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Timestamp: 2016-10-27 16:48:33
Document Index: 238392361

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'Art. 112', 'Art. 112', 'Art. 112', 'BGE', 'Art. 336', 'BGE', 'Art. 341', 'BGE', 'Art. 336', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 336', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 336', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_145/2015 (06.07.2015)
4A_145/2015 � � Urteil vom 6. Juli 2015
vertreten durch Rechtsanwalt Adrian D�beli,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, I. Zivilabteilung, vom 16. Dezember 2014.
A.________ (Kl�gerin, Beschwerdef�hrerin) stand seit dem 1. Oktober 2007 in einem Arbeitsverh�ltnis zur B.________ AG (Beklagte, Beschwerdegegnerin). Mit Schreiben vom 26. August 2010 k�ndigte die Beklagte das Arbeitsverh�ltnis per Ende November 2010 unter sofortiger Freistellung. Am 17. Dezember 2010 schlossen die Parteien eine Vereinbarung, wonach sich die Beklagte zur Zahlung von Fr. 7'000.-- netto an die Kl�gerin verpflichtete. Die Parteien erkl�rten sich zudem mit Erf�llung dieser Vereinbarung als per Saldo aller gegenseitigen Anspr�che aus dem Arbeitsverh�ltnis auseinandergesetzt. Mit Schreiben vom 21. Februar 2011 bot die Kl�gerin der Beklagten ihre Arbeitskraft per sofort wieder an. Sie begr�ndete dies damit, dass sie schwanger sei, weshalb das Arbeitsverh�ltnis weiterlaufe bis zur Niederkunft und 16 Wochen danach. Am 14. Juli 2011 kam das Kind der Kl�gerin zur Welt.
B.a.�Mit Eingabe vom 11. August 2011 reichte die Kl�gerin beim Kantonsgericht Zug Klage ein und verlangte im Wesentlichen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr einen Betrag von Fr. 255'112.-- nebst Zins zu bezahlen. Das Kantonsgericht beschr�nkte das Verfahren auf die Frage, ob das Arbeitsverh�ltnis zwischen den Parteien am 30. November 2010 beendet worden sei bzw. ab diesem Datum keine Lohnfortzahlungspflicht der Beklagten mehr bestanden habe. Mit Entscheid vom 27. November 2013 stellte es fest, dass das Arbeitsverh�ltnis zwischen den Parteien nicht per 30. November 2010 beendet worden sei.
B.b.�Mit Urteil vom 16. Dezember 2014 sch�tzte das Obergericht des Kantons Zug die von der Beklagten erhobene Berufung und wies die Klage ab.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Kl�gerin dem Bundesgericht im Wesentlichen, das Urteil des Obergerichts aufzuheben, den Entscheid des Kantonsgerichts zu best�tigen und die Sache an dieses zur Fortsetzung des Verfahrens weiterzuleiten; eventualiter sei die Streitsache zur Vervollst�ndigung der Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen.
�Die Beschwerdegegnerin tr�gt auf Abweisung der Beschwerde an, soweit darauf einzutreten sei. Auch das Obergericht hat einen Antrag auf Abweisung der Beschwerde gestellt. Schliesslich haben die Parteien unaufgefordert repliziert und dupliziert.
Die Eintretensvoraussetzungen geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf die Beschwerde ist - unter Vorbehalt einer gen�genden Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) - einzutreten.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Dazu geh�ren sowohl die Feststellungen �ber den streitgegenst�ndlichen Lebenssachverhalt als auch jene �ber den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen �ber den Prozesssachverhalt (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 15 f.). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 117, 264 E. 2.3 S. 266). �berdies muss die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen und erheblich sind (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18 mit Hinweisen). Soweit sie den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (BGE 140 III 86 E. 2 S. 90 mit Hinweisen). Auf eine Kritik am angefochtenen Urteil, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist nicht einzutreten.
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das angefochtene Urteil verletze Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG, weil es nicht klar zwischen Tat- und Rechtsfragen unterscheide und entscheidwesentliche Sachverhaltselemente erst im Kapitel "Erw�gungen", d.h. der rechtlichen W�rdigung, festgestellt w�rden.
