Source: https://issuu.com/naeg-computer.com/docs/iza_zwei_2010
Timestamp: 2017-01-24 15:00:39
Document Index: 363786690

Matched Legal Cases: ['Art. 3299', 'Art. 3295', 'Art. 85650', 'Art.\n55', 'Art. 125', 'Art. 18', 'Art. 18', 'in dubio', 'Art. 125', 'Art. 12', 'Art. 12']

IZA - Ausgabe 02/2010 by Oliver Nagel - issuu
IZA Zeitschrift für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit ■ IZA Revue de sécurité et santé au travail et dans les loisirs
Offizielles Organ suissepro
■ Ist der Patient im Spital sicher?
■ Erfolgreiche Arbeitssicherheit zwischen SBB, Bauunternehmen und Kantonen
■ Brandschutz – von der Normenkonformität
■ Protection contre l’incendie de la conformité aux normes
■ Sichere Arbeitsgerüste
■ Echafaudages: priorité à la sécurité
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Die Fachmesse fĂźr Personalmanagement
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NIELS PFLĂ&#x201E;GING
Berater, Business-Speaker und Autor
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Best Practice in Personalmanagement
Verleihung Swiss HR-Award 2010
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Maintenance – ist Unterhalt für
die Schweiz ein uninteressantes
Maintenance ist ein Querschnittthema
ähnlich wie die Arbeitssicherheit.
Gehört es zur Hannovermesse, gehört es
zur Euroblech, zur Automatica zur Electronica oder zur Grindtech? Oder auf die
Schweiz bezogen zur Swisstech, Prodex,
SIAMS, EPHJ, Swissbau oder andere Messen? Seit 5 Jahren finden in München die
maintain (3500 Besucher aus 36 Ländern,
www.maintain-europe.com) und seit drei
Jahren in Zürich die easyFairs (1500 Besucher, www.easyfairs.com) statt. Bei den
Besucherzahlen haben die Messeorganisatoren sicher noch Entwicklungspotential.
Nur drei Anbieter von persönlichen Schutzartikeln fanden das Umfeld in Zürich
interessant genug für ihre Präsenz. Trotz
Industriepublikum waren die Präventionsspezialisten nicht vor Ort.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Europäische Agentur für
(EOSHA) das Thema für 2010 und 2011 für
Europa als Aktionsthema deklariert hat.
In der Folge bemühte sich auch in der
Schweiz eine Arbeitsgruppe bestehend aus
Vertretern von MFS1 der Arbeitgeber, der
kantonalen Arbeitsinspektorate, der SUVA
und des SECO, ein Programm auf die Beine
zu stellen, um Mitarbeiter im Unterhalt
wie auch Kader in Produktionsbetrieben
für die Sicherheitsrisiken in diesem Umfeld
via Schulungen zu sensibilisieren und instruieren. Trotz guten Voraussetzungen
wurde das Projekt im Rahmen der Diskussionen zumindest vorübergehend gestoppt.
Mit Europa Schritt zu halten, scheint auch
hier nicht unsere Sache zu sein. Gemäss
UVG Statistik 2009 wurden im Sektor 2
112 649 Fälle von Berufsunfällen neu registriert, mit Kosten von CHF 235,8 Mio. Die
Gesamtkosten im Sektor 2 betrugen 2007
775,8 Mio. CHF. Würde man noch die Kosten von 848 Mio. der Nichtberufsunfälle im
Sektor 2 hinzurechnen, so kann man mit
dem Thema Maintenance ein Potential
von CHF 1623.80 Mio. bearbeiten. Lesen
Sie dazu auch den Rückblick auf die Maintenance 2010 und der Hinweis auf die
neue Studie Instandhaltung.
Müssen interessante Themen schon im
Frühjahr des laufenden Jahres für das
nächste Jahr bestimmt werden, damit
auch genügend Mittel dafür gesprochen
werden? Müssen wir Prävention nicht
noch stärker durch Konkurrenzbeobachtung betreiben, damit wir hören, wo das
Gras wächst? Nur dann segeln wir dicht
am Wind und können auch Politik und
Wirtschaft für unseren Zweck rechtzeitig
Society of Switzerland (www.mfs.ch)
Maintenance – l’entretien est-il
un thème inintéressant pour la
Tout comme la sécurité du travail, la
maintenance est un thème transversal.
Doit-il être traité à la Foire de Hanovre, à
Euroblech, à Automatica, à Electronica ou
à Grindtech? Ou bien, en ce qui concerne la
Suisse, à Swisstech, Prodex, au SIAMS, à
l’EPHJ, à Swissbau ou à d’autres salons
encore? Les organisateurs d’expositions
ont un potentiel de développement depuis
cinq ans à Munich (www.maintain-europe.com), avec 3500 visiteurs de 36 pays
et depuis trois ans à Zurich, avec 1500
visiteurs (www.easyfairs.com).
Seuls trois fournisseurs d’articles de protection individuelle ont trouvé l’environnement zurichois suffisamment intéressant
pour y être présents. Malgré un public issu
de l’industrie, les spécialistes de la prévention n’ont brillé que par leur absence.
Dans ce contexte, il est remarquable que
l’Agence européenne pour la sécurité et la
santé au travail (EOSHA) ait déclaré ce
sujet être le thème d’action pour 2010 et
2011 en Europe.
En Suisse un groupe de travail composé de
représentants de MFS1, des patrons, des
inspectorats cantonaux, de la SUVA et du
SECO ont essayé de mettre un programme
sur pied pour sensibiliser des collaborateurs dans la maintenance et des cadres
dans les entreprises de production, aux
risques de sécurité dans ce contexte, par
des cours spécifiques. En dépit de bonnes
conditions et de perspectives attrayantes,
ce projet n’a pas été retenu par un organe
d’exécution sur la sécurité du travail de la
CFST; par conséquent, il a été bloqué pour
être discuté ultérieurement.
Accorder notre pas à celui de l’Europe
semble, ici non plus, ne pas être notre
affaire. Selon les statistiques 2009 de la
LAA, dans le secteur 2, 112 649 nouveaux
cas d’accidents professionnels ont été
enregistrés, pour un coût de 235,8 mio. En
2007, les coûts totaux du secteur 2 se sont
montés à 775,8 mio. de CHF. Si l’on
compte aussi les coûts de 848 mio. des
accidents non professionnels dans le secteur 2, on peut espérer, avec la présence
du thème maintenance, travailler sur un
potentiel de CHF 1623.80 mio. Lisez également à ce sujet la rétrospective de Maintenance 2010, ainsi que les indications
apportées par la nouvelle étude sur l’entretien.
Des thèmes intéressants doivent-ils être
déjà définis au printemps de cette année
pour l’an prochain, afin de pouvoir disposer de moyens plus importants ? Ne devons-nous pas soutenir la prévention
encore plus vigoureusement en observant
la concurrence, afin d’être là où il le faut?
C’est seulement ainsi que nous pouvons
tenir le vent et mettre en route, dans les
temps, la politique et l’économie pour
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Arbeitsmedizin / Médecine du travail
Ist der Patient im Spital sicher?
Entstehung der Schweizerischen Gesellschaft für Arbeitshygiene
Arbeitssicherheit / sécurité au travail
Norbert Rose, Leiter Abteilung
Qualitätsmanagement des
Kantonsspitals St. Gallen:
Marc Jordi, Sicherheitsleiter
Baustelle SBB: Erfolgreiche
Arbeitssicherheit SBB
Erfolgreiche Arbeitssicherheit in einem komplexen Projekt zwischen
SBB, Kantonen, Gemeinden und Privaten bei laufendem Betrieb
Schutzhelm im Designerlook
Un casque de protection au design moderne
Brandschutz – von der Normenkonformität zum risikoorientieren
Protection contre l’incendie – de la conformité aux normes à une
véritable réflexion sur les risques
Echafaudages: priorité à la sécurité
Sichere Arbeitsgerüste: Gemeinsam für mehr Sicherheit
Engagement für «Integrierte Sicherheit» zahlt sich aus
Sicherheit beim Schweizer Fernsehen
Maintain 2010 Rückblick
L’engagement pour une «Sécurité intégrée» en vaut la peine
Maintain 2010 – bons résultats
Arbeitssicherheit im Motorrennsport
Wettbewerb ergonomische Bodenmatten
Umfrage Velohelmförderung und Elektrobike bei den Kantonen
Recht und Arbeitssicherheit / Droit et sécurité au travail
Haftung eines Gerüstbauers
La responsabilité d’un constructeur d’échafaudages
Hanspeter Meyer: L’engagement
pour une «sécurité intégrée» en
Bezugsquellen / Sources d’approvisionnement
Impressum/Vorschau / Agenda/Avant-première
Robert Meier, freier Fachjournalist,
Jeder kennt in seiner Umgebung einen
Bekannten, der als Patient seinen Spitalaufenthalt mit einem unguten Gefühl antrat. Dass dessen Fragen nach
Sicherheit und Geborgenheit nicht
ganz unberechtigt sind, zeigen ab und
Grundsätzlich ist das Spital ein Ort der gesundheitlichen
Wiederherstellung, der Genesung. Aber viele potenzielle
Spitalpatienten empfinden dies anders. Das Fachsymposium
«Gesundheit» des Kantonsspitals St. Gallen hat sich diesem Aspekt
mit dem Thema «Patientensicherheit» gewidmet. Ein Blick in die
Heidi Hanselmann, Regierungsrätin, Vorsteherin des Gesundheitswesens des Kantons
St. Gallen, stellt die Frage:
«Ist Kritik erlaubt?»
