Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20K%20365/09
Timestamp: 2019-09-22 19:19:05
Document Index: 181919431

Matched Legal Cases: ['§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 54', '§ 72', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 55', '§ 58', '§ 58']

VG Trier, 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR - dejure.org
VG Trier, 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR
https://dejure.org/2009,6185
VG Trier, 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR (https://dejure.org/2009,6185)
VG Trier, Entscheidung vom 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR (https://dejure.org/2009,6185)
VG Trier, Entscheidung vom 22. September 2009 - 1 K 365/09.TR (https://dejure.org/2009,6185)
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§ 72 Abs 1 BBesG, § 72 Abs 2 BBesG, § 72a Abs 1 S 2 BBesG, § 72a Abs 2 BBesG, § 54 Abs 2 BeamtStG
Unterschrift Klageschrift; Klagen aus dem Beamtenverhältnis; Monatsfrist; Rechtsbehelfsbelehrung; Klageerhebung durch Übersendung eines elektronischen Dokuments; fiktives Ruhegehalt; Zuschlag; Erlass einer Rechtsverordnung
Verfassungsrechtlich gebotene Beseitigung des sich aus § 72a Abs. 1 S. 2 Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) ergebenden Besoldungsdefizits; Wahrung des Schriftformerfordernisses durch eine Paraphe oder eine Abkürzung als eigenständige Unterschrift; Anwendbarkeit der ...
AnwBl 2010, 46
Allein das Aufzeigen einer zusätzlichen, gleichberechtigten Option der Einlegung mache die Belehrung auch nicht unübersichtlich bzw. erwecke nicht den Eindruck, als sei dieser Weg nunmehr zwingend in Erwägung zu ziehen (…OVG Koblenz, a.a.O., Rn. 31;… ohne vertiefte Begründung ebenso OVG Berlin, Beschl. v. 05.03.2010 - OVG 2 S 106.09 - , Rn. 6;… Beschl. v. 02.02.2011 - OVG 2 N 10.10 -, Rn. 3;… OVG Münster, Beschl. v. 11.07.2013 - 19 B 406/13 -, Rn. 19, alle juris, sowie VG Cottbus, Urt. v. 23.01.2015 - 1 K 758/13 -, Rn. 22;… VG Gelsenkirchen, Urt. v. 22.01.2015 - 5 K 587/14 -, Rn. 28;… VG Potsdam, Urt. v. 19.05.2014 - 12 K 1994/13 -, Rn. 40; VG Trier, Urt. v. 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR -, Rn. 25 ff., alle juris;… sich dieser Rechtsprechung anschließend Kopp/Schenke, VwGO, 21. Aufl., 2015, § 58, Rn. 12;… v. Albedyll, in: Bader/Funke-Kaiser/Stuhlfauth/von Albedyll, VwGO, 5. Aufl., 2011, § 58, Rn. 14;… Czybulka/Kluckert, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl., 2014, § 58, Rn. 66;… Thiel, DVP 2013, S. 180 (184)).
Ob aus dieser amtlichen Begründung (…vgl. Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, § 55a VwGO, Rn. 3; VG Trier, Urteil vom 22. September 2009 - 1 K 365/09.TR -) möglicherweise geschlossen werden könnte, der Gesetzgeber verstehe die Formulierung "schriftlich" derart umfassend, dass hierunter auch elektronische Kommunikation einzuordnen wäre, mag zwar von Interesse für akademische Debatten sein, übersteigt aber ersichtlich das Verständnis des Normalbürgers, auf das es in diesem Zusammenhang allein ankommt und von dem nicht erwartet werden kann, dass er unter Auswertung amtlicher Begründungen zu einem Gesetzentwurf eine Subsumtion dahingehend vornimmt, mit der Formulierung "schriftlich" meine der Gesetzgeber auch die elektronische Kommunikation.
Bei der Übermittlung elektronischer Dokumente per Email ist die Herstellung eines Papierausdrucks durch den Empfänger zwar möglich; ihr kommt jedoch keine entscheidende Bedeutung mehr zu (so auch VG Trier, Urteil vom 22. September 2009 1 K 365/09.TR, juris).
Dies gilt unabhängig davon, ob dem Kläger selbst oder seinem Prozessbevollmächtigten die Möglichkeit der elektronischen Einspruchseinlegung bekannt war und diese über die Möglichkeit verfügten, elektronische Dokumente an das FA zu übermitteln (vgl. VG Trier, Urteil vom 22. September 2009 1 K 365/09.TR, juris; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 2. Februar 2011 OVG 2 N.10.10, juris; a.A. Skrobotz, juris PR-ITR 7/2011 Anm. 6; zweifelnd auch Braun, juris PR-ITR 15/2011 Anm. 5).
Ihm blieben bei einer derartigen Fassung der Rechtsbehelfsbelehrung daneben die seit alters her bekannten Wege offen, den Rechtsbehelf einzulegen (…vgl. OVG Rheinland-Pfalz, U. v. 08.03.2012, a. a. O.; VG Trier, U. v. 22.09.2009, a. a. O.).
