Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20151,%20163
Timestamp: 2019-06-24 12:55:32
Document Index: 178541557

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 230', '§ 231', 'BGH', '§ 705', 'BGH', '§ 231', '§ 336', '§ 15']

BFH, 22.10.1987 - IV R 17/84 - dejure.org
https://dejure.org/1987,279
BFH, 22.10.1987 - IV R 17/84 (https://dejure.org/1987,279)
BFH, Entscheidung vom 22.10.1987 - IV R 17/84 (https://dejure.org/1987,279)
BFH, Entscheidung vom 22. Januar 1987 - IV R 17/84 (https://dejure.org/1987,279)
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EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; HGB n.F. § 230, § 231
Mitunternehmerschaft - Gesellschaftsverhältnis - Vertrag - Austauschvertrag
BB 1988, 186
DB 1988, 157
BStBl II 1988, 6
Nach der Rechtsprechung des BGH sowie der herrschenden Ansicht im zivilrechtlichen Schrifttum (…vgl. P. Ulmer, MünchKomm, Vor § 705 Rz. 85 ff., m.w.N.) ist für die --nicht immer einfach zu bestimmende-- Grenze zwischen partiarischen Rechtsverhältnissen (z.B. erfolgsabhängige Miete oder Pacht) und Gesellschaftsverträgen darauf abzustellen, dass bei einem Gesellschaftsverhältnis die Erzielung des Gewinns als gemeinsamer Zweck angestrebt wird, während bei einem erfolgsabhängigen Austauschvertrag jeder Beteiligte für eigene Rechnung tätig wird (BFH-Urteil vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62).
Eine nach außen nicht in Erscheinung tretende und nicht über Gesamthandsvermögen verfügende Innengesellschaft genügt (BFH-Urteile vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62;… vom 23. August 1990 IV R 58/89, BFH/NV 1991, 661; Beschluß des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 17. Mai 1993 II ZR 175/92, Deutsches Steuerrecht - DStR - 1993, 956).
Mitunternehmerinitiative und Mitunternehmerrisiko dürfen danach nicht lediglich auf einzelne Schuldverhältnisse als gegenseitige Austauschverträge zurückzuführen sein (…BFH-Urteile vom 8. Juli 1992 XI R 61, 62/89, BFH/NV 1993, 14;… in BFH/NV 1992, 803;… in BFH/NV 1990, 427; in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62; in BFHE 143, 247, BStBl II 1985, 363; vom 24. Juni 1984 VIII R 65/84, BFHE 142, 221, BStBl II 1985, 85).
Der KG verblieben in den gesamten Streitjahren ausweislich der Zuteilung an die Kommanditistin erhebliche Gewinne (…BFH-Urteile vom 4. Juli 1989 VIII R 139/85, BFH/NV 1990, 160; vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62, 64; vom 5. Juni 1986 IV R 272/84, BFHE 147, 146, BStBl II 1986, 802, 804; Woerner in BB 1986, 704, 708).
Ein gewichtiges Indiz stellt hierbei die Höhe der Gesamtbezüge des möglichen Mitunternehmers dar, wenn sie für die Leistungen eines Dritten nicht aufzubringen wären und deshalb als unangemessen anzusehen sind (…vgl. BFH/NV 1993, 518, 520;… BFH/NV 1993, 14;… BFH-Urteil vom 29. April 1992, XI R 58/89, BFH/NV 1992, 803, 804;… BFH/NV 1991, 661, 662; BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62).
Eine nach außen nicht in Erscheinung tretende und nicht über Gesamthandsvermögen verfügende Innengesellschaft genügt (BFH-Urteile vom 22 Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62; Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 17. Mai 1993 II ZR 175/92, Deutsches Steuerrecht 1993, 956).
Anhaltspunkte für ein verdecktes Gesellschaftsverhältnis können sich aber aus der Höhe der vereinbarten Gesamtbezüge ergeben, sofern sie für die Leistungen eines Dritten nicht aufzubringen wären und damit unangemessen sind (z. B. Senatsurteile vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62;… vom 23. August 1990 IV R 58/89, BFH/NV 1991, 661).
