Source: http://www.thovg.thueringen.de/webthfj/webthfj.nsf/$$webservice?openform&thovg&entscheidungen
Timestamp: 2017-05-27 13:41:51
Document Index: 80418305

Matched Legal Cases: ['§ 58', '§ 58', '§ 9', '§ 9', '§ 6', 'Art. 10', '§ 65', 'Art. 28', 'Art. 91', '§ 7', 'Art. 33', 'Art. 33', '§ 5', '§ 54', '§ 15', '§ 179', '§ 182', '§ 15', '§ 227', '§ 58', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 15', '§ 21', '§ 21', '§ 58', '§ 55', '§ 54', '§ 52', '§ 873', '§ 47', '§ 10', '§ 47', '§ 10', '§ 13', '§ 52', '§ 54', '§ 52', '§ 2', '§ 45', '§ 45', '§ 1', '§ 2', '§ 17', '§ 30', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 30', 'Art. 4', '§ 56', '§ 65', '§ 4', 'Art. 33', '§ 46', '§ 46', '§ 47', '§ 46', '§ 44', '§ 46', '§ 44', '§ 28', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 2', '§ 155', '§ 7', '§ 10', 'Art. 3', 'Art. 7', '§ 75', '§ 75', '§ 78', '§ 75', '§ 10', '§ 29', '§ 33', '§ 4', 'Art. 3', 'Art. 5', '§ 4', '§ 162', '§ 162', '§ 44', '§ 12', '§ 12', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 291', '§ 15', '§ 7', '§ 129', '§ 7', '§ 7', '§ 10', '§ 80', '§ 15', '§ 240', '§ 15', '§ 155', '§ 80', '§ 19', '§ 15', '§ 155', '§ 19', '§ 15', '§ 37', '§ 15', '§ 169', '§ 31', '§ 40', '§ 7', '§ 7', '§ 19', '§ 17', '§ 19', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 25', '§ 25', '§ 24', '§ 3', '§ 113', '§ 31', '§ 123', '§ 123', '§ 24', '§ 20', '§ 31', '§ 9', 'Art. 33', '§ 52', '§ 42', '§ 198', '§ 198', '§ 198', 'Art. 23', 'Art. 35', '§ 60', '§ 60', '§ 80', '§ 80', '§ 10', '§ 29', '§ 3', '§ 124', '§ 73', '§ 21', '§ 21', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 2', '§ 15', '§ 44', '§ 80', '§ 2', '§ 15', '§ 44', '§ 173', '§ 227', '§ 20', '§ 16', '§ 60', '§ 248', '§ 161', '§ 124', '§ 124', '§ 80', '§ 25', '§ 55', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 14', '§ 188', '§ 60', '§ 60', '§ 51', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 2', '§ 17', '§ 10', '§ 4', '§ 2', '§ 17', '§ 8', '§ 12', '§ 58', '§ 123', '§ 2', '§ 7', '§ 173', '§ 287', '§ 12', '§ 12', '§ 21', '§ 52', 'Art. 33', '§ 3', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 12', 'Art. 14', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 46', '§ 51', '§ 46', '§ 46', '§ 28', '§ 21', '§ 21', '§ 11', '§ 47', '§\n47', '§ 47', '§ 47', '§ 49', '§ 36', '§ 43', '§ 49', '§ 49', '§ 195', '§ 195', 'Art. 229', '§ 6', '§ 199', '§ 199', '§ 48', '§ 199', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 197', '§ 49', 'Art. 229', '§ 6', '§ 195', '§ 49', '§ 49', '§ 197', 'Art. 33', 'Art. 19', '§ 7', '§ 7', 'Art. 14', '§ 7', '§ 7', '§ 169', '§ 169', '§ 1', '§ 13', '§ 13', '§ 9', '§ 242', '§ 37', '§ 2', '§ 5', '§ 35', 'Art. 7', '§ 86', '§ 86', '§ 1', '§ 4', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 12', '§ 12', '§ 47', '§ 21', '§ 21', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§\n7', '§ 7', '§ 7', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 31', '§ 4', '§ 15', '§ 11', 'Art. 33', '§ 11', 'Art. 3', '§ 17', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 69', '§ 40', '§ 50', '§ 27', '§ 30', '§ 31', '§ 3', '§ 58', '§ 67', '§ 15', '§ 4', '§ 4', '§ 31', '§ 1', '§ 35', '§ 7', '§ 37', '§ 37', '§ 7', '§ 242', '§ 29', '§ 29']

Wichtiger Hinweis: An dieser Stelle werden aktuelle Entscheidungen des Thüringer Oberverwaltungsgericht in anonymisierter, im Übrigen aber ungekürzter Form veröffentlicht. Der Text ist amtlich und entspricht demjenigen, den das Gericht auf Anfrage versendet.Die Benutzung der Texte für den privaten Gebrauch ist frei. Jede Form der kommerziellen Nutzung bedarf der Zustimmung des Gerichts. Anonymisierte Abschriften weiterer Entscheidungen des Gerichts können über dessen Kontaktdaten gegen eine Gebühr von 15 Euro je Entscheidung (siehe Nr. 5 des Gebührenverzeichnisses zum Thüringer Justizkostengesetz) beantragt werden Aktuelle Entscheidungen:
4 KO 189/14konkludente Widmung durch Anschluss eines von einem
Erschließungsträger in einem Wohngebiet zur Ableitung von
Schmutzwasser errichteten Kanalsystems an das zur öffentlichen Entwässerung gehörende Kanalsystem23.02.2017 Leitsätze:Schließt ein zur Abwasserbeseitigung verpflichteter Aufgabenträger ein von einem Erschließungsträger in einem Wohngebiet errichtetes Kanalsystem an sein zur öffentlichen Einrichtung gehörendes Kanalsystem an, wird das von dem Erschließungsträger errichtete Kanalystem durch konkludente Widmung in die öffentlich gewidmete Einrichtung einbezogen.Das auf den Wohngrundstücken anfallende Schmutzwasser wird unmittelbar in die öffentliche Einrichtung eingeleitet bzw. dem i. S. d. § 58 Abs. 1 S. 1 ThürWG Abwasserbeseitigungspflichtigen überlassen (§ 58 Abs. 2 ThürWG).2 EO 887/16Anordnung zur Beibringung eines neurologisch-psychiatrischen
Gutachtens zur Abklärung von Fahreignungszweifeln aufgrund abstruser Rechtsausführungen02.02.2017 Leitsätze:Auch völlig abwegig erscheinende Erklärungen rechtlicher oder tatsächlicher Art vermögen ebenso wie Verhaltensweisen des Fahrerlaubnisinhabers außerhalb des Straßenverkehrs für sich allein gesehen grundsätzlich keine hinreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine die Fahreignung beeinträchtigende Gesundheitsstörung zu begründen. Dies gilt insbesondere für Überlegungen, mit denen ein
Fahrerlaubnisinhaber die Existenz der Bundesrepublik Deutschland sowie die Legitimation der Behörden bestreitet und die Rechtsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland als ungültig ansieht. Bedenken hinsichtlich der Fahreignung eines Fahrerlaubnisinhabers können sich jedoch im Einzelfall aus weiteren Besonderheiten in seinen Erklärungen und Verhaltensweisen gegenüber der Fahrerlaubnisbehörde
ergeben. Dies kommt in Betracht, wenn ein Schreiben des
Fahrerlaubnisinhabers außer einem abstrusen Staats- und
Rechtsverständnis verworrene Gedankenführungen enthält, die einen inneren logischen Sinnzusammenhang nicht mehr im Ansatz erkennen lassen, und eine Vielzahl gravierender sprachlicher Unstimmigkeiten aufweist, die sich dem an sprachlicher Logik ausgerichteten Grundverständnis eines Durchschnittsbürgers entziehen.1 N 252/14Anforderungen an eine Veränderungssperre04.01.2017 Leitsätze:Zur Antragsbefugnis einer künftigen Mieterin/Pächterin eines von der Veränderungssperre betroffenen Bestandsgebäudes.Die ursprüngliche Veränderungssperre bleibt als Gegenstand des Normenkontrollverfahrens erhalten, wenn durch einen Satzungsbeschluss die Geltungsdauer der ursprünglichen Veränderungssperre verlängert wird.Der Beschluss über eine Veränderungssperre setzt nicht voraus, dass der Aufstellungsbeschluss über den Bebauungsplan vorher bekannt gemacht wurde.Soll eine Veränderungssperre der Sicherung der Planung für den künftigen Planbereich dienen, muss zur Zeit ihres Erlasses der Inhalt der beabsichtigten Planung hinreichend bestimmt sein und ein Mindestmaß dessen erkennen lassen, was Inhalt des zu erwartenden Bebauungsplans sein soll.Welchen Grad die Konkretisierung der Planung erreicht haben muss, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.4 KO 210/14keine Verwaltungsgebühr für die Erteilung einer Auskunft über die Lage einer Trinkwasserleitung durch einen Zweckverband28.12.2016 Leitsätze:Ein für die Wasserversorung und Abwasserbeseitiung zuständiger Aufgabenträger ist nicht berechtigt, für die Erteilung einer Auskunft über die Lage einer von ihm betriebenen Leitung eine Verwaltungsgebühr zu erheben.3 ZKO 638/16Unzureichende Darlegung des Berufungszulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung14.12.2016 Leitsätze:Die Darlegung einer asylrechtlich erheblichen Tatsachenfrage erfordert, dass die Antragsbegründung insbesondere erkennen lassen muss, warum das Verwaltungsgericht die tatsächlichen Verhältnisse unzutreffend beurteilt haben soll. Dies setzt eine hinreichende Auseinandersetzung mit der konkreten Begründung des angegriffenen Urteils voraus.4 ZKO 398/12Kurbeitrag11.11.2016 Leitsätze:1. Die Erhebung eines Kurbeitrags i. S. d. § 9 ThürKAG ist auch in einem staatlich anerkannten Erholungsort zulässig, der nur über Erholungszwecken dienende Einrichtungen verfügt. Betreiber von Beherbergungsbetrieben dürfen auf Grundlage des § 9 Abs. 3 ThürKAG satzungsrechtlich verpflichtet werden, Ortsfremde zur Entrichtung des Kurbeitrags an- und abzumelden sowie den Kurbeitrag einzuziehen.2 N 383/12Arbeitszeitverkürzung für Polizeivollzugsbeamte im Wechselschichtdienst08.11.2016 Leitsätze:§ 6 Abs. 4 ThürPolAzVO in der Fassung des Art. 10 des Thüringer Gesetzes zur Regelung der Versorgung der Beamten und Richter sowie zur Änderung weiterer dienstrechtlicher Vorschriften vom 22. Juni 2011 verstößt nicht gegen hergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums
oder den Gleichheitssatz, soweit er den Freistellungstag von Beamten im Wechselschichtdienst betrifft und deren Arbeitszeit dahin regelt, dass ihnen am dienstfreien Tag Freistellung im Umfang eines (zu verrechnenden) Fünftels der wöchentlichen Arbeitszeit gewährt wird.3 EO 842/16Vorverlegung einer für den 9. November angemeldeten Versammlung07.11.2016 Leitsätze:Die Ermächtigung zur Einschränkung der verfassungsrechtlich garantierten
Versammlungsfreiheit knüpft an eine Gefährdung von Rechtsgütern an.
Die Prognose, dass eine für den Gedenktag des 9. November geplante Veranstaltung das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltund Willkürherrschaft verletzt, kann nicht allein auf die Gesinnung der Anmelder gestützt werden.
Die Gefahrenprognose bedarf konkreter, auf den zu erwartenden Verlauf der Demonstration bezogene Anhaltspunkte.4 KO 473/13zur Beitragspflicht eines sog. nicht gefangenen Hinterliegergrundstücks20.10.2016 Leitsätze:Die einem sog. "nicht gefangenen Hinterliegergrundstück" bei
Eigentümeridentität durch eine abgerechnete Verkehrsanlage vermittelte Inanspruchnahmemöglichkeit ist nur dann beitragsrelevant, wenn sie die sich aus der baulichen Ausnutzbarkeit des selbst an eine eigene
Verkehrsanlage angrenzenden Grundstücks ergebenden baurechtlichen Erreichbarkeitsanforderungen erfüllt (Fortführung der Senatsrechtsprechung zum Vorteilsbegriff, vgl. Senatsurteil vom 17. November 2015 - 4 KO 162/11 -).Erfordert die durch die Anliegerstraße ermöglichte bauliche
Ausnutzbarkeit ein Herauffahren, ist das "nicht gefangende
Hinterliegergrundstück nur beitragsrelevant bevorteilt, wenn die Anlegung einer Zufahrt möglich ist, die ein Befahren mit Feuerwehrfahrzeugen ermöglicht.Der Möglichkeit, eine Zufahrt anzulegen, können tatsächliche Gründe wie ein starkes Gefälle oder auch rechtliche Gründe des
Denkmalschutzes entgegenstehen.Lässt sich im Zeitpunkt der Entstehung der sachlichen Beitragspflicht feststellen, dass die beitragsrelevante bauliche Ausnutzung des Anliegergrundstücks eine beitragsrelevante bauliche Ausnutzung des Hinterliegergrundstücks hindert, die diesem durch das Angrenzen an seine "eigene" Verkehrsanlage ermöglicht wird, ist der durch die abgerechnete Verkehrsanlage vermittelte Vorteil nicht beitragsrelevant (Fortführung Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 17. November
2015 - 4 KO 162/11 -).2 EO 26/16Zur Löschungsregelung des § 65 Abs. 3 Nr. 1 Satz 1 StVG in der seit dem 1. Mai 2014 geltenden Fassung06.10.2016 3 KO 94/12Berücksichtigung des gemeindlichen Finanzbedarfs im Verfahren der Kreisumlage29.09.2016 Leitsätze:Art. 28 Abs. 2 GG als auch Art. 91, 93 ThürVerf gewährleisten den Gemeinden eine aufgabenadäquate Finanzausstattung. Diese verfassungsrechtliche Garantie gilt auch im Verhältnis der kreisangehörigen Gemeinde zum Kreis. Das Recht auf kommunale Selbstverwaltung ist jedenfalls dann nicht mehr gewahrt, wenn den Kommunen die Wahrnehmung freiwilliger Selbstverwaltungsaufgaben infolge einer unzureichenden Finanzausstattung unmöglich ist und ein finanzieller Spielraum für diese Aufgaben, bei denen die Kommunen autonom entscheiden können, ob und wie sie wahrgenommen werden, nicht mehr besteht. Dieser geschützte Kernbereich zieht Regelungen des kommunalen Finanzausgleichs wie der Kreisumlage eine absolute Grenze. Er ist dann verletzt, wenn die Gemeinde strukturell und auf Dauer außerstande ist, ihr Recht auf eine eigenverantwortliche Erfüllung auch freiwilliger Selbstverwaltungsaufgaben wahrzunehmen.Der Kreis hat den Finanzbedarf der umlageverpflichteten Gemeinden in seine dem Erlass der Haushaltssatzung und der Festsetzung der Umlagen vorausgehenden Erwägungen aufzunehmen.Die Umlageforderung ist im Einzelfall so zu bemessen, dass sie die Mindestgrenze der gemeindlichen Finanzausstattung nach den verfassungsrechtlichen Maßgaben berücksichtigt.4 EO 570/16Abgrenzung der Kostenspaltung von der Beitragsabstufung26.09.2016 Leitsätze:Sollen nach dem Planungskonzept des Einrichtungsträgers weniger als 10 % der Grundstücke im Einrichtungsgebiet nur einen Vollanschluss erhalten, ist eine Beitragsabstufung in der Satzung nicht erforderlich.Die gesetzliche Pflicht zur Betragsabstufung nach § 7 Abs. 3 S. 1 ThürKAG ist dann spätestens von Amts wegen auf der Erhebungsebene zu erfüllen.Die gesetzliche Pflicht zur Beitragsabstufung kann nicht dadurch erfüllt werden, dass im Wege der Kostenspaltung nur ein voller Teilbeitrag für eine (rechtliche) Teileinrichtung erhoben wird. Die Beitragserhebung im Wege der Kostenspaltung führt nicht dazu, dass die für die Herstellung der dem Planungskonzept entsprechenden Anschlussmöglichkeit benötigte (technische oder rechtliche) Teileinrichtung Gegenstand der Vorteilsbewertung würde.4 KO 68/13zum Verbot der Doppelbelastung bei der Erhebung von
Anschlussbeiträgen08.09.2016 Leitsätze:Das Verbot der Doppelbelastung verpflichtet einen Einrichtungsträger, zu Gunsten des Beitragspflichtigen zu berücksichtigen, wenn sich ein (Vor-)Eigentümer für die einem Grundstück vermittelte Möglichkeit des Anschlusses an der Herstellung der öffentlichen Einrichtung - orientiert an
den konkreten Kosten der örtlichen Abwasserbeseitigungsanlagen - bereits finanziell beteiligt hat.Der Beitragspflichtige kann eine solche vorherige finanzielle
Beteiligung jedoch nicht der Beitragsfestsetzung oder -erhebung
entgegenhalten. Der Aufgabenträger ist nur verpflichtet, diesem Umstand in irgendeiner Weise im Rahmen eines gesondert durchzuführenden Erlassverfahrens oder anderweitig Rechnung zu tragen. Insoweit ist ein weiter Gestaltungsspielraum eröffnet.2 EO 161/15Leistungsvergleich unabhängig von Einstufung des aktuellen
Dienstpostens07.09.2016 Leitsätze:Die Einstufung des Dienstpostens, den der Beamte im Zeitpunkt der Auswahlentscheidung innehat, stellt kein leistungsbezogenes Auswahlkriterium dar. Die unterschiedliche Einstufung der Dienstposten von Bewerbern rechtfertigt nicht, von einem Leistungsvergleich zwischen ihnen abzusehen.Die Beförderung des Inhabers eines höherwertigen Dienstpostens ohne umfassende Bewerberauswahl steht allenfalls dann mit Art. 33 Abs. 2 GG in Einklang, wenn der Beförderungsdienstposten seinerseits aufgrund einer Bewerberauswahl in Anwendung des Leistungsgrundsatzes
vergeben worden ist. Der Verzicht auf ein weiteres Auswahlverfahren bzw. die Beschränkung des Leistungsvergleichs auf Inhaber eines höherwertigen Dienstpostens ist jedoch nur in einem engen zeitlichen
Zusammenhang zu der Zuweisung des Beförderungsdienstpostens denkbar.2 KO 333/14Verfassungsmäßigkeit der W 3-Besoldung der Professoren in Thüringen 23.08.2016 Leitsätze:Die W 3-Besoldung der Professoren in Thüringen unterliegt im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.Die Orientierung des festen Grundgehalts der W 3-Besoldung an dem Grundgehalt der A 15-Besoldung, Erfahrungsstufe 11, das dem Grundgehalt der A 16-Besoldung, Erfahrungsstufe 8 entspricht, ist von dem weiten Gestaltungsspielraum des Besoldungsgesetzgebers gedeckt.Die W 3-Besoldung in Thüringen entspricht auch in ihrer Entwicklung im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung den Anforderungen, die das Alimentationsprinzip an eine amtsangemessene Alimentierung stellt.Nach Maßgabe der im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Mai 2015 (- 2 BvL 17/09 u. a. - BVerfGE 139, 64) entwickelten Maßstäbe für die Prüfung der Amtsangemessenheit der Besoldung besteht bereits auf der ersten Prüfungsstufe keine Vermutung für eine evidente Unangemessenheit der Bezüge in der Besoldungsgruppe W 3 ThürBesG, weil nicht mindestens drei von fünf der zur Konkretisierung des Evidenzkriteriums herangezogenen Parameter erfüllt sind.Die dennoch auf der zweiten Prüfungsstufe vorgenommene Gesamtabwägung bestätigt, dass die Bezüge in der Besoldungsgruppe W 3 ThürBesG im streitgegenständlichen Zeitraum nicht evident unangemessen waren.Die Missachtung der prozeduralen Anforderungen durch den Besoldungsgesetzgeber führt für sich genommen nicht zu einem Verstoß gegen Art. 33 Abs. 5 GG, wenn die Besoldung materiell im Einklang mit dem Alimentationsprinzip steht.4 KO 116/12zum Gebührenausschluss für die Straßenoberflächenentwässerung der
Ortsdurchfahrt einer Bundesstraße aufgrund vertraglicher Vereinbarung nach Nr. 14 Abs. 2 ODR11.08.2016 Leitsätze:Ob es sich bei einer am Vereinbarungsmuster zu Nr. 14 Abs. 2 ODR orientierenden Mitbenutzungsregelung um die Übertragung der Teilaufgabe der Straßenoberflächenentwässerung oder um eine
Vereinbarung über die - grundsätzlich einen Gebührentatbestand
verwirklichende - Benutzung einer kommunalen
Entwässerungseinrichtung handelt, ist durch Auslegung unter
Berücksichtigung der Regelungen des Bundesfernstraßengesetzes über die Straßenbaulast und der jeweils einschlägigen wasserrechtlichen Bestimmungen des Landesrechts über den Abwasserbeseitigungspflichtigen zu ermitteln.Nur soweit die eigene Aufgabenzuständigkeit des Trägers der
Straßenbaulast für Bundesfernstraßen reicht, kann er diese Aufgabe nach Maßgabe des § 5 Abs. 1 S. 1 1. HS FStrG mittels eines öffentlich-rechtlichen Vertrages i.S.d. §§ 54 ff. (Thür)VwVfG auf einen Dritten übertragen.4 KO 233/14Zur Bindungswirkung eines bestandskräftigen Grundlagenbescheides für die Gebührenfestsetzung11.08.2016 Leitsätze:Ein bestandskräftiger Grundlagenbescheid im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 4 b) ee) ThürKAG i.V.m. § 179 AO ist für die Gebührenfestsetzung bindend. Einer ausdrücklichen landesrechtlichen Verweisung auf § 182 AO bedarf es dafür nicht.Miteigentümer und Mitglieder einer Erbengemeinschaft haften für eine grundstücksbezogene Gebührenschuld gesamtschuldnerisch.1 ZKO 288/16Keine Übernahme von Schülerbeförderungskosten wegen Besuches des bilingualen Zuges eines Gymnasiums03.08.2016 4 EO 712/13zu den Erreichbarkeitsanforderungen eines gewerblich genutzten Grundstücks im Straßenausbaubeitragsrecht05.07.2016 Leitsätze:Bei der Klärung der Frage, ob durch eine Verkehrsanlage eine
beitragsrelevante Inanspruchnahmemöglichkeit vermittelt wird, ist nur in den Blick zu nehmen, ob die sich aus der baulichen Ausnutzbarkeit eines Grundstückes abzuleitenden Erreichbarkeitsanforderungen lediglich ein
Heranfahren und Betreten notwendig machen oder ein Herauffahren und Betreten notwendig machen oder ein Herauffahren erfordern. Auf besondere, sich aus der tatsächlichen konkreten Grundstücksnutzung
ergebende Erreichbarkeitsanforderungen kommt es nicht an.Grenzt ein Betriebsgrundstück an drei ausgebaute und abgerechnete Verkehrsanlagen an, muss dieser Gesichtspunkt der Mehrfacherschließung nicht von Amts wegen auf der Erhebungsebene berücksichtigt werden. Ein möglicher Anspruch auf Billigkeitserlass nach § 15 Abs. 1 Nr. 5a) ThürKAG i. V. m. § 227 AO ist in einem gesonderten Verfahren geltend zu machen. 2 KO 31/16Konkurrentenklage gegen Beförderung von Mitbewerbern28.06.2016 Leitsätze:Die nachträgliche Anfechtung der vorzeitigen Beförderung von
Mitbewerbern unterliegt der Verwirkung.
