Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=27.02.2008&Aktenzeichen=B%2014/7b%20AS%2064/06%20R
Timestamp: 2019-10-19 01:16:46
Document Index: 78113382

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 21', '§ 20', '§ 20', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 20', '§ 21', '§ 21', '§ 22', '§ 21', '§ 30', '§ 20', '§ 21', '§ 21']

BSG, 27.02.2008 - B 14/7b AS 64/06 R - dejure.org
https://dejure.org/2008,70
BSG, 27.02.2008 - B 14/7b AS 64/06 R (https://dejure.org/2008,70)
BSG, Entscheidung vom 27.02.2008 - B 14/7b AS 64/06 R (https://dejure.org/2008,70)
BSG, Entscheidung vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R (https://dejure.org/2008,70)
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Arbeitslosengeld II - Verfassungsmäßigkeit der Regelleistung - Abschlag bei den Heizkosten für Warmwasseraufbereitung bzw Haushaltsenergie - Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung - Empfehlung des Deutschen Vereins - kein antizipiertes Sachverständigengutachten
Arbeitslosengeld II; Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung; Empfehlungen des Deutschen Vereins; kein antizipiertes Sachverständigengutachten; Einzelfallprüfung; Verfassungsmäßigkeit der Regelleistung; Abschlag bei den Unterkunftskosten für Haushaltsenergie
Verfassungsmäßigkeit des Regelsatzes des Arbeitslosengeldes II; Begriff der Hilfebedürftigkeit i.S.d. § 9 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II); Rechtmäßigkeit der Abziehung von Kosten für Haushaltsenergie von den Kosten der Unterkunft; Voraussetzungen eines ...
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Kein Zusätzliches Geld für warmes Wasser // Kosten sind in Arbeitslosen-Regelleistung enthalten
123recht.net (Rechtsprechungsübersicht, 7.4.2008)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BSG vom 27.02.2008, Az.: B 14/7b AS 64/06 R (Mehrbedarf, kostenaufwändige Ernährung)" von Prof. Dr. Angela Busse, original erschienen in: SGb 2009, 165 - 168.
LSG Baden-Württemberg, 17.11.2006 - L 12 AS 1706/06
Es hat im Grundsatz zu Recht für die Feststellung, ob und in welchem Umfang dem Beigeladenen ein Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung nach § 21 Abs. 5 SGB II zusteht, die Empfehlungen des deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge aus dem Jahr 1997 zu Grunde gelegt (vgl Urteile des Senates vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 32/06 R und B 14/7b AS 64/06 R).
Insofern wird man ihm auch hierbei den bereits bei der Festsetzung der Höhe der Regelleistungen zustehenden Gestaltungsspielraum einräumen müssen (…grundlegend BSG SozR 4-4200 § 20 Nr. 3; Urteil des Senats vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R -).
Wie der Senat in seinen Urteilen vom 27. Februar 2008 (B 14/7b AS 64/06 R und B 14/11b AS 15/07 R) im Einzelnen begründet hat, sind die Kosten der Warmwasserbereitung zwar in der Regelleistung gemäß § 20 Abs. 2 SGB II enthalten.
Der Senat hat in seinem Urteil vom 27. Februar 2008 (B 14/7b AS 64/06 R) im Einzelnen dargelegt, dass den "Empfehlungen" des Deutschen Vereins hinsichtlich der Krankenkostzulagen keine normative Wirkung zukommt.
Insbesondere handelt es sich bei den "Empfehlungen" des Deutschen Vereins auch nicht um antizipierte Sachverständigengutachten (vgl im Einzelnen BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R - RdNr 26 f).
Dieser Grundsatz findet in § 21 Abs. 5 SGB II keinen Niederschlag (vgl auch BSG Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R - RdNr 28).
Hier bietet sich an, den Wert von 7, 1 % zu Grunde zu legen, mit dem die Werte aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998 auf die Regelleistung 2005 hochgerechnet worden sind (vgl hierzu Urteil des Senats vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R - RdNr 30).
