Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20173/10
Timestamp: 2020-04-08 16:24:11
Document Index: 199114371

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 39', 'BGH', '§ 39', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.04.2011 - II ZR 173/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2092
BGH, 05.04.2011 - II ZR 173/10 (https://dejure.org/2011,2092)
BGH, Entscheidung vom 05.04.2011 - II ZR 173/10 (https://dejure.org/2011,2092)
BGH, Entscheidung vom 05. April 2011 - II ZR 173/10 (https://dejure.org/2011,2092)
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GmbHG §§ 32a, b aF
§ 32a GmbHG vom 19.12.1998, § 32b GmbHG vom 05.10.1994
GmbH: Geltung der Eigenkapitalersatzregeln für den Nießbraucher eines Geschäftsanteils
Nießbrauch und Eigenkapitalersatzregeln
Nießbraucher eines GmbH-Geschäftsanteils kann Adressat der Eigenkapitalersatzregeln sein; Nießbraucher eines GmbH-Geschäftsanteils als Adressat der Eigenkapitalersatzregeln
Anwendbarkeit der Eigenkapitalersatzregeln auf Nießbraucher
Eigenkapitalersatz auch beim Nießbrauchsberechtigten
Zur Anwendung der Eigenkapitalersatzregeln auf den Nießbraucher eines GmbH-Geschäftsanteils
GmbH-Anteils-Nießbraucher und Eigenkapitalersatz
Haftung des Nießbrauchers an GmbH-Gesellschaftsanteil nach Eigenkapitalersatzrecht
LG Freiburg, 20.03.2009 - 8 O 229/08
OLG Karlsruhe, 12.08.2010 - 4 U 68/09
NJW-RR 2011, 1061
ZIP 2011, 1411
MDR 2011, 991
WM 2011, 1371
BB 2011, 1940
NZG 2011, 864
Bereits zivilrechtlich ist der Nießbraucher einem Gesellschafter mit der Folge einer Zurechnung nach § 39 Abs. 1 AO gleichzustellen, wenn der Nießbrauch die gesamte Beteiligung umfasst und ihm eine Position vermittelt, die ihm (z.B. durch ihm eingeräumte Stimmrechtsvollmachten) entscheidenden Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft verschafft (Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 5. April 2011 II ZR 173/10, Deutsches Steuerrecht 2011, 1475 ff., m.w.N. aus Rechtsprechung und Schrifttum).
In materiell-rechtlicher Hinsicht gibt der Senat schließlich zu bedenken, dass der Kläger kraft der ihm von seinem Bruder am 23. August 1996 erteilten Stimmrechtsvollmacht nach Aktenlage frei über 48 % der Stimmrechte verfügen konnte, wodurch er jedenfalls über eine aktienrechtliche Sperrminorität von 25 % der Stimmen verfügte (vgl. zur Zurechnung von Stimmrechten aufgrund einer Stimmrechtsvollmacht z.B. BGH-Beschluss vom 5. April 2011 II ZR 173/10, NJW-RR 2011, 1061).
Bereits zivilrechtlich ist der Nießbraucher einem Gesellschafter mit der Folge einer Zurechnung nach § 39 Abs. 1 AO gleichzustellen, wenn der Nießbrauch die gesamte Beteiligung umfasst und ihm eine Position vermittelt, die ihm (z.B. durch ihm eingeräumte Stimmrechtsvollmachten) entscheidenden Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft verschafft (Beschluss des BGH vom 5.4.2011 II ZR 173/10, DStR 2011, 1475 ff., m.w.N. aus Rechtsprechung und Schrifttum).
Darin unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt bereits von demjenigen, der dem BGH Urteil vom 5.4.2011 II ZR 173/10, DStR 2011, 1475 ff zugrunde lag.
b) Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (Beschluss vom 5.4.2011 II ZR 173/10, Deutsches Steuerrecht -DStR- 2011, 1475) ist ein Nießbraucher bereits zivilrechtlich einem Gesellschafter gleichzustellen, wenn der Nießbrauch die gesamte Beteiligung umfasst und ihm eine Position vermittelt, die ihm (z.B. durch ihm eingeräumte Stimmrechtsvollmachten) entscheidenden Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft verschafft.