(Fotos: Robert Meier)
zu dramatische Fälle, welche in den
Medien grosses Echo finden. Aber
auch Schadenersatzforderungen bringen Spitalleitung und Ärzteschaft auf
den Pfad zu mehr Sicherheit für den
Patienten. Und dazu gibt es – oft verblüffend einfache – Wege und Lösungen.
«Sicherheit ist ein schwieriges Thema,
das oft nicht gerne an- und ausgesprochen wird.» Heidi Hanselmann,
Regierungsrätin, Vorsteherin des Gesundheitswesens des Kantons St. Gallen, vergleicht die Patientensicherheit
mit dem Hochleistungs-Schlittschuhläufer. Sie hebt hervor, dass hinter der
Leistung eines solchen Sportlers eine
Kultur, ein Training und daraus eine
Sicherheit für ihn entstehen. So wie
dieser Leistungssportler erst mit viel
Einsatz zur Medaille kommt, so verhalte es sich auch mit der Patientensicherheit. Diese bestehe aus verschiedenen Elementen, so dem Pflichtprogramm mit zum Beispiel dem Studium der Patienten-Dokumentation,
daneben aber auch der Kür mit Offenheit, Humanität und Belastbarkeit.
Heidi Hanselmann weist darauf hin,
dass die Patientensicherheit viele
Aspekte aufweist, so die Sicherheit in
der Infrastruktur oder die Sicherheit in
der Organisation. Auf letzteres legt
sie ihren Schwerpunkt und fragt: «Ist
Kritik erlaubt?» und «Besteht eine
Fehlerkultur?». Eine solche setze offene Kommunikation voraus, sei es im
Team, sei es mit den Patienten, denn:
«Erwartungen werden nicht kommuniziert, aber ‹erwartet›.»
Die gelebte Fehlerkultur stelle die
Frage: «Wie gehen wir mit Fehlern im
System und von Mitarbeitenden
um?» Die Fehlerkultur beinhaltet auch
Lernkultur, Kommunikation und
schlussendlich Vertrauen. Sie baut auf
einem Risikomanagement-Konzept
mit Massnahmenplänen auf, die sich
zum Beispiel mit der Frage, «Was,
wenn Patienten ihre Medikamente
nur sporadisch, unregelmässig oder
überhaupt nicht einnehmen?» auseinandersetzen. Auch technische Themen gehören in solche Betrachtungen: «Was ist, wenn plötzlich die
ganze IT-Infrastruktur ausfällt?» Heidi
Hanselmann hält fest: «Auch für diesen Fall muss das Spital Massnahmen
planen.»
Das Kantonsspital St. Gallen ist nach
sanaCert swiss zertifiziert. Diese Zertifizierung beinhaltet verschiedene
Der Standard 1 ist der Infektionsprävention und der Hygiene gewidmet. Heidi Hanselmann betont: «Nur
schon das richtige Händewaschen
hilft mit, Infektionen zu vermeiden.»
Eine andere, folgenschwere Problematik erkennt sie im Übertragen der
Patientennummern. «Diese Fehlermöglichkeit lösen wir nun durch den
Einsatz von Strichcodescannern.» Am
Schluss wird Heidi Hanselmann noch
sehr deutlich: «Eine Operation mit
Zwischenfällen kommt uns 3-mal
teurer zu stehen, als eine Operation
ohne Zwischenfälle.» Aber: «Ein Restrisiko besteht immer!»
Fehler erschweren oder gar
Eingangs beleuchtet Prof. Dr. med.
Dieter Conen, Präsident der Stiftung
für Patientenschutz, die Frage der Zuständigkeit und stellt fest, dass «eigentlich» die Spitalleitung für die Patientensicherheit und die dazugehörenden Massnahmen verantwortlich ist, denn diese legt die
strategischen Ziele des Spitals fest,
also auch die Ziele in der Sicherheit.
Laut Conen zeigen Untersuchungen,
dass häufig Medikamentenfehler auftreten. Er weist eindrücklich auf sehr
ähnliche, wenn nicht sogar genau
gleich gestaltete Verpackungen mit
fast identischen Namensgebungen
hin, wodurch eine nicht zu unterschätzende Fehlerquelle im wahrsten
Sinne des Wortes produziert wird.
Diese Problematik müsste nach seiner
Ansicht schon durch die Zulassungsbehörde durch angepasste Farbgebung, Schriftgrösse und Namensgebung geregelt werden. Dieter Conen
berichtet von der dreistündigen Beobachtung einer Fachkraft auf der Notfallstation eines Spitals: «In dieser Zeit
nahm diese Person 20 Telefonanrufe
entgegen und wurde zusätzlich 30mal gestört. Kann eine solche Fach-
lung aus. In die gleiche Thematik reiht
er auch die manchmal mangelnde Zusammenarbeit der Mitarbeiter verschiedener Fachrichtungen ein. Hier
bringen Checklisten Standards, welche normale Abläufe sinnvoll beschreiben und massgebend mithelfen,
die Mortalität massiv zu senken.
Aber Dieter Conen weist noch auf einen anderen Aspekt der Patientensi-
Dieter Conen von der Stiftung für Patientenschutz, weist darauf hin:
«Patientensicherheit betrifft auch den Betriebsschutz.»
kraft noch konzentriert arbeiten?»
Er weist auch auf Fehlermeldesysteme hin. In diese sollen nicht-rückverfolgbare Fehler nur dann eingeben
werden, wenn keine Schadenfolge
entstanden ist. Als Hindernis macht
er Angst aus, zum Beispiel vor disziplinarischen Massnahmen. Deshalb erfordere dies eine offene Kommunikationskultur, denn Fehler müssen untersucht und Massnahmen eingeführt
werden, was unweigerlich zu weniger
Fehlerhäufigkeit, vor allem aber zu
weniger Schadeninhalt für die betroffenen Patienten bei den noch auftretenden Fehlern führe. Darum gebe es
keinen Grund, einen Fehler zu verheimlichen!
Ein Problem macht Conen auch bei
der Übergabe von Patienteninformationen beim Schichtwechsel oder bei
der Verlegung in eine andere Abtei-
cherheit hin: «Diese betrifft nicht nur
den klinischen Teil des Spitalaufenthaltes, sondern zum Beispiel auch den
Betriebsschutz – die Feuerwehr, die
Betriebswache, die Türschliesssysteme –, aber auch die Ablage der Patientendossiers.»
Vorsicht: Sie werden beobachtet
«Der Patient ist der Einzige, der
während des gesamten Prozesses anwesend ist.» Diese Feststellung von
PD Dr. David Schwappach, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Patientensicherheit Schweiz, weist auf
ein wesentliches Kriterium hin: «Viele
Patienten sind heute sehr aufmerksam und beobachten alle Abläufe kritisch.» Ein grosser Teil der Patienten
sei bereit, bei der Verbesserung der
Patientensicherheit mitzuwirken, sobald sie erkennen, dass dies von ihnen
auch erwartet wird. Sie müssten das
Gefühl bekommen, dass sie ernst genommen werden. Leider gingen aber
viele dieser Informationen verloren,
da sie nicht dokumentiert würden.
Schwappach stellt eine Regel auf:
«Das Beste ist, der Fehler passiert gar
nicht, das Zweitbeste ist, das Fachpersonal merkt den Fehler, das Drittbeste
ist, dass der Patient den Fehler
merkt.» Er sieht den Patienten als
letzte Hürde vor dem Fehler, denn er
ist überzeugt: Merkt das Pflegeperso-
David Schwappach, wissenschaftlicher
Leiter der Stiftung für Patientensicherheit,
meint: «Das Beste ist, der Fehler passiert
gar nicht.»
nal, dass es vom Patienten «kontrolliert» wird, handelt es auch entsprechend. So führe zum Beispiel das Tragen von Stickern auf der Bluse mit
«Heute schon die Hände desinfiziert?»
dazu, dass der Patient genau diesen
Punkt nachfrage. Das Pflegepersonal
wird alles tun, um solche Fragen auch
spontan positiv beantworten zu können, und schon ist ein Sicherheitsrisiko ausgehebelt. Dazu gehöre allerdings die Kultur eines «gemeinsamen
Prüfens» und nicht ein «gegenseitiges
Überprüfen». Schwappach meint damit das gemeinsame Besprechen der
Medikamentenabgabe oder des Pflegeprogramms. Abschliessend stellt er
fest: «Jeder Fehler kostet am Ende des
Tages viel Zeit, viel zu viel Zeit!»
