Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.04.2016&Aktenzeichen=V%20ZR%20191%2F15
Timestamp: 2019-03-22 01:10:08
Document Index: 202652076

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 10', '§ 13', '§ 15', '§ 21', '§ 10', '§ 10', '§ 13', '§ 15', '§ 21', '§ 13', '§ 15', '§ 10', '§ 21', '§ 10', '§ 21', 'BGH', '§ 13', '§ 10', '§ 8', '§ 5', '§ 10', '§ 13', '§ 10', '§ 8', '§ 5', '§ 10', 'BGH', '§ 21', '§ 13', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', '§ 866', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.04.2016 - V ZR 191/15 - dejure.org
WEG § 10 Abs. 2 Satz 3, § 13 Abs. 2 Satz 1, § 15 Abs. 3, § 21 Abs. 8
§ 10 Abs 2 S 2 WoEigG, § 10 Abs 2 S 3 WoEigG, § 13 Abs 2 S 1 WoEigG, § 15 Abs 3 WoEigG, § 21 Abs 8 WoEigG
Wohnungseigentum: Zuweisung im Gemeinschaftseigentum stehender Flächen an einzelne Wohnungseigentümer zur ausschließlichen Nutzung; Regelung über turnusmäßigen Gebrauch des Gemeinschaftseigentums durch einzelne Wohnungseigentümer; Ersetzung einer Vereinbarung durch eine gerichtliche Entscheidung
Zuweisung im Gemeinschaftseigentum stehender Flächen an einzelne Wohnungseigentümer zur ausschließlichen Nutzung; Begründung eines Sondernutzungsrechts; Mitgebrauch des gemeinschaftlichen Gartens unabhängig von der Größe des Miteigentumsanteils
Schuldrechtliches Sondernutzungsrecht durch gerichtliche Entscheidung
WEG § 13 Abs. 2 Satz 1, § 15 Abs. 3, § 10 Abs. 2 Satz 3, § 21 Abs. 8
Ersetzung einer Vereinbarung durch gerichtliche Entscheidung (hier: ausschließliche Nutzung im Gemeinschaftseigentum stehender Gartenfläche)
Zur Abgrenzung einer Gebrauchsregelung zum Sondernutzungsrecht; §§ 10 Abs. 2 Satz 3, 15 Abs. 3, 21 Abs. 8 WEG
Flächenzuweisung zur ausschließlichen Nutzung ist immer Sondernutzungsrecht!
Mietrecht - Flächenzuweisung zur ausschließlichen Nutzung - Sondernutzungsrecht
Abgrenzung: Sondernutzungsrecht zur turnusmäßigen Nutzungsregelung
Möglichkeiten der Gebrauchsregelung des Gemeinschaftseigentums
Zuweisung von Gemeinschaftseigentum zur ausschließlichen Nutzung durch einen Eigentümer
Sondernutzungsrecht: Wann liegt es vor? (IMR 2016, 470)
Klage nach § 21 Abs. 8 WEG: Kann eine Vereinbarung ihr Gegenstand sein? (IMR 2016, 485)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 8.4.2016 - V ZR 191/15 - Ersetzung einer Vereinbarung durch gerichtliche Entscheidung" von RA/FAMietWEGR Burkhard Rüscher, original erschienen in: ZfIR 2017, 12 - 18.
AG Karlsruhe, 06.04.2011 - 9 C 356/10
LG Karlsruhe, 30.07.2015 - 11 S 118/11
NJW 2017, 64
MDR 2016, 1324
NZM 2016, 861
ZMR 2016, 888
Wegen des Entzugs der Befugnis zum Mitgebrauch nach § 13 Abs. 2 WEG kann es nur durch Vereinbarung (§ 10 Abs. 2 Satz 2 WEG) oder durch den teilenden Eigentümer nach § 8 Abs. 2, § 5 Abs. 4 i.V.m. § 10 Abs. 2 WEG begründet oder geändert werden (vgl. Senat…, Urteil vom 2. Dezember 2011 - V ZR 74/11, NJW 2012, 676 Rn. 10; vgl. auch Senat…, Urteil vom 18. März 2016 - V ZR 75/15, ZfIR 2016, 459 Rn. 22; Urteil vom 8. April 2016 - V ZR 191/15, WuM 2016, 696 Rn. 14 mwN).
