Source: https://erziehungshilfen-bonn.de/de/bonn/Spezialloesungen/---/massnahme/detail-infos-192/Intensiv-I-mit-diagnostischem-Fokus---Kriseninterventions-und-Diagnosezentrum-KIDZ.htm
Timestamp: 2018-11-16 01:40:41
Document Index: 188326641

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 42', '§ 27', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§ 37', '§1631', '§ 71']

Intensiv I mit diagnostischem Fokus - Kriseninterventions-und Diagnosezentrum KIDZ/Maßnahme auf Erziehungshilfen-Bonn
Intensiv I mit diagnostischem Fokus - Kriseninterventions-und Diagnosezentrum KIDZ
Anzahl der Plätze Die insgesamt 10 Plätze unterteilen sich gruppal in drei kleine Betreuungseinheiten mit je 2x 3 Plätzen, sowie 1x 4 Plätzen in einem Haus. Die Wohneinheiten können den situativen Erfordernissen entsprechend koedukativ, wie auch in homogener Struktur geführt werden.
Mitarbeiterqualifikation Pädagogische Fachkräfte (überwiegend mit FHS-Abschluss) sowie psychologische und schulische Fachkräfte
Betreuungsalter ab ca. 12 Jahren
Gesetzliche Grundlage § 42 KJHG Inobhutnahme, insbesondere auch § 42,3 KJHG Satz 2 § 27 KJHG (Hilfe zur Erziehung) in Verbindung mit § 34 § 35a KJHG (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche), bzw. 40 BSHG und § 36 KJHG Hilfeplanung/ § 37 KJHG Zusammenarbeit mit der Familie ggf. im Sinne situativ freiheitsentziehender Maßnahmen §§1631 Abs1, 1631b, 1906 BGB §§ 71 Abs.2 , sowie 16 und 17 JGG ( Beachtung finden hierbei insbesondere die Rechtsgrundlagen und pädagogischen Leitsätze Pädagogik und Freiheitsentziehung des Landesjugendamtes Rheinland.
Angebotsbeschreibung Kinder und Jugendliche, beschrieben als schwer erziehbar, gewalttätig, deviant, delinquent oder systemsprengend, gehören zum Alltag von Einrichtungen der Erziehungshilfe. Ihre z. T immer wiederkehrenden selbst- und/oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen stellen Fachkräfte der Jugendhilfe, der Schulen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrien vor (scheinbar) unlösbare Aufgaben und beleben gleichzeitig die Diskussion um freiheitsentziehende Maßnahmen in Form geschlossener Unterbringung. Seit 1989 nehmen wir als Institution Aufgaben der Inobhutnahme für die Stadt Bonn, partiell auch für angrenzende Kommunen und Landkreise wahr. Seit einigen Jahren stellen wir uns darüber hinaus durch den Aufbau intensivpädagogischer Wohngruppen sowie spezialisierter Angebote auf den Bedarf einer veränderten Klientel in der Jugendhilfe ein. Die Erfahrung lehrt uns, dass professionelle Hilfe für Kinder und Jugendliche mit besonderen Schwierigkeiten neu zu definieren ist. Sie lehrt uns darüber hinaus, dass sich neben unzähligen Beziehungs- und Hilfeabbrüchen in der Geschichte der Kinder vor allem eines verlässlich wiederholte: Sie machten Erwachsene, auch professionelle Erwachsene, handlungsunfähig. Diese Erkenntnis ist für uns der entscheidende perspektivverändernde Zugang zu einem neuen Handlungsansatz in der professionellen erzieherischen Arbeit, denn es geht um unsere Handlungsunfähigkeit und nicht darum, die Kindern und Jugendlichen mit immer neuen Attributen zu belegen. Wir, die pädagogischen, psychologischen, psychiatrischen, schulischen Fachkräfte, sind aufgefordert, neue und wirksamere Möglichkeiten der Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen zu gehen. Damit nicht aus Kindern in Schwierigkeiten schwierige Fälle werden, wie dies unter anderem das so genannte