Source: http://m.hensche.de/Betriebsrat_ueber_Datenschutz_fuer_PC_des_Betriebsrats_hat_der_Betriebsrat_zu_entscheiden_LAG_Berlin-Brandenburg_10TaBV1984-10-u.html
Timestamp: 2017-01-24 00:59:17
Document Index: 198454112

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 40', '§ 9', '§ 9', '§ 99', '§ 14', '§ 8', '§ 87', '§ 2', '§ 5', '§ 7', '§ 119', '§ 78', '§ 15', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 1', '§ 823', 'BGH', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 75', '§ 80', '§ 9', '§ 3', '§ 1', '§ 99', '§ 102', '§ 79', '§ 99', '§ 79', '§ 2', '§ 3', '§ 28', '§ 9', '§ 99', '§ 102', '§ 79', '§ 1', '§ 99', '§ 9', '§ 99', '§ 99', '§ 50', '§ 50', '§ 87', '§ 40', '§ 29', '§ 40', '§ 40', '§ 14', '§ 14', '§ 14', 'BGH', '§ 40', '§ 40', '§ 242', '§ 40', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 40', '§ 9', '§ 2', '§ 2', '§ 92', '§ 46']

HENSCHE Arbeitsrecht: 10 TaBV 1984/10
Betriebsrat: Sachmittel, Betriebsrat: Internetzugang
10 TaBV 1984/10
1. Die Kon­fi­gu­ra­ti­on des Be­triebs­rats-PC ein­sch­ließlich der An­mel­de­pro­ze­dur be­stimmt der Be­triebs­rat grundsätz­lich al­lein. 2. Auf­grund des Struk­tur­prin­zips der Be­triebs­ver­fas­sung, das je­de Be­triebs­par­tei ih­re Sa­chen selbst re­gelt, gel­ten die da­ten­schutz­recht­li­chen Be­stim­mun­gen des Be­trie­bes für die Ar­beit am Be­triebs­rats-PC nur, so­weit der Be­triebs­rat die­se für sach­ge­recht er­ach­tet. 3. Der Be­triebs­rat kann bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten un­ter Be­ach­tung des Persönlich­keits­rechts der be­trof­fe­nen Beschäftig­ten selbst die da­ten­schutz­recht­li­chen De­tails be­stim­men. 4. Das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ist sub­si­diär zum Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (§ 1 Abs. 3 BDSG).
Arbeitsgericht Berlin, Beschluss vom 27.07.2010, 34 BV 22183/09Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 17.10.2012, 7 ABR 23/11
Verkündet am: 04.03.2011
Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben) 10 TaBV 1984/10
34 BV 22183/09Ar­beits­ge­richt Ber­lin H., VAals Ur­kunds­be­am­ter/in der Geschäfts­stel­le Be­schluss
In Sa­chen pp
hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 10. Kam­mer, auf die Anhörung vom 7. Ja­nu­ar 2011 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt W.-M. als Vor­sit­zen­derso­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Herr G. und Herr N.
Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­ra­tes wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 27. Ju­li 2010 - 34 BV 22183/09 - teil­wei­se ab­geändert.
I.Der Be­tei­lig­ten zu 2) wird auf­ge­ge­ben, dem Be­triebs­rat ei­nen Zu­gang zum In­ter­net zur Verfügung zu stel­len mit der Maßga­be, dass dem Be­triebs­rat der Zu­gang zum In­ter­neta. auf dem im Raum des Be­triebs­rats vor­han­de­nen Per­so­nal-Com­pu­terb. oh­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung des je­wei­li­gen Be­triebs­rats­mit­glieds am Com­pu­ter mit ei­ner für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der ein­heit­li­chen Nut­zer­an­mel­dung ein­zuräum­en ist.
II. Der Be­tei­lig­ten zu 2) wird auf­ge­ge­ben, den An­trag­stel­ler und Be­tei­lig­ten zu 1) von den vor­ge­richt­li­chen Kos­ten der Rech­nung der Rechts­anwälte B. G. H. Nr. 8223 vom 27.10.2009 in Höhe von noch 140,42 EUR brut­to frei­zu­stel­len. III. Im übri­gen wird die Be­schwer­de zurück­ge­wie­sen.
IV. Die Rechts­be­schwer­de wird zu­ge­las­sen.
Die Be­tei­lig­ten strei­ten um die Ge­stal­tung des In­ter­net­zu­gangs für den Be­triebs­rat so­wie die Er­stat­tung der außer­ge­richt­li­chen Kos­ten für den an­walt­li­chen Be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes im Zu­sam­men­hang mit des­sen außer­ge­richt­li­chen Ak­ti­vitäten zur Er­lan­gung ei­nes In­ter­net­zu­gangs für den Be­triebs­rat.
In ei­ner Be­triebs­rats­sit­zung am 23. Sep­tem­ber 2009 hat­te der Be­triebs­rat be­schlos­sen, die Fi­li­al­lei­te­rin auf­zu­for­dern, dem Be­triebs­rat ei­nen In­ter­net­zu­gang zu ermögli­chen (Bl. 21 d.A.). Auf ei­ne ent­spre­chen­de Auf­for­de­rung des Be­triebs­ra­tes (Bl. 145 d.A.), hat­te die Fi­li­al­lei­te­rin dem Be­triebs­rat mit­ge­teilt, dass es anhängi­ge Par­al­lel­ver­fah­ren ge­be und der Be­triebs­rat die­se Ver­fah­ren ab­war­ten sol­le.
Wie be­reits am 23. Sep­tem­ber 2009 für den Fall er­folg­lo­sen Bemühens vom Be­triebs­rat be­schlos­sen, wand­ten sich die Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes mit Schrei­ben vom 27. Ok­to­ber 2009 (Bl. 22 d.A.) an die Fi­li­al­lei­te­rin und brach­ten das Be­geh­ren un­ter Be­nen­nung ei­ner Ent­schei­dung des LAG Ber­lin Bran­den­burg er­neut vor. Die­ses Schrei­ben en­de­te mit dem Text:„Sch­ließlich er­lau­ben wir uns, die hier für die­ses Schrei­ben ent­stan­de­nen Gebühren und Aus­la­gen gemäß Rechts­an­walts­vergütungs­ge­setz zu er­he­ben und bit­ten höflich um Aus­gleich der bei­gefügten Rech­nung Nr. 8223 in Höhe von 402,82 EUR.“
Die­sem Schrei­ben war un­ter der Rech­nungs­num­mer 8223 ei­ne Gebühren­rech­nung mit ei­ner 1,3 Geschäfts­gebühr nach dem Gebühren­tat­be­stand 2300 des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses zum RVG bei­gefügt. Wei­ter ent­hielt die­se Gebühren­rech­nung die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­pau­scha­le im Um­fang von 20,00 EUR nach Nr. 7002 des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses zum RVG so­wie die Um­satz­steu­er. Mit Schrei­ben der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten der Ar­beit­ge­be­rin vom 4. No­vem­ber 2009 (Bl. 29-30 d.A.) lehn­te die­se die Über­nah­me der Gebühren
und Aus­la­gen ab. Zu­gleich bemühte sich die Ar­beit­ge­be­rin in die­sem Schrei­ben um ei­ne Ver­ein­ba­rung mit dem hie­si­gen Be­triebs­rat in Form ei­nes Un­ter­wer­fungs­ver­glei­ches, da zahl­rei­che Ver­fah­ren an­de­rer Be­triebsräte der Ar­beit­ge­be­rin zum Teil auch ver­tre­ten durch die Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten des hie­si­gen Be­triebs­ra­tes geführt würden und da­von auch be­reits meh­re­re Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt anhängig sei­en. Der Be­triebs­rat re­agier­te dar­auf nicht und lei­te­te am 15. De­zem­ber 2009 das hie­si­ge Ver­fah­ren zur Einräum­ung ei­nes In­ter­net­zu­gangs so­wie zur Frei­stel­lung und Zah­lung der Gebühren­rech­nung ein.
Nach­dem die Ar­beit­ge­be­rin in den Par­al­lel­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt am 17. Fe­bru­ar 2010 un­ter­le­gen war und in des­sen Fol­ge im Lau­fe des Ver­fah­rens den Be­triebs­rats­mit­glie­dern ein In­ter­net­zu­gang wie je­dem in­so­weit be­rech­tig­ten Beschäftig­ten der Ar­beit­ge­be­rin un­ter Ver­wen­dung des Vor­na­mens und des Nach­na­mens bei der An­mel­dung am PC oh­ne wei­te­re Zu­gangs­be­schränkun­gen zum In­ter­net ermöglicht wur­de, änder­te der Be­triebs­rat sei­nen An­trag da­hin, dass ihm der Zu­gang zum In­ter­net auf dem im Raum des Be­triebs­ra­tes vor­han­de­nen Per­so­nal-Com­pu­ter oh­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung des je­wei­li­gen Be­triebs­rats­mit­glie­des mit ei­ner für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der ein­heit­li­chen Nut­zer­an­mel­dung ein­geräumt wer­de. Die­ses sei zum ef­fek­ti­ven Ar­bei­ten und zur Ver­mei­dung von in­di­vi­dua­li­sier­ba­ren Kon­trol­len durch den Ar­beit­ge­ber er­for­der­lich. Der An­trag hin­sicht­lich der Gebühren­rech­nung wur­de un­verändert wei­ter­ver­folgt.
Im Un­ter­neh­men exis­tiert ei­ne durch Spruch ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le am 4. Fe­bru­ar 2008 zu­stan­de ge­kom­me­ne Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung über die „Einführung und An­wen­dung von Hard- und Soft­ware zur Nut­zung ei­nes In­tra­net-/In­ter­net­an­schlus­ses und zur Möglich­keit der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit E-Mails“ (GBV) (Bl. 211-217 d.A.). Die­se re­gelt in § 4 Abs. 1 un­ter an­de­rem, dass die Nut­zung des In­ter­nets nur auf­grund ei­ner von der Ar­beit­ge­be­rin zu er­tei­len­den persönli­chen Be­rech­ti­gung ge­stat­tet ist. Nach An­la­ge 2 die­ser GBV pro­to­kol­liert der Pro­xy-Ser­ver un­ter an­de­rem auch den je­wei­li­gen Be­nut­zer­na­men, die Quell-IP-Adres­se, die Ziel-IP-Adres­se so­wie die je­weils kom­plet­ten HTML-Sei­ten. Die­se Da­ten wer­den zur Er­stel­lung von drei per­so­nen­be­zo­ge­nen Aus­wer­tun­gen ver­wandt, nämlich
- 5 - • Top Be­nut­zer, die trotz Warn­hin­weis zu­ge­grif­fen ha­ben, • Ak­tivs­te Sur­fer • Ak­tivs­te Down­load-Be­nut­zer.
