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Timestamp: 2019-07-16 06:21:34
Document Index: 159818508

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 15']

1892 / 278 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger)
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Laucuburg. Jäger-Bats. Nr. 9, Barz von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Brandenburg. Jäger-Bats. Nr. 3, Gleim vom Landw. Bezirk T Berlin, zum Sec. Lt. der Res. des Hess. Jäger-Bats. Nr. 11, Reiher vom Landw. Bezirk Burg, zum Sec. Lt. der Res. des Brandenburg. Jäger :- Bats. Nr. 3, v. Alvensleben vom Landw. Bezirk Göttingen, zum Sec. L de M des Weslsalishen Jäger +- Das. M. 7, RNöltgëu, Pr. Æ vou dex Fuß - Artillerie 1. Aufgebots, Longard, Pr. Lt. von der Fuß-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks 1 Berlin, Bergmann, Pr. Lt. von der Fuß-Art. 2. Auf- gebots des Landw. Bezirks Lingen, zu Hauptleuten, Wagner, Sec. Lt. von der Fuß-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Teltow, zum Pr. Lt.; die Vice-Feldwebel: Fresdorf vom Landw. Bezirk Weißenfels, zum Sec. Lt. der Res. des Fuß-Art. Regts. Enke (Magdeburg.) Nr. 4, von Grabski vom Landw. Bezirk Samter, zum Sec. L. der Res. des Niederschl. Fuß-Art. Regts. Nr. 5, Nipkow vom Landw. Bezirk Stolp, zum Sec. Lt. der Nes. des Fuß-Art. Negts. von Hindersin (Pomm.) Nr. 2, Langen vom Landw. Bezirk Neuß, zum Sec. Lt. der Res. des Schleswig-Holstein. Pion. Bats. Nr. 9, Star> vom Landw. Bezirk Mainz, zum Sec. Lt. der Res. des Pion. Bats. Nr. 15, Saigge, Pr. Lt. von der Landw. 1. Auf- gebots der Eisenbahn-Brig., zum Hauptm., — befördert. :
Abschiedsbewilligungen. Im Beurlaubtenstande. eues Palais, 17. November. Treutler, Hauptm. von der es. des 3. Garde-Regts. z. F, Schwarz, Pr. Lt. vom 2. Auf- gebot des 3. Garde-Landw. Regts., beiden mit der Landw. Armee-Uni- form, Iffland, Sec. Lt. vom 2. Aufgebot des 4. Garde-Landw. Negts., Doerstling, Sec. Lt. vom 2. Aufgebot des 1. Garde- Landw. Regts., v. Schweiniß, Hauptm. vom 1. Aufgebot des 3. Garde-Landw. Regts., diesem mit der Armee-Uniform, Anger, Sec. Lt. vom 2. Aufgebot des 2. Garde-Gren. Landw. Regts., Bender, Second-Lieutenant von der Reserve des Kaiser Franz Garde-Gren. Regts. Nr. 2, Graf v. Hohenthal, Rittm. von der Res. des Leib-Garde-Hus. Regts., diesem mit seiner bisherigen Uni- form, Haushahn, Pr. Lt. vom Garde-Landw. Train 2. Auf- gebots, diesem mit der Landw. Armee-Uniform, Kanter, Hauptm. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Braunsberg, mit de Landw. Armee-Uniform, Jacob, Pr. Lt. von der Inf. f gebots desselben Lando. Bezirks, Schade, Pr. Lt. Cavallerie 2. Aufgebots des Landwehr - Bezirks Richard, Sec. Lt. von der- Res. des Inf. Regts. Herzog von Holstein (Holstein.) Nr. $85, Loose, Rittm. von der Cav. 1. Auf- gebots des Landw. Bezirks Krossen, mit seiner bisherigen Uniform, Dam}, Pr. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks IL Berlin, — der Abschied bewilligt. Kunsdorff, Baumann, Wetzel, Sec. Lts. von der Inf. 2. Aufgebots desselben Landw. Bezirks, Müller, Pr. Lt. von der Res. des Litthau. Ulan. Regts. Nr. 12, Niemann, Pr. Lt. von der Cav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Magdeburg, Kaesebier, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots desselben Landw. Bezirks, Limburger I., Pr. Lt. von der Cav. 2 Ausgebols des Landw. Bills Bültetseld, Falt\on, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Weißenfels, Kupke, Hauptm. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Rawitsch, mit seiner bisherigen Uniform, Tamm, Pr. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Striegau, Graf v. Pourtal es Sec. Lt. von der Cav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Wohlau, Graf von Neichenbach, Rittm. von der Cav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Oels, diesem mit der Uniform des Drag. Negts. König Friedri<h Ill. (2. Schles.) Nr. 8, Be>er, Prem. Lt. von der Cav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Mülheim a. Nuhr, Mika, Hauptm. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Köln, mit seiner bisherigen Uniform, Kewenig, Pr. Lt. von der Cav. 2. Auf- gebots des Landw. Bezirks 1 Trier, v. Leesen, Sec. Lt. von de Feld: Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Rendsburg, Schulze, Hauptm. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks T Olden- burg, mit der Landw. Armee - Uniform, Frhr. v. d. Wenge Graf v. Lambsdorff, Pr. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Hannover, als Hauptmann, Hauswaldt I., Pr. Lt. von der Cavallerie 2. Aufgebots des Landw. Bezirks T Braunschweig, Dreves, Baldus, Pr Lis von der! Snfantetie 2, Auf gebots des Landw. Bezirks Frankfurt a. M., Diez, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Meiningen, Ehrhardt, Sec. Lt. von der Feld-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks 1. Cassel, S <roth, Pr. Lt. von der Feld-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Hersfeld, Wolde> v. Arneburg, Hauptm. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Heidelberg, mit der Landw. Armee- Uniform, v. ODechelhaeuser, Sec. Lt. von der Cav. 2. Aufgebots desselben Landw. Bezirks, Graf von Andlaw, Pr. Lt. von der Cav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Lörrach, v. G öußen, Sec. Lt. von der Cav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Marienburg, — der Abschied bewilligt.
