Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-83709-7_8
Timestamp: 2019-08-23 15:48:01
Document Index: 84922552

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', '§ 18', '§ 81', '§ 211', 'Art. 28', '§ 78', '§ 94', '§ 100', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 27', '§ 12', '§ 71', '§ 103', '§ 81', '§ 101', '§ 103', '§ 103', '§ 12', '§ 141', '§ 72', '§ 54', '§ 55', '§ 823', '§ 823', '§ 141', '§ 823', '§823', '§ 45', '§ 48', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 103', '§ 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH']

Allgemeines Persönlichkeitsrecht oder Schutz der Persönlichkeitsrechte? — Zur Struktur zivilrechtlicher Denkformen — | Springer for Research & Development
Persönlichkeit, Familie, Eigentum pp 113-135 | Cite as
Allgemeines Persönlichkeitsrecht oder Schutz der Persönlichkeitsrechte? — Zur Struktur zivilrechtlicher Denkformen —
Die Unterscheidung zwischen Vermögensrechten, Immaterialgüterrechten und Persönlichkeitsrechten war bereits der Zivilrechtsdogmatik des vergangenen Jahrhunderts geläufig — dies u. a. deshalb, weil man mit Hilfe der Vorstellung von Persönlichkeitsrechten das damals vieldiskutierte Autor- bzw. Urheberrecht als einheitliches subjektives Recht beschreiben konnte (und nicht nur als ein Bündel verliebender ”Privilegien” oder Monopolrechte). Und diese Rückführung des Urheberrechts auf die Anerkennung der Persönlichkeit des Urhebers hat die Ausbildung der Dogmatik des Urheberrechts bekanntlich sehr gefördert. Josef Kohler 1, Heinrich Dernburg 2und Otto von Gierke 3 sprachen in diesem Zusammenhang bereits von einem ”Allgemeinen Persönlichkeitsrecht”4, mit dessen Hilfe sie z. B. die Rechtswidrigkeit einer ungenehmigten Veröffentlichung von Privatbriefen oder Tagebüchern begründeten. Diese Konstruktion konnte sich damals allerdings in der deutschen5 Lehre und Rechtssprechung nicht durchsetzen6. Erst nach 1945 nahm dann die Zahl der Befürworter eines ”Allgemeinen Persönlichkeitsrechts” zu7, insbesondere nach Erlaß des Grundgesetzes, dessen Art. 1 und 2 zu seiner Begründung herangezogen wurden8. Und so berief sich denn auch der Bundesgerichtshof in seinem ”Leserbrief-Urteil”9 vom 25. 5. 1954 auf das ”Allgemeine Persönlichkeitsrecht”, um die Rechtswidrigkeit einer ungenehmigten Veröffentlichung von Privatbriefen zu begründen. Er stellte dazu fest, daß nach den Art. 1 und 2 GG das Recht des einzelnen auf Achtung seiner Menschenwürde und auf Entfaltung seiner individuellen Persönlichkeit nicht nur von den Staatsorganen, sondern von jedermann anzuerkennen sei10.
Meinem verehrten Lehrer, Karl Michaelis, zum 85. Geburtstag am 21. 12. 1985 gewidmet.
