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Timestamp: 2016-10-25 10:19:26
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Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 69/04 (07.06.2004)
U 69/04
B.________, 1944, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Dominique Erhart, Bettenstrasse 5, 4123 Allschwil,
Der 1944 geborene B.________ war seit 1988 Gesch�ftsf�hrer der Firma X.________ AG und damit bei den Winterthur Versicherungen (nachfolgend Winterthur) unfallversichert. Am 6. Oktober 2000 st�rzte er bei einer Pferdevorf�hrung vom Pferd. Am 9. Oktober 2000 begab er sich zu Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r Allgemeinmedizin, der eine axiale Stauchung der Halswirbels�ule (HWS) mit konsekutivem zervikocephalem und zervikobrachialem Syndrom diagnostizierte und ab 14. November 2000 von einer 50%igen Arbeitsunf�higkeit ausging (Bericht vom 17. Mai 2001). Die Winterthur richtete die gesetzlichen Leistungen aus (Heilbehandlung und Taggeld). Zur Abkl�rung der Verh�ltnisse zog sie diverse Arztberichte sowie ein Gutachten des Rheumatologen Dr. med. J.________, vom 5./12. Juni 2002 bei, der folgende Diagnose stellte: chronisches zervikocephales und zervikobrachiales Syndrom bei Status nach Sturz am 6. Oktober 2000 und degenerativen Ver�nderungen der HWS sowie Protrusionen C4/5 und C5/6; Status nach traumatischer Brustwirbelk�rperfraktur (BWK) und operativer Fusion BWK 6/7 1971 mit konsekutiver Hyperkyphose der Brustwirbels�ule (BWS) und entsprechend kompensatorisch verst�rkter Zervikallordose. Weiter holte die Winterthur ein zuhanden der Invalidenversicherung erstelltes Gutachten des Rheumatologen Dr. med. A.________, vom 8. August 2002 ein, der Folgendes diagnostizierte: tendomyotisches Zervikalsyndrom bei degenerativen Ver�nderungen im mittleren Drittel; Tendomyogelosen im Schulterg�rtel mit Kettentendinosen im rechten Arm; Status nach Reitunfall vom Oktober 2000 mit passagerer Zervikalgie; Brustkyphose bei Status nach Kompressionsfraktur von Th7 1971; subjektive bzw. teils auch funktionelle Schmerzsyndrome lumbal und inkonstant am Becken und beiden Beinen. Mit Verf�gung vom 26. August 2002 stellte die Winterthur ihre Leistungen auf den 30. Juni 2002 ein, da kein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem somatischen Beschwerdebild und dem Unfall vom 6. Oktober 2000 bestehe. Hinsichtlich allf�lliger psychischer Beschwerden fehle die ad�quate Kausalit�t zum Unfall. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Winterthur mit Entscheid vom 20. November 2002 ab.
Hiegegen erhob der Versicherte beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt Beschwerde. Er reichte neu Berichte des Dr. med. S.________ vom 29. August 2002 sowie 9. Januar und 24. M�rz 2003, des Dr. med. F.________, Arzt f�r Allgemeinmedizin, vom 24. M�rz 2003 sowie des Radiologen Prof. Dr. med. W.________, vom 20. M�rz 2003 ein. Das kantonale Gericht zog die Akten der Invalidenversicherung bei mit einem Gutachten des Psychiaters Dr. med. F.________, vom 3. Februar 2003. Dieser diagnostizierte eine Anpassungsst�rung (ICD-10: F43.23). Mit Entscheid vom 5. Januar 2004 wies das kantonale Gericht die Beschwerde ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Winterthur schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG), Abteilung Kranken- und Unfallversicherung, auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.1 Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) und die Grunds�tze �ber den f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 123 V 45 Erw. 2b, 121 V 329 Erw. 2a, je mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 8 S. 26 Erw. 2), die vorausgesetzte Ad�quanz des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 127 V 102 Erw. 5b/aa, 125 V 461 Erw. 5a, je mit Hinweisen) und bei psychischen Unfallfolgen im Besonderen (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 115 V 133 ff.; RKUV 2001 Nr. U 412 S. 80) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen), zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung und zum Beweiswert eines Arztberichts (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Beizupflichten ist im Weiteren den Erw�gungen der Vorinstanz, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht anwendbar ist (BGE 129 V 4 Erw. 1.2). Darauf wird verwiesen.
