Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.09.2015&Aktenzeichen=I%20ZR%20228%2F14
Timestamp: 2018-12-15 03:23:55
Document Index: 298742118

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 15', '§ 20', '§ 78', '§ 87', '§ 94', '§ 16', '§ 148', '§ 812', '§ 818', '§ 15', '§ 15', '§ 20', '§ 20', '§ 78', '§ 78', '§ 78', '§ 86', '§ 78', '§ 87', '§ 94', '§ 94', '§ 15', '§ 15', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', '§ 87', '§ 20', '§ 15', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', '§ 97', '§ 15', '§ 16', '§ 15', '§ 15', '§ 20', '§ 20', '§ 14', '§ 15', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 94', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 8', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 3', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'Art. 8', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 8', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.09.2015 - I ZR 228/14 - dejure.org
UrhG § 15 Abs. 3, § ... 15 Abs. 2 Satz 1 und 2 Nr. 3, §§ 20, 20b Abs. 1 Satz 1, § 78 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1, Abs. 4, § 87 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1, § 94 Abs. 1 Satz 1 Fall 4, Abs. 4; UrhWG § 16 Abs. 2 Satz 1 und 2
§ 148 ZPO, § ... 97 Abs. 2 UrhG, § 812 Abs. 1 Satz 1 Fall 2, § 818 Abs. 2 BGB, § 15 Abs. 2 Satz 1 UrhG, § 15 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 UrhG, § 20 UrhG, § 20b Abs. 1 Satz 1 UrhG, § 78 Abs. 1 Nr. 2 UrhG, § 78 Abs. 2 Nr. 1 UrhG, § 78 Abs. 4 UrhG, § 86 UrhG, § 78 Abs. 2 UrhG, § 87 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1 UrhG, § 94 Abs. 1 Satz 1 Fall 4 UrhG, § 94 Abs. 4 UrhG, § 15 Abs. 3 Satz 1 UrhG, § 15 Abs. 3 Satz 2 UrhG, Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG, Richtlinie 2001/29/EG, Art. 8 Abs. 1, 2 Satz 1 der Richtlinie 2006/115/EG, Art. 8 Abs. 1 der Richtlinie 2006/115/EG, Art. 8 Abs. 2 Satz 1 der Richtlinie 2006/115/EG, Art. 3 Abs. 2 Buchst. d der Richtlinie 2001/29/EG, Art. 8 Abs. 3 der Richtlinie 2006/115/EG, Art. 8 Abs. 1 der Richtlinie 93/83/EWG, Richtlinie 2006/115/EG, § 87 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1, §§ 20, 20b Satz 1 UrhG, § 15 Abs. 3 UrhG, Art. 3 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 2001/29/EG, Art. 8 der Richtlinie 2006/115/EG, Art. 8 Abs. 2 der Richtlinie 92/100/EWG, Artikel 2, 8 der Richtlinie 93/83/EWG, § 97 Abs. 1 ZPO
§§ 15 Abs. 3, 15 Abs. 2, 20, 20b Abs. 1 Satz 1, 78 Abs. 1 Nr. 2, 78 Abs. 2 Nr. 1, 78 Abs. 4, 87 Abs. 1 Nr. 1, 94 Abs. 1 Satz 1, 94 Abs. 4 UrhG; § 16 Abs. 2 UrhWG
§ 15 Abs 2 S 2 Nr 3 UrhG, § 15 Abs 3 UrhG, § 20 UrhG, § 20b Abs 1 S 1 UrhG, § 14 Abs 1 Nr 1 Buchst a UrhWahrnG
Urheberrecht: Kabelweitersendung durch Übertragung von mit einer Gemeinschaftsantenne der Wohnanlage empfangenen Fernseh- oder Hörfunksignalen durch ein Kabelnetz an die angeschlossenen Empfangsgeräte der einzelnen Wohnungseigentümer - Ramses
Annahme einer öffentlichen Wiedergabe bei zeitglicher Übertragung von über Satellit ausgestrahlten und mit einer Gemeinschaftsantenne der Wohnanlage empfangenen Fernseh- oder Hörfunksignale einer Wohnungseigentümergemeinschaft; Begründung von Schadensersatzansprüchen oder Wertersatzansprüchen von Urhebern und ausübenden Künstlern sowie Sendeunternehmen oder Filmherstellern bei Weiterübertragung durch an das Kabelnetz angeschlossenen Empfangsgeräte einzelner Wohnungseigentümer; Anforderungen an die Sachurteilsvoraussetzungen bei Durchführung eines Schiedsstellenverfahrens mit Beteiligung einer Verwertungsgesellschaft sowie Nutzung von nach dem Urheberrechtsgesetz geschützten Werken oder Leistungen
