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Timestamp: 2019-06-26 09:58:21
Document Index: 279336172

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 264', '§ 15', 'BGH', '§ 27', '§ 49', 'BGH', '§ 49', 'BGH', '§ 27', '§ 49', 'BGH', '§ 15', '§ 15']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 15 ... / cab) Zivilrechtliche u steuerliche Funktion(en) der GmbH & Co KG u steuerliche Wertung | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Auch auf dem Gebiet der Mitbestimmung gibt es Gründungsmotive (kein drittelparitätisch besetzter Aufsichtsrat bei mehr als 500 ArbN).
Die GmbH & Co KG ist als PersGes gesellschaftsvertraglich weitgehend ohne Form- u notariellen Beurkundungszwang gestaltbar.
Der Gesellschaftsvertrag ist nicht im HR einsehbar. Allerdings gelten die Publizitätspflichten gem den §§ 264a, 325ff HGB.
Durch die Einheits-GmbH & Co KG (s Rn 41a) kann sichergestellt werden, dass die Kommanditisten an der Komplementär-GmbH – mittelbar – immer im gleichen Verhältnis beteiligt sind, mit dem sie an der KG unmittelbar beteiligt sind (kein Auseinanderfallen der Beteiligungsverhältnisse bei Erbschaften etc; keine notarielle Beurkundung bei Anteilsabtretungen, da diese nur KG-Anteile betreffen). Dadurch ergibt sich automatisch auch ein Gleichlauf zwischen der den Ergebnisanteil vermittelnden Beteiligung an der KG u dem den Einfluss auf die Geschäftsführung vermittelnden Anteil an der Komplementär-GmbH. Die wegen der Verzahnung mit der KG nach § 15 Abs 4 GmbHG erforderliche notarielle Beurkundung der Übertragung einer KG-Beteiligung kann ebenso vermieden werden wie die des schuldrechtlichen Übertragungsvertrages sowie der Anteilsabtretung der GmbH-Beteiligung, da Gegenstand der Übertragung nur die KG-Beteiligung ist.
Freiberufler-GmbH & Co KG
Eine nach der Berufsordnung zugelassene Freiberufler-WP-/StB-Gesellschaft (GmbH) darf zur Haftungsbegrenzung persönlich haftende Gesellschafterin einer WP-/StB-KG sein, also gibt es die WP-/StB-GmbH & Co KG (bis 2014 nur, wenn sie wegen BGH v 18.07.2011, BFH/NV 2012, 160 wegen ihrer Treuhandtätigkeit ins HR eingetragen war), wobei allerdings die Voraussetzungen nach den §§ 27 Abs 2, 28 WPO/§§ 49 Abs 2, 50 Abs 1 S 3, 50a StBerG, insb hinsichtlich der Kapitalbindung, erfüllt werden müssen. Nach neuer Rspr (Beschluss des BGH v 15.07.2014, II ZB 2/13, DB 2014, 2338) kann eine WP-/StB-GmbH & Co KG mit dem Gesellschaftszweck "geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen einschließlich der Treuhandtätigkeit" im HR auch dann eingetragen werden, wenn eine Treuhandtätigkeit nicht den Schwerpunkt des Betriebs darstellt (wegen § 49 Abs 2 StBerG als spezialgesetzliche Regelung). Dies ergibt sich lt BGH aus der Gesetzgebungsgeschichte, aus der sich ableiten lässt, dass es der Gesetzgeber für die Eintragung im HR als ausreichend u als durch § 27 WPO u § 49 StBerG legitimiert ansieht, dass im Gesellschaftszweck einer WP- oder StB-Gesellschaft in der Form einer PersGes Treuhandtätigkeiten lediglich als untergeordnete Tätigkeiten enthalten sind.
Lt BVerfG v 06.12.2011, 1 BvR 2280/11 kann eine bereits bestehende WP-/StB-GmbH & Co KG nicht als RA-GmbH & Co KG zugelassen werden, selbst wenn sie gewerblich als Treuhänderin tätig ist (auch s BGH v 18.07.2011, AnwZ (Brfg) 18/10, BFH/NV 2012, 160).
Publikums-GmbH & Co KG
Zur Zeit der Steuersparmodelle hatte die GmbH & Co KG als "Publikums-KG" die Funktion einer Finanzierungs- und vor allem Abschreibungsgesellschaft (Verlustzuweisungsgesellschaft). Nach der gesetzlichen Regelung der Auswirkung fehlender Gewinnerzielungsabsicht (s Rn 124) sowie der Geltung von § 15a EStG und § 15b EStG wird sie idR nur die Funktion des Sammelbeckens für Wagniskapital mit Gewinnphantasie behalten. Zu nennen sind hier insb die Medienfonds-GmbH & Co KG (s BMF v 05.08.2003, DB 2003, 1765 u BMF v 20.10.2003, DB 2003, 2406; hierzu Fleischmann, DStR 2004, 20; Hess, DStR 2003, 1953; Wallis, DStR 2003, 1857; Zacher, DStR 2003, 1861), die Windkraft-Fonds GmbH & Co KG (s BFH v 14.04.2011, BStBl II 2011, 706), die Schiffs-Fonds GmbH & Co KG (s BFH v 14.04.2011, BFH/NV 2011, 1361) u die Privat-Equity-Fonds-GmbH & Co KG (s G zur Förderung von Wagniskapital, BStBl I 2004, 846; hierzu Friederichs, DB 2004, 1683 sowie für Altfälle BMF v 16.12.2003, DB 2004, 103 u OFD Ffm v 05.03.2008, S 2241 A – 67 – St 210).
Die "Publikums-KG" lässt sich nicht definieren, sondern nur durch eine größere Zahl von Einzelmerkmalen nach Art eines Typus beschreiben. ...