Source: https://issuu.com/kv_nordrhein/docs/kvno_aktuel_112013
Timestamp: 2017-03-30 05:12:36
Document Index: 165444696

Matched Legal Cases: ['§ 106', '§ 44', '§ 630', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 5']

KVNO aktuell 11 | 2013 by KV Nordrhein - issuu
KVNO ■ 11 | 2013
Reha-Sport | Wie Patienten
Praxis | Mehr Möglichkeiten
für die Delegation vereinbart
EBM | Keine K.o.-Regelungen
für bereichsübergreifende BAG
Laborwerte | Wer die Therapie
durchführt, erhebt und kontrolliert
12	Einheitlicher Kurarzt­
vertrag in Kraft
2	Delegation: Hat Ihre
Praxis das gewisse Extra?
4	Auf Teamwork bauen
12	Laborwerte: Wer Therapie
durchführt, kontrolliert
13	Qualitäts­sicherungsRichtlinie Dialyse
13	Grippeimpfung ohne
STIKO-Indikation
7	Alte Versichertenkarten
2014 weiter einsetzbar
7	13	Der neue EBM in
9	EBM: Keine K.o.-Regeln
18	Standpunkt: Herzsport-
11	Abgabe unterschiedlicher
11	Maxalt und Palexia
11	AOK richtet HilfsmittelServicestellen ein
19	Notfallpraxis Leverkusen:
16.000 Patienten pro Jahr
20	Die ambulante Versorgung
24	Gynäkologe zum Schadensersatz verurteilt
12	Mutterschaftsrichtlinie:
KVNO aktuell 11 | 2013
32	Image-Kampagne
steigert Reichweite
32	Notdienst:
Ab Juli 2014 nur noch
32	Neue Druckfunktion
in der Onlinesuche
von der Me-too-Liste
30	RLV-Fallzahl –
14	Reha-Sport: Richtig in
17	Rehabilitationssport in
29	Organspende:
8	Honorarvereinbarung:
rund um den neuen EBM
Krebsregister: Bis zu
28	Fragen und Antworten
26	Masernimpfung:
Deutschland floppt
33	Ärzteversorgung:
33	Patienteninfo
Heilmittel lieferbar
33	Dokumentieren – Was
sollen wir aufarbeiten?
so schnell kann es gehen: Noch wenige Wochen
vor der Bundestagswahl erklärte uns im Haus
der Ärzteschaft Daniel Bahr, wie er sich seine nächsten Amtsjahre als Minister vorstellt –
jetzt ist die FDP nicht einmal mehr im Bundestag vertreten. Wir bekommen mit größter
Wahrscheinlichkeit, der Koalitionsvertrag war
bei Redaktionsschluss noch nicht unterschrieben, ein schwarz-rotes Bündnis, dessen Protagonisten auf dem Weg zur Regierungsbildung
viele Themen besprochen haben. Zur Gesundheitspolitik war nicht viel zu hören, trotz der
Tatsache, dass die SPD mit ihren Plänen einer
Einheits-„Bürgerversicherung“ einen fundamentalen Systemwechsel im Wahlprogramm
stehen hatte. Wir sind gespannt, was davon
übrig bleibt – und wer künftig das Gesundheitsressort auf Bundesebene leitet.
Das Ergebnis der Honorarverhandlungen auf
Bundesebene kennen wir bereits. Anders als im
vergangenen Jahr, in dem uns und die Medien
die Honorarverhandlungen auf Bundesebene
zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband monatelang beschäftigt haben, wurde dieses Jahr
weitgehend ohne Nebengeräusche verhandelt.
Was wir in Nordrhein brauchen, ist eine wesentliche Angleichung der Mittel für die ambulante Versorgung, die uns nicht nur zeitweilig, sondern nachhaltig auf den Bundesdurchschnitt bringt. Die Reform des Einheitlichen
Bewertungsmaßstabs wird die strukturelle
Benachteiligung sicher nicht beenden – das
hat auch KBV-Chef Andreas Köhler bei seinem
jüngsten Besuch in Düsseldorf festgestellt.
Hohen Besuch hatten wir auch bei der Präsentation unseres Versorgungsreports. Unsere
war nur eine von vielen Gästen aus Politik und
Medien, die unseren Report sehr gelobt haben
– als wichtigen Beitrag für die Arbeit an der
Versorgung von heute und morgen. Wir haben mit dieser Studie öffentlich gemacht, was
wir zu leisten imstande sind, um die ambulante ärztliche Versorgung flächendeckend aufrechtzuerhalten. Wir haben aber auch deutlich
gemacht, unter welchen Rahmenbedingungen
die KV Nordrhein den Sicherstellungsauftrag
erfüllt – Rahmenbedingungen, für die auch die
Politik mit verantwortlich ist. Unabhängig von
Koalitionen und Personen.
Das Ergebnis ist abermals eine Empfehlung für
die regionalen Honorarverhandlungen, die wir
auch in Nordrhein inzwischen begonnen haben. Fest steht: Es kann bei uns nicht um das
Drehen an kleineren Stellschrauben und nicht
um perspektivische Weichenstellungen gehen.
Mehr Möglichkeiten zur Delegation ärztlicher Leistungen
Hat Ihre Praxis das gewisse Extra?
Unter dem verheißungsvollen Titel „Praxis mit dem gewissen Extra“ lud am 22. Oktober die
Arbeitsgemeinschaft Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg (IGiB) nach Berlin
ein. Ärzte, medizinisches Assistenzpersonal, Vertreter von Kassenärztlichen Vereinigungen
und Krankenkassen diskutierten die unterschiedlichen Möglichkeiten des Einsatzes und der
Fortbildung arztentlastender Fachkräfte, die zur Durchführung ärztlich delegierter Leistungen
völkerungsdichte, der Arztdichte und -verteilung sowie der Infrastruktur ausgesprochen
unterschiedlich sind, liegt auf der Hand. Die
ärztliche Versorgung in der Häuslichkeit des
Patienten ist in ländlichen Gebieten Brandenburgs sicherlich mit anderen Schwierigkeiten verknüpft, als in einer Essener Innenstadtpraxis. Nicht zuletzt diese unterschiedlichen Bedarfe erklären die große Anzahl- und
die inhaltlichen Unterschiede der einzelnen
Der GKV-Spitzenverband und die KBV haben
jüngst eine Vereinbarung
darüber getroffen, welche
Leistungen ein Arzt
delegieren kann. Jetzt
verhandeln sie im
über die Vergütung von
MFA-Leistungen.
Mit Unterstützung des brandenburgischen Gesundheitsministeriums hatte die IGiB, eine Arbeitsgemeinschaft aus KV Brandenburg, Barmer GEK und AOK, ein ebenso interessantes
wie vielfältiges Programm zusammengestellt.
Geboten wurde ein kompakter Überblick über
die Diversität der zum Teil landesspezifischen
Fortbildungsangebote, welche überwiegend
unter wohlklingenden Namen wie EVA, VerAH, MoNi oder Agnes angeboten werden. Trotz
der Vielfalt, liegt allen Modellen ein gemeinsames Ziel zu Grunde: Verbesserung der Versorgungsqualität und Entlastung des Arztes.
Dass die Voraussetzungen hierfür in den einzelnen Bundesländern entsprechend der Be-
Um trotzdem eine einheitliche Grundstruktur
gemäß der Vorgabe im Sozialgesetzbuch V zu
schaffen, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband bereits 2009 die Delegationsvereinbarung als
Teil des Bundesmantelvertrages eingeführt. In
ihr ist dezidiert festgelegt, welche Zusatzqualifikationen eine Mitarbeiterin haben muss,
um ärztlich angeordnete Hilfeleistungen in
der Häuslichkeit des Patienten zu erbringen.
EVA erfüllt das Soll
Das nordrheinwestfälische Fortbildungscurriculum zur „EVA – Entlastende Versorgungsassistentin“ entspricht diesen Vorgaben. Es ist
inhaltlich zudem identisch zum Bundesärztekammercurriculum „Nichtärztliche Praxis­
sassistentin“.
Zeitgleich zur Delegationsvereinbarung wurden 2009 zwei neue EBM-Ziffern zur Abrech-
nung dieser Leistungen eingeführt. In ihnen
ist eine Vergütung von 17 Euro (bzw. 12,50
Euro in Alten- und Pflegeheimen) pro Hausbesuch der Medizinischen Fachangestellten
(MFA) festlegt. Abrechenbar sind diese Positionen jedoch nur in Gebieten mit hausärztlicher Unterversorgung – in Nordrhein ist dies
in keinem Planungsbezirk der Fall.
Honorar für MFA-Hausbesuche
Bis Mitte 2014 will der Bewertungsausschuss
dieses Kriterium jedoch erneut prüfen. Die
Chancen stehen gut, dass die beiden neuen
EBM-Ziffern dann flächendeckend und unabhängig vom Grad der ärztlichen Versorgung
abrechenbar werden; vorausgesetzt die auf
Hausbesuch gehende MFA hat eine Fortbil-
dung wie die EVA absolviert. Konsens herrschte auf dem Berliner Kongress darin, dass die
Delegation ärztlicher Leistungen ein probates
Mittel zur Arztentlastung und zur Optimierung der Versorgungsstruktur ist.
Auch Rechtsfragen rund um die Delegation
wurden diskutiert. Die Gesamtverantwortung
für den Behandlungsverlauf liegt und verbleibt beim Arzt. Auch wenn die MFA bzw.
EVA den Hausbesuch alleine durchführt. Bei
der Frage welche Leistungen überhaupt delegiert werden dürfen, hilft die Liste die die
Kassenärztliche Bundesvereinigung und der
GKV-Spitzenverband ergänzend zur Delegationsvereinbarung herausgegeben haben.
n Dr. Caroline Kühnen
Die Vereinbarung inklusi­
ve Beispielkatalog finden
KV | 131103
Das darf das Praxispersonal
Welche Leistungen dürfen Medizinische Fachangestellte und andere qualifizierte Praxismitarbeiter übernehmen? Mit dieser Frage haben sich die Kassenärztliche
Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband
beschäftigt – und eine Vereinbarung gefunden. Sie trat
am 1. Oktober in Kraft und regelt den Handlungsrahmen
des nichtärztlichen Personals.
Eins vorweg: Der Arzt behält die Fäden in der Hand. „Das
Prinzip Delegation statt Substitution ist für uns immer
oberstes Ziel gewesen“, sagte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender bei der Präsentation am 23. September in Berlin. Die neunseitige Vereinbarung regelt beispielhaft, welche Tätigkeiten nichtärztliches Personal erbringen darf und welche Anforderungen es erfüllen muss.
So kann das Röntgen an MFA, eine Medizinisch-technische Assistentin bzw. Radiologie-Assistentin (MTA bzw.
MTRA) delegiert werden. Aber nur wenn diese über eine
Fortbildung oder Fachkenntnisse im Strahlenschutz verfügen. Festgelegt ist auch: Bei der Gabe des Kontrastmittels muss ein Arzt anwesend sein. Natürlich stehen auch
die Hausbesuche auf der Liste. Der Beispielkatalog enthält zudem spezielle Leistungen, gegliedert nach Fach-
arztgruppen. So können Augenärzte zum Beispiel die Tonometrie an die MFA delegieren.
Generell gilt: Bevor Ärzte Leistungen delegieren, müssen sie selbst einen persönlichen Kontakt zum Patienten gehabt haben. Auch bei sogenannten Risikokonstellationen ist die Anwesenheit des Arztes nötig. Der Arzt
entscheidet, ob und an wen er eine Leistung delegiert; er
muss seiner Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflicht nachkommen. Leistungen wie Anamnese, Indikations- und Diagnosestellung oder operative Eingriffe dürfen nicht delegiert werden.
„Besonders vor dem Hintergrund der demografischen
Entwicklung ist die Vereinbarung das richtige Signal. Die
Delegation ärztlicher Leistungen ist aus dem Praxisalltag
nicht mehr wegzudenken, so KBV-Vorstand Dipl.-Med.
Regina Feldmann. Mit dem im Januar 2012 eingeführten
Versorgungsstrukturgesetz hatte der Gesetzgeber KBV
und Krankenkassen beauftragt, eine Vereinbarung zur
Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal zu schließen. Den Vertragsentwurf erarbeitete die
KBV gemeinsam mit der Bundesärztekammer.
Hausarzt Reiner Cremer und „seine EVA“ Sabrina Ostrowski
In 20 Jahren wird es vielerorts besonders an Hausärzten mangeln. Eine Maßnahme, um gegen
diesen Trend das Versorgungsniveau zu halten, ist die stärkere Arbeitsteilung in den Praxen. Mit
der fachlichen Fortbildung zur Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA) haben die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein-Westfalen frühzeitig die Weichen gestellt, damit Hausärzte von Routinetätigkeiten entlastet werden.
Eine der Versorgungsassistentinnen ist Sabrina
Ostrowski, die in der Praxis von Reiner Cremer
in Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis als Medizinische Fachangestellte arbeitet: „Meine Arbeit
besteht jetzt auch aus Hausbesuchen, Blutabnahmen, allgemeinen Kontrollen oder Spritzen
geben. Der Arzt muss die Indikation gestellt
haben – und er trägt letztendlich auch die
Verantwortung für die Behandlung.“
Damit sich der delegierende Arzt als auch die
Patienten auf die Qualität der Leistungen verlassen können, muss jede EVA ein anspruchsvolles Curriculum absolvieren. Leider gibt es
derzeit keine materiellen Anreize für den Einsatz der Versorgungsassistentinnen, denn
die Leistungen sind nicht abrechenbar. Noch
nicht. In Berlin diskutieren die Kassenärztliche
Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband, ob die EVAs und Co künftig ihre Leistungen überall abrechnen können – nicht nur
in unterversorgten Gebieten oder im Rahmen
Dennoch hat sich Reiner Cremer 2012 für die
Investition in die Ausbildung seiner Angestellten entschieden. „Es gibt Dinge, die ein Arzt
notgedrungen machen muss, wofür er aber
schlicht überqualifiziert ist, oder aufgrund des
Ärztemangels gar keine Zeit mehr hat“, sagt
der Facharzt für Allgemeinmedizin.
