Source: http://schure.de/20411/apvo-lehr.htm
Timestamp: 2017-03-24 04:19:11
Document Index: 152569493

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 117', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 1', '§ 6', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 13', '§ 13', '§ 17', '§ 10', '§ 13', '§ 9', '§ 13', '§ 11', '§ 12', '§ 3', '§ 14', '§ 3', '§ 13', '§ 14', '§ 3', '§ 15', '§ 16', '§ 14', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 13', '§ 13', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 10', '§ 10', '§ 2', '§ 6', '§ 25', '§ 2', '§ 9']

Verordnung über die Ausbildung und Prüfung von
Lehrkräften im Vorbereitungsdienst (APVO-Lehr) Gesetze,
Schule --- Verordnung über die Ausbildung
und Prüfung von Lehrkräften im... Verordnung
über die Ausbildung und Prüfung von Lehrkräften im
Vorbereitungsdienst (APVO-Lehr) Vom 13.Juli 2010 (Nds.GVBl. Nr.19/2010 S.288; SVBl.
9/2010 S.325), geändert durch VO vom
23.7.2013 (Nds.GVBl. Nr.14/2013
S.206; SVBl. 9/2013 S.333) - VORIS 20411 - Aufgrund des § 26 und des § 117 Abs. 2 des
Niedersächsischen Beamtengesetzes vom 25.März 2009 (Nds.GVBl. S.72),
zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 10.Juni 2010 (Nds.GVBl.
S.242), wird verordnet: Inhaltsübersicht Erster Abschnitt Allgemeines § 1 Regelungsbereich § 2 Ziel des Vorbereitungsdienstes, Fächer § 3 Zulassung zum Vorbereitungsdienst § 4 Dienstbezeichnung Zweiter Abschnitt Ausbildung § 5 Struktur der Ausbildung, Ausbildungseinrichtungen, Vorgesetzte,
Ausbildende § 6 Seminarprogramm, Seminarlehrpläne, Veranstaltungen der
Studienseminare § 7 Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche § 8 Ausbildungsschule § 9 Schriftliche Arbeit § 10 Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote
Dritter Abschnitt Staatsprüfung § 11 Prüfungsteile § 12 Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuss § 13 Benotung der Prüfungsteile, Prüfungsnote § 14 Prüfungsunterricht § 15 Mündliche Prüfung § 16 Zuhörende § 17 Täuschung, Ordnungsverstoß § 18 Verhinderung, Versäumnis § 19 Gesamtnote der Staatsprüfung § 20 Niederschrift § 21 Zeugnis § 22 Wiederholung der Staatsprüfung § 23 Einsicht in die Ausbildungsakte und die Prüfungsakte Vierter Abschnitt Schlussvorschriften § 24 Übergangsvorschriften § 25 Inkrafttreten Erster Abschnitt
Allgemeines § 1Regelungsbereich Diese Verordnung regelt die Ausbildung und
Prüfung im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen, das Lehramt für Sonderpädagogik, das Lehramt an Gymnasien und das Lehramt an berufsbildenden Schulen. § 2Ziel des Vorbereitungsdienstes,
Fächer (1) 1Ziel des Vorbereitungsdienstes ist es, dass die
Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst die in der
Kompetenzen auf der Grundlage von Seminarprogramm und Seminarlehrplänen in
engem Bezug zur Schulpraxis erwerben. 2Die Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst sollen im Hinblick auf den Bildungsauftrag der Schule nach
§ 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes befähigt werden,
Schülerinnen und Schüler individuell so zu fordern und zu
fördern, dass diese ihr Leben eigenverantwortlich gestalten und in
Gesellschaft und Beruf Verantwortung für sich und andere übernehmen
können. 3Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden auf
die inklusive Schule vorbereitet. (2) Fächer im Sinne dieser Verordnung sind Unterrichtsfächer,
sonderpädagogische und berufliche Fachrichtungen sowie
Sonderpädagogik an berufsbildenden Schulen. § 3Zulassung zum
Vorbereitungsdienst (1) 1Zum Vorbereitungsdienst
für ein in § 1 genanntes Lehramt wird nach Maßgabe der
Vorschriften über die Beschränkung der Zulassung zum
Vorbereitungsdienst zugelassen, wer das für das betreffende Lehramt vorgeschriebene Studium mit
einem Mastergrad (Master of Education), mit der Ersten Staatsprüfung
für ein Lehramt in Niedersachsen oder mit einem gleichwertigen Abschluss
abgeschlossen hat und über die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache
verfügt. 2Die Zulassung erfolgt in zwei
Fächern, für das Lehramt für Sonderpädagogik in drei
Fächern. 3Auf Antrag erfolgt die Zulassung für ein
weiteres Fach. (2) Für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt
an berufsbildenden Schulen ist außerdem eine berufspraktische
Tätigkeit erforderlich, die den Anforderungen nach § 6 Abs. 7 der
Verordnung über Masterabschlüsse für Lehrämter in
Niedersachsen entspricht. (3) 1Zum Vorbereitungsdienst kann auch zugelassen werden, wer
ein anderes Hochschulstudium mit einem Mastergrad oder einem gleichwertigen
Abschluss abgeschlossen hat, wenn der Abschluss zwei Fächern zugeordnet
werden kann, von denen für mindestens eines ein besonderer Bedarf durch
das Kultusministerium festgestellt worden ist. 2Die Fächer des
besonderen Bedarfs werden zu jedem Einstellungstermin festgestellt und
veröffentlicht. (4) 1Nicht zugelassen wird, wer bereits mehr als neun Monate
Vorbereitungsdienst für dasselbe Lehramt in Niedersachsen oder ein
vergleichbares Lehramt in einem anderen Land abgeleistet hat.
