Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%201,%20388
Timestamp: 2019-01-19 07:21:08
Document Index: 364910879

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', '§ 7', '§ 839', 'Art. 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.04.1951 - III ZR 99/50 - dejure.org
BGH, 12.04.1951 - III ZR 99/50
BGHZ 1, 388
MDR 1951, 413
DVBl 1951, 506
Insbesondere ist ein Tätigwerden in Ausübung des übertragenen öffentlichen Amtes selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Beamte gerade das tut, was er verhindern sollte (wenn etwa Wachtpersonal, das Plünderungen vermeiden soll, sich selbst daran beteiligt, RGZ 104, 304; wenn ein Polizeibeamter, der die mißbräuchliche Verwendung von Dienstfahrzeugen verhindern soll, selbst einen Dienstwagen zu einer Schwarzfahrt benutzt, Senatsurteile BGHZ 124, 15, 18; 1, 388, 392 ff).
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Es gehörte nämlich zu den dienstlichen Aufgaben der militärischen Vorgesetzten und des zuständigen Wachpersonals, eine mißbräuchliche Inbetriebnahme des Panzers durch den betrunkenen Soldaten und dessen vorschriftswidrige Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr, zu verhindern (vgl. Senatsurteil BGHZ 1, 388, 395 [BGH 12.04.1951 - III ZR 99/50]; s.a.Senatsurteil vom 25. November 1968 - III ZR 18/60 = NJW 1969, 421/2).
Im vorliegenden Fall bestand sie mithin im Interesse des tödlich Verletzten (vgl. Senatsurteil BGHZ 1, 388, 395 [BGH 12.04.1951 - III ZR 99/50]; RG DR 1940, 509;… BGB-RGRK a.a.O. Rdn. 279).
Es hat deshalb der aus Amtshaftung in Anspruch genommenen Körperschaft die Berufung darauf versagt, Halter des Wagens sei der Beamte, dessen Haftung aus § 7 KFG stelle eine anderweite Ersatzmöglichkeit dar (vgl. wegen des Nebeneinanderbestehens der Haftung aus § 7 Abs. 3 KFG und aus § 839 BGB Art. 131 WeimVerf auch BGHZ 1, 388, 390) [BGH 12.04.1951 - III ZR 99/50] .
Eine Amtspflicht gegenüber einem Dritten besteht aber nur dann, wenn die Amtspflicht dem Beamten allein oder zumindest auch im Interesse einzelner Personen auferlegt ist (so das Reichsgericht und der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung: u.a. RGZ 140, 323 [327]; BGHZ 1, 388 [394], 10, 123 [124], 14, 319 [322], Urt. vom 16. Mai 1955 III ZR 7/54 S. 9).
Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 140, 424 [427] mit weiteren Nachweisen), der sich der Senat in BGHZ 1, 388 (394) [BGH 12.04.1951 - III ZR 99/50] angeschlossen hat, ist die Frage, ob einem Beamten eine Amtspflicht einem dritten gegenüber obliegt, unter Berücksichtigung des Amtskreises des Beamten und der Art des Geschäfts, das er verrichtet, zu beurteilen.
Dementsprechend ist auch vom Senat in der Entscheidung BGHZ 1, 388 (395) [BGH 12.04.1951 - III ZR 99/50] die Pflicht eines Beamten zur Verhütung missbräuchlicher Benutzung von Dienst-Kraftfahrzeugen als eine gegenüber jedem Verkehrsteilnehmer, mit dem das Fahrzeug bei seiner missbräuchlichen Verwendung in Berührung kommen konnte, bestehende Amtspflicht bezeichnet worden.
Das ist beispielsweise anerkannt für das Verhältnis der Amtshaftung zur Kraftfahrzeughalterhaftung (BGHZ 1, 388/391; 29, 38/44) und gilt auch sonst.
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