Eine EVA macht das, was medizinische Assistenzberufe kennzeichnet: Auf Anordnung ei-
nes Arztes gewisse Leistungen erbringen. Typische Beispiele sind die Wundversorgung und
die Verabreichung von Spritzen. Bevor die EVA
in Aktion treten kann, muss daher ein Mediziner den Patienten persönlich untersucht und
die Details der Anwendung bestimmt haben.
Die neue Form der Zusammenarbeit ist keine rein funktionale Arbeitsteilung. Sabrina
Ostrowski: „Die Patienten haben zu uns einen anderen, privateren Zugang. Wenn Sie etwas nicht verstehen, trauen sich viele nicht,
den Arzt anzusprechen, sondern kommen zu
uns. Wir sind ja auch häufiger vor Ort und sehen, wenn die häusliche Situation abrutscht.“
Als Beispiel nennt Sie die Situation, dass ältere Patienten sich in der Apotheke auf eigene Kosten Medikamente besorgen, obwohl
sie nur wenig Geld haben. „Sie wissen nicht,
dass dies unter Umständen die Kassen tragen
müssen. Wenn ich vor Ort bin und das sehe,
kann ich es ansprechen und wir können helfen“, sagt die 27-Jährige. Zusätzliche Infos zur
Lebenslage und zu psychosozialen Besonderheiten des Patienten – das ist der qualitative
Bonus, den der Einsatz der Versorgungsassistentin für den Arzt verspricht.
„EVA-Einsätze werden in meinem Fall leider
nicht von den Kassen getragen, noch nicht
einmal die Fahrtkosten. Ich als Arzt profitiere davon, weil ich entlastet werde und mehr
Patienten ohne zusätzlichen Zeitaufwand
betreuen kann“, so
Seit 2004 arbeitet sie für Reiner Cremer. Sie
absolvierte die 1,5-jährige Fortbildung zur EVA.
Nach der Ausbildung steigt die EVA
Ich arbeite jetzt mehr mit den
Patienten, bin häufig auf Hausbesuche
im Wert: Sie wird in
und entlaste den Mediziner, so gut es
der Regel mehr vergeht. dienen und übernimmt höher qualifizierte Aufgaben. „Es ist
schön wenn man sich weiterbilden kann und
Menschen noch mehr unterstützen und helfen kann“, so Sabrina Ostrowski. Für ihre Zusatzqualifikation musste sie nach Düsseldorf
fahren. „Das Leistungsniveau ist anspruchsvoll, aber zu schaffen. Die Ausbildung ist zeit­
intensiv: mittwochs, freitags, samstags oder
sonntags ist der Unterricht.“ Die Kurse waren
dennoch immer gut besucht. „Meine Arbeit
hat sich dadurch verändert. Ich bin motivierter, habe mehr Spaß, werde ernster genommen. Die Ausbildung gab mir eine Perspektive, bot eine Weiterentwicklung“, begründet
sie ihren Einsatz.
„Wir stoßen schnell auch an Grenzen der
Übertragbarkeit von Aufgaben. Wenn die EVA
eine intramuskuläre Spritze verabreicht, sollte
der Patient noch eine Weile beobachtet werden, falls es zu Komplikationen kommt. Die
Komplikationen wären dann klar wieder vom
Arzt zu behandeln“, meint Reiner Cremer. Genau hier sieht er auch das Problem bei delegierbaren Leistungen. Was, wenn es zu absehbaren Komplikationen kommt? Und wenn
er gerade nicht abkömmlich ist?
„Diesen Weg möchte ich im Interesse der Patienten nicht mitgehen. Wenn meine EVA zu
Patienten fährt, bin ich im Notfall schnell zur
Stelle. Wir koordinieren die Termine miteinander. Selbst einen Gipswechsel würde ich außerhalb der Praxis nicht delegieren, denn auch
der muss fachmännisch sitzen und darf nicht
drücken. Die Grenze ist also durch die Haftung gesetzt. Die EVA muss Komplikationen
Seit 1994 führt er eine Hausarztpraxis
in Troisdorf bei Bonn.
» Entlastung für den Hausarzt
heißt nicht mehr Freizeit für
diesen, sondern mehr freie Zeit
für die Patienten. «
bei einer Wunde erkennen, aber nicht behandeln können“, so Cremer.
Sabrina Ostrowski pflichtet ihrem Chef bei:
„Diese Verantwortung will ich auch nicht tragen. Wenn ich erkenne, etwas stimmt mit den
Medikamenten nicht, sie wirken nicht richtig oder falsch, dann melde ich das. Aber ich
könnte ja nicht sagen, warum das so ist. Ich
kenne die Wechselwirkungen der Medikamente nicht.“
„Mehr EVA wären sicherlich zweckdienlich,
damit Ärzte weiter entlastet werden. Deren
Kompetenzen müssten nicht erweitert werden, sondern die Kosten für deren Ausbildung
getragen und deren Einsatz entlohnt werden,
damit sich mehr Hausärzte eine EVA leisten
können“, fordert Cremer.
Dieser Artikel fußt auf einem Beitrag aus dem Versor­
gungsreport der KV Nordrhein.
Im Lehrgang zur Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA) erwerben Medizinische Fachangestellte (MFA) die Kompetenzen, die Sie benötigen, um delegierbare Leistungen zu
übernehmen. Zum Beispiel in den Bereichen Wundversorgung, geriatrische Diagnoseverfahren und in der Versorgung von Onkologie-Patienten. Die Ausbildung vermittelt zudem
Alte Versichertenkarten 2014 weiter einsetzbar
Ab 1. Januar 2014 gelten offiziell die elektronischen Gesundheitskarten (eGK). Die alten
Krankenversicherungskarten verlieren am 31.
Dezember 2013 unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum ihre Gültigkeit – spielen aber
in der Praxis auch im kommenden Jahr noch
eine Rolle. Immer dann nämlich, wenn ein Patient noch keine eGK hat, muss die alte Karte eingelesen werden. Technisch ist das kein
Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich auf
diese Regelung verständigt. Demnach gibt es
eine unbefristete Übergangszeit, in der die
bisherigen Krankenversichertenkarten eingesetzt werden können.
Irritierend wirkt vor diesem Hintergrund eine
Meldung des GKV-Spitzenverbandes, der Ende September betont hatte, dass ab 1. Januar
2014 nur noch die elektronische Gesundheitskarte gelte – und damit allenfalls die halbe
Wahrheit verkündete. Durch die unbefristete
Übergangslösung ist ganz klar geregelt, dass
auch die alten Karten wie bisher zum Einsatz
kommen können, wenn der Patient keine eGK
besitzt. Nach Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes sind rund 95 Prozent der gesetzlich
Versicherten inzwischen mit einer eGK ausgestattet worden.
Die Zeit der alten Ver­
sichertenkarten läuft
ab – sie können aber
noch eingelesen werden.
Krebsregister: Bis zu 50.000 Euro Bußgeld
Im Zuge der Novelle des Krebsregistergesetzes
hat der nordrhein-westfälische Landtag am
16. Oktober beschlossen, die bereits seit 2005
bestehende Meldepflicht drastisch zu verschärfen. Nicht erfolgte Meldungen sind demnach als Ordnungswidrigkeit zu werten und
mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zu
ahnden. Die KV Nordrhein hat diese Maßnahme öffentlich kritisiert: „Die Verschärfung des
Melderechts, insbesondere die völlig unangemessene Höhe des möglichen Bußgelds, lehnen wir ab“, sagte Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender des Vorstands der KV Nordrhein.
Die KV Nordrhein hat ihre Kritik bereits im
Gesetzgebungsverfahren nachdrücklich zum
Ausdruck gebracht. „Die Patienten haben von
der Meldung keinen unmittelbaren Nutzen –
und der vermutete Schaden besteht allenfalls
in einer minimal verminderten Datenqualität“, so Potthoff. Bei den Ärztinnen und Ärzten bestehe eine hohe Bereitschaft zur Datenübermittlung. Genau deshalb sei die hohe
Bußgeldandrohung absolut kontraproduktiv.
Zumal weiterhin kein elektronisches Meldeverfahren zur Verfügung gestellt werde, das
die KV ihren Mitgliedern empfehlen könne
und das auch für Ärzte handhabbar ist, die
nur sporadisch Meldungen ans Register vornehmen. „Vor diesem Hintergrund fordern wir,
die Verhängung von Bußgeldern solange auszusetzen, bis verbesserte und weithin akzeptierte Meldewerkzeuge und Instrumente zur
Verfügung stehen“, sagt Potthoff.
Mehr Infos zum Krebsre­
gister unter www.kvno.de
KV | 131107
Honorarabschluss auf Bundesebene
Obwohl das Schiedsgremium im Erweiterten Bewertungsausschuss hinzugezogen werden musste,
liefen die Honorarverhandlungen in diesem Jahr zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung
und GKV-Spitzenverband vergleichsweise geräuschlos ab. Für die ambulante medizinische
Versorgung der rund 70 Millionen gesetzlich krankenversicherten Menschen in Deutschland
stehen 2014 im besten Fall bis zu 800 Millionen Euro mehr zur Verfügung – eine Steigerung von
maximal knapp drei Prozent.
Jubelstürme waren ohnehin nicht zu erwarten. Aber selbst Zufriedenheit sieht anders
aus: Als „mittelmäßig“ wertete Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes, das
Ergebnis. „Zu wenig“ ließ Dr. Dirk Heinrich,
Vorsitzen der des NAV-Virchow-Bundes, über
den Abschluss verlauten. Und auch vom Chef
des Spitzenverbands der Fachärzte, Dr. Andreas Gassen, war zu hören, dass man nicht wirklich glücklich sei über das Ergebnis.
Orientierungswert steigt auf 10,13 Cent
Die Gesamtvergütung steigt 2014 um einen
Betrag zwischen 590 und 800 Millionen Euro.
Gesamtvergütung in Nordrhein
Die Gesamtvergütung in Nordrhein ist in den vergangenen
fünf Jahren um insgesamt 10,2 Prozent gestiegen, also rund
zwei Prozent pro Jahr. Sie beläuft sich in diesem Jahr auf
3,75 Milliarden Euro.
Steigerung (Mio. Euro)
Gesamtvergütung (Mio. Euro)
3.467,8
Dieser Betrag ergibt sich durch mehrere Bestandteile:
n	Die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen, also der Orientierungswert, steigen um 1,3 Prozent.
Das sind 360 Millionen Euro. Der Orientierungswert beträgt damit ab 1. Januar
10,13 Cent. Dieser Wert gilt für Leistungen innerhalb und außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Auch
die Bewertung der Leistungen, die regional als besonders förderungswürdig eingestuft wurden, steigt um 1,3 Prozent.
n	Für den zunehmenden Behandlungsbedarf
der Versicherten stellen die Kassen zwischen 90 und 300 Millionen Euro mehr
zur Verfügung. Die bundesweiten Veränderungsraten liegen im Schnitt bei 1,4 Prozent (Morbidität) und 0,41 Prozent (Demografie). Die Veränderungsraten bilden die
Grundlage für regionale Verhandlungen.
n	Zur Förderung von Leistungen der Grundversorgung stellen die Krankenkassen 140
Millionen Euro mehr zur Verfügung. Von
diesem Betrag fließen jeweils 70 Millionen
Euro in die haus- und in die fachärztliche
Das Resultat auf Bundesebene ist eine Empfehlung, ein Rahmen für die regionalen Verhandler. Mehr nicht. Was tatsächlich vor Ort
vereinbart wird, ist noch offen. 
Mehr zum Honorar unter www.kbv.de/honorar
Erste Anpassungen zu den neuen EBM-Leistungen
Keine K.o.-Regeln für Kooperationen
Versorgungsbereichsübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften konnten aufatmen:
Der Abrechnungsausschluss für die Vorhaltepauschale und den Chronikerzuschlag ist mit
Wirkung zum 1. Oktober 2013 verändert worden. Weitere Änderungen am Einheitlichen
Bewertungsmaßstab sind in der Diskussion.
Haus- und Kinderärzte in versorgungsbereichs-übergreifenden Kooperationen dürfen den Chroniker zuschlag (EBM-Nrn.
03220/03221 und 04220/04221) und Vorhaltepauschalen (EBM-Nrn. 03040 und 04040)
nun doch neben anderen Leistungen abrechnen.
Auf diese Regelung haben sich kurz vor dem
Inkrafttreten des neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKVSpitzenverband geeinigt. Die KBV hatte zuvor
angekündigt, sich für eine schnelle Änderung
dieses „Geburtsfehlers“ einzusetzen.
Ursprünglich war im EBM fixiert, dass die
Vorhaltepauschale und der Chronikerzuschlag
für Ärzte in versorgungsbereichsübergreifenden Kooperationen in vielen Fällen ausgeschlossen sind. Und zwar immer dann, wenn
im Behandlungsfall Leistungen der Onkologie-Vereinbarung, EBM-Nummern aus dem
alten K.o.-Katalog (Paragraph 6 Anlage 5
des Bundesmantelvertrages) oder Leistungen
aus den Bereichen Phlebologie, Psychotherapie, Schlafstörungsdiagnostik und Schmerztherapie abgerechnet werden. Die Folge: Bei
gemeinschaftlicher Berufsausübung hätten
Hausärzte in den Kooperationen die genannten Zuschläge und Pauschalen nicht abrechnen können.
Der Bundesverband Medizinische Versorgungszentren äußerte sich zufrieden über die
Änderungen: „Damit konnte für Medizinische
Versorgungszentren und fachübergreifende
Berufsausübungsgemeinschaften eine weitere wirtschaftliche Benachteiligung bei der Abrechnung gegenüber Einzelpraxen abgewendet werden.“ Der Verband sieht indes immer
noch die Fachärzte in den übergreifenden Kooperationen wirtschaftlich schlechter gestellt
als etwa in Einzelpraxen – und fordert auch
hier Änderungen am EBM.
Jetzt erhalten Hausärzte in Medizinischen Ver­sorgungszentren, versorgungsbereichsübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften
(BAG) und in Praxen mit angestellten Ärzten
die Vorhaltepauschale und den Chronikerzuschlag, wenn in einem Behandlungsfall der
Hausarzt nur Leistungen der Grundversorgung
erbringt und vom mitbehandelnden fachärztlichen Kollegen die zuvor genannten spezialärztlichen Leistungen erbracht werden.
