Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZB%206/91
Timestamp: 2017-08-23 13:45:46
Document Index: 100932756

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 569', '§ 569', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 182', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.10.1991 - XI ZB 6/91 - dejure.org
Schriftsatz - Unterschrift - Schriftzug
Unterschrift muss nicht einzelne Buchstaben klar erkennen lassen oder ganz lesbar sein - Vorliegen eines die Identität des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnenden, individuell gestalteten Namenszuges genügt
NJW 1992, 243
AnwBl 1992, 448
Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. Beschl. v. 11. Oktober 1984, X ZB 11/84, NJW 1985, 1227 ;… Beschl. v. 29. Oktober 1986, IVa ZB 13/86, BGHR ZPO § 130 Nr. 6 - Unterschrift 2;… Urt. v. 9. November 1988, I ZR 149/87, NJW 1989, 588 ; Beschl. v. 8. Oktober 1991, XI ZB 6/91, NJW 1992, 243 jeweils m.w.N.).
Nicht einheitlich beurteilt wird lediglich die Frage, ob zur Unterschrift gehört, daß mindestens einzelne Buchstaben erkennbar sind, weil es sonst an dem Merkmal einer Schrift überhaupt fehle (…so BGH, Beschl. v. 11. Oktober 1984, X ZB 11/84, aaO; a.A. Beschl. v. 8. Oktober 1991, XI ZB 6/91, aaO, jeweils m.N.).
Ein Schriftzug, der als bewußte und gewollte Namensabkürzung erscheint (Handzeichen, Paraphe), stellt demgegenüber keine formgültige Unterschrift dar (BGH, Beschl. v. 13. Juli 1967 - Ia ZB 1/67, NJW 1967, 2310;… v. 11. Oktober 1984 - X ZV 11/84, NJW 1985, 1227 ; v. 29. Oktober 1986 - IVa ZB 13/86, NJW 1987, 1333, 1334;… Urt. v. 9. November 1988 - I ZR 149/87, NJW 19889, 588; Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243 ;… Urt. v. 22. Oktober 1993 - V ZR 112/92, NJW 1994, 55 ; v. 18. Januar 1996 - III ZR 73/95, NJW 1996, 997 ).
c) Ferner hat das Berufungsgericht nicht berücksichtigt, daß der Schriftzug mit dem in Schreibmaschinenschrift eingesetzten vollen Namen "K." des Prozeßbevollmächtigten unterlegt worden ist (vgl. in diesem Zusammenhang BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243 ).
Wegen der geringen Formstrenge reicht es dabei aus, wenn die Schrift bei großzügiger Auslegung den Beschwerdeführer, die angefochtene Entscheidung und das Anliegen der Überprüfung derselben durch die höhere Instanz hinreichend klar erkennen läßt (BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243;… Musielak/Ball, aaO § 569 Rn. 7;… Zöller/Gummer, aaO § 569 ZPO Rn. 7, 7a).
Nach dem Auslegungsgrundsatz, dass eine Partei mir ihrem Rechtsmittel im Zweifel dasjenige anstrebt, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrer recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243), hätte das Landgericht das Rechtsmittel des Beschwerdeführers als statthafte sofortige Beschwerde gegen die Begleitverfügung des Amtsgerichts behandeln müssen.
cc) Für diese Auslegung läßt sich auch der Grundsatz anführen, daß im Zweifel gewollt ist, was vernünftig ist und der wohl verstandenen Interessenlage entspricht (vgl. BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243;… Urt. v. 10. März 1994 - IX ZR 152/93, NJW 1994, 1537, 1538).
Der Namenszug kann flüchtig geschrieben sein und braucht weder die einzelnen Buchstaben klar erkennen zu lassen noch im Ganzen lesbar zu sein; ein Handzeichen genügt jedoch nicht (vgl. BGH, Beschl. v. 8.10.1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243; OLG Frankfurt NJW 1993, 3079;… Zöller/Stöber aaO § 182 Rdn. 12).
b) Die Auslegung hat sich ferner an dem Grundsatz auszurichten, daß im Zweifel gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen 3Interessenlage 4entspricht (…BGH, Urt. v. 8. November 1988 - VI ZR 117/88, BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel - Beschwer 5; BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243;… Urt. v. 5. April 1993 - II ZR 238/91, NJW 1993, 1976, 1978, z.V.b in BGHZ 122, 211;… MünchKomm/Mayer-Maly, BGB 3. Aufl. § 133 Rdnr. 52 m.w.N.).
Die hinreichende Länge der auslaufenden Fadenlinie macht deutlich, dass es sich nicht nur um ein abgekürztes Handzeichen, sondern um eine vollständige Unterschrift handeln soll (vgl. a. BGH, NJW 1992, 243).
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