Source: https://budapest.diplo.de/hu-de/service/-/1614940
Timestamp: 2018-11-20 22:05:49
Document Index: 76467564

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 25', '§ 40', '§ 29', '§ 25']

Möglichkeit des Erwerbs durch Annahme als Kind (Adoption)
Doppelte Staatsangehörigkeit - Mehrstaatigkeit
Die deutsche Botschaft in Budapest ist keine Auskunftsbehörde zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für in Deutschland oder in anderen Staaten lebende Ausländer. Bitte wenden Sie sich mit Fragen zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit an die für Ihren Meldeort in Deutschland zuständige Einbürgerungsbehörde oder die für Ihren Wohnort zuständige deutsche Auslandsvertretung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Botschaft aus organisatorischen und personellen Gründen entsprechende Anfragen nicht beantworten wird.
Die deutsche Botschaft in Budapest ist nur für Staatsangehörigkeitsfragen von Personen, die ihren ständigen Aufenthalt und Wohnsitz in Ungarn haben, zuständig.
Deutscher ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit erworben und nicht wieder verloren hat.
Die Bestimmungen zur deutschen Staatsangehörigkeit waren seit dem ersten Staatsangehörigkeitsgesetz aus dem Jahr 1913 immer wieder grundlegenden Änderungen unterworfen. Für Altfälle können früher geltende Vorschriften weiterhin anwendbar sein.
In Deutschland stehen jedem Deutschen die gleichen Rechte und Pflichten zu, unabhängig davon, auf welche gesetzlich vorgesehene Weise die Staatsangehörigkeit erworben wurde. Zu diesen Rechten und Pflichten zählen u.a. politische Mitwirkungsrechte (Wahlrecht), die Wehrpflicht sowie der diplomatische Schutz im Ausland. Erwerb und Besitz weiterer Staatsangehörigkeiten sind meldepflichtig.
Was versteht man unter dem Abstammungsprinzip?
Nach dem heute geltenden Recht (§ 4 Abs.1 Staatsangehörigkeitsgesetz derzeitige Fassung) erwirbt ein Kind mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Falls nur der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und nicht mit der Mutter verheiratet ist, muss die Vaterschaft nach deutschen Gesetzen wirksam anerkannt oder gerichtlich festgestellt worden sein. Ein solches Verfahren muss eingeleitet sein, bevor das Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat.
In § 4 Abs. 4 Staatsangehörigkeitsgesetz wird allerdings ein Sonderfall geregelt:
Im Ausland geborene Kinder,
1. deren deutsche Eltern bzw. deutsche Mutter oder deutscher Vater am oder nach dem 01.01.2000 (Inkrafttreten der Staatsangehörigkeitsrechtsreform) im Ausland geboren wurden
2. deren Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren ständigen Aufenthalt im Ausland hatten,
erwerben grundsätzlich nicht mehr die deutsche Staatsangehörigkeit.
Etwas anderes gilt nur, wenn sie dadurch staatenlos würden, oder wenn die deutschen Eltern oder der deutsche Elternteil innerhalb eines Jahres einen Antrag auf Beurkundung der Geburt beim zuständigen deutschen Standesamt stellen. Die Frist wird auch gewahrt, wenn der Antrag innerhalb der Jahresfrist bei der zuständigen Auslandsvertretung eingeht. (siehe hierzu die Hinweise der Botschaft zu Geburtsanzeigen auf der Homepage unter Bürgerservice und Geburt eines Kindes)
Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht kennt seit dem 01.01.2000 neben dem Erwerb durch Abstammung auch den Erwerb aufgrund des Geburtsorts. Danach erwerben Kinder, deren beide Eltern nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, unter bestimmten Voraussetzungen mit der Geburt in Deutschland automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.
Voraussetzung ist, dass ein Elternteil seit mindestens acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und freizügigkeitsberechtigter EU-Bürger, gleich-gestellter Staatsangehöriger eines EWR-Staates oder freizügigkeitsberechtigter Schweizer ist oder eine Aufenthaltserlaubnis-EU oder eine Niederlassungserlaubnis nach dem Aufenthaltsgesetz besitzt.
