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Timestamp: 2016-09-29 01:35:51
Document Index: 86645408

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 64']

8C_167/2016 (23.05.2016)
8C_167/2016 � � Urteil vom 23. Mai 2016
vom 21. Januar 2016.
A.a.�Die 1951 geborene A.________ war seit 1. Mai 2009 als Verk�uferin/Tankwartin in einem Tankstellenshop t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 19. Dezember 2011 wurde sie abends an ihrem Arbeitsplatz von zwei M�nnern �berfallen, wobei ein T�ter sie mit einem Messer bedrohte und Geld verlangte, w�hrend der andere am Eingang Wache stand. Nach der Beh�ndigung von Bargeld aus der Kasse fl�chteten die beiden M�nner. Die Versicherte blieb unverletzt und nahm die Arbeit bereits am n�chsten Tag wieder auf. Sie liess sich in der Folge bei Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wegen einer partiellen posttraumatischen Belastungsst�rung behandeln. Mitte Mai, Mitte bis Ende Juni sowie Ende Oktober 2012 wurde A.________ jeweils vor�bergehend eine 100%ige Arbeitsunf�higkeit attestiert. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen.
A.b.�A.________ bezog Leistungen der Arbeitslosenkasse und war erneut bei der SUVA gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 26. Januar 2013 probeweise als Verk�uferin und Tankwartin bei demselben Tankstellenshop f�r einen anderen Arbeitgeber t�tig war, nachdem der fr�here Arbeitgeber im Sp�therbst 2012 in Konkurs gefallen war. Am Abend dieses Tages betraten zwei vermummte Personen den Tankstellenshop, bedrohten die Versicherte mit einem Messer, erbeuteten Bargeld und Zigaretten und verliessen den Shop wieder. Infolge eines psychophysischen Zusammenbruchs wurde A.________ gleichentags ins Notfallzentrum des Spitals C.________ eingewiesen. Nach der Entlassung am 28. Januar 2013 erfolgten weitere Behandlungen bei Dr. med. B.________, welche eine depressive St�rung mit Angstattacken sowie eine partielle posttraumatische Belastungsst�rung diagnostizierte. Die SUVA kam erneut f�r die entsprechenden Heilungskosten auf und erbrachte aufgrund der ab 26. Januar 2013 attestierten Arbeitsunf�higkeit wechselnden Grades Taggelder.
A.c.�Nach einer Untersuchung der Versicherten bei Dr. med. D.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Versicherungspsychiatrischer Dienst (Bericht vom 30. Juli 2014), stellte die SUVA die Versicherungsleistungen mit Verf�gung vom 21. Oktober 2014 per 30. November 2014 mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten psychischen Beschwerden und den Ereignissen vom 19. Dezember 2011 sowie 26. Januar 2013 ein. An ihrem Standpunkt hielt sie mit Einspracheentscheid vom 18. Mai 2015 fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 21. Januar 2016 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ beantragen, es seien ihr in Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch �ber den 30. November 2014 hinaus das Taggeld aus UVG bzw. Heilungskosten, eine Rente sowie gegebenenfalls eine Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen. Zudem l�sst A.________ ein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung einreichen.
Mit Eingabe vom 6. Mai 2016 l�sst A.________ an ihrer Beschwerde festhalten.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Pflicht zur Begr�ndung der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 141 V 234 E. 1 S. 236 mit Hinweis).
2.1.�Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen und Grunds�tze bez�glich des f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181, 402 E. 4.3.1 S. 406; je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.) sowie der erforderlichen ad�quaten Kausalit�t bei psychischer Sch�digung nach einem so genannten Schreckereignis im Besonderen (BGE 129 V 177; SVR 2016 UV Nr. 11 S. 33, 8C_412/2015 E. 2.2) zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen.
