Source: https://www.ksl3-steuerberater.de/services/fachliches-wissen/welche-pflichtangaben-geh%C3%B6ren-auf-eine-rechnung
Timestamp: 2019-02-20 10:06:54
Document Index: 279144616

Matched Legal Cases: ['§14', '§13', '§4', '§4', '§19', '§19']

Welche Pflichtangaben gehören auf eine Rechnung? | KSL3 Steuerberater Essen
Kein Vorsteuerabzug für den Leistungsempfänger ohne vollständige Rechnung
Nur eine vollständige Rechnungen berechtigt den Rechnungsempfänger zum Vorsteuerabzug. Daher ist es wichtig, sowohl bei den Eingangs- als auch bei den Ausgangsrechnungen darauf zu achten, ob alle erforderlichen Bestandteile enthalten sind und ordnungsgemäß angegeben wurden.
Welche Angaben enthalten sein müssen, regelt §14 Umsatzsteuergesetz (UStG).
Was passiert, wenn eine Rechnung nicht vollständig ist?
Der Rechnungsempfänger sollte eine Rechnung vor Bezahlen grundsätzlich auf Vollständigkeit prüfen, ansonsten kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug verweigern. Nur eine vollständige Rechnung kann als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Im Falle einer Beanstandung muss die Rechnung storniert und korrigiert ausgestellt werden.
Pflichtangaben in Rechnungen mit einem Betrag über 150,— € brutto
Der Begriff "Rechnung"
jeweils vom leistenden Unternehmen und vom Leistungsempfänger
Steuernummer des leistenden Untermehmers/Unternehmens
Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UStIdNr)
Fortlaufende Rechnungsnummer (jede Rechnungsnummer darf nur einmal vergeben werden)
Menge und handelsübliche Bezeichnung der erbrachten Leistung oder gelieferten Ware (die Bezeichnung oder Beschreibung muss für das Finanzamt nachvollziehbar sein)
Nettoentgelt (ggf. getrennt nach Steuersätzen 7% oder 19%)
Steuersatz (7%, 19%) sowie Umsatzsteuer als Betrag (Achtung: Gilt nicht für Kleinunternehmer. Diese müssen auf die Kleinunternehmereigenschaft hinweisen.)
Bei einem umsatzsteuerbefreiten Umsatz: Hinweis auf die Umsatzsteuerbefreiung.
In den Fällen der Rechnungsausstellung durch den Leistungsempfänger die Angabe „Gutschrift“.
Wenn der Leistungsempfänger in einem anderen EU-Mitgliedsstaat die Umsatzssteuer des deutschen Unternehmers im anderen Mitgliedsstaat schuldet, muss folgende Angaben auf die Rechnung ("B2B-Fälle" oder "§13b-Fälle"):
Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UStIdNr) des leistendesn Unternehmens und des Leistungsempfängers
Bei Lieferungen an Unternehmer in einem anderen EU-Mitgliedsstaat müssen folgende Angaben mit auf die Rechnung:
Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UStIdNr) des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
Hinweis auf Umsatzsteuerbefreiung gem- §4 Nr. 1b UStG
Bei steuerfreier Ausfuhr in ein Nicht-EU-Land (Drittland) muss der Hinweis auf Umsatzsteuerbefreiung gem. §4 Nr. 1a UStG angegeben werden.
Rechnungen im Zusammenhang mit einem Grundstück
Bei Werklieferungen oder sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück muss die Rechnung innerhalb von 6 Monaten gestellt werden und einen Hinweis auf die zweijährige Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers enthalten.
Auch Kleinunternehmer müssen sich in ihren Rechnungen an die Pflichtangaben halten, mit einer Ausnahme: Nach §19 UStG dürfen Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer ausweisen. Die Rechnung muss aber einen entsprechenden Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung aufweisen, wie z.B.
"Als Kleinunternehmer gem. §19UStG wird keine USt ausgewiesen.“
Pflichtangaben in Rechnungen mit einem Betrag unter 150,— € brutto
Beträgt die Rechnungssumme brutto bis 150,-€ (Kleinbetragsrechnung), muss die Rechnung weniger ausführliche Angaben enthalten. Auch die Umsatzsteuer muss nicht gesondert aufgeführt werden. Es reicht, den geltenden Steuersatz anzugeben, z.B. „19 % USt enthalten.“
Menge und handelsübliche Bezeichnung der erbrachten Leistung oder gelieferten Ware
(die Bezeichnung oder Beschreibung muss für das Finanzamt nachvollziehbar sein)
Steuersatz (7%, 19%) (außer bei Kleinunternehmern oder umsatzsteuerbefreiten Umsätzen)