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Timestamp: 2018-12-12 03:10:09
Document Index: 95975185

Matched Legal Cases: ['§203', '§138', '§139', '§34', '§53', '§383', '§34', '§ 385']

Version vom 12. Dezember 2014, 17:29 Uhr (Quelltext anzeigen)
(→‎Unsicherheiten und rechtfertigende Notstände, Sonderfälle mit Geltung)
(→‎Empfohlenes Vorgehen)
Dies gilt natürlich bei der Seelsorge ebenso wie bei der [[Beichte]].
==Empfohlenes Vorgehen==
Version vom 12. Dezember 2014, 17:29 Uhr
Unter Seelsorge (lateinisch cura animarum) versteht man im Deutschen die geschichtlich gewachsene Bezeichnung, die sich aus den Wörtern Seele und Sorge zusammensetzt. Ferner bezeichnet diese die Gespräche und unterstützenden Tätigkeiten in den diakonischen Diensten, die sich mit dem Seelenheil der Gläubigen befassen.
3 Wesen des Seelsorgers, speziell bei der KKD
5 Wesen der Verschwiegenheitspflicht
8 Empfohlenes Vorgehen
9 Seelsorgegespräch ohne explizite Schweigepflicht
9.1 Befreiung von der Schweigepflicht
Dies kann sein
Oft wird das/ein Seelsorgegespräch mit der Beichte gleichgestellt. Dies ist aber im Wesen etwas grundsätzlich anderes: Ein Seelsorgegespräch ist kein Sakrament und wird als solches nicht selten (und gerade bei Unfällen oder Notfällen) in weniger abgeschlossener und "geheimer" Atmosphäre durchgeführt, denn die Seelsorge umfasst viele Gebiete und nicht immer steht dabei ein separater Raum zur Verfügung. Auch ist der Seelsorger bei einem Seelsorgegespräch aktiv in dessen Thema eingebunden und nicht -wie bei der Beichte- quasi ein Vermittler an Christus statt. Es leuchtet ein, das es grob 2 Fälle der Seelsorgegespräche zu unterscheiden gibt (siehe auch rechtliche Grundlagen):
Seelsorgegespräche, bei denen der Priester vermitteln, dienen und helfen soll und muß und deshalb nicht schweigen soll und
Besser ist es darum in jedem Fall, wenn sie wie im letzteren Fall klar ein solches, exklusives, separates Gespräch unter Verschwiegenheitspflicht wünschen, das sie verbindlich mit unserem Priester in seinen/ihren Räumen ein ungestörtes privates 4 Augengespräch vereinbaren. Wichtigste Regel hierbei:
Sagen sie dabei zu Vermeidung von Mißverständnissen stets zu Beginn des Gespräches, das dies ein Seelsorgegespräch unter Verschwiegenheit sein soll! .
Wesen des Seelsorgers, speziell bei der KKD
Leider ist es so, das die Seelsorge ausserhalb staatlich anerkannter Stellen nicht unbedingt unter den gleichen strengen Voraussetzungen wie z.B. bei staatlichen Stellen oder staatlich anerkannten Berufen zu sehen ist: Dies betrifft das Aussageverweigerungsrecht ebenso wie die Verschwiegenheitspflicht und die gesetzlichen Grundlagen hierfür. Ungeachtet dessen will die KKD einen ähnlich hohen Standard einhalten und dementsprechend auch agieren. Entsprechend dem Canon 220 des Codex Iuris Canonici will der Seelsorger keinesfalls [...] den guten Ruf, den jemand hat, rechtswidrig schädigen und das persönliche Recht eines jeden auf den Schutz der eigenen Intimsphäre verletzen.
Es gilt diverse Rechtsgundlagen zu beachten.
Die grundsätzliche Schweigepflicht d.h. Verletzung von Privatgeheimnissen ist in §203 StGB geregelt [1]
Die Nichtanzeige geplanter Straftaten ist in §138 StGB geregelt [2]
Die Straflosigkeit der Nichtanzeige geplanter Straftaten ist in §139 StGB geregelt [3]
Die Straflosigkeit des Rechtfertigenden Notstands ist in §34 StGB geregelt [4]
Zeugnisverweigerungsrecht in §53 StPO [5]
Zeugnisverweigerungsrecht in §383 ZPO [6]
Wesen der Verschwiegenheitspflicht
Da der Umfang so gravierend ist und die Rechtsfolgen ebenso unfassend sein könnten, kommt der Einstufung erhebliche Wichtigkeit zu.
