Source: https://www.bruderschaften-willebadessen.de/bruderschaften/statuten.html
Timestamp: 2019-08-19 03:22:36
Document Index: 16241173

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 6', '§ 7', '§ 26', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 15']

Schützenbruderschaften Willebadessen - Statuten
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Statuten der St. Sebastian / St. Johannes- Bruderschaft e.V. in Willebadessen
St.-Sebastian / St.-Johannes-Bruderschaft e.V. in Willebadessen
2. Der Verein ist im Vereinsregister des AG Paderborn unter VR 50307 eingetragen.
3. Der Sitz ist Willebadessen
Die Schützenbruderschaften der Stadt Willebadessen vereinigen in ihren Reihen Willebadessener Bürger, die in Liebe und Treue zu ihrer Heimat stehen und gemäß alter Tradition ihrer Väter Sitte und Brauch pflegen. Sie sehen ihre Aufgabe vor allem darin, die schönen alten Feste und Veranstaltungen, die aus dem Boden heimatlicher Kultur erwuchsen, zu erhalten, zumal gerade sie in der heutigen Zeit stark bedroht sind. Darüber hinaus sind sich die Bruderschaften ihrer traditionellen kirchlichen Verbundenheit bewusst und zeigen es durch Teilnahme an kirchlichen Festen und Feierlichkeiten, insbesondere durch Teilnahme an dem Feste des Kirchenpatrons unserer Stadt, des hl. Vitus.
§ 3 Feste und Veranstaltungen
1. Im Mittelpunkt der Bruderschaftsfeste steht das Schützenfest. Es findet Samstag und Sonntag nach dem kirchlichen Hochfest St. Vitus statt, und wird von beiden Bruderschaften gemeinsam gefeiert.
Am Montag laden die Bruderschaften, nach einem gemeinsamen Gottesdienst, die ganze Gemeinde zu einem Frühschoppen ein.
2. Zum Königsschießen versammeln sich die Schützenbrüder - wie schon seit alters her - auf dem Schützenberge. Jede Schützenbruderschaft schießt ihren eigenen König. Der König erhält seine Würde durch den besten Schuss. Die St.-Johannes-Schützen ermitteln ihren König am 1. Samstag im Mai; die St.-Sebastian-Schützen am Samstag vor dem kirchlichen
Hochfest St. Vitus.
3. Der St.-Sebastians-Tag, der Ehrentag der St.-Sebastians-Bruderschaft wird von beiden Bruderschaften gemeinsam festlich begangen. Die Feier des Sebastiantages findet am 20. Januar (Namensfest des hl. Sebastian) statt, sofern dieses gerade ein Samstag ist, andernfalls am darauf folgenden Samstag. Am Freitagabend vorher, dem so genannten Ansetzeabend, findet die Aufnahme neuer Mitglieder in die St.Sebastian-Bruderschaft statt.
4. An kirchlichen Feierlichkeiten nehmen die Bruderschaften auf St.Vitus und Fronleichnam teil und tragen insbesondere zur würdigen Gestaltung der dann stattfindenden Prozessionen bei.
Mitglied der Bruderschaft kann jeder unbescholtene männliche Bürger werden, der Mitglied der kath. Kirche ist, sich zum christlichen Glauben bekennt, oder Mitglied einer christlichen Gemeinschaft ist.
Ein Eintritt in die St. Johannes Bruderschaft ist mit Vollendung des 16. Lebensjahres möglich.
Die Aufnahme erfolgt auf der Generalversammlung der Bruderschaften.
Ein Wechsel zur St. Sebastian Bruderschaft bez. ein Eintritt in die Bruderschaft ist mit dem 28. Lebensjahr möglich.
Die Aufnahme in die Sebastiansbruderschaft erfolgt durch das so genannte Ansetzen.
Auch nichtkatholische Christen können als Mitglied in die Bruderschaft eintreten, einen Vorstandsposten übernehmen und auch König werden.
Mit der Übernahme eines Amtes verpflichten sie sich gleichzeitig, auch an allen statutlich festgelegten kirchlichen religiösen Veranstaltungen der Pfarrgemeinde St. Vitus in gebührender Weise teilzunehmen.
Kann ein nichtkatholischer Christ sich aus Gewissensgründen nicht dazu verpflichten, ist eine Aufnahme in den Vorstand nicht möglich.
