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Timestamp: 2014-11-26 03:50:02
Document Index: 117716731

Matched Legal Cases: ['Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 256', 'Art. 72', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 256', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 255', 'Art. 256', 'Art. 256', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 260', 'Art. 263', 'Art. 256', 'BGE', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 533', 'BGE', 'Art. 260', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 256', 'Art. 256', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 66', 'Art. 64']

5A_240/2011 (06.07.2011)
5A_240/2011
vertreten durch Rechtsanw�ltin Renate Vitelli-Jucker,
verbeist�ndet durch Rechtsanw�ltin Regula Spichiger,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 28. Februar 2011.
X.________ (geb. 1985; Staatsangeh�rigkeit der T�rkei) und Y.________ (geb. 1984; Staatsangeh�rigkeit der Dominikanischen Republik) heirateten im Februar 2004. Am 2. Mai 2006 gebar Y.________ den Sohn Z.________ (Staatsangeh�rigkeit der T�rkei). Die Ehegatten sind nach wie vor verheiratet, leben aber seit dem Herbst 2008 getrennt.
X.________ hat seit der Trennung keinen Kontakt mehr zu Z.________ und leistet im Einverst�ndnis mit der Mutter auch keine Kinderunterhaltsbeitr�ge. Er ist in der Zwischenzeit eine neue Beziehung eingegangen, aus der ein Sohn (geb. 18. Februar 2001 2009) hervor ging, den er anerkannte.
Im Mai/Juni 2008 offenbarte Y.________ ihrem Ehemann, dass ihr ein Dritter um die Zeit der Empf�ngnis beigewohnt habe und Z.________ m�glicherweise nicht sein Sohn sei. Ein von den Ehegatten in Auftrag gegebenes rechtsmedizinisches Gutachten (DNA-Test) vom 23. Januar 2009 schloss X.________ mit Sicherheit als Vater von Z.________ aus.
Am 22. M�rz 2010 (eingegangen am 23. M�rz 2010) reichte X.________ gegen Z.________ und Y.________ eine Anfechtungsklage ein. Er beantragte, es sei festzustellen, dass er nicht der Vater von Z.________ sei. Das Kindesverh�ltnis sei deshalb r�ckwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt aufzuheben.
Mit Urteil vom 5. Juli 2010 hiess das Bezirksgericht Uster die Anfechtungsklage gut und stellte fest, dass X.________ nicht der Vater von Z.________ ist.
Dagegen erhob Z.________ Berufung an das Obergericht des Kantons Z�rich und verlangte Abweisung der Anfechtungsklage infolge Fristvers�umnis. Mit Urteil vom 28. Februar 2011 wies das Obergericht die Klage kostenf�llig (unter Vorbehalt der X.________ gew�hrten unentgeltlichen Rechtspflege) ab. Es kam zum Schluss, X.________ habe die Klagefrist nicht eingehalten und ein wichtiger Grund f�r die Versp�tung liege nicht vor.
Dem Bundesgericht beantragt X.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrer) in seiner Beschwerde vom 30. M�rz 2011 die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils. Es sei festzustellen, dass er nicht der Vater von Z.________ (nachfolgend Beschwerdegegner) sei und das Kindesverh�ltnis r�ckwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt aufzuheben. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid (Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG) �ber eine Klage auf Anfechtung der Vermutung der Vaterschaft gem�ss Art. 256 ZGB. Es liegt eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer nicht verm�gensrechtlichen Angelegenheit vor. Die Beschwerde in Zivilsachen ist somit grunds�tzlich zul�ssig (vgl. Urteil 5A_492/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 1, nicht publ. in: BGE 136 III 593).
