Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201984,%20889
Timestamp: 2019-06-26 15:19:44
Document Index: 355542961

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 161', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.05.1984 - II ZR 83/84 - dejure.org
https://dejure.org/1984,517
BGH, 21.05.1984 - II ZR 83/84 (https://dejure.org/1984,517)
BGH, Entscheidung vom 21.05.1984 - II ZR 83/84 (https://dejure.org/1984,517)
BGH, Entscheidung vom 21. Mai 1984 - II ZR 83/84 (https://dejure.org/1984,517)
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Abgrenzung der Prospekthaftung und allgemeiner Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsverhandlungen
Abgrenzung der Prospekthaftung von Haftung aus c.i.c.
BGB § 276; HGB § 161
NJW 1984, 2523
ZIP 1984, 1086
MDR 1985, 28
WM 1984, 889
BB 1984, 1254
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unterliegen der Prospekthaftung die Herausgeber des Prospekts und die für die Prospekterstellung Verantwortlichen, insbesondere die das Management bildenden Initiatoren, Gestalter und Gründer einer Publikums-Kommanditgesellschaft, sowie die hinter der Anlagegesellschaft und der Komplementär-GmbH stehenden Personen, die besonderen Einfluß ausüben und Mitverantwortung tragen (vgl. BGHZ 71, 284, 287 [BGH 24.04.1978 - II ZR 172/76]; 72, 382, 385 f. [BGH 16.11.1978 - II ZR 94/77]; 79, 337, 341 [BGH 06.10.1980 - II ZR 60/80]; Urteil vom 21. Mai 1984 - II ZR 83/84 = WM 1984, 889).
Dass die Beklagte nach den Senatsurteilen vom 14. Juni 2007 als prospektverantwortliche Mitinitiatorin oder Hintermann in Betracht kommt (…III ZR 185/05 - NJW-RR 2007, 1479 f Rn. 9-13;… III ZR 125/06 aaO S. 1505 f Rn. 17-22), bedeutet nicht, dass sie ohne weitere Voraussetzungen auch nach den Grundsätzen der Prospekthaftung im weiteren Sinne haften würde (vgl. BGH, Urteil vom 21. Mai 1984 - II ZR 83/84 - WM 1984, 889).
Demgemäß hat der Beklagte zu 3) zum eigenen wirtschaftlichen Nutzen Vertrauen für seine Person in Anspruch genommen und dadurch die Vertragsverhandlungen mit dem Kläger entscheidend beeinflußt, so daß er wie ein Sachwalter für Verschulden bei Vertragsverhandlungen haften muß (BGHZ 79, 337, 340; Urteil vom 21.5.1984 - II ZR 83/84 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat in seiner grundlegenden Entscheidung zur Verjährung bei der Prospekthaftung (BGHZ 83, 222) die Weitergeltung der Regelverjährung für Ansprüche wegen Inanspruchnahme von persönlichem Vertrauen ausdrücklich hervorgehoben (…a.a.O. 227; bestätigt durch Urteil vom 21.5.1984 - II ZR 83/84 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Damit scheiden auch Prospekthaftungsansprüche des Beklagten gegen die Klägerin aus (zur Abgrenzung der Prospekthaftung von der allgemeinen Haftung aus Verschuldden bei Vertragsschluß: BGH Urteil vom 21. Mai 1984 - II ZR 83/84 - WM 1984, 889).
Für die Prospekthaftung, die nicht an persönliches, sondern an typisiertes Vertrauen anknüpft, hat der Senat in seinem nach Erlaß des Berufungsurteils ergangenen Urteil vom 22. März 1982 (BGHZ 83, 222) in Anlehnung an die gesetzlich geregelte Haftung für unrichtige Prospekte ausgesprochen, daß die daraus abgeleiteten Ansprüche nicht in 30 Jahren verjähren, sondern in 6 Monaten seit dem Zeitpunkt, in dem der Gesellschafter von der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit des Prospekts Kenntnis erlangt, spätestens jedoch in 3 Jahren seit dem Beitritt zur Gesellschaft (vgl. hierzu auch Sen. Urt. vom 21.5.1984 - II ZR 83/84, WM 1984, 889).
An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten (vgl. auch BGHZ 84, 141, 149 [BGH 24.05.1982 - VIII ZR 181/81]; Sen. Urt. v. 21.5.1984 - II ZR 83/84, WM 1984, 889;… BGH, Urt. v. 27.6.1984 - IV a ZR 231/82, WM 1984, 1075).
Es entspricht ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, dass Ansprüche aus Prospekthaftung im engeren Sinne, die nicht an persönliches, sondern an typisiertes Vertrauen anknüpft (vgl. BGH in NJW 2001, 437; 1992, 228;… Assmann, Handbuch des Kapitalanlagerechts, 2. Aufl., S. 249 f.), in sechs Monaten ab Kenntnis des Prospektfehlers, spätestens aber drei Jahre nach dem Erwerb des Anteils verjähren (BGH in NJW 1985, 380; 1984, 2523).