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Timestamp: 2019-10-21 18:15:45
Document Index: 294131684

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 22', '§ 23', '§ 32', '§ 31', '§ 3', '§ 4', 'Art 1060', 'Art 1060', '§ 4', '§ 4', '§ 1']

791-31
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bostalsee“ N 6408-304
Fundstelle: Amtsblatt 2016, S. 427
Auf Grund des § 20 Absätze 1 und 3 des Saarländischen Naturschutzgesetzes vom 5. April 2006 (Amtsbl. S. 726)[1] in Verbindung mit § 22 Absätze 1 und 2, § 23 und § 32 Absätze 2 und 3 des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542) in der jeweils geltenden Fassung verordnet das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz:
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 53,41 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Bostalsee“ (N 6408-304) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.07.1992 S. 7) und als Europäisches Vogelschutzgebiet gemäß der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 20 vom 26. Januar 2010 S. 7) in der jeweils geltenden Fassung.
Mit der Ausweisung des Naturschutzgebiets „Bostalsee“ (N 6408-304) werden das bestehende Naturschutzgebiet „Bostalsee“ vom 5. Februar 1985 (Amtsbl. S. 108) sowie das Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiet) „Südlich Bosen“ gemeinsam unter Schutz gestellt.
Das Schutzgebiet liegt im Landkreis St. Wendel, auf Flächen der Gemeinde Nohfelden, dort in der Gemarkung Bosen. Das Naturschutzgebiet gliedert sich in drei Teilbereiche, wobei die beiden westlicheren Gebiete vom Ortssteil Bosen sowie dem Campingplatz umrahmt werden; die dritte Teilfläche ist östlich der L 325 gelegen und umfasst einen Teil des Bostalsees.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in einer Detailkarte 1:2.000, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung ist, mit Flurstücknummern und Randsignatur, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Gemeinde Nohfelden. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
91E0 Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae),
1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar),
der Brut-, Rast- oder Zugvogelarten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie und ihrer Lebensräume:
<b>A 026</b>
<b>A 027</b>
<b>A 029</b>
<b>A 068</b>
Zwergsäger (Mergellus albellus),
<b>A 073</b>
<b>A 074</b>
<b>A 082</b>
<b>A 094</b>
<b>A 127</b>
<b>A 151</b>
<b>A 166</b>
<b>A 197</b>
<b>A 229</b>
der gefährdeten Zugvogelarten nach Artikel 4 Absatz 2 der Vogelschutzrichtlinie und ihrer Lebensräume:
<b>A 050</b>
<b>A 052</b>
<b>A 054</b>
<b>A 055</b>
<b>A 056</b>
<b>A 136</b>
<b>A 142</b>
<b>A 153</b>
<b>A 168</b>
Flußuferläufer (Actitis hypoleucos).
Schutzzweck ist zudem der besondere Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten, aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit.
Anpflanzungen mit Obstbäumen, ausgenommen auf Flächen mit den Lebensraumtypen 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A), 6230 Artenreiche submontane Borstgrasrasen und 6410 Pfeifengraswiesen; auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand B und C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
Jagd und zu diesem Zweck auch die Errichtung von an die Landschaft angepassten Hochsitzen in einfacher Holzbauweise sowie die Unterhaltung bestehender Jagdschneisen und Wildäcker, die Anlage von Jagdschneisen auf Flächen ohne Lebensraumtypen und auf Flächen mit Lebensraumtypen, soweit der günstige Erhaltungszustand nicht beeinträchtigt wird.
§ 3 Absatz 2 Nr. 8 und 9 sowie § 4 Absatz 2 Nr. 3 bleiben unberührt,
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass keine Zufütterung erfolgt, maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden,
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Bei Zufütterungsstellen ist ein Mindestabstand von 25 m zu nährstoffsensiblen Lebensraumtypen (z.B. 6510 Magere Flachland-Mähwiesen - Erhaltungszustand A -, 6230 Artenreiche submontane Borstgrasrasen und 6410 Pfeifengraswiesen) einzuhalten. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen.
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Bei Zufütterungsstellen ist ein Mindestabstand von 25 m zu nährstoffsensiblen Lebensraumtypen (z. B. 6510 Magere Flachland-Mähwiesen - Erhaltungszustand A -, 6230 Artenreiche submontane Borstgrasrasen und 6410 Pfeifengraswiesen) einzuhalten. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen.
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht Steckbriefe der unter Nummer 1 bis 5 genannten Arten mit Bildern und Beschreibungen auf seiner Homepage. Auf Wunsch werden diese auch in Druckform zur Verfügung gestellt.
bei Vorkommen der Art 1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) auf Flächen ohne Lebensraumtypen
Walzen oder Eggen bis zum 1. April, sofern nicht mehr als 50 % der Fläche des Lebensraumtyps bzw. der betreffenden Fläche behandelt werden; die Flächenbeschränkung gilt nicht für Maßnahmen zur Beseitigung von Wildschäden,
bei Vorkommen der Art 1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) auf Flächen mit Lebensraumtypen:
Mahd, sofern mindestens 5% des Schlages jährlich als Altgrasfläche erhalten bleiben.
in der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit alle Maßnahmen und Nutzungen, die zu keiner erheblichen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung der im Schutzzweck genannten Brutvogelarten führen können; dies gilt auch für die Ausübung der Jagd.
§ 4 Absatz 2 Nummer 3 bleibt unberührt,
in den Zug- und Rastzeiten alle Maßnahmen und Nutzungen, die zu keiner erheblichen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung der im Schutzzweck genannten Zug- und Rastvogel führen können; dies gilt auch für die Ausübung der Jagd.
§ 4 Absatz 2 Nummer 3 bleibt unberührt.
Auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 91E0 Erlen,- Eschen- und Weichholzauenwälder die Bewirtschaftung unter Beachtung der Vorgaben des Absatzes 2 Nr. 8 und 9; sowie unter Beachtung folgender Maßgaben:
es verbleiben mindestens ein stark dimensionierter Baum oder eine nicht aufgearbeitete Starkholzkrone je Hektar als liegendes und/ oder stehendes Totholz,
es erfolgt keine künstliche Erhöhung des Anteils nicht heimischer oder nicht lebensraumtypischer Baumarten, bei Erhaltungszustand B über 20% und bei Erhaltungszustand C über 50 %, soweit dadurch der Erhaltungszustand gemäß Detailkarte zur Verordnung nicht verschlechtert wird.
SDschG vgl. BS-Nr. 224-5
auf Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Bostalsee“ vom 5. Februar 1985 (Amtsbl. S. 108) Dünger oder andere chemische Mittel zu verwenden,
zu baden oder die Wasseroberfläche mit Booten aller Art zu befahren,
zu mähen sowie Wasserpflanzen- oder Röhrichtbestände zu mähen oder zu entfernen,
zu beweiden,
Flächen mit den Lebensraumtypen 6230 Artenreiche submontane Borstgrasrasen, 6410 Pfeifengraswiesen und 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A)
zu düngen oder zu kalken,
die Jagd auf Wasservögel.
(3) Soweit durch Maßnahmen oder Handlungen eine Beeinträchtigung des Erhaltungszustandes eines Lebensraumtyps oder einer Art eingetreten ist oder begründet zu erwarten ist, kann das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz Anordnungen treffen, um die Erhaltung oder Wiederherstellung des Erhaltungszustandes sicher zu stellen.
Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bostalsee“ vom 5. Februar 1985 (Amtsbl. S. 108) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.
Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die Verordnung über die Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten im Landkreis St. Wendel vom 12. August 1976 (Amtsbl. S. 905) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.