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Timestamp: 2019-10-22 19:13:03
Document Index: 365508335

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 114', '§ 114', '§ 688', '§ 688', 'BGH', '§ 114', 'BGH', '§ 114', 'BGH', '§ 688', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Aktenzeichen: VII ZB 48/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2019:210819BVIIZB48.16.0
Normen: § 114 Abs 1 S 1 ZPO, § 114 Abs 2 ZPO, § 688 ZPO, §§ 688ff ZPO
Zitiervorschlag: BGH, Beschluss vom 21. August 2019 – VII ZB 48/16 –, juris
Prozesskostenhilfeantrag für ein Mahnverfahren: Ablehnung wegen des erwarteten Widerspruchs des Antragsgegners
1. Die hinreichende Erfolgsaussicht für ein Mahnverfahren kann nicht allein deshalb verneint werden, weil ein Widerspruch des Antragsgegners zu erwarten ist.(Rn.9)
2. In einem solchen Fall kann auch nicht ohne Weiteres die Mutwilligkeit der beabsichtigten Rechtsverfolgung (§ 114 Abs. 2 ZPO) angenommen werden. Hierfür bedarf es vielmehr der Würdigung aller Umstände des Einzelfalls (Abgrenzung zu BGH, Beschluss vom 31. August 2017 - III ZB 37/17, Rn. 9 f., NJW-RR 2017, 1469; Beschlüsse vom 28. November 2017 - X ZA 1/16 und 2/16; Beschluss vom 11. Januar 2018 - III ZB 87/17, Rn. 8, FamRZ 2018, 601).(Rn.13)(Rn.18)
NSW ZPO § 114 (BGH-intern)
NSW ZPO § 688 ff (BGH-intern)
WM 2019, 1848-1849 (Leitsatz und Gründe)
NJW 2019, 3079-3080 (Leitsatz und Gründe)
ZInsO 2019, 2108-2110 (Leitsatz und Gründe)
ZIP 2019, 1984 (Leitsatz)
vorgehend LG Berlin, 10. Juni 2016, Az: 54 T 15/16
vorgehend AG Wedding, 2. März 2016, Az: 15-1256474-04-N
Abgrenzung BGH, 11. Januar 2018, Az: III ZB 87/17
Abgrenzung BGH, 28. November 2017, Az: X ZA 1/16
Abgrenzung BGH, 28. November 2017, Az: X ZA 2/16
Abgrenzung BGH, 31. August 2017, Az: III ZB 37/17
Die Sache wird zur erneuten Entscheidung über den Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe an das Amtsgericht Wedding zurückverwiesen.
Gegenstandswert: 4.429,80 €
Der Antragsteller ist Verwalter in dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der K. N. . Am 28. Dezember 2015 hat er beim zuständigen Amtsgericht die Gewährung von Prozesskostenhilfe für den Erlass eines Mahnbescheids gegen den weiteren Beteiligten wegen einer Forderung aus Werkvertrag/Werklieferungsvertrag in Höhe von 4.429,80 € nebst Zinsen beantragt. Das Amtsgericht hat den weiteren Beteiligten angehört, der angekündigt hat, gegen einen etwaigen Mahnbescheid Widerspruch einlegen zu wollen. Daraufhin hat das Amtsgericht den Antrag mangels Erfolgsaussicht zurückgewiesen. Die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde des Antragstellers ist erfolglos geblieben. Mit der vom Beschwerdegericht zugelassenen Rechtsbeschwerde begehrt der Antragsteller unter Aufhebung und Abänderung der angefochtenen Beschlüsse, ihm für die Durchführung des Mahnverfahrens Prozesskostenhilfe zu bewilligen.
bb) Die Voraussetzung fehlender Mutwilligkeit gilt auch für den Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für ein Mahnverfahren (BGH, Beschluss vom 10. August 2017 - III ZA 42/16 Rn. 5, NJW-RR 2017, 1470; Beschluss vom 31. August 2017 - III ZB 37/17 Rn. 7, NJW-RR 2017, 1469; Beschlüsse vom 28. November 2017 - X ZA 1/16 und 2/16, jeweils Rn. 6; Beschluss vom28. November 2017 - X ZA 2/16 Rn. 6; Beschluss vom 11. Januar 2018 - III ZB 87/17 Rn. 6, FamRZ 2018, 601). Dort ist entscheidend, ob eine wirtschaftlich leistungsfähige Partei bei verständiger Würdigung aller Umstände von der Rechtsverfolgung im Wege des Mahnverfahrens absehen würde.