Source: https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/krise-und-konflikt/kinder--und-jugendhilfe
Timestamp: 2019-05-20 15:13:21
Document Index: 202021496

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§13', '§ 11', '§ 15', '§ 16', '§ 21']

Familienportal - Krise & Konflikt: Kinder- & Jugendhilfe
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für Jugendliche sind:
Die Jugendarbeit ist in §§ 11-12 SGB VIII geregelt und fördert die Entwicklung junger Menschen durch informelle und non-formale Freizeitangebote und Einrichtungen, die die Interessen, die Selbstpositionierung und Entfaltung der jungen Menschen im Fokus haben.
Es gibt offene Formen der Jugendarbeit, die kostenfrei, ohne Mitgliedschaften und Zugangsvoraussetzungen in Anspruch genommen werden können. Wie zum Beispiel Jugendclubs oder Abenteuerspielplätze. Auch Jugendverbände wie die Pfadfinder, die Sportjugend oder die Rotkreuz- und Feuerwehrjugend sowie zahlreiche Angebote der kulturellen Kinder- und Jugendbildung werden in ihrer Arbeit durch die Kinder - und Jugendhilfe gefördert. Zudem arbeiten Träger der politischen Jugendbildung außerhalb der Schule gemeinsam mit den Jugendlichen an Fragen des Gemeinwesens. Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören auch der internationale Jugendaustausch, die Jugendberatung sowie die Kinder- und Jugenderholung.
Im Gegensatz zur Jugendarbeit, die normalerweise allen Jugendlichen zur Verfügung steht, richtet sich die Jugendsozialarbeit an junge Menschen, die sozial benachteiligt oder individuell beeinträchtigt sind. Das können leistungsschwache Schülerinnen und Schüler, Kinder mit Migrationshintergrund oder Menschen mit psychischen Problemen sein. Ziel ist es, die Heranwachsenden in ihrer Schul- und Berufsausbildung sowie ihrer Eingliederung in die Arbeitswelt zu unterstützen. Auch die allgemeine soziale Integration soll gefördert werden.
Die Kommune entscheidet auf der Grundlage des §13 SGB VIII in welchem Umfang sie meist in Zusammenarbeit mit freien Trägern Angebote der Jugendsozialarbeit vorhält. Denkbar sind zum Beispiel:
Individuelle Begleitung am Übergang von der Schule zum Beruf
Gruppenangebote zur Verbesserung der Kompetenzsteigerung
Neben dem gesetzlichen Jugendschutz gibt es den sogenannten "erzieherischen Kinder- und Jugendschutz". Er soll Jugendliche vorbeugend vor möglichen Schädigungen wie zum Beispiel Drogenkonsum schützen. Die Maßnahmen und Angebote für junge Menschen und Erziehungsberechtigte sollen Jugendlichen zu Kritik- und Entscheidungsfähigkeit sowie zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung verhelfen, zum Beispiel in den Bereichen:
Informationen über Drogen und andere gesundheitliche Risiken
§ 11 bis § 15 Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII)
Kooperationsverbund Jugendsolzialarbeit
Die Kinder- und Jugendhilfe bietet für Familien:
Gemeinsame Wohnformen für Mütter, Väter und Kinder
Die gesetzliche Jugendhilfe richtet an Jugendliche und deren Erziehungsberechtigte. Sie sollen in ihren Erziehungsaufgaben unterstützt werden. Dazu gehört auch der Umgang mit Konflikt- und Krisensituationen in der Familie.
Familie bedeutet heutzutage mehr als die klassische Mutter-Vater-Kind-Konstellation. Es existieren viele unterschiedliche Formen des Zusammenlebens. Auch Kinder und Jugendliche befinden sich in unterschiedlichsten Lebenssituationen, so dass Mütter und Väter individuelle Erziehungsaufgaben bewältigen müssen. Die Kinder- und Jugendhilfe will die Erziehungsberechtigten dabei fördern, indem interessenspezifische Beratungs- und Informationsangebote gemacht werden, wie:
Angebote der Familienbildung,
Familien- oder Mütterzentren,
Elterntelefone oder Elternbriefe.
Familienfreizeit und Erholung
Familienfreizeit und -erholung wird gefördert, um das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie zu stärken und Eltern zu entlasten. Familienferienstätten bieten Angebote für gemeinsame Urlaube an. Die Angebote beinhalten Freizeitaktivitäten und Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor Ort sowie Bildungsangebote für Groß und Klein.
Mütter und Väter haben einen Anspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, die helfen soll, ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen sowie Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen. Im Fall einer Trennung oder einer Scheidung sollen die Eltern unterstützt werden, ihrer Elternverantwortung zum Wohle des Kindes zu nachzukommen.
