Source: https://www.peterlang.com/view/9783631807828/html/ch08.xhtml
Timestamp: 2019-12-10 23:05:43
Document Index: 1349934

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 53', '§ 93', '§ 116', '§ 93', '§ 112', '§ 78']

A. Grundlagen : Der besondere Vertreter in der Aktiengesellschaft
A. Grundlagen : Der be...
Bevor der für diese Arbeit grundlegende HVB/UniCredit-Komplex und dessen wichtigste Rechtsprechung vorgestellt werden (unter IV), muss der besondere Vertreter zunächst in die im Aktiengesetz vorgesehenen Haftungssystematik eingeordnet und die aktuelle Regelung des Sondervertreters (unter I) erläutert werden. Nur so kann die neben den übrigen gesetzlichen Haftungsregelungen bestehende Notwendigkeit des Instituts eines besonderen Vertreters im aktienrechtlichen Gefüge verdeutlicht werden. Anschließend wird auf die historische Entwicklung des Rechtsinstituts eingegangen (unter II), um einen unverzichtbaren Einblick zu geben, woher das Rechtsinstitut kommt und wie es sich bis zur Rechtsprechung im Fall der HVB/UniCredit beziehungsweise bis zum heutigen Tag gewandelt hat.
Um das Rechtsinstitut des besonderen Vertreters näher auszuleuchten, seien zunächst die neben den §§ 46 – 48 AktG und § 53 AktG bestehenden wichtigsten aktienrechtlichen Einrichtungen zur Verantwortlichkeit und Durchsetzung von Ersatzansprüchen im Zusammenhang mit dem besonderen Vertreter dargestellt: Vorstandsmitglieder, die bei der Geschäftsführung ihre Pflichten verletzen, haften, wenn der Gesellschaft daraus ein Schaden entsteht, nach § 93 Abs. 2 AktG. In gleicher Weise müssen die Mitglieder des Aufsichtsrats nach § 116 S. 1 iVm. § 93 Abs. 2 S. 1 AktG für eigene Pflichtverletzungen einstehen. Grundsätzlich obliegt dabei die Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegen den Vorstand nach § 112 AktG dem Aufsichtsrat und gegen Aufsichtsratsmitglieder nach § 78 Abs. 1 AktG dem Vorstand.16
Bei diesen Konstellationen der gegenseitigen Geltendmachung von Ersatzansprüchen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat kann es...