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Timestamp: 2016-10-28 14:15:43
Document Index: 92155968

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 47/00 (21.02.2001)
I 47/00 Vr
Bundesrichter Sch�n, Spira und Bundesrichterin Widmer; Gerichtsschreiberin Hofer
M.________, 1954, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecher Christoph Grunder, Freigutstrasse 2, Z�rich,
A.- Die 1954 geborene M.________ war seit 1. Juli 1989 im Spital X.________ als Schwesternhilfe im Operationssaal t�tig. Am 17. M�rz 1994 klemmte sie sich beim Verschieben von Operationstischen die rechte Hand ein. Da sie ihre bisherige T�tigkeit nicht mehr aufnehmen konnte, k�ndigte die Arbeitgeberin die Stelle auf Ende April 1996.
Am 29. Februar 1996 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IVStelle des Kantons Z�rich traf Abkl�rungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht, zog die Akten des Unfallversicherers Elvia bei, liess die beruflichen Eingliederungsm�glichkeiten abkl�ren (Bericht vom 20. Mai 1996), veranlasste eine polydisziplin�re Begutachtung durch die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS; Gutachten vom 7. April 1997) und kl�rte die Verdienstm�glichkeiten in einer Verweisungst�tigkeit ab (Bericht vom 4. Juni 1997). Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens sprach sie M.________ mit Verf�gung vom 5. Mai 1998 bei einem Invalidit�tsgrad von 58 % mit Wirkung ab 1. M�rz 1995 eine halbe Invalidenrente zu.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher M.________ die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente beantragen liess, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 4. April 2000 ab.
C.- M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren erneuern.
1.- Im kantonalen Gerichtsentscheid sind der Invalidit�tsbegriff (Art. 4 IVG) und die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen �ber den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und Abs. 1bis IVG) sowie �ber die Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Richtig sind auch die Ausf�hrungen �ber die den �rztlichen Ausk�nften zur Arbeitsf�higkeit im Rahmen der Invalidit�tsbemessung zukommende Bedeutung (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1) und den Begriff des allgemeinen Arbeitsmarktes (BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b).
2.- Die Beschwerdef�hrerin leidet gem�ss Gutachten der MEDAS vom 7. April 1997 an einem Status nach Quetschung des Ramus superficialis nervi radialis �ber dem rechten Handgelenk mit ausgepr�gtem sekund�rem Zervikobrachialsyndrom rechts, Status nach Neurolyse des Ramus superficialis nervi radialis und Sudeck Stadium I-II der rechten Hand. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit wurden zudem eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung und eine psychoneurotische Pers�nlichkeitsst�rung angef�hrt. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin ihre bisherige T�tigkeit als Schwesternhilfe aus gesundheitlichen Gr�nden nicht mehr aus�ben kann. Die Vorinstanz hat in einl�sslicher Begr�ndung der medizinischen Unterlagen, insbesondere des erw�hnten Gutachtens der MEDAS, festgestellt, dass die Versicherte hingegen eine k�rperlich leichte Arbeit ohne Einbezug des rechten Armes und der rechten Hand zumutbarerweise noch zu 60 % der Norm aus�ben kann, wobei sich vor allem die psychopathologischen Befunde limitierend auswirkten. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet nicht, im Rahmen einer geeigneten leichten T�tigkeit unter den genannten Einschr�nkungen arbeitsf�hig zu sein. Hingegen macht sie geltend, sie k�nne die ihrem Gesundheitszustand entsprechende Arbeitskraft wirtschaftlich nicht n�tzen, da auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht gen�gend Arbeitspl�tze verf�gbar seien.
