Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2047,%20117
Timestamp: 2020-02-24 22:21:15
Document Index: 23539118

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 97', 'BGH', 'Art. 97', '§ 1', 'BGH', 'Art. 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 32', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 903', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 89', '§ 1', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.02.1967 - V ZR 29/64 - dejure.org
https://dejure.org/1967,520
BGH, 24.02.1967 - V ZR 29/64 (https://dejure.org/1967,520)
BGH, Entscheidung vom 24.02.1967 - V ZR 29/64 (https://dejure.org/1967,520)
BGH, Entscheidung vom 24. Februar 1967 - V ZR 29/64 (https://dejure.org/1967,520)
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Deutsche Wasserwirtschaft - Übergang verkehrswichtiger Wasserstraßen in das Eigentum des Reichs - Bundeseigentum an Seewasserstraßen - Streitigkeit über das Eigentum an der Schlei
BGHZ 47, 117
NJW 1967, 1367
MDR 1967, 751
DVBl 1967, 534
Die Rückübereignung der Wasserstraßen von den Ländern auf das Reich aufgrund der Weimarer Reichsverfassung von 1919 bedeutet insoweit eine Abkehr von einer jahrhundertealten Rechtstradition (…vgl. Anschütz, WRV 14. Aufl. Art. 97 Anm. 5; auch BGHZ 47, 117, 119).
Die Begriffe Wasserstraße (i. S. von Art. 97, 171 WRV) und Seewasserstraße (i. S. von § 1 StV 1921) wurden damals weder abschließend geklärt noch gar ausdrücklich geregelt (vgl. BGHZ 47, 117, 120 ff. = LM GrundG Art. 89 Nr. 1 m. Anm. Mattern).
Die in der Rechtsprechung und im Schrifttum dazu vertretenen Auffassungen sind unterschiedlich (s. die Nachw. in BGHZ 47, 117, 120 ff.).
Die Staatspraxis seit 1919 gibt kein einheitliches Bild über die Eigentumsvorstellungen von Reich und Ländern (vgl. BGHZ 47, 117, 122; s. auch die zu den Akten gereichte Vereinbarung der Parteien aus dem Jahre 1975, die ausdrücklich nicht für das offene Küstenmeer gilt, um das es im Streitfall geht).
Diese Entscheidungen sind teils vor Erlaß des Bundeswasserstraßengesetzes ergangen (vgl. insbes. OLG Schleswig SchlHAnz 1958, 142, 143; OLG Oldenburg VkBl 1961, 308; auch OLG Schleswig SchlHAnz 1964, 125 = DVBl 1965, 35 [OLG Schleswig 08.11.1963 - 6 U 50/62] und BGHZ 47, 117), teils nach seinem Inkrafttreten; insoweit stützen sie sich zum Teil auf eine Auslegung des Staatsvertrages 1921 (vgl. insbes. OLG Oldenburg Beschl. v. 16. Juni 1971 - 5 Wx 59/70; OLG Schleswig Beschl. v. 12. September 1972 - 2 W 59/71 - m. w. Nachw., vom 26. Oktober 1977 - 2 W 42/75 - sowie SchlHAnz 1980, 147 f. = VkBl 1980, 500), zum Teil nehmen sie eine Rückwirkung des Bundeswasserstraßengesetzes an (vgl. insbes. OLG Hamburg VkBl 1976, 490, 491; OLG Schleswig Beschl. vom 26. Oktober 1977 - 2 W 42/75 sowie SchlHAnz 1980, 147 f. = VkBl 1980, 500; OVG Lüneburg Beschl. vom 25. März 1977 - III A 177/72 - sowie VkBl 1981, 390 und 1983, 584).
Soweit es in der Begründung zu § 1 des Staatsvertrages heißt (Verhandlungen des Reichstags Bd. 367 Nr. 2235 S. 22), daß die Seewasserstraßen »in ihrer Gesamtheit« übergehen, ist damit, wie sich aus dem Zusammenhang ergibt, gesagt, daß die Seewasserstraßen sämtlich und uneingeschränkt, d. h. alle vom Übergang erfaßt sind; der räumliche Umfang der übergehenden Seewasserstraßen ist damit aber nicht klar und abschließend bestimmt (vgl. auch BGHZ 47, 117, 121).
Aus solchen Zweckmäßigkeitserwägungen wurde auch in den Verhandlungen zum Wasserstraßenvertrag bezweifelt, daß die Rechte des Reichs auf das betonnte Fahrwasser beschränkt werden könnten (vgl. OLG Schleswig SchlHAnz 1964, 125, 128 = DVBl 1965, 35, 36 f. [OLG Schleswig 08.11.1963 - 6 U 50/62] und BGHZ 47, 117, 126).
Die vom Bundesgerichtshof bereits für die besonderen Verhältnisse der Schlei aufgestellten Grundsätze (vgl. BGHZ 47, 117; auch Senatsurteil BGHZ 102, 1 [BGH 09.07.1987 - III ZR 274/85] ) sind auch auf die Hohwachter Bucht als Teil des offenen Küstenmeers anwendbar.
Wie der Bundesgerichtshof (Urt. vom 24. Februar 1967 BGHZ 47, 117) in Übereinstimmung mit dem Berufungsgericht als damaliger Vorinstanz (SchlHAnz 1964, 125 = DVBl 1965, 35 [OLG Schleswig 08.11.1963 - 6 U 50/62]) bereits entschieden hat, ist die Schlei Seewasserstraße und deshalb Eigentum des Bundes (s. auch RG ZAgr 19 (1934), 251, 254 = SchlHAnz 1934, 51, 52; zum Rechtszustand vor 1919/1921 s. OLG Kiel SchlHAnz 1913, 334, 335; PrOVG SchlHAnz 1913, 276, 277/278 und insbesondere Peltzer SchlHAnz 1888, 97 ff. m. w. Nachw.).
