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Timestamp: 2019-09-19 20:13:03
Document Index: 15554141

Matched Legal Cases: ['§224', '§25', '§27', '§ 224', '§123', '§242', '§34', '§35']

Hausarbeit Übung Strafrecht AT
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Jurastudent2009
Verfasst am: 02 Aug 2010 - 16:55:19 Titel: Hausarbeit Übung Strafrecht AT
Soo hier ist der Sachverhalt:
C ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der „Protectus-GmbH“, eines angesehenen Sicherheitsunternehmens mit einer Stammkundschaft in und um Düsseldorf. Im letzten Halbjahr verzeichnet C zunehmend Einbrüche in von seinem Unternehmen betreuten Villen, die sich immer ausgerechnet dann ereignen, wenn sich deren Bewohner im Urlaub befinden. Außerdem ist zu beobachten, dass immer genau zwischen den Zeitpunkten zugeschlagen wird, zu denen die Wachleute das Objekt anfahren.
Aufgrund der ersichtlich genauen Informierung der Täter verdächtigt C den Schichtleiter
T die Einbrüche durchzuführen oder sie zumindest zu initiieren.
Tatsächlich hat T sich mit X und Y zusammengeschlossen, um im Einzelnen noch unbestimmte Einbrüche in den von der „Protectus-GmbH“ betreuten Villen durchführen zu können und sich so eine stete Einnahmequelle zu schaffen. T kommt dabei nur die Aufgabe zu, die ihm zugänglichen Informationen zu sammeln und an X weiterzugeben, der dann die Taten plant und durchführt. Y übernimmt es dabei lediglich, im Anschluss die erbeuteten Gegenstände mittels seiner Kontakte in einschlägigen Kreisen zu „versilbern“.
Um sich Gewissheit zu verschaffen und den guten Ruf seines Unternehmens nicht zu gefährden, entschließt sich C, dem T eine Falle zu stellen. V, der Eigentümer einer Meerbuscher Villa, kündigt im September seinen Urlaub im Zeitraum vom 1. bis 15. Oktober 2010 an.
Nachdem C dem V von seinem Verdacht erzählt hat, schlägt er vor, eine dauerhafte Überwachung anstelle der ansonsten stichprobenartig durchgeführten Anfahrten durchführen zu lassen. V stimmt dem zu und ist auch damit einverstanden, dass sich Gegenstände vorübergehend im Besitz der Täter befinden werden, bis diese dann direkt beim Verlassen der Villa vom Wachpersonal gestellt werden.
Auf der Personalbesprechung am 30. September informiert C den T von den Urlaubsplänen des V, ohne die Änderungen hinsichtlich der Überwachung preiszugeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte T jedoch bereits Kenntnis von dem Leerstand des Hauses und sich dazu entschlossen, diese Information an X weiterzugeben. Allerdings hatte T sich zuvor in der Adresse des V geirrt und war sehr froh, durch Cs Hinweise seinen Irrtum bemerkt zu haben.
Am 11. Oktober legt sich C nachts, mit einer geladenen Pistole bewaffnet, vor der Villa des V auf die Lauer. Er sieht einen Mann mit Rucksack durch ein auf Kippstellung befindliches Fenster in das Gebäude eindringen und nach ca. 10 Minuten wieder herauskommen. C ist sich sicher, dass es sich
hierbei um T oder einen Komplizen handeln muss.
Tatsächlich ist es jedoch M, der ohne Wissen von T und C selbstständig den Einbruch geplant hatte. Nachdem er sich Zutritt zum Haus verschafft hatte, ereilte ihn ein Anruf von seiner in Wehen liegen-den Tochter, der ihn zur Fahrt ins Krankenhaus veranlasste.
Als M daher mit leerem Rucksack unverrichteter Dinge aus dem Haus rennt, ruft ihm C mit angelegter Schusswaffe zu: „Stehen bleiben oder ich schieße!“ Mangels Reaktion des M gibt C einen Warnschuss ab. Dennoch läuft M weiter. Da er keine andere Möglichkeit sieht, den Einbrecher zu stoppen und das Eigentum des V zu retten, zielt C auf die Beine des M und gibt einen Schuss ab. Er ist sich hierbei darüber im Klaren, dass dies schwere Verletzungen nach sich zieht; ist sich aber sicher, dass er als geübter Schütze nicht den Tod des Einbrechers verursachen werde. M wird am Rücken getroffen und ist schwer verletzt.
Während C sich um den verletzten M kümmert, steigt X in die nun unbewachte Villa ein. Dort nimmt er große Mengen Schmuck an sich und entkommt mit diesem unbehelligt.
