Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F91-II-457%3Afr
Timestamp: 2016-10-26 09:19:45
Document Index: 292478710

Matched Legal Cases: ['Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 23', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 471', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 59', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 470', 'Art. 28', 'Art. 471', 'Art. 472', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 1826', 'Art. 22', 'Art. 61', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 22', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 1', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 472', 'Art. 28', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 61', 'Art. 1826', 'Art. 22', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 477', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 22', 'Art. 471', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art 59', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 477', 'Art. 472', 'Art. 61', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 59', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 472', 'Art. 59', 'BGE', 'Art. 471', 'Art. 28', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 28', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 59', 'Art. 472', 'Art. 471', 'Art. 472', 'Art. 28', 'Art. 59', 'BGE', 'Art. 472', 'Art. 22', 'Art. 59', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 61', 'Art. 472', 'Art. 472', 'Art. 28', 'Art. 22', 'Art. 59', 'Art. 471', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 59', 'BGE', 'Art. 471', 'Art. 5', 'Art. 472', 'BGE', 'Art. 472', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 59', 'Art. 22', 'Art. 5', 'Art. 5']

91 II 45763. Urteil der II. Zivilabteilung vom 16. Dezember 1965 i.S. Venerabile Arciconfraternit� della Misericordia di Firenze gegen Ugo Persichelli und Konsorten.
Succession d'un Suisse dont le dernier domicile �tait � l'�tranger. 1. La succession d'un Suisse qui avait son dernier domicile en Italie est soumise � la juridiction du lieu d'origine; elle est d�s lors r�gie par le droit suisse. Convention d'�tablissement et consulaire entre la Suisse et l'Italie du 22 juillet 1868; art. IV du protocole concernant l'ex�cution de cette convention internationale. M�me solution en appliquant l'art. 28 LRDC et la l�gislation italienne. Quel estle lieu d'origine d�terminant lorsqu'un Suisse poss�de plusieurs droits de cit�? Art. 22 al. 3 CC (consid. 1). 2. Par droit du canton d'origine au sens de l'art. 28 LRDC, il faut entendre le droit en vigueur dans le canton d'origine. Au droit cantonal en vigueur lorsque la LRDC a �t� promulgu�e s'est substitu�, pour l'essentiel, le droit unifi� du CC (consid. 2 et 3). 3. Gen�se de l'art. 59 al. 2 Tit. fin. CC. Cette disposition a �t� publi�e en bonne et due forme comme partie int�grante de la loi; elle a donc force obligatoire (consid. 4). Elle se rapporte seulement au d�funt qui avait son dernier domicile en Suisse et conf�re au Suisse domicili� dans un autre canton que son canton d'origine le droit de soumettre sa succession, par une disposition pour cause de mort, aux r�gles sp�ciales �dict�es, le cas �ch�ant, par son canton d'origine dans le cadre de l'art. 472 CC (consid. 5). 4. A moins qu'elle ne soit r�gie par le droit �tranger, la succession d'un Suisse domicili� � l'�tranger est soumise au droit f�d�ral; en particulier, pour ce qui concerne la r�serve des fr�res et soeurs, elle est soumise � l'art. 471 ch. 3 CC, non aux dispositions sp�ciales que le canton d'origine du d�funt aurait �ventuellement �dict�es. Doit-on r�server �galement dans le cas du Suisse domicili� � l'�tranger une "professio juris" tendant � l'application de ce droit particulier? Question laiss�e ind�cise (consid. 6). Faits � partir de page 459
BGE 91 II 457 S. 459
A.- Fr�ulein Hedwig H�usser-Stromboli, geboren am 2. Oktober 1875 in Basel, starb am 22. Januar 1962 in Florenz. Sie war B�rgerin von Zollikon (Kanton Z�rich) und Basel. Nach ihrer �bersiedlung von Basel, dem bisherigen Wohnsitz, nach Florenz wurde sie am 16. Mai 1916 von einem in Florenz wohnhaften Ehepaar italienischer Nationalit�t, Professor Pietro Agostino Stromboli und Frau Bertha Stromboli geborenen Rohr, adoptiert, behielt jedoch ihr schweizerisches B�rgerrecht als ausschliessliches bei. Den Wohnsitz hatte sie hinfort bis zu ihrem Tode in Florenz.
B.- Am 26. und 28. August 1949 errichtete Hedwig H�usser-Stromboli in Basel ein �ffentliches Testament, wodurch sie ihr in Basel befindliches Verm�gen der Gesellschaft zur Bef�rderung des Guten und Gemeinn�tzigen und der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft vermachte.
Mit einem eigenh�ndigen, am 25. August 1957 in Florenz errichteten Testament verf�gte sie sodann �ber ihr in Italien gelegenes Verm�gen, das sie von ihren Adoptiveltern erworben hatte. Als Erbin setzte sie die Venerabile Arciconfraternit� della Misericordia di Firenze ein, eine Vereinigung mit juristischer Pers�nlichkeit zum Wohl der Armen und Kranken; das Testament enth�lt ferner Verm�chtnisse, so deren drei zu Gunsten der Neffen Ugo Persichelli und Giovanni Persichelli sowie der Nichte Santina Saporiti-Persichelli. Es sind dies die Kinder der am 12. Dezember 1962 in Rom verstorbenen Frau Witwe Anna Helena Persichelli-H�usser, einer Schwester der Erblasserin.
C.- Bereits diese die Erblasserin �berlebende Schwester hatte sich gegen�ber dem in Basel errichteten Testament auf ihre Eigenschaft als einzige Erbin berufen - was zutraf, da sowohl die Eltern wie auch zwei ledige Schwestern der Erblasserin vorverstorben waren - und ihren Pflichtteil von einem Viertel verlangt. Die betreffenden Verm�chtnisnehmer anerkannten diesen Anspruch und schlossen am 10. Oktober 1962 mit der Ansprecherin einen Teilungsvertrag, wonach diese den verlangten Viertel der vermachten Verm�genswerte erhielt.
