Source: http://www.dhpv.de/dhpv-aktuell-online/item/dhpv-aktuell-nr-77.html
Timestamp: 2016-08-29 05:17:16
Document Index: 214573988

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 39', '§ 18', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39']

DHPV Aktuell Nr. 77
Nummer 7731. Januar 2015
auch das neue Jahr hat mit verschiedenen, von den Medien begleiteten Diskussionen rund um Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid begonnen. So ging es in einer Klage einer 17jährigen US-Amerikanerin und ihrer Mutter gegen die US-Behörden um die Frage, ob eine Minderjährige zu einer Chemotherapie gezwungen werden und gegen ihren Willen behandelt werden kann. In Frankreich streitet eine Familie vor dem Europäischen Gerichtshof um die künstliche Ernährung eines Mannes, der seit sechs Jahren im Wachkoma liegt. Das größte Aufsehen erregte die geplante und dann abgesagte Tötung des belgischen Strafgefangenen Frank Van Den Bleeken.Dieser Fall ist auch für die Diskussion in Deutschland über ein Verbot gewerblicher und organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid von Bedeutung, denn an der Entwicklung in Belgien, wie auch in den Niederlanden, sehen wir, wohin die dortigen früheren Diskussionen geführt haben und dass der zu befürchtende Dammbruch als Argument sehr wohl ernst zu nehmen ist. Seit 2002 in Belgien die aktive Sterbehilfe eingeführt wurde, sind zum einen die Zahlen kontinuierlich gestiegen, zum anderen haben sich die Indikationen verändert. Zuerst waren es vor allem Menschen mit schwersten körperlichen Leiden, bei denen Beihilfe zum Suizid und auch aktive Sterbehilfe ermöglicht wurden, dann zunehmend auch Menschen mit psychischen Leiden. Im vergangenen Jahr nahm eine 44jährige Frau nach einer missglückten Geschlechtsumwandlung aktive Sterbehilfe in Anspruch. Seit einem Jahr ist in Belgien aktive Sterbehilfe außerdem bei Kindern und Jugendlichen möglich. Und nun sollte erstmals ein Strafgefangener auf eigenen Wunsch hin getötet werden. Mehr noch: In den Niederlanden, die 2001 als erstes Land der Welt ein Sterbehilfegesetz verabschiedet haben, nahmen laut Jahresbericht der Regionalen Prüfungskommission für Sterbehilfe im Jahr 2013 knapp 100 an Demenz Erkrankte Sterbehilfe in Anspruch, das sind mehr als doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Entwicklungen wie in Belgien und in den Niederlanden zeigen, wie wichtig es ist, dass die Diskussion in Deutschland nicht nur auf die strafrechtliche Debatte beschränkt bleibt. Wir verhandeln hier grundsätzlich den gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit und Sterben. Nur wenn wir die Menschen in diesen existentiellen Situationen beistehen und ihnen umfassende Versorgungs- und Begleitungsangebote zeitnah an jedem Ort in Deutschland zur Verfügung stellen, wird glaubhaft, dass auch schwerstkranke, sterbende und an Demenz erkrankte Menschen Teil der Gesellschaft sind, die in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden. Deshalb werden wir auch im neuen Jahr die gesellschaftliche Diskussion wieder vernehmlich begleiten und uns als bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung und als Dachverband der Mitgliedsverbände und der Überregionalen Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit in diese Diskussion einbringen. In diesem Sinne wünsche ich eine angeregte Lektüre!
