Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202009,%201494
Timestamp: 2019-03-20 14:46:24
Document Index: 173219647

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 139', '§ 138', '§ 139', '§ 488', '§ 138', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 284', '§ 284', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 284']

BGH, 16.12.2008 - XI ZR 454/07 - dejure.org
Darlegungs- und Beweislast für die Eigenschaft als Mitdarlehensnehmer oder als bloßer Mithaftender
Sachliches und/oder persönliches Interesse an einer Kreditaufnahme sowie eine wesentliche Gleichberechtigung bei der Auszahlung bzw. Verwendung der Darlehensvaluta als Voraussetzungen einer Mitdarlehensnehmerschaft; Qualifizierung einer übernommenen Verpflichtung als eigene Darlehensschuld oder als reine Mithaftung; Darlegungslast und Beweislast für das Vorliegen der Voraussetzungen für eine echte Mitdarlehensnehmerschaft; Sittenwidrigkeit ruinöser Bürgschaften oder Mitverpflichtungen naher Angehöriger
Zur Darlegungslast für die Voraussetzungen einer echten Mitdarlehensnehmerschaft
Zur Darlegungs- und Beweislast, wenn streitig ist, ob eine echte Mitdarlehensnehmerschaft vorliegt
Beweislast für die Voraussetzungen einer echten Mitdarlehensnehmerschaft liegt grundsätzlich bei der kreditgebenden Bank
Abgrenzung von Mitdarlehensnehmerschaft und Schuldbeitritt; Beweislast; Teilnichtigkeit und geltungserhaltende Reduktion einer sittenwidrigen Mithaftung (Teilnichtigkeit nach § 139 BGB)
Die Unterschrift des Ehegatten auf dem Kreditvertrag
BGB § 138, § 139, § 488
Haftung des Mitdarlehensnehmers
Ehepartner haftet nicht immer für gemeinsame Kreditschulden -
Darlegungs- und Beweislast für Mitdarlehensnehmerschaft
Doch Teilnichtigkeit eines Darlehensvertrag möglich?
Mitverpflichtung des Ehegatten - Wer trägt die Darlegungs- und Beweislast?
BGB § 138 Abs. 1, §§ 139, 488
Darlegungs- und Beweislast für Darlehensnehmereigenschaft
LG Berlin, 24.01.2006 - 4 O 447/04
KG, 11.09.2007 - 4 U 37/06
NJW 2009, 1494
ZIP 2009, 655
MDR 2009, 578
WM 2009, 645
Zu den bei der Ermittlung des wirklichen Parteiwillens zu beachtenden Auslegungsgrundsätzen gehören insbesondere die Maßgeblichkeit des Vertragswortlauts als Ausgangspunkt jeder Auslegung und die Berücksichtigung der Interessenlage der Vertragspartner (BGH, Urt. 16.12.2008 - XI ZR 454/07, NJW 2009, 1494, Rn. 13 nach juris, m. w. N.).
Dem Wortlaut ist aber angesichts der Stärke der Verhandlungsposition der kreditgewährenden Bank und der allgemein üblichen Verwendung von Vertragsformularen grundsätzlich weniger Bedeutung beizumessen als sonst (BGH, Urt. 16.12.2008 - XI ZR 454/07, NJW 2009, 1494, Rn. 14 nach juris, m. w. N.;… BGH Urt. 16.6.2009 - XI ZR 539/07, NJW 2009, 2671, Rn. 15 nach juris).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist als echter Mitdarlehensnehmer daher ungeachtet der konkreten Vertragsbezeichnung in aller Regel nur derjenige anzusehen, der für den Darlehensgeber erkennbar ein eigenes sachliches und/oder persönliches Interesse an der Kreditaufnahme hat sowie im Wesentlichen gleichberechtigt über die Auszahlung bzw. Verwendung der Darlehensvaluta mitentscheiden darf (BGH, Urt. 16.12.2008 - XI ZR 454/07, NJW 2009, 1494, Rn. 14 nach juris;… BGH Urt. 16.6.2009 - XI ZR 539/07, NJW 2009, 2671, Rn. 15, jeweils m. w. N.).
Damit hat sie ihrer sekundären Darlegungslast entsprochen (vgl. zum Ganzen BGH, Urt. v. 16.12.2008 - XI ZR 454/07, NJW 2009, 1494, Rn. 13-18 nach juris).
