Source: https://www.goldsteinconsulting.de/index.php/de/kanzlei/aktuelles/mandantenbriefe/listid-1/mailid-77-nl-01-2018
Timestamp: 2018-06-20 07:55:03
Document Index: 29933622

Matched Legal Cases: ['§ 146', '§146', '§ 6', '§ 82', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 19', 'Art. 3']

Steuerfreie Betreuungsleistungen
Dienstfahrräder - Leasing und Lohnsteuer
Kassennachschau — Ab jetzt wird es ernst
Einkommensteuer als Nachlassverbindlichkeit
AUS DER PRAXIS Mietverträge mit Umsatzsteuer
Nachdem der Spielplan für die Fußball-WM 2018 in Russland feststeht, wirft schon das über­nächste Großereignis mit dem runden Leder seine Schatten voraus: Die Fußball-EM 2020, die erstmalig nicht nur in einem Land stattfindet, sondern in 13 europäischen Städten (darunter München). 24 Teams werden an der Endrunde teilnehmen. Während es den Fans um den sportlichen Wettkampf geht, ist die EM für die UEFA, den europäischen Fuß­ballverband, vor allem ein lukratives Geschäft. Und dieses Geschäft will sie sich nicht von der Steuer vermiesen lassen. Da kommt es gelegen, dass sich die Organisatoren sportlicher Großveranstaltungen vom ausrichtenden Land mittlerweile standardmäßig die Steuerfreiheit ihrer Einnahmen garantieren lassen. Auch die UEFA macht das – und ist Deutschland Ausrichter, gewährt es die Garantie in aller Regel.
Rechtsgrundlage ist das Einkommensteuergesetz. Demnach dürfen die Finanzbehörden die Einkommensteuer ganz oder zum Teil erlassen, wenn dies „im besonderen öffentlichen Interesse“ liegt. Das besteht laut Gesetz unter anderem „an der inländischen Veranstaltung international be­deut­samer kultureller und sportlicher Ereignisse, um deren Ausrichtung ein internationaler Wettbewerb stattfindet“. Eine EM dürfte hiervon mit umfasst sein. Welchen Umfang die Garantie auf Steuerfreiheit für die EM 2020 konkret hat, darüber hält sich die Bundesregierung bedeckt. Doch es gibt eine Quelle, die Licht ins Dunkel bringt. So hat die UEFA selbst eine Vorlage erstellt (www.uefa.com), wonach die Bewerber für die EM 2024 u. a. folgendes garantieren müssen:
Die UEFA, sämtliche Tochterunternehmen der UEFA und jedes Unternehmen, das von der UEFA mit Arbeiten für die EM 2024 beauf­tragt wird, sind in Bezug auf Einnahmen aus der EM auf keinen Fall für irgendeine Steuer (egal, ob Kapitalsteuer, Verkehrsteuer, Körperschaftsteuer, einbehaltene oder direkt abge­führte Steuer) heranzuziehen. Dies schließt die kompletten Einnahmen aus
der Rechte­ver­wertung
dem Marketing sowie
dem Verkauf von Film- und TV-Rechten im Zusammenhang mit der EM mit ein.
Auch allen natürlichen Personen, die in dem Bewerberland aufgrund der Arbeiten für die EM tätig sind, muss der Bewerber die volle Steuerfreiheit aller daraus entstehenden Einnahmen garantieren.Sollte jemand dennoch zur Steuer herangezogen werden, ist das Be­­werberland schadensersatzpflichtig.
Alles in allem lässt sich eine umfassendere Steuer­freiheit kaum vorstellen. Es ist davon auszugehen, auch für die EM 2020 wurde nichts anderes vereinbart. Wie wäre es, wenn der deutsche Fiskus so viel Entgegen­kommen und Großzügigkeit gegenüber jedem Unternehmen und jedem Steuerzahler zeigen würde?
Als Arbeitgeber können Sie Ihren Mitarbeitern Betreuungs­leist­ungen zur besseren Verein­bar­­keit von Beruf und Familie steuerfrei ­erstatten. Konkret: Zusätzlich zum ohnehin ge­schul­­d­eten Arbeitslohn erbrachte Leistungen zur kurzfristigen Betreu­ung von Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht voll­endet haben, sind bis zum Höchstbetrag von 600 € im Ka­­lender­jahr steuerfrei. Voraussetzung: Die Betreuung ist aus beruflichen Gründen not­wendig, z. B. wenn die Mitarbeiter auf einer Dienstreise unterwegs sind.
