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Timestamp: 2016-10-27 09:16:41
Document Index: 377470405

Matched Legal Cases: ['Art. 187', 'Art. 189', 'Art. 190', 'Art. 43', 'Art. 86', 'Art. 88', 'Art. 90', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 269', 'Art. 84', 'Art. 156', 'Art. 152', 'Art. 152']

K.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Raphael Mullis, Bahnhofstrasse 6, Postfach, Kloten,
G.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ruedi Lang, Obere Z�une 14, Postfach 408, Z�rich, Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich, Kassationsgericht des Kantons Z�rich,
A.- Mit Anklage vom 29. August 1995 warf die Bezirksanwaltschaft Z�rich K.________ vor, zwischen 1994 und 1995 die 1984 geborene Tochter seiner Freundin, G.________, wiederholt sexuell missbraucht zu haben.
Das Bezirksgericht Z�rich verurteilte K.________ am 15. M�rz 1996 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind (Art. 187 Ziff. 1 StGB), mehrfacher sexueller N�tigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) und mehrfacher Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB) zu 4 Jahren Zuchthaus und ordnete eine ambulante Behandlung w�hrend des Strafvollzuges an.
Das Obergericht des Kantons Z�rich verurteilte K.________ am 7. November 1996 im Appellationsverfahren wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zu drei Jahren Gef�ngnis und sprach ihn von den weiteren Delikten frei. Im �brigen best�tigte es das erstinstanzliche Urteil.
Das Kassationsgericht des Kantons Z�rich hiess am 15. November 1997 die von K.________ gegen das obergerichtliche Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde in Bezug auf die Verweigerung des Strafaufschubes zwecks ambulanter Behandlung gut.
Am 8. November 1999 verurteilte das Obergericht K.________ wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher sexueller N�tigung und mehrfacher Vergewaltigung zu 3 1/2 Jahren Zuchthaus und ordnete eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an.
B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 15. September 2000 beantragt K.________, das Urteil des Kassationsgerichts vom 2. August 2000 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung ans Obergericht zur�ckzuweisen. Weiter ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Zur Begr�ndung f�hrt er im Wesentlichen an, der drohende Vollzug der Zuchthausstrafe w�rde mit dem Resozialisierungsgedanken in krassem Widerspruch stehen, da er sich ein stabiles soziales Umfeld erarbeitet habe. Es sei stossend, dass das Kassationsgericht bei seinem Entscheid auf das Gutachten von Dr. Kiesewetter abstelle, welcher ihn lediglich an einer 3 1/2-st�ndigen Sitzung begutachtet habe, und das Gutachten von Dr. Madritsch, welcher in den vergangenen Jahren rund 75 Sitzungen mit ihm abgehalten habe, ausser Acht lasse.
Verfehlt sei das Argument des Kassationsgerichts, im Gutachten Madritsch fehle eine Begr�ndung, weshalb ein sofortiger Vollzug die Erfolgsaussichten der Therapie erheblich unterlaufen w�rde. Es sei Sache des Gerichts, die medizinischen Erkenntnisse des Gutachtens zu interpretieren.
Dr. Madritsch schreibe deutlich, dass zwischen ihm und dem Beschwerdef�hrer ein positives therapeutisches B�ndnis entstanden sei und ein Strafvollzug fatale Folgen f�r den Therapieerfolg h�tte. Die Beweisw�rdigung des Kassationsgerichts sei "in einer das rechtliche Geh�r verletzenden Weise willk�rlich".
C.- Das Kassationsgericht und die Staatsanwaltschaft verzichten auf Vernehmlassung. G.________ beantragt, die Beschwerde abzuweisen und ersucht um unentgeltliche Verbeist�ndung.
1.- a) Beim angefochtenen Urteil des Kassationsgerichtes handelt es sich um einen letztinstanzlichen kantonalen Endentscheid (Art. 86 Abs. 1 OG). Der Beschwerdef�hrer ist durch die strafrechtliche Verurteilung in seinen rechtlich gesch�tzten Interessen ber�hrt (Art. 88 OG), weshalb er befugt ist, die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten geltend zu machen.
b) Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt, sodass auf die Beschwerde grunds�tzlich einzutreten w�re, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG erf�llen w�rde. Danach pr�ft das Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nur in der Beschwerdeschrift erhobene, detailliert begr�ndete und soweit m�glich belegte R�gen. Der Beschwerdef�hrer muss den wesentlichen Sachverhalt darlegen, die als verletzt ger�gten Verfassungsbestimmungen nennen und �berdies dartun, inwiefern diese verletzt sein sollen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 126 I 81 E. 1; 125 I 492 E. 1b; 122 I 70 E. 1c).
c) Diesen Anforderungen gen�gt die Beschwerde nicht. Den Willk�rvorwurf begr�ndet der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen bloss damit, dass das Kassationsgericht auf das Gutachten Kiesewetter abstelle und das Gutachten Madritsch ausser Acht lasse, obwohl ersterer ihn bloss 3 1/2 Stunden gesehen, letzterer ihn jedoch w�hrend 75 Sitzungen behandelt habe. Dass ein Gericht bei der Beurteilung, ob eine Massnahme im Gef�ngnis ambulant durchgef�hrt werden kann oder nicht, eher auf die Meinung eines unabh�ngigen Experten als auf diejenige des behandelnden Arztes abstellt, auch wenn der letztere den Exploranden naturgem�ss besser kennt, ist nachvollziehbar. Inwiefern ein Gericht schon allein deswegen in Willk�r verfallen sein sollte, weil es dem unabh�ngigen Experten und nicht dem behandelnden Arzt folgt, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar. Auf diese R�ge kann daher mangels einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Begr�ndung nicht eingetreten werden. Vollends nicht nachzuvollziehen ist die vom Beschwerdef�hrer gleichzeitig erhobene Geh�rsverweigerungsr�ge, da der Beschwerde auch nicht ansatzweise zu entnehmen ist, inwiefern das Kassationsgericht das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers verletzt haben soll. Soweit der Beschwerdef�hrer schliesslich geltend machen will, das Kassationsgericht h�tte aufgrund des von den Gutachtern erhobenen medizinischen Befundes die Strafe zugunsten der Massnahme aufschieben m�ssen, kritisiert er die Anwendung von Art. 43 Ziff. 2 StGB. Das ist eine Rechtsfrage, die er dem Bundesgericht mit Nichtigkeitsbeschwerde h�tte unterbreiten m�ssen (Art. 269 Abs. 1 BStP). Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde kann sie nicht vorgebracht werden (Art. 84 Abs. 2 OG).
2.- Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG). Er hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, welches aber abzuweisen ist, da die Beschwerde aussichtslos war (Art. 152 OG).
Da seine Bed�rftigkeit ausgewiesen scheint, ist die obsiegende Beschwerdegegnerin aus der Bundesgerichtskasse angemessen zu entsch�digen (Art. 152 Abs. 2 und 159 OG).
2.- Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird abgewiesen.
4.- Der Beschwerdegegnerin wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'500.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen.
5.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und dem Kassationsgericht des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.