Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/die-g10-kommission-3115205?pk_campaign=feed&pk_kwd=die-g10-kommission
Timestamp: 2020-07-13 19:03:18
Document Index: 375143566

Matched Legal Cases: ['Art. 93', '§ 13', '§ 63', 'Art. 10', 'Art. 93', '§ 13', '§ 63', '§ 64', '§ 23', 'Art. 93', 'Art. 93', '§ 63', '§ 63', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 93', '§ 63', 'Art. 93', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art.19', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', '§ 1', '§ 14', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 12', 'Art. 93', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 93', '§ 15', 'Art. 10', 'Art. 45', 'Art. 45', 'Art. 10', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 14', '§ 14', '§ 3', '§ 15', '§ 13', '§ 3', '§ 5', '§ 12', '§ 12', '§ 14', '§ 5', '§ 5', 'Art. 93', '§ 15', '§ 50', '§ 9', '§ 15', 'Art. 10', '§ 30', '§ 1', '§ 15', 'Art. 10', '§ 45', '§ 92', '§ 198']

Die G 10-Kommission des Deutschen Bundestags - und die Herausgabe der NSA-Selektorenlisten | Rechtslupe
Die G 10-Kom­mis­si­on des Deut­schen Bun­des­tags – und die Her­aus­ga­be der NSA-Selek­to­ren­lis­ten
Die G 10-Kom­mis­si­on ist ein Kon­troll­organ eige­ner Art und im Organ­streit nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 13 Nr. 5, §§ 63 ff. BVerfGG nicht par­tei­fä­hig. Sie ist weder obers­tes Bun­des­or­gan, noch ist sie eine ande­re durch das Grund­ge­setz oder die Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­te­te Betei­lig­te.
Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Organ­streit­ver­fah­ren gestell­te Anträ­ge der G 10-Kom­mis­si­on, die soge­nann­te NSA-Selek­to­ren­lis­ten her­aus­zu­ge­ben oder zur Ein­sicht­nah­me bereit zu stel­len, ver­wor­fen.
Aus­gangs­sach­ver­halt
Par­tei­fä­hig­keit im Organ­streit­ver­fah­ren
Par­tei­fä­hig­keit der G 10-Kom­mis­si­on
Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]
Gegen­stand des Organ­streit­ver­fah­rens ist die aus Sicht der G 10-Kom­mis­si­on – die G 10-Kom­mis­si­on – unzu­läs­si­ge Wei­ge­rung der Bun­des­re­gie­rung und des Chefs des Bun­des­kanz­ler­am­tes, die soge­nann­ten NSA-Selek­to­ren­lis­ten her­aus­zu­ge­ben oder zur Ein­sicht­nah­me bereit­zu­stel­len.
Der Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) betrieb gemein­sam mit der Natio­nal Secu­ri­ty Agen­cy (NSA) auf der Grund­la­ge eines Memo­ran­dum of Agree­ment aus dem Jahr 2002 (MoA) unter dem Pro­jekt­na­men Joint SIGINT Acti­vi­ty in Bad Aib­ling eine Koope­ra­ti­on zur Fern­mel­de­auf­klä­rung von inter­na­tio­na­len Fern­mel­de­ver­keh­ren zu Kri­sen­re­gio­nen. Das MoA leg­te die Moda­li­tä­ten für die gemein­sa­me Arbeit fest. Hier­nach war eine Auf­klä­rung euro­päi­scher Zie­le nur beschränkt auf bestimm­te Phä­no­me­n­be­rei­che zuläs­sig. Auch soll­ten aus­schließ­lich sol­che Kom­mu­ni­ka­tio­nen auf­ge­klärt wer­den, an denen kein G 10-geschütz­ter Teil­neh­mer betei­ligt war.
Im Rah­men die­ser Koope­ra­ti­on durch­such­ten BND-Mit­ar­bei­ter die aus einem Inter­net­kno­ten­punkt in Frank­furt am Main aus­ge­lei­te­ten Daten nach von der NSA defi­nier­ten Merk­ma­len, den soge­nann­ten Selek­to­ren. Die­se Selek­to­ren wur­den von Bad Aib­ling aus regel­mä­ßig abge­ru­fen und nach ent­spre­chen­der Prü­fung durch den BND in die Erfas­sungs­sys­te­me ein­ge­stellt. Auf­grund der hohen Anzahl an Selek­to­ren wur­de die Prü­fung in einem auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren mit Hil­fe des vom BND ent­wi­ckel­ten Daten­fil­te­rungs­sys­tems DAFIS durch­ge­führt. Die vor­ge­schal­te­te auto­ma­ti­sier­te Prü­fung bezog sich dabei auf eine G 10-Rele­vanz der Selek­to­ren und auf einen Ver­stoß gegen deut­sche Inter­es­sen.
Bereits Ende des Jah­res 2005 fiel BND-Mit­ar­bei­tern bei einer Durch­sicht von NSA-Selek­to­ren auf, dass die NSA auch Selek­to­ren über­ge­ben hat­te, die nach ihrer Ein­schät­zung gegen deut­sche Inter­es­sen ver­stie­ßen. Nach­dem im Som­mer 2013 in der Pres­se berich­tet wor­den war, dass EU-Ver­tre­tun­gen und auch Deut­sche von der Fern­mel­de­auf­klä­rung im Rah­men der Joint SIGINT Acti­vi­ty betrof­fen sei­en, führ­te der BND eine inter­ne Unter­su­chung der Selek­to­ren durch. Dabei stell­te sich her­aus, dass die über­prüf­ten Selek­to­ren nur zu einem Teil bei der ers­ten Fil­te­rung bereits von der wei­te­ren Ver­wen­dung aus­ge­schlos­sen und nicht in die Erfas­sungs­sys­te­me über­nom­men wor­den waren. Ein ande­rer Teil war für unter­schied­lich lan­ge Zeit­räu­me gesteu­ert wor­den. Nach­dem der Deut­sche Bun­des­tag zur Auf­ar­bei­tung der Selek­to­ren­the­ma­tik am 20.03.2014 den 1. Unter­su­chungs­aus­schuss der 18. Wahl­pe­ri­ode (soge­nann­ter NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss) ein­ge­setzt hat­te, wur­den die Selek­to­ren, wel­che von der NSA im Rah­men der Zusam­men­ar­beit in Bad Aib­ling an den BND über­ge­ben und durch die­sen abge­lehnt wor­den waren, aus den nach­rich­ten­dienst­li­chen Daten­ban­ken gene­riert und sodann zu den soge­nann­ten NSA-Selek­to­ren­lis­ten zusam­men­ge­fasst.
