Source: https://de.slideshare.net/UB_TU_Berlin/oa-ztg-20150226
Timestamp: 2017-04-28 18:01:15
Document Index: 250479916

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 38', '§ 38', '§ 12', '§ 15', '§ 38', '§ 38', '§ 23']

Workshop im Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin am 26.02.2015 zu den Themenbereichen Urheberrecht, Zitieren, Rechteinholung, Open Access und Creative Commons-Lizenzen
Vortrag gegliedert in 3 Bereiche: Grundsätze Urheberrecht Einführung Open Access Creative Commons-Lizenzen
Vertragsfreiheit, ABER keine unlauteren, sittenwidrigen Abreden Vertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden ; aber besser vermeiden zwecks Nachvollziehbarkeit der übertragenen Rechte s. auch Bestimmungen des Verlagsgesetzes, z.B. „soweit nicht aus dem Vertrage sich ein anderes ergibt, dem Verleger das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung (Verlagsrecht) zu verschaffen“ (§ 8 VerlG) Unabdingbares Zweitverwertungsrecht -> § 38 (4) UrhG: Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam. Ggf. Hinweis auf Nutzung im Rahmen von Abschluss- und Qualifikationsarbeiten falls zutreffend
§ 38 (4) UrhG Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.
Rein technische Änderungen und Vervielfältigungen? Z. B. Umwandlung CMYK in RGB Z.B. Umwandlung einer svg in png Bildausschnitt? Nur 5mm vom Rand entfernt? Sehr wahrscheinlich nein Nur 1 Detail aus ganzem Foto entnommen? Sehr wahrscheinlich ja Bild einfärben? Farbbild in s/w-Publikation? Sehr wahrscheinlich nein (außer die Bildaussage ändert sich durch die monochrome Färbung) Stil des Bildes verfremden, wie z.B. Scherenschnitt? Sehr wahrscheinlich ja ACHTUNG: Bearbeitung + Art der Bearbeitung müssen angegeben werden
Urheberrecht im Umfeld von Open Access
Dagmar Schobert, Kathleen Forth, Michaela Voigt openaccess@ub.tu-berlin.de
Universitätsbibliothek der TU Berlin | Workshop im Zentrum Technik und Gesellschaft am 26.02.2015
(§§ 12 - 14)
(§§ 15 - 24)
• Auch UrheberIn muss Rechte für weitere Nutzungen
• UrheberIn kann wiederholt einfache Rechte an
 Urheber räumt (einfache oder ausschließliche) Nutzungsrechte für
(bestimmte) Verwertungen ein
 Vertragsfreiheit: Vertragsparteien verhandeln die Bedingungen
 ABER: seit 2014 unabdingbares Zweitverwertungsrecht (vgl. § 38 (4)
 Lesen Sie Ihren Verlagsvertrag und modifizieren Sie ihn unter
 Passage zur Übertragung exklusiver Rechte für alle Nutzungsarten
 Formlos per E-Mail: Titel, Urheber und Quelle benennen, Art und Zweck der Nutzung beschreiben
(z.B. auf geplante Onlineveröffentlichung hinweisen)
 Verbesserung der Informationsversorgung und Ausweg aus der
• viele Verlage gestatten inzwischen eine Zweitveröffentlichung
• zu teils ganz unterschiedlichen Bedingungen  Preprint, Postprint,
Verlagsversion? Eigene Webseite, institutionelles Repositorium,
Fachrepositorium? Embargofrist von 6, 12 oder 24 Monaten? Wie muss
Hinweis auf Verlagsangebot gestaltet sein?
• Datenbank zu Verlagsleitlinien für wissenschaftliche Zeitschriften
• OA-Policies für monographische Werke müssen gesondert ermittelt
• „(…) eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer
Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens
zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist (…)“
• Unveräußerliches Recht, nur Postprint, 12 Monate Embargo
§ 38 (4) UrhG:
Zweitveröffentlichungen – Fragen Sie uns!
