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Timestamp: 2020-06-01 01:47:36
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Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

Hartz IV Forum - Kosten der Unterkunft
Kosten der Unterkunft (Begonnen von: Gast42631)
Autor Thema: Kosten der Unterkunft (Gelesen 1883 mal)
Gast42631
« am: 03. März 2017, 12:56:11 »
Da meine Frau sich scheiden lassen möchte, war ich heute beim Amt um einen Antrag zu stellen denn habe ich aber leider noch nicht bekommen, bekomme ihn nämlich von einer Sachbearbeiterin am Di. zum ausfüllen. Meine Frau hat die Miete bezahlt und unser Leben finanziert. Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Ich habe ein Blatt bekommen wo drauf steht 1 Person - 45 qm 364 € {Grundmiete ohne Betriebskosten (Nettokaltmiete) + "kalte" Betriebskosten} diesen Satz verstehe ich nicht wirklich.
Ich wohne noch in meiner Wohnung 3 Zi. 70 qm Kaltmiete 380 €
Kann ich nicht evtl. hier wohnen bleiben? Immerhin ist diese Wohnung eingerichtet, sie ist wenn ich es richtig verstehe nur 16 € teurer als das amt zahlen möchte? Oder muss ich unbedingt in eine 45 qm Wohnung ziehen?
Die Bearbeiterin beim Amt konnte mir da nicht wirklich weiterhelfen und sagte dass soll ich alles die Sachbearbeiterin am Di. fragen.. Nun habe ich leider keine Geduld und hoffe jmd hat evtl. ähnliche Erfahrungen gemacht und kann berichten ob es möglich ist?
Ich meine so schnell finde ich auch keine Wohnung war heute bei einigen Vermieter und habe eben immer nur das gleiche zu hören bekommen - Wohnungsmangel- kann monate wenn nicht sogar jahre dauern? Ja was soll ich tun? Ins Obdachlosenheim? Meine noch Frau macht mir auch Druck dass ich ausziehen soll oder sie zieht aus? Wenn ich wüsste das ich hier bleiben darf vom Amt aus das wäre einfach wunderbar.
Re: Kosten der Unterkunft
« Antwort #1 am: 03. März 2017, 13:07:40 »
das Amt kann nicht entscheiden, wer in der Wohnung verbleiben darf; das entscheiden die Mieter/Ehepaar.
Für Single gibt es eine "Mietgrenze" um die 45qm ortsüblicher Miete zuzüglich Mietnebenkosten.
Es ist nicht vorstellbar, dass man wegen 16€ KM die Wohnung wechseln müsste, wohl aber kann das JC die Nebenkosten beschränken, d.h., dass das JC nur die NK für eine Wohnungsgröße von ca. 45 qm übernehmen wird.
Davor muß allerdings das JC auffordern, die KdU (Kosten der Unterkunft) zu senken.
Falls man sich einigt, dass die Ehefrau auszieht, wird das ja wohl auch nicht in den nächsten Wochen geschehen können, denn wieso sollte die Ehefrau eine kleine Wohnung schneller finden als der Ehemann?
« Antwort #2 am: 03. März 2017, 13:16:29 »
Weil meine Frau arbeitet und sich natürlich dadurch eine teurere Wohnung leisten könnte was ich eben nicht könnte
« Antwort #3 am: 03. März 2017, 14:07:15 »
Mein JC zahlte bei mir 85qm und zwar alleine ;) aber auch nur weil alles im Rahmen war und ich nur 45 Euro Heizkosten hatte.
@TE die 364 sind Miete incl. kalten Nebenkosten, dazu kommen noch Heizkosten.
« Antwort #4 am: 03. März 2017, 18:00:28 »
Ich habe da noch ne Frage... nächste Woche haben meine Frau und ich einen Termin beim Anwalt wegen der Scheidung.. Wird das JC mich darauf hinweisen das ich unterhalt einfordern soll? Was ich ehrlich gesagt sehr ungern tun möchte, meine Frau hat für mich immer gut gesorgt und ich möchte nicht dass sie jetzt auch in der Trennung arm leben muss wegen mir.
« Antwort #5 am: 03. März 2017, 19:34:47 »
Der Unterhaltsanspruch geht gem. § 33 SGB II auf das Jobcenter über. Du wärst für eine Klage gegen deine Frau gar nicht mehr aktivlegitimiert. Das heißt, dass das JC sich an deine Frau wegen Unterhalt wenden wird und sie notfalls verklagt.
