Source: https://grenzgaengerunteruns.wordpress.com/in-deutschland/asylverfahren/duldung/
Timestamp: 2019-02-19 05:21:39
Document Index: 326358767

Matched Legal Cases: ['§ 60', '§1', 'Art. 6', 'Art. 8', '§ 1', '§ 25']

Duldung | GRENZGÄNGER UNTER UNS
Die Abschiebung eines Flüchtlings, welchem keine der oben genannten Schutzmöglichkeiten zuerkannt wurde, wird unter anderem bei Vorliegen von rechtlichen oder tatsächlichen Hindernissen vorübergehend ausgesetzt (Vorübergehende Aussetzung der Abschiebung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG, sog. „Duldung“).
Die Duldug wird in der Regel immer für drei bis sechs Monate erteilt und muss dann jedes Mal verlängert werden. Geduldete erhalten lediglich Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (§1 Abs.1 Nr. 4 AsylbLG).
Rechtliche Hindernisse sind z. B.
* Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 GG und Art. 8 EMRK)
Tatsächliche Hindernisse sind z. B.
* fehlender Pass
* keine Transportmöglichkeiten (z.B. fehlende Infrastruktur im Herkunftsland in das abgeschoben werden soll)
Wird die Duldung erteilt auf Grund eines Abschiebungshindernisses, dass der Ausländer laut Behörde selbst zu verschulden hat, stehen ihm die bereits geringen Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz nur in eingeschränktem Umfang zur Verfügung (geregelt in§ 1a Nr. 2 AsylbLG).
Menschen welche mit dem Status der Duldung leben, sind in der Regel in Flüchtlingslagern untergebracht und haben eine nur eingeschränkte oder keine Arbeitserlaubnis.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann nach gewisser Zeit eine Aufenthaltserlaubnis gewährt werden (siehe hierzu insbesondere § 25 Abs. 5 AufenthG). Es gibt jedoch viele Menschen (oft komplette Familien) welche über viele Jahre hinweg mit dem Status der Duldung ausharren müssen ohne jemals mit den gleichen Rechten wie Deutsche leben zu können. Ihr Aufenthalt in der Bundesrepublik ist nie sicher, oft leben sie in ständiger Angst vor einer Abschiebung.