Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201994,%20591
Timestamp: 2020-04-09 07:57:46
Document Index: 396166403

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 2', '§ 138', '§ 2', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGB § 138; BSHG § 2, 92c
Wirksamkeit eines Testaments zugunsten eines Behinderten
Behindertentestament, keine Sittenwidrigkeit
Deutsches Notarinstitut (Leitsatz)
BGB § 138; BSHG §§ 2, 92 c
Behindertentestament, Sittenwidrigkeit
Der Bundesgerichtshof (vgl. etwa BGH NJW 1994, 248ff) hat bei seinen Überlegungen zunächst die Testierfreiheit des Erblassers (Art. 14 Abs. 1 GG) in den Vordergrund gestellt.
Erstattung einer von der Landeskasse geleisteten Betreuervergütung; Verwertung …
Grundsätzlich können demzufolge alle im Erbrecht vom Gesetz bereitgestellten Gestaltungsinstrumente einschließlich ihrer Kombinationsmöglichkeiten zunächst ausgeschöpft werden (vgl. BGHZ 188, 96 = FamRZ 2011, 472 Rn. 18 und BGHZ 123, 368 = FamRZ 1994, 162, 164 f.).
Im Lichte dieses Verständnisses kommt eine Einschränkung der Testierfreiheit durch Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB nur in Betracht, wenn sich das Verdikt der Sittenwidrigkeit auf eine klare, deutlich umrissene Wertung des Gesetzgebers oder allgemeine Rechtsauffassung stützen könnte (BGHZ 123, 368 = FamRZ 1994, 162, 164 f.).
Allein die vom Landgericht dem Erblasser unterstellte Absicht, durch die Gestaltung des Testaments den gesamten Nachlass nur zugunsten des nicht behinderten Sohns sichern und einen Zugriff der Sozialhilfe- und übrigen Leistungsträger auf die Erbteile der beiden behinderten Familienangehörigen verhindern zu wollen, würde hierfür nicht genügen (…vgl. BGHZ 188, 96 = FamRZ 2011, 471 Rn. 23; BGHZ 123, 368 = FamRZ 1994, 162, 164 f. und BGHZ 111, 36 = FamRZ 1990, 730, 732 jeweils hinsichtlich des Trägers der Sozialhilfe).
LG Köln, 10.07.2009 - 1 T 133/09