Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2031,%20367
Timestamp: 2019-12-14 08:08:12
Document Index: 282206608

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BGH, 17.12.1959 - VII ZR 198/58 - dejure.org
https://dejure.org/1959,323
BGH, 17.12.1959 - VII ZR 198/58 (https://dejure.org/1959,323)
BGH, Entscheidung vom 17.12.1959 - VII ZR 198/58 (https://dejure.org/1959,323)
BGH, Entscheidung vom 17. Dezember 1959 - VII ZR 198/58 (https://dejure.org/1959,323)
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BGHZ 31, 367
NJW 1960, 1101
Allgemein läßt sich sagen, daß ausländische Staatsakte, wenn es um privatrechtsgestaltende Maßnahmen geht, anerkannt werden, nicht dagegen Maßnahmen zur Durchsetzung vorwiegend staats- oder wirtschaftspolitischer Interessen des ausländischen Staates (vgl. BGHZ 31, 367, 371).
Ein solches ausländisches, dem öffentlichen Recht zuzuordnendes Verfügungsverbot ist jedoch - unabhängig davon, welche Rechtsordnung nach internationalem Privatrecht für einen Vertragsabschluß selbst maßgebend war - grundsätzlich in seinen Wirkungen auf den fraglichen ausländischen Territorialbereich beschränkt; das öffentliche Kollisionsrecht wird vom Grundsatz der Territorialität beherrscht (BGHZ 31, 367, 371).
Die Gerichte der Bundesrepublik haben daher das staatliche Außenhandelsmonopol der UdSSR nur zu beachten und zu vollziehen, wenn und soweit die Behörden der UdSSR ihrerseits in der Lage sind, seine Grundsätze durchzusetzen (vgl. BGHZ 31, 367, 372).
Diese im reinen Deviseninteresse der SBZ getroffene Regelung kann aber von den Gerichten der BRD nicht angewendet werden; denn wie der BGH bereits in BGHZ 31, 367, 372 [BGH 17.12.1959 - VII ZR 198/58] ausgeführt hat, sind durch das wirtschaftspolitische Gesetz vom 15. Dezember 1950 nur öffentlichrechtliche Verfügungsbeschränkungen begründet worden, deren Wirkungen sich nach dem dem anzuwendenden öffentlichen Kollisionsrecht innewohnenden Grundsatz der Territorialität grundsätzlich auf das Gebiet der SBZ beschränken.
Jenem internationalen Abkommen ist indessen die SBZ, wie bereits in BGHZ 31, 373 [BGH 17.12.1959 - VII ZR 198/58] hervorgehoben, nicht beigetreten, so daß zugunsten ihres Devisenrechts keine Ausnahme vom reinen Territorialitätsprinzip gemacht werden kann.
Nur ausnahmsweise sind zivilrechtliche Folgen eines in der SBZ vorgenommenen devisenrechtlichen Eingriffs in private Vertragsbeziehungen auch von den Gerichten der Bundesrepublik zu beachten und zu vollziehen, wenn und soweit die Behörden der Sowjetzone in der Lage sind, die Bestimmungen des Gesetzes vom 15. Dezember 1950 wirksam durchzusetzen (BGHZ 31, 367, 372 [BGH 17.12.1959 - VII ZR 198/58] unter Hinweis auf RGZ 121, 337, 344; 126, 196, 204; ferner Soergel-Kegel EG BGB, Vorbem. vor Art. 7 Anm. III, 1 a;… ii, Rdz. 225).
Infolgedessen wird eine Forderung von einer angeordneten Enteignung erfaßt, sofern der Schuldner im enteignenden Staate ansässig ist (so BGHZ 9, 34, 39 [BGH 11.02.1953 - II ZR 51/52]; 17, 74, 78 [BGH 24.03.1955 - II ZR 93/53]; 25, 127, 129, 132 [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 139 [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 31, 367, 373 [BGH 17.12.1959 - VII ZR 198/58]; 32, 256, 259 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]; Seidl-Hohenveldern, Intern.
Zum einen haben die Parteien in § 12 ALB die Geltung des deutschen Rechts vereinbart, so daß eine unmittelbare Geltung dieses fremdländischen Gesetzes auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland von vornherein ausgeschlossen ist, da fremdes öffentliches Recht grundsätzlich nur im Erlaßstaat gilt (BGHZ 31, 367, 371).
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