Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ-RR%202004,%20142
Timestamp: 2020-01-29 21:39:44
Document Index: 315145844

Matched Legal Cases: ['§ 47', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284', 'BGH', 'BGH', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284']

Rechtsprechung: NStZ-RR 2004, 142 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG München I, 27.10.2003
OLG Celle, 18.08.2003 - 22 Ss 101/03
https://dejure.org/2003,5273
OLG Celle, 18.08.2003 - 22 Ss 101/03 (https://dejure.org/2003,5273)
OLG Celle, Entscheidung vom 18.08.2003 - 22 Ss 101/03 (https://dejure.org/2003,5273)
OLG Celle, Entscheidung vom 18. August 2003 - 22 Ss 101/03 (https://dejure.org/2003,5273)
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Diebstahl geringwertiger Gegenstände: Verhängung einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe
Änderung eines Rechtsfolgenausspruches durch das Revisionsgericht; Ermessen über die Art und Höhe der Rechtsfolge
NStZ-RR 2004, 142
Das Tatgericht führt - wenn auch im Kontext mit der Verhängung kurzer Freiheitsstrafen im Sinne von § 47 Abs. 1 StGB - mit Recht aus, dass gerade bei Bagatelltaten das Übermaßverbot besonderer Beachtung bedürfe und geht zutreffend davon aus, dass dann, wenn schon geringfügige Straftaten ohne erschwerende Besonderheiten den Ausspruch einer Freiheitsstrafe erfordern, es die Anforderung an einen gerechten Schuldausgleich und die Beachtung des Übermaßverbots gebieten können, auf die Mindeststrafe zu erkennen (st. Senatsrechtsprechung vgl. beispielhaft zu Ladendiebstählen SenE v. 03.03.2009 - 81 Ss 8/09 - [Beutewert 9, 20 EUR und 9, 99 EUR]; SenE v. 20.07.2010 - III-1 RVs 125/10 - [9,95 EUR]; SenE v. 08.02.2011 - III-1 RVs 23/11 - [11,10 EUR]; SenE v. 28.04.2017 - III-1 RVs 87/17 - [9,75 EUR]; vgl. weiter OLG Celle NStZ-RR 2004, 142; OLG Oldenburg StRR 2008, 323).
Auch geringfügige, nur sehr geringe Schäden verursachende oder aus sonstigen Gründen Bagatellcharakter aufweisende Straftaten können unter außergewöhnlichen Umständen die Verurteilung zu einer (auch unbedingten) Freiheitsstrafe nach sich ziehen (vgl. OLG Braunschweig NStZ-RR 2002, 75; OLG Celle NStZ-RR 2004, 142; OLG Stuttgart NStZ 2007, 37).
LG München I, 27.10.2003 - 5 Qs 41/2003, 384 Js 44646/03
https://dejure.org/2003,5599
LG München I, 27.10.2003 - 5 Qs 41/2003, 384 Js 44646/03 (https://dejure.org/2003,5599)
LG München I, Entscheidung vom 27.10.2003 - 5 Qs 41/2003, 384 Js 44646/03 (https://dejure.org/2003,5599)
LG München I, Entscheidung vom 27. Januar 2003 - 5 Qs 41/2003, 384 Js 44646/03 (https://dejure.org/2003,5599)
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Genehmigung für Glücksspiel aus Österreich ausreichend
AG München - 5 Qs 41/03
NJW 2004, 171
MMR 2004, 109
Ohne eingehende rechtliche Prüfung war und ist nicht zu erkennen, daß eine in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union an ein dort ansässiges Unternehmen erteilte Genehmigung, Glücksspiele im Internet zu veranstalten, eine Strafbarkeit im Inland wegen dieser Unternehmenstätigkeit nicht ausschließt (vgl. dazu auch LG München I NJW 2004, 171 f.).
Angesichts der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Sache "Gambelli" (Urteil vom 6. November 2003) und ihrer Rezeption durch Rechtsprechung und Literatur (…vgl. etwa Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch, 52. Aufl., 2004, § 284 Rn. 7 und 11;… Kühl, in: Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, 25. Aufl., 2004, § 284 Rn. 12;… Eser/Heine, in: Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, 26. Aufl., 2001, § 284 Anm. IX; Landgericht Hamburg…, Beschluss vom 12. November 2004 - 629 s 56/04 -, NStZ-RR 2005, S. 44; Landgericht München I, Beschluss vom 27. Oktober 2003 - 5 Qs 41/03 -, NJW 2004, S. 171; Landgericht Wuppertal, Beschluss vom 17. August 2004 - 30 Qs 3/04 - Landgericht Baden-Baden, Beschluss vom 2. Dezember 2004 - 2 Qs 157/04 - Amtsgericht Heidenheim, Urteil vom 19. August 2004 - 3 Ds 42 Js 5187/03 - AK 424/03 -, JURIS; Schleswig-Holsteinisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 18. Januar 2005 - 3 MB 80/04 - Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 22. Dezember 2004 - BS 28/04 - Hessischer Verwaltungsgerichtshof…, Beschluss vom 9. Februar 2004 - 11 TG 3060/03 -, GewArch 2004, S. 153) könnten erhebliche Zweifel an der gemeinschaftsrechtlichen Vereinbarkeit des § 284 StGB auch nicht ohne Verstoß gegen das Willkürverbot ausgeschlossen werden.
