Source: https://www.hwk-karlsruhe.de/artikel/faqs-gesellenpruefung-63,0,89.html
Timestamp: 2019-07-22 20:21:06
Document Index: 234642912

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 15', '§ 10', '§ 31', '§ 14', '§ 21', '§28', '§ 950', '§ 950', '§ 951', '§ 950', 'BGH', '§ 14', '§ 37']

FAQs Gesellenprüfung - Handwerkskammer Karlsruhe
FAQs Gesellenprüfung
Auf dieser Seite finden Sie häufig gestellte Fragen zu Gesellenprüfungen.
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Was muss ich erfüllen, um zu Prüfung zugelassen zu werden?
Wann und wo findet die Zwischenprüfung bzw. Teil 1 der Gesellenprüfung statt?
Ich möchte mich von Prüfungsfächern beim schriftlichen Teil der Prüfung befreien lassen
Freistellung für den Berufsschulunterricht und für die Prüfungsteilnahme
Zur Verfügungsstellung von Werkzeug und Material für die Prüfung
Wann endet meine Lehrzeit?
Wie oft finden Gesellenprüfungen / Abschlussprüfungen statt?
Wann findet meine Gesellenprüfung / Abschlussprüfung statt?
Wann habe ich meine Gesellenprüfung / Abschlussprüfung bestanden?
Ich habe die Prüfung nicht bestanden und möchte mich zur Wiederholungsprüfung anmelden. Was ist zu tun?
Widerspruch gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses
Eigentumserwerb am Prüfungsstück
Hinweise zur Kürzung der Ausbildungszeit, Verlängerung der Ausbildungszeit und vorzeitigen Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung
Ausnahmsweise Zulassung zur Gesellenprüfung / Abschlussprüfung (Externenprüfung)
Zur Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung ist zugelassen,
wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen und überbetrieblichen Unterweisungen teilgenommen sowie vorgeschriebene Berichtshefte/ Ausbildungsnachweise geführt hat und
wessen Ausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Lehrling noch dessen gesetzlicher Vertreter zu vertreten hat.
Sinn und Zweck der Zwischenprüfung ist die Ermittlung des jeweiligen Ausbildungsstandes, um gegebenenfalls korrigierend und beratend auf die weitere Ausbildung einwirken zu können. Darüber hinaus soll der Auszubildende mit der Prüfungssituation vertraut gemacht werden.
Mit dem Erlass von Erprobungsverordnungen wurde für einige Ausbildungsberufe ( weitere Infos beim ZDH ) die neue Prüfungsform der so genannten gestreckten Gesellenprüfung eingeführt. Kernpunkt dieser Neuerung ist die Aufwertung der Zwischenprüfung, die nun Bestandteil der Gesellenprüfung ist und je nach Ausbildungsberuf bis zu 35 % in das Gesamtergebnis einfließt.
Den Zeitpunkt der Zwischenprüfung regelt die Ausbildungsordnung. Den Prüfungstag und Ort legt der Prüfungsausschuss bei der zuständigen Innung fest.
Wenn sie eine Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung/ Facharbeiterprüfung bereits bestanden haben, sind Sie berechtigt sich vom Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde befreien zu lassen, sofern die Anmeldung zur Prüfung innerhalb von fünf Jahren nach der Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prüfung erfolgt (§ 17 Gesellenprüfungsordnung).
Senden Sie uns einen formlosen Antrag an die Handwerkskammer mit einer Zeugniskopie der abgelegten Prüfung (Gesellen-, Abschluss- oder Facharbeiterprüfung) und einer Kopie des Abschlussprüfungszeugnisses der Berufsschule.
Über eine Befreiung der allgemein bildenden Fächer Gemeinschaftskunde und Deutsch kann der Prüfungsausschuss nicht entscheiden, da es sich bei diesen Fächern um ein Berufs-schul- und nicht um ein Prüfungsfach des schriftlichen Teils der Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung handelt. In diesem Fall setzen Sie sich mit Ihrer zuständigen Berufsschule in Verbindung.
Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und für die Teilnahme an der Zwischenprüfung / Teil 1 der Gesellenprüfung und der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung freizustellen (§ 15 Berufsbildungsgesetz). Die Zeit der Freistellung umfasst auch Wegzeiten und Pausen.
Auszubildende unter 18 Jahren sind an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Gesellenprüfung/Abschlussprüfung vorangeht freizustellen (§ 10 Jugendarbeitsschutzgesetz).
Auszubildende sind von der Zahlung einer Prüfungsgebühr freigestellt (§ 31 Abs. 4 Handwerksordnung). Die Prüfungskosten werden dem Ausbildungsbetrieb auferlegt.
Die Höhe der Gebühr richtet sich - gleich, ob die Prüfung von der Innung oder der Kammer abgenommen wird - nach der Gebührenordnung der Handwerkskammer Karlsruhe. Sie beträgt zur Zeit für die
Zwischenprüfung/Teil 1 Prüfung: 145 €
Gesellenprüfung: 210 €
Abschluss- und Umschulungsprüfung: 180 €
Anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten zum Beispiel am Ort der Prüfung sind vom Lehrling selbst zu tragen, falls Sie nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden.
