Source: https://pflege-dschungel.de/pflegegrad/
Timestamp: 2020-04-05 19:01:08
Document Index: 147724056

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 13', '§ 43', '§ 37', '§ 37', '§ 7', '§ 37', '§ 45', '§ 36', '§ 37', '§ 41', '§ 45', '§ 39', '§ 43', '§ 38', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 43', '§ 43', '§ 38', '§ 45', '§ 44', '§ 44', '§ 43']

Pflegegrad, was ist das eigentlich? Pflege-Dschungel.de
Die maximal große Infografik „NBA und Pflegegrad“ können Sie am Ende der Seite finden. Eine PDF der Grafik können Sie hier (NBA und Pflegegrad) herunterladen
Inhalte zum Pflegegrad:
Definition zum Pflegegrad
Vorbereitung zur Pflegegrad-Prüfung
Modul-Gewichtungen zur Pflegegrad-Ermittlung
Pflegegrad-Faktor 1 = Mobilität
Pflegegrad-Faktor 2 = Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Pflegegrad-Faktor 3 = Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Pflegegrad-Faktor 4 = Selbstversorgung
Pflegegrad-Faktor 5 = Bewältigung von und selbständiger Umgang mit
Pflegegrad-Faktor 6 = Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Modul 7 = Außerhäusliche Aktivitäten
Modul 8 = Haushaltsführung
Im Kern geht es bei den Reformen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) um mehr Gerechtigkeit.
Diese Gerechtigkeit soll durch die umfassende Berücksichtigung von Pflegebedürftigkeit aufgrund
körperlicher und psychisch/ kognitiver Beeinträchtigungen erreicht werden.
Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wird diese Zielsetzung in folgender „Formel“ ausgedrückt.
Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegten Schwere bestehen.
Um diese neuen Anforderungen und Zielsetzungen umzusetzen bedarf es einer gänzlich neuen Form der Begutachtung.
Dies Assessment findet durch die Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter des MDK während des Gesprächstermins bei Ihnen zuhause statt.
Um zu einer fundierten Einschätzung oder Beurteilung zu kommen ist vorab eine umfangreichere Informationssammlung (Säule 1) notwendig.
In der zweiten Säule sehen Sie die Module zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit. Hierbei sind die ersten 6 Module für die Einstufung des Pflegegrades relevant. Die beiden Module 7 und 8 ergänzen den Einschätzungsprozess.
Abgeschlossen wird der Begutachtungstermin mit einer Reihe von Empfehlungen, die die MDK-Mitarbeiter auf Basis vorhandener und im Gespräch neu gewonnener Informationen aussprechen. In Säule drei sehen Sie die vier Blöcke hierzu.
Diese drei Säulen bilden das Neue Begutachtungsassessment
NBA steht für „Das Neue BegutachtungsAssessment“. Und Assessment, aus dem Englischen, steht für „Beurteilung, Einschätzung oder Bewertung“.
60 Minuten sind nur mit guter Vorbereitung zu schaffen. Der einfache Taschenrechner zur Addition der Minuten für die diversen körperlichen Pflegearbeiten und sonstigen einstufungsrelevanten Zeiteinheiten hat ausgedient. Auch das Pflegetagebuch mit der minutengenauen Dokumentation Ihrer Pflegeleistungen wird beim NBA nicht mehr so benötigt.
Die beiden Eigenschaften „Selbständigkeit“ und „Fähigkeiten“ stehen zukünftig im Fokus der NBA-Begutachtungen. Die minutengenaue Pflegeerfassung entfällt.
Die Leitgedanken der begutachtungsrelevanten 6 Kern-Module der Einstufung in die neuen 5 Pflegegrade sind zukünftig die Fragen:
Die Richtlinien für die MDK-Begutachter formulieren dies so:
Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit bei Erwachsenen sind gesundheitliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten in den nachfolgenden sechs Bereichen, die sich auf die in den Bereichen angegebenen Aktivitäten und Fähigkeiten beziehen. Quelle: Begutachtungs-Richtlinien Pflege – BRi, S. 33
Damit wird der Einschätzungsprozess von „Selbständigkeit“ und „Fähigkeiten“ über die pflegebedürftige Person zum einzig relevanten Einstufungskriterium. Hier bündeln sich alle vorab gesammelten Informationen und die im Gespräch gewonnenen Beobachtungen und Eindrücke in ein strukturiertes Punkte-Bewertungssystem.
Mit der Pflegeberatung die Pflegegrad-Prüfung vorbereiten.
Das NBA soll in einem vergleichbaren Zeitrahmen durchgeführt werden, wie das heutige Begutachtungssystem: ca. 60 Minuten.
Ziehen wir von diesen 60 Minuten 15 Minuten für die Begrüßung, Einführung und Informationssammlung ab (ja, das wird dann sehr kurzatmig sein), 5 Minuten für die Module 7 und 8 sowie nochmals 15 Minuten für Aufbereitung und Erläuterung der Empfehlungen, dann verbleiben für die 6 entscheidungsrelevanten Module nur noch 25 Minuten.
25 Minuten oder 1.500 Sekunden für 64 Kriterien, die gewissenhaft hinterfragt und beurteilt werden müssen. Die sich so ergebenen durchschnittlichen 23 Sekunden je Kriterium können bei vielen Fragen ausreichend sein. Bei anderen aber?
Ohne Ihre Unterstützung und sorgfältige Vorbereitung des Gesprächstermins wird die Frage, ob Sie für ihren Familienangehörigen oder ihre betreute Person den „gerechten Pflegegrad“ bekommen, alleine in den Händen des MDK-Mitarbeiters liegen.
Nutzen Sie die kostenlose Pflegeberatung für eine nachhaltig Unterstützen, damit die sorgfältige MDK Terminvorbereitung für Sie viel leichter wird.
Die 64 Bewertungskriterein zur Bestimmung des Pflegegrades sind in sechs Module untergliedert, die hier jetzt kurz vorgestellt werden. Details zu allen Kriterien und Fragen finden Sie im Anschluß.
Die beiden Eigenschaften „Selbständigkeit“ und „Fähigkeiten“ werden standardisiert in den sechs Modulen erfragt und eingeordnet. Insgesamt fünf Ergebnisse gehen in die Ermittlung der Gesamtpunktzahl ein.
6 Module des NBA zur Pflegegrad-Begutachtung mit ihren Gewichtungesanteil
Das Ergebnis der Einschätzungen zur „Mobilität“ hat mit nur 10 % den geringsten Anteil.
Für die beiden Module 2 und 3 wird nur ein Wert berücksichtigt. Dies ist der jeweils höhere Punktwert, der sich nach der internen Modulgewichtung ergibt.
Das Thema „Selbstversorgung“ ist am komplexesten und das Modulergebnis hat mit 40 % den größten Gewichtungsanteil bei der Pflegegrad Bestimmung.
Die „Bewältigung von und der selbständige Umgang mit
krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“ zählt mit 20 % ebenfalls zu den gewichtigeren Modulen.
Das Ergebnis von Modul 5, „Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte“ wird mit einer Gewichtung von 15 % berücksichtigt.
Pflegegrad-Faktor 1 – das Modul „Mobilität“
Um Missverständnissen vorzubeugen, die bei der Interpretation und Neuformulierung der Begutachtungs-Richtlinien immer entstehen können, verzichte wir auf eine eigene Beschreibung. Nachfolgend dokumentiere und zitieren wir für Sie die entsprechenden Auszüge zu den Modulen und Kriterien des BRi:
Die Einschätzung richtet sich ausschließlich danach, ob die Person in der Lage ist ohne personelle Unterstützung eine Körperhaltung einzunehmen/zu wechseln und sich fortzubewegen.
Zu beurteilen sind hier lediglich Aspekte wie Körperkraft, Balance, Bewegungskoordination etc. und nicht die zielgerichtete Fortbewegung.
Hier werden nicht die Folgen kognitiver Beeinträchtigungen auf Planung, Steuerung und Durchführung motorischer Handlungen abgebildet.
Sie können die einzelnen Beschreibungen und Erläuterungen zu den Kriterien durch Anklicken auf die Infoboxen öffnen und lesen.
M1 - Mobilität (5 Kriterien):
4. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereiches
Besondere Bedarfskonstellation: Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine
Gemäß § 15 Abs. 4 SGB XI können Pflegebedürftige mit besonderen Bedarfskonstellationen, die einen spezifischen, außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen, aus pflegefachlichen Gründen dem Pflegegrad 5 zugeordnet werden, auch wenn ihre Gesamtpunkte unter 90 liegen.
In Betracht kommen Pflegebedürftige, die rein nach Punkten den Pflegegrad 5 nicht erreichen würden, dieser aber aufgrund der Schwere der Beeinträchtigung angemessen wäre.
Als besondere Bedarfskonstellation ist nur die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine festgelegt. Hintergrund ist, dass die jeweiligen gesundheitlichen Probleme sich einer pflegefachlichen Systematisierung im neuen Begutachtungsinstrument entziehen.
Trotz vollständiger Abhängigkeit von personeller Hilfe ist es möglich, dass bei diesem Personenkreis im Bereich der Module 2 und 3 keine und im Bereich des Moduls 6 Beeinträchtigungen nur im geringen Maß vorliegen, so dass die Gesamtpunkte unter 90 liegen.
Vollständiger Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktionen
Das Kriterium der „Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine“ umfasst nicht zwingend die Bewegungsunfähigkeit der Arme und Beine, die durch Lähmungen aller Extremitäten hervorgerufen werden kann.
Ein vollständiger Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktion ist unabhängig von der Ursache zu bewerten.
Dies kann z. B. auch bei Menschen im Wachkoma vorkommen oder durch hochgradige Kontrakturen, Versteifungen, hochgradigen Tremor und Rigor oder Athetose bedingt sein.
Eine Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine liegt auch vor, wenn eine minimale Restbeweglichkeit der Arme noch vorhanden ist, z. B. die Person mit dem Ellenbogen noch den Joystick eines Rollstuhls bedienen kann, oder nur noch unkontrollierbare Greifreflexe bestehen.
Einnehmen von verschiedenen Positionen im Bett, Drehen um die Längsachse, Aufrichten aus dem Liegen
Selbständig: Selbständig ist auch eine Person, die ihre Position unter Nutzung von Hilfsmitteln (Aufrichthilfe, Bettseitenteil, Strickleiter, elektrisch verstellbares Bett) allein verändern kann.
Überwiegend selbständig: Die Person kann beispielsweise nach Anreichen eines Hilfsmittels oder Reichen der Hand ihre Lage im Bett verändern.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann beim Positionswechsel nur wenig mithelfen, z. B. auf den Rücken rollen, am Bettgestell festhalten, Aufforderungen folgen wie z. B. „Bitte die Arme vor der Brust verschränken und den Kopf auf die Brust legen.“
Unselbständig: Die Person kann sich beim Positionswechsel nicht oder nur minimal beteiligen.
Unselbständig: Die Person kann sich nicht in Sitzposition halten. Bei fehlender Rumpf- und Kopfkontrolle kann die Person nur im Bett oder Lagerungsstuhl liegend gelagert werden.
Von einer erhöhten Sitzfläche, Bettkante, Stuhl, Sessel, Bank, Toilette etc., aufstehen und sich auf einen Rollstuhl, Toilettenstuhl, Sessel o.ä. umsetzen
Selbständig: Selbständig ist jemand auch dann, wenn er keine Personenhilfe be- nötigt, aber ein Hilfsmittel oder einen anderen Gegenstand zum Festhalten oder Hochziehen (z. B. Griffstangen) benutzt oder sich auf Tisch, Armlehnen oder sonstigen Gegenständen abstützen muss, um aufzustehen. Als selbständig ist auch zu bewerten, wer zwar nicht stehen kann, aber sich mit Armkraft ohne personelle Hilfe umsetzen kann (z. B. Bett – Rollstuhl, Rollstuhl – Toilette).
Überwiegend selbständig: Die Person kann aus eigener Kraft aufstehen oder sich umsetzen, wenn sie eine Hand oder einen Arm gereicht bekommt.
Überwiegend unselbständig: Die Pflegeperson muss beim Aufstehen, Umsetzen (erheblichen) Kraftaufwand aufbringen (hochziehen, halten, stützen, heben). Die beeinträchtigte Person hilft jedoch in geringem Maße mit, kann z. B. kurzzeitig stehen.
Unselbständig: Die Person muss gehoben oder getragen werden, Mithilfe ist nicht möglich.
Sich innerhalb einer Wohnung oder im Wohnbereich einer Einrichtung zwischen den Zimmern sicher bewegen.
Als Anhaltsgröße für übliche Gehstrecken innerhalb einer Wohnung werden mindestens acht Meter festgelegt. Die Fähigkeiten zur räumlichen Orientierung und zum Treppensteigen sind unter Punkt Modul 2.2 bzw. 1.5 zu berücksichtigen.
Selbständig: Die Person kann sich ohne Hilfe durch andere Personen fortbewegen. Dies kann ggf. unter Nutzung von Hilfsmitteln, z. B. Rollator, Rollstuhl oder sonstigen Gegenständen, z. B. Stock oder Möbelstück geschehen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität überwiegend selbständig durchführen. Personelle Hilfe ist beispielsweise erforderlich im Sinne von Bereitstellen von Hilfsmitteln (z. B. Rollator oder Gehstock), Beobachtung aus Sicherheitsgründen oder gelegentlichem Stützen, Unterhaken.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur wenige Schritte gehen oder sich mit dem Rollstuhl nur wenige Meter fortbewegen oder kann nur mit Stützung oder Festhalten einer Pflegeperson gehen.
