Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201981,%20232
Timestamp: 2020-02-29 13:40:28
Document Index: 330518353

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 296', '§ 275', 'BGH', 'BGH', '§ 296', '§ 277', '§ 296', '§ 94', 'BGH', 'BGH', '§ 171', '§ 283', '§ 296', '§ 527', '§ 296', 'BGH', '§ 272', 'BGH', 'BGH', '§ 34', 'BGH']

BGH, 07.07.1980 - II ZR 233/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,2735
BGH, 07.07.1980 - II ZR 233/79 (https://dejure.org/1980,2735)
BGH, Entscheidung vom 07.07.1980 - II ZR 233/79 (https://dejure.org/1980,2735)
BGH, Entscheidung vom 07. Juli 1980 - II ZR 233/79 (https://dejure.org/1980,2735)
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Präklusion von Angriffsmitteln und Verteidigungsmitteln wegen Zugang nach einer gerichtlicherseits angeordneten Frist - Fehlende Aussicht einer Verzögerung des Rechtsstreits als Voraussetzung der Zulassung verspätet vorgebrachter Angriffsmittel und Verteidigungsmittel - ...
NJW 1981, 232
WM 1980, 1191
Nur der II. Zivilsenat hat in einem Urteil vom 7. Juli 1980 (NJW 1981, 232) angedeutet, daß die Zulassung verspäteten Vorbringens auch dann verzögerlich wirke, wenn infolgedessen der Prozeß im frühen ersten Termin nicht mehr entschieden werden könne.
Setzt er sich darüber hinweg, ist sein nachgetragenes Vorbringen gemäß § 296 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit § 275 Abs. 1 Satz 1 ZPO ohne Anberaumung eines Haupttermins zurückzuweisen (…LG Aachen und Lange aaO; wohl auch BGH NJW 1981, 232).
So legt die höchstrichterliche Rechtsprechung bei der Anwendung der Präklusionsvorshriften besonderen Wert auf den Gesichtspunkt der Rechtsklarheit (BGHZ 76, 236, 239 f.; Urteil vom 7. Juli 1980 - II ZR 233/79 - WM 1980, 1191; Urteil vom 9. März 1981 - VIII ZR 38/80 - LM ZPO § 296 Nr. 11) und läßt auch z.B. bei der Verwendung irreführender Ladungsformulare (OLG Oldenburg NJW 1980, 295 [OLG Oldenburg 12.01.1979 - 8 U 180/78] ) oder bei einem Verstoß gegen die aus § 277 Abs. 2 ZPO folgende Belehrungspflicht (OLG Düsseldorf NJW 1978, 2203 [OLG Düsseldorf 21.07.1978 - 14 U 67/78] ) eine Ausschließung von Parteivorbringen gemäß § 296 Abs. 1 ZPO nicht zu, Das Bundesverfassungsgericht hat diese Tendenz der Rechtsprechung ausdrücklich gebilligt (BVerfGE 59, 330 [BVerfG 09.02.1982 - 1 BvR 799/78] ).
Die Möglichkeit der Aufrechnung besteht gemäß § 94 InsO auch noch in der Insolvenz, sofern - wie hier der Fall - die Aufrechnungsbefugnis bereits bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestand (…vgl. BGH, Urt. v. 9.12.1971 - II ZR 33/68, BGHZ 58, 72, 75 = NJW 1972, 480; Urt. v. 7.7.1980 - II ZR 233/79, NJW 1981, 232, 233 - beide Entscheidungen noch zur KO;… Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, § 171 Rn. 111).
Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob bereits die zeitliche Verschiebung, die sich aus einer Anwendung von § 283 ZPO ergeben hätte, als eine die Zurückweisung rechtfertigende Verzögerung angesehen werden darf (dagegen z.B. Büchel NJW 1979, 945, 950 [VG Karlsruhe 13.03.1978 - V - 135/77]; Fey DRiZ 1978, 180;… Zöller/Stephan, 13. Aufl. § 296 Anm. II 3 a;… Zöller/Schneider 13. Aufl. § 527 Anm. VI 4;… dafür Baumbach/Lauterbach/Hartmann, 39. Aufl. § 296 Anm. 2 Ca; vgl. auch RG HRR 1931 Nr. 877; 1935 Nr. 50; BGH Urteile vom 11. November 1954 - III ZR 100/53 = LM ZPO § 272 b Nr. 2 undvom 7. Juli 1980 - II ZR 233/79 = WM 1980, 1191).
Es erübrigt sich hiernach zu prüfen, ob der Beklagte, wenn er der Gesellschaft ein echtes Darlehen ohne Eigenkapitalqualität gewährt hätte, mit seiner Darlehensforderung gegen den Hafteinlageanspruch des Klägers aufrechnen könnte (vgl. hierzu BGHZ 58, 72 [BGH 09.12.1971 - II ZR 33/68]; Urt. d. Sen. v. 7.7.80 - II ZR 233/79, NJW 1981, 232).
Haben die Beklagten aber den Bierlieferungsvertrag vom 13. Oktober 1980 rechtswirksam widerrufen, so kommt es nicht auf die Frage an, ob dieser Vertrag dem Schriftformerfordernis des § 34 GWB entsprach (BGH NJW 1981, 232).