Source: https://www.peterlang.com/view/9783631693285/xhtml/chapter006a.xhtml
Timestamp: 2018-02-19 20:02:17
Document Index: 344722671

Matched Legal Cases: ['de lege lata', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 8']

1. Beispiel de lege lata: § 8c Abs. 1 KStG i.d.F. 2008 : Körperschaftsteuerliche Verluste junger innovativer Unternehmen
1. Beispiel de lege la...
Als Beispiel für eine solche Regelungstechnik ist § 8c Abs. 1 KStG i.d.F. 2008 zu nennen. Auf Tatbestandsebene knüpft die Vorschrift für die Frage der Fortführung der Verlustnutzung allein an den Erwerb einer Beteiligung von mehr als 25 bzw. 50 Prozent durch einen Erwerber innerhalb eines Fünf-Jahres-Zeitraumes an.1236 Die Rechtsfolge des quotalen bzw. kompletten Wegfalls der Verlustnutzung bezieht sich jedoch immer auf die Verluste bzw. Verlustvorträge der gesamten Gesellschaft.
Die Literatur hat teilweise angemerkt, dass die Regelungstechnik des § 8c Abs. 1 KStG i.d.F. 2008 das System der Unternehmeridentität nach § 10a GewStG (modifiziert) übernehme.1237 Die Regelungstechniken der beiden Normen unterscheiden sich jedoch in wesentlichen Punkten.
Die Unternehmeridentität i.S.d. § 10a i.S.d. Sätze 4 und 5 GewStG erfasst keine Kapitalerhöhungen und lässt Verlustvorträge immer nur in der Höhe entfallen, wie sie den alten Gesellschaftern während der Verlustphasen zugerechnet wurden. Daher besteht auch kein Erfordernis, einen Zeitraum zu bestimmen, während dem die Übertragungen von Anteilen zusammengerechnet werden müssen. An wen die alten „verlustbehafteten“ Anteile übertragen werden bzw. wie hoch der Anteil ist, den der jeweilige neue Anteilseigner erhält, ist irrelevant.1238 Die Unternehmeridentität nach § 10a GewStG verfolgt damit eine systematische „altgesellschafterbezogene“ Sichtweise.
§ 8c Abs. 1 KStG i.d.F. 2008 liegt dagegen eine erwerberbezogene Denkweise zu Grunde. Verlustvorträge gehen nur unter, wenn ein neuer Erwerber mehr als 25 Prozent der Anteile übernimmt. Solange zwar mehr als 25 Prozent oder sogar mehr...