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Timestamp: 2013-05-23 20:35:48
Document Index: 150444135

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 26', 'Art. 6', 'Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 24', 'Art. 26', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 104', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 9', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 26', 'Art. 36', 'Art. 24', 'Art. 2', 'Art. 55', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 26', 'Art. 26']

115 IB 131
115 Ib 13117. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 18. Januar 1989 (1.) i.S. Schweizerische Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege gegen Schweizerische Eidgenossenschaft (PTT-Betriebe) und Regierungsrat des Kantons Schwyz sowie (2.) i.S. Schweizerische Eidgenossenschaft (PTT-Betriebe) gegen Gemeinderat Feusisberg, Schweizer Heimatschutz, Schweizerische Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege sowie Regierungsrat des Kantons Schwyz (Verwaltungsgerichtsbeschwerden)
PTT-Richtstrahlantenne H�hronen; Kognition des Bundesgerichts bei der W�rdigung von Fragen des technischen Ermessens; Art. 24 RPG und Art. 26 FPolV, Art. 6 NHG. 1. Fragen des technischen Ermessens pr�ft das Bundesgericht zur�ckhaltend, um den fachtechnischen Sachverstand der zust�ndigen Verwaltungsinstanz zu respektieren (E. 3). 2. Erteilung der Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG (E. 4 und 5). a) Die PTT-Betriebe sind auf den Standort H�hronen angewiesen, um das bestehende Richtstrahlnetz zu erg�nzen und damit den erheblichen und noch zunehmenden Bedarf an Fernmeldeleistungen auftragsgem�ss sicherstellen zu k�nnen (s. Art. 36 und 55bis BV). Die Standortgebundenheit nach Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG ist daher zu bejahen (E. 5a-g). b) Interessenabw�gung, Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG. An der Erf�llung des Leistungsauftrages der PTT-Betriebe besteht ein Interesse von nationaler Bedeutung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG, das dem Schutz des heimatlichen Landschafts- und Ortsbildes (Art. 24sexies Abs. 2 BV) gleichzustellen ist. Deshalb und weil eine andere bauliche L�sung nicht in Betracht kommt, darf f�r den Bau der Anlage von der ungeschm�lerten Erhaltung des BLN-Schutzobjektes H�hronen abgewichen werden, wobei aber auf gr�sstm�gliche Schonung zu achten ist (E. 5h). 3. Erf�llt sind auch die Voraussetzungen gem�ss Art. 26 FPolV f�r die Bewilligung der f�r die Antenne erforderlichen Rodung. Der f�r die Erstellung des Werkes n�tige Weg erleichtert die Waldbewirtschaftung, weshalb er als Waldstrasse anerkannt werden kann (E. 6). Sachverhalt ab Seite 133
BGE 115 Ib 131 S. 133
Die PTT-Betriebe beabsichtigen, auf Gebiet der Gemeinde Feusisberg auf dem H�hronen (Koordinaten 697060/224380) im Waldgebiet als Mehrzweckanlage (MZA) eine Richtstrahlantenne f�r die drahtlose Kommunikation zu bauen. Sie reichten hiezu bereits Ende 1981 ein Baugesuch sowie am 12. Februar 1982 ein Rodungsgesuch f�r 1200 m2 Waldfl�che ein. Am 27. April 1982 hiess der Regierungsrat des Kantons Schwyz das Rodungsgesuch gut, doch erhob die Schweizerische Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege (SL) gegen diesen Entscheid Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung sistierte das Verfahren am 30. November 1982 bis zum Entscheid �ber das Baugesuch f�r die Richtstrahlantenne.
Im Verlaufe des weiteren Verfahrens reichten die PTT-Betriebe am 6. April 1984 ein neues, reduziertes Bauprojekt ein. Hief�r erteilte das Justizdepartement des Kantons Schwyz am 28. August 1984 die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG, worauf der Gemeinderat Feusisberg am 4. Dezember 1984 die Baubewilligung ausstellte und die vom Schweizer Heimatschutz (SHS) und von der Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege erhobenen Einsprachen abwies. Die beiden Vereinigungen gelangten in der Folge am 2. und 5. Januar 1985 mit Beschwerde an den Regierungsrat des Kantons Schwyz. Mit Entscheid vom 9. Juli 1985 verneinte dieser die Legitimation der beiden Vereinigungen und f�llte demgem�ss einen Nichteintretensentscheid. Sowohl SHS als auch SL riefen hierauf mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde das Bundesgericht an, welches ihre Beschwerde mit Entscheid vom 12. M�rz 1986 guthiess, ihre Legitimation zur Anfechtung der gest�tzt auf Art. 24 RPG erteilten Baubewilligung bejahte und die Sache zum materiellen Entscheid an den Regierungsrat zur�ckwies (BGE 112 Ib 70 ff.).
BGE 115 Ib 131 S. 134
Am 26. Mai 1987 hiess der Regierungsrat des Kantons Schwyz die Beschwerde des Schweizer Heimatschutzes und der Schweizerischen Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege gut und hob die vom Justizdepartement am 28. August 1984 erteilte Ausnahmebewilligung sowie die Baubewilligung des Gemeinderates Feusisberg vom 4. Dezember 1984 auf. Der Regierungsrat bejahte die Standortgebundenheit der Anlage im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG, doch war er der Meinung, dem Projekt st�nden �berwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG entgegen. Diese erblickte er im Schutz der Landschaft der H�hronenkette, welche zu einer vom Bund gesch�tzten Landschaft von nationaler Bedeutung z�hlt (Schutzobjekt Nr. 1307 des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkm�ler [BLN, Anhang zur Verordnung hiezu vom 10. August 1977, VBLN, SR 451.11], Glaziallandschaft zwischen Lorzentobel und Sihl mit H�hronenkette). Er verwies auf Art. 6 NHG, wonach mit der Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan wird, dass es in besonderem Masse die ungeschm�lerte Erhaltung oder jedenfalls gr�sstm�gliche Schonung verdient. Gest�tzt auf ein von den beschwerdef�hrenden Vereinigungen eingereichtes Gutachten von Prof. Dr. Ing. Georg Epprecht, Professor f�r technische Elektrizit�tslehre und Hochfrequenztechnik an der ETH Z�rich, welches zum Ergebnis gelangte, dass andere L�sungen denkbar seien, um die dem Fernmeldeturm H�hronen zugedachten Aufgaben zu erf�llen, vertrat der Regierungsrat die Meinung, die PTT-Betriebe h�tten den Nachweis nicht erbracht, dass die Realisierung des Bauvorhabens die einzige M�glichkeit sei, um ihren Leistungsauftrag zu erf�llen. Unter diesen Umst�nden �berwiege das Interesse an der integralen Erhaltung des H�hronens.
