Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=10&t=274429
Timestamp: 2019-12-09 16:46:31
Document Index: 132109074

Matched Legal Cases: ['§634', '§ 438', '§ 437', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Schaden nach mangelhaftem Dusche-Einbau - Verjährung ? - recht.de
Beitrag von Ina-Elena » 04.05.17, 11:06
Im März vor 2 Jahren wurde eine Altbau-Wohnung saniert.
Für die Arbeiten im Badezimmer – komplette Neu-Installation- wurde eine Installateur-Firma beauftragt.
Jetzt im März ereignete sich ein großer Wassersschaden, in der unter der sanierten Wohnung liegenden Wohnung stürzte die Badezimmer-Decke herunter.
Ursache waren undichte Silikon-Fugen, Hauptursache jedoch ein mangelhafter Einbau der Duschwanne in der sanierten Wohnung.
Eine Acrylwanne wurde mangelhaft eingebaut, d.h. nicht richtig untermauert, so dass diese bei Belastung nachgab und sich die Fugen lösten.
Ein Schaden ist entstanden von ca. € 20.000,--.
Der Vermieter ging davon aus, dass der Installateur für seinen mangelhaften Einbau haften muss.
Er hat jetzt die Info erhalten, dass die Verjährung jedoch schon im März eingetreten ist, also nach 2 Jahren.
Kann hier jemand einen Rat geben ???? Eine Gebäude-Versicherung hat der Vermieter nicht, nur eine Haft-und Brandversicherung.
Beitrag von ktown » 04.05.17, 16:46
Grundsätzlich kann man auf den §634a BGB verweisen.
Beitrag von Ina-Elena » 04.05.17, 22:32
bevor ich meine Anfrage geschrieben habe, habe ich gelesen "was ist erlaubt":
Ich war der Meinung, dass ich daher mit meiner Anfrage nicht gegen irgendwelche Regeln verstoße.
Es ist mir klar, dass keine "Rechtsberatung" erfolgen kann.
Ich hatte gehofft, dass es vielleicht jemanden gibt, der mir zu diesem, für mich großem Problem, einen Rat oder Informationen geben kann. Entweder aus eigener Erfahrung oder durch Sachkenntnis.
Beitrag von winterspaziergang » 04.05.17, 23:04
Ina-Elena hat geschrieben: ...
Das betrifft die Gewährleistungsfrist für Arbeiten wie beispielsweise Instandsetzungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen geringeren Ausmaßes, seit 2002 leider aber auch Folgeschäden aufgrund eines mangelhaften Einbaus.
Die Haftungsfrage/Verjährung darauf prüfen lassen, ob aufgrund der Umstände eine Verjährung erst nach 5 Jahren eintritt.
Beitrag von Ina-Elena » 07.05.17, 15:21
Hallo lieber Winterspaziergang,
Tja, mit der Vejährung nach 2 Jahren ist sehr ärgerlich.
Mit 25.03.15 datiert die Endabrechnung, die der Vermieter umgehend bezahlt hat, am 28.03.17 wurde der Installateur über den Wasserschaden informiert.
Welche "Umstände" könnten denn dazu führen, dass die Verjährung erst nach 5 Jaren eintritt ??
Von der Handwerkskamme hat der Vermieter jetzt erfahren, dass es die Firma seit Februar 2016 nicht mehr gibt.
D.h. Ansprüche gegen die Firma laufen also jetzt ins Leere ????
Der Installateur war da um sich den Schaden anzusehen, er hat nichts davon gesagt, dass es die Fa. nicht mehr gibt. Er hat auch gesagt, dass er den Schaden sofort seiner Haftpflicht-Versicherung melden würde, wenn er denn Schuld wäre, aber er wäre ja nicht schuld.
So wie es aussieht bleibt der Vermieter an diesem Wahnsinns-Schaden hängen, ohne etwas dafür zu können.
Die Sanierungskosten für die Wohnung sind noch nicht getilgt und für diesen Wasserschaden gehen die Mieten für mindestens die nächsten 2 Jahre drauf. Traumhaft !!!
Oder gibt es doch noch irgendeine Möglichkeit ???
Beitrag von Pirate » 07.05.17, 15:43
Die Verjährungsfrist für Arbeiten an einem Bauwerk (und die Neuerrichtung des Bades zählt dazu) beträgt 5 Jahre. Außer es etwas anderes vereinbart, etwa nach VOB, wenn diese Vertragsbestandteil sind.
Beitrag von Ina-Elena » 07.05.17, 16:18
Hallo lieber Pirate,
wenn die Verjährung erst in 5 Jahre eintreten sollten, wäre das natürlich super !!! Vereinbarungen nach VOB wurden nicht getroffen.
Die Frage ist hier, handelt es sich um Arbeiten an einem Bauwerk oder um "Instandsetzungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen geringeren Ausmaßes".
Der "Raum" des Badezimmers wurde nicht verändert, jedoch alles, was sich in diesem Raum befand wurde entfernt (Badewanne, WC, Waschbecken, Rohrleitungen, Boden, Fliesen, etc, etc.) und neu installiert.
Hast Du irgendeine schriftliche Aussage, der zu entnehmen ist:
Die Verjährungsfrist für Arbeiten an einem Bauwerk (und die Neuerrichtung des Bades zählt dazu) beträgt 5 Jahre.
Wenn ja, bitte teile mir mit, wo ich die Stelle finde.
