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Timestamp: 2016-10-26 23:19:56
Document Index: 371170438

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 117', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 123', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 80', 'Art. 86', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 66', 'Art. 65']

6B_643/2011 (26.01.2012)
6B_643/2011
Vors�tzliche T�tung,
Beschwerde gegen das Urteil des Geschworenengerichts des Kantons Z�rich vom 12. November 2008 und den Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts des Kantons Z�rich vom 14. September 2011.
X.________ wurde am 30. Juli 2005 verhaftet und mit Urteil des Bezirksgerichts Z�rich vom 22. Mai 2006, welches das Obergericht des Kantons Z�rich am 22. Januar 2007 best�tigte, wegen Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz und wegen ausl�nderrechtlicher Vergehen mit drei Jahren Zuchthaus bestraft. Am 24. Januar 2006 trat er zur Strafverb�ssung in die Strafanstalt P�schwies ein. Er teilte von Anfang an eine Zelle mit A.________. Am 21. Oktober 2006 kam es zwischen den Zellengenossen zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. A.________ erlitt derart schwere Sch�delhirnverletzungen, dass er am 14. November 2006 verstarb.
Das Geschworenengericht des Kantons Z�rich verurteilte X.________ am 12. November 2008 wegen eventualvors�tzlicher T�tung zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren als Zusatzstrafe zum Urteil des Z�rcher Obergerichts vom 22. Januar 2007. Es verpflichtete ihn zur Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung an die Hinterbliebenen des Opfers und auferlegte ihm die Kosten der Untersuchung und des geschworenengerichtlichen Verfahrens. Eine dagegen erhobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde von X.________ wies das Kassationsgericht des Kantons Z�rich am 14. September 2011 ab, soweit es darauf eintrat.
Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, es seien die Entscheide des Geschworenengerichts vom 12. November 2008 und des Kassationsgerichts vom 14. September 2011 aufzuheben, er sei wegen fahrl�ssiger T�tung schuldig zu sprechen und gegebenenfalls f�r den unrechtm�ssigen Freiheitsentzug zu entsch�digen. X.________ ersucht ferner um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Sowohl das Kassationsgericht des Kantons Z�rich als auch das Geschworenengericht verzichten mit Eingabe vom 21. Dezember bzw. vom 30. Dezember 2011 auf eine Vernehmlassung zur R�ge der Verletzung des Beschleunigungsgebots. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich beantragt am 21. Dezember 2011 die Abweisung der Beschwerde. X.________ liess sich nicht mehr vernehmen.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung und eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung (Beschwerde, S. 5-11).
1.1.1 Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 136 II 304 E. 2.4 S. 313 f. mit Hinweis; vgl. zum Begriff der Willk�r BGE 136 III 552 E. 4.2 S. 560 mit Hinweisen). Die R�ge der Willk�r muss in der Beschwerde anhand des angefochtenen Entscheids pr�zise vorgebracht und begr�ndet werden, ansonsten darauf nicht eingetreten wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1; 134 II 244 E. 2.2).
1.1.2 Das Bundesgericht pr�ft frei, ob das Kassationsgericht auf eine in einer kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil des Ober- bzw. Geschworenengerichts vorgebrachte R�ge der willk�rlichen Beweisw�rdigung hin zu Unrecht Willk�r verneint und diese Verfassungsverletzung nicht behoben hat. Diese Pr�fung l�uft regelm�ssig darauf hinaus zu beurteilen, ob das Ober- bzw. Geschworenengericht die Beweise willk�rlich gew�rdigt hat. Trifft dies zu, h�tte das Kassationsgericht Willk�r bejahen m�ssen, und im gegenteiligen Fall hat es Willk�r zu Recht verneint. Bei der Begr�ndung der R�ge, das Kassationsgericht habe Willk�r zu Unrecht verneint, muss sich der Beschwerdef�hrer daher auch mit den Erw�gungen des Ober- bzw. Geschworenengerichts auseinandersetzen. Er darf sich mithin nicht auf eine blosse Wiederholung der vor dem Kassationsgericht gegen das ober- bzw. geschworenengerichtliche Urteil erhobenen R�gen beschr�nken, sondern hat zugleich auf die Begr�ndung des Kassationsgerichts einzugehen (BGE 132 IV 70 nicht publ. E. 2.3; 125 I 492 E. 1a/cc; Urteil 6B_289/2008 vom 17. Juli 2008 E. 4.2).
