Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-89737-4_44
Timestamp: 2019-08-18 07:21:49
Document Index: 230623250

Matched Legal Cases: ['§ 404', 'BGH', 'BGH', '§ 402', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsverhältnis zwischen dem Sachverständigen, dem Gericht und den Parteien | Springer for Research & Development
Die Haftung des Ingenieurs im Bauwesen pp 346-346 | Cite as
Rechtsverhältnis zwischen dem Sachverständigen, dem Gericht und den Parteien
Mit der Ernennung zum gerichtlichen Sachverständigen wird der Gutachter zum Helfer bzw. Entscheidungsgehilfen des Gerichts (1). Aufgabe des gerichtlichen Sachverständigen ist es, aus seinem eigenen besonderen Fachwissen dem Richter die zur Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts erforderlichen Erfahrungssätze, die dieser selbst nicht kennt, zu vermitteln (2). Durch die Ernennung zum gerichtlichen Sachverständigen wird zwischen dem Sachverständigen und dem Staat als Träger der Gerichtsbarkeit ein öffentlich-rechtliches Verhältnis begründet (3). Dies beruht darauf, daß der Sachverständige mit der Gutachtenserstellung einer öffentlich-rechtlichen Pflicht nachkommt (4). Dies führt aber nicht dazu, daß der vom Gericht benannte Sachverständige öffentliche Gewalt für das Gericht ausübt (5). Da ein öffentlich-rechtliches Verhältnis vorliegt, kommen im Verhältnis zwischen Gericht und dem Sachverständigen die zivilrechtlichen Bestimmungen über den Dienst- und Werkvertrag nicht zur Anwendung (6). Aus den vorgenannten Gründen bestehen auch zwischen den Parteien und dem Sachverständigen keine vertraglichen Beziehungen, und zwar auch dann nicht, wenn die Auswahl und Benennung des Sachverständigen auf Vorschlag einer Partei oder auf Grund einer Einigung der Parteien erfolgt (§ 404 Abs. 3 u. 4 ZPO) (7).
BGH 15.12.76 NJW 76/1154, 1155; BGH 14.5.75 ausführlich wiedergegeben bei Dal-linger, MDR 76/17; OVG Münster 17.11.70 BB 71/498; Jessnitzer, DB 73/2497; Stein/ Jonas, 19. Aufl., A I 1 vor § 402 ZPO; Zum Verhältnis zwischen Sachverständigem und Gericht vgl. ausführlich Döbereiner/v. Keyserlingk, Sachverständigen-Haftung, 1979, RdZ 38 mit zahlreichen NachweisenGoogle Scholar
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Döbereiner/v. Keyserlingk, Sachverständigen-Haftung, 1979, RdZ 238; v. Keyserlingk, Die zivilrechtliche Haftung des gerichtlichen Sachverständigen, Der Sachverständige 1979/89; Döbereiner, Die Haftung des gerichtlichen und außergerichtlichen Sachverständigen nach der neueren Rechtsprechung des BVerfG und des BGH, BauR 79/282Google Scholar
Bohl T., Döbereiner W., Keyserlingk A.G. (1980) Rechtsverhältnis zwischen dem Sachverständigen, dem Gericht und den Parteien. In: Die Haftung des Ingenieurs im Bauwesen. Vieweg+Teubner Verlag
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-89737-4_44