Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-09-2011-4A_231-2011
Timestamp: 2016-10-27 15:01:06
Document Index: 274218170

Matched Legal Cases: ['Art. 260', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 754', 'Art. 756', 'BGE', 'Art. 757', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 260', 'Art. 757', 'BGE', 'BGE', 'Art. 305', 'Art. 251', 'Art. 251', 'Art. 957', 'Art. 29', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 957', 'Art. 29', 'Art. 716', 'Art. 754', 'Art. 716', 'Art. 717', 'Art. 716', 'Art. 717', 'Art. 42', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 717', 'Art. 754', 'Art. 717', 'Art. 105', 'Art. 99', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_231/2011 (20.09.2011)
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland B�hler,
Rechtsanwalt Dr. Hansj�rg Lenhard,
Kantons Zug, I. Zivilabteilung, vom 8. M�rz 2011.
Die R.________ AG war eine im Kanton Zug ans�ssige Gesellschaft, welche die Erbringung von Dienstleistungen und die Beratung auf dem Finanzsektor bezweckte. A. Q.________ und B. Q.________ (Beschwerdegegner) geh�rten w�hrend der im vorliegenden Verfahren interessierenden Zeitspanne dem Verwaltungsrat der R.________ AG an.
Die R.________ AG reichte am 24. April 2002 beim Kantonsgericht Zug Klage auf Bezahlung von Fr. 1'534'898.24 zuz�glich Zins von 5 % seit dem 2. Januar 2002 gegen die Beschwerdegegner ein. Sie machte geltend, die Beschwerdegegner h�tten im Juli 1999 in ihrer Funktion als Verwaltungsr�te der R.________ AG eine Zahlung an C.________ veranlasst, ohne dass es einen irgendwie gearteten Forderungsgrund gegeben habe. Insbesondere sei ihr in diesem Zusammenhang keine Gegenleistung erbracht worden. Die Beschwerdegegner beantragten Abweisung der Klage. Die in der Klageantwort erfolgte Streitverk�ndung der Beschwerdegegner an C.________ und D.________ wurde diesen am 24. Juli 2002 zur Kenntnis gebracht. D.________ beteiligte sich in der Folge nicht am Prozess, w�hrend C.________ dem Kantonsgericht den Beitritt als Nebenintervenient auf Seiten der Beschwerdegegner mitteilte.
Am 12. August 2003 wurde �ber die R.________ AG der Konkurs er�ffnet. Nachdem die Gesamtheit der Konkursgl�ubiger auf die Weiterf�hrung des vorliegenden Verfahrens verzichtet hatte, trat das Konkursamt am 17. Dezember 2004 die Verantwortlichkeitsanspr�che gegen die Organe der R.________ AG gem�ss Art. 260 SchKG an die Beschwerdef�hrerinnen ab, die im Konkurs der R.________ AG mit Forderungen in der H�he von Fr. 372'810.-- (X.________ Inc.), Fr. 732'961.80 (Y.________ Ltd.) und Fr. 745'620.-- (Z.________ Ltd.) kolloziert worden waren. Eine gegen die Beschwerdef�hrerinnen erhobene negative Kollokationsklage wies das Kantonsgericht Zug mit Urteil vom 9. Juni 2008 ab. Die R.________ AG wurde nach durchgef�hrtem Konkursverfahren am 25. M�rz 2009 von Amtes wegen gel�scht.
Die Beschwerdef�hrerinnen erkl�rten dem Obergericht am 27. Oktober 2008, den Prozess aufgrund der Abtretungen fortf�hren zu wollen. Mit Noveneingabe vom 31. M�rz 2009 stellten sie den Antrag, die Beschwerdegegner seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, den Beschwerdef�hrerinnen (als Abtretungsgl�ubigerinnen im Konkurs der R.________ AG) Fr. 1'534'898.24, eventuell DM 1,9 Mio. bzw. ein entsprechender Euro-Betrag, zuz�glich 5 % Zins seit dem 2. Januar 2002 zu zahlen. Mit Urteil vom 8. M�rz 2011 wies das Obergericht die Berufung ab und best�tigte das Urteil des Kantonsgerichts vom 22. Mai 2003.
