Source: https://www.steuerberaten.de/tag/steuererklaerung/
Timestamp: 2017-10-17 11:34:06
Document Index: 132383843

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 10', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 14', '§ 16']

Steuererklärung Ratgeber - günstig und professionell
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Steuererklärung – allein dieses Wort löst bei vielen Steuerbürgern eine Gänsehaut aus. Ist sie doch eine lästige Pflicht, die nahezu jeder trifft. Früher oder später. Der folgende Beitrag soll über Steuererklärungen im Allgemeinen und im Besonderen informieren. Die Themen sind folgendermaßen gegliedert:
Die Steuererklärung (c) Fotolia - PeJo
Steuererklärungen für bestimmte Rechtsformen
Steuererklärungen für alle - auch Privatpersonen:
Steuererklärungen – hin und wieder:
Die Grundsteuererklärung
Unternehmer sind von der Pflicht zur Abgabe verschiedener Steuererklärungen betroffen, die Nichtunternehmer nicht abgeben müssen. Wir stellen hier die wichtigsten vor.
Jeder Unternehmer in Deutschland muss eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Diese ist grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres dem Finanzamt einzureichen. Viele Unternehmer müssen schon unterjährig sog. Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Dies ist abhängig von den Vorjahreszahlen. Bei neu gegründeten Unternehmen ist die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich einzureichen. Gleiches gilt für Unternehmen deren Umsatzsteuerzahllast des Vorjahres insgesamt 7.500 Euro überschreitet. Liegt die Vorjahreszahllast zwischen 1.000,01 Euro und 7.500 Euro muss die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich eingereicht werden. Beträgt die die Vorjahreszahllast nicht mehr als 1.000 Euro muss das Unternehmen lediglich die Umsatzsteuererklärung einreichen. Die Umsatzsteuervoranmeldungen und – Vorauszahlungen bewirken, dass der Unternehmer am Jahresende nicht eine horrende Summe zu zahlen hat, sondern nur noch einen Differenzbetrag. Im Idealfall stimmen die Vorauszahlungen sogar mit der tatsächlichen Jahreszahllast überein. Doch das ist eher selten.
In der Umsatzsteuererklärung muss der Unternehmer sämtliche Umsätze des Jahres erklären. Sofern er vorsteuerabzugsberechtigt ist, trägt er die gezahlten Umsatzsteuern als Vorsteuern ein und zieht am Ende die Vorauszahlungen ab. Möglicherweise hat der Unternehmer mit Lieferungen oder sonstigen Leistungen in der EU oder im Ausland zu tun. Dann ist auch dies zu erklären. ZB. indem er innergemeinschaftliche Erwerbe erklären muss, hierfür Umsatzsteuer (sog. Erwerbsteuer) abführt und ggf. gleichzeitig als Vorsteuer wieder abzieht. Ähnlich funktioniert dies für sonstige Leistungen aus einem anderen EU-Land. Importiert der Unternehmer Waren aus einem nicht EU-Ausland (sog. Drittland), zB. China, wird er Einfuhrumsatzsteuer bezahlt haben, die er ebenfalls wie Vorsteuer geltend machen kann. So gibt es eine Reihe denkbarer Sachverhalte, die in der Umsatzsteuererklärung zu erklären sind. Eines bleibt jedoch immer gleich. Am Ende ergibt sich die Restzahlung oder das Restguthaben.
Übrigens sind auch Unternehmer zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung verpflichtet, die keine umsatzsteuerpflichtigen Umsätze ausführen. ZB. Kleinunternehmer oder Ärzte. Sie sind dazu verpflichtet ihre Umsätze zu erklären, ohne dass eine Steuer ermittelt wird. Doch hier unterbleibt die Erklärung meistens im Einverständnis mit der Behörde. Die Umsatzsteuer wird vom Unternehmer selbst angemeldet. Das Finanzamt weicht nur von der Anmeldung ab, wenn sie zB. offensichtlich Fehler erkennt oder ein Betriebsprüfer andere Feststellungen getroffen hat. Deshalb ergehen hier in aller Regel keine Umsatzsteuerbescheide, sondern es erfolgen 'Abrechnungen' oder 'Mitteilungen' über die Umsatzsteuer. Das hat zur Folge, dass die Umsatzsteuererklärung als korrigierte Erklärung jederzeit abgegeben werden kann.
