Source: https://www.gemeinsam-gegen-spielmanipulation.de/de/index.html
Timestamp: 2019-05-21 04:59:01
Document Index: 133109212

Matched Legal Cases: ['§ 265', '§ 265', '§ 1', '§ 6', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 44', '§ 17', '§ 6', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 265', '§ 265', '§ 265', '§ 265', '§ 1', 'Art. 6']

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Fußball soll fair, attraktiv, ehrlich und spannend sein. Fußball kann aber nur dann spannend sein, wenn niemand vorher weiß, was in den 90 oder mehr Minuten eines Spiels passieren wird. Nur wenn das so bleibt, kann Fußball auch weiterhin Woche für Woche Millionen Menschen in den Stadien, auf den Sportplätzen und an den Bildschirmen begeistern.
Die Unbeeinflussbarkeit des Spiels und die Unvorhersehbarkeit seines Verlaufs und Ausgangs sind daher der Kern des sportlichen Wettbewerbs, den es unbedingt zu schützen gilt.
Spielmanipulationen gefährden die Integrität des Wettbewerbs und untergraben die Glaubwürdigkeit des Sports, der Spieler und der Schiedsrichter. Sie zerstören einen fairen sportlichen Wettkampf.
DFB und DFL sind sich seit langem ihrer Verantwortung bewusst, die Integrität des Wettbewerbs vor den Gefahren, die von Spielmanipulation ausgehen, zu schützen. Bereits 2010 haben sie mit dem Start des Projekts "Gemeinsam gegen Spielmanipulation - Spiel kein falsches Spiel!" ihre Präventionsmaßnahmen gebündelt und auf vier verschiedene Säulen gestellt. Ziel des Projekts ist es, alle, die im Fußballbereich aktiv sind, frühzeitig und vorbeugend über die von Spielsucht und Spielmanipulationen ausgehenden Gefahren zu informieren und aufzuklären.
Während zu Beginn vor allem die Nachwuchsspieler im Mittelpunkt der Information und Aufklärung standen, wurden die Maßnahmen im Kampf gegen Spielmanipulation im Laufe der Zeit verstärkt und die Schulungspflicht seit der Saison 2017/2018 auch auf Lizenzmannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga ausgeweitet.
Grundsätzlich sind zwei Arten von Spielmanipulation zu unterscheiden: Die rein sportbezogene und die wettbezogene Manipulation.
Bei der sportbezogenen Manipulation geht es um die wettbewerbswidrige Einflussnahme auf den Verlauf bzw. den Ausgang eines berufssportlichen Wettbewerbs zugunsten des Gegners, um sich oder anderen einen Vorteil zu verschaffen. Ausgenommen sind Handlungen, mit denen ausschließlich ein spielbezogener sportlicher Vorteil angestrebt wird (z.B. absichtliches Foulspiel). Diese können aber als unsportliches Verhalten nach der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sanktioniert werden.
Die Motive für eine sportbezogene Manipulation können sportlicher Natur (z.B. Aufstieg, Nichtabstieg, Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb, leichterer nächster Gegner als Folge eines absichtlich verlorenen Spiels) oder auch finanzieller Natur sein. Es besteht jedoch kein Bezug zu einer Wette. Sportbezogene Spielmanipulationen sind nicht nur sportverbandsrechtlich sanktionierbar, sondern können auch eine Straftat nach § 265d StGB sein. Nähere Informationen zu den relevanten Rechtsgrundlagen gibt es hier.
Rein sportbezogene Spielmanipulationen stellen jedoch nicht das größte Problem dar. Die weitaus größere Gefahr kommt nicht aus der Welt des Fußballs. Sie geht vielmehr von Netzwerken organisierter Kriminalität außerhalb des Fußballs aus, die versuchen, Spieler, Schiedsrichter, Trainer oder Funktionäre dazu zu bringen, Spiele zu manipulieren, um damit auf dem Wettmarkt große Gewinne zu erzielen. Hierfür nehmen sie all diejenigen ins Visier, die den Verlauf eines Spiels direkt oder indirekt beeinflussen können, und üben zum Teil erheblichen Druck auf diese Personen aus. Eine derartige Einflussnahme auf den Verlauf bzw. den Ausgang eines Spiels, um Gewinne mit entsprechend getätigten Wetteinsätzen zu erzielen, wird als wettbezogene Manipulation bezeichnet und ist als Sportwettbetrug nach § 265d StGB strafbar.
