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Timestamp: 2018-10-17 14:37:25
Document Index: 46339717

Matched Legal Cases: ['§ 675', '§ 334', '§ 334', '§ 334', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 241', '§ 311', '§ 311', '§ 241', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 311', '§ 241', '§ 241']

Einleitung : Die Haftung des Kunstexperten
Einleitung : Die Haftu...
Das Buch beschäftigt sich mit den Hintergründen und Grundlagen der Kunstexpertenhaftung. Die Kunstexpertise ist von herausragender Bedeutung für den Kunstmarkt. Sie entscheidet über die Authentizität eines Kunstwerkes und damit über Millionenwerte. Der Autor untersucht die Fälle, in denen Experten irren. Geschädigte Käufer und Verkäufer fragen dann nach ihren rechtlichen Möglichkeiten – auch nach einer Haftung des Kunstexperten. Die Haftung des Kunstexperten ist gerichtlich nicht geklärt, wodurch sich eine erhebliche Rechtsunsicherheit für die Kunstmarktbeteiligten ergibt. Der Autor klärt die Sorgfaltsanforderungen an die Tätigkeit eines Kunstexperten und zeigt anhand von vielen Beispielen aus der Praxis Wege einer Haftung des Kunstexperten auf.
978-3-631-70626-8
https://doi.org/10.3726/b10461
Frankfurt am Main, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2017. 360 S.
A. Die Kunstmarktskandale
B. Die Rolle der Kunstexperten bei dem Vertrieb gefälschter Kunst
C. Die rechtlichen Möglichkeiten geschädigter Käufer und Verkäufer
D. Das Thema und der Aufbau der vorliegenden Arbeit
I. Der Kunstkaufvertrag
a) Die Beschaffenheit eines Kunstwerkes und ihre Vereinbarung
b) Die Vereinbarung einer Beschaffenheit außerhalb des Auktionshandels
aa) Die Interessen des Ersteigerers
bb) Die Interessen des Auktionators
cc) Die Abwägung der Interessen
dd) Das Ergebnis der Interessensabwägung
ee) Entgegenstehende Versteigerungsbedingungen
ff) Kein Widerspruch zu der bisherigen Rechtsprechung
2. Die Verwendungseignung
1. Die Nacherfüllung
2. Der Rücktritt und die Minderung
aa) Die Garantieübernahme
bb) Der Vorsatz
aaa) Die Verkehrskreise privater und gewerblicher Kunstverkäufer
bbb) Die Sorgfaltspflichten großer Auktionshäuser
ccc) Die Sorgfaltspflichten kleiner Auktionshäuser
ddd) Die Sorgfaltspflichten von Kunsthändlern und Galerien
b) Die Zurechnung des Vertretenmüssens
a) Der gesetzliche Gewährleistungsausschluss
aa) Der individualvertragliche Gewährleistungsausschluss
bb) Der formularmäßige Gewährleistungsausschluss
cc) Die Berufung auf einen Gewährleistungsausschluss
c) Der Gewährleistungsausschluss bei einem Verbrauchsgüterkauf
5. Die Verjährung der Gewährleistungsrechte
IV. Die Anfechtung der Willenserklärung des Kunstkäufers
B. Die Anfechtungsmöglichkeit des Kunstverkäufers
C. Zusammenfassung der Rechte und Pflichten des Kunstkäufers und Kunstverkäufers
A. Der Begriff des Kunstexperten
a) Das Entstehen und die Entwicklung des Kunsthandels
b) Der moderne Kunsthandel
c) Die Fälschungen im Kunsthandel
d) Die Kunstexpertise als Absicherung
2. Die Marktmacht des Kunstexperten
3. Die Schadensträchtigkeit von Kunstexpertisen
4. Zusammenfassung der faktischen Gegebenheiten für ein Haftungsbedürfnis
II. Das rechtliche Haftungsbedürfnis
A. Die Aussage und Struktur des § 675 Abs. 2 BGB
B. Die Umkehrung des Regel-Ausnahme-Verhältnisses im modernen Wirtschaftsleben
C. Der Kunstexperte als Auskunftgeber
1. Der erforderliche Rechtsbindungswille
2. Die rechtliche Einordnung des Vertrags über die Erstellung einer Kunstexpertise
1. Die Beschaffenheit der Kunstexpertise und ihre Vereinbarung
a) Die Eignung für die vertraglich vorausgesetzte Verwendung
b) Die Eignung für die gewöhnliche Verwendung
c) Die übliche und zu erwartende Beschaffenheit anhand von Praxisbeispielen
d) Die Auswertung zu der üblichen Beschaffenheit einer Kunstexpertise
e) Die zu erwartende Beschaffenheit
3. Die Mangelhaftigkeit der «Tremblement de terre»-Expertise
1. Die Nacherfüllung, die Selbstvornahme, der Rücktritt und die Minderung
a) Die Garantieübernahme
b) Der Vorsatz
aa) Der Verkehrskreis des Kunstexperten
bb) Die Sorgfaltsanforderungen an die Erstellung einer Kunstexpertise
cc) Die allgemeinen Anforderungen an eine Authentizitätsprüfung
dd) Die besonderen Anforderungen an eine Authentizitätsprüfung
IV. Das Ergebnis der vertraglichen Haftung des Kunstexperten gegenüber seinem Auftraggeber
1. Der direkte Auskunftskontakt
a) Die Konstruktion eines Auskunftsvertrags bei indirektem Auskunftskontakt
b) Der Rechtsbindungswille des Kunstexperten
c) Die Handlungsfreiheit und der Vermögensschutz
d) Die Festlegung des Haftungsgläubigers
