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Timestamp: 2016-10-25 19:08:20
Document Index: 4629005

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'in dubio', 'Art. 105', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 404', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 597', 'BGE', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 459', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 366', 'Art. 3', 'Art. 410', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 391', 'Art. 116', 'Art. 116', 'Art. 116', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 116', 'Art. 116', 'BGE', 'Art. 49', 'BGE', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'Art. 68', 'Art. 64', 'Art. 65']

6B_712/2012 � � Urteil vom 26. September 2013
Diebstahl, Sachbesch�digung etc.; Willk�r, Grundsatz in dubio pro reo; reformatio in peius; Strafzumessung,
A.a.�Das Kollegialgericht Emmental-Oberaargau sprach X._______ am 12. Mai 2011 der Gehilfenschaft zu Diebstahl, Sachbesch�digung und Hausfriedensbruch, des mehrfachen banden- und gewerbsm�ssigen Diebstahls sowie des Versuchs dazu, der mehrfachen Sachbesch�digung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausl�ndergesetz (AuG) sowie das Bet�ubungsmittelgesetz (BetmG) schuldig. Es auferlegte ihm eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten, unter Einbezug der mit Urteil der Pr�fecture du district de Lavaux-Oron vom 7. Februar 2008 ausgesprochenen Geldstrafe von 10 Tagess�tzen, sowie eine Busse von Fr. 200.--. Zudem erkl�rte es die mit Urteil des Kreisgerichts Thun vom 26. Juni 2008 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 20 Monaten f�r vollziehbar. X.________ erhob gegen dieses Urteil Berufung.
A.b.�Das Obergericht des Kantons Bern befand X._______ am 14. Juni 2012 des Diebstahls, des banden- und gewerbsm�ssigen Diebstahls sowie des Versuchs dazu, der mehrfachen Sachbesch�digung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausl�ndergesetz schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten und erkl�rte die Strafe von 20 Monaten gem�ss Urteil des Kreisgerichts Thun vom 26. Juni 2008 f�r vollziehbar. Auf den Widerruf der von der Pr�fecture du district de Lavaux-Oron am 7. Februar 2008 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 10 Tagess�tzen verzichtete es. Der erstinstanzliche Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz und die Busse von Fr. 200.-- erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, ihn vollumf�nglich freizusprechen. Eventualiter sei seine Beteiligung an den Straftaten als Gehilfenschaft zu werten und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Subeventualiter sei die Strafe zu mildern und vom Widerruf abzusehen. Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege.
Das Bundesgericht f�llte sein Urteil in einer �ffentlichen Sitzung.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die vorinstanzliche Beweisw�rdigung. Er bestreitet, an den ihm zur Last gelegten Einbruchdiebst�hlen beteiligt gewesen zu sein. In seiner Eventualbegr�ndung macht er geltend, sein Tatbeitrag sei nur von untergeordneter Bedeutung gewesen.
1.3.�Dem Beschwerdef�hrer werden mit weiteren Tatbeteiligten sechs Einbruchdiebst�hle zur Last gelegt, wobei es in zwei F�llen mangels Beute beim Versuch blieb. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer vor, er habe als "Logistiker" gehandelt und namentlich Fahrzeug und Werkzeuge zur Verf�gung gestellt sowie bei der vorg�ngigen Rekognoszierung der Einbruchsobjekte mitgeholfen. Sie legt dar, gest�tzt auf welche Beweise und Indizien sie zur �berzeugung gelangt, der Beschwerdef�hrer sei an den sechs Einbruchdiebst�hlen beteiligt gewesen, und dies nicht bloss in untergeordneter Stellung. Ihre Beweisw�rdigung ist nicht willk�rlich. Der Beschwerdef�hrer verlangt einen Freispruch in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo. Er wirft der Vorinstanz vor, gewisse Indizien zu Unrecht zu seinen Ungunsten und verbleibende Zweifel an seiner Tatbeteiligung nicht zu seinen Gunsten ber�cksichtigt zu haben. Damit verkennt er, dass das Bundesgericht in Tatfragen nur einschreitet, wenn der vorinstanzliche Entscheid offensichtlich unhaltbar ist. Inwiefern dies der Fall sein k�nnte, zeigt der Beschwerdef�hrer nicht auf. Seine Vorbringen ersch�pfen sich in einer unzul�ssigen appellatorischen Kritik. Darauf ist nicht einzutreten.
