Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WRP%201981,%20456
Timestamp: 2019-02-17 21:03:03
Document Index: 257450845

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.02.1981 - I ZR 75/79 - dejure.org
BGH, 27.02.1981 - I ZR 75/79
Zum wettbewerbswidrigen Einspannen von Laienwerbern für die Erlangung von Makleraufträgen für Baugrundstücke - (Laienwerbung für Makleraufträge)
Begriff der "wettbewerbsrechtlich unzulässigen Laienwerbung" - Erlangung vermaklungsfähiger Bauplätze durch öffentliche Auslobung hoher Belohnungen über Laienwerber - Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs
MDR 1981, 990
GRUR 1981, 655
WRP 1981, 456
Rechtlich zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass das Einschalten von Laien in die Werbung von Unternehmen nicht generell nach § 1 UWG a.F., § 4 Nr. 1 UWG als wettbewerbswidrig anzusehen ist, sondern es für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung solcher Werbemaßnahmen auf die besonderen Umstände des Einzelfalles ankommt (vgl. BGH, Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655, 656 - Laienwerbung für Makleraufträge;… Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten;… Urt. v. 20.12.2001 - I ZR 227/99, GRUR 2002, 637, 639 = WRP 2002, 676 - Werbefinanzierte Telefongespräche).
Unzulässig sind u.a. solche Werbemaßnahmen, bei denen die Gefahr einer unzumutbaren Belästigung der Umworbenen besteht (vgl. BGH, Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655, 656 = WRP 1981, 456 - Laienwerbung für Makleraufträge;… Köhler/Piper aaO § 1 Rdn. 275).
Zwar unterscheidet der vorliegende Fall sich von den bisher beurteilten Fallgestaltungen (…vgl. BGH, Urt. v. 23.1.1959 - I ZR 130/58, GRUR 1959, 285 = WRP 1959, 81, 82 - Bienenhonig; BGH, Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655 = WRP 1981, 456 - Laienwerbung für Makleraufträge;… BGH, Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 [BGH 27.09.1990 - I ZR 213/89] = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten) dadurch, daß die Beklagte die Adressaten ihres Werbeschreibens nicht direkt zur Vermittlung neuer Kunden, sondern lediglich zur Mitteilung von Adressen potentieller Kunden auffordert.
Laienwerbung für Kreditkarten - Laienwerbung
Das Berufungsgericht ist allerdings zutreffend davon ausgegangen, daß die Einschaltung von nicht berufsmäßigen Kundenwerbern gegen Gewährung von Werbeprämien nicht ohne weiteres als wettbewerbsfremd anzusehen ist, so daß es für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung solcher Werbemaßnahmen auf die besonderen Umstände des Einzelfalles ankommt (…vgl. BGH, Urt. v. 23.1.1959 - I ZR 130/58, GRUR 1959, 285, 286 = WRP 1959, 81, 82 - Bienenhonig; Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655, 656 = WRP 1981, 456 - Laienwerbung für Makleraufträge).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 15, 356 -Progressive Kundenwerbung; GRUR 1959, 285 -Bienenhonig; 1981, 655 -Laienwerbung für Makleraufträge) und des Senats (zuletzt Urteil vom 29.05.1989, 2 U 185/88) ist das Einspannen sogenannter Laienwerber für die Akquisition von Maklerverträgen betreffend die Vermittlung von Mietverträgen nicht von vornherein wettbewerbswidrig.
Für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung kommt es vielmehr auf die besonderen Umstände des Einzelfalles an (BGH GRUR 1959, 285, 287 -Bienenhonig; 1981, 655, 656 -Laienwerbung für Maklerverträge. Dabei sind an die Zulässigkeit des Einspannens von Laienwerbern für die Akquisition von Makleraufträgen keine geringeren Anforderungen zu stellen als für den Laienwerbereinsatz zur Werbung für beliebig vermehrbare Waren des täglichen Verbrauchs (BGH aaO, S. 656 -Laienwerbung für Makleraufträge).
Von einer Laienwerbung im wettbewerbsrechtlichen Sinne ist stets auszugehen, wenn Personen als Werber eingesetzt werden, die keine professionellen Werber sind und insbesondere keine berufsmäßige Vertretertätigkeit ausüben, sondern nur nebenbei gegen Gewährung einer Belohnung oder sonstigen Vergütung für die Waren oder Leistungen eines bestimmten Unternehmens werben (…vgl. Baumbach-Hefermehl a.a.O., Rn. 200 - 201 zu § 1 UWG;… v. Gamm a.a.O., Kap. 25, Rn. 42, S. 475 - 476; BGH GRUR 1981, 655, 656 -"Laienwerbung").
Die mit der Laienwerbung verbundene Ausnutzung persönlicher Beziehungen führt zwangsläufig zu einer wettbewerbsfremden Kommerzialisierung der Privatsphäre, die nicht hingenommen werden kann (BGH GUR 74, 341, 343 Campagne; GRUR 81, 655, 656 - Laienwerbung für Makleraufträge).