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Timestamp: 2016-10-24 07:00:17
Document Index: 153815035

Matched Legal Cases: ['Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 63', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

4C.270/2006 (04.01.2007)
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Adrian R�esch.
Der in Deutschland ans�ssige X.________ besass gem�ss Verm�gensausweis vom 12. Januar 1999 ein Wertschriftenportefeuille von DM 797'201.11 bei der Bank Z.________, das im Umfang von DM 280'300.-- �ber einen Lombardkredit finanziert war. Nachdem er am 4. Dezember 1998 eine Depot-/Kontobeziehung mit der Y.________ AG eingegangen war, wurde das Portefeuille einschliesslich des Lombardkredites im Februar 1999 unter Abl�sung der Bank Z.________ auf die Y.________ AG �bertragen. Mit Schreiben vom 5. Februar 1999 best�tigte ihm diese eine Kreditlinie von Fr. 350'000.--, die sp�ter durch einen Lombardkredit-Vertrag ersetzt wurde. Gem�ss dem ersten von der Y.________ AG ausgestellten Verm�gensausweis vom 3. M�rz 1999 betrug das Bruttoverm�gen von X.________ DM 1'081'295.--, das Nettoverm�gen nach Abzug des Lombardkredites DM 730'021.--.
Nachdem sich das an der B�rse in Aktien angelegte Verm�gen zun�chst vermehrt hatte, kam es im Herbst 2001 zu massiven Verlusten, die dazu f�hrten, dass die Bank am 21. September 2001 nach erfolgter Kontaktnahme mit dem Kunden die im Depot befindlichen Aktien zur Deckung des sich noch auf Fr. 54'504.95 belaufenden Lombardkredites ver�usserte, woraus sich ein Saldo zu Gunsten des Kunden von USD 40'389.97 ergab.
X.________ betrachtete die Bank als haftbar f�r die Verluste. Er klagte am 2. Dezember 2003 beim Kreisgericht St. Gallen auf Zahlung von Fr. 600'000.--. Die Beklagte widersetzte sich der Klage. In der Replik reduzierte der Kl�ger die eingeklagte Forderung auf Fr. 544'300.--. Mit Urteil vom 9. Dezember 2004 wies das Kreisgericht die Klage ab. Es kam zum Ergebnis, dass zwischen den Parteien nicht bloss eine Konto-/Depotbeziehung bestanden habe, sondern die Bank auch als Anlageberaterin gehandelt habe. Es verneinte jedoch die Verletzung einer sich daraus ergebenden Sorgfaltspflicht der Beklagten, weil sie den - nicht offensichtlich unerfahrenen - Kl�ger auf die Risiken seiner hoch spekulativen Aktien-Anlagen hingewiesen habe und dieser sich nicht davon habe abhalten lassen.
Der Kl�ger erhob Berufung an das Kantonsgericht St. Gallen. Er verminderte im Laufe des Verfahrens die eingeklagte Forderung auf Fr. 532'300.-- nebst 5 % Zins seit 1. Oktober 2001. Die Beklagte beantragte die Abweisung der Berufung und erhob Anschlussberufung, mit der sie den erstinstanzlichen Kostenspruch in Bezug auf die Parteientsch�digung anfocht. Mit Entscheid vom 25. April 2006 wies das Kantonsgericht die Berufung ab und hiess die Anschlussberufung teilweise gut. Das Kantonsgericht nahm ebenfalls an, dass die Beklagte als Anlageberaterin t�tig gewesen sei, verneinte jedoch in �bereinstimmung mit der ersten Instanz eine Verletzung der sich sowohl aus der vertraglichen Bindung wie dem B�rsengesetz ergebenden Informations- und Sorgfaltspflicht der Bank.
