Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvL%206/12
Timestamp: 2018-05-22 07:53:45
Document Index: 121349554

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 109', 'Art. 143', 'Art. 143', 'Art. 109', 'Art. 109', '§ 35', '§ 80', '§ 35', 'Art. 33', 'Art. 33']

Rechtsprechung: 2 BvL 6/12 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 07.06.2016
Zu den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums zählt das für die Besoldung der Beamten und Richter maßgebliche Alimentationsprinzip (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 92;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 71).
Dieses verpflichtet den Dienstherrn, die Beamten und Richter sowie ihre Familien lebenslang angemessen zu alimentieren und ihnen nach ihrem Dienstrang, nach der mit ihrem Amt verbundenen Verantwortung und nach der Bedeutung der rechtsprechenden Gewalt und des Berufsbeamtentums für die Allgemeinheit entsprechend der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse und des allgemeinen Lebensstandards einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewähren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 93;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, -7- juris Rn. 72).
Für die Beurteilung der Angemessenheit der Alimentation kommt es auf deren Gesamthöhe an, zu deren Ermittlung neben dem Grundgehalt auch weitere Besoldungsbestandteile wie Sonderzahlungen oder Stellenzulagen heranzuziehen sind (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 93;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 72).
Bei der Verwirklichung der aus Art. 33 Abs. 5 GG folgenden Pflicht zur amtsangemessenen Alimentation besitzt der Gesetzgeber einen weiten Entscheidungsspielraum (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 94;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 73).
Verbunden damit ist eine Beschränkung der gerichtlichen Kontrolle darauf, ob die gesetzgeberische Entscheidung über die Alimentation die prozeduralen Anforderungen missachtet und die Höhe der Alimentation evident unzureichend ist (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 96ff.;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 75ff.).
Zum Umfang der prozeduralen Anforderungen führt das Bundesverfassungsgericht aus (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 130;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 113):.
Maßgebliche Kriterien sind (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 97ff.;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 75ff.): - 10 - - die Differenz zwischen der Besoldungsentwicklung und den Tarifergebnissen der Angestellten im öffentlichen Dienst mit vergleichbarer Ausbildung und Tätigkeit im Land Bremen (1), - die Differenz zwischen der Besoldungsentwicklung und der Entwicklung des Nominallohnindex im Land Bremen (2), - die Differenz zwischen der Besoldungsentwicklung und der Entwicklung des Verbraucherpreisindex im Land Bremen (3), - der Vergleich zwischen den Besoldungsordnungen im Land Bremen (4) und - der Vergleich mit der Besoldung des Bundes und anderer Länder (5).
Zu vergleichen ist die Entwicklung über einen Zeitraum von 15 Jahren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 102;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 81).
Dabei ist eine Abweichung von mehr als 5 Prozentpunkten ein Indiz für eine unzureichende Alimentation (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 101;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 80).
Ferner ist der fünf Jahre davorliegende Zeitraum, vorliegend der Zeitraum vom 01.01.1994 bis 31.12.2008, zu untersuchen, um statistische Ausreißer zu identifizieren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 102;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 81).
Der Verwendung dieser Daten steht nicht entgegen, dass sie die Entwicklung der Tarifgehälter nicht exakt wiedergeben (im Ergebnis ebenso BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 141;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 125).
Eine Abweichung um bis zu 5 Prozentpunkte löst keine Indizwirkung aus (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 105;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 84).
Diese Differenz lässt nicht den Rückschluss zu, dass die höheren Werte für die Jahre 1999 bis 2013 und 2000 bis 2014 statistische Ausreißer enthalten, die einer Korrektur bedürfen (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 102;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 81).
Eine Indizwirkung besteht bei einer Abweichung von mehr als 5 Prozentpunkten (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 108;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 87).
Eine solche Indizwirkung ist regelmäßig bei einer Abschmelzung der Abstände zwischen zwei vergleichbaren Besoldungsgruppen um mindestens 10 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren gegeben (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 112;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 92).
Vielmehr hat der Gesetzgeber insoweit einen Gestaltungsspielraum (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 94;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 73).
