Source: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer/fachinformationen/revmwstg/faq.html
Timestamp: 2018-05-27 23:21:43
Document Index: 30158013

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 25', 'Art. 10', 'Art. 45', 'Art. 10', 'Art. 45', 'Art. 23']

Mehrwertsteuer Abgabe RTVcurrent page
Häufig gestellte Fragen selected
Steuerpflicht von Unternehmen mit Sitz im Ausland
Abzug fiktiver Vorsteuer
Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland versendet Maschinen in die Schweiz. Diese werden am Zoll mit der Einfuhrsteuer (MWST) erfasst. Die Empfänger der Maschinen sind ausschliesslich Schweizer Unternehmen. Muss sich das Unternehmen mit Sitz im Ausland in der Schweiz in das MWST-Register eintragen lassen, wenn sich der Umsatz im Jahr 2018 auf CHF 2‘000‘000 beziffert?
Nein, der Ort der Leistung befindet sich im Ausland, d. h. ausserhalb des Geltungsbereichs der schweizerischen Mehrwertsteuer.
Ein Architekturbüro mit Sitz im Ausland führt Planungsarbeiten für die Erstellung einer Wohnliegenschaft im Inland aus. Das Honorar für diese Dienstleitung wird dem Bauherrn mit Wohnsitz im Inland in Rechnung gestellt. Muss sich das Architekturbüro in der Schweiz in das MWST-Register eintragen lassen?
Ja, das Architekturbüro mit Sitz im Ausland wird grundsätzlich in der Schweiz in das MWST-Register eingetragen. Sofern das Architekturbüro im In- und Ausland weniger als CHF 100‘000 aus Leistungen, die nicht von der Steuer ausgenommen sind, erzielt, ist es von der Steuerpflicht befreit.
Online Verkauf von eBooks
Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland verkauft online elektronische Bücher und Zeitschriften. Der weltweite Umsatz beträgt USD 8 Mio. Davon werden USD 20‘000 an nicht steuerpflichtige Kunden im Inland in Rechnung gestellt.
Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland verkauft online elektronische Bücher und Zeitschriften. Der weltweite Umsatz beträgt USD 50‘000. Davon werden USD 10‘000 an nicht steuerpflichtige Kunden im Inland in Rechnung gestellt.
Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland verkauft online elektronische Bücher und Zeitschriften. Laut Budget wird der weltweite Umsatz im Geschäftsjahr 2018 rund USD 8 Mio. betragen. Davon entfallen rund USD 20‘000 auf den Umsatz mit steuerpflichtigen Kunden im Inland.
Muss sich das Unternehmen mit Sitz im Ausland in das MWST-Register in der Schweiz eintragen lassen sofern es im Inland ausschliesslich die aufgeführten Leistungen erbringt?
Ja, das Unternehmen mit Sitz im Ausland, welches diese elektronischen Dienstleistungen an nicht steuerpflichtige Empfänger im Inland erbringt, muss in das MWST-Register eingetragen werden (Art. 10 Abs. 2 Bst. b Ziff. 2 revMWSTG). Elektronische Zeitungen, Zeitschriften und Bücher ohne Reklamecharakter sind nach Art. 25 Abs. 2 Bst. a bis revMWSTG zum reduzierten Steuersatz abzurechnen.
Nein, das Unternehmen mit Sitz im Ausland, welches diese elektronischen Dienstleistungen an nicht steuerpflichtige Empfänger erbringt, ist von der Steuerpflicht befreit, da die Umsatzgrenze nicht erreicht wird (Art. 10 Abs. 2 Bst. a revMWSTG). Die Bezugsteuer ist nicht geschuldet, da es sich um elektronische Dienstleistungen an nicht steuerpflichtige Empfänger handelt (Art. 45 Abs. 1 Bst. a revMWSTG).
Nein, das Unternehmen mit Sitz im Ausland, welches diese elektronischen Dienstleistungen an steuerpflichtige Empfänger erbringt, ist von der Steuerpflicht befreit (Art. 10 Abs. 2 Bst. b Ziff. 2 revMWSTG). Die steuerpflichtigen Leistungsempfänger müssen auf den bezogenen Leistungen die Bezugsteuer zum reduzierten Steuersatz abrechnen (Art. 45 Abs. 1 Bst. a revMWSTG).
Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland führt in der Schweiz Schulungen durch. Es handelt sich um von der Steuer ausgenommene Bildungsleistungen. Der weltweite Umsatz beträgt EUR 3‘000‘000; davon sind EUR 500‘000 aus Schulungen in der Schweiz. Muss sich das Unternehmen mit Sitz im Ausland in das MWST-Register in der Schweiz eintragen lassen?
