Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/ruecktritt-vom-gemeinschaftlichen-versuch-397514
Timestamp: 2020-01-23 22:27:07
Document Index: 136183055

Matched Legal Cases: ['§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rück­tritt vom gemein­schaft­li­chen Ver­such | Rechtslupe
Gemäß § 24 Abs. 2 Satz 1 StGB wer­den bei Tat­be­tei­li­gung meh­re­rer die­je­ni­gen Betei­lig­ten nicht wegen Ver­suchs bestraft, die frei­wil­lig die Tat­voll­endung ver­hin­dern. Hier­für kann es genü­gen, wenn Mit­tä­ter im Fal­le eines unbe­en­de­ten Ver­suchs ein­ver­nehm­lich nicht mehr wei­ter­han­deln, obwohl sie dies tun könn­ten 1.
Im Fal­le eines ver­such­ten Tot­schlags ist es inso­weit aus­rei­chend, wenn die Täter frei­wil­lig davon abse­hen, die Tötung des Opfers mit den ver­füg­ba­ren Tat­mit­teln wei­ter zu ver­fol­gen.
Frei­wil­lig­keit liegt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs vor, wenn der Täter "Herr sei­ner Ent­schlüs­se" geblie­ben ist und die Aus­füh­rung sei­nes Ver­bre­chens­plans noch für mög­lich gehal­ten hat, er also weder durch eine äuße­re Zwangs­la­ge dar­an gehin­dert noch durch see­li­schen Druck unfä­hig gewor­den ist, die Tat zu voll­brin­gen.
Maß­geb­li­che Beur­tei­lungs­grund­la­ge ist inso­weit nicht die objek­ti­ve Sach­la­ge, son­dern die Vor­stel­lung des Täters hier­von 2.
Der Annah­me von Frei­wil­lig­keit steht es dabei nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen, dass der Anstoß zum Umden­ken von außen kommt 3 oder die Abstand­nah­me von der Tat erst nach dem Ein­wir­ken eines Drit­ten erfolgt 4. Ent­schei­dend für die Annah­me von Frei­wil­lig­keit ist, dass der Täter die Tat­voll­endung aus selbst­ge­setz­ten Moti­ven nicht mehr errei­chen will 5.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. April 2015 – 2 StR 383/​14
vgl. BGH StV 2014, 286, 287; NStZ-RR 2012, 167, 168; NStZ 2007, 91, 92; BGHSt 44, 158, 162[↩]
vgl. nur BGH NStZ-RR 2014, 9[↩]
BGH NStZ-RR 2010, 366 f.[↩]
s. BGH NStZ 1988, 69 f.[↩]
BGH NStZ-RR 2014, 241[↩]
MittäterRücktrittTeilnahmeVersuch