Source: https://www.strafrechtsblogger.de/tag/bedrohung/
Timestamp: 2018-05-28 08:04:35
Document Index: 151149638

Matched Legal Cases: ['§ 241', '§ 241', 'BGH', '§ 241', 'BGH', 'BGH', '§ 241', 'BGH']

Bedrohung | strafrechtsblogger
Bedrohung Strafrechtsdefinitionen
§ 241 StGB Bedrohung Inaussichtstellen eines Verbrechens
Der Tatbestand der Bedrohung spielt in strafrechtlichen Klausuren eher am Rande ein Rolle. Auch wenn er jedoch nicht zum Hauptakteur der Klausur wird, ist es aufgrund seiner Nähe zur Nötigung wichtig, ihn von dieser abgrenzen zu können. Damit dies gelingt, ist Gegenstand dieser Wiederholung der Begriff des Bedrohens. § 241 Abs. 1 StGB lautet:
Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr
Definition: Bedrohen bedeutet das Inaussichtstellen eines Verbrechens, auf dessen Eintritt der Täter Einfluss hat oder zu haben vorgibt.
Die Drohung muss objektiv dazu geeignet sein, den Eindruck der Ernstlichkeit zu erwecken. Dies ist der Fall, wenn die Drohung einen normal empfindenden Menschen ernstlich beunruhigen kann. Ob der Adressat die Drohung hingegen wirklich ernst nimmt, spielt keine Rolle. Regelmäßig wird es jedoch an dem Eindruck der Ernstlichkeit fehlen, wenn der Erklärende schlichtweg aufgebracht war und in einer solchen Situation droht. Hier spricht man lediglich von einer bloßen Verwünschung oder Beschimpfung. Unerheblich ist, ob der Täter die Tat ausführen kann oder will. Die Bedrohung kann grundsätzlich durch ein ausdrückliches Verhalten, aber auch konkludent, etwa durch einen Schreckschuss, erfolgen. Entscheidend ist, dass mit einem Verbrechen gedroht wird.
Bedrohung Verbrechen zukünftiges Ereignis
In seinem Beschluss vom 15.1.2015 – 4 StR 419/14 hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) damit beschäftigt, wann eine Drohung mit einem Verbrechen objektiv ernst zu nehmend im Sinne des § 241 StGB ist. Dabei stellte das Gericht fest, dass die Bedrohung mit einem Verbrechen dann nicht tatbestandsmäßig ist, wenn das Verbrechen von einem zukünftigen Ereignis abhängt, dessen Nichteintritt von Anfang an feststeht. Zwar kann eine Bedrohung nach Ausführungen des BGH auch in der Weise erfolgen, dass die Begehung des Verbrechens vom künftigen Eintritt oder Nichteintritt eines weiteren Umstands abhängen soll. Steht allerdings schon beim Aussprechen der Drohung fest, dass der Umstand, von dem der Eintritt des Verbrechens abhängig gemacht wurde, nicht eintreten wird, so fehlt es an der objektiven Ernsthaftigkeit der Bedrohung.
Im konkreten Fall hatte der Angeklagte seinem Betreuer mit dem Tode gedroht, wenn dieser ihn zwangsweise zur Psychiaterin bringen würde. Ein Arztbesuch gegen den Willen des Angeklagten sollte jedoch von vornherein nicht durchgesetzt werden, was dem Angeklagten auch mehrfach vermittelt wurde und dem Betreuer bekannt war. Es stand daher nach Wertung des BGH schon bei der Bedrohung des Betreuers mit dem Tod fest, dass der Umstand, von dem die Todesdrohung abhängig sein sollte, nicht eintreten wird. Eine Verurteilung des Angeklagten wegen Bedrohung nach § 241 StGB schied damit aus.
Bedrohung Gastbeitrag Nötigung Urteil- und Entscheidungsbesprechung
Bedrohung BGH Konkurrenzverhältnis Körperverletzung sexuelle Nötigung versuchte Nötigung
Ein Gastbeitrag von Cynthia Lange, Universität Potsdam:
Bedrohung Jugendstrafrecht Rechtsanwalt für Strafrecht Referendare Urteil- und Entscheidungsbesprechung