Source: https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/landgericht/amberg/bewaehrungshilfe.php
Timestamp: 2018-01-20 22:59:19
Document Index: 297578860

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 21', '§ 56', '§ 24', '§ 61', '§ 68', '§ 68', '§ 31']

Landgericht Amberg – Bewährungshilfe - Bayerisches Staatsministerium der Justiz
Bewährungshilfe ist eine Form der ambulanten Straffälligenhilfe. Straffälligkeit ist abweichendes Verhalten, das durch die Strafgerichtsbarkeit sanktioniert wird. Gleichrangig neben der Strafe gebietet das Sozialstaatsprinzip die Bereitstellung von Hilfsangeboten.
Bewährungshilfe als zielgerichtetes, methodisches Handeln dient der Befähigung der Probanden, zukünftig innerhalb bestehender Normen straffrei leben zu können. Vorrangiges Ziel ist hierbei, die Probanden zur Selbsthilfe zu befähigen.
Bewährungshilfe hat zur Aufgabe, Zusammenhänge zu erkennen, Wechselwirkungen aufzuzeigen und daraus Handlungsmöglichkeiten zusammen mit den Probanden zu entwickeln. Freiheitsentziehende Maßnahmen sind soweit möglich zu vermeiden, da soziales Verhalten effektiver in Freiheit zu erlernen ist.
Ein Sonderfall in der Betreuung und Kontrolle von Probanden stellt die 1975 eingeführte Führungsaufsicht dar. Im Gegensatz zur Strafaussetzung zur Bewährung, die immer eine positive Sozialprognose voraussetzt, wird die Führungsaufsicht häufig bei einer negativen Sozialprognose angeordnet.
Die gesetzlichen Grundlagen der Strafaussetzung zur Bewährung sind in § 56 Strafgesetzbuch (StGB) und § 21 Jugendgerichtsgesetz (JGG) geregelt: In § 56 d StGB und § 24 JGG wird der Bewährungshelfer beauftragt. Der Gesetzgeber erteilt hier der Bewährungshilfe einen Hilfsauftrag, betraut sie jedoch gleichzeitig mit einer Überwachungsfunktion.
In § 61 Abs. 4 StGB wird auf die Führungsaufsicht als Maßregel der Besserung und Sicherung hingewiesen. Bei wem u.a. Führungsaufsicht angeordnet wird und wie lange diese dauert, wird in den §§ 68 ff. StGB festgelegt. Der Bewährungshilfe wird im § 68 a StGB ihre Aufgabe zugeteilt.
Leitbild der Bewährungshilfe in Bayern
Soziale Arbeit basiert auf humanitären und demokratischen Grundwerten. Sie respektiert die Würde und Gleichheit aller Menschen.
Der Mensch als denkendes Wesen besitzt ein Leben lang die Fähigkeit zu lernen, sich zu verändern und weiter zu entwickeln; er trägt im Rahmen seiner Möglichkeiten Verantwortung für sich selbst und seine Entscheidungen.
Wie jeder Mensch trägt auch der Proband oder die Probandin die Verantwortung für sein oder ihr eigenes Leben. Der Bewährungshelfer oder die Bewährungshelferin übernimmt die professionelle Verantwortung für sein oder ihr Handeln gegenüber dem Probanden oder der Probandin. Diese Verantwortlichkeiten und eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber dem Probanden oder der Probandin bilden die Basis der Arbeitsbeziehung.
Bewährungshilfe ist sozialpädagogische, ambulante und staatliche Straffälligenhilfe im Auftrag der Strafgerichte. Sie ist ein Organ der Rechtspflege.
Bewährungshelfer oder Bewährungshelferinnen betreuen Personen, die aufgrund einer geltenden gesetzlichen Bestimmung durch ein Strafgericht der Aufsicht und Leitung eines Bewährungshelfers oder einer Bewährungshelferin unterstellt sind.
Die Bewährungshilfe setzt sich für die Resozialisierung der verurteilten Personen ein. Sie respektiert und fördert ihre Selbständigkeit mit den Zielen, erneute Straffälligkeit zu vermeiden und die Lebenslagen zu verbessern. Damit leistet die Bewährungshilfe einen wichtigen Beitrag zur inneren Sicherheit.
Die Bewährungshilfe hat ein doppeltes Mandat: Hilfe und Betreuung sowie die Überwachung des Probanden oder der Probandin.
Der Bewährungshelfer oder die Bewährungshelferin berichtet den aufsichtsführenden Gerichten regelmäßig über die Lebensführung der verurteilten Person und die Einhaltung der Auflagen und Weisungen.
Die Bewährungshilfe arbeitet effizient, lösungs- und ressourcenorientiert nach fachlichen Standards. Im Mittelpunkt steht dabei die Einzelfallhilfe. Sie kann durch Gruppen- und Projektarbeit ergänzt werden.
