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Timestamp: 2018-02-25 22:25:31
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Matched Legal Cases: ['Art. 128', 'EuG', 'Art. 248', 'Art. 248', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 248', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Neues Zahlungsverkehrsrecht - PDF
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1 Prof. Dr. Georg Bitter Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht Neues Zahlungsverkehrsrecht Tagung Aktuelle Probleme des Schuldrechts der deutschen Richterakademie in Trier Vortrag am 26. Juni Gliederung 1. Allgemeine Grundsätze des neuen Rechts 2. Überweisung 3. Lastschrift Abbuchungsauftragsverfahren Einzugsermächtigungsverfahren SEPA-Basislastschriftverfahren SEPA-Firmenlastschriftverfahren 4. Zahlung mit EC-Karte 5. Kreditkartenzahlung 2
2 Zahlungsverkehr Allgemeines 1. Gesetzlicher Regelfall: Barzahlung Begleichung von Geldschulden durch Barzahlung = Erfüllung i.s.v. 362 I BGB Barzahlung = Zahlung mit gesetzlichen Zahlungsmitteln Rechtsgrundlagen: Art. 128 I 3 AEU, 14 I 2 BBankG 2. Ausnahme: bargeldlose Zahlung Buchgeld = Forderung gegen die Bank Einverständnis des Gläubigers erforderlich konkludent: Angabe der Bankverbindung auf Rechnung etc. 3 Zahlungsverkehr Allgemeines 3. Arten bargeldloser Zahlung Push-Zahlung = Zahlung geht vom Schuldner aus Überweisung Zahlung mit Netzgeld ( e-cash ) Pull-Zahlung = Zahlung geht vom Gläubiger aus Lastschrift im Einzugsermächtigungs-, Abbuchungsauftragsund SEPA-Verfahren Kartenzahlung: Kreditkarte / EC-Karte (POS) Scheck 4
3 Zahlungsverkehr Allgemeines 4. Erfüllungswirkung Hingabe von Schecks und Wechseln = 364 II BGB neue Forderung tritt neben die alte (z.b. Kaufpreisforderung) Gläubiger muss zunächst Befriedigung aus der neuen Forderung suchen (= Stundung der alten Forderung) Zahlung mit Kreditkarte str. nach h.m. wie bei Scheck und Wechsel = 364 II BGB richtig: Differenzierung nach Präsenzgeschäft und Distanzgeschäft im Präsenzgeschäft nimmt der Vertragshändler den unbedingten Zahlungsanspruch gegen das Kreditkartenunternehmen (Folie 65 f.) an Erfüllungs statt an = 364 I BGB im Distanzgeschäft gelten die Grundsätze zur Lastschrift Folie 45 5 Zahlungsverkehr Allgemeines 4. Erfüllungswirkung Überweisung Leistungshandlung = rechtzeitige Überweisung Verzögerungsgefahr geht zu Lasten des Gläubigers ( 270 I BGB) EuGH ZIP 2008, 732: Vereinbarkeit mit EG-ZahlungsverzugsRiLi bei Überweisung unter Berücksichtigung der üblichen Ausführungsfristen Leistungserfolg = Eingang des Geldes bei der Empfängerbank (str.) Rauhut, ZBB 2009, 32, 40 ff.; Bitter, WM 2010, 1725, 1727; a.a.: Gutschrift auf dem Empfängerkonto Professor Dr. Georg Bitter Universität Mannheim 6
4 Rechtsbeziehungen beim Zahlungsverkehr Zwischenbanken Interbankenverhältnis Schuldnerbank Gläubigerbank Inkassoverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675f II BGB) + i.d.r. Zahlungsauftrag ( 675f III 2 BGB) Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675f II BGB) + ggf. Auslösung des Zahlungsvorgangs Deckungsverhältnis Schuldner Valutaverhältnis (z.b. 433 BGB) Gläubiger 7 Historie des Zahlungsverkehrsrechts 1. Rechtslage vor dem Überweisungsgesetz von 1999 Überweisung = einseitige Weisung im Rahmen des Giroverhältnisses ( 675, 665 BGB) Widerruf bis zur Gutschrift möglich Schuldnerbank ist bei Haus-/Filialüberweisung zur Gutschrift auf dem Empfängerkonto, sonst nur zur Weiterleitung verpflichtet Kontobelastung = Aufwendungsersatz ( 675, 670 BGB, 669 BGB) Gutschrift beim Empfänger = Erfüllung des Herausgabeanspruchs (Anspruch auf Gutschrift, 675, 667 BGB) durch abstraktes Schuldversprechen/ -anerkenntnis (Anspruch aus der Gutschrift, BGB) Bei Fehlern zwischengeschalteter Banken ist der SchE-Anspruch aus DSL an den Auftraggeber abzutreten ( 675, 667 BGB) 8