Keine GEMA-Gebühren für Gemeinschaftsantennenanlagen
§§ 15 Abs. 2 S. 2 Nr. 3, Abs. 3, 20, 20b Abs. 1, 78 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1, Abs. 4, 87 Abs. 1 Nr. 1. Fall 1, 94 Abs. 1 S. 1 Fall 4, Abs. 4, 97 UrhG
Wohnungseigentümergemeinschaft muss keine GEMA-Gebühren zahlen; § 15 UrhG
Keine Vergütungspflicht bei Gemeinschaftsantennenanlagen von Wohnungseigentümern, Urheberrechtsentgelte für Weiterleitung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen, GEMA, VG Media, Verwertungsgesellschaften
GEMA kann von Wohnungseigentümergemeinschaften kein Entgelt für Rundfunkweiterübertragung verlangen
Urheberrecht & WEG: Zur Vergütungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen
GEMA hat keinen Anspruch auf Vergütung für Gemeinschaftsantennenanlagen
Eine Wohnungseigentümergemeinschaft muss für TV-Weiterübertragung über die Gemeinschaftsantenne keine GEMA-Gebühren zahlen
Keine GEMA-Gebühren für Weiterübertragung der über Gemeinschaftsantenne per Satellit empfangenen Fernseh- und Hörfunksignale durch Wohnungseigentümergemeinschaft
Keine Vergütungspflicht für Gemeinschaftsantennenanlagen
Keine GEMA-Gebühren für Gemeinschaftsantennenanlagen - Entscheidungsgründe veröffentlicht
Vergütungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen
heise.de (Pressebericht, 17.09.2015)
Für Gemeinschaftsantennen fallen keine Gema-Gebühren an
Gemeinschaftsantennenanlagen - und keine GEMA
Die Gemeinschaftsantennenlage der Wohnungseigentümergemeinschaft
Kabelweiterleitung in Wohnungsanlagen - Keine GEMA-Gebühren für Wohneigentümer
Mietrecht - Vergütungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen
Keine GEMA-Gebühren für Weiterübertragung der über Gemeinschaftsantenne per Satellit empfangenen Fernseh- und Hörfunksignale durch WEG
Betrieb einer Gemeinschaftsantenne und Weiterleitung in Eigentumswohnungen nicht GEMA-pflichtig
Keine Vergütungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen
Urheberrecht: Fernsehempfang über Gemeinschaftsantenne
hausundgrund-rheinland.de (Ausführliche Zusammenfassung)
Keine GEMA-Gebühren für Gemeinschaftsantenne
Keine GEMA-Vergütungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen
Wohnungseigentümer müssen keine GEMA-Gebühr zahlen
Keine Pflicht zur Vergütung der GEMA bei Gemeinschaftsantennenanlagen
WEGs müssen keine GEMA-Gebühren zahlen
Keine GEMA-Gebühr für Gemeinschaftsantennen
Wenn von einer Gemeinschaftsantenne empfangene Sendesignale über ein Kabelnetz weitergeleitet werden
Telepolis (Pressebericht, 19.09.2015)
GEMA scheitert mit Gebührenvorstoß bei Wohnungsbesitzern
Keine extra GEMA-Gebühren für Gemeinschaftsantenne in WEG
Keine GEMA-Gebührenpflicht für WEG
Weiterleitung des Kabelsignals durch Wohnungseigentümergemeinschaft an die Wohneinheiten
GEMA-Gebühr, Wohnanlage und Kabelnetzwerk
Keine GEMA-Gebühren für Gemeinschaftsantennen einer Wohneigentümergemeinschaft
mueller-roessner.net , S. 7 (Entscheidungsbesprechung)
Zur urheberrechtlichen Vergtungspflicht von Gemeinschaftsantennenanlagen (RA Sören Rößner; K&R 2016, 50-52)
anwalt.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
Weiterübertragung von Sendesignalen durch ein Kabelnetz: Öffentliche Wiedergabe? (IMR 2016, 19)
Kurznachricht zu "Keine öffentliche Wiedergabe durch Kabelweiterleitung in eine Wohnanlage - Ramses - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.09.2015" von Prof. Dr. Andreas Wiebe, LL.M., original erschienen in: NJW 2016, 807 - 813.
