Source: http://sekundarschule-velen.de/sites/Schulprogramm/Sonderpaedagogische_Foerderung.php
Timestamp: 2017-10-20 14:24:28
Document Index: 119050882

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8']

Unsere Schule will nicht nur Lernort, sondern auch Lebens­raum für alle am Schulleben Beteiligten sein. Wir nutzen die Chance zu lebens­nahem Lernen, indem wir außerschulische Lernorte und Institutio­nen einbeziehen.
Wir sind eine Schule, die helfen will, die eigene Persönlichkeit zu finden, zu fördern und zu entwickeln und die Persönlichkeit des an­deren zu achten.
Wir motivieren die Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme und aktiven Mitarbeit im gesellschaftlichen Leben und fördern Teamfähigkeit.
Wir vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern Sachkom­petenz und Wissen und fördern ihre Bereitschaft zum lebens­langen Lernen. Wir unterstützen sie dabei, sich Fähigkeiten und Fertigkeiten anzu­eignen, und bieten dafür Orientierungs­hilfen.
Wir wollen die individuelle Leistungsfähigkeit und Leistungs­bereit­schaft unserer Schülerinnen und Schüler fördern, wobei die Grund­lagen der Leistungsbewertung offenliegen.
Wir verstehen uns als lernende Schule, die ihre Ziele plant und über­prüft, um sich auf der Grundlage dieses Verständnisses weiterzuentwickeln.
Die Umsetzung des Inklusionsgedankens orientiert sich vor allem am Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW - SchulG) und der Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung - AO-SF).
Durch die Aufnahme von Schüler/-innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird das Zusammenleben bereichert und es wird Toleranz sowie gegenseitige Wertschätzung gefördert. Insbesondere steht ein solidarisches Miteinander in einer Schule des Gemeinsamen Lernen im Vordergrund.
Die Kultusministerkonferenz hat mit der Empfehlung "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen"vom 20. Oktober 2011 die Grundlage für ein höchstmögliches Maß an gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Bildung geschaffen.
Für eine angemessene individuelle Förderung sind verschiedene Schwerpunkte sonderpädagogischer Förderung zu unterscheiden. Dabei werden die Förderschwerpunkte Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache unter dem Begriff Lern- und Entwicklungsstörungen zusammengefasst (AO-SF, § 4), die sich häufig gegenseitig bedingen oder wech­selseitig verstärken.
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förder­schwerpunkt Lernen besteht, wenn die Lern- und Leistungsausfälle schwerwiegender, umfänglicher und langdauernder Art sind.
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förder­schwerpunkt Sprache besteht, wenn der Gebrauch der Sprache nachhaltig gestört und mit erheblichem subjektiven Störungsbe­wusstsein sowie Beeinträchtigungen in der Kommunikation verbun­den ist und dies nicht alleine durch außerschulische Maßnahmen be­hoben werden kann.
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förder­schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung (Erziehungs­schwierigkeit) besteht, wenn sich ein Schüler der Erziehung so nachhaltig verschließt oder widersetzt, dass er im Unterricht nicht oder nicht hinreichend gefördert werden kann und die eigene Entwicklung oder die der Mitschülerinnen und Mitschüler erheblich gestört oder gefährdet ist. (Vgl. AO-SF § 4)
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwer­punkt Geistige Entwicklung besteht, wenn das schulische Lernen im Bereich der kognitiven Funktionen und in der Entwicklung der Ge­samtpersönlichkeit dauerhaft und hochgradig beeinträchtigt ist, und wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür sprechen, dass die Schüler­in oder der Schüler zur selbstständigen Lebensführung voraussicht­lich auch nach dem Ende der Schulzeit auf Dauer Hilfe benötigt. (AO-SF § 5)
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwer­punkt Körperliche und motorische Entwicklung besteht, wenn das schulische Lernen dauerhaft und umfänglich beeinträchtigt ist auf Grund erheblicher Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungs­systems, Schädigungen von Gehirn, Rückenmark, Muskulatur oder Knochengerüst, Fehlfunktion von Organen oder schwerwiegenden psychischen Belastungen infolge andersartigen Aussehens. (AO-SF § 6)
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förder­schwerpunkt Hören und Kommunikation besteht, wenn das schuli­sche Lernen auf Grund von Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit schwerwiegend beeinträchtigt ist. Gehörlosigkeit liegt vor, wenn lautsprachliche Informationen der Umwelt nicht über das Gehör aufgenommen werden können.
