Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20K%C3%B6ln&Datum=15.07.1997&Aktenzeichen=15%20U%20189/96
Timestamp: 2019-10-14 04:54:12
Document Index: 182970835

Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 620', 'BGH', '§ 9', '§ 5', '§ 621', '§ 9', '§ 307', 'BGH', '§ 620', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 627', '§ 627', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 9', 'BGH', 'BGH']

OLG Köln, 15.07.1997 - 15 U 189/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,3256
OLG Köln, 15.07.1997 - 15 U 189/96 (https://dejure.org/1997,3256)
OLG Köln, Entscheidung vom 15.07.1997 - 15 U 189/96 (https://dejure.org/1997,3256)
OLG Köln, Entscheidung vom 15. Juli 1997 - 15 U 189/96 (https://dejure.org/1997,3256)
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Anforderungen an eine Kündigung von Ausbildungsverträgen; Außerordentliches Kündigungsrecht bei einem Vertragsverhältnis für die Dauer von 20 Monaten; Wirksamkeit des Ausschlusses der ordentlichen Kündigung bei Unterrichtsverträgen sowie Berufsausbildungsverträgen; ...
BGB § 611, §§ 620 ff.
LG Köln, 27.08.1996 - 29 O 30/96
MDR 1998, 1212
Insbesondere bei künstlerisch oder bezüglich des Umgangs mit Menschen besonders anspruchsvollen Berufen, in denen es auf individuelle Begabung, Kreativität und Ausdrucksmöglichkeit ankommt, ist die Wahl der richtigen Ausbildungsart und -stätte besonders wichtig, weshalb es den zu Unterrichtenden regelmäßig nicht zuzumuten ist, trotz erkanntermaßen fehlender Eignung die gesamte Ausbildung noch zu durchlaufen oder beim Abbruch der Erstausbildung die Kosten für zwei Ausbildungen zu tragen (vgl. BGH, NJW 1993, 326 (329 f); OLG Köln, NJW 1983, 1002 (1003); OLG Hamburg, MDR 2000, 513 (514); OLG Köln, MDR 1998, 1212; LG Berlin, MDR 1989, 741 (742)).
hhh) Eine Gegenauffassung hält dagegen bei Direktunterrichtsverträgen mit Vollzeitunterricht verbindliche Laufzeiten von einem Jahr und mehr für regelmäßig unangemessen (vgl. OLG Hamburg, MDR 2000, 513 (514); OLG Köln, MDR 1998, 1212; OLG Hamm, MDR 2002, 750 (751); LG Berlin, MDR 1989, 741 (742); Palandt-Heinrichs, Bürgerliches Gesetzbuch, 61. Auflage, § 9 AGBG, Rdnr. 134).
Angemessen sei vielmehr in Anlehnung an § 5 Abs. 1 FernUSG und § 621 Nr. 4 BGB eine Begrenzung der Mindestlaufzeit auf 6 Monate (vgl. OLG Frankfurt, NJW 1981, 2760 (2761); OLG Köln, MDR 1998, 1212; OLG Hamburg, MDR 2000, 513 (514); OLG Hamm, MDR 2002, 750 (751); LG Berlin, MDR 1989, 741 (742)).
Ansonsten sei die Vereinbarung einer unkündbaren Laufzeit von 20 bzw. 24 Monaten bei einer Heilpraktikerausbildung nichtig (vgl. OLG Köln, MDR 1998, 1212 (Sportheilpraktiker); LG Braunschweig, MDR 1995, 894; LG Hamburg, NJW-RR 1991, 373; Ulmer/Brandner/Hensen-Brandner, aaO., Anh. §§ 9 - 11 AGBG, Rdnr. 764b).
LG Bremen, 10.06.2004 - 2 O 2752/02
Außerordentliche Kündigung eines Unterrichtsvertrags über die Teilnahme an einem …
Allerdings stellt diese Regelung eine absolute Obergrenze dar, welche die gleichzeitige Anwendung der Inhaltskontrolle nach § 307 BGB nicht ausschließt (vgl. OLG Rostock, Juris KORE400709500; OLG Köln, MDR 1998, 1212 [OLG Köln 15.07.1997 - 15 U 189/96] [1213]).
