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Timestamp: 2018-01-21 04:37:11
Document Index: 323150070

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101']

Gottlieb Rafael Wick - Inhalt und Grenzen des Auskunftsanspruchs gegen Zugangsanbieter
Inhalt und Grenzen des Auskunftsanspruchs gegen Zugangsanbieter
Gottlieb Rafael Wick
TGRAMEDIA
978-3-941192-02-7
Rechtsanwalt Daniel Lagerpusch, Essen
Inhalt und Grenzen des Auskunftsanspruchs gegen Zugangsanbieter. Eine Untersuchung des § 101 UrhG unter besonderer Berücksichtigung der Filesharing-Systeme (Diss.), (SR: Medien, Internet und Recht), Bonn 2010, ISBN 978-3-941192-02-7
Das Werk stellt die im Sommersemester 2010 verfasste Dissertation des Autors dar und wurde in der Schriftenreihe „Medien, Internet und Recht“ veröffentlicht. In Bezug auf Literatur und Rechtsprechung befindet sich das Werk auf dem Stand Juli 2010.
Der Autor befasst sich in seiner Dissertation mit dem Phänomen des Filesharings und dem Auskunftsanspruch nach § 101 UrhG. Hierbei stellt er zunächst die grundlegenden rechtlichen Probleme in Zusammenhang mit den technischen Entwicklungen, um sodann ausführlich auf die Regelung des § 101 UrhG einzugehen. Der Autor problematisiert zudem die Kollision des Auskunftsanspruchs und die Herausgabe von Verkehrs- bzw. Bestandsdaten mit dem Fernmeldegeheimnis und stellt eine Verbindung zum Datenschutz her. Abschließend beschäftigt er sich mit etwaigen Haftungsprivilegien des Zugangsanbieters aus dem TMG.
Das Werk weist durchweg einen roten Faden auf und hangelt sich an den einzelnen Absätzen des § 101 UrhG entlang. Der Autor seziert den § 101 UrhG hier buchstäblich und unterzieht ihn einer ausgiebigen Prüfung. Hierbei wird deutlich, dass bereits Rechtsbegriffe wie der des „gewerblichen Ausmaßes“, mithin ein Tatbestandsmerkmal, das unerlässlich für die Erhebung des Auskunftsanspruchs ist, Probleme in der Anwendung des § 101 UrhG darstellen. Dies spiegelt sich auch in der differenzierten und uneinheitlichen Rechtsprechung und den vielfältigen Ansichten in der Literatur zu diesem Tatbestandsmerkmal wider. Allein dieser Aspekt wird vom Autor auf 24 Seiten ausführlich und in höchster Qualität dargelegt.
Zwar werden dem Leser in der Einführung die technischen Funktionsweisen von Tauschbörsen und Begriffe wie peer-to-peer erläutert. Der in dieser Materie nicht vorgebildete Jurist vernetzt diese Begriffe und Informationen mit dem rechtlichen Verständnis des Urheber-, Zivil- oder Datenschutzrechts jedoch unter Umständen erst beim zweiten Lesen. Dies ist aber auch dem großen Verständnis des Autors zuzuschreiben.
Ein Stichwortverzeichnis fehlt selbstverständlich aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Dissertation handelt. An Fußnoten mangelt es dem Werk indes nicht: bei 20 Seiten voranstehendem Literaturverzeichnis bietet sich dem interessierten Juristen eine große Bandbreite an Hinweisen zu weiterführender Literatur.
Der Autor vermittelt seine fachlichen Kenntnisse auf beeindruckend klare und stringente Weise und versteht es, den Leser „an die Hand“ zu nehmen und ihm das Problem des § 101 UrhG von Anfang bis Ende aufzuzeigen.
In der Materie tätige Juristen werden sicher ihr Interesse an diesem Werk finden. Praxisrelevanz als „Nachschlagewerk“ für Rechtsanwälte oder Unternehmensjuristen wird es indes nur wenig haben. Dennoch ist es für im Urheberrecht tätige Juristen ein durchaus empfehlenswertes Werk.