Gegen den Entscheid des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 26. Mai 1987 erhoben die PTT-Betriebe f�r die Schweizerische Eidgenossenschaft Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und das Beschwerdeverfahren betreffend Rodungsbewilligung wiederaufzunehmen. Sie betonen die positive Standortgebundenheit der von ihnen geplanten Mehrzweckanlage und sind der Meinung, es w�rden ihrem Vorhaben keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen. Den Interessen des Landschaftsschutzes h�tten sie durch erhebliche Reduktion ihres ersten Projektes von Ende 1981 Rechnung getragen. Die H�he des reduzierten Projekts betr�gt 69,5 m, wobei es sich bei den obersten 10 m von 59,5 m bis 69,5 m BGE 115 Ib 131 S. 135um eine schlanke Nadel handelt. Im Abschnitt zwischen 44,5 m bis 59,5 m betr�gt der Durchmesser des Turmes lediglich 0,5 m. Der in erster Linie sichtbare Teil mit den technischen Sendeanlagen, der sich �ber die rund 23 m hohen Waldb�ume bis zum Masse von 44,5 m erhebt, ist im Bereiche der Plattformen, �ber denen die Sendeanlagen angebracht sind, 18 m breit. Der Durchmesser des festen Turmaufbaues betr�gt 5,2 m. Der dem Betrieb der Anlage dienende geschlossene Teil der Baute, der sich �ber dem 9 m hohen Sockel des Turmes erhebt und 19 m breit ist, reicht bis zur H�he von 20,9 m und ist demgem�ss durch den Wald abgedeckt.
Der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege bestreiten demgegen�ber die Notwendigkeit der geplanten Mehrzweckanlage H�hronen f�r die Erf�llung des Leistungsauftrages der PTT.
3. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann beim Bundesgericht die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens ger�gt werden (Art. 104 lit. a OG). Ausserdem kann auch eine unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 104 lit. b OG). Die PTT-Betriebe erheben diese zweite R�ge nicht ausdr�cklich. Sie machen eine Bundesrechtsverletzung geltend, indem sie dem Regierungsrat des Kantons Schwyz vorwerfen, die massgebenden Interessen, die bei der Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG stets umfassend ber�cksichtigt werden m�ssen, nicht richtig abgewogen zu haben. Diese Frage ist in erster Linie eine Rechtsfrage, welche das Bundesgericht grunds�tzlich frei und umfassend �berpr�ft (BGE 112 Ib 428 E. 3 mit Hinweisen). Doch billigt das Gericht den Verwaltungsbeh�rden bei der Auslegung und Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe einen gewissen Beurteilungsspielraum zu und h�lt sich insbesondere dort zur�ck, wo �rtliche Verh�ltnisse zu beurteilen sind, welche die lokalen Beh�rden besser kennen und �berblicken als das Bundesgericht. Nimmt es aber - wie hier - selbst einen Augenschein vor, so besteht kein Anlass, bei der Pr�fung von Fragen, die eine W�rdigung der �rtlichen Verh�ltnisse voraussetzen, besonders zur�ckhaltend zu sein (BGE 109 Ib 300 E. 3).
Bei der �berpr�fung von Ermessensentscheiden ist jedoch das Bundesgericht an die Schranke von Art. 104 lit. a OG gebunden. Desgleichen hat es bei der W�rdigung technischer Fragen, deren BGE 115 Ib 131 S. 136Beurteilung durch die zust�ndige Instanz im Grenzbereich zwischen Rechtsanwendung und Ermessensbet�tigung liegt, Zur�ckhaltung walten zu lassen (BGE 112 Ib 549 E. 1d). Zu pr�fen ist namentlich, ob die f�r die Projektierung und den Entscheid zust�ndige Beh�rde alle wesentlichen Gesichtspunkte vollst�ndig und gewissenhaft gepr�ft hat.
4. Die geplante Fernmeldeanlage soll im Waldareal auf dem Kamm der H�hronenkette erstellt werden. Sie bedarf daher ausser einer Rodungsbewilligung einer Bewilligung gem�ss Art. 24 RPG f�r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen. Gem�ss dieser Bestimmung k�nnen solche Bauten errichtet werden, wenn ihr Zweck einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (Art. 24 Abs. 1 lit. a) und wenn keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 24 Abs. 1 lit. b). Diese beiden Voraussetzungen m�ssen kumulativ erf�llt sein (BGE 113 Ib 141 E. 5 mit Hinweisen).
5. a) Die PTT-Betriebe begr�nden die Notwendigkeit des Fernmeldeturmes H�hronen mit der Sicherung und Vervollst�ndigung des bestehenden Richtstrahlnetzes, innerhalb dessen die geplante Anlage folgenden Hauptaufgaben dienen soll:
"Anschluss des Fernbetriebszentrums Z�rich-Herdern an das schweizerische Richtstrahlnetz (inklusive des in Planung befindlichen zweiten Kabelschwerpunkts Z�rich-Binz); Anschluss an den zweiten Alpen�bergang Titlis-Scopi-Tamaro als Entlastung und Umgehung der Nord-S�d-Haupttransversale Albis-Jungfraujoch-Generoso; Absicherung und Entlastung der West-Ostachse Frankreich-Westschweiz-Albis-S�ntis-Deutschland/�sterreich �ber einen zweiten Pfad und mit einer im Raum St. Gallen noch zu erstellenden Anlage."
