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Timestamp: 2018-08-17 09:46:31
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Matched Legal Cases: ['§ 630', '§ 630', '§ 630', '§ 2', '§ 15', '§ 3', '§ 28', '§ 2', '§ 4', '§ 630']

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Rechtsanwalt Dr. Max Middendorf Fachanwalt für Medizinrecht
Veröffentlicht von:Meinrad Karger Geändert vor über 3 Jahren
Präsentation zum Thema: "Rechtsanwalt Dr. Max Middendorf Fachanwalt für Medizinrecht"— Präsentation transkript:
1 Neuordnung und Delegation von Aufgaben des ärztlichen Dienstes – Haftung im OP
Rechtsanwalt Dr. Max Middendorf Fachanwalt für Medizinrecht Lehrbeauftragter der Universität Münster OTA-Schulträgerverband, Berlin Bergmann und Partner Hafenstraße 14, Hamm (C) RA Dr. Max Middendorf
2 Übersicht I. Grundlagen der Haftung
Haftung bei der Übertragung von Aufgaben Fazit (C) RA Dr. Max Middendorf
3 Prolog Ausgangslage und Problemstellung:
Ärztemangel vs. steigende Morbidität (Demographie!) erhöhter wirtschaftlicher Druck Ziel: bessere Nutzung der „Ressource Arzt“ und Schaffung einer attraktiven neuen beruflichen Ebene für Nichtärzte  Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen (C) RA Dr. Max Middendorf
4 I. Grundlagen der Haftung
Das Patientenrechtegesetz in Kraft seit dem Herzstück: Aufnahme des Behandlungsvertrages in §§ 630a ff. BGB Regelungen über Pflichten und Folgen von Pflichtverletzungen weitgehend Kodifikation des status quo für das Zivilrecht Strafrecht nicht geändert, allenfalls Folgeeffekte aus neuen zivilrechtlichen Regelungen (C) RA Dr. Max Middendorf
5 I. Grundlagen der Haftung
Haftungstypen Haftung aus Behandlungsfehler Haftung aus Aufklärungsfehler (C) RA Dr. Max Middendorf
6 I. Grundlagen der Haftung
Grundstruktur Fehler Gesundheitsschaden Kausalität Haftungsgrund (C) RA Dr. Max Middendorf
7 I. Grundlagen der Haftung
Haftung aus Behandlungsfehler Patientenseite hat grundsätzlich die haftungsbegründenden Voraussetzungen zu beweisen insofern auch keine Verschiebung durch Patientenrechtegesetz (vgl. § 630h BGB) (C) RA Dr. Max Middendorf
8 I. Grundlagen der Haftung
Folgen für die Praxis sachverständige Würdigung im Einzelfall wenn Fehler vorliegt: grundsätzlich keine Beweislastumkehr bzgl. Kausalität Ausnahme: grober Fehler (C) RA Dr. Max Middendorf
9 I. Grundlagen der Haftung
Haftung aus Aufklärungsfehler hier andere Beweislastverteilung! Behandelnder hat die ordnungsgemäße Aufklärung und wirksame Einwilligung in den Eingriff zu beweisen (siehe §§ 630d, 630e BGB) (C) RA Dr. Max Middendorf
10 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
1. Begriffe Übertragung von Aufgaben Delegation = Verantwortung bleibt beim Arzt Substitution = Verantwortung geht auf speziell ausgebildete nichtärztliche Kraft über (C) RA Dr. Max Middendorf
11 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen § 2 Abs. 5 BÄO: „Ausübung des ärztlichen Berufs ist die Ausübung der Heilkunde unter der Berufsbezeichnung ,Arzt‘ oder ,Ärztin‘“. Begriff der Heilkunde unscharf im Einzelfall gesetzlicher Arztvorbehalt (z. B. Transfusionsgesetz) §§ 15, 28 SGB V (C) RA Dr. Max Middendorf
12 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen § 3 Abs. 1 KrankenpflegeG: Pflege ist auszurichten	auf Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit (C) RA Dr. Max Middendorf
13 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen Seit : „Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S. 3 SGB V“ Anlage 24 zum BMV-Ä (C) RA Dr. Max Middendorf
14 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen nicht delegierbar (§ 2): alles, was besondere Fachkenntnisse erfordert, insb.: Anamnese Indikationsstellung Untersuchung Diagnosestellung Aufklärung und Beratung des Patienten Entscheidung über Therapie und invasive Verfahren (C) RA Dr. Max Middendorf
15 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen Allgemeine Anforderungen an die Delegation (§ 4): Sicherstellung, dass Delegationsempfänger über ausreichende Fachkenntnisse verfügt (Auswahlpflicht) Anleitung zur selbständigen Durchführung (Anleitungspflicht) regelmäßige Überwachung (Überwachungspflicht) in Abhängigkeit von der Qualifikation (C) RA Dr. Max Middendorf
