Source: https://www.dftb-online.de/fachverband/zertifizierungsrichtlinien/
Timestamp: 2019-12-07 23:49:24
Document Index: 225199738

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§3', '§ 7', '§ 8', '§ 3', '§ 10', '§ 11', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§3', '§ 18', '§ 20']

DFTB - Deutscher Fachverband Tiertherapeutischer Berufe - Zertifizierungsrichtlinien
Zertifizierungsrichtlinien DFTB
Tierverhaltenstherapeut - Tierpsychologe (Hund, Pferd, Katze)
Tierphysiotherapeut (Hund, Pferd)
Gesundheits-Heiltherapeut (Hund, Pferd, Katze)
Im folgenden verallgemeinernd Tiertherapeuten genannt.
Um die Beziehung zwischen Tierhalter und Tiertherapeut zu verbessern, ist es notwendig, die fehlende gesetzliche Regelung des Berufsbildes der Tiertherapeuten in einem transparenten System zu regulieren.
Die Mitglieder des DFTBs haben die Möglichkeit nach erfolgreich absolvierter Abschluss­prüfung eine Zertifizierungsurkunde mit folgenden Titeln zu erlangen, um ihre Fachkompetenz zu dokumentieren:
geprüfter Tierverhaltenstherapeut - Tierpsychologe (DFTB)*
geprüfter Hundeverhaltenstherapeut - Hundepsychologe (DFTB)
geprüfter Pferdeverhaltenstherapeut - Pferdepsychologe (DFTB)
geprüfter Katzenverhaltenstherapeut - Katzenpsychologe (DFTB)
geprüfter Hundetrainer (DFTB)
geprüfte Fachkraft für Tiergestützte Therapie (DFTB)
geprüfter Tierphysiotherapeut (DFTB)*
geprüfter Hundephysiotherapeut (DFTB)
geprüfter Pferdephysiotherapeut (DFTB)
geprüfter Gesundheits-Heiltherapeut (DFTB)*
geprüfter Gesundheitsheiltherapeut Hund (DFTB)
geprüfter Gesundheitsheiltherapeut Pferd (DFTB)
geprüfter Gesundheitsheiltherapeut Katze (DFTB)
(Die mit * bezeichneten Berufe beinhalten gesamtumfänglich die Ausbildungen, der darunter eingerückten Berufe)
Der DFTB als Zertifizierungsstelle überwacht die Zertifizierungsregeln gemäß den Zertifizierungsrichtlinien.
Um die Qualität des Berufsbildes Tiertherapeut zu sichern, besteht die Pflicht zur stetigen Weiterbildung. Ein jährlicher Nachweis gem. § 14 ist vorzulegen.
§ 2 Zertifizierungsverfahren und Zulassungsantrag zur Abschlussprüfung
Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss ein Zulassungsantrag gestellt werden. Das Zertifizierungsverfahren beginnt mit Antragseingang beim DFTB. Die Antragsunterlagen müssen vollständig ausgefüllt und rechtsverbindlich unterschrieben sein. Folgende Anlagen sind dem Antrag beizufügen:
Nachweis der Ausbildung in einer von DFTB anerkannten Ausbildungseinrichtung in der jeweiligen Fachrichtung
nicht anerkannte Ausbildungseinrichtungen können von der Zertifizierungsstelle anerkannt werden, wenn gleichwertige Leistungen nachweisbar sind
die Bearbeitung des Antrages erfolgt erst, wenn alle Unterlagen vorliegen, eventuell fehlende Unterlagen werden nachgefordert
Der Antragsteller erkennt die Zertifizierungsregeln und den Gebührenanspruch des DFTB durch Unterschriftsleistung an.
Die Prüfungsgebühr beträgt 150,00 €. Wurde die Ausbildung in einer von der Zertifizierungsstelle anerkannten Ausbildungseinrichtung absolviert, entfällt diese.
Um zur Prüfung zugelassen zu werden muss der Antrag vier Wochen vor Prüfungstermin beim DFTB eingegangen sein.
