Source: https://www.abiturnachholen.de/fernstudium-ohne-abitur/zugangsvoraussetzungen/
Timestamp: 2020-01-20 09:05:19
Document Index: 110727740

Matched Legal Cases: ['§ 58', '§ 45', '§ 29', '§ 11', '§ 9', '§ 37', '§ 38', '§ 54', '§ 18', '§ 2', '§ 9', '§ 67']

Fernstudium ohne Abitur Fernstudium ohne Abitur: Zugangsvoraussetzungen
Im Zuge des Bologna-Prozesses haben die europäischen Staaten seit 1999 ihre Hochschulpolitik angeglichen. Die Bildungsabschlüsse sind vereinheitlicht und die Zugangsberechtigung ist durchlässiger als früher. Daher kannst Du seit 2009 ganz regulär ein Studium oder Fernstudium ohne Abitur beginnen. Dennoch musst Du dazu bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Durch das deutsche föderale System gibt es in allen Bundesländern eigene Regelungen. "Bildung ist Ländersache" lautet das Motto. Entsprechend gibt es eigene Gesetze und Richtlinien in allen Bundesländern von Bayern bis nach Thüringen, vom Saarland bis Bremen, von Baden-Württemberg bis Sachsen und von Hessen bis Hamburg.
Wichtig: Die Zugangsberechtigung richtet sich nicht nach Deinem Wohnsitz, sondern nach dem Standort der Hochschule!
Speziell bei einem Fernstudium ist dies von großer Bedeutung. Denn Du studierst zwar die meiste Zeit zu Hause und die Seminare finden teilweise in regionalen Studienzentren statt. Doch maßgebend für die Zugangsberechtigung ist allein der Standort der Hochschule. Das heißt: Wenn Du zum Beispiel bei der Euro FH (Europäische Fernhochschule) studierst, gelten die Vorgaben im Bundesland Hamburg. Für die Fernuniversität in Hagen ist entsprechend das Hochschulgesetz in Nordrhein-Westfalen maßgebend und für die private Diploma Hochschule gelten die Zugangsberechtigungen im Bundesland Hessen.
Zugang zum Fernstudium ohne Abitur: drei allgemeine Grundregeln
Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz gibt es im Wesentlichen drei Voraussetzungen, um ohne Fachabitur oder Abitur zu studieren. Wenn Du eine davon erfüllst, hast Du gute Chancen, Deinen Wunsch-Studiengang zu belegen, ohne eine schulische Oberstufe durchlaufen haben zu müssen.
Du verfügst über eine berufliche Qualifikation auf Meisterstufe, einen hoch qualifizierenden Abschluss. In diesem Fall erfüllst Du die allgemeine Zugangsberechtigung.
Du verfügst über eine Ausbildung und eine mehrjährige Berufserfahrung in einem relevanten Bereich. In diesem Fall erfüllst Du eine fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung, mit der Du nur bestimmte, zum Beruf passende Studiengänge belegen darfst.
Du besitzt eine besondere Begabung für das Studienfach. Das ist insbesondere bei künstlerischen Studiengängen wie Musik, Kunst, Schauspiel oder Modedesign bedeutend.
Die genauen Details sind je nach Bundesland verschieden. Dennoch gibt es grundlegende Übereinstimmungen. Im Folgenden erhältst Du einen Überblick, welche allgemeinen Regelegungen und Voraussetzungen hinter diesen drei Zugangsmöglichkeiten stecken. Danach stellen wir Dir die abweichenden Regelungen in den jeweiligen Bundesländern vor. Somit hast du einen Überblick über die grundlegenden Details der Zugangsberechtigungen sowie die Besonderheiten je nach Hochschulstandort.
Info: Für Interessierte, die eine der erforderlichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, gelten in den Bundesländern sehr unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. In vielen Fällen müssen die Bewerberinnen und Bewerber Ihre Kenntnisse in einem Eignungstest nachweisen sowie über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen.