Die Beschwerdef�hrerinnen beantragen mit Beschwerde in Zivilsachen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter seien die Beschwerdegegner unter solidarischer Haftung zu verpflichten, den Beschwerdef�hrerinnen (als Abtretungsgl�ubigerinnen im Konkurs der R.________ AG) Fr. 1'534'898.24, eventuell DM 1,9 Mio. bzw. ein entsprechender Euro-Betrag, zuz�glich 5 % Zins seit dem 2. Januar 2002 zu zahlen.
Die Beschwerdegegner schliessen auf Abweisung der Beschwerde und auf Klageabweisung sowie Best�tigung des obergerichtlichen Urteils. Die Vorinstanz beantragt unter Verzicht auf Gegenbemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Der Nebenintervenient liess sich nicht vernehmen.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 19. Mai 2011 wurden die Beschwerdef�hrerinnen zur Sicherstellung einer allf�lligen Parteiensch�digung von Fr. 17'000.-- aufgefordert. Diese ging am 3. Juni 2011 bei der Bundesgerichtskasse ein.
Das angefochtene Urteil des Obergerichts ist ein verfahrensabschliessender Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG. Sodann �bersteigt der Streitwert die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde - unter Vorbehalt einer rechtsgen�glichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) - einzutreten.
Nach Art. 754 Abs. 1 OR sind die Mitglieder des Verwaltungsrats und alle mit der Gesch�ftsf�hrung oder mit der Liquidation befassten Personen sowohl der Gesellschaft als den einzelnen Aktion�ren und Gesellschaftsgl�ubigern f�r den Schaden verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrl�ssige Verletzung ihrer Pflichten verursachen.
Verantwortlichkeitsanspr�che ausser Konkurs k�nnen sowohl von der Gesellschaft als auch von den einzelnen Aktion�ren geltend gemacht werden, wobei der Aktion�rsanspruch nur auf Leistung an die Gesellschaft geht (Art. 756 Abs. 1 OR). F�r mittelbar gesch�digte Gl�ubiger gibt es keine M�glichkeiten, ihren eigenen Reflexschaden mittels Individualklage geltend zu machen (BGE 131 III 306 E. 3.1.1 S. 310 f.).
Nach der Konkurser�ffnung ist in erster Linie der Konkursverwalter berechtigt, die Verantwortlichkeitsanspr�che der konkursiten Gesellschaft gegen�ber den verantwortlichen Organmitgliedern geltend zu machen. Verzichtet er darauf, k�nnen die Aktion�re und Gesellschaftsgl�ubiger den Schaden der Gesellschaft gegen�ber den verantwortlichen Organen einklagen (Art. 757 Abs. 1 und 2 OR), wobei sie ihren mittelbaren Schaden als einheitlichen Anspruch der Gl�ubigergesamtheit geltend machen (BGE 136 III 148 E. 2.3 S. 149; 132 III 564 E. 3.2.2 S. 570 mit Hinweisen; 117 II 432 E. 1b/ee-ff S. 439 f.; vgl. zu den verschiedenen Klagen, die dem Gesellschaftsgl�ubiger je nach der Art des von ihm erlittenen Schadens zur Verf�gung stehen BGE 132 III 564 E. 3 S. 568 ff.).
Der vorliegende Verantwortlichkeitsprozess wurde von der aufrecht stehenden Gesellschaft (R.________ AG) anh�ngig gemacht, die mit ihrer Klage von den Beschwerdegegnern Ersatz des Gesellschaftsschadens verlangte. Nach dem erstinstanzlichen Entscheid und Einreichung der Berufung wurde �ber die Gesellschaft der Konkurs er�ffnet. In der Folge verzichtete die Konkursverwaltung auf die Weiterf�hrung des Prozesses. Nach den Feststellungen der Vorinstanz verlangen die Beschwerdef�hrerinnen als Abtretungsgl�ubigerinnen Ersatz des Gesellschaftsschadens stellvertretend f�r die Gl�ubigergemeinschaft im Konkurs der R.________ AG.
