Source: http://www.payer.de/rakwb/rakwb08.htm
Timestamp: 2018-07-18 01:22:43
Document Index: 956293

Matched Legal Cases: ['§ 631', '§ 631', '§ 401', '§ 426', '§ 440', '§ 462', '§ 478', '§ 409', '§ 411', '§ 401', '§ 401', '§ 416', '§416', '§ 202', '§ 402', '§ 409', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 406', '§ 411', '§ 407', '§ 410', '§410', '§ 409', '§ 412', '§ 413', '§413', '§ 418', '§ 419', '§ 414', '§ 415', '§ 418', '§ 403', '§ 822', '§ 411', '§404', '§ 409', '§ 192', '§ 204', '§ 404', '§ 404', '§ 411', '§ 405', '§ 411', '§405', '§ 117', '§ 204', '§ 314', '§ 208', '§ 411', '§411', '§ 411', '§ 411', '§ 205', '§ 411', '§ 206', '§ 411', '§ 201', '§ 411', '§ 401', '§ 426', '§ 430', '§ 430', '§ 430', '§430', '§ 192', '§ 434', '§434', '§ 432', '§432', '§432', '§ 438', '§ 429', '§ 429', '§ 434', '§ 433', '§ 433', '§ 435', '§ 435', '§192', '§435', '§ 436', '§ 437', '§ 440', '§ 649', '§ 440', '§444', '§445', '§ 446', '§ 441', '§192', '§ 442', '§ 440', '§192', '§ 447', '§ 443', '§446', '§ 650', '§192', '§ 450', '§ 455', '§449', '§ 449', '§451', '§192', '§ 452', '§ 453', '§ 454', '§ 651', '§ 651', '§ 457', '§ 457', '§ 457', '§ 459', '§ 462', '§ 664', '§ 665', '§ 666']

RAK-WB, Kapitel 8: Körperschaften: Ansetzung
Kapitel 8: Körperschaften: Ansetzung
Payer, Margarete <1942 - >: RAK-WB : Skript. -- Kapitel 8: Körperschaften: Ansetzung. -- Fassung vom 2002-10-06. -- URL: http://www.payer.de/rakwb/rakwb08.htm. -- [Stichwort].
Überarbeitungen: 1997-09-23; 2001-03-12 [Revision]; 2002-10-06
8. Körperschaften: Ansetzung
8.0. Übersicht
8.1. Grundregeln zur Ansetzung von Körperschaften
8.1.1. Offizieller Name
8.1.2. Kurzform
8.1.3. Normierte Namensformen
8.1.4. Mehrere offizielle Namen
8.1.5. Namensänderung
8.1.6. Ordnungshilfen
8.2. Sonstige Ansetzungsregeln
8.2.1. Auslassungen
8.2.2. Körperschaftsnamen bestehend aus zwei unverbundenen Bezeichnungen
8.2.3. Schreibung
8.3. Sonderregeln für untergeordnete Körperschaften
8.3.2. Unselbständige Ansetzung
8.3.3. Selbständige Ansetzung
8.3.4. Sonderfälle
8.4. Gebietskörperschaften
8.4.2. Ansetzung von Staaten
8.4.3. Ansetzung von Gliedstaaten, Verwaltungsbezirken
8.4.4. Ansetzung von Orten und Ortsteilen
8.4.5. Organe einer Gebietskörperschaft
8.4.6. Nicht als Organe einer Gebietskörperschaft geltende Körperschaften
8.5. Religionsgemeinschaften und ihre Organe
Um möglichst in allen Bibliotheken identische Ansetzungsformen zu erhalten, übernehme man die Ansetzungsform der Gemeinsamen Körperschaftsdatei [GKD]; allerdings sind leichte Abweichungen vor allem bei Körperschaften, die vor 1971 aufgenommen wurden, zu beachten.
Was ist unter "Körperschaft" zu verstehen?
Der Begriff "Körperschaft" ist nicht juristisch zu verstehen.
Eine Körperschaft im Sinne der Regeln liegt vor, wenn eine Mehrheit von Personen "eine durch ihren Namen individuell bestimmbare Einheit bilden " (§ 631)
territoriale Einheiten (Gebietskörperschaften)
vgl. Aufzählung in § 631.
8. 1. Grundregeln zur Ansetzung von Körperschaften (§§ 401 - 425)
Diese Grundregeln gelten für die Ansetzung der Namen aller Körperschaften, soweit nicht in den Sonderregeln abweichende Bestimmungen enthalten sind.
Es gibt Sonderregeln für
untergeordnete Körperschaften (§§ 426 - 439)
Gebietskörperschaften und ihre Organe (§§ 440 - 461)
Religionsgemeinschaften und ihre Organe (§§ 462 - 477)
Kongresse, Ausstellungen, Messen, Festwochen usw. (§§ 478 - 486)
8. 1. 1. Offizieller Name
Eine Körperschaft wird im allgemeinen unter ihrem offiziellen Namen angesetzt.
Vorl.: Musée National du Louvre
Ans.: Musée National du Louvre <Paris>
Verw.: Louvre <Paris>
Verw.: Musée du Louvre <Paris>
Von der vorliegenden Form ist zu verweisen, wenn diese Namensform von der Ansetzungsform in ordnungswichtigen Teilen abweicht (§ 409, 1).
(Bei Kartenkatalogen geht man davon aus, dass nur die ersten sechs Worte ordnungswichtig sind, bei Online-Katalogen sind alle Worte für die Suche relevant.)
Ist eine Körperschaft unter einem nicht offiziellen Namen sehr bekannt, wird von dieser Form eine Verweisung gemacht, auch wenn diese Form nicht in der Vorlage enthalten sein sollte (§ 411, 14).
Sollte allerdings der offizielle Name nicht zu ermitteln sein, kann der vorliegende Name zur Ansetzung verwendet werden. (§ 401, 3)
8.1. 2 . Kurzformen
Kurzformen von Körperschaftsnamen werden nur in folgenden Fällen zur Ansetzung genommen: Vorgeschrieben ist eine Verweisung von der offiziellen Form:
(§ 401, 2)
Ans.: Unesco
Verw.: United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization s. Unesco
(und weitere Verweisungen)
(Begründung: in Voll-RAK gab es eine Regel, dass wenn die Kurzform bekannter ist diese genommen werden muss. Die genannten 4 Körperschaften waren als Beispiel genommen worden, so dass man davon ausgehen kann, dass alle Bibliotheken diese Körperschaften in der Kurzform angesetzt haben.)
