Source: http://windmonitor.iwes.fraunhofer.de/windmonitor_de/1_wind-im-strommix/1_energiewende-in-deutschland/3_Strompreis/
Timestamp: 2017-10-17 16:47:15
Document Index: 198019902

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 7', '§ 19', '§ 19', '§ 17', '§ 3', '§ 40']

Der durchschnittliche Preis, den ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500–5000 kWh zahlt, beträgt 28,8 ct / kWh in 2016. Der Preis für die Endverbraucher ist somit binnen 5 Jahren um 17,5 Prozent und für Industriekunden um 18,3 Prozent gestiegen, für große Industriekunden ist der Preis dagegen um 17 Prozent gefallen. [Eurostat]
Datenquellen: [Eurostat]; [EPEX]
Der Strompreis, den Industrie- und Privatkunden zahlen, enthält neben den Kosten der Energieerzeugung und des Vertriebs auch verschiedene Preisaufschläge. Der Kostenblock Erzeugung, Transport und Vertrieb, der 2016 46 Prozent des Strompreises ausmachte, ist in den letzten fünf Jahren nahezu konstant geblieben. Daneben setzt sich der Strompreis aus acht staatlich festgesetzten Abgaben und Umlagen zusammen [BDEW]:
Erzeugung, Transport und Vertrieb mit 13,27 ct / kWh.
Konzessionsabgabe für die Einräumung von Wegerechten in den Kommunen (§ 48 EnWG) mit gemeindegrößenabhängigen Beträgen, wobei der Durchschnittswert bei ca. 1,66 ct / kWh lag [BDEW].
Die EEG-Umlage zum Ausgleich der Differenz zwischen Einspeisevergütung und tatsächlichen Verkaufserlösen wird jeden Oktober von den ÜNB für das Folgejahr neu berechnet (6,35 ct / kWh) [UeNB].
Die KWK-Umlage dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (0,445 ct / kWh) (§ 7 KWKG).
Die § 19-Umlage (§ 19 StromNEV) gleicht die Netzentgeltbefreiung stromintensiver Unternehmen aus. Sie beträgt 0,378 ct / kWh in 2016 und 0,388 ct / kWh in 2017 [UeNB].
Die Offshore-Haftungsumlage (§ 17f EnWG) zur Deckung von Schadensersatzkosten durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks lag bei 0,04 ct / kWh für 2016 und sinkt 2017 auf -0,028 ct / kWh [UeNB].
Die Stromsteuer beträgt seit 2003 2,05 ct / kWh (§ 3 StromStG).
Auf die Summe aller Posten werden 19 Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen (4,6 ct / kWh).
Die EEG-Umlage steigt 2016 von 6,17 ct / kWh auf 6,35 ct /kWh (+ 2,9 Prozent) und wird sich 2017 auf 6,88 ct / kWh erneut um 8,3 Prozent erhöhen. Für den Anstieg der EEG-Umlage sind neben den größeren Einspeisemengen von Offshore-Strom mit hohen Einspeisevergütungen auch die Ausweitung des Industrieprivilegs und der Rückgang des Börsenstrompreises mitverantwortlich.
Bei der Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen (§§ 40 ff. EEG) zahlen die begünstigten Unternehmen je nach Stromverbrauch und -intensität eine geringere EEG-Umlage oder werden komplett befreit. Im Jahr 2016 profitierten 2835 Abnahmestellen mit einer privilegierten Strommenge von 107 233 GWh, während es 2015 noch 2941 Abnahmestellen mit einer Strommenge von 108 127 GWh waren [BMWi]. Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbarer Energien (BEE) aus dem Jahr 2014 erhöht das Industrieprivileg die EEG-Umlage in einer Größenordnung von 1,26 ct / kWh. Den Effekt sinkender Börsenstrompreise beziffert dieselbe Studie auf 1,47 ct / kWh [EEG].
Die ÜNB berechnen jedes Jahr im Oktober die EEG-Umlage, die im folgenden Jahr fällig wird. Für die Berechnung der Umlage wird der September-Kontostand verwendet. Aufgrund von Abweichungen zwischen Prognose und realer Entwicklung lag der Kontostand im September 2016 (Berechnungsbasis für die Umlage im Folgejahr) bei 1,9 Mrd € [UeNB]. Die positive Deckung des Kontos wirkt sich in der EEG-Umlage mit fast 0,6 ct / kWh aus. Um Unsicherheiten in der Berechnung der ÜNB aufzufangen, wurden 0,424 ct / kWh als Liquiditätsreserve vorgesehen.
Das Börsenhandelsvolumen für Deutschland und Österreich (Phelix) am EPEX-Spotmarkt hat sich von 135 TWh in 2009 auf über 264 TWh im Jahr 2015 verdoppelt. Dazu trägt auch die seit 2010 eingeführte Pflicht zur Vermarktung des EEG-Stroms über die Börse bei [BNetzA]. Der Börsenpreis sank Anfang des Jahres 2016 weiter auf ein Rekordtief. Die Monate Februar bis Mai verliefen auf sehr niedrigem Niveau. Im Herbst stiegen die Preise wieder und überstiegen ab November das Vorjahresniveau. Dazu trug auch eine starke Nachfrage aus dem Ausland bei, nachdem in Frankreich mehrere Atomkraftwerke wegen Sicherheitsüberprüfungen vom Netz genommen werden mussten.