Es sei durchaus denkbar, dass die Einlegung des Rechtsbehelfs in elektronischer Form - für den Beteiligten persönlich ebenso wie für dessen Bevollmächtigten - eine erhebliche Vereinfachung gegenüber der Einreichung eines Schriftstücks durch Einwurf in den Gerichtsbriefkasten, per Post bzw. Boten oder Fax darstelle (OVG Rheinland-Pfalz…, Urt. vom 08.03.2012 - 1 A 11258/11; OVG Berlin-Brandenburg, Beschlüsse vom 02.02.2011 - 2 N 10.10; vom 03.05.2010 - 2 S 106.09 und vom 22.04.2010 - 2 S 12.10; OVG des Landes Sachsen-Anhalt…, Urt. vom 24.11.2010 - 4 L 115/09; VG Magdeburg…, Urt. vom 10.05.2012 - 4 A 261/11; VG Neustadt…, Urt. vom 10.09.2010 - 2 K 156/10.NW; VG Koblenz…, Urt. vom 24.08.2010 - 2 K 1005/09.KO; VG Potsdam…, Urt. vom 18.08.2010 - 8 K 2929/09; VG Trier, Urt. vom 22.09.2009 - 1 K 365/09.TR - sämtlich juris; für die Sozialgerichtsbarkeit: Hess. LSG…, Urt. vom 13.04.2012 - L 5 R 154/11; LSG Berlin-Brandenburg…, Urt. vom 15.11.2011 - L 3 U 88/10 - beide juris).
Ihm blieben bei einer derartigen Fassung der Rechtsbehelfsbelehrung daneben die seit alters her bekannten Wege offen, den Rechtsbehelf einzulegen (OVG Rheinland- Pfalz…, Urt. vom 08.03.2012, a.a.O.; vgl. auch: VG Trier, Urt. vom 22.09.2009, a.a.O.).
Es spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, ob die elektronische Form ein Unterfall der Schriftform ist (bejahend Skrobotz, jurisPR-ITR 24/2009 Anm. 5 und Braun, jurisPR-ITR 15/2011 Anm. 5; eher ablehnend VG Trier, Urteil vom 22. September 2009 - 1 K 365/09.TR -, juris unter Bezugnahme auf die Gesetzesmaterialien, in denen das elektronische Dokument als "Alternative zur Schriftform", "modifizierte Schriftform" sowie "neue prozessuale Form" charakterisiert und als gleichberechtigt neben der - herkömmlichen papiergebundenen - Schriftform bezeichnet wird [s. BT-Drucksache 14/4987, Seiten 13 und 23]).
Ihm blieben bei einer derartigen Fassung der Rechtsbehelfsbelehrung daneben die seit alters her bekannten Wege offen, den Rechtsbehelf einzulegen (OVG Rheinland-Pfalz…, Urt. vom 08.03.2012, a. a. O.; vgl. auch: VG Trier, Urt. vom 22.09.2009, a. a. O.).
Es sei durchaus denkbar, dass die Einlegung des Rechtsbehelfs in elektronischer Form - für den Beteiligten persönlich ebenso wie für dessen Bevollmächtigten - eine erhebliche Vereinfachung gegenüber der Einreichung eines Schriftstücks durch Einwurf in den Gerichtsbriefkasten, per Post bzw. Boten oder Fax darstelle (OVG Koblenz…, Urt. vom 8.3.2012, 1 A 11258/11; OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 2.2.2011, 2 N 10.10; Beschl. v. 3.5.2010, 2 S 106.09; Beschl. v. 22.4.2010, 2 S 12.10;… OVG Magdeburg, Urt. v. 24.11.2010, 4 L 115/09;… VG Magdeburg, Urt. v. 10.5.2012, 4 A 261/11;… VG Neustadt, Urt. v. 10.9.2010, 2 K 156/10.NW;… VG Koblenz, Urt. v. 24.8.2010, 2 K 1005/09.KO;… VG Potsdam, Urt. v. 18.8.2010, 8 K 2929/09; VG Trier, Urt. v. 22.9.2009, 1 K 365/09.TR; abrufbar jeweils über juris;… vgl. auch Schenke in Kopp/Schenke, a.a.O., § 58 Rn. 12;… Kastner in: Fehling/Kastner/Störmer, Verwaltungsrecht Handkommentar, 4. Aufl. 2016, § 58 Rn. 15;… für die Sozialgerichtsbarkeit: LSG Darmstadt, Urt. v. 13.4.2012, L 5 R 154/11;… LSG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 15.11.2011, L 3 U 88/10; abrufbar unter juris).
Ihm blieben bei einer derartigen Fassung der Rechtsbehelfsbelehrung daneben die seit alters her bekannten Wege offen, den Rechtsbehelf einzulegen (…OVG Koblenz, Urt. v. 8.3.2012, a.a.O.; VG Trier, Urt. v. 22.9.2009, a.a.O.).
OVG Berlin-Brandenburg, 22.04.2010 - 2 S 12.10
Beschwerde; aufschiebende Wirkung; Wiederherstellung; Aufenthaltserlaubnis; …