D.- Am 18. Januar 1963 erhoben Ugo Persichelli, Giovanni BGE 91 II 457 S. 460Persichelli und Santina Saporiti-Persichelli beim Zivilgericht des Kantons Basel-Stadt Klage gegen die Venerabile Arciconfraternit� della Misericordia di Firenze, mit dem Begehren:
"Es sei die letztwillige Verf�gung des am 22. Januar 1962 verstorbenen Fr�ulein Hedwig Stromboli vom 25. Januar 1957 um den Pflichtteil der am 12. Dezember 1962 verstorbenen Mutter der Kl�ger um einen Viertel des Nachlasses herabzusetzen und demgem�ss die Beklagte zur Auslieferung von ..., abz�glich ein Viertel der italienischen Erbschaftssteuer auf dem Gesamtnachlass, genaue Abrechnung vorbehalten, zu verurteilen unter o/e Kostenfolge f�r die Beklagte."
Die beklagte testamentarische Erbin beantragte die Abweisung der Klage unter Kostenfolge.
E.- Sowohl das Zivilgericht, mit Urteil vom 27. Mai 1964, wie auch das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, mit Urteil vom 15. Januar 1965, haben die Klage dahin gutgeheissen, dass die letztwillige Verf�gung der Hedwig H�usser-Stromboli vom 25. August 1957 um den Pflichtteil der am 12. Dezember 1962 verstorbenen Mutter der Kl�ger von einem Viertel auf drei Viertel des Nachlasses herabgesetzt werde. Die mit der Herabsetzungsklage verbundene Leistungsklage wurde in erster Instanz abgewiesen und in zweiter Instanz nicht aufrecht erhalten.
F.- Mit vorliegender Berufung an das Bundesgericht h�lt die Testamentserbin am Antrag auf Abweisung der Herabsetzungsklage fest. Der Antrag der Kl�ger geht auf Best�tigung des die Klage gutheissenden Urteils.
1. Nach Art. 17 Abs. 4 des Niederlassungs- und Konsularvertrages zwischen der Schweiz und Italien vom 22. Juli 1868 in Verbindung mit Abs. 3 daselbst und nach der hiezu in Art. 1V des Protokolls betreffend die Vollziehung dieses Staatsvertrages angebrachten Erg�nzung sind Streitigkeiten, welche zwischen den Erben eines in Italien verstorbenen Schweizers hinsichtlich seines Nachlasses entstehen k�nnten, vor dem Richter des Heimatortes des Erblassers auszutragen. �ber das hiebei anwendbare materielle Recht sprechen sich die erw�hnten internationalen Vereinbarungen nicht aus. Es ist jedoch allgemein anerkannt, dass die Zust�ndigkeit des Richters des schweizerischen Heimatortes die Anwendung des schweizerischen BGE 91 II 457 S. 461Rechts nach sich zieht (vgl. Verwaltungsentscheide der Bundesbeh�rden 6/1932 Nr. 98 S. 121, 7/1933 Nr. 81 S. 101/2, 8/1934 Nr. 70 S. 100; A. SCHNITZER, Handbuch des internationalen Privatrechts, 4. A., Bd. II S. 552; R. ANLIKER, Die erbrechtlichen Verh�ltnisse der Schweizer im Ausland und der Ausl�nder in der Schweiz, S. 69; F. MASPOLI, Le successioni e il trattato italo-svizzero S. 62). Das gilt ohne R�cksicht auf die Staatsangeh�rigkeit und den Wohnsitz der Streitparteien (BGE 42 I 108 ff.; SCHNITZER, a.a.O.). Die vorliegende Streitigkeit untersteht daher dem schweizerischen Recht. Es ist hief�r ohne Belang, dass sich die Klage gegen eine juristische Person des italienischen Rechtes mit Sitz in Florenz richtet und die Kl�ger italienische Staatsb�rger mit Wohnsitz in Italien sind.
Die gleiche L�sung w�rde sich �brigens beim Fehlen einer staatsvertraglichen Regelung zwischen der Schweiz und Italien bereits aus der in Art. 28 NAG getroffenen Regelung ergeben. Nach dessen Ziff. 2 unterstehen die Schweizer mit (letztem) Wohnsitz im Ausland (in bezug auf die Erbfolge in ihren Nachlass) dem Recht und der Gerichtsbarkeit des Heimatkantons, wenn sie nach der ausl�ndischen Gesetzgebung nicht dem ausl�ndischen Recht unterworfen sind. Hier fallen die dem italienischen Codice civile von 1942 vorausgehenden "Disposizioni sulla legge in generale" in Betracht. Nach ihrem Art. 23 untersteht die Erbfolge unabh�ngig vom Orte, wo sich die Verm�genswerte befinden, dem Gesetz des Staates, dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes angeh�rte.
("23. Legge regolatrice delle successioni per causa di morte. - Le successioni per causa di morte (456 s.) sono regolate, ovunque siano i beni, dalla legge dello Stato al quale apparteneva, al momento della morte, la persona della cui eredit� si tratta").
Die Parteien sind denn auch dar�ber einig, dass der vorliegende erbrechtliche Streit von den schweizerischen Gerichten und zwar nach schweizerischem Rechte zu entscheiden ist, und dass, soweit dabei kantonales Recht zur Anwendung kommt, es dasjenige des Kantons Basel-Stadt ist. In der Tat ist nach Art. 22 Abs. 3 ZGB bei einer Mehrzahl schweizerischer Heimatorte derjenige f�r die Heimatangeh�rigkeit entscheidend, wo die betreffende Person ihren Wohnsitz hat oder zuletzt hatte, und beim Fehlen eines solchen Wohnsitzes der Ort, dessen B�rgerrecht sie oder ihre Vorfahren zuletzt erwarben.BGE 91 II 457 S. 462
Wie erw�hnt, hatte die Erblasserin ihren Wohnsitz vor ihrer �bersiedlung nach Florenz in Basel.
2. Der Streit geht einzig darum, ob der Schwester der Erblasserin als der einzigen sie �berlebenden gesetzlichen Erbin ein Pflichtteilsanspruch nach Art. 471 Ziff. 3 ZGB zustand. Trifft dies zu, so ist dieser Anspruch auf die Kl�ger, die Kinder und einzigen gesetzlichen Erben jener inzwischen verstorbenen Erbin, �bergegangen. Auf diesen Sachverhalt st�tzt sich die vorliegende von den kantonalen Gerichten gesch�tzte Herabsetzungsklage. Demgegen�ber beruft sich die beklagte Testamentserbin auf die Sonderregelung, die der Kanton Basel-Stadt gest�tzt auf Art. 472 ZGB in Verbindung mit Art. 59 Abs. 2 ZGB'SchlT und Art. 22 NAG in � 125 des EG zum ZGB getroffen hat. Diese Bestimmung lautet:
"Geschwister eines Erblassers, der im Kanton Basel-Stadt heimatberechtigt war und entweder in dessen Gebiet seinen letzten Wohnsitz hatte oder, bei anderweitigem Wohnsitz, die Erbfolge in seinen Nachlass dem Rechte von Basel-Stadt unterstellt hatte, haben keinen Pflichtteilsanspruch."
