Source: https://raheinemann.de/bgh-hebt-freisprueche-der-vorstandsmitglieder-der-hsh-nordbank-ag-auf/
Timestamp: 2019-11-15 20:44:38
Document Index: 103177345

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 400', '§ 93', '§ 266', '§ 400', 'BGH']

Bankrecht, Gesellschaftsrecht | Anwaltskanzlei Heinemann
BGH hebt Freisprüche der Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG auf
BGH hat mit Urteil vom 12. Oktober 2016, Az. 5 StR 134/15, die Freisprüche der Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG (Landgericht Hamburg, Urteil vom 9. Juli 2014, Az. 608 KLs 12/11 (5550 Js 4/09) wegen des Vorwurfs der Untreue u.a. aufgehoben.
Den sechs Angeklagten, die zur Tatzeit den Gesamtvorstand der HSH Nordbank AG bildeten, hat die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sich einer Untreue nach § 266 Abs. 1 StGB schuldig gemacht zu haben, indem sie im Dezember 2007 auf der Grundlage unzureichender Informationen dem Abschluss eines Finanzgeschäfts zustimmten, das der Verbesserung der bankaufsichtsrechtlich zu bestimmenden Eigenkapitalquote dienen sollte, und dadurch der Bank einen Vermögensnachteil zufügten.
Darüber hinaus ist zwei Vorstandsmitgliedern vorgeworfen worden, gemeinschaftlich gemäß § 400 Abs. 1 Nr. 1 AktG die Verhältnisse des Bankkonzerns in Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand unrichtig wiedergegeben zu haben, indem sie in dem Quartals-Zwischenbericht zum 31. März 2008 und in einer Pressemitteilung vom 20. Juni 2008 fehlerhaft einen Überschuss in Höhe von 81 Millionen Euro auswiesen, während tatsächlich ein Fehlbetrag in Höhe von 31 Millionen Euro vorlag.
Das Landgericht Hamburg hat die Angeklagten mit Urteil vom 9. Juli 2014, Az. 608 KLs 12/11 (5550 Js 4/09), jeweils freigesprochen. Die Hauptverhandlung habe lm Hinblick auf den Vorwurf der Untreue zwar ergeben, dass die Angeklagten ihre Vorstandspflichten aus § 93 Abs. 1 AktG verletzt und hierdurch einen Vermögensnachteil bei der Bank herbeigeführt hätten. Jedoch seien die Pflichtverletzungen nicht in einer Weise „offensichtlich“ und „gravierend“, die sie im Lichte der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofes als tatbestandsmäßig im Sinne des § 266 Abs. 1 StGB erscheinen ließen.
Die Hauptverhandlung habe hinsichtlich des Vorwurfes nach § 400 Abs. 1 Nr. 1 AktG erbracht, dass in den betreffenden Darstellungen des Vermögensstandes zwar fälschlich ein Überschuss anstelle eines Fehlbetrages ausgewiesen worden sei. Die Unrichtigkeit habe sich jedoch nicht als „erheblich“ dargestellt, weshalb es bereits an der objektiven Tatbestandsverwirklichung fehle.
Auf die Revisionen der Staatsanwaltschaft hat der 5. (Leipziger) Strafsenat des Bundesgerichtshofs das Urteil aufgehoben und die Sache an eine andere Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Quelle: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=5&nr=76178&linked=pm&Blank=1
By Rolf Heinemann|2016-10-31T13:17:03+02:0031. Okt 2016|Bank- und Kapitalrecht, Gesellschaftsrecht, Kanzlei|Kommentare deaktiviert für BGH hebt Freisprüche der Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG auf