Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/AsylGH/ASYLGHT_20120808_B2_428_262_1_2012_00/ASYLGHT_20120808_B2_428_262_1_2012_00.html
Timestamp: 2019-07-21 15:31:06
Document Index: 22706824

Matched Legal Cases: ['§ 61', '§ 66', '§ 3', '§ 3', '§ 8', '§ 2', '§ 10', '§ 38', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'EGMR', 'Art. 3', 'Art. 8', '§ 33', 'Art. 8', '§ 2', 'Art. 10', '§ 38', '§ 39', '§ 38']

B2 428262-1/2012
B2 428.262-1/2012/2E
Der Asylgerichtshof hat gemäß §§ 61 Abs. 1, 75 AsylG 2005 idF BGBl. I Nr. 100/2005 (AsylG 2005) iVm § 66 Abs. 4 AVG 1991 durch die Richterin Mag. Barbara Magele als Vorsitzende und den Richter Dr. Karl Ruso als Beisitzer über die Beschwerde der XXXX, StA.: Republik Kosovo, gegen den Bescheid des Bundesasylamtes vom 13.07.2012, Zl. 12 07.674 - EAST West, zu Recht erkannt:
Die Beschwerde vom 26.07.2012 wird gemäß §§ 3, 8 Abs. 1, 10 Abs. 1 Z 2 und 38 Abs. 1 Z 1 und 4 AsylG 2005 abgewiesen.
1. Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige der Republik Kosovo und Angehörige der albanischen Volksgruppe, stellte am 24.06.2012 einen Antrag auf internationalen Schutz.
Ihre Identität belegte sie durch einen gültigen (am 22.06.2010 ausgestellten) kosovarischen Personalausweis.
Bei ihrer Erstbefragung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes am folgenden Tag gab sie an, in ihrem Heimatland von 1991 bis 1999 die Grundschule besucht zu haben. In ihrem Heimatort würden nach wie vor ihre Eltern und ihre drei (erwachsenen) Brüder gemeinsam im Elternhaus leben. Zum Ausreisegrund befragt, gab die Beschwerdeführerin an, dass sie um Asyl ersuche, da ihr Mann krank sei und sie von den Eltern ihres Mannes auf die Straße gesetzt worden seien. Die Familie ihres Ehegatten hätte großen Druck auf sie ausgeübt. Sie seien dann zu ihrem Vater gefahren und hätten sich dort etwa einen Monat aufgehalten. Da ihr Vater arm sei und keinen Platz habe, hätten sie auch von dort weggehen müssen. Im Falle einer Rückkehr hätten sie nichts zu befürchten; sie hätten jedoch keine Wohnung und kein Einkommen.
Ihr Ehegatte, ebenfalls Staatsangehöriger der Republik Kosovo und Angehöriger der albanischen Volksgruppe, gab bei seiner Erstbefragung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes am 25.06.2012 an, mit seiner Frau unter Inanspruchnahme eines Schleppers illegal nach Österreich gereist zu sein. Im Kosovo würden noch seine Mutter und seine vier (erwachsenen) Brüder leben. Er habe eine Tante in Deutschland, zu der jedoch kein Kontakt bestehe. Er habe in seinem Heimatland von 1986 bis 1992 die Grundschule besucht.
Als Grund für die Ausreise gab der Ehegatte der Beschwerdeführerin an, dass er schwerhörig sei und auf Grund von Problemen mit dem Hals Wörter nicht richtig aussprechen könne. Die Krankheiten seien während des Krieges aufgetaucht. Die Ärzte im Kosovo hätten ihm mitgeteilt, dass er eine Operation benötige. Wegen dieser gesundheitlichen Probleme habe ihn seine Familie ausgestoßen und er habe auch das Elternhaus verlassen müssen. Er habe keine weiteren Gründe für die Flucht. Sie seien zwar im Kosovo keiner Verfolgung ausgesetzt, aber sie wüssten nicht, wo sie wohnen und wovon sie leben sollten.
