Source: https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/zrp/nost/faq.html
Timestamp: 2019-11-12 01:59:30
Document Index: 10630054

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 23', '§ 22', '§ 57', '§ 2', '§ 11']

Die neue Oberstufe: FAQ-Liste (aktuelle Seite)
© Wolfgang Hoffelner Foto: © Wolfgang Hoffelner
Was sind die Ziele der NOST?
Die neue Oberstufe stellt ein modernes pädagogisches Gesamtkonzept mit dem Ziel verstärkter Individualisierung und Kompetenzorientierung dar. Sie hat den Anspruch, die Motivation der Schüler/innen zu heben, indem positive Leistungen bei Schulstufenwiederholungen erhalten bleiben. Die NOST soll zu höheren Erfolgsquoten, einer Reduktion von Wiederholungen und in weiterer Folge zu einer Reduktion von Abbrüchen der Schullaufbahn führen.
Wen betrifft die NOST?
Alle Klassen ab der 10. Schulstufe in mindestens 3-jährigen Schulformen (ab der 6. Klasse AHS, ab dem 2. Jahrgang BHS beziehungsweise 2. Klasse BMS sowie ab dem 1. Jahrgang Aufbaulehrgang) – ausgenommen sind die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen.
Was ändert sich durch die NOST?
Mit der Einführung der NOST wurden die Lehrpläne kompetenzorientiert gestaltet und semestriert aufgebaut. Jeder Unterrichtsgegenstand wird somit pro Semester beurteilt. Diese Neuausrichtung des Unterrichts stärkt die Eigenverantwortung der Schüler/innen für ihren Lernerfolg und fördert den sorgfältigen Umgang mit der Lern- und Lebenszeit.
Positive Leistungen bleiben erhalten, nur Negatives muss ausgebessert werden. Neu ist auch das Angebot der individuellen Lernbegleitung zur ganzheitlichen Unterstützung bei einem drohenden »Nicht genügend« (nach einem »Frühwarngespräch«). Ziel ist die Verbesserung der gesamten Lernsituation.
Ist der positive Abschluss eines Pflichtgegenstandes ab November nicht absehbar, erfolgt eine Frühwarnung. Das »Frühwarngespräch« bietet eine erste Gelegenheit, neben den gegenstandsbezogenen Fördermöglichkeiten auch die Möglichkeit der individuellen Lernbegleitung mit den Schülerinnen beziehungsweise Schülern und Erziehungsberechtigten in Betracht zu ziehen. Hierzu sollte an der Schule ein klarer Prozess festgelegt werden (zum Beispiel Verständigung, »Frühwarngespräch«, ILB-Auswahl und Betrauung, Zeitplan), damit entsprechende Unterstützungsmaßnahmen bedarfsgerecht angeboten werden können.
Nein, die Frühwarnung ist als Anstoß zu sehen. Schüler/in, Erziehungsberechtigte/r und Klassenvorstand/-vorständin oder Fachlehrer/in haben im Rahmen des »Frühwarngesprächs« (§ 19 Abs. 3a SchUG) pädagogisch zu entscheiden, welche Fördermaßnahme sinnvoll und zweckmäßig erscheint.
Nein, die ILB ist eine mögliche Unterstützungsmaßnahme, wenn eine Frühwarnung vorliegt.
Ja, es ist eine Maßnahme, die es bisher nicht gab (§§ 19a und 55c SchUG), bei der eine Schülerin/ein Schüler von einer Lernbegleiterin/einem Lernbegleiter individuell betreut wird. Die ILB soll unterstützend wirken, um im Fachunterricht positive Leistungen zu erzielen. Es geht um eine Verbesserung der gesamten Lernsituation!
Muss die ILB wöchentlich (eine Unterrichtseinheit pro Woche) stattfinden oder kann sie auch geblockt werden?
Es spricht viel dafür, die ILB-Treffen regelmäßig – einmal pro Woche zu einem fixen Zeitpunkt – zu organisieren, weil ein gewisser Rhythmus im Lernprozess wichtig ist.
In der Regel betreut eine Lernbegleiterin beziehungsweise ein Lernbegleiter eine Schülerin beziehungsweise einen Schüler. Liegen die gleichen Lernvoraussetzungen bei Schülerinnen beziehungsweise Schülern vor, können bis zu drei Schüler/innen zeitgleich in einer ILB-Stunde beraten werden.
