Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/266670,0.html
Timestamp: 2019-09-20 06:35:25
Document Index: 291318751

Matched Legal Cases: ['§223', '§ 224', '§223', '§ 224', '§223', '§ 224', '§223', '§ 224', '§ 224', '§ 223', '§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 224', '§ 224', '§ 223', '§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 223']

Strafrecht: Aufbau §223 I + § 224 I, II StGB ?
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Verfasst am: 27 Jun 2010 - 08:36:34 Titel: Strafrecht: Aufbau §223 I + § 224 I, II StGB ?
Hallo, ich sitze gerade an einem Fall, und ich komme nicht weiter. Ich habe lediglich eine Frage zum Prüfungsaufbau.
Es geht um eine vollendete Körperverletzung, nach der der Täter versuchte schwere Körperverletzung begann.
Ich hatte wie folgt angefangen:
ObjTB des §223 I
SubjTB
und danach habe ich erst den Versuch des § 224 geprüft. Dabei fiel mir jedoch erschreckenderweise auf, dass es sich ja um eine Qualifikation handelt. Somit müsste ich den § 224 ebenfalls im objektiven Tatbestand prüfen. Doch wie baue ich dann den Versuch auf?
Verfasst am: 27 Jun 2010 - 10:13:39 Titel:
Du könntest hier in etwa so prüfen
I.§§ 223 I, 224 I Nr. X
1. ObTB - § 223 (+)
2. ObTB - § 224 (-)
3. SubTB - § 223 (+)
4. RWK und Schuld (+)
5. Ergebnis: § 223 I (+)
II. §§ 223 I, 224 I Nr. X, II, 22
1. Vorprüfung (nach oben I.2. verweisen)
2. Tatentschluss (hier kannst du den SubTB bzgl. § 224 prüfen, den du oben unter I.3. nicht mehr zu prüfen hattest)
4. RWK und Schuld
Alternativ kannst du auch erst § 223 bejahen, dann § 224 anprüfen und im ObjTB rauswerfen und danach § 224, 22 prüfen. Das ist Geschmacksache. Nach meiner Erfahrung sind Korrektoren da gar nicht so kleinlich, solange du nicht etwa den Tatbestand des § 224 nach der Schuld des § 223 prüfst - das wäre mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren.
Verfasst am: 27 Jun 2010 - 10:28:24 Titel:
Vielen vielen Dank, du hast mir sehr geholfen
Verfasst am: 01 Jul 2010 - 00:05:16 Titel:
Es wäre durchaus "mit dem Gesetz zu vereinbaren", erst § 223 komplett durchzuprüfen und dann mit dem Versuch des § 224 weiterzumachen.
Fliegt man bei § 223 in der Rechtswidrigkeit und in der Schuld allerdings schon raus, schneidet man sich natürlich die Prüfung des § 224, 22, 23 I ab, daher ist das klausurtaktisch unklug.
Verfasst am: 01 Jul 2010 - 07:39:03 Titel:
§ 224 im Rahmen des § 223 nach der Schuld zu prüfen, zeigt, dass § 224 wie ein Regelbeispiel verstanden wird und das ist nunmal falsch. Ein solcher Aufbau wurde einer Komilitonin in ihrer Hausarbeit auch als unvertretbar angestrichen.
Natürlich kann man den Versuch des § 224 nach der Bejahung des § 223 gesondert prüfen.
Verfasst am: 02 Jul 2010 - 21:20:47 Titel:
Natürlich kann man § 224 nicht "im Rahmen" des § 223 prüfen, es handelt sich um zwei eigene Tatbestände. Hab ich allerdings auch nicht behauptet;)