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Timestamp: 2017-05-29 15:18:44
Document Index: 41710691

Matched Legal Cases: ['§ 153', '§ 278', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

Anlegerschutzverein für Immofinanz- und Immoeast-Aktionäre - Tipps, Adressen und Möglichkeiten - Finanznachrichten
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Anlegerschutzverein für Immofinanz- und Immoeast-Aktionäre
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08.01.2009, 14:12
Vermögensberater formieren sich gegen Immofinanz/Immoeast und FMA Sieben Vermögensberater wollen über den erst kürzlich gegründeten Verein "Immoverlust.at" verstärkt gegen die verantwortlichen Personen in der Causa Immofinanz und Immoeast vorgehen. Dabei soll auch nicht ausgeschlossen werden, die %u201Eunterlassene Aufsichtspflicht%u201C der Finanzmarktaufsicht (FMA) anzufechten. Die Vermögensberater Otto Freudhofmaier, Georg Tillner, Christian Schmerhovsky, Anna Reisinger-Rupp, Günther Klein und Klaus Prantl haben Mitte Dezember 2008 einen Anlegerschutzverein für Immofinanz- und Immoeast-Aktionäre gegründet, um somit durch ein koordiniertes und geschlossenes Auftreten gegenüber den verantwortlichen Personen, des Immofinanz/Immoeast Skandales, insbesondere Dr. Karl Petrikovics, die Interessen geschädigter Aktionärinnen und Aktionäre vertreten zu können. %u201EZiel unseres Vereines ist, Schäden, die Anleger %u2013 und dazu gehören auch viele Vermögensberater - aus der Veranlagung in Immofinanz AG oder Immoeast AG erlitten haben, wieder gut zu machen%u201C, so der Vereinsobmann und selbständige Vermögensberater Otto Freudhofmaier zu FONDS professionell ONLINE. Daneben gibt es auch bereits Überlegungen gegen die FMA vorzugehen. %u201EDie Aufsichtsbehörde hat unserer Meinung nach hier versagt, deshalb gibt es bereits Überlegungen gegen die verantwortlichen Personen der Aufsichtsbehörde vorzugehen%u201C, sagt Freudhofmaier in dem Gespräch weiter. Denn damit interessierte Anleger auch weiterhin in die Wiener Börse investieren, brauche es Vertrauen der Anleger und dieses könne nur wieder gewonnen werden, wenn die Aufsicht auch ihre Pflichten zur Gänze erfülle.
Geschädigte Vermögensberater und deren Kunden haben die Möglichkeit sich auf www.immoverlust.at zu registrieren und sich somit an dem Prozess, der über die Anwaltskanzlei Neumayer, Walter und Haslinger geführt wird, zu beteiligen. %u201EMit einem Vereinsbeitrag von 75 Euro pro Jahr zuzüglich 0,15 Prozent der Gesamtinvestition in Aktien der Immofinanz oder Immoeast AG, die allerdings bis maximal 500 Euro geht, ist man bereits dabei%u201C, erklärt Freudhofmaier. %u201EDie Kosten werden im Gegensatz zum Prozessfinanzierungsunternehmen Advofin somit aliquot verteilt.%u201C Advofin verlange zwar anfänglich keine Rechtsanwalts-, Gerichts- oder sonstige Prozesskosten, als Gegenleistung für die Risiko- und Kostenübernahme erhält das Unternehmen im Erfolgsfall vom erstrittenen Betrag allerdings eine Erfolgsbeteiligungsquote von 34 Prozent. Die erste Informationsveranstaltung des jungen Vereins wird voraussichtlich Ende Jänner in Wien stattfinden. (bb) Quelle: FONDS professionell Zitieren
04.05.2009, 21:28
Razzia bei Karl Petrikovics In der Affäre rund um die Immofinanz/Immoeast-Gruppe wurde am vergangenen Mittwoch eine Hausdurchsuchung in der neuen Immobiliengesellschaft von Karl Petrikovics, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Immofinanz/Immoeast, durchgeführt, wie der Kurier berichtet. Die Hausdurchsuchungen seien laut Petrikovics-Anwalt, Dr. Wolfgang Brandstetter, "einfach" zu erklären: Sein Sohn hat ihm mit diversen Arbeiten am Computer geholfen, weswegen manche Dokumente - etwa einfache Präsentationen - die Signatur des Sohns getragen haben, wird der Anwalt im Kurier zitiert.