2Ausnahmen hiervon sind nur aus schwerwiegenden persönlichen
Gründen zulässig. § 4Dienstbezeichnung Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
führen entsprechend ihrem Lehramt die Dienstbezeichnung Anwärterin des Lehramts an Grund- und Hauptschulen
oder Anwärter des Lehramts an Grund- und Hauptschulen, Anwärterin des Lehramts an Realschulen oder
Anwärter des Lehramts an Realschulen, Anwärterin des Lehramts für
Sonderpädagogik oder Anwärter des Lehramts für
Sonderpädagogik, Studienreferendarin des Lehramts an Gymnasien oder
Studienreferendar des Lehramts an Gymnasien oder Studienreferendarin des Lehramts an berufsbildenden
Schulen oder Studienreferendar des Lehramts an berufsbildenden
Schulen. Zweiter Abschnitt
Ausbildung § 5Struktur der Ausbildung,
Ausbildungseinrichtungen, Vorgesetzte, Ausbildende (1) Die Ausbildung gliedert sich in drei Ausbildungshalbjahre. (2) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen und das Lehramt an
Gymnasien werden in Pädagogik und in zwei Unterrichtsfächern
ausgebildet. (3) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das
Lehramt für Sonderpädagogik werden in Pädagogik, in zwei
sonderpädagogischen Fachrichtungen und in einem Unterrichtsfach
ausgebildet. 2Dabei ist jeweils die sonderpädagogische
Förderung an allgemein bildenden Schulen zu berücksichtigen. (4) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
berufsbildenden Schulen werden in Pädagogik und entweder in einer
beruflichen Fachrichtung und einem Unterrichtsfach oder in einer beruflichen
Fachrichtung und Sonderpädagogik an berufsbildenden Schulen ausgebildet.
(5) Die Ausbildung erfolgt an Studienseminaren und öffentlichen Schulen oder anerkannten Ersatzschulen der
jeweiligen Schulform. (6) 1Die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars
trägt die Gesamtverantwortung für die Ausbildung einschließlich
Qualitätsentwicklung und -sicherung an dem Studienseminar. 2Sie
oder er ist Vorgesetzte oder Vorgesetzter der Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst. (7) 1Ausbildende sind die Leiterinnen und Leiter der
pädagogischen und fachdidaktischen Seminare. 2Sie sind in ihrem
Bereich der Ausbildung verantwortlich und weisungsberechtigt. § 6Seminarprogramm,
Seminarlehrpläne, Veranstaltungen der Studienseminare (1) 1Die Leiterin oder der Leiter
des Studienseminars erstellt gemeinsam mit den Ausbildenden ein Seminarprogramm, das der systematischen Qualitätssicherung
und Qualitätsentwicklung in der Lehrerausbildung dient, und Seminarlehrpläne für die Veranstaltungen der
pädagogischen und fachdidaktischen Seminare, die den zeitlichen Ablauf und
die inhaltliche Gestaltung der Ausbildung regeln. 2Bei der inhaltlichen Gestaltung der
Seminarlehrpläne sind die Anforderungen an eine inklusive Schule zu
berücksichtigen. 3Die Seminarlehrpläne eines
Studienseminars sind aufeinander abzustimmen. (2) Die Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst nehmen teil an einer Einführungsveranstaltung, an Veranstaltungen eines pädagogischen Seminars, an Veranstaltungen der fachdidaktischen Seminare für die
Fächer, für die die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst zugelassen ist,
und an weiteren Veranstaltungen des Studienseminars. (3) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Grund- und Hauptschulen werden monatlich acht Stunden im pädagogischen
Seminar und je sechs Stunden in den fachdidaktischen Seminaren ausgebildet.
(4) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Realschulen werden monatlich acht Stunden im pädagogischen Seminar und je
sechs Stunden in den fachdidaktischen Seminaren ausgebildet. (5) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das
Lehramt für Sonderpädagogik werden monatlich acht Stunden im
pädagogischen Seminar, vier Stunden in dem fachdidaktischen Seminar der
ersten sonderpädagogischen Fachrichtung, vier Stunden in dem
fachdidaktischen Seminar der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung und
vier Stunden im fachdidaktischen Seminar des Unterrichtsfachs ausgebildet.
2Jeweils die Hälfte der Stunden wird für die Ausbildung in
der sonderpädagogischen Förderung an allgemein bildenden Schulen
verwandt. (6) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Gymnasien werden monatlich acht Stunden im pädagogischen Seminar und je
sechs Stunden in den fachdidaktischen Seminaren ausgebildet. (7) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
berufsbildenden Schulen werden monatlich acht Stunden im pädagogischen
Seminar, je acht Stunden in den fachdidaktischen Seminaren in einer beruflichen
Fachrichtung und in einem Unterrichtsfach oder in Sonderpädagogik an
berufsbildenden Schulen ausgebildet. (8) 1Die Ausbildung nach den Absätzen 2 bis 7 kann auch
in Form von Blockseminaren und mehrtägigen Veranstaltungen
durchgeführt werden. 2Die Veranstaltungen können, auch
seminarübergreifend, modularisiert werden. (9) In Ausnahmefällen, insbesondere bei Teilzeitbeschäftigung,
kann die Zahl der in den Absätzen 3 bis 7 vorgesehenen Stunden auf Antrag
der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst reduziert werden. § 7Ausbildungsunterricht,
Unterrichtsbesuche (1) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erteilen
Ausbildungsunterricht, der aus betreutem und eigenverantwortlichem Unterricht
besteht. 2Betreuter Unterricht wird bei ständiger oder
gelegentlicher Betreuung durch die für den Unterricht verantwortliche
Lehrkraft erteilt. (2) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen und das Lehramt für
Sonderpädagogik erteilen durchschnittlich wöchentlich zwölf
Stunden Ausbildungsunterricht. (3) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Gymnasien und das Lehramt an berufsbildenden Schulen erteilen durchschnittlich
wöchentlich zehn Stunden Ausbildungsunterricht. (4) In Ausnahmefällen, insbesondere bei Teilzeitbeschäftigung,
kann die Zahl der in den Absätzen 2 und 3 vorgesehenen Stunden auf Antrag
der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst reduziert werden. (5) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das
Lehramt an Grund- und Hauptschulen erteilen Ausbildungsunterricht an einer
Grundschule, einer Hauptschule, einer Oberschule oder einer Gesamtschule.
2Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
Realschulen erteilen Ausbildungsunterricht an einer Realschule, einer
Oberschule oder einer Gesamtschule. 3Die Lehrkräfte für
das Lehramt für Sonderpädagogik erteilen Ausbildungsunterricht an
einer Förderschule oder an einer anderen allgemein bildenden Schule, wenn
dort eine sonderpädagogische Ausbildung sichergestellt ist. (6) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das
Lehramt an Gymnasien erteilen Ausbildungsunterricht an einem Gymnasium, an dem
entsprechenden Schulzweig einer Kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer
Oberstufe oder an einer Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu
etwa gleichen Teilen in den Sekundarbereichen I und II. 2Sie
können den Ausbildungsunterricht auch zu etwa gleichen Teilen an dem
gymnasialen Schulzweig einer Oberschule und im Sekundarbereich II eines
Gymnasiums erteilen. 3Auf Antrag der Lehrkraft im
Vorbereitungsdienst kann die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars
bestimmen, dass in einem Ausbildungshalbjahr Ausbildungsunterricht an einer
Schule einer anderen geeigneten Schulform erteilt wird. (7) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
berufsbildenden Schulen erteilen Ausbildungsunterricht in verschiedenen
Schulformen und Stufen der berufsbildenden Schulen. (8) 1Jede und jeder Ausbildende besucht die Lehrkraft im
Vorbereitungsdienst im Ausbildungsunterricht. 2An mindestens einem
Unterrichtsbesuch je Fach nehmen die Ausbildenden für das jeweilige Fach
und für Pädagogik gemeinsam teil. § 8Ausbildungsschule (1) 1Jede Lehrkraft an der Ausbildungsschule ist
verpflichtet, in ihren Fächern Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zu
betreuen. 2Sie ist bei der Betreuung weisungsberechtigt. (2) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind an der
Ausbildungsschule in die schulpraktische Arbeit, auch im Hinblick auf die
Eigenverantwortlichkeit der Schule, einzuführen. 2Hierfür
trägt die Schulleiterin oder der Schulleiter die Verantwortung. § 9Schriftliche Arbeit (1) Bis zum Ende des zweiten Ausbildungshalbjahres hat die Lehrkraft im
Vorbereitungsdienst eine schriftliche Arbeit über ein Vorhaben oder ein
Thema aus der schulischen Praxis anzufertigen, das sich auf in der
Anlage genannte
Kompetenzen bezieht. (2) Die schriftliche Arbeit kann als Gruppenarbeit angefertigt werden,
wenn das Vorhaben oder das Thema die Bearbeitung durch mehrere Lehrkräfte
im Vorbereitungsdienst erfordert und die individuellen Leistungen deutlich
abgrenzbar sind. (3) 1Die schriftliche Arbeit wird von zwei Ausbildenden, die
von der Leiterin oder dem Leiter des Studienseminars bestimmt werden, jeweils
mit einer Note nach § 13 Abs. 1 bewertet. 2An die Stelle einer
oder eines Ausbildenden kann eine Lehrkraft treten, die zur Bewertung bereit
ist. 3Die Benotung ist schriftlich zu begründen.
4Aus den Einzelnoten ermittelt die Leiterin oder der Leiter des
Studienseminars die Note für die schriftliche Arbeit.
5Dafür errechnet sie oder er das arithmetische Mittel der
Einzelnoten. 6Die errechnete Zahl (Punktwert der schriftlichen
Arbeit) ist entsprechend § 13 Abs. 2 Satz 4 einer Note (Note der
schriftlichen Arbeit) zuzuordnen. (4) 1§ 17 Abs. 1 findet entsprechende Anwendung.
2Die Entscheidung trifft die Leiterin oder der Leiter des
Studienseminars. § 10Gespräch über den
Ausbildungsstand, Ausbildungsnote (1) Zwischen dem achten und zehnten Ausbildungsmonat führen die
Ausbildenden mit der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst gemeinsam ein
Gespräch über den Ausbildungsstand und beraten sie zum weiteren
Verlauf der Ausbildung. (2) 1Am Ende des vierzehnten
Ausbildungsmonats werden die Leistungen der Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst im pädagogischen Seminar von dessen Leiterin oder Leiter, in jedem fachdidaktischen Seminar von dessen Leiterin oder Leiter
und in der Ausbildungsschule von deren Schulleiterin oder Schulleiter
mit einer Note nach § 13 Abs. 1 bewertet.
2Erteilen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
Ausbildungsunterricht an mehreren Schulen, so erfolgt die Bewertung durch die
Schulleiterin oder den Schulleiter der Ausbildungsschule mit dem
überwiegenden Ausbildungsanteil. 3Abweichend von Satz 1 werden
die Leistungen sechs Wochen vor Ende des Vorbereitungsdienstes benotet, wenn
die Dauer des Vorbereitungsdienstes verkürzt wurde. 4Die
Benotung ist schriftlich zu begründen. (3) 1Die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars
ermittelt aus dem Punktwert der schriftlichen Arbeit (§ 9 Abs. 3 Satz 6)
und den Noten nach Absatz 2 die Ausbildungsnote. 2Dafür
errechnet sie oder er den Mittelwert, wobei der Punktwert der schriftlichen
Arbeit doppelt gewichtet wird. 3Beim Lehramt für
Sonderpädagogik wird vor der Errechnung des Mittelwerts nach Satz 2 aus
der Punktzahl der Note in dem fachdidaktischen Seminar der ersten
sonderpädagogischen Fachrichtung und aus der Punktzahl der Note in dem
fachdidaktischen Seminar der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung das
arithmetische Mittel errechnet, das der Berechnung nach Satz 2 zugrunde gelegt
wird. 4Ergeben sich aus der Rechnung Dezimalzahlen, so ist nur die
erste Dezimalstelle zu berücksichtigen; es wird nicht gerundet.
5Die errechnete Zahl (Punktwert der Ausbildungsnote) ist
entsprechend § 13 Abs. 2 Satz 4 einer Note (Ausbildungsnote) zuzuordnen.
