Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NotZ%207/83
Timestamp: 2020-07-05 08:27:08
Document Index: 135271225

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', '§ 56', '§ 114', 'BGH', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 3', '§ 114', '§ 3']

BGH, 26.09.1983 - NotZ 7/83 - dejure.org
BGH, 26.09.1983 - NotZ 7/83
https://dejure.org/1983,1630
BGH, 26.09.1983 - NotZ 7/83 (https://dejure.org/1983,1630)
BGH, Entscheidung vom 26.09.1983 - NotZ 7/83 (https://dejure.org/1983,1630)
BGH, Entscheidung vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 (https://dejure.org/1983,1630)
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Aufsichtsbehörde - Anwaltsnotar - Bezeichnung - Notariat - Anwalts- und Notariatskanzlei - Untersagung
DNotZ 1984, 246 (Ls.)
Daraus erwächst der Aufsichtsbehörde die Befugnis, auf seine Amtsführung - soweit dies die Unabhängigkeit des ihm übertragenen Amtes nicht berührt - nach pflichtgemäßem Ermessen Einfluß zu nehmen (Senatsbeschluß vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 - DNotZ 1984, 246, 247).
Sie hält sich dabei im Rahmen ihres Ermessens, wenn ihre Maßnahme dem das gesamte Notarrecht beherrschenden Grundsatz einer geordneten Rechtspflege entspricht (vgl. Beschluß vom 26. September 1983 aaO).
a) Der Senat hat im Jahre 1983 - und somit bereits vor Einrichtung der Internet-Seite - entschieden, daß die Aufsichtsbehörde berechtigt ist, dem (Anwalts-)Notar die Verwendung der Bezeichnung "Notariat" auch im Zusammenhang mit Zusätzen wie "Anwalts- und Notariatskanzlei" zu untersagen (Beschluß vom 26. September 1983 aaO; vgl. ferner Senatsbeschluß vom 12. November 1984 - NotZ 12/84 - DNotZ 1986, 186; Beschluß vom 8. Juli 2002 - NotZ 28/01 - DNotZ 2003, 376 mit Anm. Görk).
Soweit die Bundesnotarordnung die Bezeichnung in zusammengesetzten Begriffen beibehalten hat (§ 51 Abs. 5 "Notariatsakten"; § 56 Abs. 2 "Notariatsgeschäfte"), geschieht dies verkürzend, ohne damit eine von der Person des Notars losgelöste Institutionalisierung der Notarstelle auszudrücken (Beschluß vom 26. September 1983 aaO).
Zutreffend hat das Oberlandesgericht allerdings darauf hingewiesen, dass der in Schleswig-Holstein amtierende Antragsteller durch die Verwendung des Begriffs "Notariat" für die Bezeichnung seines Amtes oder seines Amtssitzes bei den Rechtsuchenden seines Amtsbereichs kaum die Gefahr einer Verwechslung mit den in Baden-Württemberg teilweise bestehenden behördlichen Notariaten (vgl. §§ 114 ff. BNotO) und damit einen Irrtum über den Umfang der notariellen Leistungen, die er erbringen kann, begründen wird (s. dazu näher Senatsbeschluss vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 = DNotZ 1984, 246, 249 f.).
Dieser Begriff drücke nämlich, nicht anders als der Begriff "Notariat" [vgl. BGH, Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 - DNotZ 1984, 246], eine gewisse Institutionalisierung des Notarberufes aus und könne als Bezeichnung für die Geschäftsstelle des Notars beim rechtsuchenden Publikum zu Fehlschlüssen über dessen personenbezogenes Berufsbild führen.
aa) Der Notarsenat des Bundesgerichtshofs hat es in einer früheren Entscheidung (Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 - DNotZ 1984, 246) gebilligt, daß die Justizverwaltung dem Notar, der seine Praxis gemeinsam mit einem Rechtsanwalt ausübte, die Verwendung gemeinsamer Briefbögen mit der Bezeichnung "Anwalts- und Notariatskanzlei" untersagte.
Wenn zugleich die Person des zu der Sozietät gehörenden Notars deutlich namentlich aufgeführt wird, kann auch keine Rede davon sein, daß der Eindruck einer Verselbständigung des Notaramtes im Sinne einer Abtrennung von der Person des Notars oder jedenfalls einer gewissen Institutionalisierung des Notarberufes (Senatsbeschluß vom 26. September 1983 aaO) entstehe (…a.A. wohl Weingärtner/Schöttler, DONot 7. Aufl. § 2 Rn. 46).
Aus § 2 S. 2 BNotO folgt nach der ständigen Rechtsprechung des BGH, dass ein Notar nicht befugt ist, sein Amt oder seinen Amtssitz nach außen hin als Notariat zu bezeichnen, weil dies eine Institutionalisierung zum Ausdruck bringt, die dem personengebundenen Amt des Notars nicht zukommt (BGH MDR 1984, 398; BGH NJW-RR 2002, 1493; BGH NJW 2005, 2693f.; BGH WRP 2018, 937;… OLG Düsseldorf a.a.O.;… LG Duisburg, a.a.O).
Ein Gebrauch als Bezeichnung für die Geschäftsstelle des Notars in der Bundesnotarordnung kann daher beim rechtsuchenden Publikum zu Fehlschlüssen über dessen personenbezogenes Berufsbild führen (Sen.Beschl. v. 26. September 1983 - NotZ 7/83, aaO S. 249;… Sen.Beschl. v. 12. November 1984 - NotZ 12/84, aaO S. 187).
Der Senat hat das Auswahlverfahren des Antragsgegners bisher in ständiger Rechtsprechung im wesentlichen gebilligt (BGH, Beschluß vom 25. Oktober 1982 - NotZ 13/82; Beschluß vom 17. Januar 1983 - NotZ 21/82 = DNotZ 1983, 772; Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 6/83 = DNotZ 1985, 179; Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 = DNotZ 1984, 246; Beschluß vom 2. Juli 1984 - NotZ 17/83; Beschluß vom 2. Juli 1984 - NotZ 20/83; Beschluß vom 17. Februar 1986 - NotZ 7/85 = DNotZ 1987, 51).
Der Senat hat das Auswahlverfahren des Antragsgegners bisher in ständiger Rechtsprechung im wesentlichen gebilligt (BGH, Beschluß vom 25. Oktober 1982 - NotZ 13/82; Beschluß vom 17. Januar 1983 - NotZ 21/82 = DNotZ 1983, 772; Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 6/83 = DNotZ 1985, 179; Beschluß vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 = DNotZ 1984, 246; Beschlüsse vom 2. Juli 1984 - NotZ 17/83 und NotZ 20/83; Beschluß vom 17. Februar 1986 - NotZ 7/85 = DNotZ 1987, 51).
Darüber hinaus können Notare nur bestellt werden, soweit hierfür neben den Notaren im Landesdienst ein Bedürfnis besteht (§§ 116 Abs. 1 Satz 3; 4 Abs. 1 BNotO i.V.m. § 3 Abs. 2 BaWü LFGG; vgl. auch Senatsbeschlüsse vom 20. Januar 1969 - NotZ 2/68 = DNotZ 1969, 510, 511 und vom 26. September 1983 - NotZ 7/83 = DNotZ 1984, 246, 249;… Seybold/Hornig a.a.O. §§ 114, 115 Rn. 21, Richter/Hammel BaWü LFGG 3. Aufl. 1988 § 3 Rn. 4).