Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202003,%201390
Timestamp: 2019-10-14 00:08:37
Document Index: 309367804

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 3', '§ 123', '§ 3', '§ 123', '§ 276', '§ 1', '§ 2', '§ 5', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 123', '§ 3', '§ 123', '§ 123', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 123', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', 'BGH', 'Art. 7']

BGH, 21.01.2003 - XI ZR 125/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,59
BGH, 21.01.2003 - XI ZR 125/02 (https://dejure.org/2003,59)
BGH, Entscheidung vom 21.01.2003 - XI ZR 125/02 (https://dejure.org/2003,59)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02 (https://dejure.org/2003,59)
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Kreditgebender Bank zuzurechnende Haustürsituation - Auf Zahlung gerichteter Rechtsstreit - Widerrufsrecht des Darlehensnehmers im Sinne des § 1 Haustürwiderufsgesetz (HWiG) - Prüfungspflicht des Gerichts von Amts wegen hinsichtlich der die sich aus § 3 HWiG ergebenden ...
Zurechnung einer Haustürsituation gegenüber der einen Wohnungskauf finanzierenden Bank gemäß den für § 123 BGB entwickelten Grundsätzen
Zur Frage, wann der kreditgebenden Bank eine "Haustürsituation" zuzurechnen ist; Prüfung der Rechtsfolgen eines Widerrufs des Darlehensnehmers auch ohne gesonderte Geltendmachung des Anspruchs aus § 3 HWiG
Haustürsituation der kreditgebenden Bank zuzurechnen?
BGB § 123; BGB a. F. § 276; HWiG a. F. § 1 Abs. 1, § 2 Abs. 1, 3, § 5 Abs. 2; VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2
HWiG a. F. § 1 Abs. 1, §§ 3, 5 Abs. 2; BGB § 123; VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2
Zurechnung einer Haustürsituation gegenüber der einen Wohnungskauf finanzierenden Bank gem. den für § 123 BGB entwickelten Grundsätzen
Zurechnung einer Haustürsituation analog § 123 Abs. 2 BGB; keine Notwendigkeit, Anspruchsgrundlage in Klage zu bezeichnen
Haustürwiderrufsgesetz (1986), §§ 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, §§ 3 und 5 Abs. 2 ; Verbraucherkreditgesetz (1991), § 3 Abs. 2 No. 2 ; Bürgerliches Gesetzbuch, § 123
NJW 2003, 1390
ZIP 2003, 432
MDR 2003, 466
NZM 2003, 334
WM 2003, 483
BB 2003, 495 (Ls.)
DB 2003, 552
Dies ist eine Frage der Würdigung des Einzelfalls und vom Berufungsgericht in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise festgestellt worden (vgl. BGH, Senatsurteile vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484 und vom 20. Januar 2004 - XI ZR 460/02, WM 2004, 521, 522).
Wie der Senat in seinem Urteil vom 9. April 2002 (BGHZ 150, 248, 262 f. m.w.Nachw.) dargelegt hat, sind nach ständiger langjähriger Rechtsprechung mehrerer Senate des Bundesgerichtshofs der Realkreditvertrag und das finanzierte Grundstücksgeschäft grundsätzlich nicht als zu einer wirtschaftlichen Einheit verbundene Geschäfte anzusehen (vgl. auch Senatsurteile vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484 f., vom 15. Juli 2003 - XI ZR 162/00, ZIP 2003, 1741, 1743 und vom 23. September 2003 - XI ZR 135/02, Umdruck S. 8).
Haustürwiderrufs- und Verbraucherkreditgesetz stehen insoweit vielmehr ebenso nebeneinander wie Haustürgeschäfte- und Verbraucherkreditrichtlinie (Senatsurteile BGHZ 150, 248, 263, BGHZ 152, 331, 338, vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 485 und vom 15. Juli 2003 - XI ZR 162/00, ZIP 2003, 1741, 1743).
Die Haustürgeschäfterichtlinie steht dem nicht entgegen, weil ihr Artikel 7 die Regelung der Rechtsfolgen des Widerrufs von Haustürgeschäften ausdrücklich dem einzelstaatlichen Recht überläßt (Senatsurteile BGHZ 152, 331, 338, vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02 aaO …und vom 15. Juli 2003 - XI ZR 162/00 aaO; Senatsbeschluß vom 16. September 2003 - XI ZR 447/02, Umdruck S. 6 ff.).