Grundsätzlich kann jede Sportart und jede Spielklasse betroffen sein. Da in Deutschland mit Abstand die meisten Sportwetten auf Fußballspiele platziert werden, ist hier auch die größte Vorsicht geboten. Aus diesem Grund wird die Prävention von Spielmanipulation vom DFB und von der DFL gemeinsam für den deutschen Fußball sehr ernst genommen.
Die weltweite Popularität des Fußballs wird von Sportwettanbietern für eigene Geschäftszwecke genutzt. Der Markt für Sportwetten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und mittlerweile ein Milliardengeschäft. Wetten auf Fußballspiele sind besonders beliebt. Für Wettanbieter ist es z.B. nicht unüblich, für alle Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga bis zu zehn verschiedene Pre-Match Wetten anzubieten - also Wetten, die bereits im Vorfeld des Spiels abgeschlossen werden können. Inzwischen werden mit Wetten auf den deutschen Fußball weltweit etwa 40 Mrd. Euro pro Saison umgesetzt.
Wichtig ist, dass es nach § 1 Nr. 2 und 3 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB Spielern, Trainern, Funktionsträgern und Schiedsrichtern untersagt ist, Wetten auf Spiele der eigenen Mannschaft oder auf Spiele der Wettbewerbe, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt, zu platzieren. Dies gilt auch für Wetten auf Spiele oder Wettbewerbe, an denen andere Mannschaften des eigenen Clubs teilnehmen (z.B. Jugendmannschaften, Zweite Mannschaften). Darüber hinaus darf man auch Dritte (z.B. Familie, Freunde oder Bekannte) nicht darum bitten, solche Wetten für einen selbst abzuschließen. Des Weiteren ist nach dem Jugendschutzgesetz das Wetten (und alle anderen Arten von Glücksspielen) für alle unter 18-Jährigen verboten.
Wie hängen Glücksspielsucht und Spielmanipulation zusammen? Menschen, die an Glücksspielen teilnehmen, werden zwar nicht sofort spielsüchtig. Doch es kann vorkommen, dass jemand nach den ersten Gewinnen denkt, das Glück im Griff zu haben, vielleicht sogar ein besonderes Können oder Wissen zu besitzen, als Fußballer insbesondere bei Fußballwetten. Das ist natürlich nur eine Illusion. Fußballwetten im Besonderen und Sportwetten im Allgemeinen sind und bleiben Glücksspiele. Hat man erst einmal Geld verloren, besteht die Gefahr, Einsätze zu erhöhen, häufiger zu spielen, vielleicht sogar noch mit geliehenem Geld. So können Schulden und Abhängigkeiten entstehen.
Die Wenigen, die den Fußball und die Fußballwetten zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchen, indem sie ein Sportereignis manipulieren, wissen das. Für einen Wettbetrug benötigen sie immer jemanden innerhalb des Fußballs, den sie einbeziehen müssen, um zum Beispiel das gewünschte Spielergebnis zu erreichen. Als Gegenleistung wird Geld versprochen oder auch Spielschulden zu erlassen. Die Aussicht darauf mag zwar verlockend sein. Doch wer sich auf ein solches Angebot einlässt, wird selbst zum Spielball und Verlierer. Es entsteht ein Teufelskreis. Um ihn zu durchbrechen, ist Hilfe von außen notwendig.
Der Fußball hat die aus der Manipulation von Wettbewerben resultierenden Gefahren frühzeitig erkannt. Bereits im Jahr 2010 hat die DFL mit Unterstützung der Organisation Transparency International Deutschland e.V. das Projekt „Transparenz und Integrität im Fußball“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war es, konkrete Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung von Spielmanipulationen und anderer Unregelmäßigkeiten im Fußballspielbetrieb zu entwickeln und umzusetzen. Damit sollte insbesondere die Glaubwürdigkeit des sportlichen Wettbewerbs geschützt werden.
Im Jahr 2012 haben DFL und DFB ihre Aktivitäten unter dem Titel „Gemeinsam gegen Spielmanipulation – Spiel kein falsches Spiel“ zusammengeführt und auf dieser Grundlage fortan weiterentwickelt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt darin, Spieler, aber auch Trainer, Schiedsrichter, Clubmitarbeiter, Funktionäre sowie Angehörige frühzeitig und vorbeugend über die Gefahren, die von Spielsucht und Spielmanipulationen ausgehen, zu informieren.
