Source: http://decisions.ch/keine_verwechslungsgefahr/sortiertnach/marke/art/auf
Timestamp: 2019-03-21 20:13:04
Document Index: 164772119

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'BGer', 'BGer', 'Art. 31', 'Art. 15', 'BGer', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGer']

105 ONE-O-FIVE / 105.ch Kl.9, Kl.16, Kl.25, Kl.35, Kl.38, Kl.41 / Radiosendungen (Kl.38), Produktion von Radiosendungen (Kl.41) WIPO
Die Gesuchstellerin macht sodann einen Verstoss gegen Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG geltend. Nach dieser Bestimmung handelt insbesondere unlauter, wer Massnahmen trifft, die geeignet sind, eine Verwechslungsgefahr mit dem Kennzeichnen eines anderen herbeizuführen. Die Benutzung von Zeichen, die im Gemeingut stehen (wie vorliegend die Zahl „105“ für Radiofrequenzen) begründet keine rechtlich relevante Verwechslungsgefahr und verstösst somit nicht gegen Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG (Hilty/Arpagaus, UWG Kommentar, Rz. 50 zu Art. 3 Abs. 1 lit. d UWG).
Kommentare (4) WIPO vom 29.12.2014, DCH2014-0017
/ Planet 105 Radiosendungen (Kl.38) / Radiosendungen (Kl.38) HG ZH (ER)
[Massnahmeentscheid]
Erklärt die Beklagte vor und nach Anhängigmachung des Massnahmebegehrens, sie werde die Klagemarke nicht weiter verwenden, genügen einzelne noch geschehene Verletzungshandlungen (noch) nicht zur Bejahung der Wiederholungsgefahr (Erw. 4.2). Die Zahl 105 ist für Radiosendungen nicht unterscheidungskräftig (Erw. 4.3).
Kein Freihaltebedürfnis für Dienstleistungen im Radiobereich (Erw. 4.3). Verneinung der Verkehrsdurchsetzung (Erw. 4.3). Verneinung eines Wettbewerbsverstosses (Erw. 4.4).
Kommentare (0) HG ZH (ER) vom 03.10.2014, HE140194
/ Kleider (Kl.25), Lederwaren (Kl.18), Schuhwaren (Kl.25) / Lederwaren (Kl.18), Taschen, Handtaschen, Koffer (Kl.18), Kleider (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) IGE
Der den zu vergleichenden Zeichen gemeinsame französische beziehungsweise englische Begriff „AVENUE“ wird auf Deutsch mit „Strasse, Allee“ übersetzt (...). Da mit dem Begriff „Strasse“ ein möglicher Verkaufsort von Waren bezeichnet wird, stellt der Markenbestandteil „AVENUE“ in diesem Sinne einen Ausdruck bar jeglicher Unterscheidungskraft dar, welcher in Alleinstellung nicht schutzfähig wäre (vgl. Richtlinien, Teil 4, Ziff. 4.4.3). Die angefochtene Marke wurde denn auch lediglich aufgrund ihrer grafischen Ausgestaltung als schutzfähig erachtet.
Dies bedeutet für den vorliegend zu beurteilenden Zeichenkonflikt, dass sich der Schutzumfang der Widerspruchsmarke nicht auf den im angefochtenen Zeichen enthaltenen Ausdruck „AVENUE“ erstrecken kann und eine Verwechslungsgefahr mithin zu verneinen ist.
Damit unter solchen Umständen in Ausnahmefällen doch Verwechslungsgefahr besteht, müssen spezielle Voraussetzungen vorliegen. So muss die Widerspruchsmarke beispielsweise aufgrund der Dauer des Gebrauchs oder der Intensität der Werbung eine erhöhte Verkehrsbekanntheit erlangt haben und der gemeinfreie Bestandteil am erweiterten Schutz der Marke teilnehmen. (Wurde hier nicht belegt.)
Kommentare (0) IGE vom 17.03.2010, Nr. 10442
/ Kl.18, Kl.25 / Kl.18, Kl.25 RKGE
Die Bezeichnung "5th Avenue" stellt zwar keine Herkunftsangabe dar (vgl. sic! 2005, S. 17), sie gehört aber als Qualitätsangabe zum Gemeingut (vgl. auch BGE 72 I 241). Im vorliegenden Fall ist daher entscheidend, dass sich die gegenüberstehenden Marken in ihrer grafischen Aufmachung deutlich unterscheiden.
