Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20269/91
Timestamp: 2019-07-20 17:04:33
Document Index: 349007223

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 63', 'BGH', '§ 63', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', '§ 63', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 823', '§ 63', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.07.1992 - II ZR 269/91 - dejure.org
BGH, 13.07.1992 - II ZR 269/91
https://dejure.org/1992,44
BGH, 13.07.1992 - II ZR 269/91 (https://dejure.org/1992,44)
BGH, Entscheidung vom 13.07.1992 - II ZR 269/91 (https://dejure.org/1992,44)
BGH, Entscheidung vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91 (https://dejure.org/1992,44)
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Anspruch auf Rückzahlung eines Darlehens gegen eine insolvente Gesellschaft - Vorliegen von Kreditunwürdigkeit bei der Kontoüberziehung einer Handelsgesellschaft - Darlehen eines Gesellschafters als Eigenkapitalersatz - Gewährung oder Belassung eigenkapitalersetzender Leistungen im Gesellschaftsrecht - Bedeutung des Fortbestehens einer Unterbilanz nach fortgeführten Buchwerten
Kein Nachweis des Eigenkapitalersatzcharakters eines Gesellschafterdarlehens allein durch früher gewährtes Darlehen ("Dornier")
64 Satz 1 GmbHG, Haftung 43 GmbHG, Innenhaftung, positive Fortführungsprognose, rechnerische Überschuldung, Überschuldung, zweistufiger Überschuldungsbegriff
GmbHG § 30, § 31, § 32 a, § 63
Gesellschaftsrecht; Umqualifizierung einer Gesellschafterleistung in Eigenkapitalersatz
BGHZ 119, 201
NJW 1992, 2891
ZIP 1992, 1382
MDR 1992, 1135
WM 1992, 1650
BB 1992, 1898
DB 1992, 2022
Wie der Senat in Übereinstimmung mit dem jüngeren Schrifttum zu § 63 I GmbHG entschieden hat, liegt eine Überschuldung i.S. dieser Vorschrift nur dann vor, wenn das Vermögen der Gesellschaft bei Ansatz von Liquidationswerten unter Einbeziehung der stillen Reserven die bestehenden Verbindlichkeiten nicht deckt (rechnerische Überschuldung) und die Finanzkraft der Gesellschaft nach überwiegender Wahrscheinlichkeit mittelfristig nicht zur Fortführung des Unternehmens ausreicht (Überlebens- oder Fortbestehensprognose) (BGHZ 119, 201 (213ff.) = NJW 1992, 2891 = LM H. 1/1993 § 30 GmbHG Nr. 40).
Denn diese setzt sich aus der Beurteilung von Fakten und der Einschätzung künftiger Entwicklungen - der Gesellschaft, ihrer Absatz- und Gewinnchancen für ihre Produkte und der allgemeinen Wirtschafts- und Marktverhältnisse - zusammen, so daß ihr im wesentlichen der Charakter eines Werturteils zukommt (vgl. die Darstellung BGHZ 119, 201 (215f.) = NJW 1992, 2891 = LM H. 1/1993 § 30 GmbHG Nr. 40).
Stellt sich dabei eine rechnerische Oberschuldung heraus, dann muß er prüfen, ob sich für das Unternehmen eine positive Fortbestehensprognose stellt (BGHZ 119, 201, 214; vgl. dazu auch Schuppen, DB 1994, 197, 199).
d) Mit der Neufassung des Überschuldungstatbestandes in § 19 Abs. 2 InsO ist für das neue Recht der zur Konkursordnung ergangenen Rechtsprechung des Senats zum sog. "zweistufigen Überschuldungsbegriff" (BGHZ 119, 201, 214) die Grundlage entzogen.
Die Ansicht der Revision, dass im Fall einer allein aufgrund der Passivierung von Gesellschafterdarlehen bestehenden Überschuldung einer GmbH eine positive Fortführungsprognose "zu vermuten" sei und dies nach den Grundsätzen in dem Senatsurteil vom 13. Juli 1992 (BGHZ 119, 201, 214) einer Insolvenzreife entgegenstehe, geht für den vorliegend maßgeblichen Zeitraum ab 2001 fehl.
Mit dem vollständigen Abbau der Überschuldung der G. in den Jahren 1993/94 war eine neue Situation entstanden, welche den Zeugen S. nach seiner Aussage zu einer positiven Fortführungsprognose veranlaßte, auf die es nach damaliger Rechtslage (vor Inkrafttreten des § 19 Abs. 2 InsO) ankam (vgl. BGHZ 119, 201, 214 f.; 126, 181, 199 f.).