3.2.�Nach Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG m�ssen Entscheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, die massgebenden Gr�nde tats�chlicher und rechtlicher Art enthalten. Aus dem Entscheid muss klar hervorgehen, von welchem festgestellten Sachverhalt die Vorinstanz ausgegangen ist und welche rechtlichen �berlegungen sie angestellt hat. Nur so kann das Bundesgericht die korrekte Rechtsanwendung im Einzelfall �berpr�fen. Einen Entscheid, der diesen Anforderungen nicht gen�gt, kann das Bundesgericht an die kantonale Beh�rde zur Verbesserung zur�ckweisen oder aufheben (Art. 112 Abs. 3 BGG; BGE 135 II 145 E. 8.2 S. 153 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 4A_591/2011 vom 17. April 2012 E. 2.1 und 2.4; 4A_508/2010 vom 14. Februar 2011 E. 2.2 und 2.4, publ. in: Pra 100/2011 Nr. 128 S. 938).
�Es trifft zu, dass die Vorinstanz in ihrer kurzen einleitenden �bersicht �ber den Sachverhalt nur den unbestrittenen Rahmensachverhalt festh�lt und weitere Sachverhaltsfeststellungen im Rahmen der rechtlichen W�rdigung trifft. Indessen stellt allein die fehlende Trennung von Sachverhalt und rechtlichen Ausf�hrungen noch keine ungen�gende Begr�ndung dar. Ob mit gen�gender Klarheit erkennbar ist, von welchem Sachverhalt die Vorinstanz ausging und welche rechtlichen Schl�sse sie daraus zog, was die Beschwerdef�hrerin ebenfalls wiederholt bestreitet, ist nachfolgend im entsprechenden Sachzusammenhang zu pr�fen.
4.1.�Gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz hatte die Beschwerdef�hrerin aufgrund der entsprechenden Ultraschallbilder sp�testens seit dem 10. Dezember 2010 Kenntnis von ihrer Schwangerschaft. Beim Abschluss der Saldovereinbarung vom 17. Dezember 2010 habe sie also um ihre Schwangerschaft gewusst, die Beschwerdegegnerin ihrerseits habe aber erstmals am 21. Februar 2011 davon erfahren. Demzufolge sei die Schwangerschaft der Kl�gerin nicht Thema der Besprechung vom 17. Dezember 2010 gewesen und die Entsch�digung von Fr. 7'000.-- sei nur eine solche f�r nicht bezogene Ferientage gewesen. Ob die Beschwerdef�hrerin bei Unterzeichnung der Saldovereinbarung vom 17. Dezember Kenntnis vom K�ndigungsschutz gem�ss Art. 336c OR gehabt habe, sei hinsichtlich der G�ltigkeit dieser Vereinbarung nicht von Belang. Jedenfalls habe es sich dabei n�mlich mangels gegenseitiger Zugest�ndnisse nicht um einen echten Vergleich gehandelt (vgl. hierzu BGE 118 II 58 E. 2b S. 61; Urteil des Bundesgerichts 4A_25/2014 vom 7. April 2014; je mit Hinweisen), weshalb Art. 341 Abs. 1 OR, wonach der Arbeitnehmer w�hrend der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses und eines Monats nach dessen Beendigung auf Forderungen, die sich aus unabdingbaren Vorschriften des Gesetzes oder aus unabdingbaren Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages ergeben, nicht verzichten kann, "nicht von vorneherein ausgeschlossen werden" k�nne. In der Folge qualifizierte die Vorinstanz die Aufhebungsvereinbarung vom 17. Dezember 2010 als nichtig. Dies wird von den Parteien nicht in Frage gestellt; darauf ist somit nicht weiter einzugehen (vgl. BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f., 115 E. 2 S. 116).