Die Erf�llung dieser Aufgaben bezeichnen die PTT-Betriebe gem�ss dem ihnen erteilten Leistungsauftrag als unumg�nglich. Dieser Auftrag ergibt sich aus Art. 36 BV, welcher das Post- und Telegrafenwesen als Bundessache bezeichnet. Die Verfassungsbestimmung "dient der Bereitstellung eines umfassenden staatlichen Leistungsangebotes auf dem Gebiete des Postwesens und der immateriellen, insbesondere elektrischen/elektronischen Informations(Nachrichten-, Daten- usw.)�bermittlung" (MARTIN LENDI, Kommentar BV, .N. 1 zu Art. 36). Dementsprechend sind die PTT-Betriebe unter R�cksichtnahme auf die Landesinteressen nach betriebswirtschaftlichen Grunds�tzen zu f�hren. Sie haben ihre Anlagen dauernd in gutem Zustand zu erhalten und den Erfordernissen des Verkehrs anzupassen (Art. 2 des PTT-Organisationsgesetzes [PTT-OG], SR 781.0).BGE 115 Ib 131 S. 137
b) Die Vereinigungen (nachfolgend als Beschwerdegegner bezeichnet) stellen diesen Leistungsauftrag nicht in Frage. Sie sind jedoch der Meinung, zu dessen Erf�llung sei keine Erweiterung des Richtstrahlnetzes mit einem Fernmeldeturm n�tig. Vielmehr biete sich als Alternative der Ausbau des Kabelnetzes an. Die weit gr�ssere Leistungsf�higkeit der Glasfaserkabel mache eine Mehrzweckanlage, wie sie auf dem H�hronen geplant sei, �berfl�ssig. Sie leiten hieraus her, dass das anerkannte Landesinteresse an einem Fernmeldenetz, das den Bed�rfnissen der Wirtschaft und der Bev�lkerung in bestm�glicher Weise dient, die Beeintr�chtigung einer gesch�tzten Landschaft von nationaler Bedeutung durch einen Fernemeldeturm nicht zu rechtfertigen vermag.
c) Zu dieser Einwendung ist zun�chst festzustellen, dass bei der Pr�fung der Frage, auf welchem Weg die PTT-Betriebe ihren Leistungsauftrag erf�llen sollen, der Beurteilungsspielraum der prim�r verantwortlichen Beh�rden zu respektieren ist. Dabei sind einerseits verwaltungsorganisatorische, andererseits technische Fragen zu l�sen, bei denen Zweckm�ssigkeits�berlegungen im Vordergrund stehen (vgl. BGE 112 Ib 439 E. 7b). Fragen des technischen Ermessens kann das Bundesgericht - wie dargelegt (oben E. 3) - nicht frei �berpr�fen (Art. 104 lit. a OG). Dem Beurteilungsspielraum tr�gt es durch eine Zur�ckhaltung Rechnung, um den fachtechnischen Sachverstand zu respektieren. Das Bundesgericht ist nicht oberste Planungs- und Baubeh�rde. Es hat nicht eine eigene Konzeption des Fernmeldewesens zu entwickeln und diese derjenigen der hiezu gesetzlich beauftragten Beh�rden gegen�berzustellen. Vielmehr obliegt ihm die Rechtskontrolle hinsichtlich der Anwendung des geltenden Rechts, bei deren Aus�bung es namentlich zu pr�fen hat, ob die f�r die Interessenabw�gung massgebenden Gesichtspunkte vollst�ndig erfasst und richtig gewichtet wurden. Hiezu z�hlt auch die Pr�fung alternativer L�sungsm�glichkeiten.
ca) Die PTT-Betriebe lehnen die von den Beschwerdegegnern genannte Glasfaserkabeltechnik nicht ab. Sie sind vielmehr im Begriff, die bestehenden Kupferkabel durch die modernen Glasfaserkabel zu erg�nzen und z.T. zu ersetzen. Gem�ss den nicht bestrittenen Darlegungen der Vertreter der PTT-Betriebe betr�gt das Verh�ltnis zwischen Kabel- und Richtstrahlfernverbindungen in unserem Lande heute etwa 70% zu 30%, was auch in andern europ�ischen Staaten �blich ist. Es ist anzunehmen, dass sich BGE 115 Ib 131 S. 138dieses Verh�ltnis im Laufe der Jahre zugunsten des Kabels verschieben wird.
F�r die n�chsten 20-30 Jahre wird es hingegen nach Ansicht der Vertreter der PTT-Betriebe beim Verh�ltnis von rund 1/3 Richtstrahlverbindungen zu 2/3 Kabelfernmeldeleistungen bleiben. Dabei messen die PTT-Betriebe der Kombination Richtstrahl-Kabel mit R�cksicht auf die Betriebssicherheit gr�sste Bedeutung bei. Sie weisen auf die Zerst�rung der Kabel hin, die durch Unwetterkatastrophen, wie sie im Jahre 1987 im Urnerland eingetreten sind, verursacht werden k�nnen. Deren Wiederherstellung erfordert oft einen gr�sseren Zeitaufwand. In einem solchen Falle k�nnen Richtstrahlverbindungen den Ausfall �bernehmen.
cb) Das Argument der Betriebssicherheit wird von den Beschwerdegegnern anerkannt, jedoch relativiert. Sie weisen auf die ebenfalls gegebene Verletzlichkeit von Fernmeldet�rmen hin und betonen, dass gr�ssere Sicherheit durch mehrfache Kabelf�hrung erreicht werden k�nne. Eine solche erfordert jedoch einen hohen Kosten- und Zeitaufwand, namentlich f�r die Durchquerung der Alpenkette zur Sicherstellung des Nord-S�dverkehrs. Der entsprechende Ausbau des Kabelnetzes wird von den PTT-Betrieben nicht etwa abgelehnt, sondern ebenfalls vorgesehen, doch ist er nicht in kurzer Zeit realisierbar.
