Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/245282,0.html
Timestamp: 2018-07-17 06:10:04
Document Index: 240382570

Matched Legal Cases: ['§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612', '§ 1612']

Art des Unterhalts - BGB § 1612
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Verfasst am: 21 Sep 2009 - 20:45:15 Titel: Art des Unterhalts - BGB § 1612
in § 1612, Absatz 2 steht folgendes:
"Haben Eltern einem unverheirateten Kind Unterhalt zu gewähren, können sie bestimmen, in welcher Art und für welche Zeit im Voraus der Unterhalt gewährt werden soll, sofern auf die Belange des Kindes die gebotene Rücksicht genommen wird."
Für mich stellt dieser Paragraf derzeit ein Problem dar:
Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und wollte ab dem kommenden Monat mit meinem Studium beginnen. Ich habe mich dafür in 4 Städten beworben, darunter auch meine Heimatstadt - war nur die Notlösung. In meinen 3 Wunschstädten wurde ich nicht genommen, daher muss ich wohl oder übel in meiner Heimatstadt bleiben. Das ist vom eigentlichen Studium her auch nicht weiter schlimm, da die Studienbedingungen akzeptabel sind und ich nach der Zwischenprüfung wechseln kann.
Das Problem liegt allerdings bei meiner Wohnsituation:
Laut dem oben genannten Paragrafen können meine Eltern entscheiden, in welcher Art sie mir den Unterhalt erteilen.
Ich wohne ja bereits in meinem Studienort in einer 2-Zimmerwohnung bei meiner Mutter (Eltern leben seit ich 6 bin getrennt). D.h. meine Mutter kann mir den Unterhalt, zu dem sie verpflichtet ist (mein Vater verdient weniger als den Selbstbehalt, meine Mutter knapp 3000 Euro Netto -> ich bekomme kein oder sehr wenig Bafög und habe nur Unterhaltsansprüche gegenüber meine Mutter) auch weiterhin in gewohnter Form (d.h. Kost&Logie + weitere Kosten) gewähren, oder? ("können sie bestimmen, in welcher Art [...] der Unterhalt gewährt werden soll")
Das Problem ist nun, dass ich seit knapp 10 Jahren unter massivem Psychoterror seitens meiner Mutter leide. Dies äußert sich u.a. in Stottern, Nagelkauen, starken Konzentrationsstörungen etc. . Während meines Abiturs hatte ich starke Probleme, so dass ich die letzten Monate ausschließlich bei einem Freund gelernt habe. Obwohl ich zum Bund wollte, wurde ich auf Grund des Verdachts von psychischen und psychovegetativen Problem ausgemustert.
Ich habe dieses Verhalten von meiner Mutter nie irgendwo aktenkundig gemacht und meinen Vater immer gebeten nichts zu unternehmen (glaube er war mal inoffiziell beim Jugendamt), da mir das ganze aus welchen Gründen auch immer unangenehm war.
Nun ist meine Mutter leider der Meinung, dass sie viel zu wenig verdient um mir meinen Unterhalt zahlen zu können und gleichzeitig ihren Lebensstandard halten zu können. D.h. ich darf von ihr aus nur zuhause wohnen bleiben.
Das kommt für mich allerdings auf keinen Fall in Frage. Sollte ich wirklich zuhause wohnen bleiben müssen, werde ich mich noch vor Beginn des Semesters exmatrikulieren und ein oder zwei Semester irgendetwas anderes machen um dann in einer anderen Stadt zu studieren (ich nehme mal an, dass sie in diesem Fall klar verpflichtet wäre meinen Unterhaltsansprüchen nachzukommen, da sie mir den Unterhalt ja in keiner anderen Weise erbringen kann, oder?).
Wie kann ich den eingangs genannten Paragrafen nun auf meinen Fall anwenden? Wenn ich im Studium die gleichen Probleme wie bisher haben sollte, werde ich mein Studium (Jura ist jetzt nicht gerade das leichteste...
) sicherlich nicht schaffen.
Hieße in meinem Falle also die "gebotene Rücksicht", dass ich mir trotz Möglichkeit des Zuhause-Wohnens eine andere Wohnmöglichkeit suchen darf?
Verfasst am: 21 Sep 2009 - 21:24:59 Titel: Re: Art des Unterhalts - BGB § 1612
Arno1990 hat folgendes geschrieben:
Wie kann ich den eingangs genannten Paragrafen nun auf meinen Fall anwenden?
Gar nicht. Wenn du schon in der Stadt der Hochschule wohnst, ist ausreichend Rücksicht auf deine Belange genommen.