Nachfolgend, die notwendigen Fachkenntnisse der jeweiligen Berufsbilder:
Umfasst die Ausbildungen § 3 Nr. 2, 3 und 4
Hundeverhaltenstherapeut - Hundepsychologe
Arbeit mit und in der Hundegruppe, Hilfsmittel, Gesetze, Behörden
Hundeführerschein, Gründung einer Hundeschule
Probleme in der Erziehung und im Alltag
Ausdrucksverhalten und Sozialverhalten des Pferdes
Zucht, Haltung und Ernährung des Pferdes
Reitweisen und Nutzung des Pferdes in der Betrachtung
Umgang mit dem Pferd, Führen, Bodenarbeit, Click & Treat
Problemverhalten, Lernverhalten, Problementstehung, problematische Verhaltensweisen
Problemverhalten des Pferdes im Alltag und der Ausbildung
Problemverhalten des Pferdes, Probleme verhindern, Trainingsmöglichkeiten, Trainings- und Therapiepläne
Biologie der Katze und Hauskatze
Ethologie, Verhalten, Rassekunde von Katzen und Evolution
Sinne der Katze und Hauskatze, Beschäftigung für die Hauskatze, Unterforderung, Überforderung
Ausdrucksverhalten der Katze innerartlich und artübergreifend
Erziehung der Katze und Erziehungsformen
Lernverhalten der Katze, welche Rolle spielt Wohlbefinden und Unbehagen
Sozialisation der Hauskatze, Probleme im Alltag mit Katzen, Ängste, Aggressionen, Umgang und unerwünschte Verhaltensweisen
Probleme der Hauskatze im Alltag, Erkrankungen, Stereotypien, die Katze als seelischer „Mülleimer“ des Menschen
Anamnese, Beratungsgespräche mit dem Tierhalter/in und Aufbau von Trainingsplänen
Zucht Haltung und Ernährung der Hauskatze
Anatomie und Physiologie Mensch
Pathologie Mensch
Allgemeine Grundlagen – rechte Aspekte der Tiergestützten Therapie
Pathologie und Notfallbehandlung Hund
Umfasst die Ausbildungen § 3 Nr. 8 und 9
Tierphysiotherapeut Hund
Pathologie des Hundes
Verschiedene Techniken der Physiotherapie
Grundlagen der Elektro-, Wärme-, Kälte-, Hydrotherapie
Bewegungstherapie und Trainingslehre
Gezielter Muskelaufbau sowie Rekonvaleszenz
Magnetfeld, Laser
Tierphysiotherapeut Pferd
Gesundheits-Heiltherapeut
Umfasst die Ausbildungen §3 Nr. 11, 12 und 13
Gesundheits-Heiltherapeut Hund
Komplextherapie I
Gesundheits-Heiltherapeut Pferd
Gesundheits-Heiltherapeut Katze
Es muss eine schriftliche Facharbeit eigenständig erstellt werden, die mindestens 30 Seiten umfasst.
Das Thema der Facharbeit muss vertiefte Kenntnisse des jeweiligen Fachbereiches vorweisen können.
Die Zertifizierungsstelle entscheidet über die Zulassung zur Prüfung.
Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann die Zulassung versagt werden.
Sind vom Antragsteller falsche Angaben gemacht worden, kann die Zulassung zurückgenommen werden.
Die Prüfung ist mit dem Namen des Prüflings zu versehen.
Die schriftliche Prüfung umfasst Aufgaben der Ausbildungsinhalte des jeweiligen Fachbereichs.
Die Dauer der Prüfung beträgt 2 Stunden und wird überwiegend im Multiple-Choice-Verfahren durchgeführt.
Die Prüfungsdauer kann auf Antrag verlängert werden, wenn es für den Prüfling aus besonderen Anlässen erforderlich ist.
Täuschungsversuche führen zum Ausschluss des Prüflings.
§ 7 Bewertung der schriftlichen Prüfung
Die Prüfungen werden von zwei Prüfern korrigiert, die vom DFTB bestimmt werden.
Die Korrektheit der Antworten wird von den Prüfern, angepasst an die jeweiligen Fachbereiche, bewertet.
Die schriftliche Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn sie nicht oder nicht rechtzeitig abgegeben wird.
§ 8 Zulassung zur praktischen Prüfung
Wenn die schriftliche Prüfung nicht bestanden wurde, ist eine Teilnahme an der praktischen Prüfung nicht möglich.
