Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2012.00715.html
Timestamp: 2020-07-15 05:45:07
Document Index: 312520582

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 69']

kantone/zh_sozverger/IV.2012.00715.html
IV.2012.00715
Gerichtsschreiberin Fonti
vertreten durch Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
Soodmattenstrasse 2, Postfach 1015, 8134 Adliswil 1
1.1X.___, geboren 1968, ist gelernte Krankenpflegerin (Urk. 10/2/16). Im September 1997 meldete sie sich erstmals wegen eines Burnouts bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an und beantragte Berufsberatung und eine Umschulung (Urk. 10/4). Die IV-Stelle gewährte berufliche Massnahmen (Urk. 10/19) und die Versicherte konnte eine Ausbildung zur Postassistentin absolvieren (Urk. 10/18, Urk. 10/23, Urk. 10/25/10).
1.2Am 26. Februar 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen und Rente) an (Urk. 10/26). Die IV-Stelle holte einen Arbeitgeberbericht (Urk. 10/30), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 10/31) und Arztberichte (Urk. 10/37, Urk. 10/39, Urk. 10/41, Urk. 10/47, Urk. 10/58) ein. Die IV-Stelle gewährte der Versicherten Frühinterventionen in Form einer Laufbahnberatung (Mitteilung vom 13. Januar 2009, Urk. 10/49) sowie Arbeitsvermittlung (Mitteilung vom 19. Januar 2009, Urk. 10/48). Per 15. Februar 2010 begann die Versicherte bei der Y.___ Z.___ eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin in einem 50%-Pensum (Urk. 10/78), weshalb die beruflichen Massnahmen abgeschlossen
und die Rentenprüfung fortgesetzt wurden (Mitteilung vom 16. Juni 2010, Urk. 10/90).
Am 31. Mai 2010 erstatteten Dr. med. A.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, und Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, C.___, zuhanden der IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten (Urk. 10/93/1-26). Mit Vorbescheid vom 17. Dezember 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine für die Zeit vom 1. Juni bis 30. September 2007 befristete Viertelsrente in Aussicht (Urk. 10/101). Dagegen erhoben die Pensionskasse der Versicherten am 30. Dezember 2010 (Urk. 10/116) sowie die Versicherte selbst am 3. März 2011 (Urk. 10/123) jeweils Einwand. Aufgrund der eingegangenen Einwände ersetzte die IV-Stelle den bisherigen Vorbescheid mit neuem Vorbescheid vom 9. Februar 2012 und stellte der Versicherten die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht (Urk. 10/157). Den dagegen erhobenen Einwand der Versicherten (Urk. 10/163) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Juni 2012 ab und entschied im Sinne ihres Vorbescheides (Urk. 10/170 = Urk. 2).
2.Gegen die Verfügung vom 1. Juni 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 5. Juli 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Am 3. August 2012 (Urk. 6) legte die Versicherte ein ärztliches Attest (Urk. 7) ins Recht. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. September 2012 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was der Beschwerdeführerin am 27. Sep-tember 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). Am 12. September 2013 legte der ursprüngliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder und beantragte, ihn als Rechtsvertreter aus dem Rubrum zu streichen (Urk. 16). Die Beschwerdeführerin liess sich in der Folge neu von der Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG vertreten (Urk. 17/1).
1.2Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Vali-deneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
1.4Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.5Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.1Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, es sei auf das C.___-Gutachten vom 31. Mai 2010 abzustellen. Die eingereichten Arztberichte würden auf keine Verschlechterung hinweisen, weshalb weitere Abklärungen nicht notwendig seien. Der Beschwerdeführerin sei eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Aufgrund des Einkommensvergleichs ergebe sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1), ihre gesundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des für die Beschwerdegegnerin massgeblichen C.___-Gutachtens sei überholt. Die Sache sei daher zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2 ff.). Zudem beanstandete die Beschwerdeführerin die Werte des herangezogenen Validen- und Invalideneinkommens (S. 6 ff.).
2.3Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht verneinte.
