Source: http://www.bankstudent.de/downloads/BWL8.htm
Timestamp: 2017-11-24 14:28:58
Document Index: 63060536

Matched Legal Cases: ['§1', '§1', '§1', '§8', '§264', '§95', '§118', '§119', '§119', '§182', '§192', '§202', '§207']

Kapitalgesellschaften – Die Aktiengesellschaft
Rechtsgrundlage ist das Aktiengesetz
AG= Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (jur. Person) (§1)
Nur das Gesellschaftsvermögen haftet gegenüber den Gläubigern (§1)
Grundkapital ist in Aktien zerteilt (mind. 50000€) èMindest EK Anforderung èUnterschied zu den Personengesellschaften (§1)
Das Aktienkapital kann in Nennwertaktien oder Stückaktien emissiert werden (§8)
Aktie repräsentiert einen bestimmten Teil des Grundkapitals
Mindestens 1€ Nennwert oder ein ganzes Vielfaches davon
Unter-Pari-Emissionen sind verboten
Mindestwert sind 5 DM
Aktien werden nach Stücken gehandelt, wobei der Nennwert der Aktie variabel ist, d.h. bei einer Kapitalerhöhung wächst der Nennwert
Nennwert kann auch gebrochene Summen annehmen
Vorteile von Aktien als Grundkapital
Viele kleine Beträge werden angelegt
Einzelbeträge ergeben großen Grund- bzw. Eigenkapital
Leichtere Kapitalbeschaffung durch mögliche kleine Anlagebeträge
Haftung des Aktionärs ist auf das gezeichnete Kapital beschränkt
Nur die Gesellschaft selbst haftet mit dem gesamten Gesellschaftsvermögen
Dauerhaftigkeit des Eigenkapitals ist gesichert
Aktionäre können beliebig ersetzt werden, da Aktien nicht an eine Person gebunden sind
Da nicht alle Aktionäre gleichzeitig das Kapital der Gesellschaft entziehen werden entsteht zudem eine große Sicherheit
o Mitbestimmung über Gewinnverwendung (Dividende oder/und Thesaurierung)
o Stimmrecht (Wahlrecht) auf der Hauptversammlung
Recht auf Ausschüttung und Recht am Eigenkapital (Gewinnrücklagen und Kapitalrücklagen)
Emissionen von Aktien:
In der Regel werden Aktien bei Emission mit einem Aufschlag (Agio) versehen, d.h. die Emission erfolgt Über-Pari
Das Agio wird von den Aktionären aufgrund der Gewinnerwartung gezahlt
· Zielkonflikt der Banken: Kunde möchte niedriges Agio, beim Kauf der Aktien und wird von der Bank beraten. Die Bank berät auch das Unternehmen, dass das möglichst höchste akzeptierte Agio erreichen möchte, da damit auch ein hoher EK-Zuwachs verbunden ist.
Problem: Agio zu klein è EK verschenkt; Agio zu hoch è zu wenig Nachfrage
Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften:
§§264ff HGB lex specialis „verschärfte Pflicht“
Anhang (Erklärung der Bewertungsmethoden) notwendig
Lagebericht ist anzufertigen
In der Regel herrscht Publizitätspflicht, da eine eigene Rechtspersönlichkeit vorliegt
Körperschaftssteuer, da eine juristische Person (entspricht Einkommenssteuer)
Körperschaftsteuerlicher Gewinn ergibt sich aus handelsrechtlichem Gewinn
Bis 31.12.2000 existiert noch ein gespaltener Steuertarif abhängig von der Art der Gewinnverwendung
30% Steuer
Empfänger muss die Different zu seinem Steuersatz nachversteuern, z.B. 20% bei einem Steuersatz von 50% è die Körperschaftssteuer von 30% wird demzufolge angerechnet
40% Steuer
nur ca. 5% der Bevölkerung besitzen Aktien
hoher institutioneller Anteil (Fondgesellschaften)
Großaktionäre (ab 25% Beteiligung)
Organe einer Aktiengesellschaft:
Vorstand (agent der Principal Agent Theory ès.o.)
Wahl durch Aufsichtsrat für maximal 5 Jahre
Ist angemessen am Gewinn beteiligt
Aufsichtsrat (§§95ff AktG)
Kontrollorgan bestehend aus Vertretern der Stake- und der Shareholder
Anzahl der Mitglieder ist von Unternehmensgröße abhängig
Wahrung der Interessen der Stakeholder und Shareholder
Stakeholder = Mitarbeiter, Kunden, Banken
Shareholder = Aktionäre
Bei Stimmengleichheit zählt die Stimme des Vorsitzenden doppelt
Grundlage KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparent im Unternehmen)
Hauptversammlung (§§118ff AktG)
Bestellung des Aufsichtsrates (§119)
Verwendung des Gewinns (§119)
Bestellung der Abschlussprüfer
Satzungsänderungen (75% Mehrheit nötig)
Grundkapital (50000€ oder ein höherer meist runder Betrag)
Gewinnrücklage (meist ebenfalls ein runder Betrag)
Restgröße bzw. manipulative Größe
Restbeträge nach Dividendenauszahlung und Gewinnrücklage einer gerundeten Summe (z.B. nach Dividendenzahlung bleiben 12000DM übrig, wovon nur der glatte Betrag von 10TDM den Gewinnrücklagen zugeführt wird. Es verbleiben also 2TDM als Gewinnvortrag)
Bei geringer Gewinnerwartung für das Folgejahr werden Gewinne aus dem aktuellen Jahr bereits für das nächste Jahr ausgewiesen und somit das Ergebnis des Folgejahres nach oben „manipuliert“ wird.
