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Timestamp: 2016-10-23 01:37:16
Document Index: 354445989

Matched Legal Cases: ['Art. 181', 'Art. 60', 'Art. 29', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 325', 'Art. 350', 'Art. 333', 'Art. 333', 'Art. 129', 'Art. 129', 'Art. 181', 'Art. 333', 'Art. 379', 'Art. 181', 'in dubio', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 10', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 181', 'Art. 181', 'Art. 181', 'Art. 181', 'BGE', 'BGE', 'Art. 189', 'Art. 189', 'BGE', 'Art. 107', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 66', 'Art. 64']

6B_976/2014 (28.04.2015)
6B_976/2014 � � Urteil vom 28. April 2015
N�tigung (Art. 181 StGB); Anklageprinzip; Willk�r,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom 3. Juli 2014.
�Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Z�rich wirft X.________ in der Anklageschrift vom 13. Mai 2013 vor, A.________ am 3. September 2012 im Rahmen eines zun�chst verbalen Streits im Glattp�rkli in D�bendorf mit den H�nden am Hals gepackt und gew�rgt zu haben. Dies habe bei ihr zu mehreren Hauteinblutungen und Oberhautabsch�rfungen gef�hrt. Dazu habe er sinngem�ss gesagt, er werde sie umbringen und in den Fluss werfen. Dann habe er sie r�cklings in die Glatt gestossen. A.________ sei von der starken Str�mung rund 230 Meter weit weggeschwemmt worden. Sie habe sich anschliessend aus eigener Kraft aus dem Wasser retten k�nnen. Damit habe sich X.________ der versuchten vors�tzlichen T�tung schuldig gemacht.
�Das Bezirksgericht Uster sprach X.________ am 11. Juli 2013 der T�tlichkeit schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 500.--. Ihm wurde eine Genugtuung von Fr. 30'000.-- nebst Zins f�r die erstandene und nicht auf die Busse angerechnete Haft zugesprochen. Der Genugtuungsanspruch von A.________ wurde verneint.
�Die Staatsanwaltschaft erhob gegen das Urteil des Bezirksgerichts Berufung. X.________ und A.________ erhoben Anschlussberufung. Am 3. Juli 2014 sprach das Obergericht des Kantons Z�rich X.________ der N�tigung schuldig und bestrafte ihn mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten. Die mit Strafbefehl vom 27. September 2011 von der Staatsanwaltschaft See/Oberland bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu Fr. 30.-- wurde widerrufen. Das Obergericht stellte fest, dass sowohl die neu ausgef�llte als auch die widerrufene Strafe bereits durch Haft erstanden sind. Gleichzeitig ordnete es eine station�re therapeutische Massnahme nach Art. 60 StGB an. Ferner wurde X.________ zur Zahlung einer Genugtuung im Umfang von Fr. 500.-- zuz�glich Zins an A.________ verpflichtet.
�X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der N�tigung und die Abweisung der Zivilanspr�che. S�mtliche Verfahrenskosten seien dem Kanton Z�rich aufzuerlegen, und f�r die zu Unrecht ausgestandene Haft sei ihm eine angemessene Genugtuung auszurichten. Eventualiter beantragt er, die Freiheitsstrafe sei auf drei Monate zu reduzieren. Es sei eine ambulante therapeutische Massnahme anzuordnen und ihm sei eine angemessene Genugtuung f�r die �berhaft auszurichten. Schliesslich ersucht er f�r das bundesgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
�Das Obergericht, die Staatsanwaltschaft und A.________ wurden, beschr�nkt auf die Frage, ob das Verhalten von X.________ den Tatbestand der N�tigung erf�llt, zur Vernehmlassung eingeladen. Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft verzichten auf eine Vernehmlassung. A.________ beantragt, X.________ sei vom Vorwurf der N�tigung freizusprechen. In prozessualer Hinsicht stellt sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, inklusive Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person ihrer Rechtsvertreterin.
