Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20156,%20294
Timestamp: 2019-09-15 17:28:57
Document Index: 161267277

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'Art. 288', '§ 254', '§ 80', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 80', '§ 839', 'BGH']

BGH, 09.10.2003 - III ZR 342/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1047
BGH, 09.10.2003 - III ZR 342/02 (https://dejure.org/2003,1047)
BGH, Entscheidung vom 09.10.2003 - III ZR 342/02 (https://dejure.org/2003,1047)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 2003 - III ZR 342/02 (https://dejure.org/2003,1047)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2003,1047) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 839; EG-Vertrag Art. 288
Klage gegen Gemeinde auf Ersatz eines Zinsschadens aufgrund gezahlter überhöhter Gebühren für Fleischuntersuchungen; Überschreitung der durch die EU vorgegebenen Pauschbeträge durch die beklagte Gemeinde; Vorliegen von Voraussetzungen, unter denen von den ...
Ausscheiden des Staatshaftungsanspruchs wegen anderweitiger Ersatzmöglichkeiten; Erfolgsaussichten des anderweitigen Rechtsbehelfs
Ersatzpflicht nach dem gemeinschaftsrechtl. Staatshaftungsanspruch
Bürgerliches Gesetzbuch, §§ 254 und 839 ; Verwaltungsgerichtsordnung, § 80
BGHZ 156, 294
NJW 2004, 1241
VersR 2004, 239
DVBl 2004, 192
DB 2004, 433
DÖV 2004, 210
Schadens verhindert hätte (BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003 - III ZR 342/02 NJW 2004, 1241 ).
342/02 - NJW 2004, 1241 ).
Deswegen hält der Senat § 839 Abs. 3 BGB auf den gemeinschaftsrechtlichen Staatshaftungsanspruch grundsätzlich für anwendbar (vgl. BGHZ 156, 294, 297 f m.w.N.).
b) Das Gemeinschaftsrecht steht der Anwendung des § 839 Abs. 3 BGB auf den gemeinschaftsrechtlichen Staatshaftungsanspruch nicht entgegen, wenn dem Geschädigten der Gebrauch des Rechtsmittels zumutbar ist (Fortführung des Senatsurteils BGHZ 156, 294).
Der Senat, der bereits im Urteil BGHZ 156, 294, 297 f die Regelung des § 839 Abs. 3 BGB auf den gemeinschaftsrechtlichen Staatshaftungsanspruch für anwendbar gehalten hat, hat in seinem Vorlagebeschluss vom 12. Oktober 2006 (…aaO S. 368 Rn. 49) unter Bezugnahme auf Rechtsprechung des Gerichtshofs (…Urteil vom 5. März 1996 aaO S. 1157 Rn. 84) die Auffassung vertreten, der von den nationalen Gerichten zu beachtende Grundsatz der Effektivität werde bei sachgerechter Anwendung des § 839 Abs. 3 BGB auf den gemeinschaftsrechtlichen Staatshaftungsanspruch nicht beeinträchtigt.
Für die Kausalität zwischen der Nichteinlegung des Rechtsbehelfs und dem Schadenseintritt ist der Schädiger beweispflichtig (vgl. BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003 - III ZR 342/02 -, NJW 2004, S. 1241 ;… Urteil vom 11. März 2010 - III ZR 124/09 -, NJW-RR 2010, S. 1465).
Bei der Frage, welchen Verlauf die Sache genommen hätte, wenn der Rechtsbehelf eingelegt worden wäre, ist grundsätzlich auch zu berücksichtigen, wie nach der wirklichen Rechtspraxis entschieden worden wäre (vgl. BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003 - III ZR 342/02 -, NJW 2004, S. 1241 ).
vgl. BGH, Urteil vom 9.10.2003 - III ZR 342/02 -, juris, Rn. 12.
Dies beruht auf dem Gedanken, dass es im Hinblick auf § 839 Abs. 3 BGB, der beim gemeinschaftsrechtlichen Staatshaftungsanspruch entsprechend anwendbar ist (vgl. Senatsurteil BGHZ 156, 294, 297 f), dem Geschädigten auch bei einer nicht eindeutigen Rechtslage zugemutet wird, einer Belastung im Wege des Primärrechtsschutzes entgegenzuwirken, will er nicht mögliche Schadensersatzansprüche verlieren.
Die Darlegungs- und Beweislast trägt insoweit der Schädiger (vgl. nur Senat, Urteil vom 16. Januar 1986 - III ZR 77/84 - NJW 1986, 1924, 1925; BGHZ 156, 294, 299;… siehe auch Staudinger/Wurm, BGB, Neubearbeitung 2007, § 839 Rn. 350).
Vielmehr ist hier auch die Rechtspraxis hinsichtlich der in Rede stehenden Frage zu dem Zeitpunkt in Betracht zu ziehen, in dem das Rechtsmittel hätte eingelegt werden müssen (vgl. Senat, BGHZ 156, 294, 300;… Staudinger/Wurm, aaO, Rn. 351).
Auch bei einem Antrag, der zu einer gerichtlichen Entscheidung führen soll, muss die Rechtspraxis in der in Rede stehenden Frage zu dem Zeitpunkt in Betracht gezogen werden, in dem der Rechtsbehelf hätte angebracht werden müssen, wenn er den Eintritt des Schadens hätte verhindern sollen (Senatsurteil BGHZ 156, 294, 299 f m.w.N.).
Hierzu zählen auch Rechtsbehelfe des einstweiligen Rechtsschutzes (vgl. Senatsurteil vom 9. Oktober 2003 - III ZR 342/02, BGHZ 156, 294, 298 f mwN zu einem Antrag nach § 80 Abs. 5 VwGO).
Die Ersatzpflicht kann nach § 839 Abs. 3 BGB nur verneint werden, wenn die Einlegung eines gebotenen "Rechtsmittels" den Schaden verhindert hätte, wobei für die Kausalität der Schädiger beweispflichtig ist (zuletzt BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003, III ZR 342/02).