Source: http://drqerg.de/RHN/quellen/frankfurt-baculus-iudicii-14-jh/
Timestamp: 2018-06-24 07:21:56
Document Index: 111086513

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 30', 'Art. 33', 'Art. 35', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 49', 'Art. 57', 'Art. 62', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 69', 'Art. 76', 'Art. 79', 'Art. 80', 'Art. 83', 'Art. 84', 'Art. 85', 'Art. 86', '§ 21', '§ 1', '§ 7', '§ 3', '§ 11', '§ 1', '§ 14']

Frankfurt Baculus Iudicii 14. Jh. – Rechtshistorische Notizen und Texte :: Heino Speer
Frankfurt Baculus Iudicii 14. Jh.
Frankfurt Baculus Iudicii 14. Jahrhundert :: Elektronische Edition Heino Speer 2010
[Art. 7] De Sculteto.
[Art. 8] De Scabinis
[Art. 15] Der Gerichtschriber.
[Art. 18] Der oberst Richter..
[Art. 24 Verfahren in Frevelsachen]
[Art. 30 Verfahren in Sachen: Eigen und Erbe betreffend.]
[Art. 33 Von Abwesenden.]
[Art. 35 Von Zinsen.]
[Art. 42 Von Bausachen.]
[Art. 43]
[Art. 44 Von aufgegebenem Eigenthume.]
[Art. 45]
[Art. 49]
[Art. 57 Von Meßhändeln.]
[Art. 62 Von Kummer.]
[Art. 64]
[Art. 65 Verfahren in Schuldsachen.]
[Art. 69 Vollzug der Urtheile.]
[Art. 76]
[Art. 79]
[Art. 80]
[Art. 83]
[Art. 84]
[Art. 85]
[Art. 86]
Quelle: Thomas, Johann Gerhard Christian: Der Oberhof zu Frankfurt am Main und das fränkische Recht in Bezug auf denselben / ein Nachlaß von Johann Gerhard Christian Thomas. Hrsg. von Ludwig Heinrich Euler. Bevorwortet von Jacob Grimm. – Frankfurt am Main : Jäger, 1841. – XXXII, 591 S. [DRWSigle: FrankfOHof.] 222-254.
Presens huic operi sit gratia pneumatis almi
Me iuvat et faciat complere quod utile fiat.
Sequitur Regimen seu Baculus judicii secularis in Franckenford.
Zum ersten1 ist zu wissen, das des rijchs gerichte zu Franckfort als von alter herekomen ist, besast sal sin mit xiiij scheffen und mit eym schultheis, die sollent haben eynen schriber der an dem gerichte schribe, wes sich darjnne geboret und sieben richtere, drij fursprechen oder vier, wie die scheffene nach gelegenheit bedunckt dem gerichte nottorftig sin2.[Seite: S. 223]
Die scheffene und der schultheis von erberkeit und redelichkeit off dem hoesten, die dienere furgerort auch alle unverlomoter wandelbarer sachen sollen sin und sunderlich von elichem stat und alle zum gerichte gesworen iglicher nach sinem state. Es ist auch herekomen, das eyn stocker des jnganges oder der tore warten sal und wes nu iglichen den vorgerorten jn gerichtswyse geboret davon findet man in disem buche etzlicher massen underscheit.
Es ist auch herekomen das der sieben richter eyner den man nennet den obersten richter bij den scheffen am gerichte sin sal, und obe er nit da gesin mochte, so sal er eynen andern an sin stat darbieden, syme ampte daran zu gewarten, als hernach von ym underscheiden steet.
Jtem der obgenant richter eyner sal besiczen das heilige richsgerichte, der dortzu gegeben wirt, das ist do man die eyde spulget zu thun, da ist auch von alter gewest, das derselbe eyn schriber3 bij yme siczen gehabt hat.
Es ist auch zu wissen, das man des rijchs gerichte zu Franckfort halten und besitzen sal zu rechter tage czijt4, das ist mit namen fur ir uren an fur mittentage biß zu zwolff uren, also zu versteen, das der schultheis so es nune geslagen hat zugerichte sitzen sal ungeuerlich nach gelegenheit, und bliben sitzen biß die glocke jn der parrekirchen zwolff geslagen hat, und obe der schultheis, der dan schultheis ist, das gerichte nit uß sesse, so ensulte man keyn getzuggelt geben odir nemen. Geschee eß aber, so enhette es keyn macht, und man were auch den luden solich getzuggelt, obe es genommen wurde, plichtig wider tzugeben. So es aber affter zwolff uren so der schultheis also uß sesse gegeben wurde, so hette es macht, so ferre anders die widderpartij nit geinwortig da were und auch die gebode gescheen weren als recht were.
Es ist auch zu mercken, das von alter gewonheit ist, das man des rijchs gerichte pleget zu halten off mantage, mit[Seite: S. 224] woche und frijtage5 und off keyne andere tage, es were denn jn den messen, so mocht man off andere tage auch gerichte halten, umb fremder geste willen; man sulte aber nit gantz uß sitzen, noch keyn getzuggelt nemen. Es mochte aber zur selben zijt eyn iglicher sin vorerfolgete sache oder scholt wol berechten, glich als am offen gerichte. Man mocht auch zur selben zijt dwyle der schultheis zu gerichte sesse pande offbieten, die richtere rachtunge besagen und alle sache handeln als am offen gerichte; dann alleyne die sachen die sich enden mit erfulgunge, als komere zu offen oder ymanden fur scholt oder anders zu erfulgen: daß muß sin und gescheen an offen gerechte, als vor underscheiden ist. Obe aber die sachen, die sich also an offen gerechte enden mußen, angefangen wurden off die tage so nit ganz uß gesessen worden, so muste der oder die es also angefangen hetten, des nesten gerechtes dar nach warten, so lange biß daß gerichte uß sesse, und da binnen bedurfften sie nit von nuem komern oder gebieten. So es in der heilgen karwochen ist, so siczet man, den gesten zu willen, off mantag, mytwoche und oster abent, doch nit an offen gerechte, sonder in der stuben, und wem da begnuget, als an offen gerechte, dem helffen die scheffen so ferre sie mogen, als am gerechte. Es ist aber nymand darzu getrongen daß sie mußen antwertten, er thu es dan von willen, und dar umb sollen die richtere nymand zwingen mit globde oder anders off die selben vorgenanten tage, so man nit offen gerichte besiczet zu komen, dan alleyne an offen gerechte daß neste darnach komen wirt. Man sal auch wissen, daß man in den messen sich kuntschafft und geczugnisse vermessen und gewißunge tun mag, glich als ußwendig den messen; aber wer sich da jnne geczugnissen oder kuntschafft vermysset, der hat darczu nit ferrer sin tage zu heißen, dan an daß nesten gericht dar nach. Were aber daß die schefphen beduchte, daß mer zijt not were zu siner kuntschaft, so ferre es uberfelt were, so mochten sie von gerechtes wegen den tag erschrechen off eynen benanten tag, abe gerecht werde; werde nit gerechts, so wer es an nesten gerechte darnach, und beyden teilen den tag benemmen, der sach zu warten.[Seite: S. 225]
Der schultheis6 sal des gerichts und was zu sym ampt geboret mit flisse warten und off die gerechts tage wie vor genant sint daß gerecht besitzen zu nune uren, so man zu gerichte geludet hat. Und er ensal nymands die fursprechen erleiben oder gonnen mit ußgesprochen worten, er sicze dan uff dem richterstule. Und er sal auch einen iglichen alsdan fragen, wes er zu vorsprechen begere, den sal derselbe ym nemmen; da weres, daß er ym den nit benennte mit sim namen und obe ym die widderpartij da zuschin hiesche und mit sime namen benennte, er sulte dem selben lesten an sin wort folgen. Jtem obe ymands vor gerechte stunde, dem dar geboden were, und sin widersachen ym zusprechen und yne schuldigete, und der selbe keyne richtege antworte tun oder nit antwyrten wulte, den sal der schultis gebiden, recht zu antwurten, obe yn anders beduncken wil, das es zu enden sii anne die schefphen. Die gebietunge sal er sagen in diese wyse, so ferre anders des andern vorsprechen des an den schultheis gesymet: „Jch gebieden dir von gerechts wegen, daß du antwurtest“ und also mit den selben worten zum ander und zu dem dritten male. Antwurte der dan nit vor der dritten gebietunge, so ist er darumb die busse plichtig. Beduchte aber den schultheis daß sich die sache ane die schefphen nit geenden moge, so sal er beiden partien an daß neste gericht darnoch vor die scheppfen bescheiden und tag machen.
Jtem wie die scheffene sollent ernste zum gerichte haben und des mit flisse warten, und bedencken das sie daran an godes stat sitzen, und sich keynerley sache bewegen laßen vom rechten, dan alleyne vor nemen die bloße gerechtigkeyt, die got ist, so ferre sie sich mit allen jren vernunfften versteen odir verwissen wogen, und dar umb ist noit sie dem rechten mit flyße nach zu gedenken7.[Seite: S. 226]
Jtem abe die vorsprechen jre sache so jrre furgeben, daß dar durch das recht vorblent mochte werden, so ist noit, daß die schefpene frage dar jnne tun, off daß sie underscheit deß rechten destebaß finden mogen.
