Source: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/g/gewerbesteuer-lexikon-des-steuerrechts/
Timestamp: 2019-07-22 01:43:38
Document Index: 46234470

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 2', '§ 10', '§ 5', '§ 14', '§ 2']

Gewerbesteuer - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Gewerbesteuer – Lexikon des Steuerrechts
Trotz dieses Abzugsverbots ist die handelsrechtlich zu passivierende → Gewerbesteuerrückstellung aufgrund des Maßgeblichkeitsgrundsatzes gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG auch in der Steuerbilanz auszuweisen. Dabei ist die GewSt mit dem Betrag anzusetzen, der sich ohne ihre Berücksichtigung als Betriebsausgabe ergibt (keine Anwendung der so genannten 5/6-Methode nach R 4.9 Abs. 2 Satz 2 EStR 2013). Allerdings sind die sich aus der Berücksichtigung der Gewerbesteuerrückstellung ergebenden Gewinnminderungen außerbilanziellwieder zukorrigieren (OFD Hannover vom 18.5.2009, S 2137 – 135 – StO 221/222, DStR 2009, 1202, LEXinform 5232156).
Unternehmensidentität bedeutet, dass der im Anrechnungsjahr bestehende Gewerbebetrieb identisch ist mit dem Betrieb, der im Jahr der Entstehung des Verlustes bestanden hat. Da jeder selbstständige Betrieb für sich einen Steuergegenstand im Sinne des Gewerbesteuerrechts darstellt, können aus diesem Grund – wenn ein Unternehmer mehrere Betriebe unterhält – negative Gewerbeerträge eines Betriebes nicht mit positiven Gewerbeerträgen anderer Betriebe ausgeglichen werden. Auch wenn ein Unternehmen einen Betrieb aufgibt und einen neuen gründet, können frühere Verluste des aufgegebenen Betriebes nicht vom Gewerbeertrag des neuen Betriebes abgezogen werden (R 10a.2 GewStR 2009). Geht ein Gewerbebetrieb im Ganzen auf einen anderen Unternehmer über (§ 2 Abs. 5 GewStG, Unternehmerwechsel) und endet dadurch die sachliche Steuerpflicht, so kann der neue Unternehmer den maßgebenden Gewerbeertrag nicht um die Fehlbeträge kürzen, die sich bei der Ermittlung des maßgebenden Gewerbeertrags des übergegangenen Unternehmens ergeben haben (§ 10 a Satz 8 GewStG).
Erstmals ab Erhebungszeitraum 2011 (Steuerbürokratieabbaugesetz vom 20.12.2008, BGBl I 2008, 2850) hat der Steuerschuldner (§ 5 GewStG) für stpfl. Gewerbebetriebe eine Erklärung zur Festsetzung des Steuermessbetrages und in Zerlegungsfällen außerdem eine Zerlegungserklärung nachamtlichvorgeschriebenemDatensatz durchDatenfernübertragung zu übermitteln. Zur Vermeidung unbilliger Härten kann auf Antrag auf die elektronische Übermittlung verzichtet werden (§ 14a GewStG).
Körner, Gewerbeertragsbesteuerung von Mitunternehmerschaften, INF 2004, 265; Bröder, Beginn der sachlichen Gewerbesteuerpflicht gem. § 2 GewStG, NWB Fach 5, 1543; Rogall, Ungereimtheiten bei der Gewerbesteuer im Zusammenhang mit der Beteiligung an Kapitalgesellschaften, DB 2004, 2176; Tetzlaff u.a., Grundlagen der Gewerbesteuer, Steuer & Studium 2006, 576; Fehling, Die Gewerbesteuer nach der Unternehmensteuerreform 2008, NWB Fach 5, 1617; Ortmann-Babel u.a., Unternehmensteuerreform 2008 Teil I: Gewerbesteuerliche Änderungen und Besteuerung von Kapitalgesellschaften und deren Anteilseignern, BB 2007, 1869; Richter, Unternehmensteuerreformgesetz 2008: Gewerbesteuerliche innerorganschaftliche Leistungsbeziehungen, FR 2007, 1042; Fehling, Gewerbesteuer und Abfärberegelung sind verfassungskonform, NWB Fach 5, 1669; Brockmann u.a., Änderungen bei der Körperschaft- und Gewerbesteuer – JStG 2009/Steuerbürokratieabbaugesetz, NWB 2009, 448; Ossinger in Preißer, StB-Prüfung 2016, Band 1, Kap. C.