Kommentare (0) RKGE vom 23.05.2005, sic! 2005, 661
/ Kl.35, Kl.39 / Kl.35, Kl.39 IGE
En l’espèce, le seul élément commun aux différentes marques en cause est le terme anglais « advantage ». « Advantage » signifie « avantage » en français ce qui est compris par le consommateur suisse moyen (ATF 108 II 487 – Vantage), principal destinataire des services revendiqués par l’opposante (classes 35 et 39). Or le terme « advantage » ou « avantage » est une désignation qualitative générale signifiant, en relation avec n’importe quels produits ou services, que ces derniers sont plus avantageux que ceux fournis par un autre (ATF 108 II 487, consid. 3 : „sie [die Marke Vantage] verspricht Erzeugnisse, die verglichen mit solchen anderer Hersteller vorteilhafter und günstiger sein sollen“). En relation avec les services de l’opposante, cette interprétation ne change pas : « advantage » est une désignation qualitative appartenant au domaine public laquelle bénéficient d'une faible force distinctive et d'un champ de protection restreint (...). Le champ de protection de la marque opposante ne s'étendra pas à l'élément appartenant au domaine public (...) et de légères différences suffiront déjà à créer une distinction suffi-sante et à exclure un risque de confusion
Kommentare (0) IGE vom 21.10.2010, n° 8636, 8637, 8693, 8694 et 9626
ACADEMIA SPRACH- UND LERNZENTRUM / academia.ch Kl.41 / Finanzdienstleistungen (Kl.36), Herausgabe von Publikationen (Kl.41) WIPO
Further, it has to be noted that the Claimant applied for the registration of said trademarks on November 4, 2011, which means over six years after its registration in the commercial registry and more than eight years after the Respondent’s registration of the Domain Name. From this, the Expert finds that the Claimant was not in need of the requested trademarks and the Domain Name, assuming that it would have verified already at the time of the choice of its business name whether there was a possibility of obtaining a respective trademark or the Domain Name.
Kommentare (0) WIPO vom 10.07.2012, DCH2012-0007
ACTIVIA / ACTEVA Lebensmittel (Kl.29) / Lebensmittel (Kl.29) BGer
«Activia» wird vom Publikum im Zusammenhang mit «aktiv» wahrgenommen; «Acteva» dagegen als Phantasiezeichen; der Sinngehalt begünstigt eine Verwechslungsgefahr deshalb nicht (E. 3.1).
«Activia» und «Acteva» unterscheiden sich im Klangbild deutlich, da nicht von der englischen Aussprache der Marke «Acteva» ausgegangen werden kann. Die unterschiedlichen Endungen «ivia» und «eva» führen zu einem unterschiedlichen Schriftbild (E. 3.2).
«Activa» lehnt sich stark an das Adjektiv «aktiv» an und hat deshalb einen kleinen geschützten Ähnlichkeitsbereich.
Kommentare (0) BGer vom 25.03.2002
ACTIVIA / activia.ch Lebensmittel (Kl.29) / Organisation von Veranstaltungen (Kl.41) WIPO
"Soweit der Experte die diversen von der Gesuchstellerin vorgelegten dürftig erklärten Marktstudien beurteilen kann, ergibt sich daraus, dass es sich nicht um eigentliche demoskopische Umfragen im relevanten allgemeinen Publikum handelt. Die eingereichten Dokumente lassen eher darauf schliessen, dass es sich um “Brand and Advertising Awareness” also um die Abklärung des Einflusses der Activia-Produktewerbung auf ausgewählte Konsumenten handelt. Das geprüfte Universum wird denn auch in einem der Dokumente wie folgt umschrieben: “All linguistically assimilated women in German-speaking Switzerland, who are between 18 and 65 years old and are using dairy products at least two times a month.” Solche Studien werden den Anforderungen der oben zitierten Doktrin und Rechtsprechung, welche das Allgemeinpublikum anvisieren, zum vornherein nicht gerecht. Abgesehen davon scheinen die von der Gesuchstellerin produzierten Zahlen bezüglich “brand awareness” (ein Dokument spricht z.B. von 7,6 % “unaided brand awareness”) weit von den von der Doktrin ins Feld geführten 30-40 % der Gesamtbevölkerung (Heinzelmann, Der Schutz der berühmten Marke, Zürich, 1993, S. 120 f.) bzw. dem von der deutschen Praxis verlangten 70%-Erfordernis entfernt (Pedrazzini/Pedrazzini, Unlauterer Wettbewerb UWG, 2002, Rz. 5.162)."