Eine dafür notwendige erhebliche Gehaltsdifferenz ist in der Regel gegeben, wenn das streitgegenständliche jährliche Bruttoeinkommen einschließlich von Sonderzahlungen 10 Prozent unter dem Durchschnitt der übrigen Länder im gleichen Zeitraum liegt (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 115;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 98).
Maßgebliche Kriterien sind (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 116ff.;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 99ff.):.
Die Gerichte nehmen im rechtsstaatlichen Gefüge wichtige Aufgaben wahr (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 154).
Einer Abkoppelung steht auch die Zielsetzung der amtsangemessenen Alimentation entgegen, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für geeignete Bewerber zu erhalten (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 117).
Änderungen des Beihilferechts sind daher bei der Bewertung der Amtsangemessenheit der Alimentation zu berücksichtigen (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 122;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 105).
Der Dienstherr ist verpflichtet, den Unterhalt der Beamten und Richter lebenslang zu garantieren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 123;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 106).
Kürzungen im Bereich des Versorgungsrechts haben unmittelbare Auswirkungen auf die Besoldung während der aktiven Dienstzeit, weil der Amtsträger einen größeren Teil seiner Bezüge zum Zwecke der privaten Altersvorsorge aufwenden muss, um nicht übermäßige Einbußen seines Lebensstandards bei Eintritt in den Ruhestand hinnehmen zu müssen (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 123;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 106).
(4) Der Vergleich der R 1-Besoldung mit Einkommen von Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft mit vergleichbarer Qualifikation und Verantwortung als weiteres heranzuziehendes Kriterium (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 124;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 107) bestätigt die Vermutung ebenfalls.
Diese Vorgabe ist daher grundsätzlich nicht ausreichend, um den Grundsatz der amtsangemessenen Alimentierung einzuschränken (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 127;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 110).
Eine Rechtfertigung ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nur dann möglich, wenn ein Ausnahmefall nach Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG gegeben ist (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 127;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 110).
Die verfassungsrechtliche Verpflichtung nach Art. 143d Abs. 2 Satz 4 GG geht infolgedessen über die nach Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG hinaus (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 126;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 109).
Dazu muss die Einschränkung Teil eines in der Gesetzesbegründung dargelegten schlüssigen und umfassenden Konzepts der Haushaltskonsolidierung sein (vgl. im Hinblick auf Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 127;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 110).
Dabei verpflichtet das besondere Treueverhältnis Richter und Beamte nicht dazu, stärker als andere zur Haushaltskonsolidierung beizutragen (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 127).
vgl. BVerfGE 139, 64 (…111 f. Rn. 93) m.z.w.N.
BVerfGE 139, 64 (…112 Rn. 94) m.z.w.N.
BVerfGE 139, 64 (…112 f. Rn. 95 f.) m.z.w.N.
BVerfGE 139, 64 (…113 f. Rn. 98).
BVerfGE 139, 64 (…114 f. Rn. 99 ff.).
BVerfGE 139, 64 (…115 f. Rn. 103 ff.).
BVerfGE 139, 64 (…116 f. Rn. 106 ff.).
BVerfGE 139, 64 (…117 f. Rn. 109 ff.).
BVerfGE 139, 64 (…118 ff. Rn. 113 ff.).
BVerfGE 139, 64 (…120 f. Rn. 116).
BVerfGE 139, 64 (…124 f. Rn. 125).
BVerfGE 139, 64 (…126 Rn. 128).
BVerfGE 139, 64 (…126 f. Rn. 129 f.).
Zu den einzelnen Erhöhungen der Richterbesoldung in NRW zwischen 1993 und 2014 im Einzelnen siehe z.B. BVerfGE 139, 64 (…139 f. Rn. 169); VG Münster, Urteil vom 26.01.2016 - 5 K 1609/14 -, juris, Rn. 70 ff., 262 ff.
Der Umstand, dass das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 05.05.2015 - 2 BvL 17/09 u.a. - solche Festbetragserhöhungen unberücksichtigt gelassen hat, ist allein darauf zurückzuführen, dass diese sich nicht erheblich auswirkten und daher aus Gründen der Vereinfachung außen vor gelassen werden konnten.
vgl. BVerfGE 139, 64 (…130 Rn. 140, 145 Rn. 185); siehe auch BVerfGE 140, 240 (…300 Rn. 124).