Bei der niederschriftlichen Ersteinvernahme vor dem Bundesasylamt am 27.06.2012 gab der Ehegatte der Beschwerdeführerin an, etwas schwerhörig zu sein und dass er Probleme habe zu sprechen. Die Beschwerdeführerin erklärte, dass sie seit etwa zwei Jahren Probleme mit dem Magen habe und nicht schwanger werden könne. Sie hätten im Kosovo nicht behandelt werden können, da sie kein Geld gehabt hätten.
Der Ehegatte der Beschwerdeführerin habe gelegentlich in der Landwirtschaft gearbeitet und damit seinen Lebensunterhalt und jenen der Beschwerdeführerin bestritten. Sie hätten in ihrem Herkunftsstaat keinerlei Probleme mit staatlichen Behörden gehabt. Sie hätten ihr Heimatland in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Der Ehegatte der Beschwerdeführerin wiederholte, dass er nicht richtig sprechen könne und schwerhörig sei. Er benötige eine Operation, die in seinem Heimatland durchgeführt werden könne. Er aber habe kein Geld diese zu bezahlen. Seine Beschwerden hätten etwa im Jahr 1998/1999 begonnen. Auf Nachfrage, ob er um eine Behandlung beim zuständigen Ministerium angesucht habe, erwiderte dieser, dass er bei der Gemeinde um Hilfe angesucht habe, ihm aber nicht geholfen worden sei. An eine Hilfsorganisation habe er sich nicht gewandt. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer Heimat bei einem Gynäkologen wegen eines Kinderwunsches seit zwei Jahren in Behandlung gewesen, andere Untersuchungen habe sie sich nicht leisten können.
Im Falle einer Rückkehr wüssten sie nicht, wo sie leben sollten, da sie Probleme mit der Familie des Ehegatten der Beschwerdeführerin hätten.
Zu den vorläufigen Feststellungen zur Lage in der Republik Kosovo nahmen die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann insofern Stellung, als sie angaben, dass diese richtig seien; bei verschiedenen Gemeinden seien die Leute korrupt und ihnen sei nicht geholfen worden. Sie hätten nicht gewusst, dass es einen Ombudsmann im Kosovo gebe.
Die Eltern der Beschwerdeführerin würden im Kosovo zusammen mit ihren Brüdern in einem eigenen Haus wohnen. Das Haus habe aber nur zwei Zimmer und ein Wohnzimmer. Ihre Eltern und Brüder hätten keine Beschäftigung.
Bei einer weiteren niederschriftlichen Einvernahme der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes vor dem Bundesasylamt am 29.06.2012 erklärten diese zunächst, ihre bisherigen Angaben aufrecht zu erhalten. Die Beschwerdeführerin sei wegen ihrer Magenschmerzen beim Arzt gewesen und habe von diesem die Medikamente Hylakfort und Gastroloc Hexal erhalten. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte legten zur Beweis ihres Vorbringens Klientenkarten der Arztstation und Terminvereinbarungen für das Krankenhaus XXXX (HNO und Gynäkologie) vor. Sie hätten im Kosovo keine Möglichkeit gesund zu werden. Zudem habe der Ehemann der Beschwerdeführerin auf Grund seiner Krankheit keine Möglichkeit eine Arbeit zu finden.
Die Befragungen des Ehemannes der Beschwerdeführerin fanden im Beisein der Beschwerdeführerin statt, da auf Grund der Sprach- und Gehörschwierigkeiten des Ehemannes der Beschwerdeführerin eine Verständigung nur mit ihrer Unterstützung gewährleistet war.
Aus einem Aktenvermerk über die Rücksprache mit der behandelnden, bei der EAST-West tätigen Ärztin vom 05.07.2012 geht hervor, dass im Falle der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes keine akute medizinische Intervention notwendig und eine Abschiebung in den Herkunftsstaat ohne weiteres möglich sei.
