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Timestamp: 2016-10-28 19:39:20
Document Index: 107826125

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'Art. 135']

U 100/00 (28.03.2001)
Bundesrichter Sch�n, Spira und Bundesrichterin Widmer; Gerichtsschreiberin Helfenstein
H.________, 1942, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Massimo Aliotta, Lindg�etli, Hermann G�tz-Strasse 21, Winterthur,
A.- Der 1942 geborene, gelernte Maschinenschlosser H.________ arbeitete seit 1976 als Maurer bei der X.________ AG und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 9. Oktober 1996 wurde er bei der Arbeit auf einer Baustelle von einem Kantholz am linken Arm getroffen. Gem�ss Bericht des erstbehandelnden Arztes Dr. med. K.________ vom 5. Dezember 1996 erlitt H.________ dabei eine Kontusion des linken Armes. In der Rheumaklinik des Spitals Y.________ wurde am 19. Dezember 1996 durch die Dres. med. C.________ und B.________ zun�chst eine traumatische Periarthropathia humero-scapularis links festgestellt; im Abschlussbericht vom 10. Februar 1997 �ber die Behandlung in der Poliklinik wurde dann von den gleichen �rzten eine traumatische Rotatorenmanschettenruptur links diagnostiziert. Am 15. September 1997 versuchte H.________ ohne Erfolg, die Arbeit wieder aufzunehmen. Auch der zweite Arbeitsversuch am 22. September 1997 scheiterte; noch gleichentags k�ndigte ihm die X.________ AG fristlos.
Mit Verf�gung vom 10. September 1997 schloss die SUVA, die f�r die Heilbehandlung aufgekommen war und Taggelder geleistet hatte, den Fall ab und stellte s�mtliche Versicherungsleistungen per 15. September 1997 ein mit der Feststellung, der Versicherte sei nun zu 100 % arbeitsf�hig. Auf Einsprache hin hielt die SUVA mit Entscheid vom 3. M�rz 1998 an ihrem Standpunkt fest.
C.- H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien ihm ab 15. September 1997 weiterhin Taggelder auszurichten. Ferner ersucht er um unentgeltliche Verbeist�ndung.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht hat vernehmen lassen. Die als Mitinteressierte beigeladene Versicherungen Z.________ verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.- Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG), �ber den Anspruch auf Taggeld (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG) und den Begriff der Arbeitsunf�higkeit (BGE 115 V 133 Erw. 2 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Hinweise auf die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, 117 V 376 Erw. 3a mit Hinweisen) und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 406 Erw. 4a, 118 V 290 Erw. 1c, 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod). Darauf wird ebenso verwiesen wie auf die vorinstanzlichen Erw�gungen zum Beweiswert �rztlicher Gutachten.
2.- Streitig ist die Weiterausrichtung von Taggeldleistungen ab 15. September 1997. Die Vorinstanz hat diese mit der SUVA verneint, da aus somatischer Sicht ab 15. September 1997 keine Arbeitsunf�higkeit mehr bestehe und bez�glich der psychischen St�rungen der ad�quate Kausalzusammenhang zum Unfall vom 9. Oktober 1996 fehle. Demgegen�ber macht der Beschwerdef�hrer geltend, es bestehe aus physischer wie aus psychischer Sicht eine Arbeitsunf�higkeit, welche unfallkausal sei, weshalb die SUVA ab 15. September 1997 weiterhin Taggeldleistungen zu erbringen habe.
a) Was zun�chst die psychisch bedingte Arbeitsunf�higkeit betrifft, hat die Vorinstanz mit der SUVA, ausgehend von einem mittelschweren Unfall, in Anwendung der Kriterien gem�ss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa richtig erkannt, dass dem Unfallereignis vom 9. Oktober 1996 f�r die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit keine massgebende Bedeutung zukommt. Es kann dazu auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. Insbesondere kann auf Grund der M�glichkeit, dass der Versicherte vom Kantholz auch am Kopf h�tte getroffen werden k�nnen, nicht davon ausgegangen werden, das Kriterium der dramatischen Begleitumst�nde oder der Eindr�cklichkeit des Unfalls sei in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt. Entscheidend ist nicht, was im Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht, sondern ob die Begleitumst�nde objektiv geeignet sind, bei Verunfallten psychische Vorg�nge der genannten Art auszul�sen. Auch kann weder von schweren Verletzungen noch von einer lang dauernden �rztlichen Behandlung gesprochen werden. Dabei dr�ngen sich entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers keine erg�nzenden Abkl�rungen bez�glich des Unfallherganges auf, da von ihnen keine weiteren Aufschl�sse zu erwarten sind.
