Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201997,%20544
Timestamp: 2013-05-19 06:49:47
Document Index: 52650614

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Rechtsprechung: FamRZ 1997, 544
Weitere Entscheidung unten: BGH, 29.01.1997
Rechtsprechung BGH, 29.01.1997 - XII ZR 221/95 Volltextver�ffentlichungen (3)
Zul�ssigkeit der Aufrechnung gegen den Anspruch des unterhaltsberechtigten Ehegatten wegen steuerlicher Nachteile
NJW 1997, 1441
MDR 1997, 479
FamRZ 1997, 544
Wird zitiert von ... (12) BGH, 29.05.2002 - XII ZR 263/00 Unterhalt - Keine Aufrechnung gegen Kapitalabfindungen zur Regelung des …Diese Frage, deren Kl�rung durch den Bundesgerichtshof mit der Zulassung der Revision erm�glicht werden soll, hat der Senat bereits in seinem Urteil vom 29. Januar 1997 (XII ZR 221/95 - FamRZ 1997, 544, 545) entschieden.Danach erfa�t � 850 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO - nach seinem Zweck, aber auch nach seiner geschichtlichen Entwicklung (dazu OLG D�sseldorf FamRZ 1982, 498, 499) - entgegen dem Wortlaut der Norm (Unterhalts-"Renten") generell Unterhalts-"Forderungen", die im Rahmen und aufgrund einer gesetzlichen Unterhaltsverpflichtung geschuldet werden, und damit auch einmalig zu zahlende Unterhaltsbetr�ge (Senatsurteil vom 29. Januar 1997 aaO).Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn die Parteien den Bestand des gesetzlichen Anspruchs unber�hrt lassen und ihn lediglich inhaltlich nach H�he, Dauer und Modalit�ten der Unterhaltsgew�hrung n�her festlegen und pr�zisieren (…BGHZ 31 aaO; Senatsurteil vom 29. Januar 1997 aaO).F�r die Unpf�ndbarkeit eines Unterhaltsanspruchs und damit auch f�r die M�glichkeit, gegen einen solchen Anspruch aufzurechnen, bleibt dagegen dann kein Raum, wenn die Vertragsparteien die von ihnen gewollte Unterhaltspflicht v�llig auf eine vertragliche Grundlage gestellt und den Zahlungsanspruch damit seines Wesens als eines gesetzlichen Anspruchs entkleidet haben (vgl. Senatsurteil vom 29. Januar 1997 aaO; BGH Urteil vom 28. Juni 1984 - IX ZR 143/83 - FamRZ 1984, 874, 875 sub. 4.b)).Allerdings wird sich eine solche Willensrichtung der Vertragsparteien nur bei Vorliegen besonderer daf�r sprechender Umst�nde annehmen lassen (Senatsurteil vom 29. Januar 1997 aaO;… BGH Urteil vom 28. Juni 1984 aaO).
BGH, 11.05.2005 - XII ZR 108/02 Familienrecht - Anspruch auf Freistellung von SteuernachteilenZwar hat der Senat inzwischen entschieden, da� gegen�ber dem Anspruch eines unterhaltsberechtigten geschiedenen Ehegatten auf Erstattung der ihm als Folge des begrenzten steuerlichen Realsplittings erwachsenden steuerlichen Nachteile grunds�tzlich nicht mit Gegenforderungen aufgerechnet werden kann (Senatsurteil vom 29. Januar 1997 - XII ZR 221/95 - FamRZ 1997, 544, 545 f.).Wegen der damit erzielten Sicherung des Unterhalts ist der Anspruch des Unterhaltsberechtigten auf Erstattung der infolge des begrenzten Realsplittings entstehenden Steuerlast von dem weiten Geltungsbereich des � 850 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO umfasst (Senatsurteil vom 29. Januar 1997 aaO).Deswegen hat der Senat daran festgehalten, da� die Verpflichtung des ausgleichsberechtigten Ehegatten zur Zustimmung zum begrenzten Realsplitting gegen Ausgleich der ihm hierdurch gegebenenfalls erwachsenden steuerlichen Nachteile "auf einer Auspr�gung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Rahmen des zwischen geschiedenen Ehegatten bestehenden gesetzlichen Unterhaltsrechtsverh�ltnisses" beruht (Senatsurteile vom 9. Oktober 1985 aaO, vom 29. Januar 1997 aaO, 546 und vom 29. April 1998 - XII ZR 266/96 - FamRZ 1998, 953, 954).
BGH, 17.10.2007 - XII ZR 146/05 Familienrecht - Autonome Auslegung des Begriffs der UnterhaltssacheDenn er stellt eine Auspr�gung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Rahmen des zwischen geschiedenen Eheleuten bestehenden gesetzlichen Unterhaltsverh�ltnisses dar (Senatsurteile vom 29. Januar 1997 � XII ZR 221/95 � FamRZ 1997, 544, 545 f. und vom 23. M�rz 1983 � IVb ZR 369/81 � FamRZ 1983, 576 - "unterhaltsrechtliche Nebenpflicht" -), dient der Sicherung des Unterhaltsanspruchs und genie�t deshalb den gleichen Schutz wie dieser, ohne indessen selbst ein Unterhaltsanspruch zu sein (Senatsurteil vom 11. Mai 2005 � XII ZR 108/02 � FamRZ 2005, 1162, 1164).
