Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ%202002,%20893
Timestamp: 2019-04-20 21:24:43
Document Index: 29448195

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 823', '§ 18', '§ 4', '§ 149', '§ 823', '§ 18', '§ 4', '§ 149', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 1', 'BGH']

BGH, 22.11.2001 - III ZR 322/00 - dejure.org
BGB § 823 Bf; WHG § 18 a; AEG § 4; NdsWasserG § 149
Abwasserbeseitigung - Haftung - Träger einer öffentlichen Verkehrsanlage - Bahn AG - Wasserschaden
Niederschlagswasser, Haftung für Fortleitung von -; Abwasser, Beseitigungspflicht für -
Zur Frage der Ersatzpflicht des Trägers einer öffentlichen Verkehrsanlage für Schäden durch überschwemmendes Niederschlagswasser
BGB § 823; WHG § 18a; AEG § 4; NdsWasserG § 149
Haftung aus Abwasserbeseitigung
Grundstücksrecht; Abwasserbeseitigungspflicht von Trägern öffentlicher Verkehrsanlagen
Deutsche Bahn überlässt Abwasserbeseitigung einem Dritten - Welches Haftungsrisiko? (IBR 2002, 107)
BGHZ 149, 206
NJW 2002, 818
NVwZ 2002, 893
VersR 2003, 72
WM 2002, 99
DVBl 2002, 267
DÖV 2002, 252
BauR 2002, 602
ZfBR 2002, 596 (Ls.)
Überlässt der für eine bestimmte Aufgabe pflichtige Hoheitsträger die Aufgabendurchführung einem Verwaltungshelfer, bleibt die eigene (Primär-)Verantwortung des Hoheitsträgers bestehen (…F. Kirchhof, in: Festschrift für Rengeling, 2008, S. 127, 128 f.; unter haftungsrechtlichen Vorzeichen BGH, Urt. v. 22.11.2001 - III ZR 322/00 - NVwZ 2002, 893, 894;… BGH, Urt. v. 26.1.2006 - I ZR 83/03 - NVwZ 2006, 964, 965).
§ 2 Abs. 1 HPflG greift im Streitfall deswegen nicht ein, weil das in den Keller des Hauses geflossene Niederschlagswasser wegen der Verstopfungen im Hausanschluss schon nicht in das Kanalsystem der Beklagten hineingelangt war und deshalb nicht "von" einer Rohrleitungsanlage ausgegangen ist (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 114, 380, 382 und 149, 206, 210 f. m.w.N.).
Deshalb greift die Gefährdungshaftung des § 2 Abs. 1 Satz 1 HPflG nicht bei Regenwasser ein, das von der Kanalisation nicht aufgenommen wurde, sondern ungefasst auf Anliegergrundstücke geraten ist (BGH NJW 1984, 615, 616; 1989, 104; 1990, 1167, 1168; 1991, 2635 f.; 1992, 39 f.; 1998, 1307, 1309; NVwZ 2001, 1448; BGH-Report 2002, 102).
Der Mitverschuldenseinwand wäre nur begründet, wenn es nur wegen der ungenehmigten Drainageleitungen zu einer Überflutung gekommen wäre (BGH-Report 2002, 102, 103).
Jedenfalls greift aber die Gefährdungshaftung des § 2 Abs. 1 HPflG dann nicht ein, wenn wegen einer Verstopfung des Einlaufs oder einer Überfüllung des Rohrleitungssystems das schadenstiftende Wasser erst gar nicht in die Leitung hineingelangt (BGH NVwZ 2002, S. 893 (894)).
VG Greifswald, 11.12.2014 - 3 A 945/13
Verpflichtung zur Feststellung eines Gewässers zweiter Ordnung
Es ist umstritten, ob für die Annahme einer Vorflutfunktion bereits ein ungeregelter "wilder" Zufluss ausreicht (…Czychowski/Reinhardt, WHG, 11. Auflage 2014, § 2 Rn. 20;… Breuer, Öffentliches und privates Wasserrecht, 3. Auflage 2004, Rn. 148) oder ob ein gezielter Zufluss durch Rohrleitungen oder Dränagen erforderlich ist (…OLG Köln, Urt. v. 29.11.1990 - 7 U 125/90 -, juris Rn. 19;… OVG Münster, Urt. v. 17.04.1997 - 20 A 7181/95 -, juris Rn. 27;… Sauthoff in: ders./Witting, Straßen- und Wegegesetz M-V, Stand 09/2012, § 2 Rn. 12 zu § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 LWaG; offen gelassen vom BGH, Urt. v. 22.11.2001 - III ZR 322/00 -, juris Rn. 7).