Siehe BVerfGE 139, 64 (…122 ff. Rn. 122 f., 136 f. Rn.158).
So im Ergebnis auch BVerfGE 139, 64 (…130 Rn. 141); VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.06.2016 - 4 S 1094/15 -, juris, Rn. 61; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 02.06.2016 - OVG 4 B 1/09 -, juris, Rn. 109; Stuttmann, NVwZ 2015, 1007 (1009); vgl. aber VG Münster, Urteil vom 26.01.2016 - 5 K 1609/14 -, juris, Rn. 102 ff., sowie VG Gelsenkirchen, Urteil vom 23.09.2015 - 1 K 331/14 -, juris, Rn. 123 ff., die zusätzlich auch die Vergütung nach dem TVöD in den Blick nehmen.
BVerfGE 139, 64 (…115 Rn. 102); vgl. auch VG Münster, Urteil vom 26.01.2016 - 5 K 1609/14 -, juris, Rn. 203.
vgl. BVerfGE 139, 64 (…117 Rn. 108); 140, 240 (…284 Rn. 87); siehe auch VG Gelsenkirchen, Urteil vom 15.03.2016 - 12 K 1012/14 -, juris, Rn. 452 ff.; a.A. Stuttmann, NVwZ 2015, 1007 (1010).
Siehe BVerfGE 139, 64 (…117 f. Rn. 109 ff.); 140, 240 (…285 f. Rn. 91 f.).
vgl. dazu auch bereits BVerfGE 139, 64 (…141 f. Rn. 176).
vgl. BVerfGE 139, 64 (…124 Rn. 123).
BVerfGE 139, 64 (…120 Rn. 116).
BVerfGE 139, 64 (…121 Rn. 117).
vgl. dazu auch BVerfGE 139, 64 (…140 Rn. 170, 141 ff. Rn. 176 ff.).
So auch VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.06.2016 - 4 S 1094/15 -, juris, Rn. 85; VG Gelsenkirchen, Urteil vom 15.03.2016 - 12 K 1012/14 -, juris, Rn. 537; VG Gelsenkirchen, Urteil vom 23.09.2015 - 1 K 331/14 -, juris, Rn. 206; vgl. dazu auch den Prüfungsgang in BVerfGE 139, 64 (…142 f. Rn. 177 f.), und BVerfGE 140, 240 (…315 Rn. 168), wo auf die Begründungspflichten lediglich im Zusammenhang mit dem relativen Schutz des Alimentationsprinzips bei Besoldungskürzungen eingegangen wird.
Dieses verpflichtet den Dienstherrn, die Beamten und Richter sowie ihre Familien lebenslang angemessen zu alimentieren und ihnen nach ihrem Dienstrang, nach der mit ihrem Amt verbundenen Verantwortung und nach der Bedeutung der rechtsprechenden Gewalt und des Berufsbeamtentums für die Allgemeinheit entsprechend der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse und des allgemeinen Lebensstandards einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewähren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 93;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 72).
Verbunden damit ist eine Beschränkung der gerichtlichen Kontrolle darauf, ob die gesetzgeberische Entscheidung über die Alimentation die prozeduralen Anforderungen missachtet und die Höhe der Alimentation evident unzureichend ist (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 96 ff.;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 75ff.).
Maßgebliche Kriterien sind (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 97ff.;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 75ff.):.
- 11 - Zu vergleichen ist die Entwicklung über einen Zeitraum von 15 Jahren (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 102;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 81).
Die Differenz im Zeitraum 1995 bis 2009 lässt aber nicht den Rückschluss zu, dass die höheren Werte für die Jahre 1999 bis 2013 und 2000 bis 2014 statistische Ausreißer enthalten, die einer Korrektur bedürfen (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 102;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 81).
- 22 - Einer Abkoppelung steht auch die Zielsetzung der amtsangemessenen Alimentation entgegen, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für geeignete Bewerber zu erhalten (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 117).
(4) Der Vergleich der C 3-Besoldung mit Einkommen von Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft mit vergleichbarer Qualifikation und Verantwortung als weiteres heranzuziehendes Kriterium (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 124;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 107) bestätigt die Vermutung ebenfalls.
