Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-diskriminierungsverbote-alter.html
Timestamp: 2020-05-31 13:53:09
Document Index: 318920734

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 41', '§ 3', 'EuG', '§ 6', '§ 15', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 15', 'EuG', '§ 622', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 622', 'EuG', '§ 622', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 622', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 14', 'EuG', 'EuG', '§ 41']

Urteile und Kommentare: Diskriminierungsverbote - Alter - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Al­ter
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Al­ter von 2005 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Al­ter.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2005, im Über­blick.
08.05.2018. Ei­ne Stel­len­aus­schrei­bung, die sich an Stu­di­en­ab­sol­ven­ten und zu­gleich an Stu­den­ten rich­tet, die kurz vor dem Stu­di­en­ab­schluss ste­hen, ist kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung äl­te­rer Be­wer­ber: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.11.2017, 8 AZR 372/16.
18/072 Weiterbeschäftigung nach Renteneintrittsalter
21.03.2018. Die be­fris­te­te Ver­län­ge­rung von Ar­beits­ver­trä­gen nach Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters ge­mäß § 41 Satz 3 Sechs­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB VI) ist rech­tens: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 28.02.2018, C-46/17 (John).
18/046 Keine Witwenrente bei zu großem Altersunterschied
21.02.2018. Al­ters­ab­stands­klau­seln kön­nen Hin­ter­blie­be­ne vom Ren­ten­be­zug aus­schlie­ßen, wenn sie mehr als 15 Jah­re jün­ger sind als ihr ver­stor­be­ner Ehe­part­ner: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.02.2018, 3 AZR 43/17.
17/207 Altersgrenze 60 für Geschäftsführer?
03.08.2017. Die al­ters­be­ding­te Kün­di­gung ei­nes 60-jäh­ri­gen GmbH-Ge­schäfts­füh­rers auf­grund ei­ner Son­der­kün­di­gungs­klau­sel ist rech­tens, wenn der Ge­schäfts­füh­rer ei­ne Be­triebs­ren­te er­hält: Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Ur­teil vom 19.06.2017, 8 U 18/17 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
05.07.2017. Die Al­ters­gren­ze von 65 Jah­ren für Pi­lo­ten im ge­werb­li­chen Luft­ver­kehr dient der Flug­si­cher­heit und greift nicht über­mä­ßig in die Rech­te be­trof­fe­ner Pi­lo­ten ein. Sie ist da­her rech­tens: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 05.07.2017, C-190/16 (Fries).
17/177 Sozialauswahl und Altersrente
04.07.2017. Ein Ar­beit­neh­mer mit An­spruch auf Re­gel­al­ters­ren­te ist bei der So­zi­al­aus­wahl im Hin­blick auf sein Al­ter we­ni­ger schutz­be­dürf­tig als jün­ge­re Ar­beit­neh­mer: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 27.04.2017, 2 AZR 67/16.
29.05.2017. Ist die weit­ge­hen­de Mög­lich­keit von Ver­trags­be­fris­tun­gen mit Ar­beit­neh­mern im Ren­ten­al­ter ge­mäß § 41 Satz 3 Sechs­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB VI) eu­ro­pa­recht­lich zu­läs­sig? Lan­des­ar­beits­ge­richt Bre­men, Be­schluss vom 23.11.2016, 3 Sa 78/16.
16/358 Diskriminierung und Eignung des Bewerbers
23.11.2016. Stel­len­be­wer­ber kön­nen auch dann im Sin­ne von § 3 Abs.1 und 2 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) rechts­wid­rig dis­kri­mi­niert wer­den, wenn sie für die Stel­le ob­jek­tiv nicht ge­eig­net sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.05.2016, 8 AZR 470/14.
16/336 EuGH: Das Verbot der Altersdiskriminierung gilt auch zwischen Privaten
31.10.2016. Lässt sich die al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­de Wir­kung ei­ner Vor­schrift des na­tio­na­len Rechts nicht durch richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung be­sei­ti­gen, darf die Vor­schrift nicht an­ge­wen­det wer­den: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 19.04.2016, C-441/14 (Dansk In­dus­tri).
16/209 Arbeitszeitverkürzung kann Diskriminierung wegen des Alters sein
01.07.2016. Ei­ne nur vom Le­bens­al­ter ab­hän­gi­ge Ver­kür­zung der Wo­chen­ar­beits­zeit ab 40 bzw. 50 Jah­ren bei vol­lem Lo­h­aus­gleich kann ei­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer dar­stel­len: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.10.2015, 8 AZR 168/14.
16/119 Altersgrenze 65 für Piloten
09.04.2016. Nach ei­ner eu­ro­päi­schen Ver­ord­nung dür­fen Be­rufs­pi­lo­ten ab 65 Jah­ren nicht mehr im nor­ma­len Flug­be­trieb ein­ge­setzt wer­den. Das ver­stößt viel­leicht ge­gen das Eu­ro­pa­recht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.01.2016, 5 AZR 263/15 (A).
16/003 Verlängerte Klagefrist bei Streit um Befristung
04.01.2016. Ei­ne Kla­ge auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung ver­län­gert die Drei­wo­chen­frist für ei­ne Ent­fris­tungs­kla­ge nicht im­mer ent­spre­chend § 6 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG): Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.06.2015, 7 AZR 541/13.
11.08.2015. Ar­beit­ge­ber dür­fen die Zu­sa­ge von Wit­wen­ren­ten in be­trieb­li­chen Ver­sor­gungs­ord­nun­gen nicht vom Al­ter des Ar­beit­neh­mers bei der Hoch­zeit ab­hän­gig ma­chen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 04.08.2015, 3 AZR 137/13 (Pres­se­mit­tei­lung).
31.07.2015. Kün­digt der Ar­beit­ge­ber, weil der Ar­beit­neh­mer Al­ters­ren­te be­an­tra­gen könn­te, ist die Kün­di­gung al­ters­dis­kri­mi­nie­rend und da­her un­wirk­sam - auch im Klein­be­trieb: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.07.2015, 6 AZR 457/14 (Pres­se­mit­tei­lung des BAG).
13.02.2015. We­der Ren­ten­be­rech­ti­gung noch Ren­ten­be­zug ei­nes zu­vor un­be­fris­tet be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mers sind sach­li­che Grün­de für ei­ne Be­fris­tung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.02.2015, 7 AZR 17/13.
