Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20WF%20972/10
Timestamp: 2020-02-25 23:04:57
Document Index: 13324655

Matched Legal Cases: ['§ 1671', '§ 49', '§ 49', '§ 1671', '§ 51', '§ 49']

OLG Nürnberg, 09.09.2010 - 11 WF 972/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,11807
OLG Nürnberg, 09.09.2010 - 11 WF 972/10 (https://dejure.org/2010,11807)
OLG Nürnberg, Entscheidung vom 09.09.2010 - 11 WF 972/10 (https://dejure.org/2010,11807)
OLG Nürnberg, Entscheidung vom 09. September 2010 - 11 WF 972/10 (https://dejure.org/2010,11807)
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§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB; § 49 Abs. 1 FamFG
Einstweilige Anordnung elterlicher Sorge; Maßgeblich, auch für die Frage der Dringlichkeit, ist das Kindswohl; regelmäßiges fehlen eines dringenden Bedürfnisses, wenn die gesamte elterliche Sorge übertragen werden soll; faktische Präjudizwirkung; Eingr. in Grundrechte ...
Übertragung der elterlichen Sorge im Verfahren der einstweiligen Anordnung: Kindeswohl als maßgebliches Kriterium; faktische Präjudizwirkung bei Sorgerechtsentscheidung zum Zweck des Umzugs ins Ausland
FamFG § 49 Abs. 1; BGB § 1671 Abs. 2 Nr. 2
Keine Übertragung des vorläufigen Sorgerechts wegen Auslandsaufenthalt
AG Erlangen, 02.07.2010 - 6 F 786/10
NJW-RR 2011, 219
MDR 2010, 1469
FamRZ 2011, 131
Der Berechtigung des Familiengerichts, im Wege der einstweiligen Anordnung die elterliche Sorge zu regeln, steht schließlich auch nicht das verfassungsrechtliche Gebot entgegen, wonach bei einer einstweiligen Sorgerechtsregelung zu berücksichtigen ist, dass die auf diese Weise eröffnete Möglichkeit der Wahrnehmung der Elternverantwortung eine endgültige Sorgeregelung faktisch erheblich beeinflussen kann (…vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 27. Juni 2008 - 1 BvR 1265/08 -, FamRZ 2009, 189 [bei juris Rz. 19]; OLG Nürnberg, Beschluss vom 9. September 2010 - 11 WF 972/10 -, NJW-RR 2011, 219 [bei juris Rz. 15]): Insoweit ist nämlich zu berücksichtigen, dass durch die einstweilige Anordnung im Grunde genommen lediglich die Elternvereinbarung vom 10. November 2011 nachgezeichnet wird; der Lebensmittelpunkt der Kinder wurde dadurch gerade nicht verändert.
Das gilt umso mehr, als die angegriffene Entscheidung im Wege der einstweiligen Anordnung erging; insbesondere in einem summarischen Verfahren, in dem nur ein geringeres Beweismaß gilt (§ 51 Abs. 1 Satz 2 FamFG), wird ein entsprechend dringendes Regelungsbedürfnis im Allgemeinen nur in engen Ausnahmefällen gegeben sein (vgl. OLG Nürnberg, Beschluss vom 9. September 2010 - 11 WF 972/10 -, NJW-RR 2011, 219 [bei juris Rz. 12] sowie Zöller/Feskorn, ZPO [29. Aufl. 2012], § 49 FamFG Rn. 16).