Source: http://www.originale-setzen-zeichen.de/Magazin/Rechtliches/1737_Projektarbeit.htm
Timestamp: 2018-06-19 10:03:11
Document Index: 240187737

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 51', '§ 52', '§ 51', '§ 63', '§ 51']

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Blogbeitrag von RS, 25.06.2010
Für einen Vortrag im Fach Geschichte arbeiten wir (4 Schülerinnen) gemeinsam an einem Thema.
Um unseren Vortrag interessanter und anschaulicher zu gestalten wollen wir Texte (Zitate) UND Bilder aus dem Internet verwenden. Wir sind uns aber nicht sicher, ob das erlaubt ist.
Wie geht man mit Zitaten und Bildmaterial aus dem Internet um?
Bei der Verwendung von Zitaten aus Texten oder Bildern im Rahmen einer eigenen Ausarbeitung gelten unabhängig von der Herkunft der Quelle allgemeine Regeln:
Teile, das Gesetz spricht von "Stellen", von Werken anderer Personen dürfen in einem eigenen (Sprach-)Werk verwandt werden.
Bei einer solchen Verwendung besteht die Verpflichtung, die Quelle des verwandten Werkes deutlich anzugeben. Besondere Probleme ergeben sich in diesem Zusammenhang bei einer Quellenangabe aus dem Internet. Im Gegensatz zu einem Buch, das durch die Angabe von Verlag und Auflage genau bestimmt werden kann, ist im Internet bei Verwendung eines Links nicht sichergestellt, dass dieser zu einem späteren Zeitpunkt noch aktuell ist. Daher empfiehlt es sich bei Zitaten aus dem Internet neben den üblichen Angaben (Verfasser, Titel des Textes) der Hinweis: "Online im Internet: Web-Adresse des Textes/Bildes" und „(Stand: Datum des eigenen Aufrufes)".
Das Urheberrecht basiert auf dem Grundgedanken, dass die Entscheidung darüber, wer, wann und wie oft ein Werk – auch auszugsweise – vervielfältigt werden darf, allein dem Schöpfer – dem Urheber – zusteht. Auch eine Wiedergabe eines solchen Werkes – auch in Auszügen – stellt eine Vervielfältigung des Werkes dar. Allerdings wird dieser Grundsatz des Urheberrechtes durch sogenannte Schranken begrenzt. Solche Schrankenbestimmungen befinden sich in den §§ 44a ff UrhG. § 51 UrhG befasst sich mit den Voraussetzungen, unter denen aus dem Werk eines anderen zitiert werden darf. Danach ist eine Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Widergabe zum Zwecke des Zitates zulässig, "sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist." Als Beispiele für ein solches zulässiges Zitat nennt der § 52 UrhG den Fall, dass die Aufnahme in ein selbstständiges wissenschaftliches Werk zum Zwecke der Erläuterung des Inhaltes (Nr. 1) oder "Stellen eines Werkes ... in einem selbstständigen Sprachwerk angeführt werden" (Nr.2).
Nr. 3 der Vorschrift trifft überdies eine Regelung für "einzelne Stellen" von Musikwerken. Im Falle eines Vortrages in der Schule, wird regelmäßig § 51 Nr. 2 UrhG zur Anwendung kommen. Dies bedeutet indes nicht, dass das gesamte Werk eines anderen zum Gegenstand der eigenen Ausführungen gemacht werden darf, es darf nur punktuell, dann aber auch wörtlich, das Werk eines anderen verwandt (= zitiert) werden. Das Zitat ist entsprechend kenntlich zu machen: im Falle des sinngemäßen Zitates durch Verwendung indirekter Rede und im Falle des Wörtlichen durch Anführungszeichen. Die Vorschrift des § 63 UrhG verpflichtet denjenigen, der von der Möglichkeit des Zitates im Sinne des § 51 UrhG Gebrauch macht, die Quelle, aus der das jeweilige Zitat stammt, "deutlich" anzugeben.
Mit der besonderen Problematik der "Flüchtigkeit" von Quellenangaben, die sich auf das Internet beziehen befasst sich u. a. Jens Bleuel, Zitation von Internet-Quellen, 2000.
[www.bleuel.com | 08.03.2012 | 12:23]
Unterrichtsidee: Erfolgreich Publizieren - Urheberschaft in digitalen Medien
Über das Schreiben einer Rezension werden die Schülerinnen und Schüler selbst Urheber und erleben Urheberschaft in einem individuell gestalteten Prozess. Sie lernen dabei den verantwortungsvollen Umgang mit fremdem Material und erkennen den Wert geistigen Eigentums.