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Timestamp: 2019-09-17 09:09:24
Document Index: 173925882

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 3', '§ 3', '§ 21', '§ 3', '§ 4']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Heilsmoor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Heilsmoor"
(NSG LÜ 077)
Amtsblatt der Regierung in Lüneburg 1981, Seite 166
V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet Heilsmoor in den Gemarkungen Hambergen und Vollersode, Landkreis Osterholz, vom 26. Juni 1981
1. Das Heilsmoor in den Gemarkungen Hambergen und Vollersode, Landkreis Osterholz, ist von mir in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 26. Juni 1981 in das Naturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutz des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.
2. Schutzzweck ist insbesondere die Erhaltung der Moorflächen mit ihrem spezifischen Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie die Erhaltung und Entwicklung der mooreigenen Flora und Fauna.
1. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 148,5 ha und umfasst nach dem Stand des Katasters vom 13.02.1980 folgende Flurstücke:
Flur 1, Gemarkung Hambergen, Flurstücke 46, 107, 47/2, 47/3, 48/2, 48/3, 49/2, 49/3, 50/2, 50/3, 52/2, 52/3, 53/3, 53/4, 108/1, 57/5, 57/6, 64/3, 64/4, 65/2, 65/3, 97 teilweise, 69, 68/1, 71/1, 72/1, 76/1, 115, 75/1, 78/1, 78/2, 82/1, 85/1, 83,
Flur 19, Gemarkung Vollersode, Flurstücke 30 teilweise, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 185, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 77/1, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 190, 141 tlw., 140 tlw., 139/2 tlw., 138/3, 138/2, 138/1, 137, 186, 94/1, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 187 tlw., 126, 127, 128, 129, 136, 135, 134, 133, 132/2, 132/3, 132/4, 131, 130, 125, 124, 189,
Flur 20, Gemarkung Vollersode, Flurstück 1 tlw.
2. Für die Begrenzung des Naturschutzgebietes ist die auf Seite 167 mitveröffentlichte Karte allein maßgeblich. Die Grenze verläuft auf der dem Naturschutzgebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe.
1. Im Bereich des Naturschutzgebietes dürfen keine Maßnahmen vorgenommen werden, die geeignet sind, eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzen- und Tierwelt und deren Lebensbedingungen, der Oberflächengewässer, der Grundwasser- und Nährstoffverhältnisse und der Bodengestalt herbeizuführen.
b) Maßnahmen zur Entwässerung und Ausschaltung von Überschwemmungen bisher nicht genutzter Flächen sowie zur generellen Absenkung des Grundwasserstandes durchzuführen,
c) Bodenbestandteile zu entnehmen, Sprengungen oder Bohrungen vorzunehmen, Teiche anzulegen oder zu verändern, Stoffe aller Art aufzuschütten oder einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe, Wasserflächen und Moorbildungen auf andere Weise zu verändern,
d) Hecken, Feldgehölze, Bäume und andere Gehölzbestände außerhalb des Waldes kahl zu schlagen, zu roden oder auf andere Weise zu beeinträchtigen,
f) die Pflanzendecke abzubrennen und auf nicht ordnungsgemäß landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen Pflanzenbehandlungsmittel und Biozide aller Art auszubringen,
g) Anpflanzungen und Aufforstungen vorzunehmen oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen,
h) Tiere einzubringen oder Haustieren Zutritt zu nicht ordnungsgemäß landwirtschaftlich genutzten Flächen zu gewähren,
i) bauliche Anlagen aller Art einschließlich Verkehrsanlagen, Wege, Parkplätze, Einfriedigungen, Absperrungen und Verkaufseinrichtungen, auch wenn sie keiner bauaufsichtlichen Genehmigung bedürfen oder nur vorübergehender Art sind, zu errichten oder zu verändern,