14/357 Mehr Urlaubstage für ältere Arbeitnehmer
24.10.2014. Ge­währt der Ar­beit­ge­ber Ar­beit­neh­mern ab 58 Jah­ren zwei Ta­ge mehr Ur­laub, ist dies als Schutz­maß­nah­me zu­guns­ten äl­te­rer Ar­beit­neh­mer ge­recht­fer­tigt und da­her kei­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung: BAG, Ur­teil vom 21.10.2014, 9 AZR 956/12.
14/320 Altersdiskriminierung und Kündigungsfrist
18.09.2014. Die Ver­län­ge­rung der ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten je nach der Dau­er der Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit be­güns­tigt mit­tel­bar äl­te­re Ar­beit­neh­mer, ist aber kei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.09.2014, 6 AZR 636/13.
18.08.2014. Die Über­lei­tung der Be­sol­dung vom Be­sol­dungs­dienst­al­ter (BDA) zur Er­fah­rungs­zeit ze­men­tiert die al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­de Be­zah­lung bei Be­stands­be­am­ten, ist aber rech­tens. Ei­ne An­glei­chung nach oben kön­nen jün­ge­re Be­am­te nicht ver­lan­gen: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 19.06.2014, C-501/12 (Specht u.a.).
14/279 Stellenausschreibung für Berufsanfänger
08.08.2014. Trotz ge­ziel­ter Su­che nach ei­nem "Be­rufs­an­fän­ger" bzw. An­walt "mit kür­ze­rer Be­rufs­er­fah­rung" schei­tert 60jähriger An­walt nach er­folg­lo­ser Be­wer­bung mit sei­ner Ent­schä­di­gungs­kla­ge: Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm, Ur­teil vom 25.07.2014, 10 Sa 503/14.
14/243 Altersdiskriminierung eines Krankenhausarztes
10.07.2014. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) schützt Ar­beit­neh­mer u.a. vor Dis­kri­mi­nie­run­gen we­gen des Al­ters. Bei der Zu­wei­sung von Ar­beits­auf­ga­ben darf der Ar­beit­ge­ber da­her jun­gen oder ren­ten­na­hen Ar­beit­neh­mern nicht al­lein we­gen ih­res Al­ters ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­ben vor­ent­hal­ten. Ver­stößt der Ar­beit­ge­ber ge­gen die­se ge­setz­li­che Pflicht, steht dem Ar­beit­neh­mer ge­mäß § 15 Abs.2 AGG ei­ne Gel­dent­schä­di­gung zu. Die­ser An­spruch be­steht nor­ma­ler­wei­se ge­gen­über dem Ar­beit­ge­ber, aus­nahms­wei­se aber auch ge­gen­über ei­ner an­de­ren wei­sungs­be­rech­tig­ten Per­son: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 04.07.2014, 10 Sa 101/14.
14/153 AGG-Entschädigungsklage kann Rechtsmissbrauch sein
29.04.2014. Im­mer wie­der be­schäf­ti­gen ei­ni­ge pro­mi­nen­te AGG-Hop­per die Ar­beits­ge­rich­te. An­lass sind miss­bräuch­li­che Ent­schä­di­gungs­kla­gen, die dar­auf ge­stützt wer­den, dass der Klä­ger an­geb­lich bei der Be­wer­bung vom ver­klag­ten Ar­beit­ge­ber dis­kri­mi­niert wur­de. Wer sich aber nur des­halb auf ei­ne Stel­len­aus­schrei­bung hin be­wirbt, um ei­ne Ab­sa­ge zu er­hal­ten und den Ar­beit­ge­ber dann auf Gel­dent­schä­di­gung ver­kla­gen zu kön­nen, be­wirbt sich nicht "ernst­haft" und wird da­her nicht dis­kri­mi­niert. Da­her hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ei­ne ziem­lich ab­we­gi­ge Hop­ping-Kla­ge ab­ge­wie­sen: LAG Ham­burg, Ur­teil vom 19.02.2014, 3 Sa 39/13.
14/097 Betriebsrente und Altersdiskriminierung
23.03.2014. Höchst­al­ters­gren­zen bei der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung schlie­ßen "zu al­te" Ar­beit­neh­mer aus und stel­len da­her mög­li­cher­wei­se ei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung dar. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) klar­ge­stellt, dass ei­ne Al­ters­gren­ze von 45 Jah­ren un­ver­hält­nis­mä­ßig und da­her ei­ne un­zu­läs­si­ge Dis­kri­mi­nie­rung ist: BAG, Ur­teil vom 18.03.2014, 3 AZR 69/12 (BAG-Pres­se­mel­dung).
14/059 Altersdiskriminierung durch Suche nach Berufseinsteigern
20.02.2014. Ar­beit­ge­ber su­chen oft "Be­rufs­ein­stei­ger", um sie in ih­rem Un­ter­neh­men wei­ter aus­zu­bil­den. Das ist ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Be­wer­bern we­gen ih­res Al­ters. Wer sich mit 60 Jah­ren auf ei­ne sol­che Stel­le be­wirbt, soll­te al­ler­dings im Be­wer­bungs­schrei­ben er­klä­ren, war­um er sich noch be­ruf­lich ver­än­dern möch­te: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 31.10.2013, 21 Sa 1380/13.
14/037 Haftung für Diskriminierung bei Bewerbung
30.01.2014. In ei­nem letz­te Wo­che er­gan­ge­nen Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass nur der po­ten­ti­el­le Ar­beit­ge­ber, nicht aber ein Stel­len­ver­mitt­ler auf Ent­schä­di­gung we­gen ei­ner Be­wer­ber­dis­kri­mi­nie­rung haf­ten: BAG, Ur­teil vom 23.01.2014, 8 AZR 118/13.
14/024 Tarifliche Unkündbarkeit und Altersdiskriminierung
17.01.2014. Vie­le Ar­beit­neh­mer sind auf­grund ei­nes Ta­rif­ver­trags or­dent­lich un­künd­bar, wenn sie ein be­stimm­tes Le­bens­al­ter er­reicht ha­ben und ei­ne be­stimm­te Min­dest­zeit im Be­trieb be­schäf­tigt sind. Sol­che ta­rif­li­chen Un­künd­bar­keits­re­ge­lun­gen hel­fen vor al­lem bei be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gungs­wel­len, da die un­künd­ba­ren Ar­beit­neh­mer dann von vorn­her­ein vor ei­ner or­dent­li­chen be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gung si­cher sind. Die­se Si­cher­heit be­steht aber auf­grund des Ver­bots der al­ters­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung dann nicht, wenn ei­ne So­zi­al­aus­wahl zwi­schen dem Un­künd­ba­ren und ver­gleich­ba­ren "nor­ma­len" Ar­beit­neh­mern grob feh­ler­haft wä­re: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.06.2013, 2 AZR 295/12.
