Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%2072/04
Timestamp: 2019-12-15 07:15:13
Document Index: 388421316

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 241', '§ 241', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.01.2007 - XII ZR 72/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1124
BGH, 10.01.2007 - XII ZR 72/04 (https://dejure.org/2007,1124)
BGH, Entscheidung vom 10.01.2007 - XII ZR 72/04 (https://dejure.org/2007,1124)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 2007 - XII ZR 72/04 (https://dejure.org/2007,1124)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,1124) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Aufklärungspflicht eines Autovermieters über die Erstattungsfähigkeit von Unfallersatztarifen; Anspruch auf rückständige Miete für die Überlassung eines Mietwagens; Pflicht zur Aufklärung über das Bestehen eines gespalteten Mietwagenmarktes und die Existenz von ...
Haftung aus culpa in contrahendo (§§ 280 I, 311 II, 241 II BGB) bei Verstoß gegen die Wahrheitspflicht; Haftungsausfüllung ("Minderung" durch c.i.c.)
Aufklärungspflicht des Vermieters über die Erstattungsfähigkeit von Unfallersatztarifen
Aufklärungspflicht des Autovermieters
Aufklärungspflicht bei Unfallersatztarif
AG Ettlingen, 03.08.2001 - 2 C 101/01
LG Karlsruhe, 05.04.2004 - 5 S 203/01
NJW 2007, 1447
NZV 2007, 236
ZMR 2007, 433
VersR 2007, 1427
WM 2007, 1944
JR 2008, 29
Geht es um zu Lasten von Dritten getroffene Vereinbarungen, setzt sittenwidriges Verhalten voraus, dass beide Vertragsbeteiligten die die Sittenwidrigkeit begründenden Tatsachen kennen bzw. sich der entsprechenden Kenntnis verschließen (vgl. BGH, Versäumnisurteil v. 10.1.2007 - XII ZR 72/04 , NJW 2007, 1447 [1448], Rz. 13).
Das folgt bereits daraus, dass die Vorschrift des § 138 Abs. 1 BGB unter dem Gesichtspunkt der Verletzung von Interessen der Allgemeinheit oder Dritter grundsätzlich nur anwendbar ist, wenn beide Vertragsparteien sittenwidrig handeln (BGH, Versäumnisurteil vom 10. Januar 2007 - XII ZR 72/04, NJW 2007, 1447 Rn. 13; Urteil vom 27. Januar 1966 - VII ZR 16/64, WM 1966, 495, 496 unter I 1 m.w.N.), also die Tatsachen kennen oder sich zumindest ihrer Kenntnis grob fahrlässig verschließen, die die Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäfts begründen.
Nach der Rechtsprechung des XII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 10. Januar 2007 - XII ZR 72/04 - NJW 2007, 1447 und vom 7. Februar 2007 - XII ZR 125/04 - NJW 2007, 2181), von der abzuweichen kein Anlass besteht, wäre nämlich für die Frage der Sittenwidrigkeit des zwischen dem Geschädigten und einem Mietwagenunternehmen geschlossenen Mietvertrags darauf abzustellen, ob der im Einzelfall verlangte Unfallersatztarif den auf dem Markt üblichen Unfallersatztarif in sittenwidriger Weise übersteigt (vgl. BGH…, Urteil vom 7. Februar 2007 - XII ZR 125/04 - aaO).
e) Danach steht dem Beklagten ein Schadensersatzanspruch aus c.i.c. (§§ 241 Abs. 2, 311 Abs. 2 Satz 1, 249 BGB) zu, den er der geltend gemachten Mietzinsforderung entgegenhalten kann (Senatsurteil vom 10. Januar 2007 aaO).
Mit Urteil vom 10. Januar 2007 (XII ZR 72/04) hat der Senat in einem vergleichbaren Fall darauf abgestellt, dass sich für die Anmietung von Unfallersatzwagen ein gesonderter Markt entwickelt hat, auf dem dem Geschädigten ein Pkw zu einem über dem Normaltarif liegenden Unfallersatztarif angeboten wird.
Der Senat hat - nach Erlass des Berufungsurteils - eine Aufklärungspflicht gegenüber den Interessenten eines Unfallersatzwagens bejaht (Senatsurteile vom 28. Juni 2006 - XII ZR 50/04 - NJW 2006, 2618 f.; vom 10. Januar 2007 - XII ZR 72/04 - aaO;… vom 7. Februar 2007 - XII ZR 125/04 - aaO; vom 27. Juni 2007 - XII ZR 53/05 - NJW 2007, 2759; vom 24. Oktober 2007 - XII ZR 155/05 -).
c) Danach steht dem Beklagten ein Schadensersatzanspruch aus c.i.c. (§§ 241 Abs. 2, 311 Abs. 2 Satz 1, 249 BGB) zu, den er der geltend gemachten Mietzinsforderung entgegenhalten kann (Senatsurteil vom 10. Januar 2007 aaO).
Beruht die Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäft auf einem verwerflichen Verhalten gegenüber Dritten oder der Allgemeinheit, wird die Kenntnis bzw. grob fahrlässige Unkenntnis der den Sittenverstoß begründenden Tatsachen grundsätzlich bei allen am Geschäft Beteiligten erforderlich sein (vgl. BGH, Versäumnisurteil vom 10. Januar 2007 - XII ZR 72/04 -, Rn. 13, juris; BGH…, Urteil vom 09. Oktober 1991 - VIII ZR 19/91 -, Rdnr. 7, juris).
LG Hamburg, 07.10.2014 - 316 S 7/14
Wann kann ein Nachtrag zum Mietvertrag sittenwidrig sein?
AG Reinbek, 17.12.2008 - 5 C 287/08