Das Zweitverwertungsrecht und die Richtlinien der Verlage sind
leider oft nicht ganz klar und konsistent formuliert. Gern
unterstützen wir die Autoren der TU Berlin beim Klären der Rechte.
 Kreatives Potential nutzen: Verbreitung und Nutzung von Werken
 Keine Abschaffung des Urheberrechts, sondern baut auf UrhG auf und
erweitert „Standardeinstellung“
 Lizenzgeber kann eine einmal vergebene Lizenz nicht widerrufen
4.0 International (CC BY 4.0)
 SA: Share-alike = Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Immer obligatorisch
Mit CC-Lizenzen räumen Sie der Allgemeinheit
Nutzungsrechte ein, die weiter sind, als das deutsche
Urheberrecht sie vorsieht.
• Behalten Sie sich Rechte für die eigene Weiternutzung
Ihrer Inhalte vor.
• Publizieren Sie nur in Verlagen, die mindestens den
Grünen Weg gestatten.
• Heben Sie Ihre Postprints und Verlagsverträge auf.
möglichst keine
• Kennzeichnen Sie die Werke Anderer.
• Immer auf der sicheren Seite ist, wer die Rechte einholt.
• Halten Sie alle Lizenzbedingungen von Creative
Commons-lizenzierten Werken ein.
Seien Sie sorgsam bei
Werken Dritter!
• Der Universitätsverlag empfiehlt die Verwendung der
Creative Commons-Lizenz: Namensnennung 3.0
Stellen Sie möglichst
Ihre Werke unter einer
freien Lizenz zur
NC – Keine
Term „nicht
kommerziell“ nicht klar
Untersagung von
SA – Weitergabe
Lizenzinkompatibilität
„copyleft“-Prinzip nur
für „Abwandlungen“ –
teils schwierige
Abgrenzung: was gilt
als Abwandlung?
ND – Keine
als Abwandlung bzw.
Nicht vereinbar mit
Forderung zur
Nachnutzung von OA-
 Bisher keine eindeutigen Gerichtsurteile zur Auslegung des Terms „nicht-
kommerziell“
Rein technische Änderungen
und Vervielfältigungen?
Nein, vgl. CC-Lizenztextlesung (ab ca. 00:35:00)
CC-lizenziertes Lied nutzen zur
Vertonung eines Videos?
Ja, vgl. CC-Lizenztextlesung (ca. 00:36:50)
Aufnahme in Sammelband? Nein, vgl. Abs. 1. a des Lizenztextes der CC BY 3.0 DE
Bildausschnitt? Bild einfärben? Jein: „Das Beschneiden eines Bildes stellt eine Umgestaltung im
Sinne des § 23 Abs. 1 UrhG dar, wenn dadurch die Bildaussage
verändert wird.“ (OLG Köln, Urteil vom 31.10.2014, Az. 6 U 60/14)
Nicht vereinbar mit Forderung zur Nachnutzbarkeit
von Open Access-Werken
Weiterführende Literatur & Links (2)
 Directory of Open Access Journals (DOAJ)  Verzeichnis von Open Access-Zeitschriften
 Stand Februar 2015: über 10.000 wissenschaftliche OA-Journale
 Directory of Open Access Books (DOAB)  Verzeichnis von Open Access-Monographien
 Stand Februar 2015: über 2700 OA-Monographien von ca. 90 Verlagen
 Ermöglicht u.a. Suche nach Verlagen, die Open Access-Monographien ermöglichen
 Suche nach Creative Commons-lizenzierten Inhalten
 Wikimedia Commons: Suche nach frei lizenziertem Bild-, Audio- und Videomaterial
 Flickr: Erweiterte Suche ermöglicht Filtern nach CC-Lizenz
 Google Bilder: Nach Suche ist unter „Suchoptionen“ ein Filtern nach Nutzungsrechten
 open-access.net  Informationplattform rund um Open Access
 u.a. Infos zu Rechtsfragen, Geschäftsmodellen
 insbes. FAQ für Autorinnen und Autoren
Telefon (030) 314-
Creative-Commons-Lizenzen: Verständlich und offen statt undurchschaubar und r...