Der Kl�ger beantragt dem Bundesgericht mit Berufung, das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 25. April/3. Juli 2006 aufzuheben und die Beklagte zur Zahlung von Fr. 380'000.-- nebst 5 % Zins seit 1. Oktober 2001 zu verpflichten, eventuell die Streitsache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
2.1 Nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Kl�ger die Auftr�ge zum Kauf oder Verkauf von Aktien in der Regel telefonisch erteilt. Es habe zwischen den Parteien ein intensiver und h�ufiger telefonischer Kontakt bestanden, wobei der bei der Beklagten zust�ndige A.________ den Kl�ger zumindest anf�nglich fallweise beraten habe. A.________ habe den Kl�ger im M�rz sowie im Juni 2000 bewogen, die damals erzielten Gewinne zu realisieren und abzusichern, was dieser in der Folge auch getan habe. Der Kl�ger habe im Juni 2000 �ber fl�ssige Mittel von rund USD 443'000.-- und EUR 232'000.-- verf�gt, nachdem er bereits zu Jahresende 1999 insgesamt DM 188'000.-- von seinem Konto nach Deutschland transferiert habe. Insofern k�nne davon ausgegangen werden, dass A.________ den Kl�ger mehrfach zur Vorsicht gemahnt habe. Dass der Kl�ger kurz danach seine Mittel wieder neu anlegte - wiederum vorwiegend in Aktien der IT-Branche -, worauf er erhebliche Verluste erlitten habe, f�hre der Kl�ger selbst nicht auf Empfehlungen der Beklagten zur�ck.
2.2 Im angefochtenen Urteil wird sodann festgestellt, dass der Kl�ger von der Beklagten die Brosch�re "Besondere Risiken im Effektenhandel" erhalten habe, die �ber "Gesch�ftsarten mit erh�htem Risikopotential oder mit komplexem Risikoprofil" orientiert. Der Kl�ger habe ferner die Formulare "Transaktionen in Derivaten und Termingesch�ften" sowie "Verlustrisiken bei B�rsentermingesch�ften mit Deutschland-Beziehung" unterzeichnet.
2.3 Schliesslich wird im angefochtenen Urteil festgehalten, der Kl�ger habe im Prozessverfahren zwar gesundheitsbedingte Probleme angedeutet, aber weder konkret geltend gemacht, dass er im Rechtssinne nicht mehr handlungsf�hig gewesen sei, noch habe er substanziiert, woraus die Beklagte konkret h�tte schliessen m�ssen, dass er die eingegangenen Risiken nicht �berblickt habe. Soweit der Kl�ger einwende, die Beklagte habe gewusst bzw. sie h�tte wissen m�ssen, dass er als fr�herer Selbst�ndigerwerbender �ber keinerlei Altersvorsorge im Sinne der schweizerischen AHV verf�ge und dass die ihr anvertrauten Verm�genswerte seine einzige Existenzbasis bedeuteten, sei festzuhalten, dass der Kl�ger den Beweis f�r die diesbez�glichen Kenntnisse der Beklagten schuldig geblieben sei. Es sei unter diesen Umst�nden davon auszugehen, dass der Beklagten die Lebens- und Verm�gensverh�ltnisse des Kl�gers - jedenfalls in der behaupteten Tiefe - nicht bekannt gewesen seien.
3.1 Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tats�chlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder im Hinblick auf den Tatbestand einer anwendbaren Sachnorm erg�nzungsbed�rftig sind (Art. 64 OG). Werden solche Ausnahmen geltend gemacht, so hat die Partei, welche den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. c und d OG; BGE 130 III 102 E. 2.2 S. 106 mit Hinweisen). Blosse Kritik an der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung ist im Berufungsverfahren - auch unter dem Titel einer Verletzung von Art. 8 ZGB - unzul�ssig (BGE 127 III 73 E. 6a; 126 III 10 E. 2b S. 13; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3, je mit Hinweisen).
3.2 Gegen diese Grunds�tze verst�sst der Kl�ger wiederholt, wenn er, ohne sich um die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zu k�mmern, den Sachverhalt in der Berufungsschrift aus seiner Sicht darstellt. Auf diese Vorbringen ist nicht weiter einzugehen. Der rechtlichen Beurteilung durch das Bundesgericht ist vielmehr der von der Vorinstanz verbindlich festgestellte Sachverhalt zu Grunde zu legen.