Jtem den scheffen ist nit noit, sie die parthien zu ermanen jrer gespenne zur fruntlichkeit an sie zu geen. Wurde eß aber durch die fursprechen oder andere furgenomen, so mogen sie sich dar ine zu fruntlichkeit bewijsen, so sie beste mogen, doch dem rechten bij.
Jtem die scheffene sollent den partijen, noch jren vorsprechen nit anwysunge tun odir geben, eß sij am gerechte ader ußwendig des gerechtes, obe sie anders die orteil wollent helffen scheffen odir fellen. Auch were besser den scheffen uff dagen bii den sachen die sich vor gerechte verhandeln sollen nit zu syn, obe sie anders by den orteilen bliben wollen.
Jtem weß sich am gerechte verhandelt mit ortel ader anders, dar von sollent die scheffen jn besunderheit ußwendig jrrer versamenunge nijmands underwisunge tun.
Jtem8 keyner der scheffene sal dem andern jn sine ortel, so er das offent intregelich sin, want die ortel werdent da von den vmbstendern unverstentlich. So aber das ortel gefellet ist, obe dan etzwas da jnne zu kortze oder zu lang geludt hette, daß mochte durch slechte eynfeltige wart anderwerbe erclert werden, also daß eß mit worten besconet werde, daß man den parthien anderwerbe erclert, so sie sich darnach eygentlich mogen gerichten.
Jtem obe geschee, daß worteil gestalt wurden, und die scheffen, an die sie gestalt wern, eynen ander beden, die zu offen, so ist nit noit zu sagen umb merckunge willen der umbstender, das er des gebeden sij, sonder jn die wise zu sagen: die ortel die gestalt sin han mich die scheffen underwist und duncket mich selbst recht.[Seite: S. 227]
9 Jtem er sall flissig sin in sym ampte und sin synne dartzu keren das er mit flisse vernemen die ortel und ander verhandelunge des gerichts, obe er etzwan durch die scheffen darumb ersucht ader sich ichts darnach davon erlauffen wurden, daß er davon underscheidunge getun moge und dem gerechte getrwlich, so er beste mag, so ferre er sich da jnne verweiß bijstant tun, es in sinen leiffen zu bliben und dar umb nit an sehen keynerley sachen und wes sich geboret, ym jn daß gerichts_buch zu schriben, dar umb daz geben wirt, sal er mit flisse tun und nyma[n]ds ußwendig deß gerechtes heimlickeit zu offenbaren. Er sal keynerleye ortel es sij über eygen und erben ader anders nymands beschriben geben, dan yn eym versegelten brieff mit des schultheis jngesegel, der dan schultheis ist; das sal aber eygentlichen durgang haben durch die scheffen und von iren geheisse gescheen, und vor von jn verhort sin und nit anders.
Jtem er ensal auch keynerley in daß gerichts_buch seczen ußwendig gerichts daß sich in grichts wise nit verhandelt hat, und waß zu gerechte gefelt mit geschriben gelde, wo von das queme, sal er genuwelich dem laissen gefallen, den es zu steet: dem schulthis und den obersten richter ire teil und yn deß nichts abziegen. Er sal auch nit dabij sin, das eynche frebel hinder dem gerecht verteding werden. Jn diesen und in vil andern stuken sal der schriber sin, daz er als eyn heymlicher den scheffen ist, und sal darumb in allen sachen dem gericht zubehorede desto flißiger sin nach allem synne vermogen.
Jtem er sal den lude ir pende zedel nit verziegen wieder iren wyln.[Seite: S. 228]
10Jtem er sal flißig sin zu gerichte und bestellen müt dem stucker [??], daz zu rechter zit darzu gelude werde, daß so man gerichts halden wil, daß man die prime glocke in der parre anfahen sal zu luden, so es uff der halben ure ist zuschen acht vnd ix ure, und sal luden biß es ir ure geslagen hat.
Jtem er sal daß gericht gantzen uß an dem gericht sin, oder eynen andern obe er sin nit gewarten kunde an sin stat stellen, und der ortel und ander sache am gerichte agentlich ware nemen dem schriber zu helffe und er auch den scheffen dem schulthissen und dem schriber, iglichen wes yn geboret, getrwlich werden laßen.
Jtem wes yn von dem schulthisen ader von den scheffen van wegen des gerichts gefellen wirt zu tun, daß sal er tun.
Jtem so die scheffen off den samßtag ader off ander tage sitzen, ader mit anleide geen wollent, so sal er die scheffen darzu verboden, so ferre ym daß von dem burgermeister zu der ziit scheffe, befellen wirt und darzu zu richter ziit tun luden.
Jtem den obersten richter geboret die parthij zu den aleiden [??] zuwerboden.
Jtem er sal auch keynerley frabel hinder dem gericht helffen vertedingen.
Jtem wer dem andern gebieten wil fur frabel, es sy umb worte oder umb werke, da bedarff dan, der den frabel begangen hait, nit me dan zu eym male lassen gebieten; und ob der clegere besorgete, daß sich der uß der clage entferrete und wilch deß gerichts nit wartete, so mag er von ym endeschafft nemen, zu clage und zu antwurten an daß gerichte der sachen bis zu enden. Begerte aber der dem gebode were an den andern endeschafft des gerichts zu werten, der richter sulte sin gelobe von ym dar jmb nemen, und sie beider sijt des nesten gerichts[Seite: S. 229] darnach warten und clage und antwirt komen; mochten sie aber nit furkommen, so sulten sie des gerichts so lange warten und die enteschaff were so lange behaffe biß daß die parthijen vor gericht zu clage und antwurt quemen und obe aber der da kynnen [dak ynnen ?] der cleger ußblibe, so mocht der ander daß gezuggelt geben und der sachen ledig werden und der verfielle selbs in den frabel und dem allen sinen gerichtsschaden wider zu keren und darzu were dem geyn dem furder sins rechten unbenommen obe der selbe an ym eynchen frabel jn derselben geschichit begangen hette, er mocht ym darumb auch gebieden und thun wie vorstet. Und were aber daß der ußblibe den zu erste daß gebod gescheen were, so sal der cleger daß gezuggeld geben un yne der sachen erulgen und der iß vorkouffen, nach dem die sache groß oder cleyn ist, nach erkenntnisse der scheffen. Doch so wer demselben erfulgete dannoch sins rechten geyn dem andern unbenommen obe er ym ichts widerumb getan hat, er mußte aber dem zuvorane er ym darumb antworte sinen gerichts schaden geben, ader verlore was er daruff begeret, ob anders de sache in eyner geslicht geschen wer. Weres aber nit in einer geschit geschen, sonder davor oder darnach, so enhette der mit dem gerichts schade ader mit schererlone keynen fustant, jm darumb nit plichtig syn zu antworten, sunder er musse ym antworten und mocht yn glichwol penden fur synen gerichts schade und warfur er yn erwonen hette. ere aber die partien von beiden teilen uß bliben nach dem gebode, so sal der richter es furbrengen und der schultheis nach beyden partijen schicken, und von yn beyden clagen und da mit sie tringen, daß er eyner von andern claget, ehe sie aber nit clagen wulten, der schultheis mag von yn beiden beden clagen den frabel also wol geyn dem der den schaden lidet als geyn dem der den getan hat, und fallen auch beidersijt jn die busse iglich fur sich und yn den gerichts_schaden.
Jtem ist das die partijen mit den frebeln furkomen zu clage und antworte, es synns [Hrsg.: sy umb?] verwonden, slagerne, sliche, wo mit die geschen, werffetegen oder messerczucken, oder ym frebelich warte und der cleger dem zuspracht daz er den frabel an yme begangen habe mit bedachtem beraden mude frebelich off des rijchs strassen oder wie er yn schuldigt, so mus der an [Seite: S. 230] den die clage geschit dar zu ja ader neyn sagen. Saget er neyn, so mag er sich vermessen yn des zu gewisen und sine kuntschafft neme. Zu der kuntschafft mag er nemen was personen dabij gewest sin. es sin man oder frawen, knechte, mede, prister adar juden. Und welcher der persone zweij mans oder ij frawen personen er zu ym hat, die nit die sache und frabel selbs an irer eygen personen antriffet,10 so mag er damit gewijsen und zu der kuntschaff hat er nit lenger tag, dan biß an daß neste gericht darnach. Und er sal die kuntschaff jnschriben und davon geben dem schriber xiiij heller und darnach sinen geczugen lassen gebieten an daß neste gericht, die warheit in der sachen zu sagen. Die geczugen sollent dem gebode gehorsaum sin, und obe sie des nit teden und dadurch dem sumeysse geschee, daß wern die oder der ynne also gesumet hatte im plichtig offzurichten, so er sie darumb mit rechte ersuchte.
