Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%201137/14
Timestamp: 2019-06-15 23:43:24
Document Index: 165209565

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 92', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 4', 'Art. 33', 'Art. 143', 'Art 33', 'Art 33', 'Art 143', 'Art 143', 'Art 143', 'Art 143', 'Art 33', 'Art. 143', 'Art. 143', '§ 20', '§ 18', 'Art. 143', 'Art. 33', 'Art. 143']

BVerfG, 02.05.2016 - 2 BvR 1137/14 - dejure.org
https://dejure.org/2016,12821
BVerfG, 02.05.2016 - 2 BvR 1137/14 (https://dejure.org/2016,12821)
BVerfG, Entscheidung vom 02.05.2016 - 2 BvR 1137/14 (https://dejure.org/2016,12821)
BVerfG, Entscheidung vom 02. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 (https://dejure.org/2016,12821)
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§ 23 Abs. 1 S. 2 Halbs. 1 BVerfGG; § 92 BVerfGG; § 1 Abs. 2 PostPersRG; § 1 Abs. 4 PostPersRG; § 3 Abs. 1 PostPersRG; § 4 Abs. 4 S. 2 PostPersRG; Art. 33 Abs. 5 GG; Art. 143b Abs. 3 S. 2 GG
Art 33 Abs 4 GG, Art 33 Abs 5 GG, Art 143b Abs 1 S 1 GG, Art 143b Abs 3 S 1 GG, Art 143b Abs 3 S 2 GG
Nichtannahmebeschluss: Ausübung von Dienstherrenbefugnissen durch Nichtbeamte auf Grundlage des Art 143b Abs 3 S 2 GG mit Art 33 Abs 5 GG vereinbar - zudem keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Einsatz eines Beamten der vormaligen Deutschen Bundespost bei einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG - Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde mangels hinreichender Substantiierung
Dauerhafte Zuweisung eines Beamten zu einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom Aktiengesellschaft (AG); Ausübung von Dienstherrnbefugnissen durch Nichtbeamte; Zuweisung eines dem abstrakt-funktionellen Amt entsprechenden Aufgabenbereichs bei Tochter- und Enkelunternehmen der Postnachfolgeunternehmen; Bestehen eines dringenden betrieblichen und personalwirtschaftlichen Interesses; Berücksichtigung der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums bei Beamten der Postnachfolgeunternehmen
Deutsche Telekom AG: Beamte dürfen bei Tochtergesellschaften eingesetzt werden
Telekom darf beamtete Mitarbeiter bei Tochtergesellschaften einsetzen
Deutsche Telekom AG darf beamteten Mitarbeiter bei Tochtergesellschaft einsetzen - Beamtenrechtliche Statusrechte bleiben auch durch Zuweisung einer Tätigkeit bei Tochtergesellschaft des Postnachfolgeunternehmens gewahrt
NVwZ 2016, 1313
Die in Art. 143b Abs. 3 GG geregelte Form der Überleitung der bei der Deutschen Bundespost tätigen Bundesbeamten - durch Beleihung des Postnachfolgeunternehmens mit Dienstherrnbefugnissen - eröffnet auch die Möglichkeit, dass diese Dienstherrnbefugnisse durch Nichtbeamte wahrgenommen werden (BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 - NVwZ 2016, 1313 Rn. 19; BVerwG…, Beschluss vom 3. April 2014 - 2 B 70.12 - Buchholz 11 Art. 143b GG Nr. 9 Rn. 8 f.).
Dies stellt sicher, dass die Dienstherrnbefugnisse wirksam gegenüber dem Beamten durchgesetzt werden können und damit auch die Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Finanzen nach § 20 PostPersRG 2009 wirksam ausgeübt werden kann (BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 - NVwZ 2016, 1313 Rn. 28 bis 33).
Daher müssen die in § 18 BBesG verwendeten Begriffe der Ämter und ihre Wertigkeit an die organisatorischen Gegebenheiten der Postnachfolgeunternehmen und ihrer Tochtergesellschaften angepasst werden (BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 - NVwZ 2016, 1313 Rn. 27; BVerwG, Urteile vom 3. März 2005 - 2 C 11.04 - BVerwGE 123, 107 …und vom 26. März 2009 - 2 C 73.08 - BVerwGE 133, 297 Rn. 16).
