Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F18-10-2000-I_613-1999
Timestamp: 2016-10-22 23:50:30
Document Index: 339651411

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

I 613/99 (18.10.2000)
I 613/99 Gi
C.________, 1950, Reibenweg 41, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Othmar Sch�rmann, Bahnhofstrasse 39, Biel,
A.- Der 1950 geborene C.________ arbeitet seit 1993 als Lagerist und Chauffeur sowie im Bereich Einkauf bei der Firma D.________ AG mit Sitz in B.________, deren Hauptaktion�r er ist. Seit l�ngerer Zeit bestehende R�ckenbeschwerden verst�rkten sich Ende 1996 derart, dass ihm sein Hausarzt Dr. med. W.________, Innere Medizin FMH, vom 17. Dezember 1996 bis 30. Juni 1997 eine vollst�ndige sowie ab 1. Juli 1997 bis auf weiteres eine 50 %ige Arbeitsunf�higkeit bescheinigte.
Am 4. Juni 1997 meldete sich C.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. In der Folge holte die IV-Stelle Bern einen Arztbericht des Dr. med. W.________ vom Juni 1997, welchem ein Bericht des Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH f�r Neurochirurgie, vom 23. Mai 1997 beilag, einen Arbeitgeberbericht vom 25. Juni 1997 sowie die Gesch�ftsabschl�sse der D.________ AG f�r die Jahre 1994 bis 1996 ein. Ferner veranlasste sie nebst einem Zusammenzug der individuellen Konti (IK) interne berufliche Abkl�rungen (Berichte vom 25. November 1997/22. April 1998 und vom 11. M�rz 1998). Gest�tzt auf diese Unterlagen verneinte sie nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens einen Rentenanspruch, da lediglich ein Invalidit�tsgrad von 35 % vorliege (Verf�gung vom 9. Dezember 1998).
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern ab (Entscheid vom 26. Juli 1999).
C.- C.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei ihm mindestens eine halbe Invalidenrente, eventuell eine Viertelsrente zuzusprechen.
1.- Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Festlegung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) und in F�llen, in denen sich die Validen- und Invalideneinkommen nicht zuverl�ssig ermitteln lassen, nach dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren (BGE 104 V 137 Erw. 2c; AHI 1998 S. 252 Erw. 2b; RKUV 1996 Nr. U 237 S. 34 ff.; ZAK 1987 S. 260 Erw. 2a) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
2.- Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch auf eine Invalidenrente. Zu pr�fen ist zun�chst, in welchem Umfang die Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt ist.
a) Gem�ss Arztbericht des Dr. med. W.________ vom Juni 1997 leidet der Beschwerdef�hrer an rezidivierenden Lumboischialgien mit Neurokompressionen bei Bandscheibenvorf�llen auf verschiedenen Etagen bei einem Status nach Infiltrationstherapie, nach zweimaliger Diskushernienoperation sowie nach einmaliger Steroidinfiltration lumbal. Ab 1. Juli 1997 erachtete der Hausarzt die Wiederaufnahme der angestammten T�tigkeit im Umfang von 50 % zumutbar, wobei die bisher ausgef�hrten k�rperlich schweren mechanischen Arbeiten - insbesondere das Tragen von Lasten wie Mineral�lf�ssern �ber 15 kg - zu unterlassen und einzig noch leichte Besch�ftigungen wie B�roarbeiten und Kundenbesuche m�glich seien. Auch Dr. med. S.________ hatte in seinem Bericht vom 23. Mai 1997 festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer die bisherige Schwerarbeit (Verladen von F�ssern mit L�sungsmitteln und anderen Chemikalien) kaum je wieder werde vollumf�nglich leisten k�nnen. Es sei davon auszugehen, dass dieser insk�nftig nur noch im Ausmass von 50 % - im Rahmen des administrativen Teils seines Gesch�ftes - werde zu arbeiten imstande sein.
