Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20212,%20132
Timestamp: 2019-09-23 14:24:49
Document Index: 391818810

Matched Legal Cases: ['§ 24', 'Art. 25', '§ 90', '§ 122', '§ 137', '§ 149', '§ 90', '§ 122', 'Art. 25', 'Art. 295', 'Art. 25', 'Art. 295', 'EuG', 'Art. 25', 'Art. 295', 'Art. 25', 'Art. 295', 'EuG', 'Art. 25', 'Art. 295', 'Art. 25', 'Art. 295', 'EuG']

BFH, 06.10.2005 - V R 64/00 - dejure.org
https://dejure.org/2005,3373
BFH, 06.10.2005 - V R 64/00 (https://dejure.org/2005,3373)
BFH, Entscheidung vom 06.10.2005 - V R 64/00 (https://dejure.org/2005,3373)
BFH, Entscheidung vom 06. Januar 2005 - V R 64/00 (https://dejure.org/2005,3373)
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UStG 1991/1993 § 24; Richtlinie 77/388/EWG Art. 25; FGO § 90, § 122 Abs. 2, § 137 Satz 2, § 149
Teilverpachtete Landwirtschaft
Besteuerung von Umsätzen aus der Verpachtung oder Vermietung eines landwirtschaftlichen Betriebes; Besteuerung von Verpachtungsumsätzen; Möglichkeit der Umsatzbesteuerung für die Verpachtung eines landwirtschaftlichen Teilbetriebes; Anwendbarkeit der ...
FG Niedersachsen, 07.09.2000 - 5 K 215/98
BFHE 212, 132
BStBl II 2006, 212
Damit könnte das BMF nicht auf der Durchführung einer mündlichen Verhandlung bestehen, wenn die Hauptbeteiligten --wie im Streitfall-- auf eine solche verzichtet haben (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. Oktober 2005 V R 64/00, BFHE 212, 132, BStBl II 2006, 212; Brandis in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 90 FGO Rz 7;… vgl. auch Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 122 FGO Rz 34).
Dessen bedarf es aber auch nicht, wenn --wie vorliegend-- Kläger und Beklagter als die ursprünglichen Verfahrensbeteiligten sich entsprechend erklärt haben (vgl. m.w.N. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 6. Oktober 2005 V R 64/00, BFHE 212, 132, BStBl II 2006, 212; vom 11. November 2010 VI R 17/09, BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969).
b) Der Senat teilt allerdings nicht die Ansicht des FA, die Verpachtung eines "lebensfähigen" Betriebes unterliege umsatzsteuerrechtlich der Regelbesteuerung ohne Rücksicht darauf, welchen Umfang der vom Verpächter zurückbehaltene Teil habe und ob dieser der Durchschnittsatzbesteuerung unterliege (so aber das Niedersächsische FG, Urteil vom 7. September 2000 5 K 215/98, EFG 2000, 1421, Revision eingelegt, Az. des BFH V R 64/00; Schreiben des BMF vom 3. August 1992 IV A 2 -S 7410- 34/92, Umsatzsteuer-Rundschau --UR-- 1992, 281; Bohlmann, UR 1992, 2, 3 f.).
Dementsprechend kann der BFH mit Einverständnis der Hauptbeteiligten auch dann ohne mündliche Verhandlung entscheiden, wenn das dem Verfahren beigetretene BMF auf eine solche nicht verzichtet hat (ständige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. November 2010 VI R 16/09, BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966, und vom 6. Oktober 2005 V R 64/00, BFHE 212, 132, BStBl II 2006, 212).
Da die Revision bereits aus anderen Gründen keinen Erfolg hat, kann auch unberücksichtigt bleiben, dass der Kläger nach den Feststellungen des FG den Blumeneinzelhandel an seine Frau verpachtet hat und diese Pachtumsätze, auch wenn der Kläger mit dem Restbetrieb seine landwirtschaftliche Tätigkeit fortführt, nicht der Pauschal-, sondern der Regelbesteuerung unterliegen (hierzu ausführlich BFH-Urteil vom 6. Oktober 2005 V R 64/00, BStBl II 2006, 212, m.w.N.).
Da Art. 25 Abs. 2, 5. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG und deren Anhang B (bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 und Anhang VIII Mehrwertsteuersystemrichtlinie) ausdrücklich aufeinander verweisen und deshalb zusammen gelesen werden müssen, fällt etwa eine Vermietung nur dann unter die in Art. 25 Abs. 2, 5. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG (bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 Mehrwertsteuersystemrichtlinie) genannten Dienstleistungen, wenn sie Mittel betrifft, die der landwirtschaftliche Erzeuger gewöhnlich zum Betrieb seiner eigenen Landwirtschaft verwendet (vgl. etwa BFH-Urteil vom 6. Oktober 2005, V R 64/00, BStBl II 2006, 212 m.w.N. aus der Rechtsprechung des EuGH).
Da Art. 25 Abs. 2 Gedankenstrich 5 der Richtlinie 77/388/EWG und deren Anhang B bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 der MwStSystRL und deren Anhang VIII ausdrücklich aufeinander verweisen und deshalb zusammen gelesen werden müssen, fällt eine Vermietung nur dann unter die in Art. 25 Abs. 2 Gedankenstrich 5 bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 genannten Dienstleistungen, wenn sie die Mittel betrifft, die der landwirtschaftliche Erzeuger gewöhnlich zum Betrieb seiner eigenen Landwirtschaft verwendet (vgl. Urteil des BFH vom 06.10.2005 V R 64/00, BFHE 212, 132, BStBl II 2006, 212 unter Verweisung auf das Urteil des EuGH vom 15.07.2004, C-321/02 -Harbs-, Slg. 2004, I-7101-7138 zur Richtlinie 77/388/EWG).
Da Art. 25 Abs. 2, 5. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG und deren Anhang B (bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 und Anhang VIII MwStSystRL) ausdrücklich aufeinander verweisen und deshalb zusammen gelesen werden müssen, fällt etwa eine Vermietung nur dann unter die in Art. 25 Abs. 2, 5. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG (bzw. Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 MwStSystRL) genannten Dienstleistungen, wenn sie Mittel betrifft, die der landwirtschaftliche Erzeuger gewöhnlich zum Betrieb seiner eigenen Landwirtschaft verwendet (vgl. etwa BFH-Urteil vom 6. Oktober 2005, V R 64/00, BStBl II 2006, 212 m.w.N. aus der Rechtsprechung des EuGH).