Source: http://flugrechte.eu/13181/flugumbuchung-reiseveranstalter-zwischenlandung-fuerteventura
Timestamp: 2018-12-18 10:32:15
Document Index: 114614323

Matched Legal Cases: ['§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651']

Flugumbuchung Direktflug ohne Zwischenstopp von Gran Canaria nach München bei Reiseveranstalter gebucht jetzt Zwischenlandung in Fuerteventura - FLUGGASTRECHTE
ich habe eine Pauschalreise gebucht auf die Kanarische Insel Gran Canaria. Wichtig war mir eine direkte Verbindung ohne Zwischenstopp und hatte dies auch bei meiner Suche so hinterlegt und dann auch so gebucht.Nun stellte sich heraus, dass die Charterfluggesellschaft, die für den Rückflug gebucht wurde, derart unzuverlässig ist, dass der Reiseveranstalter sich gezwungen sah, den Rückflug umzubuchen.Regulär wäre ich um 10:10 Uhr in Gran Canaria weggeflogen und um 15:30 Uhr in München gelandet.Nun fliege ich um 07:00 Uhr in Gran Canaria ab und lande um 07:40 Uhr in Fuerteventura. Von dort geht es um 10:40 Uhr weiter und ich lande um 15:40 Uhr in München. Habe ich irgendwelche Ansprüche auf Entschädigung? Der Zubringerflug ist eine andere Flugnummer wie der Flug von Fuerteventura nach München.
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Gefragt 8 Aug in Umbuchung von jbentele (120 Punkte)
Hallo Herr Bentele,
Sie fragen sich, ob sie einen Anspruch auf Entschädigung haben, weil der Rückflug ihrer Pauschalreise sich dahingehend geändert hat, dass ihr ursprünglich geplanter Direktflug in einen FLug mit Zwischenlandung umgewandelt wurde. Dadurch fliegen sie 3 Stunden früher los, kommen aber fast gleichzeitig an.
Meiner Ansicht nach wäre es zunächst sinnvoll den Reiseveranstalter zu kontaktieren und zu versuchen sich außergerichtlich zu einigen. Falls dies nicht zielführend ist, könntest du grundsätzlich gegen den Reiseveranstalter mittels einer Anspruchsgrundlage aus dem BGB vorgehen. Im speziellen ist hier das Reisevertragsrecht gemäß §§ 651 a ff BGB heranzuziehen. Eine Reispreisminderung kann gemäß § 651 m verlangt werden, soweit die einzelnen Voraussetzungen erfüllt sind. Zur Reisepreisminderung gemäß § 651 m BGB bedarf es einer Pauschalreise, welche gemäß § 651 i BGB von einem Reisemangel geprägt sein muss. Des Weiteren darf eine Mängelanzeige nicht schuldhaft unterblieben worden sein und es muss Abhilfe verlangt worden sein. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt worden sind, kann die Minderung berechnet werden. Gekürzt wird dabei der Pauschalpreis.
Fraglich ist, ob in deinem Fall ein Reisemangel zu bejahen ist. Die wesentliche Pflicht des Reiseveranstalters besteht darin, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften besitzt und nicht mit Mängeln behaftet ist . Ein Reisemangel im Sinne von § 651 i BGB liegt demnach vor, wenn eine wesentliche Reiseleistung einen Fehler aufweist oder nicht die zugesicherten Eigenschaften enthält. Eine Flugbeförderung stellt eine wesentliche Reiseleistung dar, deren Abweichungen unter Umständen zu einer Reisepreisminderung führen oder andere Ansprüche begründen können. Dies wird darauf zurückgeführt, dass der Transport in der Regel einen der wichtigen Bestandteile eines Pauschalreisevertrages ausmacht.
Umstritten ist jedoch, ob der erste und der letzte Tag sind als Urlaubstage gewertet werden können, weil diese der An- bzw. Abreise dienen. Dies wird grundsätzlich bejaht, sodass eine Verlegung des Fluges um wenige Stunden keinen Reisemangel begründen könnte. Auch wird in Ihrem Fall die Nachtruhe nicht gestört.
Sie haben eine Pauschalreise gebucht inklusive einer direkten Verbindung. Nun wurden Sie jedoch darüber informiert, dass der Flug verlegt wurde und Sie nun einen Flug mit Zwischenlandung haben.
Sie fragen sich, ob Sie dadurch einen Anspruch auf Entschädigungszahlungen haben können. Da Sie eine Pauschalreise gebucht haben, ergeben sich mögliche Ansprüche aus dem Reisevertragsrecht des BGB, welches in den §§ 651 a-m BGB geregelt ist. Am sinnvollsten scheint in Ihrem Fall eine Reisepreisminderung gem. § 651 d BGB. Dafür müsste die Reise mit einem Mangel behaftet sein.
Die entscheidende Frage ist also, ob der hinzugefügte Zwischenstopp einen Reisemangel darstellt.
Diese Frage wurde bereits in folgendem Beitrag diskutiert:
Entscheidend ist in diesem Rahmen die Unterscheidung zwischen einem Direkt- und einen Non-Stopp-Flug.
AG Rostock, Urteil vom 18.3.2011, Az 47 C 241/10 (bei Google einfach eingeben: "173 C 10987/02 reise-recht-wiki.de")
Ein Reisemangel, welcher zur Reisepreisminderung berechtigt liegt also nur dann vor, wenn ein Non-Stop-Flug gebucht wurde, nicht aber wenn ein Direktflug gebucht wurde.
Beantwortet 28 Aug von Stevie (15,180 Punkte)