Danach konnte - auch im Anwendungsbereich der Gesamtvollstreckungsordnung - eine Überschuldung (§ 63 Abs. 1 GmbHG aF, § 1 Abs. 1 Satz 1 GesO) erst angenommen werden, wenn das Vermögen der Gesellschaft bei Ansatz von Liquidationswerten unter Einbeziehung der stillen Reserven die bestehenden Verbindlichkeiten nicht deckte (rechnerische Überschuldung) und die Finanzkraft der Gesellschaft nach überwiegender Wahrscheinlichkeit mittelfristig nicht zur Fortführung des Unternehmens ausreichte (BGH, Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 214;… Versäumnisurteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 14).
Diese liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dann vor, wenn die Gesellschaft von dritter Seite den zur Fortführung des Unternehmens benötigten Kredit zu marktüblichen Bedingungen nicht erhält und deshalb liquidiert werden müsste, wenn nicht der Gesellschafter mit seiner Leistung einspringen würde (BGHZ 119, 201, 204;… BGH, Urt. v. 2. Juni 1997 - II ZR 211/95, WM 1997, 1770, 1772; v. 17. November 1997 - II ZR 224/96, WM 1998, 243, 244).
Krise ist nach der Legaldefinition des § 32a Abs. 1 Satz 1 GmbHG der Zeitpunkt, in dem ein Gesellschafter der Gesellschaft als ordentlicher Kaufmann Eigenkapital statt eines Darlehens gewährt hätte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817, und BGH-Urteil vom 27. November 1989 II ZR 43/89, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht --ZIP-- 1990, 98), wobei nach den zu §§ 30, 31 GmbHG entwickelten Rechtsprechungsgrundsätzen (vgl. BGH-Urteil vom 13. Juli 1992 II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1992, 2891 unter II.3. der Gründe) und über § 32a Abs. 3 Satz 1 GmbHG das Stehenlassen eines Gesellschafterdarlehens in der Krise gleichgestellt wird.
Die Voraussetzungen für die Haftung des Beklagten zu 1 gem. §§ 823 Abs. 2 BGB, 64 Abs. 1 GmbHG hat das Berufungsgericht unter zutreffender Anwendung des von dem erkennenden Senat zu § 63 Abs. 1 GmbHG entwickelten zweistufigen Überschuldungsbegriffs (BGHZ 119, 201, 211 ff.) ohne Rechtsfehler festgestellt.
Darüber hinaus hat das Berufungsgericht nicht berücksichtigt, daß von einer Überschuldung als Voraussetzung für das Eingreifen der Grundsätze über den Eigenkapitalersatz nur dann gesprochen werden kann, wenn über die Feststellung der vorstehend dargelegten rechnerischen Überschuldung hinaus die Finanzkraft der Gesellschaft nach überwiegender Wahrscheinlichkeit mittelfristig nicht zur Fortführung des Unternehmens ausreicht (sog. Überlebens- oder Fortbestehensprognose, BGHZ 119, 201, 210 ff.).
Darüber hinaus fehlen auch hier Feststellungen dazu, daß die Finanzkraft der Gesellschaft nach überwiegender Wahrscheinlichkeit mittelfristig nicht zur Fortführung des Unternehmens ausgereicht hätte (BGHZ 119, 201, 210 ff.).
BGH, 23.01.2018 - II ZR 246/15
GmbH: Umqualifizierung einer als Darlehen gewährten Gesellschafterhilfe in eine …
Die Frage der Kreditwürdigkeit ist immer im Hinblick auf die konkrete Gesellschafterhilfe zu beurteilen, um deren eigenkapitalersetzenden Charakter es geht (BGH, Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 212).
Bei dem Merkmal der Kreditunwürdigkeit geht es gerade darum festzustellen, ob die Gesellschaft einen zur Fortführung ihres Geschäftsbetriebs erforderlichen Kreditbedarf nicht aus eigener Kraft decken kann und deshalb liquidiert werden müsste, wenn nicht der Gesellschafter mit seiner Leistung einspringt oder eingesprungen wäre (BGH…, Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 31;… Urteil vom 11. Oktober 2011 - II ZR 18/10, ZIP 2011, 2253 Rn. 15;… Urteil vom 11. Januar 2011 - II ZR 157/09, ZIP 2011, 328 Rn. 21; Urteil vom 2. Dezember 1996 - II ZR 243/95, GmbHR 1997, 501, 503; Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 206).
Eine Gleichsetzung der Kreditgewährung durch einen Gesellschafter mit der Kreditgewährung durch einen außenstehenden Dritten ist rechtlich unzulässig (BGH, Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 209; Urteil vom 19. September 1988 - II ZR 255/87, BGHZ 105, 168, 185).
Die objektive Überlebensfähigkeit der Gesellschaft kann sich zwar auch aus den übrigen Umständen ergeben (BGH…, Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 31;… Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 13; Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 215).
