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Timestamp: 2016-10-22 07:20:00
Document Index: 100740226

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 550/02 (10.03.2003)
M.________, 1956, Beschwerdef�hrer, vertreten
M.________, geboren 1956, meldete sich am 8. Juni 1999 unter Hinweis auf Psoriasis und eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Umschulung) an. Die IV-Stelle Bern holte Berichte der Frau Dr. med. R.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 11. August 1999, des Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 7. September 1999 sowie des Spitals X.________, Dermatologische Universit�tsklinik und -Poliklinik, vom 16. September 1999 ein, liess den Versicherten durch Dr. med. C.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, (Expertise vom 14. Oktober 1999) und durch das �rztliche Begutachtungsinstitut ABI untersuchen (Expertise vom 6. Februar 2001) und kl�rte die erwerbliche Situation ab. Nachdem seine behandelnde Psychiaterin Frau Dr. med. I.________, am 6. Juni 2001 �ber seinen aktuellen Gesundheitszustand berichtet und M.________ vom 17. September 2001 bis zum 16. Dezember 2001 ein Arbeitstraining bei der Solothurnischen Eingliederungsst�tte f�r Behinderte VEBO absolviert hatte (Bericht vom 5. Dezember 2001), f�hrte die IV-Stelle das Vorbescheidverfahren durch und lehnte die Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verf�gung vom 12. April 2002 mangels rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrades ab.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Zusprechung einer ganzen Rente, eventualiter die R�ckweisung der Sache zur erg�nzenden Abkl�rung beantragen.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 116 V 249 Erw. 1b), insbesondere bei geistigen Gesundheitssch�den (BGE 102 V 165; AHI 2000 S. 151 Erw. 2a; vgl. auch AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen und BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine), zu den Voraussetzungen und dem Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) und zur Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. auch BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) richtig dargelegt. Zutreffend sind auch die Ausf�hrungen �ber die Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier 12. April 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 Das kantonale Gericht hat sich zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit auf das Gutachten des ABI vom 6. Februar 2001 gest�tzt, welches eine Wiedereingliederung in der angestammten T�tigkeit empfiehlt und ein Arbeitspensum von 66 % als zumutbar erachtet. Demgegen�ber macht der Beschwerdef�hrer geltend, er sei h�chstens noch zu 30 % arbeitsf�hig, und beruft sich dabei auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin Frau Dr. med. I.________ vom 6. Juni 2001 und der Berufsberaterin Frau M.________ vom 21. Mai 2001.
2.2.1 Gem�ss psychiatrischem Gutachten des Dr. med. C.________ vom 14. Oktober 1999 leidet der Beschwerdef�hrer seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1981 an Psoriasis. Trotz der sozial schwerwiegend einschr�nkenden Hauterkrankung, der f�r ihn damit verbundenen narzisstischen Kr�nkung und andauernder Schamgef�hle habe der Patient seine T�tigkeit als Laborant, sp�ter als stellvertretender Laborchef mit einem vollen Pensum versehen k�nnen. Im Rahmen von gesundheitspolitischer Spitalzusammenlegung und Laborzentralisierung sei es im Oktober 1998 zu einer "Disqualifikation" als "ungepflegter Mensch, von dem sich die Patienten nicht stechen lassen wollten," und als "unzumutbar" und schliesslich zum Arbeitsverlust auf Ende November 1999 gekommen. Die bereits bestehende depressive Entwicklung habe sich vertieft und die Hautkrankheit habe derart exazerbiert, dass der Versicherte habe hospitalisiert werden m�ssen. Seit Januar 1999 sei er von seinen �rzten zu 100 % arbeitsunf�hig geschrieben worden.
