Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20C%201/11
Timestamp: 2020-04-02 17:08:23
Document Index: 192911434

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 14', '§ 29', '§ 1', '§ 14', 'Art. 14', '§ 1', '§ 14', '§ 29', '§ 1', '§ 14', '§ 29', '§ 1', '§ 14', '§ 9', '§ 15', '§ 9', 'Art 80', 'Art 80', '§ 47', '§ 47', '§ 51', '§ 52', '§ 106', '§ 48', '§ 118', '§ 130', '§ 130', '§ 139', '§ 51', 'Art. 80', '§ 51', 'Art. 80', '§ 52', '§ 52']

Rechtsprechung: 4 C 1/11 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OVG Sachsen, 11.12.2013
https://dejure.org/2012,23064
BVerwG, 30.08.2012 - 4 C 1.11 (https://dejure.org/2012,23064)
BVerwG, Entscheidung vom 30.08.2012 - 4 C 1.11 (https://dejure.org/2012,23064)
BVerwG, Entscheidung vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 (https://dejure.org/2012,23064)
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BauGB § 1, § 14, § 29; BauNVO § 1, § 14; GG Art. 14 Abs. 1 Satz 2
Mobilfunkanlagen; Standortplanung; Versorgungssicherheit; Veränderungssperre; verfahrensfreie Vorhaben
BauGB § 1, § 14, § 29
Mobilfunkanlagen; Standortplanung; Versorgungssicherheit; Veränderungssperre; verfahrensfreie Vorhaben.
§ 1 BauGB, § 14 BauGB, § 29 BauGB, § 1 BauNVO, § 14 BauNVO
Gemeindliche Standortplanung für Mobilfunkanlagen ist grundsätzlich zulässig; zum Verhältnis von verfahrensfreien Vorhaben und Veränderungssperre
Bauplanungsrecht, Bauordnungsrecht: Auswirkungen einer Veränderungssperre auf ein bereits begonnenes, verfahrensfreies Vorhaben (Mobilfunkmast) | Mobilfunkanlagen; Standortplanung; Versorgungssicherheit; Veränderungssperre; Verfahrensfreie Vorhaben
Standortplanung für Mobilfunkanlage durch Gemeinde
Kommunale Standortplanung für Mobilfunkanlagen
Verfahrensfreie Bauvorhaben und der Erlass einer Veränderungssperre
Standortplanung für Mobilfunkanlagen
Gemeindliche Standortplanung für Mobilfunkanlagen grundsätzlich zulässig - Mobilfunkanlagen dürfen aufgrund einer Veränderungssperre nicht auf dem Dach eines Bahnhofsgebäudes angebracht werden
Kommunale Bauplanung auch für Mobilfunkmasten // Bundesverwaltungsgericht weist Mobilfunkbetreiber ab
VG München, 23.04.2010 - M 11 K 09.1759
VG München, 29.04.2010 - M 11 K 09.1759
BVerwGE 144, 82
NVwZ 2013, 304
BauR 2013, 191
ZfBR 2013, 42
Dies lässt sich jedoch mit der einschlägigen Rechtsprechung (…vgl. BVerwG, Urt. v. 14.1.1993 - 4 C 19.90 - DVBl. 1993, 652 = juris Rn. 27; Urt. v. 30.8.2012 - 4 C 1.11 - BVerwGE 144, 82 = juris Rn. 26;… VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 3.9.2012 - 3 S 2236/11 - NVwZ-RR 2012, 919 = juris Rn. 11;… Beschl. v. 25.10.2012 - 8 S 869/12 - ZfBR 2013, 60 = juris Rn. 8, zuletzt auch VG Gelsenkirchen, Beschl. v. 30.9.2015 - 10 L 1877/15 - juris Rn. 15) nicht vereinbaren.
Die Veränderungssperre schützt die künftige Planung, nicht aber lediglich die abstrakte Planungshoheit (BVerwG, Urteil vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 - BVerwGE 144, 82 Rn. 10; Beschluss vom 19. Mai 2004 - 4 BN 22.04 - BRS 67 Nr. 119).
Insofern ist es grundsätzlich erforderlich, aber auch ausreichend, dass die Gemeinde im Zeitpunkt des Erlasses einer Veränderungssperre zumindest Vorstellungen über die Art der baulichen Nutzung besitzt, sei es, dass sie einen bestimmten Baugebietstyp, sei es, dass sie nach den Vorschriften des § 9 Abs. 1 bis 2a BauGB festsetzbare Nutzungen ins Auge gefasst hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 - BVerwGE 144, 82 Rn. 12; Beschlüsse vom 21. Oktober 2010 - 4 BN 26.10 - BRS 76 Nr. 108 und vom 5. Februar 1990 - 4 B 191.89 - Buchholz 406.11 § 15 BBauG/BauGB Nr. 6).
Denn auch bei der Verfolgung des Ziels der Stärkung von Versorgungszentren geht es nicht um punktuelle Abwehr konkreter Gefahren, sondern um planerische Lenkung und mithin eine längerfristige Beeinflussung der Entwicklung, die bereits durch den Ausschluss der für die Zentren konstitutiven Sortimente an anderer Stelle bewirkt wird (vgl. zur Unterscheidung von Gefahren- und Planungsschwelle auch Urteil vom 30. August 2012 - BVerwG 4 C 1.11 - BauR 2013, 191 Rn. 16 ff.).
Richtig ist zwar, dass der Senat die Gemeinden grundsätzlich als befugt angesehen hat, bodenrechtliche Standortsteuerung auch dann zu betreiben, wenn bauliche Anlagen nach den einschlägigen immissionsschutzrechtlichen Zulässigkeitsmaßstäben unbedenklich sind (BVerwG, Urteil vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 - BVerwGE 144, 82 Rn. 17).
Im Übrigen hat der Senat stets auf die Grenzen der Befugnis zur bodenrechtlichen Standortsteuerung hingewiesen: Die Gemeinde darf sich nicht an die Stelle des Bundesgesetz- oder Verordnungsgebers setzen, etwa dadurch, dass sie für den gesamten Geltungsbereich eines Bauleitplans direkt oder mittelbar andere, insbesondere niedrigere Grenzwerte festsetzt; in diesem Sinne wäre eine eigene "Vorsorgepolitik" unzulässig (BVerwG, Urteil vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 - BVerwGE 144, 82 Rn. 18).
Das weitere Urteil vom 20.8.2012 (- 4 C 1/11 - BauR 2013, 191 juris Rn. 17) betrifft die Standortplanung von Mobilfunkanlagen und das Recht der Gemeinden, insoweit Vorsorge unterhalb der Schwelle der Grenzwerte der 26. BImSchV - Verordnung über elektromagnetische Felder - zu betreiben.
Eine Negativplanung, die sich darin erschöpft, einzelne Vorhaben auszuschließen, reicht nicht aus (stRspr BVerwG, vgl. etwa Urteil vom 30.08.2012 - 4 C 1.11 -, BVerwGE 144, 82).
Ungeachtet dessen, dass dieser Wert wohl nicht gemarkungsweit gelten soll, hebelt die Antragsgegnerin damit keinen bestehenden gesetzlichen Grenzwert aus und setzt sich nicht in unzulässiger Weise an die Stelle des Gesetz- oder Verordnungsgebers (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 30.08.2012 - 4 C 1.11 -, BVerwGE 144, 82 juris Rn. 18 zur Standortplanung für Mobilfunkanlagen).
OVG Nordrhein-Westfalen, 20.01.2020 - 10 A 1780/17
vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 30. August 2012 - 4 C 1.11 -, juris, Rn. 10 ff.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts darf eine Veränderungssperre erst erlassen werden, wenn die Planung, die sie sichern soll, ein Mindestmaß dessen erkennen lässt, was Inhalt des zu erwartenden Bebauungsplans sein soll (vgl. BVerwG, U.v. 10.9.1976 - IV C 39.74 - BVerwGE 51, 121; B.v. 21.12.1993 - 4 NB 40/93 - NVwZ 1994, 685; U.v. 19.2.2004 - 4 CN 16/03 - BVerwGE 120, 138; B.v. 1.10.2009 - 4 BN 34/09 - NVwZ 2010, 42; U.v. 30.8.2012 - 4 C 1.11 - juris).
Ist dies nicht der Fall, ist der Inhalt des zu erwartenden Bebauungsplans noch offen (vgl. BVerwG, B.v. 5.2.1990 - 4 B 191/89 - NVwZ 1990, 558; B.v. 25.11.2003 - 4 BN 60/03 - BayVBl 2004, 278; U.v. 19.2.2004 - 4 CN 16/03 - BVerwGE 120, 138; U.v. 30.8.2012 - 4 C 1.11 - juris).
Es kann auch ausreichen, dass die Gemeinde nach den Vorschriften des § 9 Abs. 1 bis 2a BauGB festsetzbare Nutzungen ins Auge gefasst hat (vgl. BVerwG, B.v. 5.2.1990 - 4 B 191/89 - NVwZ 1990, 558; U.v. 19.2.2004 - 4 CN 16/03 - BVerwGE 120, 138; B.v. 21.10.2010 - 4 BN 25/10 - BauR 2011, 481; U.v. 30.8.2012 - 4 C 1.11 - juris).
Die Gemeinden dürfen nicht "eigene Grenzwerte" aufstellen, müssen aber die Risiken, die sich ergeben können, bei ihrer Abwägung berücksichtigen und dürfen sie nicht vollständig vernachlässigen (…BVerwG, Beschl. v. 26.3.1993, aaO; Urt. v. 30.8.2012 - 4 C 1.11 -, BVerwGE 144, 82 = BRS 79 Nr. 18, juris Rdnr. 18 f.).
