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Timestamp: 2020-07-09 01:29:06
Document Index: 281210837

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'Art. 20', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 16', 'Art. 20', 'Art. 13', 'Art. 1', 'Art. 1']

Lawbrary | SuG - Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
Rechtsetzung über Finanzhilfen und Abgeltungen
Allgemeines (4 - 5)
Finanzhilfen (6 - 8)
Abgeltungen (9 - 10)
Allgemeine Bestimmungen für Finanzhilfen und Abgeltungen
Bemessung der Finanzhilfen und Abgeltungen (11 - 15)
Gewährung von Finanzhilfen und Abgeltungen (16 - 22)
Zahlung und Rückforderung von Finanzhilfen und Abgeltungen (23 - 31)
Verjährung von Ansprüchen und Rechtspflege (32 - 35)
Anwendbares Recht (36 - 36)
Strafbestimmungen und verwaltungsrechtliche Sanktionen (37 - 40)
Schlussbestimmungen (41 - 43)
1Die­ses Ge­setz stellt si­cher, dass Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen im ge­sam­ten Be­reich des Bun­des nur ge­währt wer­den, wenn sie:
hin­rei­chend be­grün­det sind;
ih­ren Zweck auf wirt­schaft­li­che und wir­kungs­vol­le Art er­rei­chen;
ein­heit­lich und ge­recht ge­leis­tet wer­den;
nach fi­nanz­po­li­ti­schen Er­for­der­nis­sen aus­ge­stal­tet wer­den;
2Es stellt Grund­sät­ze für die Recht­set­zung auf und for­mu­liert all­ge­mei­ne Be­stim­mun­gen über die ein­zel­nen Fi­nanz­hil­fe- und Ab­gel­tungs­ver­hält­nis­se.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 10 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
1Die­ses Ge­setz gilt für al­le im Bun­des­recht vor­ge­se­he­nen Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen.
2Das drit­te Ka­pi­tel ist an­wend­bar, so­weit an­de­re Bun­des­ge­set­ze oder all­ge­mein­ver­bind­li­che Bun­des­be­schlüs­se nichts Ab­wei­chen­des vor­schrei­ben.
3Das drit­te Ka­pi­tel gilt sinn­ge­mä­ss für Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen, die nicht in der Form von nicht­rück­zahl­ba­ren Geld­leis­tun­gen aus­ge­rich­tet wer­den, so­weit es mit dem Zweck der Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen ver­ein­bar ist.
4Das drit­te Ka­pi­tel gilt je­doch nicht für:
Leis­tun­gen an aus­län­di­sche Staa­ten oder an von fi­nan­zi­el­len Bei­trä­gen oder an­de­ren Un­ter­stüt­zungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 19 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 Be­güns­tig­te, mit Aus­nah­me der in­ter­na­tio­na­len Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen.
Leis­tun­gen an In­sti­tu­tio­nen mit Sitz im Aus­land.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
1Fi­nanz­hil­fen sind geld­wer­te Vor­tei­le, die Emp­fän­gern aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung ge­währt wer­den, um die Er­fül­lung ei­ner vom Emp­fän­ger ge­wähl­ten Auf­ga­be zu för­dern oder zu er­hal­ten. Geld­wer­te Vor­tei­le sind ins­be­son­de­re nicht­rück­zahl­ba­re Geld­leis­tun­gen, Vor­zugs­be­din­gun­gen bei Dar­le­hen, Bürg­schaf­ten so­wie un­ent­gelt­li­che oder ver­bil­lig­te Dienst- und Sach­leis­tun­gen.
2Ab­gel­tun­gen sind Leis­tun­gen an Emp­fän­ger aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung zur Mil­de­rung oder zum Aus­gleich von fi­nan­zi­el­len Las­ten, die sich er­ge­ben aus der Er­fül­lung von:
bun­des­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen Auf­ga­ben;
öf­fent­lichrecht­li­chen Auf­ga­ben, die dem Emp­fän­ger vom Bund über­tra­gen wor­den sind.
Bun­des­rat und Bun­des­ver­wal­tung be­ach­ten bei der Vor­be­rei­tung, dem Er­lass und der Än­de­rung von recht­set­zen­den Be­stim­mun­gen über Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen die Grund­sät­ze die­ses Ka­pi­tels.
1Der Bun­des­rat prüft pe­ri­odisch, min­des­tens al­le sechs Jah­re, ob die Be­stim­mun­gen über Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen den Grund­sät­zen die­ses Ka­pi­tels ent­spre­chen.