Die allgemeine Zugangsberechtigung
Mit der allgemeinen Zugangsberechtigung haben die Kultusminister einen wesentlichen Bruch zur traditionellen Hochschulpolitik geschafft. Denn durch diese Regelung können Personen mit hoch qualifizierenden Abschlüssen theoretisch jedes Fach studieren. In der Praxis erschweren Hochschulen in einigen Fachbereichen den Zugang. Ein negatives Beispiel ist Medizin. Hier sind so geringe Quoten für Interessierte ohne Abitur vorgesehen, dass die Wartezeit extrem lang ist und sich für diese Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr lohnt. Viele andere Fachbereiche und vor allem Fernstudiengänge bieten jedoch exzellente Chancen.
Das bedeutet: Erfüllst Du die Voraussetzungen für die allgemeine Zugangsberechtigung, darfst Du Dich prinzipiell für jeden Studiengang bewerben.
Erforderlich ist der Nachweis eines hoch qualifizierenden Abschlusses. Das heißt: Du hast einen Meistertitel im Handwerk, einen Abschluss an einer (staatlichen) Fachschule, einen staatliche geprüften Abschluss wie zum Beispiel Volkswirtin/Volkswirt oder Pädagogin/Pädagoge. Auch bestimmte Fortbildungen können je nach Bundesland ausreichen. In der Regel sind dies solche, die wenigstens 400 Stunden dauern.
Je nach Bundesland können Besonderheiten hinzukommen. Einige Länder sehen Beratungsgespräche vor oder sogar Eignungstests, in denen Du Deine erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen musst. Genaueres erfährst Du in der Länderübersicht.
Die fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung unterscheidet sich von der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung ganz deutlich. Denn bei einer fachbezogenen Zugangsberechtigung kannst Du Dein Studiengang nicht frei wählen. Du bist vielmehr auf Fernstudiengänge festgelegt, die fachlich zu Deiner Berufserfahrung passen.
Das bedeutet: Erfüllst Du die Voraussetzungen, kannst Du zwar studieren. Du darfst aber nur solche Fächer wählen, für die Du die fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung erhältst. Und diese bekommst Du für Studiengänge, wenn Du in einem dazu passenden, relevanten Berufsfeld
mindestens eine zweijährige Berufsausbildung absolviert und
mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen kannst.
Du kannst also nicht Maschinenbau studieren, wenn Du eine kaufmännische Ausbildung hast. Du kannst auch nicht Rechtswissenschaften studieren, wenn Du Schweißer bist. Aber du kannst zum Beispiel sehr wohl Gesundheitsmanagement studieren, wenn Du als examinierte Pflegekraft ausreichende Berufserfahrung mitbringst, oder Betriebswirtschaftslehre, wenn Du als nach einer kaufmännischen Ausbildung einen klassischen "Bürojob" hattest.
Wichtig: Speziell bei der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung gelten je nach Bundesland viele Sonderregelungen. Allgemein gelten in den meisten Ländern noch folgende Punkte:
Berufliche Kenntnisse können mit bis zu 50 Prozent auf die zu erbringenden Studienleistungen angerechnet werden. Dadurch verringert sich der Studienumfang, was speziell bei vielen Fernhochschulen mit einer verkürzten Studiendauer einhergeht.
Aufstiegsstipendien des Bundes reduzieren die zu mitzubringende Berufserfahrung auf zwei Jahre.
Teilzeittätigkeiten ab 50 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit werden zu 100 Prozent auf die Berufsjahre angerechnet. Geringere Wochenarbeitszeiten fließen zu 50 Prozent in die Berechnung ein.
Wenn Du einen eigenen Haushalt führst und statt einer Berufstätigkeit Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hast, wird Dir diese Leistung ggf. je nach Bundesland mit bis zu zwei Jahren auf die Berufserfahrung angerechnet.
