Source: https://schutt-waetke.de/it-recht/bgh-entscheidet-zugunsten-von-screen-scraping/
Timestamp: 2019-10-18 12:35:46
Document Index: 275841877

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH entscheidet zugunsten von Screen-Scraping - Schutt, Waetke - Rechtsanwälte für Unternehmen
Als „Screen-Scraping“ bezeichnet man den automatisierten Abruf von Daten einer Internetseite, um diese auf einer anderen Internetseite anzuzeigen. Das Verfahren wird beispielsweise von Plattformen genutzt, die Flüge verschiedener Airlines darstellen und deren Preise miteinander vergleichen. Zu diesem Zweck werden die Datenbanken der jeweiligen Airlines, die hinter deren Webseiten stecken, ausgelesen und auf der Plattform-Seite neu aufbereitet dargestellt.
Die Fluggesellschaft Ryanair hatte sich bis zum BGH hin gegen dieses Vorgehen gewehrt und nun in letzter Instanz verloren.
Hier ist die original Pressmeldung des BGH dazu (die Sätze in Fettdruck wurden von uns zur Darstellung der entscheidenden Passagen hervorgehoben):
Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat über die wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit des automatisierten Abrufs von Daten von einer Internetseite, um sie auf einer anderen Internetseite anzuzeigen (sogenanntes „Screen Scraping“), entschieden.
Quelle: Pressetext des BGH
BGH, Urteil vom 30. April 2014 – Az. I ZR 224/12 – Flugvermittlung im Internet
Der BGH hat letztlich eine Abwägung der gegenseitigen Interessen vorgenommen und das Interesse von Ryanair als weniger schwerwiegend angesehen, als die Interessen der Beklagten.
Das bedeutet, dass es im Einzelfall stets auf eine solche Abwägung ankommen wird, so dass nicht per se gesagt werden kann, dass ein solches Vorgehen zulässig ist. Entscheidend sind – wie so oft – die konkreten Umstände des Einzelfalls.
Kann man sich als Plattformanbieter aber – so wie hier die Beklagte – auf ein Geschäftsmodell der Preistransparenz berufen, dürfte man grundsätzlich gute Karten haben.
Zugriff von Internet-Reiseportal auf Buchungswebsite von Ryanair rechtswidrig
Wie ist es zu beurteilen, wenn ein Internetportal zum Zwecke der Vermittlung von Reisen auf die Website anderer Anbieter, zum Beispiel einer Fluggesellschaft zugreift? Das kann […]...