2.2.2 Die �rzte des ABI stellten am 6. Februar 2001 die psychiatrische Diagnose einer rezidivierenden depressiven St�rung mit einer gegenw�rtig leichten bis mittelgradigen Episode (F 33). Es handle sich dabei um eine Anpassungsst�rung im Sinne einer neurotischen Depression. Der Explorand k�nne sich nicht mit seiner Hautkrankheit abfinden, wobei eine etwas sensible Charakterstruktur pr�disponierend die depressive Entwicklung beg�nstige. Die Depression behindere in der Leistungsf�higkeit im Sinne einer Verlangsamung durch die psychomotorische Hemmung und wegen Konzentrationsschwierigkeiten. Es k�nne ihm aber unter Ber�cksichtigung auch des somatischen Zustandes durchaus zugemutet werden, etwa sechs Stunden t�glich einer T�tigkeit nachzugehen. Die psychiatrische Prognose sei ungewiss; die zweij�hrige Erwerbslosigkeit bei �hnlich depressivem Zustandsbild weise jedoch auf eine Chronifizierung hin.
2.2.3 Frau Dr. med. I.________ stimmte in ihrem Bericht vom 6. Juni 2001 nach zweieinhalbmonatiger Behandlung des Versicherten im psychopathologischen Befund �berein mit den �rzten des ABI. Sie war jedoch der Ansicht, dass auf Grund der bereits damals beschriebenen Symptome die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode h�tte gestellt werden m�ssen. Nachdem seit der damaligen Begutachtung eine weitere Verschlechterung eingetreten sei, m�sse nun eindeutig ein chronischer Verlauf, zur Zeit mit einer schweren depressiven Episode, angenommen werden. Sie erachtete den Patienten zu 30 % arbeitsf�hig, wobei er lediglich in einer Eingliederungsst�tte im Rahmen einer Therapie eingesetzt werden k�nne.
2.2.4 Laut dem Schlussbericht der Eingliederungsst�tte VEBO �ber das vom 17. September bis zum 16. Dezember 2001 absolvierte Arbeitstraining konnte der Beschwerdef�hrer in der w�hrend der drei Monate gezeigten psychischen Verfassung h�chstens in gesch�tztem Rahmen einer geregelten Arbeit nachgehen; eine Vermittlung in die offene Wirtschaft schien unrealistisch. Die Abteilungschefin der Beruflichen Eingliederung der Beschwerdegegnerin schloss sich auf Grund ihres eigenen Eindruckes vom Versicherten dieser Einsch�tzung an (Schlussbericht vom 21. Dezember 2001).
Der Beschwerdef�hrer steht bereits seit 1999 in psychiatrischer Behandlung. W�hrend die �rzte des ABI noch von einer depressiven St�rung ausgingen, musste die behandelnde Psychiaterin ein halbes Jahr sp�ter eine Verschlechterung des Gesundheitszustands im Sinne einer Chronifizierung feststellen. Die Berichte der Berufsberaterin sowie der VEBO zeigen die Schwierigkeiten der Wiedereingliederung wegen Antriebslosigkeit, Resignation und Konzentrationsproblemen sowie der Fixierung auf die Hautkrankheit. Nach Lage der Akten bestehen demnach Anhaltspunkte daf�r, dass nicht nur ein vor�bergehender depressiver Verstimmungszustand vorliegt, sondern eine andauernde Depression mit wesentlich st�rkerer Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit, als die Vorinstanz angenommen hat. Aus allen �rztlichen Berichten, aber auch denjenigen der Berufsberaterin und der VEBO l�sst sich zudem entnehmen, dass es dem Beschwerdef�hrer nicht am Willen mangelt, wieder eine Erwerbst�tigkeit aufzunehmen, sondern er vielmehr durch seine psychischen Probleme, die sich insbesondere auch in sozialem R�ckzug zeigen, daran gehindert wird (BGE 127 V 299 f. Erw. 5a).
Zur Kl�rung ist eine erneute psychiatrische Abkl�rung angezeigt. Zwar wurden schon zwei entsprechende Gutachten erstellt; jedoch hat sich bis zum Verf�gungszeitpunkt offenbar trotz �rztlicher Behandlung eine Verschlechterung eingestellt. Die Sache ist zu diesem Zweck an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2002 und die Verf�gung der IV-Stelle Bern vom 12. April 2002 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf Invalidenrente neu verf�ge.