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Timestamp: 2016-09-27 12:06:00
Document Index: 304090633

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 83', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 107', 'Art. 47', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 47', 'Art. 47', 'Art. 126', 'Art. 47', 'Art. 126', 'Art. 47', 'Art. 75', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 73', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 47', 'Art. 61', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'BGE', 'e contrario', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 68']

2C_147/2015 (22.03.2016)
2C_147/2015 � � Urteil vom 22. M�rz 2016
2. B.________, handelnd durch A.________, Beschwerdef�hrer,
beide vertreten durch Herrn Samuel H�berli, Freizeitplatzaktion Z�rich, Rechtshilfe Asyl und Migration,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 4. Abteilung, vom 19. November 2014.
Der vietnamesische Staatsangeh�rige A.________ (geb. 1957) reiste 1981 in die Schweiz ein, wo ihm Asyl gew�hrt und er als Fl�chtling anerkannt wurde. In der Folge erhielt er die Niederlassungsbewilligung. Er verheiratete sich insgesamt drei Mal mit Landsfrauen. Im September 2004 wurde seine Tochter B.________ geboren, die seit Geburt an einer genetisch bedingten Entwicklungsst�rung (Angelman-Syndrom) leidet und auf intensive Pflege angewiesen ist. Auch sie erhielt die Niederlassungsbewilligung. Die Ehe zwischen A.________ und C.________, der Mutter von B.________, wurde am 30. Januar 2009 nach knapp siebenj�hriger Dauer rechtskr�ftig geschieden. Dabei wurde die elterliche Sorge f�r die Tochter dem Vater zugeteilt. Am 7. Dezember 2010 reiste A.________ mit seiner Tochter aus der Schweiz aus, um nach Vietnam zur�ckzukehren. Zuvor hatte dieser auf seine Fl�chtlingseigenschaft und das ihm in der Schweiz gew�hrte Asyl verzichtet. Gesuche um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligungen stellten sie nicht.
Nach eigenen Angaben reisten A.________ und seine Tochter im Juni 2013 wieder in die Schweiz ein. Ihr Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wies das Migrationsamt des Kantons Z�rich mit Verf�gung vom 23. Oktober 2013 ab und wies die beiden aus der Schweiz weg. Gleichzeitig stellte das Amt fest, dass die Niederlassungsbewilligungen erloschen waren. Gegen die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung beschwerten sich A.________ und B.________ erfolglos bei der Sicherheitsdirektion (Entscheid vom 1. Juli 2014) und beim Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, das die Beschwerde mit Urteil vom 19. November 2014 abwies.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 14. Februar 2015 (recte: 12. Februar 2015) beantragen A.________ und B.________ die Aufhebung des Urteils des Verwaltungsgerichts. Die Sache sei zu weiteren Abkl�rungen an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen bzw. das Migrationsamt anzuweisen, den Sachverhalt im Sinne der Begr�ndung vollst�ndig festzustellen und einen erneuten Entscheid zu treffen. Eventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Das Verwaltungsgericht und die Sicherheitsdirektion verzichten auf eine Vernehmlassung, das Staatssekretariat f�r Migration schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Migrationsamt hat sich nicht vernehmen lassen.
Mit Verf�gung vom 13. Februar 2015 wurde der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit bzw. die Zul�ssigkeit des Rechtsmittels von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1 BGG) und mit freier Kognition (BGE 138 I 475 E. 1 S. 476).
