Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.02.2010&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2067/09
Timestamp: 2019-11-19 15:00:08
Document Index: 151860984

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', '§ 305', '§ 310', '§ 309', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 310', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH']

BGH, 17.02.2010 - VIII ZR 67/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,23
BGH, 17.02.2010 - VIII ZR 67/09 (https://dejure.org/2010,23)
BGH, Entscheidung vom 17.02.2010 - VIII ZR 67/09 (https://dejure.org/2010,23)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09 (https://dejure.org/2010,23)
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Anwendbarkeit der Vorschriften über Allgemeine Geschäftsbedingungen unter Privatleuten
§ 305 Abs 1 S 1 BGB, §§ 305 ff BGB, § 310 BGB
Einvernehmliche Verwendung eines bestimmten Formulartextes: Stellen von Vertragsbedingungen; Anwendbarkeit der Vorschriften über die Inhaltskontrolle
Einvernehmliche Verwendung eines bestimmten Formulartextes beim Autokauf
Keine Überprüfung der AGB bei frei vereinbarten Formulartexten, die ausgehandelt wurden
Zur Anwendung von AGB-Recht auf Verträge unter Privatleuten
BGB §§ 309 Nr. 7, 305
Anwendbarkeit der AGB-Vorschriften beim Kauf unter Privatleuten bei Verwendung eines Vertragsformulars eines Dritten (keine Anwendbarkeit im entschiedenen Fall)
Stellen von Vertragsbedingungen bei Einbeziehung vorformulierter Vertragsbedingungen in einen Vertrag aufgrund einer freien Entscheidung des Vertragspartners des Verwenders; Freie Entscheidung hinsichtlich der Auswahl der in Betracht kommenden Vertragstexte; Gelegenheit ...
Kein Stellen von AGB bei einvernehmlicher Verwendung eines Mustervertrags
Zur Anwendbarkeit der Vorschriften über Allgemeine Geschäftsbedingungen beim Kauf unter Privatleuten
Kein Stellen von Vertragsbedingungen, wenn die Einbeziehung vorformulierter Vertragsbedingungen in einen Vertrag auf einer freien Entscheidung des anderen Vertragsteils beruht
Zur Einbeziehung vorformulierter Vertragsbedingungen in einen Vertrag
§§ 305 Abs. 1 S. 1, 309 Nr. 7 BGB
Verbraucher können untereinander Formularverträge mit unwirksamen Klauseln einsetzen / Keine AGB-Kontrolle
Zu AGB beim Kauf unter Privatleuten
Verkehrsrecht - Musterverträge bei Autoverkauf von Privat
Verwendung von Musterverträgen bei Gebrauchtwagengeschäften
Privater Gebrauchtwagenkauf - Die Vertragsparteien verwendeten einvernehmlich das Vertragsformular einer Versicherung: Gewährleistungsausschluss ist wirksam
AGB-Kontrolle beim Kauf unter Privatleuten
Anwendbarkeit von AGB-Recht auf Verbraucher
Einseitig begünstigende Musterverträge bei Gebrauchtwagenkauf zulässig
Anwendbarkeit der Vorschriften über Allgemeine Geschäftsbedingungen zwischen Privaten
Autokauf unter Privatleuten: Uneingeschränkter Gewährleistungsausschluss war wirksam
Vereinbarung Allgemeiner Geschäftsbedingungen bei Verträgen zwischen Privatpersonen
Anwendbarkeit der AGB-Vorschriften unter Privatleuten
Gewährleistungsausschluss beim PKW-Kauf: mit Mustervertrag aus dem Internet oft ungültig!
Verwendung eines Vordrucks
Zur Anwendbarkeit der AGB-Vorschriften beim Kauf unter Privatleuten
Einseitige Musterverträge zum Gebrauchtwagenkauf sind gültig // Bei Privatverkäufen können Käuferrechte ausgeschlossen werden
Gewährleistungsausschluss bei selbstformulierten und/oder Formular-Autokaufverträgen zwischen Privatpersonen ist oft unwirksam! // Es gilt besondere Vorsicht bei der Formulierung eines Gewährleistungsausschlusses beim Autokaufvertrag zwischen Privatpersonen.
