Source: https://www.zbb-online.com/heft-3-2006/zbb-2006-206-4-durchgriffshaftung-des-gmbh-gesellschafters-wegen-vermoegensvermischung-als-verhaltenshaftung/
Timestamp: 2020-01-29 14:17:00
Document Index: 65324226

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 13', '§ 128', '§ 93', '§ 13', '§ 128', '§ 129', '§ 93', '§ 178', 'BGH', 'BGH', '§ 93', '§ 128', '§ 13', 'BGH', '§ 178', '§ 178']

Durchgriffshaftung des GmbH-Gesellschafters wegen Vermögensvermischung als Verhaltenshaftung (BGH, Urt. v. 14.11.2005 – II ZR 178/03) – ZBB 2006, 206 | ZBB online
ZBB 2006, 206
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0936-2800 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2006 Rechtsprechung III. Bundesgerichtshof	GmbHG § 13 Abs. 2; HGB §§ 128, 129; InsO §§ 93, 178Durchgriffshaftung des GmbH-Gesellschafters wegen Vermögensvermischung als Verhaltenshaftung GmbHG§ 13 HGB§ 128 HGB§ 129 InsO§ 93 InsO§ 178 ZBB 2006, 207 BGH, Urt. v. 14.11.2005 – II ZR 178/03 (OLG Celle), ZIP 2006, 467 = BB 2006, 961 = DB 2006, 604 = NJW 2006, 1344 = WM 2006, 573BGHUrt.14.11.2005II ZR 178/03ZIP 2006, 467BB 2006, 961DB 2006, 604NJW 2006, 1344WM 2006, 573OLG Celle
1. Der Insolvenzverwalter des Vermögens einer GmbH ist entsprechend § 93 InsO befugt, eine etwaige Durchgriffshaftung eines Gesellschafters für die Gesellschaftsverbindlichkeiten (§ 128 HGB analog) wegen „Vermögensvermischung“ geltend zu machen.
2. Die Durchgriffshaftung eines GmbH-Gesellschafters wegen „Vermögensvermischung“, die zu einem Wegfall des Haftungsprivilegs gemäß § 13 Abs. 2 GmbHG führt, ist keine Zustands-, sondern eine Verhaltenshaftung; sie trifft einen Gesellschafter nur, wenn er aufgrund des von ihm wahrgenommenen Einflusses als Allein- oder Mehrheitsgesellschafter für den Vermögensvermischungstatbestand verantwortlich ist (Klarstellung zu BGHZ 125, 366, 368 f = ZIP 1994, 867, 868).
3. Darlegungs- und beweispflichtig für das Vorliegen einer unkontrollierbaren Vermischung des Gesellschafts- mit dem Privatvermögen der Gesellschafter ist im Grundsatz der klagende Insolvenzverwalter; den oder die Gesellschafter trifft aber eine sekundäre Darlegungslast für das Gegenteil. Das bloße Fehlen einer „doppelten Buchführung“ reicht als Nachweis für eine „Vermögensvermischung“ nicht aus.
4. Der Insolvenzverwalter kann sich gegenüber einem aus Durchgriffshaftung in Anspruch genommenen GmbH-Gesellschafter, der keine Gelegenheit zu einem Widerspruch i. S. v. § 178 Abs. 1 InsO hatte, auf die Rechtskraftwirkung der Eintragung der Gläubigerforderungen in die Insolvenztabelle (§ 178 Abs. 3 InsO) nicht berufen.