1.2.�Der angefochtene Entscheid wurde von einer letzten kantonalen Gerichtsinstanz in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts erlassen und schliesst das kantonale Verfahren ab, weshalb die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten grunds�tzlich offen steht (vgl. Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG). Gem�ss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde unzul�ssig gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt. Die Beschwerdef�hrer berufen sich auf das Recht auf Familienleben nach Art. 8 EMRK. Im Verh�ltnis zwischen Mutter und Tochter liege eine gesch�tzte Beziehung vor, was mittelbar auch dem Vater zu einem Anwesenheitsanspruch verhelfe. Die Beschwerdef�hrer berufen sich somit gest�tzt auf den konventions- und verfassungsrechtlich verankerten Schutz des Familienlebens in vertretbarerweise auf einen potenziellen Bewilligungsanspruch. In diesem Fall bildet die Frage, ob die Aufenthaltsbewilligungen tats�chlich zu erteilen sind, nicht Eintretensfrage, sondern Gegenstand der materiellen Beurteilung (BGE 137 I 305 E. 2.5 S. 315 f.; 136 II 177 E. 1.1 S. 179 f.; 128 II 145 E. 1.1.5 S. 149 f.).
1.3.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116). Die beschwerdef�hrende Partei kann die Feststellung des Sachverhalts unter den gleichen Voraussetzungen beanstanden, wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
Die Beschwerdef�hrer r�gen eine Verletzung ihres Rechts auf Familienleben. Das angefochtene Urteil �ussere sich nicht mit der erforderlichen Klarheit zum Aufenthaltsstatus der Mutter der Beschwerdef�hrerin. Diese w�rde wohl �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verf�gen, nachdem die Ehe mit dem bis im Juni 2011 niederlassungsberechtigten Beschwerdef�hrer beinahe sieben Jahre gedauert habe. Mit Blick auf Art. 50 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 43 Abs. 2 AuG (SR 142.20) lasse sich auf ein entsprechendes Recht schliessen. Bez�glich der Beziehung zwischen der Beschwerdef�hrerin und ihrer Mutter, welcher zwar weder die elterliche Sorge noch die Obhut zukomme, l�gen zudem Hinweise vor, dass nicht nur eine tats�chlich gelebte Beziehung bestehe, sondern diese auch eine besondere Intensit�t in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht aufweise. Die Vorinstanz h�tte ber�cksichtigen m�ssen, dass neben dem �blichen Besuchsrecht tats�chlich ein intensiverer Kontakt zwischen Mutter und Tochter bestehen d�rfte. Denn diese h�tten bis zur Ausreise der Beschwerdef�hrer Mitte 2013 (recte: 2010) zusammengelebt.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer hat keinen selbst�ndigen Anspruch auf eine Anwesenheitsbewilligung in der Schweiz. Ebensowenig verf�gt die Beschwerdef�hrerin, die als Tochter des sorgeberechtigten Beschwerdef�hrers ausl�nderrechtlich dessen Schicksal teilt, �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1 S. 402). Fraglich ist allerdings, ob sich aus dem Verh�ltnis zur Mutter der Beschwerdef�hrerin Anwesenheitsanspr�che aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV ableiten lassen.
2.2.1.�Die EMRK verschafft praxisgem�ss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (vgl. BGE 139 I 330 E. 2 S. 335 ff.; 138 I 246 E. 3.2.1 S. 250; 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249; 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). Das darin gesch�tzte Recht auf Privat- und Familienleben ist aber ber�hrt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tats�chlich gelebte famili�re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintr�chtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres m�glich bzw. zumutbar w�re, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 139 I 330 E. 2.1 S. 335 f.; 137 I 247 E. 4.1.2 S. 249 f.; 116 Ib 353 E. 3c S. 357). Der sich hier aufhaltende Familienangeh�rige muss nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verf�gen, was praxisgem�ss der Fall ist, wenn er das Schweizer B�rgerrecht besitzt, ihm die Niederlassungsbewilligung gew�hrt wurde oder er �ber eine Aufenthaltsbewilligung verf�gt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1 S. 145 f.; 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). Der Anspruch gilt aber auch dann nicht absolut: Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, erweist sich diese als zul�ssig, falls sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokratischen Gesellschaft "notwendig" erscheint (BGE 139 I 330 E. 2.2 S. 336; 135 I 143 E. 2.1 S. 147).