Inkompatibilität verunmöglicht
Von seinen Erfahrungen spricht Dr.
med. Norbert Rose, Leiter der Abteilung Qualitätsmanagement im Kan2/10
tonsspital St. Gallen. Dort wurde das
CIRS (Critical Incident Reporting System), das Meldesystem für kritische,
schadenfreie Fehler, eingeführt. Jeder
Mitarbeitende kann hier neutral über
das Informatiksystem eine Meldung
absetzen, dies ohne Formular und
ohne überlegen zu müssen, an wen
diese Meldung zu richten ist. Die Anwendung des CIRS sei nur dann wirkungsvoll, wenn das System auch lebt
Für Norbert Rose, Leiter der
des Kantonsspitals St. Gallen,
ist das «Team Time Out» ein
realistischer Lösungsansatz.
und gelebt würde, meint er. Er illustriert dies an den Sturzmeldungen, die
dort ebenfalls erfasst werden. Dank
diesem System wurden drei SturzSchwerpunkte ausgemacht. «Solche
Auswertungen ermöglichen eine gezielte Untersuchung und einen entsprechenden Massnahmenplan mit
Risikobewertung und -erkennung.»
erläutert Rose. «Melden ist der erste
Schritt zur Steigerung der Patientensicherheit.»
Rose berichtet von Fällen, wo Oraldosen zur genauen Dosierung mit einer
üblichen Spritze der Medikamentenflasche entnommen wurden. Damit
war aber die Gefahr gegeben, dieses
Medikament dem Patienten intravenös statt oral zu verabreichen. Als
Gegenmassnahme führte das Kantonsspital nun andersfarbige, mit
dem Aufdruck «Oral» versehene Dosierspritzen ein, deren Konusgeometrie so stark von den üblichen Spritzen
abweicht, dass ein versehentliches
Anschliessen an venösen Abgabestellen technisch gar nicht möglich ist. So
wurde auch diese mögliche Fehlerquelle gänzlich ausgeschaltet.
René Schwendimann, Leiter
Bereich Lehre am Institut zur
Pflegewissenschaft der Universität Basel fragt: «Sind sie
bereits einmal gestürzt?»
Ein weiteres Element in der Patientensicherheit im Kantonsspital St. Gallen
ist das als Pilotprojekt eingeführte
«Team Time Out», ein obligatorischer
Stopp vor jeder Operation. In dieser
«Pause» werden die Checklisten unter
der Führung einer einzigen Person
nochmals durchgegangen und kritische Punkte wie: «Ist dies der richtige
Patient», «Wurde der richtige Körperteil markiert» und «Kommt dieser Patient in den richtigen OP?» nochmals
hintergefragt. Den dazu notwendigem Zeitaufwand gibt Rose mit ein
bis zwei Minuten an.
Sind Sie heute schon gestürzt?
Einer, der sich in Stürzen in Spitälern
auskennt, ist René Schwendimann,
Leiter Bereich Lehre am Institut für
Pflegewissenschaft der Universität
Basel. Er studiert das Thema «Sturz in
der Klinik» schon seit Jahren und stellt
nüchtern fest: «Rund 3 bis 17% der
Spitalpatienten sind von gesundheitsgefährdenden Ereignissen betroffen.
40 bis 75% dieser Ereignisse gelten als
vermeidbar!» Nach seiner Ansicht
gehört die Aufgabe, sturzbedingte
Verletzungen zu vermindern, in die
Pflichtenhefter der Spitalführung und
des Fachpersonals, denn Sturzrisiken
sind meist erkennbar. Dazu gehört die
Frage: «Wie setzen wir uns in unserem Spital mit der Sturzgefahr auseinander?» So ist abzuklären, ob und
wo solche unerwartete Ereignisse
auftreten und welche Massnahmen
Mit einem Sturzpräventions-Programm lassen sich Sturzrisiken im
Voraus erfassen. Fragen bei der Patientenaufnahme, wie: «Sind sie bereits einmal gestürzt?» decken ein bereits vorhandenes Risikopotenzial auf.
Das Verringern und Verhindern von
Stürzen und sturzbedingten Verletzungen gelingt aus der Erkennung
sturzgefährdeter Patienten. Schwendimann fordert deshalb, vermehrt
Pflegepersonal in Sturzpräventiv-Programmen auszubilden.
Zur Verhinderung von Stürzen brauche es zudem eine Absprache zwischen Pflegepersonal und den Ärzten,
damit die Medikation entsprechend
angepasst wird. Für besonders kritische Patienten soll ein spezifischer
Schwendimann weist zudem auf eine
«banale» Sturzursache hin: Unpassendes Schuhwerk. Hier erwartet er
eine rigorose Kontrolle und das Bereitstellen von passendem Schuhwerk. Auch die Umgebung des Patienten ist in diese Betrachtung mit
einzubeziehen: Gibt es Objekte oder
unebene Böden, die Stürze fördern
und Verletzungen hervorrufen können? Was muss hier unternommen
werden? Und was, wenn ein Patient
trotzdem stürzt? Für René Schwendimann lautet die Antwort: Der Patient
soll sich in Sicht- und Rufweite des
Pflegepersonals bewegen können.
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Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist erfolgreich, wenn es
gelingt, in der Gesamtorganisation eines Unternehmens Wurzeln zu schlagen
und dort fruchtbar zu werden. Im Zentrum der Tagung steht deshalb die
Frage: Welche Faktoren sind entscheidend für die Integration des BGM in die
zentralen Abläufe und Strukturen eines Unternehmens? Wichtige Punkte
sind zum Beispiel eine partizipative Planung, Kennzahlen für das Evaluieren des
Erfolgs, aber auch schnell erlebbare Erfolge. Kurz gesagt – der Erfolg wird
gesichert durch eine bewusste und aktive Prozessgestaltung. Die Tagung will
Denkanstösse vermitteln und im Einzelnen folgende Themen ausleuchten:
Motivation zur Gesundheitsförderung: Welche Möglichkeiten haben die
verschiedenen Akteure im Betrieb, einen BGF-Prozess zu initiieren und zu
steuern? Projekte sicher umsetzen: Wie kann die BGF in Managementund andere Systeme eingebettet werden (ASA-System, Balanced Score Card,
Management-Systeme, …)? Externe Unterstützung nutzen: Welche Rolle
spielen externe Experten in diesem Prozess? Welchen Mehrwert bringt welche
beruﬂiche Qualiﬁkation? Prozess richtig planen: Wie lässt sich die Unterstützung von oben, von unten und «von der Seite» bis zur Phase der Evaluation
sicherstellen? Betriebsgrösse berücksichtigen: Welchen speziellen Bedingungen ist in einem Kleinbetrieb, einem mittelgrossen oder grossen Betrieb
Rechnung zu tragen? Standards etablieren: Welche Qualitätskriterien
sind Schweizer Standard? Return on Investment: Welche Bedeutung haben
Kennzahlen für die Evaluation? Wie lässt sich der Nutzen aufzeigen?
– Gesundheitsbeauftragte in Unternehmen, Spezialistinnen und Spezialisten
– Vertreterinnen und Vertreter von öffentlichen Institutionen
– Entscheidungsträger/-innen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung
Gesundheitsförderung Schweiz in Kooperation mit dem Staatssekretariat
für Wirtschaft SECO
Schweizerischer Verband für Betriebliche Gesundheitsförderung SVBGF |
Schweizerische Gesellschaft für Arbeits- und Organisationspsychologie SGAOP |
Suva | EKAS – Eidg. Koordinationskommission für Arbeitssicherheit |
Schweizerischer Versicherungsverband SVV | santésuisse | Swiss Re | Helsana
Versicherungen AG | Trust Sympany | Vivit Gesundheits AG | Bundesamt
für Gesundheit BAG | Dachverband der Fachgesellschaften für Sicherheit
und Gesundheit am Arbeitsplatz suissepro
Detailprogramm und Anmeldung: www.gesundheitsfoerderung.ch/tagung
Die Entstehung der Schweiz. Gesellschaft für Arbeitshygiene (SGAH)
Werdegang der SGAH und die
Beziehung zur IOHA
Die SGAH existierte am Anfang der
80er-Jahre als ein Zweig der American
Industrial Hygiene Association (AIHA)
und versammelte knapp acht Enthusiasten in der Schweiz. Diese führten
die Arbeitshygiene als einen neuen
wissenschaftlichen Zweig an der Universität Lausanne und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule
Zürich ein. Innerhalb von zehn Jahren
zählte die Gesellschaft 75 Mitglieder
und wurde zur Mitgründerin des
Nachdiplomstudiums «Arbeit und Gesundheit» an der ETH Zürich und UNI
Lausanne, heute Master of Advanced
Studies «Arbeit und Gesundheit». So
entstand eine der wenigen europäischen Ausbildungen in der Arbeitshygiene.
Die SGAH bestätigte sich innerhalb
zehn Jahren als eine selbständige nationale Fachgesellschaft und beteiligte sich an der Gründung der IOHA.
Heute zählt die IOHA 26 nationale
arbeitshygienische Fachgesellschaften
und vertritt die Interessen von ca.
20 000 ArbeitshygienikerInnen weltweit. Die IOHA ist offiziell von der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO
und von der Weltgesundheitsorganisation, WHO (World Health Organization) als eine Nichtregierungsorganisation und Gesprächspartnerin anerkannt.