3.1Im am 31. Mai 2010 erstatteten Gutachten (Urk. 10/93/1-26) stellten Dr. A.___ und Dr. B.___ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 8.1):
Status nach transpediculärer und interkorporeller perkutaner 6-Kant-Spondylodese L4 bis S1 und mikrochirurgischer Redekompression L4/5 links 07/2009 mit leichter Einengung des Foramens intervertebrale L4/5 und L5/S1 rechts ohne neurale Kompression und Status nach Mikrodiscectomie L4/5 rechts mit partieller Foraminotomie und Recessostomie sowie Flavectomie 06/2006 und Remikrodiscectomie L4/5 rechts mit Dekompression links, Foraminotomie sowie Hemifacettectomie und Implantation einer interspinösen DIAM 07/2006
Neurasthenie (ICD-10: F48.0), bestehend seit etwa 01/2010
Zustand nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt bestehend von 06/2006 bis 06/2007 (ICD-10: F43.22)
In der interdisziplinären Zusammenfassung und Beurteilung hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin sei am 10. Juni 2006 in ihrer Wohnung überfallen worden und der Einbrecher sei ihr auf den Rücken gesprungen. Aufgrund der seither bestehenden Schmerzen sei die Beschwerdeführerin mehrfach (Juni und Juli 2006, Mai 2009) am Rücken operiert worden. Seit der letzten Operation im Mai 2009 hätten die lumbalen Schmerzen in der Intensität zwar nachgelassen, würden jedoch weiterhin persistieren, seien therapieresistent und würden die Beschwerdeführerin in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit einschränken. Die lumbalen Schmerzen seien mit den objektivierbaren Befunden letztlich nicht vollumfänglich erklärbar, jedoch sei bekannt, dass speziell nach mehrfachen Wirbelsäuleneingriffen nicht selten Schmerzen unklarer Genese persistieren würden.
Die Anpassungsstörung habe sich etwa ein Jahr nach dem Überfall gebessert. Es bestünden aber seither Hinweise für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung mit Misstrauen, Meidung von Menschenansammlungen und öffentlichen Verkehrsmitteln, sozialen Rückzugstendenzen, einem Gefühl von ständigem Bedrohtsein mit kurzen Erinnerungen an das Trauma verbunden mit Angst und Panikattacken. Sodann habe sie Anfang 2010 ein neurasthenisches Beschwerdebild mit Erschöpfungsgefühlen entwickelt. Eine schwere depressive Störung oder andere psychische Störungen liessen sich nicht erheben. Aufgrund der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sei keine krankheitswerte Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit anzunehmen. Zudem handle es sich bei einem neurasthenischen Beschwerdebild um eine leichte psychische Störung, weshalb keine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und -bewältigung bestehe. Somit verfüge die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und diese seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar (S. 22).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte seit Januar 2010 bei voller Stundenpräsenz lediglich zu 80 % arbeitsfähig. Retrospektiv sei aus psychiatrischer Sicht von Januar bis Juni 2007 aufgrund der Angststörung von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit bei voller Stundenpräsenz und danach von Juli 2007 bis Dezember 2009 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Rückwirkend könne aufgrund der ungenügenden Dokumentation der somatischen Befunde aus orthopädischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit nicht im Detail Stellung genommen werden, es sei aber ab März 2010 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 23 Ziff. 9.1, vgl. auch S. 6 f. Ziff. 5.5).
In einer körperlich leichten Tätigkeit, die abwechslungsweise sitzend und stehend in temperierten Räumen ausgeübt werden könne, ohne dass häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg regelmässig gehoben oder getragen werden müssten, sei der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht seit März 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 7 Ziff. 5.6). Aus psychiatrischer Sicht habe für die Zeit von Januar bis Juni 2007 für Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie ohne Tätigkeiten bei Menschenansammlungen eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bei voller Stundenpräsenz bestanden. Seit Juli 2007 bestehe für adaptierte Tätigkeiten wie beschrieben eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 24 Ziff. 9.2).