2.2.2.�Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausl�ndische Elternteil kann die famili�re Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschr�nktem Rahmen pflegen, n�mlich durch Aus�bung des ihm einger�umten Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu k�nnen, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausl�ndische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort �ber ein Anwesenheitsrecht verf�gt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben gen�gt es grunds�tzlich, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausge�bt werden kann, wobei allenfalls dessen Modalit�ten entsprechend anzupassen sind. Gem�ss der st�ndigen bisherigen Rechtsprechung kann ein weitergehender Anspruch nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausl�nders praktisch nicht aufrecht erhalten werden k�nnte und das bisherige Verhalten des Ausl�nders in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (BGE 139 I 315 E. 2.2 S. 319; 120 Ib 1 E. 3c S. 5). Geht es umgekehrt darum, dass der sorge- oder obhutsberechtigte Elternteil seine Bewilligung einzig zur Erleichterung der Aus�bung des Besuchsrechts zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil erh�ltlich machen will, so ist mit noch gr�sserer Zur�ckhaltung auf eine Pflicht zu schliessen, ihm eine Bewilligung zu erteilen, als im Falle des besuchsberechtigten Ausl�nders, der selber, im Hinblick auf die Aus�bung seines Besuchsrechts, um die Bewilligung nachsucht (Urteil 2C_716/ 2014 vom 26. November 2015 E. 6.2, zur Publikation vorgesehen). Dies soll nur bei Vorliegen besonderer Umst�nde m�glich sein (BGE 137 I 247 E. 4.2.3 S. 251; Urteil 2C_648/2014 vom 6. Juli 2015 E. 2.2).
2.2.3.�Im vorliegenden Fall wurde von den Vorinstanzen der Aufenthaltsstatus der Mutter der Beschwerdef�hrerin nicht abgekl�rt. Angesichts der Dauer ihres Aufenthalts in der Schweiz (Einreise am 20. Februar 2002) und der knapp siebenj�hrigen Ehe (Heirat am 22. April 2002, rechtskr�ftige Scheidung am 30. Januar 2009) mit dem ehemals hier niederlassungsberechtigten Beschwerdef�hrer, ist nicht auszuschliessen, dass sie im Besitz der Niederlassungsbewilligung ist und damit �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verf�gt. Diesfalls w�re der Schutzbereich von Art. 8 EMRK betroffen. Weiter bestehen Anhaltspunkte, die auf eine intensive Beziehung zwischen der Beschwerdef�hrerin und ihrer Mutter sowohl in wirtschaftlicher als auch affektiver Hinsicht hindeuten. So wurde mit der Scheidung die elterliche Sorge zwar dem Vater �bertragen. Der Mutter wurde aber ein Besuchsrecht einger�umt (jedes zweite Wochenende, alternierend an Feiertagen, w�hrend der Schulferien f�r die Dauer von zwei Wochen pro Jahr). Zudem lebten die Beschwerdef�hrer offenbar selbst nach der Scheidung noch ein Jahr bei der Kindsmutter. W�hrend diese arbeitst�tig war, widmete sich der Vater haupts�chlich der Betreuung der behinderten und pflegebed�rftigen Tochter. Nach ihrer Wiedereinreise in die Schweiz im Juni 2013 zogen sie sodann (zumindest vor�bergehend) wieder bei der Mutter ein. Auch war diese, wie der publizierten Minderheitsmeinung der Vorinstanz zu entnehmen ist, zwei Mal f�r Besuche der Tochter nach Vietnam gereist und hat mit ihr bzw. dem Beschwerdef�hrer in regelm�ssigem telefonischen Kontakt gestanden. Schliesslich habe der Beschwerdef�hrer seine Tochter zur�ck in die Schweiz zu ihrer Mutter bringen wollen, da sie dort ihre Medikamente erhalten k�nne. Es liegen demnach Hinweise vor, wonach zwischen Mutter und Tochter nicht nur eine tats�chlich gelebte Beziehung besteht, sondern diese auch eine besondere Intensit�t aufweist. Der Sachverhalt wurde allerdings auch in dieser Hinsicht nicht gen�gend abgekl�rt. Unklar geblieben ist somit auch, ob die vorliegende Situation die von der Rechtsprechung geforderten besonderen Umst�nde zu begr�nden vermag, damit den Beschwerdef�hrern - zur Aus�bung des Besuchsrechts der Mutter - eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden m�sste. Hierf�r sprechen w�rden einerseits die Behinderung der Beschwerdef�hrerin und ihre sich daraus ergebenden besonderen Bed�rfnisse an Pflege und Betreuung, andererseits aber auch die lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz von knapp 30 Jahren im Falle des Beschwerdef�hrers sowie den ersten sechs Lebensjahren der Beschwerdef�hrerin.
