Source: http://www.bankstudent.de/downloads2/bbl14.htm
Timestamp: 2017-11-17 22:53:39
Document Index: 95575532

Matched Legal Cases: ['§3', '§13', '§15', '§21', '§28', '§31']

Das Wertpapierhandelsgesetz / Insiderregeln / Ad-hoc-Publizität
wurde 1994 im Rahmen des 2. Finanzmarktförderungsgesetzes eingeführt
letzte Erneuerung im Rahmen des 3. Finanzmarktförderungsgesetzes 2000
Einbindung von Versicherungen, die Vermögensverwaltungen anbieten
WpHG war 1994 das erste Regelwerk für den amtlichen Handel in Deutschland
Ein organisierter Handel existierte vorher nicht, was ausländische Anleger abschreckte
èEinführung des WpHG war ein Grund für die Börsenstärke seit 1994
Bei Wertpapierleistungen (Kauf, Verkauf) und Wertpapiernebenleistungen (Verwahrung, Verwaltung etc.) börslich und außerbörslich.
Wertpapiere =Aktien, Zertifikate auf Aktien, Schuldverschreibungen, Genussscheine, Optionsscheine oder vergleichbare Papiere
Geldmarktinstrumente =Alles was neben Wertpapieren am Geldmarkt gehandelt wird
Derivate =Termingeschäfte, die als Fest- oder Optionsgeschäfts ausgestaltet sind
§§3-11 Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAW)
Staatliches Aufsichtsorgan, Bundesbehörde
Dem Wertpapierrat gehört je 1 Mitglied pro Bundesland an
WpHG als entscheidende rechtliche Grundlage
Verfolgung und präventive Bekämpfung von Insidergeschäften
Überwachung der Ad-hoc-Publizität (Ad-Hoc = Mitteilung kursbeeinflussender Maßnahmen)
Überwachung der Publizität bei Transaktionen über bedeutende Beteiligungen zu börsennotierten Unternehmen
Alle Wertpapier-/Derivate-Transaktionen müssen gemeldet werden
§13 Insider
Jeder, der über Wissen verfügt, welches bei öffentlicher Bekanntgabe kursbeeinflussend wirkt. Öffentlich bekanntes Wissen begründet keinen Insidertatbestand.
Insider dürfen ihr Wissen weder für sich, noch für fremde Rechnung nutzen. Eine Weitergabe von Insiderwissen ist verboten. Dritten, die Kenntnis über Insiderwissen erlangen ist dessen Nutzung ebenfalls verboten.
§15 Ad-Hoc-Publizität
Jegliche Kursbeeinflussenden Tatsachen müssen unverzüglich bekannt gegeben werden. Dies geschieht sowohl bei den Geschäftsführungen der Börsen und dem BAW.
Ein Verstoß gegen die Ad-hoc-Publizität berechtigt Anleger nicht zu Schadensersatzforderungen.
§§21, 28 Mitteilungspflichten
Wird bei einem Wertpapiergeschäft eine Beteiligungsgrenze von 5, 10, 25, 50 oder 75% erreicht, überschritten oder unterschritten, so muß der Käufer/Verkäufer eine Meldung an das Unternehmen und das BAW machen. Sollte die Meldepflicht nicht beachtet werden, sind die Anteile nicht stimmberechtigt (§28).
§§31-34, 38 Verhaltensregeln und Verjährung
Das Kreditinstitut muß stets im Sinne des Kunden handeln und Interessenkonflikte möglichst vermeiden
Order des Kundenberater wird vor der kursbeeinflussenden Order des Kunden eingegeben
Systematische Verbreitung von Kaufempfehlung marktenger Titel, die der Verbreiter selbst hält, um sie bei steigenden Kursen aufgrund der Empfehlung zu verkaufen
Provisions-/ Spesenschinderei
Häufige Empfehlung zum Umschichten, um Transaktionskosten und damit verbundene Provisionen zu bekommen
Kreditinstitute machen bei ihren Kunden einen WpHG-Check, auf dem Erfahrungen des Kunden mit Wertpapieren festgehalten werden und ein Rahmen (bzgl. des Risikos) für künftige Transaktionen gesetzt wird. Des weiteren werden das Anlageverhalten, sowie weitere Informationen zum Privatvermögen erfragt. Ziel sind die Absicherung des Kreditinstitutes und Ansätze zum Cross-selling
Empfehlungen außerhalb des festgelegten Rahmens für den Kunden sind nicht zulässig
Bei einem Verstoß hat der Kunde eine 3 jährige Verjährungsfrist zur Geltendmachung von Ansprüchen
Orders werden 6 Jahre im Kreditinstitut aufbewahrt
Bei Verstößen drohen Geldstrafen oder Haftstrafen bis zu 5 Jahren