3.2Med. pract. D.___, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt mit Bericht vom 14. Juni 2009 (Urk. 10/58) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Rückenschmerzen seit Juni 2006, eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22; seit 2006) sowie einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) fest (Ziff. 1.1). Unmittelbar nach dem Überfall im 2006 in ihrer Wohnung habe sie an Ängsten, Schlafstörungen und Flashbacks gelitten, jetzt lägen vorwiegend Rückenschmerzen, Zukunftsängste, Migräne, eine belastete Beziehung am Arbeitsplatz sowie eine eingeschränkte Mobilität vor (Ziff. 1.4). Zurzeit sei die Behandlung bei ihr unterbrochen (Ziff. 1.5). Für die Arbeitsfähigkeitseinschätzung verwies med. pract. D.___ auf die Zeugnisse von Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Neurochirurgie, und Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin (Ziff. 1.6).
3.3Die behandelnde Dr. med. E.___, Fachärztin für Neurochirurgie, attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Rückenprobleme folgende Arbeitsunfähigkeiten (Attest vom 1. Februar 2010, Urk. 10/82/2, sowie Bericht vom 25. Oktober 2010, Urk. 10/122/19; vgl. auch Bericht vom 10. Juli 2008, Urk. 10/37/1-4; Bericht vom 12. Dezember 2008, Urk. 10/47; Bericht vom 15. Juli 2009, Urk. 10/60/2; Bericht vom 17. August 2009, Urk. 10/60/1; Bericht vom 2. April 2010, Urk. 10/122/16-18):
ab 15. Januar 2007 50 % arbeitsunfähig
ab 27. Februar 2007 25 % arbeitsunfähig
ab 21. März 2007 40 % arbeitsunfähig
ab 30. April 2007 30 % arbeitsunfähig
ab 8. Januar 2009 100 % arbeitsunfähig
ab 10. August 2009 70 % arbeitsunfähig
ab 1. Dezember 2009 60 % arbeitsunfähig
ab 15. Februar 2010 50 % arbeitsunfähig
Im Bericht vom 25. Oktober 2010 führte sie aus, sie habe die Beschwerdeführerin seit April 2010 nicht mehr gesehen (Urk. 10/122/19).
3.4Der Hausarzt Dr. F.___ verwies für die Diagnosen, die Krankheitsanamnese und den erhobenen Befund auf die Berichte von Dr. E.___ und attestierte der Beschwerdeführerin seit dem Überfall am 10. Juni 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für ihre bisherige Tätigkeit im Aussendienst und ab 5. Februar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für eine angepasste Tätigkeit (und auch tatsächlich ausgeübte Tätigkeit) im Innendienst (Bericht vom 5. Februar 2008, Urk. 10/25/2; Bericht vom 13. August 2008, Urk. 10/39/1-6 Ziff. 1.1 ff. und Ziff. 5.2).
Ab dem 8. Juli 2010 attestierte Dr. F.___ der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (ärztliche Zeugnisse vom 8. Juli, 24. September und 9. Dezember 2010, Urk. 10/122/21-23; Bericht vom 8. Dezember 2010, Urk. 10/122/20; Bericht vom 25. Juli 2012, Urk. 7).
4.1Gesamthaft entspricht das C.___-Gutachten (Urk. 10/93/1-26) den erforderlichen Kriterien (vgl. E. 1.6): Die Beschwerdeführerin wurde ihren geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen (S. 5 f. Ziff. 4; S. 11 Ziff. 3), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (S. 4 Ziff. 3.4, S. 14 Ziff. 3.2.2) und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben (S. 2 ff. und S. 9 ff. jeweils Ziff. 2). Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet (S. 22 ff.).
4.2Inwiefern, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, die Beurteilung der C.___-Gutachter überholt sein sollte, ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht ersichtlich. Nach Lage der Akten war die Beschwerdeführerin seit April 2010 und damit auch seit der Begutachtung am C.___ nicht mehr bei Dr. E.___ in Behandlung. Soweit die Beurteilung von Dr. E.___ (vgl. E. 3.3) von der retrospektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter abweicht, vermag dies das Gutachten ebenfalls nicht in Frage zu stellen: In den Berichten von Dr. E.___ fehlt eine objektive Befunderhebung und sie begründete ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht weiter. Ihre Berichte sind daher nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abzustellen ist.
