Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F80-II-216%3Afr
Timestamp: 2016-10-20 19:48:13
Document Index: 110290047

Matched Legal Cases: ['Art. 700', 'BGE', 'Art. 700', 'Art. 700', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 59', 'Art. 700', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 679', 'Art.700', 'BGE', 'Art. 700', 'Art. 699', 'Art. 700', 'BGE', 'Art. 689', 'BGE', 'Art. 700', 'Art. 700', 'Art. 679', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 700', 'Art. 700', 'BGE', 'Art. 700', 'BGE', 'BGE', 'Art. 700', 'Art. 41', 'Art. 679', 'Art. 1', 'Art. 59', 'Art. 700']

80 II 21636. Urteil der II. Zivilabteilung vom 8. Oktober 1954 i. S. Campell gegen Gemeinde Scanfs.
Droit de rechercher et d'enlever des objets entra�n�s sur le fonds d'un tiers par l'effet d'une force naturelle (avalanche). L'ayantdroit est-il tenu de r�parer le dommage que la force naturelle a caus� au propri�taire? Suppos� qu'il entende enlever certaines choses (arbres), doit-il d�barrasser le fonds de tous les mat�riaux amen�s par la force naturelle? Peut-il enlever d'un objet ce qui est utilisable et laisser le reste? (art. 700 CC), Faits � partir de page 217
A.- Lawinen, die am 19. und 20. Januar 1951 in der Val Susauna (Gemeinde Scanfs) niedergingen, zogen u.a. die Grundst�cke in Mitleidenschaft, die Campell dort besitzt. Haus und Stall wurden besch�digt und die Wiesen teilweise mit Schneemassen, Steinen, Schutt und Holz �berdeckt. Dieses stammte aus den von den Lawinen durchquerten Gemeindew�ldern.
Am 1. Februar 1951 teilte Campell der Gemeinde Scanfs mit, er wisse, dass sie als Eigent�merin des zerst�rten Waldes das Recht auf das von ihrem Lande herr�hrende Lawinenholz habe. Sie k�nne aber dar�ber nur verf�gen, wenn sie sich verpflichte, alle Lawinensch�den an seinen Wiesen und seinem Hause zu beheben. Unter diesen Umst�nden nehme er an, sie werde auf das Recht zur R�umung seiner Liegenschaften verzichten. Die Gemeinde antwortete, sie habe nach Art. 700 ZGB nur f�r den Schaden aufzukommen, der durch die Wegschaffung des Holzes entstehe, das sie abhole; sie werde mit dessen Zur�stung so bald als m�glich beginnen. In der Folge f�hrte sie die St�mme der von den Lawinen mitgerissenen B�ume vom Lande Campells weg. Die Wurzelst�cke, die �ste und das Faschinenholz �berliess sie ihm.
B.- Nach Zustellung eines Zahlungsbefehls leitete Campell gegen die Gemeinde Scanfs am 22. Dezember 1952 beim Kantonsgericht Graub�nden, das unter �bergehung der ersten Instanz anzurufen die Parteien sich geeinigt hatten, Klage auf Zahlung von Fr. 5000.-- nebst 5% Zins seit 15. Juni 1951 ein. Zur Begr�ndung machte er geltend, nach der Sch�tzung, die im Auftrag des interkantonalen Koordinationskomitees f�r die Hilfsaktion zugunsten der Lawinengesch�digten des Winters 1951 durchgef�hrt worden sei, obwohl er die Hilfe des Fonds f�r Lawinengesch�digte BGE 80 II 216 S. 218nicht beansprucht habe, sei an seinem Kulturland ein Gesamtschaden von Fr. 6932.-- entstanden, der sich wie folgt berechne:
a) Entwertete Fl�che, 2365 Aren, Arbeitsaufwand
f�r Wiederherstellung 331,5 Arbeitstage � Fr. 15.-: Fr. 4972.--
b) Zerst�rte Fl�che 44 Aren" 880.--
d) Wiederherstellung von Z�unen" 860.--
e) Abz�glich Arbeitsleistung durch Studenten
52 Tage � Fr. 15.-:" 780.--
Totalbetrag des Schadens zu Lasten des Kl�gers: Fr. 6932.--
