Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/113879-versetzung-nach-streit-im-oeffentlichen-dienst-trotz-rueckhalt-aus-dem-kollegium
Timestamp: 2018-12-19 07:31:19
Document Index: 388749285

Matched Legal Cases: ['§ 106', '§ 181', '§ 248', '§ 438', '§ 613', '§ 459', '§ 850', '§622', '§626']

ï»¿ Versetzung nach Streit im Ã¶ffentlichen Dienst trotz RÃ¼ckhalt aus dem Kollegium
Versetzung nach Streit im Ã¶ffentlichen Dienst trotz RÃ¼ckhalt aus dem Kollegium
Seit 9 Monaten bin ich im öffentlichen Dienst, im Kindergarten einer Gemeinde beschäftigt. Chefin hat versucht mich raus zu mobben. Hat auch wegen des Engagements der Eltern nicht geklappt. Ich bin 58 Jahre, die Chefin 60, alle anderen Kolleginnen jung und leichter manipulierbar. Seit Jahren wiederholen sich in diesem Kindergarten psychische und physische Misshandlungen der Kinder durch die Chefin. Seit Jahren beschwichtigt der Träger und deckt die Leiterin. Es wurde versucht - von seiten der Leiterin - mich wegen Weitergabe von Informationen an die Eltern, an den Pranger zu stellen. Hat nicht funktioniert. Statt dessen habe ich von massiven Mobbingattacken ihrerseits berichtet und dem Träger Fürsorgepflichtsverletzung den Kindern, den Kolleginnen und mir gegenüber vorgeworfen. Leiterin stritt alles ab. Es passierte nichts. Inzwischen gab es neue Vorwürfe wegen Kindesmisshandlung gegen die Leitung. Jetzt sind alle meine Kolleginnen bereit auszusagen, was sie vorher aus Angst nicht taten. Ein entsprechendes Protokoll ist schon beim Träger, Gruppen - und Einzelgespräche haben stattgefunden. Der Träger sagt, ich hätte zwar keine Schuld, bezeichnet mich jedoch als Antipol zur Chefin und will mich deshalb nach den Sommerferien in eine andere Einrichtung der Gemeinde versetzen. Die Eltern haben sich inzwischen auch an das Jugendamt gewandt. Reaktion des Trägers auf all die Vorwürfe: Mich versetzen, die als erste seit Jahren Missstände öffentlich macht, Chefin bleibt und bekommt jetzt zwangsweise Einzelcoaching, das sie aber auch bisher in der Supervision offen abgelehnt hat und alle Gruppenleitungen werden umstrukturiert. In meinem Arbeitsvertrag heißt es: "Der Arbeitgeber hat das Recht zur Umsetzung, Versetzung, Abordnung und Zuweisung. Insbesondere ist es ihm unbenommen dem Beschäftigten aus dienstlichen bzw. betrieblichen Gründen eine andere Tätigkeit im Rahmen der Entgeldgruppe zuzuweisen." Das Jugendamt wird erst noch prüfend tätig werden. Muss ich diese Versetzung nach der Sammelbeschwerde unseres Kollegiums so hinnehmen?
Inhaltlich prüft der Richter neben dem Eilbedürfnis, ob die Versetzung bei summarischer Betrachtung der Angelegenheit vom Direktionsrecht des Arbeitgebers, das Sie in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbart hatten und das auch nach § 106 Satz 1 GewO *1) vom Gesetz so geregelt ist, gedeckt ist oder nicht.
Eventuell ist dabei dem Arbeitnehmer zuzumuten, bis zur Entscheidung der Hauptsache eine Tätigkeit am Versetzungsort aufzunehmen. Ein Fall, in denen ein derartiger Antrag mangels Eilbedürfnis abgewiesen wurde, ist die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Mainz, Urteil vom 20.3.2014, Aktenzeichen (Az.) 5 SaGa 13/13 *2).
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