Bei der Frage, was als längerer Zeitraum anzusehen ist, kann die
Jahresfrist in § 58 Abs. 2 Satz 1 VwGO zunächst als Orientierung dienen. Unter Berücksichtigung der beteiligten öffentlichen und privaten Interessen und ihrer verfassungsrechtlichen Gewährleistung erscheint es angemessen, in Anfechtungsfällen der vorliegenden Art als längeren Zeitraum eine Zeitspanne von nicht mehr als einem Jahr anzusehen.4 ZKO 296/16zum (unterschiedlichen) Anwendungsbereich der Übergangsregelungen des § 21a Abs. 12 S. 1 ThürKAG und des § 21a Abs. 12 S. 2 ThürKAG27.05.2016 Leitsätze:1. § 21a Abs. 12 Satz 1 ThürKAG erfasst die Fälle, in denen im Vertrauen darauf, dass die Festsetzungsfrist frühestens in den vier Jahren nach dem Inkrafttreten der Heilungssatzung laufen würde, Beitragsbescheide auch erst in diesem Zeitraum, also häufig erst mehr als zwölf Jahre nach Entstehung der zur Beitragserhebung berechtigenden Vorteilslage erlassen wurden.Die Übergangsregelung in § 21a Abs. 12 S. 2 ThürKAG trägt dem Umstand Rechnung, dass die Aufgabenträger im Vertrauen auf die Gültigkeit des § 15 Abs. 1 Nr. 4 b) cc) 2. Spstr. ThürKAG in der bis zum 28. März 2014 geltenden Fassung Heilungssatzungen mit Rückwirkungsanordnung und auch Beitragsbescheide innerhalb der sich unter Anwendung dieser Bestimmung errechenbaren (vierjährigen) Verjährungsfrist erlassen haben.4 ZKO 272/16zum Umfang des Aufwendungsersatzanspruches nach § 21a Abs. 5 Satz 1 ThürKAG12.05.2016 Leitsätze:Hat ein Aufgabenträger sein Finanzierungssystem im Bereich der Wasserversorgung vor dem 1. Januar 2005 freiwillig auf eine reine Gebührenfinanzierung umgestellt und bereits vereinnahmte
Wasserbeiträge zurückgezahlt, besteht für die dadurch entstandenen Aufwendungen kein Anspruch auf Erstattung nach § 21a Abs. 5 Satz 1 ThürKAG.2 EO 563/15Wohnsitzerfordernis bei EU-Führerschein (Ersatzdokument)29.04.2016 Leitsätze:Zum Wohnsitzerfordernis bei (Ersatz-)Ausstellung eines tschechischen Führerscheins4 KO 129/13Ausbaubeiträge28.04.2016 Leitsätze:Auch ein sog. nicht gefangenes Hinterliegergrundstück kann bei
Eigentümerverschiedenheit beitragsrelevant bevorteilt sein, wenn eine
den bauordnungsrechtlichen Anforderungen entsprechende Zuwegung
(noch) nicht existiert, es aber hinreichende erkennbare Anhaltspunkte
gibt, dass der Eigentümer des Anliegergrundstücks auch schon vor
Entstehung der sachlichen Beitragspflicht eine den
bauordnungsrechtlichen Anforderungen genügende Sicherung der
Zuwegung gewährt hätte.4 KO 197/15zur Berücksichtigung der geltend gemachten Überdimensionierung eines Wasserzählers bei Bemessung der Wasssergrundgebühr nach dem Nenndurchfluss14.04.2016 Leitsätze:Die Überdimensionierung eines Wasserzählers ist nicht von Amts wegen bei der Festsetzung einer Wassergrundgebühr und auch nicht auf der Erhebungsebene zu berücksichtigen.In einem gesonderten auf Antrag einzuleitenden Erlassverfahren kann ein Teilerlass aus Billigkeitsgründen in Betracht kommen, wenn ermessensfehlerhaft ein überdimensionierter Wasserzähler eingebaut
wurde.Wird bei der Dimensionierung eines Wasserzählers berücksichtigt, dass der Grundstückseigentümer baurechtlich verpflichtet ist, die Löschwasserversorgung vorrangig über den Trinkwasseranschluss und nur ergänzend anderweitig sicherzustellen, ist dies nicht ermessensfehlerhaft.4 KO 200/12Zur Beitragspflicht gemeindeeigener Grundstücke17.03.2016 Leitsätze:Hat eine Kommune den aus einem VEB Gebäudewirtschaft
entstandenen Eigenbetrieb gemäß § 58 des bis zum 31. Dezember 1994 geltenden Umwandlungsgesetzes (UmwG a.F.) in eine kommunale Wohnungsgesellschaft umgewandelt, sind von dem in § 55 Abs. 1 S. 1 UmwG a.F. gesetzlich angeordneten Eigentumsübergang nur die Grundstücke erfasst, die in der nach § 54 Abs. 1 Nr. 3 UmwG a.F der Anmeldung beizufügenden Übersicht im Sinne des § 52 Abs. 4 UmwG a.F. aufgeführt sind. Später in die Wohnungsgesellschaft einzubringende
Grundstücke können nur durch Einzelrechtsübertragung nach Maßgabe des § 873 BGB übereignet werden.Steht ein Grundstück im Zeitpunkt der Entstehung der tatsächlichen Vorteilslage (bei gültiger Satzung) im Eigentum der zur Beitragserhebung berechtigten Kommune, so entsteht die sachliche Beitragspflicht und erlischt sogleich wieder infolge Konfusion.3 EN 123/16Zum vorläufigen Rechtsschutz nach § 47 Abs. 6 VwGO gegen eine mittels Rechtsverordnung erfolgte Festsetzung von verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen07.03.2016 Leitsätze:§ 10 Abs. 1 ThürLadÖffG ermächtigt die Landkreise und die kreisfreien Städte zur ausnahmsweisen Öffnung von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen nur unter der Voraussetzung, dass den Ereignissen, die den besonderen Anlass für die Ladenöffnungen ausmachen sollen, ein eigenständiges hinreichendes Besucherinteresse zukommt (Fortsetzung der Senatsrechtsprechung, vgl. Beschluss vom 29.09.2000 - 2 N 804/00 -)3 EN 123/16Zum vorläufigen Rechtsschutz nach § 47 Abs. 6 VwGO gegen eine mittels Rechtsverordnung erfolgte Festsetzung von verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen07.03.2016 Leitsätze:§ 10 Abs. 1 ThürLadÖffG ermächtigt die Landkreise und die kreisfreien Städte zur ausnahmsweisen Öffnung von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen nur unter der Voraussetzung, dass den Ereignissen, die den
besonderen Anlass für die Ladenöffnungen ausmachen sollen, ein eigenständiges hinreichendes Besucherinteresse zukommt (Fortsetzung der Senatsrechtsprechung, vgl. Beschluss vom 29.09.2000 - 2 N 804/00 -).2 EO 319/15Zur Erforderlichkeit einer Bedarfsbeurteilung nach Erreichen der für periodische Beurteilungen vorgesehenen Altersgrenze16.02.2016 Leitsätze:Aus Anlass der Versetzung eines Beamten ist gemäß § 13 ThürBG 2009 i. V. m. § 52 ThürLbVO bzw. gemäß § 54 ThürLaufbG i. V. m. § 52 ThürLbVO auch dann eine Bedarfsbeurteilung zu erstellen, wenn der
Beamte die für periodische Beurteilungen vorgesehene Altersgrenze erreicht und in der Vergangenheit auf die Erteilung einer periodischen Beurteilung verzichtet hat.Beantragt der aus Altersgründen nicht mehr planmäßig zu beurteilende Beamte die Erteilung einer periodischen Beurteilung, ist die aus Anlass seiner Versetzung erstellte Bedarfsbeurteilung mit ihrem Wert als eigenständige Beurteilung in den Beurteilungsvorgang einzubeziehen, wenn der von der Bedarfsbeurteilung erfasste Zeitraum in den
Regelbeurteilungszeitraum fällt.Der Dienstherr kann im Versetzungsfall nicht frei entscheiden, ob er eine Bedarfsbeurteilung erstellt oder nicht. Ein Beurteilungsbeitrag kann die vorgeschriebene Bedarfsbeurteilung nicht ersetzen.4 KO 850/09zur Definition des Vollgeschosses im Beitragsrecht12.01.2016 Leitsätze:Ein Zweckverband, der kommunale Selbstverwaltungsaufgaben wahrnimmt, ist zur isolierten Anfechtung eines Widerspruchs- bescheides befugt, mit dem ein von ihm erlassener Bescheid aufgehoben wird.Wird ein Beitrag nach dem Vollgeschossmaßstab bemessen, ist der Satzungsgeber im Rahmen der Ausgestaltung des Beitragsmaßstabes berechtigt, aber nicht verpflichtet, zur Definition des Vollgeschosses in seiner Satzung nur an den landesrechtlichen Vollgeschossbegriff anknüpfen. Er darf im Rahmen der durch das Vorteilsprinzip gezogenen Grenzen bei der Beitragsbemessung auch Geschosse berücksichtigen, die die landesrechtlichen Anforderungen an ein Vollgeschoss nicht erfüllen.Auch Geschosse, in denen Aufenthaltsräume im Sinne des § 2 Abs. 6 ThürBO 2004 i.V.m. § 45 ThürBO 2004 errichtet sind oder errichtet werden können, dürfen bei der Beitragsbemessung berücksichtigt werden.Dies gilt auch für Geschosse, in denen Räume i.S.d.§ 45 Abs. 3 ThürBO 2004 - bei ausreichender Belüftung - ohne Fenster zulässig sind. Durch das Gesetz zur Änderung des Thüringer Kommunalabgabengesetzes vom 20. März 2014 (GVBl. S. 83) wird sichergestellt, dass eine Beitragserhebung in den Fällen, in denen eine Heilungssatzung erlassen wird oder wurde, nicht zeitlich unbegrenzt möglich ist.3 KO 400/12Zur Berücksichtigung von erst im Widerspruchsverfahren vorgelegten Verwendungsnachweisen im Rahmen der Ermessensausübung bei Widerruf eines Subventionsbescheides17.12.2015 Leitsätze:Die Entscheidung des Subventionsgebers, erstmals im
Widerspruchsverfahren zum Führen des Verwendungsnachweises nachgereichte Belege regelmäßig nicht mehr zu berücksichtigen, hält sich im Rahmen des ihm eingeräumten Widerrufsermessens.4 KO 350/13zur Einbeziehung eines Kanals in eine gewidmete
Entwässerungseinrichtung10.12.2015 Leitsätze:1. Die Erhebung einer Niederschlagswassergebühr setzt voraus, dass ein Grundstück auch zur Niederschlagswasserbeseitigung an die
Entwässerungseinrichtung des Gebührengläubigers angeschlossen ist. Wird ein zu DDR-Zeiten - nicht von einem VEB WAB - errichteter Entwässerungskanal von dem Grundstückseigentümer auch nach 1993 ausschließlich zur Niederschlagswasserbeseitigung genutzt, reicht allein der Erlass eines Bescheides, mit dem eine Niederschlagswassergebühr
erhoben wird, nicht aus, um diesen - mit der technischen
Entwässerungseinrichtung des Gebührengläubigers nicht verbundenen Kanal - konkludent in die gewidmete öffentliche Einrichtung einzubeziehen.4 KO 452/11Trinkwassergrundgebühren bei ausgebautem Wasserzähler und verschlossenem Anschluss10.12.2015 Leitsätze:Hat der Zweckverband den Wasserzähler ausgebaut und das
Absperrventil verschlossen, fehlt es an der Betriebsfertigkeit des
Hausanschlusses.2 KO 485/14Absenkung des Beurteilungsniveaus08.12.2015 Leitsätze:Ist der für die Beurteilung Zuständige nicht in der Lage, sich ein eigenes vollständiges Bild von den Leistungen des Beamten zu machen, ist er darauf angewiesen, sich die fehlenden Kenntnisse von anderen Personen zu beschaffen.
Ein Dienstherr ist grundsätzlich befugt, ein von ihm als zu hoch
angesehenes Beurteilungsniveau abzusenken und künftigen
Beurteilungen strengere Maßstäbe zugrundzulegen, als sie für frühere Beurteilungszeiträume anzuwenden waren. Ausschlaggebend ist, dass der jeweils anzuwendende Maßstab auf alle zu Beurteilenden gleichmäßig angewandt wird.2 KO 131/13Personenbeförderungsrechtliche Genehmigungspflichtigkeit des
Fahrdienstes eines Rehabilitationszentrums24.11.2015 Leitsätze:Der Fahrdienst eines Rehabilitationszentrums fällt nicht unter § 1 Satz 1 Nr. 4 e) Freistellungs-Verordnung und bedarf daher der
personenbeförderungsrechtlichen Genehmigung.Im Verfahren zur Genehmigung eines solchen Dienstes ist § 2 Abs. 6 PBefG zur Anwendung zu bringen.3 EO 363/15Vorläufige Sicherung eines Anspruchs auf Zulassung eines Bürgerbegehrens19.11.2015 Leitsätze:Grundsätzlich setzt eine der Sicherung eines geplanten Bürgerbegehrens dienende Einschränkung der Handlungsmacht der Gemeindeorgane das Vorliegen der Anforderungen des § 17 Abs. 5 ThürKO voraus. Eine vorverlagerte Aussetzung des Vollzuges beschlossener Maßnahmen ist in der Regel ausgeschlossen.
Eine Durchbrechung dieses Grundsatzes kommt in eng begrenzten Ausnahmenfällen unter Berücksichtigung von Gesichtspunkten der Organtreue in Betracht, wenn das Verhalten der Gemeinde Anlass für die Annahme gibt, dass sie dem Bürgerbegehren bewusst treuwidrig die rechtliche Grundlage entziehen will. 4 KO 162/11Zu den Erreichbarkeitsanforderungen für ein mit zwei dreigeschossigen Wohnblöcken bebautes sog. "nicht gefangenes Hinterliegergrundstück"17.11.2015 Leitsätze:Wird in der Hauptsatzung einer Kommune eine Zeitung als
Bekanntmachungsorgan für Satzungen bestimmt, ist es unschädlich, wenn diese Hauptsatzung die für öffentliche Bekanntmachungen in einer Zeitung vorgesehene Überschrift nennt und für den öffentliche Bekanntmachungen enthaltenen Teil ein eigenes Impressum vorsieht.Die einem sog. "nicht gefangenen Hinterliegergrundstück" bei
Verkehrsanlage angrenzenden Grundstücks ergebenden baurechtlichen Erreichbarkeitsanforderungen erfüllt (Fortführung der Senatsrechtsprchung zum Vorteilsbegriff, vgl. Senatsbeschluss vom 24. Juni 2013 - 4 EO 233/10).4 KO 252/12Zum Beitragsmaßstab für Grundstücke, die nach dem Planungskonzept nur an die Schmutzwasser- oder Fäkalschlammentsorgung angeschlossen sind oder werden sollen.17.11.2015 Leitsätze:1. Eine Regelung in der Verbandssatzung, nach der
Stimmenenthaltungen unzulässig sein sollen, ist wegen Verstoßes gegen § 30 Abs. 2 Satz 3 ThürKGG unwirksam.Die Mehrfachvertretung eines Verbandsmitgliedes durch Entsendung von "gekorenen" Verbandsräten neben dem geborenen Verbandsrat (§ 28 Abs. 1 Satz 3 ThürKGG) kann mit einem Mehrfachstimmrecht kombiniert werden (vgl. Senatsurteil vom 2. Juli 2015 - 4 N 411/12 -.).Die Stimmen eines Verbandsmitgliedes können nur durch den
geborenen Verbandsrat wirksam abgegeben werden. Ist der geborene Verbandsrat nicht anwesend, ist die durch einen anwesenden gekorenen Verbandsrat abgegebene Stimme ungültig.Stimmen nicht anwesender gekorener Verbandsräte können wegen des Vertretungsverbots des § 28 Abs. 3 Satz 2 ThürKGG nicht durch den geborenen Verbandsrat wirksam abgegeben werden. Die Berücksichtigung der Stimmen nicht anwesender gekorener Verbandsräte führt nicht zur Unwirksamkeit des Beschlusses der Verbandsversammlung, sondern nur zur Ungültigkeit dieser Stimmen.Wurden Stimmen nicht anwesender gekorener Verbandsräte unter Verstoß gegen § 28 Abs. 3 Satz 2 ThürKGG mitgezählt, hängt die Wirksamkeit des Beschlusses der Verbands- versammlung davon ab, ob die nach § 30 Abs. 2 Satz 1 ThürKGG erforderliche Mehrheit ohne Berücksichtigung dieser ungültigen Stimmen zustande gekommen ist.Entsteht infolge der Änderung der Einwohnerzahlen ein Widerspruch zwischen dem einem Verbandsmitglied nach dem Einwohnerschlüssel insgesamt zustehenden Stimmen und der Summe der Stimmen, die mehreren ein Verbandsmitglied repräsentierenden Verbandsräten rechnerisch zustehen, können gleichwohl wirksame Beschlüsse gefasst werden. Daraus resultierende Anwendungsprobleme können die
Mitglieder der Verbandsversammlung einvernehmlich lösen (vgl.
Senatsurteil vom 2. Juli 2015 - 4 N 411/12 -).2 KO 171/15Bemessung der Erstattung von Ausbildungskosten bei
Kriegsdienstverweigerung12.11.2015 Leitsätze:1. Art. 4 Abs. 3 Satz 1 GG fordert, dass die Anwendung von § 56 Abs. 4 Satz 3 SG auf einen Vorteilsausgleich reduziert wird, der lediglich die Situation wiederherstellt, die in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht bestand, bevor der Soldat bzw. die Soldatin das Studium absolviert hat.Der abzuschöpfende geldwerte Vorteil besteht nicht in dem Gegenwert für die während der Ausbildung bei der Bundeswehr vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Betroffene tatsächlich nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr nutzt. Der dem Betroffenen real und nachweisbar verbliebene Vorteil ist vielmehr der Betrag der ersparten Aufwendungen, die dieser für ein Studium an einer zivilen Ausbildungseinrichtung hätte aufbringen müssen.Wird der Rückforderungsanspruch gestundet, ist eine Verzinsung mit 2 v. H. über dem Basiszinssatz angemessen.2 EO 70/15Zur Anwendung der Übergangsbestimmung des § 65 Abs. 3 Nr. 4 StVG und der Bonusregelung des § 4 Abs. 6 StVG in der seit dem 1. Mai 2014 geltenden Fassung04.11.2015 2 EO 201/14Verpflichtung zum behindertengerechten Umbau eines Schulgebäudes im verwaltunsgerichtlichen Eilverfahren30.10.2015 Leitsätze:Der Erlass einer einstweiligen Anordnung durch Vorwegnahme der
Hauptsache setzt u.a. das Vorliegen hoher, d.h. eindeutig überwiegender
Erfolgsaussichten in der Hauptsache voraus. Die Anordnung einer
Vorwegnahme der Hauptsache mit sehr weitgehenden Auswirkungen
kommt erst in Betracht, wenn sich bereits aufgrund der summarischen
Prüfung im Eilverfahren das Hauptsachebegehren als offensichtlich
begründet darstellt.
Zur Prüfung eines im Wege des verwaltungsgerichtlichen
Eilrechtsschutzes geltend gemachten Wiedereingliederungsanspruchs
einer schwerbehinderten Beamtin.2 EO 633/14Einstweiliger Rechtsschutz gegen eine Auswahlentscheidung zwischen Beamten derselben Besoldungsgruppe unterschiedlicher Laufbahnen09.10.2015 Leitsätze:Die an Art. 33 Abs. 2 GG zu messende Auswahlentscheidung hat in Bezug auf das Amt im statusrechtlichen Sinne zu erfolgen. Diesen Anforderungen genügt eine Auswahl nicht, in die der Dienstherr sämtliche Beamte einer Besoldungsgruppe einer Laufbahngruppe einbezieht, ohne Rücksicht darauf, dass sie mehreren Laufbahnen unterschiedlicher Fachrichtungen angehören. Bei einer solchen Auswahl steht erst im
Nachgang des (rückblickenden) Leistungsvergleichs fest, in welches nächsthöhere Statusamt welcher Laufbahn befördert werden soll.2 KO 191/15Verwendungszulage für Wahrnehmung höherwertigen Dienstpostens18.08.2015 Leitsätze:1. Für die "Übertragung" höherwertiger Aufgaben im Sinne des § 46 Abs. 1 Satz 1 BBesG (in der bis zum 31. August 2006 geltenden Fassung) bedarf es keiner durch beamtenrechtlichen Verwaltungsakt getroffenen, rechtsgestaltenden Regelung. Es genügt vielmehr ein Realakt oder Organisationsakt. Die Organisationsmaßnahme muss jedoch von der zuständigen Stelle des Dienstherrn getroffen werden und wirksam sein. An der sog. Beförderungsreife fehlt es auch dann, wenn der Beamte das höhere Statusamt nur durch einen Laufbahnwechsel erreichen kann und er auf den Laufbahnwechsel keinen gebundenen Anspruch hat.Ein Anspruch auf Verwendungszulage in Höhe des
Unterschiedsbetrags zum nächsthöheren erreichbaren Amt besteht nicht, wenn zwischen dem Statusamt des Beamten und dem von ihm wahrgenommenen Dienstposten mehr als eine Beförderungsstufe liegt und die Beförderungsreife zwar nicht für das übernächste, aber für das erreichbare höhere Amt vorhanden ist.§ 46 Abs. 1 Satz 1 BBesG a. F. ist nicht entsprechend anzuwenden, wenn der Dienstherr Beamte systematisch ohne die erforderliche Beförderungsreife mit Vakanzvertretungen beauftragt, um bereitgestellte Haushaltsmittel einzusparen (hier unterstellt).3 EO 455/15Zur Versammlung vor einer Erstaufnahmeeinrichtung17.08.2015 3 EO 331/15Schließung der Grundschule Gera-Aga09.07.2015 4 N 411/12Verfassung, Verwaltung und Organisation der Gemeinden und
Gemeindeverbände/kommunalen Gebietskörperschaften02.07.2015 Leitsätze:Bei Erlass einer nur Änderungsbefehle enthaltenden
Änderungssatzung beginnt die Antragsfrist des § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO bezogen auf die zu ändernden Regelungen nicht erneut zu laufen.Die in § 46 Abs. 3 Satz 2 ThürKGG (entspricht § 44 Abs. 3 Satz 2 ThürKGG a.F.) vorgesehene Mitteilung über die Verlagerung der Zuständigkeit auf die nach § 46 Abs. 3 Satz 1 ThürKGG (entspricht § 44 Abs. 3 Satz 1 ThürKGG a.F.) bestimmte Aufsichtsbehörde über einen Zweckverband, in dem eine kreisfreie Stadt Mitglied ist, ist nicht Wirksamkeits- voraussetzung für den Übergang der Zuständigkeit.§ 28 Abs. 1 Satz 3 ThürKGG ist so auszulegen, dass die
Verbandssatzung eines Zweckverbandes für die Vertretung der
Mitgliedsgemeinden in der Verbandsversammlung eine Kombination von Mehrfachvertretung und Mehrfachstimmrecht regeln darf.Enthält die Verbandssatzung eine Regelung, mit der die einem
Verbandsmitglied nach der Einwohnerzahl rechnerisch zustehenden Stimmen auf die Zahl der den übrigen Mitgliedern zustehenden Stimmen begrenzt wird (Stimmenparität), so ist dies mit dem verfassungsrechtlich garantierten kommunalen Selbstverwaltungsrecht vereinbar.Die Verbandssatzung muss bei Kombination von Mehrfachvertretung und Mehrfachstimmrecht keine ausdrückliche Regelung über die auf einen einzelnen Verbandsrat entfallenden Stimmen enthalten. Die einem Verbandsmitglied zustehenden Stimmen sind gleichmäßig auf die es vertretenden Verbandsräte zu verteilen.Bei geheimen Wahlen in der Verbandsversammlung ist die Einhaltung des Gebotes der einheitlichen Stimmenabgabe dadurch gewährleistet, dass nur der gesetzliche Vertreter für das Verbandsmitglied die Stimme abgibt. Für die vorherige interne Abstimmung der ein Verbandsmitglied vertretenden Verbandsräte gilt der Grundsatz der geheimen Wahl nicht.
7. Fehler bei der Wahl eines Verbandsvorsitzenden lassen die
Wirksamkeit seiner Bestellung unberührt.3 KO 565/13Kindergarten- und Heimrecht02.07.2015 Leitsätze:§ 18 Abs. 4 Satz 1 ThürKitaG stellt keine unmittelbare Anspruchsgrundlage für den Ersatz von Betriebskosten dar. Der Anspruch setzt den Abschluss einer entsprechenden Erstattungsvereinbarung voraus.
§ 18 Abs. 8 ThürKitaG steht einem auf Grundlage von Pauschalen gebildeten Betriebskostenerstattungssystem entgegen. Bei der Prüfung der Angemessenheit der Betriebskosten hat die Gemeinde vielmehr die Bedingungen des Einzelfalles in den Blick zu nehmen
Die Regelung des § 18 Abs. 4 Satz 3 ThürKitaG stellt eine Kappungsgrenze für die Betriebskostenerstattung in Form einer Sollvorschrift dar. 2 KO 535/14Kein Anspruch auf Verwendungszulage für Fachlehrer an einer Regelschule (BesGr A 13)30.06.2015 1 KO 369/14Erlöschen einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG03.06.2015 Leitsätze:Beginnt die für die Ausnutzung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung von der Behörde nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG gesetzte Frist mit der Vollziehbarkeit der Genehmigung zu laufen, wird ihr Lauf nicht dadurch gehemmt, dass Dritte gegen die Genehmigung einen Rechtsbehelf einlegen.Der Abriss einer nicht mehr nutzbaren alten Bausubstanz auf dem Baugrundstück kann grundsätzlich nicht als Beginn der Errichtung einer immissionsschutzrechtlich genehmigten Anlage im Sinne des § 18 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG angesehen werden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Aufwendungen für den Abriss im Falle eines endgültigen Scheiterns des Vorhabens für den Genehmigungsinhaber nicht mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten verbunden sind. Die Verlängerung einer Frist nach § 18 Abs. 3 BImSchG kann nur vor ihrem Ablauf beantragt werden (wie BVerwG, Urteil vom 25.08.2005 - 7 C 25.04 - juris Rdn. 15). Für die rechtzeitige Antragstellung trägt der Genehmigungsinhaber die materielle Beweislast. Die Fristverlängerung nach § 18 Abs. 3 BImSchG ist kein zulässiger Gegenstand einer Umweltverbandsklage nach § 2 Abs. 1 UmwRG.4 EO 52/15Zur persönlichen Beitragspflicht des Zwangsverwalters30.04.2015 Leitsätze:Der Zwangsverwalter ist nicht nach Maßgabe des § 155 Abs. 2 Satz 2 ZVG zur Zahlung wiederkehrender Ausbaubeiträge i.S.d. § 7a ThürKAG verpflichtet.Bei wiederkehrenden Ausbaubeiträgen handelt es sich um einmalige und nicht um "wiederkehrende laufende Leistungen" i.S.d § 10 Abs. 1 Nr. 3 ZVG.2 KO 816/12Zahnarzt ist kein "Sanitätsoffizier mit der Approbation als Arzt"28.04.2015 Leitsätze:Ein Zahnarzt hat keinen Anspruch auf die Sonderzulage nach Anlage I zum BBesG, BBesO A und B, Vorb. II Zulagen, Nr. 11 Abs. 1, weil kein "Sanitätsoffizier mit der Approbation als Arzt" ist.Die Gewährung der Zulage an Ärzte, nicht jedoch an Zahnärzte, ist mit Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar.2 KO 579/12Keine Urlaubsübertragung von 24 Monaten aufgrund unmittelbarer Richtlinienwirkung28.04.2015 Leitsätze:Art. 7 Abs. 1 der RL 2003/88/EG entfaltet keine unmittelbare Wirkung dahingehend, dass ein Beamter Erholungsurlaub, an dessen Inanspruchnahme er wegen Krankheit gehindert war, über 24 Monate nach Ablauf des Bezugszeitraums übertragen kann.2 EO 217/14 Personalratsbeteiligung bei fristloser Entlassung eines Beamten aus dem Beamtenverhältnis auf Probe wegen eines Dienstvergehens und bei fristgebundener Entlassung eines Beamten auf Probe wegen mangelnder Bewährung in der Probezeit14.04.2015 Leitsätze:Die fristgebundene Entlassung eines Beamten aus dem Beamtenverhältnis auf Probe wegen mangelnder Bewährung in der Probezeit unterliegt der Mitbestimmung nach § 75 Abs. 2 Satz 1 Nr. 10 des Thüringer Personalvertretungsgesetzes (ThürPersVG). Die fristlose Entlassung eines Beamten aus dem Beamtenverhältnis auf Probe wegen eines Dienstvergehens ist kein Fall der eingeschränkten Mitbestimmung nach § 75 Abs. 2 Satz 1 Nr. 10 ThürPersVG. Vor der fristlosen Entlassung eines Beamten auf Probe ist gemäß § 78 Abs. 3 Satz 1 ThürPersVG eine Anhörung der Personalvertretung zwingend durchzuführen. Die Anhörung ist im Gegensatz zur Mitbestimmung bei der Entlassung eines Beamten auf Probe nach § 75 Abs. 2 Satz 1 Nr. 10 ThürPersVG nicht von einem Antrag des Beschäftigten abhängig.3 EO 775/13Gewerbeordnung08.04.2015 Leitsätze:Ob die in § 10 Abs. 2 Nr. 2 ThürSpielhallenG bzw. § 29 Abs. 4 Satz 3 GlüStV normierte Übergangs- und Stichtagsregelung verfassungsgemäß ist oder nicht oder ob ggf. eine am Gesetzeszweck orientierte restriktive verfassungskonforme Auslegung dieser Regelung in Betracht kommt,
bedarf der Klärung in einem Hauptsacheverfahren.Die in einem Verfahren auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes gegen die Schließung einer Spielhalle, für die nach dem Stichtag 28. Oktober 2011 eine gewerberechtliche Erlaubnis nach § 33i GewO erteilt worden ist, vorzunehmende Interessenabwägung fällt unter Berücksichtigung weiterer gesetzgeberischer Wertungen regelmäßig zu Gunsten der privaten Interessen des Spielhallenbetreibers aus.1 EO 128/15Keine Herausgabe eines nicht rechtskräftigen Strafurteils an
Medienvertreter, wenn die Gefahr einer Beeinflussung von Zeugen in einem noch durchzuführenden Strafverfahren besteht13.03.2015 Leitsätze:Die Pflicht zur Erteilung einer Auskunft gem. § 4 Abs. 1 Thüringer Pressegesetz vom 31. Juli 1991 (GVBl. S. 271; zuletzt geändert durch Art. 3 des ThürBibRG vom 16. Juli 2008 - GVBl. S. 243 - TPG) gibt keine besondere Form der Auskunft vor. Auch aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG lässt sich insbesondere kein Anspruch auf Einsichtnahme in Behördenakten
oder eine Aktenkopie herleiten.Die grundsätzliche Verpflichtung zur Veröffentlichung von gerichtlichen Entscheidungen mag im Einzelfall eine Reduzierung des Ermessens hinsichtlich der Form der Auskunft in Richtung auf Übersendung eines Urteils zur Folge haben. Dies gilt aber dann nicht, wenn gem. § 4 Abs. 2 Nr. 1 TPG die sachgemäße Durchführung eines Strafverfahrens gefährdet wird.Ob eine solche Gefährdung zu befürchten ist, hängt nicht von der Person des konkreten Antragstellers und der von ihm angegebenen Absicht der Verwendung ab. Die Auskunft gebende Stelle muss vielmehr alle möglichen Auswirkungen der Freigabe der begehrten Informationen umfassend in den Blick nehmen.4 KO 758/14Auseinandersetzung über das Vermögen eines "fehlerhaften
Zweckverbandes"12.03.2015 Leitsätze:1. Wenn sich die an der Auseinandersetzung über das Betriebsvermögen eines "fehlerhaften Zweckverbandes" Beteiligte nicht über etwaige finanzielle Ausgleichsansprüche einigen, steht der Erhebung einer Leistungsklage nicht entgegen, dass die fehlende Einigung durch eine kommunalaufsichtsrechtliche Maßnahme ersetzt werden könnte.Ein Zweckverband, der im Wege der "Betriebsspaltung" einen Teil des Betriebes eines "fehlerhaften Zweckverbandes" übernimmt, ist hinsichtlich etwaiger Ausgleichsansprüche gegen eine Gemeinde, die Mitglied im "fehlerhaften Zweckverband" war und ebenfalls einen Teil des Betriebes des "fehlerhaften Zweckverbandes" übernommen hat, aktiv legitimiert.Für das übernommene Anlagevermögen hat eine Gemeinde, die Mitglied in einem "fehlerhaften Zweckverband" war, einen finanziellen Ausgleich zu leisten, soweit es sich nicht um im Wege der Entflechtung zum 1. Januar 1993 unentgeltlich übernommenes, durch Fördermittel oder durch die Grundstückseigentümer finanziertes Anlagevermögen handelt.
