Source: https://www.hausarbeiten.de/document/132288
Timestamp: 2020-07-12 15:53:27
Document Index: 113786658

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

IFRS - Ergebnis je Aktie nach IAS 33 | Hausarbeiten publizieren
IFRS - Ergebnis je Aktie nach IAS 33
2.4. Terminologische Grundlagen
3. Arten und Ermittlung des Ergebnisses je Aktie
3.1. Unverwässertes Ergebnis je Aktie
3.1.1. Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses
3.1.2. Ermittlung der Aktienanzahl
3.2. Verwässertes Ergebnis je Aktie
3.2.1. Ermittlung des verwässerten Ergebnisses
3.2.2. Ermittlung der potenziellen Aktienanzahl
4. Ausweis- und Angabepflichten
Abbildung 1: Struktur des IAS 33
Abbildung 2: Ergebnis aus fortgeführter und aufgegebener Geschäftstätigkeit
Abbildung 3: Ermittlung der Aktienanzahl beim unverwässerten Ergebnis je Aktie
Abbildung 4: Stock-treasury-method bei Optionen und Optionsscheinen
Die Gewinne deutscher Unternehmen befinden sich seit den Tiefstständen im Jahr 2002 in einem anhaltenden Aufwärtstrend und erreichen immer neue Rekordhöhen. Mitte Dezember 2007 lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der dreißig DAX-Unternehmen bei 12,3 und somit unterhalb des historischen Durchschnitts von 15,5.[1] In der Wirtschaftspresse ist daher häufig zu lesen, dass Aktien deutscher Unternehmen weiterhin günstig bewertet sind. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich diese positive Gewinnentwicklung börsennotierter Unternehmen seit der Umstellung der Rechnungslegungsstandards von HGB auf IFRS tatsächlich nur auf fundamentale Ursachen zurückführen lässt?[2] Empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS den ausgewiesenen Gewinn börsenotierter deutscher Unternehmen – komprimiert ausgedrückt durch das Ergebnis je Aktie nach IAS 33 – positiv beeinflusst hat.[3]
Da sowohl der Gewinn je Aktie als auch das KGV bei der Kommunikation des Unternehmenserfolges am Kapitalmarkt eine zentrale Rolle einnehmen[4], sollen innerhalb dieser Seminararbeit die Regelungen des IAS 33 näher analysiert werden. Zielsetzung dieser Seminararbeit ist sowohl die Darstellung der Grundlagen und der Kalkulation des Ergebnisses je Aktie als auch die dadurch induzierten Ausweis- und Anlagepflichten nach IAS 33.
Nachdem in Kapitel zwei ein Grundverständnis für die Struktur, die Zielsetzung, den Anwendungsbereich und die terminologischen Grundlagen des IAS 33 geschaffen wurde, wird innerhalb des dritten Kapitels auf Arten und Kalkulation des Ergebnisses je Aktie eingegangen. Dabei wird zwischen dem unverwässerten und dem verwässerten Ergebnis je Aktie differenziert, deren Kalkulation jeweils durch eine Erläuterung des Ergebnisses des Unternehmens (Zähler) und der Aktienanzahl des Unternehmens (Nenner) nahe gelegt werden. Innerhalb von Kapitel vier wird auf die Ausweis- und Angabepflichten des Unternehmens Bezug genommen, bevor unter fünftens ein Fazit gezogen wird, welches sich kritisch mit der Existenz und der Ausgestaltung des IAS 33 auseinandersetzt.
Wie in Abbildung 1 dargestellt, ist IAS 33 nach einzelnen, logisch aufeinander aufbauenden Teilgebieten strukturiert, um die Komplexität rund um das Thema “Ergebnis je Aktie“ zu reduzieren. Basierend auf den grundlegenden Regelungen zur Zielsetzung (IAS 33.1), dem Anwendungsbereich (IAS 33.2-4) sowie der Definitionen (IAS 33.5-8) des IAS 33, liegt der Fokus auf der Bewertung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie (IAS 33.9-63).