Wehr-, Zivil- oder Ersatzdienst sowie das Freiwillige Soziale Jahr und seine Varianten reduzieren ebenfalls die nachzuweisende Zeit der Berufstätigkeit.
Hast Du überwiegend in Teilzeit gearbeitet, kann die nachzuweisende Berufserfahrung größer sein. In solchen Fällen sehen einige der Bundesländer vor, dass diese sich um in der Regel bis zu einem Jahr verlängert.
Solltest Du die Voraussetzungen nicht erfüllen, sehen einige Bundesländer eine besondere Bestimmung vor. Diese erlaubt Dir je nach Land auch dann ein Studium, wenn Du fünf Jahre Berufserfahrung in einer Position vorweisen kannst, die besonders große Fachkompetenz erfordert.
Wie bei der allgemeinen Hochschulzulassung setzen einige Bundesländer ggf. weitere Hürden. So sind ggf. Beratungsgespräche oder Eignungstests vorgesehen. Außerdem setzen einige Gesetze einen Sekundarabschluss I, also einen Realschulabschluss, als Mindestvoraussetzung fest.
Hochschulzugangsberechtigung durch Begabung
Alternativ zu den Zugangsberechtigungen durch eine berufliche Qualifikation können die Hochschulen Studienplätze nach Begabung vergeben. Diese Regelung kommt am häufigsten im künstlerischen Bereich zum Tragen. Wenn Du beispielweise Kunst studieren möchtest, zählen Deine kreativen Arbeiten mehr als der Schulabschluss. Ähnliches gilt für Musik, Schauspiel, Design und Sport sowie teilweise Sprachen und ähnliche Fächer.
Wichtig: Diese Zugangsberechtigung erlaubt Dir nur das Studium in diesem konkreten Fach und an dieser Hochschule. Du kannst kein anderes Fach studieren und musst bei einem Hochschulwechsel Deine Eignung in der Regel erneut unter Beweis stellen.
Um in den Genuss eines Studienplatzes zu kommen, musst Du dich einer Prüfung unterziehen. Dabei greifen die Hochschulen auf verschiedene Verfahren zurück. Meistens besteht die Prüfung aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Beim wichtigeren Praxisteil geht es darum, Deine Begabung festzustellen. Die weiteren Prüfverfahren dienen häufig dazu, zusätzliche Faktoren wie Motivation, Theoriekenntnisse und Allgemeinbildung abzuklopfen. Auch Schulleistungen, Motivationsschreiben und der Wohnort sowie das Alter können die Hochschulen berücksichtigen.
Die genauen Verfahren unterscheiden sich weniger zwischen den Bundesländern. Vielmehr sind die Detailregelungen bei den Hochschulen entscheidend. Daher solltest Du unbedingt die Studienordnung der Institute genau prüfen.
Fernstudium ohne Abitur: die wichtigsten Besonderheiten in den Bundesländern
Maßgeblich sind jedoch nicht die grundsätzlichen Vorgaben, sondern das jeweilige Landesrecht sowie die Studienordnungen der Hochschulen. Die wichtigen Abweichungen in den einzelnen Bundesländern sind hier beschrieben.
In Baden-Württemberg ist die Rechtsgrundlage das Landeshochschulgesetz. Im Wesentlichen kommt § 58 zur Anwendung. Eine weitere wichtige Rechtsgrundlage ist eine besondere Verordnung, in der die möglichen Voraussetzungen für eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung definiert sind.
Wichtige Abweichungen: Im "Ländle" sind Beratungsgespräche für alle Interessierten ohne Abitur zwingend vorgeschrieben. Hinzu kommen Eignungstests.
