Source: https://www.steuba.de/einkommensteuer/zufluss-abflussprinzip-betriebseinnahme-betriebsausgabe-steuerberater/
Timestamp: 2019-09-21 01:17:47
Document Index: 313920563

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 38', '§ 40', '§ 4', '§ 5', '§ 42', '§ 4', '§ 5', '§ 8', '§ 11', '§ 38']

Zufluss-Abfluss-Prinzip: Was gelten Ausgaben als zugeflossen?
06 Aug Zufluss-Abflussprinzip: Einnahmen- Ãœberschussrechnung
VerÃ¶ffentlicht um: 17:11Uhr in Einkommensteuer	von	Michael Jonas
Was versteht man unter dem Zufluss-Abflussprinzip bei den ÃœberschusseinkÃ¼nften sowie bei der Einnahmen-Ãœberschussrechnung?
Was sind die Eigenschaften des Zufluss-Abflussprinzips? Wann fliessen Einnahmen grundsÃ¤tzlich zu und Ausgaben grundsÃ¤tzlich ab?
Wann liegt ein Zufluss von Betriebseinnahmen bzw. steuerpflichtigen Einnahmen und Ausgaben vor?
Was sind regelmÃ¤ssig wiederkehrende Einnahmen bzw. Ausgaben?
Was sind die Ausnahmen fÃ¼r regelmÃ¤ssig wiederkehrende Einnahmen bzw. Ausgaben? Was ist die 10 Tages Regel?
MÃ¼ssen Einnahmen bzw. Ausgaben fÃ¼r einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren verteilt werden?
Wann fliesst Arbeitslohn zu?
Gesetzlich ist der Zufluss und der Abfluss im Einkommensteuergesetz in Â§ 11 EStG wie folgt geregelt:
(1)Â 1Â Einnahmen sind innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind.Â 2RegelmÃ¤ÃŸig wiederkehrende Einnahmen, die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehÃ¶ren, zugeflossen sind, gelten als in diesem Kalenderjahr bezogen.Â 3Der Steuerpflichtige kann Einnahmen, die auf einer NutzungsÃ¼berlassung im Sinne des Absatzes 2 Satz 3 beruhen, insgesamt auf den Zeitraum gleichmÃ¤ÃŸig verteilen, fÃ¼r den die Vorauszahlung geleistet wird.Â 4FÃ¼r Einnahmen aus nichtselbstÃ¤ndiger Arbeit gilt Â§ 38a Absatz 1 Satz 2 und 3 und Â§ 40 Absatz 3 Satz 2.Â 5Die Vorschriften Ã¼ber die Gewinnermittlung (Â§ 4 Absatz 1, Â§ 5) bleiben unberÃ¼hrt.
(2)Â 1Ausgaben sind fÃ¼r das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind.Â 2FÃ¼r regelmÃ¤ÃŸig wiederkehrende Ausgaben gilt Absatz 1 Satz 2 entsprechend.Â 3Werden Ausgaben fÃ¼r eine NutzungsÃ¼berlassung von mehr als fÃ¼nf Jahren im Voraus geleistet, sind sie insgesamt auf den Zeitraum gleichmÃ¤ÃŸig zu verteilen, fÃ¼r den die Vorauszahlung geleistet wird.Â 4Satz 3 ist auf ein Damnum oder Disagio nicht anzuwenden, soweit dieses marktÃ¼blich ist.Â 5Â§ 42 der Abgabenordnung bleibt unberÃ¼hrt.Â 6Die Vorschriften Ã¼ber die Gewinnermittlung (Â§ 4 Absatz 1, Â§ 5) bleiben unberÃ¼hrt.
Insofern sind Einnahmen oder Ausgaben des Steuerpflichtigen sind im Kalenderjahr desÂ Zuflusses/AbflussesÂ an- bzw. abzusetzen. Ausnahmsweise gelten regelmÃ¤ÃŸig wiederkehrende Zahlungen, die innerhalb kurzer Zeit (zehn Tage) vor oder nach Beendigung des Kalenderjahres zu- oder abgeflossen sind, als in diesem Kalenderjahr bezogen bzw. gezahlt.
