Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-12-2012-2C_270-2012
Timestamp: 2016-10-26 06:06:44
Document Index: 44138184

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_270/2012 (01.12.2012)
2C_270/2012
Urteil vom 1. Dezember 2012
Einwohnergemeinde Stadt Solothurn, Einwohnerdienste,
Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn,
vertreten durch das Amt f�r Gemeinden AGEM des Kantons Solothurn,
Gemeinde A.________.
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 9. Februar 2012.
X.________, geboren 1981 und unverheiratet, ist schriftenpolizeilich in A.________/SG angemeldet. Mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag als Assistenzzahnarzt in einer Zahnarztpraxis in B.________/BE t�tig, bel�uft sich sein Arbeitspensum auf 80 Prozent. Aufgrund seiner Berufst�tigkeit im Kanton Bern meldete er sich anf�nglich in C.________/SO, sp�ter in D.________/SO als Wochenaufenthalter an, wozu er einen Heimatausweis hinterlegte. Im Oktober 2010 zog X.________ nach Solothurn. Er bezog eine unbefristet angemietete, unm�blierte Vier-Zimmer-Wohnung, die er sich mit einer Mitbewohnerin teilte. Am 22. Dezember 2010 ersuchte X.________ den Einwohnerdienst der Stadt Solothurn um Eintragung als Wochenaufenthalter. Er machte im Wesentlichen geltend, sein Wohnsitz befinde sich weiterhin in A.________/SG, wohin er mindestens einmal pro Woche zur�ckkehre. Dort wohne er zusammen mit seiner Mutter und dem Bruder in der m�tterlichen Stockwerkeinheit.
Mit Verf�gung vom 28. Februar 2011, datiert auf den 28. M�rz 2011, stellte der Einwohnerdienst der Stadt Solothurn fest, der Lebensmittelpunkt und somit Wohnsitz von X.________ befinde sich seit dem 1. Oktober 2010 in Solothurn. Er wurde aufgefordert, sich in A.________/SG ordnungsgem�ss abzumelden und den Heimatschein nachzureichen. X.________ erhob Beschwerde an die Beschwerdekommission der Stadt Solothurn. Diese best�tigte am 27. Mai 2011 die angefochtene Verf�gung, ebenso wie nachher das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn, welches am 29. September 2011 das gegen den Entscheid der Beschwerdekommission gerichtete Rechtsmittel abwies. X.________ zog den Entscheid des Departements am 22. Oktober 2011 an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn weiter. Dieses erkannte mit Entscheid vom 9. Februar 2012 auf Beschwerdeabweisung und stellte fest, der Wohnsitz X.________s befinde sich seit dem 1. Oktober 2010 in Solothurn.
Mit Eingabe vom 22. M�rz 2012 an das Bundesgericht beantragt X.________ sinngem�ss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei festzustellen, dass ihm in Solothurn der Status als Wochenaufenthalter zukomme.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn, das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn, handelnd durch das Amt f�r Gemeinden des Kantons Solothurn, und die Stadt Solothurn beantragen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die zur Vernehmlassung eingeladene Gemeinde A.________/SG reicht keine Stellungnahme ein. X.________ (hiernach: der Beschwerdef�hrer) nimmt in einer unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 23. Juni 2012 abschliessend Stellung.
1.1 Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit bzw. die Zul�ssigkeit des Rechtsmittels von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1 BGG) und mit freier Kognition (BGE 138 III 471 E. 1 S. 475; 137 III 417 E. 1).
1.2 Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um den (End-)Entscheid einer letzten kantonalen Gerichtsinstanz in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, der beim Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten angefochten werden kann (Art. 82 lit. a, 83, 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, 90 BGG). Die Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Sache ist materiell einzutreten.
1.3 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (Motivsubstitution; BGE 138 III 537 E. 2.2 S. 540; 137 III 385 E. 3 S. 386; 133 III 545 E. 2.2. S. 550).
Trotz der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur, soweit eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
1.4 Das Bundesgesetz vom 23. Juni 2006 �ber die Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer amtlicher Personenregister (RHG; SR 431.02) bezweckt u. a. die Vereinheitlichung von Begriffen wie "Niederlassung" und "Aufenthalt" (Urteil 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 2.2.3, in: ZBl 113/2012 S. 543). Die Anwendung des kantonalen Personenregisterrechts, das auf den harmonisierten bundesrechtlichen Vorgaben beruht, pr�ft das Bundesgericht demnach mit freier Kognition, ebenso, wie es dies im Fall von Bundesrecht t�te (vgl. zur �hnlichen Konstellation im Bereich der Harmonisierung des Steuerrechts Urteil 2C_407/2012 vom 23. November 2012 E. 1.3).
