Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20224/09
Timestamp: 2016-10-01 22:19:53
Document Index: 78766431

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'Art. 229', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung BGH, 06.07.2010 - XI ZR 224/09 Volltextver�ffentlichungen (11)
� 286 ZPOKreditkartenmissbrauch: Sachverst�ndige Begutachtung des Sicherheitssystems zur Entkr�ftung des Anscheinsbeweises zu Lasten des Karteninhabers
Abbhebung, mi�br�uchliche - R�ckzahlungsanspruch
Verletzung des Rechts auf rechtliches Geh�r durch �bergehen eines Beweisantritts bez�glich des gemeinsamen Aufbewahrens von pers�nlicher Geheimzahl mit Kreditkarte i.R.e. R�ckzahlungsanspruchs im Zusammenhang mit missbr�uchlichen Abhebungen an Geldautomaten mittels einer Eurocard/Mastercard
R�ckzahlungsanspr�che aus missbr�uchlichen Abhebungen
Anscheinsbeweis bei Kartenmissbrauch nicht immer zul�ssig
Anscheinsbeweis bei Kartenmissbrauch nicht immer zul�ssig -
Wird zitiert von ... (7) BGH, 29.11.2011 - XI ZR 370/10 Zur Haftung bei missbr�uchlicher Abhebung von Bargeld an GeldautomatenDas Berufungsgericht, das seiner Entscheidung zutreffend die vor dem 31. Oktober 2009 geltende Rechtslage zugrunde gelegt hat (Art. 229 � 22 Abs. 1 Satz 2 EGBGB), verkennt die Voraussetzungen, die nach der Senatsrechtsprechung bei missbr�uchlicher Verwendung einer ec-Karte (Urteile vom 5. Oktober 2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308, 312 ff. …und vom 14. November 2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18 Rn. 31; vgl. auch BVerfG, WM 2010, 208, 209) oder einer Kreditkarte (Beschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 10 ff.) an Geldautomaten erf�llt sein m�ssen, bevor die Grunds�tze eines Beweises des ersten Anscheins zulasten des Karteninhabers Anwendung finden.a) Zwar spricht in F�llen, in denen an Geldausgabeautomaten unter Verwendung der zutreffenden Geheimzahl Geld abgehoben wurde, der Beweis des ersten Anscheins daf�r, dass entweder der Karteninhaber die Abhebungen selbst vorgenommen hat oder - was hier nach nicht angegriffener Feststellung des Berufungsgerichts allein in Betracht kommt - dass ein Dritter nach der Entwendung der Karte von der Geheimnummer nur wegen ihrer Verwahrung gemeinsam mit der Karte Kenntnis erlangen konnte (Senatsurteil vom 5. Oktober 2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308, 314 ff.; Senatsbeschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 10).Das Berufungsgericht wird unter Ber�cksichtigung der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil vom 5. Oktober 2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308, 312 ff. sowie Beschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 10 ff.) und nach gegebenenfalls erg�nzendem Vortrag der Parteien Feststellungen zur Verwendung der Originalkarte bei den missbr�uchlichen Abhebungen zu treffen haben.Sollte feststehen, dass die Originalkarte eingesetzt worden ist, w�re weiter zu kl�ren, ob das von der Kl�gerin und den die Geldautomaten betreibenden Instituten konkret genutzte Sicherheitssystem ein ausreichendes Sicherheitsniveau f�r die Anwendung des Anscheinsbeweises bietet (vgl. Senat…, Urteil vom 14. November 2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18 Rn. 31; Beschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 12).Vielmehr k�nnte - gegebenenfalls nach erg�nzendem Vortrag der Parteien - Anlass bestehen, den technischen Ablauf, der den streitigen Auszahlungsvorg�ngen zugrunde liegt, einer sachverst�ndigen Begutachtung zu unterziehen (vgl. Senat, Beschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 12).