Die Abtretungsgl�ubigerinnen treten dabei als Prozessstandschafter, d.h. als Partei in eigenem Namen auf; sie nehmen die verfahrensrechtliche Stellung der Konkursmasse ein; die Masse ist nicht Partei, bleibt aber Rechtstr�gerin der (behaupteten) Anspr�che (BGE 132 III 342 E. 2.2 S. 345 f., 564 E. 3.2.2; STEPHEN V. BERTI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz �ber Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, 2. Aufl. 2010, N. 56 zu Art. 260 SchKG; BERNARD CORBOZ, in: Commentaire romand, Code des obligations II, N. 42 zu Art. 757 OR). Bei dieser Rechtslage fragt es sich, ob die nach der Abtretung der Verantwortlichkeitsanspr�che an die Beschwerdef�hrerinnen und w�hrend des Berufungsverfahrens vor der Vorinstanz erfolgte L�schung der R.________ AG aus dem Handelsregister zum Verlust der Aktivlegitimation der Beschwerdef�hrerinnen gef�hrt hat. Dabei ist allerdings zu beachten, dass einer L�schung der Gesellschaft im Handelsregister lediglich deklaratorische Wirkung zukommt und vor beendigter Liquidation nicht zum Verlust von deren Rechtspers�nlichkeit f�hrt (FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, 1996, � 56 Rz. 152; vgl. dazu auch BGE 132 III 731 E. 3.1; 117 III 39 E. 3b). In der Lehre wird die Auffassung vertreten, eine Verantwortlichkeitsklage gegen ehemalige Organe k�nne zumindest dann ohne Wiedereintragung der Gesellschaft (vgl. zur M�glichkeit einer solchen: BGE 132 III 731 E. 3.3) geltend gemacht werden, wenn ein direkter Gl�ubigerschaden eingeklagt wird (FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., � 56 Fn. 70). Wie es sich damit verh�lt und ob im vorliegenden Fall, in welchem die Beschwerdef�hrerinnen ihren (behaupteten) mittelbaren Schaden als einheitlichen Anspruch der Gl�ubigergesamtheit geltend machen, eine die L�schung �berdauernde Aktivlegitimation der Beschwerdef�hrerinnen bestand, kann allerdings mit Blick auf den Verfahrensausgang offen gelassen werden.
Die Vorinstanz pr�fte zun�chst, ob den ins Recht gefassten Organen eine Pflichtverletzung vorgeworfen werden kann, was sie verneinte. Da eine Verantwortlichkeit der Beschwerdegegner bereits mangels der Haftungsvoraussetzung einer Pflichtverletzung ausschied, ging die Vorinstanz lediglich der Vollst�ndigkeit halber auf die Einw�nde gegen den Schluss der Erstinstanz ein, dass kl�gerischerseits auch das Vorliegen eines Schadens nicht hinreichend dargetan worden sei. Die Vorinstanz best�tigte das Fehlen eines Schadens.
Die Beschwerdef�hrerinnen fechten beide Punkte an und erheben mehrere R�gen sowohl gegen die Verneinung einer Pflichtverletzung als auch gegen diejenige eines Schadens. Nachstehend werden vorab die R�gen gegen die Verneinung einer Pflichtverletzung gepr�ft.
4.1 In der Berufungsschrift vom 25. Juni 2003 wurde daran festgehalten, dass die Beschwerdegegner die Tatbest�nde der Geldw�scherei (Art. 305bis StGB) und der Urkundenf�lschung (Art. 251 StGB) erf�llt h�tten. Das Kantonsgericht war zum Schluss gelangt, dass beide Tatbest�nde jedenfalls in subjektiver Hinsicht nicht nachgewiesen seien. Die Vorinstanz beanstandete diesen Schluss nicht. Es blieb demnach insoweit an der Verneinung der behaupteten Pflichtverletzungen.