Die Beklagte �bersieht nicht, dass weder die eine noch die andere der in diesem � 125 alternativ vorgesehenen Voraussetzungen zur Anwendung des heimatlichen kantonalen Sonderrechts erf�llt ist. Nach st�ndiger Rechtsprechung zu Art. 22 Abs. 2 NAG, auf welchen jener � 125 stillschweigend anspielt, kann der Erblasser die Erbfolge nur durch ausdr�ckliche dahingehende Verf�gung, sog. professio juris, dem Recht des Heimatkantons unterstellen (BGE 40 II 18). Indessen h�lt die Beklagte daf�r, f�r die Beerbung eines Auslandschweizers gelte, sofern sie nicht dem ausl�ndischen Recht unterworfen ist, nach Art. 28 Ziff. 2 NAG (allenfalls in Verbindung mit Art. 59 Abs. 2 ZGB'SchlT) das Sonderrecht des Heimatkantons von Gesetzes wegen.
3. Die Beklagte beruft sich in erster Linie auf den Wortlaut des beim Erlass des schweizerischen ZGB unver�ndert gebliebenen Art. 28 Ziff. 2 NAG:
"Sind diese Schweizer" ("Schweizer, welche im Ausland ihren Wohnsitz haben") "nach Massgabe der ausl�ndischen Gesetzgebung dem ausl�ndischen Rechte nicht unterworfen, so unterstehen sie dem Recht und dem Gerichtsstand des Heimatkantons".
Danach gilt, sofern die Gesetzgebung des Wohnsitzstaates nicht entgegensteht, der Heimatgerichtsstand und das Heimatrecht BGE 91 II 457 S. 463vorerst in internationaler Beziehung. Ausserdem ist festgelegt, dass sich der Gerichtsstand im Heimatkanton (und nicht etwa in einem andern Kanton) befindet und das im Heimatkanton geltende Recht (und nicht das Recht eines andern Kantons) anwendbar sei. Dagegen will die in Frage stehende Gesetzesnorm keineswegs kantonales gegen�ber eidgen�ssischem Recht zur Geltung bringen. Unter dem "Recht des Heimatkantons" ist einfach das in diesem Kanton geltende Recht zu verstehen, das beim Erlass des NAG vorherrschend kantonales Recht war, seit Inkrafttreten des schweizerischen ZGB aber nun zur Hauptsache vereinheitlichtes Bundesprivatrecht ist. Daneben gilt kantonales Privatrecht nur noch, soweit das Bundesrecht ihm Raum l�sst (Art. 5 Abs. 1 ZGB). Diese Abgrenzung der Geltungsbereiche von eidgen�ssischem und kantonalem Privatrecht ist auch f�r die Anwendung des Art. 28 Ziff. 2 NAG massgebend, wie bereits in BGE 46 II 218 /19 Erw. 2 ausgesprochen wurde und allgemein anerkannt ist (vgl. STAUFFER, N. 1 zu Art. 28 NAG; D. AEBLI, Der Pflichtteil der Geschwister und ihrer Nachkommen im schweizerischen Recht, Diss. Z�rich 1939/40 S. 95).
Daraus folgt zun�chst, dass die erbrechtliche Verf�gungsfreiheit eines (nicht dem ausl�ndischen Recht unterworfenen) Auslandschweizers sich jedenfalls insoweit nach Bundesprivatrecht, n�mlich nach Art. 470/71 ZGB richtet, als das Bundesrecht nicht die Aufstellung kantonalen Sonderrechts vorbeh�lt. Das fr�here kantonale Erbrecht ist durch das eidgen�ssische Erbrecht ersetzt worden; dieses beherrscht, soweit kein Vorbehalt kantonalen Erbrechtes Platz greift, auch die Beerbung von Auslandschweizern, welche nach Art. 28 Ziff. 2 NAG dem Heimatrecht unterstehen.
Hinsichtlich des Pflichtteilsanspruchs der Geschwister, wie ihn Art. 471 Ziff. 3 ZGB auf einen Viertel des gesetzlichen Erbanspruches bemisst, beh�lt nun freilich Art. 472 ZGB kantonale Sonderregelungen vor. Diese k�nnen in verschiedener Weise von jener bundesrechtlichen Norm abweichen, n�mlich entweder (wie � 125 des EG von Basel-Stadt) den Pflichtteilsanspruch der Geschwister aufheben oder ihn auf die Nachkommen der Geschwister ausdehnen. Eine solche Sonderregelung gilt aber nach Art. 472 ZGB nur f�r die Beerbung von B�rgern des betreffenden Kantons, die zudem ihren letzten Wohnsitz im Kantonsgebiete hatten. Diese zweite Voraussetzung BGE 91 II 457 S. 464trifft bei Kantonsb�rgern, die als Auslandschweizer (d.h. eben mit letztem Wohnsitz im Auslande) gestorben sind, offensichtlich nicht zu.
Zu pr�fen bleibt, ob, was die Beklagte ferner geltend macht, der Anwendungsbereich der auf Art. 472 ZGB beruhenden kantonalen Sonderregelungen durch Art. 59 (urspr�nglich 61) des Schlusstitels des ZGB auf eine auch f�r den vorliegenden Erbfall massgebliche Weise erweitert wurde.
4. Die ersten zwei Abs�tze des Art. 59 ZGB'SchlT lauten:
"Das Bundesgesetz betreffend die zivilrechtlichen Verh�ltnisse der Niedergelassenen und Aufenthalter vom 25. Juni 1891 bleibt f�r die Rechtsverh�ltnisse der Schweizer im Auslande und der Ausl�nder in der Schweiz, und soweit kantonal verschiedenes Recht zur Anwendung kommt, in Kraft.
Insbesondere wird das kantonale Pflichtteilsrecht betreffend die Geschwister und ihre Nachkommen als heimatliches Recht der Kantonsangeh�rigen anerkannt (Art. 22 des genannten Gesetzes)."