Die Fahnder seien deswegen in der Firma vorstellig geworden, die Petrikovics und sein Sohn betreiben. Man habe Laptops bereitwillig herausgegeben, auch sonst kooperiere man mit der Staatsanwaltschaft. Insgesamt kam es in der Causa zu zwölf weiteren Hausdurchsuchungen in Wien, Nieder- und Oberösterrerich, wie die Tageszeitung berichtet.
Dr. Karl Petrikovics ist im Oktober 2008 als Vorstandschef der Immofinanz/Immoeast-Gruppe zurückgetreten und seitdem Geschäftsführer der S & F Immobilien GmbH. Als Gesellschafter fungieren seine beiden Söhne, die zu jeweils 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt sind. (dnu)
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06.07.2010, 13:00
Keine Kursmanipulation bei Immoeast In einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien hatte eine Anlegerin behauptet, dass der Kurs der Immoeast-Aktien durch Handelsaktivitäten der früheren Constantia Privatbank AG (nunmehr Aviso Zeta Bank AG) 2007 manipuliert und daher überhöht gewesen sei. Der vom Gericht beauftragte Sachverständige Dr. Christian Imo (ehemaliger Vorstand der Wiener Börse) verneinte das Vorliegen einer Kursbeeinflussung. Wörtlich hielt er in dem den Parteien zugestellten Gutachten fest: "Die vorliegende Untersuchung hat ergeben, dass es keine ausreichend wahrscheinlichen Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Handelsaktivitäten der Beklagten im gegenständlichen Zeitraum die Kursbildung von Immoeast nachhaltig beeinflusst bzw. verändert hatte." "Damit ist einem zentralen Argumentationspunkt der Anlegerklagen betreffend Immoeast - und auch Immofinanz-Aktien die Grundlage entzogen", sagt Rechtsanwalt Dr. Andreas Zahradnik von der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Dorda Brugger Jordis, die die Immofinanz -Group vertritt. Dieses Gutachten sei auch für alle anderen anhängigen Verfahren, die Immofinanz - und Immoeast -Anleger angestrengt haben, relevant. Aus dem Gutachten ergebe sich nämlich eine marktkonforme Entwicklung des Aktienkurses für den gegenständlichen Zeitraum. Quelle: FONDS professionell Zitieren
25.03.2011, 14:09
11,4 Millionen-Klage gegen Petrikovics, Gertner & Schwager Die Immofinanz AG hat eine millionenschwere Schadensersatzklage gegen die ehemaligen Vorstände sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden der Constantia Privatbank und der Immofinanz eingebracht, wie die APA berichtet. Karl Petrikovics, Norbert Gertner und Helmut Schwager wird vorgeworfen, sich über Optionen auf Kosten von Tochtergesellschaften der Privatbank bereichert zu haben. Die Immobiliengesellschaft verlangt nun eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 11,4 Millionen Euro.
Bei der Klage geht es um eine Bonuszahlung in Höhe von 20 Millionen Euro in Form von Aktien-Kaufoptionen. Es bestehe dabei der Verdacht, dass „sich die drei Beklagten diese Zahlung letztlich selbst gewährt haben“, wird Immofinanz-Chef Eduard Zehetner im APA-Bericht zitiert. Die Optionen seien rückdatiert worden und „zum Zeitpunkt, zu dem sie geschrieben worden seien, bereits im Geld gewesen. Die Transaktion sei dann – um keine Aufmerksamkeit zu erregen – über einen Strohmann abgewickelt worden. Wenige Monate danach seien anonym 8,6 Millionen Euro rückerstattet worden. Die Immofinanz klagt die drei Manager nun auf die Differenz zum ursprünglichen Bonus. Für sie gilt die Unschuldsvermutung Zitieren
20.09.2011, 13:30
Immofinanz: KPMG neue Zielscheibe für Anlegeranwälte Im Fall der Immofinanz endet im Oktober die Verjährungsfrist und . Um der Verjährung von Ansprüchen vorzubeugen, setzen die Anlegeranwälte Michael Poduschka, Andreas Köb und Benedikt Wallner noch einmal alle Hebel in Bewegung und wollen auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG für die hohen Verluste ihrer Mandanten haftbar machen, berichten die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) am Wochenende. Vorgeworfen wird der KPMG, dass sie Constantia, Immofinanz und die Beteiligungstöchter nicht gemeinsam sondern einzeln geprüft hat. Dadurch war es dann laut Poduschka möglich, dass überhöhte Managementgebühren eingehoben wurden oder Anlegergeld von der Immofinanz an Constantia-Töchter gingen, die Aktien der Immofinanz kauften. So verweist Poduschka auf ein Schreiben der KPMG an die Immofinanz, in dem erklärt wird, wie man bei konzerninternen Darlehen Steuern spart, berichten die OÖN. Die Anwälte schlugen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen Verjährungsverzicht vor, um die Rechtsfrage ein- oder zwei Mal in einer Mustercausa ausjudizieren zu lassen. Aufgrund dessen, dass die KPMG den Verjährungsverzicht ablehnt, wollen die Anwälte nun, laut OÖN, zu den bestehenden 85 Klagen hunderte weitere einbringen.
