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Timestamp: 2019-12-07 02:34:54
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Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§11', '§ 11', '§11', '§ 11', '§ 11']

Ersatzruhetag - arbeitsrecht.de Forum - Das Forum zum Arbeitsrecht und Sozialrecht
Dürfen Ersatzruhetage im "voraus" gewährt werden?
AW: Ersatzruhetag
Das war hier in der Vergangenheit umstritten. Manche sagen ja, manche nein.
06.11.2014, 04:04
Im Gesetzestext steht nur innerhalb von zwei Wochen, gibt es dazu ein Gerichtsurteil?
06.11.2014, 05:18
Verkürzte Wochenruhezeit?
Wann diese Wochenruhezeit eingehalten wird ist egal.
-Mittwoch Nahmittag endet die Lenkzeit
-Donnerstag Einsatz im Lagerbereich
-Freitag und Samstag wird wieder gefahren
-Sonntag wird wieder eine Ruhe eingelegt
Somit ist die Wochenruhezeit eingehalten.
DIe Wochenruhezet hat im Grunde genommen Mittwoch nach Arbeitsende begonnen und endete Freitag Früh.
Sonntag wurde die restliche Zeit nachgeholt.
Ja, das ist geklärt, und nachzulesen in den Kommentierungen zum § 11 ArbZG. So z.B. der ErfK in Rn 4: Der Ersatzruhetag kann im vorhinein gewährt werden. Das folgt aus dem Wortlaut des § 11 III, wonach der Beschäftigungstag nur in den Ausgleichszeitraum eingeschlossen sein muss, ihm aber nicht folgen muss.
06.11.2014, 08:19
Wieviel Tage könnten dann ohne Pause durchgearbeitet werden? Waren es 21?
Hallo Filter
Am Stück hintereinander?
Die haarsträubendste, aber mathematisch korrekte, Berechnung ergibt:
32 Tage ohne Unterbrechung
man gibt den ersten Ersatzruhetag nach §11 ArbZG 8 Tage vor dem zu verfahrenden Sonntag, der zweite Ersatzruhetag wird 13 Tage vor dem zu verfahrenden Sonntag gewährt, der dritte Ersatzruhetag wird 13 Tage nach dem zu verfahrenden Sonntag gewährt und der vierte Ersatzruhetage wird 8 Tage nach dem zu verfahrenden Sonntag gewährt.
Somit sind alle Ersatzruhetage in einem Zeitraum von 2 Wochen gewährt worden.
Im Arbeitszeitgesetz i.V.m. einem evtl anzuwendenden Tarifvertrag.
bzgl des "Durcharbeitens" insbesondere ArbZG, § 11, (3):
(3) Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Werden Arbeitnehmer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Bertold Brecht
11 mehr. Wenn man ein wenig konstruiert kommt man auf maximal 32 Tage.
Am Beispiel Dezember (mal ignorierend, dass da Feiertage drin sind, aber der fängt am Montag den 01. an und lässt sich auf meinem Wandkalender gut auszählen ;-) ).
Der MA muss am 14.12. arbeiten. Den Ausgleich nimmt er frühzeitig am 01.12.
01.12. Ausgleichstag 14.12.
02.12. - 14.12. wäre dann der erste Zeitraum
15.12. - 20.12. sind normale Arbeitstage
21.12. ist der nöchste Sonntag
22.12. - 02.01. Arbeitstage
03.01. Ausgleichstag 21.12.
Es könnte also der Zeitraum 02.12. - 02.01. = 32 Tage gearbeitet werden.
Haken: Der im Arbeitszeitraum liegende 07.12. muss bereits im Vorfeld abgefrühstückt sein. Ausgleichstag für den 07.12. wäre in der Woche 24. - 29.11.
Zitat von galaxy Beitrag anzeigen
Verdammt ... zu langsam ...
06.11.2014, 08:46
Hallo FNS
nicht zu langsam, sondern mein "abstraktes" Post mit belastbaren Zahlen anschaulich erklärt
Baeck/Deutsch, Arbeitszeitgesetz
sagt in RN 19 zum §11 ArbZG, dass der Ersatzruhetag davor genommen werden kann, dass aber trotzdem sogar insgesamt nur 13 Tage am Stück gearbeitet werden kann, nicht 19.
Dies kann nicht dazu führen, dass durch eine entsprechende Verlegung der Ausgleichstage an den Beginn und das Ende des Ausgleichszeitraums der Arbeitnehmer bei Sonntagsarbeit 4 Wochen ununterbrochen beschäftigt wird (so aber Roggendorff, § 11 Rn. 13). Diese Möglichkeit eröffnet das Gesetz nämlich nicht. Aus § 11 Abs. 3 ergibt sich, dass der Arbeitnehmer bei Sonntagsarbeit allenfalls an 13 Tagen hintereinander beschäftigt werden darf.
so ist das mit den Auslegungen und Kommentaren zu Gesetzen, der eine sieht es so und der andere sieht es so.
Ich selber finde die 32 AT nacheinander auch ziemlich haarsträubend und nicht im Einklang mit dem Gesundheitsschutz der AN und würde so einem Dienstplan auch nicht zustimmen aber das war ja nicht Gegenstand der Frage von filter.
Gilt diese Regelung auch für den Bereich der Pflege?
Hallo Helferlein
rein theoretisch gilt das auch für die Pflege. Abweichungen können sich aus Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ergeben, die im Einzelfall zu prüfen sind.
Da in der regel in der Pflege mit Dienstplänen gearbeitet wird kann hier auch ein evtl. vorhandener Betriebsrat regulierend eingreifen und verhindern dass so eine abstruse Anzahl an hintereinander geschalteten AT genehmigt wird.
Danke euch beiden. Ob diese Zahl der Erfurter Kommentar bedacht hat? Fällt mir irgendwie schwer zu glauben. Aber nun ja, 32 Tage hintereinander Gesetze auslegen ist vermutlich ähnlich anstrengend wie harte körperlich (oder psychisch) belastende Arbeit in Industrie, Handwerk und Pflege. Allein wenn man bedenkt, wie schwer so ein ErfK ist.