[Weitere Ausnahmen gibt es bei Gebietskörperschaften, Kongressen und dgl.]
Sonst wird von solchen Körperschaftsnamen, die nur aus einer Folge von Initialen oder einer ähnlichen Buchstabenfolge bestehen, verwiesen, wobei diese Kurzform im allgemeinen keine Ordnungshilfe erhält (auch wenn auf verschiedene Auflösungen verwiesen wird) (§ 416). (Ausnahmen s. §416 neu von 92)
Verw.: CLA s. Canadian Library Association
Verw.: CLA s. Catholic Library Association
Die Folgen von Initialen werden ohne Spatium angesetzt; Abkürzungspunkte werden weggelassen - sofern nicht durch Rechtschreiberegeln anderes gefordert wird (§ 202, 3).
8. 1. 3 . Normierte Namensformen
Normierte Namensformen für Körperschaften werden gefordert bei
allgemeinen Universitäten
allgemeinen technischen Hochschulen
des deutschen Sprachgebietes (§ 402)
Universität <Ort>
Technische Hochschule <Ort>
Technische Universität <Ort>
Gesamthochschule <Ort>
(+ Verweisung von dem offiziellen Namen § 409, 2b)
Vorl.: Universität Tübingen
Ans.: Universität <Tübingen>
Verw.: Eberhard-Karls-Universität <Tübingen>
Verw.: Württembergische Universität <Tübingen>
Vorl.: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Ans.: Technische Hochschule <Zürich>
Verw.: Eidgenössische Technische Hochschule <Zürich>
Verw.: ETH
Verw.: ETHZ
8. 1. 4 . Mehrere offizielle Namen
Bei mehreren offiziellen Namen (§ 406) einer Körperschaft in verschiedenen Sprachen wird im allgemeinen, wenn eine deutsche Fassung vorliegt, die deutsche Form zur Ansetzung genommen (danach engl., franz., russ., lat., span., ital.)
Vorl.: Schweizerische Vereinigung für Dokumentation
Ans.: Schweizerische Vereinigung für Dokumentation
Verw.: SVD
Verw.: Vereinigung für Dokumentation <Schweiz>
Verw.: Association Suisse de Documentation
Verw.: Associazione Svizzera di Documentazione
Liegt kein offizieller Name in einer der oben genannten Sprachen vor, nimmt man die Fassung in einer weiteren europäischen Sprache, die im Alphabet am weitesten vorne steht, sonst entsprechend in außereuropäischen Sprachen (§ 406, 2)
Aber: Bei einer amtlichen Publikation einer Gebietskörperschaft gilt die Ansetzungsform in der offiziell anerkannten Sprache dieses Gebietes als offizieller Name der Körperschaft (§ 406, 1). In bestimmten Fällen musste festgelegt werden, welche Sprache für das Regelwerk als offiziell zu gelten hat z.B.
Belgien = franz. Ansetzung
Indien und Pakistan = engl. Ansetzung.
Aber: bei neueren internationalen Körperschaften wird die englische Namensform gewählt, wenn diese bekannter als die deutsche Namensform ist (§ 406, 3).
Vorl.: Internationale Vereinigung der Musikbibliotheken
Ans.: International Association of Music Libraries
Verw.: IAML
Verw.: Internationale Vereinigung der Musikbibliotheken
Verw.: Association Internationale des Bibliothéques Musicales
Wenn an der internationalen Körperschaft keine englischsprachige Nation beteiligt ist z.B. bei Körperschaften des Ostblockes oder bei bilateralen Körperschaften, nimmt man im allgemeinen die deutsche Fassung (§ 406, 3 Anm. 1).
Europ. Atomgemeinschaft
Europ. Gemeinschaft für Kohle und Stahl
Europ. Wirtschaftsgemeinschaft
werden in deutscher Sprache angesetzt (und gelten nicht als Gebietskörperschaften) (§ 406, 3 Anm. 2)
Besonderheit : Nationale Komitees internationaler Körperschaften werden in der Landessprache des Komitees angesetzt (§ 406, 3)
Von den nicht benutzten anderen offiziellen Namen wird stets verwiesen (§ 411, 9).
8. 1. 5 .Namensänderung
Ändert sich der offizielle Namen einer Körperschaft z.B. durch Teilung oder Zusammenschlüsse (§§ 407. 408), und es ist nicht nur eine abweichende Namensform (eine Änderung bei Artikeln, Präpositionen, Konjunktionen und ähnlichem), wird für die Ansetzung der jeweilige offizielle Namen benutzt,
d.h. die Schriften einer Körperschaft müssen nicht an einer Stelle im Katalog eingeordnet werden, sondern jeweils unter dem Namen den die Körperschaft zur Zeit der Entstehung der Schrift hatte (internationales Prinzip : split entry).
Als Beispiel: Das Grundgesetz ist 1949 entstanden, der Urheber dazu ist "Deutschland <Bundesrepublik>". Also wird eine Ausgabe des Grundgesetzes im Jahr 1995 ebenfalls unter die alte Form des Urhebernamens gestellt und nicht unter "Deutschland" (nach 1990).
Auch eine geänderte Ordnungshilfe wird als Namensänderung behandelt.
Die geänderten Namensformen werden durch Verweisungen verknüpft und zwar wird nur auf den unmittelbar vorhergehenden und den unmittelbar folgenden Namen verwiesen (§ 410, 1)
Früher s. Später s.
Vorl.: Internationale Vereinigung der Bibliothekar-Vereine
Ans.: International Federation of Library Associations
Verw.: IFLA
Verw.: Internationale Vereinigung der Bibliothekar-Vereine
Früher s. International Library Committee
Später s. International Federation of Library Associations and Institutions
Hat eine Körperschaft ihren Namen geändert, aber später ihren alten Namen wieder angenommen, wird von dieser Zwischenform verwiesen (§410,2)
Zeitweise s. bzw. Früher u. später s.