Es scheinen aber eher Anpassungen im Hausarzt-EBM auf der Agenda zu stehen. Darüber
hat die KBV-Vertreterversammlung bereits am
20. September in geschlossener Sitzung be­
raten. Am 8. November tritt sie erneut zusammen. Danach dürfte die Marschrichtung
für Nachverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband stehen.
n Frank Naundorf | Dr. Heiko Schmitz
Fragen und Antworten rund um den neuen EBM finden
Sie auf Seite 28 und im Internet unter www.kvno.de
KV | 131109
Plädoyer für Umverteilung:
KBV-Spitze verteidigt EBM-Reform
Die Eckpunkte des neuen Facharzt-EBM und
die weitere Entwicklung stellte Dr. Andreas
Köhler, Vorsitzender der KBV, am 27. September
im Haus der Ärzteschaft vor. Knapp einen Monat später, am 25. Oktober sprach Dipl.-Med.
Regina Feldmann, Vorstandsmitglied der KBV,
an gleicher Stelle zu und mit den Hausärzten.
Die Hausärzte sparten nicht mit Kritik an der
Gebührenordnung – zum Teil ganz grundsätzlicher Art. Doch viele der circa 300 Anwesenden hatten auch ganz konkrete Fragen zum
neuen EBM, zum Beispiel zu den geriatrischen
Leistungspositionen.
Im Vergleich zur Diskussion um den hausärztlichen Teil fiel die Debatte um den fachärztlichen Teil eher moderat aus. Dennoch gibt es
auch dazu viele Fragen, wie das große Interesse am Auftritt von Andreas Köhler zeigte.
Vor rund 400 Mitgliedern erläuterte er die Reform – und verteidigte sie gegen Kritik.
Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Nordrhein, wies darauf hin, dass sich mit der Höhe der durchschnittlichen Honorarumsätze in Nordrhein oft
kaum noch eine Praxis führen lasse. Bei der
Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung liegt
Nordrhein nach wie vor am unteren Ende der
Skala im Bundesvergleich. „Das ist inzwischen
ein Standortnachteil, den wir trotz guter Ergebnisse bei den Honorarverhandlungen nicht
ausgleichen können“, sagte Dr. Peter Potthoff,
Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Er
Der Vorstand der KBV erläuterte den neuen EBM
im Haus der Ärzteschaft.
Ende September referierte Dr. Andreas Köhler vor
den Fachärzten, einen
Monat später sprach
Regina Feldmann mit
forderte von der KBV, eine verbindliche Perspektive zu eröffnen, wie sich die desolate Honorarsituation umgehend verbessern ließe.
Die EBM-Reform werde nichts an der strukturellen Unterfinanzierung Nordrheins ändern, entgegnete Köhler. Denn eine EBMReform könne nur die Verteilung der Mittel
innerhalb der Ärzteschaft neu ordnen, aber
keine regionalen Vergütungsunterschiede nivellieren. Dennoch sei es unumgänglich, sich
zur „fachärztlichen Grundversorgung“ zu bekennen. Köhler will die „sprechende fachärztliche Medizin fördern“.
Köhler erklärte, die neue Pauschale für die
fachärztliche Grundversorgung (PFG) habe bewusst einen strukturpolitischen Hintergrund: „Wir brauchen auf Dauer eine wohnortnahe fachärztliche Grundversorgung“ –
parallel zur hausärztlichen Primärversorgung.
Und die konservativ tätigen Fachärzte seien
bisher immer Verlierer bei EBM-Reformen gewesen – daher würde jetzt umverteilt.
So fließt der Honorarzuwachs aus der Veränderungsrate dieses Jahres für den fachärztlichen Versorgungsbereich komplett in die PFG.
Dazu kommen Anteile aus Einsparungen, etwa bei der Abrechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus und bei den Dialyse-Sachkosten.
Insgesamt werden 2013 auf diese Weise rund
300 Millionen Euro umverteilt, 2014 sollen es
400 Millionen werden, die bei den Grundversorgern ankommen.
Bei kleinen Packungen, beispielsweise für Antibiotika, kann der Austausch von Generika
und Rabattarzneimitteln in der Apotheke zu
Irritationen führen. Die Normgrößen N1, N2
und N3 hat der Gesetzgeber 2011 den Reichweiten der Arzneimittel von der Akut- bis zur
Dauerversorgung angepasst. Hiermit reagierte
der Gesetzgeber auf die bis dato gängige Praxis pharmazeutischer Unternehmer mit 98er
Packungen den Austausch gegen eine 100er
Packung zu verhindern.
Bei kleinen Packungen ist die Regelung
manchmal problematisch. Für das Antibiotikum Cefixim beispielsweise ist die Messzahl
für die kleinste Normgröße (N1) sechs Stück,
der Austauschbereich liegt zwischen fünf und
sieben Stück. Das heiß, alle Packungen mit
fünf, sechs oder sieben Tabletten werden als
N1 bezeichnet. Je nach Rabattvertrag kann es
passieren, dass sieben Stück verordnet, aber
nur fünf abgegeben werden – oder umgekehrt.
In der Regel wird sich die Apotheke (beim Patienten) erkundigen, über wie viele Tage therapiert werden soll. Den Austausch können Sie
nur verhindern, wenn Sie nach Stückzahl und
mit Aut-idem-Kreuz verordnen.
Was bei kleinen Packungen passieren kann,
zeigen wir am Beispiel der Verordnung einer
kleinen Packung Cefixim 400mg-Tabletten:
n	Der Arzt verordnet Cefixim 400 Tabletten
N1, N1 plus Stückzahl oder nur nach Stückzahl und lässt den Austausch zu (kein Autidem-Kreuz gesetzt). Die Apotheke kann je
nach Rabattvertrag Packungen mit fünf,
sechs oder sieben Tabletten abgeben.
N1 eines bestimmten Herstellers und lässt
den Austausch nicht zu (Aut-idem-Kreuz
gesetzt). Die Apotheke kann eine Packung
mit fünf, sechs oder sieben Tabletten abgeben, wenn der Hersteller mehrere Packungsgrößen anbietet.
n	Der Arzt verordKontakt
net Cefixim 400
und lässt den
zu ( Aut- idem Kreuz gesetzt).
kann nur die verordnete Stückzahl abgeben.
Maxalt und Palexia von der Me-too-Liste gestrichen
Das Migränemittel Maxalt (Rizatriptan) wurde
von der Me-too-Liste gestrichen, weil das Patent abgelaufen ist. Ferner wurde Palexia (Tapentadol) von der Me-too-Liste genommen.
Die Me-too-Liste Nordrhein umfasst somit
noch 79 Präparate. Seit 2011 wird die Liste
nicht mehr weiter entwickelt. Denn seitdem
werden Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen
aufgrund gesetzlicher Vorgaben der frühen
Nutzenbewertung unterzogen.
AOK richtet Hilfsmittel-Servicestellen ein
Die AOK Rheinland/Hamburg hat im Juli vier
Hilfsmittel-Servicestellen eingerichtet, und
zwar in Düsseldorf, Essen, Köln und Hamburg. Die Stellen unterstützen Patienten bei
der Bearbeitung von Hilfsmittelanträgen. Für
die Praxen hat dies hinsichtlich der Verordnung von Hilfsmitteln keine Auswirkungen.
Nach wie vor gelten die Hilfsmittelrichtlinie
und das Hilfsmittelverzeichnis.
die jeweiligen Fachbe­
reiche können Patienten
ab­rufen unter: www.aokgesundheitspartner.de/rh
KV | 131111
Mutterschaftsrichtlinie:
Übergangsregelung erweitert
Einheitlicher Kurarztvertrag
Die KV Nordrhein hat mit den nordrheinischen
Krankenkassenverbänden eine Übergangsregelung zur Vereinfachung des Verfahrens über
die Vergütung der erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung abgeschlossen (wir berichteten). Diese Regelung sah zunächst vor,
dass die Leistungen
nur für Versicherte mit Wohnsitz in
Nordrhein abgerechnet werden können.
Rückwirkend zum 1. Juli 2013 ist der einheitliche Kurarztvertrag für alle Primär- und Ersatzkassen in Kraft getreten. Die wichtigsten
n	Krankenkassen vergüten kurärztliche Leistungen deutlich besser. Die Honorare wurden zum Jahresbeginn um 6 Prozent angehoben. Sämtliche kurärztlichen Leistungen
werden jetzt zu den höheren Preisen der
Ersatzkassen vergütet.
n	Sämtliche Honorare nach dem Kurarztvertrag werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und ohne Mengenbegrenzung gezahlt.
n	Die Heilmittelrichtlinien werden nicht angewandt. Ein Kurarzt kann somit selbst
entscheiden, welche Heilmittel er verordnet. Er unterliegt natürlich trotzdem dem
Wirtschaftlichkeitsgebot.
n	Auch bei kurärztlichen Verordnungen gilt
der Grundsatz Beratung vor Regress (§ 106
Abs. 5 e Sozialgesetzbuch V).
n	Mit den Krankenkassen wurde vereinbart,
dass für die kurärztliche Behandlung nur
die in den Anlagen 3 bis 5 des Vertrages
vereinbarten Formulare verwendet werden
dürfen. Damit verringert sich der bürokratische Aufwand in der Praxis.
konnte sich die KV
Nordrhein mit mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen
darauf verständigen,
auch für Versicher© drubig-photo - Fotolia.com
te mit Wohnsitz in
den nachfolgend genannten KV-Gebieten zulasten der nordrheinischen Krankenkassen bzw. der Mitgliedskrankenkassen der nordrheinischen Verbände
abgerechnet werden können. Diese Regelung
gilt für die Versicherten aus den Gebieten
der Kassenärztlichen Vereinigungen BadenWürttemberg, Bremen, Hamburg, RheinlandPfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen und Westfalen-Lippe. Die Leistungen für die genannten Versicherten sind
ebenfalls mit den Symbolnummern 91770 und
91771 abzurechnen
und werden außerhalb der morbidiAlle Symbolnummern im Internet
tätsbedingten GeVom ADHS-Vertrag über die Disease-Managementsamtvergütung und
Programme bis zum Tonsillo­tomievertrag – mehr als
35 Sonderverträge hat die KV Nordrhein mit den
RegelleistungsvoKrankenkassen im Rheinland geschlossen.
lumen und qualifiEine aktuelle Übersicht der in diesen Verträgen gelten­
kationsgebundenen
den Symbolnummern finden Sie im Internet unter
Zusatzvolumen verwww.kvno.de KV | 131112
Den neuen Kurarztvertrag finden Sie im Internet unter
www.kbv.de | KV | 131112
Laborwerte: Wer Therapie
Laborkontrollen sind von der Praxis durchzuführen, die die Therapie durchführt. Ein
Hausarzt ist dann für die Kontrolle der Werte zuständig, wenn ein Patient bei ihm in Behandlung ist. Ist ein Patient in fachärztlicher
Behandlung, zum Beispiel beim Rheumatologen oder Radiologen, dann sind die Werte
dort zu erheben und zu kontrollieren. So bleiben Therapie und Kontrolle in einer Hand. Dies
gilt besonders dann, wenn die Versorgung mit
Medikamenten ausschließlich durch die Facharzt-Praxis geschieht.
bis I/2014) für alle Versicherten die Kosten für
eine Influenzaimpfung:
n BKK Demag Krauss-Maffei
n BKK 24
n KKH – Kaufmännische Krankenkasse
n pronova BKK
n Techniker Krankenkasse
Die AOK Rheinland/Hamburg trägt die Influenzaimpfung für Kinder und Jugendliche bis
Änderungen der Qualitäts­
sicherungs-Richtlinie Dialyse
Die geänderte Richtlinie tritt am 1. Januar 2014
in Kraft. Erstmals ist eine patientenbezogene,
längsschnittliche Erhebung der Daten vorgesehen. Wegen der Neuartigkeit des Verfahrens
wurden die komplexen Anforderungen an ein
datenschutzkonformes Verfahren präziser und
ohne Interpretationsmöglichkeiten gefasst. Die
Änderungen umfassen die Dateninfrastruktur
und das Datenübermittlungsverfahren sowie das Dokumentations- und Berichtswesen. Zusätzlich hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein Patientenmerkblatt
veröffentlicht, das ab 1. Januar 2014 zur Information der Patienten durch die DialyseEinrichtungen genutzt werden kann. Der Jahresbericht 2012 des Zentralen Datenanalysten
zur Qualitätssicherung in der Dialyse wurde
vom G-BA zur Veröffentlichung freigegeben.
Die Patienteninformation und die QualitätssicherungsRichtlinie Dialyse finden Sie unter www.g-ba.de
KV | 131113
Influenzaimpfung außerhalb
der STIKO-Indikationen
Folgende Krankenkassen in Nordrhein übernehmen in der Impfsaison (Quartale IV/2013
Infos zur Abrechnung und zum Bezug der Impfstoffe
finden Sie unter www.kvno.de
Den seit 1. Oktober geltenden neuen EBM haben alle Hersteller von Praxisverwaltungssystemen
implementiert. Bei wenigen Anbietern sind im
hausärztlichen Bereich Fehler aufgetreten. So
meldeten Praxen, dass zum Beispiel die EBMNummern 03000 oder die 04000 nicht eingegeben werden können. Die Hersteller, deren Software bislang noch nicht einwandfrei
arbeitete, haben nach unserem Kenntnisstand
Updates erstellt, die – wenn kein Online-Update erfolgt – in der Praxis aufgespielt werden müssen. Bitte wenden Sie sich bei Pro­
blemen an Ihr Softwarehaus.
„Luft und Bewegung sind die eigentlichen geheimen Sanitätsräte“, das soll schon Schriftsteller
Theodor Fontane im 19. Jahrhundert gewusst haben. Aktuelle Erfahrungen der Sportwissenschaft
geben ihm recht. Wer nach einem Herzinfarkt oder infolge von Rückenschmerzen in einem
therapeutischen Aufbauprogramm sportlich wird, fühlt sich rundum besser. Entscheidend dabei:
sich zu motivieren und von Experten anleiten zu lassen. Der Arzt beim Training erfüllt dabei
für die Teilnehmer fast die Funktion eines Schutzengels. Ein Vormittag auf dem Sportplatz bei
einem Kurs des Vereins für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGS) Düsseldorf-Ratingen.