1.4.�Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde zudem, soweit der Beschwerdef�hrer in der Eventualbegr�ndung eine falsche rechtliche W�rdigung r�gt und geltend macht, sein Tatbeitrag sei lediglich als Gehilfenschaft zu qualifizieren. Der Beschwerdef�hrer legt seiner R�ge eigene Sachverhaltsfeststellungen zugrunde oder macht auch in diesem Zusammenhang geltend, der vorinstanzliche Sachverhalt sei nicht erstellt. Inwiefern die rechtliche Qualifikation als Mitt�ter ausgehend von den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) falsch sein soll, begr�ndet er nicht.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz habe ihn bez�glich des Einbruchdiebstahls vom 21. Mai 2009 in Verletzung von Art. 391 Abs. 2 StPO wegen Mitt�terschaft verurteilt, obschon erstinstanzlich lediglich ein Schuldspruch wegen Gehilfenschaft ergangen sei. Das Verbot der reformatio in peius sei auch bei einem klar verwerflicheren Schuldspruch verletzt.
2.2.�Die Vorinstanz argumentiert in ihrer Vernehmlassung, das Verbot der reformatio in peius gelte nach der einheitlichen Lehre und Praxis allein f�r die zu verh�ngende Sanktion (act. 17 S. 1).
2.3.1.�Das Berufungsgericht ist, ausser wenn es Zivilklagen beurteilt, nicht an die Antr�ge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO). Dieser Grundsatz wird in zweifacher Hinsicht eingeschr�nkt: Einerseits hat das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte des erstinstanzlichen Urteils zu �berpr�fen (Art. 404 Abs. 1 StPO), anderseits hat es das in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerte Verbot der reformatio in peius zu beachten (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1311). Danach darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person ab�ndern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Das Verbot der reformatio in peius z�hlt nicht zu den verfassungsm�ssigen Rechten und l�sst sich nicht aus der EMRK herleiten (vgl. Urteile 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 4.2; 6B_411/2007 vom 2. November 2007 E. 1.3). Der Grundsatz war jedoch bereits vor Inkrafttreten der StPO in den meisten kantonalen Strafprozessordnungen verankert (vgl. BBl 2006 1311; Gilbert Kolly, Zum Verschlechterungsverbot im schweizerischen Strafprozess, ZStrR 113/1995, S. 296). Die Wirkung des Verschlechterungsverbots war allerdings von unterschiedlicher Tragweite. Die kantonalen Gesetzesbestimmungen sahen zum Teil ausdr�cklich vor, dass sich das Verbot nur auf die Strafe, nicht jedoch auf den Schuldspruch bezog. Andere Kantone pr�zisierten in ihrer Gesetzgebung nicht, was unter einer verbotenen Verschlechterung zu verstehen war (dazu Kolly, a.a.O., S. 309 f. mit Nachweisen; vgl. auch Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005, N. 5 f. S. 478). In diesen Kantonen wurde teilweise die Meinung vertreten, das Verbot der reformatio in peius sei auch bei einer schwereren rechtlichen Qualifikation der Tat verletzt (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., N. 6 S. 478; Stefan Wehrle, Das Risiko der reformatio in peius - trotz Verbot, in: Risiko und Recht, Festgabe zum Schweizerischen Juristentag 2004, S. 618 ff.). Die zwei unterschiedlichen Konzepte des Verbots der reformatio in peius finden sich auch im internationalen Vergleich: Deutschland (� 331 Abs. 1 StPO/D), �sterreich (� 290 Abs. 2 StPO/A) und Italien (Art. 597 Ziff. 3 StPO/I) beispielsweise umschreiben das Verschlechterungsverbot in ihrer Gesetzgebung eng, w�hrend die Praxis in Frankreich eine weite Auslegung kennt (vgl. Kolly, a.a.O., S. 310 mit Nachweisen). Im bundesgerichtlichen Verfahren ergab sich das Verbot der reformatio in peius aus der Bindung des Bundesgerichts an die Antr�ge der Parteien (BGE 111 IV 51 E. 2; Urteil 6B_411/2007 vom 2. November 2007 E. 1.3).
