Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-einzelrichter-in-einer-arzthaftungssache-362304
Timestamp: 2020-02-22 13:16:28
Document Index: 334085935

Matched Legal Cases: ['§ 348', 'Art. 101', '§ 348', '§ 348', 'Art. 101', '§ 568', 'Art. 3', '§ 348', 'BGH', 'BGH', '§ 526', 'BGH', 'BGH']

Der Ein­zel­rich­ter in einer Arzt­haf­tungs­sa­che | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Sieht der Geschäfts­ver­tei­lungs­plan kei­ne Spe­zi­al­zu­stän­dig­keit einer Zivil­kam­mer nach § 348 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. e ZPO vor, ist bei einer Ent­schei­dung durch den Ein­zel­rich­ter nicht schon wegen des Umstands, dass Arzt­haf­tungs­sa­chen grund­sätz­lich vom voll besetz­ten Spruch­kör­per zu ver­han­deln sind, ein Ver­stoß gegen den Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter gege­ben.
Allei­ne der Umstand, dass nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs Arzt­haf­tungs­sa­chen grund­sätz­lich vom voll besetz­ten Spruch­kör­per zu ver­han­deln sind, reicht für die Annah­me eines Ver­sto­ßes gegen den Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) im Hin­blick auf die in § 348 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. e ZPO getrof­fe­ne Rege­lung nicht aus.
Gemäß § 348 Abs. 4 ZPO kann ein Rechts­mit­tel nicht auf eine unter­las­se­ne Vor­la­ge an die Kam­mer gestützt wer­den. Dies bestä­tigt den Grund­satz, dass Ent­schei­dun­gen eines unzu­stän­di­gen Spruch­or­gans grund­sätz­lich hin­ge­nom­men wer­den, um Streit über Zustän­dig­keits­fra­gen zu ver­mei­den 1.
Eine nicht mehr ver­ständ­li­che oder offen­sicht­lich unhalt­ba­re Miss­ach­tung der Zustän­dig­keits­nor­men durch den Ein­zel­rich­ter, die gegen das Will­kür­ver­bot ver­sto­ßen hät­te und einen Ver­stoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG dar­stel­len könn­te 2, liegt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs im hier ent­schie­de­nen Fall nicht vor. Der Hin­weis auf die Recht­spre­chung zu § 568 Satz 3 ZPO geht ins Lee­re, weil die dazu getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen Fäl­le betra­fen, in denen der Ein­zel­rich­ter mit der Zulas­sungs­ent­schei­dung zugleich die grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Rechts­sa­che bejaht hat, so dass er zwin­gend das Ver­fah­ren an das Kol­le­gi­um hät­te über­tra­gen müs­sen, sei­ne Ent­schei­dung mit­hin objek­tiv will­kür­lich war und gegen das Ver­fas­sungs­ge­bot des gesetz­li­chen Rich­ters ver­stieß 3.
Par­tei­ver­nah­me zum Sechs-Augen-Gespräch Der Grund­satz der Waf­fen­gleich­heit, der Anspruch auf recht­li­ches Gehör sowie das Recht auf Gewähr­leis­tung eines fai­ren Pro­zes­ses und eines wir­kungs­vol­len Rechts­schut­zes erfor­dern gemäß Art. 3…
Münch­Komm-ZPO/­Deub­ner, 4. Aufl., § 348 Rn. 65 f.[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.12.2006 – VI ZR 4/​06, BGHZ 170, 180 Rn. 5 zu § 526 Abs. 3 ZPO[↩]
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.03.2003 – IX ZB 134/​02, BGHZ 154, 200, 202 f.; vom 27.04.2010 – VIII ZB 81/​09; vom 22.11.2011 – VIII ZB 81/​11, NJW-RR 2012, 125 Rn. 9[↩]
ArzthaftungEinzelrichterGerichtsverfassungLandgericht