Source: https://www.drotec.de/faq/
Timestamp: 2020-08-10 15:56:11
Document Index: 334847733

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 19', '§ 19', '§ 44', '§108', '§ 33', '§ 37', '§ 33', '§ 21', '§ 21']

FAQ - DROTEC - unmanned aviation experts
Wann ist eine Drohne ein „unbemanntes Luftfahrtsystem?
Wann ist eine Drohne ein Flugmodell?
Wozu werden Drohnen kommerziell eingesetzt?
Was heißt BOS?
Was heißt FPV?
Wie ist eine Drohne zu kennzeichen?
Wo bekomme ich eine Plakette zur Kennzeichnung?
Was passiert wenn ich meine Drohne nicht kennzeichne?
Hat meine Drohne eine Seriennummer?
Wann brauche ich einen Kenntnisnachweis für meine Drohne?
Welche Inhalte werden bei einem Kenntnisnachweis geprüft?
Muss ich den Kenntnisnachweis immer mitführen?
Was kostet ein Kenntnisnachweis?
Welche Versicherung benötige ich für meine Drohne?
Wer haftet bei einem Schadensfall mit meiner Drohne?
Luftrechtliches
Was ist der unkontrollierte Luftraum?
Wo ist der Betrieb meiner Drohne erlaubt und wo ist er verboten?
Darf ich meine Drohne mit einer Videobrille fliegen?
Wann ist die Nutzung meiner Drohne privat und wann ist sie gewerblich?
Der Begriff Drohne ist nicht exakt definiert. Früher militärisch geprägt für Zielflugkörper im simulierten Luftkampf, wird der Begriff heute umgangssprachlich synonym für unbemannte Fluggeräte genutzt. In den Medien werden vor allem sogenannte Multikopter ganz unabhängig von ihrer gewerblichen oder privaten Nutzung als Drohne bezeichnet.
Wenn es in den Antworten der FAQ nicht genauer angegeben ist, beziehen wir uns unter dem Begriff Drohne auf gewerblich genutzte Systeme, sprich unbemannte Luftfahrtsysteme.
Im deutschen Luftrecht wird zwischen „unbemannten Luftfahrtsystemen“ und „Flugmodellen“ unterschieden. Der Begriff Drohne wird dort nicht verwendet.
Luftrechtlich unterscheiden sich „unbemannte Luftfahrtsysteme“ und „Flugmodelle“ rein durch den Zweck ihrer Nutzung. Als unbemannte Luftfahrtsysteme gelten sämtliche unbemannten Fluggeräte einschließlich ihrer Kontrollstation, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden. Sprich jedes unbemannte Fluggerät dessen Nutzung nicht dem Sport oder der Freizeitgestaltung dient – z.B. gewerbliche Nutzung, Forschung o.ä. – gilt nicht als Flugmodell sondern als sogenanntes unbemanntes Luftfahrtsystem.
Dabei ist es grundsätzlich unerheblich um was für ein unbemanntes Fluggerät es sich handelt. Es ist sogar möglich dass dasselbe Fluggerät je nach dem Zweck der Nutzung entweder als Flugmodell oder als unbemanntes Luftfahrtsystem gilt.
Luftrechtlich unterscheiden sich „unbemannte Luftfahrtsysteme“ und „Flugmodelle“ rein durch den Zweck ihrer Nutzung. Als Flugmodelle gelten sämtliche unbemannten Fluggeräte, die zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden. Sprich jedes unbemannte Fluggerät dessen Nutzung nicht dem Sport oder der Freizeitgestaltung dient – z.B. gewerbliche Nutzung, Forschung o.ä. – gilt nicht als Flugmodell sondern als sogenanntes unbemanntes Luftfahrtsystem.
Unbemannte Fluggeräte werden weltweit für eine stetig wachsende Zahl unterschiedlichster Anwendungen eingesetzt. Eine erschöpfende Auflistung sämtlicher Anwendungsfelder ist daher an dieser Stelle nicht möglich. Die nachfolgende Auflistung soll aber einen kleinen Einblick in die Einsatzmöglichkeiten von unbemannten Systemen liefern.