Von den Grundstückseigentümern gezahlte Beiträge dienen nicht der Finanzierung des im Gemeindegebiet gelegenen Anlagevermögens, sondern der von dem "fehlerhaften Zweckverband" betriebenen Einrichtung.Eine Gemeinde ist für die Jahre, in denen sie "Mitglied" im "fehlerhaften Zweckverband" war, an den jährlich erwirtschafteten Verlusten zu beteiligen, soweit diese nicht nachträglich ausgeglichen wurden.Eine zum Ausgleich eines Jahresverlustes beschlossene
Verbandsumlage ist nur dann vom Jahresverlust in Abzug zubringen, wenn die Gemeinde diese auch tatsächlich gezahlt hat.4 VO 673/12zur Notwendigkeit von Aufwendungen zur Rechtsverteidigung im Sinne des § 162 Abs. 1 VwGO im Berufungszulassungsverfahren durch Bevollmächtigung eines Rechtsanwalts17.02.2015 Leitsätze:Die Bevollmächtigung eines Rechtsanwaltes durch die Gegenseite ist im Berufungszulassungsverfahren erst dann notwendig im Sinne des § 162 Abs. 1 VwGO, wenn das Berufungsgericht zur Begründung des Antrages auf Zulassung der Berufung anhört.1 EO 356/14Nachträgliche Verschärfung von Nebenbestimmungen einer
immissionsschutzrechtlichen Genehmigung (hier: Festlegung von
Abschaltzeiten zum Zweck des Fledermausschutzes)10.02.2015 Leitsätze:Zur Abgrenzung zwischen einer Inhaltsbestimmung und einer selbständig anfechtbaren Nebenbestimmung in einer
immissionsschutzrechtlichen Genehmigung.Die zum Zweck des Fledermausschutzes erfolgte Festlegung von Abschaltzeiten einer Windenergieanlage ist nicht schon deshalb unabhängig von der gewählten Bezeichnung als Inhaltsbestimmung einzuordnen, weil sie dazu dienen soll, einen Verstoß gegen das artenschutzrechtliche Tötungsverbot des § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG zu vermeiden. Lassen sich die an das jeweilige Vorhaben zu stellenden
Anforderungen nicht zweifelsfrei entweder als Inhaltsbestimmungen oder als Nebenbestimmungen einordnen, ist der Genehmigungsbehörde insoweit ein gewisser Gestaltungsspielraum einzuräumen. In Zweifelsfällen ist es dementsprechend in erster Linie Aufgabe der
Genehmigungsbehörde, den Rechtscharakter der von ihr gewählten Regelung hinreichend deutlich zu bezeichnen.Die Anordnung einer Auflage nach § 12 Abs. 1 Satz 1 BImSchG ist grundsätzlich nur zusammen mit der Erteilung einer
immissionsschutzrechtlichen Genehmigung und damit nur im Zeitpunkt der Genehmigungserteilung zulässig.Ob die Verschärfung einer bereits auf der Grundlage von § 12 Abs. 1 Satz 1 BImSchG angeordneten Nebenbestimmung ausnahmsweise dann zulässig sein kann, wenn der Genehmigungsadressat sie angefochten hat, bleibt offen. Die Verschärfung einer angefochtenen Nebenbestimmung nach den Grundsätzen der sog. reformatio in peius im
Widerspruchsverfahren ist jedenfalls nach Abschluss des
Widerspruchsverfahrens nicht mehr zulässig.Eine der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nachträglich ohne gesetzliche Grundlage beigefügte Auflage verletzt den Genehmigungsadressaten in seinen Rechten und ist deshalb auf seine Anfechtungsklage hin aufzuheben. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob die zuständige Behörde dem Genehmigungsbescheid ursprünglich eine entsprechende Nebenbestimmung hätte beifügen können oder müssen.2 EO 508/14Konkurrentenstreit bei fehlerhafter Vorauswahl09.02.2015 Leitsätze:Bei festgestellter rechtswidriger Auswahlentscheidung bei der
Dienstpostenvergabe (ohne das Ziel der Beförderung nach erfolgreicher Bewährung) kann einer Beförderungskonkurrentin nicht entgegen gehalten werden, ihr fehle die Beförderungsreife mangels Bewährung. In diesem Fall ist ein neues Auswahlverfahren zur Beförderungsdienstpostenvergabe durchzuführen und die Konkurrentin einzubeziehen, sofern sie die Befähigungsvoraussetzungen erfüllt. Die Erfolgsaussichten für eine Beförderungsdienst- postenauswahl sind für eine Konkurrentin dann nicht offen, wenn sie sich nicht auf die aus ihrem Statusamt ergebende Vermutung darauf berufen kann, dass sie als Inhaberin eines abstrakt funktionellen Amtes aufgrund ihrer Befähigung für die Laufbahn geeignet ist, einen dem nächsthöheren Statusamt
zugeordneten Dienstposten auszufüllen. Diese Vermutung besteht ausnahmsweise dann nicht, wenn ihr das Amt offenkundig zu Unrecht verliehen worden ist, weil ihr dafür die Befähigungsvoraussetzungen fehlen.4 ZKO 19/12Zur Verpflichtung eines Zweckverbandes auf Erstattung von selbst vereinnahmten Wasserbeiträgen, die eine Gemeinde aufgrund (rechtswidriger) kommunalaufsichtsrechtlicher Verfügung nach § 21a Abs. 3 ThürKAG an die Grundstückseigentümer in ihrem Gemeindegebiet
zurückgezahlt hat09.02.2015 Leitsätze:Ein Zweckverband ist gemäß § 21a Abs. 3 ThürKAG zur Rückzahlung der vor dem 1. Januar 2005 aufgrund eines Beitragsschuldverhältnisses vereinnahmten Wasserbeiträge verpflichtet (vgl. Senatsurteil vom 15. November 2012 - 4 KO 20/09 -). Hat eine Gemeinde in Erfüllung einer (rechtswidrigen)
kommunalaufsichtsrechtlichen Verfügung die durch den Zweckverband in ihrem Gemeindegebiet vereinnahmten Wasserbeiträge den Grundstückseigentümern gemäß § 21a Abs. 3 ThürKAG zurückgezahlt, steht ihr gegen den Zweckverband ein Anspruch auf Erstattung der Wasserbeiträge zu.Dieser Erstattungsanspruch wird nicht erfüllt, wenn der Zweckverband das im Gemeindegebiet gelegene Anlagevermögen unentgeltlich übertragen will und dazu in einer Ausgliederungsbilanz auf der Passivseite Wasserbeiträge als Ertragszuschuss ausweist.Eine Gemeinde, die aufgrund (rechtswidriger)
kommunalaufsichtsrechtlicher Verfügung anstelle eines Zweckverbandes Wasserbeiträge gemäß § 21a Abs. 3 ThürKAG erstattet hat, ist nicht verpflichtet, vorrangig einen Erstattungsanspruch gegen den Freistaat
Thüringen geltend zu machen.3 KO 524/13Sozialhilferecht20.01.2015 Leitsätze:Der Grundsatz, dass für öffentlich-rechtliche Geldforderungen in sinngemäßer Anwendung des § 291 BGB Prozesszinsen zu entrichten sind, wenn das jeweils einschlägige Fachrecht keine gegenteilige Regelung trifft, gilt auch für Erstattungsansprüche zwischen Sozialleistungsträgern (wie BVerwG, Urteil vom 23. Januar 2014 - 5 C 8/13 - Juris, Ls. 2 und Rdn. 21 ff.).4 KO 582/14zur zeitlichen Begrenzung der Erhebung von Straßenausbaubeiträgen19.01.2015 Leitsätze:Die mögliche Verfassungswidrigkeit des § 15 Abs. 1 Nr. 4 b) cc) 2. Spstr. ThürKAG in der bis zum 28. März 2014 geltenden Fassung führte nicht zu einer die Beitragserhebung insgesamt hindernden Verfassungswidrigkeit des § 7 ThürKAG.Bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 20. März 2014 am 29. März 2014 in Thüringen war - mit Ausnahme des Falles der rückwirkenden Ersetzung einer ungültigen Satzung - bereits sichergestellt worden, dass die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen im Übrigen nicht zeitlich unbegrenzt möglich ist.2 KO 146/12Regelung von Beihilfeansprüchen durch Verwaltungsvorschrift -
Übergangsregelung13.01.2015 Leitsätze:1. Die Übergangsregelung des § 129 Abs. 4 ThürBG enthält eine statische Verweisung auf die Beihilfevorschriften des Bundes (BhV) in der dort genannten Fassung. Dies ist als Übergangsregelung rechtsstaatlich nicht bedenklich.
2. Die statische Verweisung erfasst keine weiteren
Verwaltungsvorschriften (Hinweise) aufgrund von in den BhV geregelten Ermächtigungen.1 N 1287/10Flächennutzungsplan der Stadt Nordhausen steht Bergbauberechtigungen zum Gipsabbau nicht entgegen16.12.2014 1 EO 655/14Schulrecht10.12.2014 Leitsätze:Die gesetzliche Regelung zum Übergangsverfahren in den
gymnasialen Bildungsweg in § 7 Abs. 2 ThürSchulG (i.d.F. der
Bekanntmachung vom 30. April 2003, zuletzt geändert duch das
Thüringer Haushaltsbegleitgesetz vom 3. Januar 2013) entspricht
nunmehr den verfassungsmäßigen Anforderungen (zur früheren Regelung des § 7 Abs. 2 ThürSchulG in der Fassung vom 6. August 1993 - GVBl. S. 445 - vgl. Senatsbeschluss vom 22. Oktober 1996 - 1 EO 539/96 - juris).Zeugnisse und Empfehlungen von nicht anerkannten Ersatzschulen stehen nicht denen einer staatlichen Schule gleich (§ 10 Abs. 2 ThürSchfTG).2 EO 457/14Beförderungen09.12.2014 Leitsätze:Der Dienstherr kann sich gegenüber einem nicht berücksichtigten Beförderungsbewerber nicht auf das Fehlen von
Laufbahnvoraussetzungen berufen, wenn der Dienstherr bei seiner Auswahl nicht zwischen den unterschiedlichen Laufbahnen differenziert, sondern auf die von den Bewerbern bekleideten Dienstposten (Schulleiter/stellvertretender Schulleiter) abgestellt hat.Auf die Zugehörigkeit des Beförderungsbewerbers zu
unterschiedlichen Schulamtsbezirken kommt es nicht an, wenn der Dienstherr keine sachlich unterlegte Beschränkung der Beförderungen auf bestimmte Bezirke vorgenommen hat.Die Dokumentationspflicht des Dienstherrn hinsichtlich der
Auswahlerwägungen gilt auch in den Fällen, in denen er zu Recht - oder zu Unrecht - davon ausgeht, der Bewerber erfülle das Anforderungsprofil nicht (Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung).Für die vom Thüringer Kultusministerium bei der Beförderung von Studienräten (A 13) zu Oberstudienräten (A 14) vorgenommene Einschränkung auf Studienräte, die bereits einen Dienstposten innehaben, der mit A 15 (Studiendirektor) bewertet ist (Auswahlgruppen), fehlen sachliche Gründe. Die zeitlich mehrere Jahre vorgezogene Auswahl von Lehrern im Eingangsamt (A 13), um deren Beförderungen nach A 15 sicherzustellen, ist sach- und rechtswidrig. 4 KO 100/12Zum Wegfall entstandener Säumniszuschläge bei Anordnung der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsbehelfs08.12.2014 Leitsätze:Wird die aufschiebende Wirkung eines Rechtsbehelfs gegen einen Abgabenbescheid nach Maßgabe des § 80 Abs. 5 Satz 1 VwGO ohne (zeitliche) Begrenzung "ganz" angeordnet, entfallen zuvor gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 5 b) dd) ThürKAG i.V.m. § 240 Abs. 1 Satz 1 AO entstandene Säumniszuschläge in vollem Umfang.Ein Festsetzungsbescheid im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 4b) aa) ThürKAG i.V.m. § 155 Abs. 1 Satz 1 AO ist ein vollziehbarer
Abgabenbescheid im Sinne des § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO, aber ohne Aufforderung zur Zahlung noch kein vollstreckbarer
Geldleistungsverwaltungsakt im Sinne der §§ 19, 33 ThürVwZVG.Ein Festsetzungsbescheid im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 4 b) aa) ThürKAG i.V.m. § 155 Abs. 1 Satz 1 AO ist insoweit vollziehbar, als ein dagegen eingelegter Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat und ohne die Aussetzung der Vollziehung oder die Anordnung der aufschiebenden Wirkung die Komplettierung zu einem vollstreckbaren Geldleistungsverwaltungsakt im Sinne der §§ 19, 33 ThürVwZVG nicht hindert.Bereits der Erlass eines Festsetzungsbescheides ist geeignet, ein Abgabenschuldverhältnis im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 2 b) ThürKAG i.V.m. § 37 Abs. 1 AO zu konkretisieren und gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 4b) aa) ThürKAG i.V.m. § 169 Abs. 1 Satz 3 AO die Festsetzungsfrist zu wahren.3 KO 107/14Formanforderungen an Wahlanfechtungserklärung nach dem Thüringer Kommunalwahlgesetz27.11.2014 Leitsätze:Die Erklärung der Anfechtung einer Kommunalwahl nach § 31 Abs. 1 ThürKWG muss vom Anfechtenden handschriftlich unterzeichnet und im Original vorgelegt werden (§ 40a ThürKWG).4 KO 626/14Zu den Voraussetzungen der "Mitgliedschaft" in einem "fehlerhaften
Zweckverband"20.11.2014 Leitsätze:Eine Gemeinde ist "Mitglied" in einem "fehlerhaften Zweckverband," wenn dieser hinreichende Veranlassung hatte, die Gemeinde als Mitglied zu behandeln, und daran anknüpfend im Gemeindegebiet die ihm (vermeintlich) übertragene Aufgabe tatsächlich wahrgenommen hat.Eine Gemeinde darf als Gründungsmitglied eines "fehlerhaften
Zweckverbandes" behandelt werden, wenn es ihr zurechenbar ist, dass sie in der Verbandssatzung als Gründungsmitglied genannt wird.Der "Mitgliedschaft" in einem "fehlerhaften Zweckverband" steht nicht entgegen, wenn es an einer schriftlichen Vereinbarung der Verbandssatzung mangelt.4 KO 283/13zur Auslegung des Begriffs der "tatsächlich bebauten" Fläche im Sinne des § 7 Abs. 7 Satz 5 ThürKAG20.11.2014 Leitsätze:Bei der im Sinne des § 7 Abs. 7 Satz 5 ThürKAG "tatsächlich bebauten Fläche" handelt es sich nicht nur um die tatsächlich mit baulichen Anlagen überdeckte, sondern um die gesamte zu baulichen Zwecken ausgenutzte Fläche eines "übergroßen Grundstücks".Die zu baulichen Zwecken ausgenutzte Fläche wird ermittelt, indem die tatsächlich mit baulichen Anlagen überdeckte Fläche durch die maßgebliche Grundflächenzahl (§ 19 i. V. m. § 17 BauNVO) geteilt (oder mit dem Kehrwert der Grundflächenzahl multipliziert) wird.Die mit Nebengebäuden überdeckten Flächen sind nach Maßgabe des § 19 Abs. 4 Sätze 1 und 2 BauNVO mitzurechnen.1 EO 92/14Baurecht24.10.2014 3 VO 593/14Streitverkündung im Verwaltungsprozess10.10.2014 Leitsätze:Das Institut der Streitverkündung findet im Verwaltungsprozess keine Anwendung.3 ZKO 503/13Zur Anfechtung der Oberbürgermeisterwahl in Gera17.09.2014 1 O 415/12Klage gegen Planfeststellungsbeschluss für Ortsumfahrung Großengottern/Schönstedt erfolglos10.09.2014 4 EO 414/14Zur Erhebung von Straßenreinigungsgebühren für Hinterliegergrundstücke08.09.2014 Leitsätze:Hinterliegergrundstücke sind zu einer Straßenreinigungsgebühr für eine Straße heranzuziehen, durch die sie straßenreinigungsrechtlich erschlossen werden.Der Frontmetermaßstab für Anliegergrundstücke und der sog. "fiktive Frontmetermaßstab" für Hinterliegergrundstücke ist ein geeigneter Maßstab.Zwischen Anliegern ohne Hinterliegergrundstück, Anliegern mit Hinterliegergrundstück und Hinterliegergrundstücken darf bei der Gebührenerhebung nicht differenziert werden. 4 EO 414/14zur Erhebung von Straßenreinigungsgebühren für Hinterliegergrundstücke08.09.2014 Leitsätze:1. Hinterliegergrundstücke sind zu einer Straßenreinigungsgebühr für eine Straße heranzuziehen, durch die sie straßenreinigungsrechtlich erschlossen werden.Der Frontmetermaßstab für Anliegergrundstücke und der sog. "fiktive Frontmetermaßstab" für Hinterliegergrundstücke ist ein geeigneter Maßstab. Zwischen Anliegern ohne Hinterliegergrundstück, Anliegern mit Hinterliegergrundstück und Hinterliegergrundstücken darf bei der Gebührenerhebung nicht differenziert werden.2 KO 400/14Insolvenzbefangenheit einer öff.-rechtl. Kapitalentschädigung
(§ 17 StrRehaG)19.08.2014 Leitsätze:Rechtsstreit um Insolvenzbefangenheit einer Kapitalentschädigung gemäß § 17 StrRehaG.Die Kapitalentschädigung gemäß § 17 StrRehaG ist ab Antragstellung übertragbar, pfändbar und der Insolvenz unterworfen.2 EO 589/13 Behauptete Wiedererlangung der Fahreignung während des Fahrerlaubnisentziehungsverfahrens 09.07.2014 Leitsätze:Schon der einmalige Konsum von sog. harten Drogen begründet im Regelfall die Annahme der Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen.Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist erst dann nicht mehr geboten, wenn der Betroffene im maßgebenden Beurteilungszeitpunkt der letzten Behördenentscheidung überprüfbar nachgewiesen hat, dass er über einen längeren Zeitraum (mind. ein Jahr) keine Drogen mehr zu sich genommen hat und ein tiefgreifender, stabiler Einstellungswandel bei ihm eingetreten ist. Der Einstellungswandel ist grundsätzlich durch ein medizinisch-psychologisches Gutachten nachzuweisen. Die Fahrerlaubnisbehörde ist grundsätzlich gehalten zu prüfen, ob die Voraussetzung für die Fahrerlaubnisentziehung im Zeitpunkt ihrer Entscheidung noch erfüllt ist, d. h. ob der Fahrerlaubnisinhaber seine Fahreignung im Laufe der Zeit nicht möglicherweise wiedergewonnen hat. Die Vermutung der Ungeeignetheit entfällt aber nicht schon dann, wenn ein Fahrerlaubnisinhaber vorgibt, seit längerer Zeit keine Drogen mehr zu konsumieren, oder einzelne Abstinenznachweise erbringt.Die während einer Therapie bestehende Drogenfreiheit und der reguläre Abschluss der Therapie sind nicht schon als Abstinenzzeittraum oder als Nachweis einer stabilen Verhaltensänderung zu werten.1 EO 683/13Immissionsschutzrecht04.07.2014 Leitsätze:Der Betreiber einer immissionsschutzrechtlich nicht
genehmigungsbedürftigen Anlage ist auch unterhalb der Schwelle des § 25 Abs. 2 BImSchG gehalten, durch eine geeignete Standortwahl schädliche Umweltweinwirkungen zu vermeiden oder auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dementsprechend kann er im Einzelfall auch dann verpflichtet sein, den Betrieb einer Anlage vollständig einzustellen, wenn die Voraussetzungen des § 25 Abs. 2 BImSchG nicht vorliegen. Dem korresponiert die Befugnis der zuständigen Behörde zum Erlass einer entsprechenden Untersagungsverfügung auf der Grundlage des § 24 Satz 1 BImSchG.4 ZKO 691/13Ausbaubeiträge02.07.2014 4 ZKO 691/13Ausbaubeiträge02.07.2014 2 EO 124/14Fahrerlaubnisentziehungsverfahren und strafprozessuales
Verwertungsverbot25.06.2014 Leitsätze:Ein Verstoß gegen den Richtervorbehalt bei der Anordnung einer Blutentnahme im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren oder im Ordnungswidrigkeitenverfahren führt in der Regel nicht zu einem Beweisverwertungsverbot auch im fahrerlaubnisrechtlichen Verfahren. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Blutentnahme ohne die erforderliche Einwilligung des Betroffenen erfolgte oder mit einer aufgrund
wahrheitswidriger Angaben erlangten Einwilligung des Betroffenen.Daraus, dass der Ausgangsverwaltungsakt wegen Verstoßes gegen die Verfahrensvorschrift des § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG fehlerhaft zustande gekommen ist, folgt nicht ohne weiteres, dass der Antragsteller im Hauptsacheverfahren einen Aufhebungsanspruch nach § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO hat. Die fehlerhafte Ausgangsentscheidung kann durch die Entscheidung der Widerspruchsbehörde in einem verfahrensrechtlich
einwandfreien Verfahren unbeachtlich (geheilt) werden.1 EO 106/14Zur Abwahl des Präsidenten einer Hochschule05.06.2014 Leitsätze:Die Wirksamkeit der Abwahl des Präsidenten einer Hochschule nach § 31 Abs. 5 ThürHG kann Gegenstand eines Antrages auf Erlass einer Feststellungsanordnung nach § 123 Abs. 1 VwGO sein. Soweit es um das Interesse geht, weiterhin das Amt des Präsidenten ausüben zu können, ist richtiger Antragsgegner die Hochschule und nicht eines ihrer Organe.Der Freistaat Thüringen kann Gegner eines Antrags nach § 123 Abs. 1 VwGO sein, wenn es um die Feststellung geht, ob das Beamtenverhältnis auf Zeit infolge der Abwahl geendet hat.Die Abwahlentscheidung ist gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbar.Der Präsident ist bei der Entscheidung über die Abwahl nach § 24 Abs. 4 ThürHG i.V.m. § 20 Abs. 1 Nr. 1 ThürVwVfG auch von der Sitzungsleitung ausgeschlossen.Ein zur Abwahl des Präsidenten einer Hochschule berechtigender wichtiger Grund im Sinne des § 31 Abs. 5 ThürHG liegt vor, wenn durch die Abwahl die Arbeitsfähigkeit der Organe der Hochschule wieder hergestellt werden soll. Die Arbeitsfähigkeit der Organe der Hochschule ist gefährdet, wenn zwischen den Inhabern der Ämter des Präsidenten und des Kanzlers unauflösbare Spannungen bestehen, ohne dass es auf
ein Verschulden ankäme.Die wirksame Abwahl des Präsidenten einer Hochschule beendet das Beamtenverhältnis auf Zeit.2 EO 313/13Konkurrentenstreit bei gebündelten Dienstposten19.05.2014 Leitsätze:Eine dienstliche Beurteilung ist nicht stets dann rechtswidrig, wenn der Beurteilte im Beurteilungszeitraum auf einem unzulässigerweise gebündelten Dienstposten tätig war.Fehlt es an einer Dienstpostenbewertung, auf deren Grundlage von der Erfüllung der Anforderungen des konkret-funktionellen Amts auf die Erfüllung der Anforderungen des Statusamts geschlossen werden kann, ist es Sache des Beurteilers, die konkrete Aufgabenerfüllung des zu Beurteilenden zu den Anforderungen des innegehabten Statusamts und im Vergleich zu den anderen Beamten seiner Besoldungsgruppe und Laufbahn in Beziehung zu setzen und zu bewerten (Anschluss an Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Beschluss vom 24. März 2014 - 1 B 14/14 - und Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 28. August 2013 -1 A 1274/12-).2 EO 144/14Streitwert im Fahrerlaubnisrecht15.05.2014 Leitsätze:Zur Bemessung des Streitwerts in Verfahren um die Entziehung der Fahrerlaubnis.6 PO 308/13Personalratswahlanfechtung durch die Geschäftsführung der Agentur für Arbeit; Größe des Personalrats der Agentur für Arbeit08.05.2014 Leitsätze:Die allein antragsbefugte Geschäftsführung einer Agentur für Arbeit kann im Anfechtungsverfahren einer Personalratswahl durch das auch konkludent bevollmächtigte vorsitzende Mitglied vertreten werden.
Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit, denen eine Tätigkeit beim Jobcenter zugewiesen ist, zählen bei der Größe des Personalrats in der Agentur für Arbeit nicht mit (in Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 11. Oktober 2013 - 6 PB 27/13 -).
Die fehlerhafte Festsetzung der Größe des zu wählenden Personalrates stellt regelmäßig eine Verletzung wesentlicher Vorschriften über das Wahlverfahren dar, die zur Ungültigkeitserklärung der Personalratswahl führt.2 EO 269/13Konkurrentenstreit um die Übertragung eines Dienstpostens24.04.2014 Leitsätze:Ein Anordnungsgrund für den Erlass einer einstweiligen Anordnung, mit der die vorläufige Besetzung eines Dienstpostens verhindert werden soll, ist gegeben, wenn auf dem Dienstposten ein Erfahrungsvorsprung erlangt werden kann, der bei einer weiteren Auswahlentscheidung zu Gunsten des Dienstposteninhabers zu berücksichtigen wäre.Zum Fehlen eines beurteilungs- und auswahlrelevanten
Erfahrungsvorsprungs im Einzelfall.2 EO 641/12Konkurrentenstreitverfahren, erneute Auswahl "offen"15.04.2014 Leitsätze:Inwiefern der Dienstherr bei der Auswahlentscheidung eine frühere Beurteilung berücksichtigen darf oder berücksichtigen muss, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht einheitlich für alle Fälle beantworten. Weichen die Zeiträume der aktuellen Beurteilungen der im Auswahlverfahren konkurrierenden Beamten bzw. Richter in erheblicher Weise voneinander ab, kann es geboten sein, im Interesse einer gleichgewichtigen Beurteilungslage auch ältere dienstliche Beurteilungen heranzuziehen (Fortführung der bisherigen Rspr.).Der Dienstherr kann den aktuellen Leistungsstand nicht dadurch ermitteln, dass er aus den Bewertungen der Einzelmerkmale in der letzten, d. h. aktuellen, und den vorangegangenen Beurteilungen mathematisch genaue Durchschnittswerte bildet (Fortführung der
bisherigen Rspr.).Der Dienstherr hat die wesentlichen Auswahlerwägungen schriftlich niederzulegen. Nachträgliche Erwägungen, die über eine bloße Erläuterung hinausgehen oder die Auswahl auf neue Gründe stützen, sind nicht zu berücksichtigen.Der unterlegene Beamte kann eine erneute Entscheidung über seine Bewerbung beanspruchen, wenn seine Aussichten, beim zweiten Mal ausgewählt zu werden, offen sind, d. h. wenn seine Auswahl möglich erscheint. Die Voraussage, das mit einem Eilantrag letztlich verfolgte Ziel, dass der Dienstherr das Auswahlermessen zugunsten des Antragstellers ausübt, sei unerreichbar, ist nur in zweifelsfreien Ausnahmefällen denkbar.4 KO 637/13Heilung einer Hauptsatzung durch Änderungssatzung08.04.2014 Leitsätze:Eine wegen der Unwirksamkeit ihrer Bekanntmachungsregelung unwirksame Hauptsatzung kann nicht durch eine Änderungssatzung, die ihrerseits eine inhaltlich nicht zu beanstandende Bekanntmachungsregelung enthält geheilt werden.Erforderlich ist der Erlass einer neuen Hauptsatzung.1 N 676/12Unwirksamkeit der Ausweisung von Vorranggebieten für die
Windenergienutzung im Regionalplan Ostthüringen26.03.2014 Leitsätze:Scheidet der Träger der Regionalplanung bei der
Konzentrationsplanung für Windenergieanlagen bestimmte Flächen als "Ausschlussflächen" von vornherein aus dem Kreis der für eine Windenergienutzung in Betracht kommenden Flächen aus, muss er hierbei deutlich machen, ob die Flächen aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen für eine Windenergienutzung nicht in Betracht kommen ("harte" Tabuzonen) oder ob auf ihnen die Windenergienutzung
nach seinen planerischen Vorstellungen ausgeschlossen sein soll ("weiche" Tabuzonen). Wird er diesen Anforderungen nicht gerecht, liegt ein Fehler im Abwägungsvorgang vor, der zur Unwirksamkeit der Konzentrationsplanung führen kann (im Anschluss an BVerwG, Urteile vom 13.12.2012 - 4 CN 1.11 - und vom 11.04.2013 - 4 CN 2.12 - jeweils in juris).Wälder, die nicht zu den geschützten Waldgebieten im Sinne des § 9 Abs. 1 ThürWaldG gehören, lassen sich nicht als "harte" Tabuzonen einordnen.Die Ausschlusskriterien "Gebiet mit hoher und sehr hoher
Empfindlichkeit des Landschaftsbildes gegenüber Windenergieanlagen" und "Gebiet mit hoher und sehr hoher Empfindlichkeit der landschaftsgebunden Erholung gegenüber Windenergieanlagen" lassen sich jedenfalls nicht als "harte" Tabukriterien einordnen. Ob sie "weiche" Tabukriterien darstellen können, bleibt offen.2 EO 252/13Vorläufige Untersagung der Besetzung eines Beförderungsdienstpostens einer Referatsleiterin/eines Referatsleiters (BesGr A15) - Zulässigkeit des Anforderungsprofils19.03.2014 Leitsätze:Im Hinblick auf den Grundsatz der Bestenauslese nach Art. 33 Abs. 2 GG sind bereits das Bewerberfeld einengende konstitutive
Anforderungsmerkmale in einer Stellenausschreibung nur ausnahmsweise zulässig, und zwar dann, wenn die Wahrnehmung der Dienstaufgaben des ausgeschriebenen Dienstpostens zwingend besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten voraussetzt, die ein Laufbahnbewerber regelmäßig nicht mitbringt und sich in angemessener Zeit und ohne unzumutbare Beeinträchtigung der Aufgabenwahrnehmung auch nicht verschaffen kann (Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 20.
