Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_odertal_frankfurt_lebus
Timestamp: 2020-02-26 13:52:25
Document Index: 38345022

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 22', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 2', '§ 22', '§ 15', '§ 4', '§ 39', '§ 78', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

(GVBl.II/18, [Nr. 85])
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) und im Landkreis Märkisch-Oderland wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Odertal Frankfurt-Lebus mit Pontischen Hängen“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 676 Hektar. Es umfasst vier Teilflächen in folgenden Fluren:
Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder) 1, 39, 40, 116;
Lebus Lebus 3, 7, 8, 9, 10, 11, 14;
Schönfließ 2;
Wulkow bei Booßen 2;
Wüste Kunersdorf 1.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführten topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit den Blattnummern 1 bis 3 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 2 mit den Blattnummern 1 bis 15 aufgeführten Liegenschaftskarten. Zur Orientierung über die betroffenen Grundstücke ist eine Flurstücksliste als Anlage 3 beigefügt.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes wird gemäß § 22 Absatz 1 Satz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes eine Zone 1 festgesetzt, die der direkten menschlichen Einflussnahme weitgehend entzogen ist. Die Zone 1 umfasst rund 16 Hektar und liegt in folgenden Fluren:
Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder) 1, 39.
Innerhalb des Naturschutzgebietes ist weiterhin eine Zone 2 zur Grünlandnutzung festgesetzt. Die Zone 2 umfasst rund 119 Hektar und liegt in folgenden Fluren:
Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder) 116;
Lebus Lebus 3, 7, 9, 10, 11, 14;
Die Grenzen der Zonen sind in den in Anlage 2 Nummer 1 genannten topografischen Karten mit den Blattnummern 1 bis 3 sowie in den in Anlage 2 Nummer 2 mit den Blattnummern 1 bis 15 aufgeführten Liegenschaftskarten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den Liegenschaftskarten.
(4) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland, untere Naturschutzbehörden, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, welches das Odertal nördlich von Frankfurt (Oder) mit einer vielfältigen Auenlandschaft, von strukturreichen Trockenlebensräumen geprägte Talhänge sowie waldreiche Biotopkomplexe entlang des Alt Zeschdorfer und Booßener Fließes umfasst, ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Still- und Fließgewässer wie Quellfluren, Schwimmblatt- und Tauchfluren, Uferpionierfluren und Flutrasen, Röhrichte und Riede, der feuchten, frischen und trockenwarmen Staudenfluren, der Trocken- und Halbtrockenrasen, der offenen Lehmwände, der Nass-, Feucht- und Frischwiesen mit ihren Brachestadien, der Wildkrautfluren der Lehm- und Kalkäcker, der naturnahen Wälder wie Hart- und Weichholzauenwälder, Erlen-Eschen-Auenwälder, Erlenbruchwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, edellaubholzreichen Hang- und Schluchtwälder sowie der standorttypischen Gebüsche feuchter bis trocken-warmer Standorte;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzen- und Pilzarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), Körnchen-Steinbrech (Saxifraga granulata), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Traubige Graslilie (Anthericum liliago), Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis ssp. nigricans), Violette Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea), Großes Windröschen (Anemone sylvestris), Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), Österreichischer Lein (Linum austriacum), Haar-Pfriemengras (Stipa capillata), Echtes Federgras (Stipa pennata), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Strand-Grasnelke (Armeria maritima ssp. elongata), Ähriger Blauweiderich (Veronica spicata), Langblättriger Blauweiderich (Veronica maritima), Kantiger Lauch (Allium angulosum), Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris), Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Wasserfeder (Hottonia palustris), Schwimmfarn (Salvinia natans), Wassernuss (Trapa natans), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Einseitswendige Rentierflechte (Cladonia arbuscula), Strauchige Hornflechte (Cetraria aculeata) und Gefleckte Tononie (Toninia physaroides);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fische, Insekten und Weichtiere, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Fledermäuse (Chiroptera spp.), Singschwan (Cygnus cygnus), Graugans (Anser anser), Tundrasaatgans (Anser fabalis rossicus), Waldsaatgans (Anser fabilis fabilis), Blässgans (Anser albifrons), Krickente (Anas crecca), Löffelente (Anas clypeata), Reiherente (Aythya fuligula), Gänsesäger (Mergus merganser), Zwergsäger (Mergellus albellus), Rohrdommel (Botaurus stellaris), Silberreiher (Casmerodius albus), Seeadler (Haliaeetus albicilla), Wespenbussard (Pernis apivorus), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Kranich (Grus grus), Wachtelkönig (Crex crex), Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana), Kiebitz (Vanellus vanellus), Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Bekassine (Gallinago gallinago), Flussuferläufer (Actitis hypoleucos), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Silbermöwe (Larus argentatus), Sturmmöwe (Larus canus), Lachmöwe (Larus ridibundus), Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), Flussseeschwalbe (Sterna hirundo), Turteltaube (Streptopelia turtur), Eisvogel (Alcedo atthis), Wendehals (Jynx torquilla), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Neuntöter (Lanius collurio), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Wiesenpieper (Anthus pratensis), Laubfrosch (Hyla arborea), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Wechselkröte (Bufo viridis), Moorfrosch (Rana arvalis), Zauneidechse (Lacerta agilis), Glattnatter (Coronella austriaca), Ölkäfer (Meloe spp.), Bockkäfer (Cerambycidae), Großlaufkäfer (Carabus spp.), Sandlaufkäfer (Cicindela spp.), Stierkäfer (Typhoeus typhoeus), Prachtkäfer (Buprestidae spp.), Wildbienen (Apoidea spp.), Libellen (Odonata spp.), Schwarzer Bär (Arctia villica), Pappelglucke (Gastropacha populifolia), Gipskraut-Kapseleule (Hadena irregularis), Trockenrasen-Striemeneule (Simyra nervosa), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), Malermuschel (Unio pictorum) und Große Teichmuschel (Anodonta cygnea);
die Erhaltung des Burgwalls Kliestow aus landeskundlichen Gründen;
die Erhaltung des Gebietes zur Umweltbeobachtung und wissenschaftlichen Untersuchung ökologischer Zusammenhänge in Flusstal- und subkontinentalen Trocken-Lebensraumkomplexen;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Frankfurt-Lebuser Odertals mit weitläufigen, durch Gehölze, Kopfbaumreihen, Baumgruppen, Flutrinnen und Gewässer gegliederten Überschwemmungswiesen, steilen Talhängen mit blütenreichen Trockenrasen und gliedernden Gehölzen, darunter Streuobstbeständen sowie eines durch naturnahe Bäche, Wälder und strukturreiche Offenlandbiotope geprägten Seitentals;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des großräumigen internationalen Gewässer- und Feuchtgebietsverbundes entlang der Oder sowie als Kernbereich im regionalen Trockenbiotopverbund entlang der Odertalhänge.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebiets von gemeinschaftlicher Bedeutung „Odertal Frankfurt-Lebus mit Pontischen Hängen“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes), das ehemals die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung „Oderwiesen nördlich Frankfurt“ und „Oderberge“ sowie Teile des Gebiets von gemeinschaftlicher Bedeutung „Lebuser Odertal“ umfasste, mit seinen Vorkommen von
Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis (Dünen im Binnenland), Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Flüssen mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p., Trockenen europäischen Heiden, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii), Hartholzauenwäldern mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris) als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Trockenen, kalkreichen Sandrasen, Subpannonischen Steppen-Trockenrasen, Schlucht- und Hangmischwäldern (Tilio-Acerion), Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritären natürlichen Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber), Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Rotbauchunke (Bombina bombina), Rapfen (Aspius aspius), Steinbeißer (Cobitis taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), Bitterling (Rhodeus amarus), Stromgründling (Romanogobio belingi), Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), Grüne Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia), Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) und Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
(3) Darüber hinaus ist besonderer Schutzzweck der Zone 1 der Schutz der Gesamtheit ökologischer Prozesse in ihrer natürlichen Dynamik in dem Auenwaldkomplex Halbmeilenwerder.