Die ausschließliche Fähigkeit der Fortbewegung durch Krabbeln oder Robben ist generell als „überwiegend unselbständig“ zu bewerten.
Unselbständig: Die Person muss getragen oder vollständig im Rollstuhl geschoben werden.
Überwinden von Treppen zwischen zwei Etagen.
Treppensteigen ist unabhängig von der individuellen Wohnsituation zu bewerten.
Selbständig: Die Person kann ohne Hilfe durch andere Personen in aufrechter Position eine Treppe steigen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann eine Treppe alleine steigen, benötigt aber Begleitung wegen eines Sturzrisikos.
Überwiegend unselbständig: Treppensteigen ist nur mit Stützen oder Festhalten der Person möglich.
Unselbständig: Person muss getragen oder mit Hilfsmitteln transportiert werden, keine Eigenbeteiligung.
Pflegegrad-Faktor 2 – das Modul
„Kognitive und kommunikative Fähigkeiten“
Die Einschätzung bezieht sich bei den Merkmalen 4.2.1 bis 4.2.8 ausschließlich auf die kognitiven Funktionen und Aktivitäten. Zu beurteilen sind hier lediglich Aspekte wie Erkennen, Entscheiden oder Steuern etc. und nicht die motorische Umsetzung.
Bei den Kriterien zur Kommunikation 4.2.9 bis 4.2.11 sind auch die Auswirkungen von Hör-, Sprech- oder Sprachstörungen zu berücksichtigen.
Für diesen Bereich gilt eine ähnliche Graduierung wie im Falle der Selbständigkeit (vierstufige Skala). Der Unterschied liegt darin, dass hier keine Aktivität, sondern eine geistige Funktion beurteilt wird.
Für die Bewertung ist unerheblich, ob ein zuvor selbständiger Erwachsener eine Fähigkeit verloren hat oder sie nie ausgebildet wurde.
Sie können die einzelnen Beschreibungen zu den Kriterien und die Bewertungsskala mit den Ausprägungen durch Anklicken auf die Infoboxen öffnen und lesen.
M2 - Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (11 Kriterien):
1. Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld
2. örtliche Orientierung
3. zeitliche Orientierung
4. Erinnern an wesentliche Ereignisse oder Beobachtungen
5. Steuern von mehrschrittigen Alltagshandlungen
6. Treffen von Entscheidungen im Alltagsleben
7. Verstehen von Sachverhalten und Informationen
8. Erkennen von Risiken und Gefahren
9. Mitteilen von elementaren Bedürfnissen
10. Verstehen von Aufforderungen
11. Beteiligen an einem Gespräch
2.1 Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld
Fähigkeit, Personen aus dem näheren Umfeld wiederzuerkennen, d. h. Menschen, zu denen im Alltag regelmäßig ein direkter Kontakt besteht.
Dazu gehören z. B. Familienmitglieder, Nachbarn aber auch Pflegekräfte eines ambulanten Dienstes oder einer stationären Pflegeeinrichtung.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person erkennt andere Personen aus ihrem näheren Umfeld unmittelbar.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person erkennt bekannte Personen beispielsweise erst nach einer längeren Zeit des Kontaktes in einem Gespräch oder sie hat Schwierigkeiten wenn auch nicht täglich, aber doch in regelmäßigen Abständen, vertraute Personen zu erkennen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die aus dem näheren Umfeld stammenden Personen werden nur selten erkannt oder die Fähigkeit hängt ggf. von der Tagesform ab, d. h. die Fähigkeit unterliegt im Zeitverlauf erheblichen Schwankungen.
Fähigkeit nicht vorhanden: Auch Familienmitglieder werden nicht oder nur ausnahmsweise erkannt.
2.2 Örtliche Orientierung
Fähigkeit, sich in der räumlichen Umgebung zurechtzufinden, andere Orte gezielt anzusteuern und zu wissen, wo man sich befindet
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt:
Die Person weiß in welcher Stadt, auf welchem Stockwerk und ggf. in welcher Einrichtung sie sich befindet. Sie kennt sich in den regelmäßig genutzten Räumlichkeiten aus.
Ein Verirren in den Räumlichkeiten der eigenen Wohnung oder unmittelbar im Wohnbereich einer Einrichtung kommt nicht vor und die Person findet sich auch in der näheren außerhäuslichen Umgebung zurecht. Sie weiß beispielsweise, wie sie zu benachbarten Geschäften, zu einer Bushaltestelle oder zu einer anderen nahe gelegenen Örtlichkeit gelangt.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Es bestehen Schwierigkeiten, sich in der außerhäuslichen Umgebung zu orientieren, beispielsweise nach Verlassen des Hauses wieder den Weg zurück zu finden. In den eigenen Wohnräumen existieren solche Schwierigkeiten hingegen nicht.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person hat auch in einer gewohnten Wohnumgebung Schwierigkeiten sich zurechtzufinden. Regelmäßig genutzte Räumlichkeiten und Wege in der Wohnumgebung werden nicht immer erkannt.
Fähigkeit nicht vorhanden: Selbst in der eigenen Wohnumgebung ist die Person regelmäßig auf Unterstützung angewiesen, um sich zurechtzufinden.
Fähigkeit, zeitliche Strukturen zu erkennen.
Dazu gehören Uhrzeit, Tagesabschnitte (Vormittag, Nachmittag, Abend etc.), Jah- reszeiten und die zeitliche Abfolge des eigenen Lebens. Aufschluss über die Fähig- keit zur zeitlichen Orientierung geben Antworten auf die Frage nach der Jahreszeit, dem Jahr, dem Wochentag, dem Monat oder der Tageszeit.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die zeitliche Orientierung ist ohne nennenswerte Beeinträchtigungen vorhanden.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person ist die meiste Zeit über zeitlich orientiert, aber nicht durchgängig. Sie hat z. B. Schwierigkeiten, ohne äußere Orientierungshilfen (Uhr, Dunkelheit etc.) den Tagesabschnitt zu bestimmen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die zeitliche Orientierung ist die meiste Zeit nur in Ansätzen vorhanden. Die Person ist auch unter Nutzung äußerer Orientierungshilfen zumeist nicht in der Lage, Tageszeiten zu erkennen, zu denen regelmäßig bestimmte Ereignisse stattfinden (z. B. Mittagessen).
Fähigkeit nicht vorhanden: Das Verständnis für zeitliche Strukturen und Abläufe ist kaum oder nicht vorhanden.
Fähigkeit, sich an kurz und auch länger zurückliegende Ereignisse oder Beobachtungen zu erinnern
Dazu gehört, dass die Person z. B. weiß, was sie zum Frühstück gegessen hat oder mit welchen Tätigkeiten sie den Vormittag verbracht hat. Im Hinblick auf das Langzeitgedächtnis geht es bei Erwachsenen z. B. um die Kenntnis des Geburtsjahres, des Geburtsorts oder wichtiger Bestandteile des Lebensverlaufs wie Eheschließung und Berufstätigkeit.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kann über kurz zurückliegende Ereignisse Auskunft geben oder durch Handlungen und Gesten signalisieren, dass sie sich erinnert.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person hat Schwierigkeiten, sich an manche kurz zurückliegende Ereignisse zu erinnern oder muss hierzu länger nachdenken, sie hat aber keine nennenswerten Probleme, sich an Ereignisse aus der eigenen Lebensgeschichte zu erinnern.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person vergisst kurz zurückliegende Ereignisse häufig. Nicht alle, aber wichtige Ereignisse aus der eigenen Lebensgeschichte sind (noch) präsent.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person ist nicht (oder nur selten) in der Lage, sich an Ereignisse, Dinge oder Personen aus der eigenen Lebensgeschichte zu erinnern.
Fähigkeit, zielgerichtete Handlungen des Lebensalltags, die eine Abfolge von Teilschritten umfassen, zu steuern.
Die Betonung liegt in diesem Fall auf dem Begriff Alltagshandlungen. Gemeint sind zielgerichtete Handlungen, die diese Person täglich oder nahezu täglich im Lebensalltag durchführt oder durchgeführt hat, wie z. B. das komplette Ankleiden, Kaffeekochen oder Tischdecken.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person ist in der Lage, die erforderlichen Handlungsschritte selbständig in der richtigen Reihenfolge auszuführen oder zu steuern, so dass das angestrebte Ergebnis der Handlung erreicht wird.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person verliert manchmal den Faden und vergisst, welcher Handlungsschritt der nächste ist. Erhält sie dabei eine Erinnerungshilfe, kann sie die Handlung aber selbständig fortsetzen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person hat erhebliche Schwierigkeiten. Sie verwechselt regelmäßig die Reihenfolge der einzelnen Handlungsschritte oder vergisst einzelne, notwendige Handlungsschritte.
Fähigkeit nicht vorhanden: Mehrschrittige Alltagshandlungen werden erst gar nicht begonnen oder nach den ersten Versuchen aufgegeben.
Fähigkeit, folgerichtige und geeignete Entscheidungen im Alltagsleben zu treffen
Dazu gehört z. B. die dem Wetter angepasste Auswahl von Kleidung, die Entscheidung über die Durchführung von Aktivitäten wie Einkaufen, Familienangehörige oder Freunde anrufen, einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen.
Zu klären ist hier die Frage, ob die Entscheidungen folgerichtig sind, d. h. geeignet sind, das angestrebte Ziel zu erreichen oder ein gewisses Maß an Sicherheit und Wohlbefinden oder Bedürfnisbefriedigung zu gewährleisten, z. B. warme Kleidung.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kann auch in unbekannten Situationen folgerichtige Entscheidungen treffen, beispielsweise beim Umgang mit unbekannten Personen, die an der Haustür klingeln.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Im Rahmen der Alltagsroutinen oder zuvor besprochenen Situationen können Entscheidungen getroffen werden, die Person hat aber Schwierigkeiten in unbekannten Situationen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person trifft zwar Entscheidungen, diese Entscheidungen sind jedoch in der Regel nicht geeignet, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Person mit nur leichter Bekleidung bei winterlichen Temperaturen im Freien spazieren gehen will. Weiterhin liegt eine schwere Beeinträchtigung vor, wenn die Person nur mit Unterstüt- zung in Form von Anleitung, Aufforderung, Aufzeigen von Handlungsalternativen in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person kann Entscheidungen auch mit Unterstützung nicht mehr oder nur selten treffen. Sie zeigt keine deutbare Reaktion auf das Angebot mehrerer Entscheidungsalternativen).
Fähigkeit, Sachverhalte zu verstehen und Informationen inhaltlich einordnen zu können.
Hier geht es um Ereignisse und Inhalte, die Bestandteil des Alltagslebens der meisten Menschen sind.
Gemeint ist etwa die Fähigkeit, zu erkennen, dass man sich in einer bestimmten Situation befindet, z. B. gemeinschaftliche Aktivitäten mit anderen Menschen, Versorgung durch eine Pflegekraft, MDK-Begutachtung sowie die Fähigkeit, Informationen zum Tagesgeschehen aus den Medien z. B. Fernsehgerät, Tageszeitung aufzunehmen und inhaltlich zu verstehen. Gleiches gilt für mündlich von anderen Personen übermittelte Informationen.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kann Sachverhalte und Informationen aus dem Alltagsleben ohne nennenswerte Probleme verstehen.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person kann einfache Sachverhalte und Informationen nachvollziehen, hat bei komplizierteren jedoch Schwierigkeiten.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person kann auch einfache Informationen häufig nur nachvollziehen, wenn sie wiederholt erklärt werden. Eine schwere Beeinträchtigung liegt auch dann vor, wenn das Verständnis sehr stark von der Tagesform abhängt.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person gibt weder verbal noch nonverbal zu erkennen, dass sie Situationen und übermittelte Informationen verstehen kann.
Fähigkeit, Risiken und Gefahren zu erkennen.
Dazu gehören Gefahren wie Strom- und Feuerquellen, Barrieren und Hindernisse auf dem Fußboden bzw. auf Fußwegen, eine problematische Beschaffenheit des Bodens (z. B. Glätte) oder Gefahrenzonen in der außerhäuslichen Umgebung (z. B. verkehrsreiche Straßen, Baustellen).
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kann solche Risiken und Gefahrenquellen im Alltagsleben ohne weiteres erkennen, auch wenn sie ihnen aus anderen Gründen (z. B. aufgrund von somatischen Beeinträchtigungen) nicht aus dem Weg gehen kann.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person erkennt meist nur solche Risiken und Gefahren, die sich in der vertrauten innerhäuslichen Wohnumgebung wiederfinden. Es bestehen aber beispielsweise Schwierigkeiten, Risiken im Straßenverkehr angemessen einzuschätzen oder Gefährdungen in ungewohnter Umgebung zu erkennen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person kann auch Risiken und Gefahren, denen sie häufig auch in der Wohnumgebung begegnet, oft nicht als solche erkennen.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person kann Risiken und Gefahren so gut wie gar nicht erkennen.
2.9 Mitteilen von elementaren Bedürfnissen
Fähigkeit, elementare Bedürfnisse verbal oder nonverbal mitzuteilen.
