Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Niedersachsen&Datum=23.04.2009&Aktenzeichen=11%20ME%20478/08
Timestamp: 2019-09-20 02:23:06
Document Index: 329685090

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 54', '§ 74', '§ 64', '§ 15', '§ 63']

OVG Niedersachsen, 23.04.2009 - 11 ME 478/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,3686
OVG Niedersachsen, 23.04.2009 - 11 ME 478/08 (https://dejure.org/2009,3686)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 23.04.2009 - 11 ME 478/08 (https://dejure.org/2009,3686)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 (https://dejure.org/2009,3686)
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Keine Prüfung der Rechtmäßigkeit der Grundverfügung im Vollstreckungsverfahren; Zwangsmittelfestsetzungen bei der Vollstreckung aus Untersagungsverfügungen erfordern das Bestehen einer Wiederholungsgefahr
Sportwette: Zwangsgeld (Beitreibung); Sportwette: Zwangsgeld (Festsetzung); Unterlassung: Zwangsvollstreckung (Wiederholungsgefahr); Zwangsvollstreckung: Unterlassung (Wiederholungsgefahr); Zwangsvollstreckung: vollziehbarer Bescheid; Sportwette,
Sportwette, Untersagungsverfügung, Zwangsmittel (§§ 64 ff Nds. SOG), Wiederholungsgefahr: Sportwette: Zwangsgeld (Beitreibung); Sportwette: Zwangsgeld (Festsetzung); Unterlassung: Zwangsvollstreckung (Wiederholungsgefahr); Zwangsvollstreckung: Unterlassung ...
Rechtsmittel in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren gegen eine Zwangsgeldfestsetzung wegen unerlaubter Vermittlung von Sportwetten; Überprüfbarkeit der Grundverfügung im Vollstreckungsverfahren; Bestehen einer Wiederholungsgefahr als Voraussetzung einer Festsetzung ...
VG Hannover, 03.12.2008 - 10 B 5575/08
vgl. insbesondere Nds. OVG, Beschluss vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 -, Nds.VBl.
Demnach ist die Rechtmäßigkeit der Grundverfügung anders als deren Wirksamkeit und Unanfechtbarkeit bzw. sofortige Vollziehbarkeit grundsätzlich keine Voraussetzung für die Anwendung von Zwangsmitteln (…vgl. BVerwG, Urt. v. 25.09.2008 - 7 C 5.08 -, NVwZ 2009, 55; Nds. OVG, Beschl. v. 23.04.2009 - 11 ME 478/08 - Hess. VGH, Urt. v. 29.11.2013 - 6 A 2210/12 -).
OVG Sachsen-Anhalt, 24.11.2014 - 2 L 39/13
11 Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Zwangsgeldfestsetzung nach §§ 54, 56 SOG LSA ist der Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (vgl. NdsOVG, Beschl. v. 23.04.2009 - 11 ME 478/08 -, Juris RdNr. 30;… HessVGH, Urt. v. 29.11.2013 - 6 A 2210/12 -, Juris RdNr. 22 zum jeweiligen Landesrecht;… a.A. zu § 74 Abs. 2 Satz 2 AuslG BVerwG, Urt. v. 14.03.2006 - BVerwG 1 C 11.05 -, Juris RdNr. 9;… dem folgend: OVG NW, Urt. v. 09.02.2012 - 5 A 2152/10 -, Juris RdNr. 29;… SächsOVG, Urt. v. 16.04.2013 - 4 A 265/12 -, Juris RdNr. 27 und Beschl. v. 05.08.2014 - 3 B 477/13 -, Juris RdNr. 4, für das jeweilige Landesrecht).
Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob bei der Vollstreckung von Untersagungsverfügungen die Festsetzung eines Zwangsgeldes nicht mehr erfolgen darf, wenn kein weiterer Verstoß mehr zu erwarten ist (vgl. einerseits NdsOVG, Beschl. v. 23.04.2009 - 11 ME 478/08 - a.a.O. RdNr. 42 ff. und andererseits OVG LSA, Urt. v. 13.03.1996 - 2 L 60/95 -, Juris RdNr. 27 ff. sowie OVG NW, Urt. v. 09.02.2012 - 5 A 2152/10 - a.a.O. RdNr. 25 ff.).
Für die hier vorliegende, gegen den Kostenfestsetzungsbescheid gerichtete Klage folgt daraus, dass Voraussetzung nur ist, dass eine wirksame Grundverfügung zum Zeitpunkt der Ersatzvornahme vorliegt und dass die Ersatzvornahme rechtmäßig durchgeführt worden ist (…vgl. BVerwG, Urt. v. 25.09.2008 - 7 C 5/08 -, NVwZ 2009, 122 unter Verweis auf BVerfG, Beschl. v. 07.12.1998 - 1 BvR 831/89 -, NVwZ 1999, 291; Nds. OVG, Beschl. v. 23.04.2009 - 11 ME 478/08 -, NdsVBl 2009, 345;… OVG Schleswig, Urt. v. 27.04.2006 - 4 LB 23/04 -, NordÖR 2006, 204;… OVG Koblenz, Urt. v. 20.11.1996 - 8 A 13546/95 -, NVwZ 1997, 1009).
