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Timestamp: 2019-12-09 04:24:45
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BGH, 21.10.1985 - II ZR 82/85 - dejure.org
BGH, 21.10.1985 - II ZR 82/85
https://dejure.org/1985,935
BGH, 21.10.1985 - II ZR 82/85 (https://dejure.org/1985,935)
BGH, Entscheidung vom 21.10.1985 - II ZR 82/85 (https://dejure.org/1985,935)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1985 - II ZR 82/85 (https://dejure.org/1985,935)
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Inanspruchnahme einer Genossenschaft auf Freistellung von Wasseranschlussgebühren - Anforderungen an den Verlust der Parteifähigkeit einer juristischen Person - Vermögenslosigkeit oder Löschung im Handelsregister als Grund für den Verlust der Parteifähigkeit einer ...
NJW-RR 1986, 394
WM 1986, 145
Dafür reicht bei einem Aktivprozess schon die bloße Tatsache, dass die Gesellschaft einen Vermögensanspruch geltend macht (BGH, Urteil vom 8. Oktober 1979 - II ZR 257/78, BGHZ 75, 178, 182 f.; Urteil vom 23. Oktober 1958 - II ZR 127/57, WM 1959, 81, 83; Urteil vom 10. Februar 1977 - II ZR 213/74, WM 1977, 581; Urteil vom 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85, WM 1986, 145).
Bei einem - wie hier - Passivprozess ist die gelöschte Gesellschaft jedenfalls dann parteifähig, wenn der Kläger substanziiert behauptet, es sei bei der Gesellschaft noch Vermögen vorhanden (BGH, Urteil vom 29. September 1967 - V ZR 40/66, BGHZ 48, 303, 307; BGH, Urteil vom 4. Juni 1957 - VIII ZR 68/56, WM 1957, 975; BAG, GmbHR 2003, 1009, 1010; zur Wirkung des möglichen Kostenerstattungsanspruchs siehe BGH, Urteil vom 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85, WM 1986, 145).
Insoweit gilt sie weiterhin als parteifähig (BGHZ 48, 303, 307; BGH, Urt. v. 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85, WM 1986, 145; v. 26. Juni 1995 - II ZR 282/93, NJW-RR 1995, 1237).
aa) In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass eine Prozesspartei, deren Parteifähigkeit in Streit steht, zur gerichtlichen Klärung dieser Frage als parteifähig zu behandeln ist (BGHZ 24, 91, 94; 74, 212, 215; BGH, Beschl. v. 29. Mai 2008 - IX ZB 103/07, ZIP 2008, 2029 Tz. 33; v. 13. Juli 1993 - III ZB 17/93, WM 1993, 1939, 1940; Sen.Urt. v. 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85, WM 1986, 145;… Urt. v. 29. September 1981 - VI ZR 21/80, WM 1981, 1387, 1388).
Die Beschwerde, zu deren Ausräumung der Partei ohne Rücksicht auf die sonst gültigen Voraussetzungen der Prozeßfähigkeit die Revisionsinstanz eröffnet ist, liegt in den Folgerungen, die das Berufungsgericht im Urteilsausspruch aus seiner Auffassung über das Vorliegen der Prozeßfähigkeit gezogen hat (BGH Urt. v. 21. Oktober 1985, II ZR 82/85, WM 1986, 145).
Solange noch Vermögen existiert, besteht auch der Verein in der Form des Vereins in Liquidation fort (BGH, Urteile vom 5. April 1979 - II ZR 73/78 - BGHZ 74, 212 und vom 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85 - NJW-RR 1986, 394).
Im Streit über die Partei- und Prozeßfähigkeit gilt die betreffende Partei bis zur Klärung dieser Frage als partei- und prozeßfähig (BGH, NJW 1990, 1734; BGH, WM 1986, 145; BGH, ZIP 1981, 1268;… Stein/Jonas/Bork, ZPO, 21. Aufl., § 50 Rn.32;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 20. Aufl., § 50 Rn.8;… Zöller/Gummer, aaO, § 511 Rn.5).
In jedem Fall ist der der Bekl. zustehende, durch das Obsiegen bedingte, Kostenerstattungsanspruch gegen die Kl. im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen (BGH, WM 1986, 145;… Stein/Jonas/Bork, aaO, § 5 Rn.34c m.w.N.; Bork, JZ 1991, 841 [849]; a.A. wohl BGH, ZIP 1981, 1268; OLG Oldenburg, NJW-RR 1996, 160 [161]).
Das Verfahren kann und muß bei Vertretung durch einen Prozeßbevollmächtigten (vgl. auch § 246 ZPO) gerade in den Fällen wie vorliegend, bei Wegfall der Prozeßfähigkeit im laufenden Verfahren, grundsätzlich ohne Unterbrechung weiter- und zu Ende geführt werden (BGHZ 121, 263 [265 f.] = ZIP 1993, 706; BGH, MDR 1964, 126 f.; BGH, WM 1986, 145;… a.A. wohl Zöller/Vollkommer, aaO, § 86 Rn.12).
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der von dem Beschwerdegericht herangezogenen Rechtsprechung zur Parteifähigkeit einer juristischen Person, deren Liquidation beendet ist und die im Register gelöscht wurde, aber noch über einen (möglichen) Kostenerstattungsanspruch als verteilbares Vermögen verfügt (vgl. BGH, Urt. v. 21. Oktober 1985, II ZR 82/85, NJW-RR 1986, 394;… Urt. v. 6. Februar 1991, VIII ZR 26/90, NJW-RR 1991, 660;… Urt. v. 18. Januar 1994, XI ZR 95/93, NJW-RR 1994, 542).
Die fortbestehende Parteifähigkeit der Erstbeklagten ergibt sich jedoch daraus, daß dem Fall des Aktivprozesses einer liquidierten und im Register gelöschten juristischen Person im Passivprozeß die Einlegung eines Rechtsmittels durch sie deshalb gleichzustellen ist, weil dessen Erfolg einen Kostenerstattungsanspruch begründen könnte und damit der Annahme der völligen Vermögenslosigkeit entgegensteht (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1985 - II ZR 82/85 = WM 1986, 145).
Ist danach von der fortbestehenden Parteifähigkeit der Erstbeklagten auszugehen, so kann dahinstehen, ob der im Vordringen befindlichen Ansicht gefolgt werden könnte, wonach die Beendigung der juristischen Person auf gegen sie anhängige Passivprozesse keinen Einfluß hat (…vgl. neben der oben genannten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts noch Baumbach/Schulze-Osterloh, GmbHG, 15. Aufl., § 74 Rdnr. 19; Leipold in Anmerkung zu BAG AP § 50 ZPO Nr. 6), und ob dieses Ergebnis auch auf den für § 246 ZPO maßgeblichen Rechtsgedanken gestützt werden könnte, wonach Veränderungen in der Partei- oder Prozeßfähigkeit einer anwaltlich vertretenen Partei die Weiterführung des Rechtsstreits nicht beeinträchtigen sollen (vgl. BGH, Urteil vom 21. Oktober 1985 aaO.).
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