Source: http://www.ratgeber-geld.de/ruerup-rente.html
Timestamp: 2017-01-16 15:08:54
Document Index: 53083723

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 32', '§ 22', '§ 22', '§ 11', '§ 97', '§ 851', '§ 138']

Rürup Rente Ratgeber und Informationen
Bei der Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) handelt es sich um ein Vorsorgeprodukt zur privaten Altersvorsorge, die durch steuerliche Begünstigungen staatlich gefördert wird. Die Auszahlung der Rürup-Rente erfolgt ab dem 60.Lebensjahr als monatliche lebenslange Rente.
Bei der Rürup-Rente besteht demnach kein Kapitalwahlrecht. Das bedeutet, dass das Kapital, das der Anleger angespart hat, verrentet wird und nicht in einer Summe ausbezahlt werden kann.
Dabei können Rentenansprüche auf zweierlei Weise erworben werden: Entweder werden für eine vereinbarte Vertragslaufzeit monatliche (ebenfalls möglich sind viertel- halbjährliche und jährliche Zahlungsweise) Beitragszahlung auf das Vertragskonto erbracht oder der Anleger leistet eine Einmalzahlung an das Vertragsunternehmen, die sodann verrentet wird.
Tarifvergleich Rürup-Rente
Zertifizierung von Rürup-Vorsorgeprodukten
Wie bei der Riester-Rente müssen die Anlageprodukte im Bereich der Rürup-Rente den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes genügen.
Die Rürup-Produkte müssen demnach mindestens folgenden Kriterien entsprechen:
Rürup Vertrag muss eine lebenslange Rentenzahlung vorsehen
Rentenzahlung darf nicht vor dem 60.Lebensjahr aufgenommen werden
Rürup Vertrag ist nicht vererbbar (es kann kein beliebiger Bezugsberechtigter bestimmt werden)
Rürup Vertrag ist nicht beleihbar (Forderungsrechte aus dem Vertrag können weder abgetreten noch beliehen werden)
Rürup Vertrag ist nicht veräußerbar (ein vorzeitiger Rückkauf scheidet aus)
Rürup Vertrag ist insbesondere nicht kapitalisierbar (eine Einmalauszahlung ist nicht möglich)
Unterschied der Rürup Rente zur gesetzlichen Rentenversicherung
Die Rürup-Rente ist ein Anlageprodukt der privaten Altersvorsorge. Deshalb ist für die Höhe der späteren Rente die Summe der Beitragzahlungen unter Abzug anfallender Gebühren und Kosten maßgeblich, wobei die erbrachten Einzahlungen zumindest mit einem Garantiezins verzinst werden müssen. Es handelt sich demzufolge um eine rein kapitalgedeckte Rente.
Dagegen ergibt sich der Anspruch auf die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung aus der Summe der während des Arbeitslebens eingezahlten Beiträge in das solidarische System der Rentenversicherung. Anders als kapitalgedeckte Renten auf Grundlage von Riester oder Rürup ist das System der gesetzlichen Rentenversicherung rein umlagenfinanziert.
Vertragslaufzeit und Förderberechtigung
Die Vertragslaufzeit der Rürup-Rente kann individuell frei vereinbart werden. Das Gesetz sieht lediglich vor, dass die Auszahlung nicht vor dem 60. Lebensjahr aufgenommen werden kann. Ab dem im Vertrag festgelegten Zeitpunkt – also ab dem 60. Lebensjahr oder später – kann die Auszahlung sodann erfolgen. Dabei besteht für Vertragsnehmer auch die Möglichkeit, während der Vertragslaufzeit den Auszahlungszeitpunkt zeitlich nach hinten zu verlegen.
Sonderleistungen und Beitragsaussetzung im Rürup Vertrag
Die Verträge bieten dem Anleger aber auch in anderer Hinsicht Flexibilität: Möglich ist die Erbringung von Sonderleistungen ebenso wie eine Beitragsaussetzung in Betracht kommt. In Anbetracht der Möglichkeit, nicht nur durch langjährige Beitragseinzahlungen Ansprüche auf Rentenbezüge im Alter zu erwerben, sondern der Verrentung eines einmaligen Kapitalbetrags ist der Abschluss eines Rürup-Rentenvertrages auch für ältere Personen interessant. Sie haben die Möglichkeit, durch Einzahlung eines solchen Einmalbetrages eine lebenslange Sofortrente zu erwerben.
