Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/die-mitwirkung-eines-richters-an-vorentscheidungen-3109225
Timestamp: 2020-01-28 22:39:06
Document Index: 134207213

Matched Legal Cases: ['§ 261', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die Mit­wir­kung eines Rich­ters an Vor­ent­schei­dun­gen | Rechtslupe
Die Mitwirkung eines Richters an Vorentscheidungen
Die Mit­wir­kung eines Rich­ters an Vor­ent­schei­dun­gen
Die Mit­wir­kung eines Rich­ters an Vor­ent­schei­dun­gen ist regel­mä­ßig kein Ableh­nungs­grund.
Miss­trau­en gegen die Unpar­tei­lich­keit eines Rich­ters ist nicht gerecht­fer­tigt, soweit er in einem frü­he­ren Straf­ver­fah­ren mit­ge­wirkt hat, in dem die­sel­ben Vor­gän­ge wie in dem jet­zi­gen Ver­fah­ren eine Rol­le spiel­ten 1. Dies gilt auch dann, wenn die Mit­wir­kung die Ver­ur­tei­lung eines Mit­tä­ters wegen der­sel­ben Straf­tat betraf 2.
Eine ande­re Beur­tei­lung ist nur dann ange­zeigt, wenn beson­de­re Umstän­de hin­zu­tre­ten. Dies kann etwa der Fall sein, wenn das frü­he­re Urteil unnö­ti­ge und sach­lich unbe­grün­de­te Wert­ur­tei­le über den jet­zi­gen Ange­klag­ten ent­hielt oder ein Rich­ter sich in sonst unsach­li­cher Wei­se zum Nach­teil des Ange­klag­ten geäu­ßert hat 3.
gebo­ten. Eine Befan­gen­heits­rü­ge kann in die­sem Fall nicht dar­auf gestützt wer­den, das Tat­ge­richt sei auf­grund der in dem frü­he­ren Urteil fest­ge­stell­ten Tat­be­tei­li­gung vor­ein­ge­nom­men 4.
Nichts ande­res gilt im Hin­blick auf die in den Urteils­grün­den ent­hal­te­nen Hin­wei­se auf die fes­te bzw. siche­re Über­zeu­gung des Gerichts von der Mit­tä­ter­schaft der Ange­klag­ten. Ob ent­spre­chen­de For­mu­lie­run­gen in einem frü­he­ren Urteil gegen einen Tat­be­tei­lig­ten Anlass zu Miss­deu­tun­gen geben kön­nen 5, kann dahin­ste­hen. Denn die Fas­sung der Urteils­grün­de, die ledig­lich das erfor­der­li­che Maß an Sicher­heit zum Aus­druck brin­gen, das mit Blick auf § 261 StPO für eine Ver­ur­tei­lung erfor­der­lich ist, bie­ten hier kei­ne Anhalts­punk­te für eine Vor­ein­ge­nom­men­heit.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Febru­ar 2016 – 2 StR 533/​14
Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 24 Rn. 13[↩]
BGH, Urteil vom 30.06.2010 – 2 StR 455/​09, NStZ 2011, 44, 46; BGH, Urteil vom 15.05.1997 – 1 StR 233/​96, NJW 1997, 3034, 3036; Beschluss vom 03.12 2015 – 1 StR 169/​15[↩]
BGH, Beschluss vom 27.04.1972 – 4 StR 149/​72, BGHSt 24, 336, 338; Urteil vom 29.06.2006 – 5 StR 485/​05, NJW 2006, 2864, 2866; Beschluss vom 03.12 2015 – 1 StR 169/​15[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 05.02.1986 – 2 StR 653/​85; BGH, Urteil vom 15.05.1997 – 1 StR 233/​96, NJW 1997, 3034, 3036 [inso­weit in BGHSt 43, 96 nicht abge­druckt][↩]
vgl. hier­zu BGH, Beschluss vom 09.03.2000 – 4 StR 513/​99, NStZ-RR 2001, 129, 130 [Kusch][↩]
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