�Der Beschwerdef�hrer sieht den Anklagegrundsatz verletzt. Die Staatsanwaltschaft habe die Anklage im vorinstanzlichen Verfahren nach einem Hinweis des Gerichts, wonach eine Qualifikation der Tat als Gef�hrdung des Lebens in Betracht falle, um besagten Tatbestand sowie unaufgefordert um eine versuchte schwere und einfache K�rperverletzung erg�nzt. Dies sei "wohl leider zul�ssig". Dennoch sei das Vorgehen �usserst stossend und aus prozess�konomischen Gr�nden nicht zu rechtfertigen. Besonders stossend sei die Erg�nzung des Tatbestandsmerkmals der Skrupellosigkeit. Schliesslich liege der erg�nzten Anklageschrift kein gen�gend umschriebener Sachverhalt zugrunde, um gest�tzt darauf eine N�tigung zu bejahen. Insbesondere sei nicht ersichtlich, was er durch die N�tigungshandlung bei der Beschwerdegegnerin 2 habe veranlassen wollen. Die Verletzung des Anklagegrundsatzes m�sse zu einem vollumf�nglichen Freispruch f�hren.
1.1.�Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe in objektiver und subjektiver Hinsicht gen�gend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; Urteil 6B_596/2012 vom 25. April 2013 E. 4.3; je mit Hinweisen; vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO).
�Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO; Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 2.2). Gelangt es zur Auffassung, der in der Anklage umschriebene Sachverhalt k�nnte einen anderen Straftatbestand erf�llen, entspricht die Anklageschrift aber den gesetzlichen Anforderungen nicht, gibt es der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, die Anklage zu �ndern (Art. 333 Abs. 1 StPO). Das Gericht darf eine ge�nderte oder erweiterte Anklage seinem Urteil nur zu Grunde legen, wenn die Parteirechte der beschuldigten Person und der Privatkl�gerschaft gewahrt worden sind (Art. 333 Abs. 4 StPO).
1.2.�Das Obergericht wies die Parteien im Schreiben vom 18. Juni 2014 darauf hin, dass das Verhalten des Beschwerdef�hrers den Tatbestand der Gef�hrdung des Lebens erf�llen k�nnte. Die Staatsanwaltschaft wurde ersucht, sich im Hinblick auf die Berufungsverhandlung die erforderlichen Formulierungen der Tatbestandsmerkmale von Art. 129 StGB (unmittelbare Lebensgefahr, Skrupellosigkeit, direkter Vorsatz) zu �berlegen. Mit Schreiben vom 20. Juni 2014 reichte die Staatsanwaltschaft eine um die erw�hnten Tatbestandsmerkmale erg�nzte Anklageschrift ein. Nebst einer Verurteilung wegen versuchter vors�tzlicher T�tung beantragte sie eventualiter, die Tat sei als versuchte schwere K�rperverletzung, subeventualiter als Gef�hrdung des Lebens und subsubeventualiter als versuchte einfache K�rperverletzung zu qualifizieren.
1.3.�Soweit sich die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers auf die Tatbest�nde der Gef�hrdung des Lebens und der K�rperverletzung beziehen, ist darauf nicht n�her einzugehen, da bez�glich dieser Delikte kein Schuldspruch vorliegt. Dies gilt insbesondere f�r das Tatbestandsmerkmal der Skrupellosigkeit, welches sich auf Art. 129 StGB und nicht auf die N�tigung (Art. 181 StGB) bezieht. Unabh�ngig davon ist die Erg�nzung eines Tatbestandsmerkmals nicht grunds�tzlich unzul�ssig (vgl. STEPHENSON/ZALUNARDO-WALSER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 ff. zu Art. 333 StPO mit Hinweisen). Eine �nderung der Anklage ist in Anwendung von Art. 379 StPO auch noch an der Berufungsverhandlung m�glich (Urteil 6B_428/2013 vom 15. April 2014 E. 3.3 mit Hinweisen). Dass die Parteirechte in Zusammenhang mit der Anklage�nderung respektive den von der Staatsanwaltschaft zus�tzlich erw�hnten Qualifikationsm�glichkeiten nicht gewahrt worden w�ren, wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Es ist somit lediglich zu pr�fen, ob das Anklageprinzip bez�glich der N�tigung in anderer Weise verletzt wurde.