Von einem steuerpflichtigenÂ ZuflussÂ spricht man, wenn Einnahmen in den wirtschaftlichen VerfÃ¼gungsbereich des EmpfÃ¤ngers gelangen. Das ist der Zeitpunkt, in dem der Leistungserfolg eintritt bzw. herbeigefÃ¼hrt werden kann. Auf die FÃ¤lligkeit der Leistung kommt es grundsÃ¤tzlich nicht an (Â Â§ 8 Abs. 1 und 2 EStG).
RegelmÃ¤ÃŸig wiederkehrend sind gleichartige – nicht zwangslÃ¤ufig gleichmÃ¤ÃŸige – Zahlungen aufgrund eines RechtsverhÃ¤ltnisses, die sich in gewissen ZeitabstÃ¤nden wiederholen (insbesondere Mieten, Pachten, LÃ¶hne, GehÃ¤lter, Renten, UmsatzsteuerbetrÃ¤ge und Zinsen â€“ nicht jedoch Gewinnanteile, AufsichtsratsvergÃ¼tungen und Tantiemen).
Bei regelmÃ¤ÃŸig wiederkehrenden Leistungen gelten die Einnahmen (Ausgaben), die in einem Zeitraum von bis zu zehn Tagen vor oder nach Beendigung des Kalenderjahres der wirtschaftlichen ZugehÃ¶rigkeit gezahlt worden sind, in diesem Kalenderjahr als zugeflossen (abgeflossen). Auf die FÃ¤lligkeit im Jahr der wirtschaftlichen ZugehÃ¶rigkeit kommt es dabei nicht an.Â (BFHÂ v.Â 10.12.1985 Â –Â VIII R 15/83Â BStBl 1986 II S. 342)
Allerdings ist aktuell (08-2018) die Diskussion eines 12 Tages Zeitraums im Gange:Â FG MÃ¼nchen, Gerichtsbescheid v. 07.03.2018 â€“ 13 K 1029/16
Nach diesem Urteil des FG MÃ¼nchen gelten regelmÃ¤ÃŸig wiederkehrende Ausgaben, die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres – zu dem sie wirtschaftlich gehÃ¶ren – abgeflossen sind, als in diesem Kalenderjahr angefallen. Als â€žkurze Zeitâ€� ist ein Zeitraum von mindestens 12 Tagen anzunehmen.
Revisionsverfahren : Az. VIII R 10/18
Auf einer NutzungsÃ¼berlassung beruhendeÂ EinnahmenÂ fÃ¼r einen Zeitraum von mehr als fÃ¼nf JahrenÂ kÃ¶nnenÂ gleichmÃ¤ÃŸig verteilt werden ; auf einer mehr als fÃ¼nfjÃ¤hrigen NutzungsÃ¼berlassung beruhendeÂ AusgabenÂ sind gleichmÃ¤ÃŸig auf den betreffenden Zeitraum zu verteilen. Diese Regelung ist allerdings nicht auf ein marktÃ¼bliches Disagio/Damnum anzuwenden (BMF Â v. 15.12.2005 Â –Â IV C 3 – S 2253 a – 19/05;Â BMF Â v. 05.04.2005 Â –Â IV A 3 -S 2259 – 7/05Â BStBl 2005 I S. 617)
Laufender Arbeitslohn gilt als im Lohnzahlungszeitraum zugeflossen. FÃ¼r sonstige BezÃ¼ge hingegen istÂ Â§ 11 EStGÂ uneingeschrÃ¤nkt anwendbar. Die auf den Arbeitnehmer abgewÃ¤lzte pauschale Lohnsteuer gilt als zugeflossener Arbeitslohn. (Â§ 38a EStG)
Abfluss Ausgaben Einnahmen Ãœberschuss Zufluss Zufluss Arbeitslohn Zufluss-Abfluss