Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=30.01.1980&Aktenzeichen=I%20R%20194/77
Timestamp: 2019-05-21 05:55:29
Document Index: 378425079

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 118', '§ 4', '§ 12', '§ 118', '§ 12']

BFH, 30.01.1980 - I R 194/77 - dejure.org
https://dejure.org/1980,625
BFH, 30.01.1980 - I R 194/77 (https://dejure.org/1980,625)
BFH, Entscheidung vom 30.01.1980 - I R 194/77 (https://dejure.org/1980,625)
BFH, Entscheidung vom 30. Januar 1980 - I R 194/77 (https://dejure.org/1980,625)
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EStG §§ 4 Abs. 4, 12 Nr. 2; FGO § 118 Abs. 2
Darlehnszinsen - Vereinbarung zwischen Eltern und Kindern - Gewerbliche Einkünfte - Betriebsausgaben - Unterhaltszahlung - Einspruchsentscheidung - Revisionsverfahren
EStG § 4 Abs. 4, § 12 Nr. 2; FGO § 118 Abs. 2
BFHE 130, 265
DB 1980, 2166
BStBl II 1980, 449
Denn stellt die zivilrechtliche Unwirksamkeit nur ein Beweisanzeichen gegen die Ernsthaftigkeit der getroffenen Vereinbarung dar (vgl. BFH-Urteile vom 30. Januar 1980 I R 194/77, BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449; vom 19. September 1974 IV R 95/73, BFHE 113, 558, BStBl II 1975, 141), so ist angesichts der tatsächlichen Durchführung der Verträge indiziell auch zu würdigen, dass die Parteien nach Erkennen der Unwirksamkeit zeitnah auf eine Genehmigung durch den Ergänzungspfleger hinwirkten.
Die zivilrechtliche Unwirksamkeit eines Vertrages, insbesondere zwischen Nahestehenden (z. B. Eheleuten, Angehörigen, Kapitalgesellschaft und beherrschendem Gesellschafter) indiziert im allgemeinen eine mangelnde Ernsthaftigkeit schuldrechtlicher Leistungsverpflichtungen (vgl. z. B. auch BFH-Urteil vom 30. Januar 1980 I R 194/77, BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449 m. w. N.).
Nach dem BFH-Urteil vom 30. Januar 1980 I R 194/77 (BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449) sind "Darlehenszinsen", die mit Unterhaltsleistungen verrechnet werden, im wirtschaftlichen Ergebnis unter § 12 Nr. 2 EStG fallende Unterhaltszahlungen.
Unabhängig von der Frage der Ernsthaftigkeit der Vereinbarung (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 30. Januar 1980 I R 194/77, BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449) ist die zivilrechtliche Wirksamkeit des Vertrags erforderlich, um eine klare Trennung zwischen Verwaltung des eigenen Vermögens und Verwaltung des Kindervermögens durch die Eltern zu gewährleisten.
Im Hinblick hierauf werden derartige Verträge nur berücksichtigt, wenn sie rechtswirksam zustande gekommen sind, inhaltlich dem unter Dritten Üblichen entsprechen und auch wie unter Dritten vollzogen werden (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 30. Januar 1980 I R 194/77, BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449; vom 14. April 1983 IV R 198/80, BFHE 138, 359, BStBl II 1983, 555; vom 22. Mai 1984 VIII R 35/84, BFHE 142, 28, BStBl II 1985, 243; vom 28. Januar 1986 IX R 12/80, BFHE 146, 68, BStBl II 1986, 348).
Das Darlehensverhältnis kann nicht als Ersatz für die Auszahlung und damit als Vollzug der Verträge über die stille Beteiligung zugrunde gelegt werden, weil im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern im Steuerrecht nur zivilrechtlich wirksame Verträge berücksichtigt werden (BFH-Urteil vom 30. Januar 1980 I R 194/77, BFHE 130, 265, BStBl II 1980, 449).