Source: http://lange-hausstein.de/
Timestamp: 2017-04-28 06:17:51
Document Index: 202772150

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'EuG', '§ 307', '§ 11', '§ 3', 'Art. 45', 'Art. 50']

Lange-Hausstein – Prosa Bolognese Digital
Lange-Hausstein	Prosa Bolognese Digital	Automatisierte Vertragsfreiheit	Automatisierte Vertragsfreiheit
Veröffentlicht am 23. Januar 2017	Der Beitrag ist am 28. Dezember 2016 bei Legal Tribune Online erschienen.
Nutzer sind Informationen von Anbietern in einem Umfang ausgesetzt, den sie nicht überblicken – im Fall von AGB und Datenschutzerklärungen oft zu ihrem Nachteil. Dabei ließe sich die Kenntnisnahme auch auf Algorithmen auslagern.
Jeder kennt das: Auf der Internetseite stört der „Cookie-Hinweis“ gerade so lange, bis man den „OK-Button“ gefunden hat. Auch das Häkchen zum Akzeptieren der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor einer Bestellung wird routinemäßig gesetzt. Zeit und Lust, sich die Klauseln durchzulesen, haben die allerwenigsten.
Nutzer ignorieren besonders bei digitalen Angeboten einen Großteil der für sie bestimmten Informationen. Der Gesetzgeber bekommt das Problem nur eingeschränkt in den Griff. AGB etwa müssen transparent sein. Eine informierte Entscheidung des Nutzers wird durch dieses Gebot der Transparenz aber kaum gefördert. Denn es greift nur, wenn es wenigstens ein abstraktes Interesse an der Information gibt. Das ist aber nicht der Fall. In seinem Urteil zur Facebook-Funktion „Freunde finden“ anerkennt auch der Bundesgerichtshof (BGH), dass Informationen ihren Zweck verfehlen können. Er hält fest, dass der automatisierte Versand von Einladungs-E-Mails durch Facebook an die Kontakte von bereits registrierten Nutzern nicht deshalb erlaubt war, weil die Nutzer hierauf in den Datenschutzhinweisen hingewiesen wurden. Denn trotz des Hinweises sei davon auszugehen, dass die Information im entscheidenden Moment nicht in das Bewusstsein der Nutzer vordringe.
Eine Selbstverständlichkeit ist dieses Argument nicht. Schließlich hätte der BGH diejenigen, die bereitgestellte Informationen schlicht nicht zur Kenntnis nehmen, auch schutzlos stellen können. Es besteht allerdings ein Anreiz dafür, das Problem anzugehen. Denn Information hat den Zweck, eine freie Entscheidung zu ermöglichen.
Freie Entscheidungen setzen Wissen voraus
Wer nach Alternativen zu einer auf Information beruhenden Entscheidung fragt, fragt nach Alternativen zur freien Entscheidung. Staatliche Regulierung von Vertragsinhalten würde die Vertragsfreiheit einschränken. Freie Entscheidungen setzen aber Wissen voraus. Wenn die freie Entscheidung des Nutzers jedoch auch am Nutzer selbst scheitert, muss eine Alternative zur Kenntnisnahme durch den Nutzer her. Nutzer könnten die Auseinandersetzung mit den für sie relevanten Informationen auch einfach auslagern.
Dieser Ansatz ist im analogen Umfeld nicht neu: Im Finanzbereich ist es etwa üblich, dass Anleger ab einer gewissen Komplexität Vermögensverwalter mit der Betreuung ihrer Gelder beauftragen. Die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der Investitionsobjekte wird hier ausgelagert auf den Verwalter. Dieser Gedanke lässt sich verallgemeinern. Es ist denkbar, die Risiken der eigenen Handlungen auch in anderen Bereichen extern bewerten zu lassen.
Auslagerung der Kenntnisnahme an Algorithmen
Dazu sind aber nicht zwingend andere Menschen notwendig – die Prüfung könnte auch durch einen „digitalen Berater“ erfolgen. Erforderlich wäre hierfür lediglich, dass ein Nutzer „seinem“ Algorithmus anhand einer Fragerunde mit seinem Risikoprofil, seinen Vorlieben und Abneigungen, Überzeugungen und Interessen füttert – ähnlich einem Bankkunden, der gegenüber seinem Berater angibt, ob er eine eher konservative oder risikofreudige Anlagestrategie fahren möchte. Im Anschluss könnte ein so „trainierter“ Algorithmus umfangreiche AGB, Produkteigenschaften und Datenschutzbestimmungen für den Nutzer „lesen“, und die Entscheidung des Nutzers durch Warnungen und Empfehlungen anleiten oder, wenn der Nutzer der Technologie vertraut, gleich selbst treffen.
