Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Bezugnahmeklausel_Betriebsuebergang_BAG_4AZR765-06.html
Timestamp: 2018-04-23 01:37:41
Document Index: 242028588

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 5', '§ 613', '§ 613', '§ 256', '§ 253', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 1', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 620', '§ 611', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 613', '§ 3', '§ 613', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 3', '§ 613', '§ 613', '§ 6', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 4', '§ 4', '§ 613', '§ 119', '§ 5']

HENSCHE Arbeitsrecht: 4 AZR 765/06
Schlag­worte: Bezugnahmeklausel, Betriebsübergang
Akten­zeichen: 4 AZR 765/06
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 26.10.2005, 29 Ca 13631/05
Landesarbeitsgericht Berlin, Urteil vom 16.05.2006, 7 Sa 2263/05
1. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 16. Mai 2006 - 7 Sa 2263/05 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ein Teil­be­triebsüber­gang mit Bran­chen­wech­sel zu ei­nem Wech­sel des für das über­ge­gan­ge­ne Ar­beits­verhält­nis maßge­ben­den Ta­rif­rechts geführt hat, und über die Ein­grup­pie­rung des Klägers nach den al­ten Ta­rif­re­ge­lun­gen für den Fall ih­rer wei­te­ren Maßgeb­lich­keit.
Der Kläger, der nicht ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­siert ist, trat am 1. Ok­to­ber 1994 auf der Grund­la­ge ei­nes schrift­li­chen For­mu­lar­ar­beits­ver­trags vom 27. Sep­tem­ber 1994 als „Haus­ar­bei­ter“ in die Diens­te des J, ei­ner Stif­tung des bürger­li­chen Rechts, die seit 1965 Mit­glied des Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Ber­lin war. Nach § 1 die­ses Ar­beits­ver­trags gehören zur Tätig­keit des Klägers „al­le Haus- und Rei­ni­gungs­ar­bei­ten so­wie Trans­port- und Gar­ten­ar­bei­ten - im Win­ter auch Schnee­be­sei­ti­gung - nach Wei­sung der Haus­in­spek­ti­on.“
So­weit für den Rechts­streit von Be­deu­tung enthält der Ar­beits­ver­trag wei­ter fol­gen­de Be­stim­mun­gen:
a) Der Ar­beit­neh­mer erhält für die nach § 1 die­ses Ver­tra­ges ihm über­tra­ge­ne Tätig­keit die je­weils gel­ten­de ta­rif­li­che Vergütung. Der Ar­beit­neh­mer wird wie folgt ein­grup­piert:
Lgr. 3, Fall­gr. 49 der An­la­ge 1 des Ber­li­ner Be­zirks­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 2 zum BMT-G
a) Die re­gelmäßige Ar­beits­zeit be­stimmt sich nach den ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen, so­weit nicht im nach­fol­gen­den Ab­satz et­was an­de­res ver­ein­bart ist.
An­wen­dung von Ta­rif­vor­schrif­ten
Für das Ar­beits­verhält­nis sind bei An­ge­stell­ten die nach­fol­gend un­ter Zif­fer 1. und Ar­bei­tern die un­ter Zif­fer 2. näher be-zeich­ne­ten Ta­rif­vor­schrif­ten in der je­weils gel­ten­den Fas­sung an­zu­wen­den:
2. Der Bun­des­man­tel­ta­rif­ver­trag für Ar­bei­ter ge­meind­li­cher Ver­wal­tun­gen und Be­trie­be (BMT-G II) so­wie die für Ber­lin gel­ten­den Be­zirks­ta­rif­verträge, ein­sch­ließlich der Lohn­ta­ri­fe, ins­be­son­de­re auch des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges in der je­weils gel­ten­den Fas­sung.“
Die­ser zunächst bis zum 31. De­zem­ber 1994 be­fris­te­te Ar­beits­ver­trag blieb auch in der Fol­ge­zeit für das Ar­beits­verhält­nis maßge­bend. Kraft Bewährungs­auf­stiegs wur­de der Kläger vom J zu­letzt nach Lohn­gr. 3a vergütet.
En­de 2004 ent­schloss sich die Stif­tung, die haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gungs­leis­tun­gen nicht mehr selbst aus­zuführen, son­dern fremd zu ver­ge­ben. Hierüber nahm sie Ver­hand­lun­gen mit dem bei ihr ge­bil­de­ten Be­triebs­rat auf, an de­nen auch die der Gebäuderei­ni­ge­rin­nung als Mit­glied an­gehören­de Be­klag­te be­tei­ligt war, die rund 900 weit­aus über­wie­gend in der Gebäuderei­ni­gung täti­ge Ar­beit­neh­mer beschäftigt. Am 10. Mai 2005 ver­ein­bar­ten die Stif­tung, der dort ge­bil­de­te Be­triebs­rat und die Be­klag­te ei­nen von der Be­klag­ten mit­un­ter­zeich­ne­ten „Frei­wil­li­gen In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan“, der ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen enthält:
Be­schrei­bung der Be­triebsände­rung
Der Be­triebs­rat wur­de darüber in­for­miert, dass ge­plant ist, die ge­sam­ten Be­rei­che Kraft­fahr­diens­te, Wäsche­ver­tei­lung, Rei­ni­gung, Hof­ko­lon­ne bzw. Hofar­bei­ter, Post­diens­te, Haus­meis­ter­diens­te und Kran­ken­trans­por­te des J aus dem J aus­zu­glie­dern und auf die Über­neh­me­rin zu über­tra­gen. Im Ein­zel­nen han­delt es sich da­bei um fol­gen­de ge­plan­te Maßnah­men:
- Die Be­rei­che Kraft­fahr­diens­te, Wäsche­ver­tei­lung, Rei­ni­gung, Hof­ko­lon­ne bzw. Hofar­bei­ter, Haus­meis­ter (WPZ), Post­diens­te und Kran­ken­trans­por­te (nach­fol­gend ‚Haus­wirt­schaft’) wer­den mit al­len die­sen Be­rei­chen zu­ge­ord­ne­ten Geräten und dem ge­sam­ten die­sen Be­rei­chen zu­ge­ord­ne­ten im­ma­te­ri­el­len und ma­te­ri­el­len Wirt­schaftsgütern und Be­triebs­mit­teln auf die Über­neh­me­rin über­tra­gen. Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der
Über­neh­me­rin und dem J wird in ei­nem ent­spre­chen­den Dienst­leis­tungs­ver­trag ge­re­gelt. Die Ar­beits­verhält­nis­se der in An­la­ge 1 be­nann­ten Ar­beit­neh­mer/in­nen ge­hen mit Ab­lauf des 30.6.2005 mit Wir­kung zum 1.7.2005 (Stich­tag) auf die Über­neh­me­rin gemäß § 613 a BGB über. ...
Über­gang von Rech­ten und Pflich­ten
Nach den Be­triebsübergängen tritt die Über­neh­me­rin gemäß § 613 a BGB in die Rech­te und Pflich­ten ge­genüber den in der An­la­ge 1 be­zeich­ne­ten Ar­beit­neh­mer/in­nen mit Aus­nah­me der in An­la­gen 2 und 3 ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer/in­nen ein.
