Source: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/n/nennkapital-lexikon-des-steuerrechts/
Timestamp: 2019-05-21 07:22:29
Document Index: 144213178

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 28', '§ 27', '§ 28', '§ 20', '§ 20', '§ 29', '§ 29', '§ 28', '§ 28']

Nennkapital - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Nennkapital – Lexikon des Steuerrechts
Spiegelbildlich zur Erhöhung des Nennkapitals schreibt § 28 Abs. 2 KStG auch für die Herabsetzung des Nennkapitals (→ Kapitalherabsetzung) eine bestimmte Reihenfolge vor. Danach ist bei einer Herabsetzung des Nennkapitals zunächst der Sonderausweis, der zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres gesondert festgestellt wurde, zu mindern (§ 28 Abs. 2 Satz 1 KStG). Übersteigt der herabzusetzende Betrag den Sonderausweis, ist der übersteigende Betrag dem steuerlichen Einlagekonto i.S.v. § 27 KStG (→ Steuerliches Einlagekonto) gutzuschreiben. Die Gutschrift auf dem steuerlichen Einlagekonto steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass die → Einlage auch bereits in das Nennkapital geleistet wurde und nicht noch aussteht. In letzterem Fall ist nur der um die ausstehende Einlage verminderte Betrag dem steuerlichen Einlagekonto gutzuschreiben (vgl. BMF vom 4.6.2003, BStBl I 2003, 366, Tz. 39 mit Beispiel in Tz. 40).
Wird das Nennkapital im Anschluss an die Kapitalherabsetzung an die Anteilseigner zurückgezahlt, bestimmt § 28 Abs. 2 Satz 2 KStG, dass der Anteilseigner insoweit Bezüge i.S.v. § 20 Abs. 1 Nr. 2 EStG erzielt, als der Sonderausweis durch die Kapitalherabsetzung gemindert wurde. Diese Einkommensteile unterliegen der → Abgeltungsteuer bzw. dem Teileinkünfteverfahren. Der übersteigende Betrag führt auf Ebene der Kapitalgesellschaft zur Minderung des steuerlichen Einlagekontos (→ Steuerliches Einlagekonto) und ist gem. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG nicht einkommen- bzw. körperschaftsteuerpflichtig.
Die Auswirkungen einer → Verschmelzung oder → Spaltung von Kapitalgesellschaften auf das Nennkapital (sowie auf das steuerliche Einlagekonto und auf den Sonderausweis) regelt § 29 KStG (vgl. auch BMF vom 16.12.2003, BStBl I 2003, 786).
Erst nach der Umwandlung (d.h. der Verrechnung von Einlagekonten und Sonderausweisen) ist das Nennkapital der an der Umwandlung beteiligten Kapitalgesellschaften nach § 29 Abs. 4 i.V.m. § 28 Abs. 1 und 3 KStG anzupassen. Die Anpassung stellt sich – wie der Verweis auf § 28 Abs. 1 KStG zeigt – als Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln dar (vgl. hierzu 2.1). Dies gilt nur insoweit nicht, als die Kapitalerhöhung auf baren Zuzahlungen bzw. Sacheinlagen beruht (vgl. BMF vom 16.12.2003, BStBl I 2003, 786, Tz. 41).