Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.10.2003&Aktenzeichen=V%20ZR%20424/02
Timestamp: 2019-09-23 16:49:54
Document Index: 292140375

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 75', '§ 226', '§ 75', '§ 226', '§ 75', '§ 226', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.10.2003 - V ZR 424/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1373
BGH, 24.10.2003 - V ZR 424/02 (https://dejure.org/2003,1373)
BGH, Entscheidung vom 24.10.2003 - V ZR 424/02 (https://dejure.org/2003,1373)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2003 - V ZR 424/02 (https://dejure.org/2003,1373)
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VwVfG § 75 Abs. 1 Satz 2; BGB §§ 226, 242
VwVfG § 75 Abs. 1 Satz 2; BGB §§ 226, 242 D
Privatnütziger Planfeststellungsbeschluß (hier: Kiesabbau)
Aufnahme der Berufungsanträge in das Berufungsurteil ; Duldung von Straßenbaumaßnahmen ; Klageänderung in der Berufungsinstanz ; Abschluss eines Nutzungsvertrags; Unmittelbare privatrechtliche Veränderungen durch Planfeststellung; Privatnützige wasserrechtliche ...
Keine Duldungspflicht für Gebietskörperschaft nach Planfeststellungsbeschluß
VwVfG § 75 Abs. 1 S. 2; BGB §§ 226 242
Duldungs- und Kontrahierungszwang einer Gebietskörperschaft als Eigentümerin von Straßengrundstücken im Gebiet eines wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschlusses
Kontrahierungszwang bei Grundstücken der öffentlichen Hand?
MDR 2004, 326 (Ls.)
NVwZ 2004, 377
(2) Für die in der Zivilrechtsprechung, vereinzelt auch in der Verwaltungsrechtsprechung (vgl. BVerwG…, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 7 C 8/10 -, juris, Rn. 31 ff.) früher verbreitete Auffassung, wonach die in privatrechtlichen Handlungsformen jenseits des sogenannten Verwaltungsprivatrechts "fiskalisch" tätig werdende öffentliche Hand grundsätzlich keiner Grundrechtsbindung unterliege (vgl. BGH…, Urteil vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 397/02 -, juris, Rn. 12; vgl. auch BGHZ 36, 91 ; BGH, Urteil vom 24. Oktober 2003 - V ZR 424/02 -, juris, Rn. 18 ff.;… Urteil vom 14. Dezember 1976 - VI ZR 251/73 -, juris, Rn. 33 f.), ist daher kein Raum (vgl. nun BGH…, Urteil vom 26. Juni 2015 - V ZR 227/14 -, juris, Rn. 9).
a) Allerdings fehlt es nicht an den hierzu gehörenden Anträgen (…BGH, Urt. v. 26. Februar 2003, VIII ZR 262/02, NJW 2003, 1743; Senat, Urt. v. 24. Oktober 2003, V ZR 424/02, ZfIR 2003, 1049;… BGH, Urt. v. 13. Januar 2004, XI ZR 5/03, Umdruck S. 5 [zur Veröffentlichung bestimmt]).
Der Planfeststellungsbeschluss überträgt keine privatrechtlichen Rechte und Befugnisse und führt selbst keine unmittelbaren privatrechtlichen Veränderungen herbei (BGH NVwZ 2004, 377 [378]).
Eine solche enteignungsrechtliche Vorwirkung kommt einem Planfeststellungsbeschluss oder einer anderen (Planungs-) Entscheidung nur dann zu, wenn sie aufgrund gesetzlicher Vorschrift ausdrücklich angeordnet ist (Beschluss vom 21. Februar 1991 - BVerwG 4 NB 16.90 - Buchholz 406.11 § 1 BauGB Nr. 51 = NVwZ 1991, 873; BGH, Urteil vom 24. Oktober 2003 - V ZR 424/02 - NVwZ 2004, 377 ).
Eine solche enteignungsrechtliche Vorwirkung kommt einem Planfeststellungsbeschluss oder einer anderen (Planungs-)Entscheidung nur dann zu, wenn sie aufgrund gesetzlicher Vorschrift ausdrücklich angeordnet ist (Beschluss vom 21. Februar 1991 - BVerwG 4 NB 16.90 - Buchholz 406.11 § 1 BauGB Nr. 51 = NVwZ 1991, 873; BGH, Urteil vom 24. Oktober 2003 - V ZR 424/02 - NVwZ 2004, 377 ).
b) Allerdings überträgt der Planfeststellungsbeschluss dem Vorhabenträger keine privatrechtlichen Rechte und Befugnisse, selbst wenn diese unabdingbare Voraussetzung für die Durchführung des geplanten Vorhabens sind (BVerwG, NVwZ 2004, 377, 378).
Der Planfeststellungsbeschluss führt daher selbst noch nicht zu einem Eigentumsübergang an möglicherweise für das Vorhaben benötigten Grundstücken, sondern macht die Ausführung des festgestellten Plans von dem privatrechtlichen Erwerb oder einer zusätzlich durchzuführenden öffentlich-rechtlichen Enteignung abhängig (BVerwG, NVwZ 2004, 377, 378).
bb) Dem steht nicht entgegen, daß in dem einmal eröffneten Revisionsverfahren ein Berufungsurteil, das keine Bezugnahme auf die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil mit Darstellung etwaiger Änderungen oder Ergänzungen, keine Anträge oder tatsächliche Widersprüche enthält, nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum neuen Revisionsrecht - wie früher - von Amts wegen der Aufhebung und Zurückverweisung unterfällt (…Senat, Urt. v. 6. Juni 2003, V ZR 392/02, WM 2003, 2424, 2425; Urt. v. 24. Oktober 2003, V ZR 424/02, ZfIR 2003, 1049;… Urt. v. 7. November 2003, V ZR 141/01, zur Veröffentlichung bestimmt;… Urt. v. 6. Februar 2004, V ZR 249/03, zur Veröffentlichung bestimmt;… BGH, Urt. v. 26. Februar 2003, VIII ZR 262/02, NJW 2003, 1743;… v. 7. Mai 2003, VIII ZR 219/02, BGHReport 2003, 896, 897; v. 30. September 2003, VI ZR 438/02, WM 2004, 50, 51; v. 22. Dezember 2003, VIII ZR 122/03, zur Veröffentlichung vorgesehen; v. 13. Januar 2004, XI ZR 5/03, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Erforderlich ist aber statt dessen eine Bezugnahme auf die tatsächlichen Feststellungen in dem erstinstanzlichen Urteil mit einer Darstellung etwaiger Änderungen oder Ergänzungen; dazu gehört auch die zumindest sinngemäße Wiedergabe der Berufungsanträge (BGHZ 154, 99, 100 f.; 156, 216, 218;… Senat, Urt. v. 6. Juni 2003, V ZR 392/02, NJW-RR 2003, 1290; Urt. v. 24. Oktober 2003, V ZR 424/02, ZfIR 2003, 1049).