Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/bilanzierungsfaehigkeit.html
Timestamp: 2019-05-24 23:33:28
Document Index: 263107966

Matched Legal Cases: ['§ 250', '§ 255', '§ 246', '§ 248', '§ 248', '§ 248', '§ 248', '§ 246', '§ 249', '§ 249', '§ 248', '§ 248', '§ 247', '§ 268', '§ 250', '§ 255']

Bilanzierungsfähigkeit, -Verbote & -Wahlrechte
Bilanz nach Handelsrecht - Bilanzierungsfähigkeit, -Verbote & -Wahlrechte
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Video: Bilanzierungsfähigkeit, -Verbote & -Wahlrechte
Sie sollen nach Durchsicht dieses Kapitels verstehen, wann man einen Vermögensgegenstand oder eine Schuld bilanziert. Insbesondere sollen Sie also die abstrakte Aktivierungsfähigkeit, Aktivierungsverbote und -wahlrechte kennen.
ob (!) eine Sache in die Bilanz gelangt (= Bilanzierung),
wo sie hingelangt (= Ausweis) und
in welcher Höhe sie in die Bilanz Eingang findet (= Bewertung)
Nun folgt ein Video zum Bilanzansatz:
Die Behandlung des Disagios ist geregelt in § 250 III HGB, nicht in § 255 III HGB, wie im Video genannt und auch auf dem Whiteboard zu sehen.
Hier klicken zum AusklappenFür die Frage, ob ein Vermögensgegenstand oder eine Schuld in die Bilanz gelangt, sind also folgende Fragen zu beantworten:
Ist der Gegenstand abstrakt bilanzierungsfähig? Ist er also
a) abstrakt aktivierungsfähig oder
b) abstrakt passivierungsfähig?
Wir reden über § 246 I 1 HGB. Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit heißt
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG verkauft ein Gebäude.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG denkt darüber nach, den Aufzugsschacht zu verkaufen.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG möchte das Unternehmen restrukturieren und holt sich Unternehmensberater ins Haus. Ist die Beratungsleistung abstrakt aktivierungsfähig?
Hier klicken zum AusklappenUNTERSCHIED VERBINDLICHKEITEN UND RÜCKSTELLUNGEN:
Nachdem die Frage der abstrakten Bilanzierungsfähigkeit geklärt ist, ist ein zweiter, sehr entscheidender Punkt zu klären: nämlich ob es ein Bilanzierungsverbot im Konkreten gibt.
Hierbei existieren sowohl
Aktivierungsverbote und
Passivierungsverbote.
Diese Aktivierungsverbote listet § 248 HGB auf:
Aufwendungen für die Gründung des Unternehmens und die Beschaffung des Eigenkapitals (§ 248 I Nr. 1, 2 HGB)
Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen (§ 248 I Nr. 3 HGB)
selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (§ 248 II 2 HGB).
Der originäre Geschäftswert (= originärer Goodwill) ist nicht abstrakt aktivierungsfähig, denn er ist nicht einzeln veräußerbar, sondern lediglich in Zusammenhang mit dem gesamten restlichen Unternehmen.
Insofern muss die Aktivierung desselben nicht explizit verboten werden, sie ist bereits nicht möglich, weil der originäre Geschäfts- oder Firmenwert schon auf der ersten Stufe, also der abstrakten Aktivierungsfähigkeit, rausfällt.
Hier klicken zum AusklappenBei dem originären Geschäftswert besteht also nicht die Möglichkeit diesen zu bilanzieren, auf den derivativen Geschäftswert besteht hingegen ein Aktivierungsgebot (§ 246 I 4 HGB).
All jene Aufwendungen sind als solche lediglich in die Gewinn- und Verlustrechnung aufzunehmen, hingegen aber nicht in der Bilanz als Vermögensgegenstand aktivierbar.
Auf der Passivseite der Bilanz existieren deutlich weniger Verbote der Aufnahme als auf der Aktivseite. § 249 II HGB redet davon, dass all jenes, was nicht in § 249 I HGB erwähnt ist, nicht Rückstellung sein darf. Insofern handelt es sich hier um ein explizites Passivierungsverbot.
Bilanzierungswahlrechte treten auf als
Aktivierungswahlrechte und
Es sei schon hier erwähnt, dass es Passivierungswahlrechte nach dem BilMoG nicht mehr gibt.
Zu den Aktivierungswahlrechten gehören
Zu den anderen Aktivierungswahlrechten im Einzelnen.
