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Timestamp: 2019-06-20 21:06:10
Document Index: 292954379

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 83', 'e contrario', 'Art. 115', 'Art. 240', 'Art. 167', 'Art. 167']

2C_297/2018 - 2018-04-13 - Öffentliche Finanzen und Abgaberecht - Staats- und Gemeindesteuer des Kantons Bern, Steuerperiode 2015, und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2015,
2C 297/2018
2.1. Gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben ist das ordentliche Rechtsmittel (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten; Art. 82 ff . BGG [SR 173.110]) grundsätzlich nicht gegeben, es sei denn, der angefochtene Entscheid betreffe erstens die direkte Bundessteuer und/oder kantonale oder kommunale Einkommens- und Gewinnsteuern, wobei sich zweitens eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 83 lit. m BGG in der Fassung vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Januar 2016 [AS 2015 9]; Urteil 2D 7/2016 vom 25. August 2017 E. 1.1, nicht publ. in: BGE 143 II 459).
2.3.1. Mithin ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig. Die Eingabe ist als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff . BGG entgegenzunehmen, was sich aus Art. 113 in Verbindung mit Art. 83 lit. m BGG e contrarioergibt. Zu einer solchen ist (nur) berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat (Art. 115 BGG).
2.3.4. Zuhanden des Steuerpflichtigen ist immerhin festzuhalten, dass es selbst bei einer formgültigen Beschwerde zu keiner Gutheissung hätte kommen können. So hat die Vorinstanz die Beschwerde nicht etwa abgewiesen, weil kein Härtefall vorliege, sondern vielmehr mit Blick darauf, dass der Steuererlass nicht infrage kommt, wenn die steuerpflichtige Person überschuldet ist und die gleichrangigen Gläubiger nicht im selben Ausmass auf ihre Forderungen verzichten (Art. 240c Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes [des Kantons Bern] vom 21. Mai 2000 [StG/BE; BSG 661.11], dieser in der Fassung vom 23. März 2010, in Kraft seit dem 1. Januar 2011 [BAG 10-113]). Die Überschuldung des Steuerpflichtigen ist offenkundig (vorne E. 1.1). Dass die anderen Gläubiger verzichtsbereit seien, macht der Steuerpflichtige nicht geltend, weshalb die Vorinstanz verfassungsrechtlich haltbar zum Ergebnis gelangen konnte, es greife der Ausschlussgrund der Überschuldung. Dasselbe gilt auf bundesrechtlicher Ebene, wo das "principe de la symétrie des sacrifices des créanciers" (dazu Pierre Curchod, in: Yves Noël/ Florence Aubry Girardin [Hrsg.], Commentaire romand zum LIFD, 2. Aufl. 2017, N. 14 zu Art. 167 DBG) allen übrigen Ausschluss- und Nichteintretensgründen
vorangestellt ist (Art. 167 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] in der Fassung vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Januar 2016 [AS 2015 9]). Dabei kann offenbleiben, ob bundesrechtlich überhaupt ein Rechtsanspruch auf Erlass besteht, dessen Verletzung im Verfahren der subsidiären Verfassungsbeschwerde angerufen werden könnte (Urteile 2D 50/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.3; 2D 46/2016 / 2D 47/2016 vom 22. November 2016 E. 2.2).
Entscheid : 2C_297/2018
Regeste : Staats- und Gemeindesteuer des Kantons Bern, Steuerperiode 2015, und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2015,
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143-I-1 • 143-II-459 • 143-IV-500
2C_297/2018 • 2D_46/2016 • 2D_47/2016 • 2D_50/2017 • 2D_7/2016
BGG: 42, 66, 68, 82, 83, 105, 106, 108, 113, 115, 116, 117
DBG: 167
AS 2015/9
2013/8435