Aus dem ersten Absatz l�sst sich f�r die Ansicht der Beklagten nichts herleiten. Es ergibt sich daraus f�r den vorliegenden Fall nur die Weitergeltung des Art. 28 NAG, der, wie soeben dargetan (Erw. 3), in Ziff. 2 nun das vereinheitlichte schweizerische Privatrecht zur Anwendung kommen l�sst, kantonales Privatrecht aber nur insoweit, als das ZGB es vorbeh�lt.
Der zweite Absatz, dessen Sinn und Tragweite sich aus dem Wortlaut nicht eindeutig ergibt, stand noch nicht in der Gesetzesvorlage, wie sie in der Sommersession 1907 der Bundesversammlung vorlag und im Sinn einer Bereinigung der Differenzen, jedoch mit Vorbehalt der redaktionellen Bereinigung, von beiden R�ten genehmigt wurde (Sten. Bull. 1907 StR S. 322, NR S. 411; vgl. den entsprechenden Art. 1826 bis des damals zur Beratung stehenden Entwurfes). Dieser Absatz wurde (zun�chst ohne den eingeklammerten Hinweis auf Art. 22 NAG) durch die Redaktionskommission eingef�gt (als zweiter Absatz des Art. 61 des Schlusstitels). �ber den Grund dieser Texterg�nzung sprach sich der Bericht der Redaktionskommission vom 20. November 1907 an die Bundesversammlung nicht aus (BBl 1907 VI S. 367 ff. deutsch, 404/5 franz�sisch). In den Schlussabstimmungen vom 10. Dezember 1907 genehmigten die beiden R�te den ganzen Gesetzestext in der bereinigten Fassung mit Einschluss des den erw�hnten Abs. 2 enthaltenden Art. 61 (sp�ter 59) des Schlusstitels ohne Diskussion (Sten. BGE 91 II 457 S. 465Bull. 1907 NR 755/56, StR 542/43). Im Hinblick auf die Ver�ffentlichung erg�nzte dann die Redaktionskommission den Art. 61 Abs. 2 SchlT noch durch den eingeklammerten Hinweis auf Art. 22 NAG (der sich im deutschen und im franz�sischen Texte vorfindet, jedoch im italienischen Texte fehlt). Urheber dieses Klammerzusatzes war (wie neulich erfolgte Archivstudien ergaben) der Pr�sident der Redaktionskommission, Nationalrat F.E. B�hlmann; Prof. EUGEN HUBER, welcher der Redaktionskommission ebenfalls angeh�rte, achtete den Zusatz einer Druckfehlerberichtigung gleich (vgl. die Mitteilungen des Bundesarchivars OSCAR GAUYE, La gen�se de l'art. 59 tit. fin. CC, ZSR NF 84/I 1965 S. 127 ff.). Mit dem so gefassten Art. 61 (59) SchlT wurde das Gesetz ver�ffentlicht: zuerst im Bundesblatt (1907 VI S. 884 deutsch, S. 716 franz�sisch) und nach Ablauf der Referendumsfrist in der amtlichen Sammlung der eidg. Gesetze (Bd. 1908 S. 528 deutsch, S. 540 franz�sich, S. 528 italienisch). Der gleiche Text ging in die Bereinigte Sammlung 1848-1947 �ber (Bd. 2 S. 195 deutsch, S. 187 franz�sisch, S. 191 italienisch).
Es unterliegt keinem Zweifel, dass Art. 61 (59) des Schlusstitels trotz seiner ungew�hnlichen Entstehungsgeschichte volle Gesetzeskraft erlangt hat. Denn ein in g�ltiger Form verk�ndetes Gesetz ist f�r jedermann und insbesondere auch f�r den Richter verbindlich (vgl. BURCKHARDT, Komm. zur BV, 3. A. S. 788; FLEINER/GIACOMETTI, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, S. 931; MEIER-HAYOZ, Komm., N. 84 zu Art. 1 ZGB). Gesetzesbestandteil ist auch der dem Art. 59 Abs. 2 SchlT in Klammer beigef�gte Hinweis auf Art. 22 NAG, der bloss aus Versehen nicht auch im italienischen Text angebracht wurde.
5. In welchem Sinne das kantonale Pflichtteilsrecht der Geschwister und ihrer Nachkommen (also das in Art. 472 ZGB vorbehaltene, an bestimmte Schranken gebundene Pflichtteilsrecht) durch Art. 59 Abs. 2 ZGB'SchlT "anerkannt" wird, ergibt sich aus der Stellung dieser Bestimmung im Gesetz und aus dem Hinweis auf Art. 22 NAG. Diese letztere Bestimmung galt von jeher nur f�r die Beerbung von Einwohnern der Schweiz, seien es Schweizerb�rger (welche nach Art. 22 Abs. 1 NAG erbrechtlich dem Gesetz ihres Wohnsitzkantons unterstanden, jedoch nach Abs. 2 daselbst befugt waren, die Erbfolge in ihren Nachlass dem Recht ihres Heimatkantons BGE 91 II 457 S. 466zu unterstellen), seien es Ausl�nder, denen in analoger Weise die Unterstellung der Erbfolge unter ihr ausl�ndisches Heimatrecht zustand (und weiterhin zusteht, gem�ss Art. 32 NAG, mit Vorbehalt von Staatsvertr�gen; vgl. TUOR, Komm., 2. A., Einleitung N. 35/36 und N. 18 zu Art. 472 ZGB; ESCHER, 3. A., N. 8 zum gleichen Artikel). Die Beerbung eines Auslandschweizers fiel dagegen unter die spezielle Norm des Art. 28 NAG. Geht man bei der Auslegung des Art. 59 Abs. 2 SchlT hievon aus, so hat diese Bestimmung - da f�r Ausl�nder ein heimatliches kantonales Recht nicht in Frage kommt - nur Schweizerb�rger mit letztem Wohnsitz in der Schweiz, aber ausserhalb ihres Heimatkantons, im Auge. Art. 59 Abs. 2 SchlT will somit die in einem Kanton getroffene Sonderregelung - wobei nur die dem Erblasser gr�ssere Freiheit gew�hrende, den Pflichtteilsanspruch der Geschwister aufhebende in Betracht f�llt - den Kantonsb�rgern mit Wohnsitz in einem andern Kanton durch Einr�umung des Rechtes einer professio juris zug�nglich machen. Das ist denn auch herrschende Ansicht, wie sie die Kommentare Escher und Tuor schon in der ersten Auflage bei Art. 472 ZGB vertraten (ESCHER, Bem. Abs. 1 und 2; TUOR, N. 10 bis 17). Bei dieser Auslegung l�sst sich Art. 59 Abs. 2 SchlT dem Art. 472 ZGB ohne Widerspruch angliedern; sie steht auch im Einklang mit dem von der