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Timestamp: 2016-10-24 16:08:01
Document Index: 75922415

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 40', 'Art. 19', 'Art. 95', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

Pr�sident Ursprung, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Sch�n; Gerichtsschreiberin Bollinger
S.________, 1954, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Marc Br�gger-Kuret, Bahnhofstrasse 15, 8570 Weinfelden,
S.________, geboren 1954, war seit Januar 1991 als Maschinenoperateur bei der Firma I.________ AG t�tig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 19. Januar 2001 zog er sich bei einem Arbeitsunfall ein schweres Quetschtrauma am rechten oberen Sprunggelenk (OSG) zu und wurde gleichentags im Spital X.________ operiert. Die SUVA kam f�r die Kosten der Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Sowohl die Operation als auch die anschliessende physiotherapeutische Behandlung f�hrten zu keinem befriedigenden Ergebnis. Vom 18. Juli bis 15. August sowie vom 13. September bis 5. Oktober 2001 unterzog sich S.________ in der Rehaklinik Y.________ einer station�ren Rehabilitation. Ein anschliessend durchgef�hrter Arbeitsversuch scheiterte.
Nachdem die kreis�rztliche Untersuchung vom 21. November 2001 eine vollst�ndige Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit ergeben und die Arbeitgeberin (nunmehr: Firma D.________ AG) einen entsprechenden Arbeitsplatz zugesichert hatte, verf�gte die SUVA am 28. November 2001 die Ausrichtung weiterer Taggelder bei einer Arbeitsunf�higkeit von 25 %. In der Folge nahm S.________ die Arbeit nur stundenweise auf und legte diese kurze Zeit sp�ter ganz nieder. Die Firma D.________ AG k�ndigte das Arbeitsverh�ltnis auf Ende Januar 2002. Am 21. Januar 2002 teilte die SUVA S.________ mit, er sei auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voll vermittelbar, weshalb die Taggeldleistungen ab 1. Februar 2002 entfielen.
Nach beruflichen und umfangreichen medizinischen Abkl�rungen verf�gte die SUVA am 25. Mai 2004 die Zusprechung einer Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 34 % und wies die dagegen erhobene Einsprache am 30. August 2004 ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des S.________ hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau am 7. Dezember 2005 teilweise gut und erh�hte den Invalidit�tsgrad auf 36 %. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, die R�ckweisung zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz, eventualiter die Zusprechung einer Invalidenrente bei einem 36 % �bersteigenden Invalidit�tsgrad, beantragen. Gleichzeitig ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
SUVA und Vorinstanz schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 18. Oktober 2006 l�sst S.________ unter Hinweis auf eine unheilbare Krebserkrankung mit schlechter Prognose um rasche Beurteilung seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde ersuchen.
1.1 Im Einspracheentscheid werden folgende Rechtsgrundlagen zutreffend dargelegt: Zum Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 8 ATSG), zur Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) und zur Aufgabe von �rztinnen und �rzten bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
1.2 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu w�rdigen sind. F�r das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Danach haben Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen, und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu w�rdigen und die Gr�nde anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
Streitig und zu pr�fen ist einzig, ob Vorinstanz und Verwaltung zu Recht von einer vollst�ndigen Arbeitsf�higkeit in einer angepassten leichten T�tigkeit ausgegangen sind.
3.1 Der Versicherte bringt vor, die Invalidenversicherung verweise in ihrer Verf�gung vom 17. August 2004 ausdr�cklich auf den durch die SUVA festgesetzten Invalidit�tsgrad. Da im IV-Verfahren auch allf�llige nicht unfallkausale psychische Beschwerden zu ber�cksichtigen seien, habe die SUVA zu Unrecht von einer polydisziplin�ren Abkl�rung abgesehen.
