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Timestamp: 2019-07-20 07:18:18
Document Index: 299252028

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 16', '§ 1', '§ 38', '§ 22', '§ 21', '§ 1', '§ 15', '§ 64', '§ 69', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 64', '§ 4', '§ 67', '§ 6', '§ 37', '§ 4']

Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein AltSorgNatSchGebV SH 2009 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ vom 25. August 2009 | gültig ab: 25.09.2009
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“...
Anlage 1.1a
Anlage 1.1b
juris-Abkürzung: AltSorgNatSchGebV SH 2009
Ausfertigungsdatum: 25.08.2009
Fundstelle: GVOBl. 2009 587
Gliederungs-Nr: 791-4-232
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ vom 25. August 2009 25.09.2009
Eingangsformel 25.09.2009
§ 2 - Geltungsbereich 25.09.2009
§ 3 - Schutzzweck, Erhaltungsziele 25.09.2009
§ 4 - Verbote 25.09.2009
§ 5 - Zulässige Handlungen 25.09.2009
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen 25.09.2009
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten 25.09.2009
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 25.09.2009
Anlage 1a 25.09.2009
Anlage 1.1a 25.09.2009
Anlage 1b 25.09.2009
Anlage 1.1b 25.09.2009
Aufgrund der §§ 16 Abs. 1 und 28 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 6. März 2007 (GVOBl. Schl.-H. S. 136, ber. S. 250), zuletzt geändert durch § 1 der Verordnung vom 25. April 2009 (GVOBl. Schl.-H. S. 223), und des § 38 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 13. Oktober 1999 (GVOBl. Schl.-H. S. 300), zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom 12. Dezember 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 791), verordnet das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume:
(1) Das Gewässer „Alte Sorge“ in der Sorgeniederung zwischen Fünfmühlen im Norden und der Bundesstraße 202 im Süden, das Colsrakmoor und das zwischen dem Moor und der Alten Sorge liegende Grünland sowie westlich und östlich der Alten Sorge liegende Grünlandflächen auf dem Gebiet der Gemeinden Meggerdorf, Erfde und Bergenhusen, Kreis Schleswig-Flensburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Alte Sorge-Schleife“ unter Nummer 144 in das im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 758 ha groß und umfasst
das Gewässer „Alte Sorge“ einschließlich der bis zu 25 Meter breiten, teilweise auch flurstückbreiten beidseitigen Uferrandstreifen zwischen Fünfmühlen im Norden und der Bundesstraße 202 im Süden,
westlich und östlich der Alten Sorge in unterschiedlicher Ausdehnung liegende Feuchtgrünlandbereiche in der sogenannten Sorge-Schleife zwischen dem Fünfmühlendeich im Norden und der Bundesstraße 202 im Süden einschließlich des großen Sorgemäanders sowie des Grünlandkomplexes westlich der Sandschleuse im Südosten des Gebietes und
das in dem Feuchtgrünlandbereich eingebettete Colsrakmoor mit seinen typischen Randzonen.
(2) In den dieser Verordnung als Anlage 1 a , Blatt 1 und 2, beigefügten Übersichtskarten im Maßstab 1 : 25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt. In den dieser
Verordnung als Anlage 1 b , Blatt 1 und 2, beigefügten Übersichtskarten im Maßstab 1 : 25.000 ist das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten 1 a, Blatt 1 und 2, sowie 1 b, Blatt 1 und 2, im Maßstab 1 : 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. In den Abgrenzungskarten 1 b, Blatt 1 und 2, ist das FFH-Gebiet senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen. Die Ausfertigung der Karten ist in der obersten Naturschutzbehörde verwahrt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.
bei der Landrätin oder dem Landrat
des Amtes Kropp-Stapelholm,
24848 Kropp,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung eines großräumigen Feuchtgebietes von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung mit offenen Wasserflächen, Hoch- und Niedermoorflächen und wechselfeuchtem und artenreichem Grünland.