Jtem obe aber der die gewisunge tud, also daß der scheffen wiset, daß er gewist habe, daß er sin billich genysse, so sal der durch sinen fursprechen zu ortel stellen lassen nach dem er also bekuntschafft oder gewiset habe ob es der dan [n]it billich verbusse, dar uff wiset der schaffen: Nach dem der verkuntschafft habe, daß er mit ortel gewiset sij, daß er sin billig genysse, so enmoge der nit überg gesin er musse eß verbussen, so daß gewiset ist. So nymet der schultheis der richter stap und der busfellige muß daran griffen, und der schultheis sprichet: daß er dem gerichte und dem rade verbussen und dem cleger an die hant gryffe.11 Und der sal zu dem cleger gen und ym an die hant griffen. Der cleger sal ym als dan sin hant nit versagen. Und wilcher under yn danne mutwilge und des gerichts lauffe dar jn nit nach ginge, die ander parthii mochte dar umb die busse suchen. Obe es aber die partijen nit suchen wolte, der schultheis mochte off sten und es selbs ersuchen. Nu so der dem cleger an die hant hat gegriffen, so sal man den scherer off den[Seite: S. 231] eyd fragen: Obe es anders schaden sin, daß man des scherers dar zu bedurfften hat, wie der schade sy, groß ader cleyn. Die frage dut der schultheis. So er besaget hat so stellet deß cleger fursprechen zu ortel dem der scherer off den eyd besaget habe waß dan der busse sij damit der verfallen sij. Dan wisent die scheffen die buß hoch ader nieder als nach sage deß scherers der schade groß ader cleyne ist; ader mogen daß ortel hinder yn behalden, biß dann nach dem busfelligen darumb geschicht werde von den rechemeyster. Und soliche sache, wie sich das verhandelt hat, sal der cleger lassen jnne schriben und dar umb geben xxi heller, das ist von iglichem ortel vij heller: die ynneschribunge sal off die kreczerri12 furbracht werden, die rechenmeyster sich dar nach wissen zu richten. Des glichen sollent alle frebelich geschichte, erfulgunge ader erkentnus von dem schriber zu der kreczerj bracht werden, so er das von den rechenmeystern bescheyden wirdet; doch daß die scheffen da var under yne erkennen sollen ein igliche busse, obe sie groß ader cleyn sy. Des glichen sollent auch alle frebeliche geschichte von erfulgunge ader erkentnus vor dem helgen gericht13 verhandelt von dem richter oder schriber da selbs auch furbracht und von den scheffen erkennet werden.
Jtem eyme nachfolger der geschichte, so daß off yn bracht wirt, oder er des erkentlich ist, gediehet daß recht als dem hanttedigen.
Nu ist zu merken das die frebel manerkey gestalt han, und stet doch alle busfellige frebel off drije bussen. Die hoeste busse wirt gewist daß der mit der hoesten busse zu bussen verfallen sy, als eyn wonde, und daß sint xxx lib. heller. Die busse sal gemynert werden eynem burger an xx lib., so er sprichet wieder die rechenmeyster: er begere genade; were er aber so eygenwillich, das er der wort nit sprechen wulte, so weren sie nit plichtig die x lib. abzustellen, sie mochten die xxx lib. gancz nemen. Die hoeste busse darnach wirt gewiset die hohe14 busse als mit eyner wunden, das sint ix lib. heller; begert der gnade ist er burger, man sal ym des dru lb. dar umb abstellen. Die mynste [Seite: S. 232] und nyderste busse xx ß heller und wirt in der wisunge des ortel genant: mustat15
Jtem obe eyner umb frebel als oben gerort ist vor gerichte geschuldiget wurde und er des bekentlich were, so sal das mit ortel furter gesucht und gehalden werden wie hie obe vnderscheyden ist; obe er aber in das bekentennis zuge das er libes_werunge16 tun muste, daß sulde ym in dem ortel eyn gewisunge zu thun gewiset werden. Und gewiße er dan, daß er also libes_werunge tun muste, so ist er dem frabel und busse engangen. Und wil der, er mag den der yn ansprichig gemacht hat beclagen, der muß ym alda von stunt anwurten und der fellet in die busse, wie er vor sine sache gein dem sie genommen hat nach dem der frabel und sache groß ist. Obe aber der die ansprachen nit an den legen wulte, wulte dan der schultheis er mochte off steen und von dem clagen gen dem der die libes_werunge zu bracht hette: die bybrangunge der libes_werunge mag gescheen durch mannes odir frawe personen, sie sin geystlich werntlich ader juden, daß der off daß mynste zwene zu ym habe.
Wer wisen wil, wie mit eygen und erbe umb zu gen sij mit des richsgerichte zu Franckfurt so daß in der termeny daselbs gelegen ist, der mercke die underscheide davon als hernach stet:
Jtem17 meynestu recht zu haben zu eygen und erbe, welcherleyen das ist, das andere die zu Franckfort wonhafftig sint underhanden hant und da sint, den geburt darumb mit eym richter an daß neste gerichte darnach und warte des gerichts uß. Komet der, so nym die ansprache. Fur mogent er nit an dem gerichte vor [Seite: S. 233] komen, so warte des andern gerichte darnach, und also bis das ir fur koment. Blibet er aber da bynnen uß, so magstu die gezugelt geben und yn der sachen erfulgen. Nym eynen zedel uß des gerichts buche und bide den schultheis, umb den richter der daß gebot getan hat, und lasse dir vor din ansprachen richten an den gutern dar an du recht meynest zu haben. Lesset der die rachtunge furgeen und sprichet nit dar jn, er engildet sin; spricht er aber darin vor gerichte, und gibt dir dinen gerichts_schaden daruff ergangen zu voran, so mag er sin recht fur sich stellen, und was daß recht dan gibt, dabij stet es.
Jtem obe aber der zum ersten gebode, als du ym hettest lassen gebieten, nit an gericht queme, so warte das gericht uß bis off die xij ure und laße ym anderwerbe mit dem selben richter gebieten aber an das neste gerichte. Komet er nit, so lasse jm daß dritte gebod tun. Komet er dan nit, so gib daß gezuggelt und thu din erfolgunge, und gang dem furter nach mit der rachtunge wie vorstett, und er hat geyn dir sin were als auch vorsteet. Nym auch ware, obe du der gerichte eys versumet, so wurde der diner ansprache von dir ledeg, und mustu ym sinen gerichtsschaden keren. Merke auch wan der gerichte eins nit gancz uß gehalten wurde bis off die xij ure, so bedurffte off daß male nit andertwerbe lassen gebieten, es blibe by dem selben gebode so lange biß daß gerichte uß sesse. Und verstant die iij gebod also zu tun, ober der burger zu Franckfort sy. Yst er nit burger, so ist erst genung mit eym gebode. Jst es auch in den zweyen franckforter herbst oder fasten messe eyner, so getes aber mit eym bode zu. Daß erste gebod sal mont wider mont gescheen, und die andern zu huse und zu hoffe, obe man yn nit selbs gehaben mochte.
Zum andern mercke, obe der oder die, die daß erbe underhanden hetten, vor sich selbs oder es andern eyn zijt verluen hetten, nit jnhemsch weren so gang zum schultheis vnd gib dem xiij heller, und sage ym die ansprache, und byde yn, das er dir eyns kommers off die guter erkentlich sy. Und gang dan zu des gerichts schriber und lasse den kommer mit diner ansprache jn des gerichtsbuch schriben; darumb gib jm vj heller. Darnach am nesten gerichte lasse den fursprechen den komer offen mit diner [Seite: S. 234] ansprache, lassen die offenunge jn gerichtsbuch schriben und warte des gerichts uß bis off xii uren, stund aber des fur xii uren off, so warte des nesten uß siczenden gerichts darnach. Lasse den komer darnach mit den schultheissen breve und mit sym boden oder obe er nit jnheymsch were mit eym andern gesworn dem verkunden. Were es aber me dan eyn persone und nit elude weren, so schicke iglichem eynen besundern verkunds briff den komer zu verantworten und zu versten. Die zijt des gerichts tages sal man seczen also gerumet, das sie den tag wol gereichen mogen, und wo der dag zu korcz gesast wurde zu erkenntnisse der scheffen, du verlorest kost und arbeit, und mustest von nwen an fohen. Der bode sul berechten off die heiligen, wie er die brieve geantwert habe. Und des benanten gerichts tages saltu warten daß gericht uß. Sesse aber das gericht nit bis zur xij uren oder obe off den tag nit gerichts wurde, so warte des nesten gerichts darnach. Kommet sie nit an daß gerichte, so erfulge sie und lasse es in des gerichtsbuch schriben und nem der sachen zedele uß des gerichtsbuche, nemlich des komers vorm schultheiß, die offenunge, die berechtunge des boden und die erfulgunge, und wise den schultheis die zedele wie ferre du es ergangen hast, bide yn dir den richter zu erleiben vnd nym wilchen richter du wilt, der muß dir helfen off des schultheis warezeichen; die rachtunge sal der richter dar nach vor gerichte besagen vff den eidt. Die besage des richters lasse ynn schriben und lasse dich in din ergangen recht von gerichts wegen seczen.