Ebenso verhält es sich mit den Berichten des Hausarztes Dr. F.___: Es fehlt an einer objektiven Befunderhebung sowie einer nachvollziehbaren Darlegung der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Keinem seiner Berichte ist eine Anamnese, ein objektiv erhobener Befund oder eine Diagnose zu entnehmen, vielmehr beschränkte er sich teilweise darauf, diesbezüglich auf verschiedenste Berichte von Dr. E.___ zu verweisen (vgl. Urk. 10/39/1-6). Zudem wurde hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu weiten Teilen auf die subjektive Beurteilung der Beschwerdeführerin abgestellt (vgl. Urk. 10/122/20 und Urk. 7), wiederum ohne diese mit medizinisch objektiven Gesichtspunkten zu untermauern.
Ohnehin ist bei den Einschätzungen von Dr. F.___ und Dr. E.___ der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese als Hausarzt beziehungsweise behandelnde Ärztin mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen). Zwar kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, da die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.3Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass aus psychiatrischer Sicht auch med. pract. D.___ keine Aspekte namhaft machte, welche den C.___-Gutachtern entgangen wären oder mit denen sich diese nicht befasst hätten. Insbesondere diagnostizierte med. pract. D.___ eine seit dem Jahr 2006 bestehende Anpassungsstörung, obwohl die Beschwerdeführerin während fast zwei Jahren (13. März 2007 bis 4. Januar 2009) nicht bei ihr in Behandlung war und auch im Zeitpunkt der Berichterstattung schon nicht mehr war (vgl. E. 3.2). Zur Arbeitsfähigkeit nahm sie keine Stellung.
4.4Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass der Beschwerdeführerin leidensangepasste körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend in temperierten Räumen ausgeübt werden können, ohne dass häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg regelmässig gehoben oder getragen werden müssen, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie ohne Tätigkeiten mit Menschenansammlungen zwischen Januar und Juni 2007 zu 90 % und ab Juli 2007 zu 100 % zumutbar sind.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzuführen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5.1Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen zu prüfen.
5.2Zur Bestimmung des Valideneinkommens zogen die Parteien die letzte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin bei der G.___ heran, wo die Beschwerdeführerin ab März 2005 tätig war (vgl. Urk. 10/30/2 Ziff. 2.1). Die Beschwer-
degegnerin stellte auf den vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Verdienst im Jahr 2006 von Fr. 75‘400.-- ab (Urk. 2 S. 2 f.); demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es sei von einem Jahresverdienst von Fr. 100‘750.-- plus Bonus auszugehen (Urk. 1 S. 6 f.).
Dem IK-Auszug ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der G.___ im Jahr 2005 während den Monaten März bis Dezember einen Lohn von Fr. 61‘155.--, im Jahr 2006 einen solchen von Fr. 71‘563.-- und im Jahr 2007 einen Jahresverdienst von Fr. 76‘159.-- erzielte (Urk. 10/31/1). Der im Jahr 2007 (und damit nach Eintritt des Gesundheitsschadens) erzielte Verdienst beinhaltete im Übrigen einen Soziallohnanteil (vgl. Urk. 10/30/3 Ziff. 2.10). Das vom Arbeitgeber der Pensionskasse gemeldete Jahreseinkommen betrug für das Jahr 2005 Fr. 74‘100.-- und für das Jahr 2006 Fr. 75‘400.-- (13 x Fr. 5‘800.--; Urk. 10/116/1; vgl. auch Urk. 10/162/18-29).
Weshalb das Jahressalär der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2008 plötzlich Fr. 100‘750.-- plus Bonus betragen sollte, wie vom Arbeitgeber und der Beschwerdeführerin behauptet, ist weder von der Beschwerdeführerin oder deren Arbeitgeber begründet, noch aufgrund der bisher erzielten Saläre nachvollziehbar, würde es sich dabei doch im Vergleich zu den Jahren 2005 und 2006 um einen Lohnanstieg von über 30 % handeln.
