Source: https://www.kzvb.de/zahnarztpraxis/die-digitale-zahnarztpraxis/telematik-infrastruktur/
Timestamp: 2020-04-04 09:36:06
Document Index: 47273096

Matched Legal Cases: ['§ 291', '§ 291', '§ 291', '§ 119', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§291', '§ 291', '§ 291', '§ 291', '§ 2', '§ 2']

TI-Anbindung Komponenten Erstattung der Kosten Praxisausweis / SMC-B
Sanktionen Heilberufeausweis / eHBA weiterführende Links
Hinweis: Sofern Sie den Antrag auf die Refinanzierung gestellt haben, bitten wir von Nachfragen über den Bearbeitungsstand abzusehen.
Die Bearbeitung kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
Leitfaden zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur
1. Kontaktaufnahme mit dem Anbieter Ihrer Praxissoftware in Bezug auf die erforderlichen Komponenten für die TI (Konnektor, stationäres Kartenterminal, Installation, etc.) für Ihre Praxis.
2. Ca. vier Wochen vor dem vereinbarten Installationstermin einen Praxisausweis (SMC-B) bestellen. Hierfür wie folgt vorgehen:
- Login mit dem Zahnarzt-Zugang auf www.kzvb.de
- In der Navigation links „Praxisausweis (SMC-B)“ auswählen (nicht sichtbar, wenn Sie mit dem
Personalzugang eingeloggt sind)
- Gewünschte Auswahl treffen. Anschließend werden Sie nach dem Klick auf „Weiter“ auf die
Website des Kartenanbieters weitergeleitet. Dort bitte den Bestellvorgang abschließen.
3. Nach erfolgter Installation an Ihrem Praxisstandort können Sie im Anschluss über das „Servicecenter“ unter dem Punkt „Telematik“ den Antrag auf Refinanzierung für die Telematik-Infrastruktur beantragen. Beachten Sie bitte: auch hierfür muss der Zahnarzt-Zugang genutzt werden.
4. Nach erfolgter Genehmigung durch die KZVB erhalten Sie einen Bescheid von uns. Der einmalige Erstattungsbetrag und die bis dahin angefallenen Betriebskosten-Pauschalen werden in Kürze Ihrem Abrechnungskonto gutgeschrieben. Weiterhin erhalten Sie automatisch die monatliche Erstattung der Betriebskosten für den Konnektor.
Hinweise zur Abnahme der TI Installation
Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern hat folgende Hinweise zur Abnahme der TI-Installation (sog. KVB-Checkliste) für Arztpraxen erstellt. Deren Einhaltung empfiehlt die KZVB den bayerischen Zahnärzten:
Schutzmaßnahmen für sicheren Online Zugang
Lassen Sie sich bestätigen, dass Ihre bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen vor möglichen unautorisierten Zugriffen aus dem Internet wie Firewall, Virenscanner o.ä. aktiv sind und prüfen Sie dies nach. Es sollte darauf geachtet werden, dass mit den getroffenen Maßnahmen ein hoher Schutz erreicht wird.
Sie sollten auf die Aushändigung eines detaillierten Abnahmeprotokolls achten. Dieses umfasst in der Regel mehrere Seiten. Darin sollen die Tätigkeiten im Rahmen der Installation aufgelistet, dokumentiert und vom Techniker bestätigt werden (z. B. Art der TI-Anschlussvariante, Sicherheitsniveau der getroffenen Schutzmaßnahmen, Aktivierung des SNK, Ergebnis durchgeführter Funktionstests).
Sicherer Anschluss an die TI
Die gematik hat zum Thema „sicherer Anschluss an die TI“ ein Muster-Installationsprotokoll und ein Informationsblatt „Betriebsarten des Konnektors“ bereitgestellt.
https://www.gematik.de/news/news/inhalte-erweitert-zum-fachgerechten-ti-anschluss/
Wo soll ich die Komponenten bestellen?
Hier empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit dem Anbieter Ihrer Abrechnungssoftware. Auf der Gematik-Website finden Sie eine Liste der zugelassenen Komponenten.
