Source: https://forum.e-recht24.de/3769-schmerzensgeld-verwendung-fremden-bildern.html?s=6c2938e90fcb1cd5f4ae27e7fc49ffe9
Timestamp: 2020-08-12 23:38:11
Document Index: 94270811

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 823', '§ 22', '§ 823', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 253']

nehmen wir mal an, ein webmaster findet auf einer anderen homepage schöne bilder und benutzt die für seine eigene, ohne böse oder kommerzielle absicht, sondern nur weil ihm diese gefallen.
nun würde sich der ersteller der bilder melden, der auch auf diesen zu sehen ist. er sagt, seine persönlichkeitsrechte seien verletzt und er möchte außergerichtlich 1300 EUR schmerzensgeld haben. ansonsten droht er damit, das ganze zivil- und strafrechtlich zu verfolgen und einen anwalt einzuschalten falls nicht bis zu einer bestimmten frist ihm dieses geld auf sein konto überwiesen wird.
wenn der webmaster nun wie verlangt die bilder komplett gelöscht hat und auch zustimmt in zukunft keine bilder des urhebers mehr zu verwenden, müsste er in solch einem fall auch noch dieses schmerzensgeld überweisen? wofür überhaupt schmerzensgeld, wenn diese bilder ja auch auf der homepage des urhebers für jeden frei zu sehen waren? bräuchte so etwas nicht eine anwaltliche aufforderung oder sowas?
wäre so was eine berechtigte drohung oder könnte man so etwas als einschüchterung ohne rechtliche berechtigung sehen? wie könnte man bei so etwas die rechtslage beurteilen?
AW: Schmerzensgeld bei Verwendung von fremden Bildern?
Kommt eben darauf an. Die Person hat schließlich ein Recht am eigenen Bild. Wenn er dieses auf seiner eigenen Seite veröffentlicht, stimmt er ja logischerweise einer veröffentlichung zu. Einem Dritten wurde diese Erlaubnis eben nicht erteilt. Somit könnte er in seinen Rechten verletzt sein. Zum einen als Urheber des Bildes, zum anderen als Person auf dem Bild.
Das sie aus der eigenen Webseite der Person für jedermann zu sehen waren, macht aus meiner Sicht keinen Unterschied. So könnte das Bild in Verbindung mit einer anderen Webseite und deren Inhalte aus dem Kontext gezogen werden oder eben die Person in einem falschen Licht darstellen. Wäre die betreffende Person z.B. im Naturschutz tätig und die fremde Seite würde sich für Atomkraft aussprechen und verwendet das Bild der Person, würde diese evtl. mit Atomkraft, also entgegen seiner Einstellung, in Verbindung gebracht. Selbst bei Personen der Zeitgeschichte, die man ohne Genehmigung abbilden darf (Politiker oder Sportler z.B.) wären in diesem Beispiel evtl. berechtigt vorzugehen.
Die Rechtsgrundlagen hierfür sind die §§ 22 ff KUG und evtl. auch 201a StGB. Ein Schadensersatz entsprechend aus § 823 Abs. 2 i.V.m. §§ 22,23 KUG.
Der Schmerzensgeldanspruch könnte sich aus § 823 Abs. 1 BGB i.V.m. Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG begründen, wenn es sich um das Recht am eigenen Bild handelt.
müsste sich in so einem fall dann nicht ein anwalt oder jemand offizielles bei dem webmaster melden wegen dieser forderungen (unterlassung o.ä.)? es muss doch eine grundlage geben auf welcher basis man einfach so 1300 EUR verlangt? so einfach privat geld auf irgendein angegebenes konto zu überweisen lässt einen faden beigeschmack nicht verbergen (stichwort abzocke)
der webmaster hat die bilder ja nun nach aufforderung auch sofort entfernt, wäre es da überhaupt noch nachvollziehbar, wie der sachverhalt zuvor gewesen ist?
wenn es sich bei den fotos um zwei schnappschüsse ohne großen künstlerischen anspruch handelt, wäre das dann nicht unverhältmnismäßig gegen so etwas jusristisch vorzugehen?
Setzt du hier nicht Schmerzensgeld mit Schadensersatz gleich?
Dem Anspruch auf Schadensersatz widerspreche ich soweit nicht, dem Schmerzensgeld schon.
Das Schmerzensgeld ist ja im § 253 BGB geregelt (Immaterieller Schaden) und auf die ausdrücklich genannten Fälle begrenzt. Einen solchen Fall würde ich bei der Veröffentlichung eines Bildes nicht sehen. Das heißt für mich: Schadensersatz ja, Schmerzensgeld nein.
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