Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20R%2085/93
Timestamp: 2020-04-05 23:53:48
Document Index: 368403996

Matched Legal Cases: ['§ 117', '§ 41', '§ 41', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 41', '§ 117', '§ 41', '§ 42']

BFH, 19.12.1995 - IX R 85/93 - dejure.org
BFH, 19.12.1995 - IX R 85/93
https://dejure.org/1995,985
BFH, 19.12.1995 - IX R 85/93 (https://dejure.org/1995,985)
BFH, Entscheidung vom 19.12.1995 - IX R 85/93 (https://dejure.org/1995,985)
BFH, Entscheidung vom 19. Dezember 1995 - IX R 85/93 (https://dejure.org/1995,985)
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Wohnungsvermietung an Angehörigen
Abgabenordnung; kein Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten bei Abschluß eines Mietvertrags unter unterhaltspflichtigen Angehörigen
Auszahlung von Unterhalt in Geld bei gleichzeitiger Vermietung einer Wohnung
FG Düsseldorf, 02.07.1993 - 14 K 5614/92
FG Düsseldorf, 26.11.1993 - 14 K 5614/92
BFHE 180, 265
NJW 1996, 2390
FamRZ 1996, 1212 (Ls.)
BB 1996, 1481
DB 1996, 1449
BStBl II 1997, 52
Aus den Feststellungen des FG ergeben sich keine Anhaltspunkte, daß die Vereinbarungen zwischen den Klägern und ihrer Tochter nur zum Schein getroffen sein könnten (§ 117 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB--) und das Mietverhältnis deshalb als Scheingeschäft gemäß § 41 Abs. 2 AO 1977 steuerrechtlich nicht zu berücksichtigen ist (vgl. zur Prüfung, ob ein Scheingeschäft vorliegt, z.B. Senatsurteile vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52, und vom 28. Januar 1997 IX R 23/94, BFHE 182, 542, BStBl II 1997, 655).
Danach ist auch ein Mietverhältnis gemäß § 41 Abs. 2 AO 1977 für die Besteuerung unerheblich, wenn der Vermieter dem Mieter die Miete im vorhinein zur Verfügung stellt oder die Miete nach Eingang auf seinem Konto alsbald wieder an den Mieter zurückzahlt, ohne hierzu aus anderen - z. B. unterhaltsrechtlichen - Rechtsgründen verpflichtet zu sein (vgl. Senatsurteil vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, 266 f., BStBl II 1997, 52).
Ein Beweisanzeichen für eine solche Voraus- oder Rückzahlung kann sich insbesondere daraus ergeben, daß der Mieter wirtschaftlich nicht oder nur schwer in der Lage ist, die Miete aufzubringen (vgl. Senatsurteile in BFHE 180, 265, 266 f., BStBl II 1997, 52;… in BFH/NV 1996, 29, 30).
Auf die Kritik an diesem Urteil (vgl. Nachweise im BFH-Urteil vom 28. März 1995 IX R 47/93, BFHE 177, 416, BStBl II 1996, 59) braucht der Senat im Streitfall nicht einzugehen, weil er bereits dann eine rechtsmißbräuchliche Gestaltung verneint hat, wenn der Unterhaltsverpflichtete und Vermieter den Unterhalt in Form einer Geldrente zu gewähren hatte (§ 1612 Abs. 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB -), also nicht bestimmen konnte, den Unterhaltsanspruch auf andere Art - z. B. durch Sachleistungen - zu erfüllen (§ 1612 Abs. 2 BGB; Urteil vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52).
Da seine Tochter in diesem Jahr verheiratet war, konnte der Kläger nicht bestimmen, in welcher Art der Unterhalt zu gewähren war (§ 1612 Abs. 2 BGB), insbesondere konnte er seine Tochter nicht auf eine teilweise Erfüllung des Unterhaltsanspruchs in Sachleistungen verweisen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52, zu 1. b).
Insofern ist die Tochter in einer vergleichbaren Situation wie die unterhaltsberechtigte Mutter im BFH-Urteil in BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52.