4.2.�In der Folge ging die Vorinstanz zwar davon aus, die Beschwerdef�hrerin habe am 17. Dezember 2010 nicht rechtsg�ltig auf ihre Anspr�che aus Art. 336c OR verzichtet; ihre Berufung auf die Ung�ltigkeit sei aber rechtsmissbr�uchlich (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Es seien die von Lehre und Rechtsprechung entwickelten Fallgruppen zu beachten. Dazu geh�rten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 III 349 E. 3 S. 355; 129 III 493 E. 5.1 S. 497; je mit Hinweisen) ein fehlendes Interesse an der Rechtsaus�bung, zweckwidrige Verwendung eines Rechtsinstituts, krasses Missverh�ltnis der auf dem Spiel stehenden Interessen, schonungslose Rechtsaus�bung oder widerspr�chliches Verhalten. Hier liege einzig Rechtsmissbrauch im Sinn des widerspr�chlichen Verhaltens (vgl. hierzu BGE 125 III 257 E. 2a S. 259 mit Hinweisen) vor. Diesbez�glich hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdef�hrerin habe am 17. Dezember 2010 um ihre Anspr�che aus Art. 336c OR gewusst und k�nnte auch aus einer allf�lligen Rechtsunkenntnis, die sie nicht glaubhaft dargelegt habe, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Diese Anspr�che habe sie der Beschwerdegegnerin aber erst am 21. Februar 2011 mitgeteilt, weshalb es letzterer "nahezu verunm�glicht" gewesen sei, die l�ngst aufgehobene Arbeitsstelle in der urspr�nglichen Form wieder anzubieten. In der Zwischenzeit habe die Beschwerdef�hrerin - "im Wissen um den arbeitsrechtlichen Schutz w�hrend einer Schwangerschaft" - zuerst ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ausloten wollen und sich bei der Beschwerdegegnerin erst gemeldet, als sie die von ihr angestrebte Stelle bei einer anderen Firma (C.________) nicht bekommen habe. Sie habe die Beschwerdegegnerin in dieser Zeit einerseits mit der Beantragung von Arbeitslosengeldern und andererseits mit ihrer Bewerbung f�r andere Arbeitsstellen im Glauben gelassen, mit der Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses einverstanden zu sein.
�Dass Rechtsmissbrauch im Sinn eines widerspr�chlichen Verhaltens vorliege, wird von der Beschwerdef�hrerin bestritten und ist nachfolgend zu pr�fen.
5.1.�Der Arbeitgeber kann sich nur bei Vorliegen besonderer Umst�nde auf einen Rechtsmissbrauch (Art. 2 Abs. 2 ZGB) des Arbeitnehmers berufen, der geltend macht, eine getroffene Vereinbarung verstosse gegen zwingendes Recht; ansonsten w�rde dem Arbeitnehmer der mit der zwingenden Gesetzesbestimmung gew�hrte Schutz auf dem Weg �ber Art. 2 ZGB wieder entzogen (BGE 129 III 493 E. 5 S. 497 ff., 618 E. 5.2 S. 622; 110 II 168 E. 3c S. 171; je mit Hinweisen). Blosses Zuwarten mit der Rechtsaus�bung innerhalb der gesetzlichen Verj�hrungsfristen allgemein begr�ndet noch nicht Rechtsmissbrauch (BGE 116 II 428 E. 2 S. 431; vgl. auch BGE 129 III 171 E. 2.4 S. 176; 127 III 506 E. 4a S. 513; je mit Hinweisen). Zum blossen Zeitablauf m�ssen vielmehr besondere Umst�nde hinzutreten, welche die Rechtsaus�bung mit der fr�heren Unt�tigkeit des Berechtigten in einem unvereinbaren Widerspruch erscheinen lassen (vgl. BGE 129 III 493 E. 5.1 S. 498 mit Hinweisen). Solche k�nnen darin bestehen, dass dem Verpflichteten aus der verz�gerten Geltendmachung in erkennbarer Weise Nachteile erwachsen sind und dem Berechtigten die Rechtsaus�bung zumutbar gewesen w�re, oder darin, dass der Berechtigte mit der Geltendmachung des Anspruchs zuwartet, um sich einen ungerechtfertigten Vorteil zu verschaffen (BGE 131 III 439 E. 5.1 S. 443; Urteil des Bundesgerichts 4A_194/2013 vom 18. September 2013 E. 4.4; je mit Hinweisen).
�Die Beschwerdegegnerin, die sich auf Rechtsmissbrauch beruft, ist f�r das Vorliegen der besonderen Umst�nde, welche diesen begr�nden, beweispflichtig (BGE 134 III 52 E. 2.1 S. 58 f.).
5.2.�Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz davon ausging, aufgrund des Verhaltens der Beschwerdef�hrerin - namentlich dem Abschluss der (nichtigen) Aufhebungsvereinbarung, der Beantragung von Arbeitslosengeldern und vor allem der Bewerbung f�r andere Arbeitsstellen - habe die Beschwerdegegnerin in guten Treuen von der definitiven Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses ausgehen d�rfen. Die diesbez�glichen Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin gehen an der Sache vorbei. Sie beruhen auf der unzutreffenden Annahme, die Vorinstanz habe in diesen Verhaltensweisen als solchen ein rechtsmissbr�uchliches Verhalten erkannt. Es geht aber nur darum, ob die Beschwerdegegnerin nach Treu und Glauben von einer Beendigung ausgehen und ihr Verhalten danach richten durfte.
