Source: http://www.justlaw.de/rechtsanwalt-goettingen/apr/persoenlichkeitsrecht/schmerzensgeld-veroeffentlichung-bild.htm
Timestamp: 2019-03-21 00:03:24
Document Index: 108249222

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 22', '§ 8', '§ 23', 'Art. 5', 'BGH']

Schmerzensgeld für ungenehmigte Veröffentlichung eines Fotos
Anspruch auf: Schadenersatz wegen Verletzung des Rechts am eigenen Bild gemäß §§ 823 Abs. 1, 253 Abs. 2, 830, 840 BGB i.V.m. § 22 Satz 1 Kunsturhebergesetz
Relative Personen der Zeitgeschichte sind solche, die lediglich in bezug auf ein bestimmtes Geschehen in das Blickfeld der Öffentlichkeit treten und bei denen allein aufgrund dieses Geschehens ein öffentliches Interesse an ihrem Bildnis besteht (vgl. Wenzel, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, § 8, Rd.-Nr. 13). Angehörige von Verbrechensopfern können eine relative Person der Zeitgeschichte darstellen, wenn sie zugleich auch Tatzeuge sind (OLG Frankfurt AfP 1976, 181). Aber selbst bei sogenannten relativen Personen der Zeitgeschichte dürfen deren Bildnisse nicht schrankenlos ohne jede Einwilligung verbreitet werden. Nach § 23 Abs. 2 Kunsturhebergesetz ist eine Veröffentlichung unzulässig, wenn das berechtigte Interesse des Abgebildeten entgegensteht. Ob dies der Fall ist, muß durch eine Güter- und Interessenabwägung bestimmt werden, in der im Einzelfall darüber zu befinden ist, ob das durch die Pressefreiheit geschützte Informationsinteresse der Allgemeinheit (Art. 5 Grundgesetz) gegenüber dem Persönlichkeitsrecht der Klägerin den Vorrang genießt (BGH a.a.O. Seite 594, 595).
LG Münster, Urteil vom 24. März 2004, Az. 10 O 626/03
Höhe des Schmerzensgeldes: EUR 5.000,--.