Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201979,%202089
Timestamp: 2020-02-17 01:08:52
Document Index: 82007842

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.06.1979 - III ZR 156/77 - dejure.org
BGH, 29.06.1979 - III ZR 156/77
https://dejure.org/1979,659
BGH, 29.06.1979 - III ZR 156/77 (https://dejure.org/1979,659)
BGH, Entscheidung vom 29.06.1979 - III ZR 156/77 (https://dejure.org/1979,659)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 (https://dejure.org/1979,659)
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Tatsächliches Vorbringen - Klageantrag - Geständnis - Tatsachenwiderspruch
MDR 1979, 1001
WM 1979, 966
Der Senat hat schon bisher anerkannt, daß bei der gebotenen Gesamtwürdigung aller für die Sittenwidrigkeit relevanten Umstände auch wesentliche preisbildende Faktoren für den gesamten Kapital- und Geldmarkt, aber auch für die Gruppe der Teilzahlungsbanken im besonderen, nicht außer Betracht bleiben können (vgl. Senatsurteile vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089;… vom 10. April 1980 a.a.O. …und vom 17. April 1980 aaO).
Dabei sind nach der bisherigen Senatsrechtsprechung der Zweck, dem sie dienen, und der Vorteil, den sie dem einen oder anderen Vertragspartner bringen sollen, zu berücksichtigen (…vgl. die Senatsurteile vom 9. November 1978 aaO; vom 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 = NJV 1979, 808; vom 29. Juni 1979 aaO; für die Einbeziehung auch: Hackl BB 1977, 1412, 1414; Frhr. Marschall v. Bieberstein, Der finanzierte Abzahlungskauf S. 37;… Soergel/Hafermehl a.a.O. Rdn. 75).
b) Bei der Überprüfung des Vertrages anhand von § 138 Abs. 1 BGB ist davon auszugehen, daß die tatsächlichen Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit von der Partei darzutun und zu beweisen sind, die sich auf sie beruft (vgl. BGHZ 53, 369, 379; BGH, Urt. v. 29. Juni 1979 - III ZR 156/77, NJW 1979, 2089;… Baumgärtel/Laumen, Handbuch der Beweislast im Privatrecht 2. Aufl. Bd. 1 § 138 Rdn. 1).
Im übrigen hat es nicht hinreichend berücksichtigt, daß nach allgemeinen Beweislastgrundsätzen diejenige Partei die Darlegungs- und Beweislast für die Tatbestandsvoraussetzungen des § 138 BGB trägt, die sich auf die Sittenwidrigkeit des betreffenden Rechtsgeschäfts beruft, hier also nicht die Beklagte, sondern die Klägerin (vgl. Senatsbeschluß BGHZ 53, 369, 379; BGHZ 95, 81, 85; Senatsurteil vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089).
Das gilt auch für die Kosten der Restschuldversicherung (Senatsurteile vom 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 = NJW 1979, 808 = WM 1979, 270; 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089, 2090 = WM 1979, 966).
Zwar wird hier das Bestehen eines Sondermarktes für solche Banken verneint, nicht aber die Zulässigkeit einer Einbeziehung jener Kalkulationsposten in die notwendige Gesamtbetrachtung (vgl. u.a. BGH NJW 1979, 2089, 2091; 1980, 2074, 2075; 1980, 2076, 2077; BGHZ 80, 153, 163).