Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bgh/e93c84f244dd629e944562aeba45ea6539f699b1a0775f3f48dd256bf15744e6
Timestamp: 2019-11-13 06:52:32
Document Index: 211450666

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543', '§ 70', 'Art. 103', 'Art. 12', '§ 577']

BGH, IX ZB 271/08: BGH (wahl, zpo, entlassung, verbindung, inhalt, begründung, sicherung, grundrecht, verhalten, wert)
Urteil des BGH vom 18.06.2009, IX ZB 271/08
Aktenzeichen: IX ZB 271/08
BGH (wahl, zpo, entlassung, verbindung, inhalt, begründung, sicherung, grundrecht, verhalten, wert)
IX ZB 271/08
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter
Prof. Dr. Kayser, Raebel, Vill, die Richterin Lohmann und den Richter Dr. Pape
des Landgerichts Würzburg vom 27. Oktober 2008 wird auf Kosten des weiteren Beteiligten zu 1. als unzulässig verworfen.
Der Wert des Verfahrens der Rechtsbeschwerde wird auf 5.000 €
Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung noch die Fortbildung des Rechts
erfordert eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 543 Abs. 2
2Das Beschwerdegericht hat das von ihm festgestellte Verhalten des
Rechtsbeschwerdeführers als groben Verstoß gegen die Pflichten eines Mitglieds des Gläubigerausschusses gewertet und die Voraussetzungen einer Entlassung nach § 70 Satz 1 InsO deshalb für gegeben erachtet. Die von der
Rechtsbeschwerde für rechtsgrundsätzlich gehaltenen Fragen danach, ob jede
Pflichtverletzung ausreicht und ob der Entlassung regelmäßig eine Abmahnung
vorausgehen muss, stellen sich dann nicht. Verfahrensgrundrechte des
Rechtsbeschwerdeführers wurden nicht verletzt. Wenn das Beschwerdegericht
die beanstandeten Verlautbarungen des Rechtsbeschwerdeführers anders versteht, als dieser für richtig hält, liegt darin kein Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1
GG. Dass der Rechtsbeschwerdeführer geschrieben hat, er habe als Ausschussmitglied die Rechte aller Gläubiger wahrzunehmen, hat das Beschwerdegericht gesehen; es hat ihm nicht vorgeworfen, im Rahmen seiner Ausschusstätigkeit seine Mandanten vor anderen Gläubigern bevorzugen zu wollen.
3Der angefochtene Beschluss verstößt auch nicht gegen das Grundrecht
des Rechtsbeschwerdeführers aus Art. 12 Abs. 1 GG. Das Beschwerdegericht
hat nicht allgemein beanstandet, dass der Rechtsbeschwerdeführer mit seiner
Wahl in den Gläubigerausschuss geworben hat, sondern hat den Hinweis auf
die Wahl in Verbindung mit dem sonstigen Inhalt der Presseerklärungen gewürdigt. Fragen, welche die Verschwiegenheitspflicht des Gläubigerausschussmitglieds einerseits, die Pflichten des Anwalts gegenüber seinem Mandanten andererseits betreffen, stellen sich im vorliegenden Fall nicht. Die fraglichen Presseerklärungen richteten sich an die Öffentlichkeit, nicht oder nicht nur an diejenigen Gläubiger, die den Rechtsbeschwerdeführer bereits mandatiert hatten.
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO 4
AG Würzburg, Entscheidung vom 25.08.2008 - 1 IN 405/07 -
LG Würzburg, Entscheidung vom 27.10.2008 - 3 T 2164/08 -
Wahl, Zpo, Entlassung, Verbindung, Inhalt, Begründung, Sicherung, Grundrecht, Verhalten, Wert