Lautes Lachen klingt über den Rasen des Platzes der Sportgemeinschaft Düsseldorf-Unterrath: Mehrere Gruppen von Damen und Herren über 60 Jahren sind dort unterwegs, die
Herbstsonne hat sie aus der Halle nach draußen gelockt. Die einen strecken rote Thera­
bänder über ihre Köpfe und dehnen diese, so weit sie können. Die Nachbargruppe
wandert derweil im
Kreis, setzt die Füße schräg voreinander und dehnt wenig später unter den
Vereine für Gesundheitssport
von Diplom-SportAlle Vereine für Gesundheitssport halten
spezielle Gruppenangebote bereit – für
wissenschaf tlerin
Erwachsene mit chronischen ErkrankunSimone Kipp kollekgen, mit körperlichen Beschwerden oder
tiv die UnterschenBeeinträchtigungen sowie für Kinder mit
kelmuskeln.
Bewegungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten, chronischen Erkrankungen oder
Friedel Kroll hält es
geistiger Behinderung. Die Vereinsmitnicht mehr auf der
glieder können ein- bis viermal pro WoBank am Spielfeldche aktiv sein und aus einer vielseitigen
rand, er möchte daAngebotspalette ihr persönliches Bewebei sein. Kaum zu
gungs- und Entspannungsprogramm imglauben, was der
mer wieder neu zusammenstellen. Zum
Programm der Vereine gehören darüber
75-Jährige von sich
hinaus Erlebnis- und Erholungstouren,
erzählt: Er sei früher
zum Beispiel Skilanglauf, Wander- und
eine unverbesserliBewegungsfreizeiten.
che „Couch-Potato“
gewesen, nicht aus
dem Sessel zu be-
wegen. Die Erkenntnis, dass er durch regelmäßigen Sport etwas für sein Wohlbefinden
tun sollte, kam dem Ingenieur aus Ratingen
erst nach einer Bypass-Operation vor 13 Jahren. „Die Ärzte haben mir empfohlen, aktiv
zu werden, und die Krankenkasse gab mir die
Adresse des Vereins für Gesundheitssport“,
erzählt er. Zwei Mal pro Woche macht Friedel Kroll seitdem regelmäßig Koordinationsübungen, Gymnastik und Ausdauertraining,
besucht außerdem noch einmal wöchentlich
die Rückenschule – und ist froh, sich auf diese
Weise fit zu halten. „Ich habe bei meinem älteren Bruder gesehen, wie schnell man nachlässt und früher altert, wenn man das nicht
tut“, erzählt er und schnürt die Turnschuhe.
Auf geht’s Richtung Sportplatz.
Die 64-jährige Regina Pfeifer lässt es heute
etwas langsamer angehen – sie weiß, dass sie
nach ihren zahlreichen Bandscheiben-Operationen und mit den Arthrose-Problemen in der
Hüfte manchmal eine Pause einlegen muss.
Was sie jedoch nicht davon abhält, wie Friedel Kroll vier Mal pro Woche in Bewegung zu
kommen, zum Beispiel mithilfe der flexiblen
Therabänder. „Ich verlasse mich auf die Therapeuten, die uns anleiten, dass sie mir die
richtigen Übungen zeigen“, sagt die dunkelhaarige Frau mit der schicken Sonnenbrille.
„Es ginge mir wesentlich schlechter, wenn ich
nichts machen würde“, da ist sie sicher. „Und
dabei genieße ich dann auch noch das lustige
Miteinander in der Gruppe.“
Simone Schlierkamp, Geschäftsführerin des
Vereins für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGS) Düsseldorf-Ratingen, hat lächelnd zugehört. Die Geschichten von Friedel
Kroll und Regina Pfeifer zeigen ihr, dass das
Konzept des VGS wirkt: „Die Teilnehmer unserer Angebote lernen, verantwortlich mit sich
selbst umzugehen und zu merken, wie belastbar sie nach einer Erkrankung wieder sind.“
Immer wieder wird Simone Schlierkamp davon
überrascht, wie routiniert selbst blutige SportAnfänger schon nach drei Monaten die Übungen in den Sportgruppen mitmachen. „Wir betreuen pro Jahr mehr als 2000 Teilnehmer in
dauerhaften Gruppen, Kursen sowie Workshops, davon sind rund 1500 Vereinsmitglieder. Und regelmäßig bekommen wir begeisterte Rückmeldungen von Menschen, die erkennen, was sie selbst für sich tun können.“
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Internistin Dr. Hildegard Götte, die in ihrem Ruhestand Spaß an einer neuen Aufgabe gefunden hat: Sie begleitet die Herzsportgruppen,
misst bei Teilnehmern auf Wunsch den Blutdruck und kümmert sich um diejenigen, die
sich zwischendurch zu schwach zum Weitermachen fühlen. Seit ihrer Berentung nimmt
die Internistin auch aktiv an den Kursen teil –
und sagt: „Der Tag hat eine ganz neue Struktur bekommen und ich halte mich zugleich
gesundheitlich fit.“ Für die anderen Teilnehmer nimmt die Medizinerin, die sich ihren
Betreuungsjob mit dem Kollegen Dr. Elmar
Michels teilt, eine Art Schutzengel-Position
ein – sie fühlen sich, als könne ihnen nichts
passieren. „Und tatsächlich hat es innerhalb
von rund 30 Jahren Vereinsgeschichte weniger als fünf ernste Zwischenfälle gegeben“,
sagt VGS-Geschäftsführerin Schlierkamp.
Am 3. Oktober 1977 schlug die Geburtsstunde
des Vereins für Gesundheitssport und Sport-
therapie Düsseldorf-Ratingen. Seinerzeit wurde die erste Herzsportgruppe ins Leben gerufen; inzwischen gibt es rund 200 Angebote vormittags und abends für verschiedene
Altersgruppen und je nach Leistungsfähigkeit der Teilnehmer. „Interessierte Ärzte und
Sporttherapeuten gründeten Ende der 70er
Jahre eine Arbeitsgemeinschaft, weil sie bei
der Behandlung ihrer Patienten nicht nur auf
Medikamente, sondern auch auf die Erkenntnisse der damals noch jungen Wissenschaft
der Bewegungstherapie zurückgreifen wollten“, erzählt Simone Schlierkamp. Vor dieser Zeit habe man gefürchtet, Menschen mit
Herzproblemen könnten beim Sport zusammenbrechen oder schlimmstenfalls sterben.
Doch das Kölner Modell der Herzsportgruppen, entworfen von der Deutschen Sporthochschule, zeigte in den 70er Jahren einen
anderen Weg auf – nämlich die positive Wirkung von Bewegung.
Kräftig ziehen, so gut es
geht: Diplom-Sportwissenschaftlerin Simone
Kipp zeigt den engagierten Gesundheitssportlern, wie das mithilfe
von Therabändern funktioniert.
„In unserem Verein setzte sich damals die Erkenntnis durch, dass das Bewegungsprogramm
für jeden Teilnehmer individuell zugeschnitten
sein sollte“, erläutert Schlierkamp. Ein Intensiv-Aufbauprogramm für Herzpatienten (IAH)
wurde entwickelt – was bedeutet, dass jeder
Kleiner GesundheitsCheck vor den
misst den Blutdruck bei
Friedel Kroll – das gibt
ihm ein sicheres Gefühl.
Im Vorstand des VGS sitzt Prof. Rolf-Michael
Klein, Chefarzt der Kardiologie im Unterrather
Augusta-Krankenhaus, weil er von der nachhaltigen Wirksamkeit des Reha-Sports zutiefst überzeugt ist: „Wir müssen einen Weg
für die Patienten ebnen, die zum Beispiel mit
einem akuten Herzinfarkt zu uns kommen.
Wir operieren sie, stellen sie medikamentös
ein, dann bekommen sie eine Anschlussheilbehandlung in einer Kur – aber danach muss
es weitergehen“, sagt der Mediziner.
Patient zunächst aufgrund eines aktuellen Belastungs-EKGs und seiner Erkrankung von einem Sporttherapeuten und einem kardiologisch erfahrenen Arzt in einer Anfängergruppe
beraten wird. Nach sechs Wochen kommen die
Bewegungswilligen in eine der Sportgruppen
an den mehr als 30 Standorten des VGS, die
sich im Gebiet zwischen Ratingen-Lintorf und
Düsseldorf-Garath befinden. Auf diese Weise
muss niemand weit fahren und kann sich zudem entscheiden, ob er morgens oder abends
aktiv wird. Der Partner kann dabei mitmachen.
Alle Angebote, die in den Gruppen gemacht
werden, sind auf das Alter und die Belastungsfähigkeit der Teilnehmer ausgerichtet.
Diese werden von erfahrenen Therapeuten
sowie anderen Experten quasi „an die Hand
genommen“. „Für uns arbeiten Diplom-Sportlehrer, aber auch ein Team aus Psychologen,
Diätassistentinnen und Podologen, so dass die
Patienten eine Art Gesundheitsschulung – unter anderem mit Tipps zur richtigen Ernährung und zur Fußpflege – erhalten“, erklärt
Simone Schlierkamp. „Vorträge und Diskussionen helfen ihnen dabei, mehr über ihren
Körper zu erfahren.“ Nach einem Jahr ist das
von den Krankenkassen teilfinanzierte Auf-
bauprogramm abgeschlossen. Alle, die weiter
dabei bleiben wollen, können kostenfrei am
Reha­sport teilnehmen, solange dieser von den
Kassen bezahlt wird. Wer in den Verein eintritt (Montatsbeitrag von zumeist 15 Euro),
kann an bis zu vier Sportangeboten pro Woche teilnehmen.
Bewegung gibt es nicht als Tablette
Er sieht es als eine Aufgabe der behandelnden
Ärzte an, das Bewusstsein ihrer Patienten dafür zu schärfen, dass sie ihren Lebensstil dauerhaft ändern und sich zum moderaten Sporttreiben motivieren müssen, um etwas gegen
ihre zum Teil zahlreichen Erkrankungen zu unternehmen: „Bewegung gibt es nun mal nicht
in Tablettenform – und auch das soziale Miteinander spielt für die Menschen, die oft allein leben, eine große Rolle“, erklärt der Kardiologe.
Klein ermuntert seine Assistenten, Herzsportgruppen gegen eine Aufwandsentschädigung
oder eine Spendenquittung zu begleiten –
damit sie Menschen helfen, auf diese Weise
mehr Lebensqualität zu gewinnen. Nachdenklich sagt der Chefarzt: „Eigentlich müsste dieses Engagement der Patienten von den Krankenkassen belohnt werden. Denn ich bin sicher, dass es die Kosten für Arztbesuche und
Psychopharmaka langfristig senkt, auch wenn
es bisher nur wenige Studien dazu gibt. Ich
sehe es den Patienten an, die zu mir kommen,
wie gut ihnen die Bewegung tut.“
Rehabilitationssport in Nordrhein-Westfalen
Aktuell gibt es im Land NRW über 20 000 anerkannte und zertifizierte Rehabilitationssport-Angebote. Der
Landessportbund (LSB NRW) und der Behinderten-Sportverband (BSNW) haben alle Angebote in eine gemeinsame
Datenbank eingepflegt, die im Internet jedem zugänglich ist: www.rehasport-in-nrw.de
Der LSB NRW hält in seinen Mitgliedsvereinen spezielle
Herz-, Diabetes- und Krebssportgruppen vor. Die Vereine
des BSNW – dem Fachverband für Rehabilitation durch
Sport in NRW – bieten Angebote zu allen relevanten Indikationen in den Profilen Orthopädie, Innere Medizin,
Sensorik, Neurologie, Geistige Behinderung und Psychiatrie/Sucht.
Rehabilitationssport ist einem ganzheitlichen Ansatz verpflichtet, wonach Gesundheitsförderung auf vier gleichberechtigten Ebenen angestrebt wird: der physischen
(zum Beispiel Förderung von Kondition und Koordina­tion),
der psychischen (zum Beispiel Förderung von Motivation,
Kognition und Emotion), der sozialen (beispielsweise Teilhabe, soziale Unterstützung, Integration/Inklusion) und
der edukativen Ebene (zum Beispiel Hilfe zur Selbsthilfe/
Alltagsbewältigung). Orientiert am Modell der Salutogenese fokussiert der „Rehabilitationssport nicht primär
auf die Defizite der Betroffenen, sondern auf die umfassende Förderung ihrer gesundheit­lichen Ressourcen“, erläutert Dr. Georg Schick, Referent für Sportentwicklung
beim BSNW. Folglich unterscheide sich Rehabilitationssport grundsätzlich vom sogenannten Funktionstraining
und vom Heilmittel Physiotherapie. Das Funktionstraining
ziele mit den Mitteln der Krankengymnastik oder Ergotherapie primär auf eine Stabilisierung bzw. Verbesserung
im körperlich-funktionalen Bereich ab.
Jeder niedergelassene Arzt kann Rehabilitationssport
außerhalb seines Heilmittelbudgets verordnen: auf dem
sogenannten Muster 56, das über die zuständige Kassenärztliche Vereinigung angefordert werden kann. Rehabilitationssport ist eine ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation chronisch kranker und behinderter Menschen, die von zertifizierten Sportvereinen
angeboten und in Gruppen durchgeführt wird, die von
speziell ausgebildeten Übungsleitern betreut werden.
Die gesetzliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch
(§ 44 SGB IX), wonach ärztlich verordneter Rehabilitationssport eine Pflichtleistung der Kostenträger darstellt.
Die 64-jährige Regina Pfeifer verlässt sich auf Therapeuten wie Sportwissenschaftlerin Simone Kipp. Sie weiß, dass diese ihr die Übungen
zeigen, die zu ihrem Gesundheitszustand passen.
