Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007984
Timestamp: 2019-12-08 21:20:26
Document Index: 169948643

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 12', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 13']

RIS - Vermessungstechniker-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 08.12.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Vermessungstechniker-Ausbildungsordnung, Fassung vom 08.12.2019
Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Berufsausbildung im Lehrberuf Vermessungstechniker (Vermessungstechniker-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 163/1998
idF:
BGBl. II Nr. 432/1999
BGBl. II Nr. 177/2005
Auf Grund der §§ 8, 24 und 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch die Berufsausbildungsgesetz-Novelle 1997, BGBl. I Nr. 67, wird - hinsichtlich des § 12 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales - verordnet:
Lehrberuf in der Vermessungstechnik
§ 1. In der Vermessungstechnik wird der Lehrberuf Vermessungstechniker mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Vermessungstechniker ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich auszuführen:
Lesen von Skizzen, Plänen und Karten,
Arbeiten mit verschiedenen Meßgeräten,
Planen und Organisieren von Vermessungsarbeiten nach gegebenen Richtlinien,
Ausführen und Dokumentieren von Vermessungsarbeiten nach gegebenen Richtlinien,
Erfassen von Vermessungsdaten,
Berechnen und Auswerten von Vermessungsdaten,
Anfertigen von Skizzen,
Analoges und digitales Erstellen, Bearbeiten und Dokumentieren von Plänen.
§ 3. Für den Lehrberuf Vermessungstechniker wird folgendes Berufsbild festgelegt. Hiebei sind die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen, Auswerten, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
Pos. 1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr
1. Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge,
Arbeitsgeräte und Einrichtungen
2. Anfertigen, Erneuern und Fortführen von Skizzen und Plänen
in analoger und digitaler Form unter Beachtung der
einschlägigen Vorschriften, wie Verordnungen, Normen usw.
3. Kenntnis über - - -
normgerechte
Papierformate,
Blatteintei-
lung und
normgerechtes
Planfalten
4. Kenntnis der - - -
Zeichenträger,
Beschaffen-
heit, deren
Bearbeitung,
Kenntnis der
Vor- und
5. Kenntnis der - - -
einschlägigen
Normen und
Signaturvor-
schriften für
das Zeichnen
Anfertigen
von Plänen
6. Kenntnis über - - -
Arten von
Plänen und
Karten, vor
allem der
Österreichi-
schen Karte
(ÖK)
7. Kenntnis von - - -
Vervielfälti-
gungsmethoden
und deren
8. Planlesen
9. - - Grundkenntnisse über
Einsatzmöglichkeiten der
Mikroverfilmung,
Reproduktionstechnik und
10. Kenntnis der berufsbezogenen Trigonometrie und Durchführen
einfacher geodätischer Berechnungen
11. - Geodätisches Rechnen mit technischem
Taschenrechner und EDV-Programm
12. - - Kenntnis der Toleranzen und
Durchführen von einfachen
Fehlerrechnungen
13. - - Berechnen und Konstruieren von
Höhenschichtlinien sowie von
Längs- und Querprofilen;
Berechnen von Kubaturen und
14. - Planliches Erfassen von -
Leitungen und
unterirdischen Einbauten
15. Grundkennt- Kenntnis über das Nivellieren unter Einschluß
nisse über der hiefür erforderlichen Geräte
die (insbesondere digitaler und
Höhenmessung Präzisionsnivelliergeräte)
16. Grundkennt- Kenntnis über Theodolite und Distanzmeßgeräte
nisse über (direkt, optisch, elektronisch)
Richtungs-
und Strecken-
17. - - Grundkenntnisse über das
Globale Positionierungssystem
(GPS) und dessen Anwendung
18. - Kenntnis der Fehler von Meßgeräten und deren
Einfluß auf die Meßgenauigkeit; Erkennen und
Beseitigen derselben
19. Messen mit Messen mit Richtungs-, Strecken- und
einfachen Höhenmeßgeräten (zB mit Theodolit und
Meßgeräten Nivellier)
20. - Messen unter Einsatz von codierten Methoden
21. Meßhelfertätigkeit (Kenntnis und Ausübung)
22. - Aufmessen von Bauwerken
23. - - Grundkenntnisse über Einsatz
und Verwendungsmöglichkeiten
von Luftbildern
24. Kenntnis über Kenntnis über Aufbau und Einsatzgebiete
EDV (Hardware des rechnergestützten Messens, Zeichnens
und und Fertigens (Anwendersoftware)
systeme)
25. - Anwenden der rechnergestützten Systeme,
insbesondere des rechnergestützten
Zeichnens und Konstruierens (CAD)
26. - - Durchführen von Datensicherung
27. Kenntnis über - -
28. Kenntnis der Organisation und Aufgaben des Vermessungswesens
29. - Grundkenntnisse über Behördenorganisation und
über berufsbezogene Rechtsvorschriften
(insbesondere Bauordnung, Raumordnungsgesetz,
Grundbuchsgesetz, Allgemeine
Verwaltungsverfahrensgesetze (AVG),
Vermessungsgesetz und Vermessungsverordnung
30. - Erhebungen bei Behörden und
Leitungsbetreibern, insbesondere
Vermessungsamt, Grundbuchsgericht und
Baubehörden
31. Abfragen aus der Grundstücksdatenbank -
32. - Grundkenntnisse über Koordinatensysteme und
Einteilung des amtlichen Mappenblattschnitts
33. - - Grundkenntnisse über
Grundlagenmessungen
34. - - Grundkenntnisse über
35. Grundkenntnisse der Bodenarten, Pflanzen und Bäume
36. Kenntnis der berufsbezogenen fremdsprachigen Fachausdrücke
37. Richtiges Verhalten gegenüber Kunden und Grundstücksbesitzern
38. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
Verpflichtungen (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)
39. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der
sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutz des
Lebens und der Gesundheit sowie Grundkenntnisse über
einschlägige Umweltschutzvorschriften
40. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
41. - - Kenntnis einschlägiger
Lehrabschlußprüfung
§ 4. (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Vermessungstechniker gliedert sich in eine praktische und eine theoretische Prüfung.