Durch den Einsatz solcher individuell auf ihre Interessen eingestellten „Consumer-Algorithmen“ könnten Nutzer wissensmäßig auch bei enormen Informationsmengen mit den Anbietern gleichziehen. Dass der Ansatz funktioniert, lässt sich schon heute zeigen: Bei großen Immobilientransaktionen etwa werten Unternehmen, die als Käufer auftreten, die Risiken aus Tausenden von Mietverträgen automatisiert mit der Hilfe von Algorithmen aus. Erschwingliche „Consumer-Algorithmen“, die ähnliche Aufgaben für eine Vielzahl von Vertragstypen für Verbraucher übernehmen, müssen daher keineswegs ein bloßes Gedankenspiel bleiben.
Einer Einschätzung von Apples „Siri“ würde derzeit zwar vermutlich niemand vertrauen. Ob Verbraucherschutzverbände ausreichend Ressourcen haben, um leistungsfähige Software auf die Beine zu stellen, ist ebenfalls unklar. Es dürfte aber wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis ein Start-up sich der Entwicklung entsprechender Software annimmt – zumal die Nachfrage enorm sein dürfte, und sich ein solches Produkt leicht kommerzialisieren ließe.
Demokratisierung des Marktes durch Vernetzung
„Consumer-Algorithmen“ müssten nicht darauf beschränkt bleiben, ihren Nutzer zu warnen. Kenntnis von Informationen allein genügt nicht immer. Sie nützt vor allem dann nichts, wenn keine Alternativen bereitstehen. Das wichtigste Beispiel dürften Nutzungsbedingungen von Smartphone-Software sein. Smartphones lassen dem Nutzer stets nur die Wahl, die Bedingungen zu akzeptieren oder mit der alten Software weiterzumachen. Was auch immer in den AGB steht, gilt. Hierin unterscheiden sich die Anbieter auch nicht, sodass die Wahl eines Konkurrenzprodukts ausscheidet. Das wäre anders, wenn die Algorithmen der Nutzer miteinander kommunizieren würden. Eine Software, die sichtbar macht, dass z.B. 7 von 10 Nutzern bestimmte AGB für inakzeptabel halten, könnte dabei helfen, Druck aufzubauen. Technologie-Anbieter könnten gezwungen werden, AGB und Datenschutzbestimmungen solange zu modellieren, bis sie für den Großteil der Kunden wieder annehmbar sind.
Wer ein solches Outsourcing von Kenntnisnahme oder sogar Entscheidungen auf Algorithmen für abwegig oder gar gefährlich hält, muss sich fragen lassen, ob es wirklich besser ist, die Nutzer, wie derzeit üblich, mit für sie unüberschaubaren Informationsmassen allein zu lassen. Informationen, die automatisiert durch einen auf die Interessen des Nutzers abgestimmten Algorithmus ausgewertet werden, nützen der Entscheidungsfreiheit jedenfalls mehr als Informationen, die fernab von Kenntnisnahme im Nirwana enden.
Kommentieren	So gesehen wie ein Mittagsschlaf: Bolognese im Bonfini	So gesehen wie ein Mittagsschlaf: Bolognese im Bonfini
Veröffentlicht am 19. Januar 2017	Gegessenes Nichts, nicht im Sinne von belanglos, sondern im Sinne von ich-weiß-nicht-mehr, wir haben viel geredet, mein Gegenüber und ich, aber nicht so viel, dass ich mir diese Lücke in der Erinnerung erklären kann. Die Lücke ist auch nicht vollständig, an den Geschmack des Parmesans erinnere ich mich, der schmeckte wie der von Rewe, das ist was Gutes (wie Salami bei Kaisers), an das Aussehen erinnere ich mich auch, kleinere Fleischklumpen in rot, auch wichtig, weil die meine Grundsorge vor jeder unbekannten Bolognese, nur Italo-Soljanka zu bekommen, auf den ersten Blick ausräumten. Auch die Temperatur spüre ich noch, hinten links am Gaumen, und der Rest, na klar, der liegt im Magen, nicht zu schwer, denn zu viel war es nicht. Allein der Geschmack der Bolognese. Der ist verloren gegangen zwischen Wie-geht-es-Deiner-Familie und dem Wer-hat-den-besseren-Physiotherapeuten-Battle. Lag das an ihr? Ist es eine gute Eigenschaft, weder erinnerbar schlecht, noch erinnerbar gut zu sein? So gesehen war sie wie ein Mittagsschlaf, von dem man häufig auch nur das Ergebnis kennt. Man selbst in besser als davor. EUR 6,50 inklusive Entspannung im Bonfini in der Chausseestraße.