Iherings Jb 18 (1880), S. 129ff., 257ff., 271ff; Arch. bürgert. Bd. 7 (1893), S. 94ff.Google Scholar
Das bürgerliche Recht des Deutschen Reichs und Preußens. Bd. I, 3. Aufl. 1906, § 18 II, S. 51ff.Google Scholar
Deutsches Privatrecht, Bd. I, 1895, § 81 I, S. 703f.; Bd. III, 1917 § 211 II 2, S. 87f.Google Scholar
Kohler benutzte dabei den Ausdruck ”Individualrecht” (a. a. O., S. 105), den er in seinem ”Autorenrecht” (Iherings Jb. Bd. 18, S. 129ff., 257ff.) ausführlich dargestellt hatte.Google Scholar
Anders z. B. Art. 28 des Schw.ZGB v. 10. 12. 1907, wonach man auf Beseitigung der Störung klagen kann, wenn man in seinen persönlichen Verhältnissen unbefugtermaßen verletzt wird.Google Scholar
Vgl. RGZ 51, 369ff. (1902).Google Scholar
Vgl. z. B. Coing SJZ 1947, 641.Google Scholar
Hervorgehoben seien nur die Habilitationsschrift von H. Hubmann, Das Persönlichkeitsrecht, 1953 (2. Aufl. 1967) und Ennecerus-Nipperdev, Allg. Teil des bürgerlichen Rechts, I 2, 14. Aufl. 1952, § 78 I 2, S. 292, § 94 IV, S. 364f., § 100 IV, S. 391ff.Google Scholar
BGHZ 13, 334ff.; ebenso 31, 308ff.Google Scholar
Vgl. BGHZ 24, 72ff., 76 — Krankenpapiere.Google Scholar
Vgl. z. B. BGHZ 24, 200ff.-Spätheimkehrer; 39, 124 — Fernsehansagerin; JZ 1965, 411ff. — Gretna Greene.Google Scholar
BGHZ 30, 7ff. — Catalina Valente-; 363ff. — Ginseng-; 81, 75ff. — Carrera.Google Scholar
BGHZ 20, 345 — Paul Dahlke —; 26, S. 349ff. — Herrenreiter.Google Scholar
BGHZ DB 1970, 1583ff.Google Scholar
BGHZ 60, 296ff.; NJW 1973, 42ff. — Telexwerbung.Google Scholar
BGHZ 27, 284ff. — Tonbandaufnahmen-; 33, 20ff.; BVerfGE 34, 238ff.Google Scholar
BGHZ 73, 120ff.;BAG NJW 1983, S. 691.Google Scholar
BGHZ 24, 200ff.; NJW 1966, 2353f.Google Scholar
BGH NJW 1970, S. 184 — Lochbohrerfall-.Google Scholar
LAG Baden-Württemberg NJW 1976, S. 310ff.Google Scholar
BGHZ 82, 173ff., 179 (bedenklich, weil die geltenden Gesetze ein entsprechendes ”Recht” des ehelichen Kindes ausschließen).Google Scholar
BGHZ 92, 213ff., 219.Google Scholar
BGHZ 75, 160ff. (1979 — Judenmord-); der BGH stellte fest, daß derartige Äußerungen jeden Juden beleidigen.Google Scholar
So die Formulierung in BGH 26, 349ff. — Herrenreiter —Google Scholar
So die Formulierung in BGH 35, 363ff. — Ginseng —.Google Scholar
BVerfGE 34, 269 — Soraya.Google Scholar
BGHZ 26, 349ff.Google Scholar
Obwohl der Kläger hatte vortragen lassen, daß er sich, wenn überhaupt, dann nur gegen die Zahlung eines Entgelts von 15.000 DM hätte lächerlich machen lassen (a. a. O., S. 350), worauf E. Kaufmann (AcP 162, S. 421 ff., 439) gegenüber dem BGH zu Recht hinweist.Google Scholar
Anders wiederum die neuere Rechtsprechung, vgl. BGHZ 81, 75ff., 82ff.; Carrera (dazu ausführlich R. Sack WRP 1984, S. 521ff., 527, mit Nachw.); NJW 1982, S. 1154ff.Google Scholar