Kommentare (0) WIPO vom 09.11.2009, DCH2009-0014
/ Kl.18, Kleider (Kl.25), Kopfbedeckungen (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) / Kl.18, Kleider (Kl.25), Kopfbedeckungen (Kl.25), Schuhwaren (Kl.25) IGE
Lediglich die Übereinstimmung in den Markenumrissen bzw. in der Anordnung von drei Blättern reicht noch nicht aus, um eine Verwechslungsgefahr zu begründen. Bei der angefochtenen Marke handelt es sich um eine ei-genständige Gestaltung eines Dreiblattes, welche sich zwar desselben Motivs bedient, je-doch gänzlich unterschiedlich ausgestaltet ist. Der Gesamteindruck der Vergleichszeichen sowie die prägenden Bestandteile derselben (bei der angefochtenen Marke sind dies die Lilie, welche das mittlere Blatt fast ausfüllt sowie drei naturgetreue Blätter; bei der Widerspruchsmarke die drei Streifen, welche sich über das halbe Zeichen erstrecken sowie die drei dunklen geometrischen Figuren) sind jeweils gänzlich verschieden. Es besteht – ausser in der Anordnung der drei Blätter zu einem Dreiblatt – keine Übereinstimmung in den wesentlichen Elementen der beiden Bildzeichen. Die Widerspruchsmarke wird von der angefochtenen Marke nicht einfach übernommen. Die angefochtene Marke wird auch nicht lediglich als Variation der Widerspruchsmarke wahrgenommen, denn die grafischen Ausgestaltungen sind stark unterschiedlich.
Kommentare (0) IGE vom 08.02.2012, Nr. 11683
AIR-FLOW / AIR FLOSS pharmazeutische, tiermedizinische und hygienische Produkte für Zahnärzte und Zahntechniker, insbesondere Scheuerpulver zur Plaqueentfernung und Kariesprophylaxe (Kl.5), elektro-medizinische Apparate, nämlich Pulverstrahlgeräte (Kl.10) / elektrische Zahnbürsten (Kl.21), Geräte mit Wasser und Luft für die Zahnreinigung (Kl.21) BVGer
Bei der Prüfung der Verwechslungsgefahr ist mit zu berücksichtigen, dass die gegenüberstehenden Waren nur sehr entfernt gleichartig sind (E. 4). Der Widerspruchsmarke, die die Funktionsweise der damit versehenen Waren beschreibt, kommt nur eine geringe Kennzeichnungskraft zu (E. 5). Der Schutzumfang der Widerspruchsmarke bleibt somit trotz Bekanntheit bescheiden. Angesichts der erhöhten Aufmerksamkeit, mit welcher die mit der Widerspruchsmarke versehenen Waren gemeinhin gekauft werden (E. 3.2), genügen geringe Unterschiede, um einen ausreichenden Markenabstand zu schaffen. Die Ähnlichkeiten der Marken im Schriftbild werden angesichts dieses strengen Massstabs durch die Unterschiede in den Sinngehalten ausgeglichen (E. 6). Zwischen den Marken besteht daher keine Verwechslungsgefahr.
Kommentare (1) BVGer vom 02.12.2013, B-1493/2013
AIR-FRESH / AERO FRESH Luftverbesserungsmittel (Kl.5) / Luftverbesserungsmittel (Kl.5) IGE
Die Kennzeichnungskraft eines Zeichenbestandteils kann durch den Gebrauch ähnlicher oder identischer Zeichen durch Dritte jedoch geschwächt werden. (...)Im schweizerischen Markenregister sind 95 Marken und im internationalen Register 84 Marken in Kraft, welche diesen Bestandteil beinhalten. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich des Zeichenbestandteils "air". Im schweizerischen Register weisen 160 Eintragungen bzw. im internationalen Register 227 Marken diesen Begriff auf. Zwar darf nicht einzig aufgrund der Registerlage auf eine Schwächung oder Verwässerung einer bestimmten Marke geschlossen werden, weil erfahrungsgemäss nicht alle eingetragenen Marken verwendet werden. Die Tatsache, dass derart viele verschiedene Unternehmen die Begriffe "air" und "fresh" als Bestandteil einer für Waren der Klasse 5 eingetragenen Marke wählten und der Aussagegehalt dieser Elemente ("air" steht für Luft und "fresh" für frisch) bestätigen jedoch, dass es sich dabei um in dieser Klasse nahe liegende Bezeichnungen handelt.
