Source: https://www.hensche.de/Arbeitsrecht-Urteile-Anhoerung-Betriebsrat-LAG-Bremen-2tabv4-05-b.html
Timestamp: 2019-11-18 00:44:42
Document Index: 97138004

Matched Legal Cases: ['§ 100', '§ 99', '§ 103', '§ 99', '§ 103', '§ 99', '§ 103', '§ 100', '§ 99', '§ 103', '§ 99', '§ 103', '§ 103', '§ 99', '§ 93', '§ 99', '§ 99', '§ 103', '§ 103', '§ 100', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 103', '§ 103', '§ 103', '§ 99', '§ 100', '§ 99', '§ 101', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 121', '§ 99', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 118', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 99', '§ 83', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 102', '§ 102', '§ 99', '§ 101', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 101', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 101', '§ 101', '§ 23', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 118', '§ 118', '§ 99', '§ 101', '§ 103', '§ 99', '§ 101', '§ 95', '§ 95', '§ 111', '§ 1', '§ 4', '§ 99', '§ 3', '§ 3']

LAG Bremen, Beschluss vom 20.07.2005, 2 TaBV 4/05 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Bre­men, Be­schluss vom 20.07.2005, 2 TaBV 4/05
Schlagworte: Betriebsrat, Anhörung des Betriebsrats
Aktenzeichen: 2 TaBV 4/05
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Bremen, Beschluss vom 03.02.2005, 10h BV 124/03
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 19.02.2008, 1 ABR 65/05
Ak­ten­zei­chen: 2 TaBV 4/05
10h BV 124/03 (Bre­men)
Verkündet am: 20.07.2005
An­trags­geg­ner und Be­schwer­deführer
An­trag­stel­le­rin­nen und Be­schwer­de­geg­ne­rin­nen
Pro­zess­be­vollm. zu 1 und 2:
hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Bre­men - Zwei­te Kam­mer - auf­grund der münd­li­chen Anhörung vom 20.07.2005 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter be­schlos­sen:
Auf die Be­schwer­de des An­trags­geg­ners wer­den der Teil-Be­schluss und der End-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men vom 06.09.2004 und 03.02.2005 - Az.: 10h BV 124/03 - ab­geändert.
Die Anträge 1 - 3 und 5 wer­den zurück­ge­wie­sen. Die Rechts­be­schwer­de wird zu­ge­las­sen.
Ge­gen die­sen Be­schluss kann von den Be­tei­lig­ten zu 1) und 2)
Die Rechts­be­schwer­de muss in­ner­halb ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt wer­den. Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten schrift­lich zu be­gründen.
Die Rechts­be­schwer­de­schrift und die Rechts­be­schwer­de­be­gründung müssen von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, 99113 Er­furt.
Per Te­le­fax ist das Bun­des­ar­beits­ge­richt un­ter der Te­le­fax-Nr. (0361) 26 36 – 20 00 zu er­rei­chen.
Die Be­tei­lig­ten strei­ten um die Zu­stim­mungs­er­set­zung zur Ver­set­zung von ins­ge­samt 54 Ar­beit­neh­mern so­wie um die Zulässig­keit von vorläufi­gen per­so­nel­len Maßnah­men nach § 100 Be­trVG für al­le be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer.
Die An­trag­stel­le­rin­nen zu 1) und 2) sind bun­des­weit agie­ren­de Un­ter­neh­men im Be­reich der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on. Die Ar­beit­neh­mer, für de­ren Ver­set­zung die An­trag­stel­le­rin­nen die Zu­stim­mungs­er­set­zung be­an­tragt ha­ben, gehören je et­wa zur Hälf­te der An­trag­stel­le­rin zu 1) und zu 2) an. Der An­trags­geg­ner ist der ört­li­che Be­triebs­rat bei­der An­trag­stel­le­rin­nen in B. Er be­steht aus fünf Mit­glie­dern.
Im Zu­ge der Um­set­zung ei­ner Re­struk­tu­rie­rung der Un­ter­neh­men der An­trag­stel­le­rin­nen gab es Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den Be­tei­lig­ten, die im Kern um die Fra­ge kreis­ten, ob der Bre­mer Be­trieb, für den der An­trags­geg­ner gewählt wor­den ist, still­ge­legt wur­de und um die sich hier­aus für die Mit­ar­bei­ter und dem Be­triebs­rat er­ge­ben­den Kon­se­quen­zen.
Im Rah­men ei­ner Um­struk­tu­rie­rung schlos­sen die An­trag­stel­le­rin­nen und de­ren Ge­samt­be­triebs­rat am 5. De­zem­ber 2002 ei­nen „Busi­ness De­ve­lop­ment Pro­gram“ ge­nann­ten In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan ab, der un­ter an­de­rem ei­ne Re­du­zie­rung der sie­ben in Deutsch­land vor­han­de­nen Re­gio­nen auf vier vor­sieht.
Un­ter an­de­rem heißt es in dem " Busi­ness De­ve­lop­ment Pro­gram ":
Die Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on teilt sich flächenmäßig in die Re­gio­nen Nord, West, Südwest und Süd auf. (De­tails und Gren­zen sie­he An­la­ge 3). Die bis­he­ri­gen Be­zir­ke der Ver­kaufs­be­auf­trag­ten blei­ben er­hal­ten. An den Re­gio­nal­lei­ter be­rich­ten die Ver­triebs­di­rek­to­ren so­wie die Lei­ter der Be­rei­che Pla­nung und An­ge­bo­te, Auf­trags­be­ar­bei­tung, KDC, Kom­pe­tenz­cen­ter und die Ver­triebs­lei­ter Bran­che. Die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der Re­gio­nen er­gibt sich im De­tail aus der An­la­ge 4.
Die Ver­triebs­in­nen­dienst­ak­ti­vitäten (KAB/TAB) so­wie die Funk­tio­nen KDC, PA und Kom­pe­tenz­cen­ter wer­den auf fol­gen­de Stand­or­te kon­zen­triert, die darüber hin­aus auch als Kun­den­cen­ter die­nen:
Re­gi­on Nord: H. , B.
Re­gi­on West: K. , D. , D.
Die re­gio­na­le Ver­triebs­lei­tung ist an den Stand­or­ten H. , K. und M. an­ge­sie­delt. ...
Wel­che In­nen­dienst­ak­ti­vitäten an wel­chen Stand­or­ten wahr­ge­nom­men wer­den, wird in der je­wei­li­gen Re­gi­on ent­schie­den. Es ist be­ab­sich­tigt, die o. g. Funk­tio­nen - ins­be­son­de­re KDC, PA und Kom­pe­tenz­cen­ter - pro Re­gi­on je­weils an ei­nen der oben ge­nann­ten Stand­or­te zu kon­zen­trie­ren. ...
Da­ne­ben gibt es an fol­gen­den Stand­or­ten Kun­den­zen­tren:
Re­gi­on Nord: B. , Bi. , H. , K. , ...
Den Kun­den­zen­tren sind or­ga­ni­sa­to­risch kei­ne Mit­ar­bei­ter zu­ge­ord­net. In den Kun­den­zen­tren wer­den die er­for­der­li­chen tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen, Show– Rooms und Be­spre­chungsräum­en zur Verfügung ge­stellt. Für Mit­ar­bei­ter des Ver-triebs und des tech­ni­schen Ser­vice in Mo­bi­ler-Te­le­ar­beit ste­hen in den Kun­den­zen­tren fle­xi­ble Ar­beitsplätze (sog. Sha­red Desks) zur Verfügung.
Die oben be­schrie­be­ne Struk­tur wird zum 01.01.2003 ein­geführt. Durch die be­schrie­be­nen Um­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men ent­fal­len in der Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on (Ver­kauf und Ver­triebs­in­nen­dienst) ins­ge­samt 149 Ar­beitsplätze (Mit­ar­bei­ter­ka-
pa­zität). Die Mit­ar­bei­ter­ka­pa­zität in der Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on wird nach Durchführung der Maßnah­men bei 988 lie­gen.
Der Kun­den­dienst der Te­no­vis GmbH und Co. KG und die Mon­ta­ge der Te­no­vis Ser­vice GmbH wer­den in der Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit tech­ni­scher Ser­vice zu­sam­men­ge­fasst. Die re­gio­na­le Auf­tei­lung ent­spricht der­je­ni­gen der Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on. Um die Kom­ple­xität in der Feld­or­ga­ni­sa­ti­on zu ver­rin­gern, wer­den die Sup­port­auf­ga­ben im Be­reich Pro­gramm­ma­nage­ment zu­sam­men­ge­fasst und die Re­mo­te–Ak­ti­vitäten kon­zen­triert. Nach Schwer­punk­ten wer­den in­te­grier­te Teams ge­bil­det, die in neu ge­bil­de­ten Be­zir­ken tätig wer­den (sie­he An­la­gen 5a und 5b). De­tails der neu­en Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur er­ge­ben sich aus der An­la­ge 6.
Die tech­ni­sche Lei­tung ist in den Re­gio­nen an fol­gen­den Stand­or­ten an­ge­sie­delt:
Re­gi­on Nord: H.
Es ist be­ab­sich­tigt, dass auch die Kun­den­dienst­ko­or­di­na­to­ren an die­sen Stand­or­ten tätig wer­den.
Die­je­ni­gen Mit­ar­bei­ter, die nicht über­wie­gend an den Stand­or­ten der tech­ni­schen Lei­tung in den Re­gio­nen so­wie im Tech­ni­cal Help­desk (Re­mo­te) tätig sind (z. B. Kun­den­dienst­tech­ni­ker, Mon­teu­re, Spe­zia­lis­ten, Pro­jekt­lei­ter) wer­den be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich nach re­gio­na­len Ge­sichts­punk­ten dem nächst­ge­le­ge­nen Be­trieb (nicht rei­nem Kun­den­zen­trum) zu­ge­ord­net.
Die be­schrie­be­ne Struk­tur wird zum 01.01.2003 ein­geführt. Durch die be­schrie­be­nen Um­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men ent­fal­len in der Kun­den­dienst- und Mon­ta­ge­or­ga­ni­sa­ti­on ins­ge­samt 305 Ar­beitsplätze (Mit­ar­bei­ter­ka­pa­zität). ...
Bei der Um­set­zung der im In­ter­es­sen­aus­gleichs und im So­zi­al­plan be­schrie­be­nen Maßnah­men hiel­ten die An­trag­stel­le­rin­nen ei­ne förm­li­che Be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes in B. gem. § 99 Be­trVG bzw. § 103 Be­trVG zur Zu­ord­nung der Bre­mer Ar­beit­neh­mer und der be­trof­fe­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der zum Stand­ort H. zunächst nicht für er­for­der­lich. Der An­trags­geg­ner wur­de des­halb nicht gemäß § 99 Be­trVG be­zie­hungs­wei­se § 103 Be­trVG an den ge­genüber den im An­trag ge­nann­ten Mit­ar­bei­tern aus­ge­spro­che­nen Ver­set­zun­gen be­tei­ligt. Un­ter dem 6. März 2003 lei­te­te der An­trags­geg­ner ge­gen die An­trag­stel­le­rin­nen ein Be­schluss­ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt Bre­men ein (Az: 7 BV 21/03), das mit der Auf­he­bung der Ver­set­zun­gen der hier auf­geführ­ten Ar­beit­neh­mer en­de­te. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräftig.
Nach dem Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men, wo­nach die von den An­trag­stel­le­rin­nen ein­ge­lei­te­ten Ver­set­zun­gen auf­zu­he­ben sind, be­an­trag­ten die An­trag­stel­le­rin­nen mit Schrei­ben vom 27. No­vem­ber 2003 beim ört­li­chen Be­triebs­rat in B. – An­trags­geg­ner –, ein­ge­gan­gen am 1. De­zem­ber 2003, die Zu­stim­mung zur Zu­ord­nung der in den Anträgen zu 1. bis 4.ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer zum Stand­ort H. . Gleich­zei­tig teil­ten die An­trag­stel­le­rin­nen mit, bis auf 12 Mit­ar­bei­ter hätten al­le be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer der Maßnah­me schrift­lich zu­ge­stimmt.
Bis zum letz­ten Ter­min der Anhörung der Be­tei­lig­ten vor dem LAG Bre­men ha­ben die An­trag­stel­le­rin­nen die Maßnah­men, die Ge­gen­stand des Be­schluss­ver­fah­rens vor dem Ar­beits­ge­richt Bre­men ge­we­sen sind, nicht zurück­ge­nom­men.
Der Un­ter­neh­mens­zweck der An­trag­stel­le­rin zu 1) be­steht in der Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­la­gen und dem Ver­kauf die­ser An­la­gen an Geschäfts­kun­den, das heißt Un­ter­neh­men. Der Un­ter­neh­mens­zweck der An­trag­stel­le­rin zu 2) be­steht dar­in, Kun­den­dienst­leis­tun­gen zu er­brin­gen wie Ser­vice, In­stand­hal­tung und Re­pa­ra­tur von An­la­gen im tech­ni­schen Be­reich, wie sie als Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­la­gen un­ter an­de­rem von der An­trag­stel­le­rin zu 1) ge­fer­tigt wer­den.
Bis zur Neu­struk­tu­rie­rung der Un­ter­neh­men der An­trag­stel­le­rin­nen un­ter­hielt die An­trag­stel­le­rin zu 1) un­ter der An­schrift G. S. in B. Ar­beitsräume. Sie beschäftig­te dort am 31.12.2002 40 Mit­ar­bei­ter. Bei die­sen Mit­ar­bei­tern han­delt es sich um 12 kaufmänni­sche Mit­ar­bei­ter, 19 tech­ni­sche Mit­ar­bei­ter und 9 Mit­ar­bei­ter im Ver­trieb.
