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Timestamp: 2016-10-21 23:54:36
Document Index: 336220261

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 4']

I 164/01 (31.07.2001)
I 164/01 Gr
Richter Weber; Gerichtsschreiber Ackermann
A.________, 1964, Beschwerdef�hrer, vertreten durch lic.
A.- Der 1964 geborene A.________ arbeitete von 1989 bis Ende 1999 als Hilfsarbeiter in der S�gerei X. Am 11. November 1999 meldete er sich unter Hinweis auf Unfallfolgen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle Bern holte die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) sowie einen Arztbericht des Hausarztes Dr. med. S.________, Innere Medizin und Tropenmedizin FMH, vom 1. Februar 2000 ein und zog ein durch Dr. med. H.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, f�r die Krankenversicherung erstelltes Gutachten vom 9. M�rz 2000 bei. Nach erfolgtem Vorbescheid lehnte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 16. Juni 2000 den Leistungsanspruch ab, da A.________ wie bisher einer vollzeitlichen Erwerbst�tigkeit nachgehen k�nne.
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 1. Februar 2001 ab.
C.- A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und der Verwaltungsverf�gung sei die Sache zu erg�nzenden Abkl�rungen und anschliessender neuer Verf�gung �ber den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Am 12. April 2001 reicht A.________ die Verf�gung des Kantonalen Amtes f�r Gewerbe und Arbeit vom 20. Dezember 2000 ein, worin er in der Arbeitslosenversicherung als nicht vermittlungsf�hig eingestuft worden ist. Am 3. Mai 2001 legt er zudem einen Bericht des Dr. med. D.________, Allgemeine Medizin FMH, Manuelle Medizin (SAMM), vom 6. Dezember 2000 sowie ein Gutachten der Dres. med.
B.________ und E.________, Universit�tsspital, vom 26. M�rz 2001 ins Recht.
1.- Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidit�t die durch einen k�rperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder l�ngere Zeit dauernde Erwerbsunf�higkeit.
2.- Der nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichte Bericht der Dres. med. B.________ und E.________ vom 26. M�rz 2001 �ussert sich nicht zur Frage der Arbeitsunf�higkeit, w�hrend Dr. med. D.________ - im Auftrag der Arbeitslosenversicherung, die in der Folge Vermittlungsunf�higkeit annahm - eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit ab dem 2. August 2000 bescheinigt. Die angefochtene Verf�gung datiert vom 16. Juni 2000. Nach st�ndiger Rechtsprechung bildet der Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verf�gung die zeitliche Grenze der richterlichen �berpr�fungsbefugnis (BGE 121 V 366 E. 1b). Da sich die vom Beschwerdef�hrer neu eingereichten Unterlagen - wenn �berhaupt - nur zur Arbeitsunf�higkeit fr�hestens ab dem 2. August 2000 aussprechen, sind sie in diesem Verfahren nicht massgebend.
Unter diesen Umst�nden kann offen bleiben, ob diese neuen Beweismittel �berhaupt ber�cksichtigt werden k�nnen, nachdem sie nach Ablauf der Beschwerdefrist, und ohne dass ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde, aufgelegt worden sind (BGE 109 Ib 249 Erw. 3c). Dem Beschwerdef�hrer steht es hingegen offen, sich bei der Invalidenversicherung neu anzumelden.
3.- Gem�ss Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik vom 8. August 1999 liegen beim Beschwerdef�hrer ein schmerzbedingter verminderter Hand- und Armeinsatz rechts sowie eine eingeschr�nkte Gehf�higkeit vor, welche klinisch nicht somatisch erkl�rbar sind. Diese Beurteilung wird durch den Versicherten nicht in Frage gestellt. Streitig ist dagegen, ob ein psychosomatisches Leiden mit invalidisierender Wirkung vorliegt. Der Beschwerdef�hrer wurde insgesamt dreimal einer psychosomatischen Beurteilung unterzogen:
a) In der Rehabilitationsklinik fanden am 7., 12. und
26. April 1999 psychosomatische Konsilien statt. Die psychiatrische Untersuchung ergab dabei keinen Hinweis auf intrapsychische Konflikte, keine weiteren dissoziativen Symptome und keine �hnlichen "Krankheitsmodelle" in der Familie. Die Rehabilitationsklinik nahm eine Arbeitsf�higkeit von 100% als S�gereihilfsarbeiter ab dem 1. Juli 1999 an.
b) Dr. med. F.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hatte den Beschwerdef�hrer zuhanden des Hausarztes Dr.
med. S.________ am 12. Juni 1999 einmalig untersucht. Seine Beurteilung deckte sich dabei vollst�ndig mit den Schlussfolgerungen des psychosomatischen Konsiliums der Rehabilitationsklinik vom 21. April 1999.
c) Im Auftrag der Betriebskrankenkasse des ehemaligen Arbeitgebers des Beschwerdef�hrers erstellte Dr. med.
H.________ am 9. M�rz 2000 ein Gutachten. Er kam dabei zum Schluss, dass eine Krankheit (Konversionsst�rung) nicht festgestellt werden k�nne und dass aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsf�higkeit nicht beeintr�chtigt sei.
4.- Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die SUVA und Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezial�rzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er�rterung der Befunde zu schl�ssigen Ergebnissen gelangen, ist im Rahmen der Beweisw�rdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Das von Dr. med. H.________ der Betriebskrankenkasse des ehemaligen Arbeitgebers erstattete Gutachten ist dabei von seinem Stellenwert dem von einem Privatversicherer der Unfallversicherung eingeholten Gutachten gleichzustellen. Dr. med.
