Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.09.2004&Aktenzeichen=II%20ZR%20302/02
Timestamp: 2019-12-15 04:57:56
Document Index: 136606164

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 60', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 826', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.09.2004 - II ZR 302/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,592
BGH, 20.09.2004 - II ZR 302/02 (https://dejure.org/2004,592)
BGH, Entscheidung vom 20.09.2004 - II ZR 302/02 (https://dejure.org/2004,592)
BGH, Entscheidung vom 20. September 2004 - II ZR 302/02 (https://dejure.org/2004,592)
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BGB § 826; GmbHG §§ 60 ff.
Haftung wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung einer Schwestergesellschaft; existenzvernichtender Eingriff
Schadensersatzanspruch der Gesellschaftsgläubiger gegen Gesellschafter einer GmbH ; Zulässigkeit der Annahme einer fehlenden sittenwidrigen Schädigung der Gesellschaftsgläubiger bei Einstellung des Geschäftsbetriebes der Schuldnerin mit dem Ziel der Weiterführung durch ...
Haftung des GmbH-Gesellschafters und einer von ihm beherrschten Schwestergesellschaft für planmäßige Verlagerung des GmbH-Vermögens auf die Schwestergesellschaft
Haftung bei Vermögensverlagerung auf Schwestergesellschaft
Zur Frage der Haftung des Gesellschafters einer GmbH und der von ihm beherrschten Schwestergesellschaft wegen planmäßiger Entziehung und Verlagerung des Vermögens der GmbH auf die Schwestergesellschaft
Ansprüche der Gesellschaftsgläubiger wegen planmäßiger Entziehung und Verlagerung des Gesellschaftsvermögens
Haftung des Gesellschafters für Vermögensverschiebungen
Durchgriffshaftung, Eventualvorsatz, Haftungsdurchgriff Gesellschafter, Insolvenz, Konzern, Liquidation, mittelbarer Gesellschafter, Schadensersatzanspruch, Sittenwidrigkeit, Überschuldung, Vermögensverlagerung
Haftung wegen Vermögensverlagerung auf Schwestergesellschaft
Sittenwidrige Schädigung von Gesellschaftsgläubigern bei Vermögensverlagerung
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 20.9.2004, II ZR 302/02 (Haftung bei Vermögensverlagerung auf Schwestergesellschaft)" von Wiss. Mitarb. Stefan Fritsche, original erschienen in: DZWIR 2005, 29 - 32.
Zusammenfassung von "Existenzvernichtungshaftung 2005: Unternehmerische Entscheidungen auf dem Prüfstand?" von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, original erschienen in: ZIP 2005, 877 - 887.
NJW 2005, 145
ZIP 2004, 2138
NZI 2005, 178
WM 2004, 2254
DB 2004, 2468
NZG 2004, 1107
Sämtliche der vom Senat im Rahmen der Entwicklung der Existenzvernichtungshaftung entschiedenen Fälle betrafen - auch - Konstellationen, die eine derartige potentiell konkurrierende Haftung aus § 826 BGB nach sich ziehen konnten: Das gilt insbesondere für die - die Existenzvernichtungshaftung nur am Rande der in Rede stehenden Ansprüche gegen Manager behandelnden - Ausgangsentscheidung "Bremer Vulkan" (BGHZ 149, 10), für die weitere Leitentscheidung "KBV" (BGHZ 151, 181) und wird besonders deutlich an der Entscheidung "Rheumaklinik" (Sen.Urt. v. 20. September 2004 - II ZR 302/02, ZIP 2004, 2138).
Es ist auch nicht dargetan, daß der L-GmbH planmäßig Vermögen zugunsten der Gemeinschuldnerin entzogen worden ist (vgl. BGH, Urt. v. 20. September 2004 - II ZR 302/02, ZIP 2004, 2138).
aa) Die Übertragung von Vermögen der Schuldnerin auf eine von ihrem Alleingesellschafter beherrschte Schwestergesellschaft kann zur Haftung des Gesellschafters wegen Existenzvernichtung führen, wenn die Übertragung ohne angemessenen Wertausgleich erfolgt (BGH, Urteil vom 24. Juni 2002 - II ZR 300/00, BGHZ 151, 181, 187; vom 20. September 2004 - II ZR 302/02, ZIP 2004, 2138, 2140;… vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, ZIP 2012, 1071 Rn. 17 f).
Ebensowenig liegen hier hinreichende Anhaltspunkte für eine Haftung des Beklagten aus § 826 BGB wegen planmäßiger Vermögensverlagerung vor (vgl. dazu Sen.Urt. v. 20. September 2004 - II ZR 302/02, ZIP 2004, 2138).
Wie der Senat bereits entschieden hat, kann der Gesellschafter einer GmbH den Gesellschaftsgläubigern auch dann wegen existenzvernichtenden Eingriffs oder auch aus § 826 BGB haftbar sein, wenn er der Gesellschaft Geschäftschancen und Ressourcen mit dem Ziel entzieht, sie auf eine andere von ihm beherrschte Gesellschaft zu verlagern (Sen.Urt. v. 20. September 2004 aaO;… v. 13. Dezember 2004 aaO).
Dazu genügt die Vertiefung einer bestehenden Überschuldung (BGH, Urteil vom 20. September 2004 - II ZR 302/02, ZIP 2004, 2138, 2140).
Ähnliches gilt bei einer auch subjektiv missbräuchlichen Handlung der Gesellschafter, die bereits die Schwelle zur sittenwidrigen Schädigung überschreitet (BGH NZG 2004, 1107).