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Veröffentlicht am 7. Januar 2017	Update: Januar 2017
Fondsverwahrung mittels Blockchain, Berliner Briefe zum Kapitalmarktrecht, 04/2017, S. 2 – 17 (gemeinsam mit Lars Röh, Christoph Jacobs – hier lesen).
Datenschutzrechtliche Vorgaben des EuGH für Big Data und Direktmarketing, ITRB 2/2017, S. 39 – 42 (gemeinsam mit Christoph Jacobs)
Blockchain und Smart Contracts: Zivil- und aufsichtsrechtliche Bedingungen, ITRB 2017, S. 10 – 15 (gemeinsam mit Christoph Jacobs)
Robo Advisor – Anforderungen an die digitale Kapitalanlage und Vermögensverwaltung, WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht 2016, S. 1966 – 1973 (gemeinsam mit Robert Oppenheim); auch veröffentlicht in: Berliner Briefe zum Kapitalmarktrecht, 04/2017, S. 18 – 33 (hier lesen)
Digitaler Nachlass, zugleich Anmerkung zu LG Berlin, Urteil vom 17. Dezember 2015, 20 O 172/15, Berliner Anwaltsblatt 2016, Heft 1-2, S. 22 – 24 (gemeinsam mit Claudia Schulze)
Kapitel Crowdfinanzierung, E-Commerce, Mobile Payment, Datenschutz in: AHK Brasilien (Hrsg.), Assim se faz Start-ups na Alemanha, 1. Aufl. 2015
Bankgeheimnis und effektiver Schutz von IP-Rechten, Deutscher AnwaltSpiegel 19/2015 (gemeinsam mit Christoph Jacobs)
Makler und Verbraucher im Internet, NJW 2015, S. 193 – 197 (gemeinsam mit Martin Werneburg)
Kleinanlegerschutz und Crowdinvestments, Venture Capital Magazin, Dezember 2014, S. 38
Datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit in sozialen Netzwerken, ITRB 2014, S. 278 – 281 (gemeinsam mit David Krebs)
Treu und Glauben und Effizienz – Das Effizienzprinzip als Mittel zur Konkretisierung zivilrechtlicher Generalklauseln, Duncker & Humblot, Berlin 2013, 247 Seiten
Impressumspflichten in sozialen Netzwerken, ZJS 2013, S. 141 – 147
Zur effizienzorientierten Kontrolle von AGB nach § 307 Abs. 1 S. 1 BGB, Kreutz/Renftle/Faber u.a. (Hrsg.), Realitäten des Zivilrechts – Grenzen des Zivilrechts, Jahrbuch Junger Zivilrechtswissenschaftler, Boorberg, 2012, S. 51 – 68
Smart Contracts in der Energiewirtschaft: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Energielieferverträge zwischen Recht und Digitalisierung am 29. Juni 2017, Düsseldorf
Blockchain und Smart Contracts in der Anwaltspraxis: 4. Deutscher IT-Rechtstag am 28. April 2017, Berlin
Rechtliche Hinweise für die Nutzung von Blockchains: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (gem. mit Björn Moßdorf), Blockchain-Forum am 30. März 2017, Frankfurt
Digitaler Nachlass: Berliner Anwaltsverein, 1. März 2017, Berlin (Folie „Digitaler Nachlass“ hier downloaden)
Blockchain – Technologie und zukünftige Anwendungsfälle (gem. mit Katarina Adam): Banking on Blockchain?, 24. November 2016, Berlin (Folie und Kurzvideo hier ansehen)
Targeting von „Bankkunden“ und Crowdinvestoren: Fintech statt Filiale, Bye bye banks?, 15. Oktober 2016, Berlin (Folie und Kurzvideo hier ansehen)
Automatisierte Vertragsfreiheit, Legal Tribune Online, 28. Dezember 2016
Vom Algorithmus diskriminiert, SPIEGEL ONLINE, 16. März 2016
Die digitale Gleichgültigkeit, brand eins, Ausgabe April 2014, S. 183
Auswaertiges-Amt.de, Rezension der Webseiten nach dem Relaunch, iBusiness Magazin, August 2004, S. 15/16
Wie eine Wespe, Erzählung; 1. Platz bei *Konzept:Feuerpudel* im Haus der Sinne Berlin, März 2017
Terror Template, 3. Platz bei *Konzept:Feuerpudel* in der Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg, September 2016
