Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2066/08
Timestamp: 2019-12-13 13:41:46
Document Index: 210053528

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 280', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.03.2010 - II ZR 66/08, II ZR 184/08 - dejure.org
BGH, 22.03.2010 - II ZR 66/08, II ZR 184/08
https://dejure.org/2010,118
BGH, 22.03.2010 - II ZR 66/08, II ZR 184/08 (https://dejure.org/2010,118)
BGH, Entscheidung vom 22.03.2010 - II ZR 66/08, II ZR 184/08 (https://dejure.org/2010,118)
BGH, Entscheidung vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, II ZR 184/08 (https://dejure.org/2010,118)
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BGB §§ 280 Abs. 1; 311 Abs. 2
Prospekthaftung: Fehlerhaftigkeit des Emissionsprospekts eines geschlossenen Immobilienfonds hinsichtlich eines Rechtsanspruchs auf die Anschlussförderung im Berliner Wohnungsbau
BGB §§ 280 Abs. 1, 195, 199; EStG § 15 Abs. 1
Prospekthaftung: Hinweis auf angeblich gesicherte Anschlussförderung trotz fehlendem Rechtsanspruch
Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsschluss aufgrund einer Erklärung in einem Emissionsprospekt über die Gewährung einer rechtlich nicht zwingend gebotenen Anschlussförderung gem. den Berliner Wohnungsbauförderungsbestimmungen
Zur Prospekthaftung bei geschlossenen Immobilienfonds ("Gehag")
Prospekthaftung bei geschlossenen Immobilienfonds ("Gehag")
Prospekthaftung wegen Zusicherung der Ausschlussförderung trotz fehlenden Rechtsanspruches in geschlossenen Immobilienfonds mit Sozialwohnungen; Gehag-Fonds; Schrottimmobilien
Kausalität von Prospektfehlern - zur Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens
Zur Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsschluss, wenn der Emissionsprospekt eines geschlossenen Immobilienfonds erklärt, eine Anschlussförderung nach Ablauf der 15-jährigen Grundförderung werde "gewährt", obwohl darauf kein Rechtsanspruch bestand
Fonds: Prospekthaftung und öfftl. Fördermittel
Zur Prospekthaftung bei geschlossenen Immobilienfonds
Prospektfehler; Kausalität der Aufklärungspflichtverletzung und die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens
Zur Prospekthaftung bei geschlossenen Immobilienfonds der GEHAG
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.03.2010, Az.: II ZR 66/08 (Kausalität von Prospektfehlern - zur Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens)" von RA Karl Pörnbacher und RA Dr. Philipp Massari, original erschienen in: BB 2010, 1555 - 1556.
Kurznachricht zu "Prospekthaftung bei Berlin-Fonds" von RA/Notar Dr. Klaus-R. Wagner, original erschienen in: NZG 2010, 696 - 698.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 22.3.2010 - II ZR 66/08 (KG) (Prospekthaftung bei geschlossenen Immobilienfonds ("Gehag"))" von RA Stefan Frisch, original erschienen in: ZfIR 2010, 576 - 581.
LG Berlin, 24.04.2007 - 4a O 342/05
LG Berlin, 14.05.2007 - 4a O 342/05
NJW-RR 2010, 952
ZIP 2010, 1030
NZM 2010, 488
WM 2010, 972
BB 2010, 1553
BB 2010, 773
DB 2010, 1177
NZG 2010, 709
Hierbei handelt es sich nicht lediglich um eine Beweiserleichterung im Sinne eines Anscheinsbeweises, sondern um eine zur Beweislastumkehr führende widerlegliche Vermutung (…BVerfG, ZIP 2012, 164 Rn. 20;… Senatsbeschluss vom 9. März 2011 - XI ZR 191/10, WM 2011, 925 Rn. 33; Senatsurteil vom 16. November 1993 - XI ZR 214/92, BGHZ 124, 151, 160; BGH, Urteile vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 23; vom 19. Februar 1975 - VIII ZR 144/73, BGHZ 64, 46, 51 und vom 5. Juli 1973 - VII ZR 12/73, BGHZ 61, 118, 120 ff.; offen gelassen in BGH, Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, WM 2006, 668, 671; aA zuletzt Piekenbrock, WM 2012, 429, 439).