1.2 Zu erg�nzen ist, dass die Verwaltung als verf�gende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen d�rfen, wenn sie von ihrem Bestehen �berzeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu f�llen. Die blosse M�glichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen�gt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen m�glichen Geschehensabl�ufen als die wahrscheinlichste w�rdigen (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen).
2.1 Der Versicherte bringt vor, es bestehe ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Reitunfall vom 6. Oktober 2000 und den somatischen Beschwerden.
Diesbez�glich hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass gest�tzt auf die �rztlichen Stellungnahmen keine morphologischen Sch�digungen, die auf den Sturz vom Pferd vom 6. Oktober 2000 zur�ckgef�hrt werden k�nnten, vorl�gen. Dies ergibt sich insbesondere aus den rheumatologischen Gutachten der Dres. med. J.________ vom 5./12. Juni 2002 und A.________ vom 8. August 2002, ist aber auch aus den Berichten des Neurologen PD Dr. med. R.________, Spital Y.________, vom 27. Dezember 2001, des Prof. Dr. med. W.________ vom 21. Februar 2002 und des Dr. med. H.________, beratender Arzt der Winterthur, vom 29. Oktober 2002 ersichtlich.
Dr. med. J.________ f�hrte aus, die erhobenen somatischen Befunde st�nden nur m�glicherweise in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 6. Oktober 2000. Dr. med. A.________ legte dar, aus rheumatologischer Sicht sehe er keine Leistungsverminderung des Versicherten in der bisherigen T�tigkeit als Gesch�ftsf�hrer. Und Dr. med. R.________ stellte fest, eine neurologische Grundlage der ausgedehnten Beschwerden, die seit dem Unfall vom Oktober 2000 stetig zugenommen h�tten, k�nne nicht gefunden werden.
2.2 Was dagegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht wird, vermag nicht zu �berzeugen:
Wenn Dr. med. J.________ im Gutachten vom 5./12. Juni 2002 ausgef�hrt hat, dass eine psychiatrische Mitbegutachtung unabdingbar sei, bezieht sich diese Frage nicht auf die somatischen Folgen des Unfalles, sondern auf die psychischen (Erw. 3 hienach).
Wenn Prof. Dr. med. W.________ im Bericht vom 20. M�rz 2003 dargelegt hat, der Versicherte h�tte ohne den Reitunfall weiterhin langfristig beschwerdefrei leben k�nnen, bedeutet dies nicht, dass er den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den somatischen Folgen bejaht; vielmehr k�nnen auch psychische Unfallfolgen oder weitere Ursachen dazu gef�hrt haben, dass der Versicherte den von ihm intensiv ausge�bten Reitsport seit dem Unfall nicht mehr in gleicher Weise betreiben kann.
3.1 Die Invalidenversicherung holte ein Gutachten des Psychiaters Dr. med. F.________ vom 3. Februar 2003 ein, der eine Anpassungsst�rung (ICD-10: F43.23) diagnostizierte. Es k�nnte eine verminderte Leistungsf�higkeit angenommen werden, die aus rein psychiatrischer Sicht allerdings 30 % nicht �bersteigen d�rfte. Grunds�tzlich sollte es dem Versicherten m�glich sein, seine bisherige T�tigkeit weiter auszu�ben; er ben�tige vermehrt Pausen, auch d�rfte er etwas verlangsamt sein. Die Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bestehe seit dem Unfall im Oktober 2000.
Der Versicherte macht geltend, der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Oktober 2000 und den psychischen Beschwerden sei nicht gekl�rt worden. Diesbez�glich liege eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Pr�fungspflicht des massgeblichen Sachverhaltes) vor.
