Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201995,%201349
Timestamp: 2020-04-03 21:14:43
Document Index: 171832124

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', '§ 516', '§ 516', '§ 528', '§ 90', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 528', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2325', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.02.1995 - IV ZR 36/94 - dejure.org
BGH, 01.02.1995 - IV ZR 36/94
https://dejure.org/1995,448
BGH, 01.02.1995 - IV ZR 36/94 (https://dejure.org/1995,448)
BGH, Entscheidung vom 01.02.1995 - IV ZR 36/94 (https://dejure.org/1995,448)
BGH, Entscheidung vom 01. Februar 1995 - IV ZR 36/94 (https://dejure.org/1995,448)
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BGB §§ 516, 528
Feststellung der Voraussetzungen einer Schenkung im Rahmen vorweggenommener Erbfolge
Schenkung - Erbfolge
BGB §§ 516, 528; BGB § 516, § 528; BSHG § 90
Unentgeltlichkeit der Übergabe eines Hausgrundstücks in Vorwegnahme der Erbfolge
Unentgeltlichkeit einer Übergabe
NJW 1995, 1349
MDR 1995, 500
DNotZ 1996, 640
FamRZ 1995, 478
FamRZ 1995, 479
WM 1995, 1076
DB 1995, 873
Pflichtteilsberechnung: Berücksichtigung einer im Wege vorweggenommener Erbfolge …
Es obliegt weithin dem Tatrichter durch Auslegung zu ermitteln, was die Parteien des Rechtsgeschäfts vereinbart haben (BGHZ 113, 310, 313; Senatsurteil vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94 - NJW 1995, 1349 unter 2 a = juris Tz. 11).
c) Begriff und Motivation legen es bei einer "vorweggenommenen Erbfolge" zunächst eher nahe, dass damit die Eigentumsübertragung als mit Rücksicht auf das künftige Erbrecht umschrieben werden soll (Senatsurteil vom 1. Februar 1995 aaO), was wiederum für eine Ausgleichsanordnung spricht, weil so die Berücksichtigung der Zuwendung auf den Erbteil, nicht aber auf den Pflichtteil bezogen wird (…vgl. SchlHOLG aaO;… Pastewski aaO).
Eine solche Beweiserleichterung hat der Bundesgerichtshof bislang allerdings nur Dritten gewährt, deren schutzwürdige Interessen durch das Vorliegen einer Schenkung tangiert wurden, wie dies etwa bei Pflichtteilsberechtigten (BGHZ 59, 132, 136 = NJW 1972, 1709, 1710), Vertrags- oder Schlusserben (BGHZ 82, 274, 281 f. = NJW 1982, 43, 44 f.) oder bei Sozialhilfeträgern nach der Überleitung von Rückforderungsansprüchen aus § 528 BGB (BGH Urteile vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94 - FamRZ 1995, 479, 480 und vom 6. März 1996 - IV ZR 374/94 - NJW-RR 1996, 754, 755) der Fall ist.
Bei gemischten Schenkungen ist dabei besonders zu prüfen, ob die Vertragsparteien sich überhaupt einer Wertdifferenz zwischen den beiden Leistungsseiten bewusst und sich insoweit darüber einig waren, jedenfalls den überschießenden Leistungsteil dem Beschenkten unentgeltlich zuzuwenden, mithin die Gegenleistung nicht lediglich ein gewollt günstiger Preis sein sollte (vgl. BGH, Urteile vom 21. Juni 1972 - IV ZR 221/69, BGHZ 59, 132, 135; vom 18. Mai 1990 - V ZR 304/88, WM 1990, 1790 zu Grundstück E. unter 2 b; vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94, NJW 1995, 1349 unter 2 b; RGZ 163, 257, 259 f.).
Diese Angabe kann sowohl auf dem Verständnis beruhen, eine unentgeltliche Zuwendung vorzunehmen wie darauf, die Rechtsfolgen einer Erbschaft durch ein entgeltliches Geschäft vorzeitig herbeiführen zu wollen (vgl. BGH, Urteile vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94, NJW 1995, 1349 unter 2; vom 6. März 1996 - IV ZR 374/94, NJW-RR 1996, 754 unter II 1 b).
