Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=28.09.2010&Aktenzeichen=28%20U%20238%2F09
Timestamp: 2019-01-18 08:55:58
Document Index: 7478591

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 562', '§ 1228', '§ 1235', '§ 134', '§ 32', '§ 51', '§ 278', '§ 705', '§ 128', 'BGH', 'BGH']

OLG Hamm, 28.09.2010 - I-28 U 238/09 - dejure.org
OLG Hamm, 28.09.2010 - I-28 U 238/09
Scheinsozietät, Bürogemeinschaft, freier Mitarbeiter, Vermieterpfandrecht, eigenkapitalersetzende Nutzungsüberlassung, Verjährung; Sekundäranspruch
BGB § 280 Abs. 1, § 562, § 1228 Abs. 2, § 1235; InsO § 134; GmbHG § 32a Abs. 3 a.F.; BRAO § 51b a.F.
BGB § 278; BGB § 705
Persönliche Haftung freier Mitarbeiter einer Scheinsozietät
Ein freier Mitarbeiter einer anwaltlichen Scheinsozietät haftet u. U. für vertragliche Pflichtverletzungen persönlich; Haftung eines freien Mitarbeiters einer anwaltlichen Bürogemeinschaft für Pflichtverletzungen
LG Münster, 29.10.2009 - 12 O 520/08
NZG 2011, 137
Zwar können "Scheinsozien" für durch Anwaltsfehler verursachte Vermögensschäden in entsprechender Anwendung des § 128 Satz 1 des Handelsgesetzbuchs auch persönlich haften (dazu z.B. Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 28. September 2010 28 U 238/09, Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2011, 137).
Beide Seiten haben nämlich im Zweifel den Willen, das Mandat mit allen Mitgliedern zu begründen (vgl. BGHZ 124, 47 = NJW 1994, 257; OLG Hamm NZG 2011, 137).
OLG Hamm, 18.05.2017 - 5 U 77/13
In Bezug auf einen Anwaltsvertrag ist Voraussetzung für die Annahme eines Vertrags mit Schutzwirkung für Dritte, dass die Rechtsgüter des Dritten nach der objektiven Interessenlage im Einzelfall durch die Anwaltsleistung mit Rücksicht auf den Vertragszweck beeinträchtigt werden können und der Mandant ein berechtigtes Interesse am Schutz des Dritten hat (BGH…, Urteil vom 19. November 2009 - IX ZR 12/09, juris Rn. 12; OLG Hamm, Urteil vom 28. September 2010 - 28 U 238/09, juris Rn. 68).
Speziell im Bezug auf den Anwaltsvertrag hat das OLG Hamm entschieden, dass Voraussetzung für die Annahme eines Vertrags mit Schutzwirkung für Dritte ist, dass die Rechtsgüter des Dritten nach der objektiven Interessenlage im Einzelfall durch die Anwaltsleistung mit Rücksicht auf den Vertragszweck beeinträchtigt werden können und der Mandant ein berechtigtes Interesse am Schutz des Dritten hat (OLG Hamm, NZG 2011, 137, 140).
Es handelt sich bei einer Bürogemeinschaft lediglich um eine BGB - Innengesellschaft (OLG Hamm, U.v. 28.9.2010, 28 U 238/09, zit. nach juris).