Source: http://www.bafoeg-aktuell.de/karriere/ausbildungsgeld.html
Timestamp: 2018-10-17 10:07:36
Document Index: 161736931

Matched Legal Cases: ['§ 122', '§ 122', '§ 38', '§ 122', '§ 13', '§ 12', '§ 12', '§ 125', '§ 126', '§ 33']

Ausbildungsgeld für behinderte Menschen - § 122 SGB III › bafoeg-aktuell.de
für behinderte Menschen - § 122 SGB III
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Förderungsfähige Ausbildung durch das Ausbildungsgeld
Das Ausbildungsgeld wird jedoch nicht nur für eine berufliche Ausbildung, sondern auch für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen einschließlich einer Grundausbildung geleistet. Hierzu zählen jene Maßnahmen, die der Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung dienen, wie z.B. das Auswahlverfahren, bei dem durch eine Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt ermittelt wird, für welche Art der Ausbildung sich der Teilnehmer überhaupt eignet. Darüber hinaus besteht der Anspruch auf Ausbildungsgeld auch während einer betrieblichen Qualifizierung im Rahmen einer Unterstützten Beschäftigung gemäß § 38a SGB IX.
Um das Ausbildungsgeld zu beantragen, muss der Antragsteller folgende Voraussetzungen erfüllen:
Antragsteller hat noch keine Berufsausbilung (es sei denn, der erlerne Beruf kann aufgrund der Behinderung nicht ausgeübt werden)
Das Einkommen des Antragstellers, seiner Eltern und seines Ehe-/ Lebenspartners übersteigt nicht die Freibeträge
Antrag auf Ausbildungsgeld
Der Antrag auf Ausbildungsgeld ist bei der für den Wohnort des behinderten Menschen zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen. In den größeren Geschäftsstellen gibt es dafür spezielle Fachbereiche, die sich ausschließlich mit der Rehabilitation und der beruflichen Integration von körperbehinderten Menschen beschäftigen. Im Zweifelsfall kann man sich über die zentrale Servicerufnummer der Bundesagentur für Arbeit erkundigen, an welcher Stelle man genau den Antrag abgeben muss. Die jeweils regional gültige Servicerufnummer ist unter www.arbeitsagentur.de zu finden.
Der Antrag auf Ausbildungsgeld nach § 122 SGB III muss immer rechtzeitig vor Beginn einer Maßnahme gestellt werden. Dabei sollten Bearbeitungszeiten je nach Region von bis zu zwei Monaten eingeplant werden. Bei der Antragstellung kann man sich Unterstützung bei seinem zuständigen Berufsberater holen, der in der Regel auch weiß, welche Angebote welchen Trägers überhaupt in die förderungsfähigen Berufsausbildungen fallen.
Der Antrag kann aber auch bereits nach Aufnahme der Tätigkeit gestellt werden. In diesen Fällen ist es aber ebenfalls empfehlenswert, sich mit dem zuständigen Berater der Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen. Die Zahlung richtet sich in diesem Fall nach dem Beginn der förderungsfähigen Maßnahme bzw. nach dem Datum des Antrages auf das Ausbildungsgeld.
Förderungsdauer von Ausbildungsgeld
Der normale Bewilligungszeitraum umfasst die tatsächliche Zeit der Berufsausbildung, bei einer beruflichen Ausbildung jedoch längstens 18 Monate. Bei allen anderen förderfähigen Bildungsmaßnahmen beträgt der normale Bewilligungszeitraum ein Jahr (12 Monate). Sollte die Ausbildung mehr Zeit in Anspruch nehmen, wird rechtzeitig von der zuständigen Agentur für Arbeit automatisch ein Fragebogen zur Weiterbewilligung (Folgenatrag) verschickt.