Vorl.: Berlin (1991)
Ans.: Berlin
Zeitweise s. Berlin <West>
Zeitweise s. Berlin <Ost>
Vorl.: Berlin (westl. Teil, 1988)
Ans.: Berlin <West>
Früher und später s. Berlin
Von einer abweichenden Namensform wird eine Verweisung gemacht, wenn die Abweichung an ordnungswichtiger Stelle steht (§ 409,2)
8. 1. 6 . Ordnungshilfen
Zur Unterscheidung gleichnamiger Körperschaften sind oft Ordnungshilfen erforderlich (§ 412):
A) Ortsgebundene Körperschaften
Ortsgebundene Körperschaften sind alle lokalen Organisationen und alle Körperschaften, zu deren wesentlichem Bestand eine ortsfeste Einrichtung gehört (s. Aufzählung in § 413). So gelten auch nationale Akademien als lokale Körperschaften. Diese Körperschaften erhalten stets den Ort ihres Sitzes als Ordnungshilfe, es sei denn, dass dieser schon am Anfang oder innerhalb des Namens enthalten ist (§413,2). Es kann sich dabei auch um einen Ortsteil oder einen früheren Ortssitz handeln.
Vorl.: Bayerische Akademie der Wissenschaften
Ans.: Bayerische Akademie der Wissenschaften <München>
Verw.: Akademie der Wissenschaften <München>
Der Ort wird in der OH nach den Ansetzungsvorschriften für Gebietskörperschaften angegeben.
Von dem Körperschaftsnamen mit dem Ort in dessen vorliegender Form als OH wird verwiesen, wenn der Ort im 1. Buchstaben von der Ansetzungsform abweicht (§ 418, 3). Nennt sich die Körperschaft noch mit z.B. einem früher selbständigen Ortsteil, wird der Name dieses Ortsteils als OH genommen + Verweisung von dem Körperschaftsnamen mit dem heutigen Namen des Ortes (§ 419, 2).
Hat eine ortsgebundene Körperschaft mehrere Orte als Sitz, dann werden
bei 2 Orten, beide durch Semikolon Spatium getrennt genommen
bei mehr als 2 Orten nur der erste oder der besonders hervorgehobene mit dem Zusatz "u.a."
B) Nicht ortsgebundene Körperschaften
Nicht ortsgebundene Körperschaften sind alle nicht lokalen Personenvereinigungen usw., zu deren wesentlichem Bestand keine ortsfesten Einrichtungen gehören. Wenn in einem Körperschaftsnamen bestimmte Begriffe wie "Ausschuss, Stiftung" u.ä. verwendet werden, nimmt man im allgemeinen an, dass es sich um nicht ortsgebundene Körperschaften handelt --> die Liste in § 414, 1!
Vorl.: Bayerischer Stenographenverein
Ans.: Bayerischer Stenographenverein
Verw.: Stenographenverein <Bayern>
Solche Körperschaftsnamen erhalten nur dann eine Ordnungshilfe, wenn das zur Unterscheidung gleichnamiger Körperschaften nötig ist. Es kann als OH die Bezeichnung der Region (Land, Staat) in vorgeschriebener Ansetzungsform verwendet werden.
C) Sonstige Ordnungshilfen
Sollten die genannten Ordnungshilfen nicht anwendbar sein bzw nicht ausreichen, kann man den
Namen der übergeordneten Körperschaft (in der geforderten Ansetzungsform)
Gründungsdaten (immer in arabischen Zahlen angeben)
oder sonstige Erläuterungen (in deutscher Sprache)
verwenden (§ 415). Mehrere Bestandteile einer Ordnungshilfe werden durch Komma, Spatium getrennt.
Ordnungshilfen bei Verweisungen von anderssprachigen Namensformen bleiben in der Sprache der Ansetzungsform erhalten. (Zur Ansetzung von OH vgl. §§ 418 - 425).
8. 2. Sonstige Ansetzungsregeln
8. 2. 1. Auslassungen
Bei der Namensansetzung wird weggelassen:
der bestimmte oder unbestimmte Artikel am Anfang eines Körperschaftsnamens, sofern dadurch keine grammatikalische Änderung der folgenden Wörter hervorgerufen wird (§ 403,1) (! Bei der Ordnung werden diese Artikel aber übergangen § 822.) Außerdem dürfen feststehende zu einem Eigennamen gehörende Artikel weder weggelassen werden noch bei der Ordnung übergangen werden (es geht dabei um Personennamen und geografische Namen, die Bestandteil eines Körperschaftsnamens sind).
Muss der Artikel in der Ansetzung des Titels stehen bleiben, wird von der grammatikalisch geänderten Form des Titels ohne Artikel eine Verweisung gemacht (§ 411, 5.).
Vorl.: Der Alte Mystische Orden vom Rosenkreuz
Ans.: ¬Der¬ Alte Mystische Orden vom Rosenkreuz
Verw.: Alter Mystischer Orden vom Rosenkreuz
Wendungen am Anfang oder Ende einer Körperschaft, die den juristischen Charakter einer Körperschaft bezeichnen (§404).
Vorl.: VEB Chemische Fabrik, Miltitz
Ans.: Chemische Fabrik <Miltitz, Leipzig>
Von den offiziellen Namen mit der juristischen Wendung am Anfang des Namens wird verwiesen - und zwar meist als pauschale Siehe-auch-Hinweise (§ 409, 2c) s. § 192, 5c neu:
VEB... s. auch unter dem Körperschaftsnamen ohne diese Bezeichnung
Ausnahme: die juristischen Wendungen sind unablösbarer Bestandteil des Namens z.B. bei Firmen, die aus einer Folge von Initialen bestehen, kann die Körperschaft nur auf Grund der juristischen Wendungen als solche erkannt werden ( Angaben wie "und Co.", "und Sohn", "Erben", "Gebrüder" usw.) (zu den juristischen Wendungen vgl. § 204,3)
Substantivisch angegebene Orts- oder Ortsteilbezeichnungen am Schluss von Körperschaftsnamen, die lediglich den jetzigen bzw. früheren Sitz von der Körperschaft oder den Verwaltungssitz von nicht ortsgebundenen Körperschaften angeben, werden ebenfalls weggelassen. Der Ort wird eventuell zur OH (§ 404).
Vorl.: University of Birmingham
Ans.: University <Birmingham>
Zählungen ( aber "erster" in Bedeutung von "ältester" gilt nicht als Zählung!). Diese Zählung wird aber eventuell OH (§ 404).
Muss die Zählung in der Ansetzung weggelassen werden und wird sie auch nicht als Ordnungshilfe benutzt, muss von dem Namen mit der Zählung als OH verwiesen werden. Bei Körperschaftsnamen, die mit einer Zahl beginnen, wird von der um die Zahl verkürzten Namensform verwiesen (§ 411, 7).