F�r den Anschluss des Grossraumes Z�rich, dessen Wirtschaftskraft in besonders hohem Masse auf ausreichende und sichere Fernmeldeverbindungen angewiesen ist, kommt der Notwendigkeit von verh�ltnism�ssig kurzfristig realisierbaren L�sungen ausschlaggebende Bedeutung zu. Es ist zu bedenken, dass insbesondere die Ausdehnung des Dienstleistungssektors zu einer starken Zunahme des Informationsaustausches �ber das Fernmeldenetz f�hrt. Die Besichtigung des Fernmeldezentrums Z�rich-Herdern vermittelte sowohl der bundesgerichtlichen Delegation als auch den Beschwerdegegnern eine gute Vorstellung hievon, wobei die Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen hatten, dass sich bereits ein zweites Zentrum Z�rich-Binz in Planung befindet.
cc) Dass selbst bei mehreren gegenseitig auswechselbaren Kabelverbindungen ein zus�tzlich m�glicher Einsatz der Richtstrahltechnik die Betriebssicherheit erh�ht, liegt auf der Hand. Wird ber�cksichtigt, dass bei den gegebenen topografischen Verh�ltnissen in unserem Lande l�ngere Kabelstrecken �ber Br�cken sowie durch Tunnels f�hren m�ssen, ist nicht in Abrede zu stellen, dass zu gleicher Zeit auch �rtlich getrennt verlaufende Str�nge zerst�rt BGE 115 Ib 131 S. 139werden k�nnen. Gewiss sind auch Fernmeldet�rme gef�hrdet. Die M�glichkeit der Umstellung auf die v�llig andersartige Technik der Richtstrahlverbindung verringert jedoch die Risiken, sind doch die Ursachen, die zu Besch�digungen f�hren k�nnen, im Regelfall nicht dieselben. Im Falle einer Unwetterkatastrophe, die zu einem Einsturz von Br�cken f�hrt, werden die nicht im Katastrophengebiet gelegenen Fernmeldet�rme weiterhin betriebsbereit sein.
cd) Die zuletzt getroffene Feststellung f�llt namentlich dann ins Gewicht, wenn das Richtstrahlnetz seinerseits mehrfache M�glichkeiten bietet, um bei Ausfall einer Anlage Verbindungen �ber andere Stationen herzustellen. Die Mehrzweckanlage H�hronen soll u.a. diese M�glichkeit er�ffnen, indem sie den Grossraum Z�rich an den zweiten Alpen�bergang Titlis-Scopi-Tamaro anschliesst und damit eine Entlastung und Umgehung der Nord-S�d- Haupttransversale Albis-Jungfraujoch-Generoso erlaubt. Auch wird sie eine Entlastung der West-Ostachse Frankreich-Westschweiz-Albis-S�ntis-Deutschland/�sterreich erm�glichen, wof�r aus technischer Sicht freilich noch eine weitere Anlage im Raum St. Gallen als w�nschbar erscheint, wobei allerdings nicht ausgeschlossen ist, die bestehende Anlage auf dem S�ntis entsprechend zu erweitern, wie die Vertreter der PTT-Betriebe an der Instruktionsverhandlung dargelegt haben. Das bestehende Provisorium Z�rich-H�nggerberg, das eine Erweiterung der voll ausgelasteten Anlage Albis darstellt, vermag die genannten Aufgaben nicht in gleicher Weise zu erf�llen, was die Beschwerdegegner nicht bestreiten.
ce) Werden diese Zusammenh�nge beachtet und der stets zunehmende Bedarf an Fernmeldeleistungen insbesondere im Grossraum Z�rich erkannt, so h�lt der Entscheid der PTT-Betriebe, das vorhandene Richtstrahlnetz durch eine Mehrzweckanlage H�hronen zu erg�nzen und es im jetzigen Zeitpunkt nicht bei einem Ausbau des Kabelnetzes bewenden zu lassen, der richterlichen �berpr�fung stand. Die PTT-Betriebe durften einen Ausbau des Kabelnetzes nicht als ausreichende, innert verh�ltnism�ssig kurzer Zeit zu realisierende Alternative erachten. Auch spricht die Tatsache, dass es den PTT-Betrieben bis heute m�glich war, den stets wachsenden Bedarf zu befriedigen, nicht gegen die Erstellung der Anlage. Eine weitsichtige Betriebsf�hrung, zu welcher die PTT-Betriebe gesetzlich verpflichtet sind (Art. 2 PTT-OG), verlangt eine rechtzeitige Anpassung der BGE 115 Ib 131 S. 140Anlagen, um den ausgewiesenermassen erheblichen Bed�rfnissen gen�gen zu k�nnen.
Die geplante Mehrzweckanlage soll sodann allgemein der Funktionst�chtigkeit der Informations�bermittlung, somit in erster Linie den Grundbed�rfnissen der Bev�lkerung und der Wirtschaft dienen. Nur als Ausweichm�glichkeit ist vorgesehen, dass die Anlage auch dem Fernsehen zur Verf�gung gestellt werden kann, wobei �berdies zu beachten ist, dass das Fernsehen nicht nur der Unterhaltung, sondern ebensosehr der notwendigen Informationsvermittlung zur kulturellen Entfaltung und zur freien Meinungsbildung dient, wie dies Art. 55bis Abs. 2 BV verlangt. Auch hieran besteht ein erhebliches �ffentliches Interesse (J�RG PAUL M�LLER, Kommentar BV, N. 39 ff. zu Art. 55bis). Der Meinung, es gehe den PTT-Betrieben lediglich um ungehemmte Expansion, kann somit nicht zugestimmt werden. Es geht vielmehr um die Sicherung des Grundleistungsangebotes, bei dessen Erf�llung man den PTT-Betrieben auch nicht �bertriebenes Sicherheitsdenken vorhalten kann.