5 Historie des Zahlungsverkehrsrechts 2. Das Überweisungsgesetz von 1999 ( 676a ff. BGB a.f.) Hintergrund: Richtlinie 97/5/EG über grenzüberschreitende Überweisungen von 1997 Sicherung grenzüberschreitender Zahlung Verkürzung der Ausführungsfristen Überweisung = kündbarer Vertrag ( 676a BGB a.f., Vertragsmodell) Erfolgspflicht der Schuldnerbank: Eingang beim Begünstigten (h.m.) bzw. bei der Empfängerbank (a.a.) werkvertragliches Element Ausführungsfristen ( 676a II BGB a.f.): 1 Tag innerhalb der Haupt-/Zweigstelle, 2 Tage innerhalb einer Bank, 3 Tage im Inland, 5 Tage innerhalb von EU/EWR Verschärfte Haftung ( 676b, 676c BGB a.f.) 9 Historie des Zahlungsverkehrsrechts 3. Neues Zahlungsdiensterecht 2009 ( 675c ff. BGB) Literatur: Köndgen, JuS 2011, 481 ff. Hintergrund: Richtlinie 2007/64/EG über Zahlungsdienste im Binnenmarkt Erleichterung der Schaffung des funktionierenden europäischen Binnenmarktes (Erwägungsgrund 1) Gewährung eines hohen Maßes an Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten durch ausführliche Regelungen bez. Informationspflichten (Erwägungsgründe 18, 21) Wettbewerbssteigerung unter den Zahlungsdienstleistern Schaffung des einheitlichen Euro-Zahlungsraums (SEPA = Single Euro Payments Area) Umsetzung: Gesetz vom (BGBl. I S. 2355) Inkrafttreten zum
6 Historie des Zahlungsverkehrsrechts 3. Neues Zahlungsdiensterecht 2009 ( 675c ff. BGB) umfassende Regelung aller Arten von Zahlungsdiensten durch Einführung der 675c - 676c BGB n.f. + Streichung der 676a - 676h BGB a.f. Neuregelung der Informationspflichten in 675d BGB i.v.m. Art. 248 EGBGB + Streichung von Vorschriften der BGB-InfoV allgemeine Erfolgspflicht für Zahlungsdienste (werkvertragliches Element) Haftung für das Verschulden anderer Parteien in der Zahlungskette rechtliche Grenze für weitergeleiteten Auftrag i.s.v. Nr. 3 AGB-Banken Ausführungsfrist: Gutschrift bei der Empfängerbank bis zum Ende des Geschäftstages, der auf den Eingang des Zahlungsauftrags bei der Überweiserbank folgt ( 675s BGB) Ausnahme war nur bis möglich: 3 Tage 11 Zahlungsdienstevertrag ( 675f BGB) Sonderform des Geschäftsbesorgungsvertrags ( 675c I BGB) grundsätzlich entgeltlich ( 675f IV BGB) Einzelzahlungsvertrag ( 675f I BGB) oder Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675f II BGB, Hauptfall: Girokonto) Einordnung insbes. wichtig wegen verschiedener Informationspflichten ( 675d I 1 BGB i.v.m. Art. 248 Abschnitt 2 oder 3 EGBGB) Recht des Gläubigers, dem Schuldner für bestimmte Zahlungsweise Rabatt zu gewähren, darf nicht ausgeschlossen werden ( 675f V BGB) wichtig für Kreditkarten Änderung des Rahmenvertrags ( 675g BGB) Nr. 1 AGB-Banken Kündigung des Rahmenvertrags ( 675h BGB) Nr. 18, 19 AGB-Banken 12
7 Erbringung und Nutzung von Zahlungsdiensten ( 675j ff. BGB) Autorisierung ( 675 j ff. BGB) Wirksamkeit des Zahlungsvorgangs nur bei Autorisierung ( 675 j I 1 BGB) Zahlungsauthentifizierungsinstrument ( 675 j I 4 BGB) Sorgfaltspflichten ( 675 l, m BGB) Betragsobergrenze + Sperre ( 675 k BGB) Ausführung ( 675 n ff. BGB) Zugang und Ablehnung von Zahlungsaufträgen ( 675 n, o BGB) Unwiderruflichkeit ( 675 p BGB) Pflicht zu ungekürzter Weiterleitung; aber Entgelt ( 675 q BGB) Kundenkennung maßgeblich ( 675 r BGB) Ausführungsfrist ( 675 s BGB) Wertstellung ( 675 t BGB) Haftung ( 675 u ff. BGB) Erstattung bei fehlender Autorisierung ( 675 u BGB) Beweislast bei Dienstleister ( 675 w BGB) Missbrauch ( 675 v BGB) Erstattung bei Pull-Zahlung ( 675 x BGB) fehlende oder fehlerhafte Ausführung ( 675 y, z BGB) Anzeigepflicht des Kunden bei Fehlern ( 676 b BGB) höhere Gewalt ( 676 c BGB) 13 Grundstruktur der Überweisung Zwischenbanken Interbankenverhältnis D: Überweisungsabkommen EU: SEPA-Rulebooks Überweiserbank Empfängerbank Inkassoverhältnis Deckungsverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675 f II BGB) + Zahlungsauftrag ( 675 f III 2 BGB) Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675 f II BGB) + Anspruch auf Gutschrift ( 675 c, 667, 675 t I BGB) Überweisender = Schuldner Valutaverhältnis (z.b. 433 BGB) Begünstigter = Gläubiger 14