Michael Schlenk Managing Partner bei KPMG meint dazu, dass alle Vorwürfe ins Leere gehen, und dass man diese zur Gänze entkräften werde. Ein Verjährungsverzicht würde dies nur in eine ferne Zukunft rücken, berichten die OÖN Zitieren
20.12.2011, 20:15
Ex-Konzernchef Karl Petrikovics und vier weitere Beschuldigte werden wegen dubioser Optionsgeschäfte wegen Untreue angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Haft. Der Prozess dürfte im Frühjahr beginnen
In die von der Affäre um Aktienrückkäufe bei Meinl European Land schwer erschütterte heimische Wirtschaftswelt schlägt ein neuer Immobilienskandal wie eine Bombe ein: Höchst riskante und undurchsichtige Finanzgeschäfte im Dunstkreis der von der Constantia Privatbank (CPB) beherrschten Immofinanz/Immoeast bringen die Gruppe an den Rand des Ruins und schädigen tausende Anleger, weil der Aktienkurs ins Bodenlose stürzt, nachdem die Malversationen auffliegen und die Finanzkrise zuschlägt. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, ist die erste Teilanklage, die schon im Frühjahr für heuer angekündigt wurde fertig.
Sie wurde von der Staatsanwaltschaft Wien beim Landesgericht für Strafsachen Wien eingebracht. Teilanklage bedeutet, dass sich Staatsanwalt Volker Sackmann einen Teilbereich der umfassenden Causa vorgeknöpft hat, bei dem er davon ausgeht, im Verfahren zu obsiegen und das „Kulterer-Trauma“ zu vermeiden. (Ex-Hypo-Alpe-Adria-Chef Wolfgang Kulterer wurde in einem ersten Verfahren in einer Teilanklage freigesprochen.) In diesem Fall geht es um Aktienoptionsgeschäfte und einen Schaden von 32 Mio. Euro.
Prozess im Frühjahr
Vor Gericht verantworten müssen sich Karl Petrikovics (Ex-Vorstandschef), Norbert Gertner (Ex-Vorstand), Christian Thornton (Ex-Vorstand), Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsrat) und Ernst Hable (Ex-Steuerberater). Für alle gilt die Unschuldsvermutung. Sie können Einspruch erheben, aber auch dann ist die Anklage rechtskräftig. Der Prozess dürfte im Frühjahr beginnen. Richterin Beatrix Hornich müsse sich in die Materie einarbeiten, hieß es beim LG Wien.
Petrikovics und den anderen Angeklagten wird zur Last gelegt, zwischen 2004 und 2006 „in mehrfachen Angriffen durch – teilweise im Wege von Treuhändern verschleierte – Aktienoptionsgeschäfte insgesamt einen Schaden von rund 32 Mio. Euro verwirklicht“ zu haben, wie es die Staatsanwaltschaft formuliert. Der Vorwurf lautet auf Untreue (§ 153 StGB) sowie auf Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 278 StGB). Das Strafausmaß beträgt bis zu zehn Jahre Haft. Die „neue“ Immofinanz hat die Beschuldigten wegen der Aktienoptionsgeschäfte bereits zivilrechtlich auf elf Mio. Euro Schadenersatz verklagt.
