Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201997,%20913
Timestamp: 2020-01-26 15:48:09
Document Index: 22339039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 307', '§ 1', '§ 2', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 4', '§ 310', 'BGH', '§ 310', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 197', '§ 197', '§ 197', '§ 198', '§ 199', '§ 198', '§ 199', '§ 199', '§ 197', '§ 197', '§ 197', '§ 197', 'BGH', 'BGH', '§ 198', '§ 225', '§ 198', '§ 199', '§ 199', 'BGH', 'BGH', '§ 199', '§ 225']

Rechtsprechung: MDR 1997, 913 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Hamm, 19.06.1997
https://dejure.org/1997,1406
BGH, 04.03.1997 - X ZR 141/95 (https://dejure.org/1997,1406)
BGH, Entscheidung vom 04.03.1997 - X ZR 141/95 (https://dejure.org/1997,1406)
BGH, Entscheidung vom 04. März 1997 - X ZR 141/95 (https://dejure.org/1997,1406)
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Softwarekauf, Überprüfung eines freien Rücktrittsrechts an § 9 Abs. 2 Nr. 1 AGBG (jetzt § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Voraussetzungen für den Rücktritt von einem Kaufvertrag - Anforderungen an das Vorliegen einer Vertragsänderung - Rechtmäßigkeit der Wandelung nach Verstreichen der Frist zur Behebung der gerügten Mängel
AGBG § 1, § 2, § 9 Abs. 2 Nr. 1
Begriff des Verwenders; Formularmäßige Vereinbarung von Beschränkungen der Gewährleistungsrechte bei der Erstellung einer Software
Unwirksame AGB über Softwareerstellung
Allgemeine Geschäftsbedingungen; Einführung der AGB des Verwenders durch den Vertragspartner
Verwendereigenschaft; BVB-Überlassung; klauselmäßiges Rücktrittsrecht
NJW 1997, 2043
MDR 1997, 913
WM 1997, 1586
BB 1997, 2
DB 1997, 1508
bb) An dem durch einseitige Ausnutzung der Vertragsgestaltungsfreiheit einer Vertragspartei zum Ausdruck kommenden Stellen vorformulierter Vertragsbedingungen fehlt es hingegen, wenn deren Einbeziehung sich als Ergebnis einer freien Entscheidung desjenigen darstellt, der mit dem Verwendungsvorschlag konfrontiert wird (…vgl. BGH, Urteile vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO Rn. 18; vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, NJW 1997, 2043 unter I 2 c).
Ob das der Fall ist, lässt sich aus dem Inhalt und der Formulierung einer Vertragsklausel als solcher noch nicht erschließen, so dass Inhalt und Formulierung einer Klausel zur Beurteilung der Verwendereigenschaft für sich allein jedenfalls in der Regel nicht aussagekräftig sind (vgl. BGHZ 130, 50, 57; BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, WM 1997, 1586, unter I 2 c).
Allenfalls kann im Einzelfall aus dem Inhalt benachteiligender Formularverträge oder Formularklauseln auf eine bestimmte Marktstärke einer der Vertragsparteien geschlossen werden, welche dann zusammen mit anderen Anhaltspunkten den weiteren Schluss auf die Inanspruchnahme einseitiger Gestaltungsmacht durch ein Stellen vorformulierter Bedingungen gegenüber der benachteiligten Partei zulässt (vgl. BGHZ 118, 229, 239; BGH, Urteil vom 4. März 1997, aaO).
An dem hierin durch einseitige Ausnutzung der Vertragsgestaltungsfreiheit einer Vertragspartei zum Ausdruck kommenden Stellen vorformulierter Vertragsbedingungen fehlt es jedoch, wenn deren Einbeziehung sich als das Ergebnis einer freien Entscheidung desjenigen darstellt, der vom anderen Vertragsteil mit dem Verwendungsvorschlag konfrontiert wird (vgl. BGH, Urteil vom 4. März 1997, aaO).