Nu folget obe man die personen jnn verkundunge zutun nit wißen mochte zu finden18, so sal man yne zu drien dagen und zu drien seß wochen in dru lande verkunden und tag seczen in drien brieven. Die brieve der bade nachheym tragen sal und zu yder zijt sie eyn lant uß suchen und mit flisse so er aller ferst, und den brieff antwurten an die ende da sie zu leste usgescheden woren, nach dem er erfuren, obe er sie nit selbs funde, doch [Seite: S. 235] das er wieder keren sal, also das er vor ußgange deß gesasten tages wider hie sij, und sich off den heiligen beneme wie er damit umb gangen habe. Das sal er driwerbe tun, und du zu ydem den drien tagen und seß wochen des gerichts uß warten, und die gezuggelt geben, und dan den sachen furter nach geen als oben gerort ist.
Furbasse ist zu mercken, weren soliche obgehorten personen elude, und der man alleyn jnheimsch wer und die frawe nit, so gang dem mit gebode nach, als oben geschreben stet, er muß dir antwurten oder mag yne erfulgen, als obstet, want er ist der frauwen momper und sie ist sin momper nicht. Obe sie aber in andern landen weren und du mit komer als vor stet umb geen must, so lasse dir eynen verkunds_brieffe machen. Findet in der bode, so gebe er ym den brieff, funde er aber die frawe und nit den man, so erforsche nach dem man; kan er des mit nicht erfaren, so gebe er den brieff der frauwen zu huse oder zu hove, und damit ist es nit genug. Du must jm darnach, so ferre der erste tag eyns tages und xiiij tage lang gesast were gewest oder lenger, noch zu zweyen malen, zu ydem male eynen tag und xiiij tage in zweyen brieffen eynen nach dem andern, wie vor von den xviij wocxhen gecleret ist, schicken; were aber der erste tag kortzer gesast gewest, dan vorsteet, so muße die verkundunge also driewerbe von nuwem gescheen und die erste verkundunge hulffe nit.
Und obe der bode den man nit fynden mogte, so sulde er zu iglicher zyt den brieff der frauwen antwurten; weren sie aber beyde in fremden landen, auch nit inheymisch und hetten doch wonunge, da sie ire wesen hetten, so lasse doch verkunden, wie vor steet und findet der bode sie nit, so antwurte er den brieff in ire wonunge zu yder zyt. Obe aber nymant darjnne were, so stosse er die brieve an die thore des huses und thu daz mit kuntschafft etzlicher der nachber daby und thu sin berechtunge und du die irfulgunge, als vor steet. [Seite: S. 236]
Jtem obe dir ymands hurige unverjerte zinße schuldig were von gutern und underpanden in der stede Frankfurt terminie gelegen, dem lasse darfur gebieden und ist genug mit eyme gebode. Das gebodt lasse thün mont wider mont. Komet der nit, so gib din getzuggelt zu ußgange des ersten gerichts und komet er aber und bekennet des, so lasse das bekentniße also jnschreiben, den zedel des erkentnuß oder der erfulgunge, und lasse es jn des gerichts buch schriben. Machtu am andern tage oder bynnen des jars friste darnach nemen, welche zyt du wilt und mit dem richter, der daz gebode getan hat pfenden an siner farndehabe und fundstü farndehabe jnne oder uff dem erbe, daruff die zinß gelegen ist, du hast daran eynen furgang, und dich jrret daran keyne jnsatz; queme aber ymand mit sinder rachtunge vor dir, der hette dir den furgang.19. Findestu aber keyne farndehabe da oder anderswo, dem zugehorende oder obe der farndehabe nit gnug were, so lasse dir furbaß richten an dem eygen und erbe, daruff die zinse legen.
Jst es farndehabe20, so machtu sie versetzen oder verkeuffen übernacht, du mochtest sie auch dem zum besten ein zyt hinder dir behalden. Der versatz oder verkauff sal sin, daz die pande in xiiij tagen versteen,21 obe die nit entschudt wurden, und verkunde den daz mit dem egenanten richter, die pande zu entschuden und wo sie steen fur die zinse und fur den gerichts schaden.22 Were aber die rachtunge an dem eygen und erbe [Seite: S. 237] gescheen, die sal der richter am nesten gerichte ungeverlich darnach vor gerichte besagen und sich in dem selben eyde benemen, daz er keyne farnde habe oder nit gnug farende habe funden habe. Die sage des richters lasse jn schriben und erfare dan waz die gude zinse geben, und lasse dir den gerichtsschriber eynen zedel schriben dem fursprechen, die gude fur den zinß und gerichts schaden feyl zu tragen.
(Wie die zedele geschriben und vom fursprechen feyl getragen werden sollent findet man an dem … blade).
Obe das feyltragen sich lenger vertzoge dan xiiij tage, oder ob du dich darjnne gutlich bewisen wultest ein zyt, daz machtu thun, doch ane schaden nit über des jares friste; want so daz jare umb were, so were des gerichts lauff davon uß.
Nu so es also feil ist getragen, ist es dan darfur versast oder obe es nit mochte versast werden verkauft, so sal der, dem es versast oder verkaufft were, sich darjn vorm gerichte setzen lassen.
By dem jnsatze y off daz allermynste zwen scheffene by dem schultheiß sin sollen. (Wie der jnsatz gescheen sal, findet man am … blade.)
Darnach nym den richter und verkunde dem oder den, der solich erbe gewest ist und den zinßluden, die burger sint und zinse daruff hant, daz gut zu entschuden von dem tage an, als yn daz vom richter verkundet wirt montlich uber xiiij tage.
Die verkundunge sal der richter vorm gericht besagen. (Wie der richter verkunden sal findet man an dem … blade.) Kommen die und betzalen den erschienen zinß und gerichtsschaden, so blibet es daby. Teden sie das nit, so gang du an daz neste gerichte, daz nach ußgange der xiiij tage wirdet und warte des gerichts uß. So iß xij geslagen hat gib die getzuggelt und erfulge die der daz erbe gewest ist als erben und auch die zinslude, und lasse es in gerichts buch schriben der sachen.22.1
Obe der, der in daz erbe gesast ist, des einen brieff von gerichts wegen begert, sal man ym einen brieff geben mit des schultheis jngesiegel versiegelt.[Seite: S. 238]
Fragestu nu, ob es elude weren, die die erbe jnne hetten daruff der zinß dir erschinen, und der man nit bynnen landes were, wie du dan damit sullest umb geen; so gebudt der frauwen und thu mit allen dingen, als da oben berort ist. Dan merke: so die verkundunge der entschudunge gescheen sal, die mustu dem man mit des schultheißen brief und boden thun in massen, wie vor von den ußlendigen, die man nit weiß zu finden geschriben steet. Were er aber zu finden, so ist nit genug, daz man jm xiiij tage zu der entschudunge setze, man sulde daz setzen, als man beduchte, er wol erlangen mochte, nach dem er ferre oder nahe were, doch y und xiiij tage als jm der brieff wurde nit zu setzen.
Der frauwe suldstu mit dem richter die verkundunge tun und dem nachgeen, wie vorsteet mit erfulgung und anders. Obe aber were, daz die frauwe nit inheymisch were, so thu zu glicher wyse, als vor vom manne geschriben steet.
Weren sie aber beyde in fremden landen, und nymand in dem erbe wonete oder underhanden hette, so mustü mit kommern verkundunge und allen sachen jm nachgeen, wie vor underscheiden ist von dem obe ymant recht meynte zu haben an eygen und erbe.
Jtem wen du findest jn dem eygen und erbe daruff du zinse hast, dem machtu fur die zinse so ferre sie unverjert und hurig sin zu sprechen, obe er die wol nit darjnne versessen hette, und geet alles mit eym gebode zu, wie vor steet; und gebricht dir dan an der farndehabe, du macht dem erbe nachgeen mit kommer wie vorsteet.
Jtem versessen verjerte zinse, das ist scholt und mag man darumb nymanden zugesprechen, dan dem der sie versessen hat und man get damit umb als mit andern schulde, wie hernach underscheiden stet.
Nota. Obe dir ymand schuldig were, der anfalles von eynchen gutern warten were und du dich diner schulde an yn nit erkobern mochtest, so machtu siner anfalle in kommer legen und den uß und uß mit komer vorm schultheis mit offennge, verkundunge, berechtunge und allen andern sachen nachgeen, in massen hernach steet, wie eygen und erbe fur scholt zu ergeen ist; merke aber: erlebte der den falle nit, so enhettestu auch [Seite: S. 239] daran nichts; erlebet er aber den falle so setzestu dinen fuß jn daz erbe an sin stat und obe er dabynnen solichen sinen anfalle verkeuffen, verußern oder mit willen verzihen wurde, es hilffet yn nit.
Fragestu, obe du eygen und erbe, als husunge, schuren oder ander buwe an ymanden ligen hettest und dir von desselben eygen und erbe schade geschee, es were mit tredunge [?] der buwe oder anders; du must jm darumb gebiden fur ein anleide, mont wider mont. Und so du jm geboden hast, er komme oder komme nit an daz neste gerichte, so lasse die clage vor gerichte offen und lasse daruber ein anleide jn des gerichts buch schriben.
Wie die anleyde vurter verkundet wirt, des bedarfftu dich nit me kroiden, sonder es gebort dem obersten richter, als man daz in sym ampte findet.
