Source: http://jfogu.forumieren.eu/t371-es-besteht-arztliche-handlungspflicht-bei
Timestamp: 2018-05-25 03:30:36
Document Index: 73432710

Matched Legal Cases: ['§95', '§ 176', '§18', '§ 323', '§ 323', '§ 323']

Es besteht ärztliche Handlungspflicht bei
Junges Forum ÖGU :: Facharztprüfung 2014 :: Begutachtung, Recht und Rehabilitation
A: Lebensbedrohlichen Verletzungen
B: Kindern ohne Eltern
von Michael Humenberger am Sa Sep 13, 2014 9:21 am
§95 StGB: Unterlassung der Hilfeleistung:
(1) Wer es bei einem Unglücksfall oder einer Gemeingefahr (§ 176) unterläßt, die zur Rettung eines Menschen aus der Gefahr des Todes oder einer beträchtlichen Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung offensichtlich erforderliche Hilfe zu leisten, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen, wenn die Unterlassung der Hilfeleistung jedoch den Tod eines Menschen zur Folge hat, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen, es sei denn, daß die Hilfeleistung dem Täter nicht zuzumuten ist.
Re: Es besteht ärztliche Handlungspflicht bei
von Michael Humenberger am Sa Sep 13, 2014 9:42 am
(1) Die Behandlungspflicht in der Ordination besteht gegenüber allen Anspruchsbe- rechtigten, die den Arzt für Allgemeinmedizin bzw. den Vertragsfacharzt aufsuchen. Krankenbesuche sind vom Vertragsarzt für Allgemeinmedizin durchzuführen, wenn dem Erkrankten wegen seines Zustandes das Aufsuchen des Arztes für Allgemein- medizin in der Ordination nicht zugemutet werden kann.
Zur Ersten-Hilfe-Leistung bei drohender Lebensgefahr ist jeder Vertragsarzt verpflichtet, innerhalb eines Umkreises mit einem Halbmesser von 1,5 km vom Ordinationssitz und auch außerhalb dieses Umkreises wohnhafte Anspruchsbe- rechtigte der SVA zum vertraglich festgesetzten Honorar einmalig zu behandeln.
Die Behandlungspflicht für Vertragsfachärzte besteht in der Sprechstunde des Arztes.
f) Zu Krankenbesuchen sind die Vertragsfachärzte im Allgemeinen nicht ver- pflichtet. Hingegen hat der Vertragsfacharzt einer solchen Berufung Folge zu leisten, wenn ein von ihm behandelter, im selben Ort befindlicher Patient bett- lägerig wird oder wenn die Berufung durch einen Vertragsarzt erfolgt.
Ablehnung der Behandlung §18
Der Vertragsarzt ist berechtigt, in begründeten Fällen die Behandlung eines An- spruchsberechtigten abzulehnen. Er hat auf Verlangen der SVA dieser den Grund der Ablehnung mitzuteilen.
Im Notfall darf kein Arzt eine Behandlung ablehnen, sonst macht er sich strafbar gemäß § 323 c Strafgesetzbuch (§ 323 c StGB) wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Rechtsprechung geht von einem Notfall aus, wenn sich eine Erkrankung plötzlich und rasch verschlimmert.
Grenzen der Behandlungspflicht
Die ärztliche Behandlungspflicht endet, wenn der Patient dies wünscht. In Ausnahmefällen darf sich ein Arzt damit aber nicht abfindenDies gilt dann, wenn das Unterlassen der Behandlung unweigerlich zum Tode des Patienten führen würde. In diesem Fall ist der behandelnde Arzt verpflichtet, erneut auf den Patienten zuzugehen und ihn von der Notwendigkeit der Behandlung zu überzeugen.
Die ärztliche Behandlungspflicht endet auch dann, wenn der Arzt selbst die Behandlung abbricht. Hierzu ist jeder Arzt berechtigt, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Patienten grundlegend gestört ist. Dies ist anzunehmen, wenn der Patient
Schummeleien zulasten der Krankenkasse verlangt (Berechnung nicht durchgeführter Leistungen und tatsächliche Durchführung anderer, nicht erstattungsfähiger Behandlungen).
§ 323 c StGB
von selschahawi am Sa Sep 13, 2014 11:35 am
In einem öffentlichen KH besteht ärztliche behandlungspflicht?
A. Für jedermann, jederzeit
B. Bei Gefahr in Verzug
C. Bei drohender Lebensgefahr
D. Gegenüber allen Versicherten
E. Kinder ohne Eltern
F. Objektiver hilfsbedürftigkeit
von selschahawi am Sa Sep 13, 2014 11:36 am
von selschahawi am Sa Sep 13, 2014 11:37 am
Hilfspflicht des Arztes? Jedem gegenüber. (da hab ich keine antworten)
von Michael Humenberger am Sa Sep 13, 2014 5:10 pm
hm... also ich glaube es gibt die Behandlungspflicht nur gegenüber allen Versicherten und bei drohender Lebensgefahr, bzw. Gefahr in Verzug
von selschahawi am Sa Sep 13, 2014 8:29 pm
In öffentlichen Krankenhäusern besteht Aufnahme und behandlungspflicht für Patienten bei denen krankenhausbehandlungsbedürftigkeit vorliegt.
Da passt aber nichts wirklich?
von Michael Humenberger am Mo Sep 15, 2014 10:12 am
naja, dann wohl am ehesten B ("Gefahr in Verzug")...?
von Hades am Do Sep 18, 2014 8:31 am
also bei uns wird jeder angeschaut egal zu welcher Zeit, auch wenn der Pat mit dem schönen Spruch komm:"Es tut eh nicht mehr weh aber ich wollte es mir zur Sicherheit nur mal anschauen lassen!"
von Michael Humenberger am Sa Sep 20, 2014 2:14 pm
hm.. also gehen wir es nochmal durch:
A: glaube ich nicht - wenn jemand ohne Versicherung ohne Notfall oder Gefahr kommt muss er in einem öffentlichen Krankenhaus glaub ich nicht behandelt werden
C: ja (wäre aber bei B inkludiert)
D: ja (aber auch gegenüber nicht-Versicherten bei Gefahr in Verzug --> Unabweisbarkeit)
E: das hat nichts mit Behandlungspflicht zu tun...
F: schwer zu sagen...
von Hades am Sa Sep 20, 2014 2:25 pm
Handlungspflicht ist auch sehr schwammig
Bei uns läuft es so: Wir schauen uns jeden an der kommt (ist ja auch schon eine gewissen Handlung).... wenn wir dann erachten des braucht nicht sofort behandelt zu werden bekommt der Pat einen Termin....
von Hades am Sa Sep 20, 2014 2:28 pm
i glaub i brauch jetzt a Bier
von muehmike am So Sep 27, 2015 9:51 am
muehmike