Das gilt auch, soweit der Kl�ger der Vorinstanz sinngem�ss eine Verletzung von Art. 8 ZGB vorwirft. Er behauptet n�mlich, es habe bei ihm eine reduzierte Urteilsf�higkeit vorgelegen, was er durch mehrere Antr�ge zum Beweis verstellt habe. Im angefochtenen Urteil wird dazu indessen festgehalten, der Kl�ger habe zwar gesundheitliche Probleme angedeutet, jedoch weder konkret geltend gemacht, dass er im Rechtssinne nicht mehr handlungsf�hig gewesen sei, noch habe er substanziiert, woraus die Beklagte konkret h�tte schliessen m�ssen, dass er die eingegangenen Risiken nicht �berblickt habe. Der aus Art. 8 ZGB abgeleitete Beweisanspruch setzt voraus, dass im kantonalen Verfahren geh�rig substanziierte tats�chliche Behauptungen vorgebracht worden sind. Fehlen solche Behauptungen, wie das hier der Fall war, so kann auf die Abnahme der beantragten Beweismittel ohne Verletzung von Bundesrecht verzichtet werden.
4.1 In rechtlicher Hinsicht wirft der Kl�ger dem Kantonsgericht vor, nicht ber�cksichtigt zu haben, dass die Anlageberaterin als Beauftragte einer Aufkl�rungs- und Treuepflicht unterliege, aus der sich ergebe, dass sie sich m�glichst umfassend �ber die Lebensverh�ltnisse des Auftraggebers informieren m�sse. W�re die Beklagte ihrer Pflicht nachgekommen, h�tte sie erkennen m�ssen, dass der Kl�ger objektiv nicht in der Lage war, die mit den Aktienspekulationen verbundenen Risiken einzugehen, weshalb die Beklagte von sich aus h�tte intervenieren m�ssen. Der Kl�ger bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Praxis des Bundesgerichts (BGE 101 II 121; Urteil 4C.108/2002 vom 23. Juli 2002), die nach seiner Auffassung ge�ndert werden sollte, weil sie zu Unrecht eine solche Pflicht des Anlageberaters verneine.
4.2 Die Vorinstanz hat den Fall nicht allein auf der Grundlage der bisherigen Praxis des Bundesgerichts zum Auftragsrecht, sondern auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 11 des Bundesgesetzes �ber die B�rsen und den Effektenhandel vom 24. M�rz 1995 (BEHG; SR 954.1) beurteilt. Sie ist unter beiden Aspekten - welche alternativ die Rechtsgrundlage der eingeklagten Forderung bilden k�nnten - zum Ergebnis gelangt, dass die Beklagte ihrer Informations- und Aufkl�rungspflicht ausreichend nachgekommen ist. Wie es sich damit verh�lt, hat das Bundesgericht im Folgenden gem�ss dem im Berufungsverfahren geltenden Grundsatz iura novit curia (Art. 63 Abs. 3 OG) zu pr�fen.
5.1 Nach Art. 11 BEHG (Marginale: Verhaltensregeln) hat der Effektenh�ndler gegen�ber seinen Kunden eine Informationspflicht; er weist sie insbesondere auf die mit einer bestimmten Gesch�ftsart verbundenen Risiken hin (Abs. 1 lit. a). Bei der Erf�llung dieser Pflicht sind die Gesch�ftserfahrenheit und die fachlichen Kenntnisse der Kunden zu ber�cksichtigen (Abs. 2).
