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Timestamp: 2018-06-22 22:15:55
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Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 6', '§ 7', '§ 52', '§ 21', '§ 6', '§ 21', '§ 6', '§ 21', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 11', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 52', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

Lexikon — AS WIRTSCHAFTSKANZLEI
die AfA von WG, die vor » Einlage in ein Betriebsvermögen im Privatvermögen der Einkunftserzielung dienten. Eine AfA kann nur insoweit vorgenommen werden, als sich nach Berücksichtigung der im Privatvermögen vorgenommenen AfA von den tatsächlichen angefallenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten noch ein Restwert ergibt (§ 7 Abs. 1 Satz 5 EStG).
Die AfA-Bemessungsgrundlage bemisst sich nach geltender Rechtslage abweichend vom Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG, wenn die WG vor der Einlage zur Einkunftserzielung im Privatvermögen genutzt worden sind. Um in diesen Fällen eine doppelte Inanspruchnahme von Abschreibungsvolumen zu vermeiden, ist die weitere Absetzung für Abnutzung nach dem Gesetzeswortlaut des § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG von den um die bisher geltend gemachten Absetzungen für Abnutzung geminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorzunehmen. Der BFH hat in den Urteilen vom 18.8.2009 (X R 40/06, BStBl II 2009, 961) und vom 28.10.2009 (VIII R 46/07, BStBl II 2009, 964) entschieden, dass allerdings auch kein Abschreibungsvolumen vernichtet werden soll. Die bisherigen AfA-Beträge sind deshalb vom Einlagewert und nicht von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen. Die gesetzliche Regelung nimmt diesen Aspekt auf. Ferner soll in dem Fall, in dem der Einlagewert die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (= ursprüngliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die bisher im Privatvermögen tatsächlich in Anspruch genommenen AfABeträge) unterschreitet, nur dieser als weitere AfA-Bemessungsgrundlage herangezogen werden. Die Regelung ist nach § 52 Abs. 21 Satz 4 EStG erstmals für Einlagen anzuwenden, die nach dem 31.12 2010 vorgenommen werden.
Das BMF nimmt mit Schreiben vom 27.10.2010 (BStBl I 2010, 1204) zur Bemessungsgrundlage für die AfA nach Einlage von zuvor zur Erzielung von Überschusseinkünften genutzten Wirtschaftsgütern Stellung. Danach ist eine vom Einlagewert abweichende AfA-BMG zu ermitteln:
Einlagewert ≥ historische AK/HK: AfA ab Einlage: Einlagewert ./. AfA = AfA-Bemessungsgrundlage.
Die Anschaffungskosten eines Gebäudes betrugen 700.000 €. Das Gebäude wurde zur Erzielung von Einkünften nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG genutzt. Die AfA bis zur Einlage betrug 350.000 €; der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage betrug 1 Mio. €. Die Einlage erfolgte nicht innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung.
Der Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 1 EStG beträgt 1 Mio. €. Da der Einlagewert von 1 Mio. € höher ist als die historischen Anschaffungskosten von 700.000 € beträgt die AfA-Bemessungsgrundlage nach der Einlage 650.000 € (1 Mio. € abzgl. in Anspruch genommener AfA von 350.000 € = 650.000 €). Dieser Wert darf abgeschrieben werden. Vom Einlagewert 1 Mio. € bleibt danach ein nicht abschreibbarer Restwert i.H.v. 350.000 €. Dieser Wert entspricht der vor der Einlage in Anspruch genommenen AfA. Mit diesem Restbuchwert bleibt das Gebäude bis zum Abgang aus dem Betriebsvermögen in der Bilanz stehen.
Einlagewert < historische AK/HK aber > fortgeführte AK/HK: AfA ab Einlage: fortgeführte AK/HK = AfA-Bemessungsgrundlage.
Die Anschaffungskosten eines Gebäudes betrugen 700.000 €. Das Gebäude wurde zur Erzielung von Einkünften nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG genutzt. Die AfA bis zur Einlage betrug 350.000 €; der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage betrug 400.000€. Die Einlage erfolgte nicht innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung.
