Source: https://www.wiwiweb.de/fachwirt-wirtschaftsbezogene-qualifikationen-recht-und-steuern/schuldrecht-und-vertraege/vertraege/werkvertrag.html
Timestamp: 2017-08-17 08:04:52
Document Index: 35140006

Matched Legal Cases: ['§ 631', '§ 632', '§ 647', '§ 640', '§ 641', '§ 642']

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Durch einen Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet (§ 631 I BGB).
Verwechsle nicht den Werkvertrag mit dem Werklieferungsvertrag. Beim Werkvertrag bearbeitet der Unternehmer einen Stoff, den ihm der Besteller zur Verfügung gestellt hat. Hingegen bearbeitet beim Werklieferungsvertrag der Unternehmer einen von ihm selbst (!) gelieferten Stoff.
Wir halten deswegen fest, dass beim Werkvertrag der Erfolg geschuldet wird, beim Werklieferungsvertrag hingegen der Erfolg und zusätzlich Lieferung und Werkherstellung.
Wir unterscheiden, ähnlich wie schon beim Dienstvertrag,
Hauptpflicht des Unternehmers ist die rechtzeitige und vertragsgemäße Herstellung des Werks.
Nebenpflicht des Unternehmers ist regelmäßig die Beratung und die Information über das Werk, das erstellt werden soll. Zusätzlich hierzu ergeben sich auch Schutzpflichten wie die Wahrung der körperlichen Unversehrtheit, z.B. bei Beförderungsverträgen.
Fritz bucht bei der Deutschen Bahn ein Ticket für eine ICE-Fahrt von Düsseldorf nach Frankfurt am Main.
Die Bahn als Unternehmer im vorliegenden Werkvertrag verpflichtet sich nicht nur, den Fritz rechtzeitig nach Frankfurt zu bringen (Hauptpflicht), sondern ihn vielmehr auch heil und sicher ans Ziel zu befördern (Nebenpflicht).
Der Besteller hat die Hauptpflicht der Entrichtung der vereinbarten Vergütung. Wenn keine Vergütung vereinbart wurde, so wird im Zweifel eine „übliche“ Vergütung geschuldet, wenn die Herstellung des Werks den Umständen nach nur gegen Entgelt zu erwarten ist (§ 632 BGB).
Zur Sicherung dieses Vergütungsanspruchs erhält der Unternehmer – so wie auch der Vermieter beim Mietvertrag - ein gesetzliches Pfandrecht (§ 647 BGB).
Weitere Hauptpflicht ist noch die Abnahme des vertragsmäßig hergestellten Werks (§ 640 BGB). Von der Abnahme ist abhängig, ob die Vergütung des Unternehmers fällig ist (§ 641 BGB). Nebenpflicht des Bestellers ist die erforderliche Mitwirkung (§ 642 BGB).
Video zu Dienst- und Werkvertrag
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Beim Werklieferungsvertrag bearbeitet der Unternehmer einen Stoff, den ihm der Besteller zur Verfügung gestellt hat. Hingegen bearbeitet beim Werkvertrag der Unternehmer einen von ihm selbst gelieferten Stoff.
(Begründung: Dies ist die richtige Antwortmöglichkeit auf die Frage, denn die Aussage ist falsch. Es ist in Wirklichkeit ja genau umgekehrt.)
Beim Werklieferungsvertrag bearbeitet der Unternehmer einen von ihm selbst gelieferten Stoff.
(Begründung: Diese Aussage ist richtig. In der Aufgabe war nach der falschen Aussage gefragt.)
Beim Werkvertrag bearbeitet der Unternehmer einen Stoff, den ihm der Besteller zur Verfügung gestellt hat.
Vorsicht: Es ist hier nach der FALSCHEN Aussage gefragt.	Diese und viele weitere Aufgaben findest du in unseren interaktiven Online-Kursen. Registriere dich jetzt!
Hauptpflicht des Werknehmers beim Werkvertrag ist die rechtzeitige und Herstellung des Werks.
Bei einem Werklieferungsvertrag wird vom Werknehmer weniger geschuldet als beim gewöhnlichen Werkvertrag.
Bei einem Werklieferungsvertrag wird vom Werknehmer genausoviel geschuldet wie beim gewöhnlichen Werkvertrag.
Bei einem Werklieferungsvertrag wird vom Werknehmer mehr geschuldet als beim gewöhnlichen Werkvertrag.
(Begründung: Diese Aussage ist richtig, denn beim Werklieferungsvertrag wird nicht nur der Erfolg, sondern zusätzlich die Lieferung geschuldet.)
Am 17.08.2017 ab 19:30 Uhr