Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=25.04.2016&Aktenzeichen=1%20BvR%201147/12
Timestamp: 2019-05-22 12:06:19
Document Index: 144096144

Matched Legal Cases: ['Art 14', 'Art 20', 'Art 103', '§ 23', '§ 92', '§ 2', '§ 17']

BVerfG, 25.04.2016 - 1 BvR 1147/12 - dejure.org
https://dejure.org/2016,13390
BVerfG, 25.04.2016 - 1 BvR 1147/12 (https://dejure.org/2016,13390)
BVerfG, Entscheidung vom 25.04.2016 - 1 BvR 1147/12 (https://dejure.org/2016,13390)
BVerfG, Entscheidung vom 25. April 2016 - 1 BvR 1147/12 (https://dejure.org/2016,13390)
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Erfolglose Verfassungsbeschwerde betreffend die Versicherungspflicht einer selbständigen Physiotherapeutin in der gesetzlichen Rentenversicherung
Art 14 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 103 Abs 1 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG
Nichtannahmebeschluss: Zur Versicherungspflicht einer selbständigen Physiotherapeutin in der gesetzlichen Rentenversicherung - Subsumtion des Berufs des Physiotherapeuten unter "in der Krankenpflege tätige Pflegepersonen" iSd § 2 S 1 Nr 2 SGB 6 keine unzulässige richterliche Rechtsfortbildung
Rentenversicherungspflicht einer selbständigen Physiotherapeutin
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 22.06.2016)
Versicherungspflicht: Selbstständige Therapeuten müssen zahlen
SG Bremen, 06.05.2008 - S 11 R 286/06
LSG Niedersachsen-Bremen, 26.05.2011 - L 1 R 393/08
Bei einer Auslegung gegen den Wortlaut einer Norm müssen jedoch andere Indizien deutlich belegen, dass ihr Sinn im Text unzureichend Ausdruck gefunden hat (vgl BVerfG Nichtannahmebeschluss vom 25.4.2016 - 1 BvR 1147/12 - Juris RdNr 7).
Abgesehen davon, dass eine reine Wortinterpretation schon deshalb ausscheidet, weil der Wortlaut eines Gesetzes im Regelfall keine starre Auslegungsgrenze zieht (vgl. BVerfG, Beschluss vom 25. April 2016, 1 BvR 1147/12, juris Rn. 7; BVerfGE 88, 145, 166 f.; BVerfGE 118, 212, 243), will die Vorschrift des § 17 Abs. 1 Satz 1 StromGVV nach ihrem Sinn und Zweck sowie ihrer Entstehungsgeschichte erkennbar nicht im buchstäblichen Sinne des Wortes "Fälligkeit" dem Grundversorger allein die Bestimmung des Zeitpunkts überlassen, von dem ab er die Zahlung fordern kann, sondern auch das Recht einräumen, den Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem der Kunde leisten soll.
Selbst eine Auslegung gegen den Wortlaut einer Norm ist nicht ausgeschlossen, wenn andere Indizien deutlich belegen, dass ihr Sinn im Gesetzestext unzureichend Ausdruck gefunden hat (vgl. BVerfG Beschluss vom 25. April 2016 - 1 BvR 1147/12 - juris Rn. 7 mwN; BVerfG NJW 1998, 1478, 1479).
Nach der Rechtsprechung des BVerfG schließt nämlich selbst ein entgegenstehender Wortlaut eine bestimmte Auslegung nicht von vornherein aus, wenn andere Indizien deutlich belegen, dass der Sinn der Vorschrift im Text nur unzureichend Ausdruck gefunden hat (vgl BVerfGE 97, 186, 196; BVerfG Nichtannahmebeschluss vom 25.4.2016 - 1 BvR 1147/12 - Juris) .