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Timestamp: 2016-10-24 00:06:26
Document Index: 204378188

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'Art. 8', 'Art. 14', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. August 2011.
Mit Verf�gung vom 23. April 2010 verneinte die IV-Stelle des Kantons Z�rich in Ber�cksichtigung u.a. des Gutachtens der MEDAS vom 9. September 2009 den Anspruch der 1956 geborenen S.________ auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Die Beschwerde der S.________ wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 12. August 2011 ab.
S.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 12. August 2011 und die Verf�gung vom 23. April 2010 seien aufzuheben und ihr ab 1. Juli 2005 eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie ein Gerichtsgutachten einhole und hernach nochmals entscheide.
Die IV-Stelle und das kantonale Sozialversicherungsgericht verzichten auf eine Stellungnahme und einen Antrag zur Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen hat sich nicht vernehmen lassen.
1.1 Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4) ebenso wie grunds�tzlich s�mtlichen pathogenetisch-�tiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283), u.a. Somatisierungsst�rungen (ICD-10 F45.0; SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73, 9C_662/2009 E. 2.3), nur ausnahmsweise invalidisierender, d.h. einen Rentenanspruch begr�ndender Charakter zu (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und inwiefern die versicherte Person �ber psychische Ressourcen verf�gt, die es ihr erlauben, trotz ihren subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 S. 355; 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 299 unten). Umst�nde, die bei Vorliegen eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen k�nnen, sind die erhebliche Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer des psychischen Leidens (Komorbidit�t), chronische k�rperliche Begleiterkrankungen mit mehrj�hrigem Krankheitsverlauf bei unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerfristige Remission, sozialer R�ckzug, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgef�hrten Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 ff.; Urteil 9C_1061/2009 vom 11. M�rz 2010 E. 5.4.3.1.1). Umgekehrt sprechen u.a. eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager Schmerzen oder behauptete schwere Einschr�nkungen im Alltag bei weitgehend intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2. 1 S. 51).
1.2 Die fach�rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einsch�tzung der psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen umzugehen, haben die begutachtenden �rzte notwendigerweise auch die in E. 1.1 hievor genannten Kriterien zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213; 130 V 352 E. 2.2.4 S. 355), sich daran zu orientieren (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung zur Arbeitsunf�higkeitssch�tzung bei somatoformen Schmerzst�rungen, in: Medizin und Sozialversicherung im Gespr�ch, 2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu �ussern, ob eine psychische Komorbidit�t oder weitere Umst�nde gegeben sind, welche die Schmerzbew�ltigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/ 06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall �ber jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtw�rdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 130 V 396). Gest�tzt darauf haben die rechtsanwendenden Beh�rden zu pr�fen, ob eine festgestellte psychische Komorbidit�t hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in gen�gender Intensit�t und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche T�tigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbare Schmerzst�rung zu erlauben (Urteil 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Die Pr�fung schliesst die Beurteilung der Frage ein, inwiefern die �rztliche Einsch�tzung der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt (Urteil 9C_651/ 2009 vom 7. Mai 2010 E. 5.1; Urteil 9C_1040/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.4.1; vgl. auch J�rg Jeger, Tatfrage oder Rechtsfrage? Abgrenzungsprobleme zwischen Medizin und Recht bei der Beurteilung der Arbeitsf�higkeit in der Invalidenversicherung. Ein Diskussionsbeitrag aus der Sicht eines Mediziners [2. Teil], SZS 2011 S. 580 ff.).
2.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die mit BGE 130 V 352 begr�ndete Rechtsprechung, wonach Schmerzen aus dem somatoformen Kreis (medizinisch) zumutbarerweise �berwindbar seien, bzw. der "Gesundheitsbegriff des Bundesgerichts im Rahmen seiner Schmerzpraxis" widerspreche dem heutigen medizinischen Wissensstand. Die "Foerster-Kriterien" seien wissenschaftlich nicht validiert und gen�gten den Anforderungen an eine empirische Grundlage nicht. Die darauf gest�tzte Vermutung der �berwindbarkeit der Schmerzen im Hinblick auf die Aus�bung einer erwerblichen T�tigkeit habe somit keine sachliche Grundlage. Die Diagnose allein f�hre zu einer generellen Verweigerung s�mtlicher Sozialversicherungs- und neuerdings auch der Privatversicherungsleistungen, ohne dass eine sachliche Unterscheidungsgrundlage vorhanden w�re. Das verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot und Art. 8 EMRK seien verletzt.
