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Timestamp: 2019-07-17 10:50:19
Document Index: 283082612

Matched Legal Cases: ['§ 285', '§ 248', '§ 248', '§ 266', '§ 275', '§ 275', '§ 255']

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Anhangangabe zu aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten
Bilanzierung [ Stand: 13.12.2011 ]
Erläuterung und Beispiel zum § 285 Nr. 22 HGB von Oliver Glück
Ferner sind im Anhang anzugeben: im Falle der Aktivierung nach § 248 Abs. 2 der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres sowie der davon auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entfallende Betrag;
Die Anhangsangabe betrifft nur Unternehmen, die von dem Wahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB Gebrauch machen und Entwicklungsaufwendungen als gesonderten Bilanzposten „Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte“ (§ 266 Abs. 2 A.I.1. HGB) aktivieren. D.h., bei Nichtausübung des Aktivierungswahlrechts entfällt die Angabeverpflichtung.
Die korrespondierende Position in der GuV sind „andere aktivierte Eigenleistungen“ (§ 275 Abs. 2 Nr. 3 HGB). Zudem erfolgt eine Aufnahme in den Anlagespiegel (als Teil des Anhangs).
§ 275 – Gliederung
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, davon für Altersversorgung
Zielsetzung der Vorschrift ist u.a. ein Hinweis darauf, in welchem Umfang ein Unternehmen insgesamt in Forschung und Entwicklung investiert bzw. in welchem Ausmaß es innovativ tätig ist. Eine Aufteilung in Forschungskosten und Entwicklungskosten wird nicht gefordert.
Der „davon auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entfallende Betrag“ (lt. Gesetzestext) umfasst neben den nach § 255 Abs. 2a HGB aktivierten Entwicklungskosten ─ die bereits aus den Zugängen im Anlagengitter ersichtlich wären ─ auch die anderen, nicht aktivierungsfähigen F&E-Kosten, die mit den aktivierten Projekten in Zusammenhang stehen.
Voraussetzung für die Berechnung der F&E-Kosten ist ein Kostenrechnungssystem, das die Kostenarten (Personal, Material etc.) auf die F&E-Kostenstellen bzw. die einzelnen Projekte allokiert.
Bei hohen F&E-Kosten machen Unternehmen teilweise von der Möglichkeit Gebrauch, die Forschungs- und Entwicklungskosten als gesonderten Posten in die GuV nach dem Umsatzkostenverfahren aufzunehmen (vgl. z.B. JA 2010 der Siemens AG).
Praxisbeispiel (JA 2010 der Axiogenesis AG):
„Forschungs- und Entwicklungskosten 2.224.088 Euro
davon aktiviert: 1.659.020 Euro“
Die Angabe der aktivierten F&E-Kosten im o.g. Beispiel lässt sich mit dem Zugang im Anlagengitter abstimmen. Das lässt darauf schließen, dass keine weiteren nicht aktivierungsfähigen F&E-Aufwendungen mit dem Projekt verbunden waren.
Praxisbeispiel (JA 2010 der zooplus AG):
„Im Geschäftsjahr 2010 sind Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 167 aktiviert worden. Es handelt sich hierbei um eine selbst geschaffene Software für die Disposition. Weitere Forschungs- und Entwicklungskosten lagen nicht vor.“