Be­sitz­stands­wah­rung
(1) Die Über­neh­me­rin wird zum Über­tra­gungs­stich­tag in die in An­la­ge 1 mit Aus­nah­me der in An­la­ge 2 und 3 be­zeich­ne­ten Ar­beits­verhält­nis­se gemäß § 613 a BGB ein­tre­ten, so­weit die Ar­beit­neh­mer/in­nen dem Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se nicht wi­der­spre­chen.
(3) Bei den in An­la­ge 1 ge­nann­ten Mit­ar­bei­tern, die dem Über­gang nicht wi­der­spre­chen, wer­den auf die Ar­beits­verhält­nis­se die Ta­rif­verträge des Gebäuderei­ni­ger­hand­wer­kes zur An­wen­dung ge­bracht wer­den, an die der Über­neh­mer auf­grund der All­ge­mein­ver­bind­lich­keit die­ser Ta­rif­verträge ta­rif­ge­bun­den ist, so dass es zu ei­ner Ab­sen­kung der Vergütung mit dem Be­triebsüber­gang zum Über­g­angs­stich­tag kom­men wird und die Ar­beit­neh­mer in die beim Über­neh­mer gel­ten­den Ta­rif­verträge ent­spre­chend der An­la­ge 5 ein­grup­piert wer­den. Die­sen über­ge­hen­den Ar­beit­neh­mern/in­nen, wird durch den Über­neh­mer ab dem Be­triebsüber­gang bis zum 31.12.2007 ein mo­nat­li­cher Aus­gleichs­be­trag zu ih­rer re­gelmäßigen Vergütung ge­zahlt wer­den, so­weit die Ar­beit­neh­mer/in­nen mit dem Über­neh­mer die für die­sen gel­ten­den Ta­rif­verträge ver­ein­ba­ren. ...“
Der Kläger gehört zu den ins­ge­samt 33 Mit­ar­bei­tern der Stif­tung, die in der An­la­ge 1 zum In­ter­es­sen­aus­gleich, nicht aber in den An­la­gen 2 oder 3 be­nannt sind.
Mit Schrei­ben vom 12. Mai 2005 in­for­mier­te die Stif­tung den Kläger über den zum 1. Ju­li 2005 be­vor­ste­hen­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses „im Rah­men ei­nes Be­triebsüber­g­an­ges nach Maßga­be des § 613a BGB“ auf die Be­klag­te, die die­ses Schrei­ben mit un­ter­zeich­net hat­te. Die­ses Schrei­ben enthält nähe­re
In­for­ma­tio­nen zum Über­gang ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nach § 613a BGB. Ua. ist dar­in aus­geführt, der Ab­schluss ei­nes neu­en Ar­beits­ver­trags mit der Be­klag­ten sei nicht er­for­der­lich, da das Ar­beits­verhält­nis - wenn der Kläger dem Über­gang nicht wi­der­spre­che - „so wie es der­zeit be­steht, kraft Ge­set­zes nach § 613a BGB“ mit der Be­klag­ten wei­ter­be­ste­he. Dem­ent­spre­chend wur­de der Kläger ge­be­ten, die­ses Schrei­ben zu sei­nen Ar­beits­un­ter­la­gen zu neh­men. Der Kläger wi­der­sprach nicht dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf die Be­klag­te, ver­ein­bar­te aber auch nicht ent­spre­chend § 5 Abs. 3 Satz 2 des Frei­wil­li­gen ln­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans die An­wen­dung der für die Be­klag­te „gel­ten­den Ta­rif­verträge“.
Der Kläger er­hielt beim J bei ei­ner jähr­li­chen Sol­l­ar­beits­zeit von 2.002 St­un­den ein Brut­to­mo­nats­ent­gelt in Höhe von 2.246,58 Eu­ro ein­sch­ließlich ei­nes So­zi­al­zu­schlags von 317,72 Eu­ro so­wie vermögens­wirk­sa­me Leis­tun­gen in Höhe von 6,65 Eu­ro. Wei­ter er­hielt er ein jähr­li­ches Ur­laubs­geld von 332,34 Eu­ro brut­to bei ei­nem jähr­li­chen Ur­laubs­an­spruch von 32 Ar­beits­ta­gen und ei­ne Jah­res­son­der­vergütung von 1.922,02 Eu­ro brut­to. Mit sei­ner Kla­ge er­strebt er - der Sa­che nach - die Fest­stel­lung der Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, dass die­se Ar­beits­be­din­gun­gen wei­ter für das Ar­beits­verhält­nis maßge­bend sind.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die­se Ar­beits­be­din­gun­gen stünden ihm nach der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me auf den BMT-G II zu. Die Be­klag­te sei kraft des Teil­be­triebsüber­gangs nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB in die ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Rech­te und Pflich­ten ein­ge­tre­ten. Die ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­verträge sei­en dem­zu­fol­ge wei­ter an­zu­wen­den und gin­gen als güns­ti­ge­re ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen den Be­stim­mun­gen der all­ge­mein-ver­bind­li­chen Gebäuderei­ni­ger­ta­rif­verträge vor. Die Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten ha­be ihn in die Lohn­gr. 3a ein­grup­piert. Wol­le die Be­klag­te hier­von ab­wei­chen, müsse sie nach den Grundsätzen zur kor­ri­gie­ren­den Rück­grup­pie­rung die Feh­ler­haf­tig­keit der Ein­grup­pie­rung dar­le­gen.
Un­ter ge­ringfügi­ger Ände­rung sei­ner Kla­ge hat der Kläger zu­letzt be­an­tragt fest­zu­stel­len, dass ent­spre­chend den bis­he­ri­gen ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen zwi­schen dem Kläger und dem J
1. die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger ab 1. Ju­li 2005 ein mo­nat­li­ches Ent­gelt in Höhe von 2.246,58 Eu­ro brut­to (nach Lohn­gr. 3a nach dem Be­zirks­ta­rif­ver­trag Nr. 2 zum BMT-G per 30. Ju­ni 2005) so­wie ein jähr­li­ches Ur­laubs­geld in Höhe von 332,34 Eu­ro brut­to so­wie ei­ne mo­nat­li­che vermögens­wirk­sa­me Leis­tung in Höhe von
6,65 Eu­ro brut­to und ei­ne Jah­res­son­der­vergütung in Höhe von 1.922,02 Eu­ro brut­to zu zah­len und ei­nen jähr­li­chen Ur­laubs­an­spruch in Höhe von 32 Ta­gen zu gewähren;
2. die Jah­res­sol­l­ar­beits­zeit des Klägers in­klu­si­ve Wo­chen­fei­er­ta­ge wei­ter­hin 2.002 St­un­den beträgt.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Kla­ge sei un­zulässig, weil die fest­zu­stel­len­den Ar­beits­be­din­gun­gen man­gels Be­nen­nung der maßgeb­li­chen Ta­rif­vor­schrif­ten im An­trags­wort­laut und Ge­gen­rech­nung er­hal­te­ner Leis­tun­gen nicht hin­rei­chend be­stimmt sei­en. Im Fal­le ih­rer Zulässig­keit sei die Kla­ge un­be­gründet. Nach­dem die Be­klag­te das Vor­lie­gen ei­nes Teil­be­triebsüber­gangs erst­in­stanz­lich nicht in Zwei­fel ge­zo­gen hat­te, hat sie die­sen zweit­in­stanz­lich mit der Be­gründung in Fra­ge ge­stellt, dass von 33 be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­tern 17 dem Über­gang ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses auf sie wi­der­spro­chen hätten und nur 16 über­ge­gan­gen sei­en. Aber auch im Fal­le ei­nes Teil­be­triebsüber­gangs sei­en die Ar­beits­be­din­gun­gen des BMT-G II nicht für das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en maßge­bend. Die­ser Ta­rif­ver­trag sei durch die all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­verträge des Gebäuderei­ni­ger­hand­werks nach § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB ab­gelöst wor­den. Die ver­trag­li­che Be­zug­nah­me sei als Ver­wei­sung auf die nach dem Teil­be­triebsüber­gang in­fol­ge All­ge­mein­ver­bind­lich­keit gel­ten­den Ta­rif­verträge zu ver­ste­hen. Die An­wend­bar­keit die­ser Ta­rif­verträge fol­ge auch aus der Ver­ein­ba­rung im In­ter­es­sen­aus­gleich so­wie aus den Re­geln zur Ta­rif­kon­kur­renz. Sch­ließlich sei der Kläger nicht wie von der vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­be­rin für rich­tig ge­hal­ten in die Lohn­gr. 3a ein­zu­grup­pie­ren. Die vom Kläger über­wie­gend aus­geübten Rei­ni­gungstätig­kei­ten sei­en ein­fachs­te Tätig­kei­ten iSd. Lohn­gr. 1 Fall­grup­pe 1.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben. Mit der Re­vi­si­on er­strebt die Be­klag­te die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils. Der Kläger be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.
Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auf die Be­ru­fung des Klägers die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung zu Recht ab­geändert und der Kla­ge statt­ge­ge­ben.
A. Die Kla­ge ist zulässig und be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­stimmt sich kraft der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel auch nach dem Be­triebsüber­gang wei­ter nach dem BMT-G II und den für Ber­lin gel­ten­den Be­zirks­ta­rif­verträgen.
I. Bei­de Fest­stel­lungs­anträge sind nach § 256 ZPO zulässig. Die Fest­stel­lungs­kla­ge kann sich auf ein­zel­ne Be­zie­hun­gen oder Fol­gen aus ei­nem Rechts­verhält­nis, auf be­stimm­te Ansprüche oder Ver­pflich­tun­gen oder auf den Um­fang ei­ner Leis­tungs­pflicht be­schränken (Se­nat 15. März 2006 - 4 AZR 75/05 - BA­GE 117, 248 mwN). Die vor­lie­gend er­streb­ten Fest­stel­lun­gen sind auf den Um­fang von Vergütungs- und Ar­beits­leis­tungs­pflich­ten be­schränk­te Fest­stel­lungs­be­geh­ren. Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se folgt dar­aus, dass die Kla­ge ge­eig­net ist, den Streit der Par­tei­en über den Um­fang künf­ti­ger ge­gen­sei­ti­ger Leis­tungs­pflich­ten zu be­rei­ni­gen.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten genügen die Anträge den Be­stimmt­heits­er­for­der­nis­sen aus § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Zwar wäre ei­ne aus­drück­li­che Be­zeich­nung der die gel­tend ge­mach­ten Leis­tungs­pflich­ten re­geln­den Ta­rif­be­stim­mun­gen im An­trags­wort­laut sach­dien­lich. Sie ist aber nicht un­ent­behr­lich, wenn sich wie vor­lie­gend die an­zu­wen­den­den Ta­rif­verträge aus der Kla­ge­be­gründung er­ge­ben. Nähe­re Vor­aus­set­zun­gen und Umstände zur Zah­lung von Ur­laubs­geld, Son­der­zu­wen­dung, vermögens­wirk­sa­men Leis­tun­gen können den dort be­zeich­ne­ten ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen ent­nom­men wer­den. Die Teil­erfüllung von Ansprüchen, auf die die Be­klag­te hin­weist, führt nicht zur Un­be­stimmt­heit des An­trags. Der Kläger be­gehrt die Fest­stel­lung des Ent­ste­hungs­um­fangs sei­ner Vergütungs­ansprüche, der von Teil­erfüllun­gen un­berührt bleibt.
II. Die Kla­ge ist be­gründet. Der Kläger ist von der Be­klag­ten nach dem Be­triebsüber­gang am 1. Ju­li 2005 kraft ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­rung hin­sicht­lich Ent­gelt, Ur­laubs­ansprüchen, vermögens­wirk­sa­men Leis­tun­gen, Jah­res­son­der­zah­lung und Ar­beits­zeit nach dem BMT-G II und den die­sen ergänzen­den Ta­rif­verträgen zu be­han­deln. Da­nach steht dem Kläger ins­be­son­de­re ein An­spruch auf Vergütung nach Lohn­gr. 3a des Ber­li­ner Be­zirks­ta­rif­ver­trags Nr. 2 zum BMT-G (BZT Nr. 2) zu.
1. Die vor­ge­nann­ten Ta­rif­verträge gal­ten zwi­schen dem Kläger und dem J kraft Be­zug­nah­me­klau­sel in de­ren Ar­beits­ver­trag vom 27. Sep­tem­ber 1994 als Ver­trags­recht. Die Maßgeb­lich­keit des BMT-G II und der wei­ter ge­nann­ten Ta­rif­verträge (nach­fol­gend nur: BMT-G II) be­ruh­te - worüber zwi­schen den Par­tei­en kein Streit
be­steht - zwi­schen den da­ma­li­gen Ar­beits­ver­trags­par­tei­en al­lein auf die­ser kon­sti­tu­ti­ven ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung. Denn im Ge­gen­satz zum J war und ist der Kläger nicht ta­rif­ge­bun­den.
Die Be­zug­nah­me er­streck­te sich, wo­von das Lan­des­ar­beits­ge­richt, oh­ne da­zu aus­drück­lich Ausführun­gen zu ma­chen, aus­ge­gan­gen ist, auf die den BMT-G II ergänzen­den Ta­rif­verträge zu Ur­laubs­geld, Son­der­zu­wen­dung und vermögens­wirk­sa­men Leis­tun­gen. Dies folgt aus der Ver­trags­pra­xis der da­ma­li­gen Ar­beits­ver­trags­par­tei­en. Die Fest­stel­lungs­anträge ge­hen da­hin, dass für die Par­tei­en wei­ter­hin die „bis­he­ri­gen ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen zwi­schen dem Kläger und dem J“ maßge­bend sind. Die Be­klag­te hat nicht in Zwei­fel ge­zo­gen, dass das Ar­beits­verhält­nis vor dem Be­triebsüber­gang ver­trag­lich um­fas­send dem BMT-G II und den ihn ergänzen­den Ta­rif­verträgen un­ter­stellt war und ent­spre­chend ab­ge­wi­ckelt wor­den ist. Nur auf die­ser Grund­la­ge kommt auch die übe­rein­stim­men­de Wer­tung der Be­zug­nah­me­klau­sel durch die Par­tei­en als Gleich­stel­lungs­ab­re­de in Be­tracht. Denn für die ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­neh­mer gal­ten auch die den BMT-G II ergänzen­den Ta­rif­verträge zu Ur­laubs­geld usw.