2Über das Er­geb­nis der Prü­fun­gen be­rich­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung ins­be­son­de­re:
in den Bot­schaf­ten, mit de­nen er be­an­tragt:
Ver­pflich­tungs­kre­di­te oder Zah­lungs­rah­men zu be­schlies­sen,
Sub­ven­ti­ons­be­stim­mun­gen zu än­dern;
in der Bot­schaft zur Staats­rech­nung.1
3Der Bun­des­rat be­an­tragt der Bun­des­ver­samm­lung nö­ti­gen­falls Ge­set­zes­än­de­run­gen und sorgt für die er­for­der­li­che An­pas­sung sei­ner Ver­ord­nun­gen.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
Be­stim­mun­gen über Fi­nanz­hil­fen kön­nen er­las­sen wer­den, wenn:
der Bund ein In­ter­es­se an der Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be hat;
die Auf­ga­be auf­grund ei­ner sinn­vol­len Auf­ga­ben- und Las­ten­ver­tei­lung von den Kan­to­nen nicht selb­stän­dig er­füllt oder ge­för­dert wer­den muss;
die Auf­ga­be oh­ne die Fi­nanz­hil­fe nicht hin­rei­chend er­füllt wird;
die zu­mut­ba­ren Selbst­hil­fe­mass­nah­men und die üb­ri­gen Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten nicht aus­rei­chen; und
die Auf­ga­be nicht auf an­de­re Wei­se ein­fa­cher, wirk­sa­mer oder ra­tio­nel­ler er­füllt wer­den kann.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 10 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Be­stim­mun­gen über Fi­nanz­hil­fen sind nach fol­gen­den Grund­sät­zen aus­zu­ge­stal­ten:
Die Auf­ga­be muss zweck­mäs­sig, kos­ten­güns­tig und mit ei­nem mi­ni­ma­len ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wand er­füllt wer­den kön­nen.
Das In­ter­es­se des Bun­des so­wie das In­ter­es­se der Emp­fän­ger an der Auf­ga­ben­er­fül­lung be­stim­men das Aus­mass der Fi­nanz­hil­fe.
Der Emp­fän­ger er­bringt die Ei­gen­leis­tung, die ihm auf­grund sei­ner wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit zu­ge­mu­tet wer­den kann.
Der Emp­fän­ger er­greift die ihm zu­mut­ba­ren Selbst­hil­fe­mass­nah­men und schöpft die üb­ri­gen Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten aus.
Fi­nanz­hil­fen wer­den glo­bal oder pau­schal fest­ge­setzt, wenn auf die­se Wei­se ihr Zweck und ei­ne kos­ten­güns­ti­ge Auf­ga­ben­er­fül­lung er­reicht wer­den kön­nen.
Wenn mög­lich wer­den zeit­lich be­fris­te­te Auf­bau-, An­pas­sungs- oder Über­brückungs­hil­fen vor­ge­se­hen.
Auf Fi­nanz­hil­fen in Form von steu­er­li­chen Ver­güns­ti­gun­gen wird in der Re­gel ver­zich­tet.
Den Er­for­der­nis­sen der Fi­nanz­po­li­tik wird so­weit mög­lich Rech­nung ge­tra­gen, ins­be­son­de­re durch Kre­dit­vor­be­hal­te und Höchst­sät­ze.
Fi­nanz­hil­fen an die Kan­to­ne kön­nen im Rah­men von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen ge­währt und glo­bal oder pau­schal fest­ge­setzt wer­den.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 10 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Kan­to­ne, wel­che die Fi­nanz­hil­fen des Bun­des er­gän­zen, sind in der Re­gel am Voll­zug zu be­tei­li­gen. Über sie sol­len die Ge­su­che ein­ge­reicht und die Fi­nanz­hil­fen aus­ge­rich­tet wer­den. Die Tä­tig­keit der be­tei­lig­ten Be­hör­den ist zu ko­or­di­nie­ren und mehr­fa­cher Ver­wal­tungs­auf­wand zu ver­mei­den.
1Be­stim­mun­gen über Ab­gel­tun­gen kön­nen er­las­sen wer­den, wenn:
kein über­wie­gen­des Ei­gen­in­ter­es­se der Ver­pflich­te­ten be­steht;
die fi­nan­zi­el­le Be­las­tung den Ver­pflich­te­ten nicht zu­mut­bar ist; und
mit der Auf­ga­be ver­bun­de­ne Vor­tei­le die fi­nan­zi­el­le Be­las­tung nicht aus­glei­chen.