Grundvoraussetzung ist der legale, auf Dauer angelegte Aufenthalt in Deutschland von mindestens acht Jahren und der Besitz eines entsprechenden Aufenthaltstitels. Ferner wird verlangt, dass Einbürgerungswillige sich zu den Grundsätzen der deutschen Verfassung bekennen und über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Der Lebensunterhalt muss selbst bestritten werden können; auch dürfen keine Straftaten begangen worden sein. Darüber hinaus wird die Bereitschaft vorausgesetzt, die bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben. Im Einzelfall bzw. für bestimmte Personengruppen kann als Ausnahme von diesem Grundsatz die Hinnahme von Mehrstaatigkeit in Betracht kommen. Für EU-Bürger gelten spezielle Regelungen (siehe unten).
Möglichkeit der Einbürgerungen aus dem Ausland in folgenden Ausnahmefällen:
a) Für eheliche Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter, die nach dem 23.05.1949 und vor dem 01. Januar 1975 geboren sind, besteht seit Ende März 2012 die Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung aus dem Ausland.
b) Ehemalige Deutsche aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder der Schweiz und deren minderjährige Kinder können die deutsche Staatsangehörigkeit aus dem Ausland erwerben, wenn sie die deutsche Staatsangehörigkeit durch den Erwerb der Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder der Schweiz verloren haben und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Europäischen Union oder der Schweiz haben.
c) Ehemalige Deutsche mit Wohnsitz im Ausland und deren minderjährige Kinder können eingebürgert werden, wenn ein öffentliches Interesse an ihrer Einbürgerung besteht. Es wird geprüft, ob nach allgemeinen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkten eine Einbürgerung vom Ausland her für Deutschland vorteilhaft ist.
Für die Einbürgerung ist das Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln, das hierzu jeweils Merkblätter erstellt hat, zuständig. Voraussetzungen ist in allen Fällen, dass
- die Unterhaltsfähigkeit
- Bindungen an Deutschland
nachgewiesen werden. Die Antragstellung muss über die zuständige deutsche Auslandsvertretung erfolgen.
d) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die Staatsangehörigkeit durch nationalsozialistisches Unrecht aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist und ihre Abkömmlinge, können bei dauerndem Aufenthalt außerhalb Deutschlands einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellen.
Ein Kind erwirbt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn es von einer Person mit deutscher Staatsangehörigkeit als Kind angenommen (adoptiert) wird. Bei Adoption im Ausland hängt der Erwerb von den Wirkungen des ausländischen Beschlusses für den deutschen Rechtsbereich ab. In keinem Fall darf das Kind zum Zeitpunkt des Annahmeantrages das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Kann die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch verloren gehen?
Ja! Wer als deutscher Staatsangehöriger, egal ob in Deutschland oder im Ausland, auf Antrag eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt, verliert dadurch seine deutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Verlust tritt automatisch per Gesetz ein, ohne dass es dazu einer besonderen Erklärung bedarf oder die deutschen Behörden davon Kenntnis erlangen. Dabei spielt es keine Rolle, wie eine Person die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat.
Ein solcher Verlust kann allein dadurch verhindert werden, dass einem zuvor auf eigenen Antrag hin eine Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit erteilt worden ist. Im Zusammenhang mit Passausstellung, Geburt von Kindern, Familiennachzug und sonstigen Anlässen wird geprüft, ob die deutsche Staatsangehörigkeit weiterhin besteht. Der Umstand, dass jemand noch seinen deutschen Reisepass oder Personalausweis besitzt, wird dabei nur als Indiz gewertet. Bei Zweifeln kann ein Verfahren zur Feststellung der Staatsangehörigkeit durchgeführt werden.
Nach § 25 Abs. 1 Satz 2 StAG tritt der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit beim Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit auf Antrag seit dem 28.08.2007 NICHT ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der EU (u.a. Ungarn) erwirbt.
Kann ich aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen werden?
Ja. Voraussetzung dafür ist ein Nachweis, dass man eine andere Staatsangehörigkeit bereits besitzt oder beantragt hat und die zuständigen Stellen des anderen Staates
zusichern, dass diese Staatsangehörigkeit erworben werden kann. Wirksam wird die Entlassung mit Aushändigung einer Urkunde und sofern innerhalb eines Jahres nach Aushändigung der Urkunde nachgewiesen wird, dass die andere Staatsangehörigkeit tatsächlich erworben wurde.
Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Amtsverhältnis stehen, dürfen nicht aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen werden. Bei Wehrpflichtigen ist die Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung erforderlich.
Kann ich auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten?
Wer mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt, kann auf seine deutsche Staatsangehörigkeit verzichten. Der Verzicht muss genehmigt werden und wird erst mit Aushändigung einer entsprechenden Urkunde wirksam.
Was ist mit der Optionsregelung oder auch Optionspflicht gemeint?
Eine Pflicht, sich zwischen zwei Staatsangehörigkeiten zu entscheiden, besteht heute nur für Kinder, die nach dem Geburtsortprinzip Deutsche geworden sind. Im Staatsangehörigkeitsrecht der DDR gab es für Kinder, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Abstammung erworben haben, im Verhältnis zu bestimmten Staaten (u.a. Ungarn) eine ähnliche Regelung.
Wer die deutsche Staatsangehörigkeit nach dem Geburtsortprinzip oder durch Einbürgerung nach § 40 b StAG (Über einen zum 31. Dezember 2000 befristeten besonderen Einbürgerungsanspruch wurden damals noch nicht zehnjährige Kinder in die Regelungen einbezogen.) erhalten hat, muss mit Beginn der Volljährigkeit und spätestens bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres erklären, ob er die deutsche oder die andere Staatsangehörigkeit behalten will. Wird eine Erklärung zu Gunsten der anderen Staatsangehörigkeit abgegeben, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Gleiches gilt automatisch, wenn bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres keine Erklärung abgegeben wird.
Wer seine deutsche Staatsangehörigkeit behalten will, muss dies rechtzeitig erklären. Zugleich geht damit die Verpflichtung einher, die andere Staatsangehörigkeit aufzugeben. Ein Nachweis darüber muss bis zum vollendeten 23. Lebensjahr vorliegen. Andernfalls geht die deutsche Staatsangehörigkeit ebenfalls automatisch verloren. Wenn absehbar ist, dass die andere Staatsangehörigkeit nicht oder nicht rechtzeitig aufgegeben werden kann oder ein solches Verfahren als nicht zumutbar erscheint, dann besteht die Möglichkeit, bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen.
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat zu diesem Thema eine Informationsbroschüre herausgegeben
Am 20.12.2014 ist das Zweite Gesetz zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 13.11.2014 in Kraft getreten.
Hiermit wird die Optionspflicht gem. den §§ 29 und 34 StAG neu geregelt.
Durch die Änderung entfällt die Optionspflicht für in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern. Als im Inland aufgewachsen gilt, wer sich bei Vollendung seines 21 Lebensjahres mindestens acht Jahre gewöhnlich im Inland aufgehalten hat, sechs Jahre im Inland eine Schule besucht hat oder über einen im Inland erworbenen Schulabschluss oder über eine im Inland abgeschlossene Schulausbildung verfügt.
Was ist bei einer Annahme als Kind durch einen Ausländer zu beachten?
Deutsche, die von einem Ausländer als Kind angenommen (adoptiert) werden und dabei dessen Staatsangehörigkeit erwerben, verlieren damit ihre deutsche Staatsangehörigkeit. Dies gilt nicht, wenn sie mit einem deutschen Elternteil verwandt bleiben.
Was ist bei einem Eintritt in ausländische Streitkräfte zu beachten?
Wer neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit besitzt und ohne vorherige Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung oder einer von ihm bezeichneten Stelle oder ohne aufgrund eines zwischenstaatlichen Vertrages dazu berechtigt zu sein, freiwillig in die Streitkräfte oder bewaffneten Verbände dieses Staates eintritt, verliert dadurch seine deutsche Staatsangehörigkeit.
Was kann ich tun, wenn ich die deutsche Staatsangehörigkeit verloren habe?
Mit dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit gehen alle an diese Staatsangehörigkeit geknüpften Rechte und Pflichten verloren. Selbst wer noch einen deutschen Pass besitzt, ist damit rechtlich zum Ausländer geworden. Um eine ehemalige deutsche Staatsangehörigkeit wieder zu erlangen, gibt es die Möglichkeit der Wiedereinbürgerung.