Redaktionskommission der Bundesversammlung durch Einf�gung des zweiten Absatzes in den Art. 61 (59) SchlT (und hernach durch den eingeklammerten Zusatz zu diesem Absatze) verfolgten Zweck (vgl. im Anhang der Abhandlung von F. GUISAN, La r�serve des h�ritiers collat�raux de la deuxi�me parent�le, ZSR NF 49/1930 S. 307 ff., den Brief des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements vom 18. Juli 1911 an die Conf�rence des Notaires de Gen�ve und den Brief der Justizabteilung dieses Departements vom 26. M�rz 1929 an Prof. F. Guisan; ferner die von O. GAUYE, a.a.O., mitgeteilten Schriftst�cke, namentlich eine Notiz von Prof. EUGEN HUBER vom August 1907: "Hilft Art. 1826 bis? Ja, Art. 22, 2", a.a.O. S. 134, und ein Manuskript desselben Autors, a.a.O. S. 135). Es war weder Aufgabe noch Absicht der Redaktionskommission, den Beschl�ssen der beiden R�te widersprechende materielle �nderungen an der Gesetzesvorlage vorzunehmen, was ihr Bericht vom 20. November 1907 noch ausdr�cklich hervorhebt. Art. 61 (59) Abs. 2 SchlT wurde eingef�gt, weil man sich davon Rechenschaft BGE 91 II 457 S. 467gab, dass Art. 477 bis (nun Art. 472 ZGB) dem �ber das Pflichtteilsrecht der Geschwister und ihrer Nachkommen zustande gekommenen Kompromiss nicht v�llig Rechnung trage und durch Zulassung einer professio juris bei Wohnsitz des Erblassers in einem andern Kanton zu erg�nzen sei.
Abweichende Auffassungen, wonach die dem kantonalen Sonderrecht in Art. 472 ZGB aufgestellten Schranken �berhaupt nicht mehr gelten w�rden - so dass ein in einem andern Kanton wohnhafter Erblasser von Gesetzes wegen nach dem Sonderrecht des Heimatkantons zu beerben w�re - sind abzulehnen. Denn eine solche Auslegung des Art. 59 Abs. 2 SchlT liefe auf eine Ab�nderung des eindeutigen Art. 472 ZGB hinaus. E. WOLF (Der Pflichtteil der Geschwister im interkantonalen Recht nach Art. 472 ZGB, SJZ 19/1922/23 S. 82/83) betrachtet den Art. 472 ZGB als blosse Kollisionsnorm; danach h�tte bei �bereinstimmender Sonderregelung des Wohnsitz- und des Heimatkantons immer dieses kantonale Recht zu gelten, ohne dass es einer professio juris bed�rfte. Noch weiter entfernt sich von Art. 472 ZGB die Ansicht von R. RICKENBACHER (Zum Pflichtteilsrecht der Geschwister nach interkantonalem Recht, ZbJV 65/1929 S. 159 ff.), es gelte nach dem Domizil- oder Territorialprinzip des Art. 22 NAG "im Zweifel" das kantonale Recht des letzten Wohnsitzes des Erblassers. Danach k�me der grundlegenden Norm des eidgen�ssischen Rechtes (Art. 471 Ziff. 3 ZGB) nur subsidi�re Bedeutung zu, und es w�rde dem kantonalen Sonderrecht ein die Grenzen des Art. 472 ZGB �berschreitender Anwendungsbereich zugewiesen. Mit eingehender Begr�ndung vertritt sodann F. GUISAN (in der bereits angef�hrten Abhandlung, ZSR NF 49/1930 S. 307 ff.) die Ansicht, die beiden Normen Art. 472 ZGB und Art 59 Abs. 2 SchlT liessen sich gar nicht miteinander in Einklang bringen. Die letztere Bestimmung setze die grunds�tzliche Weitergeltung kantonalen Rechtes voraus, dessen Inhalt freilich nun durch Art. 472 ZGB bindend umschrieben sei. Von den beiden Bestimmungen verdiene diejenige des Schlusstitels als die (nach der Entstehungsgeschichte) neuere und zugleich als die sachlich bessere den Vorzug. Der zwischen den beiden Normen bestehende Widerspruch sei in dem Sinne zu beheben, dass grunds�tzlich das kantonale Recht nach dem Domizilprinzip gelte und demgegen�ber bloss eine auf Anwendung des Heimatrechtes gerichtete professio juris des Erblassers vorbehalten BGE 91 II 457 S. 468bleibe. In Art. 472 ZGB seien somit die Worte "f�r die Beerbung ihrer Angeh�rigen, die in ihrem Gebiete den letzten Wohnsitz gehabt haben" (und ebenso die in entsprechendem Sinn einschr�nkenden Bestimmungen der kantonalen Gesetze) als nicht geschrieben zu betrachten (a.a.O. S. 344). Demgegen�ber ist in erster Linie zu bemerken, dass Art. 472 ZGB und Art. 59 Abs. 2 SchlT Gesetzesbestimmungen gleichen Datums sind. Dem Gesetzgeber kann nicht der Wille zugeschrieben werden, er habe den in seinem wesentlichen Text unver�ndert gelassenen Art. 477 bis, wie er in der Sommersession 1907 vorlag (im entsprechenden Art. 472 sind nur die Worte "in ihren Einf�hrungsgesetzen" weggelassen und ist das Wort "Pflichtteilsschutz" ersetzt durch "Pflichtteilsanspruch"), durch Annahme des Art. 61 (59) Abs. 2 SchlT in wesentlichen Teilen aufheben wollen. Zuzugeben ist, dass die durch diese letztere Norm dem Erblasser zugestandene professio juris anderer Art ist als die in Art. 22 Abs. 2 NAG vorgesehene. W�hrend diese Vorschrift von einer Konkurrenz kantonaler Rechte ausging - desjenigen des Wohnsitz- und desjenigen des Heimatkantons -, soll nun eine professio juris zu Gunsten des heimatlichen kantonalen Sonderrechtes gegen�ber dem an und f�r sich bei Wohnsitz des Erblassers in einem andern Kanton geltenden eidgen�ssischen Recht m�glich sein. Gewiss h�tte es sich gerechtfertigt, die neuartige professio juris selbst�ndig zu formulieren statt sich des Hinweises auf Art. 22 NAG zu bedienen. Indessen ist trotz der (wie allgemein anerkannt ist) ungeschickten Fassung des Art. 59 Abs. 2 SchlT dem offensichtlichen Willen des Gesetzes Geltung zu verschaffen.