1.2.1 Das Geschworenengericht lehnte die Beweisantr�ge des Beschwerdef�hrers auf Tatrekonstruktion und Augenschein in antizipierter Beweisw�rdigung ab. Es erwog, eine detaillierte Rekonstruktion der Tat, welche bis zum Dazukommen der Aufseher mangels Augenzeugen auf der Grundlage der Aussagen des Beschwerdef�hrers erfolgen m�sste, liesse angesichts der fehlenden Verl�sslichkeit und Widerspr�chlichkeit seiner Aussagen keine zuverl�ssigen Schl�sse zu und verm�chte an der �berzeugung des Gerichts nichts zu �ndern. Die Vornahme eines Augenscheins erweise sich ebenfalls als unn�tig, weil sich das Gericht �ber die Platzverh�ltnisse in der Zelle und die Beobachtungsm�glichkeiten durch die Sichtklappe anhand der bei den Akten liegenden Fotodokumentation, des Plans des Erweiterungsbaus der Strafanstalt und der Schilderungen der Zeugen B.________ und C.________ (Aufseher) ein f�r die Entscheidfindung hinreichendes Bild habe verschaffen k�nnen (Urteil, S. 9-11). Das Kassationsgericht sch�tzte die Auffassung des Geschworenengerichts, soweit es auf die Einw�nde in der Beschwerde �berhaupt eintrat (Beschluss, S. 10-12).
1.2.2 Was an der Beweisw�rdigung des Geschworenengerichts willk�rlich sein soll, ist nach der zutreffenden Auffassung des Kassationsgerichts nicht ersichtlich. Der Beschwerdef�hrer und das Opfer waren allein in der Zelle. Bis zum Dazukommen der Aufseher wurde die Auseinandersetzung zwischen den Zellengenossen von niemandem beobachtet. Tats�chlich k�nnte sich eine Rekonstruktion der Tat damit nur auf Angaben des Beschwerdef�hrers st�tzen. Das Geschworenengericht hat die Aussagen des Beschwerdef�hrers zum Tatablauf indessen mit nachvollziehbarer Begr�ndung als nicht verl�sslich und widerspr�chlich eingestuft. Unter diesen Umst�nden ist dem Kassationsgericht darin beizupflichten, dass die Schlussfolgerung des Geschworenengerichts, wonach eine Rekonstruktion keine zuverl�ssigen Schl�sse zuliesse, vertretbar ist (Beschluss des Kassationsgerichts, S. 10 f. E. 4d). Entsprechendes gilt f�r den beantragten Augenschein. Das Kassationsgericht erw�gt diesbez�glich ohne Verfassungsverletzung, das Geschworenengericht habe keinen Anlass f�r einen Augenschein gehabt, da ein solcher das Beweisergebnis nicht zu ersch�ttern verm�chte (Beschluss, S. 11 f. E. 5). Dass das Geschworenengericht die Beweisantr�ge willk�rlich abwies bzw. das Kassationsgericht insoweit Willk�r zu Unrecht verneinte, trifft entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht zu. Hat das Kassationsgericht die geschworenengerichtliche Abweisung der Beweisantr�ge aber mit materieller Begr�ndung gesch�tzt, kann die Frage der willk�rlichen Anwendung des kantonalen Prozessrechts (im Hinblick auf das Eintreten, R�geprinzip) offen bleiben (vgl. Beschluss des Kassationsgerichts, S. 10 E. 4b und c; Beschwerde, S. 9).
