Source: http://iyotta.de/besteuerung/besteuerung-der-gewinnausschuettung
Timestamp: 2018-10-24 03:56:05
Document Index: 159956869

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 32']

Aktuelle Seite: Home GmbH Besteuerung Besteuerung der Gewinnausschüttung
Die Besteuerung der Gewinnausschüttung einer Kapitalgesellschaft auf der Ebene der Gesellschafter wurde durch die Unternehmenssteuerreform 2008 neu geregelt. Vor deren Inkrafttreten wurde die Gewinnausschüttung nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert, seitdem gilt das System der Abgeltungssteuer, sofern sich die Beteiligungen im Privatvermögen des Empfängers befinden.
2. Systemwechsel zur Abgeltungssteuer
3. Vergleich alte und neue Rechtslage bei der Gewinnausschüttung
Durch die Unternehmenssteuerreform 2008 gab es bei der Besteuerung der Gewinnausschüttung einer GmbH an ihre Gesellschafter einen erneuten Systemwechsel, bei dem sich wieder die Frage stellt, wer von dem Systemwechsel profitiert und wer dadurch eher belastet wird. Für die Besteuerung der Gewinnausschüttung ist es zunächst entscheidend, ob der Empfänger die Beteiligung im Privatvermögen oder in einem Betriebsvermögen hält.
2. Systemwechsel zur Abgeltungssteuer ab 2009
Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen gem. § 20 EStG seit jeher der Kapitalertragsteuer. Hierunter fallen auch die Gewinnausschüttungen (Dividenden) einer GmbH an ihre Gesellschafter. Seit 01.01.2009 ist die Einkommensteuer für
grundsätzlich mit dem Abzug der Kapitalertragsteuer in Höhe von 25% zzgl. Solidaritätszuschlag abgegolten (Abgeltungssteuer), unabhängig vom individuellen Einkommensteuersatz des Empfängers. Werbungskosten sind jedoch über den Sparerfreibetrag hinaus nach § 20 Abs. 9 EStG nicht mehr abzugsfähig. Der Empfänger der Kapitalerträge kann im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen, sofern der persönliche Einkommensteuersatz unterhalb dieses besonderen Steuertarifs für Kapitalerträge liegt.
System Abgeltungsteuer System Halbeinkünfteverfahren
Gewinnausschüttung netto an Gesellschafter 51,67 46,79 51,64
Steuerliche Gesamtbelastung GmbH und Gesellschafter 48,33 53,21 48,36
Gesellschafter mit einem Höchstsatz bei der Einkommensteuer von 45% werden durch das System der Abgeltungssteuer entlastet.
Bei Gesellschaftern einer GmbH mit persönlichen Einkommenssteuersatz unter 30% erhöht sich insgesamt sogar die steuerliche Gesamtbelastung von GmbH und Gesellschafter.
Handelt es sich beim Empfänger der Gewinnausschüttung einer GmbH um eine Personengesellschaft, erfolgt die Besteuerung auf Ebene der Gesellschafter der Personengesellschaft nach dem Teileinkünfteverfahren. Hiernach bleiben 40% der Gewinnausschüttung steuerfrei, wobei umgekehrt auch nur 60% der Betriebsausgaben abzugsfähig sind, die mit der Gewinnausschüttung in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, § 3c Abs. 2 EStG.
Erfolgt die Gewinnausschüttung der GmbH an eine andere Kapitalgesellschaft, bleibt diese gem. § 8b Abs. 1 KStG grundsätzlich steuerfrei. In § 8b Abs. 5 KStG wird jedoch bestimmt, dass 5% der Gewinnausschüttung nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen.
6. Berechnungsbeispiel zur Besteuerung der Gewinnausschüttung
Zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Besteuerungskonzepte bezüglich der Gewinnausschüttung einer GmbH soll das nachfolgende Beispiel dienen:
Abgeltungssteuer PersG/Teileinkünfte KapG/Steuerfrei
Gewinnausschüttung brutto an Gesellschafter 70,17 70,17 70,17
persönl. Einkommensteuertarif, § 32a EStG (z.B. 40%) ./. 16,84
Steuern auf Ebene des Empfängers 18,51 17,77 0,56