Juni 2013 - 2 VR 1/13 - Juris).Zur Unzulässigkeit eines konstitutiven Anforderungsmerkmals im Einzelfall.2 EO 511/13Zum Streitwert im Konkurrentenstreit um eine Beförderungsstelle im Eilverfahren
13.03.2014 Leitsätze:Der Streitwert in Konkurrenteneilverfahren ist auch nach der Neufassung von § 52 Abs. 5 GKG durch das Zweite Kostenrechtsmodernisierungsgesetz vom 23. Juli 2013 (BGBl. I S. 2586) auf der Grundlage des Endgrundgehaltes der vom Antragsteller begehrten Besoldungsgruppe zu berechnen 2 EO 511/13Konkurrentenstreitverfahren über die Besetzung einer Stelle einer Vorsitzenden Richterin/eines Vorsitzenden Richters am Landgericht
10.03.2014 Leitsätze:
Die vom Dienstherrn im Einzelfall gewählte Beurteilungsart "Regelbeurteilung und Anlassbeurteilung" kennen weder die Beurteilungsrichtlinie noch die sonstigen normativen Grundlagen des Beurteilungswesens; eine solche Mischform ist dem Recht der dienstlichen Beurteilung fremd.Besteht nach der Beurteilungsrichtlinie eine Verpflichtung zur Erteilung einer Regelbeurteilung, dann müssen die für sie vorgesehenen Maßgaben eingehalten werden, um im Rahmen einer Auswahlentscheidung eine hinreichende Vergleichbarkeit und damit die Chancengleichheit der Bewerber zu gewährleisten.Zum Auseinanderfallen von Leistungsbewertung und Eignungsprognose in einer dienstlichen Beurteilung im Einzelfall.Zur Berücksichtigung der in einer dienstlichen Beurteilung enthaltenen Eignungsprognose in der Auswahlentscheidung im Einzelfall.3 EO 80/14Keine eigene Antragsbefugnis des Landrates im Fall der kommunalaufsichtlichen Bestellung eines Beauftragten14.02.2014 Leitsätze:Eine kommunalaufsichtliche Verfügung, mit der ein sachlich abgegrenzter Teil der Aufgaben des Landrates einem Beauftragten übertragen wird, greift nicht unmittelbar in wehrfähige Organrechte des Landrates ein.2 EO 212/13Einstweiliger Rechtsschutz bei fehlender rechtzeitiger Bewerbung auf einen ausgeschriebenen Beförderungsdienstposten07.02.2014 Leitsätze:Zur Antragsbefugnis analog § 42 Abs. 2 VwGO im einstweiligen Rechtsschutzverfahren, wenn der Dienstherr einen Beförderungsdienstposten ausschreibt und sich ein Beamter erst nach Ergehen der Auswahlentscheidung auf diese Stelle bewirbt.4 EO 677/11Keine offensichtliche Ungültigkeit eines kombinierten
Grundstücksflächen-Vollgeschoss-Maßstabs einer Beitragssatzung für die
Fäkalschlammbeseitigung im Eilverfahren10.01.2014 Leitsätze:Ein kombinierter Grundstücksflächen-Vollgeschoss-Maßstab bei der Erhebung eines Anschlussbeitrags für die reine Schmutzwasser- oder Fäkalschlammentsorgung verstößt nicht offensichtlich gegen das Vorteilsprinzip.Bei einer als selbständige öffentliche Einrichtung betriebenen
Fäkalschlammentsorgung kommt eine Beitragsabstufung für Teileinleiter nicht in Betracht.2 SO 182/12Entschädigung für überlange Verfahrensdauer 08.01.2014 Leitsätze:Der auf Entschädigung nach § 198 Abs. 1 Satz 1 GVG bzw. nach § 198 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. Abs. 2 GVG gerichtete Leistungsantrag ist unzulässig, wenn er unbeziffert ist und weder der Klageantrag selbst noch die Klagebegründung die ungefähre Größenordnung des geltend gemachten Anspruchs oder zumindest den begehrten Mindestbetrag angibt.Die Bestimmungen über eine Entschädigung nach den §§ 198 ff. GVG finden nach Art. 23 Satz 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren keine Anwendung auf ein verwaltungsgerichtliches Verfahren, das bei Inkrafttreten des Gesetzes am 3. Dezember 2011 länger als sechs Monate abgeschlossen war. Die Frist des Art. 35 Abs. 1 EMRK beginnt bei Verfahren, für die eine überlange Verfahrensdauer geltend gemacht wird, spätestens mit der Zustellung der den fachgerichtlichen Rechtszug abschließenden Entscheidung. Zur Feststellung der unangemessenen Dauer eines verwaltungsgerichtlichen Verfahrens im Einzelfall. 1 EO 312/13Keine Vollstreckung gegen den neuen Nutzer auf Grundlage einer gegenüber dem früheren Nutzer ausgesprochenen Nutzungsuntersagung20.12.2013 Leitsätze:Die Regelung in § 60 Abs. 4 ThürBO (vom 16.03.2004), dass
baurechtliche Genehmigungen und sonstige Maßnahmen auch für und gegen Rechtsnachfolger gelten, erfasst nicht nur Fälle der
Gesamtrechtsnachfolge, sondern auch solche der Einzelrechtsnachfolge. § 60 Abs. 4 ThürBO knüpft dabei an den zivilrechtlichen Begriff des Rechtsnachfolgers an; der Bestimmung liegt kein eigenständiger öffentlich-rechtlicher Begriff des Rechtsnachfolgers zugrunde.Der neue Nutzer einer baulichen (oder sonstigen) Anlage ist
grundsätzlich nicht Rechtsnachfolger des früheren Nutzers. Deshalb kann regelmäßig nicht auf der Grundlage einer an den früheren Nutzer gerichteten Nutzungsuntersagungsverfügung gegen den neuen Nutzer vollstreckt werden.4 EO 827/12zur Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes gegen einen Bescheid, mit dem ein Grundstückeigentümer wegen einer öffentlichen Last zur Duldung der Zwangsvollstreckung in sein Grundstück verpflichtet wird 09.12.2013 Leitsätze:Widerspruch und Klage gegen einen Duldungsbescheid haben keine aufschiebende Wirkung. Die Geltendmachung einer öffentlichen Last setzt voraus, dass der zugrunde liegende Abgabenanspruch festgesetzt, fällig und vollstreckbar ist.Der zur Duldung der Zwangsvollstreckung einer öffentlichen Last verpflichtete Grundstückseigentümer kann auch dann Einwände gegen die sachliche Beitragspflicht erheben, wenn der gegenüber dem Abgabenpflichtigen erlassene Bescheid bestandskräftig ist.Der zur Duldung der Zwangsvollstreckung verpflichtete Grundstückseigentümer kann nicht durch Duldungsbescheid zur Zahlung der zu vollstreckenden Abgabe verpflichtet werden.3 EO 494/13Gewerberecht04.12.2013 Leitsätze:a) Zu den Anforderungen, die nach Maßgabe des § 80 Abs. 3 Satz 1 VwGO an die Begründung der Anordnung der sofortigen Vollziehung gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 VwGO zu stellen sind.
b) Fehlt es an einer hinreichenden Begründung für die Anordnung der sofortigen Vollziehung, so hebt das Gericht die Anordnung auf.Der Gesetzgeber hat durch die (großzügig bemessene) Übergangsfrist des § 10 Abs. 2 Nr. 1 ThürSpielhallenG (vgl. auch § 29 Abs. 4 GlüStV) zu erkennen gegeben, dass die insbesondere durch die Regelungen der §§ 3 und 4 ThürSpielhallenG verfolgten gesetzgeberischen Ziele u. a. zur
Eindämmung und Bekämpfung der Spielsucht eher langfristige sind und dass folglich die Zielerreichung nicht auf eine zeitlich unmittelbare Umsetzung angelegt ist. Dieser Umstand dürfte den Begründungsbedarf hinsichtlich der Anordnung der sofortigen Vollziehung einer Spielhallen-Schließungsverfügung derzeit generell erhöhen.2 KO 185/09Politische Verfolgung armenischer Volkszugehörigen aus Aserbaidschan28.11.2013 Leitsätze:Zur politischen Verfolgung armenischer Volkszugehöriger aus
Aserbaidschan1 ZKO 487/13Kein Bauvorbescheid für bereits verwirklichtes Vorhaben19.11.2013 Leitsätze:Zweifel an der Richtigkeit des Urteils, die eine Zulassung der Berufung nach § 124 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 VwGO rechtfertigen können, liegen dann nicht vor, wenn die Begründung des Zulassungsantrags zwar einzelne entscheidungstragende Rechtssätze oder tatsächliche Feststellungen in Frage stellt, das angefochtene Urteil sich aber im Ergebnis aus anderen Gründen als offensichtlich richtig erweist (wie BVerwG, Beschluss vom 10.03.2004 - 7 AV 4.03 - juris).Ist ein Bauvorhaben bereits verwirklicht worden, fehlt einem Antrag auf Erteilung eines Bauvorbescheids nach § 73 Abs. 1 ThürBO für dieses Vohaben das erforderliche Sachbescheidungsinteresse und einer entsprechenden Verpflichtungsklage das erforderliche Rechtsschutzbedürfnis.2 EO 838/12Beförderungen14.11.2013 Leitsätze:Der Dienstherr ist berechtigt, bei der Besetzung eines freien Dienstpostens vor der Auswahlentscheidung nach einem im Wesentlichen personalwirtschaftlich bestimmten Ermessen festzulegen, ob der Dienstposten im Wege einer Besetzung, einer Versetzung oder durch Dienstpostenwechsel besetzt werden soll (wie BVerwG, Beschluss vom 21.10.2010 - 1 WB 18/10).Die Organisationsgrundentscheidung unterliegt nicht unmittelbar der Dokumentationspflicht. Es ist aber ein Nachweis zu fordern, der verhindert, dass die Grundlagen der Auswahlentscheidung nachträglich zu Lasten einzelner Bewerber verändert werden (wie BVerwG, Beschluss vom 25.03.2010 - 1 WB 37/09). Der Nachweis ist an keine besondere Form gebunden. Je weniger sachliche Gründe für die Organisationsgrundentscheidung offenkundig sind, desto mehr bedarf es einer Erläuterung, inwiefern die Ausübung des personalwirtschaftlichen Ermessens auf sachbezogenen Gründen beruht.4 KO 217/12Erstattungsanspruch eines kommunalen Aufgabenträgers der
Wasserversorgung gegen das Land wegen gesetzlichen Ausschlusses
der Beitragserhebung13.11.2013 Leitsätze:Der Freistaat Thüringen ist nicht befugt, über vom kommunalen Aufgabenträger der Wasserversorgung beanspruchte Erstattungsleistungen gemäß § 21a Abs. 5 ThürKAG durch Verwaltungsakt zu entscheiden.Nach § 21a Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 a) ThürKAG kann ein Aufgabenträger jedenfalls die Aufwendungen erstattet verlangen, die ihm dadurch entstanden sind, dass er zur Deckung des auf den in Höhe der Auflösungsbeträge ("Gebührenmindereinnahmen") eingetretenen Kapitalverlusten beruhenden Kapitalbedarfs zur Zwischenfinanzierung einen Darlehensvertrag geschlossen hat.Es ist grundsätzlich Sache des Aufgabenträgers, über die Modalitäten der Kreditfinanzierung zu entscheiden. Denn in einer einseitigen Vorgabe der Kreditfinanzierungsmodalitäten durch den Freistaat läge ein weiterer Eingriff in die kommunale Finanzautonomie, für den es einer besonderen -
nicht ersichtlichen - Rechtfertigung im Hinblick auf die Erforderlichkeit und Zumutbarkeit bedürfte.Die grundsätzliche Wahlfreiheit des Aufgabenträgers hinsichtlich der Konditionen des abzuschließenden Kreditvertrags steht unter dem Vorbehalt des aus dem verfassungsrechtlichen Kooperationsprinzip folgenden Gebots der Rücksichtnahme auf gewichtige Belange des Freistaats. Danach muss sich ein Aufgabenträger grundsätzlich auf eine Erstattung nach Maßgabe einer langfristigen Kreditfinanzierung beschränken, wenn dies zur Wahrung gewichtiger staatlicher Haushaltsbelange geboten ist.Da der Kooperationsgrundsatz auf Gegenseitigkeit im Verhältnis zwischen dem Freistaat und dem Aufgabenträger angelegt ist, muss der Freistaat seinerseits auf die wirtschaftlichen Belange des Aufgabenträgers Rücksicht nehmen und demgemäß durch geeignete verfahrensrechtliche Vorkehrungen sicherstellen, dass die Erstattung nach Maßgabe einer langfristigen Kreditfinanzierung ohne Einbußen zu
einem vollständigen Ausgleich der erlittenen Kapitalverluste führt. Der Gewährleistungspflicht genügt der Freistaat nicht bereits dadurch, dass er die Finanzierungs- und Erstattungsmodalitäten in einer Verwaltungsvorschrift regelt und diese auch gegenüber dem Aufgabenträger bekannt macht. Zu den dem Freistaat zumutbaren und gebotenen verfahrensrechtlichen Vorkehrungen gehört vielmehr auch sicherzustellen, dass jedenfalls dann, wenn ein konkreter Anlass dazu besteht, der Aufgabenträger ferner auf die Folgen abweichender Kreditvertragsabschlüsse für die Erstattung hingewiesen wird. Diese Pflicht kann im Einzelfall nicht nur die für die Entscheidung über den Erstattungsanspruch zuständige Behörde, sondern auch die Kommunalaufsichtsbehörde treffen.8 DO 537/13Disziplinarrecht der Landesbeamten12.11.2013 Leitsätze:Gegen einen Verkehrspolizisten, der in Zivilkleidung mit seinem Privat-Kfz einen polnischen Autofahrer in einer Baustellenzufahrt auf der Autobahn anhält, ohne Rechtsgrund Verwarngeld verlangt, den Beifahrer in den Unterarm beißt, und die polnischen Bürger mit der Dienstwaffe bedroht, ist wegen des begangenen schweren Dienstvergehens die Höchstmaßnahme, die Entfernung aus dem Dienst zu verhängen.4 KO 558/12zur Verzinsung eines Anspruchs auf Rückzahlung einer Vorausleistung
bei Aufhebung eines bestandskräftigen Vorausleistungsbescheides vor
Ablauf von sechs Jahren28.10.2013 Leitsätze:Zu den materiellen Anspruchsvoraussetzungen des Anspruchs auf Verzinsung (§ 7 Abs. 8 Satz 4 ThürKAG) einer nach § 7 Abs. 8 Satz 3 ThürKAG zurückzuzahlenden Vorausleistung gehört nicht die Stellung eines Antrages.Der Entstehung eines Rückzahlungsanspruches nach § 7 Abs. 8 Satz 3 ThürKAG steht nicht entgegen, wenn ein bestandskräftiger Vorausleistungsbescheid vor Ablauf der Sechs-Jahres-Frist nur deshalb widerrufen wird, weil absehbar ist, dass die sachliche Beitragspflicht vor Ablauf dieses Zeitraums nicht entstehen wird.Ein Aufgabenträger ist nicht gehindert, den Vorausleistungsbescheid schon vor Ablauf der Sechs-Jahres-Frist zu widerrufen und die Vorausleistung zurückzuzahlen, um die Höhe des Zinsanspruches zu
begrenzen.3 KO 900/11Auskunftsanspruch des Gemeinderatsmitglieds in Thüringen16.10.2013 Leitsätze:Aus seiner verfassungsrechtlich vorgegebenen demokratischen Wahl und dem darauf fußenden freien Mandat steht dem Gemeinderatsmitglied in Thüringen gegenüber dem Bürgermeister ein ungeschriebener Auskunftsanspruch zu. Dieser ist beschränkt durch die Aufgaben der Gemeinde und den Kompetenzen des Gemeinderats. Eine Beantwortung kann verweigert werden, soweit ihr anderweitige gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen.Dem Anspruch auf Auskunft über die Vergütung eines Geschäftsführers einer kommunalen Gesellschaft in nicht öffentlicher Sitzung des Gemeinderats stehen keine Geheimhaltungs- oder Datenschutzgründe entgegen.Auch im Kommunalverfassungsstreit kann die Kostengrundentscheidung nur im Verhältnis der Verfahrensbeteiligten, nicht jedoch gegenüber nicht beteiligten Dritten, wie der Gemeinde, ergehen.3 KO 899/11Klärung abstrakter Rechtsfrage im Verwaltungsprozess16.10.2013 Leitsätze:Die verwaltungsgerichtliche Feststellungsklage steht nicht der isolierten Klärung einer zwischen den Beteiligten streitigen abstrakten - d.h. von den konkreten Umständen eines bestimmten Sachverhalts losgelösten - Rechtsfrage offen.
Hier: Allgemeine Feststellung eines Auskunftsanspruchs der Gemeinderatsmitglieder gegenüber dem Bürgermeister nach dem Thüringer Kommunalrecht.5 PO 1430/10Erlass und Aushang des Wahlausschreibens und Angaben zur Einreichungsfrist für Wahlvorschläge bei der Personalratswahl18.09.2013 Leitsätze:Eine wesentliche Vorschrift über das Verfahren der Personalratswahl wird verletzt, wenn das Wahlausschreiben nicht am Tag seines Erlasses, sondern zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben wird. Gleiches gilt, wenn das
Wahlausschreiben eine unzutreffende Angabe des letzten Tages der Einreichungsfrist enthält.Der Wahlvorstand ist nicht befugt, im Wahlausschreiben - abweichend vom rechtlich vorgegebenen, nicht disponiblen Ende der Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen - durch Angabe einer früheren, vor 24:00 Uhr liegenden Uhrzeit die Einreichungsfrist faktisch zu begrenzen.Zur Möglichkeit der Beeinflussung des Wahlergebnisses aufgrund des zeitlichen Auseinanderfallens des Erlasses und der Bekanntgabe des Wahlausschreibens.8 DO 292/13Disziplinarrecht der Landesbeamten17.09.2013 Leitsätze:Eines gesonderten Hinweises auf die Möglichkeit der Verschärfung der Disziplinarmaßnahme gegenüber der am Verwaltungsgericht ausgesprochenen Zurückstufung bedarf es im Hinblick auf die mit diesem Ziel eingelegte Berufung im Berufungsverfahren nicht.Bei einem Kriminalpolizeibeamten hat der vorsätzliche außerdienstliche Besitz kinder- und jugendpornographischer Bilder regelmäßig Dienstbezug.Der vorsätzliche Besitz kinder- und jugendpornographischer Bilder führt bei einem Kriminalpolizeibeamten in der Regel zu einer irreversiblen Beeinträchtigung des Vertrauens des Dienstherrn und zugleich der Allgemeinheit.Zum innerdienstlichen Dienstvergehen ohne dienstlichen Bezug vorgenommene Anfragen der IG-Weh.4 EO 1186/06Zum Schuldner der Wassergebühr bei der Wasserversorgung mehrerer Ferieneinrichtungen in einer Außenbereichslage über einen Grundstücksanschluss der Gemeinde am Ortsrand09.09.2013 Leitsätze:Gebührenschuldner der Wassergebühr ist nach Maßgabe der
Gebührensatzung der Eigentümer (oder der ähnlich dinglich Berechtigte, der Betriebsinhaber, Mieter, Pächter oder sonst schuldrechtlich Berechtigte als unmittelbarer Verursacher und Endverbraucher) des Grundstücks, das über eine zur öffentlichen Einrichtung gehörende Versorgungsleitung im Sinne der Wasserbenutzungssatzung "erschlossen" wird.Im Regelfall ist das Grundstück, auf das der Grundstücksanschluss führt und auf dem sich die Übergabestelle mit der Hauptabsperrvorrichtung befindet, auch das Grundstück, das durch die Versorgungsleitung erschlossen wird.Wenn Übergabestelle und Ort des Wasserverbrauchs auf
verschiedenen Grundstücken liegen (hier: Grundstücksanschluss auf einem Grundstück der Gemeinde am Ortsrand zur Versorgung eines Ferien- und Freizeitgebietes im Außenbereich über mehrere Kilometer lange private Anschlussleitungen), ist das Grundstück, auf dem sich die Übergabestelle befindet, nicht das Grundstück, das im Sinne der Wasserbenutzungssatzung "durch eine Versorgungsleitung erschlossen" wird. Durch die Versorgungsleitung erschlossen wird vielmehr das Grundstück, das zu seiner bestimmungsgemäßen Benutzung einer
Wasserversorgung bedarf und von der Übergabestelle aus mit Wasser versorgt wird.Wenn von einem solchen Grundstücksanschluss aus mehrere Grundstücke, die verschiedenen Eigentümern gehören, mit Trinkwasser versorgt werden, kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass jedes Grundstück, das tatsächlich über den gleichen Grundstücksanschluss mit Trinkwasser versorgt wird, auch im rechtlichen Sinne als "erschlossenes" Grundstück gilt, mit der Folge, dass die
jeweiligen Eigentümer als Gesamtschuldner Gebührenschuldner für die gesamte Wasserentnahme am Grundstücksanschluss sind. Vielmehr kann es sich auch um die Weiterleitung von Wasser von einem angeschlossenen Grundstück auf weitere Grundstücke aufgrund privater Vereinbarungen handeln. Die Voraussetzungen für die Annahme eines sog. faktischen öffentlich-rechtlichen Versorgungsvertrages nach
Maßgabe der zu § 2 Abs. 2 AVBWasserV ergangenen Rechtsprechung liegen bei einer solchen Fallkonstellation nicht vor.Die Satzung kann abweichend von der Regel, dass die zu
versorgenden Grundstücke einzeln und unmittelbar an die
Versorgungsleitung anzuschließen sind, in Ausnahmefällen zulassen oder verlangen, dass mehrere Grundstücke über eine gemeinsame Anschlussleitung an die Wasserversorgungsanlage angeschlossen werden, wenn die nicht im öffentlichen Bereich liegenden Teile der gemeinsamen Anschlussleitung durch eine Grunddienstbarkeit oder eine Baulasteintragung gesichert sind. In diesem Fall entsteht eine gesamtschuldnerische Haftung gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 b) ThürKAG i.V.m. § 44 AO ausnahmsweise auch für die Gebührenlast eines fremden Grundstücks.Es bleibt offen, ob ein solcher gemeinsamer Grundstücksanschluss für mehrere Grundstücke auch ohne eine ausdrückliche Satzungsbestimmung aufgrund des Organisationsermessens des kommunalen Aufgabenträgers zulässig ist.4 EO 1275/04Zum Schuldner der Wassergebühr bei der Wasserversorgung mehrerer Ferieneinrichtungen in einer Außenbereichslage über einen Grundstücksanschluss der Gemeinde am Ortsrand09.09.2013 Leitsätze:Zur Frage, ob ein neuer Aussetzungsantrag bei der Behörde nach § 80 Abs. 6 VwGO gestellt werden muss, wenn der ursprüngliche Bescheid durch einen Bescheid mit identischem Regelungsgehalt ersetzt wird.Gebührenschuldner der Wassergebühr ist nach Maßgabe der
Wasserversorgung bedarf und von der Übergabestelle aus mit Wasser versorgt wird.Wenn von einem solchen Grundstücksanschluss aus mehrere Grundstücke, die verschiedenen Eigentümern gehören, mit Trinkwasser versorgt werden, kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass jedes Grundstück, das tatsächlich über den gleichen Grundstücksanschluss mit Trinkwasser versorgt wird, auch im rechtlichen Sinne als "erschlossenes" Grundstück gilt, mit der Folge, dass die jeweiligen Eigentümer als Gesamtschuldner Gebührenschuldner für die gesamte Wasserentnahme am Grundstücksanschluss sind. Vielmehr kann es sich auch um die Weiterleitung von Wasser von einem angeschlossenen Grundstück auf
weitere Grundstücke aufgrund privater Vereinbarungen handeln. Die Voraussetzungen für die Annahme eines sog. faktischen
öffentlich-rechtlichen Versorgungsvertrages nach Maßgabe der zu § 2 Abs. 2 AVBWasserV ergangenen Rechtsprechung liegen bei einer solchen Fallkonstellation nicht vor.Die Satzung kann abweichend von der Regel, dass die zu
Versorgungsleitung anzuschließen sind, in Ausnahmefällen zulassen oder verlangen, dass mehrere Grundstücke über eine gemeinsame Anschlussleitung an die Wasserversorgungsanlage angeschlossen werden, wenn die nicht im öffentlichen Bereich liegenden Teile der gemeinsamen Anschlussleitung durch eine Grunddienstbarkeit oder eine Baulasteintragung gesichert sind. In diesem Fall entsteht eine gesamtschuldnerische Haftung gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 b) ThürKAG i.V.m. § 44 AO ausnahmsweise auch für die Gebührenlast eines fremden Grundstücks.8 DO 1446/10 Disziplinarrecht der Landesbeamten09.09.2013 Leitsätze:Bei vor der mündlichen Verhandlung amtsärztlich festgestellter Verhandlungsunfähigkeit bedarf es zur Feststellung in der mündlichen Verhandlung behaupteter Verhandlungsunfähigkeit einer amtsärztlichen Begutachtung. Vereitelt dies der Beklagte dadurch, dass er die mündliche Verhandlung vorzeitig verlässt, fehlt es für eine Vertagung am erheblichen Grund i. S. d. § 173 Abs. 1 VwGO, § 227 Abs. 1 ZPO.Über die Frage, ob vor einer ggf. zu treffenden Abhilfeentscheidung zur Beschwerde gegen die Zulassung der Revision über einen nach Urteilsverkündung gestellten Befangenheitsantrag zu entscheiden ist, ist - weil für die getroffene Sachentscheidung unbeachtlich - nicht in den Urteilsgründen zu befinden.Das Strafurteil über eine sachgleiche Straftat bindet im gerichtlichen Disziplinarverfahren auch hinsichtlich der Feststellungen zur Schuldfähigkeit, jedenfalls soweit sie sich auf die Frage beziehen, ob der Beamte schuldfähig oder schuldunfähig im Sinne des § 20 StGB ist.Es spricht Vieles dafür, dass dem Beamten die Berufung auf verminderte Schuldfähigkeit bei rechtskräftig strafrichterlich festgestellter voller - nicht verminderter - Schuldfähigkeit wegen der Bindungswirkung des § 16 Abs. 1 ThürDG im Verwaltungsprozess verwehrt ist.Mit dem in §§ 60 Abs. 4, 53 Abs. 2 ThürDG vom Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten Beschleunigungsgebot ist es nicht zu vereinbaren, es ins Belieben des Beamten zu stellen, den nach Fristablauf - etwa aus prozesstaktischen Gründen - fallen gelassenen Beweisantrag zu einem ihm genehmen Zeitpunkt wieder aufleben zu lassen. Die Schwelle der Geringwertigkeit des durch ein Zugriffsdelikt Erlangten ist nach der Bagatellgrenze von 50 Euro entsprechend den zu § 248 a StGB entwickelten Grundsätzen zu bestimmen.8 DO 236/13Disziplinarrecht der Landesbeamten03.09.2013 Leitsätze:Ein Grundschullehrer, der Schülerinnen der zweiten Klasse regelmäßig auf den Schoß nimmt, einzelne Schülerinnen auf Klassenfahrten in seinem Bett übernachten lässt, Wochenenden mit ihnen allein in seiner Wohnung verbringt und mit Kindern der zweiten Klasse "spontan" die Sauna besucht, verletzt das Gebot zur Wahrung angemessener körperlicher Distanz und Achtung und Würde der Schüler schwer. Daraus folgt ein irreparabler Vertrauensverlust, der es den Schülern und Eltern unzumutbar macht, sich und ihr Kind einem solchen Lehrer weiter anzuvertrauen. 4 KO 1121/10Erinnerung; Kostenansatz; Gerichtsgebühren; Stufenklage;
Anfechtungsklage; allgemeine Leistungsklage; Trennung; Streitwert;
Anrechnung08.08.2013 Leitsätze:Wird ein Begehren auf Rückzahlung von Wasserversorgungs- und
Abwasserbeseitigungsgebühren im Wege der Stufenklage durch eine
kombinierte Anfechtungs- und Leistungsklage verfolgt, sind auch dann
vier Gerichtsgebühren in Ansatz zu bringen, wenn das die allgemeine
Leistungsklage betreffende Verfahren nach Trennung durch Urteil
abgeschlossen wird, nachdem das die Anfechtungsklage betreffende
Verfahren zuvor abgetrennt und durch Beschluss im Sinne des § 161
Abs. 2 VwGO eingestellt worden ist.Bereits vor der Trennung für das die Anfechtungsklage betreffende
Verfahren endgültig entstandene Gerichtsgebühren sind auf die
Gerichtsgebühren des die allgemeine Leistungsklage betreffenden
Verfahrens anzurechnen.4 ZKO 296/13Ausbaubeiträge30.07.2013 Leitsätze:Ein Rechtsanwalt ist grundsätzlich verpflichtet, Rechtsmittelfristen mit
der größten Genauigkeit zu behandeln.
