Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Arbeitnehmeraehnliche.html
Timestamp: 2016-12-03 11:35:50
Document Index: 22186775

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 12', '§ 5', '§ 84', '§ 84']

Sind Sie eine arbeitnehmerähnliche Person?
Die meis­ten ar­beits- und so­zi­al­recht­li­chen Vor­tei­le können nur Ar­beit­neh­mer in An­spruch neh­men. Als Selbständi­ger bzw. als frei­er Mit­ar­bei­ter ist man da­von im All­ge­mei­nen aus­ge­schlos­sen. In­for­ma­tio­nen da­zu, un­ter wel­chen Umständen man als Ar­beit­neh­mer an­zu­se­hen ist (und dem­nach nicht als Selbständi­ger), fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Ar­beit­neh­mer".
Wodurch unterscheiden sich Arbeitnehmerähnliche von Scheinselbständigen?
Schein­selbständi­ge we­der ei­ne be­son­de­re Grup­pe von Ar­beit­neh­mern noch von Selbständi­gen. Schein­selbständi­ge sind viel­mehr
Gilt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte?
Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) ist auch auf ar­beit­neh­merähn­li­che Per­so­nen an­wend­bar, d.h. es gilt auch für freie Mit­ar­bei­ter bzw. Selbständi­ge, falls die­se we­gen ih­rer wirt­schaft­li­chen Abhängig­keit als ar­beit­neh­merähn­li­che Per­so­nen an­zu­se­hen sind (§ 2 Satz 2 BUrlG). In ei­nem sol­chen Fall ha­ben Sie al­so auch als Selbständi­ger ei­nen An­spruch auf vier Wo­chen be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub. Die­sen Ur­laub be­zahlt der Auf­trag­ge­ber.
Gilt das Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) für arbeitnehmerähnliche Selbständige?
Auch das Ar­beits­ge­richts­ge­setz (ArbGG), das ei­nen schnel­len und kostengüns­ti­gen Weg zu den Ar­beits­ge­rich­ten zur Verfügung stellt, gilt nicht nur für Ar­beit­neh­mer, son­dern auch für ar­beit­neh­merähn­li­che Per­so­nen (§ 5 Abs. 1 ArbGG).
Gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) für arbeitnehmerähnliche Selbständige?
Nein, das Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG), das den An­spruch auf Be­zah­lung im Fal­le von krank­heits­be­ding­ter Ar­beits­unfähig­keit und bei Fei­er­ta­gen re­gelt, ist auf ar­beit­neh­merähn­li­che Selbständi­ge nicht an­zu­wen­den.
Welche arbeitsrechtlichen Regeln gelten für Heimarbeiter?
Auch die Heim­ar­bei­ter bil­den ei­ne be­son­de­re Grup­pe von so­zi­al schutz­bedürf­ti­gen Selbständi­gen. Heim­ar­bei­ter ist, wer in selbst gewähl­ter Ar­beitsstätte (zum Bei­spiel bei sich zu Hau­se) al­lein oder mit Fa­mi­li­en­an­gehöri­gen im Auf­trag von Ge­wer­be­trei­ben­den oder Zwi­schen­meis­tern er­werbsmäßig ar­bei­tet, aber die Ver­wer­tung sei­ner Ar­beits­er­geb­nis­se sei­nem Auf­trag­ge­ber überlässt. Für die­se Er­werbstäti­gen gibt es ein spe­zi­el­les Ge­setz - das HAG (Heim­ar­beits­ge­setz). Ei­ni­ge ar­beits­recht­li­che Ge­set­ze schützen auch Heim­ar­bei­ter. So be­kom­men Heim­ar­bei­ter nach Maßga­be von § 12 BUrlG be­zahl­ten Ur­laub. Außer­dem können sie den Schutz der Ar­beits­ge­rich­te in An­spruch neh­men (§ 5 Abs.1 ArbGG).
Welche arbeitsrechtlichen Regeln gelten für Handelsvertreter?
Han­dels­ver­tre­ter ist, wer als selbständi­ger Ge­wer­be­trei­ben­der ständig da­mit be­traut ist, für ei­nen an­de­ren Un­ter­neh­mer Geschäfte zu ver­mit­teln oder in des­sen Na­men ab­zu­sch­ließen (§ 84 Abs.1 HGB - Han­dels­ge­setz­buch). Wer ei­ne sol­che Tätig­keit un­selbständig ausübt, ist kein Han­dels­ver­tre­ter, son­dern kaufmänni­scher An­ge­stell­ter (§ 84 Abs.2 HGB). Da Han­dels­ver­tre­ter so­mit Selbständi­ge bzw. freie Mit­ar­bei­ter sind, ist das Ar­beits­recht im All­ge­mei­nen auf sie nicht an­wend­bar.
Wo finden Sie mehr zum Thema arbeitnehmerähnliche Person? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma ar­beit­neh­merähn­li­che Per­son in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Bewertung: Ar­beit­neh­mer­ähn­li­che Per­son