Auch die Gewerbesteuererklärung ist eine Steuererklärung, die nur von Unternehmern zu erstellen ist. Und zwar von Gewerbetreibenden. Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Das hört sich im ersten Moment sehr gut an, ist aber mittlerweile auch nicht mehr so ein großer Gewinn, weil die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Jedenfalls müssen Gewerbetreibende, also zB. Einzelhändler, Handwerker oder auch Apotheker, am Jahresende die Gewerbesteuererklärung erstellen. Gleiches gilt für Kapitalgesellschaften, die aufgrund ihrer Rechtsform immer gewerbesteuerpflichtig sind.
Grundlage für die Gewerbesteuererklärung ist der Gewinn des Unternehmens, der auch der Einkommensteuer oder der Körperschaftsteuer zu unterwerfen ist. Hier kennt das Gewerbesteuergesetz eigene Hinzurechnungen oder Kürzungen. ZB. wird ein Teil der Mieten, Pachten oder des Leasings hinzugerechnet oder es gibt eine Kürzung für Grundbesitz. Für die ausführliche Aufführung der Hinzurechnungen und Kürzungen schauen Sie bitte im Beitrag Gewerbesteuer oder fragen Sie das Team von steuerberaten.de. Einzelunternehmer und Personengesellschaften erhalten dann noch einen Freibetrag von derzeit 24.500 Euro, die Kapitalgesellschaften müssen darauf verzichten. Die Finanzämter ermitteln dann den sog. Gewerbesteuermessbetrag aufgrund der eingereichten Gewerbesteuererklärung und der darin aufgeführten Zahlen. Diese Gewerbesteuermessbeträge geben sie an die Gemeinden weiter, die daraufhin die Gewerbesteuerbescheide erlassen. Manche Unternehmen sind in verschiedenen Gemeinden tätig, weil sie zB. mehrere Niederlassungen haben. Dann muss die Gewerbesteuer zerlegt werden, weil natürlich jede Gemeinde ihren Anteil möchte. Deshalb muss dann eine sog. Zerlegungserklärung abgegeben werden, die zur Gewerbesteuererklärung gehört. In aller Regel werden die Gewerbesteuermessbeträge anhand der in der jeweiligen Gemeinde angefallenen Löhne und Gehälter zerlegt.
Allg. Berechnungsschema zur Gewerbesteuer-Erklärung
Gewerblicher Gewinn § 7 GewStG
- Verlustabzug § 10a GewStG
Rundung auf volle EURO 100 § 11 I GewStG
- Freibetrag § 11 I GewStG
* Steuermesszahl (3,5%) § 11 II GewStG
= Gewerbesteuermessbetrag § 14 GewStG
* Hebesatz § 16 GewStG
Viele Unternehmer beschäftigen Mitarbeiter. Für diese sind die Unternehmer als Arbeitgeber verpflichtet die Lohnsteuer nebst Annexsteuern einzubehalten und abzuführen. Dies erfolgt, indem der Unternehmer die einbehaltene Lohnsteuer bei seinem Finanzamt insgesamt für alle Mitarbeiter anmeldet und dann zahlt. Die Lohnsteueranmeldung ist am 10. des Folgemonats beim Finanzamt einzureichen. Die Beträge sind gleichzeitig zu begleichen. Die Lohnsteuern, Kirchensteuern und Solidaritätszuschläge werden dann den Arbeitnehmern später in ihrer Einkommensteuererklärung angerechnet. Hierfür erhalten die Arbeitnehmer am Jahresende eine Lohnsteuerbescheinigung, die der Arbeitgeber elektronisch an das Finanzamt übermittelt.
Die Körperschaftsteuererklärung ist für Körperschaften. Also für Kapitalgesellschaften, wie zB. die GmbH oder die AG. Auch der Verein ist eine Körperschaft, er ist aber häufig zB. als gemeinnütziger Verein von der Körperschaftsteuer (und Gewerbesteuer) befreit. Die Grundlage für die Körperschaftsteuer und damit für die Körperschaftsteuererklärung ist das körperschaftsteuerliche Einkommen. Das ist regelmäßig der Gewinn oder Verlust der Handelsbilanz, der an das Steuerrecht angepasst wird. Dies kann rechnerisch geschehen, eine Steuerbilanz ist nicht nötig. Wichtig ist nur, dass letzten Endes die Körperschaftsteuererklärung den körperschaftsteuerlichen Gewinn enthält. In der Körperschaftsteuererklärung sind auch Angaben zu machen, zB. über die Gesellschafter und ggf. über Verträge zwischen diesen und ihrer Gesellschaft, über die geleisteten Körperschafsteuervorauszahlungen oder anrechenbare Kapitalertragsteuern, über nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (zB. 30% der Bewirtungskosten) oder über gezahlte Spenden uvm. Das Finanzamt erhält die Körperschaftsteuererklärung und ermittelt dann das körperschaftsteuerliche Ergebnis. Es wird dann ein Körperschaftsteuerbescheid erlassen. Darin werden auch Körperschafsteuervorauszahlungen oder Kapitalertragsteuern angerechnet, sodass sich zu guter Letzt eine Körperschaftsteuernachzahlung oder –Erstattung ergibt.