Etwas anderes ist zugunsten des klagenden Landes auch weder dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG, hier i. d. F. des nach dem genannten Urteil BGHZ 47, 117 erlassenen 3. ÄndG v. 15. August 1967, BGBl I S. 909;… vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 1 a WHG und zur Entstehungsgeschichte Sieder/Zeitler/Dahme § 32 a WHG Rn. 1 ff.) noch dem Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG v. 2. April 1968, BGBl II S. 173; vgl. § 1 WaStrG und zur Entstehungsgeschichte Senatsurteil v. 6. Dezember 1984 - III ZR 147/83 = VkBl 1985, 261, 264 = NJW 1987, 496, 497/498, insoweit in BGHZ 93, 113 [BGH 06.12.1984 - III ZR 147/83] nicht abgedruckt) zu entnehmen.
Auch insoweit ist dem V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGHZ 47, 117, 125 ff.) beizutreten.
Die seinerzeit heftig umstrittene Frage des Bundeseigentums an den Seewasserstraßen (vgl. BGHZ 47, 117, 120 ff.) hat der Gesetzgeber inzwischen in § 1 Abs. 2 und Abs. 3 WaStrG geregelt.
Auf die 1929 und 1951 erfolgten Grundbucheintragungen des Staates Preußen und des klagenden Landes als dessen Rechtsnachfolger kommt es nicht an (vgl. auch RGZ 27, 255, 257; 80, 365, 370; BGHZ 47, 117, 127;… Jellinek, Verwaltungsrecht 3. Aufl. S. 222; Peters, Lehrbuch der Verwaltung S. 210;… Forsthoff, Lehrbuch des Verwaltungsrechts I. Band 10. Aufl. S. 193).
Eigentum ist dabei im Sinne des bürgerlichen Rechts zu verstehen (BGHZ 28, 34, 37; 47, 117, 119; 49, 68, 71).
Dieses Eigentum ist ein volles privatrechtliches Eigentum im Sinne des bürgerlichen Rechts (§§ 903 ff BGB), ohne Rücksicht darauf, daß die Weser nach Oldenburger Recht öffentliches Eigentum des oldenburgischen Staates war (Begründung zum Entwurf des Staatsvertrages, Verhandlungen des Reichstages Band 367 Nr. 2235 S. 22 zu § 1; BGHZ 28, 34, 37; 47, 117, 119; 49, 68, 71; Holtz/Kreutz/Schlegelberger, Das Preußische Wassergesetz 1955 Vorb. V 1 S. 13; Friesecke, Recht der Bundeswasserstraßen S. 62).
Das auch von der Revision herausgestellte Anliegen (vgl. BGHZ 47, 117, 127), im Interesse einer einheitlichen Verwaltung zusammenhängende Gewässerteile nicht auseinanderzureißen, bleibt daher gewahrt.
Sie trägt andererseits dem Umstand Rechnung, daß eine Wasserstraße herkömmlicherweise nicht nur das dem durchgehenden Verkehr dienende eigentliche Fahrwasser umfaßt sondern auch die seitlich davon mit Wasser bedeckte Fläche in ihrem ganzen Umfang (vgl. BGHZ 47, 117, 125 ff.: Friesecke ZfW 1962/63, 150, 155).
Das gemäß Art. 89 Abs. 1 GG, § 1 Abs. 1 des Gesetzes über die vermögensrechtlichen Verhältnisse der Bundeswasserstraßen vom 21. Mai 1951 (BGBl. I S. 352) bestehende Eigentum an den Bundeswasserstraßen ist als privatrechtliches Eigentum aufzufassen (BGHZ 28, 34/37; 47, 117/119; 49, 68/71; 67, 152/154; 102, 1/2 f.).
Das Landgericht ist in der angefochtenen Entscheidung mit Recht davon ausgegangen, dass der Klägerin gegen die Beklagte ein Vorschussanspruch gemäß § 13 Nr. 5 VOB/B zusteht, der neben dem Vorliegen eines Mangels der Bauleistung voraussetzt, dass eine Abnahme oder abnahmereife Herstellung erfolgt ist und eine dem Auftragnehmer gesetzte Frist fruchtlos gesetzt worden ist (vgl. auch BGH NJW 1967, 1367; BGH NJW 1983, 2191;… Kniffka/Koeble "Kompendium des Baurechts", 2. Aufl., 6. Teil Rn. 189;… Kaiser "Mängelhaftung", 7. Aufl., Rn. 24 a, 84 u. 84 e).
Soweit es in jenem Rechtsstreit - wie hier - auch um Fragen des § 1 Abs. 3 Satz 1 WaStrG ging, nämlich um die dem Land an der Wasserstraße zustehenden Nutzungsbefugnisse, handelte es sich nur um eine im Rahmen der Eigentumsklage erhebliche Vortrage, über die das angerufene Gericht nach allgemeinen prozeßrechtlichen Grundsätzen auch dann selbständig und in eigener Zuständigkeit entscheiden kann, wenn die Frage an sich in einen anderen Rechtsweg gehört (allg. M.; vgl. BGHZ 47, 117, 118 und allgemein Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann ZPO 45. Aufl. § 13 GVG Anm. 5 A, B).
Seine Erklärung muß vielmehr dahin aufzufassen sein, daß er für die von ihm genannte Eigenschaft die vertragsgemäße Gewähr übernehmen und für deren Vorhandensein gegebenenfalls einstehen will (BGHZ 47, 118, 122 [BGH 24.02.1967 - V ZR 29/64]; BGH Urteil vom 11. Februar 1958 - VIII ZR 85/57 = BB 1958, 284).