8 Überweisung (= Zahlungsauftrag) 1. Zahlungsauftrag ( 675f III 2 BGB) = Weisung i.s.v. 665 BGB Auftrag = Autorisierung durch Einwilligung i.s.v. 675j I BGB Wirksamkeit mit Zugang beim Zahlungsdienstleister ( 675n I 1 BGB) Ausnahme bei Zugang an geschäftsfreiem Tag ( 675n I 2 BGB) + bei wirksam vereinbartem Annahmeschluss ( 675n I 3 BGB) nächster Geschäftstag 2. Pflicht zu unverzüglicher Ablehnung ( 675o BGB) Ablehnung jedenfalls innerhalb der Frist des 675s BGB Kontrahierungszwang aus dem Zahlungsdiensterahmenvertrag Ausnahme: Fehlen vertraglich vereinbarter Voraussetzungen ( 675o II Alt. 1 BGB), z.b. Name des Zahlers o. Empfängers, Kundenkennung, Kontodeckung Ausnahme: Verstoß gegen Rechtsvorschriften ( 675o II Alt. 2 BGB) 15 Überweisung (= Zahlungsauftrag) 3. Widerruf? Grundsatz: Unwiderruflichkeit des Zahlungsauftrags ( 675p I BGB) und damit zugleich der Autorisierung ( 675j II BGB) früher: Kündigung durch den Überweisenden bis zum Eingang des Geldes beim Kreditinstitut des Begünstigten ( 676a IV BGB a.f.) damals schon Einschränkung des Rückrufs der Überweisung ggü. der noch älteren Rechtslage (BGHZ 170, 121 Rdn. 21) Ausnahme bei vertraglich vereinbartem Ausführungstag, z.b. bei monatlich auszuführendem Dauerauftrag ( 675p III BGB) Widerruf bis zum Ende des Geschäftstags vor dem Ausführungstag Ausnahme bei vertraglicher Vereinbarung ( 675p IV BGB) bei Überweisung nicht praxisrelevant 16
9 Überweisung (= Zahlungsauftrag) 4. Pflicht: Eingang beim Zahlungsdienstleister des Empfängers Werkvertragliches Element = Erfolg ist geschuldet (vgl. 675y I 4 BGB) Abgrenzung zur Substitution ( 664 I 2 BGB) und zum weitergeleiteten Auftrag (Nr. 3 II AGB-Banken) Konsequenz: Haftung gemäß 675z S. 3 BGB ( 278 BGB) Abbedingung nur in den Grenzen des 675z S. 2 BGB Folie 26 Ausführungsfrist i.d.r. ein Tag ( 675s I BGB) vorübergehende Verlängerung auf 3 Tage war bis zum vereinbar = Übergangsfrist ( 675s I 1 Hs. 2 BGB) Pflicht zu ungekürzter Weiterleitung ( 675q I BGB); vertragliches Entgelt jeder Seite ( 675q III BGB) ist gesondert auszuweisen ( 675q II BGB) Maßgeblichkeit der Kundenkennung ( 675r BGB) Folie Überweisung (= Zahlungsauftrag) 5. Beendigung durch Erfüllung = Bewirkung der geschuldeten Leistung keine Trennung mehr zwischen Haus-/Filialüberweisung und institutsübergreifender Überweisung früher nach h.m. bei Haus-/Filialüberweisung weitergehende Pflicht: Gutschrift auf dem Konto des Empfängers ( 676a I 1 BGB a.f.) a.a. Rauhut, ZBB 2009, 32, 34: Abbuchung zum Zwecke der Gutschrift Leistungshandlung: rechtzeitige + ungekürzte Weiterleitung Leistungserfolg: Eingang beim Zahlungsdienstleister des Empfängers (mittelbar aus 675q I, 675s I 1 und insbes. aus 675y I 4 BGB) 18
10 Leistungsstörungen bei der Überweisung Haftung ohne Verschulden Verschuldensabhängige Haftung verlorene Überweisung gekürzte Überweisung verspätete Überweisung 675z, 280 ff. BGB Schadensersatz 675y I 1, 2 BGB Geld-zurück- Garantie + Stornopflicht 675y I 3 BGB Anspruch auf Überweisung des Fehlbetrags frühere Zinspflicht aus 676b I BGB a.f. ist entfallen jetzt 19 Verlorene Überweisung ( 675y I 1, 2 BGB) 1. Tatbestand Ausführung ist nicht oder fehlerhaft erfolgt maßgeblich ist die Kundenkennung ( 675r, 675y III BGB) früher war grundsätzlich der Name maßgeblich Folie 27 Problem 1: Konto-Nr. + BLZ als Kundenkennung i.s.v. 675r II BGB? Problem 2: nur Bemühenspflicht nach 675y III 2 BGB Details auf Folien 28 f. maßgebliche Ausführungsfrist: 675s I BGB kein Ausschlussgrund Nachweis des beauftragten Zahlungsdienstleisters, dass der Zahlungsbetrag rechtzeitig und ungekürzt beim Zahlungsdienstleister des Zahlungsempfängers eingegangen ist ( 675y I 4 BGB) Verzug / Verschulden nicht erforderlich 20
