Source: https://www.peopleatventure.de/kuendigungsschreiben
Timestamp: 2019-12-15 15:34:52
Document Index: 174435864

Matched Legal Cases: ['§ 622', '§ 623', '§ 622', '§ 622', '§ 3', '§ 5']

Kündigungsschreiben als Arbeitnehmer | Gratis Muster Download
Magazin Kündigungsschreiben
So kündigen Sie als Arbeitnehmer
© Przemyslaw Koch/123rf.com
„Juhuuuu, ich hab den Job!!!“
Natürlich stellt sich spontan ein absolutes Hochgefühl ein, wenn Ihr Bewerbungsschreiben erfolgreich war. Und das zurecht – und auf jeden Fall sollten Sie Ihren Erfolg ausgelassen feiern. Doch eine letzte Hürde müssen Sie erst noch elegant nehmen – Ihre Kündigung beim aktuellen Arbeitgeber. Und nicht jeder ist hier cool bei der Sache. Für jeden zweiten ist der Gang zum Chef mit erheblichem Bauchweh verbunden.
Umso wichtiger ist es, sich auf die Kündigung entsprechend vorzubereiten. Das gilt gleichermaßen für ein Kündigungsgespräch, als auch für die schriftliche Kündigung.
Die häufigsten Kündigungsgründe für Arbeitnehmer
zu wenig Jahresurlaub
Karriere vorantreiben durch Stellenwechsel
Permanente Benachteiligung / Unzufriedenheit
Nervige Kollegen / schlechtes Arbeitsklima
Führungsschwäche des Chefs / Ungerechtigkeiten
keine flexiblen Arbeitsmodelle
Unternehmen steht vor der Pleite
Diplomatie ist Gold - Verhalten bei der Kündigung
Eine Kündigung ist in der Regel eine sehr emotionale Sache. Das liegt einerseits daran, dass Sie unter Umständen viel Lebenszeit und Herzblut in das Unternehmen eingebracht haben. Und daran, dass sich nach diesem Schritt vieles für Sie ändern wird.
Allerdings gilt das gleiche auch für Ihren Arbeitgeber. Schließlich muss erst ein adäquater Ersatz für Sie gefunden und eine aufwendige Einarbeitungszeit absolviert werden. Und ob das auf Anhieb gelingt, steht in den Sternen. Und nicht zu vergessen die Angst, dass Sie wertvolles Knowhow oder zahlungskräftige Kunden mitnehmen.
Ganz gleich, mit welchen Gefühlen Sie aus dem Unternehmen ausscheiden – Sie sollten sich unbedingt für einen seriösen Abgang entscheiden. Natürlich ist eine Kündigung die perfekte Möglichkeit, alles Angestaute herauszulassen, um sich so richtig Luft zu machen. Auch wenn die Erleichterung für einige Stunden anhält, zu empfehlen ist es nicht.
Zum einen müssen Sie vermutlich noch Ihre Restarbeitstage absolvieren, was ohnehin schon schwer genug ist. Denn ab dem Bekanntwerden der Kündigung sind Sie in der Firma so eine Art Alien und gehören nicht mehr richtig dazu. Zum anderen dürfen Sie nicht vergessen, dass Sie noch von Ihrem Arbeitgeber ein gutes qualifiziertes Arbeitszeugnis erwarten.
Von daher macht es Sinn, bis zuletzt eine gute Miene zu machen und sich ohne Vorwürfe zu verabschieden. Und wenn es noch so schwerfällt, scheiden Sie so korrekt wie möglich aus! Ihr Unmut verbraucht nur Energien, die Sie ab jetzt sinnvoller einsetzen können.
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Die Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses ist im BGB (§§ 622 ff.) geregelt. Hier sind einige Dinge zu beachten, damit Ihre Kündigung auch tatsächlich ohne Extrakapitel rechtskräftig wird.
Eine Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung, durch die der Kündigende das laufende Arbeitsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten entweder sofort oder nach Ablauf der Kündigungsfrist beendet.