1.3 Mit seinen weiteren Vorbringen wendet sich der Beschwerdef�hrer ausschliesslich gegen die Beweisw�rdigung und Sachverhaltsfeststellung des Geschworenengerichts (Beschwerde, S. 8 zur Glaubw�rdigkeit des Zeugen C.________ und zur Glaubhaftigkeit seiner Zeugenaussagen; Beschwerde, S. 6 f. und S. 11 zur Frage des Tatablaufs, der Gegenseitigkeit der Auseinandersetzung und der Behauptung, das Opfer habe einmal die Oberhand haben m�ssen; Beschwerde, S. 11 zur Frage, wann dem Opfer welche Verletzungen zugef�gt wurden). Auf den Beschluss des Kassationsgerichts bzw. dessen Begr�ndung geht er mit keinem Wort ein. Vor Bundesgericht h�tte er indessen darlegen m�ssen, dass und inwiefern das Kassationsgericht die Beweisw�rdigung des Geschworenengerichts unzul�ssigerweise sch�tzte bzw. Willk�r zu Unrecht verneinte. Das tut der Beschwerdef�hrer nicht. Auf seine Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten.
1.4 Nach den willk�rfreien Sachverhaltsfeststellungen des Geschworenengerichts ist mithin davon auszugehen, dass die zun�chst gegenseitige Auseinandersetzung zwischen den Zellengenossen ab einem bestimmten Zeitpunkt zu einer einseitigen zu Lasten des Opfers wurde, dass der Beschwerdef�hrer mit hochgradig gewaltt�tigen Faustschl�gen wiederholt in blinder Wut unkontrolliert gegen dessen Kopf bzw. in dessen Gesicht schlug, das Opfer als Folge davon st�rzte, mit dem Hinterkopf auf den Boden aufschlug und sich dabei die t�dliche Verletzung zuzog, und der Beschwerdef�hrer das Gesicht des Opfers auch noch mit Faustschl�gen traktierte, als dieses bereits wehr- und regungslos am Boden lag. Das Opfer verstarb, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben, rund drei Wochen nach der t�tlichen Auseinandersetzung (Urteil des Geschworenengerichts, S.44-48, S. 68; Beschluss des Kassationsgerichts, S. 14).
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, seine Verurteilung wegen eventualvors�tzlicher T�tung verletze in verschiedener Hinsicht Bundesrecht (Beschwerde, S. 11-13). Soweit er seinen Vorbringen einen anderen als den willk�rfrei festgestellten Sachverhalt des Geschworenengerichts zugrunde legt, ist er nicht zu h�ren (beispielsweise Beschwerde, S. 11, wonach die Verletzungen im Rahmen einer gegenseitigen Auseinandersetzung entstanden seien, in deren Verlauf das Opfer vor�bergehend die Oberhand gewonnen und er sich lediglich nach bestem Gutd�nken mit gleichwertigen Mitteln gewehrt habe).
2.2 Unbegr�ndet ist der Einwand des Beschwerdef�hrers, die Aufseher h�tten ihn zum unmittelbaren Werkzeug gemacht und seien als Tatmittler ad�quat kausal verantwortlich f�r den Tod des Opfers (Beschwerde, S. 5). Es kann insoweit auf die zutreffenden Erw�gungen des Geschworenengerichts verwiesen werden (Urteil, S. 56 f.), wonach das von der Verteidigung beanstandete Verhalten der Aufseher (Nichtgew�hrung eines Zellenwechsels) im Rahmen der Beurteilung der Tatbestandsm�ssigkeit der Handlungen des Beschwerdef�hrers unbeachtlich ist. Hinzuzuf�gen bleibt, dass das gegen einzelne Aufseher er�ffnete Strafverfahren wegen fahrl�ssiger T�tung rechtskr�ftig eingestellt wurde (vgl. Urteil des Geschworenengerichts, S. 24; kantonale Akten, act. 58 sowie Protokoll, S. 418).
2.3 Der Beschwerdef�hrer bestreitet weiter, mit Eventualvorsatz gehandelt zu haben. Nicht die Faustschl�ge gegen den Kopf, sondern der Sturz auf den Hinterkopf h�tten zum Tod des Opfers gef�hrt (Beschwerde, S. 11). Er sei daher wegen fahrl�ssiger T�tung nach Art. 117 StGB zu verurteilen.