3.2 Lehre und Rechtsprechung lassen den sozialen Unfallversicherer f�r Sch�den nur dann einstehen, wenn diese sowohl in einem nat�rlichen wie auch in einem ad�quaten Kausalzusammenhang mit dem sch�digenden Ereignis stehen (BGE 129 V 181 f. Erw. 3 mit Hinweisen). Im vorliegenden Verfahren ist daher nur zu pr�fen, ob und allenfalls inwieweit die Folgen des am 19. Januar 2001 erlittenen Unfalles die Arbeitsf�higkeit bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 30. August 2004 einschr�nkten. Eine unfallbedingte psychische Gesundheitsbeeintr�chtigung macht der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht geltend; im �brigen w�ren die Voraussetzungen f�r die Bejahung der Ad�quanz eines - von keinem der mit der Angelegenheit betrauten �rzte diagnostizierten - psychischen Leidens (BGE 115 V 140) nicht erf�llt. Damit besteht keine Veranlassung zu weiteren medizinischen - insbesondere auch nicht zu psychiatrischen - Abkl�rungen. Dass die IV-Stelle des Kantons Thurgau mit Verf�gung vom 6. September 2004 das Einspracheverfahren mit der Begr�ndung sistiert hatte, der Ausgang des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens sei f�r das IV-Verfahren von Bedeutung, f�hrt zu keinem anderen Schluss. Der in einem Versicherungszweig festgestellte Invalidit�tsgrad bindet andere Versicherungszweige nur mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden (BGE 126 V 292 Erw. 2a). Soweit im Verfahren der Invalidenversicherung eine nicht unfallkausale gesundheitliche Beeintr�chtigung geltend gemacht wird, ist es Sache dieser Versicherung, sowohl das Vorliegen als auch (gegebenenfalls) die Auswirkungen eines solchen Gesundheitsschadens auf die Erwerbsf�higkeit abzukl�ren. Eine Bindungswirkung an den im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren festgesetzten Invalidit�tsgrad besteht insoweit nicht (AHI 2004 S. 187).
4.1 Der Versicherte bringt vor, das kantonale Gericht habe die Kurzbeurteilung des PD Dr. med. E.________, Institut f�r Interdisziplin�re Medizinische Begutachtungen (IMB), vom 27. Mai 2005 sowie die Einsch�tzungen des Hausarztes Dr. med. C.________ vom 5. August 2002 nicht gew�rdigt und den Bericht des R.________, Produktion und Dienstleistung, vom 14. Juli 2003, nicht ber�cksichtigt. Darin liege eine Verletzung des Grundsatzes der freien Beweisw�rdigung. Sodann sei aufgrund der widerspr�chlichen Beurteilung der verwertbaren Resterwerbsf�higkeit die berufliche Abkl�rung zu wiederholen.
4.2 Zun�chst trifft es nicht zu, dass das kantonale Gericht die Einsch�tzungen des Hausarztes und des PD Dr. med. E.________ ausser Acht gelassen hat. Die Vorinstanz bezog sich ausdr�cklich auf diese Berichte und erwog, die von der SUVA festgelegte Erwerbsunf�higkeit von 24 % (recte: 34 %) sei auch in Kenntnis der erw�hnten Beurteilungen nicht zu beanstanden.