Die IOHA hat zum Ziel die Promotion
und Entwicklung des Berufes der Arbeitshygiene weltweit und die Sicherung der gesunden Arbeitsplätze für
alle. Die Akzente werden insbesondere auf einen hohen ethischen Standard in der Profession gesetzt und auf
die Forderung und Aufrechterhaltung
der hohen fachlichen Kompetenzen in
der Arbeitshygiene weltweit. Um
diese Ziele zu erreichen, hat die IOHA
ein Fachgremium für die Akkreditie2/10
Die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitshygiene (SGAH) vertritt
fachlich einen sehr seltenen Beruf in der Schweiz, diesen der
ArbeitshygienikerInnen. Obwohl wenig bekannt, ist die SGAH in der
internationalen Szene eine anerkannte Fachgesellschaft, welche seit
Oktober 2009 offiziell die Arbeitshygieniker weltweit zertifizieren
darf. Diese Bestätigung bekam die SGAH von der International
Occupational Hygiene Association (IOHA).
rung der nationalen Fachgesellschaften gegründet, NAR (National Accreditation Recognition Committee).
NAR hat für die Akkreditierung von
nationalen Fachgesellschaften einen
Kriterienkatalog ausgearbeitet. Gegenwärtig erfüllen weltweit nur neun
Fachgesellschaften diese strengen Kriterien. Seit Oktober 2009 zählt die
Schweizerische Gesellschaft für Arbeitshygiene dazu.
Aktivitäten der SGAH
Die SGAH bemüht sich in erster Linie
um die kontinuierliche Weiterbildung
und Vernetzung ihrer Mitglieder. Sie
ist ein anerkannter Gesprächspartner
in verschiedenen Vernehmlassungen
zum Thema Arbeit und Gesundheit.
Ihre Mitglieder arbeiten in der Industrie, Forschung, Lehre und bei Behörden des Bundes und der Kantone.
Die Arbeitshygiene wurde von einer
Ärztin CHF Dr. Alice Hamilton als Wissenschaftszweig der Medizin gegründet. Sie wohnte zu Beginn des
20. Jahrhunderts in einer Arbeitersiedlung in Chicago. Dort stiess sie auf
die ganz spezifischen gesundheitlichen Beschwerden ihrer Mitbewohner. Das hat sie dazu bewogen, die
Auswirkungen der Arbeitsbedingungen und chemischen
Substanzen wie Quecksilber, Blei, Quarz, organische Lösungsmittel und Radon auf die
Gesundheit der Bergarbeiter in der Siedlung
Sie hat die ersten Kausalitäten zwischen Expositionen und Auswirkungen auf die Gesundheit gestellt und
hat am Harvard, wo sie
auch die erste Frau
Professorin war, einen
Forschungszweig unter dem Namen Arbeitshygiene
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Baustelle SBB.
Der Bahnhof Dornach-Arlesheim ist
mit der Verknüpfung von S-Bahn,
Tram und sieben Buslinien einer der
wichtigsten Umsteigeknoten im öffentlichen Verkehrsnetz der Kantone
Basel-Landschaft und Solothurn.
Die Umsteigebeziehungen zwischen
SBB, Tram, Bus und Postauto waren
unbefriedigend und nicht kundenfreundlich. Die Schienen der bestehenden Tramwendeschlaufe (Radius
12 m) der BLT mussten infolge grosser
Abnützung jedes Jahr aufgeschweisst
und alle 3 Jahre ausgewechselt werden. Das BLT – Perron befindet sich in
der engen Kurve und kann wegen des
Überstreichens der Fahrzeuge nicht
erhöht werden. Die Ein- und Aussteigemöglichkeiten sind nicht benutzerfreundlich und schon gar nicht behindertengerecht.
Erhöhung der Kundenfreundlichkeit
der Verkehrsanlagen
Steigerung der Attraktivität des
gesamten Bahnhofgebiets
Verbesserung des Verkehrsablaufes
und Erhöhung Verkehrssicherheit
Normgerechte und betriebsfreundliche Ausführung der Gleisanlage
Die Umgestaltung der Verkehrsdrehscheibe Dornach – Arlesheim umfasste im wesentlichen folgende Baumassnahmen:
● Neubau einer zentral gelegenen
● Um- und Ausbau der Perronanlagen auf standardisiertes Einstiegsniveau inkl. Überdachung
Erstellung Lärmschutzwand Seite
Verlegung und Erweiterung BLTGleise inkl. Wendeschlaufe
Neubau gemeinsamer Perron SBB
und BLT
Neubau überdachter Busterminal
mit sechs Haltekanten
Neugestaltung Bahnhofvorplatz
Neu-/Umbau Bahnhofstrasse und
Amthausstrasse inkl. diverser
Neubau von überdachten Veloabstellplätzen
Insgesamt 32,3 Mio (inkl. Doppelspurausbau BLT)
Homepage: http://www.baselland.ch/
main_pro_oev-htm.290548.0.html
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Die Wendemöglichkeit für Busse ist
unangemessen, die Haltestellen der
Bus- und Postautolinien befanden
sich in einem schlechten Zustand und
sind unübersichtlich. ÖV und Individualverkehr behinderten sich auf dem
engen Platz gegenseitig.
● Verbesserung der Umsteigebeziehungen SBB/BLT/Bus
Verkehrsdrehscheibe Dornach-Arlesheim: Bauarbeiten Bahnhofplatz.
Die Bauherrin SBB hat für den Umbau
des Bahnhofes Dornach-Arlesheim
das Tiefbauamt Baselland beigezo-
gen. Sie hat ein Sicherheitsdispositif
für den Kanton und die SBB gemacht.
Dieses Diapositiv wurde nach dem
Vieraugen-Prinzip kontrolliert.
IZA: Wieviele Unternehmen waren
Marc Jordi: Rund ein Dutzend Unternehmen sind für diesen erfolgreichen
Umbau verantwortlich. Dies sind: GU
Marti und SBB sowie mehrere Nebenunternehmen dieser Firmen (SBB z. B.
Mastbereich, Fachbereich, Instandhaltung mit Antigrafiti Schutz, Wartehäuschen und Signalmontage), WELECO für Lärmschutzwände, Kummler
+ Matter für die Elektrizität der Baselland Transport (BLT), Nebenunternehmen Seite Kanton: Schläpfer Holzbau,
Gysin Lausen.
Leitungsbau: Basel–Delémont:
Monteur mit Absturzsicherung.
Der Energieleitungsbau der während
der Bauzeit zwischen Basel und Delémont geschah unabhängig vom Projekt.
Wie lange dauerte die Vorbereitung des Teils Öffentlicher
Verkehr? Wie lange dauerte die
Durchführungszeit?
Der Werkvertrag wurde Ende Juli 2008
unterschrieben. Die Bauzeit dauerte
von Ende August 2008 bis April 2010,
also rund 1,5 Jahre.
Das ganze Projekt kostet rund 32 Mio.
Franken. Der SBB-Teil beträgt 2,4 Mio.
Franken, die Sicherheitskosten belaufen sich auf 1 Mio. Franken.
Wieviele Mitarbeiter waren
Im Durchschnitt hatten wir zwischen
17 und 23 Mitarbeiter. In Spitzenzeiten zählten wir 30.
Der Um-/Neubau wurde bei «rollendem Verkehr» durchgeführt.
Wieviele Züge und Postautos passieren Dornach täglich, wieviele
Montage der Leitungsträger für die Strommasten.
Tramverbindungen gibt es, wie
hoch ist die Zahl der Passagiere?
Die Verkehrsdrehscheibe Dornach-Arlesheim weist rund 100 Züge (beide
Richtungen), rund 110 Tramverbindungen sowie 7 Postautolinien mit je
20 Kursen auf. Bei der Planung ging
man von ca. 4200 täglichen Benutzern
des Bahnhofs aus.
Ein Bahnhofumbau bedeutet zahlreiche Gefahrenmomente: Hoch-
spannungsleitungen, Züge beim
Geleisebau, Fussgänger, Autos,
Postautos bei sich ständig verändernden Baustellenabschrankungen, Überdeckungsbau usw.
Was wurde getan um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten? Was
beinhaltet das Sicherheitskonzept
der SBB?
Das Sicherheitskonzept der SBB wurde
über die ganze Baustelle gelegt. Wir
haben eine Sicherheitsleitung und
Regelung Zweiwegebagger
Sicherheitsmassnahmen beim Arbeiten mit aufgegleisten 2-Wegebagger
Verhalten des Personal gegenüber den Gefahren des elektrischem Strom
Handbuch Erdung: Baustromversorgung
Weisung Persönliche Schutzausrüstungen Z.I. 260.0
Durchsetzung der Tragenpflicht Persönlicher Schutzausrüstung Z.I.260.1
Kopfschutz (Schutzhelme und Anstosskappen) Z.I. 260.2
Augenschutz (Planschutz, Korrektionsschutz, Laserschutzbrilllen) Z.I. 260.3
Handschutz Z.I. 260.4
Fusschutz (Sicherheits- und Berufsschuhe Z.I. 260.5)
Schutzkleidern (Arbeits- und Warnkleidung) Z.I 260.6
Atemschutz Z.I. 260.7
Gehörschutz Z.I 260.8
Schutz gegen Absturz Z.I. 260.9
Genehmigung zeitweise Einbauten im meldepflichtigen Lichtraumprofil sowie Einsätzen von GleisBaumaschinen mit seitlicher Lademassüberschreitung
eine Stellvertretung. Dazu haben wir
auf der Baustelle drei Sicherheitschefs. Der Baumeister muss ein aktuelles Sicherheitswissen haben und
alle zwei Jahre einen Wiederholungskurs machen. Es gilt die gesetzlichen
Anforderungen sicherzustellen.
