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Timestamp: 2020-02-17 03:31:32
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Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 16', '§ 1', '§ 108', 'Art. 16', '§ 31', 'Art. 16', '§ 108', '§ 108', 'Art. 16', 'Art. 16', '§ 1', '§ 108', '§ 51']

Rechtsprechung: 9 C 17.89 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerwG, 03.05.1990 | BVerwG, 06.04.1989
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BVerwG, 15.05.1990 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1990,31)
BVerwG, Entscheidung vom 15.05.1990 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1990,31)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Mai 1990 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1990,31)
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Unmittelbare Gruppenverfolgung - Mittelbare Gruppenverfolgung - Flächendeckende Massenausschreitungen - Regional begrenzte Streitigkeiten
VG Trier, 11.08.1987 - 6 K 430/87
OVG Rheinland-Pfalz, 12.10.1988 - 13 A 235/87
BVerwG, 06.04.1989 - 9 C 17.89
BVerwG, 03.05.1990 - 9 C 17.89
BVerwGE 85, 139
NJW 1991, 649 (Ls.)
NVwZ 1990, 1175
DVBl 1990, 1064
Ein wegen seiner politischen Überzeugung von zweitägiger Haft und dabei erlittenen Mißhandlungen betroffener junger Tamile ist politisch verfolgt (im Anschluß an BVerwGE 80, 315 [BVerwG 25.10.1988 - 9 C 2/88] = NVwZ 1990, 151 und BVerwGE 85, 139 = NVwZ 1990, 1175).
Für die Beurteilung, ob ein Asylsuchender politisch Verfolgter im Sinne des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG ist, gelten unterschiedliche Maßstäbe je nachdem, ob er seinen Heimatstaat auf der Flucht vor eingetretener oder unmittelbar drohender politischer Verfolgung verlassen hat oder ob er unverfolgt in die Bundesrepublik Deutschland gekommen ist (BVerfGE 80, 315 ; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - BVerwGE 85, 139 ).
Gleiches gilt, wenn sich - bei fortbestehender regional begrenzter politischer Verfolgung - nach der Einreise in den Geltungsbereich des Grundgesetzes eine zumutbare inländische Fluchtalternative eröffnet (BVerfGE 80, 345; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Droht diese Gefahr nur in einem Teil des Heimatstaates, so kann der Betroffene auf Gebiete verwiesen werden, in denen er vor politischer Verfolgung hinreichend sicher ist, es sei denn, es drohten ihm dort andere unzumutbare Nachteile und Gefahren (BVerfGE 80, 345 f.; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
An dem rechtlichen Ansatz, daß es für den politischen Charakter auf die Anknüpfung an asylrelevante Persönlichkeitsmerkmale ankommt, hat sich damit nichts geändert (Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O. ; vgl. auch Beschluß vom 12. Februar 1990 - BVerwG 9 B 2.90 -).
Das auf dem Zufluchtgedanken beruhende Asylgrundrecht des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG setzt von seinem Tatbestand her grundsätzlich den Kausalzusammenhang Verfolgung - Flucht - Asyl voraus (BVerfGE 80, 344; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Eine inländische Fluchtalternative setzt voraus, daß der Asylsuchende in den in Betracht kommenden Gebieten vor politischer Verfolgung hinreichend sicher ist und ihm jedenfalls dort auch keine anderen Nachteile und Gefahren drohen, die nach ihrer Intensität und Schwere einer asylerheblichen Rechtsgutbeeinträchtigung aus politischen Gründen gleichkommen, sofern diese existentielle Gefährdung am Herkunftsort so nicht bestünde (BVerfG, Beschluß vom 10. November 1989 - 2 BvR 403, 1501/84 - DVBl. 1990, 201; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O. ; vgl. auch Urteil vom 8. Februar 1989 - BVerwG 9 C 30.87 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 104).