Weitere Informationen und Verordnungshinweise finden
Sie unter dem Suchbegriff „Rehabilitationssport“ auf den
Internet-Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
(www.kbv.de). Dort kann auch die „Rahmenvereinbarung
über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining“
als PDF heruntergeladen werden. Weiterführende Hinweise und Infos zur Anerkennung, Zertifizierung und
zum Qualitätsmanagement von Rehabilitationssportgruppen hält der BSNW auf seiner Homepage unter „Reha­sport“, „Anerkennung“ und „Qualitätsmanagement“ bereit: www.bsnw.de
Herzsport-Gruppen helfen
Viele Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedürfen einer ambulanten Weiterversorgung,
zum Beispiel in Form einer qualifizierten, bewegungstherapeutischen Betreuung. Genau dies
bietet der Rehabilitationssport. Ärzte wie der Düsseldorfer Kardiologe Dr. Manfred Schwick
unterstützen die Gruppen – auch als stellvertretender Vorsitzender im Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie Düsseldorf-Ratingen.
Der Herzsport lebt von der Unterstützung durch
die Ärzteschaft. Wir würden uns sehr freuen,
wenn Ärztinnen und Ärzte abends oder vormittags in einer Herzsportgruppe Betreuungen
übernehmen möchten. Am Vormittag betreuen
vor allem „Ärzte im Ruhestand“ die Herzgruppen oder Ärztinnen in ihrer Erziehungspause,
die ihre Kinder gern mitbringen können.
unter www.vgs-d.de
Die betreuenden Kolleginnen und Kollegen
können jederzeit selber am Bewegungs- und
Entspannungsprogramm aktiv teilnehmen –
auch während der Begleitung unserer Herzgruppen. Als gemeinnützige Einrichtung
können wir für die Betreuungen eine Spendenbescheinigung oder eine steuerfreie Aufwandsentschädigung ermöglichen.
Neben der ärztlichen Versorgung am Wohnort
bilden die ambulanten sporttherapeutischen
Gruppen eine wesentliche Voraussetzung für
eine nachhaltige Sicherung des Therapieerfolges. Sozialintegrative und gruppendynamische Prozesse in den Herzgruppen sind wichtige Komponenten, um dauerhafte Lebensstil­
änderungen zu bewirken. Hierdurch wird eine
langfristige Stabilisierung des Gesundheitszustands ermöglicht.
Auch Ihre Patienten können davon dauerhaft
profitieren. Gern stellen wir Ihnen und Ihrem
Praxisteam unseren Verein persönlich vor. Wir
würden uns sehr freuen, einige Ärztinnen und
Ärzte künftig in unserem Herzgruppen-Team
Der VGS Düsseldorf-Ratingen
Der Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie Düsseldorf-Ratingen (VGS) e. V. betreut seit 1977 Menschen
mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ambulanten Herzgruppen. Basierend auf der langjährigen Erfahrung hat der
VGS ein spezifisches Patientenschulungsprogramm entwickelt: Das Intensiv-Aufbauprogramm für „neue“ Herzpatienten (IAH) umfasst eine individuelle Sporttherapie in allen Belastungsstufen sowie umfangreiche medizinische,
ernährungsphysiologische und bewegungstherapeutische Schulungen. Zu den Workshops Laienreanimation, Stress­bewältigung und Essverhalten sind Partner oder Familienangehörige willkommen. Mit Hilfe des IAH-Programms
gelingt eine deutliche Reduktion der „drop-out“-Rate.
Ein wesentliches Ziel in der Sekundärprävention ist die Verbesserung und Stabilisierung der individuellen Belastbarkeit sowie der Abbau der kardialen Risikofaktoren. Die Teilnehmer gewinnen Freude und Spaß an moderater Bewegung und regelmäßiger Sporttherapie. Während der Rehabilitationsphase ist stets ein Arzt anwesend, um die
medizinische Betreuung zu gewährleisten; zwei bis drei Ärzte im Wechsel sollten eine Gruppe betreuen. Es steht
eine Notfallausrüstung (Notfallkoffer und Defibrillator) zur Verfügung.
Notfallpraxis Leverkusen
Die zentrale Notfallpraxis in Leverkusen feierte Anfang Oktober ihr zehnjähriges Bestehen.
Die Ärztinnen und Ärzte zeigten sich anlässlich der Jubiläums-Pressekonferenz zufrieden mit
ihrer Praxis in den Räumen im Ärztehaus Medilev. Die Patienten stimmen mit den Füßen ab:
Inzwischen sind es 16.000 Behandlungen pro Jahr – Tendenz: weiter steigend.
„Die Planungen für eine zentrale Praxis began­nen 2002“, erinnert sich Dr. Thomas Eusterholz, Vorsitzender der Kreisstelle Leverkusen
Die überwiegende Mehrheit der Leverkusener
Ärzteschaft stimmte für die Einrichtung der
zentralen Notfalldienstpraxis, die zunächst
zwei Räume in der Zentralambulanz des Klinikums Leverkusen bezog. Dort leisteten fortan 300 Ärzte ihre Notfalldienste, die Pädi­ater
indes versorgten kranke Kinder in den sprechstundenfreien Zeiten in einer Praxis in der Kin­derklinik.
40 Prozent von außerhalb
Im Jahr 2006 zogen beide Notdienste ins Medilev – und arbeiteten zusammen noch erfolgreicher. „Zu uns kommen nicht nur Patienten
aus Leverkusen, sondern auch aus angrenzenden Bereichen, zum Beispiel dem rechtsrheinischen Köln“, berichtet Eusterholz. Rund
40 Prozent macht der Anteil der Kreisfremden aus, darunter viele Kinder. Der Grund für
die Attraktivität der Leverkusener Notfallpraxis: An Feiertagen und am Wochenende wird
auch eine Kinderarzt-Sprechstunde angeboten
– im Gegensatz zum Notfalldienst der Nachbargemeinden.
Trotz der steigenden Inanspruchnahme sieht
Eusterholz kein Kapazitätsproblem. „Uns stehen auf 172 qm ein Wartezimmer, eine Anmeldung und vier gut ausgestattete Behandlungsräume zur Verfügung.“ Allenfalls der Faktor Arzt könne schon einmal knapp werden,
berichtet Dr. Hans-Georg Frischauf, der Koordinator der Notfalldienstpraxis. An einem Rosenmontag hätten vormittags schon einmal 70
Patienten auf eine Behandlung gewartet. Doch
dank zweier Kollegen, die rasch eingesprungen
seien, sei auch diese Spitze bewältigt worden.
Probleme bereitet hin und wieder die medikamentöse Versorgung. Dann verfügten die Apotheken nicht über ausreichende Mengen, zum
Beispiel an Augentropfen oder Antibiotika.
Standen am Jubiläumstag hinter der Anmeldung der Notfalldienstpraxis Leverkusen:
Drs. Peter Trwanik (li.),
Thomas Eusterholz,
und Jens-Harder Boje.
Getragen wird die Praxis von der Gesundheitsmanagemengesellschaft, einer Tochter
der KV Nordrhein. Deren Geschäftsführerin
Andrea Ritz zeigt sich ebenfalls angetan von
den Strukturen vor Ort: „Das ist optimal.“ Und
so könnte das Leverkusener Modell auch als
Blaupause für künftige Notfalldienstpraxen
dienen.	
Fachtagung zur Versorgungsentwicklung in Nordrhein
Die ambulante Versorgung im Jahr 2030
Wie entwickelt sich der Versorgungsbedarf in Nordrhein? Welche Ärzte und Psychotherapeuten stehen uns für die ambulante Versorgung zur Verfügung? Welche Regionen, Städte und
Kreise sind künftig von Zu- und Abwanderung betroffen? Wo werden sich junge Ärztinnen und
Ärzte in den nächsten Jahren bevorzugt niederlassen? Diese und viele weitere Fragen greift
die KV Nordrhein in ihrem Versorgungsreport 2013 auf – und liefert eine Fülle von Antworten
in Gestalt von Fakten, Trends und Prognosen.
Punktueller Hausarztmangel
Der Hausarztmangel trifft Nordrhein nicht in
der gesamten Fläche, sondern vor allem dort,
wo der Behandlungsbedarf deutlich steigt –
und gleichzeitig ein hoher Anteil der Ärzte
ausscheidet und nicht ersetzt werden kann
(siehe Grafik Seite 23). Das trifft besonders
auf die Kreise Kleve und Heinsberg zu; aber
auch Düren und Rhein-Sieg sind betroffen.
Fachtagung fanden
Interessierte ausführliche
Prognosen unter www.
versorgungsreport.de
Bis ins Jahr 2030 reicht die Perspektive des
Versorgungsreports. Ganz unterschiedliche
Datenquellen wurden dabei einbezogen: von
Abrechnungsdaten der nordrheinischen Vertragsärzte bis hin zur NRW-Bevölkerungsstatistik. Für die Prognosen des Reports – insbesondere zum künftigen Behandlungsbedarf –
hat das Berliner „Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung“ (ZI) die Rechenmodelle beigesteuert.
Manche der im Report gewonnenen Erkenntnisse bestätigen bekannte Szenarien; allen voran die Perspektive eines veritablen (Haus-)
Ärztemangels. Freilich beleuchtet der Report
dieses Szenario differenziert:
Entlang der Rhein-Schiene sorgen attraktive
Standortfaktoren für eine im Vergleich günstige Quote der Wiederbesetzung von Hausarztpraxen. In einigen Kommunen halten sich
die Effekte von Alterung und Bevölkerungsverlust (durch Abwanderung) etwa die Waage, so dass dort – trotz des demografischen
Wandels – kein Zuwachs des Behandlungsbedarfs zu erwarten ist.
Für den Landesteil Nordrhein gilt insgesamt:
Der demografische Wandel erreicht uns etwas später als alle Regionen im Bundesdurchschnitt – und deutlich später als die Neuen
Auch die Unterschiede zwischen Stadt und
Land mit Blick auf den Versorgungsbedarf
sind in Nordrhein etwas geringer ausgeprägt
als im Durchschnitt der anderen Flächenländer. Allerdings verschärfen sich diese Unterschiede laut Prognose auch in Nordrhein.
Von der „Nachfrage“ zur „Angebotsseite“
Nicht nur Hausärzte sind vom Nachwuchsmangel betroffen. Auch in der HNO- und Augenheilkunde sowie der Urologie ist künftig
mit Engpässen zu rechnen. Also Fächer, die
für die Versorgung altersbedingter Erkrankungen von besonderer Bedeutung sind.
Dennoch bleibt der fehlende Nachwuchs in
der Allgemeinmedizin die Achillesferse der
ambulanten Versorgung. Nur rund 100 junge Ärztinnen und Ärzte jährlich absolvieren
derzeit die allgemeinmedizinische Weiterbildung. Mehr als 200 wären nötig, um die ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen. Bis 2030 werden in Nordrhein mindestens 1.700 Hausärzte fehlen, wenn nicht
schnell eine Trendwende gelingt.
Der Report kann nur einen Teil der Entwicklungen beleuchten, die die Versorgung im
Jahr 2030 prägen werden. Und nicht für jeden
Trend sind verlässliche Prognosen auf der Basis empirischer Modelle verfügbar. Der Report
präsentiert daher keine „sicheren“ Vorhersagen – und erst recht keine fertigen Lösungen
zur künftigen Sicherstellung. Er übernimmt
vielmehr die Funktion eines Frühwarnsystems.
Und er liefert eine Fülle von Impulsen, um notwendige gesundheits- und auch gesellschaftspolitische Diskussionen in Gang zu setzen.
Den Auftakt dafür bildete eine Fachtagung
im Haus der Ärzteschaft, in der die KV Nordrhein ihren Versorgungsreport einer breiten Öffentlichkeit präsentierte. Im Publikum
waren nicht nur Gesundheitsberufe, sondern
auch Kommunalpolitik und -verwaltung vertreten. Als Vertreterin der Wissenschaft überraschte Prof. Leonie Sundmacher (LMU München) manchen Teilnehmer mit ihrer Feststellung eines vergleichsweise hohen ambulanten
Behandlungsbedarfs in Nordrhein. Sie verwies
auf eine überdurchschnittliche Rate von Sterbefällen, die durch konsequente Prävention,
Therapie und Lebensstil-Änderung potenziell
Christiane Thiele,
Kinder- und Jugendärztin, Viersen
In unserem Einzugsbereich geben in den
nächsten Jahren bis zu fünf Kollegen ihre
Praxis auf. Aber die potentiellen Nachfolger sehen ihre Perspektiven in der Klinik.
Wir müssen die vielen Vorteile des Arbeitens in der Praxis kommunizieren. »
Günter Wältermann,
AOK Rheinland/Hamburg, Vorsitzender
Wir tun schon eine ganze Menge für
den niedergelassenen Nachwuchs. Und
im kommenden Jahr steigern wir die Zahl
der Praxis-Stipendien von 60 auf 100.
Die Zahlen steigen, aber das reicht nicht.
Zumal die Medizin weiblich wird und die
Y-Generation nachrückt. »
Wir brauchen in der Versorgung flexiblere Strukturen, besonders um den Bedarf
älterer Menschen zu decken. Eine wichtige
Rolle können dabei die Medizinischen Fach­­a­ngestellten spielen. Deren Leistungen
müssen honoriert werden. »
Vorsitzender der KV Nordrhein
Der demografische Wandel trifft Nordrhein etwas später und nicht mit derselben
Wucht wie viele Regionen im Osten. Unser
Problem ist weniger die Demografie der
Bevölkerung als vielmehr der Nachwuchsmangel in einzelnen Fachgruppen. »
Prof. Leonie Sundmacher, LMU München
Trotz vergleichsweise hoher Arztdichte ist die ambulante Versorgung in Nordrhein bedarfsgerecht. Indikatoren wie vermeidbare Sterbefälle, geschätzte Morbidität und ambulant-sensitive Krankenhausfälle sprechen für einen erhöhten Behandlungsbedarf. »
Mehr ambulant möglich
Darüber hinaus identifizierte Sundmacher für
Nordrhein eine erhebliche „Reserve“, medizinische Versorgung künftig ambulant statt stationär zu erbringen. In diesem Kontext skizzierte sie das Konzept der „ambulant-sensitiven
Krankenhausfälle“, um das Verlagerungspotenzial einer Region quantitativ zu bestimmen.