2. Mit dem angefochtenen Bescheid des Bundesasylamtes vom 13.07.2012 wurde der Antrag der Beschwerdeführerin bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 iVm 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 (Spruchpunkt I) sowie des Status des subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Kosovo gemäß § 8 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 (Spruchpunkt II) abgewiesen. Weiters wurde die Beschwerdeführerin gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 AsylG 2005 aus dem österreichischen Bundesgebiet in die Republik Kosovo ausgewiesen (Spruchpunkt III). Überdies wurde einer Beschwerde gegen diesen Bescheid gemäß § 38 Abs. 1 Z 4 AsylG 2005 die aufschiebende Wirkung aberkannt.
Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin keine Verfolgung in der Republik Kosovo behauptet habe, weshalb die Glaubhaftmachung eines Asylgrundes von vornhinein ausgeschlossen werden könne.
Auch für eine existenzielle Bedrohung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in den Kosovo gebe es keinen Hinweis. Den Länderfeststellungen zum Kosovo sei die Beschwerdeführerin nicht substanziell entgegen getreten. Für ein in der Person der Beschwerdeführerin gelegenes Abschiebungshindernis gebe es keinen Hinweis. Ebenso wenig dafür, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in eine Situation geraten könnte, die eine unmenschliche Behandlung im Sinne des Art. 3 EMRK darstellen würde. Es könne nicht erkannt werden, dass der derzeitige Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (Unfruchtbarkeit und Gastritis) von lebensbedrohlichem Charakter wäre und aus den aktuellen Länderfeststellungen sei ersichtlich, dass in der Republik Kosovo die medizinische Versorgung gewährleistet sei.
Eine Ausweisung der Beschwerdeführerin stelle auch keinen Eingriff in deren durch Art. 8 EMRK geschützte Rechtsposition dar, da der Asylantrag ihres Ehegatten ebenfalls negativ entschieden worden sei.
Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde habe aberkannt werden können, da die Beschwerdeführerin aus einem sicheren Herkunftsstaat stamme und sie keine Verfolgungsgründe, sondern bloß ein gesundheitliches Problem angeführt habe.
Der Antrag ihres Ehegatten wurde inhaltsgleich erledigt.
3. Gegen den Bescheid des Bundesasylamtes vom 13.07.2012 wurde von der Beschwerdeführerin - einheitlich für ihren Ehegatten - fristgerecht Beschwerde erhoben. Darin wird unter anderem ausgeführt, dass sie ihr Heimatland wegen gesundheitlicher Probleme verlassen und von ihrem Heimatstaat keine Hilfe erhalten hätten. Zugang zum Gesundheitssystem hätten ausschließlich Menschen mit politischer oder finanzieller Macht. Der Ehemann der Beschwerdeführerin leide seit dem Krieg an einem beidseitigem Schalltrauma und einer damit einhergehenden Sprachstörung. Dadurch habe sich sein Zugang zum sozialen Leben massiv eingeschränkt. Er könne keinen Arbeitsplatz finden und müsse seinen Lebensunterhalt ausschließlich durch Gelegenheitsarbeiten bestreiten.
Die Beschwerdeführerin würde an gynäkologischen Problemen und Magenschmerzen leiden. Dazu seien von der Behörde keine weiteren Feststellungen getroffen worden. Durch die unterbliebene Beweisaufnahme liege eine unzulässige vorgreifende Beweiswürdigung vor.
Der Beschwerde war ein Ambulanzbefund vom 02.07.2012 (betreffend den Ehegatten der Beschwerdeführerin), eine Terminvereinbarung bei einem Gynäkologen für den 08.08.2012 sowie handschriftliche Ausführungen der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes beigeschlossen, wonach der Ehemann der Beschwerdeführerin an einem Trauma auf Grund der kriegerischen Auseinandersetzungen im Kosovo leiden würde und die Beschwerdeführerin in Österreich Untersuchungen durchführen lassen möchte, da sie nicht schwanger werden könne.
1. Aus dem Vorbringen der Beschwerdeführerin und den amtswegigen Ermittlungen gelangt die Behörde nach unten angeführter Beweiswürdigung zu folgenden Feststellungen:
1.1. Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige der Republik Kosovo und gehört der albanischen Volksgruppe an. Sie besuchte von 1991 bis 1999 in ihrem Heimatland die Grundschule.
