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Timestamp: 2016-10-21 00:39:25
Document Index: 370162338

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 66', 'BGE', 'Art. 68']

Die 1987 geborene S.________ absolvierte ab 11. August 2003 eine Berufslehre beim Hotel X.________ und war in dieser Eigenschaft bei der Hotela Versicherungen AG (nachfolgend: Hotela) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 10. Februar 2005 stiess sie beim Inline-Skating mit einem Auto zusammen und erlitt ein Knietrauma rechts mit Partialruptur des medialen Seitenbandes sowie eine subtotale Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB). Die Hotela kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Im August 2006 wurde beschlossen, dass eine VKB-Operation durchzuf�hren sei. S.________ konnte sich jedoch aus beruflichen Gr�nden noch nicht auf einen Operationstermin festlegen.
Seit 15. April 2007 war S.________ als Servicefachangestellte f�r das Hotel Y.________ t�tig und fortan bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Gem�ss Schadenmeldung UVG vom 7. Dezember 2007 streckte sie am 21. November 2007 beim Aufsteigen auf ein Pferd das rechte Knie durch und erlitt dabei einen Kreuzbandriss und einen Meniskusanriss. Ein Knie-MRI vom 27. November 2007 zeigte eine komplette VKB-Ruptur rechts. Am 4. Januar 2008 wurde im Kreisspital Z.________ eine Knieoperation durchgef�hrt (arthroskopische VKB-Ersatzplastik rechts, mittleres Patellarsehnendrittel). Mit Verf�gung vom 16. Mai 2008 verneinte die AXA ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den Kniebeschwerden mit der Begr�ndung, sie seien auf einen R�ckfall zum Unfall vom 10. Februar 2005 zur�ckzuf�hren, w�hrend das Ereignis vom 21. November 2007 nicht als Unfall qualifiziert werden k�nne und das Leiden auch nicht auf eine unfall�hnliche K�rpersch�digung zur�ckgehe. Die dagegen von der Hotela gef�hrte Einsprache lehnte sie ab (Einspracheentscheid vom 2. September 2009).
Die Hotela l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einreichen mit dem Rechtsbegehren, die AXA sei anzuweisen, im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 21. November 2007 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Die AXA beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. S.________ l�sst sich nicht vernehmen und das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Stellungnahme.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG), zum Unfallbegriff (Art. 4 ATSG), zum Unfallbegriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit des �usseren Faktors (BGE 134 V 72, 130 V 117) und zum Begriff der unfall�hnlichen K�rpersch�digungen, die auch ohne ungew�hnliche �ussere Einwirkung Unf�llen gleichgestellt sind (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV; BGE 129 V 466) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Es ist letztinstanzlich zu Recht unbestritten geblieben, dass die Versicherte am 21. November 2007 jedenfalls keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Einigkeit besteht auch dar�ber, dass sie sich an diesem Tag eine VKB-Ruptur am rechten Knie, und damit eine Bandl�sion im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV, zugezogen hat. Umstritten ist einzig, ob diese L�sion auf einen sch�digenden �usseren Faktor im Sinne der Rechtsprechung zu den unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (vgl. E. 2 hiervor) zur�ckzuf�hren ist, was bejahendenfalls eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nach sich ziehen w�rde.
3.1 Die sch�digende �ussere Einwirkung kann dabei in einer k�rpereigenen Bewegung bestehen. Das Erfordernis des �usseren sch�digenden Faktors ist indessen dann nicht erf�llt, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, auch wenn die versicherte Person diese zu beschreiben in der Lage ist. Gem�ss Rechtsprechung ist f�r die Bejahung eines �usseren auf den menschlichen K�rper sch�digend einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gef�hrdungspotenzial innewohnt. Dies ist der Fall, wenn die zum einschiessenden Schmerz f�hrende T�tigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa f�r viele sportliche Bet�tigungen zutreffen kann. Der �ussere Faktor mit erheblichem Sch�digungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des K�rpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen einschiessende Schmerzen als Symptome einer Sch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer allt�glichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares �usseres Moment hineinspielt. Wer also lediglich beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Sch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung berufen. Die physiologische Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und B�nder stellt keinen �usseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungew�hnliches, jedoch gegen�ber dem normalen Gebrauch der K�rperteile gesteigertes Gef�hrdungspotenzial innewohnen muss (BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470).
3.2.1 Im MRI-Bericht vom 27. November 2007 wird festgestellt, die Versicherte habe ein "Kl�pfen" im rechten Knie gesp�rt, als sie beim Besteigen eines Pferdes das rechte Knie durchgestreckt habe. Dr. med. B.________, Facharzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Leitender Arzt, Kreisspital Z.________, gibt in seinem Schreiben vom 29. November 2007 an, beim Aufsteigen auf ein Pferd mit etwas Schwung habe die Versicherte einen Knall bzw. Riss, unmittelbar gefolgt von Schmerzen �ber dem medialen Gelenkskompartiment versp�rt, so dass sie das Bein nicht mehr habe belasten k�nnen. Die Versicherte selber schildert den genauen Unfallhergang am 19. Dezember 2007 folgendermassen: "Beim Aufsteigen auf ein Pferd habe ich das Bein durchgestreckt. Dabei versp�rte ich einen starken Schmerz im rechten Knie und konnte es nicht mehr belasten." Der Hausarzt Dr. med. H.________, Allgemeine Medizin FMH, beschreibt ein Verdrehen des rechten Knies beim Aufsteigen (Bericht vom 26. Dezember 2007). Nach den Angaben des erstbehandelnden Dr. med. P.________, Assistenzarzt Chirurgie, Kreisspital Z.________, vom 28. Dezember 2007 soll die Versicherte beim Aufsteigen auf ein Pferd ein "Kl�pfen" im rechten Knie gesp�rt haben.
