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Timestamp: 2020-07-09 02:15:40
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Matched Legal Cases: ['Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 20', 'Art. 6', 'Art. 63', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 7', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 55', 'Art. 31', 'Art. 55', 'Art. 31', 'Art. 55', 'Art. 89', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 25', 'Art. 1', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 99', 'Art. 99', 'Art. 6', 'Art. 57', 'Art. 54', 'Art. 1', 'Art. 79', 'Art. 73', 'Art. 108', 'Art. 89', 'Art. 89', 'Art. 74', 'Art. 89', 'Art. 74', 'Art. 89', 'Art. 55', 'Art. 25', 'Art. 1', 'Art. 104', 'Art. 104', 'Art. 1']

Lawbrary | SVG - Strassenverkehrsgesetz
Motorfahrzeuge und ihre Führer (7 - 17)
Motorlose Fahrzeuge und ihre Führer (18 - 21)
Gemeinsame Bestimmungen (22 - 25)
Verkehrsregeln (26 - 26)
Regeln für alle Strassenbenützer (27 - 28)
I. Allgemeine Fahrregeln (29 - 33)
II. Einzelne Verkehrsvorgänge (34 - 38)
III. Sicherungsvorkehren (39 - 42)
IV. Regeln für besondere Strassenverhältnisse (43 - 45)
V. Besondere Fahrzeugarten (46 - 48)
Regeln für den übrigen Verkehr (49 - 50)
Verhalten bei Unfällen (51 - 51)
Sportliche Veranstaltungen, Versuchsfahrten (52 - 53)
Durchführungsbestimmungen (53 - 57)
Verkehrsmanagement (57 - 57)
Haftpflicht (58 - 62)
Versicherung (63 - 68)
Besondere Fälle (69 - 79)
Verhältnis zu andern Versicherungen (80 - 81)
Gemeinsame Bestimmungen (82 - 89)
Informationssystem Verkehrszulassung (89 - 89)
Informationssystem Strassenverkehrsunfälle (89 - 89)
Informationssystem Strassenverkehrskontrollen (89 - 89)
Strafbestimmungen (90 - 103)
Ausführungs- und Schlussbestimmungen (104 - 108)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 23. Juni 1995
Ursprüngliche Fassung des Art. 25 Abs. 3 Bst. e
vom 19. Dezember 1958 (Stand am 1. Januar 2019)
1Die­ses Ge­setz ord­net den Ver­kehr auf den öf­fent­li­chen Stras­sen so­wie die Haf­tung und die Ver­si­che­rung für Schä­den, die durch Mo­tor­fahr­zeu­ge, Fahr­rä­der oder fahr­zeu­g­ähn­li­che Ge­rä­te ver­ur­sacht wer­den.1
2Die Ver­kehrs­re­geln (Art. 26-57a) gel­ten für die Füh­rer von Mo­tor­fahr­zeu­gen und die Rad­fah­rer auf al­len dem öf­fent­li­chen Ver­kehr die­nen­den Stras­sen; für die üb­ri­gen Stras­sen­be­nüt­zer nur auf den für Mo­tor­fahr­zeu­ge oder Fahr­rä­der ganz oder be­schränkt of­fe­nen Stras­sen.2
3Für das In­ver­kehr­brin­gen von Mo­tor­fahr­zeu­gen, Fahr­rä­dern und An­hän­gern so­wie von de­ren Be­stand­tei­len gilt, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, das Bun­des­ge­setz vom 12. Ju­ni 20093 über die Pro­duk­te­si­cher­heit.4
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
4 Ein­ge­fügt durch Art. 20 Abs. 2 Ziff. 2 des BG vom 12. Ju­ni 2009 über die Pro­duk­te­si­cher­heit (AS 2010 2573; BBl 2008 7407). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
Be­fug­nis­se des Bun­des
1Der Bun­des­rat ist er­mäch­tigt, nach An­hö­ren der Kan­to­ne:
Stras­sen, die für den all­ge­mei­nen Durch­gangs­ver­kehr not­wen­dig sind, mit oder oh­ne Ein­schrän­kun­gen für den Mo­tor­fahr­zeug- und Fahr­r­ad­ver­kehr of­fen zu er­klä­ren;
für al­le oder ein­zel­ne Ar­ten von Mo­tor­fahr­zeu­gen zeit­li­che, für die gan­ze Schweiz gel­ten­de Fahr­ver­bo­te zu er­las­sen;
2Für schwe­re Mo­tor­wa­gen zur Gü­ter­be­för­de­rung gilt ein Nacht­fahr­ver­bot von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr und ein Sonn­tags­fahr­ver­bot. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.2
3Der Bun­des­rat er­lässt ein Ver­zeich­nis der nur für Mo­tor­fahr­zeu­ge of­fe­nen Stras­sen. Er be­zeich­net, so­weit nicht die Bun­des­ver­samm­lung zu­stän­dig ist, die­se Stras­sen nach An­hö­ren oder auf An­trag der be­tei­lig­ten Kan­to­ne. Er be­stimmt, wel­che Ar­ten von Mo­tor­fahr­zeu­gen auf sol­chen Stras­sen ver­keh­ren dür­fen.3
3bisDas Bun­des­amt für Stras­sen (ASTRA) ver­fügt die Mass­nah­men der ört­li­chen Ver­kehrs­re­ge­lung auf den Na­tio­nal­stras­sen.4 Zur Be­schwer­de ge­gen sol­che Ver­fü­gun­gen sind auch die Ge­mein­den be­rech­tigt, so­fern Ver­kehrs­mass­nah­men auf ih­rem Ge­biet an­ge­ord­net wer­den.5
4So­weit es für das Mi­li­tär oder den Zi­vil­schutz nö­tig ist, kann der Ver­kehr auf be­stimm­ten Stras­sen vor­über­ge­hend be­schränkt oder ge­sperrt wer­den. Der Bun­des­rat be­zeich­net die da­für zu­stän­di­gen Stel­len des Mi­li­tärs und des Zi­vil­schut­zes. Sie neh­men vor ih­rem Ent­scheid mit den kan­to­na­len Be­hör­den Rück­spra­che.6
5Für Stras­sen im Ei­gen­tum des Bun­des be­stim­men die vom Bun­des­rat be­zeich­ne­ten Bun­des­be­hör­den, ob und un­ter wel­chen Be­din­gun­gen der öf­fent­li­che Ver­kehr ge­stat­tet ist. Sie stel­len die er­for­der­li­chen Si­gna­le auf.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 1991, mit Wir­kung seit 15. März 1992 (AS 1992 534; BBl 1988 II 1333).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 6 Ziff. 2 des Ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2864; BBl 1999 6128).
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 63 des BG vom 8. März 1960 über die Na­tio­nal­stras­sen, in Kraft seit 21. Ju­ni 1960 (AS 1960 525; BBl 1959 II 105).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
1Der Bund för­dert si­che­res Fah­ren durch Sen­si­bi­li­sie­rungs­kam­pa­gnen und an­de­re prä­ven­tiv wirk­sa­me Ak­ti­vi­tä­ten.
2Er kann die ent­spre­chen­den Ak­ti­vi­tä­ten der Kan­to­ne und der pri­va­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ko­or­di­nie­ren und un­ter­stüt­zen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Fe­br. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 1; BBl 1999 4462).
Be­fug­nis­se der Kan­to­ne und Ge­mein­den
1Die kan­to­na­le Stras­sen­ho­heit bleibt im Rah­men des Bun­des­rechts ge­wahrt.
2Die Kan­to­ne sind be­fugt, für be­stimm­te Stras­sen Fahr­ver­bo­te, Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen und An­ord­nun­gen zur Re­ge­lung des Ver­kehrs zu er­las­sen. Sie kön­nen die­se Be­fug­nis den Ge­mein­den über­tra­gen un­ter Vor­be­halt der Be­schwer­de an ei­ne kan­to­na­le Be­hör­de.
3Der Mo­tor­fahr­zeug- und Fahr­r­ad­ver­kehr kann auf Stras­sen, die nicht dem all­ge­mei­nen Durch­gangs­ver­kehr ge­öff­net sind, voll­stän­dig un­ter­sagt oder zeit­lich be­schränkt wer­den; Fahr­ten im Diens­te des Bun­des blei­ben je­doch ge­stat­tet. …1
4An­de­re Be­schrän­kun­gen oder An­ord­nun­gen kön­nen er­las­sen wer­den, so­weit der Schutz der Be­woh­ner oder glei­cher­mas­sen Be­trof­fe­ner vor Lärm und Luft­ver­schmut­zung, die Be­sei­ti­gung von Be­nach­tei­li­gun­gen von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, die Si­cher­heit, die Er­leich­te­rung oder die Re­ge­lung des Ver­kehrs, der Schutz der Stras­se oder an­de­re in den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen lie­gen­de Grün­de dies er­for­dern.2 Aus sol­chen Grün­den kön­nen ins­be­son­de­re in Wohn­quar­tie­ren der Ver­kehr be­schränkt und das Par­kie­ren be­son­ders ge­re­gelt wer­den. Die Ge­mein­den sind zur Be­schwer­de be­rech­tigt, wenn Ver­kehrs­mass­nah­men auf ih­rem Ge­biet an­ge­ord­net wer­den.3 …45
5Mass­nah­men für die üb­ri­gen Fahr­zeu­gar­ten und Stras­sen­be­nüt­zer rich­ten sich, so­weit sie nicht zur Re­ge­lung des Mo­tor­fahr­zeug- und Fahr­r­ad­ver­kehrs er­for­der­lich sind, nach kan­to­na­lem Recht.
6In be­son­de­ren Fäl­len kann die Po­li­zei die er­for­der­li­chen Mass­nah­men tref­fen, na­ment­lich den Ver­kehr vor­über­ge­hend be­schrän­ken oder um­lei­ten.
1 Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Be­hin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4487; BBl 2001 1715).
3 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
4 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. März 1984, in Kraft seit 1. Aug. 1984 (AS 1984 808; BBl 1982 II 871, 1983 I 801).
Ver­kehrs­hin­der­nis­se
1Ver­kehrs­hin­der­nis­se dür­fen nicht oh­ne zwin­gen­de Grün­de ge­schaf­fen wer­den; sie sind aus­rei­chend kennt­lich zu ma­chen und mög­lichst bald zu be­sei­ti­gen.
2Wer die Stras­se auf­bre­chen, zur Ab­la­ge von Ma­te­ria­li­en oder zu ähn­li­chen Zwe­cken be­nüt­zen muss, be­darf ei­ner Be­wil­li­gung nach kan­to­na­lem Recht.
Si­gna­le und Mar­kie­run­gen
1Be­schrän­kun­gen und An­ord­nun­gen für den Mo­tor­fahr­zeug- und Fahr­r­ad­ver­kehr müs­sen durch Si­gna­le oder Mar­kie­run­gen an­ge­zeigt wer­den, so­fern sie nicht für das gan­ze Ge­biet der Schweiz gel­ten.
2Stras­sen und Plät­ze, die of­fen­sicht­lich pri­va­ter Be­nüt­zung oder be­son­de­ren Zwe­cken vor­be­hal­ten sind, be­dür­fen kei­ner be­son­de­ren Kenn­zeich­nung.
3Im Be­reich der für Mo­tor­fahr­zeu­ge oder Fahr­rä­der of­fe­nen Stras­sen dür­fen nur die vom Bun­des­rat vor­ge­se­he­nen Si­gna­le und Mar­kie­run­gen ver­wen­det und nur von den zu­stän­di­gen Be­hör­den oder mit de­ren Er­mäch­ti­gung an­ge­bracht wer­den.
Re­kla­men
1Im Be­reich der für Mo­tor­fahr­zeu­ge oder Fahr­rä­der of­fe­nen Stras­sen sind Re­kla­men und an­de­re An­kün­di­gun­gen un­ter­sagt, die zu Ver­wechs­lung mit Si­gna­len oder Mar­kie­run­gen An­lass ge­ben oder sonst, na­ment­lich durch Ab­len­kung der Stras­sen­be­nüt­zer, die Ver­kehrs­si­cher­heit be­ein­träch­ti­gen könn­ten.
2Der Bun­des­rat kann Re­kla­men und an­de­re An­kün­di­gun­gen im Be­reich von Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen gänz­lich un­ter­sa­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1257 1268 Art. 1; BBl 1973 II 1173).
Si­cher­heit der Stras­senin­fra­struk­tur
1Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den tra­gen bei Pla­nung, Bau, Un­ter­halt und Be­trieb der Stras­senin­fra­struk­tur den An­lie­gen der Ver­kehrs­si­cher­heit an­ge­mes­sen Rech­nung.
2Der Bund er­lässt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen Vor­schrif­ten über die bau­li­che Aus­ge­stal­tung von Fuss­gän­ger­strei­fen.
3Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den ana­ly­sie­ren ihr Stras­sen­netz auf Un­fall­schwer­punk­te und Ge­fah­renstel­len und er­ar­bei­ten ei­ne Pla­nung zu de­ren Be­he­bung.
4Bund und Kan­to­ne er­nen­nen ei­ne für den Ver­kehrs­si­cher­heits­be­reich ver­ant­wort­li­che An­sprech­per­son (Si­cher­heits­be­auf­trag­ter).2
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447), mit Aus­nah­me der Abs. 1, 3 und 4 in Kraft seit 1. Ju­li 2013.
2 Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 27. Mai 2014, ver­öf­fent­licht am 11. Ju­ni 2014 (AS 2014 1387). Be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text.
Mo­tor­fahr­zeu­ge
1Mo­tor­fahr­zeug im Sin­ne die­ses Ge­set­zes ist je­des Fahr­zeug mit ei­ge­nem An­trieb, durch den es auf dem Erd­bo­den un­ab­hän­gig von Schie­nen fort­be­wegt wird.
2Trol­ley­bus­se und ähn­li­che Fahr­zeu­ge un­ter­ste­hen die­sem Ge­setz nach Mass­ga­be der Ge­setz­ge­bung über die Trol­ley­bus­un­ter­neh­mun­gen.
Bau und Aus­rüs­tung
1Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über Bau und Aus­rüs­tung der Mo­tor­fahr­zeu­ge und ih­rer An­hän­ger.
2Er trifft da­bei die An­ord­nun­gen, die der Si­cher­heit im Ver­kehr die­nen, so­wie der Ver­mei­dung von Lärm, Staub, Rauch, Ge­ruch und an­dern schäd­li­chen oder läs­ti­gen Aus­wir­kun­gen des Fahr­zeug­be­trie­bes. Er be­ach­tet zu­dem die Be­dürf­nis­se von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen.1
3Er trägt den Be­dürf­nis­sen ei­ner mi­li­tä­ri­schen Ver­wen­dung der Fahr­zeu­ge an­ge­mes­sen Rech­nung.
1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Be­hin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4487; BBl 2001 1715).
Aus­mas­se und Ge­wicht
1Das höchst­zu­läs­si­ge Ge­wicht für Fahr­zeu­ge oder Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen be­trägt 40 t, im kom­bi­nier­ten Ver­kehr 44 t; die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Hö­he be­trägt 4 m und die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Brei­te 2,55 m be­zie­hungs­wei­se für kli­ma­ti­sier­te Fahr­zeu­ge 2,6 m. Die Höchst­län­ge für Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen be­trägt 18,75 m.2
1bisDer Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über Aus­mas­se und Ge­wich­te der Mo­tor­fahr­zeu­ge und ih­rer An­hän­ger. Da­bei trägt er den In­ter­es­sen der Ver­kehrs­si­cher­heit, der Wirt­schaft und der Um­welt Rech­nung und be­rück­sich­tigt in­ter­na­tio­na­le Re­ge­lun­gen.3
2Er setzt die Achs­last so­wie ein an­ge­mes­se­nes Ver­hält­nis zwi­schen der Mo­tor­leis­tung und dem Ge­samt­ge­wicht des Fahr­zeu­ges be­zie­hungs­wei­se der Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on fest.
3Er kann nach An­hö­ren der Kan­to­ne Aus­nah­men vor­se­hen für Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger im Li­ni­en­ver­kehr und für sol­che Fahr­zeu­ge, die we­gen ih­res be­son­de­ren Zweckes un­ver­meid­bar hö­he­re Mas­se oder Ge­wich­te er­for­dern. Er um­schreibt die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen im Ein­zel­fall un­um­gäng­li­che Fahr­ten an­de­rer Fahr­zeu­ge mit hö­he­ren Mas­sen oder Ge­wich­ten durch­ge­führt wer­den kön­nen.4
3bisAuf Ge­such des Fahr­zeug­hal­ters kann das zu­ge­las­se­ne Ge­samt­ge­wicht ei­nes Mo­tor­fahr­zeu­ges oder ei­nes An­hän­gers ver­än­dert wer­den, je­doch höchs­tens ein­mal jähr­lich oder an­läss­lich ei­nes Hal­ter­wech­sels. Die Ge­wichts­ga­ran­ti­en des Fahr­zeugher­stel­lers dür­fen nicht über­schrit­ten wer­den.5
4Si­gna­li­sier­te Be­schrän­kun­gen der Brei­te, der Hö­he, des Ge­wich­tes und der Achs­last der Fahr­zeu­ge blei­ben in je­dem Fall vor­be­hal­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Ab­kom­men zwi­schen der schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über den Gü­ter- und Per­so­nen­ver­kehr auf Schie­ne und Stras­se, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2877; BBl 1999 6128).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 7 des 4-Me­ter-Kor­ri­dor-Ge­set­zes vom 13. Dez. 2013, in Kraft seit 1. Ju­ni 2014 (AS 2014 1111; BBl 2013 3823).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. April 2003 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
Aus­wei­se
1Mo­tor­fahr­zeu­ge und ih­re An­hän­ger dür­fen nur mit Fahr­zeu­g­aus­weis und Kon­troll­schil­dern in Ver­kehr ge­bracht wer­den.
2Wer ein Mo­tor­fahr­zeug führt, be­darf des Füh­rer­aus­wei­ses, wer Lern­fahr­ten un­ter­nimmt, des Lern­fahr­aus­wei­ses.
4Die Aus­wei­se sind stets mit­zu­füh­ren und den Kon­troll­or­ga­nen auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen; das­sel­be gilt für be­son­de­re Be­wil­li­gun­gen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 2; BBl 1999 4462).
Fahr­zeu­g­aus­weis
1Der Fahr­zeu­g­aus­weis darf nur er­teilt wer­den, wenn das Fahr­zeug den Vor­schrif­ten ent­spricht, ver­kehrs­si­cher ist und wenn die vor­ge­schrie­be­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung be­steht.
2Der Fahr­zeu­g­aus­weis kann ver­wei­gert wer­den, wenn der Hal­ter die Ver­kehrs­steu­ern oder -ge­büh­ren für das Fahr­zeug nicht ent­rich­tet. Der Aus­weis darf erst er­teilt wer­den, wenn nach­ge­wie­sen ist, dass:
das Fahr­zeug ver­zollt oder von der Ver­zol­lung be­freit ist;
das Fahr­zeug nach dem Au­to­mo­bil­steu­er­ge­setz vom 21. Ju­ni 19961 (AStG) ver­steu­ert oder von der Steu­er be­freit ist; und
die ge­ge­be­nen­falls nach dem Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be­ge­setz vom 19. De­zem­ber 19972 für das Fahr­zeug ge­schul­de­te Ab­ga­be oder die ge­schul­de­ten Si­cher­heits­leis­tun­gen voll­um­fäng­lich be­zahlt wor­den sind und das Fahr­zeug mit dem vor­ge­schrie­be­nen Er­fas­sungs­ge­rät zur Ab­ga­beer­he­bung aus­ge­rüs­tet ist.3
3Wird der Stand­ort ei­nes Fahr­zeu­ges in einen an­dern Kan­ton ver­legt oder geht es auf einen an­dern Hal­ter über, so ist ein neu­er Fahr­zeu­g­aus­weis ein­zu­ho­len.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 5. Okt. 2007 über Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Ver­fah­ren im Be­reich der leis­tungs­ab­hän­gi­gen Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 765; BBl 2006 9539).
Ty­pen­ge­neh­mi­gung
1Se­ri­en­mäs­sig her­ge­stell­te Mo­tor­fahr­zeu­ge und Mo­tor­fahr­zeu­g­an­hän­ger un­ter­lie­gen der Ty­pen­ge­neh­mi­gung. Der Bun­des­rat kann fer­ner der Ty­pen­ge­neh­mi­gung un­ter­stel­len:
Be­stand­tei­le und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de für Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­rä­der;
Vor­rich­tun­gen für an­de­re Fahr­zeu­ge, so­weit die Ver­kehrs­si­cher­heit es er­for­dert;
Schutz­vor­rich­tun­gen für die Be­nüt­zer von Fahr­zeu­gen.
2Fahr­zeu­ge und Ge­gen­stän­de, die der Ty­pen­ge­neh­mi­gung un­ter­lie­gen, dür­fen nur in der ge­neh­mig­ten Aus­füh­rung in den Han­del ge­bracht wer­den.
3Der Bun­des­rat kann auf ei­ne schwei­ze­ri­sche Ty­pen­ge­neh­mi­gung von Mo­tor­fahr­zeu­gen und Mo­tor­fahr­zeu­g­an­hän­gern ver­zich­ten, wenn:
ei­ne aus­län­di­sche Ty­pen­ge­neh­mi­gung vor­liegt, die auf­grund von Aus­rüs­tungs- und Prüf­vor­schrif­ten er­teilt wor­den ist, wel­che den in der Schweiz gel­ten­den gleich­wer­tig sind; und
die vom Bund und den Kan­to­nen be­nö­tig­ten Da­ten zur Ver­fü­gung ste­hen.
4Der Bun­des­rat be­stimmt die Stel­len, die für die Prü­fung, die Da­te­ner­he­bung, die Ge­neh­mi­gung und die nach­träg­li­che Über­prü­fung zu­stän­dig sind; er re­gelt das Ver­fah­ren und setzt die Ge­büh­ren fest.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Fe­br. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 1; BBl 1999 4462).
Fahr­zeug­prü­fung
1Vor der Er­tei­lung des Aus­wei­ses ist das Fahr­zeug amt­lich zu prü­fen.
2Der Bun­des­rat kann den Ver­zicht auf die Ein­zel­prü­fung von ty­pen­ge­neh­mig­ten Fahr­zeu­gen vor­se­hen.1
3Das Fahr­zeug kann je­der­zeit kon­trol­liert wer­den; es ist neu zu prü­fen, wenn we­sent­li­che Än­de­run­gen dar­an vor­ge­nom­men wur­den oder Zwei­fel an sei­ner Be­triebs­si­cher­heit be­ste­hen.
4Der Bun­des­rat schreibt re­gel­mäs­si­ge Nach­prü­fun­gen für Fahr­zeu­ge vor.
Fahr­eig­nung und Fahr­kom­pe­tenz
1Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer müs­sen über Fahr­eig­nung und Fahr­kom­pe­tenz ver­fü­gen.
2Über Fahr­eig­nung ver­fügt, wer:
das Min­destal­ter er­reicht hat;
die er­for­der­li­che kör­per­li­che und psy­chi­sche Leis­tungs­fä­hig­keit zum si­che­ren Füh­ren von Mo­tor­fahr­zeu­gen hat;
frei von ei­ner Sucht ist, die das si­che­re Füh­ren von Mo­tor­fahr­zeu­gen be­ein­träch­tigt; und
nach sei­nem bis­he­ri­gen Ver­hal­ten Ge­währ bie­tet, als Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer die Vor­schrif­ten zu be­ach­ten und auf die Mit­menschen Rück­sicht zu neh­men.
3Über Fahr­kom­pe­tenz ver­fügt, wer:
die Ver­kehrs­re­geln kennt; und
Fahr­zeu­ge der Ka­te­go­rie, für die der Aus­weis gilt, si­cher füh­ren kann.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
1Der Lern­fahr­aus­weis wird er­teilt, wenn der Be­wer­ber:
die Theo­rie­prü­fung be­steht und da­durch nach­weist, dass er die Ver­kehrs­re­geln kennt;
nach­weist, dass er über die er­for­der­li­che kör­per­li­che und psy­chi­sche Leis­tungs­fä­hig­keit zum si­che­ren Füh­ren von Mo­tor­fahr­zeu­gen ver­fügt.