5.2 Nach herrschender Lehrmeinung kommt der �ffentlichrechtlichen Vorschrift von Art. 11 BEHG insoweit die Funktion einer Doppelnorm zu, als die damit statuierten Verhaltensregeln auch einen privatrechtlichen Zweck erf�llen. Die Funktion als Doppelnorm bedeutet, dass Art. 11 BEHG sowohl von den Vertragsparteien angerufen als auch von den Beh�rden von Amtes wegen angewendet werden kann. Privatrechtliche Vereinbarungen sind zul�ssig, soweit sie den Verhaltensregeln von Art. 11 BEHG nicht widersprechen. Andererseits sind diese Regeln im Bereich des Vertragsrechts auch dann zu ber�cksichtigen, wenn der konkrete Vertrag keine entsprechende Vereinbarung oder Bezugnahme enth�lt (Hertig/Schuppisser, in: Vogt/Watter [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Kapitalmarktrecht, Basel 1999, N. 8 ff. zu Art. 11 BEHG; K�ng/Huber/Kuster, Kommentar zum B�rsengesetz, Bd. II, Z�rich 1998, N. 7 zu Art. 11 BEHG; Rolf H. Weber, Kommentar B�rsenrecht, Z�rich 2001, N. 3 zu Art. 11 BEHG; Urs P. Roth, in: Hertig/Meier-Schatz [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz �ber die B�rsen und den Effektenhandel, Z�rich 2000, N. 29 zu Art. 11 BEHG; Nobel, Schweizerisches Finanzmarktrecht: Einf�hrung und �berblick, 2. Auflage, Bern 2004, � 10 Rz. 73; Zobl/Kramer, Schweizerisches Kapitalmarktrecht, Z�rich 2004, Rz. 796 und 1239 ff.; Chappuis/Werro, Le devoir d'information de l'article 11 LBVM et son r�le en droit civil � la lumi�re des R�gles de conduite de l'ASB, in: AJP 2005, S. 560 ff., S. 564 ff.; de Beer, Die Verantwortlichkeit der Bank gegen�ber einem Kunden f�r Handlungen eines von diesem eingesetzten Verm�gensverwalters - eine Replik, in: SZW 1998, S. 125 ff., S. 129 f.; Alexander Wyss, Verhaltensregeln f�r Effektenh�ndler, Diss. Z�rich 1999, S. 49 ff.; Wiegand/Wichtermann, Der Einfluss des Privatrechts auf das �ffentliche Bankrecht, in: Die Banken im Spannungsfeld zwischen �ffentlichem Recht und Privatrecht, Berner Bankrechtstag 1999, S. 119 ff., S. 146 ff.; Christian Thalmann, Von der vorvertraglichen Aufkl�rungspflicht der Bank zur b�rsengesetzlichen Informationspflicht des Effektenh�ndlers, in: FS f�r Jean Nicolas Druey, S. 971 ff., S. 982 f.; Dietzi/Latour, Schweizerisches B�rsenrecht, Basel 2002, S. 63; abweichend Wiegand/Berger, Zur rechtssystematischen Einordnung von Art. 11 BEHG, in: ZBJV 135/1999, S. 713 ff., S. 730 ff.).
5.3 Gem�ss Art. 11 Abs. 1 lit. a BEHG hat der Effektenh�ndler den Kunden auf die mit einer bestimmten Gesch�ftsart verbundenen Risiken hinzuweisen. Das bedeutet nach in der Literatur mehrheitlich vertretener und zutreffender Auslegung, die sich auf den Willen des Gesetzgebers st�tzt, dass der Effektenh�ndler �ber die Risiken einer Gesch�ftsart an sich, dagegen nicht �ber die Risiken einer konkreten Effektenhandelstransaktion informieren muss (Wyss, a.a.O., S. 157 ff.; Urs P. Roth, a.a.O., N. 58 ff. zu Art. 11 BEHG; Rolf H. Weber, a.a.O., N. 8 zu Art. 11 BEHG; K�ng/Huber/Kuster, N. 19 zu Art. 11 BEHG; Zobl/Kramer, a.a.O., Rz. 802; Dietzi/Latour, a.a.O., S. 65 f.; abweichend Hertig/Schuppisser, a.a.O., N. 58 ff. zu Art. 11 BEHG).