d) Ist der Grundsatzentscheid, eine Mehrzweckanlage im Sinne des Fernmeldeturmes H�hronen zu erstellen, nicht zu beanstanden, so fragt es sich als n�chstes, ob hinsichtlich des Standortes oder der baulichen Gestaltung andere L�sungen m�glich sind, welche zu einem geringeren Eingriff in das Landschaftsbild des von der Urbanisierung bisher noch nicht ber�hrten H�hronen-Voralpengebietes f�hren. Namentlich stellt sich die Frage, ob die vorgesehene Anlage nicht an einem bereits beeintr�chtigten Ort errichtet werden k�nnte.
da) Das von den Beschwerdegegnern eingereichte Gutachten von Prof. Dr. Ing. Epprecht nennt als einzige Alternative den Standort Albis-Schnabel. Doch liegt auch dieser Standort in einem Schutzgebiet von nationaler Bedeutung. Die Beschwerdegegner haben daher - wie bereits erw�hnt - an der Augenscheinsverhandlung erkl�rt, dass dieser Standort ebensowenig wie die H�hronenkette in Betracht kommen k�nne, es sei denn, die Anlage werde in ihrem Ausmass erheblich reduziert; dies kann jedoch nicht in Betracht kommen, soll die Anlage den ihr zugedachten Zweck erf�llen. Weitere in Betracht kommende Standorte konnten keine genannt werden.
db) Aus den Akten ergibt sich sodann, dass die PTT-Betriebe die Standortfrage mit grosser Sorgfalt abgekl�rt haben. Wie ihrem Bericht zum Gutachten Epprecht entnommen werden kann, haben BGE 115 Ib 131 S. 141sie aufwendige Alternativen - Untersuchungen an 35 Standorten - vorgenommen. Diese haben ergeben, dass f�r jede m�gliche Alternative mindestens drei Ersatzstationen erstellt werden m�ssen, die sich zumeist auch in Landschaftsschutzgebieten befinden w�rden.
Die Wahl des Standortes H�hronen erfolgte, um die notwendige direkte Sichtverbindung mit der Mehrzweckanlage Titlis herzustellen und dem Gebot der Frequenz�konomie Rechnung zu tragen. Dank der Distanz zum Fernmeldeturm Albis k�nnen die Frequenzen f�r Titlis-Albis und Titlis-H�hronen wiederverwendet werden. Bei einem Standort Albis-Schnabel tr�fe dies nicht zu, wie auch - wiederum aus technischen Gr�nden, vor allem wegen Interferenzproblemen - ein Standort neben dem bereits auf dem Albis befindlichen Fernmeldeturm nicht in Frage kommen kann. Der nunmehr gew�hlte Standort auf dem H�hronen sichert schliesslich auch - wie ausgef�hrt - die Ost-Westverbindungen, insbesondere zum S�ntis sowie zu einer allf�lligen weiteren Station im Raume St. Gallen. Ob und wo eine solche zul�ssig ist, wird damit aber keineswegs pr�judiziert.
e) Bei all diesen �berlegungen kann allerdings nicht �bersehen werden, dass der Standort H�hronen seinerseits durch denjenigen des Fernmeldezentrums in Z�rich-Herdern bedingt ist, ohne dass bei der dortigen Standortwahl ein gesamthaftes Konzept in der Form eines Sachplanes gem�ss Art. 13 RPG vorgelegen hat, der sich sowohl auf die Frage nach dem Bed�rfnis als auch nach dem Standort zu beziehen h�tte (bei der blossen - angeblich im Hinblick auf Art. 13 RPG erstellten - �bersicht der wesentlichen Bauvorhaben der PTT-Betriebe, die der Bundesrat mit Beschluss vom 5. November 1980 zur Kenntnis genommen hatte, konnte es sich jedenfalls nicht um ein eigentliches Gesamtkonzept bzw. um eine Planung im Sinne der genannten Bestimmung handeln). Ein derartiger, politisch - allenfalls unter Mitwirkung der Bev�lkerung (Art. 4 RPG) - abgesicherter Sachplan w�re f�r ein raumwirksames Vorhaben des Bundes, wie es hier zur Diskussion steht, unumg�nglich (s. EJPD/BRP, Erl�uterungen RPG, N. 1 zu Art. 2, S. 88, und insbesondere N. 2-10 zu Art. 13, S. 189 ff.; LEO SCH�RMANN, Bau- und Planungsrecht, 2. Aufl., S. 128 f.). Man kann sich sogar fragen, ob die PTT-Betriebe angesichts der heutigen technischen Bed�rfnisse nicht eigentlich �ber Planungsinstrumente verf�gen m�ssten, wie sie f�r Nationalstrassen oder Bahnlinien notwendig sind. Im vorliegenden Fall kann indes deshalb von einem BGE 115 Ib 131 S. 142f�rmlichen Sachplan im Sinne von Art. 13 RPG abgesehen werden, weil das fragliche Projekt selber aus der Zeit vor Inkrafttreten des eidgen�ssischen Raumplanungsgesetzes stammt. Hinzu kommt, dass auch damals nicht etwa planlos gebaut wurde. Vielmehr ist das Richtstrahlnetz seit den 50er-Jahren nach und nach gewachsen und den jeweiligen Bed�rfnissen entsprechend weiter ausgebaut worden.
f) Ist somit aufgrund des Ergebnisses des Beweisverfahrens davon auszugehen, dass kein tauglicher alternativer Standort besteht, so kann sich einzig fragen, ob eine andere Projektgestaltung m�glich ist, namentlich eine solche, welche auf die Erstellung eines Turmes verzichtet, der �ber den Wald hinausragt. Auch diese Frage muss - wie der Augenschein gezeigt hat - verneint werden. Die PTT-Betriebe haben gepr�ft, ob allenfalls die Sendeanlagen beidseits des Kammes des H�hronens an den Bergh�ngen erstellt werden k�nnten. Technisch w�re dies zwar m�glich, doch w�re der Eingriff in das Landschaftsbild und in den Wald weit schwerwiegender. Namentlich m�sste eine wesentlich gr�ssere Fl�che gerodet werden, was im Landschaftsbild sichtbar w�re. Es entst�nden Waldschneisen, die ausserdem die Gefahr eines Windwurfes entlang der Schneisen nach sich z�gen. Die Beschwerdegegner haben daher best�tigt, dass auch nach ihrer Meinung eine solche L�sung nicht in Betracht kommen k�nne.