Der Freistaat Bayern regelt den Zugang zu einem Studium im Bayerischen Hochschulgesetz (vor allem in § 45) sowie in der Verordnung über die Qualifikation für ein Studium (§ 29). Kommst Du aus einem anderen Bundesland, muss die Hochschule Deine Qualifikation als gleichwertig zu der in Bayern verlangten anerkennen. Das kann zum Beispiel einzelne hoch qualifizierende Abschlüsse betreffen. Meistens musst du als "Nicht-Bayerin"/"Nicht-Bayer" außerdem zwei Semester auf Probe studieren, bevor Du die endgültige Zulassung erhältst.
Sowohl für die allgemeine als auch für die fachbezogene Zulassung ist ein Beratungsgespräch zwingend vorgeschrieben. Bei der fachbezogenen Zulassung kann dies durch ein Probestudium ersetzt werden.
Die entsprechenden Regelungen für Berlin finden sich überwiegend in § 11 des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG). Das Bundesland gilt als sehr liberal bei der Zulassung zum Studium. Anerkannt werden außerdem alle in anderen Bundesländern erfüllten Zulassungsvoraussetzungen.
Eine Besonderheit: Du kannst mit dem Erwerb der fachgebundenen Zugangsberechtigung auch nicht zu Deinem Berufsfeld passende Studiengänge wählen. In diesem Fall musst Du jedoch ausreichende Kenntnisse in einer Eignungsprüfung nachweisen. Dabei darf die Hochschule an einer Berufsbildungsschule erworbene und nachgewiesene Kenntnisse berücksichtigen.
Die entsprechenden Voraussetzungen für das Bundesland sind im Brandenburgischen Hochschulgesetz festgeschrieben. Die relevanten Passagen finden sich überwiegend in § 9.
Brandenburg verlangt bei Interessierten eines fachbezogenen Hochschulzugangs einen Sekundarabschluss I oder einen vergleichbaren Schulabschluss. Die Dauer der Ausbildung ist abweichend zu den üblicherweise erwarteten drei Jahren nicht festgelegt.
Beratungsgespräche oder Eignungsprüfungen sind nicht vorgesehen. Die Qualifikationen können auch außerhalb von Brandenburg erreicht worden sein.
Die wesentlichen Zugangsvoraussetzungen gibt das Bremische Hochschulgesetz (BremHG), speziell der Artikel 33. Eine Eignungsprüfung ist nur bei der fachbezogenen Studienzulassung vorgesehen.
Besonderheit: Die fachbezogene Zulassung kann eine Eintrittskarte zur allgemeinen Hochschulzulassung sein. Das ist dann der Fall, wenn Du eine Zwischenprüfung erfolgreich absolvierst oder eine Leistungspunktzahl von 60 Credit Points erreichst.
Solltest Du über eine Ausbildung sowie fünf Jahre Berufserfahrung verfügen, aber keine der Berechtigungsvorgaben erfüllen, kann Dich die Hochschule zum Probestudium zulassen. In diesem Fall musst du jedoch glaubhaft versichern, innerhalb von zwei Jahren die Hochschulzugangsberechtigung nachzuholen.
Das Hamburgische Hochschulgesetz (HmbHG) enthält die wichtigsten Grundlagen für ein Fernstudium ohne Abitur im norddeutschen Bundesland. Speziell § 37 und § 38 sind maßgebend.
Besonderheiten sind ein zwingendes Beratungsgespräch zum Erlangen der allgemeinen Hochschulzulassung sowie eine Eignungsprüfung für ein fachbezogenes Studium. Bei einem fachbezogenen Studium kann die Prüfung durch ein erfolgreiches Probestudium über ein Jahr ersetzt werden.
Das Bundesland Hessen hat seine wichtigsten Detailregelungen im Hessischen Hochschulgesetz (HHG) festgeschrieben. § 54 regelt die Zugangsberechtigung
Im Detail gibt es vor allem eine Abweichung bei der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung. Hier reicht als Voraussetzung, wenn Du eine zweijährige Ausbildung und eine zweijährige Berufserfahrung in einem für den Studiengang relevanten Tätigkeitsfeld nachweisen kannst. Fehlt die Verwandtschaft, musst Du eine relevante Weiterbildung mit einem Umfang von 400 Stunden nachweisen. In allen Fällen musst Du bei einer fachbezogenen Zulassung deine Eignung in einer Prüfung bestätigen.
