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Timestamp: 2016-10-23 07:57:51
Document Index: 317535180

Matched Legal Cases: ['Art. 13', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 269', 'Art. 270', 'Art. 270', 'Art. 272', 'Art. 279', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 269', 'Art. 269', 'Art. 273', 'Art. 272', 'Art. 273', 'BGE', 'Art. 270', 'Art. 269', 'Art. 270', 'BGE', 'Art. 273', 'BGE', 'Art. 270', 'BGE', 'Art. 273', 'Art. 270', 'BGE', 'Art. 270', 'BGE', 'Art. 270', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'Art. 270', 'BGE', 'Art. 273', 'Art. 269', 'Art. 45', 'Art. 81', 'Art. 270', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 197', 'Art. 269', 'Art. 269', 'Art. 269', 'Art. 196', 'Art. 197', 'Art. 197', 'Art. 269', 'Art. 269', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 273', 'Art. 273', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 274', 'Art. 99', 'Art. 273', 'Art. 2', 'Art. 197', 'Art. 6', 'Art. 311', 'Art. 269']

142 IV 347. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben gegen Kantonales Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern (Beschwerde in Strafsachen)
Art. 13 al. 1 Cst.; art. 197 al. 2, art. 269, art. 270 let. b, art. 273 et art. 274 al. 1 let. b CPP. Transmission r�troactive de donn�es accessoires relatives au raccordement du t�l�phone mobile d'une partie plaignante. Distinction entre la surveillance du contenu de la correspondance par t�l�communication, la transmission en temps r�el de donn�es accessoires et la remise r�troactive de ces donn�es. R�gime l�gal et conditions de la surveillance de raccordements de tiers, en particulier de la collecte de donn�es accessoires aupr�s de l�s�s (consid. 4.1-4.3). En l'occurrence, les conditions d'une transmission r�troactive des donn�es accessoires concernant le raccordement du t�l�phone mobile d'une partie plaignante n'�taient pas r�unies, car la surveillance ne servait qu'indirectement � l'�lucidation des infractions poursuivies (consid. 4.4). Les conditions l�gales d'une transmission de donn�es accessoires aupr�s de tiers � des fins p�nales, en particulier l'exigence de l'approbation judiciaire, doivent en r�gle g�n�rale �galement �tre observ�es lorsque le minist�re public qui dirige la proc�dure a obtenu l'accord du titulaire du raccordement surveill�. Il convient que le minist�re public d�pose aupr�s du Tribunal des mesures de contrainte un �ventuel consentement �crit du tiers concern� en m�me temps que la demande d'approbation (consid. 4.5). Faits � partir de page 35
A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, f�hrt eine Strafuntersuchung gegen einen beschuldigten Polizisten wegen des Verdachtes der einfachen K�rperverletzung, Beschimpfung und Drohung sowie des Amtsmissbrauchs. Am 8. Juli 2015 verf�gte die Staatsanwaltschaft die r�ckwirkende Randdatenerhebung (vom 10.-13. M�rz 2015) betreffend einen Mobiltelefon-Anschluss des 15 Jahre alten Privatkl�gers. Mit Entscheid vom 10. Juli 2015 verweigerte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern, Pr�sident, die Genehmigung der �berwachungsmassnahme.
B. Gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichtes gelangte die Staatsanwaltschaft mit Beschwerde vom 30. Juli 2015 an das Bundesgericht. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Genehmigung der r�ckwirkenden �berwachung. Eventualiter sei festzustellen, dass gar keine Genehmigung der �berwachungsmassnahme durch das kantonale Zwangsmassnahmengericht notwendig sei, wenn die Zustimmung des Inhabers des �berwachten Fernmeldeanschlusses zur Randdatenerhebung vorliege.