2. Er darf jedoch gut geschultes und zuverlässiges Büropersonal bei der
Berechnung und Überwachung von Rechtsmittelfristen einsetzen, wenn
es sich um einfache und geläufige Rechtsmittelfristen handelt. Die Frist
zur Begründung eines Antrages auf Zulassung der Berufung nach § 124a
Abs. 4 Satz 4 VwGO ist keine solche einfache und geläufige Frist.
3. Deshalb darf gut geschultes und zuverlässiges Büropersonal bei der
Berechnung und Überwachung der Frist zur Begründung eines Antrages
auf Zulassung der Berufung nur dann eingesetzt werden, wenn durch den
Rechtsanwalt häufig Anträge auf Zulassung der Berufung zu begründen
sind und das Büropersonal mit den Besonderheiten der
Fristenberechnung vertraut ist.
4. Dies ist nur dann der Fall, wenn das mit der Eintragung und
Fristberechnung betraute Büropersonal über Beginn, Ende und Lauf der
Frist zur Begründung des Zulassungsantrages hinreichend belehrt
5. Ungeachtet dieser Voraussetzungen hat ein Rechtsanwalt eine Frist
zur Begründung des Zulassungsantrages auch dann schuldhaft versäumt,
wenn er bei Bearbeitung des Schiftsatzes, mit dem der Antrag auf
Zulassung der Berufung gestellt wird, nicht überprüft, ob die Frist zur Begründung des Zulassungsantrages ordnungsgemäß berechnet und eingetragen ist.
4 ZKO 296/13Zu den Anforderungen an die Überwachung einer
Rechtsmittelgründungsfrist durch einen Rechtsanwalt30.07.2013 Leitsätze:Ein Rechtsanwalt ist grundsätzlich verpflichtet, Rechtsmittelfristen mit der größten Genauigkeit zu behandeln.Er darf jedoch gut geschultes und zuverlässiges Büropersonal bei der Berechnung und Überwachung von Rechtsmittelfristen einsetzen, wenn es sich um einfache und geläufige Rechtsmittelfristen handelt. Die Frist zur Begründung eines Antrages auf Zulassung der Berufung nach § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO ist keine solche einfache und geläufige Frist.Deshalb darf gut geschultes und zuverlässiges Büropersonal bei der Berechnung und Überwachung der Frist zur Begründung eines Antrages auf Zulassung der Berufung nur dann eingesetzt werden, wenn durch den Rechtsanwalt häufig Anträge auf Zulassung der Berufung zu begründen sind und das Büropersonal mit den Besonderheiten der
Fristenberechnung vertraut ist.Dies ist nur dann der Fall, wenn das mit der Eintragung und
Fristberechnung betraute Büropersonal über Beginn, Ende und Lauf der Frist zur Begründung des Zulassungsantrages hinreichend belehrt worden ist.Ungeachtet dieser Voraussetzungen hat ein Rechtsanwalt eine Frist zur Begründung des Zulassungsantrages auch dann schuldhaft versäumt, wenn er bei Bearbeitung des Schiftsatzes, mit dem der Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt wird, nicht überprüft, ob die Frist zur Begründung des Zulassungsantrages ordnungsgemäß berechnet und
eingetragen ist.1 KO 290/08Straßen- und Wegerecht17.07.2013 4 ZKO 49/13Zur Wirksamkeit einer Auffangklausel in einer
Fremdenverkehrsbeitragssatzung04.07.2013 Leitsätze:Die Maßstabsregelung einer Fremdenverkehrsbeitragssatzung, die eine
Auffangregelung enthält, mit der Betriebe ihrem Charakter nach der Gruppe zugeordnet werden, der sie am ähnlichsten sind, ist mangels hinreichender Bestimmtheit und wegen Verstoßes gegen das Rechtsstaatsgebot unwirksam.2 EO 414/13Konzentrationswirkung der versammlungsrechtlichen Anordnung04.07.2013 Leitsätze:Bei der nach § 80 Abs. 5 VwGO vorzunehmenden Abwägung ist nicht stringent auf die offensichtliche Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts abzustellen, vielmehr ist dessen Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit als abwägungserheblicher Belang in die verfassungsrechtlich gebotene Abwägung der widerstreitenden Interessen aufzunehmen.Zur Konzentrationswirkung der versammlungsrechtlichen Anordnung;4 KO 583/08zur Abgrenzung der erstmaligen Herstellung einer Mischverkehrsfläche vom Ausbau einer Fahrbahn, bei der ihre Verbreiterung mit dem Wegfall der Teileinrichtung Gehweg einhergeht26.06.2013 Leitsätze:Wird eine Fahrbahn unter Wegnahme des Gehwegs verbreitert, handelt es sich nicht um eine die Teileinrichtung Gehweg betreffende Ausbaumaßnahme.Ein gemeinsamer Ausbau von Fahrbahn und Gehweg kann
angenommen werden, wenn die früheren selbständigen Teileinrichtungen Fahrbahn und Gehweg in eine höhengleiche Mischverkehrsfläche umgebaut wird, die allen Verkehrsarten offensteht und - wie beispielsweise in einem verkehrsberuhigten Bereich - die Verkehrsfunktion des vorher vorhandenen Gehwegs mit übernimmt.Dazu reicht es nicht aus, dass die Fußgänger berechtigt sind, eine Fahrbahn nach Maßgabe des § 25 Abs. 1 Satz 2 bis 4 StVO zu benutzen, wenn kein Gehweg vorhanden ist.4 EO 233/10Ausbaubeiträge24.06.2013 Leitsätze:1. Auf ein Grundstück, das nur als Seniorenwohnheim baulich nutzbar ist, muss ein Herauffahren möglich sein. Die Möglichkeit, an das Grundstück heranfahren und es betreten zu können, vermittelt diese Nutzbarkeit nicht.
2. Grenzt ein als Seniorenwohnheim genutztes Grundstück, das durch eine mit Kraftfahrzeugen befahrbare Straße erschlossen ist, an eine weitere Straße an, die nur fußläufig erreichbar ist, vermittelt diese zusätzliche tatsächliche Gebrauchsmöglichkeit keinen beitragsrelevanten Vorteil.
3. Demgegenüber wird der unbebaubaren Parkanlagenfläche des Grundstücks durch eine solche weitere fußläufig erreichbare Straße ein beitragsrelevanter Vorteil vermittelt.2 ZKO 894/11Besoldung und Versorgung21.06.2013 Leitsätze:Die Nichtanrechnung von Dienstzeiten bei den Grenztruppen der ehem.
DDR bei der Ermittlung des Höchstgrenzen-vom-Hundertsatzes gem. § 55
Abs. 2 Nr. 1b BeamtVG verstößt weder gegen Art. 33 Abs. 5 GG noch gegen Art. 3 Abs. 1 oder Art. 14 Abs. 1 GG2 ZKO 1050/10Nach Besoldungsgruppen abgestufte Angleichung der Ostbesoldung in Thüringen17.06.2013 Leitsätze:Der Thüringer Besoldungsgesetzgeber hat sich bei der zum 01.07.2008 erfolgten Ersetzung des Bundesbesoldungsrechts durch das Thüringer Besoldungsrecht auch bei der übergangsweisen Regelung der nach Besoldungsgruppen abgestuften Angleichung der Ostbesoldung im Rahmen des ihm zustehenden gesetzgeberischen Gestaltungsspielraums gehalten.
3 ZO 738/12Ausbildungs- und Studienförderungsrecht15.05.2013 Leitsätze:In gerichtskostenfreien Verfahren (z. B. gemäß § 188 VwGO), in denen
kein Anwaltszwang besteht, stellt ein isoliertes
Prozesskostenhilfegesuch, das innerhalb der Rechtsmittelfrist angebracht
und nach deren Ablauf beschieden worden ist, keinen
Wiedereinsetzungsgrund i. S. d. § 60 Abs 1 VwGO im Hinblick auf die Versäumnis von Klagefristen dar.
Im Hinblick darauf, dass es bislang keine einschlägige Rechtsprechung des Thüringer Oberverwaltungsgerichts zu dieser Frage gibt und die obergerichtliche Rechtsprechung zumindest in früherer Zeit uneinheitlich
war, kann es einer Partei bis zur Veröffentlichung dieser Entscheidung nicht als Verschulden i. S. d. § 60 Abs. 1 VwGO angelastet werden, wenn
sie in einem solchen Verfahren bei einem Thüringer Verwaltungsgericht lediglich isoliert einen Prozesskostenhilfeantrag für eine erst beabsichtigte Klage gestellt hat.8 DO 472/11Disziplinarrecht der Landesbeamten07.05.2013 Leitsätze:Das Verwertungsverbot des § 51 BZRG gilt für die zugrunde dem sachgleichen Disziplinarverfahren liegende Straftat im Disziplinarverfahren nicht.Bei einem Polizeibeamten hat der vorsätzliche, außerdienstliche Besitz kinderpornographischer Bilder regelmäßig Dienstbezug.Der vorsätzliche Besitz kinderpornographischer Bilder in erheblichem Umfang führt bei einem Polizeibeamten in der Regel zu einer irreversiblen Beeinträchtigung des Vertrauens des Dienstherrn und zugleich der Allgemeinheit. Zum besonderen Gewicht eines innerdienstlichen Dienstvergehens durch Verschweigen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens trotz bestehender Mitteilungspflicht. 4 ZKO 866/12Ausbaubeiträge10.04.2013 Leitsätze:Ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als Eigentümerin eines
Grundstücks im Grundbuch eingetragen, ist sie persönlich
beitragspflichtig. Eine persönliche Beitragspflicht der Gesellschafter
2. Legt die Gesellschaft bürgerlichen Rechts Widerspruch gegen einen an
einen Gesellschafter persönlich adressierten Beitragsbescheid ein,
erfährt dieser Beitragsbescheid keine Gestaltänderung dadurch, dass die
Widerspruchsbehörde in der Sache entscheidet und den
Widerspruchsbescheid an die GbR adressiert. Eine solche
Sachkompetenz stünde der Widerspruchsbehörde bei der Erhebung von
Abwasserbeiträgen nach Landesrecht auch nicht zu (vgl. Senatsurteil
vom 14. Dezember 2009 - 4 KO 486/09 - und dazu BVerwG, Urteil vom
23. August 2011 - 9 C 2.11 - BVerwGE 140, 245 - 256)3 N 292/09Kindergartenrecht21.03.2013 Leitsätze:1. a) Die Regelungen des § 10 Abs. 2 ThürKitaG zur Beteiligung der Eltern(beiräte) und die Pflicht, die Elternbeiräte vor den in den Nummern 1 bis 8 der Vorschrift genannten Entscheidungen anzuhören, stellen reine Ordnungsvorschriften dar. Sie sind keine wesentlichen Verfahrensvorschriften, deren Missachtung zur Unwirksamkeit einer Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen führen könnte.
b) Selbst wenn § 10 Abs. 2 Nr. 7 ThürKitaG eine zwingende Verfahrensvorschrift wäre, so wäre im Hinblick auf die Satzung der Landeshauptstadt Erfurt über die Erhebung von Elternbeiträgen und Verpflegungsgebühren in kommunalen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ― KitaSEF ― vom 13. Mai 2008 (bekannt gemacht im „Amtsblatt“ Nr. 9 der Antragsgegnerin vom 23. Mai 2008) den an die Durchführung eines (Anhörungs-)Verfahrens zu stellenden Anforderungen genügt.
2. Der Einkommensbegriff des § 4 Abs. 2 KitaSEF, nach dem zum Einkommen insbesondere die Summe der positiven Einkünfte der Eltern im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 EStG zählt, ist zwar ein grober, aber noch zulässiger Maßstab für eine einkommensbezogene Gebührenstaffel (wie BVerwG, Beschluss vom 28. Oktober 1994 ― 8 B 159/94 ― Juris, Rdn. 4, und Urteil vom 15. September 1998 ― 8 C 25/97 ― Juris, Rdn. 22, m. w. N., sowie OVG NRW, Urteil vom 13. Juni 1994 ― 16 A 2645/93 ―, Juris, Rdn. 12 ff. für den im Wesentlichen identischen Einkommensbegriff des früheren nordrhein-westfälischen Landesrechts gemäß § 17 Abs. 4 GTK NRW a. F.).3 N 342/09Kindergartenrecht21.03.2013 Leitsätze:1. a) Die Regelungen des § 10 Abs. 2 ThürKitaG zur Beteiligung der Eltern(beiräte) und die Pflicht, die Elternbeiräte vor den in den Nummern 1 bis 8 der Vorschrift genannten Entscheidungen anzuhören, stellen reine Ordnungsvorschriften dar. Sie sind keine wesentlichen Verfahrensvorschriften, deren Missachtung zur Unwirksamkeit einer Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen führen könnte.
2. Der Einkommensbegriff des § 4 Abs. 2 KitaSEF, nach dem zum Einkommen insbesondere die Summe der positiven Einkünfte der Eltern im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 EStG zählt, ist zwar ein grober, aber noch zulässiger Maßstab für eine einkommensbezogene Gebührenstaffel (wie BVerwG, Beschluss vom 28. Oktober 1994 ― 8 B 159/94 ― Juris, Rdn. 4, und Urteil vom 15. September 1998 ― 8 C 25/97 ― Juris, Rdn. 22, m. w. N., sowie OVG NRW, Urteil vom 13. Juni 1994 ― 16 A 2645/93 ―, Juris, Rdn. 12 ff. für den im Wesentlichen identischen Einkommensbegriff des früheren nordrhein-westfälischen Landesrechts gemäß § 17 Abs. 4 GTK NRW a. F.).2 EO 74/13Altersgrenze bei Richtern31.01.2013 Leitsätze:Die Festsetzung der Altersgrenze in § 8 Abs. 1 Thüringer Richtergesetz, mit deren Erreichen der Richter von Gesetzes wegen in den Ruhestand tritt, steht mit den Vorgaben der Richtlinie 2000/78/EG und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz in Einklang. Sie stellt keine unzulässige
Altersdiskriminierung dar.1 KO 1034/10Gebührenfreiheit der Zweckverbände für eine Bescheinigung über das Bestehen einer beschränkten Dienstbarkeit30.01.2013 Leitsätze:Zu der Frage, ob administrative Fremdkosten (hier: Verwaltungsgebühren) zu den anch "betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ansatzfähigen Kosten" i. S. von § 12 Abs. 2 Satz 1 ThürKAG zählen und in die Wassergebührenkalkulation eingestellt und somit auf Dritte umgelegt werden können.4 KO 840/09Beiträge29.01.2013 Leitsätze:Die Bekanntmachungsregelung in der Hauptsatzung eines
Landkreises, die die kumulative Bekanntmachung von Satzungen in zwei
Zeitungen und durch Aushang vorsieht, verstößt ab 1. November 1994
gegen die Vorgaben der Thüringer Bekanntmachungsverordnung, soweit
die Bekanntmachung durch Aushang festgelegt ist. Dies führt zur
Unwirksamkeit der gesamten Bekanntmachungsregelung.Einem mit einem Vollanschluss versehenen Grundstück, auf dem das
anfallende Niederschlagswasser im Sinne des § 58 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2
ThürWG versickert oder anderweitig entsorgt wird, wird dauerhaft ein die
Erhebung eines Vollbeitrags rechtfertigender Vorteil vermittelt. Für diese
Grundstücke muss keine Beitragsabstufung erfolgen.Zur Festsetzung eines Teilbeitragssatzes für die Beitragserhebung im
Wege der Kostenspaltung nach dem kombinierten Grundstücksflächenund
Geschossflächenmaßstab kann die Gewichtung der
Maßstabskomponenten durch eine pauschale Verteilung des Aufwandes
mittels Bildung einer Quote erfolgen. Bei der Beitragserhebung für
Vollanschlüsse ist es nicht erforderlich, den auf die Niederschlagswasserund
Schmutzwasserbeseitigung entfallenden Aufwand genau zu ermitteln
und dann jeweils den beitragsrelevanten Grundstücks- und
Geschossflächen zuzuordnen.1 KO 933/11Kosten der behördlichen Überwachung der Abwasserleitung19.12.2012 Leitsätze:Die Kosten für die Kontrolle von in oberirdische Gewässer eingeleiteten
Abwässern sind auch in Thüringen aus dem Aufkommen der Abwasserabgabe zu decken, wenn die behördliche Überwachung zumindest auch dem Vollzug des AbwAG und des ThürAbwAG dient.
Der Verwaltungsaufwand für die Überrpüfung der Abwasserleitungen ist auch dann nicht durch allgemeine Maßnahmen der Gewässeraufsicht veranlasst, wenn den Staatlichen Umweltämtern neben ihrem
abwasserabgabenrechtlichen Überprüfungsauftrag durch das Thüringer Wassergesetz zugleich ein wasserrechtlicher Kontrollauftrag übertragen war.
2 KO 907/10Recht der Landesbeamten07.12.2012 2 EO 472/12einstweiliger Rechtsschutz gegen kommissarische Übertragung eines
höherwertigen Dienstpostens27.11.2012 Leitsätze:Es besteht ein Anordnungsgrund gemäß § 123 Abs. 1 Satz 1 VwGO für
den Erlass einer einstweiligen Anordnung, mit der die vorläufige
Besetzung eines Dienstpostens verhindert werden soll, wenn auf dem
Dienstposten ein Erfahrungsvorsprung erlangt werden kann, der bei einer
erneuten Auswahlentscheidung zu Gunsten des Dienstposteninhabers zu
berücksichtigen wäre (im Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 11. Mai
2009 - 2 VR 1/09 - ZBR 2009, 411; Beschluss vom 27. September 2011 -
2 VR 3/11 - NVwZ-RR 2012, 71 und Beschluss des Senats vom 20. Juli
2012 - 2 EO 361/12).Ein stellvertretender Leiter einer Abteilung (BesGr B 3) kann einen
beurteilungs- und auswahlrelevanten Erfahrungsvorsprung erlangen,
wenn ihm der höherwertigere Dienstposten des Leiters der Abteilung
(BesGr B 6) aus organisatorischen Gründen kommissarisch übertragen
wird.4 EO 626/11Zur Nichtigkeit eines Ausbaubeitragsbescheides bei Veranlagung einer
nur der Größe, aber nicht der Lage nach bestimmbaren Teilfläche.19.11.2012 Leitsätze:Wird eine nur der Größe, aber nicht der Lage nach bestimmbare
Teilfläche eines Buchgrundstücks zu einem Ausbaubeitrag veranlagt,
führt dieser Mangel der hinreichenden Bestimmtheit des Bescheides zur
Nichtigkeit des Bescheides.Der Inhaber eines schuldrechtlichen Nutzungsrechts im Sinne des Art
233 § 2b EGBGB gehört nicht zu den in § 7 Abs. 8 Satz 2 ThürKAG 2000
genannten persönlich Beitragspflichtigen.4 KO 1057/06Benutzungsgebührenrecht15.11.2012 Leitsätze:Einem fehlerhaften Zweckverband steht dem Grunde nach ein
öffentich-rechtlicher Erstattungsanspruch wegen erbrachter
Wasserversorgungsleistungen zu (vgl. Senatsurteil vom 25. Februar 2004
- 4 KO 703/01 -).
2. Statistische Durchschnittspreise sind wegen der unterschiedlichen
Voraussetzungen und Versorgungsstrukturen nicht geeignet, den Wert
der Wasserversorgungsleistungen eines fehlerhaften Zweckverbandes zu
3. Die Höhe des einem fehlerhaften Zweckverband wegen erbrachter
Wasserversorgungsleistungen zustehenden Erstattungsanspruches ist
nach Maßgabe des § 173 Satz 1 VwGO i. V. m. § 287 ZPO durch
Schätzung des Wertes der erbrachten Leistung zu ermitteln.
4. Hat ein fehlerhafter Zweckverband die von ihm wahrgenommenen
Aufgaben durch Gebühren und nicht durch ein privates Entgelt finanziert,
ist der Wert der erbrachten Leistung auf Grundlage der entsprechenden
Gebührenkalkulation oder einer Nachkalkulation zu ermitteln.
5. Dabei ist der Aufwand aus der Gebührenkalkulation herauszurechnen,
der gebührenerhöhend nach § 12 ThürKAG in Ansatz gebracht werden
dürfte, um die Erfüllung der Aufgabe auch in Zukunft dauerhaft zu sichern.
6. Des Weiteren bleibt der Aufwand unberücksichtigt, der auch bei
Erhebung von Gebühren nach § 12 ThürKAG nicht in die
Gebührenkalkulation eingestellt werden dürfte.
4 KO 20/09Kommunalaufsichtsrecht15.11.2012 Leitsätze:Zur Rückzahlung der vor dem 1. Januar 2005 bezahlten
Wasserbeiträge auf der Grundlage des § 21a Abs. 3 ThürKAG 2005 ist
der Beitragsgläubiger (bzw. gegebenenfalls sein Rechts- oder
Funktionsnachfolger) verpflichtet, an den bis zum 1. Januar 2005
aufgrund eines begründeten Beitragsschuldverhältnisses Beiträge für
Wasserversorgungseinrichtungen gezahlt worden sind (Bestätigung der
Senatsrechtsprechung im Beschluss vom 27. März 2006 - 4 EO 87/06 -,
ThürVBl 2006, 180 = ThürVGRspr. 2008, 1).
2. Zur Unterscheidung zwischen der Doppelbelastung des
Grundstückseigentümers infolge eines Wechsels des Aufgabenträgers
und der Doppelbelastung infolge des Wechsels des
Finanzierungssystems von einer Beitrags- und Gebührenerhebung zu
einer reinen Gebührenerhebung.2 EO 132/12Fehlerhafte Auswahlentscheidung bei sog. gebündelten Dienstposten
ohne vorherige Ämterbewertung23.10.2012 Leitsätze:Fehlerhafte Auswahlentscheidung ohne vorherige Ämterbewertung bei
sog. gebündelten Dienstposten im mittleren Polizeidienst (Anschluss an
BVerwG, Urt. v. 30. Juni 2011 - 2 C 19/10 - BVerwGE 140, 83).
Die Gerichte der Verwaltungsgerichtsbarkeit haben ausschließlich die
geltende Rechtslage anzuwenden; es kommt ihnen grundsätzlich nicht
zu, eine rechtswidrige Grundlage vorübergehend als rechtmäßig zu
unterstellen, um die Folgen für einen der am Verfahren Beteiligten
abzumildern.2 KO 49/10Zur antraglosen Teilzeitbeschäftigung bei verbeamteten Lehrern16.10.2012 1 EN 335/12Online-Wahlen an Hochschulen18.09.2012 2 EO 37/11Fehlendes Trennungsvermögen nach Cannabiskonsum06.09.2012 Leitsätze:Jedenfalls ab einer THC-Konzentration von 1,0 ng/ml im Blutserum ist
ohne weitere Sachaufklärung davon auszugehen, dass ein
Fahrzeugführer zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines
Kraftfahrzeugs nicht zu trennen vermag (Nr. 9.2.2. der Anlage 4 zur FeV).2 EO 868/11Zur Einbeziehung früherer Beurteilungen bei der Auswahlentscheidung16.08.2012 Leitsätze:Inwiefern der Dienstherr bei der Auswahlentscheidung eine frühere
Beurteilung berücksichtigen darf oder berücksichtigen muss, hängt vom
Einzelfall ab und lässt sich nicht einheitlich für alle Fälle beantworten.
Weichen die Zeiträume der aktuellen Beurteilungen der im
Auswahlverfahren konkurrierenden Beamten bzw. Richter in erheblicher
Weise voneinander ab, kann es geboten sein, im Interesse einer
gleichgewichtigen Beurteilungslage auch ältere dienstliche Beurteilungen
Dem Gebot, dass der Leistungsvergleich zwischen Bewerbern auf der
Grundlage weitestmöglich vergleichbarer dienstlicher Beurteilungen zu
erfolgen hat, ist auch bei Anlassbeurteilungen grundsätzlich Rechnung zu
Da zur Ermittlung des Leistungsstandes konkurrierender Bewerber in
erster Linie auf die aktuellsten Beurteilungen abzustellen ist, kann der
Dienstherr den aktuellen Leistungsstand nicht dadurch ermitteln, dass er
aus den Bewertungen der Einzelmerkmale in der letzten, d. h. aktuellen,
und der vorletzten Beurteilung mathematisch genaue Durchschnittswerte
bildet.2 EO 923/11Streitwert bei Verbot, fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge zu führen06.07.2012 Leitsätze:Der Streit um das Verbot, fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge zu führen, ist mit
dem Auffangstreitwert (§ 52 Abs. 1 GKG) zu bemessen und im Verfahren
des einstweiligen Rechtsschutzes zu halbieren.3 N 653/09Alkoholverbot in der Stadt Erfurt unwirksam21.06.2012 2 EO 961/11Mitwirkungspflicht des Beamten bei Eröffnung der dienstlichen
Beurteilung18.06.2012 Leitsätze:Für einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im
Konkurrentenstreitverfahren fehlt nicht der Anordnungsgrund oder das
Rechtsschutzbedürfnis, weil der Dienstherr zusagt, von mehreren zu
besetzenden Stellen lediglich eine bis zum Abschluss des Verfahrens
freizuhalten.Der Dienstherr ist verpflichtet, die dienstliche Beurteilung dem Beamten
zu eröffnen und mit ihm zu besprechen bzw. zu erörtern. Den Beamten
trifft hierbei eine entsprechende Mitwirkungspflicht. Kommt er dieser
Mitwirkungspflicht nicht nach, muss er sich so behandeln lassen, als sei
ihm die Beurteilung in der vorgeschriebenen Weise eröffnet worden.3 EO 317/12Versammlungsverbot31.05.2012 2 EO 890/11Konkurrentenstreitverfahren über die Besetzung einer Stelle des Präsidenten eines Landgerichts30.05.2012 Leitsätze:Allein aus dem Umstand, dass die im vorherigen Amt vergebene
Gesamtnote bei der erstmaligen Beurteilung nach einer Beförderung
heraufgesetzt wird, kann nicht schematisch auf die Fehlerhaftigkeit der
dienstlichen Beurteilung geschlossen werden. Zwar entspricht es der Erfahrung, dass die Leistungen eines Beamten
oder Richters weniger gut bewertet werden, wenn er nach einer
Beförderung erstmals in dem höheren statusrechtlichen Amt beurteilt wird.