11 Verlorene Überweisung ( 675y I 1, 2 BGB) 2. Rechtsfolge Garantiehaftung des Zahlungsdienstleisters auf unverzügliche und ungekürzte Erstattung des Zahlungsbetrags ( 675y I 1 BG) Stornopflicht ( 675y I 2 BGB) Erstattung von Entgelten und Zinsen ( 675y IV BGB) Zusätzlich: verschuldensabhängiger Schadensersatzanspruch Folien 25 f. 3. Regress in der Zahlungskette Erstattungsanspruch gegen die verantwortliche Stelle ( 676a BGB) 21 Gekürzte Überweisung ( 675y I 3 BGB) 1. Tatbestand Abzug von Entgelten entgegen 675q I BGB Abzug durch Zahlungsdienstleister des Empfängers nur bei Vereinbarung und nur bei gesondertem Ausweis des Entgeltes ( 675 q II BGB) kein Ausschlussgrund Nachweis des beauftragten Zahlungsdienstleisters, dass der Zahlungsbetrag rechtzeitig und ungekürzt beim Zahlungsdienstleister des Zahlungsempfängers eingegangen ist ( 675y I 4 BGB) Verzug / Verschulden nicht erforderlich 22
12 Gekürzte Überweisung ( 675y I 3 BGB) 2. Rechtsfolge Garantiehaftung des Zahlungsdienstleisters gegenüber dem Auftraggeber/Zahler auf unverzügliche Übermittlung des Fehlbetrags an den Empfänger ( 675y I 3 BG) Zusätzlich: verschuldensabhängiger Schadensersatzanspruch Folien 25 f. 3. Regress in der Zahlungskette Erstattungsanspruch gegen die verantwortliche Stelle ( 676a BGB) 23 Verspätete Überweisung 1. Alte Rechtslage nach dem Überweisungsgesetz 1999 Garantiezins aus 676b I 1, 2 BGB a.f. = Basiszins (i.s.d. 247 BGB) + 5 % - Punkte verschuldensunabhängige Sanktion (vgl. 676c I 1 BGB a.f.) Ausschluss nur bei Verschulden des Überweisenden oder Begünstigten ( 676b I 1 a.e. BGB a.f.) oder bei höherer Gewalt ( 676b IV BGB a.f.) 2. Neue Rechtslage keine gesonderte Zinspflicht mehr ab Eingang beim Zahlungsdienstleister des Empfängers Wertstellung zum Eingangsdatum ( 675t I 1, 2 BGB) für Verzögerung bis zum Eingang beim Zahlungsdienstleister des Empfängers nur allgemeine, verschuldensabhängige Haftung aus 675z, 280 ff. BGB Folien 25 f. 24
13 Verschuldensabhängige Haftung 1. Das allgemeine Leistungsstörungsrecht gemäß 280 ff. BGB bleibt durch 675y BGB unberührt ( 675z BGB) 675u, 675y BGB sind nur abschließend für dort geregelte Ansprüche ( 675z S. 1 BGB), nicht aber für: Verzugsschaden ( 280 II, 286 BGB) SchE neben / statt der Leistung ( 280, 281 BGB) SchE bei Verletzung von Nebenpflichten ( 280 I, 241 II BGB) keine Haftung des Dienstleisters für Folgeschäden bei Ausführung nach Maßgabe der Kontonummer ( 675z S. 5 BGB-E) 25 Verschuldensabhängige Haftung 2. Zurechnung von Fremdverschulden ( 675z S. 3 BGB) Regelung entspricht 278 BGB weitere Zurückdrängung des weitergeleiteten Auftrags (Bitter, WM 2010, 1773, 1781 f.) Ausnahme: vom Zahlungsdienstnutzer vorgegebene Stelle; dann haftet diese (Durchbrechung der Relativität der Schuldverhältnisse) 3. Vertragliche Haftungsbegrenzung möglich ( 675z S. 2 BGB) (Ausnahme: Vorsatz + grobe Fahrlässigkeit) Problem: Aufspaltung des Überweisungsbetrags nach h.m. zum alten Recht nur einfache Haftung auf (m.e. zweifelhaft) 26
14 Fehlüberweisung wegen falscher Kontodaten nach altem Recht 1. Beleggebundener Überweisungsverkehr bei fehlender Übereinstimmung von Empfänger + Kontonummer ist die Bezeichnung des Empfängers maßgebend (BGHZ 108, 386; BGH NJW 2003, 1389 mit Ausnahmen). Achtung: gilt auch beim Online-Banking (a.a. AG München WM 2008, 1451) Problem der Empfängerbank: Gutschrift auf falschem Konto erfüllt den Herausgabeanspruch des wahren Empfängers nicht 2. Belegloser Überweisungsverkehr (insbes. elektronische Kontenführung mit Datenfernübertragung) keine Kontoanrufprüfung erforderlich (BGH NJW 2006, 503) aber: Weisung lautet gleichwohl auf namentlich benannten Empfänger 27 Fehlüberweisung wegen falscher Kontodaten nach neuem Recht 1. Haftungstatbestände Garantiehaftung auf unverzügliche Erstattung bei nicht erfolgter oder fehlerhafter Ausführung ( 675y I BGB) Verschuldensabhängige Haftung für Folgeschäden ( 675z BGB) 2. Maßgeblichkeit der Kundenkennung ( 675r BGB) zum Begriff: Hadding, in FS U.H. Schneider, 2011, S. 443 ff. Haftungsausschluss bei Ausführung nach Maßgabe der Kundenkennung ( 675y III 1, 675z S. 5 BGB); nur Bemühenspflicht in 675y III 2 BGB Aber: Fehlüberweisung i.d.r. ohnehin kein Problem der Zahlerbank gesetzliche Umdeutung der Kundenweisung falscher statt richtiger Empfänger erlangt Auszahlungsanspruch kein Stornorecht der Empfängerbank (str.) Leistungskondiktion des Zahlers gegen den falschen Empfänger 28