Un­ter der glei­chen An­schrift war eben­falls die An­trag­stel­le­rin zu 2) ansässig. Bei ihr han­delt es sich um Un­ter­neh­men des Kon­zerns, dem auch die An­trag­stel­le­rin zu 1) an­gehört und das zum 01.01.2001 ge­gründet wur­de. Die An­trag­stel­le­rin zu 2) beschäftig­te am 31.12.2002 ins­ge­samt rund 1300 Mit­ar­bei­ter, da­von 32 am Stand­ort B. Im Zu­sam­men­hang mit der frühe­ren Struk­tur der An­trags­stel­le­rin­nen war über die Fra­ge Streit ent­stan­den, ob am Stand­ort G. S. B. ein ge­mein­sa­mer Be­trieb zwei­er Un­ter­neh­men be­steht mit der Fol­ge, dass ein ge­mein­sa­mer Be­triebs­rat zu wählen ist. Ein im Jahr 2002 zunächst an­ge­streng­tes Wahl­an­fech­tungs­ver­fah­ren wur­de später zurück­ge-
zo­gen, nach­dem auf Ge­samt­be­triebs­rats­ebe­ne ei­ne Ei­ni­gung er­zielt wur­de, die un­ter an­de­rem die Er­le­di­gung des Wahl­an­fech­tungs­ver­fah­rens vor­sah.
Vor der Um­struk­tu­rie­rung, die im De­zem­ber 2002 be­gon­nen wur­de, wa­ren in der Zen­tra­le F. al­le überg­rei­fen­den Funk­tio­nen wie Ein­kauf, Mar­ke­ting etc., kon­zen­triert. Dort war be­zie­hungs­wei­se ist auch der Sitz der Geschäfts­lei­tung. Da die An­trag­stel­le­rin zu 1) ei­ne bun­des­wei­te Flächen­ab­de­ckung hat, wur­de die Bun­des­re­pu­blik in der Markt­be­ar­bei­tung in sie­ben Re­gio­nen un­ter­glie­dert mit je ei­nem Haupt­stand­ort, Sitz der Re­gio­nal­lei­tung, der tech­ni­schen und kaufmänni­schen Lei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 1) so­wie Sitz der Lei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 2), wel­che für die ent­spre­chen­de Re­gi­on zuständig wa­ren.
Es gab sie­ben Re­gio­nen, nämlich Nord, Ost, West, Nord­west, Süd I, Süd II und Mit­te. Den Re­gio­nen wa­ren meh­re­re Be­triebsstätten zu­ge­ord­net, in de­nen kaufmänni­sche, tech­ni­sche und ver­trieb­li­che Mit­ar­bei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 1) tätig wa­ren. Zusätz­lich wa­ren die­sen Be­triebsstätten auch Mit­ar­bei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 2) zu­ge­ord­net.
Ver­trieb, Auf­trags­be­ar­bei­tung und Mon­ta­ge bil­de­ten in der bis­he­ri­gen Struk­tur der An­trag­stel­le­rin zu 1) zu­sam­men ei­ne Geschäfts­ein­heit. In der Re­gi­on Nord gab es zwei Geschäfts­ein­hei­ten, nämlich H. und H. An den Be­triebsstätten und Haupt­stand­or­ten und wur­den vor Ort Auf­träge er­mit­telt, durch den Ver­trieb der An­trag­stel­le­rin zu 1) ver­bucht und be­rech­net durch die kaufmänni­schen Mit­ar­bei­ter, ge­baut durch die Mon­ta­ge­tech­ni­ker und schließlich be­treut durch die Mit­ar­bei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 2). Die Ver­triebs­mit­ar­bei­ter der An­trag­stel­le­rin zu 1) am Stand­ort B. gehörten zur Geschäfts­ein­heit H. . Lei­ter der Geschäfts­ein­heit war Herr T. mit Sitz in H. . Am Stand­ort B. wur­de der Ver­trieb durch Herrn R. (Num­mer 48 des erst­in­stanz­li­chen An­tra­ges der An­trag­stel­le­rin­nen) ge­lei­tet, der in der G. S. in B. auch sein Büro hat­te. Ne­ben der Geschäfts­ein­heit Han­no­ver gehörte zu Re­gi­on die Geschäfts­ein­heit H. , die von Herrn M. ge­lei­tet wur­de. Zur Geschäfts­ein­heit Han­no­ver gehörte auch ei­ne Mon­ta­ge­grup­pe, die von Herrn G. (Num­mer 43) ge­lei­tet wur­de, der eben­falls in B. ansässig ist. Ei­ne wei­te­re in B. ansässi­ge Mon­ta­ge­grup­pe, das so ge­nann­te Pro­jekt EWE, gehört hin­ge­gen nicht zur Geschäfts­ein­heit H. , son­dern zum H. Mon­ta­ge­team un­ter der Lei­tung von Herrn
S. . Vor Ort wur­de das Mon­ta­ge­team von Herrn L. (Num­mer 45) geführt, der als Pro­jekt­lei­ter sei­nen Sitz eben­falls in B. hat­te. Be­zo­gen auf B. be­stand die An­trag­stel­le­rin zu 2) aus zwei Ser­vice-Teams, dem Team B. I ge­lei­tet von Herrn N. S. (Num­mer 51) und dem Ser­vice-Team B. II, wel­ches von Herrn F. S. (Num­mer 50) geführt wur­de. Der für Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten in der Re­gi­on Nord ver­ant­wort­li­che Lei­ter der Nie­der­las­sung Nord hat­te sei­nen Dienst­sitz und sein ständi­ges Büro im Be­trieb in H. . In sämt­li­chen
per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten war und ist H. zuständig. Zen­tra­le The­men wer­den von F. aus be­glei­tet.
Be­reits vor dem 01.04.2003 und darüber hin­aus schon vor den letz­ten Be­triebs­rats­wah­len im März 2002 und den da­vor lie­gen­den Wahl­pe­ri­oden sind mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Ent­schei­dun­gen nicht im Bre­mer Be­trieb der An­trag­stel­le­rin­nen ge­trof­fen wor­den, son­dern ent­we­der in der Nie­der­las­sung H. oder in der Zen­tra­le in F. Durch die Neu­struk­tu­rie­rung soll­ten die vor­han­de­nen sie­ben Re­gio­nen auf vier re­du­ziert wer­den mit je ei­nem Stand­ort. Die die­sen zu­ge­ord­ne­ten Be­triebsstätten soll­ten ent­we­der kom­plett ge­schlos­sen oder zu ei­nem Kun­den­cen­ter um­funk­tio­niert wer­den. Auf­grund länge­rer Ver­hand­lun­gen mit den Be­triebsräten er­gab sich schließlich ge­genüber der Ur­sprungs­pla­nung, dass in­ner­halb der vier Re­gio­nen nicht - wie ursprüng­lich ge­plant - vier Stand­or­ten be­ste­hen blei­ben, son­dern 10. Da­durch hat sich die Re­gi­on Nord er­heb­lich ver­größert. Ursprüng­lich gab es den Haupt­stand­ort H. . Als zwei­ter Stand­ort kam B. hin­zu. Auf­grund der Tei­lung der Re­gi­on Ost, von der ein Teil nach Nord ge­wan­dert ist, gehören nun auch die ehe­ma­li­gen Be­triebsstätten R. , S. und M. zu Re­gi­on Nord. Eben­so wur­den aus den ehe­ma­li­gen Re­gio­nen Mit­te und Nord­west der Re­gi­on Nord ehe­ma­li­ge Be­triebsstätten zu­ge­ord­net, wie bei­spiels­wei­se Kas­sel, Bie­le­feld und ein Teil von Gre­ven. Die Be­triebsstätten Bie­le­feld und Kas­sel soll­ten ursprüng­lich nicht der Re­gi­on Nord zu­ge­ord­net wer­den. Dies er­gab sich erst mit Ab­schluss des So­zi­al­pla­nes.
Die Geschäfts­ein­hei­ten wur­den im Zu­ge der Re­struk­tu­rie­rung auf­gelöst. Die Bre­mer Ver­triebs­grup­pe, die ehe­mals zur Geschäfts­ein­heit Han­no­ver un­ter der Lei­tung von Herrn T. gehörte, wur­de der neu ge­bil­de­ten Ver­triebs­di­rek­ti­on H. , die aus der ehe­ma­li­gen Ge-
schäfts­ein­heit H. her­vor­ge­gan­gen ist, zu­ge­schla­gen. Hin­zu­ge­kom­men sind fer­ner Tei­le der al­ten Re­gi­on Nord­west mit den ent­spre­chen­den Mit­ar­bei­tern. Die Ver­triebs­grup­pe B. ist da­durch per­so­nell um 5 Mit­ar­bei­ter auf­ge­stockt wor­den; gleich­zei­tig wur­de auch das Ge­biet der Ver­triebs­grup­pe B. um de­ren bis­he­ri­ge Be­zir­ke er­wei­tert. Die­se Ände­run­gen hat­ten zur Fol­ge, dass sich die neu ge­bil­de­te Ver­triebs­grup­pe aus Mit­ar­bei­tern der ehe­ma­li­gen Grup­pen H. , B. so­wie der Re­gi­on Nord­west zu­sam­men­setzt. Im Zu­ge der Um­struk­tu­rie­run­gen er­hiel­ten die Ver­triebs­mit­ar­bei­ter der Ver­triebs­grup­pe mo­bi­le Te­le­ar­beitsplätze. Bis En­de März 2004 fan­den die wöchent­li­chen Ver­triebs­be­spre­chun­gen in der bis­he­ri­gen Nie­der­las­sung in B. statt. Von da an wur­den sie in S. bis zur Be­en­di­gung der Nut­zung die­ser Räume für be­trieb­li­che Zwe­cke ab­ge­hal­ten.
Die Ver­triebs­di­rek­ti­on H. wird von Herrn M. ge­lei­tet, der bis zu ih­rer Auflösung die Geschäfts­ein­heit H. lei­te­te. Herr R. , der die bis­he­ri­ge Ver­triebs­grup­pe B.bis­lang vor Ort in B. geführt hat­te, wech­sel­te in die mo­bi­le Te­le­ar­beit. Er ist wei­ter für die Ver­triebs­mit­ar­bei­ter zuständig. Ihm ob­liegt u. a. die Steue­rung die­ser Mit­ar­bei­ter. Er ist in der mo­bi­len Te­le­ar­beit nach der Um­struk­tu­rie­rung ein­ge­setzt.
Die Re­struk­tu­rie­rung führ­te da­zu, dass sämt­li­che In­nen­dienst­ak­ti­vitäten, die bis­lang in B. er­le­digt or­den sind, seit dem 01.04.2003 vom Haupt­stand­ort in H. aus wahr­ge­nom­men wer­den. Et­was an­de­res gilt in­so­weit al­ler­dings für die MSA- Ab­rech­nung. Die­se wur­de or­ga­ni­sa­to­risch dem tech­ni­schen Ser­vice zu­ge­ord­net und wird vom Stand­ort Dort­mund aus wahr­ge­nom­men.
In Ver­bin­dung mit den Um­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men hat die Be­klag­te ih­re Räum­lich­kei­ten in der G. S. . in B. auf­ge­ge­ben. Dort war zunächst ein Kun­den­zen­trum ein­ge­rich­tet wor­den. Es nahm ei­ne ge­sam­te Eta­ge des Gebäudes ein und um­fass­te mit sei­nen ver­schie­de­nen Räum­en ei­ne Fläche von knapp 500 m2. Es war mit zwei Tech­nikräum­en, drei Me­di­enräum­en und fünf Büroräum­en so­wie ei­nen Be­triebs­rats­zim­mer aus­ge­stat­tet. In den fünf Büroräum­en wa­ren ins­ge­samt acht voll aus­ge­stat­te­te Ar­beitsplätze vor­han­den. Das Kun­den­zen­trum wur­de von den Mit­ar­bei­tern des Außen­diens­tes zur Er­le­di­gung ih­rer ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben und von den Mit­ar­bei­tern in mo­bi­ler Te­le­ar­beit bis zu 20% ih­rer Ar­beits­zeit ge­nutzt. Außer­dem fan­den dort un­ter an­de­rem auch Kun­den­gespräche statt, die von den Mit­ar­bei­tern der An­trag­stel­le­rin­nen geführt wur­den.
Nach der Auf­ga­be der Großen Sor­til­li­en­str., in der am von den An­trags­stel­le­rin­nen an­ge­ge­be­nen Sch­ließungs­zeit­punkt 31. März 2003 noch in B. ge­ar­bei­tet wur­de, wur­de ein Kun­den­zen­trum in S. , na­he B. ein­ge­rich­tet. Die­ses wird in­zwi­schen nicht mehr ge­nutzt.
Le­dig­lich der Be­triebs­rat hat dort noch ein Büro, dass ihm durch ei­nen Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Bre­men zu­ge­bil­ligt wur­de. Ob zum Zeit­punkt der letz­ten Anhörung der Be­tei­lig­ten vor dem LAG Bre­men die An­trag­stel­le­rin­nen noch wei­te­re Räum­lich­kei­ten in B. oder im Um­land un­ter­hal­ten, war zwi­schen den Be­tei­lig­ten strei­tig.
Mo­bi­le Te­le­ar­beitsplätze wur­den ein­ge­rich­tet für Pro­jekt­lei­ter, tech­ni­sche Grup­pen­lei­ter aus dem Ser­vice, Sys­tem­spe­zia­lis­ten und Mit­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung.