1.5 Das Bundesgericht legt seinem Urteil an sich den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz k�nnen nur berichtigt werden, sofern sie entweder offensichtlich unrichtig, d. h. willk�rlich ermittelt worden sind (Art. 9 BV; BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; zum Willk�rbegriff: BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 137 I 1 E. 2.4 S. 5) oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Zudem hat die beschwerdef�hrende Partei aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234).
1.6 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen vor Bundesgericht nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 138 II 169 E. 3.1 S. 170, 217 E. 2.2 f. S. 220; 136 V 362 E. 3.2 f. S. 364 f.). Beweismittel, die der Beschwerdef�hrer erstmals vor Bundesgericht vorlegt, m�ssen unter novenrechtlichen Gesichtspunkten unbeachtlich bleiben.
2.1 Die Begriffe "Niederlassungs-" bzw. "Aufenthaltsgemeinde" gem�ss Art. 3 lit. a und b RHG beruhen auf der Begriffsbestimmung des ZGB und der bisherigen Praxis von Kantonen und Gemeinden (Botschaft vom 23. November 2005 zur Harmonisierung amtlicher Personenregister, BBl 2006 427, insb. 457; Urteile 2C_173/2012 vom 23. August 2012 E. 3.2 [Kanton Neuenburg]; 2C_413/2011 vom 13. April 2012 E. 3.1 [Kanton Freiburg]; 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 2.2.3 f. [Kanton Z�rich]). Das �ffentliche Recht kann den Wohnsitzbegriff in seinem Bereich autonom bestimmen (BGE 137 II 122 E. 3.5 S. 125). Der hier massgebende � 5 Abs. 1 des Gemeindegesetzes [des Kantons Solothurn] vom 16. Februar 1992 (GG/SO; BGS 131.1) verweist lediglich auf das Zivilrecht, d. h. Art. 23 ff. ZGB. Mit Blick auf die zitierten bundesrechtlichen Vorgaben ist �ber den Normtext von � 5 Abs. 1 GG/SO hinaus die Praxis in verwandten Sachbereichen heranzuziehen, so namentlich jene zum Steuerrecht (Urteil 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 3.2).
2.2 Einen Wohnsitz in der Schweiz bzw. im Kanton hat eine nat�rliche Person, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufh�lt (Art. 23 Abs. 1 ZGB; Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] bzw. Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Stehen zwei oder mehrere Orte in Konkurrenz, befindet sich im interkantonalen Verh�ltnis das (Haupt-)Steuerdomizil dort, wo faktisch der Mittelpunkt der Lebensinteressen der betreffenden Person liegt ("le lieu o� se situe le centre de ses int�r�ts"; BGE 132 I 129 E. 4.1 S. 36; 125 I 54 E. 2 S. 56; 123 I 289 E. 2a S. 293; zum Ganzen Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.1). Im internationalen Verh�ltnis ist dar�ber hinaus Art. 24 Abs. 1 ZGB ("r�manence du domicile") analog anwendbar (BGE 138 II 300 E. 3.3 S. 306; Urteil 2C_452/2012 / 2C_453/2012 vom 7. November 2012 E. 4.3).
2.3 Der Wohnsitzbegriff setzt sich aus einem objektiven, �usseren (Aufenthalt) und einem subjektiven, inneren Element (Absicht) zusammen. Zu seiner Feststellung ist von den �usserlich wahrnehmbaren Umst�nden, welche den Aufenthalt kennzeichnen, auf die dahinter stehende Absicht zu schliessen (BGE 137 II 122 E. 3.6 S. 126; 136 II 405 E. 4.3 S. 409 f.; 135 I 233 E. 5.1 S. 249). Dabei l�sst sich gemeinhin kein strikter Beweis erbringen, sodass eine Abw�gung aufgrund von Indizien erforderlich ist. Dies bedingt eine sorgf�ltige Ber�cksichtigung und Gewichtung s�mtlicher Berufs-, Familien- und Lebensumst�nde (Urteile 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2, in: RDAF 2011 II 127, StE 2011 A 24.21 Nr. 22; 2C_646/2007 vom 7. Mai 2008 E. 4.3.3). Auf die bloss ge�usserten W�nsche der betreffenden Person oder die gef�hlsm�ssige Bevorzugung eines Ortes kommt nichts an, ist der Wohnsitz doch insofern nicht frei w�hlbar. Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil, wo bisher die Schriften hinterlegt sind oder die politischen Rechte ausge�bt werden, keine ausschlaggebende Rolle. Als �ussere Merkmale k�nnen sie immerhin dann ein Indiz f�r den Wohnsitz bilden, wenn auch das �brige Verhalten der Person in diese Richtung zielt (BGE 132 I 29 E. 4.1 f. S. 35 f.; Urteile 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 3.2; 2C_918/2011 vom 12. April 2012 E. 3.1).
