Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2018/286/berufsbezeichnung_oder_taetigkeit
Timestamp: 2019-08-19 01:38:31
Document Index: 196174312

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 60', '§ 84', '§ 16', '§ 34', '§ 34']

Steuererklärung | Selbständige Tätigkeiten > Berufsbezeichnung oder Tätigkeit
Selbständige Tätigkeiten Berufsbezeichnung oder Tätigkeit
Was ist der Übungsleiterfreibetrag?
Erzielen Sie Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit, z.B. als Übungsleiter, Erzieher Ausbilder oder einer ähnlichen Beschäftigung, bleiben diese bis zu einem Betrag von 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 26 EStG). Die gleiche Grenze gilt auch bei einer nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder wenn Sie nebenberuflich alte, kranke oder behinderte Menschen pflegen. Voraussetzung ist, dass die Tätigkeit im Auftrag der öffentlichen Hand oder zu gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken erfolgt.
Verdienen Sie bei Ihrer Beschäftigung mehr als 2.400 Euro, müssen Sie die Einnahmen als Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder nichtselbständiger Arbeit versteuern.
Begünstigte im Sinne des Übungsleiterfreibetrages sind beispielsweise:
Sporttrainer oder Mannschaftsbetreuer
Chorleiter, Orchesterdirigenten oder Kirchenorganisten
Jugendleiter, Ferienbetreuer
Rettungssanitäter u.ä. bei Sportveranstaltungen, kulturellen Veranstaltungen und Festumzügen
Nicht begünstigt dagegen sind folgende Tätigkeiten
Kassierer oder Gerätewart eines Sportvereins
Ausbilder von Tieren
Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich sind bis zu 720 Euro im Jahr steuerfrei, sofern nicht der Übungsleiterfreibetrag zur Anwendung kommt (§ 3 Nr. 26a EStG). Davon profitieren Personen, die sich ehrenamtlich in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen engagieren und dort Verantwortung übernehmen. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:
Die Tätigkeit dient der Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke.
Für die Einnahmen aus der begünstigten Tätigkeit darf nicht bereits die Steuerbefreiung für Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 12 EStG in Anspruch genommen werden.
Bitte beachten Sie, dass eine nebenberufliche Tätigkeit dann vorliegt, wenn diese bezogen auf das Kalenderjahr, nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt.
Entstehen Ihnen im Zusammenhang mit einer solchen Tätigkeit Werbungskosten, können Sie diese nur absetzen werden, wenn sie höher sind als der Freibetrag.
Geben Sie hier Ihre Betriebseinnahmen aus Ihrer selbständig ausgeübten haupt- oder nebenberuflichen Tätigkeit gemäß Ihrer gesondert erstellten Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder gemäß Ihrer Bilanz an. In der Anlage EÜR müssen Sie detaillierte Angaben zu Ihren Einnahmen und Ausgaben machen.
Betriebsausgaben bzw. Betriebsausgabenpauschale
Tragen Sie hier die tatsächlichen Betriebsausgaben bzw. die betreffende Betriebsausgabenpauschale ein.
Folgende Betriebsausgabenpauschalen können Sie in Anspruch nehmen:
bei hauptberuflicher selbstständiger schriftstellerischer oder journalistischer Tätigkeit in Höhe von 30 % der Betriebseinnahmen, höchstens 2.455 Euro jährlich.
bei nebenberuflicher wissenschaftlicher, künstlerischer oder schriftstellerischer Tätigkeit, auch Vortrags- oder Lehr- und Prüfungstätigkeit, in Höhe von 25 % der Betriebseinnahmen, höchstens 614 Euro jährlich.
als Tagesmutter: 300 Euro pro vollzeitbetreutem Kind p.M.
bei nebenberuflicher steuerbegünstigter Tätigkeit als Ausbilder, Übungsleiter, Dirigent, Chorleiter, Mannschaftsbetreuer, Kirchenmusiker, Künstler, Prüfer, Jugendleiter, Ferienbetreuer usw. in Höhe von 2.400 Euro jährlich (sog. Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG). Die Tätigkeit muss für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts geleistet werden und gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen.
bei nebenberuflicher ehrenamtlicher Tätigkeit als Funktionär, Vorstand, Feuerwehrgerätewart, Zeugwart usw. in Höhe von 720 Euro (sog. Ehrenamtsfreibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG).
bei steuerbegünstigter Tätigkeit als rechtlicher Betreuer, Vormund oder Pfleger in Höhe von 2.400 Euro jährlich (sog. Betreuerfreibetrag nach § 3 Nr. 26b EStG).
Wählen Sie hier die Art der Tätigkeit aus, für die Sie eine Betriebspauschale in Anspruch nehmen wollen:
Aufwandsentschädigungen - Einkünfte laut eigener Ermittlung
Tragen Sie hier die erhaltenen Aufwandsentschädigungen (Betriebseinnahmen) ein, die Sie aus öffentlichen Kassen erhalten haben. Darunter fallen Einkünfte für eine
nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder für eine vergleichbare nebenberufliche Tätigkeit,
nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen,
sonstige nebenberufliche Tätigkeit im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich oder
nebenberufliche Tätigkeit als rechtlicher Betreuer, Vormund oder Pfleger.