Dur Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 25. Of- Ven Baller, Heim, Jaeger, Junaser, Dr. Kribben. Lauc>hardt, Dr. Oster, Schüß, Seter und Stohmann, Unter-Apotheker des Beurlaubtenstandes, zu Ober - Apothekern be- fördert. Ebel, Hartwich, Jordan, Dr. Skubich und Weih- ri<, Ober-Apotheker des Beurlaubtenstandes, der Abschied bewilligt.
2. November. Goldmann, Wirkliher Geheimer Kriegs- rath und Militär-Itend. des IX. Armee-Corps, commandirt zum VIII. Armee-Corps, in die Militär-Fntendantenstelle des VIII. Armee- Corps, Boettcher, Zablmstr. vom Füs. Bat. 4. Gardx-Negts. z. F., auf seinen Antrag mit Pension in den Nuhestand, verseßt.
9. November. Sperling, Rendant beim Festungögefängniß in Neisse, zum Festungsgefängniß in Köln, Grieshaber, Nendant beim Sestungsgefängniß in Köln zum Festungsgefängniß in Neisse, - DerIeBL.
10. Mpvem ber. Buchwald, Zahlmstr. vom Leib-Kür. Negt. Großer Kurfürst (Schlef.) Nr. 1, auf seinen Antrag zum 1. März 1893 mit Pension in den Ruhestand versetzt.
11. November. ODestreih, Ober-Noßarzt vom Cür. Regt. Graf Geßler (Nhein.) Nr. 8, zum Westfäl. Ulan. Regt. Nr. 5, Kaden, Roßarzt vom Bad. Train-Bat. Nr. 14, zum 2. Westfäl. Feld-Art. Regt. Nr. 22, D ie>, Roßarzt vom 2. Branden- burg. Ulan. Regt. Nr. 11, zum Bad. Train-Bat. Nr. 14, — verseßt.
14. November. Schneider, Zabhlmstr. vom Bad. Train-Bat. Nr. 14, auf seinen Antrag zum 1. Dezember d. F. mit Pension in den Nuhestand versetzt.
Durch Verfügung der General-Insfspection des Ingenieur- und Pionier-Corps und der Festungen. 31. Oktober. Handel, Festungs-Ober-Bauwart der Fortification Geestemünde, zur Fortification Ulm, Riegel, Festungs-Bauwart 1. Kl. der Fortification Köln, zur Fortification Geestemünde, Thur, Festungs-Bauwart 1. Kl. der Fortification Danzig, zur Fortification
temel, Stange, Festungs-Baumnart 2. Kl. der Fortisication Pillau, zur Fortification Danzig, — verseßt.
Der dem Neichstage zugegangene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Anwendung der für die Ein- fuhr nah Deutschland vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßigungen gegenüber
den nicht meistbegünstigten Staaten, lautet:
Der Bundesrath wird ermächtigt, vom 1. Dezember 1892 ab die für die Einfuhr nah Deutschland vertragësmäßig bestehenden Zoll- befreiungen und Zollermäßigungen au<h solhen Staaten, welche einen vertragsmäßigen Anspruch hierauf niht haben, gegen Einräumung angemessener Vortheile ganz oder theilweise bis längstens zum 1. April 1893 zuzugestehen. Dieses Gese tritt mit dem Tage seiner Ver- Fündigung in Kraft.
Dem Geseßentwurf ist folgende Begründung beigegeben :
Durch das Reichsgeseß vom 30. Januar 1892 (Neichs-Geseßzbl. S. 300 Nr. 1992) ift der Bundesrath ermächtigt worden, die für die Einfuhr nah Deutschland vertragsmäßig bestehénden Zollbefreiungen und Zollermäßigungen au<h fol<hen Staaten, welche einen vertragê- mäßigen Anspruh hiekauf nicht haben, gegen Einräumung ange- messener Vortheile ganz oder theilweise bis längstens zum 1. Dezember 1892 zuzugestehen. Hierdur<h is es zunächst mögli gewesen, der deutschen Einfubr in Spanien bis zum 30. Juni d. I. den Mitgenuß des umfangreichen, bis zu diefem Termine no< in Kraft gebliebenen früheren \spanishen Conventionaltarifs (mit Ausshluß des Alkohols) zu sichern, indem auf Grund der gedahten Ermächtigung der spanischen Einfuhr na< Deutschland als Gegenleistung die Vortheile des am 1. Februar d. F. in Kraft getretenen deutshen Vertragstarifs mit Ausschluß der ermäßigten Zölle für Wein) für die gleiche E gewährt wurden (Declaration zwishen dem Deutschen Neih und Spanien vom 29. Januar 1892, Central-Blatt für das Deutsche Reich, S. 81/82, und Bundesrathsbeshluß vom 30. Januar 1892, Reiché-Geseßbl. S. 301 Nr. 1993). Die Versuche, vor Ablauf dieses Provisoriums zum Abschluß eines definitiven Handels- und Zollvertrages mit Spanien zu gelangen, haben damals nicht zu dem erwünschten Erfolge geführt, dagegen hat die spanishe Regierung wiederholt den Wunsch kundgegeben, wiederum freundlihe und gute Handelébeziehungen auf längere Dauer mit uns anzubahnen. Die gleiche Bereitwilligkeit gab au zu jener Zeit die rumänische Negierung zu erkennen, als sie die Schwierigkeiten zu unserer Kenntniß ade die ihr aus der Meistbegünstigung der deutschen Einfuhr in Rumänien gegenüber der der rumänischen Einfuhr, namentli<h dem rumänischen Getreide in Deutschland seit dem 1. Februar d. J. zu theil ge- wordenen differenziellen Zollbehandlung fort und fort erwüchsen. Unter diesen Umständen und da auch die deutshe Industrie auf die Fort- dauer freundliher Handelsbeziehungen zu beiden Ländern Werth legte, schien es zwe>mäßig, der rumänischen Regierung bis zu einem ge- wissen Grade entgegenzukommen und au< Spanien gegenüber auf die thunlihe Vermeidung der mit einem vertragslosen Zustande leicht verbundenen Uebelstände Bedacht zu nehmen. Es wurden deshalb mit Spanien dur den im Central-Blatt für das Deutsche Reich (S. 565 des laufenden Jahrganges) publizirten Notenaustaush vom 29./30. Juni d. J., und mit Numänien durch die ebendaselbst (S. 566) publizirte Declaration vom 1. Juli