2.3.2.�Die Auslegung von Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO ist umstritten. Im Schrifttum wird einerseits die Auffassung vertreten, die Bestimmung beziehe sich nur auf die zu verh�ngende Sanktion ( NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2009, N. 3 zu Art. 391 StPO; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundz�ge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, N. 1635 S. 577). Nach anderen Autoren ist auch eine sch�rfere rechtliche Qualifikation der Tat untersagt ( HANS MATHYS, Erstinstanzliches Hauptverfahren - Berufungsverfahren, in: Schweizerische Strafprozessordnung, Tag/Hauri [Hrsg.], 2010, S. 141; VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 2010, N. 12 zu Art. 391 StPO; Goldschmid/Maurer/Sollberger, Kommentierte Textausgabe zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2008, S. 384; Martin Ziegler, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 3 zu Art. 391 StPO; Richard Calame, in: Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 8 zu Art. 391 StPO).
2.3.3.�Das Bundesgericht legte sich in seiner bisherigen Rechtsprechung auf keine Auslegung des Verbots der reformatio in peius fest. Es hatte sich vor Inkrafttreten der StPO namentlich mit � 399 der Strafprozessordnung des Kantons Z�rich vom 4. Mai 1919 (aStPO/ZH) zu befassen, der sich nicht explizit zur Tragweite des Verbots aussprach. Die Bestimmung untersagte im Rechtsmittelverfahren eine Ab�nderung des Urteils zuungunsten des Angeklagten, sofern nicht auch die Gegenpartei das Rechtsmittel ergriffen hatte (� 399 aStPO/ZH). Gem�ss der z�rcherischen Rechtsprechung verst�sst eine Ab�nderung des Schuldspruchs ohne Versch�rfung des Strafmasses nicht gegen � 399 aStPO/ZH, was vom Bundesgericht als mit dem Willk�rverbot vereinbar angesehen wurde. Es erwog, diese Auffassung entspreche einer in Literatur und Rechtsprechung verbreiteten Meinung. Sie widerspreche weder dem Wortlaut von � 399 aStPO/ZH noch seinem offensichtlichen Sinn und Zweck (Urteil 1P.338/2000 vom 23. Oktober 2000 E. 2c; best�tigt in Urteil 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 8.3.2). Da das Bundesgericht die Auslegung des kantonalen Strafprozessrechts nur auf Willk�r �berpr�fte, ist nicht ausgeschlossen, dass eine andere Interpretation ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen gewesen w�re (vgl. zum Willk�rbegriff BGE 138 IV 13 E. 5.1; 137 I 1 E. 2.4).
2.4.1.�Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text nicht klar und sind verschiedene Auslegungen m�glich, muss unter Ber�cksichtigung aller Auslegungselemente nach der wahren Tragweite gesucht werden. Abzustellen ist namentlich auf die Entstehungsgeschichte der Norm (historische Auslegung) und ihren Zweck (teleologische Auslegung) sowie auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt (systematische Auslegung). Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen und nur allein auf den Wortlaut abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige L�sung ergab. Sind mehrere Interpretationen denkbar, soll jene gew�hlt werden, welche die verfassungsrechtlichen Vorgaben am besten ber�cksichtigt (BGE 137 II 164 E. 4.1 mit Hinweis). Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Namentlich bei neueren Texten kommt den Materialien - bei noch kaum ver�nderten Umst�nden oder gewandeltem Rechtsverst�ndnis - eine besondere Stellung zu (BGE 136 V 216 E. 5.1 und 5.3.1; 135 V 153 E. 4.1).