15 Fehlüberweisung wegen falscher Kontodaten nach neuem Recht 3. Vorgelagerter Schutz des Zahlers Pflicht zu automatisierter Vorabprüfung ( 675r III BGB) Problem: Konto-Nr. + BLZ als Kundenkennung i.s.v. 675r II BGB nach den Überweisungs-AGB der Banken keine Prüfziffer vorhanden Lösung 1: Unwirksamkeit gemäß 307 Abs. 1 BGB Lösung 2: Schutzpflicht aus 241 Abs. 2 BGB: Einführung sicherer Kundenkennungen + Pflicht, deren Verwendung zu empfehlen Bitter, WM 2010, 1725, 1726 ff. 29 Inkassoverhältnis bei der Überweisung 1. Anspruch auf Gutschrift = Herausgabeanspruch aus 675, 667 BGB Präzisierung in 675t BGB Gutschrift eingehender Beträge ( 675t I 1, 2 BGB) - unverzüglich nach Eingang ( 675t I 1 BGB) - mit Wertstellung des Eingangstages ( 675t I 2 BGB) Mitteilung: Kennung + Verwendungszweck (Art. 248, 8, 15 EGBGB) bei verspäteter Gutschrift ggf. Erstattung von Zinsen ( 675y IV BGB); sonst nur verschuldensabhängiger SchE ( 675z BGB) Folien 25 f. Pflicht zur (restlichen) Gutschrift bei vertragswidriger Kürzung 2. Anspruch aus der Gutschrift = abstraktes Schuldversprechen / -anerkenntnis i.s.v BGB 3. Stornorecht (Nr. 8 I AGB-Banken) kein 818 III BGB 30
16 Lastschriftverfahren 1. Bezeichnung der Lastschrift als rückläufige Überweisung 2. Aber Pull-Zahlung, nicht Push-Zahlung 3. Rechtsquellen: 675c ff. BGB Abkommen über den Lastschriftverkehr v (LSA) betrifft das Interbankenverhältnis in Deutschland SEPA-Rulebooks + Implementation Guidelines Regeln für das internationale Interbankenverhältnis 4. Beteiligung von (mindestens) 4 Personen beim typischen (institutsübergreifenden) Lastschriftverfahren b.w. 31 Rechtsbeziehungen beim Lastschriftverkehr Schuldnerbank = Zahlstelle Zwischenbanken Interbankenverhältnis D: Lastschriftabkommen EU: SEPA-Rulebooks Gläubigerbank = erste Inkassostelle Deckungsverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag ( 675 f II BGB) + (mittelbarer) Zahlungsauftrag + Autorisierung Inkassoverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag (Girovertrag mit Inkassovereinbarung) + Auslösung des Zahlungsvorgangs Schuldner = Zahlungspflichtiger Valutaverhältnis (z.b. 433 BGB) + Lastschriftvereinbarung Gläubiger = Zahlungsempfänger 32
17 Arten des Lastschriftverfahrens 1. Abbuchungsauftrag genereller und unmittelbarer Zahlungsauftrag des Schuldners i.s.v. 675f III 2 BGB an seine Bank (Zahlstelle), die von einem bestimmten Gläubiger über dessen Bank (erste Inkassostelle) eingereichten Lastschriftaufträge bei vorhandener Deckung zulasten des Schuldnerkontos auszuführen. Auftrag enthält zugleich die Autorisierung als Einwilligung ( 675j I BGB) Widerruf der Zustimmung ebenso beschränkt wie der Widerruf des Zahlungsauftrags ( 675j II i.v.m. 675p BGB) bei Lastschrift ist ein Widerruf des Zahlungsauftrags nur bis zum Ende des Geschäftstags vor dem vereinbarten Fälligkeitstag möglich ( 675p II BGB) Aber AGB: Widerruf bis Einlösung möglich (zwei Tage nach Buchung) wohl zulässige Vereinbarung wegen 675p IV BGB 33 Arten des Lastschriftverfahrens 1. Abbuchungsauftrag Verwendung in der Praxis bei ständiger Geschäftsverbindung zwischen Schuldner und Gläubiger (z.b. dauerhafte Lieferbeziehung zw. Hersteller und Händler) Erfüllung der Schuld im Valutaverhältnis mit der Einlösung auf dem Schuldnerkonto (vgl. auch BGH ZIP 2013, 324, 325 [Rn. 12]) trotz einer nicht betragsmäßig fixierten Autorisierung ( 675x I Nr. 1 BGB) ist ein Anspruch auf Erstattung ausnahmsweise nach 675x III BGB ausgeschlossen: unmittelbare Zustimmung gegenüber der Zahlstelle (s.o.) ggf. Vorabinformation über Zahlungsvorgang vier Wochen vor Fälligkeitstermin 34
