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Timestamp: 2018-12-10 20:01:11
Document Index: 285303719

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'Art. 46', 'Art. 32', 'Art. 61', 'Art. 50', 'Art. 52']

Richtlinie betr. Kotierung von Standard-Optionen - PDF
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1 Richtlinie Richtlinie betr. Regl. Grundlage Art. 29 KR (revidierte Fassung 2000) und Art. 46 KR (revidierte Fassung 2002) Beschluss vom 18. Dezember 2002 und 29. Oktober 2008 Inkraftsetzung am 1. März 2003 und 1. Januar 2009 Zweck der Richtlinie Die vorliegende Richtlinie betr. Kotierung von Standard- Optionen («Richtlinie») hat zum Zweck, ein vereinfachtes Kotierungsverfahren für massenweise in vereinheitlichter Form ausgegebene Standard-Optionen einzuführen. Sie legt insbesondere die Anforderungen an die Valoren und an die Kotierungsdokumentation fest und regelt das Verfahren, in welchem Standard-Optionen (wie in Rz. 4 nachstehend definiert) vereinfacht zum Handel an der SWX Swiss Exchange zugelassen und kotiert werden können. 1 Geltungsbereich Die vorliegende Richtlinie und das darin geregelte Ver fahren kommen bei der im Sinne von Rz. 4 ff. zwingend zur Anwendung. Sofern und soweit die vorliegende Richtlinie keine von der Richtlinie betr. Kotierung von Derivaten («RLD») abweichenden Bestimmungen vorsieht, findet die RLD ergänzend auf die Anwendung. Im Falle von Widersprüchen gehen die Bestimmungen dieser Richtlinie der RLD in jedem Fall vor. 2 3 Standard-Option 1. Definition «Standard-Option» Standard-Optionen im Sinne dieser Richtlinie weisen die in Rz. 6 RLD beschriebenen Merkmale auf und werden von einem regulierten Finanzinstitut (Bank oder Effekten - händler) gemäss Rz. 21 oder 22 RLD ausgegeben. Sie beziehen sich durchwegs auf einen anerkannten Basiswert gemäss Rz. 28 ff. RLD. 4 1
2 Zulassung von Effekten an der SWX Swiss Exchange Im Einzelnen sind folgende Basiswerte zulässig: Beteiligungsrechte im Sinne von Rz. 30 und 31 RLD; Anleihen im Sinne von Rz. 30 und 31 RLD; Indices im Sinne von Rz. 32 RLD; frei konvertierbare Währungen im Sinne von Rz. 33 RLD; Zinssätze im Sinne von Rz. 34 RLD; Edelmetalle im Sinne von Rz. 35 RLD; Rohstoffe im Sinne von Rz. 36 RLD; Fonds im Sinne von Rz. 37 RLD; Baskets im Sinne von Rz. 38 RLD, bestehend aus meh - reren gleichartigen Basiswerten gemäss vorstehender Aufzählung. Standard-Optionen im Sinne dieser Richtlinie berechtigen ausschliesslich zum Erwerb («Call-Optionen») bzw. zur Veräusserung («Put-Optionen») des Basiswertes oder zu einer entsprechenden Barabgeltung. Sehen die Bedingungen hingegen weitere Abgeltungen (z. B. Zinskomponenten, Dividenden) oder Sachleistungen vor, liegt keine Standard- Option vor. Keine Standard-Optionen im Sinne dieser Richtlinie sind insbesondere: 5 6 «Strukturierte Produkte» (Produkte mit Kapitalschutz, Produkte mit Maximalrendite, Zertifikate) im Sinne der Mitteilung der Zulassungsstelle Nr. 10/2002; «Exotische Optionen», d. h. Optionen, welche mindes - tens eine der Standardbedingungen der üblichen Op - tionsformen «Europäisch» oder «Amerikanisch» bzw. «Put» oder «Call» verletzen (z. B. Barrier-Optionen, Chooser-Optionen, Look-back-Optionen, Quanto-Optionen, Compound-Optionen etc.); Aktionärs- und Mitarbeiteroptionen im Sinne von Rz. 11 RLD; Optionen ab Optionsanleihen im Sinne von Rz. 12 RLD. 2