8. 2. 2 . Körperschaften, deren Name aus 2 unverbundenen Bezeichnungen bestehen
Körperschaften, deren Name aus 2 unverbundenen Bezeichnungen bestehen (§ 405), werden nur unter ihrer ersten Bezeichnung angesetzt, es sei denn, dass ohne die 2. Bezeichnung
nicht zu erkennen ist, dass es sich um eine Körperschaft handelt
diese Körperschaft nicht von einer anderen unterschieden werden kann
der Familienname bei Firmen verloren geht
nur ein Gattungsbegriff übrig bleibt.
Ist der erste Teil hingegen eine Folge von Initialen nämlich die Abkürzung des 2. Teils - wird die Körperschaft unter dem 2. Teil angesetzt.
Im Prinzip wird von dem nicht genommenen Teil auf den anderen verwiesen. Die Verweisung vom 2. Teil auf den 1. Teil wird u.a. allerdings nicht gemacht, wenn es sich nur um einen Gattungsbegriff oder einen unspezifisch erweiterten Gattungsbegriff handelt (§ 411, 8)
Körperschaften, deren Namen aus 2 verbundenen Bezeichnungen bestehen, werden stets unter beiden verbundenen Bezeichnungen angesetzt (§405,4).
8. 2. 3. Zur Schreibung
Mit großem Anfangsbuchstaben werden in Körperschaftsnamen alle Wörter außer Konjunktionen, Präpositionen und Artikel im Innern des Namens geschrieben (ausgenommen natürlich Artikel und Präpositionen, die zum folgenden Wort gezogen werden müssen) (§ 117, 6)
Komposita sind je nach Sprache durch Bindestriche zu verbinden (s. § 204; 208 + RAK-Anw. Anl. A: sehr ausführlich!), das gilt vor allem für deutsche bzw. für eingedeutschte Wörter, aber auch für einige englische Wörter (wenn z.B. die Wörter regulär in ununterbrochener Buchstabenfolge geschrieben werden können).
Bei der Ansetzung von Körperschaftsnamen, die Personennamen, geographische Namen und sonstige Eigennamen enthalten, sind die entsprechenden Regeln zu beachten ( z.B. das Staatsbürgerschaftsprinzip bei modernen Familiennamen § 314.; geographische Namen § 208).
Steht am Anfang eines Körperschaftsnamens (auch nach bestimmten oder unbestimmten Artikel) ein Familienname, der mit Präfixen beginnt, so wird von der um diese Bestandteile verkürzten Namensform verwiesen (§ 411, 13). Entsprechende Übergehungsverweisungen werden auch gemacht, wenn am Anfang eines Körperschaftsnamens Gebietskörperschafts- bzw. andere Zugehörigkeitsadjektive ("staatlich, städtisch"), Titulaturadjektive bzw. -adverbien ("königlich") (§411,10), Titulaturen ("Doktor"), Verwandtschaftsbezeichnungen ("Gebrüder") und/oder Vornamen vor einem Familienname stehen (§ 411, 11).
Vorl.: Dr. Karl Remeis Sternwarte Bamberg
Ans.: Dr.-Karl-Remeis-Sternwarte <Bamberg>
Verw.: Doktor-Karl-Remeis-Sternwarte <Bamberg>
Verw.: Karl-Remeis-Sternwarte <Bamberg>
Verw.: Remeis-Sternwarte <Bamberg>
! Steht in der Mitte oder am Ende des Körperschaftsnamens einer Firma ein Familienname, so wird eine Drehverweisung gemacht, wenn sich die Ansetzungsform von der Verweisungsform im ersten Ordnungswort unterscheidet d.h. die Verweisung beginnt mit dem Familienname, dem alle anderen Körperschaftsnamenbestandteile nachgestellt werden (§ 411, 12)
Vorl.: Druckerei Robert Bechauf
Ans.: Druckerei Robert Bechauf <Bielefeld>
Verw.: Bechauf, Druckerei Robert <Bielefeld>
Schwankt die Schreibweise von einzelnen Buchstaben oder liegen Wörter vor, die in sprachlich leicht voneinander abweichenden Formen auftreten, wird zur Ansetzung die von der Körperschaft gebrauchte offizielle Form benutzt. Die entsprechenden Wörter werden jedoch - meist in der modernsten Form vereinheitlicht, wenn sich bei ein und derselben Körperschaft die Schreib- und Sprachform gewandelt hat. (Das gilt allerdings nicht für Eigennamen in Körperschaftsnamen.) (§ 205, 1).
Eine Verweisung wird von der abweichenden Namensform, immer aber von einer eventuell nicht benutzten Form in gültiger Rechtschreibung gemacht, wenn es ordnungswichtige Wörter betrifft (§ 411, 1).
Neben diesen speziellen Verweisungen sind auch pauschale Siehe-auch-Hinweise von einer altertümlichen auf die moderne Schreibweise und umgekehrt zu machen:
z.B. Club... s. auch Klub...
Klub... s. auch Club...
Gibt es Zahlen, Symbole und sonstige Zeichen in Körperschaftsnamen, werden sie nach den üblichen Regeln behandelt. (vgl. § 206. 207 und § 411, 3).
Abkürzungen in Körperschaftsnamen (§ 201. 202) werden nach den üblichen Regeln behandelt. Auch hier wird von der aufgelösten Form verwiesen, wenn es sich um das erste Ordnungswort handelt (§ 411,2).
Satzzeichen werden im allgemeinen unverändert übernommen. Anführungszeichen werden weggelassen. Schrägstriche werden durch Spatien oder wenn nötig durch Bindestriche ersetzt. Winkelklammern werden durch runde Klammern ersetzt. (§ 401, 1 Anm. 9).
8. 3. Sonderregeln für untergeordnete Körperschaften (§§ 426-439)
8. 3. 1. Allgemeines
Untergeordnete Körperschaft =
eine Körperschaft, die einer oder mehreren Körperschaften unterstellt oder zugehörig ist.