Das beinhaltet sich bei Hunger oder Durst, Schmerzen oder Frieren bemerkbar zu machen. Bei Sprachstörungen kann dies ggf. durch Laute, Mimik oder Gestik bzw. unter Nutzung von Hilfsmitteln erfolgen.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kann Bedürfnisse äußern.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person kann auf Nachfrage elementare Bedürfnisse äußern. Die Person äußert Bedürfnisse aber nicht immer von sich aus.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Elementare Bedürfnisse sind nur aus nonverbalen Reaktionen (Mimik, Gestik, Lautäußerungen) ableitbar, ggf. nach oder durch entsprechende(r) Stimulation; oder die Person äußert von sich aus keine elementaren Bedürfnisse, muss dazu ständig angeleitet werden, kann aber Zustimmung oder Ablehnung deutlich machen.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person äußert nicht oder nur sehr selten Bedürfnisse, auch nicht in nonverbaler Form. Sie kann weder Zustimmung noch Ablehnung deutlich machen.
Fähigkeit, Aufforderungen in Hinblick auf alltägliche Grundbedürfnisse zu verstehen.
Zu den alltäglichen Grundbedürfnissen gehören z. B. Essen, Trinken, sich kleiden, sich beschäftigen.
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Aufforderungen und Bitten zu alltäglichen Grundbedürfnissen werden ohne weiteres verstanden.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Einfache Bitten und Aufforderungen, wie z. B. „Setz dich bitte an den Tisch!“, „Zieh dir die Jacke über!“, „Komm zum Essen!“, „Prosit!“ werden verstanden, Aufforderungen in nicht alltäglichen Situationen müssen erklärt werden. Ggf. sind besonders deutliche Ansprache, Wiederholungen, Zeichensprache, Gebärdensprache oder Schrift erforderlich, um Aufforderungen verständlich zu machen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person kann Aufforderungen und Bitten meist nicht verstehen, wenn diese nicht wiederholt geäußert und erläutert werden. Das Verständnis ist sehr von der Tagesform abhängig. Sie zeigt aber Zustimmung oder Ablehnung gegenüber nonverbalen Aufforderungen, z. B. Berührungen oder Geleiten an den Esstisch.
Fähigkeit nicht vorhanden: Die Person kann Anleitung und Aufforderungen kaum oder nicht verstehen.
2.11 Beteiligen an einem Gespräch
Fähigkeit, in einem Gespräch Gesprächsinhalte aufzunehmen, sinngerecht zu antworten und zur Weiterführung des Gesprächs Inhalte einzubringen
Fähigkeit vorhanden, unbeeinträchtigt: Die Person kommt sowohl in Einzel- als auch in Gesprächen kleiner Gruppen gut zurecht. Sie zeigt im Gespräch Eigeninitiative, Interesse und beteiligt sich, wenn vielleicht auch nur auf direkte Ansprache hin. Ihre Äußerungen passen zu den Inhalten des Gesprächs.
Fähigkeit größtenteils vorhanden: Die Person kommt in Gesprächen mit einer Person gut zurecht, in Gruppen ist sie jedoch meist überfordert und verliert den Faden. Wortfindungsstörungen treten ggf. regelmäßig auf. Die Person ist häufig auf besonders deutliche Ansprache oder Wiederholung von Worten, Sätzen angewiesen.
Fähigkeit in geringem Maße vorhanden: Die Person kann auch einem Gespräch nur mit einer Person kaum folgen oder sie kann sich nur wenig oder mit einzelnen Worten beteiligen. Die Person zeigt nur wenig Eigeninitiative, reagiert aber auf Ansprache oder Fragen mit wenigen Worten, z. B. mit ja oder nein; Die Person beteiligt sich am Gespräch, weicht aber in aller Regel vom Gesprächsinhalt ab (führt mehr ein Selbstgespräch) oder es besteht leichte Ablenkbarkeit durch Umgebungseinflüsse.
Fähigkeit nicht vorhanden: Ein Gespräch mit der Person, das über einfache Mitteilungen hinausgeht, ist auch unter Einsatz nonverbaler Kommunikation kaum oder nicht möglich.
Pflegegrad-Faktor 3 – das Modul
„Verhaltensweisen und psychische Problemlagen“
In diesem Modul geht es um Verhaltensweisen und psychische Problemlagen als Folge von Gesundheitsproblemen, die immer wieder auftreten und personelle Unterstützung erforderlich machen. Es geht hier um Unterstützung des pflegebedürftigen Menschen
Im Mittelpunkt dieses Moduls steht die Frage, inwieweit die Person ihr Verhalten ohne personelle Unterstützung steuern kann.
Von fehlender Selbststeuerung ist auch dann auszugehen, wenn ein Verhalten zwar nach Aufforderung abgestellt wird, aber danach immer wieder aufs Neue auftritt, weil das Verbot nicht verstanden wird oder die Person sich nicht erinnern kann.
Abzugrenzen sind hier gezielte herausfordernde Verhaltensweisen, z. B. im Rahmen von Beziehungsproblemen, die nicht zu berücksichtigen sind.
Anders als in den übrigen Modulen sind die Kriterien nicht abschließend definiert, sondern beispielhaft erläutert. Manche Verhaltensweisen lassen sich nicht eindeutig nur einem Kriterium zuordnen, z. B. Beschimpfungen zu verbaler Aggression (F 4.3.6) oder zu anderen pflegerelevanten vokalen Auffälligkeiten (F 4.3.7) oder treten in Kombination auf. Ausschlaggebend ist, ob und wie oft die Verhaltensweisen eine personelle Unterstützung notwendig machen.
Bei Kombination verschiedener Verhaltensweisen wird die Häufigkeit von Ereignissen mit personellem Unterstützungsbedarf nur einmal erfasst, z. B. wird nächtliche Unruhe bei Angstzuständen, entweder unter Punkt F 4. 3.2 oder unter Punkt F 4.3.10 bewertet.
M3 - Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (13 Kriterien):
1. Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten
2. nächtliche Unruhe
3. selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
4. Beschädigung von Gegenständen
5. physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen
7. andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten
8. Abwehr pflegerischer und anderer unterstützender Maßnahmen
10. Ängste
12. sozial inadäquate Verhaltensweisen
13. sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen
3.1 Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten
Dieses Kriterium fasst verschiedene Verhaltensweisen zusammen. Dazu gehören vor allem das (scheinbar) ziellose Umhergehen in der Wohnung oder der Einrichtung und der Versuch desorientierter Personen, ohne Begleitung die Wohnung, Einrichtung zu verlassen oder Orte aufzusuchen, die für diese Person unzugänglich sein sollten, z. B. Treppenhaus, Zimmer anderer Bewohner.
Ebenso zu berücksichtigen ist allgemeine Rastlosigkeit in Form von ständigem Aufstehen und Hinsetzen oder Hin- und Herrutschen auf dem Sitzplatz oder im und aus dem Bett.
Es werden folgende Häufigkeiten erfasst:
0 = nie oder sehr selten
1 = selten, d.h. ein- bis dreimal innerhalb von zwei Wochen
2 = häufig, d.h. zweimal bis mehrmals wöchentlich, aber nicht täglich
3 = täglich
3.2 Nächtliche Unruhe
Gemeint sind hier nächtliches Umherirren oder nächtliche Unruhephasen bis hin zur Umkehr des Tag-, Nachtrhythmus im Sinne von aktiv sein in der Nacht und schlafen während des Tages.
Zu bewerten ist, wie häufig Anlass für personelle Unterstützung zur Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus bestehen, z. B. wieder ins Bett bringen und beruhigen. Schlafstörungen wie Einschlafschwierigkeiten am Abend oder Wachphasen während der Nacht sind nicht zu werten.
Andere nächtliche Hilfen, z. B. Aufstehen, zu Bett bringen bei Nykturie oder Lagerungen sind nur unter F 4.6.2. zu werten.
3.3 Selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
Selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten kann z. B. darin bestehen, sich selbst durch Gegenstände zu verletzen, ungenießbare Substanzen zu essen und zu trinken, sich selbst schlagen und sich selbst mit den Fingernägeln oder Zähnen verletzen.
3.4 Beschädigen von Gegenständen
Gemeint sind hier aggressive, auf Gegenstände gerichtete Handlungen wie Gegenstände wegstoßen oder wegschieben, gegen Gegenstände schlagen, das Zerstören von Dingen sowie das Treten nach Gegenständen.
3.5 Physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen
Physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen kann z. B. darin bestehen, nach Personen zu schlagen oder zu treten, andere mit Zähnen oder Fingernägeln zu verletzen, andere zu stoßen oder wegzudrängen oder in Verletzungsversuchen gegenüber anderen Personen mit Gegenständen.
Verbale Aggression kann sich z. B. in verbalen Beschimpfungen oder in der Bedrohung anderer Personen ausdrücken.
3.7 Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten
Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten können sein: Lautes Rufen, Schreien, Klagen ohne nachvollziehbaren Grund, vor sich hin schimpfen, fluchen, seltsame Laute von sich geben, ständiges Wiederholen von Sätzen und Fragen.
3.8 Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen
Hier ist die Abwehr von Unterstützung, z. B. bei der Körperpflege, die Verweigerung der Nahrungsaufnahme, der Medikamenteneinnahme oder anderer notwendiger Verrichtungen sowie die Manipulation an Vorrichtungen wie z. B. an Kathetern, Infusionen oder Sondenernährung gemeint.
Dazu gehört nicht die willentliche (selbstbestimmte) Ablehnung bestimmter Maßnahmen.
Wahnvorstellungen beziehen sich z. B. auf die Vorstellung, mit Verstorbenen oder imaginären Personen in Kontakt zu stehen oder auf die Vorstellung, verfolgt, bedroht oder bestohlen zu werden.
3.10 Ängste
Die Person hat starke Ängste oder Sorgen, sie erlebt Angstattacken unabhängig von der Ursache.
Antriebslosigkeit bei depressiver Stimmungslage zeigt sich z. B. daran, dass die Person kaum Interesse an der Umgebung hat, kaum Eigeninitiative aufbringt und Motivierung durch andere benötigt, um etwas zu tun. Sie wirkt traurig oder apathisch, möchte am liebsten das Bett nicht verlassen.
Hier ist nicht gemeint, dass Menschen mit rein kognitiven Beeinträchtigungen, z. B. bei Demenz Impulse benötigen, um eine Handlung zu beginnen oder fortzuführen.
3.12 Sozial inadäquate Verhaltensweisen
Sozial inadäquate Verhaltensweisen sind z. B. distanzloses Verhalten, auffälliges Einfordern von Aufmerksamkeit, sich vor anderen in unpassenden Situationen auskleiden, unangemessenes Greifen nach Personen oder unangemessene körperliche oder verbale sexuelle Annäherungsversuche.
3.13 Sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen
Sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen sind z. B. Nesteln an der Kleidung, ständiges Wiederholen der gleichen Handlung (Stereotypien), planlose Aktivitäten, Verstecken oder Horten von Gegenständen, Kotschmieren, Urinieren in die Wohnung.
Pflegegrad-Faktor 4 – das Modul
Zu diesem Modul werden zunächst besondere Bedarfsaspekte erfasst. Dazu gehören die parenterale Ernährung oder die Ernährung über eine Sonde, die künstliche Harn- oder Stuhlableitung, sowie Störungen der Blasen- und Darmkontrolle in ihren Ausprägungsgraden.
Ernährung parenteral oder über Sonde
Es ist anzugeben, ob die Ernährung parenteral z. B. über einen Port, über eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG), eine perkutane endoskopischen Jejunostomie (PEJ) oder eine nasale Magensonde, sowie ob sie über Pumpe, Schwerkraft oder als Bolusgabe erfolgt.
M4 - Selbstvesorgung (13 Kriterien):
1. Waschen des vorderen Oberkörpers
2. Körperpflege im Bereich des Kopfes (Kämmen, Zahnpflege/Prothesenreinigung, Rasieren)
5. An- und Auskleiden des Oberkörpers
6. An- und Auskleiden des Unterkörpers
7. Mundgerechtes Zubereiten der Nahrung und Eingießen von Getränken
11. Bewältigen der Folgen einer Harninkontinenz und Umgang mit Dauerkatheter und Urostoma
12. Bewältigen der Folgen einer Stuhlinkontinenz und Umgang mit Stoma
13. Ernährung parenteral oder über Sonde
Gemeint ist hier, Harndrang zu verspüren und so rechtzeitig zu äußern, dass die Blasenentleerung geregelt werden kann. Jegliche Art von unwillkürlichem Harnabgang ist zu berücksichtigen, unabhängig von der Ursache. Zu erfassen ist hier vorrangig die Kontrolle der Blasenentleerung, die Steuerung der Blasenentleerung, die Vermeidung unwillkürlicher Harnabgänge, ggf. mit personeller Hilfe.
Es sind folgende Merkmalsausprägungen vorgesehen:
Merkmalsausprägungen: Blasenkontrolle/Harnkontinenz
Ständig kontinent: Keine unwillkürlichen Harnabgänge.
Überwiegend kontinent: Maximal einmal täglich unwillkürlicher Harnabgang oder Tröpfcheninkontinenz.
Überwiegend inkontinent: Mehrmals täglich unwillkürliche Harnabgänge, aber gesteuerte Blasenentleerung ist noch teilweise möglich.
Komplett inkontinent: Die Person ist komplett harninkontinent. Gesteuerte Blasenentleerung ist nicht möglich.
Alternativ anzugeben ist, ob ein suprapubischer oder transurethraler Dauerkatheter oder Urostoma vorhanden ist. Einmalkatheterisieren ist nicht hier sondern unter Punkt F 4.5.10 zu berücksichtigen, hier ist anzugeben, ob und in welchem Umfang daneben eine Inkontinenz besteht.
