Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20B%207.10
Timestamp: 2019-11-19 20:13:44
Document Index: 353379484

Matched Legal Cases: ['§ 60', '§ 60', 'Art. 8', '§ 108', '§ 132', '§ 60', '§ 60', 'Art 8', '§ 108', '§ 132', '§ 60', '§ 60', 'Art. 8', '§ 108', '§ 132', 'Art. 12', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 108', '§ 7', '§ 108', '§ 108', '§ 20', '§ 25', '§ 43', '§ 173', '§ 767', '§ 42', '§ 43', '§ 42', '§ 43', '§ 767', '§ 890', '§ 15', '§ 42', '§ 43', '§ 43', '§ 13']

Rechtsprechung: 10 B 7.10 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OVG Berlin-Brandenburg, 19.05.2011
https://dejure.org/2010,2838
BVerwG, 14.07.2010 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2010,2838)
BVerwG, Entscheidung vom 14.07.2010 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2010,2838)
BVerwG, Entscheidung vom 14. Juli 2010 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2010,2838)
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AufenthG § 60 Abs. 7 Satz 2, § 60 Abs. 11; Richtlinie 2004/83/EG Art. 8; VwGO § 108 Abs. 1 Satz 1, § 132 Abs. 2 Nr. 3
Abschiebungsverbot; Beweiswürdigung; Beweismaß, interner Schutz; Prognose; Regelbeweismaß; Überzeugungsgewissheit; Verfahrensmangel; Verfahrensrüge; Sachrüge
Abschiebungsverbot; Beweiswürdigung; Beweismaß, interner Schutz; Prognose; Regelbeweismaß; Überzeugungsgewissheit; Verfahrensmangel; Verfahrensrüge; Sachrüge.
§ 60 Abs 7 S 2 AufenthG 2004, § 60 Abs 11 AufenthG 2004, Art 8 EGRL 83/2004, § 108 Abs 1 S 1 VwGO, § 132 Abs 2 Nr 3 VwGO
Verfahrensrüge; Verfehlung des Regelbeweismaßes richterlicher Überzeugungsgewissheit
AufenthG § 60 Abs. 7 S. 2, AufenthG § 60 Abs. 11, RL 2004/83/EG Art. 8, VwGO § 108 Abs. 1 S. 1, VwGO § 132 Abs. 2 Nr. 3
Asylverfahren, subsidiärer Schutz, Abschiebungsverbot, Afghanistan, extreme Gefahrenlage, innerstaatlicher bewaffneter Konflikt, interner Schutz, Existenzgrundlage, Beweiswürdigung, Prognose, richterliche Überzeugungsgewissheit, Beweismaß, erhebliche individuelle Gefahr, ...
NVwZ 2011, 55
Der Überzeugungsgrundsatz ist verletzt, wenn der Vorgang der Überzeugungsbildung an einem Fehler leidet, weil das Gericht von einem unrichtigen oder unvollständigen Sachverhalt ausgegangen ist, insbesondere Umstände übergangen hat, deren Entscheidungserheblichkeit sich ihm hätte aufdrängen müssen (…Urteil vom 21. Juni 2006 - BVerwG 6 C 19.06 - Buchholz 11 Art. 12 GG Nr. 264 Rn. 28), oder weil seine Beweiswürdigung aktenwidrig oder objektiv willkürlich ist, gegen Denkgesetze verstößt oder einen allgemeinen Erfahrungssatz missachtet (Beschluss vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66 Rn. 4).
Dabei sind Fragen der Beweiswürdigung revisionsrechtlich grundsätzlich dem sachlichen Recht zuzuordnen (Beschluss vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66) und insoweit mit Sach-, nicht aber mit Verfahrensrügen anzugreifen.
Nur wenn sich der gerügte Verstoß hinreichend eindeutig auf den Bereich der Tatsachenfeststellung und -würdigung, nicht aber auf die Subsumtion des festgestellten Sachverhalts unter die Normen des materiellen Rechts bezieht, kommt eine Verfahrensrüge ausnahmsweise in Betracht (vgl. Beschluss vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66), etwa bei Aktenwidrigkeit der Sachverhaltsfeststellungen oder bei Verstößen der Beweiswürdigung gegen Denkgesetze.
Auch von der Prognose selbst muss das Tatgericht i. S. d. § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO überzeugt sein (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 14. Juli 2010 - 10 B 7.10 - juris, Rn. 8; …und vom 8. Februar 2011 - 10 B 1.11 - juris, Rn. 7).
