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Timestamp: 2016-10-24 01:58:05
Document Index: 329124918

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Borella und Kernen; Gerichtsschreiberin Bollinger
A.a G.________, geboren 1965, meldete sich am 30. Mai 1994 unter Hinweis auf chronische Pankreatitis mit Pankreas-Pseudozyste im Korpusschwanzbereich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen, Rente) an. Die IV-Stelle des Kantons Bern f�hrte medizinische und erwerbliche Abkl�rungen durch und kam f�r die Kosten einer beruflichen Abkl�rung (vom 3. April bis 30. Juni 1995) auf. Mit Verf�gung vom 30. Oktober 1995 sprach sie G.________ berufliche Massnahmen (Umschulung) zu. Aus invalidit�tsfremden Gr�nden musste G.________ seine Lehrstelle per Ende November 1996 verlassen, worauf die IV-Stelle mit Verf�gung vom 24. M�rz 1997 den Anspruch auf weitere Leistungen verneinte.
A.b Am 24. Juni 2002 meldete sich G.________ wegen Krankheit (Alkohol- und Drogensucht, Pankreatitis, physisch und psychisch starke Schwankungen, Medikamentenabh�ngigkeit) und Unfall (drei Knieoperationen, drei Arthroskopien, abgetrennter linker Daumen) erneut bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an.
Die IV-Stelle f�hrte wiederum erwerbliche Abkl�rungen durch und holte Berichte des Sozialdienstes der Gemeinde F.________ vom 10. Juli 2002 sowie des Hausarztes Dr. med. R.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 24. Juli 2002 und 8. Juli 2003 (denen weitere �rztliche Befunde beilagen) ein. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2002 forderte die IV-Stelle G.________ auf, sich einer Entzugsbehandlung sowie einer Suchttherapie zu unterziehen und drohte ihm an, im Unterlassungsfall den Leistungsanspruch voraussichtlich zu verneinen. Am 14. Februar 2005 wurde G.________ in der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) am Spital X.________ begutachtet.
Mit Verf�gung vom 13. April 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mangels rentenbegr�ndender Invalidit�t ab und best�tigte ihre Verf�gung mit Einspracheentscheid vom 1. Juli 2005.
G.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides die R�ckweisung der Sache an die IV-Stelle zur psychiatrischen Begutachtung.
Das kantonale Gericht legt folgende Rechtsgrundlagen zutreffend dar: zur Invalidit�t (bis 31. Dezember 2002: aArt. 4 Abs. 1 IVG; seit 1. Januar 2004: Art. 8 Abs. 1 ATSG), zur allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (BGE 128 V 30 Erw. 1; Art. 16 ATSG), zum Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2003 anwendbar gewesenen wie auch in der seit 1. Januar 2004 g�ltigen Fassung), zur Aufgabe von �rztinnen und �rzten bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4), zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a) sowie zum Verh�ltnis von Sucht und Invalidit�t (AHI 2002 S. 30 Erw. 2a, 2001 S. 228 f. Erw. 2b mit weiteren Hinweisen). Darauf kann ebenso verwiesen werden wie auf die zutreffenden Ausf�hrungen zum intertemporalen Recht (BGE 130 V 329 und 445) und darauf, dass das Inkrafttreten des ATSG bez�glich der hier massgeblichen Bestimmungen keine relevanten �nderungen bewirkte (BGE 130 V 345 ff. Erw. 3).
2.1 Entgegen den Vorbringen des Versicherten ist das Gutachten der MEDAS vom 14. Februar 2005 einleuchtend und nachvollziehbar begr�ndet. Die Einsch�tzungen der Gutachter beruhen sowohl auf den umfangreichen medizinischen Vorakten als auch auf eigenen Untersuchungen sowie psychiatrischen und orthop�dischen Konsilien. Sie erf�llen die von der Rechtsprechung entwickelten Beweisanforderungen (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3a und b), weshalb die Vorinstanz zu Recht darauf abgestellt und von weiteren medizinischen Untersuchungen abgesehen hat.