2Be­stim­mun­gen, die Ab­gel­tun­gen an Kan­to­ne oder ih­re öf­fent­lichrecht­li­chen Ge­biets­kör­per­schaf­ten vor­se­hen, kön­nen er­las­sen wer­den, wenn:
das Bun­des­recht bei der Auf­ga­ben­über­tra­gung über Rah­men­vor­schrif­ten hin­aus­geht;
die Kan­to­ne Auf­ga­ben er­fül­len müs­sen, die über den ad­mi­nis­tra­ti­ven Voll­zug von Bun­des­recht hin­aus­ge­hen;
die Kos­ten der Auf­ga­ben­er­fül­lung nicht weit­ge­hend Be­güns­tig­ten oder Ver­ur­sa­chern über­bun­den wer­den kön­nen; oder
die Ab­gel­tun­gen im Rah­men von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Bund und Kan­to­nen aus­ge­rich­tet wer­den sol­len.
1Be­stim­mun­gen über Ab­gel­tun­gen sind nach den fol­gen­den Grund­sät­zen aus­zu­ge­stal­ten:
Das In­ter­es­se der Ver­pflich­te­ten und die Vor­tei­le aus der Auf­ga­ben­er­fül­lung be­stim­men das Aus­mass der Ab­gel­tung.
Ab­gel­tun­gen wer­den glo­bal oder pau­schal fest­ge­setzt, wenn auf die­se Wei­se ihr Zweck und ei­ne kos­ten­güns­ti­ge Auf­ga­ben­er­fül­lung er­reicht wer­den kön­nen.
Zu re­geln sind die Fol­gen:
der Nicht­er­fül­lung oder man­gel­haf­ten Er­fül­lung der Auf­ga­be;
der Zweck­ent­frem­dung und Ver­äus­se­rung von Ob­jek­ten, an die für ei­ne be­stimm­te Ver­wen­dung Ab­gel­tun­gen aus­ge­rich­tet wer­den.
2Für Ab­gel­tun­gen an Kan­to­ne oder ih­re öf­fent­lichrecht­li­chen Ge­biets­kör­per­schaf­ten gilt über­dies:
Für die Hö­he der Ab­gel­tung sind der kan­to­na­le Ge­stal­tungs- und Ent­schei­dungs­spiel­raum so­wie die Mög­lich­keit der Be­tei­li­gung von Be­güns­tig­ten und Ver­ur­sa­chern zu be­rück­sich­ti­gen.
Die Ab­gel­tung wird in der Re­gel im Rah­men ei­ner Pro­gramm­ver­ein­ba­rung ge­währt und glo­bal oder pau­schal fest­ge­setzt.
Die Ab­gel­tung ist auch dann an den Kan­ton aus­zu­rich­ten, wenn die­ser die Auf­ga­be durch Drit­te er­fül­len lässt.
1Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen wer­den nur auf Ge­such hin ge­währt.
2Der Ge­such­stel­ler muss der zu­stän­di­gen Be­hör­de al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len. Er hat ihr auch Ein­sicht in die Ak­ten und den Zu­tritt an Ort und Stel­le zu ge­wäh­ren.
3Die­se Pflich­ten be­ste­hen auch nach der Ge­wäh­rung von Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen, da­mit die zu­stän­di­ge Be­hör­de die not­wen­di­gen Kon­trol­len durch­füh­ren und Rück­for­de­rungs­an­sprü­che ab­klä­ren kann.
4Der Bun­des­rat re­gelt den Da­ten­schutz.
1Er­füllt ein Vor­ha­ben die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen von ver­schie­de­nen Er­las­sen, so wird der Ge­samt­auf­wand nach den ein­zel­nen In­ter­es­sen auf­ge­teilt. Die Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen wer­den nach den ent­spre­chen­den Kos­ten­tei­len ge­währt. Ist ei­ne sol­che Auf­tei­lung nicht mög­lich oder un­zweck­mäs­sig, so wird die­je­ni­ge Leis­tung ge­währt, die der Auf­ga­be am bes­ten ent­spricht.
2Er­brin­gen meh­re­re Be­hör­den Leis­tun­gen an ein Vor­ha­ben, so ko­or­di­niert in der Re­gel je­ne Be­hör­de das Vor­ge­hen, auf die vor­aus­sicht­lich die gröss­te Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung ent­fällt. Sie sorgt ins­be­son­de­re für die Ein­hal­tung der Be­stim­mun­gen von Ab­satz 1.