Der in der Korrespondenz ausserdem erw�hnte Geb�udeschaden sei durch die Elementarschadensversicherung gedeckt worden. Vom Betrag von Fr. 6932.-- sei die Gegenforderung der Beklagten von Fr. 1377.-- f�r �berlassung von Holz abzuziehen, die er, um die Zustimmung der Beklagten zur �bergehung der ersten Instanz zu erhalten und eine bedeutende Weiterung des Prozesses zu vermeiden, in dem Sinne anerkannt habe, dass sie mit dem von ihm nachzuweisenden Gesamtschaden verrechnet werden k�nne. Vom Restbetrag von Fr. 5555.-- klage er Fr. 5000.-- ein. Die Ablehnung seiner Forderung durch die Beklagte widerspreche Treu und Glauben und der von andern Gemeinden in �hnlicher Lage befolgten Praxis. W�hrend die Beklagte einerseits aus dem Verkauf des verwertbaren Lawinenholzes grosse Betr�ge gel�st habe, �berlasse sie anderseits die Sorge f�r die Reinigung des Kulturlandes von Schutt, Steinen und Abfallholz dem privaten Eigent�mer. Das Aufr�sten und Wegschaffen des Abfallholzes, mit welchem die Beklagte die gesch�digten Grundbesitzer f�r die Anspr�che aus Art. 700 ZGB abgefunden haben wolle, verursache mehr Kosten, als es wert sei. Dar�ber hinaus m�sse der Gesch�digte sehen, wie er mit dem �brigen Material, mit dem Ernteausfall usw. fertig werde. Die �berlassung des Abfallholzes bilde daher keine angemessene Verg�tung f�r die Reinigung der Wiesen. In Art. 700 ZGB sei allerdings nur von dem durch das Aufsuchen und BGE 80 II 216 S. 219Wegschaffen der auf das fremde Grundst�ck gebrachten Sachen verursachten Schaden die Rede. Aus den Gesetzesmaterialien ergebe sich aber, dass in den Beratungen des Nationalrates vor allem auch an den durch die Sache selbst beim Eindringen in das fremde Grundst�ck angerichteten Schaden gedacht worden sei. Das Gesetz weise in dieser Hinsicht eine L�cke auf, die der Richter in Anwendung von Art. 1 ZGB auszuf�llen habe. Nach den Geboten von Treu und Glauben und eines gerechten und billigen Ausgleichs der Parteiinteressen sei die Gemeinde, nachdem sie sich einmal entschlossen habe, das Lawinenholz wegzuschaffen'zu verpflichten, die Grundst�cke des Kl�gers g�nzlich zu r�umen bzw. f�r die entsprechenden Ausf�lle des Privaten aufzukommen.
Am 14./15. Juni 1954 hat das Kantonsgericht die Klage gem�ss Antrag der Beklagten abgewiesen.
C.- Mit seiner Berufung an das Bundesgericht erneuert der Kl�ger sein Klagebegehren. Eventuell beantragt er R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz. Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Berufung.
1. Da es sich um eine Klage gegen eine Gemeinde handelt, erhebt sich angesichts von Art. 59 Abs. 1 ZGB zun�chst die von den Parteien und der Vorinstanz nicht er�rterte, aber von Amtes wegen zu pr�fende Frage, ob die streitige Entsch�digungspflicht sich �berhaupt nach Bundeszivilrecht, insbesondere Art. 700 ZGB, oder aber nach kantonalem �ffentlichem Recht beurteile. Diese Frage ist im ersten Sinne zu beantworten, weil die Rechte und Pflichten der Gemeinde als Eigent�merin von Grundst�cken und der darauf gewachsenen B�ume im Streite liegen und die Gemeindeorgane in dieser Sache nicht als Tr�ger �ffentlicher Gewalt, sondern so gehandelt haben, wie es auch ein privater Waldbesitzer h�tte tun k�nnen. Es verh�lt sich hier �hnlich wie bei der Haftung des Gemeinwesens f�r mangelhaften Unterhalt der �ffentlichen Strassen, BGE 80 II 216 S. 220f�r die nach st�ndiger Rechtsprechung die Vorschriften des OR �ber die Werkhaftung gelten (BGE 78 II 152).