2. Die Be­klag­te ist nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB zum 1. Ju­li 2005 in die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis des Klägers ein­ge­tre­ten, weil sie zu die­sem Zeit­punkt den Teil­be­trieb Haus­wirt­schaft der ge­nann­ten Stif­tung im We­ge ei­nes Teil­be­triebsüber­gangs über­nom­men hat.
a) So­weit die Be­klag­te da­ge­gen in der Re­vi­si­on ein­wen­det, es sei in­fol­ge der be­reits vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­tra­ge­nen An­zahl der Ar­beit­neh­mer­wi­dersprüche frag­lich, ob der von den Be­triebs­par­tei­en ih­rer Rechts­vorgänge­rin und ihr selbst vor­aus­ge­setz­te Be­triebsüber­gang tatsächlich ge­ge­ben sei, ist die­ses Vor­brin­gen un­schlüssig.
aa) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat da­zu zu­tref­fend aus­geführt, zunächst hätten das J als Veräußerer und die Be­klag­te als Er­wer­ber die Mit­ar­bei­ter - auch den Kläger - mit Schrei­ben vom 12. Mai 2005 über ei­nen Be­triebs­teilüber­gang un­ter­rich­tet. Fer­ner hätten die Be­triebs­par­tei­en in ei­ner von der Be­klag­ten eben­falls mit­un­ter­zeich­ne­ten Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­nen Be­triebsüber­gang ge­re­gelt und dort aus­drück­lich vor-ge­se­hen, dass die in der An­la­ge 1 na­ment­lich be­nann­ten Mit­ar­bei­ter, so auch der Kläger, gem. § 613a BGB von der Be­klag­ten über­nom­men würden. Wi­der­spre­che der Kläger dann nicht ei­nem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern setz­te er bei der
Be­klag­ten sei­ne Ar­beit fort, neh­me er das An­ge­bot der Be­klag­ten an, das Ar­beits­verhält­nis nach Maßga­be des § 613a BGB bei ihr fort­zu­set­zen. Dem tritt der Se­nat bei.
bb) Auch un­abhängig da­von ist das Be­strei­ten ei­nes Teil­be­triebsüber­gangs durch die Be­klag­te mit der Be­gründung, nur et­was we­ni­ger als die Hälf­te der Ar­beit­neh­mer des über­nom­me­nen Teil­be­triebs würden bei ihr wei­ter­beschäftigt, un­schlüssig. Auch in ei­nem be­triebs­mit­tel­ar­men Dienst­leis­tungs­be­trieb ist für das Vor­lie­gen ei­nes Be­triebsüber­gangs die fort­ge­setz­te Beschäfti­gung der Be­leg­schaft oder ei­nes we­sent­li­chen Teils der­sel­ben nicht der al­lein maßge­ben­de Um­stand. Viel­mehr ist die­ser gleich­wer­tig ne­ben an­de­ren mögli­chen Kri­te­ri­en für ei­nen Be­triebsüber­gang zu berück­sich­ti­gen (BAG 11. De­zem­ber 1997 - 8 AZR 729/96 - BA­GE 87, 303). Vor­lie­gend kann nicht ein­mal da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der von der Be­klag­ten über­nom­me­ne Teil­be­trieb be­triebs­mit­tel­arm war. Denn nach § 1 des Frei­wil­li­gen In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans wur­den die dort auf­geführ­ten Diens­te „mit al­len die­sen Be­rei­chen zu­ge­ord­ne­ten Geräten und dem ge­sam­ten die­sen Be­rei­chen zu­ge­ord­ne­ten im­ma­te­ri­el­len und ma­te­ri­el­len Wirt­schaftsgütern und Be­triebs­mit­teln auf die Über­neh­me­rin über­tra­gen“. Zu den über­tra­ge­nen „Be­rei­chen“ zähl­ten auch Kraft­fahr­diens­te und Kran­ken­trans­por­te, al­so Be­rei­che mit ma­te­ri­el­len Wirt­schaftsgütern, de­ren Wert nicht im Ba­ga­tell­be­reich liegt. Da­her hin­dert al­lein der Um­stand, dass nur die Hälf­te des be­trof­fe­nen Per­so­nals bei der Be­klag­ten wei­ter­ar­bei­tet, nicht die An­nah­me ei­nes Teil­be­triebsüber­gangs. An­ge­sichts der be­reits un­ter aa) dar­ge­stell­ten Umstände - Schrei­ben vom 12. Mai 2005, In­halt des von der Be­klag­ten mit­un­ter­zeich­ne­ten Frei­wil­li­gen In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans zum Be­triebsüber­gang und der Über­nah­me von Ar­beit­neh­mern nach § 613a BGB - ob­lag es der Be­klag­ten, das Nicht­vor­lie­gen ei­nes Be­triebsüber­gangs sub­stan­ti­iert dar­zu­le­gen. Dies hat sie versäumt. An­ge­sichts des­sen kann un­ent­schie­den blei­ben, ob die An­nah­me ei­nes Be­triebsüber­gangs über­haupt - ggf. nachträglich - dar­an schei­tern kann, dass ein großer Teil der zur Über­nah­me nach § 613a BGB vor­ge­se­he­nen Be­leg­schaft dem Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se wi­der­spro­chen hat.
b) In­fol­ge des Be­triebsüber­gangs trat die Be­klag­te gem. § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB in die ar­beits­ver­trag­lich be­gründe­ten Rech­te und Pflich­ten des J ein. Der Kläger kann Ent­gelt, Ur­laubs­geld, Son­der­zah­lung usw. und Ar­beits­zeit­um­fang ent­spre­chend den Re­ge­lun­gen des BMT-G II und der die­sen ergänzen­den Ta­rif­verträge be­an­spru­chen, weil die ver­trag­li­che Be­zug­nah­me auch nach dem Teil­be­triebsüber­gang die An­wend­bar­keit die­ser Ta­rif­verträge be­gründet.
aa) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en da­hin aus­ge­legt, dass der da­mit ver­folg­te Zweck der Gleich­stel­lung ta­rif­ge­bun­de­ner Ar­beit­neh­mer und nicht ta­rif­ge­bun­de­ner Ar­beit­neh­mer bei Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses auf ei­nen ta­rif­lich nicht oder an­ders ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber wei­ter­hin die An­wen­dung des BMT-G II und der ergänzen­den Ta­rif­verträge zum Stand des Über­g­angs­zeit­punkts be­gründe. Ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung im Sin­ne ei­ner Ta­rif­wech­sel­klau­sel, die zur An­wend­bar­keit der nach dem Teil­be­triebsüber­gang in­fol­ge ih­rer All­ge­mein­ver­bind­lich­keit für das Ar­beits­verhält­nis gel­ten­den Ta­rif­verträge des Gebäuderei­ni­ger­hand­werks führe, hat es un­ter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des Se­nats ab­ge­lehnt.
bb) Der Se­nat folgt die­ser zu­tref­fen­den Ver­trags­aus­le­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts.