Im übrigen bringt die Würdigung des Berufungsgerichts, der Beigeladene werde in den ländlichen Gegenden "kaum" eine Existenzgrundlage finden, nur die Möglichkeit zum Ausdruck, daß es sich so verhalten könnte; für die gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO erforderliche richterliche Überzeugung von der Richtigkeit dieser Prognose reicht dies jedoch nicht aus (vgl. Urteile vom 16. April 1985 - BVerwG 9 C 109.84 - BVerwGE 71, 180 und vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O. ).
Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen ein im August/September 1983 von dreitägiger Inhaftierung und Mißhandlung betroffener junger Tamile, der seine Heimat im September 1984 verlassen hat, asylberechtigt ist (im Anschluß an BVerfGE 80, 315 = NVwZ 1990, 151 sowie BVerwGE 85, 139 = NVwZ 1990, 1175 und BVerwG, NVwZ 1991, 377).
Das auf dem Zufluchtgedanken beruhende Asylgrundrecht des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG setzt von seinem Tatbestand her grundsätzlich den Kausalzusammenhang Verfolgung - Flucht - Asyl voraus (BVerfGE 80, 344; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O. ).
Demzufolge verbleibt es gemäß § 31 BVerfGG bei der Bindungswirkung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für die Annahme einer inländischen Fluchtalternative in seiner Entscheidung vom 10. Juli 1989 (BVerfGE 80, 315 Leitsatz 5 b; vgl. dazu auch BVerwG, Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Die Annahme einer alle Gruppenmitglieder erfassenden gruppengerichteten Verfolgung setzt eine bestimmte "Verfolgungsdichte" voraus, welche die "Regelvermutung" eigener Verfolgung rechtfertigt (vgl. BVerwGE 85, 139 (142 f.)).
Erhebliche Unterschiede können sich aber im Hinblick auf die prinzipielle Überlegenheit staatlicher Machtmittel sowie daraus ergeben, daß die Annahme einer unmittelbar staatlichen Gruppenverfolgung voraussetzt, daß mit ihr eigene staatliche Ziele durchgesetzt werden sollen und daß diese Ziele - offen oder verdeckt - von eigenen staatlichen Organen oder durch eigens vom Staat dazu berufene oder doch autorisierte Kräfte durchgesetzt werden können (vgl. BVerwGE 85, 139 (143)).
Ob eine in dieser Weise spezifische Zielrichtung vorliegt, die Verfolgung mithin "wegen" eines Asylmerkmals erfolgt, ist anhand ihres inhaltlichen Charakters nach der erkennbaren Gerichtetheit der Maßnahme selbst zu beurteilen, nicht nach den subjektiven Gründen oder Motiven, die den Verfolgenden dabei leiten (vgl. BVerwGE 85, 139 (141 f.) unter Hinweis auf BVerfGE 76, 143 (157, 166 f.); 80, 315 (335)).
Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen ein im August 1983 von zehntägiger Inhaftierung und Mißhandlung betroffener junger Tamile, der seine Heimat im Oktober 1984 verlassen hat, asylberechtigt ist (im Anschluß an BVerfGE 80, 315 sowie Urteile vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - BVerwGE 85, 139 und vom 30. Oktober 1990 - BVerwG 9 C 60.89 - zur Veröffentlichung in der Entscheidungssammlung bestimmt).
Das auf dem Zufluchtgedanken beruhende Asylgrundrecht des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG setzt von seinem Tatbestand her grundsätzlich den Kausalzusammenhang Verfolgung - Flucht - Asyl - voraus (BVerfGE 80, 344; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Im übrigen bringt die Würdigung des Berufungsgerichts, der Kläger werde in den ländlichen Gegenden "kaum" eine Existenzgrundlage finden, nur die Möglichkeit zum Ausdruck, daß es sich so verhalten könnte; für die gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO erforderliche richterliche Überzeugung von der Richtigkeit dieser Prognose reicht dies jedoch nicht aus (vgl. Urteile vom 16. April 1985 - BVerwG 9 C 109.84 - BVerwGE 71, 180 und vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - BVerwGE 85, 139 ).
