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Timestamp: 2016-10-22 21:39:29
Document Index: 231521554

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_217/2013 � � Urteil vom 4. September 2013
vertreten durch Rechtsanw�ltin Marianne I. Sieger, Kuttelgasse 8, 8001 Z�rich,
Die 1970 geborene P.________ arbeitete als Director Strategic Regulatory Affairs bei der C.________ GmbH und war damit bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert, als sie am 20. Februar 2008 auf dem Gehsteig ausrutschte und sich dabei am R�cken verletzte. Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Im April 2007 war die Versicherte aufgrund einer Diskushernie L4/5 operiert worden. Anschliessend erfolgte im November 2007 die operative Implantation einer Marvick-Bandscheibenprothese. Mit Verf�gung vom 10. Juni 2009 stellte die AXA ihre Leistungen zufolge Erreichens des Status quo sine ab 1. September 2008 ein. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten wurde mit Entscheid vom 22. Dezember 2009 gutgeheissen, da die medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung zuliessen. Nach erg�nzenden Abkl�rungen beauftragte die AXA am 26. November 2010 PD Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, insb. Wirbels�ulenchirurgie, Klinik B.________, mit der Begutachtung (Gutachten vom 31. Mai 2011). Am 8. Juli 2011 unterzog sich die Versicherte einer Operation bei Prof. Dr. med. O.________, Facharzt Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Spez. Wirbels�ulenchirurgie, R.________ Zentrum f�r Wirbels�ulenmedizin. In der Folge wurden die Akten mit s�mtlichen neuen Berichten PD Dr. med. L.________ zur abschliessenden Stellungnahme unterbreitet, welche am 28. September 2011 erging. Im Wesentlichen gest�tzt auf dessen Gutachten und die erg�nzende Stellungnahme stellte die AXA mit Verf�gung vom 12. Oktober 2011 ihre Leistungen per 19. Februar 2010 ein. Die dagegen erhobene Einsprache wurde nach Einholung eines Berichts des beratenden Arztes, Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom 6. M�rz 2012 abgewiesen, da die weiterhin geklagten Beschwerden zwei Jahre nach dem Unfall mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang st�nden (Einspracheentscheid vom 28. M�rz 2012).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 31. Januar 2013 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst die Versicherte beantragen, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides sei die AXA zu verpflichten, eine Integrit�tsentsch�digung von 10 % auszurichten. Zudem habe sie die Heilungskosten - insbesondere f�r die Operation vom Juli 2011 - auch �ber den 19. Februar 2010 hinaus zu �bernehmen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese ein verwaltungsexternes Gutachten der Fachrichtung orthop�dische Chirurgie und Neurochirurgie einhole.
W�hrend Vorinstanz und AXA auf Abweisung der Beschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung. Am 24. Juni 2013 erfolgte eine erneute Stellungnahme der Versicherten.
2.1.�Das kantonale Gericht hat die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden rechtlichen Grundlagen namentlich betreffend den f�r eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nebst anderem vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und eingetretenem Gesundheitsschaden (vgl. ferner BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.) zutreffend wiedergegeben. Korrekt sind auch die vorinstanzlichen Ausf�hrungen zum Wegfall des urs�chlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine vel ante (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2), zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 f.; ferner BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) sowie zum im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Gleiches gilt schliesslich in Bezug auf die Hinweise zur Beweislast des Unfallversicherers bei anspruchsaufhebenden Tatsachen (vgl. sodann RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, U 355/98 E. 2 mit Hinweis). Darauf wird verwiesen.
2.2.�Zu betonen bleibt, dass den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezial�rzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er�rterung der Befunde zu schl�ssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweisw�rdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen ist, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Versicherungsleistungen zu Recht per 19. Februar 2010 eingestellt und ein Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung verneint wurde. Dabei steht fest und ist unbestritten, dass die Versicherte aufgrund einer Diskushernie L4/5 erstmals im April 2007 operativ behandelt wurde und anschliessend im November 2007 die operative Implantation einer Maverick-Bandscheibenprothese erfolgte. Im Operationsbericht des Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r Neurochirurgie, Klinik T.________, vom 23. November 2007 wird als Diagnose eine Rezidivhernie L4/5, Segmentdegeneration, Sinterung L 4/5 beginnend L 5/S1 angef�hrt.
