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Timestamp: 2019-09-22 13:05:11
Document Index: 158289497

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', '§ 233', 'BGH', '§ 233', '§ 233', '§ 233', '§ 233', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1991, 2082 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 22.03.1991
https://dejure.org/1991,778
BGH, 05.03.1991 - XI ZB 1/91 (https://dejure.org/1991,778)
BGH, Entscheidung vom 05.03.1991 - XI ZB 1/91 (https://dejure.org/1991,778)
BGH, Entscheidung vom 05. März 1991 - XI ZB 1/91 (https://dejure.org/1991,778)
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Rechtsmittelbegründungsfrist - Wiedereinsetzungsverfahren - Anwaltspflicht - Bewilligte Prozeßkostenhilfe - Sorgfaltspflicht - Fristversäumung - Anwaltsverschulden
MDR 1991, 906
VersR 1991, 1425
Hierzu gehört nach feststehender Rechtsprechung die allgemeine Anordnung, daß jedenfalls bei solchen Prozeßhandlungen, deren Vornahme ihrer Art nach mehr als nur einen geringen Aufwand an Zeit und Mühe erfordert, wie dies regelmäßig bei Rechtsmittelbegründungen der Fall ist, außer dem Datum des Fristablaufes auch noch eine sogenannte Vorfrist zu notieren ist (BGH, Beschlüsse vom 30. November 1952 - I ZB 14/51 = LM ZPO § 233 Nr. 12 = NJW 1952, 183; vom 11. Juli 1962 - VIII ZB 18/62 = LM ZPO § 233 (Fc) Nr. 20 = NJW 1962, 1865 f = VersR 1962, 838 f; vom 24. Mai 1973 - III ZB 5/73 = VersR 1973, 840, 841; vom 19. November 1976 - IV ZR 36/76 = VersR 1977, 332 f unter Nr. 2; vom 28. Februar 1985 - III ZB 38 und 39/84 = VersR 1985, 574; vom 21. Oktober 1987 - IVa ZR 170/86 = VersR 1988, 941 und vom 5. März 1991 - XI ZB 1/91 = BGHR ZPO § 233 Fristenkontrolle 17;… vgl. auch Zöller/Greger, ZPO, 18. Aufl., § 233 Rdnr. 23 "Fristenbehandlung";… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, ZPO, 52. Aufl., § 233 Rdnr. 88;… MünchKomm-ZPO/Feiber, § 233 Rdnr. 90;… Stein/Jonas/Schumann, ZPO, 20. Aufl., § 233 Rdnr. 262).
a) Zwar darf der Rechtsanwalt einfache Verrichtungen, die keine besondere Geistesarbeit oder juristische Schulung verlangen, wie etwa Botengänge oder die Eintragung vorher vom Anwalt verfügter Fristen, zur selbständigen Erledigung auf sein geschultes und zuverlässiges Büropersonal übertragen (vgl. etwa Senatsbeschluss vom 27. November 1990 - VI ZB 22/90, NJW 1991, 1179; BGH, Beschluss vom 5. März 1991 - XI ZB 1/91, NJW 1991, 2082).
Jedenfalls dann, wenn objektiv oder nach Ansicht der Anwaltsgehilfin der Einfluß von Gerichtsferien in Betracht kommt, darf der Rechtsanwalt die Fristberechnung nicht seinem Personal überlassen, sondern muß sie selbst vornehmen (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH Beschluß vom 5. März 1991 - XI ZB 1/91 - NJW 1991, 2082, m.w.N.).
Zu den Geschäften, die dem Büropersonal nicht selbständig überlassen werden können, zählt aber die Fristenberechnung dann, wenn sich die Gerichtsferien darauf auswirken (BGH, Beschl. v. 5. März 1991 - XI ZB 1/91, NJW 1991, 2082 m.w.N.).
Die Besonderheiten, die zu der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 5. März 1991 (XI ZB 1/91 = NJW 1991, 2082) geführt haben - Beeinflussung einer Rechtsmittel-Begründungsfrist durch die Gerichtsferien bei zusätzlichem Prozeßkostenhilfe- und Wiedereinsetzungsverfahren - waren hier nicht gegeben.
Zutreffend geht das Oberlandesgericht davon aus, daß die Berechnung der Berufungsfrist grundsätzlich einer entsprechend ausgebildeten Mitarbeiterin überlassen werden konnte, weil es sich bei dieser Frist gemäß § 516 ZPO um eine Notfrist handelt, deren Berechnung einfach war und durch den Ablauf der Gerichtsferien nicht beeinflußt werden konnte (BGHZ 43, 148, 153 [BGH 12.02.1965 - IV ZR 231/63]; BGH, Beschluß vom 9. Juli 1975 - VIII ZB 28/75 - VersR 1975, 1029 f. undvom 5. März 1991 - XI ZB 1/91 - VersR 1991, 1425, 1426 m.w.N.).
Soweit das Oberlandesgericht Darlegungen dazu verlangt, daß Frau W. mit sämtlichen in einem Berufungsverfahren vor den ordentlichen Gerichten in Zivilsachen anfallenden Fristen vertraut sei, erweist sich das schon deshalb als entbehrlich, weil es sich zum einen bei der Berechnung der Notfrist um eine routinemäßige Verrichtung gehandelt hat und zum anderen solche Fristen, für deren Behandlung Rechtsfragen bedeutsam sein können oder auf deren Lauf die Gerichtsferien von Einfluß sind, ohnehin vom Rechtsanwalt selbst zu bearbeiten sind (BGH, Beschluß vom 5. März 1991 - a.a.O. m.w.N.).
Dass zur ordnungsgemäßen Organisation einer Anwaltskanzlei die allgemeine Anordnung gehört, dass bei Prozesshandlungen, deren Vornahme ihrer Art nach mehr als nur einen geringen Aufwand an Zeit und Mühe erfordert, wie dies regelmäßig bei Rechtsmittelbegründungen und so auch vorliegend bei der Berufungsbegründung der Fall ist, außer dem Datum des Fristablaufs noch eine Vorfrist notiert werden muss, ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung geklärt (BGH, FamRZ 2004, 100; 2002, 443 f; NJW 1994, 2551 f.; 1991, 2082 sowie Musielak-Grandel, ZPO, 5. Aufl., § 233 Rdnr. 18 f).
BGH, 10.03.1992 - VI ZB 3/92
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