Eine untergeordnete Körperschaft kann angesetzt werden
entweder selbständig
oder als Abteilung der übergeordneten Körperschaft (übergeordnete Körperschaft / Abteilung)
8. 3. 2 .Unselbständige Ansetzung (§ 430)
Wann wird eine untergeordnete Körperschaft als Abteilung der übergeordneten Körperschaft angesetzt?
wenn der Name der untergeordneten Körperschaft ohne den Namen der übergeordneten nicht für die Benennung ausreicht, d.h. wenn dann nur noch ein allgemeiner Begriff da stände (§ 430, 1a)
Vorl.: VDG-Bibliothek Düsseldorf
Ans.: Verein Deutscher Gießereifachleute / Bibliothek
+ Vw: eine Verweisung vom Namen der untergeordneten Körperschaft muss nur gemacht werden, wenn der Name der übergeordneten Körperschaft mit dem Namen der untergeordneten Körperschaft grammatisch verbunden ist. Handelt es sich bei dem Namen der übergeordneten Körperschaft um eine Initialenform, und diese steht am Anfang, muss sie mit dem folgenden ein einziges Ordnungswort bilden
VDG-Bibliothek <Düsseldorf> s. Verein Deutscher Gießereifachleute / Bibliothek
wenn aus der Benennung die Unterordnung eindeutig hervorgeht :(z.B. Beirat, Direktion, Klasse ...§ 430,1b)(eine entsprechende Liste findet sich in RAK-WB, Anlage 11)
Vorl.: Akademie der Wissenschaften Wien, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse
Ans.: Akademie der Wissenschaften <Wien> / Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse
wenn der Name mit Begriffen gebildet ist, die im allgemeinen auf eine Unterordnung hinweisen: Arbeitsgemeinschaft, Gruppe, Seminar , Lehrstuhl, Fakultät usw. (§430, 1c) s. RAK-WB, Anlage 11!
Vorl.: Arbeitsgemeinschaft Kavalier der Straße im Deutschen Verkehrssicherheitsrat
Ans.: Deutscher Verkehrssicherheitsrat / Arbeitsgemeinschaft Kavalier der Straße
Verw.: Arbeitsgemeinschaft Kavalier der Straße
+ Vw: es wird vom Namen der untergeordneten Körperschaft ohne den Namen der übergeordneten Körperschaft verwiesen. Die Verweisungen von "Lehrstuhl" und "Fakultät" können als pauschale Siehe-auch-Hinweise ausgeführt werden
Lehrstuhl ... s. auch als Abteilung der übergeordneten Körperschaft
Im Interesse des Suchenden ist es allerdings besser, die Möglichkeit der Namensverweisung anzuwenden (§ 192, 5 Anm.1)
Arbeitskreis Heizung und Lüftung s. Verein Deutscher Ingenieure / Arbeitskreis Heizung und Lüftung
Ist eine Körperschaft zwei oder mehreren Körperschaften direkt unterstellt, wird sie nur dann unselbständig - nämlich als Abteilung der ersten übergeordneten Körperschaft - angesetzt (§ 434)
wenn ihr Name mit denen der übergeordneten Körperschaften nicht grammatisch verbunden ist und ohne diese keine ausreichende Benennung ergibt. (!Bindestriche zwischen Initialformen der übergeordneten Körperschaften und der untergeordneten Körperschaft gelten hier nicht als grammatische Verbindung.)
wenn ihr Name einen Begriff enthält, der eindeutig eine Unterordnung ausdrückt, dieser Begriff darf allerdings nicht eine Zugehörigkeit zu mehreren Körperschaften ausdrücken z.B. "gemeinsame Abteilung". Entsendet eine Körperschaft eine ihrer Abteilungen zu einer anderen Körperschaft wird die Abteilung als Abteilung der entsendenden Körperschaft angesehen (§434, 5).
+ Vw: verwiesen wird von dem Namen der anderen übergeordneten Körperschaft mit der untergeordneten Körperschaft als Abteilung
Bei mehrstufig untergeordneten Körperschaften
wird im allgemeinen die Zwischenstufe ausgelassen (§ 432, 1)
+ Vw: verwiesen wird von der Form mit der jeweils nächsthöheren Zwischenstufe, wenn diese Stufe in der Vorlage genannt sind. (§432,2)
Vorl.: Österreichische Akademie der Wissenschaften. Arabische Kommission der Philosophisch-Historischen Klasse
Ans.: Österreichische Akademie der Wissenschaften <Wien> / Arabische Kommission
Verw.: Österreichische Akademie der Wissenschaften <Wien> / Philosophisch-Historische Klasse / Arabische Kommission
Allerdings werden die Zwischenstufen nicht übergangen, wenn durch die Übergehung identische Ansetzungen verschiedener Körperschaften entstünden
+ Vw: dann kann allerdings von der Form ohne Zwischenstufe verwiesen werden, wenn die Sachlage nicht eindeutig ist (§432, 3).
Wie ist eine solche als unselbständig zu behandelnde untergeordnete Körperschaft anzusetzen?
Zuerst wird die übergeordnete Körperschaft angegeben, dann folgt nach einem Schrägstrich die untergeordnete als Abteilung. Sollte im Namen der untergeordneten Körperschaft der Name der übergeordneten enthalten sein, wird dieser im Normalfall nach dem Schrägstrich nicht noch einmal mit angegeben.
Wenn man aber den Namen der übergeordneten Körperschaft nicht vom Namen der untergeordneten trennen kann, weil beide in ununterbrochener Buchstabenfolge geschrieben sind, oder weil der Name der übergeordneten Körperschaft nur in Teilen im Namen der untergeordneten enthalten sind, ist beides anzugeben.
Vorl.: Alpenvereinsbücherei des Deutschen Alpenvereins
Ans.: Alpenvereinsbücherei <München>
Verw.: Deutscher Alpenverein / Alpenvereinsbücherei
Das Regelwerk unterscheidet hier allerdings zwischen Buchstabenfolge einerseits und einer Folge von Initialen andrerseits: wenn die untergeordnete Körperschaft mit den Initialen der übergeordneten Körperschaft beginnt, werden diese Initialen nicht mitangesetzt.
Eine unselbständig angesetzte untergeordnete Körperschaft erhält nur dann eine Ordnungshilfe, wenn es zur Unterscheidung gleichnamiger Körperschaften nötig ist - also nicht in jedem Fall, wenn sie ortsgebunden ist ! § 438
Vorl.: ALA Library, Chicago, Illinois
Ans.: American Library Association / Library
8. 3. 3. Selbständige Ansetzung (§ 429)
Körperschaften, die einer Körperschaft unterstellt oder zugehörig sind, werden selbständig angesetzt, (vgl. RAK-WB, Anlage 10)
wenn ihr Name ohne den Namen der übergeordneten Körperschaft eine ausreichende Benennung ergibt
Bei der Ansetzung wird in diesem Fall der Name der übergeordneten Körperschaft weggelassen
Vorl.: Institut für Milchverwertung der Bundesanstalt für Milchforschung Kiel
Ans.: Institut für Milchverwertung <Kiel>
Verw.: Bundesanstalt für Milchforschung <Kiel> / Institut für Milchverwertung
wenn ihr Name zusammen mit dem Namen der übergeordneten Körperschaft in ununterbrochener Buchstabenfolge geschrieben werden kann.