Auch für die Mit­ar­bei­ter des Ver­triebs wur­den mo­bi­le Te­le­ar­beitsplätze ein­ge­rich­tet. Die­se Mit­ar­bei­ter ha­ben ih­ren re­gelmäßigen Ar­beits­platz zu Hau­se.Mit­ar­bei­ter, die mit ei­nem ent­spre­chen­den An­ge­bot der An­trag­stel­le­rin­nen nicht ein­vers­tan den ge­we­sen sind, wur­den wie die an­dern auch H. zu­ge­ord­net, er­hiel­ten aber zunächst kei­nen mo­bi­len Te­le­ar­beits­platz, son­dern konn­ten zu 20% ih­rer Ar­beits­zeit ein Kun­den­cen­ter nut­zen. Auf­grund der er­folg­ten Ge­bietsände­rung sind die Mit­ar­bei­ter des Ser­vice­teams B. I,
B. II der An­trag­stel­le­rin zu 2) so­wie die bei­den Mon­ta­ge­teams mit den Mit­ar­bei­tern der An­trag­stel­le­rin zu 1) neu­en Teams zu­ge­ord­net wor­den. Dies hat zur Fol­ge ge­habt, dass ein Teil der Mit­ar­bei­ter neue Vor­ge­setz­te be­kom­men hat. 33 von 56 der von den Maßnah­men der An­trag­stel­le­rin­nen be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter ha­ben die­sel­ben Vor­ge­setz­ten wie zu­vor. Der größte Teil des ver­blei­ben­den Res­tes hat Vor­ge­setz­te er­hal­ten, die zu­vor B. zu­ge­ord­net wa­ren und jetzt in B. mo­bi­le Te­le­ar­beit leis­ten. Die Ver­triebs­grup­pe B. ist um 5 Ver­triebs­mit­ar­bei­ter er­wei­tert wor­den. Die­se Mit­ar­bei­ter ha­ben ih­re bis­he­ri­gen Be­zir­ke, un­ter an­de­rem L. , S. , das al­te Land, die Re­gio­nen und Or­te B. B. , P. , M. , N. , B. und den Raum B. D. be­hal­ten. Die Ser­vice­tech­ni­ker, die der Ser­vice­grup­pe B. zu­ge­ord­net wa­ren, hat­ten ih­re fes­ten Be­zir­ke, in de­nen sie ein­ge­setzt wur­den. Bei Ur­laub, Krank­heit oder sons­ti­gen Ab­we­sen­hei­ten er­folg­te die Ver­tre­tung durch ei­nen Ser­vice­tech­ni­ker aus ei­nem an­gren­zen­den Be­zirk.
An­ders als die Ser­vice­tech­ni­ker hat­ten die Mon­teu­re kei­ne ei­ge­nen Be­zir­ke, in de­nen sie, ab­ge­se­hen von Ver­tre­tungsfällen, aus­sch­ließlich ein­ge­setzt wur­den. Vor den Um­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men der An­trag­stel­le­rin ist die Mon­ta­ge in der da­ma­li­gen Re­gi­on Nord in die Be­rei­che H. , B. , S. –H. und H. /K. räum­lich auf­ge­teilt ge­we­sen. Die Mon­teu­re wa­ren nur in dem Be­reich ein­ge­setzt, für den sie ein­ge­stellt wor­den sind, die Bre­mer Mon­teu­re folg­lich nur im Raum B. Die Ko­or­di­na­to­ren, die vor­her in B. ge­ar­bei­tet hätten, sind nach H. ge­wech­selt. Der Zu­stand vor und nach der Um­struk­tu­rie­rung stellt sich für ein­zel­ne aus­gewähl­te Ar­beit­neh­mer der An­trag­stel­le­rin­nen wie folgt dar:
Der Grup­pen­lei­ter Ro­nald Ge­rold (Num­mer 43) führt in­zwi­schen die Dienst­be­zeich­nung In­stal­la­ti­ons­ma­na­ger. Er ist un­mit­tel­bar ver­ant­wort­lich für die Ko­or­di­na­ti­on und den Ein­satz der Mon­teu­re. Er ist zu­gleich ihr di­rek­ter Fach­vor­ge­setz­ter.
Der ehe­ma­li­ge Grup­pen­lei­ter Nor­bert Sei­fert (Num­mer 51) führt jetzt die Be­zeich­nung Di­strikt­ma­na­ger. Er ist der Vor­ge­setz­te von Herrn G. . Außer­dem ist Herr S. in sei­ner Funk­ti­on als Di­strikt­ma­na­ger der Vor­ge­setz­te der Mon­teu­re so­wie der Vor­ge­setz­te der Ser­vice­tech­ni­ker. Im Ver­tre­tungs­fall nimmt der Mit­ar­bei­ter T. D. (Num­mer 10) die Auf­ga­be sei­nes Vor­ge­setz­ten Sei­fert wahr. Herr D. und der Mit­ar­bei­ter E. (Num­mer 11) hat­ten ih­re fes­ten Ar­beitsplätze zunächst in der Großen Sor­til­li­en­str. Ob sie später fes­te Ar­beitsplätze in den an­ge­mie­te­ten Räum­en in S. ein­ge­nom­men ha­ben, ist zwi­schen den Be­tei­lig­ten um­strit­ten.
Schon vor der En­de 2002 von den An­trag­stel­le­rin­nen ein­ge­lei­te­ten Um­struk­tu­rie­rung wa­ren die den Her­ren G. , S. und R. fach­lich und dis­zi­pli­na­ri­sche über­ge­ord­ne­ten Funk­ti­ons­träger nicht vor Ort im Bre­mer Be­trieb der An­trag­stel­le­rin­nen an­ge­sie­delt, son­dern
in der Nie­der­las­sung Nord in H. , wo sie seit Jah­ren ih­re ei­ge­nen Büros und ih­ren ständi­gen Ar­beits­platz ha­ben.
Die Mit­ar­bei­ter T. und E. (Num­mer 52 und 55) wa­ren als Sach­be­ar­bei­ter in der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung in der Bre­mer Mon­ta­ge­grup­pe beschäftigt. Seit dem 01.04.2003 wer­den sie als Sach­be­ar­bei­ter Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung für die um fünf Ver­triebs­mit­ar­bei­ter und Be­zir­ke er­wei­ter­te Bre­mer Ver­triebs­grup­pe ein­ge­setzt. Seit dem 01.04.2003 wer­den bei­de in mo­bi­ler Te­le­ar­beit beschäftigt.
Das Be­triebs­rats­mit­glied An­tes­ber­ger (Num­mer 54) ist Pro­jekt­lei­ter. Bis En­de 2002 hat sich sein Büroar­beits­platz in der Bre­mer Nie­der­las­sung be­fun­den. Seit April 2003 ha­be er ei­nen Ho­me-Of­fice-Ar­beits­platz bei sich zu­hau­se. Die Mit­ar­bei­te­rin M. ist als Sach­be­ar­bei­te­rin tätig. Sie berät die Kun­den der An­trag­stel­le­rin zu 1). Sie ist seit En­de 2003 aus­sch­ließlich für die Bun­des­agen­tur für Ar­beit und de­ren Agen­tu­ren zuständig. Die Tätig­keit als Fach­be­ra­te­rin hat Frau Mick­an auch schon vor Be­ginn der Um­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men aus­geübt. Bis En­de März 2003 hat­te sie ih­ren Ar­beits­platz in der Nie­der­las­sung B. , seit April 2003 ar­bei­tet sie bei sich zu­hau­se in ei­nem Ho­me-Of­fice-Ar­beits­platz.
Al­le Ver­fah­ren wur­den im Rah­men von § 99 Be­trVG durch­geführt, mit Aus­nah­me der­je­ni­gen be­tref­fend der Mit­ar­bei­ter R. A. , K. E. , V. D. und A. M. . Bezüglich die­ser Mit­ar­bei­ter, die dem ört­li­chen Be­triebs­rat als Mit­glie­der oder als Er­satz­mit­glied (K. E. ) in B. an­gehörten, wur­de der An­trag nach § 103 Abs. 3 Be­trVG ge­stellt. Be­tref­fend drei der vier Be­triebs­rats­mit­glie­der wur­de mit­ge­teilt, sie hätten der Maßnah­me schrift­lich zu­ge­stimmt. Der Mit­ar­bei­ter V. D. hat sei­ne Zu­stim­mung aus­drück­lich ver­wei­gert.
Hin­sicht­lich al­ler be­trof­fe­ner Mit­ar­bei­ter teil­ten die An­trag­stel­le­rin­nen mit, dass bis zur Äuße-rung oder im Fal­le der Ver­wei­ge­rung der Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes die­se per­so­nel­le Maßnah­me vorläufig mit so­for­ti­ger Wir­kung gem. § 100 Be­trVG durch­geführt wer­de.
Mit Te­le­fax vom 4. De­zem­ber 2003, zu­ge­gan­gen am 5. De­zem­ber 2003 ver­wei­ger­te der An­trags­geg­ner sei­ne Zu­stim­mung je­weils mit gleich lau­ten­der Be­gründung un­ter Hin­weis auf § 99 Abs. 2 Ziff. 4 und 5 Be­trVG bzw. § 103 Be­trVG. Der Durchführung vorläufi­ger per­so­nel­ler Maßnah­men wur­de wi­der­spro­chen.
Mit dem An­trag vom 8. De­zem­ber 2003, ein­ge­gan­gen beim Ar­beits­ge­richt Bre­men am sel­ben Tag, be­an­trag­ten die An­trag­stel­le­rin­nen die Er­set­zung der Zu­stim­mung zur Ver­set­zung nach H. in 52 Fällen un­ter­teilt nach Be­rufs­grup­pen und Ver­fah­rens­wei­sen so­wie die Fest­stel­lung, dass die vorläufi­ge per­so­nel­le Maßnah­me in al­len Fällen drin­gend er­for­der­lich ist.
Die An­trag­stel­le­rin­nen ha­ben vor­ge­tra­gen, der Stand­ort B. sei zum 31. März 2003 ge­schlos­sen, der Be­trieb still­ge­legt wor­den. Die be­ab­sich­tig­te Sch­ließung ha­be bezüglich der Ser­vice­tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten (Nr. 1- 39 des An­tra­ges), die bis­her dem Stand­ort B. or­ga­ni­sa­to­risch zu­ge­ord­net ge­we­sen sei­en, ei­ne Neu­zu­ord­nung nach H. ab dem 1. 1. 2003 er­for­der­lich ge­macht. Sie er­hiel­ten ih­re Wei­sun­gen nun­mehr von Vor­ge­setz­ten, die ih­rer­seits dem Stand­ort H. zu­ge­ord­net wor­den sei­en. Die Mit­ar­bei­ter, die un­ter Nr. 40 bis 56 ge­nannt sei­en, hätten je­weils Zu­satz­ver­ein­ba­run­gen zu ih­rem Ar­beits­ver­trag ab­ge­schlos­sen und sei­en zum 1. 4. 2003 in die so ge­nann­te „mo­bi­le Te­le­ar­beit“ ge­wech­selt, die eben­falls ei­ne Zu­ord­nung zum Stand­ort H. be­deu­te.
Der Be­triebs­rat des Stand­or­tes H. sei als auf­neh­men­der Be­triebs­rat im Rah­men der Neu­zu­ord­nung An­fang 2003 hin­sicht­lich al­ler in den Anträgen 1. bis 4. ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer be­tei­ligt wor­den und ha­be den Maßnah­men zu­ge­stimmt.
Die An­trag­stel­le­rin­nen ha­ben die An­sicht ver­tre­ten, der Be­triebs­rat ha­be die Zu­stim­mung zu der Zu­ord­nung der Mit­ar­bei­ter nach H. zu Un­recht ver­wei­gert.
