Source: https://www.ifb.de/wirtschaftsausschuss/wissen-infos/gesetz-und-recht/neues-im-hgb
Timestamp: 2019-08-23 19:43:32
Document Index: 237973847

Matched Legal Cases: ['§ 254', '§ 253', '§ 290', '§ 253', '§ 274', '§ 290', '§ 293']

Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts | ifb.de
Eine weitere Neuheit ist die Bildung von Bewertungseinheiten (vgl. § 254 HGB mit Wirkung seit dem 01.01.2009). Dies ermöglicht es dem Unternehmen, bestimmte zusammenhängende Bilanzposten als Bewertungseinheit in der Handelsbilanz darzustellen. Mittels einer Prüfung der Absicherung von Verbindlichkeiten aus Warengeschäften im Ausland durch Fremdwährungskäufe können der Wirtschaftsausschuss und der Aufsichtsrat in Erfahrung bringen, ob die Auslandsgeschäfte in einem ausreichenden Maß abgesichert werden.
Die Änderung der Rückstellungsbewertungen (vgl. § 253 HGB mit Wirkung seit dem 01.01.2009) ermöglicht eine genauere Bewertung der auf das Unternehmen zukommenden Belastungen. Hier sind für den Wirtschaftsausschuss sowie für den Aufsichtsrat insbesondere die Bewertung von Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Zeitwertkonten von Bedeutung. Die Pensionsrückstellungen müssen marktnahe Rechnungszinsen sowie zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen einrechnen. Damit können auf das Unternehmen bis zu 30 % mehr an Verpflichtungen zukommen. Wirtschaftsausschuss und Aufsichtsrat sollten daher die aktuellen Verpflichtungen und die möglichen Mehrbelastungen einer genauen Prüfung unterziehen. Das Unternehmen muss seine Anlagestrategie für diese Planvermögen überdenken und dies mit dem Wirtschaftsausschuss sowie dem Aufsichtsrat erörtern. Soweit es in dem Unternehmen eine Diskussion über die mögliche Auslagerung dieser Vermögen gibt, sollten der Wirtschaftsausschuss und der Aufsichtsrat eine eigene Strategie erarbeiten.
Ein weiterer Bereich der Gesetzesänderungen betrifft die Bestimmungen zur Konzernbilanzierung. Hier haben sich im Wesentlichen die §§ 290 – 314 HGB (mit Wirkung seit dem 01.01.2009) verändert (vgl. Abbildung 3). Der Wirtschaftsausschuss sowie der Aufsichtsrat sollten prüfen,
ob es auf Grund der neuen Regelungen eine Verpflichtung gibt, einen Konzernabschluss aufzustellen;
ob so genannte Zweckgesellschaften (für Projektfinanzierung oder so genannte Arbeitsgemeinschaften) in diesen mit einzubeziehen sind;
welche verbundenen Unternehmen bzw. welche Beteiligungen es gibt;
ob die Eingliederung von neuen Gesellschaften sichergestellt ist.
Abb. 2: Änderungen bei den Wahlrechten im Überblick
Beschränkung der Abschreibung auf Finanzanlagen bei nur vorübergehender Wertminderung (vgl. § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB). Bilanzierungspflicht für passive und Bilanzierungswahlrecht für latente Steuern (vgl. § 274 HGB).
Abb. 3: Änderungen bezüglich der Konzernbilanzierung
Hervorheben der unmittelbaren oder mittelbaren Beherrschung sowie die Anhebung der Bedeutung der Zweckgesellschaften für den Konzernabschluss (§ 290 Abs 1 und Abs. 2 Nr. 4 HGB)
. Die Schwellenwerte für die Erstellung eines Konzernabschlusses sowie Konzernlageberichts werden erhöht (Bilanzsumme der Konzernmutter sowie der Tochterunternehmen von 19,3 Mio. € auf 23,1 Mio. € sowie Umsatz von 38,5 Mio. € auf 46,2 Mio. €; vgl. § 293 Abs. 1 Nr. 1 HGB).