Das Zwangsmassnahmengericht hat am 11. August 2015 auf eine Stellungnahme ausdr�cklich verzichtet. Das Bundesgericht urteilte am 4. November 2015 nach einer �ffentlichen Beratung (Art. 58 und 59 BGG). Es weist die Beschwerde ab. BGE 142 IV 34 S. 36
4. 4.1 Unter den Voraussetzungen von Art. 269 Abs. 1-3 i.V.m. Art. 270-279 StPO kann der Fernmeldeverkehr inhaltlich und aktiv (w�hrend des Kommunikationsvorgangs) �berwacht werden. Art. 270 lit. b StPO regelt (unter der Marginalie "Gegenstand der �berwachung") die �berwachung der Fernmeldeanschl�sse von (nicht beschuldigten) Drittpersonen. Die �berwachung bedarf der Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht (Art. 272 Abs. 1 StPO). Sie ist grunds�tzlich geheim (Art. 279 StPO). Art. 273 StPO regelt die (r�ckwirkende oder aktive) Erhebung von Verbindungs-Randdaten des Fernmeldeverkehrs (Art. 273 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO) sowie die Auskunft �ber Verkehrs- und Rechnungsdaten (Art. 273 Abs. 1 lit. b StPO). Gem�ss Art. 273 Abs. 1 (Ingress) StPO k�nnen diese Informationen von der Staatsanwaltschaft erhoben werden, wenn der dringende Verdacht eines Verbrechens oder Vergehens besteht und die Voraussetzungen von Art. 269 Abs. 1 lit. b und c StPO erf�llt sind (welche - nebst derjenigen von lit. a - auch f�r die inhaltliche �berwachung nach Art. 269-272 StPO gegeben sein m�ssen). Auch die Randdatenerhebung nach Art. 273 StPO bedarf (wie die inhaltliche �berwachung, Art. 272 Abs. 1 StPO) der Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht (Art. 273 Abs. 2 StPO; vgl. BGE 137 IV 340 E. 5.1-5.2 S. 346 f.; Urteil 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 4.1-4.3).
4.2 Zun�chst ist zu kl�ren, welche gesetzliche �berwachungsart hier streitig ist und welche gesetzlichen Vorschriften f�r die �berwachung von Drittanschl�ssen massgeblich sind:
4.2.1 Beim Anschluss eines Privatkl�gers handelt es sich zwar um denjenigen einer "Drittperson" im Sinne von Art. 270 lit. b StPO (vgl. Bundesgerichtsurteil 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.5). F�r die aktive Abh�rung von Gespr�chen �ber Drittanschl�sse w�ren daher die Voraussetzungen von Art. 269 und Art. 270 lit. b StPO zu erf�llen (vgl. BGE 138 IV 232). Die Staatsanwaltschaft hat hier jedoch keine geheime �berwachung von Nachrichteninhalten verf�gt, sondern eine r�ckwirkende, nicht geheime Erhebung von Verbindungs-Randdaten der Kommunikation (Art. 273 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 3 StPO). Die Staatsanwaltschaft hat den Privatkl�ger �ber die in Aussicht genommene �berwachungsmassnahme informiert. BGE 142 IV 34 S. 37
4.2.2 Die Wortlaute von Art. 270 lit. b Ziff. 1 und Ziff. 2 StPO sind zun�chst auf die aktive (w�hrend des Kommunikationsvorganges) und inhaltliche (Kommunikationsinhalte) geheime �berwachung von Fernmeldeanschl�ssen zugeschnitten (vgl. BGE 138 IV 232; Urteil 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.3-5.5). Gem�ss diesen Bestimmungen darf der Telefonanschluss von Drittpersonen geheim �berwacht werden, wenn aufgrund bestimmter Tatsachen angenommen werden muss, dass entweder die beschuldigte Person den Anschluss der Drittperson benutzt (Ziff. 1, sogenannter "Anschluss�berlasser") oder die Drittperson f�r die beschuldigte Person bestimmte Mitteilungen entgegennimmt oder von dieser stammende Mitteilungen an eine weitere Person weiterleitet (Ziff. 2, sogenannter "Nachrichtenmittler"). Bei der r�ckwirkenden Randdatenerhebung (Art. 273 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO) geht es weder um eine zu erwartende "Benutzung" des Drittanschlusses durch den Beschuldigten (Art. 270 lit. b Ziff. 1 StPO, vgl. BGE 138 IV 232) noch um eine voraussichtliche Entgegennahme oder Weiterleitung von "Mitteilungen" (vom Beschuldigten oder an ihn) durch die Drittperson (Art. 270 lit. b Ziff. 2 StPO; vgl. Bundesgerichtsurteil 1B_441/2013 vom 6. Januar 2014). Die Kommunikation ist bei der r�ckwirkenden Randdatenerhebung vielmehr bereits abgeschlossen. Die erhobenen Randdaten sind hier - im Gegensatz zur (geheimen) aktiven Randdatenerhebung in Echtzeit - bereits bei der Fernmeldedienst-Anbieterin sicher gespeichert und verwahrt, weshalb diesbez�glich keine Kollusion mehr droht. �berdies bezieht sich die Randdatenerhebung (im Gegensatz zur aktiven Gespr�chs�berwachung) nicht auf Nachrichteninhalte (vgl. BGE 137 IV 340 E. 5.1-5.2 S. 346 f., E. 5.5 S. 348, E. 6.1 S. 349 f.; Urteil 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.3).