(4) Die Ausbildungsnote und deren Punktwert sind der Lehrkraft im
Vorbereitungsdienst von der Leiterin oder dem Leiter des Studienseminars
schriftlich mitzuteilen. Dritter Abschnitt
Staatsprüfung § 11Prüfungsteile (1) 1Die Staatsprüfung besteht aus den
Prüfungsteilen Prüfungsunterricht I, Prüfungsunterricht II und
mündliche Prüfung. 2Die mündliche Prüfung
schließt die Staatsprüfung ab. 3Die Prüfung wird an
einem Tag durchgeführt, wenn weder schulorganisatorische noch
persönliche Gründe entgegenstehen. (2) Die Prüfung wird mit der Bekanntgabe des Prüfungstermins
eingeleitet. § 12Prüfungsbehörde,
Prüfungsausschuss (1) 1Die für die Staatsprüfung zuständige
Behörde (Prüfungsbehörde) setzt im Einvernehmen mit dem
jeweiligen Studienseminar die Prüfungstermine fest, bildet für jeden
Prüfling einen Prüfungsausschuss, vor dem die Prüfung abgelegt
wird, und bestimmt auf Vorschlag des Studienseminars, welches Mitglied des
Prüfungsausschusses den Vorsitz führt. 2Vorsitzende oder
Vorsitzender des Prüfungsausschusses darf nur sein, wer eine
Lehrbefähigung für das jeweilige Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2
der Fachrichtung Bildung hat. (2) 1Dem Prüfungsausschuss gehören vier Mitglieder an.
2Mitglieder des Prüfungsausschusses sind die Ausbildenden des
Prüflings und die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule, an der
der Prüfling den überwiegenden Teil seines Ausbildungsunterrichts
erteilt hat. 3Ist der Prüfling in einem weiteren, dritten Fach
(§ 3 Abs. 1 Satz 3) ausgebildet worden, so ist die oder der Ausbildende
für das Fach, das nicht für einen Prüfungsunterricht
gewählt wurde (§ 14 Abs. 3), nicht Mitglied des
Prüfungsausschusses. 4Für das Lehramt für
Sonderpädagogik gehören dem Prüfungsausschuss die oder der
Ausbildende für das Unterrichtsfach und die oder der Ausbildende für
ein weiteres Fach (§ 3 Abs. 1 Satz 3) nicht an. (3) Ist ein Mitglied des Prüfungsausschusses verhindert, so ist
eine Vertretung zu bestellen. (4) Entscheidungen und sonstige Maßnahmen, die die Prüfung
betreffen, werden von der Prüfungsbehörde getroffen, soweit in dieser
Verordnung nichts anderes bestimmt ist. (5) Zur Wahrung der Qualität der Prüfungen und der
Gleichwertigkeit der Anforderungen und der Bewertungskriterien in den
Prüfungen nimmt in regelmäßigen Abständen eine Vertreterin
oder ein Vertreter der Schulbehörden oder der Prüfungsbehörde
als weiteres Mitglied an Prüfungen teil; sie oder er übernimmt den
Vorsitz des Prüfungsausschusses. (6) 1Um Ausbildungs- und Prüfungsanforderungen besser
aufeinander abstimmen zu können, kann die Leiterin oder der Leiter des
Studienseminars als weiteres Mitglied an Prüfungen teilnehmen; sie oder er
übernimmt den Vorsitz des Prüfungsausschusses. 2Eine
Teilnahme nach Satz 1 ist ausgeschlossen, wenn eine Person nach Absatz 5 an der
Prüfung teilnimmt. § 13Benotung der Prüfungsteile,
Prüfungsnote (1) Jede Prüfungsleistung wird nach
Beratung im Prüfungsausschuss von jedem Mitglied des
Prüfungsausschusses mit einer der folgenden Noten bewertet: sehr gut (1) = eine den Anforderungen im besonderen Maß
entsprechende Leistung, gut (2) = eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung,
befriedigend (3) = eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende
Leistung, ausreichend (4) = eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im
Ganzen den Anforderungen noch entspricht, mangelhaft (5) = eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung,
die jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden
sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten, ungenügend (6) = eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung,
bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die
Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten. (2) 1Aus den Einzelnoten ermittelt
das vorsitzende Mitglied die Note für den Prüfungsteil.
2Dafür errechnet es das arithmetische Mittel der Einzelnoten.
3Ergeben sich Dezimalstellen, so ist nur die erste Dezimalstelle zu
berücksichtigen; es wird nicht gerundet. 4Die errechneten
Zahlen (Punktwerte der Prüfungsteile) sind den Noten wie folgt zugeordnet:
1,0 bis 1,4 = sehr gut (1), 1,5 bis 2,4 = gut (2), 2,5 bis 3,4 = befriedigend (3), 3,5 bis 4,4 = ausreichend (4), 4,5 bis 5,4 = mangelhaft (5), über 5,4 = ungenügend (6). (3) 1Für die Bildung der Prüfungsnote errechnet das
vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses das arithmetische Mittel der
Punktwerte der Prüfungsteile. 2Absatz 2 Satz 3 gilt
entsprechend. 3Die errechnete Zahl (Punktwert der Prüfungsnote)
ist entsprechend Absatz 2 Satz 4 einer Note (Prüfungsnote) zuzuordnen.
§ 14Prüfungsunterricht (1) Der Prüfungsunterricht wird an der Ausbildungsschule erteilt.
(2) 1Der Prüfling erteilt Prüfungsunterricht in den
zwei Fächern, in denen er während des Vorbereitungsdienstes
ausgebildet worden ist (Prüfungsunterricht I und Prüfungsunterricht
II). 2Für das Lehramt für Sonderpädagogik ist der
Prüfungsunterricht I in der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung
und der Prüfungsunterricht II in der zweiten sonderpädagogischen
Fachrichtung jeweils kombiniert mit dem Unterrichtsfach zu erteilen.
3Wird der Prüfungsunterricht in einer Klasse oder Lerngruppe
erteilt, in der der Prüfling betreuten Unterricht erteilt, so kann die
für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft anwesend sein. (3) 1Ist der Prüfling in einem weiteren Fach (§ 3
Abs. 1 Satz 3) ausgebildet worden, so kann der Prüfling dieses Fach
für den Prüfungsunterricht I oder den Prüfungsunterricht II
wählen. 2Für das Lehramt für Sonderpädagogik
kann das weitere Fach nur anstelle des Unterrichtsfachs gewählt werden.