Es besteht aber kein Automatismus, der zwangsläufig ein Absenken der
Gesamtnote für alle Fälle der Beförderung vorschreibt und damit die
Vergabe einer gleichen oder höheren Gesamtnote verbietet.Keine Verletzung von Art. 33 Abs. 2 GG durch eine
Auswahlentscheidung bei der Besetzung einer Stelle des Präsidenten
eines Landgerichts, die bei formal gleichen Beurteilungsnoten dem
Richter im höheren Statusamt einen Leistungs- und Eignungsvorsprung
zuerkennt.2 SO 596/11Verbot des Führens fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge nach Trunkenheitsfahrt
mit einem Fahrrad09.05.2012 Leitsätze:Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet an, dass ein
medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen ist, wenn ein
Fahrzeug im Straßenverkehr bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6
Promille oder mehr geführt wurde. Dies gilt auch bei einer
Trunkenheitsfahrt mit einem Fahrrad.
Die Ermächtigungsnorm des § 3 Abs. 1 FeV räumt der
Fahrerlaubnisbehörde kein Entschließungsermessen ein. Wenn
Tatsachen bekannt werden, die begründete Zweifel an der Eignung eines
Fahrzeugführers wecken, ist sie grundsätzlich verpflichtet, weitere
Ermittlungen über die Eignung des Fahrzeugführers anzustellen.
Bei festgestellten Eignungsmängeln liegt es im Ermessen der
Fahrerlaubnisbehörde, ob sie dem Adressaten das Führen des
fahrerlaubnisfreien Fahrzeugs untersagt, beschränkt oder Auflagen
Weigert sich der Betroffene ohne zureichenden Grund, sich untersuchen
zu lassen oder bringt er der Fahrerlaubnisbehörde das von ihr geforderte
Gutachten nicht fristgerecht bei, darf sie bei ihrer Entscheidung auf die
Nichteignung des Betroffenen schließen.2 EO 135/12Entziehung der Fahrerlaubnis nach Trunkenheitsfahrt mit einem Fahrrad27.03.2012 Leitsätze:Entziehung der Fahrerlaubnis nach Trunkenheitsfahrt mit einem Fahrrad
(wie BVerwGE 131, 163)3 KO 843/07Inanspruchnahme des Eigentümers von Grundstücken auf einer stillgelegten Altreifendeponie durch eine abfallrechtliche Anordnung26.03.2012 Leitsätze:Der Vollzug eines Verwaltungsakts, durch den dem Adressaten
bestimmte Handlungspflichten auferlegt werden, führt auch dann nicht
zwingend zu dessen Erledigung, wenn er nicht mehr rückgängig gemacht
werden kann (wie BVerwG, Urteil vom 25.09.2008 - 7 C 5.08 - NVwZ
2009, 122 und juris).Zur Abgrenzung der Anwendungsbereiche des
Bundes-Bodenschutzgesetzes und des Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetzes durch § 36 Abs. 2 Satz 2 KrW-/AbfG.Unter "Stilllegung" einer Deponie im Sinne des § 36 Abs. 2 Satz 2
KrW-/AbfG ist die dauerhafte Beendigung ihres Betriebs zu verstehen.
Der Begriff der Stilllegung umfasst hingegen nicht die Maßnahmen der
Nachsorge und Rekultivierung der Deponie. Dies gilt jedenfalls für die
Fälle, in denen die Stillegung bereits vor Inkrafttreten der Neuregelung
des § 36 Abs. 3 KrW-/AbfG erfolgt ist.Ist bei deponierten Abfällen das Entstehen nur schwer zu
bekämpfender Brände zu befürchten, kann und muss die zuständige
Abfallbehörde grundsätzlich auf der Grundlage von § 36 Abs. 2 Satz 1
KrW-/AbfG tätig werden und entsprechende Sicherungsanordnungen
gegenüber dem (letzten) Inhaber (Betreiber) der Deponie erlassen. Für
ein Vorgehen auf der Grundlage der Regelungen des Thüringer
Ordnungsbehördengesetzes ist insoweit kein Raum mehr.Eine Inanspruchnahme anderer Verantwortlicher (etwa des
Grundeigentümers) auf der Grundlage landesrechtlicher
Eingriffsermächtigungen kommt nur in Betracht, wenn und soweit eine
Inanspruchnahme des nach § 36 Abs. 2 Satz 1 KrW-/AbfG vorrangig in
Anspruch zu nehmenden Inhabers der Deponie nicht möglich oder
erfolgversprechend ist. Dies hat die zuständige Behörde - will sie auf der
Grundlage landesrechtlicher Eingriffsermächtigungen (etwa des § 12
ThAbfAG) vorgehen - bei der in ihrem Ermessen stehenden
Störerauswahl zu berücksichtigen.Zu den aus Art. 14 Abs. 1 GG folgenden Grenzen der Zustandshaftung
des Eigentümers für die Grundstückssanierung bei Altlasten (im
Anschluss an BVerfG, Beschluss vom 16.02.2000 - 1 BvR 242/99 u. 1
BvR 315/99 - BVerfGE 102, 1 = NJW 2000, 2573 und juris) und ihrer
gebotenen Berücksichtigung bei der behördlichen Ermessensausübung.3 EO 117/12Ausnahmsweise Zulassung der Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters23.02.2012 Leitsätze:Für eine kreisangehörige Gemeinde mit weniger als 3.000 Einwohnern
kann gemäß § 28 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz ThürKO ausnahmsweise die
Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters zugelassen werden, wenn aufgrund
geografischer, historischer oder gesellschaftlicher Besonderheiten Mehroder
Andersbelastungen gegeben sind, die sich nach Art und Umfang von
den Aufgaben anderer ehrenamtlich geführter Gemeinden abheben und
damit Anforderungen stellen, deren Erfüllung von einem ehrenamtlich
tätigen Bürgermeister nicht erwartet werden kann (wie 2. Senat des
Thüringer OVG, Beschluss vom 08.04.2010 2 EO 795/10 ). Liegt ein Ausnahmefall im Sinne des § 28 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz
ThürKO vor, hat die Gemeinde (zumindest) einen Anspruch auf
ermessensfehlerfreie Entscheidung über ihren Antrag auf ausnahmsweise
Zulassung eines hauptamtlichen Bürgermeisters, der sich im Einzelfall zu
einem Genehmigungsanspruch verdichten kann (hier bejaht).Die Zulassung einer Ausnahme nach § 28 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz
ThürKO ist nicht deshalb ausgeschlossen, weil Gemeinden mit weniger
als 3.000 Einwohnern nach § 46 Abs. 2 Satz 3 ThürKO in der durch
Artikel 1 des Gesetzes zur Weiterentwicklung der gemeindlichen
Strukturen im Freistaat Thüringen vom 09.10.2008 (GVBl. S. 358)
geänderten Fassung nunmehr ausnahmslos einer
Verwaltungsgemeinschaft angehören oder einer benachbarten Gemeinde
nach § 51 ThürKO zugeordnet sein müssen und § 46 Abs. 3 ThürKO eine
entsprechende Änderung der Gemeindestrukturen vorsieht.Eine künftige Entlastung der Gemeinde und damit des Bürgermeisters
von Aufgaben oder die in § 46 Abs. 3 ThürKO angelegte Beendigung der
Existenz einer Gemeinde als selbständige Kommune stehen allenfalls
dann der Zulassung einer Ausnahme nach § 28 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz
ThürKO entgegen, wenn sie mit hinreichender Sicherheit innerhalb eines
überschaubaren Zeitraums nach dem Beginn der neuen Amtsperiode des
Bürgermeisters zu erwarten sind.Hat die Gemeinde mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit einen
Anspruch auf Zulassung einer Ausnahme, kann im Einzelfall auch die mit
dem Erlass einer zur Genehmigungserteilung verpflichtenden
einstweiligen Anordnung verbundene Vorwegnahme der Hauptsache
gerechtfertigt sein (hier bejaht).4 KO 736/09zur analogen Anwendung des § 21a Abs. 3 ThürKAG auf vor dem 1.
Januar 2005 gezahlte Vorausleistungen und Ablösebeträge17.01.2012 Leitsätze:§ 21a Abs. 3 ThürKAG ist analog anwendbar auf vor dem 1. Januar 2005
gezahlte Vorausleistungen und Ablösebeträge. Dies gilt auch dann, wenn
ein Ablösebetrag ohne Rechtsgrund aufgrund einer nichtigen
Ablösevereinbarung gezahlt wurde und der infolgedessen mit der Zahlung
entstandene öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch am 1. Januar 2005
bereits verjährt ist.2 EO 293/11Konkurrentenstreitigkeit, erfolgreiches Eilverfahren auf vorläufige
Untersagung der Besetzung eines höherwertigen Dienstpostens;
konstitutives Anforderungsprofil10.01.2012 Leitsätze:Zu der Frage, wann Festlegungen des Anforderungsprofils für einen
Beförderungsdienstposten das organisatorische Ermessen des
Dienstherrn überschreiten.
Einzelfall eines zielgerichtet auf einen bestimmten Bewerber
zugeschnittenen Anforderungsprofils.8 DO 329/08Disziplinarrecht der Landesbeamten05.12.2011 Leitsätze:Disziplinarmaß bei einem Verstoß gegen die innerdienstliche Pflicht zur
Zurückhaltung gegenüber StrafgefangenenKeine mildernde Berücksichtigung der Dauer des Disziplinarverfahrens
bei einer Entfernung aus dem Dienst3 EO 651/11Versammlungsverbot15.10.2011 2 EO 487/11Fristsetzung zur Beibringung eines medizinisch-psychologischen
Gutachtens19.09.2011 Leitsätze:Eine rechtmäßige Anordnung zur Beibringung eines
medizinisch-psychologischen Gutachtens gemäß § 11 Abs. 6 Satz 2 FeV
setzt voraus, dass dem Betroffenen zuzumuten und möglich ist, das
Gutachten innerhalb der gesetzten Frist vorzulegen.
Die Angemessenheit der Vorlagefrist lässt sich nicht pauschal bestimmen.
Ist die Fahreignung im Hinblick auf eine etwaige Entziehung der
Fahrerlaubnis zu prüfen, so muss die Zeitspanne, innerhalb deren ein
Gutachten vorzulegen ist, nicht so weiträumig bemessen sein, dass der
Fahrerlaubnisinhaber bis zu ihrem Ablauf den nach Nr. 9.5 der Anlage 4
zur FeV erforderlichen Abstinenznachweis führen kann (entgegen
BayVGH, u. a. Beschluss vom 27. Februar 2007 - 11 CS 06.3132).3 EN 77/11Überprüfung einer "Übernachtungssteuer" im Rahmen vorläufigen
Rechtsschutzes nach § 47 Abs. 6 VwGO23.08.2011 Leitsätze:Die "Satzung über die Erhebung einer Übernachtungssteuer in der
Stadt Jena" vom 16. Dezember 2010 ist bei einer summarischen Prüfung
im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes jedenfalls nicht als
offensichtlich rechtswidrig zu beurteilen.Das Interesse am Vollzug der Satzung überwiegt - bei als offen
zugrunde gelegten Erfolgsaussichten eines Normenkontrollverfahrens (§
47 VwGO) - das Interesse an der vorläufigen Aussetzung ihres Vollzugs.3 EN 1514/10Überprüfung einer "Kulturförderabgabe" im Rahmen vorläufigen Rechtschutzes nach § 47 Abs. 6 VwGO17.08.2011 Leitsätze:Die "Satzung zur Erhebung einer Kulturförderabgabe für Übernachtungen in der Landeshauptstadt Erfurt" vom 9. Dezember 2010 ist bei einer summarischen Prüfung im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes jedenfalls nicht als offensichtlich rechtswidrig zu beurteilen. Das Interesse am Vollzug der Satzung überwiegt - bei als offen zugrunde gelegten Erfolgsaussichten eines Normenkontrollverfahrens (§ 47 VwGO) - das Interesse an der vorläufigen Aussetzung ihres Vollzugs.3 KO 1326/10Verjährung des Erstattungsanspruchs aus § 49a Abs. 1 ThürVwVfG28.07.2011 Leitsätze:Bei der in Nr. 2.1 der Allgemeinen Nebenbestimmungen zur
Projektförderung (ANBest-P) enthaltenen Regelung handelt es sich um
eine auflösende Bedingung im Sinne des § 36 Abs. 2 Nr. 2 ThürVwVfG.
Die Ermäßigung der im Finanzierungsplan veranschlagten
Gesamtausgaben hat dementsprechend - ohne dass es noch eines
Widerrufs bedürfte - zur Folge, dass der Zuwendungsbescheid insoweit
nach § 43 Abs. 2 ThürVwVfG unwirksam wird und bereits erbrachte
Leistungen nach § 49a Abs. 1 Satz 1, 3. Var. ThürVwVfG zu erstatten
sind.Der Erstattungsanspruch aus § 49a Abs. 1 Satz 1 ThürVwVfG verjährt
in entsprechender Anwendung des § 195 BGB n. F. in drei Jahren.Die Frist des § 195 BGB n. F. ist auch in den Überleitungsfällen nach
Art. 229 § 6 Abs. 4 EGBGB unter Einbeziehung der subjektiven
Voraussetzungen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB n. F. zu berechnen.Bei Behörden liegt die für den Verjährungsbeginn erforderliche
Kenntnis der anspruchsbegründenden Tatsachen im Sinne des § 199
Abs. 1 Nr. 2 BGB n. F. dann vor, wenn der zuständige Bedienstete der
verfügungsberechtigten Behörde die Tatsachen kennt, die die
Voraussetzungen der anspruchsbegründenden Norm erfüllen. Es genügt,
dass er den Hergang in seinen Grundzügen kennt und weiß, dass der
Sachverhalt erhebliche Anhaltspunkte für die Entstehung eines
Anspruchs bietet. Einer sicheren und vollständigen Kenntnis sowie einer
zutreffenden rechtlichen Würdigung des Sachverhalts bedarf es - anders
als für den Lauf der Jahresfrist des § 48 Abs. 4 ThürVwVfG - nicht. Für
eine "Anpassung" der Anforderungen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB n. F. an
48 Abs. 4 ThürVwVfG ist kein Raum.1 EO 560/10Nachbarverträglichkeit einer Kindertagesstätte13.04.2011 Leitsätze:Der von Kindertagesstätten ausgehende Lärm ist als typische
Begleiterscheinung kindlichen Verhaltens von den Bewohnern von
Wohngebieten grundsätzlich hinzunehmen.
Diese Hinnahmepflicht besteht erst recht, wenn das Vorhaben in einer
Umgebung mit Elementen eines auf ein höheres Maß an Unruhe
angelegten Baugebietstyps entstehen soll.
Das Rücksichtnahmegebot ist nicht allein deshalb verletzt, weil eine
Kindertagesstätte die Orientierungswerte der TA Lärm möglicherweise
Bei Lärmbelästigungen, die von Kindertagesstätten ausgehen, kann nicht
auf die in technischen Regelwerken wie der TA Lärm festgelegten
Immissionsrichtwerte abgestellt werden, da diese keine brauchbare
Orientierungshilfe für die Beurteilung der Zumutbarkeit der von Kindern
ausgehenden Geräusche bieten. Erforderlich ist vielmehr eine wertende
Gesamtbetrachtung des konkreten Einzelfalls.
Diese Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung der durch die Gebietsart
und die tatsächlichen Verhältnisse bestimmten Schutzwürdigkeit und
Schutzbedürftigkeit der Beteiligten, ihrer wechselseitigen Interessen und
der Intensität auftretender Nachteile.3 KO 505/09Verjährung des Zinsanspruchs aus § 49a Abs. 3 ThürVwVfG und des sog. Zwischenzinsanspruchs aus § 49a Abs. 4 ThürVwVfG07.04.2011 Leitsätze:Die Verjährung der in § 49a ThürVwVfG geregelten
vermögensrechtlichen Ansprüche beurteilt sich mangels anderweitiger
Regelung im öffentlichen (Landes-)Recht nach den
Verjährungsvorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs.Der Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags nach § 49a Abs.
3 ThürVwVfG und der Anspruch auf Zwischenzinsen
(Verzögerungszinsen) nach § 49a Abs. 4 ThürVwVfG verjährten in
entsprechender Anwendung des § 197 BGB in der bis zum 31.12.2001
geltenden alten Fassung in vier Jahren.Für die Zinsansprüche aus § 49a Abs. 3 und 4 ThürVwVfG, für die
entsprechend der Überleitungsvorschrift des Art. 229 § 6 EGBGB bereits
die Verjährungsvorschriften des BGB in der seit dem 01.01.2002
geltenden Fassung Anwendung finden, gilt die dreijährige
Regelverjährungsfrist des § 195 BGB n. F.3 KO 157/09Verjährung des sog. Zwischenzinsanspruchs aus § 49a Abs. 4 ThürVwVfG07.04.2011 Leitsätze:Der Anspruch auf Zwischenzinsen (Verzögerungszinsen) nach § 49a Abs.
4 ThürVwVfG verjährte in entsprechender Anwendung des § 197 BGB (in
der bis zum 31.12.2001 geltenden alten Fassung) in vier Jahren.2 EO 471/09Konkurrentenstreitverfahren18.03.2011 Leitsätze:Aus Art. 33 Abs. 2 GG i. V. m. Art. 19 Abs. 4 GG folgt die Verpflichtung
des Dienstherrn, die wesentlichen der Beförderungsauswahl zu Grunde
liegenden Erwägungen schriftlich niederzulegen. Dem genügt lediglich
eine das Ergebnis darstellende "Liste der beförderungsfähigen Beamten"
nicht.Die in Ziffer 5.1 der Beurteilungsrichtlinie der Thüringer Polizei vom 19.
März 2001 (ThürStAnz S. 775) enthaltene Berechnungsmethode für das
Gesamturteil einer dienstlichen Beurteilung verstößt nicht gegen das
Arithmetisierungsverbot, weil dem arithmetischen Mittel bei der
geforderten Gesamtwürdigung aller für die wahrgenommene Funktion und
das statusrechtliche Amt relevanten Beurteilungsmerkmale lediglich die
Funktion eines bloßen Anhalts zukommt.Wird die Gesamtnote entgegen dieser Vorgaben in der
Beurteilungsrichtlinie allein aus dem rechnerischen Mittel der Einzelnoten
gebildet, ist die dienstliche Beurteilung wegen des Verstoßes gegen das
Arithmetisierungsverbot rechtswidrig.Im Rahmen einer dienstlichen Beurteilung ist bei der Beurteilung der Art
und Weise, wie die sich aus dem Statusamt ergebenden Anforderungen
erfüllt werden, auch der Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen, der sich
aus den mit dem übertragenen Amt im konkret funktionellen Sinne, dem
Dienstposten, verbundenen Aufgaben ergibt.4 EO 1364/10Ausbaubeiträge08.03.2011 Leitsätze:Wird ein Bekanntmachungsvermerk unter Verstoß gegen § 7
ThürBekVO nicht auf der Urschrift der Satzung, sondern auf einem
gesonderten Blatt dokumentiert, berührt dies die Wirksamkeit der
Bekanntmachung einer Satzung nicht.Die Festlegung der Abrechnungseinheit durch zeichnerische
Darstellung des Abrechnungsgebietes in einer Satzung über die
Erhebung wiederkehrender Beiträge ist nur wirksam, wenn das
Abrechnungsgebiet fehlerfrei bestimmt ist.2 ZKO 621/09Beweislast für den Zugang des Widerspruchs bei Aufgabe des
Widerspruchsschreibens an den behördeninternen Dienstkurier07.02.2011 Leitsätze:Ein Widerspruch ist erst wirksam erhoben, wenn er bei der zuständigen
Behörde fristgerecht eingegangen ist. Bei den Fächern für Dienstpost, die
bei den Thüringer Behörden eingerichtet sind, handelt es sich nicht um
eigens für die jeweiligen Thüringer Behörden eingerichtete
Empfangseinrichtungen - vergleichbar Postfächern - mit der Folge, dass
bereits mit dem dortigen Eingang der Schriftstücke der Zugang bei der
Empfängerbehörde bewirkt wird.Die Beweislast des Widerspruchsführers für den Zugang des
Widerspruchs kehrt sich mit der glaubhaft gemachten oder bewiesenen
Aufgabe des Widerspruchsschreibens als einfacher Brief an den
behördeninternen Dienstkurier nicht um. Die Grundsätze des
Anscheinsbeweises gelten für den Zugang nicht.4 EO 300/08Zur Ermittlung der tatsächlichen Geschossfläche27.01.2011 Leitsätze:Im Sinne des gesetzlichen Privilegierungstatbestandes gemäß § 7 Abs.
2 Satz 2 Nr. 2 ThürKAG ist für die Ermittlung der tatsächlichen
Geschossfläche darauf abzustellen, welche lichte Höhe die in dem
jeweiligen Geschoss tatsächlich vorhandenen bzw. nutzbaren
Aufenthaltsräume aufweisen.Bei einem ausgebauten Dachgeschoss in einem Einfamilienhaus
kommt es daher nicht allein darauf an, welche lichte Höhe für
Aufenthaltsräume im Dachgeschoss baurechtlich noch zulässig wäre und
hätte errichtet werden können (z.B. 2,30 m oder 2,00 m oder 1,90 m),
sondern Ausgangspunkt ist die Frage, welche lichte Höhe die als
Aufenthaltsraum genutzten oder nutzbaren Räumlichkeiten im
Dachgeschoss tatsächlich aufweisen und ob diese konkrete Höhe über
zwei Drittel der Grundfläche des Dachgeschosses vorhanden ist.1 KO 662/07Unterhaltungspflicht für Schöpfwerk14.12.2010 Leitsätze:Die Unterhaltungspflicht für ein Schöpfwerk, das als eine zu einem Deich
gehörende Anlage überwiegend dem Hochwasserschutz für eine größere
Anzahl von Grundstücken und damit dem Wohl der Allgemeinheit dient,
obliegt in Thüringen den Gemeinden.3 KO 527/08Verdeckte Ermittlungen durch sog. Sozialdedektiv grundsätzlich unzulässig25.11.2010 Leitsätze:Zum (hier: verletzten) Sozialdatengeheimnis bei (verdeckten) Ermittlungen eines sogenannten Sozialdedektivs. 1 KO 43/07Gesetzlicher Wechsel der Straßenbaulast an Ortsdurchfahrten in
Thüringer Gemeinden24.11.2010 Leitsätze:Mit Inkrafttreten des Thüringer Straßengesetzes am 14.05.1993 kann ein
Wechsel der Straßenbaulast an innerörtlichen Straßenabschnitten wegen
ihres Charakters als Ortsdurchfahrt einer Kreisstraße von der Gemeinde
auf den Landkreis eingetreten sein.4 EO 798/07Keine Verpflichtung zur Verlegung eines Abwasserkanals in bestimmter Tiefe07.10.2010 Leitsätze:Dem Aufgabenträger steht bei der Planung seiner Entwässerungsanlage auch hinsichtlich technischer Detaillösungen ein Gestaltungsspielraum zu. Er ist weder unter dem Gesichtspunkt der pflichtgemäßen Ausübung seines
Ermessens noch auf Grund technischer Regelwerke verpflichtet, einen
Abwasserkanal nach Möglichkeit so zu verlegen, dass die angeschlossenen
Grundstücke im freien Gefälle, d. h. über eine Freispiegelleitung entwässert
werden können.4 EO 659/08Bestimmtheit eines Entwässerungsbeitragsbescheids für ein Flurstück als
Teil eines Buchgrundstücks30.08.2010 Leitsätze:Zur Frage der Bestimmtheit eines Entwässerungsbeitragsbescheids für
ein Flurstück, das Teil eines Buchgrundstücks, aber kein selbständiges
Grundstück im Sinne des wirtschaftlichen Grundstücksbegriffs ist.4 KO 173/08Verbot der reformatio in peius21.07.2010 Leitsätze:Sieht die Bekanntmachungsregelung in der Hauptsatzung einer Gemeinde vor, dass Satzungen kumulativ in zwei Zeitungen bekanntzumachen sind, und stellt zu einem späteren Zeitpunkt eine dieser Zeitungen ihr Erscheinen ein, kann die Bekanntmachungsregelung mit der Maßgabe wirksam bleiben, dass Satzungen nur in der verbliebenen Zeitung bekanntzumachen sind.Im Verfahren über den Widerspruch eines Beitragsschuldners gegen den
Straßenausbaubeitragsbescheid einer Gemeinde ist die Widerspruchsbehörde nach Thüringer Landesrecht nicht befugt, den im Ausgangsbescheid festgesetzten Beitrag zu erhöhen (Verbot der reformatio in peius).4 ZKO 313/09Zum Grunderwerb als Voraussetzung für das Entstehen sachlicher
Beitragspflichten16.06.2010 Leitsätze:Der Grunderwerb wird in der Ausbaubeitragssatzung nicht bereits dadurch
zum Merkmal für das Entstehen sachlicher Beitragspflichten bestimmt, dass er in der Regelung über den beitragsfähigen Aufwand aufgeführt wird. Maßgeblich ist dann vielmehr das konkrete Bauprogramm.Gehört der Grunderwerb von Dritten nach dem maßgeblichen Bauprogramm zu den Voraussetzungen für das Entstehen sachlicher Beitragspflichten, kommt es für den Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen Beitragspflicht auf den Abschluss des Grunderwerbs durch die Gemeinde an, der regelmäßig erst mit der Eintragung der Gemeinde als Eigentümerin der vermessenen Flächen im Grundbuch vollzogen ist.2 KO 437/09Beamtenrecht: Versagung der Genehmigung der Nebentätigkeit eines
hauptamtlichen Bürgermeisters als Geschäftsführer eines kommunalen
Unternehmens09.06.2010 Leitsätze:Die dienstlichen Interessen eines hauptamtlichen Bürgermeisters können durch die Nebentätigkeit als Geschäftsführer eines kommunalen Unternehmens beeinträchtigt werden und rechtfertigen die Versagung der Genehmigung dieser Nebentätigkeit.3 KO 524/08Zur Geltendmachung von Rückforderungsansprüchen durch Verwaltungsakt
nach Darlehensgewährung im sog. Bankenverfahren08.06.2010 Leitsätze:1. Nimmt die Verwaltung eine (vermeintliche) Bewilligungsentscheidung zurück und verbindet dies mit einem durch Leistungsbescheid geltend gemachten Rückzahlungsverlangen, handelt es sich dabei um einen Akt der
Eingriffsverwaltung, der nach dem Vorbehalt des Gesetzes grundsätzlich einer gesetzlichen Ermächtigung bedarf (vgl. schon Senatsurteil vom 09.12.2009 - 3 KO 343/07 -, DVBl 2010, 1042 und juris).Sieht die Behörde bei der Gewährung eines zinsvergünstigten Darlehens über die Hausbank des Endkreditnehmers (sog. Bankenverfahren) vom Erlass eines an den Endkreditnehmer adressierten Bewilligungsbescheides ab, kann sie etwaige Rückforderungsansprüche diesem gegenüber nicht mittels Rücknahme und Leistungsbescheids durchsetzen.Die erforderliche (nationalstaatliche) Ermächtigungsgrundlage für die
Geltendmachung eines Rückforderungsanspruchs durch Verwaltungsakt ist
nicht deshalb ausnahmsweise entbehrlich, weil es sich bei der
zurückgeforderten Zinsvergünstigung nach einer Entscheidung der
Europäischen Kommission um eine mit dem gemeinsamen Markt unvereinbare Beihilfe handelt, die zurückzufordern ist. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus Art. 14 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 659/1999 (ABl. L 83 vom 27.03.1999, S. 3), wonach die Rückforderung unverzüglich und nach den
Verfahren des betreffenden Mitgliedstaats zu erfolgen hat, sofern hierdurch die sofortige und tatsächliche Vollstreckung der Kommissionsentscheidung
ermöglicht wird (a. A. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 07.11.2005 -
OVG 8 S 93.05 -, NVwZ 2006, 104 und juris).4 EO 788/06Zum maßgeblichen Grundstücksbegriff für die Anwendung der
Privilegierungstatbestände31.05.2010 Leitsätze:Ist für die Beitragsfestsetzung vom Vorliegen einer wirtschaftlichen
Grundstückseinheit auszugehen, ist der wirtschaftliche Grundstücksbegriff auch maßgeblich für die unmittelbare Anwendung der satzungsrechtlichen
Privilegierungstatbestände gemäß § 7 Abs. 7 Satz 2 ff. ThürKAG in der Fassung des Beitragsbegrenzungsgesetzes vom 18.08.2009 (GVBl. S. 646).2 KO 387/09Rechtmäßigkeit der Minderung der Beihilfe durch sog. Praxisgebühr18.03.2010 Leitsätze:Die Minderung der Beihilfeansprüche der Thüringer Beamten in Höhe der sog. Praxisgebühr verstößt weder gegen die Alimentations- oder Fürsorgepflicht des Dienstherrn (im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 30. April 2009 - 2 C 127.07 -) noch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.1 KO 760/07Anforderungen aus dem Gleichheitssatz an ein Konzept bei der Beseitigung von Wochenendhäusern im Außenbereich16.03.2010 Leitsätze:Erlässt eine Bauaufsichtsbehörde gegen eine Freizeitanlage (Wochenendhaus) im Außenbereich eine Beseitigungsanordnung und drängt sich das Vorhandensein vergleichbarer, vermutlich ebenfalls illegaler baulicher Anlagen in der näheren Umgebung auf, so muss in dieser besonderen Situation das durch den Gleichheitssatz geforderte, auf sachlichen Erwägungen beruhende Konzept zum Umgang mit der Situation im fraglichen Gebiet bereits bei Erlass der Beseitigungsanordnung vorliegen und kann nur unter besonderen Voraussetzungen nachträglich erstellt werden (im Anschluss an Senatsurteile vom 30. Oktober 2002 - 1 KO 881/99 - und vom 11. Mai 2005 - 1 KO 108/05).1 O 656/07Anforderungen an die Ausbreitungsrechnung nach der TA-Luft03.03.2010 Leitsätze:Zu den Anforderungen an eine Ausbreitungsrechnung nach dem Anhang 3 der TA Luft (hier: insbesondere an den meteorologischen Datensatz)
Die TA Luft schreibt, wenn bei einer Ausbreitungsrechnung nach Anhang 3
orographische oder meteorologische Besonderheiten im Untersuchungsgebiet durch ein mesoskaliges diagnostisches Windfeldmodell allein nicht ausreichend erfasst werden können, kein bestimmtes alternatives oder ergänzendes Verfahren vor. Bedingung für den Einsatz eines den spezifischen orographischen oder meteorologischen Gegebenheiten angepassten Modells ist lediglich dessen der zuständigen obersten Landesbehörde nachzuweisende Eignung.