Das Amt des 1. Vorsitzenden bleibt nach wie vor in den Händen eines katholischen Mitgliedes der Bruderschaft.
Kommt ein Vorstandsmitglied, gleich welcher Konfession, den mit seinem Amt verbundenen Aufgaben und Pflichten nicht nach oder verletzt durch sein Auftreten und Verhalten das kirchliche oder weltliche Ansehen des Vereins intern oder öffentlich, tritt für ihn die Anwendung des § 6 der Statuten in vollem Umfang zu.
Die aufzunehmenden Mitglieder verpflichten sich zur Befolgung der Statuten und werden gegen Entrichtung einer Aufnahmegebühr, die von der Generalversammlung festgelegt wird, in die Bruderschaft eingereiht.
Jedes Mitglied der St. Sebastianbruderschaft erlangt nach 25jähriger Zugehörigkeit zur Bruderschaft die Ehrenmitgliedschaft der Sebastiansbruderschaft.
Jedes Mitglied der St. Johannesbruderschaft erlangt nach 10jähriger Zugehörigkeit zur Bruderschaft die Ehrenmitgliedschaft der Johannesbruderschaft.
- Die Mitgliedschaft endet:
- Mit dem Tode,
- Durch eine schriftliche Austrittserklärung beim Hauptvorstand
- Oder durch Anwendung des & 6 der Statuten
- die Statuten werden für Mitglieder, welche in der Zeit von 1939 bis Sebastian 1949 angesetzt wurden, dahin geändert, dass sie bei Erreichung des 55. Lebensjahres die Ehrenmitgliedschaft erhalten. Die Änderung wird dadurch begründet, weil in den 30er Jahren der Verein verboten war. Es konnten in der Zeit keine neuen Mitglieder aufgenommen werden, und so käme das Mitglied erst mit 65 oder 70 Jahren in den Genuss der Ehrenmitgliedschaft.
Dieser Nachtrag wurde auf der außerordentlichen Generalversammlung, Weihnachten 1954, einstimmig beschlossen.
a) Auf der Generalversammlung (Mitgliederversammlung) zur Wahl zugelassen und gewählt zu werden.
b) Auf der Generalversammlung über die wirtschaftlichen, finanziellen und sonstigen Verhältnisse der Bruderschaft orientiert zu werden.
c) Nach Vollendung des 18.Lebensjahres ein Amt im Vorstand zu bekleiden.
d) Am Vereinsvermögen teilzuhaben.
Bei Ausschluss entfällt die Beteiligung am Vereinsvermögen.
a) An den durch die Bruderschaft veranstalteten Festlichkeiten teilzunehmen.
b) Den Anordnungen des Vorstandes Folge zu leisten und sich im Bruderkreis und in der Öffentlichkeit so zu verhalten, dass es der Bruderschaft zur Ehre gereicht.
c) Nach Aufforderung seinen von der Mitgliederversammlung festgelegten Jahresbeitrag zu entrichten.
d) Nach Aufforderung - für die Dauer von zwei Jahren - verstorbene Mitglieder der Bruderschaft und gleichfalls verstorbene Ehefrauen von Mitgliedern zu Grabe zu tragen oder bei der Beerdigung die Totenfahne zu tragen. Von dieser Bestimmung ist der König ausgenommen. Das Ableben eines Mitglieds oder dessen Ehefrau ist von den Angehörigen des Verstorbenen dem Schützendiener zu melden, worauf dieser die Totenträger bestellt.
Kommt ein Mitglied seinen Pflichten nicht nach oder verletzt es sie gröblich, so kann es durch Entscheid des Vorstandes von diesem in Strafe genommen und auf der nächsten Generalversammlung mit Stimmenmehrheit ausgeschlossen werden.
§ 7 Der Hauptvorstand
1. Der Hauptvorstand vertritt die Interessen der Bruderschaften im weitesten Umfang und hat insbesondere die Aufgabe, den Vorstand beider Bruderschaften zu entlasten. Er hat somit die Belange der Bruderschaften in politischen, kirchlichen und eigensten Angelegenheiten wahrzunehmen und im Einvernehmen mit dem jeweiligen Vorstand der Bruderschaft darauf zu achten, dass Brauchtum und Sitte gepflegt werden.
Präses (Pastor der St.Vitus-Pfarre)
Der Aufgabenbereich des Geschäftsführers erstreckt sich auf die gesamte Geschäftsführung sowie die Führung der Kasse, über die Rechnung zu legen er jederzeit imstande sein muss. Statuten, Vereinsbücher und Unterlagen sind von ihm in Gewahrsam zu nehmen.
3. Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind der 1. und der 2. Vorsitzende. Sie sind jeweils einzelvertretungsberechtigt.
4. Der Hauptvorstand hat das Recht, über Anträge, die aus den Reihen der Bruderschaften kommen und ihm direkt oder über dem Vorstand der jeweiligen Bruderschaft zugeleitet werden, als letzte und maßgebende Instanz zu entscheiden.
5. Die Wahl, Wiederwahl oder Ergänzungswahl zum Hauptvorstand findet auf der Generalversammlung statt. Die Wahl erfolgt mittels Stimmzettel und wird entschieden durch Stimmenmehrheit.
Der Hauptvorstand wird auf unbestimmte Zeit gewählt. Jedoch ist jedes Mitglied des Hauptvorstandes verpflichtet, sein jeweiliges Ami nach Ablauf von 3 Jahren zur Verfügung zu stellen; es kann aber durch Wiederwahl sein bisheriges oder ein anderes Amt im Hauptvorstand bekleiden.
Bei der Wahl des Hauptvorstandes wird der 1. Vorsitzende vom jeweiligen König der St.-Sebastian-Bruderschaft vorgeschlagen; die übrigen Mitglieder des Hauptvorstandes werden dann vom 1. Vorsitzenden vorgeschlagen. Jedoch können bei der Wahl der Hauptvorstandsmitglieder auch Vorschläge aus der Mitgliederversammlung gemacht werden.
Die Mitglieder des Hauptvorstandes sind verpflichtet, die ihnen übertragenen Ämter in der satzungsmäßig festgelegten Zeit beizubehalten; nur besondere Gründe, wie z. B. Krankheit oder Sterbefall in der Familie, können sie davon entbinden.
6. Stellung und Aufgabe des Präses
1. Der Präses als Pfarrer der Gemeinde wird weder gewählt noch ernannt. Im Falle, dass die Vikariestelle besetzt ist, ist der Vikar in Vertretung des Pfarrers Präses der St.-Johannes-Bruderschaft.
2. Statt der üblichen Zeremonie des „Ansetzens" wird der Präses beim nächstfälligen Ansetzeabend der Bruderschaft vorgestellt und übernimmt hiermit die Mitgliedschaft mit allen Rechten und Pflichten. Die Entrichtung des üblichen Jahresbeitrages wird abgegolten durch die Feier der beiden Schützenhochämter, die der Präses „ex caritate" pflichtgemäß übernimmt.
3. Der Präses als Pfarrer ist auf allen Ebenen des Hauptvorstandes und des evtl. erweiterten Vorstandes geborenes Mitglied.
4. Seine Stellung als Präses hat nicht die Rechte eines Vorgesetzten. Die Schützenbrüder sehen in ihrem Präses vorzüglich den priesterlichen Schützenbruder, der ihnen mit Rat und Tat wohlwollend zur Seite steht. Die Schützenbrüder sehen es als ihre Ehre an, wenn der Präses an allen Festveranstaltungen Gast an beiden Königstischen ist.
5. Dem Präses obliegen insbesondere die Pflichten, die seelsorglichen Belange der Bruderschaften zu pflegen und für ihre kirchlich-religiöse Haltung Sorge zu tragen.
6. Im Bereich rein weltlicher Angelegenheiten und organisatorischer Fragen innerhalb der Bruderschaften wird der Rat des Präses gern gehört. Doch alle Obliegenheiten dieser Art, wie besonders die Verwaltung des Bruderschaftsvermögens bestimmen allein die Schützenbrüder. Der Präses hat hier nur allgemeines Mitbestimmungsrecht.
7. Die Schützenbrüder erwarten von ihrem Präses, dass er ihnen in der Pflege und Ausübung des ortsüblichen Brauchtums, so wie sie vor allem in den Statuten festgelegt sind, weder hinder-lich ist- noch deren Durchführung verbietet.
8. Der Präses darf seinerseits von seinen Schützenbrüdern erwarten, dass sie ihm für das religiös-kirchliche Leben innerhalb der Bruderschaft und der Pfarrgemeinde tatkräftig zur Seite stehen.
9. Anschließend an die Vitusprozession werden vor dem Pfarrhaus dem Präses die beiden Könige von den Obersten vorgestellt. Unmittelbar danach folgt das Ständchen vor ihm und den anderen Geistlichen.