Der Be­triebs­rat meint, die Ar­beit­ge­be­rin sei ver­pflich­tet, den Be­triebs­rats-PC so für das In­ter­net frei­zu­schal­ten, dass es nur ei­nen ge­ne­rel­len „Ac­count“ für den Be­triebs­rat ge­ben dürfe, die Ar­beit­ge­be­rin dürfe nicht in­di­vi­dua­li­sier­bar für je­des Be­triebs­rats­mit­glied nach­voll­zie­hen, wel­ches Be­triebs­rats­mit­glied sich wel­chem The­ma im In­ter­net wid­me. In Be­zug auf die an­walt­li­che Kos­ten­no­te sieht er die Zah­lungs­ver­pflich­tung der Ar­beit­ge­be­rin nach § 40 Be­trVG, da es sich um ei­ne er­for­der­li­che Ver­tre­tung ge­han­delt ha­be und die Höhe der Gebühr mit 1,3 je­den­falls an­ge­mes­sen fest­ge­setzt sei..
Der Be­triebs­rat hat be­an­tragt,
1. der Be­tei­lig­ten zu 2) auf­zu­ge­ben, dem Be­triebs­rat ei­nen Zu­gang zum In­ter­net zur Verfügung zu stel­len mit der Maßga­be, dass dem Be­triebs­rat der Zu­gang zum In­ter­neta. auf dem im Raum des Be­triebs­rats vor­han­de­nen Per­so­nal-Com­pu­terb. oh­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung des je­wei­li­gen Be­triebs­rats­mit­glieds am Com­pu­ter mit ei­ner (wie früher) für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der ein­heit­li­chen Nut­zer­an­mel­dung ein­geräumt wird.
2. der Be­tei­lig­ten zu 2) auf­zu­ge­ben, den An­trag­stel­ler von den vor­ge­richt­li­chen Kos­ten der Rech­nung der Rechts­anwälte B. G. H. Nr. 8223 vom 27.10.2009 in Höhe von 402,82 EUR brut­to frei­zu­stel­len und den noch of­fe­nen Rech­nungs­be­trag in Höhe von 402,82 EUR zu zah­len.
Die Ar­beit­ge­be­rin hat be­an­tragt,
die Anträge zurück­zu­wei­sen.
Die Ar­beit­ge­be­rin sieht sich zur per­so­na­li­sier­ten Frei­schal­tung der ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der im Hin­blick auf die Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 4. Fe­bru­ar 2008 ver­pflich­tet. Die Kos­ten­rech­nung sei nicht zu er­stat­ten, da es sich nicht um ei­ne er­for­der­li­che Ver­tre­tung des Be­triebs­ra­tes ge­han­delt ha­be.
Das Ar­beits­ge­richt hat mit Be­schluss vom 27. Ju­li 2010 die Anträge zurück­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es aus­geführt, dass der In­ter­net­zu­gang zur Auf­ga­ben­erfüllung des Be­triebs­ra­tes zwar er­for­der­lich sei. Die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung könne aber mit ei­nem per­so­na­li­sier­ten Zu­gang eben­so er­fol­gen wie mit ei­nem nicht per­so­na­li­sier­ten. Die­se Un­ter­schei­dung sei für die Auf­ga­ben­wahr­neh­mung des Be­triebs­ra­tes un­er­heb­lich. Ein Rechts­an­spruch des Be­triebs­ra­tes für den nicht per­so­na­li­sier­ten Zu­gang sei nicht er­sicht­lich, zu­mal die GBV In­ter­net ei­nen per­so­na­li­sier­ten Zu­gang vor­schrei­be. Die Gebühren­rech­nung sei nicht zu er­stat­ten, da es dem Be­triebs­rat zu­zu­mu­ten ge­we­sen sei, die Par­al­lel­ver­fah­ren an­de­rer Be­triebsräte des Un­ter­neh­mens vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ab­zu­war­ten.
Ge­gen die­sen sei­nen Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten am 10. Au­gust 2010 zu­ge­stell­ten Be­schluss hat der Be­triebs­rat am 10. Sep­tem­ber 2010 Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­schwer­de­be­gründungs­frist am 25. Ok­to­ber 2010 be­gründet.
Das Ge­richt hat­te be­reits un­mit­tel­bar nach Ein­gang der Be­schwer­de die Be­tei­lig­ten dar­auf hin­ge­wie­sen, dass § 9 des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes (BDSG) zu­sam­men mit des­sen An­la­ge ei­nen per­so­na­li­sier­ten Zu­gang zum PC ver­lan­ge, so­fern dort, was wohl an­zu­neh­men sei, per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten ver­ar­bei­tet würden.
Der Be­triebs­rat be­gründet sei­ne Be­schwer­de da­mit, dass das Bun­des­ar­beits­ge­richt dem Be­triebs­rat und nicht den ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­dern ei­nen In­ter­net­zu­gang zu­ge­spro­chen ha­be. Das Er­mes­sen des Be­triebs­ra­tes um­fas­se nicht nur das Ob ei­nes In­ter­net­zu­gangs, son­dern auch das Wie. Im Übri­gen bin­de die GBV den Be­triebs­rat nicht. Re­ge­lungs­ge­gen­stand der GBV sei nicht der In­ter­net­zu­gang von Be­triebsräten, son­dern der In­ter­net­zu­gang für
Beschäftig­te. Sie ver­s­toße auch ge­gen gel­ten­des Da­ten­schutz­recht. Sch­ließlich sei zu berück­sich­ti­gen, dass der An­mel­de­vor­gang am Be­triebs­rats-PC un­verhält­nismäßig lan­ge, nämlich zwi­schen 30 und mehr als 120 Mi­nu­ten daue­re.
Der in­di­vi­dua­li­sier­te Nut­zer­ac­count sei ab­zu­leh­nen, weil die­ser ei­ner­seits der Ar­beit­ge­be­rin die Über­wa­chung der ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der ermögli­che. Die­se Über­wa­chung sei von der Ar­beit­ge­be­rin selbst­verständ­lich auch ge­wollt. An­de­rer­seits ver­hin­de­re der in­di­vi­dua­li­sier­te Zu­gang, dass Er­satz­mit­glie­der ih­re Auf­ga­ben sach­ge­recht wahr­neh­men könn­ten. Denn für die­se ge­be es kei­nen ent­spre­chen­den Zu­gang. Das gel­te ins­be­son­de­re für die re­gelmäßig nachrücken­den ers­ten bei­den Er­satz­mit­glie­der. § 9 BDSG ge­bie­te auch im Zu­sam­men­hang mit der An­la­ge zum BDSG kei­nen per­so­na­li­sier­ten Zu­gang. Der Sinn der Zu­gangs- und der Zu­griffs­kon­trol­le sei ein an­de­rer. Mit der von der Ar­beit­ge­be­rin ein­ge­setz­ten Über­wa­chungs­soft­ware Blue­Coat Re­por­ter sei ei­ne in­ten­si­ve Über­wa­chung der Ak­ti­vitäten der Be­triebs­rats­mit­glie­der im In­ter­net möglich.
Die Gebühren­rech­nung sei zu be­glei­chen, weil die­ser Be­triebs­rat an den an­de­ren Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht be­tei­ligt ge­we­sen sei und die Ar­beit­ge­be­rin das Recht auf ei­nen In­ter­net­zu­gang nicht ein­geräumt hätte. Die Gebührenhöhe sei an­ge­mes­sen und eher zu nied­rig be­mes­sen, wo­bei es sich le­dig­lich um ei­ne Vor­schuss­kos­ten­rech­nung für die ge­sam­te außer­ge­richt­li­che Tätig­keit han­de­le, die sich erst mit Be­en­di­gung des - außer­ge­richt­li­chen - Auf­trags am 15. De­zem­ber 2009 er­le­digt ha­be. Hin­sicht­lich der Tätig­keit der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes sei nicht nur auf das Schrei­ben vom 27. Ok­to­ber 2009, son­dern auf die ge­sam­te außer­ge­richt­li­che Tätig­keit ab­zu­stel­len. Die­se ha­be darüber hin­aus acht ein­ge­hen­de und zwei aus­ge­hen­de E-Mails und die Prüfung zwei­er Entwürfe des Be­triebs­rats zum In­ter­net­zu­gang für den Be­triebs­rat um­fasst.
Da die Ar­beit­ge­be­rin be­reits die Kos­ten der ge­richt­li­chen Ver­tre­tung ers­ter In­stanz ge­zahlt ha­be, ha­be sich die Gebühr auf­grund der An­rech­nungs­vor­schrift in Ab­satz 4 der Vor­be­mer­kung 3 des Teils 3 des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses zum RVG um 189,52 EUR re­du­ziert. In die­ser
Höhe ha­be sich das Ver­fah­ren er­le­digt. Hin­sicht­lich der Be­rech­nung im Ein­zel­nen wird auf die Ausführun­gen im Schrift­satz vom 5. Ja­nu­ar 2011 (Bl. 243-244 d.A.) ver­wie­sen.
Der Be­triebs­rat be­an­tragt,
den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 27. Ju­li 2010, Geschäfts­zei­chen 34 BV 22183/09 ab­zuändern und
1. der Be­tei­lig­ten zu 2) auf­zu­ge­ben, dem Be­triebs­rat ei­nen Zu­gang zum In­ter­net zur Verfügung zu stel­len mit der Maßga­be, dass dem Be­triebs­rat der Zu­gang zum In­ter­neta. auf dem im Raum des Be­triebs­rats vor­han­de­nen Per­so­nal-Com­pu­terb. oh­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung des je­wei­li­gen Be­triebs­rats­mit­glieds am Com­pu­ter mit ei­ner (wie früher) für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der ein­heit­li­chen Nut­zer­an­mel­dungein­geräumt wird.
2. der Be­tei­lig­ten zu 2) auf­zu­ge­ben, den An­trag­stel­ler von den vor­ge­richt­li­chen Kos­ten der Rech­nung der Rechts­anwälte B. G. H. Nr. 8223 vom 27.10.2009 in Höhe von noch 213,30 EUR brut­to frei­zu­stel­len; 3. hilfs­wei­se für den Fall des (teil­wei­sen) Un­ter­lie­gens mit dem erst­in­stanz­li­chen An­trag zu 1) vom 12.7.2010 der Be­tei­lig­ten zu 2) (Ar­beit­ge­be­rin) auf­zu­ge­ben, dem Be­tei­lig­ten zu 1) (Be­triebs­rat) ei­nen Zu­gang zum In­ter­net zur Verfügung zu stel­len und es hier­bei bei Mei­dung ei­nes Ord­nungs­gel­des von bis zu 10.000,-- EUR zu un­ter­las­sen, beim Zu­griff auf das In­ter­net vom Per­so­nal­com­pu­ter im Raum des Be­triebs­ra­tes Da­ten zu spei­chern, wo­durch die Iden­tität des Be­triebs­rats­mit­glie­des fest­stell­bar ist (vor al­lem durch Spei­che­rung des per­so­ni­fi­zier­ten An­mel­de­na­mens oder sei­nes Pass­wor­tes),
4. hilfs­wei­se für den Fall des (teil­wei­sen) Un­ter­lie­gens mit dem An­trag zu 3) der Be­tei­lig­ten zu 2) (Ar­beit­ge­be­rin) auf­zu­ge­ben es zu un­ter­las­sen, beim Zu­griff auf das In­ter­net vom Per­so­nal­com­pu­ter im Raum des Be­triebs­ra­tes nut­zer­be­zo­ge­ne Da­ten zu spei­chern.
Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,
Die Ar­beit­ge­be­rin ver­weist dar­auf, dass auf­grund da­ten­schutz­recht­li­cher Be­stim­mun­gen ins­be­son­de­re in der An­la­ge zum BDSG die An­mel­dung mit­tels Grup­pe­nac­counts un­zulässig sei. Denn der Be­triebs­rat ver­ar­bei­te, et­wa im Zu­sam­men­hang mit Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren nach § 99 Be­trVG, auch per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten auf dem PC im Be­triebs­rats­raum. Auch sei die GBV wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men und maßgeb­lich.
Die Gebühren­rech­nung sei nicht zu er­stat­ten, da der Be­triebs­rat nicht hin­rei­chend dar­ge­legt ha­be, dass der der Be­auf­tra­gung ih­rer Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten zu­grun­de lie­gen­de Be­schluss ord­nungs­gemäß zu­stan­de kom­men sei. Die­ses gel­te so­wohl bezüglich der Ord­nungs­gemäßheit der La­dung (al­le Mit­glie­der un­ter Mit­tei­lung der Ta­ges­ord­nung) wie auch hin­sicht­lich der Be­schluss­fas­sung (Mehr­heit der Stim­men der an­we­sen­den Mit­glie­der). Der vor­ge­leg­te Be­schluss vom 23.9.2009 sei da­zu nicht aus­rei­chend.
Un­abhängig da­von be­ste­he aber auch ma­te­ri­ell­recht­lich kein Er­stat­tungs­an­spruch, weil der Be­triebs­rat bei pflicht­gemäßer Würdi­gung al­ler Umstände die Hin­zu­zie­hung der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten nicht ha­be für er­for­der­lich hal­ten dürfen. Die Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten würden ei­ne Viel­zahl von Be­triebsräten in Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Fi­lia­len des Un­ter­neh­mens ver­tre­ten. Die Ar­beit­ge­be­rin ha­be ver­sucht mit Un­ter­wer­fungs­ver­ein­ba­run­gen die An­ge­le­gen­heit kos­ten­scho­nend zu er­le­di­gen. Dem Be­triebs­rat sei durch die Tätig­keit der An­walts­kanz­lei be­kannt ge­we­sen, dass die Ar­beit­ge­be­rin ei­ne grundsätz­li­che Ent­schei­dung an­stre­be und die Be­triebsräte ein­heit­lich ha­be be­han­deln wol­len. Wenn aber ein Ar­beit­ge­ber erkläre, dass er die Ent­schei­dung
in ei­nem Par­al­lel­ver­fah­ren als ver­bind­lich an­er­ken­ne, sei ei­ne Be­auf­tra­gung des An­wal­tes nicht mehr er­for­der­lich.
We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten in der Be­schwer­de­instanz wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt der Be­schwer­de­be­gründung des Be­triebs­ra­tes vom 25. Ok­to­ber 2010 und den Schrift­satz vom 5. Ja­nu­ar 2011 so­wie auf die Be­schwer­de­be­ant­wor­tung der Ar­beit­ge­be­rin vom 1. De­zem­ber 2010 und de­ren Schriftsätze vom 22. De­zem­ber 2010 und 3. Ja­nu­ar 2011 so­wie das Sit­zungs­pro­to­koll vom 7. Ja­nu­ar 2011 Be­zug ge­nom­men. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat­te be­schlos­sen, ein Gut­ach­ten des Vor­stands der Rechts­an­walts­kam­mer nach § 14 Abs. 2 RVG über die An­ge­mes­sen­heit der strei­ti­gen Gebühren­rech­nung ein­zu­ho­len. Die­ses hat­te der Vor­stand der Rechts­an­walts­kam­mer un­ter Hin­weis dar­auf, dass es um die Er­stat­tung der Rech­nung durch ei­nen Drit­ten ge­he und nicht un­mit­tel­bar das Verhält­nis des Rechts­an­walts mit sei­nem Auf­trag­ge­ber be­tref­fe, ab­ge­lehnt (Bl. 262-263 d.A.).
Die gemäß §§ 8 Abs. 4 und 87 Abs. 1 ArbGG statt­haf­te Be­schwer­de ist zulässig. Sie ist form- und frist­ge­recht im Sin­ne von §§ 87 Abs. 2, 89 Abs. 1 und 2 ArbGG ein­ge­legt und be­gründet wor­den.
Die zulässi­gen Anträge des Be­triebs­ra­tes und da­mit auch des­sen Be­schwer­de sind über­wie­gend be­gründet.. Der Be­triebs­rat hat ei­nen An­spruch dar­auf, dass der Zu­gang zum PC im Raum des Be­triebs­ra­tes im Rah­men der Be­triebs­rats­ar­beit nach sei­nen Vor­ga­ben mit ei­nem Sam­me­lac­count für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der so­wie am­tie­ren­de Er­satz­mit­glie­der ein­ge­rich­tet wird (1.). Auch hat er An­spruch auf teil­wei­se Frei­stel­lung von den vor­ge­richt­li­chen Kos­ten der Rech­nung der Rechts­anwälte B. G. H. (2.). 1.Die Ar­beit­ge­be­rin ist ver­pflich­tet, den im Raum des Be­triebs­rats vor­han­de­nen Per­so­nal-Com­pu­ter so ein­zu­rich­ten, dass für al­le
Be­triebs­rats­mit­glie­der ei­ne ein­heit­li­che Nut­zer­an­mel­dung oh­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung des je­wei­li­gen Be­triebs­rats­mit­glieds be­steht.
Die­ses Be­geh­ren des Be­triebs­ra­tes steht zwar nur mit­tel­bar im Zu­sam­men­hang mit dem im Aus­gangs­punkt des Ver­fah­rens strei­ti­gen In­ter­net­zu­gang. Denn in­so­weit geht es auch um den Schutz der vom Be­triebs­rat ge­spei­cher­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Mit­ar­bei­ter­da­ten, auf die un­strei­tig ne­ben dem Brow­ser für das In­ter­net nach ei­ner An­mel­dung am PC zu­ge­grif­fen wer­den kann. Das steht dem Be­geh­ren des Be­triebs­ra­tes je­doch nicht ent­ge­gen, da das Ver­fah­ren nicht auf den Ge­gen­stand „In­ter­net­zu­gang“ be­schränkt ist. Auch be­steht ein un­trenn­ba­rer Zu­sam­men­hang mit dem Zu­gang zum In­ter­net für den Be­triebs­rat, da die­ser nur mit­tels des PC im Be­triebs­rats­raum zu rea­li­sie­ren ist. An­ders als noch im Anhörungs­ter­min vom Ge­richt ver­tre­ten, ge­bie­ten aber die Vor­schrif­ten des BDSG ei­ne per­so­na­li­sier­te An­mel­dung der ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der am PC im Be­triebs­rats­raum für die Be­triebs­rats­ar­beit nicht. Auch der Schutz der Persönlich­keits­rech­te der im Be­trieb beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer ge­bie­tet die­ses nicht.
1.1Der Be­tei­li­gung des Be­triebs­rats nach dem Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz liegt die zu­tref­fen­de Vor­stel­lung des Ge­setz­ge­bers zu­grun­de, dass zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und der vom Be­triebs­rat ver­tre­te­nen Be­leg­schaft In­ter­es­sen­ge­gensätze be­ste­hen, die des Aus­gleichs bedürfen. Die Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers und des Be­triebs­ra­tes zur ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit nach § 2 Abs. 1 Be­trVG be­sei­tigt die­se In­ter­es­sen­po­la­rität nicht, son­dern setzt sie ge­ra­de vor­aus. An die­sem Be­fund ändert der Um­stand nichts, dass das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz gleich­zei­tig von ge­mein­sa­men Zie­len und In­ter­es­senübe­rein­stim­mun­gen aus­geht, die ins­ge­samt aus­rei­chen, um die Zu­sam­men­ar­beit zu tra­gen (BAG, Be­schluss vom 11. No­vem­ber 1997 - 1 ABR 21/97). Die au­to­no­me In­ter­es­sen­wahr­neh­mung mit dem Ziel ei­nes an­ge­mes­se­nen Aus­gleichs ist nur möglich, wenn sich Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat un­abhängig von­ein­an­der ih­re Mei­nung bil­den, al­so ins­be­son­de­re Ver­hand­lungs­zie­le und mögli­che Kom­pro­miss­li­ni­en be­stim­men können. Die
in­so­weit be­ste­hen­de Un­abhängig­keit von Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber ist ein Struk­tur­prin­zip der Be­triebs­ver­fas­sung, das in zahl­rei­chen Re­ge­lun­gen des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes zum Aus­druck kommt. So nimmt § 5 Abs. 3 Be­trVG die lei­ten­den An­ge­stell­ten von der An­wen­dung des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes und da­mit von der durch den Be­triebs­rat ver­tre­te­nen Be­leg­schaft aus, weil der Ar­beit­ge­ber für sei­ne ei­ge­ne Wil­lens­bil­dung - und auch für die Ver­tre­tung ge­genüber der Be­leg­schaft und dem Be­triebs­rat - auf An­gehöri­ge die­ser Ar­beit­neh­mer­grup­pe an­ge­wie­sen ist. Auf der an­de­ren Sei­te trifft das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz ei­ne gan­ze Rei­he von Vor­keh­run­gen, um die er­for­der­li­che Un­abhängig­keit des Be­triebs­rats zu si­chern. So ist des­sen Bil­dung al­lein Sa­che der Be­leg­schaft (vgl. ins­be­son­de­re §§ 7, 8 und 16 bis 18 Be­trVG). Wei­ter gewähr­leis­tet das Ge­setz ei­ne vom Ar­beit­ge­ber un­be­ein­fluss­te In­ter­es­sen­ver­tre­tung u.a. durch die Straf­vor­schrift des § 119 Be­trVG und durch die zum Schutz der Be­triebs­rats­mit­glie­der be­ste­hen­den Be­nach­tei­li­gungs­ver­bo­te (et­wa §§ 78 und 37 Abs. 4 Be­trVG) und den spe­zi­el­len Kündi­gungs­schutz (et­wa § 15 Abs. 1 KSchG). Mit der ge­setz­lich ge­for­der­ten Ei­genständig­keit des Be­triebs­rats wären Kon­troll­rech­te und Wei­sungs­be­fug­nis­se des Ar­beit­ge­bers hin­sicht­lich der Ausübung des Be­triebs­rats­am­tes nicht ver­ein­bar (so be­reits BAG, Be­schluss vom 23. Ju­ni 1983 - 6 ABR 65/80 zum Auf­su­chen von Ar­beit­neh­mern an ih­rem Ar­beits­platz durch Be­triebs­rats­mit­glie­der).
