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Timestamp: 2016-10-27 09:14:06
Document Index: 70765729

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'Art. 135']

Bundesrichter Meyer, R�edi und Ferrari; Gerichtsschreiber Hochuli
R.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch den Schweizerischen Invaliden-Verband, Froburgstrasse 4, 4601 Olten,
A.- Die 1955 geborene R.________ war seit 1990 bei der Firma X.________ AG als Raumpflegerin w�hrend f�nfzehn Stunden pro Woche t�tig und in dieser Eigenschaft bei der ELVIA Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft Z�rich (nachfolgend: ELVIA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall und Berufskrankheit versichert. Zudem arbeitete sie seit 1995 zwanzig Stunden pro Woche als Lager- und Versandmitarbeiterin in der Firma Y.________ AG. Am 19. M�rz 1996 zog sie sich bei einem Sturz w�hrend ihrer T�tigkeit als Raumpflegerin Verletzungen im Bereich der Lendenwirbels�ule und des Kreuzbeines zu. Gest�tzt auf den Bericht des Spitals A.________ vom 2. M�rz 1998 stellte die ELVIA mit Verf�gung vom 22. April 1998 s�mtliche Leistungen r�ckwirkend per Ende Februar 1998 ein, woran sie auf Einsprache hin, nach Einholung eines Gutachtens des Dr. med. S.________ vom 28. Dezember 1998, mit Entscheid vom 26. April 1999 festhielt.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Versicherte, der Entscheid des kantonalen Gerichts und der Einspracheentscheid seien aufzuheben und die ELVIA sei zu verpflichten, ab M�rz 1998 weitere Versicherungsleistungen auszurichten. Eventuell sei die Sache zu erg�nzenden medizinischen Abkl�rungen und neuer Verf�gung an die ELVIA zur�ckzuweisen.
W�hrend die ELVIA auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, hat sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.
1.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) und zur Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem krankhaften Vorzustand (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b) zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Richtig sind auch die Erw�gungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1; siehe auch BGE 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b, je mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert �rztlicher Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen; siehe auch BGE 125 V 352 ff. Erw. 3).
2.- Soweit ein krankhafter Vorzustand an der Wirbels�ule �berhaupt ausreichend belegt ist, steht fest, dass die Versicherte diesbez�glich bis zum Unfall vom 19. M�rz 1996 beschwerdefrei war, dass sich der Heilungsverlauf danach als langwierig gestaltete und dass schliesslich die R�ckenbeschwerden �ber die von der ELVIA per Ende Februar 1998 verf�gte Leistungseinstellung hinaus zu Behandlungsbed�rftigkeit und Arbeitsunf�higkeit f�hrten. Zu pr�fen ist, ob die �ber Ende Februar 1998 hinaus fortbestehenden Beschwerden mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem urs�chlichen Verh�ltnis zum Unfall vom 19. M�rz 1996 stehen.
a) Zuhanden der ELVIA diagnostizierte Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, im Bericht vom 4. September 1996 eine "schmerzhafte Lumbal- und Glutaeus medius- Muskulatur linksbetont nach Sturz aufs Ges�ss" sowie "Ansatztendinosen und Muskelverk�rzungen bei schmerzbedingter Schonhaltung des Rumpfes".
Dr. med. V.________, Rheumatologe am Spital A.________, vertrat die Auffassung, als objektivierbar und klinisch relevant erscheine ihm derzeit die Irritation des linken ISG; es sei denkbar, dass durch die vorbestehende Fehlhaltung/Fehlform (Beckentiefstand rechts) die Schmerzproblematik ung�nstig beeinflusst worden sei und sich der Versuch einer Korrektur der Beinl�ngendifferenz lohne.
Dr. M.________ empfahl gem�ss Bericht vom 25. August 1997 gegen�ber der ELVIA eine Begutachtung der Versicherten durch Dr. B.________ am Spital A.________ zur Abkl�rung der Unfallkausalit�t der fortbestehenden Beschwerden und deren Behandlungsbed�rftigkeit. Im Gutachten vom 18. Juni 1998 gelangte Dr. med. B.________, Leitender Arzt Wirbels�ulenchirurgie am Spital A.________, entgegen der Meinung des Dr. M.________ zur Auffassung, dass bei den geklagten Beschwerden der Versicherten weder eine psychische �berlastung noch eine Aggravationstendenz mitspiele, sondern diese Beschwerden mit den objektiven Befunden in Einklang st�nden. Die Frage, ob der Endzustand der Heilung erreicht sei, verneinte er; eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes hielt er f�r erreichbar durch eine station�re Rehabilitation mit intensivem Muskelaufbautraining. Eine vorbestehende K�rpersch�digung konnte nicht gefunden werden, weshalb das Unfallereignis als sicher geeignet bezeichnet wurde, die Schmerzen auszul�sen und durch schmerzbedingte Schonung die Dekonditionierung zu initialisieren.