Sofern von der zuständigen Stelle (Handwerkskammer bzw. Innung) keine Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung gestellt werden, muss der Ausbildungsbetrieb diese dem Auszubildenden kostenlos zur Verfügung stellen, soweit Sie zum Ablegen der Zwischenprüfung und der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung erforderlich sind, auch soweit die Prüfung erst nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses stattfindet (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 Berufbildungsgesetz).
(§ 21 Abs. 3 BBiG)
Gesellenprüfung/Abschlussprüfung finden zweimal im Jahr statt.
Sommerprüfung: die schriftliche Prüfung findet im Mai, die praktische von Juni – August statt.
Winterprüfung: die schriftliche findet im November, die praktische von Dezember bis März des nächsten Jahres statt.
Der Termin der schriftlichen Prüfung wird Ihnen in Ihrer Berufsschulklasse bekannt gegeben. Den Termin der praktischen Prüfung legt der Prüfungsausschuss bei der Innung fest. Die Einladung hierzu erhalten Sie von der zuständigen Innung. Sie können den Prüfungstermin dort erfragen.
Unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung soll Ihnen mitgeteilt werden, ob Sie die Prüfung „bestanden“ oder „nicht bestanden“ haben. Hierüber erhalten Sie eine vom Vorsitzenden zu unterzeichnende Bescheinigung. Kann die Feststellung des Prüfungsergebnisses nicht am Tag der letzten Prüfungsleistung getroffen werden, so hat der Prüfungsausschuss diese unverzüglich zu treffen und Ihnen mitzuteilen.
Melden Sie sich schriftlich bei der Handwerkskammer oder direkt bei der Innung mit folgenden Angaben zur Wiederholungsprüfung an:
Termin der nicht bestandenen Prüfung, Ausbildungsberuf, Prüfungsteil der wiederholt werden muss (schriftlichen oder praktischer Teil).
Auf Antrag ist dem Prüfling binnen eines Monats zur Einlegung eines Rechtsbehelfs Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren (§28 Gesellenprüfungsordnung).
Zur Akteneinsicht berechtigt ist grundsätzlich nur der Prüfling und gegebenenfalls dessen Anwalt. Andere Personen haben keinen Anspruch auf Akteneinsicht. Die geschäftsführende Stelle kann Betriebsinhabern seines Auszubildenden Akteneinsicht gewähren.
Zu den einsehbaren Prüfungsunterlagen gehören alle für das Prüfungsverfahren relevanten Unterlagen wie die Prüfungsarbeiten, die Einzelbewertungsbogen und die Niederschrift. Akteneinsicht erfolgt grundsätzlich in den Räumen der geschäftsführenden Stellen nach vorheriger Vereinbarung.
Gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses (z.B. Nichtzulassung zur Prüfung, Nichtbestehen der Prüfung) kann der Auszubildende binnen einen Monats ab Zugang der Entscheidung Widerspruch bei der zuständigen Innung oder bei der Handwerkskammer einlegen. Die Handwerkskammer überprüft dann die Entscheidung. Weist die Kammer den Widerspruch nach Überprüfung als unbegründet zurück, kann der Auszubildende binnen einen Monats ab Zugang des Widerspruchsbescheides Klage vor dem Verwaltungsgericht erheben.
Wer Eigentümer des Gesellenstückes ist, richtet sich nach § 950 BGB.
Danach ist der Ausbildungsbetrieb Eigentümer, wenn das Gesellenstück weisungsgebunden im unmittelbar wirtschaftlichen Interesse des Arbeitgebers gefertigt wurde – z.B. als Teil einer Serienproduktion oder als auftragsbezogene Herstellung eines beim Ausbildungsbetrieb bestellten Werkstückes.
Der Auszubildende erlangt dagegen kraft Gesetz (§ 950 BGB) Eigentum am Gesellenstück, wenn er dieses im eigenen Interesse auf Veranlassung des Prüfungsausschusses und in der Regel ohne Vorgaben/Weisungen des Ausbilders als Demonstration der verlangten praktischen Fertigkeiten und Kenntnisse fertigt (LAG München v. 8.8.2002, NZA-RR 2003, 187). Ein Ausgleichsanspruch des Ausbildungsbetriebes (Ersatz der Materialkosten) gem. § 951 BGB besteht nicht (BAG v. 3.3.1960, BB 1960, 557).
Der Ausbildungsbetrieb bleibt aber auch in diesen Fällen Eigentümer, wenn der Wert des zur Verfügung gestellten Materials – etwa bei Goldschmieden – ausnahmsweise den Wert der Verarbeitung erheblich übersteigt (§ 950 BGB), was jedenfalls beim Verhältnis 100:60 anzunehmen ist (BGH NJW 95, 2633).
Beispiel: Gesellenstück eines Goldschmiede-Auszubildenden
Materialwert (Edelstein, Gold): 1.000 €
Wert der Verarbeitungsleistung: 600 €
Folge: Betrieb bleibt Eigentümer!
