Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20L%20238/16
Timestamp: 2019-12-10 03:03:01
Document Index: 186690033

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'EuG', 'EGMR', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 23']

VG Cottbus, 15.03.2017 - 5 L 238/16.A - dejure.org
VG Cottbus, 15.03.2017 - 5 L 238/16.A
https://dejure.org/2017,7071
VG Cottbus, 15.03.2017 - 5 L 238/16.A (https://dejure.org/2017,7071)
VG Cottbus, Entscheidung vom 15.03.2017 - 5 L 238/16.A (https://dejure.org/2017,7071)
VG Cottbus, Entscheidung vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A (https://dejure.org/2017,7071)
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Dublinverfahren, persönliches Gespräch, systemische Mängel, Dublin III-Verordnung, rechtliches Gehör, Fristbeginn, Übernahmeersuchen, BÜMA, Anhörung, Asylantrag, Verfahrensfehler, Polen, systemische Mängel, Asylverfahren, Folgeverfahren, Einstellung
Wenn aber die Entscheidung des Bundesamtes auch bei Durchführung des nach Art. 5 Dublin-III-VO erforderlichen Gesprächs nicht anders ausgefallen wäre, scheidet eine Verletzung des Klägers in seinen materiellen Rechten aus, denn aus einem Verfahrensfehler an sich erwächst ihm nicht in jedem Fall ein subjektives Recht (so bereits VG Cottbus…, Beschluss vom 11. Oktober 2016 - 5 L 387/16.A, juris Rn. 8 ff.; VG Potsdam…, Beschluss vom 25. Januar 2017 - 6 L 905/16.A, juris Rn. 7; VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, juris Rn. 4 ff.).
Zöge jeder Gehörsverstoß automatisch die Aufhebung der Verwaltungsentscheidung nach sich, obwohl sich dieser Verfahrensfehler auf das Ergebnis nicht auswirkt und obwohl die materiell-rechtlichen Voraussetzungen für die Verwaltungsentscheidung vorliegen, würde dadurch der unionsrechtlichen Vorschrift des materiellen Rechts die praktische Wirksamkeit genommen (EuGH…, Urteil vom 10. September 2013 - C-383/13, juris Rn. 41 zur Anhörung bei der Umsetzung der Rückführungsrichtlinie 2008/115; hierzu bereits VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, juris Rn. 7).
Diese Regelung besagt, in welchen Fällen das Absehen vom persönlichen Gespräch keinen Fehler darstellt, verhält sich aber nicht dazu, welche Folgen ein Fehler hat (VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, juris Rn. 7).
vgl. EGMR, Urteil vom 21. Januar 2011 - 30696/09 -, juris Rn. 221; VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A -, juris Rn. 30; VG Düsseldorf, Beschluss vom 30. Juli 2015 - 13 L 1802/15.A -, juris Rn. 53; VG Potsdam, Urteil vom 19. Januar 2017 - 6 K 2306/15.A -, juris Rn. 16.
vgl. VG Düsseldorf, Beschluss vom 29. September 2017 - 12 L 3583/17.A -, juris Rn. 37 ff., 39; VG Potsdam, Gerichtsbescheid vom 2. Mai 2017 - 6 K 1693/17.A -, juris Rn. 19, und Urteil vom 19. Januar 2017 - 6 K 2306/15.A -, juris Rn. 15 ff., 17; VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A -, juris Rn. 19 ff., 21, 30.
Wenn aber die Entscheidung des Bundesamtes auch bei Durchführung des nach Art. 5 Dublin-III-VO erforderlichen Gesprächs nicht anders ausgefallen wäre, scheidet eine Verletzung des Klägers in seinen materiellen Rechten aus, denn aus einem Verfahrensfehler an sich erwächst ihm nicht in jedem Fall ein subjektives Recht (so bereits VG Cottbus…, Beschluss vom 11. Oktober 2016 - 5 L 387/16.A, Rn. 8 ff., juris; VG Potsdam…, Beschluss vom 25. Januar 2017 - 6 L 905/16.A, Rn. 7, juris; VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, Rn. 4 ff., juris).
Zöge jeder Gehörsverstoß automatisch die Aufhebung der Verwaltungsentscheidung nach sich, obwohl sich dieser Verfahrensfehler auf das Ergebnis nicht auswirkt und obwohl die materiell-rechtlichen Voraussetzungen für die Verwaltungsentscheidung vorliegen, würde dadurch der unionsrechtlichen Vorschrift des materiellen Rechts die praktische Wirksamkeit genommen (EuGH…, Urteil vom 10. September 2013, C-383/13 PPU, a.a.O., Rn. 41 zur Anhörung bei der Umsetzung der Rückführungsrichtlinie 2008/115; hierzu bereits VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, Rn. 7, juris).
Diese Regelung besagt, in welchen Fällen das Absehen vom persönlichen Gespräch keinen Fehler darstellt, verhält sich aber nicht dazu, welche Folgen ein Fehler hat (VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16.A, Rn. 7, juris).
entgegen VG Cottbus, Beschluss vom 15. März 2017 - 5 L 238/16 A -.
Das Verwaltungsgericht Cottbus stellt in seinem Beschluss vom 15.03.2017 Folgendes fest, dem sich das Gericht anschließt (5 L 238/16.A - juris Rn. 4 ff.):.
Dass bei den erforderlichen Fristberechnungen - anders als der Bevollmächtigte meint - nicht auf die BÜMA oder gar auf den Zeitpunkt der Einreise der Antragsteller ins Bundesgebiet abzustellen ist, sondern auf den Zeitpunkt des Abrufs der Eurodac-Treffer - hier: 12. August 2016 -, ergibt sich an sich bereits aus dem Gesetz, vgl. Art. 23 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III-VO, ist zudem aber auch wiederholt gerichtlich bestätigt bzw. entschieden worden (vgl. statt aller VG Cottbus, B.v. 15.3.2017 - 5 L 238/16.A - juris m.w.N.).