Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=25.06.2014&Aktenzeichen=4%20CN%204.13
Timestamp: 2019-12-11 19:09:07
Document Index: 348444078

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 40', '§ 41', '§ 178', '§ 201', '§ 1', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 11', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 9', '§ 2', 'Art. 2', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9']

BVerwG, 25.06.2014 - 4 CN 4.13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,21622
BVerwG, 25.06.2014 - 4 CN 4.13 (https://dejure.org/2014,21622)
BVerwG, Entscheidung vom 25.06.2014 - 4 CN 4.13 (https://dejure.org/2014,21622)
BVerwG, Entscheidung vom 25. Juni 2014 - 4 CN 4.13 (https://dejure.org/2014,21622)
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BauGB § 1 Abs. 3 Satz 1, § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. a und b, Nr. 20, Nr. 25, § 40 Abs. 1 Nr. 8, Nr. 14, § 41 Abs. 2, § 178, § 201; PlanzV Anlage Nr. 12. 2
Laubmischwald; Laubholzanteil; Wald; Waldfläche; Waldumbau; Waldrand; Baumarten; Landwirtschaft; Bepflanzungsvorgaben; Grünfläche; Schutz-, Pflege- und Entwicklungsziele; Ortsrandbegrünung; städtebauliche Gründe; Funktionslosigkeit; Vollzugsfähigkeit.
BauGB § 1 Abs. 3 Satz 1, § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. a und b,
§ 9 Abs 1 Nr 18 Buchst b BauGB, § 9 Abs 1 Nr 20 BauGB, § 9 Abs 1 Nr 25 BauGB, § 1 BWaldG, §§ 11 ff BWaldG
Die Festsetzung einer Fläche als "Laubmischwald" findet in § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. b BauGB keine Rechtsgrundlage
Laubmischwald; Laubholzanteil; Wald; Waldfläche; Waldumbau; Waldrand; Baumarten; Landwirtschaft; Bepflanzungsvorgaben; Grünfläche; Schutz-, Pflege- und Entwicklungsziele; Ortsrandbegrünung; städtebauliche Gründe; Funktionslosigkeit; Vollzugsfähigkeit
BauGB § 9 Abs. 1 Nr. 18b ; BauGB § 9 Abs. 1 Nr. 25
Keine Festsetzung einer Fläche als "Laubmischwald"!
Festsetzung "Laubmischwald" unwirksam
Festsetzung einer Fläche als "Laubmischwald" findet in § 9 Abs. 1 Nr. 18b BauGB keine Rechtsgrundlage
BVerwGE 150, 101
NVwZ 2015, 157
ZfBR 2014, 763
Das ist unabhängig von der Frage, ob Gerichte eine solche Festsetzung überhaupt auswechseln dürfen (…vgl. dazu BVerwG, Urteile vom 27. Oktober 2011 - 4 CN 7.10 - Buchholz 406.11 § 9 BauGB Nr. 105 Rn. 20 und vom 25. Juni 2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 Rn. 11 …sowie Beschluss vom 21. Dezember 2016 - 4 BN 14.16 [ECLI:DE:BVerwG:2016:211216B4BN14.16.0] - juris Rn. 10), nicht der Fall.
§ 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB ist ferner verletzt, wenn ein Bebauungsplan aus tatsächlichen oder Rechtsgründen auf Dauer oder auf unabsehbare Zeit der Vollzugsfähigkeit entbehrt (siehe hierzu etwa BVerwG, Urteil vom 25. Juni 2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 Rn. 14 m.w.N.).
Dabei können und müssen unter Umständen auf längere Dauer andere als die festgesetzten Nutzungen hingenommen werden (BVerwG, Urteile vom 2. März 1973 - 4 C 40.71 - BVerwGE 42, 30 und vom 25. Juni 2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 Rn. 14).
Die sich daran anschließende Frage, ob eine Umdeutung der Einstufung der textlichen Festsetzung 1.3.7 bei einem Bebauungsplan in Betracht kommen kann - offen gelassen in den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 25.6.2014 (4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101) und 27.10.2011 (4 CN 7.10 - BayVBl 2012, 248) - muss nicht entschieden werden.
Zwar schließt das Baugesetzbuch Kombinationen oder Überlagerungen verschiedener Festsetzungen nach § 9 Abs. 1 BauGB nicht aus (vgl. BVerwG, U.v. 25.6.2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101).
