Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BFH_19_05_2010_I_B_191_09_Versteuerung_von_Gewinnen_aus_der_-d3987827.html
Timestamp: 2016-12-07 11:09:58
Document Index: 32121462

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 50', '§ 52', 'Art. 13', 'Art. 13', '§ 15', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 13', '§ 50', '§ 52', '§ 15', '§ 15']

BundesfinanzhofBeschl. v. 19.05.2010, Az.: I B 191/09Gericht: BFHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 19.05.2010Referenz: JurionRS 2010, 17409Aktenzeichen: I B 191/09 Verfahrensgang:vorgehend:FG Baden-Württemberg - 02.11.2009 - AZ: 6 V 2234/09Rechtsgrundlagen:§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 2002§ 50d Abs. 9 S. 1 Nr. 1 EStG 2002§ 52 Abs. 59a S. 6 EStG 2002Art. 13 Abs. 2 DBA-SpanienArt. 13 Abs. 3 DBA-SpanienFundstellen:BFHE 229, 322 - 336BFH/NV 2010, 1554-1559BFH/PR 2010, 353-354BStBl II 2011, 156-162 (Volltext mit amtl. LS)DB 2010, 6DB 2010, 1321-1322DStR 2010, 7DStR 2010, 1223-1229DStRE 2010, 833-834EStB 2010, 239-240FR 2010, 5-6FR 2010, 999GStB 2010, 31-32HFR 2010, 918-923IStR 2010, 530-536IWB 2010, 466KÖSDI 2010, 17018KÖSDI 2010, 17026NWB 2010, 1958NWB direkt 2010, 676PIStB 2010, 203-204RIW/AWD 2010, 811-815StB 2010, 261StBW 2010, 590-591StuB 2010, 514-515StX 2010, 389-390V&S 2010, 8Jurion-Abstract 2010, 224892 (Zusammenfassung)Amtlicher Leitsatz:1. Gewinne aus der Veräußerung beweglichen Vermögens, die von einer vermögensverwaltend tätigen, jedoch i.S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 2002 gewerblich geprägten spanischen Personengesellschaft erzielt werden, an der in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtige Personen beteiligt sind, unterliegen nach Art. 13 Abs. 3 DBA-Spanien der deutschen und nicht nach Art. 13 Abs. 2 DBA-Spanien als Betriebstättengewinne der spanischen Besteuerung (Anschluss an Senatsurteil vom 28. April 2010 I R 81/09; entgegen BMF-Schreiben vom 24. Dezember 1999, BStBl I 1999, 1076 Tz. 1.1.5.1, jetzt BMF-Schreiben vom 16. April 2010, BStBl I 2010, 354 Tz. 4.2.1 i.V.m. Tz. 4.1.3.3.2).2. Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die Besteuerung des in Deutschland ansässigen Gesellschafters einer spanischen, nach dortigem im Gegensatz zum deutschen Recht steuerlich als intransparent behandelten Personengesellschaft nach Maßgabe des DBA-Spanien auf der Grundlage des deutschen oder aber des spanischen Steuerrechts vorzunehmen ist und ob danach Deutschland oder aber Spanien das Besteuerungsrecht für den Gewinn aus der Veräußerung der Anteile an einer solchen Personengesellschaft gebührt (entgegen BMF-Schreiben vom 28. Mai 1998, BStBl I 1998, 557, jetzt BMF-Schreiben vom 16. April 2010, BStBl I 2010, 354 Tz. 4.2.1 i.V.m. Tz. 4.1.3.3.2).3. Eine Personengesellschaft, die ausschließlich in Spanien über eine Betriebstätte verfügt, vermittelt ihrem Gesellschafter eine Betriebstätte i.S. des Art. 13 Abs. 2 DBA-Spanien. Ein zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters zählendes Wirtschaftsgut gehört jedenfalls dann zum Betriebsvermögen jener Betriebstätte, wenn der Gesellschafter nicht außerhalb Spaniens weitere Betriebstätten im abkommensrechtlichen Sinne besitzt (Anschluss an Senatsurteil vom 13. Februar 2008 I R 63/06, BFHE 220, 415, BStBl II 2009, 414).4. Es ist ernstlich zweifelhaft, ob § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 sowie § 52 Abs. 59a Satz 6 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007 mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Mangels Vorrangs des öffentlichen Interesses am Vollzug des Gesetzes ist dem Steuerpflichtigen infolgedessen jedenfalls für Steuerbescheide, die für Veranlagungszeiträume vor Einfügung jener Vorschriften in das Gesetz ergangen sind, vorläufiger Rechtsschutz zu gewähren.Redaktioneller Leitsatz:Sind in Deutschland unbeschränkt Steuerpflichtige an einer spanischen Personengesellschaft beteiligt, die ihrer Struktur nach einer deutschen Kommanditgesellschaft entspricht, deren persönlich haftende Gesellschafterin eine spanische Kapitalgesellschaft ist, liegt zwar eine gewerbliche Prägung der Personengesellschaft i. S. des § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG 2002 vor, die jedoch nicht auf die Abkommensrechtslage durchschlägt.Redaktioneller Leitsatz:Sind in Deutschland unbeschränkt Steuerpflichtige an einer spanischen Personengesellschaft beteiligt, die ihrer Struktur nach einer deutschen Kommanditgesellschaft entspricht, deren persönlich haftende Gesellschafterin eine spanische Kapitalgesellschaft ist, liegt zwar eine gewerbliche Prägung der Personengesellschaft i. S. des § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG 2002 vor, die jedoch nicht auf die Abkommensrechtslage durchschlägt.