d. F. provisorische Vereinbarungen getroffen und durch die Bundesrathébeshlüsse vom 30 Juni 1892 (Retichs-Gesetßbl. S. 687 Nr. 2041) beziehungsweise vom 2. Juli 1892 (Reichs: Geseßzbl. S. 689 Nr. 2042) zur Ausführung gebracht, dur welche einerseits den spanischen Boden- und Industrieerzeugnissen die für die Einfuhr nach Deutschland vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zoll- ermäßigungen und den rumänischen Erzeugnissen die vertragsmäßig für die Nummern 9a, ba, bé, br, be, c, da, e (Mais) und f (ge- malzte Gerste) des deutschen Zolltarifs bestehenden Zollsäße bis ein- {ließli zum 30. November d. F. zugestanden wurden, während andererseits für den gleichen Zeitraum den deutsden Waaren bei der Einfuhr nach der spanischen Halbinsel und den anliegenden Inseln die Gleichstellung mit allen übrigen Ländern, und bei der Einfuhr nach den Inseln Cuba und Puerto Nico, sowie nah den Philippinen die Gleichstellung mit den übrigen europäischen Ländern und den deutschen Waaren bei der Einfuhr na< Rumänien die volle Meist- begünstigung sowie die Nichterhöhung der Säße des be- stehenden rumänishen Zolltarifs gesichert worden is. Gleich- zeitig ist bei diesem Anlaß sowohl von der spanischen als von der rumänischen Regierung die Erklärung abgegeben beziehungsweise erneuert worden,“ daß sie zu Verhandlungen über den Abschluß eines definitiven neuen Handelsvertrages bereit seien. Der Aufnahme dieser Verhandlungen i} bisher volle Auf- merksamkeit geschenkt worden. Die Erwartung jedo, daß es möglich fein würde, die Verhandlungen mit beiden Staaten soweit zu fördern, daß noch vor Ablauf der bis zum 30. d. M. vereinbarten Proviforien eine definitive vertragsmäßige Regelung unserer Handelsbeziehungen mit beiden Staaten würde erfolgen fönnen, hat si< nicht erfüllt. Außer den in der Sache selbst liegenden Schwierigkeiten haben ins- besondere au< die in den genannten Ländern mit der Sommerszeit verbundenen Unterbrechungen in den Geschäften hemmend gewirkt, \o- daß es erst in der jüngsten Zeit möglich gewesen ist, die Verhandlungen in Gang zu bringen. Unter diesen Umständen scheint es zwe>mäßig, die mit dem Eintritt eines gänzlich vertragslosen Zustandes möglicherweise ver- bundenen Störungen thunlichst zu vermeiden, so lange auf ein befrie- digendes Ergebniß der Verhandlungen über einen definitiven Vertrag gere<net werden fann. Die Möglichkeit eines folchen befriedigenden Ergebnisses der Verhandlungen in Abrede zu stellen, licgt zur Zeit weder binsihtlih Spaniens noch hinsichtli<h Numäniens ein genügender Anlaß vor. Es empfiehlt sih hiernah, um nöthigenfalls noch einige Zeit für ungestörte Verhandlungen mit den genannten Staaten zu ge- winnen, die dem Bundesrath durh das Neichsgeseß vom 30. Januar d. J. ertheilte Ermächtigung zur Anwendung der für die Einfuhr nach (N e Se c Ey Deutschland vertcagsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zoll- ermaßigungen anf niht meistbegünstigte Staaten bis zum 1. Äpril 1893 zu verlängern.
_— Der dem Reichstage zugegangene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Einführung einer einheit- lihen Zeitbestimmung, dessen Begründung in Nr. 124 des As St.-A.“ vom 27. Mai d. J. mitgetheilt worden ist, autet :
Die gescßliche Zeit in Deutschland is die mittlere Sonnenzeit des fünfzehntes Längengrades östli<h von Greenwich.
Dieses Geseß tritt mit dem Zeitpunkt in Kraft, in welchem nah der im vorhergehenden Absaß festgeseßten Zeitbestimmung der 1. April 1893 beginnt.
_ Alters- und Invaliditätsversiherung.
__ Wie die „Schlesische Zeitung“ meldet, hat gestern der Aus\{uß;: der Invaliditäts- und Alteréversicherungs- Anstalt für Schlesien be- shlossen, in Abänderung eines vom Vorstande eingebrachten Antrages zur Beförderung des Baues von Arbeiterwohnungen an Gemeinden, milde Stiftungen, Unternehmer und Arbeitgeber, jährlih bis zu 4 Millionen Mark auszuleihen. Die ausgeliehenen Summen sollen zu 3 %%o verzinst werden; ihre Tilgung hat regelmäßig und in längstens 90 Jahren zu erfolgen. Die Beleibungsgrenze is auf 75 %/ des Plaß- und Bauwerths der Grundstü>e festgeseßt.
Deutschlands Weinproduction 1880—91.
__ Die Weinproduction der Erde bere<net Dr. von Jurasche> in der kürzlich erschienenen 8. Lieferung der „Uebersichten der Weltwirth- schaft“ im Durchschnitt für das Jahrfünft 1886—90 auf rund 127 800 000 h1; davon brahten Italien mit 31 364 000 h1, Spanien mit’ 29 875 000 hl und Franfrei<h mit 27 571 000 h1, zusammen reihli< zwei Drittel, nämli 69,5% hervor, während Deutschland mit 2350255 hl erst an zehnter Stelle erscheint. Zeichnet sich darna< der Weinbau der deutsGen Staaten nit gerade dur seine Auëdehnung aus, so ist dies um so mebr der Fall dur den hohen Werth seiner Weinsorten. Was in den besten Lagen am Nhein, an der Mosel, im unteren Ne>arthal, auf den Vorhügeln des Schwarzwalds u. s. w. an Wein erzeugt wird, ist verhältnißmäßig eine geringe Menge; nur in Elsaß-Lothringen sind die Ernten quan- titativ größer, dagegen sind die Weine des Reichslandes bekanntlich minder ges{äßt als diejenigen von Rheinpreußen, Rheinhessen und der bayerischen Pfalz.