(2) Schutzzweck ist es, die Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln. Insbesondere gilt es,
den Lebensraum für die an Feuchtgebiete gebundene vielfältige Pflanzen- und Tierwelt und ihre Ökosysteme in seiner Gesamtheit,
das Gewässerökosystem der Alten Sorge mit seinen stehenden Gewässerabschnitten in seiner Gesamtheit einschließlich der typischen Uferzonierung und der Verlandungsstufen,
das Brutvorkommen der im Bestand bedrohten Wiesen-, Röhricht- und Wasservögel von überregionaler Bedeutung,
die Nahrungs-, Rast- und Mausergebiete von überregionaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel sowie für andere im Bestand bedrohte Vögel,
das naturraumtypische Landschaftsbild und die geomorphologisch bedeutsamen landschaftsprägenden Oberflächenformen des Flusstales der Alten Sorge
den Wasserhaushalt des als Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt wichtigen Feuchtgebietes unter besonderer Berücksichtigung der natürlichen Dynamik,
das Colsrakmoor als Lebensraum für die charakteristische Pflanzen- und Tierwelt und die Gesamtheit der Ökosysteme des Hochmoores und
die Lebensbedingungen für den vom Aussterben bedrohten Fischotter durch die Erhaltung und Neuschaffung ungestörter Lebensräume an Gewässern und für den in den Gräben vorkommenden, ebenfalls bedrohten Schlammpeitzger
zu erhalten, zu schützen oder zu entwickeln und
die in Anlage 2 Nr. 1 genannten Lebensraumtypen und die in Anlage 2 Nr. 2 bezeichneten Vogelarten sowie deren Lebensräume zu erhalten oder einen günstigen Erhaltungszustand wieder herzustellen.
(3) Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Bestandteile, insbesondere zur Erhaltung oder Entwicklung gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume erforderlich ist, können entsprechende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden.
i n den Gewässern zu baden oder mit Tauchgeräten zu tauchen oder auf den Gewässern Schiffsmodelle fahren zu lassen;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den Flächen im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nach Maßgabe der Empfehlungen der oberen Naturschutzbehörde;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22 a des Bundesjagdgesetzes sowie der §§ 21 und 22 des Landesjagdgesetzes sowie die im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde getroffenen Regelungen im Rahmen der ordnungsgemäßen Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die einen Eigenjagdbezirk bilden;
die Jagd auf Wasserwild auf Wasser- und Röhrichtflächen einschließlich eines 100 m breiten Gewässerrandstreifens auszuüben,
die Fangjagd mit Totschlagfallen, deren Fangbunkeröffnung größer als 8 cm ist, auszuüben,
Hochsitze zu errichten, die mehr als 10 m 3 umbauten Raum (Kanzel und Unterbau) umfassen,
Wild zu füttern, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder zu betreiben,
Brutkästen für Enten aufzustellen;
die der guten fachlichen Praxis entsprechende Ausübung des Fischfanges mit der Handangel
vom Ufer und vom Boot aus zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in den in der Abgrenzungskarte rot punktierten Gewässerabschnitten in der Zeit vom 1. Juli bis 1. März eines jeden Jahres,
vom Ufer und vom Boot aus in dem in der Abgrenzungskarte blau punktierten Bereich in der Zeit vom 1. Mai bis 1. März eines jeden Jahres sowie
vom Ufer aus in der Zeit vom 1. Juli bis 1. März eines jeden Jahres zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in den in der Abgrenzungskarte mit gelben Punkten dargestellten Angelstrecken
im Rahmen der Pachtverträge und der Angelscheinerlaubnisse dürfen insgesamt nicht mehr als 15 Angelboote zugelassen werden,
die Bootsliegeplätze dürfen sich nur im Bereich der Badestelle Meggerdorf auf beiden Seiten des Gewässers befinden,
beim Fischfang vom Boot aus ist ein Abstand von fünf Metern zum Röhrichtgürtel einzuhalten und
beim Fischfang vom Ufer aus dürfen Röhrichte nicht betreten oder geschädigt werden;
die der guten fachlichen Praxis entsprechende Ausübung des Fischfanges mit der Handangel vom Ufer aus zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf dem Gebiet der Gemeinde Bergenhusen von den in der Örtlichkeit durch die obere Naturschutzbehörde gekennzeichneten maximal vier Angelstellen;
die erforderliche Unterhaltung der in die Alte Sorge einmündenden Gräben und Dränagen zur Sicherung der Binnenentwässerung angrenzender landwirtschaftlicher Nutzflächen in der Zeit vom 15. Juli bis zum 1. März, chemische Stoffe dürfen dabei nicht verwendet werden;
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege, Plätze, Brücken oder sonstiger Verkehrsflächen mit folgender Einschränkung: nicht zulässig ist die Verwendung von wassergefährdenden, auswasch- oder auslaugbaren Materialien;
das Baden in der Alten Sorge von den genehmigten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badestellen der Gemeinden Meggerdorf und Bergenhusen aus;
Untersuchungen und Maßnahmen zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt oder durchführen lässt; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale unter Beachtung des § 15 Abs. 6 des Landesnaturschutzgesetzes .