Die Vorinstanz hat zu Recht auf weitere Abkl�rungen in dieser Hinsicht verzichtet (Erw. 1.2 hievor), da der ad�quate Kausalzusammenhang aus nachfolgenden Gr�nden ohnehin verneint werden muss.
3.2 Bei der Frage des ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und den psychischen Folgesch�den ist nach BGE 115 V 140 ff. vorzugehen. Die Parteien gehen �bereinstimmend von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen aus. Damit die Ad�quanz bejaht werden k�nnte, m�sste somit ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein oder es m�ssten die zu ber�cksichtigenden Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Diese Voraussetzungen treffen nicht zu, wie die folgenden Erw�gungen zeigen:
3.2.1 Der Unfall vom 6. Oktober 2000 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignet und war auch nicht von besonderer Eindr�cklichkeit, zumal der Versicherte nach dem Sturz vom Pferd ohne fremde Hilfe aufstehen konnte.
3.2.2 Der Beschwerdef�hrer hat keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art erlitten, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszul�sen.
3.2.3 Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann nicht gesprochen werden.
3.2.4 Seit dem Unfall vom 6. Oktober 2000 steht der Versicherte in medikament�ser Behandlung. Zudem hat er diverse physiotherapeutische Massnahmen absolviert, vor allem Krankengymnastik, Bewegungsbad, Elektrotherapie, Massage und Fango. Vom 17. April bis 23. Mai 2001 war er bei der Klinik Z.________ in Behandlung. Vom 13. August bis 1. September 2001 war er in der Rehabilitationsabteilung des Spitals Y.________ hospitalisiert. Gem�ss dem Gutachten des Dr. med. A.________ vom 8. August 2002 ging der Versicherte noch regelm�ssig nach Bad W.________ schwimmen; dies t�te ihm so gut, dass er offensichtlich keine weitere Behandlung ben�tige. Zu beachten ist weiter, dass die Behandlung auch den degenerativ bedingten HWS-Beschwerden diente. Das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung ist unter diesen Umst�nden h�chstens teilweise erf�llt.
3.2.5 Das Kriterium der unfallbedingten k�rperlichen Dauerschmerzen ist ebenfalls lediglich teilweise erf�llt. Immerhin ist festzuhalten, dass die Schmerzen dank der vom Versicherten wahrgenommenen Therapien gelindert werden konnten.
3.2.6 Aus der blossen Dauer der �rztlichen Behandlung und den geklagten Beschwerden kann nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Vielmehr bedarf es hiezu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteil F. vom 10. September 2003 Erw. 4.3, U 343/02). Solche Gr�nde sind hier nicht ersichtlich.
3.2.7 Gem�ss Bericht des Dr. med. S.________ vom 17. Mai 2001 war der Versicherte seit 14. November 2000 zu 50 % arbeitsunf�hig. Ab 26. September 2001 war er aus rheumatologischer Sicht noch zu 25 % arbeitsunf�hig (Bericht des Spitals Y.________ vom 4. Oktober 2001). Zu beachten ist auch in diesem Rahmen, dass die Arbeitsunf�higkeit durch die degenerativ bedingten HWS-Beschwerden mitverursacht war. Gem�ss den Gutachten der Dres. med. J.________ vom 5./12. Juni 2002 und A.________ vom 8. August 2002 lag keine physisch bedingte Arbeitsunf�higkeit mehr vor, die �berwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 6. Oktober 2000 zur�ckzuf�hren ist. Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit ist unter diesen Umst�nden nicht erf�llt.
3.2.8 Nach dem Gesagten sind lediglich die Kriterien der Dauerbeschwerden und der langen Dauer der �rztlichen Behandlung teilweise zu bejahen. Da im �brigen keines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien erf�llt ist, reicht dies nicht aus, um dem Unfall vom 6. Oktober 2000 eine rechtlich massgebende Bedeutung f�r die Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit zuzuschreiben. Mangels eines ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und den psychischen Beschwerden ist die vorinstanzlich best�tigte Leistungseinstellung auf den 30. Juni 2002 zu Recht erfolgt.