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Timestamp: 2016-10-24 09:01:35
Document Index: 298181877

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 159']

Pr�sident Sch�n, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Ursprung, Gerichtsschreiber Nussbaumer
A.- K.________ (geb. 1935) war als Gesch�ftsf�hrer seiner Firma K.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 15. Oktober 1992 erlitt er bei einer Auffahrkollision ein Schleudertrauma. Bei einer weiteren Auffahrkollision am 30. Mai 1997 zog er sich eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) zu. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und holte zur Frage der Unfallkausalit�t der Beschwerden ein Gutachten des Spitals, Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation, vom 30. Oktober 1998 ein. Gest�tzt darauf betrachtete sie mit Verf�gung vom 7. Juni 1999 die Unfallfolgen per 30. Juni 1999 als abgeheilt und stellte auf diesen Zeitpunkt ihre Leistungen ein; die Folgen des ersten Unfalles vom 15. Oktober 1992 seien bereits mit dem Abklingen der Beschwerden im Jahre 1995 abgeschlossen gewesen. Insbesondere unter Hinweis auf die im IV-Abkl�rungsverfahren erstatteten Berichte der Klinik vom 17. Juni und 24. November 1998 liess K.________ Einsprache erheben. Diese wies die SUVA mit Entscheid vom 1. September 1999 ab.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 28. Juni 2000 gut und wies die Sache zur Neubeurteilung der Arbeitsunf�higkeit und zur Berechnung der Invalidenrente sowie Integrit�tsentsch�digung an die SUVA zur�ck.
C.- Die SUVA f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihr Einspracheentscheid vom 1. September 1999 zu best�tigen. Eventuell sei die Sache an das kantonale Gericht zur Neubeurteilung nach Einholung eines Gerichtsgutachtens zur�ckzuweisen.
K.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b) zwischen einem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; vgl. auch Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie zum Beweiswert der �rztlichen Unterlagen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) zutreffend wiedergegeben. Darauf wird verwiesen.
2.- a) Der Beschwerdegegner leidet an einem Status nach H�ft-Totalprothesenoperation rechts wegen schwerer Coxarthrose am 22. April 1998, an chronischer Periarthropathia humero-scapularis rechts, Coxarthrose links, an einem chronischen posttraumatischen Zervikalsyndrom, an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom, an Arthrose des rechten Ellbogengelenkes, an beginnender Arthrose des linken Ellbogengelenks, Hypertonie und an peripherer arterieller Verschlusskrankheit Stadium IIa beidseits (Bericht der Klinik vom 24. November 1998). Wegen dieser Leiden sprach ihm die Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. M�rz 1997 eine halbe und ab 1. Januar 1998 eine ganze Invalidenrente zu.
Zur Abkl�rung der Unfallkausalit�t der HWS-Beschwerden holte die Beschwerdef�hrerin unter Wahrung der Mitwirkungsrechte des Versicherten ein Gutachten beim Spital, Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation, vom 30. Oktober 1998 ein. Darin diagnostizieren die beiden Gutachter, PD Dr. med. V.________, Leitender Arzt, und Dr. med. C.________, Oberassistenzarzt, mit direktem Bezug zu den Auffahrunf�llen 1992 und 1997 ein chronisches zerviko-spondylogenes Syndrom bei Spondylodese HWK 4/5 1988 wegen Diskushernie, degenerative Ver�nderungen im Bereich der HWS (multisegmentale Osteochondrose, Unkovertebralarthrose sowie Spondylarthrose), eine diffuse idiopathische skelettale Hyperostose und muskul�re Dysbalance. Die Folgen des letzten Unfallereignisses vom 30. Mai 1997 seien nach ihrem Daf�rhalten noch nicht vollst�ndig abgeklungen. Den Anteil an den heute ge�usserten Beschwerden und an den objektivierbaren Befunden werde auf 40 % gesch�tzt. Der krankhafte Vorzustand der HWS trage 60 % zum derzeitigen Beschwerdebild bei. Das erste Unfallereignis aus dem Jahr 1992 lasse sich mit dem Abklingen des Beschwerdeschubes 1995 terminieren und sei f�r die heute geltend gemachten Beschwerden bedeutungslos. Ab kommenden Fr�hling (ca. Mai 1999) d�rfte die durch den Unfall bewirkte Beschwerdesymptomatik vollst�ndig abgeklungen sein. Danach weiter bestehende Schmerzen m�ssten als Folge des vorbestehenden, degenerativ bedingten Wirbels�ulenschadens zu interpretieren sein. Ein Invalidit�tsschaden auf Grund der beiden Unf�lle, insbesondere des Unfallereignisses vom 30. Mai 1997 sei, soweit dies zum gegenw�rtigen Zeitpunkt absch�tzbar sei, mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten.