5.3.�Es stellt sich aber die Frage, welche nachteiligen Dispositionen die Beschwerdegegnerin gest�tzt auf diese Vertrauensgrundlage getroffen hat. Die Nicht-Mitteilung der Schwangerschaft muss kausal gewesen sein f�r die der Beschwerdegegnerin entstandenen nachteiligen Folgen. Als solchen Nachteil erkannte die Vorinstanz, dass es der Beschwerdegegnerin wegen des Zuwartens der Beschwerdef�hrerin �ber mehr als zwei Monate "nahezu verunm�glicht" gewesen sei, die l�ngst aufgehobene Arbeitsstelle der Beschwerdef�hrerin in der urspr�nglichen Form wieder anzubieten. Sie begr�ndet dies indessen mit keinem Wort, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht r�gt. Es fehlen auch sonst Ausf�hrungen dazu, welche nachteiligen Vorkehren die Beschwerdegegnerin im Vertrauen auf die endg�ltige Beendigung des Vertragsverh�ltnisses getroffen hat. Diese (fehlende) Begr�ndung erlaubt dem Bundesgericht keine �berpr�fung; die Sache ist daher zur erg�nzenden Begr�ndung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (vgl. E. 3.2 hiervor).
5.4.�Die Vorinstanz nahm zu Recht an, dass die (Rechts) kenntnis der Beschwerdef�hrerin �ber den Schwangerschaftsschutz Voraussetzung ist, um ihr ein rechtsmissbr�uchliches Verhalten vorwerfen zu k�nnen (BGE 88 II 18 E. 5 S. 25; implizit auch BGE 135 III 349 E. 3 S. 356 und das zit. Urteil 4A_194/2013 E. 4, wo die Frage der Kenntnis aber offen gelassen werden konnte, weil nicht nachgewiesen war, dass dem Arbeitgeber Nachteile aus dem Zuwarten erwachsen w�ren. Vgl. auch Thomas Koller, K�ndigungsschutz bei Schwangerschaft; Frage nach K�ndigungsschutz bei unterlassener Mitteilung der Schwangerschaft an den Arbeitgeber [Besprechung von BGE 135 III 349], in: ZBJV 2011 S. 407 ff., S. 410).
5.4.1.�Die Vorinstanz geht denn auch im Rahmen ihrer abschliessenden W�rdigung (E. 5.3.4 S. 15 mit Hinweis auf die Begr�ndung in E. 4.4) davon aus, dass die Beschwerdef�hrerin am 17. Dezember 2010 Kenntnis �ber den arbeitsrechtlichen Schutz bei Schwangerschaft gehabt habe ("im Wissen um den arbeitsrechtlichen Schutz w�hrend einer Schwangerschaft"). Die Begr�ndung dieser Erkenntnis ist indessen erneut v�llig ungen�gend und erlaubt dem Bundesgericht keine �berpr�fung.
Die Vorinstanz verweist einerseits auf die Ausbildung der Beschwerdef�hrerin (MBA-Abschluss), weshalb bei ihr von einem Grundwissen in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten auszugehen sei. Zudem geh�re der K�ndigungsschutz bei einer Schwangerschaft zum Allgemeinwissen, wenn auch nicht bis ins letzte Detail. Es w�re aber von ihr zu erwarten gewesen (sinngem�ss: wenn denn die letzten Detailkenntnisse gefehlt h�tten), sich entsprechend zu informieren oder die auch f�r einen juristischen Laien verst�ndliche Bestimmung von Art. 336c OR zu konsultieren. Nicht glaubhaft und nicht belegt sei, dass sie seitens der Regionalen Arbeitsvermittlung dahingehend eine falsche Auskunft erhalten habe. Es falle auch auf, dass sie kurz nach der Absage durch C.________ von ihren Rechten Kenntnis erhalten haben will. Und "Selbst wenn die Kl�gerin bis zum geltend gemachten Zeitpunkt einem Rechtsirrtum unterlegen haben sollte " - was sie nicht habe glaubhaft darlegen k�nnen - k�nnte sie aus ihrer eigenen Rechtsunkenntnis keine Vorteile ableiten.