2.3.1 Das Geschworenengericht erw�gt, es sei gerichtsnotorisch, dass mehrfache gegen den Kopf/das Gesicht eines Menschen ausgef�hrte massive Faustschl�ge den Tod bewirken k�nnten. Ebenfalls als bekannt vorauszusetzen sei, dass eine Person, die wie der Beschwerdef�hrer in blinder Wut einfach darauflos schlage, die Schl�ge weder platzieren noch deren St�rke kontrollieren k�nne. Unter diesen Umst�nden habe diesem klar sein m�ssen, das Risiko auf einen Treffer zu erh�hen, der einen Kausalverlauf mit t�dlicher Verletzungsfolge ausl�sen w�rde. Der Beschwerdef�hrer habe damit rechnen m�ssen, dass die mehrfachen massiven Faustschl�ge gegen den Kopf t�dliche Folgen nach sich ziehen k�nnten. Er habe den Tod des Opfers auch in Kauf genommen. Angesichts dessen, dass er unkontrolliert mit aller Gewalt gegen den Kopf bzw. das Gesicht des Opfers eingeschlagen habe, habe er nicht mehr darauf vertrauen d�rfen, dass sich das Risiko nicht verwirklichen w�rde, mit einem Treffer einen t�dlich endenden Kausalverlauf auszul�sen. Der Sturz des Opfers mit dem Hinterkopf auf den Boden k�nne unter diesen Umst�nden nicht mehr als ungl�cklicher Zufall betrachtet werden (Urteil des Geschworenengerichts, S. 53 f., 57, 68).
2.3.2 Gem�ss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vors�tzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausf�hrt (Satz 1). Vors�tzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Satz 2). Beim Eventualvorsatz strebt der T�ter den Erfolg nicht an, sondern weiss lediglich, dass dieser m�glicherweise mit der willentlich vollzogenen Handlung verbunden ist. Der Eventualvorsatz ist zu bejahen, wenn der T�ter den Erfolg f�r den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerw�nscht sein (BGE 137 IV E. 1 E. 4.2.3; 133 IV 1 E. 4.1 mit Hinweisen). Ob der T�ter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss der Richter bei fehlendem Gest�ndnis aufgrund der Umst�nde entscheiden. Dazu geh�ren die Gr�sse des dem T�ter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggr�nde des T�ters und die Art der Tathandlung. Je gr�sser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto n�her liegt die Schlussfolgerung, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Der Richter darf vom Wissen des T�ters auf den Willen schliessen, wenn sich dem T�ter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdr�ngte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vern�nftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2 S. 17; 134 IV 26 E. 3.2.2; 133 IV 1 E. 4.1 S. 3).
Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrl�ssigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvors�tzlich als auch der fahrl�ssig handelnde T�ter wissen um die M�glichkeit oder das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestandes �berein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrl�ssig handelnde T�ter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als m�glich vorausgesehene Erfolg nicht eintrete, sich das Risiko der Tatbestandserf�llung mithin nicht verwirkliche. Demgegen�ber nimmt der eventualvors�tzlich handelnde T�ter den Eintritt des als m�glich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg derart in Kauf nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der T�ter den Erfolg "billigt" (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.3).
2.3.3 Der Schluss des Geschworenengerichts auf ein eventualvors�tzliches Handeln des Beschwerdef�hrers verletzt kein Bundesrecht.
Mehrfache hochgradig gewaltintensive Faustschl�ge gegen den ungesch�tzten Kopf bzw. in das ungesch�tzte Gesicht eines Opfers sind angesichts der bekannten Empfindlichkeit der Kopfregion eines Menschen nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet, lebensgef�hrliche Verletzungen oder gar den Tod des Betroffenen herbeizuf�hren. Eine solche massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf eines Menschen ist nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge auch geeignet, einen unkontrollierten Sturz des Opfers mit t�dlichen Folgen zu bewirken. Wer wie der Beschwerdef�hrer einem Menschen in blinder Wut mehrfach die Faust mit aller Kraft massiv in das Gesicht/gegen den Kopf schl�gt, weiss nicht nur um das Risiko t�dlicher Verletzungen infolge der Faustschl�ge, sondern er weiss auch, dass das Opfer infolge einer derartig wuchtigen Gewalteinwirkung unkontrolliert st�rzen, mit dem Kopf hart aufprallen und sich dabei t�dliche Verletzungen zuziehen k�nnte. Mit andern Worten stellt sich das Risiko eines unkontrollierten Sturzes mit t�dlichem Ausgang bei wiederholten hochgradig gewaltt�tigen Faustschl�gen gegen den Kopf bzw. das Gesicht eines Menschen nicht mehr als ein blosses Unfallgeschehen dar, sondern als voraussehbare Folge der erfolgten massiven Gewalteinwirkung. Der Beschwerdef�hrer musste mithin ernsthaft damit rechnen, dass die wuchtigen Faustschl�ge gegen den Kopf bzw. in das Gesicht des Opfers t�dliche Folgen nach sich ziehen k�nnten. Die Wissenskomponente des Vorsatzes ist gegeben.