Auch das KunstUrhG knüpfte bis 1974 in § 35 an die Verletzung des Rechts am eigenen Bilde bereits finanzielle Sanktionen; der Verletze hatte unter bestimmten Umständen eine Geldbuße zu zahlen. Man kann die Entscheidung also auch dahin interpretieren, daß der BGH mit Hilfe des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts den durch das KunstUrhG geregelten Schutz des Rechts am eigenen Bilde über das Gesetz hinaus ausdehnte.Google Scholar
Dies hatte der Gesetzgeber des BGB abgelehnt, weil man sich seine Ehre nicht abkaufen lasse.Google Scholar
Weil sonst die ”höheren” (weil geistigen) Rechtsgüter vom Recht weniger geschützt würden als die ”materiellen Rechtsgüter”.Google Scholar
Der BGH hat zwar den Anspruch auf Schmerzensgeld auf ”schwere Eingriffe” beschränkt, um so der Gefahr der Kommerzialisierung zu begegnen (BGHZ 35, 363ff., 368 — Ginseng) und hält daran auch trotz kritischer Einwände des Schrifttums (vgl. z. B. G. Wiese, Der Ersatz des immateriellen Schadens, 1964, S. 49ff.; E. Deutsch, Haftpflichtrecht, I, 1976, § 27 II, 4 S. 469f.; Schwerdtner, Münchner Kommentar, Bd. I, 2. Aufl. 1984, § 12, Rdn 304, 307).Google Scholar
Auch das österreichische AGB und das schw. ZGB enthalten vergleichbare Generalklauseln.Google Scholar
Vgl. dazu die Darstellung bei K. Larenz, Besonderes Schuldrecht, 12. Aufl. 1981, § 71 I, S. 591ff.Google Scholar
So noch für das heutige Recht W. Fikentscher, Schuldrecht, 7. Aufl., 1985, § 103 II, S. 738f.Google Scholar
Vgl. dazu FN 1-3.Google Scholar
Deutsches Privatrecht (FN 2), § 81 I, S. 703f.Google Scholar
So auch nach 1945, z. B. Enneccerus-Nipperdey, Allg. Teil (FN 8), § 101 I 2, S. 583, K. Larenz NJW 1955, S. 525; vgl. auch Pawlowski, Allg. Teil des BGB, 2. Aufl. 1983, Rdn. 192; BGB 50, S. 133ff., 146.Google Scholar
Schuldrecht (FN 35), § 103 II, S. 736ff.Google Scholar
Schuldrecht (FN 35), § 103 II, S. 738f.Google Scholar
Vgl. z. B. Festschrift für Konrad Duden, hrsg. v. Wüst, u. a., 1977, S. 717ff., 724.Google Scholar
Ähnlich auch H. Brox, Besonderes Schuldrecht, 10. Aufl. 1983, Rdn. 450ff.; Pawlowski, Allg. Teil (FN 38) Rdn. 292; H. Hübner, Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs, 1985, Rz. 103; Säcker, ZRP 1969, S. 66, FN 16; Schlechtriem, DRiZ 1975, S. 65, und früher Larenz, NJW 1955, S. 521.Google Scholar
Bd. I (FN 32), § 12, Rz. 203.Google Scholar
Es sei bemerkt, daß die einzelnen Darstellungen naturgemäß eine viel größere Anzahl von Nuancierungen und Unterschieden aufweisen. So verwendet z. B. D. Medicus (Schuldrecht II, 2. Aufl. 1985, § 141, S. 344) den Terminus ”Rahmenrecht”, verweist aber dann auf die Abwägung im Einzelfall usf. Auch die Rechtsprechung bietet keineswegs ein einheitliches Bild. Der Text bietet also eine idealtypische Vereinfachung. den einzelnen zuspricht.Google Scholar
Vgl. z. B. K. Larenz, Schuldrecht (FN 34), § 72 III, S. 622ff., 624; Esser-Weyers, Schuldrecht II, 6. Aufl. 1984, § 54 I, S. 451; § 55 I 2, S. 466; Mertens, Münchner Kommentar, Bd. II, 1980; vor § 823, Rz 5; § 823 Rz 102, 484; D. Medicus, Schuldrecht (FN 42), § 141, S. 344ff.; Jauernig-Teichmann, BGB 3. Aufl. 1984, § 823, VIII a 1; Palandt-Thomas, Bürgerliches Gesetzbuch, 44. Aufl. 1985, §823, 15.Google Scholar