3.1.�Nach �berzeugender W�rdigung der detailliert wiedergegebenen medizinischen Unterlagen gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass der Status quo sine bei der Versicherten zwei Jahre nach dem Unfallereignis vom 20. Februar 2008 erreicht war, die Leistungen mithin per Februar 2010 zu Recht eingestellt wurden und kein Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung bestand. Sie st�tzte sich dabei insbesondere auf das Gutachten des PD Dr. med. L.________ vom 31. Mai 2011 sowie dessen erg�nzende Stellungnahme vom 28. September 2011, dem sie volle Beweiskraft zuerkannte. Dies ist nicht als bundesrechtswidrig zu beanstanden. Bei dem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten des PD Dr. med. L.________ handelt es sich um ein versicherungsexternes Gutachten eines Spezialarztes (Spezialist f�r Wirbels�ulenchirurgie), das die rechtsprechungsgem�ssen Voraussetzungen an eine beweistaugliche medizinische Entscheidgrundlage (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) erf�llt und das zusammen mit der erg�nzenden Stellungnahme, die aufgrund der seit der Begutachtung erstellten medizinischen Unterlagen sowie in Kenntnis des zus�tzlich zur Verf�gung stehenden CT-Verlaufsbericht des Dr. med. F.________, Facharzt FMH f�r Radiologie und Neuroradiologie, Klinik T.________ vom 21. April 2008 erging, bei der Er�rterung der Befunde zu einem schl�ssigen Ergebnis gelangte. Konkrete Indizien die gegen die Zuverl�ssigkeit der gutachterlichen Beurteilung sprechen, sind nicht erstellt.
3.2.�Die Einwendungen der Beschwerdef�hrerin verm�gen nicht zu einem andern Ergebnis zu f�hren. Insbesondere kann nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe in willk�rlicher Beweisw�rdigung auf das offensichtlich widerspr�chliche Gutachten des PD Dr. med. L.________ abgestellt. So erweist sich das Gutachten namentlich hinsichtlich der zu beurteilenden Frage des Wegfalls des nat�rlichen Kausalzusammenhangs keineswegs als widerspr�chlich. Mit der Vorinstanz hat PD Dr. med. L.________ denn bereits in seiner ersten Beurteilung im Gutachten festgehalten, dass der Status quo sine bez�glich der Unfallfolgen zwei Jahre nach dem Unfallereignis anzunehmen sei. Von dieser Einsch�tzung ist der Experte in seiner zus�tzlichen Stellungnahme alsdann nicht abgewichen. Auch der Umstand, dass der Gutachter trotz dieser Einsch�tzung (urspr�nglich) eine Integrit�tsentsch�digung zusprechen wollte, vermag entgegen der Beschwerdef�hrerin das Gutachten in medizinischer Hinsicht nicht als widerspr�chlich erscheinen zu lassen. Mit der Vorinstanz ist die Auffassung des Mediziners aus rechtlichen �berlegungen zwar nicht haltbar; dies vermag allerdings an der medizinischen Einsch�tzung selbst nichts zu �ndern. Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entf�llt n�mlich eine Teilurs�chlichkeit f�r die noch bestehenden Beschwerden (SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009; Urteil 8C_377/2012 E. 4.2), womit mangels nat�rlicher Kausalit�t kein Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung bestehen kann. Entgegen der Beschwerdef�hrerin ist nicht zu beanstanden, wenn sich das kantonale Gericht bei dieser Ausgangslage mit der Frage der Teilurs�chlichkeit nicht weiter auseinandergesetzt hat.
