Source: https://www.kostenlose-urteile.de/BGH_3-StR-26814_Herstellung-und-Besitz-von-Cannabis-zum-Eigenkonsum-ist-strafbar.news20671.htm
Timestamp: 2019-07-19 19:12:26
Document Index: 19234692

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29']

Urteil > 3 StR 268/14 | BGH - Herstellung und Besitz von Cannabis zum Eigenkonsum ist strafbar < kostenlose-urteile.de
In dem zugrunde liegenden Fall baute ein Mann auf Maisfeldern ausschließlich zum Eigenkonsum Cannabis an. Bei einer Durchsuchung wurden Cannabispflanzen mit einem Gesamtgewicht von 5.030 Gramm und einem Wirkstoffgehalt von ca. 1,79 % sichergestellt. Zudem wurden im Anwesen des Mannes abgeerntetes und getrocknetes Marihuana entdeckt. Das Landgericht Koblenz verurteilte den Mann aufgrund dessen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29 a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) und dem Anbau von Betäubungsmitteln (§ 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Gegen diese Verurteilung richtete sich die Revision der Staatsanwaltschaft.
Strafbarkeit wegen Besitzes von Cannabis aufgrund des Anbaus der Pflanzen
Der Bundesgerichtshof entschied zum Fall, dass sich der Mann zum einen aufgrund des auf den Maisfeldern angepflanzten Cannabis wegen Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29 a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) strafbar gemacht hat. Der Straftatbestand des Anbaus von Betäubungsmitteln (§ 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG) sei dahinter zurückgetreten.
Strafbarkeit wegen Herstellung von Cannabis
Hinsichtlich des im Anwesen des Mannes aufgefundenen, bereits abgeernteten und getrockneten Marihuanas habe er sich wegen Herstellung von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 29 a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) strafbar gemacht, so der Bundesgerichtshof. Denn er habe das Cannabis verbrauchsfähig gemacht. Der Straftatbestand des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sei dahinter zurückgetreten.
Landgericht Koblenz, Urteil vom 06.11.2013
(Bundesgerichtshof, Urteil vom 14.01.2015
[Aktenzeichen: 1 StR 302/13])
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 16.10.2014 [Aktenzeichen: 3 StR 268/14]
Urteile zu den Schlagwörtern: Besitz | Betäubungsmittel | Drogen | Rauschgift | Cannabisanbau | Drogen | Herstellung | strafbare Handlungen | Straftaten | Strafbarkeit
Jahrgang: 2015, Seite: 14 NStZ-RR 2015, 14
Dokument-Nr. 20671
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Doro schrieb am 03.03.2015
Das Urteil richtet sich leider nach dem Gesetz, welches inzwischen einer gründlichen Überarbeitung bedarf.
Es gibt ja schon Ausnahmefälle.
Aber so lange müssen Polizei und Richter sich nach den Vorgaben richten.
Im Hinblick auf Weinfeste, Oktoberfeste & Co., die Alkohol verharmlosen bzw. gesellschaftsfähig oder selbstverständlich machen, sollte man das allgemeine Drogenproblem nicht weiterhin auf veralteten Gesetzen/Gepflogenheiten stützen.
Allerdings steckt hinter dem Alkohol eine große Industrie, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen läßt.
Holland lacht sich über uns schon lange schlapp - denn die haben ihr Drogenproblem schon lange im Griff und konzentrieren sich lieber auf die wirklichen Gefahrengüter !
Markus schrieb am 26.02.2015
Ich würde auch Menschen wegen Pflanzen...
ins Gefängnis stecken.... *Ironie* aus
Man Man.... 70.000 Tote durch Alkoholkonsum
und 120.000 Tote durch Tabak... und das pro Jahr
und nur in Deutschland... Cannabis 0 Tote weltweit...
Das Urteil ist jetzt nicht gerade überraschend (Besitz lag ja vor). Natürlich könnte man sich überlegen, ob es legalisiert werden sollte, aber da bin ich nicht genug in der Materie drin (kenne die Wirkungen/Nebenwirkungen nicht so) um das zu bewerten.
Al schrieb am 26.02.2015
ich finde das Urteil richtig!!
Kevin schrieb am 26.02.2015
wirkstoff von 1.79%...da muss er seinen ganzen besitz rauchen dass er gut schlafen kann....
Al antwortete am 26.02.2015
Rauschgift ist RAUSCHGIFT!!!
meddi antwortete am 26.02.2015
Alkohol ist Rauschgift!
jay antwortete am 26.02.2015
Stimmt, und gold ist gold, auto ist auto ... wir müssen zusammenarbeiten und gemeinsam inhalte überwinden!
Franz Grepwein antwortete am 26.02.2015
bitte informieren Sie sich , bevor Sie hier kommentieren. Danke
ich denke, dass der wirkstoffgehalt auf das gesamte pflanzenmaterial nivelliert wurde. die blüten werden einen wesentlich höheren wirkstoffgehlat gehabt haben.
vor 2 Stunden von :Tier­schutz­vereinigung hat keinen Anspruch auf Einsicht in Akten über Schweine­zucht­betrieb