Source: https://www.onlinebetrug.net/mehrere-faelle-von-versicherungsbetrug-im-juni-bekanntgeworden/
Timestamp: 2019-07-20 10:22:30
Document Index: 151907010

Matched Legal Cases: ['§ 265', '§ 263', '§ 78', '§ 78', '§ 263', '§ 78', '§ 265', '§ 263']

﻿Mehrere Fälle von Versicherungsbetrug im Juni bekanntgeworden
Mehrere Fälle von Versicherungsbetrug im Juni bekanntgeworden
Der Prozess rund um den Versicherungsbetrag begann mit Geständnissen
Je Tat 2500 EUR
Versicherungsbetrug stellt sich für den Versicherungsmakler als eine Milchmädchenrechnung heraus
Der Plan dahinter: Voraussehbar ein absolutes Minusgeschäft
Provisionsbetrug wurde mit eigenen Beitragszahlungen finanziert
Das Zuschussgeschäft als Teufelskreis
Der Täter gab sich reuevoll mit einem guten Eindruck
Versuchter Versicherungsbetrug wurde aufgedeckt – angeblicher Wildunfall war gar keiner
Sehr gefährlich und zugleich perfide – Mit Auto-Masche verursacht ein Clan einen Riesenschaden
Schaden in Höhe von 500.000 EUR durch gewerblichen Versicherungsbetrug
Gutachter auch an Auto-Masche beteiligt
Welche Strafe einem normalen Versicherungskunden droht
Welche Strafen drohen genau bei einem Versicherungsbetrug?
So wird ein Versicherungsmissbrauch nach 265 StGB geahndet
Der alleinige Versuch kann nun auch als Versicherungsmissbrauch bestraft werden
Versicherungsbetrug in Deutschland – eine kleine Statistik
Beispiele von Strafen bei Versicherungsbetrugsfällen
Verdacht vorhanden für Versicherungsbetrug? So ist dies zu melden:
Laut Anklage ergaunerten die Gangster insgesamt rund 260.000 Euro. Sie gaben dabei an, dass sie das Geld kassiert haben, welches den Banken zugestanden hätte. Dies gaben R. und G. am Montag vor dem Berliner Landgericht an. Dies berichtet der Tagesspiegel.
Die vermeintlichen Betrüger schlossen für zehn Luxus Autos Leasingverträge ab und inszenierten danach Wildunfälle oder Brände. Wenn sie mit einem sehr noblen Wagen auf der Straße waren, war ein Crash entsprechend vorprogrammiert. So waren Elias R. und Pawel G. auf inszenierte Brände oder Wildunfälle entsprechend „spezialisiert“. So wurden Fahrzeuge aus der Luxusklasse zerstört. Diese Autos hatten sich beide vorher unter dem Deckmantel eines Scheinunternehmens über eine Finanzierung bei Banken erschlichen.
Mehrere Fälle von Versicherungsbetrug im Juni aufgetreten
So war es ein sehr dreister Fall von Versicherungsbetrug, denn sie kassierten Geld, welches den Banken eigentlich zugestanden hätte. Dies gestanden R. und G. am Montag vor dem Landgericht. So ergaunerten sie laut Anklage insgesamt rund 260.000 Euro.
Die beiden stammten aus Polen und der ganze Schwindel begann laut der Anklageschrift etwa Mitte 2014. So wurde für G. damals in Berlin ein Gewerbe angemeldet. Der 26-jährige firmierte damals als Hausverwalter und Immobilienmakler.
So wurden auch Geschäftsräume angemietet und eine Webseite erstellt. Dies diente einzig dem Vorwand, dass die Banken Gewinne sehen konnten. Dies gestand Elias R., seines Zeichens ein 42-jähriger Bürokaufmann. So hatten sie mit den gefälschten Unterlagen verschiedene Bonitätsprüfungen überstanden.
Mit den Banken schlossen R. und G. insgesamt 10 Leasingverträge ab. Porsche, Jaguar, Audi A7, Cadillac oder eine Mercedes E-Klasse. Die Angeklagten behaupteten dann gegenüber den Versicherungen, dass es sich um selbst finanzierte Autos handeln würde.