Auch die Willenskomponente ist zu bejahen. Indem der Beschwerdef�hrer mit der Faust mehrfach mit hochgradiger Gewaltintensit�t gegen den Kopf bzw. in das Gesicht des Opfers schlug, musste sich ihm der Todeseintritt - als Folge der massiven Faustschl�ge oder eines dadurch ausgel�sten unkontrollierten Sturzes - als so wahrscheinlich aufdr�ngen, dass sein Verhalten vern�nftigerweise nur als Inkaufnahme der Verwirklichung des Erfolgs ausgelegt werden kann. Dass dem Beschwerdef�hrer die Folgen seines Tuns bzw. das Leben des Opfers v�llig gleichg�ltig waren, zeigt sich im �brigen auch darin, dass er auf dieses bzw. dessen Kopf auch noch einschlug, als es bereits regungs- und wehrlos am Boden lag.
2.4 Nach dem Daf�rhalten des Beschwerdef�hrers ist Bundesrecht verletzt, weil das Geschworenengericht einen Notwehrexzess bejaht und dessen Entschuldbarkeit verneint. Er habe den unrechtm�ssigen Angriff des Opfers in der Zelle nicht anders als durch die inkriminierten Handlungen abwehren k�nnen (Beschwerde, S. 12).
2.4.1 Das Geschworenengericht gesteht dem Beschwerdef�hrer eine Notwehrsituation zu. Er habe sich gegen den rechtswidrigen Angriff des Opfers wehren d�rfen, solange dieser andauerte. Es best�nden jedoch keine Anhaltspunkte daf�r, dass ihn das Opfer habe schwer verletzen oder gar t�ten wollen. Es habe bei seinem Angriff weder eine Waffe noch einen gef�hrlichen Gegenstand ben�tzt und auch keine massive Gewalt eingesetzt. Das zeigten bereits die beim Beschwerdef�hrer festgestellten, eher geringf�gigen Verletzungen im Bereich der einfachen K�rperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB. Hinweise auf massive Faustschl�ge oder ein starkes W�rgen seien nicht erkennbar. Ebenso wenig sei ersichtlich, dass der Beschwerdef�hrer sich im Moment der Abwehr vor schweren Verletzungen gef�rchtet oder gar Todesangst ausgestanden habe. Eine gewisse Best�rzung �ber den Angriff des Opfers sei ihm zwar zuzugestehen. Um das Mass des Exzesses (die Inkaufnahme nicht nur einer schweren K�rperverletzung, sondern des Todes des Angreifers) zu decken, sei indessen eine weitaus heftigere Emotion, wie etwa Todesangst, zu verlangen, die hier nicht vorgelegen habe. Der Beschwerdef�hrer habe die Grenzen der Notwehr �berschritten, ohne sich in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff befunden zu haben (Urteil des Geschworenengerichts, S. 62-64).
2.4.2 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 StGB). �berschreitet er die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB).
2.4.3 Das angefochtene Urteil verletzt kein Bundesrecht. Dass der Beschwerdef�hrer mit seiner �usserst gewaltt�gigen Abwehrreaktion die Grenzen der Notwehr �berschritten hat, kann nicht im Ernst bestritten werden. Er nahm mit seinen massiven Faustschl�gen gegen den ungesch�tzten Kopf des Opfers dessen Tod in Kauf. Es gilt deshalb ein strenger Massstab f�r die Entschuldbarkeit seines Notwehrexzesses (BGE 102 IV 1 E. 3b). Der Angriff des Opfers gestaltete sich vergleichsweise harmlos, und der Beschwerdef�hrer unterlag insoweit auch keiner Fehleinsch�tzung. Er stand weder Todesangst aus noch f�rchtete er sich vor schweren Verletzungen. Der Umstand, dass er wegen des Angriffs des Opfers in eine Spannungslage versetzt wurde und in einer gewissen Best�rzung handelte, reicht f�r eine die Straflosigkeit von schweren Notwehr�berschreitungen begr�ndende entschuldbare Emotion im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB nicht aus. Es kann auf die zutreffenden Erw�gungen des Geschworenengerichts verwiesen werden.
