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Timestamp: 2016-10-23 22:10:55
Document Index: 236753958

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 12/01 (04.04.2002)
W.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Andreas Gafner, Nidaugasse 24, 2500 Biel 3,
A.- W.________, geb. 1935, war seit 1978 als Offset-Drucker bei der Firma X.________ SA t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 1. Februar 1996 st�rzte er w�hrend des Skifahrens und erlitt dadurch eine Ruptur der Supraspinatussehne rechts, woraufhin am 13. August 1996 eine Reinsertion erfolgte (Operationsbericht des Dr. med. N.________, Spezialarzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, vom 14. August 1996). W�hrend des Tragens einer schweren Blumenkiste rutschte der Versicherte am 23. April 1996 in kniender Position aus, wobei er einen einschiessenden Schmerz in den R�cken versp�rte. Anl�sslich der am 8. Mai 1996 durchgef�hrten Sequestrektomie nach Williams wurde eine linksseitige Diskushernie der Bandscheibe L3/4 mit kaudaler Sequestrierung mit Neurokompression und konkomitierendem radikul�rem Schmerz- und Ausfallsyndrom L5/S1 links nachgewiesen (Operationsbericht des PD Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Neurochirurgie, vom 8. Mai 1996). Am 19. Dezember 1996 glitt er auf einer Treppe aus und verletzte sich dabei an der linken Schulter (Ruptur der Supraspinatus- und Subscapularissehnen links, Luxation der Bicepssehne mit Impingement acromioclavikul�r). Dr. med. N.________ nahm am 28. Januar 1997 eine Reinsertion der Sehnen, eine Fixation der Bicepssehne und eine Acromioplastik vor (Operationsbericht vom 29. Januar 1997).
Nach einem Aufenthalt des Versicherten vom 8. Oktober bis 5. November 1997 in der B�derklinik Y.________ holte die SUVA u.a. einen Austrittsbericht des Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH f�r Innere Medizin, spez. Rheumatologie, vom 5. November 1997 sowie einen Bericht des Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie, vom 20. August 1997 ein, woraufhin der Kreisarzt Dr. med. K.________ am 14. November 1997 seine Abschlussuntersuchung vornahm (Bericht vom 14. November 1997). Die SUVA zog in der Folge erg�nzend das zuhanden der Invalidenversicherung erstellte Gutachten des Dr. med. U.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. September 1998 bei und verf�gte am 17. November 1998 die Zusprechung einer auf einer Erwerbsunf�higkeit von 40 % basierenden Invalidenrente ab 1. Januar 1999 sowie einer Integrit�tsentsch�digung von Fr. 38'880.- bei einer Integrit�tseinbusse von 40 %. Auf Einsprache hin erliess sie am 26. Januar 1999 in Best�tigung eines Schreibens vom 9. Oktober 1998 eine zweite Verf�gung, mit welcher sie die auf einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit beruhenden Taggeldleistungen per Ende November 1998 und die auf Grund eines Leistungsunverm�gens von 50 % ausgerichteten Taggelder per Ende Dezember 1998 einstellte. Gleichenorts hielt sie fest, die psychischen Schwierigkeiten des Versicherten st�nden in keinem mindestens wahrscheinlichen Zusammenhang mit den Unf�llen aus dem Jahre 1996, weshalb die diesbez�glichen Behandlungskosten nicht zu �bernehmen seien. Auch dagegen erhob W.________ Einsprache. Die SUVA vereinigte beide Verfahren und hielt mit Einspracheentscheid vom 15. Juni 1999 an ihren Verf�gungen fest.
C.- W.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, es seien der kantonale Entscheid aufzuheben und ihm r�ckwirkend ab 1. Januar 1999 eine Invalidenrente gest�tzt auf eine Invalidit�t von 100 % sowie eine "angemessene, die verf�gten 40 % �bersteigende Integrit�tsentsch�digung" zuzusprechen. Erg�nzend wird ein Arztbericht (samt Beiblatt) des Dr. med. U.________ vom 19. August 1999 zu den Akten gereicht.
1.- Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Taggeld (Art. 16 UVG), Invalidenrente (Art. 18 UVG) und Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 UVG) sowie die Leistungspflicht des Unfallversicherers f�r die Folgen von Unf�llen (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVV) richtig wiedergegeben. Zutreffend dargelegt hat es auch die von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze bez�glich des f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 119 V 337 Erw. 1 mit Hinweis; vgl. auch BGE 123 V 45 Erw. 2a) sowie der namentlich auch bei psychischen Unfallfolgen im Weiteren erforderlichen Ad�quanz des Kausalzusammenhangs (BGE 115 V 133).
2.- Streitig und zu pr�fen ist letztinstanzlich einzig, ob die geklagten psychischen Beschwerden in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zu den Unf�llen vom 1. Februar, 23. April und 19. Dezember 1996 stehen.