Für die gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO erforderliche richterliche Überzeugungsgewissheit von der Richtigkeit der tatsächlichen Grundlagen sowie der darauf aufbauenden Prognose reicht das nicht aus (Urteile vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - BVerwGE 85, 139 und vom 20. November 1990 - BVerwG 9 C 72.90 - BVerwGE 87, 141 ).
Nach der Rechtsprechung von Bundesverfassungsgericht und Bundesverwaltungsgericht ist eine inländische Fluchtalternative schon dann nicht gegeben, wenn der in seinem engeren Herkunftsgebiet Verfolgte in den anderen Landesteilen nicht hinreichend sicher ist vor Verfolgung, ohne daß es noch zusätzlich in diesen Landesteilen einer existentiellen Gefährdung bedürfte, die am Herkunftsort so nicht bestanden hat (BVerfGE 80, 315 [344]; 81, 58 [65 f.]; BVerwG, Urteile vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - aaO. und vom 20. November 1990 - BVerwG 9 C 72.90 - BVerwGE 87, 141 [148]).
Nach der Rechtsprechung von Bundesverfassungsgericht und Bundesverwaltungsgericht setzt das Vorliegen einer inländischen Fluchtalternative voraus, daß der Betroffene in den in Betracht kommenden Gebieten vor politischer Verfolgung hinreichend sicher ist und ihm dort auch keine anderen Nachteile und Gefahren drohen, die nach ihrer Intensität und Schwere einer asylerheblichen Rechtsgutbeeinträchtigung aus politischen Gründen gleichkommen, sofern diese existentielle Gefährdung am Herkunftsort so nicht bestünde (BVerfGE 80, 315 [343, 344]; BVerwG, Urteile vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - …und vom 20. November 1990 - BVerwG 9 C 72.90 - beide aaO.).
Für die Beurteilung, ob ein Asylsuchender politisch Verfolgter im Sinne des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG ist, gelten unterschiedliche Maßstäbe je nach dem, ob er seinen Heimatstaat auf der Flucht vor eingetretener oder unmittelbar drohender politischer Verfolgung verlassen hat oder ob er unverfolgt in die Bundesrepublik Deutschland gekommen ist (BVerfGE 80, 315 (344); BVerwG, Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 --, BVerwGE 85, 139 (140 f.)).
Droht den Betroffenen nur regionale Verfolgung, können sie auf Gebiete ihres Heimatlandes verwiesen werden, in denen sie vor politischer Verfolgung hinreichend sicher sind, es sei denn, es drohten ihnen dort andere unzumutbare Nachteile und Gefahren (BVerfGE 80, 345 f.; BVerwGE 85, 139 (140 f.)).
Die Annahme einer Gruppenverfolgung setzt also in jedem Fall eine Verfolgungsdichte voraus, die die Gefahr einer so großen Vielzahl von Eingriffshandlungen aufweist, daß dabei nicht mehr nur von - möglicherweise zahlreichen - individuellen Übergriffen gesprochen werden kann, sondern von einer ohne weiteres bestehenden aktuellen Gefahr eigener Betroffenheit jedes Gruppenmitglieds im gesamten Verfolgungsgebiet, ohne daß es verfolgungsfreie oder deutlich weniger gefährdete Zonen oder Bereiche gibt (vgl. BVerwG, Urteil v. 30. Oktober 1984 - BVerwG 9 C 24.84 --, EZAR 202 Nr. 3 und Urteil v. 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 --, NVwZ 1990, 1175 = EZAR 202 Nr. 18 = DVBl. 1990, 1064 unter Verweis auf das Urteil vom 8. Februar 1989 - BVerwG 9 C 33.87 --, EZAR 202 Nr. 15).
aa) Zu unterscheiden ist bei der Gruppenverfolgung im übrigen - wie bei der Einzelverfolgung - zwischen unmittelbarer und nur mittelbarer staatlicher Verfolgung, wobei erstere voraussetzt, "daß mit ihr eigene staatliche Ziele durchgesetzt werden sollten und daß diese Ziele - offen oder verdeckt - von eigenen staatlichen Organen oder durch eigens vom Staat dazu berufene oder doch autorisierte Kräfte durchgesetzt würden" (vgl. dazu und zum folgenden BVerwG, Urteil vom 15. Mai 1990, a.a.O., 1176).
