Source: http://www.strafrecht.jurion.de/inhalte/entscheidungen/aktuelle-urteile/bgh-urt-v-08052008-3-str-10208/
Timestamp: 2014-11-23 09:34:49
Document Index: 317720326

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 250', '§ 249', '§ 250', '§ 250', '§ 250']

JURION Strafrecht: BGH, Urt. v. 08.05.2008 - 3 StR 102/08
Annäherung an das Tatopfer mit einem in einer Hand schräg vor die Brust gehaltenen Baseballschläger als Verwendung eines gefährlichen Werkzeugs i.S.d. Raub-Qualifikationstatbestandes - Halten eines Baseballschlägers in Gegenwart des Tatopfers als konkludente Drohung mit einer Gewaltanwendung
Aktenzeichen: 3 StR 102/08
Rechtsgrundlagen: § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB
Vorinstanz: LG Oldenburg - 03.09.2007
Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom 3. September 2007 mit den Feststellungen aufgehoben.
Das Landgericht hat die Angeklagten B. , La. und L. jeweils des schweren Raubes, den Angeklagten M. der Beihilfe zum schweren Raub schuldig gesprochen. Den Angeklagten B. hat es deswegen zur Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten, den Angeklagten La. zur Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie den Angeklagten L. unter Einbeziehung einer Vorstrafe zur Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Gegen den Angeklagten M. hat es eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verhängt. Die hiergegen gerichtete, zu Ungunsten der Angeklagten eingelegte Revision der Staatsanwaltschaft rügt die Verletzung sachlichen Rechts. Die Beschwerdeführerin beanstandet insbesondere, dass das Landgericht die Tat nicht als besonders schweren Raub gemäß § 249 Abs. 1, § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB gewürdigt hat. Das vom Generalbundesanwalt vertretene Rechtsmittel hat Erfolg.
1. Die Auffassung des Landgerichts, der unbekannte Mittäter der Angeklagten habe, als er mit dem mit einer Hand schräg vor seine Brust gehaltenen, etwa 60 cm langen Baseballschläger aus Metall dem Opfer allein gegenübertrat, in objektiver Hinsicht lediglich den Qualifikationstatbestand des § 250 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a StGB, nicht aber den des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB verwirklicht, hält rechtlicher Prüfung nicht stand.
Zutreffend geht das Landgericht allerdings zunächst davon aus, dass es sich bei dem Baseballschläger um ein gefährliches Werkzeug im Sinne beider Qualifikations