Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20166/82
Timestamp: 2019-09-22 15:13:49
Document Index: 59837782

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', '§ 906', '§ 903', '§ 903', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 903', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', '§ 903', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.10.1983 - V ZR 166/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,226
BGH, 21.10.1983 - V ZR 166/82 (https://dejure.org/1983,226)
BGH, Entscheidung vom 21.10.1983 - V ZR 166/82 (https://dejure.org/1983,226)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1983 - V ZR 166/82 (https://dejure.org/1983,226)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1983,226) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Fernsehempfangsstörung durch Hochhaus
§§ 1004, 906 BGB, negative Einwirkungen
Bei Abschattung von Funkwellen durch benachbartes Hochhaus weder Anspruch auf Anschluss an Sammelantenne des Hochhauses noch auf Ausgleichszahlung
Zur Abschattung von Funkwellen als negative Einwirkung
Funkwellen - Nachbargrundstück - Empfang - Sammelantenne - Ausgleich
BGHZ 88, 344
NJW 1984, 729
MDR 1984, 387
VersR 1984, 276
BB 1984, 502
afp 1984, 121
BauR 1984, 203
Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung, die auf das Reichsgericht zurückgeht, zählt der Entzug von Luft und Licht als sogenannte negative Einwirkung jedoch gerade nicht zu den Einwirkungen im Sinne von § 906 BGB (vgl. Senat, Urteil vom 15. Juni 1951- V ZR 55/50, LM Nr. 1 zu § 903; Urteil vom 10. April 1953 - V ZR 115/51, LM Nr. 2 zu § 903; Urteil vom 21. Oktober 1983 - V ZR 166/82, BGHZ 88, 344, 345 f.; Urteil vom 22. Februar 1991 - V ZR 308/89, BGHZ 113, 384, 386 ff.; Urteil vom 11. Juli 2003 - V ZR 199/02, NJW-RR 2003, 1313, 1314; RGZ 98, 15, 16 f.; 155, 154, 157 ff.; für Schattenwurf durch Bäume OLG Düsseldorf, NJW 1979, 2618; NVwZ 2001, 594, 595; OLG Hamm, MDR 1999, 930; LG Frankfurt a.M., NJW-RR 1986, 503; offen gelassen in dem Urteil des Senats vom 10. Juni 2005 - V ZR 251/04, ZMR 2013, 395 f.).
Eine negative Einwirkung kann nur dann als Eigentumsbeeinträchtigung anzusehen sein, wenn die betreffende Grundstücksbenutzung gegen eine Rechtsnorm verstößt, die den Inhalt des Eigentumsrechts im Interesse des Nachbarn beschränkt und damit zugleich dessen Eigentumssphäre entsprechend erweitert (vgl. Senat, Urteil vom 21. Oktober 1983 - V ZR 166/82, BGHZ 88, 344, 346 f.;… Staudinger/Gursky, BGB [2012], § 1004 Rn. 65).
Hierzu gehörten nur positiv die Grundstücksgrenze überschreitende, sinnlich wahrnehmbare Wirkungen (Senat, Urteil vom 21. Oktober 1983 - V ZR 166/82, BGHZ 88, 344, 346; Urteil vom 22. Februar 1991 - V ZR 308/89, BGHZ 113, 384, 386; Urteil vom 11. Juli 2003 - V ZR 199/02, NJW-RR 2003, 1313, 1314; offen gelassen in dem Urteil des Senats vom 10. Juni 2005 - V ZR 251/04, ZMR 2013, 395 f.).
Das Rechtsinstitut darf jedoch nicht dazu dienen, die nachbarrechtlichen Regelungen in ihr Gegenteil zu verkehren (Senat…, Urteil vom 29. Juni 2012 - V ZR 97/11, NJW-RR 2012, 1160, 1161 Rn. 20; Urteil vom 21. Oktober 1983 - V ZR 166/82, BGHZ 88, 344, 351 f., jeweils mwN).
Sie schränken die Befugnis des Eigentümers aber nur in zwingenden Ausnahmefällen ein (Senat, Urteile vom 21. Oktober 1983 - V ZR 166/82, BGHZ 88, 344, 351 und vom 5. Mai 2006 - V ZR 139/05, NJW-RR 2006, 1160, 1161 f.).
Solche von einem Nachbargrundstück ausgehenden negativen Einwirkungen sind grundsätzlich nicht unzulässig im Sinne der §§ 903, 906, 907, 1004 BGB (Senatsurteile BGHZ 88, 344, 345 [BGH 21.10.1983 - V ZR 166/82]; 113, 384 ff).
Aber solche negativen Einwirkungen sind keine Einwirkungen im Sinne des § 906 Abs. 1 BGB; hierunter sind nur positiv die Grundstücksgrenze überschreitende, sinnlich wahrnehmbare Wirkungen zu verstehen (Senat, BGHZ 88, 344, 345 f.; 113, 384, 386;… Urt. v. 12. Juni 1992, V ZR 106/91, WM 1992, 1669, 1671).
Das Gesetz enthält hinsichtlich der sog. negativen Einwirkungen keine Lücke, sondern beläßt es insoweit bewußt bei der Freiheit des Grundstückseigentümers, seine Sache im Rahmen der Gesetze nach Belieben zu benutzen (§ 903 BGB), solange er die Grenzen zu dem Nachbargrundstück nicht durch das Zuführen unwägbarer Stoffe überschreitet (Senat, BGHZ 88, 344, 348).
BGH, 22.06.1990 - V ZR 3/89
Behandlung einer Durchfahrt zwischen zwei benachbarten Grundstücken als …
OLG Köln, 23.01.1992 - 7 U 169/91
Kein Vermögensschaden bei vorübergehender Gebrauchsbeeinträchtigung eines Hauses
OLG Celle, 26.06.2000 - 4 U 26/00
Nachbarrecht: Haftung für wild abfließendes Wasser nach Vornahme von …
OLG Celle, 27.03.1986 - 4 U 64/85
Unterlassung des Freilaufs von Katzen ; Betreten eines Grundstücks durch eine …
OVG Rheinland-Pfalz, 24.06.2004 - 8 A 10809/04
Störung des Rundfunkempfangs durch Windenergieanlage ist hinzunehmen
OLG Frankfurt, 09.03.2000 - 15 U 118/99
Unterlassungsanspruch des Nachbarn wegen fehlender Einhaltung der …
OLG Hamm, 13.03.1996 - 11 U 184/95
Hochhaus stört Fernsehempfang der Nachbarn - Amtshaftungsansprüche gegen die …
OLG Köln, 04.11.1991 - 2 W 160/91
Bestehen eines Notwegrechts im Falle einer fehlender Verbindung zu einem …
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.04.1998 - 10a B 550/98
OLG Frankfurt, 12.02.1998 - 14 W 15/98
Untersagung der Errichtung einer Windkraftanlage im Wege der einstweiligen …
LG Magdeburg, 16.10.2012 - 11 O 778/12
Schadensereignis anläßlich einer von den Beamten der Landespolizei durchgeführten …
OLG Karlsruhe, 22.06.1994 - 6 U 240/93
Notweg - Wegfall der Verpflichtung zur Duldung
OLG Düsseldorf, 26.09.1990 - 9 U 68/90
Weisser Anstrich des Gebäudes auf dem Nachbargrundstück als Einwirkung auf das …