Bei immateriellen Vermögensgegenständen, die nicht entgeltlich erworben wurden, ist ein Aktivierungswahlrecht nur dann gegeben, wenn die folgenden Punkte alle gleichzeitig erfüllt sind:
kein entgeltlicher Erwerb = selbst geschaffen.
Hierbei ist also insbesondere wichtig, dass es sich um Vermögensgegenstände des Anlagevermögens handelt. Immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden, sind anders zu behandeln (d.h. im Zweifel als Aufwand gewinnmindernd zu berücksichtigen) und müssen aktiviert werden.
Hier klicken zum AusklappenDie Software eines Softwareunternehmens ist immateriell und nicht entgeltlich erworben, gehört aber zum Umlaufvermögen, wenn sie, die Software, weiter veräußert werden soll.
Insofern besteht hier ein Aktivierungsgebot. Darüber hinaus muss der Gegenstand immateriell sein.
Hier klicken zum AusklappenPatente, Lizenzen etc. sind immaterielle Vermögensgegenstände.
Die X-AG stellt ein Patent selbst her. Darf dieses Patent aktiviert werden?
Ein selbsterstelltes Patent ist ein Beispiel für ein Aktivierungswahlrecht des § 248 II 1 HGB, weil
es zum Anlagevermögen gehört, denn es dient dauernd dem Geschäftsbetrieb
es nicht entgeltlich erworben wurde, da es selbst erstellt ist.
Für Aktivierungswahlrechte § 248 II 1 HGB ist also insbesondere der Unterschied zwischen dem Anlage- und dem Umlaufvermögen sehr wichtig. Den Unterschied zwischen den beiden klärt § 247 II HGB.
Hier klicken zum AusklappenHiernach gehören zum Anlagevermögen nur jene Gegenstände, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Dies heißt insbesondere nicht (!), dass ein Gegenstand des Anlagevermögens stets langfristig da ist und ein Gegenstand des Umlaufvermögens kurzfristig.
Hier klicken zum AusklappenWir haben bisher die Frage behandelt, ob ein Gegenstand in die Bilanz darf (Bilanzierungsfähigkeit bzw. Bilanzierung dem Grunde nach). Die Frage, in welcher Höhe er in die Bilanz darf oder muss (= Bilanzierung der Höhe nach), wird erst hiernach zu beantworten sein und erst dann insofern der Gegenstand aktiviert oder passiviert wird.
Wichtig bei der Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens: es ist zusätzlich dann der § 268 VIII 1 HGB zu beachten. Dieser redet von einer Ausschüttungssperre insofern, als dass nach der Ausschüttung verbleibende frei verfügbare Rücklagen zzgl. eines Gewinnvortrags und abzgl. eines Verlustvortrags den insg. angesetzten Beträgen abzgl. der hierfür gebildeten passiven latenten Steuern entsprechen müssen.
Da das Verständnis für latente Steuern an dieser Stelle wichtig ist, werden wir auf diesen Punkt erst später eingehen können.
Durch das BilMoG sind die letzten verbliebenen Passivierungswahlrechte weggefallen.
In einem kurzen Video wird noch einmal alles Wichtige zum Bilanzansatz auf der Aktivseite systematisch zusammengefasst.
Bitte beachten Sie, dass bei 07:10 das Bewertungswahlrecht Teil des § 250 III HGB ist und nicht des § 255 III HGB.
Nachdem der Ansatz geklärt wurde (also die Frage, ob etwas überhaupt in die Bilanz kommt) und bevor die Frage der Bewertung besprochen wird (also die Frage, in welcher Höhe etwas in die Bilanz kommt), gehen wir ein auf den Ausweis (also die Frage, an welcher Stelle, also wo, etwas in die Bilanz kommt.
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Es ist wichtig, den (= Bilanzierung dem Grunde nach) von der (= Bilanzierung der Höhe nach) zu unterscheiden.
Welche Fragestellungen treten auf, wenn ein Gegenstand abstrakt bilanzierungsfähig sein soll?
Ist der Gegenstand abstrakt neutralisierungsfähig?
Ist der Gegenstand abstrakt passivierungsfähig?
Ist der Gegenstand abstrakt aktivierungsfähig?
Welche Fragestellungen treten neben der Frage nach der abstrakten Bilanzierungsfähigkeit noch auf?
Gibt es Bilanzierungsverluste?