Abgesichert ist auch ein etwaiger Anspruch aus § 3 HWiG a.F., denn dieser Rückgewähranspruch ist der Sache nach nichts anderes als ein Anspruch auf Herausgabe des rechtsgrundlos Erlangten und damit ein besonders ausgestalteter Bereicherungsanspruch (Senatsurteile vom 2. Februar 1999 - XI ZR 74/98, WM 1999, 724, 725 …und vom 26. November 2002 - XI ZR 10/00 aaO; BGHZ 131, 82, 87; vgl. auch Senatsurteil vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484).
Das ist eine Frage der Würdigung des Einzelfalles (Senatsurteile vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 921 und vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, WM 2003, 1370, 1372) und vom Berufungsgericht in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise festgestellt worden.
Zwar wendet sich die Revision zu Recht gegen die Ausführungen des Berufungsgerichts, es komme auf die Überrumpelungssituation im Einzelfall nicht an (vgl. Senatsurteile vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02 …und vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, jeweils aaO).
Die von einem engen zeitlichen Zusammenhang ausgehende Indizwirkung nimmt aber mit zunehmendem zeitlichen Abstand ab und kann nach einer gewissen Zeit ganz entfallen (Senat BGHZ 131, 385, 392 m.w.Nachw.; Senatsurteile vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484…, vom 20. Mai 2003, aaO und BGH, Urteil vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, WM 2003, 2372, 2374).
Welcher Zeitraum hierfür erforderlich ist und welche Bedeutung möglicherweise auch anderen Umständen im Rahmen der Kausalitätsprüfung zukommt, ist eine Frage der Würdigung des konkreten Einzelfalles, die jeweils dem Tatrichter obliegt und die deshalb in der Revisionsinstanz grundsätzlich nur beschränkt überprüft werden kann (vgl. Senatsurteile vom 21. Januar 2003, aaO, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 920 f., vom 20. Mai 2003, aaO …sowie vom 20. Januar 2004, aaO; siehe ferner BGH, Urteil vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, WM 2003, 2372, 2374 f.).
Feststellungen des Berufungsgerichts zur Haustürsituation und deren Zurechnung (vgl. dazu Senatsurteile vom 12. November 2002 - XI ZR 3/01, WM 2003, 61, 63 und vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484) fehlen.
Bei zunehmendem zeitlichen Abstand kann aber die Indizwirkung dafür entfallen, daß die ursprüngliche Haustürsituation ursächlich für die Abgabe der widerrufenen Willenserklärung geworden ist (BGHZ 131, 385, 392; BGH, Urteil vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02 - ZIP 2003, 984 unter II 2 a; Urteil vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02 - WM 2003, 483 unter II 2 b).
Nach § 123 Abs. 1 BGB ist das Verhalten des Verhandlungsführers dem Erklärungsempfänger zuzurechnen, wenn er dessen Angestellter, Mitarbeiter oder Beauftragter ist oder wenn er wegen seiner engen Beziehungen zu diesem als dessen Vertrauensperson erscheint (…Senatsurteile vom 12. November 2002 - XI ZR 3/01 aaO und vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484, jeweils m.w.Nachw.).
Dabei genügt es für eine fahrlässige Unkenntnis in diesem Sinne, daß die Umstände des einzelnen Falles den Erklärungsempfänger veranlassen mußten, sich danach zu erkundigen, auf welchen Umständen die ihm übermittelte Willenserklärung beruht (…Senatsurteile vom 12. November 2002 - XI ZR 3/01 aaO m.w.Nachw. und vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02 aaO).
Wie der Senat in seinem Urteil vom 9. April 2002 (BGHZ 150, 248, 262 f. m.w.Nachw.) dargelegt hat, sind nach ständiger langjähriger Rechtsprechung mehrerer Senate des Bundesgerichtshofs der Realkreditvertrag und das finanzierte Grundstücksgeschäft grundsätzlich nicht als zu einer wirtschaftlichen Einheit verbundene Geschäfte anzusehen (vgl. auch Senatsurteil vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 484 f.).
Die Haustürgeschäfterichtlinie steht dem nicht entgegen, weil ihr Art. 7 die Regelung der Rechtsfolgen des Widerrufs von Haustürgeschäften ausdrücklich dem einzelstaatlichen Recht überläßt (…Senatsurteile vom 12. November 2002 aaO S. 2503 und vom 21. Januar 2003 - XI ZR 125/02, WM 2003, 483, 485).
OLG Frankfurt, 26.04.2013 - 19 U 265/12
Kein Anspruch des Insolvenzverwalters auf Auszahlung widerrufener Lastschriften
LG Oldenburg, 23.01.2004 - 2 O 612/03
Immobilienfonds, verbundenes Geschäft, Personalkredit