Die Information kann in standardisierter Form erfolgen. In diesem Fall ist von einem unerfahrenen Kunden auszugehen. Umfang und Inhalt der Information haben sich nach Kunden mit einem objektiv tiefen Erfahrungs- und Kenntnisgrad zu richten. Eine Standardisierung setzt zudem voraus, dass die Information in allgemein verst�ndlicher Form und f�r alle Kunden gleich erfolgt. In der Praxis werden standardisierte Informationen regelm�ssig mittels Risiko-Informationsschriften (sog. Risk Disclosure Statements) erteilt, wie das denn auch im vorliegenden Fall geschehen ist (Hertig/Schuppisser, a.a.O., N. 64 ff. zu Art. 11 BEHG; Urs P. Roth, a.a.O., N. 37, N. 61 und N. 80 ff. zu Art. 11 BEHG; K�ng/Huber/Kuster, a.a.O., N. 22 zu Art. 11 BEHG; Zobl/Kramer, a.a.O., Rz. 804; Wyss, a.a.O., S. 179 f.; Dietzi/Latour, a.a.O., S. 66 f.).
5.4 Nicht unter die b�rsengesetzliche Informationspflicht fallen grunds�tzlich die Erforschung der finanziellen Verh�ltnisse des Kunden sowie die Beurteilung, ob eine Transaktion f�r einen bestimmten Kunden geeignet ist (Suitability-Pr�fung). Aus Art. 11 kann keine entsprechende Erkundigungs- und Beratungspflicht des Effektenh�ndlers abgeleitet werden (Rolf H. Weber, a.a.O., N. 9 zu Art. 11 BEHG; Hertig/ Schuppisser, a.a.O., N. 67 ff. zu Art. 11 BEHG; Claude Bretton-Chevallier, Haftung der Bank gegen�ber ihrem Kunden und externe Verm�gensverwaltung, in: SZW 2003, S. 254 ff., S. 261; Urs P. Roth, a.a.O., N. 64 zu Art. 11 BEHG; K�ng/Huber/Kuster, N. 19 zu Art. 11 BEHG; Zobl/Kramer, a.a.O., Rz. 802; Nobel, a.a.O., � 10 Rz. 72; Dietzi/Latour, a.a.O., S. 66). Die anglo-amerikanische Suitability-Doktrin, die in die Gesetzgebung der Europ�ischen Gemeinschaft Eingang gefunden hat, ist nach zutreffender Lehrmeinung vom schweizerischen Gesetzgeber nicht in das BEHG �bernommen worden (K�ng/Huber/Kuster, a.a.O., N. 19 zu Art. 11 BEHG; Maurenbrecher, Von der Investment Services Directive zur Markets in Financial Instruments Directive - ein �berblick aus Schweizer Sicht, in: AJP 2005 S. 19 ff., S. 29 f. Fussnote 109; Thalmann, a.a.O., S. 980 f.; Urs P. Roth, a.a.O., N. 64 zu Art. 11 BEHG). Zum Teil wird allerdings in der Lehre die Meinung vertreten, dass der Effektenh�ndler beim aktiven Vertrieb von Effekten eine Suitability-Abkl�rung und -Beratung vornehmen muss, wobei sich diese Verpflichtung jedoch nicht direkt aus Art. 11 BEHG, wohl aber aus einem allenfalls konkludent geschlossenen Beratungsvertrag bzw. aufgrund einer nachtr�glichen Anpassung des BEHG an das Recht der Europ�ischen Gemeinschaft ergeben soll (Wyss, a.a.O., S. 155; Chappuis/Werro, a.a.O., S. 571; Monika Roth, Die Spielregeln des Private Banking in der Schweiz, 2. Aufl. Z�rich 2003, S. 20; Rolf H. Weber, a.a.O., N. 9 zu Art. 11 BEHG; vgl. auch Hertig/Schuppisser, N. 79 ff. zu Art. 11 BEHG).