b) aa) Die somatische Arbeitsf�higkeit setzte die Vorinstanz mit der SUVA auf 100 % fest, indem sie vom Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes Dr. med. A.________ ausging. Dieser hatte im Zeugnis vom 8. August 1997 wie auch im Bericht der kreis�rztlichen Untersuchung vom 8. September 1997 festgehalten, es bestehe eine volle Arbeitsf�higkeit als Bauarbeiter, wobei �berkopfarbeiten auf ein Minimum reduziert und das Tragen von Lasten �ber 25-30 kg vermieden werden m�ssten. Das kantonale Gericht folgerte, auf Grund der Bereitschaft der Arbeitgeberin, dem Versicherten angepasste Arbeiten zuzuweisen, sei es diesem m�glich, im Rahmen des angestammten Arbeitsverh�ltnisses eine seinen physischen Beeintr�chtigungen angepasste T�tigkeit aufzunehmen, weshalb der Unfall keine relevante Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit zur Folge habe.
bb) Dieses Vorgehen l�sst indessen eine zuverl�ssige Beurteilung der verbliebenen Arbeitsf�higkeit nicht zu.
Zun�chst ergibt sich aus den Akten nicht schl�ssig, inwieweit die angestammte Arbeit des Versicherten als Maurer dem T�tigkeitsprofil des Dr. med. A.________ entspricht. Zwar hat die Arbeitgeberin die angestammte T�tigkeit in den letzten Jahren als zu 80 bis 90 % aus (leichteren) Fertigstellungsarbeiten bestehend bezeichnet. Ob damit bereits der angestammte Arbeitsplatz den k�rperlichen Einschr�nkungen des Beschwerdef�hrers angepasst war, mithin also in leichteren T�tigkeiten bestand, als sie allgemein dem Maurerberuf entsprechen, bleibt unklar. Eine solche Gegen�berstellung von angestammter und medizinisch noch zumutbarer T�tigkeit ist indes unabdingbar, und zwar auch dann, wenn mit der Bereitschaft des bisherigen Arbeitgebers gerechnet werden kann, dem Versicherten seinem Gesundheitszustand angepasste T�tigkeiten zuzuweisen, was vorliegend - wie nachfolgend zu zeigen ist - ohnehin nicht der Fall ist.
Es kann nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, wie das die SUVA getan hat, die Arbeitgeberin werde im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils des Dr. med. A.________ auf den Beschwerdef�hrer zuk�nftig R�cksicht nehmen und ihm entsprechende T�tigkeiten zuweisen. Wohl hatte sie sich anl�sslich der Besprechung mit der SUVA vom 28. August 1997 bereit erkl�rt, dem Versicherten geeignete Arbeiten zuzuweisen, doch hat sie ihm, der immerhin w�hrend rund 20 Jahren in der Firma gearbeitet hatte, nach dem zweiten gescheiterten Arbeitsversuch fristlos gek�ndigt und war erst im vom Beschwerdef�hrer angestrengten arbeitsrechtlichen Verfahren bereit, eine Entsch�digung von Fr. 6000.- zu bezahlen. Zudem bestanden offenbar bereits beim ersten Arbeitsversuch nach dem Unfall unterschiedliche Auffassungen betreffend die Frage, welche T�tigkeiten auf der Baustelle dem Versicherten nun zumutbar seien. Unter diesen Umst�nden durfte die SUVA nicht einfach davon ausgehen, der Versicherte sei im Rahmen des angestammten Arbeitsverh�ltnisses voll arbeitsf�hig, da dieses seinen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen angepasst sei, zumal, als sie ihren Einspracheentscheid erliess, das Arbeitsverh�ltnis l�ngst aufgel�st war. Vielmehr w�re die SUVA gehalten gewesen, zu pr�fen, ob der Versicherte auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, ohne besondere R�cksichtnahme des Arbeitgebers, welche nicht einfach vorausgesetzt werden kann, wieder eine Stelle als Maurer finden k�nnte.
Die SUVA, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, wird deshalb die erforderlichen Abkl�rungen nachzuholen und, nach Pr�fung der weiteren Voraussetzungen, �ber den Anspruch auf Taggelder ab 15. September 1997 neu zu befinden haben.
Da die R�ckweisung zu n�heren Abkl�rungen einem Obsiegen gleichkommt (BGE 110 V 57), hat der Beschwerdef�hrer Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung ist damit gegenstandslos.
des Kantons Z�rich vom 7. Februar 2000
und der Einspracheentscheid vom 3. M�rz 1998 aufgehoben
werden, und es wird die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen,
damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne
der Erw�gungen, �ber den Taggeldanspruch neu verf�ge.