Source: https://www.andreas-michel.de/schwerpunkte/strafrecht/
Timestamp: 2019-03-18 17:56:16
Document Index: 8048035

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 211', '§ 211', '§ 213', '§ 212', '§ 212']

Strafrecht | Rechtsanwalt JUDr. Andreas Michel *
Brauche ich einen Strafverteidiger ?
§ 212 Strafgesetzbuch besagt in Absatz 1: „Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren verurteilt“.
In Absatz 2: „in besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Strafe zu erkennen“
Eigentlich doch ganz klar formuliert:
Ein „Wer“ (also ein Mensch) muss einen anderen getötet haben. Der Andere muss also tot sein. Er darf aber nicht Mörder gewesen sein, weil es sonst „Mord“ nach § 211 StGB wäre, mit der Folge einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
Blicken wir in § 211 StGB, finden wir dort die Voraussetzungen aufgelistet, unter denen eine Tötung als „Mord“ anzusehen wäre. Bleiben wir beim „Totschlag“.
Was ist dann ein besonders schwerer Fall. „Töter“ als „tot“ geht nicht, oder ?
Der Begriff „besonders schwerer Fall“ ist durch kein Gesetz definiert. Die erfolgt durch die mannigfach hierzu ergangene Rechtsprechung.
Das „Krönchen“ hierzu:
In § 213 StGB gilt, dass, wenn ein „sonstiger minderschwerer Fall“ vorliegt, die Strafe geringer ist.
Was ist also „minderschwer“ ?
Weniger als tot geht nicht, dann würde der Andere ja noch leben, so dass dann wieder keine Tötung vorliegt und somit auch keine Bestrafung als Totschläger erfolgen kann. Der „minderschwere“ Fall fordert jedoch, wie der „einfache“ Totschlag nach § 212 Absatz 1 StGB oder der „besonders schwere“ Totschlag nach § 212 Absatz 2 StGB, dass der andere tot ist.
Diese Fragen stellen sich grundsätzlich bei allen Delikten / Straftaten.
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Wenn Sie vorgenanntes Beispiel vollständig selber beantworten können, werden Sie der Meinung sein, dass Sie keinen Verteidiger benötigen. NUR denken Sie daran, dass man in eigenen Angelegenheiten nicht immer eine objektive Sichtweise vertritt.
Aus diesem Grund sollten Sie immer, wenn Ihnen die Begehung einer Straftat vorgeworfen wird, einen Verteidiger aufsuchen, zumindest zu einer Beratung.
Nur der Verteidiger ist von Gesetzes wegen verpflichtet, Ihre Interessen zu vertreten und Ihre Rechte gegenüber den staatlichen Organen zu wahren.
Deshalb gilt: Bevor Sie irgendwelche Erklärungen gegenüber den Ermittlungsbehörden (Polizei oder Staatsanwaltschaft) oder später bei Gericht abgeben, lassen Sie sich durch einen kompetenten Strafverteidiger oder Strafverteidigerin beraten und/oder auch verteidigen.
Ihr Aussagen oder Äußerungen, wenn auch nur beiläufige, können gegen Sie verwendet werden.
„Schweigen ist Gold, Reden oft weniger als Silber“