Source: https://mikenagler1.wordpress.com/2014/06/26/gemeinsam-laenger-lernen-in-sachsen/
Timestamp: 2018-12-16 12:57:37
Document Index: 252565590

Matched Legal Cases: ['Art. 70', '§ 3', 'Art. 72', '§ 20', 'Art. 70', '§ 16', 'Art. 70', '§ 26']

Gemeinsam länger lernen in Sachsen – Einladung zur Vorbereitung einer landesweiten Initiative | Mike Nagler
Schule ist für Kinder und Jugendliche neben der Familie der wohl wichtigste Ort, um eigene Potentiale zu entfalten. Schule vermittelt Wissen, nimmt aber auch entscheidend Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit. Seit 1991 prägt Sachsen ein stark gegliedertes Schulsystem. Neben Grundschulen existieren Mittelschulen, Gymnasien sowie noch weitere sieben Förderschultypen im allgemeinbildenden Be­reich. Ausgehend von der Annahme, dass es lernstarke und lernschwache Schüler gibt, wird nach der 4. Klasse leistungsorientiert getrennt. Damit werden bereits im Alter von 10 Jahren die Weichen für den weiteren Bildungsweg eines Kindes gestellt.
Auf vielen Eltern, Lehrern und Kindern lastet dadurch ein enormer Druck. Potentiale werden verschenkt, denn aus dem Entwicklungsstand eines Zehnjährigen ist kaum ablesbar, wohin er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Zudem sind die gesellschaftlichen Auswirkungen dieses selektiven Schulsystems enorm. In Sachsen verlassen jedes Jahr ca. 10% der Schüler die allgemeinbildende Schule mit einem Hauptschul- und ca. 10% mit gar keinem Abschluss. Zum Vergleich: In Finnland, dem Pisa-Spitzenreiter, beenden 95% der Schüler ihre Schulzeit mit dem Abitur. Nur 5% verlassen die Schule nach der 9. Klasse.
In Sachsen gilt ein dreistufiges Verfahren für die Durchführung von landesweiten Volksentscheiden (Volksantrag / Volksbegehren / Volksentscheid). Im ersten Schritt des Volksantrags müssten demnach 40.000 Unterschriften gesammelt werden (ohne Frist) [Art. 70–71 und 73 der Landesverfassung; §§ 3–15 des VVVG], in einem zweiten Schritt müssten 450.000 Unterschriften im Zeitraum von 6-8 Monaten gesammelt werden [Art. 72 Sächsische Verfassung sieht vor, dass die Frist mindestens 6 Monate beträgt, § 20 VVVG bestimmt, dass die Frist maximal 8 Monate beträgt.] [gesetzliche Grundlage für ein Volksbegehren sind Art. 70, 72–74 der Landesverfassung; §§ 16–25 des VVVG]. Der dritte Schritt ist der Volksentscheid, der wie eine reguläre Wahl durchgeführt wird und bei welchem es in Sachsen kein Quorum gibt und mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten dem Ansinnen der Fragestellung zustimmen müssen [gesetzliche Grundlage: Art. 70, 72–74 der Landesverfassung und §§ 26–50 des VVVG].
Bisherige in Sachsen seit 1990 gestartete Volksbegehren und deren Ausgang finden sich hier (doc).
Termin: Donnerstag, 03.07.2014, um 19 Uhr im Café im Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152.
Demonstration gegen Bildungs- und Sozialabbau
Einladung zur Bildung einer Leipziger Gruppe zur Vorbereitung des Volksbegehrens. Termin: Donnerstag, 03.07.2014 um 19 Uhr im Café im Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152.
„Je goldener der Löffel“ – Plakat von Stefan Schaubitzer im Rahmen des 23. Plakatwettbewerbs des Deutschen Studentenwerks (DSW), welcher unter dem Motto „Elite! Für alle?“ 2009 stattfand.
Filed under: Allgemein, Bildung, Leipzig, Sachsen, Soziales | Tagged: Bildung, Bildungspolitik, direkte Demokratie, Gemeinsam länger lernen, Sachsen, Schulen, Schulpolitik, Schulsystem, Soziale Selektion, Volksantrag, Volksbegehren, Volksentscheid |
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