Gemeint ist, Stuhldrang zu verspüren und so rechtzeitig zu äußern, dass die Darmentleerung geregelt werden kann. Zu bewerten ist hier die Vermeidung unwillkürlicher Stuhlabgänge, ggf. mit personeller Hilfe.
Merkmalsausprägungen: Darmkontrolle, Stuhlkontinenz
Ständig kontinent: Keine unwillkürlichen Stuhlabgänge.
Überwiegend kontinent: Die Person ist überwiegend stuhlkontinent, gelegentlich unwillkürliche Stuhlabgänge oder nur geringe Stuhlmengen, sogenannte Schmierstühle.
Überwiegend inkontinent: Die Person ist überwiegend stuhlinkontinent, selten gesteuerte Darmentleerung möglich.
Komplett inkontinent: Die Person ist komplett stuhlinkontinent, gesteuerte Darmentleerung ist nicht möglich.
Bewertung der Selbständigkeit
Zu bewerten ist, ob die untersuchte Person die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann. Es ist unerheblich, ob die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit aufgrund von Schädigungen somatischer oder mentaler Funktionen bestehen oder ob Teilaspekte bereits in anderen Modulen berücksichtigt worden sind.
4.1 Waschen des vorderen Oberkörpers
Sich die Hände, das Gesicht, den Hals, die Arme, die Achselhöhlen und den vorderen Brustbereich waschen und abtrocknen.
Selbständig: Die Person kann die beschriebene Aktivität ohne personelle Hilfe durchführen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität selbständig durchführen, wenn benötigte Gegenstände, z. B. Seife, Waschlappen bereitgelegt werden oder sie Aufforderung bzw. punktuelle Teilhilfen, z. B. Waschen unter den Achseln oder der Brust erhält.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur geringe Anteile der Aktivität selbständig durchführen, sich z. B. nur Hände oder Gesicht waschen oder benötigt umfassende Anleitung.
Unselbständig: Die Person kann sich an der Aktivität nicht oder nur minimal beteiligen.
4.2 Körperpflege im Bereich des Kopfes
Kämmen, Zahnpflege, Prothesenreinigung, Rasieren
Selbständig: Die Person kann die beschriebenen Aktivitäten ohne personelle Hilfe durchführen.
Überwiegend selbständig:
Die Person kann die Aktivitäten selbständig durchführen, wenn benötigte Gegenstände bereitgelegt oder gerichtet werden, z. B. Aufdrehen der Zahnpastatube, Auftragen der Zahnpasta auf die Bürste, Aufbringen von Haftcreme auf die Prothese, Anreichen oder Säubern des Rasierapparates.
Alternativ sind Aufforderungen oder punktuelle Teilhilfen erforderlich wie Korrekturen nach dem Kämmen oder nur das Kämmen des Hinterkopfes, das Reinigen der hinteren Backenzähne bei der Zahn-, Mundpflege bzw. die Nachrasur bei sonst selbständigem Rasieren.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur geringe Anteile der Aktivität selbständig leisten, so beginnt sie z. B. mit dem Zähneputzen oder der Rasur, ohne die Aktivität zu Ende zu führen.
Unselbständig: Die Person kann sich an den Aktivitäten nicht oder nur minimal beteiligen.
Die Person kann sich an der Aktivität nicht oder nur minimal beteiligen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität selbständig durchführen, wenn benötigte Utensilien, z. B. Seife, Waschlappen bereitgelegt werden oder sie Aufforderung bzw. punktuelle Teilhilfen erhält.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur geringe Anteile der Aktivität selbständig durchführen, sich z. B. nur den vorderen Intimbereich waschen.
Unselbständig:
Durchführung des Dusch- oder Wannenbades einschließlich des Waschens der Haare.
Dabei sind neben der Fähigkeit, den Körper waschen zu können, auch Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. (Teil-) Hilfen beim Waschen in der Wanne, Dusche sind hier ebenso zu berücksichtigen wie die Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder eine notwendige Überwachung während des Bades.
Dazu gehört auch das Abtrocknen, Haare waschen und föhnen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität selbständig durchführen, wenn Utensilien vorbereitet bzw. bereitgestellt werden, einzelne Handreichungen geleistet werden, z. B. Stützen beim Ein-, Aussteigen, Bedienung eines Badewannenlifters, Hilfe beim Haare waschen oder Föhnen, beim Abtrocknen oder wenn während des (Dusch-) Bades aus nachvollziehbaren Sicherheitsgründen Anwesenheit erforderlich ist.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur einen begrenzten Teil der Aktivität selbständig durchführen, z. B. das Waschen des vorderen Oberkörpers.
Unselbständig: Die Person kann sich an der Aktivität nicht oder nur minimal betei- ligen.
4.5 An- und Auskleiden des Oberkörpers
Bereitliegende Kleidungsstücke, z. B. Unterhemd, T-Shirt, Hemd, Bluse, Pullover, Jacke, BH, Schlafanzugoberteil oder Nachthemd, an- und ausziehen.
Die Beurteilung ist unabhängig davon vorzunehmen, ob solche Kleidungsstücke derzeit getragen werden. Die situationsgerechte Auswahl der Kleidung ist nicht hier sondern unter Punkt F 4.2.6 zu berücksichtigen. Das An- und Ablegen von körpernahen Hilfsmitteln ist unter Punkt F 4.5.7 zu berücksichtigen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität beispielsweise selbständig durchfüh- ren, wenn Kleidungsstücke passend angereicht oder gehalten werden beim Anziehen eines Hemdes etc. Auch wenn Hilfe nur bei Verschlüssen erforderlich ist, trifft die Bewertung „überwiegend selbständig“ zu, ebenso wenn nur Kontrolle des Sitzes der Kleidung und Aufforderungen zur Vervollständigung der Handlung erforderlich sind.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur bei einem begrenzten Teil der Aktivität mithelfen, beispielsweise die Hände in die Ärmel eines bereitgehaltenen T-Shirts schieben.
4.6 An- und Auskleiden des Unterkörpers
Bereitliegende Kleidungsstücke, z. B. Unterwäsche Hose, Rock, Strümpfe und Schuhe, an- und ausziehen
Die Beurteilung ist unabhängig davon vorzunehmen, ob solche Kleidungsstücke derzeit getragen werden. Die situationsgerechte Auswahl der Kleidung ist unter Punkt F 4.2.6 zu berücksichtigen.
Das An- und Ablegen von körpernahen Hilfsmitteln ist unter Punkt F 4.5.7 zu berücksichtigen, z. B. Kompressionstrümpfe.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität beispielsweise selbständig durchführen, wenn Kleidungsstücke angereicht oder gehalten werden (Einstiegshilfe). Auch wenn Hilfe nur bei Verschlüssen, z. B. Schnürsenkel binden, Knöpfe schließen oder Kontrolle des Sitzes der Kleidung und Aufforderungen zur Vervollständigung der Handlung erforderlich sind, trifft die Bewertung „überwiegend selbständig“ zu.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann die Aktivität zu einem geringen Teil selbständig durchführen. Beispielsweise gelingt das Hochziehen von Hose, Rock zur Taille selbständig, zuvor muss das Kleidungsstück jedoch
von der Pflegeperson über die Füße gezogen werden.
4.7 Mundgerechtes Zubereiten der Nahrung und Eingießen von Getränken
Zerteilen von Nahrung in mundgerechte Stücke und Eingießen von Getränken.
Dazu gehört das Zerteilen von belegten Brotscheiben, Obst oder andere Speisen in mundgerechte Stücke, z. B. das Kleinschneiden von Fleisch, das Zerdrücken von Kartoffeln, Pürieren der Nahrung,Verschlüsse von Getränkeflaschen öffnen, Getränke aus einer Flasche oder Kanne in ein Glas bzw. eine Tasse eingießen, ggf. unter Nutzung von Hilfsmitteln wie Anti-Rutschbrett oder sonstigem Gegenstand wie Spezialbesteck.
Überwiegend selbständig: Es ist punktuelle Hilfe erforderlich, z. B. beim Öffnen einer Flasche oder beim Schneiden von harten Nahrungsmitteln.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann die Aktivität zu einem geringen Teil selbständig durchführen, beispielsweise schneidet sie zwar belegte Brotscheiben, schafft es aber nicht, mundgerechte Stücke herzustellen. Oder sie gießt aus einer Flasche Wasser ins Glas, verschüttet das Wasser dabei jedoch regelmäßig.
Dies beinhaltet das Aufnehmen, zum Mund Führen, ggf. Abbeißen, Kauen und Schlucken von mundgerecht zubereiteten Speisen, die üblicherweise mit den Fingern gegessen werden, z. B. Brot, Kekse, Obst oder das Essen mit Gabel oder Löffel, ggf. mit speziellen Hilfsmitteln wie adaptiertem Besteck.
Zu berücksichtigen ist auch, inwieweit die Notwendigkeit der ausreichenden Nah- rungsaufnahme (auch ohne Hungergefühl oder Appetit) erkannt und die empfohlene, gewohnte Menge tatsächlich gegessen wird.
Das Einhalten von Diäten ist nicht hier sondern unter Punkt F 4.5.16 zu bewerten.
Die Beurteilung ist auch dann vorzunehmen, wenn die Nahrungsaufnahme über eine Sonde bzw. parenteral erfolgt.
Überwiegend selbständig: Die Person kann überwiegend selbständig essen, benötigt aber punktuelle Anleitung, muss beispielsweise aufgefordert werden, mit dem Essen zu beginnen oder weiter zu essen. Es sind punktuelle Hilfen erforderlich, z. B. Zurücklegen aus der Hand gerutschter Speisen oder Besteck in die Hand geben.
Überwiegend unselbständig: Es muss ständig zur Nahrungsaufnahme motiviert werden oder die Nahrung muss größtenteils gereicht werden oder es ist ständige und unmittelbare Eingreifbereitschaft der Pflegeperson erforderlich, aufgrund von Aspirationsgefahr.
Unselbständig: Die Nahrung muss (nahezu) komplett gereicht werden.
Bereitstehende Getränke aufnehmen, ggf. mit Gegenständen wie Strohhalm, Spezialbecher mit Trinkaufsatz
Zu berücksichtigen ist auch, inwieweit die Notwendigkeit der Flüssigkeitsaufnahme (auch ohne ausreichendes Durstgefühl) erkannt und die empfohlene oder gewohnte Menge tatsächlich getrunken wird.
Die Beurteilung der Selbständigkeit ist auch dann vorzunehmen, wenn die Flüssigkeitsaufnahme über eine Sonde bzw. parenteral erfolgt.
Überwiegend selbständig: Die Person kann selbständig trinken, wenn ein Glas, eine Tasse unmittelbar in den Aktionsradius der Person positioniert oder sie ans Trinken erinnert wird.
Überwiegend unselbständig: Das Trinkgefäß muss beispielsweise in die Hand gegeben werden, das Trinken erfolgt jedoch selbständig oder die Person muss zu fast jedem Schluck motiviert werden oder es ist ständige und unmittelbare Eingreifbereitschaft der Pflegeperson erforderlich, aufgrund von Aspirationsgefahr.
Unselbständig: Getränke müssen (nahezu) komplett gereicht werden.
Gehen zur Toilette, Hinsetzen und Aufstehen, Sitzen während der Blasen- oder Darmentleerung, Intimhygiene und Richten der Kleidung.
Die Beurteilung ist auch dann vorzunehmen, wenn anstelle der Toilettenbenutzung eine Versorgung mit Hilfsmitteln erfolgt, z. B. Inkontinenzmaterial, Katheter, Urostoma, Ileo- oder Colostoma.
Selbständig: Die Person kann die Aktivität ohne personelle Hilfe durchführen.
Die Person kann die Aktivität überwiegend selbständig durchführen. Personelle Hilfe kann sich beispielsweise beschränken auf ein- zelne Handlungsschritte wie:
– nur Bereitstellen und Leeren des Toilettenstuhls (alternativ Urinflasche oder anderer Behälter),
– nur Aufforderung oder Orientierungshinweise zum Auffinden der Toilette oder Begleitung auf dem Weg zur Toilette,
– nur Anreichen von Toilettenpapier oder Waschlappen, Intimhygiene nur nach Stuhlgang,
– nur Unterstützung beim Hinsetzen, Aufstehen von der Toilette,
– nur punktuelle Hilfe beim Richten der Bekleidung
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur einzelne Handlungsschritte selbst ausführen, z. B. nur Richten der Bekleidung oder Intimhygiene nur nach Wasserlassen.
Unselbständig: Die Person kann sich nicht oder nur minimal an der Aktivität beteiligen
4.11 Bewältigen der Folgen einer Harninkontinenz und Umgang mit Dauerkatheter und Urostoma
Dazu gehört auch das Entleeren eines Urinbeutels bei Dauerkatheter, Urostoma oder die Anwendung eines Urinalkondoms.
Die regelmäßige Einmalkatheterisierung ist nicht hier sondern unter Punkt F 4.5.10 zu erfassen.
Selbständig: Die Person kann Hilfsmittel selbständig benutzen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität überwiegend selbständig durchfüh- ren, wenn Inkontinenzsysteme angereicht oder entsorgt werden oder die Person an den Wechsel erinnert wird.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann sich am Wechsel der Inkontinenzsysteme beteiligen, z. B. nur Vorlagen einlegen oder Inkontinenzhosen nur entfernen.
Unselbständig: Beteiligung ist nicht oder nur minimal möglich.