2.4.2.�Art. 459 Abs. 2 lit. a des Vorentwurfs zur StPO bestimmte ausdr�cklich, dass lediglich eine schwerere Bestrafung, nicht aber z.B. eine Schuldigsprechung wegen eines schwereren Delikts, untersagt sein sollte (vgl. Begleitbericht zum Vorentwurf f�r eine Schweizerische Strafprozessordnung, 2001, S. 260; Wehrle, a.a.O., S. 619). Diese Einschr�nkung des Verbots der reformatio in peius wurde im Vernehmlassungsverfahren von mehreren Vernehmlassern kritisiert (vgl. Zusammenfassung der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens �ber die Vorentw�rfe zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung und zu einem Bundesgesetz �ber das Schweizerische Jugendstrafverfahren, Bericht des Bundesamtes f�r Justiz, Februar 2003, S. 83). Der Wortlaut von Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO l�sst demgegen�ber beide Auslegungen zu (Lieber, a.a.O., N. 12 zu Art. 391 StPO). Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO entspricht � 399 aStPO/ZH (Mathys, a.a.O., S. 141), der eine enge Auslegung erfuhr (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl. 2004, N. 985 ff. S. 371 f. mit Hinweisen; Urteil 1P.338/2000 vom 23. Oktober 2000 E. 2; oben E. 2.3.3). Die bundesr�tliche Botschaft spricht sich allerdings klar f�r die gegenteilige L�sung aus. Danach sch�tzt die Bestimmung von Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO die verurteilte Person nicht nur gegen eine strengere Verurteilung, d.h. gegen eine Versch�rfung der im Urteilsdispositiv verh�ngten Sanktion und die Wahl einer anderen, strengeren Sanktionsart, sondern auch gegen eine Ab�nderung der urspr�nglichen juristischen Qualifikation der Tatsachen in eine strengere Qualifikation (BBl 2006 1311). Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO und der Hinweis in der bundesr�tlichen Botschaft gaben anl�sslich der parlamentarischen Beratungen zu keinen Diskussionen Anlass, obschon die Frage der engen oder weiten Auslegung des Verbots der reformatio in peius im Vernehmlassungsverfahren zur Sprache kam, der Bundesrat bewusst vom Vorentwurf abwich und die Problematik bereits fr�her in Lehre und Rechtsprechung diskutiert worden war. Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist daher davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die weite Auslegung bevorzugte.
2.4.3.�Zu keinem anderen Ergebnis f�hrt die teleologische Auslegung. Der Sinn des Verbots der reformatio in peius besteht darin, dass der Angeklagte nicht durch die Bef�rchtung, strenger angefasst zu werden, von der Aus�bung eines Rechtsmittels abgehalten werden soll ( WEHRLE, a.a.O., S. 621; KOLLY, a.a.O., S. 298; NICOLAUS BERNOULLI, Das Verbot der reformatio in peius im schweizerischen Strafprozessrecht, 1953, S. 9 und 54 ff.). Durch die Verurteilung zu einer schwerer eingestuften Straftat erh�ht sich der Schuldvorwurf, was per se eine Schlechterstellung bewirkt ( WEHRLE, a.a.O., S. 622). M�ndet das Rechtsmittelverfahren in einen Schuldspruch wegen einer verwerflicheren Tat, leidet darunter auch der Leumund der betroffenen Person. Zu denken ist beispielsweise an eine Verurteilung wegen vors�tzlicher anstelle der urspr�nglichen fahrl�ssigen K�rperverletzung oder T�tung. Daneben kann eine Umqualifikation einer �bertretung in ein Verbrechen oder Vergehen konkrete Nachteile wie einen Eintrag im Strafregister (vgl. Art. 366 Abs. 2 lit. a StGB; Art. 3 und 9 der Verordnung vom 29. September 2006 �ber das Strafregister [SR 331]) nach sich ziehen (vgl. WEHRLE, a.a.O., S. 623). Schlechterstellungen dieser Art k�nnen den Rechtsuchenden davon abhalten, ein Rechtsmittel einzulegen.
