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Timestamp: 2019-09-20 08:47:30
Document Index: 6694347

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', 'Art. 30', '§ 4', '§ 4', '§ 9', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 5', '§ 90']

foraus.de / Ziele und Lernorte der Berufsausbildung - Gesetze und rechtliche Bestimmungen
1 Ziele der Berufsausbildung, § 1 BBiG
Die Berufsausbildung trägt einer sich wandelnden Arbeitswelt Rechnung. Sie dient der Vermittlung der notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, zusammen auch „berufliche Handlungsfähigkeit“ genannt.
2 Lernorte der Berufsausbildung, § 2 BBiG
Berufsausbildung findet statt
als betriebliche Berufsausbildung in Betrieben der Wirtschaft und vergleichbaren Einrichtungen,
als schulische Berufsausbildung in den berufsbildenden Schulen und
als außerbetriebliche Berufsausbildung in sonstigen Berufsbildungseinrichtungen.
Dabei wirken die verschiedenen Lernorte zusammen, um das gemeinsame Ziel der Berufsausbildung zu erreichen, die sogenannte „Lernortkooperation“.
Neben der Vermittlung von reinem „Prüfungswissen“ für die Zwischen- und Abschlussprüfungen steht die Praxiserfahrung im betrieblichen Alltag zum Erwerb der erforderlichen (praktischen) Berufserfahrung im Mittelpunkt. Es handelt sich in der Regel um eine Vollzeitberufsausbildung.
Zusätzlich zur oben beschriebenen Berufsausbildung regelt das BBiG auch die Berufsausbildungsvorbereitung, die berufliche Fortbildung sowie die berufliche Umschulung, auf die hier aber nicht näher eingegangen werden soll. Der Oberbegriff „Berufsbildung“ trägt allen vier Formen Rechnung.
Anwendungsbereich, § 3 BBiG
Das BBiG findet keine Anwendung auf
die Berufsbildung auf speziellen Kauffahrteischiffen.
Darüber hinaus gilt es nur für einen Teilbereich der Berufsausbildung, soweit dieser nicht in den berufsbildenden Schulen durchgeführt wird. Dies erklärt sich damit, dass für die Berufsausbildung in den Schulen verfassungsmäßig die Länder zuständig sind, vgl. Art. 30, 70 des Grundgesetzes. Das BBiG regelt somit nur die betriebliche Seite der Berufsausbildung.
Im Rahmen eines ausbildungsintegrierenden dualen Studiums, bei dem eine Berufsausbildung mit einem Studium kombiniert wird, gilt das BBiG nur für den Teil der Berufsausbildung im Unternehmen.
Für die Berufsbildung in Berufen der Handwerksordnung gelten die §§ 4 bis 9, 27 bis 49, 53 bis 70, 76 bis 80 sowie 102 nicht; insoweit gilt die Handwerksordnung.
Das Berufsbildungsgesetz stammt ursprünglich aus dem Jahr 1969 und wurde im Jahr 2005 vollständig novelliert. Es enthält die wesentlichen Bestimmungen für die Begründung, den Inhalt und die Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses.
Die seit 1953 bestehende Handwerksordnung regelt im zweiten Teil die Berufsbildung im Handwerk. Insoweit gelten die §§ 4 bis 9, 27 bis 49, 53 bis 70, 76 bis 80 sowie 102 BBiG nicht. Allerdings entsprechen die spezielleren Vorschriften der Handwerksordnung im Großen und Ganzen denen des BBiG, sodass nachfolgend nicht stets gesondert auf die Regelungen der HwO eingegangen wird.
Das Jugendarbeitsschutzgesetz, das bereits seit dem Jahr 1960 existiert, regelt die Beschäftigung von Personen unter 18 Jahren in der Berufsausbildung – als Arbeitnehmer und in ähnlichen Beschäftigungsverhältnissen. Für Personen über 18 Jahren im Berufsausbildungsverhältnis ist nur § 9 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 JArbSchG zu beachten.
Das JArbSchG enthält insbesondere Vorschriften über den Inhalt und die Dauer der Beschäftigung von Jugendlichen sowie spezielle Schutzvorschriften und Beschäftigungsverbote für Jugendliche.
Die Ausbilder-Eignungsverordnung sieht für den Regelfall vor, dass Ausbilder für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem BBiG den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen müssen. Dies gilt ausdrücklich nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe.
Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung besitzt, wer:
die Ausbilderprüfung bestanden hat (§ 4 AusbEignV) oder
als berufs- und arbeitspädagogisch geeignet gilt (z. B. Prüfung nach einer vor Inkrafttreten der neuen Verordnung geltenden Ausbilder-Eignungsverordnung bestanden oder Nachweis durch Meisterprüfung oder andere Prüfung der beruflichen Fortbildung erbracht) (§ 6 Abs. 1, 2 AusbEignV) oder
vom Eignungsnachweis von der zuständigen Stelle befreit wurde oder ist (§ 6 Abs. 3, 4, § 7 AusbEignV).
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Bildung und Forschung können im beiderseitigen Einvernehmen Ausbildungsordnungen erlassen.
Die Ausbildungsordnung hat gemäß § 5 BBiG dabei festzulegen:
Darüber hinaus kann die Ausbildungsordnung vorsehen,
dass die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen durchgeführt wird,
Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (HA-Empfehlung)
Der Hauptausschuss ist ein Organ des Bundesinstituts für Berufsbildung und zugleich Beratungsorgan der Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der beruflichen Bildung. Er setzt sich aus Beauftragten der Arbeitgeber, Arbeitnehmer der Länder und des Bundes zusammen. Nach § 90 BBiG kann er eine Stellungnahme zu dem Entwurf des Berufsbildungsberichts abgeben, beschließt das jährliche Forschungsprogramm und gibt Empfehlungen zur Förderung und Weiterentwicklung der Berufsbildung sowie zur einheitlichen Anwendung des BBiG.
Das Konzept der Handreichungsreihe „Kompetenzwerkst@tt“ führt vom Curriculum zum softwaregestützten beruflichen Lernen. Für foraus.de entwickelte Erklärvideos erleichtern die Umsetzung im betrieblichen Ausbildungsalltag.