Die SBB hat eine grosse Erfahrung im
Infrastruktur- und Geleisebau, deshalb werden Arbeiter in diesen Bereichen regelmässig zum Thema «Sicherheit im Gleisbereich» geschult.
Ein Broschüre «Ich schütze mich! Sicherheit im Gleisbereich» (Bestellungen per E-Mail xbe007@sbb.ch) unterstützt diese Bemühungen.
Der Zentralbereich Sicherheit hat verschiedene interne Dokumente verfasst, die die Richtlinien bezüglich
dem Tragen von persönlichen Schutzartikeln wiedergeben (siehe Kästchen).
Sie haben die Helmtragpflicht und
müssen entsprechend der Tätigkeit
Sicherheitskleider, Sicherheitshandschuhe, Atemmasken und Sicher2/10
Arbeitstechn. Qualifizierung Zweiwegebagger
D-I-FW-FB 04 / 2006
Zweck der Qualifizierung
● Die Einhaltung minimaler Qualitätsanforderungen an das
● Klare Aussagen über die Einsatzmöglichkeiten der Geräte
● Bei der SBB dürfen nur arbeitstechnisch qualifizierte Geräte
● I-FW-PS ist für die Qualifizierung federführend und führt ein
Register der Firmen mit qualifizierten Geräten.
● Die Qualifizierung ist für jede einzelne Maschine notwendig.
heitsschuhe tragen. Auch Absturzsicherungen und Schutz im Zusammenhang mit stromführenden Leitungen sind ausführlich dokumentiert. Es gelten auch Grundsätze wie
z. B. wer einen ärztlichen Dispens für
das Tragen der PSA hat, ist für Arbeiten in gefährdendem Bereichen nicht
zeugen beschreibt das Verhalten beim
Einsatz dieser Geräte. D. h. die Geräte
müssen arbeitstechnisch qualifiziert
sein. Dies wird über eine interne Stelle
sichergestellt. Es dürfen nur Geräte
eingesetzt werden, die für den Einsatzzweck auch geeignet sind. Die
Maschinisten müssen zwingend eine
Ausbildung auf dem Gerät vorweisen.
Im Sicherheitsdispo werden im Detail
auch die Anforderungen und Sicherheitsmassnahmen im Umgang mit
Maschinen beschrieben. Das Dokument
«Sicherheitsmassnahmen beim Arbeiten mit aufgegleisten 2-Weg-Fahr-
Sicherheitsmassnahmen sind z. B.:
1. Das Nachbargeleis sperren.
2. Das Arbeitgerät mechanisch gegen
Rutschen ins Profil des Nachbargeleises zu sichern.
3. Auf Bremswegdistanz sind Vorwarner zu aufzustellen; dabei ist die
Wirtschafltichkeit gegenüber einer
Nothalteanlage zu prüfen. Eine Nothalteanlage kostet CHF 4000.– pro
Monat, Vorwarner kosten CHF
600.– pro Tag.
Sicherheitswärter für Personensicherheit dürfen als «Zusatzaufgabe» auch
die Elektrowache stellen, z. B. bei Baumaschinen, die geerdet werden müssen. Für bestimmte Arbeiten ist der
Sicherheitsabstand von 1,5 Meter, je
nach Gerät, welches von Fachverständigen der Anlagen der SBB bewilligt
Verkehrsdrehscheibe Dornach-Arlesheim nach Inbetriebname (Bilder: Ludwig Binkert)
햲 Begrenzung Bereich 1
햳 Begrenzung Bereich 1 auf
Lü-Gleisen
햴 Grenzlinie EBV 2
햵 Grenzlinie EBV 1
햶 Grenzlinie EBV 3
Die Einbauten sind mit genauen
Massangaben von SOK und
Gleisachse einzugragen.
Illustration SBB
ben ein Grundreglement Sicherheit RT
100 des Bundesamtes für Verkehr.
werden muss. Es sind Angaben zu Gefahrenzone und Maschine notwendig.
Sämtliche Anweisungen werden im
Fernsteuerungszentrum koordiniert.
Z. B. wann die Geleise gesperrt werden, wann der Strom vorübergehend
abgestellt wird, wenn Arbeiten während laufendem Verkehr ausgeführt
Im Bereich der Geleisearbeiten wurden Schilder zur Temporeduktion von
100 auf 80 für vorbeifahrende Züge
aufgestellt. Wenn man bedenkt, dass
der Bremsweg eines vollbeladenen
Güterzuges 700 m und eines Personenzuges 600 Meter mit Notbremse
beträgt, so versteht man, dass die
Warneinrichtungen 100%-ig funktionieren müssen.
Mitarbeiter im Bereich der Zugswarnanlagen tragen obligatorischen Lärmschutz.
Es ist zwingend, dass die Warnung
akustisch und optisch erfolgt.
Baggerfahrer tragen Kopfwarnanlagen mit Impulsen.
Der Sicherheitswärter muss bei der
Gruppe und der Maschine sein. Ist dies
nicht möglich, sind zwingend zwei Sicherheitswärter vorgesehen. Die Sicherheitswärter werden von Securitrans, einem Spezialunternehmen
der Securitas gestellt. Alle Bahnen ha-
Bei der Erstellung der Sicherheitsmassnahmen im Geleiseumfeld richtet
man sich nach den Lichtraumprofilen
aus. Siehe Grafik Nr. 1 (Definition Lichtraumprofil: Der Regellichtraum ist
der Platz, den alle angrenzenden Bebauungen entlang von Eisenbahngeleisen mindestens freilassen müssen,
damit sich alle Fahrzeuge gefahrlos
bewegen können. Die Differenzen
zwischen den Umgrenzungslinien ergeben den Sicherheitsabstand).
Am beiliegenden Beispiel zeigen wir
wie die Lichtraumprofile im Zusammenhang mit einer Sickergrabensprisssung aussehen.
Welche Empfehlungen an Sicherheitsingenieure oder Sicherheitsbeauftragten von ähnlich komplexen Projekten können Sie
Liefern sie schon bei der Submission
ein approximatives Sicherheitsdispo
und dessen Kosten. Dies hilft dem Unternehmen bei der Zeitplanung.
Der Aescher Produkte-Designer Raphael Gasser entwickelte einen
Bauschutzhelm mit integrierter Schutzbrille. Funktion und Form
überzeugen durch ihre Neuartigkeit.
Gasser mit seiner Diplomarbeit 2008
den zweiten Preis des jährlich national
ausgeschriebenen Dyson-Awards für
angehende Industrie-Designer.
Für seine Diplomarbeit an der Zürcher
Hochschule der Künste (ZHdK) der
Fachrichtung Industrial-Design war
der in Aesch und Pfeffingen aufgewachsene Raphael Gasser auf den
Helm gekommen. Nach einem Gespräch mit einem Bauarbeiter hatte
er 2005 die Idee, einen Bauschutzhelm
zu kreieren, der komfortabler zu tragen ist, über eine bessere Lüftung
verfügt und überdies besser aussieht
als die üblichen Helme. In der Folge
füllte er ganze Zeichenbücher mit
Helmskizzen, informierte sich über
Konstruktion und Spritzgussfertigung
von Kunststoffprodukten und eignete
sich das Wissen um Sicherheitsnormen und Prüfungsverfahren an. In
seinem Projekt wurde er unterstützt
von der Firma Artilux in Liestal, welche selbst eigenfabrizierte Bauschutzhelme in ihrem Sortiment hat.
Das praktische Resultat dieser Diplomarbeit, der neugestaltete Schutzhelm, war zwar noch nicht produktionsreif, aber doch so weit entwickelt, dass Hugo und Kurt Herzig von
Artilux Raphael Gasser den Auftrag
zur Weiterentwicklung seiner Produktidee gaben und sich selbst mit
ihrem Know-how am Konstruktionsprozess beteiligten. Überdies gewann
«Eurocap» und «Montana»
Seit letzten Herbst werden nun nach
fünfjähriger Arbeit und steten Verbesserungen zwei Bauschutzhelme
Gassers, der «Eurocap» und der
«Montana», von Artilux produziert
und vertrieben. Im Selbstversuch zeigt
sich das Modell «Montana», das in Polycarbonat hergestellt wird, als äussert leicht (mit 240 Gramm leichter
als alle bisherigen) und komfortabel.