(4) 1Die Prüfungsbehörde bestimmt auf Vorschlag der
Leiterin oder des Leiters des Studienseminars für jeden
Prüfungsunterricht die Jahrgangsstufe oder den Sekundarbereich des
Gymnasiums oder der Gesamtschule oder die Schulform der berufsbildenden Schule.
2Der Prüfling wählt für jeden Prüfungsunterricht
im Einvernehmen mit der oder dem für das Fach zuständigen
Ausbildenden und der Schulleitung die Klasse oder Lerngruppe. (5) 1Das Thema oder den Themenbereich für den
Prüfungsunterricht I und den Prüfungsunterricht II bestimmt die oder
der für das Fach zuständige Ausbildende; geeignete Vorschläge
des Prüflings sollen berücksichtigt werden. 2Wird der
Prüfungsunterricht in einer Klasse oder einer Lerngruppe erteilt, in der
der Prüfling betreuten Unterricht erteilt, so soll sich die für den
Unterricht verantwortliche Lehrkraft vor der Bestimmung des Themas oder des
Themenbereichs äußern. (6) 1Das Thema oder der Themenbereich wird dem Prüfling
15 Tage vor dem Tag des Prüfungsunterrichts mitgeteilt. 2Ist
der Tag vor dem Prüfungsunterricht oder der 15. Tag vor dem Tag des
Prüfungsunterrichts ein Sonntag oder Feiertag, so wird der Tag der
Mitteilung auf den nächsten davor liegenden Werktag mit Ausnahme des
Sonnabends vorverlegt. (7) 1Für jeden Prüfungsunterricht fertigt der
Prüfling einen schriftlichen Entwurf an. 2Dieser ist
spätestens am Tag vor dem Prüfungsunterricht im Studienseminar und in
der Ausbildungsschule abzugeben. (8) 1Nach dem Prüfungsunterricht äußert sich
der Prüfling zum Prüfungsunterricht (Reflexion). 2Ist nach
Absatz 2 Satz 3 eine Lehrkraft anwesend, so soll sie zur Klasse oder Lerngruppe
gehört werden. 3Anschließend äußern sich die
Mitglieder des Prüfungsausschusses zum Prüfungsunterricht.
4Danach wird der Prüfungsunterricht in Abwesenheit des
Prüflings und der Lehrkraft benotet. 5Bei der Benotung sind der
Entwurf und die Reflexion zu berücksichtigen. (9) Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses teilt dem
Prüfling auf Verlangen den Punktwert und die Note für den
Prüfungsunterricht I und den Prüfungsunterricht II mit. § 15Mündliche Prüfung
(1) 1Die mündliche Prüfung bezieht sich auf die
Grundlagen der fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und methodischen
Kompetenzen, die unter Einbeziehung bildungswissenschaftlicher und unter
Berücksichtigung schulrechtlicher Aspekte zu prüfen sind.
2Es sind insbesondere Probleme der pädagogischen Praxis zu
analysieren und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und darzustellen.
(2) Die mündliche Prüfung findet als Einzelprüfung statt
und dauert etwa 60 Minuten. § 16Zuhörende Das vorsitzende Mitglied des
Prüfungsausschusses kann als Zuhörende beim Prüfungsunterricht
und bei der anschließenden Besprechung (§ 14 Abs. 8 Sätze 1 bis
3) sowie bei der mündlichen Prüfung zulassen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst desselben Studienseminars,
wenn der Prüfling der Anwesenheit nicht widerspricht, und andere Personen, an deren Anwesenheit ein dienstliches Interesse
besteht. § 17Täuschung,
Ordnungsverstoß (1) 1Versucht der Prüfling, das Ergebnis der
Prüfung durch Täuschung zu beeinflussen oder verstößt er
erheblich gegen die Ordnung, so wird der betroffene Prüfungsteil in der
Regel mit ungenügend (6) bewertet. 2In leichten
Fällen kann die Wiederholung des Prüfungsteils aufgegeben oder von
Maßnahmen abgesehen werden. 3Die Entscheidung trifft das
vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses. (2) Wird der Prüfungsbehörde eine Täuschung nach
Aushändigung des Prüfungszeugnisses bekannt, so kann die Prüfung
nur innerhalb von fünf Jahren nach Bekanntgabe der Gesamtnote der
Staatsprüfung für nicht bestanden erklärt werden. § 18Verhinderung,
Versäumnis (1) 1Ist der Prüfling durch Krankheit oder einen
sonstigen von ihm nicht zu vertretenden Grund an der Ablegung der Prüfung
oder der Erbringung eines Prüfungsteils gehindert, so hat er dies dem
vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses unverzüglich
mitzuteilen und dies bei Erkrankung durch ein ärztliches Zeugnis, im
Übrigen in sonst geeigneter Weise unverzüglich nachzuweisen.
2Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses kann die
Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses verlangen. 3Liegt eine
vom Prüfling nicht zu vertretende Verhinderung vor, so gilt ein nicht
abgeschlossener Prüfungsteil als nicht unternommen. (2) Ist der Prüfling nach Absatz 1 gehindert, einen
Prüfungsteil zu erbringen, so gelten die bis dahin abgeschlossenen
Prüfungsteile als abgelegt. (3) Erbringt der Prüfling einen Prüfungsteil oder die
Prüfung ohne Vorliegen eines Grundes nach Absatz 1 nicht, so gilt der
Prüfungsteil oder die Prüfung als mit ungenügend (6)
bewertet. § 19Gesamtnote der
Staatsprüfung (1) 1Für die Bildung der Gesamtnote der
Staatsprüfung errechnet das vorsitzende Mitglied des
Prüfungsausschusses das arithmetische Mittel des Punktwerts der
Ausbildungsnote und des Punktwerts der Prüfungsnote. 2§ 13
Abs. 2 Satz 3 gilt entsprechend. 3Die errechnete Zahl (Punktwert der
Gesamtnote) ist entsprechend § 13 Abs. 2 Satz 4 einer Note (Gesamtnote)
zuzuordnen. (2) 1Die Staatsprüfung ist
bestanden, wenn die Gesamtnote und die Prüfungsnote mindestens
ausreichend (4) lauten. 2Anderenfalls ist die
Staatsprüfung nicht bestanden. 3Sie ist auch nicht bestanden,
wenn ein Prüfungsteil mit der Note ungenügend (6),
ein Prüfungsteil mit der Note mangelhaft (5) und
ein anderer Prüfungsteil nicht mindestens mit der Note befriedigend
(3) bewertet wurde. (3) Die Prüfung wird nicht fortgesetzt, wenn sie nicht mehr
bestanden werden kann. (4) Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses teilt dem
Prüfling im Anschluss an die mündliche Prüfung die Noten der
einzelnen Prüfungsteile, die Prüfungsnote und die Gesamtnote sowie
das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung mit. § 20Niederschrift Über den Prüfungsunterricht, die mündliche Prüfung
und die Bekanntgabe der Gesamtnote der Staatsprüfung ist eine
Niederschrift anzufertigen. § 21Zeugnis (1) Über die bestandene Staatsprüfung erhält der
Prüfling ein Zeugnis mit der Gesamtnote und dem Punktwert der Gesamtnote.