2. Die Schadensberechnung des Kl�gers umfasst mit Ausnahme des durch die Versicherung gedeckten Geb�udeschadens alle Verm�genseinbussen, die ihm aus dem Niedergang der Lawinen erwachsen sind. Dem Kl�ger den ganzen Lawinenschaden zu ersetzen, ist die Beklagte jedoch nicht verpflichtet.
a) Der Kl�ger behauptet selber nicht, dass die Beklagte diesen Schaden selbst dann ersetzen m�sste, wenn sie auf das Holz, das die Lawinen aus ihren W�ldern auf die Liegenschaften des Kl�gers rissen, keinen Anspruch erhoben h�tte. Eine solche Pflicht l�sst sich in der Tat nicht begr�nden. Sie ergibt sich weder aus Art. 41 OR, da die Beklagte den Niedergang der Lawinen nicht verschuldet hat, noch aus Art. 679 ZGB, da nicht die Rede davon sein kann, dass der Lawinenschaden daraus entstanden sei, dass die Beklagte als Waldeigent�merin ihr Eigentumsrecht �berschritten habe. Ursache dieses Schadens ist vielmehr h�here Gewalt, f�r welche die Beklagte nicht einzustehen hat. Insbesondere l�sst sich eine Haftung f�r den durch Naturgewalt verursachten Schaden nicht aus Art.700 ZGB ableiten, der in Abs. 1 bestimmt, dass dann, wenn Sachen durch Wasser, Wind, Lawinen oder andere Naturgewalt oder zuf�llige Ereignisse aufein fremdes Grundst�ck gebracht werden, der Grundeigent�mer dem Berechtigten deren Aufsuchung und Wegschaffung zu gestatten habe, und in Abs. 2 vorsieht, dass der Grundeigent�mer f�r den "hieraus" (franz.: "en") entstehenden Schadenersatz verlangen k�nne. Damit kann nur der aus dem Aufsuchen und Wegschaffen der Sachen entstehende Schaden gemeint sein. Der Kl�ger m�chte zwar auf den italienischen Text von Abs. 2 abstellen, wo dem Grundeigent�mer kurzweg ein Anspruch auf Ersatz des Schadens (risarcimento del danno) gew�hrt wird. Hierunter m�chte er den Ersatz des ganzen Schadens verstanden wissen, der durch das Ereignis entstanden ist, das Sachen auf ein fremdes Grundst�ck BGE 80 II 216 S. 221gef�hrt hat, hier also den Ersatz des ganzen durch die Lawinen verursachten Schadens. Er anerkennt aber mit Recht, dass eine Schadenersatzpflicht nach Abs. 2 nur in Frage kommt, wenn der Berechtigte von der ihm durch -Abs. 1 einger�umten Befugnis Gebrauch macht. Dass Art. 700 Abs. 2 eine von der Aus�bung dieser Befugnis unabh�ngige Schadenersatzpflicht habe statuieren wollen, was die Einf�hrung einer unerh�rt weitgehenden Kausalhaftpflicht bedeuten w�rde, kann schon mit R�cksicht auf den Zusammenhang, in dem diese Vorschrift steht, nicht angenommen werden. Nach dem Marginale zu Art. 699-701 handeln diese Vorschriften n�mlich nur vom Recht auf Zutritt und Abwehr.
