Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ%201985,%20682
Timestamp: 2019-07-16 07:28:32
Document Index: 137565430

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.02.1985 - III ZR 212/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,1076
BGH, 07.02.1985 - III ZR 212/83 (https://dejure.org/1985,1076)
BGH, Entscheidung vom 07.02.1985 - III ZR 212/83 (https://dejure.org/1985,1076)
BGH, Entscheidung vom 07. Februar 1985 - III ZR 212/83 (https://dejure.org/1985,1076)
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Voraussetzungen einer Amtspflichtverletzung - Rücknahme einer Baugenehmigung durch den Landrat - Amtspflichtverletzungen der Bediensteten der Unteren Bauaufsichtsbehörde
NVwZ 1985, 682
VersR 1985, 588
BauR 1985, 547
Dabei hat es die Rechtsprechung des erkennenden Senats zugrunde gelegt, nach der eine fehlerhafte Ermessensentscheidung nur dann ursächlich für einen Schaden ist, wenn feststeht, dass bei richtiger Handhabung des Ermessens der Schaden nicht eingetreten wäre (Senat, Urteile vom 7. Februar 1985 - III ZR 212/83, NVwZ 1985, 682, 684 und vom 30. Mai 1985 - III ZR 198/84, VersR 1985, 887;… Beschluss vom 28. Februar 1991 - III ZR 81/90, juris Rn. 5;… vgl. auch BeckOGK/Dörr, BGB, § 839 [01.04.2018], Rn. 489).
Entgegen der Darstellung eines Teils des Schrifttums (…z.B. Hermann Lange aaO. S. 201, 205 f) ist der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes von dieser Rechtsprechung nicht dadurch abgerückt, daß er in neueren Entscheidungen davon ausgeht, die Kausalität zwischen einer Amtspflichtverletzung und dem Schaden sei nur dann gegeben, wenn feststehe, daß eine andere, den Schaden vermeidende Ermessensausübung vorgenommen worden wäre (z.B. BGH, Beschlüsse vom 21. Januar 1982 - III ZR 37/81 = VersR 1982, 275 unter 1 und vom 30. Mai 1985 - III ZR 198/84 = VersR 1985, 887 unter 1; vgl. auch BGH, Urteil vom 7. Februar 1985 - III ZR 212/83 = VersR 1985, 588 unter II 5).
Da die zu erlassende Verteilungsregelung im Ermessen ihres Börsenrats gestanden habe, sei eine Kausalität zwischen Amtspflichtverletzung und Schaden nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NVwZ 1985, S. 682;… VersR 1985, S. 887) nur gegeben, wenn feststehe, dass bei richtiger Handhabung des Ermessens der Schaden nicht eingetreten wäre, und folglich zu verneinen, wenn nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Behörde bei fehlerfreier Ausübung des ihr eingeräumten Ermessens zu demselben Ergebnis gelangt wäre, - hier: zu einer Ablehnung der begehrten Skontrenzuteilung.
Ohnehin entfaltet die rechtskräftige Feststellung eines Verwaltungsgerichts auch im Amtshaftungsprozess Bindungswirkung (vgl. Bundesgerichtshof…, Urteil vom 9. Dezember 2004, NJW 2005, S. 748, 749; Urteil vom 7. Februar 1985, NVwZ 1985, S. 682, 683 unter 4.).
(2) Da die vorstehende Feststellung in den Beschlüssen vom 5. und 21. März 2007 jeweils nur inzident getroffen wurde, ist sie nicht in Rechtskraft erwachsen und somit nicht bindend (dazu, dass sich die Bindungswirkung verwaltungsgerichtlicher Entscheidungen im Amtshaftungsprozess nur auf die Entscheidung als solche und nicht auf deren Gründe bezieht, vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 7. Februar 1985, NVwZ 1985, S. 682, 683 unter 4.).
Insoweit kann darauf abzustellen sein, wie die handelnde Verwaltungsbehörde nach ihrer sonstigen Übung in gleichen oder ähnlichen Fällen ihr Ermessen auszuüben pflegte und demgemäß entschieden hätte (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 7. Februar 1985, NVwZ 1985, S. 682, 684; Wöstmann, ebenda).