(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.
(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände Fachkunde, Fachrechnen und Fachzeichnen.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule für den Lehrberuf Vermessungstechniker oder den erfolgreichen Abschluß einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.
Prüfarbeit
§ 5. (1) Die Prüfung hat eine Arbeitsprobe zu umfassen, wobei folgende Kenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen sind:
Berechnen einer vermessungstechnischen Aufnahme,
Ausarbeiten eines Plans am CAD-Arbeitsplatz mit Datensicherung.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in fünf Stunden durchgeführt werden kann.
(3) Die Prüfarbeit ist nach sechs Stunden zu beenden.
(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend:
Fachgerechte Ausführung,
übersichtlicher Lösungsweg,
fachgerechtes Verwenden der richtigen Geräte und Programme.
§ 6. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Pläne, Skizzen, Zeichnungen und Geräte heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Umweltschutzmaßnahmen sind miteinzubeziehen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs (Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen bzw. Problemen) zu führen.
(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling zumindest 15 Minuten dauern. Es ist nach 20 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.
§ 7. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist. Die theoretische Prüfung kann auch in rechnergestützter Form erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Schritte für die Prüfungskommission nachvollziehbar sein müssen.
(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.
(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Sie sind den Prüflingen anläßlich der Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.
(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.
§ 8. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung von je zwei Prüfungsaufgaben aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Vermessungskunde und Gerätekunde,
berufsbezogene Rechtsvorschriften und Normen,
Grundzüge der elektronischen Datenverarbeitung.
(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen erfolgen. In diesem Fall sind aus jedem Bereich fünf Aufgaben zu stellen.
(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.
(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.
§ 9. (1) Die Prüfung hat je eine Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Standpunktberechnung (zwei- und dreidimensional),
Polarpunktberechnung (zwei- und dreidimensional),
Berechnen von Absteckdaten,
Flächenberechnung,
Höhenbestimmung,
Profile und Schichtenlinien.
(2) Die Verwendung von Rechenbehelfen ist zulässig.
(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 120 Minuten durchgeführt werden können.
(4) Die Prüfung ist nach 150 Minuten zu beenden.
Fachzeichnen
§ 10. (1) Die Prüfung hat die Erstellung eines Lageplans oder/und eines Höhenplans zu umfassen.
(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, daß sie in der Regel in 150 Minuten durchgeführt werden kann.
(3) Die Prüfung ist nach 180 Minuten zu beenden.
§ 11. (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt werden.
(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „Nicht genügend'' bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „Nicht genügend'' bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzusetzen, wann innerhalb des Zeitraumes von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.
(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „Nicht genügend'' bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.
§ 13. (1) Personen, die entsprechend den Bestimmungen des Kollektivvertrags für Angestellte der Architekten und Ingenieurkonsulenten als „Vermessungstechniker” beziehungsweise als „Vermessungshilfstechniker” (Bezeichnung bis 30. September 1994) ausgebildet werden, ist die zurückgelegte Ausbildungszeit zur Gänze auf die Lehrzeit im Lehrberuf Vermessungstechniker anzurechnen.
(2) Die erfolgreich abgelegte Abschlußprüfung zum „Vermessungstechniker” beziehungsweise zum „Vermessungshilfstechniker” (Bezeichnung bis 30. September 1994) entsprechend den Bestimmungen des Kollektivvertrags für Angestellte der Architekten und Ingenieurkonsulenten wird im Zusammenhalt mit dem Nachweis über eine anschließende zumindest einjährige fachliche Tätigkeit mit der erfolgreich abgelegten Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Vermessungstechniker gleichgehalten.
(3) Die erfolgreich abgelegte Prüfung zum „Vermessungsfachtechniker” beziehungsweise zum „Vermessungstechniker” (Bezeichnung bis 30. September 1994) entsprechend den Bestimmungen des Kollektivvertrags für Angestellte der Architekten und Ingenieurkonsulenten wird mit der erfolgreich abgelegten Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Vermessungstechniker gleichgehalten.
(4) Die bis zum Ablauf des 31. Dezember 1999 erfolgreich abgelegten Dienstprüfungen für Beamte des Technischen Dienstes bei den Agrarbehörden der Länder für die Verwendungsgruppen B oder C sowie die bis zum Ablauf des 31. Dezember 1999 erfolgreich abgelegten entsprechenden Dienstprüfungen für Vertragsbedienstete der Länder werden mit der erfolgreich abgelegten Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Vermessungstechniker gleichgehalten.