4.3.1 Sowohl Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. M.________ (Bericht vom 21. November 2001) als auch Kreisarzt Dr. med. J.________ (Abschlussuntersuchung vom 16. M�rz 2004) und Konsiliararzt Dr. med. P.________, FMH f�r Chirurgie (Beurteilung vom 25. August 2004), kamen zum Schluss, der Beschwerdef�hrer sei in einer angepassten (vorwiegend sitzenden) T�tigkeit vollumf�nglich arbeitsf�hig. Die �rzte an der Rehaklinik Y.________ attestierten im Austrittsbericht vom 19. Januar 2001 zur Eingew�hnung eine 50%ige Arbeitsf�higkeit mit m�glicher Steigerung auf 100 %. Hausarzt Dr. med. C.________ f�hrte mit Schreiben an das Kantonsspital Z.________ vom 11. M�rz 2002 aus, der Versicherte habe "zugegeben", die Beschwerden seien im Alltag nicht so stark, dass er deswegen Medikamente einnehmen m�sse. Nachts sei er schmerzfrei, tags�ber habe er nur Schmerzen, wenn er mehr als eine Stunde stehe. Er habe sich den Alltag so eingerichtet, dass ihn der Fuss nicht so sehr st�re. Gegen�ber der Invalidenversicherung attestierte Dr. med. C.________ am 5. August 2002 eine Arbeitsf�higkeit in der bisherigen, wie auch in einer anderen leichten T�tigkeit von "ca. 70 %" und erkl�rte, die Beschwerden seien offenbar doch nicht so schlimm, dass eine dauernde Medikamenteneinnahme erforderlich w�re; der Versicherte habe die verordneten Medikamente nicht regelm�ssig eingenommen und wieder abgesetzt. Die SUVA habe ein Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit verneint und er m�chte sich "damit die Finger auch nicht verbrennen". Es sei m�glich, dass eine n�chste Expertise eine Einschr�nkung von etwa 20 % ergebe. Mit Kurzbeurteilung vom 27. Mai 2005, welche der Beschwerdef�hrer bei PD Dr. med. E.________ in Auftrag gegeben hatte, f�hrte der Arzt gest�tzt auf die ihm zur Verf�gung gestellten Akten der SUVA im Wesentlichen aus, ein Trauma wie dasjenige, welches der Versicherte erlitten habe, wie auch eine Verletzung des Nervus tibialis schr�nkten die Arbeitsf�higkeit nicht zwingend ein. Schmerzen nach einer Nervenverletzung k�nnten nicht objektiviert werden. Ein "malingering" (Rentenbegehren) sei nicht auszuschliessen. In einer angepassten T�tigkeit bestehe eine 70-80%ige Erwerbsf�higkeit, die von der SUVA verf�gte Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit von 34 % erachte er als zutreffend.
4.3.2 Soweit Hausarzt Dr. med. C.________ eine lediglich 70%ige Arbeitsf�higkeit attestiert, ist seine Einsch�tzung angesichts der von ihm geschilderten geringen Beeintr�chtigung im Alltag nicht nachvollziehbar; auch scheint er selbst von dieser Beurteilung nicht restlos �berzeugt zu sein (Erw. 4.3.1 hievor). Im �brigen darf das Gericht bei der Beweisw�rdigung der Tatsache Rechnung tragen, dass Haus�rzte im Zweifel mit Blick auf ihre Vertrauensstellung gerichtsnotorisch eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (statt vieler: AHI 2001 S. 114 Erw. 3b/cc mit Hinweisen), weshalb ihren Einsch�tzungen nicht der gleiche Beweiswert beigemessen werden kann wie etwa den Berichten von �rzten, die von der Verwaltung mit der Erstattung einer neutralen Expertise beauftragt werden (SVR 2005 UV Nr. 16 [U 192/03] S. 54 Erw. 2.2; Urteil P. vom 2. August 2006, U 58/06). Die Aktenkurzbeurteilung des PD Dr. med. I.________ ist widerspr�chlich, indem der Arzt einerseits eine Erwerbsf�higkeit (welche zu beurteilen nicht Sache der �rzte ist) von 70-80 % attestiert, und anderseits den von der SUVA verf�gten Invalidit�tsgrad von 34 % ausdr�cklich als "ad�quat" erachtet. Seine Beurteilung vermag die Einsch�tzungen der Kreis�rzte wie auch der Mediziner an der Rehaklinik Y.________ und des Konsiliararztes Dr. med. P.________ nicht in Frage zu stellen. Schliesslich kann aus dem Bericht des R.________ vom 14. Juli 2003 zu Handen der IV-Stelle schon deshalb nichts Abweichendes abgeleitet werden, weil die darin enthaltene Beurteilung massgeblich nicht auf einer medizinischen Indikation, sondern auf der subjektiven Leistungsbereitschaft des Versicherten beruht, auf welche indessen nicht abgestellt werden kann. Vorinstanz und Verwaltung haben somit zu Recht von weiteren medizinischen (wie auch von nochmaligen beruflichen) Abkl�rungen abgesehen und bezogen auf den massgeblichen Zeitraum bis 30. August 2004 eine vollst�ndige Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit - mit entsprechender Erwerbseinbusse - angenommen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG; BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird F�rsprecher Marc Br�gger-Kuret, Weinfelden, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.