Das vorgesehene Höchstalter für die Aufnahme von Rentenzahlungen liegt bei 85 Jahren. Bis zum Erreichen dieses Alters können daher Beitragszahlungen erfolgen, wenn dies vertraglich vereinbart ist, bevor der Sparer in die Auszahlungsphase eintritt. Ebenso ist es möglich, bis zu diesem Lebensalter Einmalzahlungen zu erbringen, um diese auf der Basis einer Sofortrente zu verrenten. Die Gestaltungsmöglichkeiten für Rürup-Verträge bieten somit ein hohes Maß an Flexibilität.
Die Versicherungsbedingungen lassen nicht nur während der Vertragslaufzeit die Anpassung des Beitrages nach oben oder unten zu: Je nach finanziellen Umständen, den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Sparers kann der Beitrag gesenkt oder erhöht werden. Es besteht zudem die grundsätzliche Möglichkeit, einen Rürup-Rentenvertrag bis ins hohe Alter abzuschließen und von der steuerlichen Förderung zu profitieren.
Damit bietet sich vor allem für diejenigen eine interessante Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung, die aufgrund ihres Alters als freiwillig Versicherte keine Aufnahme mehr finden. Sie können mit der Rürup -Rente diese Versorgungslücke schließen.
Bei Ableben des Rentenversicherungsnehmers während der Ansparphase verfallen die bisher geleisteten Einzahlungen zugunsten der Versichertengemeinschaft. Allerdings kann sich der Anleger gegen dieses besondere Risiko durch Abschluss einer Hinterbliebenenversicherung schützen. Gegen das Risiko des Ablebens nach dem Rentenbeginn, also nach Eintritt in die Auszahlungsphase können Hinterbliebenenschutz und die Vereinbarung einer zusätzlichen Rentengarantiezeit Schutz bieten. Denn es gilt nach Rentenbeginn für den Fall des Ablebens des Versicherungsnehmers ebenfalls, dass das Sparvermögen zugunsten der Versichertengemeinschaft verfällt.
Durch vertragliche Vereinbarung einer Rentengarantiezeit kann das an die Person des Versicherungsnehmers gebundene Rentenbezugsrecht bei dessen Ableben für die jeweilige Dauer auf den Hinterbliebenen übertragen werden.
Steuerfreistellung von Altersvorsorgeaufwendungen
Die staatliche Förderung der Rürup-Rente erfolgt auf Basis des Alterseinkünftegesetzes. Es sieht vor, dass die in die Rürup-Rente eingezahlten Beiträge schrittweise von der Steuerpflicht als Altersvorsorgeaufwendungen freigestellt werden. Bei diesen Aufwendungen handelt es sich um Sonderausgaben, die von der Steuerlast in Abzug gebracht werden können.
Altersvorsorgeaufwendungen sind Beiträge zu folgenden Versicherungssystemen
private Basisrente, Leibrentenversicheurng (Rürup Rente)
Berufsunfähigkeitsversicherung und Hinterbliebenenschutz als Zusatzversicherung zum Rürup Vertrag
Die Steuerfreistellung vollzieht sich dabei in Jahresschritten von jeweils 2% pro Jahr. Beginn der bevorzugten steuerlichen Behandlung der Altersvorsorgebeiträge war das Jahr 2005 mit einer steuerlichen Abzugsfähigkeit von 60% der Renteneinzahlungen. Im Jahr 2025 wird der Höchstwert von 100% Abzugsfähigkeit erreicht sein.
Für das Jahr 2016 liegt die steuerliche Abzugsfähigkeit der eingezahlten Beiträge zur Rürup-Rente bei
Das Gesetz begrenzt die berücksichtigungsfähigen jährlichen Vorsorgeaufwendungen jedoch nach oben. So können im Rahmen der steuerlichen Begünstigung von Rürup-Renten pro Jahr nur jeweils folgende Altersvorsorge-Höchstbeitrag ausgeschöpft werden
20.000 Euro für Ledige
Rechtsgrundlage für die schrittweise Steuerfreistellung ist § 10 Abs. 3 EStG in Verbindung mit Artikel 1 Nr.7c Alterseinkünftegesetz (AltEinkG).