Vgl. dagegen Wiese, Duden-F. (FN 41), S. 724.Google Scholar
Dazu ausführlich siehe Pawlowski, Der Rechtsbesitz in geltenden Sachen und Immaterialgüterrecht, 1961, §§ 45ff., S. 108ff.,118ff., vgl. auch Allg. Teil (FN 38), Rz 297ff.Google Scholar
Die Rechtsprechung zum ”Eingriff in den Bestand des eingerichtet und ausgeübten Gewerbebetriebes” (so die frühere Formulierung) orientierte sich bis 1929 an dem früher dargestellten Konzept unseres Schadensersatzrechts; vgl. dazu die Nachweise bei Pawlowski, Rechtsbesitz (FN 47), § 48, S. 118ff.Google Scholar
BGH 3, S. 270ff., 279; vgl. auch BGH 20, S. 200ff., und zuletzt BGH 80, S. 25ff., 27-Wallraff-.Google Scholar
Fikentscher qualifiziert daher auch das Recht am Gewerbetrieb als ”Rahmenrecht”; Schuldrecht (FN 35), § 103 H, S. 729ff.Google Scholar
Der rechtsdogmatische Hintergrund dieses Wandels der Rechtssprechung und Lehre ist der Wandel der Vorstellung vom ”subjektiven Recht”. Dieses stellt sich der älteren Lehre als eine ”Herrschaftsbefugnis” (Willensmacht) bzw. als eine ”Normsetzungsbefugnis” (E. Bucher) dar. Die neuere Lehre versteht es dagegen als ein ”Bündel gesetzlich geschützter Interessen” (vgl. dazu Pawlowski, Allg. Teil (FN 38), Rz. 104ff., 282ff., 297ff.). ”Eingriffe (Verletzungen) sind demnach bei der älteren Lehre immer (nur) Eingriffe in die — ursprüngliche, dem Recht und Staat vorgegebene (Handlungs-) Freiheit der Person, während es bei der neueren Lehre immer (nur) um die Beeinträchtigung von (Rechts-)”Gegenständen” die das Recht den einzelnen zuspricht.Google Scholar
Vgl. z. B. den programmatischen Titel der Abhandlung von K. H. Ladeur, Abwägung, ein neues Rechtsparadigma? ARSP 69 (1983), S. 463ff.Google Scholar
Vgl. aber oben FN 44.Google Scholar
Arch.Bürg.R. Bd. 7, S. 94ff.; Iherings Jb Bd. 18, S. 129ff., 271ff.Google Scholar
Vgl. z. B. die Darstellung bei Fikentscher, Schuldrecht (FN 35), § 103 H, S. 734: Rahmenrechte … durch Verhaltensnormen … auszufüllendes ”Rechtsbündel” und eingehend schon K. Michaelis in: Person und Recht, hrsg. v. D. Th. Heckel, 1962, S. 40ff.Google Scholar
BVerfGE 30, 173ff.Google Scholar
AaO, S. 218ff., 225Google Scholar
Ähnliches gilt wohl für die Entscheidung des BGH und des BVerfG im Streit Böll/Walden (BGH NJW 1978, S. 1797ff.; 1982, S. 635ff., BVerfGE 54, 208ff.), in dem das BVerfG zur Verurteilung Waldens zur Zahlung von Schmerzensgeld anwies (S. 222f. a. a. O.), weil dieser (subjektiv) mehrdeutigen Aussagen Bölls durch den Zusammenhang seines Zitats einen eindeutigen Sinn gab — obwohl dieser Sinn dem Verständnis des ”Durchschnittslesers” oder-”hörers” entsprach: Der Verfasser des Flugblattes über den ”Judenmord”, der sich gegen die ”Lüge” von den 6 Millionen vergasten Juden wandte, wurde dagegen mit seinem Einwand nicht gehört, er habe nur die Zahl von 6 Millionen bestreiten wollen — weil der Durchschnittsleser seine Aussage anderes verstehe (BGHZ 75, 160ff.). Diese Urteile werden verständlich, wenn man sie in die heutigen politischen Zusammenhänge einordnet; sie lassen sich aber nicht mehr als allgemeine, für alle gleiche Gesetze zurückführen. (Dazu ausführlich Pawlowski, Rechtsstaat ohne Dogmatik? Demnächst in Festschrift für Alois Troller, hrsg. von W. Krawietz und W. Ott).Google Scholar