(2) Das Nichtbestehen der Staatsprüfung wird schriftlich
bestätigt. § 22Wiederholung der
Staatsprüfung (1) 1Wer die Staatsprüfung nicht bestanden hat, kann sie
einmal wiederholen. 2Prüfungsteile, die mit mindestens
ausreichend (4) bewertet worden sind, werden auf die
Wiederholungsprüfung angerechnet. 3Die Anrechnung unterbleibt,
wenn sie dazu führt, dass die Wiederholungsprüfung nicht bestanden
werden kann. (2) 1Die Prüfungsbehörde bestimmt auf Vorschlag des
Prüfungsausschusses den Zeitpunkt für die Wiederholung der
Prüfung, der nicht später als drei Monate nach der nicht bestandenen
Prüfung liegen soll. 2Die Prüfung bleibt eingeleitet. (3) Die Wiederholungsprüfung wird nicht fortgesetzt, wenn sie nicht
mehr bestanden werden kann. § 23Einsicht in die Ausbildungsakte
und die Prüfungsakte Der Prüfling kann seine Ausbildungsakte und seine Prüfungsakte
innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe der Gesamtnote der Staatsprüfung
oder der Mitteilung über das Nichtbestehen einsehen. Vierter Abschnitt
Schlussvorschriften § 24Übergangsvorschriften
(1) 1Für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die vor
dem 1.August 2010 in den Vorbereitungsdienst eingestellt worden sind, ist die
Verordnung über die Ausbildung und die Zweiten Staatsprüfungen
für Lehrämter vom 18.Oktober 2001 (Nds.GVBl. S.655) weiterhin
anzuwenden. 2Für Lehrkräfte nach Satz 1, die den
Vorbereitungsdienst nach dem 31.Juli 2010 länger als insgesamt sechs
Monate unterbrechen, ist diese Verordnung anzuwenden. (2) 1Für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die vor dem
1.August 2011 in den Vorbereitungsdienst eingestellt worden sind, ist eine
Bewertung nach § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 nicht abzugeben. 2Stattdessen hat
die Schulleiterin oder der Schulleiter der Ausbildungsschule einen
Bewertungsbeitrag zu fertigen, der in die Bewertung nach § 10 Abs. 2 Satz
1 Nr. 1 eingeht. (3) 1Bis zum 31. Januar 2017 kann in den Vorbereitungsdienst
für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen mit dem Schwerpunkt
Grundschule oder mit dem Schwerpunkt Haupt- und Realschule eingestellt werden,
wer das für dieses Lehramt vorgeschriebene Studium mit einem Mastergrad
(Master of Education) oder mit der Ersten Staatsprüfung für das
Lehramt in Niedersachsen oder mit einem gleichwertigen Abschluss abgeschlossen
hat. 2Für die Ausbildung und Prüfung der Lehrkräfte
im Vorbereitungsdienst gelten die §§ 2, 3 und 5 bis 23 entsprechend.
3Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst führen die
Dienstbezeichnung Anwärterin des Lehramts an Grund-, Haupt- und
Realschulen oder Anwärter des Lehramts an Grund-, Haupt- und
Realschulen. 4Nach dem 31.Dezember 2018 kann die
Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen nicht
mehr abgelegt werden. (4) 1Wer in Niedersachsen den Abschluss
Diplom-Handelslehrerin oder Diplom-Handelslehrer der Studienrichtung I erworben
hat, kann bis zum 31.Dezember 2018 in den Vorbereitungsdienst für das
Lehramt an berufsbildenden Schulen eingestellt werden. 2Abweichend
von § 6 Abs. 7 werden die Diplom-Handelslehrerinnen oder
Diplom-Handelslehrer nicht monatlich acht Stunden im Unterrichtsfach oder in
Sonderpädagogik an berufsbildenden Schulen, sondern monatlich acht Stunden
in einem Schwerpunkt der beruflichen Fachrichtung ausgebildet. § 25Inkrafttreten (1) Diese Verordnung tritt am 1.August 2010 in Kraft. (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Ausbildung und die
Zweiten Staatsprüfungen für Lehrämter vom 18.Oktober 2001
(Nds.GVBl. S.655) außer Kraft. ______________Hannover, den 13. Juli 2010
[ alte
Regelung (PVO-Lehr II ] Anlage (zu
§ 2 Abs. 1 Satz 1 und
§ 9 Abs. 1) 1.