Die G 10-Kom­mis­si­on ver­lang­te, nach­dem sie Kennt­nis von die­sen Vor­gän­gen erhal­ten hat­te, die Her­aus­ga­be der NSA-Selek­to­ren­lis­ten oder Ein­sicht­nah­me in die­se, um even­tu­el­le Ver­stö­ße gegen Art. 10 GG fest­zu­stel­len. Die­ses Ersu­chen lehn­ten die Bun­des­re­gie­rung und der Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes in einer Sit­zung der G 10-Kom­mis­si­on vom 18.06.2015 ab.
Mit Schrei­ben des Chefs des Bun­des­kanz­ler­am­tes vom 29.06.2015 wur­de die G 10-Kom­mis­si­on dar­über infor­miert, dass die Bun­des­re­gie­rung mit Zustim­mung der par­la­men­ta­ri­schen Mehr­heit des NSA-Unter­su­chungs­aus­schus­ses eine sach­ver­stän­di­ge Ver­trau­ens­per­son bestellt und mit der Auf­ga­be betraut hat­te, Ein­sicht in die NSA-Selek­to­ren­lis­ten zu neh­men und hier­über dem NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss und dem Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­um zu berich­ten. Zugleich bot er – unge­ach­tet der Fra­ge, ob die NSA-Selek­to­ren­lis­ten von der Kon­troll­zu­stän­dig­keit umfasst sei­en – an, dass die sach­ver­stän­di­ge Ver­trau­ens­per­son auch der G 10-Kom­mis­si­on gegen­über Bericht erstat­te und ihre Fra­gen prü­fe. Am 18.08.2015 über­mit­tel­te die G 10-Kom­mis­si­on über den NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss einen Fra­gen­ka­ta­log an die sach­ver­stän­di­ge Ver­trau­ens­per­son. Die­se stell­te der G 10-Kom­mis­si­on ihren Bericht am 11.11.2015 und einen ergän­zen­den Bericht am 14.04.2016 vor.
Par­tei­fä­hig­keit im Organ­streit­ver­fah­ren[↑]
Gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 13 Nr. 5, §§ 63 ff. BVerfGG ent­schei­det das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über die Aus­le­gung des Grund­ge­set­zes aus Anlass von Strei­tig­kei­ten über den Umfang der Rech­te und Pflich­ten eines obers­ten Bun­des­or­gans oder ande­rer Betei­lig­ter, die durch das Grund­ge­setz oder in der Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet sind.
Das Organ­streit­ver­fah­ren ist als (kon­tra­dik­to­ri­sche) Par­tei­strei­tig­keit aus­ge­stal­tet. Es dient maß­geb­lich der gegen­sei­ti­gen Abgren­zung der Kom­pe­ten­zen von Ver­fas­sungs­or­ga­nen oder ihren Tei­len in einem Ver­fas­sungs­rechts­ver­hält­nis, nicht der davon los­ge­lös­ten Kon­trol­le der objek­ti­ven Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines bestimm­ten Organ­han­delns [1]. Der Organ­streit ist kei­ne objek­ti­ve Bean­stan­dungs­kla­ge. Er setzt eine rechts­er­heb­li­che Maß­nah­me oder Unter­las­sung des Antrags­geg­ners vor­aus, die geeig­net ist, die Rechts­stel­lung des Antrag­stel­lers zu beein­träch­ti­gen [2]. Der Antrag­stel­ler muss des­halb gemäß § 64 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG schlüs­sig behaup­ten, dass er und der Antrags­geg­ner an einem ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­ver­hält­nis unmit­tel­bar betei­ligt sind und dass der Antrags­geg­ner ihm hier­aus erwach­sen­de ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Rech­te oder Zustän­dig­kei­ten durch die bean­stan­de­te Maß­nah­me oder das Unter­las­sen ver­letzt oder unmit­tel­bar gefähr­det hat [3]. Für die Zuläs­sig­keit eines Organ­streit­ver­fah­rens erfor­der­lich, aber auch aus­rei­chend ist es, dass die behaup­te­te Rechts­ver­let­zung unter Rück­griff auf die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be nach dem vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt mög­lich erscheint [4].
Mit­hin ent­schei­det das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG über Ver­fas­sungs­strei­tig­kei­ten. Nicht jeder Streit über den Inhalt eines Ver­fas­sungs­ar­ti­kels ist ein Ver­fas­sungs­streit. Es kommt viel­mehr auf die strei­ten­den Sub­jek­te an. Die Betei­lig­ten müs­sen in einem ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­ver­hält­nis zuein­an­der ste­hen, aus dem sich Rech­te und Pflich­ten erge­ben, die sie gegen­sei­tig ach­ten müs­sen und die zwi­schen ihnen strei­tig gewor­den sind [5].
Nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG sind im Organ­streit nur die obers­ten Bun­des­or­ga­ne par­tei­fä­hig. Unter obers­ten Bun­des­or­ga­nen wer­den die durch das Grund­ge­setz ein­ge­setz­ten und for­mier­ten obers­ten Orga­ne ver­stan­den, die § 63 BVerfGG auf­zählt [6], nament­lich Bun­des­prä­si­dent, Bun­des­tag, Bun­des­rat und Bun­des­re­gie­rung. § 63 BVerfGG setzt die ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­ga­be des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG aller­dings nicht abschlie­ßend um [7]. Aus dem Cha­rak­ter des Organ­streit­ver­fah­rens als Ver­fas­sungs­streit zwi­schen Fak­to­ren des Ver­fas­sungs­le­bens [8] folgt, dass nur sol­che (Verfassungs-)Organe par­tei­fä­hig sind, die von der Ver­fas­sung in Exis­tenz, Sta­tus und wesent­li­chen Kom­pe­ten­zen kon­sti­tu­iert wer­den, dem Staat durch Exis­tenz und Funk­ti­on sei­ne spe­zi­fi­sche Gestalt ver­lei­hen und durch ihre Tätig­keit an der obers­ten Staats­lei­tung Anteil haben [9].