Kurznachricht zu "Ramses: Keine öffentliche Wiedergabe bei Übertragung durch Gemeinschaftsantenne - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.09.2015" von RA Sören Rößner, LL.M., original erschienen in: K&R 2016, 45 - 52.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.09.2015" von Dr. Wolfgang Freiherr Raitz von Frentz und Dr. Christian L. Masch, original erschienen in: ZUM 2016, 169 - 171.
BGH, 15.12.2015 - I ZR 228/14
BGHZ 206, 365
NJW 2016, 807
MDR 2016, 103
GRUR 2016, 71
NZM 2016, 127
ZMR 2016, 469
MMR 2016, 204
ZUM 2016, 162
afp 2016, 65
Die Konstellation sei mit dem der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17.09.2015 (BGHZ 206, 365 - Ramses) zugrundeliegenden Fall vergleichbar, nach dem im Rahmen einer Gesamtbetrachtung bei 343 versorgten Wohneinheiten einer Wohnungseigentümergemeinschaft nicht von einer vergütungspflichtigen Kabelweitersendung ausgegangen worden sei.
Die Aussetzung setzt aber voraus, dass ein substantiiertes Bestreiten erfolgt (vgl. BGHZ 206, 365 Rn 20 - Ramses), woran es hier fehlt.
Diese Verwertungsgesellschaften nehmen die ihnen von Urhebern, ausübenden Künstlern, Tonträgerherstellern, Sendeunternehmen und Filmherstellern eingeräumten urheberrechtlichen Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche wahr (vgl. BGHZ 206, 365 Rn 1 - Ramses).
In der Weiterleitung der mit einer Gemeinschaftsantenne empfangenen Sendesignale über ein Kabelnetz liegt eine solche Wiedergabe (BGHZ 206, 365 Rn 44, 51 - Ramses).
Dies gilt insbesondere, wenn die Mitglieder andernfalls das ausgestrahlte Werk grundsätzlich nicht empfangen könnten (vgl. EuGH, Urteil vom 8.9.2016 - C-160/15 -, GRUR 2016, 1152 Rn 35 m.w.N.), und unabhängig davon, ob sie den Zugang nutzen (BGHZ 206, 365 Rn 44 - Ramses).
Die Übermittlung einer Sendung durch Satellit und deren Weiterverbreitung über Kabel sind zwei unterschiedliche technische Verfahren und damit zwei Wiedergaben im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Informationsgesellschaftsrichtlinie 2001/29/EG (BGHZ 206, 365 Rn 55 - Ramses).
Maßgeblich für die Frage, ob wegen der Verwendung eines spezifischen technischen Verfahrens eine Wiedergabe vorliegt, ist vielmehr allein eine technische Betrachtung (BGHZ 206, 365 Rn 56 - Ramses).
Vielmehr bedarf die Weiterverbreitung über Kabel hier ohne weiteres der Erlaubnis des Rechteinhabers, ohne dass es darauf ankommt, ob das Werk für ein neues Publikum wiedergegeben wird, d.h. für ein Publikum, an das der Rechteinhaber nicht gedacht hatte, als er die ursprüngliche öffentliche Wiedergabe erlaubte (BGHZ 206, 365 Rn 48, 55 - Ramses).
(2) Überschreitet die Zahl der potentiellen Adressaten eine bestimmte Mindestschwelle, bilden sie allein deshalb noch keine Öffentlichkeit; vielmehr muss die Zahl unbestimmt sein (BGHZ 206, 365 Rn 62 - Ramses).