Fortbildung, Supervision und Intervision für die Bewährungshelfer oder Bewährungshelferinnen und eine laufende Überprüfung und gegebenenfalls Verbesserung der landesweit verbindlichen fachlichen Standards sichern die Qualität der Arbeit in der Bewährungshilfe.
Die Zusammenarbeit aller Beschäftigten ist von gegenseitiger Wertschätzung, Transparenz und Solidarität geprägt. Leitungshandeln orientiert sich an einem kooperativen Führungsstil und fördert die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Beschäftigten (Gender-Mainstream).
Grundlegender Bestandteil unserer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Personen und Institutionen innerhalb und außerhalb der Justiz. Sie erfolgt unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen. Durch den Ausbau und die Nutzung von sozialen Netzwerken wird die Umsetzung unserer beruflichen Ziele gefördert. Die Kooperation mit den Fachhochschulen und die Ausbildung von Praktikanten/-innen sichern unsere fachliche Weiterentwicklung und die Nachwuchsförderung.
Wir machen es uns zur Aufgabe, dieses Leitbild zu pflegen und weiter zu entwickeln.
Verabschiedet von der Delegiertenversammlung der ABB am 22.10.2007 in Nürnberg
Broschüre zum Herunterladen - Leitbild der Bewährungshilfe in Bayern
In der Bewährungshilfe Amberg arbeiten neun hauptamtliche Bewährungshelfer.
Der Bewährungshilfe steht ein Leitender Bewährungshelfer vor, der von einem Stellvertreter unterstützt wird.
Gerald Jobst (Leitender Bewährungshelfer)
Telefon: 09431 / 797591 -17, E-Mail: Gerald.Jobst@lg-am.bayern.de
Thiemo Lacher (stellv. Leitender Bewährungshelfer)
Telefon: 09621 / 604-584, E-Mail: Thiemo.Lacher@lg-am.bayern.de
Regina Michnik
Telefon: 09431 / 797591-12, E-Mail: Regina.Michnik@lg-am.bayern.de
Telefon: 09621 / 604-587, E-Mail: Gerhard.Neubauer@lg-am.bayern.de
Telefon: 09431 / 797591-16, E-Mail: Thomas.Schade@lg-am.bayern.de
Sabine Simececk
Telefon: 09431 / 797591-14, E-Mail: Sabine.Simececk@lg-am.bayern.de
Telefon: 09621 / 604-582, E-Mail: Elfriede.Wagner@lg-am.bayern.de
Telefon 09621 / 604-585, E-Mail: Claudia.Rigo@lg-am.bayern.de
Marquardt-Reiser Sabine
Telefon 09431 / 79759113, E-Mail: Sabine.Marquardt-Reiser@lg-am.bayern.de
Die Geschäftsstelle der Bewährungshilfe beim Landgericht Amberg ist telefonisch wie folgt erreichbar:
09621 / 604-581 (Bewährungshilfe Amberg)
09431 / 797591-15 (Bewährungshilfe Schwandorf)
Praktikanten und ehrenamtliche Bewährungshelfer
Für Studenten/innen der Fachbereiche Sozialpädagogik / Sozialarbeit besteht die Möglichkeit, ein praktisches Studiensemester (in der Regel 4. Semester) oder ein theroriebegleitendes Praktikum (Theoprax) bei der Bewährungshilfe Amberg zu absolvieren.
Herrn Präsidenten des Landgerichts Amberg
Es besteht die Möglichkeit, ehrenamtlich in der Bewährungshilfe mitzuarbeiten.
Ehrenamtliche Mitarbeiter in der Bewährungshilfe unterstützen den hauptamtlichen Bewährungshelfer entweder in einem bestimmten Fall oder bei einem konkreten Problem.
Der Bewährungshelfer leitet ihn an und steht ihm als Supervisor zur Verfügung. Die Verantwortung verbleibt beim hauptamtlichen Bewährungshelfer.
Ehrenamtliche Mitarbeiter müssen für dieses Amt besonders geeignet sein. Hierzu gehört u.a. praktische Lebenserfahrung und Realitätssinn, Einfühlungsvermögen und psychische Belastbarkeit sowie die Bereitschaft, mit der Justiz zusammenzuarbeiten und sich beraten zu lassen.
Ehrenamtliche Mitarbeiter sollten mindestens 25 Jahre alt sein und die Fähigkeit zum Amt eines Schöffen haben (§§ 31, 32 GVG).
Bei Interesse an einer Mitarbeit als ehrenamtlicher Helfer wenden Sie sich bitte an
Herrn Jobst, Telefon: 09431 / 797591 -17.
Projekte und Gruppenarbeit
Informationen über Projekte und Gruppenarbeiten finden Sie unter
http://www.bewaehrungshilfe-bayern.de/