Obe aber dieselben hie nit wonhafftig weren mustu daz mit des schultheisen brieff den verkunden lassen und er yne darjnne eynen nemlichen tag setzen, sie der anleyde zu warten. Obe sie daruff nit geben wulten, so machtu dinen schaden vursehen mit rade der werklude; du salt es aber tun mit besehunge und mit laube des gerichts.
Ob aber dem und dir etzwaz in gemeinschafft geborte zu machen und daz ane merklichen schaden nit vertziehen mechtest, komen sie dan nit als vor steet, du macht es alleyne machen lassen, uch beyden zum besten, und macht der selben eygen und erbe dan mit kommer fur ire gebornisse daran furnemen und damit umbgeen, wie hernach von eygen und erbe als fur scholt zu ergeen geschriben stet. Du muß dich auch in den sachen wol fursehen, waz du darjnn tust mit buwen, daz das nottorfftig sy und mit rade oder bywesen der geswornen werklude und des gerichts.[Seite: S. 240]
Jtem hastu zinse oder gulte off eygen und erbe in der stede Frankenfurd terminie gelegen, daran sich nymanden keret und wuste liget und der erben nit enweist dortzu gehorende, daz mustu mit kommer ergeen. Also thu einen kommer daruff vorm schultheißen, lasse den jnschriben und offen wie vorsteet, lasse den den zinßluden virkunden mit dem richter, obe sie hie zu Franckenfurd sin; weren sie aber anderswo, so thu die virkundunge mit des schultheißen brieff und boden. Warte des gerichts uff den gesasten tag, komet nymand, so thu die erfulgunge. Sin es hurige zinse, du bedarfft ir nit berechten, sin es aber versessene verierte zinse, du must sie berechten.
Lasse dir an dem erbe darfur richten, die rachtunge besagen und es feil tragen, wirt es eym andern nit verkaufft oder versatzt, so magstu es selbs behalden fur als vil dich bedeutet, daz es wert sy und dich darjnn lassen setzen; verkunde es den andern zinßluden in xiiij tagen zu entschuden, entschuden sie es nit in den xiiij tagen, du macht es behalden; du must aber iglichem furter davon sin zinse geben, sie sin vor oder nach dynen zinsen gelegen, und obe du es selbs nit wilt behalden, so sich dich fur, daz du des in keynerley wyse gebruchest, dan lasse den zinß_luden von stunt gebieden fur ein reterunge23. Weren sie nit hie zu Franckenfurd, so lasse yn den schultheißen dartzu tag setzen an daz gericht in sinem versigelten brieff. Koment sie nit, so erfulge sie der reterunge, so bedarfftu yn ire zinse dar affter nit geben; komment sie aber, bistu der leste mit dinen zinsen so gibestu yn daraffter furbaß ire zinse, und nit waß for erschienen vere oder ußerst dich diner zinse und des erbes gein yn; alsdan sin sie dir weder zinse nicht gerichtsschaden plichtig. Lege aber ymand mit sinen zinsen nach dir, der muß daz erbe zu jm nemen und dir dine hurige unverjerte zinse, darfur du gekomert hast und dinen gerichtsschaden ußrichten, oder sich siner zinse und des erbes vertzyhen und er enist auch nit plichtig den andern vor dir [Seite: S. 241] eynche zinse bis dar zu geben, dan alleyn waz von der reterunge an furter erschinet. Daz komet davon daz sie des gerichts nit gesucht han. Desglichen werestu yn auch nit witer ir zinse ußzurichten, dan waz von der selben zyt an furter erschynen wurde, ob du by dem erbe verlibest.
Fragstu aber, obe die zinßlude gemeynlich, die off eym erbe zinse han mit wilkor eyn rieterunge uberkomen, es sy vor gerichte oder suß, so en ist nymand dem andern keynerley zinse weder hurig oder versessene plichtig, dan wem daz erbe geboret zu behalden in der rieterunge und sich des nit usert mit sinen zinsen der gibet furbaß den, die vor jm ligen ire zinsen von dem tage der rieterung nach antzale biß off daz ziel als ire gulte fellig ist, und dan furter von dem selben tage oder ziel darnach als jre gulte gefellet, ganzen zinß und also furbaß.
Jtem es ensal nymand so getorstig sin, der zinse oder gulte hat off eygen und erbe, es sy erste zinß oder anders, daz er sich des erbes unergangner sachen gerichts und rechts understee oder underziehe, noch die slussel, obe jm die, die daß erbe gehabt hetten, andelagen wulten alleynie neme und underziche, es brenget jm unstaden und gebrucht er sich des erbes daruber also er mechte damit sine zinse die lesten, obe sie wol erste oder vor andern gelegen weren und must den andern jre zinse furter geben, bis er sich siner zinse und des erbes verußert als recht ist.
Auch so mochten die erben darnach ire erbe an dem oder wer daz inne hette erfordern ane abelegunge eyncher besserunge, daz queme davon, daz er solichs uber recht getan hette.
Es sal auch nymanden obe erbe verbrente oder sust verfielle eyncherley davon zu jme nemen und in sin gewalt brengen, er mechte sich anders auch der leste mit sinen zinsen, als vorsteet.
Jtem obe die, der solich erbe gewest were, daz also verbrente, sich ichts daran underzogen und in ire gewalt brechten nach dem brande und daraffter sich des erbes gein den zinßluden meynten zu ußern; die zinßlude sint daz nit plichtig uffzunemen, sie haben es dan wider in buwe bracht, als gut, als es an sie quame ungeverlich oder yn sust eynen willen machen.
Jtem obe eygen und erbe von fure beschediget wurde und die erbe sich des gen den zinßluden verußern und fur die [Seite: S. 242] zinse ligen lassen wulten; ist der schade von den selben erben selbs gescheen und sie des ubertzuget mogen werden oder des bekentlich weren, die zinßlude sint nit plichtig die ußerunge uffzunemen, es sy dan wider in weselichen buwe bracht als es vor waz anegeverlich oder tragen yn daz sust mit willen abe.
Were aber der schade von godes weder oder von andern gescheen, so musten die zinslude die ußerunge uffnemen und mogen sich darnach rietern wer vor oder nachlege, als oben gerort ist.
Jtem in der reterunge geent besigelte brieve zinßbuchern und registern vor; aber lebendige kuntschafft hat besigelten brieven eynen furgang.
Furbaz von reterunge. Wrr sich eygen und erbs ußern und fur die zinse lassen ligen wil; sin es elude, so sollent der man und die frauwe sich des semptlich vorm gerichte verußern und damit den zinßluden die slussel darzu gehorende und die zinse biß off den tag der ußerung, nach antzale zurechen und waz vor erschinen und nit betzalt were zuvoran ußrichten und off die heiligen berechten, daz daz erbe als gut sy, als es waz, da es an sie quame ane geverde; weres aber erger, was es erger were, als sie beduchte, daz mogen sie mit gelde daruff darlegen und dan die ußerunge tun und die zinßlude es uffnemen, sie brechten dan zu, daz es darüber me erger were, dan als es an die quame.
Jtem obe eygen und erbe kinden zu eyner hant erstorben were und des ußerung getan wulte werden, die kinder mussen alle vor gerichte sin und sich des ußern mit jren gemaheln, obe sie verandert weren; obe aber die kinde under iren jaren und nit verzigbar weren, den muste man an ir stat mompar setzen, die sich des ußerten, die bedurfften der eyde nit tun als die erben; wulten die zinßlude der eyde nit enberen, die kinde musten sie tun, so sie zu iren jaren qwemen, und die eyde yne glymplich gesast werden, also zu berechten, daz sie nit anders wusten, dan es als gut were off die zyt der ußerunge, als es off sie komen und gantz erstorben were.
Were sich eygen und erbes verußern und fur die zinse lassen ligen wil, der sal den zinßluden gemeynlich gebieten mit eym richter an daz neste gericht, sie die ußerunge uffzunemen. [Seite: S. 243] Komment sie, so sal die ußerungen gescheen, nach dem vorsteet. Daruff setzt der schultheiß die zinßlude in daz erbe von gerichtswegen iglichen fur sin zinse und yderman zu sim rechte und unschedelich dem ryche etc. als man daz in syme ampte findet.
Die zinßlude mogen sich nach der ußerunge retiren als vor stet. Koment aber ein teil der zinßlude die ußerungen uff zunemen und die andern koment nit, so mogent sie die ußerunge tun, gan den, die da sint, und die andern erfulgen zu ußgange des gerichts. Obe aber dieselben andern by sitzendem gerichte quemen und doch die scheffen uffgestanden weren, so sal der schultheiß beyden parthien an daz neste gericht darnach bescheiden. Koment dieselben zinßlude dan nit, so gebent die ir getzuggelt und sint der ußerunge ledig; bliben aber die … uße, so geben die zinßlude ire getzuggelt und teden ire erfolgunge und die mochten sie nit wider getrungen die ußerunge uffzunemen, sie hetten yn dan zuvor iren gerichtsschaden betzalt und von nuwens geboden.
Zu merken, daß jnne den zweye Frankforter messen, wer dem ander an deß richs gericht furgebieten wil, der enbedarff nit me dan eyn geboid tun, er sy burger mont wider mont, und dan ist der richters_lon von yden geboide xi hl, es sy in der alden oder jnne der nuwestat oder zu Sassenhusen, und dan geboret dem fursprechen xviij hl zu geben, wem er sin wort tud.