Insoweit unterscheidet sich der Sachverhalt von dem der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 16.12.2008 (XI ZR 454/07) zugrunde liegenden Fall, bei dem die Kreditsumme teilweise auf ein gemeinsames Girokonto überwiesen und teilweise bar ausbezahlt worden war und der klagenden Bank die für die Kreditaufnahme ausschlaggebenden Beweggründe nicht bekannt waren (…BGH a. a. O., Rn. 18 nach juris).
Die sekundäre Darlegungslast führt dagegen weder zu einer Umkehr der Beweislast noch zu einer über die prozessuale Wahrheitspflicht und Erklärungslast (§ 138 Abs. 1 und 2 ZPO) hinausgehenden Verpflichtung des Anspruchsgegners, dem Anspruchsteller alle für seinen Prozesserfolg benötigten Informationen zu verschaffen (BGH…, Urt. vom 08.01.2014 - I ZR 169/12-, NJW 2012, 74; Urteil vom 16. Dezember 2008 - XI ZR 454/07 -, NJW 2009, 1494; Urteil vom 17. Januar 2008 - III ZR 239/06 -, NJW 2008, 982; Urteil vom 17. Februar 2004 - X ZR 108/02 -, NJW-RR 2004, 989;… Leipold in Stein/Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 138 Rdn. 37 f.;… Wagner in Münchener Kommentar, ZPO, § 138 Rdn. 21;… Baumbach/Lauterbach/ Albers/Hartmann, ZPO, 73. Aufl., § 138 Rdn. 30;… Reichold in Thomas/Putzo, ZPO, 35. Aufl., vor § 284 Rdn. 18;… Greger in Zöller, ZPO, 30. Aufl., vor § 284 Rdn. 34;… Stadler in Musielak, ZPO, 11. Aufl., § 138 Rdn. 10.).
Dabei ist zu beachten, dass sich der Umfang der sekundären Darlegungslast einerseits nach der Intensität des Sachvortrags der beweisbelasteten Partei richtet (Senatsbeschluss vom 30. November 2010 - XI ZR 247/09, juris mwN) und er andererseits seine Grenze in der Zumutbarkeit der den Prozessgegner treffenden Offenbarungspflicht findet (BGH, Urteile vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, WM 2002, 347, 349, vom 17. Januar 2008 - III ZR 239/06, NJW 2008, 982 Rn. 16 und Senatsurteil vom 16. Dezember 2008 - XI ZR 454/07, WM 2009, 645 Rn. 18 mwN).
Sie muss daher beweisen, dass die Beklagte bei Abschluss des Darlehensvertrags das für eine echte Mitdarlehensnehmerschaft notwendige Eigeninteresse an der Kreditaufnahme besaß (vgl. BGH, NJW 2009, 1494, 1495).
Trotz der Stärke der Verhandlungsposition der kreditgewährenden Bank (vgl. hierzu BGH, NJW 2009, 1494, 1495) spricht hier also nicht einmal der Wortlaut der Verträge für eine Mitdarlehensnehmerschaft der Kläger.
LG Saarbrücken, 12.02.2010 - 13 S 221/09
Bei angefallenen Behandlungskosten hat unfallgeschädigter Arzt trotz …
In diesen Fällen kann vom Prozessgegner im Rahmen des Zumutbaren das substantiierte Bestreiten der behaupteten Tatsache unter Darlegung der für das Gegenteil sprechenden Tatsachen und Umstände verlangt werden (vgl. BGH NJW 2008, 982; 2009, 1494;… Thomas/Putzo aaO vor § 284 Rdn. 18 m.w.N.).
Von der Partei, die die sekundäre Darlegungslast trifft, kann verlangt werden, konkrete und nachvollziehbare Tatsachen vorzutragen und dadurch im Einzelnen darzulegen, dass die zugrunde liegende Behauptung der beweisbelasteten Partei unzutreffend ist (…vgl. Senat, Urteile vom 28. April 2009 - XI ZR 227/08, WM 2009, 1271 Rn. 16 und vom 16. Dezember 2008 - XI ZR 454/07, WM 2009, 645 Rn. 18, …sowie Beschluss vom 16. März 2010 - XI ZR 175/09, juris, Rn. 13).
OLG Frankfurt, 21.01.2016 - 15 U 181/12
Unternehmenskauf: Schadenersatz wegen Verfehlung eines garantierten …