Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20156/72
Timestamp: 2020-03-31 08:14:19
Document Index: 205262811

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BGH, 03.10.1974 - VII ZR 156/72 - dejure.org
BGH, 03.10.1974 - VII ZR 156/72
https://dejure.org/1974,1376
BGH, 03.10.1974 - VII ZR 156/72 (https://dejure.org/1974,1376)
BGH, Entscheidung vom 03.10.1974 - VII ZR 156/72 (https://dejure.org/1974,1376)
BGH, Entscheidung vom 03. Januar 1974 - VII ZR 156/72 (https://dejure.org/1974,1376)
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Fürsorge- und Obhutspflicht des Auftraggebers hinsichtlich Arbeitsgerät des Auftragnehmers
Vertragspflichterfüllung - PVV - Zumutbare Schutzvorkehrungen - Gefährliche Arbeit
VersR 1975, 41
BauR 1975, 64
Diese Verpflichtung bezog sich auch darauf, eine Beschädigung des Mähdreschers zu verhindern (vgl. BGH, Urteil vom 3. Oktober 1974 - VII ZR 156/72, BauR 1975, 64).
(1) In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist anerkannt, dass der Besteller einer Werkleistung alles ihm Zumutbare und Mögliche zu unternehmen hat, um den Werkunternehmer bei der Erfüllung seiner Vertragspflichten vor Schaden zu bewahren, und zwar auch vor Schäden an seinem Arbeitsgerät (BGH, Urteil vom 9. Juli 1959 - VII ZR 149/58, VersR 1959, 948; Urteil vom 3. Oktober 1974 - VII ZR 156/72, VersR 1975, 41).
Deshalb ist es gerechtfertigt, ihm als Besteller einer mit Gefahr verbundenen Arbeit im Verhältnis zu einem Subunternehmer die Verantwortlichkeit für die auf der Baustelle vorhandenen Bodenverhältnisse zuzuweisen (vgl. BGH, VersR 1975, 41).
OLG Celle, 24.01.2001 - 2 U 104/00
Werkvertrag: Keine Hinweispflicht auf den vorherigen Verlust von Wendezinken beim …
Zwar kann dem Werkunternehmer ein Anspruch auf Schadensersatzanspruch aus positiver Forderungsverletzung zustehen, wenn der Besteller nicht alles ihm Zumutbare und Mögliche getan hat, um den Lohnunternehmer insbesondere dessen Arbeitsgeräte bei der Erbringung der vertraglichen Leistung vor Schäden zu bewahren (s. BGH BauR 1975, 64; OLG Braunschweig, VersR 1968, 204).
Ihr Umfang ist vielmehr nach den Umständen des Einzelfalles zu bestimmen und verlangt von dem Besteller nur diesem zumutbare Maßnahmen (BGH BauR 1975, 64).
Von einer nach Ansicht der Beklagten verletzten Aufklärungs- und Hinweispflicht des Auftraggebers kann nur bei solchen Gefahren ausgegangen werden, die der Auftragnehmer auch bei Ausübung der pflichtmäßigen Sorgfalt nicht erkennen und auf die er deshalb keinen Einfluss nehmen kann (zu vgl. OLG Hamm , OLGR 1997, 45 ff.; OLG Schleswig , OLGR Schleswig 2001, 23 ff., jeweils unter Hinweis auf BGH , VersR 1975, 41).
Eine Hinweispflicht des Auftraggebers besteht nämlich nur bei solchen Gefahren, die der Auftragnehmer auch bei Ausübung der pflichtmäßigen Sorgfalt nicht erkennen und auf die er deshalb keinen Einfluß nehmen kann (vgl. BGH VersR 1975, 41; OLG Hamm, OLGR 1997, 45-47).
Insoweit hätte die Beklagte gegebenenfalls Obhuts- und Fürsorgepflichten zu beachten (vergl. BGH BauR 1975, 64 f.; OLG Düsseldorf, Urt. V. 10.5.2000, Az.: 5 U 167/99, zit.n.juris).
a) Der Besteller hat gegenüber dem Unternehmer besondere Fürsorge- und Obhutspflichten, wenn sich im Baubereich gefahrerhöhende Umstände befinden, auf die der Auftragnehmer keinen Einfluß hat und dieser selbst bei sorgfältiger Beobachtung der tatsächlichen Gegebenheiten nicht voll erkennen kann BGH, BauR 1975, 64; Ingenstau/Korbion, 13. Aufl., VOB/B, § 10 Rdnr. 28; Englert/Grauvogl/Maurer, Handbuch des Baugrund- und Tiefbaurechts, 2. Aufl., Rdnr. 701.
OLG Düsseldorf, 22.12.2005 - 5 U 63/03
Schadensersatz wegen Einsturz eines Baugerüstes - Standsicherheitsnachweis - …
B1 hat auch keine ihr selbst etwa obliegende allgemeine Obhuts- und/oder Fürsorgepflicht verletzt, wie sie je nach den Umständen den Auftraggeber gegenüber dem Auftragnehmer für die von ihm auf der Baustelle verwendeten Sachen trifft (…vgl. Ingenstau/Korbion/Wirth, VOB, 15. Aufl. § 10 Nr. 1 Rdnr 30 m.N.; München BauR 1975, 64).