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Timestamp: 2018-02-24 06:22:57
Document Index: 324270342

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 22']

Grundstückverkehrsgesetz (Hauskauf, Immobilien, Grundstücke) - frag-einen-anwalt.de
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03.12.2008 22:06 |
Ich bin kein Landwirt und kein Forstwirt.
Ich bin seit Oktober Waldeigentümer, 1 ha.
Ich will Äcker kaufen.
Im Mai habe ich 6 Äcker besichtigt, Forderung des Verkäufers war nur alle 6 im Paket zu verkaufen. Ich habe ein Angebot gemacht.
Der Verkaufswunsch war allen benachbarten Landwirten bekannt, manche haben für Einzelflächen geboten.
Im Juni wurden die Ackerflächen vom Verkäufer in der Heimatzeitung ausgeschrieben.
Kaufinteressenten waren lt. Aussage des Verkäufer da, auch Landwirte in nächster Nähe.
Ich habe mein Angebot nachgebessert und den Zuschlag bekommen. 3 Grundstücke hat mein Onkel(Landwirt) gekauft und 3 habe ich gekauft, also die Bedingung des Verkäufers eingehalten. Meine 3 Grundstücke habe ich sofort an meinen Onkel verpachtet.
Wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung habe ich einen Zwischenbescheid vom Landratsamt bekommen und jetzt den Bescheid mit der Versagung.
Das Landratsamt hat einem Einspruch eines benachbarten Landwirts stattgegeben, weil angeblich eine ungesunde Verteilung vorliegt.
Der Verkäufer hatte ursprünglich ca. 132.000 qm Fläche. Mein Onkel hat jetzt 90000qm, ich hätte gerne 42000qm. Der Rest des Hofes ist die Hofstelle mit 6000qm und ein Obstgarten mit 8000qm. Der Hof ist also dicht.
Was muß ich tun um das Rennen zu gewinnen?
Könnte mein Onkel auch noch einsteigen, ich geb ihm das Geld und er schenkt mir die Grundstücke?
Kann ich mir mit der Begründung für einen Einspruch etwas Zeit lassen(Dienstreise)?
Hat die Verpachtung keinen Einfluß auf die Entscheidung?
Der Wert der Grundstücke ist ca. 30000 Euro.
Nach § 2 Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG) bedürfen die rechtsgeschäftliche Veräußerung eines land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücks und der schuldrechtliche Vertrag hierüber der behördlichen Genehmigung.
Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn einer der in § 9 Abs. 1 GrdstVG aufgeführten Tatbestände vorliegt.
Nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG ist die Genehmigung zu versagen, wenn die Veräußerung eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens bedeutet.
Eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG liegt in der Regel dann vor, wenn die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht (vgl. § 9 Abs. 2 GrdstVG).
Ob die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht, kann von hier aus nicht abschließend beurteilt werden.
Dabei ist schon nicht klar, ob derartige Maßnahmen überhaupt vorliegen. Ist das nicht der Fall, kann die Veräußerung gleichwohl den Tatbestand des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG erfüllen. In diesem Fall müssen aber zumindest nachteilige Auswirkungen auf die Agrarstruktur erkennbar sein (vgl. vgl. BVerfGE 21, 73, 81).
In jedem Fall handelt es sich bei dem Begriff "ungesunde Verteilung des Grund und Bodens" um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der auch verfassungsrechtlich umstritten gewesen ist.
Die Verpachtung an einen Landwirt ist insoweit von Belang, als nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG dem Erwerber die Auflage gemacht werden kann, das erworbene Grundstück an einen Landwirt zu verpachten.
Dieser Umstand ist jedenfalls im Rahmen der zu beantragenden gerichtlichen Entscheidung vorzutragen.
Gegen den Bescheid des Landratsamtes müssen Sie binnen zwei Wochen nach Zustellung Antrag auf gerichtliche Entscheidung nach § 22 Abs. 1 GrdstVG stellen.
Viel Zeit können Sie sich bei dieser Sache demnach nicht lassen.
Sie sollten vielmehr einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen, um Rechtsverlusten vorzubeugen. Selbstverständlich können Sie auch auf meine Dienste zurückgreifen. In diesem Fall bitte ich um eine Kontaktaufnahme unter der unten mitgeteilten E-Mail-Adresse.
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