�Gem�ss Anklage packte und w�rgte der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 2 zun�chst mit seinen H�nden am Hals und stiess sie anschliessend in die Glatt. In der Folge sei diese von der starken Str�mung der Glatt �ber eine Strecke von rund 230 Metern weggeschwemmt worden, bis sie sich aus eigener Kraft aus dem Wasser an Land habe retten k�nnen. Die Vorinstanz geht in sachverhaltlicher Hinsicht davon aus, der Beschwerdef�hrer habe die Beschwerdegegnerin 2 mit einer Hand im Bereich des Halses/der Kehle gepackt. Anschliessend habe er sie in die 19.3 Grad kalte Glatt gestossen. Dadurch sei die Beschwerdegegnerin 2 dazu gezwungen worden, zu erdulden, dass sie in die Glatt falle, nass werde, �ngste erleide und eine Strecke von rund 230 Metern schwimmen m�sse. Die Vorinstanz legt ihrem Urteil damit einen in den wesentlichen Punkten mit der Anklage deckungsgleichen Sachverhalt zugrunde. S�mtliche Sachverhaltselemente k�nnen problemlos aus der Anklage abgeleitet werden. Der Beschwerdef�hrer wusste, welcher Lebensvorgang Gegenstand der Anklage bildet und konnte sich angemessen verteidigen. Weiter macht er geltend, aus der Anklageschrift gehe nicht hervor, worin der N�tigungserfolg bestanden haben soll. Dem ist zu entgegnen, dass die Vorinstanz von der Tatbestandsvariante des "Duldens" ausgeht und den N�tigungserfolg darin sieht, dass die Beschwerdegegnerin 2 nass wurde, �ngste erleiden und schwimmen musste. Dies ist von der Anklage mitumfasst. Ob der von der Vorinstanz angenommene N�tigungserfolg tatbestandsm�ssig im Sinne von Art. 181 StGB ist, ist hingegen eine Frage der Rechtsanwendung und dort (E. 3.2) zu behandeln.
�Der Beschwerdef�hrer wendet sich in verschiedener Hinsicht gegen die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und sieht den Grundsatz in dubio pro reo verletzt.
2.1.�Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; vgl. zum Willk�rbegriff: BGE 138 I 305 E. 4.3 S. 319 mit Hinweis). Die Willk�rr�ge muss in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 5 mit Hinweis). Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt in der vom Beschwerdef�hrer angerufenen Funktion als Beweisw�rdigungsregel (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO) im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7 S. 82 mit Hinweisen).
2.2.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet, der Beschwerdegegnerin 2 gedroht und sie in den Fluss gestossen zu haben. Seine umfangreichen Bemerkungen zum Sachverhalt sind jedoch weitgehend eine w�rtliche Wiederholung seines Pl�doyers vor Vorinstanz (vgl. Beschwerde, S. 9-18; Pl�doyernotizen, act. 135, S. 7-16). Der Beschwerdef�hrer legt damit lediglich seine eigene Sicht der Dinge dar, ohne sich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen auseinanderzusetzen oder aufzuzeigen, inwiefern diese willk�rlich sein sollen. Er macht erg�nzend geltend, die Vorinstanz w�rdige �ussere Umst�nde, wie etwa, dass die Glatt nicht wenig Wasser gef�hrt habe, in stossender Weise zu seinen Ungunsten. Eine willk�rliche Beweisw�rdigung ist damit jedoch nicht dargetan. Die Sachverhaltsr�gen gen�gen den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG nicht, weshalb auf sie nicht einzutreten ist.
