Source: https://www.datenschutzticker.de/tag/datenschutzkonferenz/
Timestamp: 2019-05-26 03:41:14
Document Index: 17886205

Matched Legal Cases: ['§ 21', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 26', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 29', 'Art. 15', 'BGH', 'EuG']

Datenschutzkonferenz | datenschutzticker.de
Schlagwort: Datenschutzkonferenz
Drohnen – datenschutzrechtlich bedenklich
In modernen Zeiten machen immer mehr Privatpersonen Gebrauch von Drohnen. Viele von diesen sind mit Videokameras ausgestattet um Kurzfilme aus der Luft aufnehmen zu können. Sobald sich eine Drohne jedoch über einem Wohngebiet befindet, werden Videoaufnahmen ungesetzlich. In einem solchen Fall wird in die Privatsphäre von anderen Personen eingedrungen.
Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat sich nun mit dem
„Positionspapier zur Nutzung von Kameradrohnen durch nicht-öffentliche Stellen“ zu der Einschätzung der datenschutzrechtlichen Problematik geäußert.
Das Positionspapier beruft sich dabei darauf, dass laut § 21b der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) der Betrieb von Drohnen, die elektronische Bildaufnahmen anfertigen können, über Wohngrundstücken verboten ist, wenn der betroffene Eigentümer oder Mieter nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Dies schränkt den Einsatzbereich von Drohnen mit Kamerafunktion durch Privatpersonen stark ein.
Die DSK ist der Ansicht, dass es sich bei der Nutzung von Kameradrohnen datenschutzrechtlich um eine Datenverarbeitung mittels Videoüberwachung handelt. Die DSGVO greift laut der DSK dann, wenn die Drohne im gewerblichen Bereich Anwendung findet. Eine Rechtsgrundlage wie beispielsweise die Verarbeitung zur Wahrung des berechtigten Interesses des Verantwortlichen oder eines Dritten, wäre im Stande die gewerbliche Nutzung der Drohen zu legitimieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang abzuwägen, ob das Interesse des Verantwortlichen oder das des Betroffenen vorrangig ist. In den „meisten Fällen“ würde die Einschätzung zu Gunsten des Betroffenen ausfallen.
Kategorien: Allgemein · Videoüberwachung
Schlagwörter: Datenschutzkonferenz, Drohnen, Videoüberwachung
Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern hat am 07.09.2018 auf seiner Internetpräsenz erste Bausteine aus einem Katalog von Referenzmaßnahmen veröffentlicht, die die Anwender bei der Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen nach den Vorgaben der DSGVO unterstützen sollen.
Es handelt sich dabei um den Maßnahmenkatalog zum Standard-Datenschutz-Modell (SDM). Das SDM soll Verantwortlichen und Behörden die Beurteilung erleichtern, ob eine Verarbeitung datenschutzkonform ist. Die Datenschutzkonferenz hatte bereits im April diesen Jahres die Entscheidung über die sukzessive Veröffentlichung des Katalogs getroffen.
Die Bausteine verfasste und veröffentlichte eine zuständige Unterarbeitsgruppe des Arbeitskreises „Technische und organisatorische Datenschutzfragen“ der Konferenz der Datenschutzbeauftragten. Eine Abstimmung der Datenschutzkonferenz über die Bausteine steht aktuell noch aus.
Die veröffentlichten Bausteine umfassen thematisch unter anderem die Aufbewahrung, das Protokollieren, Dokumentieren und Löschen von personenbezogenen Daten sowie das Datenschutzmanagement.
Ungeachtet ihrer Veröffentlichung befinden sich die Bausteine damit weiterhin in der Erarbeitungsphase. Die Veröffentlichung in dieser Phase dient dem Zweck, die Bausteine der öffentlichen Diskussion zugänglich zu machen. Die veröffentlichten Bausteine sollen damit in der kommenden Zeit getestet und gegebenenfalls im Anschluss überarbeitet werden. Die Verfasser erhoffen sich davon insbesondere, dass die Weiterentwicklung durch umfassendes Feedback der Anwender vorangetrieben wird. Dementsprechend empfehlen die Verfasser der Bausteine den Anwendern, dass sie ihre Erfahrungen mitteilen.
Weitere Bausteine sollen in nächster Zeit veröffentlicht werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Veröffentlichung der Bausteine aufgenommen wird.