Die An­trag­stel­le­rin­nen ha­ben be­an­tragt:
1. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Ser­vice-Tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten
1. L. B. , Pers.-Nr. ...
2. G. B. , Pers.-Nr. ...
4. U. B. , Pers.-Nr. ...
5. J. B. , Pers.-Nr. ...
6. I. D. , Pers.-Nr. ...
7. M. D. , Pers.-Nr. ...
8. M. D. Pers.-Nr. ...
9. D. D. , Pers.-Nr. ...
10. T. D. , Pers.-Nr. ...
11. G. E. , Pers.-Nr. ...
12. M. F. , Pers.-Nr. ...
13. E. F. , Pers.-Nr. ...
14. W. G. , Pers.-Nr. ...
15. E. H. , Pers.-Nr. ...
16. H. –H. G. , Pers.-Nr. ...
17. G. H. , Pers.-Nr. ...
18. R. H. , Pers.-Nr. 914460
19. G. H. , Pers.-Nr. ...
20. A. J. , Pers.-Nr. ...
21. G. K. , Pers.-Nr. ...
22. C. K. , Pers.-Nr. ...
23. W. K. , Pers.-Nr. ...
24. L. L. , Pers.-Nr. ...
25. H. L. , Pers.-Nr. ...
26. J. M. , Pers.-Nr. ...
27. R. M. , Pers.-Nr. ...
28. J. P. , Pers.-Nr. ...
29. P. R. , Pers.-Nr. ...
30. H. R. , Pers.-Nr. ...
31. H. R. , Pers.-Nr. ...
32. M. R. , Pers.-Nr. ...
33. P. S. , Pers.-Nr. ...
34. K. S. , Pers.-Nr. ...
35. P. –A. S. , Pers.-Nr. ...
36. L. T. , Pers.-Nr. ...
37. M. W. , Pers.-Nr. ...
38. W. W. , Pers.-Nr. ...
39. O. B. , Pers.-Nr. ...
wird gem. § 99 Abs. 4 Be­trVG er­setzt,
2. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung des Ser­vice-Tech­ni­kers
40. V. D. , Pers.-Nr. ...
wird gem. § 103 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG i. V. m. § 103 Abs. 2 Be­trVG er­setzt,
3. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Ver­triebs­lei­ter, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter
41. Ste­phan Baur, Pers.-Nr. 28217
43. R. G. , Pers.-Nr. ...
44. F. K. , Pers.-Nr. ...
45. A. L. , Pers.-Nr. ...
46. E. P. , Pers.-Nr. ...
47. M. R. , Pers.-Nr. ...
48. T. R. , Pers.-Nr. ...
49. C. S. , Pers.-Nr. ...
50. F. S. , Pers.-Nr. ...
51. N. S. , Pers.-Nr. ...
52. U. T. , Pers.-Nr. ...
53. S. Z. , Pers.-Nr. ...
4. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, Fach­be­ra­ter und Pro­jekt­lei­ter
54. R. A. , Pers.-Nr. ...
55. K. E. , Pers.-Nr. ...
56. A. M. , Pers.-Nr. ...
5. fest­zu­stel­len, daß die vorläufi­ge per­so­nel­le Maßnah­me der Zu­ord­nung der im An­trag zu 1. bis 4. auf­geführ­ten Ser­vice­tech­ni­ker und Mon­teu­re, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sys­tem­spe­zia­lis­ten, Ver­triebs­lei­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, Fach­be­ra­ter, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter ab dem 01.12.2003 drin­gend er­for­der­lich ist.
Der Be­triebs­rat hat vor­ge­tra­gen, er sei we­der an den Ver­hand­lun­gen im Vor­feld noch am Ab­schluss des In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans be­tei­ligt ge­we­sen und ha­be die Ge­samt­be­triebsräte auch nicht be­auf­tragt oder be­vollmäch­tigt.
Zu der Re­gi­on Nord gehörten ne­ben H. und B. noch wei­te­re Stand­or­te der An­trag­stel­le­rin­nen, un­ter an­de­rem die­je­ni­gen in B. und H. , in de­nen noch so ge­nann­te Kun­den­zen­tren wei­ter bestünden. Es läge we­der ei­ne Still­le­gung noch ei­ne Sch­ließung des
Be­trie­bes in B. vor. Der Dienst­sitz der im An­trag ge­nann­ten Mit­ar­bei­ter sei nach wie vor B. In sei­nem Wi­der­spruchs­schrei­ben führt der Be­triebs­rat im Ein­zel­nen fol­gen­de Ab­leh­nungs­gründe auf:
Er wi­der­spre­che der Adres­sie­rung im Anhörungs­schrei­ben „ehe­ma­li­ger Be­triebs­rat“ mit dem Hin­weis, er be­fin­de sich im Voll­man­dat, min­des­tens aber im Rest­man­dat.
Die Anhörungs­frist zur be­an­trag­ten Ver­set­zung könne schon des­we­gen über­haupt nicht in Gang ge­setzt wer­den, da die Ver­set­zun­gen ent­ge­gen dem Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men in 7 BV 21/03 nicht auf­ge­ho­ben wor­den sei­en. Er ist der An­sicht, da­mit be­ste­he ein rechts­wid­ri­ger, be­triebs­ver­fas­sungs­wid­ri­ger Zu­stand fort, der ei­ner Le­ga­li­sie­rung auf die­sem We­ge nicht zugäng­lich sei. Der Ar­beit­ge­ber müsse zunächst die Maßnah­men auf­he­ben, be­vor er ein Ver­fah­ren nach § 99 Be­trVG über­haupt in Gang set­zen könne. Dem Be­schluss des Ar­beits­ge­rich­tes sei der Ar­beit­ge­ber bis­lang nicht nach­ge­kom­men. Ei­ne voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung des Be­schlus­ses lie­ge be­reits vor.
Dem Bre­mer Be­trieb gehörten aber noch min­des­tens fünf wei­te­re Ar­beit­neh­mer aus dem In­nen­dienst an. Die Ar­beit­ge­ber hätten zwar sämt­li­chen in B. beschäftig­ten In­nen­dienst­mit­ar­bei­tern zum 31. Ju­li 2003 gekündigt. Die­se Ge­nann­ten hätten je­doch ih­re Kündi­gungs­schutz­kla­gen zu­min­dest in ers­ter In­stanz sämt­lichst ge­won­nen.
Der Be­triebs­rat ha­be wei­ter­hin kei­nen Ein­blick in die Ar­beits­verträge der Mit­ar­bei­ter er­hal­ten, so dass kei­ne um­fas­sen­de In­for­ma­ti­on des Be­triebs­ra­tes vor­lie­ge.
Im Anhörungs­schrei­ben feh­le im Übri­gen der Ter­min, zu dem die Ver­set­zung er­fol­gen sol­le.
Die Ver­set­zung der Mit­ar­bei­ter führe zu der An­wen­dung ei­nes an­de­ren Ta­rif­ver­tra­ges so­wie Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen in den ein­zel­nen Ar­beits­verhält­nis­sen, wel­che sich für den Mit­ar­bei­ter nach­tei­lig aus­wirk­ten. Die Be­treu­ung der Mit­ar­bei­ter durch den Be­triebs­rat in H. wäre durch die große räum­li­che Ent­fer­nung vom Stand­ort (bis zu 200 km) nicht gewähr­leis­tet.
Ei­ne durch die Mit­ar­bei­ter even­tu­ell er­teil­te Zu­stim­mung sei un­wirk­sam. Sie bezöge sich darüber hin­aus auf ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­onsände­rung, die durch den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men be­reits auf­ge­ho­ben wor­den sei. Ei­ne er­neu­te Zu­stim­mung für das Ver­set­zungs­be­geh­ren vom 27. 11. 2003 lie­ge nicht vor. Für die vor­ge­se­he­ne Ver­set­zung wäre man­gels Ver­ein­ba­rung mit dem Mit­ar­bei­ter ei­ne Ände­rungskündi­gung er­for­der­lich.
Für den zur Ver­set­zung not­wen­di­gen frei­en Ar­beits­platz am Stand­ort H. feh­le die er­for­der­li­che Aus­schrei­bung gemäß § 93 Be­trVG.
Der Be­triebs­rat führt in den Wi­der­spruchs­schrei­ben wei­ter aus, dass be­trieb­li­che Gründe für die Maßnah­me nicht er­kenn­bar sei­en. Es sei kei­ne Still­le­gung des Stand­or­tes B. er­folgt, es sei­en le­dig­lich die kaufmänni­schen Ar­bei­ten an den Stand­ort H. ver­la­gert wor­den. Ver­trieb und Tech­nik (Mon­ta­ge und Ser­vice) würden wei­ter von B. aus­ge­lei­tet. Auch wenn die Mit­ar­bei­ter in lei­ten­der Funk­ti­on sich in mo­bi­ler Te­le­ar­beit befänden, würden gleich­wohl Mit­ar­bei­ter­gespräche, Se­mi­na­re etc. im Kun­den­zen­trum B. durch­geführt.
Da die Ver­set­zung der Mit­ar­bei­ter R. A. , V. D. , K. E. und A. M. nicht nur vorüber­ge­hend sein sol­le, würde sie zum Ver­lust des Be­triebs­rats­am­tes führen.
Die An­trag­stel­le­rin­nen ha­ben er­wi­dert:
Für die Mit­ar­bei­ter, die dem Bun­des­man­tel­ta­rif­ver­trag un­ter­fie­len, er­ge­be sich in­so­fern ei­ne Ände­rung, als für die be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter Aus­gangs­punkt im Sin­ne des BMTV die je­wei­li­ge Woh­nung der Mit­ar­bei­ter sei. Dies sei aber in der Re­gel für den Mit­ar­bei­ter güns­ti­ger. Für die Mit­ar­bei­ter in mo­bi­ler Te­le­ar­beit sei die Neu­re­ge­lung in je­dem Fall güns­ti­ger, da für die­se je­de Fahrt ei­ne Dienst­rei­se dar­stel­le und dem­gemäß ab­ge­rech­net wer­de.
Durch die Zu­ord­nung zur Nie­der­las­sung H. er­ge­be sich kei­ne Ände­rung des an­zu­wen­den­den Ta­rif­ver­tra­ges.
Hin­sicht­lich der Mit­ar­bei­ter B. und W. (ehe­mals Nr. 3 und 39 des An­tra­ges) ha­ben die Par­tei­en den Rechts­streit ein­ver­nehm­lich für er­le­digt erklärt. Hin­sicht­lich des Mit­ar­bei­ters B. (ehe­mals Nr. 42 des An­tra­ges) wa­ren sich Par­tei­en ei­nig, dass ei­ne Zu­ord­nung zur Grup­pe der Ser­vice-Tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten zu er­fol­gen hat­te. Des­halb ist er so­wohl im An­trag im Ter­min zur Anhörung als auch im Teil-Be­schluss-Te­nor un­ter Nr. 39 auf­geführt.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten in ers­ter In­stanz wird auf den In­halt der dort ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen ver­wie­sen.
Das Ar­beits­ge­richt Bre­men hat am 06.09.2004 fol­gen­den Teil-Be­schluss er­las­sen:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die vorläufi­ge per­so­nel­le Maßnah­me der Zu­ord­nung der im An­trag zu Zif­fern 1. und 3. auf­geführ­ten Ser­vice­tech­ni­ker und Mon­teu­re, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sys­tem­spe­zia­lis­ten, Ver­triebs­lei­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, Fach­be­ra­ter, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter ab dem 01.12.2003 drin­gend er­for­der­lich ist.
2. Der An­trag zu 5. hin­sicht­lich der in den Zif­fern 2. und 4. auf­geführ­ten Ser­vice­tech­ni­kers und des Sach­be­ar­bei­ters der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, des Fach­be­ra­ters und Pro­jekt­lei­ters (als Nr. 40., 54, 55 und 56 ge­nannt) wird ab­ge­wie­sen.
3. Der An­trag zu 4. wird ab­ge­wie­sen.
4. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Ser­vice­tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten
1. L. B. , Pers.-Nr.
5. J. B. , Pers.-Nr.
6. I. D. , Pers.-Nr.
7. M. D. , Pers.-Nr.
8. M. Di. , Pers.-Nr.
9. D. D. , Pers.-Nr.
10. Th. D. , Pers.-Nr.
11. G. E. , Pers.-Nr.
12. M. F. , Pers.-Nr.
13. E. F. , Pers.-Nr.
14. W. G. , Pers.-Nr.
15. E. H. , Pers.-Nr.
16. H.-H. G. , Pers.-Nr.
19. G. H. , Pers.-Nr.
20. A. J. , Pers.-Nr.
21. G. K. , Pers.-Nr.
22. Ch. K. , Pers.-Nr.
23. W. K. , Pers.-Nr.
24. L. L. , Pers.-Nr.
28. J. P. , Pers.-Nr.
29. P. R. , Pers.-Nr.
31. H. R. , Pers.-Nr.
35. P.-A. St. , Pers.-Nr.
36. L. T. , Pers.-Nr.
38. W. W. , Pers.-Nr.
39. O. B. , Pers.-Nr.
wird gem. § 99 Abs. 4 Be­trVG er­setzt.
5. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Ver­triebs­lei­ter, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter
41. St. B. , Pers.-Nr.
43. R. G. , Pers.-Nr.
44. F. K. , Pers.-Nr.
45. A. L. , Pers.-Nr.
46. E. P. , Pers.-Nr.
47. M. R. , Pers.-Nr.
48. Th. R. , Pers.-Nr.
49. C. Sch. , Pers.-Nr.
50. F. Sch. , Pers.-Nr.
51. N. S. , Pers.-Nr.
52. U. T. , Pers.-Nr.
53. St. Z. , Pers.-Nr.
6. Die Ent­schei­dung er­geht ge­richts­kos­ten­frei.
Am 03.02.2005 verkünde­te das Ar­beits­ge­richt Bre­men-Bre­mer­ha­ven fol­gen­den End– Be­schluss:
2. G. B.
4. U. B.
18. R. H.
25. H. L.
26. J. M.
27. R. M.
30. H. R.
32. M. R.
33. P. Sch.
34. K. Sch.
37. M. W.
wird gemäß § 99 Abs. 4 Be­trVG er­setzt.
40. V. D.
wird gemäß § 103 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG in Ver­bin­dung mit § 103 Abs. 2 Be­trVG er­setzt.
