Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20189,%20244
Timestamp: 2019-07-18 05:41:21
Document Index: 96854775

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

BFH, 20.07.1999 - VII R 85/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,1191
BFH, 20.07.1999 - VII R 85/98 (https://dejure.org/1999,1191)
BFH, Entscheidung vom 20.07.1999 - VII R 85/98 (https://dejure.org/1999,1191)
BFH, Entscheidung vom 20. Juli 1999 - VII R 85/98 (https://dejure.org/1999,1191)
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FG Brandenburg, 05.02.1998 - 4 K 504/97
BFHE 189, 244
Da es sich hierbei nicht um Verfahrensvorschriften, sondern um materiell-rechtliche Bestimmungen handelt, können sie, wie das FG zutreffend erkannt hat, erst auf Zollschulden angewandt werden, die nach dem Zeitpunkt ihres In-Kraft-Tretens entstanden sind (vgl. EuGH, Urteil vom 6. November 1997 Rs. C-261/96, EuGHE 1997, I-6177 Randnr. 17; BFH, Urteil vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244).
Sie können daher erst auf Zollschulden angewandt werden, die nach dem Zeitpunkt ihres In-Kraft-Tretens entstanden sind (vgl. EuGH-Urteile vom 12. November 1981 Rs. 212/80, EuGHE 1981, 2735;… vom 6. November 1997 Rs. C-261/96, EuGHE 1997, I-6177 Rdnr. 17; BFH-Urteil vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244).
Wurde die Steuerhinterziehung oder leichtfertige Steuerverkürzung von einer Hilfsperson des Steuerschuldners begangen, kommt für diesen ein Entlastungsbeweis nicht in Betracht (vgl. Senatsurteile vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244, 250;… in BFH/NV 2004, 1516).
Die Erkennbarkeit des Irrtums ist auf Grund einer konkreten Beurteilung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen, wobei namentlich die Art des Irrtums, die Erfahrung und die Sorgfalt des Wirtschaftsteilnehmers zu berücksichtigen sind (…vgl. z.B. EuGH-Urteile vom 1. April 1993 Rs. C-250/91 --Hewlett Packard France--, EuGHE 1993, I-1819 Rdnr. 22; vom 14. November 2002 Rs. C-251/00 --Ilumitrónica--, EuGHE 2002, I-10433 Rdnr. 54, sowie Senatsurteil vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244, 251).
Die Erkennbarkeit des Irrtums ist auf Grund einer konkreten Beurteilung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen, wobei namentlich die Art des Irrtums, die Erfahrung und die Sorgfalt des Wirtschaftsteilnehmers zu berücksichtigen sind (…vgl. z.B. EuGH-Urteile vom 1. April 1993 Rs. C-250/91 --Hewlett Packard France--, EuGHE 1993, I-1819 Rdnr. 22; vom 14. November 2002 Rs. C-251/00 --Ilumitronica--, EuGHE 2002, I-10433 Rdnr. 54, sowie Senatsurteil vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244, 251).
Nur bei der Begehung der Steuerhinterziehung durch eine sonstige, nicht mit der Erfüllung seiner steuerlichen Pflichten befassten Person sollte der Steuerpflichtige die Verlängerung der Festsetzungsfrist durch einen bestimmten Exkulpationsbeweis abwenden können (ständige Rechtsprechung, s. BFH Urteil v. 3. Februar 1983, IV R 153/80, BStBl. II 1983, 324 ff., 327;… Urteil v. 30. Oktober 1992, VII R 18/88, BFH/NV 1991, 721 ff., 722; Urteil v. 20. Juli 1999, VII R 85/98, ZfZ 1999, 381 ff., 383;… Urteil v. 19. Dezember 2002, IV R 37/01, BStBl. II 2003, 385 ff., 387 f., BFH/NV 2003, 676 ff., 677).
Die Übertragung dieser Pflichten für das Versandverfahren mit der Folge des Ausschlusses der Exkulpationsmöglichkeit hat der BFH schon im Urteil vom 20. Juli 1999, VII R 85/98, aaO. anerkannt.
Insoweit ist höchstrichterlich geklärt, dass dem Steuerpflichtigen die strafbaren Handlungen von Vertretern und Erfüllungsgehilfen --jedenfalls im Hinblick auf eine Verlängerung der normalen Festsetzungsfrist-- zugerechnet werden können (…Senatsentscheidungen vom 30. Oktober 1990 VII R 18/88, BFH/NV 1991, 721, und vom 20. Juli 1999 VII R 85/98, BFHE 189, 244).
FG München, 26.07.2000 - 3 K 4322/99
Hauptverpflichteter als Schuldner von Eingangsabgaben; Zuständigkeit für die …