Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%2046/98
Timestamp: 2019-05-22 10:10:00
Document Index: 253124667

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 638', '§ 634', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.01.2000 - VII ZR 46/98 - dejure.org
BGH, 20.01.2000 - VII ZR 46/98
https://dejure.org/2000,322
BGH, 20.01.2000 - VII ZR 46/98 (https://dejure.org/2000,322)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2000 - VII ZR 46/98 (https://dejure.org/2000,322)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98 (https://dejure.org/2000,322)
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BGB a.F. § 638 Abs. 1 S. 1 aF; BGB n.F. § 634 Abs. 3 S. 1
Offenbarungspflicht einer bewusst vertragswidrigen Nichtüberwachung der Bauausführung
Bauvertrag - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Verzug - Vertragsstrafe - Unwirksamkeit einer Vertragsstrafenvereinbarung
Konventionalstrafe; unverhältnismäßige Vertragsstrafe in Bauvertrag
Zur Unwirksamkeit eines Vertragsstrafeversprechens in den AGB eines Bauvertrages
AGB: unwirksame Vertragsstrafenklausel
Allgemeine Geschäftsbedingungen; unwirksame Vertragsstrafenklausel
Unwirksamkeit einer Vertragsstrafenklausel in Bauvertrag für verspätete Herstellung von 0,5 % pro Arbeitstag höchstens jedoch 5 % der Auftragssumme
Wirksamkeit von Vertragsstrafenvereinbarungen (RA Prof. Wolfgang Heiermann; Deutsches Baublatt 3/2003, S. 21)
Ist Vertragsstrafe von 0,5% pro Arbeitstag zu hoch? (IBR 2000, 369)
NJW 2000, 2106
MDR 2000, 827
NZBau 2000, 327
WM 2000, 1298
BB 2000, 1057
DB 2000, 1511
BauR 2000, 1049
ZfBR 2000, 331
Eine geltungserhaltende Reduktion findet nicht statt (vgl. BGH, Urteil vom 12. März 1981 - VII ZR 293/79, BauR 1981, 374, 375 = NJW 1981, 1509; Urteil vom 18. November 1982 - VII ZR 305/81, BGHZ 85, 305, 312 f.; Urteil vom 19. Januar 1989 - VII ZR 348/87, BauR 1989, 327, 328 = ZfBR 1989, 103; Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331).
Die Vertragsstrafe ist einerseits ein Druckmittel, um die termingerechte Fertigstellung des Bauwerks zu sichern, andererseits bietet sie die Möglichkeit einer erleichterten Schadloshaltung ohne Einzelnachweis (BGH…, Urteil vom 18. November 1982, aaO.; Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, aaO.).
Der Senat hat in diesem Urteil auch herausgestellt, daß die Angemessenheitskontrolle von Vertragsbedingungen über Vertragsstrafen nach einer generalisierenden Betrachtungsweise zu erfolgen hat (so schon BGH, Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331; BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - VII ZR 348/87, BauR 1989, 327, 328 = ZfBR 1989, 103).
Insoweit ist der Auftraggeber ausreichend durch die Möglichkeit geschützt, den Schadensersatzanspruch gesondert zu verfolgen (BGH, Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331).
Diese muß berücksichtigen, welche Auswirkungen die Vertragsstrafe auf den Auftragnehmer hat und sich in wirtschaftlich vernünftigen Grenzen halten (BGH, Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331).
(3) Im Hinblick darauf, daß der Senat die Obergrenze von 10 % für Verträge mit Auftragsvolumen mit bis zu ca. 13 Millionen DM bis zuletzt unbeanstandet hingenommen hat (vgl. auch BGH, Urteil vom 18. Januar 2001 - VII ZR 238/00, BauR 2001, 791, 792; 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = ZfBR 2000, 331 = NJW 2000, 2106), ist es allerdings unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes nicht zu rechtfertigen, Vertragsstrafen in bis zum Bekanntwerden dieser Entscheidung geschlossenen Verträgen bei vergleichbaren oder niedrigeren Größenordnungen deshalb für unwirksam zu halten, weil diese Obergrenzen von bis zu 10 % der Auftragssumme enthalten (vgl. zum Vertrauensschutz BGH, Urteil vom 11. Mai 1989 - VII ZR 305/87, BauR 1989, 459, 460 = ZfBR 1989, 209).
Vielmehr muss die Vertragsstrafe den Schuldner auch als Druckmittel anhalten, seine Leistung ordnungsgemäß zu erbringen (st. Rspr.; BGH, Urteile vom 27. November 1974 - VIII ZR 9/73, BGHZ 63, 256, 259;… vom 3. April 1998 - V ZR 6/97, aaO; vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, NJW 2000, 2106 unter II 2 b (1); jeweils mwN).
Der Bundesgerichtshof lehnt auch speziell bei Vertragsstrafenregelungen eine geltungserhaltende Reduktion generell ab (23. Januar 2003 - VII ZR 210/01 - BGHZ 153, 311; 12. März 1981 - VII ZR 293/79 - NJW 1981, 1509; 18. November 1982 - VII ZR 305/81 - BGHZ 85, 305, 312 ff.; 19. Januar 1989 - VII ZR 348/87 - NJW-RR 1989, 527; 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98 - NJW 2000, 2106; 20. März 2003 - I ZR 225/00 - NJW-RR 2003, 1056).
BGH, 06.12.2012 - VII ZR 133/11
Bauvertrag: Wirksamkeit einer Vertragsstrafenregelung für die Überschreitung von …
Kann bei Nichteinhaltung einer Zwischenfrist ein ebenso hoher oder noch höherer Schaden wie bei Überschreitung einer Fertigstellungsfrist entstehen, ist der Auftraggeber ausreichend durch die Möglichkeit geschützt, seinen Schadensersatzanspruch gesondert gegen den Auftragnehmer zu verfolgen (vgl. BGH, Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331).