Bis zu diesem Tag, Kurzgeschichte; Literaturzeitschrift Haller, Ausgabe 13, 2016, S. 39 – 51
Narcos – Netflix, Erzählung; 1. Platz Lesebühne Berlin, Februar 2016
Eine halbe Nummer, Erzählung; 1. Platz Lesebühne Berlin, November 2015
Zack zack, Erzählung; 1. Platz Lesebühne Berlin, Juni 2015
Zum Tode von, Erzählung; 1. Platz Lesebühne Berlin, März 2015
Tina, Kurzgeschichte; 1. Platz Lesebühne Berlin, August 2014
Karambolage, Erzählung; Literaturzeitschrift Haller, Ausgabe 10, Mai 2014, S. 70 – 78
Meine Freundin die Fliege, Kurzgeschichte; 1. Platz Lesebühne Berlin, August 2013
Kurzstrecke, Erzählung; szenisch gelesen von Ensemblemitgliedern am Theater Bielefeld, März 2012
Kommentieren	Kritik: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Michelle Steinbeck)	Kritik: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Michelle Steinbeck)
Kommentieren	Freund Blase	Freund Blase
Veröffentlicht am 31. Juli 2016	Paul: Und das da, das ist der Pippi.
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Kommentieren	Portrait: Kai	Portrait: Kai
Veröffentlicht am 11. Juli 2016	Er sah mich an, als sitze ich auf seinem Platz. Dann setzte er sich doch. Kai biss von der hinteren Seite ab, denn das Fleischpad hatte sich bei den ersten zwei Bissen hinten durch die Hälften geschoben. In seinen Händen sah der Cheeseburger winzig aus und die folgenden auch. Kai nahm die Kaufland Cola aus der Bundeswehrtasche. Er war so groß, dass der Geruch aus seinen alten Nike Schuhen auf dem Weg bis zu seiner Nase verflogen, jedenfalls so dünn geworden sein muss, dass er ihn nicht mehr störte. Kai nahm seinen Kopf in beide Hände und drehte ihn, einmal links, einmal rechts, das Kinn leicht nach oben. Dabei sah er mich an. Auf Kais T-Shirt war ein Star Wars Kämpfer. Kai spielte auf der gesamten Fahrt zwischen Erfurt und Halle auf seinem iPhone 6 Plus ein Spiel, das machte, dass Kais Kopf wippte. Als jemand anderes unsicher war, ob er auf einem reservierten Platz sitzt, sagte Kai, der Zug hält zwischendurch ja nicht an und lächelte mit einer Tendenz von besserwisserisch weg hin zu lieb. Man hat so ein Bild von Kai, wenn man ihn so sieht. Nur ob es das richtige ist, weiß man nicht. Und mit man meint man ich.
Kommentieren	Wir wollten eigentlich nur ein Zeichen setzen	Wir wollten eigentlich nur ein Zeichen setzen
Veröffentlicht am 27. Juni 2016	Nur weil Smith aus Altersgründen ausgeschieden ist und ich jetzt hier schön seine Vertretung machen darf, bis die Nachfolge geregelt ist. Der feine Herr Cameron macht vorne einen auf staatstragend und wir aus der Regierungsverwaltung sollen den Antrag formulieren. Wenn wir wenigstens einen Vordruck hätten.
Wir müssen das jetzt umsetzen, obwohl wir das eigentlich gar nicht wollen. Stellen sie sich das doch mal vor. Ich sitze hier und soll den Antrag für den Austritt aus der EU schreiben und will das doch gar nicht. Wie wenn man seinen Hund einschläfern soll, weil einer sagt, man muss.
Ich meine ja, okay, ich habe auch für den Brexit gestimmt. Das haben meine Freunde auch so gemacht. Aber wir wollten eigentlich nur ein Zeichen setzen, letzte Woche, als noch alles okay war. Dass die Herren Politiker da oben auch mal was ändern. Was weiß ich denn, was die EU macht und was nicht. Sieht doch jeder, dass alles ganz okay ist. Ich wollte eben nur, dass die nicht denken, sie können sich mit uns alles erlauben.
