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Timestamp: 2019-12-14 17:55:59
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GrAusbV Graveurausbildungsverordnung
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Verordnung über die Berufsausbildung zum Graveur und zur Graveurin (Graveurausbildungsverordnung - GrAusbV)
V. v. 03.06.2016 BGBl. I S. 1298 (Nr. 26)
Geltung ab 01.08.2016; FNA: 7110-6-125 Handwerk im Allgemeinen
Abschnitt 2 Gesellenprüfung
§ 12 Prüfungsbereich Kundenauftrag
§ 13 Prüfungsbereich Fertigungstechnik und Arbeitsplanung
§ 14 Prüfungsbereich Gestaltung
Anlage (zu § 3 Absatz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Graveur und zur Graveurin
Auf Grund des § 25 Absatz 1 Satz 1 der Handwerksordnung, der durch Artikel 283 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf des Graveurs und der Graveurin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage B Abschnitt 1 Nummer 6 „Graveure" der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
2Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Berufsbildpositionen als Teil des Ausbildungsberufsbildes gebündelt.
Planen von Herstellungsprozessen und Arbeitsabläufen,
Vorbereiten von Werkstücken durch manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren für die Gravur-, Laser- und Drucktechnik,
Handhaben und Instandhalten von Betriebsmitteln und technischen Systemen sowie Umgehen mit Gefahrstoffen und sonstigen Werkstoffen,
Herstellen und Instandhalten von Gravierwerkzeugen,
Anfertigen von Modellen und Formen,
Anfertigen von Flachstichen,
Gestalten und Veredeln von Oberflächen sowie Herstellen von Beschilderungen,
Anfertigen von Stempeln und von Form- und Prägewerkzeugen und
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen und Übergeben von Produkten.
Der Ausbildungsbetrieb hat spätestens zu Beginn der Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans für jeden Auszubildenden und für jede Auszubildende einen Ausbildungsplan zu erstellen.
(1) 1Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. 2Dazu ist ihnen während der Ausbildungszeit Gelegenheit zu geben.
(3) Teil 1 soll zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt werden, Teil 2 am Ende der Berufsausbildung.
(1) Teil 1 der Gesellenprüfung findet im Prüfungsbereich Werkstückherstellung statt.
(2) Im Prüfungsbereich Werkstückherstellung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Arbeiten zu planen und Arbeitsplätze vorzubereiten,
ein Werkstück nach Modell oder Zeichnung herzustellen,
die Qualität des Arbeitsergebnisses zu kontrollieren und
die Sicherheit, den Gesundheitsschutz und Umweltschutzbestimmungen zu berücksichtigen.
(3) 1Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen. 2Nach der Durchführung wird mit ihm ein auftragsbezogenes Fachgespräch über die Arbeitsaufgabe geführt.
(4) 1Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 7 Stunden. 2Das auftragsbezogene Fachgespräch dauert höchstens 15 Minuten.
Fertigungstechnik und Arbeitsplanung,
Gestaltung sowie
(3) 1Der Prüfling soll ein Prüfungsstück anfertigen. 2Nach der Anfertigung wird mit ihm ein auftragsbezogenes Fachgespräch über die Anfertigung des Prüfungsstücks geführt.
(4) 1Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 60 Stunden. 2Das auftragsbezogene Fachgespräch dauert höchstens 15 Minuten.
(1) Im Prüfungsbereich Fertigungstechnik und Arbeitsplanung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Aufträge und technische Unterlagen zu analysieren und auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen,
technische Zeichnungen zu erstellen,
Berechnungen durchzuführen,
Fertigungsverfahren und Fertigungsabläufe festzulegen und zu erläutern,
Prüfmethoden und Prüfmittel festzulegen und zu beschreiben,
das Einrichten des Arbeitsplatzes unter Berücksichtigung von Arbeitssicherheit und Umweltschutz zu planen und
Qualitäts- und Arbeitsergebnisse zu dokumentieren.
(1) Im Prüfungsbereich Gestaltung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Skizzen und Zeichnungen anzufertigen,
Herstellungsprozesse für Modelle zu erläutern,
kunsthistorische und zeitgemäße Formensprache sowie Schriftgestaltung anzuwenden und
Grundlagen der Heraldik zu erläutern.
(2) 1Die Aufgaben, die dem Prüfling gestellt werden, müssen praxisbezogen sein. 2Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.
Werkstückherstellung mit 20 Prozent,
Fertigungstechnik und Arbeitsplanung mit 15 Prozent,
Gestaltung mit 15 Prozent,
im Prüfungsbereich Kundenauftrag mit mindestens „ausreichend",
(3) 1Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Fertigungstechnik und Arbeitsplanung", „Gestaltung" oder „Wirtschafts- und Sozialkunde" durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
2Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.