18 Arten des Lastschriftverfahrens 2. SEPA-Firmenlastschrift Ähnlichkeit zum Abbuchungsauftragsverfahren Zahlungsauftrag ( 675 f III 2 BGB) und darin liegende Autorisierung ( 675 j I BGB) entsprechen dem SEPA-Basislastschriftverfahren Aber: zusätzliche Bestätigung unmittelbar gegenüber der Zahlstelle (Übermittlung der Daten aus dem SEPA-Firmenlastschrift-Mandat) trotz einer nicht betragsmäßig fixierten Autorisierung ( 675x I Nr. 1 BGB) ist ein Anspruch auf Erstattung ausnahmsweise nach 675x III BGB ausgeschlossen: unmittelbare Zustimmung gegenüber der Zahlstelle (s.o.) ggf. Vorabinformation über Zahlungsvorgang vier Wochen vor Fälligkeitstermin 35 Arten des Lastschriftverfahrens 3. SEPA-Basislastschrift nach dem neuen Recht eigentlich der gesetzliche Regelfall Zahlungsauftrag ( 675f III 2 BGB) und darin liegende Autorisierung ( 675j I BGB) werden dem Zahlungsdienstleister des Schuldners (Zahlstelle) über den Gläubiger und dessen Bank (erste Inkassostelle) zugeleitet Folie 37 Grundsatz der Unwiderruflichkeit ( 675 j II i.v.m. 675 p II BGB) Erstattungsanspruch des Kunden kann trotz Unwiderruflichkeit vereinbart werden ( 675x II BGB); Grenze: 8-Wochen-Frist ( 675x IV BGB) von der Kreditwirtschaft in SEPA-AGB eingeführt keine Angabe von Gründen erforderlich 36
19 SEPA-Basislastschriftverfahren Zwischenbanken Interbankenverhältnis Schuldnerbank = Zahlstelle Gläubigerbank = erste Inkassostelle Zahlungsauftrag ( 675 f III 2 BGB) + Autorisierung ( 675 j I BGB) Inkassoverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag Deckungsverhältnis Zahlungsdiensterahmenvertrag Schuldner = Zahlungspflichtiger Valutaverhältnis (z.b. 433 BGB) Übermittlung des Zahlungsauftrags i.s.v. 675 p II BGB Gläubiger = Zahlungsempfänger 37 Vorschlag zur Verbesserung der SEPA- Basislastschrift (Differenzierung) Lastschrift ohne Widerrufsmöglichkeit reguläre SEPA-Lastschrift ohne Erweiterung der Erstattungsrechte i.s.v. 675x II BGB Einsatz bei Zahlung im Präsenzgeschäft (Warenhaus etc.) sowie bei Dauerschuldverhältnissen (Miet- und Pachtverträge mit festen monatlichen Beträgen) Vorleistungsrisiko des Schuldners Lastschrift mit Widerrufsmöglichkeit SEPA-Lastschrift mit Erweiterung der Erstattungsrechte i.s.v. 675x II BGB: 8-wöchiges Erstattungsrecht Einsatz im Distanzgeschäft (z.b. Internet) mit unbekanntem Gläubiger Vorleistungsrisiko des Gläubigers 38
20 Arten des Lastschriftverfahrens 4. Einzugsermächtigung (bis 2012 geltendes Recht) Schuldner gestattet dem Gläubiger, eine fällige Schuld zulasten des Schuldnerkontos einzuziehen. Rechtsnatur im Verhältnis zwischen Zahlstelle und Schuldner war für das bis 2012 geltende Einzugsermächtigungsverfahren str. Ermächtigungstheorie (Canaris): Schuldner ermächtigt die Zahlstelle i.s.v. 185 I BGB, die Lastschrift zulasten des Schuldnerkontos einzulösen (Gläubiger + erste Inkassostelle sind Boten für die Schuldnerweisung) Widerspruchsrecht bei fehlender Ermächtigung unbegrenzt Widerspruchsrecht trotz Ermächtigung auf 6 Wochen (Frist aus dem LSA) begrenzt 39 Arten des Lastschriftverfahrens Genehmigungstheorie (Hadding; BGH): Die zunächst unberechtigte Belastung des Schuldnerkontos durch die Zahlstelle wird mit der Genehmigung des Schuldners ( 185 II, 684 S. 2 BGB) wirksam. BGHZ 144, 349: unbefristetes Widerspruchsrecht keine Genehmigung im Schweigen auf den Zugang von Kontoauszügen oder Rechnungsabschlüssen ggf. SchE-Pflicht des Schuldners bei spätem Widerspruch AGB früher: Genehmigung 6 Wochen nach Rechnungsabschluss Problem: lange Periode der Unsicherheit für den Gläubiger früher str.: Widerspruchsrecht des (vorläufigen) Insolvenzverwalters trotz berechtigter Forderungseinziehung (BGHZ 161, 49; 174, 84 IX. Senat BGHZ 177, 69 XI. Senat) 40