Vorl.: Universitätsbibliothek Stuttgart
Ans.: Universitätsbibliothek <Stuttgart>
Verw.: Universität <Stuttgart> / Universitätsbibliothek
Bei der Ansetzung bleibt dann auch der Name der übergeordneten Körperschaft erhalten.
wenn ihr Name nur Teile des Namens der übergeordneten Körperschaft enthält, aus denen nicht hervorgeht, dass es sich um eine Körperschaft handelt.
Vorl.: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Ans.: Max-Planck-Institut für Hirnforschung <Frankfurt, Main>
Verw.: Planck-Institut für Hirnforschung <Frankfurt, Main>
Verw.: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften / Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Bei der Ansetzung wird in diesem Fall der vorhandene Teil des Namens der übergeordneten Körperschaft übernommen.
in allen Fällen wird von der übergeordneten Körperschaft mit der untergeordneten als Abteilung verwiesen, wenn die übergeordnete Körperschaft in der Vorlage genannt ist.
wegen einer Verweisung mit der Initialenform s. § 429, 2
Körperschaften, die zwei oder mehreren Körperschaften direkt unterstellt oder zugehörig sind, werden abgesehen von den Fällen in § 434 (s.o.) selbständig angesetzt (§ 433).
Bei der Ansetzung bleibt der Name der übergeordneten Körperschaften nur erhalten,
wenn ohne diesen Name die Benennung nicht ausreicht
wenn aus Begriffen wie "gemeinsam"... hervorgeht, dass die Körperschaft zu mehreren Körperschaften gehört.
Von allen übergeordneten Körperschaften mit der untergeordneten als Abteilung wird verwiesen, wenn die übergeordneten Körperschaften in der Vorlage genannt sind.
Wegen der Verweisungen mit einer Initialenform s. § 433, 4.
8. 3. 4 .Sonderfälle
Exekutiv- und Informationsorgane, Organe mit Entscheidungsbefugnissen:
das sind Organe, die für das Ganze einer Körperschaft sprechen z.B. Vorstand, Pressestelle, Mitgliederversammlung: sie werden nicht mitangesetzt (§ 435).
+ Vw: verwiesen wird nur, wenn das Organ auch selbständig zitiert werden oder nicht eindeutig als solches erkannt werden kann. (§ 435, 4)
Aber: Wenn diesen Exekutiv- und Informationsorganen Körperschaften untergeordnet sind, die auch als untergeordnete Körperschaften anzusetzen sind, werden diese Exekutiv- und Informationsorgane als Abteilung der übergeordneten Körperschaft angesetzt.
+ Vw: Es sind hier Siehe-auch-Hinweise zu machen (§192,4a):
Deutsche Bundesbahn / Vorstand
s. auch Deutsche Bundesbahn
Aber: Exekutiv- und Informationsorgane der großen internationalen Staatengemeinschaften (Uno) und deren Gliederungen (Unesco usw.) werden als Abteilung angesetzt. (§435, 2)
Unbestimmte Gruppen:
Veröffentlichungen einer unbestimmten Gruppe (Mitarbeiter, Mitglieder u.ä.) einer Körperschaft werden als Veröffentlichungen der Körperschaft angesehen. (§ 436)
Sammlungen ohne körperschaftliche Organisation (§ 437):
Wenn Sammlungen von Büchern, Gemälden u.ä. innerhalb von der Körperschaft keine eigene körperschaftliche Organisation haben, werden sie nur unter der Körperschaft, zu der sie gehören, angesetzt. Sie werden jedoch als Abteilung angesetzt, wenn sie einen selbständig zitierbaren Namen haben.
8. 4. Gebietskörperschaften (§§ 440-461)
8. 4. 1. Allgemeines
Als Gebietskörperschaften gelten:
"alle Körperschaften, die (volle oder eingeschränkte) staatliche Funktionen in einem bestimmten Territorium ausüben oder auszuüben beanspruchen, z.B. Staaten, Gliedstaaten, Bundesländer, Kantone;"
"ihre regionalen oder lokalen Verwaltungseinheiten, z. B. Provinzen, Bezirke, Departments, Counties, ...Kreise, Gemeinden."
(= § 649)
Prinzip der Ansetzung:
Eine Gebietskörperschaft wird im allgemeinen unter ihrem offiziellen Namen in der Sprache des betreffenden Gebietes angesetzt (internationales Prinzip).
Vorl.: Mailand
Ans.: Milano
Verw.: Mailand
Ausnahme: Ist ein konventioneller Name, eine Kurzform des Namens oder eine Initialenform wesentlich bekannter, wird diese genommen - immer aber in der amtlichen Sprache des Gebietes.
konventioneller Name:
Vorl.: Frankreich
Ans.: France
Verw.: République Française
Verw.: Frankreich
Ans.: United States
Verw.: United States of America
Verw.: USA
Verw.: Vereinigte Staaten
Initialenform:
Ans.: SSSR
Verw.: UdSSR
Verw.: Sojuz Sovetskich Socialisti'ceskich Respublik
Früher und später s. Rossija
werden gemacht von allen von der Ansetzung abweichenden vorliegenden Benennungen (allerdings nicht von Benennungen, die mit allgemeinen Gattungsbegriffen wie Staat, Stadt, Land beginnen),
werden gemacht von zu ermittelnden offiziellen Namensformen und Namensformen in deutscher Sprache. (§ 440)
8. 4. 2. Ansetzung von Staaten
Änderungen bei Staaten:
Verfassungs- und Statusänderungen allein bewirken keine Veränderung der Namensansetzung, sonst müsste man bei manchen Staaten zu oft im Katalog neu ansetzen. (§444,1)
Allerdings werden in einigen Fällen bei Gebietskörperschaften, deren Namen lange Zeit unverändert bleibt, Periodisierungen eingeführt z.B. Great Britain; Rossija bzw SSSR; Deutschland (in 14 Körperschaften aufgeteilt!) (RAK-WB, Anlage 7)
Ans.: Deutschland <DDR>
Verw.: DDR
Verw.: Deutsche Demokratische Republik
Verw.: Deutschland <1949 - 1990, DDR>
Früher s. Deutschland <Gebiet unter Alliierter Besatzung>
Später s. Deutschland
Bei Teilungen werden die früheren und späteren Einheiten getrennt angesetzt (+ Verknüpfungsverweisungen); auch bei einem Zusammenschluss von vorher selbständigen Staaten wird getrennt angesetzt. Das gilt allerdings nicht für den Fall, dass eine wesentlich kleinere Einheit einer großen Gebietskörperschaft ein- bzw. ausgegliedert wird (§445,1).
