Source: http://strafverteidigung-roehrich.de/rechtsanwalt-strafrecht/sachbeschaedigung.html
Timestamp: 2018-11-15 23:44:07
Document Index: 383666540

Matched Legal Cases: ['§ 303', '§ 303', 'BGH', '§ 303', '§ 303', '§ 303', '§ 77', '§ 380', '§ 380']

Die Sachbeschädigung § 303 StGB - Strafverteidigung Essen - Strafrecht - Nadine Röhrich - Rechtsanwalt
Die Sachbeschädigung ist in § 303 StGB geregelt:
Taugliches Tatobjekt ist eine fremde bewegliche oder unbewegliche Sache. Es muss sich zunächst um eine Sache handeln. Sache ist jeder körperliche Gegenstand.
Die Tathandlung ist entweder die Beschädigung oder das Zerstören. Das Schutzgut dieser Vorschrift ist ausschließlich das fremde Eigentum.
Unter einer Beschädigung versteht man eine:
unmittelbare körperliche Einwirkung auf die Substanz einer Sache, die
die bestimmungsgemäße Brauchbarkeit nicht nur unwesentlich beeinträchtigt.
Die Zerstörung ist ein „Mehr“ gegenüber der Beschädigung. Unter einer Zerstörung versteht man eine:
die Sache der Substanz nach vernichtet oder
die bestimmungsgemäße Brauchbarkeit völlig aufhebt.
Um den Tatbestand der Sachbeschädigung zu erfüllen muss ein Vorsatz gegeben sein. Vorsatz ist das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung bei Begehung der Tat.
Das bedeutet, dass er zumindest bedingten Vorsatz in Bezug auf die Tathandlung und den Taterfolg gehabt haben muss. Nach dem BGH ist bedingter Vorsatz dann gegeben, wenn der Täter den Erfolgseintritt als möglich und nicht ganz fernliegend erkennt und mit diesem in einer Weise einverstanden ist, dass er die Tatbestandsverwirklichung billigt oder sich zumindest um des erstrebten Zieles willen abfindet, mag ihm auch der Erfolgseintritt an sich unerwünscht sein.
Unter Absatz 2 werden die sogenannten „Graffiti-Fälle“ erfasst. Dieser Straftatbestand ist erst durch das 39. StÄG vom 01.09.2005 eingeführt worden. Strafbar ist die Veränderung eines Erscheinungsbildes dann, wenn diese nicht nur unerheblich, nicht nur vorübergehend und unbefugt vorgenommen wurde.
Wichtig ist des Weiteren, dass ein Strafantrag gestellt worden sein muss oder die Strafverfolgungsbehörde (Staatsanwaltschaft) ein besonderes öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung hat gem. § 303c StGB:
„In den Fällen der §§ 303, 303a Abs. 1 und 2 sowie § 303b Abs. 1 bis 3 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.“
Sollte weder ein Strafantrag, noch das öffentliche Interesse vorliegen, so stellt dies ein Verfahrenshindernis dar.
Zudem sollte die dreimonatige Antragsfrist gem. § 77b Abs. 1 S. 1 StGB beachtet werden.
„(1) Eine Tat, die nur auf Antrag verfolgbar ist, wird nicht verfolgt, wenn der Antragsberechtigte es unterläßt, den Antrag bis zum Ablauf einer Frist von drei Monaten zu stellen. Fällt das Ende der Frist auf einen Sonntag, einen allgemeinen Feiertag oder einen Sonnabend, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktags.
(5) Der Lauf der Frist ruht, wenn ein Antrag auf Durchführung eines Sühneversuchs gemäß § 380 der Strafprozeßordnung bei der Vergleichsbehörde eingeht, bis zur Ausstellung der Bescheinigung nach § 380 Abs. 1 Satz 3 der Strafprozeßordnung.“
Die Sachbeschädigung wird mit Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Wenn Sie diesbezüglich beschuldigt werden oder einfach nur Fragen diesbezüglich haben melden Sie sich und wir sprechen darüber. Ich berate Sie gerne.