Source: http://bundesverband-vereidigter-versteigerer.de/content/beruf/
Timestamp: 2019-03-23 13:16:28
Document Index: 29011651

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 3', '§ 445', '§ 368', '§ 753', '§ 371', '§ 383', '§ 373', '§ 930', '§ 385']

Öffentliche Bestellung - mehr als Prestige
Die öffentliche Bestellung vermittelt Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz. Für die Reputation des Versteigerers ist die öffentliche Bestellung von großer Wichtigkeit. Doch der historische und rechtliche Hintergrund geht weit über diese Signalwirkungen hinaus. Mit seiner Bestallung zum öffentlich bestellten, vereidigten Versteiger ist dieser damit beliehen, die Verwertung aller Pfänder aufgrund vertraglicher und gesetzlicher Pfandrechte durchzuführen. Bei leistungsgestörten Verträgen ermöglicht der Gesetzgeber diesen außergerichtlichen Weg. Dem öffentlich bestellten, vereidigten Versteiger ist damit die Aufgabe übertragen, als unabhängige Instanz den Interessenausgleich von Gläubiger und Schuldner zu wahren und die zeitnahe Realisierung von Forderung bzw. Verbindlichkeit herbeizuführen.
Zukunft des Versteigerers
Der Versteigerer wird gebraucht: jetzt und in Zukunft. Es ist offensichtlich, dass die Tage des Einzelkämpfers oder Kleinbetriebs gezählt sind. Entweder man behauptet sich erfolgreich in einer Nische, oder man schließt sich einem System an. Wer sich nicht in Netzwerken oder organisierten Dienstleistungsstrukturen einbringt, wird sich schwer im Markt behaupten können.
Der Beitrag für einen guten Ruf
In Teilen der Bevölkerung wird die Arbeit des Versteigerers klischeehaft wahrgenommen. Dafür steht die etwas abwertende Redensart: Etwas kommt unter den Hammer. Die Tätigkeit des Versteigerers wird auf die Sekunde des Zuschlag reduziert. Die eigentliche Aufgabe liegt hingegen in der aufwendigen Vorbereitung der Versteigerung unter Berücksichtigung der Rechte von Gläubiger und Schuldner. Als Verband setzt sich der BvV für Seriösität, fachliche Kompetenz, Transparenz, Ehrlichkeit und breite Dienstleistungsangebote ein, um die Akzeptanz bei Auftraggeber, Schuldner und Käufer zu gewährleisten. Kompetenz und Integrität sind die Voraussetzung für den guten Ruf unserer Branche.
Der BvV e.V. tritt für eine vorgeschriebene Anzahl im Jahr an Weiterbildungen für die Versteigerer ein. Auch angestellte Mitarbeiter haben die Pflicht zur steten Weiterbildung. In unserem Berufsfeld ergeben sich laufend neue rechtliche Änderungen oder Urteile. Wer sich nicht bildet, gefährdet den guten Ruf der Branche.
Neue Kollegen erwünscht
Wegen der notwendigen, zeitnahen Verwertung aufgrund vertraglicher und gesetzlicher Pfandrechte ist es unerlässlich, dass die Dienstleistungen des allgemein öffentlich bestellten, vereidigten Versteigerers für die Bürger flächendeckend zur Verfügung stehen. Um diesem Anspruch immer genügen zu können, benötigen wir laufend den Einstieg weiterer, geeigneter Kollegen in unsere Branche. Unsere Arbeit ist mehr als ein Job - es ist eine gesellschaftlich notwendige und verantwortungsvolle Aufgabe. Deshalb haben wir die Mitgliedschaft im BvV e.V. auch für besonders qualifizierte Versteigerer geöffnet. Kontakt: Tel. 08027 9089928
Voraussetzungen (Quelle: IHK)
Öffentliche Bestellung als Versteigerer nach § 34b GewO:
Besonders sachkundige selbständige oder angestellte Versteigerer können gemäß § 34 b Abs. Gewerbeordnung allgemein oder für bestimmte Arten von Versteigerungen öffentlich bestellt werden.