Im Bereich der Kapitalgesellschaften gibt es noch die Möglichkeit, dass die Kapitalgesellschaft eine Kapitalertragsteueranmeldung erstellen muss. Das ist dann der Fall, wenn sie Kapitalerträge an ihre Anteilseigner auszahlt. Erhalten zB. die beiden Gesellschafter einer GmbH eine Gewinnausschüttung von 100.000 Euro, muss die GmbH die Abgeltungssteuer von 25% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einbehalten. Daher erhalten dann die Gesellschafter nur 73.625 Euro ausbezahlt (100.000 Euro abzüglich 25.000 Euro Abgeltungssteuer abzüglich 1.375 Euro Solidaritätszuschlag) bzw. sofern sie Kirchensteuerpflichtig sind sogar nur 71.375 Euro ausbezahlt, weil die Gesellschaft auch noch 2.250 Euro Kirchensteuer einbehalten muss. Diese einbehaltenen Steuern muss die GmbH dann an ihr Finanzamt abführen und dafür eine Kapitalertragsteueranmeldung abgeben. Das ist ähnlich wie die Lohnsteueranmeldung. Die einbehaltenen Steuern werden den Gesellschaftern dann bescheinigt. Sie können dann in ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung wählen, ob es bei der Abgeltungssteuer bleiben soll, oder ob der persönliche Steuersatz günstiger ist und die Abgeltungssteuer dann auf ihre Einkommensteuer angerechnet werden soll.
Diese zungenbrecherische Steuererklärung muss von natürlichen Personen erstellt werden, die zusammen mit anderen natürlichen Personen zusammen Einkünfte erzielen. Beispielsweise erben zwei Brüder ein Mehrfamilienhaus in Hamburg und vermieten es fortan gemeinsam. Dem Finanzamt ist dann eine Feststellungserklärung einzureichen, in der die Vermietungseinkünfte erklärt werden und die Aufteilungsverhältnisse. So wird zB. jedem Bruder ein Anteil an den Vermietungseinkünften in Höhe von 50% zugerechnet. Dies wird dann im Feststellungsbescheid festgehalten, genauso wie die Einkommensteuer-Finanzämter der beiden Brüder. An diese Finanzämter werden die Ergebnisse dann auch direkt mitgeteilt, sodass die Einkünfte nicht untergehen. Selbst wenn also ein Bruder in München lebt, erhält das Finanzamt München die anteiligen Einkünfte direkt vom Finanzamt Hamburg.
Des Weiteren muss diese Feststellungserklärung von Personengesellschaften erstellt werden. Handelt es sich zB. um eine Kommanditgesellschaft die in der Papierindustrie tätig ist, werden zunächst wieder die Einkünfte, in diesem Fall Einkünfte aus Gewerbebetrieb, für die Kommanditgesellschaft ermittelt und danach auf die Personengesellschafter aufgeteilt. Das könnten dann zB. zwei Komplementäre (Vollhafter) und ein Kommanditist (Teilhafter) sein. Auch müssen bei Kommanditisten weitere Erklärungen erfolgen, da sie Verluste nur im Rahmen ihrer beschränkten Haftung steuerlich geltend machen können. Daher sind auch für das Finanzamt Kapitalkonten zu führen und der Feststellungserklärung beizufügen. Auch der Anteil an der Gewerbesteuer wird auf die Personengesellschafter aufgeteilt, sodass sie die Gewerbesteuer später in ihrer Einkommensteuererklärung auf die Einkommensteuer anrechnen lassen können. Und auch hier teilt das mit der Feststellungserklärung betraute Finanzamt den zuständigen Einkommensteuer-Finanzämtern die Ergebnisse direkt mit.
