Source: https://www.kronsoft.de/DSGlossar/Glossar/datenschutz/datenschutzzertifikat/datenschutzzertifikat.html
Timestamp: 2019-07-24 04:18:12
Document Index: 184254805

Matched Legal Cases: ['§4', '§11', '§4', '§6', '§4', '§9', '§4', '§9', '§9', '§9', '§9', '§42']

kronsoft Datenschutzglossar - Datenschutzzertifikat
Datenschutzzertifikat / Datenschutz-Zertifikat / Datenschutz-Siegel
Ein Datenschutzzertifikat (Datenschutz-Siegel) ist ein von einer registrierten Zertifizierungsstelle verliehenes GÃ¼tesiegel, das bestÃ¤tigt, dass die Anforderungen des Datenschutzgesetzes durch die Stelle erfÃ¼llt sind.
Und da geht auch schon der Streit der Experten los. Einige sagen, dass ein GÃ¼tesiegel erteilt werden kann, wenn die gesetzlichen Forderungen erfÃ¼llt sind. Andere sagen, dass kein Zertifikat erteilt werden kann, nur weil man die gesetzlichen Forderungen erfÃ¼llt, denn ein Zertifikat/GÃ¼tesiegel sei ja etwas besonderes, es wÃ¼rden besondere Leistungen honoriert und “das Gesetz einhalten” sei ja nichts besonderes, eher weniger, nÃ¤mlich Pflicht.
Welche Zertifizierungsstellen fÃ¼r Datenschutzzertifizierung gibt es? Zertifizierungsstellen sind z.B: DatenschutzCert, Desag, DQS, INOIS, TÃœV, ULD (*).
In der Regel sind in dem Prozess “Datenschutz zertifizieren” drei Parteien involviert:
die zertifizierungswillige Stelle,
der Datenschutzberater, der intern oder extern sein kann
und die zertifikatserteilende Stelle.
Was haben wir zu tun, wenn wir ein Zertifikat fÃ¼r unsere Anstrengungen erhalten mÃ¶chten? Nun, zumindest haben Sie die gesetzlichen Forderungen vollstÃ¤ndig zu erfÃ¼llen (siehe aber oben “Streit”) UND Sie mÃ¼ssen aufzeigen (nachweisen), dass Sie ein “Datenschutz-Managementsystem” eingerichtet haben und dieses betreiben (z.B. nach dem PDCA-Zyklus).
Welche gesetzlichen Forderungen haben wir zu erfÃ¼llen? In unserem Glossar-Eintrag “Datenschutzbeauftragter Software” (siehe links im MenÃ¼) haben wir diese Forderungen fÃ¼r Sie in aller KÃ¼rze dargestellt.
Gibt es Vorgaben, wie ein Datenschutz-Managementsystem eingerichtet wird und was es enthÃ¤lt? Nein, zumindest nichts offizielles. Brunsch-Boser haben dazu die datenschutztangierende Norm ISO 27001 mit der Anlage ISO 27002, hergenommen und “auf Datenschutz getrimmt”. Nach unserer Meinung eine sehr gute Idee, weil wir davon ausgehen, dass, sollte es jemals eine internationale Norm zum Datenschutzmanagement geben (nach der auditiert wird), diese fast deckungsgleich mit der ISO 27001 sein wird.
