Source: http://www.jurablogs.com/2010/12/07/lehrer-kinderporno-heften
Timestamp: 2017-10-18 08:12:33
Document Index: 239873902

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 59', '§ 81', '§ 59', '§ 11', '§ 81']

Der Besitz von Kinderporno-Heften als Dienstvergehen
Der beklagte Lehrer, ein Studienrat an Volks- und Realschulen in der Laufbahn des höheren Dienstes, hat durch den vorsätzlichen Besitz kinderpornographischer Schriften im Sinne von § 11 Abs. 3 StGB, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben, ein außerdienstliches Dienstvergehen begangen (§ 59 Satz 3 HmbBG a.F. i.V.m. § 81 Abs. 1 Satz 2 HmbBG a.F.).
Maßgeblich ist die Rechtslage zum Tatzeitpunkt, weil sich aus dem Inkrafttreten des Beamtenstatusgesetzes am 1. April 2009 für den Beklagten kein materiellrechtlich günstigeres Recht ergibt.
Der Beklagte hat das Dienstvergehen außerdienstlich begangen, weil sein pflichtwidriges Verhalten nicht in sein Amt und in die damit verbundene dienstliche Tätigkeit eingebunden war. Er hatte die kinderpornographischen Dateien ausschließlich auf seinem privaten Computer abgespeichert.
Das Verhalten eines Beamten innerhalb und außerhalb des Dienstes muss der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Beruf erfordert (§ 59 Satz 3 HmbBG a.F.). Besitzt ein Beamter vorsätzlich kinderpornographische Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB), so verstößt er gegen diese Pflicht.
Ein Verhalten des Beamten außerhalb des Dienstes erfüllt den objektiven Tatbestand eines Dienstvergehens, wenn die besonderen qualifizierenden Voraussetzungen des § 81 Abs. 1 Satz 2 HmbBG a.F. erfüllt sind ...
Veröffentlicht December 7, 2010 6:43am im Blog Rechtslupe.
Lehrer, Beamtenrecht, Disziplinarverfahren, Kinderporno