Verlängerung aufgrund krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit
Tritt während des Bezuges von Ausbildungsgeld die Arbeitsunfähigkeit ein, so dass nicht weiter an der förderungsfähigen Maßnahme weiter Teil genommen werden kann, wird das Ausbildungsgeld wie folgt weiter gezahlt:
bis zum Ende des dritten Monats, der auf die Arbeitsunfähigkeit folgt
längstens bis zum planmäßigen Ende der Maßnahme
Ist der Antragsteller am 02. März arbeitsunfähig erkrankt, würde Ausbildungsgeld bis zum 30. Juni gewährt. Der erste Tag der Erkrankung ist für diese 3-Monatsfrist entscheidend. Würde der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bereits zum 01. März eingetreten sein, so würde Ausbildungsgeld nur bis zum 31. Mai geleistet werden.
Unterbrechung aus sonstigen Gründen
Liegt eine Unterbrechung des Ausbildung aus anderen Gründen als Krankheit vor, so wird Ausbildungsgeld nur weiter gezahlt, wenn hierfür vom der Agentur für Arbeit anerkannte Gründe vorliegen. Zu diesen zählen:
Warnehmung eines Gerichtstermins
Umzug aufgrund eines Wohnungswechsels
Bei einigen Maßnahmen zur beruflichen Ausbildung sind auch Ferien mit integriert. Sind diese von der Agentur für Arbeit als Bestandteil des Ausbildungszeitraumes anerkannt worden, wird das Ausbildungsgeld in den Ferien in voller Höhe weiter gezahlt.
Ausbildungsgeld Höhe
Die mögliche Höhe des Ausbildungsgeldes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu zählen einmal die Ausbildungsart bzw. Maßnahme sowie die Unterbringung des Antragstellers eine Rolle. Bei den Bedarfssätzen ist noch zu beachten, dass das Einkommen des Antragstellers, der Eltern sowie des Ehegatten/ Lebenspartners auf das Ausbildungsgeld angerechnet wird.
monatlicher Bedarf für
Betrag bis 31.07.2016
Betrag ab 01.08.2016
Antragsteller über 21 Jahre 397,00 € 425,00 €
Antragsteller mindestens 19 Jahre und verheiratet 397,00 € 425,00 €
Antragsteller unter 21 Jahren und ledig 316,00 € 338,00 €
Ist der Auszubildende in einem Wohnheim für Behinderte, einem Internat oder dem Ausbilder untergebracht und die Kosten für die Unterkunft sowie Verpflegung hierfür werden von der Agentur für Arbeit oder einem anderen Leistungsträger übernommen, so erhält der Antragsteller unabhängig vom Alter und Familienstatus als Ausbildungsgeld folgenden Bedarfssatz:
Unterbringung Wohnheim, Internat oder Ausbilder 104,00 € 111,00 €
Anderweitige Unterbringung (als die o.g.)
Hierbei gilt es wieder zu unterscheiden, ob die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten der Unterbringung sowie der Verpflegung übernehmen.
Antragsteller über 21 Jahre 265,00 € 284,00 €
Antragsteller mindestens 19 Jahre und verheiratet 265,00 € 284,00 €
Antragsteller unter 21 Jahren und ledig 230,00 € 246,00 €
Hierbei richtet sich der Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 BAföG
Grundbedarf 348,00 € 372,00 €
Wohnpauschale 149,00 € 166,00 €
Wohnzuschlag (nachweisabhängig) bis zu 75,00 € 84,00 €
Der Wohnzuschlag wird nur geleistet, wenn die nachgewiesenen Kosten für Miete und Nebenkosten die Wohnpauschale übersteigen. Das Ausbildungsgeld erhöht sich um den Differenzbetrag, maximal um den genannten Höchstbetrag.
