Source: http://komnet.nrw.de/ccnxtg/frame/ccnxtg/danz?lid=DE&did=18123
Timestamp: 2016-08-27 01:09:15
Document Index: 372635037

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 7', '§ 9', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22']

KomNet Dialog 18123 : Ab welchem Lebensalter dürfen Schüler an Schülerpraktika in Chemielaboratorien in Hochschulen oder in der Industrie tei
Stichworte: Ab welchem Lebensalter dürfen Schüler an Schülerpraktika in Chemielaboratorien in Hochschulen oder in der Industrie tei
Frage: Ab welchem Lebensalter dürfen Schüler an Schülerpraktika in Chemielaboratorien in Hochschulen oder in der Industrie teilnehmen? In Zusammenhang mit früherer Einschulung sind Schülerpraktikanten möglicherweise jünger als 14 Jahre.
Antwort : Die Beschäftigung sehr junger Schüler/-innen in Laboratorien ist sehr problematisch.
Es gilt: Grundsätzlich ist ein Praktikum gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 2 Jugendarbeitsschutzgesetz/JArbSchG auch für unter 14 jährige Schüler möglich. Hier gilt § 7 Abs. 1 Nr. 2 und §§ 9 bis 46 JArbSchG – demnach also auch die Beschäftigungseinschränkungen aus § 22 JArbSchG (siehe Ausführung unten!). Wie untenstehend bereits erwähnt, gibt es eine Ausnahmemöglichkeit für die Beschäftigungseinschränkungen aus § 22 Abs. 1 Nr. 3 bis 7 JArbSchG soweit dieses zur Erreichung des Ausbildungszieles notwendig und unter den Bedingungen, dass unter dem Schutz einer fachkundigen Aufsicht gearbeitet wird und soweit der Luftgrenzwert bei gefährlichen Stoffen unterschritten wird.
Es müssen jedoch auch alle weiteren Beschäftigungsverbote und –beschränkungen beachtet werden (§§ 22-25 JArbSchG). Hier sei v.a. auf die psychische und physische Leistungsfähigkeit der Kinder/Jugendlichen hingewiesen (§ 22 Abs. 1 Nr. 1 JArbSchG), welche im Rahmen des Praktikums nicht überschritten werden darf. Demnach sollte dieses vor Aufnahme eines Praktikums unter Einbezug des Alters und der persönlichen Leistungsfähigkeit des Kindes/Jugendlichen vorab geprüft werden. Dieses sollte für 14-jährige Schüler/-innen speziell betrachtet werden, da die individuelle Leistungsfähigkeit maßgeblich ist. Hier genügt als Prüfungsergebnis die abstrakte Gefahr für das Greifen des Beschäftigungsverbotes.
Dialognummer: 18123