Aus dem Landeshochschulgesetz Mecklenburg-Vorpommern (LHG M-V) sowie der Qualifikationsverordnung (QualVO M-V) lassen sich die Bedingungen für ein Fernstudium ohne Abitur in diesem Bundesland ableiten.
Die allgemeine Hochschulzulassung kannst Du auch dann erhalten, wenn Du eine Begabtenprüfung bestehst, einen Abschluss an einer Berufsakademie erreicht hast oder als Steuerberaterin/Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüferin/Wirtschaftsprüfer tätig bist. Die fachbezogene Hochschulzulassung erreichst Du nur durch eine erfolgreich absolvierte Eignungsprüfung.
Sofern Du in einem Studiengang mit einer fachbezogenen Zulassung studierst und die Hälfte der erforderlichen Leistungen oder eine erfolgreich absolvierte Zwischenprüfung vorweisen kannst, bist Du berechtigt, in Mecklenburg-Vorpommern jedes andere grundständige Studium zu beginnen.
Im Niedersachsen basieren die Zulassungsberechtigungen auf dem Hochschulgesetz (NHG) des Landes. Die wichtigsten Passagen finden sich in § 18. Ebenfalls relevant ist die Verordnung über den Erwerb der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung durch Prüfung (HZbPrüfVO).
Wesentlichste Abweichung in Niedersachsen für Interessierte ohne Abitur ist eine Alternative zu den üblichen Zulassungshürden für die fachbezogene Hochschulreife. Denn die Hochschulen können unabhängig von Ausbildung und Berufserfahrung eine gleichwertige berufliche Vorerfahrung akzeptieren. In diesem Fall musst Du Dich jedoch einer Eignungsprüfung stellen und einen Sekundarabschluss I (oder vergleichbaren Schulabschluss) vorweisen können.
Eine weitere Abweichung betrifft das Anrechnen von Nicht-Berufszeiten auf die Länge der Berufserfahrung. In Niedersachsen werden Pflege- und Betreuungszeiten als hauptberufliche Tätigkeit angerechnet.
In Nordrhein-Westfalen sind die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für ein Fernstudium ohne Abitur im Hochschulgesetz (HG) sowie in der Berufsbildungshochschulzugangsverordnung (BBHZVO) - insbesondere §§ 2 bis 4 - zu finden.
Relevante Abweichungen gelten insbesondere für die fachbezogene Hochschulzulassung. Diese kannst Du in begründeten Einzelfällen auch ohne berufliche Qualifikation erhalten. In diesem Fall musst Du mehrere Jahre eine herausgehobene Position oder eine fachlich relevante Stelle bekleidet haben. Allerdings musst Du dann in einer Prüfung Deine Qualifikation nachweisen.
Die fachbezogene Hochschulzulassung ermöglicht Dir ebenfalls, ein fachfremdes Studium zu beginnen, wenn Du hierfür eine Eignungsprüfung bestehst. Alternativ ist die Zulassung nach einem erfolgreichen Probestudium zu gewähren. Allerdings ist diese Möglichkeit auf nicht-zulassungsbeschränkte Studiengänge eingeengt.
In § 9 BBHZVO ist außerdem eine wichtige Soll-Formulierung enthalten. Demnach sollten alle Interessierten ohne Abitur an einem Beratungsgespräch zur Einschätzung der eigenen Qualifikation teilnehmen. Weiterhin besteht für Dich die unverbindliche Möglichkeit, die eignen Fähigkeiten in einem für die Zulassung nicht heranzuziehenden Test zu kontrollieren.
