Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZM%202009,%20124
Timestamp: 2020-01-20 11:10:20
Document Index: 49781945

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 538', '§ 536', '§ 536', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.10.2008 - XII ZR 1/07, XII ZR 2/07 - dejure.org
BGH, 15.10.2008 - XII ZR 1/07, XII ZR 2/07
https://dejure.org/2008,1434
BGH, 15.10.2008 - XII ZR 1/07, XII ZR 2/07 (https://dejure.org/2008,1434)
BGH, Entscheidung vom 15.10.2008 - XII ZR 1/07, XII ZR 2/07 (https://dejure.org/2008,1434)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 2008 - XII ZR 1/07, XII ZR 2/07 (https://dejure.org/2008,1434)
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Hoher Publikumsverkehr als Mangel eines Bürogebäudes
Publikumsverkehr eines gewerblichen Mitmieters (hier: Arbeitsgemeinschaft der Bundesagentur für Arbeit und des Landkreises (ARGE)) in einem Bürohochhaus als Mangel der Mietsache; Nichtgewährleistung eines mietvertraglich geschuldeten Betriebs einer Zugangskontrolle ...
Feststellung eines durch von neuem Mitmieter veränderten Zugangskontrollen begründeten Mangels bei gewerblichem Mietobjekt
Publikumsverkehr Mietmieter - Mietminderung
Unterschichten; -Publikumsverkehr als Mangel der Mietsache
Besuchermassen bei Agentur für Arbeit: Mietminderung für Mitmieter?
Ärztegemeinschaft will Praxismiete mindern: - In das teure, "exklusive Bürohochhaus" zog die "Hartz-IV-Behörde" ein
Nicht jeder Mangel berechtigt zur Mietminderung - und: Wann liegt überhaupt ein Mangel vor?
Zur Frage, wann Art und Umfang des Publikumsverkehrs eines Mieters zu einem Mangel der Mietsache führen
Störende Besucher anderer Mieter: Kein Anspruch auf bestimmten Mietermix! (IMR 2009, 84)
Wann sind "Besuchermassen" in einem Bürogebäude ein Mangel? (IMR 2009, 83)
LG Heilbronn, 17.02.2006 - 2 O 496/05
LG Heilbronn, 17.02.2006 - 2 O 552/05
OLG Stuttgart, 30.11.2006 - 13 U 54/06
NJW 2009, 664
MDR 2009, 319
NZM 2009, 124
ZMR 2009, 269
Insbesondere lassen sich auch der Mietvertragsurkunde keine Umstände entnehmen, die den sicheren Schluss auf die verbindliche Festlegung eines bestimmten Immissionsstandards über die Dauer der Mietzeit hinweg zuließen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07, NJW 2009, 664 Rn. 26).
Weil sich der Fehler des Beschlagbolzens auf die Belüftung der Büroräume und somit auf den konkreten Mietgebrauch auswirkte, begründete er einen Mangel der Mietsache im Sinne des § 538 Abs. 1 BGB a.F. (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 664 Tz. 18 ff.).
Ein Mangel im Sinne des § 536 Abs. 1 BGB ist die für den Mieter nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustandes der Mietsache von dem vertraglich vereinbarten (st. Rspr. Senatsurteil vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 664, 666 mwN).
Öffentlich-rechtliche Gebrauchshindernisse und Gebrauchsbeschränkungen, die dem vertragsgemäßen Gebrauch eines Pachtobjekts entgegenstehen, begründen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs allerdings nur dann einen Sachmangel im Sinne der §§ 536 ff. BGB, wenn sie auf der konkreten Beschaffenheit der Pachtsache beruhen und nicht in persönlichen oder betrieblichen Umständen des Pächters ihre Ursache haben (vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 124 Rn. 34; vom 24. Oktober 2007 - XII ZR 24/06 - ZMR 2008, 274; vom 2. März 1994 - XII ZR 175/92 - ZMR 1994, 253, 254; vom 23. September 1992 - XII ZR 44/91 - NJW 1992, 3226 und vom 11. Dezember 1991 - XII ZR 63/90 = WM 1992, 583, 585; BGH Urteil vom 22. Juni 1988 - VIII ZR 232/87 - NJW 1988, 2664).
Das Revisionsgericht hat jedoch zu prüfen, ob der Tatrichter die Sollbeschaffenheit zutreffend beurteilt hat, den Begriff des Mangels nicht verkannt hat und auf entsprechende Rüge hin auch, ob seiner Beurteilung verfahrensfehlerfrei getroffene Feststellungen zugrunde liegen (Senatsurteil vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 664 Rn. 13).
Ein Mangel ist eine für den Mieter nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustands der Mietsache (der Ist-Beschaffenheit) vom vertraglich vorausgesetzten Zustand (der Soll-Beschaffenheit; BGH, WuM 2004, 715 = ZMR 2005, Seiten 108 f.; BGH, NZM 2009, 124 = ZMR 2009, 269; OLG Frankfurt/Main, NZM 2007, Seiten 330 f.).
Erforderlich ist allerdings, um Ausuferungen des Fehlerbegriffs zu vermeiden, stets eine unmittelbare Beeinträchtigung der Tauglichkeit bzw. eine unmittelbare Einwirkung auf die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache, wohingegen Umstände, die die Eignung der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch nur mittelbar berühren, nicht als Mängel zu qualifizieren sind (Senatsurteile vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 664 Rn. 34; vom 21. September 2006 - XII ZR 66/03 - NJW 2006, 899, 900 und vom 16. Februar 2000 - XII ZR 279/97 - NJW 2000, 1714, 1715).
Deshalb hat ein Mieter ohne eine entsprechende vertragliche Vereinbarung in der Regel keinen Anspruch gegen den Vermieter, einen bestimmten "Mietermix" oder ein bestimmtes "Milieuniveau" zu bewahren (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2008 - XII ZR 1/07 - NJW 2009, 664 Rn. 26 f.).
Dabei ist allerdings, um Ausuferungen des Fehlerbegriffes zu vermeiden, stets eine unmittelbare Beeinträchtigung der Tauglichkeit bzw. eine unmittelbare Einwirkung auf die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache erforderlich, wohingegen Umstände, welche die Eignung der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch nur mittelbar berühren, nicht als Mängel zu qualifizieren sind (vgl. BGH, Urteil vom 16.02.2000, XII ZR 279/97, NJW 2000, 1714; Urteil vom 15.10.2008, XII ZR 1/07, NJW 2009, 664).