Neben den obers­ten Bun­des­or­ga­nen lässt Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG ande­re Betei­lig­te, die durch das Grund­ge­setz oder in der Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet sind, zu. Außer­halb des Krei­ses der Organ­tei­le mit eige­nen Rech­ten aus dem Grund­ge­setz oder der Geschäfts­ord­nung eines Bun­des­or­gans hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur zwei Kom­pe­tenz­trä­ger als "ande­re Betei­lig­te" aner­kannt. Es han­delt sich dabei zum einen um ein­zel­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te [10] und zum ande­ren um poli­ti­sche Par­tei­en [11].
Die Par­tei­fä­hig­keit im Organ­streit hängt davon ab, ob der Antrag­stel­ler Organ oder Organ­teil im Sin­ne des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG und des § 63 BVerfGG ist, nicht aber davon, ob er in irgend­ei­nem Sinn als Staats­or­gan oder Organ­teil betrach­tet wer­den kann [12]. Wort­laut und Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG las­sen erken­nen, dass der Kreis der Betei­lig­ten im Ver­fas­sungs­pro­zess begrenzt sein soll­te [13].
Par­tei­fä­hig­keit der G 10-Kom­mis­si­on[↑]
Nach die­sen Maß­stä­ben ist die G 10-Kom­mis­si­on nicht par­tei­fä­hig. Die G 10-Kom­mis­si­on ist ein Kon­troll­organ eige­ner Art. Sie ist weder obers­tes Bun­des­or­gan, noch ist sie eine ande­re durch das Grund­ge­setz oder die Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­te­te Betei­lig­te.
Das Grund­ge­setz weist den in Art. 10 Abs. 1 GG garan­tier­ten Grund­rech­ten des Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses einen hohen Rang zu. Es gewähr­leis­tet die freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit durch einen pri­va­ten, vor den Augen der Öffent­lich­keit ver­bor­ge­nen Aus­tausch von Nach­rich­ten, Gedan­ken und Mei­nun­gen (Infor­ma­tio­nen) und wahrt damit die Wür­de des den­ken­den und frei­heit­lich han­deln­den Men­schen [14]. Nach Art. 10 Abs. 2 Satz 1 GG dür­fen Beschrän­kun­gen des Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses nur auf Grund eines Geset­zes ange­ord­net wer­den. Dient die Beschrän­kung dem Schut­ze der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung oder des Bestan­des oder der Siche­rung des Bun­des oder eines Lan­des, so kann das Gesetz bestim­men, dass sie dem Betrof­fe­nen nicht mit­ge­teilt wird und dass an die Stel­le des Rechts­we­ges die Nach­prü­fung durch von der Volks­ver­tre­tung bestell­te Orga­ne und Hilfs­or­ga­ne tritt (Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG).
GG ver­mit­telt den Grund­rechts­trä­gern fer­ner Anspruch auf Kennt­nis von Maß­nah­men der Brief, Post- und Fern­mel­de­über­wa­chung, die sie betrof­fen haben. Das ist ein Erfor­der­nis effek­ti­ven Grund­rechts­schut­zes. Denn ohne eine sol­che Kennt­nis kön­nen die Betrof­fe­nen weder die Unrecht­mä­ßig­keit der Erfas­sung und Kennt­nis­nah­me ihrer Fern­mel­de­kon­tak­te noch etwai­ge Rech­te auf Löschung oder Berich­ti­gung gel­tend machen. Die­ser Anspruch ver­engt sich nicht sogleich auf den gericht­li­chen Rechts­schutz aus Art.19 Abs. 4 GG. Zunächst han­delt es sich viel­mehr um ein spe­zi­fi­sches Daten­schutz­recht, das gegen­über der infor­ma­ti­ons- und daten­ver­ar­bei­ten­den staat­li­chen Stel­le gel­tend gemacht wer­den kann [15].
Wie die Kennt­nis­ge­wäh­rung im Ein­zel­nen aus­zu­ge­stal­ten ist, gibt das Grund­ge­setz dabei nicht vor. Die Ver­fas­sung gebie­tet nur, dass eine Benach­rich­ti­gung dann statt­fin­det, wenn Daten­er­he­bun­gen heim­lich erfol­gen, Aus­kunfts­an­sprü­che aber nicht ein­ge­räumt wor­den sind oder den Rech­ten der Betrof­fe­nen nicht ange­mes­sen Rech­nung tra­gen [15]. Aller­dings unter­liegt auch die Mit­tei­lungs­pflicht dem Geset­zes­vor­be­halt des Art. 10 Abs. 2 GG. Soweit die Kennt­nis des Ein­griffs in das Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis dazu füh­ren wür­de, dass die­ser sei­nen Zweck ver­fehlt, ist es daher von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den, die Kennt­nis­ge­wäh­rung ent­spre­chend ein­zu­gren­zen. Unter Umstän­den genügt es, den Betrof­fe­nen erst spä­ter von dem Ein­griff zu benach­rich­ti­gen [15]. Wegen der Unbe­merk­bar­keit der Ein­grif­fe in das Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis, der Undurch­sich­tig­keit des anschlie­ßen­den Daten­ver­ar­bei­tungs­vor­gangs für die Betrof­fe­nen, der Mög­lich­keit, die Mit­tei­lung zu beschrän­ken, und der dadurch ent­ste­hen­den Rechts­schutz­lü­cken gebie­tet Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG zudem eine Kon­trol­le durch unab­hän­gi­ge und an kei­ne Wei­sung gebun­de­ne staat­li­che Orga­ne und Hilfs­or­ga­ne [16].
In Aus­füh­rung des Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG muss das Gesetz eine Nach­prü­fung vor­se­hen, die mate­ri­ell und ver­fah­rens­mä­ßig der gericht­li­chen Kon­trol­le gleich­wer­tig, ins­be­son­de­re min­des­tens eben­so wir­kungs­voll ist, auch wenn der Betrof­fe­ne kei­ne Gele­gen­heit hat, in die­sem "Ersatz­ver­fah­ren" mit­zu­wir­ken. Bei die­ser Aus­le­gung ver­langt Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG, dass das zu sei­ner Aus­füh­rung erge­hen­de Gesetz unter den von der Volks­ver­tre­tung zu bestel­len­den Orga­nen und Hilfs­or­ga­nen ein Organ vor­se­hen muss, das in rich­ter­li­cher Unab­hän­gig­keit und für alle an der Vor­be­rei­tung, ver­wal­tungs­mä­ßi­gen Ent­schei­dung und Durch­füh­rung der Über­wa­chung Betei­lig­ten ver­bind­lich über die Zuläs­sig­keit der Über­wa­chungs­maß­nah­me und über die Fra­ge, ob der Betrof­fe­ne zu benach­rich­ti­gen ist, ent­schei­det und die Über­wa­chungs­maß­nah­me unter­sagt, wenn es an den recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dazu fehlt [17]. Die­se Kon­trol­le muss Rechts­kon­trol­le sein. Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG lässt aber eine Rege­lung zu, nach der das Kon­troll­organ aus Grün­den der Oppor­tu­ni­tät auch in einem Fall, in dem die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Über­wa­chung vor­lie­gen, die Unter­las­sung oder Auf­he­bung der Über­wa­chung for­dern, also die Zahl der Über­wa­chungs­fäl­le wei­ter ein­schrän­ken darf [18].