Neu an dem Helm, der den Sicherheitsnormen der EU entspricht, sind
die verbesserte Lüftung, das innova-
tive Grösseneinstellrad, die integrierte, versenkbare Schutzbrille, die
Vorrichtung für den Gehörschutz, die
Bügel für die Stirnlampenbefestigung
und das Design. Und welche Pläne hat
Raphael Gasser für die Zukunft? «Neben meinen Projekten für Gehörschutzvorrichtungen, Schutzbrillen und
Beton-Sitzelementen, an denen ich
arbeite, beginne ich im September
mit dem Maschinenbau-Studium, um
meine Kenntnisse in industrieller Fertigung zu vertiefen», sagt der umtriebige Gasser. Und für welches Produkt
möchte er sonst noch ein neues Design entwickeln? «Ich würde gerne ein
Zahnbürstchen konstruieren, das
wirklich unseren Bedürfnissen entspricht», lässt sich Gasser entlocken.
sav. Alle Artefakte, alles von Menschenhand Hergestellte zeigt sich in einer
vom Erfinder bestimmten Form. Diese kann mehr der Funktion folgen und
die ästhetischen Gesichtspunkte ausser Acht lassen oder eher einer Modeströmung verpflichtet sein und die Funktionalität vernachlässigen. Immer
wieder gelangen jedoch Produkte auf den Markt, deren unverwechselbare
Form, Materialität und Funktion ganze Generationen prägen. Als Beispiele
seien die Coca-Cola-Flasche, die Toblerone-Schokolade, der VW Käfer oder,
aus jüngerer Zeit, die iMac-Computer genannt. Das Ziel eines jeden
Produkte-Designers und seines Teams ist es, einen solchen stilbildenden
grossen Wurf zu landen.
Un casque de protection au
Pour son travail de diplôme réalisé à la
Haute École des Arts de Zurich (ZHdK),
dans la branche du design industriel,
Raphael Gasser, qui a grandi à Aesch
et à Pfeffingen, a pris les casques pour
sujet. Suite à une discussion avec un
ouvrier du bâtiment, il a eu l’idée, en
2005, de créer un casque de chantier
plus confortable au porter, disposant
d’une meilleure aération et plus élégant que les casques courants. Par la
suite, il a rempli des quantités de carnets à dessin avec des esquisses de
casques, s’est informé sur la fabrication et le moulage par injection de
produits en matière synthétique et a
acquis des connaissances relatives aux
normes de sécurité et aux procédures
de contrôle. Il fut aidé dans son projet
par l’entreprise Artilux de Liestal, qui
possède dans sa gamme des casques
de chantier de sa propre fabrication.
Le concepteur de produits Raphael Gasser, d’Aesch, a mis au point
un casque de chantier muni de lunettes de protection intégrées.
L’innovation apportée par la fonction et la forme est concluante.
Son nouveau casque de sécurité, résultat pratique de ce travail de diplôme, n’était, il est vrai, pas encore
mûr pour la production, mais suffisamment développé pour qu’Hugo et
Kurt Herzig d’Artilux mandatent Raphael Gasser pour poursuivre le développement de son projet. Ils ont mis
leur savoir-faire au service du procédé
de fabrication. En outre, Raphael Gasser a obtenu, grâce à son travail de diplôme de 2008, le deuxième prix national des Dyson-Awards, remis
chaque année à de futurs concepteurs
«Eurocap» et «Montana» en
Après cinq ans de travail et des améliorations constantes, deux casques
de chantier Gasser, l’«Eurocap» et le
«Montana» ont été produits et commercialisés à l’automne dernier par
Artilux. Au cours d’essais effectués
par l’entreprise, le modèle «Montana», fabriqué en polycarbonate,
s’est révélé être extrêmement léger
(pesant 240 grammes, il est le plus léger de tous ses prédécesseurs) et
confortable. L’amélioration de l’aération, la nouveauté de la roulette de
réglage de la taille, les lunettes de
protection escamotables intégrées, le
dispositif de protection de l’ouïe,
l’étrier de fixation pour une lampe
frontale, ainsi que le design, sont les
innovations apportées à ce casque,
qui est conforme aux normes de l’UE.
Quels sont donc les plans de Raphael
Gasser pour l’avenir? «Outre mes projets pour des dispositifs de protection
de l’ouïe, des lunettes de sécurité et
des sièges en béton, sur lesquels je
travaille, je commence en septembre
des études de construction de machines, afin d’approfondir mes
connaissances en fabrication industrielle», déclare cet entrepreneur dynamique. Et par ailleurs, pour quel
produit aimerait-il donc mettre au
point un nouveau design? «J’aimerais
bien construire une petite brosse à
dents qui réponde véritablement à
nos besoins», peut-on soutirer de Raphael Gasser.
sav. Tous les artefacts, tout ce qui est
fabriqué par la main de l’homme se
présente sous une forme bien définie
par l’inventeur. Celui-ci peut mieux
suivre la fonction et faire abstraction
du point de vue esthétique ou, de préférence, être tenu de suivre les tendances de la mode et négliger la fonctionnalité. Toujours davantage de
produits, dont la forme, la matérialité
et la fonction irréversible marquent
des générations entières, arrivent
toutefois sur le marché. On peut citer
comme exemples la bouteille de CocaCola, le chocolat Toblerone, la VW
Coccinelle ou, plus récemment, l’ordinateur i-Mac. L’objectif d’un concepteur de produits et de son équipe est
donc de réussir un grand coup.
Dr. Kurt Hollenstein und Jürg
Birchmeier1, Schweizerisches
Institut zur Förderung der
Sicherheit, www.swissi.ch
Brandschutz – von der Normenkonformität zum risikoorientierten
Die Brandschutzvorschriften (BSV) der
Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) bestehen aus der
Brandschutznorm, den Brandschutzrichtlinien, den Arbeitshilfen und den
Brandschutzerläuterungen. Die Brandschutzvorschriften haben 1993 die
bisherige Wegleitung für Feuerpolizeivorschriften abgelöst. Die aktuell gültige Fassung der BSV ist seit 2005 in
Kraft, sie vollzieht in verschiedenen
Bereichen Anpassungen an Europäische Normen.
Die Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler
Feuerversicherungen (VKF) regeln die Brandschutzmassnahmen,
welche in Betrieben getroffen werden müssen. Die Massnahmen
dienen primär dem Personenschutz, die Anforderungen eines
Unternehmens an den Sachwertschutz und den Schutz vor
Betriebsunterbruch werden nicht explizit berücksichtigt und damit
oft auch nur ansatzweise erfüllt. Aus diesem Grund ist es angezeigt,
beim Brandschutz nicht nur die Normen und Richtlinien zu erfüllen.
Mit einer risikoorientierten Betrachtung kann den betrieblichen
Sicherheitsanforderungen besser Rechnung getragen werden.
Die Erfüllung der BSV ist nur bei Neuund Umbauten gefordert, während
bestehende Gebäude oft nicht in allen
Punkten normkonform sind.
In den BSV ist festgelegt, dass die Eigentümer und Gebäudebetreiber
grundsätzlich für die Sicherheit von
Personen, Tieren und Sachen sorgen
müssen. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Einrichtungen für den
baulichen, technischen und abwehrenden Brandschutz sowie haustech-
nischen Anlagen jederzeit betriebsbereit sind. Im Weiteren sind sie für den
organisatorischen Brandschutz verantwortlich. Mit diesen Massnahmen
wird die rechtlich verbindlich definierte Verantwortung für die Sicherheit wahrgenommen.
Politik der Organisation
Risiken überwachen / überprüfen
Risiken kommunizieren / Informationen austauschen
Das Bild zeigt einen Fertigungsbetrieb, bei dem die aktuellen Brandschutzvorschriften eingehalten sind,
den Anforderungen des Personenschutzes ist damit Rechnung getragen. Solange dies so bleibt, kann der
Betrieb davon ausgehen, im Brandfall nicht strafrechtlich belangt zu werden, wenn keine Fahrlässigkeit
und kein Vorsatz vorliegt. Trotzdem kann ein Brand, der z. B. von der elektrischen Steuerung einer Fertigungsmaschine ausgeht, aufgrund der Rauchentwicklung und den daraus resultierenden Schäden an
den anderen Maschinen zu einem längeren Betriebsunterbruch führen.
Nach einem grossen Brand, insbesondere mit Personenschäden, wird im
strafrechtlichen Verfahren geprüft, ob
jemand seine Pflichten absichtlich
oder fahrlässig verletzt hat und sich
somit strafbar gemacht hat. Dabei ist
die Einhaltung der in den BSV festgelegten Bestimmungen von ausschlaggebender Bedeutung.
Die verbindlichen Anforderungen des
Personenschutzes gelten durch die
Einhaltung der BSV als erfüllt. Dagegen sind der Schutz von Sachwerten
und die Vermeidung von Betriebsunterbrüchen durch die Erfüllung der
BSV nicht sichergestellt. Brände stellen für jeden Betrieb ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar, welches
existenzgefährdend sein kann. Es ist
deshalb sinnvoll, die Normkonformität
durch ein umfassendes risikoorientiertes Denken zu ergänzen. Dies geschieht in einem RisikomanagementProzess, wie er u. a. im internationalen Standard ISO 31000 «Guidelines
on Principles and Implementation of
Risk Management» dargestellt ist.
gemäss ISO 31000
Der Risikomanagement-Prozess besteht im Wesentlichen aus den Phasen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung und Risikobewältigung. Diese Phasen werden
durch die Elemente Überwachung und
Dokumentation sowie Kommunikation ergänzt.
