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Timestamp: 2016-10-24 18:28:13
Document Index: 177895451

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE']

Art. 24 al. 1 et 25 al. 1 LAA, art. 36 OLAA: Atteinte � l'int�grit�. - Estimation de l'atteinte � l'int�grit� dans le cas d'une amputation transm�tacarpienne de l'index droit (consid. 3). - La gravit� de l'atteinte � l'int�grit� s'appr�cie uniquement en fonction des constatations m�dicales; � la diff�rence de l'indemnisation du tort moral selon le droit priv�, l'on ne tient pas compte d'�ventuelles circonstances propres � l'assur� (consid. 4). Consid�rants � partir de page 218
2. a) Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integrit�tsentsch�digung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Sch�digung der k�rperlichen oder geistigen Integrit�t erleidet. Die Integrit�tsentsch�digung wird in Form einer Kapitalleistung gew�hrt. Sie darf den am Unfalltag geltenden H�chstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht �bersteigen und wird entsprechend der Schwere des BGE 113 V 218 S. 219Integrit�tsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG). Gem�ss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entsch�digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integrit�tsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich w�hrend des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die k�rperliche oder geistige Integrit�t, unabh�ngig von der Erwerbsf�higkeit, augenf�llig oder stark beeintr�chtigt wird. Gem�ss Abs. 2 gelten f�r die Bemessung der Integrit�tsentsch�digung die Richtlinien des Anhangs 3. Der Bundesrat hat in diesem Anhang Bemessungsregeln aufgestellt und in einer nicht abschliessenden (GILG/ZOLLINGER, Die Integrit�tsentsch�digung nach dem Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung, S. 47) Skala wichtige und typische Sch�den prozentual gewichtet. F�r spezielle oder nicht aufgef�hrte Integrit�tssch�den wird die Entsch�digung nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs).
b) Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der bundesr�tlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA, Nr. 57 bis 59, Tabellen 1-16). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtss�tze dar und sind f�r die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integrit�tsschadens f�r den "Regelfall" gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben erm�glicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gew�hrleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (RKUV 1987 Nr. U 21 S. 329).
3. Die transmetakarpale Amputation des rechten Zeigefingerstrahls, welche beim Beschwerdegegner durchgef�hrt wurde, ist weder in der Skala der Integrit�tssch�den gem�ss Anhang 3 zur UVV noch in den von der SUVA publizierten Tabellen aufgef�hrt. Es ist somit eine Sch�tzung im Vergleich mit anderen Handsch�digungen vorzunehmen.
a) Dr. med. B. bemass in seinem Bericht vom 24. Juni 1985 den Integrit�tsschaden auf 7,5%. Er ging davon aus, dass nach Figur 17 der Tabelle 3 betreffend Integrit�tsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten BGE 113 V 218 S. 220(Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA, Nr. 57 S. 22 ff.) f�r eine transmetakarpale Amputation des Kleinfingerstrahls der Integrit�tsschaden mit 5% gleich hoch liegt wie f�r den Verlust des Kleinfingers im Grundgelenk. Der Zeigefinger sei aber f�r die Gebrauchsf�higkeit der Hand bedeutsamer als der Kleinfinger, weshalb der Schaden f�r einen Zustand nach transmetakarpaler Zeigefingeramputation h�her als 5% zu bemessen sei. Er liege indessen nicht so hoch, als wenn Zeigefinger und Kleinfinger beide im Grundgelenk amputiert w�ren, was nach Figur 29 der Tabelle 3 einen Integrit�tsschaden von 10% ergibt. Diese Einsch�tzung wurde durch Dr. med. R., Spezialarzt FMH f�r Chirurgie und Chef der Gruppe Unfallmedizin der SUVA, best�tigt: Namentlich im Vergleich zur vorliegenden Sch�digung zeige die Totalamputation des Zeigefingers und des Kleinfingers einen Zustand, der funktionell und vor allem kosmetisch wesentlich gravierender sei. Im �brigen lasse sich f�r die Vierfingerhand hinsichtlich der Integrit�tssch�digung eine Unterscheidung zwischen dominanter und nicht dominanter Hand nicht begr�nden (Bericht vom 9. Juli 1986).
b) Nach Auffassung der Vorinstanz wird diese Einsch�tzung der SUVA der tats�chlichen Beeintr�chtigung nicht gerecht. Einerseits habe die Amputation zu einer ausgesprochenen Verschm�chtigung der Mittelhand gef�hrt (Umfang links 20,75 cm, rechts 17,5 cm); dieser zus�tzlichen Entstellung sei Rechnung zu tragen. Andererseits sei es inkonsequent, dass die Tabelle 3 der SUVA bei einfachen Fingerverlusten nicht zwischen Gebrauchshand und anderer Hand unterscheide. Auch ein einfacher Fingerverlust wirke sich bei der Gebrauchshand st�rker aus. In Ber�cksichtigung dieser Umst�nde hielt die Vorinstanz eine Integrit�tsentsch�digung von 12,5% f�r angemessen.
