Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=18.03.2014&Aktenzeichen=5%20S%20348/13
Timestamp: 2019-08-25 21:13:56
Document Index: 115022136

Matched Legal Cases: ['Art 3', '§ 16', '§ 16', '§ 18', '§ 18', '§ 8', '§ 41', 'Art. 18']

VGH Baden-Württemberg, 18.03.2014 - 5 S 348/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,6395
VGH Baden-Württemberg, 18.03.2014 - 5 S 348/13 (https://dejure.org/2014,6395)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 18.03.2014 - 5 S 348/13 (https://dejure.org/2014,6395)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 18. März 2014 - 5 S 348/13 (https://dejure.org/2014,6395)
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Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis zur Außenbewirtschaftung beim Zusammentreffen gegenläufiger Nutzungsinteressen
Art 3 Abs 1 GG, § 16 Abs 1 S 1 StrG BW, § 16 Abs 2 S 1 StrG BW
Berücksichtigung von ausschließlich straßenbezogenen Belangen bei Verteilungsermessen für Sondernutzungserlaubnis
VG Karlsruhe, 09.07.2012 - 6 K 625/12
NVwZ-RR 2014, 539
vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18. März 2014 - 5 S 348/13 -, NVwZ-RR 2014, 539, = juris, in Bezug auf das Begehren von zwei Gaststätteninhabern gerichtet auf die Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis für dieselbe Straßenfläche.
Das dort geregelte präventive Verbot mit Erlaubnisvorbehalt dient dazu, der Behörde bei der Entscheidung über die Zulassung der beantragten Sondernutzung einen Ausgleich der gegenläufigen Interessen der verschiedenen Straßennutzer und Anlieger zu ermöglichen (…Marschall, FStrG, 6. Aufl. 2012, Kap. 27 Rn. 14; VGH BW, Urt. v. 18.03.2014 - 5 S 348/13 -, juris Ziff. 37).
Die Ermessensentscheidung muss sich an straßenbezogenen Gesichtspunkten orientieren (…HessVGH, Urt. v. 21.09.2005 - 2 UE 2140/02 -, juris Rn. 23 mwN; VGH BW, Urt. v. 18.03.2014, aaO;… Wendrich, 4. Aufl. 2000, § 18 Anm. 3.1), darf allerdings nicht aus dem Blick verlieren, dass die Nutzung der Straße selten Selbstzweck ist, sondern eine dienende Funktion für die politischen, künstlerischen, gewerblichen, privaten oder anderen Betätigungen hat, die ihrerseits grundrechtlich geschützt sein können, was dem Nutzungsinteresse je nach seinem Gewicht und dem Maß des Angewiesenseins Bedeutung bei der Abwägung der divergierenden und konfligierenden Belange verleiht (vgl. BVerfG, Beschl. v. 12.04.2007 - 1 BvR 78/02 - Beschl. v. 22.12.1976 - 1 BvR 279/76 -, juris).
Denn auch im Rahmen des "Verteilungsermessens", dessen Ausübung in der Satzung antizipiert wird, dürfen nicht solche Belange herangezogen werden, die überhaupt keinen Bezug zum Bestand und zur Nutzung der Straße haben, also keine straßenbezogenen Belange mehr darstellen (vgl. Senatsurteil vom 18.3.2014 - 5 S 348/13 - NVwZ-RR 2014, 539).
Bestimmtheit; Satzung; Sondernutzungserlaubnis; Außenbewirtschaftung; …
Das präventive Verbot mit Erlaubnisvorbehalt bezweckt, der Behörde bei der Entscheidung über die Zulassung der beantragten Sondernutzung einen Ausgleich der gegenläufigen Interessen der verschiedenen Straßennutzer und Anlieger zu ermöglichen (…Marschall, FStrG, 6. Aufl. 2012, Kap. 27 Rn. 14; VGH BW, Urt. v. 18.03.2014 - 5 S 348/13 -, juris Ziff. 37).
Es entspricht daher, soweit ersichtlich, allgemeiner Auffassung, dass die Ermessensentscheidung sich an straßenbezogenen Gesichtspunkten orientieren muss (…HessVGH, Urt. v. 21.09.2005 - 2 UE 2140/02 -, juris Rn. 23 mwN; VGH BW, Urt. v. 18.03.2014, aaO;… Wendrich, 4. Aufl. 2000, § 18 Anm. 3.1).
Neben den in die Abwägung einzustellenden Belangen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, der Erhaltung der Straßensubstanz und des Ausmaßes der Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs können allerdings auch der Ausgleich zeitlich und örtlich gegenläufiger Nutzungsinteressen anderer Straßenbenutzer und Straßenanlieger, der Schutz vor Störungen (Abgasen, Staub, Lärm sowie Licht und Schatten) oder auch Belange des Straßen- und Stadtbildes mit Bezug zur Straße, bei Vorliegen eines konkreten Gestaltungskonzeptes, berücksichtigt werden (…Kodal, Straßenrecht, 7. Aufl. 2010, § 8 Rn. 17; VGH BW, Urt. v. 18.03.2014, aaO, juris Ziff. 36).
Hierbei darf nach der Rechtsprechung des Senats (Beschlüsse vom 15. August 2013 - 1 B 10669/13.OVG - und vom 13. Juli 1995 - 1 B 12046/95.OVG -, Urteil vom 29. Juni 2000 - 1 A 12464/99.OVG -) in Übereinstimmung mit der ganz überwiegenden Meinung in Rechtsprechung und Literatur (vgl. etwa OVG NRW, Beschluss vom 17. Juli 2014 - 11 A 2250/12 -, VGH BW, Urteil vom 18. März 2014 - 5 S 348/13 -, BayVGH…, Urteil vom 28. November 2013 - 2 B 13.1587 -, alle in juris, sowie Bogner/Bitterwolf-de Boer, LStrG RP, 2.5 zu § 41, und Zeitler, BayStrWG, Art. 18 Rn. 26, jeweils m. w. N.) neben wegerechtlichen Belangen im engeren Sinne auch auf andere Gesichtspunkte abgestellt werden, sofern sie mit der Straße und ihrem Widmungszweck (noch) in einem hinreichend engen sachlichen Zusammenhang stehen.
Straßenrechtlich zu beanstanden sind dagegen etwa rein subjektive oder geschäftsbezogene Merkmale (s. dazu OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 16. Juni 2015 - 11 A 1131/13 -, juris und VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18. März 2014 - 5 S 348/13 -, NVwZ-RR 2014, 539) sowie immissionsschutz-, umwelt- oder sicherheitsrechtliche Aspekte (vgl. Bay. VGH, Urteil vom 22. Juni 2010 - 8 BV 10.182 -, NVwZ-RR 2010, 830).
VG Münster, 08.05.2014 - 8 K 2350/13
Rechtmäßigkeit einer Versagung der Sondernutzungserlaubnis für eine …