2.2 Was der Versicherte dagegen einwendet, �berzeugt nicht. Worin die geltend gemachte, nicht n�her begr�ndete Widerspr�chlichkeit des Gutachtens bestehen soll, ist nicht ersichtlich. Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, die Gutachter h�tten ihm zu Unrecht eine Drogenabh�ngigkeit oder (anderweitige) Suchterkrankung unterstellt, kann ihm nicht gefolgt werden. In Anbetracht dessen, dass er selbst im Rahmen der Begutachtung angegeben hatte, t�glich ungef�hr eineinhalb Liter Bier zu konsumieren und der von ihm geschilderte (zumindest gelegentliche) Opiat- und THC-Konsum in den von der MEDAS veranlassten Laboruntersuchung nachgewiesen werden konnte, sind an seiner Polytoxikomanie ebenso wenig ernsthafte Zweifel angebracht wie angesichts der Tatsache, dass sein langj�hriger Hausarzt Dr. med. R.________ ebenfalls auf die seit Jahren bestehende Polytoxikomanie hinwies und ausf�hrte, der Versicherte konsumiere je nach Stimmungszustand mehr oder weniger Alkohol. Sodann ist den Gutachtern nicht entgangen, dass sowohl die chronische (di�tpflichtige) Pankreatitis als auch die Osteoporose die Leistungsf�higkeit bzw. den Kreis der zumutbaren T�tigkeiten einschr�nken, indem die Pankreas-Erkrankung die Leistungsf�higkeit des Versicherten dauerhaft um 10-20 % vermindert und das erh�hte Frakturrisiko schwere k�rperliche T�tigkeiten ebenso ausschliesst wie Arbeiten auf Leitern und Ger�sten sowie br�ske belastende K�rperbewegungen.
2.3 Die Einsch�tzungen der Gutachter stehen auch nicht im Widerspruch zum Bericht des Dr. med. R.________ vom 8. Juli 2003, zumal die haus�rztlich attestierte vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit (welche ab Datum der Berichterstattung "sicherlich noch zwei Monate" dauere) wesentlich auf der damals noch nicht vollst�ndig verheilten Unterschenkelfraktur beruhte, die sich der Versicherte am 17. Januar 2003 zugezogen hatte. Die Fraktur ist indessen zwischenzeitlich kn�chern konsolidiert (orthop�disches Konsilium der Frau Dr. med. C._________, Spital X.________, vom 3. November 2004). Aus der vom Hausarzt angef�hrten Tendenz des Versicherten, sich in die Alkoholszene zur�ckzuziehen respektive vermehrt Tabletten einzunehmen, sobald er sich von Dritten angegriffen f�hle, kann keine (psychische) Erkrankung abgeleitet werden, umso weniger, als es nach den glaubhaften Einsch�tzungen des Dr. med. F.________, FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Spital S.________ (Konsilium vom 15. September 2004) an einer psychischen Beeintr�chtigung von Krankheitswert fehlt.
3.1 Zu pr�fen ist der weitere Einwand des Beschwerdef�hrers, sein Gesundheitszustand habe sich seit der MEDAS-Begutachtung vom 14. Februar 2005 sowohl k�rperlich (Osteoporose im Lendenwirbelbereich) als auch psychisch (massive, depressive Verstimmungen) verschlechtert. Dabei bildet der Einspracheentscheid vom 1. Juli 2005 Grenze der richterlichen �berpr�fungsbefugnis (BGE 129 V 169 Erw. 1 mit Hinweis).
3.2 Der Knochenabbau, welcher mit einer Osteoporose-Erkrankung einhergeht, verl�uft im Allgemeinen schubweise (vgl. Dambacher, Knochenkrankheiten, in: Siegenthaler/Kaufmann/Hornbostel/Waller [Hrsg.], Lehrbuch der Inneren Medizin, 3. A., Stuttgart/New York 1992, S. 587). Eine anspruchsrelevante Verschlimmerung zwischen der Begutachtung durch die MEDAS und dem Erlass des Einspracheentscheides ist somit nicht von Vornherein ausgeschlossen. Indessen ergeben sich f�r eine solche aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte. Insbesondere erlitt der Versicherte keine weiteren Frakturen. Sodann ist eine Verschlechterung auch deshalb nicht �berwiegend wahrscheinlich, weil zwischen der Begutachtung und dem Erlass des Einspracheentscheides eine relativ kurze Zeitspanne liegt und unmittelbar nach der Diagnosestellung im Oktober 2004 eine (medikament�se) Therapie (Kalziumsubstitution und antiresorptive Medikation in Form eines Biphosphonates) einsetzte, welche das Risiko eines (schnellen) Voranschreitens der Krankheit weiter verringert (vgl. Dambacher, a.a.O., S. 586 f. sowie der ausf�hrliche, vom Bundesamt f�r Sozialversicherung in der Reihe "Beitr�ge zur sozialen Sicherheit" herausgegebene Forschungsbericht Nr. 25/03 zur Pr�vention und Behandlung der Osteoporose und der nichtmedikament�sen Pr�vention von Frakturen im Alter, S. 54 ff.). Ebenso wenig finden sich Hinweise auf eine zwischen Februar und Ende Juni 2005 eingetretene psychische Erkrankung. Der Beschwerdef�hrer brachte im vorinstanzlichen Verfahren einzig vor, (erst) der abschl�gige Einspracheentscheid habe massive depressive Verstimmungen hervorgerufen. Soweit psychische Beschwerden aber nach dem 1. Juli 2005 aufgetreten sind, bleiben sie f�r das vorliegende Verfahren unbeachtlich.