Wenn der Gesetzgeber die Veräußerung eines Gutes im Wege der öffentlichen Versteigerung anordnet, steht die Durchführung der Versteigerung nicht jedem Versteigerer frei. Sie bleibt dann u. a. öffentlich bestellten Versteigerern , vorbehalten. Durch deren Rechtskenntnisse, Berufserfahrung und Vertrauenswürdigkeit wird die Erfüllung der gesetzlichen Zielsetzung, insbesondere den Schutz der wirtschaftlich Betroffenen vor einer Verschleuderung des Vermögenswertes, gesichert.
In Fällen, die im HGB, BGB, GmbHG und AktG geregelt sind, können nur öffentlich bestellte und vereidigte Versteigerer die dort genannten Versteigerungen durchführen. (mit der Einschränkung: Ist der Versteigerer nur für bestimmte Arten von Versteigerungen z.B. für Kunst oder Briefmarken öffentlich bestellt, dann darf er nur in dem so sachlich beschränkten Umfang tätig werden)Juristische Personen sind von dieser Befugnis ausgeschlossen.
Voraussetzungen für eine öffentliche Bestellung:
1. Der Bewerber ist bereits Versteigerer, besitzt also die Erlaubnis nach § 34 b Abs. 1 GewO.
2. Die Bestellungsbehörde verlangt das Erreichen eines bestimmten Mindestalters (30 Jahre). Eine Altershöchstgrenze darf dagegen nicht festgelegt werden.
3. Der Bewerber verfügt über eine mehrjährige Berufserfahrung (bisherige Praxis: Fünf Jahre), d. h. er muss praktische Erfahrungen als Versteigerer mit entsprechender Versteigerertätigkeit vorweisen können. Eine Mindestzahl von Versteigerungsanzeigen gemäß § 3 VerstV wird jedoch nicht vorgeschrieben; es kommt auf den Schwierigkeitsgrad im Einzelfall und die nachhaltige Tätigkeit an.
4. Der Bewerber verfügt über eine besondere Sachkunde.
Unter besonderer Sachkunde versteht man das Vorliegen überdurchschnittlicher Fachkenntnisse und Erfahrungen. Der zu bestellende Versteigerer muss durch fundiertes Rechts- und Fachwissen, große Berufserfahrung und besondere Vertrauenswürdigkeit aus dem Kreis seiner Berufskollegen hervorragen.
Zur geforderten Fachkenntnis gehört, dass der Versteigerer von den zu versteigernden Sachen Grundkenntnisse über deren Eigenschaften und Qualität besitzt, Marktpreise und Marktgegebenheiten kennt.
Versteigerer, die für ein Spezialgebiet öffentlich bestellt werden möchten, müssen neben den angeführten Rechtskenntnissen nicht nur Grundkenntnisse, sondern überdurchschnittliche Fachkenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich der Eigenschaften, Qualität und Preise des Versteigerungsgutes auf diesem Gebiet nachweisen.
Zu den erforderlichen Rechtskenntnissen gehört die Kenntnis einschlägiger Bestimmungen der Gewerbeordnung, der Versteigererverordnung, des HGB, BGB, GmbHG und AktG soweit darin die Zuständigkeiten, die Rechte und die Pflichten eines Versteigerers geregelt werden. Darüber hinaus sind Grundkenntnisse jener gesetzlichen Regelungen nachzuweisen, die die öffentliche Versteigerung von beweglichen Sachen und Wertpapieren oder deren freihändigen Verkauf vorsehen. Insbesondere handelt es sich dabei um den Pfandverkauf (§§ 445, 450, 1228 ff., §§ 368, 397 ff. HGB) und den Verkauf beweglicher Sachen nach den Vorschriften über den Pfandverkauf (§§ 753, 1003, 1233 ff., 2022, 2042 BGB, § 371 HGB) sowie um den Verkauf beweglicher Sachen aufgrund besonderer gesetzlicher Ermächtigungen (§§ 383-386, 753, 966, 979 ff. BGB, §§ 373, 376, 379, 388, 391 HGB; §§ 930, 814- 827 ZPO) und den Verkauf aus freier Hand, wo er anstelle der gesetzlichen Versteigerung vorgesehen ist (z. B. §§ 385 bzw. 1221 BGB).