Source: https://www.weclapp.com/de/wiki/umsatzsteuerpflicht/
Timestamp: 2017-11-18 12:03:52
Document Index: 30365068

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 4', '§ 1', '§ 19', '§ 19', '§ 19']

Umsatzsteuerpflicht - Das sollten Sie wissen
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Umsatzsteuerpflicht
Umsatzsteuerpflicht einfach erklärt
Jeder Unternehmer, der selbstständig tätig ist, muss auf die Preise, die er für seine Leistungen verlangt, grundsätzlich Umsatzsteuer aufschlagen. Er nimmt die Umsatzsteuer von seinen Kunden ein und leitet sie weiter ans Finanzamt – in der Regel quartalsweise ( Umsatzsteuervoranmeldung). Er kann von dieser regelmäßigen Umsatzsteuerschuld gegenüber dem Finanzamt den Betrag absetzen, den er im betreffenden Zeitraum selbst an Umsatzsteuer bezahlt hat, wenn er zum Beispiel Gegenstände für sein Unternehmen gekauft hat. Das ist die sogenannte Vorsteuer. Es besteht kein Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer. Beides sind Begriffe für dieselbe Steuer. Im Gesetz wird jedoch der Begriff Umsatzsteuer verwendet. Der reguläre Umsatzsteuersatz beträgt in Deutschland zurzeit 19 Prozent. Lediglich Kleinunternehmer sind von der Steuerpflicht befreit.
Umsatzsteuer – eine wichtige staatliche Einnahmequelle
Die Umsatzsteuer ist die größte steuerliche Einnahmequelle für Bund, Länder und Gemeinden – eine der wichtigsten Steuern überhaupt. Im Jahr 2012 wurden fast 200 Milliarden Euro Umsatzsteuer eingenommen. Und seit 1968, dem Jahr der Einführung der Umsatzsteuer in der Bundesrepublik Deutschland, ist der Umsatzsteuersatz von 10 auf 19 Prozent gestiegen. Dabei liegt Deutschland noch im europäischen Mittelfeld. Dänemark und Schweden haben Mehrwertsteuersätze von 25 Prozent. Lediglich Luxemburg hat einen relativ niedrigen Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent. Bezahlt wird die Umsatzsteuer letztlich nur von den Endverbrauchern, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind, deshalb aber auch keine Vorsteuer berechnen können. Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer, weil sie nicht direkt von demjenigen erhoben wird, der sie bezahlt. Die Berechnung der Umsatzsteuer mithilfe eines Taschenrechners ist sehr einfach:
Nettobetrag berechnen, wenn der Bruttobet rag bekannt ist: Bruttobetrag / 1,19 (bzw. 1,07 beim ermäßigten Steuersatz)
Bruttobetrag berechnen, wenn der Nettobetrag bekannt ist: Nettobetrag * 1,19 (bzw. 1,07)
19% , 7% oder 0% Umsatzsteuer?
Zu unterscheiden sind der reguläre und der ermäßigte Steuersatz (19 oder 7 Prozent). Einige wenige Leistungen sind komplett steuerfrei. Eine Übersicht darüber gibt die folgende Tabelle:
19% Regulärer Steuersatz gemäß § 19 Abs. 1 UStG
Alles, was nicht umsatzsteuerfrei ist oder dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterfällt
7% Ermäßigter Steuersatz gemäß § 19 Abs. 2 UStG
Die meisten Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften, lebende Tiere, Übernachtungen, Kunstgegenstände, orthopädische Hilfsmittel usw.
0% Umsatzsteuerfreie Waren und Dienstleistungen gemäß § 4 UStG
Auslandslieferungen, innergemeinschaftliche Lieferungen, Kreditvermittlungen, Versicherungen usw.
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Wen trifft die Umsatzsteuerpflicht?
Welche Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind, ergibt sich aus dem Gesetz, genauer gesagt: dem Umsatzsteuergesetz (UStG). Umsatzsteuerpflichtig sind „die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt” – so steht es in § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG. Wer also selbstständig tätig ist und für seine Leistungen oder Lieferungen Geld verlangt, muss dafür Umsatzsteuer berechnen. Eine Ausnahme ergibt sich aus § 19 UStG: Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Als Kleinunternehmer gelten Selbstständige mit einem Vorjahresumsatz nicht über 17.500 Euro. Hinzukommen muss die Prognose, dass 50.000 Euro Umsatz im laufenden Kalenderjahr nicht überschritten werden.
