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Timestamp: 2018-06-22 22:53:09
Document Index: 85388063

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Sekundärhaftung
Der als Jahresabschlußprüfer tätige Wirtschaftsprüfer unterliegt nicht der für Architekten sowie Rechtsanwälte und Steuerberater entwickelten Sekundärhaftung.
BGH - 10.12.2009 - VII ZR 42/08
Der Schadensersatzanspruch wegen sekundärer Pflichtverletzung eines Steuerberaters setzt voraus, daß dieser innerhalb unverjährter Frist von seinem Fehler Kenntnis erlangt und es unterläßt, seinen Mandanten darüber zu belehren.
Nach der Rechtsprechung des BGH entfällt die Sekundärhaftung des fehlerhaft arbeitenden Rechtsanwalt bei der späteren Einschaltung eines Anwalts nur dann, wenn dieser den Auftrag erhalten hat, Regreßansprüche gegen den ersten Rechtsanwalt geltend zu machen.
BGH - 29.06.2006 - IX ZR 227/02
Der Verjährungsbeginn der Sekundärhaftung ist grundsätzlich mit dem Eintritt der Verjährung des primären Schadensersatzanspruchs identisch.
Die zur Berufshaftung von Rechtsanwälten entwickelten Grundsätze der Sekundärhaftung sind auf die Haftung von Wertpapierdienstleistungsunternehmen aus fehlerhafter Anlageberatung nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) nicht übertragbar.
BGH - 08.03.2005 - XI ZR 170/04
Den Ausschluß der Sekundärhaftung - zwischenzeitliche anderweitige Beratung zu Schadensersatzansprüchen gegen den Rechtsberater - muß der in Anspruch genommene Berater beweisen.
Die sekundäre Hinweispflicht des Anwalts auf die Möglichkeit eines Schadensersatzanspruch gegen sich und dessen Verjährung entsteht, wenn der sorgfältige Rechtsanwalt eine mögliche Haftpflicht erkennen kann. Der Anlaß zur Prüfung muß vor Eintritt der Primärverjährung und der Mandatsbeendigung liegen.
OLG Celle - 23.12.2003 - 3 U 196/03
Der sekundäre Schadensersatzanspruch gegen einen Steuerberater kann auch bei einem Dauermandat entstehen.
Die sekundäre Hinweispflicht auf die Verjährung von Schadensersatzansprüchen des regresspflichtigen Anwalts entfällt, wenn der Mandant vor Ablauf der Verjährung einen anderen Rechtsanwalt wegen der Haftungsfrage beauftragt. Es kommt nicht darauf an, ob der regreßpflichtige Rechtsanwalt dies weiß oder wissen muss.
Der Sekundäranspruch ist nicht auf einen Schadensausgleich in Form einer Geldzahlung gerichtet, sondern hindert den Anwalt daran, erfolgreich die Verjährungseinrede im Regreßprozeß zu erheben.
OLG Karlsruhe - 14.12.2001 - 1 U 164/01
Ein Anwaltswechsel schließt die Sekundärhaftung des ersten Anwalts nicht aus, wenn der neue Anwalt seiner Beratungspflicht auf Grund einer Falschinformation des ersten Anwalts nicht nachkommen kann.
Die Sekundärhaftung des fehlerhaft arbeitenden Rechrsanwalts entfällt, wenn sich der Mandant vor Ablauf der primären Verjährungsfrist anderweitig anwaltlich beraten läßt.
OLG Hamm - 27.05.1997 - 28 U 198/96
Die Pfändung des Regreßanspruchs gegen den Anwalt erfaßt auch den Sekundäranspruch, ohne Rücksicht darauf, ob er im Zeitraum der Pfändung schon entstanden ist und im Pfändungsbeschluß erwähnt wird.
BGH - 21.09.1995 - IX ZR 228/94
Die sekundäre Verjährungsfrist entfällt bei einem Beratungsfehler eines Steuerberaters, wenn der Mandant vor Ablauf der primären Verjährungsfrist wegen des Fehler anwaltlich beraten wurde.
Die Sekundärhaftung eines Steuerberaters entfällt nicht allein wegen der Beauftragung eines weiteren steuerlichen Beraters.
Der Mandant hat keinen Anspruch auf einen Hinweis des Steuerberaters auf die Sekundärhaftung und die damit verbundene Verjährung.
BGH - 25.09.1990 - XI ZR 126/89
Eine Hinweispflicht des Rechtsanwalts auf seine eigene Haftung besteht nur soweit und solange, wie der Mandant keine Kenntnisse von einer eventuellen Haftung des Anwalts hat.
OLG Celle - 27.07.1979 - 3 U 70/79
Die Verpflichtung eines Rechtsanwalts zum Hinweis auf einen Schadensersatzanspruch gegen sich selbst entfällt, wenn der Mandant Kenntnis von der Möglichkeit eines Regresses sowie vom Beginn und der Dauer der Verjährungsfrist besitzt.
OLG Celle - 25.08.1977 - 16 U 23/77
Siehe auch: Verjährung