Source: https://women-at.work/eine-ohrfeige-ist-doch-nicht-schlimm-die-10-haeufigsten-irrtuemer-im-familienrecht/
Timestamp: 2018-07-18 22:29:53
Document Index: 337993984

Matched Legal Cases: ['§\u20091631', '§\u20091666', '§\u2009223', '§\u2009832', '§\u2009107', '§\u20091626', '§\u20091408', '§\u20091419', '§\u20091363', '§\u20091437']

﻿ „Eine Ohrfeige ist schon ok“ – Die 10 häufigsten Irrtümer im Familienrecht – Women at Work
„Eine Ohrfeige ist schon ok“ – D...
Mehr als 80 Prozent der Frauen denken von sich, dass sie umfassend aufgeklärt sind. Doch im Familienrecht scheint das nicht zuzutreffen, denn dort gibt es noch immer viele Dinge, die sich als Irrtum herausstellen
Ein Kind darf schon mal eine Ohrfeige bekommen
Falsch! Bereits im Jahr 2000 wurde das „Züchtigungsrecht“ abgeschafft. Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung (§ 1631 BGB), sonst machen sich die Eltern strafbar (§ 1666 BGB, §§ 223,225 StGB).
Eltern haften immer voll für ihren Nachwuchs
Falsch! Eltern haften zwar, aber nicht für ihre Kinder, sondern nur für ihr eigenes Fehlverhalten – z. B. wenn sie die Aufsichtspflicht verletzen. Hier gilt: Liegt kein eigenes Verschulden vor, müssen sie nicht für Schäden aufkommen, die ihre Kinder verursachen (§ 832 BGB).
Offene Rechnungen der Kinder zahlen die Eltern
Falsch! Kinder dürfen grundsätzlich nur mit Erlaubnis der Eltern einen Vertrag z. B. für ein Handy schließen (§ 107 BGB). Ist das der Fall, könnte der Händler offene Rechnungen zwar einfordern – allerdings vom Kind, nicht von den Eltern. Ausnahme: Sie haben eine Bürgschaft unterschrieben.
Das Sorgerecht für die Kinder erhält die Mutter
Falsch! Ehepaare haben grundsätzlich auch nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht (§ 1626 ff. BGB). Bei unverheirateten Paaren kann die Mutter dem Vater das Sorgerecht ebenfalls nicht mehr verweigern Das Gesetz musste geändert werden, weil der Europäische Gerichtshof (Az.: 22028/04) und das Bundesverfassungsgericht (Az.: 1 BvR 420/09) die Regelung für unzulässig erklärt haben, dass unverheirateten Vätern kein Sorgerecht zusteht.
Eheverträge kann man nur vor der Ehe schließen
Falsch! Ein Ehevertrag kann jederzeit geschlossen und geändert werden (§ 1408 BGB). Eine Ehe-Vereinbarung braucht allerdings ein notarielles Siegel – muss also von einem Notar beglaubigt werden (§ 1419 BGB).
Männer zahlen immer Unterhalt an die Ex-Frau
Falsch! Die neuen Unterhaltsregeln fordern eine größere Eigenverantwortung von geschiedenen Frauen. Deshalb ist ein lebenslanger Unterhalt des Ex-Mannes eher die Ausnahme. Dem Elternteil, bei dem das Kind lebt (meist die Frau), kann zugemutet werden, nach dem dritten Geburtstag des jüngsten Kindes wieder in Teilzeit zu arbeiten. Und: Das führt zu einer Kürzung des Unterhalts wegen eigener Einkünfte.
Falsch! Jeder Ehegatte haftet für die eigenen Schulden (§ 1363 BGB). Anders ist es nur, wenn per Ehevertrag die Gütertrennung vereinbart wurde (§ 1437 BGB).
Kurze Ehe werden schneller geschieden
Falsch! Jede Ehe, selbst wenn sie nur für einen Tag rechtsgültig geschlossen wäre, muss den gleichen Prozess durchlaufen wie längere Ehen – also ein Trennungsjahr und der Antrag eines Ehepartners auf Scheidung.
Unterhalt für Kinder kann um Besuchswochen gekürzt werden
Falsch! Eltern, die zum Unterhalt verpflichtet sind, dürfen den Unterhalt nicht kürzen, da das Elternteil, bei dem das Kind lebt, laufende Kosten tragen muss wie Versicherungen, Kleidung Kitagebühren.
Den Geburtsnamen wieder anzunehmen, ist kostspielig
Falsch! Ehepartner, die nach der Scheidung ihren Geburtsnamen (Mädchennamen) wieder annehmen möchten, können beim Standesamt die Namensänderung beantragen – die Gebühr beträgt etwa 40 Euro.
Ehe, Familie, Familienrecht, Kinder, Ratgeber, Recht