2.3.�Der Sachverhalt wurde somit in verschiedener Hinsicht ungen�gend abgekl�rt, um feststellen zu k�nnen, ob sich grunds�tzlich ein Aufenthaltsrecht aus Art. 8 EMRK ableiten liesse. Die Sache w�re daher an sich zur Vornahme zus�tzlicher Sachverhaltsabkl�rungen an die Vorinstanz bzw. das Migrationsamt zur�ckzuweisen (vgl. Art. 107 Abs. 2 BGG; Urteil 2C_504/2014 vom 13. Januar 2015 E. 2.2 mit Hinweisen). Allerdings ist die Beschwerde so oder anders aus folgenden �berlegungen abzuweisen:
2.4.1.�Art. 47 AuG sieht f�r den Familiennachzug von Art. 42 ff. AuG Fristen vor, innert derer die Nachzugsanspr�che geltend zu machen sind. Sinn und Zweck der Fristenregelung ist, die Integration der Kinder zu erleichtern. Durch einen fr�hzeitigen Nachzug sollen diese unter anderem eine m�glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen k�nnen (Botschaft vom 8. M�rz 2002 zum AuG, BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.7; BGE 133 II 6 E. 5.4 S. 20; Urteile 2C_201/2015 vom 16. Juli 2015 E. 3.4; 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6). Die Regelung des Familiennachzugs ist, wie aus der parlamentarischen Debatte hervorgeht, zudem ein Kompromiss zwischen den kontr�ren Anliegen, das Familienleben zu erm�glichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S 305 ff.). Den Fristen in Art. 47 AuG kommt somit auch die Funktion der Einwanderungsbegrenzung zu. Auch hierbei handelt es sich um ein legitimes Interesse, um im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Familienleben einzuschr�nken (BGE 137 I 284 E. 2.1 S. 288; Urteil 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1).
2.4.2.�Nach Art. 47 Abs. 1 AuG muss der Anspruch auf Familiennachzug innerhalb von f�nf Jahren geltend gemacht werden (Satz 1). Kinder �ber zw�lf Jahre m�ssen innerhalb von zw�lf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die Fristen beginnen bei Familienangeh�rigen von Ausl�nderinnen und Ausl�ndern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des Familienverh�ltnisses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). Die Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AuG beginnen allerdings erst mit dem Inkrafttreten des Ausl�ndergesetzes - am 1. Januar 2008 (AS 2007 5489) -, sofern vor diesem Zeitpunkt die Einreise erfolgte oder das Familienverh�ltnis entstand (Art. 126 Abs. 3 AuG). Vorliegend war die Mutter der Beschwerdef�hrerin im Februar 2002 in die Schweiz eingereist. Die Beschwerdef�hrerin wurde im September 2004 geboren. Die f�nfj�hrige Frist gem�ss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG bemisst sich vorliegend somit aufgrund der �bergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 3 AuG ab 1. Januar 2008 und endete am 31. Dezember 2012. Ein Nachzugsgesuch h�tte somit bis zu diesem Zeitpunkt eingereicht werden m�ssen, was indessen nicht geschehen ist. Da die Beschwerdef�hrer mit ihrer Ausreise im Dezember 2010 freiwillig auf einen Aufenthalt verzichtet haben, k�nnen sie sich f�r den Beginn des Fristenlaufs auch nicht auf einen sp�teren Zeitpunkt, etwa die Wiedereinreise im Sommer 2013, berufen. Die Nachzugsfrist ist somit ungenutzt abgelaufen.