Eine solche Sichtweise widerspricht dem Interesse der Effektivität der Verwaltungsvollstreckung und vernachlässigt, dass § 64 Abs. 1 Nds. SOG lediglich die Wirksamkeit und Vollstreckbarkeit der Grundverfügung voraussetzt (so auch Nds. OVG, v. 23.04.2009 - 11 ME 478/08 -, a. a. O.).
Insoweit sei auch auf den Beschluss des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 - zu verweisen, in dem die Beitreibung nach zwischenzeitlicher Erfüllung eines Unterlassungsgebotes mangels Wiederholungsgefahr für unzulässig erklärt worden sei.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Februar 2012 - 5 A 2152/10 -, juris, Rn. 37; a.A. Niedersächsisches OVG, Beschluss vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 -, juris, Rn. 42 ff. m.w.N.; Sadler, Verwaltungs-Vollstreckungsgesetz/ Verwaltungszustellungsgesetz - Kommentar anhand der Rechtsprechung, 8. Aufl., § 15 VwVG Rn. 64 m.w.N.
Soweit der Antragsteller anderslautende obergerichtliche Rechtsprechung, etwa Nds. OVG, Beschluss vom 23. April 2009 11 ME 478/08 -, juris, zitiert, sieht der Senat insbesondere in Anbetracht des vorliegenden nur vorläufigen Rechtsschutzverfahrens keine Veranlassung von der ständigen Rechtsprechung des OVG NRW zur Auslegung des § 63 Abs. 3 Satz 2 VwVG NRW, Vgl. hierzu, Urteile vom 21. Dezember 1988 7 A 2555/87 -, a. a. O. und vom 30. September 1992 - 4 A 3840/91 -, DöV 1993, 398 sowie Beschlüsse vom 10. Oktober 1991 - 13 B 1522/91 -, a. a. O., vom 10. November 2006 - 10 B 1941/06 -, vom 15. November 2007 7 A 272/07 - , vom 21. Mai 2008 - 20 B 479/08 - und vom 15. April 2009 10 A 2848/08 -, abzuweichen.
Die Rechtmäßigkeit der Grundverfügung ist nicht Voraussetzung für die Anwendung von Verwaltungszwang (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.09.2008 - 7 C 5.08 -, NVwZ 2009, 55; Niedersächsisches OVG, Beschluss vom 23.04.2009 - 11 ME 478/08 -, juris, m.w.N.).
vgl. dazu auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 12. März 1996 - 1 S 2858/95 -, juris Rn. 16; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 18. Juni 1996 - 3 M 3/96 -, juris Rn. 17 ff.; Hessischer VGH, Beschluss vom 2. September 2004 - 6 TG 1549/04 -, juris Rn. 8; VG Potsdam, Urteil vom 13. Juli 2005 - 3 L 50/05 -, juris Rn. 10; OVG Lüneburg, Beschluss vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 -, juris Rn. 41 ff.; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19. Mai 2011 - 10 B 7.10 -, juris Rn. 21.
Dass der Beschwerdegegner ihm Alternativen aufzeigt, führt lediglich dazu, dass nicht durch die Ersatzvornahme erzwungen werden kann, dass der Betroffene die Grundverfügung befolgt, steht aber der Durchsetzung mit den Zwangsmitteln des Zwangsgeldes und der Ersatzzwangshaft, deren Funktion es ist, den Willen zu beugen (vgl. OVG Lüneburg, Beschluss vom 23. April 2009 - 11 ME 478/08 - juris: Rn. 42 ff.), nicht entgegen.
OVG Sachsen, 12.04.2019 - 3 B 33/19
Ermessen; Anhörung; Zwangsgeld; Festsetzung; Spielhalle
Daher verbleibt es bei dem Grundsatz, dass die Rechtmäßigkeit der Grundverfügung im Vollstreckungsverfahren nicht erneut zu prüfen ist (OVG Lüneburg, Beschl. v. 23. April 2009 - 11 ME 478/08 -, juris Rn. 31 ff. m. w. N.).
VG Gelsenkirchen, 13.08.2015 - 5 K 586/14
Zwangsgeld; Beitreibung; Erledigung; Verhältnismäßigkeit
OVG Sachsen-Anhalt, 04.08.2011 - 2 L 50/10
Festsetzung eines Zwangsgelds
VG Minden, 26.04.2012 - 2 K 885/12