Dies beruht auf der grundgesetzlichen Vorgabe, die für die dort beschäftigten Beamten eine Wahrung ihrer Rechtsstellung unter Verantwortung des Bundes als ihres Dienstherrn anordnet (Art. 143b Abs. 3 Satz 1 GG) und einfachgesetzlich in vielfacher Weise näher ausgestaltet ist (vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 17. Januar 2012 - 2 BvL 4/09 - BVerfGE 130, 52 und Kammerbeschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 - NVwZ 2016, 1313 Rn. 28 ff.;… BVerwG, Urteile vom 22. Juni 2006 - 2 C 26.05 - BVerwGE 126, 182 Rn. 14 f. …und vom 19. Mai 2016 - 2 C 14.15 - BVerwGE 155, 182 Rn. 12, jeweils m.w.N.).
Veränderungen verstoßen daher nur dann gegen Art. 33 Abs. 5 GG, wenn sie nicht als Fortentwicklung des Beamtenrechts eingestuft werden können, sondern in einen Kernbestand von Strukturprinzipien eingreifen (vgl. BVerfGE 117, 330 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 -, juris, Rn. 21).
vgl. zum weitergehenden Anspruch eines Beamten auf amtsangemessene Beschäftigung, gemäß dem ein Beamter grundsätzlich in Ausübung seines Amtes nur solche Tätigkeiten zu verrichten braucht, die seinem beamtenrechtlichen Status entsprechen, jüngst etwa BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 -, juris, Rn. 27; ferner BVerwG, Urteile vom 25. Oktober 2007 - 2 C 30.07 - NVwZ-RR 2008, 268 = juris, Rn. 13, vom 3. März 2005 - 2 C 11.04 -, BVerwGE 123, 107 = juris, Rn. 36, und vom 11. Dezember 2014 - 2 C 51.13 -, BVerwGE 151, 114 = juris, Rn. 28; zur korrespondierenden Pflicht des Dienstherrn zur amtsangemessenen Beschäftigung seiner Beamten siehe etwa OVG NRW, Beschluss vom 25. Juni 2015 - 1 B 332/15 -, IÖD 2015, 208 = juris, Rn. 19.
Das Verwaltungsgericht setze sich nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 -, juris) auseinander, die den Postnachfolgeunternehmen eine "weite Organisationsfreiheit" zugestehe.
Weder Art. 143b Abs. 3 GG noch der von der Beschwerde angeführten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Beschluss vom 2. Mai 2016, a.a.O.) ist etwas dafür zu entnehmen, dass die Antragsgegnerin als Postnachfolgeunternehmen von der Beachtung des Laufbahnprinzips und des Leistungsprinzips befreit ist.
Damit wird zum einen allgemein der Kreis der bei einem Unternehmen amtsangemessenen Tätigkeit festgelegt und zum anderen als Teilmenge dieses Aufgabenkreises die aktuell zu erfüllenden amtsangemessenen Aufgaben (BVerfG" B.v. 2.5.2016 - 2 BvR 1137/14 - juris Rn. 27).
Soweit die erkennende Kammer in einer früheren Entscheidung (vgl. Urteil vom 14. Oktober 2015 - 1 A 241/13 -, zit. nach juris Rn 69 ff.) in anderer Besetzung eine hiervon abweichende Rechtsauffassung vertreten hat, wird sie in Ansehung der später ergangenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (Nichtannahmebeschluss vom 2. Mai 2016 - 2 BvR 1137/14 -, zit. nach juris) bei - vorliegend nicht gegebener - Entscheidungserheblichkeit zu überprüfen haben, ob hieran noch weiter festzuhalten ist.
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.07.2016 - 1 A 2945/15
Inanspruchnahme der Ministerialzulage für eine zwischenzeitlich erfolgte …
VG Köln, 22.06.2017 - 15 L 1929/17
Gewährleistung einer amtsangemessenen Beschäftigung eines Beamten i.R.d. …