KV-Vorstandschef Dr. Peter Potthoff verwies
auf die fehlenden Ressourcen, zusätzliche Versorgungslasten ambulant zu schultern: „Unsere
Vergütung in Nordrhein orientiert sich an Leistungsmengen von gestern statt an der tatsächlichen Morbidität von heute. Unter dieser Voraussetzung werden wir unsere Mitglieder nicht
dazu motivieren, morgen noch mehr zu leisten.“
Am Nachmittag diskutierten Ministerin Barbara Steffens, KVNO-Vorstand Bernd Brautmeier, AOK-Chef Günter Wältermann, Dirk
Meyer, neu ernannter NRW-Patientenbeauftragter, und Christiane Thiele, Pädiaterin aus
Viersen. Fazit: Patentrezepte gegen den Ärztemangel sind nicht in Sicht, statt dessen ein
dickes gemeinsames Pflichtenheft, um einen
Versorgungsnotstand 2030 zu vermeiden.
Der 64-seitige Versorgungsreport enthält nur
einen Bruchteil der von der KV Nordrhein gewonnenen Information. Potthoff: „Wir präsentieren unsere Daten im Netz, wo wir sie
nach Bedarf aktualisieren und erweitern können. Selbstverständlich frei und öffentlich zugänglich.“n Johannes Reimann
Von der Zeitung über das Radio bis ins Fernsehen – über
den Versorgungsreport wurde auf allen Kanälen berichtet. Während die Publikumsmedien primär den Nachwuchsmangel thematisierten, würdigten die Fachmedien
die analytischen Arbeiten des Reports. Ein paar exem­
plarische Stimmen:
» Die KVNO hat mit ihrem Versorgungsreport eine
neue Informationsgrundlage geschaffen und bezieht
damit alle Betroffenen und Interessierten in die Diskussion ein. Sie fordert damit alle Beteiligten heraus,
sich auf die Versorgungsprobleme vor Ort einzulassen. Ausflüchte und das tatenlose Abwarten werden
jedenfalls schwieriger. Die KVNO hat sich mit diesem
Report die Latte selbst hochgelegt. Dafür gebührt ihr
Respekt. Gesundheitspolitischer Informationsdienst
(gid), 18.10.2013
» Mit dem Versorgungsreport hat die KVNO nach ei-
genen Angaben bundesweit erstmalig eine umfassende Analyse der aktuellen Versorgungssituation vorgelegt, flankiert von einer Projektion für das Jahr 2030
und einer Darstellung der versorgungspolitischen He-
rausforderungen. Ergänzt wird die Broschüre durch
das Online Portal www.versorgungsreport.de mit weiteren Informationen. Ärzte Zeitung, 09.10.2013
» Der durchschnittliche Hausarzt in der Region
ist 52,7 Jahre alt und muss sich um 1592 Einwohner kümmern. Die Versorgungslage ist damit generell
gut, lange Anfahrtswege die Ausnahme. Doch in Zukunft dürften sich diese Zahlen deutlich verschlechtern. Denn den Hausärzten in der Region Nordrhein
mit ihren neun Millionen Einwohnern fehlt der Nachwuchs. Rheinische Post, 01.10.2013
Hausarztdichte und Behandlungsbedarf im Jahr 2030
Die Grafik zeigt auf Basis einer Modellrechnung, wie sich die Hausarztdichte und der
Behandlungsbedarf in Nordrhein 2030 entwickeln. Der gelbe Balken zeigt, ob in einem Kreis
im Vergleich zum nordrheinischen Durchschnitt des Jahres 2010 mehr oder weniger Hausärzte praktizieren. praktizieren. In Kleve beispielsweise sind 43 Prozent weniger Hausärzte
niedergelassen, 2010 lag der Kreis nur sieben Pro­zent unter dem Durchschnitt. Gleichzeitig
liegt der Behandlungsbedarf – gemessen mittels des so genannten Relativen Risikoscores
(RRS) – zwölf Prozent über dem Schnitt des Jahres 2010. Damit steht
der Kreis vor einer großen Herausforderung. Wesentlich entspannter können die Bonner in die Zukunft blicken:
Der Behandlungsbedarf liegt gerade einmal zwei Prozent über dem Niveau
des Jahres 2010, die Hausarztdichte bleibt mit 13 Prozent über dem Schnitt relativ hoch.
Vergleich der Werte von 2030 mit
dem Durchschnitt von 2010 in %
n Hausärzte pro Einwohner 2030:
n RRS 2030:
Keine Empfehlung zum Mammo­graphie-Screening
Rät ein Gynäkologe während einer Krebsvorsorgeuntersuchung nicht zu einem MammographieScreening, kann dies einen groben Behandlungsfehler darstellen. Das hat das Oberlandesgericht
(OLG) Hamm kürzlich entschieden und den Gynäkologen zur Zahlung von Schadensersatz
verurteilt. (Az. – 3 U 57/13 -)
Die Klägerin befand sich schon über 20 Jahre in der Behandlung des Gynäkologen und
nahm die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung wahr. Die Frau erhielt Hormonpräparate
(Femovan, Marvelon, Cyclo-Menorette). Wegen Wechseljahresbeschwerden erhielt sie das
Präparat Ostronara und später Liviella. Im Jahr
2001 erfolgte eine Mammographie mit unauffälligem Befund. Die 2008 bis 2010 erfolgten
Untersuchungen mit Abtasten und Sonographie ergaben keinen verdächtigen Befund.
Erst im Jahr 2010 riet der Frauenarzt der
Klägerin zu einer Mammographie. Diese ergab den Verdacht eines Mamakarzinoms, der
durch Stanzbiop sie bestätigt wurde.
Es folgte eine Seg Rechtliche Bedeutung
mentresektion, eine
Sentinel-Lymphknotenentnahme und
Leitlinien sind keine gesetzlichen RegelunBestrahlung. Drei
gen. Ihnen kommt aber rechtliche BedeuMonate später fand
tung zu, da sie von Gerichten als Hilfseine ko mp le t tie normen und Entscheidungshilfe heranrende axillare Lymgezogen werden, um beispielsweise eine
phonodektonie mit
ärztliche Fehlbehandlung zu beurteilen.
Feststellung weiteLässt ein Arzt Richtlinien außer Acht, kann
rer Lymphknotenmedas zur Beweislastumkehr führen. Der Arzt
tastasen. Bei der anmuss dann beweisen, dass der Schaden
schließenden Chenicht deswegen entstanden ist, weil entmotherapie traten
gegen der Leitlinie behandelt wurde.
Die Klägerin verlangte daraufhin ein Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro sowie Haushaltsführungskosten in Höhe von 3.300 Euro
– und war damit im Wesentlichen erfolgreich.
Denn das Gericht sah einen groben Behandlungsfehler als erwiesen an. Der Gynäkologe hätte schon im Jahr 2008 der Klägerin zur
Teilnahme an dem Mammographie-Screening
raten müssen. Das OLG stützte sich dabei auf
ein Sachverständigengutachten, nach dem das
Mammographie-Screening im Jahr 2008 seit
Jahren fest implementiert war und die einzig
sichere Methode zur Senkung des Mortalitätsrisikos bei Brustkrebserkrankungen gewesen sei.
Der Sachverständige verwies auf die Forderung der Fachgesellschaft, dass die Gynäkologen diese Vorsorgeuntersuchung aktiv vermitteln sollen. Nach den Leitlinien sei der Arzt
aufgefordert, die Screeninguntersuchung zu
erklären, weil Patientinnen Sinn und Zweck
dieser Untersuchung oft nicht selbstständig
Das Gericht hat offen gelassen, ob der unterbliebene Rat zu einem Mammographie-Screening generell einen groben Behandlungsfehler
darstellt. Die Richter sahen als entscheidend
an, dass die Patientin regelmäßig die Vorsorgetermine wahrnahm und es deshalb für den
Arzt offensichtlich war, dass sie ihr Brustkrebsrisiko minimieren wollte.
Zudem war das verordnete Medikament Liviella dazu geeignet, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Wenn der Arzt bei einem solchen Fall
nicht zu der einfachen, relativ risikolosen und
von der Fachgesellschaft eindeutig empfohlenen Vorsorgeuntersuchung rät, stellt dies nach
Auffassung der Richter einen groben Behandlungsfehler dar. Auch der Einwand des Arztes,
dass der Patientin das Mammographie-Screening durch die Einladungen der zentralen Stelle bekannt war, änderte daran nichts.
Im Rahmen der Beweislastumkehr war das
Gericht der Auffassung, dass der Brustkrebs
bereits im Jahr 2008 durch eine Mammographie hätte entdeckt werden können - und so
eine Metastasierung hätte verhindert werden
können. Dann wäre der Klägerin die Chemotherapie erspart geblieben. Es hätte sich für
die Patientin zudem eine günstigere Prognose für das Auftreten eines Rezidivs ergeben.
Das Gericht sprach der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro sowie den
Ersatz von 3.300 Euro für die Haushaltsführung zu. Außerdem verurteilte es den Gynäkologen, der Patientin sämtliche weiteren materiellen und immateriellen Schäden zu ersetzen, die ihr durch die verspätete Krebsdiagnose
entstehen.	n Irina Neuleben
Das MammographieScreening wurde 2002
als Präventionsprogramm
beschlossen. Frauen im
Alter zwischen 50 und
69 Jahren lädt die Zentrale Stelle alle zwei Jahre
zum Screening ein.
Aufklärungspflichten im BGB
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Aufklärungspflichten für Ärzte in § 630e. Hier die wichtigsten
sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken
der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit,
Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Bei der Aufklärung ist auch auf
Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können.
1.	mündlich durch den Behandelnden oder durch eine
Person erfolgen, die über die zur Durchführung der
Maßnahme notwendige Ausbildung verfügt; ergänzend kann auch auf Unterlagen Bezug genommen
werden, die der Patient in Textform erhält,
3.	für den Patienten verständlich sein. Dem Patienten
sind Abschriften von Unterlagen, die er im Zusammenhang mit der Aufklärung oder Einwilligung unterzeichnet hat, auszuhändigen.
Ausrottung der Masern in weiter Ferne
Deutschland floppt – Nordrhein top
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie können sogar tödliche Folgen haben. Trotzdem verzichten viele Menschen darauf, sich und ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen.
In diesem Jahr wurden bundesweit mit bisher rund 1650 Fällen (davon 93 in Nordrhein) fast
zehnmal so viele Masernerkrankungen gemeldet wie im gesamten Vorjahr.
und das Gesundheitsministerium
halten an dem Ziel
fest: Die Masern sollen bis 2015 ausgerottet sein – auch
in Deutschland. Dafür aber wäre es nötig, dass 95 Prozent
der Bevölkerung dagegen geimpft sind.
Die BZgA informiert die
zu Krankheitsbild und
Impfung. Auch Mate­ria­lien für Praxen zur
Erinnerung ihrer Patienten an Impftermine
können kostenlos bestellt
KV | 131126
Eine Studie des Zentralinstituts für die
kassenärztlichen Ver­sor­gung (ZI) vom Juli
zeigt: Lediglich 37
Prozent aller Kleinkinder erhalten die
beiden Masern-Impfungen in den von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Zeitfenstern. Immerhin 62 Prozent der Kinder sind vor
ihrem zweiten Geburtstag zweimal geimpft.
Dabei gibt es allerdings deutliche regionale
Die höchste Impfquote verzeichnet Nordrhein.
Hier sind 68 Prozent der Unter-Zweijährigen
zweimal gegen Masern geimpft. Schlusslich-
ter sind Baden-Württemberg (58 Prozent) und
Bayern (56 Prozent), wo in diesem Jahr besonders viele Masernerkrankungen gemeldet
Jugendliche und Erwachsene erkranken
Betroffen sind dabei nicht nur Kleinkinder.
Knapp zwei Drittel der in diesem Jahr Betroffenen waren zwischen zehn und 40 Jahre alt.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) spricht deswegen auch diese
Zielgruppe an. Zum Beispiel in der Kampagne
„Deutschland sucht den Impfpass“.
Die Impflücken sollten unbedingt geschlossen werden. „Da Masern hoch ansteckend
sind, können sie sich beispielsweise in
Schulen, Universitäten, am Arbeitsplatz oder
auf Großveranstaltungen sehr schnell aus­
breiten. Jugendliche und Erwachsene sollten daher ihren Impfschutz gegen Masern
überprüfen und Impflücken schnellstmöglich
schließen“ rät Prof. Elisabeth Pott, Direktorin
Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit
2010 allen nach 1970 geborenen Erwachsenen ohne oder mit nur einer Impfung in der
Kindheit bzw. bei unklarem Impfschutz die
Impfung gegen Masern. Vielen Erwachsenen ist diese Empfehlung zur Masern-Impfung aber nicht bekannt. Laut einer Studie
der BZgA hatten 81 Prozent der Erwachsenen
noch nichts davon gehört. Es gibt also einiges
aufzuklären.n NAU
Appell an Ärzte, Kassen und Gesundheitsämter
„Immer auf Impflücken achten“
Die diesjährige Masernwelle hat gezeigt, dass es noch ein weiter Weg ist, um die Krankheit
auszurotten. KVNO aktuell sprach mit Dr. Martin Terhardt über nötige Schritte.
Was muss passieren, um die Masern in
Deutschland auszurotten?
Terhardt: Einiges. Wir Kinder- und Jugendärzte müssen uns besser an die von der STIKO
empfohlenen Impftermine halten. Wir wissen heute durch viele Studien, dass die Impfraten besonders hoch sind, wenn sie an die
Vorsorgen gekoppelt sind. Denn bei den Vorsorgeuntersuchungen klärt der Kinder- und
Jugendarzt die Eltern über die jeweils anstehende Impfung auf und führt sich gleich
durch. Spätestens bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung, die bei uns in Nordrhein wie
in den meisten Bundesländern als verpflichtende Einladungen ausgewiesen sind, können verpasste Impfungen nachgeholt werden.
Aufgrund dieses sehr sicheren Systems konnten wir erreichen, dass zum Schuleingang 92
Prozent aller Kinder in Nordrhein die zweifache Masernimpfung erhalten haben.
Das ist nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation aber immer noch
zu wenig. Wie können wir eine noch höhere Durchimpfungsrate erreichen.