16.01.2014. Mit ei­nem Ur­teil vom gest­ri­gen Ta­ge hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) die Aus­wir­kun­gen des eu­ro­päi­schen Ar­beits­rechts, d.h. der Richt­li­ni­en und der Grund­rech­te­char­ta, auf das Ar­beits­recht der EU-Mit­glieds­staa­ten be­grenzt. An­lass für das Ur­teil des Ge­richts­hofs war ein fran­zö­si­scher Streit­fall, in dem es um die Er­rich­tung ei­ner be­trieb­li­chen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung in ei­nem ge­mein­nüt­zi­gen Ver­ein ging. Die­se ist nach fran­zö­si­schem Ar­beits­recht aus­ge­schlos­sen, wä­re aber nach der Richt­li­nie 2002/14/EG zu er­rich­ten. An die Richt­li­nie ist der Ver­ein aber im Ver­hält­nis zu sei­nen Ar­beit­neh­mern nicht ge­bun­den, auch wenn das fran­zö­si­sche Ge­set­zes­recht die Richt­li­nie nicht aus­rei­chend um­setzt: EuGH, Ur­teil vom 15.01.2014, C-176/12 (AMS).
13/355 Besoldungsdienstalter und Altersdiskriminierung
29.11.2013. Durch die her­kömm­li­chen Be­sol­dungs­dienst­al­ters­stu­fen (BDAs) wer­den jün­ge­re Be­am­te fi­nan­zi­ell schlech­ter ge­stellt als äl­te­re Be­am­te der­sel­ben Be­sol­dungs­grup­pe mit ei­ner ver­gleich­bar lan­gen Be­rufs­er­fah­rung. Es spricht viel da­für, dass die­se Un­ter­schie­de bei der Be­zah­lung ei­ne eu­ro­pa­recht­lich un­zu­läs­si­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters dar­stel­len. In die­sem Sin­ne hat sich ges­tern der Ge­ne­ral­an­walt Yves Bot in ei­nem beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) an­hän­gi­gen Ver­fah­ren ge­äu­ßert, das sechs Ber­li­ner Be­am­te und zwei Bun­des­be­am­te be­trifft: Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts beim EuGH Yves Bot vom 28.11.2013, Rs. C-506/11 u.a. (Specht u.a.).
13/334 Höchstaltersgrenze für Betriebsrente
14.11.2013. In be­trieb­li­chen Ver­sor­gungs­ord­nun­gen fin­den sich oft Al­ters­gren­zen, de­nen zu­fol­ge Ar­beit­neh­mer, die z.B. erst mit 50 oder 55 Jah­ren in den Be­trieb ein­ge­tre­ten sind, kei­ne An­wart­schaft auf ei­ne Be­triebs­ren­te mehr er­wer­ben kön­nen. Nach ei­ner vor­ges­tern er­gan­ge­nen Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) liegt bei ei­ner Al­ters­höchst­gren­ze von 50 Jah­ren kei­ne un­zu­läs­si­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung vor: BAG, Ur­teil vom 12.11.2013, 3 AZR 356/12.
13/314 Altersdiskriminierung beim Übergang in den Ruhestand
31.10.2013. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) nimmt den Wunsch ren­ten­na­her Ar­beit­neh­mer, noch ei­ni­ge Jah­re wei­ter er­werbs­tä­tig zu sein, sehr ernst. Wenn der Ar­beit­ge­ber oder der Staat ent­las­se­ne Ar­beit­neh­mer mit Über­gangs­re­ge­lun­gen bei der Su­che nach ei­ner neu­en Ar­beits­stel­le un­ter­stützt, dür­fen ren­ten­na­he Ar­beit­neh­mer da­von nicht aus­ge­nom­men wer­den, da sonst ei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung vor­liegt. Die­se Li­nie hat der Ge­richts­hof in ei­ner Ent­schei­dung vom Sep­tem­ber 2013 be­stä­tigt: EuGH, Ur­teil vom 26.09.2013, Rechts­sa­che C-546/11 (Dansk Ju­rist).
13/295 Spätehenklauseln in der betrieblichen Altersversorgung
16.10.2013. Mit ei­nem Ur­teil vom gest­ri­gen Ta­ge hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) sei­ne Recht­spre­chung be­stä­tigt, der zu­fol­ge Spät­ehen­klau­seln rech­tens sind, d.h. Klau­seln, de­nen zu­fol­ge sol­che Ehe­part­ner von Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten aus­ge­schlos­sen wer­den, die den ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­mer erst nach des­sen Be­ren­tung ("spät") ge­hei­ra­tet ha­ben: BAG, Ur­teil vom 15.10.2013, 3 AZR 294/11.
13/279 Altersdiskriminierung bei der betrieblichen Altersvorsorge
30.09.2013. Er­hal­ten Ar­beit­neh­mer Lohn­er­hö­hun­gen al­lein we­gen ih­res hö­he­ren Le­bens­al­ters, stellt dies ein ver­bo­te­ne al­ters­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­run­gen jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer dar, denn die Jün­ge­ren wer­den oh­ne sach­li­chen Grund bei der Be­zah­lung schlech­ter ge­stellt. Aber gilt das auch für al­ters­ab­hän­gi­ge Staf­fe­lun­gen der Bei­trä­ge zu ei­nem vom Ar­beit­ge­ber frei­wil­lig an­ge­bo­te­nen Be­triebs­ren­ten­sys­tem? Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) meint ja: EuGH, Ur­teil vom 26.09.2013, C-476/11 (HK Dan­mark).
13/017 Stellenausschreibung für "Hochschulabsolventen / Young Professionals" diskriminiert ältere Bewerber
24.01.2013. In ei­nem heu­te ent­schie­de­nen Fall hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) klar­ge­stellt, dass ei­ne Stel­len­aus­schrei­bung, die sich ge­zielt an "Hoch­schul­ab­sol­ven­ten / Young Pro­fes­sio­nals" rich­tet, nicht dis­kri­mi­nie­rungs­frei ist. Sie lässt da­her ei­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung äl­te­rer Be­wer­ber ver­mu­ten. Die­se Ver­mu­tung muss der Ar­beit­ge­ber da­her wi­der­le­gen: BAG, Ur­teil vom 24.01.2013, 8 AZR 429/11.