3. Der Be­schluss er­geht ge­richts­kos­ten­frei.
Zur Be­gründung sei­ner Ent­schei­dun­gen führt das Ar­beits­ge­richt aus, die Durchführung der vorläufi­gen per­so­nel­len Maßnah­men sei hin­sicht­lich al­ler Mit­ar­bei­ter mit Aus­nah­me der Be­triebs­rats­mit­glie­der gemäß § 100 Be­trVG aus sach­li­chen Gründen drin­gend er­for­der­lich, da die Or­ga­ni­sa­ti­on und Steue­rung der Ab­wick­lung der Auf­träge so­wie die Steue­rung der Ar­beits­verhält­nis­se der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer spätes­tens seit dem 31.03.2003 nach H. ver­la­gert wor­den sei. Die An­trag­stel­le­rin­nen nähmen Scha­den, wenn die pro­duk­tiv täti­gen Mit­ar­bei­ter B. zu­ge­ord­net wären oh­ne den ent­spre­chen­den or­ga­ni­sa­to­ri­schen Un­ter­bau, da ei­ne Ab­wick­lung der Auf­träge und Steue­rung der Mit­ar­bei­ter nicht mehr rei­bungs­los gewähr­leis­tet wäre. So­weit die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ih­rer Ver­set­zung zu­ge­stimmt hätten, könne ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­grund des Be­triebs­ra­tes nicht an­ge­nom­men wer­den. Die Zu­stim­mung zu den per­so­nel­len Maßnah­men mit Aus­nah­me der Ver­set­zung der Be­triebs­rats­mit­glie­der sei zu er­set­zen ge­we­sen. Ein Ver­wei­ge­rungs­grund sei nicht ge­ge­ben, das Ver­fah­ren nach §§ 99, 100 Be­trVG sei ord­nungs­gemäß durch­geführt wor­den. Die be­stands­kräftig fest­ge­stell­te Rechts­wid­rig­keit der Ver­set­zung der Mit­ar­bei­ter nach H. in dem Ver­fah­ren 7 BV 21/03 vor dem Ar­beits­ge­richt Bre­men hin­de­re das hier durch­geführ­te Ver­fah­ren nicht. Ein rechtmäßiger Zu­stand sei nicht als Vor­aus­set­zung für die Durchführung ei­nes Anhörungs­ver­fah­rens nach § 99 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz an­zu­se­hen.
Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung der Ser­vice­tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten sei des­we­gen zu er­set­zen, weil die Wi­dersprüche des Be­triebs­ra­tes den Min­dest­an­for­de­run­gen des § 99 Be­trVG nicht genügten. Aus der Recht­spre­chung des BAG las­se sich ab­lei­ten, dass der Be­triebs­rat bei der Aus­for­mu­lie­rung sei­ner Wi­dersprüche - auch in Mas­sen­ver­fah­ren - für je­den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer in­di­vi­du­ell dar­le­gen und kon­kre­ti­sie­ren müsse, in­wie­weit spe-
ziell für ihn die auf­geführ­ten Gründe zu­träfen. Der Be­triebs­rat dürfe sich nicht auf all­ge­mei­ne Umstände be­schränken.
Die feh­len­de Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes zur Ver­set­zung der be­trof­fe­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der gemäß § 103 Abs. 3 Be­trVG, die ih­rer Ver­set­zung zu­ge­stimmt hätten, hat das Ar­beits­ge­richt nicht er­setzt mit der Be­gründung, die An­trag­stel­le­rin­nen hätten le­dig­lich ein Ver­fah­ren nach § 103 Abs. 3 Be­trVG ein­ge­lei­tet. Es sei nicht da­von aus­zu­ge­hen, dass in dem An­trag nach § 103 Be­trVG der An­trag nach § 99 Be­trVG ent­hal­ten ge­we­sen sei. Die Zu­stim­mung zur Ver­set­zung des Be­triebs­rats­mit­glie­des, das sei­ner Ver­set­zung aus­drück­lich wi­der­spro­chen hat, hat das Ar­beits­ge­richt er­setzt mit der Be­gründung, es läge ei­ne Be­triebs­still­le­gung vor, die zum Ver­lust des Be­triebs­rats­am­tes geführt ha­be.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der Be­gründung der Be­schlüsse wird auf die­se ver­wie­sen (Blatt 422 ff der Ak­te, Blatt 742 ff der Ak­te).
Der Teil-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men vom 06.09.2004 wur­de dem Be­triebs­rat am 20.09.2004 zu­ge­stellt, der End-Be­schluss vom 03.02.2005 am 01.03.2005. Die Be­schwer­de des Be­triebs­ra­tes ge­gen den Teil-Be­schluss ging am 19.10.2004, ge­gen den End-Be­schluss am 30.03.2005 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Bre­men ein. Die Be­schwer­de ge­gen den Teil-Be­schluss wur­de ein­ge­hend am 19.11.2004 be­gründet, die Be­schwer­de ge­gen den End-Be­schluss am 29.04.2005.
Die Be­schwer­de der An­trag­stel­le­rin­nen ge­gen den Teil-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts wur­de von die­sen zurück­ge­nom­men.
Der Be­triebs­rat wi­der­spricht aus­drück­lich der Fest­stel­lung des Ar­beits­ge­richts, dass die Or­ga­ni­sa­ti­on und Steue­rung der Ab­wick­lung der Auf­träge und die Steue­rung der Ar­beits­verhält­nis­se der hier be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer spätes­tens seit dem 31.03.2003 nach H. ver­la­gert wor­den sei­en. Tatsächlich sei­en nur die kaufmänni­schen Ar­bei­ten von B. nach H. ver­la­gert wor­den.
In der Be­schwer­de­be­gründung weist der Be­triebs­rat dar­auf hin, dass sei­ner Mei­nung nach sich aus dem In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan kei­nes­wegs die Sch­ließung des Stand­or­tes B. er­ge­be. Der In­ter­es­sen­aus­gleich vom 05.12.2002 se­he viel­mehr vor, dass die Ver-
triebs­in­nen­dienst Ak­ti­vitäten (KAB/TAB) so­wie die Funk­tio­nen KDC, PA und Kom­pe­tenz-cen­ter auf ins­ge­samt 10 Stand­or­te kon­zen­triert würden, die darüber hin­aus auch als Kun­den­zen­tren dien­ten. Über­dies sei der Be­trieb auch tatsächlich nicht still­ge­legt wor­den.
Der In­ter­es­sen­aus­gleich se­he den Weg­fall des Stand­or­tes B. nicht vor. Nach dem In­ter­es­sen­aus­gleich ver­blie­ben in der Re­gi­on Nord ein­sch­ließlich B. Stand­or­te (Nie­der­las­sung und Kun­den­cen­ter).
Wie zu­vor das Kun­den­cen­ter in B. such­ten die Mit­ar­bei­ter seit An­fang April 2004 das Kun­den­cen­ter in S. auf, um dort ei­nen er­heb­li­chen Teil ih­rer Ar­beits­leis­tung, so zum Bei­spiel ih­re ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben zu er­le­di­gen. Pro­jekt- und Grup­pen­lei­ter, der Ver­triebs­lei­ter, der In­stal­la­ti­ons­ma­na­ger und der Di­strikt­ma­na­ger hiel­ten dort wei­ter­hin ih­re Team- und Pro­jekt­be­spre­chun­gen mit den ih­nen un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­tern ab. Sie nähmen dort die Per­so­nal­ein­satz­pla­nung und Steue­rung der Mit­ar­bei­ter vor. Als Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te führ­ten ins­be­son­de­re der Ver­triebs­lei­ter und der Di­strikt­ma­na­ger Mit­ar­bei­ter­gespräche mit den ih­nen un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­tern im Kun­den­cen­ter.
Der Be­triebs­rat tritt wei­ter der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts Bre­men ent­ge­gen, er ha­be sei­ne Wi­dersprüche nicht aus­rei­chend be­gründet, weil sie nicht in­di­vi­du­ell auf die ein­zel­nen be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer zu­ge­schnit­ten sei­en.
Der Be­triebs­rat meint wei­ter, die per­so­nel­len Maßnah­men sei­en als vorläufi­ge nicht drin­gend er­for­der­lich. Die Ver­set­zun­gen (Zu­ord­nung nach H. ) sei­en rück­wir­kend zum 01.01.2003 er­folgt. Ein Teil der Mit­ar­bei­ter sei zum 01.04.2003 in die so ge­nann­te mo­bi­le Te­le­ar­beit ver­setzt wor­den. Bei den Maßnah­men sei der Be­triebs­rat nicht be­tei­ligt wor­den. Der Ver­pflich­tung aus der Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts, die per­so­nel­len Maßnah­men auf­zu­he­ben, sei­en die An­trag­stel­le­rin­nen nicht nach­ge­kom­men.
Der Be­triebs­rat ver­tritt wei­ter die Auf­fas­sung, er ha­be das Vor­lie­gen sach­li­cher Gründe im Sin­ne des § 100 Abs. 2 Be­trVG zu Recht be­strit­ten, weil nach sei­ner Auf­fas­sung der Stand­ort B. nicht still­ge­legt sei.
Der Be­triebs­rat trägt wei­ter vor, er könne sich auf ei­nen Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­grund nach § 99 Abs. 2 Be­trVG be­ru­fen. Durch die von den An­trag­stel­le­rin­nen be­haup­te­te Zu­stim­mung ver­schie­de­ner Mit­ar­bei­ter zu den per­so­nel­len Maßnah­men verlöre der Be­triebs­rat nicht
das Recht, die Zu­stim­mung zu ver­wei­gern, wenn ein Ver­wei­ge­rungs­grund ge­ge­ben sei. Der Be­triebs­rat ha­be be­strit­ten, dass wie von den An­trag­stel­le­rin­nen vor­ge­tra­gen, al­le Mit­ar­bei­ter zu­ge­stimmt hätten.
Im Übri­gen be­kräftigt der Be­triebs­rat sei­ne Auf­fas­sung, dass den Anträgen der An­trag­stel­le­rin­nen ent­ge­gen­ste­he, dass sie bis­lang dem Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men gemäß § 101 Be­trVG durch Auf­he­bung der per­so­nel­len Maßnah­men nicht nach­ge­kom­men sei­en.
1. Der Teil-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men vorn 06. Sep­tem­ber 2004, Az. 10h B V 124/03, wird ab­geändert.
2. Der An­trag auf Fest­stel­lung der Dring­lich­keit der vorläufi­gen per­so­nel­len Maßnah­me der Zu­ord­nung der Ser­vice-Tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten
L. B. , G. B. , U. B. , J. B. , I. D. , M. D. ,
M. Die. , D. D. , Th. D. , G. E. , M. F. , E. F. , W. G. , E. H. , H.-H. G. , G. H. , R. H. , G.
H. , A. J. , G. K. , Ch. K. , W. K. , L. L. , H.
L. , J. M. , R. M. , J. P. , P. R. , H. R. , H.
Ri. , M. R. , P. Sch. , K. Sch. , P.-A. S. , L. T.
, M. W. , W. W. und O. B. , (die un­ter Zif­fern l., 2. und 4. bis 39. des An­trags zu l. der An­trag­stel­le­rin­nen be­nann­ten Mit­ar­bei­ter),
und der Ver­triebs­lei­ter, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter
St. B. , R. G. , F. K. , A. L. , E. P. , M. R. , Th. P. , C.
Sch. , F. Sch. , N. S. , U. T. und St. Z. , (die un­ter Zif­fern 41. und 43. bis 53. des An­trags zu 3. der An­trag­stel­le­rin­nen be­nann­ten Mit­ar­bei­ter),
ab dem 01.12.2003 wird zurück­ge­wie­sen.
3. Der An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung gem. § 99 Abs. 4 Be­trVG zur Ver­set­zung der Ser­vice-Tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten
5. J. B.
6. I. D.,
7. M. D.
8. M. Die.
10. Th. D.
12. M. F.
13. E. F.
14. W. G. l 5. E. H. 16. E.-H. G.
19. G. H.
20. A. J.
21. G. K.
22. Ch. K.
23. W. K.
24. L. L. 28 J. P. 29. P. R. 31. H. R.
35. P.-A. S.
36. L. T.
38. W. W.
39. O. B.
4. Der An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung gem. § 99 Abs. 4 Be­trVG zur Ver­set­zung der Ver­triebs­lei­ter, Ver­kaufs­be­auf­trag­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter, Sach­be­ar­bei­ter der Mon­ta­ge­auf­trags­vor­be­rei­tung, tech­ni­schen Grup­pen­lei­ter und Pro­jekt­lei­ter
41. St. B.
43. R. G.
44. F. K.
45. A. L.
46. E. P.
47. M. R.
48. Th. T.
49. C. Sch.
50. F. Sch.
51. N. S.
52. U. T.
53. St. Z.
5. Der An­trag zu 4. der An­trag­stel­le­rin­nen wird zurück­ge­wie­sen.
Die An­trag­stel­le­rin­nen be­an­tra­gen,
die Be­schwer­de des Be­triebs­ra­tes in­so­weit zurück­zu­wei­sen.
Der Be­triebs­rat be­an­tragt wei­ter:
1. Der End-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men-Bre­mer­ha­ven vom 03. Fe­bru­ar 2005. Az. 10h BV 124/03, wird ab­geändert.
2. Der An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung gem. § 99 Abs. 4 Be­trVG zur Ver­set­zung der Ser­vice-Tech­ni­ker, Mon­teu­re und Sys­tem­spe­zia­lis­ten
l7 G. H.
l8 R. H.
27. R. M. 30. H. R.
33. P. S.
34. K. S. 37. M. W.
3. Der An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung gem. § l03 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG i.V.m. § l03 Abs. 2 Be­trVG zur Ver­set­zung des Ser­vice-Tech­ni­kers
wird zurück­ge­wie­sen
die Be­schwer­de ge­gen den End­be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men-Bre­mer­ha­ven vom 03.02.2005, Az.: 10h BV 124/03 zurück­zu­wei­sen.
Die An­trag­stel­le­rin­nen ver­tei­di­gen den erst­in­stanz­li­chen Be­schluss, so­weit er noch Ge­gen­stand des zweit­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens ist, un­ter Ver­tie­fung ih­res Sach­vor­tra­ges mit Rechts­ausführun­gen.
