Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20204,%20263
Timestamp: 2019-08-20 06:21:37
Document Index: 97667576

Matched Legal Cases: ['Art. 23', 'EuG', 'Art. 23', 'Art. 18', '§ 32', '§ 32', '§ 32', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 19', 'Art. 6', 'Art. 24', '§ 16', 'Art. 24', 'Art. 24']

BFH, 17.12.2003 - I R 14/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1346
BFH, 17.12.2003 - I R 14/02 (https://dejure.org/2003,1346)
BFH, Entscheidung vom 17.12.2003 - I R 14/02 (https://dejure.org/2003,1346)
BFH, Entscheidung vom 17. Dezember 2003 - I R 14/02 (https://dejure.org/2003,1346)
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Nichtausübung des Besteuerungsrechts für Einkünfte, die einem ausschließlichen Besteuerungsrecht des Quellenstaates unterfallen
Auslegung von Art. 23 Abs. 3 DBA Kanada als Rückfallklausel; Inländische Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit; Einbeziehung in den Progressionsvorbehalt
Rückfallklauseln in den DBA vor dem Aus?
Zusammenfassung von "Geänderte Rechtsauffassung des BFH zur Anwendung der abkommensrechtlichen Rückfallklausel ('subject-to-tax-clause')" von Prof. Dr. Siegfried Grotherr, original erschienen in: IWB 2004, 811 - 822.
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zur Entscheidung des EuGH v. 17.12.2003, I R 14/02" von Friedhelm Jacob RA, StB, original erschienen in: IStR 2004, 242 - 244.
Zusammenfassung von "Grenzen für den Übergang von der Freistellungs- zur Anrechnungsmethode" von RA Dr. Wienand Meilicke, Licencié en droit francais, FAStR , LL.M. tax. (N.Y.U.) und RAin/ StBin Dr. Rosemarie Porter, LL.M. (Harvard), original erschienen in: IStR 2004, 397 - 402.
Kurznachricht zu "Der Wirrwarr mit den Rückfallklauseln: Neue Entscheidungen des BFH vom 17.10.2007 - Vertrauensschutz für alle offenen Fälle ...?" von StB/Dipl.-Kfm. Sören Göbel, StB/Dipl.-Kfm. Karolina Eilinghoff und Dipl.-Kfm. Sebastian Schmidt, original erschienen in: IStR 2008, 750 - 754.
Zusammenfassung von "Aktuelle Anwendung der Rückfallklauseln der DBA in der Praxis - Wo und wann kann die Finanzverwaltung trotz geänderter Rechtsauffassung des BFH noch 'weiße Einkünfte' verhindern?" von Dipl.-Finw Jörg Holthaus, original erschienen in: IStR 2005, 337 - 339.
BFHE 204, 263
BB 2004, 557
BB 2004, 594
BStBl II 2004, 260
Es bedarf ebenso wenig eines hierauf gerichteten "Umkehrschlusses", dass "im Falle der Nichtausübung des Besteuerungsrechts durch den Quellenstaat dieses Recht an den Ansässigkeitsstaat zurückfiele" (so aber noch Senatsurteil vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260).
Während Abschn. 16 Buchst. d des Protokolls das Besteuerungsrecht im Ergebnis des Ansässigkeitsstaats aufrechterhält (und in diesem Sinne jedenfalls "im Vorfeld einer Rückfallklausel" anzusiedeln ist, s. insoweit Senatsurteil in BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260), bewirkt Abschn. 18 Buchst. b des Protokolls die "Umschaltung" der Methode zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung von der Freistellung zur Anrechnung (sog. Umschaltklausel).
Soweit der Senat dieses Verständnis in seinem Urteil in BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260 --ebenfalls zu Art. 23 Abs. 3 DBA-Kanada 1981-- aufgegeben hat, hält er daran nicht länger fest und kehrt er zu seinem ursprünglichen Abkommensverständnis zurück.
Die Vorinstanz ist dem Senatsurteil in BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260 gefolgt und hat deswegen eine hiervon abweichende Rechtsauffassung vertreten.
Vielmehr gilt der Progressionsvorbehalt, soweit das einschlägige Doppelbesteuerungsabkommen wie hier das DBA-Dänemark die Berücksichtigung eines Progressionsvorbehalts nicht verbietet, auch für Einkünfte, die nach einem Doppelbesteuerungsabkommen nur im anderen Vertragsstaat besteuert werden dürfen und damit bereits durch die sog. Zuteilungsnorm --hier Art. 18 Abs. 2 DBA-Dänemark-- im Wohnsitzstaat freigestellt sind (BFH-Entscheidungen vom 19. Dezember 2001 I R 63/00, BFHE 197, 495, BStBl II 2003, 302; vom 15. Mai 2002 I R 40/01, BFHE 199, 224, BStBl II 2002, 660; vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260;… vom 10. Dezember 2008 I B 60/08, BFH/NV 2009, 769, m.w.N.).
Vielmehr gilt der Progressionsvorbehalt --soweit das einschlägige Doppelbesteuerungsabkommen die Berücksichtigung eines Progressionsvorbehalts nicht verbietet-- auch für solche Einkünfte, die nach einem Doppelbesteuerungsabkommen nur im anderen Vertragsstaat besteuert werden und damit bereits durch die sogenannte Zuteilungsnorm im Wohnsitzstaat freigestellt sind (Senatsurteile vom 19. Dezember 2001 I R 63/00, BFHE 197, 495, BStBl II 2003, 302; vom 15. Mai 2002 I R 40/01, BFHE 199, 224, BStBl II 2002, 660; vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260; zustimmend z.B. Probst in Herrmann/Heuer/Raupach, § 32b EStG Rz 25; Wied in Blümich, § 32b EStG Rz 50; ablehnend z.B. Handzik in Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, § 32b Rz 112 a).
