Source: https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/179478-toilettenpapier-mehrbedarf-beantragen-weil-extremer-verbrauch-op.html
Timestamp: 2017-11-20 03:32:27
Document Index: 309573539

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 24', '§ 22', '§ 21']

Kann ich Toilettenpapier als Mehrbedarf beantragen, weil extremer Verbrauch nach OP ? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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16.01.2017, 22:50 #1
Kann ich Toilettenpapier als Mehrbedarf beantragen, weil extremer Verbrauch nach OP ?
Leute ihr werdet jetzt lachen......
Aber ich habe keine Gallenblase mehr. Seitdem sie raus ist, brauche ich nur morgens kurz einen Kaffee oder Tee zu trinken und ab gehts aufs Klo.
Dabei bleibt es aber nicht...am Tag muss ich ca. 5 mal....im Gegensatz zu früher, als ich die Gallenblase noch hatte.Da gings 1 mal auf die Schüssel, wenn überhaupt. Ich schätze das wird mir jeder Arzt bescheinigen. Auch der Krankengymnast meiner Tochter meinte, ich soll mir das Klo schon mal schön einrichten....
Mein Toilettenpapierverbrauch hat sich mindestens um 300% erhöht ( pro Woche, pro Tag, pro Monat) egal....
Bei dem Antrag würden sich wohl die SB vor lachen krümmen. Aber auch das geht ins Geld.
17.01.2017, 00:25 #2
AW: Kann ich Klopapier als Mehrbedarf beantragen ?
Tipp: Was tun nach der Gallenblasen OP - Top-Gesundheitstipps
17.01.2017, 00:32 #3
du kannst einen Antrag auf Mehrbedarf stellen. Die Auflistung dafür hab ich unten angehängt.
Regelsätze u Mehrbedarf 2017.pdf (287,7 KB, 55x aufgerufen)
17.01.2017, 01:40 #4
Rechtsgrundlage wäre hier allenfalls § 21 Abs. 6 SGB II. Allerdings löst nicht jeder weiter laufende Bedarf auch einen Mehrbedarf im Sinne des 21 Abs. 6 SGB II aus.
Das LSG Hamburg sagt z. B. dazu:
Selbst wenn bei dem Kläger von einem anzuerkennenden Bedarf für die Anwendung der von ihm verwendeten Lotion wegen einer Hauterkrankung auszugehen wäre, müsste dieser Bedarf auch unabweisbar sein, also erheblich von einem durchschnittlichen Bedarf abweichen. Nicht jeder qualitative Mehrbedarf gegenüber einer einzelnen in den Regelbedarf eingeflossenen Position bzw. nicht jeder geringfügige quantitative Mehrbedarf stellt zugleich auch einen besonderen Bedarf im Sinne des § 21 Abs. 6 SGB II dar (von Bötticher, LPK-SGB II, a.a.O., § 21 Rn. 37). Ein unabweisbarer Mehrbedarf kann vielmehr nur angenommen werden, wenn der Bedarf den einschlägigen Ansatz für den Regelbedarf in der jeweiligen Abteilungen nennenswert überschreitet (vgl. von Bötticher, a.a.O., § 21 Rn. 39 m.w.N.), was hier nicht der Fall ist. Die von dem Kläger angegebenen monatlichen Kosten für das Körperpflegemittel in Höhe von 13,80 EUR liegen nur marginal über dem seinerzeitigen monatlichen Kostenansatz für Gesundheitspflege mit 13,64 EUR, was 3,8 % des Eckregelsatzes von seinerzeit 359 EUR pro Monat entspricht.
3,8% von 407 Euro sind, 15.46 Euro. Du müsstest also nachweisen, dass die ca. 4 bis 6 Euro/Monat mehr, die 3 Päckchen Klopapier anstelle von einem kosten, nicht aus dem Regelsatz zu bezahlen sind und du auch nicht aus anderen Postitonen des Regelsatzes "umschaufeln" kannst.
Grob gesagt: m. E. n. dürfte dein Begehren aufgrund der relativen Geringfügigkeit ins Leere laufen. Aber versuchen kostet ja nix.
17.01.2017, 05:57 #5
Ich würde einen Antrag auf Mehrbedarf stellen. In einem aktuellen BA-Dokument der BA wir ein Mehrbedarf von 10% der RL bei einer Erkrankung wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa als möglich genannt (= 40,90 €). Bei Zöliakie / einheimische Sprue ist ein Mehrbedarf von 20% möglich (= 81,80 €).