Auf der anderen Seite steht das Interesse der Klägerin an einer Möglichkeit zur vorzeitigen Vertragsauflösung, das durch den Umstand verstärkt wird, dass die Teilnahme an einer Berufsausbildung erhebliche Bedeutung für die weitere Lebensplanung eines Teilnehmers besitzt (vgl. BGH MDR 1993, 120; OLG Köln, MDR 1998, 1212 [OLG Köln 15.07.1997 - 15 U 189/96] [1214]).
Es muss vielmehr berücksichtigt werden, dass die Vertragsgestaltung "auch den Belangen derjenigen Studierenden Rechnung tragen muss, die den Anforderungen - beispielsweise an Belastbarkeit und Lernfähigkeit - nicht genügen" (OLG Köln, MDR 1998, 1212 [OLG Köln 15.07.1997 - 15 U 189/96] [1214]; so auch LG Braunschweig, MDR 1995, 894 [LG Braunschweig 18.01.1995 - 9 S 157/94] [895]).
Dafür ist eine Probezeit mit besonderen Kündigungsmöglichkeiten oder eine ernst zu nehmende Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung erforderlich (ebenso OLG Köln MDR 1998, 1212 [OLG Köln 15.07.1997 - 15 U 189/96] ; LG Braunschweig MDR 1995, 894 [LG Braunschweig 18.01.1995 - 9 S 157/94] ; LG Berlin, NJW-RR 1989, 764 [LG Berlin 01.03.1989 - 54 S 131/88] ; LG Hamburg, NJW-RR 1991, 373 [LG Hamburg 14.11.1990 - 318 S 68/90] ).
Dieses besteht in Gestalt der Regeln über die ordentliche Kündigung des Dienstvertrags in §§ 620ff. BGB (OLG Köln MDR 1998, 1212 [OLG Köln 15.07.1997 - 15 U 189/96] [1215]; LG Hamburg NJW-RR 1991, 373 [LG Hamburg 14.11.1990 - 318 S 68/90] ; LG Berlin NJW-RR 1989, 764 [LG Berlin 01.03.1989 - 54 S 131/88] [765]).
KG, 10.03.2003 - 12 U 106/01
Kündigungsmöglichkeiten eines Heilpraktiker-Ausbildungsvertrags
Die Entscheidung des OLG Koblenz (OLGR 2002, 22) vom 18. Juli 2002 betrifft ebenso wie die in dieser Entscheidung zitierten Entscheidungen des OLG Köln (MDR 1998, 1212) und des BGH (NJW 1993, 326 ff) Fälle, in denen - anders als hier - jeweils eine Vertragslaufzeit von 20 oder mehr Monaten ohne Kündigungsmöglichkeit zu beurteilen war.
Das Merkmal des "dauernden Dienstverhältnisses" kann auch bei einem befristeten, auf längere Zeit angelegten Vertragsverhältnis vorliegen, wobei eine Laufzeit von einem Jahr mit Verlängerungsabsicht, von zwei Jahren oder auch von zwanzig Monaten ausreicht (BGH, NJW-RR 1993, 375; BGH NJW 93, 326 ff., 327; OLG Köln OLGR 1998, 5 ff.;… Staudinger-Preis, BGB, 13. Aufl., Rn. 15 zu § 627 BGB;… Münchener Kommentar-Schwerdtner, BGB 3. Aufl., Rn. 6 zu § 627 BGB).
Während diese Frage vom OLG Köln (OLGR 1998, 5 ff.) im Anschluss an die sog. "Tänzer-Entscheidung" des Bundesgerichtshofs (BGH, NJW 1993, 326 ff.) insbesondere im Hinblick auf die fehlende Probezeit bejaht wird, lehnen das Oberlandesgericht München (OLG München, NJW-RR 1990, 1016) und das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG Düsseldorf, OLGR 1997, 57) eine unangemessene Benachteiligung des Kunden insbesondere wegen dem Erfordernis der Planungssicherheit für den Veranstalter ab.