Schlagwörter: Datenschutzbeauftragte, Datenschutzkonferenz
Homepage der Datenschutzkonferenz geht online
Die Datenschutzkonferenz ist ein Zusammenschluss von Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder. Seit gestern (19.07.18) ist ihre neue eigene Homepage unter www.datenschutzkonferenz-online.de abrufbar.
Mit dem Informationsangebot soll eine einheitliche Anwendung des europäischen und nationalen Datenschutzrechts gewährleistet werden. Es werden Entschließungen, Orientierungshilfen und Kurzpapiere der Datenschutzkonferenz für Nutzer bereitgestellt. Auf diese Weise sollen auch Auslegungshilfen zur Datenschutzgrundverordnung durch die Datenschutzbehörden veröffentlicht werden. Außerdem gibt es einen RSS-Feed, um über Neuerungen informiert zu werden und eine Aufstellung von Links zu datenschutzrechtlichrelevanten Aufsichtsbehörden.
Schlagwörter: Auslgeung DSGVO, Datenschutzkonferenz, Informationsportal
Datenschutzkonferenz sieht Einwilligungserfordernis bei Einsatz von Cookies und Tracking
Mit ihrer Stellungnahme vom 26.04.2018 hat die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern, bestehend aus Bundesdatenschutzbeauftragten, den Landesdatenschutzbeauftragten der 16 Bundesländer und dem Präsidenten des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, zur Frage der Anwendbarkeit des Telemediengesetzes (kurz TMG) nach Inkrafttreten der DSGVO am 25.05.2018 Stellung genommen. Dabei ging es vor allem um die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage der DSGVO die Verarbeitung personenbezogener Daten durch den Einsatz von Cookies und Trackingtools wie Google Analytics gestützt werden kann.
Bislang gilt nach dem TMG, dass der Diensteanbieter für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Telemedien Nutzungsprofile erstellen darf, sofern er diese Daten pseudonymisiert und der Betroffene dem nicht widerspricht. Dieses Opt-Out-Verfahren, auf das der Betroffene bislang im Rahmen der Datenschutzerklärung hinzuweisen ist, gilt ebenso für den Einsatz von Cookies. Einer Einwilligung des Betroffenen bedurfte es bisher daher nicht. Nach Auffassung der Datenschutzkonferenz soll sich dies unter der DSGVO nun ändern. Sie ist der Ansicht, dass die DSGVO den Regelungen des TMG sowie denen der bestehenden E-Privacy-Richtlinie vorgeht und Anbieter von Telemediendiensten personenbezogene Daten nur noch dann verarbeiten dürften, wenn dies für die Durchführung des angefragten Online-Services „unbedingt erforderlich“ sei. Für alle anderen Fälle müsse eine Interessenabwägung im Einzelfall durchgeführt werden.
Die Anwendbarkeit der DSGVO habe zur Folge, dass beim Einsatz von Tracking-Maßnahmen, „die das Verhalten von betroffenen Personen im Internet nachvollziehbar machen“, sowie beim Erstellen von Nutzerprofilen ab dem 25.05.2018 eine informierte Einwilligung des Betroffenen einzuholen sei. Dies auch dann, wenn die erhobenen personenbezogenen Daten pseudonymisiert würden. Gleiches gelte für den Einsatz von weiteren Cookies.
Das Papier steht damit im Gegensatz zu der herrschenden Rechtsansicht in der Praxis. Die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD), die hauptsächlich Betriebsdatenschutzbeauftragte vertritt, vertritt ihrerseits die Ansicht, dass Werbung nach der DSGVO prinzipiell „ein berechtigtes Interesse“ der Unternehmen darstelle und so gerade „grundsätzlich nicht von einer Einwilligung abhängig ist“. Da die EU-Gesetzgeber dies zumindest für den Einsatz von Direktwerbung festgelegt hätten, stellt sich die GDD auf den Standpunkt, dass dies ebenfalls für das pseudonymisierte Tracking gelten müsse, da eine solche Verarbeitungsweise weniger stark in das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen eingreife als eine direkte werbliche Ansprache. Gleiches gelte aus Sicht der GDD für Cookies, die ebenfalls zu Werbezwecken eingesetzt würden.