Ist es erlaubt und möglich, neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit zu besitzen?
In bestimmten Situationen erlaubt das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht, dass jemand neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit erwirbt bzw. besitzt. Mehrfachstaatsangehörigkeiten können sich unter anderem aus folgenden Gründen ergeben:
Kinder mit einem deutschen und einem ausländischen Elternteil oder einem oder beiden Elternteilen mit doppelter Staatsangehörigkeit erhalten in der Regel bereits mit der Geburt nach dem Abstammungsprinzip die Staatsangehörigkeiten beider Eltern.
Deutschstämmige Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler und ihre Familien-angehörigen wurden früher eingebürgert bzw. erwerben heute die deutsche Staatsangehörigkeit, ohne dass sie die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben müssen. Soweit das Staatsangehörigkeitsrecht ihrer Herkunftsstaaten dies vorsieht, erwerben ihre in Deutschland geborenen Kinder dann bereits mit der Geburt neben der deutschen auch die ursprüngliche Staatsangehörigkeit der Eltern.
Deutschen Staatsangehörigen kann im Einzelfall eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt werden, die es erlaubt, eine fremde Staatsangehörigkeit zu erwerben, ohne die deutsche zu verlieren.
Wer aus einem dieser Gründe Mehrstaater geworden ist, gibt diese Mehrstaatigkeit in der Regel an die eigenen Kinder weiter. In diesen Fällen wird die Mehrstaatigkeit nach deutschem Recht auf Dauer hingenommen, d.h. es besteht keine Optionspflicht, sich bei Erreichen der Volljährigkeit für eine Staatsangehörigkeit zu entscheiden. Man kann als Mehrstaater jedoch auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten.
Kann ich auch eingebürgert werden, ohne die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben zu müssen?
Grundsätzlich nein! Das Entstehen von Mehrstaatigkeit soll bei der Einbürgerung nach Möglichkeit vermieden werden. Für besondere Härtefälle gibt es jedoch auch Ausnahmeregelungen. Konkret gilt dies
für politisch Verfolgte und anerkannte Flüchtlinge, bei denen auf Entlassungs-bemühungen generell verzichtet wird,
bei unzumutbaren Bedingungen für die Entlassung aus der ausländischen Staats-angehörigkeit; dazu gehören unzumutbar hohe Entlassungsgebühren oder Fälle, in denen der ausländische Staat entwürdigende Entlassungsmodalitäten praktiziert;
für ältere Personen, wenn die Entlassung aus der ausländischen Staatsangehörigkeit auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt und die Versagung der Einbürgerung eine besondere Härte darstellen würde und
bei mit der Entlassung verbundenen erheblichen Nachteilen insbesondere wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art.
Gibt es für EU-Bürger eine spezielle Regelung?
Seit einer gesetzlichen Neuregelung am 28. August 2007 können EU-Bürger und Schweizer in Deutschland eingebürgert werden, ohne ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben zu müssen. Gleichzeitig ist der bisherige automatische Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit beim Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit im Verhältnis zu den EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz entfallen. Mit Wirkung vom 28.08.2007 benötigen Deutsche, die zusätzlich zu ihrer deutschen Staatsangehörigkeit die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates oder der Schweiz annehmen möchten, somit keine Beibehaltungsgenehmigung mehr. Zu beachten ist, dass diese Regelung nur für Anträge gilt, die nach dem 28. August 2007 gestellt werden. In Fällen, in denen die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz vor diesem Datum beantragt wurde, kann die deutsche Staatsangehörigkeit nach den früheren Vorschriften verloren gegangen sein.
Haben Mehrstaater besondere Rechte?