4.2 In der Noveneingabe vom 31. M�rz 2009 machten die Beschwerdef�hrerinnen geltend, die Beschwerdegegner hafteten f�r Pflichtverletzungen von C.________. Die Vorinstanz erkannte, dass C.________ in der fraglichen Zeit nicht als faktisches Organ der R.________ AG zu qualifizieren sei, weshalb dem kl�gerischen Standpunkt, die Beschwerdegegner h�tten aufgrund unbefugter Delegation von Verwaltungsratskompetenzen auch f�r die Pflichtverletzungen des faktischen Organs C.________ einzustehen, die Grundlage entzogen sei.
Selbst wenn aber - so die Vorinstanz in einer Eventualbegr�ndung - C.________ als faktisches Organ der R.________ AG im fraglichen Zeitraum anzusehen w�re, w�rde dies nicht zur Haftung der Beschwerdegegner f�hren. Denn das Verhalten von C.________ k�nne nicht als Falschbeurkundung im Sinne von Art. 251 StGB qualifiziert werden. Dementsprechend liege keine Pflichtverletzung von C.________ vor, f�r welche die Beschwerdegegner einzustehen h�tten.
4.3 Weiter behaupteten die Beschwerdef�hrerinnen, die Beschwerdegegner h�tten gegen Art. 957 OR verstossen, indem sie unwahre Rechnungen erstellt und als Buchhaltungsbelege verwendet h�tten. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass auch die von den Beschwerdef�hrerinnen behauptete Pflichtverletzung der Beschwerdegegner infolge Verletzung der Buchf�hrungsvorschriften nicht vorliege.
Die Beschwerdef�hrerinnen erheben dagegen folgende R�gen:
5.1 Zun�chst machen sie eine Verletzung des Geh�rsanspruchs und des Rechts auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV) geltend wegen inoffizieller Verwendung der Akten des Kollokationsprozesses, zu denen sie sich nicht h�tten �ussern k�nnen. Sie werfen der Vorinstanz vor, die Kollokationsprozessakten ohne Wissen der Beschwerdef�hrerinnen beigezogen und dem angefochtenen Urteil zugrunde gelegt, indessen nicht einakturiert und nach der Verwendung aus den Akten wieder entfernt zu haben.
Die Vorinstanz nahm an zwei Stellen Bezug zum Kollokationsprozess: So erw�hnte sie im Sachverhalt, dass das Kantonsgericht Zug mit Urteil vom 9. Juni 2008 eine gegen die Beschwerdef�hrerinnen erhobene negative Kollokationsklage abgewiesen habe (S. 3 E. 5). Im Zusammenhang mit der Frage, ob C.________ als faktisches Organ zu qualifizieren sei, erw�hnte sie, dass die Beschwerdef�hrerinnen im Kollokationsprozess in ihrer Klageantwort vom 7. Juni 2004 ausgef�hrt h�tten, die R.________ AG sei auch nach dem Ausscheiden von C.________ aus dem Verwaltungsrat durch diesen beherrscht gewesen (Urteil S. 8 E. 4.5.1). Sie nahm damit die entsprechende Darlegung im Kollokationsurteil auf, in dem die genannte Ausf�hrung aus der Klageantwort vom 7. Juni 2004 wiedergegeben wird (Urteil KG vom 9. Juni 2008 S. 4 E. 3). Weitere Hinweise auf Akten des Kollokationsprozesses finden sich im angefochtenen Urteil nicht.
Das Urteil des Kantonsgerichts Zug vom 9. Juni 2008 im Kollokationsprozess reichten die Beschwerdef�hrerinnen der Vorinstanz selber als Beilage 2 zu ihrer Eingabe vom 27. Oktober 2008 ein. Dasselbe Urteil befindet sich denn auch nach wie vor in den vorinstanzlichen Akten (im Umschlag der kl�gerischen Beilagen).