Der im Rahmen des IV-Abkl�rungsverfahrens durch die IV-Stelle des Kantons Thurgau eingeholte Bericht der Klinik vom 24. November 1998 enth�lt keine Aussagen zur Unfallkausalit�t. Auf Anfrage des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners hin �usserte sich Chefarzt Dr. med. S.________ im Schreiben vom 19. Oktober 1999 dahingehend, durch den Unfall vom 30. Mai 1997 sei die subjektive und auch objektive Situation richtungsweisend und lang andauernd bis zum heutigen Tag negativ ver�ndert worden. Die vom Versicherten geklagten Beschwerden seien anl�sslich der station�ren Behandlung vom 11. bis 30. Mai 1998 nach "unserem Daf�rhalten" mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Folgen des Auffahrunfalles von 1997 zur�ckzuf�hren. Es sei unwahrscheinlich, dass der Versicherte ohne das zur Diskussion stehende Unfallereignis vom Mai 1997 genau dieselbe Beschwerdesymptomatik, wie er sie jetzt aufweise, entwickelt h�tte. Gerade Verletzungen von vorgesch�digten Wirbels�ulenabschnitten k�nnten erfahrungsgem�ss zu langj�hrigen und andauernden richtungsweisenden Verschlimmerungen des Vorzustandes f�hren. Es sei auch bekannt, dass Spondylodesen im Bereich der HWS weitgehend beschwerdefrei abheilen k�nnten, wie dies beim Versicherten vor dem Unfall im Mai 1997 der Fall gewesen sei. Es k�nne nicht davon ausgegangen werden, dass der Vorzustand vor dem Unfall im Mai 1997 mit "Wahrscheinlichkeit" oder gar "�berwiegender Wahrscheinlichkeit" zu dem aktuellen Beschwerdebild gef�hrt habe. Es bestehe diesbez�glich h�chstens eine "einfache M�glichkeit".
b) Das kantonale Gericht erachtete zwar beide Gutachten grunds�tzlich als sehr umfassend, stellte indessen auf die Beurteilung der Klinik ab. Mit Bezug auf das Gutachten des Spitals hob es hervor, dass der Beschwerdegegner dem Leitenden Arzt PD Dr. med. V.________ nur kurz vorgestellt worden sei, die eigentlichen, einen Tag dauernden Untersuchungen habe der Oberarzt Dr. med. C.________ vorgenommen. Demgegen�ber beruhe das Gutachten der Klinik auf Untersuchungen, die bei einem station�ren Aufenthalt und �ber ein Jahr verteilt bei mehreren Besuchen stattgefunden h�tten. Von einer fortschreitenden Ver�nderung werde darin jedoch nirgends berichtet. Der Versicherte weise zu Recht weiter darauf hin, er sei vor dem Unfall vom 30. Mai 1997 zumindest insofern beschwerdefrei gewesen, als er einer 100%igen Arbeit habe nachgehen k�nnen. Das Gutachten des Spitals �ussere sich nicht weiter zur Frage, weshalb so oder so mit einer Verschlimmerung des Vorzustandes beim Beschwerdegegner zu rechnen gewesen sei. Es sei daher auch unklar, weshalb der Beschwerdezustand, wie er derzeit beim Versicherten vorliege, ohnehin im Mai 1999 erreicht worden w�re. Nachdem er aber seit 1995 bis zum Mai 1997 ohne den Unfall mehr oder weniger beschwerdefrei gewesen sei, scheine es als �usserst unwahrscheinlich, dass eine derart massive Verschlechterung ohne �ussere Einwirkung eingetreten w�re. Aus diesen Gr�nden sei der Auffassung im Gutachten der Klinik zu folgen, wonach der Unfall vom 30. Mai 1997 nach wie vor die Ursache f�r die Beschwerden sei, die den Versicherten bis heute in seiner Arbeitsf�higkeit massiv behinderten.