Die An­trag­stel­le­rin­nen tra­gen wei­ter vor, bei den in S. ge­nutz­ten Räum­lich­kei­ten ha­be es sich nicht um ein Kun­den­cen­ter ge­han­delt. Es feh­le dort bei­spiels­wei­se an den für Kun­den­cen­ter ty­pi­schen Wech­sel­ar­beitsplätzen. In­so­weit sei die An­mie­tung die­ser Räume kein In­diz für ei­ne Fortführung des Be­trie­bes B. Die Ein­satz­steue­rung der Tech­ni­ker er­fol­ge grundsätz­lich di­rekt über das Sys­tem. Im Re­gel­fall könne der Tech­ni­ker al­so di­rekt über sei­nen Com­pu­ter ab­fra­gen, wel­cher Kun­de als nächs­tes be­ar­bei­tet wer­de.
Über­dies ge­be es Auf­träge, die ma­nu­ell ko­or­di­niert würden. Die
Ko­or­di­na­to­ren hätten ih­ren Sitz in H. be­zie­hungs­wei­se F. . Ei­ne wie auch im­mer ge­ar­te­te Ko­or­di­na­ti­on über B. be­zie­hungs­wei­se nun­mehr S. ge­be es nicht. Die Ein­satz­steue­rung der Ver­triebs­mit­ar­bei­ter er­fol­ge im We­sent­li­chen durch die­se selbst. Ent­we­der der Ver­triebs­mit­ar­bei­ter neh­me selbst mit dem Kun­den Kon­takt auf oder der Kun­de ge­be das Si­gnal. Die Ter­mi­ne würden je­den­falls von dem Ver­triebs­mit­ar­bei­ter selbst ver­ein­bart. Größere Ver­triebs­be­spre­chun­gen, die von der Be­triebs­lei­tung in­iti­iert wer­den, fänden im Re­gel­fall in H. statt. Klei­ne­re Ver­triebs­be­spre­chun­gen fänden in der Re­gel in der Re­gi­on statt, je nach­dem wo sich die ent­spre­chen­den Ver­triebs­mit­ar­bei­ter ge­ra­de auf­hiel­ten.
Dies könn­ten auch die Räum­lich­kei­ten in S. sein, dies könn­te auch O. oder bei­spiels­wei­se das Kun­den­cen­ter in H. sein. Bei den Ver­triebs­be­spre­chun­gen grif­fen die Ver­triebs­mit­ar­bei­ter mit­hin nicht zwin­gend auf Räum­lich­kei­ten der Be­tei­lig­ten zu 1) und 2) in
S. zurück.
Mit der Sch­ließung des Be­trie­bes in B. zum 31.03.2003 sei ein or­ga­ni­sa­to­ri­scher Un­ter­bau für die Mit­ar­bei­ter des ehe­ma­li­gen Be­trie­bes B. nicht mehr vor­han­den.Die An­trag­stel­le­rin­nen tra­gen wei­ter vor, mit den je­wei­li­gen Ver­set­zun­gen sei­en kei­ne Ände­run­gen der ma­te­ri­el­len Ar­beits­be­din­gun­gen ver­bun­den. In­so­fern könne der Be­triebs­rat sei­ne Zu­stim­mung zu den Maßnah­men nicht ver­wei­gern. Die An­trag­stel­le­rin­nen ver­tre­ten wei­ter­hin die Auf­fas­sung, dass sie durch die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Bre­men, die sie ver­pflich­te, die per­so­nel­len Maßnah­men auf­zu­he­ben, nicht ge­hin­dert sei, das Ver­fah­ren nach §§ 99/100 Be­trVG durch­zuführen. Sch­ließlich sei dies ge­nau das, was der Be­triebs­rat in dem sei­ner­zeit geführ­ten Be­schluss­ver­fah­ren ver­langt ha­be.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten in zwei­ter In­stanz wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen ver­wie­sen.
1. Die Be­schwer­den des Be­triebs­rats ge­gen den Teil-Be­schluss und den End-Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men sind statt­haft. Sie sind form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den und so­mit ins­ge­samt zulässig.
2. Die Be­schwer­den des Be­triebs­ra­tes sind be­gründet. Die Be­schlüsse des Ar­beits­ge­richts Bre­men wa­ren da­her ab­zuändern und der An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes zu den streit­ge­genständ­li­chen Maßnah­men zurück­zu­wei­sen.
a) Die An­trag­stel­le­rin­nen konn­ten über §§ 99/100 Be­trVG nicht er­rei­chen, dass die be­reits mit Wir­kung vom 01.04.2003 vor­ge­zo­ge­nen Maßnah­men nachträglich be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich bestätigt wer­den. Das vom Be­triebs­rat be­reits vor Voll­zug der per­so­nel­len Maßnah­men am 06.03.2003 ein­ge­lei­te­ten Be­schluss­ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt Bre­men (Az.: 7 BV 21/03) en­de­te mit der Fest­stel­lung, dass die Maßnah­men die Mit­ar­bei­ter be­tref­fend, die auch Ge­gen­stand die­ses Ver­fah­rens sind, auf­zu­he­ben wa­ren. Dem Ar­beit­ge­ber wur­de für den Fall, dass dies nicht ge­schieht, ein Zwangs­geld an­ge­droht. Der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men vom 19.11.2003 ist rechts­kräftig ge­wor­den. Der Be­triebs­rat hat vom Ar­beits­ge­richt be­an­tragt, ge­gen die An­trag­stel­le­rin­nen auf Grund­la­ge des Be­schlus­ses ein Zwangs­geld zu verhängen.
Da die An­trag­stel­le­rin­nen die Maßnah­men ent­ge­gen dem Be­schluss des Ar­beits­ge­richts vom 19.11.2003 nicht auf­ge­ho­ben ha­ben, konn­ten sie ein Ver­fah­ren nach §§ 99/100 Be­trVG we­gen der der­sel­ben be­reits voll­zo­ge­nen und nach der rechts­kräfti­gen Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Bre­men auf­zu­he­ben­den Maßnah­men nicht mit Er­folg be­trei­ben.
aa) Die oh­ne Ein­hal­tung des Ver­fah­rens nach §§ 99 f. Be­trVG voll­zo­ge­ne Um­set­zung des Neu­struk­tu­rie­rungs­pro­gramms der An­trag­stel­le­rin­nen war be­triebs­ver­fas­sungs­wid­rig. Die An­trag­stel­le­rin­nen ha­ben da­mit den ob­jek­ti­ven Tat­be­stand ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit nach § 121 Be­trVG erfüllt. Ein Ver­fah­ren auf nachträgli­che Zu­stim­mung sieht das Be­trVG nicht vor. Die Un­wirk­sam­keit der nicht be­triebs­ver­fas­sungs­gemäß durch­geführ­ten Maßnah­me kann durch die nachträgli­che Durchführung des in den §§ 99 f. Be­trVG vor­ge­se­he­nen Ver­fah­rens nicht ge­heilt wer­den (LAG Bre­men, Be­schluss vom 20.07.2005 - Az.: 2 TaBV 4/05 -, Ar­beits­ge­richt Bre­men, Be­schluss vom 26.08.2004 - Az.: 10h BV 124/03).
Die Be­schwer­de­kam­mer geht da­bei von den Grundsätzen in Recht­spre­chung und -li­te­ra­tur aus, wo­nach das Ver­fah­ren nach § 101 Be­trVG der Si­che­rung der Mit­be­stim­mungs­rech­te des Be­triebs­ra­tes dient. Es wird all­ge­mein als Mit­be­stim­mungs­si­che­rungs­ver­fah­ren be­zeich­net.
Der Zweck der Si­che­rung der Mit­be­stim­mung kann nur erfüllt wer­den, wenn nach ent­spre­chen­dem rechts­kräfti­gen Be­schluss der Ar­beits­ge­rich­te "rein tatsächlich" kei­ne Beschäfti­gung mehr un­ter Miss­ach­tung des per­so­nel­len Mit­be­stim­mungs­rechts er­folgt (Fit­ting/En­gels u.a. Be­trVG 22. Auf­la­ge § 101 Anm. 1; Ri­char­di, Be­trVG 8. Auf­la­ge § 101 Anm. 8; Däubler/Kitt­ner/Kle­be Be­trVG 9. Auf­la­ge, § 101 Anm. 1; GK zum Be­trVG 7. Aufl. § 101, Anm. 52; BAG, Be­schluss vom 21. No­vem­ber 1978 - 1 ABR 91/76 - AP Nr. 3 zu § 101 Be­trVG 1972 = EzA § 101 Be­trVG 1972 Nr. 3; BAG, Be­schluss vom 20. No­vem­ber 1990 - 1 ABR 87/89 - EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr.57).
So­lan­ge ein Ver­fah­ren nach § 101 Be­trVG anhängig ist, kann - wenn des­sen Grund in der Nicht­be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes liegt - ein statt­ge­ben­der Be­schluss nicht da­durch ver­hin­dert wer­den, dass die un­ter­las­se­ne Be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes nach­ge­holt wird. Dem Ar­beit­ge¬ber wird die­se Möglich­keit erst eröff­net, wenn er die mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge per­so­nel­le Maßnah­me rückgängig macht und da­mit den ge­gen das Be­trVG ver­s­toßen­den Zu­stand be­en­det. (LAG Frank­furt, Be­schluss vom 30.09.1993 – Az.: 4 Ta 108/93, BB 1994, 430; Mi­se­ra, An­mer­kung zu den Be­schlüssen des BAG vom 18.07.1975 – Az.: 1 ABR 43/75 – und vom 21.11.1978 – Az.: 1 ABR 91/96 SAE 80, 107 = AP Nr. 1 § 101 Be­trVG 1972 und AP Nr. 3 § 101 Be­trVG 1972; GK zum Be­trVG 7. Aufl. § 101, Anm. 18 und 52). Dies gilt erst recht, wenn das Ver­fah­ren nach § 101 Be­trVG da­mit rechts­kräftig en­det, dass dem Ar­beit­ge­ber un­ter Zwangs­geld­an­dro­hung auf­ge­ge­ben wird, die Maßnah­me auf­zu­he­ben.
bb) Durch das Nach­ho­len der un­ter­las­se­nen Be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes bei Ein­stel­lun­gen und Ver­set­zun­gen kann in die­sen Fällen we­der die Not­wen­dig­keit für das Ar­beits­ge­richt, den An­trag des Be­triebs­ra­tes zurück­zu­wei­sen, noch ei­ne Er­le­di­gung des Ver­fah­rens nach § 101 Be­trVG, noch ei­ne Hei­lung des Mit­be­stim­mungs­ver­s­toßes ein­tre­ten.
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt geht da­von aus, dass die Er­le­di­gung ei­nes Ver­fah­rens nach § 101 Be­trVG dann ein­tritt, wenn die um­strit­te­ne Maßnah­me be­en­det ist, nicht aber durch nachträgli­che Ein­lei­tung des Ver­fah­rens nach § 99 Be­trVG (BAG, Be­schluss vom 26. April 1990 – Az.: 1 ABR 79/89 – EzA ArbGG 1979 § 83a Nr. 1). Bis zur Be­en­di­gung der durch rechts­kräfti­gen Be­schluss auf­ge­ge­be­nen Maßnah­me, bleibt die Maßnah­me be­triebs­ver­fas­sungs­wid­rig.
Ein Nach­ho­len des Ver­fah­rens auf Zu­stim­mung des Be­triebs­rats nach § 99 Abs. 1 Be­trVG ist nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer nicht möglich. Fol­ge­rich­tig muss dann auch das Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren nach § 99 Abs. 4 Be­trVG als Er­folg ver­spre­chen­de Möglich­keit aus­schei­den. § 99 Abs. 1 Be­trVG legt aus­drück­lich fest, dass der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat vor je­der per­so­nel­len Maßnah­me zu be­tei­li­gen hat. Dies ist ei­ne eben­so kla­re Re­ge­lung wie die von § 102 Abs. 1 Be­trVG ge­trof­fe­ne. Die Rechts­fol­ge des § 102 Abs. 1 Be­trVG ist in des­sen Satz 3 aus­drück­lich an­ge­spro­chen. Die per­so­nel­le Maßnah­me Kündi­gung ist un­wirk­sam. Dass ei­ne nachträgli­che Anhörung des Be­triebs­ra­tes so­wohl die kol­lek­tiv­recht­li­che, als auch die in­di­vi­du­al­recht­li­che Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung zu hei­len in der La­ge ist, wird in Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur so­weit er­sicht­lich nicht ver­tre­ten.
Die glei­che Fol­ge der Rechts­un­wirk­sam­keit der per­so­nel­len Maßnah­me und da­mit der feh­len­den Möglich­keit der Hei­lung des be­triebs­ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zu­stan­des tritt bei § 99 Abs. 1 Be­trVG al­ler­dings nicht au­to­ma­tisch ein, son­dern nur wenn der Be­triebs­rat ak­tiv wird und das Ver­fah­ren nach § 101 Be­trVG be­treibt. Dies ändert al­ler­dings nichts dar­an, dass ein Nach­ho­len der un­ter­blie­be­nen Be­tei­li­gung des Be­triebs­rats sich auf die be­reits voll­zo­ge­ne Maßnah­me nicht mehr aus­wir­ken kann, es sei denn, die recht­li­che Qua­lität der per­so­nel­len Maßnah­me ge­bie­tet ei­ne an­de­re Lösung.