2Der Nach­weis nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b ist zu er­brin­gen:
von den be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rern: durch ein ver­trau­en­s­ärzt­li­ches Zeug­nis;
von den üb­ri­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rern: durch einen be­hörd­lich an­er­kann­ten Seh­test und durch ei­ne Selbst­de­kla­ra­ti­on über ih­ren Ge­sund­heits­zu­stand.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
Aus- und Wei­ter­bil­dung der Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer2
1Lern­fahr­ten auf Mo­tor­wa­gen dür­fen nur mit ei­nem Be­glei­ter un­ter­nom­men wer­den, der das 23. Al­ters­jahr vollen­det hat, seit we­nigs­tens drei Jah­ren den ent­spre­chen­den Füh­rer­aus­weis und die­sen nicht mehr auf Pro­be be­sitzt.3
2Der Be­glei­ter sorgt da­für, dass die Lern­fahrt ge­fahr­los durch­ge­führt wird und der Fahr­schü­ler die Ver­kehrs­vor­schrif­ten nicht ver­letzt.
3Wer ge­werbs­mäs­sig Fahr­un­ter­richt er­teilt, be­darf der Fahr­lehr­er­be­wil­li­gung.4
4Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Aus­bil­dung der Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer er­las­sen.5 Er kann ins­be­son­de­re vor­schrei­ben, dass ein Teil der Aus­bil­dung bei ei­nem In­ha­ber der Fahr­lehr­er­be­wil­li­gung ab­sol­viert wer­den muss.6 Die Kan­to­ne kön­nen den Höchst­ta­rif für den ob­li­ga­to­ri­schen Fahr­un­ter­richt fest­le­gen.
5Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Wei­ter­bil­dung der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer er­las­sen.7
6Der Bun­des­rat kann für Be­wer­ber um den Füh­rer­aus­weis ei­ne Aus­bil­dung in ers­ter Hil­fe vor­schrei­ben.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
6 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
Füh­rer­aus­weis auf Pro­be
1Der erst­mals er­wor­be­ne Füh­rer­aus­weis für Mo­tor­rä­der und Mo­tor­wa­gen wird zu­nächst auf Pro­be er­teilt. Die Pro­be­zeit be­trägt drei Jah­re.
2Er wird er­teilt, wenn der Be­wer­ber:
die vor­ge­schrie­be­ne Aus­bil­dung be­sucht hat; und
die prak­ti­sche Füh­rer­prü­fung be­stan­den hat.2
2bisIn­ha­ber des Füh­rer­aus­wei­ses auf Pro­be müs­sen Wei­ter­bil­dungs­kur­se be­su­chen. Die Kur­se sol­len die Er­ken­nung und Ver­mei­dung von Ge­fah­ren und um­welt­scho­nen­des Fah­ren ver­mit­teln und sind in ers­ter Li­nie prak­tisch aus­zu­rich­ten. Der Bun­des­rat legt In­halt und Form der Wei­ter­bil­dungs­kur­se fest.3
3Wird dem In­ha­ber der Aus­weis auf Pro­be we­gen ei­ner Wi­der­hand­lung ent­zo­gen, so wird die Pro­be­zeit um ein Jahr ver­län­gert. Dau­ert der Ent­zug über die Pro­be­zeit hin­aus, so be­ginnt die Ver­län­ge­rung mit der Rück­ga­be des Füh­rer­aus­wei­ses.
4Der Füh­rer­aus­weis auf Pro­be ver­fällt mit der zwei­ten Wi­der­hand­lung, die zum Ent­zug des Aus­wei­ses führt.
5Ein neu­er Lern­fahr­aus­weis kann frü­he­s­tens ein Jahr nach Be­ge­hung der Wi­der­hand­lung und nur auf Grund ei­nes ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­schen Gut­ach­tens er­teilt wer­den, das die Eig­nung be­jaht. Die­se Frist wird um ein Jahr ver­län­gert, wenn die be­trof­fe­ne Per­son wäh­rend die­ser Zeit ein Mo­tor­rad oder einen Mo­tor­wa­gen ge­führt hat.
6Nach er­neu­tem Be­ste­hen der Füh­rer­prü­fung wird ein neu­er Füh­rer­aus­weis auf Pro­be er­teilt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Dez. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 2; BBl 1999 4462).
De­fi­ni­ti­ver Füh­rer­aus­weis
1Der de­fi­ni­ti­ve Füh­rer­aus­weis wird er­teilt, wenn der Be­wer­ber:
die prak­ti­sche Füh­rer­prü­fung be­stan­den hat.
2Für In­ha­ber des Füh­rer­aus­wei­ses auf Pro­be wird der de­fi­ni­ti­ve Füh­rer­aus­weis er­teilt, wenn die Pro­be­zeit ab­ge­lau­fen ist und der In­ha­ber die vor­ge­schrie­be­nen Wei­ter­bil­dungs­kur­se be­sucht hat.
Gül­tig­keits­dau­er der Füh­rer­aus­wei­se
1Füh­rer­aus­wei­se sind grund­sätz­lich un­be­fris­tet gül­tig.
2Der Bun­des­rat kann für Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land Aus­nah­men vor­se­hen.
3Die kan­to­na­le Be­hör­de kann die Gül­tig­keits­dau­er be­fris­ten, wenn die Fahr­eig­nung ei­ner Per­son we­gen be­ste­hen­der Be­ein­träch­ti­gun­gen häu­fi­ger kon­trol­liert wer­den muss.
Ab­klä­rung der Fahr­eig­nung oder der Fahr­kom­pe­tenz
1Be­ste­hen Zwei­fel an der Fahr­eig­nung ei­ner Per­son, so wird die­se ei­ner Fahr­eig­nungs­un­ter­su­chung un­ter­zo­gen, na­ment­lich bei:
Fah­ren in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand mit ei­ner Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on von 1,6 Ge­wichtspro­mil­le oder mehr oder mit ei­ner Ate­mal­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on von 0,8 mg Al­ko­hol oder mehr pro Li­ter Atem­luft;
Fah­ren un­ter dem Ein­fluss von Be­täu­bungs­mit­teln oder bei Mit­füh­ren von Be­täu­bungs­mit­teln, die die Fahr­fä­hig­keit stark be­ein­träch­ti­gen oder ein ho­hes Ab­hän­gig­keits­po­ten­zi­al auf­wei­sen;
Ver­kehrs­re­gel­ver­let­zun­gen, die auf Rück­sichts­lo­sig­keit schlies­sen las­sen;
Mel­dung ei­ner kan­to­na­len IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 66c des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19592 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung;
Mel­dung ei­nes Arz­tes, dass ei­ne Per­son we­gen ei­ner kör­per­li­chen oder psy­chi­schen Krank­heit, we­gen ei­nes Ge­bre­chens oder we­gen ei­ner Sucht Mo­tor­fahr­zeu­ge nicht si­cher füh­ren kann.
2Die kan­to­na­le Be­hör­de bie­tet Per­so­nen ab dem vollen­de­ten 75. Al­ters­jahr al­le zwei Jah­re zu ei­ner ver­trau­en­s­ärzt­li­chen Un­ter­su­chung auf.3Sie kann das In­ter­vall für die Un­ter­su­chung ver­kür­zen, wenn die Fahr­eig­nung ei­ner Per­son we­gen be­ste­hen­der Be­ein­träch­ti­gun­gen häu­fi­ger kon­trol­liert wer­den muss.
3Ärz­te sind in Be­zug auf Mel­dun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be e vom Be­rufs­ge­heim­nis ent­bun­den. Sie kön­nen die Mel­dung di­rekt an die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Stras­sen­ver­kehrs­be­hör­de oder an die Auf­sichts­be­hör­de für Ärz­te er­stat­ten.
4Auf Er­su­chen der IV-Stel­le teilt die kan­to­na­le Be­hör­de die­ser mit, ob ei­ne be­stimm­te Per­son einen Füh­rer­aus­weis be­sitzt.
5Be­ste­hen Zwei­fel an der Fahr­kom­pe­tenz ei­ner Per­son, so kann die­se ei­ner Kon­troll­fahrt, ei­ner Theo­rie­prü­fung, ei­ner prak­ti­schen Füh­rer­prü­fung oder ei­ner an­dern ge­eig­ne­ten Mass­nah­me wie ei­ner Aus- oder Wei­ter­bil­dung oder ei­ner Nach­schu­lung un­ter­zo­gen wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013, Abs. 1 Bst. a in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447, 2012 5959).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 2807; BBl 2017 3649 3833).
Sperr­frist nach Fah­ren oh­ne Aus­weis
1Wer ein Mo­tor­fahr­zeug ge­führt hat, oh­ne einen Füh­rer­aus­weis zu be­sit­zen, er­hält wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten nach der Wi­der­hand­lung we­der Lern­fahr- noch Füh­rer­aus­weis. Er­reicht die Per­son das Min­destal­ter erst nach der Wi­der­hand­lung, so be­ginnt die Sperr­frist ab die­sem Zeit­punkt.
2Wur­de auf der Fahrt zu­sätz­lich der Tat­be­stand des Ar­ti­kels 16c Ab­satz 2 Buch­sta­be abis er­füllt, be­trägt die Sperr­frist zwei Jah­re, im Wie­der­ho­lungs­fall zehn Jah­re.
Ent­zug der Aus­wei­se
1Aus­wei­se und Be­wil­li­gun­gen sind zu ent­zie­hen, wenn fest­ge­stellt wird, dass die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zur Er­tei­lung nicht oder nicht mehr be­ste­hen; sie kön­nen ent­zo­gen wer­den, wenn die mit der Er­tei­lung im Ein­zel­fall ver­bun­de­nen Be­schrän­kun­gen oder Auf­la­gen miss­ach­tet wer­den.
2Nach Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten, bei de­nen das Ver­fah­ren nach dem Ord­nungs­bus­sen­ge­setz vom 24. Ju­ni 19701 aus­ge­schlos­sen ist, wird der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis ent­zo­gen oder ei­ne Ver­war­nung aus­ge­spro­chen.2
3Bei der Fest­set­zung der Dau­er des Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis­ent­zugs sind die Um­stän­de des Ein­zel­falls zu be­rück­sich­ti­gen, na­ment­lich die Ge­fähr­dung der Ver­kehrs­si­cher­heit, das Ver­schul­den, der Leu­mund als Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer so­wie die be­ruf­li­che Not­wen­dig­keit, ein Mo­tor­fahr­zeug zu füh­ren. Die Min­dest­ent­zugs­dau­er darf je­doch nicht un­ter­schrit­ten wer­den, aus­ser wenn die Stra­fe nach Ar­ti­kel 100 Zif­fer 4 drit­ter Satz ge­mil­dert wur­de.34
4Der Fahr­zeu­g­aus­weis kann auf an­ge­mes­se­ne Dau­er ent­zo­gen wer­den:
wenn Aus­weis oder Kon­troll­schil­der miss­bräuch­lich ver­wen­det wur­den;
so­lan­ge die Ver­kehrs­steu­ern oder -ge­büh­ren für Fahr­zeu­ge des­sel­ben Hal­ters nicht ent­rich­tet sind.5
5Der Fahr­zeu­g­aus­weis wird ent­zo­gen, wenn:
die ge­ge­be­nen­falls nach dem Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be­ge­setz vom 19. De­zem­ber 19976 für das Fahr­zeug ge­schul­de­te Ab­ga­be oder die ge­schul­de­ten Si­cher­heits­leis­tun­gen nicht be­zahlt und der Hal­ter er­folg­los ge­mahnt wor­den ist; oder
das Fahr­zeug nicht mit dem vor­ge­schrie­be­nen Er­fas­sungs­ge­rät zur Ab­ga­beer­he­bung aus­ge­rüs­tet ist.7
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2767, 2004 2849; BBl 1999 4462).
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2767, 2004 2849; BBl 1999 4462).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. April 2003 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 5. Okt. 2007 über Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Ver­fah­ren im Be­reich der leis­tungs­ab­hän­gi­gen Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 765; BBl 2006 9539).
Ver­war­nung oder Füh­rer­aus­weis­ent­zug nach ei­ner leich­ten Wi­der­hand­lung
1Ei­ne leich­te Wi­der­hand­lung be­geht, wer:
durch Ver­let­zung von Ver­kehrs­re­geln ei­ne ge­rin­ge Ge­fahr für die Si­cher­heit an­de­rer her­vor­ruft und ihn da­bei nur ein leich­tes Ver­schul­den trifft;
in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand, je­doch nicht mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten Ate­mal­ko­hol- oder Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on (Art. 55 Abs. 6) ein Mo­tor­fahr­zeug lenkt und da­bei kei­ne an­de­re Wi­der­hand­lung ge­gen die Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten be­geht;
ge­gen das Ver­bot ver­stösst, un­ter Al­ko­ho­lein­fluss zu fah­ren (Art. 31 Abs. 2bis), und da­bei kei­ne an­de­re Wi­der­hand­lung ge­gen die Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten be­geht.
2Nach ei­ner leich­ten Wi­der­hand­lung wird der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis für min­des­tens einen Mo­nat ent­zo­gen, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Aus­weis ent­zo­gen war oder ei­ne an­de­re Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me ver­fügt wur­de.
3Die fehl­ba­re Per­son wird ver­warnt, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Aus­weis nicht ent­zo­gen war und kei­ne an­de­re Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me ver­fügt wur­de.
4In be­son­ders leich­ten Fäl­len wird auf jeg­li­che Mass­nah­me ver­zich­tet.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2767, 2004 2849; BBl 1999 4462).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
Füh­rer­aus­weis­ent­zug nach ei­ner mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lung
1Ei­ne mit­tel­schwe­re Wi­der­hand­lung be­geht, wer:
durch Ver­let­zung von Ver­kehrs­re­geln ei­ne Ge­fahr für die Si­cher­heit an­de­rer her­vor­ruft oder in Kauf nimmt;
in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand, je­doch nicht mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten Ate­mal­ko­hol- oder Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on (Art. 55 Abs. 6) ein Mo­tor­fahr­zeug lenkt und da­bei zu­sätz­lich ei­ne leich­te Wi­der­hand­lung ge­gen die Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten be­geht;
ge­gen das Ver­bot ver­stösst, un­ter Al­ko­ho­lein­fluss zu fah­ren (Art. 31 Abs. 2bis), und da­bei zu­sätz­lich ei­ne leich­te Wi­der­hand­lung ge­gen die Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten be­geht;
ein Mo­tor­fahr­zeug führt, oh­ne den Füh­rer­aus­weis für die ent­spre­chen­de Ka­te­go­rie zu be­sit­zen;
ein Mo­tor­fahr­zeug zum Ge­brauch ent­wen­det hat.
2Nach ei­ner mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lung wird der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis ent­zo­gen für:
min­des­tens einen Mo­nat;
min­des­tens vier Mo­na­te, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Aus­weis ein­mal we­gen ei­ner schwe­ren oder mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lung ent­zo­gen war;
min­des­tens neun Mo­na­te, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Aus­weis zwei­mal we­gen min­des­tens mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen ent­zo­gen war;
min­des­tens 15 Mo­na­te, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Aus­weis zwei­mal we­gen schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen ent­zo­gen war;
un­be­stimm­te Zeit, min­des­tens aber für zwei Jah­re, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zehn Jah­ren der Aus­weis drei­mal we­gen min­des­tens mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen ent­zo­gen war; auf die­se Mass­nah­me wird ver­zich­tet, wenn die be­trof­fe­ne Per­son wäh­rend min­des­tens fünf Jah­ren nach Ab­lauf ei­nes Aus­weis­ent­zugs kei­ne Wi­der­hand­lung, für die ei­ne Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me aus­ge­spro­chen wur­de, be­gan­gen hat;
im­mer, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Aus­weis nach Buch­sta­be e oder Ar­ti­kel 16c Ab­satz 2 Buch­sta­be d ent­zo­gen war.
4 Sie­he auch die SchlB Änd. 14.12.2001 am En­de die­ses Tex­tes.
Füh­rer­aus­weis­ent­zug nach ei­ner schwe­ren Wi­der­hand­lung
1Ei­ne schwe­re Wi­der­hand­lung be­geht, wer:
durch gro­be Ver­let­zung von Ver­kehrs­re­geln ei­ne ernst­li­che Ge­fahr für die Si­cher­heit an­de­rer her­vor­ruft oder in Kauf nimmt;
in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten Ate­mal­ko­hol- oder Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on (Art. 55 Abs. 6) ein Mo­tor­fahr­zeug lenkt;
we­gen Be­täu­bungs- oder Arz­nei­mit­te­lein­fluss oder aus an­de­ren Grün­den fahr­un­fä­hig ist und in die­sem Zu­stand ein Mo­tor­fahr­zeug führt;
sich vor­sätz­lich ei­ner Blut­pro­be, ei­ner Ate­mal­ko­hol­pro­be oder ei­ner an­de­ren vom Bun­des­rat ge­re­gel­ten Vor­un­ter­su­chung, die an­ge­ord­net wur­de oder mit de­ren An­ord­nung ge­rech­net wer­den muss, oder ei­ner zu­sätz­li­chen ärzt­li­chen Un­ter­su­chung wi­der­setzt oder ent­zieht oder den Zweck die­ser Mass­nah­men ver­ei­telt;
nach Ver­let­zung oder Tö­tung ei­nes Men­schen die Flucht er­greift;
ein Mo­tor­fahr­zeug trotz Aus­weis­ent­zug führt.
2Nach ei­ner schwe­ren Wi­der­hand­lung wird der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis ent­zo­gen für:
min­des­tens drei Mo­na­te;
min­des­tens zwei Jah­re, wenn durch vor­sätz­li­che Ver­let­zung ele­men­ta­rer Ver­kehrs­re­geln das ho­he Ri­si­ko ei­nes Un­falls mit Schwer­ver­letz­ten oder To­desop­fern be­stand, na­ment­lich durch be­son­ders kras­se Miss­ach­tung der zu­läs­si­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit, wag­hal­si­ges Über­ho­len oder Teil­nah­me an ei­nem nicht be­wil­lig­ten Ren­nen mit Mo­tor­fahr­zeu­gen; Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 ist an­wend­bar;
min­des­tens sechs Mo­na­te, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Aus­weis ein­mal we­gen ei­ner mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lung ent­zo­gen war;
min­des­tens zwölf Mo­na­te, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Aus­weis ein­mal we­gen ei­ner schwe­ren Wi­der­hand­lung oder zwei­mal we­gen mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen ent­zo­gen war;
un­be­stimm­te Zeit, min­des­tens aber für zwei Jah­re, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen zehn Jah­ren der Aus­weis zwei­mal we­gen schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen oder drei­mal we­gen min­des­tens mit­tel­schwe­ren Wi­der­hand­lun­gen ent­zo­gen war; auf die­se Mass­nah­me wird ver­zich­tet, wenn die be­trof­fe­ne Per­son wäh­rend min­des­tens fünf Jah­ren nach Ab­lauf ei­nes Aus­weis­ent­zugs kei­ne Wi­der­hand­lung, für die ei­ne Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me aus­ge­spro­chen wur­de, be­gan­gen hat;
im­mer, wenn in den vor­an­ge­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Aus­weis nach Buch­sta­be d oder Ar­ti­kel 16b Ab­satz 2 Buch­sta­be e ent­zo­gen war.
3Die Dau­er des Aus­weis­ent­zugs we­gen ei­ner Wi­der­hand­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be f tritt an die Stel­le der noch ver­blei­ben­den Dau­er des lau­fen­den Ent­zugs.
4Hat die be­trof­fe­ne Per­son trotz ei­nes Ent­zugs nach Ar­ti­kel 16d ein Mo­tor­fahr­zeug ge­führt, so wird ei­ne Sperr­frist ver­fügt; die­se ent­spricht der für die Wi­der­hand­lung vor­ge­se­he­nen Min­dest­ent­zugs­dau­er.
Füh­rer­aus­weis­ent­zug nach ei­ner Wi­der­hand­lung im Aus­land
1Nach ei­ner Wi­der­hand­lung im Aus­land wird der Lern­fahr- oder der Füh­rer­aus­weis ent­zo­gen, wenn:
im Aus­land ein Fahr­ver­bot ver­fügt wur­de; und
die Wi­der­hand­lung nach den Ar­ti­keln 16b und 16c als mit­tel­schwer oder schwer zu qua­li­fi­zie­ren ist.
2Bei der Fest­le­gung der Ent­zugs­dau­er sind die Aus­wir­kun­gen des aus­län­di­schen Fahr­ver­bo­tes auf die be­trof­fe­ne Per­son an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen. Die Min­dest­ent­zugs­dau­er darf un­ter­schrit­ten wer­den. Die Ent­zugs­dau­er darf bei Per­so­nen, zu de­nen im In­for­ma­ti­ons­sys­tem Ver­kehrs­zu­las­sung kei­ne Da­ten zu Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­men (Art. 89c Bst. d) ent­hal­ten sind, die am Be­ge­hungs­ort im Aus­land ver­füg­te Dau­er des Fahr­ver­bots nicht über­schrei­ten.2
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2008 3939; BBl 2007 7617).
2 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2012 6291, 2018 4985; BBl 2010 8447).
Füh­rer­aus­weis­ent­zug we­gen feh­len­der Fahr­eig­nung
1Der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis wird ei­ner Per­son auf un­be­stimm­te Zeit ent­zo­gen, wenn:
ih­re kör­per­li­che und geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit nicht oder nicht mehr aus­reicht, ein Mo­tor­fahr­zeug si­cher zu füh­ren;
sie an ei­ner Sucht lei­det, wel­che die Fahr­eig­nung aus­sch­liesst;
sie auf Grund ih­res bis­he­ri­gen Ver­hal­tens nicht Ge­währ bie­tet, dass sie künf­tig beim Füh­ren ei­nes Mo­tor­fahr­zeu­ges die Vor­schrif­ten be­ach­ten und auf die Mit­menschen Rück­sicht neh­men wird.
2Tritt der Ent­zug nach Ab­satz 1 an die Stel­le ei­nes Ent­zugs nach den Ar­ti­keln 16a-c, wird da­mit ei­ne Sperr­frist ver­bun­den, die bis zum Ab­lauf der für die be­gan­ge­ne Wi­der­hand­lung vor­ge­se­he­nen Min­dest­ent­zugs­dau­er läuft.
3Der Aus­weis wird für im­mer ent­zo­gen:
un­ver­bes­ser­li­chen Per­so­nen;
Per­so­nen, de­nen der Aus­weis in den letz­ten fünf Jah­ren be­reits ein­mal ge­stützt auf Ar­ti­kel 16c Ab­satz 2 Buch­sta­be abis ent­zo­gen wur­de.2
Wie­der­er­tei­lung der Füh­rer­aus­wei­se
1Der auf be­stimm­te Zeit ent­zo­ge­ne Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis kann frü­he­s­tens drei Mo­na­te vor Ab­lauf der ver­füg­ten Ent­zugs­dau­er wie­der­er­teilt wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son an ei­ner von der Be­hör­de an­er­kann­ten Nach­schu­lung teil­ge­nom­men hat. Die Min­dest­ent­zugs­dau­er darf nicht un­ter­schrit­ten wer­den.
2Der für min­des­tens ein Jahr ent­zo­ge­ne Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis kann be­dingt und un­ter Auf­la­gen wie­der­er­teilt wer­den, wenn das Ver­hal­ten der be­trof­fe­nen Per­son zeigt, dass die Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me ih­ren Zweck er­füllt hat. Die Min­dest­ent­zugs­dau­er und zwei Drit­tel der ver­füg­ten Ent­zugs­dau­er müs­sen je­doch ab­ge­lau­fen sein.
3Der auf un­be­stimm­te Zeit ent­zo­ge­ne Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis kann be­dingt und un­ter Auf­la­gen wie­der­er­teilt wer­den, wenn ei­ne all­fäl­li­ge ge­setz­li­che oder ver­füg­te Sperr­frist ab­ge­lau­fen ist und die be­trof­fe­ne Per­son die Be­he­bung des Man­gels nach­weist, der die Fahr­eig­nung aus­ge­schlos­sen hat.