16 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen Beispiele (mit chirurgischem Bezug) Verbandanlage (bei Gipsverbänden Kontrolle Arzt) Dokumentation von Bewegungseinschränkungen Anleitung zu Bewegungsübungen Unterstützung bei OP-Vorbereitung (Rücksprache mit Arzt) Wund- und Verlaufskontrollen (Rücksprache mit Arzt) Drainageüberwachung (Rücksprache mit Arzt) (C) RA Dr. Max Middendorf
17 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen Aufklärung § 630e Abs. 2 Nr. 1: „Die Aufklärung muss mündlich durch den Behandelnden oder durch eine Person erfolgen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Ausbildung verfügt; […]“  kein expliziter Arztvorbehalt! (C) RA Dr. Max Middendorf
18 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
2. Rechtsgrundlagen Aufklärung nach Wortlaut kann also durch nichtärztliches Personal aufgeklärt werden, soweit es sich um eine delegationsfähige Aufgabe handelt erscheint stimmig: Kompetenz zur Durchführung geht mit Kompetenz zur Aufklärung einher Rechtslage aber bislang nicht eindeutig geklärt (C) RA Dr. Max Middendorf
19 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
3. Rechtsprechung Grenze bei „Kernbereich ärztlicher Tätigkeit“ eher tatsächliche Frage als Rechtsfrage Ermittlung der Grenze im Einzelfall mit Hilfe eines Sachverständigen hohes Gewicht von Empfehlungen und Stellungnahmen der Berufsverbände (C) RA Dr. Max Middendorf
20 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
3. Rechtsprechung fließende Übergänge zur ärztlichen Mitverantwortung nichtärztliche Aufgaben können Bestandteil der ärztlichen Fürsorgepflicht sein  tendenziell ärztliche Mitverantwortung (C) RA Dr. Max Middendorf
21 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
3. Rechtsprechung Kernbereich durch Schwierigkeit und Gefährlichkeit der Aufgaben gekennzeichnet „Weichenstellung“ ist originär ärztliche Aufgabe, also v.a. Diagnostik und Bestimmung der Therapie (C) RA Dr. Max Middendorf
22 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
3. Rechtsprechung instruktiv: OLG Dresden, Urteil vom – 4 U 1857/07 „MTRA ist berechtigt, unter Aufsicht des verantwortlichen Arztes intravenöse Injektionen mit schwach radioaktivem Technetium vorzunehmen.“ Maßnahme betrifft nicht Kernbereich ärztlichen Handelns, daher grds. Delegation zulässig (C) RA Dr. Max Middendorf
23 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
3. Rechtsprechung Delegation (Überwachung und Anleitung) Organisation korreliert mit (C) RA Dr. Max Middendorf
24 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
4. Position der Ärzteschaft 115. Deutscher Ärztetag: „Delegation ja, Substitution nein!“ „Eine Substitution ärztlicher	Leistungen durch nichtärztliche Berufe ist ausdrücklich zu verhindern.“ (C) RA Dr. Max Middendorf
25 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
5. Haftungsprophylaxe OP-Aufklärung nicht delegieren bei Delegation dokumentierte Arbeitsanweisungen vorhalten Abgleich mit den Auffassungen der Berufsverbände (C) RA Dr. Max Middendorf
26 II. Haftung bei der Übertragung von Aufgaben
5. Haftungsprophylaxe versicherungsrechtliche Probleme? grds. im Krankenhaus nein, da zum Betrieb des Krankenhauses gehörig  m. E. auch kein anzeigepflichtiger Umstand im ambulanten Bereich gleich gelagert im Zweifel: vorsorglich mitteilen (C) RA Dr. Max Middendorf
27 III. Fazit Haftung unterliegt allgemeinen Regeln
im Kern keine Änderungen durch PatientenrechteG klare Abgrenzungen der Verantwortungsbereiche erforderlich – Faustregel: „Legislative“ = Arzt, „Exekutive“ = OTA Übertragung von Aufgaben korreliert mit steigender Verantwortung (beachte Strafrecht!) in praxi: Arzt steht im Focus (C) RA Dr. Max Middendorf
28 III. Fazit der Bedarf nach einer Übertragung von ärztlichen Aufgaben wächst zunehmende gesetzliche Konkretisierung im Bereich der GKV weitere Entwicklung offen (C) RA Dr. Max Middendorf
Dr. Max Middendorf Fachanwalt für Medizinrecht Lehrbeauftragter der Universität Münster (C) RA Dr. Max Middendorf
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Persönlichkeitsrechte und Verdachtsberichterstattung Vortrag vor der Stiftervereinigung der Presse Berlin, den 25.09.2012.