04.10.2012. Ta­rif­ver­trä­ge, de­nen zu­fol­ge Ar­beits­ver­hält­nis­se oh­ne Kün­di­gung mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters en­den, kön­nen von den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern als ei­ne "Zwangs­pen­sio­nie­rung" emp­fun­den wer­den, falls sie trotz ih­res Al­ters ger­ne wei­ter ar­bei­ten möch­ten. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat hier­zu ent­schie­den, dass ta­rif­li­che Zwangs­pen­sio­nie­rungs­re­ge­lun­gen selbst dann kei­ne recht­lich ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters sind, wenn der Ar­beit­neh­mer durch sie nur ei­ne ge­rin­ge­re Ren­te be­an­spru­chen kann, EuGH, Ur­teil vom 05.07.2012, C-141/11 (Hörn­feldt).
24.08.2012. Mit ei­ner Ent­schei­dung vom gest­ri­gen Ta­ge hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die Rech­te ab­ge­lehn­ter Stel­len­be­wer­ber deut­lich ge­stärkt. Bis­lang blie­ben Dis­kri­mi­nie­run­gen bei Be­wer­bungs­ver­fah­ren meist fol­gen­los, wenn der Ar­beit­ge­ber letzt­lich nie­man­den ein­ge­stellt hat. Der Ver­zicht auf ei­ne Ein­stel­lung ge­nügt aber künf­tig nicht, um den Ent­schä­di­gungs­an­spruch ge­mäß § 15 Abs.2 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) trotz ei­ner dis­kri­mi­nie­ren­den Stel­len­aus­schrei­bung ge­ne­rell aus­zu­schlie­ßen: BAG, Ur­teil vom 23.08.2012, 8 AZR 285/11.
24.04.2012. Ein Ge­schäfts­füh­rer kann auf Grund­la­ge des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) Scha­dens­er­satz und ei­ne Ent­schä­di­gung we­gen Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung ver­lan­gen, wenn sein Ver­trag we­gen sei­nes fort­ge­schrit­te­nen Al­ters nicht ver­län­gert wird: Bun­des­ge­richts­hof, Ur­teil vom 23.04.2012, II ZR 163/10.
11.01.2012. Die un­ter­schied­lich ho­he Be­zah­lung ent­spre­chend dem Le­bens­al­ter auf der Grund­la­ge des Bun­des­an­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­trags (BAT) ist ei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung. Sie muss be­sei­tigt wer­den, in­dem al­le Ar­beit­neh­mer nach der höchs­ten Le­bens­al­ters­stu­fe be­zahlt wer­den ("An­glei­chung nach oben"). Für die Bun­des­län­der Ber­lin und Hes­sen, die den BAT län­ger als an­ders­wo an­ge­wandt ha­ben, wird das teu­er: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 10.11.2011, 6 AZR 148/09 und Ur­teil vom 10.11.201, 6 AZR 481/09.
11/254 Sozialauswahl und Altersdiskriminierung
20.12.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hält an sei­ner Recht­spre­chung fest, dass ei­ne So­zi­al­aus­wahl mit Al­ters­grup­pen­bil­dung kei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer we­gen ih­res Al­ters dar­stellt: BAG, Ur­teil vom 15.12.2011, 2 AZR 42/10.
11/212 Altersgrenze bei der Polizei: Beim SEK ist mit 42 Jahren Schluss
01.11.2011. Ber­li­ner Po­li­zis­ten, die im Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­do (SEK) ein­ge­setzt wer­den, wer­den mit Er­rei­chen ei­ner bei 42 Jah­ren lie­gen­den Al­ters­gren­ze wie­der in den nor­ma­len Po­li­zei­dienst ver­setzt. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat ent­schie­den, dass die­se Höchst­al­ters­gren­ze kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters ist (Ur­teil vom 18.08.2011, OVG 4 B 20.10).
11/181 Europarecht und Urlaubsanspruch: Urlaubsanspruch darf nicht von Mindestarbeitszeit abhängen
16.09.2011. Es ist mit den Vor­ga­ben des Eu­ro­pa­rechts nicht ver­ein­bar, wenn der Ur­laubs­an­spruch von Ar­beit­neh­mern erst nach ei­ner ge­leis­te­ten Min­dest­ar­beits­zeit von zehn Ta­gen ent­steht - so aber das (eu­ro­pa­rechts­wid­ri­ge) fran­zö­si­sche Ar­beits­recht. Ha­ben Ar­beit­neh­mer al­ler­dings in ei­nem EU-Land wie hier in Frank­reich kei­nen Ur­laubs­an­spruch, wenn sie nicht min­des­tens zehn Ta­ge im Jahr ge­ar­bei­tet ha­ben, führt die­ser Ver­stoß ge­gen die An­for­de­run­gen des Eu­ro­pa­rechts nicht da­zu, dass die Ge­rich­te der Mit­glieds­staa­ten das in ih­rem Land gel­ten­de Ge­set­zes­recht au­ßer Kraft set­zen könn­ten: Schluss­an­trä­ge der Ge­ne­ral­an­wäl­tin beim EuGH Trs­ten­jak vom 08.09.2011, C-282/10 - Do­m­in­guez.
11/147 LAG Berlin: Keine Diskriminierung durch Verstoß gegen Tarifvertrag bei Beförderung
01.08.2011. Ver­stößt der Ar­beit­ge­ber bei ei­ner Be­för­de­rungs­aus­schrei­bung ge­gen ei­ne Ta­rif­re­ge­lung und lässt auch Be­wer­ber zu, die die ta­rif­li­chen Be­för­de­rungs­vor­aus­set­zun­gen nicht er­fül­len, in­di­ziert das al­lein noch kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung z.B. we­gen des Al­ters, wenn die ta­rif­li­chen Be­för­de­rungs­re­geln nicht spe­zi­ell dem Ab­bau von Dis­kri­mi­nie­run­gen die­nen. Sol­len ta­rif­li­che Be­för­de­rungs­vor­aus­set­zun­gen al­lein ei­ne aus­rei­chen­de Be­rufs­er­fah­rung ge­währ­leis­ten, kann der Ar­beit­ge­ber auch Be­wer­ber be­för­dern, die die Ta­rif­vor­aus­set­zun­gen nicht er­fül­len: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 18.02.2011, 13 Sa 2049/10.