Die mittelbare Gruppenverfolgung erreicht die erforderliche Verfolgungsdichte erst, wenn sie sich in flächendeckenden Massenausschreitungen ähnlich einem Pogrom oder unter pogromartigen Umständen äußert (BVerwG, Urteil vom 15. Mai 1990, a.a.O., 1176).
Die in der Zeit bis zur Ausreise des Beigeladenen feststellbaren Übergriffe der singhalesischen Sicherheitskräfte gegenüber der tamilischen Zivilbevölkerung, welche allenfalls unmittelbare staatliche Gruppenverfolgung sein könnten (…BVerwG Urteile v. 3. Dezember 1985 - BVerwG 9 C 33.85 --, a.a.O., S. 8 unten und 30. Oktober 1984, a.a.O., S. 9; vgl. auch Ausführungen im Urteil v. 15. Mai 1990, a.a.O., 1176), erfüllen jedoch aus zwei Gründen nicht die Voraussetzungen für die Annahme einer unmittelbaren Gruppenverfolgung der Tamilen aus seinem Heimatland: Zum einen waren die gegen Leib, Leben und Eigentum der tamilischen Bevölkerung gerichteten Racheakte und Übergriffe nicht derart flächendeckend, um von Geschehnissen ähnlich einem Pogrom oder unter pogromartigen Umständen ausgehen zu können.
Eine inländische Fluchtalternative setzt voraus, dass Personen, die andernfalls u. U. von asylrelevanten Handlungen betroffen wären, in einem oder mehreren Gebieten eines "mehrgesichtigen" Staates vor politischer Verfolgung hinreichend sicher sind und dass ihnen dort auch keine anderen Nachteile und Gefahren drohen, die nach ihrer Intensität und Schwere einer asylerheblichen Rechtsgutsbeeinträchtigung aus politischen Gründen gleichkommen, sofern diese existenzielle Gefährdung am Herkunftsort so nicht bestünde (…BVerfG vom 10.7.1989, a.a.O., S. 343 f.; BVerwG vom 15.5.1990 BVerwGE 85, 139/146;… BVerwG vom 20.11.1990, a.a.O., S. 148).
Bereits die bloßen, noch nicht unter dem Blickwinkel der Asylrelevanz gewichteten Zahlen über als "Entführungen" eingestufte Vorgänge rechtfertigen nicht die Aussage, derartige Handlungen seien in so großer Häufigkeit zu verzeichnen, dass es sich dabei nicht mehr nur um vereinzelt bleibende individuelle Übergriffe oder um eine Vielzahl einzelner Übergriffe handelt, sondern dass sie auf alle sich im (präsumtiven) Verfolgungsgebiet aufhaltenden Gruppenmitglieder zielen und sie sich in quantitativer und qualitativer Hinsicht so ausweiten, wiederholen und um sich greifen, dass daraus für jeden Gruppenangehörigen nicht nur die Möglichkeit, sondern ohne weiteres die aktuelle Gefahr eigener Betroffenheit entsteht (BVerwG vom 15.5.1990, a.a.O., S. 142 f.; für den Bereich potentiell unmittelbarer staatlicher Verfolgung bestätigt durch BVerwG vom 5.7.1994 BVerwGE 96, 200/203 f.).
1.4.1.4 Desgleichen kann heute keine Rede mehr davon sein, jeder Bewohner Tschetscheniens sei - wie das für die Bejahung einer Gruppenverfolgung erforderlich wäre (vgl. BVerwG vom 15.5.1990, a.a.O., S. 142) - nicht nur möglicherweise, latent oder potenziell, sondern wegen seiner Gruppenzugehörigkeit deswegen aktuell gefährdet, weil er damit rechnen müsse, unabhängig von Entführungshandlungen getötet zu werden .