Auf­grund die­ses Struk­tur­prin­zips der Un­abhängig­keit in der Be­triebs­ver­fas­sung bedürfen Ein­grif­fe in die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on des Be­triebs­ra­tes ei­ner aus­drück­li­chen Rechts­grund­la­ge. Selbst lücken­haf­te Ge­set­ze wie das BDSG sind im Lich­te die­ses Struk­tur­prin­zips aus­zu­le­gen. Des­halb darf bei­spiels­wei­se auch der be­trieb­li­che Da­ten­schutz­be­auf­trag­te nicht die Tätig­keit des Be­triebs­ra­tes kon­trol­lie­ren (BAG, Be­schluss vom 11. No­vem­ber 1997 - 1 ABR 21/97). 1.2Der Be­triebs­rat ist bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten dem Da­ten­schutz selbst­verständ­lich auch ver­pflich­tet (BAG, Be­schlüsse vom 12. Au­gust 2009 - 7 ABR 15/08, vom 3. Ju­ni 2003 - 1 ABR 19/02 und vom 11. No­vem­ber 1997 - 1 ABR 21/97), denn Da­ten­schutz dient dem Schutz der Persönlich­keit der Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes.
1.2.1Art. 2 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG gewähr­leis­tet das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht. Als Teil­ausprägung die­ses Grund­rechts hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung (BVerfG, Ur­teil vom 15. De­zem­ber 1983 - 1 BvR 209/83) an­er­kannt. Die Grund­rech­te bin­den zwar gemäß Art. 1 Abs. 3 GG al­lein die staat­li­che Ge­walt. Ei­ne un­mit­tel­ba­re Dritt­wir­kung der Grund­rech­te im Pri­vat­rechts­ver­kehr be­steht grundsätz­lich nicht (ständi­ge Recht­spre­chung seit BVerfG, Ur­teil vom 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51). Al­ler­dings verkörpert sich in den Grund­rechts­be­stim­mun­gen des Grund­ge­set­zes ei­ne ob­jek­ti­ve Wert­ord­nung, die für al­le Be­rei­che des Rechts gilt. Die Wert­vor­stel­lun­gen des Grund­ge­set­zes müssen des­halb auch bei der An­wen­dung zi­vil­recht­li­cher Vor­schrif­ten berück­sich­tigt wer­den. Dies ist vor al­lem möglich und ge­bo­ten bei der Kon­kre­ti­sie­rung von Ge­ne­ral­klau­seln und Rechts­be­grif­fen, die der wer­ten­den Aus­le­gung bedürfen. Über die­se „Ein­bruch­stel­len“ ent­fal­ten die Grund­rech­te dann ih­re mit­tel­ba­re Wir­kung im bürger­li­chen Recht (vgl. et­wa BVerfG, Be­schluss vom 23. April1986 - 2 BvR 487/80).
Ver­letzt wird ge­ge­be­nen­falls je­den­falls das zi­vil­recht­li­che all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht des Ar­beit­neh­mers. Die­ses ist als „sons­ti­ges Recht“ im Sin­ne des § 823 Abs. 1 BGB seit lan­gem an­er­kannt (ständi­ge Recht­spre­chung seit BGH, Ur­teil vom 25. Mai 1954 - I ZR 211/53). Es ist mit dem in Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG ver­an­ker­ten Grund­recht nicht iden­tisch (BVerfG, Be­schluss vom 22. Au­gust 2006 - 1 BvR 1168/04). Das zi­vil­recht­li­che all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht reicht wei­ter als das ver­fas­sungs­recht­li­che (BAG, Ur­teil vom 23. April 2009 - 6 AZR 189/08). Denn die Ver­fas­sung be­schränkt sich ge­ne­rell dar­auf, dem Ge­setz­ge­ber ei­nen mehr oder min­der wei­ten Rah­men zur Si­che­rung der Grund­rech­te vor­zu­ge­ben. Dem­ge­genüber kann das ein­fach­recht­li­che Persönlich­keits­recht er­heb­lich wei­ter rei­chen. Das ver­fas­sungs­recht­li­che Persönlich­keits­recht überlässt es dem Ge­setz­ge­ber, wie der Persönlich­keits­schutz rea­li­siert wird, et­wa durch Maßnah­men im Be­reich des Zi­vil­rechts. Die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung des pri­vat­recht­li­chen
Persönlich­keits­rechts ist da­her nur ei­ne der ver­fas­sungs­recht­lich zulässi­gen Möglich­kei­ten.
1.2.2Das zi­vil­recht­li­che all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht ist auch im Ar­beits­verhält­nis zu be­ach­ten (BAG, Ur­teil vom 27. März 2003 - 2 AZR 51/02). Nach § 75 Abs. 2 Satz 1 Be­trVG be­steht für den Be­triebs­rat (und den Ar­beit­ge­ber) die ge­setz­li­che Pflicht, die freie Ent­fal­tung der Persönlich­keit der im Be­trieb beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer nicht nur zu schützen, son­dern auch noch ak­tiv zu fördern (vgl. BAG, Be­schluss vom 29. Ju­ni 2004 - 1 ABR 21/03). Die­se Pflicht en­det nicht vor dem Raum des Be­triebs­rats. Auch wenn der Be­triebs­rat nach § 80 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG darüber zu wa­chen hat, dass das BDSG zu­guns­ten der Ar­beit­neh­mer ein­ge­hal­ten wird, schließt die­ser Kon­troll­auf­trag die Ge­fahr nicht aus, dass dem Be­triebs­rat beim ei­ge­nen Um­gang mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten Verstöße ge­gen Vor­schrif­ten des Da­ten­schut­zes un­ter­lau­fen können.
Wie die­ser Ge­fahr zu be­geg­nen ist, ent­schei­det je­doch auf­grund des Struk­tur­prin­zips der Be­triebs­ver­fas­sung zunächst der Be­triebs­rat al­lein im Rah­men sei­nes Er­mes­sens. Hat der Ar­beit­ge­ber Be­den­ken, dass die Er­mes­sens­ent­schei­dung des Be­triebs­ra­tes mit höher­ran­gi­gem Recht ver­ein­bar ist, in­dem er bei­spiels­wei­se das Persönlich­keits­recht der Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes ver­letzt sieht, ist wie bei je­der Strei­tig­keit um Er­mes­sens­ent­schei­dun­gen des Be­triebs­ra­tes im ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zu ent­schei­den, ob der Be­triebs­rat sein Er­mes­sen kor­rekt aus­geübt hat.
1.3Der dem Zu­griff auf das In­ter­net zwin­gend vor­aus­ge­hen­de Zu­gang zum PC im Be­triebs­rats­raum kann nicht durch Maßnah­men nach § 9 Satz 1 BDSG in Ver­bin­dung mit der da­zu gel­ten­den An­la­ge in Be­zug auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten ent­spre­chend § 3 Abs. 1 BDSG be­schränkt wer­den. Das folgt aus der ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Sub­si­dia­rität des BDSG (zur Sub­si­dia­rität des BDSG ge­genüber be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Re­ge­lun­gen vgl. BAG, Be­schluss vom 11. No­vem­ber 1997 - 1 ABR 21/97). Rechts­vor­schrif­ten des Bun­des, die auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten
ein­sch­ließlich de­ren Veröffent­li­chung an­zu­wen­den sind, ge­hen nach § 1 Abs. 3 Satz 1 BDSG den Vor­schrif­ten des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes vor. Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz ist ei­ne Rechts­vor­schrift des Bun­des und enthält ent­spre­chen­de Vor­schrif­ten über den Um­gang mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten in­ner­halb des Be­triebs­rats. Die Mit­glie­der des Be­triebs­rats sind gemäß § 99 Abs. 1 Satz 3 Be­trVG und gemäß § 102 Abs. 2 Satz 5 Be­trVG ver­pflich­tet, über die ih­nen im Rah­men der per­so­nel­len Maßnah­men be­kannt ge­wor­de­nen persönli­chen Verhält­nis­se und An­ge­le­gen­hei­ten der Ar­beit­neh­mer, die ih­rer Be­deu­tung oder ih­rem In­halt nach ei­ner ver­trau­li­chen Be­hand­lung bedürfen, Still­schwei­gen zu be­wah­ren; § 79 Abs. 1 Satz 2 bis 4 Be­trVG ist ent­spre­chend an­wend­bar. Für die Ab­gren­zung der persönli­chen Verhält­nis­se und An­ge­le­gen­hei­ten, die da­nach der Schwei­ge­pflicht un­ter­lie­gen, gel­ten die zum Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ent­wi­ckel­ten Grundsätze (BAG, Be­schluss vom 12. Au­gust 2009 - 7 ABR 15/08). Durch die Ver­wei­sung in § 99 Abs. 1 Satz 3 Be­trVG auf § 79 Abs. 1 Satz 3 Be­trVG wird klar­ge­stellt, dass die Schwei­ge­pflicht im Verhält­nis der Mit­glie­der des Be­triebs­rats un­ter­ein­an­der kei­ne An­wen­dung fin­det. Da­mit ist der Zu­griff auf den PC im Raum des Be­triebs­ra­tes, der nur von den Be­triebs­rats­mit­glie­dern ge­nutzt wer­den darf, grundsätz­lich durch die Ar­beit­ge­be­rin nicht ein­schränk­bar. 1.4Das be­deu­tet nicht, dass der Be­triebs­rat im in­ter­nen Um­gang mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten frei wäre. Da­ten­ver­ar­bei­ten­de Stel­len und da­mit Adres­sa­ten des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes sind nicht öffent­li­che Stel­len, so­weit sie Da­ten un­ter Ein­satz von Da­ten­ver­ar­bei­tungs­an­la­gen ver­ar­bei­ten, nut­zen oder dafür er­he­ben. Nicht öffent­li­che Stel­len müssen nach § 2 Abs. 4 BDSG natürli­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen sein. Des­halb ist der Be­triebs­rat auf­grund sei­ner feh­len­den Rechtsfähig­keit nicht un­mit­tel­bar Adres­sat des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes, son­dern die Ar­beit­ge­be­rin. Als Teil der ver­ant­wort­li­chen Stel­le im Sin­ne von § 3 Abs. 7 BDSG ist der Be­triebs­rat aber eben­falls dem Da­ten­schutz ver­pflich­tet.