3 Richtlinie Prospektpflicht 2. Publizitätsvorschriften Emittenten von Standard-Optionen unterliegen den Publizi - tätsvorschriften des Kotierungsreglements (namentlich Art. 32 ff.) sowie der RLD, soweit diese nicht durch die vorliegende Richtlinie modifiziert werden. Auch für Standard-Optionen besteht Prospektpflicht. In Ergänzung bzw. teilweiser Abweichung von den Rz. 54 bis 68 RLD sind die Publizitätsanforderungen bei der Kotierung von Standard-Optionen wie folgt zu erfüllen. Die für eine erforderliche Dokumentation setzt sich grundsätzlich aus zwei Teilen zusammen: Registrierungsdokument («Registration Document»): Eine jährlich einzureichende Dokumentation, welche sämtliche Angaben über den Emittenten sowie die Optionsbedingungen («Terms and Conditions») enthält (Rz. 11); Wertpapierbeschreibung («Securities Note»): Die für jede einzelne Emission einzureichende Dokumentation, welche die Informationen über den Valor und den Basiswert enthält (Rz. 12). Das Registrierungsdokument und die Wertpapierbeschreibung bilden zusammen den Kotierungsprospekt Anforderungen an den Inhalt des Registrierungsdokuments Anforderungen an den Inhalt der Wertpapier - beschreibung Das Registrierungsdokument enthält sämtliche Angaben über den Emittenten sowie gegebenenfalls über den Sicherheitsgeber. Im weiteren enthält das Registrierungsdokument die Bedingungen, welche für alle unter dem Registrier ungsdokument kotierbaren Standard-Optionen gelten. Die im Registrierungsdokument zwingend anzugebenden Informationen sind im Schema E im Anhang zum Kotierungsreglement verzeichnet. Für jede einzelne Emission einer Standard-Option ist eine Wertpapierbeschreibung zu erstellen. Die Wertpapierbeschreibung enthält die Angaben über den Valor sowie über den Basiswert und ergänzt die im Registrierungsdokument (Rz. 11) bereits enthaltenen Bedingungen. Die in der Wertpapierbeschreibung zwingend anzugebenden Informationen sind im Schema F im Anhang zum Kotierungsreglement verzeichnet
4 Zulassung von Effekten an der SWX Swiss Exchange Derivat-Emissions - programme Genehmigung des Registrierungsdokuments bzw. des Derivat- Emissionsprogramms Änderungen während der Gültigkeitsdauer Verwendet der Emittent von Standard-Optionen ein Derivat-Emissionsprogramm gemäss Rz. 61 ff. RLD, welches den Anforderungen von Schema E im Anhang zum Kotierungsreglement genügt, ersetzt dieses das Registrierungsdokument. Bei der Kotierung einzelner Emissionen von Standard- Optionen ist in diesem Fall nur noch das Ergänzungsdokument («Pricing Supplement») im Sinne von Rz. 64 RLD einzureichen. Dieses tritt an die Stelle der Wertpapierbeschreibung (Rz. 12). Standard-Optionen können nur dann im gemäss dieser Richtlinie vorgesehenen Verfahren kotiert werden, wenn der Emittent das Registrierungsdokument bzw. das Derivat- Emissionsprogramm vorgängig der Zulassungsstelle zur Prüfung und Genehmigung unterbreitet hat. Die Genehmigung wird innert vier Wochen erteilt und dem Emittenten mitgeteilt. Nach erfolgter Genehmigung kann ein Emittent das Registrierungsdokument bzw. das Derivat-Emissionsprogramm