c) Bei den beiden �rztlichen Stellungnahmen zum Beschwerdebild und zur Unfallkausalit�t handelt es sich um Gutachten und Arztberichte, die im UV- und IV-Abkl�rungsverfahren ergangen sind und an deren Beweiswert nicht zu zweifeln ist (BGE 125 V 357 Erw. 3a). Das Gutachten des Spitals 30. Oktober 1998 hatte sich gerade zur Unfallkausalit�t auszusprechen. Demgegen�ber war die Frage der Unfallkausalit�t f�r den im Rahmen des IV-Abkl�rungsverfahrens eingeholten Bericht der Klinik vom 24. November 1998 (samt Austrittsbericht vom 17. Juni 1998) ohne Bedeutung. Auf Anfrage des Rechtsvertreters des Versicherten hin hat der Chefarzt dieser Klinik zwar eingehend im Schreiben vom 19. Oktober 1999 zur Unfallkausalit�t Stellung bezogen. Dennoch kann auf diese Meinungs�usserung entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht entscheidend abgestellt werden, zumal es gerade die Aufgabe des Spitals gewesen war, zur Unfallkausalit�t Stellung zu nehmen und sich Chefarzt Dr. med. S.________ damit trotz Kenntnis nicht explizit auseinandersetzte. Hingegen sind seine Ausf�hrungen, die sich letztlich auf eingehende station�re und mehrere ambulante Untersuchungen st�tzen, geeignet, gewisse Zweifel an den Schlussfolgerungen im Gutachten des Spitals vom 30. Oktober 1998 aufkommen zu lassen, zumal deren Begr�ndung in Bezug auf die Kausalit�t etwas summarisch ("erfahrungsgem�ss") ausgefallen ist und auf einer Prognose f�r "ca. Mai 99" beruht. Ferner ergeben sich auch unterschiedliche Auffassungen zur Frage, ob der Unfall vom 30. Mai 1997 die vorbestehenden Gesundheitssch�den richtunggebend verschlimmert hat. Nicht ausser Acht gelassen werden darf in diesem Zusammenhang, dass zwar die gesundheitlichen Beeintr�chtigungen zahlreich sind und insbesondere die HWS unfallfremd vorgesch�digt war, darauf jedoch 1992 und 1997 zwei Auffahrkollisionen eingewirkt haben. Die Gutachter des Spitals gehen denn auch davon aus, dass die Gewalteinwirkung auf die HWS beim Unfall im Mai 1997 erheblich war und mit einer Latenz von zwei Tagen beim zuvor weitgehend beschwerdefreien Versicherten ausgepr�gte Nacken- und Armschmerzen ausgel�st habe. Unter diesen Umst�nden l�sst sich nicht abschliessend beurteilen, ob Ende Juni 1999 keine Unfallfolgen mehr vorgelegen haben, weshalb sich die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens aufdr�ngt. Die Sache geht daher an das kantonale Gericht zur�ck, damit es ein Gutachten zur Frage der Kausalit�t, namentlich auch zur Frage der richtunggebenden Verschlimmerung durch den versicherten Unfall vom 30. Mai 1997, und gegebenenfalls der Mitbeteiligung der vorbestandenen Gesundheitssch�den (vgl. Art. 36 Abs. 2 UVG) veranlasse.
3.- Bei diesem Verfahrensausgang ist die Beschwerdef�hrerin als obsiegend zu betrachten (BGE 110 V 57; ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a mit Hinweisen), weshalb dem Beschwerdegegner keine Parteientsch�digung zusteht (Art. 159 OG).
das kantonale Gericht zur�ckgewiesen wird, damit dieses