Ein Brand wird als eine mögliche Gefährdung betrachtet und in einen Ka-
talog aller Gefährdungen integriert.
Die von den BSV angestrebte Personensicherheit wird als Schutzziel definiert und durch betriebliche Schutzziele wie die Vermeidung von
Gebäudeausfällen, Sachwertschutz
und Schutz vor Betriebsunterbrüchen
Risikomanagement ist ein kontinuierlicher Prozess und keine Momentanaufnahme. Der Risikomanager ist somit gezwungen, technische und
organisatorische Veränderungen im
Betrieb zu verfolgen und diese in
Szenarien zu berücksichtigen. Das
Denken in Szenarien hilft dabei, verschiedene Ereignisketten und daraus
resultierende Schadensbilder und verschiedene Risiken miteinander ver2/10
gleichbar zu machen. So kann zum
Beispiel ein beschränktes Ereignis wie
ein Brand zu einem grösseren Folgebrand führen, kontaminiertes Löschwasser kann nach einem Feuerwehreinsatz in die Umwelt gelangen, nicht
mehr funktionsfähige Fertigungsmaschinen müssen repariert, gereinigt
oder ersetzt werden, und der Betriebsunterbruch aufgrund des Ereignisses
führt zu Lieferengpässen und gegebenenfalls zu einem Imageverlust. Die
Schadensbildern erfolgt dabei über
eine Monetarisierung oder durch Indikatoren. Die Szenarien erlauben auch,
Strategien und Massnahmen für die
Risikobewältigung zu evaluieren und
festzulegen. Diese Massnahmen können darauf abzielen, Risiken präventiv
zu vermeiden oder zu vermindern, so-
weit dies finanziell sinnvoll ist. Verbleibende Risiken werden überwälzt (d. h.
durch eine Versicherung abgedeckt
oder vertraglich an Dritte übergeben)
oder selber getragen. Um die Schäden
von seltenen (und meist grossen) Ereignissen dieses Restrisikos zu minimieren, kommt einer guten Notfallund Kontinuitätsplanung aus betrieblicher Sicht eine zentrale Rolle zu. Mit
einer solchen integralen Betrachtungsweise wird der Übergang von
der Vorschriftserfüllung zu einer umfassenden
vollzogen, welche sowohl den betrieblichen als auch den gesetzlichen
Anforderungen Rechnung trägt.
Kurt Hollenstein et
Institut suisse de promotion de la
sécurité, www.swissi.ch
de la conformité aux normes à une
Les prescriptions de protection incendie de l’Association des établissements cantonaux d’assurance incendie (AEAI) règlementent les mesures
de protection incendie que doivent
prendre les entreprises. Ces mesures
servent principalement à la protection individuelle; il n’est, en effet, pas
tenu compte des exigences d’une entreprise concernant la protection des
biens réels, ni de la protection des interruptions d’exploitation, si bien que
cette protection n’est souvent prise
en charge que de manière approximative. Aussi, dans l’hypothèse d’un incendie, est-il conseillé de ne pas se
contenter de respecter les normes et
les directives. Une véritable réflexion
sur les risques permet de mieux tenir
compte des exigences de sécurité
normes de protection incendie, les directives de protection incendie, les
aides au travail et les notes explicatives de protection incendie. Le respect des PPI n’étant exigé que pour
les nouveaux bâtiments, les constructions existantes ne sont souvent pas
totalement conformes aux normes.
Les prescriptions de protection incendie (PPI) de l’AEAI englobent les
Im Rahmen des Risikomanagements
kommt damit dem Brandschutz nicht
nur die Aufgabe zu, die Normen zu er-
Les PPI stipulent que les propriétaires
et utilisateurs de bâtiments doivent
veiller à la sécurité des personnes, des
animaux et des biens. Ils sont également responsables du bon état des
équipements de protection incendie.
Les exigences de protection des personnes peuvent être satisfaites en
respectant les PPI. Par contre, les PPI
ne garantissent ni la protection des
biens, ni n’évitent les coupures d’exploitation. Il est donc prudent de
compléter le respect des normes par
une large réflexion sur les risques. On
füllen und die Personensicherheit zu
gewährleisten. Durch den vorbeugenden Brandschutz werden Risiken vermieden oder vermindert, und ein
sorgfältig geplantes Notfall- und Kontinuitätsmanagement ergänzt den
abwehrenden Brandschutz. Damit
wird erreicht, dass sich ein Unternehmen nur geringen Brandrisiken aussetzt und auch nach einem Brand in
der Lage ist, Betriebsunterbrüche
oder Imageschäden durch eine gute
Ereignisbewältigung zu minimieren
und damit seine Existenz zu sichern.
Die Autoren arbeiten am Sicherheitsinstitut als Berater Risikomanagement /
Berater Brandschutz und sind Referenten an den Kursen «Risikomanagement
– Technische Sicherheit» und «Risikomanagement – Naturgefahren» des
Sicherheitsinstituts.
peut la mener grâce à une procédure
de gestion des risques, comme celle
décrite dans la norme ISO 31000 «Management du risque – Principes et
lignes directrices», par exemple.
La gestion des risques est un procédé
continu, qui exige que l’on suive les
modifications techniques et organisationnelles dans l’entreprise. Elle comprend l’élaboration de scénarios, afin
de comparer les dommages résultant
de différentes suites d’événements.
Ces scénarios permettent également
d’évaluer et de définir les stratégies et
les mesures destinées à maîtriser les
risques. Leur objectif est de les éviter
ou de les réduire préventivement,
dans la mesure où c’est financièrement raisonnable. Les risques résiduels sont répercutés, c’est-à-dire
couverts par une assurance ou transmis contractuellement à des tiers, ou
encore supportés par l’entreprise elle-
même. Afin de minimiser les dommages dus à des événements extérieurs, une planification d’urgence
continue joue un rôle essentiel pour
Dans le cadre de la gestion des
risques, il incombe non seulement à la
Les nouvelles techniques d’échafaudage jouent un rôle vital dans le secteur de la construction. C’est notamment le cas pour les ouvrages neufs,
mais également pour la rénovation
des bâtiments de grande hauteur ou
les postes de travail surélevés dans les
et de ponts. Les échafaudages sont
des équipements de travail mis à la
disposition des chantiers à titre de
prestation temporaire. Le choix d’un
bon échafaudage de chantier exerce
des effets positifs sur la rentabilité
protection incendie de respecter les
normes et d’assurer la sécurité du
personnel, mais elle est encore tenue,
par des mesures préventives, d’éviter
ou de minimiser les risques au moyen
d’une gestion planifiée de l’urgence et
de la continuité. Ce n’est qu’ainsi
qu’une entreprise ne peut être expo-
sée qu’à de faibles risques d’incendie;
même après un sinistre, grâce à une
bonne maîtrise des événements, elle
sera en mesure de minimiser les coupures d’exploitation ou une dégradation de son image, permettant ainsi
d’assurer son existence.
Echafaudages: priorité à la sécurité!
En Suisse, il se produit chaque année environ 3000 accidents en
relation avec des échafaudages de service, dont quelque 2500 avec
des échafaudages de façade. Environ 4 pour cent des accidents
d’échafaudage ont des conséquences pénales et entraînent
l’invalidité ou le décès de la personne accidentée. Les coûts directs
(frais de traitement, indemnités journalières, rentes) des accidents
d’échafaudages de service représentent 80 millions de francs par an.
Les coûts moyens s’élèvent à 27 000 francs par cas (contre 12 000
francs «seulement» pour les accidents du secteur principal de la
rité nécessaire aux travailleurs. Les
projets de construction actuels sont
complexes, les délais souvent très
courts. La planification, la préparation
du travail et la collaboration jouent
donc un rôle d’autant plus important,
et le principal message est le suivant:
des processus de construction et favorise:
la sécurité des travailleurs occupés
sur le chantier de l’ouvrage (chutes
la sécurité du public (protection
contre les émissions en provenance
la qualité et l’efficacité des travaux
effectués sur l’échafaudage
Les parties prenantes (planificateurs,
monteurs échafaudeurs, utilisateurs)
assument de grandes responsabilités
conjointes en tant que contractants.
Lorsque chacun fournit une contribution positive, l’échafaudage mis en
place répond d’une part aux exigences
posées et offre d’autre part la sécu-
«La coordination est un gage de
Le seul moyen de réduire le nombre
d’accidents est que chacun prenne ses
responsabilités et applique les mesures jugées nécessaires en accord
avec l’ensemble des parties prenantes. La sécurité concerne chaque
partenaire contractuel. Chacun doit
connaître ses tâches et assumer ses
responsabilités. Chacun doit savoir en
quoi consiste son rôle. Dans ce sens,
les devises suivantes coulent de
Planificateur et chef de chantier:
«Je ne veux et n’accepte que des
échafaudages sûrs.»
Monteur échafaudeur:
«Mes échafaudages sont sûrs et
correctement installés.»
«Je ne travaille que sur des
En quoi consiste votre rôle? Quelles
sont vos responsabilités, quelles sont
vos tâches? Savez-vous en quoi
consistent celles de vos partenaires?
