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Timestamp: 2016-10-24 07:07:12
Document Index: 195466281

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 89', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 14', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_223/2015 � � Urteil vom 23. M�rz 2016
vertreten durch das Eidgen�ssisches Departement f�r Verteidigung, Bev�lkerungsschutz und Sport VBS, Generalsekretariat VBS,
Beschwerdegegner,�
handelnd durch das Amt f�r Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Z�rich (AWEL), Rechtsdienst,
dieses vertreten durch die Rechtsanw�lte Prof. Dr. Hans Rudolf Tr�eb und Dr. Daniel Zimmerli,
Altlastensanierung der Schiessanlage H�ntwangen; Kostenverteilung,
Beschwerde gegen das Urteil vom 19. Februar 2015des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer.
Die 300-m-Schiessanlage der Gemeinde H�ntwangen wurde im Jahr 1920im Betrieb genommen und Ende Oktober 2008 stillgelegt. Sie wurde vom Milit�rschiessverein H�ntwangen (MSV) betrieben, der per Ende 2008 aufgel�st wurde. Mit Verf�gung vom 18. Dezember 2008 entzog das Amt f�r Milit�r und Zivilschutz des Kantons Z�rich die Betriebsbewilligung f�r die Schiessanlage der Gemeinde H�ntwangen, weil das entsprechende Grundst�ck stark mit Blei und Antimon belastet war und daher das Grundwasser gef�hrdete. Die Gemeinde H�ntwangen liess als Grundeigent�merin ihre Schiessanlage im Jahr 2009 sanieren, bezahlte die Sanierungskosten und ersuchte am 1. Juni 2010 das Amt f�r Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Z�rich um Erlass einer Kostenverteilungsverf�gung.
Am 3. M�rz 2011 verf�gte das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU), dass 40 % der anrechenbaren Sanierungskosten von Fr. 188'522.-- aus dem Altlastenfonds des Bundes an den Kanton Z�rich ausbezahlt werden.
Mit Verf�gung vom 16. Januar 2013 auferlegte das AWEL die anrechenbaren Sanierungskosten von Fr. 188'522.-- zu 16 % der Gemeinde H�ntwangen als Standortinhaberin, zu 30% der Eidgenossenschaft, vertreten durch das Eidgen�ssische Departement f�r Verteidigung, Bev�lkerungsschutz und Sport (VBS), als Zweckveranlasserin und zu 54 % dem Milit�rschiessverein (MSV) H�ntwangen als weiterem Verhaltensst�rer, wobei der diesem Verein zugewiesene Anteil vom Kanton Z�rich als Ausfallkosten zu �bernehmen war. Dabei ging das AWEL davon aus, die Altlast sei zu 63,5 % durch das Sportschiessen, zu 35,8 % durch das ausserdienstliche Schiessen und zu 0,7 % durch das milit�rische Schiessen entstanden.
Diese Kostenverteilungsverf�gung focht die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das VBS, mit Rekurs an, den der Regierungsrat des Kantons Z�rich mit Beschluss vom 9. April 2014 abwies. Eine dagegen vom VBS eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich mit Urteil vom 19. Februar 2015 ab.
Das VBS, bzw. die Schweizerische Eidgenossenschaft (Beschwerdef�hrerin) erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 19. Februar 2015 sei aufzuheben und die Kostenanteile des ausserdienstlichen Schiessens, die mit der Altlastensanierung der Schliessanlage H�ntwangen anfielen, seien dem Kanton Z�rich aufzuerlegen.
Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Kanton Z�rich (Beschwerdegegner) und der Regierungsrat des Kantons Z�rich schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) stellt in seiner Vernehmlassung keinen Antrag. Der Beschwerdegegner reichte eine Replik ein, ohne neue Antr�ge zu stellen.
1.1.�Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der sich im Wesentlichen auf Bundesumweltrecht st�tzt und somit eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 82 lit. a BGG betrifft. Ein Ausschlussgrund nach Art. 83 BGG liegt nicht vor. Da die Sanierung der Schiessanlage abgeschlossen und deren Kosten mit dem angefochtenen Entscheid betragsm�ssig festgelegt wurden, ist dieser als Endentscheid zu qualifizieren (Urteil 1C_570/2011 vom 20. September 2011 E. 1 mit Hinweis, in: URP 2013 S. 38). In der Beschwerde wird die Legitimation gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG damit begr�ndet, dass das angefochtene Urteil das VBS zur Tragung von Sanierungskosten verpflichte. Diese Kosten wurden jedoch der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vertreten durch das VBS auferlegt (Kostenverteilungsverf�gung des AWEL vom 16. Januar 2014, E. 5c; Beschluss des Regierungsrats vom 9. April 2014 E. 2). Demnach ist die Schweizerische Eidgenossenschaft die gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG legitimierte Partei (vgl. Urteil 1A.158/2005 vom 31. Oktober 2005 E. 1, nicht publ. in: BGE 131 II 743, aber in: URP 2005 S. 714 f.).
1.2.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann die Verletzung von Bundesrecht, V�lkerrecht und kantonalen verfassungsm�ssigen Rechten geltend gemacht werden (Art. 95 lit. a, b und c BGG). Die Verletzung des �brigen kantonalen Rechts kann abgesehen von hier nicht relevanten Ausnahmen vor Bundesgericht nicht ger�gt werden.
Das Bundesgericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist daher bez�glich der Anwendung von Bundesrecht nicht an die Begr�ndung der Parteien gebunden, sondern kann die Beschwerde auch aus andern als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder den Entscheid mit einer Begr�ndung best�tigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (BGE 138 II 331 E. 1.3 S. 335 f. mit Hinweisen).
2.1.�Das Bundesgesetz vom 12. April 1907 �ber die Milit�rorganisation und das Bundesgesetz �ber die Armee und die Milit�rverwaltung vom 3. Februar 1995 (Milit�rgesetz, MG) verpflichten die Gemeinden, f�r Schiessanlagen zur Durchf�hrung der obligatorischen Bundes�bungen besorgt zu sein. In der Schweiz gab es daher im Jahr 2006 rund 4'000 stillgelegte und 2'000 in Betrieb stehende Gemeindeschiessanlagen mit Kugelf�ngen aus W�llen, welche insgesamt mehrere zehntausend Tonnen Blei und andere Schwermetalle aus dem Schiessbetrieb enthielten (KETTLER/SCHENK, VASA-Abgeltungen bei Schiessanlagen, Mitteilung des BAFU als Vollzugsbeh�rde, 2007, Vorwort von G�rard Poffet, S. 7; vgl. auch Wegleitung, Bodenschutz und Entsorgungsmassnahmen bei 300m-Schiessanlagen, herausgegeben vom Generalsekretariat des EMD und dem Bundesamt f�r Umwelt Wald und Landschaft, 1997, S. 5). Wenn schadstoffbelastete Kugelf�nge Grundwasser oder Boden gef�hrden, sind zur Beseitigung der Gefahr Sanierungsmassnahmen erforderlich. Solche Massnahmen wurden im Bereich der Schiessanlage H�ntwangen vorgenommen, wobei umstritten ist, wer gem�ss Art. 32d des Umweltschutzgesetzes (USG, SR 814.01) die Sanierungskosten zu tragen hat, die durch das ausserdienstliche Schiessen verursacht wurden. Dieser Artikel lautet in der ab dem 1. November 2006 g�ltigen Fassung:
2.2.�Das Bundesgericht hatte am 27. September 2000 in Anwendung von Art. 32d USG �ber die grunds�tzliche Haftung des Bundes f�r die Kosten einer m�glichen Altlastensanierung einer Zivilschutzausbildungsanlage zu entscheiden. Das Bundesgericht f�hrte dazu zusammengefasst aus, der Bund verpflichte die Kantone zwar zum Bau und Betrieb solcher Anlagen. Der blosse Umstand, dass das Bundesrecht Kantonen, Gemeinden oder Privaten bestimmte T�tigkeiten vorschreibe, f�hre jedoch (noch) nicht dazu, dass der Bund generell als Verursacher f�r alle Umweltbelastungen zu betrachten sei, die sich aus diesen T�tigkeiten erg�ben. Vielmehr liege es grunds�tzlich in der Verantwortung des Verpflichteten, die vorgeschriebenen T�tigkeiten so auszuf�hren, dass daraus keine unzul�ssigen Umwelteinwirkungen entstehen. Eine Kostenpflicht des Bundes k�nnte sich h�chstens dann ergeben, wenn die vom Bund vorgeschriebene Art und Weise der Durchf�hrung nach dem allgemeinen Lauf der Dinge unweigerlich zur fraglichen Umwelteinwirkung bzw. Bodenbelastung gef�hrt habe oder wenn der Bund in rechtswidriger Verletzung seiner Aufsichtspflicht eine Bodenbelastung nicht vermieden habe. Diese Voraussetzungen f�r eine Haftung des Bundes seien bez�glich der Errichtung der vom Bund f�r den Zivilschutz vorgeschriebenen Anlagen zum �ben der Brandbek�mpfung nicht gegeben, da es Sache der Kantone gewesen sei, bei Gef�hrdungen des Bodens Emissionsbegrenzungen festzulegen oder die Verwendung von (umweltbelastenden) Stoffen im erforderlichen Mass zu beschr�nken (Urteil 1A.366/1999 vom 27. September 2000 E. 1-3, in: URP 2000 S. 785 ff.).
2.3.�In einem Urteil vom 31. Oktober 2005 kam das Bundesgericht zum Ergebnis, der Bund sei bez�glich der durch das obligatorische Schiessen verursachten Umweltbelastung in der 300-m-Schiessanlage in Goldau nicht unmittelbarer Verursacher im Sinne von Art. 32d USG. Zur Begr�ndung f�hrte es unter Berufung auf seine soeben dargestellte Rechtsprechung zur Haftung des Bundes f�r die Kosten der Altlastensanierung von Zivilschutzanlagen aus, die ausserdienstliche Schiesspflicht werde zwar vom Bund vorgeschrieben, der Bau und Betrieb der Anlagen obliege jedoch den Kantonen respektive den Gemeinden, welche die Aufgabe h�tten, dabei unzul�ssige Umwelteinwirkungen zu vermeiden. Der Bund sei daher nicht unmittelbarer Verursacher jener Bodenbelastungen, welche auf die ausserdienstliche Schiesspflicht zur�ckzuf�hren seien, weil die Durchf�hrung von Schiess�bungen nicht unweigerlich die Belastung des jeweiligen Standorts zur Folge habe, da mit geeigneten Massnahmen (Standortwahl; Installation von speziellen Kugelf�ngen) grunds�tzlich das Entstehen einer Altlast verhindert werden k�nne (BGE 131 II 743 E. 4).
2.4.�Die Lehre stimmte dieser Rechtsprechung zum Teil zu (GRIFFEL/RAUSCH, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Erg�nzungsband zur 2. Aufl., 2011, N. 24 zu Art. 2 USG; BEATRICE WAGNER PFEIFER, Umweltrecht, Besondere Regelungsbereiche, 2013, S. 172 Rz. 737). Zum Teil stiess sie jedoch auf Kritik. So wurde eingewendet, die blosse bundesrechtliche Vorschrift, ausserdienstliche Schiess�bungen durchzuf�hren, begr�nde zwar noch keine (unmittelbare) Gefahr einer Umweltbeeintr�chtigung. Der Bund habe jedoch die umweltsch�dliche Munition abgegeben und die Armeeangeh�rigen gezwungen, diese zu verwenden, womit die Gefahrenschwelle �berschritten worden und daher die Unmittelbarkeit der damit verursachten Umweltbelastung gegeben sei, weshalb der Bund insoweit als Verhaltensverursacher zu qualifizieren sei (DENIS OLIVIER ADLER, Das Verh�ltnis zwischen Verursacherprinzip und Haftpflicht im Umweltrecht, 2011, S. 149). Zudem wurde vorgebracht, die vom Bund den Schiessvereinen und den Kantonen geleisteten finanziellen Abgeltungen f�r die mit dem obligatorischen Schiessen verbundenen Pflichten k�nnten als unmittelbaren "Beitrag" an die Belastung - als Verursacheranteil - angesehen werden (LORENZ LEHMANN, Klarheit durch neues Altlastenrecht? zur Revision von Art. 32c-e USG, PBG aktuell 2006, Heft 4 S. 17 und S. 25 Fn. 29). Sodann wurde die Meinung vertreten, der Bund sei zwar nur mittelbarer Verursacher der bei Schiessanlagen eingetretenen Schadstoffbelastung, weil diese unmittelbar durch die Sch�tzen verursacht worden sei. Diese k�nnten jedoch nicht f�r die Kostenfolgen ihres Verhaltens haften, soweit ihnen die obligatorische ausserdienstliche Schiesspflicht vom Bund vorgeschrieben worden sei. Zudem regle das Bundesrecht detailliert, wie die von den Kantone und Gemeinden zu errichtenden Schiessanlagen auszugestalten seien. Die obligatorischen Schiess�bungen k�nnten zudem nur durchgef�hrt werden, weil der Bund die Sch�tzenvereine mit der n�tigen Munition versorge und ihnen eine Abgeltung leiste. Demnach sei Bund bez�glich der durch das obligatorische Schiessen verursachten Umweltbelastung als Zweckveranlasser ins Recht zu fassen (HANS RUDOLF TR�EB, Kostentragung bei der Sanierung von Schiessanlagen, zugleich eine Besprechung von BGE 131 II 743, URP 2008 S. 558 ff.).
2.5.�Die Vorinstanz weicht mit ihrem Entscheid von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gem�ss BGE 131 II 743 ab. Sie st�tzt sich dabei zun�chst auf die oben zitierten Lehrmeinungen. Sodann ist sie der Auffassung, das Bundesgericht habe seine Rechtsprechung im Urteil BGE 138 II 111 betreffend die Littering-Geb�hr in der Stadt Bern weiterentwickelt, so dass der Bund nach neuem Verst�ndnis als Verursacher der Bleiablagerungen bei Schiessanlagen anzusehen sei. Demgem�ss gelte auch der sog. Zweckveranlasser als Verursacher, sofern ein hinreichend direkter funktionaler Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem entstandenen Umweltschaden bestehe, welcher eine normative Zurechnung erlaube. Nach Auffassung der Vorinstanz trifft dies f�r das Verhalten des Bundes bez�glich des ausserdienstlichen Schiessens und der zu sanierenden Altlast, d.h. dem bleihaltigen Kugelfang, zu. F�r diesen Zusammenhang massgeblich erachtet sie zun�chst die vom Bund statuierte Schiesspflicht, dann aber auch das engmaschige Gef�ge von Regelungen �ber das ausserdienstliche Schiesswesen in der Verordnung des Bundesrats �ber das Schiesswesen ausser Dienst vom 5. Dezember 2003 (Schiessverordnung; SR 512.31) sowie in der Verordnung �ber die Schiessanlagen f�r das Schiesswesen ausser Dienst vom 15. November 2004 (Schiessanlagen-Verordnung; SR 510.512). In diesen Erlassen werde namentlich der Inhalt der Schiess�bungen, die zu verwendende Munition und die Ausgestaltung des Kugelfangs einl�sslich geregelt, so dass den Kantonen und den Gemeinden beim Vollzug kein wesentlicher Gestaltungsspielraum verblieben sei. Vor diesem Hintergrund sei ein ausreichender Kausalzusammenhang zwischen der Rolle des Bundes bei der Veranlassung, Normierung und Finanzierung des ausserdienstlichen Schiesswesens und der Verursachung der entsprechenden Altlast zu im Sinne von Art. 32d USG zu bejahen.
2.6.�Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, die Vorinstanz habe Art. 32d USG verletzt, indem sie den Kanton Z�rich als potentiellen Mitverursacher der Sanierungskosten aus der Verantwortung gem�ss Art. 32d USG entlassen habe, ohne die Rolle des Kantons bzw. der kantonalen Milit�rbeh�rden n�her zu untersuchen und zu pr�fen, wer vor Ort konkret welche Rolle und Verantwortlichkeit in Bezug auf den Betrieb und Unterhalt der Schiessanlage gehabt habe. Trotz einer weitgehenden Regelung des Bundes �ber das ausserdienstliche Schiessen h�tten die kantonalen Milit�rbeh�rden diesbez�glich sehr wohl einen Gestaltungsspielraum gehabt. �ber seine kantonale Milit�rbeh�rde entscheide der Kanton, wo eine Schiessanlage gebaut werden k�nne und ob bestehenden Anlagen die Betriebsbewilligung entzogen werden m�sse. Die Schiessverordnung halte auch fest, was zu geschehen habe, wenn in einer Gemeinde keine Schiessanlage gebaut werden k�nne (z.B. Zuweisung zu einer fremden Gemeindeschiessanlage oder Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zu einer Gemeinschaftsschiessanlage). W�rden Schiessanlagen bez�glich der Sicherheitsvorschriften und technischen Anforderungen nach den Vorgaben des Bundes gebaut, heisse dies nicht, dass in Bezug auf die Einhaltung der Umweltgesetzgebung kein Spielraum bestehe. Gem�ss Art. 14 Abs. 1 der Schiessanlagen-Verordnung sei f�r Neu-, Um- und Erweiterungsbauten von Schiessanlagen eine kantonale Baubewilligung einzuholen. Im Rahmen des kantonalen Baubewilligungsverfahrens habe der Kanton gest�tzt auf Art. 36 USG f�r den Vollzug des Umweltrechts zu sorgen und sicherzustellen, dass mittels Anpassung des Standorts oder mit speziellen Kugelf�ngen das Entstehen von Altlasten vermieden werden k�nne. Das VBS k�nne in diesem Bereich weder Forderungen mit Kostenfolgen f�r den Erbauer der Schiessanlage stellen, noch k�nne es �nderungen an der Anlage anordnen. Auch aus der Begutachtung der Anlagen durch den Eidgen�ssischen Schiessoffizier k�nne keine umfassende Aufsichtspflicht des Bundes f�r s�mtliche umweltrechtlichen Belange im Zusammenhang mit dem Schiessbetrieb abgeleitet werden. N�tigenfalls entziehe der Kanton �ber die kantonale Milit�rbeh�rde die Betriebsbewilligung. Der Kanton Z�rich sei demzufolge zust�ndig und in der Lage gewesen, bez�glich der Schiessanlage H�ntwangen vorsorgerelevante Massnahmen zum Schutz der Umwelt anzuordnen, sei indessen seiner Vorsorgepflicht nicht nachgekommen.
Die Vorinstanz wie auch der Beschwerdegegner streben eine �nderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hinsichtlich der Verantwortlichkeiten f�r die Umweltsch�den an, die durch den Betrieb von Schiessanlagen entstanden sind. Insbesondere sind sie der Auffassung, der Bund sei als (Mit-) Verursacher der Bleibelastungen des Bodens anzusehen, die durch das ausserdienstliche Schiessen verursacht wurden.
3.1.�Eine Praxis�nderung muss sich auf ernsthafte, sachliche Gr�nde st�tzen k�nnen, die - vor allem im Hinblick auf das Gebot der Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein m�ssen, je l�nger die als falsch oder nicht mehr zeitgem�ss erkannte Rechtsanwendung als zutreffend erachtet worden ist. Eine Praxis�nderung l�sst sich nur begr�nden, wenn die neue L�sung besserer Erkenntnis des Gesetzeszwecks, ver�nderten �usseren Verh�ltnissen oder gewandelten Rechtsanschauungen entspricht (BGE 141 II 297 E. 5.5.1 S. 303; 137 V 417 E. 2.2.2 S. 422; je mit Hinweisen). Einen ernsthaften, sachlichen Grund f�r eine Praxis�nderung kann unter anderem die genauere oder vollst�ndigere Kenntnis des gesetzgeberischen Willens darstellen (BGE 141 II 297 E. 5.5.1 S. 303; 138 II 162 E. 2.3 S. 166).
3.2.�Solche Umst�nde sind vorliegend nicht gegeben.
3.2.1.�Im Urteil BGE 138 II 111, auf das sich die Vorinstanz und der Beschwerdegegner berufen, hat das Bundesgericht keine Neuinterpretation des St�rerbegriffs vorgenommen, die zu einer Praxis�nderung hinsichtlich der Haftung des Bundes f�r die Sanierungskosten von Schiessanlagen f�hren m�sste. In jenem Entscheid ging es um die Frage, wer im Sinne Art. 32a USG Verursacher der Abf�lle ist, die im �ffentlichen Raum achtlos weggeworfen oder in �ffentlichen Abfallbeh�ltern zur�ckgelassen werden (vgl. E. 3). Gem�ss E. 5.3.3 des genannten Urteils ergibt sich der Verursacherbegriff, wenn - wie bei Art. 32a USG - die Umsetzung des Verursacherprinzips einer konkretisierenden Gesetzgebung bedarf, in erster Linie aus der positivrechtlichen Regelung, wobei der zust�ndige Gesetzgeber im Rahmen der umweltrechtlichen Grunds�tze einen Gestaltungsspielraum hat. Das Gesetz kann auch Personen als Verursacher bezeichnen, die nicht St�rer im polizeirechtlichen Sinne oder unmittelbare Verursacher sind, sofern ein hinreichend direkter funktioneller Zusammenhang besteht, der eine normative Zurechnung erlaubt (sog. Zweckveranlasser).
3.2.2.�Das Bundesgericht hat sich im Urteil BGE 131 II 743 eingehend mit der Frage auseinander gesetzt, inwieweit zwischen den zu sanierenden Altlasten und den vom Bund statuierten gesetzlichen Rahmenbedingungen des ausserdienstlichen Schiessens ein derartiger, hinreichend direkter Zurechnungszusammenhang besteht. Es hat dies verneint und befunden, allein der Umstand, dass das Bundesrecht Kantonen, Gemeinden oder Privaten bestimmte T�tigkeiten vorschreibe, f�hre nicht dazu, dass der Bund generell als Verursacher f�r alle Umweltbelastungen zu betrachten w�re, die sich aus diesen T�tigkeiten erg�ben. Die Kantone h�tten es namentlich in der Hand gehabt, mit geeigneten Massnahmen (Standortwahl; Installation von speziellen Kugelf�ngen) das Entstehen einer Altlast zu verhindern. Daran �ndere selbst der Umstand nichts, dass in fr�heren Jahren die Kenntnis �ber sch�dliche Umwelteinwirkungen des Schiessbetriebes gefehlt haben m�ge (BGE 131 II 743 E. 4.2 und E. 4.3 S. 749 f.). Aus BGE 138 II 111 ergibt sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners f�r den vorliegenden Fall somit nichts. In diesem Urteil hat das Bundesgericht bloss erkannt, dass das Gesetz auch Personen als Verursacher bezeichnen kann, die nicht St�rer im polizeirechtlichen Sinne oder unmittelbare Verursacher sind; es handelt sich damit prim�r um eine Umschreibung jener Personen, die der Gesetzgeber zul�ssigerweise als zahlungspflichtige Verursacher bezeichnen kann. Ausserdem hat das Bundesgericht im Urteil BGE 131 II 743 einen hinreichenden Zusammenhang zwischen den entstandenen Umweltsch�den und dem Verhalten des Bundes gerade verneint, weshalb sich dessen Haftung nicht mit der Rechtsfigur des Zweckveranlassers begr�nden l�sst.
3.2.3.�Die Einw�nde des Beschwerdegegners und der Vorinstanz erscheinen zwar nachvollziehbar. Neue rechtliche Argumente oder Sachumst�nde, die in BGE 131 II 743 nicht ber�cksichtigt worden oder damals noch nicht bekannt gewesen w�ren, bringen sie indes nicht vor. Es fehlen daher die nach der Rechtsprechung erforderlichen ernsthaften, sachlichen Gr�nde, die eine Praxis�nderung als geboten erscheinen lassen. Ausserdem darf nicht ausser Betracht bleiben, dass der Grundsatzentscheid von BGE 131 II 743 vor nunmehr mehr als zehn Jahren ergangen ist und gest�tzt auf die dort statuierten Grunds�tze zahlreiche Sanierungen von schadstoffbelasteten Schiessanlagen erfolgt sind und im Gange sind. Damit sprechen wesentliche Gr�nde der Rechtssicherheit, aber auch der Rechtsgleichheit gegen eine �nderung der Praxis zur Kostenverteilung im heutigen Zeitpunkt.
3.3.�Hinzu kommt, dass die gesetzlichen Grundlagen hinsichtlich der Kostentragung f�r die Sanierung von Schiessanlagen seit dem Urteil 131 II 743 angepasst worden sind. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, wurde das gesetzlich vorgesehene Verursacherprinzip nach USG durch die Schaffung einer speziellen Abgeltungsregelung f�r die Sanierung von Altlasten stark relativiert. Dies hat im Ergebnis zu einer wesentlichen Ausweitung der - gem�ss der Rechtsprechung sehr beschr�nkten - finanziellen Beteiligung des Bundes an den Kosten der Sanierung von Schiessanlagen gef�hrt. Auch aus diesem Grund rechtfertigt sich eine �nderung der Rechtsprechung nicht.
3.3.1.�Am 14. Dezember 2000 wurde im Nationalrat ein Vorstoss eingereicht (Motion 00.3702 von NR Heim) mit der Forderung, der Bund solle sich in dem Ausmass an den Sanierungskosten f�r Schiessanlagen beteiligen, in dem diese Kosten durch das ausserdienstliche obligatorische Schiessen verursacht worden sind (AB 2001 N Beilagen, Fr�hjahrssession, S. 406 f.). In seiner Antwort vom 28. Februar 2001 ging der Bundesrat - in �bereinstimmung mit dem am 31. Oktober 2005 ergangenen BGE 131 II 743 - davon aus, die Belastungen, die auf die obligatorischen Schiess�bungen zur�ckzuf�hren seien, entst�nden im Rahmen einer vom Bund delegierten Aufgabe, weshalb grunds�tzlich die Kantone bzw. die Gemeinden als Verursacher im Sinne von Art. 32d USG kostenpflichtig seien; f�r eine Unterst�tzung des Bundes sei nicht die �nderung der Verursacherregelung des USG, sondern die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage f�r Abgeltungen des Bundes notwendig (AB 2001 N Beilagen, Fr�hjahrssession, S. 407 f.).
