Source: http://www.bgbau-medien.de/tr/trgs524/titel.htm?gesamt=1
Timestamp: 2017-11-21 22:55:17
Document Index: 241070934

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 2', '§ 7', '§ 9', '§ 7', '§ 17', '§ 10', '§ 11', '§ 7', '§ 17', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 17', '§ 645', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 4', '§ 14', '§ 14', '§ 7', '§ 17', '§ 3']

TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Titel
Ausgabe: Februar 2010
(GMBl Nr. 21 vom 1. April 2010, S. 419, zuletzt geändert und ergänzt GMBl Nr. 49-51 vom 19. Dezember 2011, S. 1018)
unter Beteiligung des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed) ermittelt bzw. angepasst.
Die TRGS werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) bekannt gegeben.
Diese TRGS konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs Anforderungen der Gefahrstoffverordnung und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge. Bei Einhaltung der TRGS kann der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnungen erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens denselben Sicherheits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.
Die vorliegende TRGS ist eine Fortschreibung der TRGS 524 und beruht auf der berufsgenossenschaftlichen Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128). Dem Fachausschuss Bauwesen obliegt in Absprache mit dem AGS die Fortschreibung der TRGS 524. Hält der AGS Änderungen für erforderlich, wird er den Fachausschuss Bauwesen bitten, die Möglichkeit der Anpassung zu überprüfen.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Inhalt
3 Allgemeine Grundsätze, Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten
6 Arbeits- und Sicherheitsplan
7 Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten
8 Arbeitsmedizinische Prävention
Anlage 1 Ablaufschema zu den wesentlichen Schritten der Gefährdungsbeurteilung
Anlage 2 A Allgemeine Fachkunde für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen
Anlage 2 B Fachkunde für Tätigkeiten mit Gebäudeschadstoffen gemäß Nummer 2.3 Abs. 2 Nr. 13
Anlage 3 Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes
Anlage 4 Zuordnung von Gefährlichkeitsmerkmalen und typischen Bewertungskriterien
Anlage 5 Beispiel zur Darstellung der zur Bewertung von Mobilität und Gefahren ermittelten Stoffdaten
Anlage 6 Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsabläufe und Tätigkeiten mit Exposition gemäß Nummer 4.4 und 4.5
Anlage 7 Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen
Anlage 8 Notwendige Angaben bei der Festlegung der Persönlichen Schutzausrüstung
Anlage 9 Hinweise zur messtechnischen Überwachung bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen
Anlage 10 Beispiel zur tabellarischen Darstellung der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Schutzmaßnahmen
Anlage 11 Informationsquellen, Vorschriften und Regeln
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 1 Anwendungsbereich
(1) Diese TRGS gilt für Arbeiten in kontaminierten Bereichen einschließlich Vor- und Nacharbeiten. Sie konkretisiert die in § 7 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geforderte Informationsermittlung, beschreibt die Methodik zur Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen und stellt Grundanforderungen an die Auswahl der Schutzmaßnahmen. Branchen- oder tätigkeitsspezifische Lösungen, wie sie z. B. Regeln und Handlungsanleitungen der Unfallversicherungsträger, Richtlinien der Schadenversicherer, LASI-Leitfäden und anderen Schriftenreihen von Landesbehörden und Fachverbänden enthalten, sind als konkrete Hilfestellung zu betrachten, soweit sie sich auf diese TRGS als Grundlage beziehen.
(2) Bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen können neben den in dieser TRGS behandelten Gefährdungen durch Gefahrstoffe auch Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe eintreten. Für diesen Fall wird auf die BiostoffV und die entsprechenden Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) sowie auf Informationen und Handlungsanleitungen der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verwiesen.