Demgemäß hat der Senat im umgekehrten Fall die Angemessenheit von Bezügen selbst dann bejaht, wenn diese der Arbeitsleistung entsprachen, nach ihrem Abzug aber nur noch ein geringer verteilbarer Gewinn verblieb (Urteile in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62;… in BFH/NV 1991, 661).
Die Beteiligung nicht nur am laufenden Gewinn oder an einem laufenden Verlust, sondern auch an stillen Reserven und einem Geschäftswert ist für die Abgrenzung zwischen typischer und atypischer stiller Beteiligung deshalb von besonderer Bedeutung, weil auch bei der typischen Gesellschaft eine Verlustbeteiligung vorgesehen sein kann und eine Beteiligung am Gewinn sogar unentbehrliche Voraussetzung für die Annahme einer stillen Gesellschaft überhaupt ist (vgl. § 231 Abs. 2 des Handelsgesetzbuches - HGB - n.F.; § 336 HGB a.F.; Urteil BFHE 151, 136, BStBl II 1988, 62).
Als Personengesellschaft im Sinne dieser Vorschrift kommt auch eine BGB-Gesellschaft in Betracht, bei der ein Gesellschafter nach außen im eigenen Namen als Einzelunternehmer, im Innenverhältnis aber auch für Rechnung der übrigen Gesellschafter auftritt (Innengesellschaft, vgl. dazu z. B. BFH-Beschluß vom 11. Dezember 1980 IV R 91/76, BFHE 132, 278, BStBl II 1981, 310, und Urteil vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62 unter 3. c, und Schmidt, Einkommensteuergesetz, 11. Aufl., § 15 Anm. 51 a mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).
Das wäre nur dann anders, wenn die Kläger das Gehalt tatsächlich dem jeweiligen jährlich erzielten Gewinn angepaßt hätten (zur Bedeutung der tatsächlichen Handhabung von Verträgen mit erfolgsabhängigen Gegenleistungen BFH in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62 unter 3. c m. w. N.).
Die Rechtsprechung des BFH hat dem dadurch Rechnung getragen, daß sie bei Vergütungen, die dem Wert der Dienstleistung entsprechen und deshalb auch für die Leistung eines Dritten aufzuwenden wären, eine Gewinnbeteiligung abgelehnt hat (BFH-Urteile vom 22. Januar 1985 VIII R 303/81, BFHE 143, 247, BStBl II 1985, 363; vom 28. Januar 1986 VIII R 335/82, BFHE 146, 375, BStBl II 1986, 599; in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62;… vom 23. August 1990 IV R 58/89 BFH/NV 1991, 661).
Das gilt - wie der BFH in BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62, und BFH/NV 1991, 661 ausgeführt hat - auch dann, wenn die Vergütungen des Geschäftsführers dem Unternehmen nur noch einen geringen verteilbaren Restgewinn beläßt.
a) Die Stellung als Gesellschafter einer Personengesellschaft kann auch durch ein als Darlehen bezeichnetes verdecktes Gesellschaftsverhältnis begründet werden (BFH-Urteile vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62; vom 6. Dezember 1988 VIII R 362/83, BFHE 156, 93, BStBl II 1989, 705).
Zwar kann eine Mitunternehmerschaft auch dadurch begründet werden, dass ein verdecktes Gesellschaftsverhältnis geschlossen wird und die verdeckten Gesellschafter zugleich die Voraussetzungen von Mitunternehmern erfüllen, also Mitunternehmerinitiative entfalten und Mitunternehmerrisiko tragen (vgl. BFH-Urteile vom 22. Oktober 1987 IV R 17/84, BFHE 151, 163, BStBl II 1988, 62; vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190, BStBl II 1998, 480;… vom 18. Juni 1998 IV R 94/96, BFH/NV 1999, 295;… BFH-Beschluss vom 7. Juli 1998 IV B 62/97, BFH/NV 1999, 167).