Die Tage der schicken Autos waren dann jedoch recht schnell gezählt, denn bei den Wildunfällen gab G. dann an, dass er einem Reh ausgewichen wäre und dabei von der Straße abgekommen sei und gegen einen Baum gefahren wäre.
Die Betrüger verschrotteten bis November 2015 ein Auto nach dem anderen. So gab es dabei aber keine Verletzten. G. ließ über seinen Anwalt erklären, dass er die gestohlenen Versicherungsleistungen jeweils in bar abgehoben habe und an R. übergeben habe. Pro Tat habe dieser ihm nämlich bis zu 2500 EUR bezahlt. Der bisher einschlägig vorbestrafte R. wird sein umfassendes Geständnis vermutlich noch an diesem Donnerstag entsprechend ergänzen.
Not macht bekanntlich erfinderisch. So führt Not allerdings auch oft zu einer sogenannten Milchmädchenrechnung, wie nun in einem Beispiel eines Versicherungsmaklers aus Niedersachsen bekannt wurde. Damit dieser Provisionen kassieren konnte, hätte der Mann viele Jahre einfach draufgezahlt und das für den Versicherungsschutz von fingierten Verträgen. Der Versicherungsbote berichtet darüber.
Der Begriff der Milchmädchenrechnung entstammt aus einer Fabel des französischen Dichters Jean de La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert. Man unterstellt diesem heutzutage ein wenig schmeichelhaftes Kalkül und daher mutet diese Bezeichnung eher negativ an. So balancierte ein junges Mädchen mit dem Namen Lisette einen Topf Milch auf dem Kopf. Diesen wollte sie in der Nähe der Stadt verkaufen. Sie malte sich daraufhin aus, was sie für das Geld ihren Besitzt entsprechend mehren kann. Vom Erlös des Topfes wollte sie sich 100 Euer kaufen und diese ausbrüten lassen. Hieraus sollten dann die Küken schlüpfen und von den daraus geschlüpften Hühnern wollte sie dann ein Schwein erwerben. Wenn das Schwein dann fett geworden ist, wollte sie davon dann eine Kuh kaufen, die entsprechende Kälber zur Welt bringen sollte.
Doch als Lisette vor Freude über ihren zukünftigen Gewinnzuwachs auf dem Weg in die Stadt zu tanzen anfängt, fällt ihr Topf vom Kopf und zerbricht in mehrere Scherben. La Fontaine warnt mit dieser Fabel dabei vor der Phantasterei und dem erbauen von sogenannten Luftschlössern. Allerdings müsste man dem Autor aus heutiger Sicht auch begegnen, dass das Milchmädchen eben auch klug im Sinne von zukünftigen Investitionen gedacht hat. Sie hatte somit auch das Potential zu einer Unternehmerin. Einzig ihr Leichtsinn hatte sie hier möglicherweise am Erfolg der Rechnung gehindert.
Die fehlerhafte Kalkulation in dem nun vorliegenden Fall mit dem Versicherungsmakler ist ein anderer Fall. Dieser musste sich vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Es war wohl pure Verzweiflung, mit der sich der Makler in die Betrugsstrategie hineinmanövrierte. Letztlich hatte ihm diese finanziell selbst am meisten geschadet, selbst wenn er den eigenen Betrug bis zum Ende hätte finanziell stemmen können. Laut einem Bericht aus der Neuen Presse Hannover ging für den Mann jedoch einiges schief – und das auf dem folgenden Wege:
Der 57-jährige Versicherungsmakler ergaunerte sich zunächst und erfolgreich verschiedene Provisionszahlungen. Er fälschte hierzu zwischen dem Oktober 2012 und Juli 2016 insgesamt 100 Versicherungsverträge. So brachte ihm diese mehr 200.000 Euro an Betrugssumme ein. So muss ein solcher Betrug natürlich auch verborgen bleiben, sodass seine Idee war, die Beiträge für die Verträge für 60 Monae von seinem Konto aus zu bedienen.
Freilich war dies eine recht hohe finanzielle Last, denn die Beiträge für 100 Versicherungsverträge zu bedienen, ist wahrlich eine stattliche Summe. So erscheint es fast als Glück des Mannes, dass die Revision hier im August 2016 die Unregelmäßigkeiten entdeckte und dem finsteren Treiben somit auch direkt ein Ende setzen konnte. So konnte sie dies tun, noch bevor es „unwirtschaftlich“ für den Mann wurde. Der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich schon 44.000 EUR der bislang ergaunerten 200.000 EUR zurückgezahlt.
