Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/278458,0.html
Timestamp: 2019-10-19 03:08:10
Document Index: 200748729

Matched Legal Cases: ['§27', '§27', '§27', '§35', '§ 34', '§ 35']

Strafrecht: Vorsatz bei §27 StGB und Nötigung
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Verfasst am: 05 März 2011 - 12:41:25 Titel: Strafrecht: Vorsatz bei §27 StGB und Nötigung
Hey Leute ich würde mich echt freuen, wenn sich ein paar kluge Köpfe kurz Zeit für folgende Frage nehmen könnten
Ich sitze gerade an meiner Strafrecht HA und habe ein Problem entdeckt.
A und B bitten den gemeinsamen Bekannten C bei einem Diebstahl Schmiere zu stehen. Als sie am Tatort sind bekommt C jedoch kalte Füße und möchte nicht mehr mitmachen. Daraufhin bedroht ihn A mit einem Messer, sodass C am Ende doch Schmiere steht und der Diebstahl gelingt.
So! Wenn ich jetzt die Beihilfe zum Diebstahl bei C prüfe, muss ich dann bereits seinen Vorsatz bezüglich der Haupttat oder des Hilfeleistens verneinen oder erst bei der Schuldfrage §35 StGB anführen??
Verfasst am: 05 März 2011 - 14:16:17 Titel:
Dass der Gehilfe unter psychischem Druck steht, wirkt sich mE erst auf Schuldebene aus. Der Gehilfe weiß ja immer noch, dass er sicher die Haupttat fördert. Man müsste demnach wohl dolus directus II annehmen.
Näher prüfen musst du dann eben §§ 34,35 StGB - Problem des sog. Nötigungsnotstandes. Wenn ich mich recht entsinne, löst die h.M. das über § 35 StGB um dem Diebstahlsopfer das Notwehrrecht nicht zu nehmen.
Verfasst am: 05 März 2011 - 17:44:17 Titel:
also Vorsatz seh ich bezüglich der Haupttat immer noch, er will ja nach wie vor dass die das Ding drehen und hat nur keinen bock selbst was machen zu müssen. ob der vorsatz noch gegeben ist, wenn der täter bedroht wird, würde ich mal in nem lehrbuch im kapitel vorsatz nachlesen, da steht bestimmt, ob das wollens-element dann noch erfüllt ist. vom gefühl her würde ich sagen, dass "wille" irgendwie freiwillig sein muss und nicht erzwungen sein darf. ich würde das problem aber schon vorher bei der frage nach ner Mittäterschaft erörtern.