11/132 Keine Diskriminierung bei Onlinebewerbung durch Abfrage von Geschlecht und Geburtsdatum
11.07.2011. Be­wer­ber dür­fen bei Stel­len­aus­schrei­bun­gen nicht we­gen ih­res Al­ters oder ih­res Ge­schlechts dis­kri­mi­niert wer­den. Ver­lan­gen ab­ge­lehn­te Be­wer­ber ei­ne Ent­schä­di­gung, müs­sen sie nicht die Dis­kri­mi­nie­rung selbst be­wei­sen, son­dern nur In­di­zi­en, die ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung ver­mu­ten las­sen. Die Ab­fra­ge des Ge­schlechts für die kor­rek­te An­re­de (Herr/Frau) und des Ge­burts­da­tums in ei­nem On­line-Be­wer­bungs-For­mu­lar sind aber noch kei­ne Dis­kri­mi­nie­rungs­in­di­zi­en: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 15.12.2010, 26 Ca 260/10.
11/128 Diskriminierung wegen Alters: Kein Vertrauensschutz in diskriminierende Regelung (§ 622 Abs.2 Satz 2 BGB)
05.07.2011.Für Kün­di­gun­gen, die der Ar­beit­ge­ber nach dem 02.12.2006 aus­spricht, zählt je­des Be­schäf­ti­gungs­jahr des ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mers für die Ver­län­ge­rung der ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten und nicht erst die Be­schäf­ti­gungs­jah­re ab Al­ter 25: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.09.2010, 2 AZR 714/08.
11/087 Abfindung: Diskriminierung durch Staffelung nach Altersgruppen?
05.05.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat ent­schie­den, dass ei­ne so­wohl an­hand von Le­bens­al­ter als auch Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit be­rech­ne­te Ab­fin­dungs­zah­lung bei ei­ner Al­ters­staf­fe­lung pro Le­bens­jahr­zehnt kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen Al­ters ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12.04.2011, 1 AZR 764/09.
11/082 Gesetzliche Altersgrenze für Beamte ist keine Diskriminierung
28.04.2011.Be­am­ten­ge­set­ze ent­hal­ten Re­ge­lun­gen, de­nen zu­fol­ge der ak­ti­ve Dienst en­det, wenn der Be­am­te ein be­stimm­tes Al­ters er­reicht. Sol­che Zwangs­pen­sio­nie­run­gen sind schon dann kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung und da­mit rech­tens, wenn sie mit sehr all­ge­mei­ner Zie­len wie der "För­de­rung des Ar­beits­mark­tes" und ei­ner "aus­ge­wo­ge­nen Al­ters­struk­tur" be­grün­det wer­den: Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 25.02.2011, 2 A 11201/10.
11/072 EuGH: Altersgrenze 68 bei Professoren rechtens
12.04.2011.Nach ei­nem Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) ver­stößt die Zwangs­ver­ren­tung von Pro­fes­so­ren mit 68 Jah­ren nicht ge­gen das eu­ro­pa­recht­li­che Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters. Zu­läs­sig sind auch auf ein Jahr be­fris­te­te Zeit­ver­trä­ge mit Pro­fes­so­ren ab 65 Jah­ren: EuGH, Ur­teil vom 18.11.2010, C-250/09 und C-268/09 (Ge­or­giev).
11/066 Tarifliche Rentenaltersklausel in der Regel zulässig
04.04.2011. In Ta­rif­ver­trä­gen kön­nen Re­ge­lun­gen ent­hal­ten sein, laut de­nen Ar­beits­ver­hält­nis­se au­to­ma­tisch en­den, wenn der Ar­beit­neh­mer das Ren­ten­al­ter er­reicht hat. Nach der jün­ge­ren Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­ho­fes sind sol­che Re­ge­lun­gen eu­ro­pa­recht­lich un­be­denk­lich. Das Ar­beits­ge­richt Ham­burg hat je­doch in zwei Ent­schei­dun­gen im­mer noch gut be­grün­de­te Be­den­ken ge­äu­ßert. Ei­ne die­ser bei­den Ent­schei­dun­gen wur­de nun vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg über­prüft: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 22.02.2011, 4 Sa 76/10.
11/004 Auch rentennahe Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Abfindungszahlung
06.01.2011. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hofs (EuGH) hat in ei­nem ak­tu­el­len, aus Dä­ne­mark stam­men­den Vor­la­ge­fall ent­schie­den, dass der all­ge­mei­ne Aus­schluss „ren­ten­na­her“ Ar­beit­neh­mer von Ab­fin­dun­gen bei be­triebs­be­ding­ten Ent­las­sun­gen ei­ne recht­lich un­zu­läs­si­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters dar­stellt: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 12.10.2010, C-499/08 (In­ge­niør­fo­re­nin­gen i Dan­mark ./. Re­gi­on Syddan­mark).
10/247 Längerer tariflicher Urlaub für 30jährige als für 19jährige ist diskriminierend
17.12.2010. Seit In­kraft­tre­ten des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) im Jah­re 2006 ste­hen al­ters­be­ding­te Un­gleich­be­hand­lun­gen von Ar­beit­neh­mern zu­neh­mend in der Kri­tik, d.h. in dem Ver­dacht, dass es sich bei ih­nen um ei­ne un­zu­läs­si­ge al­ters­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung han­delt. Se­hen Ta­rif­ver­trä­ge z.B. ei­ne bes­se­re Be­zah­lung oder mehr Ur­laubs­ta­ge für äl­te­re Ar­beit­neh­mer vor, braucht es stich­hal­ti­ge Sach­grün­de, um ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung aus­zu­schlie­ßen. Das Ar­beits­ge­richt We­sel hat­te kürz­lich zu ent­schei­den, ob der vom Al­ter ab­hän­gi­ge Mehr­ur­laub ge­mäß dem Man­tel­ta­rif­ver­trag für den Ein­zel­han­del in NRW sach­lich ge­recht­fer­tigt oder dis­kri­mi­nie­rend ist: Ar­beits­ge­richt We­sel, Ur­teil vom 11.08.2010, 6 Ca 736/10.