(1) Der Ar­beits­ver­trag vom 27. Sep­tem­ber 1994 ist ein For­mu­lar­ver­trag, des­sen Be­stim­mun­gen nach den Re­ge­lun­gen über All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen aus­zu­le­gen sind. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen hat das Re­vi­si­ons­ge­richt selbständig nach den Grundsätzen der Aus­le­gung von Nor­men aus­zu­le­gen. Sie sind nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (BAG 31. Au­gust 2005 - 5 AZR 545/04 - BA­GE 115, 372; 15. Fe­bru­ar 2007 - 6 AZR 286/06 - AP BGB § 620 Auf­he­bungs­ver­trag Nr. 35 = EzA BGB 2002 § 611 Auf­he­bungs­ver­trag Nr. 6; BGH 21. Sep­tem­ber 2005 - VIII ZR 284/04 - NJW 2005, 3567). Die Aus­le­gung von ty­pi­schen Ver­trags­klau­seln ist der un­ein­ge­schränk­ten Über­prüfung durch das Re­vi­si­ons­ge­richt zugäng­lich (st. Rspr. des BAG zB Se­nat 19. März 2003 - 4 AZR 331/02 - BA­GE 105, 284; 13. Sep­tem­ber 2006 - 4 AZR 803/05 - ZTR 2007, 151; BAG 19. Ok­to­ber 2004 - 9 AZR 647/03 - BA­GE 112, 214, 222; 23. No­vem­ber 2004 - 9 AZR 595/03 - BA­GE 112, 376, 380 mwN).
(2) Auch bei An­wen­dung die­ses Prüfungs­maßstabs er­weist sich die Ver­trags­aus­le­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts als zu­tref­fend. Die Be­zug­nah­me­klau­sel im Ar­beits­ver­trag vom 27. Sep­tem­ber 1994 enthält bei de­ren zu­tref­fen­der Aus­le­gung kei­ne Ver­wei­sung auf das Ta­rif­recht des Gebäuderei­ni­ger­hand­werks. Der Ar­beits­ver­trag ver­weist zwar un­ter den §§ 2 und 3 auf die „je­weils gel­ten­de ta­rif­li­che Vergütung“ so­wie die „ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen“ zur Ar­beits­zeit. Die Be­zug­nah­me auf die Lohn­grup­pen
des Ber­li­ner Be­zirks­ta­rif­ver­trags Nr. 2 zum BMT-G eben­falls in § 2 und ins­be­son­de­re die Be­stim­mung in § 4 des Ar­beits­ver­trags, wo­nach der BMT-G II so­wie „die für Ber­lin gel­ten­den Be­zirks­ta­rif­verträge, ein­sch­ließlich der Lohn­ta­ri­fe, ins­be­son­de­re auch des Ver­sor­gungs­ta­rif­ver­tra­ges in der je­weils gel­ten­den Fas­sung“ an­zu­wen­den sind, ma­chen aber deut­lich, dass da­mit Be­stim­mun­gen aus dem BMT-G II oder ergänzen­der Ta­rif­verträge ge­meint sind.
(3) Der Gleich­stel­lungs­zweck, den die Be­zug­nah­me­klau­sel in dem Ar­beits­ver­trag vom 27. Sep­tem­ber 1994 nach der übe­rein­stim­men­den Auf­fas­sung der Par­tei­en ver­folgt, recht­fer­tigt eben­falls nicht die Aus­le­gung der Be­zug­nah­me auf den BMT-G II und die ihn ergänzen­den Ta­rif­verträge nach dem Bran­chen­wech­sel als Ver­wei­sung auf die nun­mehr fach­lich ein­schlägi­gen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­verträge für das Gebäuderei­ni­ger­hand­werk. Die Be­zug­nah­me auf das Ta­rif­werk ei­ner be­stimm­ten Bran­che kann über ih­ren Wort­laut hin­aus nur dann als große dy­na­mi­sche Ver­wei­sung (= Be­zug­nah­me auf den je­weils für den Be­trieb fach­lich/be­trieb­lich gel­ten­den Ta­rif­ver­trag) aus­ge­legt wer­den, wenn sich dies aus be­son­de­ren Umständen er­gibt (Se­nat 25. Sep­tem­ber 2002 - 4 AZR 294/01 - BA­GE 103, 9, 12 f. mwN; eben­so ErfK/Preis 8. Aufl. § 613a BGB Rn. 127; Ho­hen­statt in Wil­lem­sen/Ho­hen­statt/Sch­wei­bert/Seibt Um­struk­tu­rie­rung und Über­tra­gung von Un­ter­neh­men 3. Aufl. E Rn. 203 f.). Das hat der Se­nat ge­ra­de auch für ei­ne Be­zug­nah­me­klau­sel ent­schie­den, in der auf den BMT-G II und die die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträge ver­wie­sen wor­den ist (25. Sep­tem­ber 2002 - 4 AZR 294/01 - aaO mwN). Dies ist auch der Stand­punkt der herr­schen­den Mei­nung im Schrift­tum, in dem zwi­schen dem Ty­pus der sog. klei­nen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel (zB AnwK-ArbR/Fried­rich § 3 TVG Rn. 90 f.; Stau­din­ger/An­nuß BGB (2005) § 613a Rn. 291), bei der sich die Dy­na­mik al­lein auf das zeit­li­che Mo­ment be­zieht, und dem­je­ni­gen der sog. großen dy­na­mi­schen Ver­wei­sung oder Ta­rif­wech­sel­klau­sel un­ter­schie­den wird, die auch be­trieb­lich/fach­lich dy­na­misch wirkt. An die­ser Un­ter­schei­dung hält der Se­nat fest, ins­be­son­de­re des­halb, weil die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en die Rechts­fol­ge ei­nes Ta­rif­wech­sels aus­drück­lich ver­ein­ba­ren können. Sie be­stim­men mit ih­rer ver­trag­li­chen Ab­re­de den Um­fang der In­be­zug­nah­me. Dar­auf be­schränkt sich auch ei­ne von ih­nen ge­woll­te Gleich­stel­lung. Das Ar­gu­ment der Be­klag­ten, die ver­trag­li­che Be­zug­nah­me auf den BMT-G II sei we­gen ih­res Gleich­stel­lungs­zwecks als Ver­weis auf die nach dem Teil­be­triebsüber­gang in­fol­ge All­ge­mein­ver­bind­lich­keit nor­ma­tiv gel­ten­den Ta­rif­verträge zu ver­ste­hen, ver­kennt, dass dies nicht der In­halt ei­ner klei­nen dy­na­mi­schen Ver­wei­sung ist. Wol­len die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en auch für den Fall ei­nes durch ei­nen Be­triebsüber­gang
her­bei­geführ­ten Bran­chen­wech­sels des Ar­beit­ge­bers die Gleich­stel­lung des Ar­beit­neh­mers auf der Grund­la­ge des dann ein­schlägi­gen Ta­rif­rechts, ha­ben sie die Möglich­keit, den Ty­pus der Ta­rif­wech­sel­klau­sel zu wählen. Sch­licht un­ter­stellt wer­den kann der Wil­le zum Ta­rif­wech­sel nicht. Denn ein Ar­beit­neh­mer, der - wie hier - ei­ne Tätig­keit auf dem Ge­biet der Gebäuderei­ni­gung ausübt, kann sich ganz ge­zielt er­folg­reich um ei­ne An­stel­lung im öffent­li­chen Dienst bemüht ha­ben, um des­sen im Ver­gleich zu de­nen der Gebäuderei­ni­gung bes­se­re ta­rif­li­che Ar­beits­be­din­gun­gen zu er­hal­ten.
cc) Die von der Be­klag­ten ver­tre­te­ne, mit dem Gleich­stel­lungs­zweck der Be­zug­nah­me­klau­sel be­gründe­te Aus­le­gung ist ent­ge­gen ih­rer Auf­fas­sung nicht auf Grund Ver­trau­ens­schut­zes in ei­ne auf­ge­ge­be­ne höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung ge­recht-fer­tigt.
