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Timestamp: 2020-01-21 08:49:57
Document Index: 226317749

Matched Legal Cases: ['§ 229', '§ 229', '§ 237', '§ 237', '§ 237', '§ 229', '§ 229', '§ 229', '§ 229', '§ 180', '§ 229', '§ 229', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 7', '§ 229', '§ 229', '§ 2', '§ 229', '§ 3', 'Art. 52', '§ 3']

Ver­sor­gungs­werk der Pres­se | Rechtslupe
Ver­sor­gungs­werk der Pres­se
Unter die Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen gem. § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V, die für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Beru­fe errich­tet wor­den ist, ist das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se nicht ein­zu­glie­dern. Eine Ren­ten­zah­lung aus einer vom Ver­sor­gungs­werk der Pres­se Gmbh ver­mit­tel­ten Lebens­ver­si­che­rung ist viel­mehr eine Ren­te der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung im Sin­ne von § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V.
Der Bemes­sung der Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Rent­ner wer­den nach § 237 SGB V außer dem Zahl­be­trag der Ren­te der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 237 Satz 1 Nr. 1 SGB V) auch der Zahl­be­trag der der Ren­te ver­gleich­ba­ren Ein­kom­men (§ 237 Satz 1 Nr. 2 SGB V) zugrun­de gelegt. Als der Ren­te ver­gleich­ba­re Ein­nah­men (Ver­sor­gungs­be­zü­ge) gel­ten nach § 229 Abs. 1 Satz 1 SGB V neben ande­ren Ver­sor­gungs­leis­tun­gen ins­be­son­de­re Ren­ten der Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, die für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Beru­fe errich­tet sind (Nr. 3) und Ren­ten der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung (Nr. 5), soweit sie wegen einer Ein­schrän­kung der Erwerbs­fä­hig­keit oder zur Alters- und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung erzielt wer­den.
Nach Mei­nung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Baden-Würt­tem­berg beruht die Bei­trags­pflicht jedoch nicht auf § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V, denn das Ver­sor­gungs­werk der P. ist kei­ne Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tung, die für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Beru­fe errich­tet ist. Viel­mehr stellt die Ren­ten­zah­lung, die der Klä­ger aus der vom Ver­sor­gungs­werk der Pres­se GmbH ver­mit­tel­ten Lebens­ver­si­che­rung erhält, eine Ren­te der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung im Sin­ne von § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V dar.
Nach § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V sind Ren­ten der Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tung, die für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Beru­fe errich­tet sind, bei­trags­pflich­ti­ge Ver­sor­gungs­be­zü­ge, soweit sie wegen einer Ein­schrän­kung der Erwerbs­fä­hig­keit oder zur Alters- und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung erzielt wer­den. Die Vor­schrift ent­spricht inhalt­lich § 180 Abs. 8 Satz 2 Nr. 3 RVO, der zu den Ver­sor­gungs­be­zü­gen die "Ren­ten der Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen für Berufs­grup­pen" zähl­te. In der Begrün­dung zu die­ser Vor­schrift war ange­ge­ben wor­den, dass unter Nr. 3 "ins­be­son­de­re Leis­tun­gen öffent­lich-recht­li­cher Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen für die kam­mer­fä­hi­gen frei­en Beru­fe (z.B. Archi­tek­ten, …), der Zusatz­ver­sor­gung der Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter und der Zusatz­ver­sor­gung der Arbeit­neh­mer in der Land- und Forst­wirt­schaft" fie­len 1.
Zu den in § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V genann­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen kön­nen über die­se Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen hin­aus auch pri­vat­recht­li­che Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen gehö­ren, und zwar auch dann, wenn die Mit­glied­schaft bei der Ein­rich­tung nicht auf einer gesetz­lich begrün­de­ten Pflicht beruht, son­dern frei­wil­lig ist. Eine pri­vat­recht­li­che Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung gehört jedoch nur dann zu den in § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V genann­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, wenn der Kreis der Mit­glie­der auf die Ange­hö­ri­gen eines oder meh­re­rer bestimm­ter Beru­fe beschränkt ist 2.
Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se nicht. Zwar han­delt es sich um eine pri­vat­recht­lich in Form einer GmbH errich­te­te Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Uner­heb­lich bleibt inso­weit, dass das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se nach § 1 sei­ner Sat­zung nicht selbst Ver­si­che­rer ist, son­dern ledig­lich Ver­si­che­run­gen mit den über den Rah­men­ver­trag mit ihm ver­bun­de­nen Ver­si­che­rungs­kon­sor­ti­um ver­mit­telt. Die Ver­trags­ge­sell­schaf­ten des Ver­sor­gungs­wer­kes sind mit die­sem über den Rah­men­ver­trag eng ver­bun­den. Die­ser Rah­men­ver­trag erklärt die Sat­zung des Ver­sor­gungs­wer­kes in § 4 Abs. 1 zur Vor­aus­set­zung und zu sei­nem wesent­li­chen Bestand­teil und bin­det die tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen über die Alters­ver­sor­gung der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Redak­teu­re und Jour­na­lis­ten in §§ 4 Abs. 2, 6 Abs. 1, 7 Abs. 1 und 2 in das Ver­trags­ge­fü­ge ein. So bestimmt § 4 Abs. 2 des Rah­men­ver­tra­ges, dass die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten vor Ände­run­gen der Sat­zung und der Tarif­ver­trä­ge anzu­hö­ren sind, nach § 6 Abs. 1 des Rah­men­ver­tra­ges ent­fällt bei den Pflicht­ver­si­che­run­gen auf­grund der tarif­ver­trag­li­chen Rege­lung die Risi­ko­prü­fung und § 7 Abs. 1 und 2 des Rah­men­ver­tra­ges bestimmt, dass sich die Bei­trags­hö­he für die Pflicht­ver­si­che­run­gen nach den Tarif­ver­trä­gen rich­tet. Damit bil­den die Sat­zung des Ver­sor­gungs­wer­kes, der Rah­men­ver­trag und die Tarif­ver­trä­ge ein Rege­lungs­ge­fü­ge, auf­grund des­sen sich das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se als eine pri­va­te Ver­sor­gungs­ein­rich­tung i.S.d. § 229 Abs. 1 Satz 1 3 SGB V dar­stellt.