Gewinn des laufenden Jahres, über dessen Verteilung (Ausschüttung/ Thesaurierung) noch nicht entschieden ist
Es erfolgt eine Buchung am Ende des Jahres (JÜ(GuV) an JÜ(EK))
Kapitalerhöhungen (Erhöhung des Grundkapitals):
Kapitalerhöhung mit Liquiditätszuschuss (Kasse an GK èBilanzverlängerung)
o Ordentliche Kapitalerhöhung (§§182ff. AktG)
§ Hauptversammlungsbeschluss mit 75% Zustimmung nötig
§ Ausgabe junger Aktien (mind. Nennwert 1€)
· Emissionspreis liegt unter dem Marktkurs èKaufanreiz
· Bezugsrecht für Altaktionäre um Anteil am GK zu waren
(z.B. bei einer Erhöhung von 1Mio. Aktien auf 1,2Mio. Aktien werden 0,2Mio neue Aktien ausgegeben, so dass ein Altaktionär für 5 alte Aktien eine neue zum Vorzugspreis kaufen kann)
· Problem des Bezugsrechts: Liquidität muss vorhanden sein und Unter- bzw. Überzahl von Aktien lassen Bezugrechte verfallen èHandel mit Bezugrechten (B) möglich
(ka/n= Kurs alte/neue Aktien; a= alt Aktien n= neue Aktien)
· Erstellung eines Mischkurses
(a/n=Anzahl alter/neuer Aktien, kn/a=Kurs neu/alt)
· Der Aktionär hat keine finanziellen Nachteile durch den Mischkurs, da er neue Aktien soviel preiswerter bekommt, wie der Mischkurs unter dem vorherigen Kurs pro Aktie liegt.
o Bedingte Kapitalerhöhung (§§192ff AktG)
§ Obligationen (festverzinsliche Wertpapiere / Schuldverschreibungen)
· Verpflichtung des Unternehmens dem Kapitalgeber den Schuldbetrag nach einer bestimmten Laufzeit zurückzuzahlen
· Während der Laufzeit wird ein fester Jahreszins gezahlt
· Merkmale: Laufzeit, fester Rückzahlungskurs (übl. pari), fester Zins
· Ist eher für risikoscheue Anleger gedacht
§ Wandelobligationen
· Die Schuldverschreibung kann während der Laufzeit in Aktien eingetauscht werden (FK wird zu EK) èjedoch schlechterer Zins
· Wandlungsverhältnis ist festgelegt, wobei mit steigender Laufzeit eine sich erhöhende Zuzahlung notwendig wird
· In der Regel wird getauscht, wenn der Bezugskurs niedriger als der Marktkurs ist
§ Optionsanleihen
· Rückzahlung der Schuld inklusive Zins und Option auf Bezug von Aktien zum Vorzugspreis èZins niedrig gehalten
o Genehmigte Kapitalerhöhung (§§202ff AktG)
§ Vorstand wird berechtigt das Kapital innerhalb von 5 Jahren durchzuführen
§ Verlauf der Erhöhung wie bei ordentlicher Erhöhung
§ Unterschied: bei ordentlicher Erhöhung erfolgt die Umsetzung sofort
§ Vorteile: geplante Expansionen; noch rechtl. Unsicherheit; Umgehung von Kapitalerhöhungen, wenn Kapitalübernachfrage am Markt
Kapitalerhöhung ohne Liquiditätszufluß / aus Gesellschaftsmitteln (§§207ff AktG)
Kein Geld fließt
Altaktionäre haben ausschließliches Bezugrecht èGratisaktien
Vermögensbestand bleibt trotz Mischkurs gleich
Mischkurs liegt unter Marktkurs èNachfrage steigt
Bei einer AG fallen im Gegensatz zur Personengesellschaft Kapitalgeber und Vorstand auseinander.
Ziele von Aktionären: Rendite, Risiko (Sicherheit) und Mitspracherecht, wobei eine vom Aktionär unterschiedliche Gewichtung vorliegen kann.
Als Sicherheit bezeichnet man den Fall p=1 (p=probability). Unsicherheit ist der Fall p<>0, wobei hier zwischen Chance bzw. Risiko (p ist aus Erfahrungswerten voraussagbar) und Ungewissheit (p nicht bekannt, da Basisinnovation ohne Analogien vorliegt) unterscheidet.
CAPM =Capital Asset Pricing Model
Je höher das Risiko desto höher die Rendite. Ein Risiko von 0 bedeutet einen Festzins, wie z.B. beim Sparbuch. Danach folgen Obligationen, Aktien und dann Optionsscheine.
Harry Markowitz è Portfolio Selektion èRisikoreduzierung durch Streuung ohne Verlust von Renditechancen
Fachzeitschriften (unübersichtlich, teilw. voreilig)
Banken (Zielkonflikt der Bank als Kreditgeber und Kundenberater)
Börseninformationsdienst (Vielfalt und auch widersprüchlich; manipuliert durch angeschlossene Vermögensverwaltungen, die entsprechende Werte für ihre Kunden bereits vor der Empfehlung gekauft haben)
Geschäftsberichte (Vergangenheitsorientiert; argumentieren in einer Bandbreite)
Informationsbestandteile
Marktsegment / Risiko (konservativ, spekulativ)
Empfehlung (Kaufen, Verkaufen, Halten)
Max. Depotanteil
Basisinformationen è Risikosensibilisierung è Empfehlung
Oftmals schwammige nicht exakte Beurteilung