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Timestamp: 2019-05-20 17:48:47
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Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 522', '§ 358', '§ 312', '§ 312', '§ 495', '§ 355', '§ 356', 'BGH']

OLG Düsseldorf, 12.06.2015 - I-22 U 17/15 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 12.06.2015 - I-22 U 17/15
https://dejure.org/2015,20103
OLG Düsseldorf, 12.06.2015 - I-22 U 17/15 (https://dejure.org/2015,20103)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 12.06.2015 - I-22 U 17/15 (https://dejure.org/2015,20103)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 12. Juni 2015 - I-22 U 17/15 (https://dejure.org/2015,20103)
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Anforderungen an die Belehrung über das Widerrufsrecht bei einem Verbraucherkredit
Damit entsteht optisch zudem der Eindruck eines weiteren, so von den Gestaltungshinweisen nicht vorgesehenen Zusatzes (wie hier: OLG Frankfurt am Main, Urt.v. 27.01.2016 - 17 U 16/15 -, ZIP 2016, 409; i.E. a.A.: OLG Hamburg WM 2015, 1987; OLG Düsseldorf, Urt.v. 12.06.2015 - 22 U 17/15 - OLG Bamberg WM 2013, 927).
Zwar erklärt § 312 d Abs. 5 S. 2 BGB in diesem Fall die Regelung zum Fristbeginn gemäß § 312 d Abs. 2 BGB für anwendbar, nicht aber die Bestimmung über das vorzeitige Erlöschen in § 312 d Abs. 3 BGB, auf die sich der Gestaltungshinweis bezieht (…so auch OLG Frankfurt v. 29.12.2014 - 23 U 80/14 Rn. 19; OLG Düsseldorf, v. 12.6.2015 - 22 U 17/15 -, Rn. 56).
Zwar wird teilweise vertreten, dass eine solche Kumulation nicht zum Verlust der Gesetzlichkeitsfiktion führe (OLG Düsseldorf, Urteil vom 12.06.2015, I-22 U 17/15, Juris Rn. 71; Schleswig-Holsteinisches OLG…, Urteil vom 26.02.2015, 5 U 175/14, Juris Rn. 26; LG Kiel, Urteil vom 04.09.2014, 12 O 27/14).
Die Auffassung, dass ein "Perspektivenwechsel" zulässig sei (so OLG Düsseldorf, Urteil vom 12.06.2015, I-22 U 17/15, Juris Rn. 67; OLG Frankfurt…, Urteil vom 07.07.2014, 23 U 172/13, Juris Rn. 40 ff.; Schleswig-Holsteinisches OLG…, Urteil vom 26.02.2015, 5 U 175/14, Juris Rn. 27), ist schon allgemein abzulehnen, da auch hier textliche Änderungen vorgenommen werden, die nach dem vom Bundesgerichtshof aufgestellten Grundsatz, dass mit Rücksicht auf die Vielgestaltigkeit möglicher individueller Veränderungen des Musters keine verallgemeinerungsfähigen Grenzen zulässiger Änderungen gezogen werden können, unzulässig sind.
Das Ersetzen des Wortes "identisch" durch eine Umschreibung stellt ungeachtet der Frage, ob diese den ursprünglichen Sinn verändert oder nicht, eine inhaltliche Änderung des Textes dar (a.A. OLG Düsseldorf, Urteil vom 12.06.2015, I-22 U 17/15, Juris Rn. 67).
Das kann nach Auffassung des Senats nicht richtig sein (ebenso OLG München, 17. Zivilsenat, Beschluss gem. § 522 II ZPO vom 21.05.2015, Gz. 17 U 709/15; Hanseatisches OLG; Urteil vom 03.07.2015 - 13 U 26/15; zumindest im Ergebnis auch OLG Düsseldorf vom 12.06.15, 22 U 17/15, Juris-Rz. 73; ähnlich OLG Bamberg, 522 I- Hinweis vom 01.06.2015, 6 U 13/15; a. A. Teile der Lit., z. B. Gansel/Gängel/Huth, NJ 2014, 230 Fn. 26;… Habersack in: Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2012, § 358 Rnr. 71).