Das Kon­troll­organ kann inner­halb und außer­halb des Par­la­ments gebil­det wer­den [17]. Das Prin­zip der Gewal­ten­tei­lung erlaubt, dass Rechts­schutz gegen­über Maß­nah­men der Exe­ku­ti­ve aus­nahms­wei­se nicht durch Gerich­te, son­dern durch vom Par­la­ment bestell­te oder gebil­de­te, unab­hän­gi­ge Insti­tu­tio­nen inner­halb des Funk­ti­ons­be­reichs der Exe­ku­ti­ve gewährt wird [19].
Im Ein­zel­nen regelt das G 10 die Ein­griffs­mög­lich­kei­ten und das Ver­fah­ren. Nach § 1 Abs. 2 G 10 in Ver­bin­dung mit §§ 14, 15 G 10 obliegt die Kon­trol­le der nach dem G 10 ange­ord­ne­ten Beschrän­kungs­maß­nah­men dem Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­um und der G 10-Kom­mis­si­on. Dabei erfolgt die Kon­trol­le der im Ein­zel­fall ange­ord­ne­ten und zu voll­zie­hen­den Beschrän­kungs­maß­nah­men durch die G 10-Kom­mis­si­on. Die­se besteht aus vier Mit­glie­dern: einem Vor­sit­zen­den, der die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt besit­zen muss, und drei Bei­sit­zern sowie eben­so vie­len Stell­ver­tre­tern (§ 15 Abs. 1 Satz 1 G 10). Die Mit­glie­der der G 10-Kom­mis­si­on sind in ihrer Amts­füh­rung unab­hän­gig und Wei­sun­gen nicht unter­wor­fen (§ 15 Abs. 1 Satz 3 G 10). Sie wer­den von dem Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­um nach Anhö­rung der Bun­des­re­gie­rung für die Dau­er einer Wahl­pe­ri­ode bestellt und neh­men ein öffent­li­ches Ehren­amt wahr (§ 15 Abs. 1 Satz 4 G 10). Nach § 15 Abs. 5 G 10 ent­schei­det die G 10-Kom­mis­si­on von Amts wegen oder auf Grund von Beschwer­den über die Zuläs­sig­keit und Not­wen­dig­keit von Beschrän­kungs­maß­nah­men. Die Kon­troll­be­fug­nis der Kom­mis­si­on erstreckt sich auf die gesam­te Erhe­bung, Ver­ar­bei­tung und Nut­zung der nach dem G 10 erlang­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten durch Nach­rich­ten­diens­te des Bun­des ein­schließ­lich der Ent­schei­dung über die Mit­tei­lung an Betrof­fe­ne. Ihre Kon­troll­funk­ti­on erstreckt sich in ers­ter Linie auf die ange­ord­ne­ten, aber noch nicht voll­zo­ge­nen Beschrän­kungs­maß­nah­men, die sie zu geneh­mi­gen oder abzu­leh­nen hat (§ 15 Abs. 6 G 10). Sie hat wei­ter die Zustim­mung zu ertei­len, wenn einem Betrof­fe­nen die Beschrän­kungs­maß­nah­me nach ihrer Ein­stel­lung nicht mit­ge­teilt wer­den soll (§ 15 Abs. 7 G 10 in Ver­bin­dung mit § 12 G 10).
Der Gesetz­ge­ber hat damit im Lich­te der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein Organ geschaf­fen, das an die Stel­le des Rechts­wegs tritt [17], aber kein Gericht ist [20], das inner­halb des Funk­ti­ons­be­reichs der Exe­ku­ti­ve agiert, aber nicht in die­se inkor­po­riert ist [19], das Rechts­kon­trol­le aus­übt, aber auch Oppor­tu­ni­täts­er­wä­gun­gen tref­fen kann [18]. Es han­delt sich um ein Kon­troll­organ eige­ner Art außer­halb der recht­spre­chen­den Gewalt, das als Ersatz für den feh­len­den gericht­li­chen Rechts­schutz dient [21].
Vor die­sem Hin­ter­grund ist die G 10-Kom­mis­si­on nicht als obers­tes Bun­des­or­gan im Sin­ne des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG par­tei­fä­hig.
Sie wird nicht von der Ver­fas­sung – nament­lich von Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG – in Exis­tenz, Sta­tus und wesent­li­chen Kom­pe­ten­zen kon­sti­tu­iert.
Nach der Ent­ste­hungs­ge­schich­te und der Ziel­set­zung des Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG kommt der Ver­fas­sungs­norm über ihren objek­ti­ven Aus­sa­ge­ge­halt hin­aus kei­ne kom­pe­tenz­schüt­zen­de Wir­kung zu Guns­ten "der von der Volks­ver­tre­tung bestell­ten Orga­ne oder Hilfs­or­ga­ne" zu [22].