Vorstehender Passus wurde auf der Generalversammlung Ostern 1967 von allen Mitgliedern einstimmig genehmigt.
1. Jede der beiden Bruderschaften hat ihren eigenen Vorstand. Seine Aufgabe ist es, die festlichen Belange der Bruderschaften wahrzunehmen. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass alle von den Bruderschaften veranstalteten Festlichkeiten den vorgeschriebenen Verlauf nehmen und die gesellschaftlichen Formen eingehalten und gewahrt werden.
3. Schäffer
4. Fähnrich
5. Fahnenoffizier
6. Königsoffizier
3. Bei festlichen Anlässen wird der Vorstand beider Bruderschaften durch den König, die Königin und die Hofdamen erweitert und bildet dann den Hofstaat.
§ 9 Wahl und Funktion der Vorstandsmitglieder
Der Oberst wird von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Königs mit Stimmenmehrheit gewählt. Die Wahl erfolgt mittels Stimmzettel. Der Oberst der St.-Sebastian-Bruderschaft wird für die Dauer von 3 Jahren gewählt; die Wahl des Obersten der St.-Johannes-Bruderschaft bezieht sich auf 2 Jahre. Bei der Wahl des Obersten wird der alte Oberst mit vorgeschlagen und kann auf weitere Jahre gewählt werden.
Der Oberst übernimmt die Führung der Bruderschaften bei allen Festlichkeiten und Veranstaltungen. Im Festsaal hat er die Vertretung des Veranstalters und besitzt auf Grund dieser Eigenschaft alle Hausrechte, von denen er nach Bedarf Gebrauch machen kann.
Der Adjutant wird vom Obersten persönlich ernannt und ist diesem zur Unterstützung in allen Angelegenheiten beigegeben. Der Schäffer tritt an die Stelle der früheren 3 Dechante (Dirken). Er wird auf Vorschlag des Obersten von der Mitgliederversammlung gewählt, und zwar bei der St.-Sebastian-Bruderschaft für die Dauer von 2 Jahren, bei der St.-Johannes-Bruderschaft für die Dauer von einem Jahr. Die Wahl des Schäffers der St.-Sebastian-Bruderschaft erfolgt auf der zu Ostern stattfindenden Generalversammlung; der Schäffer der St.-Johannes-Bruderschaft wird am 2. Schützenfesttag gewählt. Nach alter Sitte gebührt dem neu gewählten Schäffer der St.-Johannes-Bruderschaft ein Kranz aus Margeritenblumen und ein Solotanz.
Der Schäffer begleitet bei den Prozessionen St. Agatha, Fronleichnam und St. Vitus das Allerheiligste und trägt das sog. Schützenlicht. Letzteres trägt er auch bei Beerdigungen von Mitgliedern der Bruderschaft. Der Schäffer der St.-Sebastian-Bruderschaft versieht die Aufgabe des Lichttragens auch bei Beerdigungen von Ehefrauen der Mitglieder; der Schäffer der St.-Johannes-Bruderschaft trägt das Schützenlicht auch bei Beerdigungen von männlichen Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren.
Im Falle der Verhinderung des Obersten hat der Schäffer, sofern es sich um Angelegenheiten geschäftlicher Art handelt, Vertretungsbefugnis.
Der Fähnrich der St.-Sebastian-Bruderschaft wird auf Vorschlag des Obersten von der Mitgliederversammlung auf 2 Jahre gewählt; das Amt des Fähnrichs der St.-Johannes-Bruderschaft hingegen wird automatisch am 2. Schützenfesttag vom vorjährigen Schäffer übernommen. Die Übernahme der Fahne erfolgt hier nach altem Brauch durch den Fahnenraub der Hofdame. Die Amtszeit des jungen Fähnrichs erstreckt sich nur auf ein Jahr.
Der Fähnrich trägt bei Veranstaltungen der Bruderschaft, ferner auf St. Vitus, Fronleichnam und bei kirchlichen Sonderanlässen, die Schützenfahne. An den kirchlichen Hochfesten (Weihnach-ten, Ostern, Pfingsten, Maria Himmelfahrt und St. Vitus) hat der Fähnrich die Fahne an dem dafür bestimmten Platz in der Kirche auszuhängen.
Der Fahnenoffizier der St.-Sebastian-Bruderschaft und auch der St.-Johannes-Bruderschaft wird von der Mitgliederversammlung für 2 Jahre gewählt.
