Source: http://www.jurablogs.com/2013/08/26/die-pruefungspflichtige-mittelgrosse-gmbh-haftung-wirtschaftspruefers
Timestamp: 2017-10-17 02:13:18
Document Index: 221773560

Matched Legal Cases: ['§ 256', '§ 319', '§ 57', '§ 256', '§ 256', '§ 280', '§ 249', '§ 256', '§ 316', '§ 267', '§ 256', '§ 256', '§ 256']

Auf den Jahresabschluss einer prüfungspflichtigen mittelgroßen GmbH sind die Vorschriften des § 256 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 6 Satz 1 AktG entsprechend anwendbar. Ein Wirtschaftsprüfer verletzt seine ihm gegenüber der zu prüfenden mittelgroßen GmbH obliegenden Pflichten aus dem Vertrag über die Prüfung des Jahresabschlusses, wenn er die Prüfung durchführt, obwohl er nicht über den nach § 319 Abs. 1 Satz 3 HGB erforderlichen Qualitätsnachweis (Bescheinigung nach § 57a WPO) verfügt und dies der Auftraggeberin nicht mitteilt. Er haftet gegenüber der GmbH auf Ersatz der durch die Pflichtverletzung entstandenen Kosten. Dazu gehören auch Kosten, die dadurch entstehen, dass die GmbH trotz der nach Ablauf der Fristen des § 256 Abs. 6 Satz 1 AktG geheilten Nichtigkeit des geprüften Jahresabschlusses die Bilanzwerte des Jahresabschlusses erneut prüfen lässt (sog. Herausforderungsfall).
Der Gesellschaft steht trotz Heilung der Nichtigkeit des Jahresabschlusses entsprechend § 256 Abs. 6 Satz 1 AktG gegen den Wirtschaftsprüfer ein Anspruch aus § 280 Abs. 1 Satz 1, § 249 BGB auf Ersatz der Kosten für die Nachprüfung der Salden des Jahresabschlusses zu.
Die Vorschriften des § 256 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 6 AktG sind auf den Jahresabschluss einer prüfungspflichtigen mittelgroßen (§ 316 Abs.1 Satz 1, § 267 Abs. 2 HGB) GmbH entsprechend anwendbar. Es gibt keine Besonderheiten bei der GmbH, die einer Anwendung des § 256 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 AktG sowie der Fristen und der Heilungsfolgen des § 256 Abs. 6 AktG entgegenstehen, zumal die Jahresabschlüsse beider Gesellschaftsformen übereinstimmenden Regelungen unterliegen.
Es ist umstritten und bislang höchstrichterlich nicht geklärt, ob die Heilung des Jahresabschlusses mit Ablauf der Fristen des § 256 Abs. 6 Satz 1 AktG zur Wirksamkeit des Jahresabschlusses führt oder lediglich bewirkt, dass sich niemand mehr auf die Nichtigkeit des Jahresabschlusses berufen kann ...
Veröffentlicht August 26, 2013 4:23am im Blog Rechtslupe.
Jahresabschluss, Handelsrecht, Wirtschaftsprüferhaftung, Wirtschaftsprüfer, Prüfungspflicht, 249 Bgb