Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202008,%20492
Timestamp: 2020-01-29 04:17:51
Document Index: 91239953

Matched Legal Cases: ['Art. 6', '§ 1626', '§ 1666', '§ 1666', '§ 1666', 'Art. 6', '§ 1', '§ 1666']

BVerfG, 19.12.2007 - 1 BvR 2681/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2186
BVerfG, 19.12.2007 - 1 BvR 2681/07 (https://dejure.org/2007,2186)
BVerfG, Entscheidung vom 19.12.2007 - 1 BvR 2681/07 (https://dejure.org/2007,2186)
BVerfG, Entscheidung vom 19. Dezember 2007 - 1 BvR 2681/07 (https://dejure.org/2007,2186)
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Trennung eines Kindes von seinen Eltern wegen erheblicher Gefährdung des Kindeswohls; Versagen der Eltern als Erziehungsberechtigte als hinreichender Rechtfertigungsgrund zur Entziehung der Personensorge; Abwägung zwischen den Erfolgsaussichten der Einrichtung einer ...
GG Art. 6 Abs. 2 S. 1; BGB § 1626
OLG Dresden, 14.09.2007 - 21 UF 346/07
BVerfGK 13, 119
Das Wohl der vielen Kinder, die nicht unter bestmöglichen Lebensumständen aufwachsen und deren Talente nicht bestmöglich angeregt und gefördert werden, ist nicht gefährdet, auch wenn ihm besser gedient werden könnte (…BVerfG, FamRZ 2014, 907, Rn. 18; 2008, 492; BVerfGE 72, 122 = NJW 1986, 3129, 3131; BVerfGE 60, 79 = NJW 1982, 1379, 1381; BbgOLG, FamRZ 2009, 994; 2009, 63; OLG Hamm, NJOZ 2012, 1337, 1339; FuR 2013, 725; FamRZ 2013, 1989; 2010, 1742; 2010, 1091; 2009, 1753; OLG Köln, NJW-RR 2011, 729, 730; OLG Saarbrücken, NJOZ 2014, 334, 335; NJW-RR 2010, 146, 147; BeckRS 2011, 24807; FamRZ 2010, 1746; 2010, 1092; 2010, 823;… Staudinger- Coester, § 1666 Rdnr. 84;… Palandt- Götz, BGB, 74. Aufl. 2015, § 1666 Rdnr. 7;… Erman- Döll, BGB, 14. Aufl. 2014, § 1666 Rdnr. 6 d;… BeckOK-BGB- Veit, Stand: Nov.
Dabei wird auch in Kauf genommen, dass Kinder durch Entscheidungen der Eltern wirkliche oder vermeintliche Nachteile erleiden (vgl. BVerfGE 60, 79 ; BVerfGK 13, 119 ).
Ob öffentliche Hilfen erfolgversprechend sind, muss das Familiengericht letztlich in eigener Verantwortung beurteilen, wozu es sich eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage verschaffen und diese in seiner Entscheidung auch darlegen muss (vgl. BVerfGK 13, 119 ).
Die Erziehung obliegt gemäß Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG zuvörderst den Eltern, deren Recht zur Pflege und Erziehung des Kindes dem Kindeswohl dient, das zugleich oberste Richtschnur für die Ausübung der Eltern Verantwortung ist (vgl. BVerfG, FamRZ 2008, 492; 2004, 354).
Wenn sie aber von der Beiziehung eines Sachverständigen absehen, müssen sie anderweitig über eine möglichst zuverlässige Entscheidungsgrundlage verfügen (…vgl. BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, Beschlüsse vom 18. Januar 2006 - 1 BvR 526/04 -, FamRZ 2006, S. 605 ;…vom 26. September 2006 - 1 BvR 1827/06 -, NJW 2007, S. 1266 ;vom 19. Dezember 2007 - 1 BvR 2681/07 -, FamRZ 2008, S. 492 ).
Gelingt im konkreten Fall die vorrangige Verantwortungsgemeinschaft von Familiengericht und Jugendamt nicht, besteht nach Auffassung des Senats zwingend eine Letztverantwortung und ein Letztentscheidungsrecht des Familiengerichts (vgl. Coester, a.a.O., Rdn. 16 unter Hinweis auf BVerfG FamRZ 2008, 492, 493;… so im Ergebnis auch Tillmanns, Münchener Kommentar zum BGB, 6. Aufl., § 1 SGB VIII Rdn. 7;… a.A. Olzen, a.a.O. Rdn. 176).
Die hier vorausgesetzte nachhaltige Gefährdung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohls des Kindes (vgl. BVerfG FamRZ 2008, 492, Rn. 18;… FamRZ 2014, 907 mit Anm. Hammer S. 1005, Rn. 18) liegt angesichts des bereits dargestellten Ergebnisses der Begutachtung durch den Sachverständigen vor.
Allerdings ist das Kindeswohl dabei stets zu berücksichtigen (BVerfGE 60, 79; FamRZ 2008, 492).
Dabei ist in Kauf zu nehmen, dass Kinder durch das Verhalten ihrer Eltern Nachteile erleiden (Bundesverfassungsgerichtsentscheidung 60, 79; FamRZ 2006, 1593; FamRZ 2008, 492).
Dem Kindesvater steht dann auch die Möglichkeit offen, eine Verbleibensanordnung zu beantragen, die als milderes Mittel im Sinne des § 1666 a BGB einer Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrecht vorginge (vgl. Bundesverfassungsgericht, FamRZ 2008, 492; KG, FamRZ 2005, 1923).
In einem derartigen Fall ist die Entziehung des Sorgerechts als unverhältnismäßig anzusehen und unzulässig (BVerFG, FamRZ 2008, 492).
OLG Hamm, 02.04.2009 - 11 UF 232/08
Entziehung der elterlichen Sorge, da beide Eltern aufgrund ihrer jeweiligen …
OLG Hamm, 23.11.2009 - 11 UF 99/09
AG Sigmaringen, 16.09.2008 - 1 F 277/08
Sorgerecht: Ersetzung der Kündigung eines Mietverhältnisses und Verbot der …
AG Düsseldorf, 15.10.2010 - 270 F 49/09
Umgangsrecht einer an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose erkrankten …