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Timestamp: 2018-01-17 09:10:13
Document Index: 362294017

Matched Legal Cases: ['§8', '§1', '§49', '§49', '§19', '§1', '§42', '§ 38']

ausländischer Geschäftsführer - Lohnsteuer
Thema: ausländischer Geschäftsführer - Lohnsteuer
08.01.2018, 17:49 #1
in der BP wurde festgestellt, dass die Lohnsteuer für die ausländischen GFern nicht abgeführt wurde und nun die Gesellschaft dafür aufkommen muss.
Wie errechnet sich die Rückstellung?
Nimmt man den jeweiligen Steuersatz des Jahres, wo versäumt wurde dies abzuführen?
Rechnet man Soli mit rein?
Ich persönlich hätte den (vermutlich) Steuerhöchstsatz genommen und die Summe aller GF Gehälter, der verschiedenen GF, und damit die Steuer errechnet. Soli hätte ich glaub nicht einbezogen.
Gibt es hierfür was spezielles zu beachten?
09.01.2018, 14:12 #2
es ist vermutlich etwas komplizierter.
Nachfolgende Antwort setzt voraus, dass die ausländischen Geschäftsführer in Deutschland weder über einen Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthaltsort (§§8,9 AO) verfügen.
In dem Fall sind diese natürlichen Personen in Deutschland beschränkt steuerpflichtig nach §1(4)EStG mit ihren inländischen Einkünften nach §49 EStG.
Hier ist es dann der §49(1)Nr.4c EStG (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Vergütung für eine Tätigkeit als Geschäftsführer(...) einer Gesellschaft mit Geschäftsleitung im Inland bezogen werden)
Somit §§19, 38 und 38a EStG; bezogen auf den jeweiligen Veranlagungszeitraum. Der Soli ist gem. §§1 ff SolZG auch zu berücksichtigen.
Da kam also lt BP bei euch klar der §42d(1)Nr.1 EStG zum tragen?
09.01.2018, 15:16 #3
Lt. dem was ich weiß, hatten die GF einen Wohnsitz in Deutschland erhielten aber nicht von Deutschland ihr Gehalt, hätten hier in Deutschland aber versteuern müssen.
Auf welchen § sich der BP bezieht kann ich so nicht sehen.
Also würde ich jetzt "pauschal" als Rückstellung die Gehälter zusammen rechnen und sie mit dem jetzigen Steuersatz "veranlagen" plus Soli.
Das dürfte doch als RSt erstmal reichen, oder?
Von der Höhe der Rückstellung würde ich dennoch jedes Jahr für das Gehalt der einzelnen Personen einzeln betrachten.
Um was für ein Gesamtkonstrukt handelt es sich denn, in DE dann eine Betriebsstätte?
Durch den Wohnsitz in DE ist auch die Herleitung aus meinem vorigen Beitrag unpassend.
ich muss zur Frage vielleicht die folgenden Fragen aufwerfen:
1.) Wer ist den Schuldner der nachzuentrichtenden Lohnststeuer?
Nach § 38 II 1 EStG der/die GF.
Damit ist die LSt erst einmal überhaupt keine betriebliche Schuld, welche eine RS rechtfertigen würde.
2.) Warum zahlt der Arbeitgeber dann überhaupt die LSt?
Der Arbeitgeber kann gegenüber dem FA erklären, dass er vorrangig als Haftungsschuldner (d.h. er steht für fremde Schuld [die der GF] ein) in Anspruch genommen werden möchte.
Mit dieser Erklärung wird die Haftungsschuld dann zu einer betrieblichen Schuld.
3.) Kann überhaupt eine RS bilanziert werden?
Erst im Zeitpunkt der Haftungsinanspruchnahme wird eine betriebliche Schuld realisiert (in 2017!). Damit dürfte sich die Frage der RS im Prüfungszeitraum erübrigt haben; eine Verbindlichkeit der Haftungsschulden ist zu bilanzieren.
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