Die unter dem Titel „Gemeinsam gegen Spielmanipulation“ gebündelten Maßnahmen des organisierten Fußballs basieren auf vier Säulen:
DFB und DFL haben ein umfassendes Schulungs- und Informationsprogramm entwickelt, das sich zunächst vor allem an Nachwuchsspieler richtete. Seit der Spielzeit 2014/15 sind die Leistungszentren der Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga verpflichtet, ab der Altersklasse U16 jährliche Schulungen zur Prävention von Spielsucht und Spielmanipulation durchzuführen und dies gegenüber der DFL nachzuweisen.
Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 sind auch die Lizenzmannschaften aller 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga dazu verpflichtet, einmal pro Saison an einer Schulung zur Prävention von Spielmanipulation teilzunehmen. Dies stellt – wie bei den Leistungszentren – eine Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb dar. Die Schulungen bei den Lizenzmannschaften werden im Auftrag der DFL einheitlich durch die Sportradar AG durchgeführt.
Ergänzend zu den Schulungsmaßnahmen wurden eine App und ein E-Learning-Tutorial entwickelt. Über die DFL Integrity App können Meldungen über Unregelmäßigkeiten direkt an den Ombudsmann gesendet werden. Die App ist kostenlos in den App-Stores verfügbar. Das E-Learning-Tutorial ist ausschließlich den Spielern der Lizenzmannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie der Nachwuchsmannschaften vorbehalten und nur über einen entsprechenden Log-in-Bereich zugänglich. Innerhalb des E-Learning Tutorials wird detailliert über die wichtigsten Verhaltensregeln, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Konsequenzen aufgeklärt.
DFL und DFB haben vielfältige Vorschriften in ihre Regelwerke und Vertragsdokumente aufgenommen, die eine regulatorische Grundlage für die Bekämpfung von Spielmanipulation bilden. Das betrifft zum einen Vorgaben für die Lizenzierung (z.B. die Schulungsverpflichtung), zum anderen Verbote und Pflichten (z.B. Verbot von Spielmanipulation, Wettverbot, Verbot der Weitergabe von Insiderwissen, Meldepflicht), die in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB festgelegt sind. Die den Bereich der Spielmanipulation betreffenden Regeln der Rechts- und Verfahrensordnung sind zudem Bestandteil der Arbeitsverträge für Lizenz- und Vertragsspieler sowie der Förderverträge für Nachwuchsspieler.
Nähere Informationen zu den relevanten Rechtsgrundlagen gibt es hier.
Eine der ersten und wichtigsten Präventionsmaßnahmen war die Ernennung eines Ombudsmannes im Jahr 2011. Der gemeinsame Ombudsmann von DFB und DFL, Rechtsanwalt Dr. Carsten Thiel von Herff, ist ein externer und unabhängiger Ansprechpartner. Er steht Spielern, Trainern, Betreuern und Clubmitarbeitern sowie Schiedsrichtern vertraulich zur Verfügung. Seine wichtigste Aufgabe ist die Entgegennahme von Hinweisen auf (geplante) Spielmanipulationen oder andere Unregelmäßigkeiten im Fußball. Außerdem berät er alle, die im Fußball tätig sind, wie sie mit möglichen Gefährdungssituationen oder Verdachtsmomenten umgehen sollen.
Ein weiterer wesentlicher Baustein der Präventionsmaßnahmen von DFL und DFB ist die Sicherstellung einer flächendeckenden Überwachung des Wettmarkts. Die Verbände arbeiten bereits seit 2005 mit der Sportradar AG zusammen, die DFL und DFB bei der Aufdeckung und Analyse von möglichen sportwettbezogenen Manipulationen unterstützt. Sportradar erfasst die Sportwettangebote und -quoten von über 550 weltweit relevanten Wettanbietern und analysiert auffällige Wettmuster und Quotenveränderungen. Vergleichbare Kooperationen existieren mit zahlreichen nationalen und internationalen Sportverbänden, u.a. mit der FIFA und UEFA, sowie mit anderen Ligen.
Für den Bereich des DFB überwacht Sportradar alle Spiele der Nationalmannschaften, im DFB-Pokal, der 3. Liga, Regionalliga, Oberliga, Frauen-Bundesliga und der A-Junioren-Bundesliga sowie für die DFL sämtliche Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga (einschließlich aller Relegationsspiele) sowie die von Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga durchgeführten Freundschaftsspiele.
