Source: https://dejure.org/BGBl/2014/BGBl._I_S._410
Timestamp: 2018-08-18 23:44:15
Document Index: 343478131

Matched Legal Cases: ['§ 331', '§ 108', 'BGH', 'BGH', '§ 108', '§ 120', '§ 108', '§ 141', '§ 80', '§ 21']

BGBl. I 2014 S. 410 - Achtundvierzigstes Strafrechtsänderungsgesetz - Erweiterung des Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung - dejure.org
BGBl. I 2014 S. 410
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2014 Teil I Nr. 17, ausgegeben am 29.04.2014, Seite 410
04.02.2014 BT Abgeordnetenbestechung (in: Plenarsitzungen vom 12. bis 14. Februar)
12.02.2014 BT Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung
12.02.2014 BT Diätenerhöhung und Abgeordnetenbestechung
13.02.2014 BT Anhörung mit Experten zu Korruption
14.02.2014 BT Edathy, Ukraine, NSU, Mieten, Diäten
14.02.2014 BT Diätenpläne der Koalition in der Kritik
17.02.2014 BT Bestechung auf allen Ebenen bekämpfen
17.02.2014 BT Experten befürworten Kampf gegen Korruption
17.02.2014 BT Diätenanhebung und Abgeordnetenbestechung
19.02.2014 BT Ja zu Gesetz gegen Korruption
21.02.2014 BT Neuregelungen bei Diäten und Bestechung
21.02.2014 BT Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung erweitert (in: Bundestagsbeschlüsse vom 20. und 21. Februar)
14.03.2014 BR Abgeordnetenbestechung bekämpfen - Abgeordnetenbestechung bekämpfen
26.09.2014 BT UN-Übereinkommen gegen Korruption (in: Bundestagsbeschlüsse vom 24. bis 26. September)
22.12.2014 BT Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung erweitert (in: Wichtige Beschlüsse des Bundestages 2014)
Da Handlungen des Angeklagten als mit Verwaltungsfunktionen betrauter ehrenamtlicher Beigeordneter und nicht Tätigkeiten bei Wahrnehmung seines Mandats als Stadtratsmitglied inmitten stehen, richtet sich die Strafbarkeit allein nach § 331 StGB und nicht nach den Vorschriften über die Abgeordnetenbestechung (vgl. BT-Drucks. 18/476 S. 8 zu § 108e Abs. 1 und Abs. 3 Nr. 1 StGB n. F., sowie Senat, Urteil vom 12. Juli 2006 - 2 StR 557/05, wistra 2006, 419, 420 und BGH, Urteil vom 9. Mai 2006 - 5 StR 453/05, BGHSt 51, 44, 57 f., jeweils zu § 108e Abs. 1 a. F.).
b) Die Feststellungen tragen auch unter Berücksichtigung der durch das 48. Strafrechtsänderungsgesetz vom 23. April 2014 (BGBl. I S. 410) mit Wirkung vom 1. September 2014 geänderten Gesetzesfassung den Schuldspruch wegen Abgeordnetenbestechung.
Nach der Gesetzesbegründung sind die Tatbestandsmerkmale Auftrag und Weisung weit und im Sinne eines allgemeinen Sprachgebrauchs zu verstehen; sie erfassen jede Handlung, die den Abgeordneten dazu bewegen soll, sich dem Interesse des Auftrags- oder Weisungsgebers zu unterwerfen (vgl. BT-Drucks. 18/476 S. 8).
Der Mandatsträger kann sich in diesem Zusammenhang nicht darauf berufen, dass er sich ohnehin im Sinne des Zuwendenden verhalten wollte (BT-Drucks. 18/476 aaO).
Der äußere Erklärungswert des festgestellten Verhaltens, nämlich das Eingehen des Angeklagten auf den ihm offerierten Beratervertrag, der - wenn auch ungeschrieben - sein zukünftiges Abstimmungsverhalten hinsichtlich eines bestimmten, vom Vorteilsgeber betriebenen Projekts beinhaltete, lässt sich hier nur so interpretieren, dass der Angeklagte nach Weisung des Vorteilsgebers abstimmen sollte und etwaige entgegenstehende innere Überzeugungen dessen Interessen unterordnete (vgl. BT-Drucks. 18/476 S. 5 ff.).
Zwar sind nach § 120b Satz 1 GVG für die Verhandlung und Entscheidung im ersten Rechtszug bei Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern (§ 108e StGB) mit Wirkung vom 1. September 2014 die Oberlandesgerichte zuständig, in deren Bezirk die Landesregierungen ihren Sitz haben; zuständige Staatsanwaltschaft ist dabei nach §§ 141, 142 Abs. 1 Nr. 2 GVG die dortige Generalstaatsanwaltschaft (vgl. BT-Drucks. 18/607 S. 9).
Das Bundesverwaltungsgericht ist nach § 80 der Wehrdisziplinarordnung vom 16. August 2001 (BGBl I S. 2093, zuletzt geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 28. August 2013, BGBl I S. 3386) - WDO - in Verbindung mit § 21b Abs. 6 Satz 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes (in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. Mai 1975 (BGBl I S. 1077, zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 23. April 2014, BGBl I S. 410) - GVG - für die Entscheidung über die Wahlanfechtung instanziell zuständig (s.a. Beschluss vom 12. November 1973 - BVerwG 7 A 7.72 - BVerwGE 44, 172).