Auch wenn die Weisung also den Unrechtstatbestand der Amtspflichtverletzung nicht beseitigt, verschiebt sie allerdings die Passivlegitimation auf die Anstellungskörperschaft des anweisenden Beamten (vgl. nur: BGH, VersR 1985, 588 m.w.N.; OLG Brandenburg…, Urteil vom 17.07.2007, 2 U 26/06, zitiert nach juris Rn. 30 m.w.N.;… a.A. Dagtoglu, in: Bonner Kommentar, GG, Art. 34 Rn. 145, der wegen des Grundsatzes der Einheit der Verwaltung ausreichen lässt, dass die Voraussetzungen des Amtshaftungsanspruchs auf Seiten der Verwaltung, egal, von wem, erfüllt werden;… a.A. auch: Ossenbühl/Cornils, 6. Aufl., S. 59, wonach die Stadt wegen zwar intern pflichtgemäßem, aber extern pflichtwidrigem Verhalten - mit Regressmöglichkeit gegenüber dem Land - haftet).
a)Wie bereits unter A. III. 1. dargestellt, trägt im Falle einer bindenden Weisung nicht die Angewiesene, sondern die Anstellungskörperschaft des anweisenden Beamten haftungsrechtliche Verantwortlichkeit, da das Vorliegen einer Weisung dazu führt, dass ein Teil der Zuständigkeit und der Amtspflichten auf die anweisende Behörde übergeht und es damit zugleich bei der nach außen handelnden (angewiesenen) Behörde an einer objektiv amtspflichtwidrigen Handlung fehlt (BGH, NJW 1977, 713 ; OLG Brandenburg…, Urteil vom 17.07.2007, 2 U 26/06, zitiert nach juris Rn. 32 m.w.N.), so dass die Passivlegitimation auf die Anstellungskörperschaft des anweisenden Beamten übergeht (vgl. nur: BGH, VersR 1985, 588 m.w.N.; OLG Brandenburg…, Urteil vom 17.07.2007, 2 U 26/06, zitiert nach juris Rn. 30 m.w.N.).
An diese Bewertung ist das Zivilgericht im Amtshaftungsprozess gebunden (vgl. BGH, Urteil vom 07.02.1985 - III ZR 212/83, juris Rn. 19;… Beschluss vom 28.02.1991 - III ZR 81/90, juris Rn. 2 m.w.N).
Dementsprechend haftet dem Außenverhältnis zum Geschädigten allein die anweisende Behörde (BGH, Urteil vom 07.02.1985 - III ZR 212/83, juris Rn. 13, NVwZ 1985, 682;… Beschluss vom 11.12.2008 - III ZR 216/07, Rn. 5, juris NVwZ-RR 2009, 363;… Urteil vom 16.04.2015 - III ZR 333/13, juris Rn. 18, BGHZ 205, 63).
Eine fehlerhafte Ermessensentscheidung ist aber nur dann ursächlich für einen Schaden, wenn feststeht, dass bei richtiger Handhabung des Ermessens der Schaden nicht eingetreten wäre (vgl. BGH, Urteil vom 07.02.1985 - III ZR 212/83, juris Rn. 24, NVwZ 1985, 682;… Urteil vom 30.05.1985 - III ZR 198/84, juris Rn. 2, VersR 1985, 887;… Beschluss vom 28.02.1991 - III ZR 81/90, juris Rn. 5;… Urteil vom 14.06.2018 - III ZR 54/17 - juris Rn. 42, NJW 2018, 2723).
Auch wenn die Weisung den Unrechtstatbestand der Amtspflichtverletzung nicht beseitigt, so verschiebt sie jedenfalls die Passivlegitimation auf die Anstellungskörperschaft des anweisenden Beamten (vgl. für viele BGH, Urteil vom 7. Februar 1985, VersR 1985, 588 ff. m. w. N.; auch OLG Düsseldorf, Urteil vom 17. Juli 2002, Az.: 18 U 227/01, BADK-Informationen 2004, 147 ff.).
Nach der Rechtsprechung des Senats ist bei fehlerhaften Ermessenshandlungen darauf abzustellen, wie die Behörde bei fehlerfreiem Vorgehen entschieden hätte (vgl. Senatsurteile vom 23. Februar 1959 - III ZR 77/58 = VersR 1959, 453; vom 30. April 1959 - III ZR 4/58 = VersR 1959, 618; vom 11. Juni 1981 - III ZR 34/80 = VersR 1981, 851 und vom 7. Februar 1985 - III ZR 212/83 -).
Ein Schadensersatzanspruch kommt deshalb nur in Betracht, wenn feststeht, daß bei richtiger Handhabung des Ermessens der Schaden nicht eingetreten wäre (Senatsurteil vom 7. Februar 1985 - III ZR 212/83 und Senatsbeschluß vom 21. Januar 1982 - III ZR 37/81 = VersR 1982, 275).
Das führt haftungsrechtlich zur Verantwortung des Dienstherrn bzw. der Anstellungskörperschaft des (an-)weisenden Beamten, vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 1985 - III ZR 212/83 -, NJW 1985, 682, und steht einem mit der beabsichtigten Geltendmachung von Ersatzansprüchen begründeten Feststellungsinteresse gerade gegenüber dem Beklagten entgegen.
BGH, 28.02.1991 - III ZR 81/90
Amtshaftungsklage gegen die Ablehnung der Übernahme in den höheren Schuldienst im …