Source: http://de.wiki.sxisa.org/wiki/Solvabilit%C3%A4t
Timestamp: 2019-06-18 15:33:22
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Matched Legal Cases: ['§ 178', '§ 134', '§ 10', '§ 1', '§ 10', '§ 10', '§ 1', 'Art. 325', 'Art. 446', 'Art. 92', 'Art. 1']

1.1 Beispielrechnung Formel (Regelung vor 2016)
Bei seiner Gründung muss ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) über freie unbelastete Eigenmittel mindestens in Höhe der geforderten Solvabilitätsspanne verfügen. Dieser Gründungsstock (§ 178 VAG) umfasst die Mittel für das Garantiekapital, für die Errichtung und Einrichtung der Gesellschaft und für die Betriebskosten. Die Höhe des Gründungsstocks muss in der Satzung hinterlegt sein, sowie seine Bildung, Verzinsung und Tilgung.[1]
Wenn die Ist-Solvabilität die Soll-Solvabilität unterschreitet – aber noch über einem Drittel also über der Höhe des Garantiefonds liegt – muss der Versicherer einen Solvabilitätsplan aufstellen. Liegt die Ist-Solvabilität unter dem Wert des Garantiefonds ist ein Finanzierungsplan aufzustellen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht die ausreichende Deckung mit Eigenmitteln. Verstöße gegen die Solvabilitätsvorschriften lösen Sanktionen durch die BaFin aus, die in ihrer Schwere nach den o. g. Stufen gestaffelt sind (§ 134 VAG).
Beispielrechnung Formel (Regelung vor 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die bestehenden Solvabilitätsregeln werden vielfach kritisiert. U. a. wird angeführt, dass die Multiplikatoren zur Errechnung der Sovabilitätsspanne in einem politischen Prozess willkürlich festgesetzt wurden und somit die risikotheoretischen Erkenntnisse der gesamten Nachkriegszeit unberücksichtigt blieben. Mit dem Beitragsindex ergibt sich das Paradoxon, dass ein Versicherer, der vorsichtiger kalkuliert und höhere Prämien verlangt, dadurch einen höheren Solvabilitätsbedarf hat.
Seit der Umsetzung des neuen europäischen Aufsichtsregimes Solvabilität II am 1. Januar 2016 wird der Solvabilitätsbedarf wesentlich risikoadäquater ermittelt.
Unter Solvabilität versteht man im Bankwesen die „angemessene Eigenmittelausstattung“ von Kreditinstituten, wie sie in § 10 KWG als zentraler Norm gefordert wird. Dieser Vorschrift zufolge müssen Institute (§ 1 Abs. 1 KWG), Institutsgruppen (§ 10a Abs. 1 KWG) und Finanzholding-Gruppen (§ 10a Abs. 3 KWG) im Interesse der Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern, insbesondere im Interesse der Sicherheit der ihnen anvertrauten Vermögenswerte, angemessene Eigenmittel aufweisen. Mit der konkreten Umsetzung der Solvabilität befasste sich bis Dezember 2006 der Grundsatz I, der im Januar 2007 durch die umfassendere Solvabilitätsverordnung abgelöst wurde. Diese wiederum wurde im Januar 2014 durch die Kapitaladäquanzverordnung (CRR) ersetzt. Diese nach § 1a Abs. 1 KWG auch in Deutschland umgesetzte EU-Verordnung[5] enthält genaue Vorgaben zur angemessenen Eigenmittelausstattung von Kreditinstituten. Die Kapitaladäquanzverordnung regelt insbesondere die Höhe und die Anforderungen an die aufsichtsrechtlich bereitzuhaltenden Eigenmittel (Artikel 25 ff. CRR), die eigenmittelbezogenen Risikovorschriften (Artikel 107 ff. CRR), die Berücksichtigung von Kreditsicherheiten (Artikel 194–217 CRR) und die Großkredit­vorschriften (Artikel 387 ff., 507 CRR). Neben den – als Risikopositionen bezeichneten – Aktivgeschäften sind auch die Marktrisiken (Art. 325 ff. CRR) und das operationelle Risiko (Art. 446) mit Eigenmitteln zu unterlegen. Von angemessenen Eigenmitteln ist demnach auszugehen, wenn die in Art. 92 Abs. 1 CRR geforderten Mindestquoten (siehe Kernkapitalquote) eingehalten werden.
Die Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung für Adressenausfallrisiken erfolgt nach dem Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) oder dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA). Zur Berechnung der Eigenmittelunterlegung für operationelle Risiken können die Institute den Basisindikatoransatz (BIA), den Standardansatz (STA) oder fortgeschrittene Messansätze (so genannte ambitionierte Messansätze AMA) verwenden. Die Eigenmittelunterlegung für Marktpreisrisiken kann mit der Standardmethode (SM) oder mit internen Marktrisikomodellen ermittelt werden.
↑ Verordnung über die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen (Kapitalausstattungs-Verordnung), aufgehoben durch Art. 1 Nr. 1 V. v. 16. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2345)
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