Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%201987,%201113
Timestamp: 2020-04-10 07:53:53
Document Index: 388975951

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 31', '§ 30', '§ 31', '§ 30', '§ 31', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 31', 'BGH', '§ 32', '§ 37', '§ 31', '§ 31', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 37', '§ 42', 'BGH', '§ 31', '§ 30', '§ 31', '§ 31', '§ 30', '§ 30', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 42', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 135', 'BGH', '§ 2247']

BGH, 11.05.1987 - II ZR 226/86 - dejure.org
BGH, 11.05.1987 - II ZR 226/86
https://dejure.org/1987,355
BGH, 11.05.1987 - II ZR 226/86 (https://dejure.org/1987,355)
BGH, Entscheidung vom 11.05.1987 - II ZR 226/86 (https://dejure.org/1987,355)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 1987 - II ZR 226/86 (https://dejure.org/1987,355)
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Verpflichtung des Gesellschafters zur Erhaltung des Stammkapitals - Versagung des Vorteils der fünfjährigen Verjährung
Erlöschen des Stammkapitalrückerstattungsanspruchs der GmbH durch anderweitige nachhaltige Wiederherstellung des Gesellschaftskapitals
Anwendungsbereich des Auszahlungsverbots, Herbeiführung bzw. Vertiefung einer Unterbilanz, Kapitalerhaltung, Kapitalerhaltung nach § 30 und § 31 GmbHG
GmbHG § 30, § 31 Abs. 5 S. 2
NJW 1988, 139
NJW-RR 1988, 162 (Ls.)
ZIP 1987, 1113
ZIP 1987, 1115
MDR 1988, 31
DNotZ 1988, 44
WM 1987, 1040
BB 1987, 1553
DB 1987, 1781
Ein einmal wegen Verstoßes gegen § 30 Abs. 1 GmbHG entstandener Erstattungsanspruch nach § 31 Abs. 1 GmbHG entfällt daher nicht von Gesetzes wegen, wenn das Gesellschaftskapital zwischenzeitlich anderweit bis zur Höhe der Stammkapitalziffer nachhaltig wiederhergestellt ist (Aufgabe von BGH, Urteil vom 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113).
Eine nachhaltige Wiederauffüllung des Gesellschaftsvermögens bis zur Höhe der Stammkapitalziffer führe nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urt. v. 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113, 1114 m. Anm. Westermann) zum Wegfall des Erstattungsanspruchs aus § 31 Abs. 1 GmbHG, weil der mit der Erstattung verfolgte Zweck anderweitig erreicht sei.
An der im Urteil vom 11. Mai 1987 (aaO) geäußerten gegenteiligen Rechtsauffassung hält der Senat nicht fest.
In früheren Entscheidungen (vgl. z.B. BGHZ 69, 274, 280, BGHZ 81, 365, 367 f.; BGHZ 95, 188, 192, Sen.Urt. v. 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113, 1115, ferner BGH, Urt. v. 14. Januar 1953 - I ZR 169/51, LM Nr. 1 zu § 30 GmbHG) hat er allerdings ausgesprochen, unter besonderen Umstanden sei zu erwägen, daß ein das Rückgewährverbot verletzendes Rechtsgeschäft nicht nur die Erstattungspflicht nach § 31 GmbHG auslöse, sondern ausnahmsweise insgesamt nichtig sei.
Sie entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - BGH - (vgl. Urteil vom 11. Mai 1987 II ZR 226/86, Der Betrieb - DB - 1987, 1781 = Neue Juristische Wochenschrift NJW - 1988, 139 = BB 1987, 1553 = GmbH-Rundschau - GmbHR - 1987, 390) und der sog. herrschenden Meinung im zivilrechtlichen Schrifttum (…vgl. Hachenburg/Ulmer, GmbH-Gesetz, 8. Aufl., § 32 a, b, Rdnr. 176;… Karsten Schmidt, Gesellschaftsrecht, 2. Aufl., § 37 III 2 b;… Scholz/Westermann, GmbH-Gesetz, 7. Aufl., § 31 Rdnr. 4;… Baumbach/Hueck, GmbH-Gesetz, 15. Aufl., § 31 Rdnr. 6;… Rümker/Westermann, Eigenkapitalersetzende Darlehen, 1987, S. 53 ff.; Joost, Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht - ZHR - 1984, 27 ff.;… Fleck, in Döllerer-Festschrift, S. 109 ff.; Priester, DB 1991, 1917; Thiel, GmbHR 1992, 20).
Als Fremdkapital ist es grundsätzlich geeignet, eine Zinsverbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter entstehen zu lassen (vgl. BGH-Urteil vom 11. Mai 1987 II ZR 226/86, a. a. O.).
Es verstößt daher die Entstehung einer bestimmten Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter noch nicht gegen § 30 GmbHG (so auch BGH-Urteil vom 11. Mai 1987 II ZR 226/86, a. a. O.;… Karsten Schmidt, a. a. O., § 37 III 2 b;… Hommelhoff, in: Kellermann-Festschrift, S. 165 ff.).
