Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201973,%20271
Timestamp: 2019-06-19 10:15:51
Document Index: 132057908

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 12', '§ 163', '§ 227', '§ 102', '§ 5', '§ 163', '§ 163', '§ 227', '§ 10', '§ 227']

Rechtsprechung: BStBl II 1973, 271 - dejure.org
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https://dejure.org/1972,135
BFH, 26.10.1972 - I R 125/70 (https://dejure.org/1972,135)
BFH, Entscheidung vom 26.10.1972 - I R 125/70 (https://dejure.org/1972,135)
BFH, Entscheidung vom 26. Januar 1972 - I R 125/70 (https://dejure.org/1972,135)
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Erlaß der Steuer - Sachliche Billigkeitsgründe - Bruttofrachteinnahmen - Ausländische Steuer - Einkommensermittlung - Anrechnung deutscher Körperschaftsteuer - Tätigkeit im Ausland - Doppelbesteuerung
EStG § 34c; KStG § 12
Nichtanrechnung der im Ausland gezahlten Steuern wegen fehlender Doppelbesteuerung ist keine Sachunbilligkeit
BFHE 108, 146
Eine Unbilligkeit in der Sache kommt nach der Rechtsprechung des BFH in Betracht, wenn die Tatsache der Besteuerung als solche, unabhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen, unbillig ist (Urteil vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271 m. w. N.).
Die Entscheidung der Finanzbehörde über die abweichende Festsetzung der Steuer (§ 163 AO) bzw. deren Erlass (§ 227 AO) ist eine - gemäß § 102 FGO grundsätzlich nur eingeschränkter gerichtlicher Nachprüfung unterliegende - Ermessensentscheidung (BFH-Urteile vom 24. September 1976 I R 41/75, BStBl. II 1977, 127, 128, vom 26. Oktober 1994 X R 104/92, BStBl. II 1995, 297, 298, und Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtshöfe des Bundes vom 19. Oktober 1971 GmS OGB 3/70, BStBl. II 1972, 603), bei der Inhalt und Grenzen des pflichtgemäßen Ermessens (§ 5 AO) durch den Rechtsbegriff der Unbilligkeit bestimmt werden (BFH-Urteil vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BStBl. II 1973, 271, 272, BFH in BStBl. II 1977, 127, 128, und Klein / Rüsken, Abgabenordnung, Kommentar, 7. Auflage, § 163 Rz. 118).
Eine - hier allein in Betracht kommende - sachliche Unbilligkeit liegt vor, wenn die Festsetzung bzw. Einziehung der Steuer zwar äußerlich dem Gesetz entspricht, aber den Wertungen des Gesetzgebers im konkreten Fall derart zuwiderläuft, dass die Erhebung der Steuer als unbillig erscheint (BFH in BStBl. II 1973, 271, 272, m.w.N.), wenn also nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass die Besteuerung nach dem Gesetz zu einem vom Gesetzgeber offensichtlich nicht gewollten Ergebnis führt, und der Gesetzgeber die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage, hätte er sie geregelt, im Sinne der Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte (BFH in BStBl. II 1973, 271, 272, m.w.N., Klein / Rüsken, a.a.O., § 163 Rz. 32, m.w.N., Kühn / Hofmann, Abgabenordnung - Finanzgerichtsordnung - Nebengesetze, Kommentar, 17. Auflage, AO § 227 Bem. 4a, m.w.N.).
Sachliche Unbilligkeit liegt vor, wenn nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass er die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage --hätte er sie geregelt-- im Sinne der beabsichtigten Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte oder wenn angenommen werden kann, dass die Festsetzung der Steuer den Wertungen des Gesetzgebers widerspricht (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteile vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271, und in BFH/NV 2010, 606; BFH-Urteil vom 26. Mai 1994 IV R 51/93, BFHE 174, 482, BStBl II 1994, 833).
a) Sachliche Unbilligkeit liegt vor, wenn nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass er die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage --hätte er sie geregelt-- im Sinne der beabsichtigten Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte oder wenn angenommen werden kann, dass die Einziehung der Steuer den Wertungen des Gesetzgebers widerspricht (ständige Rechtsprechung des BFH, vgl. u.a. Urteile vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271; vom 26. Mai 1994 IV R 51/93, BFHE 174, 482, BStBl II 1994, 833;… vom 13. Mai 1998 II R 98/97, BFH/NV 1998, 1376).
Sie soll keine ausländische Steuerbelastung mildern, die sich nach den in § 10 Nr. 2 KStG vorgegebenen Wertvorstellungen des Gesetzgebers nicht einkommensmindernd auswirken darf (BFH-Urteil vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BStBl. II 1973, S. 271).
Eine darüber hinausgehende Anrechnung hat der deutsche Gesetzgeber nicht gewollt (vgl. BFH-Urteil vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BStBl. II 1973, S. 271).
Zur Beantwortung der Frage, ob während der Zeit bis zum Inkrafttreten des StÄndG 1992 die Voraussetzungen für einen Erlaß wegen sachlicher Unbilligkeit vorlagen, war zu untersuchen, ob der Gesetzgeber nach seinem erklärten oder mutmaßlichen Willen die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage, hätte er sie geregelt, im Sinne der beantragten Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte (BFH-Entscheidungen vom 28. Oktober 1958 VII 185/57 U, BFHE 68, 27, BStBl III 1959, 11; vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271;… vom 9. Februar 1987 IV B 53/86, BFH/NV 1987, 488; Kühn/Hofmann, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 227 AO 1977 Anm. 4 a).
BFH, 09.02.1987 - IV B 53/86
Gerichtliche Überprüfbarkeit einer Ermessensentscheidung - Ablehnung des Erlasses …
FG Sachsen, 18.05.2000 - 3 K 383/97
Anspruch auf Erlass von Grunderwerbsteuer bei Unbilligkeit; Erwerbsvorgänge des …
FG Hamburg, 07.06.2000 - II 554/99
FG Sachsen, 20.05.2000 - 3 K 383/97
Rechtmäßigkeit der Versagung des Erlasses von Grunderwerbsteuer; Voraussetzungen …
FG Brandenburg, 23.10.1995 - 1 V 1112/95
Rechtmäßigkeit einer nachträglichen Umsatzerhöhung ; Abweichende …
FG Sachsen-Anhalt, 18.05.2000 - 3 K 383/97
Erlass von Grunderwerbsteuer aus Billigkeitsgründen; Erlaß von Grunderwerbsteuer
BFH, 26.02.1981 - IV R 178/78
BFH, 17.10.1972 - VIII R 36/69, VIII R 37/69, VIII R 36-37/69
https://dejure.org/1972,5846
BFH, 17.10.1972 - VIII R 36/69, VIII R 37/69, VIII R 36-37/69 (https://dejure.org/1972,5846)
BFH, Entscheidung vom 17.10.1972 - VIII R 36/69, VIII R 37/69, VIII R 36-37/69 (https://dejure.org/1972,5846)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 1972 - VIII R 36/69, VIII R 37/69, VIII R 36-37/69 (https://dejure.org/1972,5846)
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Das Finanzgericht ist zur Entscheidung über die Wiedereinsetzung berufen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs [BFH] vom 17. Oktober 1972 VIII R 36/69, BStBl II 1973, 271).