Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/314645,0.html?sid=046c7fc9572938a12ee24b11c4a173df
Timestamp: 2018-10-17 08:11:58
Document Index: 28140345

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 823', '§ 985', '§ 823', '§ 823', '§ 823']

Warum Rechtsgutverletzung im Schuldrecht?
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Ersti96
Verfasst am: 01 Nov 2017 - 21:08:33 Titel: Warum Rechtsgutverletzung im Schuldrecht?
Hallo zusammen! Ich bin Jurastudent im ersten Semester und habe eine Frage bezüglich der Anspruchsgrundlagen des Deliktrechts § 823 BGB ff .Diese sind ja im Buch der Schuldverhältnisse geregelt , welches ja als relatives Recht nur zwischen den beteiligten Personen wirkt und nicht gegen Jedermann. Wenn das gesamte Schuldrecht relatives Recht ist , wie kann es dann sein , dass es im 823 I BGB um die Verletzung von Rechtsgütern geht , welche doch unter die absoluten Rechte fallen wie z.B. das Eigentum .Absolute Rechte gelten gegen Jedermann .So wie ich das verstanden habe müssten die Unerlaubten Handlungen im Schuldrecht doch alle unter absolutes Recht fallen oder nicht ? Würde mich sehr über Antworten freuen .
Verfasst am: 04 Nov 2017 - 14:12:02 Titel:
Du musst trennen zwischen dem absoluten Recht und dem gesetzlichen Schuldverhältnis des § 823 BGB, das entsteht, wenn du ein absolutes Recht verletzt.
Den Anspruch auf Vindikation gem. § 985 BGB hast du als Eigentümer ggü. jedermann. Einen Schadensersatzanspruch gem. § 823 I Var. 5 BGB hast du nur gegen denjenigen, ggü. dem die Tatbestandsvoraussetzungen des § 823 BGB vorliegen, also wenn jemand das Eigentum rechtswidrig und schuldhaft verletzt hat. Damit liegt dann aber nur eine inter partes-Wirkung zwischen Schädiger und Geschädigtem/Eigentümer vor.
Das absolute Recht ist bei §§ 823 ff. BGB also nur ein Tatbestandsmerkmal. Es gibt im Rahmen dieser Vorschriften (anders als im Sachenrecht) aber keinen automatischen Anspruch gegen alle.