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Timestamp: 2018-05-28 03:09:48
Document Index: 178036613

Matched Legal Cases: ['§30', '§32', '§31', '§30', '§30', '§31', '§32', '§77', '§77', '§85', '§77', '§85']

Fragen und Antworten | Aktion Neuanfang
Geschichten unserer Klienten
Archiv der Kategorie: Fragen und Antworten
Fragen und Antworten zu Zwangsversteigerungen. Was kann man tun? Warum müssen Banken so handeln?
Wieso setzt meine Bank die Zwangsversteigerung fort, obwohl ich mit ihr eine Ratenzahlung vereinbart habe und obendrauf noch eine hohe Einmalzahlung geleistet habe?
Ihre Bank hat nach §30 ZVG das Zwangsversteigerungsverfahren einstweilen einstellen lassen. Nach §32 ZVG ist Ihre Bank dazu verpflichtet (!) innerhalb der nächsten 6 Monaten die Fortsetzung der Zwangsversteigerung zu beantragen. Tut sie dies nicht, wird das Zwangsversteigerungsverfahren nach §31 ZVG aufgehoben. Solange Ihre Bank nicht all das geschuldete Geld von Ihnen erhält, wird sie stets einen sogenannten Fortsetzungsantrag stellen und das Verfahren weiter betreiben.
Nach der erneuten Fortsetzung hat Ihre Bank noch ein weiteres Mal die Möglichkeit Ihren Termin einstellen zu lassen. Ein drittes Mal wird sie es nicht tun, denn nach §30 Abs. 1 Satz 3 ZVG würde das zu einer Aufhebung Ihres Zwangsversteigerungsverfahrens führen.
Zusammengefasst können Sie durch eine Zahlungsvereinbarung mit Ihrer Bank maximal 12 Monate mehr Zeit herausholen.
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Warum wird meine Immobilie so niedrig geschätzt? Ich habe doch ursprünglich viel mehr bezahlt?
Sie fühlen sich betrogen, doch dies ist im Regelfall nicht dem Gutachter anzulasten, sondern den Bewertungsmodellen, die verwendet werden. Mit Ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus fallen Sie in das sogenannte Sachwertverfahren. Hierbei verliert Ihre Immobilie in jedem Jahr 1,25% an Substanzwert. Ihr Grundstück ist davon nicht betroffen.
Nun gibt es in Ihrer Region einen Gutachterausschuss der alle Kaufverträge und Ergebnisse von Zwangsversteigerungen auswertet und dadurch einen Ab- oder Zuschlag auf Gebäude wie Ihres ermittelt (Abhängig von der Lage und dem Wert Ihres Grundstücks). Der Gutachterausschuss ermittelt also den tatsächlich gezahlten Preis einer Immobilie, abgesehen von ihrem Substanzwert. Das Ergebnis ist ein Multiplikator den der Gutachter Ihrer Immobilie verwenden muss, egal ob Ihre Immobilie in Wirklichkeit viel mehr gekostet hat.
Wenn Sie den Gutachter zudem nicht in Ihre Immobilie reingelassen haben, wird dieser zusätzlich zwischen 10 und 30% Abschlag auf den ermittelten Bauwert gemacht haben.
Je nachdem, welche Lösung Sie für Ihre Zwangsversteigerungsproblem erwägen, kann ein niedrig geschätztes Gebäude auch von großem Vorteil für Sie sein!
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Ich habe jemanden, der mir Geld leiht bzw. meine Immobilie für mich kauft – wann kann ich dieses Geld wieder zurückzahlen, um mein Haus wiederzubekommen?
Herzlichen Glückwunsch – Sie haben einen Helfer gefunden. Nun gilt es nach einem festen Plan zu handeln, damit es nicht doch noch ein böses Ende nimmt.
Im Regelfall haben Sie im Laufe des Zwangsversteigerungsverfahrens eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben. Dieser Eintrag in Ihrer SCHUFA verhindert, dass Sie ein Darlehen erhalten. Nun gilt es zuerst, den Gläubiger, der Ihre Eidesstattliche Versicherung verlangt hat zu bezahlen. Wenn das geschehen ist und der Gläubiger dies Ihrer Schufa gemeldet hat, wird der Eintrag aus Ihrer SCHUFA gelöscht. Damit ist Ihre SCHUFA aber noch lange nicht wiederhergestellt. Denn das ursprünglich gekündigte Darlehen oder die ursprünglich titulierte Forderung stehen noch in Ihrer Schufa. Diese werden nun mit einem „Erledigt“-Vermerk versehen. Dieser Eintrag verschwindet erst nach 3 Jahren aus Ihrer SCHUFA und erst dann (!) wird sich Ihr SCHIUFA-Score wieder aufbauen.
