Source: https://steemkr.com/jura/@alisabell/meine-fragen-zur-dsgvo-und-steemit
Timestamp: 2020-01-18 12:19:27
Document Index: 42370099

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'Art. 2', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 17', 'Art. 20', 'Art. 24']

Meine Fragen zur DSGVO und Steemit — Steemkr
Meine Fragen zur DSGVO und Steemit
alisabell32 in jura
Ich mache diesen Blogeintrag, weil ich ein paar Fragen habe bez. der Zukunft von Steemit. Ich bin kein Jurist, sondern jemand, der Mitte 2018 ein Projekt starten will und dafür eben auch das Steemit-Netzwerk nutzen möchte. Vielleicht kann mir da der eine oder andere weiterhelfen.
Das DSGVO
Ich möchte hier über die Datenschutz-Grundverordnungen ein paar Fragen in den Raum werfen, welches in der EU bald in Kraft tritt.
Art. 99 DSGVO (2)
Ich werde dabei das gesamte Dokument auf deutsch durchgehen und jedes Mal, wenn ich mit meinem Nicht-Juristen-Verstand auf etwas stoße, das Steemit betrifft, will ich dazu relevante Fragen stellen. Ich gehe dabei chronologisch vor und wer das Dokument selbst lesen möchte, der folge dem folgendem Link:
Begriffsbestimmungen findet man hier:
Art. 2 DSGVO (1)
Wenn ich also mein Projekt Mitte 2018 starte und unter anderem personenbezogene Informationen veröffentliche, beispielsweise über Teilnehmer des Projektes, betrifft dieses Gesetz also meine Arbeit am Projekt?
Art. 7 DSGVO (1)
Bedeutet das also, dass ich eine schriftliche Einwilligungen brauche, die ich vorzeigen muss, wenn es mal zum Rechtsstreit kommt?
Art. 7 DSGVO (3)
Heißt das also, dass Ich verantwortlich dafür gemacht werden kann, Daten von der Blockchain löschen zu müssen, wenn ich beispielsweise kommerziell auf Steemit tätig bin?
Wird es da beispielsweise reichen einen zweiten Blogeintrag durchzuführen, wenn im ersten Eintrag eine falsche Information steht? Diese Frage setze ich, weil das bei der Blockchain faktisch nicht anders möglich ist.
b) Die betroffene Person widerruft ihre Einwilligung, auf die sich die Verarbeitung gamäß Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a oder Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe a stützte, und es fehlt an einer anderweitigen Rechtsgrundlage für die Verarbeitung.
Angenommen, dass Steemit sich rechtlich derart durch die AGB schützt (siehe AGB Punkt 17), dass hier jeder Autor auf Steemit der ‚Verantwortliche‘ ist, der personenbezogene Daten verarbeiten könnte und die betroffene Person erwartet die umgehende Löschung, heißt das, dass der Autor auf Steemit dafür rechtlich belangt werden kann, weil es nicht möglich ist, etwas von einer Blockchain zu löschen?
Hier vielleicht eine Antwort:
Art. 17 DSGVO (2)
Reicht es also aus, zu sagen, dass es nicht möglich ist aus einer Blockchain solche Daten zu löschen, wenn diese gemacht werden und ich als Verantwortlicher daher personenbezogene Daten nicht auf eine Blockchain speichern darf?
Die betroffene Person hat das Recht, die sie betreffenden personenbezogenen Daten, die sie einem Verantwortlichen bereitgestellt hat, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten, (…)
Art. 20 DSGVO (1)
Heißt das also, sofern ich öfter über eine Person schreibe, der beim Projekt mitwirkt, dass ich dokumentieren muss, was ich alles über diese Person geschrieben habe? Oder ansonsten jeden Blogeintrag durchsuchen muss, um es dann zusammen zu stellen?
Art. 24 DSGVO (1)
Heißt das also, dass ich gegebenenfalls dafür verantwortlich bin personenbezogene Daten löschbar zu halten? Wäre es also eine Lösung auf der Blockchain einen Link zu setzen, der auf eine Seite verweist, wo entsprechende personenbezogene Daten gespeichert sind, die ich dann noch löschen kann?
Bedeutet das also, dass ich keine personenbezogenen Daten auf die Blockchain setzen darf, weil ich weiß, dass ich es nicht löschen kann?
