Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202006,%20888
Timestamp: 2020-04-08 20:25:49
Document Index: 67827804

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 873', '§ 19', '§ 873', '§ 19', '§ 873', '§ 19', '§ 873', '§ 19', '§ 39', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 39', 'BGH', '§ 891', 'BGH', '§ 27', 'BGH', 'BGH', '§ 27']

BGH, 20.01.2006 - V ZR 214/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1373
BGH, 20.01.2006 - V ZR 214/04 (https://dejure.org/2006,1373)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2006 - V ZR 214/04 (https://dejure.org/2006,1373)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2006 - V ZR 214/04 (https://dejure.org/2006,1373)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,1373) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 873 Abs. 1; GBO §§ 19, 39 Abs. 1
BGB §§ 873 Abs. 1, 894, 1018; GBO §§ 19, 39 Abs. 1
Bei Grundbuchunrichtigkeit hat sowohl Einigung wie Eintragungsbewilligung durch den wahren Berechtigten zu erfolgen; erforderlich ist allerdings dessen Voreintragung durch Grundbuchberichtigung
Sittenwidrigkeit eines Grundstückskaufvertages; Durchgreifen der Sittenwidrigkeit des Verpflichtungsgeschäfts auf das Verfügungsgeschäft ; Berechtigung des nicht in dem Grundbuch eingetragenen wahren Rechtsinhabers zu der Abgabe der für eine Rechtsänderung erforderlichen ...
Sittenwidrigkeit von Verfügungsgeschäften; dingliche Einigung (§ 873 BGB) und formelle Zustimmung (§ 19 GBO) durch den wahren Berechtigten bei Nachweis der Unrichtigkeit des Grundbuchs
BGB § 873 Abs. 1; GBO § 19 § 39 Abs. 1
Wirksamkeit der Auflassungserklärung des nicht im Grundbuch eingetragenen wahren Berechtigten
Grundbucherklärungen durch nicht eingetragenen Rechtsinhaber
Voreintragung und Bewilligungsbefugnis
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 20.01.2006, Az.: V ZR 214/04 (Abgabe der Grundbuchbewilligung durch den materiell Berechtigten)" von Prof. Roland Böttcher, original erschienen in: NotBZ 2006, 205 - 208.
LG Passau, 23.10.2003 - 4 O 65/03
OLG München, 23.09.2004 - 8 U 5291/03
NJW-RR 2006, 888
MDR 2006, 1163
DNotZ 2006, 520
Rpfleger 2006, 316
Das betroffene Recht muss so eingetragen sein, wie es der materiellen Rechtslage und der sich anschließenden neuen Eintragung entspricht (Senat, BGHZ 16, 101; Urt. v. 20. Januar 2006, V ZR 214/04, NJW-RR 2006, 888, 890).
Eine vorherige Eintragung der Zessionarin ist dagegen auch vor dem Hintergrund des Zwecks des Voreintragungsgrundsatzes nicht geboten, dass das Grundbuch nicht nur den aktuellen Grundbuchstand, sondern auch seine Entwicklung richtig wiedergeben soll (RGZ 133, 279, 283; Senat BGHZ 16, 101; Urt. v. 20. Januar 2006, V ZR 214/04, aaO).
Für die dem Betroffenen zustehende Bewilligungsberechtigung nach § 19 GBO ist grundsätzlich die Grundbuchposition maßgebend (Senatsurteil vom 20. Januar 2006 - V ZR 214/04, NJW-RR 2006, 888, 889 Rn. 14).
In einem solchen Fall erfasst die Sittenwidrigkeit des Verpflichtungsgeschäfts auch die Auflassung (vgl. BGH, U.v. 20.1.2006 - V ZR 214/04 - NJW-RR 2006, 888 = juris Rn. 8;… OVG Berlin-Bbg, U.v. 8.12.2016 - OVG 2 B 7.14 - juris Rn. 24 f.).
Entgegen der Auffassung des Zulassungsantrags kann der "wahre" Eigentümer auch die formellrechtliche Eintragungsbewilligung nach § 19 GBO wirksam abgegeben; bewilligungsberechtigt ist er und nicht der "Bucheigentümer" (BGH, U.v. 20.1.2006 - V ZR 214/04 - NJW-RR 2006, 888 = juris Rn. 11 ff.).
Allerdings ist das Erfüllungsgeschäft dann gleichfalls nichtig, wenn die Unsittlichkeit gerade im Vollzug der Leistung liegt, wenn also mit dem Erfüllungsgeschäft sittenwidrige Zwecke verfolgt werden oder in ihm die Sittenwidrigkeit begründet ist (…BGH WM 1985, S. 1269, 1270;… BGH WM 1996, S. 133, 135; BGH, NJW-RR 2006, S. 888, 889).
Neben der Erleichterung der Legitimationsprüfung für das Grundbuchamt und dem Schutz des eingetragenen Berechtigten soll durch den Voreintragungsgrundsatz auch erreicht werden, dass der Rechtsstand des Grundbuchs und seiner Änderungen nicht bloß im Endziel richtig, sondern in allen Entwicklungsstufen klar und verständlich wiedergegeben wird (BGH Rpfleger 2006, 316, 317; Oberlandesgericht Köln Rpfleger 2006, 646, 647; KG Rpfleger 1992, 430; BayObLG Rpfleger 2003, 25; Oberlandesgericht München MittBayNot 2006, 496;… Demharter, aaO., § 39, Rdnr. 1).
Anderenfalls käme es zu einer Perpetuierung der Unrichtigkeit des Grundbuchs, die jedoch seinem Zweck widerspräche, über die privatrechtlichen Verhältnisse an einem Grundstück zuverlässig Auskunft zu geben (BGH NJW-RR 2006, 888 Rn. 14 nach juris).
Wenn die Vermutung des § 891 Abs. 1 BGB, die auch für das Grundbuchamt gilt, widerlegt ist, kann auf Grund einer Löschungsbewilligung allein des Buchberechtigten nicht gelöscht werden, sondern die Löschung muss der wahre Berechtigte bewilligen (BGH Rpfleger 2006, 316, 317; BayObLGZ 1992, 341, 342; Senat Beschluss vom 24.06.2003 -20 W 274/2002;… Demharter: GBO, 27. Aufl., § 27, Rdnr. 20;… Schöner/Stöber: Grundbuchrecht, 12.Aufl., Rdnr. 2728).
Da das Grundbuchamt nicht zu einer Perpetuierung des Widerspruchs zwischen materieller Rechtslage und Grundbuchinhalt beitragen darf (BGH Rpfleger 2006, 316, 317) hätte die Zwischenverfügung nicht die Löschungsbewilligung der Rechtsnachfolger der C, sondern der Rechtsnachfolger der wahren Berechtigten, nämlich der Frau D, zum Gegenstand haben müssen, samt Nachweis von deren Rechtsnachfolge.
OLG München, 23.05.2019 - 34 Wx 255/19
Nachweis der Änderung der Rechtsinhaberschaft - Umwandlung der Zwangshypothek zu …
Denn die Löschung muss vom wahren Berechtigten bewilligt werden (BGH NJW-RR 2006, 888;… Demharter § 27 Rn. 20).