Realistisch ist ein Zeitraum zwischen 5 und 10 Jahren ehe Sie das geliehene Geld durch einen neuen Kredit zurückzahlen können.
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Warum ist ohne professionelle Hilfe meine Rente in Gefahr?
Geschrieben am 14. Dezember 2013
Bei Verlust (durch Zwangversteigerung) oder auch trotz der Rettung Ihrer Immobilie sind in 3 von 4 Fällen noch längst nicht alle Schulden bezahlt. Ihre Gläubiger können nun Ihre Lebens- und Rentenversicherungen pfänden. Auch die als pfändungssicher geltende Riester-Rente ist durchaus in Gefahr! Ihre Gläubiger können sich mit einem rechtlichen Trick auch diese Rente zur Bezahlung ihrer Forderung heranziehen. Je nachdem wie hoch Ihr Anspruch bei der gesetzlichen Rente ist, ist auch diese durch die gleiche Vorgehensweise in Gefahr.
Dies ist jedoch nur ein Teil des Dramas. Sie verlieren Zeit. Zeit, um sich von dem Verlust Ihrer Immobilie zu erholen und einen neuen Vermögensstock aufzubauen. Denn was Sie auch tun, Ihre Gläubiger werden sich dort reinpfänden können, wenn Sie nicht professionelle Strategienverfolgen.
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Wieso werden meine Anträge an das Amtsgericht immerzu abgelehnt?
Das Amtsgericht holt zu jedem Antrag, den Sie im Zusammenhang mit Ihrer Zwangsversteigerung stellen die Stellungnahme Ihrer Bank ein. Die Aussagen Ihrer Bank sind hier richtungsweisend, außer Sie haben einen echten rechtlichen Fauxpas aufgedeckt. Ihre Bank wird im Normalfall stets mit einem negativen Schreiben an das Gericht beantragen, dass Ihr Antrag abzulehnen ist. Sehr häufig wird die Formulierung „wir haben dem Schuldner mehr als genügend Zeit zur Lösungsfindung gelassen. Wenn er es bis heute nicht geschafft hat eine Lösung zu finden, wird er es auch in der Zukunft nicht schaffen“ so oder so ähnlich lautend verwendet.
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Wieso kann meine Bank mein Konto pfänden, obwohl ich doch schon von ihr versteigert werde?
Die Antwort auf diese Frage hat viel mit der vorhergehenden Antwort gemeinsam. In Ihrem Fall wird zwischen einer dinglichen und persönlichen Forderung unterschieden. Mit der dinglichen Forderung kann Ihre Bank die Zwangsversteigerung betreiben. Mit der persönlichen Forderung kann Ihre Bank, sowie jeder andere Gläubiger aus Ihrem Grundbuch Ihr Konto pfänden oder Sie zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung drängen.
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Wieso habe ich, nachdem mein Haus versteigert wurde, immer noch Schulden bei der Bank?
Je nachdem, wie viel Geld durch das Zwangsversteigerungsverfahren an Ihre Bank gezahlt wurde, ist es sehr häufig noch so, dass Schulden übrig bleiben.
Wenn Ihre Schuld bei der Bank (Valutenstand des Baudarlehens) z.B. 200.000 € beträgt und die Versteigerung nur 140.000 € eingebracht hat, ist Ihr Haus zwar weg, aber eine Restschuld in Höhe von 60.000 € verbleibt.
Dies gilt im Übrigen auch für alle anderen Gläubiger aus Ihrem Grundbuch, die von der Zwangsversteigerung keinen ausreichenden Betrag erhalten haben. Die sogenannte „dingliche Sicherung“ ist nach Schluss der Versteigerung verfallen, aber die persönliche Forderung besteht weiterhin.
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Wieso darf die Bank einen Dritten beauftragen, auf mein Haus mitzubieten, obwohl er es gar nicht kaufen möchte?
Dies geschieht aus taktischen Gründen. Ihre Bank darf selbst nicht mitbieten, kann aber einen Dritten benennen. Der Grund hierfür ist wiederum im rechtlichen Rahmen eines Zwangsversteigerungsverfahrens zu finden.
Wenn Ihr erster Zwangsversteigerungstermin ohne rechtskräftige Gebote geblieben ist, wird das Verfahren vom Amtsgericht nach §77 ZVG einstweilen eingestellt.
Wenn nun im zweiten Termin erneut kein rechtskräftiges Gebot abgegeben wird, hebt das Amtsgericht das Verfahren nach §77 Abs. 2 Satz1 auf. Auch das liegt nicht im Interesse Ihrer Bank und so wird sie im zweiten Termin dafür Sorge tragen, dass ein Gebot erfolgt.
Dieses Gebot wird unterhalb der 50%-Grenze ausfallen, sodass das Amtsgericht nach §85a ZVG den Termin einstweilen einstellen muss.
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