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Timestamp: 2019-05-25 08:53:57
Document Index: 30308726

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

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Stechuhr für alle? So reagiert das Netz auf das umstrittene EuGH-Urteil – Nachrichten
Ein neues EuGH-Urteil verpflichtet Arbeitgeber in der EU zur systematischen Erfassung der Arbeitszeit. Das Netz reagiert gemischt – teils mit Begeisterung, teils mit Fassungslosigkeit.
Kurz vor der Europawahl am 26. Mai 2019 überrascht der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit einem ungewöhnlichen Urteil: Arbeitgeber müssen demnach die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten systematisch erfassen. Das entschieden die obersten EU-Richter am Dienstag in Luxemburg. Mit dem Urteil will die EU die zugesicherten Rechte von Arbeitnehmern stärken. Nur so lasse sich überprüfen, ob zulässige Arbeitszeiten überschritten würden, heißt es in der Urteilsbegründung.
Das Urteil könnte große Auswirkungen auf den Arbeitsalltag auch in Deutschland haben. Denn längst werden nicht in allen Branchen Arbeitszeiten systematisch erfasst. Auch Heimarbeit oder Außendienst müssten demnach künftig registriert werden, etwa über Apps oder eine elektronische Erfassung am Laptop. Wird abends von zu Hause noch dienstlich telefoniert oder werden E-Mails geschrieben, könnte auch dies unter die Pflicht zur Erfassung fallen.
Die Reaktionen im Netz fielen dementsprechend gemischt aus. Während manche das Urteil mit Blick auf die enormen Überstunden begrüßen, fürchten andere das Ende von neuen Arbeitsmodellen. Wir haben die wichtigsten Reaktionen gesammelt.
So reagiert das Netz auf das Arbeitszeit-Urteil
Wir sollten nicht Arbeitszeit, sondern Ergebnisse kontrollieren. Diese Regulierung ist ein Innovationshemmer und geht exakt in die falsche Richtung: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zu Arbeitszeiterfassung verpflichten https://t.co/rGv2LOASJU
— Ansgar Oberholz (@ansgaroberholz) May 14, 2019
Wie erfasse ich denn bitte “Sitze abends auf dem Sofa und denke darüber nach, wie wir neue Zielgruppen erreichen” oder “nehme beim Heimradeln noch schnell einen Anruf an” oder “Kind sitzt beim Conference Call auf meinem Schoss”?https://t.co/4Qbj7UQuY3#EuGH #fail
— Laura S. Dornheim (@schwarzblond) May 14, 2019
#NewWork my ass! Schade, dass das #EuGH so kurz vor der #Europawahl mit solch rückwärtsgewandten Urteilen längst überwunden geglaubte Arbeitsmodelle zementiert. Die berüchtigte Stempeluhr passt leider zu gut ins Narrativ einer Bürokratie-fixierten EU.https://t.co/2nn2L9z6YL
— Björn Waide (@waide) May 14, 2019
Deutsche Bank 0:1 Gewerkschaften. Das Ende der #Stechuhr schien wie ein Fortschritt in eine flexiblere Arbeitswelt. In der Realität führt die #Flexibilität nur zur Dauererreichbarkeit und Entgrenzung der #Arbeitszeit. Dem muss Einhalt geboten werden! #EuGH https://t.co/iMvRJwu8Hl
— Bernd Riexinger (@b_riexinger) May 14, 2019
Endlich ist jetzt richterlich festegestellt, was normaler Menschenverstand uns schon lange gesagt hat: kein Arbeitsschutz, keine gerechten Löhne ohne ordentliche Arbeitszeiterfassung. Danke EuGH! #arbeitszeiterfassung#eughhttps://t.co/Ek6Tnrq46G
— Yasmin Fahimi (@FahimiYasmin) May 14, 2019
Ein Hoch auf den #EuGH: #Arbeitszeit muss komplett erfasst werden. #Europa – gut gegen Entgrenzung und Milliarden unbezahlter Überstunden. #Europawahl2019
— Olli Suchy (@herrsuschi) May 14, 2019
Natürlich sollen Arbeitgeber dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten Ihre Arbeitszeit erfassen und auch entsprechend honoriert werden. Aber dazu braucht es doch kein Urteil des #EuGH. Und dieses Urteil wird zu enormer Bürokratie führen.
— Marcus Knauf (@MarcusKnauf) May 14, 2019
Freue mich schon darauf, meinen Arbeitgeber und mich selbst in die Illegalität zu treiben, indem ich am heimischen Sofa nach 19 Uhr noch eine Mail beantworte. #EuGH https://t.co/Gc5QuUzzvq
— Richard Volkmann (@richvolkmann) May 14, 2019
Das ist eine unverhältnismäßige Unverschämtheit- und zwar für alle. Unnötige Bürokratie für Arbeitgeber, unnötige Einschränkung der Arbeitnehmer, die mehr als dankbar sind für Vertrauensarbeitszeit und die Flexibilität ihrer Arbeitgeber.
— Conservative Girl (@Conserv08401933) May 14, 2019
Okay, für die 7.000 Arbeitnehmer ist es natürlich blöd, da sie nun nicht mehr ohne Vergütung für ihren Arbeitgeber arbeiten dürfen. Die übrigen 40.000.000 Arbeitnehmer bedanken sich recht herzlich beim #EuGH.
— 👔 Thorsten Dörnbach 🇪🇺🇺🇳⚾⚽ (@TDoernb) May 14, 2019
WTF? So Lebensfremd, wie der #EUGH heute entschieden hat 🙄
Die Schlußfolgerung „Nur wenn genau kontrolliert wird kann man wissen wo verstossen wird“. So etwas kann nur jemand entscheiden, der selbst nie so gearbeitet hat. Sorry, aber das ist hahnebüchen…
— Dennis Wagner (@wagnerdennis) May 14, 2019
Die Zeiterfassung in unserem Betrieb läuft so:
Wer zu spät ist, bekommt ein Minus.
Wer länger bleibt, bekommt kein Plus.
Wer die Pause überzieht, bekommt ein Minus.
Wer keine Pause macht, hat Pech gehabt.
Soviel dazu #Arbeitszeiterfassung
— Sa.bee (@istes_so) May 14, 2019
Eine gute Entscheidung, die die in Deutschland millionenfach geleisteten Überstunden für jeden Angestellten sichtbar machen. Das dürfte auch der Vereinbarkeit von #Beruf und #Familie vieler Mütter und Väter zugute kommen. #Arbeitszeit #arbeitszeiterfassung https://t.co/lrYchVxdVe
— Ulrich Hoffmann (@praesidentfdk) May 14, 2019
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit, -orte und -aufgaben benötigen Struktur. Der Motor dieser Entwicklung ist die Digitalisierung und die wird auch dafür sorgen, das die strukturelle Erfassung von #Arbeitszeit fair und genau geschieht. #arbeitszeiterfassung #kommmitmensch https://t.co/nx6Q8GdMD4
— Tom Pannwitt (@TomVorOrt) May 14, 2019
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