l) Draht- und Rohrleitungen zu bauen oder anzubringen,
n) wild lebenden Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen, zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- und Wohnstätten wild lebender Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen; verboten ist auch das Aufsuchen von Nestern, Brut- und Rastplätzen wild lebender Tiere zur Herstellung von Lichtbildern, Film- und Tonaufnahmen oder aus anderen Gründen,
o) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere durch Tonwiedergabegeräte jeder Art, Modellflugzeuge, Modellschiffe u. ä.),
p) das Gebiet außer auf den dafür zugelassenen Wegen zu betreten, zu reiten und Hunde frei laufen zu lassen,
s) außerhalb der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze Fahrzeuge aller Art zu fahren, zu parken oder abzustellen,
t) die Wasserflächen mit Booten oder anderen Geräten zu befahren,
3. Die Grundeigentümer und Nutzungsbereichtigten haben ihnen bekannt werdende Schäden und Beeinträchtigungen des Naturschutzgebietes unverzüglich der Bezirksregierung Lüneburg oder dem Landkreis Osterholz zu melden
1. Unberührt bleibt die bisherige Nutzung in der bisher üblichen Weise, insbesondere
a) die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung im Rahmen landwirtschaftlicher Betriebe auf den vorhandenen Grünland- und Ackerflächen im bisherigen Umfang,
b) die ordnungsgemäße mechanische Unterhaltung von Gewässern; Grundräumungen sind der Bezirksregierung Lüneburg (höhere Naturschutzbehörde) 6 Wochen vor Durchführung anzuzeigen,
c) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung von Gehölzbeständen im bisherigen Umfang, Beeinflussungen bisher nicht genutzter Flächen, insbesondere hinsichtlich der Wasser- und Nährstoffverhältnisse, sind zu vermeiden. Moorbildungen dürfen durch die Nutzung nicht beeinträchtigt werden,
d) die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd, soweit sie nach dem Jagdrecht nicht eingeschränkt ist,
e) die ordnungsgemäße fischereiliche Nutzung,soweit ein Fischereirecht besteht,
f) das Betreten und Befahren der Wege und Nutzflächen des Gebietes durch die Eigentümer, Besitzer und Nutzungsberechtigten sowie der land- und forstwirtschaftliche Durchgangsverkehr wie bisher,
2. Unberührt bleiben ferner
a) die von der Bezirksregierung Lüneburg als höhere Naturschutzbehörde für die Gewährleistung des Schutzzweckes bestimmten Schutz-, Pflege-, Entwicklungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen,
b) die Entnahme von Grundwasser durch den Wasserversorgungsverband Ost oder dessen Rechtsnachfolger aufgrund einer Bewilligung für das bestehende Wasserwerk Heilsberg.
1. Von den Verboten und Geboten dieser Verordnung kann von der Bezirksregierung Lüneburg als höhere Naturschutzbehörde auf Antrag Befreiung gewährt werden, wenn
(2) Die Bezirksregierung Lüneburg ist berechtigt, im Rahmen einer Befreiung nach § 5 (1) sowie nach Verstößen gegen die Bestimmungen der §§ 3 und 4 Bedingungen und Auflagen festzusetzen, die der Abwendung oder einem Ausgleich der in den §§ 3 und 4 genannten Veränderungen oder Beeinträchtigungen dienen. Die Befreiung ersetzt nicht eine nach sonstigen Vorschriften erforderliche Genehmigung.
Gemäß § 21 a Abs. 1 Reichsnaturschutzgesetz handelt ferner ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig den in § 3 Abs. 2 Buchst. a) bis u) dieser Verordnung genannten Verboten sowie den einschränkenden Bedingungen des § 4 zuwiderhandelt.
2. Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Nr. OHZ 9 (Giehler Bach) im Landkreis Osterholz vom 01.10.1968 (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Stade Nr. 21 vom 01.11.1969) für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
Lüneburg, den 29. Juni 1981
Naturschutzgebiet "Heilsmoor"