Source: https://www.ewir-online.de/heft-15-2017/ewir-2017-465-zu-scheinpreisen-bei-verkaufsaktionen-auf-internet-plattformen/
Timestamp: 2017-08-20 07:58:51
Document Index: 14182008

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 119', '§ 119', '§ 133', '§ 143', '§ 157', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Zu Scheinpreisen bei Verkaufsaktionen auf Internet-Plattformen (BGH, Urt. v. 15.02.2017 – VIII ZR 59/16 – Walter F. Lindacher) – EWiR 2017, 465
EWiR 2017, 465
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2017 WirtschaftsrechtVertrags- und HaftungsrechtBGB §§ 119, 133, 143, 157Zu Scheinpreisen bei Verkaufsaktionen auf Internet-Plattformen BGB§ 119 BGB§ 133 BGB§ 143 BGB§ 157 BGH, Urt. v. 15.02.2017 – VIII ZR 59/16 (LG Bielefeld), ZIP 2017, 928 = BB 2017, 594 = MDR 2017, 446 = NJW 2017, 1660BGHUrt.15.2.2017VIII ZR 59/16ZIP 2017, 928BB 2017, 594MDR 2017, 446NJW 2017, 1660LG Bielefeld
1. Sind bei Verkaufsaktionen auf der eBay-Internetplattform die Erklärungen der Teilnehmer nicht aus sich heraus verständlich oder lückenhaft und bedürfen sie deshalb der Auslegung, ist grundsätzlich zwar der Aussagegehalt der eBay-AGB ergänzend in die Auslegung der abgegebenen Willenserklärungen einzubeziehen. Rückt jedoch einer der Teilnehmer von den Regelungen der eBay-AGB erkennbar in bestimmter Hinsicht ab, kommt deren Heranziehung insoweit zur Bestimmung des Vertragsinhalts nicht mehr in Betracht. Es ist dann vielmehr das individuell Vereinbarte maßgeblich (Fortführung der Senatsurt. v. 7. 11. 2001 – VIII ZR 13/01, BGHZ 149, 129, 135 f. = ZIP 2002, 39; v. 11. 5. 2011 – VIII ZR 289/09, BGHZ 189, 346 = ZIP 2011, 1108, Rz. 21; v. 10. 12. 2014 – VIII ZR 90/14, ZIP 2015, 326 = NJW 2015, 1009, Rz. 19).
2. Zum Vorliegen einer Anfechtungserklärung kann es schon genügen, dass der Anfechtende eine Verpflichtung, die er nach dem objektiven Erklärungswert seiner – ggf. durch schlüssiges Handeln getätigten – Willensäußerung übernommen hat, bestreitet oder nicht anerkennt oder ihr sonst widerspricht, sofern sich unzweideutig der Wille ergibt, dass er das Geschäft gerade wegen eines Willensmangels nicht bestehenlassen will. Dies ist auch in Form einer Eventualanfechtung möglich, die für den Fall erklärt wird, dass das Rechtsgeschäft nicht den in erster Linie behaupteten Inhalt hat oder nicht ohnehin nichtig ist (Bestätigung von BGH, Urt. v. 15. 5. 1968 – VIII ZR 29/66, NJW 1968, 2099, unter B III m. w. N.; v. 28. 9. 2006 – I ZR 198/03, NJW-RR 2007, 1282, Rz. 17).
Walter F. Lindacher, Dr. iur., Universitätsprofessor (em.), Trier