In diesem Sinne haben denn auch mehrere Autoren gegen�ber F. Guisan Stellung bezogen: so die Kommentare TUOR (2. A., N. 17 c zu Art. 472 ZGB) und ESCHER (3. A., N. 6 a zum gleichen Artikel); D. AEBLI (a.a.O. S. 62/63 und 66); P. PIOTET (Droit f�d�ral et droit cantonal sur la r�serve h�r�ditaire des fr�res et soeurs et de leurs descendants. JdT 110/1962, dr. f�d., S. 66 ff., namentlich 80 - 82). Nichts Entgegenstehendes ist aus dem (von F. GUISAN a.a.O. S. 334 ff. besprochenen) Urteil i.S. Erben Beltrami gegen Beltrami (BGE 48 II 434 ff.) zu folgern. Es befasst sich gar nicht mit Art. 472 ZGB und sagt nichts �ber dessen Verh�ltnis zu Art. 59 Abs. 2 SchlT aus. In jenem Fall handelte es sich um den Nachlass eines Tessiners mit letztem Wohnsitz im Kanton Graub�nden. Der BGE 91 II 457 S. 469Erblasser hatte die Erbfolge nicht dem (den Pflichtteilsanspruch der Geschwister aufhebenden) Tessiner Recht unterstellt. Somit blieb es beim bundesrechtlichen Pflichtteilsanspruch des Bruders nach Art. 471 Ziff. 3 ZGB. Das Urteil kommt zum gleichen Ergebnis, indem es auf das (den Pflichtteilanspruch der Geschwister unber�hrt lassende, ja auf deren Nachkommen ausdehnende) Recht des Kantons Graub�nden verweist. Diese kantonale Regelung war in Wahrheit nicht massgeblich, was mehrere Autoren mit Recht bemerken, ohne die Richtigkeit der Entscheidung als solcher in Zweifel zu ziehen (vgl. insbebesondere PIOTET, a.a.O. S. 71).
6. Was nun insbesondere die Beerbung eines Auslandschweizers betrifft - Geltung des Heimatrechts gem�ss Art. 28 Ziff. 2 NAG vorausgesetzt -, so ergibt sich aus Erw. 3 und 5, dass die soeben erw�hnte Bestimmung sich nicht in dem von der Beklagten vertretenen Sinne mit Art. 472 ZGB verbinden l�sst, und dass Art. 59 Abs. 2 SchlT mit seinem Hinweis auf Art. 22 NAG sich nicht auf die Beerbung eines Auslandschweizers bezieht. In einem Teil der Literatur (namentlich in �ltern Schriften) wird allerdings dieser Bestimmung des Schlusstitels der weitergehende Sinn beigelegt, dass ganz allgemein bei Anwendung des NAG, also auch des Art. 28 dieses Gesetzes, das auf Art. 472 ZGB beruhende Sonderrecht eines Kantons als heimatliches Recht eines B�rgers dieses Kantons zu gelten habe. So bemerkt A. REICHEL (Kommentar, 1916, Bem. 2 zu Art. 59 SchlT, S. 147/48), ein Auslandschweizer, dessen Heimatkanton den Pflichtteilsanspruch auf die Nachkommen der Geschwister ausgedehnt hat, sei in entsprechender Weise in seiner Verf�gungsfreiheit eingeschr�nkt: "Nach Absatz 2 des Art. 59 SchlT haben die Geschwisterkinder einen Anspruch, da das kantonale Pflichtteilsrecht betr. die Geschwister und Geschwisterkinder als Heimatrecht gilt, was auch f�r Art. 28 gelten muss". Ebenso J. PILLER (La condition des Suisses � l'�tranger d'apr�s le droit civil suisse, th�se Fribourg 1918, S. 136/37) und die erste Auflage (1929) des Kommentars TUOR (N. 20 zu Art. 472 ZGB): "Wenn in solchen F�llen das schweizerische Heimatrecht zur Anwendung kommt, denken wir, dass damit auch die im Heimatkanton des Erblassers etwa bestehende Sonderregelung des Pflichtteilsrechtes miteinzubegreifen ist, und zwar ungeachtet des etwa zu eng gefassten Wortlautes des kantonalen Gesetzes... Dies scheint BGE 91 II 457 S. 470uns aus Art. 59 II ZGB (gemeint ist: SchlT) unzweifelhaft hervorzugehen." Dieselbe Ansicht vertritt ESCHER (der sich in der ersten Auflage des Kommentars noch nicht zur Frage ge�ussert hatte), Komm., 2. A., 1937, N. 9 zu Art. 472 ZGB. Indessen hatte bereits E. BECK, Komm. zum Schlusstitel, 1932 (N. 20 zu Art. 59) die gegenteilige Auffassung dargelegt: Schon der Wortlaut des Art. 472 ZGB lasse es nicht zu, die kantonale Sonderregelung auch bei Beerbung eines Auslandschweizers anzuwenden; die "neutrale" Fassung des Art. 59 SchlT besage nichts Gegenteiliges. Zum gleichen Schluss f�hre die Auslegung des Art. 472 ZGB nach seinem Zweck. Es handle sich dabei um eine einschr�nkend auszulegende Ausnahmebestimmung gegen�ber der Regel des Art. 471 Ziff. 3 ZGB. "Und endlich ist zu ber�cksichtigen, dass die gegenteilige L�sung dazu f�hren w�rde, dass die im Ausland wohnhaften Schweizer, wenn schweizerisches Recht gilt, dem weitergehenden Pflichtteilsrecht ihres Heimatkantons in zwingender Weise unterstellt w�ren, w�hrend die in einem andern Kanton wohnhaften Landsleute nicht dem Recht des Heimatkantons unterstehen. Es liegt n�her, sie den in einem andern Kanton wohnhaften Kantonsb�rgern als den im Heimatkanton wohnhaften gleichzustellen". In gleichem Sinne �ussern sich P. ANLIKER (Die erbrechtlichen Verh�ltnisse der Schweizer im Ausland und der Ausl�nder in der Schweiz, 1933, S. 2 - 4), D. AEBLI (a.a.O. S. 95 - 97) und nun auch die Kommentare TUOR (2. A., 1952, N. 20 zu Art. 472 ZGB) und ESCHER (3. A., 1959, N. 9 zum gleichen Artikel, mit