Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-02-2006-C_299-2005
Timestamp: 2016-10-22 01:56:25
Document Index: 225940019

Matched Legal Cases: ['Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 45', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 45', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 45']

T.________, 1976, Beschwerdef�hrer,
Der 1976 geborene T.________ arbeitete vom 11. Juni 2001 bis 31. Dezember 2003 als Buchhalter bei der Firma I.________ (nachfolgend Firma). Seit 1. Januar 2004 bezog er Arbeitslosentaggelder bei einem versicherten Verdienst von Fr. 6771.-. Am 17. Januar 2005 fragte er die Firma telefonisch an, ob eine Stelle frei sei oder wenigstens eine tempor�re Anstellung m�glich w�re. Mit Arbeitsvertrag vom 20./24. Januar 2005 erhielt er eine vom 24. Januar bis 30. April 2005 befristete Vollzeitanstellung als Wertschriften-/Hilfsbuchhalter zu einem Monatslohn von brutto Fr. 6500.-. Am 25. Januar 2005 k�ndigte er diese Stelle fristlos mit folgender Begr�ndung: Da die Firmengesch�ftsleitung ausgewechselt worden sei, habe er sich entschieden, einen befristeten Arbeitsvertrag anzunehmen. Der gestrige Arbeitstag sei ganz gut verlaufen. Am Abend habe er jedoch feststellen m�ssen, dass ihn der Arbeitsplatz und die Personen an seine fr�here Anstellung erinnert und deprimiert h�tten. Deswegen sehe er sich nicht in der Lage, den Arbeitsvertrag anzunehmen. Fr�her habe er sich mit dem Unternehmen identifiziert, was er einfach nicht mehr k�nne. Nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs stellte die Arbeitslosenkasse Unia den Versicherten wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 25. Januar 2005 f�r die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein (Verf�gung vom 9. Februar 2005). Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 11. M�rz 2005 ab.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 27. Oktober 2005 ab.
Die Unia und das Staatssekretariat f�r Wirtschaft verzichten auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die - mit In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003 keine �nderungen erfahrenden (Urteil M. vom 1. Februar 2005 Erw. 1, C 225/04) - Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG) sowie die vom Grad des Verschuldens abh�ngige Dauer der Sanktion (Art. 30 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 und 3 AVIV; ARV 2000 Nr. 8 S. 42 Erw. 2c; Urteil D. vom 10. Februar 2003 Erw. 3.1, C 135/02) zutreffend dargelegt. Richtig ist auch, dass die Arbeitslosigkeit unter anderem dann als selbstverschuldet gilt, wenn der Versicherte das Arbeitsverh�ltnis von sich aus aufgel�st hat, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass unter entschuldbaren Gr�nden im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV solche zu verstehen sind, die das Verschulden leichter als schwer erscheinen lassen k�nnen. Es handelt sich somit um Umst�nde, die - ohne zur Unzumutbarkeit zu f�hren, ansonsten es schon an der Erf�llung der in Art. 45 Abs. 3 AVIV erw�hnten Einstellungstatbest�nde fehlen w�rde - das Verschulden als mittelschwer oder leicht erscheinen lassen k�nnen (BGE 130 V 130 f. Erw. 3.5 mit Hinweisen).
2.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid mit zutreffender Begr�ndung, auf die verwiesen wird (Art. 36 Abs. 3 OG), dargelegt, weshalb der Beschwerdef�hrer wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 25. Januar 2005 f�r die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist.
2.2 S�mtliche vom Versicherten erhobenen Einw�nde verm�gen zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren.
Letztinstanzlich macht er geltend, aus pers�nlichen Gr�nden sei ihm die befristete Arbeit bei der Firma nicht zumutbar gewesen. Am Abend des ersten Arbeitstages habe er sich an seine fr�here Anstellung bei ihr erinnert, die ihm gek�ndigt worden sei. Er sei einfach nicht mehr in der Lage gewesen, f�r sie wieder zu arbeiten. Auch wenn ihm dies gelungen w�re, h�tte ihn diese Anstellung geschw�cht und psychisch eingeschr�nkt sowie ihm sein letztes Selbstvertrauen genommen.
Dem ist entgegenzuhalten, dass der Versicherte selber die Firma am 17. Januar 2005 um eine erneute Anstellung gebeten hat, nachdem die Gesch�ftsleitung ausgewechselt worden war. Es kann mithin nicht davon ausgegangen werden, dass ihn die fr�here T�tigkeit bei ihr noch erheblich belastet h�tte. Soweit er auf (drohende) psychische Probleme nach dem ersten Arbeitstag hinweist, ist festzuhalten, dass der Versicherte durch ein eindeutiges �rztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) nachzuweisen hat, dass ihm eine Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gr�nden nicht zumutbar war (BGE 124 V 238 Erw. 4b/bb; Urteil O. vom 30. September 2004 Erw. 2, C 169/03). Einen solchen Nachweis hat er nicht erbracht. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass nach konstanter Rechtsprechung auch ein gespanntes Verh�ltnis zu Vorgesetzten oder Arbeitskollegen nicht zur Annahme einer Unzumutbarkeit gen�gt (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323; ARV 1986 S. 92 Erw. 2b; Urteil D. vom 10. Februar 2003 Erw. 2.2.2, C 135/02).
Die vom Versicherten dargelegten Probleme stellen angesichts der nur beschr�nkten Dauer des Arbeitsverh�ltnisses keine Ausnahmegr�nde zur Regel des Art. 45 Abs. 3 AVIV dar, wonach bei Stellenaufgabe ohne Zusicherung einer neuen Arbeit grunds�tzlich schweres Verschulden vorliegt (vgl. auch Urteil L. vom 5. April 2004 Erw. 3.2, C 8/04 und erw�hntes Urteil D. Erw. 2.2.1). Die verf�gte Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 36 Tagen, somit im unteren Bereich des schweren Verschuldens, l�sst sich im Rahmen der Ermessenskontrolle nicht beanstanden.