Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202002,%20S.%202386
Timestamp: 2020-04-06 22:27:38
Document Index: 309084961

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 307', '§ 8', '§ 307', '§ 9', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 45']

BGH, 18.04.2002 - III ZR 199/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,31
BGH, 18.04.2002 - III ZR 199/01 (https://dejure.org/2002,31)
BGH, Entscheidung vom 18.04.2002 - III ZR 199/01 (https://dejure.org/2002,31)
BGH, Entscheidung vom 18. April 2002 - III ZR 199/01 (https://dejure.org/2002,31)
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AGBG §§ 8, 9 Bd, Cb; BGB § 307 Bd, Cb F.: 2. Januar 2002
Deaktivierungsgebühr bei Mobilfunkverträgen
Deaktivierungsgebühr bei Telekommunikationsverträgen
Keine Deaktivierungsgebühr bei Mobilfunkverträgen
AGB - Telekommunikation - Dienstleistung - Unternehmen - Stillegen des Telefonanschlusses - Deaktivierungsgebühr
Unwirksamkeit von Deaktivierungsgebühren in AGB von Telekommunikationsdienstleistungsunternehmen
Unzulässige Klauseln in AGB für sog. 'Deaktivierungsgebühr'
Unwirksamkeit einer AGB-Klausel eines Telekommunikationsunternehmens
AGBG §§ 8 9; BGB § 307 (F.: 2. Januar 2002)
Wiederholungsgefahr der Verwendung unzulässiger AGB
heise.de (Pressebericht, 25.04.2002)
"Deaktivierungsgebühr" bei Handy-Verträgen unzulässig
heise.de (Pressebericht, 11.06.2002)
Keine Deaktivierungskosten
RA Kotz (Kurzinformation und Auszüge)
Zulässigkeit einer Deaktivierungsgebühr
Handy-Anschlüsse müssen gratis stillgelegt werden
Telekommunikationsrecht; Deaktivierungsgebühr
AGBG §§ 9, 8; BGB § 307
Unwirksamkeit von sog. Deaktivierungsgebühren
LG Itzehoe, 23.08.2000 - 2 O 250/99
OLG Schleswig, 19.07.2001 - 2 U 40/00
LG Itzehoe, 28.11.2002 - 2 O 250/99
ZIP 2002, 1152
MDR 2002, 1108
WM 2002, 1355
MMR 2002, 542
BB 2002, 1441
K&R 2002, 368
Nicht ausreichend ist insoweit regelmäßig allein die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder die bloße Absichtserklärung des Verwenders, diese nicht weiter verwenden zu wollen (Senatsurteil vom 15. Oktober 1991 - XI ZR 192/90, BGHZ 116, 1, 6;… BGH, Urteile vom 9. Juli 1992 - VII ZR 7/92, aaO…, vom 12. Juli 2000 - XII ZR 159/98, aaO und vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, aaO;… Witt in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 12. Aufl., § 1 UKlaG Rn. 38).
Darunter fallen keine bloß deklaratorischen Klauseln oder solche, die unmittelbar den Preis der vertraglichen Hauptleistung oder das Entgelt für eine rechtlich nicht geregelte, zusätzlich angebotene Sonderleistung bestimmen (…st. Rspr., z.B. Senat, Urteile vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, NJW 2018, 534, 535 Rn. 15;… vom 22. September 2016 - III ZR 264/15, NJW-RR 2016, 1387, 1388 Rn. 12;… vom 9. Oktober 2014 - III ZR 32/14, NJW 2015, 328, 331 Rn. 37;… vom 13. Januar 2011 - III ZR 78/10, NJW 2011, 1726 f Rn. 15 und vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386; BGH…, Urteil vom 13. November 2012 - XI ZR 500/11, BGHZ 195, 298, 301 Rn. 13).
Die Beklagte verweigert die für eine Widerlegung regelmäßig erforderliche Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, gegebenenfalls unter Hervorhebung ihrer an sich gegenteiligen Rechtsauffassung (vgl. BGH…, Urteil vom 12. Juli 2000 aaO), und verteidigt durchgehend die angebliche Rechtmäßigkeit ihrer Allgemeinen Versicherungsbedingungen (…BGH, Urteile vom 12. Juli 2000 aaO; vom 18. April 2002 aaO).
Der Anspruchsverpflichtete darf die unwirksamen AGB nicht mehr verwenden, d.h. er darf nicht mehr erklären, dass diese für künftige Verträge gelten sollen, und er darf sich bei der Abwicklung bereits geschlossener Verträge nicht mehr auf diese berufen (st. Rspr., BGH, Urteil vom 13. Juli 1994 - IV ZR 107/93, BGHZ 107, 93; Urteil vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386 Rn. 11;… Urteil vom 23. Januar 2003 - II ZR 54/02, NJW 2003, 1237 Rn. 9;… Urteil vom 4. Februar 2009 - VIII ZR 32/08, NJW 2009, 1337 Rn. 24).
