Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81180000008.htm
Timestamp: 2018-11-18 09:01:09
Document Index: 58969889

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 58', '§ 64', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 4', '§ 22', '§ 4']

1.18.008 Unteres Remstal mit Randgebieten
VO gilt für die LSG 1.18.008 und 1.19.012
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Unteres Remstal mit Randgebieten" vom 06.04.1987 (GBl. vom 13.05.1987, S. 153).
Auf Grund von § 21, § 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S.654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitsrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Waiblingen, Rems-Murr-Kreis, und der Gemeinde Remseck, Landkreis Ludwigsburg, werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Unteres Remstal mit Randgebieten". Es besteht aus:
1. dem Naturschutzgebiet "Unteres Remstal" mit den in § 2 Abs. 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Waiblingen und der Gemeinde Remseck, Rems-Murr-Kreis und Landkreis Ludwigsburg;
1. dem Landschaftsschutzgebiet "Unteres Remstal mit Randgebieten" mit den in § 2 Abs. 3 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Waiblingen und der Gemeinde Remseck, Rems-Murr-Kreis und Landkreis Ludwigsburg.
(1) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Unteres Remstal mit Randgebieten" hat als Ganzes eine Größe von ca. 409,3 ha. Davon entfallen auf das Naturschutzgebiet "Unteres Remstal" im Rems-Murr-Kreis ca. 123,7 ha und im Landkreis Ludwigsburg ca. 34,6 ha, auf das Landschaftsschutzgebiet "Unteres Remstal mit Randgebieten" im Rems-Murr-Kreis ca. 131 ha und im Landkreis Ludwigsburg ca. 120,0 ha. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet umfaßt im wesentlichen das Tal der unteren Rems zwischen der Stadt Waiblingen und der Gemeinde Remseck sowie angrenzende Gebiete der Gäuflächen.
(2) Das Naturschutzgebiet "Unteres Remstal" hat eine Größe von ca. 158,3 ha. Es umfaßt im wesentlichen den Bereich des Talbodens im unteren Remstal zwischen der Stadt Waiblingen und der Gemeinde Remseck, wozu die Wasser- und Uferböschungsfläche der Rems, der flache Auenbereich und die Talhänge zu rechnen sind.
Im Rems-Murr-Kreis umfaßt das Naturschutzgebiet von Südost nach Nordwest, auf der in Fließrichtung gesehen linken Seite der Rems, folgende Gewanne und Teile der Gewanne:
· Mittlere Wiesen, Untere Wiesen, Hofwäldle, Buchwiesen, Buchhalde, Auebereich und Hang längs des Mühlkanals der Hegnacher Mühle, Bollhausen, Haldenholz, Obere Steige, Mittlere Steige, Langwiesen, Wenhalde;
auf der in Fließrichtung gesehen rechten Seite:
· Haufler, Auwiesen, Mühläcker, Birkenwald, Hauflerholz, Unterer Erbach, Helpertswiesen, Zwickleshalde und Burghalde, Brühl, Remswiesen (ausgenommen Remsmühle und Zwickleshalde 1 und 2; Teile des Gewanns An der Rems), Mühlwegberg, Mühlweg, Mühlweghölzle, Herrenhalde, Hofstetter, Geißberg und Storrenklinge.
Im Landkreis Ludwigsburg umfaßt das Naturschutzgebiet auf der in Fließrichtung gesehen linken Seite der Rems die Gewanne und Teile der Gewanne:
· Furtgärten und Brunnenhalde;
· Lützelhalde, das Gewann Wasenäcker und Teile des Kühlen Morgen.
