Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/durchsuchungsbeschluss-bankfiliale-verjaehrungsunterbrechung-3128949
Timestamp: 2020-08-10 11:37:55
Document Index: 130002043

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 78', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 78', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Durchsuchungsbeschluss für eine Bankfiliale - und die Verjährungsunterbrechung | Rechtslupe
Durchsuchungsbeschluss für eine Bankfiliale - und die Verjährungsunterbrechung
Durch­su­chungs­be­schluss für eine Bank­fi­lia­le – und die Ver­jäh­rungs­un­ter­bre­chung
Eine Unter­bre­chung gemäß § 78c Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 StGB wird nicht durch die Durch­su­chungs- und Beschlag­nah­me­be­schlüs­se her­bei­ge­führt, die ledig­lich auf die Durch­su­chung der Geschäfts­räu­me einer näher bezeich­ne­ten Filia­le gerich­tet sind, sich aber nicht im Sin­ne von § 78c Abs. 4 StGB auf den Ange­klag­ten bezie­hen.
Ver­jäh­rungs­un­ter­bre­chen­de Wir­kung ent­fal­ten sol­che rich­ter­li­chen Ent­schei­dun­gen gegen einen Tat­ver­däch­ti­gen ledig­lich, wenn sie sich bereits auf einen sol­chen bezie­hen [1].
Das ist hin­sicht­lich des fak­ti­schen Geschäfts­füh­rers einer GmbH bzw. Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ten i.S.v. § 35 AO [2] auch dann nicht der Fall, wenn sich die Durch­su­chungs- und Beschlag­nah­me­be­schlüs­se als nament­lich erfass­te Beschul­dig­te gegen die im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen, tat­säch­lich aber nicht exis­ten­ten Geschäfts­füh­rer der GmbH rich­ten.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sowohl zum Straf- als auch zum Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­recht kön­nen rich­ter­li­che Hand­lun­gen die Ver­jäh­rungs­frist ledig­lich gegen bestimm­te Per­so­nen nicht aber gegen noch unbe­kann­te Täter unter­bre­chen [3]. Zwar braucht sich die Unter­bre­chungs­hand­lung nicht gegen den Täter unter sei­nem rich­ti­gen Namen zu rich­ten [4]. Aller­dings müs­sen Merk­ma­le bekannt sein, die den Täter sicher indi­vi­du­ell bestim­men. Dabei ist es wegen der Bedeu­tung der Ver­jäh­rung und der Rechts­si­cher­heit erfor­der­lich, dass der Täter auf­grund bei den Akten be- find­li­cher Unter­la­gen bestimmt wer­den kann [5]. Er muss als Tat­ver­däch­ti­ger im Zeit­punkt der frag­li­chen Un- ter­bre­chungs­hand­lung in den Akten genannt sein [1].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Okto­ber 2017 – 1 StR 279/​17
BGH, Beschluss vom 06.03.2007 – KRB 1/​07, NStZ 2008, 158 f.[↩][↩]
dazu näher BGH, Urteil vom 09.04.2013 – 1 StR 586/​12, BGHSt 58, 218, 236 ff. Rn. 78 ff.[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 16.03.1972 – 4 StR 55/​72, BGHSt 24, 321, 323; und vom 06.03.2007 – KRB 1/​07, NStZ 2008, 158 f., jeweils mwN; sie­he auch Fischer, StGB, 64. Aufl., § 78c Rn. 14[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 16.03.1972 – 4 StR 55/​72, BGHSt 24, 321, 323; und vom 29.10.1996 – 4 StR 394/​96, BGHSt 42, 283, 290[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 16.03.1972 – 4 StR 55/​72, BGHSt 24, 321, 323; und vom 06.03.2007 – KRB 1/​07, NStZ 2008, 158 f.[↩]
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