Source: http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/104637-koennen-arbeitnehmer-bereits-genehmigten-urlaub-widerrufen
Timestamp: 2017-03-30 04:49:06
Document Index: 251613217

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 3', '§ 7']

KÃ¶nnen Arbeitnehmer bereits genehmigten Urlaub widerrufen?
KÃ¶nnen Arbeitnehmer bereits genehmigten Urlaub widerrufen?Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe PetersStand: 28.07.2011Frage: Meinem Mann wurde schriftlich der Urlaubsantrag, zum 01.08. bis 12.08. bestätigt und genehmigt. Anfang des Monats wurde er krank und war für zwei Wochen krankgeschrieben. Als er nun wieder zur Arbeit kam, wurde ihm mitgeteilt, dass er den Urlaub nicht nehmen könne, da schon zu viele andere Mitarbeiter im Urlaub wären. Der Urlaub wurde vom Personalchef genehmigt, welcher wohl nicht genügend Übersicht über die Urlaubsplanung hatte. Der Teamleiter hat nun wörtlich den Urlaub zurückgenommen.
Es ist ein Urlaub gebucht. Und in welcher Form müsste die Urlaubsgenehmigung zurückgenommen werden? Leider ist die Zeit knapp, da er erst vorgestern Bescheid bekam, dass er nicht Urlaub nehmen dürfe. Wir wissen, nun nicht, wie wir uns verhalten können, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und der eventuell bevorstehenden Kündigung nicht zusätzliche Gründe zu liefern, die zu unserem Nachteil wären.E-Mail-Beratung:Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-121,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus MobilfunknetzenAntwort:Ist der Zeitpunkt des Urlaubs einmal festgelegt, sind sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer hieran gebunden. Der Arbeitgeber kann den erteilten Urlaub nicht mehr einseitig widerrufen. Die Änderung eines einmal erteilten Urlaubs ist nur im Einvernehmen möglich, vgl. LAG Hamm NZA-RR 2003, 347. Hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zur Erfüllung des Anspruchs auf Erholungsurlaub freigestellt, kann er den Arbeitnehmer nicht aufgrund einer vor Urlaubsantritt getroffenen Vereinbarung aus dem Urlaub zurückrufen. Allenfalls in zwingenden Notfällen ist der Arbeitgeber berechtigt, den Urlaubszeitpunkt nachträglich zu verändern. In derartigen, gravierenden Ausnahmefällen kann ein Arbeitnehmer möglicherweise dazu verpflichtet sein, einen kurz bevorstehenden oder bereits angetretenen Urlaub auf Aufforderung des Arbeitgebers hin abzubrechen. Ein solcher seltener Ausnahmefall kann nur dann vorliegen, wenn Gefahr im Verzuge ist, die einen anderen Ausweg nicht zulässt.
Von alledem scheint in Ihrem Fall nicht einmal ansatzweise Vergleichbares vorzuliegen. Das Argument, Ihr Mann könne den Urlaub nicht nehmen, weil schon zu viele andere Mitarbeiter im Urlaub wären, läuft ins Leere, denn die Urlaubsplanung hat der Arbeitgeber schließlich selbst durchgeführt. Planungsfehler können jedoch nicht zulasten des Arbeitnehmers gehen. Die mit einem vorzeitigen Abbruch des Urlaubs verbundenen Mehrkosten hätte der Arbeitgeber zu tragen. Dies gilt erst recht, wenn der bereits fest gebuchte Urlaub wieder abgesagt werden müsste. Zwar führt eine Selbstbeurlaubung regelmäßig zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Jedoch geht es hier um den Antritt bereits genehmigten Urlaubs und nicht um eine Selbstbeurlaubung.Im Ergebnis ist Ihr Arbeitgeber deshalb an den einmal verbindlich gewährten Urlaub gebunden und darf ihn nur aus Gründen, wie zuvor beschrieben als absolute Ausnahme widerrufen, muss Ihnen jedoch dann die durch eine Stornierung der Reise entstehenden Kosten erstatten. Zwar ist für einen Widerruf Schriftform nicht vorgeschrieben. Ihr Mann sollte jedoch um schriftliche Begründung nachsuchen, damit in einem möglichen Gerichtsverfahren keine Beweisnot entsteht.