2.2.�Zu betonen ist, dass das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit nur aussergew�hnliche Schreckereignisse, die mit einem ausserordentlichen psychischen Schock verbunden sind, zu erf�llen verm�gen (RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl. 2012, S. 46). Die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden Vorfall ausgel�st werden und in ihrer �berraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch St�rung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie L�hmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. In Frage kommen Ereignisse wie etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugungl�cke, schwere Autokollisionen, Br�ckeneinst�rze, Bombenabw�rfe, verbrecherische �berf�lle oder sonstige pl�tzliche Todesgefahren sowie Seebeben, bei denen, anders als im Rahmen der �blichen Unf�lle, die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgel�st haben, an die Aussergew�hnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schock sind strenge Anforderungen zu stellen (SVR 2016 UV Nr. 11 S. 33, 8C_412/2015 E. 2.1). Wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat sind nach der Rechtsprechung gewisse Schreckereignisse sodann nicht geeignet, einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden zu verursachen. Dies gilt namentlich, wenn weder das Opfer noch eine Drittperson einen erheblichen K�rperschaden erlitten und das Schreckereignis nur relativ kurze Zeit gedauert hat. Die �bliche und einigermassen typische Reaktion auf ein solches Ereignis d�rfte erfahrungsgem�ss darin bestehen, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate �berwunden wird. Eine psychische St�rung und lang andauernde Erwerbsunf�higkeit k�nnten nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessen oder einigermassen typische Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden (BGE 129 V 177 E. 4.3 S. 185; Urteil 8C_2/2016 vom 29. Februar 2016 E. 4.1).
2.3.�Bei der Beurteilung der Ad�quanz zwischen einem Schreckereignis und den nachfolgend aufgetretenen psychischen St�rungen ist mit der Vorinstanz gem�ss Rechtsprechung nicht allein auf den psychisch gesunden Versicherten, sondern auf eine weite Bandbreite der Versicherten abzustellen. In diesem Rahmen bilden auch solche Versicherte Bezugspersonen f�r die Ad�quanzbeurteilung, welche im Hinblick auf die erlebnism�ssige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe mit erh�htem Risiko geh�ren, weil sie aus versicherungsm�ssiger Sicht auf einen Unfall nicht "optimal" reagieren (vgl. SVR 2016 UV Nr. 11 S. 33, 8C_412/2015 E. 2.2).
3.1.�Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass es sich bei den Raub�berf�llen vom 19. Dezember 2011 und 26. Januar 2013 um Schreckereignisse im Sinne der dargestellten Rechtsprechung und damit um grunds�tzlich Versicherungsleistungen nach UVG ausl�sende Unf�lle gem�ss Art. 4 ATSG handelt. Ebenfalls einig sind sich die Verfahrensbeteiligten dar�ber, dass die beiden Vorf�lle mindestens teilweise nat�rlich kausal verantwortlich zeichnen f�r die noch bestehenden psychischen Probleme der Beschwerdef�hrerin. Schliesslich wird auch nicht in Frage gestellt, dass von einer Fortsetzung der Heilbehandlung sp�testens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung Ende November 2014 keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten war, weshalb die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ad�quanzpr�fung nicht verfr�ht erfolgt ist. Auf die entsprechenden Erw�gungen des angefochtenen Entscheids kann mangels offensichtlicher M�ngel ohne Weiteres abgestellt werden (vgl. E. 1.1 hievor).
3.2.�Streitig und zu pr�fen ist demgegen�ber, ob aufgrund der �berf�lle vom 19. Dezember 2011 und 26. Januar 2013 �ber den 30. November 2014 hinaus eine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers f�r die psychischen Beschwerden besteht. Dies setzt voraus, dass die noch vorhandenen psychischen Leiden als ad�quat kausale Folge der Ereignisse anzusehen sind. Nach dem Gesagten ist hierzu die Frage zu beantworten, ob die beiden �berf�lle gemessen an der allgemeinen Lebenserfahrung - unter Ber�cksichtigung der weiten Bandbreite der Versicherten - geeignet sind, auch nach dem 30. November 2014 eine psychische St�rung zu bewirken.