Kommentare (0) IGE vom 29.07.2005, Nr. 6586
AKBANK / akbank.ch Finanzdienstleistungen (Kl.36) / inaktiver Domainname (Kl.38) WIPO
Kommentare (0) WIPO vom 21.09.2011, DCH2011-0029
ALDI / Milchprodukte (Kl.29) / Käse (Kl.29) IGE
Das Wortelement "Alpi" stellt die italienische Bezeichnung für die Alpen dar (...). Anlässlich des Markenprüfungsverfahrens wurde festgestellt, dass "Alpi" in Bezug auf die fraglichen Waren der Klasse 29 einen Herkunftshinweis darstelle (...). Das angefochtene Zeichen konnte lediglich mit der Einschränkung Schweizer Käse mit einer Herkunft aus den Alpen ins Markenregister eingetragen werden. Folglich kann davon ausgegangen werden, dass die hier interessierenden Abnehmern, d.h. der Durchschnittskonsument bzw. die Fachkreise, den Begriff "Alpi" des angefochtenen Zeichens sofort und unwillkürlich mit den Alpen in Verbindung bringen. Dies umso mehr, als das Zeichen zusätzlich noch ein Edelweiss aufweist, eine typische Alpenblume. Demgegenüber stellt der Begriff "ALDI" der Widerspruchsmarke die Abkürzung für "Albrecht Discount" dar (...). Die Frage, ob diese Bedeutung den Verkehrskreisen bekannt sein dürfte, kann offen bleiben. In Anwendung der obgenannten Grundsätze genügt es, dass der Begriff "Alpi" des angefochtenen Zeichens sofort und unwillkürlich eine Assoziation zu den Alpen derart bewirkt, dass es dem Abnehmer nicht entgehen kann, dass sich bei der Widerspruchsmarke diese Assoziation dagegen nicht einstellt.
Kommentare (0) IGE vom 28.09.2012, Nr. 12337
ALLIANZ / Bauarbeiten (Kl.37), Wartung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (Kl.37), Entwurf und Entwicklung von Computerprogrammen (Kl.42), technische Beratungsdienstleistungen (Kl.42), wissenschaftliche und industrielle Forschung (Kl.42) / Bauwesen (Kl.37), Intsallationsarbeiten (Kl.37), Entwurf und Entwicklung von Computerhardware (Kl.42), Entwurf und Entwicklung von Computerprogrammen (Kl.42), technische Beratungsdienstleistungen (Kl.42), wissenschaftliche und industrielle Forschung (Kl.42) BVGer
Bei den zu vergleichenden Marken besteht Übereinstimmung lediglich im gemeinfreien Element "Allianz". Wenn Marken jedoch nur in an sich nicht eintragungsfähigen Elementen übereinstimmen, liegt keine markenrechtlich relevante Verwechslungsgefahr vor (Urteil des BVGer B-4026/ 2015 vom 19. Juli 2016 E. 5.5 "HEIMAT ONLINE" und "DH DIE HEIMAT.CH" / "die Heimat - eine Publikation der LZ Medien [fig.]"). Deshalb schadet es der angefochtenen Marke im Hinblick auf die Verwechslungsgefahr auch nicht, wenn sowohl der Bildbestandteil, die Typographie der A, sowie der Schriftzug unter dem Wort Allianz ("technische Gebäudeausrüstung") eher belanglos und beschreibend sind.