Komet der, dem furgeboden ist und ist der scholt erkenlich, so bedarff der cleger darzu nit lenger beiden zu penden dan übernacht; aber ußwendig den messen so ymand dem andern in des gerichts buch erkentnisse tud, ane underrede, der hat dartzu zyt e der cleger yn penden bedurffte xiiij tage.
Die pande der farende habe mag der cleger übernacht versetzen oder verkeiffen, doch ynen xiiij tagen zu versteen.
Funde man nit farndehabe genug, so mag man furter suchen an eygen und an erbe oder an den lip, als auch vorstet und daraffter so ist dem furter nach zu geen, als davorn im ersten teile geschriben steet.[Seite: S. 244]
Desglichen ist eß auch, obe ymands erfulget wirt und der cleger syn scholt berechtet, davon syn zedeln und laube vom schultheis hat, als auch im ersten teile steet.
Jtem obe ymand jnne den messen kuntschafft geboret zu furen, die mag er furen zu glicher wise als ußwendig den messen, ußgescheiden das er die am nesten gerichte nach dem er sich der vermessen hat furen muß, und man setzet ym darzu keyne ander tage, es enwere dan, daß die widder parthij es mit willen lyten wulte oder daß die kuntschaff ußwendig der statt were, so muste man darzu die zyt erstrecken und das stunde zu den scheffen.
Jtem so ymand dem andern lesset furgebieden fur sache der derselbe vorm richter bekentlich ist ym gebode, es sy jnwendig oder ußwendig den messen, oder was sich jm gebode vorm richter verhandelt, so mag der richter alleyn daruber kuntschafft syn und besagen und was er darjnne off den eyd, den er zum gericht getan hat, besaget da by blibet iß.
Jtem obe ymand dem andern gebieden lesset und der dem geboden wirdet der sache erkentlich ist vorm richter, wil dan der cleger des slechten worten nit glauben sich an das neste gerichte zu stellen, so muß der dem richter hant in hant in guden truwen an eydestat geloben des gerichts zu warten; wulte aber der cleger des gelobde auch nit getruwen, so muß er jnne sloß geen oder endschafft dem cleger tun mit burgen oder gut. Die ware sulte man off das recht hinder ymand legen das es verwart were, oder obe der, dem geboden were burger were, wisete er dan so viel eygen und erbs jm zugehorende in der stede Frankenfurd termany gelegen, das unersatzt und unversperret were, so were er nit plichtig soliche endeschafft zu tun. Und obe aber der cleger keyne begnugen haben wulte, so hette der richter darjnne zu reden zum besten; ader obe er nit dar jnne gereden mocht, so bescheide er beiden parthien vor die burgermeyster und wan auch der, dem geboden ist geyn dem cleger an des richsgericht zu clage und antwurte komet und sinen selbs lib daran stellet, so sint [Seite: S. 245] burger oder guter, damit er ym endeschafft getan hat, ledig und lois.
Desglichen obe ymand were, der eynchen personen sine guder in komer gelacht hette, es weren ligende oder farnde, welcherley die guter weren, wan der des sie sint und von des wegen sie gekommert weren, synen lip an gericht geyn dem zu clagen und antwurten stellet, so sint die guter auch ledig und der cleger mag den personen dan umb sin forderunge alda ansprechen, und obe er yne mit rechte erwonne, so mag er sich des an yme und an sinen gutern, wo er die finden mag, mit erkobern, als vor davorn underscheiden ist.
Obe aber den gutern bynnen dem, das sie gegen eynander in forderunge weren geleide gegeben wurde, so weren sie sin, so lange sie geleide hetten; des lip hette aber nicht geleide, fur was sich von der sache wegen verhandeln wurde; sust mocht er geleide erwerben fur andern ansprache, die noch nit an gerichte hinge oder verhandelt were.
Jtem obe zwey elude weren, die in vorgeschribener massen fur scholt ergangen wurden und kinde hetten, die nit ir beyder kinde weren, sonder ire vatter oder muder abegegangen were und daz ander hette sich zu dem wider verandert und hetten eygen und erbe, daran der kinde vater oder muder welchs noch in leben were sin lebetage die schare und nutze hetten; die gebruchunge der notze und schare mag man den zweyn eluden mit gerichte wie vorgerort ist abegeen, und wer das hat, der muß daz eygen und erbe in buwe und jn wesen halden nach gewonheide der stat Frankenfort und nach tode der kinde vater oder muder, welchs zu leste in leben gewest were, so ist es den kinden wieder zuerstorben lediglich.
Jtem wer dem andern mit gerichte zu frankenfurd zusprechen wil fur scholt, der sal wissen, er sy geistlich, werntlich, fremde oder heymsch, wer er sy; ist der burger zu frankenfurd dem er zusprechen wil und ist es ußwendig den messen, das er jm zu drien gerichten furgebieden muß, obe es anders nit [Seite: S. 246] berorende ist hrige unverjerte zinse oder lidelone. Und die gebode sal er tun mit des gerichts gesworem botten, das ist mit eyme richter, dem sal er sin recht darumb geben, mit namen von iglichem gebode, ist es in der alden stat vier heller; jst es aber in der nuwen stat oder zu Sassenhusen seß heller. Und gebe er dem richter nit sin recht oder jm das sust nit vernuget, so der widersacher daz vur sich stelte, das geboid were nicht mechtig. Der richter sal dem auch, so er jm sin recht gibet des geboides nit weygern.
Der cleger muß der drier gerichte gantz uß warten, und obe die widerpartie nit queme zum ersten und zum andern gerichte, so enbedarff der doch keyne getzuggelt geben, biß zu ußgange des dritten gerichts. Und obe da bynnen eynche gerichte wurden, die nit uß geseßen wurden, damit weren die dry gerichte nit erfullet, sonder er muste darnach des ußsitzenden gerichts warten so lange biß der dru weren; und so daz gericht nit uß sesse, so bedoreff der nit anderwerbe furgebieden lassen, sonder es steet, als obe keyne gerichte off den tag gewest weren, und er wartet darnach des nesten ußsitzenden gerichtes uß.
Liesse auch der cleger ein gerichte furgeen, es were nach dem ersten oder nach dem andern, daz er dem nit wider geboten hette, so weren die andern gebode abe und er muste die dru gebode wider von nuwens anheben und der were jm umb den vergangen gerichts_schaden nichts plichtig.
Jst es, das sich die partheie erfulgen lesset und triffet es geltscholt an, so mag der cleger affter solicher erfulgunge die scholt off dem berechten bynnen des jares friste nach der erfulgunge; die berechtunge er vor gerichte off die heiligen mit uffgelachten fingern tun sal mit gelarten worten, die ym der oberste richter vosprechen und den eyd bestaden sal. Den eyd sal er mit den worten also tun: das der persone, dem er also furgeboden und erfulget hat ym soliche gelt recht und redelich schuldig sy und es yme oder nymands von sinen wegen eins teils oder zumale an gelde oder an werde icht betzalt sy. [Seite: S. 247]
Darnach obe jm davon nit ußrichtunge mochte gediehen, sal er von des gerichts schriber der erfulgunge und auch der berechtung zedele nemmen uß des gerichts buche, die jm der schriber wider sinen willen nit verziehen sal, und er furter damit zu dem schultheis geen oder, obe der schultheis nit inheymisch were, zu dem eldesten scheffen, und yne die zedele wisen und ym benennen den richter. Der schultheis sal ym den richter erlauben und einwarzeichen, obe der richter on jm selbs nit were an yn geben, ym zu helffen. Der richter sal jm helffen, daz ym fur sine ergangen scholt pande werden, obe sie da sin, und nemlich sal er jm zu erste richten an der farndehabe, obe aber der farndehabe nit gnug were, so sal er jm furter richten an eygen und erbe.
Die rachtunge24 ist an der farndehabe, daz der richter dem cleger oder syme boden, den er an sin stat mit dem richter schicket, die farndehabe in sin hant gibet und spricht: ich richten dir von gerichts wegen an diser farndehabe fur die scholt, nach lude des zedels. Und er sal jm soviel geben, das den richter bedunket, daz der pande gnug sin; were aber an farnderhabe nit gnug da, so ist die rachtunge eygen und erbs, sin es buwe, so gibt der richter daruß einen spane; ist es acker oder wiesen, er gibt davon der erden, und spricht in massen vorsteet. Die farnde habe mag der cleger von stunt versetzen oder verkauffen, so er hoeste mag in xiiij tagen nehst darnach zuversten; und er sal daz dem, den er also gepfand hat von stunt mit dem selben richter verkunden, die pfande zu entschuden in xiiij tagen, und der richter sal die rachtunge des eygen und erbs, obe anders an der farndenhabe gebrech were vor offen gerichte besagen off den eyd, den er zum gerichte getan hat und damit auch off den selben eyd besagen, das er nit me oder keyn farndehabe funden habe, das jm der schultheis also uff den eyd fragen sal.