Kompetenzbereich Unterrichten 1.1 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst planen Unterricht fach-, sach- und schülergerecht
sowie lernwirksam. 1.1.1 Sie ermitteln die Lernausgangslage, stellen Lernvoraussetzungen der
Schülerinnen und Schüler fest, setzen didaktische Schwerpunkte und
wählen entsprechende Unterrichtsinhalte und Methoden, Arbeits- und
Kommunikationsformen aus. 1.1.2 Sie formulieren und begründen Lernziele unter
Berücksichtigung der Kerncurricula im Hinblick auf erwartete Kompetenzen
der Schülerinnen und Schüler. 1.1.3 Sie berücksichtigen bei der Unterrichtsplanung die
geschlechterspezifische, soziale, kognitive, emotionale, kulturelle und
sprachliche Heterogenität der Lerngruppe. 1.1.4 Sie berücksichtigen bei der Konzeption des Unterrichts die
Möglichkeiten des fächerübergreifenden und -verbindenden sowie
des interkulturellen Lernens. 1.1.5 Sie stellen eine hinreichende Übereinstimmung zwischen den
fachwissenschaftlichen Grundlagen sowie den fachdidaktischen und methodischen
Entscheidungen her. 1.1.6 Sie strukturieren den Verlauf des Unterrichts für einen
bestimmten Zeitrahmen. 1.2 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst führen Unterricht fach-, sach- und schülergerecht
sowie lernwirksam durch. 1.2.1 Sie unterstützen Lernprozesse auf der Grundlage
psychologischer und neurobiologischer Erkenntnisse sowie auf der Grundlage von
Theorien über das Lernen und Lehren. 1.2.2 Sie organisieren Lernumgebungen, die unterschiedliche
Lernvoraussetzungen und unterschiedliche soziale und kulturelle
Lebensvoraussetzungen berücksichtigen, Lernprozesse der Schülerinnen
und Schüler anregen und eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Lernen
und Arbeiten fördern. 1.2.3 Sie berücksichtigen die Bedingungen von Schülerinnen und
Schülern mit Behinderungen und tragen dadurch deren Bedarf an
sonderpädagogischer Unterstützung Rechnung. 1.2.4 Sie organisieren den Unterrichtsablauf sowie den Einsatz von
Methoden und Medien im Hinblick auf die Optimierung der Lernprozesse. 1.2.5 Sie wählen Formen der Präsentation und Sicherung von
Arbeitsergebnissen, die das Gelernte strukturieren, festigen und es zur
Grundlage weiterer Lehr-Lern-Prozesse werden lassen. 1.2.6 Sie schaffen ein kooperatives, lernförderliches Klima durch
eine Kommunikation, die schülerorientiert ist und deutlich macht, dass
andere geachtet und wertgeschätzt werden. 1.3 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst evaluieren und reflektieren Unterricht. 1.3.1 Sie evaluieren Unterricht und reflektieren ihn, auch mit
Kolleginnen und Kollegen, im Hinblick auf Lernwirksamkeit und Nachhaltigkeit
für die Schülerinnen und Schüler. 1.3.2 Sie nutzen die aus dem Reflexionsprozess gewonnenen Erkenntnisse
für die Optimierung des Unterrichtens, auch in Kooperation mit Kolleginnen
und Kollegen. 2. Kompetenzbereich
Erziehen 2.1 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst vermitteln Wertvorstellungen und Normen und fördern
eigenverantwortliches Urteilen und Handeln der Schülerinnen und
Schüler. 2.1.1 Sie reflektieren ihr Handeln, insbesondere ihr Handeln als
Vorbild. 2.1.2 Sie gestalten soziale Beziehungen positiv durch Kommunikation und
Interaktion. 2.1.3 Sie gestalten die Lehrer-Schüler-Beziehung vertrauensvoll.
2.1.4 Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler bei der
Entwicklung einer individuellen Wertehaltung. 2.1.5 Sie schärfen den Blick für Geschlechtergerechtigkeit und
machen Wahrnehmungsmuster auch im Hinblick auf Chancengleichheit der
Geschlechter bewusst. 2.1.6 Sie beachten die Grenzen ihrer erzieherischen Einflussnahme. 2.2 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst unterstützen die individuelle Entwicklung der
Schülerinnen und Schüler und die Erziehungsprozesse in der jeweiligen
Lerngruppe. 2.2.1 Sie nehmen persönliche, soziale, kulturelle und
gegebenenfalls berufliche Lebensbedingungen der Schülerinnen und
Schüler wahr. 2.2.2 Sie berücksichtigen interkulturelle erzieherische Aspekte des
Unterrichts, darunter auch kulturspezifische Differenzen. 2.2.3 Sie ergreifen Maßnahmen der pädagogischen
Unterstützung und Prävention, die sich sowohl auf einzelne
Schülerinnen und Schüler als auch auf die Lerngruppe beziehen. 2.3 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst gehen konstruktiv mit Schwierigkeiten und Konflikten in
Unterricht und Schule um. 2.3.1 Sie erarbeiten mit Schülerinnen und Schülern Regeln des
Umgangs miteinander und achten auf deren Einhaltung. 2.3.2 Sie verfügen über Strategien zum Umgang und zur
Lösung von Konflikten und wenden diese an. 2.4 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst kooperieren mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten.
