Source: https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/erbschaftsteuer-ausschlagung-262-teilausschlagung_idesk_PI11525_HI2959435.html
Timestamp: 2020-01-24 07:37:15
Document Index: 260227185

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 10', '§ 19', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 19']

Erbschaftsteuer: Ausschlagung / 2.6.2 Teilausschlagung | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Eine Teilausschlagung ist zivilrechtlich nicht möglich. Möglich wird dies aber durch die Ausschlagung der Erbschaft gegen Zahlung einer Teilabfindung.
Der Witwer W hinterlässt als Alleinerben den Sohn S und die Tochter T. Sonstige Verwandte sind nicht vorhanden. W verstirbt am 1.11.2019. Der Nachlass hat einen gemeinen Wert i. H. v. 2.000.000 EUR. Sohn S schlägt die Erbschaft aus und erhält im Gegenzug von Tochter T eine Geldabfindung i. H. v. 540.000 EUR.
a) Besteuerung von Sohn S
Sohn S hat aufgrund der Ausschlagung der Erbschaft seinen Erwerb (= Teilabfindung) nach § 3 Abs. 2 Nr. 4 ErbStG zu versteuern.
Die Erbschaftsteuer für S berechnet sich wie folgt:
Teilabfindung 540.000 EUR
Steuerpflichtiger Erwerb (§ 10 Abs. 1 ErbStG) 140.000 EUR
Erbschaftsteuer (11 %, § 19 Abs. 1 ErbStG) 15.400 EUR
Die Erbschaftsteuer des S beläuft sich demnach auf 15.400 EUR.
b) Besteuerung von Tochter T
Tochter T ist durch die Ausschlagung des S Alleinerbin geworden. Sie hat ihren Erwerb nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG der Erbschaftsteuer zu unterwerfen. Die Abfindung an S kann sie gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG als Kosten zur Erlangung des Erwerbs abziehen.
Vermögensanfall 2.000.000 EUR
abzüglich Abfindung (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG) ./. 540.000 EUR
Steuerpflichtiger Erwerb (§ 10 Abs. 1 ErbStG) 1.060.000 EUR
Erbschaftsteuer (19 %, § 19 Abs. 1 ErbStG) 201.400 EUR
Die Erbschaftsteuer der T beläuft sich demnach auf 201.400 EUR.