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Timestamp: 2017-10-23 02:20:11
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Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 25', '§ 25', '§ 19', '§ 25', '§ 1', '§ 25']

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www.frag-einen-anwalt.de Steuerrecht Gesamtdifferenzbesteuerung
10.11.2014 15:07 |
Zusammenfassung: Anwendung der Differenzbesteuerung
Darf ich als Widerverkäufer bei ebay in diesen Fall die Gesamtdifferenzbesteuerung anwenden:
1)	Wird aus mehreren Einzelgegenständen, die jeweils für sich die Voraussetzungen der Differenzbesteuerung erfüllen, ein einheitlicher Gegenstand hergestellt oder zusammengestellt, unterliegt die anschließende Lieferung dieses "neuen" Gegenstands nicht der Differenzbesteuerung.
-	Durch Instandsetzung, Wartung, Verbesserungen, Reparaturen wechsele ich bei vielen Handys die Oberschale. Eine Verbesserung, Wartung oder Reparatur des erworbenen Gegenstandes ist für die Differenzbesteuerung nicht hinderlich. Dadurch wird die Identität des Gegenstandes nicht verändert.
2)	Muss ein Antrag gestellt werden? Oder wenn Voraussetzungen erfüllt als Widerverkäufer „einfach" anwenden
3)	Die Oberschalen und die Ladegeräte sind neue Teile und der Einkauf bei den Oberschalen erfolgte mit MwSt. Die Ladegeräte wurden ohne MwSt aus EU geliefert.
Kurz: Es wurden MwSt. bezahlt.
Durchschnittskauf eines Handys: 10 EUR
Oberschale: 2 EUR (mit MwSt.)
Ladegerät: 1 EUR (ohne MwSt.)
Verkaufspreis: 60 EUR
Bemessungsgrundlage Differenzbesteuerung: 60 EUR – 10 EUR
Umsatzsteuer 50 EUR /1,19 = 7,98 EUR
Wird ein Gebrauchtgegenstand durch den Wiederverkäufer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG geliefert, ist als Bemessungsgrundlage der Betrag anzusetzen, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis für den Gegenstand übersteigt; die in dem Unterschiedsbetrag enthaltene Umsatzsteuer ist herauszurechnen. Nebenkosten, die nach dem Erwerb des Gegenstands angefallen, also nicht im Einkaufspreis enthalten sind, z.B. Reparaturkosten, mindern nicht die Bemessungsgrundlage.
4)	Die Handys werden mit Akkus und Ladegeräte geliefert, die Norm der Ladegeräte aus England sind anders (http://2.bp.blogspot.com/-3o_seQRNMZg/TbrxQQedhhI/AAAAAAAAAn4/oJju4ef9Eww/s1600/Nokia+home+charger.jpg) . Daher müssen Ladegeräte durch neue ersetzt werden.
Einsatz editiert am 10.11.2014 15:33:41
10.11.2014 | 17:43
1. Anwendung Differenzbesteuerung ?
Nach § 25 a Abs. 1 Nr. 2 UStG muss die Lieferung der Gegenstände an einen gewerblichen Wiederverkäufer folgende Anforderungen erfüllen:
a) Die Gegenstände müssen im Inland oder im übrigen Gemeinschaftsgebiet erworben sein
b) Desweiterern setzt die Differenzbesteuerung nach § 25a Abs. 1 Nr. 2 UStG voraus, dass für die Lieferung des Gegenstands an den Wiederverkäufer Umsatzsteuer im Gemeinschaftsgebiet nicht geschuldet, nach § 19 Abs. 1 UStG nicht erhoben (Kleinunternehmern) oder die Differenzbesteuerung im Gemeinschaftsgebiet vorgenommen wurde. Dies erfasst insbesondere die folgenden Fälle des Erwerbs eines Gegenstandes innerhalb der EU:
1. Erwerb von einer Privatperson oder einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die nicht Unternehmer ist;
2. von einem Unternehmer aus dessen nichtunternehmerischen Bereich;
3. voneinem Unternehmer, der mit seiner Lieferung des Gegenstands unter eine Steuerbefreiung fällt, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führt;
4. von einem Kleinunternehmer, der nach dem Recht des für die Besteuerung zuständigen Mitgliedstaates von der Steuer befreit oder auf andere Weise von der Besteuerung ausgenommen ist, oder
5. von einem anderen Wiederverkäufer, der auf seine Lieferung ebenfalls die Differenzbesteuerung angewendet hat.
Die Lieferung der Oberschalen fällt unter keine dieser Gruppen, da dahingehend von Ihrem Lieferanten die Umsatzsteuer offen ausgewiesen wurde, die Sie wiederum zum Vorsteuerabzug berechtigt. Eine Anwendung der Differenzbesteuerung auf die Oberschalen ist daher nicht möglich.