Er hat aber auf­grund des Struk­tur­prin­zips der Un­abhängig­keit in der Be­triebs­ver­fas­sung ei­genständig über Maßnah­men zu be­sch­ließen, um
ei­nem Miss­brauch der Da­ten in­ner­halb sei­nes Ver­ant­wor­tungs­be­reichs zu be­geg­nen. Grundsätz­lich muss der Be­triebs­rat die je­weils gel­ten­den be­trieb­li­chen Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen ein­hal­ten (BAG, Be­schluss vom 12. Au­gust 2009 - 7 ABR 15/08). Al­ler­dings kann er die­se so­weit wie nötig ergänzen (vgl. Si­mi­tis, BDSG 6. Aufl. § 28 Rn. 55) oder abändern, so­fern die­ses auf­grund des Struk­tur­prin­zips der Un­abhängig­keit in der Be­triebs­ver­fas­sung vom Be­triebs­rat als ge­bo­ten an­ge­se­hen wird. Ob und in­wie­weit der Be­triebs­rat da­zu durch die Ar­beit­ge­be­rin nach Maßga­be der An­la­ge zu § 9 Satz 1 BDSG an­ge­mes­se­ne tech­ni­sche Vor­keh­run­gen ein­rich­ten oder or­ga­ni­sa­to­ri­sche Vor­keh­run­gen tref­fen lässt, um ge­spei­cher­te Da­ten vor un­be­fug­tem Le­sen, Ko­pie­ren, Verändern oder Ent­fer­nen zu schützen bzw. wie er ei­ne wirk­sa­me Wei­ter­ga­be­kon­trol­le si­cher­stellt, ob­liegt dem pflicht­gemäßen Er­mes­sen des Be­triebs­ra­tes. Die Ar­beit­ge­be­rin ist nicht be­rech­tigt, in­so­weit steu­ernd auf die Ge­stal­tung des PC im Be­triebs­rats­raum Ein­fluss zu neh­men.
1.5Da der Zu­gang zum PC im Raum des Be­triebs­ra­tes, der nur von den Be­triebs­rats­mit­glie­dern ge­nutzt wer­den darf, durch die Ar­beit­ge­be­rin recht­lich nicht ein­schränk­bar ist und der Be­triebs­rat nach pflicht­gemäßem Er­mes­sen ent­schei­det, wie er den An­for­de­run­gen des Da­ten­schut­zes ge­recht wird, kann der Be­triebs­rat die nicht per­so­na­li­sier­te An­mel­dung ver­lan­gen. Da­mit ist gewähr­leis­tet, dass un­be­fug­te Nicht-Be­triebs­rats­mit­glie­der kei­nen Zu­gang zum PC er­hal­ten. Da­mit ist auch dem Schutz­bedürf­nis der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer und dem Schutz­in­ter­es­se der Ar­beit­ge­be­rin hin­rei­chend ent­spro­chen.
Die Mit­glie­der des Be­triebs­rats sind gemäß § 99 Abs. 1 Satz 3, § 102 Abs. 2 Satz 5 Be­trVG ver­pflich­tet, über die ih­nen im Rah­men der per­so­nel­len Maßnah­men be­kannt ge­wor­de­nen persönli­chen Verhält­nis­se und An­ge­le­gen­hei­ten der Ar­beit­neh­mer, die ih­rer Be­deu­tung oder ih­rem In­halt nach ei­ner ver­trau­li­chen Be­hand­lung bedürfen, Still­schwei­gen zu be­wah­ren; § 79 Abs. 1 Satz 2 bis 4 Be­trVG ist ent­spre­chend an­wend­bar. Durch die­se Vor­schrif­ten wird klar­ge­stellt, dass die Schwei­ge­pflicht im Verhält­nis der Mit­glie­der des Be­triebs­rats un­ter­ein­an­der kei­ne An­wen­dung
fin­det. Da­mit ist die An­mel­dung mit­tels Sam­me­lac­count al­ler Be­triebs­rats­mit­glie­der un­ter dem Ge­sichts­punkt des Da­ten­schut­zes nicht ein­schränk­bar.
Da das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ent­spre­chend § 1 Abs. 3 Satz 1 BDSG bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten im Rah­men der §§ 99 und 102 Be­trVG vor­geht, grei­fen auch die im Lau­fe des Ver­fah­rens er­teil­ten schrift­li­chen Hin­wei­se des Ge­richts und die An­mer­kun­gen der Ar­beit­ge­be­rin hier nicht. Denn die­se gin­gen je­weils von ei­ner An­wend­bar­keit des § 9 BDSG und der da­zu er­las­se­nen An­la­ge aus.
An­halts­punk­te, dass mit­tels dem PC im Raum des Be­triebs­rats Zu­griff auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten über den Be­reich der §§ 99 und 102 Be­trVG möglich wären, hat­te die Kam­mer nicht, so dass auch ei­ne dif­fe­ren­zier­te Be­trach­tung hin­sicht­lich et­wai­gen den §§ 99 und 102 Be­trVG un­ter­fal­len­den per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten und an­de­ren per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten nicht er­for­der­lich ist.
1.6Et­was an­de­res er­gibt sich ent­ge­gen der An­sicht der Ar­beit­ge­be­rin auch nicht aus der GBV vom 4. Fe­bru­ar 2008. Ein­zi­ge denk­ba­re Rechts­grund­la­ge für ei­nen Ein­griff der Ar­beit­ge­be­rin in die Ge­stal­tung des Be­triebs­rats-PC ist hier die GBV vom 4. Fe­bru­ar 2008. Die­se Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung fin­det je­doch auf die In­ter­net­nut­zung im Rah­men der Be­triebs­ratstätig­keit kei­ne An­wen­dung. Un­abhängig von der Fra­ge, ob der Ge­samt­be­triebs­rat über­haupt im Rah­men des § 50 Abs. 1 oder § 50 Abs. 2 Be­trVG zur Re­ge­lung der Einführung und An­wen­dung der In­ter­net­an­schlüsse zuständig war, han­delt es sich al­lein um ei­ne Re­ge­lung zur Aus­ge­stal­tung der Leis­tungs- und Ver­hal­tens­kon­trol­le im Rah­men des § 87 Abs. 1 Nr. 6 Be­trVG. Da­bei hat­te die Ei­ni­gungs­stel­le in Ausübung der Mit­be­stim­mung ei­ne Re­ge­lung mit ei­nem an­ge­mes­se­nen Aus­gleich zwi­schen den Be­lan­gen der Be­trie­be bzw. des Un­ter­neh­mens und den Be­lan­gen der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer zu fin­den. Das oben be­schrie­be­ne Struk­tur­prin­zip der Be­triebs­ver­fas­sung ver­bie­tet aber, dass die Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen im Raum
des Be­triebs­rats der Mit­be­stim­mung der Ar­beit­ge­be­rin und da­mit letzt­lich der Zuständig­keit der Ei­ni­gungs­stel­le un­ter­wor­fen wird.
Denn die Rech­te des Be­triebs­ra­tes auf ent­spre­chen­de Sach­mit­tel be­stim­men sich al­lein ent­spre­chend § 40 Abs. 2 Be­trVG nach de­ren Er­for­der­lich­keit. Es stellt so­mit kei­ne Re­ge­lungs­fra­ge, son­dern ei­ne Rechts­fra­ge dar, ob und in­wie­weit der Be­triebs­rat die­se Sach­mit­tel benötigt.
Nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ob­liegt zunächst al­lein dem Be­triebs­rat die Prüfung, ob ein von ihm ver­lang­tes Sach­mit­tel zur Er­le­di­gung von Be­triebs­rats­auf­ga­ben er­for­der­lich und von der Ar­beit­ge­be­rin zur Verfügung zu stel­len ist. Die Ent­schei­dung hierüber darf er zwar nicht al­lein an sei­nen sub­jek­ti­ven Bedürf­nis­sen aus­rich­ten. Von ihm wird viel­mehr ver­langt, dass er die be­trieb­li­chen Verhält­nis­se und die sich ihm stel­len­den Auf­ga­ben berück­sich­tigt. Da­bei hat er die In­ter­es­sen der Be­leg­schaft an ei­ner sach­ge­rech­ten Ausübung des Be­triebs­rats­amts und be­rech­tig­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers, auch so­weit sie auf ei­ne Be­gren­zung der Kos­ten­tra­gungs­pflicht ge­rich­tet sind, ge­gen­ein­an­der ab­zuwägen (BAG, Be­schluss vom 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 103/09). Die­se Grundsätze gel­ten auch für das Ver­lan­gen des Be­triebs­rats auf Über­las­sung von In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik.
Die Ent­schei­dung des Be­triebs­rats über die Er­for­der­lich­keit des ver­lang­ten Sach­mit­tels un­ter­liegt aber al­lein der ar­beits­ge­richt­li­chen Kon­trol­le. Es han­delt sich um ei­ne Rechts­fra­ge. Die ar­beits­ge­richt­li­che Prüfung ist dar­auf be­schränkt, ob das ver­lang­te Sach­mit­tel auf­grund der kon­kre­ten be­trieb­li­chen Si­tua­ti­on der Er­le­di­gung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben des Be­triebs­rats dient und der Be­triebs­rat bei sei­ner Ent­schei­dung nicht nur die In­ter­es­sen der Be­leg­schaft berück­sich­tigt, son­dern auch be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers Rech­nung ge­tra­gen hat. Dient das je­wei­li­ge Sach­mit­tel der Er­le­di­gung be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher Auf­ga­ben und hält sich die In­ter­es­sen­abwägung des Be­triebs­rats im Rah­men sei­nes Be­ur­tei­lungs­spiel­raums, kann das Ge­richt die Ent­schei­dung des Be­triebs­rats nicht durch sei­ne ei­ge­ne er­set­zen (BAG, Be­schluss vom 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 103/09).
- 19 - Auch der Ar­beit­ge­be­rin steht es des­halb nicht zu, in den ge­setz­lich ge­bo­te­nen Abwägungs­pro­zess des Be­triebs­ra­tes mit­be­stim­mend ein­zu­grei­fen. Mit der ge­setz­lich ge­for­der­ten Ei­genständig­keit des Be­triebs­rats wären we­der Kon­troll­rech­te noch Wei­sungs­be­fug­nis­se oder Mit­be­stim­mungs­rech­te der Ar­beit­ge­be­rin hin­sicht­lich der Ausübung des Be­triebs­rats­am­tes ver­ein­bar (so be­reits BAG, Be­schluss vom 23. Ju­ni 1983 - 6 ABR 65/80). So­mit kann die Ar­beit­ge­be­rin auch nicht mit­tel­bar über ei­ne Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung in die Ge­stal­tung des PC im Be­triebs­rats­raum ein­grei­fen.
2.Der Be­triebs­rat hat ei­nen An­spruch auf teil­wei­se Frei­stel­lung von den vor­ge­richt­li­chen Kos­ten der Rech­nung der Rechts­anwälte B. G. H..