Doch welche Kind­schafts­verhältnisse sind begünstigt? Auf jeden Fall sind es Kinder, die im ersten Grad ver­wandt sind, sowie Pflegekinder. Laut Finanz­ver­waltung zählen zu den begünstigten Kin­dern auch die im Haushalt des Arbeitnehmers aufgenommenen Kinder des Ehe­gatten bzw. Lebenspartners (Stiefkinder) und die aufge­nom­men­en Enkel. Nicht privilegiert sind je­doch die Leistungen des Arbeitgebers, die für Kinder der Partnerin oder des Partners einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft geleistet werden.
Zu den erstattungsfähigen Kosten gehören neben den Kosten für die Betreuung des Kindes auch Fahrt- und Übernachtungskosten der Betreuungsperson. Diese Aufwend­ungen bleiben auch dann steuerfrei, wenn die Betreuung unentgeltlich erfolgt und somit aus­schließ­lich Fahrt- oder Übernachtungskosten anfallen. Die steuerfreie Erstattung von Be­treu­ungskosten bis zu 600 € ist außerdem möglich, falls zu Hause nicht Kinder, son­dern pflegebedürftige Angehörige des Arbeitnehmers betreut werden. Der steuerfreie Erstat­tungsbetrag gilt aber nicht jeweils für die beiden Per­sonen­kreise (Kinder und pflege­bedürftige Angehörige), sondern insgesamt jährlich nur einmal.
Gerne beraten wir Sie, falls Sie diese Möglichkeit in Ihrem Unternehmen nutzen möchten.
Überlässt die Firma ihren Mitarbeitern Fahrräder auch zur privaten Nutzung, liegt im Re­gel­­fall ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil vor – genauso wie bei einem Firmen­wagen. So ist – falls der Arbeitgeber nicht gewerbsmäßig Räder verleiht – für die private Nutz­ung pro Monat 1 % der auf volle 100 € abgerundeten unverbindlichen Preis­em­pfehlung des Her­stellers anzusetzen. Bei einem Rad im Wert von 950 € ergibt sich also ein 'Vor­teil' von 9 € pro Monat. Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeits­stätte sowie im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind mit abgegolten, solange das Rad ver­kehrs­tech­nisch noch als Fahrrad gilt (nicht schneller als 25 km/h, keine Kenn­zeichen- und Ver­siche­rungs­pflicht).
Hinweis: In einem aktuellen Schreiben befasst sich das Bundesfinanzministerium (BMF) mit der Überlassung von Fahrrädern, die vom Arbeitgeber geleast werden. Danach ist eine Verwaltungsanweisung zur Dienstwagenbesteuerung in Leasingfällen entsprechend an­­zu­­wenden. Was das für Arbeitnehmer bedeutet, zeigt das folgende Beispiel:
Arbeitnehmer A ist Mit­ar­bei­ter der X-GmbH. Für seine pri­va­ten und be­ruflichen Fahr­ten über­­­lässt ihm die X-GmbH ein Lea­sing­fahr­rad. Die Leasing­raten und sonstigen Kos­ten zahlt A. Er fragt sich, ob er ei­nen geld­werten Vorteil an­setz­en muss. Immerhin bekom­mt er vom Arbeit­geber ein Fahr­­­rad über­lassen. Ent­schei­d­end ist, ob A im Innen­ver­hält­nis ge­gen­­über seinem Ar­­beit­ge­ber die­selben Rechte und Pflichten wie ein Leasing­neh­mer hat. Da­­von ist nor­ma­ler­­weise aus­zu­gehen, sofern der Arbeit­nehmer ein in Raten zu zahlendes Entgelt zu ent­richten hat und ihn allein die Gefahr und Haf­tung für Instandhaltung, Sachmängel, Unter­gang sowie Beschädigung der Sache treffen. Ist das der Fall, wird das Fahrrad nicht auf­grund des Arbeitsverhältnisses über­lassen, sondern aufgrund einer Sonderrechts­be­zieh­ung.