Benötigt die KZVB die Bestellbestätigung für die bestellten Komponenten?
Zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Bitte bewahren Sie die Bestätigungen dennoch auf. Sollten wir derartige Unterlagen benötigen, werden wir Ihnen dies rechtzeitig mitteilen. Bitte beachten Sie: die Bestellung des Praxisausweises (SMC-B) alleine reicht nicht aus.
Kann ich anstatt eines Basispakets auch ein mobiles Kartenterminal nutzen um Platz und Kosten zu sparen?
Nein. Mit einem mobilen Kartenterminal ist kein Onlineabgleich der Versichertendaten (sogenannter Versichertenstammdatenabgleich) möglich. Damit erfüllen Sie nicht alle gesetzlichen Voraussetzungen zur Anbindung an die TI i.S.d. § 291 Abs.2 b Satz 14 SGB V. Hier drohen Honorarkürzungen (alle rechtlichen Grundlagen finden Sie am Ende dieser Seite).
TI und Datenschutz?
Über die Anbindung an die TI wird als erste Stufe der Versichertenstammdatenabgleich (VSDM) ermöglicht werden. Diesen müssen die Zahnärzte wegen § 291 Abs. 2b SGB V verpflichtend vornehmen. § 291 Abs. 2b SGB V ist damit Legitimation für die Datenübermittlung der Zahnarztpraxis an die Krankenkassen. Darunter ist ein Datenabgleich zwischen Versichertem und der Krankenkasse zu verstehen. Die ärztliche Schweigepflicht ist hierbei nicht in Gefahr. Es wird lediglich überprüft, ob Name und Adresse des Versicherten noch stimmen. Ein Eingriff in die Behandlungsdaten der Praxis findet hier nicht statt. Feststeht, dass es hierbei nicht bleiben wird. Die nächsten politischen Ziele sind das elektronische Rezept, der digitale Arztbrief und die elektronische Patientenakte (ePA). Hier sind allerdings noch viele Fragen offen. Bereits jetzt ist im Gesetz vorgeschrieben, dass ein Zugriff auf Patientendaten nur mit vorherige Einwilligung des Patienten erfolgen darf.
Verantwortlich für die Einführung, den Betrieb und die Weiterentwicklung der TI ist die gematik. Diese entwickelt die übergreifenden IT-Standards für den Aufbau und Betrieb einer bundesweiten, Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur. Sie trägt dabei die Gesamtbetriebsverantwortung und ist für den künftigen Wirkbetrieb zudem Testzentrum und Zulassungsstelle für alle industriellen Produkte der TI.
Informationsblatt der gematik zu Datenschutz und Haftung in der Telematikinfrastruktur
Unabhängig von der TI-Anbindung entbindet dies die Zahnarztpraxis nicht generell eigenständige Schutzmaßnahmen (z.B. Firewall, Virenschutz) – wie auch bisher schon bei der Internetanbindung – zu ergreifen bzw. den aktuellen Sicherheitsstatus durch deren Software Servicepartner überprüfen zu lassen.
Insofern wird auch auf den zugehörigen Leitfaden von BZÄk und KZBV verwiesen:
Datenschutz- und Datensicherheitsleitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV von BZÄK und KZBV
Erstattung der Kosten für die Anbindung an die TI
Bis wann muss die Telematik-Infrastruktur installiert sein, um Honorarkürzungen zu vermeiden?
Die Installation muss bis zum 30.06.2019 erfolgt sein. Die Nichtanbindung an die Telematik-Infrastruktur stellt eine Verletzung vertragszahnärztlicher Pflichten dar. Neben der Honorarkürzung bei Nichtanbindung drohen weitere Probleme in der Durchführung der ordnungsgemäßen Abrechnung. Weitere Informationen im Bereich „Sanktionen“.
Gibt es hiervon Ausnahmen, bspw. Verzicht auf Kürzung bei baldiger Praxisaufgabe?
Die KZVB hat keine Möglichkeit, Ausnahmen zu genehmigen. Solche sieht der Gesetzgeber nicht vor.
