Source: https://www.arbeitsvermittler.de/arbeitsvermittlung/item/vermittlungsgutschein
Timestamp: 2020-05-26 17:03:10
Document Index: 62288433

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 18', '§ 2', '§ 45', '§ 176', '§ 296']

/Vermittlungsgutschein
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für eine Maßnahme bei einem Träger der privaten Arbeitsvermittlung (AVGS MPAV). Umgangssprachlich: Vermittlungsgutschein (VGS).
Sie haben einen Rechtsanspruch auf den VGS, wenn Sie
mindestens 6 Wochen arbeitslos sind
Anspruch auf Arbeitslosengeld (Alg) haben.
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist ein VGS trotzdem möglich, wenn
Arbeitslosigkeit droht oder vorliegt
der VGS die Eingliederungschancen deutlich verbessert
In diesem Fall liegt die Entscheidung im Ermessen Ihres Arbeitsvermittlers. Es kommt aber auch auf Ihre Begründung an. Die Voraussetzungen finden Sie unter Pkt. 45.01-45.05 der Fachlichen Weisungen.
Ein Vermittlungsgutschein wird für eine befristete Zeit ausgestellt und kann regional begrenzt werden. Achten Sie darauf, dass nicht nur die Vermittlung, sondern auch die Arbeitsaufnahme innerhalb der genannten Frist erfolgt.
Voraussetzung für einen VGS
Ein Anspruch auf Aushändigung eines Vermittlungsgutscheins besteht, wenn Sie 6 Wochen arbeitslos sind und Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Der Anspruch besteht auch dann, wenn die Arbeitslosengeld-Zahlung ruht oder wenn Sie an einer Bildungsmaßnahme teilnehmen und davor 6 Wochen arbeitslos waren.
Liegt ein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder die eigentlich geforderte Dauer der Arbeitslosigkeit nicht vor, besteht kein Anspruch auf die Ausstellung eines Vermittlungsgutscheins. Im Rahmen seines Ermessens kann Ihnen ein Arbeitsvermittler trotzdem einen Gutschein ausstellen, wenn er dafür eine Notwendigkeit sieht. Die Voraussetzungen sind in den Fachlichen Weisungen genannt.
Vermittlung mit Vermittlungsgutschein durch private Arbeitsvermittler
Der von Ihnen beauftragte private Arbeitsvermittler muss zertifiziert sein. Es ist erforderlich, dass Sie mit ihm einen Vermittlungsvertrag schließen.
Ihren Gutschein müssen Sie dem privaten Arbeitsvermittler bei der Beauftragung zwar zeigen. Sie sollten diesen aber nicht bei Ihm belassen. Der private Arbeitsvermittler kann sich eine Kopie fertigen. Das Original bleibt bis zur Vermittlung einer Arbeitsstelle bei Ihnen. Nur so ist es möglich, dass Sie mehrere Arbeitsvermittler einschalten. Das Original erhält später der Arbeitsvermittler, aufgrund dessen Tätigkeit ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist. Denn die Provision aus dem Vermittlungsgutschein wird frühestens fällig, wenn ein Arbeitsvertrag geschlossen ist.
Vermittlungsgutschein für Aufstocker
Auch Aufstocker (Aufstockung Alg I mit Alg II) haben Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Sie ist in § 45 (6) Satz 3 SGB III geregelt und kann ausschlagebend dafür sein, ob ein privater Arbeitsvermittler für Sie tätig wird.
Erhöht (Kannleistung):
2.500 € für Langzeitarbeitslose u. Behinderte.
Regionele Beschränkung
Die Grenze bildet der regional in Frage kommende Arbeitsmarkt.
Gültigkeitsdauer des VGS
Die Gültigkeitsdauer liegt im Ermessen des Arbeitsvermittlers. Sie kann zwischen drei und sechs Monaten betragen. Ende das Alg vorher, soll der Vermittlungsgutschein nur für die kürzere Dauer ausgestellt werden.
Kann die Laufzeit eines Vermittlungsgutschein vorzeitig enden?
Nein. Im März 2020 wurden die bis dahin geltenden Kriterien für eine vorzeitige Beendigung gestrichen. So endete die Laufzeit bspw. mit dem Ende des Alg-Anspruchs oder mit Wechsel ins SGB II.
Vermittlungsgutschein auch bei Ruhen des Alg
Pkt. 45.06 (2) der FW zu § 45 SGB III.
VGS auch ohne Alg-Anspruch oder alo unter 6 Wochen
Pkt. 45.03 der FW zu § 45 SGB III.
Pkt. 45.08 und 45.13 der FW zu § 45 SGB III.
Mögliche höhere Vermittlungsvergütung
Langzeitarbeitslosigkeit: § 18 SGB III.
Behinderte Menschen: § 2 (1) SGB IX.
Fachliche Weisungen zu § 45 (1) Nr. 3 SGB III
§ 176 ff. SGB III Zulassung als privater Arbeitsvermittler
§ 296 SGB III Vermittlungsvertrag
Personen, die zusätzlich zum Arbeitslosengeld (SGB III) ergänzendes Arbeitslosengeld II (SGB II) beziehen.
Fachliche Weisungen (neue Bezeichnung)