aa) Das Haftungsrisiko des Kunstexperten gegenüber seinem Auftraggeber
bb) Das Haftungsrisiko des Kunstexperten gegenüber Nicht-Auftraggebern
cc) Das Haftungsrisiko des Kunstexperten gegenüber seinem Auftraggeber und Nicht-Auftraggebern im Vergleich
dd) Das Ergebnis zum Haftungsrisiko im Vergleich
f) Die Stellungnahme zu dem indirekten Auskunftsvertrag
1. Der Zweck des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
2. Die Rechtsgrundlage des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
a) Die Leistungsnähe
aa) Die Gegenläufigkeit der Interessen beim Kunstkauf
bb) Die Drittgerichtetheit der Kunstexpertise
c) Die Erkennbarkeit und Zumutbarkeit des Drittschutzinteresses
d) Die Schutzbedürftigkeit des Dritten
a) Das Problem des Einwendungsdurchschlags des § 334 BGB
b) Die Anwendbarkeit des Einwendungsdurchschlags des § 334 BGB auf Verträge mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
c) Der stillschweigende Verzicht auf den Einwendungsdurchschlag zugunsten des Dritten
d) Die fehlende Einschlägigkeit des § 334 BGB bei Verträgen über die Erstellung von Kunstexpertisen
5. Die Rechtsfolge des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
6. Das Ergebnis zu dem Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
1. Die Konstruktion der Drittschadensliquidation
2. Die fehlende Anwendbarkeit der Drittschadensliquidation bei Kunstexpertisenfällen
IV. Weitere vertragsähnliche Konzepte zur Erfassung einer Haftung des Kunstexperten gegenüber Nicht-Auftraggebern
a) Die Konstruktion einer Garantiehaftung
b) Die Kritik an der Garantiehaftung
a) Die Konstruktion einer Berufshaftung
b) Die Kritik an der Berufshaftung
a) Die Konstruktion einer Erklärungshaftung
b) Die Kritik an der Erklärungshaftung
V. Das Ergebnis der vertraglichen Haftung des Kunstexperten gegenüber Nicht-Auftraggebern
A. Die Haftung wegen Verletzung eines absoluten Rechts
I. Die Sachverständigenordnungen
II. Die Verkehrspflichten als Schutzgesetze
III. Ein Kunstexpertenhaftungsgesetz als Schutzgesetz
C. Die Haftung wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung
D. Das Ergebnis einer Haftung des Kunstexperten aus unerlaubter Handlung
1. Der Wortlaut des § 311 Abs. 3 BGB
a) Die «culpa in contrahendo» als Grundlage des § 311 Abs. 3 BGB
b) Die Eigenhaftung Dritter nach § 311 Abs. 3 BGB
aa) Das wirtschaftliche Eigeninteresse des«procurators in rem suam»
bb) Die Inanspruchnahme von Vertrauen durch den Sachwalter
3. Die Expertenhaftung als weitere Fallgruppe des § 311 Abs. 3 BGB
4. Die systematische Stellung des § 311 Abs. 3 BGB im Gesetz
a) Die Inanspruchnahme von Vertrauen
b) Die besondere Inanspruchnahme von Vertrauen
c) Die Inanspruchnahme von Vertrauen auch «für sich»
aa) Die Bedeutungswahrscheinlichkeit
bb) Die Allgegenwärtigkeit von Vertrauen
cc) Die fehlende Präzision des Vertrauens
dd) Die Berechtigung des Vertrauens
e) Die erhebliche Beeinflussung der Vertragsverhandlungen oder des Vertragsschlusses
6. Die Rechtsfolge des § 311 Abs. 3 Satz 2 BGB
1. Das Schuldverhältnis im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB
2. Die Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen
3. Die Pflichten aus einem Schuldverhältnis nach § 311 Abs. 3 Satz 2 BGB
a) Die Festlegung des Haftungsgläubigers im Rahmen des Schuldverhältnisses nach § 311 Abs. 3 Satz 2 BGB
b) Das Ergebnis zu der Bereichsausnahme des § 241 Abs. 2 BGB
III. Die Rechtsfolge aus den §§ 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
IV. Das Ergebnis der Haftung des Kunstexperten aus einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung
B. Die Abgrenzung der Haftung nach den Grundsätzen des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter von der Haftung aus einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung
Anhang: Die Expertise zu dem Werk «Seine Brücke mit Frachtkähnen»
Der nationale wie internationale Kunsthandel hat stürmische Zeiten hinter sich. Zusätzlich zu einigen kleinen Kunstmarktskandalen1 erschütterten zwei große Skandale jüngerer Vergangenheit nachhaltig das Vertrauen in den Handel mit der Kunst. In Deutschland erfand der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi die Gemälde-«Sammlung Jägers»2, um seine Fälschungen mit einer glaubhaften Herkunft zu versehen und sie auf dem Kunstmarkt absetzen zu können. Über Jahrzehnte hinweg hatte er Werke im Stile klassischer Modernisten wie Max Pechstein, Fernand Léger, André Derain, Kees van Dongen, Max Ernst und Heinrich Campendonk gemalt3 und sie in Auktionshäusern, welche die Bilder und ihre Herkunft nicht ausreichend prüften, im In- und Ausland versteigern lassen.
