Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20168/08
Timestamp: 2019-06-16 21:40:44
Document Index: 36366

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 328', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.02.2009 - III ZR 168/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2563
BGH, 19.02.2009 - III ZR 168/08 (https://dejure.org/2009,2563)
BGH, Entscheidung vom 19.02.2009 - III ZR 168/08 (https://dejure.org/2009,2563)
BGH, Entscheidung vom 19. Februar 2009 - III ZR 168/08 (https://dejure.org/2009,2563)
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Begründung einer Prospektverantwortlichkeit aufgrund einer sich aus einem Prospekt und bei einer Vermittlung von Anlegern ergebenden Schlüsselfunktion hinsichtlich der Herstellung eines Verkaufsprospekts
BGB § 276; BGB § 328; BGB § 280
LG München I, 06.10.2005 - 28 O 7031/05
Insoweit nimmt der Senat im Einzelnen auf seine, der Beklagten zu 1 bekannten Beschlüsse vom 19. Februar 2009 (III ZR 154/08 - BeckRS 2009, 08039, III ZR 167/08 - BeckRS 2009, 07719 und III ZR 168/08 - BeckRS 2009, 07720) zur näheren Begründung Bezug.
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entspricht es der Lebenserfahrung, dass ein Prospektfehler für die Anlageentscheidung ursächlich geworden ist (z.B. Senatsbeschlüsse vom 19. Februar 2009 - III ZR 168/08, juris Rn. 5 und vom 31. Januar 2008 - III ZR 119/07, juris Rn. 2; BGH, Urteile vom 8. Februar 2010 - II ZR 42/08, BeckRS 2010, 05639 Rn. 23 m. umfangr.
Während der hoheitlich handelnde Beamte die Dienstpflicht hat, die in Frage stehenden gesetzlichen Bestimmungen, auch wenn sie ihm unklar erscheinen oder sich eine Anwendungspraxis noch nicht herausgebildet hat, auf den ihm vorliegenden Fall anzuwenden, geht es hier um eine unternehmerische Betätigung der Beklagten, für die sie selbst Verantwortung zu übernehmen hat (BGH, Beschlüsse vom 19. Februar 2009 - III ZR 154/08 und III ZR 168/08 - ).
Der BGH hat in den Beschlüssen vom 19.02.2009, Gz. III ZR 154/08, Gz. III ZR 167/08 und Gz. III ZR 168/08 nochmals klargestellt, dass die Geschäftstätigkeit und der Gegenstand eines Unternehmens die Verpflichtung beinhaltet, im Rechtsverkehr die erforderliche Sorgfalt anzuwenden.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entspricht es vielmehr der Lebenserfahrung, dass ein Prospektfehler für die Anlageentscheidung ursächlich geworden ist (Beschlüsse vom 19.02.2009 - III ZR 168/08, juris Rn. 5 …und vom 31.01.2008 - III ZR 119/07, juris Rn. 2;… Urteile vom 13.12.2012 - III ZR 70/12, juris Rn. 11…, vom 08.02.2010 - II ZR 42/08, juris Rn. 23 …und vom 03.12.2007 - II ZR 21/06, juris Rn. 16;… vgl. auch bereits Urteil vom 09.02.2006 - III ZR 20/05, juris Rn. 22 mwN).
Dies schließt auch die Pflicht ein, sich selbst darüber klar zu werden, ob eine besonders werbewirksame und als Verkaufsargument dienende Restrisikobetrachtung die Gefahr in sich birgt, die tatsächlichen Risiken zu beschönigen (BGH III ZR 168/08, Beschluss vom 19.02.2009, bei juris Rz. 4).
Auch hat der Bundesgerichtshof nunmehr klargestellt (Beschluß vom 19.02.2009, III ZR 168/08 Rn. 4) dass die für Amtshaftungssachen entwickelte Kollegialgerichtsrichtlinie auf Handlungen, die in freier wirtschaftlicher Betätigung vorgenommen werden, nicht übertragen werden kann.