Im vorliegenden Fall ist die Beklagte ihrer b�rsengesetzlichen Informationspflicht als Effektenh�ndlerin ausreichend nachgekommen. Sie hat den Kl�ger in standardisierter Form - mittels der bereits erw�hnten Brosch�ren (vorne E. 2.2) - betreffend die Risiken informiert, die mit einer bestimmten Gesch�ftsart verbunden sind. Der Kl�ger hat den Erhalt dieser Brosch�re unterschriftlich best�tigt. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat die Beklagte dagegen die Lebens- und Verm�gensverh�ltnisse des Kl�gers nicht abgekl�rt, weshalb sie unter diesen Aspekten auch keine Suitability-Pr�fung vornehmen konnte. Nach Art. 11 BEHG war sie dazu wie festgehalten nicht verpflichtet. Damit bleibt zu er�rtern, ob der Beklagten nach der bisherigen Praxis des Bundesgerichts zum Verh�ltnis zwischen der Bank und dem Kunden eine Sorgfaltswidrigkeit vorzuwerfen ist.
7.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, auf die sich die Vorinstanz abst�tzt, wird hinsichtlich der vertragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflicht der Bank bei der Abwicklung von B�rsengesch�ften f�r die Kundschaft zwischen drei verschiedenen Vertragsbeziehungen differenziert: die Verm�gensverwaltung, die Anlageberatung und die blosse Konto-/Depot-Beziehung (vgl. dazu Thalmann, a.a.O., S. 974 ff.). Die Verm�gensverwaltung f�llt im vorliegenden Fall unstreitig ausser Betracht. BGE 101 II 121, auf welchen der Kl�ger in der Berufungsschrift Bezug nimmt (vgl. vorne E. 4.1), hat die Verm�gensverwaltung zum Gegenstand. Dieses Urteil ist f�r den vorliegenden Fall nicht einschl�gig, weshalb sich eine weitere Auseinandersetzung damit er�brigt.
7.1.1 F�hrt die Bank nur punktuell B�rsengesch�fte f�r den Kunden aus, ist sie nach der Praxis des Bundesgerichts nicht zu einer generellen Interessenwahrung verpflichtet und muss diesen deshalb in der Regel nur auf Verlangen aufkl�ren. Das Ausmass der Aufkl�rungspflicht richtet sich nach den Kenntnissen und dem Stand der Erfahrung des Auftraggebers. Kennt dieser die Risiken der Spekulationst�tigkeit, braucht er keine Aufkl�rung. Ist ohne weiteres ersichtlich, dass der Kunde von den Risiken keine Ahnung hat, muss ihn die Bank darauf hinweisen. Die Anforderungen an ihre Aufkl�rungspflicht sind jedoch h�her, wenn der Auftraggeber nicht nur mit seinem Verm�gen, sondern auch mit von der Bank gew�hrten Krediten spekuliert (BGE 119 II 333 E. 5a S. 335; Urteil 4C.265/2001 vom 15. Januar 2002 E. 2a; Urteil 4C.108/2002 vom 23. Juli 2002 E. 2b abgedruckt in: Pra 2003 Nr. 51 S. 244).
7.1.2 Gem�ss der Praxis des Bundesgerichts besteht grunds�tzlich keine Beratungspflicht der Bank im Rahmen gezielter Weisungen des Kunden zu kontorelevanten Verf�gungen, wenn der Kunde durch die unbedingte Erteilung entsprechender Auftr�ge oder Weisungen zu erkennen gibt, dass er Aufkl�rung und Beratung seitens der Bank weder ben�tigt noch w�nscht. Eine Warnpflicht besteht hier nur in Ausnahmef�llen, etwa wenn die Bank bei pflichtgem�sser Aufmerksamkeit erkennen muss, dass der Kunde eine bestimmte, mit der Anlage verbundene Gefahr nicht erkannt hat, oder wenn sich in der andauernden Gesch�ftsbeziehung zwischen der Bank und dem Kunden ein besonderes Vertrauensverh�ltnis entwickelt hat, aus welchem der Kunde nach Treu und Glauben auch unaufgefordert Beratung und Abmahnung erwarten darf (Urteil 4C.410/1997 vom 23. Juni 1998 E. 3b, abgedruckt in: Pra 1998 Nr. 155 S. 827 und SJ 1999 I S. 205; Urteil 4C.45/2001 vom 31. August 2001 E. 4a, abgedruckt in: SJ 2002 I S. 274; Urteil 4C.166/2000 vom 8. Dezember 2000 E. 5b/dd).