Die Verzögerung der Anklage um einige Monate hat einen Grund, wie Thomas Vecsey, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, sagt: Die Behörde hat Wertpapierdepots und Liegenschaften im Wert von 18 Mio. Euro beschlagnahmt, damit die Angeklagten das unrechtmäßig erworbene Vermögen nicht abschöpfen können.
Umfangreiches Gutachten
Die Justiz stützt sich in diesem und weiteren Verfahren auf ein Gutachten von Wirtschaftsprüfer Gerhard Altenberger. Er hat akribisch alle dubiosen Transaktionen der CPB mit Immofinanz- und Immoeast-Aktien durchleuchtet und den Schaden mit in Summe 160 Mio. Euro beziffert. „Die Ermittlungen laufen parallel zum bevorstehenden Prozess weiter“, sagt Vecsey. „Mit weiteren Anklagen wird zu rechnen sein.“
Immofinanz-Constantia ist das bisher umfangreichste Ermittlungsverfahren der Justiz, bei der viele andere Wirtschaftsfälle anhängig sind: Dazu gehören Buwog (inklusive etliche „Nebenfronten“ wie das Steuerverfahren gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und das Projekt Terminal Tower Linz), Telekom, Bawag, Eurofighter, Flughafen, Meinl, Yline, ÖBB/MAVCargo Zitieren
02.01.2012, 22:59
Petrikovics weist Untreuevorwürfe zurück
Der Ex-Vorstandsvorsitzende der Immofinanz-Gruppe, Karl Petrikovics, wehrt sich gegen die von der Staatsanwaltschaft Wien vor zwei Wochen erhobenen Untreuevorwürfe, die im Zusammenhang mit Aktiengeschäften stehen. Gegen ihn und vier weitere Personen wurde Klage eingereicht, weil sie sich im Vorfeld des Börsengangs der Immoeast ohne Genehmigung durch den Aufsichtsrat ein Aktienpaket gesichert und später gewinnbringend an die Constantia Privatbank weiterverkauft haben sollen. „Ich habe Gewinne auf Aktien lukriert, auf die ich Anspruch hatte“, rechtfertigt sich Petrikovics in einem Interview gegenüber dem Nachrichtenmagazin „profil“.
Neben dem Tatbestand der Untreue wird dem früheren Immofinanz-Management Bildung einer „kriminellen Vereinigung“ zur Last gelegt. Der Deal soll dem Unternehmen einen Schaden in Höhe von 32 Millionen Euro verursacht haben, Petrikovics bestreitet und beharrt darauf, nichts Unrechtes getan zu haben Zitieren
28.01.2012, 22:34
Immofinanz-Tochter Aviso Zeta gewinnt "Dragon FX"-Verfahren
Die Immofinanz-Tochter Aviso Zeta AG – vormals Constantia Privatbank AG – ist einem Rechtsstreit rund um das Anlageprodukt "Dragon FX Garant" vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) als Sieger hervorgegangen. Anleger hatten in diesen Verfahren immer wieder argumentiert, dass sie einen Investmentfondsanteil gekauft und eine Schuldverschreibung erhalten hätten – es liege daher eine Anderslieferung ("aliud") vor. Dieser Argumentation hat der OGH im vorliegenden Fall nun eine Absage erteilt.
"Diese OGH-Entscheidung ist für uns ein großer Erfolg. Die positive Einschätzung der Aviso Zeta AG wurde dadurch eindeutig bestätigt. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Urteils haben mehrere Anlegervertreter aktiv die Gesamtbereinigung aller Dragon FX Fälle vorgeschlagen. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass das Thema Dragon FX Garant bald final zu Gunsten der Aviso Zeta erledigt sein wird", freut sich Aviso Zeta AG Vorstand Stefan Frömmel.
Für Argumentation der Anleger besteht "kein Raum"
Der OGH stellt in seinem Urteil fest, dass die Informationsbroschüre der Aviso Zeta AG Grundlage des Kaufes gewesen sei. Für eine Argumentation, wie sie die Anleger führen, bestehe daher nach Auffassung des OGH "kein Raum". In der Broschüre werde darauf hingewiesen, dass es sich um ein Zertifikat mit Kapitalgarantie handle. Daher bestehe Einvernehmen über den Kaufgegenstand, woran auch eine allfällige Falschbezeichnung nichts ändere. Entscheidend sei, dass im Kaufformular Dragon FX Garant ausgefüllt worden sei. Der OGH konkretisierte und bestätigte damit seine ursprüngliche Entscheidung, in der er den aliud-Einwand auch schon verworfen hatte. Außerdem wiederholte der OGH, dass die Aviso Zeta AG in der zitierten Informationsbroschüre auf ein allgemeines Bonitätsrisiko von Lehman Brothers nicht hinzuweisen hatte.