Der Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 1 EStG beträgt 400.000 €. Da der Einlagewert von 400.000 € nicht höher ist als die historischen Anschaffungskosten von 700.000 €, aber höher als die fortgeführten Anschaffungskosten von 350.000 € beträgt die AfA-Bemessungsgrundlage nach der Einlage 350.000 €. Dieser Wert darf abgeschrieben werden. Vom Einlagewert 400.000 € bleibt danach ein nicht abschreibbarer Restwert i.H.v. 50.000 €. Mit diesem Restbuchwert bleibt das Gebäude bis zum Abgang aus dem Betriebsvermögen in der Bilanz stehen.
Einlagewert < historische AK/HK: AfA ab Einlage: Einlagewert = AfA-Bemessungsgrundlage.
Die Anschaffungskosten eines Gebäudes betrugen 700.000 €. Das Gebäude wurde zur Erzielung von Einkünften nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG genutzt. Die AfA bis zur Einlage betrug 350.000 €; der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage betrug 100.000€. Die Einlage erfolgte nicht innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung.
Der Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 1 EStG beträgt 100.000 €. Da der Einlagewert von 100.000 € nicht höher ist als die fortgeführten Anschaffungskosten von 350.000 €, beträgt die AfA-Bemessungsgrundlage nach der Einlage 100.000 € (Einlagewert). Dieser Wert darf abgeschrieben werden. Vom Einlagewert 100.000 € bleibt danach kein Restwert mehr. Abgeschrieben wurden insgesamt 350.000 € im Privatbereich und 100.000 € im betrieblichen Bereich, insgesamt somit 450.000 €. Von den gesamten AK des Gebäudes i.H.v. 700.000 € können somit 250.000 € nicht abgeschrieben werden. Es handelt sich dabei um einen steuerrechtlich unbeachtlichen Wertverlust im Privatvermögen.
Einlagewert = fortgeführte AK/HK: AfA ab Einlage: fortgeführte AK/HK nach § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG (s.a. Hilbertz, NWB 2/2011, 108).
die AfA nach der Leistung bei beweglichen WG (§ 7 Abs. 1 Satz 6 EStG);
Absetzungen für außergewöhnliche Abnutzung aus wirtschaftlichen Gründen können als Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung (» Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) abgezogen werden, wenn sich nach der Kündigung des Mietverhältnisses herausstellt, dass das auf die Bedürfnisse des Mieters ausgerichtete Gebäude nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar ist und auch durch eine (nicht steuerbare) Veräußerung nicht mehr sinnvoll verwendet werden kann (BFH Urteil vom 17.9.2008, IX R 64/07, BFH/NV 2009, 442, LEXinform 0588480).
Ob Absetzungen für außergewöhnliche wirtschaftliche Abnutzung einer Mietwohnung aufgrund von Mietrückgängen berücksichtigt werden können, ist zurzeit umstritten. Das FG Schleswig-Holstein hat mit Urteil vom 4.6.2009 (1 K 61/08, EFG 2009, 1453, LEXinform 5008523) die Abzugsmöglichkeit verneint. Unter dem Az. IX R 27/09 ist das Verfahren beim BFH anhängig.