Le tableau ci-dessous fournit
quelques indications utiles à ce sujet:
Tâches du planificateur et du chef
● Connaître les principaux critères
pour la planification d’un échafaudage répondant aux prescriptions de sécurité et adapté à la
nature des travaux prévus.
● Lancer les appels d’offres et
veiller à ce que les différents
éléments de l’échafaudage utilisé
soient spécifiés dans le contrat
● Coordonner le montage et le
● Réceptionner l’échafaudage mis
en place et définir les travaux de
Tâches du monteur échafaudeur
● Vérifier les critères énoncés par le
planificateur et compléter ceux-ci
● Procéder à la mise en place de
l’échafaudage conformément aux
critères de qualité requis et le
déclarer officiellement.
● Veiller au respect des prescriptions de sécurité au travail lors du
montage et du démontage.
● Contrôler l’échafaudage après le
montage, consigner ce contrôle
et remettre l’ouvrage au chef de
● Veiller à ce que les échafaudages
nécessaires à l’exécution du mandat soient spécifiés dans
● Contrôler les échafaudages avant
leur utilisation et signaler tout
défaut éventuel au chef de chantier.
N’utiliser que des échafaudages
conformes aux critères de sécurité.
S’abstenir de modifier les échafaudages.
Moins d’accidents grâce à la
Les travaux en hauteur et sur les axes
à grande circulation ainsi que dans la
construction et les exploitations forestières comportent des risques élevés. En Suisse, on déplore une centaine d’accidents professionnels
mortels tous les ans. La Suva s’est
donc fixé pour objectif de réduire ce
nombre de moitié d’ici à 2015 et
d’épargner ainsi 250 vies humaines.
C’est grâce à une stratégie duelle,
d’une part pression d’exécution et
mesures systémiques, d’autre part
interventions sur les comportements
à risque et sensibilisation sur la base
de l’examen des causes des accidents,
que la Suva entend atteindre cet objectif ambitieux avec 20 initiatives.
Lancée en 2007, la campagne «Echafaudages en sécurité» fait partie de la
vision «250 vies». Jusqu’à fin 2008, par
rapport à l’ensemble des employés, le
nombre d’accidents a connu une
baisse d’environ 8 pour cent, et en
2009, il a stagné. La Suva maintient
donc le cap vers son objectif, qui est
d’obtenir un recul conséquent des accidents d’échafaudages dans les prochaines années.
Contrôles d’échafaudages:
bilan également positif
Comme chaque année, des spécialistes de la sécurité de la Suva ont réalisé en 2009 des contrôles d’échafaudages dans les différentes régions de
Suisse. Par rapport à l’année précédente, la qualité des échafaudages
s’est encore améliorée, ce qui est encourageant. Sur 1000 chantiers, les
spécialistes ont toutefois constaté à
110 reprises des lacunes notables, et
dans 21 cas, les travaux ont même dû
être interrompus, car ils exposaient
les travailleurs à un risque trop important.
Faire participer les concernés!
Avec la Société des Entrepreneurs
Suisses en Echafaudages (SESE), la
Suva a convié les classes scolaires du
pays à participer à un concours de
mégaposters sous la devise «Fais attention – ne tombe pas!».Les
meilleurs projets ont été primés.
Les membres de la famille sont également très souvent concernés par un
accident d’échafaudage. Des élèves de
toute la Suisse ont traité le thème à
leur façon et ont mis 757 idées sur le
papier: trente d’entre elles ont été transposées en mégaposters (10×14 m).
www.suva-megaposter.ch
www.suva.ch/echafaudages
Moyens d’information:
● Echafaudages de façade. La planification, gage de sécurité, réf.
Suva 44077.
● Echafaudages de façade. Sécurité
lors du montage et du démontage, réf. Suva 44078.
● Liste de contrôle: Echafaudages
de façade, réf. Suva 67038.
● Echafaudages et sécurité. Ensemble pour plus de sécurité,
DVD, réf. Suva 361
Les spécialistes de la sécurité au
travail de la Suva, secteur génie civil
et bâtiment, se tiennent à votre
entière disposition pour tout renseignement complémentaire. Téléphone 041 419 50 49, E-Mail echafaudages@suva.ch ou
bereich.bau@suva.ch.
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Comasec GmbH, Neunkirchen/D
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Juba SA, Santo Domingo/E
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Mapa Professionnel, Neuilly/F
Pelen Gloves Mfg Co, Hong Kong
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Semperit GmbH, Wien/A
Showa Best Gloves, Himeji/JAP
Asatex AG, Bergheim/D
DuPont, Luxembourg/LUX
Ma-gár Kft, Sásd/H
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Sioen NV, Ardooie/B
Bollé Protection Sàrl, Villeurbanne/F
Unico Graber AG, Hölstein
JSP Ltd, Oxford/GB
Abeba, St. Ingbert/D
Baak GmbH & Co, Duisburg/D
Baltes GmbH, Heinsberg/D
Fernandes LDA/2w4, Guimarães/P
ICC SA, Guimarães/P
JAL Group Lupos GmbH, Mönchengladbach/D
Maspica SRL, Casalserugo/I
Mondeox/Lytos, Asolo/I
Bekina B.V., Kluisbergen/B
Dunlop BV, Raalte/NL
Somaplaf SRL/SAD, S. Nicolo/I
Hellberg Safety AB, Stenkullen/S
Sperian, Lübeck/D
3M (Schweiz) AG, Rüschlikon
Moldex-Metric, Walddorf/D
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Bauleistungen sind ohne den modernen Gerüstbau nicht denkbar. Das
trifft in besonderem Mass auf Neubauten zu, aber auch auf die Sanierung von hohen Gebäuden oder auf
Arbeiten an hoch gelegenen Arbeitsstellen im Hoch-, Tief- oder Brückenbau. Das Arbeitsmittel «Baugerüst»
wird der Baustelle als zeitlich befristete Dienstleistung zur Verfügung gestellt. Ein gutes Baugerüst beeinflusst
die Wirtschaftlichkeit der Bauprozesse positiv und fördert:
die Sicherheit der auf dem Gerüst
Sichere Arbeitsgerüste:
In der Schweiz ereignen sich pro Jahr rund 3000 Unfälle im
Zusammenhang mit Arbeitsgerüsten, davon ungefähr 2250 mit
Fassadengerüsten. Rund 4 Prozent der Gerüstunfälle führen zur
Invalidität oder zum Tod des Verunfallten und haben ein
gerichtliches Nachspiel. Die direkten Kosten (Heilkosten, Taggelder,
Renten) für Unfälle im Zusammenhang mit Arbeitsgerüsten
betragen jährlich 80 Mio. Franken. Die durchschnittlichen Kosten pro
Fall belaufen sich auf 27 000 Franken (Im Vergleich: im
Bauhauptgewerbe sind es «nur» 12 000 Franken).
gaben kennen und wahrnehmen. Jeder muss wissen, welches seine
Hauptaufgabe ist. Die Leitsprüche der
verschiedenen Beteiligten lauten:
Planer und Bauleiter:
«Ich verlange und akzeptiere nur
sichere Gerüste.»
Gerüstersteller:
«Ich erstelle Gerüste korrekt und
Gerüstbenützer:
«Ich arbeite nur auf sicheren
Gerüsten.»
Wie steht es mit Ihnen? Kennen Sie
Ihre Verantwortung und all Ihre Aufgaben? Wissen Sie auch über die Aufgaben Ihrer Partner Bescheid? In der
untenstehenden Tabelle können Sie
die Sicherheit der auf dem Bauwerk
Beschäftigten (Absturz nach aussen)
die Sicherheit der Öffentlichkeit
(Schutz vor Emissionen der Baustelle)
eine qualitativ gute und effiziente
Die Beteiligten – Planer, Gerüstersteller, Benutzer – sind Vertragspartner
und tragen gemeinsam eine grosse
Verantwortung. Wenn jeder seinen
positiven Beitrag leistet, entsteht ein
Gerüst, das einerseits die gestellten
Anforderungen erfüllt und andererseits den Arbeitenden die notwendige
Sicherheit bietet. Die heutigen Bauvorhaben sind komplex, die Terminvorgaben eng. Planung, Arbeitsvorbereitung und Zusammenarbeit
gewinnen immer mehr an Bedeutung. Deshalb lautet unsere wichtigste Botschaft:
«Koordination bringt
Nur wenn alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen, die erforderlichen Schutzmassnahmen treffen und
diese gegenseitig absprechen, können
die Unfallzahlen gesenkt werden. Für
die Sicherheit braucht es alle Vertragspartner. Jeder muss seine Auf-
Ich als Planer und Bauleiter
● kenne die wesentlichen Kriterien,
die bei der Planung eines sicheren
und geeigneten Gerüsts zu
● schreibe die benötigten Gerüste
aus und sorge dafür, dass diese
Bestandteil der Werkverträge
● koordiniere die Montage- und
Demontagearbeiten.
● übernehme das Gerüst nach
dessen Erstellung und regle die
Aner bildungs
Zeitgleich und rĂ¤umlich angegliedert
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17.â&#x20AC;&#x201C;18. November 2010 â&#x20AC;&#x201C; Messe Basel
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