Terhardt: Wichtig ist, dass wir in den Praxen bei jedem Praxiskontakt auf Impflücken
achten und bei jeder Gelegenheit versuchen,
diese zu schließen. Auch Krankenkassen und
Öffentlicher Gesundheitsdienst sollten die Eltern immer wieder ansprechen. Der Besuch
von öffentlichen Kindertageseinrichtungen
sollte ohne eine vorherige Impfstatus-Kontrolle nicht möglich sein. Die Gesundheitsämter müssen flächendeckend in den Betreuungseinrichtungen die Impfpässe der
Kinder kontrollieren und gegebenenfalls die
Eltern motivieren, Impflücken unverzüglich
Wo könnten die Krankenkassen helfen?
Terhardt: Die Krankenkassen könnten das
Impfhonorar den betriebswirtschaftlichen
Notwendigkeiten entsprechend erhöhen,
so dass der Recall und alle administrativen
Notwendigkeiten und Risiken rund ums Impfen, zum Beispiel aufwendige Beratung und
Impfstoff-Verwaltung, nicht zum Zuschussgeschäft werden. Die Kassen sollten uns Kinder- und Jugendärzte unterstützen, eine flächendeckende Erfassung des Impfstatus auch
bei den Früherkennungsuntersuchungen zu
schaffen, was eine regelmäßige Evaluation
praxisbezogen und bevölkerungsbezogen ermöglichen würde.
Was ist Ihrer Ansicht darüber hinaus notwendig?
Terhardt: Auch für die J1 im Alter von zwölf
bis 14 Jahren muss es flächendeckend verbindliche Einladungen geben. Die J1 ist gegenwärtig die letzte Gelegenheit, schlecht
geimpfte Jugendliche zu erreichen. Das Vorsorgemeldesystem in NRW könnte beispielsweise bei der U7 auch den Impfstatus erfassen. Darüber hinaus benötigen wir dringend
die gesetzliche Einführung weiterer U-Untersuchungen zwischen dem 5. und 12. Lebensjahr, die U10 und U11, bei denen dann neben
anderen Gesichtspunkten wiederum die Vollständigkeit des Impfschutzes überprüft werden kann. Und selbstverständlich müssen wir
in den Praxen an den organisatorischen Stellschrauben drehen, um Impflücken zu schließen. Zum Beispiel über ein Recall-System,
das in der Praxissoftware oft enthalten ist
und das Serienbriefe generieren kann. Der
Aufwand ist also gar nicht so hoch.
n Die Fragen stellte Frank Naundorf.
(60) ist als Pädiater in
Ratingen niedergelassen.
Im Berufsverband der
Kinder- und Jugendärzte ist er als Präventionsbeauftragter aktiv. Seit
2011 ist Terhardt zudem
und seit 2013 Mitglied
der nationalen Verifizierungkommission Masern/
ein. Im Oktober standen Fragen rund um den neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) im
In welche EBM-Gebührenordnungspositio­
nen (GOP) werden die Versichertenpauschalen 03000/04000 gewandelt? Und wer
trägt diese auf dem Behandlungsfall ein?
Die Versichertenpauschale 03000/04000 wird
vom Arzt eingetragen. Die Praxissoftware, gegebenenfalls die KV Nordrhein, wird entsprechend des Alters die GOP 03000 in die GOP
03001– 03005 wandeln. Und zwar wie folgt:
n unter 4 Jahren 03001/04001
n 4 bis unter 18 03002/04002
n 18 bis unter 54	03003/04003
n 54 bis unter 75	03004/04004
n ab 75	03005/04005
Beim zweiten persönlichen Arzt-PatientenKontakt im Quartal können wir die GOP
03221 ansetzen. Fällt dann die GOP 03220
für den ersten Arzt-Patienten-Kontakt
Ja, die beiden Positionen schließen sich im
Behandlungsfall aus; so sieht es der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) vor. Die KV
Nordrhein nimmt eine automatische Streichung der Ziffer vor, wenn die Praxissoftware
diese nicht schon entfernt hat.
Wird der Chronikerzuschlag (GOP 03220
bzw. 03221) von der KV eingetragen?
Nein, das ist nicht möglich. Ob die Voraussetzungen zur Abrechnung des Chronikerzuschlags
erfüllt sind, ist nur in der Praxis bekannt.
Sind die nordrheinischen Verträge der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung
(AAPV) seit dem 1. Oktober noch gültig?
Ja, jedoch ist eine parallele Abrechnung mit
den neuen Palliativziffern des EBM im Behandlungsfall nicht möglich.
Können die zum 1. Oktober 2013 eingeführten Palliativziffern neben den Leistungen der AAPV abgerechnet werden?
Nein, diese Leistungen sind nur in den Behandlungsfällen abrechnungsfähig, in denen
die Patienten nicht nach einem der allgemeinen nordrheinischen ambulanten Palliativverträge behandelt werden.
Erfordert die neue hausärztliche geriatrische
Versorgung eine bestimmte Zusatzqualifikation? Brauchen wir eine Genehmigung?
Es muss keine Zusatzqualifikation nachgewiesen werden. Die GOP 03360, 03362 sind ohne spezielle Genehmigung abrechnungsfähig.
Ja. Die KV Nordrhein setzt bei Vorliegen der
Voraussetzungen die PFG automatisch zu.
Mehr Infos, Fragen und Antworten finden Sie unter
www.kvno.de | KV | 131128
Bereitschaft zur Organspende auf einem Tiefpunkt
Anlässlich des Tages der Organspende am 1. Juni stellten das Bundesministerium für
Gesundheit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine gemeinsame
Kampagne vor. Sie steht unter dem Motto „Das trägt man heute: den Organspendeausweis“.
Dennoch sinkt die Bereitschaft der Deutschen weiter, nach dem Tod Organe zu spenden.
Im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete die
einen Rückgang um 18 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr. Die Rückgänge seien „in ihrer Dimension dramatisch“, erklärte Dr. Rainer Hess,
Vorstandssprecher der Deutschen Stiftung Organtransplantation. 1.046 Spender verzeichnete die DSO im Jahr 2012 – und damit den
niedrigsten Stand seit 2002. Im Jahr 2011 hatten noch 1.200 Menschen Organe gespendet.
Der Grund ist offenbar das Misstrauen der
Menschen, das die Transplantationsskandale
an mehreren deutschen Kliniken ausgelöst haben. Zunächst in Göttingen, dann in Regensburg, am Münchener Klinikum rechts der Isar
und in Leipzig. Die Änderungen am Transplantationsgesetz, das Manipulationen der Warteliste verhindern soll, konnten das Vertrauen
nicht zurück gewinnen. Zumal die Transplantationszentren in den Schlagzeilen bleiben: In
Münster ermittelt seit September die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen die Richtlinien für Lebertransplantationen.
Die Leidtragenden der sinkenden Spenderzahlen
sind die Patienten auf der Warteliste für ein Organ: rund 12.000 Menschen sind dies zurzeit in
Deutschland, etwa 8.000 davon warten auf eine neue Niere – und zwar fünf bis sieben Jahre lang. Die Lücke zwischen Angebot und Bedarf zu schließen wird immer schwerer, denn
den Transplantationskliniken stehen in diesem
Jahr nach Angaben der DSO etwa zehn Prozent
weniger Organe zur Verfügung als im Vorjahr.
Inzwischen werben
nicht nur viele Krankenkassen intensiv
für die Organspende.
Auch das Bundesgesundheitsministerium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA) starteten im
Juni eine Kampagne. Diese unterstützten mehrere Prominente, darunter der
die Olympiasiegerin im Biathlon Kati Wilhelm, der Olympiasieger im Gewichtheben Matthias Steiner und
die Moderatoren Sonya Kraus und Markus
Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, erklärt: „Wir wissen, dass 70 Prozent der Menschen in Deutschland grundsätzlich eine positive Einstellung zur Organspende haben, aber
nur 22 Prozent dokumentieren ihre Bereitschaft in einem Organspendeausweis.“ Studien zeigen, dass Menschen sich eher entscheiden, wenn sie über das Thema gut informiert
sind. Deshalb stellt die BZgA kostenfrei Informationsmaterial zur Verfügung. 
wurde ein Blog einge­
richtet mit Interviews
prominenter Kam­pag­
nenunterstützer, Reportagen von Menschen,
für die das Thema
Organspende zum
Arbeitsalltag gehört,
von Spendern und An­
gehörigen. Den Blog
www.organspendegeschichten.de
Einen Überblick zu den Organspende-Info­angeboten des
Bundesgesundheitsministeriums und der BZgA finden
Sie unter www.organspende-info.de | KV | 131129
RLV-Fallzahl – Es gibt
Ausnahmen bei der Berechnung
Das Regelleistungsvolumen (RLV) ist der größte Bestandteil des vertragsärztlichen Honorars.
Es wird auf Basis der Vorjahresfallzahl rechnerisch ermittelt, unter Berücksichtigung der
Abstaffelung. Hiervon gibt es aber Ausnahmen, um unverschuldete Härten zu vermeiden.
Der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) sieht
die Möglichkeit vor, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, die Ermittlung der RLV
bezogen auf die Lebenslange Arztnummer
(LANR) oder auf Basis eines anderen Quartales zu beantragen oder die Abstaffelung auszusetzen. Geregelt sind die Ausnahme-Möglichkeiten in § 6 des HVM.
Härteklausel (§ 6 Abs. 1)
Auf Antrag kann die praxisbezogene Fallzahl
auf die aktuelle Fallzahl des Abrechnungsquartals angehoben werden. Dies ist bei unvorhersehbaren Ereignissen möglich, etwa
einer Krankheit im Vorjahresquartal oder eine Praxisschließung im Umfeld, die zu einer
Fallzahlsteigerung im aktuellen Quartal führte. In solchen Fällen kann ein Antrag erfolgreich sein. Er muss in dem Quartal gestellt
werden, für das die Härtefallregelung erstmals gelten soll.
Damit ein solcher Antrag Erfolg haben kann,
muss die Fallzahlveränderung mindestens 20
Prozent betragen. Hierbei wird zwischen einer Fallzahlsenkung im Vorjahresquartal und
einem Fallzahlanstieg im aktuellen Quartal
unterschieden. Zur Bemessung des Fallzahlrückganges wird die Vorjahresfallzahl mit der
Fallzahl des Vorvorjahres verglichen. Bei der
Beurteilung des Fallzahlanstiegs im aktuellen Quartal hingegen wird die aktuelle Fallzahl mit der Vorjahresquartalsfallzahl vergli-
chen. Wenn ein Antrag auf Anwendung der
Härtefallregelung des HVM erfolgreich ist, gilt
die geänderte Fallzahlbasis für maximal vier
Ausnahme von der Abstaffelung
Dies ist möglich, wenn ein Arzt mindestens die
doppelte Fallzahl der Arztgruppe versorgt und
gleichzeitig weniger als drei Praxen im Einzugsgebiet existieren, die unter 150 Prozent
der Fallzahlen aufweisen. In diesem Fall kann
die KV die Abstaffelung aussetzen. Das heißt:
Der Fallwert wird dann erst ab einer Fallzahl
oberhalb 200 Prozent des Fachgruppenschnittes abgestaffelt. Die KV Nordrhein erkennt die
Aussetzung von der Abstaffelung allerdings
nur dann an, wenn dies zur Sicherstellung der
medizinischen Versorgung nötig ist.
Praxisbesonderheit (§ 6a Abs. 2)
Wenn eine Praxis eine starke Spezialisierung
aufweist, kann die Kassenärztliche Vereinigung einen Zuschlag auf den Fallwert für vier
Quartale gewähren. Hierzu ist es erforderlich,
dass der Leistungsumfang der Praxis zu mindestens 20 Prozent auf der Spezialisierung
basiert. Dieser Leistungsanteil muss in vier
aufeinander folgenden Quartalen feststellbar
gewesen sein. Zusätzlich ist erforderlich, dass
die speziellen Leistungen mindestens fünfmal
häufiger als im Durchschnitt der Fachgruppe abgerechnet werden. Leistungen der qua-
lifikationsgebundenen Zusatz­volumen (QZV)
sind von der Regelung ausgenommen.
Auffangregelung (§ 6b)
Die KV Nordrhein kann Anpassungen bei
den RLV vornehmen, wenn die wirtschaftliche Existenz der Praxis bedroht ist und dies
zu einem spezifischen Sicherstellungsbedarf
führt. Die Umstände, die dazu führen, dürfen
allerdings nicht durch den Praxisinhaber verschuldet sein. Die Gefährdung der Praxis muss
durch entsprechende Unterlagen nachgewiesen werden, vorzugsweise Unterlagen Dritter,
zum Beispiel eines Steuerberaters.
RLV bei Änderung der
Kooperationsform (§ 5 Abs. 4)
In der Regel wird die Fallzahl innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) nach
Tätigkeitsumfängen verteilt. Es erfolgt keine
Zuordnung der Fälle nach LANR. Dies kann bei
der Bildung oder Trennung einer BAG nachteilig sein.
Ein Beispiel: Eine BAG mit zwei Teilnehmern
hat 1.500 RLV-Fälle eingereicht; Einer der
Partner hat 1.000 Patienten behandelt, sein
Kollege 500. Die normale Verteilung der RLVFälle bedeutet, dass für jeden Arzt 750 Fälle
zur RLV-Berechnung herangezogen werden.
So lange die BAG weiterhin besteht, führt dies
zu keinen Problemen, da das als Summe der
Praxis zugewiesen wird.
Schwierig wird es, wenn der BAG-Partner mit
dem kleineren tatsächlichen Anteil an der
Behandlungsfallzahl die Praxis verlässt und
die Patienten in der Praxis weiterhin behandelt werden. In diesem Fall hat der verbleibende Partner ein RLV auf Basis von 750 Fällen, behandelt aber tatsächlich 1.500 Patienten. Dieser Umstand führt zu einer deutlichen
und ungewollten Überschreitung des Regelleistungsvolumens.