Gemeinden können in diesem Rahmen, wenn städtebauliche Gründe vorliegen, auch eigene Vorsorgegrundsätze aufstellen und einen vorsorgenden Umweltschutz betreiben (…BVerwG, Urt. v. 14.4.1989 - 4 C 52.87 -, BRS 49 Nr. 15, juris Rdnr. 12; Urt. v. 30.8.2012, aaO).
Soweit die erforderliche Vorsorge indes bereits durch Grenzwerte konkretisiert worden ist, können die Gemeinden darüber nicht hinausgehen (BVerwG, Urt. v. 30.8.2012, aaO;… Urt. v. 10.4.2008 - 7 C 39.07 -, BRS 73 Nr. 165, juris Rdnrn. 19, 20).
Dementsprechend hat das Bundesverwaltungsgericht in der Entscheidung vom 30. August 2012 (4 C 1.11 - aaO) für die noch nicht endgültig erforschten Auswirkungen von Mobilfunkanlagen festgestellt, dass insoweit noch ein "vorsorgerelevantes Risikoniveau" bestehe.
OVG Niedersachsen, 12.05.2015 - 1 LB 131/14
Voraussetzungen für die 2. Verlängerung einer Veränderungssperre
Oberirdische Querung von Gemeindestraßen durch Kabelleitungen der …
OVG Niedersachsen, 29.11.2013 - 1 MN 157/13
Ausschließliche Bekanntmachung von Satzungen nach dem BauGB im Internet
VG Köln, 19.05.2015 - 2 K 2511/14
Baurechtliche Anforderungen an den Abriss und anschließenden Neubau eines …
VG Köln, 23.02.2016 - 2 K 6785/14
OVG Sachsen, 11.12.2013 - 4 C 1/11
https://dejure.org/2013,43981
OVG Sachsen, 11.12.2013 - 4 C 1/11 (https://dejure.org/2013,43981)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 11.12.2013 - 4 C 1/11 (https://dejure.org/2013,43981)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 11. Dezember 2013 - 4 C 1/11 (https://dejure.org/2013,43981)
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GG Art 80 Abs. 1, Art 80 Abs. 4; VwGO § 47 Abs. 1 Nr. 2, § 47 Abs. 2 S. 1; WHG § 51 Abs. 1, § 52, § 106 Abs. 1; SächsWG § 48 Abs. 1, § 118 Abs. 1 Nr. 3, § 130 Abs. 2, § 130 Abs. 3, § 139
Bestehen einer behördlichen Verpflichtung auf Herbeiführung der tatbestandlichen Voraussetzungen für die Beibehaltung eines Wasserschutzgebietes
Dass die Subdelegation nicht, wie in § 51 Abs. 1 Satz 3 WHG vorgesehen, durch Rechtsverordnung der Landesregierung, sondern durch formelles Gesetz des niedersächsischen Landesgesetzgebers erfolgte, ist gemäß Art. 80 Abs. 4 Satz 1 GG unschädlich (…vgl. BVerwG, Urt. v. 26.11.2015 - BVerwG 7 CN 1.14 -, NVwZ 2016, 609, 610, juris Rn. 22; Sächsisches OVG, Urt. v. 11.12.2013 - 4 C 1/11 -, juris Rn. 29).
Dass die Subdelegation nicht, wie in § 51 Abs. 1 Satz 3 WHG vorgesehen, durch Rechtsverordnung der Landesregierung, sondern durch formelles Gesetz des niedersächsischen Landesgesetzgebers erfolgte, ist gemäß Art. 80 Abs. 4 Satz 1 GG unschädlich (…vgl. BVerwG, Urt. v. 26.11.2015 - BVerwG 7 CN 1.14 -, NVwZ 2016, 609, 610, juris Rn. 22; Sächsisches OVG, Urt. v. 11.12.2013 - 4 C 1/11 -, juris Rn. 29).".
Vielmehr ist die textliche Bezugnahme auf § 52 Abs. 1 WHG n.F. eingangs des § 52 Abs. 5 WHG n.F. bei verständiger Auslegung nach Sinn und Zweck so zu verstehen, dass sie nicht zwingend auf die bezeichnete Rechtsgrundlage abhebt, sondern sich auf den Regelungsinhalt der jeweiligen (wirksamen) Schutzbestimmung bezieht, das heißt auf die Vergleichbarkeit mit einer Schutzbestimmung, zu deren Erlass die zitierte Rechtsgrundlage nunmehr ermächtigen würde (vgl. Sächsisches OVG, Urt. v. 11.12.2013 - 4 C 1/11 -, juris Rn. 27 für ein vergleichbares Überleitungsproblem im Wasserschutzgebietsrecht).