Bei der Lieferung der Ladegeräte kommt es desweiteren nicht auf die Frage an, ob die Identität des Gegenstandes Handy noch gewahrt ist oder ob die Mitlieferung eines Ladegerätes bereits einen neuen Gegenstand "erschaffen" hat.
Dies liegt darin begründet, dass die Differenzbesteuerung bereits nach § 25a VII Nr.1a UstG nicht anzuwenden ist, wenn die Lieferung der Ladegeräte als innergemeinschaftliche Lieferung an Sie steuerfrei erfolgte. Dafür spricht der fehlende Steuerausweis auf der Rechnung. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, weil Ihr Lieferant z.B. auch ein Wiederverkäufer ist, bitte ich um eine entsprechende Ergänzung des Sachverhaltes.
Aber auch für die Annahme der Identität des Gegenstandes spricht m.E. nach nur wenig. UstAE 25.5 IV führt dazu aus: "Wird aus mehreren Einzelgegenständen, die jeweils für sich die Voraussetzungen der Differenzbesteuerung erfüllen, ein einheitlicher Gegenstand hergestellt oder zusammengestellt, unterliegt die anschließende Lieferung dieses "neuen" Gegenstands nicht der Differenzbesteuerung. Das gilt auch, wenn von einem erworbenen Gebrauchtgegenstand anschließend lediglich einzelne Teile geliefert werden (z. B. beim Ausschlachten eines Pkw)."
Die Auslegung dieses Passus` spricht m.E. nach dafür, dass an die Annahme der Identität des Gegenstandes hohe Anforderungen gestellt sind. Da hier über die Wartung oder Reparatur hinaus Veränderungen an dem Handy vorgenommen werden, unterliegt Ihr Fall auch aus diesem Grunde bereits nicht der Differenzbesteuerung.
2. Antrag ?
Die Stellung eines Antrages ist bei den von Ihnen gehandelten Waren nicht nötig. Vielmehr erfolgt die Anwendung der Differenzbesteuerung durch die entsprechende Erklärung in der jeweiligen Umsatzsteuer-Voranmeldung und durch die Anwendung auf die Wiederverkäufe.
Nachfrage vom Fragesteller	10.11.2014 | 18:14
1) Es wurden keine Handys ausgeschlachtet oder aus 3 Handys eins zusammengeschraubt. Die Handys wurden getestet, gereinigigt und die defekten Oberschalen (Reparaturkosten) gewechselt.
Der Anwendungsbereich der Differenzbesteuerung ist auf Wiederverkäufer beschränkt. Als Wiederverkäufer gelten Unternehmer , die im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit üblicherweise Gebrauchtgegenstände erwerben und sie danach , ggf. nach Instandsetzung, im eigenen Namen wieder verkaufen
2) Ladegeräte sind Nebenkosten
Wird ein Gebrauchtgegenstand durch den Wiederverkäufer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG geliefert, ist als Bemessungsgrundlage der Betrag anzusetzen, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis für den Gegenstand übersteigt; die in dem Unterschiedsbetrag enthaltene Umsatzsteuer ist herauszurechnen. Nebenkosten, die nach dem Erwerb des Gegenstands angefallen, also nicht im Einkaufspreis enthalten sind, z.B. Reparaturkosten, mindern nicht die Bemessungsgrundlage
3)http://www.frag-einen-anwalt.de/Differenzbesteuerung---f174618.html
Bemessungsgrundlage Differenzbesteuerung: 60 EUR – 10 EUR Umsatzsteuer 50 EUR /1,19 = 7,98 EUR
Kann ich bei diesem Fall die Gesamtdifferenzbesteuerung anwenden, dass ist sehr wichtig. Oder muss ich ein Teil oder komplette USt. nachzahlen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.11.2014 | 10:30
mir ist nicht ganz klar, worauf Ihre Nachfrage abzielt. Die Anwendung der Differenzbesteuerung setzt voraus, dass man nicht nur wie von Ihnen dargestellt Wiederverkäufer ist, sondern dass unter anderem gemäß § 25a VII Nr.1a UStG die Vorleistungen (Ladegeräte) auch nicht innergemeinschaftlich und damit steuerfrei geliefert wurden. Ist dies wie bei Ihnen der Fall, da die Rechnung ohne Ust erfolgte (steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung), darf die Differenzbesteuerung auf Ihre weiteren Lieferungen nicht angewandt werden. Vielmehr ist die Regelbesteuerung mit 19% anzuwenden.
Die Lieferung der Oberschalen kann ebenfalls nicht der Differenzbesteuerung unterworfen werden, da Ihr Lieferant bereits für die Oberschalen Ust ausgewiesen hat/geschuldet hat. Dies verhindert für sich alleine jedoch bereits die Anwendung der Differenzbesteuerung unabhängig von der Frage, ob überhaupt noch durch den Einbau der Ladegeräte die notwendige Identität des Gegenstandes gewahrt ist.
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