BGHZ 75, 160ff.Google Scholar
Dazu Pawlowski, Festschrift für Troller (FN 58). Der ”Koalitionskompromiß” (vgl. dazu den Bericht in JZ-Gesetzgebungsdienst — 1985, S. 46) ist inzwischen als 21. Str.ÄndG. v. 13. 6. 1985 (BGBl I, S. 965) Gesetz geworden.Google Scholar
Vgl. z. B. Ostendorf NJW 1985, S. 1662ff.Google Scholar
BVerfG 35, 202ff., 221ff.Google Scholar
Vgl. dazu Pawlowski, Methodenlehre für Juristen, 1981, Rdn. 330ff., 341ff.Google Scholar
Daneben gibt es natürlich eine Reihe von Urteilen, die aus dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht neue allgemeine Rechtssätze ableiten oder jedenfalls versuchen, systematische Abgrenzuhgskriterien zu entwickeln — wie z. B. die Bild/Wallraff-Entscheidungen (BGHZ 80, 25ff.; BVerfG 66, 166ff. — trotz Betonung der Notwendigkeit der Abwägung im Einzelfall: BGH S. 27 a. a. O.-). Das gleiche gilt für die ”Carrera-Entscheidung” (BGHZ 81, 75ff.).Google Scholar
Dazu ausführlich Pawlowski, Troller-F. (FN 58).Google Scholar
JZ 1985, S. 353ff.Google Scholar
Rechtsphilosophisch kann man diesen Ansatz mit Walter Benjamin verbinden, dessen Lehre H. Folkers jetzt einfühlend dargestellt hat (vgl. zuletzt ARSP 71 (1985), S. 246ff., 253ff.). Denn nach Benjamin zeigt sich die Gerechtigkeit im Einzelfall, der nie dem anderen Fall gleich ist — in dem allerdings Gott die Gerechtigkeit jeweils neu schafft, nämlich der Gott, der immer der ewigen Wiederkehr des Mythos entgegentritt (vgl. S. 256 a. a. O.). Was dies für staatliches Recht bedeuten kann, bleibt dabei allerdings offen.Google Scholar
Vgl. BVerfGE 66, 116ff., 142 (Wallraff): ”Die Rechtsordnung besteht nicht nur aus ”formalen” Regeln … Unter dem Grundgesetz ist die Rechtsordnung vielmehr eine förmlich und inhaltliche Ordnung …”Google Scholar
NJW 1985, S. 1519ff., 1528f.Google Scholar
Hervorh. vom Verf.Google Scholar
Vgl. oben zu FN 46ff.Google Scholar
Der entscheidende Unterschied zwischen der ”Bindung durch Normen und der ”Bindung an Werte” liegt gerade darin, daß letztere gegenüber den jeweils vorherrschenden politischen Überzeugungen offener sind als erstere; dazu Pawlowski, Festschrift für Troller (Fn 58).Google Scholar
Vgl. dazu auch die Feststellung von Mahrenholz und Böckenförde NJW 1985, S. 1527ff., 1528f.Google Scholar
Persönlichkeitsrecht (FN 8), S. 12ff.Google Scholar
S. 36ff. a. a. O.Google Scholar
Des Redaktionsausschusses des parlamentarischen Rats; vgl. Jahrbuch des Öffentlichen Rechts, Bd. 1 NF (1951) S. 56, 59, 62.Google Scholar
BVerwGE 1, 159ff.Google Scholar
