Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201964,%201069
Timestamp: 2019-04-25 13:09:47
Document Index: 274526487

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.06.1964 - VI ZR 98/63 - dejure.org
BGH, 16.06.1964 - VI ZR 98/63
VersR 1964, 1069
Das Rechtsfahrgebot schützt aber nach der Rechtsprechung nur den sich in Längsrichtung abwickelnden Begegnungs- und Überholverkehr, dient also nicht dem Schutz von Fußgängern, die sich auf die Fahrbahn begeben (BGH VersR 1964, 1069; 1975, 37, 39; OLG Celle ZfSch 1988, 189; OLG Düsseldorf DAR 1975, 331; OLG Karlsruhe VersR 1979, 478; OLG Nürnberg VersR 1980, 338 f.); seine Missachtung als solche rechtfertigt dann bei Fallgestaltungen wie im Streitfall aber auch nicht den Vorwurf des Mitverschuldens.
So hat der Senat etwa entschieden, daß das Gebot, innerhalb der Fahrbahn möglichst weit rechts zu fahren (§ 2 Abs. 2 StVO), nur dem Begegnungsverkehr dient, der sich in Längsrichtung abwickelt, und sich deshalb auf einen Verstoß gegen dieses Gebot weder der einbiegende (Senatsurteile vom 30. Oktober 1962 - VI ZR 204/61 - VersR 1963, 163 und vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 526; ebenso BGH Urteil vom 17. September 1974 - III ZR 73/72 - VersR 1975, 37, 39) noch der aus der Gegenrichtung abbiegende Kraftfahrzeugverkehr (Senatsurteil vom 19. Mai 1981 - VI ZR 8/86 - VersR 1981, 837 f..) noch auch der die Fahrbahn überquerende Fußgängerverkehr (Senatsurteile vom 16. Juni 1964 - VI ZR 98/63 - VersR 1964, 1069, 1070 …und vom 11. Januar 1977 aaO.;… ebenso BGH Urteil vom 17. September 1974 aaO. m.w.N.) berufen kann.
Diesen Grundsatz hat der Bundesgerichtshof bisher allerdings nur für den einbiegenden Verkehr (s.Urteile vom 30. Oktober 1962 - VI ZR 204/61 = VersR 1963, 163 undv. 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 = VersR 1977, 524) und für querende Fußgänger(Urteile vom 16. Juni 1964 - VI ZR 98/63 = VersR 1964, 1069 undv. 19. September 1974 - III ZR 73/72 = VersR 1975, 37, 39) ausgesprochen.
Es dient nicht auch dem Schutz derer, welche eine Straße überqueren (Greger, Haftungsrecht des Straßenverkehrs, 4. Aufl., § 11, Rdnr. 9 mit Hinweis auf BGH VersR 1964, 1069 sowie BGH 1975, 37).
So hat der Bundesgerichtshof in Fällen, in denen das Verschulden der Verletzten ähnlich oder gar weniger schwer war, das gänzliche Zurücktreten der Haftung des Kfz-Halters wiederholt gebilligt (…BGH aaO.; VersR 1961, 357 ; VersR 1964, 168; VersR 1964, 1069; VersR 1966, 877 ; VersR 1975, 1121 ).