Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=EFG%202001,%20270
Timestamp: 2019-09-17 17:39:33
Document Index: 28344412

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

FG München, 08.11.2000 - 1 K 3227/99 - dejure.org
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FG München, 08.11.2000 - 1 K 3227/99 (https://dejure.org/2000,6392)
FG München, Entscheidung vom 08.11.2000 - 1 K 3227/99 (https://dejure.org/2000,6392)
FG München, Entscheidung vom 08. November 2000 - 1 K 3227/99 (https://dejure.org/2000,6392)
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Abzugsbeschränkung bei Aufwendungen für Betriebsräume in einem angemieteten Wohnhaus; Definition des "Mittelpunkts der betrieblichen Betätigung"; Auswirkungen des zeitlichen Verhältnisses mehrerer Tätigkeiten zueinander auf den Mittelpunkt der betrieblichen Betätigung
Mittelpunkt der betrieblichen Betätigung eines selbständigen Herstellers von Werbedruckmaterial im häuslichen Arbeitszimmer
Ginge man (mit Teilen des Schrifttums und der finanzgerichtlichen Rechtsprechung, vgl. Broudré in Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, § 4 EStG Anm. 1565; Meurer in Lademann, Einkommensteuergesetz, § 4 Anm. 723;… Söhn, a.a.O., § 4 Rdnr. Lb 207; ferner Urteile des FG München vom 8. November 2000 1 K 1066/98, EFG 2001, 268; 1 K 3227/99, EFG 2001, 270, und vom 26. April 2001 13 K 3200/99, EFG 2001, 1114; Urteil des FG Baden-Württemberg vom 26. Januar 1999 1 K 169/97, EFG 1999, 329, rkr.; Urteil des FG Düsseldorf vom 19. Oktober 2000 15 K 7678/98 E, EFG 2001, 814) davon aus, dass ein Arbeitszimmer nur dann "Mittelpunkt" i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b Satz 3, 2. Halbsatz EStG sein könne, wenn der Steuerpflichtige dort überwiegend tätig ist --also mindestens 50 v.H. seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit verrichtet--, käme der Regelung in Satz 3, 2. Halbsatz in Bezug auf die 2. Alternative des Satzes 2 keine Bedeutung zu: Ein Steuerpflichtiger, dem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und der damit unter die Voraussetzung der 2. Alternative des Satzes 2 fällt, könnte Aufwendungen nur dann nach Satz 3, 2. Halbsatz unbeschränkt abziehen, wenn er zusätzlich die Voraussetzung der 1. Alternative des Satzes 2 einer Nutzung zu mehr als 50 v.H. erfüllte.
Entscheidend ist, wo der Steuerpflichtige die für seinen unternehmerischen oder beruflichen Erfolg wesentlichen Leistungen erbringt (vgl. Urteil des FG München vom 8. November 2000 1 K 3227/99, EFG 2001, 270, Rev. BFH X R 75/00).
Soweit ersichtlich, wird diese Rechtsauffassung allgemein von den Finanzgerichten gebilligt (vgl. z. B. Urteile des FG München vom 17. Juni 1998 11 K 3220/97, EFG 1998, 1315, rkr.; des FG Köln vom 11. November 1998 10 K 3377/98, EFG 1999, 223 , rkr.; des FG Baden-Württemberg vom 26. Januar 1999 1 K 169/97, EFG 1999, 329 , rkr.; und vom 4. Mai 1999 1 K 315/98, EFG 1999, 762, rkr.; des FG Düsseldorf vom 19. Oktober 2000 15 K 7678/98 E, EFG 2001, 814, Rev. BFH VI R 178/00; des FG München vom 8. November 2000 1 K 3227/99, EFG 2001, 270, Rev. BFH X R 75/00; und vom 15. November 2000 10 K 3634/99, EFG 2001, 272, Rev. BFH VI R 9/01; des FG Baden-Württemberg vom 14. Februar 2001 2 K 105/99, EFG 2001, 677, Rev. BFH VI R 40/01; des FG Münster vom 16. März 2001 11 K 3546/99, EFG 2001, 1113, NZB BFH VI B 100/01; des FG Köln vom 25. April 2001 2 K 2176/00, EFG 2001, 1031, Rev. BFH VI R 82/01; sowie des FG Münster vom 10. Mai 2001 7 K 3440/98 E, EFG 2001, 1183, Rev. BFH VI R 79/01).
Ginge man (mit Teilen des Schrifttums und der finanzgerichtlichen Rechtsprechung, vgl. Broudre in Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, § 4 EStG Anm. 1565; Meurer in Lademann, Einkommensteuergesetz, § 4 Anm. 723;… Söhn, a.a.O., § 4 Rdnr. Lb 207; ferner Urteile des FG München vom 8. November 2000 1 K 1066/98, EFG 2001, 268; 1 K 3227/99, EFG 2001, 270 und vom 26. April 2001 13 K 3200/99, EFG 2001, 1114; Urteil des FG Baden-Württemberg vom 26. Januar 1999 1 K 169/97, EFG 1999, 329, rkr.; Urteil des FG Düsseldorf vom 19. Oktober 2000 15 K 7678/98 E, EFG 2001, 814) davon aus, dass ein Arbeitszimmer nur dann "Mittelpunkt" i. S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b Satz 3, 2. Halbsatz EStG sein könne, wenn der Steuerpflichtige dort überwiegend tätig ist - also mindestens 50 v.H. seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit verrichtet -, käme der Regelung in Satz 3, 2. Halbsatz in Bezug auf die 2. Alternative des Satzes 2 keine Bedeutung zu: Ein Steuerpflichtiger, dem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und der damit unter die Voraussetzung der 2. Alternative des Satzes 2 fällt, könnte Aufwendungen nur dann nach Satz 3, 2. Halbsatz unbeschränkt abziehen, wenn er zusätzlich die Voraussetzung der 1. Alternative des Satzes 2, eine Nutzung zu mehr als 50 v.H., erfüllte.
b) Der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit liegt dann im "häuslichen Arbeitszimmer", wenn der Steuerpflichtige nach allgemeiner Verkehrsauffassung dort die für seinen unternehmerischen oder beruflichen Erfolg wesentlichen Leistungen erbringt und der auf die externe Tätigkeit entfallende Anteil seiner gesamten Arbeitszeit der Mittelpunktsannahme nicht entgegensteht (vgl. Urteil des FG München vom 8. November 2000 1 K 3227/99, EFG 2001, 270).
Damit ist hier das Arbeitszimmer als Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Klägers anzusehen (ähnlich Finanzgericht München, Urteil vom 8. November 2000 1 K 3227/99, EFG 2001, 270).