Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/littmannbitzpust-das-einkommensteuerrecht-estg-4-e-abc-der-be_idesk_PI16039_HI9586481.html
Timestamp: 2019-08-19 16:08:38
Document Index: 98421241

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 364', '§ 4', '§ 4', '§ 89', '§ 89', '§ 34', '§ 24', '§ 3']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG §§ 4, ... / E. ABC der BE | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Rn. 1615
Stand: EL 118 – ET: 10/2016
s "Altgold"
Abfindungen sind als BE zu erfassen, wenn sie betrieblich veranlasst sind. Maßgeblich sind die Verhältnisse beim Empfänger der Abfindung. Sie müssen insoweit beim Empfänger betrieblich veranlasst sein. Auf die Verhältnisse des Zahlenden kommt es nicht an. Als Hilfsgeschäfte sind die Abfindungen zu berücksichtigen.
- So ist die Abfindung, die einem freiberuflich tätigen Arzt für die Aufgabe seiner Praxisräume gezahlt wurde, als BE zu berücksichtigen (BFH BStBl III 1965, 12).
- Auch die Entschädigung für den Verzicht auf ein Vorkaufsrecht, das an einem betrieblich gepachteten Grundstück besteht, ist eine BE (BFH BStBl II 1977, 62).
- Ebenso ist die Entschädigung des abziehenden Pächters eines landw Betriebes für die stehende Ernte eine BE (BFH BStBl II 1976, 781).
- Die Pachtaufhebungsentschädigung iRd LBG sind als BE zu erfassen (BFH BStBl II 1996, 281).
- Auch die Abfindung einer Pensionszusage im Rahmen einer Betriebsaufgabe ist eine Sonder-BE des Gesellschafters (BFH BStBl II 2005, 559).
s "Anzahlung"
Wird dem StPfl, der seinen Gewinn nach § 4 Abs 3 EStG ermittelt, eine Forderung abgetreten, so ist der Empfang einer Forderung (dh die Abtretung als solche) noch keine BE. Erst die Realisierung der Forderung (Zufluss des Geldwertes) führt zu einer BE. Tritt dagegen der StPfl eine Forderung an einen Dritten ab, so ist in diesem Fall eine BE beim StPfl durch den Empfang des Kaufpreises für die Forderung anzusetzen. Dieser Vorgang führt zu einer Realisierung der Forderung beim StPfl zu diesem Zeitpunkt (Kanzler in H/H/R, § 4 EStG Rz 570 "Abtretung"). Dagegen gilt für den Empfänger der Forderung, dass dieser mit dem Empfang noch kein BE zu verzeichnen hat (s oben). Wird dem StPfl eine Forderung an Zahlungs statt von seinem Schuldner abgetreten, so gilt die diesem Vorgang zugrunde liegende Forderung gegen den Schuldner des StPfl als zur Zeit der Abtretung zugeflossen (§ 364 BGB; vgl BFH BStBl III 1966, 394; Kanzler in H/H/R, § 4 EStG Rz 570 "Abtretung"), sodass sie auch als BE zu diesem Zeitpunkt zu erfassen ist.
Altgold, das bei der Behandlung der Patienten beim Zahnarzt anfällt, stellt eine BE dar. Sie ist jedoch im Zeitpunkt des Zugangs auf der Ausgabenseite mit einem gleich hohen Gegenwert zu berücksichtigen. Im Zeitpunkt des Empfangs des Erlöses aus der Veräußerung an die Scheideanstalt, ist aber dieser Erlös als BE zu berücksichtigen (BFH BStBl II 1986, 607; 1993, 36; BFH/NV 1987, 761; s auch FG BdW EFG 1995, 160). Die Behandlung von Silberabfällen bei Röntgenärzten wird vom BFH in gleicher Weise vorgenommen (BFH BStBl II 1986, 907).
Anstaltsbeiträge einer Rundfunkanstalt an eine Pensionskasse können BE beim Beauftragten (Rundfunkermittler) sein (BFH BFH/NV 2006, 1645).
Anzahlungen sind wie Vorschüsse im Zeitpunkt des Zuflusses als BE beim Empfänger zu erfassen (BFH BStBl III 1963, 534; vgl auch bzgl Abgrenzung zu einem Darlehen FG BBg v 24.10.2013, 4 K 4311/10, juris, Rev eingelegt Az BFH VIII R 4/14).
Sie ist keine BE, auch wenn der StPfl von vornherein auf ein Entgelt für eine Leistung durch seine Arbeitskraft verzichtet (Kanzler in H/H/R, § 4 EStG Rz 570 "Arbeitskraft").
Honorareinnahmen von Privatpatienten, die der Arzt durch die Privatärztliche Verrechnungsstelle einziehen lässt, sind im Zeitpunkt des Zuflusses bei der Verrechnungsstelle als BE zu erfassen (BFH BStBl III 1964, 329).
Zahlungen von Aufgeld bei der Ausgabe von Optionsanleihen sind keine BE, sondern sind als Einlage zu behandeln (BFH BStBl II 2008, 809; BFH/NV 2006, 426). Die Leistung des vom jeweiligen Erwerber einer Optionsanleihe zu erbringenden (offenen oder auch verdeckten) Aufgeldes hat nämlich ihre Ursache im Gesellschaftsverhältnis (BFH BStBl II 2008, 809; BFH/NV 2006, 616; 2007, 502). Etwas anderes kann bei einem sog verdeckten Aufgeld gelten (s BFH BFH/NV 2015, 686).
Aufrundungsbetrag
Aufrundungsbeträge der iRd Initiative "Deutschland rundet auf" gespendeten Beträge sind BE (BMF v 03.05.2013 IV D2 – S 7200/07/10017, DStR 2013, 1288).
Ausgleichzahlungsansprüche nach § 89b HGB entstehen mit Beendigung des Vertragsverhältnisses. Ausgleichszahlungen kommen auch bei einer wesentlichen Einschränkung des Arbeitsgebiets eines Versicherungsvertreters in Betracht (s BFH BFH/NV 2006, 1641). Die Ausgleichszahlungen gehören zum laufenden Gewinn (s im Einzelnen BFH BStBl II 1969, 485; 1981, 97; 1983, 243; 1983, 271; BFH/NV 1996, 312). Die Tarifbegünstigung ergibt sich für Ausgleichszahlungen nach § 89b HGB erst aus § 34 Abs 2 Nr 2 EStG iVm § 24 Nr 1 Buchst c EStG.
Auslagenersatz ist keine BE, da es sich um einen durchlaufenden Posten handelt (zum durchlaufenden Posten s Rn 1555).
Ausschüttungen einer KapGes gehören zu den BE, wenn die Beteiligung im BV gehalten wird. Sie unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren gem § 3 Nr 40 EStG (nach dem 31.12.2008 dem Teilein...