Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20137,%20188
Timestamp: 2020-02-29 08:47:32
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Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 11', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 3', '§ 1922', '§ 7', '§ 39', '§ 42', '§ 433', '§ 20', '§ 13', '§ 13', '§ 13']

BFH, 22.09.1982 - II R 61/80 - dejure.org
BFH, 22.09.1982 - II R 61/80
https://dejure.org/1982,246
BFH, 22.09.1982 - II R 61/80 (https://dejure.org/1982,246)
BFH, Entscheidung vom 22.09.1982 - II R 61/80 (https://dejure.org/1982,246)
BFH, Entscheidung vom 22. September 1982 - II R 61/80 (https://dejure.org/1982,246)
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ErbStG 1974 § 9 Abs. 1 Nr. 2; StAnpG § 11 Nr. 4 (§ 39 Abs. 2 Nr. 1 AO 1977)
Schenkung - Grundstück
BFHE 137, 188
NJW 1983, 904 (Ls.)
BStBl II 1983, 179
BFH, 07.11.2007 - II R 28/06
Die wirtschaftliche Betrachtungsweise ist auf Steuerarten, welche an bürgerlich-rechtliche Vorgänge anknüpfen, nicht oder zumindest nur nach Sachlage des Einzelfalles anwendbar (BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179, m.w.N.).
Zwar ist § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO Ausdruck der wirtschaftlichen Betrachtungsweise und daher naturgemäß auf Steuerarten, welche an bürgerlich-rechtliche Vorgänge anknüpfen, nicht oder zumindest nur nach Sachlage des Einzelfalles anwendbar (BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179).
Bei der Prüfung, wer als Zuwendender und Bedachter an einer freigebigen Zuwendung beteiligt ist, kommt es ausschließlich auf die Zivilrechtslage und nicht darauf an, wem nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise Vermögen oder Einkommen zuzurechnen ist; denn die Schenkungsteuer ist eine Verkehrsteuer (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179;… vom 25. Januar 2001 II R 39/98, BFH/NV 2001, 908; vom 9. Juli 2009 II R 47/07, Deutsches Steuerrecht 2009, 2590).
Die insoweit zur wirtschaftlichen Zurechnung von Wirtschaftgütern nach § 39 AO 1977 ergangene Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 15. Juli 1997 VIII R 56/93, BFHE 183, 518, BStBl II 1998, 152, m.w.N.) und die (vom FG zitierte) Literatur ist auf erbschaft- und schenkungsteuerrechtliche Vorgänge nicht anwendbar (vgl. BFH-Urteile vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179, und vom 15. Oktober 1997 II R 68/95, BFHE 183, 248, BStBl II 1997, 820).
Wie der Senat mit Urteil vom 10. November 1982 II R 111/80 (BFHE 137, 79, BStBl II 1983, 116) entschieden hat, kann bei Besteuerung des Erwerbs durch Erbanfall nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG 1974 dieser Erbanfall i. S. des § 1922 BGB nicht um solche Gegenstände bereinigt werden, die wirtschaftliches Eigentum eines anderen sind (vgl. auch BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179).
Für eine freigebige Zuwendung i.S. des § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG kommt es hingegen ausschließlich auf die Zivilrechtslage und nicht darauf an, wem nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise das übertragene Vermögen zuzurechnen ist (…BFH-Urteil vom 25. Januar 2001 II R 39/98, BFH/NV 2001, 908, m.w.N.; vgl. auch BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179).
§ 39 Abs. 2 Nr. 1 AO sei Ausdruck der wirtschaftlichen Betrachtungsweise und daher auf Steuerarten, welche an bürgerlich-rechtliche Vorgänge anknüpften, nicht oder zumindest nur nach Sachlage des Einzelfalles anwendbar (BFH-Urteil vom 22.09.1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179).
Das BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80 (BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179) erging nicht zum Gestaltungsmissbrauch, sondern zur Frage des wirtschaftlichen Eigentums.
c) Die Auffassung des FG, § 42 AO 1977 sei auch im Erbschaftsteuerrecht anwendbar, weicht nicht ab von den BFH-Urteilen in BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179 und vom 29. Oktober 1986 I R 202/82 (BFHE 148, 153, BStBl II 1987, 308).
Abgesehen davon, dass diese Vorschrift angesichts der bürgerlich-rechtlichen Prägung des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts (BFH-Urteil vom 26. November 1986 II R 190/81, BFHE 148, 324, BStBl II 1987, 175) in diesem Bereich nicht oder zumindest nur nach Sachlage des Einzelfalls anwendbar ist (BFH-Urteil vom 22. September 1982 II R 61/80, BFHE 137, 188, BStBl II 1983, 179), haben die Parteien des Schenkungsvertrages nicht eine wirtschaftliche Herrschaftsmacht der M zum Gegenstand der Schenkung gemacht, sondern das Forderungsrecht aus § 433 Abs. 1 Satz 1 BGB.
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