10/184 Altersgrenze für Flugbegleiter
21.09.2010. Ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen, die vor­se­hen, dass ein Ar­beits­ver­hält­nis au­to­ma­tisch en­det, wenn ei­ne be­stimm­te (Ren­ten-) Al­ters­gren­ze er­reicht wird, kann man sa­lopp als "Zwangs­pen­sio­nie­run­gen" be­zeich­nen. An­ge­sichts neu­er Stu­di­en und ei­ner noch nicht völ­lig ge­klär­ten Rechts­la­ge soll­ten Ar­beit­neh­mer, die wei­ter ar­bei­ten möch­ten, nicht ein­fach auf­ge­ben, son­dern um ih­ren Ar­beits­platz kämp­fen. Je­den­falls Flug­be­glei­ter/in­nen ha­ben da­bei vor Ge­richt gu­te Chan­cen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.06.2010, 7 AZR 1021/08.
10/178 Mangold-Urteil ist nicht verfassungswidrig
13.09.2010. Das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz sieht die Mög­lich­keit vor, Ar­beits­ver­hält­nis­se von Ar­beit­neh­mern im vor­ge­rück­ten Al­ter oh­ne Sach­grund zu be­fris­ten. Im Zu­ge der Schrö­der­schen Ar­beits­markt­re­form wur­de aus dem "vor­ge­rück­ten Al­ter" das 52. Le­bens­jahr. Die­se so­ge­nann­te "52er-Re­ge­lung" hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) für eu­ro­pa­rechts­wid­rig und un­an­wend­bar er­klärt. Dem EuGH wur­de des­we­gen vor­ge­wor­fen, sei­ne Kom­pe­ten­zen über­schrit­ten zu ha­ben. Kürz­lich hat­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Ge­le­gen­heit, ihm Rü­cken­de­ckung zu ge­ben: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Be­schluss vom 06.07.2010, 2 BvR 2661/06.
10/166 AGG-Ausschlussfrist wohl weitgehend europarechtskonform
26.08.2010. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz setzt ei­ne EU-Richt­li­nie um und soll un­ter an­de­rem bei Be­wer­bun­gen Be­nach­tei­li­gun­gen we­gen Al­ters, der Her­kunft oder ei­ner Be­hin­de­rung ver­hin­dern oder zu­min­dest be­sei­ti­gen. Vor­ge­se­hen ist da­her ein Scha­dens­er­satz­an­spruch, der al­ler­dings in­ner­halb ei­ner sehr en­gen Frist gel­tend ge­macht wer­den muss. Über die Ver­ein­bar­keit der Frist mit der Richt­li­nie wird ge­strit­ten. Von ei­ner kürz­lich er­gan­ge­nen Ent­schei­dung des EuGH er­hoff­ten sich Ar­beits­recht­ler Klä­rung: EuGH, Ur­teil vom 08.07.2010, Rs. C-246/09
10/114 Ausschluss rentennaher Arbeitnehmer von Abfindung
15.06.2010. Die Ge­ne­ral­an­wäl­tin Ju­lia­ne Ko­kott hat in ih­ren Schluss­an­trä­gen zum Aus­druck ge­bracht, dass der Aus­schluss ren­ten­na­her Ar­beit­neh­mer von Ab­fin­dun­gen eu­ro­pa­rechts­wid­rig ist. Schluss­an­trä­ge der Ge­ne­ral­an­wäl­tin J. Ko­kott vom 06.05.2010, Rs. C-499/08 (In­ge­niør­fo­re­nin­gen i Dan­mark ./. Re­gi­on Syddan­mark).
10/086 Altersgruppenbildung bei Sozialauswahl europarechtswidrig?
05.05.2010. Das Ar­beits­ge­richt (ArbG) Sieg­burg hat dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof die Fra­ge vor­ge­legt, ob die Al­ters­grup­pen­bil­dung bei der So­zi­al­aus­wahl mit der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Be­schäf­ti­gung und Be­ruf ver­ein­bar ist oder ei­ne un­zu­läs­si­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt. ArbG Sieg­burg, Be­schluss vom 27.01.2010, 2 Ca 2144/09.
10/072 Altersgrenze für Tätigkeit von Ärzten
15.04.2010. Mit der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung stellt der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) klar, dass die al­ters­be­dingt nach­las­sen­de Leis­tungs­fä­hig­keit von Zahn­ärz­ten und die dar­aus re­sul­tie­ren­de Ge­fähr­dung der All­ge­mein­heit die zwangs­wei­se Be­en­di­gung ih­rer Be­rufs­tä­tig­keit nur dann recht­fer­ti­gen kann, wenn sie ge­gen­über al­len Be­rufs­an­ge­hö­ri­gen in glei­cher Wei­se um­ge­setzt wird. EuGH, Ur­teil vom 12.01.2010, C-341/08 (Pe­ter­sen gg. Be­ru­fungs­aus­schuss für Zahn­ärz­te).
10/058 Höchstalter für die Einstellung bei der Feuerwehr
24.03.2010. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat ent­schie­den, dass ei­ne Höchst­al­ters­gren­ze von 31 Jah­ren für die Ein­stel­lung bei der Feu­er­wehr in Hes­sen eu­ro­pa­rechts­kon­form ist. EuGH, Ur­teil vom 13.01.2010, C-229/08 (Co­lin Wolf gg. Stadt Frank­furt am Main)
10/018 Diskriminierung jüngerer Arbeitnehmer
27.01.2010. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat zu der Streit­fra­ge Stel­lung ge­nom­men, wie Ar­beits­ge­rich­te mit ei­ner Ge­set­zes­re­ge­lung ver­fah­ren müs­sen, der zu­fol­ge für die Be­mes­sung der Kün­di­gungs­fris­ten Be­schäf­ti­gungs­zei­ten vor Voll­endung des 25. Le­bens­jah­res nicht be­rück­sich­tigt wer­den. Ei­ne sol­che Be­stim­mung ist in § 622 Abs. 2 Satz 2 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) ent­hal­ten. Sie ver­stößt nach über­wie­gen­der An­sicht ge­gen die Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Be­schäf­ti­gung und Be­ruf. Ein sol­cher Richt­li­ni­en­ver­stoß führt aber nicht da­zu, dass ei­ne Ge­set­zes­be­stim­mung un­wirk­sam ist und die Ar­beits­ge­rich­te sie "un­an­ge­wen­det" las­sen müs­sen. Da­zu braucht es stär­ke­re Grün­de. Sol­che Grün­de hat der EuGH in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil an­ge­nom­men und die deut­schen Ar­beits­ge­rich­te da­mit auf­ge­for­dert, § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB nicht mehr an­zu­wen­den: EuGH, Ur­teil vom 19.01.2010, Rs. C-555/07 (Kü­cük­de­ve­ci gg. Swe­dex).