Kölner Modellprojekt eindrucksvoll gezeigt hat. Handlungsfähigkeit bedeutet für uns, dass eine Situation (im Großen und Ganzen) so abläuft, wie der Erwachsene sie vorab geplant hat. Pädagogik in diesem Kontext bedeutet, dass der Erwachsene schlicht mehr zu sagen hat. Das asymmetrische Rollenverhältnis zwischen Kind/Jugendlichem und Erwachsenem ist gewünscht, aus unserer Erfahrung notwendig und widerspricht nicht einem pädagogischen Grundverständnis der Partnerschaftlichkeit, das jedoch an dieser Stelle deplaziert wäre. Mit den beschriebenen Kindern und Jugendlichen wirksam zu arbeiten, bedeutet daher zunächst, sehr verbindliche Formen der Pädagogik zu installieren. Es geht uns darum, den Kindern und Jugendlichen einen gruppalen Rahmen zur Verfügung zu stellen, der gelingenden Alltag sicherstellt und in dem Beruhigung und Beobachtung stattfinden kann. Dies dient in aller Regel gleichzeitig auch der Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf eine Anschlussmaßnahme. Im rechtlichen Sinne können dabei freiheitsbeschränkende Maßnahmen zur Anwendung kommen. Z.B. das Abschliessen von Türen für einige wenige Stunden um eine verbindliche pädagogische Situation herzustellen. Kinder und Jugendliche, die im Zentrum für Krisenintervention und intensivpädagogische Diagnostik aufgenommen werden, befinden sich in kritischen Lebenssituationen, die sich komplex darstellen. Während die fallführenden KollegInnen der Jugendämter die betroffenen Kinder/ Jugendlichen häufig aus einer kritischen häuslichen oder institutionellen Situation herauslösen, geht es für die MitarbeiterInnen und den Psychologischen Dienst in KIDZ darum, die Krise aufzufangen, Beruhigung zu schaffen, zu deeskalieren, zu beobachten, das professionelle Handeln auf bewusste und geplante Intervention auszurichten, zu analysieren, den Hilfebedarf durch das Zusammenspiel pädagogischen und psychologischen Handwerkzeugs zu erkennen, ein adäquates Erziehungs- und/oder Behandlungsangebot zu formulieren und ggf. in ein angemessenes Setting zu vermitteln. Um den Kindern und Jugendlichen mit ihren individuellen Möglichkeiten und Grenzen in allen sie betreffenden Belangen gerecht zu werden, haben wir die Möglichkeiten: Der psychologischen Betreuung durch unseren Psychologischen Dienst und der psychiatrischen Betreuung durch einen konsiliarisch tätigen Kinder- und Jugendpsychiater der RK Bonn in unserem Beratungs- und Therapie Zentrum(BTZ) unmittelbar auf dem Stammgelände des Ev. Jugendhilfe Godesheim. Einer Beschulung auf dem Gelände durch BeGo Der Beschäftigungs Ausbildungsmöglichkeiten sowie der professionellen Berufsplanung Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit der örtlichen Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie mit niedergelassenen PsychologInnen und PsychiaterInnen. Wir bearbeiten in KIDZ keinen erzieherischen Auftrag. Unser Ziel ist weder eine dauerhafte Modifikation des Verhaltens, noch die Behandlung einer psychischen/ psychiatrischen Störung. Es geht uns um Beruhigung im Sinne krisenintervenierender Arbeit. Es geht uns um Sicherung der Primärbedürfnisse der Kinder/ Jugendlichen. Es geht uns um systematische Beobachtung als Basis pädagogischer und psychologischer Diagnostik. Und es geht uns um das fundierte Erkennen des Hilfebedarfs sowie ggs. eine fundierte Empfehlung und Vermittlung in das adäquate Erziehungs- und/ oder Behandlungsangebot. Anders als in konventionellen Gruppen der Heimerziehung ist der Verbleib der Kinder/ Jugendlichen im KIDZ auf relativ kurze Zeit ausgelegt. Um mit wechselnder Klientel einen Rahmen zu gewährleisten, in dem Beruhigung und Beobachtung stattfinden kann, bedarf es einer detaillierten Ablaufplanung in zweifacher Hinsicht. 