Der Mann gestand alle Fälschungen direkt nachdem die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden. Nun musste er sich wegen Betrugs und Urkundenfälschung in 100 Fällen vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Das Urteil wurde nun gefällt.
Die Rechnung hinter dem Betrug konnte so gar nicht aufgehen. Denn sich an anteiligen Provisionen für Beiträgen zu bereichern, obwohl die Beiträge selbst bezahlt werden, ist nicht wirklich zielführend. Der Amtsrichter fragte den Makler auch während der Verhandlung laut der „Neuen Presse“, dass dies doch ein Zuschussgeschäft für den Makler geworden wäre? Der Angeklagte erwiderte hierbei jedoch, dass er nicht so weit gedacht habe und dies übersehen hätte. Allerdings ist die Frage erwähnt, ob ein Makler, der zudem ein studierter Volkswirt sein soll, die fatalen Fehler einer solchen Rechnung wirklich übersehen sollte?
Viel wahrscheinlicher ist nämlich, dass der Mann kurzfristiges Geld benötigte, da die gefälschten Verträge immer höhere Kosten nach sich zogen. Damit der Betrug verborgen bleiben konnte, musste somit weiter betrogen werden. So baute er sich quasi ein privates Schneeballsystem auf, denn er konnte mit den Provisionen nur solange Geld verdienen, wie er auch neue Verträge abschließen konnte. So bezahlte er mit den Provisionen dann die Beiträge für die vermeintlichen Altverträge, sodass sich hieraus ein Teufelskreis ergab.
Der Makler habe das Geld für das Leben mit seiner Patchworkfamilie benötigt. Er hatte insgesamt 7 Kinder und die Familie lebte insgesamt auch über ihren Verhältnissen. So schilderte die Zeitung den reuevollen Täter insgesamt mit einem guten Eindruck. Der Mann habe alle Fälschungen gestanden und dies auch lange bevor die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hatte. Dies auch selbst für Fälle, auf die der Versicherer noch gar nicht aufmerksam geworden war. Der Mann versprach auch unter Tränen vor Gericht, dass er versuchen möchte, alles zurückzuzahlen.
Der Amtsrichter ließ daraufhin letzten Endes Milde walten. Er verurteilte den Mann daher wegen des 100-fachen Betruges zu zwei Jahren auf Bewährung plus 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Das Leben mit der vermeintlichen Patchworkfamilie finanziert der Makler nun durch einen Bürojob, denn die Zulassung als Makler hat er aufgrund des Betrugs nun verloren.
Am Donnerstag den 27. Juni 2019 kam ein 30-jähriger Landkreisbewohner zur Polizeiwache der PI Kelheim. Er meldete hierbei einen Wildunfall. Darüber berichtet das Wochenblatt.
Der Sachbearbeiter überprüfte mit der üblichen Prozedur das Fahrzeug auf Wildunfallspuren. Er wurde hierbei nicht fündig, weshalb er den Mann genauer nach dem Wildunfall befragte. Dieser konnte daraufhin keine überzeugende Antwort geben. Der Schaden am Fahrzeug konnte zudem auch nicht direkt auf einen Wildunfall hinweisen. Dann räumte der Mann schließlich ein, dass es sich nicht um einen Wildunfall gehandelt hätte. So erwartete ihn dann schließlich eine Anzeige wegen des versuchten Versicherungsbetrugs.
Die Polizei in Essen ermittelt derzeit gegen Mitglieder einer arabischen Großfamilie, so Focus. Diese soll gezielt Autounfälle provoziert haben. Mithilfe von verschiedenen Gutachtern sollen hierbei die Schadenssummen entsprechend in die Höhe getrieben worden sein. Der verursachte Schaden ist hierbei gewaltig.
Seit einiger Zeit stehen die kriminellen Machenschaften von arabischen Großfamilien bzw. deren Mitgliedern häufig im Fokus von Sicherheitsbehörden in mehreren Bundesländern. Dabei rücken die Ermittler immer häufiger zu Razzien in Shisha Bars oder Glücksspiel Hallen aus. Dabei denken sich die betreffenden Angehörigen der Clans jedoch immer neue Wege aus, wie sie an Geld kommen können.