Ihr Wille ist also entscheidend. Das gute: eine Einwilligung benötigen Sie nicht. Das wäre ja auch noch schöner! Häufig sucht der Arbeitgeber das Gespräch, um zu ergründen, warum der Arbeitnehmer gehen möchte. Sein letzter Trumpf ist es dann, mit dem Scheckbuch zu wedeln und einen neuen Gehaltsvorschlag zu unterbreiten. Sie müssen sich dann gut überlegen, ob Sie tatsächlich auf das Gegenangebot eingehen möchten. Unter Umständen bleibt ein übler Nachgeschmack, wenn Sie trotz Kündigung bleiben.
Wenn Sie kündigen, müssen Sie ihrem Arbeitgeber noch in den verbleibenden Tagen bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Damit der Zeitraum so kurz wie möglich ausfällt, hilft es, rechtzeitig vor der Kündigung ein dickes Polster an Resturlaub zu sammeln. Auf Ihren Resturlaub haben Sie absolut Anspruch.
Wichtige Bestandteile einer schriftlichen Kündigung
Immer wieder kommt es vor den Arbeitsgerichten zu Rechtsstreitigkeiten, weil eine schriftliche Kündigung nicht alle wichtigen Vorgaben erfüllt. Dabei ist es gar nicht so schwer, eine rechtskonforme Kündigung zu schreiben. Ein kurzer Brief mit allen relevanten Informationen in fünf, sechs Sätzen ist völlig ausreichend.
Ein Kündigungsschreiben sollte kurz und prägnant sein - es ist besser, auf ausschweifende Ausführungen zu verzichten. Beschränken Sie sich auf die wesentlichen Fakten, je sachlicher, desto besser!
(geregelt in § 623 BGB)
So dürfen Sie Ihre Kündigung NICHT übermitteln
schriftlich per WhatsApp
schriftlich über Social Media
Das muss Ihre schriftliche Kündigung können
Selbstverständlich gehören Ihre persönlichen Daten, wie der vollständige Name, Ihre postalische Adresse und Ihre Kontaktdaten (Telefon, E-Mail) in den Briefkopf Ihres Kündigungsschreibens. So wird sichergestellt, dass Ihre Kündigung auch zweifelsfrei Ihnen zugeordnet werden kann.
Korrekte Unternehmensanschrift
Eine korrekte Unternehmensanschrift gehört in jeden Brief, auch wenn es sich um eine Kündigung handelt. Selbst wenn Sie den Brief persönlich abgeben, sollten Sie die Adresse vollständig ausfüllen, damit im Nachgang unstreitig belegt ist, was und wo gekündigt wird.
Natürlich muss Ihre Kündigung auch ein aktuelles Datum enthalten. Zwar hat das Briefdatum keinerlei Relevanz für die Kündigungsfrist. Für die Fristwahrung, in wie weit Ihre Kündigung fristgerecht eingeht, ist nur entscheidend, wann das Kündigungsschreiben dem Empfänger zugeht. Trotzdem kann es im Streitfall wichtig sein zu beweisen, wann die Kündigung von Ihnen verfasst wurde.
Auf jeden Fall sollte bereits aus dem Betreff hervorgehen, dass es sich bei dem Anschreiben um eine Kündigung handelt. So kann der Empfänger den Inhalt und die Wichtigkeit des Schreibens schnell und präzise einordnen. Und das ist ja auch in Ihrem eigenen Interesse. Die Formulierung „Kündigung meines Arbeitsvertrags zum xx.yy.zzzz“ wäre ein sinnvoller Betreff. Bei einem zweizeiligen Betreff kann noch die Personalnummer aufgeführt werden. Vor allem in einem sehr großen Unternehmen macht das Sinn.