– Bauwerks-/Gebäudeinspektion
– Infrastrukturinspektion
– Baufortschritt
– Schadens- und Unfalldokumentation
– Kartografie
– 3D-Geländemodelle
– Agrarwachstum / Vegetationskontrolle
– Düngemittel- oder Pestizidausbringung
– Wildtierschutz (z.B. Rotwildrettung)
Sicherheit (ggf. Überschneidung bzw. Befugnisse durch BOS)
– Überwachung von Infrastruktur & Industrieanlagen
– Einsatzüberwachung
Grundsätzlich kann alles was fliegt als unbemanntes Luftfahrtsystem oder Flugmodell verwendet werden. In den Medien werden vor allem sogenannte Multikopter ganz unabhängig von ihrer gewerblichen oder privaten Nutzung als Drohnen bezeichnet und stellen auch zahlenmäßig den größten Anteil der unbemannten Fluggeräte. Besonders bei Anwendungen mit langer Flugzeit bzw. größeren Entfernungen werden bevorzugt konventionelle Flugzeuge (Starrflügler) oder zunehmend Hybridformen aus Starr- und Drehflügler eingesetzt.
Die nebenstehende Übersicht zeigt eine (unvollständige) Einordnung von Fluggeräten.
Die Abkürzung BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Hierzu zählen sämtliche Organisationen die sich mit der inneren Gefahrenabwehr beschäftigen. Hierzu gehören unter anderem die Polizei, der Zoll, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehren, Rettungsdienste sowie Organisationen des Katastrophenschutzes.
Die Abkürzung FPV steht für First Person View und bedeutet soviel wie „Sicht aus der Ich-Perspektive“. Hierbei wird über eine Kamera eine Sicht aus der Perspektive des unbemannten Fluggerätes z.B. in einer Videobrille dargestellt.
Nach § 21a Absatz 4 der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) müssen Steuerer von unbemannten Fluggeräten mit einer Startmasse von mehr als 2 kg ab dem 1. Oktober 2017 Kenntnisse in
nachweisen. Dieser Nachweis wird erbracht durch:
1. eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer (oder eine beglaubigte Kopie derselben),
2. eine Bescheinigung über eine bestandene Prüfung von einer nach § 21d LuftVO vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle (z.B. die DROTEC) oder
3. eine Bescheinigung über eine erfolgte Einweisung durch einen beauftragten Luftsportverband oder einen von ihm beauftragten Verein nach § 21e LuftVO für den Betrieb eines Flugmodells.
Dies bedeutet, dass jeder der ein unbemanntes Fluggerät mit einer Startmasse von mehr als 2 kg einsetzen möchte und keine gültige Pilotenlizenz besitzt einen Kenntnisnachweis benötigt.
Die Prüfung zum Kenntnisnachweis umfasst dabei die drei Hauptthemenkomplexe Luftrecht, Meteorologie sowie Flugbetrieb & Navigation.
Aus § 21a Absatz 4 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) und der folgenden Bemerkung auf dem Kenntnisnachweis geht klar hervor, dass dieser beim Betrieb von unbemannten Fluggeräten immer mitzuführen ist.
Bemerkungen auf dem Kenntnisnachweis:
„Diese Bescheinigung ist beim Betrieb von unbemannten Fluggeräten von mehr als zwei Kilogramm Startmasse vom Steuerer im Original zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis mitzuführen.“
Die Kosten für einen Kenntnisnachweis unterscheiden sich von anerkannter Stelle zu anerkannter Stelle je nach angebotener Leistung leicht.