c) Der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts kann nicht beigepflichtet werden. Die Verschm�chtigung der Mittelhand ist keineswegs bedeutend und wurde von der SUVA im �brigen dadurch ber�cksichtigt, dass bei der Sch�tzung von einer Vierfingerhand ausgegangen wurde. Es besteht auch kein Anlass, die auf medizinischer Erfahrung bei Fingersch�den beruhende Auffassung der Anstalt in Zweifel zu ziehen, dass sich der Verlust des Zeigefingers an der Gebrauchshand funktionell im Vergleich zur anderen Hand nicht wesentlich unterscheidet. Schliesslich ist im vorliegenden Fall entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners bei der Integrit�tssch�tzung nicht von einem Bruchteil des Wertes der BGE 113 V 218 S. 221Gebrauchshand auszugehen, da die Gebrauchsf�higkeit der anderen Finger nicht wesentlich eingeschr�nkt ist.
4. Zu pr�fen ist sodann die Frage, ob bei der Bemessung des Integrit�tsschadens auch individuelle Besonderheiten des Versicherten zu ber�cksichtigen sind.
a) Die Vorinstanz erwog, eine v�llige Ausklammerung aller subjektiven Faktoren sei mit dem der Integrit�tsentsch�digung innewohnenden Zweck nicht vereinbar. Gerade das vorliegende Beispiel zeige, dass nicht jeder Versicherte von einem Fingerverlust in gleicher Weise betroffen werde. Die Lebensfreude des Beschwerdegegners, dem das Gitarrenspiel in der Freizeit in emotionaler Hinsicht sehr viel bedeute, werde durch den Fingerverlust ganz empfindlich eingeschr�nkt. Eine Erh�hung der Integrit�tsentsch�digung um einen F�nftel (von 12,5% auf 15%) sei angemessen.
b) Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die Bemessung der Integrit�tsentsch�digung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integrit�tsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integrit�tsschaden f�r alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalit�r bemessen (GILG/ZOLLINGER, a.a.O., S. 38 und 46; MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 417). Etwas anderes ist auch dem Hinweis des Bundesrates in der Botschaft zum Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung vom 18. August 1976, er werde sich beim Aufstellen der n�heren Vorschriften �ber die Bemessung der Integrit�tsentsch�digung von den nach der Gerichtspraxis im Haftpflichtrecht zugesprochenen Genugtuungssummen leiten lassen (BBl 1976 III 193), nicht zu entnehmen (GILG/ZOLLINGER, a.a.O., S. 30 und 36). Die Integrit�tsentsch�digung der Unfallversicherung unterscheidet sich mithin von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter W�rdigung der besonderen Umst�nde bemessen wird (MAURER, a.a.O., S. 417 Anm. 1070). Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 133 Erw. 2) �hnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemeing�ltige Regeln zur Bemessung des Integrit�tsschadens aufstellen; spezielle Behinderungen des Betroffenen durch den Integrit�tsschaden bleiben dabei unber�cksichtigt. Die Bemessung des Integrit�tsschadens h�ngt somit nicht von den besonderen Umst�nden des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Sch�tzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische BGE 113 V 218 S. 222Ermittlung der Beeintr�chtigung der k�rperlichen oder geistigen Integrit�t, wobei subjektive Faktoren ausser acht zu lassen sind. Dies schliesst nicht aus, die Integrit�tsentsch�digung - gleich wie die Genugtuungsleistung - als Wiedergutmachung immaterieller Unbill zu verstehen (MAURER, a.a.O., S. 413 f.; GILG/ZOLLINGER, a.a.O., S. 25). Schliesslich k�nnen entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners die Regeln zur Bemessung der Integrit�tsrente in der Milit�rversicherung nicht herangezogen werden, weil diese Rente "in W�rdigung aller Umst�nde nach billigem Ermessen" festgesetzt wird (Art. 25 Abs. 1 MVG; BGE 113 V 143 Erw. 3b).
5. Es bestand nach dem Gesagten kein Grund, von der Einsch�tzung des Integrit�tsschadens durch die SUVA, welche sich im Rahmen der Tabelle 3 ihrer Medizinischen Abteilung h�lt, abzuweichen. Auch erweist sich die Auffassung des kantonalen Gerichts, bei der Bemessung des Integrit�tsschadens seien die individuellen Besonderheiten des Versicherten mit zu ber�cksichtigen, als unzutreffend. Der vorinstanzliche Entscheid ist deshalb insoweit aufzuheben, als die SUVA verpflichtet wurde, eine �ber 7,5% liegende Integrit�tsentsch�digung auszurichten.