OLG Saarbr�cken, 25.04.2002 - 6 UF 167/01 Zeitliche Begrenzung f�r den Ausgleich der steuerlichen Nachteile der …Dem steht nicht entgegen, dass der Bundesgerichtshof die Unpf�ndbarkeit des Ausgleichsanspruchs nach Ma�gabe des � 850 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO bejaht hat (BGH, FamRZ 1997, 544, 546).Der Senat l�sst die Revision zwecks Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zu (� 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO), nachdem das Oberlandesgericht Hamburg (FamRZ 2000, 888, 889) abweichend von der h�chstrichterlichen Rechtsprechung (BGH, FamRZ 1985, 1232, 1233) die analoge Anwendung von � 1585 b Abs. 3 BGB auf den hier in Rede stehenden Freistellungsanspruch unter Bezugnahme auf die sp�tere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Unterhaltsqualit�t dieses Anspruchs (FamRZ 1997, 544, 546) bejaht hat.
OLG Frankfurt, 03.04.2009 - 1 UF 218/08 Begrenztes Realsplitting: Ma�geblicher Betrag f�r die Hinzurechnung zum zu …Ein solcher Erstattungsanspruch folgt nach st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (z.B. FamRZ 2005, 1162; FamRZ 1985, 1232, 1233; FamRZ 1992, 534; FamRZ 1992, 1050, 1051; FamRZ 1997, 544, 546) aus Treu und Glauben (� 242 BGB) im Rahmen des zwischen den Parteien bestehenden gesetzlichen Unterhaltsrechtsverh�ltnisses.Dies bedarf jedoch keiner Kl�rung, da sich das Aufrechnungsverbot des � 394 BGB auch auf den Nachteilsausgleichsanspruch erstreckt (BGH FamRZ 1997, 544).
FG Schleswig-Holstein, 09.05.2007 - 5 K 198/06 Im Rahmen des Realsplittings erstattete Einkommensteuer geh�rt zur …Der Erstattungs- oder Freistellungsanspruch des unterhaltsberechtigten Ehegatten aus dem begrenzten Realsplitting ist demgem�� weder, wie die Kl�gerin meint, ein Schadensersatzanspruch noch ein isolierter Anspruch nach � 242 des B�rgerlichen Gesetzbuches (BGB), sondern ein Anspruch im Rahmen des gesetzlichen Unterhaltsrechtsverh�ltnisses, der als solcher Unterhaltsqualit�t besitzt (vgl. BGH-Urteil vom 29. Januar 1997, XII ZR 221/95, Neue Juristische Wochenschrift -NJW- 1997, 1441).Das f�hrt zu seiner Unpf�ndbarkeit nach Ma�gabe des � 850 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO (BGH-Urteil vom 11. Mai 2005, XII ZR 108/02, NJW 2005, 2223) und bedeutet damit zugleich, dass die Aufrechnung gegen den Anspruch ausgeschlossen ist, � 394 BGB (BGH-Urteil vom 29. Januar 1997, XII ZR 221/95, a.a.O.).
OLG Frankfurt, 20.07.2006 - 1 UF 180/05 Scheidungsfolgenvereinbarung mit Zustimmung der Unterhaltsberechtigten zum …Ein solcher Erstattungsanspruch folgt nach st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (zuletzt Urteil vom 11.5. 2005 - XII ZR 108/02, FamRZ 2005, 1162; vgl. auch BGH FamRZ 1985, 1232, 1233; FamRZ 1992, 534; FamRZ 1992, 1050, 1051; FamRZ 1997, 544, 546) aus Treu und Glauben (� 242 BGB) im Rahmen des zwischen den Parteien bestehenden gesetzlichen Unterhaltsrechtsverh�ltnisses.
LG Kassel, 21.03.2005 - 3 T 757/04 Sie gilt damit auch f�r einmalig zu zahlende Unterhaltsbetr�ge (vgl. BGH NJW 1997, 1441 ), insbesondere Unterhaltsr�ckst�nde, um die es hier geht (vgl. BGH NJW 1960, 572; BGH NJW 1997, 1441 ; BGH NJW-RR 2002, 1513 ).
OLG Karlsruhe, 07.07.2009 - 5 UF 101/08 Ausschluss des Versorgungsausgleichs in den Gr�nden des ScheidungsurteilsUnselbst�ndige Unterhaltsvertr�ge setzen nur den gesetzlichen Unterhaltsanspruch fest, ohne diesen In seinem Wesen zu ver�ndern (vgl. BGH, FamRZ 1979, 910; 1997, 544, 545).
OLG Frankfurt, 09.08.2000 - 1 UF 8/00 LG Regensburg, 08.06.1999 - 2 S 520/98 Ehegatten - Unterhaltsberechnung - Aufrechnungsverbot
Rechtsprechung BGH, 29.01.1997 - XII ZR 4221/95 Volltextver�ffentlichungen
Aufrechnung gegen Anspr�che aus steuerlichem Realsplitting