das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten; ausgenommen ist das Betreten jeweils zwischen dem 1. August eines jeden Jahres und Ende Februar des Folgejahres außerhalb der Aue des Odertals und außerhalb der Feuchtbereiche der Seitentäler zum Zweck der Erholung sowie des Sammelns von Pilzen und Wildfrüchten gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 13;
außerhalb der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, außerhalb des in den in § 2 Absatz 2 genannten topografischen Karten als Reitweg eingetragenen Weges sowie außerhalb der nach öffentlichem Straßenrecht oder gemäß § 22 Absatz 5 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes als Reitwege markierten Wege zu reiten; § 15 Absatz 6 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg bleibt unberührt;
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Raufutter verwertende Großvieheinheiten (RGV) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle und Sekundärrohstoffdünger einzusetzen.
darüber hinaus bei der Grünlandnutzung innerhalb der Zone 2 § 4 Absatz 1 Nummer 16 gilt,
auf Grünland bei Beweidung Ränder von Gewässern wirksam gegen Trittschäden von weidenden Nutztieren geschützt werden;
Fanggeräte und Fangmittel so einzusetzen oder auszustatten sind, dass eine Gefährdung des Bibers, und des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist,
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei außerhalb der Zone 1 an der Oder, an Oderaltarmen und am Kunersdorfer See mit der Maßgabe, dass
die Fallenjagd nur mit Lebendfallen erfolgt und in einem Abstand von bis zu 100 Metern zu Gewässerufern verboten ist. Von der Einhaltung dieses Abstandes kann die untere Naturschutzbehörde Ausnahmen erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
keine Baujagd in einem Abstand von 100 Metern zum Ufer der Fließ- und Stillgewässer vorgenommen wird,
die im Sinne des § 39 des Wasserhaushaltsgesetzes und des § 78 des Brandenburgischen Wassergesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und die ordnungsgemäße Unterhaltung der Bundeswasserstraße Oder, soweit sie den in § 3 aufgeführten Schutzgütern nicht entgegensteht. Die Maßnahmen können durch einen abgestimmten Unterhaltungsplan dokumentiert werden;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Anlagen an der Bundeswasserstraße Oder sowie der Bau und die wesentliche Änderung von Anlagen, sofern sie nicht einer Planfeststellung unterliegen, im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde. Gegenstand der Benehmensherstellung ist dabei auch die Prüfung der Verträglichkeit mit den in § 3 Absatz 2 genannten Erhaltungszielen des Gebietes. Soll bei der Durchführung der Maßnahme von der Stellungnahme der zuständigen Naturschutzbehörde abgewichen werden, entscheidet hierüber die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt im Benehmen mit der Fachbehörde für Naturschutz und Landschaftspflege;
der Betrieb von Anlagen für die öffentliche Wasserversorgung, von Abwasseranlagen, von Messanlagen (Pegel-, Abfluss- und andere Messstellen) und sonstigen wasserwirtschaftlichen Anlagen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang. Die Unterhaltung dieser Anlagen bleibt im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde zulässig. Das Einvernehmen über regelmäßig wiederkehrende Unterhaltungsarbeiten kann durch langfristig gültige Vereinbarungen hergestellt werden;
die ordnungsgemäße Unterhaltung sonstiger rechtmäßig bestehender Anlagen, sofern diese nicht unter die Nummern 7, 8 und 10 fallen, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
das Sammeln von Pilzen und Wildfrüchten in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch außerhalb der Aue des Odertals und der Feuchtbereiche der Seitentäler jeweils ab dem 1. August eines jeden Jahres bis Ende Februar des Folgejahres;
Maßnahmen zum Schutz, Erhalt, zur Pflege, Erforschung und zur Zugänglichkeit von Bodendenkmalen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Das Einvernehmen ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht erheblich beeinträchtigt wird;
