Source: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/9532
Timestamp: 2019-03-22 11:09:38
Document Index: 335772589

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 31', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 69', '§ 98']

Vollzitat: Verordnung des Regierungspräsidiums Chemnitz zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Rauner- und Haarbachtal“ vom 13. Juni 2007 (SächsGVBl. S. 290)
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Bad Brambach und Erlbach sowie den Städten Bad Elster und Markneukirchen im Vogtlandkreis werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung „Rauner- und Haarbachtal“.
Das Naturschutzgebiet besteht aus neun eng benachbarten Teilflächen, die jeweils durch Straßen beziehungsweise die Bahnlinie Plauen – Eger (Cheb) voneinander getrennt sind.
Die nördliche Begrenzung des Schutzgebietes stellt die Bahnbrücke über den Rauner Bach zwischen Adorf und Mühlhausen dar, die südlichsten Teile werden durch die Quellarme zwischen dem Oberbrambacher Bach im Süden und dem Grenzbach im Südwesten, nördlich von Oberbrambach gebildet. Neben dem Haarbach als dem hydrologisch bedeutsamsten Zufluss zum Rauner Bach sind Teile der Auen des Lohwiesenbaches, Grünbaches, Pfarrbaches (Landwüster Bach), Lohbaches, Grenzbaches, Gründelbaches und Jüdenlohbaches Bestandteile des Naturschutzgebietes. Die östlichsten Gebietsteile werden durch die Auen des Wernitzgrüner Baches und Haarbaches westlich beziehungsweise südwestlich von Wernitzgrün, des Ehrlingbaches südlich von Markneukirchen sowie des Trocken- und Klappenlohbaches nordöstlich von Landwüst gebildet.
(4) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Chemnitz vom 13. Juni 2007 im Maßstab 1 : 30 000 und in drei Flurkarten des Regierungspräsidiums Chemnitz vom 13. Juni 2007 im Maßstab 1 : 3 500 rot eingetragen. Für die genaue Bestimmung des räumlichen Geltungsbereiches sind die Flurkarten maßgebend. Soweit sich die roten Linien mit Flurstücksgrenzen decken, bilden letztere die Schutzgebietsgrenze. Ansonsten ist die Linienaußenkante maßgebend für den Grenzverlauf. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
die Entwicklung geeigneter Habitate für den in Sachsen vom Aussterben bedrohten Abbiss-Scheckenfalter ( Euphydryas aurinia ) als Art des Anhangs II der FFH-RL;
die Erhaltung oder Entwicklung der Bestände sonstiger seltener und gefährdeter Pflanzenarten wie zum Beispiel Tannen-Bärlapp (Huperzia selago), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Echtes Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), Moosbeere (Oxycoccus palustris), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium ), Mondrautenfarn (Botrychium lunaria), Katzenpfötchen (Antennaria dioica ), Arnika (Arnica montana), Teufelsabbiss (Succisa pratensis ), Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica), Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis ), Kleiner Baldrian (Valeriana dioica ) und der Vegetationsgesellschaften, in denen diese Pflanzen typischerweise vorkommen;
die Erhaltung, Wiederherstellung oder Entwicklung der im Naturschutzgebiet vorhandenen Lebensräume als Habitate gefährdeter Tiergemeinschaften, insbesondere der wertvollen Wirbellosenzönosen mit zum Teil hochgradig gefährdeten aquatischen Organismen (zum Beispiel Astacus astacus , Cordulegaster boltonii , Isoperla oxylepis , Hydropsyche silvenii , Agabus biguttatus ), Tagfalter (zum Beispiel Plebeius optilete , Melitaea cinxia , Boloria aquilonaris , Melitaea diamina ), Heuschrecken (zum Beispiel Conocephalus dorsalis , Mecostethus grossus , Tetrix bipunctata ), Spinnen (zum Beispiel Dolomedes fimbriatus ) sowie für Fische und Vogelarten naturnaher Bachläufe (zum Beispiel Salmo trutta fario , Phoxinus phoxinus , Cinclus cinclus ) sowie wiesenbrütende Vögel (zum Beispiel Saxicola rubetra , Anthus pratensis );
