Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVb%20ZB%2023/84
Timestamp: 2019-07-23 03:50:17
Document Index: 224387101

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 69', '§ 640', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 66', 'BGH', '§ 640', '§ 640', '§ 69', '§ 640', '§ 640', '§ 1592', '§ 1593', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 66', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 69', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 69', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 67', 'BGH', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', '§ 515', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.10.1984 - IVb ZB 23/84 - dejure.org
https://dejure.org/1984,449
BGH, 10.10.1984 - IVb ZB 23/84 (https://dejure.org/1984,449)
BGH, Entscheidung vom 10.10.1984 - IVb ZB 23/84 (https://dejure.org/1984,449)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 1984 - IVb ZB 23/84 (https://dejure.org/1984,449)
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Zur streitgenössischen Nebenintervention im Ehelichkeitsanfechtungsprozeß
Nebenintervention - Streitgenossenschaft - Ehelichkeitsanfechtung
ZPO § 69, § 640
BGHZ 92, 275
NJW 1985, 386
MDR 1985, 129
JR 1985, 155
Mit Rücksicht auf diese stärkere Einwirkung des Urteils auf seine rechtlichen Belange räumt das Gesetz dem streitgenössischen Nebenintervenienten, der danach im Sinne des § 61 ZPO als Streitgenosse der Hauptpartei gilt, ein eigenes Prozessführungsrecht ein, das unabhängig von dem Willen der von ihm unterstützten Hauptpartei ist (BGH, Beschluss vom 10. Oktober 1984 - IVb ZB 23/84, NJW 1985, 386 unter II 1).
Das Gesetz räumt ihm mit Rücksicht auf die stärkere Einwirkung des Urteils auf seine rechtlichen Belange ein eigenes Prozessführungsrecht ein, das unabhängig von dem Willen der von ihm unterstützten Hauptpartei ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 1984 - IVb ZB 23/84, BGHZ 92, 275, 276 mwN).
Die Rechtskraft der im Streit der Parteien ergehenden Entscheidung erstreckt sich nämlich nicht auf das Rechtsverhältnis der Nebenintervenientin zur Klägerin (vgl. BGHZ 92, 275, 277).
Eine derart selbständige Verfahrensstellung des biologischen Vaters lässt sich im Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit nicht mit einer entsprechenden Anwendung der §§ 66 ff. ZPO begründen, denn er kann im zivilprozessualen Anfechtungsverfahren allenfalls unselbständiger Nebenintervenient sein (vgl. für den Beitritt auf Seiten des Kindes Senatsbeschlüsse BGHZ 92, 275, 276 ff. = FamRZ 1985, 61; vom 4. Juli 2007 ­ XII ZB 68/04 ­ zur Veröffentlichung bestimmt und vom 23. März 1988 ­ IVb ZB 169/86 ­ (juris); OLG Oldenburg FamRZ 2005, 1841; OLG Hamm FamRZ 2002, 30 f.;… MünchKomm/Coester-Waltjen aaO § 640 e Rdn. 4;… Zöller/Philippi aaO § 640 e Rdn. 9;… Musielak/Weth ZPO 5. Aufl. § 69 Rdn. 5;… a.A. Musielak/Borth aaO § 640 e Rdn. 2;… Stein/Jonas/Schlosser ZPO 21. Aufl. § 640 e Rdn. 7).
Die Sperrwirkung des § 1592 Nr. 1 BGB schützt nicht den mutmaßlichen biologischen Vater, sondern dient dem Familienfrieden und dem Wohl des Kindes (vgl. zu § 1593 BGB a.F. Senatsbeschluss BGHZ 92, 275, 278).
Sie soll vielmehr im Interesse des betroffenen Kindes den Familien- und Rechtsfrieden wahren, indem innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes eine Entscheidung darüber herbeizuführen ist, ob der bestehende Status beibehalten oder geändert werden soll (Senatsbeschluss BGHZ 92, 275, 278; BGHZ 14, 358, 360; vgl. auch BT-Drucks. 13/4899, 87 f.).
Sie sollen vielmehr im Interesse des betroffenen Kindes den Familien- und Rechtsfrieden wahren, indem innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes eine Entscheidung darüber herbeizuführen ist, ob der bestehende Status beibehalten oder geändert werden soll (Senatsbeschluss BGHZ 92, 275, 278; BGHZ 14, 358, 360; OLG Hamm FamRZ 2002, 30, 31; vgl. auch Senatsurteil vom 24. März 1999 - XII ZR 190/97 - FamRZ 1999, 778, 779 und BT-Drucks. 13/4899, 87 f.).