4Der für im­mer ent­zo­ge­ne Füh­rer­aus­weis kann nur un­ter den Be­din­gun­gen des Ar­ti­kels 23 Ab­satz 3 wie­der­er­teilt wer­den.Er­folg­te der Ent­zug ge­stützt auf Ar­ti­kel 16d Ab­satz 3 Buch­sta­be b, so kann der Aus­weis frü­he­s­tens nach zehn Jah­ren und nur auf­grund ei­ner po­si­ti­ven ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­schen Be­ur­tei­lung wie­der er­teilt wer­den.2
5Miss­ach­tet die be­trof­fe­ne Per­son die Auf­la­gen oder miss­braucht sie in an­de­rer Wei­se das in sie ge­setz­te Ver­trau­en, so ist der Aus­weis wie­der zu ent­zie­hen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2767, 2004 2849; BBl 1999 4462).
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
1Fahr­rä­der müs­sen den Vor­schrif­ten ent­spre­chen.1
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über Bau und Aus­rüs­tung der Fahr­rä­der und ih­rer An­hän­ger.2
3Die Kan­to­ne kön­nen Prü­fun­gen der Fahr­rä­der durch­füh­ren.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
1Kin­der dür­fen vor dem vollen­de­ten sechs­ten Al­ters­jahr auf Haupt­stras­sen nur un­ter Auf­sicht ei­ner min­des­tens 16 Jah­re al­ten Per­son Rad fah­ren.1
2Wer an ei­ner kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Krank­heit oder an ei­ner Sucht lei­det, die das si­che­re Rad­fah­ren aus­sch­liesst, darf nicht Rad fah­ren. Die Be­hör­de kann ei­ner sol­chen Per­son das Rad­fah­ren ver­bie­ten.2
3In glei­cher Wei­se kann der Wohn­sitz­kan­ton ei­nem Rad­fah­rer, der den Ver­kehr schwer oder mehr­mals ge­fähr­det hat oder in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand ge­fah­ren ist, das Rad­fah­ren un­ter­sa­gen. Die Min­dest­dau­er des Fahr­ver­bo­tes be­trägt einen Mo­nat.3
4Rad­fah­rer, über de­ren Eig­nung Be­den­ken be­ste­hen, kön­nen ei­ner Prü­fung un­ter­wor­fen wer­den.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1257 1268 Art. 1; BBl 1973 II 1173).
An­de­re Fahr­zeu­ge
Der Bun­des­rat legt die Aus­mas­se der an­de­ren Fahr­zeu­ge fest und be­rück­sich­tigt da­bei na­ment­lich die Be­dürf­nis­se der Land- und Forst­wirt­schaft.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1997, in Kraft seit 15. Mai 1998 (AS 1998 1438; BBl 1997 IV 1223).
Fuhr­leu­te
1Wer das vier­zehn­te Al­ters­jahr vollen­det hat, darf Tier­fuhr­wer­ke füh­ren.
2Wer an ei­ner kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Krank­heit oder an ei­ner Sucht lei­det, die das si­che­re Füh­ren ei­nes Fuhr­werks aus­sch­liesst, darf kein Tier­fuhr­werk füh­ren. Die Be­hör­de kann ei­ner sol­chen Per­son das Füh­ren ei­nes Tier­fuhr­werks ver­bie­ten.
Zu­stän­di­ge Be­hör­de
1Die Aus­wei­se wer­den von den Ver­wal­tungs­be­hör­den er­teilt und ent­zo­gen. Zu­stän­dig ist für Fahr­zeu­ge der Stand­ort­kan­ton, für Füh­rer der Wohn­sitz­kan­ton. Der Bun­des­rat kann auf den Um­tausch des Füh­rer­aus­wei­ses bei Wohn­sitz­wech­sel ver­zich­ten und für Mi­li­tär­fahr­zeu­ge und ih­re Füh­rer eid­ge­nös­si­sche Aus­wei­se vor­se­hen.1
2Die glei­chen Re­geln gel­ten für Fahr­zeug- und Füh­rer­prü­fun­gen und die üb­ri­gen in die­sem Ti­tel vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men.
3Für Fahr­zeu­ge oh­ne fes­ten Stand­ort und Füh­rer oh­ne Wohn­sitz in der Schweiz ist der Ort mass­ge­bend, an dem sie sich vor­wie­gend be­fin­den. Im Zwei­fels­fall ist der Kan­ton zu­stän­dig, der das Ver­fah­ren zu­erst ein­lei­tet.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. April 2003, mit Aus­nah­me des zwei­ten Satz­teils des drit­ten Sat­zes in Kraft seit 1. Fe­br. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 1; BBl 1999 4462).
Ver­fah­ren, Gel­tungs­dau­er der Mass­nah­men
1Ver­wei­ge­rung und Ent­zug ei­nes Fahr­zeug- oder Füh­rer­aus­wei­ses so­wie das Ver­bot des Rad­fah­rens oder des Füh­rens von Tier­fuhr­wer­ken sind schrift­lich zu er­öff­nen und zu be­grün­den. Vor dem Ent­zug ei­nes Füh­rer­aus­wei­ses oder der Auf­la­ge ei­nes Fahr­ver­bo­tes ist der Be­trof­fe­ne in der Re­gel an­zu­hö­ren.
2Der Kan­ton, der Kennt­nis er­hält von ei­nem Grund zu ei­ner sol­chen Mass­nah­me, kann die­se dem zu­stän­di­gen Kan­ton be­an­tra­gen; eben­so dem Bund, wenn die­ser zu­stän­dig ist.
3Hat ei­ne ge­gen einen Fahr­zeug­füh­rer ge­rich­te­te Mass­nah­me fünf Jah­re ge­dau­ert, so hat die Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons auf Ver­lan­gen ei­ne neue Ver­fü­gung zu tref­fen, wenn glaub­haft ge­macht wird, dass die Vor­aus­set­zun­gen weg­ge­fal­len sind. Hat der Be­trof­fe­ne den Wohn­sitz ge­wech­selt, so ist vor der Auf­he­bung der Mass­nah­me der Kan­ton an­zu­hö­ren, der sie ver­fügt hat.
1Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.
2Zur Be­schwer­de sind auch be­rech­tigt:
die ers­tin­stanz­lich ver­fü­gen­de Be­hör­de ge­gen den Ent­scheid ei­ner ver­wal­tungs­u­n­ab­hän­gi­gen kan­to­na­len Be­schwer­de­in­stanz;
die zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­nes Kan­tons, der ei­nem an­de­ren Kan­ton ei­ne Ver­fü­gung be­an­tragt hat.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Er­gän­zung der Zu­las­sungs­vor­schrif­ten
1Der Bun­des­rat kann die nach­ste­hen­den Fahr­zeu­gar­ten und de­ren An­hän­ger so­wie ih­re Füh­rer ganz oder teil­wei­se von den Be­stim­mun­gen die­ses Ti­tels aus­neh­men und nö­ti­gen­falls er­gän­zen­de Vor­schrif­ten für sie auf­stel­len:
Fahr­rä­der mit Hilfs­mo­tor, Mo­tor­hand­wa­gen und an­de­re Fahr­zeu­ge von ge­rin­ger Mo­tor­kraft oder Ge­schwin­dig­keit so­wie sol­che, die sel­ten auf öf­fent­li­chen Stras­sen ver­wen­det wer­den;
Mo­tor­fahr­zeu­ge im Diens­te des Mi­li­tärs;
Land­wirt­schaft­strak­to­ren mit be­schränk­ter Ge­schwin­dig­keit so­wie land­wirt­schaft­li­che An­hän­ge­wa­gen;
Ar­beits­ma­schi­nen und Mo­tor­kar­ren.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über:
Lich­ter und Rück­strah­ler der mo­tor­lo­sen Stras­sen­fahr­zeu­ge;
aus­län­di­sche Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­rä­der und ih­re Füh­rer so­wie in­ter­na­tio­na­le Fahr­zeug- und Füh­rer­aus­wei­se;
die Fahr­leh­rer und ih­re Fahr­zeu­ge;
Aus­wei­se und Kon­troll­schil­der, in­be­grif­fen kurz­fris­tig gül­ti­ge für ge­prüf­te oder nicht ge­prüf­te Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger so­wie für Un­ter­neh­men des Mo­tor­fahr­zeug­ge­wer­bes;
Kenn­zeich­nung be­son­de­rer Fahr­zeu­ge;
be­son­de­re Warn­si­gna­le, die den Fahr­zeu­gen der Feu­er­wehr, der Sa­ni­tät, der Po­li­zei und des Zolls, so­fern die­se für po­li­zei­li­che Auf­ga­ben ein­ge­setzt wer­den, vor­be­hal­ten sind, so­wie Warn­si­gna­le der Fahr­zeu­ge der kon­zes­sio­nier­ten Trans­port­un­ter­neh­men auf Berg­post­stras­sen;
Re­kla­men an Mo­tor­fahr­zeu­gen;
Ge­rä­te zur Auf­zeich­nung der Fahr­zeit, der Ge­schwin­dig­keit u. dgl.; er schreibt sol­che Ein­rich­tun­gen vor, na­ment­lich zur Kon­trol­le der Ar­beits­zeit be­rufs­mäs­si­ger Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer so­wie al­len­falls für Fahr­zeu­ge von Per­so­nen, die we­gen zu schnel­len Fah­rens be­straft wur­den.
3Der Bun­des­rat stellt nach An­hö­ren der Kan­to­ne Vor­schrif­ten auf über:
Min­dest­an­for­de­run­gen, de­nen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer in kör­per­li­cher und psy­chi­scher Hin­sicht ge­nü­gen müs­sen;
Durch­füh­rung der Fahr­zeug- und Füh­rer­prü­fun­gen;
Min­dest­an­for­de­run­gen an die Sach­ver­stän­di­gen, wel­che die Prü­fun­gen ab­neh­men;
Ver­mie­ten von Mo­tor­fahr­zeu­gen an Selbst­fah­rer;
In­halt und Um­fang der Fahr­eig­nungs­un­ter­su­chung so­wie das Vor­ge­hen bei Zwei­fels­fäl­len;
Min­dest­an­for­de­run­gen an die Per­so­nen, die Fahr­eig­nungs­un­ter­su­chun­gen durch­füh­ren, an das Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren und an die Qua­li­täts­si­che­rung.
3bis…6
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 12 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2012 6291, 2015 2581, 2016 2307; BBl 2010 8447). Für die noch gel­ten­de ur­sprüng­li­che Fas­sung des Art. 25 Abs. 3 Bst. e sie­he am Schluss des Tex­tes.
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2012 6291, 2015 2581; BBl 2010 8447).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2005 (AS 2002 2767, 2004 5053 Art. 1 Abs. 2; BBl 1999 4462).
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 23 des BG vom 9. Okt. 1992 über den Ab­bau von Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1993 (AS 1993 325; BBl 1992 III 349).
Grund­re­gel
1Je­der­mann muss sich im Ver­kehr so ver­hal­ten, dass er an­de­re in der ord­nungs­ge­mäs­sen Be­nüt­zung der Stras­se we­der be­hin­dert noch ge­fähr­det.
2Be­son­de­re Vor­sicht ist ge­bo­ten ge­gen­über Kin­dern, Ge­brech­li­chen und al­ten Leu­ten, eben­so wenn An­zei­chen da­für be­ste­hen, dass sich ein Stras­sen­be­nüt­zer nicht rich­tig ver­hal­ten wird.
Be­ach­ten der Si­gna­le, Mar­kie­run­gen und Wei­sun­gen
1Si­gna­le und Mar­kie­run­gen so­wie die Wei­sun­gen der Po­li­zei sind zu be­fol­gen. Die Si­gna­le und Mar­kie­run­gen ge­hen den all­ge­mei­nen Re­geln, die Wei­sun­gen der Po­li­zei den all­ge­mei­nen Re­geln, Si­gna­len und Mar­kie­run­gen vor.
2Den Feu­er­wehr-, Sa­ni­täts-, Po­li­zei- und Zoll­fahr­zeu­gen ist beim Wahr­neh­men der be­son­de­ren Warn­si­gna­le die Stras­se so­fort frei­zu­ge­ben. Fahr­zeu­ge sind nö­ti­gen­falls an­zu­hal­ten.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1411; BBl 2004 567).
Ver­hal­ten vor Bahn­über­gän­gen
Vor Bahn­über­gän­gen ist an­zu­hal­ten, wenn Schran­ken sich schlies­sen oder Si­gna­le Halt ge­bie­ten, und, wo sol­che feh­len, wenn Ei­sen­bahn­fahr­zeu­ge her­an­na­hen.
Be­triebs­si­cher­heit
Fahr­zeu­ge dür­fen nur in be­triebs­si­che­rem und vor­schrifts­ge­mäs­sem Zu­stand ver­keh­ren. Sie müs­sen so be­schaf­fen und un­ter­hal­ten sein, dass die Ver­kehrs­re­geln be­folgt wer­den kön­nen und dass Füh­rer, Mit­fah­ren­de und an­de­re Stras­sen­be­nüt­zer nicht ge­fähr­det und die Stras­sen nicht be­schä­digt wer­den.
Mit­fah­ren­de, La­dung, An­hän­ger
1Der Füh­rer darf auf Mo­tor­fahr­zeu­gen und Fahr­rä­dern Per­so­nen nur auf den da­für ein­ge­rich­te­ten Plät­zen mit­füh­ren. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen; er er­lässt Vor­schrif­ten über die Per­so­nen­be­för­de­rung mit An­hän­gern.1
2Fahr­zeu­ge dür­fen nicht über­la­den wer­den. Die La­dung ist so an­zu­brin­gen, dass sie nie­man­den ge­fähr­det oder be­läs­tigt und nicht her­un­ter­fal­len kann. Über­hän­gen­de La­dun­gen sind bei Tag und Nacht auf­fäl­lig zu kenn­zeich­nen.
3Zum Zie­hen von An­hän­gern und zum Ab­schlep­pen von Fahr­zeu­gen dür­fen Mo­tor­fahr­zeu­ge nur ver­wen­det wer­den, wenn Zug­kraft und Brem­sen aus­rei­chen und die An­hän­ge­vor­rich­tung be­triebs­si­cher ist.
4Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­för­de­rung von Tie­ren so­wie von ge­sund­heits­schäd­li­chen oder ekel­er­re­gen­den Stof­fen und Ge­gen­stän­den.2
5Er er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­för­de­rung von ge­fähr­li­chen Gü­tern. Er legt fest, wel­che Stre­cken von Fahr­zeu­gen mit ge­fähr­li­chen Gü­tern aus in den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen lie­gen­den Grün­den oder zwecks Ver­kehrs­len­kung nicht oder nur be­schränkt be­fah­ren wer­den dür­fen. Für Ge­fahr­gutum­schlies­sun­gen re­gelt er:
das Ver­fah­ren zur Über­prü­fung der Kon­for­mi­tät mit den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen;
das Ver­fah­ren zur An­er­ken­nung von un­ab­hän­gi­gen Stel­len, die Kon­for­mi­täts­be­wer­tun­gen durch­füh­ren.3
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Be­herr­schen des Fahr­zeu­ges
1Der Füh­rer muss das Fahr­zeug stän­dig so be­herr­schen, dass er sei­nen Vor­sichts­pflich­ten nach­kom­men kann.
2Wer we­gen Al­ko­hol-, Be­täu­bungs­mit­tel- oder Arz­nei­mit­te­lein­fluss oder aus an­de­ren Grün­den nicht über die er­for­der­li­che kör­per­li­che und geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit ver­fügt, gilt wäh­rend die­ser Zeit als fahr­un­fä­hig und darf kein Fahr­zeug füh­ren.1
2bisDer Bun­des­rat kann fol­gen­den Per­so­nen­grup­pen das Fah­ren un­ter Al­ko­ho­lein­fluss ver­bie­ten:
Per­so­nen, die den kon­zes­sio­nier­ten oder den grenz­über­schrei­ten­den Per­so­nen­ver­kehr auf der Stras­se durch­füh­ren (Art. 8 Abs. 2 des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes vom 20. März 20092 so­wie Art. 3 Abs. 1 des BG vom 20. März 20093 über die Zu­las­sung als Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men);
Per­so­nen, die be­rufs­mäs­sig Per­so­nen­trans­por­te oder mit schwe­ren Mo­tor­wa­gen Gü­ter­trans­por­te durch­füh­ren oder die ge­fähr­li­che Gü­ter trans­por­tie­ren;
Fahr­leh­rern;
In­ha­bern des Lern­fahr­aus­wei­ses;
Per­so­nen, die Lern­fahr­ten be­glei­ten;
In­ha­bern des Füh­rer­aus­wei­ses auf Pro­be.4
2terDer Bun­des­rat legt fest, ab wel­cher Ate­mal­ko­hol- und Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on Fah­ren un­ter Al­ko­ho­lein­fluss vor­liegt.5
3Der Füh­rer hat da­für zu sor­gen, dass er we­der durch die La­dung noch auf an­de­re Wei­se be­hin­dert wird. Mit­fah­ren­de dür­fen ihn nicht be­hin­dern oder stö­ren.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
1Die Ge­schwin­dig­keit ist stets den Um­stän­den an­zu­pas­sen, na­ment­lich den Be­son­der­hei­ten von Fahr­zeug und La­dung, so­wie den Stras­sen-, Ver­kehrs- und Sicht­ver­hält­nis­sen. Wo das Fahr­zeug den Ver­kehr stö­ren könn­te, ist lang­sam zu fah­ren und nö­ti­gen­falls an­zu­hal­ten, na­ment­lich vor un­über­sicht­li­chen Stel­len, vor nicht frei über­blick­ba­ren Stras­sen­ver­zwei­gun­gen so­wie vor Bahn­über­gän­gen.
2Der Bun­des­rat be­schränkt die Ge­schwin­dig­keit der Mo­tor­fahr­zeu­ge auf al­len Stras­sen.1
3Die vom Bun­des­rat fest­ge­setz­te Höchst­ge­schwin­dig­keit kann für be­stimm­te Stras­sen­stre­cken von der zu­stän­di­gen Be­hör­de nur auf Grund ei­nes Gut­ach­tens her­ab- oder her­auf­ge­setzt wer­den. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Jan. 1977 (AS 1975 1257, 1976 2810 Ziff. II Abs. 2; BBl 1973 II 1173).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2005 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1977 (AS 1975 1257, 1976 2810 Ziff. II Abs. 2; BBl 1973 II 1173).
Pflich­ten ge­gen­über Fuss­gän­gern
1Den Fuss­gän­gern ist das Über­que­ren der Fahr­bahn in an­ge­mes­se­ner Wei­se zu er­mög­li­chen.1
2Vor Fuss­gän­ger­strei­fen hat der Fahr­zeug­füh­rer be­son­ders vor­sich­tig zu fah­ren und nö­ti­gen­falls an­zu­hal­ten, um den Fuss­gän­gern den Vor­tritt zu las­sen, die sich schon auf dem Strei­fen be­fin­den oder im Be­grif­fe sind, ihn zu be­tre­ten.2
3An den Hal­te­stel­len öf­fent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel ist auf ein- und aus­stei­gen­de Per­so­nen Rück­sicht zu neh­men.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1961, in Kraft seit 1. Jan. 1963 (AS 1962 1362 1364 Art. 99 Abs. 2; BBl 1961 I 405).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1961, in Kraft seit 1. Jan. 1963 (AS 1962 1362 1364 Art. 99 Abs. 2; BBl 1961 I 405).
Rechts­fah­ren
1Fahr­zeu­ge müs­sen rechts, auf brei­ten Stras­sen in­ner­halb der rech­ten Fahr­bahn­hälf­te fah­ren. Sie ha­ben sich mög­lichst an den rech­ten Stras­sen­rand zu hal­ten, na­ment­lich bei lang­sa­mer Fahrt und auf un­über­sicht­li­chen Stre­cken.
2Auf Stras­sen mit Si­cher­heits­li­ni­en ist im­mer rechts die­ser Li­ni­en zu fah­ren.
3Der Füh­rer, der sei­ne Fahr­rich­tung än­dern will, wie zum Ab­bie­gen, Über­ho­len, Ein­spu­ren und Wech­seln des Fahr­strei­fens, hat auf den Ge­gen­ver­kehr und auf die ihm nach­fol­gen­den Fahr­zeu­ge Rück­sicht zu neh­men.
4Ge­gen­über al­len Stras­sen­be­nüt­zern ist aus­rei­chen­der Ab­stand zu wah­ren, na­ment­lich beim Kreu­zen und Über­ho­len so­wie beim Ne­ben- und Hin­ter­ein­an­der­fah­ren.
Kreu­zen, Über­ho­len
1Es ist rechts zu kreu­zen, links zu über­ho­len.
2Über­ho­len und Vor­bei­fah­ren an Hin­der­nis­sen ist nur ge­stat­tet, wenn der nö­ti­ge Raum über­sicht­lich und frei ist und der Ge­gen­ver­kehr nicht be­hin­dert wird. Im Ko­lon­nen­ver­kehr darf nur über­ho­len, wer die Ge­wiss­heit hat, recht­zei­tig und oh­ne Be­hin­de­rung an­de­rer Fahr­zeu­ge wie­der ein­bie­gen zu kön­nen.
3Wer über­holt, muss auf die üb­ri­gen Stras­sen­be­nüt­zer, na­ment­lich auf je­ne, die er über­ho­len will, be­son­ders Rück­sicht neh­men.
4In un­über­sicht­li­chen Kur­ven, auf und un­mit­tel­bar vor Bahn­über­gän­gen oh­ne Schran­ken so­wie vor Kup­pen darf nicht über­holt wer­den, auf Stras­sen­ver­zwei­gun­gen nur, wenn sie über­sicht­lich sind und das Vor­tritts­recht an­de­rer nicht be­ein­träch­tigt wird.
5Fahr­zeu­ge dür­fen nicht über­holt wer­den, wenn der Füh­rer die Ab­sicht an­zeigt, nach links ab­zu­bie­gen, oder wenn er vor ei­nem Fuss­gän­ger­strei­fen an­hält, um Fuss­gän­gern das Über­que­ren der Stras­se zu er­mög­li­chen.
6Fahr­zeu­ge, die zum Ab­bie­gen nach links ein­ge­spurt ha­ben, dür­fen nur rechts über­holt wer­den.
7Dem sich an­kün­di­gen­den, schnel­ler fah­ren­den Fahr­zeug ist die Stras­se zum Über­ho­len frei­zu­ge­ben. Wer über­holt wird, darf die Ge­schwin­dig­keit nicht er­hö­hen.
Ein­spu­ren, Vor­tritt
1Wer nach rechts ab­bie­gen will, hat sich an den rech­ten Stras­sen­rand, wer nach links ab­bie­gen will, ge­gen die Stras­sen­mit­te zu hal­ten.
2Auf Stras­sen­ver­zwei­gun­gen hat das von rechts kom­men­de Fahr­zeug den Vor­tritt. Fahr­zeu­ge auf ge­kenn­zeich­ne­ten Haupt­stras­sen ha­ben den Vor­tritt, auch wenn sie von links kom­men. Vor­be­hal­ten bleibt die Re­ge­lung durch Si­gna­le oder durch die Po­li­zei.
3Vor dem Ab­bie­gen nach links ist den ent­ge­gen­kom­men­den Fahr­zeu­gen der Vor­tritt zu las­sen.
4Der Füh­rer, der sein Fahr­zeug in den Ver­kehr ein­fü­gen, wen­den oder rück­wärts fah­ren will, darf an­de­re Stras­sen­be­nüt­zer nicht be­hin­dern; die­se ha­ben den Vor­tritt.
An­hal­ten, Par­kie­ren
1Der Füh­rer, der an­hal­ten will, hat nach Mög­lich­keit auf die nach­fol­gen­den Fahr­zeu­ge Rück­sicht zu neh­men.