Die Eltern sind bei der Entwicklung eines einvernehmlichen Konzeptes für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge zu unterstützen.
Mütter und Väter, die allein für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen, können sich zur Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts beraten und unterstützen lassen. Auch bei der Geltendmachung von Unterhalts- oder Unterhaltsersatzansprüchen ihres Kindes.
Familien können durch eine schlechte Wohnsituation oder persönliche und soziale Schwierigkeiten belastet werden. Die gesetzliche Jugendhilfe ermöglicht betroffenen Eltern, die Unterstützung bei der Pflege und Erziehung ihres Kindes, die sie benötigen, gemeinsam mit dem Kind in einer geeigneten Wohnform betreut zu werden, wenn das jüngste Kind zum Zeitpunkt des Hilfebeginns unter 6 Jahren alt ist. Bei der Auswahl und Gestaltung der einzelnen Wohnform ist die Lebenslage der Familie entscheidend. Möglich sind:
Wenn ein Elternteil die Betreuung seines Kindes aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen (zum Beispiel Entbindung, Kur, Auslandsaufenthalt oder Strafhaft) nicht wahrnehmen kann, kann der andere Elternteil bei der Betreuung und Versorgung des Kindes unter folgenden Voraussetzungen unterstützt werden:
Er ist wegen berufsbedingter Abwesenheit nicht in der Lage, die Betreuung zu übernehmen.
Die Hilfe ist erforderlich, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten.
Die Angebote der Förderung des Kindes in Tageseinrichtungen oder in Tagespflege reichen nicht aus.
Familiäre Selbsthilfe
Verwandte, die mit dem Kind in einem Haushalt leben und bei der Betreuung aushelfen, erhalten keine Entgelte oder Kostenerstattungen.
Verwandte, die nicht mit dem Kind in einem Haushalt leben, können Kosten für die Zeit der Versorgung und Betreuung des Kindes erstattet werden. Das gilt für:
nachgewiesene Fahrtkosten
nachgewiesene Verdienstausfälle.
Wenn Hilfe durch Verwandte nicht oder nicht ausreichend möglich ist, ist es sinnvoll bestehende Angebote der Nachbarschaftshilfe in Anspruch zu nehmen. Diese Form der Unterstützung sollte angeregt, genutzt und - wenn erforderlich - gefördert werden. Erfolgt die Betreuung und Versorgung des Kindes ehrenamtlich, wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.
Ziel dieser Leistung der Kinder- und Jugendhilfe ist der Erhalt des familiären Lebensraumes für die Kinder, auch wenn die Hauptbetreuungsperson ausfällt. Die Unterbringung außerhalb der Familie soll so vermieden werden.
Schulverweigerung verringert Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Ohne Schulabschluss können junge Menschen keine qualifizierte Ausbildung beginnen und haben darum schlechtere Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Das Risiko der Abhängigkeit von sozialstaatlichen Hilfen steigt. In Deutschland verlassen rund sechs Prozent der Schulabgängerinnen und Schulabgänger eines Jahrgangs die Schule ohne Abschluss.
Mit "JUGEND STÄRKEN im Quartier" bündeln das Familien- und das Umweltministerium Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) in einem gemeinsamen Programm. Das Programm unterstützt Angebote für junge Menschen, die dabei helfen, soziale Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf zu überwinden. Dadurch wird die kommunale Jugendsozialarbeit vor Ort entscheidend gestärkt.
Die Angebote kommen insbesondere jungen Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren zu Gute, denen eine Perspektive für die Zukunft fehlt und die durch andere Angebote nicht erreicht werden. Damit sind zum Beispiel schulverweigernde Jugendliche, Jugendliche, die Arbeitsmarktmaßnahmen abgebrochen haben und junge Zugewanderte mit besonderem Integrationsbedarf gemeint. "JUGEND STÄRKEN im Quartier" unterstützt junge Menschen bei der (Re-)Integration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft. Ziel ist es, sie mit niedrigschwelligen Angeboten zu aktivieren und ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeit zu stärken.
"JUGEND STÄRKEN im Quartier" kombiniert verschiedene sozialpädagogische Angebote, die entsprechend der Bedarfslage der Zielgruppen in der Kommune gestaltet werden können. Die öffentliche Jugendhilfe steuert und koordiniert die Angebote. Sie arbeitet dabei im Sinne einer "Förderung aus einer Hand" eng mit freien Jugendhilfeträgern, Jobcentern, Agenturen für Arbeit, Schulen, Quartiersmanagements und weiteren Kooperationspartnern zusammen. Das Vorhaben geht ab 2019 in eine neue Förderrunde.
Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII): § 16 bis § 21