3.- a) Dr. med. G.________ f�hrte in seinem Bericht vom 20. August 1997 aus, der Versicherte leide an einer Schmerzfehlverarbeitung, wobei insbesondere auf Grund des Kopfweh-Medikamentenabusus eine Desintoxikation vorgenommen werden sollte. Auch Dr. med. H.________ diagnostizierte im Austrittsbericht vom 5. November 1997 nebst den k�rperlichen Beschwerden eine somatoforme Schmerzst�rung mit Medikamentenabusus bei positivem Waddell- und Kummelzeichen sowie einer psychosozialen Belastungssituation. Dem Gutachten des Dr. med. U.________ vom 10. September 1998 ist sodann zu entnehmen, dass das schwere depressive Zustandsbild und das Schmerzsyndrom ein psychisches und psychosomatisches Leidensbild mit Krankheitswert darstelle, welches die Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers in nennenswerter Weise beeintr�chtige.
b) Hieraus erhellt, dass der Versicherte an einer depressiven St�rung leidet. Die Frage, ob diese psychische Beeintr�chtigung eine nat�rliche Folge der Unfallereignisse aus dem Jahre 1996 ist, kann entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers gest�tzt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen, welche keine entsprechenden Angaben enthalten, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1 mit Hinweis) beantwortet werden. Eine R�ckweisung der Sache zur weiteren Abkl�rung ist indes nicht n�tig; denn selbst wenn auf Grund einer erg�nzenden Spezialbegutachtung der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen w�re, fehlt es - wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen - an der ad�quaten Kausalit�t (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 68 Erw. 3c).
4.- a) Die Vorinstanz hat die Ad�quanzbeurteilung zu Recht nach der f�r psychische Unfallfolgen in BGE 115 V 133 entwickelten und seither st�ndig angewandten Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts vorgenommen (best�tigt u.a. in BGE 124 V 44 Erw. 5c/bb und 213 f. Erw. 4b; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw. 2). Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unf�lle eine psychische Fehlentwicklung ein, ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges - entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung - grunds�tzlich f�r jeden Unfall gesondert zu beurteilen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Unf�lle - wie hier - verschiedene K�rperteile betreffen und zu unterschiedlichen Verletzungen gef�hrt haben (nicht ver�ffentlichtes Urteil B. vom 2. Mai 1997, U 126/97).
b) Ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf und den erlittenen Verletzungen hat das kantonale Gericht die Ereignisse vom 1. Februar, 23. April und 19. Dezember 1996 im Rahmen der Einteilung, wie sie f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung Anwendung findet (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6), den mittelschweren, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen anzusiedelnden Ereignissen zugeordnet. Dies ist im Lichte der Judikatur (dargestellt u.a. in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb sowie 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) nicht zu beanstanden. Die Ad�quanz k�nnte daher nur bejaht werden, wenn ein einzelnes der einschl�gigen Beurteilungskriterien in besonders ausgepr�gter Form vorl�ge oder diese in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben w�ren (BGE 115 V 140 f. Erw. 6c/bb).
c) Im angefochtenen Entscheid wird mit eingehender Begr�ndung, auf welche vollumf�nglich zu verweisen ist, dargelegt, dass das Kriterium der langen Dauer der organisch bedingten Arbeitsunf�higkeit und allenfalls dasjenige der k�rperlichen Dauerschmerzen - wenn auch beide nicht in besonders ausgepr�gter Form - zu bejahen sind. Was indes die erlittenen Verletzungen anbelangt, sind diese entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde weder von besonderer Art noch derart schwer, dass sie sich erfahrungsgem�ss eigneten, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen. Der erstmals im letztinstanzlichen Verfahren erhobene Einwand des Beschwerdef�hrers, er sei nach dem Unfallereignis vom 19. Dezember 1996 w�hrend zweier Minuten bewusstlos gewesen, erscheint angesichts des Umstands, dass eine derartige Aussage erst acht Monate nach dem Geschehnis und einzig gegen�ber Dr. med. G.________ erfolgt war, wenig glaubhaft, zumal der Arzt in seinem Bericht vom 20. August 1997 denn auch lediglich vage ausf�hrte, bei "diesem Sturz soll er ungef�hr zwei Minuten bewusstlos gewesen sein". Die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder der besonderen Eindr�cklichkeit der Unf�lle, der die Unfallfolgen erheblich verschlimmernden �rztlichen Fehlbehandlung sowie des - hinsichtlich der vorliegend massgebenden physischen Unfallfolgen (vgl. RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c mit Hinweisen; Urteil I. vom 26. September 2000, U 446/99) - schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen sind sodann - unbestrittenermassen - ebenfalls zu verneinen. Hinsichtlich der ungew�hnlich langen Dauer der somatisch indizierten �rztlichen Behandlung ist des Weitern auf die diesbez�glich schl�ssigen, das Kriterium mit �berzeugender Begr�ndung abschl�gig beurteilenden Erw�gungen der Vorinstanz zu verweisen. Zu erg�nzen ist einzig, dass - wie in Erw. 4a hievor dargelegt - auch dieses Kriterium f�r jeden Unfall gesondert zu pr�fen ist. Soweit der Beschwerdef�hrer unter Auflegung eines Arztberichtes des Dr. med. U.________ vom 19. August 1999, wonach auch im Jahre 1999 noch Akupunkturbehandlungen durchgef�hrt wurden, ein anderes Ergebnis herbeizuf�hren versucht, ist ihm entgegenzuhalten, dass der betreffende Arzt als wesentliche Diagnose ein bisher therapieresistentes, schweres psychoreaktives depressives Zustandsbild mit Schmerzverarbeitungsproblematik nennt und die Akupunktur in erster Linie im Zusammenhang mit diesem Leiden steht bzw. prim�r dessen Linderung dient.
Die Unf�lle sind somit weder f�r sich allein noch im Zusammenhang mit den anderen geeignet, eine psychische Fehlentwicklung zu bewirken. Soweit einer der ersten Vorf�lle den Beschwerdef�hrer nachhaltig gepr�gt haben sollte und ihn f�r psychische St�rungen anf�lliger werden liess, ist diese Pr�disposition bereits erfasst, indem bei der Ad�quanzbeurteilung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abgestellt wird (Urteil T. vom 3. April 2001, U 49/00; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung, 2. Auflage, Z�rich 1995, S. 47).