Der Inhalt der Praktischen Prüfung besteht aus den jeweiligen Fachbereichen (s. § 3)
Dauer und Inhalt der praktischen Prüfung wird dem jeweiligen Fachbereich angepasst.
Der DFTB bestimmt 2 Prüfer, die den Prüfungsausschuss zur praktischen Prüfung bilden.
§ 10 Benotung der praktischen Prüfung
Der Prüfungsausschuss bewertet die Leistungen nach folgenden Regeln:
Note 1 (sehr gut) 91 % - 100 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 2 (gut) 81 % - 90 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 3 (befriedigend) 71 % - 80 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 4 (ausreichend) 61 % - 70 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 5 (ungenügend) < 60 % der maximal erreichbaren Punkte
§ 11 Gesamtnote
Der Prüfungsausschuss bestimmt die Gesamtnote der Prüfungen.
Die Gesamtnote setzt sich aus der Facharbeit, der schriftlichen und der mündlichen Prüfung zu gleichen Teilen zusammen. Jeder Teil geht zu einem Drittel in Gesamtwertung ein.
Eine Wiederholung der Prüfung ist einmalig möglich.
§ 14 Gültigkeit des Zertifikats
Das Zertifikat ist solange gültig, solange der Teilnehmer jährlich die erforderlichen Fortbildungen nachweist. Wird die Fortbildung nicht spätestens 2 Wochen vor Ablauf des 1. Jahres schriftlich beim Verband nachgewiesen, so verliert das Zertifikat seine Gültigkeit. Der Zertifikatsinhaber ist verpflichtet, die Urkunde an den Verband zurückzusenden oder schriftlich zu versichern, dass diese nicht mehr existiert und darf sich nicht mehr als zertifizierter Tiertherapeut bezeichnen.
§ 15 Entzug des Zertifikats
Die Zertifizierungsstelle ist berechtigt, ein Zertifikat zurückzuziehen, wenn das Zertifikat missbräuchlich verwendet wird.
§ 16 Rechte des Antragstellers
Der Antragsteller hat Anspruch auf
Information zum Verfahrensablauf
Geheimhaltung und Verschwiegenheit hinsichtlich des Zertifizierungsverfahrens
unparteiische Behandlung
Eintragung in das Zentralregisters der Mitglieder
alle von der Zertifizierungsstelle angebotenen Dienstleistungen
Information zu Änderungen gesetzlicher Vorschriften, Normen und Richtlinien, die Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung der Zertifizierung haben
§ 17 Pflichten des Antragsstellers
Der Antragsteller ist verpflichtet
das Zertifizierungsverfahren anzuerkennen
dem DFTB Namens- oder Adressänderungen, o.ä. unverzüglich mitzuteilen
die Fortbildungsnachweise rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit nachzuweisen oder den Verzicht der Zertifikatsverlängerung mitzuteilen
die Zertifikats-Werbung nur für die geprüfte Ausbildung (gemäß §3) mit dem Zusatz DFTB zu nutzen
Werbung mit dem Zertifikat sofort zu beenden, wenn die Zertifizierung erloschen ist
gemäß Tierschutzgesetz zu handeln und Tieren keine unnötigen Schmerzen zuzufügen, insbesondere durch Reizstromgeräte, Stachelhalsbänder, Zughalsbänder ohne Stopp und Geschirre mit Zugwirkung unter den Achseln, o.ä.
§ 18 Pflichten der Zertifizierungsstelle
Die Zertifizierungsstelle verpflichtet sich
zu einem qualifizierten Prüfungsverfahren
zu einer objektiven Prüfung der Fachkompetenz
einen jährlichen Verbandstag anzubieten
Terminvorschläge zu Therapeutentreffen bekannt zu geben
Beiträge der Mitglieder, die dem Zweck des Verbandes dienen, im Magazin zu veröffentlichen
Die von der Zertifizierungsstelle erhobenen Daten des Antragsstellers dürfen nur im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens benutzt werden und keinesfalls an unbeteiligte Dritte weitergegeben werden.
§ 20 Gesetzliche Änderungen der Grundlagen
Die Zertifizierungsstelle ist zur Anpassung der Zertifizierungsrichtlinien verpflichtet, wenn dies durch Änderungen gesetzlicher Grundlagen notwendig wird.