Die Leistungen aufgrund der Fürsorgepflichtverordnung v. 13. 12. 1924 (RGBl I, S. 100) wurden in Anschluß an die Tradition des preuß. Gesetzes über die Armenpflege v. 31. 12. 1842 (pr. GS 1843, S. 8) nur aus Gründen der öffentlichen Ordnung gewährt.Google Scholar
Während die Fürsorgepflicht-Verordnung mit 39 Paragraphen auskam.Google Scholar
Vgl. dazu u. a. die Darstellung von H. Folkers ARSP 71 (1985), S. 246ff.; St. Smid Rechtstheorie Bd. 14 (1983), S. 75ff., 86ff.; ARSP 71 (1985), S. 404ff., und auch J. Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. II, 1981, S. 216ff., 483; F. R. Bubner, Geschichtsprozesse und Handlungsnormen, 1984, S. 190ff.Google Scholar
Vernunft ist das Allgemeine des Verstandes.Google Scholar
Bzw. diese Leistung des subjektiven Bewußtseins.Google Scholar
Man mag sich hierbei an die Formel der Aufklärung erinnern, die sich als ”Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit” (so die berühmte Formulierung I. Kants, Werke in 6 Bänden, hrsg. v. W. Weischedel, Bd. IV, 1966, S. 63) verstand — und damit als Wegräumen der verschiedenen Beschränkungen der Mündigkeit.Google Scholar
Bd. I und II, 1981Google Scholar
Bd. I, S. 337Google Scholar
Bd. II, S. 353, 368ff.Google Scholar
Bd. II, S. 258.Google Scholar
Bd. II, S. 452, 489ff.Google Scholar
Diese Analysen haben in der Darstellung von J. Habermas eine kritische Bedeutung; ihr Ziel ist es, einem ”Sinnverlust” bzw. dem Verlust der vollen Subjektivität zu steuern. Ob dies aber (noch) gelingen kann, bleibt naturgemäß offen. Der abschließende — positive — Teil bietet mit seinem Hinweis auf den ”herrschaftsfreien Diskurs” dafür wenig Hoffnung.Google Scholar
ARSP 69 (1983), S. 463ff., 469, 472.Google Scholar
So schon in Habermas/Luhmann, Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie?, 1975, S. 51f.,89ff., 322ff.; vgl. im übrigen u. a. Gesellschaftsstruktur und Semantik, Bd. I, 1980, S. 234; Bd. II, 1981, S. 45ff., 77ff., 195ff., 213ff.; Rechtssoziologie, 2. Aufl. 1983, S. 133f., 318ff.; Soziale Systeme, 1984, S. 346ff.Google Scholar
Zeitschrift für Rechtssoziologie 1985, S. 1ff., 8f.; vgl. auch Horst Dreier Rechtstheorie Bd. 14 (1983), S. 419ff., 447.Google Scholar
Diese Feststellung bezieht sich in dem Zusammenhang der Darstellung N. Luhmanns zunächst nur auf die ”Technik” der Analyse und Gedankenführung: Man kann die Probleme genauer, besser beschreiben, lösen etc., wenn man sie ”externalisiert”, der neue Ansatz ist ”leistungsfähiger”. Die daraus resultierende Ausrichtung — allein — an ”beobachtbaren Prozessen” — die Habermas als einseitige Rationalisierung kritisiert, vgl. zu FN 89 —, fuhrt jedoch dazu, daß sich das Reden vom ”autonomen Subjekt” jetzt nur noch als ”Ideologie” darstellt — d. h. als ein Ansatz, der nicht zur Lösung von Problemen beiträgt.Google Scholar
ARSP 71 (1985), S. 246ff., 253.Google Scholar
Vgl. die Ausführungen von Mahrenholz und Böckenförde oben zu FN 69.Google Scholar
Vgl. dazu Pawlowski, Studium der Rechtswissenschaft, 1969, § 11, II S. 252ff.Google Scholar