1.2 Bei der Klage auf Anfechtung des Kindesverh�ltnisses handelt es sich um eine negative Gestaltungsklage (HEGNAUER, Berner Kommentar, 4. Aufl. 1984, N. 17 zu Art. 256 ZGB; vgl. auch Urteil 5C.130/2003 vom 14. Oktober 2003 E. 1.5, in: FamPra.ch 2004 S. 146 f.). Soweit der Beschwerdef�hrer in seinem Rechtsbegehren (Art. 42 Abs. 1 BGG) neben der r�ckwirkenden Aufhebung des Kindesverh�ltnisses auch die Feststellung beantragt, nicht der Vater des Beschwerdegegners zu sein, kommt diesem Feststellungsantrag keine eigenst�ndige Bedeutung zu (BGE 82 II 173 E. 1 S. 176 ff.), zumal aus der Beschwerdebegr�ndung (BGE 123 IV 125 E. 1 S. 127) ersichtlich wird, dass es ihm in der Sache nur um die Aufhebung des Kindesverh�ltnisses geht.
2.1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Soweit die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen beanstandet werden und eine mangelhafte Tatsachenfeststellung f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend ist, kann nur geltend gemacht werden, die Feststellungen seien offensichtlich unrichtig oder beruhten auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 97 Abs. 1 BGG). Vorbehalten bleibt die Sachverhaltsberichtigung von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG (BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 511 f.).
In der Beschwerde d�rfen keine neuen Tatsachen und Beweismittel vorgebracht werden, es sei denn, erst der Entscheid der Vorinstanz habe dazu Anlass gegeben (Art. 99 Abs. 1 BGG). Neu sind Tatsachen, die weder im vorangegangenen Verfahren vorgebracht noch von der Vorinstanz festgestellt wurden (BGE 136 V 362 E. 3.3.1 S. 364).
2.2 Soweit der Beschwerdef�hrer in seiner Beschwerde den Sachverhalt - unter anderem durch pauschalen Verweis auf fr�here Eingaben oder auf die Akten (BGE 134 I 303 E. 1.3 S. 306; 133 IV 286 E. 6.2 S. 288) - darlegt und dabei teilweise unter Vorbringung neuer Tatsachen von den obergerichtlichen Feststellungen abweicht, ohne diese im erw�hnten Sinne als fehlerhaft zu r�gen, ist darauf nicht einzutreten (BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 508).
3.1 Der Beschwerdef�hrer hat seine Beschwerde in Zivilsachen (wie bereits die Berufung an das Obergericht) einzig gegen das Kind gerichtet.
3.2 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft daher die Frage der Aktiv- und Passivlegitimation von Amtes wegen und frei (BGE 130 III 550 E. 2 S. 551).
Bei der Anfechtung nach Art. 256 ZGB sind gegen�ber der Klage des Ehemannes die Mutter und das Kind (BGE 87 II 281 E. 1 S. 284) beziehungsweise gegen�ber der Klage des Kindes der Ehemann und die Mutter (Urteil 5C.31/2005 vom 29. September 2005 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 132 III 1) notwendige Streitgenossen.
3.3 Ausnahmsweise l�sst die Rechtsprechung im Bereich der Statusklagen - die der Offizialmaxime unterstehen - zu, dass ein Rechtsmittel nur gegen einen einzigen Streitgenossen weitergezogen wird. Der auf eine solche Weiterziehung hin ergehende Entscheid wirkt jedoch gegen�ber allen notwendigen Streitgenossen (BGE 130 III 550 E. 2.1.2 S. 552 f.).
4.1 Ist ein Kind w�hrend der Ehe geboren, so gilt der Ehemann als Vater (Art. 255 Abs. 1 ZGB). Diese Vermutung kann er beim Gericht anfechten (Art. 256 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Gem�ss Art. 256c Abs. 1 ZGB hat er die Anfechtungsklage binnen Jahresfrist einzureichen, seitdem er die Geburt und die Tatsache erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder dass ein Dritter der Mutter um die Zeit der Empf�ngnis beigewohnt hat, in jedem Fall aber vor Ablauf von f�nf Jahren seit der Geburt. Es handelt sich um Verwirkungsfristen (BGE 132 III 1 E. 2 S. 2 f.). Nach Ablauf der Frist wird eine Anfechtung zugelassen, wenn die Versp�tung mit wichtigen Gr�nden entschuldigt wird (Art. 256c Abs. 3 ZGB).