Deckt sich der Name bei Staaten und Gliedstaaten mit dem Namen ihrer Hauptstadt, wird dem Staat eine allgemeine OH in der Originalsprache hinzugefügt (§ 446).
Vorl.: Königreich Hannover
Ans.: Hannover <Staat>
Verw.: Königreich Hannover
8. 4. 3. Ansetzung von Gliedstaaten. Verwaltungsbezirken (§ 441)
Es handelt sich um Kantone, Regierungsbezirke, Landkreise usw.
Bei der Ansetzung werden diese Bezeichnungen übergangen, wenn der Rest des Namens für sich allein bestehen kann.
+ pauschale Siehe-auch-Hinweise (§192,5e):
--> auch unter dem Körperschaftsnamen ohne diese Bezeichnung
Vorl.: Kanton Graubünden
Ans.: Graubünden
Vorl.: Kanton Schwyz
Ans.: Schwyz <Kanton>
Bei Gliedstaaten und Verwaltungsbezirken, die nach einem Ort oder zwei und mehreren Orten benannt sind, sind die Ansetzungsregeln für Orte zu beachten. Allerdings werden im allgemeinen erläuternde Zusätze beim Ortsnamen weggelassen.
8. 4. 4 .Ansetzung von Orten und Ortsteilen (§ 442)
vgl. RAK-WB, Anlage 16, Städteliste
Probleme können entstehen durch:
den offiziellen Namenszusatz "Bad" und ähnliches: diese Orte werden ohne eine solchen Zusatz angesetzt
Vorl.: Stuttgart-Bad Cannstatt
Ans.: Stuttgart-Cannstatt
Verw.: Stuttgart- Bad Cannstatt (vgl. § 440,5)
Verw.: Cannstatt
man macht eine Verweisung vom Namen mit dem Zusatz "Bad" und einen pauschalen Siehe-auch-Hinweis (§192,5f):
Erläuternde Zusätze zu Ortsnamen werden nicht mitangegeben, sondern, wenn es zur Unterscheidung nötig ist, als OH hinzugefügt (§ 447). (Ausnahme: Orte aus bestimmten Ländern z.B. England...)
Ortsteile (§ 443)
Die wichtigsten Ortsnamen der Welt sind in RAK-WB Anlage 16 aufgelistet.
Namentlich benannte Ortsteile werden immer mit ihrem Hauptort angesetzt (angeschlossen mit Bindestrich)
+ Vw von der vorliegenden Form des Ortsteils, wenn er ohne Hauptort in der Vorlage erscheint.
Wurmlingen s. Rottenburg-Wurmlingen
Ortsteilangaben, die aus einer Zählung bestehen, werden ebenfalls als Abteilung des Hauptorts angesetzt
+ eventuell Vw von der Zählung eines Ortsteils (Zählung wird OH)
Vorl.: Wien, 13. Bezirk, Hietzing
Ans.: Wien-Hietzing
Verw.: Hietzing
Verw.: Wien / Bezirk <13>
Bei eingemeindeten Orten wird im allgemeinen nur eine einseitige Vw (später -->) auf den Hauptort gemacht.
Undingen Später s. Sonnenbühl
Gibt es mehrere Orte gleichen Namens wird dem unbekannteren eine OH angefügt. (§446. 447. Zur Ermittlung gleichnamiger Orte sind die in RAK-WB, Anlage 17 genannten Nachschlagewerke heranzuziehen!) Bei Orten der USA allerdings wird immer der Staat hinzugefügt (in der üblichen Abkürzung; bei einer Folge von Initialen ohne Abkürzungspunkte s. RAK-WB,Anlage 8). Wegen der Ordnungshilfen bei Orten Australiens, Kanadas und Japans sind die Anlagen 14 und 15 zu beachten.
8. 4. 5. Organe einer Gebietskörperschaft
Als Organe von Gebietskörperschaften gelten:
"die ihnen unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, die vorwiegend legislative, exekutive, administrative, richterliche, informative, diplomatische oder militärische Funktionen haben ..."
" ferner stets ohne Rücksicht auf ihre Funktion die ihnen unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, deren Name einen Begriff enthält, mit dem gewöhnlich Organe von Gebietskörperschaften bezeichnet werden, wie z.B. Amt, Behörde, Verwaltung und entsprechende fremdsprachige Benennungen; ausgenommen sind die Verwaltungseinheiten von Post- und Verkehrseinrichtungen." (= § 650)
Vorl.: Baden-Württemberg, Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Ans.: Baden-Württemberg / Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Ein Organ einer Gebietskörperschaft wird als deren Abteilung angesetzt.
+ pauschaler Siehe-auch-Hinweis und/oder Namensverweisung vom Namen des Organs (§192,5d)
s. auch als Abteilung der übergeordneten Körperschaft
+ eventuell Vw, wenn das Organ einer Gebietskörperschaft als Organ einer anderen Gebietskörperschaft angesehen werden kann.
Bei der Ansetzung ist zu beachten:
folgende Bestandteile sind wegzulassen, sofern sie nicht in ununterbrochener Buchstabenfolge geschrieben sind oder unlösbar verbunden sind (§ 450)
der Name der Gebietskörperschaft
Zugehörigkeitsangaben wie "staatlich, städtisch" usw. Diese Zugehörigkeitsangaben müssen sich auf das ganze Organ beziehen, nicht auf ein einzelnes Substantiv innerhalb des Namens des Organs.
von Titulaturen abgeleitete Angaben (! das gilt nur bei Gebietskörperschaften!).
Organe einer Gebietskörperschaft erhalten nur dann eine Ordnungshilfe, wenn es mit einem anderen Organ der Gebietskörperschaft sonst gleich wäre.
In diesem Fall erhält ein ortsgebundenes Organ den Ort seines Sitzes als OH (§ 455).