�Unter dem Titel 'Rechtliche W�rdigung' bem�ngelt der Beschwerdef�hrer verschiedene weitere Aspekte des vorinstanzlichen Urteils. Zun�chst verweist er auf seine bisherigen Ausf�hrungen und die Erw�gungen der Vorinstanz, welche sich jedoch nicht auf den Tatbestand der N�tigung beziehen. Darauf ist nicht einzugehen. Weiter macht der Beschwerdef�hrer geltend, der Kausalzusammenhang zwischen dem N�tigungsmittel und dem N�tigungserfolg sei nicht erstellbar, da sich bereits der angeklagte Sachverhalt respektive das In-den-Fluss-Stossen nicht beweisen lasse. Damit weicht der Beschwerdef�hrer in unzul�ssiger Weise vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz ab. Ebenfalls unbeachtlich sind die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers, soweit er geltend macht, bei der Beschwerdegegnerin 2 handle es sich nicht um ein besonders schutzw�rdiges Tatopfer. Die besondere Schutzw�rdigkeit des Opfers bildet kein Tatbestandsmerkmal von Art. 181 StGB. In Zusammenhang mit seiner Kritik am subjektiven Tatbestand weicht der Beschwerdef�hrer wiederum vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz ab. Darauf ist nicht einzutreten.
�Hingegen ist zu pr�fen, ob seine R�ge der Verletzung von Art. 181 StGB begr�ndet ist. Dazu f�hrt der Beschwerdef�hrer aus, das von der Vorinstanz angenommene N�tigungsmittel weise nicht die f�r die zur Erf�llung des Tatbestands erforderliche Intensit�t auf. Auch sei nicht ersichtlich, worin der N�tigungserfolg bestehen soll. Schliesslich mangle es an einer tatbestandsm�ssigen Einschr�nkung der Willensbet�tigungsfreiheit, da sich die Beschwerdegegnerin 2 in der Glatt frei sowie nach eigenem Willen habe bewegen k�nnen und auch nicht um Hilfe gebeten habe.
3.1.�Gem�ss Art. 181 StGB wird wegen N�tigung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer jemanden durch Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschr�nkung seiner Handlungsfreiheit n�tigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und Willensbet�tigung des Einzelnen (BGE 129 IV 6 E. 2.1 S. 8 f. mit Hinweisen). Der Tatbestand ist ein Erfolgsdelikt. Das N�tigungsopfer muss durch das N�tigungsmittel zum vom T�ter erw�nschten Verhalten veranlasst werden (vgl. BGE 129 IV 262 E. 2.4 S. 266 f.; 107 IV 35 E. 3 S. 39).
�Der Tatbestandsvariante des Duldens kommt kaum praktische Bedeutung zu, weshalb sie auch in der Literatur wenig Beachtung findet. Eine treffende Umschreibung findet sich in der deutschen Literatur. Demnach ist der Tatbestand der N�tigung erf�llt, wenn das N�tigungsopfer zur Unt�tigkeit gegen�ber Handlungen des T�ters gezwungen wird. Nicht ausreichend ist das "Erzwingen" des Duldens der Zwangshandlung selbst ( THOMAS FISCHER, in: Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 62. Aufl. 2015, N. 6 zu � 240 StGB mit Hinweisen). Der Spezialtatbestand des Art. 189 StGB enth�lt beinahe w�rtlich ebendiese Definition. Auch bei der sexuellen N�tigung besteht der N�tigungserfolg darin, dass das Opfer zur Duldung einer Handlung des T�ters gezwungen wird (vgl. Art. 189 Abs. 1 StGB).
