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Timestamp: 2016-10-27 05:15:23
Document Index: 19585211

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art.\n2']

U 307/02 (14.05.2003)
U 307/02
Urteil vom 14. Mai 2003
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger und Ursprung; Gerichtsschreiber Hadorn
B.________, 1961, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rudolf Strehler, Dorfstrasse 21, 8356 Ettenhausen,
B.________ (geb. 1961) arbeitete bei der X.________ AG und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert, als sie am 8. Februar 1998 einen Autounfall erlitt. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese aber mit Verf�gung vom 20. Dezember 1999 auf Ende des selben Monats ein. Mit Einspracheentscheid vom 14. Juni 2000 best�tigte die Anstalt ihre Verf�gung.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 4. September 2002 ab.
B.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, die SUVA sei zu verpflichten, weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Die SUVA hat im Einspracheentscheid zutreffend festgehalten, dass die Unfallversicherung nur leistungspflichtig wird, wenn zwischen den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und dem Unfallereignis sowohl ein nat�rlicher (vgl. BGE 119 V 337 Erw. 1) als auch ein ad�quater (vgl. BGE 117 V 361 Erw. 5a) Kausalzusammenhang besteht. Richtig dargelegt sind sowohl im Einsprache- als auch im kantonalen Entscheid die f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs beim Schleudertrauma massgebenden Kriterien (BGE 117 V 367 Erw. 6a). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 14. Juni 2000) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Die Vorinstanz hat den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdef�hrerin geklagten Leiden und dem Unfall vom 8. Februar 1998 verneint. Diese Frage ist im Folgenden zu pr�fen. Dabei ist unbestrittenermassen von einem mittelschweren Unfallereignis auszugehen. Sodann steht auf Grund der medizinischen Akten fest, dass die Beschwerden der Versicherten sich nicht mit bildgebenden Methoden nachweisen lassen. Da keine ausgepr�gte psychische Problematik im Vordergrund steht (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b), ist nach den in BGE 117 V 367 Erw. 6a genannten Kriterien zu pr�fen, ob der ad�quate Kausalzusammenhang erf�llt ist.
2.1 Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde war der Unfall nicht von besonderer Eindr�cklichkeit oder von besonders dramatischen Umst�nden begleitet. Keine der am Unfall beteiligten Personen wurde schwer verletzt. Ein Sohn der Beschwerdef�hrerin, F.________, erlitt gem�ss Polizeibericht eine Verletzung an der Stirn, welche ambulant versorgt werden konnte. Gegen�ber dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA erkl�rte die Versicherte am 28. Januar 1999, sie habe den Unfall kommen sehen. Somit war sie auf die Kollision gefasst.
2.2 Die erlittenen Verletzungen (Thorax- und Wirbels�ulenschmerzen, keine oss�ren L�sionen; Bericht Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 14. April 1998) waren weder von besonderer Schwere noch von besonderer Art.
2.3 Hingegen ist in �bereinstimmung mit der Vorinstanz die ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung, welche bis heute fortgesetzt wurde, zu bejahen. Indessen sind an Hand der Akten auch Pausen in der Behandlung ersichtlich, so von M�rz bis August 1998, Oktober 1998 bis Januar 1999 und April bis August 1999. Daher ist das Kriterium der ungew�hnlich lang dauernden �rztlichen Behandlung wohl erf�llt, jedoch nicht in besonders ausgepr�gter Weise.
2.4 Die Beschwerdef�hrerin hat seit dem Unfall �ber Schmerzen geklagt. Diese haben indessen von Zeit zu Zeit nachgelassen. Gem�ss Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, vom 9. Juli 1998 habe die Versicherte selbst angegeben, dass die Schmerzen sich unter der Physiotherapie sowie mit der Einnahme von Voltaren, welches zwischenzeitlich wieder abgesetzt worden sei, gebessert h�tten. Auch Dr. med. C.________, FMH Allgemeine Medizin und manuelle Medizin SAMM (Bericht vom 8. Januar 1999), Dr. med. D.________ (Notiz �ber das Telefonat mit dem Sachbearbeiter der SUVA vom 18. Januar 1999) und die Versicherte selbst (Protokoll �ber das Gespr�ch mit dem Sachbearbeiter der SUVA vom 28. Januar 1999) sprechen von Besserungen. Sodann ist unbestritten und ergibt sich aus dem Bericht von Dr. med. E.________, Facharzt FMH, vom 28. Mai 1998, dass die Beschwerdef�hrerin am 9. M�rz 1998, somit bloss einen Monat nach dem Unfall, ihre Arbeit wieder zu 100 % aufgenommen hat. Gem�ss Angaben des Arbeitgebers gegen�ber dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA vom 23. August 1999 war nach der Wiederaufnahme der Berufst�tigkeit kein Leistungsabfall feststellbar. Die Beschwerdef�hrerin hat somit trotz der geklagten Schmerzen voll gearbeitet und zu Hause ihre drei Kinder betreut. H�tten Dauerschmerzen in besonders ausgepr�gtem Ausmass bestanden, w�re eine derartige Doppelbelastung nicht m�glich gewesen. Daher ist das Kriterium der Dauerschmerzen zwar erf�llt, jedoch ebenfalls nicht in besonders ausgepr�gter Weise.
2.5 �rztliche Fehlbehandlungen sind nicht eingetreten.
2.6 Der Heilungsverlauf war angesichts der raschen Wiederaufnahme der Arbeitst�tigkeit nicht besonders schwierig und hat zu keinen erheblichen Komplikationen gef�hrt.
2.7 Schliesslich ist das Kriterium der langen Dauer der Arbeitsunf�higkeit teilweise erf�llt: Die Versicherte konnte zwar ab M�rz 1998 wieder voll arbeiten. Indessen trat rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit ein. Hiebei ist allerdings zu beachten, dass die Versicherte nicht nur voll erwerbst�tig war, sondern zus�tzlich f�r die Haushaltsf�hrung bei einer f�nfk�pfigen Familie mit verantwortlich war und sich daher einer nicht unerheblichen Doppelbelastung ausgesetzt sah. Daher ist unabh�ngig vom Unfall ohnehin von einer �berforderungssituation auszugehen.
2.8 Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten, dass von den massgeblichen Kriterien deren drei (Dauer der �rztlichen Behandlung, Dauerschmerzen, lange Dauer der Arbeitsunf�higkeit) ganz oder teilweise erf�llt sind, jedoch keines von ihnen in besonders ausgepr�gter Weise, die �brigen hingegen nicht. Gesamthaft betrachtet, sind die Kriterien somit weder in geh�ufter Weise noch ein einzelnes von ihnen in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt. Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. Februar 1998 und den heutigen Leiden der Versicherten nicht erf�llt sei, ist daher nicht zu beanstanden.
Luzern, 14. Mai 2003