Weiterhin muss man zwischen der reinen Prüfung zum Kenntnisnachweis und einem zugehörigen Theoriekurs unterscheiden. Die anerkannten Stellen müssen ihren Prüfungskatalog selbst erstellen und sich diesen vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) genehmigen lassen. Der Prüfungskatalog ist daher von anerkannter Stelle zu anerkannter Stelle unterschiedlich. Dadurch dass die Prüfung zum Kenntnisnachweis und der dazugehörige Theoriekurs bei jeder anerkannten Stelle aufeinander abgestimmt sind, sollten sowohl Theoriekurs, als auch die Prüfung zum Kenntnisnachweis bei derselben anerkannten Stelle durchgeführt werden.
Die Preise der DROTEC Akademie für den Theoriekurs und die Prüfung zum Kenntnisnachweis entnehmen Sie bitte unserem Schulungsangebot.
Gemäß § 19 Absatz 3 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) ist der Eigentümer eines unbemannten Luftfahrtsystems oder Flugmodells mit einer Startmasse von jeweils mehr als 0,25 kg (250 g) verpflichtet dieses zu kennzeichnen. Die Pflicht einer Registrierung besteht jedoch nicht.
Gemäß § 19 Absatz 3 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) ist der Eigentümer eines unbemannten Luftfahrtsystems oder Flugmodells mit einer Startmasse von jeweils mehr als 0,25 kg (250 g) verpflichtet vor dem erstmaligen Betrieb des jeweiligen Fluggerätes seinen Namen und seine Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an diesem anzubringen.
Eine Plakette zur korrekten Kennzeichnung ihres unbemannten Fluggerätes können sie in zahlreichen Online-Shops oder auch über die DROTEC bestellen. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass leider nicht alle Angebote die Vorgaben der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) hinsichtlich der Anbringung in dauerhafter und feuerfester Beschriftung erfüllen.
Der Betrieb eines unbemannten Fluggeräts mit einer Startmasse von mehr als 2 kg ohne Kenntnisnachweis stellt eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 44 Absatz 1 Nummer 17c LuftVO dar, der Betrieb ohne entsprechende Kennzeichnung eine Ordnungswidrigkeit gemäß §108 Absatz 1 Nummer 3 LuftVZO.
Nach aktuellem Stand kann sich das Bußgeld bei einer Drohne theoretisch auf bis zu 50.000 Euro belaufen.
Eine Seriennummer wird üblicherweise durch den Hersteller eines (meist technischen) Produkts vergeben um dieses eindeutig zu identifizieren. Normalerweise wird ein mit der Seriennummer ausgestaltetes Typenschild direkt am Produkt angebracht. Diese Seriennummer ist jedoch eine Herstellerspezifische Identifikation des Produkts und darf nicht mit einer amtlichen Registrierung verwechselt werden.
Derzeit schreibt die Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) für Eigentümer eines Flugmodells oder unbemannten Luftfahrtsystems ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg (250 g) die Kennzeichnung, jedoch nicht die Registrierung des Fluggeräts vor. Es gibt bereits Anbieter am Markt, welche die Vergabe einer „Registrierungsnummer“ auf der Plakette zur Kennzeichnung anbieten. Dies ist derzeit jedoch nicht vorgeschrieben und sollte durchaus kritisch betrachtet werden.
Wie alle Luftfahrzeuge unterliegen unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle den Regelungen über die Haftpflicht für Drittschäden nach § 33 ff. Luftverkehrsgesetz (LuftVG). Somit sind Unfälle, die von Ihnen verursacht werden, in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Daher ist eine sogenannte Halter-Haftpflichtversicherung erforderlich. Diese Versicherungspflicht ist dabei unabhängig von der Startmasse der unbemannten Luftfahrtsysteme oder Flugmodelle, so dass sie für den Betrieb einer Drohne immer eine entsprechende Halter-Haftpflichtversicherung benötigen.
Aus § 37 LuftVG ergibt sich die Höhe der Mindestdeckungssumme der Halter-Haftpflichtversicherung.
Gemäß § 33 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) haftet immer der Halter eines Luftfahrzeugs.