Darnach sal der clger fragen durch sinen fursprechen, was jm furter gebore zu tun, das nymanden unrecht geschee.[Seite: S. 248] Die scheffen sollent underwysunge tun, er sulle die besag des richters in daz buch schriben lassen, und die guter den schriber in einen zedel lassen schriben, mit jren zinsen und die xiiij tage den fursprechen feiletragen lassen von stuben zu stuben, die fur das aussteende gelt und den gerichtsschaden zu versetzen oder zu verkauffen.
Die rachtunge sal der lassen in des gerichts buch schriben und dem schriber darumb geben sieben heller. Darnach sal der erfaren umb die zinse off dem eygen und erbe und dan den gerichts_schriber eynen zedel machen lassen. Der zedel sal off die wise steen: N. du salt von gerichts wegen feil tragen das hus, N zu gehorende N und gelegen ist an dem oder dem etc. fur N gulden und fur den gerichtsschaden, der daruff gegangen ist und der furbasser daruff geen wirdet, als iz das mit gerichte darfur ergangen und erwonnen hat, und gibet das obegenante hus zu zinse also viel N. Von der zedel geboret dem schriber seß heller oder nach dem er groß were.25
Die guter jnne dem zedel sal der furspreche, der mit syme namen dajnn verzeichnet steet xiiij tage von stuben zu stuben feile tragen, das ist nemlich zwene sontage, obe ymands sy, der es fur das ußsteende gelt und gerichts_schaden zu im nemen wulde versatzes wyse. Mocht ers nit versetzen, so mocht ers verkauffen. Und obe es also versatzt oder verkaufft wirdet, so sal der persone, dem es versatzt oder verkaufft wirt darnach an gerichte komen mit dem, von des wegen es feile getragen ist und der furspreche sal den schriber den zedel lassen lesen vor gerichte und so der gelesen ist, so sal der schultheis den fursprechen fragen off den eyd, den er zum gerichte getan hat, obe er soliche guter feile getragen habe von gerichts wegen, als sich geboret. Das sal der furspreche nemmen also dure als jm der schultheis das geben hat, als vorsteet, daz er iß also feile getragen habe als gewonlich sy, und habe es versast oder als er es nit mochte versetzen, so habe er es verkaufft dem N. Derselbe sal vor den schultheis geen und der schultheis eynen halme in sin [Seite: S. 249] hant nemen26 und den von gerichts wegen in daz huß setzen fur die somme und fur den gerichts_schaden, nach lude des zedels, dajnne es feile getragen ist, mit diesen worten: ich setzen doch in das gut von gerichts wegen fur die summe und gerichts_schaden, nach lude des zedels jn solicher massen, dem ryche, dem rade und der stat zu frankfurt an iren dinsten, gnaden und fryheiden unschedelich, und den erben und zinßluden zu verkundigen, daz in xiiij tagen zu entschuden, und were es ein ußmerker oder geistlich personen oder ein jude, so sulde er sich des verußern bynnen des jares friste, obe es anders nit entschudt wurde.
Solichen jnsatze sal der, der darjnne gesast ist in des gerichts buch also lassen schriben. Darumb sal der schriber nemen sieben heller und von dem jnsatze zwene alte tornoß, der geboret eyner dem schultheis, der ander den scheffene, die sal der oberste richter yne von stunt alda geben.
Jtem obe aber der furspreche das gut nit mochte versetzen oder verkeuffen, als hoch als die somme were und fur den gerichts_schaden, das er off sinen eyd besagen sal, in massen vorgerort ist, so mag der cleger es selbs behelden fur als viel yn bedunket es wert sy und fur den gerichts_schaden und mag die uberge somme vor jm behalden und daz selbe uberge aber mit dem furdern tedel und ergengnisse jnne des jars friste furder ersuchen an gude oder obe keyne gude vorhanden were an libe des, den er ergongen hat, also vor steet.
Jtem jn die gude sal yn der schultheis setzen, inmassen vorgerort ist, als obe ein andern, der das gekoufft hette mit verkundunge und anders als oben steet.
Jtem obe das huß oder gut nit besser weren, dan die zinse daruff gelegen oder fur die zinse zu dure weren, so were der cleger nit plichtig, die guter zu behalden und er mag sich furter gedenken zu erholen wie er mogte, doch mit gerichte.
Jtem dem fursprechen geboret von dem feile tragen von ydem gulden dry heller alse dure als daz gut versast oder verkeufft ist, doch obe das gut nit besser were dan die zinse, oder nit [Seite: S. 250] als gut als die zinse, also das es nichts engulte, so sulde doch der dem fursprechen ein glichs und ein ziemlichs umb sine genge und erbeit tun.
Jtem die verkundunge sal in diese wyse gescheen, es sy umb eygen und erbe oder umb farnde habe: der cleger sal den richter nemen, mit dem er die sache angefangen hat, obe er yn anders gehaben mag, mochte er yne aber nit gehaben, so mocht er eynen andern nemen und sal dem sin recht geben und den erben, das ist dem oder den, den soliche guter zusteen off die zyt und den luden, die zinse daruff han, lassen verkunden, soliche guter in xiiij tagen von dem tage, als die verkundunge geschicht zu entschuden, und der richter sal yn auch montlich sagen, wie hoch und wem das versast oder verkaufft ist. Soliche verkundunge und off welchen tage die gescheen ist, sal der richter vor gerichte off den eyd besagen, als der schultheis yne des off den eyd also fragen sal. Die befragunge des richters sal der cleger lassen jnneschriben und der schriber darumb sieben heller nemmen. Soliche besagunge des richters sal gescheen, so es eygen und erbe antriffet; were es aber farndehabe, so bedurfft man der besagunge des richters nit; doch so were es der sicherst, umb zukunfftiges kroides willen, die davon entsteen mogte, das es der richter auch besagete.
Jtem wer es aber daz die erben nit zu frankenfort weren, so muste der cleger die verkundunge tun mit des schultheis brieve, dajnne der schultheis yne verkundigen sulte, soliche guter zu entschuden. Den brieff sal des gerichts schriber machen und der schultheis den versigeln. Von dem brieve zu schriben gebort dem schriber xij heller, und dem schultheis xviij heller fur das sigel und nit me; weren aber der personen me den eynen, so muste man iglichem in besunderheit, wie wol es elude weren, eynen verkunds_brieff schicken.
Jnne den brieven sal der schriber die zyt der entschudungen setzen als yn bedunket beqwemlich syn, nach dem es ferrer oder nahe sy, doch so sal er off daz korzest xiiij tage setzen nach dem tage die brieve geantwurtet werden.
Die Forme der verkundsbrieve ist also: Jch N. schultheis zu Franckenfort lassen dich N. von gerichts wegen wissen, [Seite: S. 251] das N. din hus und gesesse oder was guter das sin, fur N gulden und fur den gerichts_schaden, der daruff gegangen ist und der furter daruff geen wirt mit des rijchs gerichte zu Franckenfort so ferre ergangen hat, das er daz fur die egenannte somme und fur den gerichtsschaden versast ader verkaufft hat dem N., oder hat es selbs darfur behalden oder fur also viel N in abeslag der vorgenanten somme und beheldet vor jm daz überge. Herumb so verkunden ich dir von gerichts wegen solich vorgenant hus oder guter bynnen den nehsten xiiij tagen oder eym mande neste, nach dem dir diser brieff in die hant oder zu huse und zu hofe geantwurt wirt, als recht ist, zu entschuden. Geschee das nit, so hette das gerichte sinen gang, als desselben gerichts recht ist. Des zu orkunde han ich N. schultheis myn ingesiegl von gerichts wegen an diesen brieff getrucket. Datum etc.
Jtem es ist dem schriber hie zu merken, treffe die sache an wirdige geistliche oder etele lude oder ritter an, das er des ware neme, das der schultheis sinen namen gein den in dem verkunds_brieff nit zufurderst setze, sundern also schribe: den geistlichen oder hochgebornen oder etels etc. entbiten ich N mynen fruntlichen oder willigen oder undertenigen schuldigen dinst zuvor etc.
Solichen brieff sal des schultheissen gesworner bode oder obe er nit inheymsch were ein ander gesworner bode von gerichts wegen tragen und die oder den, dem oder den personen, den die verkundunge gescheen in ire hende geben und antwurten und ist sin lone von yder myle xviij heller. Die brieve sal der bode also antwurten: nicht an gewieheten steten als in kirchen oder uff kirchhoffen. Es sint an viel enden gefriheide huser und stede, das jrret heran nit; wulten aber die personen die brieve zu yne nit nemen, so der bode darjn das beste versucht hette, so sulte er yn die brieve fur ire fusse legen, ob es anders off den gewiheten steden nit enwere, weres aber gewihete steden und sie davon nit geen wulten, so sal der bode den brieff oder die brieve ußwendig an die porte der gewiheten stede stossen und hinweg geen. Desglichen obe off slossen oder jn steden der bode nit jngelassen mochte werden, so sal er den prtner bidten die brieve zu yme zu nemen und die den personen zu antwurten. Nymet der portener die zu yme, so steet es daby, wulte er aber [Seite: S. 252] die nit nemen, so sal der bode die in die porte stossen und hin weg geen, und der bode sal dan, so er wider kommet an offen gerichte sweren und off die heiligen berechten, wie er die brieve geandelaget habe, und off welchen tag. Die berechtung sal der cleger den schriber jn des gerichts buch schriben lassen. Davon geboret jm zu geben xiij heller, der sint vier des richters, der den eyd stabt, und zwene des schribers, die ubergen sieben heller gehoren in die gemeinschaft.
