Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/rolllaausbv
Timestamp: 2020-01-21 20:41:06
Document Index: 21054583

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 1', '§ 8', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 14', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Verordnung über die Berufsausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin
Der Ausbildungsberuf Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin wird gemäß § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 13, Rollladen- und Jalousiebauer, der Anlage B, Abschnitt 1 der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen bezogen auf Arbeits- und Geschäftsprozesse so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen.
Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen,
Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen sowie von Halbzeugen,
Handhaben von Werkzeugen und Geräten, Bedienen und Instandhalten von Geräten, Maschinen und technischen Anlagen,
Herstellen von Rollpanzern, Behängen und Ladenflügeln,
Herstellen und Montieren von Rollabschlüssen,
Montieren von nicht rollbaren Abschlüssen,
Montieren von Automatisierungs- und Steuerungskomponenten,
Herstellen und Montieren von Rollladen- und Fensterkombinationen,
Durchführen von Funktionsprüfungen,
Durchführen von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten,
(3) Der Prüfling soll in insgesamt höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und dokumentieren. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere das Herstellen eines Werkstückes unter Anwendung manueller und maschineller Bearbeitungstechniken in Betracht. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsschritte und Arbeitsabläufe planen, Arbeitsmittel festlegen, technische Unterlagen nutzen sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung berücksichtigen kann.
(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 21 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entsprechen soll, durchführen und innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 20 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:
Herstellen und Montieren einer Rollladenanlage einschließlich Antrieb, Steuerung und einbruchhemmender Maßnahmen,
Herstellen und Montieren einer Sonnenschutzanlage einschließlich Antrieb und Steuerung oder
Herstellen und Montieren eines Rolltors oder Rollgitters einschließlich Antrieb, Steuerung und Sicherheitseinrichtungen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen, Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz ergreifen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das Fachgespräch ist mit 20 Prozent zu gewichten.
(3) Der Prüfling soll im Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen Fertigungstechnik, Montage- und Servicetechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Fertigungstechnik sowie Montage- und Servicetechnik sind insbesondere praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften informationstechnischen, technologischen und mathematischen Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Werkstoffen, Hilfsstoffen und Halbzeugen planen sowie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und technische Anlagen zuordnen, Herstellerangaben beachten und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Es kommen praxisbezogene Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
im Prüfungsbereich Fertigungstechnik:
Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung von Behängen, rollbaren oder nicht rollbaren Abschlüssen einschließlich der erforderlichen Antriebe, Steuerungen, einbruchhemmenden Systeme und Sicherheitskomponenten unter Berücksichtigung des Einrichtens und Bedienens von Maschinen und technischen Anlagen, der Produktqualität sowie beim Erstellen von Fertigungsunterlagen, beim Optimieren von Arbeitsabläufen und beim Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Anlagen;
im Prüfungsbereich Montage- und Servicetechnik:
Beschreiben der Vorgehensweise bei Montagearbeiten einschließlich Inbetriebnahme oder bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten unter Berücksichtigung der systematischen Eingrenzung von Fehlern, Befestigungstechnik sowie Funktionsprüfungen bei Steuerungskomponenten und -anlagen nach vorgegebenen Richtlinien;
1. im Prüfungsbereich Fertigungstechnik 180 Minuten,
2. im Prüfungsbereich Montage- und Servicetechnik 120 Minuten,
3. im Prüfungsbereich Wirtschaftsund Sozialkunde 60 Minuten.