Eine "unbestimmte Zahl potentieller Adressaten" liegt vor, wenn das Werk oder die Leistung Personen allgemein, also nicht beschränkt auf besondere Personen, die einer privaten Gruppe angehören, zugänglich gemacht wird (EuGH GRUR 2016, 684 Rn 42 - Reha-Training; vgl. EuGH GRUR 2007, 225 Rn 37 - SGAE/Rafael zu Art. 3 Abs. 1 der Informationsgesellschaftsrichtlinie 2001/29/EG mwN; EuGH GRUR 2012, 597 Rn 34 PPL/Irland zu Art. 8 Abs. 2 der Vermiet- und Verleihrechts-RL nunmehr Richtlinie 2006/115/EG; BGHZ 206, 365 Rn 46 - Ramses).
Im Streitfall werden die Sendesignale - im Unterschied zu dem der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17.9.2015 (BGHZ 206, 365 - Ramses) zugrundeliegenden Fall - an eine "Öffentlichkeit" weitergeleitet (vgl. auch LG Potsdam ZUM 2016, 564;… LG Halle, Urt. v. 8.8.2016 - 4 O 335/15).
Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind die Empfänger in ihrer Eigenschaft als Bewohner der Wohnanlage von anderen Personenkreisen abgegrenzt (BGHZ 206, 365 Rn 63 - Ramses).
Der autonome Unionsrechts-Begriff der "privaten Gruppe" ist zwar bereits nach seinem Wortsinn weiter als der Begriff der "persönlichen Verbundenheit" im Sinne von § 15 Abs. 3 UrhG und ist nicht besonders eng zu ziehen (BGHZ 206, 365 Rn 65 f. - Ramses).
Für sie ist die Weiterleitung von Sendesignalen nicht Hauptzweck, sondern allenfalls Nebenzweck im Rahmen der Gebäudeverwaltung nach § 21 Abs. 1 WEG (vgl. BGHZ 206, 365 Rn 65 - Ramses).
Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Handlung der Wiedergabe vorliegt, kommt es allein auf eine technische Betrachtung an und ist für eine wertende Betrachtung kein Raum (vgl. BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14, GRUR 2016, 71 Rn. 56 und 67 = WRP 2016, 79 - Ramses, mwN).
Sie erfasst damit auch den Fall, dass die Sendung der auf einem Tonträger aufgezeichneten Darbietung eines ausübenden Künstlers weitergesendet wird (vgl. BGH, GRUR 2016, 71 Rn. 34 - Ramses).
Danach sehen die Mitgliedstaaten für Sendeunternehmen das ausschließliche Recht vor, die drahtlose Weitersendung ihrer Sendungen sowie die öffentliche Wiedergabe ihrer Sendungen, wenn die betreffende Wiedergabe an Orten stattfindet, die der Öffentlichkeit gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes zugänglich sind, zu erlauben oder zu verbieten (zur Weitersendung über Kabel vgl. BGH, GRUR 2016, 71 Rn. 36 - Ramses, mwN).
Da es keine Anhaltspunkte für die Annahme gibt, der deutsche Gesetzgeber habe hier einen anderen Begriff der öffentlichen Wiedergabe durch Funksendung zugrunde legen wollen als in den Bestimmungen, die der Umsetzung entsprechender Richtlinien dienen, ist auch die Bestimmung des § 94 Abs. 1 Satz 1 Fall 4 UrhG unionsrechtskonform auszulegen (vgl. BGH, GRUR 2016, 71 Rn. 38 und 41 - Ramses).
(1) Tathandlung ist bei der Verletzung des Rechts der öffentlichen Zugänglichmachung gemäß § 19aUrhG entgegen der Diktion der Klägerin nicht die Übermittlung einer das betreffende Musikwerk enthaltenden Datei; ausreichend ist vielmehr bereits, dass Dritten der Zugriff auf das sich in der Sphäre des Vorhaltenden befindende Werk eröffnet wird, ohne dass es darauf ankäme, ob diese Möglichkeit tatsächlich genutzt - das Werk also tatsächlich übermittelt - worden ist (vgl. BGH GRUR 2016, 176 - Tauschbörse I Tz. 28 m. w. N. [soweit dort von Hochladen gesprochen wird, ist die Übermittlung an einen abrufenden Nutzer als Folge des öffentlichen Zugänglichmachens gemeint]; vgl. auch EuGH GRUR 2014, 360 - Svensson/Retriever Sverige Tz. 19;… BGH, a. a. O., - Die Realität II Tz. 22; GRUR 2016, 71 - Ramses Tz. 44).