Nach den amtli<en Angaben nahm die im Deutschen Reih im Ertrag stehende Anbaufläche ziemli< anhaltend zu, während der Hektarertrag mit Ausnahme der ungünstigen Jahre (1880, 1882, 1886, 1889, 1891) stets hoh blieb, sodaß er im einzelnen wie im DurWschnitt den relativen Ertrag selbst der französishen Weingärten
bedeutend übertrifft. Der Hektarertrag stellte si<h in Deutschland
1878— 82 durhschnittli<h auf 14,9, 1880—89 auf 20,2, 1881—90 auf
22,2 hl, der absolute-Ertrag belief si< in denselben Perioden auf
durschnittli< 1768 260 bezw. 2413 935 und 2 553 241 hl. Wie
sich die betreffenden Ee in den einzelnen Jahren gestalteten,
lehrt folgende Uebersiht. Es betrug
die im Ertrag stehende
Weinbergsfläche ha
1880 115 640
1881 118 609
1882 118 675
1883 120 037
1884 119 974 -
1885 120 485 3
1886 120 301 1
1887 120 210 2 2 2 2
der Ertrag überhaupt pro Hektar h1 hl
523 560 4,50 2673515 22:50 1 596 854 13,46 2 809 481 23,40 973 916 24,79 727 366 30,94 503 072 E250 3 2 19,90 399 998 23,70 02 g 16,70
1888 120 588 1889 120 935 1890 120 300 974 593 24,70 1891 119 294 748 462 6,30.
Wie si< der Weinbau auf die verschiedenen Gebiete des Reichs vertheilt, mag aus folgenden Angaben für die beiden leßten Berichts- ahre ersehen werden. Es wurden ermittelt
im Ertrag stehende Gesammtbetrag Hektarertrag
Weinberge (ha) hl hl
in 1890 1891 1390 1891 1890 1891 Elsaß-Lothringen . 30625 30625 772684 292261 25,2 9,5 Baer. 22082 S4059590 81382 379 36 D s O L 20L G94 1D T4 LDB Württemberg 18 232 20 17 O09 176 Preußen : 17312 348 T72 +103 26. 202 E 350474 91395 30,0 S 714 3 168 2731 4,5 anderen Staaten . 268 1 194
Die leßte Gruppe wird von Sachsen-Weimar, Sachsen: Coburg- Gotha, Sachsen-Meiningen und Anhalt gebildet. Im Durdtschnitt des Jahrzehnts 1881—90 stellte sih das Hektarerträgniß in Elsaß- Lothringen auf 27,8, in Bayern auf 26,3, in Baden auf 15,8, in Württemberg auf 19,4, in Preußen auf 16,3, in Hessen auf 25,3, in Sachsen auf 7,3 und in den anderen Staaten auf 4,3, im ganzen Reiche aber auf 222 hl. In Preußen wird der Weinbau nur in 12 Regierungsbezirken betrieben, von welchen im Jahre 1890 die fünf bedeutendsten folgende Anbauflächen und Erträge aufwiesen :
Koblenz 7671 ha mit 170 692 hl Me A S020 Bb e 2E A U E L D384 N G48 z 7 993
D o O L *IDNOoONND
137 44 0,5.
Von dem Eigenbau Deutschlands wird ein erbeblicher Theil in alle Weltgegenden ausgeführt, eine noch viel größere Menge aber importirt. Die Einfuhr, insbesondere die minderwerthiger Weine hat in den leßten Jahren erhebli< zugenommen. Im Durchschnitt der Jahre 1881—S85 bezw. 1886—90 wurden auêëgeführt 180 000 bezw. 192 872 Doppel-Centner im Werthe von 18,0 bezw. 19,2 Millionen Mark, eingeführt 550 792 bezw. 658 798 Doppel-Centner im Werthe von je 38,6 Millionen Mark, sodaß die Mehr-infuhr 370 792 bezw. 465 926 E im Werthe von 20,6 bezw. 19,4 Millionen Mark vetrug.
Die Socialdemokraten Württembergs hielten am leßten Sonntag in Eßlingen eine Landesversammlung ab. Wie die „GSrkf. Ztg.“ mittheilt, beschäftigte man sih hauptsächlih mit organi- satorishen Fragen. Die Gründung eines socialdemokratis{en Wochen- blattes, ebenso die Herausgabe cines Kalenders wurden abgelebnt, eine Refolution zu Gunsten einer regeren Agitation unter den Arbei- terinnen dagegeu angenommen.
In Magdeburg fand am Sonntag eine öffentliche social- demokratis<e Versammlung statt, für die der socialdemokratische Neichstagsabgeordnete von Vollmar den Vortrag übernommen hatte. Die Versammlung sollte ursprünglih in einem „Flora“ ge- nannten Locale stattfinden, da aber der Wirth \{ließli< wegen der Feier des Todtenfestes seinen Saal zu einer *ocialdemokratis<hen Ver- sammlung ni<t hergeben wollte, wurde die Versammlung im „Choreum“ in Bu>au abgehalten. In dieser Versammlung wurde darauf ein umfangreiher Boycott beschlossen, über den wir dem Bericht der „Magdb. Ztg.“ Folgendes ent- nehmen: Von der Localcommission wurde berichtet, welhe Schritte sie in Bezug auf die Sperre des „Concerthauses“ von Fichtler, der ebenfalls seinen Saal niht mehr bergebe, unternommen babe: bisher sei es aber no< nit voll gelungen, dies Local ganz zu boycottiren. Das Comité s<lage deshalb vor, sämmtlihe Lieferanten, wie Brauerei, Bäder, Fleischer u. \. w., die für das Local liefern, eben- falls zu boycottiren, diesen Boycott au<h auf die „Flora“ und die Actienbrauerei Neustadt-Magdeburg auszudehnen und fecner sämmtlichen Kaufleuten und Händlern, die das Bier dieser Brauerei zum Wiederverkauf bringen, keine Waaren mehr abzunehmen und die Handwerker, die in diesen Localen verkehren, bei Bedarf nit mehr in Anspruch zu nehmen. Gegen den Antrag erhob si keine Stimme, er wurde deshalb für einstimmig angenommen erflärt.
In Leipzig beschäftigte sih, wie die „Lpz. Zta.“ mittheilt, eine Versammlung ber Sub machergebilfen am Montag mit den Leipziger Lohnverhältnifsen, die als ungenügend bezei<hnet wurden. Der im Jahre 1888 infolge des Ausstandes auf 13 1 erhöhte Wochen-Durchschnittslohn soll bei den meisten Gehilfen jeßt wieder auf weniger als 10 M gesunken sein. Die Versammlung beauftragte die Controlcommission, geeignete Schritte zur Aufbesserung der Löhne zu thun und zunächst statistishe Erhebungen über die Lehn- verhältnisse aufzunehmen.