4.2 Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt der Zeugung des Beschwerdegegners mit dessen Mutter verheiratet war und damit als Vater gilt (und entsprechend in das Zivilstandsregister eingetragen wurde). Ebenso ist unstrittig, dass der Beschwerdef�hrer mit der Klageeinleitung am 22. M�rz 2010 zwar die f�nfj�hrige, nicht aber die einj�hrige Verwirkungsfrist gem�ss Art. 256c Abs. 1 ZGB eingehalten hat.
Strittig ist hingegen, ob gem�ss Art. 256c Abs. 3 ZGB ein wichtiger Grund die Versp�tung entschuldigt und ebenso, ab wann die relative Frist von einem Jahr zu laufen begonnen hat, was gegebenenfalls bei der Beurteilung nach Art. 256c Abs. 3 ZGB von Bedeutung sein kann (Urteil 5C.130/2003 vom 14. Oktober 2003 E. 1.4, in: FamPra.ch 2004 S. 146; HEGNAUER, a.a.O., N. 60 zu Art. 256c ZGB).
5.1 Die Verwirkungsfristen gem�ss Art. 256c Abs. 1 ZGB beginnen zu laufen, sobald der Ehemann Kenntnis von der Geburt des Kindes hat und entweder davon erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder ein Dritter der Mutter um die Zeit der Empf�ngnis beigewohnt hat.
F�r die zweite Alternative gen�gt die Kenntnis, dass ein Dritter der Mutter beigewohnt hat, was beispielsweise der Fall ist, wenn die Ehefrau ihrem Ehemann offenbart, mit einem Dritten eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben oder erkl�rt, es sei m�glich, dass das Kind nicht von ihm sei (BURGAT/GUILLOD, Les actions tendant � la destruction du lien de filiation, sp�cialement l'action en d�saveu de paternit�, in: Quelques actions en annulation, 2007, N. 109). Nicht erforderlich ist die Kenntnis der Identit�t dieser Person. Ebenso ist unerheblich, ob die Mutter in die Beiwohnung eingewilligt hat oder dazu gezwungen worden ist oder ob der Ehemann w�hrend dieser Zeit seiner Ehefrau weiterhin beigewohnt hat und deshalb seine Vaterschaft nicht v�llig ausgeschlossen werden kann. Blosse Zweifel und Bef�rchtungen gen�gen nicht, sofern die Umst�nde nicht so liegen, dass der Anfechtungskl�ger gehalten ist, sich �ber stichhaltige Tatsachen zu informieren, um Gewissheit zu erlangen (vgl. zum Ganzen BGE 119 II 110 E. 3a und 3d S. 111 ff. mit Hinweisen).
5.2 Das Obergericht ging davon aus, der Beschwerdef�hrer habe umgehend von der Geburt des Kindes Kenntnis erhalten, da er damals mit seiner Ehefrau zusammengelebt habe. Dies wird vom Beschwerdef�hrer nicht beanstandet.
Was den Beginn der Frist betrifft, stellte das Obergericht auf Juni 2008 ab. Nachdem beim Beschwerdef�hrer aufgrund des Aussehens des Kindes Zweifel an seiner Vaterschaft entstanden seien, habe die Ehefrau dem Beschwerdef�hrer im Mai/Juni 2008 offenbart, dass ihr um die Zeit der Empf�ngnis (ein namentlich genannter) Dritter beigewohnt habe. Der Beschwerdef�hrer habe damit hinl�nglich sichere Kenntnis von der Beiwohnung eines Dritten zur Zeit der Empf�ngnis und damit von Tatsachen, die Zweifel an seiner leiblichen Vaterschaft zuliessen, erhalten. Die zweite Alternative von Art. 256c Abs. 1 ZGB sei deshalb mit dieser Offenbarung der Ehefrau erf�llt und die einj�hrige Frist habe im Juni 2008 zu laufen begonnen.