3.3.2.�Aufgrund eines Entwurfs der Kommission f�r Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK-N) beschloss der Bundesgesetzgeber am 16. Dezember 2005 eine Revision des USG im Altlastenbereich, welche bei der Sanierung von Schiessanlagen die Beteiligung des Bundes im Umfang von 40 % der anrechenbaren Kosten vorsah (Art. 32e Abs. 3 USG; vgl. dazu Urteil 1C_566/2011 vom 4. Oktober 2012 E. 2, in: URP 2013 S. 42 ff.). Diese Regelung gilt in ihren Grundz�gen heute noch. Die Abgeltungen werden dabei einem Spezialfonds (sog. VASA-Fonds) entnommen, der aus Abgaben gespiesen wird, den namentlich Inhaber einer Deponie auf der Ablagerung von Abf�llen zu entrichten haben (vgl. Art. 32e Abs. 1 USG). Gem�ss der am 16. Dezember 2005 beschlossenen und am 1. November 2006 in Kraft getretenen Version von Art. 32e Abs. 3 lit c USG konnte eine Abgeltung nur verlangt werden, wenn zwei Jahre seit dem Inkrafttreten dieser �nderung (d.h. nach dem 1. November 2008) keine Abf�lle mehr auf die entsprechende Schiessanlage gelangt waren. Dieser Zeitpunkt wurde im Rahmen einer sp�teren Revision bei Standorten in Gew�sserschutzzonen auf Ende 2012 und bei den �brigen Standorten auf Ende 2020 verschoben. Nach der heute in Kraft stehenden Fassung von Art. 32e Abs. 4 lit. c USG betr�gt die Abgeltung aus dem VASA-Fonds, sofern die in Abs. 3 lit. c umschriebenen Voraussetzungen erf�llt sind, bei 300-m-Schiessanlagen pauschal Fr. 8'000.-- pro Scheibe und bei den �brigen Schiessanlagen 40 % der anrechenbaren Kosten.
3.3.3.�Mit dieser Regelung hat der Bund im Anschluss an BGE 131 II 743 eine gesetzliche Grundlage geschaffen, um selbst in angemessener Weise an die Kosten f�r die Sanierung von Schiessanlagen beizutragen, auch wenn er nach der oben umschriebenen, engen Auslegung des Bundesgerichts nicht als Verursacher der Umweltsch�den anzusehen ist, die durch das ausserdienstliche Schiessen entstanden sind. Der Bundesgesetzgeber ist davon ausgegangen, dass mit dieser pauschalen Abgeltung die Forderungen verschiedener Kantone und der Motionen 00.3702 Heim und 01.3303 Hess nach einer angemessenen Beteiligung des Bundes an den Sanierungskosten von Schiessanlagen im Wesentlichen erf�llt sind (Bericht der UREK-N vom 20. August 2002 zur parlamentarischen Initiative Altlasten, BBl 2003 5009 f. �bersicht und S. 5024 f. Ziff. 2.3.2; Stellungnahme des Bundesrats vom 28. Mai 2003, BBl 2003 5048 Ziff. 2.2.8). Namentlich dank der erheblichen zeitlichen Verl�ngerung des Abgeltungsanspruchs tr�gt der Bund in beachtlichem Umfang an die Kosten der Sanierung von Schiessanlagen bei. So hat das BAFU im vorliegenden Fall dem Kanton Z�rich mit Verf�gung vom 4. M�rz 2011 eine Abgeltung f�r die Sanierung der Schiessanlage H�ntwangen im Umfang von 40 % der anrechenbaren Sanierungskosten gesprochen. Auch aus diesem Grund rechtfertigt es sich nicht, von der bisherigen Rechtsprechung abzuweichen.
Nach dem Gesagten verstiess die Vorinstanz gegen Art. 32d USG, indem sie die Kostenverteilungsverf�gung des AWEL vom 16. Januar 2013 insoweit best�tigte, als damit der Beschwerdef�hrerin als Verursacherin Sanierungskosten auferlegt wurden, die auf das ausserdienstliche Schiessen zur�ckzuf�hren waren. Zur Behebung dieser Bundesrechtsverletzung ist das angefochtene Urteil in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid an das AWEL zur�ckzuweisen, das die genannten Kosten dem Beschwerdegegner (bzw. allenfalls der Gemeinde H�ntwangen) aufzuerlegen haben wird. Das Verwaltungsgericht wird die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Rechtsmittelverfahrens neu festzusetzen haben.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen, da dieser in Verfolgung von Verm�gensinteressen prozessiert hat (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 19. Februar 2015 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an das kantonale Amt f�r Abfall, Wasser, Energie und Luft und zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen des kantonalen Rechtsmittelverfahrens an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Regierungsrat des Kantons Z�rich, dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer, und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.