7.2 Die Vorinstanz ist zu Recht zum Ergebnis gekommen, dass im vorliegenden Fall keine blosse Konto-/Depot-Beziehung bestand, sondern die Beklagte auch als Anlageberaterin zu betrachten ist, obschon daf�r keine Grundlage in Form eines ausdr�cklich geschlossenen Vertrages bestand. Nach der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine solche formelle Grundlage entbehrlich, wenn sich wegen einer andauernden Gesch�ftsbeziehung zwischen der Bank und dem Kunden ein besonderes Vertrauensverh�ltnis entwickelt hat, aus welchem der Kunde nach Treu und Glauben auch unaufgefordert Beratung und Abmahnung erwarten darf.
Im vorliegenden Fall dauerte die Vertragsbeziehung rund zweieinhalb Jahre, wobei der Kl�ger gem�ss den vorinstanzlichen Feststellungen einen intensiven und h�ufigen telefonischen Kontakt mit A.________ von der Beklagten unterhielt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beklagte den Kl�ger nicht nur betreffend der mit den Aktienspekulationen verbundenen Risiken aufkl�ren musste, sondern dar�ber hinaus grunds�tzlich eine Pflicht zur Abmahnung des Kl�gers bestand.
Die Beklagte ist den ihr obliegenden Pflichten indessen in ausreichendem Masse nachgekommen. Nach dem angefochtenen Urteil kann als erwiesen gelten, dass A.________ den Kl�ger im M�rz sowie im Juni 2000 bewog, die damals erzielten Gewinne zu realisieren und abzusichern, was dieser in der Folge auch getan habe. Insofern kann gem�ss dem Kantonsgericht auch davon ausgegangen werden, dass A.________ den Kl�ger mehrfach zur Vorsicht gemahnt hat. Dass der Kl�ger kurz danach seine Mittel wieder neu angelegt habe - wiederum vorwiegend in Aktien der IT-Branche -, worauf er erhebliche Verluste erlitten habe, f�hre er selbst nicht auf Empfehlungen der Beklagten zur�ck. Aus diesen Feststellungen der Vorinstanz ergibt sich, dass der Kl�ger von der Beklagten im Sinne einer Abmahnung auf die Risiken der von ihm gew�hlten Anlage des Geldes in Aktien von Unternehmen der Informations-Technologie aufmerksam gemacht worden ist, sich aber nicht hat davon abhalten lassen, die gleiche spekulative Anlagestrategie weiter zu verfolgen. Unter diesen Umst�nden war die Beklagte, auch soweit sie als Anlageberaterin zu betrachten ist, nicht verpflichtet, den Kl�ger erneut auf die Risiken seiner Anlagestrategie aufmerksam zu machen oder gar die Vertragsbeziehung zu ihm abzubrechen (so auch Monika Roth, a.a.O., S. 20). Durch sein Verhalten hat der Kl�ger sodann gegen�ber der Beklagten zum Ausdruck gebracht, dass er an seinen Aktien-Spekulationen trotz allenfalls ung�nstiger Lebens- und Verm�gensverh�ltnisse festhalten wollte, weshalb er unter diesem Aspekt der Beklagten gegen�ber nichts aus der unterlassenen Suitability-Pr�fung herleiten kann. Die Vorinstanz hat somit zu Recht eine Haftung der Beklagten auch insoweit verneint, als diese als Anlageberaterin t�tig geworden ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Gerichtsgeb�hr dem Kl�ger aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Dieser hat die Beklagte f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 7'000.-- wird dem Kl�ger auferlegt.
Der Kl�ger hat die Beklagte f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 8'000.-- zu entsch�digen.