(1) Die Gewährung von Ver­trau­ens­schutz in ei­ne auf­ge­ge­be­ne höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung setzt vor­aus, dass die be­trof­fe­ne Par­tei in die Fort­gel­tung ei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung ver­trau­en durf­te (BAG 23. März 2006 - 2 AZR 343/05 - BA­GE 117, 281; BGH 29. Fe­bru­ar 1996 - IX ZR 153/95 - BGHZ 132, 119, 130). So wen­det der Se­nat aus Gründen des Ver­trau­ens­schut­zes die in jah­re­lan­ger Recht­spre­chung ent­wi­ckel­te und be­kräftig­te Aus­le­gungs­re­gel zur Gleich­stel­lungs­ab­re­de auf vor dem 31. De­zem­ber 2001 ge­schlos­se­ne Verträge wei­ter an (14. De­zem­ber 2005 - 4 AZR 536/04 - BA­GE 116, 326; 18. April 2007 - 4 AZR 652/05 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 53 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 35). Ei­ne ent­spre­chen­de Aus­le­gung von Alt­verträgen hat da­nach zur Fol­ge, dass die ver­trag­li­che An­bin­dung an die dy­na­mi­sche Ent­wick­lung der ta­rif­lich ge­re­gel­ten Ar­beits­be­din­gun­gen en­det, wenn sie ta­rif­recht­lich auch für ei­nen ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­neh­mer en­det, zB durch den Aus­tritt des Ar­beit­ge­bers aus dem zuständi­gen Ar­beit­ge­ber­ver­band, durch das Her­aus­fal­len des Be­triebs aus dem Gel­tungs­be­reich oder durch den Über­gang des Be­triebs oder Teil­be­triebs, in dem die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer beschäftigt sind, auf ei­nen nicht ta­rif­ge­bun­de­nen neu­en Ar­beit­ge­ber. Die von der Be­klag­ten gel­tend ge­mach­te Rechts­fol­ge, wo­nach bei bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit nach ei­nem Be­triebsüber­gang der Gleich­stel­lungs­zweck ei­ner klei­nen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me den Aus­tausch des Be­zug­nah­me­ob­jekts er­for­de­re, ist hier­von nicht er­fasst. Wie aus­geführt ist der Gleich­stel­lungs­ge­halt ei­ner sol­chen Ver­ein­ba­rung nach die­ser Recht­spre­chung auf den Zu­sam­men­hang zwi­schen der
Dy­na­mik der Be­zug­nah­me und der Ta­rif­ge­bun­den­heit des Ar­beit­ge­bers an die be­zeich­ne­ten Ta­rif­verträge be­schränkt.
(2) So­weit in der Li­te­ra­tur ein Ver­trau­ens­schutz für die von der Be­klag­ten gel­tend ge­mach­te Aus­le­gung aus der Ent­schei­dung des Se­nats vom 4. Sep­tem­ber 1996 (- 4 AZR 135/95 - BA­GE 84, 97 ff.) ab­ge­lei­tet wird (Hens­s­ler FS Wißmann S. 133, 142), ist zunächst dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die­se Ent­schei­dung ei­nen be­son­ders ge­la­ger­ten Sach­ver­halt be­traf. Nach die­sem hat­te der Ar­beit­ge­ber bei un­veränder­tem Be­triebs­zweck ei­nen Ver­bands­wech­sel in­ner­halb der Bran­che vor­ge­nom­men. Ab­ge­se­hen da­von reicht ei­ne ein­zel­ne höchst­ge­richt­li­che Ent­schei­dung nicht aus, die Gewährung von Ver­trau­ens­schutz zu be­gründen. In sei­ner wei­te­ren Recht­spre­chung hat der Se­nat, al­ler­dings oh­ne dass ei­ne kon­gru­en­te Ta­rif­bin­dung an den für den Ar­beit­ge­ber zu­letzt ein­schlägi­gen Ta­rif­ver­trag vor­lag, die re­gelmäßige Aus­le­gung der in Re­de ste­hen­den Gleich­stel­lungs­ver­ein­ba­rung als Ta­rif­wech­sel­klau­sel ab­ge­lehnt (30. Au­gust 2000 - 4 AZR 581/99 - BA­GE 95, 296, 300; 25. Ok­to­ber 2000 - 4 AZR 506/99 - BA­GE 96, 177, 186 f.; 16. Ok­to­ber 2002 - 4 AZR 467/01 - BA­GE 103, 141, 146). Dies sieht die Be­klag­te nicht oder will es nicht se­hen. Für die vor­lie­gen­de Fall­ge­stal­tung gibt es kei­ne die Ver­trags­aus­le­gung der Be­klag­ten stützen­de höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung.
dd) Auch für die ana­lo­ge An­wen­dung des § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB, die Tei­le des Schrift­tums befürwor­ten (Hens­s­ler FS Schaub S. 311, 322 f.; Wank NZA 1987, 505, 509), ist kein Raum (ge­gen ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung des § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB auf Außen­sei­ter auch Ho­hen­statt in Wil­lem­sen/Ho­hen­statt/Sch­wei­bert/Seibt E Rn. 190; Oet­ker in Ja­cobs/Krau­se/Oet­ker Ta­rif­ver­trags­recht § 6 Rn. 216; ErfK/Preis § 613a Rn. 127; Stau­din­ger/An­nuß § 613a Rn. 297). Denn ein ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­ner Ta­rif­ver­trag gilt zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en als Ver­trags­recht. An des­sen In­halt ist der neue Be­triebs­in­ha­ber nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB ge­bun­den. Die Sätze 2 bis 4 des § 613a Abs. 1 BGB ent­hal­ten ei­ne von Satz 1 ab­wei­chen­de Son­der­re­ge­lung für die Wei­ter­gel­tung von Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­run­gen (Ta­rif­ver­trag und/oder Be­triebs­ver­ein­ba­rung) nach ei­nem Be­triebsüber­gang. Dies ver­kennt die Be­klag­te, die die Ver­drängung als Ver­trags­recht gel­ten­der Ta­rif­verträge in di­rek­ter An­wen­dung des § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB an­nimmt. Die Re­ge­lung des § 613a Abs. 1 Satz 2 bis 4 BGB ist er­for­der­lich, weil Ta­rif­verträge und Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen nicht Be­stand­teil des Ar­beits­ver­trags sind, son­dern von außen auf Grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit auf das Ar­beits­verhält­nis ein­wir­ken. Wenn der Ta­rif­ver­trag je­doch
kraft ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me auf das Ar­beits­verhält­nis mit dem Be­triebs­veräußerer an­wend­bar war, gilt sein In­halt nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB nach dem Be­triebsüber­gang als In­di­vi­du­al­ver­trags­recht un­verändert wei­ter. Ei­ne Ge­set­zeslücke, die durch ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung der Re­ge­lung des § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB zu schließen sein könn­te, fehlt. Der Se­nat hält da­her an sei­ner Recht­spre­chung fest, dass nur in den Fällen der nor­ma­ti­ven Gel­tung ei­nes Ta­rif­ver­trags im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en vor dem Be­triebsüber­gang des­sen Ablösung nach § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB durch für bei­de Par­tei­en des Ar­beits­verhält­nis­ses nor­ma­tiv gel­ten­de ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen in Be­tracht kommt (25. Sep­tem­ber 2002 - 4 AZR 294/01 - BA­GE 103, 9, 15).