Bewertung einer Entnahme; Herabsetzung des Kapitalanteils eines Kommanditisten; …
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats wird bei einer GmbH die Frage, ob eine Entnahme zu einer Unterbilanz führt, nicht anhand eines Vermögensstatus mit Bilanzansätzen zu Verkehrs- oder Liquiditationswerten beantwortet; vielmehr kommt es auf die Vermögenssituation der GmbH an, wie sie sich aus einer für den Zeitpunkt der Entnahme aufzustellenden, den Anforderungen des § 42 GmbHG entsprechenden ordnungsmäßigen Bilanz zu fortgeführten Buchwerten ergibt (Sen. Urteil vom 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, WM 1987, 1040; vom 7. November 1988 - II ZR 46/88, WM 1989, 14, 16).
Der Senat hat bereits durch Urteil vom 29. Mai 2000 (BGHZ 144, 336, 341 - Balsam/Procedo) für den Erstattungsanspruch nach § 31 GmbHG unter Aufgabe seiner früher mit Urteil vom 11. Mai 1987 (II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113) vertretenen Zweckerreichungsthese entschieden, dass ein einmal wegen Verstoßes gegen § 30 Abs. 1 GmbHG entstandener Erstattungsanspruch nach § 31 Abs. 1 GmbHG nicht von Gesetzes wegen entfällt, wenn das Gesellschaftskapital zwischenzeitlich anderweit bis zur Höhe der Stammkapitalziffer nachhaltig wiederhergestellt ist.
Dieser gedankliche Ansatz des Berufungsgerichts ist bereits deshalb verfehlt, weil er nicht im Einklang mit der Senatsrechtsprechung steht: Danach setzt § 31 Abs. 1 GmbHG ausschließlich die Verletzung des § 30 Abs. 1 GmbHG voraus und ordnet generell die Erstattung der unter Verstoß gegen diese Kapitalerhaltungsvorschrift erbrachten Leistungen an; der einmal wegen Verstoßes gegen § 30 Abs. 1 GmbHG entstandene Erstattungsanspruch entfällt nach § 31 Abs. 1 GmbHG auch dann nicht von Gesetzes wegen, wenn das Gesellschaftskapital zwischenzeitlich anderweit bis zur Höhe der Stammkapitalziffer nachhaltig wiederhergestellt worden ist (BGHZ 144, 336 - Balsam/Procedo - unter Aufgabe von BGH, Urt. v. 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113).
Soweit der Senat - vom Berufungsgericht freilich nicht einmal ins Auge gefasst - in seinem Urteil vom 11. Mai 1987 (II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113, 1115 unter Hinweis auf ein obiter dictum in dem vorausgegangenen ersten Revisionsurteil des Senats vom 12. Dezember 1983 - II ZR 14/83, ZIP 1984, 170, 171) eine hiervon abweichende Meinung vertreten hat, ist diese durch die Aufgabe jener früheren Rechtsprechung mit der Entscheidung BGHZ 144, 336 überholt.
Nach der Rechtsprechung des Senats liegt sie vor, wenn der Gesellschafter die § 30 GmbHG zuwider erfolgte Leistung in Kenntnis ihrer Unzulässigkeit entgegengenommen hat (vgl. Sen.Urt. v. 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, WM 1987, 1040, 1041).
Dabei ist aufgrund einer den Anforderungen des § 42 GmbHG entsprechenden Bilanz zu fortgeführten Buchwerten festzustellen, ob eine Unterbilanz besteht (vgl. Sen.Urt. v. 11. Mai 1987 - II ZR 226/86, ZIP 1987, 1113, 1114; BGHZ 106, 7, 12).
Im Übrigen entfällt nach der Rechtsprechung des BGH (WM 1987, 1040 f) die Verpflichtung des Gesellschafters, der GmbH den zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Betrag zu leisten, sobald und soweit das angegriffene Gesellschaftskapital inzwischen wieder nachhaltig hergestellt ist.
BGH, 29.05.2000 - II ZR 347/97
Zur Frage des Eigenkapital ersetzenden Charakters eines Darlehens nach § 135 Nr. …
BGH, 29.05.2000 - II ZR 75/98
LG Mainz, 04.05.2000 - 8 T 304/99
Gemeinschaftliches Testament in der Form des § 2247 BGB
OLG Karlsruhe, 11.10.1990 - 9 U 137/88
OLG Hamburg, 08.02.1989 - 8 U 120/88
Buchwert in Jahresabschlüssen; Bewertung des Kapitalanteils
OLG Köln, 12.06.1990 - 3 U 147/89
Zulässigkeit einer gleichzeitigen Anmeldung von Regressansprüchen oder diesen …
OLG Köln, 12.06.1990 - 3 U 146/89
Zulässigkeit der Anmeldung von Regressansprüchen neben den Ansprüchen der …