b) F�r den ganzen Lawinenschaden kann die Beklagte aber auch dann nicht haftbar gemacht werden, wenn man in Betracht zieht, dass sie das von den Lawinen auf das Land des Kl�gers gef�hrte Holz wenigstens zum Teil weggeschafft hat. Der Berechtigte, der die durch Naturgewalt oder Zufall auf ein fremdes Grundst�ck gebrachten Sachen aufsucht und wegschafft, haftet nach dem klaren Wortlaut der deutschen und franz�sischen Fassung von Art. 700 Abs. 2 nur f�r den aus der Aufsuchung und Wegschaffung entstehenden Schaden. Der italienische Text sagt dies freilich nicht klar. Er bestimmt aber auch nicht etwa ausdr�cklich, dass der Berechtigte dem Grundeigent�mer den ganzen durch die Naturgewalt oder den Zufall angerichteten Schaden zu verg�ten habe, wenn er seine Sachen abhole. Nach dem Zusammenhang w�re der italienische Text wohl auch dann, wenn die klaren Fassungen in den beiden andern Amtssprachen nicht da w�ren, in dem Sinne zu verstehen, dass nur der Schaden aus dem Aufsuchen und Wegschaffen der zugef�hrten Sachen, von dem in Abs. 1 die Rede ist, zu ersetzen sei. Auf jeden Fall aber kann der undeutliche italienische Text nicht zu einer Auslegung f�hren, die dem klaren Sinn der beiden andern Fassungen widerspricht. Die r�toromanische Fassung, die von "indemnisaziun pil donn caschunau" (Entsch�digung f�r BGE 80 II 216 S. 222den verursachten Schaden) spricht und somit die gleiche Unklarheit aufweist wie die italienische, hat keine Gesetzeskraft, sondern ist eine Privatarbeit Prof. Tuors.
Vergeblich sucht der Kl�ger seine Auslegung auf die Gesetzesmaterialien zu st�tzen. Im Nationalrat hatte Buri allerdings beantragt, die Worte "f�r den hieraus entstehenden Schaden" durch die Worte "f�r den entstandenen Schaden" zu ersetzen, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass derjenige, der die auf das fremde Grundst�ck gebrachten Sachen (z.B. eine Tanne, die durch eine Lawine oder Wind mitten durch eine Scheune geworfen wurde) wieder herausbringen wolle, den ganzen Schaden, auch den durch die "�bertragung" der Sache verursachten, ersetzen m�sse (Sten.Bull. 1906 S. 553). Der Antrag Buris, gegen dessen Ausf�hrungen �ber den durch Naturereignisse angerichteten Schaden Eugen Huber einen Vorbehalt anbrachte, wurde dann aber bloss in der Form zum Beschluss erhoben, dass das Wort "entstehenden" durch "entstandenen" ersetzt wurde (a.a.O. S. 554), so dass die neue Fassung lautete: "F�r den hieraus entstandenen Schaden kann er Ersatz verlangen..." (vgl. die f�r die Beratungen im St�nderat bestimmte Zusammenstellung des bundesr�tlichen Entwurfs vom 28. Mai 1904 und der Beschl�sse des Nationalrats vom Juni 1906 sowie der st�nder�tlichen Kommission vom 24. September bis 4. Oktober 1906, bei Art. 689 des deutschen Textes). Diese Fassung unterschied sich von derjenigen des Entwurfs nur noch stilistisch. So mag es sich erkl�ren, dass die bestehende Differenz im St�nderat nicht zur Sprache kam und schliesslich der Text des bundesr�tlichen Entwurfs Gesetz wurde. Auf jeden Fall aber bildet die ohne Folgen gebliebene Episode aus der Entstehungsgeschichte, auf die der Kl�ger sich beruft, kein Argument zugunsten seiner Auslegung. Eher liesse sich das Gegenteil sagen, da der Antrag Buris so, wie er gefasst war, schon im Nationalrat nicht durchgedrungen ist.
Auf die Regelung im fr�hern kantonalen Recht (insbesondere � 196 des b�ndnerischen Civilgesetzbuchs) kommt BGE 80 II 216 S. 223nichts an, da heute eben das Schweiz. Zivilgesetzbuch gilt.
