Source: https://jura-online.de/lernen/besonders-schwere-brandstiftung-306b-ii-stgb/791/excursus
Timestamp: 2020-03-28 11:43:19
Document Index: 233219005

Matched Legal Cases: ['§ 306', '§ 306', '§ 306', '§306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306']

Besonders schwere Brandstiftung, § 306b II StGB - Exkurs - Jura Online
§ 306b II StGB
Aufbau der Prüfung - Besonders schwere Brandstiftung, § 306b II StGB
Die besonders schwere Brandstiftung ist in §306b StGB geregelt. Dieser Exkurs befasst sich mit der besonders schweren Brandstiftung nach § 306b II StGB. Es ist ein drei- gegebenenfalls vierstufiger Aufbau zugrunde zu legen.
1. Grundtatbestand, § 306a StGB
2. Qualifikation, § 306b II StGB
Als Qualifikation verlangt die besonders schwere Brandstiftung gemäß § 306b II StGB entweder eine konkrete Todesgefahr (Nr. 1), eine Verdeckungs- oder Ermöglichungsabsicht (Nr. 2) oder dass der Täter die Brandlöschung erschwert oder verhindert (Nr. 3).
Der klausurträchtigste Fall ist hierbei die Absicht, eine Straftat zu verdecken oder zu ermöglichen, wobei – falls nicht bereits vorab geprüft – die jeweiligen Straftatbestände inzident zu prüfen sind. Zu beachten ist, dass eine Sachbeschädigung sowie ein Versicherungsmissbrauch keine andere Straftat i.S.d. Nr. 2 darstellen, da das Anzünden selbst bereits diese Straftatbestände erfüllt. Fraglich ist jedoch, ob eine besonders schwere Brandstiftung i.S.d. Nr. 2 erfüllt ist, wenn ein Betrug gegenüber der Versicherung stattfindet. Dies wird in einem gesonderten Exkurs erörtert.
c) Nr. 3
In subjektiver Hinsicht fordert die schwere Brandstiftung gemäß § 306b II StGB Vorsatz.
Zuletzt ist im Bereich Strafe gegebenenfalls auf die tätige Reue einzugehen.