(max. 20.000 EUR)
(max. 40.000 EUR)
Steuerliche Förderung der Rürup Rente anhand von Beispielen
Wie unterschiedlich sich die steuerliche Förderung der Rürup Rente auswirkt, zeigen wir anhand der folgenden Personenkreise:
Für die Beispielberechnung zur Rürup Förderung über den Sonderausgabenabzug nehmen wir folgende Werte:
(Brutto-)Jahreseinkommen in 2013: 50.000 Euro, ledig, Beitragssatz zur gesetzlichen RV 18,9% (bis einschließlich 2012 lag der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei 19,9%).
Beitrag zur gesetzlichen RV
Beitrag zur Rürup Rente (Basisrente)
+ 12.000 EUR
= zu berücksichtigende Altersvorsorge Aufwendungen
fiktiver Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung (max. Beitragsbemessungsgrenze)
abzugsfähig sind 20.000 Euro, max. die eigene Einzahlung abzgl. fiktivem Beitrag zur gesetzlichen RV
davon abzugsfähig 76% (in 2013), max. Einzahlung
abzgl. Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen RV
– 4.725 EUR
= Sonderausgabenabzug 2013
8.018 EUR
Altersvorsorgeprodukte im Rahmen von Rürup
Klassische und fondsgebundene Versicherungen
Ähnlich wie bei den Riester-Anlagen werden Rürup-Rentenverträge insbesondere angeboten von
Anleger können dabei – ebenfalls wie bei Riester-Produkten – jeweils wählen zwischen
klassischem Rentenversicherungsvertrag
fondsgebundenen Rentenversicherungsvertrag
Während die klassischen Vorsorgeanlagen einen Mindestgarantiezins (ab 2012: 1,75%) bieten, sind bei den fondsgebundenen Verträgen unterschiedliche Gestaltungen möglich. So werden – je nach Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft des Anlegers – fondsgebundene Produkte mit oder ohne Garantieverzinsung, mit oder ohne spekulative Elemente möglich.
Zusatzversicherungen zum Rürup-Vertrag
Da die Rürup-Rente nicht vererbbar ist, ein Bezugsberechtigter für den Todesfall also nicht eingesetzt werden kann, kann es sinnvoll sein, zur Rürup-Rente als Zusatzversicherung einen Vertrag über eine Hinterbliebenenrente abzuschließen. Kommt es zum vorzeitigen Ableben des Versicherungsnehmers können Hinterbliebene (Ehepartner sowie kindergeldberechtigte Kinder) zum Ausgleich für die entfallende Rürup-Leistungen Hinterbliebenenrente erhalten.
Dabei kann der Hinterbliebenenschutz vertraglich in zweierlei Formen verwirklicht werden. Entweder wird die Hinterbliebenenrente aus dem bereits angesparten Einzahlungsleistungen erbracht oder die Rente wird in einer bestimmten Höhe besonders vereinbart. Letzteres macht dann Sinn, wenn das Risiko ausgeschlossen werden soll, dass das angesparte Vermögen nicht für die Zahlung einer angemessenen Hinterbliebenenrente ausreichend sein könnte. Allerdings stellt diese Option auch die kostenträchtigere Variante dar.
Der Abschluss solcher Zusatzversicherungen für Angehörige ist dabei auch noch nachträglich möglich. Es ist demnach nicht zwingend notwendig, den Hinterbliebenenschutz bereits bei Abschluss des Rürup-Rentenvertrages zu vereinbaren.
Unterbleibt der Abschluss einer Zusatzversicherung zugunsten von Hinterbliebenen dagegen, würde das von dem Anleger angesparte Vermögen zugunsten der Versichertengemeinschaft verfallen, wenn er in der Anspar- oder Auszahlungsphase versterben sollte. Es gilt insoweit das gleiche wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung.