5.3 Der Beschwerdef�hrer bestreitet die erw�hnten Tatsachenfeststellungen (Erkl�rung der Ehefrau im Mai/Juni 2008, zur Zeit der Empf�ngnis einem Dritten beigewohnt) nicht. Jedoch ist er der Ansicht, einzig die Kenntnis �ber die Beiwohnung eines Dritten zur Zeit der Empf�ngnis reiche noch nicht aus, um die Vermutung der Vaterschaft zu ersch�ttern. Erst mit dem Erhalt des rechtsmedizinischen Gutachtens (DNA-Test) habe er wissenschaftlich belegte Kenntnis und Gewissheit gehabt, nicht der Vater des Beschwerdegegners zu sein, weshalb die einj�hrige relative Verwirkungsfrist erst am 23. Januar 2009 zu laufen begonnen habe.
5.4 Mit der Erkl�rung der Ehefrau, die dem Beschwerdef�hrer nicht nur offenbarte, einem namentlich genannten Dritten zur Zeit der Empf�ngnis beigewohnt zu haben, sondern auch noch, dass der Beschwerdegegner m�glicherweise nicht sein Sohn sei, hat der Beschwerdef�hrer in Bezug auf die zweite Alternative von Art. 256c Abs. 1 ZGB Kenntnis und konkrete Anhaltspunkte erlangt und begann damit die relative Verwirkungsfrist von einem Jahr bereits im Juni 2008 zu laufen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers ist aufgrund des klaren Gesetzeswortlautes und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht n�tig, dass der Anfechtungskl�ger sichere Kenntnis hat, nicht der Vater zu sein (dies entspricht vielmehr der ersten Alternative von Art. 256c Abs. 1 ZGB), zumal es wie erw�hnt unerheblich ist, ob der Anfechtungskl�ger der Mutter zur Zeit der Empf�ngnis (neben dem Dritten) weiterhin beigewohnt hatte (vgl. E. 5.1 oben).
Verlangt ist einzig Kenntnis dar�ber, dass der Mutter zur Zeit der Empf�ngnis ein Dritter beigewohnt hat. Diese Kenntnis erlangte der Beschwerdef�hrer sp�testens im Juni 2008. Die obergerichtlichen Ausf�hrungen sind insoweit nicht zu beanstanden.
6.1 Der Beschwerdef�hrer hat die Anfechtungsklage erst im M�rz 2010 und damit nach Ablauf der einj�hrigen Verwirkungsfrist eingereicht.
6.2.1 Nach Ablauf der Fristen gem�ss Art. 256c Abs. 1 ZGB wird eine Anfechtung zugelassen, wenn die Versp�tung mit wichtigen Gr�nden entschuldigt wird (Art. 256c Abs. 3 ZGB; dies sehen im �brigen auch Art. 260c Abs. 3 und Art. 263 Abs. 3 ZGB vor). Art. 256c Abs. 3 ZGB er�ffnet keine zus�tzliche Frist. Es obliegt dem Kl�ger, die Klage so rasch als m�glich einzureichen, nachdem der Grund f�r die Verz�gerung weggefallen ist. Grunds�tzlich hat dies im Folgemonat nach Wegfall des Verz�gerungsgrundes zu geschehen (BGE 136 III 593 E. 6.1.1 S. 595 mit Hinweisen).
