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Timestamp: 2019-09-16 17:07:08
Document Index: 395241044

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 16', 'BGH', '§ 212']

Frage zur aberratio ictus
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Verfasst am: 14 März 2010 - 22:36:34 Titel: Frage zur aberratio ictus
Ich hab ne kurze Aufbaufrage zur ai..
Und zwar wirft T nen Stein, der O treffen soll, aber P trifft..
Ich würd dann zuerst vollendete Körperverletzung an P prüfen und dann beim Vorsatz schreiben, dass sich Verletzungs- und anvisiertes Objekt nicht gleichen--> also aberratio icuts (ist das ok, oder muss/kann ich schon vorher zur AI kommen???????)
und dann eben vollendete KV verneinen, dann zur versuchten KV bezgl. O und zur fahrlässigen bzgl. P kommen.
Jetzt meine Frage: es ist ja ne gefährliche KV. Prüfe ich dann bei meinem ersten Tatkomplex (vollendete KV an P) das gleich mit? also 223,224 StGB und mach die Sache mit dem gefährlichen Werkzeug und evtl. der lebensgefährlichen Behandlung gleich ausfühlrich beim objektiven TB, obwohl ich das verneine und verweise dann bei den folgenden Prüfungen (versuchte gef. Körperverletzung) nur nach oben oder prüfe ich nur den § 223, verneine den dann und handel den § 224 erst beim Versuch ab?
Verfasst am: 15 März 2010 - 00:36:22 Titel:
ich würde es so prüfen:
bezüglich p 223, mangels vorsatz ablehnen
dann 229; besser nicht zwischen den tatobjekten hin und herspringen
dann 223,224,22,23 bezüglich o
Verfasst am: 18 März 2010 - 20:59:25 Titel:
Kann man da so getrennt prüfen, ja? also ich meine in Bezug darauf, dass man es einmal getrennt und dann wieder zusammen prüft..
meckert da der Prüfer nicht rum, weil es an einem stringenten Aufbau fehlt?
Verfasst am: 18 März 2010 - 21:14:24 Titel:
falls du noch eine meinung brauchst um dich entscheiden zu können... ich würde auch auf keinen fall zwischen den tatobjekten hin und her springen!!!
jedenfalls haben wir das immer so in unseren KÜ´s gemacht....
Verfasst am: 18 März 2010 - 21:33:38 Titel:
achso und ja, ai wird beim vorsatz geprüft, aber ich hätt einen extra unterpunkt gemacht... also zb:
I. Strafbarkeit gem. § 223 I, 224 I Nr. 3 StGB
aa) Grundtatbestand
bb) Verwechslung*
* Fraglich ist, wie sich die Situation auf den Vorsatz auswirkt, wenn T den O treffen wollte und nicht T. In Betracht könnte entweder eine eine error in persona oder abberatio ictus kommen. Error in persona ist gegeben, wenn sich der Täter über die Identität des Opfers irrt. Abberatio ictus ist gegeben, wenn der Täter ein bestimmtes Objekt anvisiert, jedoch ein anderes Objekt trifft. Im Falle einer abberatio ictus wäre nach h.M.** der Vorsatz nach § 16 I S. 1 zu verneinen. (sub net vergessen)
**BGHSt 34, 53 (55); RGSt 2, 335 (337); Wessels/Beulke Rn. 253.
(das hab ich eben aus meiner früheren HA abgeschrieben... und hatte erfolg mit dem aufbau bzw mit der "verwechslung")
schau dir bitte die kommentare an, da ist es auch super erklärt!
Verfasst am: 18 März 2010 - 22:00:50 Titel:
Von dem eigenen Prüfungspunkt "Verwechslung" auf der gleichen Gliederungsebene wie dem Vorsatz rate ich nachdringlich ab, weil es systematisch streng genommen nicht korrekt ist. Die Problematik stellt sich im Rahmen des Vorsatzes und auf dem Boden der h.M. ist dort auch die Prüfung beendet.
Verfasst am: 18 März 2010 - 22:08:57 Titel:
versteh ich grad nicht.... also subj. Tb nicht in vorsatz und "verwechslung" untergliedern?
Verfasst am: 18 März 2010 - 22:18:01 Titel:
Warum bringt du überhaupt diese typischen "Schlagwörter" a.i und e.i.p. Wenn du nach den ganz normalen Regeln gehst, kommst du zu dem Schluss, dass A bzgl. des wirklich getroffenen Objektis keinen Vorsatz hatte.
Schließen kannst du ja in etwa so:
"Wird nicht das anvisierte, ursprünglich gewollte Objekt verletzt, sondern ein anderes - sog. aberratio ictus - liegt daher kein Vorsatz vor"
Genau so lässt sich der error in persona auch mit dem ganz normalen Vorsatz erklären, so z.B. beim Totschlagg, dass jemand, der auf einen "anderen" gem. § 212 zielt, den Tatbestand vorsätzlich erfüllt, ganz gleich, ob die Identität dieses "anderen" die gewollte war oder nicht. Davon steht ja nichts im Tatbestand selbst.
Ich finde es also immer ein Zeichen von mangelnden dogmatischen Kenntnissen, wenn man mit diesen lateinischen Schlagwörter anfängt - die ja schlussendlich nichts anderes beschreiben als Situationen, in denen zuerst fraglich erscheint, ob Vorsatz vorliegt!
Verfasst am: 18 März 2010 - 22:27:14 Titel:
meinst du mich JuraHD2010?
also ai und eip hab ich noch ausführlicher gemacht als ich als beispiel angegeben habe... aber bei mir war es in der HA damals quasi schwerpunkt der HA also mit allen meinungen und mit allen drum und dran...
aber ich stimm dir vollkommen zu... wenn es nicht grad schwerpunkt ist, dann würde ich das auch kürzer schreiben...
Verfasst am: 18 März 2010 - 23:02:39 Titel:
Blume2010 hat folgendes geschrieben:
Genau. Die "Verwechslung" ist doch gerade ein Problem des Vorsatzes.
@JuraHD2010: Natürlich ist es richtig, dass sich die Lösung auch aus einer dogmatisch sauberen Subsumtion ergibt; gleichwohl macht es Sinn die "Schlagwörter" anzubringen, damit der Korrektor was zum "Abhaken" hat.