Es han­delt sich aber des­halb um kei­ne berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung im Sin­ne des § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V, weil der Kreis der Ver­si­cher­ten nicht hin­rei­chend in berufs­spe­zi­fi­scher Wei­se beschränkt ist. Das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se steht nach § 2 Nr. 1 sei­ner Sat­zung
Redak­teu­ren und Jour­na­lis­ten, die einer tarif­ver­trag­lich fest­ge­leg­ten Ver­si­che­rungs­pflicht unter­lie­gen (Buch­sta­be a),
ande­ren Per­so­nen, die für Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten, Pres­se­re­dak­tio­nel­le Hilfs­un­ter­neh­men, Rund­funk­an­stal­ten und ähn­li­che Unter­neh­men jour­na­lis­tisch tätig sind (Buch­sta­be b),
Ver­le­gern und lei­ten­den Ange­stell­ten der auf­ge­führ­ten Unter­neh­men (Buch­sta­be c) sowie
Per­so­nen, deren Auf­nah­me der Ver­wal­tungs­rat zuge­stimmt hat (Buch­sta­be d)
offen. Das Ver­sor­gungs­werk hat sich hier­zu dahin­ge­hend geäu­ßert, dass die Per­so­nen, deren Auf­nah­me der Ver­wal­tungs­rat zuge­stimmt hat, zusam­men mit dem übri­gen ver­si­cher­ba­ren Per­so­nen­kreis in dem Druck­stück „Ver­si­cher­ba­rer Per­so­nen­kreis P.“ abschlie­ßend auf­ge­führt sei­en. Aus­ge­hend von die­ser Auf­stel­lung steht das Ver­sor­gungs­werk der Pres­se neben den in ihm pflicht­ver­si­cher­ten Redak­teu­ren und Jour­na­lis­ten einer brei­ten Palet­te von Beschäf­tig­ten der Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Medi­en­bran­che offen.
Die­se Struk­tur des ver­si­cher­ba­ren Per­so­nen­krei­ses spricht des­halb für einen bran­chen­be­zo­ge­nen, nicht aber berufs­be­zo­ge­nen Zugang 3. Auch die Öff­nung für die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen der Ver­si­cher­ten, ohne dass deren Beruf maß­geb­lich wäre, spricht gegen die Aus­ge­stal­tung des Pres­se­ver­sor­gungs­wer­kes als einer berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Die Fra­ge, ob durch die Öff­nung von Fami­li­en­mit­glie­dern der Cha­rak­ter der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ver­lo­ren geht, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil vom 30. Janu­ar 2007 2 ange­spro­chen, aller­dings als nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich offen­ge­las­sen. Letzt­lich kommt es auch im vor­lie­gen­den Fall nicht maß­geb­lich auf die­se Fra­ge an, da eine Berufs­be­zo­gen­heit schon durch die feh­len­de Ein­gren­zung des Per­so­nen­krei­ses anhand fest­ge­leg­ter Berufs­bil­der nicht gege­ben ist. Eine Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung im Sin­ne des § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V, die zur Siche­rung der Ange­hö­ri­gen eines oder meh­re­rer bestimm­ter Beru­fe errich­tet ist, liegt damit nicht vor.
Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 16. Juni 2010 – L 5 KR 4986/​08
Künst­ler in der Leis­tungs­ket­te – und die Fra­ge des… § 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a UStG a.F. setzt eben­so­we­nig wie Art. 52 Buchst. a MwSt­Sys­tRL a.F. vor­aus, dass die Leis­tung höchst­per­sön­lich erbracht…
Aus­zah­lung einer Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung – aus der… Ist eine zur Basis­ver­sor­gung hin­zu­tre­ten­de und von die­ser getrenn­te Kapi­tal­ver­sor­gung aus einem berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk als Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung aus­ge­stal­tet, sind auf ent­spre­chen­de Kapi­tal­aus­zah­lun­gen nicht die Rege­lun­gen über…
Ehren­amt­li­che Vor­stands­tä­tig­keit für ein Ver­sor­gungs­werk Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen eines Ver­sor­gungs­werks an ehren­amt­li­che Vor­stands­mit­glie­der sind nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG steu­er­frei, wenn sich das Ver­sor­gungs­werk als juris­ti­sche Per­son des öffent­li­chen…
BT-Drucks 9/​458 S. 35[↩]
BSG, Urteil vom 30.01.1997 – 12 RK 17/​96[↩][↩]
SG Stutt­gart vom 20.02.2008 – S 12 KR 1688/​05; so auch SG Mün­chen, Urteil vom 11.03.2009 – S 44 KR 641/​08; LSG Ber­lin Bran­den­burg, Urteil vom 10.06.2009 – L 1 KR 491/​08 und vom 30.10.2009 – L 1 KR 131/​09[↩]
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