Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.07.2015&Aktenzeichen=X%20R%2037/13
Timestamp: 2019-12-12 13:35:13
Document Index: 24437118

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 126', '§ 4', '§ 252', '§ 8', '§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 253', '§ 13', '§ 367', '§ 34', '§ 17', '§ 143', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', 'Art 56', '§ 6', '§ 6', '§ 4', '§ 252', 'EuG']

BFH, 29.07.2015 - X R 37/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,46202
BFH, 29.07.2015 - X R 37/13 (https://dejure.org/2015,46202)
BFH, Entscheidung vom 29.07.2015 - X R 37/13 (https://dejure.org/2015,46202)
BFH, Entscheidung vom 29. Juli 2015 - X R 37/13 (https://dejure.org/2015,46202)
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Zugehörigkeit von Beteiligungen zum notwendigen Betriebsvermögen - Erhöhung der Anschaffungskosten von Beteiligungen durch verdeckte Einlagen - Korrektur nach den Grundsätzen des formellen Bilanzenzusammenhangs
§ 3c Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 1 des Außensteuergesetzes (... AStG), § 3c Abs. 2 EStG, § 1 AStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 252 Abs. 1 Nr. 1 des Handelsgesetzbuches, § 8 Abs. 3 Satz 3 des Körperschaftsteuergesetzes, § 6 Abs. 6 Satz 2 EStG, § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG, § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG, § 253 Abs. 2 Satz 3 Alternative 2 HGB, § 13a EStG, § 367 Abs. 2a der Abgabenordnung, § 34 Abs. 12, 7 KStG 2002, § 17 EStG, § 143 Abs. 2 FGO
§ 3c Abs 2 EStG 1997, § 4 Abs 1 EStG 1997, § 5 Abs 1 EStG 1997, § 6 Abs 1 Nr 2 S 2 EStG 1997, Art 56 EG
Zugehörigkeit einer Beteiligung zum notwendigen Betriebsvermögen; Bewertung der Beteiligung bei erstmaliger Einbuchung
Einbuchung nach unterlassener Bilanzierung - Korrektur nach den Grundsätzen des formellen Bilanzenzusammenhangs
EStG § 6 Abs. 1; EStG § 6 Abs. 2
Zugehörigkeit einer Beteiligung zum notwendigen Betriebsvermögen
Beteiligung eines Besitz-Einzelunternehmens an einer Kapitalgesellschaft als notwendiges Betriebsvermögen des Besitzunternehmers; Verstoß gegen die europarechtliche Kapitalverkehrsfreiheit
BB 2017, 49
In diesem Fall ist der Fehler in der Anfangsbilanz des ersten offenen Jahres erfolgsneutral zu korrigieren (zum Ganzen BFH-Urteile vom 29. Oktober 1991 - VIII R 51/84, BFHE 166, 431, BStBl II 1992, 512, unter II.3., und vom 29. Juli 2015 - X R 37/13, BFH/NV 2016, 536, Rz 58, beide m.w.N.).
Für die Beurteilung, ob ein Vorgang im Fehlerjahr erfolgswirksam oder gewinnneutral war, ist nicht isoliert auf den einzelnen Bilanzposten abzustellen --hier: auf die gewinnmindernde Einbuchung der Rücklage-; vielmehr ist eine Saldierung aller Bilanzposten vorzunehmen, die durch die fehlerhafte Buchung (durch den Vorgang) berührt werden (Senatsurteil in BFH/NV 2016, 536, Rz 58, m.w.N.).
Liegt die fehlerhafte Bilanz einem Steuer- oder Feststellungsbescheid zugrunde, der aus verfahrensrechtlichen Gründen nicht mehr geändert werden kann, so ist der Bilanzansatz in der letzten Schlussbilanz, die einer bestandskräftigen und nicht mehr änderbaren Veranlagung zugrunde gelegen hat, nach dem Grundsatz des formellen Bilanzzusammenhangs unverändert in die Anfangsbilanz des ersten verfahrensrechtlich offenen Jahres zu übernehmen (vgl. § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG und § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB; BFH-Urteil vom 29.07.2015 X R 37/13, BFH/NV 2016, 537).
Der unrichtige Bilanzansatz ist dann in der Schlussbilanz richtigzustellen, die der ersten Steuerfestsetzung oder Gewinnfeststellung zugrunde liegt, in der dies unter Beachtung der für den Eintritt der Bestandskraft und der Verjährung maßgeblichen Vorschriften möglich ist (BFH-Urteile vom 29.07.2015 X R 37/13, BFH/NV 2016, 536;… vom 05.06.2014 IV R 29/11, BFH/NV 2014, 1538).
Die Grundsätze der Entscheidung des EuGH sind daher im Streitfall entsprechend anwendbar (vgl. BFH-Urteil vom 29. Juli 2015 X R 37/13, BFH/NV 2016, 536;… BFH-Beschluss vom 11. April 2011 I B 180/10, BFH/NV 2011, 1696, Rz 13 ff.; vgl. FG München, Urteil in EFG 2010, 1704).
Wirtschaftsgüter des notwendigen Privatvermögens, die --was im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens unterstellt werden soll-- zu Unrecht in der Bilanz ausgewiesen sind, sind aber im Wege der erfolgsneutralen Korrektur in der ersten offenen Anfangsbilanz auszubuchen (für Wirtschaftsgüter der Aktivseite BFH-Urteile vom 19. Juni 1973 I R 201/71, BFHE 109, 529, BStBl II 1973, 706, unter 4., und vom 29. Juli 2015 X R 37/13, BFH/NV 2016, 536, Rz 56; für Wirtschaftsgüter der Passivseite BFH-Urteil vom 26. Februar 1976 I R 150/74, BFHE 118, 337, BStBl II 1976, 378).
Die von der Rechtsprechung für den Fall einer rechtsirrig unterbliebenen Einlagenbuchung aufgestellten Grundsätze, wonach sich der Bilanzansatz nach dem Wert bestimmt, mit dem das bisher zu Unrecht nicht bilanzierte Wirtschaftsgut bei von Anfang an richtiger Bilanzierung zu Buche stehen würde und die bisher unberücksichtigt gebliebenen AfA-Beträge von den Anschaffungskosten abgezogen werden (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteile vom 22. Juni 2010 VIII R 3/08, BFHE 230, 342, BStBl II 2010, 1035 und vom 29. Juli 2015 X R 37/13, BFH/NV 2016, 536), sind auf den Streitfall nicht anwendbar.
Dabei sind ausschließlich solche Umstände heranzuziehen, die spätestens bei Aufstellung der Bilanz für das Streitjahr bekannt waren (BFH, Urteil vom 29. Juli 2015, X R 37/13, BFH/NV 2016, 536).