2Fahr­zeu­ge dür­fen dort nicht an­ge­hal­ten oder auf­ge­stellt wer­den, wo sie den Ver­kehr be­hin­dern oder ge­fähr­den könn­ten. Wo mög­lich sind sie auf Park­plät­zen auf­zu­stel­len.
3Der Füh­rer muss das Fahr­zeug vor dem Ver­las­sen an­ge­mes­sen si­chern.
Ver­hal­ten ge­gen­über der Stras­sen­bahn
1Der Stras­sen­bahn ist das Ge­lei­se frei­zu­ge­ben und der Vor­tritt zu las­sen.
2Die fah­ren­de Stras­sen­bahn wird rechts über­holt. Wenn dies nicht mög­lich ist, darf sie links über­holt wer­den.
3Die hal­ten­de Stras­sen­bahn darf nur in lang­sa­mer Fahrt ge­kreuzt und über­holt wer­den. Sie wird, wo ei­ne Schut­zin­sel vor­han­den ist, rechts über­holt, sonst nur links.
4Der Fahr­zeug­füh­rer hat nö­ti­gen­falls nach links aus­zu­wei­chen, wenn ihm am rech­ten Stras­sen­rand ei­ne Stras­sen­bahn ent­ge­gen­kommt.
Zei­chen­ge­bung
1Je­de Rich­tungs­än­de­rung ist mit dem Rich­tungs­an­zei­ger oder durch deut­li­che Hand­zei­chen recht­zei­tig be­kannt zu ge­ben. Dies gilt na­ment­lich für:
das Ein­spu­ren, Wech­seln des Fahr­strei­fens und Ab­bie­gen;
das Über­ho­len und das Wen­den;
das Ein­fü­gen ei­nes Fahr­zeu­ges in den Ver­kehr und das An­hal­ten am Stras­sen­rand.
2Die Zei­chen­ge­bung ent­bin­det den Fahr­zeug­füh­rer nicht von der ge­bo­te­nen Vor­sicht.
Warn­si­gna­le
Wo die Si­cher­heit des Ver­kehrs es er­for­dert, hat der Fahr­zeug­füh­rer die üb­ri­gen Stras­sen­be­nüt­zer zu war­nen. Un­nö­ti­ge und über­mäs­si­ge Warn­si­gna­le sind zu un­ter­las­sen. Ruf­zei­chen mit der Warn­vor­rich­tung sind un­ter­sagt.
Fahr­zeug­be­leuch­tung
1Wäh­rend der Fahrt müs­sen Mo­tor­fahr­zeu­ge stets be­leuch­tet sein, die üb­ri­gen Fahr­zeu­ge nur vom Be­ginn der Abend­däm­merung bis zur Ta­ges­hel­le so­wie bei schlech­ten Sicht­ver­hält­nis­sen.1
2Ab­ge­stell­te Mo­tor­fahr­zeu­ge und mehr­spu­ri­ge nicht mo­to­ri­sier­te Fahr­zeu­ge müs­sen vom Be­ginn der Abend­däm­merung bis zur Ta­ges­hel­le so­wie bei schlech­ten Sicht­ver­hält­nis­sen be­leuch­tet sein, aus­ser auf Park­plät­zen oder im Be­reich ei­ner ge­nü­gen­den Stras­sen­be­leuch­tung.2
2bisDer Bun­des­rat kann für be­stimm­te Fäl­le Rück­strah­ler an­stel­le von Lich­tern vor­se­hen.3
3Die Fahr­zeu­ge dür­fen nach vorn kei­ne ro­ten und nach hin­ten kei­ne weis­sen Lich­ter oder Rück­strah­ler tra­gen. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men ge­stat­ten.
4Die Be­leuch­tung ist so zu hand­ha­ben, dass nie­mand un­nö­tig ge­blen­det wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
Ver­mei­den von Be­läs­ti­gun­gen
1Der Fahr­zeug­füh­rer hat je­de ver­meid­ba­re Be­läs­ti­gung von Stras­sen­be­nüt­zern und An­woh­nern, na­ment­lich durch Lärm, Staub, Rauch und Ge­ruch, zu un­ter­las­sen und das Er­schre­cken von Tie­ren mög­lichst zu ver­mei­den.
2Der Be­trieb von Laut­spre­chern an Mo­tor­fahr­zeu­gen ist un­ter­sagt, aus­ge­nom­men für Mit­tei­lun­gen an Mit­fah­ren­de. Die nach kan­to­na­lem Recht zu­stän­di­ge Be­hör­de kann in Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men ge­stat­ten.
Ver­kehrs­tren­nung
1We­ge, die sich für den Ver­kehr mit Mo­tor­fahr­zeu­gen oder Fahr­rä­dern nicht eig­nen oder of­fen­sicht­lich nicht da­für be­stimmt sind, wie Fuss- und Wan­der­we­ge, dür­fen mit sol­chen Fahr­zeu­gen nicht be­fah­ren wer­den.
2Das Trot­toir ist den Fuss­gän­gern, der Rad­weg den Rad­fah­rern vor­be­hal­ten. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen.
3Auf Stras­sen, die den Mo­tor­fahr­zeu­gen vor­be­hal­ten sind, dür­fen nur die vom Bun­des­rat be­zeich­ne­ten Ar­ten von Mo­tor­fahr­zeu­gen ver­keh­ren. Der Zu­tritt ist un­ter­sagt, die Zu­fahrt aus­sch­liess­lich an den da­für vor­ge­se­he­nen Stel­len ge­stat­tet. Der Bun­des­rat kann Be­nüt­zungs­vor­schrif­ten und be­son­de­re Ver­kehrs­re­geln er­las­sen.
Fahr­strei­fen, Ko­lon­nen­ver­kehr
1Auf Stras­sen, die für den Ver­kehr in glei­cher Rich­tung in meh­re­re Fahr­strei­fen un­ter­teilt sind, darf der Füh­rer sei­nen Strei­fen nur ver­las­sen, wenn er da­durch den üb­ri­gen Ver­kehr nicht ge­fähr­det.
2Das glei­che gilt sinn­ge­mä­ss, wenn auf brei­ten Stras­sen oh­ne Fahr­strei­fen Fahr­zeug­ko­lon­nen in glei­cher Rich­tung ne­ben­ein­an­der fah­ren.
Stei­le Stras­sen, Bergstras­sen
1Auf Stras­sen mit star­kem Ge­fäl­le und auf Bergstras­sen ist so zu fah­ren, dass die Brem­sen nicht über­mäs­sig be­an­sprucht wer­den. Wo das Kreu­zen schwie­rig ist, hat in ers­ter Li­nie das ab­wärts­fah­ren­de Fahr­zeug recht­zei­tig an­zu­hal­ten. Ist das Kreu­zen nicht mög­lich, so muss das ab­wärts­fah­ren­de Fahr­zeug zu­rück­fah­ren, so­fern das an­de­re sich nicht of­fen­sicht­lich nä­her bei ei­ner Aus­weich­stel­le be­fin­det.
2Der Bun­des­rat kann für Bergstras­sen wei­te­re Vor­schrif­ten er­las­sen und Aus­nah­men von den Ver­kehrs­re­geln vor­se­hen.
Re­geln für Rad­fah­rer
1Rad­fah­rer müs­sen die Rad­we­ge und -strei­fen be­nüt­zen.
2Rad­fah­rer dür­fen nicht ne­ben­ein­an­der fah­ren. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen.1
4Rad­fah­rer dür­fen sich nicht durch Fahr­zeu­ge oder Tie­re zie­hen las­sen.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1977 (AS 1975 1257, 1976 2810 Ziff. II Abs. 2; BBl 1973 II 1173).
Re­geln für Mo­tor­rad­fah­rer
1Mo­tor­rad­fah­rer dür­fen nicht ne­ben­ein­an­der fah­ren, so­weit es nicht beim Fah­ren in­ner­halb ei­ner Ko­lon­ne von Mo­tor­wa­gen ge­bo­ten er­scheint.
2Wenn der Ver­kehr an­ge­hal­ten wird, ha­ben die Mo­tor­rad­fah­rer ih­ren Platz in der Fahr­zeug­ko­lon­ne bei­zu­be­hal­ten.
Re­geln für Stras­sen­bah­nen
Die Ver­kehrs­re­geln die­ses Ge­set­zes gel­ten auch für Ei­sen­bahn­fahr­zeu­ge auf Stras­sen, so­weit dies mit Rück­sicht auf die Be­son­der­hei­ten die­ser Fahr­zeu­ge, ih­res Be­trie­bes und der Bahn­an­la­gen mög­lich ist.
Fuss­gän­ger
1Fuss­gän­ger müs­sen die Trot­toirs be­nüt­zen. Wo sol­che feh­len, ha­ben sie am Stras­sen­rand und, wenn be­son­de­re Ge­fah­ren es er­for­dern, hin­ter­ein­an­der zu ge­hen. Wenn nicht be­son­de­re Um­stän­de ent­ge­gen­ste­hen, ha­ben sie sich an den lin­ken Stras­sen­rand zu hal­ten, na­ment­lich aus­ser­orts in der Nacht.
2Die Fuss­gän­ger ha­ben die Fahr­bahn vor­sich­tig und auf dem kür­zes­ten Weg zu über­schrei­ten, nach Mög­lich­keit auf ei­nem Fuss­gän­ger­strei­fen. Sie ha­ben den Vor­tritt auf die­sem Strei­fen, dür­fen ihn aber nicht über­ra­schend be­tre­ten.1
Rei­ter, Tie­re
1Rei­ter ha­ben sich an den rech­ten Stras­sen­rand zu hal­ten.
2Vieh darf nicht un­be­wacht auf die Stras­se ge­las­sen wer­den aus­ser in si­gna­li­sier­ten Wei­de­ge­bie­ten.
3Vieh­her­den müs­sen von den nö­ti­gen Trei­bern be­glei­tet sein; die lin­ke Stras­sen­sei­te ist nach Mög­lich­keit für den üb­ri­gen Ver­kehr frei­zu­hal­ten. Ein­zel­ne Tie­re sind am rech­ten Stras­sen­rand zu füh­ren.
4Für ihr Ver­hal­ten im Ver­kehr ha­ben die Rei­ter und Füh­rer von Tie­ren die Re­geln des Fahr­ver­kehrs (Ein­spu­ren, Vor­tritt, Zei­chen­ge­bung usw.) sinn­ge­mä­ss zu be­ach­ten.
1Er­eig­net sich ein Un­fall, an dem ein Mo­tor­fahr­zeug oder Fahr­rad be­tei­ligt ist, so müs­sen al­le Be­tei­lig­ten so­fort an­hal­ten. Sie ha­ben nach Mög­lich­keit für die Si­che­rung des Ver­kehrs zu sor­gen.
2Sind Per­so­nen ver­letzt, so ha­ben al­le Be­tei­lig­ten für Hil­fe zu sor­gen, Un­be­tei­lig­te, so­weit es ih­nen zu­mut­bar ist. Die Be­tei­lig­ten, in ers­ter Li­nie die Fahr­zeug­füh­rer, ha­ben die Po­li­zei zu be­nach­rich­ti­gen. Al­le Be­tei­lig­ten, na­ment­lich auch Mit­fah­ren­de, ha­ben bei der Fest­stel­lung des Tat­be­stan­des mit­zu­wir­ken. Oh­ne Zu­stim­mung der Po­li­zei dür­fen sie die Un­fall­stel­le nur ver­las­sen, so­weit sie selbst Hil­fe be­nö­ti­gen, oder um Hil­fe oder die Po­li­zei her­bei­zu­ru­fen.
3Ist nur Sach­scha­den ent­stan­den, so hat der Schä­di­ger so­fort den Ge­schä­dig­ten zu be­nach­rich­ti­gen und Na­men und Adres­se an­zu­ge­ben. Wenn dies nicht mög­lich ist, hat er un­ver­züg­lich die Po­li­zei zu ver­stän­di­gen.
4Bei Un­fäl­len auf Bahn­über­gän­gen ha­ben die Be­tei­lig­ten die Bahn­ver­wal­tung un­ver­züg­lich zu be­nach­rich­ti­gen.
Sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen
1Öf­fent­li­che Rund­stre­cken­ren­nen mit Mo­tor­fahr­zeu­gen sind ver­bo­ten. Der Bun­des­rat kann ein­zel­ne Aus­nah­men ge­stat­ten oder das Ver­bot auf an­de­re Ar­ten von Mo­tor­fahr­zeugren­nen aus­deh­nen; er be­rück­sich­tigt bei sei­nem Ent­scheid vor al­lem die Er­for­der­nis­se der Ver­kehrs­si­cher­heit und der Ver­kehrs­er­zie­hung.
2An­de­re mo­tor- und rad­sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen auf öf­fent­li­chen Stras­sen, aus­ge­nom­men Aus­flugs­fahr­ten, be­dür­fen der Be­wil­li­gung der Kan­to­ne, de­ren Ge­biet be­fah­ren wird.
3Die Be­wil­li­gung darf nur er­teilt wer­den, wenn:
die Ver­an­stal­ter Ge­währ bie­ten für ein­wand­freie Durch­füh­rung;
die Rück­sicht auf den Ver­kehr es ge­stat­tet;
die nö­ti­gen Si­cher­heits­mass­nah­men ge­trof­fen wer­den;
die vor­ge­schrie­be­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen ist.
4Die kan­to­na­le Be­hör­de kann Aus­nah­men von den Ver­kehrs­vor­schrif­ten ge­stat­ten, wenn ge­nü­gen­de Si­cher­heits­mass­nah­men ge­trof­fen sind.
Ver­suchs­fahr­ten
Für Ver­suchs­fahr­ten, auf de­nen die Ver­kehrs­re­geln oder die Vor­schrif­ten über die Fahr­zeu­ge nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen, ist die Be­wil­li­gung der Kan­to­ne er­for­der­lich, de­ren Ge­biet be­fah­ren wird; die­se ord­nen die nö­ti­gen Si­cher­heits­mass­nah­men an.
Schwer­ver­kehrs­kon­trol­len
Zur Durch­set­zung der Vor­schrif­ten des Stras­sen­ver­kehrs­rechts und zur Er­rei­chung der Zie­le des Ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes vom 8. Ok­to­ber 19992 neh­men die Kan­to­ne der er­höh­ten Ge­fähr­dung an­ge­pass­te Schwer­ver­kehrs­kon­trol­len auf der Stras­se vor.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 6 Ziff. 2 des Ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes vom 8. Okt. 1999 (AS 2000 2864; BBl 1999 6128). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 18 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Be­son­de­re Be­fug­nis­se der Po­li­zei
1Stellt die Po­li­zei Fahr­zeu­ge im Ver­kehr fest, die nicht zu­ge­las­sen sind, de­ren Zu­stand oder La­dung den Ver­kehr ge­fähr­den oder die ver­meid­ba­ren Lärm er­zeu­gen, so ver­hin­dert sie die Wei­ter­fahrt. Sie kann den Fahr­zeu­g­aus­weis ab­neh­men und nö­ti­gen­falls das Fahr­zeug si­cher­stel­len.
2Die Po­li­zei kann schwe­re Mo­tor­wa­gen zum Gü­ter­trans­port, wel­che die vor­ge­schrie­be­ne Min­dest­ge­schwin­dig­keit nicht er­rei­chen kön­nen, an­hal­ten und zur Um­kehr ver­pflich­ten.
3Be­fin­det sich ein Fahr­zeug­füh­rer in ei­nem Zu­stand, der die si­che­re Füh­rung des Fahr­zeugs aus­sch­liesst, oder darf er aus ei­nem an­dern ge­setz­li­chen Grund nicht fah­ren, so ver­hin­dert die Po­li­zei die Wei­ter­fahrt und nimmt den Füh­rer­aus­weis ab.
4Hat sich ein Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer durch gro­be Ver­let­zung wich­ti­ger Ver­kehrs­re­geln als be­son­ders ge­fähr­lich er­wie­sen, so kann ihm die Po­li­zei auf der Stel­le den Füh­rer­aus­weis ab­neh­men.
5Von der Po­li­zei ab­ge­nom­me­ne Aus­wei­se sind so­fort der Ent­zugs­be­hör­de zu über­mit­teln; die­se ent­schei­det un­ver­züg­lich über den Ent­zug. Bis zu ih­rem Ent­scheid hat die Ab­nah­me ei­nes Aus­wei­ses durch die Po­li­zei die Wir­kung des Ent­zugs.
6Stellt die Po­li­zei Fahr­zeu­ge im Ver­kehr fest, die nicht den Be­stim­mun­gen über die Per­so­nen­be­för­de­rung oder die Zu­las­sung als Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men ent­spre­chen, so kann sie die Wei­ter­fahrt ver­hin­dern, den Fahr­zeu­g­aus­weis ab­neh­men und nö­ti­gen­falls das Fahr­zeug si­cher­stel­len.
Fest­stel­lung der Fahr­un­fä­hig­keit
1Fahr­zeug­füh­rer so­wie an Un­fäl­len be­tei­lig­te Stras­sen­be­nüt­zer kön­nen ei­ner Ate­mal­ko­hol­pro­be un­ter­zo­gen wer­den.
2Weist die be­trof­fe­ne Per­son An­zei­chen von Fahr­un­fä­hig­keit auf und sind die­se nicht oder nicht al­lein auf Al­ko­ho­lein­fluss zu­rück­zu­füh­ren, so kann sie wei­te­ren Vor­un­ter­su­chun­gen, na­ment­lich Urin- und Spei­chel­pro­ben un­ter­zo­gen wer­den.
3Ei­ne Blut­pro­be muss an­ge­ord­net wer­den, wenn:2
An­zei­chen von Fahr­un­fä­hig­keit vor­lie­gen, die nicht auf Al­ko­ho­lein­fluss zu­rück­zu­füh­ren sind;
die be­trof­fe­ne Per­son sich der Durch­füh­rung der Ate­mal­ko­hol­pro­be wi­der­setzt oder ent­zieht oder den Zweck die­ser Mass­nah­me ver­ei­telt;
die be­trof­fe­ne Per­son die Durch­füh­rung ei­ner Blut­al­ko­ho­l­ana­ly­se ver­langt.
3bisEi­ne Blut­pro­be kann an­ge­ord­net wer­den, wenn die Durch­füh­rung ei­ner Ate­mal­ko­hol­pro­be un­mög­lich oder nicht ge­eig­net ist, um die Wi­der­hand­lung fest­zu­stel­len.5
4Die Blut­pro­be kann aus wich­ti­gen Grün­den auch ge­gen den Wil­len der ver­däch­tig­ten Per­son ab­ge­nom­men wer­den. An­de­re Be­weis­mit­tel für die Fest­stel­lung der Fahr­un­fä­hig­keit blei­ben vor­be­hal­ten.
6Die Bun­des­ver­samm­lung legt in ei­ner Ver­ord­nung fest:
bei wel­cher Ate­mal­ko­hol- und bei wel­cher Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on un­ab­hän­gig von wei­te­ren Be­wei­sen und in­di­vi­du­el­ler Al­ko­hol­ver­träg­lich­keit Fahr­un­fä­hig­keit im Sin­ne die­ses Ge­set­zes an­ge­nom­men wird (An­ge­trun­ken­heit); und
wel­che Ate­mal­ko­hol- und wel­che Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on als qua­li­fi­ziert gel­ten.7
6bisWur­de so­wohl die Ate­mal­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on als auch die Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on ge­mes­sen, so ist die Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on mass­ge­bend.8
7Der Bun­des­rat:
kann für an­de­re die Fahr­fä­hig­keit her­ab­set­zen­de Sub­stan­zen fest­le­gen, bei wel­chen Kon­zen­tra­tio­nen im Blut un­ab­hän­gig von wei­te­ren Be­wei­sen und in­di­vi­du­el­ler Ver­träg­lich­keit Fahr­un­fä­hig­keit im Sin­ne die­ses Ge­set­zes an­ge­nom­men wird;
er­lässt Vor­schrif­ten über die Vor­un­ter­su­chun­gen (Abs. 2), das Vor­ge­hen bei der Ate­mal­ko­hol- und der Blut­pro­be, die Aus­wer­tung die­ser Pro­ben und die zu­sätz­li­che ärzt­li­che Un­ter­su­chung der der Fahr­un­fä­hig­keit ver­däch­tig­ten Per­son;
kann vor­schrei­ben, dass zur Fest­stel­lung ei­ner Sucht, wel­che die Fahr­eig­nung ei­ner Per­son her­ab­setzt, nach die­sem Ar­ti­kel ge­won­ne­ne Pro­ben, na­ment­lich Blut-, Haar- und Na­gel­pro­ben, aus­ge­wer­tet wer­den.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
6 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 21 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 12 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2016 (AS 2012 6291, 2015 2583; BBl 2010 8447).
Ar­beits- und Ru­he­zeit der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer
1Der Bun­des­rat ord­net die Ar­beits- und Prä­senz­zeit der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer. Er si­chert ih­nen ei­ne aus­rei­chen­de täg­li­che Ru­he­zeit so­wie Ru­he­tage, so dass ih­re Be­an­spru­chung nicht grös­ser ist als nach den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen für ver­gleich­ba­re Tä­tig­kei­ten. Er sorgt für ei­ne wirk­sa­me Kon­trol­le der Ein­hal­tung die­ser Be­stim­mun­gen.
2Der Bun­des­rat re­gelt die An­wen­dung der Be­stim­mun­gen über die Ar­beits- und Ru­he­zeit:
auf be­rufs­mäs­si­ge Füh­rer, die mit schwei­ze­risch im­ma­tri­ku­lier­ten Mo­tor­wa­gen Fahr­ten im Aus­land durch­füh­ren;
auf be­rufs­mäs­si­ge Füh­rer, die mit aus­län­disch im­ma­tri­ku­lier­ten Mo­tor­wa­gen Fahr­ten in der Schweiz aus­füh­ren.
3Der Bun­des­rat kann ver­bie­ten, dass der Lohn be­rufs­mäs­si­ger Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer nach der zu­rück­ge­leg­ten Fahr­stre­cke, der be­för­der­ten Gü­ter­men­ge oder ähn­li­chen Leis­tun­gen be­rech­net wird.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
Er­gän­zung der Ver­kehrs­re­geln
1Der Bun­des­rat kann er­gän­zen­de Ver­kehrs­vor­schrif­ten er­las­sen und für be­son­de­re Ver­hält­nis­se Aus­nah­men von den Ver­kehrs­re­geln vor­se­hen, na­ment­lich für das Mi­li­tär und den Zi­vil­schutz. Er kann sol­che Vor­schrif­ten auch für Ein­bahn­stras­sen er­las­sen.1
2Er be­zeich­net nach An­hö­ren der Kan­to­ne die Haupt­stras­sen mit Vor­tritts­recht.
3Er er­lässt Be­stim­mun­gen über:
die Zei­chen­ge­bung durch die Po­li­zei und, im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen, die Kenn­zeich­nung der Ver­kehrs­po­li­zei;
die Kon­trol­le der Fahr­zeu­ge und ih­rer Füh­rer an der Lan­des­gren­ze;
die Kon­trol­le der Fahr­zeu­ge des Bun­des und ih­rer Füh­rer;
die Ver­kehrs­re­ge­lung durch das Mi­li­tär;
die Tat­be­stands­auf­nah­me bei Un­fäl­len, an de­nen Mi­li­tär­mo­tor­fahr­zeu­ge be­tei­ligt sind.
5Der Bun­des­rat kann vor­schrei­ben, dass
In­sas­sen von Mo­tor­wa­gen Rück­hal­te­vor­rich­tun­gen (Si­cher­heits­gur­ten u. dgl.) be­nüt­zen;
Füh­rer und Mit­fah­rer von mo­to­ri­sier­ten Zwei­rä­dern so­wie von Leicht-, Klein- und drei­räd­ri­gen Mo­tor­fahr­zeu­gen Schutz­hel­me tra­gen.4
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975 (AS 1975 1257; BBl 1973 II 1173). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 1980, in Kraft seit 1. Ju­li 1981 (AS 1981 505; BBl 1979 I 229).