Beitrag von SusanneBerlin » 07.05.17, 16:39
Für den ersten Teil kann ich helfen: Einfach im BGB nach "Bauwerk + Verjährung" suchen und voilà:
BGB hat geschrieben: § 438 Verjährung der Mängelansprüche
(1) Die in § 437 Nr. 1 und 3 bezeichneten Ansprüche verjähren (...)
a) bei einem Bauwerk (...)
Wo das steht, ob die Komplettsanierung eines Badezimmers ein Bauwerk ist, weiß ich leider nicht.
Beitrag von lottchen » 07.05.17, 17:27
Was steht denn im Auftrag drinnen? Steht da was von Gewährleistung nach VOB oder BGB? Handwerker arbeiten üblicherweise nach VOB. Sowohl hinsichtlich Aufmaß / Qualität der Arbeiten als auch der Gewährleistung. Hat die Firma AGB´s? Sind diese Vertragsbestandteil geworden?
Beitrag von Pirate » 07.05.17, 17:41
Reparatur-, Erneuerungs-, Modernisierungs- und Umbauarbeiten an einem bereits bestehenden Bauwerk sind ebenfalls Arbeiten an demselben, wenn sie mit denen für eine Neuherstellung vergleichbar, also nach Art und Umfang für Konstruktion, Bestand, Erhaltung und Nutzbarkeit des Bauwerks von wesentlicher Bedeutung sind (BGH BauR 84, 168; BauR 78, 303; BauR 13, 596). Die Rspr ist hier großzügig und hat bspw die Verlegung eines verklebten Teppichbodens (BGH NJW 91, 2486 [BGH 16.05.1991 - VII ZR 296/90]), das Ausschachten der Baugrube (BGHZ 68, 208), den Einbau einer eingepassten Küchenzeile (KG NJW-RR 96, 977 [OLG Hamm 02.11.1995 - 17 U 57/95]) und umfangreiche Malerarbeiten (BGH NJW 93, 3195 [BGH 16.09.1993 - VII ZR 180/92]) als bauwerksbezogene Werkleistungen angesehen.
https://www.haufe.de/recht/deutsches-an ... 23553.html
Beitrag von Hanomag » 07.05.17, 17:48
Ina-Elena hat geschrieben: Welche "Umstände" könnten denn dazu führen, dass die Verjährung erst nach 5 Jaren eintritt ??
Was nützen Dir 5 Jahre, wenn die Firma als GmbH nicht mehr existiert?
Klär doch mal bei der zuständigen Handelskammer ab, ob die Firma noch existiert und ggf. welche Rechtsform sie hatte.
Beitrag von freemont » 07.05.17, 17:53
Hallo, nein, wenn eine Betriebshaftpflichtversicherung bestanden hat, könnte die eintreten, auch wenn ihr Versicherungsnehmer inzwischen insolvent ist.
Das ist bei der Lage auch die einzige realistische Chance, an die Versicherung herantreten und dort den Schaden anmelden.
Beitrag von suesses_herz » 14.05.17, 19:39
Silikonfugen werden im Normalfall als "Wartungsfugen" ausgewiesen mit dem Hinweis, dass diese ca. alle zwei Jahre zu erneuern sind. Zumindest ist dies so bei meinem Arbeitgeber und wurde mir auch bei meiner eigenen Badrenovierung von der ausführenden Firma so mitgeteilt. Unabhängig davon, ob das Duschbecken richtig oder falsch gesetzt wurde, wäre die Wartung und Überprüfung der Fugen im Handlungsbereich des Eigentümers gewesen.
Das müsste entsprechend mal abgeklärt werden, sonst kann sich die Firma aus meiner Sicht recht schnell rausfummeln
Beitrag von Ina-Elena » 14.05.17, 20:27
ganz herlichen Dank für Eure hilfreichen Antworten.
Im Auftrag und Rechnung steht nichts bezügl.VOB/BGB. AGB's hatte die Fa. nicht. Es handelte sich um eine 1-2-Mann-Firma.
lt.Handwerkskammer besteht die Fa. seit Feb.16 nicht mehr. Es war auch weder eine GmbH noch GBR. Es war ein Meister mit 1 Mitarbeiter.
@suesses_herz:
Silikon-Fugen sind "Wartungsfugen" okay. Aber bei einem komplett neu eingebauten Bad dürfen nach 2 Jahren die Fugen nicht defekt sein. Das Bad wurde auch nur von 2 Personen (Mutter+Sohn) benutzt.
Wie finde ich jetzt heraus, ob es eine Haftpflichtversicherung zum Zeitpunkt der Arbeiten gab, der Installateur gibt keine Auskunft.
Bei einem Autounfall weiß ich, dass man die Versicherung herausbekommen kann, gibt es eine "zentrale Meldestelle" für Haftpflichtversicherungen ???
Beitrag von suesses_herz » 14.05.17, 20:57
Ina-Elena hat geschrieben: @suesses_herz:
Die Anzahl der Personen ist nicht wirklich relevant. Wenn nur eine Person das Bad nutzt und die Dusche nie lüftet, kann die auch nach nem halben Jahr schon durchschimmeln. Umgekehrt kann sie mit 5 Leuten auch nach 5 Jahren noch top aussehen. Ich weiß nicht, inwieweit Verschleißteile (wenn ich jetzt mal analog vom Auto ausgehe) von der Gewährleistung ausgenommen sind.
Unabhängig davon würde ich aber mal schnellstmöglich eine Gebäudeversicherung abschließen. Und der Mieter am Besten eine Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung.
Zuletzt geändert von suesses_herz am 14.05.17, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.