Kommentare (0) BVGer vom 29.03.2017, B-2354/2016
ANNE FRANK / Das Tagebuch der Anne Frank CD-ROMSs (Kl.9), Datenträger (Kl.9) / Datenträger (Kl.9), Filme (Kl.9), Druckereierzeugnisse (Kl.16), Zeitschriften (Kl.16), Zeitungen (Kl.16), Unterhaltungsdienstleistungen (Kl.41) IGE
[Die Widerspruchsgegnerin macht erfolgreich mangelnden rechtserhaltenden Gebrauch der Widerspruchsmarke geltend:]
Zur Nutzung der Widerspruchsmarke in der Schweiz führte die Widersprechende aus, dass monatlich ungefähr 1‘000 Benutzer mit Sitz in der Schweiz die Homepage www.annefrank.org der Widersprechenden besuchen würden, welche neben der niederländischen Version auch in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar sei (...).
Die Bewerbung von Dienstleistungen im Internet reicht als solche nicht aus, um einen inländischen Gebrauch zu erstellen, insbesondere dann nicht, wenn die relevanten Seiten unter einer generic Top Level Domain (wie vorliegend .org) abrufbar sind. Zudem geht aus den genannten Belegen kein markenmässiger Gebrauch der Widerspruchsmarke hervor und es ist auch keinerlei Bezug zur Hinterlegerin oder zu den beanspruchten Dienstleistungen ersichtlich. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Tatsache alleine, dass eine in der Schweiz ansässige Person eine im Ausland angebotene Ware oder Dienstleistung über das Internet beziehen kann, keinen (markenmässigen) Gebrauch in der Schweiz zu begründen vermag. Der Gebrauch der Widerspruchsmarke in der Schweiz wurde folglich nicht glaubhaft gemacht.
Kommentare (0) IGE vom 29.05.2012, Nr. 11646
/ Kleider (Kl.25), Geschäftsführung und Unternehmensberatung (Kl.35), wissenschaftliche und industrielle Forschung (Kl.42) / Kleider (Kl.25), Geschäftsführung und Unternehmensberatung (Kl.35), wissenschaftliche und industrielle Forschung (Kl.42) BVGer
Am 20. September 2016 wies die Vorinstanz beide Widersprüche ab. Zur Begründung bejahte sie zwar die Gleichheit der Waren/Dienstleistungen im Umfang der Widersprüche. Aufgrund der Ausgestaltung des Bildelements und der verbalen Elemente der angefochtenen Marke sei indessen lediglich von einer entfernten Zeichenähnlichkeit auszugehen. Im Zusammenhang mit den massgeblichen Waren und Dienstleistungen sei die Widerspruchsmarke nur durchschnittlich kennzeichnungskräftig. Eine Verwechslungsgefahr sei zu verneinen, zumal die in Frage stehenden Waren und Dienstleistungen mit einer leicht erhöhten (Waren) bzw. erhöhten Aufmerksamkeit (Dienstleistungen) erworben würden.
[Das BVGer bestätigt vollumfänglich.]
Eine starke Kennzeichnungskraft und ein hoher Bekanntheitsgrad der Widerspruchsmarke können nach dem Gesagten allenfalls im Zusammenhang mit den von der Klasse 9 erfassten Waren bejaht werden, sind mit Bezug auf die Waren und Dienstleistungen der Klassen 25, 35, 42 und 45 jedoch nicht belegt (...). Im Widerspruchsverfahren kann zudem der Schutz der berühmten Marke nicht angerufen werden, da Art. 31MSchG die Anwendung von Art. 15 MSchG nicht erwähnt und damit als Prüfungsgegenstand ausklammert (...). Eine erhöhte Kennzeichnungskraft in einer Waren- oder Dienstleistungsklasse beeinflusst darum im Widerspruchsverfahren die Klassengrenzen nicht. An diesem Ergebnis ändert auch der Umstand nichts, dass allenfalls von einer erhöhten Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke für Computerdienstleistungen in Klasse 42 auszugehen ist. Bei diesem Beurteilungsmassstab erscheint es auf Grund der ausgeprägten konzeptionellen Unterschiede im Bildmotiv und der zusätzlichen verbalen Elemente der angegriffenen Marke unwahrscheinlich, dass diese von den massgebenden Verkehrskreisen als Variation oder Bearbeitung der Widerspruchsmarke angesehen wird. Es besteht keine Verwechslungsgefahr.
