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Timestamp: 2020-01-21 01:52:44
Document Index: 161348435

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 21', '§ 9', '§ 11', '§ 180', '§ 21']

BFH, 23.04.1985 - IX R 39/81 - dejure.org
https://dejure.org/1985,878
BFH, 23.04.1985 - IX R 39/81 (https://dejure.org/1985,878)
BFH, Entscheidung vom 23.04.1985 - IX R 39/81 (https://dejure.org/1985,878)
BFH, Entscheidung vom 23. April 1985 - IX R 39/81 (https://dejure.org/1985,878)
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EStG §§ 21, 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1
Einkommensteuer - Erbauseinandersetzung - Gleichstellung - Kredit - Werbungskosten
EStG §§ 21, § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 1
BFHE 144, 362
NJW 1986, 400
BB 1986, 49
BStBl II 1985, 720
Einer Anfrage nach § 11 Abs. 3 FGO bedarf es nicht, da die sachliche Zuständigkeit für gesonderte Feststellungen gemäß § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO 1977, betreffend Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, nach Abschnitt A. Sachliche Zuständigkeit des IX. Senats Nr. 1 Buchst. a des Geschäftsverteilungsplans des BFH (BStBl II 2004, 159, 161) auf den erkennenden Senat übergegangen ist (vgl. BFH-Beschluss vom 15. November 1971 GrS 1/71, BFHE 103, 433, BStBl II 1972, 68, unter V. 1.; BFH-Urteile vom 24. September 1998 V R 3/98, BFHE 187, 334, BStBl II 1999, 147; vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720).
Die von den Klägern angeführten Urteile vom 23. April 1985 IX R 39/81 (BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720) und vom 20. August 1986 I R 148/83 (…BFH/NV 1987, 646) betreffen den Streitfall nicht vergleichbare Sachverhalte.
Hinsichtlich der Absetzungsbefugnis steht nach der neueren Rechtsprechung zur Einräumung unentgeltlicher dinglicher oder schuldrechtlicher Nutzungsrechte fest, daß Werbungskosten einschließlich AfA nicht geltend machen kann, wer keine Einnahmen erstrebt (vgl. noch die BFH-Urteile vom 28. Juli 1981 VIII R 35/79, BFHE 134, 133, BStBl II 1982, 380; vom 16. Oktober 1984 IX R 81/82, BFHE 143, 310, BStBl II 1985, 390; vom 23. Oktober 1984 IX R 48/80, BFHE 143, 313, BStBl II 1985, 453, und vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720).
Schuldzinsen sind jedenfalls dann durch einen Betrieb oder durch die Überlassung von Kapital zur Nutzung veranlaßt, wenn der sie auslösende Kredit zur Finanzierung von Anschaffungskosten für Wirtschaftsgüter verwendet wurde, die zur Erzielung steuerpflichtiger Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder aus Kapitalvermögen genutzt werden sollen (BFH-Urteile vom 21. Juli 1981 VIII R 154/76, BFHE 134, 113, BStBl II 1982, 37; vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720 - betreffend Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung -, und vom 19. Mai 1983 IV R 138/79, BFHE 138, 248, BStBl II 1983, 380 - betreffend Einkünfte aus Gewerbebetrieb -).
Dementsprechend habe der BFH entschieden, daß der Eigentümer für eine unentgeltlich überlassene Wohnung in einem Mehrfamilienhaus insoweit keine AfA geltend machen könne (Urteile vom 30. Juli 1985 VIII R 71/81 BFHE 144, 376, BStBl II 1986, 327, und vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720).
Damit übereinstimmend wurden auch Zinsen aus Darlehen als Werbungskosten angesehen, die zur Erfüllung von Auflagen aus einer vorweggenommenen Erbfolge, nämlich der Abfindung von Geschwistern aufgenommen wurden (BFH-Urteil vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720; ähnlich Urteil vom 26. November 1985 IX R 64/82, BFHE 145, 211, BStBl II 1986, 161).
Wesentlich ist vielmehr, daß das Darlehen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit künftigen gewerblichen Einkünften steht (vgl. BFHE 138, 248, BStBl II 1983, 380; BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720; BFHE 145, 211, BStBl II 1986, 161).
Wie der erkennende Senat im Urteil vom 23. April 1985 IX R 39/81 (BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720) ausgeführt hat, sind Kreditzinsen auch dann Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wenn der Kredit aufgenommen wird, um für die Überlassung eines Grundstücks im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolgeregelung an die anderen Miterbberechtigten Gleichstellungsgelder zu zahlen; denn die Kreditaufnahme ist durch die Erlangung des Grundstücks ersichtlich und unmittelbar darauf gerichtet, den Klägern die Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung zu ermöglichen.
Die Kläger können mit dem Grundstück zusammenhängende Aufwendungen nur in dem Umfang als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen, in dem sie den Tatbestand dieser Einkunftsart erfüllen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720 sowie vom 16. Oktober 1984 IX R 81/82, BFHE 143, 310, BStBl II 1985, 390 und vom 30. Juli 1985 VIII R 71/81, BFHE 144, 376, BStBl II 1986, 327 und vom 22. Oktober 1985 IX R 48/82, BFHE 145, 161, BStBl II 1986, 258).
Insoweit erfüllen nicht die Kläger, sondern der Vater der Klägerin, der die ihm überlassene Wohnung und Garage aufgrund einer gesicherten Rechtsposition nutzt, den Tatbestand der Einkünfteerzielung gemäß § 21 Abs. 2 Alternative 2 EStG (vgl. BFH-Urteil in BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720 mit weiteren Rechtsprechungshinweisen).
Nach der maßgeblichen bürgerlich-rechtlichen Gestaltung (vgl. Urteil des BFH vom 23. April 1985 IX R 39/81, BStBl II 1985, 720) erwarben die Kläger vom Bruder der Klägerin durch Erbteilungsvertrag vom 20. April 1995 eine Grundstückshälfte entgeltlich zum Preis von 135.500 DM.
Vor diesem Hintergrund begegnet es keinen Bedenken, wenn das FG davon ausgeht, dass die Voreigentümer die ihnen vorbehaltenen Wohnungen nicht auf Grund eines unentgeltlichen Überlassungsvertrages, sondern auf Grund eines eigenen, bei der Übertragung des Eigentums auf die Klägerin vorbehaltenen Nutzungsrechts nutzen (vgl. BFH-Urteil vom 7. Dezember 1982 VIII R 166/80, BFHE 139, 23, BStBl II 1983, 660) und hieraus den Schluss zieht, dass die Klägerin hinsichtlich der wohnungsrechtsbelasteten Wohnungen den Tatbestand der Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nicht erfüllt (vgl. BFH-Urteile vom 16. Oktober 1984 IX R 81/82, BFHE 143, 310, BStBl II 1985, 390; vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, BStBl II 1985, 720;… vom 20. Dezember 1990 XI R 10/89, BFH/NV 1991, 450).
Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. BFHE 143, 310, BStBl II 1985, 390, und das Urteil vom 23. April 1985 IX R 39/81, BFHE 144, 362, 365, BStBl II 1975, 720, 722) kann, wer eine Wohnung einem anderen unentgeltlich überläßt, insoweit keine Werbungskosten geltend machen, weil er nicht den Tatbestand der Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung erfüllt.
BFH, 24.03.1987 - I R 214/81
Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen für ein betriebliches Kontokorrentkonto
FG Berlin, 06.10.1986 - VIII 327/85