Auszubildende unter 18 Jahren erhalten Ausbildungsgeld in Höhe von 316 € (338 € ab 01.08.2016) wenn
die Ausbildungsstätte in angemessener Zeit von der Wohnung der Eltern aus zu erreichen ist oder
Leistungen für Jugendhilfe für eine andere Unterbringung geleistet werden
Ausbildungsgeld bei berufsvorbereitenden Maßnahmen
Bedarf nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 BAföG 216,00 € 231,00 €
Ist der Auszubildende in einem Wohnheim für Behinderte, einem Internat oder beim Ausbilder etc. untergebracht und die Kosten für die Unterkunft sowie hierfür werden von der Agentur für Arbeit oder einem anderen Leistungsträger übernommen, so erhält der Antragsteller als Ausbildungsgeld einen Badarfssatz, unabhängig vom Alter und Familienstatus, von:
Ausbildungsgeld 172,00 € 184,00 €
Hierbei richtet sich der Bedarf nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 BAföG
Grundbedarf 391,00 € 418,00 €
Wohnzuschlag (nachweisabhängig) bis zu 74,00 € 83,00 €
Der Wohnzuschlag wird nur geleistet, wenn die nachgewiesenen Kosten für Miete und Nebenkosten den Betrag von 58 Euro übersteigen übersteigen. Das Ausbildungsgeld erhöht sich um den Differenzbetrag, maximal um den genannten Höchstbetrag.
Auszubildende unter 18 Jahren erhalten Ausbildungsgeld in Höhe von 204 € (218 € ab 01.08.2016) wenn
Ausbildungsgeld bei Maßnahmen in Behindertenwerkstätten (Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich)
Für diese Maßnahme bekommt der Antragsteller nach § 125 SGB III:
im 1. Jahr 63,00 € 67,00 €
ab dem 2. Jahr 75,00 € 80,00 €
Die Grundabsicherung des Lebensunterhaltes wird hier nicht übernommen, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass in anderer Form für den Lebensunterhalt des Auszubildenden gesorgt ist. Dass kann als Erwerbsminderungsrente, einer Entschädigung nach einem Arbeitsunfall oder bei einer anerkannten Berufskrankheit durch eine Rente der Berufsgenossenschaften geregelt sein.
Das Ausbildungsgeld in diesem Fall dient zur Abdeckung der zusätzlichen Aufwendungen, die durch eine solche Maßnahme entstehen und z. B. in Form von Lehrbüchern oder ähnlichen Dingen anfallen können.
Wer eine solche Absicherung des Lebensunterhaltes nicht gewährt bekommt, bei dem müssen für die Zeit der Bildungsmaßnahme die Kosten für die Versorgung und die Unterkunft zum Beispiel durch die Gewährung von Hartz IV über das Jobcenter und den Sozialreferaten der Landratsämter abgesichert werden.
Diese Freibeträge nach § 126 SGB III zum Einkommen gelten sowohl für die berufliche Ausbildung als auch für die berufsvorbereitenden Maßnahmen.
behinderter Antragsteller bei Waisengeld, Waisenrente oder Unterhaltsbezug 242,00 € 259,00 €
verheiratete Eltern 2.909,00 € 3.113,00 €
getrennt lebende oder verwitwete Elternteile 1.813,00 € 1.940,00 €
Ehe- oder Lebenspartner 1.813,00 € 1.940,00 €
Auszahlung von Ausbildungsgeld
Das Ausbildungsgeld wird immer monatlich nachträglich ausgezahlt. Hat der Anspruch nicht einen ganzen Monat bestanden, so ist für jeden Tag des Anspruchs 1/30 zu Grunde zu legen.
Steuerliche Behandlung von Ausbildungsgeld
Nach dem deutschen Einkommenssteuergesetz (EStG) fällt das Ausbildungsgeld unter die steuerlich relevanten Einnahmen. Als öffentliche Ausbildungsbeihilfe wird es wie Einkommen aus einer abhängigen Beschäftigung behandelt. Vom Ausbildungsgeld kann eine Kostenpauschale von 180 € (R 190 Abs. 5 EStR) pro Jahr nachweisfrei abgezogen werden, da es sich beim Ausbildungsgeld um Bezüge handelt.
Übersteigen die Einkünfte des Antragstellers zuzüglich des Ausbildungsgeldes jährlich die Summe von 1848 €, wird auf den übersteigenden Betrag der so genannte Ausbildungsfreibetrag (§ 33 a Abs. 2 EStG) angerechnet. Dieser beträgt 924 € pro Jahr. Diesen Ausbildungsfreibetrag kann man aber nur geltend machen, wenn der Bezugsberechtigte für die Zeit der beruflichen Ausbildung außerhalb des elterlichen Haushaltes untergebracht ist und Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag besteht.