Kommentare (0) BVGer vom 29.06.2017, B-6573/2016
APPENZELLER / APPENBERGER Käse (Kl.29) / Milchprodukte (Kl.29) IGE
Die Widerspruchsmarke „APPENZELLER“ wird von den Abnehmern als allgemeiner Hinweis auf die Herkunft der damit bezeichneten Waren aus der Region „Appenzell“ verstanden (...) und nicht der Widersprechenden zugeordnet. Da die Abnehmer in der Bezeichnung „APPENZELLER“ mithin keinen individualisierenden Hinweis auf eine bestimmte betriebliche Herkunft im Sinne der markenrechtlichen Herkunftsfunktion erkennen, ist das Widerspruchszeichen mangels konkreter Unterscheidungskraft dem Gemeingut zuzurechnen. Der Begriff „APPENZELLER“ ist zudem freihaltebedürftig, weil es jedem Anbieter möglich sein muss, auf die Herkunft seiner Waren oder Dienstleistungen hinzu-weisen (vgl. hierzu Richtlinien, Teil 4, Ziff. 8.6.1). Die Widerspruchsmarke „APPENZELLER“ wurde dementsprechend im Eintragungsverfahren als geographische Herkunftsangabe, an welcher ein Freihaltebedürfnis besteht, beurteilt und schliesslich (aufgrund beigebrachter Beweismittel der Hinterlegerin) mit dem Vermerk „Durchgesetzte Marke“ im Register eingetragen.
Die Widersprechende macht geltend, dass es sich bei der Widerspruchsmarke angesichts ihrer Durchsetzung im Verkehr um eine ausgesprochen starke Marke handle, was ohne Zweifel notorisch sei. Es ist indessen daran zu erinnern, dass auch eine als „durchgesetzte Marke“ eingetragene Marke nach den gleichen Grundsätzen wie jede andere Marke geschützt ist. Daher ist der durchgesetzten Marke grundsätzlich ein normaler Schutzum-fang zuzubilligen (vgl. RKGE in sic! 2005, 749 – Zurich Private Bank / First Zurich Private Bank [fig.]). Dies bedeutet, dass das Institut bei der Bestimmung des Schutzumfangs ei-ner Widerspruchsmarke die Kennzeichnungskraft auch bei durchgesetzten Marken frei überprüft und diesen (analog den originär schutzfähigen Zeichen) je nach Befund einen normalen, erweiterten oder eingeschränkten Schutzumfang zuerkennt (...).
Da die Widerspruchsmarke als direkte geographische Herkunftsangabe dem Gemeingut zuzurechnen und zudem freihaltebedürftig ist, ist sie nur schwach kennzeichnungskräftig. Ihre Unterscheidungskraft bezieht sie durch die Verkehrsdurchsetzung, woraus jedoch keine Sperrwirkung hinsichtlich sämtlicher möglicher Verwendungen der Bezeichnung „APPENZELLER“ abgeleitet werden kann. In Anbetracht des eingeschränkten Schutzumfangs der Widerspruchsmarke genügen vorliegend die festgestellten Abweichungen der angefochtenen Marke in der zweiten Zeichenhälfte hinsichtlich Klang und Schriftbild sowie der Unterschied auf Sinngehaltsebene (...), um eine hinreichende Unterscheidbarkeit zwischen den Vergleichszeichen zu schaffen.