Die Folge: Es entfällt die Berechnung eines geldwerten Vorteils nach der 1%-Methode. Die Fahrradkosten können Arbeitnehmer, soweit sie auf die beruflichen Fahrten entfallen (Ein­zel­­nachweis!), entweder als Werbungskosten absetzen oder sich vom Arbeitgeber er­statten lassen. Nur soweit der Arbeitgeber Preisvorteile einräumt, die über übliche Preis­nach­lässe hinausgehen, könnte es doch noch zu einem Arbeitslohn kommen (z. B. beim ver­billigten Verkauf des Fahrrads an den Mitarbeiter am Ende der Laufzeit).
Zu­satzhinweis: Unter bestimmten Umständen schließt das BMF von vornherein aus, der Mit­arbeiter könne im Innenverhältnis Leasingnehmer sein. Dies gelte, sofern der An­spruch auf Überlassung des Fahrrads
im Rahmen einer Gehaltsumwandlung mit Wirkung für die Zukunft vereinbart oder
arbeitsvertraglicher Vergütungsbestandteil ist.
Dann müsse der Angestellte stets einen geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Fahrrads versteuern.
Durch das 'Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen' hat der Fiskus eine neue Schnüffelmöglichkeit bekommen. Seit dem 1.1.2018 dürfen die Fin­anz­­behörden – ohne vorherige Ankündigung – zur Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Auf­­zeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und -ausgaben während der üb­lichen Geschäfts- und Arbeitszeiten Geschäftsgrundstücke und Geschäftsräume betreten (§ 146b der Abgabenordnung/AO). Dies gilt sowohl zur Überprüfung elek­tro­nischer Re­gis­trier­kassen als auch offener Ladenkassen. Unter bestimmten Voraus­setzungen („Verhü­tung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“) dürfen sogar Pri­vat­­wohnungen betreten werden.
Wichtig: Nach Ansicht des BMF ist eine Kassen-Nachschau auch möglich bei offenen Lo­kalitäten wie Stände, Hallen etc., die auf eigenen bzw. angemieteten Grundstücken be­trie­ben werden. Im Ergebnis könnten damit auch in Festzelthallen oder auf Märkten Fi­nanz­­beamte vorbeischauen, um Aufzeichnungen, Bücher sowie sonstige Or­ga­ni­sa­tions­unter­lagen einzusehen (inwieweit diese Unterlagen bei den genannten Beispielen vor Ort vor­handen sein werden, hat sich offenbar bisher keiner gefragt). Der Einsatz einer elek­tro­nischen Registrierkasse ist aber auch weiterhin nicht zwingend vorgeschrieben.
Hinweis: In nächster Zeit kom­men noch weitere Verschärf­un­gen auf Unternehmer zu. Mög­­lichen Steuerverkürzungen ent­ge­gen­­wirken soll insbesondere §146a AO, der die An­for­­der­ung­en an die Ein­zel­auf­zeich­nung bei der Verwendung elek­tro­ni­scher Auf­­zeich­nungs­­systeme – z.B. el­ek­­tro­ni­sche Registrierkassen – re­gelt (gilt erst­mals für Ka­len­der­jahre nach Ablauf des 31.12.2019). Danach sind die Ge­räte durch zer­tifizierte Sicher­heits­ein­richtungen gegen Ma­ni­pulation zu sichern, so dass jeder Ge­schäftsvorfall einzeln, voll­ständig, richtig, zeit­gerecht und geordnet erfasst wird. Die tech­nischen Anforderungen sind in der Kas­sen­sicherungsverordnung (KassenSichV) festgeschrieben worden. Dort ist z. B. geregelt, welche elek­tro­ni­schen Aufzeichnungsgeräte unter die Neu­re­­gelung ab 2020 fallen und welche Daten digital aufzuzeichnen sind.