(3) Diese TRGS gilt nicht für
Sofort-, Sicherungs- und Bergungsmaßnahmen zur sofortigen Abwehr akuter Gefahren unmittelbar nach Eintritt eines Schadens,
die Reinigung und Instandhaltung von Anlagen im Rahmen des bestimmungsgemäßen Betriebs,
die Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes und den Betrieb der dazu erforderlichen Anlagen, Maschinen und Geräte,
Tätigkeiten zur stofflichen Verwertung von Abfällen in Betrieben, die dem Bundesberggesetz unterliegen,
den Betrieb stationärer Anlagen und Einrichtungen zur Behandlung kontaminierter Materialien und Stoffe,
Arbeiten in radioaktiv belasteten baulichen Anlagen und Bereichen, soweit sie dem Atomgesetz unterliegen,
Tätigkeiten in geogen belasteten Bereichen,
Tätigkeiten mit asbesthaltigen Materialien im Sinne von Anlage III Nr. 2.4 der GefStoffV (siehe TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rostoffen und darauf hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen" und TRGS 519 "Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten"),
Tätigkeiten mit biopersistenten Fasern im Sinne von Anlage IV Nr. 22 der GefStoffV (siehe TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle"),
Tätigkeiten mit PAH-haltigen Materialien im Straßenbau (siehe TRGS 551 "Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material"),
Tätigkeiten in Verbindung mit PAH- oder bleihaltigen Beschichtungsstoffen (siehe TRGS 551 bzw. TRGS 505 "Blei") sowie
Tätigkeiten, bei denen eine stoffliche Gefährdung ausschließlich von silikogenen Stäuben oder von Stäuben im Sinne des Allgemeinen Staubgrenzwertes nach TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte" ausgeht.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 2 Begriffsbestimmungen
Begriffe, die im Folgenden nicht definiert sind, werden in dieser TRGS so verwendet, wie sie im "Begriffsglossar zu den Regelwerken der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV ), Biostoffverordnung (BiostoffV ) und der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV )" des ABS, ABAS bzw. AGS")1 bestimmt sind.
2.1 Kontaminierte Bereiche
(1) Kontaminierte Bereiche im Sinne dieser TRGS sind Standorte (Liegenschaften, Grundstücke), bauliche Anlagen, Produktionsanlagen, Ablagerungen, Gegenstände, Boden, Wasser, Luft, die über eine gesundheitlich unbedenkliche Grundbelastung hinaus mit Gefahrstoffen verunreinigt sind.
(2) Analog Nummer 4.2 Abs. 6 der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" zählen zu den Gefahrstoffen auch solche chemische Arbeitsstoffe, die zwar nicht als gefährlich eingestuft sind, aber dennoch zu Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen führen können.
2.2 Bauliche Anlagen
Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Baustoffen und Bauteilen hergestellte Anlagen. Eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden. Aufschüttungen und Abgrabungen sowie künstliche Hohlräume unterhalb der Erdoberfläche gelten als bauliche Anlagen (siehe auch § 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten"  BGV/GUV-V C 22).
2.3 Arbeiten in kontaminierten Bereichen
(1) Arbeiten in kontaminierten Bereichen umfassen im Sinne dieser TRGS alle Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, die bei der Herstellung, Instandhaltung, Änderung und Beseitigung von baulichen Anlagen einschließlich der hierfür vorbereitenden, begleitenden und abschließenden Arbeiten auszuführen sind. Zu Absatz 2 Nummern 1-12 bzw. Nummer 13 siehe auch Anlage 2 A bzw. 2B in Verbindung mit Nummer 3.1 Abs. 5 .
(2) Arbeiten in kontaminierten Bereichen können z. B. sein:
Bauarbeiten auf einem Gelände, auf dem kontaminierte Bereiche zu erwarten oder vorhanden sind,
Sanierung von Böden, Gewässern und Grundwasser sowie baulichen Anlagen, die durch Gefahrstoffe kontaminiert sind,
Betrieb mobiler Anlagen zur Behandlung kontaminierter Materialien und Stoffe,
Bauarbeiten auf, an und in Deponien, z. B.
die Instandsetzung oder der nachträgliche Einbau von Sickerwasserfassungen und -leitungen, von Gasfassungen und anderen baulichen Anlagen auf Deponien,
die nachträgliche Abdichtung bzw. Einkapselung von Deponien und
die Umlagerung und Aufarbeitung von Deponiegut sowie sonstige Eingriffe in den Deponiekörper,
Umbau und Rückbau von kontaminierten Gebäuden und technischen Anlagen,
Räumen und Reinigung kontaminierter Räume und Einrichtungen,
Gleisbauarbeiten, bei denen eine Verunreinigung des Gleiskörpers mit Gefahrstoffen zu vermuten ist,
Tätigkeiten auf kalten Brandstellen (Brandschadensanierung),
Innerbetrieblicher Transport, Zwischenlagerung und die Vorbereitung kontaminierter Materialien zur Entsorgung,
Instandhalten von Arbeitsmitteln, die durch den Einsatz im kontaminierten Bereich verunreinigt wurden,
Erkundungsarbeiten, bei denen das Vorhandensein von Gefahrstoffen zu vermuten ist, z. B.
Begehungen,
das Anlegen von Schürfen, die Durchführung von Bohrungen, Sondierungen, Probenahmen sowie
Ermittlungen im Rahmen ordnungsbehördlicher Tätigkeiten.