Schliesslich kann auch von einer Gesetzesl�cke nicht die Rede sein. Das Gesetz hat die Frage, ob der Berechtigte, der die durch Lawinen auf fremden Boden gebrachten Sachen aufsucht und wegschafft, dem Grundeigent�mer f�r den durch den Lawinengang entstandenen Schaden hafte, nicht offengelassen, wie der Kl�ger behauptet. Aus dem Gesetz ergibt sich vielmehr klar, dass diese Frage verneint werden muss. Art. 700 Abs. 2 verpflichtet den Berechtigten, der den ihm weggef�hrten Sachen nachgeht, wie schon gesagt nur zum Ersatz des aus der Aufsuchung und Wegschaffung dieser Sachen entstandenen Schadens. Eine Sonderbestimmung, aus der sich die Haftung des so handelnden Berechtigten f�r den Lawinenschaden ableiten liesse, besteht nicht. Aber auch die allgemeinen Vorschriften �ber die ausservertragliche Haftpflicht erlauben es nicht, den Berechtigten, der die ihm nach Art. 700 Abs. 1 zustehende Befugnis aus�bt, zum Ersatze des durch die Lawinen verursachten Schadens zu verurteilen; denn der Berechtigte �berschreitet damit keineswegs sein Eigentumsrecht (Art. 679 ZGB) und handelt auch sonst nicht widerrechtlich (Art. 41 OR), und hievon abgesehen besteht auch kein Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Lawinenschaden, wie er n�tig w�re, um eine Haftung nach den eben erw�hnten Bestimmungen zu begr�nden. Das Gesetz schliesst also seine Haftung f�r diesen Schaden aus.
Zu Unrecht behauptet der Kl�ger, dieses Ergebnis sei so stossend, dass es vom Gesetzgeber unm�glich gewollt sein k�nne. Derjenige, dem durch eine Lawine Sachen fortgetragen werden, kann mit der R�cknahme dieser Sachen in der Regel nur einen geringen Teil des ihm entstandenen Schadens wieder einbringen. Dies gilt insbesondere bei der Zerst�rung von Waldungen. Es w�re daher keineswegs billig, wenn die R�cknahme der weggef�hrten Sachen die Pflicht nach sich z�ge, dem vom gleichen Naturereignis betroffenen Grundeigent�mer, dem die Sachen zugef�hrt BGE 80 II 216 S. 224wurden, den ganzen durch dieses Ereignis verursachten Schaden zu ersetzen.
Der Kl�ger hat daher keinen Anspruch auf Ersatz des von ihm eingeklagten Schadens.
3. Von der Frage der Ersatzpflicht f�r den Schaden, den ein Grundeigent�mer durch ein zuf�lliges Ereignis erlitten hat, das fremde Sachen auf seinen Boden f�hrte, ist die Frage zu unterscheiden, ob Art. 700 Abs. 1 ZGB dem Berechtigten, dem durch ein solches Ereignis eine Mehrzahl von Sachen weggef�hrt wurde, die Befugnis gebe, nach seiner Wahl alle diese Sachen oder nur einzelne davon oder auch nur Teile einzelner Sachen vom Grundst�ck'auf das sie gebracht wurden, zur�ckzuholen, und ob er im Falle, dass er nur alles zusammen oder einzelne Sachen nur in ihrer G�nze zur�ckholen darf, aber gleichwohl nur einzelne Sachen oder nur Teile von solchen wegnimmt, zur Beseitigung auch der auf dem fremden Grundst�ck belassenen Sachen oder Sachteile oder, wenn der Grundeigent�mer diese an seiner Stelle wegr�umen musste, zum Ersatz der hieraus entstandenen Auslagen angehalten werden k�nne. Der Kl�ger macht in dieser Hinsicht geltend, die in Art. 700 Abs. 1 vorgesehene Befugnis k�nne nach Treu und Glauben nicht in der Weise ausge�bt werden, dass der Berechtigte nur die nutzbaren Sachen oder Teile weghole und die