Eine sehr perfide und besonders gefährliche Methode ist der Versicherungsbetrug mit Autos. So sollen insgesamt neun Mitglieder einer arabischen Großfamilie aus Essen bei rund 60 provozierten Unfällen einen Schaden in Höhe von 500.000 EUR verursacht haben. Dies berichtet die WAZ in ihrem Artikel. Sie sollen dafür in Essen Verkehrsunfälle fingiert haben und Versicherungen dabei gewerbsmäßig betrogen haben. So sollen mit preiswert aufgekauften Autos und teils sogar ohne Fahrerlaubnis mehrere Fahrten durch die Stadt unternommen worden sein. Dies sogar ziellos und so hätten sie hier Unfälle mit fremden Autos geradezu provoziert. Hier sollte dann der Unfallgegner bzw. die Versicherungsgesellschaft betrogen werden, damit das Geld eingestrichen werden konnte.
Die neun Männer in diesem Fall, die zumindest auch in einigen Fällen in der Vergangenheit durch Körperverletzungs- und Eigentumsdelikte aufgefallen sind, sollen zu einer Großfamilie gehören. So hatten sie bei ihrem groß angelegten Betrug wohl auch professionelle Unterstützung. So sollen gefällige Gutachter hier auch unter dem dringenden Verdacht stehen, dass sie die Schadenssummen für eine Gebühr in eine entsprechende Höhe getrieben haben. Am Ende sollte hier der maximale Profit herauskommen, worauf es deutliche Hinweise geben würde. Dies sagte Thomas Weise von der Abteilung für Clan Kriminalität bei der Essener Polizei gegenüber der WAZ.
Es gibt den genauen Versicherungsbetrug sozusagen gar nicht mehr, so der Finblog. Der Gesetzgeber hat diesen Straftatbestand vor Jahren bereits abgeschafft. So konnte früher nur wegen Versicherungsbetrugs verurteilt werden, wer beispielsweise ein versichertes Schiff versenkt hatte bzw. eine gegen Feuergefahr versicherte Sache in Brand gesteckt hatte. Dies wurde dann nach § 265 des Strafgesetzbuches (StGB) hart bestraft: mit bis zu 10 Jahren Haft.
Alles andere ist ein ganz normaler Betrug und dann beispielsweise zum Nachteil der Versicherung wie beispielsweise der Haftpflichtversicherung oder der Hausratversicherung. Dafür stehen die Vorschriften für diese Strafen im § 263 StGB. So beträgt die Höchststrafe hierbei regelmäßig fünf Jahre Haft. In schweren Fällen können hierbei bis zu 10 Jahre verhängt werden. Dabei ist es auch egal, ob der Nachbar oder die Versicherung betrogen wird. Die Strafe bzw. die Androhung der Strafe ist in beiden Fällen dieselbe.
Manche möchten gerne wissen, was genau passieren kann, wenn die Versicherung betrogen wird und wie teuer das Ganze werden kann. Dies lässt sich jedoch nicht pauschal in jedem Fall beantworten, da das Ausmaß hierfür eine entscheidende Rolle spielt. Ebenso ist die Frage, ob es bereits Vorstrafen gibt oder ob man bisher ein unbeschriebenes Blatt gewesen ist. Wenn es nur ein Versuch gewesen ist, dann wird es auch gleich günstiger. So finden sich einige Beispiele von verhängten Strafen gegen Versicherungsbetrüger im unteren Bereich.
Folgende Fristen sind in § 78 StGB für die Verjährung geregelt:
Für den Versicherungsbetrug gelten die gleichen Verjährungsregeln wie für jeden anderen Betrug. Das heißt, dass eine Verjährung nach fünf Jahren einsetzt. Die Verjährungsfrist des § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB i.V.m. § 263 Abs. 1 StGB beginnt nach § 78a Satz 1 StGB, sobald die Tat erledigt ist, man also Geld von der Versicherung erhalten hat. Sie sollten jedoch auch wissen, dass es gerade bei einer Verjährung wichtig ist, die Details zu beachten. Am besten sollte man sich hier an einen Rechtsanwalt wenden, der sich hierbei besonders gut auskennt. Empfehlungen können gerne auf Anfrage eingeholt werden.