BGH, 26.01.2016 - XI ZR 91/14 Zu Beweisgrunds�tzen bei streitigen Zahlungsauftr�gen im Online-Banking(2) Weiter fehlt die notwendige Kl�rung, ob das von dem Zahlungsdienstleister konkret genutzte Sicherheitssystem im Zeitpunkt der Vornahme des strittigen Zahlungsvorganges ein ausreichendes Sicherheitsniveau f�r die Anwendung des Anscheinsbeweises geboten hat (…vgl. dazu Senatsurteile vom 14. November 2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18 Rn. 31 …und vom 29. November 2011 - XI ZR 370/10, WM 2012, 164 Rn. 37; Senatsbeschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 12).Vielmehr wird regelm��ig Anlass bestehen, das eingesetzte Sicherungssystem und den konkreten technischen Ablauf, die dem streitigen Zahlungsvorgang zugrunde lagen, einer die aktuellen Erkenntnisse auswertenden sachverst�ndigen Begutachtung zu unterziehen, um den neuesten Stand der Erfahrung zu erfassen (vgl. dazu auch Senatsbeschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924 Rn. 12 und Senatsurteil vom 29. November 2011 - XI ZR 370/10, WM 2012, 164 Rn. 37).Die Vielzahl von Authentifizierungsverfahren, die sich zum Teil erheblich im Sicherungskonzept und in dessen Ausgestaltung unterscheiden (…vgl. Hoeren/Kairies, ZBB 2015, 35;… Maihold in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, 4. Aufl., � 55 Rn. 7 ff.), k�nnen jeweils auf unterschiedliche Weise angegriffen werden, wozu wiederum verschiedene Pflichtverletzungen des Zahlungsdienstnutzers beitragen k�nnen, sodass - anders als bei Nutzung von Zahlungskarten an Geldautomaten (Senatsurteile vom 5. Oktober 2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308, 317 f. …und vom 29. November 2011 - XI ZR 370/10, WM 2012, 164 Rn. 16; Senatsbeschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, WM 2010, 924 Rn. 10) - ein Missbrauch des Online-Bankings nicht auf ein bestimmtes Verhalten des Zahlungsdienstnutzers hinweist, das sodann als grob fahrl�ssig eingeordnet werden k�nnte.
OLG M�nchen, 14.01.2016 - 29 U 2593/15 Sekund�re Darlegungslast zum Zugriff Dritter auf Internetanschluss bei …Eine tats�chliche Vermutung begr�ndet einen Anscheinsbeweis (vgl. BGH NJW 2012, 2435 Tz. 36; NJW 2010, 363 Tz. 15; NJW 1993, 3259; jeweils m. w. N.), zu dessen Ersch�tterung nicht allein der Hinweis auf die M�glichkeit eines anderen Verlaufs gen�gt; es m�ssen vielmehr besondere Umst�nde hinzukommen, aus denen sich die ernste M�glichkeit eines anderen als des vermuteten Verlaufs ergeben soll, die gegebenenfalls vom Beweisgegner zur �berzeugung des Gerichts nachgewiesen werden m�ssen (vgl. BGH NJW 2012, 2435 Tz. 36; Beschl. v. 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09, juris, Tz. 10; NJW 1993, 3259; NJW 1991, 230 [231];… Greger in: Z�ller, ZPO, 31. Aufl. 2016, vor � 284 Rz. 29;… Bacher in: Vorwerk/Wolf, Beckscher OnlineKommentar, ZPO, Stand 1. September 2015, � 284 Rz. 98;… Foerste in: Musielak, ZPO, 12. Aufl. 2015, � 286 Rz. 23;… Reichold in: Thomas/Putzo, ZPO, 36. Aufl. 2015, � 286 Rz. 13;… Rinken in: Cepl/Vo�, Prozesskommentar zum Gewerblichen Rechtsschutz, 2015, � 286 Rz. 60;… Pr�tting in: M�nchener Kommentar zur ZPO, 4. Aufl. 2013, � 286 Rz. 65).