So ist etwa bei Ansprüchen wegen fehlerhafter Prospektangaben nach der Rechtsprechung des II. Zivilsenats und des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs das Bestehen von Handlungsalternativen von vornherein nicht geeignet, die Kausalitätsvermutung zu entkräften (…BGH, Urteile vom 31. Mai 2010 - II ZR 30/09, WM 2010, 1310 Rn. 18, vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 19…, vom 2. März 2009 - II ZR 266/07, WM 2009, 789 Rn. 6 …und vom 14. Juni 2007 - III ZR 300/05, WM 2007, 1507 Rn. 21;… BGH Beschluss vom 9. April 2009 - III ZR 89/08, juris Rn. 8; vgl. auch BGH, Urteile vom 5. Juli 1973 - VII ZR 12/73, BGHZ 61, 118, 123 f. zur Werbeberatung, vom 19. Februar 1975 - VIII ZR 144/73, BGHZ 64, 46, 51 f. zur Hinweispflicht eines Verkäufers und vom 22. Mai 1985 - IVa ZR 190/83, BGHZ 94, 356, 363 f. zur Aufklärungs- und Beratungspflicht des Versicherungsmaklers).
Soweit der Gläubiger Grund und Höhe nicht bezeichnen kann, ist ein Freistellungsantrag unzulässig und stattdessen auf Feststellung zu klagen (vgl. BGH, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, ZIP 2010, 1030 Rn. 33 m.w.N.).
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats muss einem Anleger für seine Beitrittsentscheidung ein richtiges Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, d.h. er muss über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden (BGH, Urteil vom 6. Oktober 1980 - II ZR 60/80, BGHZ 79, 337, 344; Urteil vom 7. April 2003 - II ZR 160/02, WM 2003, 1086, 1088;… Urteil vom 7. Dezember 2009 - II ZR 15/08, ZIP 2010, 176 Rn. 18; Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, ZIP 2010, 1030 Rn. 9).
Bei einem Immobilienfonds, von dem der durchschnittliche Anleger Werthaltigkeit erwartet, ist regelmäßig davon auszugehen, dass er bei richtiger Aufklärung über wichtige, die Werthaltigkeit der Anlage (negativ) beeinflussende Umstände dem Fonds nicht beigetreten wäre, auch wenn er mit erheblichen Steuervorteilen geworben wurde (BGH…, Urteil vom 2. März 2009 - II ZR 266/07, ZIP 2009, 764 Rn. 6; Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 19;… Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Rn. 24).
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt allenfalls bei hochspekulativen Geschäften in Betracht (BGH, Urteil vom 13. Juli 2008 - XI ZR 178/03, BGHZ 160, 58, 66 f.;… vgl. aber Urteil vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, ZIP 2009, 1264 Rn. 22 zur grundsätzlich geltenden Kausalitätsvermutung), zu denen die Beteiligung an einem Immobilienfonds grundsätzlich nicht gehört (BGH, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 19;… Urteil vom 31. Mai 2010 - II ZR 30/09, ZIP 2010, 1397 Rn. 18;… Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Rn. 24).
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss einem Anleger für seine Beitrittsentscheidung ein richtiges Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, d.h. er muss über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden (BGH, Urteil vom 6. Oktober 1980 - II ZR 60/80, BGHZ 79, 337, 344; Urteil vom 7. April 2003 - II ZR 160/02, WM 2003, 1086, 1088;… Urteil vom 7. Dezember 2009 - II ZR 15/08, ZIP 2010, 176 Rn. 18; Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, ZIP 2010, 1030 Rn. 9).
Bei einem Immobilienfonds, von dem der durchschnittliche Anleger Werthaltigkeit erwartet, ist regelmäßig davon auszugehen, dass er bei richtiger Aufklärung über wichtige, die Werthaltigkeit der Anlage beeinflussende Umstände dem Fonds nicht beigetreten wäre, auch wenn er mit erheblichen Steuervorteilen geworben wurde (…BGH, Sen.Urt. v. 2. März 2009 - II ZR 266/07, ZIP 2009, 764 Tz. 6; v. 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Tz. 19;… Urt. v. 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Tz. 24).
