Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202005,%20845
Timestamp: 2020-02-18 05:59:37
Document Index: 311299503

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 7', '§ 10', '§ 9', '§ 11', '§ 1', '§ 10', '§ 9', '§ 11', '§ 11', '§ 7', '§ 7']

BFH, 12.07.2005 - II R 8/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1025
BFH, 12.07.2005 - II R 8/04 (https://dejure.org/2005,1025)
BFH, Entscheidung vom 12.07.2005 - II R 8/04 (https://dejure.org/2005,1025)
BFH, Entscheidung vom 12. Juli 2005 - II R 8/04 (https://dejure.org/2005,1025)
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ErbStG § 1 Abs. 1 Nr. 2, § 7 Abs. 1 Nr. 1, § 10 Abs. 1 Satz 1; BewG § 9, § 11 Abs. 2
Gründung einer Familien-GmbH; freigebige Zuwendung des GmbH-Geschäftsanteils anAngehörige bei Einbringung des Unternehmens eines Gesellschafters in die GmbH beiGründung
Freigebige Einbringung
Schenkung in Höhe der Differenz zwischen Buchwert und gemeinem Wert; Erfordernis der Identität von "Entreicherungsgegenstand" und "Bereicherungsgegenstand" bei Schenkung; Beeinträchtigung des Anteilswert durch Verfügungsbeschränkung
Einbringung eines Einzelunternehmens in GmbH mit Angehörigen kann schenkungsteuerpflichtig sein
GmbH-Gründung: Schenkungssteuer bei Einbringung eines Unternehmens zu Buchwerten
Einbringung - Einzelunternehmen wird in eine GmbH eingebracht - eine freigebige Zuwendung?
Die »verdeckte Einlage« (KapG) im Schenkungsteuerrecht
BFHE 210, 474
BB 2005, 2339
DB 2005, 2503
BStBl II 2005, 845
Dem steht nicht entgegen, dass der neue Gesellschafter den Anteil mit Eintragung der Kapitalerhöhung in das HR originär erwirbt (BFH-Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845, unter II.1.b).
Die Leistung der Einlage durch den Neugesellschafter stellt keine teilweise Gegenleistung, sondern Erwerbsaufwand gemäß § 1 Abs. 2 i.V.m. § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG dar (BFH-Urteile in BFHE 194, 435, BStBl II 2001, 454; in BFH/NV 2002, 26, und in BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845, unter II.2.; ebenso gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 14. März 2012, BStBl I 2012, 331, Tz 2.1.2 Satz 2, Tz 2.1.4).
Die Kenntnis der Altgesellschafter hinsichtlich der Umstände, aus denen sich die objektive Bereicherung des Neugesellschafters ergibt, ist regelmäßig prima facie zu unterstellen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845, unter II.1.a).
Unerheblich ist, welche konkreten Motive für den Zuwendenden im Vordergrund standen (BFH-Urteil in BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845, unter II.1.c).
Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands der freigebigen Zuwendung reicht bei Unausgewogenheit gegenseitiger Verträge regelmäßig das Bewusstsein des einseitig benachteiligten Vertragspartners über den Mehrwert seiner Leistung aus; auf die Kenntnis des genauen Ausmaßes des Wertunterschieds kommt es hingegen nicht an (BFH-Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Ein auf die Bereicherung des Empfängers gerichteter Wille im Sinne einer Bereicherungsabsicht ist nicht erforderlich (BFH-Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Dies beruhte aber nicht --jedenfalls nicht maßgeblich-- auf den vertraglichen Vereinbarungen und damit auf Umständen, die nach § 9 Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 Satz 1 BewG nicht berücksichtigt werden können (vgl. dazu BFH-Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
c) Die Schätzung erfolgt nach dem in R 96 ff. ErbStR --zuvor in den Vermögensteuer-Richtlinien (VStR)-- geregelten Stuttgarter Verfahren, das der BFH in ständiger Rechtsprechung auch für die Erbschaft- und Schenkungsteuer als ein geeignetes, wenn auch die Gerichte nicht bindendes, Schätzungsverfahren anerkennt (z.B. BFH-Urteile vom 6. Februar 1991 II R 87/88, BFHE 163, 471, BStBl II 1991, 459; vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
FG Düsseldorf, 06.08.2008 - 4 K 3936/07
Auch bei Rückschenkung eines Grundstücks regelmäßig Schenkungsteuer
Ein auf die Bereicherung des Empfängers gerichteter Wille im Sinne einer Bereicherungsabsicht ist nicht erforderlich (Bundesfinanzhof - BFH -, Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Derartige Beweggründe sind indessen schenkungsteuerrechtlich unbeachtlich, weil sie das Bewusstsein der Unentgeltlichkeit unberührt lassen (BFH-Urteil vom 30. Mai 2001 II R 6/98, BFH/NV 2002, 26 sowie BFH-Urteil in BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Im Übrigen kommt es für die Annahme des Bewusstseins der Unentgeltlichkeit in der Person der C GmbH nicht darauf an, welche konkreten Motive für den Kauf der Aktien vom Kläger für einen Preis von 700.000 EUR im Vordergrund standen (vgl. BFH, Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Der Anteilswert wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt (…vgl. BFH-Urteile vom 17. Juni 1998 II R 46/96, BFH/NV 1999, 17; vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl II 2005, 845).
Das Stuttgarter Verfahren ist ein den Anforderungen des § 11 Abs. 2 Satz 2 BewG -noch- entsprechendes Verfahren (vgl. Beschluss des BVerfG vom 07.11.2006 1 BvL 10/02, BVerfGE 117, 1; BFH, Urteil vom 12.07.2005 II R 8/04, BStBl II 2005, 845 unter Hinweis auf BFH…, Urteil vom 17.06.1998 II R 46/96, BFH/NV 1999, 17 m.w.N.).
Diese Rechtsprechung ist aber aufgegeben worden (vgl. BFH…, Urteil vom 17.06.1998 II R 46/96, BFH/NV 1999, 17; BFH, Urteil vom 12.07.2005 II R 8/04, BStBl II 2005, 845; Mannek in Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, § 11 BewG Anm. 287).
Basieren Zuwendungen auf vertraglicher Grundlage, ist für die Beurteilung des Schenkungsgegenstandes und der Einheitlichkeit und Unmittelbarkeit der Zuwendungen auf den übereinstimmenden Vertragswillen abzustellen (BFH-Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04, BFHE 210, 474, BStBl. II 2005, 845;… Gebel in Troll/Gebel/Jülicher, ErbStG, § 7 Rn. 78;… Moench, ErbStG § 7 Rn. 127).
Mit Urteil vom 12. Juli 2005 II R 8/04 (BFHE 210, 474; BStBl. II 2005, 845) hat der Bundesfinanzhof diese Rechtsprechung auch auf den Erwerb von Geschäftsanteilen bei Gründung einer GmbH übertragen.