Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/zustellung-einer-klage-und-der-tuerkei-und-der-zustellnachweis-2555
Timestamp: 2020-07-16 14:56:58
Document Index: 89738402

Matched Legal Cases: ['§ 183', '§ 418', '§ 184', 'Art. 6', '§ 418', '§ 184', 'Art. 38', 'EuG', 'Art. 2', 'Art. 2', '§ 184', '§ 352', 'Art. 2', 'BGH']

Zustellung einer Klage und der Türkei - und der Zustellnachweis | Außenwirtschaftslupe
Zustellung einer Klage und der Türkei - und der Zustellnachweis
Die Zustel­lung einer Kla­ge­schrift im Aus­land kann nach § 183 Abs. 2 Satz 2 ZPO durch das schrift­li­che Zeug­nis der ersuch­ten Behör­de mit der Beweis­kraft des § 418 Abs. 1 ZPO, die auch der ent­spre­chen­den Urkun­de der tür­ki­schen Behör­de zukommt, nach­ge­wie­sen wer­den.
Die förm­li­che Zustel­lung der Kla­ge­schrift und der Anord­nung nach § 184 Abs. 1 ZPO am 7. Juni 2010 ist bewie­sen durch die von einem Rich­ter unter-schrie­be­ne Urkun­de vom 16. Juni 2010 (Art. 6 HZÜ), die mit dem Schrei­ben des Gene­ral­di­rek­to­rats für Inter­na­tio­na­les Recht und Außen­be­zie­hun­gen des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums der Tür­ki­schen Repu­blik an das Land­ge­richt Köln nach Erle­di­gung des Rechts­hil­fe­er­su­chens über­sandt wor­den ist1.
Zwar ist grund­sätz­lich der Beweis der Unrich­tig­keit gegen die inhalt­li­che Rich­tig­keit einer Zustel­lungs­ur­kun­de zuläs­sig (§ 418 Abs. 2 ZPO). Tat­säch­li­che Umstän­de, die Zwei­fel an der Rechts­wirk­sam­keit der Zustel­lung durch Aus­hän­di­gung der Schrift­stü­cke an Rechts­an­walt P. begrün­den könn­ten, wer­den jedoch nicht auf­ge­zeigt. Sie erge­ben sich jeden­falls nicht schon dar­aus, dass den Zustel­lungs­un­ter­la­gen eine Voll­macht für Rechts­an­walt P. nicht bei­gefügt wor­den ist.
Auch ver­moch­te die Anre­gung der Klä­ge­rin, die Kla­ge­schrift sowie ein gege­be­nen­falls noch zu erlas­sen­des Ver­säum­nis­ur­teil gegen die Beklag­te im Wege der Rechts­hil­fe förm­lich zuzu­stel­len (Nr. 6 der Kla­ge­an­trä­ge), nicht einen Ermes­sens­feh­ler des nicht an eine sol­che Anre­gung der Par­tei gebun­de­nen Rich­ters bei der Anord­nung gemäß § 184 Abs. 1 ZPO zu begrün­den. Auch in Fäl­len mit Aus­lands­be­zug steht den Pro­zess­par­tei­en ein pro­zes­sua­ler Anspruch auf eine bestimm­te Form der Urteils­zu­stel­lung nicht zu. Es ist allein nach den Rege­lun­gen des auto­no­men deut­schen Pro­zess­rechts zu bestim­men, in wel­chen Fäl­len die Zustel­lung im Aus­land bewirkt wer­den muss. Da die förm­li­che Zustel­lung zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen im Pro­zess­ab­lauf füh­ren kann, wodurch der Jus­tiz­ge­wäh­rungs­an­spruch der betrof­fe­nen Par­tei maß­geb­lich beein­träch­tigt wür­de, ist der Rich­ter gehal­ten, ver­meid­ba­ren Ver­zö­ge­run­gen mit den ihm gege­be­nen pro­zess­recht­li­chen Mög­lich­kei­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Janu­ar 2013 — VI ZR 241⁄12
Maze­do­ni­sche Urtei­le — und ihre Voll­streck­bar­keit in Deutsch­land Das Urteil eines maze­do­ni­schen Gerichts darf nicht gemäß Art. 38 ff EuGV­VO aF für in Deutsch­land voll­streck­bar erklärt wer­den. Die Ver­ord­nung ist nicht auf gericht­li­che Ent­schei­dun­gen anwend­bar, die in der ehe­ma­li­gen jugo­sla­wi­schen Repu­blik Maze­do­ni­en ergan­gen…
Zustel­lung aus­län­di­scher Kla­gen in Deutsch­land Art. 2 Abs. 1 GG gewähr­leis­tet die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit im umfas­sen­den Sin­ne2. Die Zustel­lung ist ein staat­li­cher Hoheits­akt, mit dem ein aus­län­di­sches Gerichts­ver­fah­ren geför­dert wird. Dem Zustel­lungs­emp­fän­ger wird zwar…
Anfor­de­run­gen an aus­län­di­sche Zustel­lungs­ur­kun­den Dem von einer aus­län­di­schen Zen­tra­len Behör­de (Art. 2 HZÜ ((Haa­ger Über­ein­kom­mens vom 15.11.1965 über die Zustel­lung gericht­li­cher und außer­ge­richt­li­cher Schrift­stü­cke im Aus­land in Zivil- und Han­dels­sa­chen (Haa­ger Zustel­lungs­über­ein­kom­men — HZÜ), vgl. BGBl. II 1977 S.…
Das Ver­säum­nis­ur­teil gegen einen tür­ki­schen Beklag­ten — und die… Die Rege­lung des § 184 Abs. 1 Satz 2 ZPO, die eine Zustel­lung durch Auf­ga­be zur Post unter der Anschrift des außer­halb des Bun­des­ge­biets und außer­halb des Anwen­dungs­be­reichs der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1393⁄2007 des Euro­päi­schen…
Die Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens im Aus­land — und der deut­sche… Wird ein Insol­venz­ver­fah­ren im Aus­land eröff­net und betrifft ein im Inland geführ­ter Rechts­streit die Insol­venz­mas­se, ord­net § 352 Abs. 1 Satz 1 InsO an, dass der inlän­di­sche Rechts­streit unter­bro­chen ist. Als nicht kol­li­si­ons­recht­li­che Sach­norm bestimmt…
Puni­ti­ve Dama­ges — Zustel­lung US-ame­ri­ka­ni­scher Kla­gen in Deutsch­land Eine auf Straf­scha­dens­er­satz (puni­ti­ve dama­ges) gerich­te­te Scha­dens­er­satz­kla­ge vor einem US-ame­ri­ka­ni­schen Gericht ver­stößt nicht von vorn­her­ein gegen unver­zicht­ba­re Grund­sät­ze eines frei­heit­li­chen Rechts­staats. Art. 2 Abs. 1 GG gewähr­leis­tet die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit im umfas­sen­den Sin­ne ((vgl. BVerfGE…
vgl. BGH, Beschluss vom 13.11.2001 — VI ZB 9⁄01, NJW 2002, 521 [↩]
vgl. BVerfGE 80, 137, 152 m.w.N. [↩]
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