Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2094/12
Timestamp: 2020-08-07 05:00:33
Document Index: 206018747

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 826', '§ 826', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 44', 'BGH', '§ 47', 'BGH']

BGH, 21.02.2013 - III ZR 94/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,3741
BGH, 21.02.2013 - III ZR 94/12 (https://dejure.org/2013,3741)
BGH, Entscheidung vom 21.02.2013 - III ZR 94/12 (https://dejure.org/2013,3741)
BGH, Entscheidung vom 21. Februar 2013 - III ZR 94/12 (https://dejure.org/2013,3741)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2013,3741) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Anspruch auf Schadensersatz gegen ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen wegen potentieller Falschbewertung von Inhaberschuldverschreibungen; Ursächlichkeit eines unrichtigen Testats für die Anlageentscheidung
Schadensersatz wegen zweier unrichtiger Prüftestate
LG Leipzig, 05.08.2011 - 4 O 1388/11
OLG Dresden, 29.02.2012 - 8 U 1286/11
So hat der Bundesgerichtshof mit Urteilen vom 21.02.2003 (- III ZR 94/12, Rn. 16 und - III ZR 139/12, WM 2013, 689, 690 Tz. 13), das heißt nach Erlass des landgerichtlichen Urteils, entschieden, auch ein überholter Bestätigungsvermerk begründe zumindest das Vertrauen, dass die Anlage in dem bestätigten Umfang zu dem maßgeblichen Zeitpunkt keine Mängel aufwies, die zur Verweigerung oder Einschränkung des Testats hätten führen müssen.
Diese auf Tatsachenerfahrung beruhende Vermutung gilt für die quasi-vertragliche Prospekthaftung und für Schadensersatzansprüche wegen falscher Prospektangaben auf deliktischer Grundlage gleichermaßen (BGH, Urt. v. 21.02.2013 - III ZR 94/12, Rn. 14; BGH, WM 2013, 689, 690 f. Tz. 15;… BGH, Urt. v. 04.12.2012 - VI ZR 378/11, DStRE 2013, 702, 704 Tz. 23;… BGH, Urt. v. 04.12.2006 - VI ZR 381/11, DStRE 2013, 1214, 1216 Tz. 16; BGH, DB 2013, 2923, 2925 Tz. 25).
Hinsichtlich der zeitlichen Reichweite von Prüfungsvermerken von Wirtschaftsprüfern hat der Bundesgerichtshof zwischenzeitlich mit den Entscheidungen vom 21.02.2013 (III ZR 94/12, Rn. 16 und III ZR 139/12, WM 2013, 689, 690 Tz. 13) deren Umfang dem Grunde nach festgestellt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt auch für Schadensersatzansprüche wegen falscher Prospektangaben auf deliktischer Grundlage die Vermutung, die falschen Prospektangaben seien ursächlich für den Kaufentschluss (BGH, Urteile vom 21.02.2013 - III ZR 139/12, Rn. 15 und III ZR 94/12, Rn. 14;… Urteile vom 16.10.2001 - XI ZR 25/01, Rn. 18;… Urteil vom 20.03.1986, II ZR 141/85, Rn. 11; alle Entscheidungen sind zu § 826 BGB ergangen).
Es gilt bei der Verwendung von Prospekten zwecks Einwerbung von Anlegerkapital nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch für Schadensersatzansprüche auf deliktischer Grundlage die Kausalitätsvermutung (vgl. BGH, WM 2013, 689; ZIP 2001, 2274; NJW-RR 1986, 1292; Urteil vom 21.02.2013 - III ZR 94/12 - juris; alle Entscheidungen sind zu § 826 BGB ergangen; siehe auch BGH, ZIP 2018, 1686; Senat, WM 2018, 1783;… Grüneberg, Die Bankenhaftung bei Kapitalanlagen, 2017, Rn. 791 ff.; Schlick, WM 2014, 633, 638;… Staudinger/Oechsler, BGB, 2014, § 826 Rn. 223c;… jurisPK/Reichold, 8. Aufl., § 826 Rn. 78).
Wie der Senat bereits in seinem Hinweis vom 03.12.2019 ausgeführt hat, erscheint aber zweifelhaft, ob in Fällen der vorliegenden Art die auf Tatsachenerfahrung beruhende Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens gilt (…so für Ansprüche aus § 826 BGB im Bereich der Kapitalanlage z.B. BGH, Urteile vom 21. Februar 2013 - III ZR 139/12 -, Rn. 15, und vom 21. Februar 2013 - III ZR 94/12 -, Rn. 14; BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2001 - XI ZR 25/01 -, Rn. 18).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt auch für Schadensersatzansprüche wegen falscher Prospektangaben auf deliktischer Grundlage die Vermutung, die falschen Prospektangaben seien ursächlich für den Kaufentschluss (BGH, Urteile vom 21.02.2013 - III ZR 139/12, Rn. 15 und III ZR 94/12, Rn. 14;… Urteile vom 16.10.2001 - XI ZR 25/01, Rn. 18;… Urteil vom 20.03.1986 - II ZR 141/85, Rn. 11; alle Entscheidungen sind zu § 826 BGB ergangen).
Was die deliktische Haftung des Beklagten angeht, so ist darauf hinzuweisen, dass der Beklagte nur bei den (in den Verfahren III ZR 94/12 und III ZR 139/12 streitgegenständlichen) Jahresabschlüssen 2002 und 2003 eigene Prüfungstätigkeit entfaltet hat.
Die Befristung des § 44 Abs. 1 S. 1 BörsG a.F., die eine Vermutung begründet, dass der Anleger bei einer Zeichnung innerhalb von sechs Monaten seit der Prospektveröffentlichung die Beteiligung aufgrund des Prospekts erworben hat (…vgl. hierzu: BGH, Urt. v. 18.09.2012 - XI ZR 344/11 - BKR 2012, 515, 520, Rn. 42;… Urt. v. 14.05.2013 - XI ZR 335/11 - BeckRS 2013, 10423, Rn. 44;… OLG Hamm, Urt. v. 23.01.2014 - 34 U 226/12 - S. 34;… Urt. v. 23.01.2014 - 34 U 43/13 - S. 31), gilt zwar für Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher unerlaubter Handlungen nicht, § 47 Abs. 2 BörsG a.F. (…vgl. BGH, Urt. v. 21.02.2013 - III ZR 139/12 - NJW 2013, 1877, 1879, Rn. 18; Urt. v. 21.02.2013 - III ZR 94/12 - BeckRS 2013, 04612, Rn. 17).