Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+17,+236
Timestamp: 2018-11-21 00:46:39
Document Index: 35817341

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1376', 'BGH', '§ 951', '§ 946', '§ 812', '§ 951', 'BGH', '§ 812', '§ 951', '§ 951', '§ 54', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 951', '§ 951', '§ 951', '§ 94', 'BGH', 'BGH', '§ 946', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 946', 'BGH', 'BGH', '§ 818', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.05.1955 - V ZR 36/54 - dejure.org
Erhöhung des Grundstückswerts - Betragsermittlung - Ertrag - Bauwert
BGHZ 17, 236
NJW 1955, 1106
MDR 1955, 539
Die Verweisung auf die Bereicherungsvorschriften in dieser Bestimmung gilt nach feststehender Rechtsprechung (BGHZ 17, 236; 35, 356, 359 f; 40, 272, 276) nicht nur für den Umfang, sondern auch für den Grund des Anspruchs (Rechtsgrundverweisung).
Die Auswahl der geeigneten Wertermittlungsmethode steht nach der Rechtsprechung, wenn das Gesetz nicht, wie in § 1376 Abs. 4 BGB (Wert eines landwirtschaftlichen Betriebs im Zugewinnausgleich), die Anwendung eines bestimmten Verfahrens anordnet, im pflichtgemäßen Ermessen des Tatrichters (BGHZ 17, 236, 238;… Urt. v. 26. April 1972, IV ZR 114/70, WM 1972, 687, 688; v. 25. Oktober 1996, V ZR 212/95, WM 1997, 33 = NJW 1997, 129).
Zu dem hiernach von der Anwendung ausgeschlossenen Bereicherungsrecht gehört auch der § 951 Abs. 1 BGB; denn wenn in dieser Vorschrift - die für den Eigentumsverlust infolge Verbindung beweglicher Sachen mit einem Grundstück (§ 946 BGB) einen Anspruch auf Vergütung in Geld gewährt - auf die Bereicherungsbestimmungen verwiesen wird, so bedeutet das, daß der Vergütungsanspruch nur unter den in § 812 Abs. 1 BGB angegebenen Voraussetzungen entsteht; § 951 BGB schafft keinen selbständigen Entstehungstatbestand für einen Geldanspruch, er stellt lediglich einen Unterfall des allgemeinen Bereicherungsrechts dar (BGHZ 17, 236, 238 f; 35, 356, 359 f; 40, 272, 276; LM BGB § 812 Nr. 14;… Urt. v. 29. Januar 1964, V ZR 185/61, zur Veröffentlichung vorgesehen;… BGB RGRK aaO § 951 Anm. 3;… Siebert/Oechßler, BGB 9. Aufl. § 951 Anm. 1; Berg, AcP 160, 505 f;… ebenso jetzt auch Westermann, Sachenrecht 4. Aufl. § 54 Nr. 1, S. 270, unter Aufgabe seines abweichenden Standpunktes in der 3. Aufl. aaO, S. 261).
Eine Verurteilung nach den Bestimmungen über die ungerechtfertigte Bereicherung würde auf Rückgängigmachung der ungerechtfertigten Vermögensvermehrung der Beklagten gerichtet sein (vgl. hierzu das Urteil des erkennenden Senats vom 13. Mai 1955 - V ZR 36/54, ferner Abschnitt 6 der Entscheidungsgründe des Urteils des I. Zivilsenats vom 8. Mai 1956 - I ZR 62/54 - BGHZ 20, 345 [354]).
Danach kann ein Bereicherungsanspruch auch höher sein als der "Verlust" des Bereicherungsgläubigers (BGH, Urteil vom 13. Mai 1955 - V ZR 36/54 - BGHZ 17, 236 ); der Bereicherungsschuldner kann den Bereicherungsgläubiger regelmäßig nicht darauf verweisen, dass Letzterer die Vermögenseinbuße abgewälzt habe (BGH…, Urteil vom 21. Dezember 1961 a.a.O.).
Der BGH hat allerdings mehrfach entschieden, daß für die Bemessung des Verkehrswerts eines bebauten Grundstücks "in der Regel und im wesentlichen" dessen Ertragsfähigkeit maßgebend ist (BGHZ 10, BGHZ 10 Seite 171, BGHZ 10 Seite 180 = NJW 53, NJW Jahr 53 Seite 1466; BGHZ 17, BGHZ 17 Seite 236, BGHZ 17 Seite 240 = NJW 55, NJW Jahr 55 Seite 1106; BGH, NJW 61, NJW Jahr 61 Seite 2205 (insoweit in BGHZ 35, BGHZ 35 Seite 356 nicht abgedruckt); LM Nr. 16 zu § 951 BGB = NJW 62, NJW Jahr 62 Seite 2293 u. Nr. 17 zu § 951 BGB).
Daran, daß die Entstehung des Anspruchs aus § 951 BGB nicht nach der Vielzahl der einzelnen Verbindungsvorgänge i.S. des § 94 BGB aufzuspalten ist, sondern daß dieser als ein einheitlicher - in der Regel mit der Vollendung des Baues, in Ausnahmefällen wie bei dem in BGHZ 10, 171 behandelten Sachverhalt mit dem jeweils den Umständen zu entnehmenden Ersatztatbestand - erwächst, hat der Senat in ständiger Rechtsprechung festgehalten (BGHZ 17, 236 [239/240]; NJW 1954, 265 = LM Nachschlagewerk Nr. 6 zu BGB § 946).
Der Senat ist diesem Grundsatz auch gegenüber den Einwendungen der Revision in BGHZ 17, 236 gefolgt.
Soweit er dabei auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Umstellung von Werklohnforderungen in den Fällen Bezug nimmt, daß Werkleistungen teilweise vor, teilweise nach der Währungsreform erbracht worden sind (BGHZ 1, 229 und 234), hat der Senat bereits in BGHZ 17, 236 [240] darauf hingewiesen, daß der Tatbestand der § § 946 ff BGB in dieser Beziehung dem Werkvertrag nicht gleichgestellt werden kann.
Der Senat hat es bereits in BGHZ 17, 236 [240] abgelehnt, der Fertigstellung des Rohbaues, in dieser Beziehung besondere Bedeutung bei zumessen.
"In der Regel und im wesentlichen" ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Ertragsfähigkeit für die Bemessung des Verkehrswerts maßgebend (BGHZ 10, 171, 180; 17, 236, 239).
Nach ständiger Rechtsprechung kommt es bei der Bemessung des Anspruchs auf Wertersatz gemäß § 818 Abs. 2 BGB auf die Erhöhung des Verkehrswerts des errichteten, ausgebauten oder umgestalteten Gebäudes an (BGHZ 10, 171, 180 ; 17, 236, 239) .
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