Vor einigen Jahren ist mi dem neu gefassten § 265 StGB der sogenannte Versicherungsmissbrauch als Strafvorschrift hinzugekommen. Dieser weist lediglich maximal 3 Jahre Höchststrafe aus. Dies hört sich zunächst harmlos an, allerdings hat es der Paragraph in sich. Schon lange vor der Schadenanzeige können sich Kunden von Versicherungen bereits strafbar machen. Wenn diese beispielsweise ihr mit Kasko versichertes Auto zerbeulen um dafür dann später eine Entschädigung zu bekommen. Ein Fachanwalt aus Düsseldorf erläutert dies wie folgt: „Die Vorbereitungshandlung wird normalerweise nie bestraft“. Einen Einbruch zu planen ist somit also grundsätzlich erlaubt. Beim Versicherungsmissbrauch beginnt die sogenannte Strafbarkeit jedoch schon bereits bei der Vorbereitung. So kommt es hierbei vor allem auf die Absicht dahinter an. Hier steckt folgende Regelungslücke dahinter, denn für einen Betrug nach § 263 StGB müssen zwingend bestimmte Tatbestandsmerkmale gegeben sein:
Ein Versicherungsbetrüger muss erst täuschen (z.B. mit unwahren Angaben in der Schadensmeldung),
es muss ein Vermögensschaden entstehen (Versicherung hat bezahlt, ohne dies zu müssen).
In den Fällen der fehlgeschlagenen Autoschieberei fehlt diese Kette jedoch, denn der Eigentümer und Versicherungskunde lässt den Wagen „stehlen“ und will den Diebstahl daraufhin melden, sobald der Komplize bereits mit dem Fahrzeug über der Grenze ist. Wenn der Komplize vorher bei einer Polizeikontrolle auffallen sollte, läuft ein Betrugsverfahren entsprechend ins Leere, da der Eigentümer des Autos schließlich noch gar keine Täuschungshandlung begangen hat, wie man beispielsweise durch eine Schadenanzeige erwarten könnte.
Über den sogenannten Versicherungsmissbrauch ist nun auch eine ersatzweise Bestrafung möglich. Dies auch dann, wenn die Absicht beispielsweise durch Zeugenaussagen nachgewiesen werden kann, obwohl hierbei nur ein Versuch bestanden hat. Wenn hingegen eine Schadenmeldung mit definitiv bewusst falschen Angaben abgegeben wurde, führt dies dann zu einem regelmäßigen Verfahren wegen eines „versuchten“ Betruges.
Die Deutschen sind statistisch gesehen anscheinend etwas ehrlicher geworden. Noch vor einigen Jahren gab es in der Versicherungswirtschaft eine Studie, wonach jeder vierte Deutsche seine Versicherung angeblich schon einmal betrogen haben soll. Daraus wurden dann jährliche Schäden mit rund 4 Milliarden Euro abgeleitet und geschätzt. Davon ist derzeit nicht mehr die Rede, denn laut einer aktuellen Studie der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hieß es noch 2011: 4 % der Haushalte geben offen zu, dass sie in den letzten 5 Jahren einen Versicherungsbetrug begangen haben. Weitere 7% geben hierbei an, dass sie in ihrem unmittelbaren Umfeld von einem Betrug erfahren haben.
Allerdings ist festzuhalten, dass es jedes Jahr nur zwischen 5000 – 7000 Strafverfahren wegen Betrugs zum Nachteil von Versicherungen oder wegen des Versicherungsmissbrauchs gibt. So werden nur einige hundert Angeklagte auch wirklich verurteilt. Diese kommen auch selbst häufig aus den Reihen der Versicherungswirtschaft, wie im unteren Beispiel nochmal verdeutlicht wird.
Ich sammele hier einmal verschiedene Fälle von Versicherungsbetrug inkl. der jeweiligen Strafen. Dabei sind die Verfahren jeweils nicht unbedingt abgeschlossen und die Angaben beruhen auf anderen Medien.