Ich denke, dass C wegen gefährlicher Körperverletzung(§224 StGB) sich strafbar gemacht haben könnte, das Problem würde dann beim subjektiven Tatbestand liegen (error in persona)
T und X könnten sich in Mittäterschaft strafbar gemacht haben(§25 II StGB), wobei X der Tatnächste und T der Mittäter ist, hier läge widerum das Problem beim gemeinsamen Tatplan und der gemeinsamen Tatausführung.
Desweiteren würde ich prüfen, ob T wegen Beihilfe (§27 StGB) strafbar sein könnte.
Wie seht ihr das? Denkt ihr genau so wie ich oder würdet ihr es anders machen? Ich schreibe zum ersten Mal eine Hausarbeit und hoffe auf zahlreiche Antworten
Verfasst am: 03 Aug 2010 - 09:15:32 Titel:
Hi, bin kein Strafrecht Profi aber für C würde ich auch richtung § 224 tendieren. Im subjektien Tatbestand müsste dann die Abgrenzung zwischen error in persona und aberatio ictus durchgeführt werden, da der C ja nicht vor hatte den M zu treffen.
bei den strafbarkeiten der anderen drei würde ich auf jedenfall mal prüfen ob da nicht auch irgendwie eine Bande vorliegt, da es 3 personen sind die sich für unbestimmte zeit zusammengeschlossen haben um mehrere unabhängige straftatetn zu begehen um sich so eine nebeneinnahmequelle zu verschaffen. (hört sich arg nach der lehrbuch definition von Bande an was da im sachverhalt steht)
Weiterhin sind bestimmt der Versuch und Rücktritt genauer zu untersuchen sowie wie du gesagt hast die mittäterschaft.
muss leider zum zahnarzt darum kann ich grad net mehr schreiben... wünsch dir aber noch viel erfolg
Verfasst am: 03 Aug 2010 - 09:46:26 Titel:
Ein Problem bei C ist auch auf rechtfertigender Ebene zu suchen.
AuÃŸerdem ist eine Diskussion einer Anstiftung/Beihilfe im SV angelegt (C den T auf der Personalbesprechung).
Verfasst am: 03 Aug 2010 - 15:54:10 Titel:
Könnte noch §123 Hausfriedensbruch vorkommen? Ist das zu erwähnen?
Außerdem weiß ich nicht, wie ich den §242 Diebstahl prüfen soll.
@ traurigergustav:
Ich habe auch so ungefähr gedacht, jedoch verstehe ich nicht ganz was bzw. wo du den Versuch und den Rücktritt prüfen würdest. Das ist mir noch rätselhaft. Bin etwas verwirrt, erkenne keinen Versuch und ggf. Rücktritt in dem Sachverhalt.
@rOYAL.:
Dass C gerechtfertigt sein könnte, habe ich mir auch gedacht (§34 Rechtfertigender Notstand). Jedoch läge hier das Problem bei der Abwägung der Interessen. Die Körperverletzung des M (beeinträchtigtes Interesse) ist höherrangiger als das geschützte Interesse (Diebesgut).
Vielleicht könnte jedoch §35 entschuldigender Notstand in Betracht kommen, jedoch ist das Eigentum hier nicht erfasst.
Gibt es einen anderen Rechtfertigungsgrund? Welchen § würdet ihr nehmen? Ist C überhaupt gerechtfertigt?
Verfasst am: 03 Aug 2010 - 22:49:18 Titel:
naja hab ich mich verlesen oder meint der eine nicht nachdem die sache mit der pistole passiert ist ihm wäre das alles zu heikel und haut ab ? und wenn dass der fall wäre, ist ja die tat nicht vollendet oder ? kann auch sein dass ich mich irre, dann tut s mir leid, aber irgendwie klingt dass für mich so.
Verfasst am: 03 Aug 2010 - 23:04:10 Titel:
@traurigerGustav:
asooo, jetzt leuchtet es mir ein
Ja stimmt, bei M wäre der Versuch und der Rücktritt zu prüfen, aber in der Aufgabenstellung ist ja nur nach C, X und T gefragt
Verfasst am: 04 Aug 2010 - 07:37:09 Titel:
okey, dann ist gut
Jura_Düsseldorf
Verfasst am: 05 Aug 2010 - 13:57:02 Titel:
Bei C wäre auch ein Erlaubnistatbestandsirrtum zu prüfen:
Er weiß ja nicht, dass T eine falsche Adresse hatte und mit seiner Hilfe auf die richtige gekommen ist.
Also so wie ich das jetzt verstanden habe würde ich sagen Beihilfe und Erlaubnistatbestandsirrtum bei C