Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2057/92
Timestamp: 2019-09-21 10:18:18
Document Index: 312977415

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 28', '§ 28', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 43', 'BGH', '§ 43', '§ 28', '§ 1', 'BGH', '§ 28', '§ 43']

BGH, 05.05.1994 - I ZR 57/92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,1730
BGH, 05.05.1994 - I ZR 57/92 (https://dejure.org/1994,1730)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1994 - I ZR 57/92 (https://dejure.org/1994,1730)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1994 - I ZR 57/92 (https://dejure.org/1994,1730)
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Überörtliche Sozietät - Zwei Partner desselben Bezirks - Sozietät mit Wirtschaftsprüfer und Steuerberater - Erkennbarkeit der Berufe
Intraurbane Sozietät
UWG § 1; BRAO § 28
BRAO § 28; UWG §§ 1, 3
"Intraurbane Sozietät"; Zulässigkeit einer überörtlichen Sozietät von Rechtsanwälten
NJW 1994, 2288
GRUR 1994, 736
VersR 1994, 1080
WM 1994, 1952
BB 1994, 1445
DB 1994, 1772
AnwBl 1994, 415
b) Verwendet eine Sozietät in ihrer Kurzbezeichnung eine auf eine Zusatzqualifikation hinweisende Bezeichnung, muss sie dort, wo die Mitglieder der Sozietät namentlich aufgeführt sind, die (Zusatz-)Qualifikation jedes einzelnen Sozietätsmitglieds benennen (im Anschluss an BGH, Urt. v. 5.5.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät).
Der Kanzleiauftritt darf keinen Zweifel an der jeweiligen Qualifikation der einzelnen benannten Berufsträger aufkommen lassen (vgl. BGH, Urt. v. 5.5.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät).
Das Berufungsgericht ist zunächst zu Recht davon ausgegangen, daß die Gestaltung und Verwendung des in Rede stehenden Briefkopfes ein werbendes Verhalten darstellt (vgl. BGHSt 37, 220, 222 [BGH 29.10.1990 - AnwSt R 11/90] = NJW 1991, 49;… BGH, Urt. v. 25.06.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 835 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten; Urt. v. 05.05.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät;… Urt. v. 25.04.1996 - I ZR 106/94, GRUR 1996, 917, 918 = WRP 1996, 897 - Internationale Sozietät).
a) Die Gestaltung und Verwendung des in Rede stehenden Briefkopfes stellt ein werbendes Verhalten dar (…BGH, Urt. v. 29.10.1990 - AnwSt (R) 11/90, NJW 1991, 49;… Urt. v. 25.6.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 836 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten; Urt. v. 5.5.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 - Intraurbane Sozietät).
Nur dahingehende Zweifel müssten jedoch den Beklagten Anlass geben, zur Vermeidung einer Irreführung jedem Sozietätsmitglied jeweils konkret und eindeutig seine berufliche Qualifikation zuzuordnen (vgl. hierzu BGH GRUR 1994, 736 - Intraurbane Sozietät; GRUR 2007, 807 - Fachanwälte ).
Diese Kurzbezeichnung macht mit dem (alleinigen) Zusatz "Rechtsanwälte" - im Gegensatz zum Sachverhalt der Entscheidung des BGH GRUR 1994, 736 - Intraurbane Sozietät - unmissverständlich klar, dass es sich bei der Sozietät zunächst einmal "lediglich" um einen Zusammenschluss von Rechtsanwälten handelt.
Mit seiner Berufung rügt der Kläger, dass die vom Landgericht zitierten Entscheidungen (BGH GRUR 02, 81, 83 - Anwalts- und Steuerkanzlei; BGH GRUR 94, 736, 737 - Intraurbane Sozietät) für den hier vorliegenden Fall nicht einschlägig seien.
Da die Satzung die Angabe des kanzleibezogenen Tätigkeitsschwerpunktes nicht regelt oder, sollte ihr doch ein solcher Regelungsinhalt zu entnehmen sein, dies ohne hinreichende gesetzliche Ermächtigung geschieht, ist, da eine anwaltliche Werbemaßnahme, die keiner Reglementierung zuwiderläuft, keiner Rechtfertigung bedarf (…Feuerich/Braun aaO § 6 BORA, 2 m. N.), das beanstandete werbliche Auftreten des Antragstellers grundsätzlich zulässig; es ist nur zu messen am Sachlichkeitsgebot des § 43b BRAO, das einschließt, dass die Werbung nicht irreführen darf (BGH AnwBl 93, 633; NJW 94, 2288, 2289).
Der angeschuldigte Rechtsanwalt hat durch die Gestaltung seines Briefkopfes auch nicht gegen das Werbeverbot des § 43 b BRAO verstoßen, insbesondere hat er nicht durch die Verwendung der beanstandeten Briefbögen den Anschein des Bestehens einer unzulässigen Zweigstelle gem. § 28 BRAO geweckt (vgl. dazu unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen § 1 UWG: OLG Karlsruhe, NJW 1992, 1114, 1115; NJW 1992, 1837, 1838; OLG Stuttgart, NJW 1993, 1336, 1337; BGH, NJW 1994, 2288;… Feuerich/Braun, aaO, § 28 Rdnr. 3, § 43 b Rdnr. 45).