Source: https://www.haufe.de/finance/steuern-finanzen/pauschalen-fuer-verpflegungsmehraufwand_190_508826.html
Timestamp: 2020-02-29 04:16:41
Document Index: 167429865

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 4', '§ 9']

Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand | Finance | Haufe
News 06.02.2020 Auswärtstätigkeit
Bild: Haufe Online Redaktion Zum 1.1.2020 wurden die steuerfreien Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen erhöht.
Mit Wirkung ab 1.1.2020 hat der Gesetzgeber die steuerfreien Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen im Rahmen der Auswärtstätigkeit erhöht. Diese können auch vom Unternehmer bei Vorliegen der Voraussetzungen geltend gemacht werden.
Praxis-Hinweis: Ab 2020 sind neue Sätze anzuwenden
Ohne den Nachweis von tatsächlich entstandenen Aufwendungen können Arbeitnehmer, die eine beruflich veranlasste Reise unternehmen, von ihrem Arbeitgeber steuerfrei im Gesetz benannte Pauschalen erstattet bekommen. Diese Pauschalen sind nach der Länge der Abwesenheit gestaffelt. Ab 2020 hat der Gesetzgeber diese Pauschalen angehoben. Gerade in den ersten Monaten ist darauf zu achten, dass tatsächlich die neuen Sätze angewendet werden. Aber Achtung: das Recht der Reisekosten ist im Einzelnen sehr kompliziert, vor allem wenn auch noch Auslandsreisen eine Rolle spielen. Fehler, die sich in das System der Abrechnung eingeschlichen haben, können sich schnell über einen längeren Zeitraum aufsummieren und dann zu sehr ärgerlichen Steuernachforderungen im Rahmen von Lohnsteuer-Außenprüfungen führen. Insofern ist größte Sorgfalt angezeigt. Die Überprüfung des Systems der Abrechnung durch einen Experten, der von außerhalb des Unternehmens kommen sollte, ist empfehlenswert.
Regelung ab 1.1.2020: Anhebung der Pauschalen
Ab 1.1.2020 können nunmehr höhere Pauschalen nach § 9 Abs. 4a EStG geltend gemacht werden.
bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit ab dem Jahr 2020 sowie für den An- und Abreisetag einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit 14 EUR (statt bisher 12 EUR) und
bei mindestens 24 Stunden Abwesenheit ab dem Jahr 2020 28 EUR (statt bisher 24 EUR).
Bei einer Abwesenheit von weniger als 8 Stunden werden keine Pauschalen angesetzt.
Unverändert sind die Prozentsätze nach § 9 Abs. 4a Satz 8 EStG für die Kürzung des Verpflegungsmehraufwands. Hiernach gilt, dass eine Kürzung der vollen Tagespauschale bei Gestellung
eines Frühstücks um 20 % und
eines Mittag- oder Abendessens um jeweils 40 % vorzunehmen ist.
Bei ganztägigen Reisen beträgt die Kürzung damit für das Frühstück 5,60 EUR (20 % von 28 EUR) und für ein Mittag-/Abendessen 11,20 EUR (40 % von 28 EUR).
Rechtlicher Hintergrund: Reisekosten im Einkommensteuergesetz
Reisekosten im Sinne des EStG sind Fahrtkosten (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a), Übernachtungskosten (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5a), Reisenebenkosten sowie Verpflegungsmehraufwendungen (§ 9 Abs. 4a), soweit diese durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit entstehen. In der gesetzlichen Grundlage für Verpflegungsmehraufwendungen sind Pauschalen genannt, die anzusetzen sind. Höhere tatsächliche Aufwendungen berechtigen nicht zum Abzug der höheren Beträge (vgl. R. 9.6. LStR). Die Geltendmachung kommt bei einer doppelten Haushaltsführung 3 Monate in Betracht (R. 9.1. LStR). Wird der Arbeitnehmer zu einer Mahlzeit eingeladen, werden die Pauschalen typisierend gekürzt. Für Auslandsreisen sind abweichende Pauschbeträge zu beachten, die sich nach dem jeweiligen Reiseland richten (vgl. auch R 9.6. LStR, s. dazu Verpflegungsmehraufwand 2020: Neue Pauschalen für Auslandsreisekosten). Gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 i.V.m. § 9 Abs. 4a EStG gelten diese Pauschalen auch für den Abzug als Betriebsausgabe eines Unternehmers.
Schlagworte zum Thema: Verpflegungsmehraufwand, Lohnsteuer, Reisekosten
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