4.2.3 Art. 270 lit. b StPO dient dem Schutz der Privatsph�re (Art. 13 BV) von nicht mit der beschuldigten Person identischen Dritten. Dies ergibt sich deutlich aus der Entstehungsgeschichte und dem Sinn und Zweck der Norm (BGE 138 IV 232 E. 5 S. 236, E. 6.2 S. 239; BGE 137 IV 340 E. 6 S. 349 ff.; Urteil 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.5; je mit Hinweisen). Der von Art. 270 lit. b StPO angestrebte Privatsph�renschutz wird grunds�tzlich hinf�llig, wenn die betroffene Drittperson der beh�rdlichen �berwachungsmassnahme ausdr�cklich zustimmt bzw. sie sogar selber w�nscht, weil sie (etwa im Falle von Privatkl�gern) ein eigenes Interesse an der Beweiserhebung hat. In solchen F�llen ist unter dem Gesichtspunkt BGE 142 IV 34 S. 38der Subsidiarit�t der �berwachungsmassnahme (Art. 273 Abs. 1 i.V.m. Art. 269 Abs. 1 lit. c StPO) vorg�ngig zu pr�fen, ob die Drittperson, welche die Datenerhebung w�nscht, sich allenfalls direkt (mit einem privaten Gesuch gem�ss Art. 45 FMG [SR 784.10] bzw. Art. 81 FDV [SR 784.101.1]) an die Fernmeldedienst-Anbieterin wenden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1B_265/2012 vom 21. August 2012 E. 2.3.2-2.3.3). Sofern eine r�ckwirkende Randdatenerhebung auf dem Telefonanschluss eines get�teten Opfers f�r die Aufkl�rung und rechtliche Qualifikation des untersuchten T�tungsdeliktes von wesentlicher Bedeutung erscheint, kann Art. 270 lit. b StPO der Untersuchungsmassnahme nach Art. 273 StPO ebenfalls nicht entgegengehalten werden (Urteil des Bundesgerichtes 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.5).
4.3 Art. 273 StPO ist im �brigen im Gesamtzusammenhang der massgeblichen Bestimmungen �ber die Zwangsmassnahmen (Art. 197-298 StPO, 5. Titel), die "geheimen �berwachungsmassnahmen" (Art. 269-298 StPO, 8. Kapitel) und die �berwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (Art. 269-279 StPO, 1. Abschnitt) auszulegen und anzuwenden:
4.3.1 Die �berwachungsmassnahmen nach Art. 269-273 StPO dienen der Aufkl�rung von Straftaten, insbesondere der Beweissicherung (Art. 196 lit. a StPO). Sie k�nnen nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, die mit der Zwangsmassnahme angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden k�nnen und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt (Art. 197 Abs. 1 StPO). Zwangsmassnahmen, die in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders zur�ckhaltend einzusetzen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Diese gesetzlichen Grundvoraussetzungen werden f�r die �berwachung des Fernmeldeverkehrs in den oben er�rterten Art. 269-273 StPO n�her konkretisiert (f�r die Randdatenerhebung insbes. in Art. 269 Abs. 1 lit. b und c und Art. 273 Abs. 1 StPO).
4.3.2 Auch r�ckwirkende Randdatenerhebungen nach Art. 273 StPO k�nnen nach dem Gesagten zu einem Eingriff in die Privatsph�re der Betroffenen (Art. 13 Abs. 1 BV) f�hren. Zwar werden hier keine Kommunikationsinhalte beh�rdlich �berwacht und erfolgt (im Gegensatz zur inhaltlichen Gespr�chs�berwachung oder zur aktiven Randdatenerhebung in Echtzeit) keine geheime Untersuchungsmassnahme. Deswegen gilt der Eingriff nach der Praxis des BGE 142 IV 34 S. 39Bundesgerichtes in der Regel als deutlich weniger einschneidend (BGE 139 IV 98 E. 4.2 S. 99; BGE 137 IV 340 E. 5.5 S. 348; je mit Hinweisen). Auch hier ist jedoch den oben dargelegten gesetzlichen Schranken und Eingriffsvoraussetzungen ausreichend Rechnung zu tragen.
