Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4220.htm
Timestamp: 2018-11-19 01:43:19
Document Index: 21636949

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4']

4.220 Matzenhauser Mahlweiher
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Matzenhauser Mahlweiher« vom 1. April 1993 (GBl. v. 14.05.1993, S. 258).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S 701), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr.4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20.Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Tettnang, Gemarkung Tannau, Landkreis Bodenseekreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Matzenhauser Mühlweiher«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 9,2 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Tannau die Flurstücke 178, 179, 180 teilweise, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 1543 teilweise.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 18. Mai 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· einem nährstoffarmen Hangquellmoor mit seiner besonders gefährdeten Flora aus Kalkkleinseggenrieden als Lebensraum für viele speziell angepaßte Insekten ‑ insbesondere zahlreiche Tag‑ und Nachtfalterarten ‑, die ihrerseits Lebens‑ sowie Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten sind;
· Pfeifengrasstreuwiesen, deren floristischer Artenreichtum Lebensraum für zahlreiche Insektenarten ist, insbesondere für nur dort beheimatete Tagfalterarten und Widderchen; die reichhaltige Insektenwelt bedingt eine artenreiche Vogel‑Lebensgemeinschaft;
· Feuchtwiesen, als Brut‑ und Lebensraum für gefährdete Wiesenbrüter;
· einer für diese Gegend typischen bewaldeten Endmoräne, die durch ihren Gehölzbestand die Artenvielfalt des Gebietes erhöht.
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
10. zu zelten, zu grillen, zu lagern, Wohnwagen, sonstig Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
1.2 neue jagdliche Einrichtungen nur im unbedingt notwendigen Umfang und unter Beachtung des Landschaftsbildes errichtet werden;
1.3 die Schilfzone zwischen dem 1.März und dem 31.Juli nur zur Nachsuche betreten werden darf;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß Forstarbeiten so auszuführen sind, daß Flora und Fauna des Schutzgebiets möglichst wenig beeinträchtigt werden,
der Aufbau einer standortgemäßen Laubmischwaldvegetation soll angestrebt werden;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang außerhalb des in der Schutzgebietskarte (1:2500) als ökologische Vorrangfläche dargestellten Bereichs, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3 bis 5, 7, 9 und 18, mit der Maßgabe, daß entlang der kartierten Feuchtgebietsteile in einem 10 m breiten Pufferstreifen nicht gedüngt und keine Chemikalien verwendet werden dürfen;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑insbesondere Entwässerungseinrichtungen ‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
TÜBINGEN, den 1. April 1993