3Wer für das­sel­be Vor­ha­ben um Leis­tun­gen auf­grund ver­schie­de­ner Er­las­se nach­sucht, muss dies den be­tei­lig­ten Be­hör­den mit­tei­len. Un­ter­lässt er dies, so kön­nen un­zu­läs­si­ge Fi­nanz­hil­fen oder Ab­gel­tun­gen zu­rück­ge­for­dert wer­den.
1Die­ser Ar­ti­kel gilt für je­ne Fäl­le, bei de­nen auf­grund der Spe­zi­al­ge­setz­ge­bung Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen nur im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te ge­währt wer­den oder kein Rechts­an­spruch auf Fi­nanz­hil­fen be­steht.
2Über­stei­gen die ein­ge­reich­ten oder zu er­war­ten­den Ge­su­che die ver­füg­ba­ren Mit­tel, so er­stel­len die zu­stän­di­gen De­par­te­men­te ei­ne Prio­ri­tä­ten­ord­nung, nach der die Ge­su­che be­ur­teilt wer­den. Der Bun­des­rat kann an­ord­nen, dass ihm be­stimm­te Prio­ri­tä­ten­ord­nun­gen zur Ge­neh­mi­gung vor­ge­legt wer­den.
3Die Kan­to­ne sind vor der Fest­le­gung der Prio­ri­tä­ten­ord­nung an­zu­hö­ren, wenn es um Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen geht, die aus­sch­liess­lich ih­nen ge­währt oder von ih­nen er­gänzt wer­den.
4Die Prio­ri­tä­ten­ord­nun­gen sind den in­ter­es­sier­ten Krei­sen be­kannt zu ge­ben.
5Die zu­stän­di­ge Be­hör­de weist Ge­su­che um Fi­nanz­hil­fen, die auf­grund der Prio­ri­tä­ten­ord­nung nicht in­nert ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist be­rück­sich­tigt wer­den kön­nen, mit Ver­fü­gung ab.
6Ge­su­che um Ab­gel­tun­gen, die auf­grund der Prio­ri­tä­ten­ord­nung einst­wei­len nicht be­rück­sich­tigt wer­den kön­nen, wer­den von der zu­stän­di­gen Be­hör­de den­noch um­fas­send ge­prüft. Sind die Ab­gel­tungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt, spricht die zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­ne Leis­tung dem Grund­satz nach zu und legt den Zeit­raum fest, in dem die Ab­gel­tung aus­ge­rich­tet wird.
1An­re­chen­bar sind nur Auf­wen­dun­gen, die tat­säch­lich ent­stan­den und für die zweck­mäs­si­ge Er­fül­lung der Auf­ga­be un­be­dingt er­for­der­lich sind.
2Ka­pi­tal­zin­sen bei Bau­wer­ken sind nicht an­re­chen­bar.
3Bei Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen an De­fi­zi­te gilt für die Er­mitt­lung des mass­ge­ben­den Ge­schäfts­er­geb­nis­ses fol­gen­des:
Ab­schrei­bun­gen wer­den nur im bran­chen­üb­li­chen Aus­mass be­rück­sich­tigt;
Ab­schrei­bun­gen auf In­ves­ti­tio­nen wer­den nicht be­rück­sich­tigt, so­weit sie mit nicht­rück­zahl­ba­ren Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen mit­fi­nan­ziert wor­den sind.
Die zu­stän­di­ge Be­hör­de darf den durch Ver­fü­gung oder Ver­trag fest­ge­setz­ten Höchst­be­trag (Art. 17 Abs. 1 zwei­ter Satz; Art. 20 Abs. 1) nur über­schrei­ten, wenn die Mehr­kos­ten auf be­wil­lig­te Pro­jek­tän­de­run­gen, auf aus­ge­wie­se­ne Teue­rung oder auf an­de­re nicht be­ein­fluss­ba­re Ur­sa­chen zu­rück­zu­füh­ren sind.
1Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen wer­den in der Re­gel durch Ver­fü­gung ge­währt.
2Ein öf­fent­lich-recht­li­cher Ver­trag kann ins­be­son­de­re ab­ge­schlos­sen wer­den, wenn:
die zu­stän­di­ge Be­hör­de über einen er­heb­li­chen Er­mes­sens­spiel­raum ver­fügt; oder
bei Fi­nanz­hil­fen aus­ge­schlos­sen wer­den soll, dass der Emp­fän­ger ein­sei­tig auf die Er­fül­lung der Auf­ga­be ver­zich­tet.
3Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen an die Kan­to­ne wer­den in der Re­gel auf­grund von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen ge­währt.
4Leis­tun­gen an ei­ne gros­se Zahl von Emp­fän­gern kön­nen form­los ge­währt wer­den.