Außergerichtliche Einigungen nun wahrscheinlich
Insgesamt warten vor dem HG Wien 500 Verfahren gegen die Aviso Zeta AG mit einem Gesamtstreitwert von sieben Millionen Euro auf den Ausgang dieses Musterverfahrens. Aufgrund der nunmehr ergangenen Entscheidung des OGH sei es nach Ansicht der Aviso zeta AG sehr wahrscheinlich, dass die restlichen noch anhängigen Dragon FX Garant-Verfahren ebenfalls für die Aviso Zeta AG entschieden werden, nachdem die überwiegende Anzahl von Klägern die Klagen bereits zurückgezogen und die Kosten der Aviso Zeta AG ersetzt hatte. "Wir sind durchaus an einer außergerichtlichen Erledigung der Verfahren interessiert, um die Gerichte nicht unnötig zu belasten und allen Beteiligten Kosten zu sparen. Wir sind überzeugt, dass das auch die gegnerischen Rechtsanwälte so sehen", meint Frömmel. Zitieren
21.01.2013, 20:56
Während die strafrechtliche Aufarbeitung der Malversationen in der Causa Immofinanz ab morgen, Dienstag, am Landesgericht Wien mit dem Prozess gegen Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics und vier weitere Angeklagte startet, sind die Zivilgerichte schon seit Jahren mit den Ungereimheiten rund um das ehemals größte Immobilienunternehmen Österreichs beschäftigt. Die Anleger-Prozesse gegen das Unternehmen sowie externe Finanzberater werden schon seit Ende 2008 geführt. Seit März 2011 geht die Immofinanz-Gruppe selbst gegen ihre ehemaligen Manager auf dem Zivilrechtsweg vor. Nachstehend ein Überblick über die Verfahren:
Im März 2011 brachte die Immofinanz eine Schadenersatzklage gegen die ehemalige Vorstände und den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der ehemaligen Constantia Bank (CPB) - Karl Petrikovics, Norbert Gertner und Helmut Schwager - am Handelsgericht (HG) Wien ein. Die Immofinanz wirft ihnen vor, dass sie sich über Optionen auf Kosten von Tochtergesellschaften der Privatbank bereichert hätten und fordert deshalb eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 11,4 Mio. Euro. Dieses Verfahren ruht aufgrund des Strafprozesses, wo es auch um diese Vorwürfe geht.
Im Herbst 2011 brachte die Immofinanz eine weitere Schadenersatzklage gegen Petrikovics und den Lobbyisten Peter Hochegger wegen der Provision bei der Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) unter Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser in Höhe von 9,9 Mio. Euro plus Zinsen am Handelsgericht Wien ein. Zwar hatte Petrikovics eine Unterbrechung auch dieses Prozesses wegen des strafrechtlichen Verfahrens erwirkt, Anfang des Jahres ordnete das Oberlandesgericht (OLG) Wien nach Anfechtung der Entscheidung des Handelsgerichts aber die Fortführung des Verfahrens an. Richterin Mariana Boltz werde demnächst einen Prozessfahrplan anberaumen, hieß es beim Handelsgericht auf APA-Anfrage.
Im November 2012 klagte dann auch noch die Aviso Zeta (ehemalige Constantia Privatbank) ihre ehemaligen Vorstände Petrikovics, Gertner und Karl Arco. Es geht dabei um Fälle, in denen die Manager Bankkunden persönlich über Immofinanz- bzw. Immoeast-Papiere beraten hatten. Die Verfahren gegen Petrikovics und Gertner werden am Handelsgericht Wien mit einem Feststellungswert in Höhe von 150.000 Euro geführt, der Prozess gegen Arco werde aufgrund einer Gerichtsstandsvereinbarung am Arbeitsgericht Wien geführt, teilte die Bank mit.