Kategorien: Allgemein · EU-Datenschutzgrundverordnung · Online-Datenschutz
Schlagwörter: cookies, Datenschutzkonferenz, Einwilligung, Tracking
Datenschutzkonferenz: Kritik an Vorratsdatenspeicherung von Fluggastdaten
Jede Flugreise bringt eine Flut von Daten mit sich. Wie bereits berichtet, werden Fluggastdaten auch in Deutschland ab Mai 2018 gespeichert – ähnlich wie in Großbritannien und den USA. EU-Sicherheitsbehörden können im Zuge des Fluggastdatengesetzes (FlugDaG) bis zu 60 verschiedene Datenkategorien bei Fluggesellschaften abfragen. Das Gesetz strebt die Bekämpfung von Terror und schwerer Kriminalität an.
In einer Entschließung der Datenschutzkonferenz sprachen sich die unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder für eine Nachbesserung des FlugDaG aus. Insbesondere kritisieren die Behörden die langfristige Speicherung von Fluggastdaten (Passenger Name Records – PNR) aller Passagiere. Sie berufen sich dabei auf den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), der in seinem Gutachten vom 26. Juli 2017 das Fluggastdaten-Abkommen der EU mit Kanada für nicht mit der Europäischen Grundrechtecharta vereinbar erklärt hat.
Unter dem Deckmantel von Grundsätzen der Datensparsamkeit und der Erforderlichkeit argumentieren die Behörden im Sinne des EuGH. Die öffentliche Sicherheit und der Schutz vor Terrorismus rechtfertigen nicht die Erhebung und Verarbeitung sensibler Daten wie rassische und ethnische Herkunft, religiöse Überzeugungen oder das Sexualleben. Eine präzisere und besonders fundierte Begründung sei dazu nötig.
Wenn es während eines Aufenthalts eines Reisenden keine Anhaltspunkte für terroristische oder schwere Straftaten gibt, habe sich der Zweck der Datenübermittlung erfüllt. Wie der EuGH fordern die Datenschutzbehörden dann eine weitere Speicherung zu verbieten. Nach Ausreise sei eine Vorratsdatenspeicherung ohne objektive Anhaltspunkte für geplante Straftaten nicht gerechtfertigt.
Kategorien: Allgemein · Aufsichtsbehördliche Maßnahmen · Vorratsdatenspeicherung
Schlagwörter: Datenschutzkonferenz, EU-Fluggastdatenspeicherung, Europäische Grundrechtecharta, Europäischer Gerichtshof, Fluggastdaten, Neues Abkommen zu Fluggastdaten
Datenschutzkonferenz: Forderungen für die neue Legislaturperiode
Anlässlich des frisch gewählten Bundestags formulierten alle unabhängigen deutschen Datenschutzbehörden einen Katalog mit Grundsatzpositionen für die neue Legislaturperiode. Die diesjährige Vorsitzende der Datenschutzkonferenz, die niedersächsische Landesbeauftragte Barbara Thiel, legte das Dokument allen im Bundestag vertretenen Fraktionen vor. Die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern formulierten elf Forderungen an den deutschen Gesetzgeber.
Die Datenschutzbehörden warnen davor, Daten zu einer „rein wirtschaftlichen Größe“ zu machen und fordern, dass das Verbotsprinzip nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht unter dem modernen Schlagwort „Datensouveräntität“ zurückweichen darf. Das Grundprinzip der Datenminimierung müsse weiterhin an vorderer Stelle stehen. Diese Forderungen seien nach Ansicht der Konferenzvorsitzenden Thiel kein Hindernis für die Digitalisierung. Vielmehr sei Datenschutz als Grundrechtsschutz und „integraler und förderlicher Bestandteil“ von Fortschritt in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Grundsatzpositionen der Datenschutzkonferenz heben auch die Bedeutung von Privacy by Design und Privacy by Default hervor. Datenschutz muss im gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen bedacht und implementiert werden. Nach den Aufsichtsbehörden soll die Bundesregierungen solche Projekte und Innovationen fördern, auch indem sie sich mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung austauscht.