Auf Grund­la­ge die­ses Grund­sat­zes hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt schon in der Frühpha­se der Gel­tung des Be­trVG 1972 meh­re­re Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen, die je nach der recht­li­chen Qua­lität der per­so­nel­len Maßnah­me und der In­ten­sität des Ver­s­toßes des Ar­beit­ge­bers ge­gen die ge­setz­ge­be­ri­schen Vor­ga­ben in § 99 Be­trVG zu dif­fe­ren­zie­ren­den Lösun­gen kom­men.
In sei­ner Ent­schei­dung vom 06.04.1973 (Az.: 1 ABR 13/72 = AP Nr. 1 zu § 99 Be­trVG 19 172) hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt aus­geführt, das Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren sei für die in § 99 Abs. 1 Be­trVG 1972 ge­nann­ten persönli­chen An­ge­le­gen­hei­ten zwar ein­heit­lich aus­ge­stal­tet, „es mögen sich aber we­gen des ver­schie­de­nen Cha­rak­ters der auf­geführ­ten Maßnah­men prak­ti­sche Ver­schie­den­hei­ten er­ge­ben“, ins­be­son­de­re zwi­schen Ein­stel­lun­gen und Ein­grup­pie­run­gen ei­ner­seits und Um­grup­pie­run­gen und Ver­set­zun­gen an­de­rer­seits. Die­sen an­ge­deu­te­ten Trenn­strich hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt später bei der Fest­le­gung der Rechts­fol­gen be­triebs­ver­fas­sungs­wid­ri­ger per­so­nel­ler Maßnah­men zwi­schen rechts­ge­stal­ten­den Maßnah­men des Ar­beit­ge­bers wie Ein­stel­lung bzw. Ver­set­zung und Ein- bzw. Um­grup­pie­run­gen ge­zo­gen. Bei Letz­te­ren hat­te es Verstöße ge­gen § 99 Abs. 1 Be­trVG für heil­bar ge­hal­ten, in­dem
es ein nachträgli­ches Er­su­chen um Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes als möglich an­ge­se­hen hat (BAG Be­schluss vom 20. De­zem­ber 1988, Az: 1 ABR 68/87 = EzA Be­trVG 1972 § 99 Nr. 70). Nach der Ent­schei­dung des BAG kann der Be­triebs­rat nach § 101 Be­trVG die "Auf­he­bung" der Nicht­ein­grup­pie­rung nur ver­lan­gen, in­dem er be­an­tragt, dem Ar­beit­ge­ber auf­zu­ge­ben, den Ar­beit­neh­mer ein­zu­grup­pie­ren, die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zu die­ser Ein­grup­pie­rung zu be­an­tra­gen und im Ver­wei­ge­rungs­fal­le das ar­beits­ge­richt­li­che Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren durch­zuführen.
Der Grund hierfür liegt dar­in, dass dem Be­triebs­rat nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts bei Ein­grup­pie­run­gen kein Mit­be­stim­mungs­recht son­dern le­dig­lich ein Mit­be­ur­tei­lungs­recht zu­kommt. Dies wie­der­um ist dar­in be­gründet, dass die Ein­grup­pie­rung durch den Ar­beit­ge­ber i.d.R. ein Akt des Norm­voll­zu­ges ist, der kei­ne kon­sti­tu­ti­ve Be­deu­tung hat. Ei­ne „Auf­he­bung“ der Ein­grup­pie­rung wäre dem­nach recht­lich be­deu­tungs­los.
Nach der­sel­ben Ent­schei­dung hat bei Ein­stel­lun­gen ei­ne un­vollständi­ge Un­ter­rich­tung des Be­triebs­rats eben­falls le­dig­lich zur Fol­ge, dass die Wo­chen­frist des § 99 Abs. 3 Be­trVG nicht zu lau­fen be­ginnt, ei­ne Fik­ti­on der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats nach § 99 Abs. 3 Satz 2 Be­trVG da­her nicht ein­tre­ten kann (vgl. auch BAG, Be­schluss vom 28. Ja­nu­ar 1986, BA­GE 51, 42 = AP Nr. 34 zu § 99 Be­trVG 1972). Holt der Ar­beit­ge­ber die feh­len­den Auskünf­te nach, so dass der Be­triebs­rat jetzt vollständig un­ter­rich­tet ist, hat er die Möglich­keit, nun­mehr in­ner­halb ei­ner Wo­che auch un­ter Berück­sich­ti­gung der nach­ge­reich­ten In­for­ma­tio­nen zum Zu­stim­mungs­an­trag des Ar­beit­ge­bers ab­sch­ließend Stel­lung zu neh­men. Auch die­se Ent­schei­dung lässt sich mit den Erwägun­gen im Be­schluss des BAG vom 06.04.1973 (a.a.O.) be­gründen, wo­nach ei­ne schärfe­re Sank­ti­on nicht ge­bo­ten sei, da der Ar­beit­ge­ber in ei­nem sol­chen Fall nicht be­wusst das Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren miss­ach­tet ha­be, son­dern den im Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Weg zur Klärung, ob der Be­triebs­rat die Zu­stim­mung ver­wei­gern dürfe, be­schrit­ten ha­be.
Ei­ne Möglich­keit, nach Voll­zug ei­ner Ein­stel­lung nachträglich die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zu be­an­tra­gen, sieht das BAG al­ler­dings nicht. Die oben ge­nann­ten Gründe für ei­ne ab­ge­stuf­te Sank­ti­on können hier nicht gel­ten. So hat das BAG in sei­ner Ent­schei­dung vom 20.02.2001 (Az.: 1 ABR 30/00 = EzA Be­trVG 1972 § 99 Nr. 7 Ein­stel­lung) kei­nen Zwei­fel
dar­an ge­las­sen, dass bei Ein­stel­lun­gen un­ter Miss­ach­tung der Mit­be­stim­mungs­rech­te des Be­triebs­ra­tes das Be­trVG an­ders als bei Ein­grup­pie­run­gen kei­ne Möglich­keit eröff­net, die un­ter­las­se­ne Be­tei­li­gung des Be­triebs­ra­tes nach­zu­ho­len. Ei­nen ent­spre­chen­den An­trag des Be­triebs­ra­tes hat es als un­zulässig zurück­ge­wie­sen, da der Be­triebs­rat die Möglich­keit hat, nach § 101 Be­trVG vor­zu­ge­hen. Dem Be­triebs­rat wur­de in die­ser Ent­schei­dung al­len­falls ne­ben der Op­ti­on des § 101 Be­trVG ein­geräumt, al­ter­na­tiv mit ei­nem all­ge­mei­nen Fest­stel­lungs­an­trag über das Be­ste­hen von Mit­be­stim­mungs­rech­ten in ver­gleich­ba­ren Fällen vor­zu­ge­hen. Wenn das Bun­des­ar­beits­ge­richt den An­trag des Be­triebs­ra­tes auf Nach­ho­lung der un­ter­las­se­nen Be­tei­li­gung für un­zulässig hält, kann dies vor dem Hin­ter­grund, dass dem Be­triebs­rat all­ge­mein die Be­fug­nis ein­geräumt wird, auch außer­halb von § 23 Be­trVG vom Ar­beit­ge­ber ein Tun oder Un­ter­las­sen im Rah­men sei­ner be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich re­le­van­ten Hand­lungsmöglich­kei­ten zu ver­lan­gen, nur sei­nen Grund dar­in ha­ben, dass der Ar­beit­ge­ber recht­lich gar nicht in der La­ge ist, mit der vom Be­triebs­rat gewünsch­ten Hand­lung den be­triebs­ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zu­stand zu be­sei­ti­gen. Des­halb gibt es nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer nach der Recht­spre­chung des BAG auch kein zulässi­ges Ge­gen­an­trags­recht des Ar­beit­ge­bers im Ver­fah­ren nach § 101 Be­trVG. Die­ser kann sich we­der mit dem Ein­wand zur Wehr set­zen, es bestünde gar kein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­grund, noch kann er hilfs­wei­se im Ver­fah­ren nach § 101 den An­trag auf ge­richt­li­che Er­set­zung der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zu der un­zulässig vor­ge­nom­me­nen Maßnah­me be­an­tra­gen (BAG, Be­schluss vom 18.07.1978 – Az.: 1 ABR 43/75 – AP Nr. 1 zu § 101 Be­trVG). In die­sem Sin­ne hat das BAG wei­ter ent­schie­den, dass ein An­trag des Be­triebs­rats nach § 101 Be­trVG auf Auf­he­bung ei­ner oh­ne sei­ne Zu­stim­mung durch­geführ­ten Ver­set­zung nicht da­durch un­be­gründet wird, dass der Grund, auf den der Be­triebs­rat sei­ne Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rung gestützt hat, im Lau­fe des Auf­he­bungs­ver­fah­rens wegfällt (BAG Be­schluss vom 20. No­vem­ber 1990 – Az.: 1 ABR 87/89 – EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 57 = AP Nr. 47 zu § 118 Be­trVG 1972). Das­sel­be gilt nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer für Ver­set­zun­gen.
Das Ver­fah­ren nach §§ 99, 100 Be­trVG kann nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer schon des­we­gen nicht mit hei­len­der Wir­kung nach­ge­holt wer­den, weil die oh­ne Be­tei­li­gung des Be­triebs­rats voll­zo­ge­ne Maßnah­me kei­ne vorläufi­ge mehr sein kann. Sie ist viel­mehr ei­ne endgülti­ge Maßnah­me (GK zum Be­trVG 7. Auf­la­ge § 101, Anm. 4). Ei­ne ge­richt­li­che Ent­schei­dung, die die nachträglich be­an­trag­te Zu­stim­mung des Be­triebs­rats er­set­zen und die Dring­lich­keit der vorläufi­gen Maßnah­me fest­stel­len soll, geht in­so­weit ins Lee­re. Auch ei­ne Fest­stel­lung, dass die voll­zo­ge­ne und da­mit endgülti­ge Maßnah­me vorläufig hätte durch­geführt
wer­den können, weil sie drin­gend er­for­der­lich ge­we­sen wäre, ver­bie­tet sich. Ei­ne ent­spre­chen­de ge­richt­li­che Ent­schei­dung würde ei­nen gra­vie­ren­den Ge­set­zes­ver­s­toß nachträglich sank­tio­nie­ren. Für das Ver­fah­ren nach § 103 Abs. 3 Be­trVG, das struk­tu­rell dem nach § 99 Be­trVG durch­zuführen­den Ver­fah­ren gleicht, kann nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer nichts an­de­res gel­ten.
Die nach dem Ge­setz ge­ge­be­ne Rechts­fol­ge nötigt dem Ar­beit­ge­ber nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer kei­ne un­zu­mut­ba­ren Be­las­tun­gen ab. Er hat es in der Hand, noch während des vom Be­triebs­rat an­ge­streng­ten Ver­fah­rens nach § 101 Be­trVG die un­zulässi­ge per­so­nel­le Maßnah­me auf­zu­he­ben. Da­mit er­le­digt er das Auf­he­bungs­ver­fah­ren. Die Maßnah­me er­neut ein­zu­lei­ten, hin­dert ihn Nichts (vgl. LAG Frank­furt a.a.O.).
b) Der Um­stand, dass die recht­li­che Qua­lität der streit­ge­genständ­li­chen Maßnah­men als Ver­set­zung im be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Sinn (§ 95 Abs. 3 Be­trVG) zum Teil als zwei­fel­haft an­ge­se­hen wer­den kann, ändert am hier ge­fun­de­nen Er­geb­nis nichts.
Die ein­zi­ge Per­so­nen­grup­pe, bei der ein­deu­tig und un­zwei­fel­haft ei­ne Ver­set­zung vor­liegt, ist die der kaufmänni­schen Mit­ar­bei­ter, de­ren Ar­beits­platz re­al nach H. ver­la­gert wor­den ist. Die­se sind aber nicht Ge­gen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens.
Der Vor­trag der An­trag­stel­le­rin­nen im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren gibt durch­aus An­lass, darüber nach­zu­den­ken, ob die Um­set­zung der Re­struk­tu­rie­rung ih­rer Un­ter­neh­men für al­le im An­trag ge­nann­ten Mit­ar­bei­ter ei­ne Ver­set­zung im Sin­ne von § 95 Abs. 3 Be­trVG dar­stellt. Die An­trag­stel­le­rin­nen hat­ten im Ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt 7 BV 21/03 den Stand­punkt ver­tre­ten, durch die Neu­zu­ord­nung der Mit­ar­bei­ter im Rah­men des In­ter­es­sen­aus­gleichs ände­re sich für die­se nichts. Dies ist in Be­zug auf die Mon­teu­re der An­trag­stel­le­rin zu 1) und die Ser­vice­tech­ni­ker der An­trag­stel­le­rin zu 2) durch­aus nach­voll­zieh­bar. Sie ver­rich­ten die­sel­be Tätig­keit in ih­rem bis­he­ri­gen räum­li­chen Be­reich. Zum Teil hat sich le­dig­lich die Per­son ih­rer Vor­ge­setz­ten geändert, zum Teil aber auch nicht. Die Ar­beits­grup­pen wur­den le­dig­lich teil­wei­se um Per­so­nen er­wei­tert, die bis­lang an­de­re Be­rei­che mit Zu­ord­nung zu an­de­ren Stand­or­ten ab­ge­deckt ha­ben und die die­se Be­rei­che auch wei­ter­hin be­treu­en.
