Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%2098,%20453
Timestamp: 2019-07-17 03:42:40
Document Index: 122685205

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 3', '§ 1372', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 3', '§ 3', 'Art. 3', '§ 1008', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 1']

BFH, 13.01.1970 - II 132/65 - dejure.org
BFH, 13.01.1970 - II 132/65
https://dejure.org/1970,213
BFH, 13.01.1970 - II 132/65 (https://dejure.org/1970,213)
BFH, Entscheidung vom 13.01.1970 - II 132/65 (https://dejure.org/1970,213)
BFH, Entscheidung vom 13. Januar 1970 - II 132/65 (https://dejure.org/1970,213)
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Grundstücksübertragung zwischen Ehegatten - Schuldrechtliche Ersatzansprüche - Übernahme einer Rentenlast - Grunderwerbsteuerfreie Schenkung - Beendigung einer Zugewinngemeinschaft - Scheidung der Ehe - An Erfüllungs Statt - Grunderwerbsteuerpflicht - Zugewinngemeinschaft
Grunderwerbsteuerpflichtigkeit von Grundstücksübertragungen zwischen Ehegatten
GG Art. 3; GrEStG § 3
BFHE 98, 453
NJW 1970, 2318
DB 1970, 1008
BStBl II 1970, 440
Das gilt z. B. bei Grundstücksübertragung aus Anlaß der Beendigung der Zugewinngemeinschaft wegen Vereinbarung der Gütertrennung (Entscheidung des BFH II R 92/67 vom 31. Mai 1972, BFHE 106, 374, BStBl II 1972, 836) oder bei Übertragung ideellen Miteigentums zwischen Ehegatten (BFH-Entscheidung II 89/65 vom 17. Februar 1972, BFHE 105, 298, BStBl II 1972, 588), also bei Fortbestehen der Ehe, und ebenso bei Scheidung der Ehe (§ 1372 BGB; BFH-Urteile II 132/65 vom 13. Januar 1970, BFHE 98, 454, BStBl II 1970, 440; II 115/65 vom 19. Januar 1972, BFHE 105, 58, BStBl II 1972, 474).
Das hat der BFH bereits in dem Urteil II 132/65 vom 13. Januar 1970 unter Darlegung der Entstehungsgeschichte derartiger Vorschriften im einzelnen ausgeführt (BFHE 98, 456).
Die bereits in dem Urteil des BFH II 132/65 vom 13. Januar 1970 im einzelnen erörterten Unterschiede in der Sach-, Rechts- und Interessenlage bei Beendigung der allgemeinen Gütergemeinschaft einerseits und der Zugewinngemeinschaft andererseits (BFHE 98, 456 bis 458 mit Nachweisen der Rechtsprechung auch des Bundesverfassungsgerichts) bilden sachgerechte Gründe dafür, daß eine unterschiedliche grunderwerbsteuerrechtliche Behandlung der Grundstücksübertragungen bei Beendigung der allgemeinen Gütergemeinschaft und bei Beendigung der Zugewinngemeinschaft nicht gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 GG verstößt.
Ehegatte - Grundstücksübertragung - Beendigung der Zugewinngemeinschaft - …
Auch Grundstücksübertragungen zwischen Ehegatten unterliegen -- vorbehaltlich des Eingreifens eines ausdrücklichen Befreiungstatbestandes -- grundsätzlich der Grunderwerbsteuerpflicht (vgl. Urteil des BFH II 132/65 vom 13. Januar 1970, BFH 98, 453, 455, BStBl II 1970, 440).
Die Gründe hierfür hat der Senat bereits in dem oben angeführten Urteil II 132/65 vom 13. Januar 1970 (BFH 98, 453, 456 ff.) unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte und der weiteren Entwicklung des ehelichen Güterrechts im einzelnen -- auch zu Art. 3 GG (BFH 98, 458) -- dargelegt.
Das gilt auch für Grundstücksübertragungen zwischen Ehegatten, die nach dem eindeutigen Willen des Gesetzgebers grundsätzlich der Grunderwerbsteuerpflicht unterliegen, es sei denn, daß ein Befreiungstatbestand -- etwa gemäß § 3 Nrn. 2, 4, 5 GrEStG -- eingreift (vgl. Urteil des BFH II 132/65 vom 13. Januar 1970, BFH 98, 453, BStBl II 1970, 440, mit weiteren Nachweisen auch zur Entstehungsgeschichte).
-- Die Frage, ob eine durch § 3 Nr. 5 GrEStG bedingte unterschiedliche Behandlung der Zugewinngemeinschaft gegenüber der Gütergemeinschaft gegen den Gleichheitsatz des Art. 3 GG verstoße, hat der Senat schon in dem Urteil II 132/65 vom 13. Januar 1970 (BFH 98, 453) verneint.
Dementsprechend unterliegen Grundstücksübertragungen (auch des ideellen Miteigentums; § 1008 BGB;… Boruttau/Klein, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 9. Aufl. § 1 Tz. 30) zwischen Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft -- ohne Anwendbarkeit der Befreiungstatbestände des § 3 Nrn. 4 und 5 GrEStG -- der Grunderwerbsteuer, es sei denn, daß ein anderer Befreiungstatbestand, etwa nach § 3 Nr. 2 GrEStG, eingreift (BFH-Urteil II 132/65 vom 13. Januar 1970, BFH 98, 453, BStBl II 1970, 440).
Zu dieser Frage ist jedoch -- wie auch im Fall des Urteils BFH 98, 453, 456 -- nicht abschließend Stellung zu nehmen, hier schon deshalb nicht, weil bei Fortbestehen der Zugewinngemeinschaft eine Ausgleichsforderung noch nicht entstanden ist und weil der Senat nur über eine konkrete Rechtsfrage, und auch dies nur an Hand festgestellter Tatsachen zu entscheiden hat.
§ 1 StAnpG berechtigt also nicht dazu, einer bestehenden Befreiungsvorschrift einen anderen Zweck zu unterlegen (vgl. das BFH-Urteil II 132/65 vom 13. Januar 1970, BStBl II 1970, 440).
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Weder sind die Gerichte noch ist die Verwaltung befugt, von sich aus im Gesetz nicht vorgesehene Begünstigungsvorschriften zu schaffen (BFH-Urteil vom 13. Januar 1970 II 132/65, BFHE 98, 453, BStBl II 1970, 440).
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