Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20197/03
Timestamp: 2019-08-25 19:08:43
Document Index: 140266540

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 309', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.06.2005 - VII ZR 197/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,241
BGH, 23.06.2005 - VII ZR 197/03 (https://dejure.org/2005,241)
BGH, Entscheidung vom 23.06.2005 - VII ZR 197/03 (https://dejure.org/2005,241)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03 (https://dejure.org/2005,241)
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Umgehung von Aufrechnungsverboten bei Ansprüchen aus einem Werkvertrag; Umgehung von Aufrechnungsverboten durch die Annahme eines Verrechnungsverhältnisses oder Abrechnungsverhältnisses; Zulässigkeit einer Aufrechnung, wenn die Aufrechnungslage erst nach der Antragstellung auf Eröffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens entstanden ist; Voraussetzungen für das Vorliegen eines Abrechnungsverhältnisses; Rechtsnatur eines Abrechnungsverhältnisses
Zur Aufrechnung von Ansprüchen des Bestellers auf Ersatz von Fertigstellungsmehrkosten nach Kündigung gegen Werklohnansprüche für erbrachte Leistungen im Gesamtvollstreckungsverfahren
Keine Umgehung von Aufrechnungsverboten durch die Annahme eines Verrechnungsverhältnisses; zur Aufrechnung im Gesamtvollstreckungsverfahren
Aufrechnungsverbot durch Verrechnung nicht umgehbar!
Aufrechnungsverbote bei Abrechnung gekündigter Bauverträge
Kündigung: Wann wird Anspruch auf Ersatz der Mehrkosten fällig? (IBR 2005, 469)
Aufrechnungsverbote in AGB unterliegen strenger Inhaltskontrolle! (IBR 2005, 466)
Generelle Abkehr von "Verrechnung"! (IBR 2005, 465)
Bauinsolvenz: Ist Aufrechnung mit Restfertigstellungsmehrkosten ausgeschlossen? (IBR 2005, 485)
Zusammenfassung von "Das Ende der Verrechnung im Werkvertragsrecht und seine Folgen" von RiLG Dr. Martin Kessen, original erschienen in: BauR 11/2005, 1691 - 1697.
Zusammenfassung von "Das Ende der Verrechnung und seine Folgen" von RA Dr. Stefan Weise, original erschienen in: NJW Spezial 2006, 21 - 22.
BGHZ 163, 274
NJW 2005, 2771
ZIP 2005, 1561
MDR 2005, 1344
NZBau 2005, 582
NZI 2005, 674
WM 2005, 1675
BauR 2005, 1477
ZfBR 2005, 673
Soweit nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 23. Juni 2005 (VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274) Aufrechnungsverbote dann nicht zur Geltung kommen könnten, wenn sie den Auftraggeber zwängen, eine mangelhafte oder unfertige Leistung in vollem Umfang zu vergüten, obwohl ihm Gegenansprüche in Höhe der Mängelbeseitigungs- oder Fertigstellungskosten zustünden, läge diese Situation nicht vor.
In diesen Fällen sind die vertraglichen oder gesetzlichen Regelungen zur Aufrechnung anwendbar (BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274, 278).
aa) Eine solche Benachteiligung liegt vor, wenn der Besteller durch das Verbot der Aufrechnung in einem Abrechnungsverhältnis eines Werkvertrages gezwungen würde, eine mangelhafte oder unfertige Leistung in vollem Umfang zu vergüten, obwohl ihm Gegenansprüche in Höhe der Mängelbeseitigungs- oder Fertigstellungskosten zustehen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274, 279; OLG Frankfurt, OLGR Frankfurt 2008, 665;… H.-D. Hensen in Ulmer/Brander/Hensen, AGB-Recht, 10. Aufl., § 309 Nr. 3 BGB Rn. 7 m.w.N.; Kessen, BauR 2005, 1691, 1693 ff.).
Die vom Berufungsgericht angenommene Verrechnung kommt nicht in Betracht (BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274).
Es kommt nur eine Aufrechnung in Betracht (BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274; vgl. auch Kessen, BauR 2005, 1691).
Der Senat hat klargestellt, dass eine Aufrechnung mit einem Anspruch, der dem Werklohnanspruch aufrechenbar gegenübersteht, nicht mit der Folge als Verrechnung behandelt werden kann, dass die gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen zur Aufrechnung umgangen werden können (BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BauR 2005, 1477 = NZBau 2005, 582 = ZfBR 2005, 673, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, m.w.N.).
Der Senat hat wiederholt in anderem Zusammenhang entschieden, dass es grundsätzlich nicht interessengerecht ist, dem Unternehmer die Möglichkeit zu verschaffen, eine Werklohnforderung ohne Erbringung der Gegenleistung durchzusetzen (BGH, Urteile vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, aaO, …und vom 22. September 2005 - VII ZR 117/03, aaO).
Aus dem Erfordernis, dass eine Kündigung nicht begründet werden muss, ergibt sich zwangsläufig, dass Kündigungsgründe jederzeit nachgeschoben werden können, sofern sie im Zeitpunkt der Kündigung vorgelegen haben (…vgl. BGH, Urteile vom 22. Oktober 1981 - VII ZR 310/79, BGHZ 82, 100, 109, juris Rn. 36; vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274, 277, juris Rn. 15;… in: Ingenstau/Korbion/Joussen/Vygen, VOB Teile A und B, 20. Aufl., § 8 Abs. 6 VOB/B Rn. 6).
Der Senat hat mit Urteil vom 23. Juni 2005 (VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274) klargestellt, dass eine Aufrechnung mit einem Anspruch, der dem Werklohnanspruch aufrechenbar gegenübersteht, nicht mit der Folge als Verrechnung behandelt werden kann, dass die gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen zur Aufrechnung übergangen werden können.
Dazu gehören die Forderung auf Zahlung der Mängelbeseitigungskosten (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 2005 - VII ZR 117/03, BGHZ 164, 159) und die Forderung auf Zahlung der Fertigstellungsmehrkosten (vgl. BGH, Urteile vom 23. Juni 2005 - VII ZR 197/03, aaO und 18. Juni 2002 - XI ZR 359/01, BGHZ 151, 147).
In diesen Fällen sind die vertraglichen oder gesetzlichen Regelungen zur Aufrechnung anwendbar (vgl. BGHZ 163, 274, 278).
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