Im vergangenen Jahr erhielten Steuerzahler mit vermieteten Immobilien eine Hiobs­bot­schaft vom BFH. In gleich drei Urteilen nahmen die Richter Stellung zur sog. 15%-Grenze. Ein sofortiger Werbungskostenabzug scheidet danach aus, sofern innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Erwerb die Aufwendungen für Erhaltungsmaßnahmen (ohne Um­satz­steuer) mehr als 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes betragen. Nach­tei­lig für die Eigentümer entschied das oberste Steuergericht:
Sämtliche Kosten für bauliche ­inner­halb dieser Frist müssen zusammengerechnet werden. In die 15 %-Grenze ein­zube­ziehen sind auch reine Schönheitsreparaturen sowie Maßnahmen, die das Gebäude erst ver­miet­bar machen (sog. Herstellung der Betriebsbereitschaft) oder die es über den ur­sprüng­lichen Zustand hinaus wesentlich verbessern (sog. Luxussanierung).
Bei einem aus mehreren Einheiten bestehenden Gebäude ist nicht auf das gesamte Ge­bäu­de, sondern auf den jeweiligen selbständigen Gebäudeteilabzustellen, falls das Ge­samt­gebäude in unterschiedlicher Weise genutzt wird (z. B. Wohnung und Laden­ge­schäft).
Keine anschaffungsnahen Herstellungskosten sind dagegen Aufwendungen für Er­halt­ungs­arbeiten, die jährlich üblicherweise anfallen, wie z.B. laufende War­tungs­arbei­ten. Eine weitere Ausnahme ließ der BFH kürzlich zu, soweit Schäden am Gebäude in den ersten drei Jahren nach dem Erwerb unvermutet eintreten und auf das schuldhafte Ver­­halten Dritter (z. B. Zerstörungen durch Mieter) zurückzuführen sind. Dann liegen so­fort abzugsfähige Werbungskosten vor, auch wenn die Aufwendungen mehr als 15 % der An­schaffungskosten für das Gebäude betragen.
Hinweis: Die Finanzämter sind angewiesen worden, die Grundsätze der drei BFH-Urteile grund­­sätzlich in allen offenen Fällen anzuwenden. Und nun die gute Nachricht des BMF: „Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn auf Antrag des Steuerpflichtigen abweichend hier­von die bisherige BFH-Rechtsprechung zur Behandlung der Schönheitsreparaturen im Zusammenhang mit anschaffungsnahen Herstellungskosten und die bisher von der Finanz­verwaltung vertretene Rechtsauffassung, dass eine gebäudebezogene Prüfung der Auf­wendungen nach § 6 Absatz 1 Nummer 1a EStG vorzunehmen ist, auf Sachverhalte weiter angewendet wird, bei denen der Kaufvertrag bzw. ein ihm gleichstehender Rechts­akt vor dem 1. Januar 2017 abgeschlossen wurde.“
Unser Rat: Wurde also der notarielle Ver­trag bis zum 31.12.2016 abgeschlossen, winken Ihnen weiterhin beträchtliche Steuer­vor­teile. Gerne prüfen wir, ob Sie von der Über­gangs­regel­ung profitieren können und ob eine Verteilung der Aufwendungen auf bis zu fünf Jahre (§ 82b der Einkommensteuer-Durch­­führungsverordnung) günstiger als der Sofort­ab­zug wäre.
Was Sie als Erbe vom steuerpflichtigen Erwerb abziehen können, regelt in erster Linie der § 10 des Erbschaftsteuer-gesetzes (ErbStG). Dazu gehören grundsätzlich auch „vom Erb­lasser herrührende Schulden“. Soweit es um Einkommensteuerschulden geht, stellt der Fis­kus in der Erbschaftsteuer-Richtlinie 10.8 seine Sichtweise dar. Der Absatz 4 dort regelt speziell die Berücksichtigung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen wie folgt: „So­weit bis zum Todeszeitpunkt des Erblassers festgesetzte und entstandene Vor­aus­zahlungs­beträge in diesem Zeitpunkt noch nicht entrichtet sind, sind diese abzugsfähig.“
Im Umkehrschluss bedeutet das: Vorauszahlungen, die nach dem Todeszeitpunkt festge­setzt und entstanden sind, erkennt das Finanzamt nicht als Nachlassverbindlichkeit an. Nach dieser Lesart könnte z. B. der Sohn die Vorauszahlungen seines verstorbenen Vaters für das zweite bis vierte Quartal 2016 nicht als Nachlassverbindlichkeit berück­sich­tigen, wenn der Todeszeitpunkt im Mai 2016 lag. Denn die Einkommensteuer-Voraus­zahl­ungen sind jeweils zum 10. März, Juni, September und Dezember zu entrichten. Bis zum Todes­zeitpunkt im Mai ist also nur die Vorauszahlung vom 10. März abzugsfähig – so die Mein­ung der Finanzverwaltung.