2.1Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat der Ar­beit­ge­ber nur die­je­ni­gen Kos­ten ei­ner an­walt­li­chen Tätig­keit für den Be­triebs­rat zu tra­gen, die auf ei­ne Be­auf­tra­gung auf­grund ei­nes ord­nungs­gemäßen Be­triebs­rats­be­schlus­ses zurück­ge­hen. Der Be­triebs­rat muss sich als Gre­mi­um mit dem ent­spre­chen­den Sach­ver­halt be­fasst und durch Ab­stim­mung ei­ne ein­heit­li­che Wil­lens­bil­dung her­bei­geführt ha­ben (BAG, Be­schluss vom 14. Fe­bru­ar 1996 - 7 ABR 25/95). Die Wirk­sam­keit ei­nes Be­triebs­rats­be­schlus­ses setzt vor­aus, dass er in ei­ner Be­triebs­rats­sit­zung ge­fasst wor­den ist, zu der die Mit­glie­der des Be­triebs­rats gemäß § 29 Abs. 2 Satz 3 Be­trVG recht­zei­tig un­ter Mit­tei­lung der Ta­ges­ord­nung ge­la­den wor­den sind (BAG, Be­schluss vom 1. Ok­to­ber 1991 - 1 ABR 81/90). Die La­dung al­ler Be­triebs­rats­mit­glie­der ein­sch­ließlich et­wai­ger Er­satz­mit­glie­der un­ter gleich­zei­ti­ger Mit­tei­lung der Ta­ges­ord­nung ist ei­ne we­sent­li­che Vor­aus­set­zung für das ord­nungs­gemäße Zu­stan­de­kom­men ei­nes Be­triebs­rats­be­schlus­ses (BAG, Be­schluss vom 18. Ja­nu­ar 2006 - 7 ABR 25/05). Stellt der Ar­beit­ge­ber die Wirk­sam­keit des Be­triebs­rats­be­schlus­ses über die Be­auf­tra­gung ei­nes Rechts­an­walts in ei­nem Be­schluss­ver­fah­ren nach § 40 Abs. 1 Be­trVG in Fra­ge, ob­liegt es dem Be­triebs­rat, die Vor­aus­set­zun­gen für das Zu­stan­de­kom­men ei­nes ord­nungs­gemäßen Be­triebs­rats­be­schlus­ses vor­zu­tra­gen. Legt der Be­triebs­rat die Ein­hal­tung
der Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen wirk­sa­men Be­schluss des Gre­mi­ums über die kon­kre­te Be­auf­tra­gung des Rechts­an­wal­tes im Ein­zel­nen und un­ter Beifügung von Un­ter­la­gen dar, ist ein sich dar­an an­sch­ließen­des pau­scha­les Be­strei­ten des Ar­beit­ge­bers mit Nicht­wis­sen un­be­acht­lich (BAG, Be­schluss vom 9. De­zem­ber 2003 - 1 ABR 44/02). Der Ar­beit­ge­ber muss dann kon­kret an­ge­ben, wel­che der zu­vor vor­ge­tra­ge­nen Tat­sa­chen er be­strei­ten will.
2.2Liegt ein ord­nungs­gemäßer Be­schluss des Be­triebs­rats vor, ent­steht mit der Be­auf­tra­gung des Rechts­an­walts ein An­spruch des Be­triebs­rats auf Frei­stel­lung von den da­durch ver­ur­sach­ten er­for­der­li­chen Kos­ten (BAG, Be­schluss vom 17. Au­gust 2005 - 7 ABR 56/04). Durch die­se Kos­ten­tra­gungs­pflicht ent­steht zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und dem Be­triebs­rat ein ge­setz­li­ches Schuld­verhält­nis vermögens­recht­li­cher Art. Gläubi­ger ist der Be­triebs­rat.
Nach § 40 Abs. 1 Be­trVG trägt der Ar­beit­ge­ber aber nur die durch die Tätig­keit des Be­triebs­rats ent­ste­hen­den er­for­der­li­chen Kos­ten. Hier­zu gehören auch die Ho­no­rar­kos­ten für ei­nen Rechts­an­walt, des­sen Her­an­zie­hung in ei­ner außer­ge­richt­li­chen An­ge­le­gen­heit aus dem Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz der Be­triebs­rat in Wahr­neh­mung sei­ner be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rech­te für er­for­der­lich hal­ten durf­te (für das ar­beits­ge­richt­li­che Be­schluss­ver­fah­ren vgl. zu­letzt BAG, Be­schluss vom 29. Ju­li 2009 - 7 ABR 95/07). Die Prüfung der Er­for­der­lich­keit hat der Be­triebs­rat nicht al­lein an­hand sei­ner sub­jek­ti­ven Bedürf­nis­se vor­zu­neh­men. Er ist viel­mehr ge­hal­ten, die In­ter­es­sen der Be­leg­schaft an ei­ner sach­ge­rech­ten Ausübung des Be­triebs­rats­amts ei­ner­seits und die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers an­de­rer­seits ge­gen­ein­an­der ab­zuwägen. Der Be­triebs­rat darf bei der Wahl sei­ner Rechts­ver­fol­gung bzw. -ver­tei­di­gung das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Be­gren­zung sei­ner Kos­ten­tra­gungs­pflicht nicht miss­ach­ten. Er hat wie je­der, der auf Kos­ten ei­nes an­de­ren han­deln kann, die Maßstäbe ein­zu­hal­ten, die er ge­ge­be­nen­falls bei ei­ge­ner Kos­ten­tra­gung an­wen­den würde, wenn er selbst bzw. sei­ne be­sch­ließen­den Mit­glie­der die Kos­ten tra­gen müss­ten (vgl. BAG, Be­schluss vom 29. Ju­li 2009 - 7 ABR 95/07 mit zahl­rei­chen Nach­wei­sen).
Der Be­triebs­rat darf bei der Wahl der Rechts­durch­set­zung un­ter meh­re­ren gleich ge­eig­ne­ten Möglich­kei­ten nur die für den Ar­beit­ge­ber kostengüns­ti­ge­re Lösung für er­for­der­lich hal­ten. Wählt der Be­triebs­rat un­ter meh­re­ren glei­cher­maßen in Be­tracht kom­men­den Möglich­kei­ten bei der Durchführung ei­nes Be­schluss­ver­fah­rens nicht den für den Ar­beit­ge­ber kostengüns­tigs­ten Weg, ist die gewähl­te Form der Rechts­durch­set­zung in­so­weit mut­wil­lig.
2.3Nach § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG be­stimmt bei Rah­men­gebühren wie der Geschäfts­gebühr im Sin­ne der Nr. 2300 des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses zum RVG (VV) der Rechts­an­walt die Gebühr im Ein­zel­fall un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände, vor al­lem des Um­fangs und der Schwie­rig­keit der an­walt­li­chen Tätig­keit, der Be­deu­tung der An­ge­le­gen­heit so­wie der Ein­kom­mens- und Vermögens­verhält­nis­se des Auf­trag­ge­bers, nach bil­li­gem Er­mes­sen. Dem liegt die Erwägung zu Grun­de, dass über die Be­stim­mung des­sen, was noch als bil­lig oder schon als un­bil­lig zu gel­ten hat, leicht Streit ent­ste­hen kann. Sol­chen Streit will der Ge­setz­ge­ber möglichst ver­mei­den, in­dem er dem Rechts­an­walt ein Be­ur­tei­lungs- und Ent­schei­dungs­vor­recht ein­geräumt hat, das mit der Pflicht zur Berück­sich­ti­gung je­den­falls der in § 14 RVG ge­nann­ten Kri­te­ri­en ver­bun­den ist.
Ist die Gebühr - wie hier - von ei­nem Drit­ten zu er­set­zen, ist die von dem Rechts­an­walt ge­trof­fe­ne Be­stim­mung nach § 14 Abs. 1 Satz 4 RVG nicht ver­bind­lich, wenn sie un­bil­lig ist, wo­bei ihm nach all­ge­mei­ner Mei­nung auch im An­wen­dungs­be­reich des Rechts­an­walts­vergütungs­ge­set­zes ein Spiel­raum (so­ge­nann­te To­le­ranz­gren­ze) von 20% zu­steht (vgl. et­wa BVerwG, Ur­teil vom 17. Au­gust 2005 - 6 C 13/04; BGH, Ur­teil vom 31. Ok­to­ber 2006 - VI ZR 261/05; BSG, Ur­teil vom 1. Ju­li 2009 - B 4 AS 21/09 R, je­weils mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
Nach den ein­schlägi­gen Be­stim­mun­gen des Vergütungs­ver­zeich­nis­ses zum Rechts­an­walts­vergütungs­ge­setz ist die Geschäfts­gebühr des Rechts­an­walts als Rah­men­gebühr mit ei­nem Gebühren­rah­men zwi­schen 0,5 bis 2,5 aus­ge­stal­tet. Ei­ne Gebühr über 1,3 kann al­ler­dings we­gen des
Nach­sat­zes in Nr. 2300 VV nur ge­for­dert wer­den, wenn die Tätig­keit um­fang­reich oder schwie­rig, mit­hin über­durch­schnitt­lich ge­we­sen ist. Nach Nr. 2302 VV beträgt die Gebühr 0,3, wenn der Auf­trag sich auf ein Schrei­ben ein­fa­cher Art be­schränkt.
2.4Der Be­auf­tra­gung der Rechts­anwälte B. G. H. lag ei­ne ord­nungs­gemäße Be­schluss­fas­sung des Be­triebs­ra­tes zu­grun­de. Mit der Ein­la­dung vom 21. Sep­tem­ber 2009 (Bl. 254 d.A.) wur­den die Be­triebs­rats­mit­glie­der zur Be­triebs­rats­sit­zung am 23. Sep­tem­ber 2009 ge­la­den. Als TOP 6 war dort un­ter der Über­schrift „In­ter­net­an­schluss für den BR 765“ auf­geführt: „Die Rechts­an­walts­kanz­lei B.-G.-H. mit der recht­li­chen Ver­tre­tung vor­sorg­lich be­auf­tra­gen. Vor­sorg­lich auch ei­ne Lis­te er­stel­len mit Gründen, war­um der BR 765 die­ses for­dert (Ur­tei­le an­de­rer Fi­lia­len lie­gen vor)“. Aus­weis­lich der An­we­sen­heits­lis­te vom 23. Sep­tem­ber 2009 (Bl. 255 d.A.) wa­ren vier der fünf or­dent­li­chen Be­triebs­rats­mit­glie­der so­wie für das er­krank­te Be­triebs­rats­mit­glied Sch. das Er­satz­mit­glied R.-D. an­we­send. Zu die­sem Ta­ges­ord­nungs­punkt be­schloss der Be­triebs­rat aus­weis­lich des do­ku­men­tier­ten Be­schlus­ses (Bl. 21 d.A.) ein­stim­mig, „gemäß § 40 Be­trVG ei­nen In­ter­net­an­schluss für die Mit­glie­der des Be­triebs­ra­tes der Fi­lia­le 765 … zu be­an­tra­gen und die Fi­li­al­lei­tung … auf­zu­for­dern, die­sen In­ter­net­an­schluss le­gen zu las­sen.“ Wei­ter be­schloss der Be­triebs­rat: „Soll­ten die Ver­hand­lun­gen bezüglich des In­ter­net­an­schlus­ses am 30.09.09 schei­tern, be­auf­tragt der BR 765 Rechts­an­walts­kanz­lei B.-G.-H., die recht­li­chen Schrit­te außer­ge­richt­lich als auch ge­richt­lich ein­zu­lei­ten. Die­ses schließt al­le er­for­der­li­chen recht­li­chen Maßnah­men ein.“
Da­mit hat der Be­triebs­rat die in Zif­fer 2.1 be­schrie­be­nen for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Frei­stel­lung von den ge­gen ihn ge­rich­te­ten
Rechts­an­walts­kos­ten erfüllt. Die Ein­la­dung zwei Ta­ge vor der Be­triebs­rats­sit­zung war recht­zei­tig, der Be­ra­tungs­ge­gen­stand war in der Ta­ges­ord­nung an­ge­ge­ben. Der Be­triebs­rat war ord­nungs­gemäß be­setzt und die Be­schluss­fas­sung er­folg­te ein­stim­mig. Die Be­schluss­fas­sung war zwar drei­stu­fig, in­dem zunächst der Be­triebs­rat den In­ter­net­zu­gang für die Be­triebs­rats­mit­glie­der oh­ne ex­ter­ne Un­terstützung bei der Fi­li­al­lei­te­rin er­rei­chen woll­te. Bei Schei­tern die­ser Bemühun­gen in­ner­halb ei­ner Wo­che soll­te die Rechts­an­walts­kanz­lei zunächst außer­ge­richt­lich und - wenn auch un­ge­schrie­ben - bei des­sen Er­folg­lo­sig­keit ge­richt­lich al­le er­for­der­li­chen recht­li­chen Maßnah­men ein­lei­ten.
