Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2088/87
Timestamp: 2019-08-22 01:53:57
Document Index: 270761551

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 42', '§ 42', '§ 42']

BFH, 06.03.1990 - II R 88/87 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1021
BFH, 06.03.1990 - II R 88/87 (https://dejure.org/1990,1021)
BFH, Entscheidung vom 06.03.1990 - II R 88/87 (https://dejure.org/1990,1021)
BFH, Entscheidung vom 06. März 1990 - II R 88/87 (https://dejure.org/1990,1021)
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AO 1977 § 42; GrEStG 1940/1983 § 1 Abs. 1 Nr. 1, § 5 Abs. 2
Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten - Gesellschaft bürgerlichen Rechts - Veräußerung von Gesellschaftsanteilen - Gesellschafterwechsel
§§ 1, 5 GrEStG 1940/1983
Grunderwerbsteuer; Veräußerung von Gesellschaftsanteilen einer grundbesitzenden GbR
BFHE 160, 57
BB 1990, 843
BStBl II 1990, 446
Missbräuchlich kann eine Gestaltung nur dann sein, wenn das Gesetz für das Erreichen eines bestimmten Ziels erkennbar eine andere Gestaltung als typisch voraussetzt und die Vermeidung dieser anderen Gestaltung der Steuerumgehung dient (vgl. BFH-Urteile vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446; vom 13. November 1991 II R 7/88, BFHE 166, 180, BStBl II 1992, 202).
Eine Rechtsgestaltung ist unangemessen, wenn verständige Parteien in Anbetracht des wirtschaftlichen Sachverhalts und der wirtschaftlichen Zielsetzung nicht in der gewählten Weise verfahren wären (vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
c) § 42 AO 1977 setzt eine am Gesetzeszweck vorbeizielende rechtliche Gestaltung voraus (BFH-Urteil vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
§ 42 AO 1977 bewirkt so die Besteuerung entsprechend dem Zweck des Steuergesetzes, wenn dessen tatbestandsmäßig mit einem anderen Rechtstyp beschriebener wirtschaftliche Zweck erreicht wird (BFH-Urteil vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
Die Vorschrift schließt nur aus, daß der Steuerpflichtige sich für steuerrechtliche Zwecke auf die von ihm gewählte Gestaltung beruft (…BFH-Urteile in BFH/NV 1994, 903; in BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446, und vom 14. Mai 1986 II R 22/84, BFHE 146, 480, BStBl II 1986, 620).
Voraussetzung ist vielmehr, daß verständige Parteien in Anbetracht des wirtschaftlichen Sachverhalts und der wirtschaftlichen Zielsetzung nicht in der von den Klägern gewählten Weise verfahren wären (vgl. BFH-Urteile vom 11. Februar 1972 III R 5/70, BFHE 105, 155, BStBl II 1972, 480; in BFHE 145, 351, BStBl II 1986, 217, und vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
Unangemessen ist aber nur eine rechtliche Gestaltung, die verständige Parteien in Anbetracht des wirtschaftlichen Sachverhalts und der wirtschaftlichen Zielsetzung nicht wählen würden (vgl. BFH-Urteil vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
Die Vorschrift bewirkt so die Besteuerung entsprechend dem Zweck des Steuergesetzes, wenn dessen tatbestandsmäßig mit einem anderen Rechtstyp beschriebener wirtschaftlicher Zweck erreicht wird (Urteil des BFH vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446, unter Bezugnahme auf das Urteil vom 14. Mai 1986 II R 22/84, BFHE 146, 480, BStBl II 1986, 620).
BFH, 17.06.1998 - II R 30/96
Grunderwerbssteuer bei Gesellschafterwechsel einer Immobilien-GbR
§ 42 AO 1977 bewirkt so die Besteuerung entsprechend dem Zweck des Steuergesetzes, wenn dessen tatbestandsmäßig mit einem anderen Rechtstyp beschriebener wirtschaftlicher Zweck erreicht wird (BFH-Urteil vom 6. März 1990 II R 88/87, BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446).
Die Vorschrift versagt es dem Steuerpflichtigen nur, sich bei der Anwendung des Steuergesetzes darauf zu berufen, daß die gewählte Gestaltung den gesetzlichen Tatbestand nicht erfülle, wenn die Besteuerungswürdigkeit entsprechend der im Steuergesetz umschriebenen typischen zivilrechtlichen Gestaltung gleichwohl bestehen bleibt (…vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 1994, 903; in BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446, und vom 14. Mai 1986 II R 22/84, BFHE 146, 480, BStBl II 1986, 620).
BFH, 09.03.1994 - II R 82/91
Sonstiges; Grunderwerbsteuer bei Übertragung von Anteilen an einer …
Hierfür kann - wie dargelegt - nicht maßgebend sein, ob bei Einhaltung der im Steuergesetz umschriebenen typischen zivilrechtlichen Gestaltung Nebenfolgen eintreten würden, sondern nur, ob das von den Parteien verfolgte Ziel auf dem von dem Steuergesetz vorgezeichneten zivilrechtlichen Weg hätte erreicht werden können oder ob dies, wie der Senat in den Urteilen in BFHE 160, 57, BStBl II 1990, 446, und in BFH/NV 1992, 410 für die dort zu beurteilenden Sachverhalte anerkannt hat, nicht möglich gewesen wäre, so daß die abweichende Gestaltung als angemessen zu beurteilen ist.
BFH, 01.06.1994 - II R 48/93
Grunderwerbsteuerpflichtigkeit der Übertragung sämtlicher Anteile an einer nur …
BFH, 06.03.1996 - II R 60/93
Grundsteuerveranlagung der notariellen Beurkundung eines Gesellschafterwechsels
BFH, 07.09.2006 - II B 34/05
Herausgabeverpflichtung des Treuhänders bei Beendigung eines …
BFH, 31.07.1991 - II R 157/88
Bestimmung der Grunderwerbsteuer bei Übernahme von Geschäftsanteilen durch eine …
BFH, 31.07.1991 - II R 79/88
Grunderwerbsteuerveranlagung nach der Übertragung von Teileigentum
BFH, 24.03.1993 - II B 191/91
Beiladung eines durch die Aufhebung oder Änderung eines Steuerbescheides …
OLG Düsseldorf, 28.10.1991 - 3 Wx 286/91
Geschäftswert eines Wohnungsbelegungsrechts
FG Rheinland-Pfalz, 03.04.1997 - 4 K 2471/95
Steuerliche Behandlung eines vollständigen Wechsels im Personenstand einer …