Jtem den tag, als die brieve geantwort sint, wie vorsteet, sal der cleger war nemen, und wan die zyt, die in dem verkuntsbrieve gesast ist, nach dem tage als der bode den brieff in vorgeschribener massen geantwurtet hat, umb und ganz vergangen ist, so sal er des nesten gerichts darnach warten, und so der schultheis davon zu xij uren uffsteet, so sal er das getzuggelt geben und die personen von der entschudunge wegen erfolgen. Davon gebort jm als viel der personen syn von jglichem vij heller zu geben.
Desglichen sulte er die zinßlude, obe es eygen und erbe antreffe, die werntlich und hie burger weren, auch erfulgen, nach dem er yn mit dem richter verkundet hette, als oben steet; den geistlichen oder ußwendigen zinßluden bedarff man davon nicht verkundigen.
Weres aber das solichs berorte farndehabe, die also versast oder verkaufft wurde oder der cleger die selbs hoher behilte, dan ein ander darumb geben wulte, daz er auch also tun mag jm in bezalunge siner schulde und auch der widerparthij zum besten und ginge es dan zwey elude an, So muß die verkundunge mit namen dem manne gescheen, wie vorsteet mit eym richter; were der man aber nit inheymsch und in kortzem nit inheymsch wurde, also das der cleger seiner zukunft nit warten wulte oder obe der furfluchtig, so muste er jm die verkundunge mit des schultheissen brieve tun, als vorsteet, soferre ym eynche wegewyse gegeben mochte werden, wo er zu finden were, mochte jm aber zu male keyne wegewyse gegeben werden, so mag er siner husfrauwen daz mit eym richter verkunden, die entschudung in xiiij tagen zu tun; obe aber jm wegewyse gegeben wurde, wo er zu finden were und er jm mit des schultheissen brieve verkundunge tede, als vorsteet, und yne der bode nit da mochte gehaben oder auch [Seite: S. 253] nit underwyset werden, wo er were; wer er dan da selbs gewest so sulte er den brieff in der herberge lassen, da er verneme, daz er zu leste ußgescheiden were und der frauwen mit dem richter verkundet werden. Obe aber der bode der herberge auch nit erfaren konde, so sulte er den brieff wider tragen und den siner husfrauwen oder obe er keyne hette zu huse und zu hoffe, da er ynne gewonet und zuleste gewest were, antwurten. Stunde aber die husunge wuste, so sal er den brieff an die thore des huses stossen und daz zweyn nachbarn unden und oben allernechst daran gesessen sagen und der bode dan berechten, wie er da mit umbgangen habe.
Were aber daz die sache eygen und erbe berorte, so muste die verkundungen beyde man und frauwen gescheen mit dem richter, obe sie inheymsch weren und der richter die verkundunge besagen, als vor steet; weren sie aber beyde oder ir eyns in vorgeschribener massen nit inheymsch und der cleger nit erfaren mogte, wo sie zu finden weren, so sal yne der schultheis verkundunge tun mit sym brieve, die entschdungen zu tun in xiiij tagen und eym tag, nach dem yn der brieff geantwurt wirt; und die verkundunge muß zu drien xiiij tagen und zu drien tagen gescheen, also zu versteen; funde der bode sie nit zu der er verkunden sal, so sal er wider her gein frankenfort kommen bynnen denselben xiiij tagen, und den brieff zu huse antwurten, wie vorsteet, und am nesten gericht darnach daruff sin berechtunge tun. Und der schultheis sal jn aber zum andernmale also verkunden und zum drittenmale zu yder zyt mit eym andern nuwen verkundebrieve27, und der bode sie also suchen an drier herren landen in solicher wyse als geyn nyderlande, gein oberlande und bij neben, nach dem allermeist zu bedenken ist gelegenheit ires wesens und mit iglichem brieve der lande eyns uß hin mit flisse nach yne erlernen off das ferrest, und doch daz er zu iglicher zyt bynnen den xiiij und eyn tagen wider hie moge gesin, die brieve zu iglicher zyt jn hus oder hoff zu antwurten als vorsteet und [Seite: S. 254] sin berechtunge daruff tun. Obe aber der bode jn der suchunge erlernte und ym zu wissen wurde, daz sie an eynchen denselben enden weren gewest, so sal er jnne dieselbe herberge, darjnne sie gewest weren, den brieff antwurten, und den namen der herberge oder des wirtes erlernen und sin berechtunge hie daruff tun, das er den brieff geantwurtet habe in die herberge, die er erfaren habe, daruß sie zu leste gescheiden sien und sagen, uff welchen tag er den brieff also geantwurtet habe. Und von dem selben tage an zu zelen uber xiiii tage und einen tag am nesten gerichte darnach zu ußgange des gerichts sal der cleger das getzuggelt geben und sie der entschudunge erfolgen, und das in des gerichtsbuch schriben lassen. Und so daz driwerbe mit verkundunge, berechtunge und erfulgunge also gescheen ist, so ist des gerichts gang erfullet.
1. Vergl. Reform. v. 1578. 1611. Thl. I Tit. III. VII. und VIII.
2. Das Verzeichniß der Syndicker bei v. Lersner, Chron. Ia, 276 fängt von 1377 an. Sie heißen Meister, Pfaffen, Fürsprechen, später Avocaten. Die Bestallung des ersten urkundlich genannten, Hermann, genannt in dem Baumgarten von Orba, Licentiat in geistlichen Rechten, als Pfaffe und Diener des Raths, s. Böhmer, C. d., pg. 755. Er heißt i. J. 1396 der Stadt Advocat. Böhmer, C. d. pg. 775, 776.
3. Reform. 1578 und 1611 Thl. I. Tit. IV.
4. Reform. 1509, XIb, 1578 und 1611 Thl. I, Tit. I. § 21-26, Tit. II.
5. Es sind heute noch dieselben Tage.
6. Reform. v. 1578 u. 1611, Thl. I. Tit. III. § 1.
7. Reform. v. 1578 u. 1611 Thl. I. Tit. III. §. 3. 7. 8.
8. Reform. v. 1578 u. 1611. Thl. I. Tit. III. § 7.
9. Reform. v. 1509, Bl. XLVIb. v. 1578. und 1611. Thl. I Tit. IV.
10. Reform. v. 1578, 1611. Thl. I. Tit. VII
10. Also zwei Zeugen zum Beweise hinreichend.
11. So hatte, nach Baierischem Recht, der Zeuge bei Ablegung des Eides dem, für den er zeugte, an die Hand zu greifen. Tittmann’s Gesch. d. Strafges. 50.
12. Rechenei? [Anm. Speer: Vgl. DRW s.v. Kretzerei „Frankfurter Rügegericht; auch das Gebäude, in dem dasselbe tagt“]
13. Vgl. §. 31. am Ende
14. Vorher stand hier im Texte hoeste busse, was später gebessert ist, möglicher Weise sind daher die nächstfolgenden Worte nur irrig aus dem obern Satz wiederholt.
15. Missethat.
16. Reform. von 1578 u. 1611. Thl. X. Tit. V. §. 1.
17. Reform. v. 1578 u. 1611. Thl. I Tit. X.
18. Reform. v. 1578 u. 1611, Thl. I. Tit. X. §. 8.
19. Reform. von 1578 und 1611. Thl. I. Tit. XLV. §. 13. Rachtung heißt hier pignus praetorium, Execution in die Jmmobilien und dadurch bestelltes Pfand, sonst heißt es Vergleich, und überhaupt alles, wodurch etwas ins rechte Verhältniß zum Gesetz und Recht gebracht wird; daher auch Richter nicht ein Rechtsprechender, sondern das Recht Vollziehender, d.h. das Factum mit dem Recht ins Gleiche Richtender ist. Richten, Rachten und Rechten ist eins.
20. Reform. l.c. §. 17. u. 18.
21. versteen, etwa zum Verkaufe verfallen sind?
22. Reform. v. 1578 u. 1611. Thl. I. Tit. XLVI. § 3. 4 u. 11, wo die 14tägige Entschüttungszeit, jedoch nur bei dem Verkaufe liegender Güter, vorkommt.
22.1. Sigillum ad causas.
23. Rottirung, Reform. v. 1578 u. 1611. Thl. II. Tit. VIII.
24. Reform. Thl. I. Tit. XLV: von Vollstreckung der Urtheil.
25. Reform. Thl. I. Tit. XLVI: von Verganntnung der unbeweglichen Güter in der Execution.
26. Reform. Thl. I. Tit. XLVI. § 11. Vgl. Thl. VI. Tit. II. § 1. Mund und Halm, wie bey uns Herkommen.
27. Reform. Thl. I. Tit. XII. § 14. Edictalladungen in dreier Herren Lande sind noch bis auf die neuesten Zeiten üblich gewesen. Beyerbachs Samml Frank. Verordnungen, S. 1534. Verordn. vom 20. Mai 1788.