Abs. 2 Satz 2 GG ent­hält kei­nen ver­bind­li­chen Ver­fas­sungs­auf­trag. Das Gesetz "kann" bestim­men, dass Beschrän­kungs­maß­nah­men dem Betrof­fe­nen nicht mit­ge­teilt wer­den und dass an die Stel­le des Rechts­we­ges die Nach­prü­fung durch von der Volks­ver­tre­tung bestell­te Orga­ne und Hilfs­or­ga­ne tritt. Die Ver­fas­sungs­vor­schrift kann im Hin­blick auf den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit nur so ver­stan­den wer­den, dass sie die nach­träg­li­che Benach­rich­ti­gung zulässt und sie in den Fäl­len for­dert, in denen eine Gefähr­dung des Zwecks der Über­wa­chungs­maß­nah­me und eine Gefähr­dung des Schut­zes der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung oder des Bestan­des oder der Siche­rung des Bun­des oder eines Lan­des aus­ge­schlos­sen wer­den kann. Die Vor­schrift lässt auch Raum, es beim nor­ma­len Rechts­weg zu belas­sen oder statt der Nach­prü­fung durch von der Volks­ver­tre­tung bestell­te Orga­ne ein beson­de­res gericht­li­ches Ver­fah­ren vor­zu­se­hen, falls dies ohne Gefähr­dung des Schut­zes der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung oder des Bestan­des oder der Siche­rung des Bun­des oder eines Lan­des mög­lich sein soll­te [23]. Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG ermäch­tigt zu einer Beschrän­kung der Mit­tei­lungs­pflicht, gebie­tet eine sol­che aber nicht. Wür­de der ein­fa­che Gesetz­ge­ber eine Mit­tei­lungs­pflicht gegen­über den Betrof­fe­nen begrün­den, ent­fie­le folg­lich das ver­fas­sungs­recht­li­che Bedürf­nis der Exis­tenz eines Kon­troll­organs. Damit hängt schon die Exis­tenz der G 10-Kom­mis­si­on vom Wil­len des Gesetz­ge­bers ab. Dar­über hin­aus ver­langt Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG nur, dass das zu sei­ner Aus­füh­rung erge­hen­de Gesetz "ein" Organ [24] vor­se­hen muss. Wie die Kon­trol­le aus­zu­ge­stal­ten ist, schreibt die Ver­fas­sung nicht vor. Dem Gesetz­ge­ber ist bei der Gestal­tung der Kon­trol­le im Ein­zel­nen, etwa bei der Ent­schei­dung über die kon­trol­lie­ren­de Stel­le, grund­sätz­lich ein Rege­lungs­spiel­raum ein­ge­räumt [15]. So kann die Kon­trol­le der Maß­nah­men der stra­te­gi­schen Über­wa­chung durch unab­hän­gi­ge und an kei­ne Wei­sung gebun­de­ne staat­li­che Orga­ne und Hilfs­or­ga­ne auch durch den Daten­schutz­be­auf­trag­ten sicher­ge­stellt wer­den [25]. Folg­lich steht es dem Gesetz­ge­ber auch frei, Sta­tus und wesent­li­che Kom­pe­ten­zen des Organs zu defi­nie­ren, soweit eine hin­rei­chend wirk­sa­me Kon­trol­le gewähr­leis­tet ist [26].
Über­dies weist die Ver­fas­sung der G 10-Kom­mis­si­on kei­ne eigen­stän­di­gen Auf­ga­ben im Bereich der poli­ti­schen Staats­lei­tung zu [27]. Sie hat kei­nen ver­fas­sungs­un­mit­tel­ba­ren Sta­tus im Pro­zess demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung und staat­li­cher Ent­schei­dungs­fin­dung, so dass sie kei­nen Anteil an der Bil­dung des Staats­wil­lens [28] hat. Viel­mehr übt sie eine mate­ri­ell und ver­fah­rens­mä­ßig dem gericht­li­chen Rechts­schutz gleich­wer­ti­ge Kon­trol­le aus und stellt ein­zel­fall­be­zo­gen die Rechts­kon­trol­le anhand kon­kre­ter nor­ma­ti­ver Vor­ga­ben sicher. Sie ist befugt, alle Orga­ne, die mit der Vor­be­rei­tung, Ent­schei­dung, Durch­füh­rung und Über­wa­chung des Ein­griffs in das Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis befasst sind, sowie alle Maß­nah­men die­ser Orga­ne zu über­wa­chen. Die­se Kon­trol­le übt sie lau­fend aus [17].
Die G 10-Kom­mis­si­on ist auch nicht als ande­re Betei­lig­te im Sin­ne des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG par­tei­fä­hig.
Sie ist nicht als durch das Grund­ge­setz oder durch die Geschäfts­ord­nung mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­te­ter Teil des Bun­des­ta­ges anzu­se­hen.
Die G 10-Kom­mis­si­on ist weder durch das Grund­ge­setz noch durch die Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet. Soweit sich die Befug­nis­se der G 10-Kom­mis­si­on aus ein­fa­chem Recht – hier ins­be­son­de­re § 15 G 10 – erge­ben, wäre dies im Organ­streit allen­falls rele­vant, wenn das Gesetz unmit­tel­bar aus der Ver­fas­sung selbst fol­gen­de Rech­te und Pflich­ten des am Organ­streit Betei­lig­ten wider­spie­geln wür­de; eine Ver­let­zung ein­fa­chen Rechts kann im Organ­streit nicht gel­tend gemacht wer­den [29].
Die G 10-Kom­mis­si­on ist nicht Teil des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Unge­ach­tet des Umstan­des, dass das Grund­ge­setz sie schon nicht expli­zit erwähnt, bezeich­net Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG das Hilfs­or­gan – anders als den Wehr­be­auf­trag­ten in Art. 45b GG – nicht als eines "des Bun­des­ta­ges". Auch wird die G 10-Kom­mis­si­on nicht wie das Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um in Art. 45d GG als Pflicht­gre­mi­um des Deut­schen Bun­des­ta­ges sta­tu­iert. Zwar wird das Organ oder Hilfs­or­gan nach Art. 10 Abs. 2 Satz 2 GG von der Volks­ver­tre­tung bestellt. Die­sen Akt hat der Gesetz­ge­ber durch das G 10 auf das Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um dele­giert, wel­ches gemäß § 15 Abs. 1 Satz 4 G 10 die Mit­glie­der der G 10-Kom­mis­si­on nach Anhö­rung der Bun­des­re­gie­rung für die Dau­er einer Wahl­pe­ri­ode des Deut­schen Bun­des­ta­ges wählt. Allein die Tat­sa­che, dass die Mit­glie­der der G 10-Kom­mis­si­on durch ein par­la­men­ta­ri­sches Gre­mi­um gewählt wer­den, qua­li­fi­ziert die G 10-Kom­mis­si­on aber noch nicht als Teil des Deut­schen Bun­des­ta­ges, viel­mehr wird dadurch die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on der G 10-Kom­mis­si­on sicher­ge­stellt [30]. Zudem gehört zum Wesen von par­la­men­ta­ri­schen Hilfs­or­ga­nen deren Abhän­gig­keit, Wei­sungs­ge­bun­den­heit und Rechen­schafts­pflicht im Ver­hält­nis zum Par­la­ment. Zwar ist die G 10-Kom­mis­si­on beim Deut­schen Bun­des­tag "ange­sie­delt" [31]. Die Mit­glie­der der G 10-Kom­mis­si­on, die nicht zwin­gend Abge­ord­ne­te sein müs­sen, sind aber in ihrer Amts­füh­rung unab­hän­gig sowie Wei­sun­gen nicht unter­wor­fen (§ 15 Abs. 1 Satz 3 G 10). Sie neh­men ihr Amt ehren­amt­lich wahr (§ 15 Abs. 1 Satz 4 G 10). Die G 10-Kom­mis­si­on unter­liegt nicht – wie etwa Aus­schüs­se – dem Grund­satz der Dis­kon­ti­nui­tät (§ 15 Abs. 1 Satz 4 G 10). Eine Berichts­pflicht gegen­über dem Deut­schen Bun­des­tag besteht nicht. Die G 10-Kom­mis­si­on ist daher nicht in der Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt des Deut­schen Bun­des­ta­ges ver­an­kert.