Stellen eines Formular-Autokaufvertrags zwischen Privatpersonen
Zur Nutzung von Vertragsvordrucken - Anwendbarkeit von AGB-Vorschriften beim Privatkauf
"Das Kleingedruckte habe ich nicht gelesen, das war doch ein Mustervertrag..."
Einvernehmliche Einbeziehung eines Formularvertrags: Keine AGB! (IBR 2010, 253)
Kurznachricht zu "Wird das Mietrecht AGB freie Zone?" von RA Dr. Jürgen Niebling, original erschienen in: ZMR 2010, 509 - 511.
Zusammenfassung von "Stellen vs. Aushandeln von AGB-Klauseln im unternehmerischen Geschäftsverkehr - der BGH weist die Lösung - Zugleich Besprechung BGH vom 17.02.2010, Az.: VIII ZR 67/09, ZIP 2010, 628" von RA Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen, original erschienen in: ZIP 2010 Heft 23, ...
Zusammenfassung von "Der Pkw-Verkauf unter Privaten als AGB-rechtliches Problem" von RA Dr. Jürgen Niebling, original erschienen in: ZfS 2010, 482 - 484.
Kurznachricht zu "AGB-Kontrolle im Rahmen von Unternehmenskaufverträgen? - Aktuelle Rechtsprechung, neue Entwicklungen und Hinweise für die Praxis" von RA/StB Dr. Jack Schiffer und RA Mario Weichel, original erschienen in: BB 2011, 1283 - 1290.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.02.2010, AZ.: VIII ZR 67/09 (Kein Stellen von AGB bei einvernehmlicher Verwendung eines Mustervertrags)" von RAin Dr. Sylvia Kaufhold, maître en droit, original erschienen in: ZIP 2010, 631 - 635.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.02.2010, Az.: VIII ZR 67/09 (Zur Anwendbarkeit der Vorschriften über Allgemeine Geschäftsbedingungen beim Kauf unter Privatleuten)" von RA Michael Abel, original erschienen in: BB 2010, 915 - 919.
Kurznachricht zu "Mietvertragsbedingungen und ihre AGB-rechtliche "Verwendung" - "Stellen", "Aushandeln" und "Verbrauchervertrag" oder: Die Lehren aus der "Gebrauchtwagen"-Entscheidung BGH, NJW 2010, 1131" von RA Dr. Arnold Lehmann-Richter, original erschienen in: NZM 2011, 57 ...
Kurznachricht zu ""Echte" und "unechte" AGB in der Klauselkontrolle" von RAin Dr. Sylvia Koch, Maître en droit, original erschienen in: BB 2012, 1235 - 1241.
BGHZ 184, 259
ZIP 2010, 628
NZV 2010, 458
ZMR 2010, 519
VersR 2010, 1036
WM 2010, 725
BB 2010, 915
DB 2010, 664
JR 2011, 210
ZfBR 2010, 453
Der Schutzzweck der Inhaltskontrolle besteht vielmehr darin, der Gefahr einer Ausnutzung einseitiger Verhandlungsmacht durch den Verwender entgegenzutreten, welche typischerweise und unabhängig von der Marktstellung des Verwenders mit der Verwendung Allgemeiner Geschäftsbedingungen verbunden ist (BGH, Urteile vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 12 …und vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 60;… Ulmer/Habersack in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 12. Aufl., Einleitung Rn. 48 mwN).
Gestellt ist eine Klausel, wenn eine Partei die Vertragsbedingung in die Verhandlungen einbringt und deren Einbeziehung in den Vertrag verlangt; maßgeblich sind insoweit die Umstände des Einzelfalles (BGH, Urteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 11).
Dazu ist es erforderlich, dass er in der Auswahl der in Betracht kommenden Vertragstexte frei ist und insbesondere Gelegenheit erhält, alternativ eigene Textvorschläge mit der effektiven Möglichkeit ihrer Durchsetzung in die Verhandlungen einzubringen (Bestätigung von BGH, Urteil vom 17. Februar 2010, VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259).
Mit Rücksicht darauf ist das Merkmal des Stellens erfüllt, wenn die Formularbestimmungen auf Initiative einer Partei oder ihres Abschlussgehilfen (…vgl. Senatsurteil vom 4. Februar 2015 - VIII ZR 26/14, NJW-RR 2015, 738 Rn. 14 mwN) in die Verhandlungen eingebracht und ihre Verwendung zum Vertragsschluss verlangt werden (Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 11;… ebenso BGH, Urteile vom 20. Februar 2014 - IX ZR 137/13, NJW-RR 2014, 937 Rn. 9;… vom 13. Mai 2014 - XI ZR 170/13, NJW-RR 2014, 1133 Rn. 24; siehe auch BGH…, Urteil vom 20. März 2014 - VII ZR 248/13, BGHZ 200, 326 Rn. 23).
Der (einseitige) Wunsch einer Partei, bestimmte von ihr bezeichnete vorformulierte Vertragsbedingungen zu verwenden, ist grundsätzlich ausreichend (Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO Rn. 12).
Entscheidend ist, ob eine der Vertragsparteien sie sich als von ihr gestellt zurechnen lassen muss (…BGH, Urteile vom 1. März 2013 - V ZR 31/12, NJW-RR 2013, 1028 Rn. 17; vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO Rn. 10; vom 30. Juni 1994 - VII ZR 116/93, BGHZ 126, 326, 332).
bb) An dem durch einseitige Ausnutzung der Vertragsgestaltungsfreiheit einer Vertragspartei zum Ausdruck kommenden Stellen vorformulierter Vertragsbedingungen fehlt es hingegen, wenn deren Einbeziehung sich als Ergebnis einer freien Entscheidung desjenigen darstellt, der mit dem Verwendungsvorschlag konfrontiert wird (vgl. BGH, Urteile vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO Rn. 18; vom 4. März 1997 - X ZR 141/95, NJW 1997, 2043 unter I 2 c).
Erforderlich hierfür ist, dass diese Vertragspartei in der Auswahl der in Betracht kommenden Vertragstexte frei ist und insbesondere Gelegenheit erhält, alternativ eigene Textvorschläge mit der effektiven Möglichkeit ihrer Durchsetzung in die Verhandlungen einzubringen (Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO mwN;… ebenso BGH, Urteile vom 20. Februar 2014 - IX ZR 137/13, aaO;… vom 13. März 2014 - XI ZR 170/13, aaO Rn. 25).
aa) Soweit das Berufungsgericht zur Begründung seiner gegenteiligen Auffassung maßgeblich auf das Senatsurteil vom 17. Februar 2010 (VIII ZR 67/09, aaO) abhebt, hat es verkannt, dass jener Entscheidung besondere Umstände zugrunde lagen, die eindeutig gegen eine Inanspruchnahme einseitiger Gestaltungsmacht sprachen.
Der Beklagten ist durch die bloße Frage nach "Anmerkungen oder Änderungswünschen" jedoch nicht - wie vom Senat gefordert (vgl. Urteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO) - eine tatsächliche Gelegenheit eröffnet worden, alternativ eigene Textvorschläge mit der effektiven Möglichkeit ihrer Durchsetzung in die Verhandlung einzubringen.
aa) Die Klägerin hat nach den Feststellungen des Landgerichts, auf die das Berufungsgericht Bezug nimmt, die Einbeziehung der Vertragsbedingungen angeboten und deshalb im Sinne von § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB gestellt (vgl. BGH, Urteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 10, 11).
