Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.10.1976&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2051/75
Timestamp: 2019-11-23 02:19:18
Document Index: 7955151

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 307', '§ 535', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', 'Art. 229', '§ 5', '§ 556', '§ 26', '§ 326', '§ 326', 'BGH', 'BGH', '§ 281', '§ 323', 'BGH', '§ 326', '§ 546', 'BGH', 'BGH', '§ 56']

BGH, 20.10.1976 - VIII ZR 51/75 - dejure.org
https://dejure.org/1976,297
BGH, 20.10.1976 - VIII ZR 51/75 (https://dejure.org/1976,297)
BGH, Entscheidung vom 20.10.1976 - VIII ZR 51/75 (https://dejure.org/1976,297)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 1976 - VIII ZR 51/75 (https://dejure.org/1976,297)
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Voraussetzungen für den Verzug mit einer Hauptleistungspflicht - Vertraglich übernommene Pflicht des Mieters zur Vornahme der Schönheitsreparaturen - Pflicht zur Wiederherstellung des früheren Zustandes der Mieträume
Schönheitsreparaturen; Schönheitsreparaturen als Verpflichtung zu Hauptleistung; Hauptleistung, Schönheitsreparaturen als Verpflichtung zu -
NJW 1977, 36
MDR 1977, 220
WM 1976, 1277
DB 1976, 2458
JR 1977, 194
In diesem Zusammenhang kann - anders als bei einer Klauselkontrolle nach § 9 AGBG a.F. (§ 307 BGB n.F.) - dahinstehen, ob die Mietvertragsparteien im Sinne der sog. "Entgeltthese" tatsächlich stillschweigend vereinbaren, dass sich die Abwälzung der Schönheitsreparaturen des Mieters nicht als anteilige Abwälzung der den Vermieter gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB treffenden Instandsetzungs- und Instandhaltungslast, sondern als Teil des Entgelts darstellt, das der Mieter als Gegenleistung für die Leistungen des Vermieters zu entrichten hat (vgl. BGH, Urt. v. 20. Oktober 1976 - VIII ZR 51/75, NJW 1977, 36,, Beschl. v. 30. Oktober 1984 - VIII ARZ 1/84, BGHZ 92, 363; Beschl. v. 1. Juli 1987 - VIII ARZ 9/86, BGHZ 101, 253;… Urt. v. 26. September 2007 - VIII ZR 143/06, NJW 2007, 3632).
Dies ist in der Regel deshalb der Fall, weil der Schadensersatzanspruch des Vermieters auf Erstattung der Kosten von Schönheitsreparaturen nach § 326 Abs. 1 BGB a.F. (vgl. Senat, Urteil vom 20. Oktober 1976 - VIII ZR 51/75, WM 1976, 1277 = NJW 1977, 36) - der hier gemäß Art. 229 § 5 EGBGB noch anzuwenden ist, da das Mietverhältnis vor dem 1. Januar 2003 endete - den Ablauf einer vom Vermieter zur Vornahme der Leistung bestimmten Frist voraussetzt.
Der Senat hat ausgesprochen, daß jedenfalls dann, wenn erhebliche Kosten zur Wiederherstellung des früheren Zustandes aufgewendet werden müssen, insoweit die Verpflichtung zu einer Hauptleistung vorliegt (Urteil vom 20. Oktober 1976 - VIII ZR 51/75 = WM 1976, 1277, 1278;… zustimmend: Palandt/Putzo, BGB 47. Aufl. § 556 Anm. 1 c;… MünchKomm/Emmerich § 26 Rdn. 56;… Soergel/Wiedemann, BGB 11. Aufl. § 326 Rdn. 23).
c) Stellt damit die vom Beklagten bei Vertragsschlußübernommene Wiederherstellungspflicht eine Hauptleistungspflicht dar, so kommt als vertragliche Haftungsgrundlage für den vom Kläger aus der Nichterfüllung dieser Pflicht abgeleiteten, auf Geld gerichteten Schadensersatzanspruch allein § 326 BGB in Betracht (Senatsurteile vom 13. Januar 1982 - VIII ZR 186/80 = WM 1982, 333, 334 und 20. Oktober 1976 aaO).
An die tatsächlichen Voraussetzungen für die Bejahung einer endgültigen Erfüllungsverweigerung sind strenge Anforderungen zu stellen; sie liegt nur vor, wenn der Schuldner eindeutig zum Ausdruck bringt, er werde seinen Vertragspflichten nicht nachkommen (vgl. Senatsurteil vom 20. Oktober 1976 - VIII ZR 51/75 = WM 1976, 1277, 1278 b cc), und es damit ausgeschlossen erscheint, daß er sich von einer Nachfristsetzung mit Ablehnungsandrohung umstimmen ließe.
Die Umstände des Einzelfalles können aber eine andere Beurteilung rechtfertigen (vgl. Senatsurteil vom 20. Oktober 1976, WM 1976, 1277, 1278 unter c aa).
Der erkennende Senat hat deshalb in seinem Urteil vom 20. Oktober 1976 (VIII ZR 51/75 = WM 1976, 1277) ausgeführt, daß die Verpflichtung zur Vornahme von Schönheitsreparaturen Hauptpflicht des Mieters ist und nicht nur eine Nebenpflicht.
Die Verpflichtung des Beklagten zur Beseitigung der Anlagen stellt sich aber im Hinblick auf den erheblichen finanziellen Aufwand, der zur Erfüllung dieser Pflicht erforderlich ist, als Hauptleistungspflicht dar (vgl. Senatsurteile vom 20. Oktober 1976 - VIII ZR 51/75 = WM 1976, 1277, 1278 und vom 16. März 1988 BGHZ 104, 6, 10 [BGH 16.03.1988 - VIII ZR 184/87] unter II 1 b).
aa) Der hier umstrittene Rückbau ist mit Blick auf Umfang und Kosten der Maßnahmen eine Hauptverpflichtung der Beklagten, so dass § 281 BGB nicht unmittelbar, sondern mittelbar über §§ 323, 325 BGB anzuwenden ist (vgl. BGH NJW 1977, 36; 1988, 1779, 1780 sub II.1b; 1989, 451, 452 sub II.2c; NJWE-MietR 1996, 266 jew. zu § 326 BGB a.F.;… Palandt/Weidenkaff, BGB, 67. Aufl., § 546 Rn 7).
BGH, 20.09.1996 - V ZR 191/95
Entbehrlichkeit der Ablehnungsandrohung
OLG Hamburg, 20.02.1991 - 4 U 106/90
Rechtsnatur der Pflicht des Mieters zur Vornahme von Schönheitsreparaturen und …
LG Lüneburg, 21.12.1978 - 1 S 478/78
BGH, 28.02.1986 - 2 StR 631/85
Begriff der "besonderen Umstände" im Sinne des § 56 Abs. 2 Strafgesetzbuch (StGB)