Po­li­zei auf Au­to­bah­nen
1Auf den für Mo­tor­fahr­zeu­ge vor­be­hal­te­nen Stras­sen (Au­to­bah­nen und Au­to­stras­sen) bil­den die Kan­to­ne im Hin­blick auf ei­ne ef­fi­zi­en­te Er­fül­lung der Auf­ga­ben für den Po­li­zei­dienst Zu­stän­dig­keits­ab­schnit­te.2
2Die zu­stän­di­ge Au­to­bahn­po­li­zei be­sorgt auf ih­rem Ab­schnitt un­ab­hän­gig von den Kan­tons­gren­zen den Ord­nungs- und Si­cher­heits­dienst und die po­li­zei­li­che Fahn­dung so­wie bei Straf­ta­ten je­der Na­tur die un­auf­schieb­ba­ren Mass­nah­men, die auf Au­to­bahn­ge­biet vor­zu­neh­men sind. Sie ver­an­lasst bei Straf­fäl­len un­ver­züg­lich die Or­ga­ne des Ge­biets­kan­tons zu den wei­te­ren Mass­nah­men.
3Die Ge­richts­bar­keit des Ge­biets­kan­tons und die An­wen­dung sei­nes Rechts blei­ben vor­be­hal­ten.
4Die Re­gie­run­gen der be­tei­lig­ten Kan­to­ne re­geln die ge­gen­sei­ti­gen Rech­te und Pflich­ten aus der Po­li­zei­tä­tig­keit im Ge­biet des Nach­bar­kan­tons. Ist der Po­li­zei­dienst we­gen feh­len­der Ei­ni­gung nicht ge­währ­leis­tet, so trifft der Bun­des­rat vor­sorg­li­che Ver­fü­gun­gen.
1 Ur­sprüng­lich Art. 57bis. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 1967, in Kraft seit 1. Sept. 1967 (AS 1967 1114; BBl 1966 II 332).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 18 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
IIIa. Titel: Verkehrsmanagement
Ver­kehrs­ma­na­ge­ment durch den Bund
1Der Bund ist zu­stän­dig für das Ver­kehrs­ma­na­ge­ment auf den Na­tio­nal­stras­sen. Er kann die­se Auf­ga­ben ganz oder teil­wei­se Kan­to­nen, von die­sen ge­bil­de­ten Trä­ger­schaf­ten oder Drit­ten über­tra­gen.
2Er kann:
auf den Na­tio­nal­stras­sen Mass­nah­men zur Len­kung des mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs an­ord­nen, die ge­eig­net und nö­tig sind, um schwe­re Stö­run­gen des Ver­kehrs zu ver­hin­dern oder zu be­sei­ti­gen;
auf den Na­tio­nal­stras­sen an­de­re Mass­nah­men zur Ver­kehrs­lei­tung und -steue­rung an­ord­nen, die ge­eig­net und nö­tig sind, um einen si­che­ren und flüs­si­gen mo­to­ri­sier­ten Ver­kehr zu ge­währ­leis­ten; Ar­ti­kel 3 Ab­satz 6 bleibt vor­be­hal­ten;
im Hin­blick auf einen si­che­ren und flüs­si­gen Ver­kehr so­wie zur Er­rei­chung der Zie­le des Ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes vom 8. Ok­to­ber 19992 Emp­feh­lun­gen zur Len­kung des mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs ab­ge­ben.
3Die Kan­to­ne sind zu den Ver­kehrs­ma­na­ge­ment­plä­nen des Bun­des an­zu­hö­ren.
4Der Bund in­for­miert die Stras­sen­be­nüt­zer, die Kan­to­ne und die Be­trei­ber an­de­rer Ver­kehrs­trä­ger über Ver­kehrs­la­gen, Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen und Stras­sen­ver­hält­nis­se auf den Na­tio­nal­stras­sen.
5Er sorgt für die Er­rich­tung und den Be­trieb ei­nes Ver­kehrs­da­ten­ver­bun­des so­wie ei­ner Ver­kehrs­ma­na­ge­m­ent­zen­tra­le für die Na­tio­nal­stras­sen.
6Die Kan­to­ne mel­den dem Bund die Ver­kehrs­da­ten, die für die Er­fül­lung die­ser Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.
7Die Da­ten des Ver­kehrs­da­ten­ver­bun­des nach Ab­satz 5 ste­hen den Kan­to­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung. Ge­gen Ent­gelt er­mög­licht der Bund Kan­to­nen und Drit­ten, den Ver­kehrs­da­ten­ver­bund zu er­wei­tern und für zu­sätz­li­che Zwe­cke zu nut­zen.
8Ge­gen Ent­gelt kann der Bund die Be­reit­stel­lung und die Ver­brei­tung der Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen für die Kan­to­ne über­neh­men.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 18 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Ver­kehrs­ma­na­ge­ment durch die Kan­to­ne
1Die Kan­to­ne er­stel­len Ver­kehrs­ma­na­ge­ment­plä­ne für vom Bun­des­rat be­zeich­ne­te Stras­sen, die für das Ver­kehrs­ma­na­ge­ment der Na­tio­nal­stras­sen von Be­deu­tung sind. Die­se Plä­ne sind vom Bund zu ge­neh­mi­gen.
2Die Kan­to­ne in­for­mie­ren die Stras­sen­be­nüt­zer über Ver­kehrs­la­gen, Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen und Stras­sen­ver­hält­nis­se auf den an­de­ren Stras­sen auf ih­rem Kan­tons­ge­biet. Sie ori­en­tie­ren den Bund, an­de­re Kan­to­ne und die Nach­bar­staa­ten, so­weit es die Sach­la­ge er­for­dert.
3Die Kan­to­ne kön­nen die In­for­ma­ti­ons­auf­ga­be der Ver­kehrs­ma­na­ge­m­ent­zen­tra­le oder Drit­ten über­tra­gen.
4Der Bund un­ter­stützt die Kan­to­ne durch fach­li­che Be­ra­tung und bei der Ko­or­di­nie­rung von Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen, die über die kan­to­na­len oder na­tio­na­len Gren­zen hin­aus von In­ter­es­se sind.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 18 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
Haft­pflicht des Mo­tor­fahr­zeug­hal­ters
1Wird durch den Be­trieb ei­nes Mo­tor­fahr­zeu­ges ein Mensch ge­tö­tet oder ver­letzt oder Sach­scha­den ver­ur­sacht, so haf­tet der Hal­ter für den Scha­den.
2Wird ein Ver­kehrs­un­fall durch ein nicht in Be­trieb be­find­li­ches Mo­tor­fahr­zeug ver­an­lasst, so haf­tet der Hal­ter, wenn der Ge­schä­dig­te be­weist, dass den Hal­ter oder Per­so­nen, für die er ver­ant­wort­lich ist, ein Ver­schul­den trifft oder dass feh­ler­haf­te Be­schaf­fen­heit des Mo­tor­fahr­zeu­ges mit­ge­wirkt hat.
3Der Hal­ter haf­tet nach Er­mes­sen des Rich­ters auch für Schä­den in­fol­ge der Hil­fe­leis­tung nach Un­fäl­len sei­nes Mo­tor­fahr­zeu­ges, so­fern er für den Un­fall haft­bar ist oder die Hil­fe ihm selbst oder den In­sas­sen sei­nes Fahr­zeu­ges ge­leis­tet wur­de.
4Für das Ver­schul­den des Fahr­zeug­füh­rers und mit­wir­ken­der Hilfs­per­so­nen ist der Hal­ter wie für ei­ge­nes Ver­schul­den ver­ant­wort­lich.
Er­mäs­si­gung oder Aus­schluss der Hal­ter­haf­tung
1Der Hal­ter wird von der Haft­pflicht be­freit, wenn er be­weist, dass der Un­fall durch hö­he­re Ge­walt oder gro­bes Ver­schul­den des Ge­schä­dig­ten oder ei­nes Drit­ten ver­ur­sacht wur­de oh­ne dass ihn selbst oder Per­so­nen, für die er ver­ant­wort­lich ist, ein Ver­schul­den trifft und oh­ne dass feh­ler­haf­te Be­schaf­fen­heit des Fahr­zeu­ges zum Un­fall bei­ge­tra­gen hat.
2Be­weist der Hal­ter, der nicht nach Ab­satz 1 be­freit wird, dass ein Ver­schul­den des Ge­schä­dig­ten beim Un­fall mit­ge­wirkt hat, so be­stimmt der Rich­ter die Er­satz­pflicht un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de.
4Nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht2 be­stimmt sich:
die Haf­tung im Ver­hält­nis zwi­schen dem Hal­ter und dem Ei­gen­tü­mer ei­nes Fahr­zeu­ges für Scha­den an die­sem Fahr­zeug;
die Haf­tung des Hal­ters für Scha­den an den mit sei­nem Fahr­zeug be­för­der­ten Sa­chen, aus­ge­nom­men an Ge­gen­stän­den, die der Ge­schä­dig­te mit sich führ­te, na­ment­lich Rei­se­ge­päck u. dgl.; vor­be­hal­ten ist das Trans­port­ge­setz vom 4. Ok­to­ber 19854.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1976 (AS 1975 1257 1857 Ziff. III; BBl 1973 II 1173).
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 54 Ziff. 2 des BG vom 4. Okt. 1985 über den Trans­port im öf­fent­li­chen Ver­kehr, in Kraft seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1974; BBl 1983 II 167).
4 [AS 1986 1974, 1994 2290 Ziff. V, 1995 3517 Ziff. I 10 4093 An­hang Ziff. 13, 1998 2856. AS 2009 5597 Ziff. III]. Sie­he heu­te: das Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz vom 20. März 2009 (SR 745.1).
1Sind bei ei­nem Un­fall, an dem ein Mo­tor­fahr­zeug be­tei­ligt ist, meh­re­re für den Scha­den ei­nes Drit­ten er­satz­pflich­tig, so haf­ten sie so­li­da­risch.
2Auf die be­tei­lig­ten Haft­pflich­ti­gen wird der Scha­den un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de ver­teilt. Meh­re­re Mo­tor­fahr­zeug­hal­ter tra­gen den Scha­den nach Mass­ga­be des von ih­nen zu ver­tre­ten­den Ver­schul­dens, wenn nicht be­son­de­re Um­stän­de, na­ment­lich die Be­triebs­ge­fah­ren, ei­ne an­de­re Ver­tei­lung recht­fer­ti­gen.
Scha­den­er­satz zwi­schen Mo­tor­fahr­zeug­hal­tern
1Wird bei ei­nem Un­fall, an dem meh­re­re Mo­tor­fahr­zeu­ge be­tei­ligt sind, ein Hal­ter kör­per­lich ge­schä­digt, so wird der Scha­den den Hal­tern al­ler be­tei­lig­ten Mo­tor­fahr­zeu­ge nach Mass­ga­be des von ih­nen zu ver­tre­ten­den Ver­schul­dens auf­er­legt, wenn nicht be­son­de­re Um­stän­de, na­ment­lich die Be­triebs­ge­fah­ren, ei­ne an­de­re Ver­tei­lung recht­fer­ti­gen.1
2Für Sach­scha­den ei­nes Hal­ters haf­tet ein an­de­rer Hal­ter nur, wenn der Ge­schä­dig­te be­weist, dass der Scha­den ver­ur­sacht wur­de durch Ver­schul­den oder vor­über­ge­hen­den Ver­lust der Ur­teils­fä­hig­keit des be­klag­ten Hal­ters oder ei­ner Per­son, für die er ver­ant­wort­lich ist, oder durch feh­ler­haf­te Be­schaf­fen­heit sei­nes Fahr­zeu­ges.
3Meh­re­re er­satz­pflich­ti­ge Hal­ter haf­ten dem ge­schä­dig­ten Hal­ter so­li­da­risch.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1257 1268 Art. 1; BBl 1973 II 1173).
Scha­den­er­satz, Ge­nug­tu­ung
1Art und Um­fang des Scha­den­er­sat­zes so­wie die Zu­spre­chung ei­ner Ge­nug­tu­ung rich­ten sich nach den Grund­sät­zen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über un­er­laub­te Hand­lun­gen.
2Hat­te der Ge­tö­te­te oder Ver­letz­te ein un­ge­wöhn­lich ho­hes Ein­kom­men, so kann der Rich­ter die Ent­schä­di­gung un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de an­ge­mes­sen er­mäs­si­gen.
3Leis­tun­gen an den Ge­schä­dig­ten aus ei­ner pri­va­ten Ver­si­che­rung, de­ren Prä­mi­en ganz oder teil­wei­se vom Hal­ter be­zahlt wur­den, sind im Ver­hält­nis sei­nes Prä­mi­en­bei­tra­ges auf sei­ne Er­satz­pflicht an­zu­rech­nen, wenn der Ver­si­che­rungs­ver­trag nichts an­de­res vor­sieht.
1Kein Mo­tor­fahr­zeug darf in den öf­fent­li­chen Ver­kehr ge­bracht wer­den, be­vor ei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung nach den fol­gen­den Be­stim­mun­gen ab­ge­schlos­sen ist.
2Die Ver­si­che­rung deckt die Haft­pflicht des Hal­ters und der Per­so­nen, für die er nach die­sem Ge­setz ver­ant­wort­lich ist, zu­min­dest in je­nen Staa­ten, in de­nen das schwei­ze­ri­sche Kon­troll­schild als Ver­si­che­rungs­nach­weis gilt.1
3Von der Ver­si­che­rung kön­nen aus­ge­schlos­sen wer­den:
An­sprü­che des Hal­ters aus Sach­schä­den, die Per­so­nen ver­ur­sacht ha­ben, für die er nach die­sem Ge­setz ver­ant­wort­lich ist;
An­sprü­che aus Sach­schä­den des Ehe­gat­ten, der ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder des ein­ge­tra­ge­nen Part­ners des Hal­ters, sei­ner Ver­wand­ten in auf- und ab­stei­gen­der Li­nie so­wie sei­ner mit ihm in ge­mein­sa­mem Haus­halt le­ben­den Ge­schwis­ter;
An­sprü­che aus Sach­schä­den, für die der Hal­ter nicht nach die­sem Ge­setz haf­tet;
An­sprü­che aus Un­fäl­len bei Ren­nen, für wel­che die nach Ar­ti­kel 72 vor­ge­schrie­be­ne Ver­si­che­rung be­steht.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5462; BBl 1995 I 49).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5462; BBl 1995 I 49). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 26 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
Min­dest­ver­si­che­rung
Der Bun­des­rat be­stimmt die Be­trä­ge, die als Er­satz­an­sprü­che der Ge­schä­dig­ten aus Per­so­nen- und Sach­schä­den von der Haft­pflicht­ver­si­che­rung ge­deckt wer­den müs­sen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Jan. 1976 (AS 1975 1257 1857 Ziff. III; BBl 1973 II 1173).
Un­mit­tel­ba­rer An­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer, Ein­re­den
1Der Ge­schä­dig­te hat im Rah­men der ver­trag­li­chen Ver­si­che­rungs­de­ckung ein For­de­rungs­recht un­mit­tel­bar ge­gen den Ver­si­che­rer.
2Ein­re­den aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag oder aus dem Bun­des­ge­setz vom 2. April 19081 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag kön­nen dem Ge­schä­dig­ten nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.
3Der Ver­si­che­rer hat ein Rück­griffs­recht ge­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer oder den Ver­si­cher­ten, so­weit er nach dem Ver­si­che­rungs­ver­trag oder dem Bun­des­ge­setz vom 2. April 1908 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag zur Ab­leh­nung oder Kür­zung sei­ner Leis­tung be­fugt wä­re. Wur­de der Scha­den in an­ge­trun­ke­nem oder fahr­un­fä­hi­gem Zu­stand oder durch ein Ge­schwin­dig­keits­de­likt im Sin­ne des Ar­ti­kels 90 Ab­satz 4 ver­ur­sacht, so muss der Ver­si­che­rer Rück­griff neh­men. Der Um­fang des Rück­griffs trägt dem Ver­schul­den und der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit der Per­son Rech­nung, auf die Rück­griff ge­nom­men wird.2
2 Zwei­ter und drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
Meh­re­re Ge­schä­dig­te
1Über­stei­gen die den Ge­schä­dig­ten zu­ste­hen­den For­de­run­gen die ver­trag­li­che Ver­si­che­rungs­de­ckung, so er­mäs­sigt sich der An­spruch je­des Ge­schä­dig­ten ge­gen den Ver­si­che­rer im Ver­hält­nis der Ver­si­che­rungs­de­ckung zur Sum­me der For­de­run­gen.
2Der Ge­schä­dig­te, der als ers­ter klagt, so­wie der be­klag­te Ver­si­che­rer kön­nen die üb­ri­gen Ge­schä­dig­ten durch den an­ge­ru­fe­nen Rich­ter un­ter Hin­weis auf die Rechts­fol­gen auf­for­dern las­sen, ih­re An­sprü­che in­nert be­stimm­ter Frist beim glei­chen Rich­ter ein­zu­kla­gen. Der an­ge­ru­fe­ne Rich­ter hat über die Ver­tei­lung der Ver­si­che­rungs­leis­tung auf die meh­re­ren An­sprü­che zu ent­schei­den. Bei der Ver­tei­lung der Ver­si­che­rungs­leis­tung sind die frist­ge­mä­ss ein­ge­klag­ten An­sprü­che, oh­ne Rück­sicht auf die üb­ri­gen, vor­ab zu de­cken.
3Hat der Ver­si­che­rer in Un­kennt­nis an­der­wei­ti­ger An­sprü­che gut­gläu­big ei­nem Ge­schä­dig­ten ei­ne Zah­lung ge­leis­tet, die des­sen ver­hält­nis­mäs­si­gen An­teil über­steigt, so ist er im Um­fang sei­ner Leis­tung auch ge­gen­über den an­dern Ge­schä­dig­ten be­freit.
Hal­ter­wech­sel, Er­satz­fahr­zeu­ge
1Beim Hal­ter­wech­sel ge­hen die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag auf den neu­en Hal­ter über. Wird der neue Fahr­zeu­g­aus­weis auf Grund ei­ner an­dern Haft­pflicht­ver­si­che­rung aus­ge­stellt, so er­lischt der al­te Ver­trag.
2Der bis­he­ri­ge Ver­si­che­rer ist be­rech­tigt, in­nert 14 Ta­gen, seit­dem er vom Hal­ter­wech­sel Kennt­nis er­hal­ten hat, vom Ver­trag zu­rück­zu­tre­ten.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter wel­chen der Hal­ter an Stel­le des ver­si­cher­ten Fahr­zeu­ges und mit des­sen Kon­troll­schil­dern ein an­de­res Fahr­zeug ver­wen­den darf. Die Ver­si­che­rung gilt aus­sch­liess­lich für das ver­wen­de­te Fahr­zeug. Der Ver­si­che­rer kann auf den Hal­ter Rück­griff neh­men, wenn die Ver­wen­dung nicht zu­läs­sig war.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. März 2004 (AS 2002 2767, 2004 647; BBl 1999 4462).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, mit Wir­kung seit 1. März 2004 (AS 2002 2767, 2004 647; BBl 1999 4462).
Ver­si­che­rungs­nach­weis, Aus­set­zen und Auf­hö­ren der Ver­si­che­rung
1Der Ver­si­che­rer hat zu­han­den der Be­hör­de, die den Fahr­zeu­g­aus­weis ab­gibt, ei­ne Ver­si­che­rungs­be­schei­ni­gung aus­zu­stel­len.
2Aus­set­zen und Auf­hö­ren der Ver­si­che­rung sind vom Ver­si­che­rer der Be­hör­de zu mel­den und wer­den, so­fern die Ver­si­che­rung nicht vor­her durch ei­ne an­de­re er­setzt wur­de, ge­gen­über Ge­schä­dig­ten erst wirk­sam, wenn der Fahr­zeu­g­aus­weis und die Kon­troll­schil­der ab­ge­ge­ben sind, spä­tes­tens je­doch 60 Ta­ge nach Ein­gang der Mel­dung des Ver­si­che­rers. Die Be­hör­de hat Fahr­zeu­g­aus­weis und Kon­troll­schil­der ein­zu­zie­hen, so­bald die Mel­dung ein­trifft.
3Wer­den die Kon­troll­schil­der bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de hin­ter­legt, so ruht die Ver­si­che­rung. Die Be­hör­de gibt dem Ver­si­che­rer da­von Kennt­nis.1
Scha­den­ver­laufs­er­klä­rung
Der Ver­si­che­rungs­neh­mer hat wäh­rend des Ver­trags­ver­hält­nis­ses je­der­zeit An­spruch auf ei­ne Scha­den­ver­laufs- be­zie­hungs­wei­se Scha­den­frei­heits­er­klä­rung. Auf sei­nen An­trag hin hat ihm der Ver­si­che­rer in­nert 14 Ta­gen ei­ne wahr­heits­ge­treue Er­klä­rung über die gan­ze Ver­trags­lauf­zeit, ma­xi­mal über die letz­ten fünf Jah­re des Ver­trags­ver­hält­nis­ses aus­zu­hän­di­gen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2012 6291, 2013 4669; BBl 2010 8447).
Mo­tor­fahr­zeu­g­an­hän­ger; ge­schlepp­te Mo­tor­fahr­zeu­ge
1Für den durch einen An­hän­ger oder ein ge­schlepp­tes Mo­tor­fahr­zeug ver­ur­sach­ten Scha­den haf­tet der Hal­ter des zie­hen­den Mo­tor­fahr­zeu­ges; die Be­stim­mun­gen über die Haf­tung bei Mo­tor­fahr­zeu­gen gel­ten sinn­ge­mä­ss. Wird das ge­schlepp­te Mo­tor­fahr­zeug von ei­nem Füh­rer ge­lenkt, so haf­tet sein Hal­ter so­li­da­risch mit dem Hal­ter des Zug­fahr­zeu­ges.
2Die Ver­si­che­rung des Zug­fahr­zeu­ges er­streckt sich auch auf die Haft­pflicht für Schä­den, die ver­ur­sacht wer­den:
vom An­hän­ger;
vom ge­schlepp­ten Mo­tor­fahr­zeug, das nicht von ei­nem Füh­rer ge­lenkt wird;
vom ge­schlepp­ten Mo­tor­fahr­zeug, das von ei­nem Füh­rer ge­lenkt wird und nicht ver­si­chert ist.
3An­hän­ger zum Per­so­nen­trans­port dür­fen nur in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn durch ei­ne Zu­satz­ver­si­che­rung auf den An­hän­ger die vom Bun­des­rat nach Ar­ti­kel 64 fest­ge­leg­te Min­dest­ver­si­che­rung des gan­zen Zu­ges ge­währ­leis­tet ist.
4Nach die­sem Ge­setz rich­ten sich die Haf­tung des Hal­ters des Zug­fahr­zeu­ges für kör­per­li­che Schä­den der Mit­fah­rer auf An­hän­gern so­wie die Haf­tung für Schä­den zwi­schen dem Zug­fahr­zeug und dem ge­schlepp­ten Mo­tor­fahr­zeug. Für Sach­schä­den am An­hän­ger haf­tet der Hal­ter des Zug­fahr­zeu­ges nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht2.
Rad­fah­rer haf­ten nach Ob­li­ga­tio­nen­recht2.
Un­ter­neh­men des Mo­tor­fahr­zeug­ge­wer­bes
1Der Un­ter­neh­mer im Mo­tor­fahr­zeug­ge­wer­be haf­tet wie ein Hal­ter für den Scha­den, der durch ein Mo­tor­fahr­zeug ver­ur­sacht wird, das ihm zur Auf­be­wah­rung, Re­pa­ra­tur, War­tung, zum Um­bau oder zu ähn­li­chen Zwe­cken über­ge­ben wur­de. Der Hal­ter und sein Haft­pflicht­ver­si­che­rer haf­ten nicht.
2Die­se Un­ter­neh­mer so­wie sol­che, die Mo­tor­fahr­zeu­ge her­stel­len oder da­mit Han­del trei­ben, ha­ben für die Ge­samt­heit ih­rer ei­ge­nen und der ih­nen über­ge­be­nen Mo­tor­fahr­zeu­ge ei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­zu­sch­lies­sen. Die Be­stim­mun­gen über die Hal­ter­ver­si­che­rung gel­ten sinn­ge­mä­ss.
