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Timestamp: 2020-02-28 18:57:12
Document Index: 174432746

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 80', 'EGMR', 'EuG', 'Art. 2', 'Art. 8', 'Art. 16', 'Art. 88', 'Art. 88', 'Art. 88', 'Art. 1', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 6']

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Der Begriff Datenschutz umschreibt den Schutz des Persönlichkeitsrechts vor Verletzungen durch die missbräuchliche Verwendung personenbezogener Daten bei Erhebung, Verarbeitung und Nutzung. Dabei tritt das Grundrecht des Arbeitnehmers auf informationelle Selbstbestimmung nur ausnahmsweise gegenüber einem begründeten und verhältnismäßigen Informationsinteresse des Arbeitgebers zurück. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichteter Adressat des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).
Arbeitsrecht: Zu beachten ist Art. 2 Abs. 1 GG (Recht auf informationelle Selbstbestimmung).
Datenschutzrechtliche Vorschriften ergeben sich aus dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), einzelnen Landesdatenschutzgesetzen und dem Telekommunikationsgesetz (TKG).
Auf EU-Ebene ist am 25.5.2016 die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft getreten; sie gilt ab dem 25.5.2018 und setzt in weiten Teilen unmittelbar zwingendes Recht. Die DSGVO führte auch zu einer ab dem 25.5.2018 wirkenden Novellierung des BDSG. Das Zweite Datenschutz-Anpassungsgesetz passt u. a. verschiedene arbeitsrechtliche Regelungen an die DSGVO an (BGBl. I 2019 S. 1626). Das Datenschutzkonzept im Arbeitsverhältnis ergibt sich daher aus einem Zusammenspiel von Datenschutz-Grundverordnung und dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz. Das seit 2009 geplante Beschäftigten-Datenschutzgesetz ist dagegen nach wie vor noch nicht realisiert worden.
Von Bedeutung sind daneben einzelne Spezialgesetze wie z. B. das Videoüberwachungsverbesserungsgesetz und das Personalausweisgesetz. Einzelne datenschutzrelevante Regelungen finden sich im BetrVG (§§ 80, 83, 87 Abs. 1 Nr. 6, 90 ff.) und im BPersVG.
In der Rechtsprechung des BAG finden sich aktuell wichtige Vorgaben zu einzelnen Fragen wie der Videoüberwachung etc.; siehe auch: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Urteil v. 5.9.2017, 61496/08, zu den Informationspflichten des Arbeitgebers bei der Überwachung von Mitarbeiterkommunikation. Zukünftig wird aufgrund der DSGVO zunehmend die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu dieser Verordnung zu beachten sein.
Zweck des Datenschutzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird (Recht auf informationelle Selbstbestimmung, verfassungsrechtlich gewährleistet durch Art. 2 Abs. 1 GG; auf Unionsebene verankert in Art. 8 Grundrechtscharta EU sowie Art. 16 AEUV, sowie das "Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme"). Diese Schutzbedürftigkeit ist besonders bei elektronischer Datenverarbeitung gegeben. Eine speziell datenschutzrechtliche Grundlage für das Arbeitsverhältnis existiert (noch) nicht, sodass die allgemeinen Vorschriften, insbesondere das Bundesdatenschutzgesetz anzuwenden sind. Allerdings enthalten einzelne Landesdatenschutzgesetze Sonderregelungen für Dienst- und Arbeitsverhältnisse. Datenschutzrechtliche Bestimmungen enthalten zudem das BetrVG und das PersVG. Durch die DSGVO werden sämtliche nationalen Datenschutznormen verdrängt, soweit die DSGVO keine Abweichungen zulässt und Öffnungsklauseln enthält. Eine solche Öffnungsklausel enthält die Verordnung in Art. 88 DSGVO speziell für den Bereich des "Beschäftigungskontextes". Es gilt daher, sowohl die DSGVO als auch die speziellen nationalen Regelungen zu beachten. Die DSGVO enthält in Art. 88 keine konkreten arbeitsrechtlichen Bestimmungen, sondern überlässt diesen Bereich der nationalen Ausgestaltung – dies gem. Art. 88 Abs. 2 DSGVO unter der Wahrung von Würde und Grundrechten der betroffenen Person und in transparenter Ausgestaltung – auch innerhalb von Unternehmensgruppen und insbesondere beim Einsatz von Überwachungssystemen.
Mit der DSGVO hat der europäische Gesetzgeber erstmals eine unmittelbar zwingende, europaweit einheitliche gesetzliche Regelung zum Datenschutz geschaffen. Dabei steht die Verordnung gem. Art. 1 Abs. 1 DSGVO im Spannungsfeld von freiem Datenverkehr im Europäischen Binnenmarkt und dem persönlichen Datenschutz für den einzelnen EU-Bürger. Die diesbezügliche Konkretisierung und Abwägung auch für das Arbeitsrecht wird zukünftig maßgeblich durch den EuGH erfolgen. Die Verordnung wirkt ab dem 25.5.2018 unmittelbar und zwingend in allen Mitgliedstaaten. Sie hat Vorrang vor dem nationalen Datenschutzrecht, enthält allerdings aufgrund verschiedener Öffnungsklauseln Freiräume für den nationalen Gesetzgeber. Die Datenschutz-Grundverordnung enthält keine spezifischen Regelungen zum Beschäftigtendatenschutz und wird das deutsche Datenschutzrecht nicht vollständig verdrängen. Von grundsätzlicher arbeitsrechtlicher Bedeutung ist dabei zunächst das in Art. 6 Abs. 1b DSGVO allgemein festgeschriebene Prinzip der vertragsbezogenen Erforderlichkeitsprüfung jeder Datenverarbeitung sowie die Einwilligung in die Datenverarbeitung seitens der betroffenen Person (Art. 6 Abs. 1a DSGVO). Für den Daten...