Wo stelle ich den Refinanzierungsantrag?
Login im internen Bereich der KZVB mit den Zugangsdaten des Zahnarztes (nicht mit dem Personalzugang). Hier können Sie im Servicecenter unter „Telematik“ den Antrag ausfüllen und diesen auch online an uns übersenden.
Gibt es die Möglichkeit den Antrag auf eine andere Art zu stellen?
Nein, nur über das Servicecenter.
Was muss ich tun, wenn ich weniger Komponenten gekauft habe als mir im Antrag angezeigt werden?
Senden Sie in diesem Fall bereits vor der Antragstellung eine E-Mail an refinanzierung(at)kzvb.de. Wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung.
Wann kann der Antrag auf die Refinanzierung gestellt werden?
Nach der Installation der TI in Ihrer Praxis. Rechnungen müssen derzeit nicht eingereicht werden.
Ausschlaggebend ist zuerst die Bearbeitung in der KZVB. Sobald Ihr Antrag bearbeitet wurde, erhalten Sie einen Bescheid per Post. Die Auszahlung orientiert sich am Zeitpunkt der Bearbeitung Ihres Antrages und dem erlassenen Bescheid. Buchungsschluss ist in der Regel die Monatsmitte. Sofern Sie bis zu diesem Zeitpunkt den Refinanzierungsbescheid von uns mit der Post erhalten haben, können Sie von einer Buchung des Betrages in dem betreffenden Monat ausgehen. Die Überweisungstermine finden Sie hier www.kzvb.de > Zahnarztpraxis > Abrechnung > Einreichungs- und Überweisungstermine
Wird die monatliche Betriebskostenpauschale rückwirkend gezahlt?
Ja, Sie erhalten die Beträge für die monatlichen Betriebskosten rückwirkend.
Beispiel: Antragsfreigabe durch KZVB im Februar, Installation bereits im Dezember. Ihrem Abrechnungskonto werden nach Bearbeitung Ihres Antrages die Betriebskosten für die Monate Dezember bis Februar gutgeschrieben.
Wann wird ein mobiles Kartenlesegerät bezuschusst?
Mobile Kartenlesegeräte werden durch die Krankenkassen nur dann bezuschusst, wenn sie für die Erfassung von Besuchsfällen oder von Leistungen im Rahmen eines Kooperationsvertrages gem. § 119 b Abs.1 SGB V eingesetzt werden. Allein hierfür sieht die Bestimmung des § 2 Abs.3 GFinV eine Finanzierung mobiler Kartenterminals vor. Keinesfalls dürfen mobile Kartenlesegeräte für die Registrierung der Patienten genutzt werden. Hierfür sind nur die stationären eHealth-Kartenterminals vorgesehen. Nur mit diesen Geräten ist der Versichertenstammdatenabgleich möglich.
Wie wird die Anzahl der Besuchsfälle für die Refinanzierung des mobilen Kartenterminals (inkl. Praxisausweis) berechnet?
Die Besuchsfälle werden nur einmal je Patient im Quartal berücksichtigt, also unabhängig davon, wie oft Sie in diesem Quartal denselben Patienten besucht haben. Die eGK wird nur einmal eingelesen.
Für die Anzahl der Besuchsfälle werden die letzten vier abgeschlossenen Abrechnungsquartale oder die abgeschlossenen Quartale des aktuellen Jahres betrachtet.
Wie wird die Ausstattungspauschale berechnet?
Kriterien für die Berechnung Ihrer Ausstattungspauschale sind unter anderem die Anzahl der Vertragszahnärzte am jeweiligen Praxisstandort, die Anzahl der angestellten Zahnärzte und die Anzahl der Besuchsfälle des letzten Jahres. Die einzelnen Komponenten, für die Sie eine Pauschale bekommen, werden Ihnen im Refinanzierungsantrag angezeigt.
Wann kann ich einen Antrag auf eine Nachfinanzierung stellen?