Das hält der Senat weder für sinnvoll noch für zumutbar (ebenso zumindest im Ergebnis z. B. Hanseatisches OLG, Urteil vom 03.(17.2015 - 13 U 26/15; OLG Düsseldorf vom 12.06.15, 22 U 17/15, Juris-Rz. 73; ähnlich OLG Bamberg, 522 II- Hinweis vom 01.06.2015, 6 U 13/15; LG Heidelberg, BKR 2015, 417).
Sie hat vielmehr entgegen der Ausfüllanleitung der Musterbelehrung Satz 2 ebenso wie die Sätze 11 und 12 der Musterbelehrung sowie den Zusatz in Gedankenstrichen in Satz 9 in ihrer Belehrung belassen und somit eine Art "Sammelbelehrung" für alle möglichen verbundenen Geschäfte erstellt (für die Zulässigkeit einer solchen Sammelbelehrung und das Eingreifen der Gesetzlichkeitsvermutung in einem solchen Fall auch bei Nichtvorliegen eines verbundenen Geschäfts z. B. OLG Düsseldorf vom 12.06.2015, 22 U 17/15, Juris-Rz. 73; ähnlich OLG Bamberg, 522 Il-Hinweis vom 01.06.2015, 6 U 13/15 a. A. OLG Hamm vom 25.03.2015, 31 U 155/14).
Das fernabsatzrechtliche Widerrufsrecht - mit der in § 312d Abs. 3 BGB getroffenen Sonderregelung über dessen Erlöschen bei (Finanz)Dienstleistungen - besteht nach § 312d Abs. 5 BGB nicht in Fällen, in denen dem Verbraucher bereits auf Grund der §§ 495, 499 bis 507 ein Widerrufs- oder Rückgaberecht nach § 355 oder § 356 BGB zusteht (siehe auch OLG Stuttgart…, Urteil vom 29. September 2015 - 6 U 21/15 - Rdnr. 28; OLG Frankfurt…, Urteil vom 2. September 2015 - 23 U 24/15 - Rdnr. 35, OLG Düsseldorf, Urteil vom 12. Juni 2015 - 22 U 17/15 - Rdnr. 60).
Soweit in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte, teils auch des Oberlandesgerichts Düsseldorf, für Widerrufsbelehrungen von Sparkassen abweichende Auffassungen vertreten werden (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 12. Juni 2015 - 22 U 17/15 [unter B 2 1 a ff (b)]: die kumulative Verwendung beider Sätze sei unschädlich, weil sie "keine inhaltliche, d.h. sachliche Änderung des Musters" darstelle), vermag die Kammer dem mit Blick auf die unter (1) dargestellten Grundsätze nicht zu folgen.
Ebenso kommt es - wie ebenfalls unter (1) bereits ausgeführt - für die Frage der vollständigen Entsprechung von Belehrung und Muster nicht darauf an, ob die betreffende Belehrung für das konkrete Geschäft überhaupt erforderlich war (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juni 2011 - XI ZR 349/10 [unter II 3 c cc]; a.A. insoweit wohl OLG Düsseldorf, Urteil vom 12. Juni 2015 - 22 U 17/15 [unter B 2 1 a ff (a)]).
Die Beklagte berücksichtigt nicht hinreichend, dass die Parteien sich - jedenfalls bis zur Rechtskraft des Feststellungstenors - noch in einem laufenden Vertragsverhältnis mit entsprechenden Tilgungs- und Zinszahlungen der Kläger befinden und insoweit die Kläger die für das - gerade noch nicht rechtskräftig festgestellte - Rückabwicklungsverhältnis maßgeblichen Posten schon deswegen nicht ohne weiteres beziffern können (vgl. Senat, Urteil vom 12.06.2015, I-22 U 17/15, www.juris.de).
Dabei ist auch das Interesse der Wirtschaft zu berücksichtigen, "Sammelformulare" der hier in Rede stehenden Art bis zur Grenze unzureichender bzw. fehlender Verständlichkeit bzw. Überschaubarkeit für einen durchschnittlichen Verbraucher/Kreditnehmer zu verwenden (vgl. auch Senat, Urteil vom 12.06.2015, I-22 U 17/15, www.juris.de).
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