Wie schon im Disclaimer gesagt bin ich kein Jurist und mache auch keine juristischen Aussagen. Ich frage mich lediglich, was das für Konsequenzen hat, dass diese Verordnung bald in Kraft tritt. Ich möchte als Nutzer von Steemit vor Allem wissen, was ich den machen darf und was nicht.
Ob ich diese neuen Verordnungen gut finde? - So ziemlich nein. Ich finde keinen Hinweis darauf, dass soziale Netzwerke, die eine Blockchain nutzen, ausgenommen sind. Abgesehen davon sind die Verordnungen in ganz anderen Bereichen zumindest problematisch und unklar.
Ich sehe für die Nutzer zunächst zwei Möglichkeiten mit der Problematik umzugehen. Entweder man gibt eben nichts an personenbezogenen Informationen von sich selber frei und kann somit nicht belangt werden. (Was nicht bedeutet, dass ich zu Straftaten ermuntere) Oder man präsentiert keine personenbezogenen Daten anderer auf Steemit. (Selbst wenn ein Einverständnis eingeholt wurde, aufgrund des Widerspruchsrechtes)
Und das ist unpraktikabel, wenn ich über Personen, die an meinem Projekt mitarbeiten, schreiben möchte. - Von anderen sozialen Netzwerken, kann ich das eben löschen.
Andererseits frage ich mich auch, wie Steemit sich rechtlich in dieser Angelegenheit absichern will. - Mir ist auch nicht klar, ob letztenendes der Dienst von Steemit bedroht wird, oder der Nutzer über die Rechtslage Gewissheit haben muss.
Ich bitte darum, mich zu belehren, wenn jmd. es genauer weiß.
jura dsgvo steemit rechtliches deutsch
2년 전 by alisabell32
+ zynatrix
Ist es denn generell gar nicht möglich Einträge auf der steem Blockchain zu löschen, oder ist es "nur" äußerst aufwendig? Wird denn der Inhalt also der Text eines Blogeintrags direkt mit in die Blockchain geschrieben, oder "nur" ein Teil (Überschrift)?
alisabell32 · 2년 전
Hi @matschi,
bei Dtube weiß ich zufälligerweise, dass die Videos selbst irgendwo gespeichert werden und in der Blockchain steht nur die url. - Soweit könnte man das Video prinzipiell löschen.
Spannend wäre es ob alle(!) text-Informationen in der Blockchain landen, oder wenn nein, welche texte? Denn ich würde den Inhalt eines Videos normalerweise in der Beschreibung kurz zusammenfassen wollen...
Auch spannend ist die Frage: Wenn man etwas löschen kann, zB ein Video oder ein Bild auf steepshot.io: Wie läuft die Prozedur ab?
Jeglicher Text landet in der Blockchain. Also der gesamte Inhalt aller Kommentare und Blog-Einträge. Das "editieren" ist auch kein echtes verändern des schon vorgenommenen Eintrags, es wird lediglich ein Änderungseintrag in die Blockchain geschrieben. Also selbst wenn man einen Artikel (oder Kommentar) editiert ist die Ursprüngliche Version noch immer in der Blockchain.
Einträge auf der Blockchain sind unveränderlich. Das löschen oder verändern eines Eintrags würde die gesamte Blockchain invalidieren. Sie wäre absolut unbrauchbar. Es ist also technisch unmöglich etwas von der Blockchain zu löschen.
Hier sind zwei gute Videos zu dem Thema von Sempervideo, die das Prinzip der Blockchain ganz gut erklären:
witcherdrago38 · 2년 전
Gute Fragen... Blogeinträge, die bei mir älter sind als 7 Tage, kann ich nicht mehr editieren. Daher vermute ich, dass es in einer Blockchain geschrieben wurde. (Mit einer 7 Tage Latenzzeit, passend zur Ausschüttung des Geldes und damit eventuelle Fehler korrigiert werden können) Zensur ist hier auf jeden Fall nicht möglich. - Das gilt auch, wenn der Urheber eines Textes sich selbst zensieren möchte.
Man könnte ja den Blogeintrag (wo personenbezogene Daten drauf sind) auf einem anderen Blog spiegeln und am sechsten Tag nach der Veröffentlichung den Originalbeitrag so editieren, dass da nur ein Link zum gespiegelten Beitrag zu sehen ist.
dzone62 · 2년 전
Ich glaub, das weiss niemand so ganz genau.