(5) Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
(6) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:
1. Prüfungsbereich Fertigungstechnik 50 Prozent,
2. Prüfungsbereich Montage- und Servicetechnik 30 Prozent,
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und Prüfungsteil B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des Prüfungsteils B dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin
(Fundstelle: BGBl I 2004, 1337 - 1341)
Lfd. Nr. Teil des Ausbildungsberufsbildes Fertigkeiten und Kenntnisse, die unter Einbeziehung selbständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens zu vermitteln sind Zeitliche Richtwerte in Wochen im
5 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken (§ 4 Nr. 5) a) Datensysteme nutzen, Vorschriften des Datenschutzes beachten, Daten pflegen und sichern 2*)
b) fremdsprachliche Fachbegriffe anwenden
c) Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationssystemen unter Einschluss des Internets für den Ausbildungsbetrieb erläutern 3*)
d) Informationen beschaffen, auswerten und dokumentieren
e) Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und Kommunikationssystemen lösen
f) branchenspezifische Software anwenden
6 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team (§ 4 Nr. 6) a) Arbeitsauftrag erfassen und Vorgaben auf Umsetzbarkeit prüfen 4*)
b) Skizzen, Pläne und Zeichnungen anfertigen, lesen und anwenden
c) Materialbedarf ermitteln
d) Messungen durchführen
e) Informationen und technische Unterlagen, insbesondere technische Merkblätter, Fachzeitschriften, Materiallisten, Betriebsanleitungen, Herstellerangaben, Normen, Sicherheitsregeln und Arbeitsanweisungen, anwenden 4*)
f) berufsspezifische Richtlinien und gesetzliche Regelungen, insbesondere zur Energieeinsparung, Schalldämmung und Sicherheitstechnik, anwenden
g) Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung ergonomischer, ökologischer, wirtschaftlicher und sicherheitstechnischer Gesichtspunkte planen, Arbeitsmittel festlegen
h) Zeitaufwand und personelle Unterstützung abschätzen, Zeitaufwand dokumentieren
i) Aufgaben im Team planen und umsetzen, Ergebnisse der Zusammenarbeit auswerten
k) Abstimmungen mit anderen Gewerken und weiteren Beteiligten treffen
l) technische Veränderungen feststellen und umsetzen
m) Gespräche situationsgerecht führen, Sachverhalte darstellen
7 Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen (§ 4 Nr. 7) a) Arbeitsplatz einrichten, sichern, unterhalten und räumen, ergonomische Gesichtspunkte berücksichtigen 6
c) Leitern und Gerüste auswählen, auf Verwendbarkeit und Betriebssicherheit prüfen, Arbeitsgerüste auf- und abbauen
d) Energiebereitstellung veranlassen, Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit elektrischem Strom ergreifen
e) Sofortmaßnahmen zur Versorgung von verletzten Personen bei Arbeitsunfällen ergreifen, Unfallstelle sichern
f) Materialien, Geräte und Maschinen vor Witterungseinflüssen und Beschädigungen schützen sowie vor Diebstahl sichern und für den Abtransport vorbereiten
g) Abfallstoffe trennen, lagern und Entsorgung veranlassen
h) örtliche Gegebenheiten für den Arbeitsbeginn prüfen 2
8 Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen sowie von Halbzeugen (§ 4 Nr. 8) a) Holz, Kunststoffe, Metalle und Textilien nach Verwendungszweck auswählen 14
b) Werk- und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge auf Fehler prüfen und für die Be- und Verarbeitung vorbereiten
c) Werk- und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge manuell be- und verarbeiten
d) Werk- und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge maschinell be- und verarbeiten
9 Handhaben von Werkzeugen und Geräten, Bedienen und Instandhalten von Geräten, Maschinen und technischen Anlagen (§ 4 Nr. 9) a) Werkzeuge, Geräte, Maschinen und technische Anlagen auswählen 8
b) Werkzeuge und Geräte handhaben und in Stand halten
c) Geräte, Maschinen und technische Anlagen einrichten und unter Verwendung der Schutzeinrichtungen bedienen
d) Transportgeräte bedienen
e) Störungen erkennen, Störungsbeseitigung veranlassen 3