Maßgeblich ist eine überindividuell-generalisierende, von den konkreten Umständen des Einzelfalls absehende Betrachtungsweise (BGH, Urteil vom 20. Januar 2000 - VII ZR 46/98, BauR 2000, 1049, 1050 = NZBau 2000, 327 = ZfBR 2000, 331).
Daher war und ist der Antrag (faktisch) auch eine Erfüllbarkeitsbedingung (vgl zur "Erfüllbarkeitsbedingung" BGH NJW 2000, 2106 f ; BGHZ 143, 49, 53 ).
Dieses Zusammenspiel entscheidet darüber, ob die bei einer angemessen gestalteten Vertragsstrafenklausel mit jedem Tag des Verzuges steigende Dringlichkeit der Erledigung entstehen kann (vgl. BGH, BauR 2000, S. 1049, Tz 18).
Denn in einer zu kurzen Zeitspanne - zum Beispiel von zehn Tagen - lässt sich bei einem größeren Bauvorhaben kaum etwas veranlassen, um die Folgen der Verspätung aufzufangen und die verspäteten Leistungen nachzuholen, so dass dem Auftragnehmer fast keine Möglichkeit bleibt zu reagieren und die Verwirkung der vollen Vertragsstrafe zu vermeiden (BGH, BauR 2000, S. 1049, Tz 18).
Für zu kurz und damit unangemessen benachteiligend gehalten hat die Rechtsprechung bislang Fristen von 10 Tagen, innerhalb derer der Höchstbetrag der Vertragsstrafe erreicht wurde (vgl. BGH, BauR 2000, S. 1049, Tz 18).
Die Auswirkungen einer solchen Vertragsstrafe auf den Unternehmer halten sich in Anbetracht der beim Besteller zu erwartenden Schäden bei der gebotenen typisierenden Betrachtung in wirtschaftlich vernünftigen und daher noch angemessenen Grenzen (BGH…, Urteil vom 23. Januar 2003, VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, Rz. 62; Urteil vom 20. Januar 2000, VII ZR 46/98).
Dies bleibt unter den vom BGH für unbedenklich angesehenen Tagessätzen von 0, 2 und 0, 3 % (vgl. BGH, Urteil vom 20. Januar 2000, VII ZR 46/98).
BGH, 17.01.2002 - VII ZR 198/00
Vertragsstrafenhöhe in AGB: Tagessatz 0,5 % unwirksam
LG Lübeck, 19.08.2004 - 6 O 69/02
Kein Vertrauensschutz bei alten Vertragsstrafenvereinbarungen
OLG Dresden, 08.02.2001 - 16 U 2057/00
OLG Nürnberg, 24.03.2010 - 13 U 201/10
Bauvertrag: Wirksamkeit einer Vertragsstrafenregelung bei Verzug des Unternehmers
BGH, 18.01.2001 - VII ZR 238/00
KG, 23.02.2017 - 21 U 126/16
Allgemeine Geschäftsbedingungen im Bauvertrag: Inhaltskontrolle einer …
LG Osnabrück, 31.03.2011 - 4 O 122/11
Handwerksbetrieb hat Anspruch auf Zahlung von Werklohn wegen Unwirksamkeit einer …
OLG Brandenburg, 20.03.2003 - 12 U 14/02
Geltendmachung einer Restwerklohnforderung aus einem Bauvertrag
LAG Hamm, 03.11.2006 - 7 Sa 1232/06
gesetzliches Wettbewerbsverbot, Vertragsstrafe, Inhaltskontrolle, unangemessene …
OLG Saarbrücken, 05.04.2001 - 8 U 642/00
Unangemessenheit einer Vertragsstrafe für verzögerte Fertigstellung
LG Kleve, 14.03.2012 - 2 O 272/11
Wirksamkeit einer Vertragsstrafenregelung bei Vereinbarung einer Strafe von 0,2 …
OLG Düsseldorf, 14.09.2001 - 22 U 37/01
Werkvertrag - Verzug des Auftragnehmers mit Vollendung der Bauarbeiten - …
OLG Köln, 19.08.2003 - 3 U 26/03
Rechtsmissbräuchlichkeit der Berufung auf eine Ausschlussfrist; Formularmäßige …
VerfGH Bayern, 26.09.2011 - 99-VI-10
Amtsgerichtliche Ablehnung der Fahrpreisrückerstattung nach Streik im …
LG Aachen, 22.03.2016 - 12 O 395/15
Mängel von Reinigungsleistungen
OLG Köln, 23.12.2011 - 19 U 24/11
Angemessenheit eines Vertragsstrafeversprechens
OLG Köln, 17.08.2010 - 3 U 69/09
Werklohnansprüche aus einem Bauvertrag über die Lieferung und Montage einer …
LAG München, 13.02.2007 - 6 Sa 527/06
OLG Düsseldorf, 22.12.2015 - 16 U 131/14
Rechtliche Einordnung und Abrechnung eines Künstlermanagementvertrages
LAG Schleswig-Holstein, 21.12.2009 - 3 Sa 255/09
Vertragsstrafe, unangemessen, Höhe, Geschäftsführer, Aufhebungsvereinbarung, …
KG, 02.07.2003 - 26 U 113/02
Gegenansprüche des Hauptunternehmers gegen den Subunternehmer-Werklohnanspruch: …
OLG Celle, 13.07.2000 - 14 U 254/99
Auslegung des Kürzels "FR" als "Feuchtraum-Tür"
VG Köln, 04.11.2004 - 1 K 6551/01
Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen der Anordnung einer Zusammenschaltung von …
LG Hamburg, 21.12.2001 - 419 O 48/01