Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=04.10.2001&Aktenzeichen=III%20ZR%20290/00
Timestamp: 2019-11-18 02:05:46
Document Index: 1409491

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 667', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 667', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1978', 'BGH', '§ 667', 'BGH', '§ 280', '§ 667', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 667', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.10.2001 - III ZR 290/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,2195
BGH, 04.10.2001 - III ZR 290/00 (https://dejure.org/2001,2195)
BGH, Entscheidung vom 04.10.2001 - III ZR 290/00 (https://dejure.org/2001,2195)
BGH, Entscheidung vom 04. Januar 2001 - III ZR 290/00 (https://dejure.org/2001,2195)
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Betrug - Untreue - Kapitalanlagevermittler - Anlageinteressent - Stillschweigender Auskunftsvertrag
BGB §§ 667, 662, 675
Beweispflicht des Kapitalanlagevermittlers für weisungsgemäße Verwendung der ihm übergebenen Geldbeträge
Der Auftragnehmer hat lediglich die bestimmungsgemäße Verwendung etwa erhaltener Gelder - die hier nicht im Streit ist - zu beweisen (vgl. BGH, Urt. v. 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00, BGH-Report 2002, 71; v. 4. November 2002 - II ZR 210/00, BGH-Report 2003, 331; v. 19. Februar 2004 - III ZR 147/03, WM 2004, 2213).
Richtig ist, daß der Beauftragte die Beweislast für eine bestimmungsgemäße Verwendung des zur Ausführung des Auftrags Erhaltenen oder des aus der Geschäftsbesorgung Erlangten trägt (vgl. nur Senatsurteil vom 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00 - BGH-Report 2002, 71; BGH, Urteil vom 4. November 2002 - II ZR 210/00 - BGH-Report 2003, 331, 332; jeweils m.w.N.).
Von der Verpflichtung, das eingezahlte Geld wieder zurückzuzahlen, wäre der Beklagte nur frei geworden, wenn er dargelegt und bewiesen hätte, sie auftragsgemäß weitergeleitet zu haben (vgl. Senatsurteile vom 10. Oktober 1996 - III ZR 205/95 - NJW 1997, 47 und vom 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00 - BGHR Report 2002, 71 = EWiR 2002, 807 m. Anm. Klanten).
Wer nach § 667 Altern. 1 BGB zur Herausgabe verpflichtet ist, trägt die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass er ihm zur Ausführung des Auftrags übergebene Gegenstände bestimmungsgemäß verwendet hat (…vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1996 - III ZR 205/95, NJW 1997, 47, 48; Urt. v. 4.10.2001 - III ZR 290/00, NJOZ 2001, 2044, 2045;… Urt. v. 30.10.2003 - III ZR 344/02, NJW-RR 2004, 121).
Danach wird der Beauftragte oder Geschäftsbesorger zwar grundsätzlich von der Verpflichtung, zur Auftragsausführung erhaltene Gelder wieder zurückzuzahlen, frei, wenn er diese auftragsgemäß weitergeleitet oder bestimmungsgemäß verbraucht hat (vgl. BGH, Urteile vom 10. Oktober 1996 - III ZR 205/95, NJW 1997, 47, 49, vom 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00, BGHReport 2002, 71 und vom 30. Oktober 2003 - III ZR 344/02, WM 2003, 2382, 2383).
Sind sie aber noch bei ihm vorhanden oder hat er sie nicht zu dem vorgesehenen Zweck - sondern anderweitig - verwendet, trifft ihn eine Herausgabepflicht (BGH III ZR 290/00, juris Rn. 7;… BGH III ZR 336/89, juris Rn. 5).
Das entspricht der neuen Auslegung des Auftragsrechts (…vgl. BGH, Urt. v. 10. Oktober 1996 - III ZR 205/95, NJW 1997, 47, 48; v. 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00, BGH-Report 2002, 71; v. 4. November 2002 - II ZR 210/00, BGH-Report 2003, 331, 332), die insoweit auch im Rahmen der Rechtsfolgenverweisung des § 1978 Abs. 1 Satz 1 BGB Platz greift.
Bei zur Auftragsausführung überlassenen Geldbeträgen wendet der BGH mitunter § 667 1. Alt. BGB sogar unmittelbar an, wenn der Beauftragte nicht beweisen kann, dass er den ihm überlassenen Geldbetrag bestimmungsgemäß verwendet hat (BGH, Urteil vom 04. Oktober 2001 - III ZR 290/00, Rn. 7;… für die Entbehrlichkeit des Rückgriffs auf § 280 Abs. 1 BGB in diesem Fall auch Fahrendorf, a.a.O. Rn. 1973).
Daß die Vorschrift des § 667 Alt. 1 BGB auch dann eingreift, wenn der Auftragnehmer das ihm überlassene und bei ihm nicht mehr vorhandene Geld nicht zu dem vorgesehenen Zweck verwendet hat, ist geklärt (BGH. Urt. v. 4. Oktober 2001 - III ZR 290/00, BGH-Report 2002, 71 m.w.N.; v. 4. November 2002 - II ZR 210/00, BGH-Report 2003, 331, 332;… vgl. aber zu § 667 Alt. 2 BGB Urt. v. 10. Dezember 2002 - X ZR 193/99, NJW 2003, 743, 745).
Danach wird der Beauftragte oder Geschäftsbesorger zwar grundsätzlich von der Verpflichtung, zur Auftragsausführung erhaltene Gelder wieder zurückzuzahlen, frei, wenn er diese auftragsgemäß weitergeleitet oder bestimmungsgemäß verbraucht hat (vgl. BGH, Urteile vom 10. Oktober 1996 III ZR 205/95, NJW 1997, 47, 49, vom 4. Oktober 2001 III ZR 290/00, BGHReport 2002, 71 und vom 30. Oktober 2003 III ZR 344/02, WM 2003, 2382, 2383).