die AfA bei immateriellen WG (§ 7 Abs. 1 Sätze 1 bis 3 EStG). Zur Behandlung eines entgeltlich erworbenen immateriellen WG »Vertreterrecht« eines Handelsvertreterss. BFH Urteil vom 12.7.2007 (X R 5/05, BStBl II 2007, 959). Danach findet die zwingende typisierende Regelung des § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG zur betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts keine Anwendung. Die auf das Vertreterrecht vorzunehmende AfA bemisst sich nach der im Schätzungswege für den konkreten Einzelfall zu bestimmenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer;
die AfA bei unbeweglichen WG, die keine Gebäude oder Gebäudeteile sind (§ 7 Abs. 1 Sätze 1 und 2 EStG). Es handelt sich dabei um Außenanlagen, Hof- und Platzbefestigungen, Straßenzufahrten und Umzäunungen bei Betriebsgrundstücken, um sonstige » Mietereinbauten und Mieterumbauten (H 7.1 [Unbewegliche WG, die keine Gebäude oder Gebäudeteile sind] EStH);
die degressive Abschreibung bei beweglichen WG (§ 7 Abs. 2 EStG); die AfaA ist hier nicht zulässig (» Degressive Abschreibung). S.a. den Überblick über die Anwendung des § 7 Abs. 2 EStG unter » Degressive Abschreibung;
die lineare AfA für Gebäude und Gebäudeteile (» Gebäudeabschreibung; § 7 Abs. 4 EStG);
die degressive AfA für Gebäude und Gebäudeteile (§ 7 Abs. 5 EStG; » Gebäudeabschreibung). Durch das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm vom 22.12.2005 (BGBl I 2005, 3682) wird § 7 Abs. 5 Nr. 3 Buchst. c EStG ab 1.1.2006 auf Gebäude beschränkt, die auf Grund eines vor dem 1.1.2006 gestellten Bauantrages hergestellt oder auf Grund eines vor dem 1.1.2006 rechtswirksam abgeschlossenen Vertrags angeschafft worden sind;
die Absetzung für Substanzverringerung (AfS) bei Bergbauunternehmen, Steinbrüchen und anderen Betrieben, die einen Verbrauch der Substanz mit sich bringen (§ 7 Abs. 6 EStG). Hier ist wahlweise die AfA nach § 7 Abs. 1 EStG oder die AfS zulässig. Die Höhe der AfS bestimmt sich nach dem Verhältnis der im Jahr geförderten Menge zur gesamten geschätzten Abbaumenge (s.a. R 7.5 EStR). Bei Bodenschätzen, die der Stpfl. auf einem ihm gehörenden Grundstück entdeckt hat, sind Absetzungen für Substanzverringerungen nicht zulässig (§ 11d Abs. 2 EStDV).
Bei WG des Anlagevermögens (» Abnutzbare Wirtschaftsgüter) kann statt der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich vorzunehmender Abschreibung auch ein niedrigerer Teilwert angesetzt werden (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG), wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt.
§ 7 Abs. 1 EStG zeitanteilig zeitanteilig
§ 7 Abs. 2 EStG zeitanteilig zeitanteilig
§ 7 Abs. 4 EStG zeitanteilig zeitanteilig
§ 7 Abs. 5 EStG Jahres-AfA zeitanteilig
Nach § 7 Abs. 3 EStG ist bei beweglichen WG des Anlagevermögens der Wechsel von der degressiven AfA (§ 7 Abs. 2 EStG) zur linearen AfA (§ 7 Abs. 1 EStG) möglich. Bei Gebäuden ist ein Wechsel von der degressiven (§ 7 Abs. 5 EStG) zur linearen AfA (§ 7 Abs. 4 EStG) oder umgekehrt nicht möglich (H 7.4 [Wechsel der AfA-Methode bei Gebäuden] EStH). Nach § 7 Abs. 3 EStG ist ein Wechsel von der degressiven zur linearen AfA zulässig (s.o.).
Sind Aufwendungen auf ein WG nicht als » Betriebsausgaben bzw. » Werbungskostenabgezogen, sondern zu Unrecht als Herstellungskosten erfasst worden, kann bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 bzw. nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG der Abzug nicht in späteren Veranlagungszeiträumen nachgeholt werden (BFH Urteil vom 21.6.2006, XI R 49/05, BStBl II 2006, 712). § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG ordnet ausdrücklich an, dass jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen ist, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt. Damit wird eine Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angeordnet. Eine Fehlerberichtigung in der Weise, dass zu hoch angesetzte Werte zu korrigieren sind, ist nicht vorgesehen.