Kreis der Berechtigten beim Hinterbliebenenschutz
Hinterbliebenenleistungen können im Falle des Ablebens des Versicherten nur an folgende Personen erbracht werden
Ehepartner des Versicherten
Kinder des Versicherten
Dabei gilt, dass der Ehepartner nur dann leistungsberechtigt ist, wenn die Ehe zum Zeitpunkt des Todes rechtsgültig bestand. Kinder des Versicherten erhalten Hinterbliebenenleistungen nur, wenn sie zum Todeszeitpunkt noch berechtigt waren zum Bezug von Kindergeld oder wenn die Voraussetzungen zur Gewährung des Kindergeldfreibetrages gemäß § 32 Abs. 6 EStG vorlagen. Hinterbliebenenleistungen für Kinder werden demnach in der Regel nur bis zum Ende einer Berufsausbildung erbracht.
Lebenspartner und nicht zum Bezug von Kindergeld berechtigte volljährige Kinder können allerdings über ein vertraglich zusätzlich vereinbares Optionsrecht abgesichert werden. Ist eine solche Hinterbliebenenversicherung abgeschlossen, und tritt der Tod des Versicherten in der Ansparphase ein, erhält der Bezugsberechtigte die bis dahin geleisteten Einzahlungen ausbezahlt. Stirbt der Versicherte in der Auszahlungsphase, wird das Sparvermögen abzüglich der bis dahin erbrachten Rentenleistungen ausbezahlt.
Hinterbliebenenschutz in der Ansparphase
Bei der konkreten vertraglichen Ausgestaltung des Hinterbliebenenschutzes stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst kann ein Versicherungsschutz gegen den Fall des Ablebens in der Sparphase dergestalt vereinbart werden, dass die Hinterbliebenen die bisher geleisteten Renteneinzahlungen als Hinterbliebenenrente ausbezahlt erhalten. Dabei besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, ein besonderes Optionsrecht im Vertrag zu vereinbaren, wonach die Hinterbliebenen berechtigt sein sollen, die Beitragsrückgewähr nicht nur in Form von Rentenbezügen, sondern auch als Einmalzahlung zu verlangen.
Hinterbliebenenschutz in der Auszahlungsphase
In der Auszahlungsphase lässt sich der Hinterbliebenenschutz ebenfalls sicherstellen durch den Abschluss entsprechender Versicherungen. Sie sind kombinierbar mit der Vereinbarung individueller Rentengarantiezeiten. Dadurch kann versicherungsvertraglich gewährleistet werden, dass die Zahlungen an die Hinterbliebenen über einen im Vorhinein bestimmten Zeitraum erfolgen sollen.
Hinterbliebenenschutz in der Rentengarantiezeit
Ist beispielsweise vertraglich eine Rentengarantiezeit von 20 Jahren vereinbart, und will der Versicherte mit 65 Jahren in Rente gehen, so werden die Rentenzahlungen für die Dauer von 20 Jahren nach Renteneintritt garantiert. Das bedeutet, dass in dem Zeitraum vom 65.bis zum 85.Lebensjahr des Versicherten die Rentenzahlungen auch im Todesfall des Versicherten den Hinterbliebenen weiterzuzahlen sind. Stirbt der Versicherte beispielsweise mit 75 Jahren, so besteht für den/die versicherte(n) Hinterbliebene(n) Anspruch auf Weiterzahlung der Rente für die Dauer von zehn Jahren.
Höhe der Hinterbliebenenleistungen
Die Höhe der Hinterbliebenenrente kann – je nach der gewählten Option – unterschiedlich ausfallen. Es besteht die Möglichkeit, bei Vertragsschluss einen bestimmten Prozentsatz für die Hinterbliebenenrente festzulegen (etwa 60% der Hauptrentenleistungen). Wird dagegen die Hinterbliebenenrente mit der Vereinbarung einer Rentengarantiezeit kombiniert, so ist maßgeblich für die Bemessung der Hinterbliebenenrente der Wert der für den vereinbarten Zeitraum zu zahlenden Hauptrente.
Zweckmäßig kann zudem der zusätzliche Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Realisiert sich das versicherte Risiko und tritt Berufsunfähigkeit ein, kann entweder eine Beitragsfreistellung für den Rürup-Vertrag oder eine Rentenzahlung vereinbart sein.