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt allenfalls bei hochspekulativen Geschäften in Betracht (BGHZ 160, 58, 66 f.;… vgl. aber BGH, Urt. v. 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, ZIP 2009, 1264 Tz. 22 zur grundsätzlich geltenden Kausalitätsvermutung), zu denen die Beteiligung an einem Immobilienfonds grundsätzlich nicht gehört (BGH, Sen.Urt. v. 22. März 2010 aaO Tz. 19;… Urt. v. 9. Februar 2006 aaO Tz. 24).
Die Auffassung, dass bereits die Verletzung der Aufklärungspflicht zu einer Beweislastumkehr führt, so dass der Aufklärungspflichtige - hier die Beschwerdeführerin - darlegen und beweisen muss, dass der Anleger die Kapitalanlage auch bei ordnungsgemäßer Aufklärung erworben hätte, er also bei erteiltem Hinweis nicht anders entschieden hätte, entspricht der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 16. November 1993 - XI ZR 214/92 -, BGHZ 124, 151 ; BGH…, Urteil vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07 -, WM 2009, S. 1274 Rn. 22; BGH, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08 -, WM 2010, S. 972 Rn. 17 und 23).
Die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens greift nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung dann nicht ein, wenn eine pflichtgemäße Aufklärung beim Anleger einen Entscheidungskonflikt ausgelöst hätte, weil es vernünftigerweise nicht nur eine, sondern mehrere Möglichkeiten aufklärungsrichtigen Verhaltens gab (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 2002 - XI ZR 197/01 -, BGHZ 151, 5 ; BGH, Urteil vom 13. Juli 2004 - XI ZR 178/03 -, BGHZ 160, 58 ; BGH, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08 -, WM 2010, S. 972 ).
Es hat verkannt, dass nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine fehlerhafte Prospektangabe, die sich auf Umstände bezieht, welche für die Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, schon nach der Lebenserfahrung ursächlich für die Anlageentscheidung ist (vgl. BGHZ 79, 337 ; 84, 141 ; 177, 25 ; BGH, WM 2010, S. 972 ).
Es handelt sich nicht lediglich um eine Beweiserleichterung im Sinne des Anscheinsbeweises, sondern um eine zur Beweislastumkehr führende widerlegliche Vermutung (…BGH, Urteile vom 5. Juli 1973 - VII ZR 12/73, aaO; vom 19. Februar 1975 - VIII ZR 144/73, BGHZ 64, 46, 51; vom 10. Juli 1975 - VII ZR 243/73, BauR 1975, 420 unter B I 2 c; vom 22. Mai 1985 - IVa ZR 190/83, BGHZ 94, 356, 363;… vom 16. Dezember 2009 - VIII ZR 38/09, NJW 2010, 858 Rn. 18; vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, NJW-RR 2010, 952 Rn. 23;… vom 22. März 2011 - XI ZR 33/10, BGHZ 189, 13 Rn. 40;… vom 5. Mai 2011 - IX ZR 144/10, BGHZ 189, 299 Rn. 44;… vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 29;… vom 1. Februar 2013 - V ZR 72/11, juris, Rn. 19;… vom 26. Februar 2013 - XI ZR 183/11, juris, Rn. 17;… vgl. auch BVerfG, NJW 2012, 443 Rn. 20).
Die Kausalitätsvermutung zu widerlegen, sei daher Sache des Aufklärungspflichtigen (BGH, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, NZG 2010, 709 Rn. 23).
Stattdessen kann auf Feststellung der Freistellungspflicht geklagt werden (BGH…, Beschluss vom 25.01.2011 - II ZR 171/09, Rn. 15, zitiert nach juris; Urteil vom 22.03.2010 - II ZR 66/08, ZIP 2010, 1030, Rn. 33 ff., zitiert nach juris).
BGH, 21.02.2014 - V ZR 6/13
Erbbaurechtsvertrag: Herabsetzung des Erbbauzinses nach Wegfall der …