bei Baudenkmälern (» Baudenkmal) nach § 7i EStG,
» Sonderabschreibungen können vorgenommen werden:
zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe nach § 7g EStG (» Ansparrücklage, » Investitionsabzugsbeträge nach § 7g EStG). Im Zuge der Unternehmensteuerreform 2008 (Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.8.2007, BGBl I 2007, 1912) werden die bisherigen Regelungen zu den Ansparabschreibungen umgestaltet und vereinfacht. Im Rahmen dieser Umgestaltung wird auf die Existenzgründerrücklage verzichtet. Stpfl. können für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines WG einen den Gewinn mindernden Investitionsabzugsbetrag abziehen. Die Berücksichtigung erfolgt außerbilanziell. Die bisherige buchungsmäßige Bildung von Rücklagen entfällt. Der Investitionsabzugsbetrag kann erstmals für Wj. beansprucht werden, die nach Verkündung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 am 17.8.2007 enden (§ 52 Abs. 23 Satz 1 EStG). Bei Stpfl., bei denen das Wj. dem Kj. entspricht, ist der Investitionsabzugsbetrag erstmals zum 31.12.2007 anzuwenden,
Der Stpfl. hat im Kj. 10 für die geplante Anschaffung einer Maschine mit einer Nutzungsdauer von 5 Jahren einen Investitionsabzugsbetrag von 40.000 € (40 % von 100.000 €) nach § 7g Abs. 1 EStG geltend gemacht. Im Mai 11 wird die Maschine angeschafft.
Nach § 7g Abs. 2 Satz 1 EStG ist im Jahr der Anschaffung (Kj. 11) des begünstigten WG der für dieses WG in Anspruch genommene Investitionsabzugsbetrag i.H.v. 40 % der Anschaffungskosten gewinnerhöhend (außerbilanziell) hinzuzurechnen. Gleichzeitig können die Anschaffungskosten der Maschine von 100.000 € im Jahr der Anschaffung um bis zu 40 %, maximal i.H.d. außerbilanziell hinzugerechneten Investitionsabzugsbetrages gewinnmindernd herabgesetzt werden (§ 7g Abs. 2 Satz 2 EStG). Die AfA-Bemessungsgrundlage verringert sich dadurch von 100.000 € auf 60.000 €.
Bei einer Anschaffung im Kj. 11 ist die degressive AfA nicht mehr möglich. Bei einer Nutzungsdauer von 5 Jahren beträgt die lineare AfA 20 % der AfA-Bemessungsgrundlage von 60.000 €; dies ergibt einen Jahresbetrag von 12.000 €. Nach § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG ist die AfA zeitanteilig vorzunehmen. Bei einer Anschaffung im Mai beträgt die AfA 8/12 von 12.000 € = 8.000 €. Durch die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages sinkt das Abschreibungsvolumen des angeschafften WG.
Nach § 7g Abs. 5 und 6 EStG kann bei neuen oder gebrauchten beweglichen WG des Anlagevermögens unter bestimmten Voraussetzungen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und den vier darauf folgenden Jahren zusätzlich zur normalen Abschreibung eine Sonderabschreibung i.H.v. insgesamt 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten geltend gemacht werden. Der Stpfl. kann wählen, auf welches Jahr oder welche Jahre er die Sonderabschreibung verteilt. Er kann die Sonderabschreibung bereits im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe (nicht zeitanteilig) vornehmen. Die AfA-Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibung beträgt im Beispielsfall 60.000 €. Die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG beträgt im Kj. 11 20 % von 60.000 € = 12.000 €.
Die Anschaffungskosten von 100.000 € werden im Jahr der Anschaffung im Kj. 11 um insgesamt 60.000 € gemindert. Zu beachten ist aber, dass der Investitionsabzugsbetrag von 40.000 € außerhalb der Bilanz gewinnerhöhend hinzugerechnet wird.
Zur Abschreibung beim unentgeltlichen Erwerb s. unter den Stichwörtern » Unentgeltlicher Erwerb und » Nießbrauch.
Bisher unterlassene Abschreibungen können jedenfalls dann nicht nachgeholt werden, wenn ein WG des notwendigen Betriebsvermögens erstmals bilanziert wird (BFH Urteil vom 24.10.2001, X R 153/97, BStBl II 2002, 75; » Betriebsvermögen).
