Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Brandenburg&Datum=25.06.2003&Aktenzeichen=7%20U%2036/03
Timestamp: 2019-05-20 11:37:46
Document Index: 248578349

Matched Legal Cases: ['§ 286', '§ 543', '§ 535', '§ 307', 'Art. 229', '§ 5', '§ 315', 'BGH', '§ 305', '§ 5', 'BGH', '§ 13', '§ 307', '§ 307', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 309', 'BGH', '§ 535', '§ 307', 'BGH', '§ 307', 'BGH']

OLG Brandenburg, 25.06.2003 - 7 U 36/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1846
OLG Brandenburg, 25.06.2003 - 7 U 36/03 (https://dejure.org/2003,1846)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 25.06.2003 - 7 U 36/03 (https://dejure.org/2003,1846)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 25. Juni 2003 - 7 U 36/03 (https://dejure.org/2003,1846)
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Fitnessvertrag - AGB
Verbandsklageverfahren; Untersagung des Verzehrs mitgebrachter Getränke; Unangemessene Benachteiligung; Zumutbare Möglichkeit der Kenntnisnahme im Zusammenhang mit der Formulargestaltung; Wirksamkeit von Vorfälligkeitsklauseln
Konsumzwang im Sportstudio? - Fitnesscenter darf Kunden nicht verbieten, eigene Getränke mitzubringen
Eigene Getränke im Fitnessstudio sind erlaubt
Verzehr eigener Getränke in Fitness-Studios erlaubt - Betreiber darf Getränke nicht verbieten - Verbraucherschützer erstreiten positives Urteil
123recht.net (Pressemeldung, 5.8.2003)
Fitness-Studios dürfen Getränkekauf nicht erzwingen // Kunden können eigene Verpflegung mitbringen
§§ 286, 305, 305c, 307, 309, 313, 498, 543 BGB
Verwendung von AGB-Klauseln in Fitness- und Sportstudioverträgen (Wiss. Mit. Mario Nawroth; Neue Justiz 1/2004, S. 34-36)
LG Frankfurt/Oder, 24.01.2003 - 11 O 335/02
In derartigen Fitness- und Sportstudio-Verträgen ist im Übrigen eine allgemeine Vertragsklausel - so wie hier -, dass bei zwei nicht gezahlten monatlichen Beiträgen die Kündigung des Vertrages möglich und in diesem Fall des Zahlungsverzugs die gesamte Forderung bis zum Ende der Laufzeit sofort fällig wird, auch als wirksam anzusehen (§ 543 Abs. 2 BGB; OLG Brandenburg, Urteil vom 25.06.2003, Az.: 7 U 36/03, u. a. in: NJW-RR 2004, Seiten 273 f. = MDR 2004, Seiten 265 f.; OLG Celle, NJW-RR 1995, Seiten 370 ff.; AG Siegburg, Urteil vom 11.12.2014, Az.: 112 C 131/13).
LG Stuttgart, 13.02.2007 - 5 S 199/06
Fitnessstudiovertrag: Zulässigkeit der Kündigung bei einem Inhaberwechsel
Insofern ist in Anlehnung an die bisher ergangene Rechtssprechung (OLG Brandenburg, NJW-RR 2004, 273 m. w. N.; OLG Karlsruhe, NJW-RR 1989, 243;… Palandt, 65. Auflage, vor § 535 Rdnr. 36) auch hier von einem gemischten Vertrag mit überwiegend mietrechtlichem Einschlag auszugehen.
