Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202006,%20803
Timestamp: 2019-03-26 19:31:36
Document Index: 338944178

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 31', '§ 823', '§ 31', '§ 89', '§ 831', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.02.2006 - III ZR 159/05 - dejure.org
BGB §§ 31, 89, 823, 831
Haftungsrechtliche Verantwortlichkeit für die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht im Fall der Organleihe; Verletzung der Pflicht zur Prüfung der Standfestigkeit der Straße nach dem Abschluss der Bauarbeiten; Bei der Vergabe und Überwachung der Bauarbeiten verantwortlich eingeschaltete Stelle als Träger der Verkehrssicherungspflicht im Baustellenbereich; Bedeutung des bloßen Tätigwerdens des Staatsbauamtes eines Bundeslandes im Wege der Organleihe für die Bundesrepublik Deutschland; Übertragung der Durchführung von Baumaßnahmen zur Deckung des Bedarfs der ausländischen Truppen und des zivilen Gefolges per Verwaltungsvereinbarung; Maßgebliches Kriterium der Erkennbarkeit der Steuerung, Kontrolle und Weisungserteilung durch den haftenden Hoheitsträger; Erfordernis der Befähigung zur Vornahme der zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen
BGB § 823 § 31 § 89 § 831
Standfestigkeitsprüfung nach Straßenbauarbeiten
Staatshaftung mangels Prüfung der Standfestigkeit einer Straße
LG Darmstadt, 02.02.2005 - 4 O 419/04
NVwZ 2006, 1084
VersR 2006, 803
BauR 2006, 969
a) Die allgemeine Verkehrssicherungspflicht beruht auf dem Gedanken, dass derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine Gefahrenlage schafft oder andauern lässt, in geeigneter und objektiv zumutbarer Weise alle, aber auch nur diejenigen Gefahren auszuräumen und erforderlichenfalls vor ihnen zu warnen hat, die für den Benutzer, der die erforderliche Sorgfalt walten lässt, nicht oder nicht rechtzeitig erkennbar sind und auf die er sich nicht oder nicht rechtzeitig einzurichten vermag (z.B. Senatsurteile vom 24. Januar 2002 - III ZR 103/01, NJW 2002, 1265; vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, NVwZ 2006, 1084, 1085 Rn. 11;… vom 5. Juli 2012 - III ZR 240/11, NVwZ-RR 2012, 831, 832 Rn. 11 …und vom 24. Juli 2014 - III ZR 550/13, NZV 2014, 450, 451 Rn. 15).
Verkehrssicherungspflichtig ist auch derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine eingetretene Gefahrenlage andauern lässt (vgl. Senatsurteil vom 12. Februar 1985 - VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774; BGH, Urteile vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803 Rn. 12 …und vom 16. Februar 2006 - III ZR 68/05, VersR 2006, 665 Rn. 13).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ergibt sich aus § 823 Abs. 1 BGB grundsätzlich für jeden, der in seinem Verantwortungsbereich eine Gefahrenlage schafft oder andauern lässt, die Verpflichtung, die notwendigen und zumutbaren Maßnahmen zu treffen, um andere vor Schäden zu bewahren (…Senatsurteile vom 1. Oktober 2013 - VI ZR 369/12, VersR 2014, 78 Rn. 13;… vom 2. Oktober 2012 - VI ZR 311/11, BGHZ 195, 30 Rn. 6; vom 12. Februar 1985 - VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774; BGH, Urteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803 Rn. 12; jeweils mwN).
Für die haftungsrechtliche Zurechnung kommt es dann vor allem darauf an, wer in der Lage ist, die zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen zu treffen, was wesentlich von der tatsächlichen Verfügungsgewalt über die jeweilige Gefahrenquelle abhängen kann (vgl. BGH, Urteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803 Rn. 21).
Verkehrssicherungspflichtig ist auch derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine eingetretene Gefahrenlage andauern lässt (vgl. Senatsurteile vom 12. Februar 1985 - VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774;… vom 2. Oktober 2012 - VI ZR 311/11, aaO;… vom 1. Oktober 2013 - VI ZR 369/12, aaO; BGH, Urteile vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803 Rn. 12, …und vom 16. Februar 2006 - III ZR 68/05, VersR 2006, 665 Rn. 13).
Verkehrssicherungspflichtig ist auch derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine eingetretene Gefahrenlage andauern lässt (vgl. Senatsurteil vom 12. Februar 1985 - VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774;… vom 2. Oktober 2012 - VI ZR 311/11, aaO; BGH, Urteile vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803 Rn. 12 …und vom 16. Februar 2006 - III ZR 68/05, VersR 2006, 665 Rn. 13).
Wer in seinem Verantwortungsbereich eine Gefahrenlage schafft oder andauern lässt, ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich verpflichtet, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um eine Schädigung anderer möglichst zu verhindern (Senatsurteil BGHZ 121, 367, 375; BGH, Urteil vom 15. Juli 2003 - VI ZR 155/02 - NJW-RR 2003, 1459; Urteil vom 3. Februar 2004 - VI ZR 95/03 - NJW 2004, 1449, 1450;… Urteil vom 20. Dezember 2005 - VI ZR 33/05 - Rn. 11; Senatsurteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 159/05 - zur Veröffentlichung vorgesehen; jeweils m.w.N.).
Derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine Gefahrenquelle für Dritte schafft, z.B. durch Eröffnung eines Verkehrs, die mit Gefahren für Rechtsgüter Dritter verbunden ist, hat Rücksicht auf diese Gefährdung zu nehmen und die allgemeine Rechtspflicht, Vorkehrungen zu treffen, die erforderlich und ihm zumutbar sind, um die Schädigung Dritter möglichst zu verhindern (BGH NJW-RR 03, 1459; VersR 06, 803).
Verpflichtet ist insoweit, wer für den Bereich der Gefahrenquelle verantwortlich und in der Lage ist, die zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen zu treffen (…vgl. BGH, Urt. v. 12.2.1985 - VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773; BGH, Urt. v. 2.2.2006 - III ZR 159/05, VersR 2006, 803;… BGH, Urt. v. 16.2.2006 - III ZR 68/05, VersR 2006, 665;… BGH, Urt. v. 2.10.2012 - VI ZR 311/11, BGHZ 195, 30).
Die allgemeine Verkehrssicherungspflicht beruht auf dem Gedanken, dass derjenige, der in seinem Verantwortungsbereich eine Gefahrenquelle oder einen gefahrdrohenden Zustand schafft oder andauern lässt, die Pflicht hat, alle ihm zumutbaren Maßnahmen und Vorkehrungen zu treffen, um eine Schädigung anderer zu verhindern (st. Rspr., vgl. nur BGH VersR 2006, 803 m. w. Nachw.).