Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=17.12.2014&Aktenzeichen=5%20AZR%20663%2F13
Timestamp: 2018-11-20 08:46:25
Document Index: 21261289

Matched Legal Cases: ['§ 612', '§ 138', '§ 134', '§ 239', '§ 246', '§ 138', '§ 138', '§ 26', '§ 26', '§ 403', '§ 287', '§ 287', '§ 287', 'Art. 24', 'Art. 31', 'Art. 74', 'Art. 72', '§ 97', '§ 612', '§ 138', '§ 287', '§ 287', '§ 403', '§ 26', '§ 138', '§ 26', '§ 612', '§ 287', '§ 287', '§ 139', '§ 612', '§ 138', '§ 287', '§ 287', '§ 287', '§ 612', '§ 612', '§ 287', '§ 138', '§ 81', '§ 287']

BAG, 17.12.2014 - 5 AZR 663/13 - dejure.org
§ 612 Abs. 2 BGB, §§ ... 705, 421 BGB, § 138 BGB, § 134 BGB, § 239 ZPO, § 246 Abs. 1 Halbs. 1 ZPO, § 138 Abs. 2 BGB, § 138 Abs. 1 BGB, § 26 der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA), § 26 BORA, § 403 ZPO, § 287 Abs. 2 ZPO, § 287 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ZPO, § 287 ZPO, Art. 24 Abs. 2 Satz 1 der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen, Art. 31 GG, Art. 74 Abs. 1 GG, Art. 72 Abs. 1 GG, § 97 Abs. 1 ZPO
Vergütungsabrede; Rechtsanwalt; Sittenwidrigkeit
§ 612 Abs 2 BGB, § 138 Abs 2 BGB, § 287 Abs 1 S 1 ZPO, § 287 Abs 2 ZPO, § 403 ZPO
Zur Sittenwidrigkeit der Vergütung von angestellten Rechtsanwälten
Berufsrechte und -pflichten: Sittenwidrige Vergütungsabrede mit angestelltem Rechtsanwalt
Arbeitsrecht - Sittenwidrige Vergütung
§ 26 BORA begründet keinen Vergütungsanspruch eines angestellten Rechtsanwalts
Vergütungsabrede - Sittenwidrigkeit - Berufsordnung für Rechtsanwälte - Ausforschungsbeweis - Mindestlöhne - konkurrierende Gesetzgebungskompetenz - Sachverständigengutachten
Sittenwidrigkeit einer Vergütungsabrede mit angestelltem Rechtsanwalt - Mindestlöhne
Angestellter Anwalt bekommt EUR 1.200 brutto - sittenwidriger Lohn?
BGB §§ 138, 612; BORA § 26
Kurznachricht zu "Die übliche Vergütung angestellter Rechtsanwälte nach § 612 II BGB - Betrachtungen zur Anwendung des § 287 II ZPO durch das BAG" von Prof. Matthias Kilian, original erschienen in: NZA 2016, 513 - 519.
NJW 2015, 1709
ZIP 2015, 992
MDR 2015, 902
Für die Üblichkeit eines Tariflohns kommt eine Schätzung nach § 287 Abs. 2 ZPO (nur) in Betracht, wenn der Praktikant ausreichend Anknüpfungstatsachen vorträgt (BAG vom 17.12.2014 - 5 AZR 663/13 - juris Rn. 29 = NJW 2015, 1709 ).
In Abweichung von § 139 BGB ist nicht von einer Gesamtnichtigkeit auszugehen und gemäß § 612 Abs. 2 BGB die Rechtsfolge, dass bei hier gegebenem Fehlen einer Taxe die übliche Vergütung zu zahlen ist (BAG vom 17.12.2014 - 5 AZR 663/13 - juris Rn. 17 = NZA 2015, 608 ).
Dieses Faktum ist jedenfalls eine - notwendige (vgl. BAG vom 17.12.2014 - 5 AZR 663/13 - juris Rn. 29 = NJW 2015, 1709 = AP BGB § 138 Nr. 70) - und vorliegend ausreichende Anknüpfungstatsache, um eine Verkehrsüblichkeit des Tariflohns gemäß § 287 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 287 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ZPO zu schätzen.
Fehlen entsprechende Zahlen, sind auch Schätzungen möglich (LAG Mecklenburg-Vorpommern 17.04.2012 - 5 Sa 194/11 - juris Rn. 31 ff, BAG 17.12.2014-5 AZR 663/13-juris Rn. 29), § 287 Abs. 2 ZPO.
Zu einem unzulässigen Ausforschungsbeweis wird ein Beweisantrag dann, wenn eine Behauptung ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts ins Blaue hinein aufgestellt wird (BAG, Urteil vom 17. Dezember 2014 - 5 AZR 663/13 -, Rn. 24, juris).
Selbst wenn man zu ihren Gunsten von einer fehlenden Vergütungsvereinbarung iwS (die Tatbestandsvoraussetzung der Norm ist, vgl. dazu ErfK/Preis 16. Aufl. § 612 BGB Rn. 2 mwN) ausgehen würde, hat sie keine Tatsachen dargelegt, aus denen sich als "übliche" Vergütung iSv. § 612 Abs. 2 BGB einer Heilpädagogischen Förderlehrerin ein Entgelt nach Entgeltgruppe 10 TVöD/VKA ergebe (vgl. zum Erfordernis der Darlegung von Anknüpfungstatsachen BAG 17. Dezember 2014 - 5 AZR 663/13 - Rn. 29, BAGE 150, 223) .
Das auffällige Missverhältnis bestimmt sich nach dem objektiven Wert der Leistung des Arbeitnehmers (BAG vom 17.12.2014 - 5 AZR 663/13 - juris Rn. 18 = NZA 2015, 608 ).
Das Missverhältnis ist auffällig, wenn die Arbeitsvergütung nicht einmal zwei Drittel der in dem betreffenden Wirtschaftszweig üblicherweise gezahlten Vergütung erreicht (…BAG v. 22.04.2009 - 5 AZR 436/08, Rz. 17;… BAG v. 18.04.2012 - 5 AZR 630/10, Rz. 11; BAG v. 17.12.2014 - 5 AZR 663/13, Rz. 18).
ist eine Schätzung nach § 287 Abs. 2 ZPO vorzunehmen (vgl. BAG v. 17.12.2004 - 5 AZR 663/13, Rz. 29).
Die entscheidungserheblichen Tatsachen sind von den Parteien dem Gericht vorzutragen, nicht vom Gericht zu ermitteln (BAG 17. Dezember 2014 - 5 AZR 663/13 - AP BGB § 138 Nr. 70 = NZA 2015, 608, Rn. 22;… BAG 14. März 2006 - 9 AZR 411/05 - AP SGB IX § 81 Nr. 11 = NZA 2006, 1214, Rn. 24) .
Für eine Schätzung nach § 287 ZPO hat der Kläger keine Anhaltspunkte vorgetragen (vgl. dazu BAG 17.12.2014 - 5 AZR 663/13).
LAG Schleswig-Holstein, 14.04.2015 - 1 Sa 181/14
Drittschuldnerklage, Arbeitseinkommen, verschleiertes, Beweisantritt, …