Frau Y beschwert sich, das sie wg. eines Streits mit einem Meßdiener laut Satzung und Kodex ermahnt wird. Dies ist eigentlich kein Seelsorgegespräch, doch sorgt sie sich nun, das sie "gemobbt" wird bzw. die Freundschaft leidet, ist es ein Seelsorgegespräch.
ein Sachverhalt alltäglich ist (bekannte Termine, allgemeine Ereignisse, Verpflichtungen) und die Veröffentlichung keinerlei Nachteile für den Betreffenden birgt,
1. Herr X gesteht, das er mit Drogen dealt und diese mit hochgiftigen Substanzen versetzt oder Frau Y legt in Hauseingängen Feuer. Dies wäre anzeige und meldepflichtig wie z.B. bei Hochverrat, Vorbereitung eines Angriffskriegs, Mord und schwerer Menschenhandel, aber auch Raub, räuberische Erpressung und Brandstiftung oder Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung, aber auch bei begründeten Verdacht auf genannte Ausnahmen und meldepflichtige Krankheiten im Infektionsschutzgesetz, Geschlechtskrankheitengesetz.Letzteres gilt sofern diese noch nicht ärztlich untersucht und damit gemeldet wurden und wenn nicht die Gewähr besteht, daß der Betroffene selbst für die notwendige Aufklärung sorgt! Auch Alkoholsucht (oder eine schwere geistige Erkrankung wie Demenz) kann gemeldet werden, wenn der Betroffene noch die Absicht äußert im sichtlich unsicheren (betrunkenen) Zustand fahren zu wollen! Aufgrund der erheblichen Gefahr für andere Menschen oder Güter sind diese anzuzeigen und zu melden! Ein anderes Beispiel: Herr X betrog seine Bank um einen hohen Betrag, Frau Y bestiehlt ihre Mitmenschen im Kaufhaus (Klaustrophobie): Diese (begangenen) Straftaten sind nicht anzuzeigen, hier gilt die Schweigepflicht. Nicht Schweigepflichtig ist auch der Seelsorger selbst, wenn er sich einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt sieht. Nicht gänzlich klar ist, ob z.B. auch Wiederholungstaten z.B. häufiger bei sexuellem Missbrauch, insbesondere, wenn das Opfer ein Kind ist stets von der Schweigepflicht entbinden. Ein Verdacht reicht nicht aus, denn die Tat muß erstens konkret bevorstehen und zweitens auch noch durch eine Aussage rechtzeitig verhindert werden können! Eine geeignete Möglichkeit besteht bei Zweifelsfällen z.B. darin das Opfer vorher zu warnen. Im Zweifel sollte man sich anwaltlichen Rat einholen! Siehe hierzu auch §34 StgB:
Beispiele: Herr X telefoniert privat mit Kirchenangehörigen in einem Zimmer und streut unvermittelt eine Information ein oder Frau Y macht überraschend während eines laut geführten Telefonates (mit oder ohne Freisprechen) in einer Runde eine Offenbarung, dies kann nicht als Seelsorgegespräch gewertet werden, da der Sachverhalt notgedrungen auch anderen bekannt wird. Das gleiche gilt bei einem zufälligen Treffen in der Öffentlichkeit, bei dem die Rede z.B. auf Herrn X Krankheit oder die Familienprobleme von Frau Y kommt und es Umstehende "aufschnappen" oder zwangsweise mitanhören müssen. Selbiges kann auch ein ganz normales Gespräch sein, bei dem private Inhalte in einer Plauderei gesagt werden - und bei dem es klar sein müsste, das es KEIN Seelsorgegespräch ist oder bei dem Herr X im Nachgang erklärt, das dies eines gewesen wäre, weil die Inhalte ihm peinlich sind. Dementsprechend darf - bei Beschuldigungen- auch der Seelsorger ohne Verschwiegenheit seinerseits für Klarheit sorgen, da ansonsten seine Ehre oder in betreffende rechtliche Belange berührt werden könnten.
Hierbei zitieren wir kurz aus der Wikipedia: "Entgegen dem Wortlaut des § 385 Abs. 2 ZPO verpflichtet selbst eine (kirchenrechtlich meist unwirksame) „Entbindung“ nicht zum Zeugnis. Wer Geistlicher in diesem Sinne ist, bestimmt sich nicht nach einem bestimmten Status (Priesterweihe, Ordination), sondern nach der Funktion, zur Seelsorge berufen zu sein.Auch Pastoralreferenten, nicht-ordinierte Seelsorger, Gemeindediakone usw. kommen deshalb als Inhaber des Aussageverweigerungsrechts in Frage."[7] Dies gilt natürlich bei der Seelsorge ebenso wie bei der Beichte.
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