3.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots (Beschwerde, S. 12 f.). Das Verfahren habe vom 21. Oktober 2006, dem Tattag, bis zur Geschworenengerichtsverhandlung im November 2008 aus nicht nachvollziehbaren Gr�nden mehr als zwei Jahre gedauert. Die schriftliche Begr�ndung des geschworenengerichtlichen Urteils habe mehr als 1 � Jahre in Anspruch genommen. Zudem habe das Verfahren vor Kassationsgericht bis zur Zustellung des Zirkulationsbeschlusses insgesamt �ber ein Jahr gedauert. Er habe mittlerweile seine Strafe abgesessen und sei aus der Schweiz ausgewiesen worden, ohne dass ein rechtskr�ftiges Urteil vorliege (Beschwerde, S. 13).
3.2 Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II geregelte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Beh�rden, das Strafverfahren z�gig voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unn�tig �ber die gegen sie erhobenen Vorw�rfe im Ungewissen zu lassen. Es gilt f�r das ganze Verfahren. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, h�ngt von den konkreten Umst�nden ab, die in ihrer Gesamtheit zu w�rdigen sind. Kriterien hierf�r bilden etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexit�t des Sachverhaltes, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten des Beschuldigten und dasjenige der Beh�rden sowie die Zumutbarkeit f�r den Beschuldigten (BGE 130 IV 54 E. 3.3.1 S. 54 f.; 130 I 269 E. 3.1 S. 273; je mit Hinweisen).
3.3 Soweit der Beschwerdef�hrer das Beschleunigungsgebot in Bezug auf die Zeitdauer des Verfahrens von der Verfahrenser�ffnung bis zur Geschworenengerichtsverhandlung als verletzt r�gt, ist auf sein Vorbringen nicht einzutreten. Der Beschwerdef�hrer h�tte diese R�ge bereits vor dem Geschworenengericht geltend machen k�nnen und m�ssen. Dies hat er jedoch unterlassen (vgl. act. 69 Pl�doyer S. 48-51). Der kantonale Instanzenzug nach Art. 80 Abs. 1 BGG ist insoweit nicht ausgesch�pft (vgl. hierzu das Urteil 6B_902/2010 vom 15. M�rz 2011 E. 2.7.6).
3.4 Die zu beurteilende Gesamtdauer des konkreten Verfahrens von rund 5 Jahren ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung und den erhobenen Vorwurf einer vors�tzlichen T�tung nicht als �berlang zu betrachten (vgl. das Urteil 6B_45/2009 vom 4. M�rz 2010 E. 2 mit Hinweisen).