1.4.2.3 Von fremdenfeindlichen, mit Angriffen auf Leib, Leben oder Freiheit oder auf grundlegende Menschenrechte einhergehenden Verhaltensweisen von Privatpersonen sind Tschetschenen in der Russischen Föderation keinesfalls in solcher Häufigkeit betroffen, dass davon gesprochen werden könnte, jeder Angehörige dieser Ethnie sei von solchen Ausschreitungen nicht nur möglicherweise, latent oder potenziell, sondern wegen seiner Gruppenzugehörigkeit aktuell gefährdet (vgl. BVerwG vom 15.5.1990, a.a.O., S. 142).
Für die Beurteilung, ob ein Asylsuchender politisch Verfolgter im Sinne des Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG ist, gelten unterschiedliche Maßstäbe je nachdem, ob er seinen Heimatstaat auf der Flucht vor eingetretener oder unmittelbar drohender politischer Verfolgung verlassen hat oder ob er unverfolgt in die Bundesrepublik Deutschland gekommen ist (BVerfGE 80, 315 [344]; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - BVerwGE 85, 139 [140 f.]).
Gleiches gilt, wenn sich - bei fortbestehender regional begrenzter politischer Verfolgung - nach der Einreise in den Geltungsbereich des Grundgesetzes eine zumutbare inländische Fluchtalternative eröffnet (BVerfGE 80, 315 [345]; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Droht diese Gefahr nur in einem Teil des Heimatstaates, so kann der Betroffene auf Gebiete verwiesen werden, in denen er vor politischer Verfolgung hinreichend sicher ist, es sei denn, es drohten ihm dort andere unzumutbare Nachteile und Gefahren (BVerfGE 80, 315 [345 f.]; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
Eine inländische Fluchtalternative setzt voraus, daß der Asylsuchende im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Heimatstaat in den in Betracht kommenden Gebieten vor politischer Verfolgung hinreichend sicher ist und ihm jedenfalls dort auch keine anderen Nachteile und Gefahren drohen, die nach ihrer Intensität und Schwere einer asylerheblichen Rechtsgutbeeinträchtigung aus politischen Gründen gleichkommen, sofern diese existentielle Gefährdung am Herkunftsort so nicht bestünde (BVerfG, Beschluß vom 10. November 1989 - 2 BvR 403, 1501/84 - DVBl. 1990, 201; Urteil vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.; vgl. auch Urteil vom 8. Februar 1989 - BVerwG 9 C 30.87 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 104).
Im übrigen bringt die Würdigung des Berufungsgerichts, der Beigeladene werde in den ländlichen Gegenden "kaum" eine Existenzgrundlage finden, nur die Möglichkeit zum Ausdruck, daß es sich so verhalten könnte; für die gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO erforderliche richterliche Überzeugung von der Richtigkeit dieser Prognose reicht dies jedoch nicht aus (vgl. Urteile vom 16. April 1985 - BVerwG 9 C 109.84 - BVerwGE 71, 180 und vom 15. Mai 1990 - BVerwG 9 C 17.89 - a.a.O.).