Hier in Berlin erklärte sih eine Versammlung des Vereins deutsher Shuhmacher am Montag mit dem Verhalten der Ausständigen tcr Mauff’ hen Schuh fabrik einverstanden, und versprach / die Ausständigen zu unterstüßen. Es wurde mitgetheilt, daß 35 Personen, unter ihnen drei Ar- beiterinnen, im Ausstande seien (vgl. Nr. 277 d. Bl.). — Ein wegen Lohnabzugs in der Luxuspapierfabrik von C. Hellriegel ausgebrochener Strike der Präger dauert fort; bisher bat, wie im „Vorwärts“ mitgetheilt wird, die Firma eine Unterhandlung mit der Strikecommission abgelehnt.
— Dem Hohenzollern-Museum ist, wie wir der „Voss. Z.“ entnehmen, eine werthvolle Bereicherung zu theil geworden — ein Profilbildniß der Prinzessin Luise von Me>lenburg-Strelit, na<maligen Königin Luise. Es is eine von dem Maler Tielker ausgeführte Kreidezeibnung von sehr eleganten Linien, die Schatten mit der Estampe gewis{t und einzelne Theile des Gesichts zart geröthet. Man merkt der Arbeit an, daß sie der Künstler un- mittelbar nah der Natur ausgeführt hat, und daß er bemüht ge- wesen ist, die Züge der Prinzessin so getreu wie mögli wieder- zugeben. Unterhalb der Zeichnung sind von König Friedrich Wilhelm TII. na<hfolgende Worte eigenhändig in Tinte niedergeshrieben worden: „Zeichnung der Königin, von Tielker als Prinzessin von Med>l. St. Darmstadt 1793.“ Man hat also ein beglaubigtes Bildniß der Prinzessin und späteren Königin Luise aus einer Zeit vor sih, aus der uns ähnli<h wohlgetroffene Bildnisse von ihr nicht erhaltcn sind. Tielker hat die Zeichnung vor der Verlobung des damaligen Kronprinzen mit der Prinzessin, also vor dem 24. April 1793 gefertigt. Jhren Play hat diese neue und werthvolle Bereicherung in dem vordersten Luisenzimmer gefunden. Die Kupferstihsammlung des Hohenzollern-Museums enthält jeßt von der Königin Luise nicht weniger als 95 verschiedene Bildnisse.
.-— Der S Tien am Kammergeriht, Geheime Ober- Justiz:Rath Wilh. Henschke i}, wie die „N. A. Z.“ berichtet, estern von der juristishen Facultät der Berliner Universität zum S bcenboctor ernannt worden.
— In der heute Abend 7 Uhr stattfindenden Sitzung der M ili- tärishen Gesellschaft zu Berlin (Kriegs-Akademie, Dorotheen- straße 58/59) wird Freiherr von Lüdinghausen-Wolff, Major vom Großen Generalstabe, commandirt beim Stake der 5. Armee- Inspection, über „Angriff und Vertheidigung in der Schlacht an der Hallue* sprechen.
— Die Sonder-Auéstellung von Werken des Malers Felix Possart im Gurlitt’shen Salon wird am nächsten Sonnabend Abend geschlossen. E :
— Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Therese von Bayern hat, wie die M. „Allg. Ztg.“ berichtet, die Zusendung des Diploms der Ehbrenmitgliedshaft der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften mit folgendem, an das Präsidium gerihteten Handschreiben beantwortet: „Geehrter Herr Präsident! Cs drängt mi<, meinen wärmstén Dank auszu- sprechen für die große Ehre und Auszeichnung, wel<he mir dur< die Ernennung zum Ehrenmitglied der Königlich baye- rischen Akademie der Wissenschaften zutheil geworden ist. Zu- gleih aber muß i< dem Gefühl der Beshämung Worte leihen, das mi ergreift, wenn ih bedenke, wie gering und mangelhaft die Leistungen sind, welhe als die Nérañlassung zu diejer Aus- zeichnung genannt werden. Und nur allein das Bewußtsein, seit früher Jugend mein ganzes lebhaftes Interesse den Wissenschaften geweiht zu haben, giebt mir Muth, die seltene Ehrung mit freudiger Dankbarkeit zu begrüßen. Selbstverständli<h wird wie bisher, so au< fernerhin meine volle Theilnahme den Bestrebungen namentli der hiesigen wissenschaftlichen Kreise, sowie der Ergänzung der hiesigen naturwifsenschaftlichen Staatsfammlungen gehören , welch letztere mir selbst cine reiche, dankbar anerfannte Hilfêquelle zu meinen Arbeiten bieten. Empfangen Sie, Herr Präsident, bei diesem Anlaß die Versicherung meiner besonderen Werths{häßung und Hochachtung, womit ih verbleibe Therese, Prinzessin von Bayern.“
— Die Geburtsstadt von Carl Friedri<h Gauß, Braunschweig, besitzt seit 1877 cin von Gelehrten der ganzen Erde gestiftetes An- denken an ihn, aber Göttingen, wo er, wie Wilhelm Weber. den bei weitem größten Theil feiner Wirksamkeit entfaltet hat, enttehrt bisber eines solhen. Es hat si< infolge dessen dort ein Auéëschuß gebildet, der der Pflicht der Dankbarkeit gegen beide um die Wissen- chaft so hochverdienten Männer dur<h Errichtung cines Denkmals für Gauß und Weber in Göttingen nahkommen will. Nachdem der erlauhte Rector der Göttinger Hochschule, Seine Königliche Hobeit der Prinz Albrecht von Preußen, Regent des Herzogthums Braunschweig, das Protectorat des Werkes übernommen hat, wendet ich der Ausschuß mit einem von ersten Vertretern der eracten Wissen- schaften wie der Technik unterzeichneten Au fruf an die Oeffentlichkeit. Der Aufruf gedenkt der gewihtigen Einzelverdienste der beiden Ge- lehrten auf den verschiedensten8Gebieten und betont dann besonders auch die Errungenschaften, welhe wir der gemeinsamen Arbeit der großen Forscher verdanken. Er erinnert an die folgenreichen Untersuhungen- über die Geseze des Erdmagnetismus, aus denen gewissermaßen eine neue Disciplin der Physik erwachsen ist, an die Versuche, die Erscheinungen der Elektroftatik, Elektredynamik und Induction dur< ein einziges Geseß zu umfassen, die eine wichtige Epoche der wissenshaftlihen Entwi>kelung bezeichnen, endli<h an die populärste Frucht ihres Zusammenwirkens: die Errichtung des ersten zum Verkehr in die Ferne wirkli< geeigneten Telegraphen. Am Schluß wird die Hoffnung auêgesprochen, daß in nicht zu langer Zeit cin Monument erstehen werde, würdig der Bedeutung der großen Forscher, deren Andenken zu feiern seine Bestimmung ist. Beiträge werden bis zum 1. April 1893 an das Bankgeshäft von Siegfried Benfey in Göttingen erbeten.