5Für die Ab­leh­nung von Ge­su­chen ist in je­dem Fall ei­ne Ver­fü­gung nö­tig.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 22. Ju­ni 2007 über den Über­gang zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5953; BBl 2007 645).
Art. 17 Verfügungen:
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de be­zeich­net in der Ver­fü­gung die Rechts­grund­la­ge, die Art und den Be­trag der Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung. Kann der Be­trag nicht end­gül­tig fest­ge­setzt wer­den, so be­stimmt die Be­hör­de auf­grund der vor­ge­leg­ten Un­ter­la­gen die an­re­chen­ba­ren Kos­ten, den Pro­zent­satz und den Höchst­be­trag der Leis­tung.
2Be­ste­hen kei­ne be­son­de­ren Be­stim­mun­gen, so legt die Be­hör­de zu­dem fest:
den Zeit­punkt, in dem die Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung zur Aus­zah­lung fäl­lig wird, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 23;
wie lan­ge ein Ob­jekt an den Zweck ge­bun­den ist, für den die Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung aus­ge­rich­tet wird.
3Er­lässt die Be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung, be­vor der Emp­fän­ger sei­ne Auf­ga­be er­füllt hat, so legt sie aus­ser­dem fest:
die Ein­zel­hei­ten der zu er­fül­len­den Auf­ga­be;
den Zeit­raum, in dem die Auf­ga­be er­füllt wer­den muss;
al­le Auf­la­gen, um si­cher­zu­stel­len, dass die Leis­tung zweck­ent­spre­chend ver­wen­det und die Auf­ga­be kos­ten­güns­tig, zeit- und zweck­ge­recht er­füllt wird.
Art. 18 Verfügungen:
b.Nachträgliche Festsetzung des endgültigen Betrages der Leistung
1Hat die zu­stän­di­ge Be­hör­de den end­gül­ti­gen Be­trag in der Fi­nanz­hil­fe- oder Ab­gel­tungs­ver­fü­gung nicht fest­ge­setzt, so legt sie ihn oh­ne neue Ver­fü­gung fest, so­bald ihr die Ab­rech­nung vor­liegt.
2Ent­hält die Fi­nanz­hil­fe- oder Ab­gel­tungs­ver­fü­gung nicht al­le Grund­la­gen, die zur Fest­set­zung des end­gül­ti­gen Be­trags not­wen­dig sind, so legt die Be­hör­de die feh­len­den oder neu zu be­ur­tei­len­den Ele­men­te in ei­ner neu­en Ver­fü­gung fest. Dies gilt auch bei Fi­nanz­hil­fen oder Ab­gel­tun­gen für Mehr­kos­ten nach Ar­ti­kel 15.
Art. 19 Verträge:
1Der Ver­trag be­darf zu sei­ner Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 16 Ab­satz 31.
2Nach den Ver­trags­ver­hand­lun­gen stellt die Be­hör­de dem Ge­such­stel­ler einen be­fris­te­ten An­trag, des­sen In­halt sich nach Ar­ti­kel 17 oder 20a rich­tet. Be­zieht sich der An­trag auf ei­ne Pro­gramm­ver­ein­ba­rung und be­rührt er die In­ter­es­sen von Ge­mein­den, so un­ter­brei­tet der Kan­ton ihn die­sen Ge­mein­den zur Stel­lung­nah­me.2
3Die Be­hör­de er­öff­net den An­trag auch den be­schwer­de­be­rech­tig­ten Drit­ten. Die­se so­wie der Ge­such­stel­ler kön­nen in­nert 30 Ta­gen ei­ne an­fecht­ba­re Ver­fü­gung ver­lan­gen.
1 Heu­te: Art. 16 Abs. 4.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 10 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Art. 20 Verträge:
b.Inhalt des Antrages; nachträgliche Festsetzung des endgültigen Betrages der Leistung
1Für den In­halt des An­tra­ges gilt Ar­ti­kel 17.
2Für die nach­träg­li­che Fest­set­zung des end­gül­ti­gen Be­tra­ges gilt Ar­ti­kel 18. An­stel­le der Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 nimmt die Be­hör­de ei­ne Än­de­rung oder Er­gän­zung des Ver­trags nach dem in Ar­ti­kel 19 vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren vor.
1Die Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen le­gen die ge­mein­sam zu er­rei­chen­den stra­te­gi­schen Pro­gramm­zie­le fest und re­geln die Bei­trags­leis­tung des Bun­des so­wie, im Ein­ver­neh­men mit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le, die Ein­zel­hei­ten der Fi­nan­z­auf­sicht.