Vgl. dazu u. a. die Darstellungen bei B. Schünemann, Grundfragen des modernen Strafrechtssystems, 1984, S. 153ff. und E. Schmidhäuser, Festschrift für H. H. Jescheck, hrsg. v. Th. Vogler u. a. 1985, S. 485ff.Google Scholar
So meint z. B. H. L. Schreiber (in: Rechtswissenschaft und Rechtsentwicklung, hrsg. von U. Immenga, 1980, S. 281ff., 289f.), man müsse offen einräumen, daß unser Strafrecht auf einer kaum stringent beweisbaren, ideologischen Voraussetzung beruhe, wenn es an die Verantwortung des einzelnen anknüpfe. Und B. Schünemann (Grundfragen (FN 98), S. 153ff., 163) fuhrt aus, daß sich bei uns die ”Existenz der menschlichen Willensfreiheit nicht in Zweifel ziehen” lasse, da diese eine ”Gegebenheit unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit” sei, und versucht, sich damit von den ”modernistischen Lehren” abzugrenzen, die die Realität der Schuld leugnen (S. 170f.). Diese Art des Redens über ”Schuld” bleibt im Ergebnis aber ebenso unbestimmt, wie z. B. die Lehre vom ”funktionalen Schuldbegriff” (Jakobs, Strafrecht, Allg. Teil, 1983, 17/18ff., S. 394ff.), nach der zur Bestimmung der Schuld ”auszuhandeln” ist, wie viele soziale Zwänge dem von der Schuldzuschreibung betroffenen Täter ”aufgebürdet” werden können und wie viele störende Eigenheiten des Täters von der Gesellschaft getragen werden müssen (17/21 a. a. O.).Google Scholar
So versuchen etwa P. Noll (Festschrift für H. Mayer, hrsg. von Geerds und Nauke, 1966, S. 219ff.) und R. Roxin (Festschrift für H. Henkel, 1974, S. 171ff., 184ff., Festschrift für P. Bockelmann, 1979, S. 279ff.; ähnlich auch H. Achenbach in: Schünemann, Grundfragen (FN 98), S. 133f.) den Begriff der Schuld von den präventiven Zielen des Strafrechts her zu bestimmen — die Schuld ergibt sich danach aus dem ”gesellschaftlichen Strafbedürfnis”.Google Scholar
Dazu W. Schild, Der Strafrichter in der Hauptverhandlung, 1983, insbes. S. 21ff., 38ff., 50ff.Google Scholar
Obwohl die Abwendung von ”der Freiheit” des Subjekts und die Rückkehr zu ”den Freiheiten” (Privilegien) der Rechtsgenossen daran zweifeln lassen kann, ob es wirklich um eine Entwicklung zur ”Post-Moderne” geht oder nicht vielmehr um ”Prae-Moderne”.Google Scholar
Rechtstheorie Bd. 14 (1983), S. 419ff., 447.Google Scholar
Bd. II (FN 85), S. 534ff.Google Scholar
Es geht bei Autonomie und Freiheit immer nur um das ”auch” — nämlich um die Einheit von Natur und Vernunft, vgl. dazu oben zu FN 81ff.Google Scholar
BVerfGE 35, 202ff., vgl. dazu oben zu FN 62.Google Scholar
BVerfGE 54, 208ff.Google Scholar
Es sei daran erinnert, daß die Rechtsprechung diesen ”Schutz” anhand von Fällen eingeführt hat, in denen die Gesetzwidrigkeit des Handelns bereits im Vorhinein feststand; vgl. oben zu FN 27. Die eben genannten Probleme ergeben sich also nicht aus der Entscheidung sondern aus Gründen, auf die sie nachträglich gestützt wurde.Google Scholar
Vgl. dazu die vorige FN.Google Scholar