09/186 Höchstalter von 30 bei Einstellung von Feuerwehrleuten
12.10.2009. In sei­nen Schluss­an­trä­gen hat der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) Yves Bot ein Ein­stel­lungs­höchst­al­ter von 30 Jah­ren bei Be­wer­bern um ei­nen Aus­bil­dungs­platz bei der Feu­er­wehr für den mitt­le­ren feu­er­wehr­tech­ni­schen Dienst für zu­läs­sig er­klärt. Auf­grund der ex­trem ho­hen kör­per­li­chen An­for­de­run­gen sah der Ge­ne­ral­an­walt die Un­gleich­be­hand­lung auf­grund des Al­ters als ge­recht­fer­tigt an: Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts Yves Bot vom 03.09.2009, Rs. C-229/08 (Co­lin Wolf).
28.08.2009. Ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Köln zu­fol­ge stellt es ei­ne sach­lich nicht ge­recht­fer­tig­te Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters bzw. ei­ne un­zu­läs­si­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung dar, wenn ei­ne Uni­ver­si­tät Qua­li­fi­ka­ti­ons­stel­len nur bis zu ei­nem be­stimm­ten Höchst­al­ter an Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler (hier: 40 Jah­re für Ha­bi­li­ta­ti­ons­stel­le) ver­gibt: LAG Köln, Ur­teil vom 12.02.2009, 7 Sa 1132/08.
09/118 Ist die Zwangspensionierung von Piloten mit 60 Jahren doch europarechtswidrig?
08.07.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat of­fen­bar Zwei­fel, ob ei­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung, nach der das Ar­beits­ver­hält­nis von Pi­lo­ten bei Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res au­to­ma­tisch en­det, mit dem Eu­ro­pa­recht und dem dar­auf zu­rück­ge­hen­den All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­ein­bar ist. Es hat die­se Fra­ge des­halb dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) vor­ge­legt: BAG, Be­schluss vom 17.06.2009, 7 AZR 112/08 (A).
04.06.2009. Nach­dem der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) in den letz­ten Jah­ren mehr­fach zu dem The­ma der Zwangs­pen­sio­nie­rung Stel­lung neh­men muss­te und da­bei in kaum ei­nem Fall ernst­haf­te recht­li­che Be­den­ken äu­ßer­te, hat das Ar­beits­ge­richt Ham­burg in ei­ner um­strit­te­nen Ent­schei­dung vom Ja­nu­ar 2009 dem EuGH noch­mals die Fra­ge vor­ge­legt, ob die in Ta­rif- und Ar­beits­er­trä­gen oft vor­ge­se­he­ne au­to­ma­ti­sche Be­en­di­gung von Ar­beits­ver­hält­nis­sen mit dem Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters eu­ro­pa­recht­lich zu­läs­sig ist: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Be­schluss vom 20.01.2009, 21 Ca 235/08.
09/035 Sozialpläne dürfen niedrigere Abfindungen für rentennahe Arbeitnehmer vorsehen.
08/134 Diskriminierung: Abfindungskürzung für Arbeitnehmer im rentennahen Alter
08/110 Keine Altersgrenzen für Einstellung in den Justizvollzugsdienst als Angestellter
27.10.2008. Will der Staat ei­nen Be­wer­ber für ei­ne Ar­beit­neh­mer­po­si­ti­on im Jus­tiz­voll­zugs­dienst un­ter An­wen­dung ei­nes Ein­stel­lungs­höchst­al­ters (25 bzw. 27 Jah­re) nicht ein­stel­len, liegt ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Be­wer­bern we­gen ih­res Al­ters vor. Auf die va­ge Mög­lich­keit, die ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer spä­ter ins Be­am­ten­ver­hält­nis zu über­neh­men, wo dann be­am­ten­recht­li­che Al­ters­gren­zen für die Ver­be­am­tung ei­ne Rol­le spie­len könn­ten, kann sich der Ar­beit­ge­ber nicht be­ru­fen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm, Ur­teil vom 07.08.2008, 11 Sa 284/08.
08/108 EuGH distanziert sich erneut vom Mangold-Urteil
23.10.2008. Mit ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ist der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) auf Dis­tanz zu sei­nem po­li­tisch und ju­ris­tisch um­strit­te­nen Ur­teil in der Sa­che Man­gold ge­gan­gen (EuGH, Ur­teil von 22.11.2005, C-144/04 - Man­gold). Ge­gen­über sei­ner Man­gold-Ent­schei­dung hat der EuGH jetzt klar­ge­stellt, dass die Mit­glied­staa­ten der EU vor Ab­lauf der Frist für die Um­set­zung der Gleich­be­hand­lungs­richt­li­nie (Richt­li­nie 2000/78/EG) nicht da­zu ver­pflich­tet sind, ei­nen recht­li­chen Schutz von Er­werbs­per­so­nen vor Dis­kri­mi­nie­run­gen we­gen ih­res Al­ters zu ge­währ­leis­ten: EuGH, Ur­teil vom 23.09.2008, C‑427/06 (Bartsch gg. Bosch und Sie­mens Haus­ge­rä­te (BSH) Al­ters­für­sor­ge GmbH).
08/099 Die „Mangold-Rechtsprechung“ des EuGH und des BAG auf dem Prüfstand des Verfassungsrechts
23.09.2008. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat­te mit Ur­teil vom 26.04.2006 (7 AZR 500/04) ent­schie­den, dass die we­sent­li­chen Aus­sa­gen des Man­gold-Ur­teils des Eru­päi­schen Ge­richtshfs (EuGH) für deut­sche Ge­rich­te ver­bind­lich sei­en. Dem­zu­fol­ge hat das BAG die po­li­tisch und recht­lich um­strit­te­ne, im da­ma­li­gen Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz ent­hal­te­ne Mög­lich­keit ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen mit Ar­beit­neh­mern im Al­ter ab 52 Jah­ren als un­gül­tig be­han­delt, d.h. das BAG hat ein deut­sches Ge­setz nicht an­ge­wandt. Ge­gen die­ses zu­las­ten des Ar­beit­ge­bers er­gan­ge­ne Ur­teil des BAG leg­te die­ser Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein, die nun­mehr in Karls­ru­he vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) zur Ent­schei­dung an­steht (2 BvR 2661/06).