Bei dieser Sachlage kann von einem "klandestinen Aktenbeizug" keine Rede sein. Die auf diesen Vorwurf gest�tzten R�gen entbehren der Grundlage.
5.2 Die Beschwerdef�hrerinnen sehen ihren Beweisf�hrungsanspruch nach Art. 8 ZGB verletzt. Sie h�tten in ihrer Noveneingabe vom 31. M�rz 2009 beantragt, das erst w�hrend h�ngiger Berufung entstandene Protokoll der Zeugeneinvernahme von C.________ im Kollokationsprozess vom 18. Februar 2005 beizuziehen. Dieses Protokoll sei zum Nachweis der kl�gerischerseits in beiden Vorinstanzen form- und fristgerecht behaupteten Tatsache geeignet, dass der - z.B. in der einschl�gigen Rechnung von C.________ und in der R.________-Buchhaltung - angegebene Rechtsgrund der Zahlung von DM 1,9 Mio. an C.________ fingiert gewesen sei, was sowohl f�r die Frage der Pflichtverletzung als auch f�r diejenige nach dem Schaden rechtserheblich sei. Die Vorinstanz �bergehe den Beweisantrag auf Beizug des besagten Protokolls mit Stillschweigen. Dies verletze den Beweisf�hrungsanspruch nach Art. 8 ZGB und - weil die Vorinstanz sich �berhaupt nicht zu diesem Beweisantrag ausgesprochen habe - den Geh�rsanspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV.
Art. 8 ZGB gibt der beweispflichtigen Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, f�r rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, soweit entsprechende Beweisantr�ge im kantonalen Verfahren form- und fristgerecht gestellt worden sind (BGE 132 III 222 E. 2.3 S. 226; 130 III 591 E. 5.4 S. 601; 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f.).
Es ist fraglich, ob die Beschwerdef�hrerinnen sich formgerecht auf das Zeugeneinvernahmeprotokoll vom 18. Februar 2005 berufen haben. Nach � 160 Abs. 1 der vorliegend noch anwendbaren aZPO/ZG hat derjenige, der einen Beweis durch Urkunden leisten will, diese (in der Urschrift oder in amtlich beglaubigter Abschrift) vorzulegen. Die Beschwerdef�hrerinnen h�tten das Zeugeneinvernahmeprotokoll vom 18. Februar 2005 der Vorinstanz vorlegen m�ssen anstatt nur dessen Beizug zu verlangen. Dazu d�rften sie auch ohne weiteres in der Lage gewesen sein, waren sie doch Parteien des Kollokationsprozesses und damit im Besitz dieser Akten. Dass das Kantonsgericht Zug ihnen die Kollokationsprozessakten nach rechtskr�ftiger Erledigung des Kollokationsprozesses nicht herausgeben wollte, wie sie geltend machen, erscheint daher nicht ausschlaggebend.
Vor allem aber ist zu beachten, dass nur solche Beweisantr�ge abzunehmen sind, die zu rechtskonform vorgetragenen erheblichen Tatsachenbehauptungen gestellt werden. Die Beschwerdef�hrerinnen tun aber nicht dar, dass sie mit dem Zeugeneinvernahmeprotokoll vom 18. Februar 2005 den Beweis f�r rechtserhebliche Tatsachen h�tten antreten k�nnen. Sie geben einzig an, sie wollten mit dem Protokoll die Rechtsgrundlosigkeit der R.________-Zahlung an C.________ beweisen. Die Vorinstanz mass jedoch der Frage, ob die den Transaktionen zugrunde liegenden Schuld- und Forderungsverh�ltnisse tats�chlich Bestand hatten, bei der Pr�fung einer Pflichtverletzung wegen Verletzung von Buchf�hrungspflichten keine Relevanz zu (vgl. dazu auch die nachfolgende Erw�gung 5.5). Die Beschwerdef�hrerinnen machen nicht geltend und es ist nicht erkennbar, dass und inwiefern die Rechtsgrundlosigkeit der Zahlung an sich (d.h. ohne das Wissen der Beschwerdegegner davon) im Rahmen der Pflichtwidrigkeitsbeurteilung anderweitig rechtserheblich sein k�nnte. Eine Verletzung von Art. 8 ZGB, weil die Vorinstanz dem zu dieser Behauptung beantragten Beizug des Zeugeneinvernahmeprotokolls vom 18. Februar 2005 nicht entsprach, ist nicht dargetan.