1. Die Einhaltung abgestimmter, enger, mit den Kindern/ Jugendlichen klar kommunizierter Gruppennormen ist dabei ebenso bedeutsam und Struktur gebend, wie durchdachte Tages-, Wochen- und Freizeitpläne. 2. Keine Krise gleicht der anderen. In KIDZ ist gleichzeitig Pädagogik in der Gruppe gefragt, die am Verstehen dessen ausgerichtet ist, was die Krise des jeweiligen Kindes/ Jugendlichen ausmacht. (Individuelles Denken und individuelles Handeln) Ein klares Rollen- und Aufgabenverständnis der pädagogischen und psychologischen MitarbeiterInnen ist Grundvoraussetzung für eine Arbeit in KIDZ. Die Anforderungen, die diese Kinder / Jugendlichen im Alltag an die MitarbeiterInnen stellen, bedingen, dass das übliche sozialpädagogische und psychologische Handwerkszeug durch gezielte Fortbildungen und Beratung aus unterschiedlichen Disziplinen systematisch fachlich inhaltlich erweitert wird. Professionelle Arbeit in KIDZ setzt eine Erweiterung des Wissens-, Handlungs-, und Methodenrepertoires sowie eine abgestimmte, inhaltlich dominierte Kooperation mit Fachleuten anderer Bereiche (z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrie) voraus. Vor dem Hintergrund vielfach gescheiterter Hilfemaßnahmen und immer wieder erlebter Handlungsunfähigkeit der Erwachsenen, mag es verständlich sein, dass der Ruf nach geschlossener Unterbringung seit geraumer Zeit wieder lauter geworden ist, um dadurch zumindest kurzfristig wieder handlungsfähig zu werden. Warum jedoch sollte gerade die damit gemeinte strukturelle Geschlossenheit von Wohngruppen, die in der Vergangenheit keine angemessene Antwort auf i. d. R. weit weniger komplexe Problemsituationen zu bieten wusste, nunmehr in der Lage sein, die Probleme von heute zu lösen? Warum sollten die Gründe, die bereits vor etwa 20 Jahren dazu führten, den Großteil geschlossener Gruppen zu schließen, heute nicht mehr gelten? Es geht kein Weg daran vorbei: Jugendhilfe muss sich den Problemen von heute mit Lösungsmöglichkeiten von heute nähern und nicht mit Mitteln, die schon vor Jahrzehnten pädagogisch weitestgehend versagten. Es kann und darf im Sinne angemessener Lösungen auch nicht darum gehen, Freiheitsentzug in der Jugendhilfe um jeden Preis zu vermeiden, gar das Thema als solches zu tabuisieren. Vielmehr müssen unter Bezugnahme auf die rechtlichen Normen und Regelungen, die Voraussetzungen für Freiheitsbeschränkung bzw. Freiheitsentzug in den Einrichtungen vor Ort geschaffen werden. (siehe hierzu: Dienstanweisung: Entziehung und Beschränkung von Freiheit bei Kindern und Jugendlichen in der Ev. Jugendhilfe Godesheim, einschl. der entsprechenden Anlagen) Denn, dass in besonderen Situationen, in denen es im Sinne
Zielgruppe/Indikation Kinder und Jugendliche, in komplexen, kritischen Lebenssituationen
Ausschlusskriterien Das Angebot ist nicht geeignet bei schwerer körperlicher oder geistiger Behinderung bei akuter psychiatrischer Indikation (im Einzelfall abzuklären) bei akuter Drogen-/ Suchtproblematik, die pädagogische Arbeit mit den Betroffenen nicht mehr zulässt, bei akuter Suizidalität
Qualitätssicherung Entsprechend der Qualitätsentwicklungsbeschreibung
Downloadangebot KIDZ.Minis.pdf