Source: https://www.naturathlon.tv/0316_kohaerenz.html
Timestamp: 2017-09-20 14:29:23
Document Index: 1099558

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 10', '§ 20', '§ 21', 'Art. 3', 'Art. 10', 'Art. 10']

Entsprechend haben die ökologische Kohärenz und Aspekte des Biotopverbunds Berücksichtigung in Richtlinien der EU ( FFH -Richtlinie, Vogelschutzrichtlinie), internationalen Konventionen und Abkommen (z. B. Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt) sowie politischen Willenserklärungen (z. B. Erklärung des EU-Ministerrats den Rückgang der Biodiversität bis 2010 zu stoppen) gefunden.
In der FFH -Richtlinie wird den Mitgliedstaaten in Art. 3 und 10 die Förderung von "verbindenden Landschaftselementen" nahe gelegt, die z. B. die Wanderung und Ausbreitung von Arten und den genetischen Austausch dauerhaft ermöglichen und somit die ökologische Kohärenz des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 verbessern. Dabei handelt es sich z. B. um Trittsteine, lineare Strukturen wie Flussauen oder Hecken.
Art. 10 der FFH -Richtlinie bezieht sich auf die Förderung "verbindender Landschaftselemente", die keine Verpflichtung enthält neue Schutzgebiete auszuweisen, sondern eine ergänzende Regelung darstellt, die für jede Art und jeden Lebensraumtyp in unterschiedlicher Weise zum Tragen kommen kann.
In Deutschland bestehen mit dem § 20 Abs. 1 BNatSchG, der die Länder zur Einrichtung eines länderübergreifenden Biotopverbunds auf mindestens 10% der Landesfläche verpflichtet, und dem § 21 Abs. 6 BNatSchG zum Erhalt bzw. der Förderung von zur Vernetzung von Biotopen erforderlichen linearen oder punktförmigen Elementen bereits weiterreichende rechtliche Grundlagen, die auch für die Umsetzung der Forderungen aus Art. 3 und 10 der FFH -Richtlinie relevant sind.
Vom 9.-13. Mai 2005 fand der Workshop "Biotopverbund und Kohärenz nach Artikel 10 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie" auf der Insel Vilm statt. Wesentlicher Anlass für die Tagung war, zum einen die aus fachlicher Sicht erforderliche Umsetzung von Art. 10 FFH -Richtlinie in der EU zu konkretisieren und zu unterstützen, und zum anderen einen Beitrag zur Klärung der besonderen Situation in Deutschland im Hinblick auf die Zusammenhänge und gegenseitige Ergänzung von länderübergreifendem Biotopverbund und der Umsetzung von Art. 10 FFH -Richtlinie zu leisten.