Soweit nach neuerer Rechtsprechung des BSG (Urteile des 14. Senats vom 27. Februar 2008, B 14/7b AS 64/06 R und B 14/11b AS 15/07 R) höhere Abzüge für Warmwasserbereitung gerechtfertigt sein könnten, ist der von den Beteiligten geschlossene Teilvergleich zu beachten, wonach es im streitgegenständlichen Zeitraum bei dem monatlichen Abzug von 4, 53 EUR verbleibt.
Die Voraussetzungen nach § 21 SGB II (insbesondere eines Mehrbedarfs wegen kostenaufwändiger Ernährung nach § 21 Abs. 5 SGB II) lägen nicht vor, da ein sonstiger, nicht ernährungsbedingter medizinischer Bedarf, der von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht abgedeckt werde, in § 21 SGB II nicht genannt und daher kein Mehrbedarf in diesem Sinne sei (Hinweis auf BSG SozR 4-4200 § 21 Nr. 2) .
Ein solcher Anspruch ist von § 21 Abs. 5 SGB II nicht erfasst (vgl bereits BSG SozR 4-4200 § 21 Nr. 2 RdNr 31) .
Die zudem vorgenommene Kürzung um die Kosten der Warmwasseraufbereitung von insgesamt 5, 97 EUR monatlich dürfte ausgehend von der Regelleistung West bei einem pauschalen Kürzungsbetrag von 6, 22 EUR unproblematisch sein (jetzt ua BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R, Terminbericht Nr. 10/08).
Unabhängig von der in der Rechtsprechung umstrittenen Frage, ob die Empfehlungen 2008 als antizipiertes Sachverständigengutachten anzusehen sind (bejahend zB Sächsisches LSG vom 27.8.2009 - L 3 AS 245/08 - und vom 22.6.2009 - L 7 AS 250/08; Bayerisches LSG vom 23.4.2009 - L 11 AS 124/08; LSG Mecklenburg-Vorpommern vom 9.3.2009 - L 8 AS 68/08; offen gelassen: LSG Nordrhein-Westfalen vom 15.3.2010 - L 19 AS 50/09 - und vom 4.10.2010 - L 19 AS 1140/10) , können die Empfehlungen 2008 jedenfalls als Orientierungshilfe dienen und es sind weitere Ermittlungen im Einzelfall nur dann erforderlich, sofern Besonderheiten, insbesondere von den Empfehlungen abweichende Bedarfe, substantiiert geltend gemacht werden (so bereits zu den Empfehlungen 1997: BSG vom 27.2.2008 - B 14/7b AS 64/06 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 2 S 7 f) .
Da die Empfehlungen des Deutschen Vereins keine Rechtsnormqualität aufweisen (BSG vom 27.2.2008 - B 14/7b AS 32/06 R - BSGE 100, 83, 89 f = SozR 4-4200 § 20 Nr. 6 S 44 und - B 14/7b AS 64/06 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 2 S 6 f) , gibt es auch keine Hinderungsgründe, die darin enthaltenen medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse auch mit den Ergebnissen der Amtsermittlung zu vergleichen bzw in diese einfließen zu lassen, wenn diese Zeiträume betreffen, die vor der Veröffentlichung der neuen Empfehlungen am 1.10.2008 lagen (so bereits Sächsisches LSG vom 26.2.2009 - L 2 AS 152/07; LSG Mecklenburg-Vorpommern vom 9.3.2009 - L 8 AS 68/08) .
Zwar folgt hieraus nicht, dass die Bescheide durch den erkennenden Senat zu Lasten der Klägerin zu ändern waren, denn einer solchen Änderung steht das Verbot der reformatio in peius entgegen (vgl BSG vom 27.2.2008 - B 14/7b AS 64/06 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 2 S 8;… BSG vom 19.2.2009 - B 4 AS 48/08 R - BSGE 102, 274, 281 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 18 S 130) .