Ihr Ehemann konnte durch Gelegenheitsarbeiten in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt sichern. Vor der Ausreise hielt sich die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehegatten etwa einen Monat im Haus der Eltern der Beschwerdeführerin auf. Bei einer Rückkehr könnte die Beschwerdeführerin (mit ihrem Ehegatten) dort neuerlich Unterkunft finden.
In Österreich leben weder Verwandte noch sonstige Personen, zu denen seitens der Beschwerdeführerin ein Abhängigkeitsverhältnis oder eine besonders enge Beziehung besteht. Es gibt keine stichhaltigen Hinweise für substanzielle Bindungen der Beschwerdeführerin zu (anderen) in Österreich dauerhaft aufenthaltsberechtigten Personen. Im Heimatland der Beschwerdeführerin leben die Eltern und drei Brüder der Beschwerdeführerin sowie die Mutter und vier Brüder des Ehegatten.
Die Beschwerdeführerin hatte keine Probleme mit der Polizei oder anderen Behörden in ihrem Heimatland. Sie war weder staatlicher noch staatlich geduldeter Verfolgung ausgesetzt. Die Beschwerdeführerin hat ihr Heimatland aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen verlassen. Es kann somit insgesamt nicht festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland Opfer einer Verfolgung von asylrelevanter Intensität werden würde.
Es kann nicht festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin im Fall der Zurückweisung, Zurückschiebung oder Abschiebung in die Republik Kosovo in ihrem Recht auf das Leben gefährdet, der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen würde oder von der Todesstrafe bedroht wäre.
Die Beschwerdeführerin leidet an Gastritis und Unfruchtbarkeit. Die Beschwerdeführerin war in Österreich jedoch nie in stationärer Behandlung und das Krankheitsbild ist selbst bei gänzlicher Nichtbehandlung nicht lebensbedrohlich. Die Beschwerdeführerin ist arbeitsfähig, ging aber in ihrem Heimatland keiner Beschäftigung nach, sondern wurde von ihrem Ehemann erhalten. Aus dem Sachverhalt ergeben sich auch keine Anhaltspunkte, die eine Ausweisung im Lichte des Art. 8 EMRK als unzulässig erscheinen lassen.
Die Beschwerdeführerin ist in Österreich nicht integriert; sie spricht nicht Deutsch. Sie ist in Österreich nicht selbsterhaltungsfähig und ging nie einer legalen Beschäftigung nach; vielmehr nimmt sie seit ihrer Einreise Leistungen aus der Grundversorgung in Anspruch. Die Beschwerdeführerin ist in Österreich strafrechtlich unbescholten. Auch ihr Ehegatte ist weder selbsterhaltungsfähig noch integriert.
2.1. Die Feststellungen zur Identität und zur Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin sowie zu ihrer familiären und persönlichen Situation im Kosovo und in Österreich ergeben sich aus ihrem diesbezüglich glaubwürdigen Vorbringen und dem vorgelegten kosovarischen Personalausweis.
Weder die Beschwerdeführerin noch ihr Ehemann haben in Österreich lebende Verwandte benannt. Eine besonders enge Beziehung zu in Österreich dauerhaft aufenthaltsberechtigten Personen wurde im gesamten Verfahren nicht vorgebracht.
Die Beschwerdeführerin hat Probleme mit den staatlichen Behörden im Kosovo ausdrücklich verneint. Vielmehr gab diese an, ihren Heimatstaat aus gesundheitlichen bzw. wirtschaftlichen Gründen verlassen zu haben. Eine staatliche Verfolgung der Beschwerdeführerin ist daher auszuschließen.
Die Feststellungen zur zukünftigen erwartbarer (existentiellen) Situation der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr ergeben sich aus dem obigen Feststellungen und den diesen nicht entgegenstehenden Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehegatten im Verfahren.