Darüber hinaus sei die Bank per Ende 2012 noch mit 1.430 offenen Anlegerverfahren mit einem Streitwert von 308 Mio. Euro konfrontiert. Der Großteil davon betrifft Immofinanz bzw. Immoeast, wobei die meisten Kläger ihre Aktien über Finanzberater wie dem AWD erworben haben. Zitieren
12.08.2013, 08:58
Nach jahrelangem Rechtsstreit um mögliche Fehlberatung beim großflächigen Verkauf von Immofinanz-Aktien an österreichische Kleinanleger haben sich der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und der Finanzberater AWD (jetzt Swiss Life Select) auf einen Vergleich geeinigt. 11,144 Mio. Euro zahlt die Tochter des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life, davon bekommen die Anleger rund sieben Millionen Euro.
Der Rest geht für Verfahrenskosten drauf bzw. an den deutschen Prozesskostenfinanzierer Foris. Dieser hat die fünf vom VKI angestrengten Anleger-Sammelklagen finanziert und bekommt dafür eine Quote.
Der VKI hatte gegen den früheren AWD fünf Sammelklagen im Namen von insgesamt etwa 2.500 Kleinanlegern eingebracht. Der Streitwert vor Gericht betrug früheren Angaben zufolge etwa 40 Mio. Euro. Bei der nunmehrigen Einigung ging man von einem Differenzschaden in Höhe von 23 Mio. Euro aus, basierend auf einem Immofinanz-Aktienkurs von 3,103 Euro, teilten VKI und Swiss Life am Montag mit. Derzeit notiert die Immofinanz-Aktie an der Wiener Börse bei 3,13 Euro.
Prozessstart war für September geplant
Die geschädigten Anleger bekommen somit nicht ganz ein Drittel von dem, was sie verloren haben: Mit dieser Lösung sind wir sehr zufrieden, weil sie rasch ist und weil der VKI dadurch an die Verbraucher rund 30 Prozent bezogen auf den Differenzschaden auszahlen kann", so VKI-Geschäftsführer Josef Kubitschek. Die Einigung erfolgte knapp vor dem eigentlichen Start der Anlegerprozesse Anfang September. Zuvor hatten sich die beiden Parteien jahrelang über Vorfragen vor Gericht gestritten. Der frühere AWD hatte stets bestritten, dass er beim Verkauf der Immobilienpapiere seine Kunden systematisch falsch beraten hat und sich mit allen juristischen Mitteln gegen die Sammelklagen gewehrt. Während der vom schillernden und streitbaren deutschen Unternehmer Carsten Maschmeyer gegründete Finanzkonzern stets darauf gepocht hatte, dass alle Fälle einzeln betrachtet werden müssten, hatte der VKI von systematischem Vorgehen gesprochen. Die Immofinanz- und Immoeast-Papiere seien in großem Stil als sicher wie ein Sparbuch an Kleinanleger vertrieben worden, die sich unter normalen Umständen keine Aktien gekauft hätten. Das Verlustrisiko sei verschwiegen worden, so der - stetig bestrittene - Hauptvorwurf des VKI. Die Verbraucherschützer und der AWD hatten sich nicht nur gerichtlich, sondern auch medial lange Zeit befetzt.
Keine weiteren Ansprüche für Anleger
Die Anleger, die sich den VKI-Sammelklagen angeschlossen haben, haben jetzt keine weiteren Ansprüche mehr an den Finanzberater: "Im Lichte des Vergleichs wird der Vorwurf der systematischen Fehlberatung nicht aufrechterhalten. Sämtliche im Zuge der 'Sammelklage-Verfahren' geltend gemachten Ansprüche der Anleger sind damit abschließend abgegolten", hieß es in der Pressemitteilung vom Montag.
Die Anleger bekommen nun jeweils 30 Prozent ihres Differenzschadens. Jene, die ihre Aktien noch halten, können selbst entscheiden, ob sie diese verkaufen oder weiter behalten wollen, teilte Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) mit. "Ich sehe dies als sehr tragfähigen Kompromiss an und bedanke mich bei beiden Parteien für ihre Anstrengungen, die dieses Ergebnis ermöglicht haben. Für die betroffenen KonsumentInnen konnte damit eine Lösung in ihrem Sinn gefunden werden. Viele Jahre weiteren Prozessführens bleiben ihnen so erspart", so Hundstorfer.
* Die Presse Zitieren
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