4.3.3 Der Wortlaut von Art. 273 Abs. 1 lit. a StPO erlaubt schliesslich nur Erhebungen dar�ber, wann und mit welchen Personen oder Anschl�ssen die �berwachte Person �ber den Fernmeldeverkehr Verbindung gehabt hat (oder - im hier nicht gegebenen Fall der aktiven Randdatenerhebung - noch Verbindung hat). Die Randdatenerhebung nach Art. 273 Abs. 1 lit. a StPO setzt somit eine untersuchungsrelevante Kommunikationsverbindung zu Personen oder Fernmeldeanschl�ssen voraus (vgl. BGE 141 IV 108 E. 5.6 S. 123 f., E. 6.2 S. 128; BGE 137 IV 340 E. 5.2 S. 347). Nach der einschl�gigen Praxis des Bundesgerichtes verlangt eine r�ckwirkende Randdatenerhebung (wie jede �berwachungsmassnahme) ausserdem einen direkten Sachzusammenhang zwischen der �berwachungsmassnahme und dem untersuchten Delikt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1B_251/2013 vom 30. August 2013 E. 5.5).
4.4 4.4.1 Wie die Staatsanwaltschaft darlegt, sei es das Ziel der �berwachung, Zeugenaussagen mit anderen objektivierbaren Beweisergebnissen abzugleichen, da die Zeugen zum "Umfeld" des Privatkl�gers geh�rten. Zu diesem Zweck sei eine Randdatenerhebung auf dem Mobiltelefon des Privatkl�gers n�tig, insbesondere zur Eruierung seiner Standorte zwischen dem 10. und 13. M�rz 2015. Neben dem Privatkl�ger seien diverse Zeugen einvernommen worden, darunter dessen geschiedene Eltern, die ihn im Zeitraum zwischen dem 10. und 13. M�rz 2015 gesehen h�tten. Diese seien dar�ber befragt worden, mit wem der Privatkl�ger im genannten Zeitraum Kontakt hatte, wo er sich aufgehalten und was er gemacht habe.
4.4.2 Die Strafuntersuchung richtet sich gegen den beschuldigten Polizisten. Diesem wird vorgeworfen, er habe den 15 Jahre alten Privatkl�ger anl�sslich der polizeilichen Anhaltung vom 13. M�rz 2015 (09.30 Uhr) mehrmals mit der Handfl�che und der Faust geschlagen. Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen hat der Privatkl�ger zwar bereits am 10. M�rz 2015 einen Fahrradunfall erlitten, weswegen er am 11. M�rz 2015 von seinem Arzt untersucht und ger�ntgt und am Nachmittag des 12. M�rz 2015 am Mittelhandknochen der rechten Hand im Spital operiert wurde. Es bestehen jedoch BGE 142 IV 34 S. 40Zeugenaussagen des behandelnden Arztes, wonach dieser mit Sicherheit ausschliessen k�nne, dass zwischen dem 11. und 12. M�rz 2015 (bis zum Spitalaustritt des Privatkl�gers am 12. M�rz 2015 um ca. 16.30 Uhr) Verletzungen im Gesicht des Privatkl�gers erkennbar gewesen w�ren. Gem�ss seiner langj�hrigen �rztlichen Erfahrung w�rden stumpfe Gesichtsverletzungen innert Minuten bis einer Stunde sichtbar. Laut Befund des bernischen Instituts f�r Rechtsmedizin, dessen �rztliches Personal den Privatkl�ger am Nachmittag des 13. M�rz 2015 untersuchte, k�nnten die festgestellten Verletzungen im Gesicht und am Hinterkopf in einem Zeitfenster von einigen Stunden bis zwei Tagen vor dieser Untersuchung erlitten worden sein. V�llig ausgeschlossen werden k�nne aber auch der 10. M�rz 2015 als Verletzungszeitpunkt nicht.
