Source: https://www.hensche.de/Frauendiskriminierung_Geldentschaedigung_im_Berliner_SONY-Fall_LAG_Berlin-Brdbg_3Sa917-11.html
Timestamp: 2019-05-21 08:51:18
Document Index: 213516257

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 2', '§ 15', '§ 22', '§ 3']

Frauendiskriminierung: Geldentschädigung im Berliner Sony-Fall - HENSCHE Arbeitsrecht
ARBEITSRECHT AKTUELL // 11/127
(Frau­en-) Dis­kri­mi­nie­rung bei So­ny: Nach jah­re­lan­ger Pro­zess­dau­er ist das Ur­teil jetzt ge­fal­len
04.07.2011. Es ist dis­kri­mi­nie­rend, bei Be­för­de­run­gen das Ge­schlecht der Kan­di­da­ten als Aus­wahl­kri­te­ri­um her­an­zu­zie­hen (§ 7, § 1, § 2 Abs.1 Nr. 1, 2 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz - AGG). Be­trof­fe­ne kön­nen hier Scha­dens­er­satz, z. B. für Ver­dienst­nach­tei­le, und ei­ne Ent­schä­di­gung ver­lan­gen (§ 15 AGG). Da­bei müs­sen sie nicht die Dis­kri­mi­nie­rung selbst be­wei­sen, son­dern es ge­nü­gen Hilfs­tat­sa­chen (In­di­zi­en), die sie ver­mu­ten las­sen (§ 22 AGG). Der Ar­beit­ge­ber muss die­se Ver­mu­tung dann wi­der­le­gen.
Noch kein aus­rei­chen­des In­diz für ei­ne Frau­en­dis­kri­mi­nie­rung liegt vor, wenn ein Mann an­stel­le ei­ner schwan­ge­ren Be­wer­be­rin be­för­dert wird. Das kann aber ein Hin­weis sein, der zu­sam­men mit an­de­ren In­di­zi­en zu der Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­mu­tung füh­ren kann (vgl. § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG). Wel­che Um­stän­de bei ei­ner sol­chen „Ge­samt­schau“ be­deut­sam sein kön­nen, zeigt ei­ne Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­rich­tes (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg (Ur­teil vom 28.06.2011, 3 Sa 917/11).
Ar­beits­recht ak­tu­ell: 11/142 Dis­kri­mi­nie­rung bei Ver­trags­ver­län­ge­rung we­gen der eth­ni­schen Her­kunft