Source: http://fotovoltaikanlage.net/de/node/1119
Timestamp: 2017-08-23 00:27:56
Document Index: 393701736

Matched Legal Cases: ['§6', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

Unter welchen Vorraussetzungen ist eine Photovoltaikanlage Anlagevermögen? | Photovoltaik Photovoltaikanlagen Vergleich Solaranlage
Start › Unter welchen Vorraussetzungen ist eine Photovoltaikanlage Anlagevermögen?
9568 mal gelesen
Besucher gesamt: 176.748
Schlägt man diesen Begriff im Einkommensteuergesetz nach, wird man keine eindeutige Antwort bekommen, denn er ist nicht erläutert. Anlagevermögen ist, ähnlich wie das Umlaufvermögen, grundsätzlich nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften zu bestimmen. (Nachzulesen im Einkommensteuergesetz §6 Abs. 1 Nr. 2)
Somit umfasst das Anlagevermögen nur die Gegenstände, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen.
In der Ausgabe 05/08 der Fachzeitschrift „Photovoltaik“ steht die Stellungnahme des Finanzgerichtes Rheinland- Pfalz zu folgender Frage: „Ob und unter welchen Umständen ist eine Gewinn mindernde Rückstellung in Form der Ansparabschreibung für die künftige Anschaffung einer Photovoltaikanlage gebildet werden kann.“
In dem zugrunde liegenden Sachverhalt wurde den Klägern eine Solarstromanlage angeboten. daraufhin erfolgte im selben Monat eine Bestellung durch die Kläger, jedoch sollte noch eine entsprechende Auftragserteilung erfolgen. Diese Auftragserteilung erfolgte dann mit Datierung auf den 30. Januar 2004, worauf den Klägern im März 2004 die Solarstromanlage in Rechnung gestellt wurde.
Noch im Januar 2004 hatte de Kläger unter seiner Wohnanschrift ein Gewerbe „Stromerzeugung durch eine Photovoltaikanlage“ angemeldet.
In der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2003 erklärten die Kläger einen Verlust aus Gewerbebetrieb in Höhe von Rund 15.750 Euro und begründeten das damit, dass für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage im Jahr 2004 eine Ansparabschreibung im Jahre 2003 gebildet werde, weil die Bestellung im Jahre 2003 erfolgt sei (voraussichtliche Anschaffungskosten rund 39.375 Euro, Ansparrücklage in Höhe von 40% = 15.750 Euro).
Im Einkommensteuerbescheid von 2003 wurde das vom Finanzamt abgelehnt, mit der Begründung, vor Neugründung eines Betriebes sei zwar ausnahmsweise die Bildung einer Ansparabschreibung möglich, wenn das Wirtschaftsgut im Jahr vor der Betriebsgründung bestellt worden sei, die Bestellung sei jedoch erst im Jahr der Betriebsgründung erfolgt.
Im Klageverfahren trugen die Kläger unter anderem vor, dass die im Jahre 2004 installierte Anlage bereits 2003 verbindlich bestellt worden sei. Das Finanzamt war der Auffassung, es fehle im konkreten Fall für die Berücksichtigung der Ansparabschreibung im Jahre 2003 an einer Bestellung der Anlage im Jahre 2003. Die im Jahre 2003 erfolgte Bestellung sei noch nicht hinreichend konkretisiert gewesen. das ergebe sich schon daraus, dass die endgültige Auftragserteilung erst im Jahre 2004 erfolgt sei. Daher hat das Landgericht Rheinland- Pfalz die Klage wegen der begehrten Berücksichtigung einer Ansparabschreibung im Jahre 2003 abgewiesen.
Für nicht im Handelsregister eingetragene Anlagenbetreiber ist das Wirtschaftsjahr identisch mit dem Kalenderjahr, auch nachzulesen im EStG § 4a Abs.1 Nr.3.
Die Einkommensteuererklärung für 2007 dürfte in den meisten Fällen noch nicht beim Finanzamt abgegeben worden sein. Hingegen dürften die Einkommensteuererklärungen für 2006 in den meisten Fällen durch Einkommsteuerbescheid bereits bestandskräftig sein. Berichtigungsvorschriften, die ausschließlich bezüglich der vergessenen Bildung einer Ansparrücklage die Bestandskraft durchbrechen können, sieht die Abgabenordnung nicht vor.
So können Anlagenbetreiber, die bereits im Jahre 2006 eine Ansparrücklage für die Verbindliche Bestellung einer Photovoltaikanlage gebildet haben, bei Investitionen in eine Photovoltaikanlage, deren Inbetriebnahme entweder im Jahre 2007 oder im Jahre 2008 erfolgt, Sonderabschreibungen unter den Voraussetzungen des § 7g EStG „Altfassungen“ vornehmen.
Ist das Wirtschaftsjahr gleich dem Kalenderjahr, kommt für alle verbindlichen Bestellungen von Photovoltaikanlagen im Jahre 2007 der Investitionsabzugsbetrag in Betracht (§ 7g EStG „Neufassung“). Dies gilt in den Fällen, in denen die Photovoltaikanlage frühestens nach dem 31. Dezember 2007 in Betrieb genommen wird. Die Investition in die Photovoltaikanlage sollte bis spätestens Ende des Jahres 2010 erfolgt sein.
Erfolgen sowohl die Bestellung der Anlage und deren Inbetriebnahme im Jahre 2007 darf keine Ansparabschreibung gebildet werden. Die Sonderabschreibung ist unter den Voraussetzungen des § 7g „Altfassung“ möglich, auch ohne dass in den Jahren zuvor eine Ansparabschreibung gebildet worden war. In diesem Falle darf die Sonderabschreibung auch ohne vorherige Ansparabschreibung in Anspruch genommen werden.
Um im Einzelfall Gewissheit zu erlangen, ob und unter welchen Voraussetzungen und für welche Besteuerungszeiträume die Regelung in den jeweiligen Fassungen der § 7g EStG einschlägig sind und ob sich bei einer entsprechenden Steuergestaltung ein Steuervorteil ergibt, kann es sich lohnen, einen Steuerberater zu konsultieren.
Autor: S.T. - Teilquelle: Fachzeitschrift „Photovoltaik“ - Ausgabe 05/08
Vereinte Nationen starten “Internationales Jahr der nachhaltigen Energie für Alle” zur Eröffnung des World Future Energy Summit
Solutronic Wechselrichter  lückenlose Fernüberwachung mit Solar-Log