Sonderausgabenabzug der Zusatzversicherung nutzen
Vorteilhaft ist für Versicherungsnehmer solcher mit dem Rürup-Vertrag kombinierbaren Zusatzversicherungen, dass diese ebenfalls der steuerlichen Förderung unterliegen. Deshalb können die entsprechenden Versicherungsbeiträge in gleicher Weise als Sonderausgaben von der Einkommenssteuer abgesetzt werden wie die Altersvorsorgeaufwendungen für den Rürup-Vertrag selbst.
Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung dagegen nicht als Zusatzversicherung zur Rürup-Rente abgeschlossen worden, sind die steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten für die entsprechenden Beiträge begrenzt. Denn bei reinen Berufsunfähigkeitsversicherungen liegt die Höchstgrenze für die jährlichen Versicherungsaufwendungen bei 2.400 Euro.
Eintritt des Versicherungsfalls der Berufsunfähigkeit
Tritt das versicherte Risiko der Berufsunfähigkeit ein, kommen grundsätzlich zwei Varianten in Betracht. Entweder zahlt die Zusatzversicherung die entsprechenden Versicherungsbeiträge bis zum Rentenbeginn weiter, oder der Versicherte hat bis zum Rentenbeginn die vertraglich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente ausbezahlt zu bekommen.
Kündigung der Rürup Rente als Nachteil für die BU-Versicherung
Als nachteilig kann sich bei der Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und Rürup-Rente allerdings eine Vertragskündigung erweisen. Wird der Rürup-Rentenvertrag gekündigt, entfällt damit zugleich auch der Berufsunfähigkeitsschutz. Will sich der Betroffene daraufhin auf der Basis einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung neu gegen dieses Risiko versichern, so wird dies angesichts des höheren Lebensalters regelmäßig zu entsprechend höheren Kosten für den Versicherten führen.
Zielgruppe der Rürup-Rente
Grundsätzlich ist der Abschluss von Rürup-Rentenversicherungen jedermann möglich. Von besonderem Interesse sind Rürup-Rentenverträge allerdings für Selbständige, Freiberufler und gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte. Des hängt zum einen mit der in der Regel hohen Steuerbelastung dieser Berufsgruppen zusammen. Die Altersvorsorgeaufwendungen für die Rürup-Rente können als Sonderausgaben diese Steuerlast spürbar mindern.
Zum andern – und dies gilt in besonderem Maße für Selbständige und Freiberufler – stellt die Rürup-Rente nicht selten die einzige Möglichkeit dar, steuerlich begünstigte Altersvorsorge zu betreiben. Denn während die Riester-Förderung in erster Linie auf einkommensschwächere Familien abzielt, besteht für die Mehrheit der Selbständigen zumeist auch keine Absicherung für das Alter über das Versorgungssystem der gesetzlichen Rentenversicherung. Daher bleibt ihnen als einzige Möglichkeit steuerbegünstigter Altersvorsorge oft nur der Abschluss eines Rürup-Rentenversicherungsvertrages.
Es gilt wie bei der Riester-Rente das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass die Beitragszahlungen zur Rente in der Ansparphase ganz oder teilweise von der Steuer als Sonderausgaben in Abzug gebracht werden können, während die späteren Auszahlungen voll versteuert werden müssen.
Spiegelbildlich zum jährlichen Anstieg der Berücksichtigungsquote der Beitragszahlungen (bis im Jahr 2025 100% erreicht sein werden), nimmt gleichzeitig die Besteuerung privater Renten von Jahr zu Jahr zu. Waren im Jahr 2005 50% der Rentenleistungen steuerpflichtig, steigt der steuerpflichtige Anteil für jeden weiteren Rentnerjahrgang bis zum Jahr 2020 um jeweils 2% jährlich. Für die Jahre 2021 bis 2040 wird der jährliche Anstieg der Besteuerung der Bezüge jeweils 1% pro Jahr betragen. Ab dem Jahr 2040 wird die Rürup-Rente schließlich voll steuerpflichtig sein. Die Rechtsgrundlage für diese Besteuerung bildet der § 22 Nr. 1 Satz 3 EStG in Verbindung mit Artikel 1 Nr.11 Alterseinkünftegesetz.