Eine alternative Formulierung könnte so lauten: „Kündigung meines Arbeitsvertrags vom xx.yy.zzzz bis zum xx.yy.zzzz“
Da Sie mit dem Unternehmen sehr vertraut sind, dürfte die Wahl des passenden Ansprechpartners für Ihre Kündigung nicht schwerfallen. Damit ist es einfach, die Anrede korrekt zu personalisieren. In kleineren Firmen kommt eigentlich nur der Chef in Frage, in größeren Unternehmen die Geschäftsleitung oder der Personalverantwortliche. Es erklärt sich von selbst, dass die allgemeine Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ nicht ideal ist. Richten Sie Ihre Kündigung direkt an die zuständige Person. „Sehr geehrter Herr/Frau Mauss,“.
Kündigungstext – 1. Kündigungsaussage
Beginnen Sie gleich im ersten Satz Ihres Kündigungsschreibens mit der Kernbotschaft: „mit diesem Schreiben kündige ich mein Arbeitsverhältnis fristgerecht zum nächstmöglichen Kündigungstermin.“
Versuchen Sie auf keinen Fall, weit auszuholen und umständlich auf Ihren Kündigungswunsch hinzuformulieren, nur um nicht unhöflich zu wirken. Geben Sie dem Leser keinerlei Spielraum, Ihre Kündigung falsch zu interpretieren.
Fatal sind Formulierungen wie „ich würde gerne kündigen“. Aus diesen Worten geht nicht klar hervor, dass Sie schon fest entschlossen sind. Wer die Worte auf die Goldwaage legt, könnte denken, Sie würden gerne kündigen – tun es aber noch nicht! Deshalb ist es von hoher Wichtigkeit, dass Sie Ihre Kündigungsaussage eindeutig kundtun.
Kündigungstext – 2. Kündigungsfrist
Immer wieder ein großer Streitpunkt bei Kündigungsauseinandersetzungen ist die Berechnung der Kündigungsfrist. Um Missverständnissen vorzubeugen, legen Sie im Kündigungsschreiben dar, wie Sie Ihre Kündigungsfrist selbst sehen und berechnen. „Laut § 622 (1) BGB beträgt meine Kündigungsfrist vier Wochen zum Monatsende, so dass mein Arbeitsverhältnis mit Ihnen am 30.xx.zzz endet.“
Grundsätzlich gilt die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer
(geregelt in § 622 (1) BGB)
„Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Arbeitnehmers kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.“
Wenn Sie am 5. Mai die Kündigung schreiben und
persönlich übergeben, dann können Sie frühestens zum
15. Juni gehen.
falls abweichende Regelung im Tarifvertrag:
- es gilt die Regelung aus dem Tarifvertrag
falls abweichende Regelung im Arbeitsvertrag:
1. gilt nur für Unternehmen, die weniger als 20 Arbeitsnehmer beschäftigen
2. gilt für vorübergehend eingestellte Aushilfen (unter 3 Monate)
- es gilt die Regelung aus dem Arbeitsvertrag
- Kündigungsfrist nur 2 Wochen
Kündigungstext – 3. Resturlaub und letzter Arbeitstag
Mit entscheidend für Ihren Abgang aus dem Unternehmen ist nicht nur das Ende der Kündigungsfrist – denn bis dahin werden Sie bezahlt. Auch Ihr letzter Arbeitstag ist von Bedeutung, vor allem für Sie! Denn ab dann haben Sie frei. In der Regel weichen beide Tage voneinander ab.