Verfehlt der Tatrichter das vorgegebene Beweismaß, verlässt er den ihm durch § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO eröffneten Spielraum der Tatsachenwürdigung (s. etwa BVerwG…, Urteil vom 21. Mai 2008 - 6 C 13.07 - BVerwGE 131, 171 Rn. 25; Beschluss vom 14. Juli 2010 - 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66 Rn. 8).
Die Grundsätze der Beweiswürdigung sind revisionsrechtlich grundsätzlich dem sachlichen Recht zuzuordnen (stRspr, vgl. z.B. Urteil vom 19. Januar 1990 - BVerwG 4 C 28.89 - BVerwGE 84, 271 m.w.N.; Beschlüsse vom 2. November 1995 - BVerwG 9 B 710.94 - Buchholz 310 § 108 VwGO Nr. 266 S. 18 f. und vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66 Rn. 4, jeweils m.w.N.).
Ein einen Verfahrensfehler begründenden Verstoß gegen § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO kann aber ausnahmsweise insbesondere dann gegeben sein, wenn die tatrichterliche Beweiswürdigung auf einem Rechtsirrtum beruht, objektiv willkürlich ist oder allgemeine Sachverhalts- und Beweiswürdigungsgrundsätze, insbesondere gesetzliche Beweisregeln, Natur- oder Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze, missachtet (…vgl. Urteil vom 16. Mai 2012 - BVerwG 5 C 2.11 - BVerwGE 143, 119 Rn. 18 m.w.N.; Beschlüsse vom 14. Juli 2010 a.a.O. Rn. 4 und vom 16. Juni 2003 - BVerwG 7 B 106.02 - NVwZ 2003, 1132 , jeweils m.w.N.).
Das kann auch dadurch geschehen, dass die Vorinstanz bei der Tatsachenfeststellung das Regelbeweismaß richterlicher Überzeugungsgewissheit gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO verfehlt hat (Beschluss vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - NVwZ 2011, 55).
Das kann auch dadurch geschehen, dass die Vorinstanz bei der Tatsachenfeststellung das Regelbeweismaß richterlicher Überzeugungsgewissheit gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO verfehlt hat (Beschluss vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66 = NVwZ 2011, 55).
Das ist nicht bereits dann der Fall, wenn der Tatrichter andere Schlüsse gezogen hat, als sie nach Auffassung eines Beteiligten hätten gezogen werden müssen, selbst wenn ein anderer Schluss sogar näher liegt als der vom Gericht gezogene (Urteil vom 6. Februar 1975 - BVerwG 2 C 68.73 - BVerwGE 47, 330 = Buchholz 232 § 7 BBG Nr. 3;… Beschlüsse vom 10. Dezember 2003 - BVerwG 8 B 154.03 - NVwZ 2004, 627 Rn. 3 und vom 14. Juli 2010 - BVerwG 10 B 7.10 - Buchholz 310 § 108 Abs. 1 VwGO Nr. 66 Rn. 4).
Auch von der Prognose selbst muss das Tatgericht i.S.d. § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO überzeugt sein (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 14. Juli 2010 - 10 B 7.10 - juris, Rn. 8; …und vom 8. Februar 2011 - 10 B 1.11 - juris, Rn. 7).
BVerwG, 22.08.2014 - 9 B 19.14
Bloße Behauptung einer abweichenden Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ohne …
BVerwG, 29.11.2018 - 9 B 3.18
Mitnutzung einer öffentlichen Entwässerungseinrichtung zum Zwecke der …
Abschiebungsverbot, Abschiebungshindernis, Afghanistan, Wiederaufnahme des …
VGH Bayern, 20.12.2013 - 13a ZB 13.30349
Asylrecht Irak; Gruppenverfolgung von Yeziden (Sinjar)
VGH Bayern, 02.04.2013 - 20 ZB 13.30067
https://dejure.org/2011,9355
OVG Berlin-Brandenburg, 19.05.2011 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2011,9355)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 19.05.2011 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2011,9355)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 19. Mai 2011 - 10 B 7.10 (https://dejure.org/2011,9355)
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§ 20 Abs 3 S 2 VwVG BB, § 25 Abs 3 VwVG BB, § 43 VwGO, § 173 VwGO, § 767 ZPO
Nutzungsuntersagung; Hundezwinger; Unterlassungsgebot; Beitreibung von Zwangsgeld; Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung; verspätete Befolgung des Unterlassungsgebots; keine Wiederholungsgefahr; Erreichen des Vollstreckungsziels; Beugemaßnahme; Feststellungsklage; ...
