Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2093.htm
Timestamp: 2018-12-15 23:46:10
Document Index: 350319448

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

2.093 Bremengrund
Verordnung es Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Bremengrund" vom 18.November 1986 (GBl. v. 23.12.1986, S. 459).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Au am Rhein, Landkreis Rastatt, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Bremengrund".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 79 ha. Es gliedert sich in die Kernzonen A und B und in eine dieser Kernzonen umschließende Randzone. Es umfaßt die Grundstücke Lgb.-Nrn. 5424 (teilweise) und 5425/1 (teilweise) im Gemeindewald "Distrikt III Rheinwald" und wird im wesentlichen begrenzt im Nordwesten durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden Leinpfad am Rhein, im Osten teilweise durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden und vom Hochwasserdamm parallel zum Auer Altrhein in Richtung Rhein führenden Weg, im Südosten durch den außerhalb des Schutzgebietes liegenden Hochwasserdamm und im Südwesten durch das äußere Ufer des im Schutzgebiet liegenden Altrheinarmes "Judengaß".
(2) Die Kernzone A hat eine Größe von rund 7,35 ha. sie umfaßt im wesentlichen eine von Seitenarmen und Schluten des Auer Altrheines umschlossene Fläche im östlichen Teil der Waldabteilungen 22 und 23 des Gemeindewaldes "Distrikt III Rheinwald".
(3) Die Kernzone B hat eine Größe von rund 5,45 ha und umfaßt im wesentlichen Teile der Waldabteilungen 21 und 22 des Gemeindewaldes "Distrikt III Rheinwald".
(4) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Kernzone A ist in der Detailkarte mit Kreuzschraffur, die Kernzone B mit Senkrechtschraffur flächig gekennzeichnet. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Rastatt auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung eines naturnah verbliebenen Landschaftsteils im Überflutungsbereich des Rheins mit einer artenreichen Vegetation, unter anderem bedingt durch die noch vorhandenen Reste der Eichen-Ulmenwaldgesellschaft und des Silberweidenwaldes, und mit zahlreichen zum Teil vom Aussterben bedrohten Tierarten.
10. zu baden, zu reiten, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkauffstände aufzustellen;
13. Flugmodelle oder Modellboote zu betreiben;
15. die Gewässer mit Booten, Flößen oder anderen Wasserfahrzeugen zu befahren;
17. in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli die Gras- und Krautschicht an den Wegerändern zu mähen oder zu mulchen.
(3) Darüber hinaus ist es ganzjährig verboten, die Kernzone A zu betreten oder zu befahren.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß in der Kernzone A keine Hochsitze, Fütterungseinrichtungen und keine weiteren Futterstellen eingerichtet werden dürfen;
2. für das Befahren einer 25 Meter breiten Fahrrinne entlang des Ostufers des östlichen Auer Altrheinarmes in der Zeit vom 1. Mai bis 25. Februar und für das Befahren einer 10 Meter breiten Fahrrinne entlang des Südwestufers der "Judengasse" in der Zeit vom 1. Juli bis 25. Februar mit der Maßgabe, daß nur nicht motorgetriebene Boote verwendet werden, die Boote nicht anlegen oder verweilen dürfen und Schilf- und Röhrichtzonen zu umfahren sind;
3. für die ordnungsgemäße Ausübung der Berufsfischerei;
4. für die ordnungsgemäße Ausübung der Sportfischerei von dem Ostufer des östlichen Auer Altrheinarmes sowie von der Furt (Weg II B) aus und im Altwasser auf dem Grundstück Lgb.-Nr. 5425/1 vom Rheindamm aus, mit der Maßgabe, daß die Standorte nicht mit Kraftfahrzeugen angefahren werden dürfen;
5. für Straßen und wasserbauliche Anlagen, soweit sie durch einen Planfeststellungsbeschluß festgestellt werden;
6. für die ordnungsgemäße forstliche Bewirtschaftung mit der Maßgabe, daß
a) Kahlschläge über 1 ha unterbleiben,
b) daß entlang der Altrheinarme und Schluten ein 10 Meter breiter Saum von Silberweiden und anderen standortheimischen Gehölzen erhalten bzw. aufgebaut wird,
c) daß in der Kernzone A die Bewirtschaftung im Einvernehmen zwischen der höheren Natur schutzbehörde und der Forstverwaltung erfolgt,
d) daß in der Kernzone B im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde eine schon- waldartige Bewirtschaftung mit dem Ziel der Erhaltung der Eichen-Ulmenwaldgesellschaft durchgeführt wird;
7. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
8. für das Betreten in dem Bereich zwischen Hochwasserdamm und Auer Altrhein;
9. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragen Stelle angeordnet werden;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der Forstverwaltung und der Gemeinde Au am Rhein in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach §§ 4 Abs. 2 i. V. m. § 5 Nr. 1 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
Gleichzeitig tritt die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamtes Rastatt vom 24. Januar 1975 "Rheinwald" insoweit außer Kraft, als sie den Geltungsbereich dieser Verordnung betrifft.
gez. Dr. Bieringer