Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20R%2040/08
Timestamp: 2020-02-24 15:26:39
Document Index: 367002442

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 15', 'Art. 28', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 17', '§ 4', 'EuG', 'EuG', '§ 46', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 15', 'EuG', 'EuG', '§ 3', '§ 3', '§ 17']

BFH, 08.09.2010 - XI R 40/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,4033
BFH, 08.09.2010 - XI R 40/08 (https://dejure.org/2010,4033)
BFH, Entscheidung vom 08.09.2010 - XI R 40/08 (https://dejure.org/2010,4033)
BFH, Entscheidung vom 08. September 2010 - XI R 40/08 (https://dejure.org/2010,4033)
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Vorsteuerabzug aus innergemeinschaftlichen Erwerben - Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbs - Lieferung von Mobiltelefonen von Italien nach Österreich unter Verwendung einer deutschen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer durch den Erwerber - Kein Vorsteuerabzug des ...
Vorsteuerabzug aus innergemeinschaftlichen Erwerben; Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbs; Lieferung von Mobiltelefonen von Italien nach Österreich unter Verwendung einer deutschen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer durch den Erwerber; Kein Vorsteuerabzug des ...
§ 1 Abs 1 Nr 5 UStG 1999, § 1a Abs 1 UStG 1999, § 3d S 1 UStG 1999, § 3d S 2 UStG 1999, § 15 Abs 1 S 1 Nr 3 UStG 1999
Richtlinie 77/388/EWG Art. 28a, 28 b; UStG § 15
Vorsteuerabzug aus innergemeinschaftlichen Erwerben - einschränkende Auslegung
Vorsteuerabzug aus innergemeinschaftlichen Erwerben I
Anwendbarkeit des § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 Umsatzsteuergesetz ( UStG ) im Falle der Mehrwertsteuerpflichtigkeit des Unternehmers im Mitgliedsstaat der Identifizierung bei fehlendem Nachweis der Besteuerung des fraglichen innergemeinschaftlichen Erwerbs im Mitgliedstaat der ...
Anwendbarkeit des § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG) im Falle der Mehrwertsteuerpflichtigkeit des Unternehmers im Mitgliedsstaat der Identifizierung bei fehlendem Nachweis der Besteuerung des fraglichen innergemeinschaftlichen Erwerbs im Mitgliedstaat der ...
Binnenmarkt mit kleinen Fehlern - auf die richtige USt-IdNr. kommt es an
Innergemeinschaftliche Erwerbe auf dem Prüfstand - Kein Vorsteuerabzug bei Verwendung einer falschen USt-ID Nummer
Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG und Änderung der Bemessungsgrundlage nach § 17 Abs. 2 Nr. 4 UStG
BFHE 231, 343
BStBl II 2011, 661
Lässt der Gesetzestext mehrere Auslegungsmöglichkeiten zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist derjenigen Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig einzustufen ist (Urteile des Bundesfinanzhofs vom 15. Februar 2012 XI R 24/09, BFHE 236, 267, BStBl II 2013, 712; vom 8. September 2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, und vom 29. Juni 2011 XI R 15/10, BFHE 233, 470, BStBl II 2011, 839).
Lässt der Gesetzestext mehrere Auslegungen zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist --wie bei der verfassungskonformen Auslegung im Hinblick auf das Grundgesetz-- der Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig einzustufen ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 8. September 2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, unter II.4.; vom 29. Juni 2011 XI R 15/10, BFHE 233, 470, BStBl II 2011, 839, unter II.2.;… zur verfassungskonformen Auslegung vgl. Klein/Gersch, AO, 10. Aufl., § 4 Rz 33, m.w.N.).
aa) Die Rechtsprechung ist sowohl nach nationalem (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15. April 2010 IV R 5/08, BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912, Rz 30; vom 8. September 2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, Rz 25, jeweils m.w.N.) als auch nach Unionsrecht (…vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 27. November 2003 C-497/01 --Zita Modes--, Slg. 2003, I-14393, BFH/NV Beilage 2004, 128, Rz 34, m.w.N.) verpflichtet, den Sinn und Zweck einer Norm unter Berücksichtigung ihrer Einordnung in das Gesetz und damit ihres systematisch-teleologischen Zusammenhangs zu ermitteln.
