Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=L%2020%20B%202247/08%20AS%20PKH
Timestamp: 2019-08-20 04:08:56
Document Index: 77041406

Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 127', '§ 127', '§ 73', '§ 127', '§ 172', '§ 144', '§ 172', '§ 73', '§ 127']

LSG Berlin-Brandenburg, 17.09.2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH - dejure.org
LSG Berlin-Brandenburg, 17.09.2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH
https://dejure.org/2009,9370
LSG Berlin-Brandenburg, 17.09.2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH (https://dejure.org/2009,9370)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 17.09.2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH (https://dejure.org/2009,9370)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 17. September 2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH (https://dejure.org/2009,9370)
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§ 73a SGG, § 127 Abs 2 S 2 ZPO
Voraussetzungen für die Aufhebung einer Absenkung von der gewährten Regelleistung nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II)
SG Berlin, 08.10.2008 - S 94 AS 12346/08
Der gegenteiligen Auffassung folgt der Senat auch nach der inzwischen ergangenen weiteren Rechtsprechung (SächsLSG, Beschlüsse vom 18.08.2009 - L 2 AS 321/09 B PKH und L 2 AS 352/09 B PKH; LSG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 18.08.2009 - L 8 258/08 AS-PKH; HessLSG, Beschluss vom 08.07.2009 - L 6 AS 1754/09 B; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 17.09.2009 - L 20 B 2247/08 B PKH) nicht.
Auch ein Rückgriff auf den Rechtsgedanken des § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO bzw dessen entsprechende Anwendung iVm § 73a Abs. 1 Satz 1 SGG (so aber Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 17. September 2009 - L 20 B 2247/08 AS PKH, juris, mit umfangreichen Rechtsprechungs- und Literaturhinweisen) ist daher zur Überzeugung des Senats nicht möglich (so bereits Beschluss des Senats vom 28. August 2009 - L 10 AS 1286/09 B PKH, unveröffentlicht, und ua auch LSG Berlin-Brandenburg, Beschlüsse vom 31. März 2010 - L 19 AS 829/09 B PKH, 12. März 2010 - L 25 B 1612/08 AS PKH und 16. Juli 2009 - L 28 B 1379/08 AS PKH, jeweils juris).
Anhaltspunkte dafür, dass die Anwendung des § 127 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO auf sozialgerichtliche Verfahren ausgeschlossen sein sollte, ergeben sich weder aus dem Zivilprozessreformgesetz vom 27. Juli 2001 noch aus dem zeitlich weitgehend parallelen 6. SGG-Änderungsgesetz vom 17. August 2001 (BGBl. I 2144), dem 7. SGG-Änderungsgesetz vom 9. Dezember 2004 (BGBl. I 3302) oder dem Gesetz zur Änderung des Sozialgerichtsgesetzes und des Arbeitsgerichtsgesetzes vom 26. März 2008 (BGBl. I 444; vgl. insgesamt ausführlich: Beschluss des Senats v. 17. September 2009, L 20 B 2247/08 AS PKH, juris).
Vielmehr ist die Beschwerde gegen einen ablehnenden Beschluss im Prozesskostenhilfeverfahren unterhalb des Beschwerdewertes stets unstatthaft, auch wenn die Berufung später wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen werden sollte (so auch Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 17. September 2009, L 20 B 2247/08 AS PKH; vgl. im Übrigen zur nicht eröffneten Möglichkeit, Beschwerden unterhalb des Beschwerdewertes gemäß § 172 Abs. 3 Nr. 1 SGG im Wege der Anwendung der Zulassungsgründe des § 144 Abs. 2 SGG zuzulassen: Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30. September 2010, L 20 AS 1702/10 B ER).
Die Klägerin begehrt im Klageverfahren laufende Leistungen für mehr als ein Jahr, so dass die Beschwerde trotz Nichterreichens des Beschwerdewertes zulässig ist (vgl. zur Statthaftigkeit von Beschwerden im PKH-Verfahren: Beschluss des Senats vom 17. September 2009, L 20 B 2247/08 AS PKH, juris).
Im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte des § 172 Abs. 3 SGG und das Gebot der Rechtsmittelklarheit (vgl. BVerfGE 48, 148) schließt sich der Senat nicht der Auffassung des 20. Senats des LSG Berlin-Brandenburg in seinem Beschluss vom 17. September 2009 (L 20 B 2247/08 AS PKH, juris, mit umfangreichen Rechtsprechungs- und Literaturhinweisen) an, dass gemäß § 73a Abs. 1 Satz 1 SGG iVm § 127 Abs. 2 Satz 2 Zivilprozessordnung (ZPO) die Beschwerde bei Nichterreichen des Beschwerdewertes nicht statthaft sei.