Regel: Jedes Unternehmen ist umsatzsteuerpflichtig.
Ausnahme: Kleinunternehmer (nicht mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz)
Kleinunternehmer – Vorteile und Nachteile
Für viele Selbstständige, kleine Unternehmen und Freiberufler, die unter der Jahresumsatzsteuergrenze von 17.500 Euro liegen, stellt sich die Frage des Verzichts auf die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 Abs. 2 UStG. Ein Unternehmer kann diesen Verzicht dem Finanzamt gegenüber erklären und somit umsatzsteuerpflichtig werden. Achtung: Gemäß § 19 Abs. 2 Satz 2 UStG ist diese Erklärung für fünf Jahre bindend! Es stellt sich also die Frage, welche Vorteile und Nachteile die Stellung als Kleinunternehmer hat.
Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuerpflicht
Gegenüber Endverbrauchern kann mit niedrigeren Preisen geworben werden (kein Aufschlag der Umsatzsteuer)
Keine bürokratische Belastung durch Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen (Zeitersparnis)
Erleichterte Buchführung
Offenbarung der Kleinunternehmer-Eigenschaft gegenüber dem Kunden auf Rechnungen ist wenig werbewirksam
Kein Vorsteuer-Abzug möglich
Umsatzsteuerpflicht (Regelfall)
Vorsteuer-Abzug möglich
Professionelles Erscheinungsbild durch MwSt.-Ausweis auf Rechnungen
Bürokratischer Mehraufwand durch Umsatzsteuervoranmeldungen
Preise für eigene Leistungen werden für die Kunden (Endverbraucher) höher – allerdings nur im Vergleich zu Kleinunternehmern, die seltener auf dem Markt auftreten
Die Umsatzsteuervoranmeldung
Im Laufe eines Geschäftsjahres nimmt ein Unternehmen in der Regel einen beträchtlichen Betrag an Umsatzsteuer ein. Um einen ungerechtfertigten Zinsvorteil gegenüber dem Fiskus zu verhindern, muss ein Selbstständiger, der unter die Umsatzsteuerpflicht fällt, in regelmäßigen Abständen während des laufenden Kalenderjahres Vorauszahlungen auf seine Umsatzsteuerschuld leisten, die erst am Ende des Jahres verbindlich festgestellt wird – anhand der jährlichen Umsatzsteuererklärung. Im Prinzip übernimmt der Umsatzsteuerpflichtige gegenüber dem Finanzamt eine Treuhänder-Funktion.
Die Umsatzsteuervoranmeldung (mit der die Höhe der Vorauszahlung vom Unternehmer angezeigt wird) ist jeweils am 10. des Folgemonats dem Finanzamt zu übermitteln – und zwar auf elektronischem Weg über das Verfahren ELSTER (Elektronische Steuer erklärung). Gute Finanz- und Steuersoftware verfügt in der Regel über Schnittstellen zu ELSTER, die den Aufwand für die regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung erheblich verringern.
Umsatzsteuer & Co. im Griff mit einem ERP-System
Kaum ein Unternehmer ist Experte im Steuerrecht. Oft ist es aber gerade der bürokratische Aufwand für die korrekte Angabe der Steuern, die den Unternehmer – gerade in den Anfangsjahren – daran hindert, Zeit in die Generierung von Umsätzen zu investieren. Ein ERP-System ( Enterprise Ressource Planning System) kann in dieser Hinsicht erhebliche Erleichterung schaffen – nicht nur in Bezug auf die Umsatzsteuer. Ein auf die jeweilige Zielbranche zugeschnittenes System benötigt lediglich korrekte Eingaben, um im Ergebnis Steuererklärungen (Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer usw.), Übersichten über den Geschäftsverlauf oder andere Statistiken quasi mit einem Klick zu generieren. Viele ERP-Systeme sind mittlerweile webbasiert und benötigen zur Bedienung nur einen Internet-Anschluss: eine Investition, die sich für jeden Unternehmer, insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe, Start-Ups und Freiberufler, sehr schnell bezahlt macht.
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Stand: 05. 01.2015
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