Die Rechtsgrundlagen zum Thema Spielmanipulation, aus denen sich Verhaltensregeln und Strafen ergeben, sind sowohl im Verbandsrecht als auch im staatlichen Recht zu finden.
Die verbandsrechtlichen Regelungen sind in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB verankert. Geregelt sind hier das Verbot von Spielmanipulation (§ 6a Rechts- und Verfahrensordnung des DFB), das Wettverbot (§ 1 Nr. 2 und 3 Rechts- und Verfahrensordnung des DFB), das Verbot der Weitergabe von Insiderwissen (§ 1 Nr. 2 und 3 Rechts- und Verfahrensordnung des DFB) sowie eine Meldepflicht (§ 1 Nr. 2 Rechts- und Verfahrensordnung des DFB).
Verstöße gegen diese Vorschriften stellen ein unsportliches Verhalten dar und werden gemäß § 44 der DFB-Satzung sanktioniert. Als Sanktionen drohen u.a. Sperren und Geldstrafen.
Daneben kann das unsportliche Verhalten eines Einzelnen auch Auswirkungen für das ganze Team haben. Wird bekannt, dass ein Spiel manipuliert wurde, kann der Gegner Einspruch gegen den Spielausgang einlegen. Es kann dann zu einer Wiederholung des Spiels kommen oder dieses Spiel kann zugunsten des Gegners gewertet werden (§§ 17, 17a Rechts- und Verfahrensordnung des DFB).
Unabhängig von den Sanktionen für den Einzelnen oder das Team können Spielmanipulationen aber auch erhebliche Konsequenzen für den Club haben, denn er wird mit einer solchen Manipulation nachhaltig in Verbindung gebracht. Dies beschädigt die Reputation des Clubs langfristig, schreckt Sponsoren ab und schädigt den Club damit finanziell. Außerdem werden sich die Zuschauer und Fans abwenden, wenn sie wissen, dass Spiele manipuliert werden und die Unvorhersehbarkeit des Wettbewerbs nicht mehr gegeben ist.
Verbot von Spielmanipulation
In § 6a der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ist Folgendes geregelt: Wer es, insbesondere als Spieler, Schiedsrichter, Trainer oder Funktionsträger, unternimmt, auf den Verlauf und/oder das Ergebnis eines Fußballspiels und/oder den sportlichen Wettbewerb durch wissentlich falsche Entscheidungen oder andere unbefugte Beeinflussung einzuwirken in der Absicht, sich oder einem anderen einen Vorteil zu verschaffen, macht sich der Spielmanipulation schuldig.
Dies gilt nicht für Spieler, die beim Spiel oder im Zusammenhang mit diesem durch Verletzung einer Fußballregel ausschließlich einen spielbezogenen sportlichen Vorteil anstreben; die Möglichkeit der Bestrafung als unsportliches Verhalten gemäß § 1 Nr. 4 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB (Sportliche Vergehen) bleibt insoweit unberührt.
Es darf also niemals absichtlich sportwidrig ein Spiel oder Spielereignis beeinflusst werden, um sich oder einem anderen einen Vorteil zu verschaffen.
Nach § 1 Nr. 2 und 3 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ist es Spielern, Trainern, Funktionsträgern und Schiedsrichtern untersagt, Wetten auf Spiele der eigenen Mannschaft oder auf Spiele der Wettbewerbe, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt, zu platzieren. Dies gilt auch für Wetten auf Spiele oder Wettbewerbe, an denen andere Mannschaften des eigenen Clubs teilnehmen (z.B. Jugendmannschaften, Zweite Mannschaften). Darüber hinaus darf man auch Dritte (z.B. Familie, Freunde oder Bekannte) nicht darum bitten, solche Wetten für einen selbst abzuschließen.
Verbot der Weitergabe von Insiderwissen
Gemäß § 1 Nr. 2 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sind Spieler, Trainer, Funktionsträger und Schiedsrichter verpflichtet, sich auf Sportwetten beziehende, nicht allgemein zugängliche Informationen oder ihr Sonderwissen Dritten nicht zur Verfügung zu stellen.
Unter Insiderwissen versteht man Informationen, über die jemand gerade aufgrund seiner Funktion als Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Clubmitarbeiter, etc., verfügt und die nicht öffentlich bekannt sind. Das können beispielsweise Informationen über einen Stammspieler sein, der am nächsten Spieltag nicht eingesetzt wird, oder andere Informationen über Mannschaftsaufstellungen, Taktik, die Finanzlage des eigenen Clubs oder Schiedsrichteransetzungen.