3.2.�Die Vorinstanz geht davon aus, das Fallen in den Fluss sei keine gleichsam zwingende Nebenfolge der T�tlichkeit. Der Erfolg der Handlung des Beschwerdef�hrers gehe vielmehr �ber eine T�tlichkeit und die �blicherweise damit verbundenen Nebenfolgen hinaus. Mit dem Stoss in den Fluss habe der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 2 dazu gen�tigt, zu erdulden, vom Fluss mitgerissen und nass zu werden und eine Strecke von rund 230 Metern schwimmen zu m�ssen. Die Vorinstanz zieht zur Begr�ndung BGE 104 IV 170 heran und erw�gt, besagtem Urteil liege ein �hnlicher Sachverhalt zugrunde. In jenem Fall hielt der T�ter das Opfer w�hrend mehrerer Stunden fest, indem er rittlings auf seine Brust sass und ihm mit den Knien die Arme auf das Bett dr�ckte. W�hrenddessen verpasste er ihm 15 Faustschl�ge auf den Kopf. Zudem bedrohte der T�ter das Opfer mit einem Stellmesser. Das Bundesgericht erwog, die durch Gewalt und Drohung bewirkte Beeintr�chtigung erscheine als etwas �ber den Tatbestand des K�rperverletzungsdeliktes Hinausgehendes. Nur aufgrund dessen habe das Opfer die Schl�ge widerstandslos erduldet. Der Vorinstanz ist insofern beizupflichten, dass der Sturz in den Fluss keine zwingende Nebenfolge der T�tlichkeit darstellt und das damit einhergehende Unrecht nicht durch die T�tlichkeit abgegolten ist. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass vorliegend, im Gegensatz zum erw�hnten Bundesgerichtsentscheid, nicht ersichtlich ist, worin das abgen�tigte Verhalten bestehen soll respektive welche �ber die reine Zwangshandlung hinausgehende Handlung des Beschwerdef�hrers die Beschwerdegegnerin 2 zu erdulden gezwungen worden sein soll. Ebenso wenig war das Handeln des Beschwerdef�hrers darauf ausgerichtet, dass die Beschwerdegegnerin 2 im Fluss verbleiben und darin schwimmen musste. Vielmehr verlor dieser die Herrschaft �ber den Geschehensablauf, nachdem er die Beschwerdegegnerin 2 in den Fluss gestossen hatte. Das Verhalten des Beschwerdef�hrers erf�llt den Tatbestand der N�tigung nicht. Es er�brigt sich, auf seine weiteren R�gen einzugehen.
3.3.�Der Beschwerdef�hrer beantragt, das Bundesgericht habe einen neuen Entscheid in der Sache zu f�llen. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut, so entscheidet es in der Sache selbst oder weist diese zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ck (Art. 107 Abs. 2 BGG). Ein Entscheid in der Sache kommt nur in Betracht, wenn die Angelegenheit spruchreif ist sowie sofort und endg�ltig zum Abschluss gebracht werden kann. Ansonsten muss es mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Zur�ckweisung der Sache an die Vorinstanz sein Bewenden haben. In Anbetracht des der Vorinstanz bei der Regelung der Entsch�digungsfolgen zustehenden Ermessensspielraums kommt ein reformatorischer Entscheid nicht in Betracht. Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdef�hrer im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird im Umfang seines Obsiegens gegenstandslos. Soweit der Beschwerdef�hrer unterliegt, ist es zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Seiner finanziellen Lage ist bei der Festsetzung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Dem Kanton Z�rich sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Z�rich hat dem Beschwerdef�hrer eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Praxisgem�ss ist die Parteientsch�digung dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers auszurichten. Die Beschwerdegegnerin 2 stellt in der Vernehmlassung den Antrag, der Beschwerdef�hrer sei vom Vorwurf der N�tigung freizusprechen. Insofern gilt sie nicht als unterliegende Partei im Sinne von Art. 66 Abs. 1 BGG. Ihr sind keine Kosten aufzuerlegen, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos wird. Ihr Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung ist hingegen gutzuheissen. Ihrer Rechtsvertreterin ist eine angemessene Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse auszurichten (Art. 64 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts Z�rich vom 3. Juli 2014 aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.
Der Kanton Z�rich hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Thomas U.K. Brunner, f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'500.-- auszurichten.
Das Gesuch der Beschwerdegegnerin 2 um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird gutgeheissen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren wird ihr Rechtsanw�ltin Elisabeth Ernst als unentgeltliche Anw�ltin beigegeben.
Der Vertreterin der Beschwerdegegnerin 2 wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.