4.12 Bewältigen der Folgen einer Stuhlinkontinenz und Umgang mit Stoma
Dazu gehört Inkontinenzsysteme, z. B. große Vorlagen mit Netzhose, Inkontinenzhose mit Klebestreifen oder Pants sachgerecht verwenden, nach Bedarf wechseln und entsorgen. Dazu gehört auch die Anwendung eines Analtampons oder das Entleeren oder Wechseln eines Stomabeutels bei Enterostoma.
Die Pflege des Stomas und der Wechsel einer Basisplatte ist unter F 4.5.9 zu berücksichtigen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität überwiegend selbständig durchführen, wenn Inkontinenzsysteme bereit gelegt und entsorgt werden oder die Person an den Wechsel erinnert wird.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann sich am Wechsel der Inkontinenzsysteme beteiligen, z. B. Mithilfe beim Wechsel eines Stomabeutels. Bei Vorliegen einer Stuhlinkontinenz sind Ressourcen beim Wechsel des Inkontinenzmaterials eher selten.
Unselbständig: Beteiligung ist nicht (oder nur minimal) möglich.
4.13 Ernährung parenteral oder über Sonde
Ernährung über einen parenteralen Zugang (z. B. einen Port) oder über einen Zu- gang in den Magen oder Dünndarm (PEG/PEJ)
Selbständig: Die Person führt die Versorgung ohne Fremdhilfe durch.
Wenn die Versorgung mit Hilfe erfolgt, werden folgende Ausprägungen unterschieden:
nicht täglich, nicht auf Dauer: Die Person erhält zusätzlich zur oralen Nahrungsaufnahme Nahrung oder Flüssigkeit parenteral oder über Sonde, aber nur gelegentlich oder vorübergehend.
täglich,
zusätzlich zu oraler Ernährung: Die Person erhält in der Regel täglich Nahrung oder Flüssigkeit parenteral oder über Sonde und täglich oral Nahrung. Sie wird zum Teil, aber nicht ausreichend über die orale Nahrungsaufnahme ernährt und benötigt zur Nahrungsergänzung bzw. zur Vermeidung von Mangelernährung täglich Sondenkost.
ausschließlich nahezu ausschließlich: Die Person erhält ausschließlich oder nahezu ausschließlich Nahrung und Flüssigkeit parenteral oder über Sonde.
Eine orale Nahrungsaufnahme erfolgt nicht oder nur in geringem Maße zur Förderung der Sinneswahrnehmung.
Pflegegrad-Faktor 5 – das Modul
„Bewältigung von und selbständiger Umgang mit
krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“
Der Bereich „Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“ erfasst im Rahmen der Begutachtung vom bisherigen Pflegebedürftigkeitsbegriff nicht berücksichtigte Aktivitäten und Fähigkeiten.
Sie sind dem Themenkreis der selbstständigen Krankheitsbewältigung zuzuordnen, und zwar insbesondere der „krankheitsbezogene Arbeit“, die direkt auf die Kontrolle von Erkrankungen und Symptomen sowie auf die Durchführung therapeutischer Interventionen bezogen ist. Hierbei geht es ausdrücklich nicht darum, den Bedarf an Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege bzw. Behandlungspflege nach dem Fünften Buch einzuschätzen. Insoweit gilt § 13 Absatz 2 SGB XI. Diese Leistungen werden auch weiterhin in der häuslichen Versorgung von der Gesetzlichen Krankenversicherung erbracht; in der vollstationären Versorgung im Rahmen des § 43 SGB XI von der Pflegeversicherung.
Ein Großteil der hier aufgeführten Maßnahmen und Handlungen kann von erkrankten Personen eigenständig durchgeführt werden, sofern sie über die dazu nötigen Ressourcen verfügen, d. h. über körperliche und kognitive Fähigkeiten, spezifische Fertigkeiten, Motivation, Kenntnisse u. a. m. Dies gilt auch für Maßnahmen, die nur selten von den Erkrankten selbst durchgeführt werden, wie z. B. das Absaugen von Sekret oder die regelmäßige Einmalkatheterisierung. Mit dem Bereich ist daher häufig ein Hilfebedarf bei der Anleitung und Motivation oder Schulung verknüpft.
Zu diesem Modul werden zunächst die Bedarfsaspekte erfasst. Hier sind alle ärztlich angeordneten Maßnahmen nach Art und Häufigkeit aufzunehmen, auch wenn sie nur vorübergehend, d. h. für weniger als sechs Monate erforderlich sind und des- halb nicht in die Bewertung eingehen.
Angaben zur ärztlichen und medikamentösen Versorgung
Dazu gehören Angaben zur ärztlichen und fachärztlichen Versorgung. Dabei sind die Art des Arztkontaktes (Haus- oder Praxisbesuch) und die Häufigkeit zu dokumentieren, auch wenn diese seltener als einmal monatlich erforderlich sind. Bei Praxisbesuchen ist anzugeben, ob die Person die Praxis selbständig oder in Begleitung auf- sucht.
Es ist auch die aktuelle medikamentöse Therapie zu erfragen. Aus der Sichtung der Medikamente können ggf. Informationen zu Art und Schwere der Erkrankung abgeleitet werden. Ausreichend ist die Dokumentation der Häufigkeit der Einnahme und der Art der Verabreichung, z. B. selbständig, Richten erforderlich.
Anzugeben sind Art (Physikalische Therapie, Ergotherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, podologische Therapie), Häufigkeit (wie oft pro Woche oder – wenn seltener – pro Monat) sowie ggf. die Dauer der Heilmittelversorgung. Es ist anzugeben, ob die Person die therapeutische Praxis selbständig oder in Begleitung aufsucht oder ob die Therapeutin bzw. der Therapeut zur Behandlung ins Haus kommt.
M5 - Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (16 Kriterien):
7. Körpernahe Hilfsmittel
14. Besuche anderer medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen (bis zu 3 Stunden)
15. Zeitlich ausgedehnte Besuche medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen (länger als 3 Stunden)
Angaben zur behandlungspflegerischen und anderen therapeutischen Maßnahmen
Ärztlich angeordnete behandlungspflegerische und therapeutische Maßnahmen sind nach Art, Häufigkeit und Dauer anzugeben, unabhängig davon, wer diese Leistungen erbringt. Insbesondere ist anzugeben, ob spezielle Krankenbeobachtung (Position 24 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von häuslicher Krankenpflege – HKP-Richtlinie) durch einen ambulanten Pflegedienst oder gemäß § 37 Abs. 2 Satz 3 SGB V in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung erbracht wird.
In die Bewertung gehen nur die ärztlich angeordneten Maßnahmen ein, die gezielt auf eine bestehende Erkrankung ausgerichtet und für voraussichtlich mindestens sechs Monate erforderlich sind. Die ärztliche Anordnung kann sich auch auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente oder äußerliche Anwendungen oder Übungsbehandlungen beziehen.
Zu bewerten ist, ob die Person die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann. Ist dies nicht der Fall, wird die Häufigkeit der erforderlichen Hilfe durch andere Personen dokumentiert (Anzahl pro Tag/pro Woche/pro Monat). Es ist unerheblich, ob die personelle Unterstützung durch Pflegepersonen oder Pflege(fach-)kräfte erfolgt und auch ob sie gemäß § 37 SGB V verordnet und abgerechnet wird.
Zu jedem Kriterium ist nur ein Eintrag möglich:
Entfällt oder selbständig oder Häufigkeit der Hilfe mit einer vollen Zahl pro Tag, pro Woche oder pro Monat. Ggf. ist von Tag auf Woche oder auf Monat umzurechnen. Zur Umrechnung von Woche auf Monat werden wöchentliche Maßnahmen mit vier multipliziert.
Erfolgt eine Medikation z. B. jeden zweiten Tag, so kann man diese Frequenz nur mit 15 x pro Monat darstellen.
Werden zweimal täglich Insulin-Injektionen gegeben und zweimal wöchentlich zusätzlich andere Injektionen, ist umzurechnen auf die Woche. Es erfolgt der Eintrag 16 x pro Woche.
Orale Medikation, Augen- oder Ohrentropfen, Zäpfchen und Medikamentenpflaster
Das Ausmaß der Hilfestellung kann von einmal wöchentlichem Stellen der Medikamente im Wochendispenser bis zu mehrfach täglicher Einzelgabe differieren. Wer- den Medikamente verabreicht, ist das Stellen nicht gesondert zu berücksichtigen.
Subkutane und intramuskuläre Injektionen und subkutane Infusionen
Dazu gehören z. B. Insulininjektionen oder auch die Versorgung mit Medikamentenpumpen über einen subkutanen Zugang.
5.3 Versorgung intravenöser Zugänge (z. B. Port)
Hierunter fällt hauptsächlich die Port-Versorgung. Sie ist oft fachpflegerisch erforderlich. In Bezug auf den Umgang mit intravenösen Zugängen ist auch die Kontrolle zur Vermeidung von Komplikationen wie Verstopfung des Katheters zu berücksichtigen. Analog ist auch die Versorgung intrathekaler Zugänge hier zu erfassen. Das Anhängen von Nährlösungen zur parenteralen Ernährung ist nicht hier sondern unter Punkt F 4.4.13 zu erfassen.
Absaugen kann z. B. bei beatmeten oder tracheotomierten Patienten in sehr unterschiedlicher und wechselnder Häufigkeit notwendig sein. Es ist der durchschnittliche Bedarf anzugeben. Ebenso ist hier das An- und Ablegen von Sauerstoffbrillen oder analog auch von Atemmasken zur nächtlichen Druckbeatmung zu erfassen sowie das Bereitstellen eines Inhalationsgerätes (inkl. deren Reinigung). Jede Maßnahme ist auch einzeln zu berücksichtigen.
5.5 Einreibungen sowie Kälte- und Wärmeanwendungen
Hier sind alle externen Anwendungen mit ärztlich angeordneten Salben, Cremes, Emulsionen etc. abzubilden, außerdem Kälte- und Wärmeanwendungen, die z. B. bei rheumatischen Erkrankungen angeordnet werden. Jede Maßnahme ist auch einzeln zu berücksichtigen.
5.6 Messung und Deutung von Körperzuständen
Die Aktivität umfasst Messungen wie z. B. Blutdruck, Puls, Blutzucker, Temperatur, Körpergewicht, Flüssigkeitshaushalt, soweit diese auf ärztliche Anordnung erfolgen.
Dabei geht es nicht nur darum, die Messung durchzuführen, sondern auch notwendige Schlüsse zu ziehen, etwa zur Festlegung der erforderlichen Insulindosis oder zur Notwendigkeit anderer Maßnahmen, wie das Umstellen der Ernährung oder auch das Aufsuchen einer Ärztin oder eines Arztes.
Dies gilt beispielsweise auch für Menschen mit erhöhtem Blutdruck, die zur Ergänzung der medikamentösen Therapie und einer Umstellung ihres Lebensstils regelmäßig Blutdruck und Puls kontrollieren.
5.7 Körpernahe Hilfsmittel
Hierunter versteht man beispielsweise das An- und Ablegen von Prothesen, kieferorthopädische Apparaturen; Orthesen, Brille, Hörgerät oder Kompressionsstrümpfen (inkl. deren Reinigung). Der Umgang mit Zahnprothesen ist unter Punkt F 4.4.2 zu erfassen.
Die Aktivität beinhaltet die Versorgung chronischer Wunden, wie z. B. Ulcus cruris oder Dekubitus.
Gemeint ist hier die Pflege künstlicher Körperöffnungen wie Tracheostoma, PEG, subrapubischer Blasenkatheter, Urostoma, Colo- oder Ileostoma.
Hierbei ist auch das Reinigen des Katheters, die Desinfektion der Einstichstelle der PEG und falls notwendig auch der Verbandswechsel zu bewerten.
Die Pflege eines Urostoma, Colo-oder Ileostoma ist in der Regel mit dem der Wechsel der Basisplatte oder dem Wechsel eines einteiligen Systems verbunden. Der einfache Wechsel oder das Entleeren eines Stoma- oder Katheterbeutels oder das Anhängen von Sondennahrung sind unter den Punkten F 4.4.11 ff zu werten.
5.10 Regelmäßige Einmalkatheterisierung und Nutzung von Abführme thoden
Regelmäßige Einmalkatheterisierungen kommen insbesondere bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen vor. Mit Abführmethoden sind Anwendungen von Klistier, Einlauf, digitale Ausräumung gemeint.
5.11 Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung
Bei vielen Erkrankungen werden aus einer Heilmitteltherapie heraus Anweisungen zu einem Eigenübungsprogramm gegeben, welches dauerhaft und regelmäßig durchgeführt werden soll, z. B. krankengymnastische Übungen, Atemübungen oder logopädische Übungen.
Des Weiteren sind Maßnahmen zur Sekretelemination (ausgenommen Absaugen) zu nennen oder die Durchführung spezifischer Therapien nach Bobath oder Vojta oder die Durchführung ambulanter Peritonealdialyse (CAPD).
5.12 Zeit- und technikintensive Maßnahmen in häuslicher Umgebung
Gemeint sind hier spezielle Therapiemaßnahmen wie Hämodialyse oder Beatmung, die im häuslichen Umfeld durchgeführt werden können, wenn ständige Überwachung während der Maßnahme durch geschulte Pflegepersonen gewährleistet wird.
Spezielle Krankenbeobachtung (gemäß Pos. 24 HKP-Richtlinie) ist meist rund um die Uhr erforderlich, z. B. bei maschineller Beatmung, und ist mit einmal täglich einzutragen.
Hierunter fallen regelmäßige Besuche bei der niedergelassenen Hausärztin bzw. beim niedergelassenen Hausarzt oder Fachärztin bzw. Facharzt zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.
