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Timestamp: 2016-10-28 19:51:59
Document Index: 289763384

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 4', 'Art. 29']

U 180/00 (19.03.2001)
Bundesrichter Sch�n, Spira und Bundesrichterin Widmer; Gerichtsschreiberin Kopp K�ch
Urteil vom 19. M�rz 2001
R.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Dr. Marco Biaggi, Picassoplatz 8, Basel,
A.- Der 1939 geborene R.________ erlitt bei einem Verkehrsunfall am 26. August 1983 eine Hirnersch�tterung sowie eine Verletzung der Halswirbels�ule. Am 28. Februar 1984 wurde er von einem Schafbock gegen eine Betonwand gestossen, wodurch die Symptome des ersten Unfalls verst�rkt und der Zahn 16 frakturiert wurden. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen und �bernahm insbesondere die Kosten einer Goldgusskrone an Zahn 16. Mit Verf�gung vom 18. August 1988 sprach sie R.________ per 1. M�rz 1988 eine Rente im Ausmass von 80 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 35 % zu. Nachdem sich die SUVA in der Folge noch verschiedentlich mit Zahnsch�den des Versicherten befasst hatte, wies sie mit Einspracheentscheid vom 5. September 1997 den Anspruch f�r eine Kronenfraktur an Zahn 14 ab.
Am 15. Dezember 1998 meldete sich R.________ wegen einer Sch�digung an Zahn 17 bei der SUVA. Mit Verf�gung vom 5. M�rz 1999 verneinte die Unfallversicherung ihre Leistungspflicht mangels gen�genden Nachweises des Kausalzusammenhangs. An ihrem Standpunkt hielt sie im Einspracheentscheid vom 14. Mai 1999 fest.
B.- Beschwerdeweise liess R.________ die Aufhebung des Einspracheentscheids und der Verf�gung der Unfallversicherung sowie die R�ckweisung der Sache an die SUVA zur Einholung einer verwaltungsexternen zahn�rztlichen Begutachtung und anschliessenden Neubeurteilung beantragen. Das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft wies die Beschwerde mit Entscheid vom 20. M�rz 2000 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ wiederum die R�ckweisung zu besserer Abkl�rung an die SUVA beantragen.
1.- Die Vorinstanz hat die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Anspruch auf zweckm�ssige Behandlung der Unfallfolgen in grunds�tzlicher (Art. 10 Abs. 1 UVG) und zeitlicher Hinsicht (Art. 19 Abs. 1 UVG) sowie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1; siehe auch BGE 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b, je mit Hinweisen) und zu Beweiswert sowie zu Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten, insbesondere auch solcher versicherungsinterner �rztinnen und �rzte (BGE 123 V 334 Erw. 1c, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen; RKUV 1996 Nr. U 252 S. 191 ff., 1991 Nr. U 133 S. 312 f. Erw. 1b; vgl. auch BGE 125 V 352 Erw. 3a und b). Darauf kann verwiesen werden.
2.- In einl�sslicher und sorgf�ltiger W�rdigung der medizinischen Akten, insbesondere der Berichte des Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie und Kiefer-Gesichtschirurgie, vom 24. November 1998 und 17. M�rz 1999, des Neurologen Dr. med. Z.________ vom 19. Oktober 1993, des Dr. med. X.________, Vertrauenszahnarzt der SUVA, vom 14. Oktober 1987, der Frau Dr. med. B.________, Klinik f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 2. Juni 1999, des behandelnden Zahnarztes Dr. med. H.________ vom 30. November 1993 und schliesslich des Dr. med. Y.________, beratender Zahnarzt der SUVA, vom 17. Februar 1999, hat das kantonale Gericht dargetan, dass die Fraktur des Zahnes 17 nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit als nat�rliche Folge der 1983 und 1984 erlittenen Unf�lle betrachtet werden kann. Nachvollziehbar begr�ndet und schl�ssig ist vor allem die Stellungnahme des Dr. med. Y.________ vom 17. Februar 1999, wo bezugnehmend auf die Beurteilungen der Dres. med. S.________ und H.________ ausgef�hrt wird, dass die Z�hne des Versicherten, so auch Zahn 17, grosse F�llungen aufweisen, was oft zu Zahnfrakturen als Folge des normalen Gebrauchs f�hre, indem sich zun�chst kleine Risse bilden, die sich allm�hlich vergr�ssern, bis es dann zum Zahnabbruch kommt. In diesem Falle scheine es daher wahrscheinlicher, dass die Zahnfraktur indirekt Folge der starken Aush�hlung durch die F�llung sei, als dass allf�llige Fehlbisse infolge der Sensibilit�tsst�rung dazu gef�hrt h�tten. Wie von der Vorinstanz dargelegt, widerspricht keine der medizinischen Beurteilungen dieser Stellungnahme in schl�ssiger Weise und liegt auch kein Grund vor, der Meinung des die SUVA beratenden Zahnarztes weniger Gewicht beizumessen. Der behandelnde Zahnarzt Dr. med. H.________, auf den sich der Versicherte beruft, kann in diesem Zusammenhang nicht weiterhelfen, erw�hnte er doch gegen�ber der SUVA am 15. Dezember 1998, der Beschwerdef�hrer habe anl�sslich einer weiteren zahn�rztlichen Behandlung unerwartet eine Aufteilung der Rechnung verlangt, da seiner Meinung nach die Besch�digung des Zahnes 17 - wie durch ein Schreiben von Dr. S.________ best�tigt w�rde - unfallbedingt sei. Dem Schreiben des Dr. med. S.________ vom 24. November 1998 kann jedoch bez�glich Zahn 17 nichts entnommen werden. In seiner Pr�zisierung vom 17. M�rz 1999 hielt er zudem fest, dass sich die Beurteilung zahn�rztlicher Aspekte seinem fachlichen Kompetenzbereich entziehe. Der �berzeugenden Beurteilung und Begr�ndung des kantonalen Gerichts ist demzufolge beizupflichten.
3.- Streitig und zu pr�fen ist noch, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet hat.
a) Der Anspruch auf rechtliches Geh�r umfasst auch das Recht, Beweisantr�ge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Beh�rde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsm�ssigen Anspruchs indessen nur �ber jene Tatsachen abzunehmen, die f�r die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren kann auch dann verzichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine Abkl�rung herbeizuf�hren vermag, oder wenn die Beh�rde den Sachverhalt gest�tzt auf ihre eigene Sachkenntnis bzw. jene ihrer fachkundigen Beamten zu w�rdigen vermag (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen). Gelangt die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgem�sser Beweisw�rdigung zur �berzeugung, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis verm�ge keine Abkl�rung herbeizuf�hren, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweisw�rdigung ist zul�ssig (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c in fine mit Hinweisen). Diese zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene Rechtsprechung gilt auch unter der Herrschaft des Art. 29 Abs. 2 BV (nicht ver�ffentlichtes Urteil G. vom 3. Oktober 2000, U 161/00).
b) Die Vorinstanz hat die vorhandenen medizinischen Berichte und Stellungnahmen gew�rdigt und ist zu Recht zum Schluss gekommen, dass sie ein zuverl�ssiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben. Wenn sie bei dieser Sachlage im Sinne einer antizipierten Beweisw�rdigung (vgl. Erw. 3a hievor) auf eine Aktenerg�nzung verzichtet hat, l�sst sich dieses Vorgehen von Bundesrechts wegen nicht beanstanden.
Luzern, 19. M�rz 2001