Ebenso wenig muss auf eine Verletzung des Geh�rsanspruchs erkannt werden, weil die Vorinstanz sich zum genannten Antrag nicht explizit �usserte. Indem sie die im Zusammenhang mit dem Beweisantrag angerufene Rechtsgrundlosigkeit als nicht rechtserheblich bezeichnete, brachte sie implizite zum Ausdruck, weshalb sie dem Antrag nicht entsprach.
Was aber das - rechtserhebliche - Wissen der Beschwerdegegner �ber die Wahrheit der Rechnungen anbelangt, stellte die Vorinstanz nicht nur fest, dass die Beschwerdef�hrerinnen nicht behauptet h�tten, den Beschwerdegegnern sei zum fraglichen Zeitpunkt bewusst gewesen, dass es sich um rechtsgrundlose Forderungen von C.________ gehandelt haben soll. Sie hielt auch fest, dass weder den kl�gerischerseits im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Rechtsschriften noch dem Protokoll der Hauptverhandlung vom 15. Mai 2003 der Antrag zu entnehmen sei, zum Hintergrundwissen der Beschwerdegegner zu den Transaktionen sei C.________ einzuvernehmen. Der beantragte Beizug des Zeugeneinvernahmeprotokolls konnte aber nicht dazu dienen, eine l�ckenhafte Sachdarstellung in der Behauptungsphase zu vervollst�ndigen.
Im �brigen ist die Rechtsgrundlosigkeit als solche eine Rechtsfrage. Zu behaupten sind die Tatsachen, aus denen auf Rechtsgrundlosigkeit zu schliessen ist. Die Beschwerdef�hrerinnen legen nicht dar, welche Tatsachen sie im kantonalen Verfahren behauptet h�tten, die sie mit welchen protokollierten Zeugenaussagen von C.________ h�tten beweisen wollen. Erst in ihrer Beschwerde an das Bundesgericht zitieren sie eine Passage aus dem Kollokationsurteil vom 9. Juni 2008, in welcher das Gericht gewisse Aussagen von C.________ wiedergibt, aus denen es schloss, dass der auf den Rechnungen angegebene Rechtsgrund nicht zutreffe. Den verbindlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil (Art. 105 Abs. 1 BGG) l�sst sich nicht entnehmen, dass sich die Beschwerdef�hrerinnen vor der Vorinstanz auf diese Ausf�hrungen im Kollokationsurteil berufen haben. Es kann der Vorinstanz daher nicht vorgeworfen werden, sich nicht mit den dort wiedergegebenen Zeugenaussagen von C.________ befasst zu haben.
5.3 Weiter r�gen die Beschwerdef�hrerinnen eine Verletzung der Begr�ndungspflicht durch die Vorinstanz. Sie h�tten vor allem die Pflichtwidrigkeit der Zahlung an C.________ als solcher wegen deren Rechtsgrundlosigkeit geltend gemacht. Dazu finde sich im angefochtenen Urteil kein einziges Wort.
Der verfassungsm�ssige Anspruch auf rechtliches Geh�r umfasst das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Akts zur Sache zu �ussern. Er verlangt von der Beh�rde, dass sie seine Vorbringen tats�chlich h�rt, ernsthaft pr�ft und in ihrer Entscheidfindung angemessen ber�cksichtigt. Dies gilt f�r alle form- und fristgerechten �usserungen, Eingaben und Antr�ge, die zur Kl�rung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen �berlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid st�tzt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begr�ndung mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188 mit Hinweisen).