Wenn eine Unterstützung auf dem Weg zu oder bei Arztbesuchen erforderlich ist, ist diese in durchschnittlicher Häufigkeit zu erfassen.
Hier ist das Aufsuchen anderer Therapeuten, z. B. Physiotherapeuten/Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychotherapeuten, von Krankenhäusern zur ambulanten Behandlung oder Diagnostik oder anderer Einrichtungen des Gesundheitswesens zu berücksichtigen.
Sollte der Gesamtzeitaufwand bei der Nutzung dieser Einrichtungen einschließlich der Fahrtzeiten für die Pflegeperson mehr als drei Stunden umfassen, so ist dies unter Punkt F 4.5.15 zu berücksichtigen.
5.15 Zeitlich ausgedehnte Besuche medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen (länger als drei Stunden)
Bei manchen Erkrankungen kann es notwendig sein, spezialisierte Einrichtungen aufzusuchen, wodurch erhebliche Fahrtzeiten anfallen können.
Auch kann es erforderlich sein, sich zeitaufwändiger diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen zu unterziehen z. B. onkologische Behandlung oder Dialyse. Der dafür erforderliche Zeitaufwand für die Pflegeperson muss pro Termin mehr als drei Stunden betragen.
Sollte der Zeitaufwand bei der Nutzung dieser Einrichtungen (einschl. Fahrtzeiten) unter drei Stunden liegen, so ist dies unter Punkt F 4.5.13 oder F 4.5.14 zu berücksichtigen.
5.16 Einhalten einer Diät oder anderer krankheits- oder therapiebedingter Verhaltensvorschriften
Bei manchen Erkrankungen werden bestimmte Diäten* oder Essvorschriften oder andere Verhaltensvorschriften von der Ärztin oder vom Arzt angeordnet.
Dazu gehören auch die ärztlich angeordnete Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, in der sowohl die Art und Menge der Lebensmittel wie auch die Art und der Zeitpunkt der Aufnahme aus therapeutischen Gründen geregelt sind, z. B. bei Stoffwechselstörungen, Nahrungsmittelallergien, bei Essstörungen wie Anorexie oder Prader-Willi-Syndrom. Andere Verhaltensvorschriften können sich auf vitale Funktionen beziehen, z. B. Sicherstellung einer Langzeit-Sauerstoff-Therapie bei unruhigen Personen.
Diese Vorschriften sind im Einzelnen zu benennen.
Im Weiteren sind der Grad der Selbständigkeit bei der Einhaltung dieser Vorschriften und der daraus resultierende Bedarf an personeller Unterstützung zu beurteilen. Es geht hier um die Einsichtsfähigkeit der Person zur Einhaltung der Vorschriften und nicht um die Zubereitung einer Diät oder das An- und Ablegen einer Sauerstoffmaske.
Nicht gemeint ist die selbstbestimmte Ablehnung von ärztlichen Vorschriften bei erhaltenen mentalen Funktionen.
Liegen keine Vorschriften vor, ist das Feld „entfällt, nicht erforderlich“ anzukreuzen.
Selbständig: Die Person kann die Vorschriften selbständig einhalten. Das Bereitstellen einer Diät reicht aus.
Überwiegend selbständig: Die Person benötigt Erinnerung, Anleitung. In der Regel reicht das Bereitstellen der Diät nicht aus. Darüber hinausgehendes Eingreifen ist maximal einmal täglich erforderlich.
Überwiegend unselbständig: Die Person benötigt meistens Anleitung, Beaufsichtigung. Das Bereitstellen der Diät reicht nicht aus. Darüber hinausgehendes Eingreifen ist mehrmals täglich erforderlich
Unselbständig: Die Person benötigt immer Anleitung, Beaufsichtigung. Das Bereitstellen der Diät reicht nicht aus. Darüber hinausgehendes Eingreifen ist (fast) durchgehend erforderlich.
* Eine Diät (Syn: modifizierte Kostform) ist definiert als angeordnete Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, in der sowohl die Art und Menge der Lebensmittel wie auch Art und Zeitpunkt der Aufnahme aus therapeutischen Gründen geregelt sind. Eine Diät wird als Teil der Behandlung oder Prävention einer Erkrankung oder klinischen Kondition eingesetzt, um bestimmte Substanzen in Nahrungsmitteln zu eliminieren, vermindern oder zu erhöhen. Beispiele für Diäten sind die glutenfreie oder laktosefreie Diät. (Valentini L et al., Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) – DGEM- Terminologie in der Klinischen Ernährung, Aktuell Ernährungsmed 2013; 38: 97–111)
Pflegegrad-Faktor 6 – das Modul
„Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte“
Zu bewerten ist, ob die Person die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann. Es ist unerheblich, ob die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit aufgrund von Schädigungen somatischer oder mentaler Funktionen bestehen oder ob Teilaspekte bereits in anderen Modulen berücksichtigt worden sind.
M6 - Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (6 Kriterien):
3. Sichbeschäftigen
5. Interaktion mit Personen im direkten Kontakt
6.1 Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassung an Veränderungen
Den Tagesablauf nach individuellen Gewohnheiten und Vorlieben einteilen und bewusst gestalten und ggf. an äußere Veränderungen anpassen.
Dies erfordert planerische Fähigkeiten zur Umsetzung von Alltagsroutinen. Zu beurteilen ist, ob die Person von sich aus festlegen kann, ob und welche Aktivitäten sie im Laufe des Tages durchführen möchte, z. B. wann sie baden, essen oder zu Bett gehen oder ob und wann sie Fernsehen oder spazieren gehen möchte.
Solche Festlegungen setzen voraus, dass die zeitliche Orientierung zumindest teilweise erhalten ist.
Die Gutachterin bzw. der Gutachter kann dies prüfen, indem er sich z. B. den bisherigen oder künftigen Tagesablauf schildern lässt.
Überwiegend selbständig: Die Routineabläufe können weitgehend selbständig gestaltet wer- den, bei ungewohnten Veränderungen ist Unterstützung notwendig. Es reichen z. B. Erinnerungshilfen an einzelne vereinbarte Termine. Überwiegend selbständig ist eine Person beispielsweise auch dann, wenn ihre Kommunikationsfähigkeit oder Sinneswahrnehmung stark beeinträchtigt ist und sie daher Hilfe benötigt, um den Tagesablauf mit anderen Menschen abzustimmen.
Überwiegend unselbständig: Die Person benötigt Hilfe beim Planen des Routinetagesablaufs. Sie ist aber in der Lage, Zustimmung oder Ablehnung zu Strukturierungsangeboten zu signalisieren. Sie kann eigene Planungen häufig nicht einhalten, da diese wieder vergessen werden. Deshalb ist über den ganzen Tag hinweg eine Erinnerung bzw. Aufforderung erforderlich. Überwiegend unselbständig ist auch eine Person, die zwar selbst planen und entscheiden kann, aber für jegliche Umsetzung personelle Hilfe benötigt.
Unselbständig: Mitwirkung an der Tagesstrukturierung oder Orientierung an vorgegebenen Strukturen ist nicht oder nur minimal möglich.
Nach individuellen Gewohnheiten einen Tag-Nacht-Rhythmus einhalten und für ausreichende Ruhe- und Schlafphasen sorgen.
Dazu gehört die Fähigkeit, die Notwendigkeit von Ruhephasen erkennen, sich ausruhen und mit Phasen der Schlaflosigkeit umgehen aber auch somatischen Funktionen, um ins Bett zu kommen und die Ruhephasen insbesondere nachts einhalten zu können.
Überwiegend selbständig: Die Person benötigt personelle Hilfe beim Aufstehen oder Zu-Bett-Gehen, z. B. Transferhilfen oder zeitliche Orientierungshilfen beim Wecken oder Aufforderung schlafen zu gehen oder einzelne Hilfen wie z. B. Abdunkeln des Schlafraumes. Die Nachtruhe ist meist ungestört, nur gelegentlich entsteht nachts ein Hilfebedarf.
Überwiegend unselbständig: Es treten regelmäßig Einschlafprobleme oder nächtliche Unruhe auf, die die Person größtenteils nicht allein bewältigen kann. Deshalb sind regelmäßige Einschlafrituale und beruhigende Ansprache in der Nacht erforderlich. Überwiegend unselbständig ist auch eine Person, die wegen hochgradiger motorischer Beeinträchtigung regelmäßig in der Nacht personeller Hilfe bedarf, um weiterschlafen zu können, z. B. bei Lagewechsel oder Toilettengängen in der Nacht.
Unselbständig: Die Person verfügt über keinen oder einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. Dies gilt u. a. für mobile gerontopsychiatrisch erkrankte Personen und auch für Menschen, die keinerlei Aktivitäten ausüben, z. B. im Wachkoma oder Personen, die regelmäßig mindestens dreimal in der Nacht personelle Unterstützung benötigen.
6.3 Sichbeschäftigen
Die verfügbare Zeit nutzen, um Aktivitäten durchzuführen, die den eigenen Vorlieben und Interessen entsprechen.
„Verfügbare Zeit“ ist in diesem Zusammenhang definiert als Zeit, die nicht durch Notwendigkeiten wie Ruhen, Schlafen, Essen, Mahlzeitenzubereitung, Körperpflege, Arbeit etc. gebunden ist („freie“ Zeit).
Bei der Beurteilung geht es vorrangig um die Fähigkeit nach individuellen kognitiven, manuellen, visuellen oder auditiven Fähigkeiten und Bedürfnissen, geeignete Aktivitäten der Freizeitbeschäftigung auszuwählen und auch praktisch durchzuführen, z. B. Handarbeiten, Basteln, Bücher oder Zeitschriften lesen, Sendungen im Ra- dio oder Fernsehen verfolgen, Computer nutzen.
Dies gilt auch für Personen, die Angebote auswählen und steuern können, aber aufgrund somatischer Einschränkungen für die praktische Durchführung personelle Unterstützung benötigen.
Überwiegend selbständig: Es ist nur in geringem Maße Hilfe erforderlich, z. B. Zurechtlegen und Richten von Gegenständen, z. B.: Utensilien wie Bastelmaterial, Fernbedienung, Kopfhörer, o.ä. oder Erinnerung an gewohnte Aktivitäten, Motivation oder Unterstützung bei der Entscheidungsfindung (Vorschläge unterbreiten).
Überwiegend unselbständig: Die Person kann sich an Beschäftigungen beteiligen, aber nur mit (kontinuierlicher) Anleitung, Begleitung oder motorische Unterstützung.
Unselbständig: Die Person kann an der Entscheidung oder Durchführung nicht nennenswert mitwirken. Sie zeigt keine Eigeninitiative, kann Anleitung und Aufforderungen nicht kognitiv umsetzen, beteiligt sich nicht oder nur minimal an angebotenen Beschäftigungen.
Längere Zeitabschnitte überschauend über den Tag hinaus planen.
Dies kann beispielsweise anhand der Frage beurteilt werden, ob Vorstellungen oder Wünsche zu anstehenden Festlichkeiten wie Geburtstag oder Jahresfeste bestehen, ob die Zeitabläufe eingeschätzt werden können, z. B. vorgegebene Strukturen wie regelmäßige Termine nachvollzogen werden können oder ob die körperlichen Fähigkeiten vorhanden sind, um eigene Zukunftsplanungen mit anderen Menschen kommunizieren zu können.
Es ist auch zu berücksichtigen, wenn stark ausgeprägte psychische Problemlagen (z. B. Ängste) es verhindern, sich mit Fragen des zukünftigen Handelns auseinanderzusetzen.
Überwiegend selbständig: Die Person nimmt sich etwas vor, muss aber erinnert werden, dies auch durchzuführen. Oder sie benötigt infolge körperlicher Beeinträchtigungen regelmäßig Hilfe im Bereich der Kommunikation, um sich mit anderen Menschen verabreden zu können.
Überwiegend unselbständig: Die Person plant von sich aus nicht, entscheidet aber mit Unterstützung durch andere Personen. Sie muss an die Umsetzung der eigenen Entscheidungen erinnert werden oder benötigt bei der Umsetzung emotionale oder körperliche Unterstützung. Überwiegend unselbständig ist daher auch eine Person, die zwar kognitiv in der Lage ist, selbständig zu planen und zu entscheiden, die aber so stark somatisch beeinträchtigt ist, dass sie für alle Umsetzungsschritte personelle Hilfe benötigt.
Unselbständig: Die Person verfügt nicht über Zeitvorstellungen für Planungen über den Tag hinaus, auch bei Vorgabe von Auswahloptionen wird weder Zustimmung noch Ablehnung signalisiert.
Im direkten Kontakt mit Angehörigen, Pflegepersonen, Mitbewohnern oder Besuchern umgehen, Kontakt aufnehmen, Personen ansprechen, auf Ansprache reagieren.
Überwiegend selbständig: Umgang mit bekannten Personen erfolgt selbständig, zur Kontaktaufnahme mit Fremden ist Unterstützung erforderlich z. B. Anregung, zu einer neuen Mitbewohnerin oder einem neuen Mitbewohner Kontakt aufzunehmen oder punktuelle Unterstützung bei der Überwindung von Sprech-, Sprach- und Hörproblemen.
Überwiegend unselbständig: Die Person ergreift von sich aus kaum Initiative. Sie muss angesprochen oder motiviert werden, reagiert aber verbal oder deutlich erkennbar durch andere Formen der Kommunikation (Blickkontakt, Mimik, Gestik). Überwiegend unselbständig ist auch eine Person, die auf weitgehende Unterstützung bei der Überwindung von Sprech-, Sprach oder Hörproblemen angewiesen ist.
