Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%20112,%20226
Timestamp: 2017-11-19 19:58:23
Document Index: 346501083

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 19', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 37', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 13', '§ 76', 'Art. 70', 'Art. 72', 'Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 75', 'Art. 75', 'Art. 75', 'Art. 84', 'Art. 93', 'Art. 125', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1']

HRG § 18, § 19, § 27, § 27 Abs. 4, § 27 Abs. 4 Satz 2, § 37 Abs. 3, § 41, § 41 Abs. 1 a.F., § 41 Abs. 1 Satz 1, § 41 Abs. 1 Satz 2 n.F., § 41 Abs. 1 Satz 3 n.F., § ... 41 Abs. 1 Satz 4 n.F.; BVerfGG § 13 Nr. 6, § 76 Abs. 1 Nr. 1; GG Art. 70, Art. 72, Art. 72 Abs. 2, Art. 75, Art. 75 Abs. 1, Art. 75 Abs. 1 Satz 1, Art. 75 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a, Art. 84 Abs. 1, Art. 93 Abs. 1 Nr. 2, Art. 125a Abs. 2 Satz 1; 6. HRGÄndG Art. 1 Nr. 3, Art. 1 Nr. 4, Art. 1 Nr. 4a
rp-online.de (Pressebericht, 26.01.2005)
Nach Ureil: Länder kündigen Studiengebühren an
Die Kompetenz für die Regelung des Hochschulwesen umfasst auch Vorschriften über die Erhebung von nichtsteuerliche Abgaben (BVerfG, Urt. v. 26.1.2005 - 2 BvF 1/03 - BVerfGE 112, 226, 243 ;… Urt. v. 19.3.2003, aaO, S. 13 f.; Urt. des Senats v. 6.4.2000 - 2 S 1860/99 - VBlBW 2000, 432).
Art. 1 Nr. 3 des 6. Gesetzes zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes vom 8.8.2002, der das Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss und das Studium in einem konsekutiven Studiengang, der zu einem weiteren berufsqualifizierenden Abschluss führt, für studiengebührenfrei erklärt hatte, wurde vom Bundesverfassungsgericht (Urt. v. 26.1.2005, aaO) wegen eines Verstoßes gegen die Kompetenzverteilungsvorschriften des Grundgesetzes für nichtig erklärt.
Soweit finanzielle Erwägungen danach bei der Wahl des Studienorts überhaupt eine Rolle spielen, ist zu beachten, dass Studiengebühren in der Größenordnung von 500 EUR je Semester im Vergleich zu den - von Ort zu Ort unterschiedlichen - Lebenshaltungskosten von nachrangiger Bedeutung sind (BVerfG, Urt. v. 26.1.2005, aaO).
Dafür spricht nicht zuletzt, dass Studiengebühren in der hier in Rede stehenden Größenordnung von 500 EUR je Semester im Vergleich zu den gesamten Lebenshaltungskosten der Studierenden nur vor untergeordneter Bedeutung sind (vgl. BVerfG, Beschl. 26.1.2005, aaO).
Die Länder haben vielmehr, wenn sie Studiengebühren einführen, eine sozialstaatliche, auf die Wahrung gleicher Bildungschancen bedachte Regelung zu treffen, welche den Belangen einkommensschwacher Bevölkerungskreisen angemessen Rechnung trägt (vgl. BVerfG, Urt. v. 26.1.2005 - 2 BvF 1/03 - BVerfGE 112, 226, 245 ).
Angesichts der seit längerem geführten hochschulpolitischen Diskussion musste davon abgesehen mit der Einführung allgemeiner Studiengebühren in Baden-Württemberg spätestens nach dem zu Art. 1 Nr. 3 des 6. HRÄndG ergangenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.1.2005 (2 BvF 1/03 - BVerfGE 112, 226) gerechnet werden.
Gericht billigt Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen // Studenten können sich …