Diesen Begr�ndungsanforderungen wurde die Vorinstanz gerecht. Gem�ss angefochtenem Urteil machten die Beschwerdef�hrerinnen als Pflichtwidrigkeit die Erf�llung der Tatbest�nde der Geldw�scherei und der Urkundenf�lschung sowie einen Verstoss gegen die Buchf�hrungsvorschriften von Art. 957 OR geltend. Ferner hafteten die Beschwerdegegner f�r Pflichtverletzungen von C.________. Die Vorinstanz ging auf alle diese Vorhalte ein und begr�ndete einl�sslich, weshalb sie diese f�r nicht gegeben beurteilte. Auch zur angeblichen Rechtsgrundlosigkeit der Zahlung �usserte sich die Vorinstanz. Sie erachtete diese Frage bei der Beurteilung der Pflichtwidrigkeit f�r nicht erheblich, da die Beschwerdef�hrerinnen nicht behauptet h�tten, den Beschwerdegegnern sei zum fraglichen Zeitpunkt bewusst gewesen, dass es sich um rechtsgrundlose Forderungen von C.________ gehandelt haben soll. Es kann daher nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe zum Vorwurf der rechtsgrundlosen Zahlung kein Wort verloren. Eine Verletzung der Begr�ndungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV ist nicht dargetan.
5.4 Die Beschwerdef�hrerinnen beanstanden die Nichtanwendung von Bundesrecht. Die Vorinstanz habe nicht gepr�ft, ob sich "das fremdbestimmte gesch�ftsf�hrende Verwaltungsratshandeln mit der Un�bertragbarkeit der in Art. 716a OR aufgef�hrten Verwaltungsratsaufgaben und mit der Treuepflicht des Verwaltungsrates" vereinbaren lasse. Sodann habe die Vorinstanz die Rechtsfrage nicht gepr�ft, ob in der rechtsgrundlosen Zahlung der AG an den Alleinaktion�r eine Pflichtwidrigkeit der Beschwerdegegner liege. Dies stelle eine Verletzung von Art. 754 i.V.m. Art. 716a bzw. Art. 717 OR dar.
Die Vorinstanz pr�fte einl�sslich, ob die von den Beschwerdef�hrerinnen geltend gemachten Pflichtwidrigkeiten vorliegen oder nicht. Die Beschwerdef�hrerinnen konkretisieren nicht, inwiefern sie eine unbefugte �bertragung welcher Verwaltungsratsaufgaben nach Art. 716a OR geltend gemacht und die entsprechenden Umst�nde rechtskonform behauptet h�tten. Was die (angeblich) rechtsgrundlose Zahlung der R.________ AG an C.________ angeht, so beurteilte die Vorinstanz dieses Vorbringen unter dem Titel der Geldw�scherei und der Urkundenf�lschung sowie der Verletzung von Buchf�hrungspflichten, wie dies von den Beschwerdef�hrerinnen geltend gemacht worden war. Die Beschwerdef�hrerinnen belegen nicht mit Aktenhinweisen, dass sie im vorinstanzlichen Verfahren ein Tatsachenfundament substanziiert h�tten, auf dessen Grundlage die Vorinstanz h�tte schliessen m�ssen, das Verhalten der Beschwerdegegner verstosse unabh�ngig von dessen Strafbarkeit und der Verletzung von Buchf�hrungspflichten gegen die Treuepflicht nach Art. 717 OR. Die R�ge der Nichtanwendung von Bundesrecht verf�ngt daher nicht, soweit darauf angesichts der kaum hinl�nglichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) �berhaupt eingetreten werden kann.