Bei der Prüfung der Wirksamkeit der Klauseln nach § 307 BGB, der gemäß Art. 229 § 5 Abs. 1 Satz 3 EGBGB auch für die vor dem 1.1.2002 geschlossenen Mietverträge, bei denen die Klauseln Verwendung gefunden haben, gilt, ist in Anlehnung an die Unklarheitenregel nach § 315 c Abs. 2 BGB auf die kundenfeindlichste Auslegungsmöglichkeit abzustellen, ohne dass allerdings völlig fernliegende Auslegungen, von denen Störungen des Rechtsverkehrs ernstlich nicht zu besorgen sind, zu berücksichtigen sind (BGH NJW 2003, 1237, 1238; Senat, NJW-RR 2004, 273;… Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 305 c, Rn. 19; vgl. zu § 5 AGBG a. F.: BGH NJW 1999, 276, 277; 1994, 1798, 1799; 1993, 1133, 1135); der in der Literatur (…MünchKomm./Micklitz, BGB, 4. Aufl., § 13 AGBG, Rn. 53) vertretenen Ansicht, dass im Hinblick auf die EU-Richtlinie Nr. 93/13 demgegenüber auf das Leitbild eines durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbrauchers abzustellen sei, ist nach der Rechtsprechung des Senats (…a.a.O.) nicht zu folgen.
Eine unangemessene Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 BGB liegt vor, wenn die Klausel - unter Beachtung des vorgenannten Auslegungsgrundsatzes - entgegen dem Gebot von Treu und Glauben zum Nachteil des Verbrauchers ein erhebliches und ungerechtfertigtes Missverhältnis der vertraglichen Rechte und Pflichten herbeiführt (Senat, NJW-RR 2004, 273;… Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 307, Rn. 6;… vgl. zu § 9 AGBG a. F.: Ulmer/Brandner/ Hensen, AGBG, 9. Aufl., § 9, Rn. 73;… Wolf/Horn/Lindacher, AGBG, 4. Aufl., § 9, Rn. 50).
Die Klausel ist nicht nach § 309 Nr. 6 BGB unwirksam, da derartige Klauseln keinen Vertragsstrafencharakter haben (vgl. BGHZ 95, 362, 372; OLG Brandenburg NJW-RR 2004, 273).
Aus der von der Klägerin vorgelegten Entscheidung des Brandenburgisches OLG (Urt. v. 25.06.2003, Az. 7 U 36/03, juris) ergibt sich nichts anderes.
Ein Vertrag über die Nutzung einer Einrichtung eines Fitnessstudios wird allgemein als sog. gemischter Vertrag angesehen (…Palandt/Weidenkaff, BGB, 70. Aufl. 2011, Einf. v. § 535 Rn. 36), wobei nach Ansicht des Bundesgerichtshofes den mietvertraglichen Elementen prägende Gestalt zukommt (…Urt. v. 04.12.1996 Az. XII ZR 193/95, juris Text-Nr. 12, auch veröffentlicht in NJW 1997, 739, wohl nur ein obiter dictum; für überwiegend mietvertraglichen Einschlag auch Brandenburgisches OLG, Urt. v. 25.06.2003, Az. 7 U 36/03, juris Text-Nr. 35 m.w.N. ).
Die Klausel stellt auch keine unangemessene Benachteiligung des Kunden dar, weswegen eine Unwirksamkeit gemäß § 307 Abs. 1 BGB nicht vorliegt (OLG Brandenburg, NJW-RR 2004, 273 m. w. N.; BGH NJW 1986, 46 für Kreditverträge;… Palandt/ Grüneberg , § 307 Rn. 90).
LG Bielefeld, 07.07.2004 - 21 S 43/04
Auch unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Betreiber des Fitnessstudios etwa an finanzieller Planungssicherheit beeinträchtigt diese Regelung das Mitglied gerade aufgrund der langen Vertragslaufzeit unangemessen, da das Mitglied seine gesamte finanzielle Verpflichtung im voraus erbringen muß, während das Sportstudio seine Verpflichtung zeitlich gestaffelt erbringt (nicht vergleichbar daher OLG Celle NJW-RR 1995, 370 zu einer Vorfälligkeitsklausel in Verbindung mit einer Vertragslaufzeit von 6 Monaten, und Brandenburgisches OLG, NJW-RR 2004, 273 f. zur Vertragslaufzeit von 3 Monaten).
Insoweit verwies das Amtsgericht auf die Entscheidung des OLG Brandenburg in NJW-RR 2004, 273 und auf die Entscheidung des BGH zu Kreditverträgen in NJW 1986, 46.