Anteil der Besteuerung der Rürup Rente nach § 22 EStG
Der Anteil der Besteuerung richtet sich nach dem Jahr des Beginns der Rürup Rente. Dieser Prozentsatz bzw. Anteil ist für die gesamte Laufzeit der Rentenleistungen festgeschrieben und verändert sich nicht mehr.
Kosten der Rürup-Rente
Der steuerlichen Begünstigung der Rürup-Rente stehen nicht unerhebliche Kosten gegenüber. Das betrifft zunächst die Abschluss- und Vertriebskosten. Diese können unterschiedlich hoch ausfallen – je nach Vertragsunternehmen. Sie liegen aber im Durchschnitt bei 3% bis 6% der Beitragssumme (Gesamtsumme der eingezahlten Beitragsleistungen in der Ansparphase).
Dabei besteht für Versicherer die Möglichkeit, anders als bei Riester-Rentenverträgen die anfallenden Abschlusskosten gleich zu Beginn des Vertragsverhältnisses zu verrechnen. Im Falle der Riester-Verträge ist dagegen vorgesehen, dass die Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit gleichmäßig zu verteilen sind. Dies führt bei Rürup-Verträgen in der Folge dazu, dass diese gleich zu Anfang in deutlichem Minus geführt werden.
Risiko einer Beitragsfreistellung
Werden gleich zu Laufzeitbeginn des Rürup-Vertrages die Abschluss- und Vertriebskosten in Rechnung gestellt, so sind Versicherte immer wieder versucht, den Rentenvertrag beitragsfrei zu stellen. Das kann allerdings fatale Folgen, denn die Vertragsbedingungen sehen vor, dass der Versicherungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen automatisch erlischt.
So heißt es in den Versicherungsbedingungen der meisten Anbieter beispielsweise:
„Bei Beitragsfreistellung im ersten Versicherungsjahr erlischt die Versicherung.“
Dieses Risiko eines Totalverlustes der eingezahlten Beitragsleistungen ist aber auch in den Folgejahren nicht ausgeschlossen, wenn etwa ein Arbeitsplatzverlust zur Beitragsfreistellung zwingt. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand begründet, dass die meisten Versicherer für die Beitragsfreistellung fordern, dass der Versicherte zunächst ein bestimmtes Mindestkapital angespart haben muss. Ist von dem Sparer dieses Kapital noch nicht eingezahlt worden, so ist eine Beitragsfreistellung nicht möglich. Können die vereinbarten Beitragsleistungen dann nicht mehr erbracht werden, droht der komplette Verlust des bis dahin Ersparten.
Grundsätzlich sollten Vorsorgesparer deshalb von solchen Anbietern Abstand nehmen, die zu Beginn der Vertragslaufzeit Abschluss- und Vertriebskosten in Rechnung stellen, denn unter solchen Bedingungen ist eine Beitragsfreistellung nicht möglich.
Hinzu kommen die über die gesamte Vertragslaufzeit anfallenden Verwaltungskosten für den Rentenversicherungsvertrag. Sie entwickeln sich relativ zum eingezahlten Ansparvermögen und bringen daher eine gleich bleibende Kostenbelastung des Versicherten mit sich. Diese Kosten sind noch einmal durchschnittlich mit 1,5% bis 3% der eingezahlten Beitragsleistungen zu veranschlagen.
Die Verwaltungskosten werden in der Regel einmal jährlich als Pauschale erhoben und dem Vertragsvermögen entnommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Verwaltungskosten für fondsgebundene Rürup-Verträge stets höher ausfallen als bei konservativer Geldanlage. Der Sparer trägt in diesem Fall neben den Unkosten für die laufende Bestandsverwaltung seines Vertragspartners auch noch die bei der jeweiligen Fondsgesellschaft entstehenden Gebühren. Die Kostenquote ist daher bei fondsgebundenen Rentenversicherungen regelmäßig höher.
Rürup Rente bei Arbeitslosigkeit und Bezug von ALG II
Auch hinsichtlich der Anrechenbarkeit der Rürup-Rente auf Ansprüche auf Arbeitslosengeld und ALG II gilt Gleiches wie bei den Riester-Produkten: Vermögensanlagen, die eindeutig der Altersvorsorge dienen, werden nicht anspruchsmindernd berücksichtigt.
