Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=23.04.1997&Aktenzeichen=5%20TG%204306/96
Timestamp: 2019-05-19 07:30:27
Document Index: 356010911

Matched Legal Cases: ['Art 17', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 12', '§ 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 33', '§ 3', 'EuG', 'EuG', 'Art. 33']

VGH Hessen, 23.04.1997 - 5 TG 4306/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,5503
VGH Hessen, 23.04.1997 - 5 TG 4306/96 (https://dejure.org/1997,5503)
VGH Hessen, Entscheidung vom 23.04.1997 - 5 TG 4306/96 (https://dejure.org/1997,5503)
VGH Hessen, Entscheidung vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 (https://dejure.org/1997,5503)
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Art 17 EWGRL 680/91; Art 3 Abs 1 EWGRL 680/91; Art 3 Abs 2 EWGRL 680/91; Art 12 GG; § 3 Abs 2 KAG HE
Kommunale Spielapparatesteuer
Vergnügungsteuer; kommunale Spielapparatesteuer
VG Darmstadt, 18.09.1996 - 4 G 2224/95
NVwZ-RR 1998, 673
Die erforderliche Allgemeinheit der Steuer ist damit nicht gegeben (vgl. EuGH…, Urteil vom 19. März 1991 - Rechtssache C-109/90 - Giant, Slg. 1991, I-1385 [I-1398], Rdnr. 14 zur belgischen Vergnügungssteuer; HessVGH, Beschluss vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 -, NVwZ-RR 1998, 673 [674]; OVG Schleswig., Urteil vom 22. April 1998 - 2 K 3/95 -, NVwZ 1999, 1371 [1374] = KStZ 1999, 55 [59]).
Die Vergnügungssteuer wird nämlich nur auf einer Stufe des Vertriebs erhoben und belastet deshalb nicht den Mehrwert, sondern den gesamten Wert der Dienstleistung (vgl. EuGH…, Urteil vom 19. März 1991 - Rechtssache C-109/90 - Giant, Slg. 1991, I-1385 [I-1398], Rdnr. 14 zur belgischen Vergnügungssteuer; HessVGH, Beschluss vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 -, NVwZ-RR 1998, 673 [674]).
Insbesondere muss nicht entschieden werden, ob der pauschal nach Stückzahl erhobenen Steuer der notwendige Bezug der Steuer zum erzielten Umsatz und somit die Proportionalität zum Preis des Spielvergnügens fehlt (so BVerwG, Beschluss vom 9. September 1992 - 8 B 70/92 - BVerfG, Beschluss vom 1. März 1997 - 2 BvR 1599/89 -, NVwZ 1997, 573 [575 f.]; SächsOVG, Urteil vom 13. Dezember 1995 - 2 S 193/95 -, KStZ 1997, 97 [100]; HessVGH, Beschluss vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 -, NVwZ-RR 1998, 673 [674]) oder ob auch bei der pauschalen Stückzahlsteuer der für die Charakterisierung als Umsatzsteuer notwendige Zusammenhang noch dadurch hergestellt ist, dass die zu erwartenden Umsätze anhand der Zahl der zu erbringenden möglichen Dienstleistungen und ihres Preises prognostizierbar sind und der Steuersatz deshalb aufgrund einer objektiven Bewertung ermittelt wird (vgl. EuGH, Urteil vom 15. März 1989 - Rechtssachen 317/86 u. a. - Lambert u. a., Slg. 1989-I, 787 [788], Tz. 2 zur französischen Spielautomatensteuer; kritisch zur Rspr. des BVerwG: OVG Schleswig, Urteil vom 22. April 1998 - 2 K 3/95 -, NVwZ 1999, 1371 [1374] = KStZ 1999, 55 [59] und Kempen, Urteilsanmerkung zu BVerfG, Beschluss vom 1. März 1997 - 2 BvR 1599/89 -, JZ 1997, 845 [851]).