3. Ei­ner Vor­la­ge der Sa­che an den Eu­ropäischen Ge­richts­hof be­durf­te es nicht. Die hier ver­tre­te­ne Auf­fas­sung zur Bin­dung des neu­en In­ha­bers an ei­ne Be­zug­nah­me­klau­sel nach ei­nem Be­triebsüber­gang verstößt nicht ge­gen Grundsätze, die der Eu­ropäische Ge­richts­hof ins­be­son­de­re in der Ent­schei­dung vom 9. März 2006 (- C-499/04 - [Wehr­hof] Eu­GHE I 2006, 2397 = AP Richt­li­nie 77/187/EWG Nr. 2 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 44) mögli­cher­wei­se auf­stel­len woll­te. Der Eu­ropäische Ge­richts­hof hat in die­ser Ent­schei­dung je­den­falls deut­lich ge­macht, dass es um die Frei­heit des Er­wer­bers von Bin­dun­gen an künf­ti­ge Kol­lek­tiv­verträge (so 9. März 2006 - C-499/04 - aaO Rn. 34, 35) bzw. an nach dem Zeit­punkt des Un­ter­neh­mensüber­gangs ge­schlos­se­ne Kol­lek­tiv­verträge (9. März 2006 - C-499/04 - aaO Rn. 36) bzw. an Kol­lek­tiv­verträge, die dem zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­gangs gel­ten­den nach­fol­gen (9. März 2006 - C-499/04 - aaO Rn. 37), geht. Der Kläger nimmt die Be­klag­te dem-ge­genüber vor­lie­gend aus ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen in An­spruch, die be­reits vor dem Be­triebsüber­gang ver­ein­bart wor­den sind. Ge­gen­tei­li­ges macht die Be­klag­te nicht gel­tend. Es be­darf an­ge­sichts des­sen kei­ner ein­ge­hen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit der Fra­ge, wel­che über den Ein­zel­fall hin­aus­ge­hen­den Rechtssätze der Ent­schei­dung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs vom 9. März 2006 zu ent­neh­men sind.
4. Die in­di­vi­du­al­recht­lich im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en gel­ten­den Re­ge­lun­gen des BMT-G II set­zen sich nach dem ta­rif­recht­li­chen Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG ge­genüber den kraft All­ge­mein­ver­bind­lich­keit nor­ma­tiv auf das Ar­beits­verhält­nis ein­wir­ken­den Ta­rif­verträgen für das Gebäuderei­ni­ger­hand­werk durch.
a) Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt mit Recht und mit zu­tref­fen­der Be­gründung er­kannt. Es geht bei die­ser Kon­stel­la­ti­on nicht um die Kon­kur­renz zwei­er Ta­rif­verträge,
son­dern um die Kon­kur­renz ei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Re­ge­lung mit ei­nem kraft All­ge­mein­ver­bind­lich­keit wir­ken­den Ta­rif­ver­trag. Das ist kein Fall der Ta­rif­kon­kur­renz zwei­er Nor­men­verträge. Viel­mehr wird das Verhält­nis der ar­beits­ver­trag­li­chen Re­ge­lung zu der nor­ma­tiv wir­ken­den ta­rif­li­chen durch § 4 Abs. 3 TVG be­stimmt (BAG 26. Ja­nu­ar 1994 - 10 AZR 611/92 - BA­GE 75, 298, 308; vgl. auch Se­nat 25. Sep­tem­ber 2002 - 4 AZR 294/01 - BA­GE 103, 9, 13; Ho­hen­statt in Wil­lem­sen/Ho­hen­statt/ Sch­wei­bert/Seibt E Rn. 202; Kort SAE 2006, 247 ff.; ErfK/Preis § 613a Rn. 127; Schaub/Koch ArbR-Hdb. 12. Aufl. § 119 Rn. 12). So­weit der Se­nat in der Ver­gan­gen­heit ei­ne an­de­re Rechts­auf­fas­sung ein­ge­nom­men hat (zu­letzt 23. März 2005 - 4 AZR 203/04 - BA­GE 114, 186, 191 f.), gibt er sie hier­mit aus­drück­lich auf.
b) Die An­wen­dung des Güns­tig­keits­prin­zips führt vor­lie­gend zur An­wen­dung des BMT-G II und der ihn ergänzen­den Ta­rif­verträge. Un­strei­tig sind die in die­sem Ta­rif­werk ent­hal­te­nen Re­ge­lun­gen zur Vergütung des Klägers ein­sch­ließlich Ur­laubs­geld, Son­der­zu­wen­dung und vermögens­wirk­sa­mer Leis­tung so­wie zum Ar­beits­zeit­um­fang güns­ti­ger für den Kläger.
5. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on schließt § 5 Abs. 3 des Frei­wil­li­gen In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans vom 10. Mai 2005 die Maßgeb­lich­keit der ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­verträge des öffent­li­chen Diens­tes für das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht aus. Da­bei kann zu Guns­ten der Be­klag­ten un­ter­stellt wer­den, dass die Be­triebs­par­tei­en die An­wen­dung der Gebäuderei­ni­ger­ta­rif­verträge auf die Ar­beits­verhält­nis­se der über­ge­hen­den Ar­beit­neh­mer ver­ein­ba­ren woll­ten. Ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung kann güns­ti­ge­re ver­trag­li­che Ab­spra­chen nicht ver­drängen. Zu­tref­fend hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass - ab­ge­se­hen von hier nicht ein­schlägi­gen Aus­nah­men - Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen nicht in ar­beits­ver­trag­li­che Rechts­po­si­tio­nen ein­grei­fen können. Für das Verhält­nis ver­trag­li­cher Ansprüche zu den Nor­men ei­ner nach­fol­gen­den Be­triebs­ver­ein­ba­rung gilt viel­mehr grundsätz­lich das Güns­tig­keits­prin­zip (BAG 16. Sep­tem­ber 1986 - GS 1/82 - BA­GE 53, 42, 47). Die Ein­be­zie­hung des BMT-G II und ergänzen­der Ta­rif­verträge ist ei­ne güns­ti­ge­re ver­trag­li­che Re­ge­lung als die - hier un­ter­stell­te - in der Be­triebs­ver­ein­ba­rung an­ge­ord­ne­te An­wend­bar­keit der Gebäuderei­ni­ger­ta­rif­verträge, so dass die ver­trag­li­che Re­ge­lung vor­ran­gig ist.