21 Arten des Lastschriftverfahrens Genehmigungstheorie (Fortsetzung): Einigung: BGHZ 186, 242 (IX. Senat); BGHZ 186, 269 (XI. Senat): Insolvenzfestigkeit bei Ausgestaltung analog dem SEPA-Basislastschriftverfahren (Folien 36 f. und 43); ansonsten Widerruf beschränkt bei Zahlungen aus unpfändbarem Vermögen Lösung zur Verkürzung der Widerrufsmöglichkeit: vorherige konkludente Genehmigung BGH ZIP 2011, : Herstellung von neuer Kontodeckung BGH ZIP 2011, 1252: bei Verbraucher nur im Einzelfall + bei monatlichen Abbuchungen nach zwei Folgebuchungen BGH ZIP 2012, 167: bei Unternehmer 14 Tage nach Zugang des Kontoauszugs (wiederkehrende Sozialversicher.beiträge) Problem: Rechtsunsicherheit für Zahlstelle Professor Dr. Georg Bitter Universität Mannheim 41 Arten des Lastschriftverfahrens das bis 2012 geltende Einzugsermächtigungsverfahren war auch nach dem neuen Zahlungsverkehrsrecht weiter möglich: 675j I 1 BGB: Zustimmung (Einwilligung, ggf. Genehmigung) für wirksamen Zahlungsvorgang nötig (Autorisierung) Zustimmung muss nicht ausdrücklich erklärt werden Genehmigung über Lastschrift-AGB war weiter möglich aber Druck der EU-Kommission auf Abschaffung der nationalen Verfahren zugunsten des SEPA-Verfahrens Widerruf der Zustimmung ebenso beschränkt wie der Widerruf des Zahlungsauftrags ( 675j II i.v.m. 675p BGB) 675p BGB gilt nicht beim Einzugsermächtigungsverfahren (mangels Zahlungsauftrags an den Zahlungsdienstleister) 42
22 Arten des Lastschriftverfahrens 4. Einzugsermächtigung (ab 2012 geltendes Recht) Praxis nimmt die Anregung aus BGHZ 186, 269 (XI. Senat) auf Angleichung des nationalen Lastschriftverfahrens an das SEPA-Basislastschriftverfahren per Lastschrift-AGB Einzugsermächtigung wird uminterpretiert in Zahlungsanweisung des Schuldners an die Schuldnerbank, die mittelbar über den Gläubiger und dessen Bank erteilt wird Grafik Folie 37 Erstattungsanspruch des Kunden trotz Unwiderruflichkeit der Zahlungsanweisung für 8 Wochen ab Abbuchung ( 675 x II, IV BGB) 43 Valutaverhältnis 1. Lastschriftabrede zw. Gläubiger + Schuldner (in allen Arten des Lastschriftverfahrens) formfrei, auch konkludent möglich (aber Schriftform des SEPA-Mandats) Pflicht zur Erteilung einer Einzugsermächtigung kann in AGB begründet werden (BGH NJW 1996, 988); nicht aber die Pflicht zur Erteilung eines Abbuchungsauftrags (BGH WM 2010, 277; für Unternehmer m.e. zw.; siehe auch die Abgrenzung bei BGH ZIP 2013, 324) Geldschuld verwandelt sich von qualifizierter Schickschuld in Holschuld kein Verzug des Schuldners bei unterlassener Einziehung durch Gläubiger 44
23 Valutaverhältnis 2. Erfüllung mit Einlösung auf dem Schuldnerkonto? beim Abbuchungsauftrags- und SEPA-Firmenlastschriftverfahren ja (s.o.; vgl. auch BGH ZIP 2013, 324, 325, Rn. 12) beim alten (bis 2012 geltenden) Einzugsermächtigungsverfahren sehr str. allenfalls auflösend bedingt durch den Widerspruch des Schuldners noch enger BGHZ 161, 49, 54 f. = ZIP 2004, 2442, 2443 f.: Erfüllung erst mit Genehmigung; BGH ZIP 2013, 324, 325 (Rn. 12): Erfüllung erst, wenn der Schuldner dem Gläubiger durch den Widerspruch bei seiner Bank die Leistung nicht mehr entziehen kann beim SEPA-Basislastschriftverfahren auflösend bedingt (BGHZ 186, 269) ebenso beim neuen Einzugsermächtigungsverfahren (seit 2012) 45 Inkassoverhältnis 1. Vereinbarung über die Zulassung des Gläubigers zum Lastschriftverfahren mit der ersten Inkassostelle (Standard-AGB) Einzug fälliger Forderungen nur, soweit der Gläubiger mit dem Schuldner das LSV vereinbart + er diesem die Erteilung eines Abbuchungsauftrags bzw. die Bestätigung des SEPA- Firmenlastschriftmandats auferlegt hat, oder dem Gläubiger eine schriftliche + widerrufliche Einzugsermächtigung bzw. ein schriftliches SEPA-Basislastschriftmandat des Schuldners vorliegt Gutschrift Eingang vorbehalten (E.v.) zweifache Bedingung aufschiebende Bedingung der Einlösung auflösende Bedingung eines späteren Erstattungsverlangens des Schuldners (Einzugsermächtigungs-/SEPA-Basislastschriftverfahren) 2. Ausfallrisiko des Gläubigers trägt die Inkassobank 46