Der Ausbildungsbetrieb muss grundsätzlich die Materialkosten des Gesellenstückes tragen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG). Hierzu zählen nur die für die Anfertigung notwendigen Materialkosten.
Materialmehrkosten, die entstehen, weil der Auszubildende für die Erstellung des Gesellenstückes hochwertiges Material wünscht (z.B. Edelhölzer), muss der Betrieb dagegen nicht übernehmen.
Bei der Herstellung des Prüfungsstückes geben sich die Auszubildenden die größtmögliche Mühe und stecken viel Herzblut in das Produkt. Daher sollte ihnen der Eigentumserwerb in jedem Fall ermöglicht werden.
Angesichts der komplizierten Rechtslage sollten sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender spätestens vor Erstellung des Gesellenstückes über die Frage des Eigentums am Prüfungsstück und die Materialmehrkostenfrage verständigen, um Missverständnisses und spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Mustervereinbarung Eigentumserwerb am Prüfungsstück (44kB)
I Kürzung der Ausbildungszeit
Bei Vorliegen der folgenden Voraussetzungen ist einem Antrag auf Abkürzung der Ausbildungszeit stattzugeben :
1.Abgeschlossene Berufsausbildung um 12 Monate
2.Realschul- oder gleichwertiger Abschluss um 6 Monate
3.Fachhochschulreife oder Abitur um 12 Monate
4.Bei einem Lebensalter von 21 Jahren bei Beginn der Ausbildung um 12 Monate
Sofern der Antrag auf Kürzung der Ausbildungszeit nicht vor bzw. bei Beginn der betrieblichen Ausbildung
gestellt wurde, ist er innerhalb der ersten 12 Monate nach Lehrzeitbeginn zu stellen.
II. Verlängerung der Ausbildungszeit
Die Ausbildungszeit kann auf Antrag verlängert werden, wenn die Verlängerung insbesondere erforderlich ist, um das Ziel der Ausbildung zu erreichen. Gründe für die Verlängerung der Ausbildungszeit liegen in folgenden Fällen vor:
1.Das Klassenziel der Berufsschule wurde nicht erreicht
2.Die Ausbildungszeit wurde durch eine mehrmonatige Krankheit, Grundwehrdienst oder Schwangerschaft unterbrochen.
3.Die Gesellen- oder Abschlussprüfung wurde nicht bestanden
Stellen Sie im eigenen Interesse Ihren Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit ohne Verzögerung.
Anträge wegen nicht bestandener Prüfung sind unverzüglich nach Erhalt der Mitteilung über das Nichtbestehen zu stellen, spätestens jedoch am 1. März (nicht bestandene Winterprüfung) bzw. 1. September (nicht bestandene Sommerprüfung), nur so ist die Teilnahme an der Wiederholungsprüfung gewährleistet.
III. Vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung
Vor Ablauf seiner Ausbildungszeit kann der Lehrling auf Antrag zur Gesellen- oder Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen.
1. Bestätigung des Ausbildenden, dass der Lehrling bisher über dem Durchschnitt liegende Leistungen erreicht hat und ihm bis zum vorzeitigen Termin der Gesellenprüfung alle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden können.
2. Das zuletzt erteilte Berufsschulzeugnis weist in den für die Kenntnisprüfung relevanten Fächern bzw. Bereichen einen Notendurchschnitt von mindestens 2,4aus (in der Regel Halbjahreszeugnis).
3. Das Zwischenprüfungszeugnis weist einen Notendurchschnitt von mindestens 2,4 aus.
4. Eine betriebliche Ausbildungszeit von mindestens 18 Monaten bei dreijährigen Ausbildungsberufen und von 24 Monaten bei dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen bis zur vorgezogenen Prüfung wird nicht unterschritten.
5. Die vorgeschriebenen überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungskurse wurden besucht.
6. Die vorgeschriebenen Berichtshefte/Ausbildungsnachweise sind geführt.
Die Zulassungsentscheidung zur vorzeitigen Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung wird durch den Gesellen- / Abschlussprüfungsausschuss ausgesprochen.
Anträge auf vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung sind für die Sommerprüfung bis 1. März und für die Winterprüfung bis 1. September zu stellen. Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass später eingehende Anträge wegen Fristversäumnis abgelehnt werden müssen.
IV. Antragstellung:
Die Anträge sind unter Verwendung des Vordrucks bei der Handwerkskammer Karlsruhe zu stellen.
Die entsprechenden Nachweise sind den Anträgen beizufügen.
Der Gesetzgeber hat auch denen, die keine Berufsausbildung absolviert haben (so genannte Externe), die Möglichkeit eingeräumt, an der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung teilzunehmen und so die formale Facharbeiterqualifikation zu erwerben.
Zur Gesellenprüfung ist zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem er die Prüfung ablegen will.
Hiervon kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass der Bewerber die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigt.
Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland sind dabei zu berücksichtigen (§ 37 II Handwerksordnung).
Mehr Informationen finden Sie unter Gesellenprüfung ohne Berufsausbildung .