Bei dieser Erklärung ist noch zu beachten, dass ein Bevollmächtigter zu benennen ist. Das könnte bei der Vermietung der Brüder zB. der Bruder in Hamburg sein oder bei der Kommanditgesellschaft ein Komplementär. Das Finanzamt versendet die Feststellungsbescheide jedenfalls nicht an alle Beteiligten. Das könnte bei größeren Gesellschaften auch etwas viel werden. Haben sich die Beteiligten für einen Bevollmächtigten entschieden, können sie nicht ohne weiteres einen anderen bestimmen. Sie müssen das Finanzamt rechtzeitig darüber in Kenntnis setzen.
Steuererklärungen für alle
Die Einkommensteuererklärung trifft so ziemlich jeden Steuerbürger in Deutschland. Es gibt ein paar Ausnahmen. Grundsätzlich ist die Einkommensteuererklärung natürlich nur einzureichen, wenn der Steuerbürger Einkünfte erzielt. In Deutschland gibt es sieben Einkunftsarten, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung führen. Das sind
die Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit,
die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit,
die Einkünfte aus Kapitalvermögen,
und die sonstigen Einkünfte.
Sämtliche Selbständige, also die Steuerpflichtigen mit gewerblichen Einkünften, Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft oder aus selbstständiger Arbeit, sowie die Steuerpflichtigen mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und sonstigen Einkünften müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Sie kommen schon aufgrund ihrer Einkunftsart nicht darum herum. Das Finanzamt erhebt unterjährig vierteljährliche Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer und rechnet dann nach Ermittlung des tatsächlichen steuerpflichtigen Einkommens ab.
Die Steuerpflichtigen mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit müssen nicht immer eine Einkommensteuererklärung abgeben. Haben sie die Steuerklasse „Eins“, sind also unverheiratet, und haben sie keine weiteren Beschäftigungsverhältnisse, brauchen sie keine Einkommensteuererklärung abgeben. Sofern sie das aber wünschen, also wenn es sich lohnt, oder sofern sie noch weitere Einkünfte haben, können bzw. müssen sie die Einkommensteuererklärung erstellen und dem Finanzamt einreichen.
Die Steuerpflichtigen mit Einkünften aus Kapitalvermögen müssen auch nicht die Einkommensteuererklärung abgeben, wenn dies die einzigen Einkünfte sind, die sie erzielen. Die Abgeltungssteuer macht das möglich. Allerdings verhält es sich wieder anders, wenn sie Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielen, die nicht der Abgeltungssteuer unterliegen. ZB. ein privates Darlehen an die Tochter, die dieses mit Zinsen zurückzahlt. Und sobald andere Einkünfte im Spiel sind, müssen diese Steuerpflichtigen ebenfalls die Einkommensteuererklärung erstellen und dem Finanzamt einreichen. Daher gibt es nur relativ wenige Steuerpflichtige, die die Einkommensteuererklärung nicht abgeben müssen, sofern sie eine der og. Einkünfte erzielen. Meistens werden auch mehr als eine Einkunftsart erzielt, zB. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Außerdem geben viele Steuerpflichtige die Einkommenssteuererklärung ab, um etwas steuerlich geltend zu machen. Das könnten zB. die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sein, die Fortbildungskosten, die erhöhten Krankheitskosten, die Spenden oder die Handwerker-Rechnungen usvm. Das deutsche Einkommensteuerrecht kennt eine große Anzahl von individuellen Vergünstigungen, die nur über die Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden können.
Das Finanzamt ermittelt dann anhand der eingereichten Einkommensteuererklärung das zu versteuernde Einkommen und rechnet auf die Steuerzahllast die vorausbezahlte Einkommensteuer oder Lohnsteuer an. Es ergibt sich danach ein Einkommensteuerguthaben oder eine Einkommensteuernachzahlung.
Für Steuerpflichtige mit einem geringen Einkommen, deren Steuerlast über Jahre bei 0 Euro liegt, kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden. Diese erhält dann derjenige, meistens Rentner, Studenten oder Minijobber, und kann damit den Banken anzeigen, dass keine Abgeltungssteuer einzubehalten ist. Somit spart sich der Steuerpflichtige den Aufwand die Abgeltungssteuer über die Einkommensteuererklärung wieder zu holen. Ob die Voraussetzungen vorliegen wird dann regelmäßig vom Finanzamt überprüft und ggf. wird die Nichtveranlagungsbescheinigung wieder rückgängig gemacht.