Besteht hierbei eine auffallende, über ein geringes Maß deutlich hinausgehende Diskrepanz, dann begründet dies im Einklang mit der Lebenserfahrung die tatsächliche, widerlegbare Vermutung für einen Schenkungswillen der Vertragsparteien (vgl. BGH, Urteile vom 21. Juni 1972 - IV ZR 221/69, BGHZ 59, 132, 135 f.; vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94, NJW 1995, 1349 unter 2; vom 6. März 1996 - IV ZR 374/94, NJW-RR 1996, 754 unter II 2 a).
Ausschlaggebend hierfür ist, ob Leistung und Gegenleistung in der maßgebenden subjektiven Wertung der Vertragsparteien gleichwertig sind (BGH MDR 1995, 500;… OLG Düsseldorf a.a.O.); nur bei auffallend grobem Missverhältnis zwischen dem wirklichen Wert von Leistung und Gegenleistung ist von teilweise unentgeltlicher Zuwendung auszugehen (BGHZ 59, 132).
Wenn diese das zu dieser Zeit nicht überschaubare Risiko künftiger Pflegebedürftigkeit des Erblassers und der Beklagten durch die von der Stieftochter übernommene Verpflichtung absichern wollten, handelt es sich hierbei um eine entgeltliche Gegenleistung, die mit dem von den Vertragschließenden angenommenen Wert in den Äquivalenzvergleich von Leistung und Gegenleistung einzustellen ist (vgl. BGH MDR 1995, 500; OLG Oldenburg FamRZ 1998, 516; OLG Köln OLGR 1993, 43).
OLG Celle, 08.07.2008 - 6 W 59/08
Grundstücksübertragung mit Wohnrecht und Pflegeverpflichtung: Feststellung der …
Bei einer davon abweichenden Bewertung würde dem Erwerber, der bewusst eine Verpflichtung mit ungewisser Dauer übernommen hat, im Hinblick auf die Pflichtteilsergänzung das eingegangene Risiko abgenommen, was nicht gerechtfertigt ist, weil bei der Anwendung von § 2325 Abs. 1 BGB "schutzwerte Interessen Dritter berührt werden" (BGH NJW 1995, 1349 f.), die nicht mit dem Argument ausgehöhlt werden dürfen, es sei ein Verlauf denkbar, bei dem der Erwerber eine Gegenleistung erbringen muss, die über den Betrag hinausgeht, der sich aufgrund des maßgeblichen Kapitalisierungsfaktors errechnet (so aber OLG Oldenburg in NJW-RR 1992, 778 f).
b) Auf den subjektiven Tatbestand einer Schenkung, nämlich die Einigkeit der Vertragspartner über die Unentgeltlichkeit, kann allerdings nach der Lebenserfahrung in der Form einer tatsächlichen Vermutung als Beweiserleichterung dann geschlossen werden, wenn zwischen den wirklichen Werten von Leistung und Gegenleistung ein objektives, über ein geringes Maß deutlich hinausgehendes Missverhältnis (auffallend und grob) zum Zeitpunkt der Zuwendung festzustellen ist, wobei der Tatrichter die Werte notfalls auf der Grundlage von § 287 Abs. 2 ZPO zu ermitteln und zu beziffern hat (BGH NJW-RR 1996, 754 f und NJW 1995, 1349 f jeweils m. w. N.).
Bei einer davon abweichenden Bewertung mit der Erwägung, es sei ein anderer Verlauf der Dinge möglich, würde dem Erwerber, der bewusst eine Verpflichtung mit ungewisser Dauer übernommen hat, im Hinblick auf die Pflichtteilsergänzung das eingegangene Risiko abgenommen, was nicht gerechtfertigt ist, weil bei der Anwendung von § 2325 Abs. 1 BGB "schutzwerte Interessen Dritter berührt werden" (BGH NJW 1995, 1349 f.), die nicht mit dem Argument ausgehöhlt werden dürfen, es sei ein Verlauf denkbar, bei dem der Erwerber eine Gegenleistung erbringen muss, die über den Betrag hinausgeht, der sich aufgrund des maßgeblichen Kapitalisierungsfaktors errechnet.