Die BA selbst erklärt in einer internen Verfahrenshilfe, dass nicht abschließend alle Erkrankungen aufgeführt werden, für die ein Mehrbedarf gewährt werden kann. Der Höhe nach sind Abweichungen in besonders gelagerten Einzelfällen möglich. Ergo: Probieren geht über Studieren!
17.01.2017, 10:59 #6
AW: Kann ich Toilettenpapier als Mehrbedarf beantragen, weil extremer Verbrauch nach OP
das "Häufige" erledigt sich von alleine.
Ich hatte nach der Gallenblasenentfernung das gleiche "Problem"...und nun nach 1,5 Jahren ist alles wieder normal.
Für die Zwischenzeit könnte es ja klappen mit dem Mehrbedarf. Stell doch einfach mal den Antrag.
17.01.2017, 12:50 #7
Das sind Mehrbedarfe für ERNÄHRUNG, der MB für Ernährung ist gesetzmäßig auch vorgesehen wie z. B. auch die notwendige Deckung eines zusätzlichen Bedarfs für die Reparatur und Anschaffung therapeutischer Geräte.
Nun will der TE das Klopapier aber weder essen noch will er es als Hüpfballersatz nutzen....
Also scheidet ein Mehrbedarf bei kostenaufwendiger Ernährung genauso aus wie ein Bedarf nach § 24 Abs. 3 Nr. 3 SGB II.
17.01.2017, 13:12 #8
Meine OP ist auch schon locker 1 Jahr her, wenn nicht mehr...
Und da hat sich nicht viel grundlegendes geändert
17.01.2017, 14:45 #9
Komisch, dass du dich dann auch bemühst und dich auf eine Diskussion einlässt. Oder eher: "deinen Senf" dazu abgibst. DAS finde ich traurig, denn dein Einwurf ist flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig.
Für das Wasser gäbe es schon allein deswegen keinen Mehrbedarf als dass das Wasser in den Mietkosten enthalten ist und daher gem. § 22 Abs. 1 SGB II sowieso schon vom Jobcenter übernommen wird. Sollte es wegen des Wassers zu einer Überschreitung der Angemessenheitsgrenze kommen, müsste das JC mit einem Kostensenkungsverfahren reagieren und der TE kann dann in diesem Verfahren seine gesundheitlichen Probleme in die Waagschale werfen.
Reicht es nicht, wenn du deine komischen Ansichten und Meinungen in deinen eigenen Threads von dir gibst?
17.01.2017, 17:56 #10
glaub mir, es wird irgendwann weniger...was allerdings geblieben ist...es ist nicht mehr zuverlässig..
d.h. entweder Durchfall oder Verstopfung...
scheinbar hängt das mit dem direkten "Abfluss" der Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Darm zusammen...vor der OP gab ja die Gallenblase die Gallenflüssigkeit als Verdauungshilfe weiter..das ist ja nun weggefallen.
Bei mir war es so, dass ich vorher unendlich unter Verstopfung gelitten habe...kein arzt ist mal drauf gekommen, mal die Gallenblase zu schallen.
Erst als Schmerzen auftraten..da hieß es dann...ja, sind wohl STeine da, aber die Blutwerte sind ja gut.
Man hat mich dann 7 Jahre damit rumlaufen lassen..ständig Schmerzen..aber die Blutwerte waren ja gut.
Bis ich dann nicht mehr konnte und eigenmächtig zur Notaufnahme ins Krankenhaus gefahren bin..
die schauten auch nach und befanden: ja, eigentlich alles gut, bis auf die paar STeine..aber wir schauen mal.
Operation am nächsten Tag und siehe da, abends stand der Operateur am Bett und meinte, dass es allerhöchste Zeit gewesen wäre, es wäre eine akute Gallenblasenentzündung..und die war kurz vor dem Platzen!
Die Steine waren so verbacken miteinander, dass sie Schwierigkeiten hatten, alles mit der minimal-invasiven OP herauszubefördern..es ging aber alles gut..und ich habe keine Schmerzen mehr..
17.01.2017, 21:19 #11
Mir wurde Anfang 1992 die Gallenblase entfernt. Die nächsten ca. 16 Jahre hatte ich sehr schlimme Durchfälle und eine wahre Odyssee hinter mit. Irgendwann hat eine Ärztin die richtige Diagnose gestellt: Ich verdaue zu schnell. Das ist eine Nebenwirkung der Gallenblasenentfernung. - Vielleicht kannst du das mal im Hinterkopf behalten.
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