Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_29_11_2011_3_StR_326_11_Anforderungen_an_das_Fehlen_eine-d4651483.html
Timestamp: 2016-12-09 23:55:02
Document Index: 387680435

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 66', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', '§ 349', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.11.2011 - 3 StR 326/11 - Anforderungen an das Fehlen eines Ausnutzungsbewusstseins bezüglich der Arglosigkeit und Wehrlosigkeit eines Tatopfers | Urteile auf anwalt24.de
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BGH, 29.11.2011 - 3 StR 326/11 - Anforderungen an das Fehlen eines Ausnutzungsbewusstseins bezüglich der Arglosigkeit und Wehrlosigkeit eines Tatopfers
BundesgerichtshofBeschl. v. 29.11.2011, Az.: 3 StR 326/11Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 29.11.2011Referenz: JurionRS 2011, 33098Aktenzeichen: 3 StR 326/11 Verfahrensgang:vorgehend:LG Mönchengladbach - 1.04.2011Rechtsgrundlage:§ 211 Abs. 2 StGBFundstelle:NStZ 2012, 270-271Verfahrensgegenstand:Versuchter Mord u.a. Redaktioneller Leitsatz:1.Arg- und Wehrlosigkeit können gegeben sein, wenn der Tat eine feindselige Auseinandersetzung vorausgeht, das Tatopfer aber nicht (mehr) mit einem erheblichen Angriff gegen seine körperliche Unversehrtheit rechnet.2.Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist Voraussetzung hierfür indessen, dass das Opfer den Streit für beigelegt hält und sich deshalb keines tätlichen Angriffs mehr versieht.3.Danach kann die Beendigung einer Auseinandersetzung, bei der das Opfer zunächst mit einem Angriff rechnete, vor allem dann angenommen werden, wenn der Täter sich so verhält, dass daraus auf ein Ende der Feindseligkeiten geschlossen werden kann, und das Opfer daraufhin eine Haltung einnimmt, aus der sich ergibt, dass es keinen weiteren Angriff befürchtet.4.Wenn auch nicht jede affektive Erregung oder heftige Gemütsbewegung einen Täter daran hindert, die Bedeutung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers für die Tatbegehung zu erkennen, so kann doch insbesondere die Spontanität des Tatentschlusses im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Beweisanzeichen dafür sein, dass ihm das Ausnutzungsbewusstsein fehlte. Dasselbe gilt für eine - zumal erhebliche - Alkoholisierung des Täters.Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 29. November 2011 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen: Tenor:1.Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Mönchengladbach vom 11. April 2011 mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben, a)soweit der Angeklagte wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden ist (Fall III. 1. der Urteilsgründe); b)im gesamten Strafausspruch und c)soweit das Landgericht den Angeklagten verurteilt hat, an den Nebenkläger 25.000 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz hieraus seit dem 21. März 2011 zu zahlen. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger dadurch entstandenen notwendigen Auslagen, an eine Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf zurückverwiesen. 2.Die weitergehende Revision wird verworfen. BGH, 29.11.2011BGH, 29.11.2011