2Die Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen er­stre­cken sich in der Re­gel über meh­re­re Jah­re.
3Wer­den im Rah­men von Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen vor­ge­se­he­ne Leis­tun­gen durch Ge­mein­den er­bracht, so ver­gü­tet der Kan­ton den Ge­mein­den die ent­stan­de­nen Kos­ten min­des­tens ent­spre­chend dem An­teil der Bun­des­bei­trä­ge an den Ge­samt­kos­ten.
4Ar­ti­kel 23 ist auf die Pro­gramm­ver­ein­ba­run­gen nicht an­wend­bar.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 10 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Die zu­stän­di­ge Be­hör­de er­lässt Richt­li­ni­en für die Er­stel­lung der Ab­rech­nun­gen. Sie be­rück­sich­tigt da­bei die bran­chen­spe­zi­fi­schen Ge­wohn­hei­ten.
1Ge­wäh­ren die Kan­to­ne auf­grund der Spe­zi­al­ge­setz­ge­bung bun­des­recht­li­che Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen, so kön­nen die Bun­des­be­hör­den mit Richt­li­ni­en für ei­ne ein­heit­li­che und rechts­glei­che Pra­xis sor­gen.
2Für Leis­tun­gen, die nur im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te ge­währt wer­den oder auf die kein Rechts­an­spruch be­steht (Art. 13), be­stim­men die Bun­des­be­hör­den nach An­hö­ren der Kan­to­ne de­ren Kon­tin­gen­te. Die Kan­to­ne er­stel­len die Prio­ri­tä­ten­ord­nung.
1Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen dür­fen frü­he­s­tens aus­be­zahlt wer­den, wenn und so­weit Auf­wen­dun­gen un­mit­tel­bar be­vor­ste­hen.
2Vor der Fest­set­zung des end­gül­ti­gen Be­tra­ges dür­fen in der Re­gel höchs­tens 80 Pro­zent der Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung aus­be­zahlt wer­den.
Hat die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung dem Emp­fän­ger nicht in­nert 60 Ta­gen nach de­ren Fäl­lig­keit be­zahlt, so schul­det sie ihm von die­sem Zeit­punkt an einen Ver­zugs­zins von jähr­lich 5 Pro­zent.
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de prüft, ob der Emp­fän­ger die Auf­ga­be ge­setz­mäs­sig und nach den ihm auf­er­leg­ten Be­din­gun­gen er­füllt hat.
2Sie kann sich auf ver­ein­fach­te Prü­fung oder auf Stich­pro­ben be­schrän­ken:
wenn an­de­re In­stan­zen, ins­be­son­de­re kan­to­na­le Be­hör­den, mass­ge­bli­che Ele­men­te prü­fen oder
wenn es sich um pe­ri­odisch wie­der­keh­ren­de, glo­ba­le oder um­fang­mäs­sig be­schränk­te Leis­tun­gen han­delt.
1Der Ge­such­stel­ler darf erst mit dem Bau be­gin­nen oder grös­se­re An­schaf­fun­gen tä­ti­gen, wenn ihm die Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung end­gül­tig oder dem Grund­satz nach zu­ge­si­chert wor­den ist oder wenn ihm die zu­stän­di­ge Be­hör­de da­für die Be­wil­li­gung er­teilt hat.
2Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die Be­wil­li­gung er­tei­len, wenn es mit schwer­wie­gen­den Nach­tei­len ver­bun­den wä­re, das Er­geb­nis der Prü­fung der Ge­suchs­un­ter­la­gen ab­zu­war­ten. Die Be­wil­li­gung gibt kei­nen An­spruch auf die Fi­nanz­hil­fe oder Ab­gel­tung.
3Be­ginnt der Ge­such­stel­ler oh­ne Be­wil­li­gung mit dem Bau oder tä­tigt er An­schaf­fun­gen, so wer­den ihm kei­ne Leis­tun­gen ge­währt. Bei Ab­gel­tun­gen kann ihm die zu­stän­di­ge Be­hör­de je­doch ei­ne Leis­tung ge­wäh­ren, wenn es die Um­stän­de recht­fer­ti­gen.
Der Emp­fän­ger darf we­sent­li­che oder zu Mehr­kos­ten füh­ren­de Pro­jek­tän­de­run­gen nur mit Ge­neh­mi­gung der zu­stän­di­gen Be­hör­de vor­neh­men.
1Er­füllt der Emp­fän­ger sei­ne Auf­ga­be trotz Mah­nung nicht, so zahlt die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Fi­nanz­hil­fe nicht aus oder for­dert sie samt ei­nem Zins von jähr­lich 5 Pro­zent seit der Aus­zah­lung zu­rück.