Die dabei verursachten Schäden gingen in die Millionen. 2011 wurde der Kunstfälscher wegen 14 nachweislich gefälschter Werke verurteilt. Schätzungen zufolge soll Beltracchi jedoch bis zu 200 Bilder gemalt haben. Damit ist der Großteil seiner Fälschungen noch im Umlauf.4 So wurde etwa 2012 auf ← 13 | 14 → einer Auktion im arabischen Dubai ein Bild zu einem Schätzpreis von 200.000 US-Dollar angeboten, das im Auktionskatalog eine verdächtige Vorbesitzerin auswies: «Sammlung Jägers, Köln».5
Kapitel 1: Die Rechte und Pflichten des Kunstkäufers und Kunstverkäufers
A. Die Haftung des Kunstverkäufers gegenüber seinem Käufer
II. Die Mangelhaftigkeit des Kunstwerkes
1. Die Beschaffenheitsvereinbarung
c) Die Vereinbarung einer Beschaffenheit im Auktionshandel
III. Die Rechtsfolgen der Mangelhaftigkeit
3. Der Schadensersatz
a) Das Vertretenmüssen
cc) Die Fahrlässigkeit
4. Die Gewährleistungsausschlüsse und -beschränkungen
b) Der vertragliche Gewährleistungsausschluss
Kapitel 2: Die Grundlagen einer Haftung des Kunstexperten
B. Die Gründe für eine Haftung des Kunstexperten
I. Das faktische Haftungsbedürfnis
1. Die Abhängigkeit des Kunstmarktes von Kunstexperten
Kapitel 3: Der Ausgangspunkt einer Haftung des Kunstexperten
Kapitel 4: Die Haftung des Kunstexperten aus einem Vertragsverhältnis
A. Die Haftung des Kunstexperten gegenüber seinem Aufraggeber
I. Der Vertrag über die Erstellung einer Kunstexpertise
II. Die Mangelhaftigkeit der Kunstexpertise
2. Die Verwendungseignung der Kunstexpertise
III. Die Rechtsfolgen einer mangelhaften Kunstexpertise
2. Der Schadensersatz
c) Die Fahrlässigkeit
B. Die Haftung des Kunstexperten gegenüber Nicht-Auftraggebern
I. Der selbstständige Auskunftsvertrag zwischen dem Experten und einem Nicht-Auftraggeber der Expertise
2. Der indirekte Auskunftskontakt
e) Die Festlegung des Haftungsgläubigers im Rahmen des Auskunftsvertrags
3. Die Voraussetzungen des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
b) Das Interesse an dem Schutz eines Dritten
4. Die Einwendungen des Experten gegenüber Dritten
1. Die Garantiehaftung
2. Die Berufshaftung
3. Die Erklärungshaftung
Kapitel 5: Die Haftung des Kunstexperten aus unerlaubter Handlung
B. Die Haftung wegen Verletzung eines Schutzgesetzes
Kapitel 6: Die Haftung des Kunstexperten aus einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung
A. Die Haftung des Kunstexperten aus einem Schuldverhältnis nach § 311 Abs. 3 BGB
I. Das Schuldverhältnis nach § 311 Abs. 3 BGB
2. Die gesetzgeberische Konzeption des § 311 Abs. 3 BGB
c) Die anerkannten Fälle einer Eigenhaftung Dritter
5. Die tatbestandlichen Voraussetzungen des § 311 Abs. 3 BGB
d) Das Vertrauen
II. Die Pflichten nach § 241 Abs. 2 BGB
4. Die Bereichsausnahme des § 241 Abs. 2 BGB: «kann»