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Timestamp: 2016-10-23 22:30:42
Document Index: 139204740

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 46', '§ 465', '§ 467', '§ 467', '§ 153']

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Strafrecht Themen: Körperverletzung Anzeige erwartet
Anzeige nach Kopfnuss, was erwartet mich?
21.02.2006 15:20 | Preis: ***,00 € |
Ich habe folgendes Problem. Ich habe vor einiger Zeit im betrunkenen Zustand ( kann aber niemand beweisen wieviel ich getrunken hatte) einer anderen Person mit einer Kopfnuss die Nase gebrochen. Tathergang: Ich ging zur geschädigten Person hin und verpasste ihr eine Kopfnuss. Als ich dann bemerkte das ich am Kopf blutete habe ich sofort die Räumlichkeit verlassen. Ich habe also nicht weiter auf ihn eingeschlagen oder sonst etwas. Nur eine Kopfnuss.
Der geschädigte war daraufhin 1woche krankgeschrieben und hat sich operieren lassen.
Wie ich jetzt mitbekommen habe, ist ein Verfahren gegen mich eingeleitet worden.
Ich bin 23 Jahre alt, bin nicht vorbestraft oder sonst jemals Polizeilich aufgefallen.
Jetzt habe ich volgende Fragen:
Welche Strafe und Kosten erwarten mich jetzt?
Kommt die Polizei bei mich nach Hause?
Kann ich meinen Rechtsschutz in Anspruch nehmen? Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 126 weitere Antworten zum Thema:
21.02.2006 | 17:17
Ihre Frage möchte ich gemäß Ihren Angaben folgendermaßen beantworten:
Es liegt danach eine einfache Körperverletzung vor. Die einfache Körperverletzung wird nach § 223 I StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Bei der Strafzumessung nach § 46 StGB wird folgendes berücksichtigt:
Im Strafverfahren bemessen sich die Gerichtsgebühren nach der rechtskräftig erkannten Strafe.
Nach § 465 Abs. 1 S. 1 hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens insoweit zu tragen, als sie durch das Verfahren wegen einer Tat entstanden sind, wegen deren er verurteilt oder ein Maßregel der Besserung oder Sicherung gegen ihn angeordnet wird. Die notwendigen Auslagen hat der Verurteilte selbst zu tragen.
Wird der Angeschuldigte hingegen freigesprochen oder das Verfahren eingestellt, so fallen die Kosten und die notwendigen Auslagen der Staatskasse zur Last, vgl. § 467 Abs. 1 und § 467a StPO.
Bei einer Verurteilung bis zu 6 Monate Freiheitsstrafe/bis 180 Tagessätze entsteht eine Gerichtsgebühr Anlage 1 GKG Nr. 3110 von 120,00 EUR. Wenn Sie einen Verteidiger beauftragen, müssen Sie mit Kosten von mehreren hundert Euro rechnen.
Bei nicht vorbestraften Tätern wird –wenn keine Einstellung des Verfahrens stattfindet- dann in der Regel eine Geldstrafe von ca. 30 Tagessätzen verhängt. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach Ihrem monatlichen Nettoeinkommen/ 30. Falls Sie keinen Verteidiger beauftragen möchten, sollten Sie auf jeden Fall zum Ausdruck bringen, dass Sie die Tat bereuen und eventuell aufgrund des Alkoholeinflusses vermindert schuldfähig waren. Möglicherweise kommt dann eine Einstellung des Verfahrens bei Erfüllung einer Auflage oder Weisung nach § 153 a StPO in Betracht.
Sie werden zur polizeilichen Vernehmung geladen werden. Dort müssen Sie jedoch nicht erscheinen. Rechtsschutzversicherungen geben i.d.R. keine Kostendeckung für die Begehung von vorsätzlichen Straftaten. Ich hoffe, diese Antwort war Ihnen soweit behilflich. Für Unklarheiten nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion.
Mit freundlichen Grüßen Sabine Reeder
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