08/077 Tarifliche Auflösung von Arbeitsverhältnissen mit Erreichen des Rentenalters ist rechtens
17.07.2008. Der­zeit ist hef­tig um­strit­ten, ob Ta­rif­ver­trä­ge und auf sie ver­wei­sen­den Ar­beits­ver­trä­ge vor­se­hen kön­nen, dass Ar­beit­neh­mer mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters au­to­ma­tisch ih­ren Job ver­lie­ren, d.h. un­ab­hän­gig von ih­rem Wil­len "zwangs­pen­sio­niert" wer­den. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) stel­len sol­che ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­zen kei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters dar und sind da­her wirk­sam: BAG, Ur­teil vom 18.06.2008, 7 AZR 116/07.
08/074 Mit 31 Jahren zu alt für die Feuerwehr?
14.07.2008. In Hes­sen und in an­de­ren Bun­des­län­dern gel­ten Höchst­al­ters­gren­zen für die Ein­stel­lung als Feu­er­wehr­be­am­ter, die äl­te­re In­ter­es­sen­ten bzw. Be­wer­ber als ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ih­res Al­ters emp­fin­den. Und in der Tat: Sol­che Al­ters­gren­zen, die in Hes­sen mit 30 Jah­ren recht nied­rig sind, sind ei­ne Be­nach­tei­lig­tung Äl­te­rer und müs­sen da­her sach­lich ge­recht­fer­tigt sein. Ob das der Fall ist, soll nun der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) ent­schei­den: Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt am Main, Be­schluss vom 21.04.2008, 9 E 3856/07.
08/059 Verstoß gegen EU-Recht durch Schlechterstellung junger Hinterbliebener beim Betriebsrentenbezug?
19.06.2008. Be­triebs­ren­ten­re­ge­lun­gen ent­hal­ten manch­mal Al­ters­ab­stands­klau­seln, mit de­nen Wit­wen bzw. Wit­wer ver­stor­be­ner Ar­beit­neh­mer vom Be­zug ei­ner Hin­ter­blie­be­nen­ren­te aus­ge­schlos­sen wer­den, falls sie er­heb­lich - et­wa mehr als 15 Jah­re - jün­ger als der Ver­stor­be­ne sind. Das ist mög­li­cher­wei­se ei­ne mit­tel­ba­re Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer, die häu­fi­ger als jün­ge­re von ei­ner sol­chen Klau­sel be­trof­fen sind, wenn sie im vor­ge­rück­ten Al­ter hei­ra­ten - denn mit 20 oder 25 kann man nie­man­den hei­ra­ten, der mehr als 15 Jah­re jün­ger ist. Ei­ne sol­che Schlech­ter­stel­lung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer ist vor dem Hin­ter­grund der Richt­li­nie 2000/78/EG nicht al­lein da­mit zu recht­fer­ti­gen, dass der zah­lungs­pflich­ti­ge Ar­beit­ge­ber sei­ne fi­nan­zi­el­len Las­ten be­schrän­ken will: Schluss­an­trä­ge der Ge­ne­ral­an­wäl­tin beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) E. Sharps­ton, vom 22.05.2008, C-427/06 (Bosch und Sie­mens Haus­ge­rä­te (BSH) Al­ters­für­sor­ge GmbH).
21.12.2007. Was tun ge­gen die eu­ro­pa­rechts­wid­ri­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer bei den ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten? Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg und das LAG Düs­sel­dorf ge­hen ver­schie­de­ne We­ge bei der An­wen­dung bzw. Nicht-An­wen­dung von § 622 Abs.2 Satz 2 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB): LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 24.07.2007, 7 Sa 561/07; LAG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 21.11.2007, 12 Sa 1311/07.
18.09.2007. Ei­ne Flug­ge­sell­schaft darf ei­ner Ste­war­dess die Über­nah­me in ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis nicht al­lein we­gen ih­res an­geb­lich zu ho­hen Al­ters (45 Jahr oder äl­ter) ver­wei­gern. Ist die Be­wer­be­rin an­sons­ten aus­rei­chend qua­li­fi­ziert, liegt hier­in ei­ne vom All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters: Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main, Ur­teil vom 29.05.2007, 11 Ca 8952/06.
06/05a BAG entscheidet zur Altersbefristung
29.05.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt be­stä­tigt die Man­gold-Ent­schei­dung des EuGH und ver­sagt Zeit­ver­trä­gen, die un­ter Aus­nut­zung der 52er-Re­ge­lung sach­grund­los be­fris­tet wur­den, die Wirk­sam­keit, BAG, Ur­teil vom 26.04.2006, 7 AZR 500/04.
Arbeitsrecht aktuell 2005
05/10 EuGH, Urteil vom 22.11.2005, C–144/04 (Mangold)
15.12.2005. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) er­klärt in ei­nem Grund­satz­ur­teil vom No­vem­ber 2005 die er­leich­ter­te Be­fris­tung we­gen Al­ters ge­mäß § 14 Abs.3 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) ("52er-Re­ge­lung") für eu­ro­pa­rechts­wid­rig: EuGH, Ur­teil vom 22.11.2005, C-144/04 (Man­gold).
Letzte Überarbeitung: 16. April 2019
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner mög­li­cher­wei­se zu Ih­ren Las­ten ge­hen­den und Ih­rem Ar­beit­ge­ber zu­zu­rech­nen­den Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters ha­ben, be­ra­ten und un­ter­stüt­zen wir Sie ger­ne.
Selbst­ver­ständ­lich un­ter­stüt­zen wir Sie auch bei der Durch­set­zung der aus ei­ner Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung fol­gen­den An­sprü­che. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber oder mit ei­nem Ver­tre­ter der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung.
18/072 EuGH: Bre­mer Leh­rer kann Pen­sio­nie­rung auf­schie­ben
21.03.2018. Die be­fris­te­te Ver­län­ge­rung von Ar­beits­ver­trä­gen nach Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters ge­mäß § 41 Satz 3 Sechs­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB VI) ist rech­tens: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, ...
07.03.2017. Der al­ters­ab­hän­gi­ge Mehr­ur­laub nach dem Man­tel­ta­rif­ver­trag für das Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be in Sach­sen-An­halt, vom 18.05.2002, dis­kri­mi­niert jün­ge­re Ar­beit­neh­mer und führt zur ...