3.3.�Wie die Vorinstanz zudem zutreffend feststellte, steht die von PD Dr. med. L.________ vorgenommene Beurteilung bez�glich des Status quo sine mit den �brigen medizinischen Akten in Einklang. Es hat keiner der involvierten �rzte die nat�rliche Kausalit�t der zwei Jahre nach dem Unfall noch bestehenden Beschwerden bejaht. Daran �ndert entgegen der Beschwerdef�hrerin auch die Aussage des Dr. med. S.________ in seinem Bericht vom 14. Juli 2009 nichts, wonach eine bleibende Sch�digung des operierten Vorzustandes durch das Unfallereignis m�glich sei. Dabei handelt es sich lediglich um eine seinerzeitige prognostische Aussage, die vor der fundierten Begutachtung durch PD Dr. med. L.________ erfolgte und die im Gutachten zudem ber�cksichtigt wurde. Auch der Einwand der Beschwerdef�hrerin, wonach die am 8. Juli 2011 erfolgte Operation wegen Unfallfolgen durchgef�hrt werden musste, �berzeugt nicht. Dem Bericht des operierenden Arztes Prof. Dr. med. G.________ vom 8. Juli 2011 ist nichts Entsprechendes zu entnehmen.
3.4.�Abschliessend bleibt sodann festzustellen, dass die vorliegende Kausalit�tsbeurteilung mit der geltenden Rechtsprechung zur dauerhaften Verschlimmerung einer vorbestehenden degenerativen Sch�digung der Wirbels�ule �bereinstimmt. Danach kann eine signifikante und damit dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen Sch�digung der Wirbels�ule nur dann als durch einen Unfall hervorgerufen angesehen werden, wenn die Radioskopie ein pl�tzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt (Urteile U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 355/98 vom 9. September 1999 E. 3a mit Hinweisen, in: RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Medizinisch ist lediglich von einer vor�bergehenden Verschlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbels�ule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbels�ulenerkrankung symptomatisch wird (Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von R�ckensch�den in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 52). Die zeitliche Dauer, w�hrend welcher eine vorbestehende Wirbels�ulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelk�rperfrakturen oder struktureller L�sionen an der Wirbels�ule - im Sinne einer vor�bergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, betr�gt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, l�ngstens jedoch ein Jahr (Morscher/Chapchal, Sch�den des St�tz- und Bewegungsapparates nach Unf�llen, in: Baur/ Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 192; Debrunner/ Ramseier, a.a.O., S. 52; vgl. auch B�r/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbels�ule, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 67 von Dezember 1994, S. 45 f.). Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbestehender Wirbels�ulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbels�ule (Urteile U 530/06 vom 25. Oktober 2007 E. 4.2 und U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 4.2.1, in: SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34; vgl. Urteil 8C_321/2010 vom 29. Juni 2010 E. 4.3).
Von diesen allgemeinen medizinischen Erfahrungstatsachen abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass, sind doch aufgrund der medizinischen Aktenlage keine unfallbedingten strukturellen L�sionen der Wirbels�ule nachgewiesen. Gem�ss Bericht des Radiologen Dr. med. F.________ vom 21. April 2008 zeigt die aktuelle CT der LWS keinen Hinweis auf frische oder �ltere oss�re traumatische L�sionen im Segment L4/5. Entgegen der Beschwerdef�hrerin besteht kein Grund, am Bericht des Radiologen zu zweifeln. Daran �ndert auch der Einwand nichts, dass PD Dr. med. L.________ im Schreiben vom 3. Mai 2012 zu Handen der Versicherten selbst geschrieben habe, dass die radiologischen Aufnahmen zur letzten Absicherung nochmals best�tigt werden m�ssten. So h�lt der Gutachter in diesem Schreiben ausdr�cklich an seiner Einsch�tzung fest, dass sich im Lichte des radiologischen Berichts die postulierte unfallkausale Distraktionsdislokation L 4/5 nicht mehr mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen lasse. Dessen Hinweis auf eine nochmalige Best�tigung zeigt lediglich eine M�glichkeit auf, wie sich die Aussage allenfalls weiter absichern liesse, was allerdings mit der Vorinstanz aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich ist. Mit Blick auf diese Ausgangslage sind von weiteren medizinischen Abkl�rungen keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung des beantragten Gutachtens abgesehen werden kann (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94). Die Beschwerde ist mithin abzuweisen.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).