Dieser, sehr aufwendige Part, befindet sich zur Zeit in der Klärungs- und auch teilweisen Umsetzungsphase. Da hier noch einige unbeantwortete Fragestellungen von uns auf Bundesebene zu klären sind, wird sich die Umsetzung noch hinauszögern. Wir informieren natürlich schriftlich darüber, sobald dies zur Verfügung steht.
Was kann zum Beispiel nachfinanziert werden?
Sie haben bereits eine genehmigte Refinanzierung der Ausstattung und nun zusätzliche Komponenten gekauft? Damit Sie für diese neu gekauften Komponenten eine Erstattung erhalten, kann künftig ein sog. Änderungsantrag im „Servicecenter“ unter „Telematik“ gestellt werden. Eine zusätzliche Erstattung kommt nur in Betracht, wenn diese in den dafür ausschlaggebenden Bestimmungen der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung / Pauschalenvereinbarung vorgesehen ist.
Die konkrete Höhe der Erstattung ergibt sich aus der sogenannten Pauschalenvereinbarung, insbesondere § 2 Pauschalenvereinbarung (Anlage 11a zum BMV-Z) sowie den §§ 2,3 und 5 der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung zum BMV-Z (Anlage 11 zum BMV-Z bzw. der Sondervereinbarung zum BMV-Z ( Anlage 11d zum BMV-Z)
Was wird bei Nichtanbindung an die TI gekürzt?
Hierüber gibt es noch keine abschließende Entscheidung auf Bundesebene. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass einer allgemeinzahnärztlichen Praxis in jedem Fall das KCH-Honorar und einer KFO-Praxis das KFO-Honorar gekürzt wird. Inwiefern bei den weiteren Leistungsbereichen von einer Vergütungskürzung abgesehen wird, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Wie hoch wird die Kürzung bei Nichtanbindung an die TI sein?
Derzeit handelt es sich um eine Kürzung von 1% der zahnärztlichen Vergütung mit Rückwirkung zum 01.01.2019, wenn die Zahnarztpraxis nicht bis zum 30.06.2019 an die TI angebunden wurde und die Komponenten zur TI beim Anbieter nicht vor dem 01.04.2019 bestellt hat, vgl. §291, Abs. 2 b Satz 14-16 SGB V. Weitere Informationen im Bereich „Sanktionen“. Neben der Kürzung bei Nichtanbindung werden die Versichertenkarten künftig mit einer veralteten Praxisausstattung gar nicht mehr eingelesen werden können und eine Abrechnung nicht mehr möglich sein. Ein Ersatzverfahren wird in solchen Fällen nicht akzeptiert.
Beantragung des elektronischen Praxisausweises / SMC-B
Was ist der Praxisausweis / SMC-B?
Die SMC-B (Smartcard B), auch elektronischer Praxisausweis genannt, ist für die Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte erforderlich. Sie dient zur Authentisierung der Praxis gegenüber der Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Gesundheitskarte (eGK).
Wo bekomme ich den Praxisausweis / SMC-B?
Die bayerischen Praxen beantragen die SMC-B online auf www.kzvb.de über den Menüpunkt „Praxisausweis (SMC-B)“ im internen Bereich. Die Antragstellung und der Vertragsschluss müssen vom Zahnarzt über den persönlichen Zahnarzt-Login erfolgen. Personalzugänge sehen den Menüpunkt nicht! Sie werden nach den gewünschten Bestätigungen auf www.kzvb.de auf die Website des Kartenherstellers weitergeleitet. Hier schließen Sie den Bestellvorgang ab.
Wie lange dauert es bis der Praxisausweis / SMC-B zugeschickt wird?
Die KZV Bayerns empfiehlt Ihnen, den Praxisausweis etwa vier Wochen vor dem mit Ihrem Techniker vereinbarten Installationstermin zu beantragen.
Wie unterscheiden sich die Anbieter des Praxisausweises?
Die Praxisausweise unterscheiden sich in der Laufzeit bzw. ob Sie einen einmaligen Betrag bezahlen oder regelmäßige Teilzahlungen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BundesKZV und in den Informationen der Anbieter:
Es ist zu beachten, dass Sie die Refinanzierung für den Praxisausweis einmalig für 5 Jahre bekommen.
