Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20CS%2016.227
Timestamp: 2018-11-14 05:43:25
Document Index: 189201390

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 3', '§ 11', '§ 46', '§ 3', '§ 11']

VGH Bayern, 25.04.2016 - 11 CS 16.227 - dejure.org
GG Art. 2 I; StVG § 3 I 1, III und IV; FeV §§ 11 II, VIII, 46 I; Anlage 4 zu § 46 FeV Nr. 7.5; StVG § 3 I
Entziehung der Fahrerlaubnis bei Nichtvorlage eines angeforderten psychiatrischen Gutachtens
Anordnung eines Facharztgutachtens bei Verdacht auf psychische Erkrankung
Aufklärungsmaßnahme; Entziehung; Fahrerlaubnis; Anordnung; psychiatrisches Gutachten
VG Bayreuth, 12.01.2016 - B 1 S 15.993
Daneben kann bei Vorliegen einer hinreichend fundierten ärztlichen (Vor-)Einschätzung, der Betroffene leide möglicherweise an einer (die Fahreignung beeinträchtigenden) psychischen Krankheit, eine Untersuchungsanordnung nach § 11 Abs. 2 FeV sachlich gerechtfertigt sein (…zu solchen ärztlichen Hinweisen vgl. etwa Senatsurteil vom 10.12.2013 a. a. O.; OVG Niedersachsen…, Urteil vom 18.04.2016 a. a. O.; BayVGH, Beschlüsse vom 25.04.2016 - 11 CS 16.227 - juris …und vom 03.09.2015 a. a. O.; OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 15.06.2012 a. a. O.).
So hätte der Antragsteller aufgefordert werden können, Berichte seiner behandelnden Ärzte vorzulegen, um abzuklären, welcher Art die von der Hausärztin angesprochenen verschiedenen Erkrankungen überhaupt sind (vgl. BayVGH, B.v. 25.4.2016 - 11 CS 16.227 - juris; B.v. 3.5.2017 - 11 CS 17.312 - juris).
Der Betroffene ist grundsätzlich nur verpflichtet, an der Aufklärung von aus bekannten Tatsachen resultierenden Eignungszweifeln mitzuwirken (vgl. BayVGH, B.v. 25.4.2016 - 11 CS 16.227 - juris Rn. 17;… B.v. 20.7.2016 - 11 CS 16.1157 - juris Rn. 16).
Der Betroffene ist nur verpflichtet, mitzuwirken und ein zu Recht angeordnetes Gutachten beizubringen (vgl. zum Fahrerlaubnisrecht: BayVGH, B.v. 25.4.2016 - 11 CS 16.227 - juris Rn. 17).
Unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsprinzips wäre es dabei aber wohl erforderlich gewesen, von dem Antragsteller zuerst ärztliche Unterlagen über die Unterbringung im Bezirksklinikum anzufordern (vgl. BayVGH, B.v. 25.4.2016 - 11 CS 16.227 - juris Rn. 14;… B.v. 1.8.2017 - 11 CS 17.1196 - BeckRS 2017, 124709 Rn. 19), denn bei den Polizisten, die den Polizeibericht verfasst hatten, handelte es sich erkennbar nicht um Ärzte und deren Angaben, es liege eine psychische Erkrankung mit Fremd- und Eigengefährdung vor, war nicht medizinisch fundiert.