Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2061,%207
Timestamp: 2020-07-02 09:30:16
Document Index: 146754191

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 22', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.05.1973 - III ZR 68/71 - dejure.org
https://dejure.org/1973,194
BGH, 17.05.1973 - III ZR 68/71 (https://dejure.org/1973,194)
BGH, Entscheidung vom 17.05.1973 - III ZR 68/71 (https://dejure.org/1973,194)
BGH, Entscheidung vom 17. Mai 1973 - III ZR 68/71 (https://dejure.org/1973,194)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1973,194) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Komunaler Schlachthof - Haftung des Schlachthofträgers - Tier-Einstellplätze - Mangelhafte bauliche Beschaffenheit - Vertragähnliche Haftung - Ausschluß der vertragsähnlichen Haftung - Ortssatzung - Haftungsausschluß durch Ortssatzung - Unverhältnismäßiges Opfer - ...
BGHZ 61, 7
NJW 1973, 1741
VersR 1973, 1025
DÖV 1973, 788
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 9, 289 [290]; 61, 7 [14]) und ihm folgend des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 61, 149 [199 f.]) kann die in Art. 34 Satz 1 GG verankerte Staatshaftung durch einfaches Gesetz ausgeschlossen oder beschränkt werden (…vgl. hierzu auch Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 34 RdNr. 235 ff.;… Bonk, in: Sachs [Hrsg.], GG, 5. Aufl. 2009, Art. 34 RdNr. 100, jeweils m.w.N.).
Haftungsausschlüsse und -beschränkungen dürfen im Anwendungsbereich des Art. 34 GG nur durch förmliches (Parlaments-)Gesetz bestimmt werden (vgl. BGHZ 61, 7 [14];… s. auch Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 34 RdNr. 242 m.w.N.).
Soweit die beklagte Stadt sich auf einen satzungsmäßigen Haftungsausschluß beruft, sind die dazu vom erkennenden Senat in BGHZ 54, 229, 304 f. [BGH 08.07.1970 - KVR 1/70] und BGHZ 61, 7 (LM VerwRecht - Allgemeines [öffentl.-rechtl. Verpflichtungen] Nr. 9 mit Anm. Arndt) aufgestellten Grundsätze zu beachten.
Erforderlich ist ein förmliches Gesetz; Beschränkungen in Satzungen bedürfen der gesetzlichen Ermächtigung, vgl. BGH, Urteil vom 17.05.1973, Az.: III ZR 68/71, BGH Urteil vom 07.07.1983, Az.: III ZR 119/82.
Die Ermächtigung durch den Landesgesetzgeber beispielsweise, für bestimmte kommunale Einrichtungen den Anschluss- und Benutzungszwang durch Satzung zu regeln, reicht hierfür nicht aus, so BGH, Urteil vom 17.05.1973, Az.: III ZR 68/71.
Infolgedessen ist die mittelbare Staatshaftung nicht zum lückenlosen Prinzip verdichtet, sondern es ist Raum für Regelungen geblieben, die den Umfang der öffentlichen Haftungsübernahme einschränken (BVerfGE 61, 149, 199 f; BGHZ 9, 289, 290 [BGH 23.04.1953 - III ZR 103/52]; 61, 7, 14).
2, Dieses NutzungsVerhältnis stellt ein sogenanntes verwaltungsrechtliches Schuldverhältnis dar, auf welches die allgemeinen Grundsätze, wie sie im bürgerlichen Recht zu der Haftung im Vertragsverhältnis ihren Niederschlag gefunden haben, Anwendung finden können; und zwar ist das nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, die in der Rechtslehre weitgehend Zustimmung gefunden hat, der Fall, wenn zwischen dem einzelnen und der Verwaltung ein besonders enges Verhältnis begründet worden ist und wenn außerdem mangels ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ein Bedürfnis für eine angemessene Verteilung der Verantwortlichkeiten innerhalb des öffentlichen Rechts besteht (BGHZ 61, 7, 11; 59, 303, 305; 54, 299, 302; 21, 214, 218; Baur, JZ 1971, 96;… Bender, Staatshaftungsrecht, 1971, Rdn. 77 und 73; Eckert, DVB1 1962, 11, 18; Forsthoff, Verwaltungsrecht I 10, Aufl. § 22 II 4 S. 423, 424; Schneider, NJW 1962, 705, 707; Simons, LeistungsStörungen verwaltungsrechtlicher Schuldverhältnisse, 1967, § 14 c S. 68).
Der Senat hat diese Voraussetzungen bereits in seiner - nach Erlaß des Berufungsurteils ergangenen - Entscheidung vom 17. Mai 1973 - III ZR 68/71 (= BGHZ 61, 7) für das durch die Zuweisung eines Tiereinsteil- / i ,.
Die vertragsähnliche Haftung der öffentlichen Hand tritt gleichwertig neben die Haftung aus unerlaubter Handlung (BGHZ 61, 7, 14; 21, 214, 220; BGH LM GVG § 13 Nr. 89).
Das Berufungsgericht wird gegebenenfalls darüber zu befinden haben, ob die Beklagte eine vertragsähnliche Haftung für die Benutzung des Schlachthofs in rechtswirksamer Weise eingeschränkt hat (vgl. dazu BGHZ 61, 7, 13 mit weiteren Nachw.).
Dabei ist die Amtshaftung nicht davon abhängig, daß den Bediensteten diese Verpflichtung ausdrücklich als Amtspflicht auferlegt wird, wie es in dem in BGHZ 61, 7 entschiedenen Streitfall geschehen war (…vgl. S. 14 aaO).
Diese vertragsähnliche Haftung kann, wenn es durch sachliche Gründe gerechtfertigt ist und es den Grundsätzen der Erforderlichkeit und der Verhältnismäßigkeit entspricht, durch Satzung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden (Senatsurteil BGHZ 61, 7, 12 f.).
Dies kann nur durch oder aufgrund eines Gesetzes erfolgen (BGH NJW 1984, 617; NJW 1973, 1741), so dass die die Haftung einschränkenden Bestimmungen der Badeordnung schon aus diesem Grund ohne Wirkung sind.
VGH Bayern, 22.01.1992 - 20 N 91.2850
Umfang gemeindlicher Befugnisse zu Grundrechtseingriffen durch Satzung, Verbot …
BGH, 20.09.1973 - III ZR 174/71
Pflicht der Hochschule - Pflicht der Schule - Schulräume - Hörsal - …
VGH Bayern, 17.10.1984 - 5 B 83 A.1134