Ihr letzter Arbeitstag berechnet sich aus dem Ende der Kündigungsfrist abzüglich des Ihnen noch zustehenden Resturlaubes. Wenn es Ihnen zu umständlich ist, den letzten Arbeitstag und Ihren verbleibenden Resturlaub selbst zu berechnen, dann können Sie es auch Ihrem Arbeitgeber überlassen, Ihnen die errechneten Fakten mitzuteilen. Schreiben Sie dann: „Bitte teilen Sie mir mit, wann genau mein letzter Arbeitstag unter Berücksichtigung des noch ausstehenden Resturlaubs ist.“
In jedem Falle ist es aber empfehlenswert, den zustehenden Resturlaub und den letzten Arbeitstag selbst auszurechnen. Es ist immer von Vorteil, wenn man die Fäden in der Hand hält und weiß, was Sache ist. Da ein Urlaubstag mehr oder weniger ein kostbares Gut ist, sollten Sie unbedingt die Kontrolle behalten und zeigen, dass Sie mitdenken: „Nach meiner Berechnung habe ich noch Anspruch auf 12 Tage Resturlaub, sodass mein letzter Arbeitstag in Ihrer Firma am xx.yy.zzzz ist.“
So berechnen Sie Ihren Resturlaub
Viele Arbeitnehmer berechnen Ihren Resturlaub falsch, wenn das Arbeitsverhältnis unterjährig endet. Wer die Urlaubstage einfach nur zwölftelt und mit den betroffenen Monaten multipliziert, verschenkt unter Umständen viele schöne freie Tage! Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf die gesetzlichen Bestimmungen zu werfen.
Mindesturlaub nach § 3 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz)
Der Gesetzgeber hat festgelegt: Unter dem Mindesturlaub geht nichts!
Bei einer 5-Tage-Woche sind 20 Urlaubstage Pflicht.
Bei einer 6-Tage-Woche sind 24 Urlaubstage Pflicht.
Viele Arbeitgeber vereinbaren im Arbeitsvertrag aber freiwillig mehr Urlaubstage, als Sie müssen.
Regelung, wenn Sie BIS einschließlich 30.06. gehen
Wenn Sie in der ersten Jahreshälfte kündigen, wird tatsächlich der Resturlaub klassisch zeitanteilig berechnet (§ 5 (1c) BUrlG)
- 32 Tage Anspruch auf Jahresurlaub
- Ende der Kündigungsfrist am 30.04.
- Resturlaub für 4 Monate: 32 Tage : 12 x 4 = 10,66 Resttage
(Bruchteile über 0,5 werden aufgerundet, unter
0,5 abgerundet)
Regelung, wenn Sie NACH dem 30.06. gehen
Wenn Sie in der zweiten Jahreshälfte gehen, und Ihr Arbeitsverhältnis bereits am 01.01. bestand, haben Sie Anspruch auf den vollen Jahresmindesturlaub, auch wenn Sie nicht bis Ende Dezember arbeiten.
Aber Achtung! Das gilt nur für den gesetzlichen Mindesturlaub! Um zu prüfen, ob das auch für Ihren Mehrurlaub gilt, müssen Sie erst in Ihrem Arbeitsvertrag nachschauen. Steht dort irgendwo, dass Ihr Urlaubsanspruch nur zeitanteilig gewährt wird (=pro rata temporis), dann muss zumindest für die Tage des Mehrurlaubs zeitanteilig gerechnet werden. Die Tage des Mindesturlaubs gibt aber voll! Fehlt diese Klausel dagegen, erhalten Sie auch den freiwillig zugestandenen Urlaub voll.
- 32 Tage Anspruch auf Jahresurlaub bei einer 5-Tage-Woche
- Ende der Kündigungsfrist am 31.07.
- im Arbeitsvertrag steht keine pro rata temporis Klausel
- Resturlaub 20 Tage gesetzlicher Urlaub + 12 Tage
- Berechneter Resturlaub 32 Tage
Kündigungstext – 4. Kündigungsbestätigung
Ganz wichtig ist es, eine Kündigungsbestätigung anzufordern. So sind Sie auf der sicheren Seite, dass die Kündigung auch angekommen ist und ins Rollen kommt. Vor allem, wenn Sie den Postweg nutzen und das Anschreiben nicht persönlich überreichen möchten, muss eine Bestätigung her.
„Bitte bestätigen Sie den Erhalt meiner Kündigung schriftlich.“
Noch besser ist es, wenn Sie sich nicht nur den Kündigungseingang bestätigen lassen, sondern auch das Austrittsdatum, den zustehenden Resturlaub und Ihren letzten Arbeitstag.
„Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Erhalt meiner Kündigung, sowie den Tag, an dem mein Arbeitsverhältnis endet. Und teilen Sie mir den noch zustehenden Resturlaub und, daraus resultierend, meinen letzten Arbeitstag mit.“
Wenn Sie die schriftliche Kündigung persönlich übergeben, ist es ausreichend, wenn Sie sich die Aushändigung quittieren lassen.
Kündigungstext – 5. Anforderung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses
Auch heute noch gilt: Kein Lebenslauf ohne Arbeitszeugnis auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb ist spätestens mit der Kündigung auch das nächste Arbeitszeugnis fällig. Tatsächlich haben Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Im Gegensatz zum einfachen Zeugnis enthält das qualifizierte Zeugnis auch eine Beurteilung Ihrer sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen.
Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Ihnen auch ohne Aufforderung ein Arbeitszeugnis ausgehändigt wird. Aber die ungeliebte Aufgabe wird von den Chefs gerne verdrängt, so dass es Sinn macht, rechtzeitig darauf hinzuweisen. Klar ist, alles was Sie nach Zugang Ihrer Kündigung verlangen, hat künftig für die Firma nur noch untergeordnete Relevanz.
Also formulieren Sie: „Bitte händigen Sie mir spätestens an meinem letzten Arbeitstag ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.“
Kündigungstext – 6. Dank aussprechen
Ihre Kündigung funktioniert auch ohne Dank. Aber: Zeigen auf jeden Fall Größe auf den letzten Metern. Ganz gleich, was war, es gab eine gemeinsame Wegstrecke, und ein paar freundliche, versöhnliche Worte haben noch nie jemanden geschadet. „Vielen Dank für die die langjährige Zusammenarbeit.“ Oder „Ich bedanke mich für die erfolgreiche Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen.“
Das Wort „herzlich“ würde ich in dem Zusammenhang vermeiden, das gehört eher nicht dazu, wenn man auseinandergeht. Alternativ könnte man „vielmals“ schreiben.
Wer im Guten geht und eine großartige, inspirierende Zeit dort hinter sich gebracht hat, kann natürlich beim Thema Dank auch etwas dicker auftragen!
Bleiben Sie bei der Grußformel neutral: „Mit freundlichen Grüßen“.
Damit die Kündigung rechtskräftig werden kann, sollten Sie bei Ihrer Unterschrift besonders achtsam sein. Hier sind bestimmte Anforderungen zu erfüllen.
So unterschreiben Sie richtig
Die Unterschrift muss eigenhändig sein
(der mit Tastatur getippt Name oder ein Unterschriftsstempel ist
Die Unterschrift muss den Nachnahmen enthalten
(nur der Vorname ist in der Regel nicht ausreichend)
Die Unterschrift muss zugeordnet werden können
(mit der Lesbarkeit von Unterschriften ist das so eine Sache)
Die Unterschrift darf nicht gescannt und als Schnipsel
eingefügt worden sein
Die Angabe eines Kündigungsgrunds
Die gute Nachricht ist – Sie brauchen keinen Kündigungsgrund anzugeben, damit Ihre Kündigung rechtswirksam wird. Deshalb sollten Sie in Ihrer schriftlichen Kündigung neutral bleiben, und keine Aussage über den Ausscheidungsgrund machen. Da Sie lange und eng mit den Kollegen und Ihrem Vorgesetzten zusammengearbeitet haben, können die sich ohnehin denken, warum Sie nicht bleiben.
Anders verhält es sich bei einer fristlosen (außerordentlichen) Kündigung. Bei der fristlosen Kündigung ist, im Gegensatz zur ordentlichen Kündigung, das Arbeitsverhältnis sofort beendet – eine Kündigungsfrist braucht hier nicht mehr eingehalten zu werden.