1Die Be­stim­mun­gen die­ses Ar­ti­kels gel­ten für mo­tor- und rad­sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen die Be­wer­tung haupt­säch­lich nach der er­ziel­ten Ge­schwin­dig­keit er­folgt oder ei­ne Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von mehr als 50 km/Std. ver­langt wird. Sie gel­ten auch, wenn die Stre­cke für den üb­ri­gen Ver­kehr ge­sperrt ist. Der Bun­des­rat kann wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen ein­be­zie­hen.
2Die Ver­an­stal­ter haf­ten in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung der Be­stim­mun­gen über die Haf­tung der Mo­tor­fahr­zeug­hal­ter für den Scha­den, der durch Fahr­zeu­ge der Teil­neh­mer oder Be­gleit­fahr­zeu­ge oder an­de­re im Dienst der Ver­an­stal­tung ver­wen­de­te Fahr­zeu­ge ver­ur­sacht wird.
3Die Haf­tung für Schä­den der Renn­fah­rer und ih­rer Mit­fah­rer so­wie an den im Dienst der Ver­an­stal­tung ver­wen­de­ten Fahr­zeu­gen rich­tet sich nicht nach die­sem Ge­setz.
4Zur De­ckung der Haft­pflicht der Ver­an­stal­ter, Teil­neh­mer und Hilfs­per­so­nen ge­gen­über Drit­ten, wie Zu­schau­ern, an­dern Stras­sen­be­nüt­zern und An­woh­nern, ist ei­ne Ver­si­che­rung ab­zu­sch­lies­sen. Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de setzt die Min­dest­de­ckung nach den Um­stän­den fest; bei Ren­nen mit Mo­tor­fahr­zeu­gen darf die­se je­doch nicht ge­rin­ger sein als bei der or­dent­li­chen Ver­si­che­rung.1 Die Ar­ti­kel 65 und 66 gel­ten sinn­ge­mä­ss.
5Muss bei ei­nem nicht be­hörd­lich be­wil­lig­ten Ren­nen ein Scha­den durch die or­dent­li­che Ver­si­che­rung des scha­den­ver­ur­sa­chen­den Mo­tor­fahr­zeu­ges, den scha­den­ver­ur­sa­chen­den Rad­fah­rer oder sei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung ge­deckt wer­den, so hat der Ver­si­che­rer oder der Rad­fah­rer den Rück­griff auf die Haft­pflich­ti­gen, die wuss­ten oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit wis­sen konn­ten, dass ei­ne be­son­de­re Ver­si­che­rung für das Ren­nen fehl­te.2
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­rä­der des Bun­des und der Kan­to­ne
1Bund und Kan­to­ne un­ter­ste­hen als Hal­ter von Mo­tor­fahr­zeu­gen den Haft­pflicht­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes, je­doch nicht der Ver­si­che­rungs­pflicht. Aus­ser­dem sind von der Ver­si­che­rungs­pflicht Mo­tor­fahr­zeu­ge aus­ge­nom­men, für die der Bund die De­ckungs­pflicht wie ein Ver­si­che­rer über­nimmt.
3Bund und Kan­to­ne re­gu­lie­ren nach den für die Haft­pflicht­ver­si­che­rung gel­ten­den Be­stim­mun­gen die Schä­den, die durch Mo­tor­fahr­zeu­ge, An­hän­ger und Fahr­rä­der ver­ur­sacht wer­den, für die sie haf­ten. Sie tei­len der Aus­kunfts­stel­le (Art. 79a) mit, wel­che Stel­len für die Scha­den­re­gu­lie­rung zu­stän­dig sind.2
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 4. Okt. 2002, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 222; BBl 2002 4397).
Na­tio­na­les Ver­si­che­rungs­bü­ro
1Die in der Schweiz zum Be­trieb der Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rung zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen bil­den und be­trei­ben ge­mein­sam das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro, das ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit hat.
2Das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Es deckt die Haf­tung für Schä­den, die durch aus­län­di­sche Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger in der Schweiz ver­ur­sacht wer­den, so­weit nach die­sem Ge­setz ei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht be­steht.
Es be­treibt die Aus­kunfts­stel­le nach Ar­ti­kel 79a.
Es ko­or­di­niert den Ab­schluss von Grenz­ver­si­che­run­gen für in die Schweiz ein­rei­sen­de Mo­tor­fahr­zeu­ge, die nicht über den er­for­der­li­chen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen.
die Pflicht zum Ab­schluss ei­ner Grenz­ver­si­che­rung;
die Ko­or­di­na­ti­on der Leis­tun­gen der So­zi­al­ver­si­che­run­gen mit den Scha­den­er­satz­leis­tun­gen des Na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ros.
4Er kann den Ar­rest zur Si­che­rung von Er­satz­an­sprü­chen für Schä­den, die durch aus­län­di­sche Mo­tor­fahr­zeu­ge oder An­hän­ger ver­ur­sacht wer­den, aus­sch­lies­sen oder be­schrän­ken.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 4. Okt. 2002, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 222; BBl 2002 4397).
Strol­chen­fahr­ten
1Wer ein Mo­tor­fahr­zeug zum Ge­brauch ent­wen­det, haf­tet wie ein Hal­ter. So­li­da­risch mit ihm haf­tet der Füh­rer, der bei Be­ginn der Fahrt wuss­te oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit wis­sen konn­te, dass das Fahr­zeug zum Ge­brauch ent­wen­det wur­de. Der Hal­ter haf­tet mit, aus­ser ge­gen­über Be­nüt­zern des Fahr­zeugs, die bei Be­ginn der Fahrt von der Ent­wen­dung zum Ge­brauch Kennt­nis hat­ten oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit ha­ben konn­ten.
2Der Hal­ter und sein Haft­pflicht­ver­si­che­rer ha­ben den Rück­griff auf die Per­so­nen, die das Mo­tor­fahr­zeug ent­wen­de­ten, so­wie auf den Füh­rer, der bei Be­ginn der Fahrt von der Ent­wen­dung zum Ge­brauch Kennt­nis hat­te oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit ha­ben konn­te.
3Der Ver­si­che­rer darf den Hal­ter nicht fi­nan­zi­ell be­las­ten, wenn die­sen an der Ent­wen­dung kei­ne Schuld trifft.
Na­tio­na­ler Ga­ran­tie­fonds
1Die in der Schweiz zum Be­trieb der Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rung zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen bil­den und be­trei­ben ge­mein­sam den Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds, der ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit hat.
2Der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Er deckt die Haf­tung für Schä­den, die in der Schweiz ver­ur­sacht wer­den durch:
nicht er­mit­tel­te oder nicht ver­si­cher­te Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger, so­weit nach die­sem Ge­setz ei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht be­steht,
Rad­fah­rer oder Be­nüt­zer fahr­zeu­g­ähn­li­cher Ge­rä­te, so­fern der Schä­di­ger nicht er­mit­telt wer­den kann oder der Scha­den we­der vom Schä­di­ger noch von ei­ner Haft­pflicht­ver­si­che­rung noch von ei­ner für ihn ver­ant­wort­li­chen Per­son oder ei­ner an­de­ren Ver­si­che­rung ge­deckt wird.
Er deckt die Haf­tung für Schä­den, die durch in der Schweiz zu­ge­las­se­ne Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger ver­ur­sacht wer­den, wenn über den leis­tungs­pflich­ti­gen Haft­pflicht­ver­si­che­rer der Kon­kurs er­öff­net wor­den ist.
Er be­treibt die Ent­schä­di­gungs­stel­le nach Ar­ti­kel 79d.
die Auf­ga­ben des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds nach Ab­satz 2;
einen Selbst­be­halt des Ge­schä­dig­ten für Sach­schä­den;
die Ko­or­di­na­ti­on der Leis­tun­gen der So­zi­al­ver­si­che­run­gen mit den Scha­den­er­satz­leis­tun­gen des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds.
4Im Fal­le von Ab­satz 2 Buch­sta­be a ent­fällt die Leis­tungs­pflicht des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds in dem Um­fan­ge, in dem der Ge­schä­dig­te Leis­tun­gen aus ei­ner Scha­dens­ver­si­che­rung oder ei­ner So­zi­al­ver­si­che­rung be­an­spru­chen kann.
5Der Bun­des­rat kann im Fal­le von Ab­satz 2 Buch­sta­be a:
den Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds zur Vor­leis­tung ver­pflich­ten, wenn der Schä­di­ger kei­ne leis­tungs­pflich­ti­ge Haft­pflicht­ver­si­che­rung hat oder das Feh­len ei­ner sol­chen Ver­si­che­rung strit­tig ist;
die Leis­tungs­pflicht des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds ge­gen­über im Aus­land wohn­haf­ten aus­län­di­schen Ge­schä­dig­ten bei feh­len­der Re­zi­pro­zi­tät be­schrän­ken oder auf­he­ben.
6Mit der Zah­lung der Er­satz­leis­tung an den Ge­schä­dig­ten tritt der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds für die von ihm ge­deck­ten gleich­ar­ti­gen Scha­dens­pos­ten in die Rech­te des Ge­schä­dig­ten ein.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
Fi­nan­zie­rung, Durch­füh­rung
1Der Hal­ter ei­nes Mo­tor­fahr­zeu­ges leis­tet jähr­lich je einen Bei­trag nach der Art des ver­si­cher­ten Ri­si­kos, der zur De­ckung des Auf­wan­des nach den Ar­ti­keln 74, 76, 79a und 79d be­stimmt ist.2
2Das na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds be­stim­men die­se Bei­trä­ge; sie be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA).3
3Die Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rer er­he­ben die­se Bei­trä­ge gleich­zei­tig mit der Prä­mie.4
4Der Bund so­wie sei­ne Be­trie­be und An­stal­ten sind von der Bei­trags­pflicht aus­ge­nom­men. Kan­to­ne als Hal­ter von Mo­tor­fahr­zeu­gen, für die kei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­pflicht be­steht (Art. 73 Abs. 1), sind in­so­weit bei­trags­pflich­tig, als ih­re Fahr­zeu­ge ver­si­chert sind.
5Der Bun­des­rat be­stimmt die Ein­zel­hei­ten; er re­gelt na­ment­lich die Be­rech­nungs­grund­la­gen für den Bei­trag und des­sen Ge­neh­mi­gung.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, in Kraft seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1509; BBl 1980 I 477). Sie­he auch Art. 108 hier­nach.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 4. Okt. 2002, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 222; BBl 2002 4397).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5462; BBl 1995 I 49).
Ge­mein­sa­me Be­stim­mun­gen für das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und den Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds
1Ge­schä­dig­te ha­ben ein For­de­rungs­recht un­mit­tel­bar ge­gen das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und den Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds.
2Das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds ste­hen un­ter der Auf­sicht des ASTRA2.
3Per­so­nen, die Auf­ga­ben des Na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ros und des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds wahr­neh­men oder de­ren Aus­füh­rung be­auf­sich­ti­gen, sind Drit­ten ge­gen­über zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet. Sie sind zur Er­fül­lung der ih­nen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben be­fugt, die da­für be­nö­tig­ten Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, zu be­ar­bei­ten oder be­ar­bei­ten zu las­sen.
4Das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds kön­nen:
ih­re Mit­glie­der oder Drit­te mit der Er­fül­lung der ih­nen ob­lie­gen­den Auf­ga­ben be­trau­en und einen ge­schäfts­füh­ren­den Ver­si­che­rer be­zeich­nen;
mit an­de­ren na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ros und na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds so­wie mit aus­län­di­schen Stel­len, die gleich­ar­ti­ge Auf­ga­ben wahr­neh­men, Ver­ein­ba­run­gen zur Er­leich­te­rung des grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehrs und über den Schutz von Ver­kehrs­op­fern im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr ab­sch­lies­sen.
5Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se des Na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ros und des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds be­tref­fend:
Scha­den­de­ckung im In- und Aus­land;
För­de­rung und Ent­wick­lung des Ver­si­che­rungs­schut­zes und des Ver­kehrs­op­fer­schut­zes im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 4. Okt. 2002, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 222; BBl 2002 4397).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
Nicht­ver­si­cher­te Fahr­zeu­ge
1Gibt ein Kan­ton Fahr­zeu­g­aus­wei­se und Kon­troll­schil­der für Mo­tor­fahr­zeu­ge ab, oh­ne dass die vor­ge­schrie­be­ne Ver­si­che­rung be­steht, so haf­tet er im Rah­men der ge­setz­li­chen Min­dest­ver­si­che­rung für den Scha­den, für den die Hal­ter der Mo­tor­fahr­zeu­ge auf­zu­kom­men ha­ben.1 Er haf­tet in glei­cher Wei­se, wenn er es ver­säumt, Fahr­zeu­g­aus­weis und Kon­troll­schil­der in­nert 60 Ta­gen nach der Mel­dung des Ver­si­che­rers im Sin­ne von Ar­ti­kel 68 oder nach der Mel­dung des Hal­ters über die end­gül­ti­ge Aus­ser­ver­kehrs­et­zung ei­nes Fahr­zeu­ges ein­zu­zie­hen.2
2Der Kan­ton oder sein Ver­si­che­rer hat den Rück­griff ge­gen den Hal­ter, der nicht im gu­ten Glau­ben war, er sei durch die vor­ge­schrie­be­ne Ver­si­che­rung ge­deckt.
3Die­se Be­stim­mun­gen gel­ten sinn­ge­mä­ss für die Ab­ga­be von Fahr­zeu­g­aus­wei­sen und Kon­troll­schil­dern durch den Bund.3
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 7 des An­hangs zum BG vom 20. März 1981 über die Un­fall­ver­si­che­rung, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 1676; BBl 1976 III 141).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 4. Okt. 2002, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 222; BBl 2002 4397).
Aus­kunfts­stel­le
1Die Aus­kunfts­stel­le er­teilt Ge­schä­dig­ten und So­zi­al­ver­si­che­run­gen die er­for­der­li­chen Aus­künf­te, da­mit sie Scha­den­er­satz­an­sprü­che gel­tend ma­chen kön­nen.
2Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che Aus­künf­te zu er­tei­len sind.
3Er kann Be­hör­den und Pri­va­te ver­pflich­ten, der Aus­kunfts­stel­le die er­for­der­li­chen Da­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len.
Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­te
1In der Schweiz zum Be­trieb der Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rung zu­ge­las­se­ne Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen sind ver­pflich­tet, in je­dem Staat des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­rau­mes einen Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­ten zu be­nen­nen. Sie über­mit­teln des­sen Na­men und Adres­se den Aus­kunfts­stel­len die­ser Staa­ten und der Aus­kunfts­stel­le nach Ar­ti­kel 79a.
2Der Bun­des­rat kann die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen nach Ab­satz 1 zur Er­nen­nung von Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­ten in wei­te­ren Staa­ten ver­pflich­ten.
3Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­te sind na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die in ih­rem Tä­tig­keits­staat Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen mit Sitz in ei­nem an­de­ren Staat ver­tre­ten. Sie be­ar­bei­ten und re­gu­lie­ren nach Ar­ti­kel 79c Haft­pflicht­an­sprü­che, die Ge­schä­dig­te mit Wohn­sitz in ih­rem Tä­tig­keits­staat ge­gen die von ih­nen ver­tre­te­ne Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung er­he­ben.
4Sie müs­sen:
in ih­rem Tä­tig­keits­staat do­mi­zi­liert sein;
über aus­rei­chen­de Be­fug­nis­se ver­fü­gen, um die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ge­gen­über Ge­schä­dig­ten zu ver­tre­ten und de­ren Scha­den­er­satz­an­sprü­che in vol­lem Um­fang zu be­frie­di­gen;
in der La­ge sein, die Fäl­le in der Amtss­pra­che be­zie­hungs­wei­se den Amtss­pra­chen ih­rer Tä­tig­keits­staa­ten zu be­ar­bei­ten.
5Sie kön­nen auf Rech­nung ei­ner oder meh­re­rer Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen tä­tig sein.
1Die in der Schweiz zum Be­trieb der Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rung zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die in der Schweiz tä­ti­gen Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­ten, der Bund und die Kan­to­ne für ih­re Fahr­zeu­ge, die nicht ver­si­chert sind, so­wie das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds ha­ben Ge­schä­dig­ten, die Haft­pflicht­an­sprü­che ge­gen sie er­he­ben, in­nert drei­er Mo­na­te:
ein be­grün­de­tes Scha­den­er­satz­an­ge­bot vor­zu­le­gen, so­fern die Haf­tung un­strei­tig und der Scha­den be­zif­fert wor­den ist;
ei­ne be­grün­de­te Ant­wort auf die mit der Scha­den­er­satz­for­de­rung ge­mach­ten Dar­le­gun­gen zu er­tei­len, so­fern die Haf­tung be­strit­ten wird oder nicht ein­deu­tig fest­steht oder der Scha­den nicht voll­stän­dig be­zif­fert wor­den ist.
2Die drei­mo­na­ti­ge Frist be­ginnt für die mit der Scha­den­er­satz­for­de­rung kon­kret gel­tend ge­mach­ten An­sprü­che mit dem Ein­gang der Er­satz­for­de­rung bei der vom Ge­schä­dig­ten an­ge­gan­ge­nen Stel­le.
3Nach Ab­lauf der drei­mo­na­ti­gen Frist be­ginnt die Pflicht zur Leis­tung von Ver­zugs­zin­sen. Wei­ter­ge­hen­de An­sprü­che des Ge­schä­dig­ten blei­ben vor­be­hal­ten.
Ent­schä­di­gungs­stel­le
1Ge­schä­dig­te mit Wohn­sitz in der Schweiz kön­nen ih­re Haft­pflicht­an­sprü­che bei der Ent­schä­di­gungs­stel­le des Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds gel­tend ma­chen, wenn:
die zur Scha­den­re­gu­lie­rung an­ge­gan­ge­ne Stel­le ih­ren Ver­pflich­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 79c nicht nach­ge­kom­men ist;
der leis­tungs­pflich­ti­ge aus­län­di­sche Haft­pflicht­ver­si­che­rer in der Schweiz kei­nen Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­ten be­nannt hat;
sie in ei­nem aus­län­di­schen Staat, des­sen na­tio­na­les Ver­si­che­rungs­bü­ro dem Sys­tem der grü­nen Kar­te bei­ge­tre­ten ist, durch ein Mo­tor­fahr­zeug ge­schä­digt wor­den sind, das nicht er­mit­telt wer­den kann oder des­sen Ver­si­che­rer nicht in­nert zwei­er Mo­na­te er­mit­telt wer­den kann.
2Kei­ne An­sprü­che ge­gen die Ent­schä­di­gungs­stel­le be­ste­hen, wenn die ge­schä­dig­te Per­son:
im In- oder Aus­land ge­richt­li­che Schrit­te zur Durch­set­zung ih­rer Er­satz­an­sprü­che ein­ge­lei­tet hat; oder
einen Scha­den­er­satz­an­spruch di­rekt an den aus­län­di­schen Ver­si­che­rer ge­rich­tet und die­ser in­nert drei­er Mo­na­te ei­ne be­grün­de­te Ant­wort er­teilt hat.
Re­zi­pro­zi­tät
1Die Ar­ti­kel 79a-79d sind ge­gen­über ei­nem an­de­ren Staat nur an­wend­bar, wenn der be­tref­fen­de Staat der Schweiz Ge­gen­recht ge­währt.
2Die FIN­MA ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der Staa­ten, wel­che Ge­gen­recht ge­wäh­ren.2
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
Ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung
Ge­schä­dig­ten, die nach dem Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­setz vom 20. März 19812 ver­si­chert sind, blei­ben die An­sprü­che aus die­sem Ge­setz ge­wahrt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
Mi­li­tär­ver­si­che­rung
Wird ein Ver­si­cher­ter der Mi­li­tär­ver­si­che­rung durch ein Mi­li­tär­fahr­zeug ver­letzt oder ge­tö­tet, so hat der Bund den Scha­den aus­sch­liess­lich nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19922 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung zu de­cken.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Ju­ni 1992 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3043; BBl 1990 III 201).
Ver­si­che­rer
Die durch die­ses Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Ver­si­che­run­gen sind bei ei­ner zum Ge­schäfts­be­trieb in der Schweiz zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ab­zu­sch­lies­sen. Vor­be­hal­ten bleibt die An­er­ken­nung der im Aus­land ab­ge­schlos­se­nen Ver­si­che­run­gen für aus­län­di­sche Fahr­zeu­ge.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1993 3330, 1994 815; BBl 1993 I 805).
1Scha­den­er­satz- und Ge­nug­tu­ungs­an­sprü­che aus Un­fäl­len mit Mo­tor­fahr­zeu­gen, Fahr­rä­dern und fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten ver­jäh­ren in zwei Jah­ren vom Tag hin­weg, an dem der Ge­schä­dig­te Kennt­nis vom Scha­den und von der Per­son des Er­satz­pflich­ti­gen er­langt hat, je­den­falls aber mit dem Ab­lauf von zehn Jah­ren vom Tag des Un­fal­les an.1 Wird die Kla­ge aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rung vor­sieht, so gilt die­se auch für den Zi­vil­an­spruch.
2Die Un­ter­bre­chung der Ver­jäh­rung ge­gen­über dem Haft­pflich­ti­gen wirkt auch ge­gen­über dem Ver­si­che­rer und um­ge­kehrt.
3Der Rück­griff un­ter den Haft­pflich­ti­gen aus ei­nem Un­fall mit Mo­tor­fahr­zeu­gen, Fahr­rä­dern oder fahr­zeu­g­ähn­li­chen Ge­rä­ten und die üb­ri­gen in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Rück­griffs­rech­te ver­jäh­ren in zwei Jah­ren vom Tag hin­weg, an dem die zu­grun­de lie­gen­de Leis­tung voll­stän­dig er­bracht und der Pflich­ti­ge be­kannt wur­de.2
4Im Üb­ri­gen gilt das Ob­li­ga­tio­nen­recht3.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 17 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I Bst. d des An­hangs zum IPRG vom 18. Dez. 1987, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1989 (AS 1988 1776; BBl 1983 I 263).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 21 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Ver­ein­ba­run­gen
2Ver­ein­ba­run­gen, die of­fen­sicht­lich un­zu­läng­li­che Ent­schä­di­gun­gen fest­set­zen, sind bin­nen Jah­res­frist seit ih­rem Ab­schluss an­fecht­bar.
Be­din­gun­gen des Rück­griffs
Wird ei­nem Ge­schä­dig­ten durch Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen der Scha­den nicht voll ge­deckt, so kön­nen Ver­si­che­rer ih­re Rück­griffs­rech­te ge­gen den Haft­pflich­ti­gen oder des­sen Haft­pflicht­ver­si­che­rer nur gel­tend ma­chen, so­weit da­durch der Ge­schä­dig­te nicht be­nach­tei­ligt wird.
Zu­satz­be­stim­mun­gen über Haft­pflicht und Ver­si­che­rung
1Der Bun­des­rat kann Mo­tor­fahr­zeu­ge von ge­rin­ger Mo­tor­kraft oder Ge­schwin­dig­keit und sol­che, die sel­ten auf öf­fent­li­chen Stras­sen ver­wen­det wer­den, von den Be­stim­mun­gen die­ses Ti­tels ganz oder teil­wei­se aus­neh­men und nö­ti­gen­falls er­gän­zen­de Vor­schrif­ten für sie auf­stel­len.1
2Er er­lässt die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten über die Ver­si­che­rung bei Händ­ler­schil­dern, Wech­sel­schil­dern und in ähn­li­chen Fäl­len.
3Ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­den über die Un­ter­stel­lung ei­nes Fahr­zeugs, ei­nes Un­ter­neh­mens oder ei­ner sport­li­chen Ver­an­stal­tung un­ter die Haft­pflicht­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes und un­ter die Ver­si­che­rungs­pflicht kann nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge Be­schwer­de ge­führt wer­den.2
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 73 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
IVa. Titel: Informationssysteme
1. Abschnitt: Informationssystem Verkehrszulassung
1Das ASTRA führt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen das In­for­ma­ti­ons­sys­tem Ver­kehrs­zu­las­sung (IVZ).