2.4.3.�Es stellt sich h�chstens noch die Frage, ob wichtige Gr�nde im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG vorliegen, um einen versp�teten Nachzug ausnahmsweise zu bewilligen. Solche liegen dann vor, wenn das Kindeswohl letztlich nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 �ber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst�tigkeit [VZAE; SR 142.201]; BGE 137 I 284 E. 2.3.1 S. 291). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG (bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE) jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (Urteile 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1; 2C_97/2013 vom 26. August 2013 E. 2.3). Ein wichtiger Grund liegt gem�ss der Rechtsprechung vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gew�hrleistet ist (Urteile 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1; 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 4.2 mit Hinweis). In der Beschwerde ans Bundesgericht wird einzig geltend gemacht, der Beschwerdef�hrer habe die Beschwerdef�hrerin zur�ck in die Schweiz zu ihrer Mutter bringen wollen, da sie hier Medikamente erhalten k�nne. Angesichts der Behinderung der Beschwerdef�hrerin und der entsprechenden Betreuungsbed�rftigkeit ist vorliegend zwar von einer besonderen Situation auszugehen. Der Beschwerdef�hrer und seine Tochter lebten jedoch stets zusammen, in der Schweiz noch und sp�ter auch in Vietnam. Inwiefern sich die Betreuungsverh�ltnisse in Vietnam nun derart ver�ndert h�tten, dass sie einen Nachzug der Beschwerdef�hrerin in die Schweiz erfordern, machen sie aber nicht geltend. Ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG ist damit nicht substanziiert vorgebracht worden, so dass auch nicht ausnahmsweise ein Nachzug nach Ablauf der Fristen bewilligt werden k�nnte.
2.5.�Nach dem Gesagten ist vorliegend die Nachzugsfrist nicht eingehalten worden und es werden auch keine wichtigen Gr�nde geltend gemacht, die ausnahmsweise einen versp�teten Nachzug zu rechtfertigen verm�gen. Um Situationen, wie die vorliegend eingetretene, zu vermeiden, hat der Gesetzgeber die M�glichkeit vorgesehen, die Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung bei der Ausreise aus der Schweiz zu beantragen (vgl. Art. 61 Abs. 2 Satz 2 AuG). Davon haben die Beschwerdef�hrer indes nicht Gebrauch gemacht. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Vorliegend offen zu bleiben hat die Frage, ob den Beschwerdef�hrern gest�tzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG (Wiederzulassung) oder Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG (schwerwiegender pers�nlicher H�rtefall) ein Anwesenheitsrecht (wieder) erteilt werden k�nnte. Da weder Art. 30 Abs. 1 lit. b noch lit. k AuG einen Bewilligungsanspruch verschaffen, kann dies vom Bundesgericht nicht �berpr�ft werden (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.1 S. 348 e contrario; Urteile 2C_133/2016 vom 9. Februar 2016 E. 2.2; 2C_1123/2012 vom 11. Juli 2013 E. 5.1).
Bei diesem Verfahrensausgang h�tten die unterliegenden Beschwerdef�hrer die Kosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG); sie haben indessen um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Angesichts der Umst�nde des Falles kann das Begehren nicht als geradezu aussichtslos bezeichnet werden. Da auch die Mittellosigkeit zu bejahen ist, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gest�tzt auf Art. 64 Abs. 1 BGG gutzuheissen und die Beschwerdef�hrer sind von der Bezahlung der Gerichtskosten zu befreien. Ausgangsgem�ss besteht kein Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 BGG).