OLG Stuttgart, 06.12.2006 - 14 U 55/05
Insolvenzverwalterklage aus eigenkapitalersetzender Leistung des …
BGH, 23.02.2004 - II ZR 207/01
BGH, 12.07.1999 - II ZR 87/98
Begriff der Krise; Darlegungs- und Beweislast der Gesellschaft in einem …
BGH, 11.10.2011 - II ZR 18/10
Eigenkapitalersatz: Kreditunwürdigkeit einer GmbH; Kreditbedarf nur aufgrund …
BFH, 04.09.2002 - I R 7/01
OLG Köln, 23.02.2000 - 11 U 155/99
Eigenkapitalersatz - rechnerische Überschuldung und negative …
OLG Stuttgart, 13.03.2002 - 20 U 67/01
Eigenkapitalersetzendes Darlehen: Umqualifizierung des Gesellschafterdarlehens …
BGH, 04.03.1998 - VIII ZR 378/96
Verbürgung für eine Firmendarlehen nach Gründung einer GmbH - Zahlung des …
OLG Schleswig, 13.03.2002 - 20 U 67/01
Annahme der Eigenkapitalersatzfunktion eines Darlehens; Auszahlungsverbot; …
OLG Frankfurt, 04.04.2007 - 19 U 230/06
Prozessbeteiligte; Schadensersatz wegen Insolvenzverschleppung; Verjährung: …
Auflösungsverlust aus GmbH-Beteiligung - Krisenbestimmte Bürgschaft für …
OVG Niedersachsen, 16.12.1999 - 7 L 5209/97
Gewerberechtl. Zuverlässigkeit für Krankenhausbetrieb;; Krankenhaus; …
OLG Karlsruhe, 29.02.2000 - 3 U 33/99
Beweiskraft eines Jahresabschlusses; Voraussetzungen einer positiven …
OLG Düsseldorf, 20.02.2008 - 15 U 10/07
Schadensersatzpflicht des Geschäftsführers einer GmbH & Co. KG wegen …
LG Waldshut-Tiengen, 28.07.1995 - 2 O 55/92
Überschuldungsstatus: Kapitalersetzende Leistungen
OLG Köln, 19.12.2000 - 22 U 144/00
Pflichten des Geschäftsführers einer GmbH bei Bekanntwerden einer rechnerischen …
OLG Koblenz, 08.12.2000 - 8 U 1542/96
Verschulden des GmbH-Geschäftsführers bei Stellung einer positiven …
OLG Bremen, 26.08.1998 - 1 U 18/98
Anspruch auf Schadensersatz infolge der Aufnahme von Rechtsbeziehungen zu einer …
BayObLG, 04.02.1998 - 3Z BR 462/97
Anmeldung der Verschmelzung einer GmbH auf ihren Alleingesellschafter
OLG Düsseldorf, 20.11.1998 - 22 U 25/98
Pflichten des GmbH-Geschäftsführers im Hinblick auf Konkursantragspflicht
OLG Köln, 27.03.1998 - 19 U 123/97
Rechtsbeziehungen zwischen eine rBank und einer GmbH bei Finanzierung von …
LG Dortmund, 30.11.2006 - 16 O 1/06
Verpflichtung des Darlehensgebers zur Erstattung eines zurückbezahlten …
OLG Koblenz, 24.04.2008 - 5 U 1126/03
Aufnahme eines durch Insolvenz der beklagten GmbH & Co KG unterbrochenen …
OLG Celle, 05.12.2001 - 9 U 204/01
Begriff der Überschuldung; Berücksichtigung des Firmenwerts, und eines …
OLG München, 23.11.2001 - 23 U 2639/01
OLG Celle, 14.09.2000 - 13 U 255/99
Berücksichtigung zurückgenommener Insolvenzeröffnungs- und Konkursanträge bei …
OLG Düsseldorf, 18.04.1997 - 22 U 226/96
Berücksichtigung eines kapitalersetzenden Darlehens im Überschuldungsstatus der …
Sittenwidrige Schädigung des GmbH-Geschäftsführers durch Konkursverschleppung: …
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Systematische Fremdfinanzierung einer GmbH; Kapitalersetzender Charakter einer …
OLG Hamm, 23.02.1999 - 27 U 193/98
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OLG Hamm, 25.01.1993 - 8 U 250/91
Wann haftet der Geschäftsführer einer GmbH für Schmälerungen der Konkursmasse?
KG, 15.09.2006 - 6 U 127/05
Eigenbrandstiftung an Betriebseinrichtung (Autolackiererei)
LG Hildesheim, 05.09.2003 - 5 O 2/02
Eigenkapitalersetzende Leistungen in einer GmbH: Feststellung der Krisensituation …
OLG Hamm, 25.11.1992 - 8 U 31/92
OLG Naumburg, 02.05.2001 - 5 O 21/01
Anspruch auf Rückgewähr der in Folge des Grundstückskaufvertrages erlangten …
OLG Hamm, 19.10.1994 - 8 U 40/94