2.4 Bei einer verheirateten Person mit Beziehungen zu mehreren Orten, die im Erwerbsleben steht, werden die pers�nlichen und famili�ren Kontakte zum Familienort grunds�tzlich h�her gewichtet als jene zum Arbeitsort. Dies trifft jedenfalls zu, soweit die betreffende Person unselbst�ndig erwerbst�tig ist, keine leitende Stellung einnimmt und t�glich ("Pendler") oder regelm�ssig an den Wochenenden ("Wochenaufenthalter") an den Familienort zur�ckkehrt (BGE 132 I 29 E. 4.2 und 4.3 S. 36 f.; Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.2; 2C_918/2011 vom 12. April 2012 E. 3.2; 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.1).
Dasselbe gilt an sich, wenn es sich um eine unverheiratete Person handelt. Da die Bindung zur elterlichen Familie herk�mmlicherweise freier ausf�llt als jene unter Ehegatten, stellt die Praxis erh�hte Anforderungen. Selbst bei allw�chentlicher R�ckkehr zu den Eltern oder Geschwistern k�nnen die Beziehungen der unverheirateten Person zum Arbeitsort �berwiegen. Zu denken ist an Konstellationen, in welchen die betreffende Person sich am Arbeitsort eine unm�bliert angemietete Wohnung h�lt, am Arbeitsort ein Konkubinat f�hrt oder �ber einen namhaften Freundes- und Bekanntenkreis verf�gt. Demzufolge ist in einem solchen Fall zu untersuchen, ob - �ber die famili�ren Bande hinausreichend - weitere Beziehungen ersichtlich sind, die f�r ein �bergewicht der Bindungen zu einem der beiden oder mehreren Orte sprechen. Eine wesentliche Rolle kommt der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses und dem Alter der Person zu (BGE 125 I 54 E. 2b/bb S. 57; nun auch 138 II 300 E. 3.6.2 S. 309).
2.5 Die Beziehungen unverheirateter Personen zur elterlichen Familie sind praxisgem�ss dann nicht mehr hinreichend ausgepr�gt, um den Lebensmittelpunkt am Familienort aufrechtzuerhalten, wenn die Person das dreissigste Altersjahr �berschritten hat oder sich seit mehr als f�nf Jahren ununterbrochen am selben Ort aufh�lt (Urteile 2C_26/2012 vom 8. Mai 2012 E. 3.2; 2C_918/2011 vom 12. April 2012 E. 3.2 a. E.; 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.1). Liegt zumindest eines der beiden Kriterien vor, begr�ndet dies die nat�rliche Vermutung, der Lebensmittelpunkt befinde sich am Ort der Erwerbst�tigkeit bzw. des Wochenaufenthalts, wenn die Orte auseinanderfallen. Die Vermutung kann dadurch entkr�ftet werden, dass die unverheiratete Person regelm�ssig, mindestens einmal pro Woche, an den Ort zur�ckkehrt, wo ihre Familie lebt, mit welcher sie aus bestimmten Gr�nden besonders eng verbunden ist, und wo sie andere pers�nliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt ihr der Nachweis solcher famili�rer, privater und gesellschaftlicher Beziehungen am Familienort, obliegt dem Kanton oder der Gemeinde des Arbeits- oder Wochenaufenthaltsortes ein weiterer Beweis. Sie haben nun nachzuweisen, dass die Person die gewichtigeren wirtschaftlichen und allenfalls pers�nlichen Beziehungen zu diesem Ort unterh�lt (Urteil 2C_26/2012 vom 8. Mai 2012 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
3.1 Die Vorinstanz stellt in f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlicher Weise (Art. 105 Abs. 1 BGG) fest, der unverheiratete, dreissigj�hrige Beschwerdef�hrer gehe einer unselbst�ndigen Erwerbst�tigkeit nach und habe im Oktober 2010 in Solothurn eine unm�blierte Wohnung bezogen. Gest�tzt darauf h�lt sie die nat�rliche Vermutung f�r gegeben, dass der Lebensmittelpunkt des Beschwerdef�hrers in Solothurn liege. Dies l�sst der Beschwerdef�hrer weitgehend unbestritten, wenn er auch geltend macht, es treffe nicht zu, dass er die Wohnung selbst m�bliert habe. Wohl habe er Einzelteile wie etwa sein Bett und seine Teppiche eingebracht, doch sei die Wohnung im �brigen von seiner Mitbewohnerin eingerichtet worden. Dies vermag die Vermutungsbasis freilich nicht zu ersch�ttern (E. 2.5). Die vorinstanzliche Feststellung, wonach es sich um eine unm�bliert angemietete Vier-Zimmer-Wohnung handle, bleibt unbestritten und erfolgte willk�rfrei. Ebenso frei von Willk�r konnte die Vorinstanz die nat�rliche Vermutung f�r gegeben erachten. Lebensmittelpunkt und Wohnsitz befinden sich insoweit in Solothurn.