Last der Beseitigung des nicht brauchbaren Restes dem Grundeigent�mer �berlasse; wenn der Berechtigte die nutzbaren Sachen oder Teile verwerten wolle, m�sse er die ganze R�umung �bernehmen. Der Kl�ger beruft sich dabei auf ein Gutachten von Prof. Liver. Diese rechtlichen Ausf�hrungen k�nnen jedoch nicht zur Begr�ndung des eingeklagten Anspruchs dienen. Der Kl�ger verlangt weder die Wegr�umung der von der Beklagten zur�ckgelassenen Sachen (Abfallholz, Steine, Schutt) noch den Ersatz der.Aufwendungen, die er zu machen hatte, um diese Sachen wegzur�umen, sondern klagt, wie schon festgestellt, auf Ersatz des ganzen durch die Lawinen verursachten Schadens. Im Posten von Fr. 4972.-- f�r "Entwertete Fl�che, BGE 80 II 216 S. 225Arbeitsaufwand f�r Wiederherstellung" d�rften die Kosten der R�umung des versch�tteten Landes von den Sachen, die die Beklagte zur�ckliess, allerdings inbegriffen sein. Die R�umungskosten k�nnen aber den Kosten der Wiederherstellung nicht einfach gleichgesetzt werden, weil zur Wiederherstellung von Wiesen, die von Lawinen getroffen wurden, neben der Wegschaffung des aufgesch�tteten Materials unter Umst�nden noch weitere Arbeiten geh�ren (Wiederauftrag von weggescheuertem Humus, Ausebnen des Bodens, der durch die von den Lawinen mitgerissenen B�ume und Steine zerw�hlt wurde, Ans�en usw.). Welcher Teil des Aufwands f�r die Wiederherstellung auf die R�umung entfalle, sagt der Kl�ger nicht. Unter dem Titel des Ersatzes der Kosten der Wegschaffung des von der Beklagten zur�ckgelassenen Materials kann ihm daher schon mangels gen�gender Substantiierung der Klage nichts zugesprochen werden.
Zur Bezahlung der Kosten der Wegschaffung dieses ganzen Materials k�nnte die Beklagte im �brigen auch dann nicht verurteilt werden, wenn man �ber den erw�hnten Mangel der Klage hinwegsehen und annehmen wollte, die Wiederherstellung habe im vorliegenden Falle nur in der R�umung des von der Beklagten nicht weggeschafften Materials bestanden oder der Anteil der R�umungskosten an den Kosten der Wiederherstellung lasse sich bestimmen, obwohl der Kl�ger dar�ber keine Angaben gemacht hat. Art. 700 ZGB gew�hrt demjenigen, dem Sachen durch Naturgewalt oder Zufall weggef�hrt wurden, das Recht zu deren Aufsuchung und Wegschaffung ohne Vorbehalt. Die einzige Pflicht, die diese Bestimmung ihm auferlegt, ist diejenige zum Ersatz des hieraus entstehenden Schadens. Das Recht zur Aufsuchung und Wegschaffung ist letztlich ein Ausfluss des Eigentums an den betreffenden Sachen, das nach der Ordnung des ZGB dadurch, dass sie durch Naturgewalt oder Zufall auf ein fremdes Grundst�ck gebracht werden, dem bisherigen Eigent�mer nicht verloren geht. Gegenstand des Eigentums sind die einzelnen BGE 80 II 216 S. 226Sachen. Dem Berechtigten kann daher nicht verwehrt werden, einzelne Sachen zur�ckzuholen, andere dagegen liegen zu lassen und damit preiszugeben. Wird durch die Wegnahme einzelner Sachen die Beseitigung der �brigen erschwert, so liegt darin ein aus der Wegschaffung entstandener Schaden, f�r den der Grundeigent�mer nach Abs. 2 Ersatz verlangen kann. Von diesem Falle abgesehen kann jedoch die Wegnahme einzelner Sachen unter Zur�cklassung anderer grunds�tzlich keine Schadenersatzpflicht begr�nden, weil