Doch das Finanzgericht Münster widerspricht dem in einem kürzlich veröffentlichten Urteil und verweist auf steuerzahlerfreundliche Urteile des Bundesfinanzhofs zum Abzug einer Ein­kommensteuer-Abschlusszahlung. Danach gilt: „Zu den abzugsfähigen Nach­lass­ver­bind­lichkeiten i. S. d. § 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG gehören nicht nur die Steuerschulden, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits rechtlich entstanden waren, sondern auch die Steuer­ver­bind­lichkeiten, die der Erblasser als Steuerpflichtiger durch die Verwirklichung von Steuer­tatbeständen begründet hat und die mit Ablauf des Todesjahres entstehen.“ Aus diesem Grund, so das FG Münster, „kann für festgesetzte Einkommen­steuer­voraus­zahl­ungen nichts anderes gelten, und zwar auch dann, wenn sie zum Todeszeitpunkt noch nicht entstanden sind“.
Das leuchtet ein. Wenn schon die Ein­kom­­mensteuer, die erst mit Ablauf des Todes­­jahres ent­steht, vom BFH als Nach­­lassverbindlichkeit anerkannt wird, muss dies natürlich auch für fest­­­gesetzte Vorauszahlungen gelten, die jeweils mit Beginn des Kalender­viertel­jahres ent­stehen, in dem die Vor­­aus­zahlungen zu entrichten sind. Alte­r­­­nativ hätte in unserem Bei­spiel der Sohn als Erbe auch beantragen kön­nen, die Vor­auszahlungen für das zweite bis vierte Quartal auf null her­ab­­zusetzen. Dann wäre die Ein­kommensteuer-Ab­schluss­zahl­ung höher ausgefallen und als Nachlassverbindlichkeit ab­zugsfähig gewesen.
Hinweis: Die Revision wurde nicht zugelassen. Doch das unterlegene Finanzamt prä­sen­tiert sich als schlechter Verlierer und hat eine sog. Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH ein­ge­legt. Diese ist unter dem Az. II B 105/17 anhängig. Über den Ausgang des Ver­fahrens werden wir Sie natürlich auch informieren. Bis zur endgültigen Klärung halten wir vergleichbare Fälle für Sie offen.
Mietverträge mit Umsatzsteuer
Im Normalfall ist die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Grund­stücks­teilen nach § 4 Nr. 12a des Umsatz-steuergesetzes (UStG) dauerhaft von der Um­­satz­steuer befreit. Spiegelbildlich dazu haben Sie als Eigentümer auch keine Mög­lich­keit, Ihnen in Rechnung gestellte Vorsteuern vom Finanzamt erstattet zu be­kom­men. Insbe­son­dere bei neu errichteten Immobilien oder nach großen Sanier­ungs­maß­nahmen ist das ein erheblicher Liquiditätsnachteil. Aus diesem Grund räumt Ihnen das UStG eine Option zur Umsatzsteuerpflicht ein. Voraussetzung: Der Mieter muss in den an­ge­mieteten Gebäuden oder Räumen unternehmerisch tätig und selbst zum Vor­steuer­ab­zug berechtigt sein. Dies bedeutet: Ein Verzicht auf die Steuerbefreiung ist nicht mög­lich, wenn Sie eine Immobilie z. B. an einen Arzt vermieten, der seinerseits nur steuer­freie Umsätze erbringt. Außerdem müssen Sie prüfen, ob Sie eventuell ein Klein­unter­neh­mer i. S. v. § 19 UStG sind.
Dies ist der Fall, wenn Ihre gesamten umsatzsteuerpflichtigen Umsätze (inkl. der Mie­ten) folgende Grenzen nicht übersteigen:
Im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € und
im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 €.
