Source: https://gesetze-in-app.de/ZPO/315
Timestamp: 2020-01-17 18:41:10
Document Index: 82555186

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§ 315 ZPO: Unterschrift der Richter
BGH, URTEIL vom 1.2.2010, Az. II ZR 213/08 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss aber auch ein derartiges Protokollurteil von allen mitwirkenden Richtern gemäß §315 Abs. 1 Satz 1 ZPO unterschrieben werden (BGHZ 158, 37, 40 f.; BGH, Urt. v. 27. Januar 2006 - VZR 243/04, NJW2006, 1881 Tz. 12; Urt. v. 16. Oktober 2006 - II ZR 101/05, NJW-RR 2007, 141 Tz. 7 f.).
BGH, URTEIL vom 1.9.2006, Az. II ZR 101/05 ZPO §§ 315 Abs. 1 Satz 1, 540 Abs. 1 Satz 2, 547 Nr. 6 Ist ein sog. Protokollurteil des Berufungsgerichts nur von dem Senatsvorsitzenden und dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle unterschrieben und können die fehlenden Unterschriften der beiden beisitzenden Richter (§315 Abs. 1 Satz 1 ZPO) wegen Ablaufs der insoweit maßgeblichen fünfmonatigen Höchstfrist für die Rechtsmitteleinlegung (§ 548 ZPO) nicht mehr rechtswirksam nachgeholt werden, so stellt das einen absoluten Revisionsgrund nach § 547 Nr. 6 ZPO dar (im Anschi, an BGH, Urt. v. 27. Januar 2006 -VZR 243/04, NJW2006, 1881 Tz 16 f.).
BGH, URTEIL vom 4.10.1997, Az. VIII ZR 322/96 Der hierin liegende Verstoß gegen § 315 Abs. 1 ZPO - eine Protokollfälschung (vgl. § 165 ZPO) ist nicht geltend gemacht - ändert aber nichts daran, daß die Verkündung des Berufungsurteils wirksam und dieses damit existent geworden ist (BGH, Beschluß vom	6.	Dezember 1988	- VI ZB 27/88	= NJW 1989,
BGH, BESCHLUSS vom 4.11.1985, Az. IX ZR 28/85 Gemäß § 315 Abs. 1 Satz 2 ZPO hat daher zu Recht außer dem Richter am Oberlandesgericht Roesner nur der Vorsitzende Weber 'zugleich für den Richter am Oberlandesgericht Dr. Fischer, der durch dienstliche Versetzung an der Unterschriftsleistung verhindert ist', die dem erkennenden Senat vorliegende Urschrift des Berufungsurteils unterschrieben (BGH Urt. v. 12. Januar 1961 - II ZR 149/60, NJW 1961, 782; Beschl. v. 2. April 1981, III ZR 1/81, VersR 1981, 552).
BGH, BESCHLUSS vom 3.4.1985, Az. IVb ZR 17/85 Der hier unter dem Berufungsurteil angebrachte Vermerk 'Richter am OLG... ist ortsabwesend und daher verhindert zu unterschreiben' (folgt Unterschrift des Vorsitzenden) wird den Anforderungen des § 315 Abs. 1 Satz 2 ZPO gerecht.
BGH, Urteil vom 4.5.1984, Az. VII ZR 179/83 ZPO § 551 Nr. 7 Wird ein Berufungsurteil - entgegen der Vorschrift des § 315 Abs. 2 ZPO - verspätet abgesetzt, ist § 551 Nr. 7 ZPO jedenfalls dann anwendbar, wenn die Urteilsgründe sechs Monate nach Verkündung des Urteils noch nicht vorliegen (im Anschluß an BGHZ 7, 155).
BGH, BESCHLUSS vom 3.3.1984, Az. IVa ZB 2/84 Weil damit der Grund für die Ersetzung der Unterschriften entgegen § 315 Abs. 1 Satz 2 ZPO nicht angegeben ist, liegt nur ein der Zustellung nicht fähiger Urteilsentwurf vor (BGH, Urteil vom 21.5.1980 - VIII ZR 196/79 - LM ZPO § 315 Nr. 9 - VersR 1980, 939 = NJW 1980, 1849 m.w.N.).
BGH, BESCHLUSS vom 5.8.1981, Az. I zb 9/8 Die Zustellung vom 31. März 1981 hat die Berufungsfrist nicht in Lauf gesetzt; denn es ist kein ordnungsgemäßes, von allen Richtern unterschriebenes schriftliches Urteil (§ 315 Abs. 1 Satz 1 ZPO), sondern lediglich ein von zwei .Richtern unterschriebener Urteilsentwurf zugestellt worden (vgl. BGH NJW 1977, 765; 1980, 1849, 1850).
BGH, Urteil vom 3.4.1980, Az. VIII ZR 196/79 bb) Ist das Urteil eines mit drei Richtern besetzten Spruchkörpers nur von zwei Richtern unterschrieben, so liegt kein ordnungsgemäßes schriftliches Urteil (§ 315 Abs. 1 Satz 1 ZPO), sondern lediglich ein Urteilsentwurf vor (BGH Urteil vom 27. Januar 1977 - IX ZR 147/72 = NJW 1977, 165).
BGH, Urteil vom 3.4.1980, Az. VIII ZR 196/79 Daraus folgt, daß der zugestellten Ausfertigung eines Urteils, in welcher die Unterschrift eines beteiligten Richters ohne die gesetzlich vorgeschriebene Angabe des Verhinderungsgrundes ersetzt worden ist, aus sich heraus nicht erkennen läßt, ob ein ordnungsgemäßes schriftliches Urteil (§ 315 Abs. 1 Satz 1 ZPO) vorliegt oder nur ein Urteilsentwurf (BGH Urteil vom 27. Januar 1977 aaO).
BGH, Urteil vom 3.6.1972, Az. VIII ZR 157/71 Wird mit der Urteilsverkündung wie hier verfahren, was zulässig ist (§ 315 Abs. 2 Satz 1 ZPO), im Normalfall sogar dem Beschleunigungsgebot entspricht, ist eine besondere Mitteilung des Berichterstattervermerks nicht aus Gründen des rechtlichen Gehörs geboten, weil die Parteien durch eine Stellungnahme keinen Einfluß mehr auf die Urteilsfällung nehmen können (vgl. BGH, Urteil vom 1. März 1957 - VIII ZR 285/56 - ZZP 71, 104, 105).