2.2 Im Urteil 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 hat das Bundesgericht zum selben Vorwurf Stellung genommen, die Zumutbarkeitspr�fung nach BGE 130 V 352 diskriminiere Personen mit psychosomatischen Krankheitsbildern gegen�ber solchen mit (rein) k�rperlichen Leiden und die verwendeten Kriterien seien wissenschaftlich nicht validiert. Es hat die Kritik aus folgenden Gr�nden als nicht stichhaltig erachtet:
2.3.2 In BGE 137 V 210 E. 3.4.2.1 S. 252 hat sich das Bundesgericht mit der R�ge auseinandergesetzt, die fr�here Rechtsprechung zu Art. 44 ATSG habe im Zusammenhang mit der Einholung von Gutachten den allgemeinen Standard der Verfahrensrechte in der Sozialversicherung zu Ungunsten von k�rperlich, geistig oder psychisch Behinderten abgeschw�cht und damit gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 2 BV; Art. 14 in Verbindung mit Art. 6 EMRK) verstossen. Der Umstand, dass die Rechtsprechung das Anwendungsfeld formeller Garantien hinsichtlich der Abkl�rung der Voraussetzungen f�r Leistungen an behinderte Menschen eng gezogen hat, bedeutet nicht, dass diese wegen dieses Merkmals bei der Rechtsanwendung ohne qualifizierte Rechtfertigung anders behandelt w�rden (zu den Merkmalen einer Diskriminierung statt vieler BGE 136 I 297 E. 7.1 S. 305). Diese �berlegung ist dem hiesigen Vorbringen sinngem�ss entgegenzuhalten. Von einer Normauslegung im Bereich der Invalidenversicherung sind naturgem�ss immer gesundheitlich beeintr�chtigte Personen betroffen. Fehlt es mithin an einer - allein an die Zugeh�rigkeit zu einer verletzlichen Personengruppe kn�pfende - Ungleichbehandlung, so handelt es sich von vornherein nicht um ein Problem der Diskriminierung.
2.3.3 In der st�ndigen Rechtsprechung zu den pathogenetisch-�tiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage sieht die Beschwerdef�hrerin zudem eine indirekte Diskriminierung von versicherten Personen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder weil sie in ihrer Lebensgeschichte besonderen, krankheitsbeg�nstigenden Belastungen ausgesetzt gewesen seien, ein erh�htes Risiko h�tten, etwa an einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung zu erkranken.
Die Beschwerdef�hrerin weist an sich zu Recht darauf hin, dass soziale und andere an die versicherte Person gebundene Faktoren an der Entstehung von Gesundheitsbeeintr�chtigungen beteiligt sein k�nnen (vgl. dazu Gaebel/Zielasek, in: Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie, Bd. 1, M�ller/Laux/Kapfhammer [Hrsg.], 2011, S. 99 f.). Der f�r Rentenleistungen der Invalidenversicherung geltende enge Begriff des Gesundheitsschadens klammert Wechselwirkungen von Psyche, Soma und sozialem Umfeld denn auch nur soweit aus, als es darum geht, die f�r die Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben. Soweit ein verselbst�ndigter Gesundheitsschaden im Rechtssinne gegeben ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299), ist f�r dessen Anspruchserheblichkeit nicht bedeutsam, ob soziale Umst�nde bei seiner Entstehung eine massgebende Rolle spielten. Kein verselbst�ndigter Gesundheitsschaden liegt jedenfalls dann vor, wenn durch soziale Umst�nde verursachte psychische St�rungen wieder verschwinden, wenn die Belastungsfaktoren wegfallen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/ 2007 E. 4.2). Die erw�hnten Elemente fliessen auch in die Folgenabsch�tzung ein: Die funktionelle, letztlich erwerbsbezogene Auswirkung eines Gesundheitsschadens wird auch anhand der individuellen Eigenschaften der versicherten Person bestimmt (vgl. Andreas Brunner/Noah Birkh�user, Somatoforme Schmerzst�rung - Gedanken zur Rechtsprechung und deren Folgen f�r die Praxis, insbesondere mit Blick auf die Rentenrevision, BJM 2007 S. 181 ff.). Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren sind also mittelbar invalidit�tsbegr�ndend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der - unabh�ngig von den invalidit�tsfremden Elementen bestehenden - Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.2.2; Thomas Locher, Die invalidit�tsfremden Faktoren in der rechtlichen Anerkennung von Arbeitsunf�higkeit und Invalidit�t, in: Schmerz und Arbeitsunf�higkeit, Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 2003, S. 253; vgl. aus medizinischer Sicht J�rg Jeger, Wer bemisst invalidit�tsfremde (soziokulturelle und psychosoziale) Ursachen der Arbeitsunf�higkeit - der Arzt oder der Jurist?, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2008, Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 2009, S. 166 ff.). Die Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352 wahrt diese Vorgaben durchaus. Somit ist auch die R�ge der Beschwerdef�hrerin unbegr�ndet, die Voraussetzungen f�r die Annahme einer invalidisierenden Wirkung pathogenetisch-�tiologisch unklarer syndromaler Beschwerdebilder f�hrten zu einer indirekten Diskriminierung im eingangs umschriebenen Sinn. Im Gegenteil leisten die - sofern sachgem�ss und differenziert gehandhabten - Kriterien gerade Gew�hr daf�r, dass Faktoren, welche die Kompensation der gesundheitlichen Einschr�nkung erschweren, bei der Einsch�tzung der Arbeits(un)f�higkeit rechtsgleich ber�cksichtigt werden.