Wurde in den Wj. der Zugehörigkeit des WG zum Betriebsvermögen die AfA zu niedrig angesetzt, ist bei einer Veräußerung (oder Entnahme) die bislang tatsächlich vorgenommene AfA von den (richtigen) Anschaffungskosten abzuziehen; der Veräußerungsgewinn wird entsprechend gemindert (BFH Urteil vom 14.11.2007, XI R 37/06, BFH/NV 2008, 356, LEXinform 0587890mit weiteren Nachweisen und » Entnahme).
Die Anschaffungskosten für ein WG betragen 110.000 € im Kj. 01, die AfA beträgt jährlich 3 %. Der Stpfl. hat aber lediglich 100.000 € als AfA-Bemessungsgrundlage berücksichtigt, während er 10.000 € irrtümlich sofort als Betriebsausgaben (Erhaltungsaufwendungen) abgezogen hatte. Im Kj. 05 wird das WG am 31.12.05 für 95.000 € veräußert (entnommen).
Anschaffungskosten 100.000 € 110.000 € 110.000 €
Betriebsausgaben (Erhaltungsaufwand) 10.000 € 0 € 0 €
AfA Kj. 01 bis 05: 5 × 3 % = 15 % 15.000 € 15.000 € 16.500 €
Restwert im Zeitpunkt des Ausscheidens des WG 85.000 € 95.000 € 93.500 €
Veräußerungserlös 95.000 € 95.000 € 95.000 €
Veräußerungsgewinn 10.000 € 0 € 1.500 €
Gebuchte Betriebsausgaben insgesamt ./. 25.000 € ./. 15.000 € ./. 16.500 €
Gewinnauswirkung insgesamt ./. 15.000 € ./. 15.000 € ./. 15.000 €
Die Anschaffungskosten für ein WG betragen 100.000 € im Kj. 01, die AfA beträgt jährlich 3 %. Der Stpfl. hat aber tatsächlich 110.000 € als AfA-Bemessungsgrundlage berücksichtigt, da er 10.000 € irrtümlich nicht sofort als Betriebsausgaben (Erhaltungsaufwendungen) abgezogen hatte. Im Kj. 05 wird das WG am 31.12.05 für 95.000 € veräußert (entnommen).
Anschaffungskosten 110.000 € 100.000 € 100.000 €
Betriebsausgaben (Erhaltungsaufwand) 0 € 0 € 10.000 €
AfA Kj. 01 bis 05: 5 × 3 % = 15 % 16.500 € 16.500 € 15.000 €
Restwert im Zeitpunkt des Ausscheidens des WG 93.500 € 83.500 € 85.000 €
Veräußerungsgewinn 1.500 € 11.500 € 10.000 €
Gebuchte Betriebsausgaben insgesamt ./. 16.500 € ./. 16.500 € ./. 25.000 €
Gewinnauswirkung insgesamt ./. 15.000 € ./. 5.000 € ./. 15.000 €
Der im Kj. 01 unterlassene Betriebsausgabenabzug kann nicht im Kj. 05 nachgeholt werden. S. dazu die Ausführungen unter » Betriebsausgaben.
Die Anschaffungskosten für einen Pkw betragen 100.000 € im Kj. 01, die AfA beträgt jährlich 12,5 %, bei einer Nutzungsdauer von acht Jahren. Der Stpfl. hat tatsächlich in den acht Jahren lediglich 90.000 € als AfA-Betrag berücksichtigt, da er 10.000 € als Restwert bis zur Entnahme des Pkw fortführt. Im Kj. 09 – nach Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer – wird der Pkw entnommen.
Anschaffungskosten 100.000 € 100.000 €
AfA Kj. 01 bis 08: 90.000 € 99.999 €
Restwert im Zeitpunkt des Ausscheidens des WG 10.000 € 1 €
Entnahmewert im Kj. 09 10.000 € 10.000 €
Veräußerungsgewinn im Kj. 09 0 € 9.999 €
Gebuchte Betriebsausgaben insgesamt ./. 90.000 € ./. 99.999 €
Gewinnauswirkung insgesamt ./. 90.000 € ./. 90.000 €