Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20B%2011149/08
Timestamp: 2019-03-26 17:23:28
Document Index: 206094003

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 14', '§ 49', '§ 3', '§ 14', '§ 14']

OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.2008 - 10 B 11149/08.OVG - dejure.org
OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.2008 - 10 B 11149/08.OVG
§ 11 Abs 8 FeV, § 14 Abs 1 S 1 Nr 2 FeV, § 49 FeV, § 3 Abs 1 StVG
Fahrerlaubnisrecht: Zulässigkeit der Anordnung eines ärztlichen Gutachtens zur Kraftfahreignung bei Besitz von Cannabis
Fahrerlaubnis; Entziehung; ärztliches Gutachten; Nichtbeibringung; Betäubungsmittel; Cannabis; Konsum; Eigenkonsum; Besitz; einmalig festgestellter Besitz; Vermutung; Indiz; Trennungsvermögen; regelmäßige Einnahme; gelegentliche Einnahme
Wegen kleiner Menge Marihuana keine MPU - Der Besitz einer kleinen Menge Marihuana rechtfertigt nicht ohne weiteres die Anordnung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens
Verpflichtung zur Beibringung eines ärztlichen Gutachtens wegen des einmalig festgestellten Besitzes von Cannabis
Anordnung der Beibringung eines ärztlichen Gutachtens gemäß § 14 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) wegen des einmalig festgestellten bloßen Besitzes von Cannabis
Verkehrsrecht - Einmaliger Cannabisbesitz - kein ärztlichen Gutachten!
Kein Gutachten nach einmaligem Cannabisbesitz
NJW 2009, 1522
8 Hiernach ist - nach inzwischen gefestigter obergerichtlicher Rechtsprechung (siehe etwa Bay. VGH…, Beschluss vom 22. September 2010 - II ZB 10.184 -, juris, Rn. 9; OVG Lüneburg…, Beschluss vom 3. Juni 2010 - 12 PA 41/10 -, juris, Rn. 3; OVG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 15. Mai 2009 - 16114/09 -, juris, Rn. 9; OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 4. Dezember 2008 - 10 B 11149/08 -, juris, Rn. 6; VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 4. Juli 2003 - 10 S 2270/02 -, juris, Rn. 5) - für die Rechtmäßigkeit einer Anordnung nach § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FeV erforderlich, dass entweder hinreichend konkrete Anknüpfungspunkte für einen regelmäßigen Cannabiskonsum oder neben der Einnahme von Cannabis weitere Tatsachen vorliegen, die die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen in Zweifel ziehen, wie etwa das fehlende Trennungsvermögen zwischen dem Konsum von Cannabis und dem Führen von Kraftfahrzeugen.
OVG, Beschluss vom 3. März 2004 - 2 EO 419/03 -, DAR 2004, 547 = VRS 107 (2004), 77 (einmaliger Cannabiskonsum ohne Bezug zum Straßenverkehr); OVG Rheinl.-Pfalz, Beschluss vom 4. Dezember 2008 - 10 B 11149/08 -, Blutalkohol 46 (2009), 57 (einmaliger Besitz von 9, 67 g Marihuana im Kfz).
Hiernach kann nicht jeder nachgewiesene Besitz von Betäubungsmitteln zum Anlass genommen werden, eine ärztliche Begutachtung zu verlangen, dies setzt vielmehr tatsächliche Anhaltspunkte dafür voraus, dass bei dem Betroffenen ein Konsum- oder Bevorratungsverhalten gegeben ist, das aus sich heraus andauernde Zweifel an der Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges rechtfertigt (vgl. OVG NRW…, Beschluss vom 15. Mai 2009 - 16 B 114/09 -, juris, Rn. 7 m. w. Nachw.; OVG RP, Beschluss vom 4. Dezember 2008 - 10 B 11149/08 -, juris, Rn. 5).