2.4.4.�Das Verbot der reformatio in peius steht im Widerspruch zum Prinzip der materiellen Wahrheit (Bernoulli, a.a.O., S. 57 f.). Der Gesetzgeber wollte die materielle Wahrheit in der StPO mit der M�glichkeit der Revision zuungunsten der beschuldigten Person (Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO; BBl 2006 1319) auf Kosten des Verschlechterungsverbots privilegieren. In die gleiche Richtung geht der Vorbehalt in Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO zum Verbot der reformatio in peius. Der Gesetzgeber kn�pfte jedoch sowohl die Revision zuungunsten der beschuldigten Person als auch den Vorbehalt von Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO an bestimmte Voraussetzungen. Der Grundsatz der materiellen Wahrheit ist auch in anderer Hinsicht nicht absolut. Er wird durch verschiedene strafprozessuale Institutionen wie etwa die gesetzlichen Beweisverwertungsverbote eingeschr�nkt, die zu inhaltlich falschen Entscheiden f�hren k�nnen. Auch die systematische Auslegung spricht folglich nicht gegen ein weites Verst�ndnis des Verbots der reformatio in peius von Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO.
2.5.�Eine Verletzung des Verschlechterungsverbots liegt entsprechend dem gesetzgeberischen Willen daher nicht nur bei einer Versch�rfung der Sanktion, sondern auch bei einer h�rteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. Dies ist der Fall, wenn der neue Straftatbestand eine h�here Strafdrohung (Ziegler, a.a.O., N. 3 zu Art. 391 StPO; a.M. Calame, a.a.O., N. 8 und 9 zu Art. 391 StPO, wonach mit dem neuen Schuldspruch auch eine Versch�rfung der fr�heren Qualifikation als �bertretung bzw. als Vergehen einhergehen muss) vorsieht, d.h. einen h�heren oberen Strafrahmen oder eine (h�here) Mindeststrafe, sowie bei zus�tzlichen Schuldspr�chen. Gleich verh�lt es sich, wenn der Verurteilte im Berufungsverfahren f�r die vollendete Tat statt wegen Versuchs (Mathys, a.a.O., S. 141; Calame, a.a.O., N. 8 zu Art. 391 StPO) oder als Mitt�ter anstatt als Gehilfe verurteilt wird, da ein fakultativer bzw. obligatorischer Strafmilderungsgrund wegf�llt. Ob dies auch f�r die Teilnahmeform der Anstiftung oder andere Strafmilderungsgr�nde gilt, braucht an dieser Stelle nicht beantwortet zu werden.
2.6.�Massgeblich f�r die Frage, ob eine unzul�ssige reformatio in peius vorliegt, ist das Dispositiv (Urteil 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 8.3.2). Der Rechtsmittelinstanz ist es hingegen nicht untersagt, sich in ihren Erw�gungen zur rechtlichen Qualifikation zu �ussern, wenn das erstinstanzliche Gericht von einer abweichenden Sachverhaltsw�rdigung oder falschen rechtlichen �berlegungen ausging (vgl. Calame, a.a.O., N. 9 zu Art. 391 StPO; Wehrle, a.a.O., S. 624 f.). Entscheidend ist, dass sich dies im Dispositiv nicht in einem sch�rferen Schuldspruch niederschl�gt und auch nicht zu einer h�rteren Strafe f�hrt, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein Rechtsmittel ergriff.