Ansprüche und Anwartschaften, die aus dem Abschluss eines Rürup-Rentenversicherungsvertrages erworben werden, unterlegen somit grundsätzlich nicht der Anrechnung. Sowohl beim Arbeitslosengeld als auch bei ALG II bleiben Rürup-Verträge daher außer Betracht. Die Rürup-Rente ist daher auch Hartz IV-sicher.
Dagegen werden die Rentenzahlungen aus einem Rürup-Vertrag voll auf den Bezugsanspruch auf ALG II angerechnet. Die Rürup-Rente zählt insoweit zum berücksichtigenden Einkommen im Sinne des § 11 SGB II.
Darüber hinaus ist der Abschluss eines Rürup-Rentenvertrages grundsätzlich auch während des Bezugs von Arbeitslosengeld oder ALG II möglich, denn die Förderung steht jedermann offen.
Pfändbarkeit der Rürup-Rente
Es gelten die gleichen Grundsätze wie bei Riester-Rentenverträgen. Die in der Ansparphase eingezahlten Altersvorsorgeaufwendungen unterliegen besonderem gesetzlichem Schutz. Es ist weder übertragbar noch pfändbar (§ 97 Einkommenssteuergesetz).
Dagegen sind die späteren Rentenleistungen in der Auszahlungsphase wie Arbeitseinkommen pfändbar (§§ 851d, 850c ZPO).
Vorzeitige Auszahlung und Anbieterwechsel
Eine vorzeitige Auszahlung ist bei der Rürup-Rente nicht möglich, da kein Kapitalwahlrecht besteht und die spätere Rentenzahlung nicht als Einmalleistung erbracht werden kann.
Ein Anbieterwechsel ist bei Rürup-Rentenverträgen in der Ansparphase möglich, soweit der Vertrag dies vorsieht. Anders als bei Riester-Verträgen sind die Vertragsunternehmen aber nicht verpflichtet, den Anleger über die genaue Höhe der Wechselkosten bei Rürup-Verträgen zu informieren. Die Kosten können daher von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch sein.
Mangels einer gesetzlichen Spezialregelung, die eine Obergrenze bei solchen Wechselkosten festlegt, empfiehlt sich ein Rückgriff auf die Rechtsgrundsätze zur Sittenwidrigkeit gemäß § 138 BGB. Danach dürfte davon auszugehen sein, dass die Wechselkosten dann überhöht sind, wenn sie das Marktübliche um 100% übersteigen.
In der Praxis lassen nur wenige Anbieter den Wechsel in der Vermögensaufbauphase zu. Ist das der Fall, werden die bereits erfolgten Einzahlungen auf das neue Versicherungskonto des Sparers übertragen. Sehen die vertraglichen Konditionen einen solchen Anbieterwechsel vor, lässt dies auf ein konkurrenzfähiges Vorsorgeprodukt schließen und stellt grundsätzlich eine Empfehlung für das Angebot dar.
Renditeaussichten bei Rürup
Die Renditeaussichten hängen wesentlich von der gewählten Anlageform ab. Die klassische Variante der Rürup-Vorsorgeprodukte investiert die Einlagen in festverzinsliche Zinspapiere und erzielt damit auch nur unterdurchschnittliche Erträge.
Diese liegen selten höher als die gegenwärtige Mindestverzinsung von 1,75%. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Rendite durch die erheblichen Kosten für den Rürup-Rentenvertrag nachhaltig geschmälert wird. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, gilt dies insbesondere für die ersten Vertragsjahre.
Auch die Renditen der fondsgebundenen Rürup-Rentenverträge blieben in der Regel hinter den durch die Werbung geweckten Erwartungen zurück. Neben den üblichen Vertragskosten selbst sind bei diesen Rentenpolicen auch noch die indirekten Gebühren zu tragen, die durch die Verwaltung der Fonds entstehen, in die die Kundengelder investiert werden. Vor allem in der letzten Zeit haben fondsgebundene Rentenverträge zudem als Folge der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten beträchtliche Wertverluste erlitten.
