Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202008,%20838
Timestamp: 2020-04-09 04:35:31
Document Index: 283944485

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 18', '§ 110', '§ 171', '§ 47', '§ 110', '§ 110', '§ 170', '§ 170', '§ 171', '§ 110', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 170', '§ 170', '§ 47', '§ 110', '§ 171', '§ 169', '§ 110', '§ 108', '§ 169', '§ 110', '§ 110', '§ 110', '§ 51', '§ 53', '§ 53']

BFH, 24.01.2008 - VII R 3/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2486
BFH, 24.01.2008 - VII R 3/07 (https://dejure.org/2008,2486)
BFH, Entscheidung vom 24.01.2008 - VII R 3/07 (https://dejure.org/2008,2486)
BFH, Entscheidung vom 24. Januar 2008 - VII R 3/07 (https://dejure.org/2008,2486)
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StromStG § 10 Abs. 1; StromStV § 18 Abs. 1; AO § 110 Abs. 1, § 171 Abs. 3, § 47
Möglichkeit einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand mit der Folge einer rückwirkenden Ablaufhemmung; Zusammenfallen des Ablaufs der Frist für die Beantragung einer Steuervergütung mit dem Ablauf der Festsetzungsfrist; Wegfall eines Anspruchs auf eine ...
Versäumung gesetzlicher Fristen
Nicht wiedereinsetzungsfähige Fristen
Auch komme keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in Betracht, da § 110 AO nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 24.1.2008 VII R 3/07) nicht auf den Ablauf der Festsetzungsfrist anwendbar sei.
Diese Beurteilung ist umso mehr geboten, weil auch bei unverschuldetem Versäumen der Festsetzungsfrist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach § 110 AO nicht in Betracht kommt (vgl. BFH-Urteil vom 24.1.2008 VII R 3/07, BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462).
Die Frage nach der Rechtsqualität der in der StromStV geregelten Antragsfristen habe der Bundesfinanzhof (BFH) in seinen Entscheidungen vom 24. Januar 2008 VII R 3/07 (BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462), vom 1. Juli 2008 VII R 37/07 (…BFH/NV 2008, 2062) und vom 12. Mai 2009 VII R 5/08 (…BFH/NV 2009, 1602) noch nicht eindeutig beantwortet.
Lediglich für die Fälle, in denen wie im Streitfall eine Steueranmeldung für Strom abzugeben ist, enthält § 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Satz 2 AO eine abweichende Regelung, die im Streitfall allerdings keine Anwendung findet, weil es in das Belieben des Entlastungsberechtigten gestellt ist, ob er die Steuerbegünstigung, d.h. im Streitfall den sog. Spitzenausgleich, in Anspruch nehmen will, und er somit zur Abgabe einer Steueranmeldung nicht verpflichtet ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462; Banniza in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 170 AO Rz 24).
Unter Berücksichtigung dieses Grundsatzes begegnet die in § 171 Abs. 3 AO eröffnete Möglichkeit, den Ablauf der Festsetzungsfrist nur mit einem vor Ablauf gestellten Antrag zu hemmen, keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. BFH-Urteil vom 24. Januar 2008 VII R 3/07, BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462).
Wie der Senat unter Aufhebung des Urteils des FG Hamburg vom 19. Dezember 2006 4 K 107/06 entschieden hat (Senatsurteil vom 24. Januar 2008 VII R 3/07, BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462), kann selbst bei unverschuldeter Säumnis des Steuerpflichtigen eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach § 110 Abs. 1 AO mit dem Ziel einer rückwirkenden Ablaufhemmung nach § 171 Abs. 3 AO nicht gewährt werden (Kruse in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 171 AO Rz 10; Frotscher in Schwarz, AO, § 171 Rz 9a;… Klein/Rüsken, AO, 9. Aufl., § 171 Rz 11; a.A. ohne nähere Begründung Ruban in Hübschmann/Hepp/Spitaler --HHSp--, § 171 AO Rz 19, und Hartmann in Beermann/Gosch, AO § 171 Rz 17).
Die gegen das Senatsurteil in BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462 eingelegte Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung angenommen worden (BVerfG-Beschluss vom 6. April 2009 1 BvR 1692/08).
Weder § 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO noch § 170 Abs. 3 AO finden im Streitfall Anwendung, denn der Vergütungsantrag stellt keine Steueranmeldung dar, für deren Abgabe eine gesetzliche Verpflichtung besteht, und in Frage steht weder eine Aufhebung oder Änderung noch eine Berichtigung einer bereits erfolgten Steuerfestsetzung (vgl. hierzu Senatsurteil vom 24. Januar 2008 VII R 3/07, BStBl II 2008, 462), so dass im Zeitpunkt des Eingangs des formgerecht gestellten Antrags der Vergütungsanspruch mit Ablauf der Festsetzungsfrist am 31. Dezember 2005 gemäß § 47 AO bereits erloschen war.
Wie der Senat mit seinem Urteil in BStBl II 2008, 462 entschieden hat, kommt eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach § 110 Abs. 1 AO mit der Folge einer rückwirkenden Ablaufhemmung nach § 171 Abs. 3 AO nicht in Betracht, wenn ein Vergütungsantrag erst nach Ablauf der Festsetzungsfrist und nach dem Erlöschen des Vergütungsantrags gestellt wird.
Durch die Rechtsprechung des BFH, der sich der Senat anschließt, ist geklärt, dass die gesetzliche Festsetzungsfrist i. S. des § 169 AO nicht zu den wiedereinsetzungsfähigen Fristen gemäß § 110 AO gehört (BFH…, Beschluss vom 02.03.2011, IX B 88/10, BFH/NV 2011, 1295 m. w. N., vgl. auch BFH, Urteile vom 19.08.1999, III R 57/98, BFHE 191, 198, BStBl II 2000, 330; vom 24.01.2008, VII R 3/07, BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462).
Nach Auffassung des Senats ist im Streitfall § 108 Abs. 3 AO nicht anwendbar (a. A. zur Kindergeldfestsetzung, FG-Düsseldorf vom 24. Januar 2008 VII R 3/07, a. a. O., Rz. 20).
Die Festsetzungsfristen nach § 169 Abs. 2 AO als gesetzliche Fristen, die von den Behörden als Verwaltungsträger im Verwaltungsverfahren zu beachten sind, fallen nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht unter die Fristen im Sinne des § 110 Abs. 1 AO und sind damit nicht wiedereinsetzungsfähig (vgl. BFH-Urteile vom 19. August 1999 III R 57/98, BStBl II 2000, 330 ; und vom 24. Januar 2008 VII R 3/07, BStBl II 2008, 462 ;… BFH-Beschlüsse vom 27. Februar 2007 III B 158/06, BFH/NV 2007, 1090 ; …und vom 2. März 2011 IX B 88/10, BFH/NV 2011, 1295;… Brandis in Tipke/Kruse, a. a. O., § 110 AO Rz. 5).
Auch komme keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in Betracht, da§ 110 AO nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 24.1.2008 VII R 3/07) nicht auf den Ablauf der Festsetzungsfrist anwendbar sei.
FG Hamburg, 11.09.2013 - 4 K 98/12
Energiesteuer: Energiesteuerentlastung nach § 51 EnergieStG
FG Hamburg, 06.03.2013 - 4 K 156/12
Energiesteuer: Frist für Anträge nach § 53 EnergieStG
FG Hamburg, 03.12.2012 - 4 K 107/12
Energiesteuerrecht: Antragsfrist für eine Steuerentlastung gemäß § 53 EnergieStG