Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20153/85
Timestamp: 2020-02-23 05:27:22
Document Index: 114817976

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 309', '§ 781', '§ 8', '§ 307', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', '§ 11']

BGH, 15.01.1987 - III ZR 153/85 - dejure.org
https://dejure.org/1987,533
BGH, 15.01.1987 - III ZR 153/85 (https://dejure.org/1987,533)
BGH, Entscheidung vom 15.01.1987 - III ZR 153/85 (https://dejure.org/1987,533)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 1987 - III ZR 153/85 (https://dejure.org/1987,533)
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Keine Anwendung von § 11 Nr. 15 AGBG (Hinweis: jetzt § 309 Nr. 12 BGB <Fassung seit 1.1.02>) auf ein abstraktes Schuldanerkenntnis (§ 781 BGB) nach Nachtklub-Besuch, da das Schuldanerkenntnis als selbständiges Rechtsgeschäft gem. § 8 AGBG (jetzt § 307 Abs. 3 BGB <Fassung seit 1.1.02>) nicht der Inhaltskontrolle unterliegt;
§ 138 BGB, Abwälzung der Beweislast als Umstand, ...
Wirksamkeit eines abstrakten Schuldanerkenntnisses eines zahlungsunfähigen Gastes auf einem vom Gastwirt bereitgestellten Formular nach dem Ende eines Besuchs in einem Nachtclub - Nichtigkeit eines Schuldanerkenntnisses wegen vorsätzlicher Umgehung der ...
Keine AGB-rechtliche Unwirksamkeit, aber teilweise Nichtigkeit wegen Sittenwidrigkeit eines nach ausgiebigem Nachtclubbesuch ausgestellten Schuldanerkenntnisses ("Chateau d'amour")
LG Darmstadt, 31.10.1984 - 8 O 114/83
OLG Frankfurt, 09.07.1985 - 24 U 4/85
NJW 1987, 2014
NJW-RR 1987, 1075 (Ls.)
ZIP 1987, 519
WM 1987, 692
DB 1987, 1584
Dasselbe gilt, wie auch die Revisionserwiderung nicht in Frage stellt, für das gleich hohe und die Klägerin finanziell nicht weniger stark belastende vollstreckbare Schuldanerkenntnis vom 26. Juni 2001 (vgl. BGH, Urteil vom 15. Januar 1987 - III ZR 153/85, WM 1987, 692, 693).
Die Vereinbarung eines selbständigen Schuldanerkenntnisses weicht für sich genommen nicht von Rechtsvorschriften ab, da sie vom zugrunde liegenden Rechtsgeschäft und damit den Rechtsnormen, denen dieses unterliegt, unabhängig ist (BGH 15. Januar 1987 - III ZR 153/85 - DB 1987, 1584).
Sie hat zu beweisen, dass die dem Schuldversprechen oder -anerkenntnis zugrunde liegende Forderung tatsächlich nicht besteht (vgl. BGH 15. Januar 1987 - III ZR 153/85 - DB 1987, 1584).
Auch sonst hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die geltungserhaltende Reduktion zugelassen, insbesondere bei einer übermäßig langen Vertragsdauer (…Urt. v. 14. Juni 1972 - VIII ZR 14/71, NJW 1972, 1459 f [BGH 14.06.1972 - VIII ZR 14/71]ür den Bierlieferungsvertrag; BGHZ 68, 1 [BGH 01.10.1976 - V ZR 10/76] betreffend den Bindungszeitraum für die Ankaufsverpflichtung in einem Erbbaurechtsvertrag; offengelassen dagegen im Urteil vom 13. März 1979 - KZR 23/77, NJW 1979, 1605 für die Dauer eines vertraglichen Wettbewerbsverbots; vgl. ferner BGHZ 52, 17, 22 f. [BGH 17.03.1969 - III ZR 188/65]; Urt. v. 15. Januar 1987 - III ZR 153/85, NJW 1987, 2014, 2015).
Der Senat hält folgende Gesichtspunkte im Rahmen der erforderlichen Gesamtwürdigung (vgl. z.B. BGH, Urt. v. 15. Januar 1987, III ZR 153/85, NJW 1987, 2014, 2015 m.w.N.) für entscheidend.
Eine Grenzziehung wie in dem vom BGH, NJW 1987, 2014 entschiedenen Fall, wo sich der Nachtclubinhaber zuletzt ein Schuldanerkenntnis über fast 80.000,00 DM hat unterschreiben lassen und bereits mit dem zweiten Belastungsbeleg über 13.800,00 DM der Gesamtbetrag von 18.475 DM in den Bereich geriet, "in dem ein Nachtlokalinhaber mit seinen Forderungen allenfalls dann durchdringen kann, wenn er im ordentlichen Verfahren darlegt und beweist, dass er von dem in Anspruch genommenen Gast wirklich entsprechende Bestellungen erhalten und ausgeführt hat", ist hier nicht möglich.
Auf die Umstände des Einzelfalles kommt es aber nach Auffassung des Senats nicht mehr an, wenn dem Gast eines Nachclubs Schuldanerkenntnisse im fünfstelligen DM-Bereich abverlangt werden (im Ergebnis ebenso BGH NJW 1987, 2014, 2015).
Hierfür ist ansich der Vermieter beweispflichtig, so daß durch die vorliegende Klausel die Beweisposition des Kunden nicht nur erheblich verschlechtert wird, vielmehr im Ergebnis die Beweislast umgekehrt wird (vgl. auch BGH NJW 1987, 2014 unter II 4 b).
Sie ist nicht von dem sonstigen Vertragstext räumlich und drucktechnisch deutlich abgesetzt, wie es § 11 Nr. 15 AGB-Gesetz verlangt (vgl. hierzu BGH NJW 1987, 2014 untere II 4 b, bb;… U-B-H-Brandner, Rdn. 17 zu § 11 Nr. 15 AGB-Gesetz).
OLG Zweibrücken, 04.02.1992 - 8 U 109/91