Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/41569.html
Timestamp: 2019-08-24 11:32:48
Document Index: 195379676

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 29', '§ 54', '§ 2', '§ 24', '§ 24', '§ 5']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Mietenmoor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Mietenmoor"
(NSG LÜ 152)
Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 14 vom 15.07.1987, Seite 166
V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Mietenmoor" in den Gemeinden Lintig, Köhlen und Ringstedt, Samtgemeinde Bederkesa, Landkreis Cuxhaven, vom 23. Juni 1987
Aufgrund des § 24 in Verbindung mit § 29 und § 54 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31), zuletzt geändert durch das 5. Gesetz zur Änderung der Niedersächsischen Bauordnung vom 11.04.1986 (Nds. GVBl. Nr. 14 vom 15.04.1986, S. 103), wird verordnet:
Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Großenhain, Gemeinde Lintig, Gemarkung und Gemeinde Köhlen, und den Gemarkungen Hainmühlen und Ringstedt, Gemeinde Ringstedt, Samtgemeinde Bederkesa, Landkreis Cuxhaven, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Mietenmoor".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 119 ha.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der als Einlegeblatt mitveröffentlichten Karte. Sie verläuft auf der dem Gebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
a) die Erhaltung und Renaturierung mehrerer Teilhochmoorflächen mit zum Teil feuchten bis nassen Extensivgrünlandflächen eines ehemals weiträumigen Moorkomplexes mit ihren Lebensgemeinschaften, insbesondere für die auf diesen speziellen Lebensraum angewiesene Tier- und Pflanzenwelt,
b) die Erhaltung und Entwicklung der floristischen, faunistischen und vegetationskundlichen Bedeutung der einzelnen Gebiete.
(2) Nach § 24 Abs. 3 werden zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen im Naturschutzgebiet außerdem folgende Handlungen untersagt:
a) Fahrzeuge aller Art zu fahren, zu parken oder abzustellen,
e) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere Tonwiedergabegeräte, Modellflugzeuge u.ä.),
f) Feuer anzumachen,
g) Pflanzen oder Tiere einzubringen,
h) wildlebenden Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu fangen oder zu töten.
(3) Im Jagdrecht geregelte jagdliche Belange werden durch diese Verordnung nicht berührt.
Die Anlage von Wildäckern, das Ausbringen von Fütterungsmitteln auf den Boden sowie die Errichtung von Jagdhütten, mit dem Boden fest verbundenen Hochsitzen und anderen baulichen Anlagen fallen jedoch unter das Veränderungsverbot des § 24 Abs. 2 NNatG.
a) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der in der mitveröffentlichten maßgeblichen Karte dargestellten privateigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen als Grünland ohne Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, ohne Intensivierung der Entwässerung durch Dränung, Gräben o.ä., ohne Düngung mit Gülle, ohne Kalkung, bei Wiesennutzung die erste Mahd nicht vor dem 15.06. eines jeden Jahres, ohne Walzen und Schleppen in der Zeit vom 15.03. bis 15.06.,
b) auf den mit Schrägschraffur gekennzeichneten Flächen die Nutzung wie unter a), jedoch zusätzlich ohne Düngung mit Jauche und mineralischen Mitteln, ohne Nachsaat sowie im Falle der Beweidung mit einem Viehbesatz nicht über 1 GV/ha,
c) die einzelstammweise oder kleinflächige Holzentnahme in der Zeit vom 01.10. bis 01.03. mit Ausnahme des Gagelstrauches auf der Grundlage des Pflege- und Entwicklungsplans,
d) die ordnungsgemäße Unterhaltung von Wirtschaftswegen ohne Verwendung von Bauschutt, kalk- oder zement- bzw. bitumenhaltigen Baustoffen,
e) die ordnungsgemäße mechanische Unterhaltung der Gewässer, soweit diese für die Grünlandnutzung erforderlich ist, wie folgt:
- in der Zeit vom 01.10. bis 01.03. jeden Jahres,
- die einseitige Mahd der Grabenböschungen in mindestens einjährigem Wechsel.
Grundräumungen sind nur im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Lüneburg zulässig,
f) das Betreten und Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung und Bewirtschaftung erforderlich ist sowie das Betreten von Grundstücken durch deren Eigentümer,
- durch Bedienstete der Naturschutzbehörden bzw. deren Beauftragte;
- durch Bedienstete anderer Behörden und öffentlicher Stellen bzw. deren Beauftragte nach Herstellung des Einvernehmens mit der Bezirksregierung Lüneburg
zur Erfüllung dienstlicher oder wissenschaftlicher Aufgaben;
Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte sind verpflichtet, auf der Grundlage des Pflege- und Entwicklungsplans folgende Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes zu dulden:
a) Beseitigung des Birken- und Kiefernaufwuchses auf Moorödlandflächen,
b) Aufhebung des Entwässerungssystems von Moorödlandflächen durch Anstau der Entwässerungsgräben, partielles Anstauen oder vollständiges Dichtsetzen der Feinentwässerungsgräben sowie sonstiger Maßnahmen zur Wasserrückhaltung gemäß den hierfür erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen,
c) Abschrägen und Einplanieren von Torfstichkanten bzw. Abtragen und Planieren der Oberfläche auf Moorödlandflächen zur Erzielung einer möglichst gleichmäßigen Wiedervernässung.
Die Maßnahmen werden nach vorheriger Ankündigung durchgeführt. Sie können in ein- bis mehrjährigen Abständen wiederholt werden. Die nach § 5 a und b zugelassene Bewirtschaftung der vorhandenen privateigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen darf durch die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Die Begeh- und Befahrbarkeit der Hauptwege muss in dem für die zugelassene land- und forstwirtschaftliche Nutzung erforderlichen Umfang gewährleistet bleiben.
Lüneburg, den 23. Juni 1987
Naturschutzgebiet "Mietenmoor"