Schliesslich hielt Dr. S.________ im Gutachten vom 28. Dezember 1998 fest, der Status quo sine sei sp�testens ein Jahr nach dem Unfall, also bereits im M�rz 1997, erreicht worden. Die leichten Schmerzen an der unteren Brustwirbels�ule, die Irritations- und Tendinosezonen D4 bis D6 und D10 beidseits, die links lumbal vermehrten Bewegungsschmerzen sowie die im Stehen deutlich feststellbare Druck- und Klopfdolenz des lumbosacralen �bergangs, des Sacrums und des linken ISG sieht der Orthop�de Dr. S.________ allesamt nicht in einem urs�chlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 19. M�rz 1996.
b) Wie im Einspracheverfahren zu Recht ger�gt worden war, hatte die ELVIA bei der Beauftragung des Gutachters Dr. B.________ den Anspruch auf rechtliches Geh�r (BGE 126 V 130 Erw. 2 mit Hinweisen) der Versicherten insofern verletzt, als ihr nicht ausdr�cklich Gelegenheit geboten worden war, zum Auftrag als solchem und zum Fragenkatalog der ELVIA Stellung zu nehmen und gegebenenfalls eigene Erg�nzungsfragen durch den Experten beantworten zu lassen. Ebenso zutreffend hat die Vorinstanz jedoch erkannt, dass die Ergebnisse dieser Begutachtung im Rahmen der freien Beweisw�rdigung aller medizinischen Unterlagen mitber�cksichtigt werden k�nnen.
Wie bereits dargelegt (Erw. 2a) vertrat Dr. B.________ gem�ss Gutachten vom 18. Juni 1998 nach umfassender W�rdigung s�mtlicher medizinischen Unterlagen sowie nach zweimaliger Untersuchung der Versicherten mit ausf�hrlicher Begr�ndung die Auffassung, der Endzustand sei noch nicht erreicht, und eine vorbestehende K�rpersch�digung habe er nicht feststellen k�nnen. Wie Dr. B.________ nach diesen Ausf�hrungen zum Schluss gelangt, er denke, der Status quo sine sei erreicht, ist hingegen nicht nachvollziehbar. Es kann in diesem Punkt demzufolge auch nicht aus dem Gutachten des Dr. B.________ abgeleitet werden, die anhaltenden Beschwerden der Versicherten st�nden mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem urs�chlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis.
Ohne ausdr�cklich zur Kausalit�t der fortbestehenden Beschwerden Stellung zu nehmen, schliesst andererseits auch Dr. C.________ im Austrittsbericht der Klinik Z.________ vom 12. Mai 1998 die M�glichkeit nicht aus, dass die vorgeschlagenen therapeutischen Massnahmen im Rahmen der wenigstens teilweise unfallbedingten Behandlung w�hrend mindestens sechs Monaten fortzusetzen seien. Zudem sind dem Austrittsbericht keinerlei Hinweise auf eine psychische Fehlentwicklung zu entnehmen, wie dies �bereinstimmend auch Dr. B.________ festgestellt hatte.
3.- Weder f�r sich allein betrachtet noch im Vergleich mit den verf�gbaren medizinischen Unterlagen (Erw. 2a) verdient das Gutachten des Dr. S.________ erh�hte Glaubw�rdigkeit: W�hrend Dr. B.________ seine Betrachtungsergebnisse (Endzustand noch nicht erreicht, weder vorbestehende K�rpersch�digung noch psychische Fehlentwicklung feststellbar, vgl. Erw. 2a) ausf�hrlich begr�ndete und auch dem Austrittsbericht der Klinik Z.________ keine Anhaltspunkte f�r eine psychische �berlagerung zu entnehmen sind, setzt sich Dr. S.________ mit diesen abweichenden medizinischen Beurteilungen nicht auseinander. Zudem begr�ndet er mit keinem Wort, weshalb er am 28. Dezember 1998 feststellen konnte, dass der Status quo sine schon im M�rz 1997 erreicht worden sein sollte. Diese Schlussfolgerung ist nicht nachvollziehbar. In Anbetracht der teils unschl�ssigen und widerspr�chlichen medizinischen Beurteilungen ist die Kausalit�t, entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung, nicht zuverl�ssig zu beurteilen, namentlich nicht in Bezug auf die entscheidende Frage nach dem Erreichen des Status quo sine in grunds�tzlicher und zeitlicher Hinsicht (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3a mit Hinweis). Zur Kl�rung der offenen Fragen nach dem Vorzustand und dem Erreichen des Status quo ist daher eine umfassende polydisziplin�re Begutachtung unter vollst�ndiger Ber�cksichtigung der medizinischen Unterlagen notwendig.
4.- Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerdegegnerin der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG) zu bezahlen.
und es wird die Sache an die ELVIA zur�ckgewiesen,
Erw�gungen, �ber die Leistungsberechtigung ab 1. M�rz
III. Die ELVIA hat der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung
�ber die Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren