Source: http://www.lebenswertes-krumpendorf.at/aktuelles-veranstaltungen/44-gemeindevolksbegehren
Timestamp: 2019-05-20 09:25:34
Document Index: 35716721

Matched Legal Cases: ['§ 55', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 8', '§ 26', '§ 55', '§ 55']

der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee
Antrag gemäß § 55 Abs 1 Kärntner Allgemeine Gemeindeordnung - K-AGO
an den Gemeinderat der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee:
ERHALTUNG EINES LEBENSWERTEN KRUMPENDORF
MASSNAHMEN GEGEN DIE ZIELLOSE UND FLÄCHENDECKENDE VERBAUUNG
(Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplans)
Der Allgemeine Bebauungsplan der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee, Verordnung Zl. 891/3/08-II vom 26.8.2008, mit welcher der allgemeine Bebauungsplan Verordnung vom vom 19.3.1993, Zl. 87/3/93-II, geändert mit Verordnung vom 14.4.1994, Zl. 196/12/94-I, vom 19.8.1996, Zl. 773/2/96-I und vom 30.3.1998, Zl. 191/3/98-II geändert wurde, wird wie folgt geändert:
Artikel I, § 3 „Bauliche Ausnutzung der Grundstücke“ - Abs 1 wird wie folgt geändert:
Die bauliche Ausnutzung (Verhältnis der Summe der Geschossflächen, gemessen an den Außengrenzen nach der äußeren Begrenzung, zur Grundstücksgröße) der Baugrundstücke darf
im Bauland-Wohngebiet max. 0,4
im Bauland-Geschäftsgebiet, welche nachweislich mit gewerblichen Objekten bebaut sind oder werden max. 0,8, wobei nachweislich bedeutet, dass die gewerbliche Nutzung durch wirschaftlich wirksame Sicherheiten sichergestellt ist (z.B. verbücherte Kaufoption der Gemeinde zu den Errichtungskosten für den Fall einer anderen Nutzung, grundbücherlich besicherte Pönalen in Höhe des Verkehrswertes des Bauobjekts zum Zeitpunkt der Fertigstellung für den Fall einer anderen Nutzung, etc.)
im Bauland-Dorfgebiet max. 0,3
im Bauland-Kurgbiet max. 0,4
im Bauland-reines Kurgebiet und im Bauland-Kurgebiet, welche mit Objekten bebaut sind oder werden, welche nachweislich fremdenverkehrsmäßig genutzt werden max. 0,6, wobei nachweislich bedeutet, dass die fremdenverkehrsmäßige Nutzung durch wirschaftlich wirksame Sicherheiten sichergestellt ist (z.B. verbücherte Kaufoption der Gemeinde zu den Errichtungskosten für den Fall einer anderen Nutzung, grundbücherlich besicherte Pönalen in Höhe des Verkehrswertes des Bauobjekts zum Zeitpunkt der Fertigstellung für den Fall einer anderen Nutzung, etc.),nicht überschreiten.“
Artikel I, § 4 „Bebauungsweise“ wird um folgenden Halbsatz ergänzt:
„, wobei die geschlossene Bebauungsweise nur in Bereichen zulässig ist, wo sie bereits vorhanden und ortsüblich ist und dem Ortsbild entspricht“.
Artikel I, § 5 "Anzahl der Geschosse" wird ergänzt um einen neuen Punkt d) wie folgt:
„Die Geschosszahl darf jedenfalls nicht die durchschnittliche Geschosszahl der Wohngebäude im näheren Umkreis (200m in jede Richtung, gemessen von der Außengrenze) übersteigen. In exponierten Lagen (Hanglagen, Seeufernähe, Hauptstraße) ist das Ortsbild besonders zu berücksichtigen.“
Artikel I, § 8 „Grünflächen“ wird wie folgt geändert:
„Grünflächen müssen möglichst zusammenhängend, in geschlossener Form angelegt und sollen gärtnerisch gestaltet werden. Ist ein Bestand von Bäumen und Sträuchern vorhanden, so ist dieser nach Möglichkeit zu erhalten.“
Artikel II lautet wie folgt:
Diese Verordnung tritt gemäß § 26 Abs 5 des Kärntner Gemeindeplanungsgesetzes 1995 – K-GplG 1995, LGBl. Nr. 23/1995 in der Fassung des Gesetzes LGBl Nr 71/2018 mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Kraft“.