Die G 10-Kom­mis­si­on übt schließ­lich kei­ne par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­funk­ti­on aus [32].
Das par­la­men­ta­ri­sche Regie­rungs­sys­tem wird auch durch die Kon­troll­funk­ti­on des Par­la­ments geprägt. Die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le von Regie­rung und Ver­wal­tung ver­wirk­licht den Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung, der für das Grund­ge­setz ein tra­gen­des Funk­ti­ons- und Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zip dar­stellt. Der Gewal­ten­tei­lungs­grund­satz zielt dabei nicht auf eine abso­lu­te Tren­nung der Funk­tio­nen der Staats­ge­walt, son­dern auf die poli­ti­sche Macht­ver­tei­lung, das Inein­an­der­grei­fen der drei Gewal­ten und die dar­aus resul­tie­ren­de gegen­sei­ti­ge Kon­trol­le und Begren­zung mit der Fol­ge der Mäßi­gung der Staats­ge­walt [33]. Dabei ist par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le eine poli­ti­sche Kon­trol­le, nicht admi­nis­tra­ti­ve Über­kon­trol­le [34].
Im Anwen­dungs­be­reich des G 10 obliegt dem Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­um die poli­ti­sche Kon­trol­le [35]. Das Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um übt die all­ge­mei­ne Kon­trol­le über die Durch­füh­rung des G 10 aus. Dazu wird es gemäß § 14 Abs.1 Satz 1 G 10 in Abstän­den von höchs­tens sechs Mona­ten vom zustän­di­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­um unter­rich­tet. Dabei geht es nicht um Ein­zel­fäl­le, son­dern um die Gesamt­über­sicht der Beschrän­kungs­maß­nah­men und Grund­satz­fra­gen. Auf­grund die­ser Berich­te erstat­tet das Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 G 10 dem Deut­schen Bun­des­tag jähr­lich einen Bericht über Durch­füh­rung sowie Art und Umfang der Maß­nah­men nach den §§ 3, 5, 7a und 8 G 10.
Die G 10-Kom­mis­si­on hin­ge­gen wird im Funk­ti­ons­be­reich der Exe­ku­ti­ve [19], mit­hin im "ope­ra­ti­ven" Bereich [36] tätig, indem sie über die Zuläs­sig­keit und Not­wen­dig­keit von kon­kre­ten Beschrän­kungs­maß­nah­men ent­schei­det. Über die Über­prü­fung der minis­te­ri­el­len Beschrän­kungs­an­ord­nun­gen im Ein­zel­fall hin­aus erstreckt sich die Kon­trol­le der G 10-Kom­mis­si­on als Aus­ge­stal­tung von Ver­fah­rens­si­che­rung auf den gesam­ten Pro­zess der Erhe­bung, Ver­ar­bei­tung und Nut­zung der mit Beschrän­kungs­maß­nah­men erlang­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten (vgl. § 15 Abs. 5 G 10). Dabei stützt die G 10-Kom­mis­si­on ihre Ent­schei­dun­gen auf die Stel­lung­nah­men des zustän­di­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­ums sowie des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes und klärt den Sach­ver­halt in der Regel nicht selbst auf [37]. Die G 10-Kom­mis­si­on als eine neu­tra­le Instanz dient zum einen der Ein­bin­dung der Exe­ku­ti­ve und zum ande­ren der "kom­pen­sa­to­ri­schen Reprä­sen­ta­ti­on" der Inter­es­sen des Betrof­fe­nen durch eine lau­fen­de und umfas­sen­de Rechts­kon­trol­le.
Die G 10-Kom­mis­si­on nimmt auch sonst nicht an der Arbeit des Bun­des­ta­ges, sei­nen Ver­hand­lun­gen und Ent­schei­dun­gen teil. Sie wirkt nicht an der Erfül­lung der Auf­ga­ben des Bun­des­ta­ges im Bereich der Gesetz­ge­bung, des Bud­get­rechts, des Krea­ti­ons, Infor­ma­ti­ons- und Kon­troll­rechts mit und ist auch nicht an der Erör­te­rung anste­hen­der Pro­ble­me in öffent­li­cher Debat­te betei­ligt.
Einer Aus­wei­tung des ver­fah­rens­recht­li­chen Par­tei­be­griffs – wie es sie das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und poli­ti­schen Par­tei­en für gebo­ten hielt – steht ent­ge­gen, dass die G 10-Kom­mis­si­on kei­ne mit Ver­fas­sungs­or­ga­nen ver­gleich­ba­re organ­schaft­li­che Stel­lung hat und sie nicht inte­gra­ler Bestand­teil des Ver­fas­sungs­auf­baus und des ver­fas­sungs­recht­lich geord­ne­ten poli­ti­schen Lebens, also nicht ver­fas­sungs­recht­lich not­wen­di­ge Insti­tu­ti­on ist [38].
