Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20A%20640/02
Timestamp: 2020-02-21 19:01:08
Document Index: 299348824

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 203', '§ 4', 'Art. 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 203', '§ 4']

OVG Nordrhein-Westfalen, 19.02.2004 - 5 A 640/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2403
OVG Nordrhein-Westfalen, 19.02.2004 - 5 A 640/02 (https://dejure.org/2004,2403)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 19.02.2004 - 5 A 640/02 (https://dejure.org/2004,2403)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 19. Februar 2004 - 5 A 640/02 (https://dejure.org/2004,2403)
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Art. 2 Abs. 1, 5 Abs. 1 S. 2 GG
§ 203 Abs. 2 Strafgesetzbuch (StGB) als Geheimhaltungsvorschrift im Sinne von § 4 Abs. 2 Nr. 2 Pressegesetz Nordrhein-Westfalen (PresseG NRW); Möglichkeit zur Abwägung zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Freiheit der Presse im Einzelfall; ...
NJW 2005, 618
afp 2004, 475
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 19. Februar 2004 - 5 A 640/02 -, OVGE 50, 32 = juris, Rn. 15.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 19. Februar 2004 - 5 A 640/02 -, OVGE 50, 32, 35.
13/1311, S. 9 und 11; OVG NRW, Beschluss vom 19. Februar 2004 - 5 A 640/02 -, OVGE 50, 32, 35.
Das private Interesse an einem Unterbleiben der Auskunft genießt danach nur dann Vorrang, wenn es das Auskunftsbegehren der Presse im konkreten Fall überwiegt (OVG Münster, Beschl. v. 19. Februar 2004, AfP 2004, 475, 476).
Je geringer der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, desto geringer sind die an das Informationsinteresse zu stellenden Anforderungen; zugleich muss, je intensiver und weitergehend die Auskunft, das Informationsinteresse umso größer sein (OVG NW, B.v. 19.2.2004 - 5 A 640/02 - NJW 2005, 618; VGH BW, B.v. 10.5.2011 - 1 S 570/11 - NVwZ 2011, 958/959; NdsOVG, B.v. 12.2.2014 - 10 ME 102/13 - ZUM-RD 2015, 32/34).
Dies würde die objektiv-rechtliche Seite von Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG unberücksichtigt lassen, die bei der Auslegung einfachgesetzlicher Normen als grundgesetzliche Wertentscheidung ein eigenständiges Gewicht erlangt (vgl. OVG Münster, Beschl. v. 19.2.2004, NJW 2005, 618 ebenfalls zu § 4 LandespresseG).
Die Argumentation der Beklagten übersieht, dass § 4 Abs. 2 HmbPresseG weitere Gründe, namentlich die in Nr. 3 aufgeführten, kennt, die bei Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen nach § 4 Abs. 1 HmbPresseG einer Offenbarungspflicht gleichwohl einzelfallbezogen entgegenstehen können (vgl. OVG Münster, Beschl. v. 19.2.2004, NJW 2005, 618).
Dies ist durch die verwaltungs- und strafrechtliche Rechtsprechung obergerichtlich auch so entschieden (OVG Münster, Beschl. v. 19.2.2004, NJW 2005, 618 und OLG Schleswig, Beschl. v. 24.9.1984, NJW 1985, 1090, 1092, jeweils zum gleichlautenden Merkmal in § 203 StGB;… ebenso Löffler, Presserecht, 5. Aufl. 2006, § 4 Rn. 100).
Mit der besonderen Bedeutung der Presse wäre es unvereinbar, wenn der presserechtliche Informationsanspruch durch den Auskunftsanspruch nach dem Verbraucherinformationsgesetz verdrängt würde (vgl. im Verhältnis zum Informationsfreiheitsgesetz auch OVG NRW, Beschluss v. 19.02.2004 - 5 A 640/02 -, NJW 2005, 618; VG Köln, Urteil v. 27.01.2011 - 6 K 4265/09;… Löffler/Ricker, Handbuch des Presserechts, 5. Auflage, S. 141 RdNr 5a).