(1) Auf Antrag kann die untere Naturschutzbehörde nach Maßgabe der Bestimmungen des § 64 Abs. 1 Satz 2 des Landesnaturschutzgesetzes Ausnahmen zulassen für
das Befahren der Gewässer mit Wasserfahrzeugen und
das Nachstellen wildlebender, nicht dem Jagdrecht unterliegender und nicht besonders geschützter Tierarten sowie das Fangen oder Töten dieser Tierarten. Eine Ausnahme ist nicht erforderlich für die Bekämpfung des Bisams nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 des Landeswassergesetzes im Bereich von Deichen.
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 2 im Einzelfall zulassen, wenn dies zur Sicherung des Schutzzweckes erforderlich ist.
(3) Die untere Naturschutzbehörde kann von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 64 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 bis 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
(2) Ordnungswidrig nach § 67 Abs. 1 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes handelt auch, wer vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 6 vornimmt.
(3) Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 23 des Landesjagdgesetzes handelt, wer bei der Jagdausübung vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ vom 19. September 1991 (GVOBl. Schl.-H. S. 527) 1) außer Kraft.
Kiel, 25. August 2009
GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 791-4-127
zur Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ befindlichen Teilbereich des gesetzlich geschützten Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung DE-1622-391 „Moore der Eider-Treene-Sorge-Niederung“
Das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ ist für die Erhaltung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie
von besonderer Bedeutung: (*: prioritärer Lebensraumtyp)
Das Naturschutzgebiet dient der Erhaltung eines Teilgebietes des Biotopkomplexes aus Hochmooren, Niedermooren und Flachseen und weiteren Feuchtlebensräumen in der weiträumigen Niederungslandschaft der Flüsse Eider, Treene und Sorge, der in seiner Größe und Ausprägung in Schleswig-Holstein einzigartig ist.
Für die Lebensraumtypen Code 7120 und 7140 soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten, insbesondere des Küstenschutzes, wiederhergestellt werden.
Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1 genannten Lebensraumtypen. Hierzu sind insbesondere zu berücksichtigen:
der weitgehend natürlichen und ungenutzten Ufer und Gewässerbereiche.
Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung (7120, 7140)
der natürlichen hydrologischen, hydrochemischen und hydrophysikalischen Bedingungen, die für das Wachstum torfbildender Moose und der Regeneration des Hochmoores erforderlich sind,
und Entwicklung der Bedingungen und Voraussetzungen, die für das Wachstum torfbildender Moose und die Regeneration des Hochmoores erforderlich sind (7120),
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen, unter anderem hydrologische Verhältnisse und der nährstoffarmen Bedingungen,
standorttypischer Kontaktlebensräume wie zum Beispiel Gewässer und ihre Ufer und charakteristischer Wechselbeziehungen,
der zusammenhängenden baum- beziehungsweise gehölzfreien Mooroberflächen (7120).
naturnaher Birken- und Kiefernmoorwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet,
des weitgehend ungestörten Wasserhaushaltes mit hohem Grundwasserspiegel und Nährstoffarmut,
der natürlichen Bodenstruktur und der charakteristischen Bodenvegetation mit einem hohen Anteil von Torfmoosen,
standorttypischer Kontaktbiotope.
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „AlteSorge-Schleife“ befindlichen Teilbereich des Vogelschutzgebietes DE 1622-491 „Eider-Treene-Sorge-Niederung
Das Gebiet umfasst mit der Alten-Sorge-Schleife Teile der Niederungen, der Flussläufe und der Hochmoorreste in der Eider-Treene-Sorge-Niederung, dem größten zusammenhängenden Niederungsgebiet Schleswig-Holsteins außerhalb der Küstenregion.
Das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“ ist für die Erhaltung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume
von besonderer Bedeutung: (fett: Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie; B: Brutvögel; R: Rastvögel; N: Nahrungsgast)
Zwergschwan (Cygnus columbianus bewickii) (R)
Sumpfohreule (Asio flammeus) (B)
Großer Brachvogel (Numenius arquata) (B)
Kampfläufer (Philomachus pugnax) (B)
Kampfläufer (Philomachus pugnax) (R)
Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) (B)
Erhaltung der ausgedehnten Röhrichte, Hochstaudenfluren, Moorstadien, des artenreichen Feuchtgrünlandes, des wechselfeuchten Grünlandes unterschiedlicher Nutzungsintensität, der Überschwemmungswiesen und offenen Wasserflächen als Lebensraum insbesondere für Arten der Röhrichte, Weidengebüsche und Hochstaudenfluren, der Hochmoore und des offenen Grünlandes.