2Die Kan­to­ne lie­fern dem ASTRA die Da­ten der Ver­kehrs­zu­las­sung.
3Die Da­ten des IVZ ste­hen un­ter der Da­ten­ho­heit des ASTRA. …1
4Das ASTRA de­fi­niert die tech­ni­schen Schnitt­stel­len und die Ver­fah­ren zum Da­ten­ab­gleich.
Art. 89b Zweck
Das IVZ dient der Er­fül­lung fol­gen­der Auf­ga­ben:
Er­tei­len, Kon­trol­lie­ren und Ent­zie­hen von:
Aus­wei­sen für die Zu­las­sung von Per­so­nen und Fahr­zeu­gen zum Stras­sen­ver­kehr,
Be­wil­li­gun­gen und Be­schei­ni­gun­gen,
Fahrt­schrei­ber­kar­ten;
Durch­füh­rung von Ad­mi­nis­tra­tiv- und Straf­ver­fah­ren ge­gen Fahr­zeug­füh­rer im Stras­sen­ver­kehr;
Fahr­zeug­ty­pi­sie­rung, Fahr­zeug­prü­fung und Zu­las­sung von Fahr­zeu­gen zum Stras­sen­ver­kehr;
Kon­trol­le der Ver­si­che­rung, Ver­zol­lung und Ver­steue­rung nach dem Au­to­mo­bil­steu­er­ge­setz vom 21. Ju­ni 19961 der zum Stras­sen­ver­kehr zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge;
Iden­ti­fi­ka­ti­on von Fahr­zeug­hal­tern und Fahr­zeug­fahn­dung;
Ver­kehrs­op­fer­schutz;
Treib­stoffra­tio­nie­rung so­wie Be­le­gung oder Ein­mie­tung von Fahr­zeu­gen für Ar­mee, Zi­vil­schutz und wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung;
Er­stel­len von Sta­tis­ti­ken, na­ment­lich in den Be­rei­chen Fahr­be­rech­ti­gun­gen, Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­men, Fahr­zeug­ty­pen, Fahr­zeug­zu­las­sun­gen, Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le und Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len;
Er­ar­bei­ten von Grund­la­gen der Ver­kehrs-, Um­welt- und Ener­gie­po­li­tik;
Er­he­bung der kan­to­na­len Mo­tor­fahr­zeug­steu­ern, der Schwer­ver­kehrs­ab­ga­ben und wei­te­rer Ab­ga­ben;
Un­ter­stüt­zung in- und aus­län­di­scher Be­hör­den beim Voll­zug der Vor­schrif­ten über die Ar­beits- und Ru­he­zeit der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer;
Zu­las­sung und Kon­trol­le von Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men im Per­so­nen- und im Gü­ter­ver­kehr;
Voll­zug der Ver­min­de­rung der CO2-Emis­sio­nen bei Per­so­nen­wa­gen.
Art. 89c Inhalt
Das IVZ ent­hält:
die Per­so­na­li­en der In­ha­ber von Do­ku­men­ten nach Ar­ti­kel 89b Buch­sta­be a und die Per­so­na­li­en an­de­rer Per­so­nen, ge­gen die ei­ne Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­me ver­fügt wur­de;
die Da­ten zu Fahr­be­rech­ti­gun­gen, die von schwei­ze­ri­schen oder aus­län­di­schen Be­hör­den für Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz er­teilt wor­den sind;
die Da­ten, die für das Aus­stel­len von Fahrt­schrei­ber­kar­ten er­for­der­lich sind;
die Da­ten zu den fol­gen­den Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­men, ih­rer Auf­he­bung und ih­rer Än­de­rung, wenn sie von schwei­ze­ri­schen Be­hör­den ver­fügt oder von aus­län­di­schen Be­hör­den ge­gen Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz an­ge­ord­net wor­den sind:
Ver­wei­ge­rung und Ent­zug von Aus­wei­sen und Be­wil­li­gun­gen,
Fahr­ver­bot,
Ab­nah­me des Füh­rer­aus­wei­ses,
Auf­la­gen und Be­din­gun­gen zur Fahr­be­rech­ti­gung,
Ab­er­ken­nung schwei­ze­ri­scher Füh­rer­aus­wei­se durch aus­län­di­sche Be­hör­den,
Ab­er­ken­nung aus­län­di­scher Füh­rer­aus­wei­se,
Ver­war­nung,
ver­kehrs­psy­cho­lo­gi­sche und -me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen,
neue Füh­rer­prü­fung,
Teil­nah­me an Nach­schu­lung,
Ver­län­ge­rung der Pro­be­zeit,
Ver­fall des Füh­rer­aus­wei­ses auf Pro­be,
Sperr­fris­ten;
die Da­ten zu den in der Schweiz in Han­del ge­brach­ten Fahr­zeug­ty­pen so­wie Na­me und Adres­se des In­ha­bers der Ty­pen­ge­neh­mi­gung oder des­sen Ver­tre­ters in der Schweiz;
Da­ten der von schwei­ze­ri­schen Be­hör­den zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge so­wie de­ren Haft­pflicht­ver­si­che­rer.
Fol­gen­de Be­hör­den be­ar­bei­ten die Da­ten des IVZ:
die für das Er­tei­len und den Ent­zug der Fahr­be­rech­ti­gun­gen und der Fahr­zeu­g­aus­wei­se zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne: die Da­ten in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich;
die für die Treib­stoffra­tio­nie­rung so­wie die Be­le­gung und Ein­mie­tung von Fahr­zeu­gen für die Ar­mee, den Zi­vil­schutz und die wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung zu­stän­di­gen Be­hör­den: die Fahr­zeug­hal­ter- und Fahr­zeug­da­ten;
die für die Ab­nah­me von Füh­rer- und Fahr­zeu­g­aus­wei­sen zu­stän­di­gen Po­li­zei­or­ga­ne: die Fahr­be­rech­ti­gungs- und Fahr­zeug­da­ten.
Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren
Fol­gen­de Stel­len kön­nen durch ein Ab­ruf­ver­fah­ren Ein­sicht in die fol­gen­den Da­ten neh­men:
die Po­li­zei­or­ga­ne: in die Da­ten, die für die Kon­trol­le der Fahr­be­rech­ti­gung und der Ver­kehrs­zu­las­sung, für die Iden­ti­fi­ka­ti­on des Hal­ters und des Ver­si­che­rers so­wie für die Fahr­zeug­fahn­dung er­for­der­lich sind;
die Zoll­or­ga­ne: in die Da­ten, die für die Kon­trol­le der Fahr­be­rech­ti­gung und der Ver­kehrs­zu­las­sung, für die Kon­trol­le der Ver­zol­lung und der Ver­steue­rung nach dem Au­to­mo­bil­steu­er­ge­setz vom 21. Ju­ni 19961 so­wie für die Fahr­zeug­fahn­dung er­for­der­lich sind;
die Straf­ver­fol­gungs- und Ge­richts­be­hör­den: im Rah­men von Ver­fah­ren zur Be­ur­tei­lung von Stras­sen­ver­kehrs­wi­der­hand­lun­gen in die Fahr­be­rech­ti­gungs- und Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­men­da­ten;
die für die Fahr­zeug­prü­fun­gen zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne so­wie die für die Durch­füh­rung von amt­li­chen Fahr­zeug­prü­fun­gen be­zeich­ne­ten Stel­len: in die Da­ten der Fahr­zeug­zu­las­sung und der Fahr­zeug­ty­pen;
das Bun­des­amt für Sta­tis­tik: in die Fahr­zeug­da­ten;
das Bun­des­amt für Ver­kehr: im Zu­sam­men­hang mit der Zu­las­sung als Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men in die Fahr­zeug­zu­las­sungs- und Ad­mi­nis­tra­tiv­mass­nah­men­da­ten;
das Bun­des­amt für Ener­gie: für den Voll­zug der Ver­min­de­rung der CO2-Emis­sio­nen bei Per­so­nen­wa­gen in die Mo­tor­fahr­zeug­da­ten;
das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds: in die Da­ten, die zur Er­fül­lung ih­rer öf­fent­li­chen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind (Art. 74 und 76);
aus­län­di­sche, für die Er­tei­lung der Fah­rer­kar­ten zu­stän­di­ge Be­hör­den: in die Fah­rer­kar­ten­da­ten;
aus­län­di­sche, für die Kon­trol­le der Ar­beits- und Ru­he­zei­ten der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer zu­stän­di­ge Kon­troll­or­ga­ne: in den Kar­ten­sta­tus der Fah­rer­kar­ten.
Ein­sichts­recht
Je­de Per­son kann bei den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Ver­kehrs­zu­las­sungs­be­hör­den die Da­ten ein­se­hen, die sie sel­ber oder ihr Fahr­zeug be­tref­fen.
1Die Da­ten der Ver­kehrs­zu­las­sung sind nicht öf­fent­lich.
2Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass das ASTRA Fahr­zeug­hal­ter-, Fahr­be­rech­ti­gungs- und Sach­da­ten be­kannt ge­ben kann. Er re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen.
3Die kan­to­na­len Ver­kehrs­zu­las­sungs­be­hör­den dür­fen die Fahr­zeug­hal­ter- und Ver­si­che­rungs­da­ten Per­so­nen be­kannt ge­ben:
die an ei­nem Zu­las­sungs­ver­fah­ren be­tei­ligt sind;
die von ei­nem Ver­kehrs­un­fall be­trof­fen sind;
die im Hin­blick auf ein Ver­fah­ren ein hin­rei­chen­des In­ter­es­se schrift­lich gel­tend ma­chen.
4Die kan­to­na­len Ver­kehrs­zu­las­sungs­be­hör­den dür­fen der Po­li­zei die Per­so­na­li­en von Per­so­nen mel­den, de­nen der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis we­gen feh­len­der Fahr­eig­nung auf un­be­stimm­te Zeit oder we­gen Zwei­feln an der Fahr­eig­nung bis zur Ab­klä­rung vor­sorg­lich ent­zo­gen wor­den ist.
5Die Kan­to­ne kön­nen Na­me und Adres­se der Fahr­zeug­hal­ter ver­öf­fent­li­chen, so­fern die­se Da­ten nicht für die öf­fent­li­che Be­kannt­ga­be ge­sperrt sind. Die­se Sper­re kann der Fahr­zeug­hal­ter vor­aus­set­zungs­los und ge­büh­ren­frei bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ein­tra­gen las­sen.
6Das ASTRA kann Per­so­nen nach Ab­satz 3 so­wie den Stel­len, die Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren ha­ben (Art. 89e), Sam­me­l­aus­zü­ge aus­stel­len.
7Das Na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­bü­ro und der Na­tio­na­le Ga­ran­tie­fonds dür­fen die Da­ten, die zur Er­fül­lung ih­rer öf­fent­li­chen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind (Art. 74 und 76), Drit­ten be­kannt ge­ben.
8Die Fahr­zeug­ty­pen­da­ten und an­de­re Sach­da­ten kön­nen ver­öf­fent­licht wer­den.
Or­ga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung
Der Bun­des­rat re­gelt:
die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb des IVZ;
die Ver­ant­wor­tung für die Da­ten­be­ar­bei­tung;
den Ka­ta­log der zu er­fas­sen­den Da­ten und de­ren Auf­be­wah­rungs­fris­ten;
die Zu­sam­men­ar­beit mit den Be­hör­den, Or­ga­ni­sa­tio­nen, Fahr­zeu­gim­por­teu­ren und wei­te­ren Stel­len, die an den Ver­fah­ren der Ver­kehrs­zu­las­sung be­tei­ligt sind;
die Mel­de­ver­fah­ren;
die Ver­fah­ren zur Da­ten­be­rich­ti­gung;
das Ver­fah­ren zur Aus­ge­stal­tung der tech­ni­schen Schnitt­stel­len zum IVZ so­wie für den Aus­tausch der Da­ten zwi­schen Bund und Kan­to­nen und den am Zu­las­sungs­ver­fah­ren be­tei­lig­ten Drit­ten;
den Da­ten­schutz und die Da­ten­si­cher­heit für al­le Stel­len, die mit au­to­no­men Da­ten­ver­ar­bei­tungs­sys­te­men Zu­las­sungs- und Kon­trol­l­auf­ga­ben im Stras­sen­ver­kehr wahr­neh­men.
1Das ASTRA er­stellt ei­ne Stras­sen­ver­kehrs­un­fall-Sta­tis­tik; es ist zu­stän­dig für ei­ne ge­samtschwei­ze­ri­sche Aus­wer­tung der Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le.
2Es führt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le. Die­ses be­steht aus:
ei­nem Sys­tem zur Er­fas­sung der Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le (Er­fas­sungs­sys­tem);
ei­nem Sys­tem zur Aus­wer­tung der Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le (Aus­wer­tungs­sys­tem).
3Die Kan­to­ne ge­ben die Da­ten, die im Zu­sam­men­hang mit Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­len er­ho­ben wor­den sind, ins Er­fas­sungs­sys­tem ein.
4Der Bun­des­rat kann wei­te­re Stel­len zur Ein­ga­be ih­rer vor­han­de­nen Stras­sen­ver­kehrs­un­fall-Da­ten ver­pflich­ten, wenn da­durch die Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 89j un­ter­stützt wird.
Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient der Er­fül­lung fol­gen­der Auf­ga­ben:
das Er­fas­sungs­sys­tem: der Un­ter­stüt­zung der zu­stän­di­gen Be­hör­den bei der Durch­füh­rung von Ad­mi­nis­tra­tiv- und Straf­ver­fah­ren ge­gen Fahr­zeug­füh­rer;
das Aus­wer­tungs­sys­tem:
der Aus­wer­tung und Ana­ly­se von Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­len,
dem Er­ar­bei­ten von Grund­la­gen der Ver­kehrs­si­cher­heits­po­li­tik,
dem Er­stel­len der Stras­sen­ver­kehrs­un­fall-Sta­tis­tik.
Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem ent­hält fol­gen­de Da­ten, die im Zu­sam­men­hang mit Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­len er­ho­ben wor­den sind:
Da­ten der be­tei­lig­ten Per­so­nen;
Da­ten der be­tei­lig­ten Fahr­zeu­ge;
Da­ten zum Un­fall­ort;
Da­ten zum Un­fall­typ und zu den Un­fall­ur­sa­chen;
Un­fallskiz­zen;
Ein­ver­nah­me­pro­to­kol­le;
Ver­zei­gungs­rap­por­te.
1Fol­gen­de Stel­len be­ar­bei­ten die Da­ten des In­for­ma­ti­ons­sys­tems:
die für die Ein­ga­be zu­stän­di­gen Stel­len.
2Die Stel­len nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b dür­fen nur die Da­ten der­je­ni­gen Un­fäl­le be­ar­bei­ten, die in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich fal­len.
3Der Bun­des­rat kann wei­te­ren Stel­len die Be­ar­bei­tung der Da­ten des Aus­wer­tungs­sys­tems er­lau­ben, ins­be­son­de­re durch ein Ab­ruf­ver­fah­ren.
Ver­knüp­fung mit an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men
Da­ten aus an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men im Stras­sen­ver­kehrs­be­reich dür­fen:
zur Ve­ri­fi­zie­rung und Ver­voll­stän­di­gung der Da­ten­sät­ze ins Er­fas­sungs­sys­tem über­nom­men oder mit die­sem ver­knüpft wer­den;
zur Un­fal­l­aus­wer­tung ins Aus­wer­tungs­sys­tem über­nom­men oder mit die­sem ver­knüpft wer­den.
die Zu­stän­dig­kei­ten und die Ver­ant­wor­tung für die Da­ten­be­ar­bei­tung;
das Ein­ga­be­ver­fah­ren;
die Ver­knüp­fung mit an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men;
die Zu­sam­men­ar­beit mit den be­trof­fe­nen Stel­len;
das Aus­kunfts- und Be­rich­ti­gungs­recht;
die Da­ten­si­cher­heit;
die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Um­fang der Stras­sen­ver­kehrs­un­fall-Sta­tis­tik.
1Das ASTRA er­stellt ei­ne Stras­sen­ver­kehrs­kon­troll-Sta­tis­tik.
2Es führt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len. Die­ses be­steht aus:
ei­nem Sys­tem zur Er­fas­sung der Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len (Er­fas­sungs­sys­tem);
ei­nem Sys­tem zur Aus­wer­tung der Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len (Aus­wer­tungs­sys­tem).
3Die Kan­to­ne ge­ben die Da­ten, die im Zu­sam­men­hang mit Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len er­ho­ben wor­den sind, ins Er­fas­sungs­sys­tem ein.1
4Der Bun­des­rat kann wei­te­re Stel­len zur Ein­ga­be von Stras­sen­ver­kehrs­kon­troll-Da­ten ver­pflich­ten, wenn da­durch die Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 89p un­ter­stützt wird.
1 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 6. Mai 2015 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2015 1387).
der Er­fül­lung der Be­richt­er­stat­tungs­pflich­ten aus dem Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 19991 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über den Gü­ter- und Per­so­nen­ver­kehr auf Schie­ne und Stras­se,
der Aus­wer­tung und Ana­ly­se von Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len,
dem Er­ar­bei­ten von Grund­la­gen der Ver­kehrs­si­cher­heits­po­li­tik.
Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem ent­hält die fol­gen­den Da­ten, die im Zu­sam­men­hang mit Stras­sen­ver­kehrs­kon­trol­len er­ho­ben wor­den sind:
Da­ten zum Ort der Kon­trol­le;
Da­ten zur Kon­trol­lart;
2Die Stel­len nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b dür­fen nur die Da­ten der­je­ni­gen Kon­trol­len be­ar­bei­ten, die in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich fal­len.
zur Kon­trol­l­aus­wer­tung ins Aus­wer­tungs­sys­tem über­nom­men oder mit die­sem ver­knüpft wer­den.
Art. 89t
die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Um­fang der Stras­sen­ver­kehrs­kon­troll-Sta­tis­tik.
Ver­let­zung der Ver­kehrs­re­geln
1Mit Bus­se wird be­straft, wer Ver­kehrs­re­geln die­ses Ge­set­zes oder der Voll­zie­hungs­vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes ver­letzt.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer durch gro­be Ver­let­zung der Ver­kehrs­re­geln ei­ne ernst­li­che Ge­fahr für die Si­cher­heit an­de­rer her­vor­ruft oder in Kauf nimmt.
3Mit Frei­heits­s­tra­fe von ei­nem bis zu vier Jah­ren wird be­straft, wer durch vor­sätz­li­che Ver­let­zung ele­men­ta­rer Ver­kehrs­re­geln das ho­he Ri­si­ko ei­nes Un­falls mit Schwer­ver­letz­ten oder To­desop­fern ein­geht, na­ment­lich durch be­son­ders kras­se Miss­ach­tung der zu­läs­si­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit, wag­hal­si­ges Über­ho­len oder Teil­nah­me an ei­nem nicht be­wil­lig­ten Ren­nen mit Mo­tor­fahr­zeu­gen.
4Ab­satz 3 ist in je­dem Fall er­füllt, wenn die zu­läs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit über­schrit­ten wird um:
min­des­tens 40 km/h, wo die Höchst­ge­schwin­dig­keit höchs­tens 30 km/h be­trägt;
min­des­tens 50 km/h, wo die Höchst­ge­schwin­dig­keit höchs­tens 50 km/h be­trägt;
min­des­tens 60 km/h, wo die Höchst­ge­schwin­dig­keit höchs­tens 80 km/h be­trägt;
min­des­tens 80 km/h, wo die Höchst­ge­schwin­dig­keit mehr als 80 km/h be­trägt.
5Ar­ti­kel 237 Zif­fer 2 des Straf­ge­setz­bu­ches2 fin­det in die­sen Fäl­len kei­ne An­wen­dung.
Ein­zie­hung und Ver­wer­tung von Mo­tor­fahr­zeu­gen
1Das Ge­richt kann die Ein­zie­hung ei­nes Mo­tor­fahr­zeugs an­ord­nen, wenn:
da­mit ei­ne gro­be Ver­kehrs­re­gel­ver­let­zung in skru­pel­lo­ser Wei­se be­gan­gen wur­de; und
der Tä­ter durch die Ein­zie­hung von wei­te­ren gro­ben Ver­kehrs­re­gel­ver­let­zun­gen ab­ge­hal­ten wer­den kann.
2Das Ge­richt kann die Ver­wer­tung des Mo­tor­fahr­zeugs an­ord­nen und die Ver­wen­dung des Er­lö­ses, un­ter Ab­zug der Ver­wer­tungs- und Ver­fah­rens­kos­ten, fest­le­gen.
Fah­ren in fahr­un­fä­hi­gem Zu­stand und Miss­ach­tung des Ver­bots, un­ter Al­ko­ho­lein­fluss zu fah­ren
in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand ein Mo­tor­fahr­zeug führt;
das Ver­bot, un­ter Al­ko­ho­lein­fluss zu fah­ren, miss­ach­tet;
in fahr­un­fä­hi­gem Zu­stand ein mo­tor­lo­ses Fahr­zeug führt.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer:
in an­ge­trun­ke­nem Zu­stand mit qua­li­fi­zier­ter Ate­mal­ko­hol- oder Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on ein Mo­tor­fahr­zeug führt2;
aus an­de­ren Grün­den fahr­un­fä­hig ist und ein Mo­tor­fahr­zeug führt.
2 Die Be­stim­mung zur Ate­mal­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on ist an­wend­bar ab In­kraft­tre­ten von Art. 55 Abs. 3, 3bis, 6 und 6bis ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012 und der V der BVers vom 15. Ju­ni 2012 über Al­ko­hol­grenz­wer­te im Stras­sen­ver­kehr.
Ver­ei­te­lung von Mass­nah­men zur Fest­stel­lung der Fahr­un­fä­hig­keit
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer sich als Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer vor­sätz­lich ei­ner Blut­pro­be, ei­ner Ate­mal­ko­hol­pro­be oder ei­ner an­de­ren vom Bun­des­rat ge­re­gel­ten Vor­un­ter­su­chung, die an­ge­ord­net wur­de oder mit de­ren An­ord­nung ge­rech­net wer­den muss­te, oder ei­ner zu­sätz­li­chen ärzt­li­chen Un­ter­su­chung wi­der­setzt oder ent­zo­gen hat oder den Zweck die­ser Mass­nah­men ver­ei­telt hat.
2Hat der Tä­ter ein mo­tor­lo­ses Fahr­zeug ge­führt oder war er als Stras­sen­be­nüt­zer an ei­nem Un­fall be­tei­ligt, so ist die Stra­fe Bus­se.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
Pflicht­wid­ri­ges Ver­hal­ten bei Un­fall
1Mit Bus­se wird be­straft, wer bei ei­nem Un­fall die Pflich­ten ver­letzt, die ihm die­ses Ge­setz auf­er­legt.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer als Fahr­zeug­füh­rer bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall einen Men­schen ge­tö­tet oder ver­letzt hat und die Flucht er­greift.
Nicht be­triebs­si­che­re Fahr­zeu­ge
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich die Be­triebs­si­cher­heit ei­nes Fahr­zeugs be­ein­träch­tigt, so­dass die Ge­fahr ei­nes Un­falls ent­steht. Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se.
2Mit Bus­se wird be­straft, wer:
ein Fahr­zeug führt, von dem er weiss oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit wis­sen kann, dass es den Vor­schrif­ten nicht ent­spricht;
als Hal­ter oder wie ein Hal­ter für die Be­triebs­si­cher­heit ei­nes Fahr­zeugs ver­ant­wort­lich ist und wis­sent­lich oder aus Sorg­lo­sig­keit den Ge­brauch des nicht den Vor­schrif­ten ent­spre­chen­den Fahr­zeugs dul­det.
Ent­wen­dung ei­nes Fahr­zeugs zum Ge­brauch
ein Mo­tor­fahr­zeug zum Ge­brauch ent­wen­det;
ein sol­ches Fahr­zeug führt oder dar­in mit­fährt, ob­wohl er bei An­tritt der Fahrt von der Ent­wen­dung Kennt­nis hat­te.