Es begegnet keinen grundsätzlichen Bedenken, dass auch in stark gegliedertem Gelände auf das diagnostische Windfeldmodell LASAT zurückgegriffen wird, wenn dessen Einschränkungen bei besonderen orographischen Verhältnissen im Untersuchungsgebiet durch den ergänzenden Einsatz eines geeigneten prognostischen Windfeldmodells (hier: FITNAH) Rechnung getragen wird (Anschluss an HessVGH, Urteil vom 07.05.2009 - 6 C 1142/07.T -).1 O 655/07Anforderungen an die Ausbreitungsrechnung nach der TA-Luft03.03.2010 Leitsätze:Zu den Anforderungen an eine Ausbreitungsrechnung nach dem Anhang 3 der TA Luft (hier: insbesondere an den meteorologischen Datensatz)
Es begegnet keinen grundsätzlichen Bedenken, dass auch in stark gegliedertem Gelände auf das diagnostische Windfeldmodell LASAT zurückgegriffen wird, wenn dessen Einschränkungen bei besonderen orographischen Verhältnissen im Untersuchungsgebiet durch den ergänzenden Einsatz eines geeigneten prognostischen Windfeldmodells (hier: FITNAH) Rechnung getragen wird (Anschluss an HessVGH, Urteil vom 07.05.2009 - 6 C 1142/07.T -).4 ZKO 781/09Anliegeranteil in der Straßenausbaubeitragssatzung für Anliegerstraßen von nur 50 % ist unwirksam23.02.2010 Leitsätze:Die Festlegung eines Anliegeranteils in der Ausbaubeitragssatzung von nur 50 % für alle Teileinrichtungen von Straßen, die überwiegend dem
Anliegerverkehr zu dienen bestimmt sind (Anliegerstraßen), verstößt gegen die landesgesetzliche Vorgabe in § 7 Abs. 4 ThürKAG und das darin enthaltene Vorteilsprinzip.Für die Frage, ob der Adressat eines Beitragsbescheides zu Recht als
persönlich Beitragspflichtiger herangezogen wurde, ist maßgeblich, wen die im Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen Beitragspflichten einschlägige
Beitragssatzung zum persönlich Beitragspflichtigen bestimmt. Spätere
Gesetzes- oder Satzungsänderungen sind für die Beurteilung der
Rechtmäßigkeit des Beitragsbescheides unbeachtlich.Durch eine rückwirkende Satzung können zwar ungültige oder lückenhafte
Regelungen einer Straßenausbaubeitragssatzung durch gültige Regelungen
ersetzt bzw. vervollständigt werden, jedoch dürfen rechtmäßige
Satzungsregelungen nicht durch andere rechtmäßige Regelungen zum Nachteil des Beitragspflichtigen ersetzt werden - auch nicht anlässlich einer
rückwirkenden Beseitigung anderer Satzungsmängel.8 DO 200/09Disziplinarrecht: Gewährung von Prozesskostenhilfe17.02.2010 Leitsätze:Anders als nach der Rechtslage unter Geltung der Bundesdisziplinarordnung, nach der mangels gesetzlicher Verweisung Prozesskostenhilfe in Disziplinarverfahren nicht bewilligt werden konnte, kann in gerichtlichen Disziplinarverfahren nach dem Thüringer Disziplinargesetz dem beschuldigten Beamten Prozesskostenhilfe gewährt werden.
Die Erfolgsaussichten der Rechtsverteidigung gegen eine Disziplinarklage sind daran zu messen, ob der Vortrag des Beamten geeignet ist, das mit der
Disziplinarklage verfolgte Ziel, die Verhängung einer bestimmten
Disziplinarmaßnahme, jedenfalls teilweise abzuwenden.1 VO 93/09Bauplanungs-, Bauordnungs- und Städtebauförderungsrecht16.02.2010 Leitsätze:Der Begriff "Vorsitzender" in § 169 Abs. 1 Satz 2 2. Halbs. VwGO ist im
"funktionalen" Sinne zu verstehen.Der Einzelrichter ist "Vorsitzender" im Sinne des § 169 Abs. 1 Satz 2 2.
Halbs. VwGO, wenn ihm im Erkenntnisverfahren der Rechtsstreit als
Einzelrichter übertragen worden war. Dies gilt auch für die Vollstreckung
zugunsten der öffentlichen Hand aus einem vor dem Einzelrichter
geschlossenen gerichtlichen Vergleich.4 KO 482/09Unzulässige Erhebung von Wasser- und Abwassergebühren durch private
Geschäftsbesorgungsgesellschaft14.12.2009 Leitsätze:Ein kommunaler Zweckverband kann die Erhebung von Wasser- und
Abwassergebühren ohne gesetzliche Grundlage nicht einer privaten
Geschäftsbesorgungsgesellschaft überlassen (Bestätigung und Fortführung des Beschlusses des Senats vom 19.10.2009, 4 EO 26/09)2 KO 95/09Unterhaltssicherungsrecht: Aufwendungserstattungsanspruch für Kosten
einer Ersatzkraft bei Vertretung im Rahmen einer privaten Nebentätigkeit
eines Beamten10.12.2009 Leitsätze:Der Ausschluss vom Anwendungsbereich des
Unterhaltssicherungsgesetzes für Beamte mit Dienstbezügen (§ 1 Abs. 2
Satz 2 USG) betrifft nicht Ansprüche aus Einkünften für Tätigkeiten
außerhalb des besoldeten Hauptamtes, also aus Nebentätigkeiten (in
Anschluss an OVG Nordrhein-Westfahlen, Urteil vom 22. Mai 1973 - I A
1220/72 -).
Der Aufwendungserstattungsanspruch des Beamten nach § 13a USG für
Kosten einer Ersatzkraft während einer Wehrübung, die ihn im Rahmen
einer privaten Nebentätigkeit vertritt, wird in der Höhe nicht nach § 13d
USG durch den Anspruch des Beamten auf Besoldungsfortzahlung
begrenzt. Die Voraussetzungen zur analogen Anwendung dieser
Bestimmung auf die Fälle der Besoldungsfortzahlung nach § 9 ArbPlSchG
liegen nicht vor.3 KO 343/07Keine Geltendmachung der Ansprüche aus einem vertraglich vereinbarten
Schuldbeitritt durch Verwaltungsakt09.12.2009 Leitsätze:Macht die Verwaltung gegenüber dem Bürger einen Rückforderungsanspruch durch Leistungsbescheid geltend, handelt es sich um einen Akt der Eingriffsverwaltung, der nach dem Vorbehalt des Gesetzes grundsätzlich einer gesetzlichen Ermächtigung bedarf. Vereinbart die subventionsgewährende Behörde zur Sicherung etwaiger
Rückforderungsansprüche gegen den Subventionsempfänger mit einem Dritten einen öffentlich-rechtlichen Schuldbeitritt, kann sie den Beitretenden ohne die erforderliche gesetzliche Grundlage nicht durch Verwaltungsakt auf
Rückzahlung zu Unrecht gewährter Subventionen in Anspruch nehmen. Das gilt auch dann, wenn der Beitretende sich vertraglich einer Inanspruchnahme durch Verwaltungsakt "unterworfen" hat.3 EO 593/09Lotterierecht08.12.2009 Leitsätze:Leitsätze Die Maßgaben des Bundesverfassungsgerichts (vgl. das sog.
Sportwettenurteil vom 28. März 2006 - 1 BvR 1054/01 -; BVerfGE 115,
276; Juris), unter denen das Sportwettenmonopol in Deutschland
aufrechterhalten werden darf, sind nach Inkrafttreten des
Glücksspielstaatsvertrags - GlüStV - und des Thüringer
Glücksspielgesetzes - ThürGlüG - zum 1. Januar 2008 mit ganz
überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in Thüringen erfüllt.
Auch in gemeinschaftsrechtlicher Hinsicht bestehen nach vorläufiger
Prüfung keine solchen Bedenken gegen das staatliche Wettmonopol, die
es geböten, einem privaten Wettvermittler vorläufigen Rechtsschutz
gegen Verfügungen zu gewähren, durch die die Vermittlung von
Sportwetten untersagt wird.4 EO 195/08Erschließungsbeiträge für eine teilweise beidseitig im Außenbereich
verlaufende Verkehrsanlage24.11.2009 Leitsätze:Zur Erhebung von Erschließungsbeiträgen für eine vor dem 03.10.1990
bereits vorhandene Verkehrsanlage, die allenfalls auf einer Teilstrecke
die Funktion einer Anbaustraße hatte.
2. Die Herstellung der Teileinrichtung Fahrbahn entspricht nicht den
örtlichen Ausbaugepflogenheiten gemäß § 242 Abs. 9 Satz 2 BauGB,
wenn vor dem 03.10.1990 die Anbaustraße nur zum Teil provisorisch
befestigt war.2 KO 559/08Beamtenversorgung: Erfordernis eines subjektiven Elementes bei
Gewährung eines erhöhten Unfallruhegehaltes19.11.2009 Leitsätze:Die Gewährung eines erhöhten Unfallruhegehaltes nach § 37 Abs. 1
BeamtVG verlangt auch nach dessen Änderung durch das
Versorgungsänderungsgesetz 2001 die bewusste Entscheidung des
Beamten, sich in Ausübung seines Dienstes der besonderen Gefahr zu
stellen.1 KO 256/08Genehmigungspflicht für neueingestellte Lehrer an Privatschule11.11.2009 Leitsätze:Derjenige, der eine Genehmigung beantragt, gleichzeitig aber das zu
genehmigende Verhalten für genehmigungsfrei hält, kann die erteilte
Genehmigung nur dann anfechten, wenn der Genehmigungsbescheid
ausdrücklich und verbindlich die Genehmigungsbedürftigkeit feststellt.
Ansonsten ist er auf die Feststellungsklage verwiesen.Nach dem Thüringer Landesrecht unterfallen Gliederungen der
katholischen Kirche nur dann der persönlichen Gebührenfreiheit, wenn
sie die Rechtsstellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts
besitzen.Maßnahmen der Rechts- und Fachaufsicht im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr.
1 ThürVwKostG sind nur solche Maßnahmen, die die Staatsaufsicht über
nachgeordnete Behörden der unmittelbaren und Organe der mittelbaren
Staatsverwaltung, also Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des
öffentlichen Rechts, betreffen. Hierunter fallen nicht schulaufsichtliche
Maßnahmen gegenüber Privatschulen.Das Thüringer Verwaltungskostenrecht kennt keinen
Konnexitätsgrundsatz, wonach die Rechtmäßigkeit der
Kostenentscheidung von der Rechtmäßigkeit der öffentlichen Leistung
oder Amtshandlung abhängt.§ 5 Abs. 6 Satz 1 ThürSchfTG, wonach die Neueinstellung von
Lehrkräften an genehmigten Privatschulen, soweit sie nicht über eine
schulart- und fachspezifische Ausbildung nach § 35 Abs. 1 ThürSchulG
a.F. verfügen, genehmigungspflichtig ist, verstößt nicht gegen Art. 7 Abs.
4 GG.7 F 761/07Zur notwendigen Privatnützigkeit bei der Anordnung eines vereinfachten
Flurbereinigungsverfahrens nach § 86 Abs. 1 FlurbG20.10.2009 Leitsätze:Voraussetzung für die Anordnung eines vereinfachten
Flurbereinigungsverfahrens nach § 86 Abs. 1 FlurbG ist ebenso wie bei
der Anordnung eines Verfahrens nach den §§ 1, 37 FlurbG, dass die
Flurbereinigung in erster Linie privatnützigen Zwecken dient, hinter denen
der fremdnützige Zweck im Konfliktfall zurücktritt, und dass ein objektives
Interesse der Teilnehmer im Sinne des § 4 FlurbG gegeben ist. Das ergibt
sich aus der rechtlich notwendigen Privatnützigkeit eines jeden
Flurbereinigungsverfahrens, die die Flurbereinigung als Inhalts- und
Schrankenbestimmung im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG von der
Enteignung nach Art. 14 Abs. 3 GG unterscheidet (wie Nds. OVG, Urteil
vom 05.03.1998 - 15 K 2819/96 -, RdL 1999, 320 = AgrarR 2000, 274 =
juris Rdn. 18).Die erforderliche (überwiegende) Privatnützigkeit fehlt einem
vereinfachten Flurbereinigungsverfahren dann, wenn es in erster Linie der
Beschaffung der für eine Maßnahme des Naturschutzes und der
Landschaftspflege benötigten Flächen dient (hier: Beschaffung von
Flächen im Bereich des sog. Kolonnenwegs an der ehemaligen
innerdeutschen Grenze zum Zwecke der Umsetzung des Konzeptes
"Grünes Band Thüringen")4 EO 26/09Unzulässige Erhebung von Abwasserbeiträgen durch private Geschäftsbesorgungsgesellschaft19.10.2009 Leitsätze:Ein kommunaler Zweckverband kann die Erhebung von
Abwasserbeiträgen ohne gesetzliche Grundlage nicht einer privaten
Geschäftsbesorgungsgesellschaft überlassen.1 KO 372/06Zulässigkeit einer Windenergieanlage (Artenschutz, Regionalplanung)14.10.2009 Leitsätze:Kann durch entsprechende Auflagen (Abschaltzeiten) das
Tötungsrisiko für geschützte Arten unter die Grenze der Signifikanz
gesenkt werden, so ist der Bauvorscheid für eine Windenergieanlage
unter diesen Auflagen zu erteilen.Zum Zeitpunkt, zu dem ein in Aufstellung befindliches Ziel der
Raumordnung als Zulassungshindernis wirkt.1 KO 89/07Windkraftanlage im Bauschutzbereich eines Flughafens30.09.2009 Leitsätze:Ausbau- und Erweiterungsmöglichkeiten eines Flughafens können
einem Vorhaben zur Errichtung von Windkraftanlagen nach § 12 Abs. 3
LuftVG entgegengehalten werden. Dies gilt insbesondere, wenn die
Erweiterung als Ziel der Raumordnung festgelegt ist.
Besteht eine zeitliche Ungewissheit, wann genau mit dem Ausbau
begonnen wird, kann die Versagung der luftverkehrsrechtlichen
Zustimmung ohne Auflage nach § 12 Abs. 4 LuftVG unter Beachtung des
Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit rechtswidrig sein. Eine hierauf
beruhende Rückbauauflage lässt das Immissionsschutzrecht zu.4 N 1569/04Fehlerhafte Gründung eines Abwasserzweckverbandes28.09.2009 Leitsätze:1. Wird eine Satzung zur vorsorglichen Heilung mutmaßlicher Mängel
nochmals bekanntgemacht, so beginnt die Frist für einen
Normenkontrollantrag gemäß § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO erst mit der
erneuten Bekanntmachung zu laufen, wenn diese Bekanntmachung
erstmals diejenigen Rechtswirkungen erzeugt, gegen die sich der
Antragsteller zur Wehr setzen will.
2. Zur fehlerhaften Bekanntmachung der Verbandssatzung eines
Abwasserzweckverbands wegen unwirksamer Bekanntmachungsregelung
in der Hauptsatzung des Landkreises der Aufsichtsbehörde.
2 EO 383/08Entlassung eines Polizeivollzugsbeamten auf Probe wegen mangelnder
persönlicher und fachlicher Eignung01.09.2009 Leitsätze:Zu den Anforderungen an die Entlassung eines Polizeivollzugsbeamten
des gehobenen Dienstes wegen mangelnder Bewährung in der Probezeit
aufgrund persönlicher und charakterlicher Nichteignung.4 EO 451/04Kommunalaufsichtsrecht: Beanstandung einer Abgabensatzung17.08.2009 Leitsätze: § 21 Abs. 3 Satz 4 ThürKO gilt nicht für die nachträgliche, d.h. nach
Ablauf der Monatsfrist des § 21 Abs. 3 Satz 2 ThürKO ergehende
kommunalaufsichtliche Beanstandung eines Satzungsbeschlusses.Zur Auslegung des § 2 Abs. 5 ThürKAG (Fortführung der
Senatsrechtsprechung in den Urteilen vom 12.12.2001 - 4 N 595/94 -,
ThürVGRspr. 2002, 96 und vom 23. November 2005 - 4 KO 877/01 -,
ThürVBl 2006, 131).4 EO 217/09Unzureichende Festlegung der Abrechnungseinheit für wiederkehrende
Straßenausbaubeiträge29.06.2009 Leitsätze:Die Festlegung der Abrechnungseinheit in einer Satzung über die
Erhebung wiederkehrender Straßenausbaubeiträge kann sowohl textlich
als auch durch eine Karte erfolgen. In jedem Fall muss mit genügender
Zuverlässigkeit festgestellt werden können, welche Straßen und ggf.
Straßenteilflächen zur Abrechnungseinheit gehören. Die gebotene
Genauigkeit ist nicht nur erforderlich, um mehrere Abrechnungseinheiten
voneinander abzugrenzen, sondern auch um insbesondere im
Übergangsbereich der geschlossenen Ortslage Teilflächen von
Straßenflurstücken der Länge oder Breite nach zu begrenzen.4 KO 615/08Zum Grundsatz regionaler Teilbarkeit und zur Tiefenbegrenzung im
Straßenausbaubeitragsrecht25.06.2009 Leitsätze:Zur Geltung des Grundsatzes der regionalen Teilbarkeit im
landesrechtlichen Straßenausbaubeitragsrecht
2. Im Straßenausbaubeitragsrecht bleibt eine Beitragssatzung regelmäßig
auch ohne eine Tiefenbegrenzungsregelung sinnvoll.
3. Anders als im Anschlussbeitragsrecht spricht im Falle einer
unzulässigen Tiefenbegrenzungsregelung im
Straßenausbaubeitragsrecht regelmäßig vieles für den mutmaßlichen
Willen des Satzungsgebers, eine Ausbaubeitragssatzung auch ohne
Tiefenbegrenzungsregelung zu erlassen.4 KO 45/09Keine Verpflichtung des Satzungsgebers zur Festlegung von
Einzelbeitragssätzen für abgeschlossene Ausbaumaßnahmen in einer
Ausbaubeitragssatzung23.06.2009 Leitsätze:Ob eine Ausbaumaßnahme nach Maßgabe des
Erschließungsbeitragsrechts oder des landesrechtlichen
Ausbaubeitragsrechts zu beurteilen ist, ist eine durch das Gericht von
Amts wegen zu prüfende Frage der einschlägigen Rechtsgrundlage unter
Beachtung des Vorrangs der bundesrechtlichen Vorschriften des
Erschließungsbeitragsrechts.
2. Zur Bestimmung der beitragspflichtigen Anlage nach der natürlichen
3. Die wirksame Bekanntmachung einer Satzung in einem gemeinsamen
Amtsblatt mehrerer Körperschaften verlangt nach § 2 Abs. 1 Satz 2
ThürBekVO die Angabe dieser Körperschaften als Herausgeber.
4. Die Festlegung des Beitragssatzes gehört nicht zum erforderlichen
Mindestinhalt einer Ausbaubeitragssatzung gemäß § 2 Abs. 2 ThürKAG,
sofern diese Satzung nicht lediglich die Beitragserhebung für eine
einzelne Ausbaumaßnahme regeln soll. Vielmehr kommt in diesem Fall §
7 Abs. 4 ThürKAG a. F. (nunmehr § 7 Abs. 5 ThürKAG n. F.) zur
5. Auch im Falle des rückwirkenden Inkrafttretens einer
Ausbaubeitragssatzung ergibt sich aus § 7 Abs. 4 ThürKAG a. F. keine
Verpflichtung des Satzungsgebers, statt oder zusätzlich zu einer generell
für alle bisherigen und künftigen Ausbaumaßnahmen im Satzungsgebiet
vorgesehenen Beitragssatzung eine Einzelsatzung für jede der im
Zeitpunkt des Satzungserlasses bereits abgeschlossenen Maßnahmen
mit einem Einzelbeitragssatz zu erlassen (entgegen OVG Brandenburg,
Urteil vom 14.07.2000 - 2 D 27/00.NE).4 EO 109/06Benutzungsgebührenrecht, Verwaltungsverfahrensrecht11.06.2009 Leitsätze:Ein Vertrag zwischen dem Träger der Straßenbaulast für die
Ortsdurchfahrt einer Bundesstraße und einem kommunalen
Abwasserzweckverband, der nach dem Muster der
Ortsdurchfahrtenrichtlinie (ODR) die Mitbenutzung des zur Einrichtung
des Zweckverbands gehörenden Kanals zur Straßenentwässerung regelt,
bewirkt die Übertragung der Teilaufgabe der Straßenentwässerung vom
originären Träger der Straßenbaulast auf den Abwasserzweckverband.
2. Soweit der Abwasserzweckverband sich in diesem Vertrag
unwiderruflich verpflichtet, das Straßenwasser dauernd und unentgeltlich
aufzunehmen und schadlos zu beseitigen, handelt es sich dabei nicht um
einen Vertrag über Abgaben und insbesondere nicht um einen
Gebührenverzicht; vielmehr ergibt sich diese Verpflichtung als rechtliche
Konsequenz aus der Übernahme der Rechtsstellung des Trägers der
Straßenbaulast für die Straßenentwässerung.
3. An die durch den Vertrag übernommenen Verpflichtungen zur
Straßenentwässerung einschließlich der laufenden Unterhaltungspflichten
ist kraft der durch den Vertrag bewirkten öffentlich-rechtlichen
Zweckbestimmung der Entwässerungsanlage auch ein neuer kommunaler
Einrichtungsträger gebunden, der nicht Rechtsnachfolger der
Vertragspartei ist, der aber die Aufgabe der Abwasserbeseitigung
übernommen und im Zusammenhang damit die öffentliche Sachherrschaft
über die Entwässerungsanlage erlangt hat.
4. Die Gebührensatzung muss in ihren Bestimmungen über die Erhebung
von Gebühren für die Straßenentwässerung mit hinreichender Deutlichkeit
und zutreffend selbst klarstellen, dass Gebühren nicht erhoben werden,
wenn die Voraussetzungen eines Gebührenausschlusses nach § 23 Abs.
5 Satz 3 ThürStrG vorliegen. Daran fehlt es, wenn die Satzung vorsieht,
dass die Gebühr in dem Maße entfällt, in dem der Gebührenpflichtige
nachweislich eine Kostenbeteiligung gezahlt hat, die den Anforderungen
des § 23 Abs. 5 ThürStrG genügt (Fortführung der Rechtsprechung im
Senatsbeschluss vom 18.11.2008 - 4 EO 129/06 -).1 N 428/08Bebauungsplan Kleine Ackerhofsgasse unwirksam10.06.2009 4 EO 347/08Rechtmäßige Erhebung von Straßenentwässerungsgebühren für alte
Kanäle in Gemeindestraßen28.05.2009 Leitsätze:Für die Mitbenutzung alter Kanäle in Gemeindestraßen zur
Straßenentwässerung können grundsätzlich Entwässerungsgebühren von
den Straßenbaulastträgern erhoben werden (Beibehaltung der bisherigen
2. Die Übertragung der gemeindeeigenen Ortskanalisation auf einen
anderen Aufgabenträger im Zusammenhang mit der Übertragung der
Abwasserbeseitigungsaufgabe kann nicht ohne weiteres als vertragliche
Kostenbeteiligung im Sinne des § 23 Abs. 5 Satz 1 ThürStrG in Form
einer Sacheinlage ausgelegt werden.
3. Zum Verlust der Gewässereigenschaft durch Einbeziehung in die
Ortskanalisation.
