Source: https://www.peterlang.com/view/9783653956801/xhtml/chapter001.xhtml
Timestamp: 2018-02-18 10:54:01
Document Index: 172621958

Matched Legal Cases: ['§ 218', '§ 18', '§ 270', '§ 15', '§ 1126', '§ 217', '§ 270']

A. Einleitung : Das vorinsolvenzliche Sanierungsverfahren
A. Einleitung : Das vo...
Bedarf und Ausgestaltungsmöglichkeiten eines vorinsolvenzlichen Sanierungsmechanismus
Bedarf es eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens in Deutschland, um Unternehmenssanierungen zu fördern? Diese Frage wird in Deutschland spätestens seit 2010 immer wieder diskutiert. Der Verfasser betrachtet die Thematik unter anderem aus dem Blickwinkel verfassungsrechtlicher Fragestellungen und schlägt einen eigenen Sanierungsmechanismus vor, um die rechtspolitisch geführte Diskussion inhaltlich voranzubringen. Der Autor nimmt eine Bestandsaufnahme des aktuellen rechtlichen Rahmens unter Berücksichtigung der Reform der Insolvenzordnung durch das ESUG vor und untersucht, inwieweit die Einführung eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens in Deutschland (verfassungs-)rechtlich zulässig wäre. Im Rechtsvergleich mit den Ausgestaltungen in Frankreich, England und Spanien entwickelt der Verfasser einen eigenen Sanierungsmechanismus.
9783653956801
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-06962-4
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 227 S.
I. Der Reformbedarf des deutschen Insolvenzrechts
II. Methodik der Untersuchung
B. Die Diskussion über die Einführung eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens
1. Juristischer Krisenbegriff
2. Betriebswirtschaftlicher Krisenbegriff
II. Der Begriff „vorinsolvenzlich“
III. Sanierung
IV. Der Begriff des „Verfahrens“
I. Ziele des Insolvenzverfahrens
1. Das Eröffnungsverfahren
2. Das eröffnete Verfahren
3. Bewertung der Unternehmenssanierung im Regelverfahren
1. Intention und Grundsätze des Insolvenzplanverfahrens
2. Der Ablauf des Insolvenzplanverfahrens
3. Die Wirkungen und die Ausführung des bestätigten Insolvenzplans
4. Tauglichkeit des Insolvenzplanverfahrens zur präventiven Unternehmenssanierung
1. Die Einreichung eines prepacked plans gemäß § 218 I 2 mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO)
2. Das sog. Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO
3. Bewertung des prepacked plans und des Schutzschirmverfahrens
1. Chancen des Eigenantrags wegen drohender Zahlungsunfähigkeit
2. Risiken des Eigenantrags wegen drohender Zahlungsunfähigkeit
3. Praktische Erfahrungen mit den Instrumenten der Insolvenzordnung zur präventiven Unternehmenssanierung
4. Schlussfolgerung in Bezug auf die Notwendigkeit eines vorinsolvenzlichen Sanierungsgesetzes
3. Größere Akzeptanz
4. Vorteile für die Gläubiger
1. Das Einstimmigkeitserfordernis
2. Verfahrenshindernisse
3. Insolvenzantragspflicht gemäß § 15a InsO
4. Straf-, haftungs- und anfechtungsrechtliche Risiken
1. Das Reorganisationsverfahren des Schuldverschreibungsgesetzes
2. Das Sanierungs- und Reorganisationsverfahren des KredReorgG
1. Zustimmungspflichten zu einem Sanierungsvergleich
2. Mehrheitsentscheidungen bei vorinsolvenzlichen Verfahren
3. Die Anordnung eines Moratoriums in einem vorinsolvenzlichen Verfahren
II. Die Konservierung der Vorteile außergerichtlicher Sanierungen bei gleichzeitiger Kompensation der Nachteile des Insolvenzverfahrens
2. Vorinsolvenzliche Sanierungsverfahren in englischen Recht
3. Das spanische vorinsolvenzliche Verfahren – La homologación de los acuerdos de refinanciación
4. Das amerikanische pre-voted-plan – Verfahren 11 U.S.C. § 1126 (b)
1. Das Scheitern des Verfahrensdualismus von Konkurs- und Vergleichsordnung
2. Das Einheitsverfahren der Insolvenzordnung
3. Ergänzung der Insolvenzordnung durch ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren
1. Leitbild des vorinsolvenzlichen Sanierungsprozesses
2. Vorschlag für einen vorinsolvenzlichen Sanierungsmechanismus
1. Empfehlung der Europäischen Kommission vom 12.03.2014
2. Grundsatzpapier des VID zu einem vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren
II. Stellungnahme und Fazit der Untersuchung
„Schon kalter Kaffee oder immer noch frisch? Das vorinsolvenzliche Sanierungsverfahren“ titelt die Zeitschrift INDat Report.1 Die Frage ist berechtigt, denn im Jahre 2010 stellte Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in ihrer Begrüßungsrede2 auf dem siebten Deutschen Insolvenzrechtstag in Berlin laut Überlegungen an, dass in Deutschland ein Bedürfnis für eine neue Insolvenzkultur bestehe und dabei auch an ein vorinsolvenzliches Sanierungsgesetz zu denken sei. Dieses könne bereits im Vorfeld einer Insolvenz greifen und würde nicht das Stigma des Insolvenzverfahrens tragen.
Hintergrund dieser Überlegungen war die Erkenntnis, dass die mit der InsO völlig neu geschaffenen Rechtsinstitute des Insolvenzplanverfahrens (§§ 217 ff. InsO) und der Eigenverwaltung (§§ 270 ff. InsO) statistisch gesehen3 in der Praxis wenig Anklang gefunden haben und somit nach wie vor die meisten Unternehmen, die sich in ein Insolvenzverfahren begeben, liquidiert werden.4
C. Der Begriff des „vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens“
I. Zeitliche Grenzen
D. (Präventive) Unternehmenssanierung durch Insolvenz
II. Unternehmenssanierung im Regelverfahren
III. Der Insolvenzplan als zentrales Sanierungsinstrument der Insolvenzordnung
IV. Die Chancen einer geplanten Insolvenz
V. Zusammenfassende Bewertung der Sanierungschancen im Insolvenzverfahren
E. Effizienz und Hindernisse außergerichtlicher Sanierungen
II. Effizienz bzw. Vorteile der außergerichtlichen Sanierung
III. Hindernisse der außergerichtlichen Sanierung
IV. Die vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren des Schuldverschreibungsgesetzes und des KredReorgG
F. Das vorinsolvenzliche Sanierungsverfahren
I. Die Kompensation der Nachteile außergerichtlicher Sanierungen
III. Die Einführung eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren nach ausländischem Vorbild gemessen an verfassungsrechtlichen Erfordernissen
IV. Die Einführung eines vorinsolvenzlichen Verfahrens aus rechtshistorischer Sicht
V. Umsetzung des bisher erarbeiteten Konzepts eines vorinsolvenzlichen Sanierungsmechanismus
G. Aktuelle Entwicklung und Fazit
Literatur- und Entscheidungsverzeichnis