Es gibt keinen Hinweis, dass die Beschwerdeführerin nicht (zumindest vorübergehend) wieder im Haus ihrer Eltern unterkommen könnte. Ihre Existenz wäre wie vor der Ausreise durch ihren Ehemann und die Familie als gesichert anzusehen. Zudem könnte auch sie Gelegenheitsarbeiten ausüben.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ergibt sich aus den vorgelegten medizinischen Unterlagen, insbesondere der Klientenkarte der Arztstation und den Angaben der Beschwerdeführerin. Dass die Beschwerdeführerin an keiner schwerwiegenden, lebensbedrohenden Erkrankung leidet, wurde am 05.07.2012 auch durch die behandelnde, bei der EAST-West tätigen Ärztin bestätigt, welche angegeben hat, dass im Falle der Beschwerdeführerin keine akute medizinische Intervention notwendig und eine Abschiebung in den Herkunftsstaat ohne weiteres möglich sei. Aus den Länderfeststellungen ergibt sich, dass die medizinische Versorgung im Kosovo gewährleistet ist. Zudem werden die Gesundheitsleistungen bestimmten Bevölkerungsgruppen von den öffentlichen Gesundheitsinstitutionen kostenfrei bereitgestellt, beispielsweise Patienten mit ernsthaften chronischen Erkrankungen. Demzufolge kann auch der unbelegten Behauptung der Beschwerdeführerin, dass ihr der Zugang zum Gesundheitssystem vom Staat grundlos verwehrt worden sei, nicht gefolgt werden.
Da es sich bei der Beschwerdeführerin um eine grundsätzlich gesunde, junge Frau handelt besteht auch kein Zweifel an ihrer Arbeitsfähigkeit.
In Österreich geht die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben keiner Beschäftigung nach und im Grundversorgungssystem ist ersichtlich, dass sie Leistungen in Anspruch nimmt. Es kann daher nicht von einer Selbsterhaltungsfähigkeit im Bundesgebiet ausgegangen werden.
Es gibt zudem keinen Hinweis auf substanzielle Deutschkenntnisse oder nachhaltige Integrationsschritte der Beschwerdeführerin in Österreich. Auch die Beschwerdeführerin selbst hat im Verfahren nichts dergleichen behauptet. Es gibt keinen Hinweis auf eine strafrechtliche Verurteilung der Beschwerdeführerin in Österreich.
2.2. Die Feststellungen zur allgemeinen, politischen und wirtschaftlichen Lage im Kosovo sind dem angefochtenen Bescheid des Bundesasylamtes entnommen. Die Beschwerdeführerin ist diesen Feststellungen in ihrer Beschwerde nicht substantiell entgegen getreten.
Aus dem festgestellten Sachverhalt ergibt sich nicht, dass der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland Verfolgung aus einem der in der GFK genannten Gründe droht. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin erwies sich nicht als asylrelevant, zumal sie ihr Heimatland aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen verlassen hat.
Zur Abweisung des Asylantrages sei erwähnt, dass auch ein wirtschaftlicher Nachteil unter bestimmten Voraussetzungen als Verfolgung im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention zu qualifizieren sein kann, im Ergebnis jedoch nur dann, wenn durch den Nachteil die Lebensgrundlage massiv bedroht ist und der Nachteil in einem Kausalzusammenhang mit den Gründen der Flüchtlingskonvention steht. Eine solche Bedrohung der Lebensgrundlage ist den Feststellungen zufolge nicht gegeben, und konnte von der Beschwerdeführerin nicht einmal ansatzweise glaubhaft gemacht werden. Die Beschwerdeführerin verfügt im Falle ihrer Rückkehr (zumindest vorübergehend) über eine Unterkunft im Haus ihrer Eltern. Überdies gibt es keinen stichhaltigen Hinweis auf substanzielle wirtschaftliche Probleme der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes in den Jahren vor ihrer Ausreise. Vielmehr wurde vom Ehegatten der Beschwerdeführerin ausdrücklich angegeben, dass er vor der Ausreise ihren Lebensunterhalt durch Gelegenheitsarbeiten bestritten habe. Diese könnte durch die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr verrichten.
Für die Annahme einer Gefährdung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in die Republik Kosovo besteht somit kein Anlass.
Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass sie Gefahr liefe, im Falle einer Zurückweisung, Zurückschiebung oder Abschiebung in ihre Heimat der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen zu werden; es wurde auch nicht vorgebracht, dass sie von der Todesstrafe bedroht wäre.