Hinsichtlich der Rechte der Urheber, ihre Werke durch Funk zugänglich zu machen, wird Bezug genommen auf die ausführliche Darstellung des BGH in seiner "Ramses"-Entscheidung. (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 24).
Zur Öffentlichkeit gehört nach § 15 Abs. 3 Satz 2 UrhG jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist. (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 29).
Dabei reicht es aus, wenn Dritte einen Zugang zu dem geschützten Werk oder der geschützten Leistung haben, ohne dass es darauf ankommt, ob sie diesen nutzen. (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 44 m.w.N.).
Dabei kommt es darauf an, wie viele Personen gleichzeitig und nacheinander Zugang zu demselben Werk haben (…vgl. zu Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 38 - SGAE/Rafael;… GRUR 2013, 500 Rn. 33 - ITV Broadcasting/TVC;… GRUR 2014, 473 Rn. 28 - OSA/Lécebné lázne;… vgl. zu Art. 8 Abs. 2 der Richtlinie 92/100/EWG [jetzt Richtlinie 2006/115/EG] EuGH, GRUR 2012, 593 Rn. 86 und 87 - SCF/Del Corso;… GRUR 2012, 597 Rn. 35 - PPL/Irland). (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 47).
Erfolgt die nachfolgende Wiedergabe nach einem spezifischen technischen Verfahren, das sich von demjenigen der ursprünglichen Wiedergabe unterscheidet, braucht nicht geprüft zu werden, ob das Werk für ein neues Publikum wiedergegeben wird, sondern bedarf die Wiedergabe ohne Weiteres der Erlaubnis des Urhebers (…vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 40 und 41 - SGAE/Rafael; EuGH…, Beschluss vom 18. März 2010 - C-136/09, MR-Int 2010, 123 Rn. 38 - OSDD/Divani Akropolis;… EuGH, GRUR 2012, 156 Rn. 197 - Football Association Premier League und Murphy;… GRUR 2013, 500 Rn. 39 und 24 bis 26 - ITV Broadcasting/TVC;… GRUR 2014, 360 Rn. 24 - Svensson/Retriever Sverige; EuGH…, Urteil vom 21. Oktober 2014 - C-348/13, GRUR 2014, 1196 Rn. 14 - BestWater International/Mebes und Potsch). (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 48).
Der Erwerbszweck ist allerdings keine zwingende Voraussetzung einer öffentlichen Wiedergabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG (…vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 44 - SGAE/Rafael) und kann für die Einstufung einer Weiterverbreitung als Wiedergabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG unter Umständen auch unerheblich sein (…EuGH, GRUR 2013, 500 Rn. 42 und 43 - ITV Broadcasting/TVC). (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 50).
Es ist auch das weitere Erfordernis einer "öffentlichen Wiedergabe" im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG erfüllt, weil ein geschütztes Werk unter Verwendung eines spezifischen technischen Verfahrens oder für ein neues Publikum wiedergegeben wird (…vgl. oben Rn. 48). (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 52).
Die Übermittlung einer Sendung durch Satellit und deren Weiterverbreitung über Kabel sind danach zwei unterschiedliche technische Verfahren und damit zwei Wiedergaben im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG. (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 55).
Das schließt es allerdings nicht aus, die Frage, ob über eine Gemeinschaftsantenne empfangene und durch ein Kabelnetz weitergeleitete Sendesignale einer Öffentlichkeit übermittelt werden, (auch) aufgrund einer wertenden Betrachtung zu beantworten (…vgl. dazu unter Rn. 67 und BGH, Urteil vom 8. Juli 1993 - I ZR 124/91, BGHZ 123, 149, 153 f. - Verteileranlagen;… BGH, GRUR 2009, 845 Rn. 32 - Internet-Videorecorder I; BGH…, Urteil vom 12. November 2009 - I ZR 160/07, GRUR 2010, 530 Rn. 19 = WRP 2010, 784 - Regio-Vertrag). (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 56).