Für den VorstandProf. Dr. Winfried HardinghausVorsitzender
Forum zur Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland§ 39a SGB V- Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2015- Beteiligung der PKV sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes an der Finanzierung der ambulanten HospizarbeitCharta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
Neue Handreichung von DHPV und DGP für die Kinder- und JugendhospizarbeitAusschreibung des vdek-Zukunftspreises 2015Helmut-Wölte-Preis 2015Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung
Der DHPV in den MedienAktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV
Forum zur Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland
Am 21. Januar fand zum dritten Mal das Forum zur Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland statt. Mit dem Forum unterstützt das BMG den Ausbau und die Weiterentwicklung der Palliativ- und Hospizversorgung. Grundlage ist die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“. Beim dritten Forum besprachen die maßgeblichen Akteure der Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland, darunter Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, das im November 2014 von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sowie weiteren Abgeordneten des Deutschen Bundestags vorgelegte „Eckpunktepapier zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland“. § 39a SGB V
Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2015Ende 2014 wurden die Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2015 auch durch den Bundesrat beschlossen, so dass die vorab veröffentlichen Rechengrößen Rechtskraft besitzen. Danach beträgt die monatliche Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV ab 01.01.2015: 2835,00 €. Der daraus errechnete €-Betrag (11% der monatlichen Bezugsgröße) für die einzelne Leistungseinheit der ambulanten Hospizdienste gem. § 39a Abs. 2 SGB V steigt auf dieser Grundlage von 304,15 € im letzten Jahr auf 311,85 € im Jahr 2015.Im Rahmen der Finanzierung der stationären Hospizarbeit entsprechen 7% der monatlichen Bezugsgröße im Jahr 2015: 198,45 €.
Beteiligung der PKV sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes an der Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB VIm Januar konnten bezüglich der Vertragsgestaltung in o. g. Angelegenheit noch offene Fragen geklärt werden. Zwischenzeitlich ist das Unterschriftenverfahren eingeleitet worden.Da das diesjährige Förderverfahren bereits läuft und die Anträge der ambulanten Hospizdienste auf eine Förderung gem. § 39a Abs. 2 SGB V derzeit vorbereitet werden, hat der DHPV den Landesverbänden / Landesarbeitsgemeinschaften und Überregionalen Organisationen die Endfassung des Vertrags zwischen den Hospizverbänden auf der Bundesebene und dem Verband der Privaten Krankenversicherung einschl. des Antragsformulars sowie die Ergänzungsvereinbarung zur Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 2 SGB V, die zwischen den Hospizorganisationen und dem GKV-Spitzenverband geschlossen wird, mit weiteren Erläuterungen und Hinweisen zum aktuellen Förderverfahren zur Verfügung gestellt.
Ebenfalls konsentiert ist der Vertrag zwischen den Hospizverbänden auf der Bundesebene und dem Bundesministerium des Innern. Damit dieser Vertrag in Kraft treten kann, ist noch eine entsprechende Verordnung notwendig, die derzeit im BMI vorbereitet wird. Es ist damit zu rechnen, dass die Verordnung Ende des I. Quartals bzw. Anfang des II. Quartals in Kraft treten wird. Für Fragen steht Ihnen der Geschäftsführer des DHPV, Herr Bolze, gern zur Verfügung. Herr Bolze ist gern auch bereit, zu Informationsveranstaltungen bzw. Weiterbildungen z. B. für Koordinatorinnen und Koordinatoren oder Träger ambulanter Hospizdienste zu Ihnen zu kommen. Terminvereinbarungen sind kurzfristig möglich. Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen
Am 19. Januar 2015 tagte der 13. Runde Tisch der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“. Nach der Begrüßung durch Dr. Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer Saarland, wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, in denen insgesamt fast 200 Experten und Expertinnen arbeiten, sowie das konkrete weitere Vorgehen vorgestellt. Beständig arbeiten rund 50 Institutionen und Organisationen im Rahmen einer Nationalen Strategie daran, die in den fünf Leitsätzen der Charta formulierten Ziele und Empfehlungen verbindlich umzusetzen. Bislang haben annähernd 13.000 Personen die Charta unterzeichnet.www.charta-zur-betreuung-sterbender.de
Neue Handreichung von DHPV und DGP für die Kinder- und Jugendhospizarbeit
Um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Spezialisierten Ambulanten Palliativteams (SAPV) für Kinder und Jugendliche und den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten (AKHD) zu fördern, haben der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. eine Handreichung zur Entwicklung einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen diesen Versorgungsformen vorgelegt. In der Handreichung werden Maßnahmen beschrieben, die bei aller regionaler Unterschiedlichkeit ein nachhaltiges Zusammenwachsen von Spezialisierten Ambulanten Palliativteams (SAPV) für Kinder und Jugendliche und den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten (AKHD) begünstigen und eine aufeinander abgestimmte Versorgung bestärken können.Sie finden die Handreichung im Anhang und auf der Homepage des DHPV / Themen / Kinder.