Der Fahnenoffizier holt mit der Bedeckungsmannschaft den Fähnrich ab und begleitet ihn bei Festzügen und Prozessionen. Der Königsoffizier der St.-Sebastian-Bruderschaft wird auf der Generalversammlung für die Dauer von 2 Jahren gewählt. Der Königsoffizier der St.-Johannes-Schützen erhält sein Amt nach dem Königsschießen durch Ernennung von Seiten des Königs. Er holt mit seiner Bedeckungsmannschaft den König ab und begleitet ihn bei Festzügen und Prozessionen. Auf St. Vitus und Fronleichnam geben beide Königsoffiziere dem Allerheiligsten das Geleit.
Der Königsoffizier ist im Falle der Verhinderung des Obersten der 1. Offiziersstellvertreter bei Festumzügen und Prozessionen.
§ 10 Der König
Der König hat innerhalb der Bruderschaft eine Sonderstellung. Seinem Namen, seiner Stellung und seiner Würde entsprechend bildet er den Mittelpunkt der Bruderschaft und wird von den Schützenbrüdern besonders geehrt. Er erwirbt seine Würde durch den besten Schuss und erhält dafür ein Schussgeld.
Zum Königsschießen wird der König vom Schützenzug mit der Fahne von seiner Wohnung aus abgeholt.
An den Vierhochzeitenfesten und am Feste des hl. Vitus nimmt der König als Repräsentant der Bruderschaften am Hauptgottesdienst im Ornat teil. Sein Platz befindet sich in der ersten Bank an der Männerseite.
Durch sein Stimmrecht im Vorstand nimmt er auch an dessen Aufgaben teil.
Bei Stimmengleichheit gibt seine Stimme den Ausschlag. Auf Versammlungen hat er ein Präsidialamt.
Dem König ist es freigestellt, sich zur Königin seine Ehefrau oder die Frau eines Mitgliedes der Bruderschaft zu wählen. Der König der St.-Johannes-Bruderschaft nimmt sich der alten Überlieferung folgend eine Willebadessener Bürgerin zur Regentin.
König, Königin und die übrigen Damen und Herren vom Hofstaat haben an den Schützenfesttagen und am Sebastiansfest ein Anrecht auf einen besonders festlich geschmückten Tisch, den sog. Königstisch.
Ist der König aus einem ernsthaften Grunde an der Ausübung seines Amtes verhindert, so tritt an seine Stelle der zweitbeste Schütze, der Kronprinz.
Jedem Schützenbruder, der die Königswürde innehatte, ist es freigestellt, weitere Ämter im Vorstand anzunehmen. Von der Verpflichtung des Totentragens ist er enthoben.
§ 11 Der Schützendiener
Der Schützendiener hat die Aufgabe, sämtliche vom Vorstand bestellten Botengänge auszuführen. Er erhält hierfür ein Entgelt. Am Tage des Königsschießens trägt er, dem Schützenzug voraus, den Vogel zum Schützenberge.
Er wird vom Vorstand der jeweiligen Bruderschaft mit seinem Amte betraut.
Die Generalversammlung (Mitgliederversammlung) beider Bruderschaften findet grundsätzlich am 2. Ostertage jeden Jahres statt. Von Seiten des Vorstandes ist den Mitgliedern Bericht zu erstatten über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Vereins als auch über sonstige Vereinsahngelegenheiten, für die bei den Mitgliedern ein berechtigtes Interesse besteht. Darüber hinaus finden auf der Generalversammlung vor allem die Wahlen und Ergänzungswahlen zum jeweiligen Vorstand und Hauptvorstand statt.
Der Hauptvorstand ist berechtigt, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, wenn er das im Interesse des Vereins für erforderlich hält, bez. wenn ein Fünftel der Stimmberechtigten Mitglieder des Vereine das beim Hauptvorstand schriftlich beantragen.
Die Tagesordnung der Generalversammlung wird durch Aushang vierzehn Tage vor der Versammlung durch den Vorstand an der Stadthalle Willebadessen den Mitgliedern bekannt gemacht.
Die Satzungen der Bruderschaften können nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder geändert werden.
Die Bruderschaften bestehen rechtlich so lange, wie die Zahl der Mitglieder nicht unter 3 hinab sinkt. Erst dann vollzieht sich die Auflösung.
