Source: https://swk.media/lion_doc/swks-ust2018_2-3-1-7/
Timestamp: 2018-09-20 16:49:24
Document Index: 387337368

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', 'Art. 306', '§ 11', 'Art. 226', 'Art. 307']

2.3.1.7. Besorgung von Reiseleistungen für Unternehmer, wenn Leistung letztendlich einem nichtunternehmerischen Reisenden zugutekommt, gilt ab 1.5.2019 (§ 23 UStG) | SWK.media
Melhardt/Kuder/Pfeiffer: SWK-Spezial Umsatzsteuer 2018, 2.3.1.7. Besorgung von Reiseleistungen für Unternehmer, wenn Leistung letztendlich einem nichtunternehmerischen Reisenden zugutekommt, gilt ab 1.5.2019 (§ 23 UStG)
(6) Sind die Reisevorleistungen nur zum Teil Reisevorleistungen im Sinne des Abs. 5, so ist nur der Teil der sonstigen Leistung steuerfrei, dem die im Abs. 5 bezeichneten Reisevorleistungen zuzurechnen sind. Die Voraussetzungen der Steuerbefreiung müssen vom Unternehmer buchmäßig nachgewiesen sein. Der Bundesminister für Finanzen kann aus Vereinfachungsgründen bei Schiffs- undSeite 447 Flugreisen durch Verordnung bestimmen, wie der auf das Drittlandsgebiet entfallende Teil der Reisevorleistung zu ermitteln ist.
Die bis 30.4.2019 vorgesehene Regelung hinsichtlich der generellen Nichtanwendbarkeit der Margenbesteuerung/Sonderregelung bei Erbringung von Reiseleistungen an Unternehmer, die diese Dienstleistungen für ihr Unternehmen nutzen, ist mit den unionsrechtlichen Vorgaben (Richtlinie 2006/112/EG) nicht vereinbar und musste angepasst werden.
Ab 1.5.2019 sind von der Margenbesteuerung auch Umsätze zwischen Reiseveranstaltern und Reisebüros erfasst, wenn am Ende der Leistungskette der Empfänger der Reiseleistung diese nicht für sein Unternehmen in Anspruch nimmt. Bei Kongressleistungen ist beispielsweise davon auszugehen, dass es sich um Leistungen handelt, die für das Unternehmen des Leistungsempfängers am Ende der Leistungskette bestimmt sind.
In Hinblick auf Art. 306 Abs. 2 der Richtlinie 2006/112/EG gelten Reiseveranstalter als Reisebüro. In Folge der Ausdehnung der Anwendung der Sonderregelung auf gewisse unternehmerische Leistungsempfänger und der damit verbundenen Rechnungsausstellungsverpflichtung nach § 11 UStG ergibt sich weiters das unionsrechtliche Erfordernis der Umsetzung des Art. 226 Nr. 13 der Richtlinie 2006/112/EG, der als Rechnungsmerkmal die Angabe „Sonderregelung für Reisebüros“ vorsieht.
Weiters ist auch eine Anpassung des Leistungsortes für Reiseleistungen erforderlich, da Art. 307 der Richtlinie 2006/112/EG hier die Besteuerung in dem Mitgliedstaat vorsieht, in dem das Reisebüro den Sitz seiner wirtschaftlichen Tätigkeit oder seine feste Niederlassung hat.
Melhardt/Kuder/Pfeiffer: 2.3.1.7.1. Besorgung von Reiseleistungen, Unternehmerort: Österreich – Ausgangsrechnung an Unternehmer aus Österreich/Gemeinschaftsgebiet/Drittland