Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2000,%202361
Timestamp: 2020-02-23 18:21:24
Document Index: 285266670

Matched Legal Cases: ['§ 1904', '§ 1666', '§ 1631', '§ 151', '§ 1904', '§ 28', 'BGH', '§ 114', '§ 1', '§ 1666', '§ 1666', 'BGH', '§ 114', '§ 1', 'BGH', '§ 114', '§ 1']

OLG Brandenburg, 17.02.2000 - 10 UF 45/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,2898
OLG Brandenburg, 17.02.2000 - 10 UF 45/99 (https://dejure.org/2000,2898)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 17.02.2000 - 10 UF 45/99 (https://dejure.org/2000,2898)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 17. Februar 2000 - 10 UF 45/99 (https://dejure.org/2000,2898)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2000,2898) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Einstellung der lebenserhaltenden Maßnahmen eine Kindes; Staatlicher Eingriff in das Elternrecht; Zulässigkeit der Genehmigung des Familiengerichts; Grundlage für die Ausübung des staatlichen "Wächteramtes"; Heilbehandlung bei Minderjährigen; Elterliche Führsorge nach ...
Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen - Antrag des sorgeberechtigten Elternteils - Zürückweisung mangels gesetzlicher Grundlage - Beschwerderecht
AG Fürstenwalde, 21.01.1999 - 10 F 331/98
NJW 2000, 2361
FamRZ 2000, 1033
Gleiches gilt für die weiteren Genehmigungserfordernisse im Betreuungsrecht wie etwa in §§ 1904 und 1907 BGB, die dem Kindschaftsrecht fremd sind (vgl. zur Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen OLG Brandenburg FamRZ 2000, 1033, 1134).
Solche Bestimmungen, die ein Eingreifen des Staates näher regeln, hat der Gesetzgeber etwa mit den §§ 1666, 1667 BGB erlassen (vgl. OLG Brandenburg, FamRZ 2000, S. 1033 (1034)).
Selbst bei einem schwerwiegenden Eingriff, der aber keine Freiheitsentziehung im Sinne des § 1631b BGB darstellt, kann das Familiengericht daher mangels gesetzlicher Grundlage weder eine Genehmigung erteilen noch die Einwilligung verweigern (vgl. OLG Brandenburg, FamRZ 2000, S. 1033 (1034);… Engelhardt, in: Keidel, FamFG, 17. Aufl. 2011, § 151 Rn. 14).
Überdies darf die einer anderen Vorschrift entnommene Regelung nur dann auf den ungeregelten Sachverhalt angewandt werden, wenn sich dieser in den für die rechtliche Bewertung maßgeblichen Umständen mit dem geregelten Sachverhalt deckt, so dass die Übertragung der angeordneten Rechtsfolge dem mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers folgt (vgl. BVerfG, Beschluss vom 31. Mai 2006 - 2 BvR 1673/04 und 2 BvR 2402/04, BVerfGE 116, 69 ff = NJW 2006, 2093 ff. Beschluss vom 3. April 1990 - 1 BvR 1186/89, BVerfGE 82, 6 ff = FamRZ 1990, 727 ff. Beschluss vom 4. April 2011, 1 BvR 1803/08, NZM 2011, 479 ff. OLG Brandenburg NJW 2000, 2361 ff).
Dies zwingt zu dem Umkehrschluss, dass der Gesetzgeber noch 1992 im Kindschaftsrecht keinen Anlass für die Gleichstellung unterbringungsähnlicher Maßnahmen mit einer Unterbringung gesehen hat, die entstandene Regelungslücke mithin auf einer bewussten Entscheidung des Gesetzgebers beruhte (so zu § 1904 BGB auch OLG Brandenburg NJW 2000, 2361 ff für den Fall der beantragten Genehmigung der Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen für ein Kind und OLG Karlsruhe JAmt 2002, 418 für die Medikamentenvergabe an einen untergebrachten Minderjährigen).
Der Beschluss des OLG Brandenburg vom 17. Februar 2000 (DA- Vorm 2000, 345 = NJW 2000, 2361 = FamRZ 2000, 1033 = OLGR Brandenburg 2000, 430), mit dem eine familiengerichtliche Genehmigung der Entscheidung der Eltern über den Behandlungsabbruch ihres Kindes abgelehnt wurde, betrifft eine mit der Rechtsstellung des Betreuers nicht vergleichbare Rechtsfrage aus dem Bereich der elterlichen Sorge und kann deshalb für den vorliegenden Fall nicht zu einer Vorlage gemäß § 28 Abs. 2 FGG an den Bundesgerichtshof führen.
Sie muss aus Gründen der Chancengleichheit die Möglichkeit haben, derartige Rechtsfragen in der Rechtsmittelinstanz prüfen zu lassen (vgl. BVerfG, FamRZ 2002, 665; BGH, FamRZ 2003, 671; Senat, FamRZ 2000, 1033, 1035;… Zöller/Philippi, a.a.O., § 114, Rz. 21;… FamVerf/Gutjahr, § 1, Rz. 257).
Ausprägung des staatlichen Wächteramtes sind die gesetzlichen Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls nach § 1666 BGB (z.B. OLG Brandenburg NJW 2000, 2361 f.; OLG Saarbrücken NJW-RR 2010, 146, 147;… Jauernig/Berger/Mansel, BGB, 14. Aufl., §§ 1666 ff. Rdn. 1), wie sie von der Beklagten angeregt wurden.
Denn auch der Bedürftige muss die Chance haben, die Frage obergerichtlich klären zu lassen (vgl. BVerfG, NJW 1991, 413; FamRZ 2002, 665; BGH, FamRZ 2003, 671; Senat, FamRZ 2000, 1033, 1035;… Zöller/Philippi, a.a.O., § 114, Rz. 21;… FamVerf/Gutjahr, § 1, Rz. 257).
Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um eine Sache von grundsätzlicher Bedeutung handelt, derentwegen die Revision oder die Rechtsbeschwerde zugelassen werden müsste (vgl. BVerfG, FamRZ 2002, 665; BGH, FamRZ 2003, 671; Senat, FamRZ 2000, 1033, 1035;… Zöller/Philippi, ZPO, 25. Aufl., § 114, Rz. 21;… Verfahrenshandbuch Familiensachen - FamVerf -/Gutjahr, § 1, Rz. 257).
OLG Karlsruhe, 11.01.2002 - 20 WF 112/01
Vorläufige Unterbringung eines Minderjährigen: Verlängerung über 6 Wochen hinaus; …
OLG Brandenburg, 27.07.2005 - 10 WF 173/05
Familiensache in der freiwilligen Gerichtsbarkeit: Prozesskostenhilfe für …