Das genügt, um ihn auch insoweit als Verwender der Bedingungen erscheinen zu lassen (vgl. BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95 BGHR AGBG § 1 Abs. 1 Verwenden 5).
Die Regelung in den nach den Feststellungen des Berufungsgerichts von der Beklagten gestellten (vgl. hierzu BGH Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95 - NJW 1997, 2043, 2044) allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Vertragslaufzeit von 30 Jahren (§ 4 Abs. 1 des Mietvertrags) hält entgegen der Auffassung der Revision einer Nachprüfung anhand der §§ 310 Abs. 1, 307 Abs. 1 und 2 BGB stand.
Dass der Kläger sich nicht erneut über die von der Beklagten angebotenen Vertragsvarianten hat aufklären lassen, sondern stattdessen von vornherein eine der beiden ihm bekannten Varianten angesprochen hat, belegt keine freie und von einseitiger Ausnutzung der Vertragsgestaltungsfreiheit durch die Beklagte unbeeinflusste Entscheidung (vgl. BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, WM 1997, 1586, 1588;… Pfeiffer in Wolf/Lindacher/Pfeiffer, AGB-Recht, 6. Aufl., § 310 Abs. 3 BGB Rn. 16).
Das genügt, um die Beklagte als Verwenderin der Bedingungen anzusehen (vgl. auch BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95 - BGHR AGBG § 1 Abs. 1 Verwenden 4).
Schließt eine Vertragspartei in der Regel Verträge unter Einbeziehung von bestimmten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ab, ist sie auch dann Verwenderin, wenn ihr Vertragspartner diese Vertragsbedingungen im Hinblick darauf bereits in sein Angebot aufgenommen und damit formal in den Vertragsabschluss eingeführt hat (Bestätigung von BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, NJW 1997, 2043).
Schließt eine Vertragspartei in der Regel Verträge unter Einbeziehung von bestimmten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ab, ist sie auch dann Verwenderin, wenn ihr Vertragspartner diese Vertragsbedingungen im Hinblick darauf bereits in sein Angebot aufgenommen und damit formal in den Vertragsabschluss eingeführt hat (BGH, Urteil vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, NJW 1997, 2043).
Nachdem ihr solches auch in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat nicht möglich war, gilt in Würdigung der Gesamtumstände sie als Verwenderin im Sinne des § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB (vgl. hierzu insbesondere: BGH, Beschl. v. 23.06.2005, VII ZR 277/04, ZIP 2005, 1604 f;… sowie: BGH, Urt. v. 09.03.2006, VII ZR 268/04, NJW-RR 2006, 740 f.; BGH, Urt. v. 04.03.1997, X ZR 141/95, NJW 1997, 2043 ff., Leitsatz;… OLG Frankfurt, Urt. v. 13.07.2006, 3 U 70/05, BauR 2007, 1053 ff.), denn es kommt nicht darauf an, wer formal ein vorformuliertes Angebot abgibt, entscheidend ist vielmehr, auf wessen Veranlassung dieses Angebotsformular überhaupt Verwendung fand.
OLG München, 09.03.2006 - U (K) 1996/03
Zur Wirksamkeit der Vereinbarung eines hundertprozentigen, zeitlich unbegrenzten …
OLG Düsseldorf, 08.03.2012 - 10 U 25/10
OLG Hamm, 19.06.1997 - 18 U 243/96
https://dejure.org/1997,3332
OLG Hamm, 19.06.1997 - 18 U 243/96 (https://dejure.org/1997,3332)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19.06.1997 - 18 U 243/96 (https://dejure.org/1997,3332)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19. Juni 1997 - 18 U 243/96 (https://dejure.org/1997,3332)
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Rückforderung eines Darlehens; Erlass eines Teilurteils bei Teilbarkeit eines Streitgegenstandes; Geltendmachung der Zinsen
BGB §§ 197 198 199 200 201 225
Verjährungsbeginn für Zinsforderung bei Darlehensvertrag
LG Paderborn, 29.10.1996 - 2 O 230/96
NJW-RR 1997, 1476
Ob § 197 BGB a.F. Zinsen erfasst, die nur einmal zu zahlen sind, also keine wiederkehrenden Leistungen darstellen (so OLG Hamm NJW-RR 1997, 1476;… Palandt/Heinrichs, BGB 61. Aufl. § 197 Rdn. 5), kann offen bleiben.