Ausnahme: Du kannst wirklich nachweisen, dass das Wohnen bei den Eltern unzumutbar wäre.
Aus deiner Beschreibung geht das aber nicht hervor: Angeblich wirst du seit 10 Jahren terrorisiert, aber etwas unternehmen dagegen möchtest du erst, als zufälligerweise deine Bewerbungen an anderen Hochschulen abgelehnt werden - für mich klingt das nach einer Ausrede.
Verfasst am: 21 Sep 2009 - 23:28:34 Titel:
Hab da mal einen Artikel gefunden -- inwieweit du dann rechtlich gehen wirst, kann ich natürlich nicht absehen:
http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/475779/index.do
Verfasst am: 30 Sep 2009 - 00:21:33 Titel: Re: Art des Unterhalts - BGB § 1612
Unterlass doch bitte solche Unterstellungen!
Vielen Dank an Smutje für den Link, werde ich mir gleich anschauen. Den Rest poste ich nur noch zur reinen Rechtfertigung, da ich solch eine Unterstellung nicht auf mir sitzen lassen möchte. Ich werde mir an geeigneterer Stelle Hilfe suchen, in Foren gibt es doch anscheinend zu viele vorurteilbehaftete Idioten.
Da ich ursprünglich davon ausgegangen bin, dass meine anderen Bewerbungen akzeptiert werden ( => das Problem hätte sich von selbst gelöst durch den Wohnortwechsel!) hatte ich keinen Grund bereits in den letzten Monaten etwas zu unternehmen. Und weißt du warum? Weil meine Mutter viele soziale Probleme hat (z.B. wurde sie mehrfach zwangsversetzt, hat nahezu zu niemandem aus ihrer Familie mehr Kontakt - zu ihren Eltern seit Jahrzehnten nicht mehr) und ich weiß dass sie es restlos fertig machen würde wenn sie jetzt eine Klage wegen dem oben genannten zugestellt bekommen würde.
Als kleines Kind war ich entsprechend beeinflusst von meiner Mutter, dass ich zu oft die Fehler bei mir gesucht habe und immer wenn ich weggelaufen bin habe ich ihren Versprechungen, dass sie sich ändern will (von denen sie bereits 2 Tage nachdem ich wiedergekommen bin nichts mehr wissen wollte) geglaubt - weil es meine MUTTER ist!
Während des Abiturs hatte ich genug zu tun. Würdest du kurz vor deinen Abiturprüfungen deine Mutter verklagen (d.h. zusätzlichen Stress!), deinen Vater zu einem Umzug zwingen (er wohnt in einer 1 Zimmer Wohnung und kann sich kaum selbst finanzieren; alternative wäre irgendein beschissenes Heim!) wenn du davon ausgehst, dass du nur noch 1 Jahr die Zähne zusammenkneifen musst und dann durch das Studium wegkommst?
Gott, ich bin sicherlich nicht so geil auf eine eigene Wohnung, dass ich deswegen auch nur in Erwägung ziehen würde meine eigenen Eltern zu verklagen. Schlimm, dass du mir so etwas unterstellst bzw. auch nur in Erwägung ziehst.
Vielleicht war es dumm, dass ich den Scheiß Jahre lang in mich hinein gefressen habe und mich solange habe misshandeln lassen (sei es als kleines Kind aus Unterwürfigkeit oder später, weil es mir peinlich war und ich dachte, dass ich es noch irgendwie selber hinkriege bis ich wegkann). Aber heißt das, dass ich jetzt den Mist weitere 6 Jahre ertragen muss?
In der Schule kam ich auch trotz meinen ganzen Problemen irgendwie zurecht (mal abgesehen davon, dass ich von einem Leistungsträger weit ins hintere Mittelfeld abgerutscht bin), aber ich glaube kaum, dass ich das in einem der lernaufwendigsten Studiengänge so halten kann. Da kriege ich im Gegensatz zur Schule nicht noch halbwegs gute Noten durch bloßes Labern und Halbwissen ohne am Tag vorher gelernt haben zu können...
Es ist übrigens keine Seltenheit, dass Kinder derart von ihren Eltern oder Verwandten beeinflusst werden und es ihnen durch die verwandschaftliche Nähe derart peinlich ist, dass sie Psycho-Terror, Häusliche Gewalt oder im Extremfall Dinge wie Vergewaltigungen jahrelang erdulden und erst spät oder gar nicht auf sich aufmerksam machen...
P.S.: Habe den Link jetzt nur mal überflogen, da geht es um österreichisches-Recht. Mal sehen ob der Artikel hilft. Auf jeden Fall danke für deinen sachlichen Hilfsversuch!!