Die kritisierte Praxis gibt den begutachtenden Fachpersonen und den Organen der Rechtsanwendung auf, die Arbeitsf�higkeit im Einzelfall mit Blick auf bestimmte Kriterien zu pr�fen, um damit eine einheitliche und rechtsgleiche Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit zu gew�hrleisten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213). Die Gesamtheit der urspr�nglich als fachpsychiatrische Prognosekriterien formulierten Gesichtspunkte (vgl. BGE 135 V 201 E. 7.1.2 S. 212; Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsf�higkeit bei Patienten mit psychogenen St�rungen, SZS 1996 S. 486 ff., 498) ist zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbst�ndigt worden. Mit diesem soll sichergestellt werden, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Feststellung eines rechtserheblichen Gesundheitsschadens und von dessen anrechenbaren Folgen f�r die Leistungsf�higkeit erf�llt sind (vgl. Thomas G�chter, Die Zumutbarkeit und der sozialversicherungsrechtliche Beweis, in: Was darf dem erkrankten oder verunfallten Menschen zugemutet werden?, Murer [Hrsg.], 2008, S. 253 f.). Dementsprechend schlagen sich Neuformulierungen von Kriterienkatalogen in der medizinischen Fachliteratur nicht unmittelbar in den f�r diese Gruppe von Leiden geschaffenen Beurteilungselementen nieder (Urteil 8C_420/2011 vom 26. September 2011 E. 2.4). Die einzelnen Kriterien orientieren sich zwar an medizinischen Erkenntnissen. Eine direkte Anbindung besteht aber nicht, weshalb sich die Frage der Validierung hier nicht stellt. Davon abgesehen bestehen in der Schweiz nur verfahrensm�ssige Leitlinien (der Schweizerischen Gesellschaft f�r Versicherungspsychiatrie f�r die Begutachtung psychischer St�rungen [Schweizerische �rztezeitung, SAeZ 2004 S. 1048 ff.] sowie f�r die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen [der Schweizerischen Gesellschaft f�r Rheumatologie; SAeZ 2007 S. 736 ff.]), jedoch (noch) kein von involvierten Fachverb�nden getragener, breit abgest�tzter materieller Grundkonsens in solchen Fragen, dies im Unterschied etwa zu Deutschland (vgl. Leitlinie f�r die Begutachtung von Schmerzen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften [AWMF], 2005-07, www.awmf. org; J�rg Jeger, Die Entwicklung der "Foerster-Kriterien" und ihre �bernahme in die bundesgerichtliche Rechtsprechung: Geschichte einer Evidenz, Jusletter vom 16. Mai 2011, Rz. 7 ff., 27 ff., 142 und 161).
2.3 Die Beschwerdef�hrerin verweist auf zwei Urteile des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte (EMGR) in Sachen Glor gegen Schweiz (Nr. 1344/04) vom 30. April 2009 betreffend Milit�rdienstersatzsteuer f�r Untaugliche und Asmundsson gegen Island (Nr. 60669/00) vom 12. Oktober 2004 betreffend die Aufhebung einer Invalidenpension. Inwiefern sich daraus eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips und von Art. 8 und 14 EMRK ergeben sowie angesichts der Sozialziele in Art. 2 und 41 BV und des Diskriminierungsverbotes nach Art. 2 Abs. 2 UNO-Pakt I (SR 0.103.1), welches Regelwerk wie auch Art. 41 BV ohnehin keine direkt anwendbaren Individualgarantien im Bereich des Sozialversicherungsrechts enth�lt (BGE 135 I 161 E. 2.2 S. 162), und inwiefern ein konventionswidriger Gesundheitsbegriff verwendet werden sollte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht substanziiert dargetan (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.1 und 1.4.2 S. 254).