3.- a) Die Verwaltung hat das Invalideneinkommen auf Fr. 22'000.- j�hrlich festgesetzt. Sie st�tzte sich dabei auf die von der Berufsberatung der IV-Stelle genannten T�tigkeiten und L�hne. Danach h�tte die Versicherte als Aufsicht im Landesmuseum (bei 3,5 Stunden t�glich) einen Lohn von Fr. 21'991.-, als Kinoplatzanweiserin (bei 4 Stunden t�glich) einen solchen von Fr. 12'240.- und als angelernte Telefonistin (60 %-Stelle) einen solchen von Fr. 21'900.- erzielen k�nnen. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet die Zumutbarkeit dieser Stellen nicht, macht aber geltend, die genannten Verweisungsberufe stellten keine ihr tats�chlich offen stehende Besch�ftigungsm�glichkeiten dar. Da zudem die Verdienstaussichten der genannten Stellen betr�chtlich divergieren, w�re die Verwaltung gehalten gewesen, weitere Arbeitsstellen aufzuzeigen. Hinzu komme, dass Telefonistinnen regelm�ssig auch andere Aufgaben, namentlich Sekretariatsarbeiten, �bertragen und Aufsichts- und Sicherheitsfunktionen �berwiegend an externe Sicherheitsdienste �bergeben w�rden. Die zus�tzlichen Abkl�rungen der Berufsberaterin haben gem�ss Bericht vom 18. November 1997 denn auch ergeben, dass die angef�hrte Stelle als Telefonistin mit der Eingabe von Daten im Computer und dem Drucken von Adressetiketten verbunden war. Die T�tigkeit als Platzanweiserin ging ebenfalls mit Nebenaufgaben wie Aufr�umarbeiten, Kioskverkauf usw. einher, die den Einsatz beider H�nde erfordern. Weitere Abkl�rungen, wie sie die Beschwerdef�hrerin beantragt, er�brigen sich indessen. Nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz bestehen auf dem f�r die Invalidit�tsbemessung massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen, welche den bestehenden Beeintr�chtigungen Rechnung tragen. Zu denken ist etwa an �berwachungst�tigkeiten, welche keinen Einsatz von rechtem Arm und rechter Hand voraussetzen. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgem�ss nicht �berm�ssige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur soweit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverl�ssige Ermittlung des Invalidit�tsgrades gew�hrleistet ist. F�r die Invalidit�tsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverh�ltnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen k�nnte, wenn die verf�gbaren Arbeitspl�tze dem Angebot an Arbeitskr�ften entsprechen w�rden (AHI 1998 S. 290 Erw. 3b). Davon, dass die Beschwerdef�hrerin ihre verbleibende Restarbeitsf�higkeit auf dem so verstandenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten k�nnte, kann nicht die Rede sein, zumal eine schmerzhafte Bewegungseinschr�nkung und nicht vollst�ndige Einarmigkeit vorliegt.
b) Nimmt ein Versicherter nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbst�tigkeit auf, k�nnen nach der Rechtsprechung Tabellenl�hne beigezogen werden. Wie in BGE 124 V 322 Erw. 3b/aa dargelegt, stellt das Eidgen�ssische Versicherungsgericht zu diesem Zweck auf die seit 1994 vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) ab. F�r den Verwendungszweck des Einkommensvergleichs ist dabei auf die standardisierten Bruttol�hne abzustellen, wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu ber�cksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die betriebs�bliche durchschnittliche Arbeitszeit seit 1993 von w�chentlich 41,9 Stunden (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb).
Die Vorinstanz ist in diesem Sinne vorgegangen, indem sie zur Festlegung des Invalideneinkommens die LSE 1994 beigezogen und ausgehend vom monatlichen Bruttolohn f�r mit einfachen und repetitiven T�tigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor besch�ftigen Frauen von Fr. 3325.- bei einem zumutbaren Pensum von 60 % ein j�hrliches Einkommen von Fr. 25'077.60 berechnete. Der so ermittelte Ausgangswert blieb unbestritten. W�hrend das kantonale Gericht davon eine K�rzung von 20 % vornahm, verlangt die Beschwerdef�hrerin einen Abzug von mindestens 30 %.
c) In BGE 126 V 75 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht seine Rechtsprechung zu den Abz�gen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es zun�chst erkannt, dass der mit Blick auf die Behinderung gew�hrte Abzug, der nicht schematisch, sondern in Ber�cksichtigung der gesamten Umst�nde des Einzelfalles vorzunehmen ist, den Zweck hat, ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch m�glichen Verrichtungen im Rahmen der Restarbeitsf�higkeit am besten entspricht. Dieser Gesichtspunkt verdient auch hinsichtlich der �brigen in Betracht fallenden einkommensbeeinflussenden Merkmale, des Lebensalters, der Anzahl Dienstjahre, der Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und des Besch�ftigungsgrades, den Vorzug. Ein Abzug soll auch diesbez�glich nicht automatisch, sondern dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale seine gesundheitlich bedingte Restarbeitsf�higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Dabei ist aber nicht f�r jedes zur Anwendung gelangende Merkmal ein separat quantifizierter Abzug vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller genannten Merkmale auf das Invalideneinkommen unter W�rdigung der Umst�nde im Einzelfall nach pflichtgem�ssem Ermessen gesamthaft zu sch�tzen. Dabei ist der vom statistischen Lohn unter Ber�cksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt h�chstens 25 % begrenzt (BGE 126 V 78 Erw. 5).
Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht f�r T�tigkeiten, welche ohne Einbezug der rechten Hand ausge�bt werden k�nnen und der Tatsache, dass wegen der psychischen Beeintr�chtigung nur eine Teilzeitbesch�ftigung von 60 % m�glich ist, keine weitergehende Einschr�nkung. Daf�r, dass die Versicherte wegen ihrer ausl�ndischen Nationalit�t auf dem Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen m�sste, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Eine Herabsetzung von insgesamt 20 % tr�gt diesen Umst�nden angemessen Rechnung. Das Invalideneinkommen betr�gt damit Fr. 20'062.- (80 % von Fr. 25'077.60).
d) Aus der Gegen�berstellung mit dem unbestrittenen hypothetischen Einkommen ohne Invalidit�t von Fr. 55'659.- im Jahr 1994 resultiert ein Invalidit�tsgrad von rund 64 %. Ein Invalidit�tsgrad, der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente zu begr�nden verm�chte, ist somit nicht ausgewiesen.