Der wichtige Grund f�r die versp�tete Klageeinreichung kann sowohl objektiver wie auch subjektiver Natur sein. Als objektive Hindernisse k�nnten etwa in Frage kommen schwere Krankheit (Urteil 5A_47/2011 vom 19. April 2011 E. 5.3), Freiheitsentziehung, vor�bergehende Urteilsunf�higkeit oder Unterbruch der Kommunikationsmittel wie Postverbindungen. Als subjektive Hindernisse k�nnten etwa in Betracht fallen die Hoffnung auf den Fortbestand der Ehe, die fehlende Veranlassung zu Zweifeln an der Vaterschaft (BGE 132 III 1 E. 2.2 S. 4), die falsche Rechtsauskunft einer sachkundigen Stelle oder psychologische Hindernisse bei der Bildung des Klageentschlusses (vgl. zum Ganzen MEIER/STETTLER, Droit de la filiation, 4. Aufl. 2009, Fn. 124 zu N. 73; GUILLOD, Commentaire romand, 2010, N. 8 zu Art. 256c ZGB; SCHWENZER, Basler Kommentar, 2010, N. 6 zu Art. 256c ZGB; HEGNAUER, a.a.O., N. 51 ff. zu Art. 256c ZGB).
6.2.2 Die Bestimmungen �ber die Wiederherstellung der Klagefrist sind restriktiv anzuwenden. Die Beurteilung der wichtigen Gr�nde, die eine versp�tete Anfechtung entschuldigen sollen, hat nach einem strengen Massstab zu erfolgen (BGE 136 III 593 E. 6.1.1 S. 594 f.; 132 III 1 E. 2.2 S. 4 mit Hinweisen). Ob ein wichtiger Grund gegeben ist, hat der Richter gem�ss Art. 4 ZGB unter W�rdigung der einschl�gigen Umst�nde nach Recht und Billigkeit zu entscheiden (BGE 91 II 153 E. 1 S. 155; Urteil 5A_298/2009 vom 31. August 2009 E. 4.2, in: FamPra.ch 2010 S. 196). Das Bundesgericht �bt bei der �berpr�fung solcher Ermessensentscheide eine gewisse Zur�ckhaltung aus. Es schreitet nur dann ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grunds�tzen abgegangen wird, wenn Tatsachen ber�cksichtigt werden, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn umgekehrt Umst�nde ausser Betracht geblieben sind, die h�tten beachtet werden m�ssen (BGE 136 III 423 E. 3.1 S. 425).
6.3.1 Das Obergericht hielt im angefochtenen Entscheid fest, weder seien objektive Gr�nde f�r die Wiederherstellung der Frist ersichtlich, noch seien solche geltend gemacht worden. Bei den subjektiven Hindernissen pr�fte es Rechtsunkenntnis, fehlende intellektuelle F�higkeiten zum Verst�ndnis der biologischen Zusammenh�nge und psychologische Hindernisse bei der Bildung des Klageentschlusses.
6.3.2 Fehlende intellektuelle F�higkeiten des Beschwerdef�hrers zum Verst�ndnis der biologischen Zusammenh�nge verneinte das Obergericht genau so wie eine �berforderungssituation und damit psychologische Hindernisse.
Schliesslich pr�fte das Obergericht den vom Beschwerdef�hrer vorgebrachten Grund der Rechtsunkenntnis. Es legte dar, jedermann m�sse Recht und Gesetz kennen. Eine Ausnahme gelte h�chstens dort, wo zur Rechtskenntnis Spezialwissen erforderlich sei und sich der Betroffene in einer Lage befinde, in der ihm die Beschaffung von Experteninformationen weder m�glich noch zumutbar sei. Der Rechtsirrtum sei schliesslich nach st�ndiger Rechtsprechung ein unbeachtlicher Motivirrtum.
6.4 Der Beschwerdef�hrer beruft sich vor Bundesgericht einzig noch auf den Wiederherstellungsgrund der Rechtsunkenntnis. Er macht geltend, von der Pflicht zur Anfechtung und damit der Existenz der Rechtsnormen gem�ss Art. 256 ff. ZGB �berhaupt nichts gewusst zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass nach der gutachterlichen Feststellung des nicht bestehenden Kindesverh�ltnisses durch den DNA-Test keine weiteren Schritte mehr n�tig seien. Mit Vorliegen dieses Gutachtens habe er geglaubt, bereits im Besitz eines amtlichen Dokumentes zu sein, das "per se die Nichtvaterschaft zwischen ihm und dem Beschwerdegegner (biologisch und automatisch auch amtlich)" feststelle. Die Unterscheidung zwischen rechtlicher und biologischer Vaterschaft sei ihm v�llig fremd gewesen, weshalb ein Fall von Rechtsunkenntnis vorliege.
