Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2035/67
Timestamp: 2019-07-16 05:31:32
Document Index: 141219621

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', '§ 833', '§ 833', '§ 833', '§ 833', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH']

BGH, 28.05.1968 - VI ZR 35/67 - dejure.org
BGH, 28.05.1968 - VI ZR 35/67
https://dejure.org/1968,1714
BGH, 28.05.1968 - VI ZR 35/67 (https://dejure.org/1968,1714)
BGH, Entscheidung vom 28.05.1968 - VI ZR 35/67 (https://dejure.org/1968,1714)
BGH, Entscheidung vom 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67 (https://dejure.org/1968,1714)
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Übernahme der mit einem Hufbeschlag verbundenen Tiergefahr bei Abschluß eines Hufbeschlagvertrages durch einen Hufschmied - Voraussetzungen einer stillschweigenden Entbindung des Tierhalters von der Haftung der Tiergefahr
NJW 1968, 1932
MDR 1968, 915
VersR 1968, 797
Der erkennende Senat ist einer solchen Sichtweise bereits früher entgegengetreten (Senatsurteil vom 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67, VersR 1968, 797, 798).
Dem entsprechend ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung ein grundsätzlicher Ausschluss der Tierhalterhaftung gegenüber Personen, die sich der Tiergefahr aus beruflichen Gründen vorübergehend aussetzen, ohne die vollständige Herrschaft über das Tier zu übernehmen, zu Recht abgelehnt worden (vgl. RG, JW 1904, 57 - Tierarzt beim Kupieren eines Pferdeschweifs; JW 1912, 797 - Tierarzt beim Aufstechen einer Eiterbeule bei einem Pferd; JW 1911, 89 f. - Hufschmied; Senatsurteil vom 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67 - VersR 1968, 797 ff. - Hufschmied) und wird auch in der Literatur verneint (…BGB-RGRK/Steffen, 12. Aufl., § 833 Rn. 68;… Erman/Schiemann, BGB, 12. Aufl., § 833 Rn. 6;… Lange/Schiemann, Schadensersatz, 3. Aufl., S. 122;… MünchKomm-BGB/Stein, 3. Aufl., § 833 Rn. 25 ff.;… MünchKomm-BGB/Wagner, 5. Aufl., § 833 Rn. 18, 29;… Stoll, Das Handeln auf eigene Gefahr, 1961, S. 358 f.;… Terbille, aaO, S. 1152;… vgl. auch Staudinger/Eberl-Borges, Neubearbeitung 2008, § 833 Rn. 189 ff.).
Er hat entschieden (Senatsurteil vom 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67 - aaO, S. 798), es sei grundsätzlich davon auszugehen, dass ein Hufschmied durch Abschluss des Werkvertrages allein noch nicht die Gefahr einer Verletzung durch das Tier übernehme.
Bei einem groben Eigenverschulden des Geschädigten kann danach die Haftung des Tierhalters auch ganz ausgeschlossen sein (so in dem dem Senatsurteil vom 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67 -, aaO, zugrunde liegenden Fall).
Zum Wesen des Beschlagvertrages gehöre, dass der Hufschmied sich einer erhöhten Tiergefahr aussetze, nicht aber, dass er den Tierhalter, von dessen Tier die Gefahr ausgehe, von seiner gesetzlichen Haftung für die Schadenfolgen entbinde, die aus der Tiergefahr erwachsen können (BGH, VersR 1968, 797).
Das gilt jedenfalls dann, wenn die Behandlung - wie im vorliegenden Fall - in Gegenwart und unter Mitwirkung des Halters erfolgt (BGH NJW 68, 1932, 1933).
Ob ein Haftungsausschluß zu bejahen ist, entscheidet sich nach Inhalt und Zweck des Vertrages in Verbindung mit den Umständen des einzelnen Falles (vgl. Senatsurt. v. 28. Mai 1968 - VI ZR 35/67 = LM BGB § 833 Nr. 5 a m.w.Nachw.).
Jedoch wird man nicht davon ausgehen können, daß jedem entgeltlichen Vertrag über eine Tätigkeit an einem Tier von vornherein ein vertraglicher Haftungsausschluß zugunsten des Tierhaltes innewohnt (BGH VersR 1968, S. 797 für den Hufbeschlagsvertrag eines Hufschmieds;… OLG Zweibrücken, MDR 1996, S. 264 für -wie vorliegend- einen Tierarzt).