Source: https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/kaufvertrag-ueber-wohnungseigentum-zusammenfassung_idesk_PI17574_LI1894266.html
Timestamp: 2020-07-08 04:29:33
Document Index: 150056823

Matched Legal Cases: ['§ 650', '§ 12', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH']

Kaufvertrag über Wohnungseigentum / Zusammenfassung | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Kaufobjekt einer Eigentumswohnung kann zum einen eine sogenannte "Gebrauchtimmobilie" sein, zum anderen kann es sich auch um eine vom Bauträger noch zu erstellende oder bereits erstellte Neubauwohnung handeln. Der Erwerber einer Eigentumswohnung, der mit dem teilenden Eigentümer eine von dem Teilungsplan abweichende bauliche Ausgestaltung vereinbart, ist hinsichtlich der sich daraus ergebenden Veränderungen des Gemeinschaftseigentums nicht Störer und daher gegenüber anderen Wohnungseigentümern nicht zur Beseitigung des planwidrigen Zustands verpflichtet. Beim Bauträgervertrag, der in § 650u BGB geregelt ist, handelt es sich um einen gemischten Vertrag eigener Art, der Elemente des Kaufs und Elemente des Werkvertrags enthält, wohingegen es sich beim Vertrag über den Kauf einer "gebrauchten" Eigentumswohnung um einen Kaufvertrag handelt.
Gesetzliche Regelungen finden sich im BGB, WEG und der Makler- und Bauträgerverordnung.
OLG Oldenburg, Beschluss v. 4.12.2019, 2 U 243/19: Werden in einer Gemeinschaftsordnung einem Wohnungseigentum 3 Parkplatzflächen als Sondernutzungsrecht zugewiesen, erwirbt der Käufer des Wohnungseigentums die Sondernutzungsrechte auch dann, wenn im Bauträgervertrag nur ein Sondernutzungsrecht erwähnt ist.
LG München I, Urteil v. 19.12.2018, 1 S 391/18 WEG: Der Schutz des guten Glaubens beim Erwerb eines Wohnungseigentums erstreckt sich auch auf Bestand und Umfang eines im Grundbuch eingetragenen Sondernutzungsrechts.
KG, Beschluss v. 3.5.2018, 1 W 370/17: Die Ausnahme vom Zustimmungserfordernis nach § 12 WEG "der ersten Veräußerung nach Teilung" erfasst nicht eine (erneute) Veräußerung durch eine Person, in deren Hand sich nach den Erstveräußerungen sämtliche Wohnungseigentumsrechte vereinigt haben. Soll die Verwalterzustimmung durch die Zustimmungserklärung der übrigen Eigentümer ersetzt werden, haben auch die sog. werdenden Wohnungseigentümer zuzustimmen.
BGH, Urteil v. 12.5.2016, VII ZR 171/15: Ergeht in der ersten Eigentümerversammlung ein Beschluss gemäß einer Bestimmung in der Teilungserklärung dahingehend, dass die Abnahme des Gemeinschaftseigentums durch ein Ingenieurbüro auf Kosten des Bauträgers in Vertretung der einzelnen Wohnungseigentümer durchgeführt werden soll, und erklärt das dementsprechend beauftragte Ingenieurbüro die Abnahme des Gemeinschaftseigentums auch im Namen von Nachzügler-Erwerbern, die zu diesem Zeitpunkt weder Wohnungseigentümer noch werdende Wohnungseigentümer waren, so entfaltet diese Abnahme des Gemeinschaftseigentums eine Abnahmewirkung zulasten der Nachzügler-Erwerber weder aufgrund der genannten Bestimmung in der Teilungserklärung noch aufgrund des genannten Beschlusses in der ersten Eigentümerversammlung.
LG München I, Urteil v. 7.4.2016, 36 S 17586/15 WEG (Revisionszulassung): Durch Beschluss kann die Abnahme des Gemeinschaftseigentums nicht zu einer Angelegenheit der gemeinschaftlichen Verwaltung gemacht werden.
BGH, Urteil v. 24.7.2015, V ZR 167/14: Allein nach Kaufrecht zu beurteilende Ansprüche auf Minderung und sog. kleinen Schadensersatz fallen jedenfalls dann nicht in den Anwendungsbereich des § 10 Abs. 6 Satz 3 Halbsatz 1 WEG, wenn eine gebrauchte Eigentumswohnung unter Ausschluss der Haftung für Sachmängel verkauft und eine Beschaffenheitsgarantie nicht vereinbart worden ist.
BGH, Urteil v. 14.11.2014, V ZR 118/13: Der Erwerber einer Eigentumswohnung, der mit dem teilenden Eigentümer eine von dem Teilungsplan abweichende bauliche Ausgestaltung vereinbart, ist hinsichtlich der sich daraus ergebenden Veränderungen des Gemeinschaftseigentums nicht Störer und daher gegenüber anderen Wohnungseigentümern nicht zur Beseitigung des planwidrigen Zusta...