Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20K%C3%B6ln&Datum=27.10.1993&Aktenzeichen=13%20U%2091/93
Timestamp: 2020-02-20 13:21:03
Document Index: 119722618

Matched Legal Cases: ['§ 780', '§ 794', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 9', 'BGH', '§ 242', '§ 9', '§ 9', 'BGH', 'BGH']

OLG Köln, 27.10.1993 - 13 U 91/93 - dejure.org
OLG Köln, 27.10.1993 - 13 U 91/93
https://dejure.org/1993,3352
OLG Köln, 27.10.1993 - 13 U 91/93 (https://dejure.org/1993,3352)
OLG Köln, Entscheidung vom 27.10.1993 - 13 U 91/93 (https://dejure.org/1993,3352)
OLG Köln, Entscheidung vom 27. Januar 1993 - 13 U 91/93 (https://dejure.org/1993,3352)
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Vollstreckung aus der persönlichen Unterwerfungserklärung in einer Grundschuldbestellungsurkunde; Übernahme der persönlichen Haftung in der Unterwerfungserklärung einer Grundschuldbestellungsurkunde als abstraktes Schuldversprechen; Grundschuld und Schuldanerkenntnis als ...
BGB § 780; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5
LG Aachen, 09.03.1993 - 10 O 586/92
WM 1994, 197
Der Senat hat zu den meisten hier angesprochenen Rechtsfragen ebenfalls schon früher in veröffentlichten Entscheidungen Stellung genommen (z.B. Urteil vom 27.10.1993 - 13 U 91/93 -, WM 1994, 197; Beschluss vom 23.06.1999 - 13 W 32/99 -, WM 1999, 1817 = ZIP 1999, 1794 = OLGR 1999, 330).
Das gilt grundsätzlich auch bei wirtschaftlich schwächeren und - soweit überhaupt erkennbar - geschäftsunerfahrenen Erwerbern, wenn sie nicht von sich aus Aufklärungsbedarf erkennen lassen (vgl. Senat in WM 1994, 197 und WM 1999, 1817; ferner: OLG Köln, WM 2000, 2139, 2144; OLG Stuttgart, WM 2000, 292, 298; OLG München, WM 2001, 252, 255; LG Frankfurt, WM 2001, 257, 262).
Sie entspricht vielmehr der herrschenden Auffassung in Lit. und höchst- und obergerichtlicher Rspr. wie das LG im einzelnen dargetan hat (BGH WM 1992, 602 ; OLG Stuttgart WM 1989, 775, 778; ZIP 1999, 529, 530; OLG Braunschweig WM 1998, 1223, 1229; OLG Hamm WM 1998, 1230 [jeweils bestätigt durch Nichtannahmebeschlüsse des BGH]; OLG Köln WM 1994, 197, 201; OLG Hamm WM 1999, 1056 ; Bruchner WM 1999, 825, 834; von Heymann NJW 1999, 1577, 1584; Stüßer NJW 1999, 1586, 1587).
Hiervon kann beim finanzierten Immobilienerwerb in der Tat keine Rede sein, weil gerade die Trennung der Rechtsverhältnisse im Hinblick auf deren beabsichtigte steuerliche Nutzbarmachung wesentliche Bedeutung hat und weil auch dem rechtsunkundigen Laien bewußt ist, daß Immobilienverkäufer und kreditgebende Bank jeweils eigenständige Rechtsträger sind, die mit den jeweiligen Verträgen eigene, voneinander zu unterscheidende Interessen verfolgen (BGH NJW-RR 1987, 523 ; OLG Braunschweig WM 1998, 1223; OLG Hamm WM 1998, 1230 ; OLG Köln WM 1994, 197).
Ebensowenig läßt sich aus den bankeneigenen Beleihungsrichtlinien eine dem Darlehensnehmer gegenüber bestehende Verpflichtung ableiten, dessen Kreditwürdigkeit und Leistungsfähigkeit sowie den Beleihungswert des Objekts zu prüfen (z.B. OLG Köln, WM 1994, 197; OLG Frankfurt, WM 1998, 337; OLG Braunschweig, WM 1998, 1223).
Diese Umstände sprechen in typischer Weise dafür, den von den Antragstellern sowohl für die Objekt- als auch für die Finanzierungsvermittlung eingeschalteten Herrn M. gerade als deren eigenen Erfüllungsgehilfen bei der Finanzierung der Immobilienanlage anzusehen (vgl. auch Senat in WM 1994, 197, 201 zu einem ähnlich gelagerten Sachverhalt).
Soweit ersichtlich, haben sich insbesondere das OLG Hamm (WM 99, 1056), das OLG Köln (WM 94, 197) und das OLG Braunschweig (WM 98, 1223) gegen eine wirtschaftliche Einheit des Fonds-Erwerbs und des Darlehensgeschäfts ausgesprochen, allerdings in Fällen, in denen es um den allgemeinen Einwendungsdurchgriff gem. § 242 BGB ging und nicht speziell um die Anwendung von § 9 Abs. 3 VerbrKrG auf einen derartigen Sachverhalt.
Es war auch erkennbar, dass es sich um jeweils selbständige juristische Personen handelte, die mit den jeweiligen Verträgen, eigene, voneinander unterscheidbare Interessen verfolgten (vgl. OLG Hamm, WM 1999, 1223; OLG Köln, WM 1994, S. 197 jeweils m.w.N.).
