Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_23_08_2012_VII_ZB_44_11_Pflicht_zur_Aufnahme_des_Glaeubi-d5166076.html
Timestamp: 2016-12-10 22:17:16
Document Index: 59110480

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 410', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 851', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 836', '§ 836', 'BGH', 'BGH', '§ 92']

BGH, 23.08.2012 - VII ZB 44/11 - Pflicht zur Aufnahme des Gläubigerantrags auf Herausgabe sämtlicher Kontoauszüge in den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss im Falle der Pfändung von Ansprüchen des Schuldners gegen ein Kreditinstitut | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 31.08.2012 - AnwZ (Brfg) 25 /12 - Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltsc...…BGH, 23.08.2012 - VII ZB 44/11 - Pflicht zur Aufnahme des Gläubigerantrags auf H...BGH, 23.08.2012 - VII ZR 242/11 - Erfüllung der Voraussetzungen des § 410 Abs. 1...BGH, 23.08.2012 - 2 StR 322/12 - Berechtigung des Nebenklägers zum Anschluss an ...BGH, 23.08.2012 - 4 StR 207/12 - Festsetzung der Höhe der Tagessätze nach den pe...BGH, 23.08.2012 - 4 StR 305/12 - Beweiswürdigung der Aussagen der Nebenklägerin ...BGH, 23.08.2012 - 2 StR 42/12 - Notwendigkeit des Vorhandenseins eines bedingten...BGH, 23.08.2012 - 1 StR 389/12 - Anforderungen an Verfahrensrügen bzgl. der Unte...BGH, 23.08.2012 - 2 StR 330/12 - Verwerfung einer Revision wegen UnbegründetheitBGH, 22.08.2012 - XII ZB 295/12 - Begriff der Gefahr eines erheblichen gesundhei...BGH, 22.08.2012 - 4 StR 299/12 - Schuldhafte Versäumung der Revisionseinlegungsf...BGH, 22.08.2012 - VII ZB 2/11 - Amwendung des § 851c Abs. 1 ZPO zugunsten eines ...BGH, 22.08.2012 - VII ZR 2/11 - Verletzung des rechtlichen Gehörs durch Nichtbea...BGH, 22.08.2012 - 1 StR 170/12 - Anfechtbarkeit eines auf einem Irrtum beruhende...BGH, 22.08.2012 - EnVR 54/10 - Bestimmung des Ausgangsniveaus sowie Berücksichti...BGH, 22.08.2012 - EnVR 73/10 - Bestimmung des Ausgangsniveaus sowie Berücksichti...BGH, 22.08.2012 - 1 StR 343/12 - Vorliegen einer positiven Kriminalprognose bei ...BGH, 22.08.2012 - EnVR 53/10 - Berücksichtigung gestiegener Kosten für die Besch...BGH, 22.08.2012 - 4 StR 211/12 - Rüge der Verletzung des § 261 StPO bei einer an...BGH, 22.08.2012 - 4 StR 272/12 - Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme im Bet...BGH, 22.08.2012 - 4 StR 234/12 - Tateinheit oder Tatmehrheit bei Verurteilung we...BGH, 22.08.2012 - XII ZB 141/12 - Information über einen bestehenden Anwaltszwan...…BGH, 01.08.2012 - XII ZB 456/11 - Anspruch eines sowohl in einer Sorgerechts- al...
BGH, 23.08.2012 - VII ZB 44/11 - Pflicht zur Aufnahme des Gläubigerantrags auf Herausgabe sämtlicher Kontoauszüge in den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss im Falle der Pfändung von Ansprüchen des Schuldners gegen ein Kreditinstitut
BundesgerichtshofBeschl. v. 23.08.2012, Az.: VII ZB 44/11Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 23.08.2012Referenz: JurionRS 2012, 22822Aktenzeichen: VII ZB 44/11 Verfahrensgang:vorgehend:AG Nürtingen - 02.04.2011 - AZ: 21 M 424/11LG Stuttgart - 05.07.2011 - AZ: 10 T 163/11Rechtsgrundlage:§ 836 Abs. 3 ZPOFundstelle:JurBüro 2013, 41-42Redaktioneller Leitsatz:Auf Antrag des Gläubigers muss die Pflicht zur Herausgabe sämtlicher Kontoauszüge in dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss aufgenommen werden, wenn der Gläubiger Ansprüche des Schuldners gegen ein Kreditinstitut gepfändet hat, die sowohl auf Auszahlung der positiven Salden gerichtet sind als auch auf Auszahlung des dem Schuldner eingeräumten Kredits. Dabei sind die Urkunden zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses, also seiner Zustellung an den Drittschuldner, erfasst. Eine etwaige Verletzung des Rechts des Schuldners auf Geheimhaltung oder informationelle Selbstbestimmung durch Preisgabe der in den Kontoauszügen enthaltenen Information muss der Schuldner im Wege der Erinnerung geltend machen.Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. August 2012 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka und die Richter Dr. Eick, Halfmeier, Prof. Leupertz und Dr. Kartzke beschlossen: Tenor:Auf die Rechtsmittel des Gläubigers wird der Beschluss der 10. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart vom 5. Juli 2011 (10 T 163/11) im Kostenpunkt und, ebenso wie der Beschluss des Amtsgerichts Nürtingen vom 2. April 2011 (21 M 424/11), insoweit aufgehoben, als die Anordnung an die Schuldnerin zur Herausgabe der laufenden Kontoauszüge ab dem Zeitpunkt der Pfändung abgelehnt worden ist. Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss des Amtsgerichts Nürtingen vom 2. April 2011 (21 M 424/11) wird um die Anordnung ergänzt, dass die Schuldnerin die laufenden Kontoauszüge ab dem Zeitpunkt der Pfändung an den Gläubiger herauszugeben hat. Die Schuldnerin trägt die Kosten der Rechtsmittelverfahren. Gründe I. 1 Das Amtsgericht hat wegen zweier titulierter Forderungen des Gläubigers über insgesamt 2.208,18 € einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erlassen. Darin sind u.a. gepfändet und dem Gläubiger zur Einziehung überwiesen worden: Alle angeblichen Forderungen der Schuldnerin gegen die Drittschuldnerin, eine Volksbank, aus allen bestehenden Konten auf Auszahlung bestehender Guthaben samt der bis zum Tage der Auszahlung aufgelaufenen Zinsen, bei Kontokorrent zusätzlich das gegenwärtige Guthaben nach Saldoziehung, alle künftigen Guthaben je nach Saldoziehung, alle Ansprüche und Forderungen aus dem über das Konto bestehenden Girovertrag, insbesondere auf Gutschrift aller künftigen Eingänge und auf fortlaufende Auszahlung der Guthaben sowie auf Durchführung von Überweisungen an Dritte. Die im Rahmen einer gegenwärtigen oder künftig gewährten Kreditzusage gegenwärtig oder künftig bestehenden Ansprüche der Schuldnerin auf Auszahlung von Kreditmitteln oder auf Überweisung an Dritte aus Kreditmitteln sowie der Anspruch der Schuldnerin aus offener Kreditlinie für den Fall, dass die Schuldnerin diese Kreditlinie in Anspruch nimmt. 2 Unter anderem den Antrag des Gläubigers, die Schuldnerin zur Herausgabe der laufenden Kontoauszüge ab dem Zeitpunkt der Pfändung zu verpflichten, hat das Amtsgericht zurückgewiesen, indem es diese Passage gestrichen hat. Die dagegen eingelegte sofortige Beschwerde des Gläubigers hat das Landgericht zurückgewiesen und die Rechtsbeschwerde zugelassen. Mit der hiergegen gerichteten Rechtsbeschwerde verfolgt der Gläubiger sein Begehren weiter. II. 3 Die Rechtsbeschwerde ist begründet. 4 1. Das Beschwerdegericht ist der Auffassung, der Gläubiger könne nicht ohne weiteres gemäß § 836 Abs. 3 ZPO die Herausgabe der Kontoauszüge verlangen. Zwar sei die Vorschrift weit auszulegen, jedoch liefe die Vorlage sämtlicher Kontoauszüge auf eine unzulässige Ausforschungspfändung hinaus. Der Gläubiger müsse zunächst gegenüber dem Drittschuldner seinen Anspruch auf Auskunft geltend machen. 5 2. Das hält der rechtlichen Nachprüfung nicht stand. 6 Der Senat hat nach Erlass der angefochtenen Entscheidung mit Beschlüssen vom 9. Februar 2012 (VII ZB 49/10, NJW 2012, 1081, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) und vom 23. Februar 2012 (VII ZB 59/09, NJW 2012, 1223 [BGH 23.02.2012 - VII ZB 59/09]) entschieden, dass auf Antrag des Gläubigers die Pflicht zur Herausgabe sämtlicher Kontoauszüge in dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss aufgenommen werden muss, wenn der Gläubiger Ansprüche des Schuldners gegen ein Kreditinstitut gepfändet hat, die sowohl auf Auszahlung der positiven Salden gerichtet sind als auch auf Auszahlung des dem Schuldner eingeräumten Kredits. So liegt es hier. 7 Nach den Beschlüssen vom 9. Februar 2012 und 23. Februar 2012, auf die hinsichtlich der Begründung Bezug genommen wird, sind die Urkunden zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses, also seiner Zustellung an den Drittschuldner, erfasst. Eine etwaige Verletzung des Rechts des Schuldners auf Geheimhaltung oder informationelle Selbstbestimmung durch Preisgabe der in den Kontoauszügen enthaltenen Information muss der Schuldner im Wege der Erinnerung geltend machen. Da die Schuldnerin keinen Vortrag gehalten hat, aus dem sich Hinweise auf ein Geheimhaltungsinteresse oder eine Einschränkung der Herausgabepflicht wegen ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung ergeben, war - wie beantragt - die Herausgabe der Kontoauszüge ab dem Zeitpunkt der Pfändung anzuordnen. III. 8 Die Kostenentscheidung beruht auf § 92 Abs. 2 ZPO. Kniffka Eick Halfmeier Leupertz Kartzke Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.