LG Aachen, 20.04.2012 - 9 O 318/11
Anforderungen an die Möglichkeit zur halbjährlichen Kündigung eines privaten …
Eine verlässliche Kalkulation ist insoweit nur dann möglich, wenn die Unterrichtsverträge über eine gewisse Laufzeit geschlossen werden (OLG Köln, Urteil vom 15.07.1997, 15 U 189/96, zitiert nach juris).
Soweit beispielsweise der BGH in einer Entscheidung vom 28.02.1985 (IX ZR 92/84) und das OLG Köln in einer Entscheidung vom 15.07.1997 (15 U 189/96) Klauseln, die die Kündigungsmöglichkeiten jeweils nur zum Schuljahresende erlaubten für unwirksam erklärten, bestand in beiden dort zu entscheidenden Fällen jeweils die Besonderheit, die von den erkennenden Senaten auch betont wurde, dass - anders als im vorliegenden Vertragsverhältnis - keine Probezeit vereinbart worden war.
Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass das ordentliche Kündigungsrecht erstmals mit Wirkung nach 14 Monaten ausgeübt werden kann (vgl. BGHZ 90, 280; 120, 108; zuletzt KG MDR 1994, 348; OLG Celle NJW-RR 1995, 1465; OLG Köln MDR 1998, 1212, allesamt für Direktunterrichtsverträge).
OLG Hamm, 04.12.2001 - 24 U 47/01
Kündigung eines Dienstvertrages aus wichtigem Grund wegen der Aufnahme eines …
Auch kann dem § 11 Nr. 12 a AGBG keine Indizwirkung dahingehend entnommen werden, dass im Regelfall eine unkündbare Vertragslaufzeit von zwei Jahren nicht unangemessen im Sinne des § 9 AGBG ist (OLG Köln MDR 1998, 1212, m.w.Nw.).
LG Köln, 07.10.2010 - 37 O 153/10
Bei Nichterhalt eines Praktikumplatzes besteht kein Sonderkündigungsrecht für …
Zur Bewertung heranzuziehen ist hierbei neben der Mindestdauer der vertraglichen Bindung, die Höhe der Studiengebühren die Prüfung der persönlichen Fähigkeiten des Studenten sowie die Planungssicherheit der Hochschule (vgl. allgemein OLG Köln - 15 U 189/96 - zum Fall einer Vertragslaufzeit von 20 Monaten ohne Kündigungsrecht).
LG Köln, 25.04.2007 - 7 O 489/05
Einheitlicher Erfüllungsort des Kursortes bei einem Ausbildungsvertrag i.S.v. § …
Sie sind daher auf Studienverträge wie den Vorliegenden weder direkt noch analog anwendbar (…BGHZ 120, S. 108 = NJW 1993, S. 326;… BGHZ 90, S. 280 = NJW 1984, S. 1531; OLG Köln, OLGR Köln 1998, S. 5 = MDR 1998, S. 1212).
AG Mosbach, 09.02.2010 - 2 C 276/09
Beigeordneter Rechtsanwalt kann bei uneingeschränkter …
Vertreten wird, dem Rechtsanwalt stehe lediglich die Erhöhungsgebühr zu (OLG Koblenz, JurBüro 2004, 5.384; OLG Sachsen OLGR 2004, 5.175), teils wird der Vergütungsanspruch des beigeordneten Rechtsanwalts auf die Mithaftungsquote des Streitgenossen entsprechend seiner wertmäßigen Beteiligung am Streitgegenstand (ThürOLG, OLGR 2007, 5.163) bzw. den aus ihn im Innenverhältnis entfallenden Anteil (PfOLG Zweibrücken, 01CR 2004, 5.139: OLG Köln, OLGR 1998, 5.438) gekürzt.