Im gesamten Gebiet soll keine Absenkung des Wasserstandes unter den aktuellen Stand erfolgen; notwendige Anpassungen der Entwässerungsverhältnisse aufgrund von Bodensackungen sind in den landwirtschaftlich genutzten Bereichen möglich.
Zwischen einzelnen Teilhabitaten wie Nahrungsgebieten, Bruthabitaten und Schlafplätzen von Arten mit großräumigen Lebensraumansprüchen (wie Zwerg- und Singschwan, Weißstorch, Wiesenweihe) sind möglichst ungestörte Beziehungen zu erhalten; die Bereiche sind weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen z.B. Stromleitungen und Windkrafträder zu halten.
Ziele für Vogelarten von besonderer Bedeutung
Arten des offenen (Feucht-)Grünlandes, wie Weißstorch, Zwergschwan, Singschwan, Goldregenpfeifer, Kiebitz, Uferschnepfe, Kampfläufer
-großflächig offener und zusammenhängender landwirtschaftlich genutzter Grünlandbereiche mit möglichst geringer Zahl von Vertikalstrukturen,
-eines ausreichenden Anteils von feuchtem Grünland mit an die Ansprüche der Wiesenbrüter angepasster landwirtschaftlicher Nutzung und mit kleinen offenen Wasserflächen wie Tümpel, Gräben, Blänken und Mulden und Überschwemmungsbereichen,
-eines zur Bestandserhaltung ausreichenden Anteils von zur Brut- und Aufzuchtzeit störungsarmen Grünlandbereichen,
-von Bereichen mit im Herbst und Frühjahr kurzer Grünlandvegetation als Nahrungs- und Rastflächen u.a. für Zwergschwan und Goldregenpfeifer,
-von flachen, vegetationsreichen Rast- und Überwinterungsgewässern wie Binnenseen und Überschwemmungsflächen, inklusive angrenzender Grünlandbereiche (Zwerg- und Singschwan) und
-der Störungsarmut in den Nahrungsgebieten und an den Schlafplätzen für Zwerg- und Singschwan.
Arten der Hochmoore, wie Großer Brachvogel, Bekassine
von offenen Landschaften mit nassen bis feuchten Flächen und relativ dichter, aber nicht zu hoher Vegetation wie z.B. Torfstiche in Hochmooren, feuchte Brachflächen, feuchte Heideflächen, Verlandungszonen, sumpfige Stellen im Kulturland und beweidetes Grünland,
von Feuchtgebieten und von Bereichen mit an die Ansprüche der Arten angepassten Grünlandnutzung als geeignete Nahrungshabitate im Umfeld der Brutplätze,
von hohen Grundwasserständen und kleinen offenen Wasserflächen wie Blänken und Mulden in Verbindung mit Grünland,
möglichst störungfreier Bereiche während der Brutzeit.
Arten der Röhrichte, Weidengebüsche und Hochstaudenfluren, wie Rohrdommel, Sumpfohreule, Rohr-, Korn- und Wiesenweihe, Tüpfelsumpfhuhn, Wachtelkönig, Neuntöter
der natürlichen Nisthabitate wie Verlandungsgesellschaften in gewässerreichen Niederungen sowie Röhrichte und Hochstaudenfluren am Rande von Hoch- und Niedermooren,
von weiträumigen, offenen Landschaften mit niedriger, aber gleichzeitig deckungsreicher Kraut- und Staudenvegetation z.B. naturnahe Flussniederungen oder extensiv genutztes Feuchtgrünland (Sumpfohreule),
von Niedermoor- und Gewässerverlandungszonen mit einem Mosaik aus feuchtem Schilfröhricht, Hochstauden, einzelnen Weidenbüschen sowie vegetationsarmen Flächen,
eines Mosaiks aus deckungsreicher, aber nicht zu dichter Vegetation und höheren Vegetationsstrukturen wie z.B. zugewachsene Gräben, Großseggen- oder Schilfbestände, Hochstaudenfluren,
von Verlandungszonen, Kleingewässern, Feuchtgrünland u.ä. als Nahrungsgebiete in der Umgebung der Brutplätze (Rohrweihe, Wiesenweihe),
von großflächigen und wasserständigen Altschilfbeständen ohne oder mit nur gelegentlicher Schilfmahd (Rohrdommel),
von störungsarmen Räumen zur Brutzeit.
Bekanntmachung zu der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Alte Sorge-Schleife“: