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Timestamp: 2016-10-25 10:32:36
Document Index: 66529735

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 1', 'Art. 105', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'Art. 416', 'Art. 648', 'Art. 160', 'Art. 260', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 35', 'Art. 7', 'Art. 36', 'Art. 416', 'Art. 260', 'BGE', 'BGE', 'Art. 260', 'Art. 160', 'BGE', 'Art. 137', 'BGE', 'Art. 137', 'Art. 160', 'Art. 137', 'Art. 160', 'Art. 724', 'BGE', 'Art. 724', 'Art. 723', 'Art. 137', 'Art. 137', 'Art. 160', 'Art. 35', 'Art. 724', 'Art. 723', 'BGE', 'Art.160', 'Art. 160', 'Art. 160', 'Art.137', 'BGE', 'Art. 160', 'Art. 724', 'Art. 137', 'Art. 7', 'Art. 156', 'Art. 159', 'Art. 160', 'Art. 6', 'Art. 8']

1A.211/2002 (31.01.2003)
X.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Bundesamtes f�r Justiz, Abteilung Internationale Rechtshilfe, Sektion Auslieferung, vom 19. September 2002.
Die italienischen Strafjustizbeh�rden ermitteln gegen die US-amerikanische Staatsangeh�rige X.________ sowie 123 weitere Personen wegen des Verdachtes der kriminellen Vereinigung und der Hehlerei an arch�ologischen Kulturg�tern und Wertgegenst�nden. Gest�tzt auf einen (von Interpol Rom �bermittelten) Haftbefehl des Untersuchungsrichters am Gericht von Foggia/I vom 1. August 2001 wurde X.________ am 1. Oktober 2001 (an ihrem Wohnort im Kanton Z�rich) verhaftet und in vorl�ufige Auslieferungshaft versetzt. Anl�sslich ihrer Einvernahme vom 3. Oktober 2001 widersetzte sich die Verfolgte einer vereinfachten Auslieferung nach Italien. Gleichentags erliess das Bundesamt f�r Justiz (BJ) einen Auslieferungshaftbefehl gegen sie. Am 16. und 17. Oktober 2001 erfolgte (in Anwesenheit von italienischen Ermittlungsbeamten) eine Durchsuchung der Wohn- und Gesch�ftsr�umlichkeiten der Verfolgten sowie die Beschlagnahme von antiken Wertgegenst�nden.
Ein Haftentlassungsbegehren von X.________ wies das BJ mit Verf�gung vom 18. Oktober 2001 ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess die Anklagekammer des Bundesgerichtes mit Urteil vom 14. November 2001 gut, worauf die Verfolgte am 15. November 2001 (gegen eine Kaution von CHF 50'000.-- sowie Hinterlegung von Reisepass und Ausweispapieren) aus der Auslieferungshaft entlassen wurde.
Mit diplomatischer Note vom 22. Oktober 2001 ersuchte die italienische Botschaft in Bern um Auslieferung der Verfolgten bzw. Beschlagnahme und Sachauslieferung von arch�ologischen Kulturg�tern und Wertgegenst�nden. Das BJ bewilligte mit Verf�gung vom 19. September 2002 die Auslieferung der Verfolgten an Italien. Ein Entscheid �ber das Sachauslieferungsbegehren ist noch nicht ergangen.
Gegen den Auslieferungsentscheid des BJ gelangte X.________ mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 14. Oktober 2002 (erg�nzt am 21. Oktober 2002) an das Bundesgericht. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Verweigerung der Auslieferung.
Das BJ beantragt mit Vernehmlassung vom 8. November 2002 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdef�hrerin replizierte (mit Erg�nzung) am 10. Januar 2003.
1.1 Die Beurteilung von Auslieferungsersuchen der Republik Italien richtet sich zun�chst nach dem Europ�ischen Auslieferungs�bereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe, SR 0.353.1) sowie dem Zweiten Zusatzprotokoll zum EAUe vom 17. M�rz 1978 (SR 0.353.12), welchen beide Staaten beigetreten sind. Soweit die genannten Staatsvertr�ge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln (vgl. BGE 123 II 279 E. 2d S. 283), kommt das schweizerische Landesrecht zur Anwendung, namentlich das Bundesgesetz �ber internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. M�rz 1981 (IRSG, SR 351.1) und die dazugeh�rende Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV, SR 351.11; vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. a IRSG).
1.3 Zul�ssige Beschwerdegr�nde sind sowohl die Verletzung von Bundesrecht (inklusive Staatsvertragsrecht), einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, als auch die R�ge der unrichtigen oder unvollst�ndigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts; der Vorbehalt von Art. 105 Abs. 2 OG trifft hier nicht zu (Art. 104 lit. a - b OG; vgl. BGE 117 Ib 64 E. 2b/bb S. 72). Soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegeben (und die staatsrechtliche Beschwerde daher ausgeschlossen) ist, kann auch die Verletzung verfassungsm�ssiger Individualrechte bzw. der EMRK mitger�gt werden (BGE 122 II 373 E. 1b S. 375).
Laut Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen und in dessen Beilagen h�tten in Italien zwei "kriminelle Vereinigungen" bestanden, welche den Zweck verfolgt h�tten, aus verschiedenen Regionen Italiens stammende arch�ologische Gegenst�nde zu hehlen bzw. illegal ins Ausland zu schleusen. Mittelsm�nner im In- und Ausland h�tten Fundst�cke (von teilweise hohem wirtschaftlichem und kunsthistorischem Wert) zum Verkauf angeboten, welche zuvor bei illegalen Ausgrabungen bzw. von lokalen "Grabr�ubern" gezielt gesucht worden seien. Gem�ss italienischem Recht sei der italienische Staat Eigent�mer solcher Fundst�cke. Deren Herkunft sei mittels falscher Kaufs- und Verkaufsbest�tigungen von Kunstgalerien in Grossbritannien, Frankreich, Belgien, der Schweiz, Spanien und Deutschland verschleiert worden. In der Schweiz gebe es Inhaber von Galerien sowie unverd�chtige Kunstspezialisten, deren Aufgabe es gewesen sei, die Fundst�cke zu "rezyklieren" bzw. in den legalen Markt einzuschleusen. Wichtigster Hehler und Chef der einen kriminellen Vereinigung sei A.________ gewesen. Beim Chef der zweiten Bande handle es sich um B.________.
Die Beschwerdef�hrerin sei Inhaberin einer Kunstgalerie in Z�rich und gelte als Bezugsperson von A.________ bzw. als hehlerische "Endabnehmerin" wertvoller arch�ologischer Fundst�cke. Ihre Aufgabe sei es gewesen, Spuren der widerrechtlichen Herkunft dieser Gegenst�nde zu verschleiern. Insbesondere habe sie Kontakte zu internationalen Kunsth�ndlern und wichtigen Versteigerungsh�usern gepflegt. Ausserdem habe sie �ber ein ausgedehntes Netz von italienischen Lieferanten verf�gt, welche im illegalen Handel arch�ologischer G�ter t�tig gewesen seien. Insbesondere habe sie pers�nlich die Gesch�fte mit den italienischen Schiebern C.________ und D.________ abgewickelt.
Das Verhalten der Verfolgten sei nach italienischem Recht als Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ("associazione per delinquere", Art. 416 Abs. 1 CP ital.) bzw. als Kulturg�terhehlerei ("ricettazione", Art. 648 CP ital.) zu qualifizieren.
Nach Auffassung des BJ "k�nnte ein solches Verhalten als Hehlerei unter Art. 160 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) subsumiert werden". Eine kriminelle Vereinigung nach italienischem Recht sei zwar "nicht mit dem Tatbestand der kriminellen Organisation nach schweizerischem Recht (Art. 260ter StGB) gleichzusetzen". Es komme jedoch "Mitt�terschaft bei Hehlerei" in Frage. Soweit "die der Verfolgten vorgeworfenen Tathandlungen der Sachverhaltsdarstellung" des Ersuchens "entnommen werde k�nnen und diese auch nach schweizerischem Recht strafbar w�ren", br�uchten "die Funktionen und Aufgaben der anderen Mitbeteiligten nicht im Einzelnen beschrieben zu sein". Was die angeblichen Tathandlungen der Beschwerdef�hrerin betrifft, w�rden von den italienischen Beh�rden zwar "keine Transaktionen an einzelnen, genau bestimmbaren Fundobjekten beschrieben". Es liessen sich dem Ersuchen jedoch "die wesentlichen Elemente der grunds�tzlichen Vorgehensweise (z.B. Verfolgte als Endabnehmerin der sich im Eigentum Italiens befindlichen Fundobjekte, Verschleierung von deren Herkunft mit Hilfe von gef�lschten Verkaufs- und Kaufsbest�tigungen)" entnehmen.
Die Beschwerdef�hrerin bringt im Wesentlichen vor, das Ersuchen selbst enthalte keine rechtliche Qualifikation des inkriminierten Sachverhaltes; beim Haftbefehl des Untersuchungsrichters am Gericht von Foggia vom 1. August 2001 handle es sich lediglich um eine Beilage zum Ersuchen. Selbst wenn angenommen w�rde, das Ersuchen sei hinsichtlich der rechtlichen Ausf�hrungen vollst�ndig, werde darin der inkriminierte Sachverhalt nicht ausreichend umschrieben. Insbesondere finde sich im Ersuchen und dessen Beilagen "nicht der geringste Hinweis" auf die Zusammensetzung der angeblich illegal exportierten und hehlerisch gehandelten Gegenst�nde nach deren "Anzahl, Art und Wert". Es werde einzig auf eine "grosse Sammlung von C.________" hingewiesen, welche aber "ebenso wenig n�her spezifiziert" werde. Sodann werde nicht beschrieben, wie die Fundgegenst�nde angeblich in die Schweiz gelangt seien, "also wer sie der Beschwerdef�hrerin wo und an welchen Daten �bergeben haben soll", an wen diese weiter verkauft und was sie dabei erl�st habe bzw. wohin der Erl�s geflossen sei.
Ausserdem mangle es an der Rechtshilfevoraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit. Insbesondere habe der Staat Italien die Berechtigung seiner Verm�gensanspr�che nicht plausibel gemacht. Italien verbiete erst seit 1939 die Ausfuhr antiker M�nzen. Da als angebliche Hehlerware nur Gegenst�nde ohne besonderen wissenschaftlichen Wert in Frage k�men, fehle es nach schweizerischem Recht an einem strafbaren Verm�gensdelikt (Fundunterschlagung) als Vortat der angeblichen Hehlerei. Dar�ber hinaus drohe der Beschwerdef�hrerin im Falle einer Auslieferung eine menschenrechtswidrige Behandlung. Der italienische Staat sei in tausenden von F�llen wegen systematischer Prozessverschleppung vom Europ�ischen Gerichtshof f�r Menschenrechte verurteilt worden. In Missachtung entsprechender Resolutionen des Europarates weigere sich der italienische Staat, diesbez�glich Abhilfe zu schaffen. Angesichts der "masslosen" Haltung der bei der Hausdurchsuchung und Beschlagnahme anwesenden italienischen Beamten (die f�r ca. 80% der Warenbest�nde der Beschwerdef�hrerin pauschale Verm�gensanspr�che des italienischen Staates geltend gemacht h�tten) erscheine das Rechtshilfeersuchen zudem als unverh�ltnism�ssige "fishing expedition".
Im �brigen erscheine das Auslieferungsersuchen unverh�ltnism�ssig. Dabei sei auch den pers�nlichen, gesch�ftlichen und gesundheitlichen Nachteilen Rechnung zu tragen, welche eine Auslieferung nach sich z�ge. Die Verfolgte wohne seit ihrer fr�hesten Kindheit in der Schweiz. Zur Kl�rung der in Italien untersuchten F�lle von illegalem Kulturg�terhandel gen�ge es, die Beschwerdef�hrerin n�tigenfalls rogatorisch einzuvernehmen. Ausserdem sei bereits die rechtshilfeweise Beschlagnahme von 80% der Warenbest�nde der Verfolgten sowie von Gesch�ftsunterlagen erfolgt. Schliesslich macht die Verfolgte geltend, es werde ihr keine illegale T�tigkeit auf italienischem Hoheitsgebiet vorgeworfen. Da nach Art. 3 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die schweizerische Strafrechtshoheit und Gerichtsbarkeit gegeben sei, bestehe f�r die Schweiz keine Auslieferungspflicht. Selbst im (unwahrscheinlichen) Falle einer Verurteilung dr�nge sich zumindest ein Strafvollzug bzw. eine Resozialisierung in der Schweiz auf.
5.1 Das Auslieferungsbegehren hat unter anderem eine Darstellung der Handlungen zu enthalten, derentwegen um Auslieferung ersucht wird. Zeit und Ort ihrer Begehung und ihre rechtliche W�rdigung unter Bezugnahme auf die anwendbaren Gesetzesbestimmungen sind so genau wie m�glich anzugeben (Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe).
Von den Beh�rden des ersuchenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand des h�ngigen Strafverfahrens bildet, l�ckenlos und v�llig widerspruchsfrei darstellen. Das w�re mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen andern gerade deswegen um Unterst�tzung, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte kl�ren kann. Es reicht daher unter dem Gesichtspunkt des hier massgebenden Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe aus, wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen sowie in dessen Erg�nzungen und Beilagen den schweizerischen Beh�rden erm�glichen zu pr�fen, ob ausreichende Anhaltspunkte f�r eine auslieferungsf�hige Straftat vorliegen, ob Verweigerungsgr�nde gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Begehren allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Beh�rde die Tatvorw�rfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Die ersuchte Beh�rde hat weder Tat- noch Schuldfragen zu pr�fen und grunds�tzlich auch keine Beweisw�rdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, L�cken oder Widerspr�che sofort entkr�ftet wird (vgl. BGE 125 II 250 E. 5b S. 257; 122 II 134 E. 7b S. 137, 367 E. 2c S. 371, 422 E. 3c S. 431; 120 Ib 251 E. 5c S. 255; 118 Ib 111 E. 5b S. 121 f.; 117 Ib 64 E. 5c S. 88, je mit Hinweisen).
5.2 Nach Massgabe des EAUe sind die Vertragsparteien grunds�tzlich verpflichtet, einander Personen auszuliefern, die von den Justizbeh�rden des ersuchenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht werden (Art. 1 EAUe). Auszuliefern ist wegen Handlungen, die sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach demjenigen des ersuchten Staates mit einer Freiheitsstrafe (oder die Freiheit beschr�nkenden sichernden Massnahme) im H�chstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer schwereren Strafe bedroht sind (Art. 2 Ziff. 1 EAUe; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 lit. a IRSG).
5.3 Der ersuchte Staat kann die Auslieferung des Verfolgten wegen einer strafbaren Handlung ablehnen, die nach seinen Rechtsvorschriften ganz oder zum Teil auf seinem Hoheitsgebiet oder an einem diesem gleichgestellten Ort begangen worden ist (Art. 7 Ziff. 1 EAUe). F�r eine Tat, die der schweizerischen Gerichtsbarkeit unterliegt, kann der Verfolgte ausnahmsweise ausgeliefert werden, wenn besondere Umst�nde, namentlich die M�glichkeit der besseren sozialen Wiedereingliederung, dies rechtfertigen (Art. 36 Abs. 1 IRSG).
Die ersuchende Beh�rde wirft der Verfolgten die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ("associazione per delinquere") gem�ss Art. 416 Abs. 1 des italienischen Strafgesetzbuches vor. Dem BJ ist darin zuzustimmen, dass dem Ersuchen keine Anhaltspunkte f�r das Vorliegen einer kriminellen Organisation im Sinne des schweizerischen Strafrechts (Art. 260ter Ziff. 1 StGB ) zu entnehmen sind (vgl. dazu BGE 128 II 355 E. 2.2-2.6 mit Hinweisen; s. auch BGE 125 II 569 E. 5c S. 574). Eine blosse Mehrheit von Personen, die gemeinsam (mitt�terschaftlich oder in anderer Teilnahmeform) Straftaten begeht (z.B. Hehlerei oder Urkundenf�lschung), stellt noch keine kriminelle Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB dar.
Konkret wird der Verfolgten im Ersuchen vorgeworfen, sie habe zwischen 4. Oktober 2000 und 1. August 2001 Kontakte mit A.________ unterhalten, der als Hehler von antiken Kunstgegenst�nden aufgetreten sei, bzw. sie sei dessen "Bezugsperson" gewesen. Ausserdem habe sie mit C.________ und D.________, welche illegal mit arch�ologischen G�tern gehandelt h�tten, pers�nlich Gesch�ftsbeziehungen unterhalten. Weitere konkrete Anhaltspunkte f�r den Verdacht, dass sie bei der Verschleierung der Herkunft illegal ausgef�hrter arch�ologischer Wertgegenst�nde bewusst mitgewirkt haben k�nnte, werden im Ersuchen und dessen Beilagen nicht genannt. Insbesondere wird nicht behauptet, sie selbst habe falsche Herkunftsbescheinigungen ausgestellt oder andere Urkundenf�lschungen begangen. Ebenso wenig wird (ausdr�cklich) behauptet, sie habe gewusst, dass es sich bei Teilen der von ihr angebotenen Kunstgegenst�nde um angebliche Hehlerware gehandelt h�tte. Die einzelnen Gegenst�nde, an denen sich die Verfolgte der Hehlerei schuldig gemacht haben soll, werden im Ersuchen nicht konkret genannt bzw. spezifiziert.
7.1 Im Ersuchen und dessen Beilagen wird nicht dargelegt, dass die Beschwerdef�hrerin in Italien Hehlerware entgegengenommen, selbst Kunstgegenst�nde hinausgeschmuggelt oder in Italien andere illegale Vorkehren getroffen h�tte. Es wird hingegen geltend gemacht, ihre Galerie sei Endabnehmerin ("terminale") der illegal aus Italien exportierten antiken Fundgegenst�nde gewesen, und die Verfolgte habe (von der Schweiz aus) f�r die Verschleierung der illegalen Herkunft bzw. den Weiterverkauf gesorgt.
7.2 Gem�ss Art. 160 Ziff. 1 StGB macht sich wegen Hehlerei strafbar, wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen das Verm�gen erlangt hat, (insbesondere) erwirbt oder ver�ussern hilft. Der Grund der Strafbarkeit des Hehlers liegt darin, dass er einen durch das Vordelikt geschaffenen rechtswidrigen Zustand fortsetzt und festigt. Er hindert oder erschwert damit die Wiederherstellung des durch das Vordelikt gest�rten rechtm�ssigen Zustandes, beispielsweise die Wiedererlangung der Sache durch den Berechtigten (BGE 117 IV 445 E. 1b S. 446 f.; 116 IV 193 E. 2-3 S. 197 f., je mit Hinweisen).
Als Vortat der Hehlerei kommt namentlich eine unrechtm�ssige Aneignung (Art. 137 Ziff. 1 StGB) in Frage (vgl. BGE 127 IV 79 E. 2a-b S. 81-83 mit Hinweisen). Nach diesem Tatbestand wird mit Gef�ngnis oder mit Busse bestraft, wer sich eine fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtm�ssig zu bereichern. Da die Strafandrohung von Art. 137 Ziff. 1 StGB milder ist als diejenige von Art. 160 Ziff. 1 StGB, findet auf den betreffenden Hehler ebenfalls die Strafandrohung von Art. 137 Ziff. 1 StGB Anwendung (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 2 StGB).
7.3 In seinem Urteil 1A.215/2000 vom 16. Oktober 2000 hatte das Bundesgericht ein Auslieferungsgesuch der T�rkei wegen mutmasslicher Hehlerei an antiken Kunstgegenst�nden zu beurteilen, welche aus illegalen Ausgrabungen stammten. Dem Verfolgten wurde vorgeworfen, er habe unter anderem alte M�nzen und einen antiken Grabstein gehehlt. Das Bundesgericht erwog, dass (gem�ss Art. 724 Abs. 1 ZGB) arch�ologische Fundst�cke von erheblichem wissenschaftlichem Wert in das Eigentum des Kantons gelangen, in dessen Gebiet sie gefunden werden. Nach herrschender Lehre erwerbe der Kanton in dem Augenblick privatrechtliches Eigentum daran, in dem irgend eine Person solche Antiquarien findet (Urteil 1A.215/2000, E. 4b; s. auch BGE 113 Ia 368 E. 6b S. 382 f.; vgl. Renato Ammann, Das Fundrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Diss. Z�rich 1960, S. 92; Hans Leemann, Z�rcher Kommentar zum ZGB, Art. 724 N. 13; Werner Scheurer, Berner Kommentar zum ZGB, Art. 723/724 N. 17, 26, 28; a.M. Peter Liver, Das Eigentum, in: Schweizerisches Privatrecht V/1, Basel 1977, S. 367 Rz. 4, der dem Kanton nicht unmittelbar das Eigentum sondern nur ein Aneignungsrecht zuspricht). F�r den Finder handle es sich in diesem Fall um fremde bewegliche Sachen. Eignet er sich diese in Bereicherungsabsicht an, weil er sie etwa verkaufen will, erf�lle er den Tatbestand der unrechtm�ssigen Aneignung (Art. 137 Ziff. 1 StGB), selbst wenn sich die arch�ologischen Gegenst�nde (von erheblichem wissenschaftlichem Wert) seit deren Auffinden in seinem Gewahrsam befanden bzw. das betreffende Grundst�ck in seinem Eigentum stand (Urteil 1A.215/2000, E. 4b, mit Hinweisen auf Jakob Elser, Die Fundaneignung nach Schweizerischem Strafrecht, Diss. St. Gallen 1912, S. 51 f.; Rosalie Frenkel, Das Delikt der Fundunterschlagung nach modernem Recht, Diss. Z�rich 1910, S. 64 f.; Ernst Hafter, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil, Erste H�lfte, Berlin, 1937, S. 238; Paul Logoz, Commentaire du Code p�nal suisse, Partie sp�ciale, Bd. I, S. 130).
Der Umstand, dass allenfalls die Anwendung von Art. 137 Ziff. 2 bzw. Art. 160 Ziff. 1 Abs. 3 StGB (Antragserfordernis) in Frage k�me, stelle kein Auslieferungshindernis dar (Urteil 1A.215/2000, E. 4c/aa; vgl. Art. 35 Abs. 2 IRSG; Robert Zimmermann, La coop�ration judiciaire internationale en mati�re p�nale, Bern 1999, S. 84 f.). Ob antike Fundst�cke von erheblichem wissenschaftlichem Wert seien, m�sse allerdings durch ein Gutachten gekl�rt werden (Urteil 1A.215/2000, E. 4c/aa; vgl. auch Leemann, a.a.O., Art. 724 ZGB N. 10; Scheurer, a.a.O., Art. 723/724 ZGB N. 10).
7.4 Der subjektive Tatbestand von 160 Ziff. 1 StGB verlangt, dass der Hehler weiss oder annehmen muss, dass die fraglichen Gegenst�nde durch ein Verm�gensdelikt erlangt wurden (vgl. BGE 105 IV 303 E. 3a S. 305; 101 IV 402 E. 2 S. 405 f., je mit Hinweisen; G�nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 5. Aufl., Bern 1995, �20 Rz. 18 f.; Stefan Trechsel, Kurzkommentar StGB, 2. Aufl., Z�rich 1997, Art.160 N. 12).
Die im Ersuchen dargelegten Umst�nde, wonach die Beschwerdef�hrerin als spezialisierte Kunsth�ndlerin bzw. Numismatikerin antike arch�ologische Fundst�cke zum Verkauf angeboten habe, die teilweise aus Italien stammten, und dass sie Kontakte zu internationalen Auktionsh�usern gepflegt habe, verm�gen keinen Verdacht strafbarer Handlungen gegen sie zu begr�nden. Es wird von der ersuchenden Beh�rde nicht ausdr�cklich behauptet, die Verfolgte habe gewusst oder wissen m�ssen, dass es sich bei Teilen der von ihr angebotenen Kunstgegenst�nde um angebliche Hehlerware handelte. Ebenso wenig wird behauptet, die verd�chtigten italienischen Kunsth�ndler seien der Beschwerdef�hrerin im massgeblichen Zeitpunkt als mutmassliche Schieber bzw. Hehler bekannt gewesen oder sie habe damals aus anderen Gr�nden erkennen k�nnen, dass ihr Hehlerware angeboten worden sei. Dem gegen�ber liegen Stellungnahmen von Beh�rden, Fachexperten und Berufsorganisationen bei den Akten, welche der Beschwerdef�hrerin die Anwendung von besonderer Sorgfalt bzw. hoher fachlicher und ethischer Standards bei der Abkl�rung der Herkunft von Antiken bescheinigen. Vor diesem Hintergrund erscheint schon der subjektive Tatbestand von Art. 160 Ziff. 1 StGB zumindest fraglich.
7.5 Der objektive Tatbestand von Art. 160 Ziff. 1 StGB verlangt sodann, dass die gehehlten Gegenst�nde durch eine strafbare Handlung gegen das Verm�gen erlangt wurden. In Frage kommt namentlich eine unrechtm�ssige Aneignung (Art.137 Ziff. 1 StGB) als Vortat der Hehlerei (vgl. BGE 127 IV 79 E. 2a-b S.81-83).
7.5.1 Problematisch erscheint im vorliegenden Fall, dass das Ersuchen und dessen Beilagen keine n�heren Angaben �ber die Gegenst�nde enthalten, bei denen die Verfolgte sich der (Teilnahme an) Hehlerei schuldig gemacht haben soll. Im 242 Seiten umfassenden Haftbefehl des Untersuchungsrichters am Gericht von Foggia vom 1. August 2001 ist im Zusammenhang mit der Verfolgten von einigen Statuen aus der Periode des Hadrian sowie einigen Dutzend antiken r�mischen M�nzen die Rede, welche im Mai 2001 (an einem nicht n�her bekannten Fundort) ausgegraben worden seien. �ber die mutmassliche Herkunft der im Gesch�ft der Beschwerdef�hrerin beschlagnahmten 3'900 M�nzen und 260 Terracotta-Figuren (laut Beschwerdef�hrerin handelt es sich dabei um ca. 80% ihrer Warenbest�nde) wird im angefochtenen Entscheid des BJ nichts ausgef�hrt. Insbesondere wird nicht behauptet, dass die sichergestellten Statuen aus der Periode des Hadrian stammen w�rden (oder dass in anderer Hinsicht ein sachlicher Bezug zu den im Ersuchen genannten Gegenst�nden best�nde). Gem�ss den bei den Akten befindlichen Gutachten lag nur bei einem kleinen Teil der beschlagnahmten M�nzen der Pr�geort im heutigen Italien.
7.5.2 Da es bei der Pr�fung des objektiven Tatbestandes von Art. 160 Ziff. 1 StGB wesentlich auf den Gegenstand der inkriminierten Hehlerei ankommt, wirkt sich dieser Mangel an n�heren Sachangaben f�r die Rechtshilfevoraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit nachteilig aus. Zun�chst erscheint fraglich, ob ausreichende Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass die hier fraglichen M�nzen und Statuen der Republik Italien geh�ren bzw. dass sie illegal (bzw. nach 1939) aus Italien weggeschafft wurden. Der blosse Umstand, dass es sich laut Ersuchen um antike r�mische M�nzen bzw. um Statuen aus der Periode des Hadrian gehandelt habe, reicht daf�r jedenfalls kaum aus, zumal sich das r�mische Imperium im Altertum bekanntlich �ber grosse Teile Europas, Afrikas sowie Klein- und Mittelasiens erstreckte und der genaue Fundort der M�nzen und Statuen laut Ersuchen nicht bekannt sei.
Hinzu kommt, dass es sich um arch�ologische Objekte von erheblichem wissenschaftlichem Wert handeln m�sste. Falls dieser nicht erstellt ist, l�ge nach schweizerischem Recht (n�mlich gest�tzt auf Art. 724 Abs. 1 ZGB) kein staatliches Eigentum an herrenlosen Gegenst�nden und deshalb auch keine unrechtm�ssige Aneignung (Art. 137 Ziff. 1 StGB) als Vortat der mutmasslichen Hehlerei vor (vgl. dazu oben, E. 7.3). In dem im Urteil 1A.215/2000 (E. 4c/bb) beurteilten Fall st�tzte sich der Auslieferungsentscheid auf ein Gutachten, welches zum Schluss kam, dass die dort fraglichen antiken Fundgegenst�nde (aus der T�rkei) von erheblichem arch�ologischem Wert waren. Im vorliegenden Fall fehlt es an einem solchen Nachweis.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Sachverhaltsdarstellung des Ersuchens (nach schweizerischem Strafrecht und in Bezug auf die Person der Verfolgten) keine ausreichenden Anhaltspunkte f�r das Vorliegen der Tatbestandsmerkmale der Hehlerei (oder der Teilnahme daran) enth�lt. Nach dem Gesagten mangelt es an der Auslieferungsvoraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit.
Es kann offen bleiben, ob die von der Beschwerdef�hrerin zus�tzlich erhobenen Einw�nde begr�ndet w�ren, insbesondere, ob die Schweiz gest�tzt auf Art. 7 Ziff. 1 EAUe die Auslieferung ablehnen k�nnte.
Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG) und ist die anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrerin aus der Bundeskasse angemessen zu entsch�digen (Art. 159 OG).
Der vom Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin geltend gemachte Aufwand von 17 Stunden f�r die Analyse des angefochtenen Entscheides, das Aktenstudium, die Beratung der Klientin und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, von 19 Stunden f�r die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift und insbesondere von 13 Stunden zur Erstellung der Replik erscheint eher hoch und wird in der Kostennote nicht n�her begr�ndet oder spezifiziert. In Anbetracht der anspruchsvollen und aufw�ndigen Beschwerdesache erscheint im vorliegenden Fall eine Parteientsch�digung von pauschal Fr. 10'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen (Art. 160 OG i.V.m. Art. 6 Abs. 2 und Art. 8 Abs. 1 des Tarifes �ber die Entsch�digungen an die Gegenpartei f�r das Verfahren vor Bundesgericht vom 9. November 1978, SR 173.119.1).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, der Entscheid des Bundesamtes f�r Justiz vom 19. September 2002 wird aufgehoben, und das Auslieferungsersuchen wird abgewiesen.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesamt f�r Justiz) hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 10'000.-- zu entsch�digen.