Das erzeugt den Anschein, dass die Bedingungen durch die Klägerin gestellt worden sind (vgl. BGH, Urteil vom 14. Mai 1992 - VII ZR 204/90, BGHZ 118, 229, 240; BGH, Urteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 14).
Dies ergibt sich bei einem Verbrauchervertrag aus der in § 310 Abs. 3 Nr. 1 BGB vorgesehenen Beweislastverteilung (vgl. BGH…, Urteil vom 15. April 2008 - X ZR 126/06, BGHZ 176, 140 Rn. 14 mwN); das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17. Februar 2010 (VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 11), auf das sich die Beklagte stützt, um eine Individualvereinbarung herzuleiten, bezieht sich gerade nicht auf einen Verbrauchervertrag, sondern auf einen zwischen Privatleuten geschlossenen Vertrag.
Denn Allgemeine Geschäftsbedingungen liegen auch dann vor, wenn sie - wie hier - für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert sind, selbst wenn die Vertragspartei, die die Klauseln stellt, sie nur in einem einzigen Vertrag verwenden will (Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 10 mwN).
aa) Aufgrund diesbezüglich fehlender Feststellungen der Instanzgerichte lässt sich nicht bestimmen, ob die im vorliegend verwendeten Vertragsvordruck enthaltenen Bedingungen von einer Partei im Sinne von § 305 Abs. 1 BGB gestellt wurden (vgl. hierzu Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 10 ff.) und es sich mithin auch bei dem darin enthaltenen Passus "Der Verkäufer verkauft hiermit das Kraftfahrzeug an den Käufer unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung" um eine Allgemeine Geschäftsbedingung handelt, die das Revisionsgericht uneingeschränkt überprüfen kann (st. Rspr.;… vgl. Senatsurteile vom 17. April 2013 - VIII ZR 225/12, NJW 2013, 1805 Rn. 9;… vom 9. April 2014 - VIII ZR 404/12, BGHZ 200, 362 Rn. 25;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NJW-RR 2015, 264 Rn. 16;… vom 29. Juni 2016 - VIII ZR 191/15, NJW 2016, 3015 Rn. 20; jeweils mwN).
Mit Rücksicht darauf ist das Merkmal des "Stellens" im Sinne des § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB erfüllt, wenn die Formularbestimmungen auf Initiative einer Partei oder ihres Abschlussgehilfen (…vgl. Senatsurteil vom 4. Februar 2015 - VIII ZR 26/14, NJW-RR 2015, 738 Rn. 14) in die Verhandlungen eingebracht und ihre Verwendung zum Vertragsschluss verlangt wird (…Senatsurteile vom 20. Januar 2016 - VIII ZR 26/15, NJW 2016, 1230 Rn. 24; vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, BGHZ 184, 259 Rn. 11 f., 18).
Diese rechtlichen Vorgaben schließen es im Streitfall aber aus, die Bedingungen des von Haus und Grund herausgegebenen Vertragsformulars, dessen Verwendung die Rechtsvorgängerin des Klägers nach dem revisionsrechtlich als richtig zu unterstellenden (und zudem von dem darlegungs- und beweisbelasteten Kläger zu widerlegenden [vgl. Senatsurteil vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 67/09, aaO]) Vortrag der Beklagten ausdrücklich verlangt hat, allein deshalb als von den Beklagten gestellt anzusehen, weil der Beklagte zu 2 dem von der Gegenseite geäußerten Wunsch entsprochen hat, das genannte Formular zu besorgen und zu den Vertragsverhandlungen mitzubringen.
OLG Hamm, 13.01.2011 - 2 U 143/10
Beurteilung der Wirksamkeit einer Vertragsstrafenregelung für das …
LG Kiel, 17.03.2011 - 9 O 116/10
Allgemeine Geschäftsbedingung: Haftungsbegrenzung in einem Wartungsvertrag zu …