Die deutschen Handels- und Schiffahrts verträge. Von dem in R. von De>er’s Verlag in Berlin erschienenen Werke von Dr. Heinri< von Poschinger, Geheimem Negierungs-Nath im Reichsamt des Innern: „Die wirthschaftlichen Verträge Deutschlands" is soeben der Il. Band: Die deutschen Handels- und Schiffahrtsverträge auêëgegeben worden. Der Verfasser giebt zunächst in der Einleitung eine Darstellung der deutschen Handelépolitik der leßten zehn Jahre ‘und theilt s\o- dann die zur Zeit geltenden Handels- und Schiffahrts- verträge na< der alphabetishen Ordnung der Staaten, mit welchen sie deutscherseits abgeschlossen worden sind, mit. Einzelne handelspolitishe Materien find in Verträgen geregelt, welhe Deutsch- land gleichzeitig mit mehreren Staaten abgeschlossen hat. Diese internationalen Verträge reihen si< a jene mit den einzelnen fremden Staaten an und find unter si<h in <ronologis{<er Ordnung aufgeführt. Im Anhang sind auch die handelspolitischen Abkommen Deutschlands mit Frankreih, Großbritannien und Portugal erwähnt, welche sih auf die deutschen Schutzgebiete bezichen. Das Werk giebt also ein vollständiges Bild unserer gesammten internationalen Verkehrsbeziehungen. Das Buch dient in hervorragender Weise auch praktifhen Zwe>ken. Bei dem großen Interesse, welches alle Kreise des Handels wie der Industrie allen handelspolitishen Abmachungen entgegenzubringen gewohnt sind, wurde {on seit langer Zeit ein Nach]chlagewerk vermißt, welches wie das in Nede stehende in hervor- ragender Weise geeignet ist, ras< uud coirect über alle den inter- nationalen Handel Deutschlands regelnde Fragen Aufschluß zu geben. Für Schiffsrheder, Exporteure, Großhandlungen, Spediteure, Handels- kammern u. \. w. ist in dem von Poschinger {en Werke ein werth- volles Material gesammelt. Den 111. (S<þluß) Band des Werks bilden die Verträge über geistiges Eigenthum, Markenschußz 2c.
Land- 1nd Fvrskirthschaft.
- Ernte.
Wie aus dem Negierungébezirk Stade geschrieben wird, sind Naps, Noggen und Kartoffeln in quantitativer und qualitativer Beziehung sehr befriedigend ausgefallen. Weizen, Bohnen und namentli Hafer haben in Bezug auf die Menge nit durhgängig vollen Ertrag gegeben, sind aber in guter Qualität geerntet. Ungleich- mäßig sind die Heuerträge in den verschiedenen Theilen des Bezirks, auf niedrigen und feuchteren Wiesen reichlicher als' auf den höher und tro>ener gelegenen. Auch die Herbstbestellung ist bei günstiger Witte- rungslage gut vorgeschritten und die junge Saat in gleihmäßig gæ& \<lossenem Bestand aufgegangen.
Von der Wesermarsh. —, „ Durch neuerdings eingeleitete Verhandlungen mit Bremen ist die Sicherung der rehtsseitigen Wesermarsh gegen nachtheilige Folgen der Wesercorrection zu einem günstigen Abschluß gelangt. Dies Er- gebniß ist von allen Betheiligten mit aufrichtiger Befriedigung begrüßt worden. Indem durch die Kanalisirung des rechten Weserarms, verbunden mit der zu erwartenden Senkung des Elbespiegels, die Abwässerungs- verhältnisse der Marsch eine feste und sichere Grundlage gewonnen haben, ist das wichtigste Landescultur-Interesse dieser ganzen Gegend in bester und nachhaltigster Weise gewahrt worden.
Viehzucht. : Bi Regierungsbezirk Stade stehen, wie von dort geschrieben wird, Schweine, sowohl fette wie magere, gut im Preise. Da genü- gende pp uttervorräthe vorhanden sind, int die Nachfrage nach jungen und Magershweinen groß.
e Fischfang. : | s gw Fishgzeshäft in Bremerhaven hat in leuter Zeit erheblich n Dedeutung gewonnen. 11 Dampfer bringen ihren Fang daselbst
regelmäßig an den Markt (gegen 29 in Geestemünde). Von den Segelfahrzeugen, welhe meist feinere Fishe anbringen, hat si ein s a Theil na< Bremerhaven gewendet, weil sie daselbs ruhig liegen können, während fie in der Geeste wegen des zu beschränkten Raumes öfters ihre Liegepläßze bezw. Löschplätze wechseln müssen, um anderen igen Plat zu machen. Die Folge ist, daß die Geeste- münder Händler zeitweilig die Bremerhavener Auctionen aufsuchen müssen, um ihren Bedarf an feineren Fischen zu de>en.
Ernte in Dänemark.
Der Ausdrus<h der Sommererate hat in Dänemark die Er- wartungen auf über eine Mittelernte bei sämmtlichen Getreide- arten vollauf bestätigt. Ebenso hat die für die dänis<he Viehwirth- schaft so wihtige Sommergrasung und die Ernte an Wiesenheu und Kleeheu einen Ertrag über Mittel geliefert. Die Kartoffeln sind wohlentwidelt, haben ni<t viel von Krankheiten gelitten und ihr Ergebniß is ein reihlihes. Dagegen läßt die Zu>er- und Futter- rübenernte, sóviel bisher übersehen werden fann, zu- wünschen übrig.