Es kann doch nicht sein, dass man was machen muss, was man nicht will. Also vor allem nicht mit solchen Folgen. Mein Schwager aus Deutschland hat im Familien-Chat auf Whatsapp geschrieben, dass er genau aus diesem Grund aus der DDR geflohen sei.
Ich habe mir zwei Lösungen überlegt. Erstens, wir Briten könnten doch sagen, dass wir das nicht mehr wollen. Bei 64 Millionen Einwohnern müssten das 32 Millionen und einer machen, das ist ein Kraftakt, okay, aber angesichts der Angst, die jetzt alle haben, wäre das sicher machbar. Meine Neffe aus Frankreich sagt, das Ergebnis der Wahl hat einen Krieg verhindert. Die ganzen Populisten würden in Europa nur Zulauf haben, weil es den Menschen zu gut gehe. Wenn sie mehr Angst hätten, wie nach einem Krieg, würden sie wieder für die Einheit sein und für ausgewogene Meinungen. Soweit dürften wir ja wohl sein.
Zweitens, die Wahlstimme anfechten weil sie jetzt doch nicht 350 Millionen Euro die Woche in unser Gesundheitssystem einzahlen, so wie das auf dem Bus stand. Ist doch Betrug. Oder? Aber ist meine Beteiligung an dem Referendum ein Vertrag zwischen mir und den Populisten, den ich wegen Betrugs überhaupt anfechten kann? Das wusste mein Neffe aus Frankreich nicht. Mein Schwager aus Deutschland hat gesagt, er würde seine Mitarbeiter das mal prüfen lassen aber das könne dauern. Wir sollen dass dann gemeinsam besprechen, wenn er meinen Neffen nächsten Monat in Frankreich besucht. Aber nur per Skype. Falls die EU-Roaming Verordnung für mich dann nicht mehr gilt. Und dann schickte er noch eine Whatsapp. Wenn ich fliehen müsste, könne ich bei ihm unterkommen.
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Kommentieren	4 negative Folgen des Brexit für Start-ups	4 negative Folgen des Brexit für Start-ups
Veröffentlicht am 24. Juni 2016	Zur größten ABM-Maßnahme in der Geschichte der Europäischen Anwaltschaft
1. Keine Übermittlung von Daten ohne Einwilligung
Daten von Kunden werden derzeit in massivem Umfang nach Großbritannien übermittelt. Hintergrund ist, dass eine Vielzahl von Tool-Anbietern dort ihren Sitz oder jedenfalls ihre Server haben.
Die Übermittlung der Daten an diese Anbieter ist bislang ohne Einwilligung der betroffenen Kunden möglich, wenn ein Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung mit dem Anbieter besteht (§ 11 BDSG). Ein solcher Vertrag kann aber nur mit Anbietern geschlossen werden, die ihren Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum haben (§ 3 Abs. 8, Satz 2 BDSG). Das Privileg der Auftragsdatenverarbeitung dürfte nach dem Brexit für Großbritannien und die dort ansässigen Anbieter nicht mehr gelten und eine entsprechende Neuorientierung erforderlich werden.
2. Keine Arbeitnehmerfreizügigkeit
In einem Mitgliedsstaat der EU muss jeder Unionsbürger unter den gleichen Bedingungen arbeiten dürfen, wie ein Bürger dieses Staates (Art. 45 AEUV). Das stellt sicher, dass ihr derzeit unproblematisch in britischen Start-ups arbeiten könnt und Britten ohne Umwege in Deutschland arbeiten können. Auch das ist nach dem Brexit infrage gestellt.
3. Hohe Kosten mangels einheitlichen Verbraucherschutzes
Entscheidend für die meisten Start-ups ist der Massenmarkt und in dessen Zentrum steht der Verbraucher. Auch deshalb gibt es in der EU ein einheitliches Verbraucherschutzrecht, das dafür sorgt, dass Unternehmer in jedem Mitgliedstaat vergleichbare Vorgaben zu erfüllen haben. Das senkt Beratungs- und Implementierungskosten für Start-ups massiv, denn es macht die Risiken, die sich auf dem jeweiligen Markt ergeben, kalkulierbar.
