Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/144626,0.html
Timestamp: 2019-08-17 11:29:10
Document Index: 64244847

Matched Legal Cases: ['§ 438', '§ 443', '§ 202', '§ 443', 'BGH', '§ 365']

garantieverlängerung durch lieferung eines ersatzgerätes
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> garantieverlängerung durch lieferung eines ersatzgerätes
Verfasst am: 18 Jul 2007 - 11:29:45 Titel: garantieverlängerung durch lieferung eines ersatzgerätes
verlängert sich die garantie durch lieferung eines ersatzgerätes?
wenn ja, hat jmd. dazu nen gerichtsurteil parat?
Verfasst am: 18 Jul 2007 - 11:35:15 Titel:
Man sollte annehmen, dass ein neues Gerät ebenfalls 24 Monate Garantie haben müsste.
Natürlich anders, wenn das alte Gerät repariert wurde-
Urteil grad nicht parat-
Verfasst am: 18 Jul 2007 - 21:46:04 Titel:
Garantie oder Gewährleistung!?
Allround-Experte: Was denn für 24 Monate Garantie? Meinst du nicht eher die Gewährleistungsfrist nach § 438 I Nr. 3 BGB? Ein Garantiegeber kann natürlich auch 24 Monate Garantie einräumen, aber er ist in der Festlegung der Garantiedauer frei (vgl. Haltbarkeitsgarantie, § 443 Var. 2 BGB; Grenze ist allerdings eine Dauer von 30 Jahren, § 202 II BGB). Von "ebenfalls 24 Monate Garantie" zu sprechen halte ich daher für falsch, da 24 Monate keineswegs selbstverständlich sind.
Verfasst am: 19 Jul 2007 - 10:26:45 Titel:
gleiche Frage hatte ich auch mal, müsste irgendwo hier im Forum noch ein Thread rumgeistern.... gesetzliche Regelung hierzu gibts nicht, höchstrichterliche Entscheidung auch nicht. Momentan gibts leider keine Verlängerung der 6 monatigen Garantie bzw. der 24 monatigen Gewährleistung.
hier der Link... und sieh da, damals hat mir auch schon Tobi weitergeholfen
http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/123900,0.html
Verfasst am: 19 Jul 2007 - 12:14:00 Titel:
Meinte natürlich Gewährleistung, sorry für die unpräzise Formulierung.
Ist im allgemeinen Sprachgebrauch ohnehin in der Form gebräuchlich und versteht normal auch jeder, der die Frage oben gelesen hat-oder irre ich ?
Kann freilich sein, dass er wirklich Garantie meinte i.S.d. § 443, stimmt.
Bei Elektronikartikeln sind es doch 24 Monate Gewährleistung gemäß bereits ratifizierter EU-Richtlinie, natürlich trifft dies nur für den Verbrauchsgüterkauf zu-
Irgenwelche Ungenauigkeiten oder Interpretationsfehler?
Man bin ich froh das ich Korrekturleser habe -Danke nochmal Jungs!
Ach ja, so schön wie Tobi in dem anderen Thread (Link oben) hätte ich es natürlich auch nicht darstellen können-Respekt dafür Tobi-
Verfasst am: 19 Jul 2007 - 13:51:37 Titel:
Allround-Experte hat folgendes geschrieben:
(...) Ist im allgemeinen Sprachgebrauch ohnehin in der Form gebräuchlich und versteht normal auch jeder, der die Frage oben gelesen hat-oder irre ich ?
Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch schon, deshalb habe ich ja nachgefragt. Der Laie macht da gemeinhin keinen Unterschied (vgl. dazu etwa eBay-Klauseln wie "Privatauktion, daher keine Garantie und Rückgabe!"). Wir Juristen müssen uns an unseren Formulierungen aber schon festhalten lassen. Uns trifft daher auch die Pflicht, in Fällen, in denen es nicht ganz klar ist (k_k ist offensichtlich kein Jura-Student, sondern studiert eher in wirtschaftlicher Richtung) auch nachzufragen, ob denn wirklich die Garantie gemeint ist. Denn wir kennen den - ganz erheblichen - Unterschied. Schließlich ist ja auch keineswegs ausgeschlossen, dass k_k die Garantie meint.
Ja, da hatte ich schon mal was zu dem Thema geschrieben. Müsste man bei Gelegenheit mal nachschauen, ob es zwischenzeitlich ein BGH-Urteil zu der Frage gibt. Wegen der erheblichen Praxisrelevanz würde mich eigentlich wundern, wenn es da nicht zumindest alsbald mal eine höchstrichterliche Entscheidung zu gäbe.
Verfasst am: 19 Jul 2007 - 17:57:13 Titel:
Das ist tatsächlcih sehr interessant .. habe mich auch früher gefragt, wie ist es eigentlich bei Nachlieferung mit Gewährleistung und Garantie.
Ich würde sagen, dass Garantie für das Ersatzgerät jedenfalls entfallen würde, da sie eine Sondervereinbarung darstellt; die gesetzliche Gewährleistung aber nicht. Ich würde das mit § 365 analog begründen.
Beim Erfüllung auf Leistungs statt gilt für die hingegebene Sache der Gewährleistungsschutz. Hier wird aber zwar nicht gem. 364 erfüllt, jedoch ist die Lage vergleichbar, da mit einer anderen Sache nacherfüllt wird. Beides sind Primäransprüche. Es spricht nichts dagegen, dem Verkäufer die gesetzliche Gewährleistung aufzuerlegen. Eine andere Frage würde aber die vertragliche Gewährleistung bedeuten. Wäre das alles vertraglich abdingbar?