�Entgegen der Beschwerdef�hrerin ist es nicht willk�rlich, wenn die Vorinstanz feststellte, es sei nicht glaubhaft und nicht belegt, dass die Regionale Arbeitsvermittlung ihr eine falsche Auskunft erteilt habe. Im �brigen bleibt mit dieser Begr�ndung aber unklar, ob die Vorinstanz nun in tats�chlicher Hinsicht vom�
Wissen�um den Schwangerschaftsschutz ausgeht, worauf das Argument hindeutet, dass sich die Beschwerdef�hrerin unmittelbar nach der Absage durch C.________ mit ihren Anspr�chen meldete (R�ckschluss aus dem nachtr�glichen Verhalten) oder ob die Vorinstanz�
Wissenm�ssen�gen�gen l�sst, was aus dem zitierten abschliessenden Satz abgeleitet werden k�nnte. Letzteres st�nde aber mit ihren eigenen oben einleitend (E. 5.4 hiervor) zitierten Ausf�hrungen im Widerspruch und w�rde auch nicht ausreichen, um der Beschwerdef�hrerin missbr�uchliches Verhalten vorzuwerfen. Die Sache ist daher auch unter diesem Aspekt an die Vorinstanz zur gen�genden Begr�ndung zur�ckzuweisen.
5.4.2.�Dabei wird die Vorinstanz folgendes zu ber�cksichtigen haben: Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, sie habe vor beiden Instanzen die Einvernahme des Zeugen D.________ beantragt, welcher bezeugen k�nne, dass sie erst Mitte Februar 2011 vom K�ndigungsschutz f�r Schwangere erfahren habe. Ohne jegliche Begr�ndung habe die Vorinstanz diesen Beweisantrag �bergangen. Es trifft zu, dass das Urteil sich nicht zur Nichtabnahme dieses Beweises �ussert. Sollte sich der Nachweis der Rechtskenntnis als entscheidend erweisen, kann jedenfalls nicht einzig mit der Begr�ndung auf die Einvernahme dieses Zeugen verzichtet werden, dass die Beschwerdef�hrerin ausdr�cklich nur im erstinstanzlichen Verfahren einen entsprechenden Beweisantrag gestellt habe, wie die Beschwerdegegnerin im Verfahren vor Bundesgericht geltend macht. Denn: Wird eine Berufung gesch�tzt und entscheidet die Rechtsmittelinstanz selber (statt die Sache an die erste Instanz zur�ckzuweisen) muss sie, wenn Fragen aufgeworfen werden, die sich bei der als falsch erkannten L�sung der ersten Instanz nicht stellten, grunds�tzlich alle vor erster Instanz prozesskonform beantragten Beweismittel ber�cksichtigen, sofern aufgrund der Ausf�hrungen im Rechtsmittelverfahren oder vor erster Instanz nicht von einem Verzicht der Parteien auf die Abnahme der Beweismittel auszugehen ist (vgl. zu letzterem BGE 138 III 374 E. 4.3.2 S. 376; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_588/2014 vom 6. Juli 2015 E. 3.2). An der von der Beschwerdef�hrerin in der Beschwerde angegebenen Stelle in der Berufungsantwort (ad II.Materielles/Ziff. 7 lit. a) wird der Beweisantrag zwar nicht wiederholt, jedoch auf die Stelle des erstinstanzlichen Entscheids verwiesen, wo die diesbez�glichen Vorbringen (ohne Beweisantr�ge) aus den Rechtsschriften zusammengefasst werden. Ein Verzicht liegt offensichtlich nicht vor.
�Die Vorinstanz wird sich - sollte die Rechtskenntnis wie erw�hnt entscheidendes Kriterium sein - auch mit dem Argument der Beschwerdef�hrerin auseinander zu setzen haben, sie habe sich nicht nur am 3. November 2010 (vor Kenntnis der Schwangerschaft) bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet, sondern auch nach Kenntnis der Schwangerschaft an Kursen der RAV teilgenommen, was sie wohl kaum getan h�tte, wenn sie um ihre Anspr�che gegen�ber der Beschwerdegegnerin gewusst h�tte.
Aufgrund dieser Ausf�hrungen ist das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 16. Dezember 2014 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Beschwerdef�hrerin dringt mit ihrer Beschwerde nur teilweise durch. Ob das Arbeitsverh�ltnis zwischen den Parteien per 30. November 2010 beendet wurde, ist noch offen. Bei diesem Verfahrensausgang erscheint es gerechtfertigt, die Gerichtskosten den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG). Der vom Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin eingereichten Kostennote kommt damit keine Bedeutung zu.
Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug wird aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- werden den Parteien je zur H�lfte auferlegt.