3.2 Der Gegenbeweis setzt allem voran voraus, dass die betreffende unverheiratete Person regelm�ssig, aber mindestens einmal w�chentlich an den Familienort zur�ckkehrt. Die Vorinstanz h�lt dazu namentlich fest, der Beschwerdef�hrer sei in St. Gallen aufgewachsen. Seine Mutter lebe nunmehr in A.________/SG, wo nun auch der Beschwerdef�hrer schriftenpolizeilich gemeldet sei. Dieser Ort befinde sich unweit von St. Gallen. Die Mutter nehme die regelm�ssige Hilfe ihrer beiden Kinder in Anspruch; diese unterst�tzen sie in allen pers�nlichen Belangen. Sie seien anscheinend ihre einzigen Verwandten in der Schweiz. Der Beschwerdef�hrer besitze ein g�ltiges Generalabonnement und k�nne verschiedene Ausz�ge vorlegen, aus welchen hervorgehe, dass in St. Gallen von seinem Konto Barbez�ge get�tigt worden seien. Weiter ber�cksichtigt die Vorinstanz die mitgereichten Einzahlungsscheine und die zugeh�rigen Einzahlungen, die in St. Gallen erfolgten, Arztbesuche und nimmt Bezug auf die CD mit Fotosujets aus der Ostschweiz.
In W�rdigung der Beweise kommt die Vorinstanz zum Schluss, die angeblich regelm�ssige, zumindest einmal pro Woche zur�ckgelegte Reise von Solothurn nach A.________/SG sei dennoch nicht hinreichend bewiesen. Die gerichtliche Beweisw�rdigung, selbst wenn sie auf Indizien beruht, und die sich daraus ergebenden tats�chlichen Schlussfolgerungen sind Tatfragen (BGE 133 V 477 E. 6.1 S. 485; 504 E. 3.2 S. 507; 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.3). Als solche unterliegen sie vor Bundesgericht faktisch einer auf Willk�r beschr�nkten Kognition (E. 1.5 hiervor). Der Beschwerdef�hrer beruft sich in seiner Kritik auf die Unterinstanz, die festgestellt hatte, die regelm�ssige R�ckkehr erscheine als glaubhaft. Er legt, gesondert f�r den Zeitraum vor und nach der Einreichung der Beschwerde an die Vorinstanz, in gr�sserem Ausmass Belege, Fotos, Videoaufnahmen vor, welche die Pr�senz im Raum St. Gallen darlegen sollen. Soweit die ins Recht gelegten Tatsachen und Beweismittel vor dem Novenverbot �berhaupt standhalten (Art. 99 Abs. 1 BGG; E. 1.6 hiervor), erlauben sie keinen zwingenden Schluss auf eine �ber weite Strecken ge�bte, zumindest einmalige Heimkehr pro Woche. Selbst wenn mit dem Beschwerdef�hrer ber�cksichtigt wird, dass er erst aufgrund der Rechtsmittelverfahren begonnen habe, seinen Aufenthalt in der Ostschweiz systematisch zu dokumentieren, l�sst dies die vorinstanzliche Beweisw�rdigung nicht als qualifiziert unrichtig im Sinne des Willk�rbegriffs erscheinen (statt vieler BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5 mit Hinweis; Urteil 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 9.3 a. E.). Erforderlich w�re der Nachweis dessen, dass die betreffende Person konsequent, bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die bisherige Heimat reist. Die weitgehend appellatorische Kritik des Beschwerdef�hrers vermag den von der Vorinstanz gezogenen Schluss nicht als geradezu willk�rlich erscheinen zu lassen. Wie es sich mit Dauer und H�ufigkeit der R�ckkehr verh�lt, kann letztlich ohnehin offenbleiben, nachdem die weiteren qualifizierenden Voraussetzungen offensichtlich nicht gegeben sind.