Zu erwartende Erfolglosigkeit: Die Schülerin/der Schüler nimmt die vereinbarten Termine nicht wahr oder erbringt zum Beispiel in einem bestimmten Gegenstand ausschließlich negative Leistungen; es bestehen zu große Lernrückstände oder die Schülerin/der Schüler ist grundsätzlich überfordert.
Dies ist rechtlich nicht verankert und ist am Schulstandort unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu regeln.
Schülerberater/innen und Bildungsberater/innen bieten Informationen für Schüler/innen und deren Erziehungsberechtigten über Bildungsgänge, Eingangsvoraussetzungen und mögliche Abschlussqualifikationen. Sie bieten individuelle Beratung und Vermittlung von Hilfe bei Bildungslaufbahnfragen.
Die individuelle Lernbegleitung (ILB) ist eine Unterstützungsmaßnahme, die im Rahmen der neuen Oberstufe gesetzlich verankert wurde. Die Lernbegleiter/innen beraten Schüler/innen mit Lerndefiziten über einen vereinbarten Zeitraum, um sie zum Beispiel dabei zu unterstützen, individuelle Lernstrategien, Lernmotivation und Eigenverantwortung für ihren Lernprozess zu entwickeln, Selbstvertrauen aufzubauen, ihre Lern- / Prüfungskompetenz einzuschätzen und zu steuern sowie ihre Konzentrationsfähigkeit anzuwenden oder auch um ihr Durchhaltevermögen zu stärken – um nur einige Ziele aufzuzählen.
Bezahlt wird jede abgehaltene Betreuungsstunde – aus diesem Grund besteht eine Aufzeichnungspflicht. Erforderlich ist die Eintragung in UNTIS. Eine genaue Beschreibung der Eingabe und Auswertung der ILB-Stunden sind in der „UNTIS 2015 Broschüre“ nachzulesen (Unterrichts-, Personal-, Informations System).
Welche Tätigkeit wird genau bezahlt? Die Gespräche mit den Schülerinnen beziehungsweise Schülern, den Kolleginnen beziehungsweise Kollegen, den Erziehungsberechtigten? Was umfasst eine ILB-Stunde?
Für die ILB stehen Ressourcen im Ausmaß von maximal 40 Betreuungsstunden je betroffener Klasse und je Schuljahr (von September bis Juni) zur Verfügung.
Wird die ILB-Stunde im Rahmen der Unterrichtszeit abgehalten?
Nein, sie muss in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden.
Ist bei der Auswahl der Lernbegleiterin/des Lernbegleiters auf geschlechtsspezifische Aspekte Rücksicht zu nehmen?
Gibt es eine finanzielle Unterstützung seitens des BMBWF, damit Lehrpersonen diese Schulung absolvieren können?
Die Seminare sind für die Lehrpersonen kostenfrei – darüberhinausgehende finanzielle Unterstützungen sind nicht vorgesehen.
Wurde ein Unterrichtsgegenstand in einem Semesterzeugnis nicht positiv beziehungsweise nicht beurteilt (»Nicht genügend« oder »Nicht beurteilt«), so hat die Schülerin/der Schüler grundsätzlich die Möglichkeit, diese negative Beurteilung beziehungsweise Nichtbeurteilung mittels Semesterprüfung innerhalb von zwei Semestern auszubessern.
Die Semesterprüfungen finden grundsätzlich im Unterricht statt, können aber auch außerhalb des Unterrichts abgehalten werden. Semesterprüfungen im Unterricht sind von der jeweiligen Prüferin oder vom jeweiligen Prüfer zweckmäßigerweise so in den Unterricht einzubauen, dass auch andere Schüler/innen davon profitieren können. Wenn es der Prüferin beziehungsweise dem Prüfer in Hinblick auf die Unterrichtsarbeit oder den Prüfungsablauf zweckmäßig erscheint, können Semesterprüfungen auch außerhalb des Unterrichts stattfinden. Sofern die Prüfung außerhalb des Unterrichts stattfindet, kann es sich als sinnvoll erweisen, dass neben der prüfenden Lehrperson und der Prüfungskandidatin/dem Prüfungskandidaten mindestens eine weitere Person im Prüfungsraum ist.