2Er­füllt der Emp­fän­ger sei­ne Auf­ga­be trotz Mah­nung man­gel­haft, so kürzt die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Fi­nanz­hil­fe an­ge­mes­sen oder for­dert sie teil­wei­se samt ei­nem Zins von jähr­lich 5 Pro­zent seit der Aus­zah­lung zu­rück.
3In Här­te­fäl­len kann auf ei­ne Rück­for­de­rung ganz oder teil­wei­se ver­zich­tet wer­den.
4Vor­be­hal­ten bleibt die Durch­set­zung der Ver­trags­er­fül­lung bei ver­trag­li­chen Fi­nanz­hil­fen.
1Wird ein Ob­jekt (Grund­stück, Bau­te, Werk, be­weg­li­che Sa­che) sei­nem Zweck ent­frem­det oder ver­äus­sert, so for­dert die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Fi­nanz­hil­fe zu­rück. Die Rück­for­de­rung be­misst sich nach dem Ver­hält­nis zwi­schen der be­stim­mungs­ge­mäs­sen und der tat­säch­li­chen Ver­wen­dungs­dau­er. In Här­te­fäl­len kann die Rück­for­de­rung er­mäs­sigt wer­den.
2Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann bei Ver­äus­se­run­gen ganz oder teil­wei­se auf die Rück­for­de­rung ver­zich­ten, wenn der Er­wer­ber die Vor­aus­set­zun­gen für die Fi­nanz­hil­fe er­füllt und al­le Ver­pflich­tun­gen des Emp­fän­gers über­nimmt.
3Der Emp­fän­ger muss Zweck­ent­frem­dun­gen und Ver­äus­se­run­gen un­ver­züg­lich der zu­stän­di­gen Be­hör­de schrift­lich mel­den.
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de wi­der­ruft ei­ne Fi­nanz­hil­fe- oder Ab­gel­tungs­ver­fü­gung, wenn sie die Leis­tung in Ver­let­zung von Rechts­vor­schrif­ten oder auf­grund ei­nes un­rich­ti­gen oder un­voll­stän­di­gen Sach­ver­halts zu Un­recht ge­währt hat.
2Sie ver­zich­tet auf den Wi­der­ruf, wenn:
der Emp­fän­ger auf­grund der Ver­fü­gung Mass­nah­men ge­trof­fen hat, die nicht oh­ne un­zu­mut­ba­re fi­nan­zi­el­le Ein­bus­sen rück­gän­gig ge­macht wer­den kön­nen;
die Rechts­ver­let­zung für ihn nicht leicht er­kenn­bar war;
ei­ne all­fäl­lig un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge Fest­stel­lung des Sach­ver­halts nicht auf schuld­haf­tes Han­deln des Emp­fän­gers zu­rück­zu­füh­ren ist.
3Mit dem Wi­der­ruf for­dert die Be­hör­de die be­reits aus­ge­rich­te­ten Leis­tun­gen zu­rück. Hat der Emp­fän­ger schuld­haft ge­han­delt, so er­hebt sie zu­dem einen Zins von jähr­lich 5 Pro­zent seit der Aus­zah­lung.
4Vor­be­hal­ten blei­ben Rück­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 12 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.
Ar­ti­kel 30 gilt sinn­ge­mä­ss für Fi­nanz­hil­fe- und Ab­gel­tungs­ver­trä­ge. An­stel­le des Wi­der­rufs er­klärt die zu­stän­di­ge Be­hör­de den Rück­tritt vom Ver­trag.
1For­de­run­gen aus Fi­nanz­hil­fe- und Ab­gel­tungs­ver­hält­nis­sen ver­jäh­ren nach fünf Jah­ren.
2Der An­spruch auf Rück­er­stat­tung von Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen ver­jährt ein Jahr, nach­dem die ver­fü­gen­de oder den Ver­trag ab­sch­lies­sen­de Be­hör­de vom Rechts­grund des An­spruchs Kennt­nis er­hal­ten hat, in je­dem Fal­le aber zehn Jah­re nach der Ent­ste­hung des An­spruchs.
3Hat der Emp­fän­ger die in Ar­ti­kel 29 Ab­satz 3 vor­ge­schrie­be­ne Mel­dung un­ter­las­sen und ist für ein Ob­jekt ei­ne zehn Jah­re über­stei­gen­de Ver­wen­dungs­dau­er fest­ge­legt, so en­det die ab­so­lu­te Ver­jäh­rungs­frist mit Ab­lauf der Ver­wen­dungs­dau­er, frü­he­s­tens je­doch zehn Jah­re nach der Ent­ste­hung des An­spruchs.