Ausschreibung des vdek-Zukunftspreises 2015
Die Helmut-Wölte-Stiftung für Psychoonkologie schreibt den Helmut-Wölte-Preis 2015 aus. Der Preis ist mit 2.500.- Euro dotiert. Die Stiftung unterstützt durch den Preis Initiativen zur psychosozialen Versorgung von Krebspatienten und ihren Angehörigen, die bei wissenschaftlich fundierter Praxis innovativen, zukunftsweisenden Modellcharakter besitzen. Es werden nur Projekte berücksichtigt, die sich bereits in der Phase ihrer Realisierung befinden. Einsendeschluss ist der 15. März 2015. www.helmut-woelte-stiftung.de
Preisträger des DHPStiftungspreises stehen
festDie DHPS hatte im Jahr 2014 den
Stiftungspreis zum Thema "Hospiz und Wohnungslosigkeit"
ausgeschrieben. Die Preisträger stehen nun fest.
der HAG-Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC). (Link)
palliativmedizinisch qualifizierte Ärztin.(Link)
Menschen in den Einrichtungen der Hamburger Wohnungslosenhilfe. (Link)
DHPStiftung erhält 1000 Euro vom Projekt „I
run for life“Die DHPStiftung hat
über das Projekt „I run for life“ 1000 Euro erhalten. Laufbegeisterte, die 2014
einen Lauf mit offizieller Wertung gelaufen sind, konnten mit „I run for life“
eine gemeinnützige, hospizlich-palliative Einrichtung ihrer Wahl unterstützen. Die Stiftung bedankt
sich ganz herzlich bei allen Läuferinnen und Läufern, die auf diese Weise die
Stiftung des DHPV bedacht haben. Auch 2015 gibt es das Projekt „I run for life“
wieder. Also, wer möchte, kann über "I run for life" seine Kilometer
an die DHPStiftung spenden. Weitere Informationen.
Der DHPV in den MedienDeutsches Ärzteblatt, 2015; 112(4)Palliativmedizin: Medikamente, Pflege und Trost (Link)
veröffentlichten Medien des DHPVDer Bundes-Hospiz-Anzeiger 6/2014 zum Schwerpunkt Ethik und Hospiz mit Beiträgen von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Prof. Dr. Andreas Kruse, Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer und Prof. Dr. Steffen Fleßa ist erhältlich. Heft 1/2015 zum Schwerpunkt Kinder- und Jugendhospizarbeit erscheint Ende Februar. (Link)
Die hospiz zeitschrift 2014/4 (62) widmet
sich dem zweiten Leitsatz der Charta zur Betreuung schwerstkranker und
die Versorgungsstrukturen. Satz 2 der Charta garantiert, die Bedürfnisse der
Betroffenen zu respektieren und Strukturen bereit zu stellen, um diesen
Bedürfnissen auch nachkommen zu können - ein Ziel, das die Hospizidee seit
Anbeginn verfolgt. Das ist nicht neu, neu ist aber, dass Städte und Kommunen
sich auch dazu verpflichten, den Hospizgedanken in ihre Strukturen aufzunehmen
und zu unterstützen. Hier finden Sie Details zur hospiz
Festakt zum 25-jährigen Jubiläum des Kinderhospizvereins10. Februar 2015 in OlpeWeitere Informationen.Sterben auf Bestellung? Podiumsgespräch zur Debatte über die Beihilfe zum Suizid11. Februar 2015 im LUDWIG WINDTHORST HAUS, Lingen-HolthausenWeitere Informationen.
Sterben an der Hand, Informationsveranstaltung zur Sterbebegleitung4. März 2015, Forum am Dom, OsnabrückWeitere Informationen.
44. Internationale Sylter Palliativtage 18. bis 21. April 2015Weitere Informationen. Fachtagung des DHPV in Kooperation mit der LAG Hospiz Rheinland-Pfalz5. November 2015 in MainzWeitere Informationen folgen.