Diese Insiderinformationen dürfen Dritten nicht zugänglich gemacht werden. Deshalb ist vor allem in sozialen Netzwerken, aber auch in Gesprächen mit Familie und Freunden, absolute Verschwiegenheit geboten.
Spieler, Trainer, Funktionsträger und Schiedsrichter sind verpflichtet, es unverzüglich zu melden, wenn ihnen von dritter Seite die Manipulation eines Spiels ihres oder eines anderen Vereins gegen Geld oder andere Vorteile angeboten wird (§ 1 Nr. 2 und 3 Rechts- und Verfahrensordnung des DFB). Dies gilt unabhängig davon, ob der Spieler, Trainer, Funktionsträger oder Schiedsrichter Geld oder andere Vorteile angenommen oder abgelehnt bzw. die Manipulation zugesagt oder nicht zugesagt hat.
Darüber hinaus unterliegt die Kenntnis jedes Verstoßes gegen das Verbot von Spielmanipulation, das Wettverbot sowie das Verbot der Weitergabe von Insiderwissen der Meldepflicht – selbst wenn der jeweilige Spieler, Trainer, Funktionsträger oder Schiedsrichter mit den einzelnen Vorfällen nichts zu tun hat.
Der Meldepflicht kann nachkommen werden, indem unverzüglich der DFB oder der Ombudsmann kontaktiert wird. Es gibt verschiedene Kanäle, einen Vorfall zu melden.
Nach staatlichem Recht können Spielmanipulationen – mit und ohne Wettbezug – eine Straftat darstellen.
In § 265c des Strafgesetzbuchs ist der Straftatbestand des Sportwettbetrugs geregelt. Danach machen sich Sportler, Trainer oder Personen mit vergleichbarer Stellung strafbar, wenn sie einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordern, sich versprechen lassen oder entgegennehmen, dass sie den Verlauf oder das Ergebnis eines Wettbewerbs des organisierten Sports beeinflussen und infolgedessen ein rechtswidriger Vermögensvorteil durch eine auf diesen Wettbewerb bezogene öffentliche Sportwette erlangt wird. Ob das fragliche Handeln regelwidrig ist oder nicht, ist nicht von Belang. Daher kann sich ein Spieler z.B. strafbar machen, wenn er verspricht, gegen die Gewährung eines Vorteils deutlich unter seinem Leistungsvermögen zu bleiben und z.B. das Erzielen eines Gegentores durch eine schwache Verteidigung zu unterstützen.
In § 265d des Strafgesetzbuchs werden Manipulationen im Sport unter Strafe gestellt, auch wenn diese keinerlei Verbindung zu einer Sportwette haben. Anders als der Tatbestand des Sportwettbetrugs setzt § 265d StGB eine wettbewerbswidrige Beeinflussung des Verlaufs oder des Ergebnisses voraus. Damit fallen angestrebte „wettbewerbsimmanente“ – oder besser: sportwettbewerbstypische – Vorteile aus dem Tatbestand. Außerdem erfasst der Tatbestand nur berufssportliche Wettbewerbe. Ein berufssportlicher Wettbewerb im Sinne dieser Vorschrift ist jede Sportveranstaltung im Inland oder im Ausland,
Abhängig vom konkreten Fehlverhalten steht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren für Sportwettbetrug oder eine Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben im Raum. In besonders schweren Fällen (§ 265e Strafgesetzbuch) droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Schließlich sind die den Bereich der Spielmanipulation betreffenden Regeln der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB auch Bestandteil der Arbeitsverträge für Lizenz- und Vertragsspieler sowie der Förderverträge für Nachwuchsspieler. Das bedeutet, dass Verstöße neben den verbands- und strafrechtlichen Konsequenzen auch Folgen für das Arbeitsverhältnis haben können.
Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Fußballmuseums.
Seit 2011 verfügen DFB und DFL zum Schutz der Integrität des sportlichen Wettbewerbs über einen externen Ombudsmann.
In dieser Funktion steht Dr. Carsten Thiel von Herff den Hinweisgebern bei Anhaltspunkten auf geplante oder verabredete Spielmanipulationen als unabhängiger Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus berät er in Fragen zum Umgang mit möglichen Verdachtsmomenten und Gefährdungssituationen. Hinweise und Informationen können auch anonym mitgeteilt werden. Die vertrauliche Behandlung wird dabei zugesichert. Der Ombudsmann prüft die Hinweise, leitet sie bei Verdachtsmomenten an die Rechtsabteilungen von DFL und DFB weiter und stimmt mit den dort Verantwortlichen das weitere Vorgehen ab.