§ 17 ändert mWv. 1. August 2016 GravAusbV
1Diese Verordnung tritt am 1. August 2016 in Kraft. 2Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Graveur/zur Graveurin vom 15. Mai 1998 (BGBl. I S. 1020) außer Kraft.
1 Planen von Herstellungs-
prozessen und Arbeits-
(§ 4 Absatz 2 Nummer 1) a) technische Zeichnungen oder Daten aus rechner-
gestützter Konstruktion (CAD) auswerten
b) Arbeitsschritte und Herstellungsprozess mit Vorge-
setzten und im Team abstimmen und festlegen sowie
c) Prüf- und Messmittel festlegen, insbesondere Mess-
lupe, Bügelmessschraube, Messschieber, Fadenzäh-
ler, Stahlmaßstab und Tiefenmaß zur Kontrolle der
d) technische Zeichnungen, auch mit CAD-Program-
men, erstellen
e) Hilfsstoffe unterscheiden, auswählen und vorberei-
ten, insbesondere Kühlschmierstoffe, Laugen und
f) Verfügbarkeit von Halbzeugen und Hilfsmitteln sowie
von Werkzeugen, Maschinen und Anlagen prüfen,
Bestellungen veranlassen sowie Halbzeuge, Werk-
stoffe und Hilfsmittel annehmen und kontrollieren 13
g) das Qualitätsmanagementsystem des Betriebes an-
h) Kundenanforderungen ermitteln, auf Umsetzbarkeit
prüfen und mit dem betrieblichen Leistungsangebot
i) Skizzen und perspektivische Zeichnungen unter
Berücksichtigung von technischen, gestalterischen,
künstlerischen, stilkundlichen und heraldischen As-
pekten händisch oder rechnergestützt erstellen
j) Material- und Zeitbedarf ermitteln und Kosten ab-
k) Werkstücke und Halbzeuge nach Form, Kosten-
aspekten, Zusammensetzung und Bearbeitbarkeit
unterscheiden und auswählen
l) von anderen erbrachte Vorleistungen kontrollieren,
beurteilen und dokumentieren 9
2 Vorbereiten von Werkstücken
durch manuelle und
maschinelle Fertigungs-
verfahren für die Gravur-,
(§ 4 Absatz 2 Nummer 2) a) Arbeitsplatz einrichten sowie Werkstücke, Halb-
zeuge, Spannmittel, Werkzeuge, Prüf- und Mess-
mittel sowie Hilfsmittel, insbesondere Kühlschmier-
stoffe, bereitstellen und einsetzen
b) Werkstücke aus unterschiedlichen Werkstoffen nach
vorgegebenen Maßen anreißen und kennzeichnen
c) Maschinen einrichten und Schutzeinrichtungen an-
d) Maschinenwerte zur Bearbeitung von Werkstücken
ermitteln und einstellen
e) Maschinen programmieren
f) Werkstücke plan, winklig und maßgenau unter Be-
achtung von Werkstoffeigenschaften bearbeiten, ins-
besondere durch Trennen, Schleifen, Polieren, Feilen,
Fräsen, Meißeln, Entgraten und Schaben
g) Werkstücke bohren, gewindeschneiden, verschrau-
ben und verstiften
h) metallische Werkstücke stoffschlüssig, insbesondere
durch Hart- und Weichlöten, verbinden
i) Werkstücke aus unterschiedlichen Werkstoffen stoff-
schlüssig verbinden
j) Stoffeigenschaften von Werkstücken verändern, ins-
besondere durch Glühen, Härten und Anlassen 22
3 Handhaben und Instandhalten
von Betriebsmitteln und
technischen Systemen sowie
Umgehen mit Gefahrstoffen
und sonstigen Werkstoffen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 3) a) Betriebsmittel und Gefahrstoffe unter Berücksichti-
gung gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben hand-
b) Betriebsmittel und Gefahrstoffe gemäß Sicherheits-
datenblättern lagern und entsorgen sowie Lagerung
und Entsorgung dokumentieren
c) Werkzeuge pflegen und instand setzen sowie Ma-
schinen und Anlagen nach Plan warten und die War-
tung dokumentieren
d) elektrische und pneumatische Verbindungen sowie
Anschlussleitungen auf mechanische Beschädigun-
gen sichtprüfen
e) Bauteile nach Anweisung und Arbeitsunterlagen de-
montieren, prüfen und instand setzen 13
4 Herstellen und Instandhalten
von Gravierwerkzeugen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 4) a) Meißel und Punzen durch Schmieden, Formschleifen
und Feilen anfertigen
c) Werkzeuge vergüten und Härte prüfen
d) Stichel und Fräser schleifen und prüfen 17
5 Anfertigen von Modellen und
(§ 4 Absatz 2 Nummer 5) a) Arbeitsplatz einrichten sowie Werkstücke, Halbzeu-