Der deutsche Luftraum wird grundsätzlich in den kontrollierten (Luftraumklassen C/D/E) und den unkontrollierten Luftraum (Luftraumklasse G) unterteilt. Im unkontrollierten Luftraum sind Flüge ohne Flugverkehrskontrollfreigabe nach Sichtflugregeln (VFR, engl. visual flight rules) zulässig. Er reicht bis zu einer Höhe von 2.500 ft (rund 760 m) über Grund (AGL, engl. above ground level) und wird in der Nähe zu einer Kontrollzone (D-CTR) über 1.700 ft (rund 520 m) auf 1.000 ft (rund 300 m) treppenartig abgesenkt.
Die Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) unterscheidet den erlaubnisfreien, den erlaubnisbedürftigen und den verbotenen Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen. Dabei ist nicht nur der Ort der Nutzung, sondern z.B. auch die Startmasse des Fluggerätes oder die Tageszeit entscheidend.
Grundsätzlich erlaubnisfrei ist der Betrieb eines unbemannten Fluggerätes unter den folgenden Bedingungen:
– Startmasse von weniger als 5 kg (Achtung, Kenntnisnachweis ab einer Startmasse von mehr als 2 kg erforderlich)
– Entfernung von mehr als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen
– Betrieb bei Tag
– innerhalb der Sichtweite des Steuerers
– Betrieb außerhalb von Vermeidungs- bzw. Verbotsbereichen (sogenannten No-Fly-Zones)
Ein Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers ist nach § 21a und § 21b Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) erlaubnisbedürftig bzw. unterliegt dem Betriebsverbot. Dies ist der Fall wenn der Steuerer das unbemannte Fluggerät ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig erkennen kann. Es gibt jedoch eine Ausnahme, welche den Betrieb mittels Videobrille (FPV-Flug) unter bestimmten Bedingungen ermöglicht.
Der Betrieb eines unbemannten Fluggeräts mithilfe eines visuellen Ausgabegeräts, insbesondere einer Videobrille wird unter den nachfolgend genannten Bedingungen als „nicht außerhalb der Sichtweite des Steuerers“ gezählt und ist damit zulässig.
1. Der Betrieb erfolgt in Höhen unterhalb von 30 m und die Startmasse des Fluggeräts beträgt nicht mehr als 0,25 kg.
2. Der Betrieb erfolgt in Höhen unterhalb von 30 m und der Steuerer wird von einer anderen Person, die das Fluggerät ständig in Sichtweite hat und die den Luftraum beobachtet, unmittelbar auf auftretende Gefahren hingewiesen.
Im deutschen Luftrecht wird zwischen „unbemannten Luftfahrtsystemen“ und „Flugmodellen“ unterschieden. Die Begriffe „Drohne“, „privat“ und „gewerblich“ werden dort nicht verwendet. Luftrechtlich unterscheiden sich „unbemannte Luftfahrtsysteme“ und „Flugmodelle“ rein durch den Zweck ihrer Nutzung. Als unbemannte Luftfahrtsysteme gelten sämtliche unbemannten Fluggeräte einschließlich ihrer Kontrollstation, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden. Sprich jedes unbemannte Fluggerät dessen Nutzung nicht dem Sport oder der Freizeitgestaltung dient – z.B. gewerbliche Nutzung, Forschung o.ä. – gilt nicht als Flugmodell sondern als sogenanntes unbemanntes Luftfahrtsystem.
Dabei ist es grundsätzlich unerheblich um was für ein unbemanntes Fluggerät es sich handelt. Es ist sogar möglich dass dasselbe Fluggerät je nach dem Zweck der Nutzung entweder als Flugmodell oder als unbemanntes Luftfahrtsystem gilt. Eine Drohne gilt dann als Flugmodell und wird „privat“ genutzt, wenn der Zweck der Nutzung dem Sport oder der Freizeitgestaltung dient. Erfüllt sie einen anderen Zweck, so ist die Drohne ein „gewerbliches“ unbemanntes Luftfahrtsystem.