Zulässigkeit einer Vollstreckungsabwehrklage betreffend die Vollstreckung unanfechtbarer Verwaltungsakte bei Zulässigkeit einer Klage nach § 42 VwGO oder § 43 VwGO
VwGO § 42; VwGO § 43 Abs. 2; ZPO § 767; ZPO § 890
VG Frankfurt/Oder, 20.03.2007 - 7 K 795.03
OVG Thüringen, 05.06.2012 - 1 EO 284/12
Beitreibung von Zwangsgeld nach Erfüllung einer Unterlassungspflicht …
Will die Behörde eine Unterlassungsverfügung sofort durchsetzen und reagiert der Pflichtige auf Zwangsgeldandrohung und -festsetzung nicht, ist es der Behörde unbenommen, zügig das festgesetzte Zwangsgeld beizutreiben (so wörtlich OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 19. Mai 2011, 10 B 7.10, juris, dort Ziff. 22; ebenso OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschl. v. 18. Juni 1996, 3 M 3/96, DÖV 1996, 927 = GewArch 1997, 26 = SächsVBl 1997, 189 = NVwZ-RR 1997, 762 = BRS 58 Nr. 222 (1996)), Ziff. 17 in juris; wohl a. A. bei Fristablauf - nicht Erfüllung der Unterlassungspflicht - Engelhardt/App/Schlatmann/Glotzbach, in: Engelhardt/App, VwVG VwZG 9. Auflage 2011, § 15 VwZG, Rn. 14).
vgl. auch: OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19. Mai 2011 - 10 B 7.10 -, juris Rn. 22.
Die Vollstreckungsabwehrklage ist, soweit sie die Vollstreckung unanfechtbarer Verwaltungsakte betrifft, daher dann ausgeschlossen, wenn eine Klage nach § 42 oder - wie hier - nach § 43 VwGO zulässig ist (OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19. Mai 2011 - OVG 10 B 7.10 -, Rn. 15 bei juris m.w.N.).
Der auf Vorschlag des Gerichts gewählte Feststellungsantrag ist gemäß § 43 Abs. 1 VwGO in der dort genannten Fallgruppe des Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses zulässig (im Anschluss an den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 19. Mai 2011 - OVG 10 B 7.10 - Juris Rn. 15 f.).
Hieraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass bei Verstößen gegen Unterlassungspflichten kein Beitreibungsverbot gilt (…OVG LSA, Urt. v. 13.03.1996 - 2 L 60/95 - a.a.O. RdNr. 30; a.A. für das brandenburgische Landesrecht OVG BB, Urt. v. 19.05.2011 - OVG 10 B 7.10 -, Juris RdNr. 23).
vgl. Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 26. Mai 1967 - VII C 69.65 -, Amtliche Sammlung der Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE) 27, 141; Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 6. April 1976 - II A 242/74 -, Die öffentliche Verwaltung (DÖV) 1976, 673; OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 17. November 1981 - 1 B 60/81 -, DÖV 1982, 414; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19. Mai 2011 - OVG 10 B 7.10 - (juris).
Hierzu werde auf das Urteil des OVG Berlin-Brandenburg vom 19. Mai 2011 - 10 B 7.10 - verwiesen.
VG Berlin, 03.12.2014 - 19 L 291.14
Wiederholte Zwangsgeldfestsetzung nach § 13 Abs. 6 S. 1 VwGO: Erledigung des …
Daher dürfen auch bereits festgesetzte Zwangsgelder nach Zweckerreichung nicht mehr beigetrieben werden (OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19. Mai 2011 - OVG 10 B 7.10 -, juris Rdn. 20), denn das Beugemittel erhielte dann den Charakter einer unzulässigen Straf- oder Ordnungsmaßnahme.
Entsteht ein Vollstreckungshindernis erst nach Eintritt der Bestandskraft eines Verwirkungsbescheides, kommt als zulässige Klageart die Verpflichtungsklage auf Einstellung der Zwangsvollstreckung in Betracht, die einen entsprechenden vorherigen Antrag an die Behörde voraussetzt (vgl. dazu Thür. OVG…, Beschluss vom 5.6.2012, 1 EO 284/12, juris Rn. 5 ff.; OVG Saarland…, Beschluss vom 2.5.2014, 2 B 225/14, juris Rn. 17) , möglicherweise auch die Klage auf Feststellung der Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung (so OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.5.2011, OVG 10 B 7.10, juris Rn. 15 ff.).
VG Berlin, 13.07.2015 - 19 L 200.15
Zwangsvollstreckung wegen Nutzungseinstellung