(vgl. BGH, Urteil vom 13. November 1980 - III ZR 96/79;… Karlsruhe - a.a.O.; Urteil vom 10. Oktober 1985 - III ZR 92/84;… Köln - WM 1986, S. 6;… Urteil vom 9. Oktober 1986 - III ZR 127/85, Stuttgart - a.a.O.;… Urteil vom 18. April 1988 - II ZR 251/87, Köln - WM 1988, S. 895;… Urteil vom 24. April 1990 - XI ZR 236/89, Köln - WM 1990, S. 921;… Urteil vom 7. April 1992 - XI ZR 200/91, KG - NJW 1992, S. 1820;… Urteil vom 28. April 1992 - XI ZR 165/91, München - ZIP 1992, S. 990;… Urteil vom 5. Mai 1992 - XI ZR 242/91, Koblenz - a.a.O.;… Urteil vom 21. Oktober 1997 - XI ZR 25/97, Hamm - NJW 1998, S. 305;… Urteil vom 19. Mai 2000 - V RZ 322/98, Köln - a.a.O.; OLG Stuttgart…, Urteil vom 7. Februar 1989 - 12 U 317/87 - WM 1989, S. 775;… Urteil vom 16 Juni 1999 - 9 U 6/99 - a.a.O.;… Urteil vom 12. Januar 2000 2 U 155/99 - a.a.O.; OLG Hamm…, Urteil vom 12. Januar 1998 - 31 U 168/97 - a.a.O.; OLG Braunschweig…, Urteil vom 13. Februar 1997 - 2 U 117/97 - a.a.O.; OLG Köln, Urteil vom 27. Oktober 1993 - 13 U 91/93 - a.a.O.; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 27. August 1998 - 9 U 25/98 - ZIP 1998, S. 1711; OLG Koblenz…, Urteil vom 7. Februar 2002, 5 U 662/00 - ZIP 2000, S. 702).
Das OLG Hamm (WM 99, 1056), das OLG Köln (WM 94, 197) und das OLG Braunschweig (WM 98, 1223) haben sich gegen eine wirtschaftliche Einheit des Fondserwerbs und des Darlehensgeschäfts ausgesprochen, allerdings in Fällen, in denen es um den allgemeinen Einwendungsdurchgriff gem. § 242 BGB ging und nicht speziell um die Anwendung von § 9 Abs. 3 VerbrKrG auf einen derartigen Sachverhalt.
Letztlich kann dies indes offen bleiben, weil es beim finanzierten Erwerb von Grundstücken oder Grundstücksteilen grundsätzlich an der rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit fehlt (vgl. OLG Köln WM 1994, 197, 200; OLG Braunschweig WM 1998, 1223, 1228; OLG Hamm WM 1999, 1056, 1057).
Wird der von einem Kreditinstitut eingeschaltete Finanzvermittler (auch) im Rahmen des zu finanzierenden Geschäfts tätig, fällt diese Tätigkeit nicht in den Risiko- und Verantwortungsbereich des Kreditinstituts (vgl. OLG Köln, WM 1994, 197, 201).
Im Rahmen des Einwendungsdurchgriffs nach § 9 Abs. 3 VerbrKrG finden, unabhängig von der in der instanzgerichtlichen Rechtsprechung streitigen Frage, ob im Falle der Finanzierung einer steuerbegünstigten Kapitalanlage im Form eines Gesellschaftsbeitritts ein verbundenes Geschäft vorliegt (bejahend OLG Karlsruhe NJW-RR 1999, 124; OLG Karlsruhe OLGR 2001, 368, 369; OLG Frankfurt WM 2002, 1275, 1278; OLG München ZIP 2000, 2295; ablehnend OLG Hamm WM 1999, 1056; OLG Köln WM 1994, 197; OLG Braunschweig WM 1998, 1223; OLG Karlsruhe EWiR 2001, 709; OLG Bamberg WM 2002, 537, 543; offengelassen in OLGR Stuttgart 2001, 332, 336; vgl. auch Westermann ZIP 2002, 189, 199 f. mit umfassenden Nachweisen), nach der Rechtsprechung des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs auf der Rechtsfolgenseite ebenfalls die Grundsätze der fehlerhaften Gesellschaft Anwendung (BGH WM 2000, 1685, 1686; BGH WM 2000, 1687, 1688; vgl. auch OLGR Stuttgart 2001, 332, 336 f.).
In der instanzgerichtlichen Rechtsprechung ist streitig, ob im Falle der Finanzierung einer steuerbegünstigten Kapitalanlage ein verbundenes Geschäft vorliegt (bejahend OLG Karlsruhe NJW-RR 1999, 124; OLG Karlsruhe OLGR 2001, 368, 369; OLG München ZIP 2000, 2295; OLG Frankfurt WM 2002, 1275; ablehnend OLG Hamm WM 1999, 1056; OLG Köln WM 1994, 197; OLG Braunschweig WM 1998, 1223; OLG Karlsruhe EWiR 2001, 709; OLG Bamberg WM 2002, 537, 543; vgl. auch Westermann ZIP 2002, 189, 199 f. mit umfassenden Hinweisen).
OLG Hamm, 12.01.1998 - 31 U 168/97