Es kommt daher nicht darauf an, inwieweit sich die Zahl dieser Personen durch Personen erhöht, die nacheinander Zugang zu denselben Werken und Leistungen haben. (vgl. BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 59).
Bei den Bewohnern einer (Eigentums-)Wohnanlage handelt es sich daher um "besondere Personen" (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 63).
Zu einer "privaten Gruppe" kann daher gehören, wer im Sinne von § 15 Abs. 3 Satz 2 UrhG nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist. (BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 65).
Der Begriff der öffentlichen Wiedergabe ist deshalb in Übereinstimmung mit der für Urheber geltenden Bestimmung des Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft sowie mit der für Leistungsschutzberechtigte geltenden Bestimmungen des Art. 8 Abs. 1 und 2 Satz 2 der Richtlinie 2006/115/EG zum Vermietrecht und Verleihrecht sowie zu bestimmten dem Urheberrecht verwandten Schutzrechten im Bereich des geistigen Eigentums (kodifizierte Fassung) und der dazu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union auszulegen (vgl. BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14, BGHZ 206, 365 Rn. 30 ff. - Ramses, mwN).
Um eine "unbestimmte Zahl potentieller Adressaten" handelt es sich, wenn die Wiedergabe für Personen allgemein erfolgt, also nicht auf besondere Personen beschränkt ist, die einer privaten Gruppe angehören (…vgl. zu Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 37 - SGAE/Rafael, mwN;… vgl. zu Art. 8 Abs. 2 der Richtlinie 92/100/EWG [jetzt Richtlinie 2006/115/EG] EuGH, GRUR 2012, 593 Rn. 85 - SCF/Del Corso;… GRUR 2012, 597 Rn. 34 - PPL/Irland; BGHZ 206, 365 Rn. 46 - Ramses).
Die Weiterverbreitung von terrestrisch oder über Satellit ausgestrahlten Sendesignalen über Kabel erfolgt nach einem spezifischen technischen Verfahren, das sich von demjenigen der ursprünglichen Wiedergabe unterscheidet (BGHZ 206, 365 Rn. 55 - Ramses, mwN).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 23 - 28).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 29).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 44 m.w.N.).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 47).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 50.
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 55).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 56).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 63).
(BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 228/14 -, BGHZ 206, 365-387, Rn. 65).
Im Streitfall ist davon auszugehen, dass die Zahl der Personen, welche für die Kunden der Antragsgegnerin deren Angebot abrufen können, die dem Begriff der Öffentlichkeit innewohnende Mindestschwelle übersteigt (vgl. dazu BGH GRUR 2016, 71 - Ramses Tz. 59).
Das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 17.09.2015 (I ZR 228/14) sei nicht anwendbar.
Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes in der "Ramses"-Entscheidung vom 17.09.2015 (I ZR 228/14) sei für die Weiterübertragung der über eine Gemeinschaftsantenne per Satellit empfangenen Fernseh- und Hörfunksignale durch ein Kabelnetz an die Empfangsgeräte keine urheberrechtliche Vergütung geschuldet.
Der Erwerbszweck kann für die Einstufung einer Weiterverbreitung als Wiedergabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG unter Umständen auch unerheblich sein (vgl. für das Vorstehende BGH, Urteil vom 17.09.2015 - I ZR 228/14 - "Ramses", Rz. 43ff, zitiert nach juris.de, mit zahlreichen w.N.).
Die Durchführung eines Schiedsstellenverfahrens ist Sachurteilsvoraussetzung; wurde kein Schiedsstellenverfahren durchgeführt, ist die Klage als unzulässig abzuweisen (vgl. BGH, Urteil vom 17. September 2015 - I ZR 229/14, BGHZ 206, 365 Rn. 14 - Ramses, mwN).
Insoweit ergibt sich auch aus dem BGH-Urteil vom 17.9.2015 (GRUR 2016, 71 - S) nichts anderes.
LG Halle, 08.08.2016 - 4 O 335/15
Urheberrechtsverletzung: Lizenzpflicht eines Vereins bei Ermöglichung des …