3.5 Das geschworenengerichtliche Urteil wurde dem Beschwerdef�hrer am 12. November 2008 m�ndlich er�ffnet. Die schriftliche Urteilsbegr�ndung wurde ihm am 27. August 2010 zugestellt. Dem Verfahren liegt mit der vors�tzlichen T�tung ein gewichtiger Vorwurf zu Grunde. Die Verfahrensakten umfassen drei Bundesordner, mehrere Mappen mit losen Seiten (Vollzugsakten) sowie zwei Doppeltheke betreffend das Bet�ubungsmittelverfahren gegen den Beschwerdef�hrer (im Hinblick auf die Bestimmung der Gesamt- bzw. Zusatzstrafe). Das Protokoll bel�uft sich auf 423 Seiten, das geschworenengerichtliche Urteil umfasst 92 Seiten. Als erste Instanz hatte sich das Geschworenengericht umfassend mit Tat- und Rechtsfragen auseinanderzusetzen. Es befasste sich infolge des umstrittenen Sachverhalts im Urteil ausf�hrlich mit den Aussagen des Beschwerdef�hrers, der Zeugen und der Sachverst�ndigen. Es hatte zu pr�fen, ob in Bezug auf die konkrete Todesfolge Eventualvorsatz oder lediglich Fahrl�ssigkeit vorlag, ob der Beschwerdef�hrer die Grenzen der Notwehr �berschritt und der Exzess entschuldbar war. Es ist nicht zu verkennen, dass die Urteilsredaktion in einem solchen, ausschliesslich von der Unmittelbarkeit gepr�gten Verfahren l�ngere Zeit in Anspruch nimmt. Konkret ben�tigte das Geschworenengericht 20 Monate f�r die Urteilsausfertigung. Das Bundesgericht bezeichnete in einem fr�heren und vergleichbaren Prozess eine Dauer von 19 Monaten f�r die Ausfertigung der schriftlichen Urteilsbegr�ndung als nicht �berm�ssig (Urteil 6S.74/2007 vom 6. Februar 2008 E. 3.2). In einem weiteren, �hnlich gelagerten Fall erachtete es eine Dauer von 26 Monaten bis zur Zustellung des begr�ndeten Urteils noch als vertretbar. Entscheidend war f�r das Bundesgericht, dass die m�ndliche Urteilser�ffnung bereits verh�ltnism�ssig kurze Zeit nach der Verfahrenser�ffnung ("etwas mehr als zwei Jahre") erfolgte (Urteil 6B_764/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 1.6). Vorliegend verh�lt es sich nicht anders. Dem Beschwerdef�hrer wurde das m�ndliche Urteil rund zwei Jahre nach der Tat er�ffnet. Dadurch befand er sich schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr im Ungewissen �ber den gegen ihn erhobenen Vorwurf bzw. �ber den Ausgang des Prozesses und war ihm auch die ausgef�llte Strafe bekannt. Die mit einem l�ngeren Strafverfahren �blicherweise verbundene Belastung fiel f�r ihn dadurch schon verh�ltnism�ssig fr�h weitgehend weg. Unter diesen Umst�nden kann die vorliegende Dauer von 20 Monaten f�r die schriftliche Urteilsausfertigung unter dem Gesichtspunkt des Beschleunigungsgebots als noch vertretbar bezeichnet werden.
3.6 Das Verfahren vor Kassationsgericht dauerte entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers nicht etwas mehr, sondern etwas weniger als ein Jahr (kantonale Nichtigkeitsbeschwerde vom 21. September 2010, Zustellung des schriftlichen Urteils am 16. September 2011). Diese Verfahrensdauer ist noch nicht zu lang. Dass das Kassationsgericht das Verfahren nicht z�gig durchgef�hrt hat, behauptet auch der Beschwerdef�hrer nicht. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots liegt mithin auch bez�glich dieses Verfahrensabschnitts nicht vor. Der Vollst�ndigkeit halber bleibt anzumerken, dass der Beschwerdef�hrer die Strafe im Zeitpunkt der Zustellung des Entscheids des Kassationsgericht entgegen der etwas missverst�ndlichen Formulierung in der Beschwerde nicht (vollst�ndig) abgesessen hatte. Er wurde am 27. September 2011 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen, bei einem nicht verb�ssten Strafrest von 853 Tagen (vgl. Verf�gung des Amtes f�r Justizvollzug betreffend bedingte Entlassung gem�ss Art. 86 StGB vom 5. September 2011).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gem�ss Art. 64 Abs. 1 BGG kann teilweise bewilligt werden, da von der Bed�rftigkeit des Beschwerdef�hrers auszugehen ist und seine Beschwerde hinsichtlich der Rechtsfragen nicht von vornherein aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG). Dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers ist in diesem Umfang aus der Bundesgerichtskasse eine angemessene Entsch�digung auszurichten (Art. 64 Abs. 2 BGG). Im �brigen ist das Gesuch abzuweisen. Bei diesem Ausgang tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens mit einer reduzierten Geb�hr (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seinen eingeschr�nkten finanziellen Verh�ltnissen ist bei der Festsetzung der Gerichtsgeb�hr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird teilweise gutgeheissen. Dem Beschwerdef�hrer wird Rechtsanwalt Ivo Harb als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 2'000.-- entsch�digt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Geschworenengericht des Kantons Z�rich und dem Kassationsgericht des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.