4.1.�Das kantonale Gericht hat unter Hinweis auf die praxisgem�ss hohen Anforderungen an die Ad�quanz zwischen psychischen Beschwerden und Schreckereignissen erkannt, es l�gen keine Umst�nde vor, welche zur Bejahung der ad�quaten Kausalit�t zwischen den noch bestehenden psychischen Beschwerden und den beiden Raub�berf�llen vom 19. Dezember 2011 und 26. Januar 2013 f�hren w�rden. Zur Begr�ndung wies es insbesondere darauf hin, dass die Versicherte bei beiden �berf�llen weder geschlagen, misshandelt, gefesselt noch eingesperrt worden sei, dass sie keine erheblichen somatischen Verletzungen erlitten habe und dass die Bedrohungssituation bei beiden Ereignissen lediglich von sehr kurzer Dauer gewesen sei. Anhand der Rechtsprechung zeigte die Vorinstanz auf, dass die den beiden Vorf�llen zugrunde liegenden Bedrohungselemente in ihrer Summe und ihrer qualitativen Auspr�gung keine Aussergew�hnlichkeit im ad�quanzrechtlichen Sinne aufweisen w�rden. Sie legte sodann einl�sslich dar, dass in Anbetracht der 100%igen Arbeitsf�higkeit im Zeitpunkt des zweiten �berfalls nicht von einem derart beeintr�chtigenden Vorzustand ausgegangen werden k�nne, der ad�quanzrechtlich zwingend eine Fehlverarbeitung des wieder Erlebten zu begr�nden verm�chte. Der Umstand allein, dass die Beschwerdef�hrerin im Verlaufe von 13 Monaten zweimal �berfallen worden sei, so die Vorinstanz schliesslich, begr�nde f�r sich genommen noch keine Aussergew�hnlichkeit.
4.2.�Was beschwerdeweise dagegen vorgebracht wird, vermag an der Beurteilung des kantonalen Gerichts mit Blick auf vergleichbare F�lle nichts zu �ndern.
4.2.1.�Das Bundesgericht hat sich eingehend in BGE 129 V 177 zum Schreckereignis im Zusammenhang mit deliktischen Handlungen wie Raub, Drohung oder Erpressung ge�ussert. Zu beurteilen war ein Raub�berfall auf die Betriebsleiterin eines Spielsalons mit einer Faustfeuerwaffe, aber ohne Handgreiflichkeiten oder Schussabgabe. Das Bundesgericht hat erkannt, dass ein solches Ereignis nicht geeignet sei, einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden mit anhaltender Erwerbsunf�higkeit zu verursachen. Die �bliche und einigermassen typische Reaktion auf einen solchen �berfall d�rfte erfahrungsgem�ss darin bestehen, dass zwar eine Traumatisierung stattfinde, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate �berwunden werde. Eine psychische St�rung und lang andauernde Erwerbsunf�higkeit k�nnten nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessene und einigermassen typische Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden (BGE 129 V 177 E. 4.3 S. 185).
Gleiches galt im Fall einer Versicherten, die als Aufsicht in einem Spielsalon bei Arbeitsschluss von drei maskierten M�nnern �berfallen wurde, wobei einer von ihnen mit den F�usten auf sie einschlug und ein anderer eine Pistole auf sie richtete (Urteil U 2/05 vom 4. August 2005; vgl. auch Urteil U 549/06 vom 8. Juni 2007 E. 4.2), beim Barkeeper, der bei Aufr�umarbeiten nach Betriebsschluss von zwei maskierten M�nnern mit Schusswaffen bedroht sowie mit Faustschl�gen ins Gesicht und Fusstritten in den Bauch traktiert wurde, w�hrend sich ein dritter um den ebenfalls anwesenden Gesch�ftsf�hrer k�mmerte, und danach im B�ro des Betriebs eingeschlossen wurde (Urteil U 593/06 vom 14. April 2008 E. 3 und 4), bei der Kioskverk�uferin, die hinter dem Verkaufstresen von zwei maskierten M�nnern bedroht wurde, wobei einer der T�ter sie an der Schulter festhielt und eine Pistole mit einem Abstand von etwa sieben bis zehn Zentimetern gegen ihre Stirn richtete (Urteil 8C_266/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2.1), und beim Tankstellenwart, der mit einer Pistole bedroht wurde und mit der Faust beziehungsweise mit der Pistole Schl�ge gegen den Kopf erhielt (Urteil 8C_44/2015 vom 19. Mai 2015 E. 3). Im j�ngst ergangenen Urteil 8C_2/2016 vom 29. Februar 2016 schliesslich verneinte das Bundesgericht die Angemessenheit einer l�nger als vier Jahre dauernden psychischen Gesundheitssch�digung nach einem �berfall in einem Tankstellen-Shop, anl�sslich welchem ein mit einer Sturmhaube maskierter T�ter die Angestellte mit einer Soft-Air-Waffe bedroht, ihr diese in den R�cken gerammt und Geld verlangt hatte, wobei der T�ter dann im Shop �berw�ltigt werden konnte.
