Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201998,%20390
Timestamp: 2019-10-16 23:27:55
Document Index: 230879922

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.11.1997 - VIII ZR 283/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,2827
BGH, 26.11.1997 - VIII ZR 283/96 (https://dejure.org/1997,2827)
BGH, Entscheidung vom 26.11.1997 - VIII ZR 283/96 (https://dejure.org/1997,2827)
BGH, Entscheidung vom 26. November 1997 - VIII ZR 283/96 (https://dejure.org/1997,2827)
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Verweisung an den Kartellsenat bei "nachträglichen Kartellsachen" - Vertrag über die Organisation und Durchführung eines Kundenkontaktprogrammes - Verpflichtung des Vertragshändlers dem Hersteller oder Lieferanten seinen Kundenstamm zu übertragen - Entsprechende ...
NJW-RR 1998, 390
Denn die Zulässigkeit eines Hauptantrages kann, wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 14. Februar 1996 (VIII ZR 68/95, WM 1996, 1511 = NJW-RR 1996, 765 unter II 2) ausgeführt und in der Entscheidung vom 26. November 1997 (VIII ZR 283/96, NJW-RR 1998, 390 unter II 2) bestätigt hat, nicht allein aus der Zulässigkeit eines Hilfsantrags hergeleitet werden, der nur für den Fall gestellt wird, daß der Hauptantrag unbegründet ist.
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die auch durch die Senatsentscheidung vom 14. Februar 1996 (…aaO unter II 2, 3; ferner Urteil vom 26. November 1997 aaO unter II 2, 3) und den Beschluß des VI. Zivilsenats vom 12. Juli 1994 (VI ZB 43/93, NJW-RR 1994, 1404 = MDR 1994, 1143 unter II) bestätigt wird, ist die Berufung hinsichtlich des im Berufungsverfahren gestellten Hilfsantrags zulässig, mit dem der Kläger seinen Hauptantrag erster Instanz, nunmehr in zweiter Linie, weiterverfolgt.
Nur die vertragliche Verpflichtung zur Übertragung des Kundenstammes hindert die Beklagte daran, den Kundenstamm nach Vertragsende als eigenen zu verwerten und gegen Zugriffe zu sichern (Senat, Urteil vom 26. November 1997 - VIII ZR 283/96, NJW-RR 1998, 390 unter II 3 a; vgl. auch Senat, Urteil vom 1. Dezember 1993 - VIII ZR 41/93, NJW 1994, 657 unter II 3 a).
Die bloße Kenntnis des Herstellers oder Lieferanten von den Kundendaten rechtfertigt eine entsprechende Anwendung des Handelsvertreterrechts nicht (…BGH, Urteil v. 12.03.2003, VIII ZR 221/02, zit. nach juris, Rn. 12), ebenso wenig die faktische Kontinuität des Kundenstamms (BGH, Urteil vom 26.11.1997, VIII ZR 283/96, zit. nach juris, Rn. 22) oder ein - nahezu immer gegebenes - Interesse des Herstellers oder Lieferanten an den vom Vertragshändler ohne eine vertragliche Pflicht überlassenen Kundendaten (…BGH, Urteil v. 01.12.1993, VIII ZR 41/93, zit. nach juris, Rn. 19).
Die Zulässigkeit des Hauptantrags kann nicht allein aus der Zulässigkeit eines Hilfsantrags hergeleitet werden, der nur für den Fall gestellt wird, dass der Hauptantrag unbegründet ist (…BGH 11.10.2000 a.a.O.; 26.11.1997 - VIII ZR 283/96, NJW-RR 1998, 390; 04.02.1996 - VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765).
Entgegen der Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde ist die Revision auch nicht wegen einer Abweichung des Berufungsurteils von den Urteilen des Senats vom 17. April 1996 (VIII ZR 5/95, NJW 1996, 2159) und vom 26. November 1997 (VIII ZR 283/96, NJW-RR 1998, 390) zuzulassen.
Diese Wertung liegt auch der höchstrichterlichen Rechtsprechung, die bereits eingangs zitiert worden ist, zu Grunde (vgl. etwa, BGH NJW-RR 98, 390, 391).