Wenn Du in Rheinland-Pfalz ohne Abitur ein Fernstudium belegen möchtest, sind zwei rechtliche Grundlagen von Bedeutung: zum einen das Hochschulgesetz (HochSchG) und zum anderen die Landesverordnung über die unmittelbare Hochschulzugangsberechtigung beruflich qualifizierter Personen. Beide Quellen solltest Du Dir unbedingt ansehen, denn es gibt in diesem Bundesland mehrere wichtige Abweichungen zu den typischen Regelungen.
Die allgemeine Hochschulzulassung erhältst Du nur nach einem Beratungsgespräch. Allerdings musst Du keine Eignungsprüfung bestehen.
Auch bei der fachbezogenen Hochschulzulassung ist ein Beratungsgespräch erforderlich. Diese bietet Dir jedoch nicht nur einen fachbezogenen Zugang zu Studienangeboten der Universitäten, sondern unbeschränkte Studienmöglichkeiten an Fachhochschulen. Die Hochschulen können jedoch bei der Besetzung von Plätzen eine erfolgreiche Eignungsprüfung voraussetzen, wenn der fachliche Bezug zwischen Beruf und Studienfach nicht deutlich erkennbar ist.
Die bei der fachbezogenen Hochschulzulassung erforderliche Ausbildung ist außerdem an ein qualifiziertes Ergebnis geknüpft. Das bedeutet: Dein Notenschnitt muss mindestens 2,5 bzw. 10 Punkte im öffentlichen Dienst betragen.
Das Saarland hat nach einer Gesetzesänderung die vielleicht restriktivsten Zugangsmöglichkeiten zu einem Studium ohne Abitur. Die rechtlichen Grundlagen finden sich in erster Linie in der Verordnung über die Qualifikation für ein Studium an der Universität des Saarlandes (Qualifikationsverordnung Universität - QVOU).
Während es bei der allgemeinen Hochschulzulassung keine wesentlichen Abweichungen gibt, gelten für die fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung erhebliche Einschränkungen. Denn Du musst nicht nur eine zweijährige Ausbildung mit Notendurchschnitt von wenigstens 2,5 und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen sowie an einem Beratungsgespräch teilnehmen, sondern zwingend ein Probestudium absolvieren. Erhältst Du dabei eine positive Eignungsfeststellung (40 Credit Points nach zwei Semestern), bist Du zum fachbezogenen Studium berechtigt. Bei besonderen Studiengängen wie Medizin, Pharmazie und Zahnmedizin kann das Probestudium bis zu vier Semester dauern. Weitere Details findest Du in den entsprechenden Gesetzestexten und in den Studienordnungen der Hochschulen.
Sachsen hatte in der Vergangenheit den Zugang zu den Hochschulen sehr restriktiv gehalten. Das änderte sich vor einigen Jahren durch eine Gesetzesnovellierung. Die wichtigsten Grundlagen finden sich im Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz (SächsHSFG).
Die Anforderungen sind seitdem dem typischen Standard angeglichen. Es gibt jedoch kleine Abweichungen. So sind zum Beispiel Beratungsgespräche zwingend erforderlich. Beim fachbezogenen Hochschulzugang musst Du Dich außerdem einer Eignungsprüfung unterziehen.
Eine kleine Abweichung gibt es außerdem bei der Anrechnung von Kenntnissen aus dem Beruf. In Sachsen entscheiden die einzelnen Hochschulen darüber, in welchem Umfang sie diese Kenntnisse auf die zu erbringenden Leistungen anrechnen.
Im Bundesland Sachsen Anhalt gibt es zwei wichtige Rechtsgrundlagen, die für ein Fernstudium ohne Abitur wichtig sind. Zum einen ist dies das Hochschulgesetz des Landes (HG LSA) und zum anderen die Hochschulqualifikationsverordnung (HSQ-VO).
Die wichtigste Abweichung gilt für die fachbezogene Hochschulzulassung. Um diese zu erreichen, musst Du zusätzlich einen Abschluss der Sekundarstufe I oder einen vergleichbaren Schulabschluss verfügen und Deine Kenntnisse bei einer Eignungsprüfung unter Beweis stellen.