5.5 Schliesslich werfen die Beschwerdef�hrerinnen der Vorinstanz vor, die Verletzung von Buchf�hrungsvorschriften bundesrechtswidrig verneint zu haben. Die Beschwerdegegner h�tten am 15. bzw. 18. Juni 1999 den Beschwerdef�hrerinnen Rechnungen der R.________ AG f�r "Structuring & Arrangement Fees" gestellt, obwohl weder die R.________ AG noch C.________ den Beschwerdef�hrerinnen irgendwelche Leistungen erbracht h�tten. Die drei Rechnungen seien fingiert. Zum Nachweis dieses rechtserheblichen Sachverhalts fingierter Rechnungen h�tten die Beschwerdef�hrerinnen einen tauglichen Beweisantrag gestellt (gemeint Beizug des Protokolls der Zeugenaussagen von C.________ vom 18. Februar 2005), den die Vorinstanz in Verletzung von Art. 8 ZGB und Art. 29 Abs. 2 BV mit Stillschweigen �bergangen habe.
Wie bereits in Erw�gung 5.2 ausgef�hrt, erachtete es die Vorinstanz bei der Pr�fung der Verletzung der Buchf�hrungspflichten f�r nicht relevant, ob die den Belegen bzw. Buchungen zugrunde liegenden Schuld- und Forderungsverh�ltnisse tats�chlich Bestand hatten, da die Beschwerdef�hrerinnen nicht behauptet hatten, die Beschwerdegegner h�tten zum fraglichen Zeitpunkt gewusst, dass es sich um rechtsgrundlose Forderungen handle. Dass die Vorinstanz damit die Rechtslage verkannt h�tte, ist nicht ersichtlich. Durfte die Vorinstanz aber die Rechtsgrundlosigkeit der Rechnungen im vorliegenden Zusammenhang f�r nicht rechtserheblich anschauen, verletzte sie weder Art. 8 ZGB noch Art. 29 Abs. 2 BV, wenn sie den besagten Beweisantrag nicht abnahm (vgl. dazu auch Erw�gung 5.2).
Die Beschwerdef�hrerinnen bringen vor, eine Pflichtverletzung k�nne nicht nur wissentlich begangen werden, sondern gem�ss Art. 717 OR auch durch eine bloss unsorgf�ltige Wahrnehmung der Verwaltungsratsaufgaben. Die Vorinstanz habe Art. 754 i.V.m. Art. 717 OR verletzt, indem sie eine Pflichtverletzung der Beschwerdegegner wegen deren Nichtwissens um Buchf�hrungstatsachen verneint habe. Das blosse Wissenm�ssen um die buchf�hrungsrelevanten wahren Fakten w�rde gen�gen.
Die Beschwerdef�hrerinnen legen aber nicht dar, aus welchen tats�chlichen Umst�nden auf ein derartiges Wissenm�ssen geschlossen werden k�nnte, und ebenso wenig, dass sie entsprechende Tatsachen im kantonalen Verfahren behauptet h�tten. Im angefochtenen Urteil sind denn auch weder solche Umst�nde festgestellt noch geht daraus hervor, dass die Beschwerdef�hrerinnen im kantonalen Verfahren �berhaupt vorgebracht h�tten, die Beschwerdegegner h�tten um die Unwahrheit der Forderungen wissen m�ssen. Eine entsprechende Behauptung muss daher vorliegend als neu und damit als unzul�ssig gelten (Art. 105 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 1 BGG). Die darauf gest�tzte R�ge einer Bundesrechtsverletzung entbehrt der Grundlage.
5.6 Die Vorbringen gegen die Verneinung einer Pflichtwidrigkeit der Beschwerdegegner erweisen sich demnach als unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Da die Klage somit bereits mangels Pflichtverletzung zu Recht abgewiesen wurde, er�brigt es sich, auf die R�gen gegen die Verneinung eines Schadens einzugehen.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdef�hrerinnen kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und 5 sowie Art. 68 Abs. 2 und 4 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 15'000.-- werden den Beschwerdef�hrerinnen auferlegt, in solidarischer Haftbarkeit.
Die Beschwerdef�hrerinnen haben die Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren insgesamt mit Fr. 17'000.-- zu entsch�digen, in solidarischer Haftbarkeit. Diese Entsch�digung wird aus der an die Gerichtskasse bezahlten Sicherheitsleistung ausgerichtet.