Abgesehen davon, dass eine gänzliche (nicht nur turnusmäßige) Entziehung des Rechts zum Mitgebrauch ein Sondernutzungsrecht entstehen lässt (vgl. Senat, Urteil vom 8. April 2016 - V ZR 191/15, WuM 2016, 696 Rn. 10 ff., 18 ff.), ist der Einbau eines Personenaufzugs - wie oben ausgeführt - gerade nicht als temporäre Maßnahme anzusehen.
Wegen des Entzugs der Befugnis zum Mitgebrauch nach § 13 II WEG kann es nur durch Vereinbarung (§ 10 Abs. 2 Satz 2 WEG) oder durch den teilenden Eigentümer nach § 8 Abs. 2, § 5 Abs. 4 i.V.m. § 10 Abs. 2 WEG begründet oder geändert werden (Senat…, Urteil vom 2. Dezember 2011 - V ZR 74/11, NJW 2012, 676 Rn. 10; vgl. auch Urteil vom 8. April 2016 - V ZR 191/15, ZWE 2016, 453 Rn. 11;… Urteil vom 18. März 2016 - V ZR 75/15, NJW 2016, 2177 Rn. 22; Beschluss vom 20. September 2000 - V ZB 58/99, BGHZ 145, 158, 167).
Wegen des mit § 21 Abs. 8 WEG verbundenen Eingriffs in die Privatautonomie der Wohnungseigentümer dürfen Maßnahmen nämlich nur insoweit angeordnet werden, als dies zur Gewährleistung eines effektiven Rechtsschutzes unbedingt notwendig ist (Senat…, Urteil vom 24. Mai 2013 - V ZR 182/12, NJW 2013, 2271 Rn. 31; Urteil vom 8. April 2016 - V ZR 191/15, NJW 2017, 64 Rn. 31).
Sie schränken damit die gesetzliche Befugnis jedes Wohnungseigentümers zum Mitgebrauch des gemeinschaftlichen Eigentums nach § 13 Abs. 2 WEG ein (vgl. Senat…, Urteil vom 13. Januar 2017 - V ZR 96/16, ZWE 2017, 224 Rn. 31;… Urteil vom 21. Oktober 2016 - V ZR 78/16, NJW-RR 2017, 712 Rn. 10; Urteil vom 8. April 2016 - V ZR 191/15, ZfIR 2017, 12 Rn. 14;… Urteil vom 2. De- zember 2011 - V ZR 74/11, NJW 2012, 676 Rn. 10).
Die Entziehung der Mitgebrauchsberechtigung wird nicht - worauf es entscheidend ankommt - rechtlich kompensiert (BGH, NJW 2017, 64).
Je länger die zeitabschnittsweise alleinige Nutzung dauert, desto eher ist von einem befristeten Sondernutzungsrecht auszugehen (BGH, NJW 2017, 64).
Die Zuweisung im Gemeinschaftseigentum stehender Flächen an einzelne Wohnungseigentümer zur ausschließlichen Nutzung begründet auch dann ein Sondernutzungsrecht und erfordert daher eine Vereinbarung im Sinne von § 10 Abs. 2 Satz 2 WEG, wenn alle Wohnungseigentümer eine gleichwertige Fläche zur alleinigen Nutzung erhalten (BGH, Urteil vom 08.04.2016, Az. V ZR 191/15).
LG Düsseldorf, 26.10.2018 - 18a O 7/18
Die Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft sind Mitbesitzer gem. § 866 BGB (vgl. BGH ZWE 2016, 453).
LG München I, 14.11.2018 - 36 S 12013/17
Herausgabe eines Dachspitzbodens zur Mitbenutzung an WEG-Eigentümer
Richtig ist, dass ein Sondernutzungsrecht nur durch Vereinbarung begründet werden kann (BGH, ZMR 2000, 347 ff.; BGH, MDR 2016, 1324, 1325).