2.7.�Nicht zu beanstanden ist unter dem Gesichtspunkt des Verschlechterungsverbots, wenn die Vorinstanz in ihren Erw�gungen darauf hinweist, dass der Beschwerdef�hrer ihrer Auffassung nach am Einbruchdiebstahl vom 21. Mai 2009 in Konolfingen direkt beteiligt war (Urteil S. 45). Sie konnte diesem Umstand bei der beantragten Reduktion des Strafmasses Rechnung tragen. Dies durfte sich aber nicht auf den Schuldspruch auswirken, da der Beschwerdef�hrer in diesem Punkt erstinstanzlich wegen blosser Gehilfenschaft verurteilt wurde und die Staatsanwaltschaft weder Berufung noch Anschlussberufung erhob. Indem die Vorinstanz es bez�glich des Einbruchdiebstahls vom 21. Mai 2009 nicht bei der Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu Diebstahl bel�sst, sondern den Beschwerdef�hrer wegen Diebstahls schuldig spricht, verletzt sie Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO. Die R�ge des Beschwerdef�hrers ist begr�ndet.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG. Er habe nicht wissen k�nnen, dass A._______, B.________ und C._______ �ber keine Aufenthaltsbewilligung verf�gten. Eventualiter sei er zu einer Busse zu verurteilen, da es sich h�chstens um einen leichten Fall im Sinne von Art. 116 Abs. 2 AuG handle.
3.2.�Den Tatbestand von Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG erf�llt, wer im In- oder Ausland einer Ausl�nderin oder einem Ausl�nder die rechtswidrige Ein- oder Ausreise oder den rechtswidrigen Aufenthalt in der Schweiz erleichtert oder vorbereiten hilft.
3.3.�Der Beschwerdef�hrer brachte seine aus dem Kosovo stammenden Mitt�ter A.________, B.________ und C.________, welche zuvor illegal in die Schweiz eingereist waren, bei sich bzw. bei einem Bekannten unter. Die Vorinstanz stellt fest, er habe aus eigener Erfahrung gewusst, dass seine Landsleute eine Aufenthaltsbewilligung ben�tigten. Er habe A.________, B.________ und C.________ im Wissen um den illegalen Aufenthalt in der Schweiz eine Unterkunft zur Verf�gung gestellt. Sie geht davon aus, der Beschwerdef�hrer habe mit direktem Vorsatz gehandelt (Urteil S. 37 ff. und 45 ff.).
3.4.�Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tatsachen, welche vor Bundesgericht nur im Rahmen von Art. 97 Abs. 1 BGG ger�gt werden k�nnen (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 135 IV 152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). Der Beschwerdef�hrer zeigt nicht auf, weshalb die vorinstanzliche W�rdigung offensichtlich unhaltbar und damit willk�rlich sein k�nnte. Auf seine R�ge ist nicht einzutreten, soweit er sich gegen die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung wendet. Der Schuldspruch wegen mehrfacher F�rderung des rechtswidrigen Aufenthalts ist bundesrechtskonform. Die Vorinstanz durfte einen leichten Fall im Sinne von Art. 116 Abs. 2 AuG verneinen.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Grundsatzes "ne bis in idem". Er werde f�r das illegale Beherbergen seiner Mitt�ter sowohl gest�tzt auf Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG als auch wegen Diebstahls bestraft, da die Vorinstanz ihm vorwerfe, er habe als Logistiker gehandelt.
Der Einwand ist unbegr�ndet. Die Vorinstanz erachtet die Beteiligung des Beschwerdef�hrers an den Einbruchdiebst�hlen nicht alleine deshalb als erwiesen, weil er seinen Mitt�tern in der Schweiz eine Unterkunft zur Verf�gung stellte. Sie weist vielmehr darauf hin, dass er an den Diebst�hlen beteiligt war, dass er Fahrzeug und Werkzeug zur Verf�gung stellte und auch mithalf, die Einbruchsobjektive vorg�ngig zu rekognoszieren.