Gewässer oder deren Ufer im Sinne von § 31 Abs. 2 des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts ( Wasserhaushaltsgesetz – WHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. August 2002 (BGBl. I S. 3245), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 10. Mai 2007 (BGBl. I S. 666) geändert worden ist, herzustellen, zu beseitigen oder wesentlich umzugestalten;
die ordnungsgemäße Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen. Maßnahmen der Mahd, Beweidung, Düngung, Kalkung oder zum Einsatz von Bioziden sind der unteren Naturschutzbehörde rechtzeitig vor ihrer Durchführung schriftlich mit einer ausreichend detaillierten Beschreibung, zum Beispiel durch Vorlage betrieblicher Planungsunterlagen, anzuzeigen. Stellt die Naturschutzbehörde eine Unvereinbarkeit der Maßnahmen mit dem Schutzzweck nach § 3 fest, untersagt sie diese. Äußert sich die Naturschutzbehörde nicht innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der Anzeige, gelten die Maßnahmen als unbeanstandet. Die Anzeige ist entbehrlich bei Teilnahme an Förderprogrammen des Freistaates Sachsen, welche diese Maßnahmen betreffen, oder bei Abschluss von Vereinbarungen mit der unteren Naturschutzbehörde. Die Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 8, 22 und 23 bleiben unberührt;
die ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Nutzung der Teichflächen. Maßnahmen zur Entlandung, Entkrautung, Fütterung, Düngung, Kalkung, zum Besatz und mit Wasserstandsänderungen verbundene Instandsetzungsmaßnahmen sind der unteren Naturschutzbehörde rechtzeitig vor ihrer Durchführung schriftlich mit einer ausreichend detaillierten Beschreibung anzuzeigen. Gleiches gilt, wenn Teiche nach dem Abfischen nicht sofort wieder angespannt werden. Stellt die Naturschutzbehörde eine Unvereinbarkeit der Maßnahmen mit dem Schutzzweck nach § 3 fest, untersagt sie diese. Äußert sich die Naturschutzbehörde nicht innerhalb von 4 Wochen nach Eingang der Anzeige, gelten die Maßnahmen als unbeanstandet. Die Anzeige ist entbehrlich bei Teilnahme an Förderprogrammen des Freistaates Sachsen, welche diese Maßnahmen betreffen, oder bei Abschluss von Vereinbarungen mit der unteren Naturschutzbehörde. Das Verbot nach § 4 Abs. 2 Nr. 10 bleibt unberührt;
die Aufforstung der nicht mit Wald bestockten Teilflächen der Flurstücke 148, 154 und 155 der Gemarkung Oberbrambach zur Entwicklung des prioritären Lebensraumtyps 91E0 mit Rot-Erle ( Alnus glutinosa ) und Gemeiner Esche ( Fraxinus excelsior );
Die berührten Flächen sind in der zur Verordnung gehörenden thematischen Karte „Waldumbau/Erstaufforstung/Waldumwandlung“ des Regierungspräsidiums Chemnitz vom 13. Juni 2007 in den Maßstäben 1 : 2 000 bis 1 : 5 000 dargestellt;
die Gewässerunterhaltung entsprechend § 69 SächsWG , Gewässerschauen nach § 98 SächsWG , sonstige zur Sicherung der Gewässergüte erforderliche Untersuchungen sowie Gewässerrenaturierungen und sonstige Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Habitatbedingungen für die Flussperlmuschel beitragen;
(1) Gebote für forstwirtschaftliche Nutzer:
Bekämpfung von Neophyten wie Drüsiges Springkraut ( Impatiens glandulifera ; Schwerpunkt: unteres Tal des Rauner Baches sowie gesamtes Haarbachtal) und Riesen-Bärenklau ( Heracleum mantegazzianum ; Schwerpunkt: unterhalb der Einmündung des Grenzbachs in den Rauner Bach) mittels naturverträglicher mechanischer Methoden wie Mahd oder Ausreißen sowie Unterbindung der weiteren Ausbreitung derselben;
SächsGVBl. 2007 Nr. 8, S. 290
Fassung gültig ab: 29. Juli 2007
Quelle: REVOSax http://revosax.sachsen.de/vorschrift/9532 Stand vom 22.03.2019