Allerdings wurde bzw. wird die Regelung des Verjährungsbeginns in § 198 BGB a. F. bzw. § 199 BGB n. F. in der zivilgerichtlichen Rechtsprechung dahin verstanden, dass der Anspruch erst dann im Sinne dieser Bestimmungen "entstanden" ist, wenn er im Klagewege geltend gemacht werden kann; Voraussetzung dafür soll grundsätzlich die Fälligkeit des jeweiligen Anspruchs sein (vgl. zu § 198 BGB a. F. etwa OLG Hamm, Urteil vom 19.06.1997 - 18 U 243/96 - juris m. w. N.;… zu § 199 BGB n. F. vgl. Palandt/Ellenberger, 70. Aufl. 2011, § 199 Rdn. 3 m. w. N. - dort auch zu möglichen Ausnahmen).
Zinsansprüche verjährten auch dann nach § 197 BGB a. F. in vier Jahren, wenn sie nur in Form einer einmaligen Zahlung und nicht als wiederkehrende Leistung zu erfüllen waren (…vgl. Ermann/W.Hefermehl, BGB, Kommentar, 10. Aufl. 2000, § 197 Rdn. 2;… Palandt/Heinrichs, 60. Aufl. 2001, § 197 Rdn. 5 unter Hinweis auf OLG Hamm, Urteil vom 19.06.1997 - 18 U 243/96 -, NJW-RR 1997, 1476 - auszugsweise auch in juris).
OVG Brandenburg, 11.02.2004 - 2 A 680/03
Zinsforderung wegen nicht alsbaldiger Verwendung von Fördermitteln, Auslegung des …
Zwar verjähren Ansprüche auf Rückstände von Zinsen auch dann gem. § 197 a.F. BGB, wenn sie in Form einer einmaligen Zahlung und nicht als wiederkehrende Leistungen zu erbringen sind (OLG Hamm, Urt. v. 19. Juni 1997 - 18 U 243/96 - NJW-RR 1997, 1476).
AG Villingen-Schwenningen, 20.03.2000 - 6 C 386/99
Anspruch eines Wasserversorgungsunternehmens aus Wasserlieferung und Entsorgung …
Auch bei einem aufschiebend bedingten Anspruch tritt die Fälligkeit und damit der Beginn der Verjährungsfrist erst mit dem Eintritt der Bedingung ein (BGH NJW-RR 97, 1476; BGH NJW 91, 836;… Palandt-Heinrichs, 59. Aufl., § 198 BGB Rdnr. 3).
In einem solchen Fall liegt auch weder ein Verbot der Erschwerung der Verjährung nach § 225 BGB vor noch ist die "Entstehung" des Anspruches i. S. von § 198 Satz 1 BGB entsprechend den §§ 199, 200 BGB mit dem Zeitpunkt gleichzusetzen, in dem der Gläubiger die Fälligkeit seines Anspruches selbst hätte herbeiführen können, da die in §§ 199, 200 BGB enthaltenen Sonderregelungen auf Fälle der Entstehung eines Anspruches durch Erteilung einer Rechnung nicht anzuwenden sind (BGH NJW-RR 97, 1476 (1477); BGH NJW-RR 87, 945 (946);… Palandt-Heinrichs, 59. Aufl., §§ 199, 200 BGB Rdnr. 2 und § 225 BGB Rdnr. 3).