Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.03.2012&Aktenzeichen=XII%20ZR%20145/09
Timestamp: 2019-12-05 22:19:04
Document Index: 369122558

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 313', '§ 1571', '§ 1573', '§ 1578', '§ 1578', '§ 313', '§ 36', '§ 1578', 'BGH', 'BGH', '§ 1571', '§ 1578', '§ 238', '§ 57', '§ 1578', 'BGH', 'BGH', '§ 1571', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.03.2012 - XII ZR 145/09 - dejure.org
https://dejure.org/2012,6266
BGH, 07.03.2012 - XII ZR 145/09 (https://dejure.org/2012,6266)
BGH, Entscheidung vom 07.03.2012 - XII ZR 145/09 (https://dejure.org/2012,6266)
BGH, Entscheidung vom 07. März 2012 - XII ZR 145/09 (https://dejure.org/2012,6266)
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§ 313 BGB, § 1571 BGB, § 1573 Abs 2 BGB, § 1578 BGB, § 1578b BGB
BGB §§ 313, 1571, 1573, 1578, 1578b; EGZPO § 36
Durch Karriereverzicht entstandene Rentennachteile als ehebedingte Nachteile gem. § 1578b BGB
Bemessung des Altersunterhalts eines altersbedingt nicht mehr Erwerbstätigen
Familienrecht - Unterhaltsabänderung bei Ruhestandseintritt
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 07.03.2012, Az.: XII ZR 145/09 (Berücksichtigung ehebedingter Rentennachteile und eines Karriereverzichts beim nachehelichen Altersunterhalt)" von RA Dr. Winfried Born, original erschienen in: NJW 2012, 2028 - 2032.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 07.03.2012, Az.: XII ZR 145/09 (Ehegattenunterhalt)" von VorsRiOLG Dr. Jürgen Soyka, original erschienen in: FuR 2012, 372 - 374.
AG Braunschweig, 23.12.2008 - 247 F 108/08
OLG Braunschweig, 04.08.2009 - 2 UF 24/09
NJW 2012, 2028
FamRZ 2012, 951
Die Einkommensverminderung ist allein im Rahmen der Leistungsfähigkeit von Bedeutung (im Anschluss an Senatsurteil vom 7. März 2012, XII ZR 145/09, FamRZ 2012, 951).
Seit Januar 2012 richtet sich der Unterhaltsanspruch allein nach § 1571 BGB, nachdem die Antragsgegnerin nunmehr altersbedingt nicht mehr erwerbstätig ist (vgl. Senatsurteil vom 7. März 2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951 Rn. 19).
b) Der Antragsteller kann sich für die Möglichkeit, den der Antragsgegnerin im Jahr 1993 zugesprochenen Unterhalt gemäß § 1578 b Abs. 1 und 2 BGB herabzusetzen und zu befristen, hinsichtlich beider Unterhaltstatbestände in zulässiger Weise auf eine Änderung der Rechtslage durch das Unterhaltsrechtsänderungsgesetz vom 21. Dezember 2007 (BGBl. I S. 3189) berufen, so dass § 238 Abs. 2 FamFG der Zulässigkeit seines Abänderungsantrags nicht entgegen steht (…zum Krankheitsunterhalt: Senatsbeschluss vom 19. Juni 2013 - XII ZB 309/11 - FamRZ 2013, 1291 Rn. 16 f.; zum Altersunterhalt: Senatsurteil vom 7. März 2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951 Rn. 20 f.).
Die aufgrund dieses Versorgungsausgleichs gemäß § 57 BeamtVG eintretende Kürzung der dem Antragsteller ausgezahlten Pension ist allein im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit von Bedeutung (vgl. Senatsurteil vom 7. März 2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951 Rn. 23 mwN).
Durch die Bewilligung von Altersvorsorgeunterhalt i.S. von § 1578 Abs. 3 BGB bezogen auf die ehebedingte Einkommensdifferenz kann dieser Nachteil ausgeglichen werden (vgl. auch Senatsurteil vom 7. März 2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951 Rn. 29 ff.).
Die oben dargelegten ehebedingten Nachteile sind auch nicht durch weitere Vermögenszuwendungen kompensiert worden (vgl. hierzu etwa BGH, Urteil vom 07.03.2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951).
Von daher drängt sich der Schluss auf, dass die Antragstellerin aufgrund des durchgeführten Versorgungsausgleichs eine höhere Rente erzielt, als sie dies ohne Heirat bei durchgehender Erwerbstätigkeit getan hätte; eventuelle ehebedingte (Versorgungs-) Nachteile aufgrund des gelebten Ehemodells wären von daher zumindest kompensiert (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2012 - XII ZR 145/09, FamRZ 2012, 951 [bei juris Rz. 31]).
Ab dem 01.07.2013 ist die Antragsgegnerin aufgrund der Vollendung des 65. Lebensjahres altersbedingt nicht mehr erwerbstätig, so dass sich ihr Unterhalt für den durch die eigene Rente nicht gedeckten Bedarf nunmehr allein nach § 1571 BGB richtet (BGH, Urteil vom 07.03.2012 - XII ZR 145/09 - FamRZ 2012, 951).
Die nicht nur in der Rollenverteilung, sondern auch insbesondere in den kostspieligen, zeitaufwendigen und nervenaufreibenden Fertilitätsbehandlungen mit einer zwischenzeitlichen Fehlgeburt im Jahre 1998 begründeten sehr starken persönlichen und finanziellen Verflechtungen der Beteiligten verleihen der Ehedauer im Rahmen dieser Billigkeitsabwägung ein besonderes Gewicht (vgl. zu diesem Kriterium BGH, NJW 2012, S. 2028 ff., recherchiert bei juris, Rn. 34).
Eine Kompensation des geringfügig denkbaren ehebedingten Nachteils ist bei so umfangreichen Unterhaltsleistungen anzunehmen (vgl. auch BGH XII ZR 145/09, Urteil vom 7. März 2012, Rd-Nr. 29 ff, zitiert bei juris).