Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20111/02
Timestamp: 2020-08-15 09:02:50
Document Index: 54016627

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', '§ 254', '§ 675', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 249', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.10.2005 - IX ZR 111/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1085
BGH, 06.10.2005 - IX ZR 111/02 (https://dejure.org/2005,1085)
BGH, Entscheidung vom 06.10.2005 - IX ZR 111/02 (https://dejure.org/2005,1085)
BGH, Entscheidung vom 06. Januar 2005 - IX ZR 111/02 (https://dejure.org/2005,1085)
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BGB § 675, § 254 Abs. 2 Satz 1
Anwaltsregress: Mitverschulden des Mandanten durch Verzicht auf Berufung im Regressprozess; Prozessverlust des Auftraggebers in erster Instanz auf Grund eines unzureichenden Vortrags seines Prozessbevollmächtigten; Unterbrechung des Zurechnungszusammenhangs zwischen dem ...
Zur Frage des Mitverschuldens des wegen eines Anwaltsfehlers durch Klageabweisung geschädigten Mandanten, der es wegen des Kostenrisikos unterlässt, ein Rechtsmittel einzulegen
Honorarfreie Fehlerbeseitigung
BGB § 675 § 254 Abs. 2 S. 1
Umfang der Haftung eines Rechtsanwalts; Mitverschulden des Mandanten bei bedingtem Rechtsmittelauftrag
Übernahme der Berufungskosten nach anwaltlicher Pflichtverletzung?
Eingabe in der Suchmaske auf der nächsten Seite: BRAK-Mitt. 2006, 22
brak-mitteilungen.de , S. 28 (Leitsatz und Entscheidungsbesprechung)
Unzureichender Vortrag des Prozessbevollmächtigten: Berufung (IBR 2006, 1003)
LG Düsseldorf, 31.05.2001 - 8 O 583/00
OLG Düsseldorf, 15.03.2002 - 16 U 116/01
NJW 2006, 288
MDR 2006, 512
FamRZ 2006, 36 (Ls.)
WM 2006, 105
DB 2006, 276
AnwBl 2006, 70
Wer dagegen einen aussichtslosen Rechtsbehelf nicht einlegt, handelt seinen eigenen Interessen niemals zuwider, so dass bei einer derartigen Fallgestaltung ein Mitverschulden des Mandanten von vorneherein ausscheidet (BGH, Urt. v. 6. Oktober 2005 - IX ZR 111/02, NJW 2006, 288, 289 Rn. 12).
Der Geschädigte braucht Rechtsbehelfe aber nur dann einzulegen, wenn hinreichende Erfolgsaussichten bestehen (BGH NJW 2006, 288; NJW-RR 1991, 1459; OLG Rostock NJW-RR 2006, 90; Palandt-Heinrichs § 254 Rn 46), was vom Schädiger darzulegen und zu beweisen ist (BGH NJW 2007, 1063; 1994, 3105; 90; Palandt-Heinrichs § 254 Rn 74).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat ein Rechtsanwalt, dem ein Fehler unterlaufen ist, aus dem seinem Auftraggeber ein Schaden droht, zusätzliche honorarfreie Leistungen zu erbringen, sofern sich der Schadenseintritt nur noch auf diese Weise verhindern lässt (BGH, Urteil vom 10. Februar 1994 - IX ZR 109/03, WM 1994, 1114, 1116; vom 6. Oktober 2005 - IX ZR 111/02, WM 2006, 105, 106).
Der Geschädigte braucht Rechtsbehelfe aber nur dann einzulegen, wenn hinreichende Erfolgsaussichten bestehen (BGH NJW 2006, 288; BGH NJW-RR 1991, 1459; OLG Rostock NJW-RR 2006, 90; Palandt-Heinrichs § 254 Rn 46), was vom Schädiger darzulegen und zu beweisen ist (BGH NJW 2007, 1063; BGH NJW 1994, 3105;… Palandt-Heinrichs, BGB, 68 Aufl., § 254 Rn. 74).
Mit Rücksicht auf die Vorschrift des § 249 BGB, nach der Schadensersatz in erster Linie durch Wiederherstellung des früheren Zustands zu leisten ist, kann der Anwalt gegenüber seinem Mandanten verpflichtet sein, den infolge eines Fehlers drohenden Schaden durch eine zumutbare honorarfreie Zusatzleistung zu verhindern (BGH, NJW 2006, 288 Rn. 10;… Vill, a.a.O., § 2 Rn. 132 ).
LG Flensburg, 30.04.2013 - 1 S 158/12
Ansprüche aus fehlerhafter anwaltlicher Beratung aufgrund der Erhebung einer …
Ohne eine solche Freistellungserklärung durfte die Versicherte von der Einlegung des Rechtsmittels absehen (vgl. BGH, Urteil vom 6. Oktober 2005, IX ZR 111/02, Rn 9, [...]).
Strengere Anforderungen an die Beschreibung im Mietvertrag sind nach der Rechtsprechung des BGH (vgl. NJW 2006, 288) bei Vermietungen "vom Reißbrett" zu stellen.
Im Falle eines Prozessverlusts ist für diese Differenzhypothese maßgebend, wie der Vorprozess nach Auffassung des Gerichts, das mit dem Schadensersatzanspruch gegen den Prozessbevollmächtigten befasst ist, richtigerweise hätte entschieden werden müssen, nicht, wie seinerzeit bei pflichtmäßigem Anwaltsverhalten mutmaßlich entschieden worden wäre (BGH NJW 2002, 1417, 1418; NJW 2005, 3071, 3072; NJW 2006, 288, 289, jeweils mwN).
Das Berufungsgericht ist zunächst zutreffend (vgl. BGHZ 133, 110, 111;… BGH, Urt. v. 9. Dezember 1999 - IX ZR 129/99, WM 2000, 959, 962; v. 27. Januar 2000 - IX ZR 45/98, WM 2000, 966, 968; v. 6. Oktober 2005 - IX ZR 111/02, zur Veröffentlichung bestimmt) davon ausgegangen, für die hypothetische Betrachtung, wie der Vorprozess ausgegangen wäre, wenn die Klägerin kein Anerkenntnis abgegeben hätte und kontradiktorisch entschieden worden wäre, komme es ausschließlich auf die Sicht des Regressrichters an.
Es ist zu fragen, ob die Entscheidung für den Vergleich noch als angemessen zu erachten ist (BGH NJW-RR 2003, 563 ff.) oder ob sie, zumal wenn der Geschädigte mit ihr gegen die Empfehlung seines Fachberaters verstößt, als unvertretbar bzw. unsachgemäß gelten muss (BGH NJW 1994, 2822, 2823; WM 2006, 105).
Vorab besteht diesbezüglich bereits ein Freistellungsanspruch (BGH WM 2006, 105).