Der britische Markt ist riesig und deshalb interessant für jedes Start-up, das auf Masse angewiesen ist. Start-ups, die hier angreifen wollen, müssen nach dem Brexit voraussichtlich ganz eigene Regularien einhalten, ohne sich an europäischen Vorgaben orientieren zu können. Das ist machbar. Aber teuer.
4. Speziell Fintechs: Kein europäischer Pass
Fintech-Geschäftsmodelle sind häufig reguliert. Um es regulierten Unternehmen zu ersparen, in jedem Land, in dem sie Kunden ansprechen, eine Erlaubnis für ihre Tätigkeit beantragen zu müssen, wurde der Europäische Pass eingeführt.
Danach gilt: Wer in einem europäischen Mitgliedstaat von einer Regulierungsbehörde eine Erlaubnis erhalten hat, kann auf der Grundlage dieser Erlaubnis auch in den übrigen EU/EWR-Staaten tätig werden. Großbritannien ist für Deutsche Fintechs einer der entscheidenden Märkte. Nach dem Brexit wird ihnen der Europäische Pass hier nichts mehr nützen und ein eigenes Genehmigungsverfahren bei der britischen Finanzaufsicht (FCA) erforderlich werden.
Umgekehrt gilt: Start-ups dürften mit ihrer britischen Genehmigung im Rest Europas voraussichtlich nichts mehr anfangen können (siehe zu Fintechs und Brexit auch den Bank Blog).
Anwälte dürften europaweit in Hochstimmung sein. Denn der Brexit als wohl größte ABM-Maßnahme in der Geschichte der europäischen Anwaltschaft sichert Ihnen Beratungsbedarf für eine Dekade. Das Austrittsverfahren, das sich nach Art. 50 EU-Vertrag richtet, dürfte mehrere Jahre in Anspruch nehmen, in denen neben der vorgenannten Punkten unzählige weitere Fragen diskutiert werden. Ob das zur Folge hat, dass Unternehmer, die europäische Märkte im Blick haben, die Rechnung fortan ohne Großbritannien machen müssen, bleibt abzuwarten.
Hinweis: Unser Aufsatz Robo Advisor – Anforderungen an die digitale Kapitalanlage und Vermögensverwaltung erscheint im Oktober 2016 in der WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht (gemeinsam mit Robert Oppenheim).
Edit: t3n erklärt, was gut ist am Brexit für deutsche Start-ups.
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Kommentieren	3 Reasons Why VCs Should Be Banned From Startup Panel Discussions	3 Reasons Why VCs Should Be Banned From Startup Panel Discussions
Veröffentlicht am 13. Juni 2016	1. Get more efficient talks
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Kommentieren	Kausalitäten III	Kausalitäten III
Veröffentlicht am 9. Mai 2016	Wenn man zum Mond will, muss man von zehn rückwärts zählen. Man kann nicht ewig in der Kita bleiben, man ist doch keine Erzieherin. Bonding hält den Blutzuckerspiegel normal. Auf Nachfrage: den des Kindes, nicht den der Mutter. Und alle so: schwör?
Kommentieren	Narcos – Netflix	Narcos – Netflix
Kommentieren	Digitale Diskriminierung	Digitale Diskriminierung
Veröffentlicht am 1. April 2016	Der Beitrag ist in leicht angepasster Form am 16. März 2016 auch bei SPIEGEL ONLINE erschienen.
Wer schließt die Lücke zwischen Algorithmus und Mensch? Wenn Entscheidungen nicht mehr von Menschen gefällt werden, sondern von Algorithmen, müssen für Algorithmen dieselben Maßstäbe gelten, wie für uns. Das geschieht aber nicht. Aufgrund einer Lücke im Recht: Jemanden zu diskriminieren bedeutet, ihn aufgrund seiner Eigenschaften zu benachteiligen. Dass Schwarze in den USA in Bussen hinten sitzen mussten, ist ein Beispiel für analoge Diskriminierung. Algorithmen, die Frauen Werbung für Jobs mit kleineren Gehältern ausspielen als Männern, stellen ein Beispiel für digitale Diskriminierung dar.
Kommentieren	Ein guter Kontakt	Ein guter Kontakt
Veröffentlicht am 1. Juli 2015	Ja, ich habe auch keinen richtigen Bock auf ihn. Ich meine, wie er manchmal labert, so geschwollen und er hat jetzt das und das und er kennt den und den und wenn Du irgendwas sagst, dann ist das bei ihm auf jeden Fall krasser. Aber er ist halt ein guter Kontakt. Das ist was anderes. Und man muss auch immer sehen mit der Zukunft. Ich meine, Du weißt nie, wann man da mal anruft, weißt Du? Man sieht sich halt immer zweimal im Leben und da ist das halt gut, wenn das nicht das erste Mal ist. Verstehst Du? So kaltakquise-mäßig. Und nein, ich finde nicht, dass das richtig ist, dass man immer nur mit Freunden abhängen sollte. Also klar, er ist ein Spast. Aber wenn man immer nur macht, was man für richtig hält, dann weiß man am Ende auch nicht, wo man steht. Verstehst Du? Man muss sich doch irgendwie absichern. So networkmäßig. Also netzwerken. Aber jetzt auch nicht so im Sinne dieser Löcher im Netz, durch die die kleinen Dinge immer durchfallen, sondern so wie die Schnüre, Stärke durch Knoten oder sowas. Sowas schützt ja auch, wenn man mal auf der schiefen Bahn nicht so hundertprozent performt und dafür muss man eben auch mal in den saueren Apfel beißen. So im übertragenen Sinne. Ich meine, es geht doch nur darum, mal ein Bier mit ihm zu trinken. Das ist doch nicht so, dass man sich da gleich total verleugnet. Das finde ich ein bißchen zu heavy, wenn man das so sieht.
Kommentieren	Die Stadt, die langsam Schatten auf sich wirft	Die Stadt, die langsam Schatten auf sich wirft
Veröffentlicht am 23. Juni 2015	Ich kann Dinge unmittelbar. Ich kann mich auf ein Fensterbrett setzen mit einem Bier und einer Zigarette und dabei rausgucken, in den Himmel, wenn er orange, weiß, gelb, blau, grau changierend ist, ich komme nicht rein, gucke durch das Fenster und sage, ja, man müsste das viel öfter machen, man kriegt das gar nicht so mit, man müsste sich viel mehr Zeit nehmen, man verliert den Blick dafür. Ich mache das oft, ich kriege das mit, jedes Mal, ich habe die Zeit, denn alles andere außer Ich ist egal und ich habe den Blick, nicht changierend, sondern geradeaus aus dem Fenster heraus blicke ich in den Himmel zurück. Unter die Wolke, unter der noch eine kleine hängt, in die Sonne, deren Licht die Wolken vor ihr versengt, auf die Stadt, die langsam Schatten auf sich wirft. Herab. Einfach so. Ohne zu denken, man müsste mal.
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Kommentieren	Auf Keinsten	Auf Keinsten
Veröffentlicht am 22. Juni 2015	Maximal zwei Finger breit ist das am hinteren Ende und nach vorne hin wird es immer dünner, spitzer sozusagen, und ist dann ganz vorn so richtig spitz. Und so als Dreieck aus dem Laib heraus legen die das Stück Käse in die Folie und schweißen das dicht. Und so kommt es dann ab in die Theke und ich frag mich, wieso. Das ganze Internet spricht von user experience aber die Käseindustrie sagt einfach ne, auf keinsten. Deutschland erhebe Dich, will man rufen wie es neulich bei der Maut, beim Mindestlohn und bei der Rundfunkgebühr gerufen wurde, ob dafür oder dagegen, das weiß ich jetzt nicht mehr so genau aber das ist auch egal, denn die Kernfrage lautet: Wie soll man von diesem Dreieck eine Scheibe abkriegen? Mein Denken ist scheibenmäßig, also Käse betreffend, Brötchen, Butter, was drauf. Ende der Durchsage. Aber wie soll ich denn von diesem Dreieck eine Scheibe abkriegen. Man nennt das Salami-Taktik, sie machen uns nach und nach mürbe aber die da oben backen keine kleinen Brötchen, nein, mal sehen, was sie als nächstes zusammenwürfeln, Feta-Käse statt Drachme, Sie sagen es, Herr Kommissar, aber auch in Bayern trinkt man jetzt Bier nicht mehr aus blauen Kisten, sondern Sternburg, die innerdeutsche Warenverkehrsfreiheit machts möglich. Prost. Mahlzeit. It’s cosmic, ruft Ötti der Elefant aus dem Ötztal über die verschneite Grenze und das ist nicht das erste Mal.