24 Das LSA im Interbankenverhältnis (nationale Regelung) Konkretisierung der Pflichten aus dem Giroverhältnis der beteiligten Banken keine Rechtswirkungen zulasten des Schuldners / Gläubigers keine Geltung der Widerspruchsfrist von sechs Wochen aus dem LSA zulasten des Schuldners (BGHZ 144, 349) kein Schriftformerfordernis für die Einzugsermächtigung Schutzpflichten zugunsten des Gläubigers (VSD)? (+) nach BGHZ 69, 82: Gläubiger setzt Lieferung an insolventen Schuldner fort, weil nicht eingelöste Lastschriften von der Zahlstelle verspätet zurückgegeben werden. ( ) nach BGHZ 176, 281 Anschluss an die h.l.: Voraussetzungen des VSD nicht erfüllt; stattdessen Drittschadensliquidation (DSL) 47 Zahlung mit EC-Karte 1. Historie: betragsmäßig beschränkte Zahlungsgarantie bei Zahlung mit EC-Scheck unter Vorlage der EC-Karte Scheckzahlung heute selten garantierter EC-Scheck seit 2002 abgeschafft EC-Karte = Zahlungskarte (Maestro-Card); ec = electronic cash 2. Arten der Zahlung mit EC-Karte POS-Verfahren (Point-of-Sale) mit Eingabe der PIN + Zahlungsgarantie der Bank bis Ende 2006: POZ-Verfahren (Point-of-Sale ohne Zahlungsgarantie): Einzug per Lastschrift; System mit Rahmenabkommen Bank Händler wildes Lastschriftverfahren ohne Rahmenabkommen 48
25 Vertragsverhältnisse beim EC-System Vereinbarung über ein Electronic-Cash-System Bank Kartenherausgeber GZS Deckungsverhältnis Girovertrag + Bedingungen für EC-Karten Vollzugsverhältnis Bedingungen für die Teilnahme am EC-System Karteninhaber Valutaverhältnis Vertragsunternehmen 49 POS-Verfahren 1. Rechtsverhältnis Bank Vertragsunternehmen (VU) Akzeptanzverpflichtung (wie Bargeld) = Vertrag zugunsten des Karteninhabers Verpflichtung der Bank zur Erfüllung der Forderung des VU gegen den Karteninhaber h.m.: abstraktes Schuldversprechen a.a.: Garantie = Bank garantiert die Ausführung der Kundenweisung ( früherer EC-Scheck primäre Zahlung der Bank, aber dennoch subsidiäre eigene Verpflichtung; vgl. zur Kreditkarte Bitter, ZBB 1996, 104, 118 f.) Problem: Vereinbarkeit der Garantie mit 364 I BGB (oben Folie 5)? Pflicht des VU zur Zahlung eines Disagios (0,3 %, z.t. auch 0,2 %) zweistufige Abwicklung Autorisierung: Prüfung von PIN, Verfügungsrahmen + Sperrdatei Clearing: Lastschrift ohne Rückgabemöglichkeit 50
26 POS-Verfahren 2. Rechtsverhältnis Bank Karteninhaber Girovertrag als Grundverhältnis EC-Kartenvertrag Bedingungen für EC-Karten (Kundenbedingungen) frühere Rechtslage (allgemeines Auftragsrecht) Kartenzahlung = Weisung i.s.d. 665 BGB an die Bank, die Forderung des VU gegen den Karteninhaber zu erfüllen kein Recht zum Widerruf, da die Bank aufgrund der Zahlungsgarantie gegenüber dem VU irreversibel gebunden ist Rechtslage seit dem Zahlungsverkehrsrecht von 2009 (i.e. unverändert) Kartenzahlung = Zahlungsauftrag ( 675f III 2 BGB) + Autorisierung ( 675j I BGB) kein Widerruf nach Übermittlung an den Empfänger ( 675j II, 675p II BGB) kein Erstattungsverlangen nach 675x BGB möglich 51 POZ-Verfahren (bis Ende 2006) 1. Rechtsverhältnis Bank Vertragsunternehmen (VU) keine Akzeptanzverpflichtung keine Eingabe der PIN, sondern Unterschrift des Kunden keine Autorisierung (nur Abfrage der Sperrdatei) Erzeugung konventioneller Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren keine Zahlungsgarantie Rückbelastung bei fehlender Deckung 2. Rechtsverhältnis Bank Karteninhaber Widerspruchsrecht bis zur Genehmigung (Genehmigungstheorie) Befreiung vom Bankgeheimnis: Bekanntgabe von Name + Anschrift an VU bei Nichteinlösung oder Widerspruch 52
Allgemeine Grundsätze des neuen Rechts Überweisung Lastschrift (Abbuchungsauftrag / Einzugsermächtigung) EC-Karte / Geldkarte Kreditkartenzahlung
Prof. Dr. Georg Bitter Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht Vorlesung Bankrecht www.georg-bitter.de 1 Gliederung der Vorlesung 1. Grundlagen 2. Recht des Bankkontos
Prof. Dr. Georg Bitter Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht Vorlesung Bankrecht www.georg-bitter.de Gliederung der Vorlesung 1. Grundlagen 2. Recht des Bankkontos
Klaus Bröker. Zahlungsverkehr. Fachanwaltslehrgang für Bank- und Kapitalmarktrecht, Kurseinheit 2
Klaus Bröker Zahlungsverkehr Fachanwaltslehrgang für Bank- und Kapitalmarktrecht, Kurseinheit 2 2. Auflage Stand: Oktober 2014 Der Autor: Der Autor, Rechtsanwalt Prof. Dr. Klaus F. Bröker, ist Jahrgang