4Wird der An­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist vor­sieht, so gilt die­se.
Die Ver­jäh­rung wird durch je­de schrift­li­che Zah­lungs­auf­for­de­rung un­ter­bro­chen. Sie ruht, so­lan­ge der Schuld­ner in der Schweiz nicht be­trie­ben wer­den kann.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 49 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069 Art. 1 Bst. b; BBl 2001 4202).
2So­weit die zu­stän­di­ge Be­hör­de über ei­ne gros­se Zahl gleich­ar­ti­ger Ge­su­che zu ent­schei­den hat, kann der Bun­des­rat vor­se­hen, dass ge­gen Ver­fü­gun­gen Ein­spra­che er­ho­ben wer­den kann.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 49 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069 Art. 1 Bst. b; BBl 2001 4202).
Ge­su­che um Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen wer­den be­ur­teilt nach:
dem im Zeit­punkt der Ge­suchein­rei­chung gel­ten­den Recht, wenn die Leis­tung vor der Er­fül­lung der Auf­ga­be ver­fügt wird, oder
dem zu Be­ginn der Auf­ga­ben­er­fül­lung gel­ten­den Recht, wenn die Leis­tung nach­her zu­ge­spro­chen wird.
Für Leis­tungs- und Ab­ga­be­be­trug, Ur­kun­den­fäl­schung, Er­schlei­chen ei­ner falschen Be­ur­kun­dung, Un­ter­drückung von Ur­kun­den und Be­güns­ti­gun­gen gel­ten die Ar­ti­kel 14-18 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.
Wer vor­sätz­lich in ei­nem Fi­nanz­hil­fe- oder ei­nem Ab­gel­tungs­ver­fah­ren un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht, um da­durch einen un­ge­recht­fer­tig­ten Vor­teil zu er­wir­ken, wird mit Bus­se be­straft.
1Wi­der­hand­lun­gen nach den Ar­ti­keln 37 und 38 wer­den nach dem Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­setz vom 22. März 19741 vom zu­stän­di­gen Bun­des­amt ver­folgt und be­ur­teilt. Der Bun­des­rat kann ei­ne an­de­re Ver­wal­tungs­ein­heit des Bun­des als zu­stän­dig be­zeich­nen.
2Or­ga­ni­sa­tio­nen und kan­to­na­le Stel­len, die Fi­nanz­hil­fe- und Ab­gel­tungs­er­las­se des Bun­des voll­zie­hen, müs­sen die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Bun­des so­fort be­nach­rich­ti­gen, wenn sie von Wi­der­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 37 oder 38 Kennt­nis er­hal­ten.
1Ver­letzt der Ge­such­stel­ler oder Emp­fän­ger die Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 11 Ab­sät­ze 2 und 3, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Zu­si­che­rung oder Aus­rich­tung von Fi­nanz­hil­fen ab­leh­nen oder be­reits er­brach­te Leis­tun­gen samt ei­nem Zins von jähr­lich 5 Pro­zent seit der Aus­zah­lung zu­rück­for­dern.
2Wird ein Straf­tat­be­stand die­ses Ab­schnit­tes er­füllt oder die Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 3 ver­letzt, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de fehl­ba­re na­tür­li­che Per­so­nen oder von ih­nen ver­tre­te­ne ju­ris­ti­sche Per­so­nen für ei­ne be­stimm­te Dau­er von Fi­nanz­hil­fen aus­sch­lies­sen.
Än­de­run­gen des gel­ten­den Bun­des­rechts fin­den sich im An­hang, der Be­stand­teil die­ses Ge­set­zes ist
1Das drit­te Ka­pi­tel die­ses Ge­set­zes gilt auch für frü­he­re Fi­nanz­hil­fe- und Ab­gel­tungs­ver­fü­gun­gen und -ver­trä­ge, so­weit sie über des­sen In­kraft­tre­ten hin­aus wirk­sam sind und die­ses Ge­setz für die Emp­fän­ger nicht un­güns­ti­ger ist als das bis­he­ri­ge Recht.
2Ver­ord­nun­gen, die nicht dem drit­ten Ka­pi­tel ent­spre­chen, sind in­nert zwei­er Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an­zu­pas­sen, so­weit sie nicht auf ab­wei­chen­den Ge­set­zen oder all­ge­mein­ver­bind­li­chen Bun­des­be­schlüs­sen be­ru­hen.