OLG Dresden, 06.02.2014 - 8 U 1218/13 Haftung der Bank f�r missbr�uchliche EC-Kartenverf�gungen(1) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs spricht grunds�tzlich der Beweis des ersten Anscheins daf�r, dass der Karteninhaber die PIN auf der EC-Karte notiert oder gemeinsam mit dieser verwahrt hat, wenn zeitnah nach dem Diebstahl einer EC-Karte unter Verwendung dieser Karte und Eingabe der richtigen pers�nlichen Geheimzahl (PIN) an Geldausgabeautomaten Bargeld abgehoben wird und andere Ursachen f�r den Missbrauch nach der Lebenserfahrung au�er Betracht bleiben (…BGH, Urt. v. 05.10.2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308 ff.; BGH, Beschl. v. 06.07.2010 - XI ZR 224/09, Rn. 10;… BGH, Urt. v. 29.11.2011 - XI ZR 370/10).Aus der Verwendung des Konjunktivs ("k�nnte"), dem Einschub "gegebenenfalls nach erg�nzendem Vortrag der Parteien" und den vom XI. Zivilsenat in diesem Zusammenhang zitierten �lteren Senatsentscheidungen (…Urt. v. 14.11.2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18, Rn. 31 und Beschl. v. 06.07.2010 - XI ZR 224/09, WM 2011, 924, Rn. 12) ergibt sich, dass nur dann Anlass f�r eine sachverst�ndige Begutachtung des Sicherheitsniveaus des konkret verwendeten Sicherheitssystem besteht, wenn und soweit im Streitfall auch konkrete Anhaltspunkte daf�r aufgezeigt sind, dass das verwendete System Sicherheitsl�cken aufweist, die eine ernsthafte, ebenfalls in Betracht kommende M�glichkeit einer anderen Ursache als die Verwahrung der PIN in r�umlicher N�he zur EC-Karte nahelegen (…vgl. BGH, Urt. v. 05.10.2004 - XI ZR 210/03, Rn. 23).
OLG Frankfurt, 08.12.2014 - 23 U 291/13 Kreditkartenmissbrauch an Geldautomaten - Widerlegung des Anscheinsbeweises f�r …So hat der BGH mit Beschluss vom 6.7.2010 (XI ZR 224/09 - bei juris unter Verweis auf BGHZ 160, 308, 314; 170, 18, Tz. 31) festgestellt, dass nach seiner der Rechtsprechung der Beweis des ersten Anscheins daf�r spricht, dass der Karteninhaber seine pers�nliche Geheimzahl entweder auf der Kreditkarte notiert oder sie gemeinsam mit dieser aufbewahrt hat.Dieser Anscheinsbeweis kann jedoch unter anderem dadurch ersch�ttert werden, dass der Kunde darlegt und beweist, dass dies nicht der Fall war (BGH, Beschluss vom 6.7.2010, XI ZR 224/09 - bei juris unter Verweis auf BVerfG, WM 2010, 208, 209).
VerfG Brandenburg, 13.04.2012 - VfGBbg 43/11 Rechtliches Geh�r; Nichtber�cksichtigung von SachvortragDenn wenn der Prozessbevollm�chtigte diese Behauptung in einer Beweisaufnahme best�tigte, k�nnte der zugunsten der �u�erungsberechtigten streitende Anscheinsbeweis einer pflichtwidrigen Aufbewahrung ihrer Geheimzahl ersch�ttert werden (vgl. dazu Bundesgerichtshof, Beschluss vom 6. Juli 2010 - XI ZR 224/09 - zitiert nach juris, Rn. 10).
AG Hamburg, 28.09.2010 - 4 C 178/10 PIN-Nummer, richtige Eingabe durch unbekannten Dritten - Aufbewahrung PIN bei …(BVerfG, NJW 2010, 1129, 130; BGH, Urt. v. 06.07.2010, XI ZR 224/09, Rn. 10; BGHZ 160, 308, 312;… OLG Karlsruhe, WM 2009, 1549, 1550; OLG Frankfurt a. M., NJW-RR 2007, 198; AG Frankfurt, GWR 2009 203).