g) Als rechtliche Konsequenz des Ergebnisses des bundesgerichtlichen Augenscheins und der Instruktionsverhandlung ergibt sich somit, dass die Standortgebundenheit der Anlage im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG zu bejahen und eine andere Projektgestaltung ohne Turm nicht m�glich ist. Die PTT-Betriebe sind auf den Standort H�hronen angewiesen, um das bestehende Richtstrahlnetz mit einer Mehrzweckanlage zu erg�nzen und damit den erheblichen und noch zunehmenden Bedarf an Fernmeldeleistungen insbesondere des Grossraumes Z�rich sicherzustellen. Die erste Voraussetzung f�r die Erteilung einer Baubewilligung ausserhalb der Bauzonen f�r das zu beurteilende Projekt ist damit erf�llt.
h) Die Bewilligung f�r das Vorhaben k�nnte somit nur verweigert werden, wenn ihm �berwiegende Interessen entgegenst�nden. Als solche kommen nur die Natur- und Heimatschutzinteressen in Frage. Dass sonstige raumplanerische oder polizeiliche Gr�nde, etwa solche des Umweltschutzes, gegen das Projekt sprechen k�nnten, ist nicht ersichtlich und wird denn auch nicht geltend gemacht.
BGE 115 Ib 131 S. 143
ha) Die Beschwerdegegner berufen sich darauf, dass die H�hronenkette in einer gesch�tzten Landschaft von nationaler Bedeutung - Glaziallandschaft zwischen Lorzentobel und Sihl mit H�hronenkette - liegt (Schutzobjekt Nr. 1307 gem�ss der bereits erw�hnten VBLN vom 10. August 1977, SR 451.11). Gem�ss Art. 5 NHG sind die Gr�nde f�r die nationale Bedeutung des Objektes und der anzustrebende Schutz wie folgt umschrieben:
"Bedeutung:
Voralpine Flusslandschaft von urspr�nglicher Sch�nheit. Grossartigste Mor�nenlandschaft der Schweiz (Albert Heim). Tropfsteingrotten im Lorzentobel ("H�llgrotten"). Instruktives Querprofil von der flachliegenden Mittellandmolasse bis in den Kern der subalpinen H�hronenantiklinale.
Obere Meeresmolasse bei der Waldhalde mit fossilen Vogel f�hrten. Braunkohlenfl�ze am H�hronen-Nordhang mit artenreicher fossiler Flora.
Charakteristische subalpine und montane Fauna und Flora. Hervorragend erhaltene Hochmoore und Flachmoore mit Streuwiesen im Gebiet der Schwantenau. Pr�historische Wohnpl�tze auf dem Baarburgplateau. Wichtiges Quellgebiet f�r die Wasserversorgung der Stadt Z�rich und des Kantons Zug."
Es handelt sich um ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches Teile der Kantone Schwyz, Zug und Z�rich sowie insgesamt 13 Gemeinden erfasst. S�dlich der H�hronenkette schliesst unmittelbar das Schutzgebiet Nr. 1308, Moorlandschaft Rothenthurm-Altmatt- Biberbrugg an. Ab Sihlbrugg folgt die Gebietsgrenze dem Lauf der Sihl, an welche das Schutzgebiet Nr. 1306, Albiskette-Reppischtal, angrenzt. Der H�hronen befindet sich somit innerhalb verschiedener grosser Schutzgebiete, welche an den �usserst dicht besiedelten Grossraum Z�rich anstossen und welche ihrerseits zahlreiche Siedlungen aufweisen. Es handelt sich um Gebiete, welche eindr�ckliche Flusslandschaften und Bergketten von urspr�nglicher Sch�nheit aufweisen, welche jedoch auch von Strassen- und Verkehrswegen durchzogen werden und innerhalb denen sich zahlreiche Ortschaften befinden, Gebiete somit, welche keineswegs unber�hrt sind. Sie sind auch Wohn- und Arbeitsraum f�r die dort lebende Bev�lkerung und stehen in untrennbarer Beziehung zu den angrenzenden Siedlungs- und Wirtschaftsr�umen, in welchen �ber eine Million Menschen wohnen.
Der gesetzliche Schutz tr�gt dieser Tatsache Rechnung. Er schliesst nicht jede Beeintr�chtigung aus; eine Abweichung von der von Art. 6 Abs. 1 NHG geforderten ungeschm�lerten Erhaltung darf gem�ss Art. 6 Abs. 2 NHG dann in Erw�gung gezogen BGE 115 Ib 131 S. 144werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder h�herwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen (s. BGE 114 Ib 84 ff. E. 2, BGE 113 Ib 348 ff. E. 4c und 5; vgl. auch BBl 1965 III 103). Wenn Art. 6 NHG somit anordnet, ein Schutzobjekt verdiene in besonderem Masse die ungeschm�lerte Erhaltung oder jedenfalls gr�sstm�gliche Schonung, so bezieht sich diese Anordnung auf die gem�ss Art. 5 NHG verlangte Umschreibung der Objekte und auf die Gr�nde f�r ihre nationale Bedeutung (vgl. BGE 114 Ib 84 f. E. 2a, BGE 114 Ib 270 E. 2a). Aus Art. 6 Abs. 2 NHG geht dies eindeutig hervor, spricht doch diese Bestimmung von der ungeschm�lerten Erhaltung "im Sinne der Inventare". In der gesch�tzten Glaziallandschaft gem�ss Inventar Nr. 1307 sind beispielsweise die Tropfsteingrotten im Lorzentobel oder die pr�historischen Wohnpl�tze auf dem Baarburgplateau klarerweise ungeschm�lert zu erhalten, w�hrend demgegen�ber nicht jede Ver�nderung des Landschaftsbildes ausgeschlossen werden kann (s. die vorstehend zitierten Urteile), denn andernfalls k�nnten die grossr�umig gesch�tzten Gebiete ihre ebenfalls gegebene Funktion als Siedlungsr�ume, in denen gewohnt und gearbeitet wird und die wirtschaftlich mit den Nachbargebieten verbunden sind, nicht erf�llen.