Der Ausschluss des Besteuerungsrechts des Ansässigkeitsstaates ergibt sich aus den Art. 6 bis 22 des einschlägigen DBA, wenn die Einkünfte danach "nur" im Quellenstaat besteuert werden können (vgl. BFH-Urteil vom 17.12.2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260, unter Hinweis auf Wassermeyer in Debatin/Wassermeyer, Doppelbesteuerungsabkommen, Vor Art. 6 bis 22 MA Rz. 12 und Art. 19 MA Rz. 58;… Vogel, Doppelbesteuerungsabkommen, Vor Art. 6 bis 22 Rz. 5, a. A. Holthaus, IWB 2016, Nr. 7 vom 15.04.2016).
Aus der Steuerbefreiung von Einkünften durch ein DBA folgt nicht, dass die steuerfreien Einkünfte nicht bei der Ermittlung des Steuersatzeinkommens berücksichtigt werden dürften (siehe BFH-Urteil vom 17.12.2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260).
Der BFH habe in seinem Urteil vom 17. Oktober 2007 seine Rechtsprechung aus dem Jahr 2003 (vgl. Urteil vom 17. Dezember 2003, BStBl II 2004, 260) geändert.
Nachdem der BFH diese Rechtsprechung zwischenzeitlich aufgegeben hatte (BFH-Urteil vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260), ist er zu seinem "ursprünglichen Abkommensverständnis" zurückgekehrt (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2007 I R 96/06, BStBl II 2008, 953 zu Art. 24 Abs. 3 Buchst. a DBA-Italien 1989 und Abschn. 16 Buchst. d des dazu ergangenen Protokolls).
Diese Auffassung werde auch durch das Urteil des BFH vom 17.12.2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260, bestätigt.
Ihrem Sinn und Zweck werden Rückfallklauseln nur gerecht, wenn sie auch Einkünfte erfassen, die nach der jeweiligen DBA-Formulierung wegen eines ausschließlichen Besteuerungsrechts für den Quellenstaat im Wohnsitzstaat freigestellt sind, die Freistellung mithin in einer Zuweisungsnorm des jeweiligen DBA vorgesehen ist (ebenso für DBA Kanada 1981 Finanzgericht Köln, Urteil vom 19.12.2001 12 K 3387/99, EFG 2002, 447; die vom BFH in der dazu ergangenen Revisionsentscheidung vom 17.12.2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260 vertretene gegenteilige Auffassung wurde durch BFH, BStBl II 2008, 953 aufgegeben).
Auch der BFH hat in seinen bisherigen Entscheidungen zu Rückfallklauseln keine entsprechende Differenzierung vorgenommen (vgl. Grotherr, IWB Gruppe 3 Fach 2, 1145, 1150 f. in Auseinandersetzung mit dem Urteil des BFH, BStBl II 2004, 260).
In diesem Zusammenhang spiele es auch keine Rolle, dass der durch den Formwechsel entstandene Veräußerungsgewinn im Rahmen der Schlussbesteuerung der Kommanditisten der italienischen KG im Rahmen des DBA Italien in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerpflichtig sei, denn der Bundesrepublik Deutschland stehe - wie sich aus dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, Bundessteuerblatt (BStBl) II 2004, 260 ergebe - für den Umwandlungs-/Veräußerungsgewinn aus der Umwandlung der KG in die GmbH kein Besteuerungsrecht nach § 16 EStG aus Ziffer 16 Buchstabe d des Protokolls zu Art. 24 Abs. 3 Buchstabe a DBA Italien zu.
Im Urteil in BStBl II 2004, 260 hat er die in BStBl II 1992, 660 zum DBA Kanada geäußerte Rechtsauffassung ausdrücklich aufgegeben.
Da das DBA Italien 1989 einschließlich des Schlussprotokolls in Aufbau und Struktur hinsichtlich der Vermeidung der Doppelbesteuerung nach Auffassung des Senats dem DBA Kanada 1981 vergleichbar ist, sind die im Urteil in BStBl II 2004, 260 genannten Gründe auf das DBA Italien übertragbar.
FG München, 10.07.2017 - 7 K 1156/15
Voraussetzungen für ein Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland nach …
Der BFH habe in seinem Urteil vom 17. Oktober 2007 seine Rechtsprechung aus dem Jahr 2003 (vgl. Urteil vom 17. Dezember 2003, BStBl II 2004, 260 ) geändert.
Nachdem der BFH diese Rechtsprechung zwischenzeitlich aufgegeben hatte (BFH-Urteil vom 17. Dezember 2003 I R 14/02, BStBl II 2004, 260 ), ist er zu seinem "ursprünglichen Abkommensverständnis" zurückgekehrt (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2007 I R 96/06, BStBl II 2008, 953 zu Art. 24 Abs. 3 Buchst. a DBA-Italien 1989 und Abschn. 16 Buchst. d des dazu ergangenen Protokolls).
FG Düsseldorf, 24.04.2007 - 6 K 2583/05
Besteuerung eines Gewinnanteils einer GmbH an einer US-amerikanischen …
BFH, 25.04.2006 - I B 146/05