Detmold: Ein Versicherungsvertreter hat in 63 Fällen mit falschen Personalien Versicherungsverträge abgeschlossen und dabei Provisionen in einer Höhe von 105.378,31 EUR abkassiert. Das Amtsgericht verhängte daraufhin eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten. Der 41-jährige muss zudem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Mehr hier: Lipper wegen Betrugs verurteilt: 63 Mal Provision ergaunert | LZ.de – Kreis Lippe.
Saarbrücken: 2 Versicherungsmakler sollen insgesamt 14,2 Millionen Euro an Provisionen abgezockt haben. Die beiden haben angeblich für 220 Kunden sehr hoch angesetzte Versicherungen abgeschlossen und die jeweilige Beitragszahlung dann selbst übernommen. Dies waren in Einzelfällen sogar bis zu 8000 EUR im Monat. Sie erhielten dafür hohe Provisionen. Nach einer bestimmten Frist wurden die Versicherungen dann gekündigt und die Provisionen konnten nicht mehr zurückgefordert werden. Quelle: BILD.
Norderstedt: Hier soll ein Versicherungsvertreter sich im Hobbykeller zwei Finger abgesägt haben. Er erklärte, dass dies ein Unfall gewesen sei und er deshalb von der Versicherung Geld forderte. So hatte der Mann jedoch erst wenige Wochen vor dem Unfall mehrere Versicherungen abgeschlossen. Diese hatten eine Schadenssumme in Höhe von 1,4 Millionen EUR abgedeckt. Das Gericht ging daher von einem Versicherungsbetrug aus und verurteilte den entsprechenden Vertreter daher zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Quelle: Berliner Kurier
Lüneburg: Zwei Männer betrieben in der Lüneburger Region ein Versicherungsmaklerbüro. Diese sollen über Jahre hinweg eine Vielzahl von Versicherungskunden ihres eigenen Büros bei der Vermittlung sowie beim Abschluss von kapitalbildenden Renten- bzw. Lebensversicherungsverträgen ganz klar betrogen haben. Die Versicherungsmakler täuschten hier scheinbar den Kunden vor, dass sich die Beiträge für die bestehenden Renten- bzw. Lebensversicherungen erhöhen werden.
So wurde suggeriert, dass der Abschluss von einer neuen Lebens- bzw. Rentenversicherung daher von Vorteil wäre. So wurde den Kunden erzählt, dass die bisher bezahlten Beiträge nicht verloren gehen würden und weiterhin für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen würden. Die Betrüger erhielten jedoch gleichzeitig für die Neuvermittlung einer neuen Lebens- bzw. Rentenversicherung eine erhebliche Vermittlungsprovision von mehreren hundert bzw. Tausend Euro pro entsprechendem Vertrag. Quelle: Polizei Lüneburg.
Wie bei jeder anderen Straftat ist auch der Verdacht auf Betrug zum Nachteil einer Versicherung ein klarer Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Man sollte sich bei der Anzeige jedoch schon sehr sicher sein, denn sonst droht selbst entsprechender Ärger wegen einer falschen Verdächtigung. Eine Meldung ist ebenso bei der Versicherung selbst möglich und auch sinnvoll, wenn es beispielsweise um betrügerische Handlungen mit Autos geht.
Bei vielen Versicherungen gibt es keine Grenzen im Hinblick auf die Plausibilitätsprüfungen mehr. Sie prüfen jede Schadenmeldung daher mittlerweile unabhängig von der Höhe der Summe. Das neue Hinweis und Informationssystem (HIS) soll dabei helfen, den Versicherungsbetrug zu mindern und dabei auch effizienter zu gestalten. Das HIS wird seit dem 01. April 2011 als Auskunftei von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH betrieben.
Hierzu meint Andreas Kunze, dass Versicherungsbetrug nicht nur strafbar ist und er sich schlichtweg auch nicht lohnt. Wenn jemand beispielsweise seinen Fernseher oder sein Handy von einem Bekannten beschädigen lässt, damit dies über die Haftpflicht abgerechnet werden kann, gibt es im besten Fall nur den Zeitwert des Ganzen. Also genau das, was man bei einem legalen Verkauf auf eBay und Co. auch bekommen würde. Wenn eine solche Dummheit begangen wird, sollte man sich besser an einen guten Rechtsanwalt wenden und nicht beispielsweise bei „Versicherungsdetektive“ den Gastdarsteller abgeben.