Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=04.05.2000&Aktenzeichen=IX%20ZR%20142/99
Timestamp: 2019-05-20 01:56:29
Document Index: 276371054

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.05.2000 - IX ZR 142/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,849
BGH, 04.05.2000 - IX ZR 142/99 (https://dejure.org/2000,849)
BGH, Entscheidung vom 04.05.2000 - IX ZR 142/99 (https://dejure.org/2000,849)
BGH, Entscheidung vom 04. Mai 2000 - IX ZR 142/99 (https://dejure.org/2000,849)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2000,849) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 675; EStG §§ 4, 52 Abs. 15 Satz 11 i. d. F. vom 27. Februar 1987
Steuerlicher Berater - Verantwortlichkeit - Beratungsauftrag - Bebauung eines Betriebsgrundstücks - Private Nutzung durch Angehörige - Entnahme aus dem Betriebsvermögen - Aufklärung über Risiken
Zur Verantwortlichkeit eines steuerlichen Beraters, der im Rahmen eines allgemeinen Beratungsauftrags ein Vorhaben "begleiten" soll, zu dem der Mandant das Gutachten eines Steuerspezialisten eingeholt hat
Ständiger Anwalt und Spezialist
Eingabe in der Suchmaske auf der nächsten Seite: Jahrgang 2000, Seite 286
Steuerberatung; Haftung trotz Gutachtens eines Steuerspezialisten
Steuerberaterhaftung wegen unterlassener Hinweispflicht bei Doppelmandatierung in derselben Angelegenheit
NJW 2001, 1141 (Ls.)
NJW-RR 2001, 201
VersR 2001, 1433
WM 2000, 1591
WM 2000, 1592
DB 2000, 2267
Vertraut der Mandant auf eine fehlerfreie Vertragserfüllung durch den später in Anspruch genommenen Berater, muss er sich regelmäßig keinen schuldhaften Schadensbeitrag anrechnen lassen (vgl. BGH…, Urteil vom 14. Juli 1994, aaO; vom 4. Mai 2000 - IX ZR 142/99, WM 2000, 1591, 1595;… Fischer, aaO).
Der Berater, der seine Vertragspflicht zur sachgerechten Beratung verletzt hat, kann deshalb gegenüber dem Schadensersatzanspruch des geschädigten Mandanten nach Treu und Glauben regelmäßig nicht geltend machen, diesen treffe ein Mitverschulden, weil er sich auf die Beratung verlassen und dadurch einen Mangel an Sorgfalt gezeigt habe (BGH, Urteil vom 4. Mai 2000 - IX ZR 142/99, WM 2000, 1591, 1595;… vom 15. April 2010 - IX ZR 189/09, aaO).
Besteht dagegen nicht nur eine einzige verständige Entschlussmöglichkeit, sondern kommen verschiedene Handlungsweisen ernsthaft in Betracht und bergen sämtliche gewisse Risiken in sich, ist für einen Anscheinsbeweis kein Raum (vgl. BGHZ 123, 311, 315 ff; BGH, Urteil vom 4. Mai 2000, aaO, S. 204, und vom 29. November 2001 - IX ZR 278/00 - NJW 2002, 1117, 1120).
Er hat den Mandanten vor etwaigen Fehlleistungen des Spezialisten nur zu warnen, wenn er diese erkennt oder erkennen und zugleich annehmen muß, daß der Mandant die Gefahr möglicherweise nicht bemerkt (BGH, Urt. v. 4. Mai 2000 - IX ZR 142/99, WM 2000, 1591, 1593; v. 19. Juli 2001 - IX ZR 246/00, WM 2001, 1868, 1869).
Insbesondere aber durfte der Beklagte sich auf die für ihn erkennbare Beratung durch den Zeugen Dr. B. als hinzugezogenen Spezialisten solange verlassen, wie er nicht selbst Fehlleistungen bei diesem wahrnehmen und davon ausgehen musste, dass diese die Klägerin nicht bemerken würde (BGH WM 2000 1591, 1593, WM 2001, 1868, 1869).
Er hat den Mandanten vor Fehlleistungen des Spezialisten nur zu warnen, wenn er diese erkennt oder erkennen und zugleich annehmen muß, daß der Mandant die Gefahr möglicherweise nicht erkennt (vgl. BGH, Urt. v. 4. Mai 2000 - IX ZR 142/99, WM 2000, 1591, 1593).