Unselbständig: Die Person reagiert nicht auf Ansprache. Auch nonverbale Kontaktversuche, z. B. Berührungen führen zu keiner nennenswerten Reaktion.
Bestehende Kontakte zu Freunden, Bekannten, Nachbarn aufrechterhalten, beenden oder zeitweise ablehnen.
Dazu gehört auch die Fähigkeit, mit technischen Kommunikationsmitteln wie Telefon umgehen zu können z. B. Besuche verabreden oder Telefon- oder Brief- oder Mail-Kontakte.
Überwiegend selbständig: Die Person kann planen, braucht aber Hilfe beim Umsetzen wie z. B. Erinnerungszettel bereitlegen oder Telefonnummern mit Namen oder mit Bild versehen, Erinnern und Nachfragen, ob Kontakt hergestellt wurde, oder Erinnern an Terminabsprachen. Pflegeperson wählt die Telefonnummer, die Person führt dann das Gespräch; oder die Person beauftragt die Pflegeperson, ein Treffen mit Freunden, Bekannten zu verabreden.
Überwiegend unselbständig: Die Kontaktgestaltung der Person ist eher reaktiv. Sie sucht von sich aus kaum Kontakt, wirkt aber mit, wenn beispielsweise die Pflegeperson die Initiative ergreift. Überwiegend unselbständig ist auch, wer aufgrund von somatischen Beeinträchtigungen während der Kontaktaufnahme personelle Unterstützung durch die Bezugsperson, z. B. bei der Nutzung von Kommunikationshilfen (Telefon halten) oder bei der Überwindung von Sprech-, Sprach- oder Hörproblemen benötigt.
Unselbständig: Die Person nimmt keinen Kontakt außerhalb des direkten Umfeldes auf und reagiert nicht auf Anregungen zur Kontaktaufnahme.
Modul 7: Außerhäusliche Aktivitäten (ohne Pflegegrad-Auswirkung)
Auch wenn im chronologischen Ablauf die beiden Module 7 und 8 erst nach der Ermittlung des Pflegegrades kommen, sollten Sie sich bei der Vorbereitung die Zeit nehmen, und auch die Antworten für die Kriterien dieser beiden Module vorbereiten.
Der eigentliche Sinn dieser Zusatzabfragen besteht in der Komplettierung des Gesamtbildes der Pflegebedürftigkeit. Die hier gesammelten Informationen sollen für eine spätere Pflegeplanung, z.B. von einem ambulanten Pflegedienst, hilfreich sein.
Die Kriterien sind in die beiden Bereiche „Fortbewegen im außerhäuslichen Bereich“ und „Teilnahme an Veranstaltungen“ unterteilt.
Bedenken Sie bitte, dass die letztendlich gültige Entscheidung über Ihren Pflegegrad bei Ihrer Pflegeversicherung liegt und die gesamten Informationen und Bewertungen des MDK-Mitarbeiter lediglich eine Empfehlung darstellen.
Insofern sollten Ihre Angaben zu Selbständigkeit bei den außerhäuslichen Aktivitäten nicht im Widerspruch zu Aussagen und Einschätzungen anderer Module (z.B. Modul 1 Mobilität, Modul 2 mit dem Kriterium „Orientierung“, Modul 4 Selbstversorgung) stehen.
Auch bei einem möglichen Widerspruchsverfahren wäre es nicht hilfreich, wenn die Angaben hier nicht passgenau wären.
M7 - Außerhäusliche Aktivitäten (7 Kriterien):
1. Verlassen des Bereichs der Wohnung oder der Einrichtung
2. Fortbewegen außerhalb der Wohnung oder Einrichtung
3. Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Nahverkehr
4. Mitfahren in einem Kraftfahrzeug
5. Teilnahme an kulturellen; religiösen oder sportlichen Veranstaltungen
6. Besuch von Arbeitsplatz, einer Werkstatt für behinderte Menschen oder einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege oder eines Tagesbetreuungsangebotes
7. Teilnahme an sonstigen Aktivitäten mit anderen Menschen
7.1 Verlassen des Bereichs der Wohnung oder der Einrichtung
Fähigkeit, den konkreten individuellen Wohnbereich verlassen zu können, also von den Wohnräumen bis vor das Haus gelangen zu können
Unterschieden werden die Ausprägungen:
Selbständig (ohne Begleitung)
überwiegend selbständig (mit Unterstützung, aber auch mit Eigenaktivität der Person)
überwiegend/völlig unselbständig, Hilfe durch eine Person reicht jedoch aus über
wiegend/völlig unselbständig, Hilfe durch zwei Personen erforderlich.
Fähigkeit, sich in einem Bewegungsradius von ca. 500 m sicher und zielgerichtet zu bewegen
Gemeint ist der Umkreis der von den meisten Menschen üblicherweise zu Fuß bewältigt wird, z. B. für kurze Spaziergänge an der frischen Luft oder um Nachbarn oder naheliegende Geschäfte aufzusuchen.
Die Person kann dabei ein Hilfsmittel z. B. einen Rollator, Rollstuhl oder sonstigen Gegenstand, z. B. einen Stock benutzen.
Nur auf gewohnten Wegen selbständig
Auf allen Wegen nur mit personeller Hilfe möglich
Auch mit personeller Hilfe nicht möglich
7. 3 Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Nahverkehr
Fähigkeit, in einen Bus oder eine Straßenbahn einzusteigen und an der richtigen Haltestelle wieder auszusteigen
Nur auf gewohnten Strecken selbständig
Auf allen Strecken nur mit personeller Hilfe möglich
Auch mit personeller Hilfe nicht möglich.
7.4 Mitfahren in einem Kraftfahrzeug
Fähigkeit, in einen PKW ein- und auszusteigen und Selbständigkeit während der Fahrt
Die Beaufsichtigungsnotwendigkeit während der Fahrt aus Sicherheitsgründen ist zu berücksichtigen.
Benötigt nur Hilfe beim Ein- und Aussteigen (Hilfsperson zusätzlich zum Fahrer während der Fahrt ist nicht erforderlich)
Benötigt Hilfsperson (auch) während der Fahrt mit dem PKW, Taxi (zusätzlich zum Fahrer)
Fahren in einem PKW, Taxi ist nicht möglich, Liegendtransport oder Transport im Rollstuhl (Spezialfahrzeuge) sind notwendig.
7.5 Teilnahme an kulturellen, religiösen oder sportlichen Veranstaltungen
Hier geht es um die Teilnahme an Veranstaltungen, bei denen in der Regel eine größere Anzahl an Personen versammelt ist.
Dazu gehören beispielsweise Veranstaltungen wie Theater, Konzert, Gottesdienst oder Sportveranstaltungen.
Zur Teilnahme gehört die Fähigkeit, sich über die Dauer der Veranstaltung selbständig in einer größeren Ansammlung von Menschen aufhalten zu können.
Teilnahme selbständig möglich: Die Person kann ohne Begleitung an außerhäuslichen Aktivitäten teilnehmen.
Nicht selbständig: Teilnahme ist nur mit unterstützender Begleitung möglich. Die Person benötigt zur Teilnahme eine Begleitperson während der Aktivität.
Teilnahme ist auch mit unterstützender Begleitung nicht möglich.
7.6 Besuch von Arbeitsplatz, einer Werkstatt für behinderte Menschen oder einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege oder eines Tagesbetreuungsangebotes
Hierbei geht es um Lebensbereiche, die der Bildung, Arbeit und Beschäftigung dienen. Bei einigen dieser Aktivitäten übernehmen in der Regel andere Betreuungspersonen (in der Regel geschultes Personal) in den entsprechenden Einrichtungen beaufsichtigende und ggf. steuernde Funktionen.
Solche Aktivitäten kommen nur bei bestimmten Personen vor. Wenn die Gutachterin oder der Gutachter den Besuch in Betracht zieht, dann sollte er dies ankreuzen und die Teilnahmefähigkeit bewerten.
Bei Mehrfachauswahl ist eine Bewertung zu jeder Aktivität vorzunehmen.
7.7 Teilnahme an sonstigen Aktivitäten mit anderen Menschen
Damit sind soziale Aktivitäten außerhalb des engeren Familienkreises in kleineren Gruppen mit bekannten Personen gemeint.
Hierunter fallen Besuche bei Freunden, Bekannten oder Verwandten sowie die Teilnahme an Sitzungen in Vereinen, oder Selbsthilfegruppen.
Modul 8: Haushaltsführung (ohne Pflegegrad-Auswirkung)
Warum Sie auch Modul 7 und 8 gut vorbereiten sollten.
Insofern sollten Ihre Angaben zur Selbständigkeit bei den außerhäuslichen Aktivitäten nicht im Widerspruch zu Aussagen und Einschätzungen anderer Module (z.B. Modul 1 Mobilität, Modul 2 mit dem Kriterium „Orientierung“, Modul 4 Selbstversorgung) stehen.
In den Begutachtungsrichtlinien heißt es: „Zu bewerten ist, ob die untersuchte Person die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann. Es ist unerheblich, ob die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit aufgrund von Schädigungen somatischer oder mentaler Funktionen bestehen.“
Wenn bei den Tätigkeiten der Haushaltsführung wie beispielsweise der „Umgang mit finanziellen Angelegenheiten“ oder die „Zuberetung einfacher Mahlzeiten“ keine Problem bestehen und selbständig möglich sind, sollten keine gegensätzlichen Ausführungen bei den Modulen 2 und 4 vorkommen.
M8 - Haushaltsführung (7 Kriterien):
1. Einkaufen für den täglichen Bedarf
2. Zubereitung einfacher Mahlzeiten
3. Einfache Aufräum- und Reinigungsarbeiten
4. Aufwändige Aufräum- und Reinigungsarbeiten einschließlich Wäschepflege
5. Nutzung von Dienstleistungen
6. Umgang mit finanziellen Angelegenheiten
7. Umgang mit Behördenangelegenheiten
8.1 Einkaufen für den täglichen Bedarf
Einkäufe für den täglichen Bedarf z. B. Lebensmittel, Hygieneartikel, Zeitung tätigen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann Einkäufe noch überwiegend selbständig durchführen, wenn z. B. ein Einkaufszettel erstellt oder bei der Erstellung geholfen wird. Überwiegend selbständig ist auch eine Person, die lediglich Hilfe beim Tragen schwerer Einkäufe in die Wohnung benötigt.
Überwiegend unselbständig: Es ist beispielsweise Begleitung und Beratung bei Einkäufen erforderlich oder größere Einkäufe müssen übernommen werden. Ein- zelne Produkte wie Brötchen, Zeitung können noch selbst besorgt werden. Oder die Person kann zwar selber nichts aus den Regalen nehmen, gibt aber Anweisungen, was eingekauft werden soll.
Vorbereitete Speisen erwärmen, je nach individuellen Gegebenheiten auf dem Herd, im Backofen oder in der Mikrowelle oder einfache Mahlzeiten zubereiten.
Dies umfasst die Zubereitung eines Heißgetränkes oder kleiner Speisen wie z. B. eines Spiegeleies. Ebenso sind das Entnehmen der Speisen aus Aufbewahrungsort und -behältnis sowie das Belegen von Brotscheiben oder Brötchen, Öffnen von Konserven zu berücksichtigen.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität noch überwiegend selbständig durchführen, benötigt lediglich punktuelle Hilfen, Anleitung oder zeitliche Orientierungshilfen oder es muss aus Sicherheitsgründen beobachtet werden, ob z. B. der Herd wieder ausgeschaltet oder korrekt mit der Kaffeemaschine umgegangen wird.
Überwiegend unselbständig: Personelle Hilfe ist z. B. erforderlich bei der Zubereitung aller heißen Speisen und Getränke, die Person kann aber noch ein Brot belegen.
8.3 Einfache Aufräum- und Reinigungsarbeiten
Einfache und körperlich leichte Haushaltstätigkeiten ausführen
Darunter fallen z. B. Tisch decken, abräumen, spülen, Spülmaschine nutzen, Wäsche falten, Staub wischen.
Überwiegend selbständig: Die Person muss z. B. erinnert werden, bzw. es muss kontrolliert werden, ob die genannten Tätigkeiten auch wirklich durchgeführt wurden und ggf. muss eine Aufforderung zur Vervollständigung gegeben werden oder es muss nur bei wenigen Aktivitäten geholfen werden.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann sich beteiligen. Einzelne Tätigkeiten wie beispielsweise Tisch decken oder das Ausräumen der Spülmaschine können ggf. unter ständiger Anleitung noch durchgeführt werden.
8.4 Aufwändige Aufräum- und Reinigungsarbeiten einschließlich Wäschepflege
Aufwändige und körperlich schwere Haushaltstätigkeiten ausführen
Darunter fallen z. B. Böden wischen, Staubsaugen, Fenster putzen, Wäsche waschen, Bett beziehen
Überwiegend selbständig: Die Person muss z. B. erinnert werden, bzw. es muss kontrolliert werden, ob die genannten Tätigkeiten auch wirklich durchgeführt wurden und ggf. muss eine Aufforderung zur Vervollständigung oder Teilhilfe gegeben werden.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann nur bei einzelnen Tätigkeiten mithelfen oder benötigt ggf. ständiger Anleitung.
Pflegerische oder haushaltsnahe Dienstleistungen organisieren und steuern
Darunter fallen z. B. Pflegedienst, Haushaltshilfen, Essen auf Rädern, Wäscherei, Handwerker, Friseur oder Fußpflege.