Kommentieren	Urlaubssoziologie (mega meta)	Urlaubssoziologie (mega meta)
Kommentieren	Aufsteigende Scham im Bart	Aufsteigende Scham im Bart
Veröffentlicht am 9. Juni 2015	Ich hatte gewissermaßen unsystematisch abgebissen. Das heißt, also ich hatte zwar schon ein System. Meine Bisse waren immer gleich groß. Aber ich habe mich eben irgendwie verschätzt was die Gesamtgröße des McRib angeht und deshalb war das Stück, das nach dem vorletzten Bissen noch in meiner Hand war, größer, als die Bisse davor – aber auch jetzt nicht doppelt so groß, also so groß wie zwei Bisse, sodass man einfach wieder hätte teilen können, sondern so dazwischen. Und ich dachte, also bevor ich ein Risiko eingehe und das in die Hose geht mit der Soße, wenn die da so raus tropft aus dem letzten Bißchen, das dann ja nur noch in meiner Hand übergeblieben wäre, also bevor das in die Hose geht mit der Soße und ich dann mit dem Zitronentuch so mega-unsouverän zwischen den Fingern rumrubbeln muss, dachte ich, mache ich lieber Klarschiff und nehme alles auf einmal in den Mund. Wenn man mehr im Mund hat, schmeckt man ja auch besser. Und es ist ohnehin ja auch immer ganz schön, wenn man dann später noch was von diesem Geschmack hat. Da stecken ja auch Designer dahinter, hinter diesem Geschmack, Geschmacksdesigner und das ist ja nicht per se schlecht, nur weil das McDonalds ist, also das fände ich zu pauschal. Also ich dachte jedenfalls, ich mach klar Schiff mit diesem etwas zu großen Stück, sauber rein und weg naja und dann ist diese Sache passiert. Sie schaute schnell weg. So als wollte sie die Scham, die augenblicklich aus meinem Bart heraus in mir aufstieg, noch verhindern. Meine Wangen wurden rot von dem Zitronentuch und das hielt eine Weile an. Ob sie das nächste Mal wieder mit zu I love Engtanz kommt, konnte sie noch nicht sagen. Dann kam ihr Taxi zufällig vorbei. Auf jeden Fall hat sie gewunken. Sag ich mal so.
Kommentieren	Über-Schönheit	Über-Schönheit
Veröffentlicht am 19. Mai 2015	Sie war so schön, dass man ihre Schönheit nicht unbefangen genießen konnte, sondern angestrengt Makel suchte, Mitleid in sich zu erzwingen versuchte, weil das doch schlimm sein muss, wenn andere immer nur auf das Äußere achten, Neid in sich aufkommen spürte, weil die sich ja alles erlauben kann und auf niemanden Rücksicht nehmen muss, an ihrem gleichgültigen Blick kann man es doch sehen, der ist der Beweis dafür, schön, ja, aber in Wahrheit doch nur die Fassade vor innerer Hässlichkeit. So steht man dann da. Und staunt. Über sich und die Mechanismen des Schutzes, die sich einrichten, von alleine in einem, wenn man sich verteidigen will gegen das, was nicht aufkommen soll. Und Du nimmst die Arme hoch, in Abwehrhaltung. Aber da hats schon Peng gemacht und gekracht, wie bei einem Profikiller, zwei Schuss, einer in Deinen Kopf, einer in Deine Brust.
Kommentieren	Das Fenster stand auf Kipp und das Handy auf laut	Das Fenster stand auf Kipp und das Handy auf laut
Veröffentlicht am 4. Mai 2015	Die Tagung begann am nächsten Morgen kurz after eight: Das aktuell stärkste Oxymoron sei Minzschokolade. Ich war so ummm. Während Schokolade Dich noch warm wie eine selbstgestrickte Decke einhüllt, begrifflich und assoziativ, bläst Dir Minze durch die Maschen doch kühlen Wind auf die Haut wie Thymian-Mirte-Balsam bei Erkältung. Dann schließt Du das Fenster über der Prenzlauer Allee. Es stand auf Kipp und das Handy auf laut. Jetzt ist Windstille. Aber wie gesagt.
Kommentieren	Konfekt hat nichts mit Konfektionsgröße zu tun
Veröffentlicht am 3. Mai 2015	Sie schaute schnell weg. So als wollte sie die Scham, die augenblicklich in mir aufstieg, noch verhindern. Ich wischte mir die Knoblauchsoße aus dem Bart. Cuvée heißt Mischung auf kultiviert, dachte ich über das, was ihre Freundin zu ihr sagte, und nahm mir noch eine Serviette.
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