Hinweis auf ein Urteil des Kassationshofes des Kantons Neuenburg: SJZ 25 S. 139). Anderseits spricht sich in der neueren Literatur A. SCHNITZER (Handbuch des internationalen Privatrechts, 4. A., 1958, Bd. 2 S. 515/16) wiederum f�r die Anwendung des kantonalen Sonderrechts aus, wenn der Erblasser als Auslandschweizer dem Heimatrecht untersteht: "... Nur wenn die Rechtsordnung des Wohnsitzes ihr Wohnsitzrecht nicht auf die Erbfolge anwendet, ist gem�ss Art. 28 Ziff. 2 die Erbfolge dem Recht der Heimat unterworfen. Infolge der Vereinheitlichung des Erbrechts bedeutet das sonst die Anwendung des Bundesrechts. Da hier jedoch ein kantonaler Vorbehalt ist, so wird durch Art. 59 klargestellt, dass das kantonale Heimatrecht anerkannt wird. Das hat zur Folge, dass in diesem Falle ohne professio juris das Geschwisterpflichtteilsrecht so zu behandeln ist, wie der BGE 91 II 457 S. 471Heimatkanton es regelt. ... Der Auslandschweizer untersteht also ohne professio juris dem Recht des Heimatkantons bei Verweisung der ausl�ndischen Rechtsordnung auf das Recht der Heimat, w�hrend der Schweizerb�rger, der in einem andern Kanton als im Heimatkanton stirbt, zur Herbeif�hrung dieses Ergebnisses die professio juris ausn�tzen m�sste. Dieses Ergebnis ist aber verst�ndlich, da im letzteren Fall eine Konkurrenz zwischen Wohnsitz- und Heimatkanton besteht, die ja gerade dazu gef�hrt hat, die ungl�cklich redigierten Bestimmungen zugunsten des Heimatkantons zu treffen. Diese Konkurrenz besteht bei Wohnsitz im Ausland nicht". Demgegen�ber bekennen sich andere Autoren zur vorherrschend gewordenen Ansicht, wonach f�r die Beerbung eines Auslandschweizers (Geltung des Heimatrechts vorausgesetzt) das Sonderrecht des Heimatkantons nicht von Gesetzes wegen gilt, einem solchen Erblasser aber immerhin (wie allgemein angenommen wird) gleich wie bei Wohnsitz in einem andern Kanton als dem Heimatkanton die Unterstellung der Erbfolge unter das heimatliche kantonale Sonderrecht offensteht. So RATHGEB (Professio juris et convention internationale, Universit� de Lausanne, Recueil des Travaux 1958, S. 79, Fussnote 1), welcher die Begrenzung des kantonalen Rechtsbereiches durch Art. 472 ZGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 NAG hervorhebt, und PIOTET (a.a.O. S. 85), welcher namentlich der von A. SCHNITZER getroffenen Unterscheidung zwischen der Rechtslage des in einem andern Kanton wohnhaften Kantonsb�rgers und derjenigen des Auslandschweizers entgegentritt.
Der vorherrschenden Ansicht ist darin beizustimmen, dass es entgegen den Ausf�hrungen von A. SCHNITZER seit Inkrafttreten des ZGB auf dem Gebiete des Pflichtteilsrechtes der Geschwister und ihrer Nachkommen keine Konkurrenz zwischen kantonalem Wohnsitzrecht und kantonalem Heimatrecht mehr gibt, sondern nur noch die Wahl zwischen kantonalem Heimatrecht und dem eidgen�ssischen Recht in Frage kommt. Von interkantonalen Gesetzeskonflikten kann auf diesem Rechtsgebiete nicht mehr gesprochen werden, weshalb eben die in Art. 59 Abs. 2 SchlT vorbehaltene professio juris einen neuartigen Charakter hat (Erw. 5). Im �brigen darf die unbestimmte Fassung dieser Bestimmung ("Insbesondere wird ... anerkannt") nicht dazu verleiten, ihr ausser dem Vorbehalt einer dem Art. 22 Abs. 2 NAG nachgebildeten, in entsprechender BGE 91 II 457 S. 472Form abzugebenden professio juris auch noch eine f�r die Anwendung des Art. 28 NAG massgebliche Auslegungsregel zu entnehmen. Einmal lag es nicht in der Absicht der Redaktionskommission der Bundesversammlung, durch Einf�gung des Art. 61 (59) Abs. 2 SchlT den gem�ss Art. 472 ZGB begrenzten gesetzlichen Anwendungsbereich des kantonalen Sonderrechtes zu erweitern (Erw. 5). Sodann h�tte eine Ausdehnung des Sonderrechts auf die dem Heimatrecht unterstehenden Auslandschweizer ihren Platz richtigerweise in Art. 472 ZGB selbst oder aber in Art. 28 NAG finden m�ssen. Jedenfalls darf eine das gesetzliche Geltungsgebiet kantonalen Sonderrechts nicht eindeutig in solchem Sinn erweiternde Regel nicht in eine Bestimmung des Schlusstitels hineingelegt werden, welche ihre einleuchtende und ersch�pfende Erkl�rung in jener an Art. 22 Abs. 2 NAG ankn�pfenden Einr�umung eines Verf�gungsrechts besonderer Art an den in einem andern Kanton wohnenden und darum nicht von Gesetzes wegen dem heimatlichen Sonderrecht unterstehenden Erblasser findet. Dem Aufbau der erbrechtlichen Normen des ZGB mit Einschluss des Art. 59 Abs. 2 SchlT entspricht es somit, es f�r die Beerbung von Auslandschweizern bei der eidgen�ssischen Regel des Art. 471 Ziff. 3 ZGB bewenden zu lassen. Es kann sich hiebei nur fragen, ob auch einem Auslandschweizer in analoger Anwendung jener Bestimmung des Schlusstitels eine auf Unterstellung der Erbfolge unter das allf�llige Sonderrecht