Nach seiner in ständiger Rechtsprechung (Beschluss vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 -, NVwZ-RR 1998, 673 = ZKF 1998, 13 = HSGZ 1997, 400, sowie daran anschließend Urteile vom 17. Juli 1997 - 5 UE 344/97 -, vom 28. August 1997 - 5 UE 4234/96 - und vom 25. September 1997 - 5 UE 82/97 -) vertretenen Auffassung ist die hier streitige Spielapparatesteuer mit Art. 33 Abs. 1 der 6. Mehrwertsteuerrichtlinie zu vereinbaren, denn sie ist weder mit Formalitäten beim Grenzübergang verbunden noch hat sie den Charakter einer Umsatzsteuer.
Im Übrigen hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (Beschluss vom 23.04.1997 5 TG 4306/96, RIW 1998, 162, NVwZ-RR 1998, 673, m. w. N.) bereits bei Steuersätzen von DM 160,- pro Automat und Kalendermonat für in Gaststätten aufgestellte Automaten mit Gewinnmöglichkeit und von DM 60,- für in Gaststätten aufgestellte Automaten ohne Gewinnmöglichkeit - das heißt dem Doppelten der vom bremischen Gesetzgeber vorgesehenen Höhe von DM 70,- bzw. Euro 36,- pro Automat und Kalendermonat für Spiel- und Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit und DM 36,- bzw. Euro 12,- für Spiel- und Unterhaltungsautomaten ohne Gewinnmöglichkeit - keine erdrosselnde Wirkung feststellen können.
Die im Vorstehenden festgestellte Verfassungsmäßigkeit des § 3 Abs. 1 Buchst. b) VergnStG BR wird schließlich auch durch die zu den Vergnügungsteuergesetzen anderer Bundesländer ergangenen obergerichtlichen Entscheidungen (z. B. Hessischer Verwaltungsgerichtshof Beschluss vom 23.04.1997 5 TG 4306/96, RIW 1998, 162, NVwZ-RR 1998, 673 m. w. N.) und durch die Entscheidungen des BVerfG bestätigt.
EuGH, Urteil vom 26. Juni 1997 - C - 370/95 - 372/95 -, EuGHE I 1997, 3721; BVerfG, Beschluß vom 1. März 1997 - 2 BvR 1599/89 -, - 2 BvR 1714/92 -, - 2 BvR 1508/95 -, KStZ 1997, 193 (198); BVerwG, Beschluß vom 9. September 1992 - 8 B 70.92 -, Beschlußabdruck S. 3; Hess. VGH, Beschluß vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 -,ZKF 1998, 13 f.;.
Insoweit wird Bezug genommen auf die Entscheidungen des Hess. Verwaltungsgerichtshofs vom 23.04.1997 -5 TG 4306/96 - und des Bundesverwaltungsgerichts vom 19.06.1997 - 8 B 127/97 -.
Das Gericht nimmt insoweit Bezug auf den Beschluss des Hess. Verwaltungsgerichtshofs vom 23.4.1997 - Az: 5 TG 4306/96 - ( NVwZ-RR 1998, 673-674).
Insbesondere hat der Senat in Übereinstimmung mit dem Bundesverfassungsgericht (Beschluß vom 01. März 1997 - 2 BvR 1599/89, 1714/92, 1508/95 - DÖV 1997, 637; DVBl 1997, 1053; NVwZ 1997, 573), dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. zuletzt den zur Veröffentlichung vorgesehenen Beschluß vom 7. Januar 1998 - 8 B 228.97 -) sowie anderen Obergerichten (vgl. z.B. HessVGH, Beschluß vom 23. April 1997 - 5 TG 4306/96 - HSGZ 1997, 400) keine Bedenken gegen die Vereinbarkeit der Erhebung von Vergnügungssteuern auf Spielapparate mit Art. 33 Abs. 1 der Sechsten Richtlinie (77/388 EWG) des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern (Sechste Mehrwertsteuerrichtlinie) i.d.F. der Richtlinie des Rates vom 16. Dezember 1991 (91/680 EWG).