Dies fordert die von den konkreten Einzelfallumständen abhängige Prüfung, ob auf der Grundlage der Darlegungen des Planungsträgers in der Planbegründung die Annahme gerechtfertigt ist, dass der Bebauungsplan bzw. einzelne seiner Festsetzungen realistischerweise umgesetzt werden können (BVerwG, Urteil vom 25. Juni 2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 Rn. 14).
Dies fordert die von den konkreten Einzelfallumständen abhängige Prüfung, ob auf der Grundlage der Darlegungen des Planungsträgers in der Planbegründung die Annahme gerechtfertigt ist, dass der Bebauungsplan bzw. einzelne seiner Festsetzungen realistischerweise umgesetzt werden können (siehe BVerwG, Urt. v. 25.6.2014, BVerwGE 150, 101, 105 ff.;… Beschl. v. 16.9.2015, 4 VR 2/15, 4 VR 2/15 (4 BN 36/15), juris Rn. 13).
Deswegen können und müssen unter Umständen auch auf längere Dauer andere als die festgesetzten Nutzungen hingenommen werden (so BVerwG, Urt. v. 25.6.2014, a.a.O., 106).
- ob die Antragsgegnerin mit der Festsetzung der privaten Grünfläche am Nordostrand des Plangebiets aufgrund des Ziels, dort Wald i.S. von § 2 Abs. 3 BWaldG i.V. mit Art. 2 Abs. 2 BayWaldG zu erhalten, in der Sache (auch) eine Festsetzung nach § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. b BauGB getroffen hat, die sie womöglich nicht mit Bewirtschaftungs- und Nachpflanzungsvorgaben verbunden durfte (zur Unvereinbarkeit von Festsetzungen gem. § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. b und § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB vgl. BVerwG, U.v. 25.6.2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 = juris Rn. 9 ff., 16;… BayVGH, U.v. 7.2.2013 - 1 N 11.1854 - juris Rn. 21, 28, 30 f.;… vgl. auch BayVGH, U.v. 21.12.2012 - 2 N 11.998 - juris Rn. 31;… U.v. 1.4.2015 - 1 N 13.1138 - BayVBl. 2016, 852 = juris Rn. 30 f.;… vgl. auch OVG Saarl., U.v. 26.2.2013 - 2 C 424/11 - juris Rn. 44 ff.) sowie.
Ob ein solches Realisierungshindernis vorliegt, ist in einer Prognose nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BVerwG, B.v. 25.6.2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101;… B.v. 14.6.2007 - 4 BN 21.07 - juris Rn. 4 f.).
Flächenfestsetzungen tragen in aller Regel schon dadurch eine Vollzugswahrscheinlichkeit in sich, weil die Zulässigkeit von Vorhaben an ihnen zu messen ist (vgl. BVerwG, B.v. 25.6.2014 a.a.O.).
Die Bestimmung in § 9 Abs. 1 Nr. 25 Buchst. b BauGB, wonach im Bebauungsplan Festsetzungen u.a. über Bindungen für Bepflanzungen und für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen getroffen werden können, scheidet - soweit es die festgesetzten Waldflächen betrifft - als gesetzliche Grundlage für die Festsetzungen in Nr. 6 des Bebauungsplans aus, weil diese Bestimmung als Wald festgesetzte Flächen von ihrem Anwendungsbereich ausnimmt (vgl. BVerwG, U.v. 25.6.2014 - 4 CN 4.13 - BVerwGE 150, 101 = juris Rn. 11, 16 m.w.N.).
Auch die Regelung in § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB, wonach im Bebauungsplan Flächen oder Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft festgesetzt werden können, scheidet - soweit es die festgesetzten Waldflächen betrifft - als gesetzliche Grundlage für die Festsetzungen in Nr. 6 des Bebauungsplans aus, weil die Unvereinbarkeit einer Waldfläche nach § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. b BauGB mit Bepflanzungsvorgaben nach § 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB nicht durch eine Kombination von Festsetzungen nach § 9 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. b BauGB mit Bepflanzungsvorgaben nach § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB umgangen werden darf (vgl. BVerwG, U.v. 25.6.2014 a.a.O. = juris Rn. 11 m.w.N.).
BVerwG, 21.12.2016 - 4 BN 14.16
Umdeutung eines Bebauungsplans