H.________ ist gem�ss Telephonbucheintrag frei praktizierender Arzt und steht offensichtlich nicht in einem Anstellungsverh�ltnis zur Krankenkasse. Auch standen ihm die Akten und dabei insbesondere der von der Rehabilitationsklinik erstellte Austrittsbericht mit den psychosomatischen Konsilien zur Verf�gung. Ebenso nahm er selber eine pers�nliche Untersuchung des Beschwerdef�hrers vor. Vom Versicherten wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kritisiert, dass Dr. med. H.________ keinen Dolmetscher beigezogen habe. Im psychosomatischen Konsilium der Rehabilitationsklinik wird jedoch festgehalten, dass der Beschwerdef�hrer ausreichend Deutsch verstehe, sich aber nur schlecht und wenig differenziert ausdr�cken k�nne. Im Gespr�ch in Anwesenheit eines �bersetzers wird vom Beschwerdef�hrer gegen�ber dem Psychiater der psychosomatischen Abteilung der Rehabilitationsklinik lediglich die Vielzahl seiner Beschwerden best�tigt. In dem vom Beschwerdef�hrer nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten Gutachten des Spitals B. vom 26. M�rz 2001 wird angef�hrt, der Versicherte sei in der S�gerei, also an seinem Arbeitsplatz, der einzige Ausl�nder gewesen, was entsprechende Deutschkenntnisse voraussetzt. Insofern tr�gt dieser Bericht nichts Neues zur Sachverhaltsfeststellung bei, so dass offen bleiben kann, ob dieses neue Beweismittel �berhaupt ber�cksichtigt werden kann, nachdem es nach Ablauf der Beschwerdefrist, und ohne dass ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde, aufgelegt worden ist (BGE 109 Ib 249 Erw. 3c).
Weil entsprechende Deutschkenntnisse, wie sie insbesondere auch von der Rehabilitationsklinik beschrieben werden, anzunehmen sind, kann das Gutachten des Dr. med. H.________ nicht allein wegen des fehlenden �bersetzers abgelehnt werden.
�berdies ist in �bereinstimmung mit den �berlegungen der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass sich die Ergebnisse der Untersuchung durch Dr. med. H.________ mit jenen des psychosomatischen Konsiliums der Rehabilitationsklinik (und somit auch mit den Erkenntnissen des Dr. med. F.________, der sich dem psychosomatischen Konsilium der Rehabilitationsklinik anschliesst) decken. Alle den Beschwerdef�hrer untersuchenden Psychiater kommen zum Schluss, dass keine psychosomatische Krankheit festgestellt werden kann.
Wesentlich erscheinen weiter die Feststellungen des Dr.
med. H.________ bez�glich des Verhaltens des Versicherten nach der Besprechung. Der Arzt schildert dabei, dass er den Beschwerdef�hrer ohne dessen Wissen nach der Besprechung beim Gehen in der Kramgasse beobachtet habe: er hinke hier nur noch leicht, gehe relativ z�gig und m�sse durch den ihn begleitenden Kollegen nicht gest�tzt werden.
Solche Erkenntnisse �ber das Verhalten des sich unbeobachtet f�hlenden Versicherten, welche diametral von seinen Schilderungen �ber seine Beschwerden abweichen, st�tzen zus�tzlich die Annahme, dass weder im somatischen noch im psychosomatischen Bereich eine Krankheit vorliegt.
5.- Der Beschwerdef�hrer wendet ein, dass die Erkenntnisse der SUVA nicht ausschlaggebend seien, da sich diese - im Gegensatz zur Beurteilung der Invalidit�t im Rahmen von Art. 4 IVG - nur auf allf�llige Unfallfolgen beschr�nkten.
Dem ist entgegenzuhalten, dass die �rzte der Rehabilitationsklinik eine Beurteilung der Arbeitsunf�higkeit des Beschwerdef�hrers vornahmen, die sich keineswegs nur auf allf�llige Unfallfolgen bezog. Eine solche Differenzierung wird nicht von der Rehabilitationsklinik, sondern von der SUVA vorgenommen. Auch das psychosomatische Konsilium beschr�nkte sich nicht darauf, lediglich nach psychosomatischen Befunden zu forschen, die einen Zusammenhang mit dem seinerzeit erlittenen Unfall haben k�nnten. Vielmehr handelt es sich dabei um allgemein g�ltige Wertungen, die auch im Verfahren der Invalidenversicherung verwendet werden k�nnen.
Die �rztlichen Untersuchungen sind auch entgegen den Behauptungen des Beschwerdef�hrers weder widerspr�chlich noch unpr�zis. Im psychosomatischen Bereich liegen drei Beurteilungen durch Psychiater vor, die inhaltlich nicht oder nicht wesentlich voneinander abweichen oder die gar gegenteilige Aussagen enthalten w�rden. Dr. med. S.________ als Hausarzt des Beschwerdef�hrers ist demgegen�ber fach�rztlich nicht im Bereiche der Psychiatrie und Psychotherapie t�tig, sondern ist Facharzt f�r Innere Medizin und Tropenmedizin FMH. �berdies ist in �bereinstimmung mit der Vorinstanz der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Haus�rzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc mit Hinweisen).
Somit kann auch aus diesem Argument des Beschwerdef�hrers nicht abgeleitet werden, dass keine gen�genden Voraussetzungen zur Beurteilung der Invalidit�t vorliegen w�rden.
Vielmehr ist im Rahmen der Beweisw�rdigung gest�tzt auf die vorliegenden Gutachten und �rztlichen Berichte zu schliessen, dass kein k�rperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden als Folge einer Krankheit oder eines Unfalles vorliegt, was gem�ss Art. 4 IVG Voraussetzung f�r die Zusprache von Leistungen der Invalidenversicherung ist.