4. Ein einheitlicher Gebührensatz für die Entwässerung von Bundes-,
Landes-, Kreis- und Kommunalstraßen verstößt nicht offensichtlich gegen
den Gleichheitsgrundsatz. Straßenbaulastträgern wird mit der Beseitigung
des Niederschlagswassers von Straßen, Wegen und Plätzen
grundsätzlich die gleiche und keine unterschiedliche Leistung gewährt.4 EO 356/07Keine Straßenausbaubeitragspflicht bei Erreichbarkeitshindernis (Geländer)28.05.2009 Leitsätze: Ein Grundstück, das von der Verkehrsfläche der ausgebauten Straße
durch ein auf dem Straßengrundstück angebrachtes Geländer getrennt
wird, unterliegt nicht der Beitragspflicht. Bei der Frage der Erreichbarkeit
ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen
Beitragspflichten abzustellen.1 EO 241/09Eilantrag gegen Nutzungsuntersagung für das "Schützenhaus" in Pößneck auch in zweiter Instanz erfolgreich27.03.2009 4 EO 269/07Beitragspflicht eines Hinterliegergrundstück17.03.2009 Leitsätze:Zur Beitragspflicht eines Hinterliegergrundstücks bei Eigentümeridentität
(Ausbaubeitragsrecht)2 KO 253/05Beamtenrecht: Festsetzung von Entgelt für die Inanspruchnahme von
Einrichtungen, Personal und Material des Dienstherrn im Rahmen der
Ausübung von Nebentätigkeiten26.02.2009 Leitsätze:Die Pflicht eines Beamten zur Zahlung eines Entgeltes für die
Dienstherrn im Rahmen der Ausübung von Nebentätigkeiten setzt den
Erlass eines Festsetzungsbescheides voraus.4 EO 677/08Zur Aktivlegitimation des Freistaats Thüringen in
Verwaltungsstreitverfahren, in denen es um die Gebührenpflicht des
Trägers der Straßenbaulast für die Entwässerung von Bundesstraßen
geht.23.02.2009 Leitsätze:Zur Aktivlegitimation des Freistaats Thüringen in
geht.1 KO 896/07Keine persönliche Gebührenfreiheit von Eigenbetrieben der
Zweckverbände bei umlagefähiger Gebühr13.02.2009 Leitsätze:Zweckverbände sind kummunale Körperschaften im Sinne des § 3 Abs. 1 Nr. 3 ThürVwKostG§ 3 Abs. 2 Nr. 1 2. Alt. ThürVwKostG greift bereits dann ein, wenn Dritte mit der gegenüber dem Zweckverband erhobenen Gebühr auch nur
mittelbar, insbesondere durch Einstellen als Rechnungsfaktor in allgemeine Gebühren, Beiträge oder private Entgelte, belastet werden
können. Ob die Gebühr tatsächlich auf Dritte umgelegt wird, ist dagegen unerheblich.§ 3 Abs. 2 Nr. 3 2. Halbsatz ThürVwKostG führt nicht zur Gebührenfreiheit, wenn der Eigenbetrieb die bei der Erfüllung gesetzlicher
Pflichten seiner kommunalen Körperschaft erhobene Gebühr auf Dritte umlegen kann. Er wird genauso behandelt, wie sein richtlicher Träger
"kommunale Körperschaft". Auch für ihn entfällt die Gebührenbefreiung, wenn er die Verwaltungsgebühr auf Dritte umlegen kann.2 KO 238/08Kommunalwahlrecht: Gültigkeit einer Bürgermeisterwahl22.01.2009 Leitsätze:Die nach § 31 Abs. 1 ThürKWG bestehende Pflicht zur fristgerechten Konkretisierung der Anfechtungsgründe bezieht sich, soweit nicht die
Gültigkeit von Wahlrechtsbestimmungen als solche gerügt wird, nur auf die Angabe der Tatsachen, aus denen sich ein Wahlrechtsverstoß
ergeben soll. Eine rechtliche Subsumtion ist demgegenüber nicht erforderlich.Ein zur Bürgermeisterwahl antretender Amtsinhaber ist als Vertreter der Gemeinde nicht gemäß § 4 Abs. 2 Satz 3 ThürKWG gehindert, die
Aufgaben wahrzunehmen, für die nach den Thüringer kommunalwahlrechtlichen Bestimmungen die "Gemeinde" und nicht der
"Gemeindewahlleiter" zuständig ist.Es begründet einen erheblichen Wahlrechtsverstoß, wenn den an einen Briefwähler gemäß § 15 Abs. 4 ThürKWO zu übersendenden
Unterlagen ein weiteres Begleitschreiben beigefügt wird, in dem darum gebeten wird, die Briefwahlunterlagen in den Hausbriefkasten der
Gemeinde einzuwerfen.
2 EO 228/08Konkurrentenstreitverfahren: Zulässigkeit ressortbeschränkter
Beförderungsauswahlverfahren16.12.2008 Leitsätze:Der Dienstherr ist berechtigt, ohne weitere Auswahlentscheidung den Beamten zu befördern, der sich nach Übertragung eines
Beförderungsdienstpostens auf diesem bewährt hat (§§ 11 Abs. 1 Satz 1, 10 ThürLbVO). Dies setzt voraus, dass den Anforderungen nach Art. 33
Abs. 2 GG bereits bei der Besetzung des Beförderungsdienstpostens genügt worden ist.Ein konkurrierender Beamter kann gegen die Beförderung nach § 11 Abs. 1 Satz 1 ThürLbVO Einwendungen geltend machen, die Mängel des der
Übertragung des Beförderungsdienstpostens vorausgegangenen Auswahlverfahrens betreffen, soweit er seine prozessualen Befugnisse
nicht verwirkt hat.Die Entscheidung, das Auswahlverfahren für eine Beförderungsstelle bzw. einen Beförderungsdienstposten auf die Beamten des eigenen
Ressorts zu beschränken, gehört zum Bereich der Organisationsgrundentscheidungen des Dienstherrn, die - anders als die Entscheidungen
im Auswahlverfahren - aufgrund sachlicher Erwägungen ohne Beschränkung auf verfassungsrechtliche Belange getroffen werden kann.
Die Entscheidung der ressortbeschränkten Auswahl findet ihre sachliche Rechtfertigung in der den Ressortministern übertragenen
Organisationshoheit und der damit eingeräumten Befugnis zur Stellenbewirtschaftung.2 EO 239/08Konkurrentenstreitverfahren: Organisationsgrundentscheidung als
Voraussetzung eines ressortbeschränkten
Beförderungsauswahlverfahrens16.12.2008 Leitsätze:Der Dienstherr ist berechtigt, ohne weitere Auswahlentscheidung den Beamten zu befördern, der sich nach Übertragung eines
Übertragung des Beförderungsdienstposten vorausgegangenen Auswahlverfahrens betreffen, soweit er seine prozessualen Befugnisse
Ressorts zu beschränken, gehört zum Bereich der Organisationsgrundentscheidungen des Dienstherrn, die - anders als die
Entscheidungen im Auswahlverfahren - aufgrund sachlicher Erwägungen ohne Beschränkung auf verfassungsrechtliche Belange getroffen werden
kann.Hier: Einzelfall, in dem die oberste Dienstbehörde eine Organisationsgrundentscheidung, ein ressortbeschränktes Auswahlverfahren durchzuführen, nicht dargelegt hat.3 KO 363/08Keine zwingende Orientierung der Vergabe von Landeshaushaltsmitteln
an politische Stiftungen an den Landtagswahlergebnissen der ihnen nahe
stehenden Parteien26.11.2008 Leitsätze:Bei der Vergabe von öffentlichen Zuwendungen handelt der Zuwendungsgeber in der Regel nicht willkürlich im Sinne des Art. 3 Abs. 1 GG, wenn er nach einem erkennbar „gleichheitsgerechten Verteilungsprogramm“ vorgeht (vgl. BVerwG, Urt. v. 08.04.1997 - 3 C 6.95 - BVerwGE 104, 220). Dazu hat er erstens in (grund)rechtskonformer Weise den aus seiner Sicht förderungswürdigen Lebenssachverhalt festzulegen (Festlegung des Förderzwecks), zweitens den insoweit begünstigten Personenkreis durch eine sachgerechte Vergleichsgruppenbildung abzugrenzen, drittens einen auf den Kreis der Begünstigten bezogenen nachvollziehbaren und sachgerechten Verteilungsschlüssel festzulegen und schließlich viertens das sich so
ergebende Verteilungsprogramm auf alle Zuwendungsbewerber gleichmäßig anzuwenden.Aus der Forderung, bei der Vergabe von Globalzuwendungen an politische ("parteinahe") Stiftungen alle dauerhaft ins Gewicht fallenden politischen Grundströmungen in der Bundesrepublik Deutschland abzubilden (BVerfG, Urt. v. 14.07.1986 - 2 BvE 5/83 - BVerfGE 73, 1), folgt nicht zwingend die Verpflichtung, bei einer Landesförderung die regionale Stärke einer politischen Partei als Maßstab für den Verteilungsschlüssel zu wählen ("Landesmaßstab"). Vielmehr kann auch eine Orientierung der Höhe der Förderung an der bundesweiten Bedeutung der den Stiftungen nahe stehenden Parteien ("Bundesmaßstab") willkürfrei sein.1 KO 1056/06Unbedenklichkeitsbescheinigung für mittelbare Beteiligung eines
Presseunternehmens an einem Hörfunkveranstalter19.11.2008 Leitsätze:Besteht lediglich eine mittelbare Beteiligung eines Presseunternehmens an einem Mitglied der antragstellenden Anbietergemeinschaft im Sinne
des § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 ThürLMG, wird letzterem die Stellung des Presseunternehmens auf dem maßgeblichen Zeitungsmarkt nicht zugerechnet.4 EO 129/06Benutzungsgebührenrecht, Verwaltungsverfahrensrecht18.11.2008 Leitsätze:Normzweck des § 23 Abs. 5 ThürStrG ist es, dem Träger der Straßenbaulast einen vereinfachten und pauschalierenden finanziellen
Ausgleich für die Mitbenutzung der Anlage eines kommunalen Einrichtungsträgers zur Straßenentwässerung zur Verfügung zu stellen,
der alle Kosten der Mitbenutzung einschließlich der laufenden Unterhaltungskosten während der Nutzungsdauer der Anlage im Voraus
abdeckt. § 23 Abs. 5 Satz 3 ThürStrG schließt daher im Fall einer Kostenbeteiligung im Sinne des Satzes 1 auch jede spätere
Gebührenerhebung für die Mitbenutzung der betreffenden Anlage auf die Dauer ihrer Nutzungszeit aus.Für die Höhe der Kostenbeteiligung des Straßenbaulastträgers kommt es ausschließlich auf die - fiktiven - Kosten an, die der Bau einer
straßeneigenen Entwässerung erfordern würde. Weder die konkreten Kosten der Herstellung oder Erneuerung der kommunalen
Entwässerungsanlage noch die konkreten Kosten ihrer laufenden Unterhaltung sind maßgeblich.Zu Voraussetzungen und Grenzen von Verträgen über die Höhe der Kostenbeteiligung im Anwendungsbereich des § 23 Abs. 5 ThürStrG.Der Ausschluss der Gebührenerhebung nach § 23 Abs. 5 Satz 3 ThürStrG wirkt auch zulasten eines kommunalen Einrichtungsträgers, der
die zur Straßenentwässerung mitbenutzte Anlage später übernommen und zum Bestandteil einer neuen Einrichtung gemacht hat.Die Erhebung von Straßenentwässerungsgebühren ist auch dann gemäß § 23 Abs. 5 Satz 3 ThürStrG ausgeschlossen, wenn die
Kostenbeteiligung in ihrer Höhe nicht den Anforderungen des § 23 Abs. 5 Satz 1 ThürStrG entspricht. Der Träger der kommunalen Einrichtung ist in
einem solchen Fall auf die Möglichkeiten einer Nachforderung beschränkt.2 EO 651/08Zulassung der Zwangsvollstreckung bei bürgerlich-rechtlichen Forderungen12.11.2008 Leitsätze:Gegenstand der Zulassungsverfügung nach § 69 Abs. 1 ThürKO darf keine Regelung sein, die die Zwangsvollstreckung aus bürgerlich-rechtlichen Forderungen gegen eine Gemeinde insgesamt verhindert. Die Vollstreckung kann lediglich auf entbehrliche Vermögensgegenstände beschränkt und/oder zeitlich hinausgeschoben werden. Insoweit hat die Rechtsaufsichtsbehörde Ermessen.Mit der Bestimmung des Zeitpunkts legt die Rechtsaufsichtsbehörde fest, ab wann die Vollstreckung frühestens stattfinden darf. Die Festlegung eines zeitlichen Endes der Zulassung ist im Regelfall nicht erforderlich (Konkretisierung zum Senatsbeschluss vom 3. Dezember 2007 - 2 EO 790/07 - n. v. zu § 40 ThürVwZVG).Einwendungen, die sich gegen den vollstreckbaren Titel, gegen die Zulässigkeit der Vollstreckungsklausel oder gegen die Art und Weise der Zwangsvollstreckung richten, können nur in den dafür vorgesehenen zivilprozessualen Verfahren geltend gemacht werden.8 DO 584/07Disziplinarrecht: Bestimmtheit der Klageschrift und Entbehrlichkeit der
Schlussanhörung im behördlichen Disziplinarverfahren06.11.2008 Leitsätze:Aus der aktenkundigen disziplinarrechtlichen Einleitungsverfügung des
zuständigen Vorgesetzten muss sich hinreichend deutlich ergeben, dass
gegen den Beamten tatsächlich ein Disziplinarverfahren begonnen
Nur wenn die Klageschrift geeignet ist, die gesetzlichen Anforderungen
des § 50 Abs. 1 ThürDG zu erfüllen, ermöglicht § 27 Abs. 3 ThürDG eine
nicht vollständige Ermittlung des Sachverhalts und ein Absehen von der
Schlussanhörung des Beamten.
Die Klageschrift selbst muss alle für eine Entscheidung des
Disziplinargerichts bedeutsamen Tatsachen und Beweismittel aufführen.
Dazu sind die Erkenntnisse darzulegen, die eine hinreichende
Wahrscheinlichkeit für eine ausschließlich durch das Gericht zu
verhängende Disziplinarmaßnahme ergeben. Erforderlich ist insoweit,
dass hinsichtlich der wesentlichen Tatsachen, in denen ein
Dienstvergehen gesehen wird, die Ermittlungen abgeschlossen sind oder
die Tatsachen entweder unstreitig sind bzw. anhand der bisherigen
Ermittlungen bewiesen oder jedenfalls unter Beweis gestellt werden
können. Einlassungen des Beamten, die für die Ahndung eines
Vergehens relevant sein können, muss nachgegangen worden sein.
Die Verletzung der Rechte des Beamten, im behördlichen
Disziplinarverfahren an der Vernehmung von Zeugen teilzunehmen (§ 30
Abs. 4 ThürDG), kann durch die ordnungsgemäße Vernehmung der
Zeugen im gerichtlichen Verfahren geheilt werden, ohne dass es der
Zurückverweisung des Verfahrens zur Mängelheilung an die
Disziplinarbehörde bedarf.
Die Nichtbeachtung des Beschleunigungsgrundsatzes führt nicht zur
Rechtswidrigkeit des Disziplinarverfahrens.
Einzelfall: Aberkennung des Ruhegehalts nach mehreren sexuellen
Belästigungen von Studentinnen und einer Verwaltungsangestellten
durch einen inzwischen pensionierten Professor einer Musikhochschule.2 KO 994/06Berechnung der Schulumlage unter Einbeziehung der Zins- und
Tilgungsbeträge für Kredite zur Finanzierung von Investitionen an Grundund
Regelschulen23.10.2008 Leitsätze:a) Zur Schulumlage im Sinne des § 31 ThürFAG gehört der Schulaufwand gemäß § 3 Abs. 2 ThürSchFG. Dieser umfasst
auch Zins und Tilgungsleistungen für Kredite, die der Finanzierung von Investitionen an Schulen dienen.
b) Zur Berechnung des auf Grund- und Regelschulen entfallenden Anteils, der in einem Haushaltsjahr für Zinsen und Tilgung zu zahlen ist, ist eine Fremdfinanzierungsquote zu ermitteln.Sowohl bei der Berechnung der Kreisumlage als auch bei der Ermittlung der Schulumlage ist einem Landkreis jeweils eine Fehlergrenze von 1% des betreffenden Umlagesolls zuzubilligen.Auch eine Haushaltssatzung kann nach Abschluss des Haushaltsjahres rückwirkend erlassen bzw. bekannt gemacht werden, wenn diese eine ungültige Haushaltssatzung bzw. eine solche, deren Gültigkeit rechtlichen Zweifeln unterliegt, ersetzen soll. Dem steht nicht entgegen, dass der Haushaltsplan nach Abschluss des Haushaltsjahres
nachträglich nicht mehr geändert werden kann.4 KO 1313/05Rechtswidrige Widmung der Entwässerungseinrichtung einer Kommune
bei gleichzeitiger Teilaufgabenübertragung an einen Zweckverband29.09.2008 Leitsätze:Die Übertragung lediglich einer Teilaufgabe der Gesamtaufgabe Abwasserbeseitigung nach § 58 Abs. 1 und 4 ThürWG auf einen Zweckverband (hier: überörtliche Abwassersammlung und -behandlung) ist nach Thüringer Landesrecht zulässig und als solche nicht grundsätzlich zu beanstanden.Im Falle einer solchen Teilaufgabenübertragung bedarf es einer hinreichend deutlichen Abgrenzung der unterschiedlichen Entwässerungseinrichtungen der jeweiligen Teil-Aufgabenträger, damit die unterschiedlichen Kompetenzbereiche der verschiedenen Hoheitsträger mit der im Rechtsverkehr erforderlichen Verlässlichkeit erkennbar sind. Anderenfalls fehlt es an einer rechtmäßigen Widmung der jeweiligen Entwässerungseinrichtungen.2 EO 490/08Begrenzung des Zwecks einer öffentlichen Einrichtung durch
Satzungsänderung nach Stellung eines Zulassungsantrages16.09.2008 Leitsätze:Eine politische Partei hat keinen Anspruch auf Zulassung zur Nutzung einer öffentlichen Einrichtung für die Durchführung eines Bundesparteitages, wenn der durch Satzung geregelte Nutzungszweck nach Stellung des Zulassungsantrages für alle politischen Parteien auf die Durchführung von Landesparteitagen begrenzt wird.Die Antragstellung allein begründet keine verfassungsrechtlich geschützte Vertrauensposition, aus der ein Anspruch auf Entscheidung ohne Berücksichtigung der nach Antragstellung eingetretenen Änderung der Rechtslage hergeleitet werden kann.
1 EO 448/08UVP-Pflicht konkurrierender Vorhaben02.09.2008 Leitsätze:Die gesetzliche Befristung der Geltungsdauer einer auf der Grundlage der Thüringer Bauordnung erteilten Baugenehmigung für eine Windkraftanlage entfällt nicht dadurch, dass diese auf der Grundlage des § 67 Abs. 9 Satz 1 BImSchG ab dem 01.07.2007 als Genehmigung nach
dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gilt.Nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegt bei konkurrierenden Anträgen auf Genehmigung für Windkraftanlagen in einer
bestehenden Windfarm der Antrag, der den maßgeblichen Schwellenwert nicht erreicht, aber vollständig vorliegt, auch dann nicht der UVP-Pflicht,
wenn der andere Antrag, der selbst den Schwellenwert überschreitet, unvollständig vorliegt und deshalb noch nicht zu bescheiden ist.
4 EO 405/08Beginn der Verjährungsfrist für Beiträge28.08.2008 Leitsätze:Die Festsetzungsfrist für die Berechnung der Verjährung von Ausbau- und Anschlussbeiträgen beginnt erst mit der Entstehung der sachlichen
Beitragspflicht. Im Falle der Ungültigkeit einer Beitragssatzung beginnt die Festsetzungsfrist gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 4 lit. b) cc) 2. Spiegelstrich
ThürKAG erst mit Ablauf desjenigen Kalenderjahres zu laufen, in dem die gültige Satzung beschlossen worden ist.3 EO 515/08Versammlungsverbot16.08.2008 2 ZKO 458/06Erwerb der Befähigungsvoraussetzungen iSd § 4 Abs. 1 S. 1 2. BesÜV in der bis zum 24.11.1997 geltenden Fassung08.07.2008 Leitsätze:Die Frage, ob die Befähigungsvoraussetzungen, wie es die Bestimmung des § 4 Abs. 1 S. 1 2. BesÜV in der bis zum 24.11.1997 geltenden Fassung verlangt, im "bisherigen Bundesgebiet" erworben worden sind, ist ausschließlich ortsbezogen zu beurteilen.8 DO 113/07Disziplinarrecht: Dienstvergehen der unangemessenen Gesprächsführung
mit einem Anrufer durch Disponent der Rettungsleitstelle19.06.2008 Leitsätze:Ein verbeamteter Disponent einer Rettungsleitstelle verletzt seine Pflicht zu achtungs- und vertrauenswürdigen Verhalten und bei entsprechender
Weisungslage seine Gehorsamspflicht, wenn er mit einem Betroffenen in unangemessener Weise ein Einsatzgespräch führt und dadurch bedingt
seine Verpflichtung verfehlt, das Hilfeersuchen auf objektiver Grundlage zu beurteilen und ggf. das notwendige Rettungsmittel anzuordnen (hier:
Disziplinarmaßnahme der Kürzung der Dienstbezüge).
2 KO 903/05Wählbarkeit als Bürgermeister bei mehreren Wohnungen29.05.2008 Leitsätze:Die Rücknahme einer Wahlanfechtungserklärung im Berufungsverfahren lässt nicht die Wirksamkeit eines Bescheides, mit dem eine Bürgermeisterwahl gemäß § 31 Abs. 2 ThürKWG für ungültig erklärt wird, entfallen.Eine in mehreren Gemeinden gemeldete Person ist gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 3 3. Halbsatz ThürKO dort wahlberechtigt, wo sie ihre Hauptwohnung im Sinne des Melderechts hat. Für diese Fallgruppe ordnet das Gesetz an, dass der Aufenthalt einer Person mit Wohnungen in mehreren Gemeinden dort widerlegbar vermutet wird, wo diese mit Hauptwohnsitz gemeldet ist.Die Wahlbehörde ist nicht verpflichtet, für jeden einzelnen Einwohner mit mehreren Wohnungen zu ermitteln, ob die als Hauptwohnsitz gemeldete Wohnung die wahlrechtliche Hauptwohnung ist. Der melderechtlichen Erklärung und der daraus folgenden melderechtlichen Erfassung kommt eine erhebliche Indizwirkung zu.Die Ausforschung der persönlichen Lebensverhältnisse findet ihre Grenze in den Grundrechten auf informationelle Selbstbestimmung und auf Schutz von Ehe und Familie. Nur die offenkundigen und gerichtsbekannten Tatsachen sind Ausgangspunkt der Prüfung. Weitergehende Aufklärungsmaßnahmen sind auf die Verwertung eigener Angaben des Betroffenen, die insoweit nur auf Schlüssigkeit und Glaubwürdigkeit überprüft werden können, beschränkt.4 ZKO 610/07Zur Zulässigkeit der Nacherhebung von Beiträgen29.04.2008 Leitsätze:Wenn ein erster Beitragsbescheid die entstandene sachliche Beitragspflicht in der Höhe nicht ausschöpft, ist nach Thüringer Landesrecht eine Nacherhebung bis zur Höhe der Beitragsschuld regelmäßig zulässig; weder der Grundsatz der Einmaligkeit der Beitragserhebung noch die Bestandskraft des ursprünglichen Beitragsbescheids stehen einer solchen Nacherhebung entgegen.Etwas anderes kann gelten, wenn ein Beitragsbescheid der einvernehmlichen endgültigen Beilegung eines Streits über die Höhe der
Beitragspflicht dient oder ein entsprechender Bindungswille des Einrichtungsträgers eindeutig und unmissverständlich im Sinne einer
Zusicherung erklärt wird (im konkreten Fall verneint).Zur Nichtigkeit eines Beitragsbescheids, der den Eindruck erweckt, er sei von einem Eigenbetrieb der Stadt erlassen worden.1 KO 304/06Unwirksamkeit der Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie im Regionalen Raumordnungsplan Ostthüringen19.03.2008 Leitsätze:Eine Konzentrationsplanung im Sinne des § 35 Abs. 3 Satz 3 BauGB setzt ein schlüssiges gesamträumliches Planungskonzept voraus, das den Anforderungen des Abwägungsgebots genügt und für die Windenergienutzung im Plangebiet in substantieller Weise Raum schafft. Dabei dürfen Vorbehaltsgebiete im Sinne von § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 ROG in der Bilanz von Positiv- und Negativflächen nicht als Positivausweisung gewertet werden (wie BVerwG, Urteil vom 13.03.2003 - 4 C 4.02 -, BVerwGE 118, 33). Etwas anderes gilt auch dann nicht, wenn sich in den Vorbehaltsgebieten bereits genehmigte Windenergieanlagen befinden. Geht der Plangeber davon aus, er gebe der Windkraft auch durch die Ausweisung entsprechender Vorbehalts- gebiete substantiell Raum, ist dies abwägungsfehlerhaft. Der Plangeber darf sich bei der Auswahl der Vorranggebiete für Windenergieanlagen im Regionalen Raumordnungsplan nicht allein an den Wünschen der betroffenen Gemeinden orientieren. Insbesondere darf er die Ausweisung entsprechender Vorranggebiete nicht davon abhängig machen, dass die betroffenen Gemeinden hierzu ihr "Einvernehmen" erteilen.4 EO 355/05Überprüfung eines Verbandsumlagebescheides im Verfahren des
vorläufigen Rechtsschutzes27.02.2008 Leitsätze:Wenn die Verbandsräte der Mitgliedsgemeinde eines Zweckverbandes in der Verbandsversammlung dem Maßstab und der Festsetzung der
Umlage sowie dem Gebührensatz in der Abwassergebührensatzung zugestimmt haben, schließt dies regelmäßig nicht das Rechtsschutzinteresse der Gemeinde an der Anordnung der aufschiebenden Wirkung ihres Widerspruchs gegen den Umlagebescheid aus.Erlässt die Verbandsversammlung des Zweckverbandes keine Gebührensatzung, die primäre Einnahmen aus Gebühren im Sinne des § 37 Abs. 1 Satz 1 ThürKGG ermöglicht (hier: keine Gebührensatzung für die Straßenoberflächenentwässerung), kann der entstehende Fehlbedarf durch die Verbandsumlage gedeckt werden.§ 37 Abs. 2 ThürKGG räumt dem Zweckverband ein weites Ermessen bei der Wahl und inhaltlichen Ausgestaltung eines angemessenen
Umlagemaßstabs ein (hier: zur Einwohnerzahl als zulässigem Maßstab für die Deckung des Fehlbedarfs aus dem Betrieb einer öffentlichen
Entwässerungseinrichtung).
4 EO 660/03Zum Anlagenbegriff des ThürKAG bei Verkehrsanlagen und zum
Entstehen von Teilbeitragspflichten bei Abschnittsbildung und
Kostenspaltung.22.01.2008 Leitsätze:Der Begriff der beitragsfähigen Einrichtung (Anlage) im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 ThürKAG ist wegen des engen Zusammenhangs der
ausbaubeitragsrechtlichen Vorschriften des Thüringer Landesrechts mit
der erschließungsbeitragsrechtlichen Überleitungsvorschrift in § 242 Abs.
9 BauGB bei öffentlichen Verkehrsanlagen grundsätzlich deckungsgleich
mit dem Erschließungsanlagenbegriff des BauGB.Sachliche (Teil-)Beitragspflichten für die ausgebauten
Teileinrichtungen innerhalb eines bestimmten Abschnitts der Anlage
können erst auf Grund einer wirksamen Abschnittsbildung und
Kostenspaltung entstehen, sofern die Beitragssatzung diese Möglichkeit
einer Vorfinanzierung vorsieht.Bei der Entscheidung über eine Abschnittsbildung und Kostenspaltung
handelt es sich regelmäßig nicht um eine laufende Angelegenheit der
Gemeinde im Sinne des § 29 Abs. 2 Nr. 1 ThürKO, sondern um einen
innerdienstlichen Ermessensakt, der dem Gemeinderat als zuständigem
Gemeindeorgan vorbehalten ist. Der Gemeinderat kann die Entscheidung
über eine Abschnittsbildung und Kostenspaltung jedoch ausdrücklich auf
den Bürgermeister oder einen beschließenden Ausschuss übertragen
(vgl. §§ 29 Abs. 4 Satz 1, 22 Abs. 3 Satz 1 ThürKO).3 EO 552/02Versammlungsverbot 23.08.2002 3 EO 273/02Versammlungsverbot19.04.2002