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 82.89
Zumutbarkeit einer inländischen Fluchtalternative - Keine Gefährdung der …
BVerwG, 30.08.1990 - 9 B 151.90
BVerwG, 26.09.1990 - 9 B 190.90
Unterstützung terroristischer Aktionen - Eingriffe in asylerhebliche Merkmale - …
BVerwG, 31.08.1990 - 9 B 508.89
Frage einer asylrechtlich relevante Vorverfolgung als wesentliches Merkmal für …
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 89.89
Jezide kurdischen Volkstums aus der Türkei - Wirtschaftliches und religiöses …
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 85.89
OVG Rheinland-Pfalz, 01.04.1992 - 13 A 11860/90
Yezidische Glaubensgemeinschaft; Gruppenverfolgung in Südost-Türkei; Inländische …
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 83.89
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 87.89
Wirtschaftliches und religiöses Existenzminimum am Ort der Fluchtalternative - …
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 86.89
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 88.89
BVerwG, 15.01.1991 - 9 C 84.89
BVerwG, 21.08.1990 - 9 B 211.90
Frage der Gruppenverfolgung - Vorliegen "neuer" Beweismittel im Sinne des § 51 …
VG Düsseldorf, 22.05.2012 - 2 K 1898/11
Präsidentschaftswahl Wahlfälschung Demonstration Verhaftung Folter
VG Düsseldorf, 08.08.2006 - 2 K 2689/06
Iran, Glaubwürdigkeit, Demonstrationen, Verfolgungsbegriff, Hausdurchsuchung, …
VG Köln, 26.11.2001 - 19 K 6559/96
VG Düsseldorf, 26.05.2011 - 21 K 2034/11
Asylanspruch; Einreise; sicherer Drittstaat; Griechenland; Selbsteintrittsrecht; …
VG Frankfurt/Main, 17.05.2005 - 3 E 413/04
Zur Zumutbarkeit der Rückkehr für Paschtunen nach Afghanistan (Raum Kabul).
BVerwG, 20.08.1996 - 9 B 329.96
BVerwG, 24.01.1995 - 9 B 597.94
Vorliegen einer inländischen Fluchtalternative für Tamilen im Großraum Colombo - …
BVerwG, 24.03.1993 - 9 B 215.93
Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision - Ausreise aus Pakistan als …
BVerwG, 03.02.1993 - 9 B 388.92
BVerwG, 03.02.1993 - 9 B 8.93
Verbot der Selektion von Beweismitteln - Anforderungen an die grundsätzliche …
BVerwG, 15.01.1993 - 9 B 350.92
BVerwG, 15.01.1993 - 9 B 318.92
BVerwG, 27.06.1991 - 9 B 92.91
Staatliche Gebietsgewalt und mittelbar staatliche Verfolgung - Darlegung der …
BVerwG, 30.01.1991 - 9 B 312.90
Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe - Beurteilung der Erfolgsaussichten …
BVerwG, 08.10.1990 - 9 B 127.90
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Unverfolgte bzw. …
BVerwG, 07.02.1991 - 9 B 264.90
BVerwG, 04.09.1990 - 9 B 510.89
Zulässigkeit einer Revision hinsichtlich grundsätzlicher Bedeutung der …
BVerwG, 31.08.1990 - 9 B 511.89
Frage einer asylrechtlich relevanten Vorverfolgung - Anerkennung einer …
BVerwG, 31.08.1990 - 9 B 509.89
BVerwG, 07.08.1990 - 9 B 8.90
BVerwG, 07.08.1990 - 9 B 12.90
BVerwG, 07.08.1990 - 9 B 11.90
BVerwG, 07.08.1990 - 9 B 10.90
BVerwG, 12.02.1991 - 9 B 11.91
VG Frankfurt/Main, 17.05.2005 - 3 E 413/05
Afghanistan, interne Fluchtalternative, Kabul, Taliban, Sicherheitslage, …
VG Freiburg, 11.04.2005 - A 6 K 10591/03
Pakistan, Ahmadiyya, Gruppenverfolgung, mittelbare Verfolgung, Verfolgungsdichte, …
https://dejure.org/1990,15750
BVerwG, 03.05.1990 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1990,15750)
BVerwG, Entscheidung vom 03.05.1990 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1990,15750)
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Erforderlichkeit der Vergütung der Reisekosten eines Prozessbevollmächtigten
https://dejure.org/1989,13727
BVerwG, 06.04.1989 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1989,13727)
BVerwG, Entscheidung vom 06.04.1989 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1989,13727)
BVerwG, Entscheidung vom 06. April 1989 - 9 C 17.89 (https://dejure.org/1989,13727)
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