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Timestamp: 2019-11-11 23:27:16
Document Index: 315598448

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 15', '§ 6', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH']

www.frag-einen-anwalt.deMietrecht, WohnungseigentumMieterUnwirksamkeit starrer F...
26.01.2007 19:02 |
1997 wurde von mir ein Mietvertrag abgeschlossen, den ich jetzt in Kürze fristgerecht kündigen werde. Grundlage der Mietvereinbarung ist ein Formularvertrag des regionalen Haus- und Grundbesitzervereins aus 1997. Zu den “Schönheitsreparaturen ist folgendes in § 6 Absatz 2 Instandhaltung der Mieträume formularmäßig genannt:
“Die Schönheitsreparaturen während der Dauer des Mietverhältnisses übernimmt der Mieter. Er ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen in Küchen, Bädern und Duschraumen alle 3 Jahre, in Wohnräumen, Fluren, Dielen und Toiletten alle 5 Jahre und in sonstigen Räumen alle 7 Jahre, jeweils gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses, fachgerecht durchzuführen”.
Im Weiteren ist folgender Passus zusätzlich mit der Schreibmaschine in den Miet-Vertrag eingefügt: “§ 15 Sonstige Vereinbarungen: Der Mieter übernimmt die Mieträume in frisch getünchtem Zustand und hat bei Beendigung des Mietverhältnisses dieselben in einem solchen zu hinterlassen. Die Teppichböden müssen bei Auszug shampooniert sein.”
Wie sieht die Rechtslage nach den Grundsatzurteil des BGH (VIII ZR 52/06)in oben genanten Fall aus ?
1. Muss ich beim Auszug überhaupt Schönheitsreparaturen durchführen, oder ist dies entsprechend des BGH-Urteils nicht erforderlich?
2. In Räumen, die ich innerhalb der in § 6 genannten Zeiträume renoviert habe ?
3. In Räumen, z.B. Nebenräumen, die zwischenzeitlich nicht renoviert wurden ?
4. In Räumen, die nicht zum Haus direkt gehören (Garage, Schuppen, von außen begehbarer Nebenraum) ?
5. Gehören zu den Schönheitsreparaturen das Streichen der Heizkörper, Fenster, Türen oder kann ich mich darauf berufen, dass in § 15 lediglich, aber auch explizit, die Mieträume in frisch getünchtem Zustand zu hinterlassen sind ?
Mieter Mieter Auszug Haus Klausel
sehr gehrter Herr Fragesteller,
Die Klausel in § 6 Abs.2 ist unwirksam,da sie die Renovierungspflichten nicht auf den jeweiligen Abnutzungszustand der Wohnung bezieht,sondern stattdessen starre Fristen enthält.
Das Vorstehende hat der BHG in seiner Entscheidung vom 23.06.2004(BGH ZR 361/03) entschieden.
Danach entfiele also jede Renovierungspflicht(mit Ausnahme des Streichens bei Auszug,die entsprechende Regelung in § 15 Mietvertrag ist wirksam, jedenfalls soweit Sie das Mietobjekt im frisch getünchtem Zustand übernommen hatten).
Zu überlegen ist hier,ob die oben zitierte Entscheidung des BGH
auch für die Vergangenheit ,und damit auch geraume Zeit vor dieser Entscheidung abgeschlossene Mietverträge(in Ihrem Fall war der
Abschluss in 1997) Anwendung findet.Hierzu gibt es bisher keine Fallbeispiele aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung.
Da der BGH aber Fristenregelungen ,wie in Ihrem Mietvertrag enthalten($ 6 Abs.II) ersatzlos streicht und sogar als gegen
Treu und Glauben verstoßend ansieht,muss-solange keine gegenteilige höchstrichterliche Entscheidung existiert-davon aus-
gegangen werden,dass sich die Unwirksamkeit starrer Fristenregelungen bei Schönheitsreparaturen(bei Ihnen $ 6 Abs 2)
auch auf Ihren sogenannten Altmietvertrag dahingehend auswirkt,dass überhaupt nicht renoviert werden muss,abgesehen von
der wirsamen Regelung in $ 15 MV,wie oben ausgeführt.
Starre Klausel bei Schönheitsreparaturen?
Könnte man auch hier von einer Unwirksamkeit der ganzen Klausel im Mietvertragsprechen?