ge, Spannmittel, Werkzeuge, Prüf- und Messmittel
sowie Hilfsmittel bereitstellen und einsetzen
b) CAD-Daten für 3-D-Ausdrucke zur Modell- und For-
menerstellung aufbereiten
c) Modelle unter Beachtung von Gestaltungsprinzipien
räumlich gestalten
d) Schablonen stechen
e) Modelle und Formen aus Zwei-Komponenten-Kunst-
stoffen und Metallen anfertigen
f) Schablonen und Modelle für Stempel- und Präge-
werkzeuge mit Programmen zur rechnergestützten
numerischen Steuerung (CNC) anfertigen
g) Modelle abgießen 13
6 Anfertigen von Flachstichen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 6) a) Arbeitsplatz einrichten sowie Werkstücke, Halb-
mittel sowie Hilfsmittel bereitstellen
b) Schriften, Zeichen und Motive in Originalgröße und
unter Maßabstandsveränderungen auf Freiform-
flächen durch Zeichnen und durch Ätzen oder Lasern
übertragen und mit Handsticheln Flachstichgravuren
auf unterschiedlichen Werkstoffoberflächen ausfüh-
c) Oberflächen gestalten, insbesondere durch Glanzste-
chen, Schraffieren, Mattieren, Tremblieren, Meißeln,
Punzieren und Polieren 17
7 Gestalten und Veredeln von
Oberflächen sowie Herstellen
von Beschilderungen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 7) a) Arbeitsplatz einrichten sowie Werkstücke, Halb-
b) Oberflächen schleifen, polieren und strukturieren
c) Oberflächen durch Stechen, Lasern, Ätzen, Fräsen,
Meißeln und Drucken markieren, kennzeichnen, ver-
zieren, beschriften und tauschieren
d) Frontplatten, Bedientableaus und Schilder aus Stahl,
Nichteisen-Metallen und Kunststoffen für Innen- und
Außenbereiche anfertigen, gravieren und farbig aus-
legen sowie bedrucken 13
8 Anfertigen von Stempeln
und von Form- und
(§ 4 Absatz 2 Nummer 8) a) Arbeitsplatz einrichten sowie Werkstücke, Halb-
b) Graviervorlagen einlesen und bis zur Gravierfähigkeit
c) Reliefgravierprogramme für Stempel und Prägewerk-
zeuge erstellen
d) Messingstempel und -siegel manuell und maschinell
positiv und negativ gravieren
e) Stahlstempel für verschiedene Verwendungszwecke
f) Brennstempel nach Verwendungszweck fräsen und
g) Prägewerkzeuge aus verschiedenen Werkstoffen po-
sitiv und negativ für Freiformflächen manuell und ma-
schinell gravieren
h) Prägewalzen durch maschinelles Gravieren und
durch Lasern oder Ätzen herstellen
i) Reliefdarstellungen manuell und maschinell gravie-
ren, insbesondere für Münzen und Medaillen
j) Erodierelektroden manuell und maschinell gravieren
k) Stempel und Prägewerkzeuge, insbesondere durch
Härten, Anlassen, Schleifen und Polieren, endbear-
l) Formwerkzeuge für Spritz-, Blas- und Gießformen
unter Beachtung von Gestaltungsgrundlagen anferti-
9 Durchführen von qualitäts-
sichernden Maßnahmen und
Übergeben von Produkten
(§ 4 Absatz 2 Nummer 9) a) Normen und Richtlinien zur Sicherung der Qualität
b) Prüfmittel auswählen, deren Einsatzfähigkeit kontrol-
lieren und herstellen und betriebliche Prüfvorschriften
c) Vorgesetzte, Kollegen und Kolleginnen und Kunden
über Störungen im geplanten Auftragsablauf infor-
mieren sowie Lösungsvorschläge aufzeigen
d) Werkstücke auf Form-, Pass- und Maßgenauigkeit
sowie Farbe und Oberflächenqualität prüfen und be-
urteilen sowie Ergebnisse dokumentieren 13
e) eigene und von anderen erbrachte Leistungen kon-
trollieren, beurteilen und dokumentieren
f) Zusammenhänge zwischen Qualität, Kundenzufrie-
denheit und Betriebserfolg berücksichtigen
g) Fehler und Störungen feststellen und deren Ursachen
ermitteln sowie Maßnahmen zur Fehler- und Stö-
h) Produkte an Kunden übergeben
i) Kundenbeanstandungen entgegennehmen und beur-
teilen und Maßnahmen zur Bearbeitung ergreifen
j) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsvorgän-
gen im eigenen Arbeitsbereich beitragen 9
b) Grundfunktionen des Ausbildungsbetriebes wie Be-
c) Beziehungen des Ausbildungsbetriebes und seiner
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