5.1.�Das Sachgericht verf�gt auf dem Gebiet der Strafzumessung �ber einen Ermessensspielraum. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. durch �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6; 135 IV 130 E. 5.3.1; 134 IV 17 E. 2.1).
5.2.�Soweit der Beschwerdef�hrer seiner R�ge eigene, von den vorinstanzlichen Feststellungen abweichende Tatsachenbehauptungen zugrunde legt, ist darauf nicht einzutreten.
5.3.�Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Freiheitsstrafe sei unverh�ltnism�ssig hoch. Angemessen seien 26 Monate. Er beruft sich auf einen vom Obergericht des Kantons Bern im Mai 2012 beurteilten Fall. Damals sei gegen�ber einem Wiederholungst�ter f�r mehr als 50 Einbr�che eine Freiheitsstrafe von 44 Monaten verh�ngt worden, d.h. weniger als einen Monat pro Einbruch (Beschwerde S. 25). Daraus kann der Beschwerdef�hrer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er verkennt, dass die Strafe nach dem in Art. 49 StGB verankerten Asperationsprinzip nicht proportional zur Anzahl der Straftaten steigt. Er �bersieht zudem, dass sich die H�he des Strafmasses nach den konkreten Tat- und T�terkomponenten bemisst und es im Strafrecht keinen Anspruch auf "Gleichbehandlung im Unrecht" gibt (BGE 135 IV 191 E. 3.3).
5.4.�Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erw�gungen zur Strafzumessung mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und w�rdigt diese zutreffend. Dass sie sich von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten h�tte leiten lassen oder wesentliche Aspekte nicht ber�cksichtigt h�tte, ist nicht ersichtlich. Die Freiheitsstrafe von 34 Monaten h�lt sich im Rahmen des sachrichterlichen Ermessens.
6.1.�Der Beschwerdef�hrer beanstandet, die Voraussetzungen f�r den Widerruf des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe von 20 Monaten seien nicht gepr�ft worden. Die Vorinstanz stelle auf die Ausf�hrungen des erstinstanzlichen Gerichts ab, welches lediglich auf seine Erw�gungen zum unbedingten Vollzug der Hauptstrafe verweise.
6.2.�Ein w�hrend der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen f�hrt nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen, wenn wegen der erneuten Straff�lligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.2 und 4.3). Nach welchen Grunds�tzen die Pr�fung des Widerrufs erfolgen soll, hat das Bundesgericht in seinem Grundsatzentscheid BGE 134 IV 140 dargelegt. Weder die Vorinstanz noch das erstinstanzliche Gericht nehmen darauf Bezug. Die Vorinstanz erkennt zwar, dass f�r den Widerruf der Freiheitsstrafe von 20 Monaten erh�hte Anforderungen gelten (Urteil S. 53). Eine eigentliche Pr�fung nimmt sie hingegen nicht vor. Der angefochtene Entscheid gen�gt den Begr�ndungsanforderungen nicht. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt begr�ndet.
7.1.�Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und das angefochtene Urteil bez�glich des Schuldspruchs wegen Diebstahls, begangen am 21. Mai 2009 in Konolfingen, und des Widerrufs des mit Urteil des Kreisgerichts Thun vom 26. Juni 2008 f�r die Freiheitsstrafe von 20 Monaten gew�hrten bedingten Vollzugs aufzuheben. Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
7.2.�Der Kanton Bern hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren im Umfang seines Obsiegens eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG). Die Entsch�digung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers zuzusprechen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird in diesem Umfang gegenstandslos. Soweit der Beschwerdef�hrer unterliegt, ist es zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Seiner finanziellen Lage ist bei der Festsetzung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2012 teilweise aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Kanton Bern hat F�rsprecher Kurt Gaensli f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.