Zusammenfassend kann die mit BGE 130 V 352 begr�ndete Rechtsprechung weder als gesetzwidrig bezeichnet werden, noch kann von einer dadurch bewirkten Ungleichbehandlung oder sogar Diskriminierung eines bestimmten Versichertenkreises gesprochen werden.
Die Vorinstanz hat festgestellt, die Arbeitsf�higkeit sei aus somatischer Sicht nicht eingeschr�nkt. Gem�ss dem MEDAS-Gutachten vom 9. September 2009 bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von 80 %. Diese Einsch�tzung hat sie indessen nicht - unbesehen - �bernommen: Zum einen habe der psychiatrische Gutachter nicht die Erf�llung der von der Rechtsprechung als massgebend erachteten Kriterien zu pr�fen gehabt; zum andern habe er die Frage der �berwindbarkeit oder Zumutbarkeit (trotz der Schmerzkrankheit einer erwerblichen T�tigkeit in rentenausschliessendem Ausmasse nachzugehen) nicht beantwortet. In der Folge hat die Vorinstanz in Anwendung der Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352 gepr�ft, ob die vom psychiatrischen Konsiliararzt der Abkl�rungsstelle diagnostizierten mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und Somatisierungsst�rung (ICD-10 F 45.0) invalidisierend sind, d.h. eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunf�higkeit bewirken. Sie hat die Frage verneint. Weder k�nne die mittelgradige depressive Episode als Komorbidit�t in der vorausgesetzten erheblichen Schwere und Auspr�gung gewertet werden, noch seien die alternativen Kriterien gegeben.
4.1 Der psychiatrische Konsiliararzt der MEDAS f�hrte in seinem Gutachten vom 27. August 2009 nach Diskussion der Diagnosen u.a. aus, die Rechtsprechung habe f�r die "Anerkennung chronischer Schmerzkrankheiten ohne ad�quates somatisches Korrelat (...) als invalidisierendes Leiden" Kriterien geschaffen, die es im speziellen Fall zu pr�fen gelte. Nach Aufz�hlung der einzelnen Kriterien hielt er Folgendes fest: "Bei der Explorandin liegt klar eine Komorbidit�t mit der depressiven St�rung vor. Die Intensit�t und Dauer sind als bedeutend zu werten. Die Symptomatik ist bzgl. der Schmerzen weiter vorhanden und bzgl. der Depression eher mehr geworden. Der soziale R�ckzug ist als leicht bis allenfalls m�ssig gegeben zu bezeichnen. Ein prim�rer Krankheitsgewinn ist nicht zu belegen, dennoch ist von einem Konversionsmechanismus wie oben beschrieben auszugehen, was ebenso einem missgl�ckten innerseelischen Verarbeitungsprozess entspricht. Die Behandlungsm�glichkeiten erscheinen noch nicht vollends ausgesch�pft. Sie sind jedoch als sehr weitgehend zu werten, so dass auch hier zumindest in Teilen von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen gesprochen werden kann. Die Foerster-Kriterien sind im Einzelnen bis auf die Komorbidit�t nur teilweise ausgepr�gt. In der Gesamtw�rdigung jedoch ergibt sich eine Situation, die zu einer klaren Einsch�tzung der k�rperlichen Symptome auf psychischer Basis im Sinne einer chronischen Schmerzkrankheit f�hrt." Der psychiatrische Experte bezifferte die Arbeitsf�higkeit auf 20 % in rein administrativen T�tigkeiten im alten Beruf als Pflegerin in einem Pflegeheim, da die Explorandin drei Stunden lang ohne sichtbare Probleme der Exploration gut habe folgen k�nnen. Gem�ss dem Hauptgutachten gilt diese Einsch�tzung f�r jede alternative T�tigkeit.
