Source: http://www.asf-versicherungsmakler.de/versicherungsmakler/
Timestamp: 2017-01-24 11:05:23
Document Index: 253359271

Matched Legal Cases: ['§ 278', '§ 93', 'BGH', '§93', '§59', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

Leider setzen viele unserer Kunden den Versicherungsmakler mit dem Versicherungsvermittler bzw. Versicherungsvertreter gleich, ohne zu wissen, dass zwischen diesen große Unterschiede bestehen. Wir möchten daher nachfolgend kurz die Unterschiede aufzeigen und erklären, warum der Versicherungsmakler eben nicht gleich dem Versicherungsvermittler ist.
Auf dem Versicherungsmarkt versehen verschiedene Gruppierungen den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Diese Produkte werden angeboten von Versicherungsvertretern, Banken, Mehrfachagenten, Versicherungsmaklern und Direktversicherungen. Wie die Bezeichnung schon signalisiert, vertritt der Versicherungsvertreter die Interessen einer, beim Mehrfachagenten gegebenenfalls mehrerer Versicherungsgesellschaften. Er ist Geschäftsbesorger des Versicherers. Den Versicherungsgesellschaften gegenüber ist der Versicherungsvertreter (Versicherungsagent) oder Mehrfachagent (Mehrfachvertreter) weisungsgebunden und vertritt im Schadenfall die Interessen des Versicherers. Fehler des Versicherungsagenten werden dem Versicherungsunternehmen als eigenes Wissen zugerechnet (§ 278 BGB). Die Abhängigkeit zu einer Gesellschaft wird oftmals dadurch bestätigt, dass Verträge mit mehrjährigen Laufzeiten (Sachversicherungen) geschlossen werden, um die Wechselbereitschaft des Kunden zu einer anderen Versicherungsgesellschaft auszuhebeln. Der Bankberater ist dem Versicherungsvertreter gleichgestellt.
Versicherungsmakler ist Sachwalter des Kunden
Der Versicherungsmakler vermittelt Versicherungsverträge zwischen meist zwei Parteien - dem Produktanbietern (Versicherungsgesellschaften) und den Produktnehmern (Kunden). Darüber hinaus ist der Versicherungsmakler ein Kaufmann gemäß dem Handelsrecht (§ 93 HGB_Handelsmakler) und ist vertraglich nicht an eine oder mehrere Versicherungsgesellschaften gebunden, sondern übt seine Tätigkeit als “treuhänderischer Sachwalter” (siehe Urteil des BGH aus 1985) die Interessen des Versicherungsnehmers/Kunden auf dessen Seite aus. Im Dezember 2006 wurde die EU-Vermittlerrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Seither muss der Makler über die Wünsche des Kunden und die daraus folgenden Handlungsweisen des Versicherungsmaklers (Vorschläge) eine Dokumentation erstellen und vom Kunden unterzeichnen lassen. Eine Kopie der Dokumentation steht dem Kunden zu. Der Kunde kann jedoch auf diese Dokumentation verzichten (vorläufiger Versicherungsschutz). In diesem Fall muss durch den Versicherungsmakler eine nachzuweisende Information über die Vor- und Nachteile des Verzichtes gegenüber dem Kunden erfolgen.
Der Versicherungsmakler handelt im Auftrag des Kunden…
Der Versicherungsmakler wird vom Kunden beauftragt. Die Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers regelt der Maklerauftrag, den der Kunde erteilt. Weitere Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Gesetz über den Versicherungsvertrag oder werden dort definiert. Im Maklerauftrag werden die Pflichten des Versicherungsmaklers beschrieben, wie die Ermittlung eines ausreichenden Versicherungsschutzes und die Vermittlung adäquater und günstiger Versicherungsverträge. Auch werden weitergehende Tätigkeiten bestimmt, die sich auf die Aktualisierung und deren Verwaltung beziehen. Ebenso kann die Weitervermittlung aktueller Verträge – um dadurch ein besseres wirtschaftliches Ergebnis für den Kunden zu erzielen (siehe hierzu §93 HGB und §59 Abs. 3 VVG) – Gegenstand des Maklerauftrages sein.
Um im Bereich der Versicherungsvermittlung Missstände zu verhindern, waren sich der der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) 1980 darüber einig, einen Punktekatalog zur Vermeidung einer missbräuchlichen Ausgestaltung von Maklerverträgen zu erstellen. Der 1981 in Kraft getretene Punktekatalog ist so gestaltet, dass er der Rechtsaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdiestleistungsaufsicht (BaFin) entgegenkommt. Der Hintergrund hierfür ist die Wahrung der Interessen der Versicherten (Kunden) im Sinne des Verbraucherschutzes und einem fairen Wettbewerb unter den Versicherungsmaklern.
… und haftet für sein Tun
Die Loyalität des Versicherungsmaklers besteht in erster Linie gegenüber dem Kunden. Seine Fehler werden dem Kunden zugerechnet. Der Versicherungsmakler haftet deshalb, auch für die Fehler/ das Verschulden seiner Mitarbeiter, für die Verletzung seiner Verpflichtungen gegenüber seinem Kunden. Der Versicherungsmakler unterliegt der Verpflichtung, eine Berufshaftpflichtversicherung/ Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme nachzuweisen.
Versicherungsmakler werden, wie auch die anderen auf dem Versicherungsmarkt Vermittelnden, in einem zentralen und öffentlich zugänglichen Register – dem Versicherungsvermittlerregister - registriert. Dieses Versicherungsvermittlerregister wird beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag geführt.
Berufszugang, Sachkundenachweis, Zuverlässigkeit und Vermögensverhältnisse
Um den Beruf des Versicherungsmaklers ausüben zu können, ist eine Gewerbeanmeldung, eine spezifische Gewerbeerlaubnis für die Versicherungsvermittlung ( § 34 d GewO) ebenso notwendig, wie die nachzuweisende Sachkunde. Weiter benötigt der Versicherungsmakler eine aufrecht zu erhaltende Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme und den Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse.
Den Nachweis der Sachkunde kann auf mehreren Wegen erbracht werden. In der Regel sind das die Ablegung einer Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer (Versicherungsfachmann/frau), eine abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (früher Versicherungskaufmann), die erfolgreich abgelegte Prüfung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen IHK (früher Versicherungsfachwirt) oder Fachwirt für Finanzberatung.
Die Bedingungen für Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse gibt die Gewerbeordnung vor (§ 34 d Abs. 2 GewO). In Ermangelung einer gesetzlichen Berufsorganisation für Versicherungsmakler haben sich Versicherungsmakler in Berufsorganisationen zusammengeschlossen. Das ASF Versicherungsmaklerbüro in Freudenberg ist im AfW – dem Bundesverband Finanzdienstleistungen e.V. – organisiert.
Der Versicherungsmakler kann für die erfolgreich vermittelten Versicherungsverträge eine Vergütung verlangen (Courtage). Diese Vergütung erfolgt nicht direkt von seinem Kunden, sondern wird von den Versicherungsgesellschaften übernommen, an die Versicherungsverträge im Auftrag des Kunden vermittelt wurden. Die Beratung des Kunden stellt eine Nebenleistung zur eigentlichen Hauptleistung -der Vermittlung- dar und darf nicht vom Makler gesondert in Rechnung gestellt werden. Eine Ausnahme gibt es bei Unternehmen. Hier ist der Versicherungsmakler berechtigt, Dritte -also keine Endverbraucher- bei der Prüfung, Änderung oder Abschluss von Versicherungsverträgen gegen Honorar zu beraten (§ 34 d, Abs. 1 Satz 4 GewO).