Source: http://emramed.de/news/neuer-bundesrahmenvertrag-ab-1-juli-2019-reimporte-sichern-weiterhin-ertrag-fuer-apotheken.html
Timestamp: 2019-08-26 02:27:09
Document Index: 127230586

Matched Legal Cases: ['§129', '§129', '§ 2', '§ 13', '§ 9', '§ 12']

Neuer Bundesrahmenvertrag ab 1. Juli 2019 - Reimporte sichern weiterhin Ertrag für Apotheken - EMRAmed Arzneimittel GmbH
Neuer Bundesrahmenvertrag ab 1. Juli 2019 - Reimporte sichern weiterhin Ertrag für Apotheken
Mit der Zustimmung des Bundesrates zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) entsteht umfängliche Planungssicherheit für die Abgabe von Importarzneimitteln:
Sowohl die neuen Maßnahmen zum weiteren Ausbau der Arzneimittelsicherheit (securPharm), als auch neue Abgaberegelungen zur Realisierung weiterer Kosteneinsparungen werden per Gesetzgebung gemäß §129 SGB V festgeschrieben.
Gleichzeitig tritt der neue Bundesrahmenvertrag 2019 des GVK-Spitzenverbandes und DAV mit verbindlichen Änderungen zur verpflichtenden Abgabe von Importarzneimitteln in Kraft.
Preisgünstige Reimporte helfen Apotheken, das 2%ige Einsparziel gemäß Rahmenvertrag zu erreichen und sichern gleichzeitig Erträge in der Apotheke.
Der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD) verweist in der Prognos-Studie 2018 auf direkte Einsparungen von 264 Mio. Euro sowie auf indirekte Einsparungen von 2,6 Mrd. Euro alleine in Deutschland.
Neuer Bundesrahmenvertrag 2019
Der GKV-Spitzenverband und DAV haben sich gemäß §129 SGB V, Abs. 1 auf einen neuen Rahmenvertrag geeinigt. Ab dem 1. Juli 2019 treten folgende Änderungen der verpflichtenden Abgabe von Importarzneimitteln in Kraft:
Änderung der Basis für die Quotenrelevanz eines Importarzneimittels
Ein Importarzneimittel gilt künftig als preisgünstig, wenn folgende gesetzlich vorgeschriebene Preisabstände* zum Referenzarzneimittel (Original) eingehalten werden (§ 2 Absatz 8):
Abgabepreis Preisabstand
< 100 €uro mind. 15 %
> 100 €uro - 300 €uro mind. 15 €uro
> 300 €uro mind. 5 %
*Die Euro-Angaben beziehen sich auf den AVP, abzüglich aller gesetzlichen Rabatte
Ersatz der 5%igen Importquote durch ein 2%iges Einsparziel
Vorgaben für Importabgabe (§ 13)
Einsparziel = 2% auf importrelevante Arzneimittel je Krankenkasse
‚importrelevanter Markt‘ = Verordnungen, bei denen nur Originale oder Importe zur Auswahl stehen und kein Rabattvertrag zu beachten ist.
Ziel ist halbjährlich zu erreichen und errechnet sich aus der Summe der realen Einsparungen über dem theoretischen Umsatz mit Originalarzneimitteln.
Was ist neu und zu beachten?
Bei der Marktbetrachtung (§ 9 Auswahlbereich) gilt
Importmarkt: Originale und Importe zählen dazu; Rabattvertragsartikel werden nicht mehr angerechnet
Generikamarkt: künftig ist eines der vier günstigsten Arzneimittel (Referenzarzneimittel/ Importarzneimittel/ Generika) abzugeben
Ausschlüsse aus der Importförderklausel: Biopharmazeutika und parentale Zytostatika
Auswirkungen für Apotheken
→ Importarzneimittel steigern weiterhin den Ertrag von Apotheken!
‚Wirtschaftlichkeitsgebot‘ (§ 12 SGB V) ist weiter zu beachten
Importarzneimittel sind kostengünstig und leisten auch falls nicht auf das Einsparziel anrechenbar (= importrelevant), einen wichtigen Beitrag für einen positiven Ertrag der Apotheken (= ertragsrelevant)
Sonder-PZN‘s sind weiter möglich, der Prüfungsaufwand wird sich jedoch leicht erhöhen