Das Vereinseigentum fällt bei der Auflösung der St.-Vitus-Kirche zu treuen Händen zu.
§ 15 Veranstaltungen und Festlichkeiten der Bruderschaften
1. Ansetzeabend
Zunächst etwas zum Begriff selbst. „Ansetzen" bedeutet soviel wie Aufnahme neuer Mitglieder in die St.-Sebastian-Bruderschaft.
Diese erfolgt am Freitagabend nach dem 20. Januar (Sebastian-Namensfest).
Um 20 Uhr beginnt der Ansetzeabend, an dem nur Mitglieder der St.-Sebastian-Bruderschaft dieses Mal allerdings nicht in Begleitung ihrer Damen teilnehmen. Nach der Begrüßung durch den Obersten werden den anzusetzenden Schützen die Statuten bekannt gegeben. Sie verpflichten sich durch Handschlag und Nachspruch der Eidesformel:
„Ich gelobe und verspreche, die mir vorgelesenen Statuten treu und gewissenhaft zu befolgen."
„Solange wir uns kennen, wollen wir uns Brüder nennen, die Statuten anzuerkennen und zu befolgen."
Anschließend haben die neu anzusetzenden Schützen ihre gesellschaftlichen Fähigkeiten, wie Tanzen, Singen und Trinken unter Beweis zu stellen. Nach gebührender und oft sehr witziger Kritik durch einen eigens für diese Angelegenheit bestimmten Zeremonienmeister erfolgt dann die Aufnahme.
Bei unseren Vorfahren war es üblich, ein Eintrittsgeld von einem Taler und 6 Zehrungen in Höhe der folgenden Festeintritte zu entrichten. Den gewandelten Verhältnissen Rechnung tragend, werden Eintrittsgeld und bisher übliche Zehrung durch eine einmalig zu entrichtende Aufnahmegebühr abgelöst. Dieser Betrag ist zur Hälfte am Ansetzeabend, die zweite Hälfte bis zum Vitusfest fällig. Nach Entrichtung der Gebühr beginnt die Mitgliedschaft.
Der nunmehr beendeten Aufnahme schließt sich ein brüderliches Beisammensein an, das immer vom oben genannten Leitspruch des Vereins getragen und vom alten Geiste der Bruderschaften erfüllt sein möge.
Alte Sitten und Gebräuche sollten gerade an diesem Abend zu ihrem Recht kommen, und eines der kostbarsten Güter, welches unsere Ahnen uns als Vermächtnis hinterließen, die schöne alte plattdeutsche Sprache, die in ihrer schlichten und drastischen Ausdrucksweise ihresgleichen sucht, sollte besonders gepflegt werden. Gibt uns doch gerade unsere Muttersprache, die platt-deutsche Mundart, das stärkende Gefühl echter Zusammengehörigkeit. Es ist deswegen wünschenswert, wenn sich die Mitglieder, insbesondere an diesem Abend, des Plattdeutschen als Vereinssprache bedienen.
2. Der Sebastianstag
Der Sebastianstag wird eingeleitet mit der Vereinsmesse (Hochamt), zu der der alte und junge König mit seinem Vorstand im Ornat erscheint. Die Teilnahme aller Schützenbrüder ist selbstverständliche Pflicht. Am Opfergang, der vom Obersten der Sebastianer angeführt wird, beteiligen sich nebst den Schützenbrüdern auch die Damen der Vereinsmitglieder.
Nach dem Hochamt findet nach altem Brauch ein Schützenfrühstück für die Schützenbrüder statt.
Der traditionelle Festball, beginnt am Abend mit den Königstänzen.
Traditionelle Einlagen beim Festball sind das sog. Trommelküssen und das unbemerkte Aufhängen des Königshutes. Beim Trommelküssen werden die Damen der neu angesetzten Mit-glieder in einen von Festteilnehmern gebildeten Kreis geführt, in dessen Mitte der Tambour mit der Trommel steht. Der Reihe nach müssen die Damen nach einem Trommelwirbel die Trommel küssen. Eine weitere alte Sitte ist das unbemerkte Aufhängen des Königshutes über den Sitzplätzen. Wer nach dem Tanz unter dem Königshut Platz genommen hat, bekommt den Hut aufgesetzt und wird mit der Trommel zu einer Runde für die Damen an die Theke geleitet.
Die Generalversammlung findet am 2. Ostertage jeden Jahres statt. Die Eröffnung erfolgt durch den Hauptvorsitzenden. Auf der Tagesordnung steht:
1. Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung.
2. Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers und dessen Entlastung.
3. Etwa notwendig werdende Wahlen, Wiederwahlen und Ergänzungswahlen zum Hauptvorstand und zum Vorstand der jeweiligen Bruderschaften.
4. Beschluss, betreffend das kommende Vitus- und Schützenfest.
5. Aufnahme neuer Mitglieder in die St.-Joh.-Bruderschaft.
Den an der Versammlung teilnehmenden Schützen können nach Bewilligung des Vorstandes freie Getränke gewährt werden.
Der Schriftführer verfasst über die Mitgliederversammlung ein Ergebnisprotokoll, welches auf der nächsten Generalversammlung verlesen wird.
4. Königsschießen der St.-Johannes-Schützen
Am 1. Samstag im Mai findet das Königsschießen der St.-Johannes-Schützen statt. Um 14 Uhr wird zum Antreten getrommelt. Nach erfolgter Aufstellung ziehen die jungen Schützen zum Schützenberge, um ihren neuen König zu schießen. Der alte König eröffnet das Schießen und gibt den ersten Schuss ab. Ihm schließen sich die Mitglieder des Vorstandes und dann die übrigen Schützen an. Der beste Schütze erhält die Königswürde und bekommt für den Königsschuss ein Schussgeld. Auch für den Abschuss von Krone, Zepter und Apfel wird den betreffenden Schützen ein besonderes Schussgeld gezahlt.
Nach Ermittlung des Königs erfolgt seine feierliche Dekoration, die jedoch nicht vor 19 Uhr stattfinden soll. Darauf führen die Schützen ihren neuen König in einem Umzug durch die ganze Stadt und stellen ihn dem Bürgermeister vor. Anschließend wird er nach Hause begleitet, wo auch den Angehörigen des Königs Fahne und Gewehr präsentiert werden.
Für die Mitglieder des Vorstandes der St.-Johannes-Bruderschaft ist es Pflicht, den alten schönen Pfingstbrauch des Maibaumbringens zu erhalten. Sie erfreuen deswegen ihre für den Hofstaat auserwählten Damen in der Pfingstnacht mit einem Maibaum.
Am 1. Pfingsttag versammelt sich der Vorstand und begibt sich mit den Damen zur Tanzkuhle im Paschenberg, wo bei Spiel und Tanz einige frohe Stunden verlebt werden. Der König stellt sich bei dieser Gelegenheit mit seiner Königin vor. Es ist üblich, dass der König aus diesem Anlass ein Fass Bier gibt.
6. Königsschießen der St.-Sebastian-Schützen
Das nächstfolgende Ereignis im Laufe des Jahres ist das Königsschießen der alten Schützen, welches gleichzeitig den Auftakt zum bevorstehenden Vitus- und Schützenfest bildet. Der Ablauf des Königsschießens erfolgt in gleicher Weise wie bei den St.-Johannes-Schützen. Für die St.-Sebastian-Schützen ist dieser Tag nach alter Tradition ein Festtag und die Beteiligung sollte, dementsprechend sein.
Während des Königsschießens sammelt der Vorstand der St.Johannes-Schützen - einem uralten Brauch gemäß - bei den Bürgern der Stadt Eier. Von dem Verkaufserlös wird jährlich ein angemessener Betrag, etwa 10,- EURO, zur Anschaffung des Schützenlichtes an die Kirche abgeführt, der Rest fließt in die Vereinskasse.
7. Das St.-Vitus-Fest
Nach dem Hauptgottesdienst nehmen beide Bruderschaften auf dem Klosterhof Aufstellung zur Prozession. In Doppelreihe setzen sich die Schützen an die Spitze. Mit angezogenem Gewehr und unter Trommelklang marschieren sie im Gleichschritt der Prozession voraus und tragen so zur feierlichen Gestaltung der Prozession und des Festes besonders bei. Inmitten der Bruderschaften wird das Haupt des hl. Johannes - es ist Eigentum der St.-Johannes-Bruderschaft
- getragen. Dem Bilde der hl. Maria und der hl. Agatha werden je zwei Ehrenschützen beigegeben. Bei den einzelnen Stationen wird von den Bruderschaften Spalier gebildet, durch das das Allerheiligste, von beiden Obersten abgeholt, bis zur Station geleitet wird. Danach setzen sich die Bruderschaften wieder an die Spitze der Prozession. Beim Passieren des Allerheiligsten sowie beim Segen werden Gewehr und Fahne präsentiert. Nach der Prozession formieren sich die Bruderschaften und ehren gleichfalls den hl. Vitus durch Präsentieren von Gewehr und Fahne.