Rentenfaktor bei der Rürup-Rente
Der Begriff des Rentenfaktors bezeichnet bei den fondsgebundenen Rürup-Rentenverträgen die Höhe der zu erwartenden monatlichen Rente pro 10.000 Euro fondsgebundenes Kapital. Fällt der Rentenfaktor niedrig aus, wird auch die spätere Rente entsprechend niedrig sein.
Bei fondsgebundenen Rürup-Renten unterliegt der Rentefaktor permanenten Schwankungen als Folge der Abhängigkeit der Fondswertentwicklung von einer Vielzahl wirtschaftlicher Einflussfaktoren. Die genaue Bestimmung des Rentenfaktors ist bei den fondsgebundenen Verträgen daher nicht stets verlässlich, weshalb Produktanbieter in den Vertragsbedingungen oftmals entsprechende Anpassungsklauseln verwenden, die eine nachträgliche Korrektur des Rentenfaktors zulassen.
Wie drastisch die Auswirkungen sein können, die eine Änderung des Rentenfaktors mit sich bringen kann, zeigt ein kleines Beispiel.
Liegt das Verhältnis zwischen Fondsvermögen und Rentenfaktor bei einem Wert von 40 und beträgt das Fondsvermögen 300.000 Euro so würde die lebenslange monatliche Rentenleistung im Alter bei 1.200 Euro liegen.
Wird der Rentenfaktor um 8 Prozentpunkte nach unten gesenkt auf 32 so würde sich die monatliche Rentenzahlung auf 960 Euro ermäßigen.
Garantieverzinsung bei der Rürup-Rente
Der Garantiezins ist der bei den klassischen Rentenpolicen vertraglich bestimmte Mindestzins für die geleisteten Ansparleistungen. Der Garantiezins wird für die gesamte Vertragslaufzeit gewährleistet. Der Garantiezins wird von dem Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in bestimmten zeitlichen Abständen jeweils verbindlich festgelegt. Der Garantiezins richtet sich daher nach dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses.
Für Verträge in zurückliegenden Zeiträumen ergaben sich folgende Garantiezinssätze
vor 1995 – 3,5%
zwischen 1995 und Juni 2000 – 4%
zwischen Juli 2000 und Dezember 2003 – 3,25%
ab Januar 2004 – 2,75%
ab Januar 2007 – 2,25%
seit Januar 2012 – 1,75%
Für die nächste Zeit wird mit einem weiteren Rückgang des Garantiezinses gerechnet.
Die Entwicklung des Garantiezinses ist gekoppelt an die Entwicklung von festverzinslichen Kapitalanlagen. Dabei darf der Garantiezins regelmäßig nicht mehr als 60% vom Zinssatz festverzinslicher Staatsanleihen betragen. Über dem Garantiezins liegende und von der Versicherungsgesellschaft erwirtschaftete Gewinne sind Überschüsse, an denen der Versicherte beteiligt wird. Diese Überschussbeteiligungen fallen von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich aus, weshalb vor Vertragsschluss stets ein gründlicher Vergleich erfolgen sollte.
Renditeentwicklung bei fondsgebundener Rürup-Rente
Bei guter gesamtwirtschaftlicher Entwicklung bieten die fondsgebundenen Rürup-Verträge bessere Renditeaussichten als die klassischen Vorsorgeprodukte mit dem Mindestgarantiezins. Aufgrund der höheren Schwankungsanfälligkeit birgt die Investition in Fonds allerdings stets das Risiko von wirtschaftlichen Rücksetzern mit entsprechenden Verlusten. Dies hat sich vor dem Hintergrund der jüngsten Finanzkrise auch im Bereich fondsgebundener Altersvorsorge deutlich gezeigt.
Kapitalschutz für Rürup-Renten
Im Bereich der staatlich geförderten Altersvorsorge gilt der Grundsatz des Kapitalschutzes. Danach muss dem Sparer garantiert sein, dass er bei Beginn des Rentenbezuges zumindest die während der Vertragsaufzeit erbrachten Einzahlungen erhält.
Bei Rürup-Rentenverträgen gilt der Kapitalschutz für die klassischen Vorsorgeprodukte mit Garantiezins. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungsverträgen sind dagegen angesichts des höheren wirtschaftlichen Risikos auch Verluste möglich. Der Kapitalschutz gilt deshalb für diese Rürup-Verträge nicht.