Interessante FÃ¤lle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu BundesurlaubsgesetzUrlaubsanspruch fÃ¼r das Jahr 2014 | Stand: 15.01.2014FRAGE: Am 31.07.2014 beende ich meine Dienstzeit. Jetzt habe ich eine Frage zur Urlaubsregelung. Ich habe die Regelaltersgrenze erreicht, seit 2001 im Dienst und möchte meinen Jahresurlaub zum Ende der Dienstzei...ANTWORT: Für den Fall des unter jährigen Ein- und Austritts des Arbeitnehmers enthält § 26 Absatz 2 Buchstabe b TVöD/TV-L) eine entsprechende Regelung. Danach steht dem Arbeitnehmer nac ...weiter lesenUrlaubsregelung fÃ¼r Jahresurlaub | Stand: 20.12.2013FRAGE: Beim Unternehmen, in dem ich als Angestellter (Prokurist) tätig bin (Beratung; 5 Mitarbeiter; GmbH), wechseln zum 31.3.2014 die Gesellschafter. Die GmbH als solche bleibt erhalten, aber die bisherige...ANTWORT: Die rechtlichen Grundlagen zum Zeitpunkt des Urlaubs finden sich in § 7 Bundesurlaubsgesetz,den ich in der Anlage zu Ihrer Kenntnis komplett abdrucke:§ 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltun ...weiter lesenAbfindung und Resturlaub bei KÃ¼ndigung? | Stand: 05.01.2012FRAGE: Ich war 15 Jahre in einem kleinen Familienbetrieb als kfm. Angestellte tätig. In letzter Zeit ging es der Firma mal gut mal schlecht. Das Büro und alle anfallenden Aufgaben habe ich alleine ausgeführt...ANTWORT: Frage 1.: Muß der AG Urlaub auszahlen und Gem. § 7 Abs. 4 BurlG (Bundesurlaubsgesetz) ist der Urlaub abzugelten, wenn er wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nich ...weiter lesen30 Tage Urlaub pro Jahr | Stand: 06.10.2011FRAGE: Gesetzlicher Urlaubsanspruch.Habe seit 18 Jahren 30 Urlaubstage im Jahr.Ist das korrekt? ...ANTWORT: Der Urlaubsanspruch ist im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag und im Bundesurlaubsgesetz geregelt.§ 3 Abs.1 BUrlG legt einen jährlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen fest. Darüber hinaus sin ...weiter lesenUrlaubswunsch wird aus wichtigem Grund verwehrt | Stand: 28.07.2011FRAGE: Ich arbeite aktuell in der Position des Commercial Directors Deutschland für die Europa GmbH einer US-Firma. Ich habe eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Quartalsende und habe von meiner Seit...ANTWORT: Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie einen deutschen Arbeitsvertrag haben, auf den deutsches Recht Anwendung findet. Falls dies nicht der Fall sein sollte, stellen Sie dies bitte richtig. Die Ansprüche ...weiter lesenResturlaub bei Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses | Stand: 20.04.2010FRAGE: Am 1.3. habe ich meinen Arbeitsvertrag fristgerecht zum 31.3. gekündigt. Zu dieser Zeit hatte ich noch 23 Tage Resturlaub und 30 Tage neuen Urlaub. Mein alter Arbeitgeber will nur den anteiligen Urlau...ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,grundsätzlich gilt zunächst die Regelung des § 7 Absatz 3 Satz 1 Bundesurlaubsgesetz. Danach ist der Urlaubsanspruch grundsätzlich an das Urlaubsjahr gebunde ...weiter lesen