Dann wären Sie ebenfalls nicht berechtigt, umsatzsteuerpflichtig zu vermieten bzw. Vor­­steuern abzuziehen. Sie haben aber eine weitere Optionsmöglichkeit: Sie können den Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung erklären (mit Bindung für fünf Jahre), in­­dem Sie einfach eine Umsatzsteuererklärung einreichen. Unser Rat: Sofern Sie schon umsatzsteuerpflichtig vermieten oder dies beabsichtigen, sollten Sie be­rück­sich­tigen, dass bereits seit dem 1.1.2017 die Brutto-Grenze für sog. Kleinbetrags­rech­nungen von 150 auf 250 € angehoben wurde. Das ist z. B. wichtig beim Einkauf von Material oder Werkzeug im Baumarkt oder bei Kleinreparaturen. Damit Sie die Ihnen in Rech­nung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können, genügen folgende An­gaben auf dem Beleg/der Quittung:
Seit dem 1.1.2018 gelten für viele Länder neue Pauschbeträge für Verpflegungs­mehr­aufwendungen und Übernachtungs­kos­ten. Wichtig: Bei Übernachtungen im Aus­­land kommen die Pauschalen nur bei Er­­satz durch den Arbeitgeber zur An­wend­ung. Vor allem Freiberufler und Ge­wer­be­treibende müssen daher für den Be­triebsausgabenabzug die Hotel­rech­nung aufbewahren.
Ebenfalls zum Jahresbeginn wurde die sog. 'Düsseldorfer Tabelle' geändert. Der Min­dest­unterhalt minderjähriger Kinder wird ab diesem Zeitpunkt in allen drei Alters­stufen angehoben. Erstmals seit 2008 werden auch die Einkom­mens­grup­pen erhöht. Die Tabelle beginnt ab dem 1.1.2018 mit einem bereinigten Nettoein­kom­men bis 1.900 € (derzeit bis 1.500 €) und endet mit bis 5.500 € (derzeit bis 5.100 €). Bei Bedarf senden wir Ihnen die Übersicht gerne zu.
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Mün­ster ist die Entfernungspauschale für Fahrten eines Flugbegleiters zum Be­schäf­tig­ungsort auch dann nur einmal zu gewähren, sofern die Rückfahrt nicht am selben Tag vorgenommen wird wie die Hin­fahrt. Allerdings wurde die Revision zu­gelassen. Der Musterprozess ist nun beim BFH unter dem Az. VI R 42/17 anhängig. Vergleichbare Fälle werden wir für Sie durch Einspruch und Antrag auf Ruhen des Verfahrens offenhalten
Außergewöhnliche Belastungen Nunc Laufende Grabpflegekosten sind steuer­lich eigentlich nicht abzugsfähig. Wie das Hessische Finanzgericht jüngst aber ent­schied, ist eine Berücksichtigung mög­lich, sofern es sich um Aufwendungen für die Sanierung einer Familiengrabstätte han­delt und die Gemeinde die Instand­setzung verbindlich angeordnet hat. Der Fall liegt nun dem BFH unter dem Az. VI B 46/17 vor.
Das Bundesverfassungsgerichtwird vor­aus­sichtlich am 16.1.2018 über drei Vor­la­gen des BFH sowie über zwei Ver­fassungsbeschwerden zur Einheitsbe­wer­­t­ung verhandeln. Einerseits sieht der BFH in seinen Anträgen einen Verstoß ge­gen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) ab dem Bewertungs­stich­tag 1.1.2008. Andererseits rügen zwei Eigentümer in ihren Verfassungs­beschwerden die erhebliche Ungleich­be­hand­lung infolge der seit 1964 einge­tre­tenen Wertverzerrungen, aber auch die An­wendung zweier unterschiedlicher Verfahren zur Bewertung von Grund­stücken (Ertragswert- und Sachwert­ver­fahren).
„Alle guten Vorsätze haben etwas Ver­hängnisvolles - sie werden beständig zu früh gefasst.“
... gebracht .
Arbeitslohn aus Beiträgen des Arbeit­gebers zu einer Direktversicherung des A­r­beitnehmers für eine betriebliche Alters­versorgung fließt dem Arbeit­nehmer nicht schon mit Erteilung der Einzugsermächtigung durch den Arbeit­geber zugunsten des Versicherungs­neh­mers zu. Nach einem aktuellen Urteil des BFH erfolgt der Zufluss erst dann, wenn der Arbeitgeber den Versicherungsbei­trag tatsächlich leistet.