Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+69,+295
Timestamp: 2018-12-14 20:56:33
Document Index: 257529908

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH']

Zur Frage der Sittenwidrigkeit eines Fluchthelfervertrages (vgl. Senatsurteile BGHZ 69, 295 u. 302; vom 29. September 1977 - III ZR 167/75 = NJW 1977, 2358 = WM 1977, 1301 = BGHWarn 1977 Nr. 182).
Wie der erkennende Senat in seinen nach Erlaß des Berufungsurteils ergangenen Entscheidungen vom 29. September 1977 (III ZR 164/75 = BGHZ 69, 295; III ZR 118/76 = NJW 1977, 2359 = WM 1977, 1303, 1304 [BGH 29.09.1977 - III ZR 118/76] , insoweit BGHZ 69, 302 nicht abgedruckt; III ZR 167/75 = NJW 1977, 2358 = WM 1977, 1301, 1302 [BGH 29.09.1977 - III ZR 167/75] = BGHWarn 1977 Nr. 182) ausgesprochen und in der zuerst genannten Entscheidung näher begründet hat (…a.a.O. S. 296), verstößt ein auf die entgeltliche Gewährung von Fluchthilfe zum Verlassen der Deutschen Demokratischen Republik gerichteter Vertrag nicht gegen ein gesetzliches Verbot; er ist daher nicht nach § 134 BGB nichtig.
Zu der Frage, ob ein Fluchthelfervertrag sittenwidrig ist, weil ein Fluchthilfeunternehmen Gefahren für beteiligte und womöglich auch unbeteiligte Personen hervorrufen kann, hat der erkennende Senat bereits in seinem Urteil BGHZ 69, 295, 299 f ausgeführt, daß nicht jeder Vertrag sittenwidrig ist, der für die Beteiligten mit persönlichen Gefahren verbunden ist.
Die vom Berufungsgericht offen gelassene Frage, ob der Zahlungsanspruch aus einem Fluchthelfervertrag eine nicht einklagbare Verbindlichkeit ist, hat der erkennende Senat bereits in seinem Urteil BGHZ 69, 295, 301 verneint.