Source: http://bustler.de/gesetze.aspx?gesetz=StabiRatG
Timestamp: 2017-10-23 20:54:47
Document Index: 92743935

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 51', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 51', '§ 6', '§ 51', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 51', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 51', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

StabiRatG | Gesetz zur Errichtung eines Stabilitätsrates und zur Verme
vom 10. August 2009 (BGBl. I S. 2702), das zuletzt durch Artikel 33 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist
§ 1 StabiRatG
§ 1 Stabilitätsrat
§ 1 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) 1Bund und Länder bilden einen Stabilitätsrat mit dem Ziel der Vermeidung von Haushaltsnotlagen.
§ 1 Abs. 1 Satz 2 StabiRatG
2Dem Stabilitätsrat gehören an:
§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 StabiRatG
§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 StabiRatG
§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StabiRatG
§ 1 Abs. 1 Satz 3 StabiRatG
3Der Stabilitätsrat wird bei der Bundesregierung eingerichtet.
§ 1 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
§ 1 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) 1Der Stabilitätsrat tritt nach Bedarf zusammen, jedoch mindestens zweimal jährlich.
§ 1 Abs. 3 Satz 2 StabiRatG
2Die Sitzungen sind vertraulich und nicht öffentlich.
§ 1 Abs. 4 Satz 1 StabiRatG
(4) 1Die Beschlüsse des Stabilitätsrates werden mit der Stimme des Bundes und der Mehrheit von zwei Dritteln der Länder gefasst.
§ 1 Abs. 4 Satz 2 StabiRatG
2Die Stimme des Bundes wird durch die Bundesministerin oder den Bundesminister der Finanzen abgegeben.
§ 1 Abs. 4 Satz 3 StabiRatG
3Bei Entscheidungen, die einzelne Länder betreffen, ist das betroffene Land nicht stimmberechtigt.
§ 1 Abs. 4 Satz 4 StabiRatG
4Entscheidungen, die den Bund betreffen, werden abweichend von Satz 1 mit der Mehrheit von zwei Dritteln aller stimmberechtigten Mitglieder gefasst.
§ 1 Abs. 4 Satz 5 StabiRatG
5Die Beschlüsse und die zugrunde liegenden Beratungsunterlagen werden veröffentlicht.
§ 1 Abs. 5 Satz 1 StabiRatG
(5) 1Der Stabilitätsrat gibt sich eine Geschäftsordnung.
§ 1 Abs. 5 Satz 2 StabiRatG
2Diese regelt auch die Vertretung im Verhinderungsfall.
§ 1 Abs. 6 Satz 1 StabiRatG
§ 2 StabiRatG
§ 2 Aufgaben des Stabilitätsrates
§ 2 Satz 1 StabiRatG
1Aufgaben des Stabilitätsrates sind die regelmäßige Überwachung der Haushalte des Bundes und der Länder sowie die Durchführung von Sanierungsverfahren nach § 5.
§ 2 Satz 2 StabiRatG
2Der Stabilitätsrat überwacht die Einhaltung der Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits nach § 51 Absatz 2 des Haushaltsgrundsätzegesetzes.
§ 2 Satz 3 StabiRatG
3Dem Stabilitätsrat können durch Gesetz weitere Aufgaben übertragen werden.
§ 3 StabiRatG
§ 3 Regelmäßige Haushaltsüberwachung
§ 3 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) Der Stabilitätsrat überwacht regelmäßig die aktuelle Lage und die Entwicklung der Haushalte von Bund und Ländern.
§ 3 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
(2) 1Der Stabilitätsrat berät jährlich über die Haushaltslage des Bundes und jedes einzelnen Landes.
§ 3 Abs. 2 Satz 2 StabiRatG
2Grundlage der Beratungen ist ein Bericht der jeweiligen Gebietskörperschaft, der die Darstellung bestimmter Kennziffern zur aktuellen Haushaltslage und zur Finanzplanung, die Einhaltung der verfassungsmäßigen Kreditaufnahmegrenzen sowie eine Projektion der mittelfristigen Haushaltsentwicklung auf Basis einheitlicher Annahmen enthalten soll.
§ 3 Abs. 2 Satz 3 StabiRatG
3Der Stabilitätsrat legt allgemein geltende, geeignete Kennziffern fest.
§ 3 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) Die vorgelegten Haushaltskennziffern und die Schlussfolgerungen des Stabilitätsrates werden veröffentlicht.
