Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/frotscherdrueen-gewstg-8-hinzurechnungen-432-entgelte_idesk_PI16039_HI2119008.html
Timestamp: 2019-03-20 13:06:31
Document Index: 187542274

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 233', '§ 240', '§ 240', '§ 8']

Frotscher/Drüen, GewStG § 8 Hinzurechnungen / 4.3.2 Entgelte | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Entgelte für Schulden sind z. B. Zinsen, erfolgsabhängige Vergütungen wie Gewinnausschüttungen auf Genussscheine, die nicht beteiligungsähnlich sind, Vorfälligkeitsentschädigungen und Aufgelder wegen vorzeitiger Kündigung des Kredits, soweit sie als Gegenleistung für die vorangegangene Nutzung des Kapitals angesehen werden können, und Verwaltungskostenbeiträge, sofern sie für den Darlehensbetrag und nicht für besondere, über die Kapitalüberlassung hinausgehende Leistungen zu erbringen sind. Ebenso werden als Entgelte erfasst z. B. ein Damnum oder Disagio und Vergütungen für partiarische Darlehen. Auch der in Ratenzahlungen enthaltene Zinsanteil unterliegt der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung. Gleiches gilt für Leasingraten, wenn der Leasinggegenstand dem Leasingnehmer als wirtschaftlichem Eigentümer zuzurechnen ist. Wird der Leasinggegenstand dagegen beim Leasinggeber erfasst, gilt für die Mietzahlungen § 8 Nr. 1 Buchst. d bzw. e GewStG. Ebenfalls der Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 Buchst. a S. 1 GewStG unterfällt ein Risikoentgelt, das zur Abgeltung eines erhöhten Finanzierungsbedarfs gezahlt wird.
Entgelte i. S. d. § 8 Nr. 1 Buchst. a S. 1 GewStG sind auch die nach den §§ 233ff. AO zu zahlenden Zinsen, da auch diese Entgeltcharakter haben. Zinsen, die auf nicht abzugsfähige Steuern entfallen, sind als Nebenleistungen ihrerseits nicht abzugsfähig. Eine Hinzurechnung scheidet insoweit aus. Besonderheiten gelten bei Säumniszuschlägen nach § 240 AO. Säumniszuschläge sind ein Druckmittel eigener Art, das den Steuerschuldner zur rechtzeitigen Zahlung anhalten soll. Darüber hinaus verfolgt § 240 AO den Zweck, vom Stpfl. eine Gegenleistung für das Hinausschieben der Zahlung fälliger Steuern zu erhalten. Daher kommt nach § 8 Nr. 1 Buchst. a S. 1 GewStG eine Hinzurechnung von Säumniszuschlägen nur insoweit in Betracht, als sie eine Gegenleistung für das Hinausschieben der Steuerzahlung darstellen. Dies dürfte grundsätzlich die Hälfte der verwirkten Säumniszuschläge sein, da das FA regelmäßig nicht verpflichtet ist, bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung mehr als die Hälfte der verwirkten Säumniszuschläge zu erlassen.
Bei einem Zins-Swap-Geschäft tauschen grundsätzlich 2 Parteien ihre Zinszahlungen auf einen nominellen Kapitalbetrag, üblicherweise Festsatz gegen variablen Satz, nicht jedoch den Kapitalbetrag. Im Regelfall dient der Zins-Swap-Vertrag der Absicherung des Zinsrisikos eines oder mehrerer anderer Darlehens- oder Kreditverträge. Ein Zins-Swap, der nicht mit dem kreditgebenden Institut, sondern mit einem Dritten abgeschlossen wird, ist grund...