Auch aus dem Beschluss des LG München vom 27.10.2003 (5 Qs 41/03, NJW 2004, 171) lassen sich für den Streitfall keine Rückschlüsse ziehen, weil es bei dem hierzu beurteilenden Sachverhalt nicht um eine Diskriminierung der Besteuerung der Klägerin geht, sondern um eine steuerliche Gleichstellung mit konzessionierten Veranstaltern von öffentlichen Lotterien.
Auch in der vom Bevollmächtigten des Antragstellers zitierten Entscheidung des LG München I vom 27.10.2003 ( NJW 2004, 171 ) wird das Vorliegen einer strafbaren Handlung nach § 284 Abs. 1, Abs. 3 StGB für die Geschäftsführer einer österreichischen Firma durch das Anbieten von Sportwetten in der Bundesrepublik Deutschland nur deshalb verneint, weil die Firma über eine vom Land Oberösterreich erteilte Erlaubnis und damit ? nach Auffassung des LG München I ? über eine behördliche Erlaubnis im Sinne der Vorschrift verfügte; damit ging das LG München I also auch in dieser Entscheidung davon aus, dass durch das Anbieten von Sportwetten ein Glücksspiel veranstalt wurde.
Die vom LG München I im Beschluss vom 27. Oktober 2003 ( NJW 2004, 171 ) vertretene gegenteilige Ansicht, wonach eine österreichische Veranstaltungsbewilligung für die Tätigkeit als Buchmacher eine behördliche Erlaubnis im Sinne des § 284 Abs. 1 StGB ist, überzeugt nicht.
Eine solche rückbezügliche Beweiskraft hat die Entscheidung "H." des Europäischen Gerichtshofs ebenso wenig wie der von der Beklagten zur Stützung ihrer Rechtsauffassung herangezogene Beschluss der 5. Strafkammer des Landgerichts München vom 27.10.2003 in dem Strafverfahren 384 Js 44646/03.
Auch der BGH hat in einem Urteil vom 1. April 2004 (Az. I ZR 317/01; BGHZ 158, 343/354) festgestellt, dass ohne eingehende rechtliche Prüfung nicht zu erkennen ist, dass eine in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union an ein dort ansässiges Unternehmen erteilte Genehmigung, Glücksspiele im Internet zu veranstalten, eine Strafbarkeit im Inland wegen dieser Unternehmenstätigkeit nicht ausschließt (vgl. dazu auch LG München I, NJW 2004, 171 f.).
Die teilweise vertretene gegenteilige Ansicht, dass Erlaubnisse aus EU-Mitgliedstaaten als Erlaubnisse im Sinne von § 284 StGB anzusehen seien (etwa LG München vom 27.10.2003 5 Qs 41/03 NJW 2004, 171 ; vgl. VG Giessen vom 21.11.2005 Az. 10 E 1104/05 und 10 E 872/05 ; Leipold, Die Sportwette ? ein strafrechtliches Problem, NJW-Spezial 2005 / 4, 183; s.a. Redeker/Sellner/Dahs & Widmaier, Zur Zulässigkeit der Vermittlung von Sportwetten an im EU-Ausland zugelassene Veranstalter nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28.3.2006 -Rechtsgutachten vom 26.5.2006 - Widmaier, Strafrechtliche Konsequenzen aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März 2006 für die Zeit bis zur Neuregelung des Rechts der Sportwetten, Rechtsgutachten vom 5.5.2006, Seite 15) überzeugt das erkennende Gericht nicht.
führt, ist in Literatur und Rechtsprechung höchst umstritten (…vgl. etwa Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch, 52. Aufl., 2004, § 284 Rn. 7 und 11;… Kühl, in: Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, 25. Aufl., 2004, § 284 Rn. 12;… Eser/Heine, in: Schenke/Schröder, Strafgesetzbuch, 26. Aufl., 2001, § 284 Anm. IX;… Landgericht Hamburg, Beschl. v. 12.11.2004 - 829 s 56/04 -, NStZ-RR 2005, S. 44; Landgericht München I, Beschluss vom 27. Oktober 2003 - 5 Qs 41/03 -, NJW 2004, S. 171; Landgericht Wuppertal…, Beschluss vom 17. August 2004 - 30 Qs 3/04 - Landgericht Baden-Baden, Beschl. v. 2.12.2004 - 2 Qs 157/04 - Amtsgericht Heidenheim, Urt. v. 19.08.2004 - 3 Ds 42 Js 5187/03 - AK 424/03 -, JURIS;… Schleswig-Holsteinisches Oberverwaltungsgericht, Beschl. v. 18.01.2005 - 3 MB 80/04 - Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschl. v. 22.12.2004 - BS 28/04 - Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Beschl. v. 09.02.2004 - 11 TG 3060/03 -, GewArch 2004, S. 153; als neuere Entscheidungen werden erwähnt: VG Köln, Beschl. v. 14.07.2006 - 1 L 967/06; VG Karlsruhe, Beschl. v. 21.07.2006 - 6 K 1260/06).