Ein Gericht hat sich bei der Auslegung des nationalen Umsatzsteuerrechts so weit wie möglich am Wortlaut und Zweck der einschlägigen unionsrechtlichen Bestimmungen auszurichten (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 11. Juli 2002 C-62/00 --Marks & Spencer--, Slg. 2002, I-6325, UR 2002, 436, Rz 24, m.w.N.; ferner BFH-Urteile in BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, Rz 25; vom 29. Juni 2011 XI R 15/10, BFHE 233, 470, BStBl II 2011, 839, Rz 22; vom 15. Februar 2012 XI R 24/09, BFHE 236, 267, BStBl II 2013, 712, Rz 17; vom 16. Mai 2012 XI R 24/10, BFHE 238, 468, BStBl II 2013, 52, Rz 41, jeweils m.w.N.) und ist bei einem Widerspruch zwischen den Vorschriften des innerstaatlichen Rechts und den Bestimmungen des Unionsrechts gehalten, für die volle Wirksamkeit des Unionsrechts Sorge zu tragen.
Lässt der Gesetzestext mehrere Auslegungen zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist der Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig einzustufen ist (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, unter II.4.; in BFHE 233, 470, BStBl II 2011, 839, unter II.2.; in BFHE 236, 267, BStBl II 2013, 712, Rz 18, jeweils m.w.N.).
Die Klage wurde auch nicht vor Ablauf von sechs Monaten seit Einspruchseinlegung erhoben (§ 46 Abs. 1 Satz 2 FGO; vgl. dazu BFH-Urteil vom 8. September 2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, Rz 9).
Lässt der Gesetzestext mehrere Auslegungen zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist - wie bei der verfassungskonformen Auslegung im Hinblick auf das Grundgesetz - der Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig einzustufen ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 8. September 2010 XI R 40/08, BStBl II 2011, 661; vom 29. Juni 2011 XI R 15/10, BStBl II 2011, 839).
Lässt der Gesetzestext --wie hier § 4 Nr. 28 i.V.m. § 4 Nr. 9 Buchst. b Satz 1 UStG a.F.-- mehrere Auslegungen zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist --wie bei der verfassungskonformen Auslegung im Hinblick auf das Grundgesetz-- der Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig einzustufen ist (vgl. z.B. Senatsurteile vom 8. September 2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661, unter II.4.; vom 29. Juni 2011 XI R 15/10, BFHE 233, 470, BStBl II 2011, 839, unter II.2.; in BFHE 236, 267, unter II.2.b; zur verfassungskonformen Auslegung vgl. Klein/Gersch, AO, 11. Aufl., § 4 Rz 33, m.w.N.).
Unter Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (Bundesfinanzhof - BFH -, Urteile vom 1.9.2010 V R 39/08, Sammlung amtlich veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFHE - 231, 308, Bundessteuerblatt - BStBl. - II 2011, 658 und vom 8.9.2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl. II 2011, 661) sei der Vorsteuerabzug gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG für diese innergemeinschaftlichen Erwerbe zu versagen.
Dies ergibt sich für Leistungen ab dem 30.06.2013 ausdrücklich aus dem Gesetz, entsprach aber bereits vor der Klarstellung im Gesetzestext der Rechtsprechung des EuGH (EuGH-Urteile vom 22.04.2010 C-536/08 und C-539/08 Rs. X und Facet Trading BV, DStR 2010, 926) und des Bundesfinanzhofs (Urteile vom 01.09.2010 V R 39/08, BFHE 231, 308, BStBl II 2011, 658 und vom 08.09.2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661).
Die Entlastung des Unternehmers von der Steuer auf den innergemeinschaftlichen Erwerb nach § 3d Satz 2 UStG erfolgt nicht durch die Gewährung des Vorsteuerabzugs, sondern durch eine Verminderung der Bemessungsgrundlage, wenn der Unternehmer den Nachweis gemäß § 3d Satz 2 UStG führt (vgl. § 17 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 4 UStG; BFH-Urteile vom 01.09.2010 V R 39/08, BFHE 231, 308, BStBl II 2011, 658 und vom 08.09.2010 XI R 40/08, BFHE 231, 343, BStBl II 2011, 661).