Abbruch-, Sanierungs-, Instandhaltungs- und Umbauarbeiten in Verbindung mit
Tätigkeiten mit PCB-haltigen Bauprodukten (z. B. Fugenmassen, Anstriche) inkl. Beseitigung der Sekundärquellen,
Tätigkeiten mit teerhaltigen (kohlestämmigen) Materialien im Hochbau (z. B. teerhaltiger Kleber, Teerkork),
Tätigkeiten mit Holzkonstruktionen, die mit Holzschutzmitteln behandelt wurden, die mittlerweile unter die Bestimmungen der Anlage IV GefStoffV fallen (z. B. DDT, Pentachlorphenol, Hexachlorcyclohexan ("Lindan") inkl. der Beseitigung oder Reinigung entsprechend belasteter Materialien bzw. Oberflächen,
Tätigkeiten mit gefahrstoffhaltigen Schüttungen (z. B. in Wänden, Decken und Böden) und
Tätigkeiten mit DDT-haltigen Beschichtungsmitteln behandelte Oberflächen,
(im Folgenden als "Tätigkeiten mit Gebäudeschadstoffen" bezeichnet) inkl. aller Erkundungs-, Vor- und Nebenarbeiten, soweit diese Tätigkeiten nicht anderweitig geregelt sind.
2.4 Bestimmungsgemäßer Betrieb/Arbeitsverfahren
(1) Der bestimmungsgemäße Betrieb ist das für die Sanierung oder die Arbeiten im kontaminierten Bereich festgelegte Arbeitsverfahren.
(2) Das Arbeitsverfahren umfasst die Gesamtheit aller technischen und organisatorischen Abläufe einschließlich der Tätigkeiten der Beschäftigten.
2.5 Auftraggeber
Auftraggeber ist jede natürliche oder juristische Person, die einen Auftrag zu Arbeiten in kontaminierten Bereichen im Sinne dieser TRGS erteilt (z. B. Bauherr) und zugleich betroffener Arbeitgeber oder eine ihm gleichgestellte Person nach Gefahrstoffverordnung ist.
2.6 Auftragnehmer
Auftragnehmer im Sinne dieser TRGS ist diejenige natürliche oder juristische Person, die im Auftrag des Auftraggebers oder im Auftrag eines anderen Auftragnehmers als Nachunternehmer die Arbeiten in kontaminierten Bereichen durchführt.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 3 Allgemeine Grundsätze, Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten
(1) Gemäß § 7 Abs.1 Satz 2 GefStoffV dürfen Arbeiten in kontaminierten Bereichen nicht begonnen werden, bevor die Gefährdungsbeurteilung vorliegt. Bei der Gefährdungsbeurteilung sind alle Einflussgrößen, die zu einer Gefährdung von Beschäftigten führen können, zu ermitteln und zu bewerten sowie auf dieser Grundlage und unter Beachtung der Grundsätze des § 9 Abs. 2 GefStoffV angemessene Schutzmaßnahmen festzulegen und einzuhalten (siehe Anlage 1 ).
(2) Wird erst nach Aufnahme der Tätigkeiten, z. B. bei Bauarbeiten, erkannt, dass die Tätigkeiten in einem kontaminierten Bereich stattfinden und somit die Anwendungskriterien dieser TRGS erfüllt sind, ergibt sich aus § 7 Abs.1 Satz 3 GefStoffV , dass die Arbeiten unverzüglich einzustellen sind und erst dann wieder aufgenommen werden dürfen, wenn die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt ist und die Schutzmaßnahmen getroffen sind.
(3) Zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung werden die in Nummer 3.2 genannten Informationen und Unterlagen des Auftraggebers benötigt. Zur Verpflichtung des Auftraggebers, den Auftragnehmer bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen wird auf § 17 Abs. 3 GefStoffV verwiesen.
(4) Sind die Gefährdungen nicht eindeutig zu beurteilen, muss insbesondere unter Beachtung von § 10 bzw. § 11 GefStoffV von der höchstmöglichen Gefährdung für die Beschäftigten ausgegangen werden. In jeder Phase der Arbeiten sind Einzelfallentscheidungen zu treffen.