3.2.2 Das kantonale Gericht hat erwogen, es sei �berwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Versicherte bei einem gew�hnlichen Aufstieg auf ein Pferd ohne abrupte Bewegungen pl�tzlich einen Knall (Riss des Kreuzbandes) geh�rt und danach starke Schmerzen versp�rt habe. Die Beschreibung des Hergangs durch den Hausarzt verm�ge diesen Eindruck nicht umzustossen. Es leuchte nicht ein, wie man ein Bein, welches am Rumpf des Pferdes mit einem Steigb�gel quasi feststecke, verdrehen k�nne. Vielmehr �berzeuge die sonst konstant wiedergegebene Aussage der Versicherten, wonach sie sich auf das Pferd geschwungen habe und das rechte Knie gestreckt gewesen sei. Von einer ruckartigen Drehbewegung mit einer gewissen Unkontrollierbarkeit sei nirgends die Rede. Ein ausserhalb des K�rpers liegendes, objektiv feststellbares, sinnf�lliges, unfall�hnliches Ereignis sei nicht nachgewiesen, womit das Kriterium des �usseren Faktors nicht gegeben sei.
3.2.3 Die Hotela versucht in ihrer Eingabe ans kantonale Gericht wie auch in der letztinstanzlich eingereichten Beschwerde den Vorgang vom 21. November 2007 zu pr�zisieren. Sie vermutet, die Versicherte sei mit dem rechten Fuss in den Steigb�gel gestiegen, habe sich mit dem linken Fuss abgestossen und gleichzeitig "mit den H�nden am Sattel klammernd" nach oben gezogen, um dann bei gestrecktem rechtem Bein "das linke Bein mit Schwung in den Sattel" zu hieven. Als sie das rechte Bein gestreckt und den Knall im rechten Knie geh�rt habe, sei f�r kurze Zeit ihr ganzes K�rpergewicht "im Steigb�gel, also im rechten Bein unter voller Belastung des rechten Knies" gewesen. Das Aufsteigen auf ein Pferd werde m�glichst rasch und kraftvoll ausgef�hrt, beinhalte eine Vielzahl nicht allt�glicher Bewegungen wie Strecken, Festhalten, Drehen, Ausbalancieren des Gleichgewichts, die den gesamten K�rper, namentlich "das Knie des Beines, welches sich im Steigb�gel befindet", in bedeutender Weise belasteten und k�nne entgegen der Auffassung der Vorinstanz keinesfalls mit allt�glichen Lebensverrichtungen verglichen werden.
3.3 Die Beschwerdegegnerin wendet gegen die pr�zisierende Schilderung des Ereignisses durch die Hotela zu Recht ein, dass diese nicht auf Angaben der Reiterin selber basieren. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Versicherte von rechts, und damit zuerst mit dem rechten Fuss im Steigb�gel, aufs Pferd gestiegen ist, obwohl bereits die Vorinstanz darauf hingewiesen hat, dass ein Pferd �blicherweise von links, zun�chst also mit dem linken Fuss im Steigb�gel, bestiegen wird. Fest steht jedenfalls aufgrund der Angaben der Versicherten, dass der Schmerz im Knie beim Durchstrecken des rechten Beins aufgetreten ist, ohne dass sie dabei das Knie verdreht h�tte, wie dies einzig vom Hausarzt in seinem Bericht vom 26. Dezember 2007 vermerkt wird. Das Durchstrecken des Knies stellt allerdings eine allt�gliche Lebensverrichtung dar. Aus den Akten ergeben sich zudem keine Hinweise auf einen Grund zur besonderen Eile der Versicherten beim Aufstieg oder auf andere Umst�nde, die f�r ein gesteigertes Gef�hrdungspotential sprechen w�rden. Somit fehlt es an einem einwirkenden �usseren Faktor. Eine unfall�hnliche K�rpersch�digung ist demzufolge mit AXA und Vorinstanz zu verneinen, weshalb das kantonale Gericht die Ablehnung einer Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu Recht best�tigt hat.
Ob und allenfalls zu welchen Teilen die Kniesch�digung auf das Unfallereignis vom 10. Februar 2005 zur�ckzuf�hren ist, muss in diesem Verfahren nicht gekl�rt werden.
Die unterliegende, in Verfolgung von Verm�gensinteressen handelnde und damit nicht unter den Ausnahmetatbestand von Art. 66 Abs. 4 BGG fallende Hotela hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG; BGE 133 V 642). Als Organisation mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben hat die in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegende AXA keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG; Urteil 8C_606/2007 E. 11 mit Hinweisen).
Dieses Urteil wird den Parteien, S.________, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.