Pro negativ oder nicht beurteiltem Pflicht- oder Freigegenstand sind grundsätzlich drei Antritte (Semesterprüfung + zwei Wiederholungen der Semesterprüfung) innerhalb von zwei Semestern möglich. In höchstens drei Pflichtgegenständen der 10. bis einschließlich der vorletzten Schulstufe ist ein vierter Antritt (zwischen Beurteilungskonferenz der letzten Schulstufe und dem Beginn der Klausurprüfungen sowie an den für die Durchführung der Wiederholungsprüfungen vorgesehenen Tagen) möglich.
Im Sommersemester der Abschlussklasse sind nur ein Antritt (zwischen Beurteilungskonferenz und dem Beginn der Klausurprüfungen) sowie eine Wiederholung (an den Wiederholungsprüfungstagen) möglich. Semesterprüfungen erfolgen grundsätzlich nur auf Antrag der Schülerin beziehungsweise des Schülers.
Die Prüfung ist in »Nicht-Schularbeitsfächern« mündlich beziehungsweise grafisch (15 bis 30 Minuten) oder schriftlich (maximal 50 Minuten) abzuhalten, in »Schularbeitsfächern« mündlich oder schriftlich beziehungsweise mündlich + schriftlich, abhängig von den laut Beiblatt nicht erbrachten Kompetenzen 1) (Dauer: mündlich 15 bis 30 Minuten, schriftlich mindestens 50 Minuten, jedoch nicht länger als die längste Schularbeit). Fachpraktische Prüfungen können bis zu 300 Minuten dauern.
1) Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoffe, die für ein „Nicht genügend“ oder „Nicht beurteilt“ maßgeblich waren.
Prüfer/in ist diejenige Lehrperson, die den betroffenen Unterrichtsgegenstand zuletzt unterrichtet hat oder aber eine von der Schulleitung bestellte, fachkundige Lehrperson. Ab der zweiten Wiederholung der Semesterprüfung haben die Schüler/innen ein Vorschlagsrecht, wer ihre Prüferin beziehungsweise ihr Prüfer sein soll.
Eine positive Beurteilung ersetzt die bisherige Semesterbeurteilung, wobei gemäß § 23a Abs. 6 SchUG die Leistungsbeurteilung über das Semester einzubeziehen ist und die neue Beurteilung im Semesterzeugnis bestenfalls ein »Befriedigend« sein kann. Dies bedeutet, dass die Semesterprüfung zwar mit sämtlichen Noten beurteilt werden kann, die neue Gesamtbeurteilung jedoch auf die Noten »Befriedigend«, »Genügend« beziehungsweise »Nicht genügend« beschränkt ist.
Pro Tag und Kandidat/in können höchstens zwei Semesterprüfungen oder deren Wiederholungen durchgeführt werden. Der Prüfungstermin ist den Kandidatinnen beziehungsweise Kandidaten von der Prüferin oder dem Prüfer spätestens eine Woche vor dem Tag der Semesterprüfung nachweislich bekannt zu geben.
Eine Schulnachricht ist in der Oberstufe nur mehr bis zum Wintersemester der 9. Schulstufe auszustellen. Danach erhalten die Schüler/innen Semesterzeugnisse.
Was steht in einem Semesterzeugnis?
Der Inhalt des Semesterzeugnisses richtet sich nach den Bestimmungen des § 22a SchUG beziehungsweise der Zeugnisformularverordnung. Im Falle einer Schulstufenwiederholung zählt die jeweils bessere Beurteilung; im Semesterzeugnis erfolgt diesbezüglich ein entsprechender Vermerk (= Klausel). Bei Unterrichtsgegenständen, von denen die Schülerin/der Schüler befreit wurde, erfolgt ein weiterer Zeugnisvermerk. Die Schulverwaltungssoftware »Sokrates BUND«, die seit dem Schuljahr 2014/15 an allen Bundesschulen im Einsatz ist, ist auf die geänderten Rahmenbedingungen der neuen Oberstufe ausgerichtet.
Was steht im Beiblatt zum Semesterzeugnis?
Nicht bestandene beziehungsweise nicht beurteilte Pflichtgegenstände werden auf dem dafür vorgesehenen Beiblatt zum Semesterzeugnis dokumentiert. Die Lehrperson hat jene Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoffbereiche im Beiblatt zum Semesterzeugnis festzuhalten, die zu der negativen Beurteilung beziehungsweise Nichtbeurteilung geführt haben. Dieses Beiblatt bildet den »Stoffumfang« für die Semesterprüfung und deren Wiederholung(en).