Dr. Carsten Thiel von Herff ist hauptberuflich als Rechtsanwalt für Compliance, Kartell- und Wettbewerbsrecht tätig. Der ehemalige Schiedsrichter und Trainer im Junioren- und Amateurbereich ist zudem als Ombudsmann für weitere bekannte Unternehmen bestellt und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Präventionsarbeit in den Bereichen Korruption und Spielmanipulation. Im Jahr 2018 wurde er als bester Compliance-Anwalt in Deutschland ausgezeichnet.
Der Ombudsmann ist rund um die Uhr per E-Mail, Telefon oder über die kostenlose Hotline 00800-OMBUDSMANN erreichbar. Das bedeutet, dass man einfach die Buchstaben OMBUDSMANN über die Telefontastatur eingibt und so automatisch die Nummer (0800-6628376266) des Ombudsmanns erhält, da jeder Buchstabe für eine Ziffer auf der Telefontastatur steht. Möchte man bei einem Anruf anonym bleiben, muss zuerst #31# und dann die jeweilige Rufnummer des Ombudsmanns eingetippt werden.
Tel.: +49 521 557333-0
Hotline: 00800-OMBUDSMANN
Alternativ kann der Ombudsmann über die Meldefunktion der DFL Integrity App kontaktiert werden. Die DFL Integrity App kann kostenlos über den entsprechenden App-Store heruntergeladen werden.
Ergänzend zu den Schulungsmaßnahmen wurde neben einer App ein neues E-Learning-Tutorial entwickelt.
Das E-Learning-Tutorial ist ausschließlich den Spielern der Lizenzmannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie den Nachwuchsmannschaften vorbehalten und nur über einen Log-in-Bereich zugänglich.
Jeder Versuch, einen Spieler, Trainer oder Funktionsträger dazu zu bewegen, ein Spiel zu beeinflussen, muss gemäß § 1 Nr. 2 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung unverzüglich dem DFB gemeldet werden. Dieser Meldepflicht kommt ebenfalls nach, wer sich unmittelbar an den Ombudsmann Dr. Carsten Thiel von Herff wendet.
Der Ombudsmann nimmt Hinweise auf geplante oder durchgeführte Spielmanipulationen oder andere Unregelmäßigkeiten im Fußball entgegen und leitet sie nach eingehender Prüfung an die Rechtsabteilung von DFL oder DFB weiter. Die vertrauliche Behandlung der Informationen und Hinweise wird dabei zugesichert.
Einen Vorfall im Zusammenhang mit Spielmanipulation kann man dem Ombudsmann rund um die Uhr über die kostenlose Hotline 00800-OMBUDSMANN melden. Das bedeutet, dass man einfach die Buchstaben OMBUDSMANN über die Telefontastatur eingibt und so automatisch die Nummer (00800-6628376266) des Ombudsmanns erhält, da jeder Buchstabe für eine Ziffer auf der Telefontastatur steht.
Alternativ kann der Ombudsmann postalisch, per E-Mail sowie mobil kontaktiert werden. Um bei einem Anruf anonym zu bleiben, muss zuerst #31# und dann die jeweilige Rufnummer des Ombudsmanns eingetippt werden.
Zusätzlich kann ein Vorfall unkompliziert und anonym über die DFL Integrity App gemeldet werden. Diese kann über den entsprechenden App Store kostenlos heruntergeladen werden.
Bei Fragen zum Thema Spielmanipulation oder um Hinweise auf Spielmanipulationen zu melden, kann man sich jederzeit vertraulich an den Ombudsmann wenden.
Bei Fragen zum Thema Spielsucht kann man sich bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informieren.
Tel.: +49 221 8992-0
Auf www.check-dein-spiel.de findet man Informationen zu Glücksspielen, deren Risiken, sowie Hinweise auf die unterschiedlichen Hilfeangebote.
Schriftliche Informationsmaterialien, besonders die speziellen Angebote zu den Risiken von Sportwetten (Broschüren und Flyer in Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Polnisch und Russisch) sowie die Broschüren und Flyer zur Aufklärung zum Thema Glücksspielsucht für die Zielgruppen der betroffenen Erwachsenen, Jugendlichen und Angehörigen können hier bestellt bzw. heruntergeladen werden.
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