Dazu muss die Einschränkung Teil eines in der Gesetzesbegründung - 27 - dargelegten schlüssigen und umfassenden Konzepts der Haushaltskonsolidierung sein (vgl. im Hinblick auf Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 127;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 110).
Eine dafür notwendige erhebliche Gehaltsdifferenz ist in der Regel gegeben, wenn das streitgegenständliche jährliche Bruttoeinkommen einschließlich von Sonderzahlungen 10 Prozent unter dem Durchschnitt des Bundes und der übrigen Länder im gleichen Zeitraum liegt (BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 115;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 98).
(4) Der Vergleich der A 13-Besoldung mit Einkommen von Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft mit vergleichbarer Qualifikation und Verantwortung als weiteres heranzuziehendes Kriterium (vgl. BVerfG, Urt. v. 05.05.2015 - 2 BvL 17/09, juris Rn. 124;… BVerfG, Beschl. v. 17.11.2015 - 2 BvL 19/09, juris Rn. 107) bestätigt die Vermutung ebenfalls.
BVerfG, 07.06.2016 - 2 BvL 3/12, 2 BvL 6/12, 2 BvL 5/12, 2 BvL 4/12
Unzulässige Anträge auf Erlass von Vollstreckungsanordnungen (R-Besoldung Sachsen-Anhalt)
§ 35 BVerfGG, § 80 BVerfGG, Bes/RiRÄndG ST 2015
R-Besoldung Sachsen-Anhalt: Anträge auf Vollstreckungsanordnung gem § 35 BVerfGG unzulässig - Vollstreckungsanordnung bzgl der Umsetzung eines Normenerlassauftrags nur bei Untätigkeit des Gesetzgebers
Anträge auf Erlass von Vollstreckungsanordnungen; Verfassungsrechtliche Würdigung einer geänderten Gesetzeslage
Vollstreckungsanordnungen des Bundesverfassungsgerichts - und die Tätigkeit des Gesetzgebers
Richterbesoldung: Sachsen-Anhalt muss nicht nochmal nachbessern
BVerfGE 142, 116
NVwZ 2016, 1406
Die Vorlagen des Verwaltungsgerichts Halle (2 BvL 3/12 bis 6/12) betreffen die Kalenderjahre 2008 bis 2010, die Vorlage des Verwaltungsgerichts Koblenz (2 BvL 1/14) die Verfassungsmäßigkeit der Besoldung seit dem Jahr 2012, also Zeiträume, in denen die Gesetzgebungskompetenz für die Besoldung der Richter und Staatsanwälte der Länder ausschließlich bei den Ländern lag.
a) Kläger des Ausgangsverfahrens 5 A 206/09 HAL (Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichts: 2 BvL 3/12) ist ein 1962 geborener Staatsanwalt.
Kläger des Ausgangsverfahrens 5 A 207/09 HAL (Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichts: 2 BvL 4/12) ist ein 1961 geborener Richter am Verwaltungsgericht.
Kläger des Ausgangsverfahrens 5 A 208/09 HAL (Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichts: 2 BvL 5/12) ist ein 1966 geborener Richter am Verwaltungsgericht.
Der Kläger des Ausgangsverfahrens 5 A 216/09 HAL (Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichts: 2 BvL 6/12) ist Richter am Amtsgericht.
In den Verfahren 2 BvL 3/12, 2 BvL 4/12, 2 BvL 5/12 und 2 BvL 6/12 haben sich die Bundesregierung, die Landesregierung Sachsen-Anhalt, die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts, der Deutsche Richterbund, der Bund Deutscher Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen, der dbb beamtenbund und tarif- union, der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands schriftlich geäußert.
Die im Tenor näher bezeichneten Vorschriften des Landesbesoldungsgesetzes Sachsen-Anhalt 2005 (Vorlagen des Verwaltungsgerichts Halle 2 BvL 3/12, 2 BvL 4/12, 2 BvL 5/12 und 2 BvL 6/12) sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unvereinbar, soweit sie die Besoldungsgruppe R 1 betreffen.
Hieran gemessen sind die Vorgaben des Art. 33 Abs. 5 GG in der ab dem 1. September 2006 gültigen Fassung in den Verfahren 2 BvL 3/12 bis 6/12 (Vorlagen des Verwaltungsgerichts Halle) nicht erfüllt.