Nein, das Unternehmen ist im Inland nicht steuerpflichtig, da die von der Steuer ausgenommenen Leistungen (für die nicht optiert wird) nicht zum massgeblichen Umsatz für die Prüfung der Steuerpflicht zählen.
Ausfuhr von Gegenständen
Das steuerpflichtige Unternehmen hat beim Ankauf eines Fahrrades von einer nicht steuerpflichtigen Privatperson die fiktive Vorsteuer abgezogen. Das Fahrrad wird anschliessend an einen Kunden ins Ausland geliefert. Muss die abgezogene fiktive Vorsteuer korrigiert werden?
Nein, der Verkauf des Fahrrads ins Ausland ist nach Art. 23 Abs. 2 Ziff. 1 MWSTG von der Steuer befreit und löst keine Korrektur der abgezogenen fiktiven Vorsteuer aus.
Das steuerpflichtige Unternehmen kauft von einer nicht steuerpflichtigen Privatperson einen Tisch für das Sitzungszimmer. Kann die fiktive Vorsteuer abgezogen werden?
Ja, auch Gegenstände, welche nicht für den Wiederverkauf bestimmt sind, berechtigen zum Abzug der fiktiven Vorsteuer.
Verkauf von beschädigten Gegenständen durch eine Versicherungsgesellschaft
Die steuerpflichtige Versicherungsgesellschaft bezahlt der versicherten Privatperson für die Übernahme eines Unfallfahrzeuges eine Entschädigung von CHF 15’000 unter Anrechnung des Werts des beschädigten Fahrzeugs im Betrag von CHF 10’000. Die Versicherungsgesellschaft verkauft anschliessend das Fahrzeug einer Privatperson. Kann die Versicherungsgesellschaft die fiktive Vorsteuer abziehen?
Ja, die Versicherungsgesellschaft kann die fiktive Vorsteuer auf dem Wert von CHF 10‘000 abziehen. Der Verkauf an die Privatperson unterliegt der Mehrwertsteuer zum Normalsatz.
Verkauf einer Skulptur mit Verlust
Die steuerpflichtige Kunstgalerie kauft von einer Privatperson eine Skulptur für CHF 8’000. Diese wird später für CHF 5‘000 verkauft. Kann die Margenbesteuerung für dieses Verlustgeschäft angewendet werden?
Ja, die Margenbesteuerung kann angewendet werden. Der Umsatz von CHF 5‘000 muss im Abrechnungsformular unter der Ziffer 200 deklariert werden. Der Ankaufspreis von CHF 8‘000 wird unter der Ziffer 280 deklariert und vom steuerbaren Umsatz in Abzug gebracht.
Verkauf eines Gemäldes, das nicht für den Wiederverkauf bestimmt ist
Das steuerpflichtige Restaurant kauft von einer nicht steuerpflichtigen Künstlerin ein Gemälde für CHF 7'000. Das Gemälde wird im Speisesaal des Restaurants aufgehängt. Obwohl das Bild nicht für den Wiederverkauf vorgesehen war, verkauft das Restaurant ein Jahr später das Bild für CHF 13’000 an eine Privatperson. Kann die Margenbesteuerung angewendet werden?
Ja, die Margenbesteuerung kann angewendet werden. Der Umsatzes von CHF 13‘000 muss im Abrechnungsformular unter der Ziff. 200 deklariert werden. Der Ankaufspreis von CHF 7‘000 wird unter der Ziffer 280 deklariert und vom steuerbaren Umsatz in Abzug gebracht. Die Marge von CHF 6‘000 ist zum Normalsatz zu versteuern. Auf dem Verkaufsbeleg (Rechnung, Quittung, usw.) darf keine Steuer ausgewiesen werden.
Die Dienststelle „Werkhof“ einer Gemeinde stellt für ihre Leistungen im Rahmen der Schneeräumung einem unabhängigen Gemeinwesen CHF 300’000 und anderen unabhängigen Dritten CHF 50‘000 in Rechnung. Wird die Dienststelle „Werkhof“ obligatorisch steuerpflichtig?
Nein, die Dienststelle „Werkhof“ ist von der Steuerpflicht befreit, da die Grenze von CHF 100’000 Umsatz pro Jahr aus steuerbaren Leistungen an Nichtgemeinwesen nicht erreicht ist. Das Steuersubjekt eines Gemeinwesens ist von der Steuerpflicht befreit, solange weniger als 100‘000 Franken Umsatz pro Jahr aus steuerbaren Leistungen an Nichtgemeinwesen stammen.
https://www.estv.admin.ch/content/estv/de/home/mehrwertsteuer/fachinformationen/revmwstg/faq.html