Da die IFRS-Rechnungslegung auf einer periodengerechten Erfolgsermittlung und somit vor allem auf die Informationsansprüche aktueller und potenzieller Kapitalgeber ausgerichtet ist, wird bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IAS 33, der bilanzielle Periodengewinn eines Unternehmens nicht rückwirkend bereinigt,[5] sodass sowohl die Bewertung des unverwässerten Ergebnisses (IAS 33.12-18) als auch die Bewertung des verwässerten Ergebnisses (IAS 33.33-35) auf relativ wenige Paragraphen beschränkt ist.
Der Fokus des IAS 33 liegt auf der Ermittlung der im Nenner anzusetzenden Aktienanzahl (IAS 33.19-29 bzw. 33.36-40). Insbesondere die Richtlinien zur Bewertung der verwässernden potenziellen Stammaktien (IAS 33.41-63) bilden aufgrund der Verwässerungsgefahr des Ergebnisses je Aktie und der daraus resultierenden negativen Auswirkungen für Kapitalgeber einen Schwerpunkt des IAS 33. Neben den rückwirkenden Anpassungen (IAS 33.64-65) und der Rücknahme anderer Verlautbarungen (IAS 33.75-76), liegt ein weiterer Fokus des IAS 33 auf den Ausweisregelungen des Ergebnisses je Aktie (33.66-73), um einer adäquaten Informationsdarstellung des Ergebnisses je Aktie eines Unternehmens gerecht zu werden. IAS 33.74. regelt, ab wann IAS 33 In Kraft tritt. Innerhalb des Anhangs zu IAS 33 (IAS 33.A1-A16) werden die einzelnen Paragraphen des IAS 33, falls nötig, näher erläutert und mit Beispielen unterlegt.
In Anlehnung an: Federmann, R., IASCF (2002), S. 288
Zielsetzung des IAS 33 ist „die Entwicklung von Leitlinien für die Ermittlung und Darstellung des Ergebnisses je Aktie, um den Vergleich der Ertragskraft zwischen unterschiedlichen Unternehmen für die gleiche Berichtsperiode[6] und unterschiedlichen Berichtsperioden für das gleiche Unternehmen zu verbessern, § 33.1 IAS.“[7]
Die aus dem Jahresabschluss abgeleitete Kennzahl Earnings per Share (EPS) bzw. Gewinn je Aktie, wird in Kombination mit der Price-Earnings-Ratio (PEG) bzw. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), von Finanzanalysten zur Beurteilung der wirtschaftlichen Attraktivität eines Unternehmens herangezogen.[8] Das Ergebnis je Aktie stellt den Periodengewinn eines Unternehmens, im Verhältnis zur durchschnittlichen Anzahl an Aktien eines Unternehmens, innerhalb einer Periode dar.[9] Darauf basierend berechnet sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Quotient des Aktienkurses eines Unternehmens, durch den Gewinn je Aktie des Unternehmens.[10] Beide Kennzahlen unterliegen aufgrund von divergierenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einer eingeschränkten Aussagekraft,[11] sodass IAS 33 durch die einheitliche Festlegung zur Ermittlung des Ergebnisses eines Unternehmens, die Transparenz und Aussagefähigkeit des Zählers der Kennzahl “Ergebnis je Aktie“ steigern soll.[12]
Das Hauptaugenmerk des IAS 33 liegt jedoch nicht auf der Ermittlung des Zählers des Ergebnisses je Aktie, sondern „auf der Bestimmung des Nenners, § 33.1 IAS.“