Was ist nach Ablauf der 5 Jahre?
Dies können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten. Wir gehen aber davon aus, dass im Anschluss eine weitere Refinanzierung der Kosten für den Praxisausweis erfolgen werden.
Kann ich bei Übergabe der Praxis den Praxisausweis / SMC-B an den Nachfolger übertragen?
Eine Übertragung des Praxisausweises an den Nachfolger ist nicht möglich, da dieser auf den Praxisinhaber personalisiert ausgestellt ist. Der Praxisausweis wird nach Zulassungsende gesperrt.
Wie viele Praxisausweise benötige ich bei einer Berufsausübungsgemeinschaft?
In der Regel wird für eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) pro Standort ein Praxisausweis benötigt. Die BAG-Mitglieder sollten sich hierbei abstimmen für welches BAG Mitglied der Praxisausweis bestellt wird. Zukünftige Austritte aus der Berufsausübungsgemeinschaft sollten dabei beachtet werden (bspw. wegen Rente).
Wie kann ich meine SMC-B freischalten?
Dies ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, bitte wenden Sie sich an den von Ihnen gewählten Kartenhersteller. Die KZVB kann hier leider nicht helfen.
Wie hoch ist die Refinanzierung für den Praxisausweis?
Die Finanzierung des elektronischen Praxisausweises (SMC-B) erfolgt zunächst über eine Einmalzahlung in Höhe von 450,- €, die sich ab der Erstinbetriebnahme alle 5 Jahre wiederholen wird.
Wie beantrage ich die Refinanzierung des Praxisausweises?
Die Refinanzierung erfolgt zusammen mit den Komponenten der Telematik-Infrastruktur im internen Bereich unter Zahnarztpraxis > Servicecenter > Telematik.
Wie hoch sind die Sanktionen?
Aktuell sieht die Bestimmung des § 291 Abs.2b S.14 ff SGB V eine Kürzung in Höhe von 1% der zahnärztlichen Vergütung vor, wenn die Praxis nicht bis zum 31.03.2019 die Ausstattung an die TI bestellt hat und/oder keine Anbindung an die TI bis zum 30.06.2019 vorgenommen hat. Die Sanktionierung ist mit Rückwirkung umzusetzen. Das vom Bundestag beschlossene Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) beinhaltet einen zentralen Punkt. Danach droht Praxisinhabern, die nicht an die Telematikinfrastruktur angebunden sind, ab März 2020 eine Honorarkürzung von 2,5 Prozent.
Wird es noch weitere Probleme für mich und meine Praxis geben?
Neben der Sanktionierung in Höhe von derzeit 1% der Vergütung ist bei Nichtanbindung an die TI mit Einschränkungen bei der Abrechnung vertragszahnärztlicher Leistungen zu rechnen. Momentan sind die geschützten Versichertenstammdaten noch zusätzlich als unverschlüsselte Kopie auf der eGK gespeichert. Deswegen können diese noch mit Bestandsgeräten ausgelesen werden. Die Kopie wird, abhängig vom bundesweiten Ausstattungsgrad, über einen Versichertenstammdatenabgleich gelöscht werden. Der Zugriff auf die dann verschlüsselten geschützten Versichertenstammdaten, die den Zuzahlungsstatus, die besondere Personengruppe, das DMP-Kennzeichen (Disease-Management-Programm), Selektiverträge sowie Angaben zum Ruhen des Anspruchs auf Leistungen enthalten, ist demzufolge nur noch mit den neuen Kartenlesegeräten möglich.
Hierzu ist mindestens ein Offline-Konnektor in Verbindung mit einem neuen stationären Kartenlesegerät notwendig – oder aber ein neues mobiles Kartenlesegerät. Zusätzlich wird ein Praxisausweis (SMC-B) bzw. ein elektronischer Heilberufsausweis erforderlich, um die geschützten Versichertenstammdaten entschlüsseln und auslesen zu können. Die Krankenkassen finanzieren diese Minimallösung jedoch nicht. Vollständige Honorarabrechnungen ohne diese zusätzlichen verschlüsselten Daten werden nach einer Löschung der unverschlüsselten Daten dann nicht mehr zu erstellen sein.