(5) Nach § 7 Abs. 7 GefStoffV darf die Gefährdungsbeurteilung nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, d. h. von Personen, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung oder Erfahrung ausreichende Kenntnisse über Tätigkeiten mit Gefahrstoffen haben und mit den Vorschriften soweit vertraut sind, dass sie die Arbeitsbedingungen vor Beginn der Tätigkeit beurteilen und die festgelegten Schutzmaßnahmen bei der Ausführung der Tätigkeiten bewerten oder überprüfen können (TRGS 400, Nummer 3.1 Abs. 6 ).2
(6) Zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen sind besondere Kenntnisse erforderlich. Deshalb werden insbesondere solche Personen als fachkundig angesehen, die besondere Kenntnisse zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen nachweisen können. Die besonderen Kenntnisse können im Rahmen der beruflichen Ausbildung oder durch Fort- bzw. Weiterbildung erworben werden und können als vorhanden angesehen werden, wenn sie durch Zeugnisse nachgewiesen und im Falle der Fachkunde nach Anlage 2 A regelmäßig durch die Teilnahme an einer qualifizierten Fortbildungsmaßnahme auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen aktualisiert werden. In Bezug auf die Fachkunde nach Anlage 2 B wird die Teilnahme an entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen empfohlen. Die Anlagen 2 A und 2 B enthalten die Mindestanforderungen an die gemäß dieser TRGS fachkundige Person und deren besonderen Kenntnisse.
(7) Bzgl. der allgemeinen Grundsätze zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bei Gefährdungen durch Gefahrstoffe wird auf die TRGS 400 verwiesen, insbesondere auch auf deren Nummer 3.1 "Organisation und Verantwortung".
2 Die nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche - BGR 128, Anhang 6A bzw. 6B" erworbene Sachkunde für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen erfüllt die Fachkundeanforderungen nach Anlage 2A bzw. 2B der TRGS 524.
3.2 Vorwegmaßnahmen des Auftraggebers in der Planungsphase
3.2.1 Vorerkundung
(1) Der Auftraggeber hat aufgrund seiner Verpflichtungen aus § 17 Abs. 1 Satz 2 GefStoffV , § 2 Abs. 1 und 3 in Verbindung mit § 4 Baustellenverordnung und gegebenenfalls anderer Rechtsvorschriften zu ermitteln, ob in den an den Auftragnehmer zur Bearbeitung übergebenen Materialien Gefahrstoffe enthalten sein können.
(2) Führt diese Ermittlung zu dem begründeten Verdacht, dass in den an den Auftragnehmer zur Bearbeitung übergebenen Materialien Gefahrstoffe enthalten sein können, ist vom Auftraggeber das mögliche Gefährdungspotenzial zu beschreiben. Dazu sind im Vorfeld der Arbeiten in kontaminierten Bereichen eine Erkundung und Beurteilung der zu bearbeitenden Materialien (Untergrund, Grundwasser, Bausubstanz, Anlagen) im Hinblick auf die entsprechend der Bau- und Nutzungsgeschichte zu vermutenden oder bereits als vorhanden festgestellten Gefahrstoffe vorzunehmen. Die für die Gefährdungsbeurteilung relevanten Eigenschaften der Gefahrstoffe sind zu beschreiben.
(3) Liegen Ermittlungen nach Abs. 1 nicht vor, muss der Arbeitgeber gemäß § 7 i. V. m. § 17 Abs. 4 GefStoffV bei der Informationsermittlung insbesondere beim Auftraggeber Angaben darüber einholen, ob bei den durchzuführenden Arbeiten Gefahrstoffe freigesetzt werden können.
(4) Wenn auf der Grundlage der unter Nummer 3.2.1 durchgeführten Erkundungen mit Gefahrstoffen gerechnet werden muss, ist die davon ausgehende Gefährdung zu ermitteln. Auf Basis dieser Ermittlung ist in der Planungsphase ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept, nachfolgend Arbeits- und Sicherheitsplan genannt, zu erarbeiten.
(5) Darüber hinausgehende Informations-, Schutz- und Überwachungspflichten ergeben sich für den Auftraggeber aus anderen Rechtsgrundlagen, z. B. dem BGB § 645, der Baustellenverordnung, den Landesbauordnungen und dem Vertragsrecht gemäß VOB und VOL. Weitere Rechtsvorschriften bleiben unberührt.
(6) Der Arbeits- und Sicherheitsplan muss von einer fachkundigen Person erstellt werden (zur fachkundigen Person siehe Nummer 3.1 Abs. 5) und fasst diejenigen Daten und Beurteilungen zusammen, die der Arbeitgeber (Auftragnehmer) zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf Gefährdungen durch Gefahrstoffe benötigt. (Nähere Angaben zu den Inhalten des Arbeits- und Sicherheitsplanes enthalten Nummer 6 und Anlage 3 .)