die Durchführung von Natur- und Umweltbildungsveranstaltungen mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde;
im Überschwemmungsbereich der Oder soll eine naturnahe Auendynamik durch geeignete Maßnahmen gefördert werden, zum Beispiel durch Rückbau von nicht benötigtem Uferdeckwerk und von künstlichen Strömungshindernissen in der Aue;
entlang der Oder sollen Uferstreifen von mindestens 20 Meter Breite ungenutzt bleiben, in geeigneten Bereichen soll dort die Entwicklung von Weichholzarten gefördert werden;
veränderte Abschnitte von Booßener Mühlengraben, Alt Zeschdorfer Mühlenfließ und Ragoser Talfließ sollen renaturiert und ihre ökologische Durchgängigkeit verbessert werden, zum Beispiel durch Rückbau von Quell-, Ufer- und Sohlbefestigungen, Förderung von Seitenerosion, Aufweitung von Wege-, Straßen- und Bahndurchlässen;
der Wasserhaushalt von Niedermoor- und Auenbereichen soll renaturiert werden indem Gräben außerhalb von Nutzungszeiten eingestaut werden;
Niederungsgrünland soll vorzugsweise als Mähwiese oder Mähweide genutzt werden, wobei in Wuchsschwerpunkten von Stromtalpflanzen eine Nutzungspause von Mitte Juni bis Ende August eingehalten werden soll und in Schwerpunkten der Fortpflanzungsstätten von wiesenbrütenden Vogelarten die erste Nutzung frühestens ab Mitte Juni eines jeden Jahres und die Mahd von innen nach außen beziehungsweise in Streifen erfolgen soll;
Trocken- und Halbtrockenrasen sollen vorzugsweise als Weide mit Schafen, Ziegen und Eseln genutzt werden; die Beweidung soll entsprechend eines mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmten und regelmäßig fortzuschreibenden Weideplanes durchgeführt werden; Gehölzaufwuchs soll im Rahmen der Weidepflege entfernt werden; an geeigneter Stelle kann die Vegetationsentwicklung von Magerrasen durch kontrolliertes Brennen im mehrjährigen Turnus unterstützt werden;
aufgelassene Grünland- und Trockenrasenflächen mit Restvorkommen charakteristischer Arten sollen wieder einer regelmäßigen extensiven Nutzung zugeführt werden; dabei können Entbuschungsmaßnahmen notwendig werden;
nicht gebietsheimische Gehölzarten, wie zum Beispiel Robinie (Robinia pseudoacacia), Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina), Hybrid- und Balsam-Pappel (Populus x canadensis, P. balsamifera), Amerikanische Esche (Fraxinus pennsylvanica), Eschen-Ahorn (Acer negundo), Fichte (Picea abies) und andere nicht gebietsheimische Nadelholzarten im Rahmen der Nutzung durch bevorzugte Entnahme und Mischungsregulierung zurückgedrängt werden,
Baumarten der jeweils natürlichen Waldgesellschaften, insbesondere Stiel- und Trauben-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde, auch durch Saat ergänzt werden,
in angrenzenden, zum Naturschutzgebiet hin geneigten Ackerflächen sollen zum Schutz von Trockenrasen- und Waldbiotopen vor Stoffeinträgen und Erosion Randstreifen angelegt werden;
auf Ackerland sollen Wildkrautarten der Kalk- und Lehmäcker gefördert werden;
zum Schutz von Trockenrasen in den Oderbergen und zum Schutz von Brut- und Rastvögeln in den Auenwiesen sollen Besucher informiert und gelenkt werden.
(1) § 5 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a, b und c tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tag nach der Verkündung in Kraft.
der Beschluss 130, Abschnitt II.2, des Bezirkstages Frankfurt (Oder) vom 14. März 1990 über das Naturschutzgebiet „Oderwiesen nördlich Frankfurt“;
die Anordnung Nummer 3 über Naturschutzgebiete des Landwirtschaftsrates der DDR vom 11. September 1967 über das Naturschutzgebiet „Oderberge“;
der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu Lebus an der Oder vom 27. April 1921 über das Naturschutzgebiet „Pontische Hänge von Lebus an der Oder“.
Potsdam, den 16. November 2018
Anlage 1 (zu § 2 Absatz 1) - Kartenskizze zur Lage des Naturschutzgebietes „Odertal Frankfurt-Lebus mit Pontischen Hängen“ 668.8 KB
Anlage 2 (zu § 2 Absatz 2) - Topografische Karten, Liegenschaftskarten 214.6 KB
Anlage 3 (zu § 2 Absatz 2) - Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Odertal Frankfurt-Lebus mit Pontischen Hängen“ 185.0 KB