Heilberufeausweis / eHBA
Benötige ich für die Telematik-Infrastruktur den Heilberufeausweis?
Nein, Sie starten vorerst nur mit dem Praxisausweis.
Derzeit noch gar nicht, der Heilberufeausweis wird von der Bayerischen Landeszahnärztekammer ausgegeben. Nähere Infos erhalten Sie hierzu bei der BLZK
Wie die Telematik den Zahnarztberuf verändert
Mit einer Sonderausgabe des BZBplus wollen BLZK und KZVB zur Meinungsbildung innerhalb des Berufsstandes beitragen. Dabei kommen Befürworter wie Kritiker gleichermaßen zu Wort: https://www.bzb-online.de/ePaper_BZBplus_Sonderheft_September-2019
Abschaffung des Stand-Alone-Szenarios
Weiteres ist (auf Seite 65) dem Gesetzentwurf des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) zu entnehmen (Stand: 23.09.2019). Die PDF-Datei des Gesetzentwurfs DVG und weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/digitale-versorgung-gesetz.html
gematik zum aktuellen Bericht von Panorama 3 (12.11.2019):
"Die Telematikinfrastruktur ist sicher"
Die Pressemitteilung vom 13.11.2019 können Sie auf der Website der gematik nachlesen:
https://www.gematik.de/news/news/die-telematikinfrastruktur-ist-sicher/
Riskantes Husarenstück
Dr. Manfred Kinner über den Online Rollout der Telematikinfrastruktur:
Vortrag der KZVB: "Was ist jetzt zu tun?"
Vortrag von Matthias Benkert: Online Rollout - Was ist jetzt zu tun?
Gesetzliche Grundlagen zur Telematik-Infrastruktur
Honorarkürzungen und Weiteres
§ 291 Abs.2 b Satz 14- 16 SGB V ist verpflichtend.
Mit flächendeckender Einführung der TI kann eine Praxis ohne Anbindung an die TI nicht mehr auf alle abrechnungsrelevanten Daten zugreifen. Auch besteht die Gefahr, dass mit verpflichtender Einführung der TI zum 30.06.2019 Praxissoftware ohne TI Anschluss nicht mehr zulässig ist. Die Entscheidung über die zur Abrechnung vertragszahnärztlicher Leistungen zulässigen Praxisverwaltungssysteme trifft die KZBV.
Verpflichtung zum Versichertenstammdatenabgleich
§ 291 Abs.2 b Satz 16 SGB V
Beträge die refinanziert werden / Pauschalenhöhen
Die konkrete Höhe der Erstattung ergibt sich aus der sogenannten Pauschalenvereinbarung, insbesondere, § 2 Pauschalenvereinbarung (Anlage 11 a zum BMV-Z) sowie den §§ 2,3 und 5 der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung zum BMV-Z (Anlage 11 zum BMV-Z) bzw. der Sondervereinbarung zum BMV-Z ( Anlage 11d zum BMV-Z). https://www.kzbv.de/bundesmantelvertrag.1223.de.html
Informationsmaterial der BundesKZV
Alle Informationen der Bundesvereinigung zur Telematikinfrastruktur: www.kzbv.de/telematik-und-it.60.de.html
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat ihre Broschüre „Anbindung an die Telematikinfrastruktur – Informationen für Ihre Praxis“ im Februar 2019 aktualisiert veröffentlicht. Sie beantwortet darin alle Fragen rund um die elektronische Gesundheitskarte und die Anbindung an die Telematik Infrastruktur.
Die gematik informiert Sie auf ihrer Website zum Thema Anbindung der Praxen.
Bei noch offenen Fragen zur Telematik-Infrastruktur senden Sie uns bitte eine E-Mail an
telematik(at)kzvb.de
©2020 KZVB Stand 17.03.2020