Anschließend wird dem amtierenden Präses/Pfarrer sowie allen anwesenden Geistlichen vor dem Pfarrhaus ein Ständchen gebracht. Bei dieser Gelegenheit werden die Geistlichen von den beiden Obersten zum Schützenfest eingeladen.
Von dort marschieren die Bruderschaften zum Ehrenmal und gedenken unter Niederlegung eines Kranzes der gefallenen und toten Mitbrüder. Beim Vorbeimarschieren der Bruderschaften an der Kirche, an einem Kreuz und am Ehrenmal wird mit angezogenem Gewehr gegrüßt.
8. Schützenfest-Freitag
Den Vorstandsmitgliedern wird unter Abspielen schöner alter Volkslieder ein Ständchen gebracht. Die Herren des Hofstaates bedanken sich unter gleichzeitigem Spendieren eines kleinen Umtrunkes bei der Musikkapelle.
An diesem Abend werden auch die Tannen für die beiden Königspaare von den Jungschützen geholt.
9. Schützenfest-Samstag
Um 13 Uhr wird zum Antreten getrommelt. Nach Versammlung in der Festhalle setzt sich die Schützenzug zum Abholen der Könige und des Hofstaates in Bewegung.
Die Bruderschaften legen Wert darauf und rechnen es sich zur Ehre an, ihre Geistlichen als Gäste auf dem Feste zu begrüßen.
Im Laufe des Spätnachmittags treten die Mitglieder beider Bruderschaften mit den Damen zur Polonäse an.
10. Schützenfest-Sonntag
Das Fest beginnt, wie am Tage vorher, um 13 Uhr. Nach Rückkehr in den Festsaal wählen die jungen Schützen während einer Tanzpause ihren neuen Schäffer. Der bisherige Schäffer übernimmt das Amt des Fähnrichs. Die Hofdame des alten Fähnrichs, der nunmehr aus dem Vorstand ausscheidet, macht der Hofdame des neuen Fähnrichs die Fahne streitig. Letztere muss sich die Fahne rauben und sie dem neuen Fähnrich übergeben. Durch Schäffer-, Königs- und Herrentanz erfährt das Fest verschiedene angenehme Unterbrechungen. Mit Rücksicht auf die übrigen Festteilnehmer ist die Sitte, den Hofstaat zum Abendessen mit Musik nach Hause zu begleiten, ebenso das Ständchenbringen für den neu gewählten Schäffer entfallen.
11. Schützenfest Montag
Der Festtag beginnt mit einer hl. Messe in der Pfarrkirche St. Vitus.
Danach laden die Schützenbruderschaften die gesamte Gemeinde zum Frühschoppen in die Festhalle ein.
Seit alters her ist es Sitte, dass die gesamte Bevölkerung Willebadessens an den Festen und Veranstaltungen der Bruderschaften regen Anteil nimmt. So wie alle einst zur Lösung ernster
Aufgaben sich vereinten, blieben sie nach deren Erfüllung auch später eine Gemeinschaft in Frohsinn und Tanz. Die festlichen Ereignisse der Schützenbruderschaften wurden somit echte Volks- und Heimatfeste, die wir wegen ihrer unschätzbaren kulturellen Bedeutung auch der Nachwelt erhalten wollen. Die Verbundenheit der Willebadessener Bürger mit ihrem alten Schützenverein kann nicht besser zum Ausdruck kommen, als dass Straßen und Häuser bei diesen Anlässen in wahrem Festschmuck prangen. Da es sich bei den Veranstaltungen der Bruderschaften, insbesondere des Schützenfeste, um Ur-Willebadessener Feste handelt, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle nicht unbedingt notwendigen Arbeiten ruhen und so eine vollzählige Beteiligung gewährleistet ist.
Wir wollen hiermit das von unseren Vätern Ererbte unseren Kindern unverändert weitergeben.
Guod giwett!
Vorstehende Statuten wurden von der Generalversammlung am 2. Ostertag einstimmig zur Eintragung ins Vereinsregister angenommen.
Willebadessen, den 1. April 2013
Karl Gockeln Josef Sievers
Arnold Wiegers Herbert Ernst