6.5 Die fehlende Kenntnis des Rechts, das heisst vorliegend der allgemeinen Pflicht zur Ergreifung der Anfechtungsklage, um das Kindesverh�ltnis aufzul�sen, steht dem Lauf der Klagefrist nicht entgegen - andernfalls liefe die Frist f�r einen Rechtsunkundigen �berhaupt nie (vgl. beispielsweise zur Verwirkungsfrist gem�ss Art. 533 Abs. 1 ZGB: BGE 108 II 288 E. 3a S. 293 und Urteil 5C.206/1990 vom 2. Mai 1991 E. 4a; �hnlich aus der kantonalen Praxis zur Anfechtungsklage gem�ss Art. 260c Abs. 3 ZGB: FamPra.ch 2009 S. 491; zum Verh�ltnis von Rechtsirrtum und Verj�hrungsfrist vgl. BGE 82 II 43 E. 1a S. 45). Das Bundesgericht hielt bereits wiederholt den allgemeinen Grundsatz fest, dass Gesetze mit der amtlichen Publikation des Textes grunds�tzlich als bekannt gelten oder anders ausgedr�ckt niemand aus seiner eigenen Rechtsunkenntnis Vorteile ableiten kann (BGE 136 V 331 E. 4.2.3.1 S. 336; Urteil 5P.241/2004 vom 23. September 2004 E. 4.2; zum Grundsatz "error iuris nocet", wonach die subjektive Unkenntnis des Rechts nicht vor den entsprechenden Rechtsfolgen sch�tzt: BGE 127 III 357 E. 3d S. 362).
Die Ber�cksichtigung einer solchen Rechtsunkenntnis w�rde im �brigen dem grunds�tzlichen Zweck der Befristung der Anfechtungsklage entgegenstehen. Die Befristung dient der Rechtssicherheit, damit das Kindesverh�ltnis nicht zeitlich unbegrenzt in Frage gestellt werden kann (BGE 132 III 1 E. 2.2 S. 4 mit Hinweis).
Im Ergebnis steht damit die grundlegend fehlende Kenntnis des Rechts dem Lauf der Verwirkungsfristen gem�ss Art. 256c Abs. 1 ZGB nicht entgegen und stellt keinen Wiederherstellungsgrund im Sinne von Art. 256c Abs. 3 ZGB dar. Das angefochtene Urteil ist insoweit im Ergebnis nicht zu beanstanden.
7.1 Bei der (ermessensweisen) Abkl�rung, ob ein wichtiger Grund gem�ss Art. 256c Abs. 3 ZGB vorliegt, ist auch das Interesse des Kindes zu ber�cksichtigen, wenn die Umst�nde f�r sich allein noch nicht f�r die Bejahung eines wichtigen Grundes ausreichen. Wenn es in einem solchen Fall nicht im Interesse des Kindes liegt, dass die Frage des Kindesverh�ltnisses dennoch gekl�rt wird, ist die Wiederherstellung abzulehnen (BGE 136 III 593 E. 6.2 S. 596). Mit anderen Worten kann sich die Annahme eines wichtigen Grundes unter Umst�nden, die sonst hierf�r nicht ausreichen w�rden, rechtfertigen, wenn das Interesse des Kl�gers an der Anfechtung das gegenteilige Interesse des Kindes eindeutig �berwiegt (Urteil 5A_506/2007 vom 28. Februar 2008 E. 4.2.4, nicht publ. in: BGE 134 III 241).