Die konkrete individuelle Lebenssituation der Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund der festgestellten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im Herkunftsstaat führt nicht dazu, dass eine allfällige Abschiebung die Beschwerdeführerin in eine unmenschliche Lage im Sinne von Art. 3 EMRK bringen würde.
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten gesundheitlichen Probleme - Unfruchtbarkeit und Gastritis - stellen keine lebensbedrohenden Erkrankungen dar, weshalb es bereits an der notwendigen Intensität für einen iSd Art. 3 EMRK relevanten Umstand mangelt. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ein Fremder prinzipiell keinen Anspruch auf Verbleib in einem Vertragsstaat geltend machen kann, um weiterhin medizinische, soziale oder andere Formen von staatlicher Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, selbst dann nicht, wenn er an einer schweren Krankheit leidet oder Selbstmordgefährdet ist; es sei denn, es lägen derart außergewöhnliche Umstände vor, die - aufgrund zwingender humanitärer Überlegungen - eine Außerlandesschaffung des Fremden mit Art. 3 EMRK nicht vereinbar erscheinen lassen (vgl. die Zusammenfassung der jüngeren Rechtssprechung des EGMR im Erkenntnis des VfGH vom 06.03.2008, B2400/07). Zudem sind die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin im Heimatland behandelbar (und wurden auch behandelt).
Die Beschwerdeführerin ist eine 28-jährige Frau und auch unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Probleme grundsätzlich arbeitsfähig. Sie könnte im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland im Haus ihrer Eltern Unterkunft finden. Damit wäre sie aufgrund der nach den Feststellungen über die Situation im Kosovo gegebenen Grundversorgung mit Lebensmitteln - erforderlichenfalls unter Inanspruchnahme von Sozialhilfe, von humanitärer Hilfe und Unterstützung durch ihre Familie - jedenfalls in der Lage, ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Durch die Möglichkeit, in ihrem Elternhaus Unterkunft zu finden, stellt sich die Unterkunftssituation jedenfalls als deutlich besser gesichert dar, als die laut dem Erkenntnis des VwGH vom 16.07.2003, Zahl: 2003/01/0059, als zwar prekär, aber unter dem Gesichtspunkt des Art. 3 EMRK als noch erträglich beurteilte Situation der Unterbringung einer fünfköpfigen Familie in einem beheizbaren Zelt in der Größe von 9 Quadratmetern. Zudem könnten die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte Gelegenheitsarbeiten ausüben.
Das Bundesasylamt hatte die durch Art. 8 Abs. 2 MRK vorgeschriebene Interessenabwägung im Ergebnis mängelfrei vorgenommen. In diesem Zusammenhang sei zunächst darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin bisher nur auf Grund eines Asylantrages zum Aufenthalt berechtigt war, der sich letztlich als nicht begründet erwiesen hat (vgl. mit ähnlichen Überlegungen zu Ausweisungen nach § 33 Abs. 1 FrG zB VwGH 20.12.1999, 99/18/0409; 17.12.2001, 2001/18/0234; 17.12.2001, 2001/18/0142; 17.12.2001, 2001/18/0162;
Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist ebenfalls Beschwerdeführer im Asylverfahren, hinsichtlich dessen mit heutigem Tag eine inhaltsgleiche Entscheidung getroffen wurden. Somit stellte die Ausweisung der Beschwerdeführerin keinen Eingriff in das Familienleben der Beschwerdeführerin dar.
Die Dauer des Aufenthaltes der Beschwerdeführerin im Bundesgebiet von etwa sechs Wochen ist schließlich als sehr kurz zu bezeichnen, wobei der Aufenthalt überdies bloß aufgrund der vorläufigen Aufenthaltsberechtigung als Asylwerberin erfolgt ist.
