Source: https://www.deubner-recht.de/produkte/familienrecht-100-mandate/p/schutzbereich-des-art-6-abs-1-gg---erwachsenenadoption-354987
Timestamp: 2020-01-26 04:43:38
Document Index: 207782098

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 12', '§ 13', '§ 1618', '§ 1767', 'Art. 6', '§ 80', '§ 80', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 2', 'Art. 6']

BVerfG - Beschluß vom 14.12.1989
1 BvR 377/88
AuslG § 2 Abs. 1 S. 2 § 12 § 13 ; BGB § 1618a § 1767 , 1770 ; GG Art. 6 Abs. 1 , Abs. 2 ; VwGO § 80 Abs. 2 Nr. 4 § 80 Abs. 5 ;
EzAR 105 Nr. 27
EzFamR GG Art. 6 Nr. 9
InfAuslR 1990, 74
NJW-RR 1990, 514
NVwZ 1990, 456
ZAR 1990, 43
VGH Baden-Württemberg - Beschluß vom 29.02.1988 - 13 S. 3168/87,
BVerfG, Beschluß vom 14.12.1989 - Aktenzeichen 1 BvR 377/88
DRsp Nr. 1994/2515
1. Art. 6 Abs. 1 GG stellt auch die durch Erwachsenenadoption begründete Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Daher ist die Ausländerbehörde verpflichtet, bei der Ermessensentscheidung über die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gem. § 2 Abs. 1 Satz 2 AuslG die familiären Bindungen des adoptierten, aufenthaltsbegehrenden Ausländers an sich berechtigt im Bundesgebiet aufhaltende Personen zu berücksichtigen.2. Ist die durch die Erwachsenenadoption begründete Familie - wie dies in der Regel der Fall ist - lediglich als Begegnungsgemeinschaft angelegt, bestehen im Hinblick auf Art. 6 Abs. 1 GG keine Bedenken gegen die Versagung der Aufenthaltserlaubnis aus einwanderungspolitischen Gründen. Hat jedoch die Adoptivfamilie im Kern die Funktion einer Beistandsfamilie, d.h., daß ein Familienmitglied auf die Lebenshilfe des anderen angewiesen ist und diese sich nur in der Bundesrepublik Deutschland erbringen läßt, ergeben sich weitergehende Schutzwirkungen aus Art. .6 Abs. 1 GG , so daß die Pflicht des Staates, die Familie zu schützen, regelmäßig einwanderungspolitische Belange zurückdrängt.