Source: https://www.natursport.info/natursport-kompakt/normative-grundlagen/
Timestamp: 2020-08-09 03:03:45
Document Index: 374045994

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 7', '§ 59', '§ 3']

Sie verändern den Lebensraum von heimischen Tieren und Pflanzen so, dass diese in ihrem Fortbestand gefährdet werden. Der Verlust und die Veränderung von Lebensräumen sind nach wie vor die bedeutendste Ursache für den Artenrückgang in Deutschland. Eine Gefährdung des Lebensraumes kann dann als gegeben angesehen werden, wenn durch sportliche Betätigung, auch in Verbindung mit anderen Störfaktoren, dauerhafte und erhebliche Beeinträchtigungen des Lebensraumes eintreten.
Die fachliche Erläuterung zum Begriff der Natur- und Landschaftsverträglichkeit sportlicher Betätigungen in der freien Natur durch den Beirat für Sport und Umwelt stellt eine wichtige Grundlage für die Novellierungen des Bundesnaturschutzgesetzes 2002 und 2010 und nachfolgend der Landesgesetze dar. Über die letzten Jahre nähern sich Natursport und Naturschutz schrittweise durch immer tiefergreifende Gesetztesmäßigkeiten. Eine erste Novellierung im Jahr 1998, in der Amtszeit von Umweltministerin Angela Merkel, brachte für den Sport die gesetzliche Legitimierung von Vereinbarungen. In einem neuen Paragrafen wurde unter § 3a vorsichtig formuliert: „Die Länder stellen sicher, dass bei Maßnahmen (…) geprüft werden soll, ob der Zweck auch durch vertragliche Vereinbarungen erreicht werden kann.“ Der Durchbruch gelang in der umfassenden Novellierung 2002, unter dem amtierenden Umweltminister Jürgen Trittin mit Unterstützung des damaligen Innenministers Otto Schily. Die erstmalige ausdrückliche Zuordnung der „natur- und landschaftsverträglichen sportlichen Betätigungen in der freien Natur“ (§ 2 Abs. 1 Nr. 13) zur Erholung machte es möglich, dass Natursport zweifelsfrei zu den in § 1 bestimmten Zielen des Bundesnaturschutzgesetzes gehört.
Für den Sport besonders wichtig und zielführend ist, dass in § 1 die Erholung - und damit auch der Sport nach § 7 - wieder ein Gesetzesziel darstellt und als abweichungsfester allgemeiner Grundsatz ausgewiesen wurde. Ebenfalls als allgemeiner Grundsatz festgelegt ist das „Grundrecht“ der Natursportler*innen - das Betretungsrecht in § 59, das sich jetzt umfassend auf die „freie Landschaft“ erstreckt. Eine weitere Verbesserung gibt es für vertragliche Vereinbarungen: Gemäß § 3 Abs. 3 soll jetzt „vorrangig geprüft werden, ob der Zweck (der Maßnahmen) mit angemessenem Aufwand auch durch vertragliche Vereinbarungen erreicht werden kann.“
(4) Janssen, P. (2014). Die Wandlung des deutschen Naturschutzrechts. Erschienen in DOSB: Sport schützt Umwelt. Nr. 112, S.24-25. Zugriff am 26.11.2019. Download hier