Die Leitlinien zur Ermittlung und Darstellung des Ergebnisses je Aktie in IAS 33, gelten in ihrer aktuellen Form für alle Geschäftsjahre, die am bzw. nach dem 01.01.2005 begonnen haben (IAS 33.74).[13]
IAS 33 ist sowohl auf „den gesonderten Abschluss oder den Einzelabschluss eines Unternehmens, § 33.2 (a) IAS“ als auch auf „den konsolidierten Abschluss einer Gruppe mit seinem Mutterunternehmen, § 33.2 (b) IAS“ anzuwenden, wenn die „Stammaktien oder potentiellen Stammaktien auf einem öffentlichen Markt gehandelt werden, § 33.2 (a) (i) IAS bzw. § 33.2 (b) (i) IAS“ oder der „Abschluss einer Wertpapieraufsicht oder einer anderen Regulierungsbehörde zwecks Emission von Stammaktien auf einem öffentlichen Markt, § 33.2 (a) (ii) IAS bzw. § 33.2 (b) (ii) IAS“, eingereicht wird.[14]
Bei einem Unternehmen, dass nicht unter IAS 33.2 fällt, jedoch freiwillig ein Ergebnis je Aktie gemäß IAS 33.3 ausweißt, hat die Ermittlung und der Ausweis des Ergebnisses je Aktie nach den Richtlinien des IAS 33 zu erfolgen.[15]
Wenn ein Unternehmen, sowohl einen Einzel- als auch einen Konzernabschluss gemäß IAS 27 aufstellt, braucht die Angabe des Ergebnisses je Aktie, aufgrund der internationalen Dominanz der Konzernrechnungslegung,[16] nur auf Basis der konsolidierten Daten gemäß IAS 33.4 erfolgen.[17]
[1] Vgl. Pellens, B. et al. (2008), S. 137.
[2] Vgl. Müller, S., Reinke, J. (2008), S. 26 ff.
[3] Vgl. Buchhause, A. et al. (2008), S. 314 ff; Müller, S., Reinke J. (2008), S. 26 ff; Pellens, B. et al. (2008), S. 137 ff.
[4] Vgl. Baetge, J. et al. (2008), S. 417 ff; Becker, W. et al. (2000), Rn. 6.
[5] Vgl. Arbeitskreis DVFA/SG (2003), S. 1913 ff; Gassen, J., Pellens, B. (1997), § 33 IAS Rn. 6.
[6] Vgl. Kremin-Buch, B. (2002), S. 1 ff; Küting, K., Reuter, M. (2007), S. 2549 ff.
[7] Vgl. Hinz, M. (2005), S. 181.
[8] Vgl. Gassen, J., Pellens, B. (1997), § 33 IAS Rn. 1; Wagenhofer, A. (2003), S. 479.
[9] Vgl. Zingel, H. (2006), S. 160.
[10] Vgl. Deter, H. et al. (2006), S. 192 f.
[11] Vgl. Baetge, J. et al. (2008), S. 417 ff.
[12] Vgl. Fülbier, R.U. et al. (2008), S. 856.
[13] Vgl. Fülbier, R.U. et al. (2008), S. 857.
[14] Vgl. Buchholz, R. (2007), S. 189; Grünberger, D. (2008), S. 212.
[15] Vgl. Baetge, J. et al. (1997), § 33 IAS Rn. 5; Fülbier, R.U., et al. (2008), S. 857; Hinz, M. (2005), S. 181; KPMG (2003), S. 230; Maukner, H., Rohatschek, R. (2002), S. 167.
[16] Vgl. Gassen, J., Pellens, B. (1997), § 33 IAS Rn. 5; Küting, K., Weber, C.P. (2006), S. 79.
[17] Vgl. Fülbier, R.U., et al. (2008), S. 857; KPMG (2003), S. 230; Maukner, H., Rohatschek, R. (2002), S. 167.
V132288
9783640383498
9783640383047
Börse Kapitalmarkt Aktie IFRS IAS KGV IAS 33 Gewinn je Aktie DVFA
Timo Schlichting (Autor), 2008, IFRS - Ergebnis je Aktie nach IAS 33, München, Page::Imprint:: GRINVerlagOHG, https://www.hausarbeiten.de/document/132288