Zwischenstufen werden bei der Ansetzung im allgemeinen übergangen, es sei denn, man benötigt wegen Eindeutigkeit alle Zwischenstufen zur Ansetzung. (§449, 1)
Verwiesen wird von der Form mit der jeweils nächsthöheren Zwischenstufe, wenn diese in der Vorlage genannt ist.
Zu beachten ist weiterhin, dass in manchen Fällen ("Abteilung, Referat") die übergeordnete Körperschaft ohne dieses Organ angesetzt wird. Näheres s. § 449, 4. 5.
Bei Spitzenorganen, Exekutiv- und Informationsorganen sowie der Vertretungskörperschaften, die eine Gebietskörperschaft als Ganzes vertreten, wird dann auf die Ansetzung als Abteilung der Gebietskörperschaft verzichtet, wenn
es sich um regionale Verwaltungseinheiten, die keine Staaten oder Gliedstaaten sind, handelt (Kreise, Bezirke...)
es sich um lokale Verwaltungseinheiten (Städte...) handelt.
Wenn diesen untergeordneten Organen allerdings weitere Körperschaften unterstellt sind, müssen diese untergeordneten Organe mitangesetzt werden.
Verweisungen werden folgende gemacht:
vom nicht berücksichtigten Organ als pauschaler Siehe-auch-Hinweis oder als Namensverweisung
s. auch die übergeordnete Körperschaft
Magistrat <Frankfurt, Main> s. Frankfurt <Main>
vom nicht berücksichtigten Organ als Abteilung der Gebietskörperschaft
Frankfurt <Main> / Magistrat s. Frankfurt <Main>
von der Körperschaft mit dem angesetzten Organ, wenn dieses benötigt wird (§451)
Frankfurt <Main> / Magistrat
s. auch Frankfurt <Main> (§192,4b)
Organe einer Besatzungs- und Kolonialmacht s. § 452
Diplomatische Vertretungen s. § 453
Militärische Körperschaften s. § 454
8. 4. 6. Nicht als Organe einer Gebietskörperschaft geltende Körperschaften
Nicht als Organe von Gebietskörperschaften
"gelten die ihnen unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, die sich vorwiegend und unmittelbar mit erzieherischen, kulturellen, wissenschaftlichen, technischen, kommerziellen, berufsständischen, religiösen, sozialen u. ä. Aufgaben befassen, z.B. Schulen..."
"gelten ferner stets ohne Rücksicht auf ihre Funktion die ihnen unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, deren Name einen Begriff enthält, mit dem gewöhnlich Einrichtungen von Gebietskörperschaften bezeichnet werden, die keine Organe sind, wie z.B. Anstalt, Institut und entsprechende fremdsprachige Benennungen." (=§ 651,2)
(Entgegen dem Wortlaut des § 651,2 wird das formale Kriterium gegenüber dem inhaltlichen eingeschränkt durch § 457,2 Erl.)
Vorl.: Bibliothekarlehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen
Ans.: Bibliothekarlehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen <Köln>
Verw.: Nordrhein-Westfalen / Bibliothekarlehrinstitut
Wenn ein solches Organ selbständig angesetzt werden muss, muss vom Namen der übergeordneten Gebietskörperschaft mit diesem Organ verwiesen werden, wenn dieses Organ als Organ der Gebietskörperschaft aufgefasst werden kann. Das trifft zu, wenn der Name des Organs mit den Begriffen
Anstalt, Stelle, Zentrale
den Zugehörigkeitsbegriffen Bundes-, Landes-, staatlich usw. gebildet ist (§ 457, 1.2)
Eine Verweisung ist auch fällig, wenn ein Nicht-Organ einer Gebietskörperschaft als Organ einer anderen Gebietskörperschaft aufgefasst werden könnte (§ 457, 3).
Bei der Ansetzung von Nicht-Organen ist noch zu beachten, dass ein enthaltener Name der übergeordneten Gebietskörperschaft bei der Ansetzung erhalten bleibt (Ausnahme: Ortsangaben am Schluss des Namens der Körperschaft) (§ 459).
8. 5 Religionsgemeinschaften und ihre Organe (§§ 462 - 477)
Vorbemerkung: Die Regeln für die Ansetzung, für Haupteintragung und Nebeneintragung für Religionsgemeinschaften und ihrer Organe entsprechen im allgemeinen den Regeln für die Gebietskörperschaften und ihrer Organe.
Als Religionsgemeinschaft gelten:
"alle in Lehre, Kult und Disziplin selbständigen religiösen Körperschaften oder Zusammenschlüsse solcher Körperschaften, z.B. Kirchen, Landeskirchen, Freikirchen, Sekten, Kirchenbünde;
ihre Verwaltungseinheiten regionalen, lokalen oder personalen Charakters, z.B.... Dekanate, Kirchenprovinzen, Diözesen..., Orden ... und ähnliche religiöse Gemeinschaften einschließlich ihrer regionalen und lokalen Einheiten, wie Ordensprovinzen, Abteien, Klöster." = § 664.
Grundregel der Ansetzung: man nimmt die amtliche Sprache der betreffenden Religionsgemeinschaft.
Auch hier ist zu unterscheiden zwischen den Organen einer Religionsgemeinschaft
als ihre Organe gelten die ihr unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, die vorwiegend legislative, administrative, richterliche, informative oder diplomatische Funktionen haben, z.B. Kirchenleitungen
ebenso stets ohne Rücksicht auf ihre Funktion die ihr unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, deren Namen einen Begriff enthält, mit dem gewöhnlich Organe von Religionsgemeinschaften bezeichnet werden, z.B. Amt, Behörde, Verwaltung. (§ 665)
und nicht als Organe einer Religionsgemeinschaft geltenden Körperschaften
nicht als Organ gelten die ihr unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, die sich vorwiegend und unmittelbar mit erzieherischen, kulturellen, wissenschaftl., berufsständischen, sozialen Aufgaben befassen, z.B. Schulen, Bibliotheken, Krankenhäuser usw.
ebenso ohne Rücksicht auf ihre Funktion die ihr unterstellten oder zugehörigen Körperschaften, deren Name einen Begriff enthält, mit dem gewöhnlich Einrichtungen von Religionsgemeinschaften bezeichnet werden, die keine Organe sind, wie z.B. Anstalt, Institut. (§ 666)
Kapitel 9: Körperschaften: Haupt- und Nebeneintragungen