4.2.1 Die Vorinstanz ist ebenfalls vom Vorliegen einer Schmerzkrankheit und von der grunds�tzlichen Anwendbarkeit der Rechtsprechung zum invalidisierenden Charakter anhaltender somatoformer Schmerzst�rungen (vorne E. 1.1) ausgegangen. Entgegen ihrer Auffassung kann jedoch einzig deshalb, weil der psychiatrische Gutachter sich zu den massgebenden Kriterien �usserte, die es im speziellen Fall zu "pr�fen" gelte, seinen diesbez�glichen Ausf�hrungen nicht jegliche Bedeutung abgesprochen werden. Von einer rein rechtlichen, insoweit unzul�ssigen Beurteilung durch den medizinischen Sachverst�ndigen kann jedenfalls nicht gesprochen werden. Sodann trifft zu, dass der psychiatrische Konsiliararzt der Abkl�rungsstelle zum Ergebnis gelangte, es liege eine chronische Schmerzkrankheit vor. Diese erachtete er indessen als invalidisierend, d.h. die Arbeitsf�higkeit einschr�nkend. Das stellt zwar f�r sich allein genommen eine rechtliche Qualifikation dar, bedeutet aber auch, dass der Experte aufgrund der einschl�gigen Kriterien die �berwindung der Schmerzen und die Aus�bung einer erwerblichen T�tigkeit im zeitlichen Umfang von mehr als 25 % aus psychiatrischer Sicht als unzumutbar beurteilte.
4.2.2.1 Die Vorinstanz hat mit folgender Begr�ndung eine psychische Komorbidit�t von erheblicher Schwere und Auspr�gung verneint: Der psychiatrische Gutachter habe das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode damit begr�ndet, die klinischen Symptome und der klinische Eindruck seien ausreichend f�r die gestellte Diagnose und deren Intensit�t. Wohl ergebe die standardisierte Erfassung des psychopathologischen Befundes (AMDP [Arbeitsgemeinschaft f�r Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie]) nur leichte pathologische Ausschl�ge in der Depressivit�t, aber es geh�rten auch kognitive Leistungseinbussen typisch zur Depression. Die berichteten Befunde liessen sich indessen nicht als Hinweis auf die damit als gegeben angenommenen kognitiven Einschr�nkungen verstehen. In der Expertise sei wiederholt festgestellt worden, die Explorandin habe konzentriert wenn auch leicht verlangsamt gewirkt; sie habe der knapp dreist�ndigen Exploration problemlos folgen k�nnen und sei praktisch durchgehend bei der Sache gewesen.
Diese Beurteilung verletzt kein Bundesrecht. Die Beschwerdef�hrerin bringt zwar insoweit richtig vor, der psychiatrische Gutachter habe den Umstand in die Beurteilung miteinbezogen, dass die Versicherte im Explorationsverlauf sehr differenziert und konzentriert gewirkt hatte. Dabei hielt er u.a. fest, das Ausmass der Depression h�nge von den kognitiven Einschr�nkungen ab. Indessen hatte die Syndromauswertung des ADMP lediglich einen leicht erh�hten pathologischen Wert f�r Depressivit�t und einen deutlich erh�hten Wert f�r Psychorganizit�t ergeben. Es kommt dazu, dass mittelgradige depressive Episoden grunds�tzlich keine von depressiven Verstimmungszust�nden klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbst�ndigten Gesundheitsschadens darstellen, die es der betroffenen Person verunm�glichten, die Folgen der Schmerzst�rung zu �berwinden (Urteil 9C_803/2008 vom 29. Mai 2009 E. 5.3.2 mit Hinweisen; vgl. auch SVR 2011 IV Nr. 57 S. 171, 8C_958/2010 E. 6.2.2.2). Leichte bis h�chstens mittelschwere psychische St�rungen gelten auch grunds�tzlich als therapeutisch angehbar (vgl. Habermeyer/Venzlaff, Affektive St�rungen, in: Psychiatrische Begutachtung, 5.Aufl. 2009, S. 193; Urteil 9C_715/2011 vom 24. Oktober 2011 E. 5.1).
4.2.2.2 Beim Kriterium eines therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlaufs einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung sodann hat die Vorinstanz festgestellt, im psychiatrischen Gutachten sei ein prim�rer Krankheitsgewinn ausdr�cklich verneint worden. Dabei l�sst sie unerw�hnt, dass der Gutachter auch festhielt, es sei dennoch von einem Konversionsmechanismus (Verdr�ngungsprozess mit Auspr�gung mit/�ber Schmerzen) auszugehen, was ebenso einem missgl�ckten innerseelischen Verarbeitungsprozess entspreche, wie die Beschwerdef�hrerin insoweit richtig vorbringt. Daraus ergibt sich indessen nichts zu ihren Gunsten. Nach unbestrittener Feststellung der Vorinstanz erachtete der psychiatrische Gutachter die Behandlungsm�glichkeiten als noch nicht vollst�ndig ausgesch�pft. Er gab auch Empfehlungen ab betreffend die unbedingt fortzuf�hrende Psychotherapie sowie in Bezug auf die Medikation, die er aktuell als sicher nicht ausreichend bezeichnete.
