Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.05.1995&Aktenzeichen=II%20R%2022/92
Timestamp: 2019-10-18 02:48:33
Document Index: 42710794

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 90', '§ 90', 'Art. 3', '§ 76', '§ 76', 'Art. 3']

BFH, 17.05.1995 - II R 22/92 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1135
BFH, 17.05.1995 - II R 22/92 (https://dejure.org/1995,1135)
BFH, Entscheidung vom 17.05.1995 - II R 22/92 (https://dejure.org/1995,1135)
BFH, Entscheidung vom 17. Mai 1995 - II R 22/92 (https://dejure.org/1995,1135)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1995,1135) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GG Art. 3; VO zur Durchführung des § 90 BewG
Bewertung; Verfassungsmäßigkeit der VO zur Durchführung des § 90 BewG
BFH, 07.05.1995 - II R 22/92
BFHE 177, 502
BStBl II 1995, 577
Für Stichtage bis zum 1. Januar 2007 verstößt die Anwendung des Sachwertverfahrens unter den im BewG vorgesehenen Voraussetzungen demgemäß noch nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes --GG-- (vgl. auch BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577;… BFH-Beschluss vom 22. Juli 2005 II B 121/04, BFH/NV 2005, 1979, unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Februar 1987 1 BvL 18/81, 1 BvL 20/82, BVerfGE 74, 182, BStBl II 1987, 240;… BFH-Beschluss vom 23. August 2007 II B 71/06, BFH/NV 2007, 2247).
Die grundsätzliche Maßgeblichkeit des Ertragswertverfahrens für die Bewertung von Ein- und Zweifamilienhäusern ist von der Überlegung getragen, dass es sich bei diesen am Hauptfeststellungszeitpunkt 1. Januar 1964 meist um kleine, einfach ausgestattete Wohngebäude oder serienmäßig hergestellte Häuser handelte, für die sich eine übliche Jahresrohmiete verhältnismäßig unschwer schätzen lässt (BFH-Urteil in BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577).
Vielmehr kann ein Ein- oder Zweifamilienhaus nur dann im Ertragswertverfahren bewertet werden, wenn sich eine übliche Jahresrohmiete verhältnismäßig unschwer schätzen lässt (BFH-Urteil in BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577).
Eine zur Bewertung im Sachwertverfahren führende besondere Gestaltung oder Ausstattung eines Ein- oder Zweifamilienhauses liegt bereits dann vor, wenn die Wohnfläche eines Einfamilienhauses oder die Wohnfläche einer Wohnung in einem Zweifamilienhaus größer als 220 qm ist (BFH-Urteile vom 12. Februar 1986 II R 192/78, BFHE 146, 96, BStBl II 1986, 320, und in BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577;… BFH-Beschlüsse vom 6. Februar 2002 II B 45/01, BFH/NV 2002, 761;… vom 30. Januar 2004 II B 105/02, BFH/NV 2004, 763;… in BFH/NV 2005, 1979, und in BFH/NV 2007, 2247) oder ein größeres Schwimmbecken vorhanden ist (BFH-Urteile vom 5. März 1986 II R 146/77, BFHE 146, 178, BStBl II 1986, 386 --40 qm großes Schwimmbecken--, …und vom 11. November 1998 II R 17/97, BFH/NV 1999, 593).
Unter Hinweis auf frühere Entscheidungen des BFH (Urteile vom 12. Februar 1986 II R 192/78, BFHE 146, 96, BStBl II 1986, 320, und vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577, …sowie Beschluss vom 6. Februar 2002 II B 45/01, BFH/NV 2002, 761) hat er ausgeführt, dass eine Wohnfläche von mehr als 220 qm dem Einfamilienhaus bzw. dem Zweifamilienhaus, das mindestens eine Wohnung dieser Größe enthält, eine besondere Gestaltung i.S. des § 76 Abs. 3 Nr. 1 des Bewertungsgesetzes (BewG) gebe.
BFH, 30.01.2004 - II B 105/02
220 qm für die Anwendung des Sachwertverfahrens in der Folgezeit unter Abwägung der dagegen vorgebrachten Gründe festgehalten (vgl. Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577, …sowie Beschluss vom 6. Februar 2002 II B 45/01, BFH/NV 2002, 761).
Diese Frage ist höchstrichterlich bereits geklärt (vgl. Urteil des BFH vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577).
Dabei reicht es aus, dass entweder eine besondere Gestaltung oder eine besondere Ausstattung vorliegt, um für die Wertfindung anstelle des Ertragswertverfahrens das Sachwertverfahren treten zu lassen (BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BStBl II 1995, 575).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des BFH gibt nämlich eine Wohnfläche von mehr als 220 qm einem Einfamilienhaus eine besondere Gestaltung, die es deutlich von den nach § 76 Abs. 1 BewG auf den 1. Januar 1964 üblicherweise im Ertragswertverfahren bewerteten Häusern abhebt (vgl. BFH-Urteile vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BStBl II 1995, 577; vom 12. Februar 1986 II R 192/78, BStBl II 1986, 320 …und vom 11. November 1998 II R 17/97, BFH/NV 1999, 593).
Ein Verstoß gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes liegt darin nicht (BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577, und BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 1979, unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 10. Februar 1987 1 BvL 18/81, 1 BvL 20/82, BVerfGE 74, 182, BStBl II 1987, 240).
Diese Frage ist ebenfalls höchstrichterlich bereits geklärt (vgl. Urteil des BFH vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577).
BFH, 06.02.2002 - II B 45/01
Mit Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92 (BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577) hat der BFH --allerdings bezogen auf den Bewertungsstichtag 1. Januar 1988-- daran festgehalten, dass allein eine Wohnfläche von mehr als 220 qm ausreicht, ein Einfamilienhaus im Sachwertverfahren zu bewerten.
Die Beschwerde ist insoweit unzulässig, als der Kläger nicht schlüssig darlegt, welche neuen gewichtigen, vom BFH bislang nicht geprüften Einwände in der Literatur und/oder in der Rechtsprechung der Instanzgerichte gegen die Rechtsprechung des BFH zum Wohnungsbegriff (…vgl. BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 II R 43/00, BFH/NV 2003, 7, m.w.N.) sowie zur Wohnfläche als Kriterium für die Anwendung des Sachwertverfahrens (vgl. BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 II R 22/92, BFHE 177, 502, BStBl II 1995, 577) vorgebracht werden und eine erneute Entscheidung des BFH erforderlich machen (…vgl. BFH-Beschluss vom 3. April 2000 VIII B 99/99, BFH/NV 2000, 985).
BFH, 09.08.2002 - II B 154/01
BFH, 29.10.1997 - II B 31/97
Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung in der Beschwerdeschrift