Im vorliegenden Falle sind die Beschwerdegegner der Meinung, die Silhouette der bewaldeten und weithin sichtbaren H�hronenkette d�rfe nicht angetastet werden. Die vom Gesetz verlangte genaue Umschreibung der Schutzobjekte nennt jedoch diese Silhouette nicht ausdr�cklich. Hieraus darf freilich nicht gefolgert werden, dass der H�henzug keinen Schutz verdiene. Die Umschreibung nennt das instruktive Querprofil von der Mittellandmolasse bis in den Kern der H�hronenantiklinale, womit die Landschaft pr�gende Elemente angesprochen werden. Gr�sstm�gliche Schonung ist daher geboten.
hb) Wird das umstrittene Projekt des Fernmeldeturmes gem�ss diesem Verst�ndnis der gesetzlichen Regelung, von der sich die Rechtsprechung leiten l�sst (vgl. nebst den soeben erw�hnten Urteilen auch BGE 112 Ib 296 E. 8c) und die sich aus deren Wortlaut und Sinn sowie der im Inventar umschriebenen Bedeutung der Glaziallandschaft ergibt, beurteilt, so ist zun�chst festzustellen, dass an der Erf�llung des Leistungsauftrages der PTT-Betriebe, welcher die Sicherung und den Ausbau eines leistungsf�higen Fernmeldenetzes einschliesst, ein nationales Interesse besteht, das dem Schutz des heimatlichen Landschafts- und Ortsbildes im Sinne von Art. 24sexies Abs. 2 BV grunds�tzlich gleichzustellen ist.
BGE 115 Ib 131 S. 145
Auch der Auftrag der PTT-Betriebe st�tzt sich auf die Verfassung (Art. 36 und 55bis BV). Von einem Vorrang des Gebots der ungeschm�lerten Erhaltung kann bei dieser Rechtslage nicht die Rede sein.
hc) Wird anerkannt, dass der geplanten Mehrzweckanlage H�hronen im Richtstrahlnetz eine Funktion zukommt, die jedenfalls kurzfristig nicht nur durch einen Ausbau des Kabelnetzes erf�llt werden kann, und dass ein anderer Standort oder eine bauliche L�sung ohne Turm nicht in Betracht kommt, so folgt hieraus, dass von der ungeschm�lerten Erhaltung des bewaldeten Kammes des H�hronens abgewichen werden darf. Auf gr�sstm�gliche Schonung ist jedoch zu achten.
hd) Gr�sstm�gliche Schonung verlangt in erster Linie, dass sich das Projekt in Ausmass und Gestaltung an die unumg�nglich notwendigen Mindestmasse h�lt. Das Projekt der PTT-Betriebe vom September 1982 sah eine Gesamth�he des Turmes von 107 m vor, wobei der deutlich sichtbare, 6,1 m breite Turmteil eine H�he von 57 m erreichen sollte. Der Turmaufbau mit den technischen Sendeanlagen, der 27,5 m breit geplant wurde, sollte sich �ber den Wald bis zur H�he von 44,5 m erheben. Demgegen�ber wurde, um auf das Landschaftsbild R�cksicht zu nehmen, das nun zu beurteilende Projekt vom September 1983 auf eine Gesamth�he von 69,5 m reduziert. Die noch 19 m breite Anlage mit den technischen Einrichtungen ist bereits in der H�he von 9 m vorgesehen, so dass sie durch den Wald verdeckt wird. Der noch 5,2 m breite feste Turmteil mit den Antennenanlagen soll sich von 20,9 m bis 44,5 m H�he erstrecken.
Sowohl die Pl�ne als auch das Modell lassen die erhebliche Reduktion deutlich erkennen. Eine weitergehende Reduktion ist - wie die PTT-Betriebe glaubhaft versichern - nicht mehr m�glich, soll die Anlage ihren Zweck erf�llen. Die Beschwerdegegner machen dies auch nicht geltend, doch bef�rchten sie, es m�sse mit einem sp�teren Ausbau der Anlage gerechnet werden.
Gegen�ber dieser Bef�rchtung der Beschwerdegegner versichern die PTT-Betriebe, dass ein solcher Ausbau nicht in Betracht komme. In ihrer Antwort vom 29. August 1988 best�tigen sie, dass die Station H�hronen im Endausbau nicht mehr als 18 permanent belegte Antennenpl�tze aufweisen werde. Unter einem Antennenplatz ist ein senkrechtes Quadrat mit einer Fl�che von 6 x 6 m zu verstehen. In dieser Fl�che k�nnen entweder eine Muschel-, Hornparabol- oder Kreisparabolantenne von maximal 4,3 m Durchmesser BGE 115 Ib 131 S. 146oder mehrere kleinere, vergleichbare Antennen angeordnet werden, welche insgesamt diese senkrechte quadratische Fl�che von 6 x 6 m weder horizontal noch vertikal �berragen.
