingestuft, die laut VGÜ eine Untersuchungspflicht auslösen können:
zahlreiche Arsenverbindungen
Cadmium und seine Verbindungen (sofern diese bioverfügbar sind)
Chrom(VI)-Verbindungen, ausgenommen die in Wasser praktisch unlöslichen
Cobalt und seine Verbindungen
mehrere aromatische Amino- oder Nitroverbindungen
Trichlorethen (Trichlorethylen); Asbest; einige Phosphorsäureester
mehrere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
Für alle übrigen eindeutig krebserzeugenden Arbeitsstoffe gibt es die freiwillige Untersuchung nach § 51 ASchG.
Gibt es auch Untersuchungspflichten für krebsverdächtige Stoffe?
Ja, auch einige krebsverdächtige Arbeitsstoffe wie z. B. Chloroform oder Isocyanate können laut VGÜ eine Untersuchungspflicht auslösen. Bei Isocyanaten steht allerdings für die Untersuchungspflicht nicht die krebsverdächtige, sondern die sensibilisierende Wirkung im Vordergrund.
Ab wann muss man Beschäftigte in das "Verzeichnis der Arbeitnehmer" (= ein Verzeichnis aller exponierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) aufnehmen?
Wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer der Einwirkung krebserzeugender, erbgutverändernder, fortpflanzungsgefährdender oder biologischer Arbeitsstoffe (Gruppe 3 oder 4) ausgesetzt sind, dann ergibt sich aus dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz § 47 die Verpflichtung zur Führung eines Verzeichnisses exponierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ("Verzeichnis der Arbeitnehmer").
Muss man auch Beschäftigte in das "Verzeichnis der Arbeitnehmer" (= ein Verzeichnis aller exponierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) aufnehmen, die mit krebsverdächtigen Stoffen arbeiten?
Ja, auch bei der Verwendung von krebsverdächtigen Arbeitsstoffen müssen Arbeitnehmer ergibt sich aus dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz § 47 die Verpflichtung zur Führung eines Verzeichnisses exponierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ("Verzeichnis der Arbeitnehmer").
Welche Meldeverpflichtungen gibt es für Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial?
Im Unterschied zu eindeutig krebserzeugenden Stoffen müssen Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial, die mit H351 gekennzeichnet sind, vor erstmaliger Verwendung nicht gemeldet werden. Die Grenzwerteverordnung sieht für Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial nämlich unter § 11 Z 2 GKV bezüglich der Meldeverpflichtung an die Arbeitsinspektion vor der erstmaligen Verwendung (§ 42 Abs. 5 ASchG) eine Ausnahme vor.
Muss die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber nur Oberbekleidung als Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, wenn mit krebserzeugenden Arbeitsstoffen gearbeitet wird?
Krebserzeugende Arbeitsstoffe - www.arbeitsinspektion.gv.at