7.2 Das Obergericht verneinte ein klar �berwiegendes Interesse des Beschwerdef�hrers, das die Wiederherstellung der Frist zur Anfechtung trotzdem rechtfertigen w�rde.
Es ber�cksichtigte zugunsten des Beschwerdef�hrers die fehlende tats�chliche Bindung der Parteien, finanzielle und erbrechtliche Gr�nde sowie die geforderte �bereinstimmung der rechtlichen mit der biologischen Wahrheit. Beim Beschwerdegegner beachtete das Obergericht neben finanziellen und erbrechtlichen Gr�nden insbesondere, dass bei der Anfechtung des Kindesverh�ltnisses mit einer nicht nur ganz vor�bergehenden Vaterlosigkeit zu rechnen sei. Die Herstellung des Kindesverh�ltnisses zum vorliegend in Frage kommenden leiblichen Vater mit unbekanntem Aufenthalt sei offensichtlich mit Schwierigkeiten verbunden. Schliesslich hielt das Obergericht fest, dass beide Parteien in relativ engen finanziellen Verh�ltnissen lebten und deshalb diesem Gesichtspunkt keine Bedeutung zukomme.
7.3 Dem h�lt der Beschwerdef�hrer entgegen, es sei im Interesse beider Parteien, die rechtliche Wahrheit mit der biologischen in �bereinstimmung zu bringen, zumal seit seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung kein Kontakt mehr zum Beschwerdegegner bestehe. Die Kindsmutter bejahe �berdies die Anfechtung des Kindesverh�ltnisses.
Er bestreitet insbesondere, dass im Falle der Beseitigung des Kindesverh�ltnisses dem Beschwerdegegner die "Vaterlosigkeit" drohe. Der Name des leiblichen Vaters sei bekannt. Allf�llige tats�chliche Schwierigkeiten bei der Feststellung seines aktuellen Aufenthaltsortes wiegten seine Interessen an der Anfechtung nicht auf.
7.4.1 Das Obergericht folgerte gest�tzt auf die konkreten Gesamtumst�nde des vorliegenden Falles, dass die Feststellung des Aufenthaltsortes des leiblichen Vaters mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sei und damit eine nicht nur ganz vor�bergehende Vaterlosigkeit drohe. Damit handelt es sich um Beweisw�rdigung (vgl. zur Abgrenzung von Tat- und Rechtsfrage im Zusammenhang mit Erfahrungss�tzen: Urteil 5A_311/2010 vom 3. Februar 2011 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 137 III 118).
Diese Feststellungen sind f�r das Bundesgericht verbindlich, da der Beschwerdef�hrer insoweit keine Sachverhaltsr�gen erhebt (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. E. 2.1 oben).
7.4.2 Der Beschwerdef�hrer macht demgegen�ber insbesondere sein Interesse geltend, eine �bereinstimmung zwischen der biologischen und rechtlichen Situation zu erreichen, zumal er keinen Kontakt mehr zum Kind pflege. Finanzielle und erbrechtliche Gr�nde bestehen sodann auf beiden Seiten.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das Obergericht bei der Abw�gung dieser Interessen sein Ermessen verletzt haben soll, wenn es (insbesondere unter Ber�cksichtigung der nicht nur vor�bergehenden Vaterlosigkeit) folgerte, es seien auf Seiten des Beschwerdef�hrers keine klar �berwiegenden Interessen ersichtlich, welche die Annahme eines wichtigen Grundes trotzdem rechtfertigen w�rden.
Die Beschwerde muss damit abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdef�hrer an sich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er stellt indes ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Diesem kann entsprochen werden, da die gesetzlichen Voraussetzungen erf�llt sind (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt, einstweilen jedoch auf die Bundesgerichtskasse genommen.
Rechtsanw�ltin Renate Vitelli-Jucker wird als unentgeltliche Anw�ltin des Beschwerdef�hrers bestellt und es wird ihr f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.