Steuererklärungen – hin und wieder
Erwirbt ein Steuerbürger eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus muss er hierfür Grundsteuer an die Gemeinde zahlen. Damit die Gemeinde die Grundsteuer festsetzen kann, muss das Finanzamt den Grundsteuer-Messbetrag festsetzen. Sofern ein bestehendes Objekt gekauft wird, werden die Werte des Vorgängers übernommen. Nur wenn ein Haus oder eine Wohnung neu errichtet werden, muss das Finanzamt den Grundsteuer-Messbetrag neu festsetzen. Hierzu ist dann die Abgabe einer Erklärung durch den Eigentümer notwendig, die der Ermittlung des Grundsteuer-Messbetrags dient. ZB. werden abgefragt, wie das Haus beschaffen ist (Stein- oder Holzhaus, massiv oder nicht usw.), wie groß das Grundstück ist, wie groß die bewohnte Fläche ist usw. Das Finanzamt erhält aber ohne Zutun des Steuerbürgers Kenntnis davon, denn es berechnet ja auch automatisch die Grunderwerbsteuer. Daher wird dem Steuerbürger bei Bedarf eine solche auszufüllende Erklärung zugesandt, ohne dass er sich darum kümmern muss.
Auch diese Steuer fällt nicht jährlich an. Bei vielen Steuerbürgern sogar nur einmal im Leben. Werden Grundstücke, Unternehmen, Gelder oder anders verschenkt oder vererbt kommt der Fiskus ins Spiel. Er möchte Erbschaft- oder Schenkungsteuer kassieren. Auch hier kommt die auszufüllende Erbschaft- oder Schenkungsteuererklärung von alleine ins Haus geflattert. Sämtliche Werte sind aufzuführen und ggf. sind übernommene Schulden abzuziehen. Je nachdem in welchem Verhältnis der Beschenkte oder Erbe zum Schenker oder Erblasser stand, gibt es unterschiedliche Steuerfreibeträge. Kinder haben zB. für jeden Elternteil einen Freibetrag von 400.000 Euro, sodass bei vielen Familien keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer anfällt.
Für alle Steuerpflichtigen gilt, dass die Steuererklärungen nur noch elektronisch eingereicht werden dürfen. Die Einreichung von ausgefüllten Papierformularen gehört der Vergangenheit an. In ganz besonderen Ausnahmefällen kann der Steuerpflichtige zwar von der Abgabe der elektronischen Steuererklärung befreit werden, aber diese Fälle sind nahezu undenkbar. Die meisten Steuerpflichtigen werden mit dieser Verpflichtung auch keine allzu großen Schwierigkeiten haben. Entweder erledigt das der Steuerberater für sie oder sie können sich selbst über die Finanzverwaltung – Elster – einloggen oder sie machen es über ein Steuerprogramm. Selbst die einfachsten und billigsten Steuerprogramme haben mittlerweile die Funktion der elektronischen Steuererklärungsabgabe enthalten.
Die jährlichen Steuererklärungen, wie die Umsatzsteuer-, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer-und Einkommensteuererklärung sowie die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung sind grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres abzugeben. Diese Frist kann aber das zuständige Finanzamt verlängern. Meistens ist das auch kein Problem. Steuerpflichtige die von einem Steuerberater betreut werden haben sowieso grundsätzlich Zeit ihre Steuererklärungen bis zum 31. Dezember des Folgejahres zu erstellen und einzureichen. Eine Fristverlängerung über den 31. Dezember hinaus wird nur in ganz seltenen Ausnahmefällen gewährt. Abgesehen davon, kann das Finanzamt die Steuererklärungen jederzeit vorzeitig anfordern, also auch zB. bei von Steuerberatern betreuten Steuerpflichtigen zum 31. Juli Das wird das Finanzamt auch tun, wenn es Hinweise darauf hat, dass sich die Steuerlast erheblich geändert hat. Wenn zB. aufgrund der eingehenden Umsatzsteuer-Voranmeldungen bei einem Unternehmer von einer Verdoppelung des Umsatzes ausgegangen werden muss.
Die nicht rechtzeitige Einreichung der Steuererklärungen kann zur Erhebung von Verspätungszuschlägen führen. Das liegt im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten. Regelmäßig zu spät eingereichte Steuererklärungen führen in jedem Fall zur Erhebung von Verspätungszuschlägen. Bei einem einmaligen Ausrutscher kann evtl. ein Erlass bewirkt werden.
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