4.4.3 Mit der beantragten Randdatenerhebung m�chte die Staatsanwaltschaft somit ihre These (zugunsten des Beschuldigten) st�tzen, wonach der Privatstrafkl�ger seine Gesichts- und Kopfverletzungen schon vor dem Morgen des 13. M�rz 2015 erlitten haben k�nnte, insbesondere in der Zeit zwischen dem Nachmittag des 12. M�rz 2015 (nach dem Spitalaustritt des Privatkl�gers um ca. 16.30 Uhr) und der polizeilichen Anhaltung am 13. M�rz 2015 (09.30 Uhr). Diese These widerspricht den protokollierten Aussagen des Privatkl�gers und seiner als Zeugen befragten Eltern. Zwar hat die Untersuchungsbeh�rde auch allf�lligen entlastenden Indizien nachzugehen (vgl. Art. 6 Abs. 2 StPO). Im Ergebnis dient die hier streitige �berwachungsmassnahme jedoch bloss indirekt der Aufkl�rung der untersuchten Straftaten. Prim�r scheint die Staatsanwaltschaft bestrebt, die belastenden Aussagen des Privatkl�gers in Frage zu stellen und die Aussagen von zwei indirekten Zeugen (zum Aufenthalt des Privatkl�gers vor dem angezeigten Vorfall) zu relativieren. Bei diesen indirekten Zeugen handelt es sich nicht um Tatzeugen.
4.4.4 Bei gesamthafter W�rdigung dieser Sachlage ist die Gesetzes- und Verh�ltnism�ssigkeit der streitigen �berwachungsmassnahme zu verneinen. Die Nichtgenehmigung des �berwachungsgesuches erweist sich im Ergebnis als bundesrechtskonform. Der Zwangsmassnahmenrichter hatte die Verh�ltnism�ssigkeit der �berwachungsmassnahme aufgrund der Aktenlage im Zeitpunkt seines Entscheides zu pr�fen. Im Genehmigungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft die wesentlichen Verfahrensakten innert 24 Stunden seit Anordnung der �berwachung dem Zwangsmassnahmengericht BGE 142 IV 34 S. 41zu unterbreiten (Art. 274 Abs. 1 lit. b StPO). Die Staatsanwaltschaft hat die schriftliche Zustimmungserkl�rung des Privatkl�gers unbestrittenermassen erst am 15. Juli 2015 eingeholt, damit f�nf Tage nach dem erfolgten Nichtgenehmigungsentscheid. Insofern ist die nachgereichte Zustimmungserkl�rung hier als unzul�ssiges Novum zu behandeln (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG).
4.5 Im Eventualstandpunkt macht die Staatsanwaltschaft noch geltend, bei Vorliegen einer ausdr�cklichen Einwilligung des Anschlussinhabers in die r�ckwirkende Randdatenerhebung sei gar keine Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht n�tig. Dieser Argumentation ist nicht zu folgen: Die oben dargelegten gesetzlichen Voraussetzungen einer beh�rdlich verf�gten strafprozessualen Randdatenerhebung bei Dritten, insbesondere das richterliche Genehmigungserfordernis (Art. 273 Abs. 2 StPO), sind grunds�tzlich auch dann zu beachten, wenn die verfahrensleitende Staatsanwaltschaft sich um eine "Zustimmung" des Inhabers des �berwachten Fernmeldeanschlusses bem�ht hat. Strafverfahren k�nnen nur in den vom Gesetz vorgesehenen Formen durchgef�hrt werden (Art. 2 Abs. 2 StPO). Dies muss namentlich f�r strafprozessuale �berwachungen gelten (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO). Ausserdem ist der Untersuchungsgrundsatz zu beachten (Art. 6 Abs. 1 und Art. 311 Abs. 1 StPO). Daf�r, dass der Gesetzgeber die strafprozessuale Randdatenerhebung bei Dritten in die freie und von Art. 269-273 StPO abweichende Disposition zwischen der Staatsanwaltschaft und betroffenen Anschlussinhabern h�tte legen wollen, findet sich im Gesetz keinerlei Anhaltspunkt. Wie der vorliegende Fall zeigt, empfiehlt es sich im �brigen, dass die Staatsanwaltschaft eine allf�llige schriftliche Zustimmung des von der r�ckwirkenden Randdatenerhebung betroffenen Dritten zusammen mit dem Genehmigungsgesuch beim Zwangsmassnahmengericht einreicht. (...)