Zum Aufsteigen sind Schüler/innen mit nicht mehr als zwei negativen Semesterbeurteilungen beziehungsweise Nichtbeurteilungen in den beiden Semestern der betreffenden Schulstufe berechtigt. Es besteht allerdings die einmalige Möglichkeit eines Aufsteigens mit drei negativ beziehungsweise nicht beurteilten Pflichtgegenständen, sofern ein Klassenkonferenzum Beispieleschluss vorliegt.
Die Beurteilungskonferenz wird aus den Lehrpersonen der jeweiligen Klasse gebildet (§ 57 Abs. 2 SchUG). Die Lernbegleiterin/der Lernbegleiter ist berechtigt, an Konferenzen mit Stimmrecht teilzunehmen.
Ein Aufsteigen ist mit maximal zwei »Nicht genügend« oder Nichtbeurteilungen in den beiden Semesterzeugnissen möglich; einmalig mit drei »Nicht genügend« oder Nichtbeurteilungen, wenn es die Klassenkonferenz beschließt. Andernfalls ist die Schulstufe zu wiederholen. Alle positiven Beurteilungen bleiben erhalten, aber jede Note kann im Rahmen der Schulstufenwiederholung verbessert werden. Weiters besteht die Möglichkeit zur Befreiung von bereits erfolgreich absolvierten Gegenständen zwecks Teilnahme an anderen schulischen Angeboten (zum Beispiel Besuch eines Gegenstandes, der Schwierigkeiten bereitet, in einer Parallelklasse).
Ja, im Rahmen der Höchstdauer des Schulbesuchs. Bei einer fünfjährigen Schulform dürfte der Schulbesuch zum Beispiel maximal sieben Jahre dauern.
Einzelne Unterrichtsgegenstände können durch Ablegung von Semesterprüfungen vorgezogen beziehungsweise nach Maßgabe der organisatorischen Möglichkeiten übersprungen werden. Damit wird auch ein früherer Antritt zur Reife- beziehungsweise Reife- und Diplomprüfung im jeweiligen Pflichtgegenstand ermöglicht.
Wenn eine positive Absolvierung einer Semesterprüfung im Rahmen der Begabungsförderung in einem Pflichtgegenstand vorliegt, kann die Schülerin/der Schüler vom Pflichtgegenstand befreit werden. Zeitweises Fernbleiben vom Unterricht ist möglich, um zur Vorbereitung einer Semesterprüfung am Unterricht in einem anderen Semester teilzunehmen. Weiters kann in dieser Zeit auch „anderen“ Begabungen – zum Beispiel Angeboten außerhalb der Schule wie der Schüleruniversität – nachgegangen werden. Hingewiesen wird noch auf die Ausführungen im Aufsichtserlass 2005 [betreffend § 2 Abs. 4 der Schulordnung].
Prüfungskandidateninnen beziehungsweise Prüfungskandidaten dürfen zur abschließenden Prüfung antreten, wenn alle Pflichtgegenstände ab der 10. Schulstufe positiv absolviert wurden. Weiters haben alle verbindlichen Übungen ab der 10. Schulstufe einen Teilnahmevermerk aufzuweisen. Die im Lehrplan vorgesehenen (Pflicht-)praktika müssen grundsätzlich absolviert worden sein (Ausnahme: § 11 Abs. 10 SchUG findet Anwendung).
die letztmögliche Wiederholung einer Semesterprüfung nicht bestanden wurde;
ein Pflichtgegenstand negativ oder nicht beurteilt ist sowie die entsprechende Semesterprüfung und die beiden Wiederholungen nicht geschafft wurden und eine negative Beurteilung aus demselben Pflichtgegenstand bereits aus einem früheren Semester „mitgenommen“ wurde (das heißt, wenn in einem Pflichtgegenstand zwei »Nicht genügend« beziehungsweise »Nicht beurteilt« ohne Möglichkeit des Ausbesserns vorliegen);
mehr als drei negativ oder nicht beurteilte Pflichtgegenstände der 10. bis vorletzten Schulstufe vor der Klausurprüfung „offen“ sind (das heißt, wenn der maximale Rahmen für eine weitere Antrittsmöglichkeit bereits ausgeschöpft ist).