Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202002,%20218
Timestamp: 2020-01-20 15:09:57
Document Index: 272542480

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 1904', '§ 1904', 'BGH', '§ 1904', '§ 1904']

OLG Frankfurt, 20.11.2001 - 20 W 419/01 - dejure.org
https://dejure.org/2001,955
OLG Frankfurt, 20.11.2001 - 20 W 419/01 (https://dejure.org/2001,955)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 20.11.2001 - 20 W 419/01 (https://dejure.org/2001,955)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 20. November 2001 - 20 W 419/01 (https://dejure.org/2001,955)
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Hirnschaden; Betreuer; Abbruch der Ernährung; Mutmaßliche Einwilligung; Vormundschaftsgericht; Genehmigung
Abbruch der Sondenernährung bei irreversiblem Hirnschaden, Sterbehilfe, Behandlungsabbruch
FGG § 28 Abs. 2; BGB § 1904 § 1904 Abs. 1
Bei Abbruch der künstlichen Ernährung eines Komapatienten ist dessen mutmaßlicher Wille entscheidend // Entscheidung über lebensbeendende Maßnahmen gehört auch zum Aufgabenkreis des Betreuers
AG Frankfurt/Main, 18.07.2001 - 47 XVII HAG 977/00
Soweit vertreten wird, Belastungen, die die Lebensstellung vor der Inanspruchnahme auf Elternunterhalt geprägt hätten (etwa Hausrats-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen), seien unterhaltsrechtlich anzuerkennen (vgl. etwa OLG Köln FamRZ 2002, 575 f.), kann dieser Auffassung nicht mehr gefolgt werden.
Eine rechtliche Grundlage für eine vormundschaftsgerichtliche Genehmigung einer solchen Einwilligung des Betreuers ist entgegen insbesondere der Auffassung des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte Frankfurt und Karlsruhe - jeweils a.a.O. - nicht gegeben (vgl. zum Streitstand in Rechtsprechung und Literatur zu dieser Frage im einzelnen OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575 und Eberbach MedR 2000, 267, 268 ff).
Das gilt insbesondere für die Frage, ob ein Sachverständigengutachten einzuholen ist (vgl. Alberts NJW 1999, 835, 836; Eberbach MedR 2000, 267, 269), und ob dann, wenn sich bei der Prüfung Umstände für die Feststellung des individuellen mutmaßlichen Willens des Betreuten nicht finden lassen, "auf Kriterien zurückgegriffen werden muß, die allgemeinen Wertvorstellungen entsprechen" (…so BGH a.a.O. S. 205; Kritik bei OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575, 577; ferner Jürgens BtPrax 1998, 159, 160; May/Brink/Baumann BtPrax 1998, 213; Opderbecke/Weißauer MedR 1998, 395; Seitz ZRP 1998, 417, 421; Stalinski BtPrax 1999, 86, 89; Vogel MDR 1995, 337, 338; Verrel JR 1999, 5, 8).
Das OLG Frankfurt hat mit Beschluss vom 20.11.2001 (FamRZ 2002, 575) an seiner oben dargestellten Rechtsauffassung ausdrücklich festgehalten und sich mit der Kritik an diesem Urteil auseinandergesetzt.
AG Frankfurt/Main, 03.05.2002 - 47 XVII H 977/00
Sterbebegleitung - Anwendbarkeit des § 1904 BGB
Daran, daß eine Rechtsgrundlage für den Antrag des Betreuers sich aus einer analogen Anwendung vo n § 1904 BGB ergibt, ist das Gericht aufgrund des Beschlusses des OLG Frankfurt/M. v. 20.11.2001 - 20 W 419/01 - (BtPrax 2002, 84) gebunden.
Anmerkung: Es handelt es sich um die Folgeentscheidung zu OLG Frankfurt/M., BtPrax 2002, 84.
So hat das OLG Frankfurt, NJW 2002, 689 ausgeführt, dass letztendlich die Entscheidung dem Betreuer obliegt und das Gericht lediglich die Vertretbarkeit dieser Entscheidung zu prüfen hat.
Er soll lediglich die eigenständigen Wünsche, Vorstellungen und Interessen des Kindes erkennen und dem Gericht als "Sprachrohr des Kindes" unterbreiten (OLG Celle, Nds Rpfl 2002, 143, 144; OLG Dresden, FamRZ 2002, 968 [OLG Dresden 06.11.2001 - 20 WF 653/01]; KG, FamRZ 2000, 1300).