2Ist ei­ner der Tä­ter ein An­ge­hö­ri­ger oder Fa­mi­li­en­ge­nos­se des Hal­ters und hat­te der Füh­rer den er­for­der­li­chen Füh­rer­aus­weis, so er­folgt die Be­stra­fung nur auf An­trag; die Stra­fe ist Bus­se.
3Mit Bus­se wird auf An­trag be­straft, wer ein ihm an­ver­trau­tes Mo­tor­fahr­zeug zu Fahr­ten ver­wen­det, zu de­nen er of­fen­sicht­lich nicht er­mäch­tigt ist.
4Mit Bus­se wird be­straft, wer ein Fahr­rad un­be­rech­tigt ver­wen­det. Ist der Tä­ter ein An­ge­hö­ri­ger oder Fa­mi­li­en­ge­nos­se des Be­sit­zers, so er­folgt die Be­stra­fung nur auf An­trag.
5Ar­ti­kel 141 des Straf­ge­setz­bu­ches2 fin­det in die­sen Fäl­len kei­ne An­wen­dung.
Fah­ren oh­ne Be­rech­ti­gung
oh­ne den er­for­der­li­chen Füh­rer­aus­weis ein Mo­tor­fahr­zeug führt;
ein Mo­tor­fahr­zeug führt, ob­wohl ihm der Lern­fahr- oder Füh­rer­aus­weis ver­wei­gert, ent­zo­gen oder ab­er­kannt wur­de;
ein Mo­tor­fahr­zeug führt, ob­wohl der Füh­rer­aus­weis auf Pro­be ver­fal­len ist;
oh­ne Lern­fahr­aus­weis oder oh­ne die vor­ge­schrie­be­ne Be­glei­tung Lern­fahr­ten aus­führt;
ein Mo­tor­fahr­zeug ei­nem Füh­rer über­lässt, von dem er weiss oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit wis­sen kann, dass er den er­for­der­li­chen Aus­weis nicht hat.
2Mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen wird be­straft, wer ein Mo­tor­fahr­zeug führt, ob­wohl die Gül­tig­keits­dau­er des Füh­rer­aus­wei­ses auf Pro­be ab­ge­lau­fen ist.
3Mit Bus­se wird be­straft, wer:
die mit dem Füh­rer­aus­weis im Ein­zel­fall ver­bun­de­nen Be­schrän­kun­gen oder Auf­la­gen miss­ach­tet;
bei ei­ner Lern­fahrt die Auf­ga­be des Be­glei­ters über­nimmt, oh­ne die Vor­aus­set­zun­gen zu er­fül­len;
oh­ne Fahr­leh­rer­aus­weis be­rufs­mäs­sig Fahr­un­ter­richt er­teilt.
4Mit Bus­se wird be­straft, wer:
ein Fahr­rad führt, ob­wohl ihm das Rad­fah­ren un­ter­sagt wur­de;
ein Fuhr­werk führt, ob­wohl ihm das Füh­ren ei­nes Tier­fuhr­werks un­ter­sagt wur­de.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3267; BBl 2010 3917 3927).
Fah­ren oh­ne Fahr­zeu­g­aus-weis, Be­wil­li­gung oder Haft­pflicht­ver­si­che­rung
oh­ne den er­for­der­li­chen Fahr­zeu­g­aus­weis oder die Kon­troll­schil­der ein Mo­tor­fahr­zeug führt oder einen An­hän­ger mit­führt;
oh­ne Be­wil­li­gung Fahr­ten durch­führt, die nach die­sem Ge­setz ei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen;
die mit dem Fahr­zeu­g­aus­weis oder der Be­wil­li­gung von Ge­set­zes we­gen oder im Ein­zel­fall ver­bun­de­nen Be­schrän­kun­gen oder Auf­la­gen, na­ment­lich über das zu­läs­si­ge Ge­samt­ge­wicht, miss­ach­tet.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer ein Mo­tor­fahr­zeug führt, ob­wohl er weiss oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit wis­sen kann, dass die vor­ge­schrie­be­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung nicht be­steht. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den. In leich­ten Fäl­len ist die Stra­fe Geld­stra­fe.
3Den glei­chen Straf­an­dro­hun­gen un­ter­steht der Hal­ter oder die Per­son, die an sei­ner Stel­le über das Fahr­zeug ver­fügt, wenn er oder sie von der Wi­der­hand­lung Kennt­nis hat­te oder bei pflicht­ge­mäs­ser Auf­merk­sam­keit ha­ben konn­te.
Miss­brauch von Aus­wei­sen und Schil­dern
Aus­wei­se oder Kon­troll­schil­der ver­wen­det, die nicht für ihn oder sein Fahr­zeug be­stimmt sind;
un­gül­ti­ge oder ent­zo­ge­ne Aus­wei­se oder Kon­troll­schil­der trotz be­hörd­li­cher Auf­for­de­rung nicht ab­gibt;
an­dern Aus­wei­se oder Kon­troll­schil­der zur Ver­wen­dung über­lässt, die nicht für sie oder ih­re Fahr­zeu­ge be­stimmt sind;
vor­sätz­lich durch un­rich­ti­ge An­ga­ben, Ver­schwei­gen er­heb­li­cher Tat­sa­chen oder Vor­la­ge von falschen Be­schei­ni­gun­gen einen Aus­weis oder ei­ne Be­wil­li­gung er­schleicht;
Kon­troll­schil­der ver­fälscht oder falsche zur Ver­wen­dung her­stellt;
falsche oder ver­fälsch­te Kon­troll­schil­der ver­wen­det;
sich vor­sätz­lich Kon­troll­schil­der wi­der­recht­lich an­eig­net, um sie zu ver­wen­den oder an­dern zum Ge­brauch zu über­las­sen.
2Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches3 fin­den in die­sen Fäl­len kei­ne An­wen­dung.
2 Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 10. Dez. 2013, ver­öf­fent­licht am 27. Dez. 2013 (AS 2013 5577).
Mit Bus­se wird be­straft, wer:
vor­sätz­lich ein Si­gnal ver­setzt oder be­schä­digt;
vor­sätz­lich ein Si­gnal oder ei­ne Mar­kie­rung ent­fernt, un­le­ser­lich macht oder ver­än­dert;
ei­ne von ihm un­ab­sicht­lich ver­ur­sach­te Be­schä­di­gung ei­nes Si­gnals nicht der Po­li­zei mel­det;
oh­ne be­hörd­li­che Er­mäch­ti­gung ein Si­gnal oder ei­ne Mar­kie­rung an­bringt.
War­nun­gen vor Ver­kehrs­kon­trol­len
Ge­rä­te oder Vor­rich­tun­gen, die da­zu be­stimmt sind, die be­hörd­li­che Kon­trol­le des Stras­sen­ver­kehrs zu er­schwe­ren, zu stö­ren oder un­wirk­sam zu ma­chen, ein­führt, an­preist, wei­ter­gibt, ver­kauft, sonst wie ab­gibt oder über­lässt, in Fahr­zeu­ge ein­baut, dar­in mit­führt, an ih­nen be­fes­tigt oder in ir­gend­ei­ner Form ver­wen­det;
bei den Tat­be­stän­den nach Buch­sta­be a Hil­fe leis­tet (Art. 25 des Straf­ge­setz­bu­ches2).
2Die Kon­troll­or­ga­ne stel­len sol­che Ge­rä­te oder Vor­rich­tun­gen si­cher. Das Ge­richt ver­fügt die Ein­zie­hung und Ver­nich­tung.
öf­fent­lich vor be­hörd­li­chen Kon­trol­len im Stras­sen­ver­kehr warnt;
ei­ne ent­gelt­li­che Dienst­leis­tung an­bie­tet, mit der vor sol­chen Kon­trol­len ge­warnt wird;
Ge­rä­te oder Vor­rich­tun­gen, die nicht pri­mär zur War­nung vor be­hörd­li­chen Kon­trol­len des Stras­sen­ver­kehrs be­stimmt sind, zu sol­chen Zwe­cken ver­wen­det.
4In schwe­ren Fäl­len ist die Stra­fe Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen.
Wei­te­re Wi­der­hand­lun­gen
Fahr­zeu­ge, Be­stand­tei­le oder Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de, die der Ty­pen­ge­neh­mi­gung un­ter­lie­gen, in nicht ge­neh­mig­ter Aus­füh­rung in den Han­del bringt;
als Fahr­zeug­füh­rer die er­for­der­li­chen Aus­wei­se oder Be­wil­li­gun­gen nicht mit sich führt;
sich wei­gert, den Kon­troll­or­ga­nen auf Ver­lan­gen die er­for­der­li­chen Aus­wei­se oder Be­wil­li­gun­gen vor­zu­wei­sen;
die be­son­de­ren Warn­si­gna­le der Feu­er­wehr, der Sa­ni­tät, der Po­li­zei, des Zolls oder der Berg­post nach­ahmt;
un­er­laub­ter­wei­se Kenn­zei­chen der Ver­kehrs­po­li­zei ver­wen­det;
un­er­laub­ter­wei­se an Mo­tor­fahr­zeu­gen Laut­spre­cher ver­wen­det;
un­er­laub­ter­wei­se mo­tor- oder rad­sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen oder Ver­suchs­fahr­ten durch­führt oder bei be­wil­lig­ten Ver­an­stal­tun­gen die­ser Art die ver­lang­ten Si­cher­heits­mass­nah­men nicht trifft;
2Mit Bus­se bis zu 100 Fran­ken wird der Hal­ter be­straft, der nach Über­nah­me ei­nes Mo­tor­fahr­zeugs oder Mo­tor­fahr­zeu­g­an­hän­gers von ei­nem an­dern Hal­ter oder nach Ver­le­gung des Stand­orts in einen an­dern Kan­ton nicht frist­ge­mä­ss einen neu­en Fahr­zeu­g­aus­weis ein­holt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2012 6291, 2018 4985; BBl 2010 8447).
2 Tre­ten zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft.
1. Be­stimmt es die­ses Ge­setz nicht aus­drück­lich an­ders, so ist auch die fahr­läs­si­ge Hand­lung straf­bar.
In be­son­ders leich­ten Fäl­len wird von der Stra­fe Um­gang ge­nom­men.1
2. Der Ar­beit­ge­ber oder Vor­ge­setz­te, der ei­ne nach die­sem Ge­setz straf­ba­re Hand­lung des Mo­tor­fahr­zeug­füh­rers ver­an­lasst oder nicht nach sei­nen Mög­lich­kei­ten ver­hin­dert hat, un­ter­steht der glei­chen Straf­an­dro­hung wie der Füh­rer.2
Ist für die Tat nur Bus­se an­ge­droht, so kann der Rich­ter den Füh­rer mil­der be­stra­fen oder von sei­ner Be­stra­fung Um­gang neh­men, wenn die Um­stän­de es recht­fer­ti­gen.
3. Für straf­ba­re Hand­lun­gen auf Lern­fahr­ten ist der Be­glei­ter ver­ant­wort­lich, wenn er die Pflich­ten ver­letzt hat, die ihm als Fol­ge der Über­nah­me der Be­glei­tung ob­la­gen.
Der Fahr­schü­ler ist ver­ant­wort­lich, so­weit er ei­ne Wi­der­hand­lung nach dem Stand sei­ner Aus­bil­dung hät­te ver­mei­den kön­nen.
4. Miss­ach­tet der Füh­rer ei­nes Feu­er­wehr-, Sa­ni­täts-, Po­li­zei- oder Zoll­fahr­zeugs auf dring­li­chen oder tak­tisch not­wen­di­gen Dienst­fahr­ten Ver­kehrs­re­geln oder be­son­de­re An­ord­nun­gen für den Ver­kehr, so macht er sich nicht straf­bar, wenn er al­le Sorg­falt wal­ten lässt, die nach den Um­stän­den er­for­der­lich ist. Auf dring­li­chen Dienst­fahr­ten ist die Miss­ach­tung nur dann nicht straf­bar, wenn der Füh­rer zu­dem die er­for­der­li­chen Warn­si­gna­le ab­gibt; die Ab­ga­be der Warn­si­gna­le ist aus­nahms­wei­se nicht er­for­der­lich, wenn sie der Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­be ent­ge­gen­steht. Hat der Füh­rer nicht die Sorg­falt wal­ten las­sen, die nach den Um­stän­den er­for­der­lich war, oder hat er auf dring­li­chen Dienst­fahr­ten nicht die er­for­der­li­chen Warn­si­gna­le ab­ge­ge­ben, so kann die Stra­fe ge­mil­dert wer­den.3
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2767, 2004 2849; BBl 1999 4462).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1257 1268 Art. 1; BBl 1973 II 1173).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
Wi­der­hand­lun­gen im Aus­land
1Wer im Aus­land ei­ne Ver­let­zung von Ver­kehrs­re­geln oder ei­ne an­de­re bun­des­recht­lich mit Frei­heits­s­tra­fe be­droh­te Wi­der­hand­lung im Stras­sen­ver­kehr be­geht und am Tat­ort straf­bar ist, wird auf Er­su­chen der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de in der Schweiz ver­folgt, so­fern er in der Schweiz wohnt und sich hier auf­hält und sich der aus­län­di­schen Straf­ge­walt nicht un­ter­zieht.
2Der Rich­ter wen­det die schwei­ze­ri­schen Straf­be­stim­mun­gen an, ver­hängt je­doch kei­ne Frei­heits­s­tra­fe, wenn das Recht des Be­ge­hungs­or­tes kei­ne sol­che an­droht.
Ver­hält­nis zu an­dern Straf­ge­set­zen
1Die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches2 sind an­wend­bar, so­weit die­ses Ge­setz kei­ne ab­wei­chen­den Vor­schrif­ten ent­hält.
2Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches blei­ben vor­be­hal­ten, eben­so die Ge­setz­ge­bung über die Bahn­po­li­zei.
Er­gän­zen­de Straf­be­stim­mun­gen, Straf­ver­fol­gung, Straf­kon­trol­le
1Der Bun­des­rat kann für Über­tre­tun­gen sei­ner Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten zu die­sem Ge­setz Bus­se an­dro­hen.
2Die Straf­ver­fol­gung ob­liegt den Kan­to­nen.
3Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten er­las­sen über die Straf­kon­trol­le für Ent­schei­de, die nicht in das eid­ge­nös­si­sche Straf­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den.
1Die Po­li­zei- und die Straf­be­hör­den müs­sen der zu­stän­di­gen Be­hör­de al­le Wi­der­hand­lun­gen mel­den, die ei­ne in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­ne Mass­nah­me nach sich zie­hen könn­ten.
2Die Po­li­zei- und die Straf­be­hör­den müs­sen dem Bun­des­amt für Ver­kehr schwe­re oder wie­der­hol­te Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz oder die Voll­zugs­vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes mel­den, die durch im Per­so­nen- oder im Gü­ter­ver­kehr tä­ti­ge Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men so­wie de­ren Mit­ar­bei­ter be­gan­gen wur­den.
Art. 104a und 104b
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1999 (AS 2000 2795, 2003 3368; BBl 1997 IV 1293). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2012 6291, 2018 4985; BBl 2010 8447).
Art. 104c und 104d
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2012 6291, 2018 4985; BBl 2010 8447).
Steu­ern und Ge­büh­ren
1Das Recht der Kan­to­ne zur Be­steue­rung der Fahr­zeu­ge und zur Er­he­bung von Ge­büh­ren bleibt ge­wahrt. Kan­to­na­le Durch­gangs­ge­büh­ren sind je­doch nicht zu­läs­sig.
2Fahr­zeu­ge, de­ren Stand­ort in einen an­de­ren Kan­ton ver­legt wird, kön­nen im neu­en Stand­ort­kan­ton von dem Tag an be­steu­ert wer­den, an dem sie mit dem Fahr­zeu­g­aus­weis und den Kon­troll­schil­dern des neu­en Stand­ort­kan­tons ver­se­hen wer­den oder hät­ten ver­se­hen wer­den müs­sen. Der al­te Stand­ort­kan­ton muss Steu­ern, die für wei­te­re Zeit er­ho­ben wur­den, zu­rück­er­stat­ten.1
4Die Kan­to­ne kön­nen die Mo­tor­fahr­zeu­ge des Bun­des für ih­re aus­ser­dienst­li­che Ver­wen­dung be­steu­ern. Fahr­rä­der des Bun­des sind steu­er- und ge­büh­ren­frei.
5Die Er­he­bung von Ein­gangs­ge­büh­ren auf aus­län­di­schen Mo­tor­fahr­zeu­gen ist dem Bund vor­be­hal­ten. Über die Ein­füh­rung sol­cher Ge­büh­ren ent­schei­det der Bun­des­rat.
6Der Bun­des­rat be­stimmt nach An­hö­ren der Kan­to­ne die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­steue­rung aus­län­di­scher Mo­tor­fahr­zeu­ge, die län­ge­re Zeit in der Schweiz blei­ben. Zu­stän­dig zur Steu­e­rer­he­bung ist der Kan­ton, in dem sich ein sol­ches Fahr­zeug vor­wie­gend be­fin­det.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2010, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4925; BBl 2010 4137 4149).
Aus­füh­rung des Ge­set­zes
1Der Bun­des­rat er­lässt die zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes not­wen­di­gen Vor­schrif­ten und be­zeich­net die zur Durch­füh­rung zu­stän­di­gen eid­ge­nös­si­schen Be­hör­den. Er kann das ASTRA zur Re­ge­lung von Ein­zel­hei­ten er­mäch­ti­gen.1
2Im Üb­ri­gen füh­ren die Kan­to­ne die­ses Ge­setz durch. Sie tref­fen die da­für not­wen­di­gen Mass­nah­men und be­zeich­nen die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den.
3Die Kan­to­ne blei­ben zu­stän­dig zum Er­lass er­gän­zen­der Vor­schrif­ten über den Stras­sen­ver­kehr, aus­ge­nom­men für Mo­tor­fahr­zeu­ge und Fahr­rä­der so­wie für Ei­sen­bahn­fahr­zeu­ge.
4Der Bun­des­rat kann Fra­gen der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes durch Sach­ver­stän­di­ge oder Fach­kom­mis­sio­nen be­gut­ach­ten las­sen. …2
5Beim Auf­tre­ten neu­er tech­ni­scher Er­schei­nun­gen auf dem Ge­bie­te des Stras­sen­ver­kehrs so­wie zur Durch­füh­rung zwi­schen­staat­li­cher Ver­ein­ba­run­gen kann der Bun­des­rat die vor­läu­fi­gen Mass­nah­men tref­fen, die sich bis zur ge­setz­li­chen Re­ge­lung als not­wen­dig er­wei­sen.
6Für die Per­so­nen, die im Ge­nuss der di­plo­ma­ti­schen Vor­rech­te und Be­frei­un­gen ste­hen, kann der Bun­des­rat die Zu­stän­dig­keit der Be­hör­den ab­wei­chend re­geln und die wei­te­ren Aus­nah­men von die­sem Ge­setz vor­se­hen, die sich aus den völ­ker­recht­li­chen Ge­pflo­gen­hei­ten er­ge­ben.
8Der Bun­des­rat kann Fahr­ten aus­län­di­scher Fahr­zeu­ge ver­bie­ten, kon­tin­gen­tie­ren, der Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­stel­len oder an­dern Be­schrän­kun­gen un­ter­wer­fen, wenn ein aus­län­di­scher Staat ge­gen­über schwei­ze­ri­schen Fahr­zeu­gen und de­ren Füh­rern sol­che Mass­nah­men an­ord­net oder stren­ge­re Ver­kehrs­vor­schrif­ten an­wen­det als für die ei­ge­nen Fahr­zeu­ge und de­ren Füh­rer.4
10Der Bun­des­rat kann die Aus­füh­rung be­stimm­ter Ar­bei­ten an Fahr­zeu­gen ei­ner Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­stel­len, so­weit die Ver­kehrs­si­cher­heit oder der Um­welt­schutz dies er­for­dern. Er legt die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest und re­gelt die Auf­sicht.6
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, in Kraft seit 1. April 2003 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
2 Zwei­ter und drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2001, mit Wir­kung seit 1. April 2003 (AS 2002 2767; BBl 1999 4462).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1257 1268 Art. 1; BBl 1973 II 1173).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1989 (AS 1991 71; BBl 1986 III 209). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6291; BBl 2010 8447).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. April 1994 (AS 1993 3330, 1994 815; BBl 1993 I 805).
1Der Bun­des­rat kann mit aus­län­di­schen Staa­ten Ver­trä­ge ab­sch­lies­sen über den grenz­über­schrei­ten­den Mo­tor­fahr­zeug­ver­kehr. Im Rah­men sol­cher Ver­trä­ge kann er:
auf den Um­tausch des Füh­rer­aus­wei­ses bei Wohn­sitz­wech­sel über die Lan­des­gren­zen ver­zich­ten;
Be­wil­li­gun­gen vor­se­hen für Fahr­ten von schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen Fahr­zeu­gen, wel­che die in Ar­ti­kel 9 fest­ge­leg­ten Ge­wich­te über­schrei­ten; die Be­wil­li­gun­gen er­teilt er nur aus­nahms­wei­se und so­weit es die In­ter­es­sen der Ver­kehrs­si­cher­heit und des Um­welt­schut­zes ge­stat­ten.
2Der Bun­des­rat kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge über den Bau und die Aus­rüs­tung von Fahr­zeu­gen, die Aus­rüs­tung der Fahr­zeug­be­nüt­zer und die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung da­mit zu­sam­men­hän­gen­der Prü­fun­gen ab­sch­lies­sen. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on kann Än­de­run­gen tech­ni­scher Re­ge­lun­gen zu sol­chen Ver­trä­gen über­neh­men, wenn das schwei­ze­ri­sche Recht nicht an­ge­passt wer­den muss. Es kann auch Än­de­run­gen der An­la­gen des Eu­ro­päi­schen Über­ein­kom­mens vom 30. Sep­tem­ber 19572 über die in­ter­na­tio­na­le Be­för­de­rung ge­fähr­li­cher Gü­ter auf der Stras­se über­neh­men.
3Der Bun­des­rat kann mit aus­län­di­schen Staa­ten Ver­trä­ge über den ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch von Fahr­zeug­hal­ter-, Fahr­be­rech­ti­gungs- und Mo­tor­fahr­zeug­da­ten so­wie die Voll­stre­ckung von Geld­stra­fen oder Bus­sen bei Wi­der­hand­lun­gen ge­gen Stras­sen­ver­kehrs­vor­schrif­ten ab­sch­lies­sen. Die Ver­trä­ge kön­nen vor­se­hen, dass nicht voll­streck­ba­re Geld­stra­fen oder Bus­sen in Frei­heits­s­tra­fen um­ge­wan­delt wer­den.
4Der Bun­des­rat kann mit dem Fürs­ten­tum Liech­ten­stein Ver­trä­ge über die Nut­zung des IVZ ab­sch­lies­sen.
2Er er­lässt die not­wen­di­gen Über­gangs­be­stim­mun­gen, na­ment­lich für die An­pas­sung der be­ste­hen­den Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge an die­ses Ge­setz.
3Al­le die­sem Ge­setz wi­der­spre­chen­den Be­stim­mun­gen sind auf­ge­ho­ben, na­ment­lich das Bun­des­ge­setz vom 15. März 19321 über den Mo­tor­fahr­zeug- und Fahr­r­ad­ver­kehr.
Über­gangs­be­stim­mung zur Än­de­rung vom 29. Sep­tem­ber 2017
Bei Füh­rer­aus­weis­in­ha­bern, die sich ei­ner ver­trau­en­s­ärzt­li­chen Un­ter­su­chung nach Ar­ti­kel 15d Ab­satz 2 des bis­he­ri­gen Rechts un­ter­zo­gen ha­ben, darf die Her­auf­set­zung der Al­ters­gren­ze auf das vollen­de­te 75. Al­ters­jahr nicht da­zu füh­ren, dass das Zwei­jah­res­in­ter­vall der Un­ter­su­chung ver­kürzt wird.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980 (AS 1980 1509; BBl 1980 I 477). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 2807; BBl 2017 3649 3833).
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