Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20BN%2013.13
Timestamp: 2019-11-12 21:55:32
Document Index: 279931876

Matched Legal Cases: ['§ 47', '§ 47', '§ 144', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47']

BVerwG, 29.07.2013 - 4 BN 13.13 - dejure.org
https://dejure.org/2013,19718
BVerwG, 29.07.2013 - 4 BN 13.13 (https://dejure.org/2013,19718)
BVerwG, Entscheidung vom 29.07.2013 - 4 BN 13.13 (https://dejure.org/2013,19718)
BVerwG, Entscheidung vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 (https://dejure.org/2013,19718)
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Normenkontrolle eines Bebauungsplans; überspannte Anforderungen an die Prüfung der Antragsbefugnis (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO)
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.01.2012 - 10 D 4/11
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.11.2012 - 10 D 4/11
ZfBR 2014, 159
Deswegen vermag die im Laufe des Verfahrens fortschreitende Sachverhaltsaufklärung durch das Normenkontrollgericht die Antragsbefugnis eines Antragstellers nicht nachträglich in Frage zu stellen (…BVerwG, B. v. 10.7.2012 - 4 BN 16.12 - BauR 2012, 1771 f. = juris Rn. 3; B. v. 29.7.2013 - 4 BN 13.13 - ZfBR 2014, 159 f. = juris Rn. 4;… B. v. 2.3.2015 - 4 BN 30.14 - ZfBR 2015, 380 = juris Rn. 3 m. w. N.).
Die Funktion des Normenkontrollverfahrens als Verfahren der objektiven Rechtskontrolle darf durch eine Überspannung der Anforderungen des § 47 Abs. 2 VwGO nicht umgangen werden (BVerwG, B. v. 29.7.2013 a. a. O. juris Rn. 6 ff.).
Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Beschluss vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 - das Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Oberverwaltungsgericht zurückverwiesen.
Nach den gemäß § 144 Abs. 6 VwGO bindenden Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts im Beschluss vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 - ist der Antragsteller antragsbefugt (§ 47 Abs. 2 VwGO).
vgl. hierzu BVerwG, Beschlüsse vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 -, juris Rn. 4, und vom 8. Juni 2011 - 4 BN 42.10 -, juris Rn. 3 f. und 8 f.
Da die Begründetheitsprüfung bei einer Normenkontrolle nach § 47 VwGO auf eine umfassende objektive Rechtskontrolle ausgerichtet ist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 09.04.2008 - 4 CN 1.07 -BVerwGE 131, 100 = juris, Rn. 13; Beschluss vom 29.07.2013 - 4 BN 13.13 -, juris, Rn. 8), wäre auch nicht einzusehen, warum es dem Anerkennenden verwehrt sein sollte, Mängel des Bebauungsplans geltend zu machen, die seinerzeit für ihn als Bauherrn nicht relevant waren.
Andererseits muss es widerstreitendes Vorbringen des Antragsgegners, auf dessen Grundlage sich die maßgeblichen Tatsachenbehauptungen in der Antragsschrift als offensichtlich unrichtig erweisen, nicht ausblenden, sondern kann auf der Grundlage des wechselseitigen Schriftverkehrs darüber befinden, ob es einen abwägungserheblichen Belang des Antragstellers geben kann (…BVerwG, Beschlüsse vom 10. Juli 2012 - 4 BN 16.12 - UPR 2013, 31 Rn. 3 und vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 - ZfBR 2014, 159 Rn. 4).
Allerdings liegt ein Verfahrensfehler vor, wenn das Normenkontrollgericht die Anforderungen an die Geltendmachung einer Rechtsverletzung im Sinne von § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO überspannt und damit die prozessuale Bedeutung dieser Vorschrift verkennt (BVerwG, Beschlüsse vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 - BRS 81 Nr. 64 Rn. 6 …und vom 11. November 2015 - 4 BN 39.15 - ZfBR 2016, 156 Rn. 4).
Auch insoweit reicht es für seine Antragsbefugnis aus, dass er als mittelbar Betroffener Tatsachen vorträgt, die eine fehlerhafte Behandlung seiner Belange in der Abwägung als möglich erscheinen lassen (BVerwG, B.v. 29.7.2013 - 4 BN 13/13 - juris Rn. 4).
Eine fehlerhafte Behandlung dieses erheblichen privaten Belangs des Antragstellers zu 4 erscheint hier auch nicht offensichtlich und eindeutig nach jeder Betrachtungsweise ausgeschlossen (vgl. BVerwG, B.v. 29.7.2013 - 4 BN 13/13 - juris Rn. 4).
Ob die Abwägungsentscheidung des Antragsgegners hinsichtlich dieses Belangs im Ergebnis rechtlich zu beanstanden ist, ist nicht im Rahmen der Antragsbefugnis nach § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO, sondern erst bei der Begründetheitsprüfung des Normenkontrollantrags zu entscheiden (vgl. BVerwG, B.v. 29.7.2013 a.a.O.).
Andererseits muss das Gericht widerstreitendes Vorbringen des Antragsgegners, auf dessen Grundlage sich die maßgeblichen Tatsachenbehauptungen in der Antragsschrift als offensichtlich unrichtig erweisen, nicht ausblenden, sondern kann auf der Grundlage des wechselseitigen Schriftverkehrs darüber befinden, ob es einen abwägungserheblichen Belang des Antragstellers geben kann (zusammenfassend: BVerwG, Beschluss vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 - ZfBR 2014, 159 Rn. 4;… siehe auch Beschluss vom 10. Juli 2012 - 4 BN 16.12 - UPR 2013, 31 Rn. 3).
vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 29. Juli 2013 - 4 BN 13.13 -, juris Rn. 4, und vom 10. Juli 2012 - 4 BN 16.12 -, juris Rn. 3, sowie Urteil vom 16. Juni 2011 - 4 CN 1.10 -, DVBl. 2011, 1414 = juris Rn.12.
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.06.2018 - 10 D 68/16
Voraussetzungen für die Antragsbefugnis eines Kleingartenpächters auf Stellung …
VGH Bayern, 30.12.2015 - 1 NE 15.1881
Keine Berufung auf abwägungserheblichen privaten Belang