Sind die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale gegeben, sind Einnahmen bis zu 2.400 Euro jährlich steuer- und sozialabgabenfrei.
Wählen Sie hier aus, wie die Gewinnermittlung für Ihre selbständige Tätigkeit erfolgt:
Einnahmeüberschussrechnung (§ 4 Absatz 3 EStG): Bei der Einnahmeüberschussrechnung (EÜR) wird der Gewinn durch eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ermittelt. Diese Art der Gewinnermittlung eignet sich für kleinere Unternehmen.
Die Einnahmeüberschussrechnung:
Wenn Sie die Anlage EÜR (Einnahmeüberschussrechnung) bereits mit einem anderen Programm erstellt haben, wählen Sie "Die EÜR wurde bereits erstellt" aus.
Mittels der Anlage "Einnahmenüberschussrechnung - Anlage EÜR" wird die Einnahmen-Überschuss-Rechnung standardisiert. Zur Abgabe dieser Anlage sind Sie verpflichtet, wenn der Gewinn nicht durch Bilanzierung (echte Buchführung) ermittelt wird.
Soll eine Anlage EÜR für diese Tätigkeit erzeugt werden?
In der Regel ist die Anlage EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) der Steuererklärung für jede Tätigkeit bzw. für jeden Betrieb beizufügen.
Hier werden Ihnen die Einkünfte lt. Einnahmeüberschussrechnung ausgewiesen.
Klicken Sie auf den Button "Anlage EÜR", um die Einnahmeüberschussrechnung zu bearbeiten.
Seit 2005 ist die Einnahmenüberschussrechnung standardisiert (§ 60 Abs. 4 und § 84 Abs. 3c EStDV). Das bedeutet: Einnahmenüberschussrechner müssen das amtliche Formular "Anlage EÜR" ausfüllen und elektronisch an das Finanzamt übermitteln.
Abzug des Freibetrages in Höhe von
Tragen Sie hier die Höhe der erhaltenen steuerfreien Zahlungen ein.
Wählen Sie hier aus, mit welcher Tätigkeit Sie die Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erzielt haben.
Üben Sie eine freiberufliche Tätigkeit aus, wählen Sie hier "aus einer freiberuflichen Tätigkeit" aus.
Falls sich Ihre Kanzlei, Praxis, Büro usw. nicht in derselben Gemeinde befindet, in der Sie Ihren Wohnsitz haben, stellt das Betriebsstättenfinanzamt den Gewinn gesondert fest. Hierzu müssen Sie dem Betriebsfinanzamt eine "Erklärung zur gesonderten - und einheitlichen - Feststellung" einreichen. Wählen Sie in diesem Fall bitte "lt. gesonderter Feststellung" aus.
Wenn Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit gemeinsam mit anderen Freiberuflern ausüben, z. B. in einer Sozietät, Büro- oder Praxisgemeinschaft, oder wenn Sie an einer Partnergesellschaft beteiligt sind, wählen Sie hier "aus einer Beteiligung" aus.
Wählen Sie "aus einer Tätigkeit mit Betriebsausgabenpauschale" aus, wenn Sie eine Betriebsausgabenpauschale in Anspruch nehmen können.
Wählen Sie "aus einer selbständigen Nebentätigkeit (z.B. Übungsleiter)" aus, wenn Sie Einnahmen aus einer nebenberuflichen begünstigten Tätigkeit angeben sollen. Geben Sie hier nur nebenberufliche Tätigkeiten mit den zugehörigen Vergütungen an, die bis zu bestimmten Höchstbeträgen steuerfrei bleiben.
Setzen Sie hier ein Häkchen, wenn Veräußerungsverluste nach § 16 EStG angefallen sind.
Geben Sie hier den Gewinn oder Verlust aus Ihrer selbständig ausgeübten haupt- oder nebenberuflichen Tätigkeit gemäß Ihrer gesondert erstellten Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder gemäß Ihrer Bilanz an. In der Anlage EÜR (Einnahmeüberschussrechnung) müssen Sie detaillierte Angaben zu Ihren Einnahmen und Ausgaben machen.
Die bisher geltende Regelung für Kleinunternehmer, nach der Unternehmen mit Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro ihren Gewinn formlos ermitteln dürfen, entfällt ab 2017. Nur Arbeitnehmer und Senioren, die nicht zur Abgabe einer elektronischen Steuererklärung verpflichtet sind und für ihre ehrenamtliche Tätigkeit Aufwandsentschädigungen bis zur Höhe der Ehrenamtspauschale von 720 EUR bzw. der Übungsleiterpauschale von 2.400 EUR jährlich erhalten, dürfen weiterhin die Papierformulare für die Steuererklärung nutzen.
Steuerfreie Einkünfte (Teileinkünfteverfahren)
Im o.g. Gewinn enthaltene sonstige Gewinne
Geben Sie hier im o.g. Gewinn enthaltene sonstige Gewinne (außerordentliche Einkünfte) ein, die durch die Fünftelregelung steuerbegünstigt sind (§ 34 EStG). In Betracht kommen:
Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen im Sinne des § 34b Abs. 1 Nr. 1 EStG.