Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2009-07-02/ix-zb-183_06
Timestamp: 2017-11-22 09:27:46
Document Index: 350189082

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 294', '§ 290', '§ 294', '§ 290', '§ 290', '§ 6', '§ 574', '§ 574', '§ 294', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH']

BGH, 02.07.2009 - IX ZB 183/06 - Glaubhaftmachung der Versagungsgründe nach den für den Zivilprozess geltenden Regeln und Maßstäben nach § 294 Zivilprozessordnung (ZPO) i.R.e. Antrags auf Versagung der Restschuldbefreiung; Anforderungen an die Annahme grober Fahrlässigkeit i.S.d. § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 Insolvenzordnung (InsO) | anwalt24.de
Beschl. v. 02.07.2009, Az.: IX ZB 183/06
Glaubhaftmachung der Versagungsgründe nach den für den Zivilprozess geltenden Regeln und Maßstäben nach § 294 Zivilprozessordnung (ZPO) i.R.e. Antrags auf Versagung der Restschuldbefreiung; Anforderungen an die Annahme grober Fahrlässigkeit i.S.d. § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 Insolvenzordnung (InsO)
Referenz: JurionRS 2009, 17561
Aktenzeichen: IX ZB 183/06
AG Münster - 31.05.2006 - AZ: 71 IN 18/04
LG Münster - 22.09.2006 - AZ: 5 T 600/06
§ 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 InsO
InsbürO 2009, 364
Im Rahmen eines Antrags auf Versagung einer Restschuldbefreiung kann die erforderliche Glaubhaftmachung des Versagungsgrundes auch durch die Vorlage einer schriftlichen Erklärung des Insolvenzverwalters oder Treuhänders erfolgen.
Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 5. Zivilkammer des Landgerichts Münster vom 22. September 2006, berichtigt durch Beschluss vom 30. November 2006, wird auf Kosten des Schuldners als unzulässig verworfen.
Die gemäß §§ 6, 7, 289 Abs. 2 Satz 1 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO statthafte Rechtsbeschwerde ist unzulässig. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO).
Das Landgericht hat den Grundsatz, dass der Gläubiger, der den Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellt, den Versagungsgrund nach den für den Zivilprozess geltenden Regeln und Maßstäben (§ 294 ZPO) glaubhaft zu machen hat (BGHZ 156, 139, 143 [BGH 11.09.2003 - IX ZB 37/03]; BGH, Beschl. v. 8. Januar 2009 - IX ZB 80/08, ZInsO 2009, 298 Rn. 3 ff), nicht verkannt. In der Senatsrechtsprechung ist anerkannt, dass eine Glaubhaftmachung auch durch die Vorlage einer schriftlichen Erklärung des Insolvenzverwalters oder Treuhänders erfolgen kann (BGH, Beschl. v. 17. Juli 2008 - IX ZB 183/07, NZI 2008, 623 Rn. 7; v. 8. Januar 2009 - IX ZB 73/08, NZI 2009, 253 Rn. 6), was vorliegend auch für den bei der Gerichtsakte befindlichen Schlussbericht des Insolvenzverwalters zutrifft. Überdies ist davon auszugehen, dass der Vortrag der Gläubigerin als unstreitig anzusehen ist. Dies ergibt sich bereits aus dem Umstand, dass der Schuldner am Schlusstermin nicht teilgenommen hat. Nach der Senatsrechtsprechung kann das Bestreiten eines im Schlusstermin schlüssig dargelegten Versagungsgrundes nach Aufhebung des Termins nicht nachgeholt werden. Der Schuldner, der im Schlusstermin nicht erscheint, kann den Versagungsgrund später nicht mehr in Frage stellen (BGH, Beschl. v. 5. Februar 2009 - IX ZB 185/08, NZI 2009, 256 Rn. 8). Im Übrigen ist unstreitig, dass der Schuldner die Abtretung verschwiegen hat.
Geklärt sind auch die Anforderungen an die Annahme grober Fahrlässigkeit im Sinne des § 290 Abs. 1 Nr. 5, Nr. 6 InsO (vgl. BGH, Beschl. v. 9. Februar 2006 - IX ZB 218/04, ZVI 2006, 258, 259 Rn. 10; v. 7. Dezember 2006 - IX ZB 11/06, ZInsO 2007, 96, 97 Rn. 9; v. 27. September 2007 - IX ZB 243/06, WM 2007, 2122 Rn. 9; v. 5. Juli 2008 - IX ZB 37/06, NZI 2008, 506, 507 Rn. 9; v. 19. März 2009 - IX ZB 212/08, ZInsO 2009, 786, 787 Rn. 7). Das Beschwerdegericht hat sie seiner Entscheidung zugrunde gelegt; seine tatrichterliche Würdigung erweist sich unter zulässigkeitsrelevanten Gesichtspunkten als beanstandungsfrei.