Schwerhörigkeit liegt vor, wenn trotz apparativer Versorgung laut­sprachliche Informationen der Umwelt nur begrenzt aufgenommen werden können und wenn erhebliche Beeinträchtigungen in der Ent­wicklung des Sprechens und der Sprache oder im kommunikativen Verhalten oder im Lernverhalten auftreten oder wenn eine erhebliche Störung der zentralen Verarbeitung der Höreindrücke besteht. (AO-SF § 7)
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förder­schwerpunkt Sehen besteht, wenn das schulische Lernen auf Grund von Blindheit oder Sehbehinderung schwerwiegend beeinträchtigt ist.
Blindheit liegt vor, wenn das Sehvermögen so stark herabgesetzt ist, dass die Betroffenen auch nach optischer Korrektur ihrer Umwelt überwiegend nicht visuell begegnen. Schülerinnen und Schüler, die mit Erblindung rechnen müssen, werden bei der Feststellung des Be­darfs an sonderpädagogischer Unterstützung Blinden gleichgestellt.
Eine Sehbehinderung liegt vor, wenn auch nach optischer Korrek­tur Teilfunktionen des Sehens, wie Fern- oder Nahvisus, Gesichts­feld, Kontrast, Farbe, Blendung und Bewegung erheblich einge­schränkt sind oder wenn eine erhebliche Störung der zentralen Ver­arbeitung der Seheindrücke besteht. (AO-SF § 8)
Binnendifferenzierung über einen längeren Zeitraum
Gemeinsames Beobachten für eine umfassende Diagnostik
Effektiveres gemeinsames Planen von präventiven Maßnahmen bei
Transparenz und Austausch der Kompetenzen der beteiligten Lehrkräfte
- aktuelle unterrichtliche Lernsituation und Lernentwicklung
- Entwicklungen oder Probleme hinsichtlich der Lernentwicklung
- Neuerungen und Probleme im Lebensumfeld der Schüler/-innen und
- Aktuelle Vorkommnisse in Unterricht und Pausen
- Differenziertes Unterrichtsmaterial und dessen Weiterentwicklung
- Förderplanung
Die primäre Unterrichtsverantwortung obliegt den Regelschullehrern, die Sonderpägagogen unterstützen durch zusätzliches Material oder differenzierte Hilfen („Supplemental-teaching“).
Beide Lehrkräfte unterrichten in unterschiedlichen Bereichen Schüler/-innen mit unterschiedlichem Niveau („Remedial-teaching“) bzw. beide Lehrkräfte unterrichten zeitgleich verschiedene Niveaugruppen.
Beide Lehrkräfte führen den Unterricht mit der gesamten Schülergruppe durch, dabei übernehmen sie wechselweise die Führung („Team-teaching“)
Für den inklusiven Unterricht gelten Prinzipien, die durch offene Unterrichtssituationen leichter möglich werden. Zu solchen Grundlagen zählen zum Beispiel die Anwendung verlässlicher Rituale, die Klarheit der Aufgabenstellung oder das Lernen an Stationen.
Offene Unterrichtsformen sind besonders für das Prinzip der inneren Differenzierung geeignet. Die Anleitung zum selbstständigen Arbeiten wird gefördert durch:
- Individuelle Lernziele gemäß des Förderschwerpunktes und
die daraus folgenden Fördermaßnahmen.
Die Richtlinien und Rahmenpläne der Verbundschule (Kl. 8-10) und der Sekundarschule (Kl. 5-7) sowie die Bildungspläne der entsprechenden Förderschule bilden die Grundlage zurLeistungsbewertung für die Schüler/-innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die zieldifferent unterrichtet werden.
- Geistige Entwicklung (GG)
- Hören und Kommunikation (HK)
- Körperliche und motorische Entwicklung (KM)
- Sehen (SE)
- Sprache (SQ)
- und/oder mit anerkannter Schwerbehinderung
Fortbildungen und SCHILF-Veranstaltungen zum Thema „Inklusion und Integrative Lerngruppen“ sind relevant und sind Bestandteil des Schulprogramms der Abraham-Frank-Sekundarschule Velen/Ramsdorf.Schwerpunkte der Schulentwicklungsarbeit in den kommenden Jahren sind Fortbildungen des Lehrerkollegiums in Bereichen wie Kooperation und Teamarbeit, Beratung, Umgang mit auffälligen Schüler/-innen oder Förderplanarbeit. Interessant sind auch didaktische Methoden, die einen offenen Unterricht ermöglichen und kooperatives Lernen zulassen.