eben der Berechtigte damit nur von seinen Rechten Gebrauch macht. W�re die Wegschaffung fortgef�hrter Sachen nur in der Form der R�umung des fremden Grundst�cks von allem Material zul�ssig, das die Naturgewalt oder der Zufall vom Grundst�ck des Berechtigten aus dorthin brachte, so w�re die Befugnis zur Wegschaffung praktisch sehr oft wertlos. Ein Verstoss gegen Treu und Glauben ist darin, dass die nutzbaren Sachen weggeschafft und die andern zur�ckgelassen werden, entgegen der Ansicht des Kl�gers nicht zu erblicken. Das Naturereignis, das Sachen auf ein fremdes Grundst�ck brachte, hat auch dann, wenn der Berechtigte die nutzbaren Gegenst�nde zur�ckholt und der Grundeigent�mer die andern wegr�umen muss, nicht zur Folge, dass der Berechtigte einen Profit macht, w�hrend dem Grundeigent�mer nur Schaden erw�chst. Der Berechtigte erzielt mit der Wegschaffung des von seinem Lande fortgef�hrten Materials keinen Gewinn, auch wenn er nur die noch verwertbaren Sachen wegschafft, sondern kann damit regelm�ssig nur den Schaden etwas vermindern, den das Naturereignis auf seinem Lande angerichtet hat. Dass nicht der Eigent�mer des fremden Grundst�cks, sondern der Sacheigent�mer durch Verwertung fortgetragener Gegenst�nde sich teilweise von seinem Schaden erholen kann, ist keineswegs ungerecht.
Ob der Grundeigent�mer auch dulden muss, dass der Berechtigte von einzelnen Sachen nur die brauchbaren Teile wegnimmt, die wertlosen Abf�lle dagegen zur�ckl�sst BGE 80 II 216 S. 227und zu diesem Zwecke die Sachen auf seinem Grundst�ck bearbeitet, oder ob nach Art. 700 Abs. 1 eine bestimmte Sache (z.B. ein Baum) nur ganz weggenommen oder ganz preisgegeben werden darf, und ob die Wegnahme der brauchbaren Teile unter Zur�cklassung der unbrauchbaren den Berechtigten in dem Sinne schadenersatzpflichtig machen kann, dass er f�r die Kosten der Wegr�umung der unbrauchbaren Teile aufzukommen hat, braucht im vorliegenden Falle nicht entschieden zu werden. Das Abfallholz, das die Beklagte dem Kl�ger zur�ckliess, war nicht wertlos. Der Kl�ger behauptete zwar in der Klageschrift, das Aufr�sten und Wegschaffen dieses Holzes koste mehr, als es wert sei. Er hat aber anerkannt, dass die Beklagte f�r die �berlassung dieses Holzes Fr. 1377.-- mit dem von ihm geltend gemachten Schaden verrechnen d�rfe. Er ist daher mit der Behauptung ausgeschlossen, dass dieses Holz f�r ihn wertlos gewesen sei, auch wenn er jene Anerkennung nur aus Gr�nden der Prozess�konomie ausgesprochen hat. Im �brigen hat er es unterlassen, n�here Angaben dar�ber zu machen und Beweis daf�r anzubieten, dass die Kosten der Zubereitung und des Abtransports des Abfallholzes dessen Wert �berstiegen haben.
4. Dass das Aufsuchen und die Bearbeitung des Lawinenholzes auf seinem Grundst�ck und der Abtransport der Baumst�mme einen Schaden an seinem Grundst�ck verursacht habe oder dass durch die Wegnahme nur eines Teils des von den Lawinen zugef�hrten Materials die Wegr�umung des Restes erschwert worden sei, behauptet der Kl�ger selber nicht.
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Kantonsgerichtes von Graub�nden vom 14./15. Juni 1954 best�tigt.
art. 700 CC,
Art. 41 OR,
Art. 679 ZGB,
Art. 1 ZGB suite... ,
Art. 59 Abs. 1 ZGB,
Art. 700 Abs. 1 ZGB