Die von der G 10-Kom­mis­si­on aus­ge­üb­te Kon­troll­tä­tig­keit ist eine Kon­trol­le, wel­che die Recht­mä­ßig­keit heim­li­cher staat­li­cher Über­wa­chungs­maß­nah­men pro­ze­du­ral absi­chert. Bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lung ist von der gefes­tig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aus­zu­ge­hen, wonach die Grund­rech­te nicht nur die Aus­ge­stal­tung des mate­ri­el­len Rechts beein­flus­sen, son­dern zugleich Maß­stä­be für eine den Grund­rechts­schutz effek­tu­ie­ren­de Orga­ni­sa­ti­ons- und Ver­fah­rens­ge­stal­tung sowie für eine grund­rechts­freund­li­che Anwen­dung vor­han­de­ner Ver­fah­rens­vor­schrif­ten set­zen [39]. Als eine "orga­ni­sa­to­ri­sche und ver­fah­rens­recht­li­che Vor­keh­rung" dient die G 10-Kom­mis­si­on dem Grund­rechts­schutz [40].
Die Schutz­di­men­si­on der Grund­rech­te kann aber nicht durch die G 10-Kom­mis­si­on im Organ­streit­ver­fah­ren gel­tend gemacht wer­den, son­dern ist dem Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren vor­be­hal­ten. Gera­de auch mit Blick auf die vor­lie­gen­de Fall­kon­stel­la­ti­on wird deut­lich, dass die erho­be­ne Rüge, die NSA-Selek­to­ren sei­en ohne die erfor­der­li­che ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Geneh­mi­gung ein­ge­setzt wor­den, in ers­ter Linie der Gel­tend­ma­chung mög­li­cher Grund­rechts­ver­stö­ße dient. Haupt­an­lie­gen der G 10-Kom­mis­si­on ist es fest­zu­stel­len, ob der Ein­satz der NSA-Selek­to­ren die Grund­rech­te der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­teil­neh­mer ver­letz­te. Selbst wenn man davon aus­gin­ge – was hier offen blei­ben kann, dass die getrof­fe­nen Maß­nah­men in Grund­rech­te ein­grif­fen, sind der­ar­ti­ge even­tu­el­le Rechts­ver­let­zun­gen Ein­zel­ner nicht im Wege des Organ­streits vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gel­tend zu machen. Die Rüge von Grund­rechts­ver­let­zun­gen im Ver­fas­sungs­pro­zess muss auch in die­ser Kon­stel­la­ti­on den Betrof­fe­nen vor­be­hal­ten blei­ben [41].
Die­se sind – trotz der Unbe­merk­bar­keit sol­cher Beschrän­kungs­maß­nah­men – nicht schutz­los gestellt. Nach § 13 G 10 ist gegen die Anord­nung von Beschrän­kungs­maß­nah­men nach den § 3 und § 5 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 G 10 und ihren Voll­zug der Rechts­weg (nur) vor der Mit­tei­lung an den Betrof­fe­nen nicht zuläs­sig. Gemäß § 12 Abs. 1 Satz 1 G 10 sind Beschrän­kungs­maß­nah­men dem Betrof­fe­nen nach ihrer Ein­stel­lung mit­zu­tei­len. Die Mit­tei­lung unter­bleibt, solan­ge eine Gefähr­dung des Zwecks der Beschrän­kung nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann oder solan­ge der Ein­tritt über­grei­fen­der Nach­tei­le für das Wohl des Bun­des oder eines Lan­des abseh­bar ist (§ 12 Abs. 1 Satz 2 G 10). Es han­delt sich daher nur um einen zeit­wei­sen Rechts­weg­aus­schluss, eine nach­träg­li­che Kon­trol­le durch die Gerich­te ist grund­sätz­lich eröff­net. Schließ­lich ergibt sich aus den Berich­ten des Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­ums gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 G 10 über Durch­füh­rung sowie Art und Umfang der Beschrän­kungs­maß­nah­men für die Berichts­zeit­räu­me 2012 bis 2014, dass den Betrof­fe­nen in der Regel die Beschrän­kungs­maß­nah­men mit­ge­teilt wer­den. Im Berichts­zeit­raum 2014 wur­de bei 50 von 904, mit­hin bei ca. 5% der Betrof­fe­nen, ent­schie­den, end­gül­tig kei­ne Mit­tei­lung über die Durch­füh­rung der G 10-Maß­nah­me zu ertei­len [42]. Im Berichts­zeit­raum 2013 war dies bei 260 von 1.944, das heißt bei ca. 13% der Betrof­fe­nen [43], und im Berichts­zeit­raum 2012 bei 72 von 551, mit­hin bei ca. 13% der Betrof­fe­nen [44], der Fall.
Auch steht dem Betrof­fe­nen der Weg der Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen. Zwar ist grund­sätz­lich eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de nur zuläs­sig, wenn der Beschwer­de­füh­rer durch den ange­grif­fe­nen Akt der öffent­li­chen Gewalt selbst, unmit­tel­bar und gegen­wär­tig betrof­fen ist. Bei der stra­te­gi­schen Über­wa­chung nach § 5 G 10 han­delt es sich aber nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts um einen Aus­nah­me­fall, weil nach dem gesam­ten Gesche­hens­ab­lauf der Ein­zel­ne nicht weiß und nicht wis­sen kann, ob er tat­säch­lich von Maß­nah­men nach § 5 G 10 betrof­fen ist. Für die Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de reicht es des­halb aus, wenn der Bür­ger dar­legt, dass er mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit durch die Anord­nung in sei­nen Grund­rech­ten ver­letzt sei, auch wenn er im Ein­zel­nen nicht vor­tra­gen kann, er sei tat­säch­lich von Maß­nah­men der stra­te­gi­schen Kon­trol­le betrof­fen [45].