Die rechtlichen Interessen des nicht als Hauptpartei am Verfahren beteiligten biologischen Vaters sind im Anfechtungsprozess ausreichend durch die Möglichkeit gewahrt, dem Rechtsstreit als unselbständiger Nebenintervenient gemäß § 66 ZPO beizutreten (vgl. zum alten Kindschaftsrecht BGHZ 76, 299, 302 ff. = FamRZ 1980, 559, 560; BGHZ 83, 391, 395 = FamRZ 1982, 692, 693; BGHZ 92, 275, 276 ff. = FamRZ 1985, 61; BGH Urteil vom 29. Oktober 1981 ­ IX ZR 83/80 ­ FamRZ 1982, 47, 48; OLG Hamm FamRZ 1984, 810, 811).
Insofern handelt es sich um allgemeine Auswirkungen des Gestaltungsurteils, die den seine Vaterschaft abwehrenden biologischen Vater - wie jeden anderen Dritten auch - nicht in rechtlich besonders geschützten Belangen treffen (Senatsbeschluss vom 4. Juli 2007 - XII ZB 68/04 - FamRZ 2007, 1731, 1733; OLG Hamm FamRZ 2002, 30, 31 ; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 92, 275, 277) .
Eine streitgenössische Nebenintervention setzt gemäß § 69 ZPO voraus, dass nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts (bzw. des Prozessrechts) die Rechtskraft der in dem Hauptprozess erlassenen Entscheidung gerade für ein Rechtsverhältnis zwischen dem Nebenintervenienten und dem Prozessgegner von Bedeutung ist (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Oktober 1984 - IVb ZB 23/84, BGHZ 92, 275, 277).
Das Gesetz räumt ihm insoweit mit Rücksicht auf eine stärkere Einwirkung des Urteils auf seine rechtlichen Belange ein eigenes Prozeßführungsrecht ein, das unabhängig vom Willen der von ihm unterstützten Hauptpartei ist (BGHZ 92, 275, 276) [BGH 10.10.1984 - IVb ZB 23/84].
Eine streitgenössische Nebenintervention setzt gemäß § 69 ZPO voraus, daß nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts - oder des Prozeßrechts (BGHZ 92, 275, 277) [BGH 10.10.1984 - IVb ZB 23/84] - die Rechtskraft der in dem Hauptprozeß erlassenen Entscheidung auf das Rechtsverhältnis des Nebenintervenienten zu dem Gegner von Wirksamkeit ist.
Dabei ist unter einem "Rechtsverhältnis" eine durch den Sachverhalt aufgrund einer Rechtsnorm gegebene Beziehung einer Person zu einer anderen oder zu Gegenständen zu verstehen (BGHZ 92, 275, 278) [BGH 10.10.1984 - IVb ZB 23/84].
Da sie sich mit ihrem Rechtsmittel innerhalb dieser Befugnisse des § 67 ZPO gehalten hat, kann es dahinstehen, in welchem Umfang ihr aufgrund ihrer Stellung als (einfache) Streitgenossin (BGHZ 63, 51, 53 ff) [BGH 10.07.1974 - IV ZR 212/72] und damit als streitgenössische Streithelferin der Beklagten zu 1) und 2) gemäß §§ 61, 69 ZPO noch weitergehende prozessuale Rechte zustanden (s. dazu BGHZ 92, 275, 276) [BGH 10.10.1984 - IVb ZB 23/84].
Die Rücknahmeerklärung des Beklagten zu 1 führt demnach nicht zum Wegfall der Revision, den § 515 Abs. 3 ZPO voraussetzt (vgl. RGZ 97, 215, 216; BGHZ 92, 275, 279) [BGH 10.10.1984 - IVb ZB 23/84].
OLG Köln, 08.08.2002 - 14 UF 61/02
BGH, 23.03.1988 - IVb ZB 6/88
Außerehelicher Erzeuger eines Kindes als streitgenössischer Nebenintervenient in …
BGH, 14.12.1998 - II ZR 109/97
Anordnung der sofortigen Vollziehung der Rückübertragung von Anteilen an einer AG
OLG Jena, 15.03.2006 - 4 U 159/05
Auswirkungen des Ehelichkeitsanfechtungsprozesses auf den leiblichen Vater
OLG Hamm, 20.04.2007 - 9 UF 139/06
BGH, 23.03.1988 - IVb ZB 169/86
LG Hamburg, 29.12.2010 - 318 S 120/10
Verwalter muss nicht immer Eigentümerversammlung einberufen