Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20ZR%20140/04
Timestamp: 2019-09-18 06:12:49
Document Index: 47232356

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2339', '§ 2339', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.03.2005 - IV ZR 140/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1742
BGH, 16.03.2005 - IV ZR 140/04 (https://dejure.org/2005,1742)
BGH, Entscheidung vom 16.03.2005 - IV ZR 140/04 (https://dejure.org/2005,1742)
BGH, Entscheidung vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04 (https://dejure.org/2005,1742)
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Keine Bindung an rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung für zivilrechtlichesVerfahren über Erbunwürdigkeit
Auswirkung einer rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung auf die Erbwürdigkeit; Berücksichtigungspflichten eines Richters von Entscheidungen anderer Gerichtsbarkeiten
Zur Bedeutung einer rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung bei der Erbunwürdigkeit gemäß § 2339 Abs. 1 Nr. 4 BGB
Keine Bindungswirkung einer strafrechtlichen Verurteilung für die Feststellung der Erbunwürdigkeit nach § 2339 I Nr. 4 BGB (Urkundendelikt in Bezug auf Verfügung von Todes wegen)
Bedeutung einer rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung bei der Erbunwürdigkeit
Erbrecht - Erbunwürdigkeit
Zivilgericht ist nicht an Feststellung der Erbunwürdigkeit durch den Strafrichter gebunden - Freie Beweiswürdigung im Zivilprozessrecht
Erbunwürdigkeit - Bedeutung einer rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung für das Erbrecht
Erbunwürdigkeit - Trotz strafrechtlicher Verurteilung: Erbunwürdigkeit nicht zwingend
NJW-RR 2005, 1024
MDR 2005, 1114
FamRZ 2005, 1070
WM 2005, 1530
aa) Die tatsächlichen Grundlagen, aus denen dies hergeleitet wird, hat das Berufungsgericht unter Bezugnahme auf die strafrechtliche Verurteilung der Geschäftsführer von Unternehmen der HEROS-Gruppe durch das Landgericht Hildesheim und in Übereinstimmung mit der dazu ergangenen Revisionsentscheidung des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofes (Beschluss vom 1. April 2008 - 3 StR 493/07, wistra 2008, 427) in rechtlich nicht zu beanstandender Weise festgestellt und dabei die für seine Überzeugungsbildung wesentlichen Gesichtspunkte nachvollziehbar darlegt (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04, NJW-RR 2005, 1024 unter 1 und 2; BGH, Urteil vom 22. Januar 1991 - VI ZR 97/90, NJW 1991, 1894 unter II 1).
Eine Bindung des Zivilrichters an das strafgerichtliche Urteil besteht nicht und ist mit der das Zivilprozeßrecht beherrschenden freien Beweiswürdigung nicht vereinbar (vgl. BGH, Beschl. vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04 - z.V.b.).
Zwar entfaltet das Strafurteil keine Bindungswirkung für das Zivilverfahren (Senatsbeschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04, ZEV 2005, 307 Rn. 2).
Aus dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung gemäß § 286 ZPO folgt, dass der Zivilrichter sich seine Überzeugung selbst bilden muss und daher an einzelne Tatsachenfeststellungen in einem Strafverfahren nicht gebunden ist (Senatsbeschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04, ZEV 2005, 307 unter 1).
Der Zivilrichter muss sich auch dann seine Überzeugung grundsätzlich selbst bilden (BGH NJW-RR 2005, 1024).
Eine Bindung des Zivilrichters an strafgerichtliche Urteile ist mit der das Zivilprozessrecht beherrschenden freien Beweiswürdigung nicht vereinbar (BGH, Beschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04 -, Rn. 2).
Die tatsächlichen Grundlagen (vgl. zum Schneeballsystem unter II 1 a), aus denen dies hergeleitet wird, hat das Berufungsgericht unter Bezugnahme auf die strafrechtliche Verurteilung der Geschäftsführer von Unternehmen der HEROS-Gruppe durch das Landgericht Hildesheim und in Übereinstimmung mit der dazu ergangenen Revisionsentscheidung des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofes (Beschluss vom 1. April 2008 - 3 StR 493/07, wistra 2008, 427) in rechtlich nicht zu beanstandender Weise festgestellt und dabei die für seine Überzeugungsbildung wesentlichen Gesichtspunkte nachvollziehbar darlegt (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04, NJW-RR 2005, 1024 unter 1 und 2; BGH, Urteil vom 22. Januar 1991 - VI ZR 97/90, NJW 1991, 1894 unter II 1).
aa) Die tatsächlichen Grundlagen, aus denen das Berufungsgericht dies herleitet, hat es unter Bezugnahme auf die strafrechtliche Verurteilung der Geschäftsführer von Unternehmen der HEROS-Gruppe durch das Landgericht Hildesheim und in Übereinstimmung mit der dazu ergangenen Revisionsentscheidung des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofes (Beschluss vom 1. April 2008 - 3 StR 493/07, wistra 2008, 427) in rechtlich nicht zu beanstandender Weise festgestellt und dabei die für seine Überzeugungsbildung wesentlichen Gesichtspunkte nachvollziehbar dargelegt (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 16. März 2005 - IV ZR 140/04, NJW-RR 2005, 1024 unter 1 und 2; BGH, Urteil vom 22. Januar 1991 - VI ZR 97/90, NJW 1991, 1894 unter II 1).
Zwar trifft es zu, dass das Strafurteil des Amtsgerichts Dresden vom 17.07.2014 (206 Ls 320 Js 660/08) keine Bindungswirkung entfaltet (vgl. BGH, Beschluss vom 16.03.2005 - IV ZR 140/04 - juris).
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