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2016 – 2 BvE 5/​15
vgl. BVerfGE 68, 1, 69 ff.; 73, 1, 29 f.; 80, 188, 212; 104, 151, 193 f.; 118, 244, 257; 126, 55, 67 f.; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 118, 277, 317 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 129, 356, 365[↩]
vgl. BVerfGE 80, 188, 209; 94, 351, 362 f.; 99, 19, 28; 102, 224, 232; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 2, 143, 152; 20, 18, 23 f.[↩]
vgl. BVerfGE 13, 54, 81[↩]
BVerfGE 136, 277, 299 Rn. 59[↩]
vgl. BVerfGE 1, 208, 221; 6, 84, 88; 12, 296, 306; 27, 240, 246[↩]
vgl. Stern, in: Bon­ner Kom­men­tar zum GG, Bd. 13, Art. 93 Rn. 92 [März 1982][↩]
vgl. BVerfGE 2, 143, 164; 10, 4, 10 f.; 99, 19, 28; 104, 310, 325; 108, 251, 270; 112, 363, 365; 118, 277, 317; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 1, 208, 223 ff.; 4, 27, 30 f.; 73, 40, 65; 82, 322, 335; 84, 290, 298; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 13, 54, 95[↩]
vgl. BVerfGE 13, 54, 95; 27, 240, 246; 60, 175, 199 f.[↩]
vgl. BVerfGE 67, 157, 171[↩]
vgl. BVerfGE 100, 313, 361[↩][↩][↩][↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 23 f., 30 f.; 65, 1, 46; 67, 157, 185; 100, 313, 361[↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 23[↩][↩][↩][↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 23 f.[↩][↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 28[↩][↩][↩]
vgl. BVerfGE 67, 157, 170 f.; BVerfG, Beschluss vom 13.07.1993 – 1 BvR 1016/​93 3[↩]
vgl. BVerfGE 67, 157, 171; BVerfG, Beschluss vom 13.07.1993 – 1 BvR 1016/​93 4[↩]
vgl. BT-Drs. V/​1879, S. 17 f.[↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 21[↩]
vgl. BVerfGE 30, 1, 30[↩]
vgl. BVerfGE 67, 157, 185[↩]
vgl. BVerfGE 100, 313, 361 f.[↩]
zur Staats­lei­tung als Regie­rungs­auf­ga­be vgl. schon BVerfGE 11, 77, 85; 26, 338, 395 f.; zur Staats­lei­tung durch Gesetz vgl. BVerfGE 70, 324, 355[↩]
vgl. BVerfGE 8, 104, 113; 20, 56, 98[↩]
zur Antrags­be­fug­nis vgl. BVerfGE 118, 277, 319; 131, 152, 191[↩]
vgl. BT-Drs. V/​1880, S. 8, 11[↩]
so B. Huber, in: Schenke/​Graulich/​Ruthig, Sicher­heits­recht des Bun­des, 2014, § 15 G 10 Rn. 6[↩]
vgl. Arndt, in: Schneider/​Zeh, Par­la­ments­recht und Par­la­ments­pra­xis, 1989, § 50 Rn. 33; Bai­er, Die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le der Nach­rich­ten­diens­te und deren Reform, 2009, S. 91; Borgs/​Ebert, Das Recht der Geheim­diens­te, 1986, Teil B § 9 Rn. 4; Hör­auf, Die demo­kra­ti­sche Kon­trol­le des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes, 2011, S. 156 Fn. 693; B. Huber, in: Schenke/​Graulich/​Ruthig, Sicher­heits­recht des Bun­des, 2014, § 15 G 10 Rn. 6[↩]
vgl. BVerfGE 3, 225, 247; 7, 183, 188; 9, 268, 279 f.; 22, 106, 111; 34, 52, 59; 95, 1, 15; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 67, 100, 140; vgl. auch BVerfGE 104, 151, 208; 131, 152, 196[↩]
vgl. Badu­ra, in: Bon­ner Kom­men­tar zum GG, Bd. 3, Art. 10 Rn. 76 [März 2014]; Hor­nung, in: Morlok/​Schliesky/​Wiefelspütz, HdB-ParlR, 2016, § 30 Rn. 51; B. Huber, in: Schenke/​Graulich/​Ruthig, Sicher­heits­recht des Bun­des, 2014, § 1 PKGrG Rn. 11[↩]
vgl. Hör­auf, Die demo­kra­ti­sche Kon­trol­le des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes, 2011, S. 158[↩]
vgl. BVerw­GE 130, 180, 195 f. Rn. 44, 47; Dros­te, Hand­buch des Ver­fas­sungs­schutz­rechts, 2007, S. 642; B. Huber, in: Schenke/​Graulich/​Ruthig, Sicher­heits­recht des Bun­des, 2014, § 15 G 10 Rn. 52; Korn­blum, Rechts­schutz gegen geheim­dienst­li­che Akti­vi­tä­ten, 2011, S.194, 309; Milt­ner, Die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le des Ver­fas­sungs­schut­zes, in: BfV, Ver­fas­sungs­schutz in der Demo­kra­tie: Bei­trä­ge aus Wis­sen­schaft und Pra­xis, 1990, S. 53, 63; Wetz­ling, Das Herz­stück der deut­schen Geheim­dienst­re­form: Vor­schlä­ge für eine star­ke G 10-Kom­mis­si­on, in: Stif­tung Neue Ver­ant­wor­tung, Poli­cy Brief Sep­tem­ber 2015, S. 12, 14[↩]
vgl. BVerfGE 13, 54, 81 f.[↩]
vgl. BVerfGE 53, 30, 65; 65, 1, 44 ff.; 69, 315, 355 jeweils m.w.N.[↩]
vgl. auch Her­mes, in: Drei­er, GG, Bd. 1, 3. Aufl.2013, Art. 10 Rn. 97; Schmidt-Aßmann, Grund­rech­te als Orga­ni­sa­ti­ons- und Ver­fah­rens­ga­ran­tien, in: Merten/​Papier, HGR II, 2006, § 45 Rn. 3; Stett­ner, Brief, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis, in: Merten/​Papier, HGR IV, 2011, § 92 Rn. 94 f.[↩]
vgl. BVerfGE 68, 1, 69 ff.; 126, 55, 76[↩]
BT-Drs. 18/​7423, S. 5 f.[↩]
BT-Drs. 18/​3709, S. 6[↩]
BT-Drs. 18/​218, S. 5 f.[↩]
vgl. BVerfGE 67, 157, 169 f.; vgl. auch BVerfGE 100, 313, 354[↩]
Abschie­be­haft für einen alge­ri­schen Gefähr­der Der Bun­des­ge­richts­hof hat aktu­ell den Eil­an­trag eines Aus­län­ders, von dem nach Ein­schät­zung der Sicher­heits­be­hör­den eine Ter­ror­ge­fahr aus­geht (soge­nann­ter "Gefähr­der"), abge­wie­sen. Der Betrof­fe­ne befin­det sich zur…
Über­lan­ge Ein­spruchs­ver­fah­ren Eine Ent­schä­di­gungs­kla­ge nach §§ 198 ff. GVG kann nicht auf die über­lan­ge Dau­er eines vor einer Finanz­be­hör­de anhän­gi­gen Ver­fah­rens gestützt wer­den. Dem Steu­er­pflich­ti­gen ste­hen mit…
BundestagG 10-KommissionGeheimdiensteOrganstreitverfahren