Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/die-verlobung-taeter-3118628
Timestamp: 2020-03-29 14:32:08
Document Index: 259778378

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 21', '§ 223', '§ 46', '§ 46', '§ 1', '§ 145', '§ 573', 'BGH', 'BGH']

Die Ver­lo­bung als Täter-Opfer-Aus­gleich | Rechtslupe
Die Ver­lo­bung als Täter-Opfer-Aus­gleich
Dass ein Opfer dem Täter den Täter-Opfer-Aus­gleich leicht macht, indem es an das Maß der Wie­der­gut­ma­chungs­be­mü­hun­gen kei­ne hohen Anfor­de­run­gen stellt und schnell zu einer Ver­söh­nung bereit ist, steht der Beja­hung der Vor­aus­set­zun­gen des § 46a Nr. 1 StGB nicht grund­sätz­lich ent­ge­gen.
In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall würg­te der Ange­klag­te, der zuvor grö­ße­re Men­gen alko­ho­li­scher Geträn­ke zu sich genom­men hat­te, die Geschä­dig­te, mit der er eine Bezie­hung unter­hielt, am Abend des 17.08.2015 in ihrer Woh­nung mit sei­nen Hän­den am Hals. Im wei­te­ren Hand­ge­men­ge schlug er sie mit sei­nen Hän­den an diver­sen Stel­len ihres Kör­pers und schleif­te sie halb lie­gend durch die Woh­nung. Hier­durch erlitt die Geschä­dig­te Wür­ge­ma­le am Hals sowie mul­ti­ple Prel­lun­gen an den Armen und Bei­nen, im Bereich zwei­er Rip­pen und am Kopf. Seit 15.03.2016 sind die Geschä­dig­te und der Ange­klag­te ver­lobt.
Der Straf­zu­mes­sung hat die Straf­kam­mer den nach §§ 21, 49 Abs. 1 StGB gemil­der­ten Straf­rah­men des § 223 Abs. 1 StGB zugrun­de gelegt und dem Ange­klag­ten unter ande­rem zugu­te­ge­hal­ten, dass er sich mit der Geschä­dig­ten aus­ge­söhnt hat. Dem Bun­des­ge­richts­hof reich­te dies nicht:
Ange­sichts der von ihr ange­nom­me­nen Aus­söh­nung zwi­schen der Geschä­dig­ten und dem Ange­klag­ten hät­te sich die Straf­kam­mer indes zur Prü­fung ver­an­lasst sehen müs­sen, ob die Vor­aus­set­zun­gen eines Täter-Opfer-Aus­gleichs gemäß § 46a Nr. 1 StGB erfüllt sind 1. Dass ein Opfer dem Täter den Täter-Opfer-Aus­gleich leicht macht, indem es an das Maß der Wie­der­gut­ma­chungs­be­mü­hun­gen kei­ne hohen Anfor­de­run­gen stellt und schnell zu einer Ver­söh­nung bereit ist, steht der Beja­hung der Vor­aus­set­zun­gen des § 46a Nr. 1 StGB nicht grund­sätz­lich ent­ge­gen 2.
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vgl. BGH, Beschluss vom 22.02.2001 – 3 StR 41/​01 aaO[↩]
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