Der Antragsgegenstand betrifft eine Angelegenheit des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde. Der Gemeinderat ist das für die Erlassung von Bebauungsplänen zuständige Organ und daher wird dieser Antrag (Gemeindevolksbegehren gemäß § 55 K-AGO) gemäß § 55 Abs 3 lit b K-AGO an diesen gerichtet.
Der derzeit in Geltung stehende allgemeine Bebauungsplan ermöglicht gemeindeweit die Errichtung von großen bis sehr großen Wohnanlagen und zwar sogar in sensiblen Bereichen wie Hanglagen und in Seenähe. Dadurch wird insbesondere
das Landschafts- und Ortsbild durch planlose Verbauung mit Großprojekten massiv gefährdet;
droht eine Beeinträchtigung der Lebensqualität durch zusätzliches Verkehrsaufkommen;
wird durch weitere Bodenversiegelungen und Zurückdrängen von Grünflächen das ökologische Gleichgewicht unseres Ortes beeinträchtigt.
Die Zeit drängt, zumal in den Nachbargemeinden rund um den See bereits Maßnahmen ergriffen werden. Wenn Krumpendorf nicht nachzieht, wird sich der Druck von Immobilienentwicklern immer mehr erhöhen und droht die großflächige Verbauung bisher freier oder nur gering verbauter Flächen.
Ein wichtiger Faktor, der Lebensqualität bringt und Menschen aus nah und fern anzieht, ist die Schönheit unserer Heimat. Die Landschaft mit ihren bewaldeten Hügeln, den Feldern und gewachsenem Ortsbild sowie natürlich dem See ist einfach einzigartig. Sie gilt es zu schützen.
Aber: Die bauliche Entwicklung hat rund um den Wörthersee in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Ehemalige Pensionen, kleinvolumige Wohnhäuser und Frei- und Grünraumzonen weichen und werden durch massive, mehrgeschossige Wohn- und Appartementanlagen und Freizeitwohnsitze ersetzt. Unansehliche Wohnblöcke verschandeln das Orts- und Landschaftsbild. Grünflächen werden versiegelt, mit all den Folgeproblemen für z.B. Verkehr, Mikroklima und Wasserhaushalt (etwa Überflutungen). Jeder der sehendes Auges durch die Wörtherseegegend fährt, kann sich ein Bild davon machen.
Nachdem rund um den See eine Gemeinde nach der anderen – spät aber doch – aufwacht und Maßnahmen gegen die hemmungslose Verbauung setzt, sind die Gemeindeverantwortlichen von Krumpendorf voll gefordert, sich mit Umsicht, Weitblick und der entsprechenden Sensibilität mit diesem Thema zu beschäftigen und rasch Maßnahmen zu ergreifen. Damit rückt Krumpendorf mehr als schon bisher ins Fadenkreuz von Immobilieninvestoren. Deren Ziel ist es, durch Errichtung möglichst großer Wohnblöcke maximale Rendite zu machen. Diese dienen dann oft nur als Zweitwohnsitze oder als Anlageobjekte, schädigen aber das Ortsbild nachhaltig für Generationen. Die leidtragenden sind die ansässigen Gemeindebürger.
Ein Problem ist der im Kern jahrzehntealte allgemeine Bebauungsplan. Er ermöglicht nahezu überall im Ort die unkontrollierte Errichtung von Großprojekten in Form von Betonsilos. Um das zu verhindern und ein lebenswertes, ökologisch wertvolles Ortsbild zu wahren, stellen wir mit diesem Gemeindevolksbegehren einen Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplanes. Nicht betroffen von der vorgeschlagenen Änderungen sind die Errichtung oder der Umbau von Einfamilienhäusern oder kleineren Wohnanlagen.
Unterstützen Sie bitte diesen Antrag mit Ihrer Unterschrift:
GEMEINDEVOLKSBEGEHREN betreffend ERHALTUNG EINES LEBENSWERTEN KRUMPENDORF durch MASSNAHMEN GEGEN DIE ZIELLOSE UND FLÄCHENDECKENDE VERBAUUNG (Antrag auf Änderung des allgemeinen Bebauungsplans)