(3) Das Landschaftsschutzgebiet "Unteres Remstal mit Randgebieten" hat eine Größe von ca. 251 ha. Es umfaßt innerhalb der in § 2 Abs. 1 genannten Landschaftsteile die Flächen außerhalb des Naturschutzgebietes "Unteres Remstal". Dazu sind im Rems-Murr-Kreis von Südost nach Nordwest auf der in Fließrichtung gesehen linken Seite der Rems folgende Gewanne und Teile der Gewanne zu zählen:
· Wurmhalde, Gartenäcker, Haldenäcker, Brunnenäcker, Wiesenäcker, Scheurenäcker, Klingenäcker, Waldäcker, Lämmlesgrund, Junge Weinbergäcker, Buchhalde, Haldenäcker, Bollhausen, Espte, Langwiesen, Hinter der Gas;
· Auf der Rothalde, Gögeleswiesen, Schleifwiesen, Behenäcker, Birkenwald, Hauflerholz, Unterer Erbach, Helpertshalde, Erbach, Ob der Mühlsteige, Greuthölzle, Zwickles- und Burghalde, Raißgrund, Mühlwegberg, An der Rems, Mühlweghölzle, Mühlweg, Hofstetter, Geißberg, Kelteräcker und Schwillbrunn, Remsmühle und Zwickleshalde 1 und 2.
Im Landkreis Ludwigsburg zählen dazu auf der in Fließrichtung gesehen linken Seite der Rems folgende Gewanne und Teile der Gewanne:
· Remser Teich, Bangert, Furt, Kalkofen, Waiblinger Weg, Hartäcker, Spottwiesen, Teich, Bernhardslaichern, Lotterbett, Öffingerweg, Rappenhau und Burgholz;
· Schneller, Schwillbrunn, Lützelhalde, Ruitäcker, Ruit, Kühler Morgen, Rotäcker, Schaltenberg, Ebene und Berg.
(4) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 16. April 1985 im Maßstab 1 : 25 000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) bzw. flächig grün angelegt (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 3) sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 16. April 1985 im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und rot angeschummert (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) bzw. grün angeschummert (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 3).
Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und bei den Landratsämtern Rems-Murr-Kreis und Ludwigsburg in Waiblingen und Ludwigsburg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündigung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(5) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündigung bei den in Absatz 4 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes (§ 2 Abs. 2) ist:
1. die Erhaltung des landschaftlich reizvollen unteren Remstales, das mit seinen tief in den Muschelkalk eingeschnittenen Talmäandern eine durchgehende, wenig belastete naturnahe Flußlandschaft bildet;
2. die Erhaltung und Sicherung der vielfältigen Lebensräume von Tieren und Pflanzen, wozu insbesondere schatt- und sonnseitige Laubmischwälder an den Hängen, natürlich angesiedelte Wälder auf ehemaligen Weinbergterrassen, Reste von Auewäldern, Ufergehölzsäume, Wiesen, Feuchtgebiete und Flächen mit Steppenheidecharakter oder mit sich weiterentwickelnden Gebüsch- und Saumpflanzgesellschaften gehören;
4. der Schutz der kulturhistorisch bedeutsamen Hangterrassierung und des Mauerwerks als Zeugen der früheren Weinbaukultur vor Zerstörung sowie als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen;
5. die Erhaltung und Sicherung eines wertvollen Raumes für die zurückhaltende, schonende und ruhige Naherholung und Naturbeobachtung.
(2) Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets (§ 2 Abs. 3) ist:
6. die Sicherung der ökologisch notwendigen Pufferzone zwischen der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche, dem Siedlungsraum, den Verkehrswegen und dem Naturschutzgebiet und der darin lebenden Tier- und Pflanzenwelt;
7. die Erhaltung und Sicherung der großflächigen Gleithangbereiche mit ihrer typischen Acker- und Grünland- oder Gartennutzung;
8. die Erhaltung der ökologisch wertvollen Streuobstwiesen mit ihrem vielfältigen Artenbestand, von ungenutzten, mit Gebüschformationen, Hecken oder halbtrockenrasenähnlicher Gesellschaften bestandenen Ödlandflächen;
9. die Sicherung der äußeren, in die Hoch- bzw. Gäufläche übergehenden Hangbereiche, die die landschaftliche Schönheit der Tallandschaft unterstreichen und ergänzen und morphologisch zu den Steilhängen überleiten.
3. Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile einzubringen, abzubauen oder zu entnehmen, Weinbergsmauern und Steinriegel abzutragen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen;
9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern; insbesondere Grünland in der Talaue in Acker oder Wald umzuwandeln und bewaldete, ehemalige Weinbergterrassen zu roden;
10. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;
12. Motorsport jeglicher Art auszuüben oder Modellflugzeuge oder Modellboote zu betreiben oder mit Hängegleitern innerhalb des Gebietes zu starten und zu landen.
13. Durchführen von Kahlschlägen über 0,2 ha im Wald;
15. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche und Feldgehölze, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände, Steinriegel und ähnliche Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes und im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen § 4 Abs. 2 Ziffer 9;
3. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, mit der Maßgabe, keine Kahlhiebe über 0,2 ha durchzuführen, die derzeitige Baumartenzusammensetzung zu erhalten, über die vorhandenen Bestände keine Nadelhölzer einzubringen sowie keine fremdländischen Baumarten anzupflanzen;
5. für die gärtnerische Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, mit der Maßgabe, daß keine standortfremden und fremdländischen Gehölze (z.B. Zierkoniferen) eingebracht werden. Flächen natürlicher Vegetationsentwicklung können zugunsten der Wiedereinrichtung früherer Nutzungsformen (Wein- und Streuobstbau) verändert werden, § 4 Abs. 2 Ziffer 3 bleibt unberührt;
(2) Auf den in der Natur gekennzeichneten Wegen ist das Reiten zulässig.
(3) § 4 Abs. 3 und § 5 gelten im Landschaftsschutzgebiet (§ 2 Abs. 3) nicht:
3. für die ordnungsmäßige Unterhaltung für Straßen, Wege, Gebäude, Schienenwege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;
1. in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt,
a)entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 Abs. 3 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die dem Charakter des Gebietes oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Teile der Landschaftsschutzverordnungen "Unteres Remstal" des Landratsamtes Waiblingen vom 04. November 1968, veröffentlicht im Amtsblatt für den Landkreis Waiblingen am 17. Dezember 1968, Nr. 51, soweit sie die ehemaligen Gemeinden Hegnach, Hohenacker und Neustadt betreffen, und die Landschaftsschutzverordnung "Unteres Remstal" des Landratsamtes Ludwigsburg vom 21. Juli 1967, veröffentlicht in der Ludwigsburger Kreiszeitung, der Marbacher Zeitung, des Enz- und Metterboten, der Kornwestheimer Zeitung und Strohgäurundschau außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegen.
Die Naturdenkmalverordnung des Landkreises Ludwigsburg für die Naturdenkmale Nr. 32/8 "Pflanzenstandort Brunnenhalde" und 32/3 "Schwarze Rems" vom 07. Juli 1983, veröffentlicht in der Ludwigsburger Kreiszeitung, Bietigheimer Zeitung, Leonberger Kreiszeitung, Marbacher Zeitung und Waiblinger Kreiszeitung vom 15. Juli 1983 und die Naturdenkmalverordnung des Rems-Murr-Kreises für die Naturdenkmale Nr. 7a "Schwarze Rems" und Nr. 8a + b "Steppenheide und Heidegebüsch" und Nr. 12a "Muschelkalkfelsen" vom 30. Juli 1974, veröffentlicht im Amtsblatt des Rems-Murr-Kreises vom 03. August 1974 (Nr. 31) und das Naturdenkmal 222 "Auenwaldrest" vom 23. August 1979, veröffentlicht in den Tageszeitungen des Rems-Murr-Kreises am 14. September 1979 treten außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Naturschutzverordnung liegen.
Stuttgart, den 06. April 1987