Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.06.1995&Aktenzeichen=V%20ZR%20265/93
Timestamp: 2019-10-20 18:29:42
Document Index: 1549461

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1149', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.06.1995 - V ZR 265/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,588
BGH, 23.06.1995 - V ZR 265/93 (https://dejure.org/1995,588)
BGH, Entscheidung vom 23.06.1995 - V ZR 265/93 (https://dejure.org/1995,588)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 1995 - V ZR 265/93 (https://dejure.org/1995,588)
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BGB §§ 1149, 1229
Verfallabrede mit dinglich nicht gesichterten Gläubigern
Dingliche Sicherung - Verfallabrede
Kein Verbot der Verfallabrede mit pfandrechtlich nicht gesicherten Gläubigern
Verfallklausel zugunsten nicht-dinglich gesicherter Gläubiger
BGHZ 130, 101
NJW 1995, 2635
ZIP 1995, 1322
MDR 1996, 577
DNotZ 1996, 1021
WM 1995, 1575
DB 1995, 2109
JR 1996, 242
Von einem solchermaßen groben Mißverhältnis, das den Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung zuläßt, ist bei Grundstücksgeschäften bereits dann auszugehen, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung (…Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO; v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… v. 4. Februar 2000, aaO, v. 8. Dezember 2000, aaO;… vgl. für den Kauf beweglicher Sachen auch BGH, Urt. v. 26. November 1997, VIII ZR 322/96, NJW-RR 1998, 1065, 1066;… Urt. v. 22. Dezember 1999, VIII ZR 111/99, NJW 2000, 1254, 1255).
Ist das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besonders grob - hiervon ist bei Grundstücksgeschäften bereits dann auszugehen, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung -, lässt dies den Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten zu (Senat, BGHZ 146, 298, 305; BGHZ 160, 8, 14;… Urt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900; Urt. v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… Urt. v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, NJW 2000, 1487, 1488;… Urt. v. 5. Oktober 2001, V ZR 237/00, NJW 2002, 429, 430;… Urt. v. 19. Juli 2002, V ZR 240/01, NJW 2002, 3165, 3166).
Sollte sich nach einer Beweisaufnahme zeigen, daß der Wert der Leistung des Zedenten mindestens knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Leistung des Beklagten, so ist nach ständiger Rechtsprechung des Senats nicht nur ein besonders grobes Mißverhältnis gegeben, sondern auch der Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung zulässig (…vgl. Senat, Urt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900; Urt. v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… Urt. v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, NJW 2000, 1487, 1488;… vgl. für den Kauf beweglicher Sachen auch BGH, Urt. v. 26. November 1997, VIII ZR 322/96, NJW-RR 1998, 1065, 1066;… Urt. v. 22. Dezember 1999, VIII ZR 111/99, NJW 2000, 1254, 1255).
Auch wenn der dinglich nicht gesicherte Gläubiger die Darlehenssumme an seinen Schuldner nur deswegen auszahlen kann, weil er seinerseits ein Darlehen in derselben Höhe von einem Dritten erhalten und die Rückzahlungspflicht durch die Eintragung von Grundpfandrechten auf dem Grundstück seines Schuldners abgesichert hat, ist das Verbot einer Verfallabrede auf die Vereinbarung der Übertragung des Grundstückseigentums auf ihn für den Fall der nicht rechtzeitigen Rückzahlung des dem Schuldner gewährten Darlehens nicht analog anwendbar (im Anschluß an Senat, BGHZ 130, 101).
Danach liegt eine unzulässige Verfallvereinbarung dann vor, wenn das Recht dem Gläubiger vor Fälligkeit seiner Forderung eingeräumt wird und ihm gerade unter der Bedingung zustehen soll, daß er trotz Fälligkeit seiner Forderung nicht ordnungsgemäß befriedigt wird; ferner muß die Eigentumsverschaffung zum Zweck der Befriedigung des Gläubigers erfolgen und der Zwang zur Sachverwertung durch die vereinbarte Sachübertragung ersetzt werden (Senat, BGHZ 130, 101, 105 m.w.N.).
Das hat der Senat bereits in seinem in BGHZ 130, 101 ff. veröffentlichten Urteil ausgesprochen.
Richtig ist, daß nach ständiger Rechtsprechung des Senats von einem besonders groben Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung ausgegangen werden kann, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung (vgl. z.B. Senatsurt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900) und ein solches Mißverhältnis in der Regel den Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten zuläßt (vgl. z.B. Senatsurt. v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636).
Selbständige weitere Sicherheiten - wie hier der sicherheitshalber an die D. abgetretene Anspruch aufgrund des Maintenance-Vertrages - muß der Gläubiger der Forderung - sofern nichts anderes vereinbart ist - in entsprechender Anwendung der genannten Vorschriften auf den zahlenden Sicherungsgeber durch Rechtsgeschäft übertragen (BGH, Urt. v. 23.06.1995 - V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636 m. w. N.).
Von einem besonders groben Mißverhältnis ist bereits dann auszugehen, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung des Begünstigten (vgl. Senat, BGHZ 146, 302; Urt. v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… Urt. v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, aaO;… Urt. v. 5. Oktober 2001, V ZR 237/00, aaO, 432).
Der Senat kann jedoch den Kaufvertrag aufgrund des vom Berufungsgericht festgestellten Sachverhalts selbst beurteilen (vgl. BGH, Urt. v. 23. Juni 1995 - V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636 m.w.N.).
Löschung einer Auflassungsvormerkung im Wege der Grundbuchberichtigung; keine …