Das nördlichste Bundesland hat die wesentlichen Zulassungsbedingungen für ein Fernstudium ohne Abitur im Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Hochschulgesetz - HSG) gefasst. Die meisten relevanten Regelungen finden sich in Artikel 39.
Es gibt nur kleine Abweichungen zu den allgemeinen Regelungen. Wenn Du die fachbezogene Hochschulzulassung erhalten möchtest, musst Du jedoch eine Eignungsprüfung bestehen. Eine weitere Möglichkeit ist, drei Semester erfolgreich an einer Fachhochschule oder Berufsakademie zu studieren. Die dabei gesammelten Leistungspunkte (Credit Points) berechtigen zu einem fachbezogenen Studium.
Das Land Thüringen hat sein Landeshochschulgesetz (ThürHG) 2018 reformiert. Die aktuelle Fassung bietet insbesondere in den §§ 67 bis 70 alle wichtigen Regelungen zu den Zugangsvoraussetzungen.
Für die fachbezogene Studienzulassung gibt es zwei Wege. Zum einen kann Dich die Hochschule zum Fernstudium zulassen, wenn Du eine fachlich verwandte Berufsausbildung über zwei Jahre und drei Jahre fachlich verwandte Berufserfahrung mitbringst und ein Probestudium von bis zu zwei Semestern erfolgreich absolvierst. Zum anderen kann sie Dich zulassen, wenn Du eine Berufsausbildung sowie drei Jahre Berufserfahrung mitbringst und eine Eignungsprüfung erfolgreich absolvierst. Ein Beratungsgespräch ist hierbei erforderlich.
Wo ein Fernstudium ohne Abitur beginnen?
Welche der drei Regelungen zur Anwendung kommt, hängt von Deinem persönlichen Profil und dem Studienfach ab sowie dem Bundesland ab. Das heißt: Wenn Du zum Beispiel in Hamburg eine Chance hättest, muss das in Bayern noch lange nicht der Fall sein. Zudem haben auch die Hochschulen einen erheblichen Einfluss auf die Besetzung der freien Studienplätze. Daher solltest Du Dich nicht nur mit den Regelungen in den Bundesländern vertraut machen, sondern auch die Studienordnungen der Hochschulen konsultieren. So findest Du schnell heraus, ob ein Fernstudium an einer Hochschule in einem bestimmten Bundesland für Dich ein geeigneter Weg ist oder Du ausweichen musst.
Quoten und mehr: Zugangsvoraussetzung bedeutet nicht Studienplatz!
Wenn Du die Zugangsvoraussetzungen erfüllst, bedeutet dies nicht automatisch, dass Du einen Studienplatz erhältst! Die Hochschulen entscheiden über die Vergabe der Plätze und nutzen dabei bestimmte Quoten und andere Faktoren.
Speziell die - zum Teil im Landesrecht definierten - Quoten sind ein wichtiger Faktor. Denn pro Studiengang müssen die Universitäten und Hochschulen einen bestimmten Anteil der verfügbaren Plätze an Bewerber ohne Abitur vergeben. Diese Quoten können jedoch sehr klein sein, sodass es im Einzelfall zu langen Wartezeiten kommen kann.
Hier kommt der Vorteil eines Fernstudiums voll zum Tragen. Denn während bei einem Präsenzstudium die Zahl der Plätze begrenzt ist, lassen Fernhochschulen in der Regel alle geeigneten Kandidaten zu. Die Quotenregelung entfällt größtenteils.
Dennoch gilt: Auch wenn Du die Zugangsberechtigungen mitbringst, entscheiden am Ende die Hochschulen über die Vergabe der Plätze. Dabei richten diese sich nach dem geltenden Landesrecht sowie nach ihrer eigenen Studienordnung.