Auf die Kritik an diesem Urteil (vgl. Nachweise im BFH-Urteil vom 28. März 1995 IX R 47/93, BFHE 177, 416, BStBl II 1996, 59) braucht der Senat im Streitfall nicht einzugehen, weil er bereits dann eine rechtsmißbräuchliche Gestaltung verneint hat, wenn der Unterhaltsverpflichtete und Vermieter den Unterhalt in Form einer Geldrente zu gewähren hatte (§ 1612 Abs. 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB--), also nicht bestimmen konnte, den Unterhaltsanspruch auf andere Art --z.B. durch Sachleistungen-- zu erfüllen (§ 1612 Abs. 2 BGB; Urteil vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52).
Da seine Tochter in diesem Jahr verheiratet war, konnte der Kläger nicht bestimmen, in welcher Art der Unterhalt zu gewähren war (§ 1612 Abs. 2 BGB), insbesondere konnte er seine Tochter nicht auf eine teilweise Erfüllung des Unterhaltsanspruchs in Sachleistungen verweisen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52, zu 1.b).
Danach ist auch ein Mietverhältnis gemäß § 41 Abs. 2 AO für die Besteuerung unerheblich, wenn der Vermieter dem Mieter die Miete im vorhinein zur Verfügung stellt oder die Miete nach Eingang auf seinem Konto alsbald wieder an den Mieter zurückzahlt, ohne hierzu aus anderen - z. B. unterhaltsrechtlichen - Rechtsgründen verpflichtet zu sein (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, 266 f., BStBl II 1997, 52 ).
Ein Beweisanzeichen für eine solche Voraus- oder Rückzahlung kann sich insbesondere daraus ergeben, dass der Mieter wirtschaftlich nicht oder nur schwer in der Lage ist, die Miete aufzubringen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 180, 265, 266 f., BStBl II 1997, 52 ;… in BFH/NV 1996, 29, 30).
Daher ist der vorliegende Fall nicht anders zu behandeln, wie derjenige, in dem der Vermieter dem Mieter den Mietzins im Vorhinein zur Verfügung stellt (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, 266 f., BStBl II 1997, 52 ).
aa) Aus den Feststellungen des FG ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die Vereinbarungen zwischen den Klägern und ihrer Tochter nur zum Schein getroffen sein könnten (§ 117 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB--) und das Mietverhältnis deshalb als Scheingeschäft gemäß § 41 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO 1977) steuerrechtlich nicht zu berücksichtigen ist (vgl. zur Prüfung, ob ein Scheingeschäft vorliegt, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 19. Dezember 1995 IX R 85/93, BFHE 180, 265, BStBl II 1997, 52, und vom 28. Januar 1997 IX R 23/94, BFHE 182, 542, BStBl II 1997, 655).
FG Baden-Württemberg, 18.09.1997 - 14 K 260/94
Wohnungsvermietung an volljähriges Kind
Ein Gestaltungsmissbrauch im Sinne dieser Vorschrift ist gegeben, wenn eine rechtliche Gestaltung gewählt wird, die gemessen an dem erstrebten Ziel unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gründe nicht zu rechtfertigen ist (Urteil des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 19. Dezember 1995 - IX R 85/93 -, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1997, 52).
Nachfolgend hat er diese Rechtsprechung dahingehend eingeschränkt, dass § 42 AO nicht zur Anwendung kommt wenn die Eltern nicht berechtigt sind, den Unterhalt statt in bar auch in anderer Weise, etwa durch Naturalleistung zu erbringen (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 1995 - IX R 85/93 -, BStBl II 1997, 52 und vom 16. Januar 1996 - IX R 13/92 -, BStBl II 1996, 214 ).
BFH, 07.08.2003 - IX B 226/02
Stl. Anerkennung eines Mietverhältnisses zwischen dem Kl. und seiner …
FG Nürnberg, 23.03.1998 - V 90/96
Gestaltungsmißbrauch bei Vermietung an Kinder
FG Nürnberg, 11.12.1997 - IV 126/96
FG Niedersachsen, 28.04.1998 - VII 747/97
Unrechtmäßigkeit der Berücksichtigung von Stückzinsen als negative Einnahmen; …
FG Niedersachsen, 28.04.1998 - VII 696/97