b) Den Berichten des internen Abkl�rungsdienstes der IV-Stelle vom 25. November 1997/22. April 1998 sowie der IV-Zweigstelle Biel vom 11. M�rz 1998 sind Hinweise auf ein Augenleiden - die Sehkraft des linken Auges betrage noch ungef�hr 60 %, diejenige des rechten noch maximal 20 % - zu entnehmen, welches Besch�ftigungen wie h�ufiges Lesen und Autofahren praktisch verunm�gliche. Der behandelnde Augenarzt Dr. med. X.________, G.________, habe insbesondere die f�r die Fahrtauglichkeit von Lastwagentransporten erforderliche minimale Sehf�higkeit verneint. Keine Anhaltspunkte sind in den Akten indes zur Frage zu finden, inwiefern der Versicherte angesichts seines gesamten Beschwerdebildes - namentlich auch unter Einbezug des seitens der Dres. med. W.________ und S.________ unber�cksichtigt gebliebenen Augenleidens - in seinem Leistungsverm�gen beeintr�chtigt ist. So erscheint es doch offenkundig, dass gerade diese Gesundheitsst�rung die Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers sowohl im Rahmen der durch die �rzte f�r zumutbar befundenen Administrativt�tigkeiten und Kundenbesuche am bisherigen Arbeitsplatz wie auch in anderen k�rperlich leichten Besch�ftigungen nicht unerheblich einzuschr�nken vermag.
c) Da sich die medizinische Aktenlage somit als unvollst�ndig erweist, kann der Aussage des internen Abkl�rungsdienstes der IV-Stelle in dessen Bericht vom 25. November 1997/22. April 1998, die Arbeitsf�higkeit sei bei Aus�bung einer der Behinderung angepassten T�tigkeit mit nahezu 100 % einzusch�tzen, wobei von einem zeitlichen Rendement von 80 % auszugehen sei, nicht gefolgt werden, zumal im Schlussbericht der IV-Zweigstelle Biel vom 11. M�rz 1998 demgegen�ber eine Leistungsf�higkeit f�r leichte Arbeit von lediglich 50 % angenommen worden war. Die Sache ist daher an die Verwaltung zur�ckzuweisen, welche eine medizinische Begutachtung veranlassen und hernach �ber den Rentenanspruch neu verf�gen wird. Die Expertise wird dar�ber Aufschluss zu geben haben, in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer im massgebenden Zeitraum (bis zum Zeitpunkt des Verf�gungserlasses vom 9. Dezember 1998 [BGE 121 V 366 Erw. 1b]) in seinen angestammten T�tigkeitsbereichen arbeitsf�hig war und welche anderen leidensangepassten erwerblichen Besch�ftigungenzumutbargewesenw�ren.
3.- Angesichts dieses Ergebnisses brauchtvorliegenddieFrage, obimRahmenvonArt. 28Abs. 2IVGderInvalidit�tsgradnachderallgemeinenMethodedesEinkommensvergleichs - wie vom Beschwerdef�hrer geltend gemacht - oder im ausserordentlichen Bemessungsverfahren zu ermitteln ist, nicht abschliessend beantwortet zu werden. Anzumerken bleibt indes, dass die Vorgehensweise der Verwaltung - wie im Bericht vom 25. November 1997/22. April 1998 dargelegt - entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren entspricht, bei welchem ein Bet�tigungsvergleich vorzunehmen und anschliessend der Invalidit�tsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsf�higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen ist (BGE 104 V 137 Erw. 2c; ZAK 1987 S. 260 Erw. 2a). Diese Bemessungsmethode kommt indes - auch bei Selbstst�ndigerwerbenden - nur und erst zur Anwendung, wenn die Einkommensvergleichsmethode keine zuverl�ssige Ermittlung des Invalidit�tsgrades erlaubt (vgl. ZAK 1981 S. 45 Erw. 2a). F�r die Wahl des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens ist hiebei entscheidend, inwiefern volks- und betriebswirtschaftliche Faktoren (u.a. Konjunkturlage und -entwicklung, Konkurrenzsituation, Mitarbeit von Familienangeh�rigen) die Gesch�ftsergebnisse vor und nach Eintritt des Gesundheitsschadens beeinflussen und die hinreichend genaue Bestimmung der auf dem eigenen Leistungsverm�gen beruhenden Einkommenssch�pfung (nicht) zulassen (AHI 1998 S. 254 Erw. 4a; vgl. auch AHI 1998 S. 122 f. Erw. 2c). Die Verwaltung wird mithin zu beurteilen haben, ob der Beschwerdef�hrer trotz seines Anstellungsverh�ltnisses zur D.________ AG in IV-rechtlichem Sinne als Selbstst�ndigerwerbender zu betrachten und, falls dies bejaht wird, welche Bemessungsmethode angesichts der konkreten Verh�ltnisse anzuwenden ist.
4.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 1999 und die Verf�gung vom 9. Dezember 1998 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle Bern zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Rentenanspruch neu verf�ge.
III. Die IV-Stelle Bern hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr 2'500. - (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
V.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.