während 12 Monaten verwenden. Spätestens vier Wochen vor Ablauf der einjährigen Gültigkeitsdauer ist die Neuauflage des Registrierungsdokuments bzw. des Derivat-Emissionsprogramms der Zulassungsstelle erneut zur Prüfung einzureichen. Änderungen der im Registrierungsdokument bzw. im Derivat-Emissionsprogramm enthaltenen Angaben über den Emittenten oder der für die Optionen geltenden Bedingungen, welche während der 12-monatigen Gültigkeitsdauer vorgenommen werden, sind der Zulassungsstelle in Form eines Änderungsdokuments («Addendum») zur Genehmigung einzureichen Zeitnahe Information Für alle Dokumentationsarten gilt der Grundsatz der zeitnahen 16 Information. Die Rz. 66 bis 68 RLD finden direkt Anwendung. Kotierungsinserat (aufgehoben) 17 (aufgehoben) Verfahren Provisorische Zulassung zum Handel Standard-Optionen, welche im Verfahren nach der vorliegenden Richtlinie kotiert werden, können im herkömmlichen Verfahren gemäss Art. 61 und 62 KR i.v.m. Rz. 78 ff. RLD provisorisch zum Handel zugelassen werden. Der 19 4
5 Richtlinie Gesuchsteller hat der SWX für jede einzelne Standard- Option das vollständig ausgefüllte Formular für die provisorische Zulassung zum Handel auf traditionelle Art einzureichen oder via «Internet Based Listing» («IBL») einzuspeisen. Ist das Formular korrekt und vollständig ausgefüllt und wird es an einem Börsentag bis zu einem von der Zulassungsstelle bestimmten Zeitpunkt via IBL elektronisch übermittelt, erfolgt die provisorische Zulassung zum Handel am auf den Einreichungstag folgenden Börsentag. Die Zulassungsstelle legt diesen Zeitpunkt in einem Rundschreiben fest. In allen übrigen Fällen erfolgt die Handelsaufnahme so schnell wie möglich, der Zeitpunkt bleibt jedoch im Rahmen der geltenden Regel von Rz. 79 RLD im Ermessen der SWX. 20 Kotierung Für die Einreichung, den Zeitpunkt sowie den Inhalt des Kotierungsgesuchs sind die Art. 50 ff. KR massgebend. Mit dem Gesuch um Kotierung einer Standard-Option sind die folgenden Beilagen einzureichen: zwei Exemplare der Wertpapierbeschreibung im Sinne von Rz. 12, eine davon rechtsgültig vom Emittenten und gegebenenfalls vom Sicherheitsgeber unterzeichnet; (aufgehoben) Fotokopie des Wertpapiers bzw. der Globalurkunde (Art. 52 Ziff. 3 und 4 KR). 21 Prüfung durch die Zulassungsstelle Die Prüfung der Voraussetzungen der Zulassung zum provisorischen Handel und zur Kotierung von Standard- Optionen durch die Zulassungsstelle bezieht sich auf: eine umfassende Kontrolle des Registrierungsdokuments bzw. des Derivat-Emissionsprogramms, welche einmal im Jahr erstellt werden; eine umfassende Kontrolle aller Ergänzungen und Änderungen des Registrierungsdokuments bzw. des Derivat- Emissionsprogramms und eine Prüfung der Wertpapierbeschreibung. Die Zulassungsstelle prüft sodann die Einhaltung der Publikationsbestimmungen gemäss Rz. 17 f
6 Zulassung von Effekten an der SWX Swiss Exchange 4. Schlussbestimmung Inkrafttreten und Übergangsregelung Diese Richtlinie tritt auf den 1. März 2003 in Kraft. Während einer Übergangsfrist von drei Monaten, d. h. bis zum 31. Mai 2003, können Kotierungsgesuche für Standard- Optionen nach Wahl des Emittenten noch gemäss den Bestimmungen der RLD eingereicht werden. 24 6