Daher ist das von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Valideneinkommen von Fr. 75‘400.--, welches weitgehend dem im Jahr 2006 tatsächlich erzielten Verdienst entsprach, nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.5 % (Nominallohnindex 2006-2010, Tabelle T1.2.05, Frauen, lit. G-O Sektor 3) ergibt sich für das Jahr 2007 ein Einkommen von Fr. 76‘531.-- (Fr. 75‘400.-- x 1.015).
5.3.1Zur Berechnung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn für „andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ Niveau 3 heran (vgl. Urk. 10/98). Die Beschwerdeführerin machte geltend, es sei der tatsächlich erzielte Verdienst von Fr. 39‘000.-- bei einem zirka 50%-Pensum heranzuziehen (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 3) und bezog sich dabei wohl auf die seit August 2011 ausgeübte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bei der H.___ (Urk. 10/134).
Es ist unbestritten und mit dem ärztlichen Belastungsprofil einer optimal angepassten Tätigkeit (vgl. E. 4.4) vereinbar, für das Invalideneinkommen den Verdienst einer kaufmännisch-administrativen Tätigkeit heranzuziehen, zumal die Beschwerdeführerin von November 2001 bis März 2003 einen Handelsdiplomkurs am I.___ absolvierte (Urk. 10/68/11) und seit einigen Jahren auch tatsächlich in diesem Bereich tätig ist. Da der von der Beschwerdegegnerin herangezogene Tabellenlohn von Fr. 5‘633.-- im Übrigen weitgehend dem auf ein 100%-Pensum hochgerechneten Monatslohn der H.___ entspricht (Fr. 5‘660.--; vgl. Urk. 10/134/1), gehen beide Parteien weitgehend vom selben Verdienst aus. Entgegen der Beschwerdeführerin kann der tatsächlich erzielte Verdienst bei der H.___ jedoch schon deswegen nicht herangezogen werden, da Ausgangspunkt für die Berechnung des Invaliditätsgrades das Jahr 2007 ist, die Beschwerdeführerin aber erst seit August 2011 bei der H.___ tätig ist. Im Jahr 2007 war die Beschwerdeführerin bei der G.___ tätig, übte dort jedoch einerseits nicht das ihr zumutbare Pensum von 90 % zwischen Januar und Juni 2007 und ab Juli 2007 von 100 % aus. Andererseits wurde ihr seitens dieses Arbeitgebers ein Soziallohn ausgerichtet, weshalb dieses Einkommen zur Berechnung des Invaliditätsgrades nicht geeignet ist (vgl. Art. 25 Abs. 1 lit. b IVV). Demzufolge sind, entsprechend der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin, die statistischen Tabellenlöhne heranzuziehen.
5.3.2Gemäss Tabelle TA7 der LSE 2006 erzielten Frauen mit Berufs- und Fachkenntnissen in kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten ein monatliches Einkommen von Fr. 5‘411.-- (LSE 2006, Tabelle TA7, Ziff. 23, Frauen Niveau 3). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen branchenüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 2006 von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 12/2013 S. 90 Tab. B9.2 lit. G-S Sektor 3) sowie der Nettolohnerhöhung fürs Jahr 2007 von 1.5 % (Nominallohnindex 2006-2010, Tabelle T1.2.05, Frauen, lit. G-O Sektor 3) resultiert für das Jahr 2007 bei einem 100 %-Pensum ein Invalideneinkommen von rund Fr. 68‘707.-- (Fr. 5‘411.-- x 12 ÷ 40 x 41.7 x 1.015) und bei einem 90 %-Pensum ein solches von Fr. 61‘836.-- (Fr. 68‘707.-- x 0.9).
5.4Im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 76‘531.-- resultiert für die Zeit von Januar bis Juni 2007 eine Erwerbseinbusse von Fr. 14‘695.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 19 % (abgerundet von 19.20 %). Ab Juli 2007 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 7‘824.-- und demzufolge ein Invaliditätsgrad von 10 % (abgerundet von 10.22 %).
6.1Zusammenfassend verneinte die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.2Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
MosimannFonti