Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2019_II_195/BGBLA_2019_II_195.html
Timestamp: 2019-10-16 00:56:35
Document Index: 285761820

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 14', '§ 15', '§ 1', '§ 5']

195. Verordnung:
195. Verordnung der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort über die Berufsausbildung im Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin (Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin-Ausbildungsordnung)
Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin
§ 1. (1) Der Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin ist als Schwerpunktlehrberuf mit einer Lehrzeit von vier Jahren und folgenden Schwerpunkten als Ausbildungsversuch eingerichtet:
(2) In die Ausbildung im Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin kann bis zum Ablauf des 31. August 2026 eingetreten werden.
(5) Die in dieser Verordnung gewählten Begriffe schließen jeweils die männliche und weibliche Form ein. Im Lehrvertrag, Lehrzeugnis, Lehrbrief und im Lehrabschlussprüfungszeugnis ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Hochbauspezialist oder Hochbauspezialistin) zu bezeichnen.
§ 2. Das Arbeitsgebiet des/der Hochbauspezialisten/Hochbauspezialistin umfasst insbesondere:
Fachkräftebezogene Tätigkeiten in Bauunternehmen, wobei das Schaffen von bleibenden Werten durch Mitwirken bei Bauarbeiten in den Bereichen Neubau bzw. Sanierung der Mittelpunkt des Aufgabenfeldes ist.
§ 3. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:
Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin – Schwerpunkt Neubau:
Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin – Schwerpunkt Sanierung:
§ 4. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Hochbauspezialist wird folgender allgemeiner Teil festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
Grundlagen des Hoch- und Betonbaus
Hoch- und Betonbautechnische Arbeiten
Kenntnis der Herstellung von Sonderschalungen
Mitarbeiten bei der Herstellung von Sonderschalungen
Herstellen von Fassadenelementen und Verblendungen aus Beton und Stahlbeton
Schwerpunkt Sanierung:
Herstellen, Instandhalten und Sanieren von Rauchfängen, Abgasfängen und Lüftungen
Verputzen von Innen- und Außenflächen mit historischen Putzen wie zB Kalk- und Lehmputze
Kenntnis von Sichtflächenmauerwerk (zB Kaminkopf)
Herstellen von Sichtflächenmauerwerk (zB Kaminkopf)
Herstellen von Architekturen an Fassaden wie Fassadengliederungen
Grundkenntnisse der historischen Baumethoden und des Denkmalschutzes
Kenntnis der historischen Baumethoden und des Denkmalschutzes
Anwenden von historischen Baumethoden bei Restaurierungsarbeiten
Kenntnis des Sanierens und Restaurierens von Bauwerken und Bauwerksteilen
Sanieren von Bauwerksteilen
Kenntnis des Restaurierens von Bauwerken und Bauwerksteilen (zB Fassaden)
Mitarbeiten beim Restaurieren von Bauwerksteilen (zB Fassaden)
Historische Baumethoden und Denkmalschutz.
(2) Die Prüfarbeit hat nach Angabe der Prüfungskommission folgende Aufgabenstellungen unter Einschluss von Arbeitsplanung sowie Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätskontrolle zu umfassen:
Herstellen eines Bauteiles aus Ziegeln (zB Planziegeln) durch Ausführen folgender Arbeiten:
Herstellen des Bauteiles,
Versetzen oder Verlegen eines Einbauteiles,
Aufbringen von Putz.
(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und des Schwerpunkts Neubau jedem Prüfungskandidaten/jeder Prüfungskandidatin Aufgaben zu stellen, die in der Regel in zehn Stunden ausgeführt werden können. Hierbei ist den Aufgabenstellungen gemäß Abs. 2 Z 2 bis Z 4 eine Dauer von acht Stunden zugrunde zu legen.
(4) Die Prüfarbeit hat sechs der folgenden Aufgabenstellungen gem. Z 1 bis Z 7 unter Einschluss von Arbeitsplanung sowie Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätskontrolle zu umfassen, wobei jedenfalls die Aufgabenstellungen Z 1 und Z 4 bis Z 7 enthalten sein müssen:
Durchführen einer einfachen Aufgabe im Bereich des Baumanagements zB Planen des Personaleinsatzes oder Berechnen des Lohn-, Geräte- und Materialeinsatzes.
Transportieren, Einbringen und Verdichten von Beton.
Verputzen eines Bauwerksteiles durch Ausführen folgender Arbeiten:
Vorbereiten eines Bauwerksteiles für Verputzarbeiten,
Verputzen von Innen- und Außenflächen mit historischem Putz wie zB Kalk- oder Lehmputz,
Herstellen von Schablonen und Ziehen von Gesimsen.
Sanieren eines Bauwerksteiles.
Herstellen eines einfachen Bauteils aus Sichtflächenmauerwerk (zB Kaminkopf).
(5) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und des Schwerpunkts Sanierung jedem Prüfungskandidaten/jeder Prüfungskandidatin Aufgaben zu stellen, die in der Regel in zehn Stunden ausgeführt werden können. Hierbei ist den Aufgabenstellungen gemäß Abs. 3 Z 1 und Z 5 bis Z 7 eine Dauer von vier Stunden zugrunde zu legen.
(7) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung jedem Prüfungskandidaten/jeder Prüfungskandidatin Aufgaben zu stellen, die in der Regel in zehn Stunden ausgeführt werden können.
(8) Die Prüfung ist nach zwölf Stunden zu beenden.
(9) Für die Bewertung sind folgende Kriterien maßgebend:
§ 14. Die Zweckmäßigkeit der Ausbildung im Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin ist mit wissenschaftlicher Begleitung zu evaluieren. Der Bundes-Berufsausbildungsbeirat hat bis zum 31. Dezember 2025 ein Gutachten (Befund, Motivenbericht und Schlussfolgerungen) über die Überführung in die Regelausbildung an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zu erstatten.
§ 15. (1) Die Bestimmungen der §§ 1 bis 4 und 15 betreffend die Ausbildungsordnung für den Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin treten mit 1. Januar 2020 in Kraft.
(2) Die Bestimmungen der §§ 5 bis 14 betreffend die Lehrabschlussprüfung und die Ablegung der Teilprüfung über den Fachbereich der Berufsreifeprüfung anlässlich der Lehrabschlussprüfung für den Lehrberuf Hochbauspezialist/Hochbauspezialistin treten mit 1. Oktober 2020 in Kraft.