Für die Ver­triebs­grup­pe gilt Ähn­li­ches. Die je­wei­li­gen Lei­ter der un­ter­schied­li­chen Tätig­keits­grup­pen wer­den le­dig­lich or­ga­ni­sa­ti­ons­tech­nisch dem Stand­ort H. zu­ge­ord­net. Teil­wei­se wa­ren sie das schon, teil­wei­se wa­ren sie der Zen­tra­le der An­trag­stel­le­rin zu 1) zu-
ge­ord­net, teil­wei­se dem bis­he­ri­gen Stand­ort Han­no­ver. In­so­fern spricht Ei­ni­ges dafür, dass die Neu­struk­tu­rie­rung nach den Ver­ein­ba­run­gen im In­ter­es­sen­aus­gleich le­dig­lich Ände­run­gen im Or­ga­ni­gramm - das heißt auf dem Pa­pier - mit sich ge­bracht hat. Le­dig­lich die Überführung un­ter an­de­rem der Grup­pen­lei­ter in mo­bi­le Te­le­ar­beit dürf­te ein­deu­tig we­gen der doch er­heb­li­chen Ände­run­gen der Ar­beits­umstände den Ver­set­zungs­be­griff des Be­trVG ausfüllen.
Die Be­haup­tung der An­trag­stel­le­rin­nen, die Mit­glie­der der ein­zel­nen Tätig­keits­grup­pen würden von H. aus ge­steu­ert, kann die Be­schwer­de­kam­mer nicht nach­voll­zie­hen. Un­strei­tig ist, dass es wei­ter­hin Grup­pen­lei­ter gibt. Dass die­se, wie der Be­triebs­rat be­haup­tet, wei­sungs­be­fugt sind, ha­ben die An­trag­stel­le­rin­nen nicht be­strit­ten. Rich­tig al­lein ist, dass die Vor­ge­setz­ten der un­ter­schied­li­chen Tätig­keits­grup­pen ei­nen Te­le–Ar­beits­platz in­ne­ha­ben und or­ga­ni­sa­to­risch H. zu­ge­wie­sen sind. Un­strei­tig ist aber auch, dass sie ih­re Tätig­keit von B. aus ver­rich­ten.
Aus al­le­dem kann die Be­schwer­de­kam­mer aber nicht die Kon­se­quenz zie­hen, die Anträge der An­trag­stel­le­rin­nen für al­le - oder ein­zel­ne im An­trag ge­nann­ten Mit­ar­bei­ter - mit der Be­gründung, es hand­le sich nicht um mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Maßnah­men, zurück­zu­wei­sen, da sie sich an die rechts­kräfti­ge Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Bre­men vom 19.11.2003 ge­bun­den sieht. Ände­run­gen, die ei­ne ab­wei­chen­de Neu­be­ur­tei­lung ermöglich­ten, sind nicht er­sicht­lich. So­mit gel­ten die Ausführun­gen un­ter Zif­fer II. 2. a) für al­le im An­trag ge­nann­ten Mit­ar­bei­ter.
c) Die Be­schwer­de­kam­mer hat ge­prüft, ob die An­trag­stel­le­rin­nen sich nicht ge­genüber dem Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bre­men vom 19.11.2003 dar­auf be­ru­fen können, dass ei­ne Auf­he­bung der Maßnah­men we­gen der von ihr recht­lich als Be­triebs­still­le­gung be­trach­te­ten Re­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men nicht mehr möglich oder wirt­schaft­lich un­zu­mut­bar ist.
Die An­trag­stel­le­rin­nen können sich nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer je­doch nicht dar­auf be­ru­fen, dass sie den bis­he­ri­gen Bre­mer Be­trieb still­ge­legt ha­ben. Ei­ne Be­triebs­still­le­gung ist dann ge­ge­ben, wenn auf Ba­sis ei­nes ernst­li­chen und endgülti­gen Be­schlus­ses des Ar­beit­ge­bers die Be­triebs- und Pro­duk­ti­ons­ge­mein­schaft zwi­schen ihm und den Ar­beit­neh­mern für ei­ne ih­rer Dau­er nach nicht un­er­heb­li­che Zeit auf­ge­ge­ben wird (Däubler/Kitt­ner/Kle­be Be­trVG 9. Auf­la­ge § 111 An­mer­kung 35 mit wei­te­ren Recht­spre­chungs-
nach­wei­sen).
Die hier zu be­ur­tei­len­den Maßnah­men führen nicht zu ei­ner Be­triebs­still­le­gung.
Der Ar­beit­ge­ber be­steht hier aus zwei Un­ter­neh­mern, der An­trag­stel­le­rin zu 1) und der An­trag­stel­le­rin zu 2). Bei­de ge­mein­sam be­trei­ben - un­tech­nisch be­trach­tet - ein ein­heit­li­ches Geschäft: den Ver­trieb, die In­stal­la­ti­on und War­tung von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­la­gen. Ob die An­trag­stel­le­rin­nen die­ses am bis­he­ri­gen Stand­ort in Form ei­nes ge­mein­sa­men Be­triebs tun, mag frag­lich sein. Die oben ge­nann­ten Geschäfts­auf­ga­ben gehören in­halt­lich je­den­falls zu­sam­men. Die An­trag­stel­le­rin zu 1) und die An­trag­stel­le­rin zu 2) sind aus dem­sel­ben Un­ter­neh­men her­vor­ge­gan­gen. Be­triebs­or­ga­ni­sa­to­risch kann man Ver­trieb und Mon­ta­ge auf der ei­nen Sei­te und War­tung auf der an­de­ren Sei­te si­cher­lich tren­nen, auch wenn sich in der be­trieb­li­chen Pra­xis zahl­rei­che durch die Auf­ga­ben­stel­lung der Be­rei­che vor­ge­ge­be­ne Ko­ope­ra­ti­ons­zwänge er­ge­ben.
Ob aber die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur des Ver­triebs, der Mon­ta­ge und der ser­vice­tech­ni­schen Ver­sor­gung des Bre­mer Raums durch bei­de An­trag­stel­le­rin­nen ei­nen ein­heit­li­chen Be­trieb im Sin­ne von § 1 Abs. 1 Be­trVG er­gibt, er­scheint dis­kus­si­onswürdig - zu­mal un­strei­tig ist, dass mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten von den An­trag­stel­le­rin­nen nicht durch Bre­mer Mit­ar­bei­ter ent­schie­den wur­den, son­dern in H. , H. oder F. -, kann aber aus zwei­er­lei Gründen da­hin­ste­hen: Zum ei­nen ist die Wahl, aus der der An­trags­geg­ner - Be-triebs­rat - her­vor­ge­gan­gen ist, nicht er­folg­reich an­ge­foch­ten wor­den, zum an­de­ren wäre zu­min­dest ein Be­triebs­teil im Sin­ne von § 4 Ab­satz 1, Num­mer 1 Be­trVG an­zu­neh­men.
Geht man von dem Bild aus, dass die An­trag­stel­le­rin­nen von der Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur vor der Neu­struk­tu­rie­rung ge­schil­dert ha­ben, stellt man fest, dass ein­zel­ne im Bre­mer Raum tätig wer­den­de Ar­beits­grup­pen or­ga­ni­sa­to­risch an­de­ren Stand­or­ten zu­ge­ord­net wa­ren. Ob über­haupt ei­ne ge­mein­sa­me Lei­tung al­ler Tätig­keits­fel­der am Stand­ort B. ge­ge­ben war, wird aus dem Vor­trag der An­trag­stel­le­rin­nen nicht ein­deu­tig klar.
Die Re­struk­tu­rie­rung nach den Ver­ein­ba­run­gen im In­ter­es­sen­aus­gleich ha­ben ei­ne kla­re, mess­ba­re Verände­rung, die sich auf die bis­he­ri­ge be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Ein­heit im Raum B. aus­wir­ken könn­te, nur in­so­fern er­ge­ben, als ab 31.03.2005 die kaufmänni­sche Ab­tei­lung nach H. ver­la­gert wor­den ist. Die­se Verände­rung ist aber be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich oh­ne Be­lang. Sie be­trifft 12 Per­so­nen von ins­ge­samt 72 im Bre­mer Stand­ort
bis­lang Täti­gen. Sie tan­giert we­der die Amts­zeit des Be­triebs­ra­tes noch die Qua­lität des Stand­or­tes B. als be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Ein­heit, die zu­min­dest durch die Wahl im Jah­re 2002 be­gründet wor­den ist.
Die Um­wid­mung der be­trieb­li­chen Räume in der Großen Sor­til­li­en­s­traße ent­spre­chend dem In­ter­es­sen­aus­gleich in ein Kun­den­cen­ter, dem or­ga­ni­sa­to­risch kei­ne Mit­ar­bei­ter zu­ge­ord­net sind, hat de fac­to kei­ne kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen auf die Ak­ti­vitäten der An­trag­stel­le­rin­nen in der Re­gi­on B. . Al­le im An­trag der An­trag­stel­le­rin­nen auf­geführ­ten Mit­ar­bei­ter sind im sel­ben Be­reich wei­ter­hin tätig. Wie die An­trag­stel­le­rin­nen auch einräum­en, sind Außen­dienst­mit­ar­bei­ter zu 20% im Kun­den­zen­trum "sta­ti­onär" tätig ge­we­sen. Die dort ver­rich­te­ten Ar­bei­ten sind - so­weit er­sicht­lich - nicht zwin­gend an be­stimm­te Räum­lich­kei­ten ge­bun­den. Prägend für die­se Tätig­keit ist nicht der Ort, an dem sie ver­rich­tet wer­den, son­dern das Ar­beits­mit­tel: der PC be­zie­hungs­wei­se Lap­top.
Dass später das Kun­den­cen­ter nach S. ver­legt wur­de - die An­trag­stel­le­rin­nen wol­len die dor­ti­gen Räum­lich­kei­ten gar nicht so be­zeich­nen - ist un­er­heb­lich, da es, wie ge­sagt, für die Art der in der Bre­mer Re­gi­on zu ver­rich­ten­de Tätig­keit des Ver­trie­bes, der Mon­ta­ge und des Ser­vices nicht auf die Räum­lich­kei­ten, son­dern auf die Ar­beits­mit­tel und die Ar­beits­auf­ga­be, die in der Re­gel beim Kun­den zu er­le­di­gen ist, an­kommt.
Ins­ge­samt drängt sich der Be­schwer­de­kam­mer der Ein­druck auf, die Um­set­zung der Maßnah­men des In­ter­es­sen­aus­glei­ches hätten zwar da­zu geführt, dass die bis­he­ri­ge be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Ein­heit, der Be­trieb B. , we­ni­ger als zu­vor als ge­mein­sa­mer, ein­heit­li­cher Be­trieb an­zu­se­hen ist als vor­her. Die Ände­run­gen sind zwar nicht so ein­schnei­dend, dass dar­aus ein En­de der zu­min­dest durch Wahl ge­bil­de­ten be­trieb­li­chen Ein­heit an­zu­neh­men ist.
Selbst wenn es be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich kei­nen Be­trieb in B. mehr ge­ben soll­te, blei­ben aber zu­min­dest, dar­in ist dem Be­triebs­rat Recht zu ge­ben, ein Be­triebs­teil oder Be­triebs­tei­le be­ste­hen. In­so­weit hilft der Ver­weis der An­trag­stel­le­rin­nen auf den Be­schluss des BAG vom 28. Ju­ni 1995 (Az.: 7 ABR 59/94 = NZA 1996, 276) nicht wei­ter. Im Übri­gen kann die­sem Be­schluss nicht ent­nom­men wer­den, dass bei Be­trie­ben, de­ren Tätig­keits­schwer­punkt in der Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen beim Kun­den liegt, zwin­gend ein Be­trieb im Sin­ne ei­nes um­grenz­ten Raums be­ste­hen muss, in dem die­sem Raum zu­ge­ord­ne­te Ar­beit­neh­mer auch Tätig­kei­ten ver­rich­ten.
Vor die­sem Hin­ter­grund be­las­tet die An­trag­stel­le­rin­nen die An­for­de­rung des Be­trVG, ih­re be­triebs­ver­fas­sungs­wid­rig voll­zo­ge­nen Maßnah­men auf­zu­he­ben, be­vor sie den in §§ 99/100 Be­trVG vor­ge­se­he­nen Weg be­schrei­tet, nicht un­zu­mut­bar. Die Auf­he­bung der streit­ge­genständ­li­chen Maßnah­me hat al­len­falls Fol­gen für die vom In­ter­es­sen­aus­gleich vor­ge­se­he­ne be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Neu­zu­ord­nung der Mit­ar­bei­ter. Le­dig­lich in Be­zug auf die Auf­he­bung der Zu­wei­sung zur mo­bi­len Te­le­ar­beit mag es zu Schwie­rig­kei­ten kom­men, die aber der Be­schwer­de­kam­mer nicht unüber­wind­bar er­schei­nen, zu­mal der Be­triebs­rat im Rah­men die­ses Ver­fah­rens hier­ge­gen nichts ein­zu­wen­den hat­te. Dass sie die­sen Schritt bis­lang nicht voll­zo­gen hat, mag - so ver­mu­tet die Be­schwer­de­kam­mer - dar­an lie­gen, dass die An­trag­stel­le­rin­nen sich durch die im In­ter­es­sen­aus­gleich ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen ge­bun­den fühlen. Die­ser legt aus­drück­lich fest, dass die den Kun­den­cen­tern be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich kei­ne Mit­ar­bei­ter zu­ge­ord­net wer­den. Dies ist al­ler­dings durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung recht­lich nicht möglich, da die Ar­beits­verhält­nis­se un­strei­tig von Ta­rif­verträgen er­fasst wer­den (§ 3 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 3 Abs. 1 Zif­fer 1 Be­trVG).
Die Be­schwer­de­kam­mer hat die Rechts­be­schwer­de we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung zu­ge­las­sen.
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