In Deutschland hat jemand, der neben der deutschen noch eine oder mehrere ausländische Staatsangehörigkeiten besitzt („Doppelstaater“ oder „Mehrstaater“) nicht mehr und nicht weniger Rechte als alle anderen deutschen Staatsangehörigen. Kein deutscher Mehrstaater kann unter Berufung auf die andere Staatsangehörigkeit in Deutschland zusätzliche Rechte geltend machen oder sich seinen Pflichten, zum Beispiel der Wehrpflicht, entziehen. Deutsche Mehrstaater können sich jedoch bei einem Aufenthalt in dem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie außerdem besitzen, nicht auf den sonst üblichen konsularischen Schutz der Bundesrepublik Deutschland berufen. Sie werden nach dem Verständnis des anderen Staates vorrangig als dessen Staatsangehörige betrachtet und behandelt. Deshalb sollten Mehrstaater, die ins wehrpflichtige Alter hineinwachsen, sich zuvor über die in dem jeweiligen Staat geltenden Regelungen zur Ableistung von Militärdienst informieren.
Was haben wehrpflichtige Mehrstaater zu beachten?
Deutsche Staatsbürger sind grundsätzlich in Deutschland wehrpflichtig. Der in Deutschland geleistete Wehrdienst wird aufgrund einer Vielzahl von internationalen Verträgen und zweiseitigen Abkommen oder aufgrund des jeweiligen nationalen Rechts zumeist anerkannt. Ein Wehrdienst in der Armee des Herkunftsstaates, der vor der Einbürgerung geleistet wurde, kann in Deutschland in der Höhe seiner tatsächlichen
Dauer anerkannt werden. Tritt ein Deutscher freiwillig als Berufssoldat in den Dienst einer fremden Armee, so verliert er die deutsche Staatsangehörigkeit (Verlust durch Eintritt in ausländische Streitkräfte), wenn er bereits die Staatsangehörigkeit des ausländischen Staates besitzt.
Das Bundesverwaltungsamt in Köln ist die Staatsangehörigkeitsbehörde für alle Personen, die im Ausland leben.
Durch Einbürgerung erhält eine ausländische Person die deutsche Staatsangehörigkeit, während im Feststellungsverfahren geprüft wird,
ob der Antragsteller diese bereits besitzt.
Unter „Beibehaltung“ versteht man das Verfahren, das es ermöglicht, eine fremde Staatsangehörigkeit anzunehmen
und weiter Deutsche bzw. Deutscher zu bleiben, also die deutsche Staatsangehörigkeit beizubehalten.
Sie benötigen keine Beibehaltungsgenehmigung mehr, wenn Sie sich in einem EU-Staat oder in der Schweiz einbürgern lassen
Deutsche, die eine andere Staatsangehörigkeit auf Antrag annehmen, verlieren ihre deutsche Staatsangehörigkeit. Wer dies vermeiden möchte, benötigt eine Beibehaltungsgenehmigung.
Ab dem 28.08.2007 gilt das nicht mehr, wenn es sich um eine Einbürgerung in einem EU-Staat oder in der Schweiz handelt. In diesen Fällen ist daher auch keine Beibehaltungsgenehmigung mehr erforderlich. (Rechtsgrundlage: § 25 Abs. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz in der ab 28.08.2007 geltenden Fassung)
Wenn Sie die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes erwerben (möchten), bleibt es bei der bisherigen Regelung: Ohne Beibehaltungsgenehmigung verlieren Sie Ihre deutsche Staatsangehörigkeit.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Aussagen ausschließlich auf das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht beziehen. Ob und unter welchen Voraussetzungen der andere Staat die mehrfache Staatsangehörigkeit zulässt, kann nur von den dortigen Behörden geklärt werden.
Derzeit gehören folgende Staaten der EU an: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Zypern.
Die Schweiz ist in Bezug auf die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit den EU-Staaten gleichgestellt.
Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union
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Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus dem Ausland
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Einbürgerung von vor dem 01.01.1975 ehelich geborenen Kindern deutscher Mütter und ausländischer Väter
Einbürgerung von vor dem 01.01.1975 ehelich geborenen Kindern deutscher Mütter und ausländischer Väter PDF / 73 KB / nicht barrierefrei
Weitergehende Informationen, Merkblätter und die Antragsformulare finden sie auf der Homepage des Bundesverwaltungsamt
Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit bei Legitimation durch einen Ausländer
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat zwei Urteile erlassen, in denen es um den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit geht, infolge von Legitimation durch einen Ausländer zwischen dem 01.04.1953 und dem 31.12.1974.