2.5Der Be­triebs­rat durf­te die Hin­zu­zie­hung ei­nes Rechts­an­walts zur außer­ge­richt­li­chen Gel­tend­ma­chung des In­ter­net­zu­gangs für die Be­triebs­rats­mit­glie­der bei vernünf­ti­ger Be­trach­tung auch für er­for­der­lich hal­ten. Auch wenn der Be­triebs­rat so­gleich am 23. Sep­tem­ber 2009 ei­nen drei­stu­fi­gen Be­schluss ge­fasst hat­te, war für die Kam­mer doch of­fen­sicht­lich, dass der Be­triebs­rat da­von aus­ging, die wei­te­ren Stu­fen nur als Es­ka­la­ti­ons­stu­fen zu be­schrei­ten, so­fern zu­vor kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wer­den würde. Maßgeb­lich ist für die Er­for­der­lich­keit der außer­ge­richt­li­chen Ver­tre­tung le­dig­lich, dass der Be­triebs­rat im ein­zel­nen Fall da­von aus­ge­hen konn­te, dass sich durch die Hin­zu­zie­hung des Rechts­an­wal­tes ei­ne fried­li­che Bei­le­gung er­rei­chen ließe (so auch LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 20. Ju­li 1999 - 3 TaBV 16/99). Bei die­ser Abwägung steht dem Be­triebs­rat ein ge­wis­ser Be­ur­tei­lungs­spiel­raum zu, des­sen Gren­zen er hier auch nicht über­schrit­ten hat.
2.5.1Das Bun­des­ar­beits­ge­richt geht re­gelmäßig vom Bedürf­nis für die Her­an­zie­hung ei­nes Rechts­an­walts aus, so dass nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung die Er­for­der­lich­keit nur dann fehlt, wenn die Rechts­ver­fol­gung von vorn­her­ein aus­sichts­los ist. Die­ses konn­te hier nicht an­ge­nom­men wer­den. Ganz im Ge­gen­teil hat die späte­re Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts den mut­maßli­chen Er­folg des Be­geh­rens des Be­triebs­ra­tes bestätigt (vgl. BAG, Be­schlüsse vom 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 105/09, 7 ABR 103/09, 7 ABR 92/09, 7 ABR 81/09, 7 ABR 54/09 und 7 ABR 58/08).
- 24 - 2.5.2Die Be­auf­tra­gung des Rechts­an­waltsbüros kann hier auch nicht als mut­wil­lig und rechts­miss­bräuch­lich an­ge­se­hen wer­den. Die­ses kann le­dig­lich dann an­ge­nom­men wer­den, wenn die Be­auf­tra­gung des Rechts­an­walts in ers­ter Li­nie er­folgt, um den Ar­beit­ge­ber mit zusätz­li­chen Kos­ten zu be­las­ten (in die­sem Sin­ne LAG Nie­der­sach­sen, Be­schluss vom 29. Ja­nu­ar 2007 - 6 TaBV 66/05) oder sie aus an­de­ren Gründen dem Grund­satz von Treu und Glau­ben wi­der­spricht. Denn die Be­ach­tung von Treu und Glau­ben stellt ei­ne al­len Rech­ten im­ma­nen­te In­halts­be­gren­zung dar. Un­zulässig ist die Rechts­ausübung je­doch nur dann, wenn sie zu ei­ner gro­ben, un­erträgli­chen Un­bil­lig­keit führen würde. Die sich aus­drück­lich aus dem Ge­setz, hier aus § 40 Abs. 1 Be­trVG, er­ge­ben­de Rechts­fol­ge darf nicht vom Rich­ter nur durch ei­ne ver­meint­lich bil­li­ge­re oder an­ge­mes­se­ne­re Rechts­fol­ge er­setzt wer­den, denn die Re­ge­lung des § 242 BGB und der in ihm zum Aus­druck kom­men­de grund­le­gen­de Ge­dan­ke von Treu und Glau­ben stel­len ge­ra­de kei­ne all­ge­mei­ne Bil­lig­keits­vor­schrift dar. Der Gläubi­ger braucht nicht schon des­halb von der Durch­set­zung von Rech­ten ab­zu­se­hen, weil die Rechts­ausübung den in An­spruch Ge­nom­me­nen hart tref­fen würde, son­dern es müssen Umstände hin­zu­kom­men, die die Rechts­ausübung im Ein­zel­fall als grob un­bil­li­ge, mit der Ge­rech­tig­keit nicht mehr zu ver­ein­ba­ren­de Be­nach­tei­li­gung des Schuld­ners er­schei­nen las­sen, sie al­so zu ei­nem schlecht­hin un­zu­mut­ba­ren Er­geb­nis führt (vgl. BAG, Be­schluss vom 19. April 1989 - 7 ABR 6/88; LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 16. April 2010 - 10 TaBV 2577/09).
Die Be­auf­tra­gung des Rechts­an­waltsbüros mit der zunächst außer­ge­richt­li­chen Wahr­neh­mung der In­ter­es­sen des Be­triebs­ra­tes, den ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­dern ei­nen In­ter­net­zu­gang zur Er­le­di­gung ih­rer Be­triebs­rats­ar­beit zu ver­schaf­fen, war sach­ge­recht, nach­dem das ei­ge­ne Bemühen des Be­triebs­ra­tes bei der Fi­li­al­lei­te­rin er­folg­los ge­blie­ben war. Die Äußerung der Fi­li­al­lei­te­rin, dass es anhängi­ge Par­al­lel­ver­fah­ren ge­be und der Be­triebs­rat die­se Ver­fah­ren ab­war­ten sol­le, war ge­ra­de nicht ge­eig­net, Frie­den zwi­schen den Be­triebs­par­tei­en zu stif­ten, son­dern konn­te eben­so als „Hin­hal­te­tak­tik“ ver­stan­den wer­den. Denn dass es
Par­al­lel­ver­fah­ren gab, war dem Be­triebs­rat be­kannt. Die­ses hat­te er selbst in sei­nem Schrei­ben vom 23. Sep­tem­ber 2009 an die Fi­li­al­lei­te­rin erwähnt. Die Fi­li­al­lei­te­rin hat dem Be­triebs­rat auch nicht zu­ge­sagt, dass sich die Ar­beit­ge­be­rin nach der zu er­war­ten­den Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts rich­ten wer­de, was die Be­auf­tra­gung des Rechts­an­waltsbüros un­ter Umständen hätte un­bil­lig er­schei­nen las­sen können (vgl. da­zu GK-Be­trVG/We­ber, § 40 RN 87). 2.5.3Des­halb kommt es auch nicht auf das Wis­sen der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes an.
Selbst wenn es aber dar­auf ankäme, bezöge sich die­ses ent­ge­gen der An­sicht der Ar­beit­ge­be­rin nicht auf jeg­li­ches Wis­sen der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten aus an­de­ren Man­dats­verhält­nis­sen, son­dern nur auf das im Rah­men der be­auf­trag­ten An­ge­le­gen­heit er­lang­te Wis­sen (vgl. da­zu auch BGH, Ur­teil vom 25. April 1985 - IX ZR 141/84 und BAG, Be­schluss vom 3. Ok­to­ber 1978 - 6 ABR 102/76). Ein sol­cher Wis­sens­zu­wachs kann in je­dem Fall erst nach Auf­trags­er­tei­lung ent­ste­hen. Der An­spruch auf die Geschäfts­gebühr nach Nr. 2300 oder 2302 VV zum RVG ent­steht je­doch be­reits mit der Be­auf­tra­gung.
2.6Wel­che Geschäfts­gebühr bei der Ab­wick­lung der „Be­an­tra­gung ei­nes In­ter­net­zu­gangs für die Mit­glie­der des Be­triebs­ra­tes“ ge­recht­fer­tigt ist, ist nicht näher de­fi­niert. 2.6.1Ei­ne Gebühr nach Nr. 2302 VV zum RVG schei­det je­den­falls aus, da es in­so­weit auf den er­teil­ten Auf­trag an­kommt. Be­reits un­mit­tel­bar aus dem Wort­laut von Nr. 2302 VV er­gibt sich, wor­in der Un­ter­schied zur Geschäfts­gebühr nach Nr. 2300 VV be­steht, nämlich dar­in, dass sich der Auf­trag auf das Schrei­ben ein­fa­cher Art be­schränkt. Es kommt nicht dar­auf an, wie sich die Tätig­keit des An­wal­tes nach außen hin dar­stellt, ob er al­so z.B. nur ein „ein­fa­ches Mahn­schrei­ben“ er­stellt hat. Es kommt al­lein auf den In­halt des Auf­tra­ges an (vgl. May­er/Kroiß RVG Nr. 2302 VV RN 2).
Hier be­stand der Auf­trag des Be­triebs­ra­tes dar­in, ei­nen In­ter­net­zu­gang für die Mit­glie­der des Be­triebs­ra­tes zu er­rei­chen. Das ist kein Auf­trag, der sich auf ein Schrei­ben ein­fa­cher Art be­schränkt. Viel­mehr er­streck­te sich der Auf­trag ent­spre­chend dem Be­schluss des Be­triebs­ra­tes vom 23. Sep­tem­ber 2009 aus­drück­lich auf „al­le er­for­der­li­chen recht­li­chen Maßnah­men“.
