Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=01.12.1993&Aktenzeichen=5%20U%2068/93
Timestamp: 2019-07-22 10:52:28
Document Index: 132648712

Matched Legal Cases: ['§ 286', '§ 254', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Dresden, 01.12.1993 - 5 U 68/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,1962
OLG Dresden, 01.12.1993 - 5 U 68/93 (https://dejure.org/1993,1962)
OLG Dresden, Entscheidung vom 01.12.1993 - 5 U 68/93 (https://dejure.org/1993,1962)
OLG Dresden, Entscheidung vom 01. Dezember 1993 - 5 U 68/93 (https://dejure.org/1993,1962)
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Erstattung der Inkassokosten
BGB § 286 Abs. 1 § 254
Beauftragung eines Inkassobüros, nachträgliche Anwaltsbeauftragung, Inkassobüro-Kosten
Schadensersatz; Erstattung von Inkassokosten
NJW-RR 1994, 1139
Rpfleger 1994, 260
Die Schadensminderungspflicht der Gläubigerin nach § 254 BGB gebietet es, jedoch keine unnötigen Beitreibungskosten auszulösen (AG Zossen NJOZ 2008, 444; OLG Dresden, NJW-RR 1994, 1139).
Wer also die Bereitschaft eines Rechtsanwalts zum Inkasso zunächst nicht nutzt und sich für das teurere Angebot eines Inkassoinstitutes entscheidet, muss die dadurch entstehenden Mehrkosten selbst tragen (vgl. BGH NJW 2006, 446; OLG Düsseldorf OLGZ 87, 494; OLG Karlsruhe, RPfleger 1987, 422, OLG Dresden NJW-RR 94, 1139 und Palandt a.a.O. Rdnr. 46).
AG Kehl, 26.04.2011 - 4 C 19/11
Die Frage, ob und ggf. unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Inkassokosten einen ersatzfähigen Verzugsschaden darstellen, wird in Literatur und Rechtsprechung höchst unterschiedlich beurteilt (BGH NJW 2005, 2991, 2994; vgl. ausführlich OLG Dresden, NJW-RR 1994, 1139 ff mit Entscheidungsbesprechung Jäckle, NJW 1995, 2767 ff; dem Grunde nach wohl bejahend BGH, Urteil vom 24.05.1967, VIII ZR 278/64, Juris, allerdings bei Inkassokosten von unter 2% der Hauptforderung).
Der Senat teilt allerdings die Auffassung, dass die Beauftragung eines Inkassobüros regelmäßig gegen die Schadensminderungspflicht des Gläubigers verstößt, wenn absehbar ist, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen wird, bei der ein Rechtsanwalt beauftragt werden muss (siehe OLG Dresden NJW-RR 1994, 1139, 1140 f; Thüringer OLG OLG-NL 1994, 107; OLG Karlsruhe NJW-RR 1987, 1506 f, ferner auch BGH NJW 2006, 446 zum prozessualen Kostenerstattungsanspruch).
LG Berlin, 08.02.2012 - 4 O 452/11
Verzugsschadensersatz: Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht bei …
2 Nach ständiger Rechtsprechung der Kammer kann die Klägerin den Ersatz der Inkassokosten aus Verzugsschaden nicht beanspruchen, denn als Gläubigerin mit hinreichender Geschäftserfahrung verstößt sie gegen ihre Schadenminderungspflicht, wenn sie durch Einschaltung eines Inkassounternehmens weitere Kosten verursacht (vgl. OLG Dresden vom 01.12.1993 - 5 U 68/93; NJW-RR 1994, 1139; LG Berlin vom 07.11.1995 - 20 O 63/95, BB 1996, 290; AG Bremervörde vom 16.12.2008 - 5 C 296/08, NJW 2009, 1615).
Die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten ist allgemein umstritten (vgl. z.B. OLG Dresden, Az: 5 U 68/93, NJW-RR 1994, 1139; Az: 13 U 1515/93, NJW-RR 1996, 1471; OLG Naumburg, BB 1999, 1570; OLG Düsseldorf, OLGR 1997, 139; OLG Bamberg, JurBüro 1988, 72; OLG Koblenz, JurBüro 1985, 295).