Source: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2014/07/ls20140723_1bvl001012.html?nn=5399840
Timestamp: 2018-11-20 21:40:26
Document Index: 373271987

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 20', 'Art. 2', '§ 28', 'Art. 3', '§ 8', '§ 28', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 20', '§ 138']

Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Sozialrechtliche Regelbedarfsleistungen derzeit noch verfassungsgemäß
StartseiteEntscheidungen Beschluss vom 23. Juli 2014 - 1 BvL 10/12
1. § 19 Abs. 1 Satz 1 und 3, Abs. 3 Satz 1, § 20 Abs. 1, 4 und 5 SGB II in der Fassung von Art. 2 des Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch vom 24. März 2011 (BGBl I S. 453) in Verbindung mit § 28a SGB XII in der Fassung von Art. 3 des Gesetzes vom 24. März 2011 (BGBl I S. 453) und § 8 Abs. 1 Nr. 2 RBEG (Gesetz zur Ermittlung der Regelbedarfe nach § 28 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch, verkündet als Art. 1 des Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch vom 24. März 2011 <BGBl I S. 453>) insoweit mit Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG - Sozialstaatlichkeit - und dem sich daraus ergebenden Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums vereinbar sind, als die für die Höhe der Grundsicherungsleistungen maßgeblichen Regelbedarfe für als Ehegatten zusammenlebende erwachsene hilfebedürftige Leistungsberechtigte für das Kalenderjahr 2011 auf einen Betrag von 328 € und für das Kalenderjahr 2012 durch die Verordnung zur Fortschreibung der Regelbedarfsstufen nach § 138 Nr. 2 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch für das Jahr 2012 (RBSFV 2012) vom 17. Oktober 2011 auf einen Betrag von 337 € festgelegt wurden,
1. des Herrn A...,
2. der Frau A...,
3. des Minderjährigen A...,
Karlstraße 3, 27749 Delmenhorst -
b) das Urteil des Sozialgerichts Oldenburg vom 10. Januar 2012 - S 48 AS 1136/11 -,
c) den Widerspruchsbescheid des Jobcenters Delmenhorst vom 24. Juni 2011 - 617.b-26104BG0017453-W 597/11 -,
bb) Das Grundgesetz schreibt insofern auch keine bestimmte Methode vor, wodurch der dem Gesetzgeber zustehende Gestaltungsspielraum begrenzt würde. Es kommt dem Gesetzgeber zu, die Methode zur Ermittlung der Bedarfe und zur Berechnung der Leistungen zur Sicherung einer menschenwürdigen Existenz im Rahmen der Tauglichkeit und Sachgerechtigkeit selbst auszuwählen (vgl. BVerfGE 125, 175 <225>). Die getroffene Entscheidung verändert allerdings nicht die grundrechtlichen Maßstäbe. Daher darf keine Methode gewählt werden, die Bedarfe von vornherein ausblendet, wenn diese ansonsten als existenzsichernd anerkannt worden sind (vgl. BVerfGE 132, 134 <162 f., Rn. 71>). Werden hinsichtlich bestimmter Personengruppen unterschiedliche Methoden zugrunde gelegt, muss dies sachlich zu rechtfertigen sein (vgl. BVerfGE 125, 175 <225>).
ECLI:DE:BVerfG:2014:ls20140723.1bvl001012
BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 23. Juli 2014
- 1 BvL 10/12 - Rn. (1-149),
http://www.bverfg.de/e/ls20140723_1bvl001012.html
Nr. 76/2014 vom 9. September 2014
BVerfGE 137, 34 - 103