Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2023,%20224
Timestamp: 2019-10-15 00:43:36
Document Index: 130741381

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 229', 'BGH', 'BGH', '§ 229']

BGH, 05.02.1970 - 4 StR 272/68 - dejure.org
https://dejure.org/1970,251
BGH, 05.02.1970 - 4 StR 272/68 (https://dejure.org/1970,251)
BGH, Entscheidung vom 05.02.1970 - 4 StR 272/68 (https://dejure.org/1970,251)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 1970 - 4 StR 272/68 (https://dejure.org/1970,251)
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Rüge ordnungswidriger Besetzung des Gerichts wegen mangelnder Verhandlungs- und Beratungsfähigkeit eines Geschworenen - Überschreitung der zehntägigen Unterbrechungsfrist als Revisionsgrund - Mehrfache Unterbrechung der Hauptverhandlung - Erfordernis der Verhandlung zur ...
BGHSt 23, 224
NJW 1970, 767
MDR 1970, 433
Das folgt aus den Umständen, unter denen die Tötungen eingeleitet und vollzogen wurden (BGH NJW 1951, 666 Nr. 25; 4 StR 272/68 vom 5. Februar 1970 bei Dallinger MDR 1970, 382; 5 StR 308/69 vom 7. April 1970; 5 StR 60/72 vom 28. März 1972; 1 StR 110/70 vom 18. Mai 1971).
Es genügt, wenn die Gehilfen die Grausamkeit der Tötungen oder ihrer Begleitumstände kannten oder billigten (BGHSt 2, 251; 4 StR 272/68 vom 5. Februar 1970; 5 StR 103/71 vom 12. Oktober 1971).
Bei derartigen Massenexekutionen kann gar nicht ausgeschlossen werden, daß es in mehr oder weniger großem Umfange zu Grausamkeiten der geschilderten Art kommt (BGH 4 StR 272/68 vom 5. Februar 1970; 5 StR 308/69 vom 7. April 1970; 1 StR 100/70 vom 18. Mai 1971).
So liegt es auch hier; denn besondere Umstände, die ausnahmsweise eine andere Beurteilung rechtfertigen könnten (s. BGHSt 23, 224, 225; BGH StV 1994, 5), liegen nicht vor.
Letztlich würden die Rügen zudem hier auch aus den vom Generalbundesanwalt angestellten Erwägungen scheitern, weil das nach mehr als zweijähriger Hauptverhandlung ergangene Urteil auf dem geltend gemachten Verstoß nicht beruhen kann (vgl. BGHSt 23, 224, 225).
Sie kann sich auch aus den Umständen ergeben, unter denen die Tötung eingeleitet und vollzogen wird (BGH NJW 1951, 666 Nr. 25; BGH, Urteil vom 5. Februar 1970 - 4 StR 272/68).
Bei derartigen Massenvernichtungen kann gar nicht ausgeschlossen werden, daß es zu Grausamkeiten der festgestellten Art kommt (vgl. BGH, Urteile vom 5. Februar 1970 - 4 StR 272/68; vom 7. April 1970 - 5 StR 308/69).
Ob er selbst dabei grausam gehandelt hat, ist rechtlich bedeutungslos; es genügte, daß die (Haupt-) Täter mit der grausamen Tötung einverstanden waren und er dies wußte (vgl. auch BGHSt 2, 251, 252 [BGH 22.01.1952 - 1 StR 485/51]; Urteil des Senats vom 5. Februar 1970 a.a.O.).
Das Beruhen des Urteils auf dem aufgezeigten Verfahrensverstoß kann nur in Ausnahmefällen ausgeschlossen werden (BGHSt 23, 224, 225).
Besondere Umstände, die ein Beruhen des Urteils auf diesem Verfahrensverstoß ausnahmsweise ausschließen können (vgl. BGH, Urteil vom 5. Februar 1970 - 4 StR 272/68, BGHSt 23, 224), sind nicht ersichtlich.
Denn es ist anerkannten Rechts, daß unter ganz besonderen Voraussetzungen die Hauptverhandlung auch nach Überschreitung der Frist des § 229 I StPO fortgesetzt werden kann (RG JW 1935, 3634, BGH NJW 1952, 1149, BGHSt 23, 224 = JR 1970, 309 mit Anm. Eb. Schmidt, vgl. auch Löwe-Rosenberg Anmerkung 7 zu § 229).