Ähnlich wie im Bereich krankheitsbedingt unverzichtbarer Lebensmittel (vgl dazu § 21 Abs. 5 SGB II, § 30 Abs. 5 SGB XII und dazu zB BSG Urteil vom 9.6.2011 - B 8 SO 11/10 R - RdNr 24;… BSGE 100, 83 = SozR 4-4200 § 20 Nr. 6, RdNr 39 ff; BSG SozR 4-4200 § 21 Nr. 2 RdNr 28;… BSG Urteil vom 8.11.2011 - B 1 KR 20/10 R - RdNr 38 mwN, Leucinose, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen) ist es Aufgabe dieser gesetzlichen Bestimmungen des SGB II und SGB XII, die Gewährleistung des verfassungsrechtlich garantierten Existenzminimums zu sichern, soweit es - wie dargelegt verfassungskonform - nicht durch den Leistungskatalog der GKV abgedeckt ist.
Richtigerweise können die auf die Klägerin entfallenden Heizkosten nur um den in der Regelleistung enthaltenen Anteil für Warmwasserbereitung in Höhe von 6, 22 Euro monatlich gekürzt werden (vgl hierzu Urteil des Senats vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R).
So hat der Gesetzgeber etwa im Rahmen des § 21 Abs. 5 SGB II bei der Notwendigkeit einer kostenaufwändigen Ernährung aus medizinischen Gründen den zu übernehmenden Bedarf im Gesetzeswortlaut ausdrücklich auf die "angemessene Höhe" beschränkt (vgl hierzu Urteil des Senats vom 27. Februar 2008 - B 14/7b AS 64/06 R).
SG Aachen, 21.03.2011 - S 14 AS 159/10
LSG Nordrhein-Westfalen, 22.09.2010 - L 19 AS 1197/10
LSG Baden-Württemberg, 09.12.2008 - L 13 AS 4462/07
Arbeitslosengeld II - kein Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung für Vollkost …
BSG, 10.01.2011 - B 14 AS 112/10 B
BSG, 28.10.2008 - B 8 SO 28/08 B
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SG Gießen, 09.07.2013 - S 22 AS 866/11
Arbeitslosengeld II - Mehrbedarf für kostenaufwendige Ernährung - pulmonale …
LSG Nordrhein-Westfalen, 31.08.2009 - L 7 B 212/09
LSG Nordrhein-Westfalen, 24.08.2009 - L 19 B 219/09
LSG Mecklenburg-Vorpommern, 09.03.2009 - L 8 AS 68/08
LSG Bayern, 02.03.2009 - L 11 AS 443/08
Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Haushaltsenergiekosten - keine …
LSG Bayern, 09.04.2014 - L 11 AS 231/14
Zulassung der Berufung bei Vorliegen grundsätzlicher Bedeutung.
LSG Niedersachsen-Bremen, 24.11.2010 - L 15 AS 364/09
Arbeitslosengeld II - Bedarfsgemeinschaft aus Leistungsberechtigten nach SGB 2 …
LSG Berlin-Brandenburg, 12.10.2010 - L 23 SO 130/06
Mehrbedarf, Diabetes mellitus, Empfehlungen des Deutschen Vereins 2008
LSG Nordrhein-Westfalen, 02.10.2009 - L 19 AS 25/09
LSG Bayern, 25.09.2008 - L 11 B 765/08
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LSG Nordrhein-Westfalen, 09.06.2008 - L 19 B 80/08
LSG Bayern, 24.04.2008 - L 11 AS 293/07
Voraussetzungen eines Leistungsanspruch auf Arbeitslosengeld II (Alg II) wegen …
LSG Berlin-Brandenburg, 03.03.2008 - L 25 B 1338/07
Prozesskostenhilfe; Erfolgsaussicht; Zeitpunkt; Rechtsanwalt; Beiordnung
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Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung …
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