Kommentare (0) IGE vom 24.09.2009, Nr. 9929
APPENZELLER / APPENBERGER Käse (Kl.29) / Milchprodukte (Kl.29) BGer
Für die Verwechselbarkeit von Marken ist der Gesamteindruck massgebend, den sie in der Erinnerung der Adressaten hinterlassen (BGE 128 III 96 E. 2a, 441 E. 3.1). Ob zwei Marken sich hinreichend deutlich unterscheiden oder im Gegenteil verwechselbar sind, ist nicht aufgrund eines abstrakten Zeichenvergleichs, sondern stets vor dem Hintergrund der gesamten Umstände zu beurteilen (BGE 128 III 96 E. 2a S. 98; 122 III 382 E. 1 S. 385). Je stärker sich ein Zeichen im Verkehr durchgesetzt hat, desto grösser ist sein Schutzumfang und je näher sich die Waren sind, für welche die Marken registriert sind, desto grösser wird das Risiko von Verwechslungen und desto stärker muss sich das jüngere Zeichen vom älteren abheben, um die Verwechslungsgefahr zu bannen (BGE 128 III 441 E. 3.1 S. 446; 122 III 382 E. 2a und E. 3a S. 387). Ob eine solche Gefahr besteht, prüft das Bundesgericht im Beschwerdeverfahren als Rechtsfrage (vgl. BGE 126 III 315 E. 4b S. 317 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin weist zwar zutreffend darauf hin, dass es sich bei Käse um Waren des täglichen Bedarfs handelt, bei denen grundsätzlich mit einer geringeren Aufmerksamkeit und einem geringeren Unterscheidungsvermögen der Konsumenten zu rechnen ist als bei Spezialprodukten, deren Absatzmarkt auf einen mehr oder weniger geschlossenen Kreis beschränkt bleibt (vgl. BGE 126 III 315 E. 6b/bb; 122 III 382 E. 3a S. 388). Es ist daher fraglich, ob die Vorinstanz dem Durchschnittskonsumenten nicht eine zu hohe Aufmerksamkeit zuerkennt, wenn sie dafür hält, Käse sei "in der heutigen Konsumgesellschaft nicht mehr nur ein alltägliches Lebensmittel, sondern vielmehr ein geschätztes Naturprodukt mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen" und damit Käse in die Nähe eines Spezialprodukts rückt, das von Fachkreisen mit besonderer Aufmerksamkeit nachgefragt wird. Angesichts des erheblichen Zeichenabstands ist jedoch bundesrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz erwog, die Unterschiede der beiden Marken würden auch von Käsekonsumenten wahrgenommen, die ihre Einkäufe in Grossverteilern tätigen. Die Unterschiede sind aus Sicht des Durchschnittspublikums genügend ausgeprägt, um eine unmittelbare oder mittelbare Verwechslungsgefahr selbst bei Identität der Waren auszuschliessen.
Kommentare (0) BGer vom 26.09.2011, Urteil 4A_281/2011
APRIL / APIL – Assurance Pour Impayés de Loyer Versicherungswesen (Kl.36) / Versicherungswesen (Kl.36) IGE
Die Widerspruchsmarke besteht aus dem Begriff "APRIL", der im Zusammenhang mit den beanspruchten Dienstleistungen der Klasse 36 als nicht direkt beschreibend einzustufen ist. Dieser eignet mithin ein normaler Schutzumfang. Obwohl bei der angefochtenen Marke das Augenmerk aufgrund des gemeinfreien Charakters des Elementes "Assurance Pour Impayés de Loyer" auch auf dem Bestandteil "APIL" liegt und somit in phonetischer und schriftbildlicher Hinsicht eine Ähnlichkeit zwischen den Vergleichszeichen auszumachen ist, sind die Zeichen im jeweiligen Gesamteindruck aufgrund der markanten Divergenz im Sinngehalt als klar unterschiedlich einzustufen. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass jede Marke als Ganzes zu würdigen ist und nicht in ihre Einzelelemente zergliedert werden darf. Bei der Beurteilung dieses Gesamteindrucks dürfen schwache oder gemeinfreie Zeichenelemente nicht von vornherein ausgeblendet werden, weil sie das Markenbild ungeachtet ihrer Schwäche beeinflussen können. Der im angefochtenen Zeichen enthaltene Zusatz "Assurance Pour Impayés de Loyer" ist zwar für sich genommen gemeinfrei, vermag indessen dem vorangestellten Begriff resp. Akronym "APIL" einen Sinngehalt zu verleihen, der sich klar von demjenigen der Widerspruchsmarke abhebt (...) Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass ein unbefangener Konsument in einer Bezeichnung immer einen bekannten Bedeutungsgehalt sucht (vgl. BVGer B-4854/2010, E. 5.2 – Silacryl).
Kommentare (0) IGE vom 13.04.2012, Nr. 11915
AQUA TERRA / AQUA PLANET Uhren (Kl.14) / Uhren (Kl.14) IGE
En relation avec les produits en cause en classe 14, le mot « AQUA » est considéré par l’Institut comme descriptif et appartenant au domaine public. Il désigne de façon claire et usuelle leur destination, à savoir des montres et autres produits horlogers conçus pour être utilisés dans l’eau.
Au vu de ce qui précède, la protection de la marque opposante ne peut dès lors s’étendre au terme « AQUA ». En d’autres termes, l’opposante ne saurait prétendre à l’existence d’un risque de confusion basé sur la reprise d’un élément essentiel et distinctif.
Kommentare (0) IGE vom 26.08.2009, n° 9852