f) Geräte, Maschinen und technische Anlagen nach Wartungsvorschriften in Stand halten
10 Herstellen von Rollpanzern, Behängen und Ladenflügeln (§ 4 Nr. 10) a) Rollpanzer, Behänge und Ladenflügel nach Bauarten und Konstruktionen unterscheiden 10
b) Profile und Stäbe nach Arbeitsauftrag auswählen, ablängen und zu Rollpanzern zusammenbauen
c) Behänge aus unterschiedlichen Materialien unter Berücksichtigung unterschiedlicher Verfahren herstellen
d) Schlussstäbe, Schlussprofile und Fallstangen auswählen, herstellen, bearbeiten und anbringen
e) Aufhängungen auswählen und herstellen
f) Beschläge auswählen und anbringen
g) konstruktive Maßnahmen zur Verringerung der Durchbiegung, insbesondere durch Windlast, durchführen
h) Maßnahmen zur Oberflächenbehandlung durchführen
i) Ladenflügel aus Rahmenteilen und Füllungen herstellen 4
11 Herstellen und Montieren von Rollabschlüssen (§ 4 Nr. 11) a) Rollabschlüsse und Rolltore nach Bauart und Konstruktion unterscheiden 10
b) Wickelwellenteile herstellen, zusammenbauen und auf Rundlauf prüfen
c) Tragkonstruktionen herstellen und montieren
d) Antriebe nach Bauart und Verwendungszweck auswählen und einbauen
e) Wickelwellen montieren
f) Führungen herstellen und montieren
g) Rollabschlüsse und Behänge montieren
h) Dämmmaßnahmen durchführen
i) Verkleidungen herstellen und montieren
k) Maßnahmen zur Sicherheit und Einbruchhemmung durchführen
l) Korrosionsschutzmaßnahmen durchführen
12 Montieren von nicht rollbaren Abschlüssen (§ 4 Nr. 12) a) nicht rollbare Abschlüsse und Tore nach Bauart und Konstruktion unterscheiden 12
b) Tore für den Einbau vorbereiten
c) Tore einbauen, Anschlüsse herstellen
d) nicht rollbare Abschlüsse, insbesondere Ladenflügel, montieren 3
e) Maßnahmen zur Sicherheit und Einbruchhemmung durchführen
13 Montieren von Automatisierungs- und Steuerungskomponenten (§ 4 Nr. 13) a) Komponenten nach Bauart und Funktion unterscheiden 12
b) Einzelkomponenten und Systeme entsprechend den Anforderungen auswählen und prüfen
c) Steuerungskomponenten und -anlagen für die Montage vorbereiten und nach Herstellerangaben einbauen
d) Systemprüfungen durchführen und dokumentieren
14 Herstellen und Montieren von Rollladen- und Fensterkombinationen (§ 4 Nr. 14) a) Rollladen- und Fensterkombinationen nach Bauart und Konstruktion unterscheiden 14
b) Teile für Rollladen- und Fensterkombinationen herstellen und zusammenbauen
c) Fertigelemente und Bauteilkombinationen für die Montage vorbereiten und systembezogen einbauen 12
d) Beschläge und Funktionsteile montieren
e) Bauwerksanschlüsse herstellen
f) Maßnahmen zur Sicherheit und Einbruchhemmung durchführen
15 Durchführen von Funktionsprüfungen (§ 14 Nr. 15) a) Art der Funktionsprüfung festlegen und vorbereiten 9
b) mechanische Funktionsprüfungen durchführen
c) elektronische und elektrotechnische Funktionsprüfungen durchführen
d) Sicherheitsprüfungen nach Richtlinien durchführen
e) Prüfergebnisse dokumentieren
f) Funktionsstörungen beheben
16 Durchführen von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten (§ 4 Nr. 16) a) Wartungsarbeiten entsprechend der Wartungsintervalle vorbereiten, durchführen und protokollieren 8
b) Schäden ermitteln und dokumentieren
c) Instandsetzungsarbeiten vorbereiten, durchführen und dokumentieren
d) Sicherungsmaßnahmen durchführen
17 Kundenorientierung (§ 4 Nr. 17) a) Arbeiten kundenorientiert durchführen 2 *)
b) Kundenwünsche mit betrieblichem Leistungsspektrum vergleichen und weiterleiten 4 *)
c) fertig gestellte Arbeiten übergeben
d) Pflege- und Bedienungsanleitungen den Kunden erläutern und auf Wartungsintervalle hinweisen
e) Reklamationen entgegennehmen und weiterleiten
18 Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 4 Nr. 18) a) Aufgaben und Ziele von qualitätssichernden Maßnahmen anhand betrieblicher Beispiele erläutern und zur Verbesserung der Arbeit im eigenen Arbeitsbereich beitragen 6 *)
b) Arbeiten anhand von Vorgaben prüfen, bewerten und dokumentieren 4 *)
c) Mess- und Prüfergebnisse dokumentieren
d) Tätigkeitsnachweise erstellen, Zeitaufwand und Materialverbrauch erfassen
2004, 1334: BGBl I