Beiträge: 41900
« Antwort #6 am: 05. März 2017, 10:50:45 »
Zitat von: Evenflow DDT am 03. März 2017, 19:34:47
Der Unterhaltsanspruch geht gem. § 33 SGB II auf das Jobcenter über.
Der Unterhaltsanspruch nach § 33 Abs. 1 SGB II nur dann auf das Jobcenter über, wenn er nicht durch laufende Zahlungen erfüllt wird (§ 33 Abs. 2 S. 2 SGB II).
Unabhängig davon ist der Anspruchsübergang generell ausgeschlossen, wenn der Unterhaltsschuldner selbst ALG II bezieht (§ 33 Abs. 2 S. 3 SGB II).
« Antwort #7 am: 05. März 2017, 13:48:25 »
Ich kann nicht lesen, dass die Ehefrau gewillt ist, Trennungsunterhalt zu leisten. Ich kann auch nicht lesen, dass sie ALG2 bezieht.
Meine Frau hat die Miete bezahlt und unser Leben finanziert.
Wird das JC mich darauf hinweisen das ich unterhalt einfordern soll? Was ich ehrlich gesagt sehr ungern tun möchte, meine Frau hat für mich immer gut gesorgt und ich möchte nicht dass sie jetzt auch in der Trennung arm leben muss wegen mir.
Frau verdient, kein ALG2. Er will nicht, dass sie Unterhalt zahlt, ergo: da ist nichts durch laufende Zahlungen erfüllt. Der Unterhaltsanspruch geht also sehr wohl über. Der von dir beschriebene Fall liegt nicht vor, Ottokar. Anders sähe es aus, wenn man sich nächste Woche doch auf Unterhalt einigt. Aber selbst dann wird das JC prüfen, ob die Unterhaltshöhe korrekt ist oder in Wirklichkeit höher sein müsste. Unterhalt ist nunmal vorrangig vor ALG2.
« Antwort #8 am: 06. März 2017, 07:21:33 »
Du kannst nicht auf Unterhalt verzichten, wenn dir der Unterhalt zusteht. Unterhalt geht vor Sozialleistungen.
« Antwort #9 am: 06. März 2017, 11:43:11 »
Zitat von: Evenflow DDT am 05. März 2017, 13:48:25
Ich kann nicht lesen, dass die Ehefrau gewillt ist, Trennungsunterhalt zu leisten.
An dem Punkt ist das Ganze auch noch nicht, das aber kann man lesen:
Zitat von: Gast42631 am 03. März 2017, 18:00:28
nächste Woche haben meine Frau und ich einen Termin beim Anwalt wegen der Scheidung.
Ich kann auch nicht lesen, dass sie ALG2 bezieht.
... was auch vollkommen egal ist.
Er will nicht, dass sie Unterhalt zahlt, ergo: da ist nichts durch laufende Zahlungen erfüllt.
Ergo ist gar nicht.
Pack mal deine Glaskugel weg und halte dich stattdessen an die hier vom TE genannten Fakten.
Aber selbst dann wird das JC prüfen, ob die Unterhaltshöhe korrekt ist oder in Wirklichkeit höher sein müsste.
Wozu das JC aber kein Recht hat.
« Antwort #10 am: 06. März 2017, 21:44:37 »
Das sehe ich anders mit dem Recht. Da würde jeder freiwillig Unterhalt von 1 Euro vereinbaren und deiner Meinung nach könnte das JC nichts dagegen tun, müsste das akzeptieren. Glaubst du hoffentlich selbst nicht.
« Antwort #11 am: 08. März 2017, 13:16:57 »
Zitat von: Evenflow DDT am 06. März 2017, 21:44:37
Dein Einwand ist unglaublicher Unsinn, denn § 33 Abs. 2 S. 2 SGB II setzt einen rechtskräftigen Unterhaltsanspruch voraus.
D.h. entweder ist dieser notariell zustande gekommen, wobei die Rechtsgrundlagen zwingend eingehalten worden sein müssen, was wiederum der Notar bestätigt, oder wurden z.B. in einem Scheidungsurteil gerichtlich festgelegt.
In keinem Fall ist es möglich, einen Unterhalt von 1 Euro zu vereinbaren, denn die Höhe des gesetzlichen Unterhaltsanspruches ist gesetzlich geregelt und muss in einer Unterhaltsvereinbarung belegt werden.