§ 4 StabiRatG
§ 4 Drohende Haushaltsnotlage
§ 4 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) 1Der Stabilitätsrat beschließt allgemein geltende Schwellenwerte für die einzelnen Kennziffern nach § 3 Absatz 2, deren Überschreitung auf eine drohende Haushaltsnotlage hinweisen kann.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 StabiRatG
2Für den Bund sind gegenüber den Ländern abweichende Schwellenwerte festzulegen.
§ 4 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
(2) Der Stabilitätsrat leitet eine Prüfung ein, ob beim Bund oder in einem bestimmten Land eine Haushaltsnotlage droht, wenn
§ 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 StabiRatG
der Bund oder ein Land im Rahmen der allgemeinen Haushaltsüberwachung darauf hinweist, dass für den von ihm zu verantwortenden Haushalt eine Notlage droht, oder
§ 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 StabiRatG
der Bund oder ein Land bei der Mehrzahl der Kennziffern nach § 3 Absatz 2 die Schwellenwerte nach Absatz 1 überschreitet oder die Projektion eine entsprechende Entwicklung ergibt.
§ 4 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) 1In die Prüfung werden alle relevanten Bereiche des betroffenen Haushalts umfassend einbezogen.
§ 4 Abs. 3 Satz 2 StabiRatG
2Der Bund oder das Land ist verpflichtet, die für diese Prüfung erforderlichen Auskünfte zu erteilen.
§ 4 Abs. 4 Satz 1 StabiRatG
(4) 1Die Ergebnisse der Prüfung werden in einem Bericht zur nächsten Sitzung des Stabilitätsrates vorgelegt.
§ 4 Abs. 4 Satz 2 StabiRatG
2Der Bericht nimmt Stellung dazu, ob im Bund oder in dem betreffenden Land eine Haushaltsnotlage droht und gibt eine entsprechende Beschlussempfehlung.
§ 4 Abs. 5 Satz 1 StabiRatG
(5) Der Stabilitätsrat beschließt aufgrund des Prüfberichts nach Absatz 4, ob im Bund oder in dem betreffenden Land eine Haushaltsnotlage droht.
§ 5 StabiRatG
§ 5 Sanierungsverfahren
§ 5 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) 1Hat der Stabilitätsrat eine drohende Haushaltsnotlage nach § 4 Absatz 5 für den Bund oder ein Land festgestellt, vereinbart er mit dem Bund oder dem Land ein Sanierungsprogramm.
§ 5 Abs. 1 Satz 2 StabiRatG
2Der Bund oder das Land unterbreitet hierfür Vorschläge.
§ 5 Abs. 1 Satz 3 StabiRatG
3Das Sanierungsprogramm erstreckt sich grundsätzlich über einen Zeitraum von fünf Jahren; es enthält Vorgaben über die angestrebten Abbauschritte der jährlichen Nettokreditaufnahme und die geeigneten Sanierungsmaßnahmen.
§ 5 Abs. 1 Satz 4 StabiRatG
4Geeignet sind Sanierungsmaßnahmen nur insoweit, als sie in der alleinigen Kompetenz der betroffenen Gebietskörperschaft liegen.
§ 5 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
(2) 1Der Bund oder das Land setzt das vereinbarte Sanierungsprogramm in eigener Verantwortung um und berichtet halbjährlich dem Stabilitätsrat über die Einhaltung der vereinbarten Abbauschritte der jährlichen Nettokreditaufnahme.
§ 5 Abs. 2 Satz 2 StabiRatG
2Bei Abweichungen der tatsächlichen Nettokreditaufnahme von der vereinbarten Nettokreditaufnahme prüft der Stabilitätsrat im Einvernehmen mit dem Bund oder dem Land, ob und welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind.
§ 5 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) 1Legt der Bund oder das Land ungeeignete oder unzureichende Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen vor oder setzt er oder es die vereinbarten Maßnahmen nur unzureichend um, beschließt der Stabilitätsrat eine Aufforderung zur verstärkten Haushaltssanierung.
§ 5 Abs. 3 Satz 2 StabiRatG
2Höchstens ein Jahr nach dieser Aufforderung prüft der Stabilitätsrat, ob der Bund oder das Land die notwendigen Maßnahmen zur Haushaltssanierung ergriffen hat.
§ 5 Abs. 3 Satz 3 StabiRatG
3Wurden die notwendigen Maßnahmen nicht ergriffen, fordert der Stabilitätsrat den Bund oder das Land erneut auf, die Bemühungen um eine Haushaltssanierung zu verstärken.
§ 5 Abs. 4 Satz 1 StabiRatG
(4) 1Nach Abschluss des Sanierungsprogramms prüft der Stabilitätsrat die Haushaltslage des Bundes oder des Landes.