Jede Entgeltregelung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die sich nicht auf eine auf rechtsgeschäftlicher Grundlage für den einzelnen Kunden erbrachte (Haupt- oder Neben-)Leistung stützt, sondern Aufwendungen für die Erfüllung eigener Pflichten oder für Zwecke des Verwenders abzuwälzen versucht, stellt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Abweichung von Rechtsvorschriften dar und verstößt deshalb gegen § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB (z.B. Senatsurteil vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386, 2387; BGH, Urteil vom 13. Februar 2001 - XI ZR 197/00, BGHZ 146, 377, 380 f jew. mwN).
Da die Vertragsparteien nach dem im Bürgerlichen Recht geltenden Grundsatz der Privatautonomie Leistung und Gegenleistung frei bestimmen können, sind Klauseln, die Art und Umfang der vertraglichen Hauptleistungspflicht und die dafür zu zahlende Vergütung unmittelbar bestimmen, kontrollfrei (BGH NJW 2002, 2386).
Neben den Bestimmungen über den Preis der vertraglichen Hauptleistungen sind auch solche Klauseln nicht kontrollfähig, die das Entgelt für eine zusätzlich angebotene Sonderleistung festlegen, wenn hierfür keine rechtlichen Regelungen bestehen (BGH NJW 2002, 2386).
Die bloße Einstellung einer Klausel in ein Regelwerk, das - wie hier - Preise für Einzelleistungen bei der Vertragsabwicklung festlegt, führt noch nicht dazu, dass die einzelne Klausel als unselbstständiger Bestandteil einer "Gesamtpreisabsprache" jeder Kontrolle entzogen ist (BGH NJW 2002, 2386).
Vielmehr sind die streitigen Klauseln ohne Rücksicht auf die Preisstruktur insgesamt und die Beschaffenheit der sonstigen Einzelpreise daraufhin zu überprüfen, ob ihnen echte (Gegen-)Leistungen zugrunde liegen oder ob es sich um - zumeist (etwas missverständlich) als Preisnebenabreden bezeichnete - Abreden handelt, die zwar (mittelbare) Auswirkungen auf Preis und Leistung haben, an deren Stelle aber, wenn eine wirksame vertragliche Regelung fehlt, dispositives Gesetzesrecht treten kann (BGH NJW 2002, 2386).
Regelmäßig reichen weder die Änderung der beanstandeten Klausel noch die bloße Absichtserklärung des Verwenders, sie nicht weiter zu verwenden, aus, die Wiederholungsgefahr entfallen zu lassen (BGH NJW 2002, 2386 m. w. N.).
Demgegenüber spricht es für das Fortbestehen der Wiederholungsgefahr, wenn der Verwender - wie hier - noch im Rechtsstreit die Zulässigkeit der früher von ihm benutzten Klausel verteidigt und nicht bereit ist, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben (BGH NJW 2002, 2386).
Insoweit steht der Begriff der (Haupt-) Leistung auch nicht zur Disposition des Verwenders von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (vgl. Senat, Urteil vom 18. April 2002, aaO) und scheidet demnach eine letztlich willkürliche Gewichtung von Leistungsbestandteilen aus.
Sie hat im Gegenteil die für eine Widerlegung regelmäßig erforderliche Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, gegebenenfalls unter Hervorhebung ihrer an sich gegenteiligen Rechtsauffassung (…vgl. Senatsurteil aaO Rn. 80; BGH, Urteil vom 12. Juli 2000 - XII ZR 159/98, NJW-RR 2001, 485, 487), verweigert und verteidigt durchgehend die angebliche Rechtmäßigkeit ihrer Bedingungen (…vgl. Senatsurteil aaO;… BGH, Urteile vom 12. Juli 2000 aaO; vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386 unter I 2).
LG Düsseldorf, 28.11.2007 - 12 O 128/07
OLG Celle, 01.12.2004 - 3 U 160/04
Unterlassungsklage einer Verbraucherzentrale wegen Verletzung von …
LG Karlsruhe, 09.12.2002 - 10 O 252/02
Unterlassungsanspruch bei Klausel in AGB für entgeltliche Beförderungsverträge
LG Leipzig, 17.08.2018 - 8 O 1061/17
AG Ravensburg, 28.06.2007 - 5 C 428/07
§§ 307, 314 BGB; § 45k TKG