Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2070/62
Timestamp: 2018-09-23 20:49:32
Document Index: 143107155

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH']

Grundsätzlich trägt der Geschädigte die Darlegungs- und Beweislast für die anspruchsbegründenden Merkmale und damit auch die objektive Verkehrssicherungspflichtverletzung des Schädigers (BGH…, Urteil vom 20.06.1990 - VIII ZR 182/89, juris-Rn. 10 = NJW-RR 1990, 1422; BGH…, Urteil vom 14.03.1985 - III ZR 206/83, juris-Rn. 19 = VersR 1985, 641; BGH, Urteil vom 12.02.1963 - VI ZR 70/62, juris-Rn. 12 = VersR 1963, 485;… Wagner in MüKo, BGB, 7. Aufl, § 823, Rn. 85 m.w.N.), das heißt der Kläger müsste darlegen und beweisen, dass die Beklagte Ziffer 1) ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.
Spricht für die Richtigkeit des Klagevorbringens der Anscheinsbeweis, so wird der Beklagten Ziffer 1) jedoch kein Gegenbeweis aufgebürdet, vielmehr kann sie dem Anscheinsbeweis dadurch die Grundlage entziehen, dass sie Umstände aufzeigt, aus denen sich die ernsthafte Möglichkeit eines anderen als des erfahrungsgemäß normalen Verlaufs der Dinge ergibt (st. Rspr., vgl. etwa BGH, Urteil vom 12.02.1963 - VI ZR 70/62, juris-Rn. 14 = BGHZ 39, 103).
Unter Handlung in diesem Sinne ist ein menschliches Tun zu verstehen, das der Bewußtseinskontrolle und Willenslenkung unterliegt und somit beherrschbar ist (BGHZ 39, 103, 106 = NW 1963, 953).
Keine Handlungen im Sinne des § 823 BGB sind danach ausschließlich körperliche Bewegungen, die unter psychischem Zwang ausgeführt werden oder als unwillkürlicher Reflex durch fremde Einwirkung ausgelöst worden sind (BGHZ 39, 103, 106).