2.4.1 Sie reflektieren und entwickeln kontinuierlich ihr
Erziehungskonzept. 2.4.2 Sie stimmen ihre individuellen Erziehungsziele auf das
Erziehungskonzept der Schule ab. 2.4.3 Sie treten mit den Erziehungsberechtigten über ihr
erzieherisches Handeln in Dialog. 2.4.4 Sie nutzen Kooperationsmöglichkeiten mit
außerschulischen Erziehungsinstitutionen. 3. Kompetenzbereich
3.1 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst beurteilen die Kompetenzen von Schülerinnen und
Schülern nach transparenten Maßstäben. 3.1.1 Sie kennen unterschiedliche Formen der Leistungsmessung und
Leistungsbeurteilung und wenden sie reflektiert an. 3.1.2 Sie entwickeln Beurteilungskriterien,
Bewertungsmaßstäbe und die notwendigen Instrumente der
Leistungserfassung gemeinsam in schulischen Gremien auf der Grundlage
rechtlicher Vorgaben. 3.1.3 Sie wenden die vereinbarten Beurteilungskriterien,
Bewertungsmaßstäbe und Instrumente der Leistungserfassung
schüler- und situationsgerecht an und machen diese den Schülerinnen
und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten transparent. 3.1.4 Sie dokumentieren und evaluieren die Leistungsbewertung
regelmäßig. 3.1.5 Sie fördern die Fähigkeit der Schülerinnen und
Schüler zur Selbst- und Fremdbeurteilung. 3.2 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst erkennen Beratungsbedarf, beraten und unterstützen
Schülerinnen und Schüler sowie Erziehungsberechtigte und nutzen die
Möglichkeiten der kollegialen Beratung. 3.2.1 Sie reflektieren Theorien, Modelle und Instrumente der Beratung
anwendungsbezogen. 3.2.2 Sie erkennen Entwicklungsmöglichkeiten der Schülerinnen
und Schüler. 3.2.3 Sie beraten und unterstützen Schülerinnen und
Schüler in ihrer Lern- und Persönlichkeitsentwicklung. 3.2.4 Sie unterstützen Erziehungsberechtigte bei der Wahrnehmung
ihrer Erziehungsaufgabe. 3.2.5 Sie beraten Erziehungsberechtigte in Fragen der Lernentwicklung
der Schülerin oder des Schülers. 3.2.6 Sie beraten sich aufgaben- und fallbezogen mit Kolleginnen und
Kollegen. 3.2.7 Sie kennen die gesetzlichen Grundlagen des Kinder- und
Jugendschutzes und werden fallbezogen ihrer Fürsorge- und Beratungspflicht
gerecht. 3.2.8 Sie erkennen die Möglichkeiten und Grenzen der schulischen
Beratung und beziehen außerschulische Beratungsmöglichkeiten
bedarfsgerecht ein. 3.3 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst beobachten, beschreiben und analysieren die individuellen
Lernvoraussetzungen und -entwicklungen der Schülerinnen und Schüler
und entwickeln auf der Basis dieser Diagnose geeignete
Fördermaßnahmen. 3.3.1 Sie wertschätzen den individuellen Lernfortschritt ihrer
Schülerinnen und Schüler, vermitteln Vertrauen in deren eigene
Leistungsfähigkeit und ermuntern sie, Hilfen einzufordern. 3.3.2 Sie kennen und nutzen diagnostische Verfahren zur Feststellung der
kognitiven, sprachlichen, emotionalen und sozialen Entwicklungsstände und
Lernpotentiale. 3.3.3 Sie entwickeln, auch mit Kolleginnen und Kollegen, individuelle
Förderpläne für Schülerinnen und Schüler und machen
sie ihnen und den Erziehungsberechtigten transparent. 3.3.4 Sie fördern mit Kolleginnen und Kollegen Schülerinnen
und Schüler entsprechend deren Fertigkeiten und kognitiven, emotionalen
und sozialen Voraussetzungen. 3.3.5 Sie evaluieren mit Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und
Schülern sowie Erziehungsberechtigten die Ergebnisse der getroffenen
Fördermaßnahmen, melden Lernfortschritte zurück und entwickeln
die Förderkonzepte weiter. 3.3.6 Sie kennen und nutzen bei Bedarf außerschulische
Förderangebote. 4. Kompetenzbereich
Mitwirken bei der Gestaltung der Eigenverantwortlichkeit der Schule und
Weiterentwickeln der eigenen Berufskompetenz 4.1 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst nehmen Schule als sich entwickelndes System wahr. 4.1.1 Sie wirken bei der Umsetzung des Schulprogramms mit und vertreten
es aktiv. 4.1.2 Sie wirken bei der Entwicklung der Qualität von Unterricht und
anderer schulischer Prozesse auf der Basis eines begründeten
Verständnisses von gutem Unterricht und guter Schule mit. 4.1.3 Sie handeln im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen. 4.2 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst entwickeln die eigene Berufskompetenz weiter. 4.2.1 Sie analysieren und reflektieren die eigene Leistung an den
Lernaktivitäten und am Lernfortschritt der Schülerinnen und
Schüler. 4.2.2 Sie ermitteln selbst ihren Qualifizierungsbedarf bezogen auf die
eigenen beruflichen Anforderungen. 4.2.3 Sie zeigen Eigeninitiative bei der Weiterentwicklung ihrer
Kompetenzen auch über den Unterricht hinaus. 4.2.4 Sie nutzen die Möglichkeiten kollegialer Beratung. 4.2.5 Sie dokumentieren Ergebnisse von Evaluation und Reflexion des
eigenen Lehrerhandelns. 4.2.6 Sie dokumentieren ihre Ausbildungsschwerpunkte sowie
zusätzlich erworbene Kompetenzen. 5. Kompetenzbereich
Personale Kompetenzen 5.1 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst entwickeln ein professionelles Konzept ihrer Lehrerrolle
und ein konstruktives Verhältnis zu den Anforderungen des Lehrberufs. 5.1.1 Sie orientieren ihr Handeln an einem Menschenbild, das auf der
Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der
liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegung beruht. 5.1.2 Sie orientieren ihr Handeln an dem Übereinkommen der
Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dem
5.1.3 Sie pflegen einen von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung
geprägten Umgang mit allen an der Schule Beteiligten. 5.1.4 Sie üben ihren Beruf als öffentliches Amt mit besonderer
Verpflichtung und Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler
sowie für die Gesellschaft aus. 5.1.5 Sie richten ihr Handeln an den Erfordernissen einer Bildung
für nachhaltige Entwicklung aus. 5.2 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst übernehmen Verantwortung für sich und ihre
Arbeit. 5.2.1 Sie handeln im Bewusstsein der Wechselwirkung ihres individuellen
Handelns und des Systems Schule. 5.2.2 Sie zeigen die Bereitschaft zu lebenslangem eigenverantwortlichen
Lernen. 5.2.3 Sie organisieren ihre Arbeit selbständig und ökonomisch
zu ihrer eigenen Entlastung. 5.2.4 Sie sind fähig und bereit, sich mit eigenem und fremdem
Handeln reflektierend auseinanderzusetzen. 5.3 Lehrkräfte im
Vorbereitungsdienst agieren mit allen an Schule Beteiligten
verantwortungsbewusst. 5.3.1 Sie arbeiten kollegial und teamorientiert. 5.3.2 Sie sind zu konstruktiver Kritik bereit und fähig. 5.3.3 Sie verfügen über Konzepte und die Fähigkeit zur
Konfliktbewältigung. Schule und Recht in Niedersachsen (www.schure.de)