Brunsch-Boser gliedern das Datenschutz-Managementsystem, die Auditanforderungen und die “Datenschutz-Controls” wie folgt:
D.5 Datenschutzkonzept
D.5.1 Datenschutzleitlinie bzw. Datenschutzrichtlinie
D.6 Organisation des Datenschutzes
D.6.1 Interne Organisation
D.6.2 Externe Beziehungen
D.7 Management von personenbezogenen Daten
D.7.1 Verantwortung fÃ¼r personenbezogene Daten
D.7.2 Klassifizierung von personenbezogenen Daten und Informationen
D.8 Datenschutz fÃ¼r BeschÃ¤ftigungsverhÃ¤ltnisse
D.8.1 Vor der Anstellung
D.8.2 WÃ¤hrend der Anstellung
D.8.3 Beendigung oder Ã„nderung der Anstellung
D.8.4 Betriebsrat und Betriebsvereinbarungen
D.9 Physische und umgebungsbezogene Sicherheit
D.9.1 Sicherheitsbereiche
D.9.2 Sicherheit von Betriebsmitteln (Assets)
D.10 Betriebs- und Kommunikationsmanagement
D.10.1 Verfahren und Verantwortlichkeiten (Â§4e Nr.2 BDSG)
D.10.2 Management der Dienstleistungserbringung von und fÃ¼r Dritte (Â§11 BDSG)
D.10.3 Systemplanung und Abnahme (Â§4g Abs.1 Nr.1)
D.10.4 Schutz vor Schadsoftware und mobilem Programmcode
D.10.5 Backup
D.10.6 Management der Netzsicherheit
D.10.7 Mobile personenbezogene Speicher- und Aufzeichnungsmedien (Â§6c BDSG)
D.10.8 Austausch von Informationen und Ãœbermittlung von personenbezogenen Daten (auch Â§4b BDSG)
D.10.9 E-Commerce-Anwendungen
D.10.10 Ãœberwachung (Â§9a BDSG und Â§4g Abs.1 Nr.1 BDSG)
D.11 Zugangskontrolle (Anlage zu Â§9 Satz 1, Nr.2 BDSG)
D.11.1 GeschÃ¤ftsanforderungen fÃ¼r Zugangskontrolle
D.11.2 Benutzerverwaltung
D.11.3 Benutzerverantwortung
D.11.4 Zugangskontrolle fÃ¼r Netze
D.11.5 Zugriffskontrolle auf Betriebssysteme (Anlage zu Â§9 Satz 1, Nr.3 BDSG)
D.11.6 Zugangskontrolle zu Anwendungen und Informationen
D.11.7 Mobile Computing und Telearbeit (Anlage zu Â§9 Satz 1, Nr.4 BDSG)
D.12 Beschaffung, Entwicklung und Wartung von Informationssystemen
D.12.1 Anforderungen an Informationssysteme (Sicherheit, Datenvermeidung, Datensparsamkeit)
D.12.2 Korrekte Verarbeitung in Anwendungen (Nachvollziehbarkeit Eingabe, VerÃ¤nderung, LÃ¶schung)
D.12.3 Kryptografische MaÃŸnahmen (Anlage zu Â§9 Satz 1, letzter Satz BDSG)
D.12.4 Sicherheit von Systemdateien (Protokollierung)
D.12.5 Sicherheit bei Entwicklungs- und UnterstÃ¼tzungsprozessen
D.12.6 Schwachstellenmanagement
D.13 Umgang mit DatenschutzvorfÃ¤llen (Â§42a BDSG)
D.13.2 Umgang mit DatenschutzvorfÃ¤llen und Verbesserungen
D.14 Sicherstellung des GeschÃ¤ftsbetriebs (Business Continuity Management)
D.14.1 Informationssicherheitsaspekte bei der Sicherstellung des GeschÃ¤ftsbetriebs
D.15 Einhaltung von Vorgaben (Compliance)
D.15.1 Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
D.15.2 Einhaltung von Sicherheitsregelungen und -standards, und technischen Vorgaben
D.15.3 Ãœberlegungen zu RevisionsprÃ¼fungen von Datenschutzverfahren
Auf was haben wir noch zu achten? Achten Sie von Anfang an darauf, dass das komplette Managementsystem den Auditempfehlungen der ISO 19011 folgt. Legen Sie beim Berater mehr Wert auf Erfahrung, als auf die KÃ¼rze seiner Datenschutz-Checkliste. Lassen Sie sich von der Leitung Ihrer Stelle grÃ¼nes Licht geben, bevor Sie auch nur in die Planung des Datenschutz-Zertifikates einsteigen. Gehen Sie davon aus, dass die Zertifizierung einen fÃ¼nf-stelligen Betrag (â‚¬) erreichen kann.
Kann opus i solch ein Managementsystem abbilden und unterstÃ¼tzen? Ja, Punkt und Ende.
(*) Sollten wir Sie als Datenschutz-Zertifizierungsstelle hier noch nicht aufgefÃ¼hrt haben, melden Sie sich bitte bei uns.