4.2.2.3 Weiter hat die Vorinstanz festgestellt, es gebe keine Anhaltspunkte f�r das Vorhandensein anderer chronischer Begleiterkrankungen neben der Schmerzkrankheit. Der Diabetes mellitus Typ 2 stellt zwar eine solche Erkrankung dar, erreicht aber die im Zusammenhang erforderliche Intensit�t nicht. Daran �ndert die in der Beschwerde erw�hnte (statistische) H�ufigkeit des Auftretens von Begleit- und Folgekrankheiten nichts. Unbestritten nicht gegeben ist das Merkmal des sozialen R�ckzugs. Schliesslich hat die Vorinstanz festgestellt, ein mehrj�hriger chronifizierter Krankheitsverlauf sei h�chstens hinsichtlich der Schmerzkrankheit, nicht aber bezogen auf andere Leiden gegeben. Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, inwiefern diese Feststellung offensichtlich unrichtig oder willk�rlich (BGE 135 III 127 E. 1.5 S.130) ist. Beizuf�gen bleibt, dass die konsiliarpsychiatrischen Darlegungen zuhanden der MEDAS vom 27. August 2009 unter dem f�r die Invalidit�tsbemessung entscheidenden Gesichtswinkel einer plausiblen Einsch�tzung des Schweregrades der psychischen Symptomatik und deren Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit nicht zu erkl�ren verm�gen, warum aus den - in weit �berwiegendem Masse als nicht sehr ausgepr�gt beschriebenen - psychopathologischen Befunden und Einschr�nkungen (die der Arzt psychiatrisch nicht abschliessend zu beurteilen vermochte) nur noch eine Leistungsf�higkeit von einem F�nftel bestehen soll. Dem stehen allein schon die Angaben entgegen, welche der psychiatrische Konsiliargutacher bei der Diskussion der Internationalen Klassifikation der Funktionsf�higkeit, Behinderung und Gesundheit nach WHO (ICF) machte (a.a.O., S. 9; Hervorhebungen nicht im Original):
"Die F�higkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen erscheint wegen der reduzierten kognitiven Funktion mittel beeintr�chtigt. Ebenso die F�higkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben. Die Flexibilit�t und Umstellungsf�higkeit erscheint oberfl�chlich gegeben, ist aber m�glicherweise leicht bis mittel beeintr�chtigt. Fachliche Kompetenz ist durch kognitive Einschr�nkung mittel bis schwer beeintr�chtigt. Die Durchhaltef�higkeit erscheint allenfalls mittel beeintr�chtigt. Die Selbstbehauptungsf�higkeit ist leicht beeintr�chtigt. Die Kontaktf�higkeit zu Dritten ist wechselnd zwischen leicht bis mittelgradig beeintr�chtigt. Dies gilt auch f�r die Gruppenf�higkeit. Die F�higkeit zu famili�ren bzw. intimen Beziehungen ist leicht bis mittel beeintr�chtigt. Die F�higkeit zu ausserberuflichen Aktivit�ten erscheint schwer beeintr�chtigt. Die F�higkeit zur Selbstversorgung ist leicht beeintr�chtigt. Zur Wegef�higkeit: Sie sei unsicher. Sie habe Angst vor einem Unfall wegen Schwindel und Gleichgewichtsst�rung. Auch mache ihr die Orientierung M�he. Damit mittel beeintr�chtigt."
Aufgrund dieser Angaben und unter Ber�cksichtigung der im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung zu Tage getretenen "multiplen Inkonsistenzen" (Konsiliargutachten vom 30. Juni 2009 S. 4 f., S. 7), welche sich durch die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode und Somatisierungsst�rung nicht erkl�ren lassen, darf im Rahmen freier Beweisw�rdigung der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerdef�hrerin noch �ber Ressourcen verf�gt, die es ihr erlauben, einer angepassten Besch�ftigung, wenn auch mit Einschr�nkungen, nachzugehen bzw. ihren Haushalt im Wesentlichen zu besorgen.
4.2.3 Nach dem Gesagten verletzt die auf das MEDAS-Gutachten vom 9. September 2009 gest�tzte vorinstanzliche W�rdigung der einschl�gigen Kriterien gem�ss BGE 130 V 352 auf dem Hintergrund der gesamten Aktenlage im Ergebnis kein Bundesrecht. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.