Entsprechend den am Augenschein ge�usserten W�nschen haben die PTT-Betriebe ferner best�tigt, dass sich das Aussehen der bestehenden Station Albis verbessern l�sst, wenn die n�tigen Umgehungskapazit�ten zur Verf�gung stehen, was mit der Station H�hronen zutreffen wird. Die PTT-Betriebe sind bei ihrer Erkl�rung zu behaften, dass ein weiterer als der jetzt projektierte Ausbau des Fernmeldeturmes H�hronen nicht in Betracht kommt und dass die Station Albis teilweise entlastet und daher deren Anblick verbessert werden kann, sobald die Station H�hronen verf�gbar ist. Die Mehrzweckanlage H�hronen erm�glicht somit, die Station Albis �sthetischer zu gestalten. Wird ber�cksichtigt, dass sich die Anlage Albis ebenfalls in einem Schutzgebiet gem�ss Bundesinventar befindet, so kommt der Zusicherung der PTT-Betriebe im Interesse des Landschaftsschutzes eine nicht zu untersch�tzende Bedeutung zu. Insgesamt ist festzustellen, dass die PTT-Betriebe sich mit der vorgenommenen Projektreduktion und den Bem�hungen zur Verbesserung des Aussehens der Station Albis um die von Art. 6 NHG geforderte gr�sstm�gliche Schonung bem�ht haben. Im �brigen werden die zust�ndigen kantonalen Baupolizeibeh�rden zu pr�fen haben, ob sich das Projekt H�hronen ebenfalls in bau�sthetischer Hinsicht verbessern l�sst.
he) Demnach ergibt sich, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der PTT-Betriebe gegen die Verweigerung der Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG f�r die Mehrzweckanlage gutzuheissen ist. �berwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 RPG stehen der Bewilligung nicht entgegen, nachdem die PTT-Betriebe dem Gebot der gr�sstm�glichen Schonung der Landschaft Rechnung getragen haben. Auch entsprechen die vorgenommenen umfangreichen Untersuchungen in materieller Hinsicht den Anforderungen einer Umweltschutzvertr�glichkeitspr�fung im Sinne von Art. 9 USG und Art. 24 UVPV. Eine widersprechende Einwendung haben die Beschwerdegegner denn auch nicht erhoben.
Mit dieser Folgerung soll nicht verkannt werden, dass der Fernmeldeturm einen Eingriff in das Landschaftsbild nach sich zieht, der an sich zu bedauern ist, wie dies der Augenschein gezeigt hat. Die Bedenken der Eidgen�ssischen Natur- und Heimatschutzkommission sind daher verst�ndlich. Doch darf dieser Eingriff auch BGE 115 Ib 131 S. 147nicht �berbewertet werden. Aus gr�sserer Ferne wird der Turm bei dunstiger Wetterlage, wie sie oft gegeben ist, kaum sichtbar sein. Der Augenschein hat dies bei der Betrachtung der H�hronenkette vom Albis aus sowie vom Blick der gegen�berliegenden Seite des Z�richsees best�tigt. Am gewichtigsten tritt der Turm von Schindellegi aus sowie vom n�rdlichen Teil des Hochmoorgebietes Rothenthurm zwischen der dritten Altmatt und Bennau in Erscheinung. Doch ist der entsprechende Anblick unvermeidlich. Eine andere Projektgestaltung w�rde - wie bereits dargelegt - zu einem weit schwerwiegenderen Eingriff f�hren, wie dies auch die Beschwerdegegner anerkennen.
6. Bei diesem Ausgang der Sache ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, welche von der Schweizerischen Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege gegen die vom Regierungsrat des Kantons Schwyz am 27. April 1982 erteilte Rodungsbewilligung eingereicht wurde, als unbegr�ndet abzuweisen. Das Interesse an der Walderhaltung hat unter den gegebenen Umst�nden - wie bereits ausgef�hrt wurde - zur�ckzutreten. Die PTT-Betriebe sind f�r die Realisierung des Werkes, f�r welches sie die Rodung begehrt haben, auf den vorgesehenen Standort im Sinne von Art. 26 Abs. 3 FPolV angewiesen. Mit den dargelegten Bem�hungen f�r die gr�sstm�gliche Schonung des Landschaftsbildes haben sie auch dem Natur- und Heimatschutz im Sinne von Art. 26 Abs. 4 FPolV geb�hrend Rechnung getragen. Die f�r die Erstellung des Werkes n�tige Anlegung einer Waldstrasse beschr�nkt sich - wie der Augenschein best�tigt hat - auf das unumg�nglich notwendige Mindestmass. Teilweise folgt die Strasse bereits bestehenden Wegen. Sie erleichtert die forstwirtschaftliche Bewirtschaftung des Waldes. Nicht zwingend n�tig w�re f�r die Waldbewirtschaftung das letzte Teilst�ck von rund 400 m bis zur geplanten Mehrzweckanlage, doch erleichtert auch dieses Teilst�ck die Waldbewirtschaftung, weshalb es als Waldstrasse anerkannt werden kann (s. hiezu BGE 111 Ib 47 f.), wie dies die Forstbeh�rden angenommen haben. Die Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege hat dies �brigens nicht bestritten.
1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Schweizerischen Eidgenossenschaft, PTT-Betriebe, wird gutgeheissen, der Entscheid des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 26. Mai 1987 BGE 115 Ib 131 S. 148aufgehoben und damit die vom Justizdepartement des Kantons Schwyz am 28. August 1984 erteilte Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 RPG mit der Massgabe best�tigt, dass die PTT-Betriebe bei ihrer Erkl�rung behaftet werden, dass ein weiterer Ausbau des Fernmeldeturmes H�hronen nicht in Betracht kommt und dass die Station Albis teilweise entlastet und daher deren Anblick verbessert werden kann, sobald die Station H�hronen verf�gbar ist.
2. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Schweizerischen Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege gegen die Erteilung der Rodungsbewilligung gem�ss Beschluss des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 27. April 1982 wird abgewiesen.
Dispositiv Referenzen
114 IB 84,
112 IB 70,
112 IB 428,
109 IB 300 mehr... ,
112 IB 549,
113 IB 141,
112 IB 439,
113 IB 348,
114 IB 270,
112 IB 296,
111 IB 47
Art. 6 NHG,
Art. 6 Abs. 2 NHG mehr... ,
Art. 26 FPolV,
Art. 36 und 55bis BV,
Art. 24sexies Abs. 2 BV,
Art. 2 PTT-OG,
Art. 55bis Abs. 2 BV,
Art. 4 RPG,
Art. 6 Abs. 1 NHG,
Art. 24 Abs. 1 RPG,
Art. 24 UVPV,
Art. 26 Abs. 3 FPolV,
Art. 26 Abs. 4 FPolV