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Timestamp: 2016-10-24 10:40:14
Document Index: 293349213

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29']

U 32/02 (25.10.2002)
U 32/02
Urteil vom 25. Oktober 2002
Pr�sident Borella, Bundesrichter Lustenberger und nebenamtlicher Richter Weber; Gerichtsschreiberin Durizzo
D.________, 1952, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Frau P.________
Versicherungsgericht des Kantons Wallis, Sitten
(Entscheid vom 11. Dezember 2001)
D.________, geboren 1952, arbeitete seit dem 30. Juni 1988 als Chauffeur bei der Firma S.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 22. August 1988 klemmte er sich den rechten Vorderarm in einem F�rderband ein, als er einen Stein entfernen wollte, und erlitt eine Diaphysenfraktur. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und schloss den Fall nach dem letzten Besuch des Versicherten bei Dr. med. C.________, Chirurgie FMH, am 25. Oktober 1991 ab.
Am 31. Mai 2000 meldete D.________ der SUVA einen (zweiten) R�ckfall. Gest�tzt auf die Berichte des Dr. med. P.________, Neurologie FMH, vom 13. Oktober 2000 sowie ihres Kreisarztes Dr. med. O.________, Chirurgie FMH, vom 16. Oktober 2000 lehnte die SUVA das Leistungsbegehren mit Verf�gung vom 4. April 2001 unter Hinweis darauf ab, dass keine Verschlimmerung organischer Unfallfolgen und ebenso wenig Befunde h�tten festgestellt werden k�nnen, die auch nur eine teilweise Erwerbsunf�higkeit rechtfertigen k�nnten. Die psychogene �berlagerung stehe in keinem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 22. August 1988 und auch die Ad�quanz zu dem als mittelschwer bis leicht zu qualifizierenden Unfall k�nne nicht bejaht werden. An dieser Auffassung hielt sie auch auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 21. Mai 2001).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Wallis mit Entscheid vom 11. Dezember 2001 ab.
D.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt sinngem�ss, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1 mit Hinweisen) und ad�quaten (BGE 107 V 176 f. Erw. 4b, 109 V 152 f. Erw. 3a; vgl. auch BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen; bei psychischen Fehlreaktionen BGE 115 V 136 Erw. 4c und 138 ff. Erw. 6 und 7) Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod), insbesondere auch bei R�ckf�llen und Sp�tfolgen (Art. 11 UVV; BGE 118 V 296 f. Erw. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen, best�tigt u.a. im Urteil F. vom 28. Juni 2001, U 50/99), zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Voraussetzungen des Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG), den Begriff der Invalidit�t (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG; vgl. auch BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) sowie die Verg�tung der notwendigen Reise-, Transport- und Rettungskosten (Art. 13 UVG). Richtig sind auch die Erw�gungen betreffend die W�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c; vgl. auch BGE 125 V 352 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.1 Die beim Unfall vom 22. August 1988 erlittene Diaphysenfraktur heilte bei konservativer Behandlung nur langsam, worauf der Versicherte am 28. Juni 1989 mit Erfolg operiert wurde (Behandlung der Pseudoarthrose durch Dekortikation, K�rettage und Osteosynthese mittels Platten und Spongiosatransplantation). Am 25. Oktober 1991 konnte die Behandlung abgeschlossen werden.
2.2 Anl�sslich der Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. O.________, Chirurgie FMH, am 13. Oktober 2000 berichtete der Versicherte �ber einen beinahe st�ndigen Schmerz am rechten Unterarm und Handgelenk. Diese Schmerzen w�rden bereits im Ruhezustand auftreten und verst�rkten sich bei Bewegungen und Anstrengungen. Er sei unf�hig, mit der rechten Hand einen Gegenstand zu ergreifen. Entgegen diesen subjektiven Angaben stellte der Kreisarzt eine symmetrische Trophik der oberen Extremit�ten fest und bemerkte Spuren von Arbeit an beiden Handfl�chen, rechts mehr als links. Dies lasse entgegen seinen Angaben darauf schliessen, dass der Patient die rechte Hand bis jetzt normal benutzt habe. Auch die neurologische Untersuchung durch Dr. med. P.________ vom 12. Oktober 2000 ergab einen nahezu normalen neurologischen Zustand und eine ausgezeichnete Mobilit�t von Handgelenk und Ellbogen; der Neurologe stellte einzig ein diskretes Karpaltunnelsyndrom fest. Offensichtlich liege eine psychogene �berlagerung vor.
2.3 Nach �bereinstimmenden Ergebnissen der genannten �rztlichen Untersuchungen liegen keine Unfallfolgen vor, die in nat�rlich kausalem Zusammenhang zum Ereignis vom 22. August 1988 stehen w�rden. Die eingereichten rudiment�ren Zeugnisse der im Jahre 2001 behandelnden mazedonischen �rzte (Dr. med. M.________, Chirurgie, Dr. med. A.________, Orthop�die und Traumatologie, Dr. E.________, Physiotherapie), welche lediglich Schmerzen in der Hand, Kraftverlust des Armes und Erm�dung feststellten und eine orthop�dische und eine psychotherapeutische beziehungsweise eine physiotherapeutische Behandlung empfehlen, verm�gen keinen anderen Schluss zu rechtfertigen.
Im �brigen w�re aber auch die ad�quate Kausalit�t allf�lliger psychischer Beeintr�chtigungen zu verneinen. Mit der Vorinstanz, auf deren zutreffende Erw�gungen verwiesen wird, ist das Ereignis vom 22. August 1988 den mittelschweren Unf�llen im Grenzbereich zu den leichten zuzuordnen, wobei die vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht hier f�r die Ad�quanz verlangten Kriterien (vgl. dazu auch Fr�sard, L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 39) beim Beschwerdef�hrer nicht erf�llt sind. Insbesondere ist kaum anzunehmen, dass er seit der letzten Behandlung in der Schweiz im Jahre 1991 bis zum Jahre 2000, als er mit Dr. med. C.________ wieder Kontakt aufnahm und in Mazedonien �rzte konsultierte, unter Dauerschmerzen litt, h�tte er diesfalls doch bereits fr�her wieder einen Arzt aufgesucht und der SUVA einen R�ckfall gemeldet. Des Weiteren kann auch die Behandlungsdauer nicht als aussergew�hnlich lang bezeichnet werden. Zwar richtete die SUVA vom 25. August 1988 bis zum 10. September 1989 sowie vom 21. Oktober bis zum 17. November 1991 bei einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % und vom 11. September 1989 bis zum 1. Oktober 1989 bei einer Arbeitsunf�higkeit von 50 % Taggelder aus; der Versicherte war jedoch bereits am 23. August 1988 in seine Heimat Mazedonien zur�ckgekehrt und nur zu diversen �rztlichen Kontrollen sowie zur Operation vom 28. Juni 1989 in die Schweiz gereist. Seine Behauptung, er habe auch nach seiner R�ckkehr nach Mazedonien �rztlich betreut werden m�ssen, hat er nicht belegt. Schliesslich liegt entgegen seiner Auffassung auch keine besondere Eindr�cklichkeit des Unfalls vor.
Der Beschwerdef�hrer und seine Vertreterin haben trotz Hinweis auf Art. 29 Abs. 4 OG kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnet, weshalb das Dispositiv dieses Entscheides auf dem Ediktalweg mittels Publikation im Bundesblatt zu er�ffnen ist.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Beschwerdef�hrer auf dem Ediktalweg, dem Versicherungsgericht des Kantons Wallis und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 25. Oktober 2002