seines Heimatkantons gerichtete Verf�gung zuzugestehen sei. F�r die Bejahung dieser Frage (wof�r sich die Vertreter der vorherrschenden Ansicht durchwegs aussprechen) lassen sich gewichtige Gr�nde anf�hren. Vor allem stehen in beiden F�llen die gleichen Interessen auf dem Spiel, und die von Art. 59 Abs. 2 SchlT zugelassene professio juris neuer Pr�gung beruht, wie gesagt, trotz dem (eben nicht ganz zutreffenden) Hinweis auf Art. 22 NAG nicht auf einem Konflikt kantonaler Gesetze. �ber diese Frage braucht indessen hier nicht entschieden zu werden, da ja keine Unterstellungsverf�gung vorliegt. Es gen�gt festzustellen, dass der von der Beklagten verfochtene Rechtssatz weder dem Art. 28 NAG in Verbindung mit dem nun zur Hauptsache vereinheitlichten Erbrecht des ZGB mit der Abgrenzungsregel des Art. 472 ZGB, noch dem an und f�r sich gar nicht die Beerbung von Auslandschweizern betreffenden, auf solche Erbf�lle h�chstens analog (im gleichen Sinne wie f�r BGE 91 II 457 S. 473Kantonsb�rger mit Wohnsitz in einem andern Kanton) anwendbaren Art. 59 Abs. 2 SchlT zu entnehmen ist. Nichts Abweichendes wurde im Falle Gilly und Konsorten gegen Bosio entschieden (BGE 46 II 213 ff.). Damals war der auf kantonales Recht gest�tzte Pflichtteilsanspruch der Kl�ger (Nachkommen einer Schwester und eines Bruders des mit Wohnsitz in Italien verstorbenen Erblassers, eines B�rgers des Kantons Graub�nden) vor Bundesgericht nicht mehr streitig (S. 223/24 daselbst).
Diese Erw�gungen f�hren zur Anwendung des Art. 471 Ziff. 3 ZGB, also zur Bejahung des auf die Kl�ger �bergegangenen Pflichtteilsanspruchs ihrer Mutter und somit zur Gutheissung der Herabsetzungsklage. Von einer Gesetzesl�cke, wie sie PIOTET (a.a.O. S. 84 Mitte) in bezug auf die Beerbung von Auslandschweizern (mit gleichem Endergebnis) annimmt, kann nicht mit gutem Grunde gesprochen werden. Es gilt eben das vereinheitlichte Erbrecht des ZGB, soweit keine vom Bundesrecht vorbehaltene Regel des kantonalen Rechtes innert der diesem gezogenen Schranken Platz greift (Art. 5 Abs. 2 ZGB). Nur dann k�nnte angesichts des grunds�tzlich geltenden Bundesprivatrechts eine durch kantonales Recht auszuf�llende Gesetzesl�cke f�r den in Frage stehenden Erbfall angenommen werden, wenn unabweisliche Gr�nde die von der Beklagten verfochtene L�sung so gebieterisch erheischten, dass das Fehlen einer dahingehenden gesetzlichen Regel sich nur durch ein Versehen des Gesetzgebers erkl�ren liesse. Das ist nun aber nicht der Fall. Gewiss ist mancher Auslandschweizer mit seinem Heimatkanton ebenso stark gef�hlsm�ssig verbunden wie ein auf Schweizergebiet, in einem andern Kanton, wohnender B�rger desselben Kantons. Und im allgemeinen d�rfte es jenem schwerer fallen als diesem, sich nach dem schweizerischen internationalen Erbrecht und nach dem Inhalt des allenfalls massgeblichen internen schweizerischen Rechtes zu erkundigen. Wenn man es deshalb als gerechtfertigt erachten m�chte, den Auslandschweizer nicht auf eine (hier als ihm zustehend vorausgesetzte) professio juris zu verweisen, um sich die dem heimatlichen kantonalen Sonderrecht entsprechende Verf�gungsfreiheit zu verschaffen, so erhebt sich jedoch die Frage, ob die n�mliche Rechtsstellung nicht auch einem auf Schweizergebiet, in einem andern Kanton, wohnenden B�rger desselben Kantons einger�umt werden sollte, was aber nur durch �nderung des Art. 472 ZGB geschehen k�nnte. Anderseits w�re BGE 91 II 457 S. 474es nicht unbedenklich - und rechtfertigt sich daher nicht die Annahme einer in solchem Sinne auszuf�llenden Gesetzesl�cke -, den Angeh�rigen eines Kantons, welcher die entgegengesetzte Regelung getroffen, also den Pflichtteilsanspruch der Geschwister auf ihre Nachkommen ausgedehnt hat, bei letztem Wohnsitz im Ausland zwingend �ber Art. 472 ZGB hinaus dieser sonderrechtlichen Beschr�nkung der Verf�gungsfreiheit zu unterwerfen, obwohl eine solche Beschr�nkung nach der soeben erw�hnten Abgrenzungsnorm nicht gilt f�r seine Mitb�rger mit letztem Wohnsitz auf Schweizergebiet in einem andern Kanton, und zwar selbst dann nicht, wenn dieser Kanton dieselbe Sonderregelung getroffen hat wie der Heimatkanton. Wie auch immer man diese Fragen vom gesetzgebungspolitischen Standpunkt aus betrachten mag, verbietet es nach geltendem Gesetz die beherrschende Stellung des Bundesprivatrechts, bei der Beerbung von Auslandschweizern kantonales Sonderrecht als gesetzliche Regel anzuwenden, da es an einem f�r solche Erbf�lle aufgestellten Vorbehalt des kantonalen Rechtes fehlt.
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 15. Januar 1965 best�tigt.
art. 471 ch. 3 CC suite... ,
Art. 22 Abs. 2 NAG,
Art. 28 Ziff. 2 NAG,
Art. 59 Abs. 2 ZGB,
Art. 22 al. 3 CC,
art. 59 al. 2 Tit. fin. CC,
Art. 5 Abs. 1 ZGB,
Art. 5 Abs. 2 ZGB