Überwiegend selbständig: Die Person kann die Aktivität noch überwiegend selbständig durchführen, sie muss aber gelegentlich erinnert werden, bzw. es muss kontrolliert werden, ob z. B. geplante Telefonate auch durchgeführt wurden.
Überwiegend unselbständig: Die Person kann sich beispielsweise an Entscheidungen beteiligen, die Umsetzung aber nicht mehr selbst organisieren
8.6 Umgang mit finanziellen Angelegenheiten
Alltägliche finanzielle Angelegenheiten erledigen
Darunter fallen z. B. Führen eines Girokontos, Überweisungen vornehmen oder entscheiden, ob genügend Bargeld im Hause ist, eine Rechnung bezahlt werden muss und ggf. die dazu notwendigen Schritte einzuleiten oder durchzuführen.
Überwiegend selbständig: Die Person ist in der Lage, über finanzielle Angelegenheiten zu entscheiden, muss aber andere mit der Ausführung beauftragen oder sie benötigt punktuelle Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder vermehrt Erklärungen, entscheidet danach aber selbst.
Überwiegend unselbständig: Die Person entscheidet nur auf Nachfrage, muss weitgehend angeleitet werden oder sie entscheidet zwar selbst, benötigt aber aus somatischen Gründen bei jeglicher Umsetzung personelle Hilfe.
8.7 Umgang mit Behördenangelegenheiten
Umgang mit staatlichen und kommunalen Behörden sowie Sozialversicherungsträgern
Darunter fallen z. B. die Entscheidung, ob ein Antrag gestellt oder ein Behördenbrief beantwortet werden muss, und ggf. die dazu notwendigen Schritte einzuleiten oder durchzuführen.
Überwiegend selbständig: Die Person ist in der Lage, über Behördenangelegenheiten zu entscheiden, benötigt aber Hilfe z. B. beim Ausfüllen von Dokumenten oder sie benötigt Erinnerung oder Erklärungen, entscheidet danach aber selbst.
Überwiegend unselbständig: Die Person entscheidet nur auf Nachfrage oder muss weitgehend angeleitet werden oder sie entscheidet zwar selbst, benötigt aber aus somatischen Gründen bei jeglicher Umsetzung personelle Hilfe.
Die Zuordnung des Pflegegrad 1 erfolgt bei 12,5 bis unter 27 Punkten, die durch die Begutachtung des MDK ermittelt wurden.
Definition: Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
In den Pflegegrad 1 ist für Menschen vorgesehen, die noch keine erheblichen Beeinträchtigungen haben, aber schon in gewissem Maß körperlich und/oder kognitiv eingeschränkt sind.
Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung beim Pflegegrad 1:
Nachfolgend finden Sie alle Leistungen der Pflegeversicherung für die drei Säulen:
1. Angebote für Beratung und Schulung
2. Unterstützung für die Pflege zu Hause
3. Leistungen für die Pflege in vollstationären Einrichtungen
für den Pflegegrad 1 aufgelistet.
Wenn Sie sich für eine spezielle Leistung im Detail interessieren, klicken Sie einfach auf den blau gekennzeichneten Link. Sie werden dann direkt zu den Informationen über diese Leistungskomponenten geführt.
1. Beratung und Pflege-Schulung:
Gesetzbuch SGB XI
1a. Pflegeberatung § 7a Umfängliche Pflegeberatung. Hilfebedarf ermitteln. Individuellen Versorgungsplan erstellen, auf die Durchführung hinwirken und dies überwachen und ggf. anpassen.
Über Leistungen zur Entlastung der Pflegepersonen informieren.
1b. Beratung zu Hause § 37 (3) Verpflichtend bei ausschließlichem Bezug von Pflegegeld:
– Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich einmal,
– Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich einmal.
Pflegegrad 1 hat Anspruch auf einmal halbjährlich.
Wer einen ambulanten Pflegedienst nutzt, kann ebenfalls halbjährlich die Beratung in Anspruch nehmen.
1c. Pflegekurse § 45 Die Schulungen (auf Wunsch auch im eignen Haushalt) sollen helfen, die Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern.
Die pflegebedingten körperlichen und seelischen Belastungen der pflegenden Angehörigen und anderen ehrenamtlichen Pflegetätigen sollen gemindert und durch Prävention vermieden werden.
Bei Bedarf können mehrere Schulungen beantragt werden.
4a. Tages- und Nachtpflege
SGB XI § 36 SGB XI § 37 SGB XI § 41 SGB XI § 45b SGB XI § 39 SGB XI § 43
monatlich monatlich monatlich monatlich jährlich jährlich
0 € 0 € 0 € 125 € 0 € 0 €
4g. Wohngruppen-Zuschlag § 38a 214 € monatlich je Person für Wohngruppen mit mindestens drei pflegebedürftigen Mitbewohnern (max. 11)
4h. Pflegehilfsmittel § 40 Absatz 2 40 € monatlich für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
4i. Technische Pflegehilfsmittel § 40 Absatz 3 In der Regel leihweise Überlassung. 10 % (max. 25 €) Zuzahlung
4j. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen § 40 Absatz 4 4.000 € je Maßnahme. Für Pflege-WGs je Person 4.000 €, jedoch maximal 16.000 € je Maßnahme
6a. Vollstationäre Pflege § 43 Pauschale Leistungsbeiträge für Pflege, Betreuung und medizinische Behandlungspflege (monatlich):
Pflegegrad 1 = 125 € (als Zuschuss)
6c. Zusätzliche Betreuung und Aktivierung § 43b Anspruch für alle (Pflegegrad 1-5) auf eine zusätzliche Betreuung und Aktivierung, die über die nach Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit notwendige Versorgung hinausgeht.
Regelung gilt auch für teilstationäre Einrichtungen wie der Tagespflege.
Die Zuordnung des Pflegegrad 2 erfolgt bei 27 bis unter 47,5 Punkten, die durch die Begutachtung des MDK ermittelt wurden.
Definition: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung beim Pflegegrad 2:
für den Pflegegrad 2 aufgelistet.
689 € 316 € 689 € 125 € 1.612 € 1.612 €
4e. Kombinationsleistung § 38 Die Kombination von Pflegesachleistung und Pflegegeld nach individuellen Bedürfnissen
4f. Umwandlung Sachleistung in Entlastungsbetrag § 45a 40 % des nicht verbrauchten Sachleistungsbudget können zur Aufstockung des Entlastungsbudgets gewandelt werden
5a. Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen § 44 Für Pflegende, die mindestens 10 Stunden im Sinne des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs pflegend tätig sind und weniger als 30 Stunden hauptberuflich tätig sind, werden Sozialleistungen erbracht.
5b.Zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzzeitiger Arbeitsverhinderung § 44a Berufstätige, die pflegebedingt vollständig von der Arbeit freigestellt worden sind, erhalten finanziellen Ausgleich und Zuschüsse für die Kranken- und Pflegeversicherung
6b. Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen § 43a Die Pflegekasse übernimmt 10 % (maximal 266 Euro) der monatlichen Heimkosten für die Pflegegrade 2 bis 5
Die Zuordnung des Pflegegrad 3 erfolgt bei 47,5 bis unter 70 Punkten, die durch die Begutachtung des MDK ermittelt wurden.
Definition: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung beim Pflegegrad 3:
für den Pflegegrad 3 aufgelistet.
1. Beratung und Pflege-Schulung
1.298 € 545 € 1.298 € 125 € 1.612 € 1.612 €
Die Zuordnung des Pflegegrad 4 erfolgt bei 70 bis unter 90 Punkten, die durch die Begutachtung des MDK ermittelt wurden.
Definition: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung beim Pflegegrad 4:
für den Pflegegrad 4 aufgelistet.
1.612 € 728 € 1.612 € 125 € 1.612 € 1.612 €
Die Zuordnung des Pflegegrad 5 erfolgt bei 90 bis 100 Punkten, die durch die Begutachtung des MDK ermittelt wurden.
Definition: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgun
Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung beim Pflegegrad 5:
für den Pflegegrad 5 aufgelistet.
1.995 € 901 € 1.995 € 125 € 1.612 € 1.612 €
Der Pflege-Dschungel Pflegegrad-Rechner
Der Pflegegrad-Rechner hilft Ihnen bei der Ersteinschätzung und der Weiterentwicklung Ihres persönlichen Pflegegrad (oder den Pflegegrad der von Ihnen betreuten Person). Ohne eine solche Unterstützung kann aufgrund der komplizierten Struktur des Erhebungsmodells eine manuelle Berechnung des Pflegegrads mit dem Taschenrechner nur extrem Mühselig erfolgen.
Pflegerad-Berechnung am Beispiel von Modul 1 „Mobilität“
Um die Ergebnis-Übersicht zu erhalten, werden alle 64 Einzelkriterien zur Pflegegrad-Bestimmung mit einem einfachen Mausklick im Pflegegrad-Rechner „eingestuft“. Beim Beispiel unten wurden die Positionen 1.1 bis 1.4 mit „überwiegend selbständig“ eingestuft. Das Treppensteigen muss unterstützt werden und hier wurde die Einstufung „überwiegende unselbständig“ gewählt.
Pflegegrad-Berechnung
In der rechten Spalte oben sehen Sie die erreichten Punkte je Bewertungs-Kriterium. Die Addition der Werte ergibt 6 Modul-Punkte.
Diese werden nun nach dem folgenden Schema gewichtet:
Modul-Gewichtung
Die 6 Modul-Punkte liegen im Gewichtungskorridor von 6 bis 9 Punkte. Damit trägt das Modul 1 mit 7,5 Punkten zum Gesamtergebnis der Pflegegrad-Begutachtung bei.
Die 7,5 Punkten vom Modul 1 führen gemeinsam mit den Punkten der anderen Module zu einem Gesamtergebnis von 65 Punkten. Dieser Wert liegt im Gewichtungskorridor von 47,5 bis 69,9 Punkte und führt zu einem Pflegegrad 3.
Übersicht zur Pflegegrad-Berechnung
Um das Pflegegrad-Ergebnis zu erhalten, werden alle 64 Einzelkriterien zur Pflegegrad-Bestimmung mit einem einfachen Mausklick „eingestuft“. In der Übersichtsseite des Pflegegrad-Rechners sehen Sie dann alle Einzelwerte aufgelistet. Wenn Sie sich damit etwas vertraut gemacht haben, erkennen Sie sehr schnell, dass nur noch 5 gewichtete Gesamtpunkte zum Sprung für den Pflegegrad 4 notwendig sind (beginnt bei 70 Punkten).
Ganz rechts in der Tabelle können Sie erkennen, in welchen Modulen wie viele Punkte fehlen, um hier die nächste gewichtete Modul-Stufe zu bekommen. Beim Modul 5 würde ein geringfügige Verschlechterung bei einem Kriterium um nur einen Punkt ausreichen, um hier von 15 auf 20 Punkte zu kommen. Es lohnt sich also, den Pflegegrad-Rechner mit seiner Tagebuchfunktion regelmässig (z.B. monatlich) zu aktualisieren und die Entwicklung für das nächste Höherstufungsgespräch mit dem MDG zu dokumentieren.
Sehr praktisch ist die Ausweisung aller Leistungsansprüche für den erzielten Pflegegrad. Diese Übersicht wird automatisch erstellt.
Pflegegrad-Rechner-Modul 1
Pflegegrad-Rechner-Modul 2
Pflegegrad-Rechner-Modul 3
Pflegegrad-Rechner-Modul 4
Pflegegrad-Rechner-Modul 5
Pflegegrad-Rechner-Modul 6
Pflegegrad-Rechner-Modul 7
Pflegegrad-Rechner-Modul 8
Nur sehr weniger Pflegegrad-Rechner sind für Kinder geeignet. Für Familien mit heranwachsenden Kindern ist ein kontinuierliche Beobachtung und Einschätzung aber besonders wichtig.
Für jedes Modul stehen die Erläuterungen der offiziellen Begutachtungsrichtlinien (BRi) direkt zum Abruf zur Verfügung
Kriterien-Infos
Für jedes Kriterium stehen die Erläuterungen der offiziellen Begutachtungsrichtlinien (BRi) direkt zum Abruf zur Verfügung
Bei jedem Modul können unten links die Notizen für die Dokumentation der MDK-Gesprächsvorbereitung aufgerufen werden.
Für alle vorausgewählten Einschätzungen stehen die jeweiligen Beschreibungen direkt im Notizmodus zur Orientierung zur Verfügung.
Je Einschätzungs-Kriterium können im Sinne einer Tagebuchfunktion die aktuellen Entwicklungen für den MDK-Mitarbeiter transparent dokumentiert werden. Eine perfekte Vorbereitung für die nächste Pflegegrad Begutachtung.
Der Pflege-Dschungel Pflegegrad-Rechner wird ab 18. Januar hier
Wer den Pflegegrad-Rechner schon jetzt vorab testen möchte (BETA-TEST), der kann sich auf meiner Seite https://www.meinpflegebudget.de/ registrieren nach der Anmeldung ist er in der Hauptnavigation erreichbar. Die Registrierung ist notwendig, um ihre Eingaben für Sie abspeichern zu können. Der Beta-Test ist kostenlos und es folgt auch keine Werbebelästigung und natürlich auch keine Weitergabe Ihrer Daten. Wenn Sie den angebotenen Newsletter nicht haben möchten, müssen Sie ihn auch nicht bestellen.
Dankbar wäre ich, wenn Sie sich die Mühe einer kurzen Rückmeldung mit Kritik und/oder Anregungen machen würden 😉