In Hinblick auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihr gesamtes Leben bis zu ihrer Ausreise nach Österreich im Kosovo verbracht hat, ist davon auszugehen, dass anhaltende Bindungen zum Herkunftsstaat bestehen, zumal dort die Eltern und Geschwister der Beschwerdeführerin leben. Bezüglich der Beschwerdeführerin finden sich insgesamt keine schlüssigen Belege für einen Grad der Integration in Österreich, der einer Ausweisung unter dem Aspekt des Schutzes des Privatlebens nach Art. 8 EMRK entgegenstehen würde. Die Beschwerdeführerin geht in Österreich keiner legalen Beschäftigung nach und spricht nicht Deutsch.
Für aktive Integrationsbestrebungen der Beschwerdeführerin gibt es keinen Beleg, zumal der besonders kurze Aufenthalt in Österreich auch substanzielle Integrationsschritte nachhaltig entwerten würde.
Die Schutzwürdigkeit des Privatlebens in Österreich ist zudem aufgrund des Umstandes, dass dir Beschwerdeführerin ihren Aufenthalt nur auf einen im Ergebnis nicht berechtigten Antrag auf internationalen Schutz gestützt hat, grundsätzlich nur in geringem Maße gegeben.
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in Österreich nicht straffällig geworden ist, bewirkt keine relevante Verstärkung der persönlichen Interessen, vielmehr stellen das Fehlen ausreichender Unterhaltsmittel und die Begehung von Straftaten eigene Gründe für die Erlassung von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen dar (VwGH 24.07.2002, 2002/18/0112).
Die Beschwerdeführerin verliert die vorläufige Aufenthaltsberechtigung als Asylwerberin mit der Rechtskraft des vorliegenden Erkenntnisses und sie hat keine Möglichkeit, eine Legalisierung ihres Aufenthaltes im Inland vorzunehmen.
Daher ist davon auszugehen, dass die Interessen der Beschwerdeführerin an einem Verbleib im Bundesgebiet nur sehr geringes Gewicht haben, und gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Einhaltung der die Einreise und den Aufenthalt von Fremden regelnden Bestimmungen aus der Sicht des Schutzes der öffentlichen Ordnung, dem nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ein hoher Stellenwert zukommt, insgesamt in den Hintergrund treten. Die Verfügung der Ausweisung ist daher im vorliegenden Fall dringend geboten und erscheint auch nicht unverhältnismäßig, zumal für die Beschwerdeführerin in weiterer Folge keine Hindernisse dagegen bestehen, sich vom Ausland aus um einen Einreise- und Aufenthaltstitel für Österreich zu bemühen.
Die nachteiligen Folgen einer Abstandnahme von einer Ausweisung der Beschwerdeführerin wiegen demgemäß schwerer als deren Auswirkungen auf ihre Lebenssituation.
Gemäß § 2 Abs. 1 Z 12 AsylG 2005 ist ein Verfolgungsgrund ein in Art. 10 Statusrichtlinie genannter Grund, d.h. als Verfolgungsgründe in diesem Sinne gelten jene aufgrund der Rasse, Religion, Nationalität, politischer Gesinnung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe!
Gemäß § 38 Abs. 1 Z 1 AsylG 2005 kann das Bundesasylamt einer Beschwerde gegen eine abweisende Entscheidung über einen Antrag auf internationalen Schutz und der damit verbundenen Ausweisung aberkennen, wenn der Asylwerber aus einem sicheren Herkunftsstaat (§ 39 AsylG 2005) stammt und er Verfolgungsgründe nicht vorgebracht hat.
Da die genannten Anforderungen erfüllt sind, erfolgte die Aberkennung der aufschiebenden Wirkung der gegenständlichen Beschwerde zu Recht. Mangels Asylrelevanz des Vorbringens bestand auch keine Notwendigkeit im Zuge einer Ermessensentscheidung nach § 38 Z 2 AsylG 2005, der gegenständlichen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.
Gemäß dieser Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes konnte im vorliegenden Fall die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beim Asylgerichtshof unterbleiben, da der maßgebliche Sachverhalt aus der Aktenlage in Verbindung mit der Beschwerde geklärt war. Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Beschwerde betrifft, so findet sich in dieser kein neues bzw. kein ausreichend konkretes Tatsachenvorbringen hinsichtlich allfälliger sonstiger Fluchtgründe der Beschwerdeführerin.