Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20332/88
Timestamp: 2019-02-17 06:55:41
Document Index: 384423417

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 309', 'BGH', '§ 11', 'BGH', '§ 651', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', '§ 651', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.10.1989 - VII ZR 332/88 - dejure.org
Zum Schadensersatzanspruch des Reiseveranstalters wegen vertragswidriger Nichteinbeziehung seiner Stornobedingungen in die vermittelten Reiseverträge
Nichtvereinbarung einer Stornopauschale durch Reisebüro
Schadensersatz aus einem Agenturvertrag - Fehlerhafte Vereinbarung allgemeiner Geschäftsbedingungen durch ein Reisebüro - Prositive Vertragsverletzung - Schadensberechnung nach der Differenzmethode - Zulässigkeit pauschalierter Stornogebühren in einem Reisevertrag - Inhaltskontrolle - Vergleich mit gesetzlich normierter Entschädigung - Beweislastverteilung
BGB §§ 651a, 651i
NJW-RR 1990, 114
MDR 1990, 328
WM 1990, 193
Dass sie hierfür 256, 66 EUR, also 91 % des Reisepreises (!) an Stornogebühren zahlen soll, widerspricht den Geboten von Treu und Glauben (vgl. LG Hamburg, NJW 1998, 3281; OLG Nürnberg, NJW 1999, 3128; BGH, NJW-RR 1990, 114-115, dort zu 80%).
Die Klausel verstößt damit gegen § 309 Absatz 1 Nummer 5a BGB und ist, da es sich hierbei um ein Klauselverbot ohne Wertungsmöglichkeit handelt, unwirksam (vgl. BGH, Urteil vom 26.10.1989 - VII ZR 332/88 zu § 11 Nr. 5a AGBG).
Die Darlegungs- und Beweislast trägt der Reiseveranstalter dafür, dass er die Stornopauschalen unter Beachtung dieser Kriterien des Gesetzes berechnet hat, wobei von Durchschnittswerten, deren Berechnung darzulegen ist, ausgegangen werden kann (BGH NJW-RR 1990, 114, 115; OLG Düsseldorf BeckRS 2014, 18499; OLG Rostock BeckRS 2013, 20274;… Staudinger in Staudinger, Neubearbeitung 2011, § 651i Rn. 39;… Tonner in MüKo BGB, 6. Auflage 2012, § 651i Rn. 20, 29;… Ebert in Schulze u.a., 8. Auflage 2014, § 651i Rn. 8).
Der Nachweis, dass dies der Fall ist, obliegt der Beklagten (vgl. BGH, Urteil vom 26.10.1989 - Az.: VII ZR 332/88).
Angemessenheit einer Stornogebühr von 80% des Reisepreises bei Rücktritt am Tag …
Nach der herrschenden Meinung ist ein solches Wahlrecht eines Reiseveranstalters wirksam (BGH NJW-RR 1990, 114, 115; Palandt/Sprau, § 651 i Rd. Nr. 4; a. A. MünchKommBGB/Tonner, § 651 i Rd. Nr. 11).
Dafür hat die Reiseveranstalterin die Darlegungs- und Beweislast (BGH NJW-RR 1990, 114, 115; MünchKommBGB/Tonner, § 651 i Rd. Nr. 27).
Die insoweit darlegungs- und beweisbelastete Beklagte (BGH NJW-RR 1990, 114, Rn. 120 m.w.N.) hat nicht vorgetragen, nach welchen Kriterien sie die Pauschalen konkret berechnet hat.
Der Prozentsatz nach Abs. 3 muss für die in Frage stehende Reiseart unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Aufwendungen und des durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen gewöhnlich möglichen Erwerbs festgesetzt sein (BGH NJW-RR 90, 114).
AG Düsseldorf, 03.03.2010 - 25 C 15888/09
Anspruch eines Reiseteilnehmers gegen einen Reiseveranstalter auf Rückzahlung des …