4.2.2.�Mit Blick auf die geschilderten F�lle sind bei den Abl�ufen der zu beurteilenden Raub�berf�lle keine besonderen Umst�nde auszumachen, die eine andere Beurteilung der ad�quaten Kausalit�t rechtfertigen w�rden. Soweit sich die Beschwerdef�hrerin wiederum auf das Urteil 8C_522/2007 vom 1. September 2008 beruft, in welchem das Bundesgericht die Leistungspflicht des Unfallversicherers f�r die psychischen Folgen eines Raub�berfalls ausnahmsweise bejahte, vermag sie - wie das kantonale Gericht zu Recht erkannt hat - daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. In jenem Fall war die Mitarbeiterin in der Schnittblumenabteilung eines Blumengrosshandels morgens um halb vier Uhr als erste am Arbeitsplatz eingetroffen und sah bei einer geballten �bermacht von drei schwarz gekleideten, vermummten und bewaffneten Einbrechern keinerlei Chance, sich zu wehren oder zu fliehen. Sie wurde gezwungen, sich auf den Boden zu legen, w�hrend sich die M�nner an ihr zu schaffen machten, um sie an Armen und Beinen zu fesseln und danach in eine Toilette einzuschliessen. Sie musste aus objektiv verst�ndlichen Gr�nden w�hrend dreissig Minuten st�ndig bef�rchten, dass es zu sexueller Gewalt kommen k�nnte, und auch mit dem Tod rechnen. Im hier zu beurteilenden Fall sind keine solch erschwerenden Elemente zu erkennen. Die Beschwerdef�hrerin wurde - wie bereits erw�hnt - weder gefesselt noch eingesperrt. Die Bedrohungssituation dauerte viel k�rzer, am 19. Dezember 2011 knapp eine und am 26. Januar 2013 knapp eine halbe Minute, wobei die T�ter anschliessend jeweils flohen. Weder mit Bezug auf die Dauer noch auf die Intensit�t der Gewalteinwirkung bzw. Bedrohungselemente liegt daher ein vergleichbarer Fall vor. Die von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachte besondere Heftigkeit und Aussergew�hnlichkeit der seelischen Einwirkungen l�sst sich daraus nicht folgern.
4.2.3.�Wie bereits im kantonalen Verfahren begr�ndet die Beschwerdef�hrerin die Aussergew�hnlichkeit sodann insbesondere damit, dass sie das Ereignis, aufgrund dessen sie psychisch vorbelastet gewesen sei, noch ein zweites Mal habe erleben m�ssen. Diesbez�glich ist vorab darauf hinzuweisen, dass entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin auch dieser Umstand nicht ohne Weiteres auf eine Aussergew�hnlichkeit schliessen l�sst. So hat das Bundesgericht im Fall einer Versicherten, bei welcher es innerhalb eines Zeitraums von rund zwei Wochen zu drei, hinsichtlich ihres Gewaltpotentials unterschiedlich heftigen k�rperlichen �bergriffen des damaligen Partners gekommen war, entschieden, dass die einzelnen Bedrohungselemente in ihrer Gesamtheit trotz unbestrittener Eindr�cklichkeit kein Bild erg�ben, welches nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung als geeignet erscheine, langj�hrige, die Arbeitsf�higkeit erheblich beeintr�chtigende psychische Beschwerden auszul�sen (Urteil 8C_1062/2009 vom 31. August 2010 E. 4.3.2). Bez�glich der Beschwerdef�hrerin hat die Vorinstanz sodann in einl�sslicher W�rdigung der Aktenlage aufgezeigt, dass keine Hinweise auf eine erh�hte psychische Vulnerabilit�t schon vor dem ersten �berfall bestehen. Bereits am Tag nach dem �berfall sei die Versicherte wieder an ihrem Arbeitsplatz t�tig gewesen. Wohl habe sie sich in der Folge psychiatrisch behandeln lassen, doch sei sie bis zum zweiten �berfall praktisch durchgehend vollumf�nglich arbeitsf�hig gewesen. Die erw�hnten kurzfristigen Arbeitsunf�higkeiten - so das kantonale Gericht - seien nicht Folge des Traumas gewesen, sondern h�tten �berwiegend in Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit der Arbeitgeberin bzw. deren Tochter gestanden. Selbst wenn von einem im Zeitpunkt des zweiten �berfalls (noch) labilen psychischen Gleichgewicht ausgegangen w�rde, k�nne in Anbetracht der aktenkundigen 100%igen Arbeitsf�higkeit nicht von einem derart beeintr�chtigenden Vorzustand gesprochen werden, der ad�quanzrechtlich zwingend eine Fehlverarbeitung des anl�sslich des zweiten �berfalls (wieder) Erlebten zu begr�nden verm�chte. Diesen �berzeugenden Erw�gungen der Vorinstanz kann vollumf�nglich beigepflichtet werden. Es zeigen sich schliesslich auch gegen�ber vergleichbaren F�llen keine Besonderheiten, die eine Abweichung von der dargestellten Rechtsprechung als angezeigt erscheinen liessen. Das Bundesgericht hat im bereits erw�hnten Fall der Kioskverk�uferin gepr�ft, ob die f�r eine "weite Bandbreite" von Versicherten geltende Rechtsprechung (BGE 129 V 177 E. 4.3 S. 185) auch dann anzuwenden sei, wenn das Opfer des Raub�berfalls weit mehr als durchschnittlich psychisch belastet sei. Von einem massiv beeintr�chtigten Vorzustand war jedoch nicht auszugehen. Aber auch die lange Leidensgeschichte, die bei der Kioskverk�uferin im Zeitpunkt des Ereignisses aus anderen Gr�nden bereits bestand, liess ihre Reaktion auf den �berfall nicht als ad�quat einstufen. Vielmehr erwog das Bundesgericht, dass der Unfallversicherer der besonderen Situation mit der Ausrichtung von Versicherungsleistungen w�hrend mehr als drei Jahren in ausgepr�gtem Masse Rechnung getragen habe. Entscheidend war die allgemeine Erfahrung, dass ein Opfer ein solches Erlebnis in der Regel mit fortlaufender Zeit �berwinde, insbesondere wenn weder es selbst noch eine Drittperson erhebliche k�rperliche Sch�den erlitten habe und das Schreckerlebnis nur von relativ kurzer Dauer war. Der Vorfall war deshalb auch unter Ber�cksichtigung der �berdurchschnittlichen psychischen Belastung nicht als derart aussergew�hnlich zu qualifizieren, dass die Ad�quanz ausnahmsweise h�tte bejaht werden m�ssen (Urteil 8C_266/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2.2). Auch vorliegend ist - wie oben dargelegt - nicht von einem massiv beeintr�chtigenden psychischen Vorzustand auszugehen und sind keine besonderen Umst�nde ersichtlich, die ein Abweichen von der allgemeinen Erfahrung rechtfertigen w�rden. Es bestand deshalb kein Anlass f�r weitere Abkl�rungen des psychischen Gesundheitszustandes.
4.3.�Zusammenfassend hat das kantonale Gericht nach Gesagtem die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zwischen den Raub�berf�llen vom 19. Dezember 2011 sowie 26. Januar 2013 und den �ber den 30. November 2014 hinaus geklagten psychischen Beschwerden zu Recht verneint. Beim angefochtenen Entscheid hat es sein Bewenden.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die Gerichtskosten werden der unterliegenden Beschwerdef�hrerin auferlegt (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 BGG). Die unentgeltliche Rechtspflege (im Sinne der vorl�ufigen Befreiung von den Gerichtskosten und der unentgeltlichen Verbeist�ndung, Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 BGG) kann gew�hrt werden, weil die Bed�rftigkeit aktenkundig ist. Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Bundesgerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist.
Der Beschwerdef�hrerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt und Rechtsanwalt Max B. Berger wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.
Dem Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.
Luzern, 23. Mai 2016