Source: https://cpm-steuerberater.de/2019/01/03/bfh-29-05-2018-ix-r-33-16/
Timestamp: 2019-03-23 03:41:59
Document Index: 342209505

Matched Legal Cases: ['§ 164', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

BFH, 29.05.2018, IX R 33/16 - Steuerberater Hamburg MüllerSteuerberater Hamburg Müller
← BFH, 21.02.2018, VI R 18/16
BFH, 06.06.2018, X R 41/17 →
BFH, 29.05.2018, IX R 33/16
BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.05.2018, IX R 33/16
Gebäude-AfA – Wechsel von der degressiven AfA zur AfA nach der tatsächlichen Nutzungsdauer – Nachträgliche Herstellungskosten bei degressiver AfA
Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt –FA–) berücksichtigte demgegenüber als AfA nur 1,25 % der um die nachträglichen Herstellungskosten erhöhten ursprünglichen Bemessungsgrundlage (584.390 EUR + 85.137 EUR = 669.527 EUR x 1,25 % = gerundet 8.370 EUR) und führte zur Erläuterung aus, eine kürzere als die bislang angenommene voraussichtliche Nutzungsdauer sei nicht dargelegt worden (nach § 164 Abs. 2 der Abgabenordnung geänderter Einkommensteuerbescheid vom 24. Oktober 2011). Den Einspruch wies das FA als unbegründet zurück (Einspruchsentscheidung vom 4. Mai 2012).
Die Klägerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben, den Einkommensteuerbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung zu ändern und die Einkommensteuer auf den Betrag festzusetzen, der sich ergibt, wenn bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung Abschreibungen in Höhe von 34.081 EUR berücksichtigt werden.
Ohne Erfolg macht die Revision schließlich geltend, dass ein nachträglicher Wechsel von der degressiven AfA zur AfA nach der tatsächlichen Nutzungsdauer in systematischer Hinsicht eine Rückkehr zum Grundprinzip des § 7 Abs. 1 EStG darstellen würde. Das trifft nicht zu. § 7 Abs. 4 und 5 EStG regeln die Abschreibung bei Gebäuden „abweichend von Absatz 1“ (§ 7 Abs. 4 Satz 1 EStG). Ein Rückgriff auf Absatz 1 der Vorschrift ist damit bei Gebäuden ausgeschlossen. Bei Gebäuden ist die Abschreibung nach der tatsächlichen Nutzungsdauer nicht der Grundfall, sondern die Ausnahme. § 7 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 5 EStG typisieren die Nutzungsdauer des Gebäudes; das ist seit 1964 der Normalfall. Die in § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG davon vorgesehene Abweichung ist die Ausnahme und zudem nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift nur „anstelle der Absetzungen nach Satz 1“ zulässig.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Urteile und getaggt als Abschreibung, AfA, Herstellungskosten, Nutzungsdauer. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.