Allerdings ist eine fristlose Kündigung nur unter gravierenden Gründen möglich, nämlich dann, wenn ein Weiterarbeiten nicht mehr zuzumuten ist.
wenn Lohn / Gehalt trotz Abmahnung nicht bezahlt werden
wenn der Arbeitnehmer groben Beleidigungen ausgesetzt wird
wenn der Arbeitnehmer sexuell belästigt wird
wenn der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bedroht wird
wenn der gesetzliche Arbeitsschutz nicht eingehalten wird
wenn der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz Tätlichkeiten
Liegt eine fristlose Kündigung des Arbeitnehmers vor, braucht zwar
zunächst kein Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben genannt
Aber auf Nachfrage des Arbeitgebers ist der Kündigungsgrund
unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Das ist auch nach-
vollziehbar, denn aufgrund der besonderen Härte muss der
Kündigungsgrund transparent sein.
Die Wirksamkeit einer Kündigung startet mit dem Zugang beim Empfänger. Wird die Kündigung persönlich überreicht und quittiert, ist der Zugang unproblematisch.
Schwieriger ist der Zugang, wenn die Kündigung per Post geschickt wird. In diesem Fall wird die Kündigung in dem Moment wirksam, indem sie in den „Machtbereich“ des Empfängers gelangt. Um es konkret zu machen, in den Briefkasten des Adressaten. Es ist davon auszugehen, dass unter normalen Voraussetzungen ein Briefkasten an jedem Werktag Vormittag geleert wird.
Wird die Kündigung persönlich Dienstagsabends um 22 Uhr in den Briefkasten des Unternehmens geworfen, gilt sie am Mittwochvormittag als zugegangen, da vormittags üblicherweise geleert wird. Ob der Briefkasten dann auch tatsächlich geleert wird, ist hierbei nicht mehr entscheidend.
Die Kündigungsfrist beginnt am Tag NACH dem Zugang zu laufen.
Wenn Sie nur mündlich kündigen, ist Ihre Kündigung nicht rechtswirksam. Trotzdem ist es üblich, neben der schriftlichen Kündigung auch in einem Gespräch die Kündigung anzusprechen.
Spätestens hier wird auch der Kündigungsgrund kommuniziert. Sie sollten sich vorher im Klaren sein, wie offen Sie über Ihre Wechselgründe sprechen möchten oder ob Sie sich lieber mit neutralen Aussagen aus der Affäre ziehen. Es hat sich bewährt, so ehrlich und authentisch wie möglich zu sein – ohne zu verletzen.
Ein Kündigungsgespräch ist kein normales Gespräch. Deshalb ist der Zeitpunkt für ein Kündigungsgespräch sorgfältig auszuwählen. Versuchen Sie einen ruhigen Moment abzupassen oder sich, noch besser, einen Termin geben zu lassen. Es gestaltet sich schwierig, ein Kündigungsgespräch zu führen, wenn dauernd Störungen dazwischenkommen.
Wenn Sie mehrere Punkte ansprechen möchten, kann es nicht schaden, wenn Sie sich mit einem Spickzettel bewaffnen, damit nichts vergessen geht. Wie bei der schriftlichen Kündigung sollten Sie hier unmittelbar und ohne Umschweife zum Punkt kommen.
Wenn Sie einen offenen Schlagabtausch suchen, sollten Sie unbedingt bis zum Ende des letzten Arbeitstages warten.
Fazit: Um eine rechtskräftige Kündigung zu schreiben, müssen Sie einige Basics beachten. Es ist unabdingbar, schriftlich zu kündigen. Eine mündliche Kündigung ist unwirksam. Ein Kündigungsgespräch wird sich trotzdem nicht vermeiden lassen. Treffen Sie dafür alle Vorbereitungen und bleiben Sie diplomatisch. Sammeln Sie rechtzeitig ein Polster an Resturlaubstagen, um die Arbeitszeit nach der Kündigung kurz zu halten. Beschränken Sie sich im Kündigungsschreiben auf das Wesentliche und formulieren Sie eindeutig. Berechnen Sie Ihren Resturlaub und die Kündigungsfrist. Bitten Sie um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Unterschreiben Sie original (nicht digital) mit Vor- und Zunamen.