Danach ist eine Schenkung zu vermuten, soweit zwischen Leistung und Gegenleistung ein objektives, über ein geringes Maß deutlich hinausgehendes Missverhältnis besteht (BGHZ 82, 274, 281 f. ; Senatsurteile vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94 - NJW 1995, 1349 unter 3 b; vom 17. April 2002 - IV ZR 259/01 - ZEV 2002, 282 unter 3 c).
BGH, 06.03.1996 - IV ZR 374/94
Gegenstand einer gemischten Schenkung
Der bloße Hinweis im Vertrag darauf, daß das Haus im Wege der vorweggenommenen Erbfolge übergeben werde, besagt nichts über die Unentgeltlichkeit, wie der Senat nach Erlaß des Berufungsurteils entschieden hat (Urt. v.1.2.1995 - IV ZR 36/94 -, NJW 1995, 1349 = ZEV 1995, 265 = ErbPrax 1995, 297, unter 2b).
Zwar besagt der bloße Hinweis im Übergabevertrag darauf, dass der Grundbesitz in Vorwegnahme der Erbfolge übergeben wird, für sich betrachtet allein noch nichts über die Unentgeltlichkeit der Übergabe (vgl. BGH NJW 1995, 1349).
Allein das im Vertragstext festgehaltene Motiv, Eigentum in vorweggenommener Erbfolge zu übergeben, entbindet den Tatrichter nicht von der Aufgabe, den Vertrag unter Berücksichtigung aller Umstände auszulegen einschließlich seiner Vorgeschichte und der Interessenlage der Beteiligten (BGH Urteil v. 1.2.1995 IV ZR 36/94 NJW 1995 S. 1349 f m.w.N.).
OLG Karlsruhe, 26.10.2009 - 3 U 22/09
Geltendmachung eines nach Grund und Höhe rechtsfehlerfrei festgestellten …
OLG Brandenburg, 27.02.2008 - 9 UF 219/07
OLG Düsseldorf, 05.02.2001 - 9 U 136/00
OLG Düsseldorf, 17.02.1999 - 9 U 125/98
Rechtsnatur eines entschädigungslosen Rücktauschrechts in einem notariellen …
Erstattungsanspruch, Sozialhilfeträger, Zuwendungen, Abkömmling, sittenwidrige …
OLG Braunschweig, 16.10.2000 - 7 U 17/00
Begriff der unentgeltlichen Übertragung eines Grundstücks
OLG Köln, 20.04.2000 - 15 U 159/99
OLG Köln, 12.01.2001 - 19 U 134/00
Rückforderung einer Schenkung wegen Verarmung des Schenkers; Beweis der …
OLG Zweibrücken, 30.08.1999 - 3 W 125/99
Begriff und Form vorweggenommener Erbfolge
OLG Brandenburg, 18.12.2002 - 4 U 38/01
Übertragung eines Grundstücks zum Zwedcke der Errichtung eines Hauses gegen …
VGH Baden-Württemberg, 15.04.1999 - 7 S 909/98
Nachrang der Sozialhilfe - Herausgabe einer Schenkung
BayObLG, 21.02.1996 - 1Z RR 15/94
Voraussetzungen für Annahme einer Schenkung bei Hofübergabevertrag
OVG Niedersachsen, 13.03.2012 - 10 LB 184/09
Zahlungsansprüche nach der Betriebsprämienregelung der EGV 1782/2003; Gewährung …
OLG Köln, 24.03.2000 - 19 U 103/99
OLG Koblenz, 13.10.2009 - 2 U 200/09
Begriff der gemischten Schenkung im Rahmen der Pflichtteilsergänzung
OLG Frankfurt, 09.04.1998 - 15 U 135/97
Problem der Unentgeltlichkeit der Erteilung der Löschungsbewilligung eines …
VG Regensburg, 11.07.2019 - RN 5 K 18.1415
Eigener Zahlungsanspruch, Weiterer Zahlungsanspruch, Vorweggenommene Erbfolge, …
OVG Schleswig-Holstein, 03.07.1996 - 5 O 15/96
Erfolgsaussichten; Beweisaufnahme; Mittelloser; Prozeßkostenhilfe; Schenkung; …
VG München, 15.04.2008 - M 1 K 07.5379
VG Münster, 26.01.2006 - 5 K 3084/04