§ 5 Abs. 4 Satz 2 StabiRatG
2Für den Fall, dass auch bei vollständiger Umsetzung des vereinbarten Sanierungsprogramms weiterhin eine Haushaltsnotlage droht, wird ein neues Sanierungsprogramm zwischen dem Stabilitätsrat und dem Bund oder dem Land vereinbart.
§ 6 StabiRatG
§ 6 Einhaltung der Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits nach § 51 Absatz 2 des Haushaltsgrundsätzegesetzes
§ 6 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) Der Stabilitätsrat überprüft auf Grundlage einer Schätzung des gesamtstaatlichen Finanzierungssaldos zweimal jährlich die Einhaltung der Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits nach § 51 Absatz 2 des Haushaltsgrundsätzegesetzes für das laufende Jahr und die vier folgenden Jahre.
§ 6 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
(2) 1Kommt die Prüfung zu dem Ergebnis, dass die Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits überschritten wird, empfiehlt der Stabilitätsrat Maßnahmen, die geeignet sind, das überhöhte Finanzierungsdefizit zu beseitigen.
§ 6 Abs. 2 Satz 2 StabiRatG
2Zu berücksichtigen sind dabei die Empfehlungen des Rates nach der Verordnung (EG) Nr. 1466/97 des Rates vom 7. Juli 1997 über den Ausbau der haushaltspolitischen Überwachung und der Überwachung und Koordinierung der Wirtschaftspolitiken (ABl. L 209 vom 2.8.1997, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EU) Nr. 1175/2011 (ABl. L 306 vom 23.11.2011, S. 12) geändert worden ist.
§ 6 Abs. 2 Satz 3 StabiRatG
3Die vom Stabilitätsrat beschlossenen Empfehlungen werden der Bundesregierung und den Landesregierungen zur Weiterleitung an die jeweiligen Parlamente zugeleitet.
§ 6 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) 1Falls kein Beschluss des Stabilitätsrates über eine Empfehlung nach Absatz 2 zustande kommt, leiten die Vorsitzenden des Stabilitätsrates der Bundesregierung und den Landesregierungen zur Weiterleitung an die jeweiligen Parlamente einen Bericht zu, in dem das Ergebnis der Prüfung und die im Stabilitätsrat erörterten Maßnahmen darzulegen sind.
§ 6 Abs. 3 Satz 2 StabiRatG
2Diesem Bericht sind die Einschätzungen und Empfehlungen des unabhängigen Beirats des Stabilitätsrates nach § 7 Absatz 3 beizufügen.
§ 7 StabiRatG
§ 7 Unabhängiger Beirat des Stabilitätsrates
§ 7 Abs. 1 Satz 1 StabiRatG
(1) 1Zur Unterstützung des Stabilitätsrates bei der Überwachung der Einhaltung der Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits nach § 51 Absatz 2 des Haushaltsgrundsätzegesetzes wird ein unabhängiger Beirat eingerichtet.
§ 7 Abs. 1 Satz 2 StabiRatG
2Der Beirat gibt sich mit der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder eine Geschäftsordnung.
§ 7 Abs. 1 Satz 3 StabiRatG
3Für den Beirat entstehende Kosten tragen Bund und Länder je zur Hälfte.
§ 7 Abs. 2 Satz 1 StabiRatG
(2) Mitglieder des Beirats sind je ein Vertreter der Deutschen Bundesbank und des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ein Vertreter der an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Forschungsinstitute, je zwei für die Dauer von fünf Jahren von Bund und Ländern durch deren Vertreter im Stabilitätsrat benannte Sachverständige und je ein für die Dauer von fünf Jahren von den kommunalen Spitzenverbänden und den Spitzenorganisationen der Sozialversicherung benannter Sachverständiger.
§ 7 Abs. 3 Satz 1 StabiRatG
(3) 1Der Beirat gibt eine Stellungnahme zur Einhaltung der Obergrenze des strukturellen gesamtstaatlichen Finanzierungsdefizits nach § 51 Absatz 2 des Haushaltsgrundsätzegesetzes ab.
§ 7 Abs. 3 Satz 2 StabiRatG
2Kommt er zu der Auffassung, dass die Obergrenze nicht eingehalten wird, gibt er Empfehlungen für Maßnahmen ab, die geeignet sind, das überhöhte Finanzierungsdefizit zu beseitigen.
§ 7 Abs. 3 Satz 3 StabiRatG
3Der Vorsitzende des Beirats nimmt insoweit an der Beratung des Stabilitätsrates teil.
§ 7 Abs. 4 Satz 1 StabiRatG
(4) Die vom Beirat vorgelegten Einschätzungen und Empfehlungen werden veröffentlicht.