Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=24&t=276914
Timestamp: 2019-11-21 13:40:07
Document Index: 213164232

Matched Legal Cases: ['§ 312', 'BGH', '§ 312', '§ 312', '§ 312', 'BGH']

Makler hat keinen Maklervertrag - recht.de
Registriert: 14.10.12, 20:24
Beitrag von Lucky66 » 22.11.17, 17:34
ich habe ein Anliegen. Ein Makler hat keinen Maklervertrag um ein Haus zu verkaufen, sondern ist nur ein Bekannter des Hauseigentümers, der sein Haus verkaufen möchte. Nach der Besichtigung des Hauses gab es ein Schreiben vom Makler, das unterschrieben werden musste. Es ist eine Nachweisbestätigung, in der "geregelt" wird, das der Makler bei Verkauf des Hauses eine Provision in Höhe von 5,75% zzgl. Mwst. erhält.
Wir haben vom Makler keinerlei Informationen erhalten, er wusste diese einfach nicht. Die Info´s kamen ausschließlich vom Eigentümer.
Ist das überhaupt rechtens, wenn er überhaupt keinen Auftrag vom Eigentümer hat?
Beitrag von webelch » 22.11.17, 17:38
Wurde denn der Kontakt über den Makler hergestellt?
Woher will man wissen, dass es keinen Auftrag gibt? Der zu unterschreibende Nachweis deutet auf das Gegenteil hin.
Beitrag von Lucky66 » 22.11.17, 18:03
Beitrag von freemont » 22.11.17, 18:26
Lucky66 hat geschrieben: Der Eigentümer des Hauses ist ein Bekannter von uns und daher wissen wir auch, das es keinen Maklervertrag gibt.
Der Maklerauftrag kann aber auch vom Käufer kommen. Der Kontakt wurde ja offensichtlich vom Makler vermittelt.
Nach der Besichtigung des Hauses gab es ein Schreiben vom Makler, das unterschrieben werden musste. Es ist eine Nachweisbestätigung, in der "geregelt" wird, das der Makler bei Verkauf des Hauses eine Provision in Höhe von 5,75% zzgl. Mwst. erhält.
Beitrag von Lucky66 » 22.11.17, 18:44
Beitrag von SusanneBerlin » 22.11.17, 19:06
Wieso hat man dann den Makler kontaktiert? Man hätte sich doch direkt an den Hauseigentümer wenden können. Wer hat die Besichtigung durchgeführt?
Beitrag von Tobis F » 22.11.17, 19:13
Wieso auch immer der Kontakt zu einem Bekannten über einen Makler zustande kam, damit hat der Makler genau das gemacht was sein Job ist: Er hat Käufer und Verkäufer zusammen gebracht (vermittelt).
Es ist nicht erforderlich das der Makler die Verkaufsverhandlungen führt, alles über das Objekt weiß (er kann sowieso nur wissen was der Verkäufer ihm erzählt), usw.
Beitrag von Lucky66 » 22.11.17, 19:46
Beitrag von khmlev » 23.11.17, 00:41
Lucky66 hat geschrieben: Nach der Besichtigung des Hauses gab es ein Schreiben vom Makler, das unterschrieben werden musste. Es ist eine Nachweisbestätigung, in der "geregelt" wird, das der Makler bei Verkauf des Hauses eine Provision in Höhe von 5,75% zzgl. Mwst. erhält.
Wenn die Unterschrift nicht im Büro des Maklers geleistet wurde und die Provisionsvereinbarung nicht die Widerrufsbelehrung enthält, dürfte es noch möglich sein, diese zu widerrufen. Sollte einem Anwalt vorgelegt werden.
Beitrag von freemont » 23.11.17, 00:58
Der Vertrag ist hier nicht erst mit der Unterschrift zustande gekommen. Dass die Voraussetzungen des § 312b BGB erfüllt sind, ist eher unwahrscheinlich.
Beitrag von khmlev » 23.11.17, 06:43
Seit 2013 unterliegen Maklerverträge dem Widerrufsrecht, wenn sie per Telefon, E-Mail, Brief, Fax oder via Website etc. zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher abgeschlossen werden.
Beitrag von ktown » 23.11.17, 07:36
Beitrag von freemont » 23.11.17, 08:23
khmlev hat geschrieben: Seit 2013 unterliegen Maklerverträge dem Widerrufsrecht, wenn sie per Telefon, E-Mail, Brief, Fax oder via Website etc. zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher abgeschlossen werden.
Das ist schlicht falsch, was Sie da schreiben.
Das hat auch der BGH so nicht entschieden, aus I ZR 30/15:
[2] Die Zedentin ist Immobilienmaklerin. Sie warb im Auftrag der Grundstückseigentümerin auf dem Internetportal "Immobilienseite XY" für den Verkauf eines mit einem Einfamilienhaus bebauten Grundstücks.
Sowohl § 312b, s.o., als auch § 312c (neu) BGB haben tatbestandliche Voraussetzungen.
Wenn Sie beim Bäcker Ihre Brötchen telefonisch, per Mail, per Fax bestellen ist das kein Fernabsatzvertag. Ob hier "ein für den Fernabsatz organisiertes Vertriebs- oder Dienstleistungssystem" vorgelegen hat, weiss ich nicht. Wenn dem so war, wie das z.B. bei den Portalen der Fall ist, wird auch standardmäßig nach § 312d BGB belehrt. Spätestens seit dem o.g. BGH-Urteil 2016.
Zuletzt geändert von ktown am 23.11.17, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von SusanneBerlin » 23.11.17, 08:42
Lucky66 hat geschrieben: @SusanneBerlin
Man hat also nicht gewußt, dass der Bekannte sein Haus verkaufen will, und man hat das Haus auf den Fotos der Annonce auch nicht erkannt? Dann hätte man ohne den Makler auch nicht erfahren, dass das Haus zum Verkauf steht.
Zum Widerruf: das wird nichts nützen, denn die Leistung des Maklers (Vermittlung der Verkäuferadresse an den Käufer) wurde bereits in Anspruch genommen, und der Makler hat den schriftlichen vom Käufer unterschriebenen Nachweis, dass die Vermittlung in Anspruch genommen wurde. Man hätte gleich bei der Übermittlung der Objektadresse sagen müssen, dass man das Objekt und den Verkäufer kennt und die Dienste des Maklers nicht benötigt.
Man könnte jetzt höchstens noch der Höhe der Provision widersprechen, falls die auf dem Vermittlungsnachweis ausgeschriebenen 5,75% zzgl. Mwst. deutlich über der ortsüblichen Marge liegen.
Beitrag von webelch » 23.11.17, 08:47
Wer hat denn eigentlich die Besichtigung des Hauses arrangiert und wer hat sie durchgeführt?