2.6.2Da­mit ist die Höhe der Gebühr im Gebühren­rah­men der Nr. 2300 VV zum RVG zu be­stim­men. Der Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te des Be­triebs­ra­tes hat sie mit 1,3 be­stimmt.
In durch­schnitt­li­chen Fällen ist die in der Be­mer­kung zu Nr. 2300 VV zum RVG an­geführ­te 1,3-fa­che Gebühr die Re­gel­gebühr (BGH, Ur­teil vom 19. Mai 2010 - I ZR 140/08 m.w.N.). Da­von ab­wei­chend ist ei­ne nied­ri­ge­re Gebühr aus­sch­ließlich bei un­ter­durch­schnitt­li­chen Fällen an­zu­neh­men. Ei­ne sol­che Un­ter­durch­schnitt­lich­keit ist et­wa an­zu­neh­men bei bloßen Zah­lungs­auf­for­de­run­gen, Mah­nun­gen oder Ein­woh­ner­mel­de­amts­an­fra­gen (BGH, Ur­teil vom 4. Fe­bru­ar 2010 - I ZR 30/08).
Aus dem Zu­satz zu Nr. 2300 VV zum RVG für ei­ne über 1,3 hin­aus­ge­hen­de Gebühr, dass ei­ne sol­che nur ge­for­dert wer­den könne, wenn die Tätig­keit um­fang­reich oder schwie­rig sei, kann ge­schlos­sen wer­den, dass der Um­fang der an­walt­li­chen Tätig­keit und die Schwie­rig­keit der an­walt­li­chen Tätig­keit we­sent­li­che Kri­te­ri­en für die Höhe der Gebühr sind. Ne­ben die­sen ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en sind in der Re­gel min­des­tens noch die Be­deu­tung der An­ge­le­gen­heit und - je­den­falls außer­halb des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes - die Ein­kom­mens- und Vermögens­verhält­nis­se des Auf­trag­ge­bers als sub­jek­ti­ve Kri­te­ri­en zu be­wer­ten (vgl. BSG, Ur­teil vom 1. Ju­li 2009 - B 4 AS 21/09 R). Letzt­lich ver­bie­tet sich bei der Be­stim­mung aber je­der Sche­ma­tis­mus (KG Ber­lin, Ur­teil vom 25. Sep­tem­ber 2009 - 9 U 64/09). 2.6.3Die von dem Rechts­an­waltsbüro an­ge­nom­me­ne Gebühr von 1,3 ist für die­sen Sach­ver­halt un­bil­lig, denn es han­delt sich - bei An­le­gung der
vor­ste­hen­den Kri­te­ri­en - um ei­nen un­ter­durch­schnitt­li­chen Fall. Der Bil­lig­keit ent­spricht ei­ne Gebühr von 0,8.
Die Tätig­keit be­schränk­te sich auf das Fer­ti­gen des „Mahn­schrei­bens“ vom 27. Ok­to­ber 2009. Die­ses kann dem letz­ten Satz des Mahn­schrei­bens ein­deu­tig ent­nom­men wer­den, da dort aus­geführt ist: „Sch­ließlich er­lau­ben wir uns, die hier für die­ses Schrei­ben ent­stan­de­nen Gebühren und Aus­la­gen gemäß Rechts­an­walts­vergütungs­ge­setz zu er­he­ben …“. Da­mit war der Um­fang der an­walt­li­chen Tätig­keit ge­ring. Denn das Schrei­ben be­stand nur aus 19 Zei­len. Auch die Schwie­rig­keit der An­ge­le­gen­heit war ge­ring. Denn es be­durf­te kei­ner nähe­ren Über­prüfung der Durch­setz­bar­keit des Ver­lan­gens des Be­triebs­ra­tes, weil der Be­triebs­rat selbst in sei­nem Schrei­ben vom 23. Sep­tem­ber 2009 be­reits auf die Par­al­lel­ver­fah­ren „bis hin zum BAG“ ver­wie­sen hat­te. Die Be­deu­tung des In­ter­net­zu­gangs für den Be­triebs­rat war si­cher­lich hoch, da der Be­triebs­rat oh­ne den In­ter­net­zu­gang in der Wahr­neh­mung sei­ner be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Auf­ga­ben ein­ge­schränkt war. Ein­kom­mens- und Vermögens­verhält­nis­se des gemäß § 40 Be­trVG kos­ten­pflich­ti­gen Ar­beit­ge­bers sind dem­ge­genüber bei Auf­trägen von Be­triebsräten an Rechts­anwälte nur in­so­weit gebühren­min­dernd zu berück­sich­ti­gen, wie es sich um ei­nen „ar­men“ Ar­beit­ge­ber han­delt, wo­von hier nicht aus­ge­gan­gen wer­den kann.
2.6.4Ei­ne höhe­re Gebühr als 0,8 er­gibt sich auch nicht aus den vom Be­triebs­rat vor­ge­brach­ten wei­te­ren As­pek­ten der Tätig­keit des Rechts­an­waltsbüros. Die Rech­nung vom 27. Ok­to­ber 2009 be­zog sich ein­deu­tig auf die Er­stel­lung des Schrei­bens vom glei­chen Ta­ge. Sie war nicht als Vor­schuss­rech­nung für wei­te­re zu er­war­ten­de Tätig­kei­ten an­zu­se­hen, da in ihr je­der Hin­weis auf ei­nen Vor­schuss nach § 9 RVG fehl­te. Sie um­fass­te auch kei­ne an­de­ren an­walt­li­chen Ak­ti­vitäten als das Ver­fas­sen des „Mahn­schrei­bens“. Die Be­ar­bei­tung von acht ein­ge­hen­den und zwei aus­ge­hen­den E-Mails kann zwar zu ei­nem erhöhten Um­fang der an­walt­li­chen Tätig­keit führen, doch ist die Rech­nung durch zeit­li­che Be­zug­nah­me in dem „Mahn­schrei­ben“ ein­deu­tig auf die Fer­ti­gung des Mahn­schrei­bens be­schränkt. Dass die Prüfung zwei­er Entwürfe des Be­triebs­rats zur In­ter­net­zu­gang für den Be­triebs­rat vom Auf­trag des Be­triebs­ra­tes „Be­an­tra­gung ei­nes In­ter­net­zu­gangs für die Mit­glie­der des
Be­triebs­ra­tes“ um­fasst war, ver­moch­te die Kam­mer nicht zu er­ken­nen. Ent­spre­chend hat­te sich die Ar­beit­ge­be­rin be­reits im Anhörungs­ter­min am 7. Ja­nu­ar 2011 geäußert.
2.6.5Bei ei­ner Gebühr von 0,8 ist bei ei­nem an­zu­neh­men­den und von den Be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes an­ge­nom­me­nen Ge­gen­stands­wert von 4.000,00 EUR ne­ben der Gebühr in Höhe von 196,00 EUR und der Aus­la­gen­pau­scha­le nach Nr. 7002 VV zum RVG in Höhe von 20,00 EUR nur noch die Um­satz­steu­er in Höhe von 34,56 EUR hin­zu­zu­rech­nen, so dass sich ein Ge­samt­rech­nungs­be­trag in Höhe von 250,56 EUR er­gibt. An­ge­sichts der be­reits von der Ar­beit­ge­be­rin an das Rechts­an­waltsbüro ge­zahl­ten 752,68 EUR für das erst­in­stanz­li­che Ver­fah­ren er­gibt sich so­mit aus der dafür eben­falls bei ei­nem Ge­gen­stands­wert von 4.000,00 EUR an­zu­set­zen­den 1,3 Ver­fah­rens­gebühr (Nr. 3100 VV) in Höhe von 318,50 EUR, der 1,2 Ter­mins­gebühr (Nr. 3104 VV) in Höhe von 294,00 EUR, der Aus­la­gen­pau­scha­le für das erst­in­stanz­li­che Ge­richts­ver­fah­ren (Nr. 7002 VV) in Höhe von 20,00 EUR, der 0,8 Geschäfts­gebühr in Höhe von 196,00 EUR (Nr. 2300 VV), der Aus­la­gen­pau­scha­le für das außer­ge­richt­li­che Geschäft (Nr. 7002 VV) in Höhe von 20,00 EUR und der ab­zu­zie­hen­den hälf­ti­gen Gebühr in Höhe von 98,00 EUR (Vor­be­mer­kung Nr. 3 Abs. 4 des VV) ein Net­to­be­trag von 750,50 EUR. Bei hin­zu­zu­rech­nen­der Um­satz­steu­er von 142,60 EUR (19%) ergäbe sich ein Rech­nungs­be­trag von 893,10 EUR. Es ver­bleibt mit­hin ein Be­trag von 140,42 EUR, der von den Be­vollmäch­tig­ten des Be­triebs­ra­tes wei­ter als Geschäfts­gebühr be­an­sprucht wer­den kann.
Dem­gemäß hat der Be­triebs­rat auch ei­nen An­spruch ge­gen die Ar­beit­ge­be­rin, von der Gebühren­for­de­rung sei­ner Be­vollmäch­tig­ten in die­ser Höhe frei­ge­stellt zu wer­den.
3.Auf­grund der Statt­ga­be des Haupt­an­trags zu 1) fie­len die Hilfs­anträge nicht mehr zur Ent­schei­dung an.
Die Ent­schei­dung er­geht nach § 2 Abs. 2 GKG in Ver­bin­dung mit § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG ge­richts­kos­ten­frei.
Die Rechts­be­schwer­de wird we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung zu­ge­las­sen (§§ 92 Abs. 1, 72 Abs. 2 ArbGG). Die Fra­ge der Be­fug­nis­se des Be­triebs­ra­tes bei der ge­ne­rel­len Zu­griffs­ge­stal­tung des PC und des Zu­griffs auf das In­ter­net so­wie die An­ge­mes­sen­heit der an­walt­li­chen Vergütung bei außer­ge­richt­li­cher Ver­tre­tung ei­nes Be­triebs­ra­tes als auch die Ein­griffsmöglich­kei­ten in die an­walt­lich Er­mes­sens­ent­schei­dung im Rah­men ge­richt­li­cher Kon­trol­le un­ter Gel­tung des RVG sind bis­lang vom Bun­des­ar­beits­ge­richt noch nicht ent­schie­den.
Ge­gen die­sen Be­schluss kann von den Be­tei­lig­ten bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt,
Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt,
Rechts­be­schwer­de ein­ge­legt wer­den. Die Rechts­be­schwer­de muss in­ner­halb ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat
Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten
schrift­lich zu be­gründen. Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Be­schlus­ses, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.
Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss die Be­zeich­nung des Be­schlus­ses, ge­gen den die Rechts­be­schwer­de ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­sen Be­schluss Rechts­be­schwer­de ein­ge­legt wer­de.
- 30 - Die Rechts­be­schwer­de­schrift und die Rechts­be­schwer­de­be­gründung müssen von ei­nem Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.
Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i. S. d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de. W.-M.
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