Zur Ausfuhr werden von der diesjährigen Ernte etwa 25 bis 28 Millionen Kilogramm Gerste und etwa 4 Millionen Kilogramm Kartoffeln verbleiben. Der dur< Import zu de>ende Fehlbedar] wird voraussichtlih betragen :
für Weizen ca. 75 Millionen Kilogramm, Z BIoggen 95 ¿ Z E209 2 : Die Wintersaaten haben si<h bei der milden und tro>enen Witterung der leßten Wochen kräftig entwid>elt. und stehen überall, wo sie früh- zeitig gesät sind, schr gut und gut, wo die Aussaat später erfolgt ift.
Gesundheit2wesen, Thierkrankheiten und Absperrung8- Maßregeln.
Pest, 22. November. In den leßten 24 Stunden sind hier se<s Personen an Cholera erkrankt und eine gestorben.
Amsterdam, 22. November. Heute is hier eine Person an (Sholera gestorben.
Belgrad, 22. November. Seit dem 16. d. M. ist hier kein Cholerafall mehr vorgekommen. Nachträglich ift an der Leiche eines Arbeiters, der bei den Regulitungsarbeiten am Eisernen Thor be- schäftigt war, Cholera festgestellt worden. Vier andere Arbeiter sind unter <oleraverdächtigen Anzeichen erkrankt, befinden ih jedo< auf dem Wege der Besserung.
S Schweiz.
Der Bundesrath hat in theilweiser Abänderung seines Beschlusses vom 27. Sep 1892, betreffend die Ein- und Durchfuhr von aus Nußland, Deutscland, Belgien, Frankreih und den Niederlanden stammenden alten Hadern, alten Kleidern, gebrauhtem Bettzeug und gebrauhter Leib- und Bettwäsche (Ziff. 1 Litt. b), beschlossen : 1) Die Ein- und Durchfuhr von persönlihen Effecten und von Umzugsgegenständen aus Deutschland, Frankreih und Belzien ist vom 21. November 1892 an ohne weiteres wieder gestattet. 2) Im übrigen bleibt der Beschluß vom 27. Sep- tember einstweilen in Kraft; ebenso derjenige vom 11. Of- tober 1892, betreffend die Ein- und Durhfuhr von aus Oesterreich- Ungarn stammenden Hadern, alten Kleidern 2c. Ferner hat der Bundesrath in Abänderung und theilweiser Aufhebung seiner Be- \c{lüsse vom 30. August und 2. September beschlossen: Die Voll- ziehung des zweiten Theils der Verordnung vom 15. August 1892, betreffend die Maßregeln zum Schuße gegen die Cholera, soweit sie die Verkehréanstalten betreffen, mit Ausnahme von Art. 15, wird vom 21. November 1892 an sistirt.
Der internationale Gesundheitsrath in Konstantinopel hat fol- gende Quarantänevorschriften erlassen :
1) Die gegen Herkünfte von New-York (Vereinigte Staaten von Amerika) angeordnete Quarantäne, welhe auf 5 Tage herab- geseßt wurde (vergl. „N.-A.“ Nr. 272 vom 16. November 1892), ist aufgehoben und für Schiffe, welche seit dem 27./8. Novemker l. F. abgefahren sind, dur eine strenge ärztlihe Untersuchung erseßt.
2) Die gegen Herkünfte mit Passagieren von der montenegri- nischen Küste angeordnete fünftägige Quarantäne (vergl. „R.-A.“ Nr. 256 vom 28. Oktober 1892) wird für Schiffe, welche seit dem 27./8. November l. J. abgefahren sind, auf drei Tage ermäßigt. Schiffe der gleichen Herkunft, welche keine Passagiere an Bord haben, werden einer strengen ärztlihen Untersuhung unterworfen.
3) Die gegen Herkünfte mit Passagieren aus Mittelmeer - hâäfen Egyptens angeordnete fünftägige Quarantäne (vè@ „RN.-A.* Nr. 239 vom 10. Oktober 1892) wird für Schiffe, welche seit dem 27./8. November l. J. abgefahren sind, auf drei Tage herabgesetzt.
Schiffe der gleichen Herkunft, welche keine Passagiere an Bord haben, werden einer strengen ärztlihen Untersuhung unterworfen.
Dänemark. e
Dur< Bekanntmahung des Königli<h dänishen FJustiz- Ministeriums vom 7. November 1892 sind die geseßlihen Bestim- mungen über gesundheitêpolizeilihe Untersuchung gegen alle Schiffe in Krast ge]eßt worden, die aus französis<hen Häfen des Mittel- meeres nah den Faerór fotnmen.
Eine Bekanntmachung von demselben Tage hat ferner die
gedachten Bestimmungen auch gegen alle aus französis<hen Häfen des Mittelmeeres nah Island fommenden Schiffe in Kraft gefeßt. __ Gleichzeitig ist die Einfuhr von gebrauchter Leibwäsche, gebrauchten Kleidungéstüken und gebrauhtem Bettzeug — soweit diese Gegenstände nit zum- Neisegut von Schiffspafsagieren gehören, — ferner von Lumpen, gebrauhter Watte, Kraßzwolle, Papierabfällen, Haar, Häuten und Obst aus den genannten Häfen na<h Island verboten worden. Für die als Reisegut von Passagieren, eingehende gebrauchte Leib- wäsche, Kleidungsstü>ke und Bettzeuge hat eine Reinigung unter öffentlicher Controle stattzufinden. E
Auch in der Woche vom 6. bis 12. November blieb der Gesund heitsftand in Berlin im allgemeinen ein günstiger und die Ste lichkeit eine niedrige; von je 1000 Einwobnern starben, aufs berechnet, 16,4. Unter den Todesursachen kamen acute Entz:i dungen der Athmungsorgane etwas weniger zum Vörs{ do führten sie in gegen die Vorwoche gesteigerter Zahl zum Dagegen traten acute Darmkrankheiten in beschränkter Zabl zu und endeten au< in mäßiger Zahl tödtlih. Die Betheiligun: Säuglingsalters an der Sterblichkeit war eine geringe:
10 000 Lebenden starben, aufs Jahr bere<net, 43 Säuglinge. Vorkommen der Infectionékrankheiten war meist ein der woche ähnliches. Erkrankungen an Unterleibstyphus blieben selten: au< Masern zeigten si<h in beschränkter Zahl. Erkrankungen an Scharlah und Diphtherie famen etwas seltener zur Anzeige und zwar die ersteren aus dem Wedding, die lêßteren aus dem Stralauer Viertel und dem Wedding am zahlreihsten. Erkrankungen an Kindbett- fieber wurden 5 bekannt. Rofenartige Entzündungen des Zell- gewebes der Vaut wurden etwas seltener zur ärztlihen Behandlung gebracht. Sesltener zeigten si< au< Erkrankungen an Keuchhusten, die Überwiegend einen milden Verlauf nahmen. Sesltener als in der Vorwoche gelangten acute Elenkrheumatismen zur ärztlichen Behand- lung, während rheumatishe Beschwerden der Muskeln etwas zahl- reiher beobachtet wurden. i
Marten über die Verbreitung von Thierkrankheiten im Auslande.