Weiter fordern die Aufsichtsbehörden ein eigenständiges Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz, das den Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 entspricht. § 26 BDSG-neu sei den aktuellen Herausforderungen wie z.B. durch verdeckte technische Überwachung, nicht gewachsen. Im Bereich von E-Health fordern die Datenschutzbehörden strenge Vorgaben, damit z.B. Patienten, die eine laufende Erfassung von Gesundheitsdaten via Wearables und Fitness-Apps nicht zustimmen, bei Versicherungstarifen nicht benachteiligt werden. Big-Data-Projekte im Gesundheitswesen sollten per Gesetz mit der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde abzustimmen sein. Schließlich sehen die Aufsichtsbehörden das Thema Vorratsdatenspeicherung weiterhin kritisch, jene sei „in all ihren Ausprägungen auf den Prüfstand zu stellen“.
Kategorien: Aufsichtsbehördliche Maßnahmen · Beschäftigtendatenschutz · EU-Datenschutzgrundverordnung · Gesundheitsdatenschutz · Internationaler Datenschutz/Konzerndatenschutz
Schlagwörter: Bundestag, Datenschutzaufsichtsbehörden, Datenschutzkonferenz
Positionspapier der Datenschutzkonferenz zu Safe-Harbor-Urteil
Die Datenschutzkonferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder (DSK) hat in einem nun veröffentlichten Positionspapier zum Safe-Harbor-Urteil des EuGH vom 6. Oktober 2015 klar gestellt, dass die deutschen Datenschutzbehörden solche Datenübertragungen in Zukunft untersagen wollen, die ausschließlich auf das Safe-Harbor-Abkommen gestützt sind, soweit sie davon Kenntnis erlangen. Damit verdeutlichen sie einen ersten Punkt ihrer zentralen Strategie. Des weiteren sind sie sich ebenfalls einig, derzeit keine neuen Genehmigungen für Datenübermittlungen in die USA auf Grundlage von verbindlichen Unternehmensregelungen (Binding Corporate Rules) oder Datenexportverträgen zu erteilen.
Noch Uneinigkeit herrscht hingegen im Umgang mit Übermittlungen personenbezogener Daten in die USA auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln. Sie seien nach dem Positionspapier zwischenzeitlich „in Frage“ zu stellen, ohne dass jedoch eine einheitliche Vorgehensweise postuliert wird. Der Hamburgische Landesdatenschutzbeauftragte beispielsweise erklärte, dass seine Behörde erst dann eine Datenübermittlung auf Basis der Standverträge beanstanden werde, wenn die Aufsichtsbehörden geklärt hätten, welche Konsequenzen aus dem o. g. EuGH-Urteil diesbezüglich genau zu ziehen sind. Fest steht jedoch, dass die deutschen Datenschutzbehörden bereits jetzt den transatlantischen Datenverkehr auf Beschwerden hin im Einzelfall überprüfen werden. Vor einer Entscheidung in den jeweiligen Verfahren ist jedoch nicht vor Februar 2016 zu rechnen.
Die britischen und die irischen Aufsichtsbehörden hingegen zeigen eine weniger strenge Haltung: Sie argumentieren hinsichtlich der Folgen des Urteils mit dem Wortlaut der Entscheidungsgründe, der sich allein auf die rechtliche Zulässigkeit des Abkommens beschränke. Sowohl Standardvertragsklauseln als auch Binding Corporate Rules seien von der Entscheidung unberührt, so dass diese nach wie vor rechtliche Grundlage für einen Datentransfer in die Vereinigten Staaten sein sollen.
Die DSK macht ihererseits schließlich deutlich, dass die Verantwortung für eine neue rechtliche Grundlage, die den Vorgaben des EuGH-Urteils Rechnung trägt, bei der EU-Kommission liegt. Diese solle bei den Verhandlungen mit den USA „auf die Schaffung ausreichend weitreichender Garantien zum Schutz der Privatsphäre zu drängen.“ Darüber hinaus seien die Kommissionsentscheidungen aus den Jahren 2004 und 2010 zu den Standardvertragsklauseln schnellstmöglich an die in dem EuGH-Urteil gemachten Vorgaben anzupassen. Die DSK begrüßt die in dieser Sache von der Art. 29-Gruppe gesetzte Frist bis zum 31. Januar 2016.
Kategorien: Aufsichtsbehördliche Maßnahmen · Internationaler Datenschutz/Konzerndatenschutz
Schlagwörter: Datenschutzkonferenz, EU-Kommission, Safe-Harbor, USA
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