Um hier Abhilfe zu schaffen kann die Fallzahl
zur RLV-Ermittlung auf Antrag nach LANR
vorgenommen werden. Hierzu muss sich die
Abrechnung „wesentlich und dauerhaft“ zu
Gunsten des Antragstellers verändern, wenn
die Fallzahl nach LANR ermittelt wird.
n JASMIN KRAHE | MICHAEL SYBERTZ
Kampagne steigert Reichweite
Die gr oß e z weite
Werbewelle mit Plakaten und TV-Spots
„Wir arbeiten für Ihr
Leben gern“ zeigt
Wirkung: Mit 18 Prozent lag die Kampagnenwahrnehmung
trotz hoher Werbekonkurrenz kurz vor
um drei Prozentpunkte höher als im Mai.
Der Kinospot der Imagekampagne wurde im Bett
Den Kinospot, der von Anfang September bis
Ende Oktober in rund 600 Kinos deutschlandweit lief, sahen über 1,5 Millionen Besucher. Am
stärksten wird die Kampagne aber über die Außenwerbung wahrgenommen. Ein großer Anteil der Befragten (September: 20 Prozent, Mai:
13 Prozent) gab darüber hinaus an, ein Kampagnen-Plakat in der Arztpraxis gesehen zu haben. Dass die Kampagne immer weitere Kreise
zieht, liegt auch an wachsender Beteiligung von
Verbänden, etwa dem NAV-Virchow-Bund und
mehreren Berufsverbänden.
Notdienst: Ab Juli 2014 nur noch unter 116 117
Die nur noch in Nordrhein existierende Notdienst-Nummer 0180 50 44 100 läuft nur noch
bis 1. Juli 2014. Der Verwaltungsausschuss der
Arztrufzentrale NRW hat beschlossen, die für
Anrufer kostenpflichtige 0180 50 44 100 zum
30. Juni des kommenden Jahres abzuschalten.
Danach werden bis Ende 2014 alle Anrufer unter dieser Nummer eine Bandansage hören, die
sie auf die bundesweit eingeführte und auch in
Nordrhein etablierte 116 117 hinweist.
„Diese Entscheidung ist richtig und klug“, sagt
Dr. Michael Klein, Geschäftsführer der Arzt-
rufzentrale NRW. „Wir haben auch zu Spitzenzeiten keine Probleme mehr bei der Erreichbarkeit der 116 117, die zeitweilig von der alten Rufnummer etwa durch nur bei der alten
Nummer mögliche Bandansagen entlastet worden war.“ Mittlerweile verursache die 01805
nur noch Extrakosten und technischen Mehraufwand, ohne noch einen Mehrwert zu bieten – weder für die Arztrufzentrale noch für
die Anrufer. Der Anteil der Anrufer unter der
01805 war durchweg rückläufig; zuletzt wählten noch etwa 20 Prozent der Patienten diese Nummer.
Neue Druckfunktion in der Onlinesuche
Die Arzt- und Psychotherapeutensuche der KV
Nordrhein hat eine neue Druckfunktion. Damit
ist es möglich, die Detailseite jedes gefundenen
Eintrages auszudrucken. Patienten können sich
nun also Informationen zu Ihrer Praxis auf einer Seite drucken, darunter die Anschrift, Telefon- und Telefaxnummern, Öffnungszeiten und
E-Mail-Adresse falls vorhanden.
In der Suche wird eine PDF-Datei generiert,
die nicht nur gedruckt, sondern auch gespeichert oder per E-Mail versendet werden kann.
Fast alle modernen Internetbrowser unterstützen das PDF-Format. Sollte es bei Ihrem Rechner nicht angezeigt werden, so installieren Sie
bitte ein PDF-Programm. Eines der bekanntesten und kostenlosen Tools ist der Adobe Reader.
Ärzteversorgung: Neuer Antrag bei Jobwechsel
Angestellte Ärzte sollten jeden Wechsel des
Arbeitgebers mit einem neuen Befreiungsantrag der Rentenversicherung innerhalb von drei
Monaten anzeigen. Denn für die verkammerten
freien Berufe gilt seit 31. Oktober 2012 ein geändertes Befreiungsrecht.
Dies ist mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand für alle Verfahrensbeteiligten verbunden;
natürlich auch mit dem Risiko, dass der Antrag nicht anerkannt wird, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sein sollten. Hält der
Arzt die Frist von drei Monaten nicht ein, kann
eine Befreiung erst ab dem Zeitpunkt der Antragstellung erfolgen – unabhängig davon, ob
der Antragsteller zuvor bereits eine Tätigkeit als
Arzt ausgeübt hat.
Die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) empfiehlt bei einem neuen Befreiungsantrag stets die jeweilige Berufsbezeichnung zu nennen, also zum
Beispiel Arzt. Es sei ratsam, auch die Arbeitgeberbezeichnung im Befreiungsantrag exakt anzugeben, um den Anforderungen des neuen Befreiungsrechts gerecht zu werden.
Patienteninfo Heilmittel lieferbar
Patienteninfo Heilmittel
Bei der Verordnung von Heilmitteln, also zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
müssen Ärzte, Patienten und Krankenkassen gesetzliche Vorgaben beachten. Die Heilmittel-Richtlinie regelt verbindlich, welche Heilmittel Ärzte in
welcher Menge und bei welchen Erkrankungen auf
einem Kassenrezept verordnen können. Mehr dürfen sie nicht verordnen. Ärzte tragen für die Heilmittelverordnungen die finanzielle Verantwortung
und müssen im schlimmsten Fall sogar eine Strafe
zahlen, wenn sie mehr als erlaubt verordnen. Die
Heilmittel-Richtlinie soll eine ausreichende und
zweckmäßige Behandlung sichern. Für Ihre Gesundheit müssen auch Sie sich einsetzen. Damit
die Therapie erfolgreich ist, ist Ihre Ärztin oder
Ihr Arzt auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Ärzte sollen vor jeder Verordnung prüfen, ob das Behandlungsziel auch durch Maßnahmen der Patienten
zu erreichen ist, beispielsweise durch sportliche
Was darf wie oft verordnet werden?
In den meisten Fällen beträgt die maximale Verordnungsmenge bei Erst- und Folgeverordnungen für die
bis zu 6 Einheiten je Rezept
bis zu 10 Einheiten je Rezept
bis zu 3 Einheiten je Rezept (Folge-Rezept: 6 Einheiten)
In der Regel gibt es für jede Erkrankung eine maximale Verordnungsmenge. Ihr Arzt kann auch weniger
verordnen, wenn die kleinere Menge ausreichend ist.
Stichwort: Heilmittel
Der Begriff Heilmittel umfasst verschiedene Therapien. Zu den Heilmitteln zählen Maßnahmen
der physikalischen Therapie, der podologischen
Therapie, der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie und der Ergotherapie. Diese Leistungen dürfen
nur entsprechend ausgebildete Personen erbringen. Die podologische Therapie, also die medizinische Fußpflege bei Diabetes-Patienten führt
der Podologe aus. Physiotherapeuten bzw. Krankengymnasten, Masseure und Bademeister führen
Maßnahmen der physikalischen Therapie durch.
Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie erbringen Logopäden und Sprachheilpädagogen.
Die Patienteninfo Heilmittel ist wieder verfügbar. In der August-Ausgabe von KVNO aktuell lag sie erstmals bei. Das von der KV Nordrhein erstellte Infoblatt informiert Patienten
darüber, welches Heilmittel wie oft verordnet
werden darf und welche Zuzahlungen anfallen. Außerdem stellt die Information klar, dass
Hausbesuche von Heilmittel-Erbringern nur
ausnahmsweise möglich sind und HeilmittelVerordnungen nur begrenz gültig sind. Nachdem die Erstauflage vergriffen war, stehen nun
wieder Exemplare für Ihre Praxis zur Verfügung.
Sie können sie anfordern bei:
Telefax 0221 7763 5267
E-Mail gernot.grothe@kvno.de
Dokumentieren – Was sollen wir aufarbeiten?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Daher möchten wir in einer Online-Umfrage von Ihnen
wissen, welche Facetten des Themas „Doku-
mentation“ für Sie bzw. Ihre Praxis von Bedeutung sind. Ihre fünf Top-Themen greifen
wir in KVNO aktuell auf.
Die Umfrage finden Sie
KV | 131133
7503 Anzeigenmuster Praxisbörsentag
Meldebogen „Gründung eines Qualitätszirkels“
DMP Diabetes mellitus Typ 2: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt
Merkblatt Früherkennungs-Koloskopie
Vorbereiten auf die ambulante
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Richtlinien über die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) im März 2013 beschlossen. Mit
der ASV wird ein neuer sektorenübergreifender Versorgungssektor geschaffen, der aus dem ambulanten wie stationären Bereich interdisziplinär mit Leben gefüllt werden soll. Der Leistungskatalog ist weit gefasst und beinhaltet unter anderem die Diagnostik und Versorgung von
Patienten mit onkologischen Erkrankungen, HIV/Aids, schweren Verlaufsformen rheumatologischer Erkrankungen und schwerer Herzinsuffizienz. Zudem fallen hochspezialisierte Leistungen wie die Brachytherapie oder die CT- bzw. MRT-gestützte interventionelle Schmerztherapie in den Leistungskatalog.
Die Veranstaltung bietet Ärztinnen und Ärzten einen aktuellen und umfassenden Überblick zur ASV und zeigt Strategien auf, um sich rechtzeitig für die neue Herausforderung zu wappnen.
Termin	4. Dezember 2013
E-Mail	andrea.ebels@aekno.de
Auskunft	0211 4302 2801
Gebühren	35 Euro
Von der Diagnose, über Symptome, Ursachen und Therapien bei Neurodermitis und Psoriasis referieren Dr. Winfried Wischer und Professor Ulrich Hengge bei der RP-Ratgeber Veranstaltung Gesundheit im
Haus der Ärzteschaft. Als dritter Experte gibt Ottfrid Hillmann vom
Deutschen Psoriasis Bund als Betroffener und als Ansprechpartner
der Selbsthilfe Tipps zum Umgang mit der Erkrankung Schuppenflechte. Bereits seit 2007 veranstaltet die KV Nordrhein in Koopera­
tion mit der Rheinischen Post in loser Reihenfolge Veranstaltungen
für interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Anmeldung	keine
Auskunft	0211 5970 8281
Mit der Abrechnungsgenehmigung
Impfleistungen abrechnen
In Kooperation mit dem Forum Impfen bietet die Nordrheinische Akademie einen Impfkurs an, mit dem Sie die Abrechnungsgenehmigung
Impfen erlangen können. Der Kurs gliedert sich in einen Präsenzteil
und einem Onlinemodul. Der Präsenztermin am 7. Dezember wird in
Düsseldorf angeboten. Anschließend können die Teilnehmer anhand
der auf der Lernplattform eingestellten Unterlagen das Onlinemodul
Termin	7. Dezember 2013
Gebühren	150 Euro
n	12.11.	2013	Kreisstelle Essen der KV Nordrhein: Mitgliederversammlung, Essen
13.11.	2013	Essener Bündnis gegen Depression e. V.: Behandlung von
Depressionen in der Hausarztpraxis, Essen
n	16./17.11.2013	Ärztekammer Nordrhein/KV Nordrhein: Contergan-Symposium, Düsseldorf
16.11./7.12.2013	Nordrheinische Akademie: Gesundheitsförderung und Prävention (nach Curriculum der
Bundesärztekammer), Düsseldorf
n	18.11.2013
KV Nordrhein et al.: CIRS NRW-Gipfel 2013, Düsseldorf
n	20.11.	2013	Kreisstelle Wuppertal der KV Nordrhein: Mitgliederversammlung, Wuppertal
n	20.11.	2013	KV Nordrhein in Kooperation mit Nordrheinischer Akademie: Aufbereitung von
Medizinprodukten in Arztpraxen aus praktischer Sicht, Köln
22./23.11.	2013	Nordrheinische Akademie: Moderatorenausbildung Grundkurs, Düsseldorf
n	26.11.2013	Kreisstelle Mülheim der KV Nordrhein: Mitgliederversammlung, Mülheim
30.11.	2013	Nordrheinische Akademie: Orthopädischer Refresherkurs, Düsseldorf
04.12./18.12.2013	Nordrheinische Akademie: Qualitätsmanagement für Arztpraxen „Datenschutzmanagement“,
04.12.2013	Nordrheinische Akademie: Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV), Düsseldorf
n	04.12.2013	KV Nordrhein: Einführungsworkshop
„Rational und rationell verordnen für neu niedergelassene Ärzte“, Köln
n	04.12.2013	KV Nordrhein/Rheinische Post: „Neue Therapien bei Neurodermitis und Schuppenflechte“
07.12.2013	Nordrheinische Akademie: Seminar zur Erlangung der Abrechnungsgenehmigung von
Impfleistungen, Düsseldorf
11.12.	2013	IQN: Chirurgische Eingriffe im Handbereich, Düsseldorf
n	11.12.2013
KV Nordrhein und das Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln e.V.: „Palliativmedizinische
und hospizliche Versorgung von schwerkranken Patienten: Barrieren und
Überwindungsstrategien“; Vorstellung des neuen AAPV Vertrages Palliativmedizin, Köln
09.11.2013 Nordrheinische Akademie: Gestalten und Präsentieren
medizinischer Vorträge mit PowerPoint, Düsseldorf
09.11.2013	Nordrheinische Akademie: Qualitätsmanagement für Arztpraxen
„Dokumente am Computer gestalten“, Düsseldorf
13.11.2013	KV Nordrhein: Pharmakotherapie, Düsseldorf
27.+29.11.2013	Nordrheinische Akademie: Wundpflege und Wundversorgung, Düsseldorf
04.12.2013	04.12./18.12.2013	Nordrheinische Akademie: Qualitätsmanagement für Arztpraxen
Nordrheinische Akademie: Diagnosekodierung in der Praxis – Grundlagenwissen, Düsseldorf
„Datenschutzmanagement“, Düsseldorf
Vorschau „KVNO aktuell“ 12 | 2013
n	Verordnungen
Die Arzneimittelvereinbarung 2014
n	DMP
Der neue Jahresbericht liegt vor
n	Patienten
Aktuelle Ratgeber-Veranstaltungen
Mitgliedssuche deutlich bequemer
KVNO aktuell erscheint in zehn Ausgaben pro Jahr als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Themen dieser Ausgabe sind unter anderem: EBM, Reha-Sport, Laborwerte