Vgl. dazu schon die oben (zu FN 69) mitgeteilten Ausführungen von Mahrenholz und Böckenförde und ausführlich Pawlowski, Methodenlehre (FN 63), Rdn. 130ff., 204ff.Google Scholar
Die heute vorherrschende juristische Methodenlehre ist die sog. ”Wertungsjurisprudenz”, die gerade dieses empfiehlt.Google Scholar
Vgl. F. Bydlinski Rechtstheorie 1985, S. 1ff., 9f.Google Scholar
Vgl. Rechtssoziologie (FN 92), S. 88ff., 329; Politische Theorie im Wohlfahrtsstaat, 1981, S. 36; vgl. auch die oben (zu FN 66) angeführten Ausführungen R. Dreiers und die kritischen Bemerkungen von Mahrenholz und Böckenförde (oben zu FN 69).Google Scholar
Vgl. Pawlowski, Methodenlehre (FN 63), Rdn. 138; Duden-F (FN 41), S. 349ff. und ausführlich Troller-F (FN 58).Google Scholar
Vgl. dazu P. Häberle JZ 1975, S. 297ff., 300ff.; E. Nell, Wahrscheinlichkeitsurteile in juristischen Entscheidungen, 1983, S. 141.Google Scholar
Vgl. die Bemerkungen von Mahrenholz und Böckenförde, NJW 1985, S. 1528ff.Google Scholar
Wenn es z. B. um die ”Anpassung von Verträgen” geht, deren Geschäftsgrundlage aufgrund einer unvorhergesehenen Änderung der Verhältnisse entfallen ist.Google Scholar
Vgl. dazu Pawlowski, Allg. Teil (FN 38), Rdn. 405, 440ff., 473ff.Google Scholar
Dieses Urteil hat den Gesetzgeber daher zu Recht dazu veranlaßt, neue Straftatbestände zu schaffen, die die Handlungsmöglichkeiten (und den Freiraum) der Individuen aus Gründen der öffentlichen Ordnung beschränken sollen. Man wird diese Gesetze aber nur sehr vermittelt als Ausprägungen des Persönlichkeitsschutzes verstehen können.Google Scholar
BGHZ 82, 173ff., 179.Google Scholar
Obwohl man auch daran zweifeln kann (vgl. oben FN 21). Die Mutter hatte zudem den Namen des Vaters hinterlegt, um für den Fall ihres Todes Vorsorge zu treffen.Google Scholar
Dazu ausführlich Pawlowski, Einführung in die juristische Methodenlehre, 1986, Rz 10ff. und schon Festschrift für Rudolf Wildenmann, Opladen, 1986, S. 172ff.; Festschrift für Troller (FN 58) und Festschrift für W. Hahn, 1984, S. 226ff.Google Scholar
Dazu oben zu FN 66.Google Scholar
BVerfGE 65, 1ff., 41ff.Google Scholar
Die man auf eine gemeinsame ”ökumenische Grundlage” verweisen könnte und auch dies schon nur mit Schwierigkeiten.Google Scholar
Man könnte dann zwar noch in Anspruch nehmen, ein (christlicher) Toleranzstaat zu sein, weil man die Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften bei uns leben läßt, soweit sie bestimmten ”Grundvorstellungen” nicht offen entgegenhandeln und ihren Glauben als ”Privatsache” behandeln.Google Scholar
Dazu Pawlowski, Einführung (FN 123), Rz 12ff. und schon Festschrift für H. Ryffel, 1984, S. 87ff.; Festschrift für Wildenmann (FN 123), S. 172ff..Google Scholar
Pawlowski HM. (1987) Allgemeines Persönlichkeitsrecht oder Schutz der Persönlichkeitsrechte? — Zur Struktur zivilrechtlicher Denkformen —. In: Lampe EJ. (eds) Persönlichkeit, Familie, Eigentum. Jahrbuch für Rechtssoziologie und Rechtstheorie, vol 12. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-83709-7_8