6. Der Kläger hat An­spruch auf die in den Fest­stel­lungs­anträgen auf­geführ­ten Leis­tun­gen und Ar­beits­be­din­gun­gen des BMT-G II und der ihn ergänzen­den Ta­rif­ver-
träge. Er macht die­se nach den bis zum Teil­be­triebsüber­gang gel­ten­den Ta­rif­re­ge­lun­gen gel­tend. Sie sind mit Aus­nah­me der Vergütung des Klägers nach den ver­ein­bar­ten Ta­rif­re­ge­lun­gen nach Vor­aus­set­zun­gen so­wie Höhe bzw. In­halt zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten ist aber der Kläger auch nach dem Ein­grup­pie­rungs­merk­mal der Lohn­gr. 3 Nr. 49 BZT Nr. 2 nach vierjähri­ger Tätig­keit in die Lohn­gr. 3a ein­grup­piert und hat An­spruch auf die ge­for­der­te Vergütung.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat da­zu im We­sent­li­chen aus­geführt, der Kläger sei nach den Re­ge­lun­gen im Ar­beits­ver­trag in die Lohn­gr. 3 Fall­gr. 49 ein­grup­piert ge­we­sen. Nach vierjähri­ger Bewährungs­zeit sei er in die Lohn­gr. 3a auf­ge­stie­gen. So­weit die Be­klag­te die Rich­tig­keit der Ein­grup­pie­rung des Klägers be­zwei­fe­le, rei­che ihr Vor­brin­gen da­zu nicht aus. Denn auch so­weit die ar­beits­ver­trag­lich vor­ge­se­he­ne Vergütungs­grup­pe nur der Hin­weis auf die dem Kläger nach den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Tätig­kei­ten ta­rif­lich zu­ste­hen­de Vergütung ge­we­sen sein soll­te, hätte die Be­klag­te dar­le­gen müssen, wel­cher Irr­tum ih­rer Rechts­vorgänge­rin bei der ursprüng­lich vor­ge­nom­me­nen Ein­grup­pie­rung un­ter­lau­fen sei. Da­zu hätte sie zu­min­dest ent­we­der ei­nen Rechts­irr­tum dar­tun oder sub­stan­ti­iert die Tat­sa­chen vor­tra­gen müssen, die ei­ne feh­ler­haf­te Ein­grup­pie­rung des Klägers be­gründen würden. Für die ge­richt­li­che Nach­prüfung müsse nach­voll­zieh­bar sein, dass und in­wie­weit sich der Ar­beit­ge­ber bei der ursprüng­li­chen Stel­len­be­wer­tung ge­irrt ha­be; da­zu bedürfe es ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Erläute­rung der ursprüng­li­chen und jet­zi­gen Stel­len­be­wer­tung. Die­sen An­for­de­run­gen sei der Sach­vor­trag der Be­klag­ten nicht ge­recht ge­wor­den. Ins­be­son­de­re sei nicht deut­lich ge­wor­den, in­wie­weit be­reits bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags ei­ne fal­sche Stel­len­be­wer­tung er­folgt sein sol­le. So­fern sich aber erst später - ins­be­son­de­re erst bei der Be­klag­ten - der Ein­satz­be­reich des Klägers so geändert ha­ben soll­te, dass ei­ne neue Ein­grup­pie­rung er­for­der­lich wäre, könn­te dies den Vergütungs­an­spruch des Klägers nach Lohn­gr. 3a des BZT Nr. 2 nicht be­sei­ti­gen. Denn die Be­klag­te könne ei­ne ursprüng­lich zu­tref­fen­de Ein­grup­pie­rung nicht ein­fach im We­ge ei­ner „kor­ri­gie­ren­den Rück­grup­pie­rung“ ändern. In ei­nem sol­chen Fall hätte der Kläger ei­nen ver­trag­li­chen An­spruch auf Beschäfti­gung und Vergütung ent­spre­chend der ver­ein­bar­ten Vergütungs­grup­pe, der nur im We­ge der Ände­rungskündi­gung bzw. durch ein­zel­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung be­sei­tigt wer­den könne.
b) Die­se Ausführun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts las­sen ei­nen Rechts­feh­ler nicht er­ken­nen. Da der Kläger vor dem Be­triebsüber­gang von der Rechts­vorgänge­rin
der Be­klag­ten be­reits nach Lohn­gr. 3a vergütet wor­den war, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt mit Recht an­ge­nom­men, die Be­klag­te ha­be nach den Grundsätzen der Ver­tei­lung von Dar­le­gungs- und Be­weis­last bei ei­ner kor­ri­gie­ren­den Rück­grup­pie­rung die ob­jek­ti­ve Feh­ler­haf­tig­keit der dem Kläger mit­ge­teil­ten Vergütungs­grup­pe dar­zu­le­gen und zu be­wei­sen (da­zu grund­le­gend zB Se­nat 16. Fe­bru­ar 2000 - 4 AZR 62/99 - BA­GE 93, 340). Es hat auf die­ser Grund­la­ge an­ge­nom­men, die­sen An­for­de­run­gen sei der Vor­trag der Be­klag­ten nicht ge­recht ge­wor­den. Dies hat die Be­klag­te nicht mit ei­ner Ver­fah­rensrüge an­ge­grif­fen. Der Se­nat muss da­her da­von aus­ge­hen, dass der Vor­trag der Be­klag­ten zur Feh­ler­haf­tig­keit der Ein­grup­pie­rung des Klägers nicht hin­rei­chend sub­s­ta­ni­iert war. Die Re­vi­si­on macht auch nicht gel­tend, auf der Grund­la­ge der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­me­nen Ver­tei­lung der Dar­le­gungs- und Be­weis­last sei die Ent­schei­dung be­tref­fend die Ein­grup­pie­rung des Klägers feh­ler­haft. Mit Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt schließlich an­ge­nom­men, dass ei­ne bloße Ände­rung der Tätig­keit des Klägers, ins­be­son­de­re nach dem Be­triebsüber­gang, sei­nen An­spruch auf ver­trags­ge­rech­te Beschäfti­gung und Zah­lung der die­ser ent­spre­chen­den Vergütung nicht be­sei­tigt hat. Man­gels ent­ge­gen­ste­hen­der An­halts­punk­te im Tat­be­stand und in den Ent­schei­dungs­gründen des Be­ru­fungs­ur­teils war schließlich auch die Höhe der sich aus sei­ner Ein­grup­pie­rung in die Lohn­gr. 3a er­ge­ben­den Vergütung des Klägers im Be­ru­fungs­rechts­zug nicht strei­tig. Auch dies­bezüglich ist ei­ne Ver­fah­rensrüge von der Be­klag­ten nicht er­ho­ben.
7. Die Ver­ur­tei­lung zur Ver­zin­sung des Klag­an­spruchs wird von der Be­klag­ten nicht an­ge­grif­fen.
Der eh­ren­amt­li­che Rich­ter Um­landt ist we­gen Ab­laufs der Amts­zeit an der Un­ter­schrift ver­hin­dert. Be­p­ler
zur Übersicht 4 AZR 765/06