Source: http://www.jura-basic.de/aufruf.php?file=20&art=&find=Inhaberkarte
Timestamp: 2020-07-03 09:20:34
Document Index: 185877310

Matched Legal Cases: ['§ 807', '§ 797', '§ 807', '§ 793', '§ 807', '§ 793']

a) Inhaberkarten sind Urkunden, in denen ein Gläubiger nicht bezeichnet ist und vom Aussteller unter Umständen ausgegeben werden, aus denen sich ergibt, dass der Aussteller dem Inhaber zu einer Leistung verpflichtet sein will (§ 807 BGB@). Eine Unterschrift des Austellers ist nicht erforderlich (siehe Unterzeichnung, Rz.2).
In der Praxis sind die wichtigsten Inhaberkarten z.B. Einzelfahrkarten, Eintrittskarten, Theaterkarten, Gutscheine. Sie haben gemeinsam, dass sie von Ausstellern ausgegeben werden, die sich zu einer Leistung an den Inhaber der Karte verpflichten und der Gläubiger idR nicht genannt ist. Auch die Briefmarke ist eine Inhaberkarte (siehe Briefmarken, Rz.11).
Die Inhaberkarten werden auch als Inhaberpapiere bezeichnet (siehe Inhaberpapiere, Rz.3).
b) Der Aussteller ist nur gegen Aushändigung der Inhaberkarte zur Leistung verpflichtet (§ 797 BGB@ analog iVm § 807 BGB@).
c) Bei Beschädigung oder Verunstaltung der Inhaberkarte hat der Inhaber keinen Anspruch gegen den Aussteller oder Kartenvermittler auf eine Ersatzurkunde, ähnliches gilt bei Zerstörung oder Verlust (siehe Ersatzurkunde, Rz.10).
d) Durch Leistung an den Inhaber der Urkunde, wird der Aussteller von seiner Leistungspflicht befreit. Der Aussteller wird durch die Leistung an den Inhaber auch dann befreit, wenn der Inhaber zur Verfügung über die Urkunde nicht berechtigt ist (§ 793 Abs. 1 BGB@ analog iVm § 807 BGB@). Dies gilt allerding nur, wenn der Aussteller davon ausgeht, dass der Karteninhaber der Berechtigter ist. Nur dann ist der Aussteller kraft Gesetz zur Leistung verpflichtet (vgl. § 793 Abs. 1 BGB@) und soll geschützt werden.