e Maul- und Klauenseuche Mitokor-To 5 A S V n | H Nieder-Desterreich Lungenseuche . N Maul- und Klauenseuche
K -Oefterrei : l =-(auzt- 1 lic l 1) Ober-Defterreih s Lunden Maul- und Klauenseuche
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Maul- und Kauensfeuche
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14. Oftober. 21. Oktober. Zahl der verseuhten
Dose: Ble: Dôse:
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15. September. 22. September.
__ Komitate: Orte: Höfe: Kom. : Orte: Maul- und Klauenseuche 11 T6 4 Lungenseuche 4 S 180 14 86
Schweiz. Maul- und Klauenseuche. 16.—30. September. 1.—15. Oftober. Zahk der verseuchten und verdächtigen te: Ställe: Weiden: Orte: Ställe: Weiden : Basel-Stadt 7 1 S Appenzell a. Rh. E - 12 26 Appenzell î. Rh. . J C / 5 32 L Uan. 3 i 26 81 Graubünden . . . z 1 4 Sa 13 33 Md —— 1 1 Belgien. Im Monat September. Zahl der verseuchten Provinzen: Gemeinden: Ställe: Lungenseuche . . i: ; 8 14 15 Mau : Ht 163 388
Die seit einigen Jahren bei einer Reibe von Post- und Telegraphenanstalten des platten Landes eingerichteten logenannten Unfall-Meldestellen, welhe dazu bestimmt sind, bei eintretenden unvorhergesehenen Gefahren für Gut und Leben der Landbewohner shleunigste Hilfe bei Tag und Nacht aus Nachbarorten durch den Telegraphen herbeizurufen, haben eine immer größere Aus- breitung gewonnen. : .
Die Zahl der Orte mit Unfall-Meldedienst, welhe Ende 1887 erst 514 betrug, war Ende 1891 bereits auf 2834 gestiegen und be- läuft sih zur Zeit auf 4500. Dicses bedeutende Anwachsen weist darauf hin, wie dur< die Einrichtung des Unfall?Meldedienstes einem wirkliden Bedürfniß abgeholfen worden ist. In den mannigfasten Nothlagen, bei Erkrankungen, bei Feuers- und Wassergefahr, bei Diebstählen u. \. w. hat schnelle Hilfe dur den Telegraphen herbei- gerufen werden können, die andernfalls viellei<ht zu spät gekommen cin würde. :
Es ist deshalb zu wünschen, daß die für die Landbewohner so segensreih wirkenden Unfall-Meldestellen, deren Einrichtung auf Antrag der Ortêgemeinden von der Postoerwaltung erfolgt, in möglichst zahl- reihen Orten des platten Landes ins Leben gerufen werden.
29, September.
48 298 28106 G70 S O 1209 g
6. Oktober. 3. Oktober. 20. Zau der V O te: Hôse: Kom.: Orte: Höfe: Kom. : Orte: Höfe:
0 O e 204 3 LOL 243
In den Einfuhrbeshränkungen nah Dänemarft sind neuerdings weitere Erleichterungen eingetreten. Infolgedessen sind jet&t nur no< Lumpen, gebrau<hte Leinwand, gebrauhte Kleidungsstü>ke und ge- braucbtes Bettzeug von der Einfuhr mit der Post in Dänemark ausgeschlossen.
Ax den Linien der Großen Berliner Pferde-Eisen- babn-Actien-Gesellshaft sind im Monat Oktober 1892 11 459 842 Personen befördert und dafür 1 293 619,80 Æ oder dur- shnittli<h auf den Tag 41 729,67 MÆ eingenommen worden. Die Einnahme im Monat Oktober 1891 betrug 1 289 949,08 .{ oder durbschnittlih auf den Tag 41 611,26 M
Bremen, 22, November. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „, Elbe“ is am 19. November Morgens von New-York via Southampton na< der Wejer abgegangen. Der Postdampfer „Berlin“, vom La Plata kommend, ist am 20. No- vember Abends auf der Wes er angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Sachsen“ hat am 21. November Vormittags die Reise von Singapore na< Colombo fortgeseßt. Der Reichs- Postdampfer „Bayern“, na< Ost-Asien bestimmt, ist am 20. November Morgens in Genua angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Stettin“ ist am 20. November Vormittags in Triest angekommen. Der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm II." hat am 22. November Vormittags die Reise von Gibraltar nah Genua fortgeseßt. Der Schnelldampfer „Aller“, von New-York kommend, ist am 21. November Nachmittags auf der Weser angekommen. Der Postdampfer „Frankfurt“, am 10. Vk- tober von Bremen abgegangen, ist am 14. November in Monte- video angekommen. Der Postdampfer „Hannover“ ist am 19. No- vember von Buenos-Aires na< Europa in See gegangen. ;
— 23. November. (W. T. B.) Der Reichs-Postdampfer „Bayern®" hat am 21. November Nachmittags die Reise von Gen ua nah Port Said fortgeseßt Der Postdampfer „We fer“, nah dem La Plata bestimmt, ist am 22. November Nachmittags in Antwerpen angekommen. Der Scnelldampfer „Saale“, am 12. November von Bremen abgegangen, ist am 22. November Mor- ens in New-York angekommen. Der Postdampfer „Ohio“, nah Brasilien bestimmt, ist am 22. November in Lissabon an- gekommen.