3.3 Wie auch die Vorinstanz festh�lt, scheinen die beiden S�hne die einzigen Verwandten der Mutter in der Schweiz zu sein. Ihre fremdl�ndische Herkunft, verbunden mit eingeschr�nkten Kenntnissen der deutschen Sprache, erforderten eine gewisse Unterst�tzung in administrativen Angelegenheiten. Nach der Vorinstanz rechtfertigt dies allein keine Verlegung des Wohnsitzes zur�ck nach A.________/SG, k�nnten diese Arbeiten doch durchaus auch von Solothurn aus geleistet werden. Unter Willk�rgesichtspunkten ist dies nicht zu beanstanden. Der Beschwerdef�hrer l�sst unbestritten, dass er seit l�ngerer Zeit mit Heimatausweisen in verschiedenen Orten als Wochenaufenthalter gemeldet ist. Im Umkehrschluss kann daraus abgeleitet werden, dass die Mutter weitgehend auf eigenen F�ssen steht, insbesondere weder pflegebed�rftig ist noch auf andere Weise besonders starker Unterst�tzung bedarf. Beschr�nkt sich die Hilfeleistung nach den vorinstanzlichen Feststellungen auf das Erledigen des Schriftverkehrs, auf Beh�rdeng�nge, Kontakte mit dem Anwalt und dergleichen, ist es nicht willk�rlich, vom Fehlen einer besonders engen Beziehung zwischen dem Beschwerdef�hrer und seiner Mutter auszugehen. Die Hilfestellung beim Bew�ltigen des Papierverkehrs der Eltern kann als �blich und sozialad�quat bezeichnet werden. Der Beschwerdef�hrer tr�gt nicht vor, seine Mutter und er teilten gewisse Freizeitaktivit�ten, h�tten denselben Bekanntenkreis oder verbr�chten Reisen oder Ferien miteinander. Die vorinstanzliche W�rdigung, wonach zwischen ihnen keine besonders enge Beziehung im Sinne der Rechtsprechung vorliege, ist nicht offensichtlich unrichtig.
3.4 Was die pers�nlichen und gesellschaftlichen Beziehungen des Beschwerdef�hrers im Raum St. Gallen betrifft, ist der angefochtene Entscheid auch insofern willk�rfrei zustande gekommen. Das soziale Netz des Beschwerdef�hrers ist, wie er selbst einr�umt, recht �berschaubar, jedenfalls nicht durch einen breiten Kreis von nahestehenden Personen gepr�gt. Die Zugeh�rigkeit zu einer politischen Partei im Kanton St. Gallen ist nicht von �berdurchschnittlich zeitraubenden politischen Aktivit�ten begleitet, zumal die Wahl ins Kantonsparlament misslang. Nicht un�blich ist, den Hausarzt, Zahnarzt, den Versicherungsberater usw., zu dem ein langj�hriges Vertrauensverh�ltnis besteht, nach M�glichkeit beizubehalten. Was schliesslich die Mitbewohnerin in der Vier-Zimmer-Wohnung anbelangt, hat auch die Vorinstanz ein Konkubinat nicht f�r zwingend gegeben erachtet, sondern die Frage offenlassen d�rfen. Nach dem Gesagten kommt diesem Aspekt hier keine Bedeutung zu.
3.5 Insgesamt stellen sich die Beziehungen des Beschwerdef�hrers zur Ostschweiz zwar als erheblich, nicht jedoch als derart eng dar, wie dies die Rechtsprechung verlangt. Sie gehen nicht sp�rbar �ber jene Verbundenheit hinaus, die eine unverheiratete Person, die ihre Wochenenden und die Freizeit mit einer gewissen Regelm�ssigkeit am Wohnort der Eltern oder eines Elternteils verbringt, �blicherweise f�r den Ort der Kindheit oder Jugend empfindet. Der angefochtene Entscheid ist haltbar und bundesrechtskonform, was zur Abweisung der Beschwerde f�hrt.
Aufgrund seines Unterliegens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Der Stadt Solothurn, die in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, der Gemeinde A.________/SG und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 1. Dezember 2012