3.2.2 Maßnahmen in der Ausschreibung und bei der Ausführung (Koordination)
(1) Die gemäß den Festlegungen des Arbeits- und Sicherheitsplanes zu treffenden Maßnahmen sind in der Ausschreibung des Auftraggebers entweder im Einzelnen zu beschreiben oder der Arbeits- und Sicherheitsplan ist Bestandteil der Ausschreibung. Im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung hat der Auftragnehmer zu prüfen, ob die im Arbeits- und Sicherheitsplan des Auftraggebers beschriebenen Maßnahmen ausreichend sind.
(2) Werden Arbeiten in kontaminierten Bereichen von mehreren Auftragnehmern  gegebenenfalls auch deren Nachunternehmen  durchgeführt, haben nach § 17 Abs. 3 GefStoffV alle Arbeitgeber, Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Koordinierung der verschiedenen Tätigkeiten zusammenzuwirken. Im Hinblick auf die besonderen Gefahren bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen hat der Auftraggeber zur Koordinierung der Arbeiten und lückenlosen Überwachung der Einhaltung der im Arbeits- und Sicherheitsplan festgelegten Maßnahmen sowie zur fachkundigen Festlegung von Maßnahmen in Situationen, die nicht im Arbeits- und Sicherheitsplan erfasst sind, eine geeignete Person als Koordinator schriftlich zu bestellen. Geeignet sind insbesondere fachkundige Personen nach Nummer 3.1 Abs. 5 dieser TRGS.
(3) Der Auftraggeber hat dafür zu sorgen, dass diese Person in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz aufgrund stofflich bedingter Gefährdungen Weisungsbefugnis gegenüber allen Auftragnehmern und auch deren Beschäftigten hat.
(4) Die Auftragnehmer haben sicherzustellen, dass Arbeiten in kontaminierten Bereichen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet und von weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden (Aufsicht Führende). Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Bauarbeiten überwachen und hierfür ausreichende Kenntnisse besitzen.
(5) Die mit der Wahrnehmung der Aufgaben nach Absatz 2 beauftragte Person hat dafür zu sorgen, dass jeder, der Arbeitsbereiche betreten muss, die dieser TRGS unterliegen, auf die entsprechende Gefährdung und die erforderlichen Schutzmaßnahmen hingewiesen wird.
(6) Weitere Koordinierungsverpflichtungen ergeben sich aus der Baustellenverordnung. Die aus dieser TRGS und der Baustellenverordnung erwachsenden Planungs- und Überwachungsaufgaben können von einer Person wahrgenommen werden, wenn diese Person die jeweilig notwendige Eignung besitzt (siehe RAB 30 ).
3.2.3 Pflichten des Arbeitgebers bei Beauftragung von Fremdfirmen
(1) Vergibt ein Arbeitgeber als Auftraggeber Arbeiten in kontaminierten Bereichen an Fremdfirmen (auch Nachauftragnehmer), sind die Bestimmungen des § 17 GefStoffV zu beachten.
(2) Werden bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen Fremdfirmen i. S. § 17 GefStoffV beauftragt, ist deren Auftraggeber dafür verantwortlich, dass für die Tätigkeiten nur Fachbetriebe herangezogen werden, die über die personelle und sicherheitstechnische Ausstattung sowie über die entsprechende Erfahrung verfügen. Dies gilt auch für die Beauftragung von Nachauftragnehmen.
(3) Auch der Auftraggeber der Nachauftragnehmer hat dafür zu sorgen, dass diese vor Beginn der Arbeiten über die sonstigen betriebsspezifischen Gefahrenquellen und Verhaltensregeln informiert werden.
(4) Unternehmer, die im Unterauftrag tätig werden, unterliegen als Arbeitgeber voll inhaltlich den Forderungen dieser TRGS. Dies gilt auch für Unternehmer ohne Beschäftigte.
Landesamt für Umweltschutz Bayern: "Kontaminierte Bausubstanz  Erkundung, Bewertung, Entsorgung; Arbeitshilfe: Kontrollierter Rückbau", erhältlich unter http://www.lfu.bayern.de/boden/fachinformationen/schadstoffratgeber/index.htm ,
Untersuchungsstrategie und -umfang bei Rückbaumaßnahmen/Stoffkatalog umweltrelevanter Baustoffe  Teil 1 und 2 erhältlich unter /www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de sowie
Arbeitshilfen Recycling  Arbeitshilfen zum Umgang mit Bau- und Abbruchabfällen sowie zum Einsatz von Recycling  Baustoffe auf Liegenschaften des Bundes http://www.arbeitshilfen-recycling.de .
Magen-Darmtrakt  oral,
Haut  dermal, (unverletzte und verletzte Haut), siehe TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt  Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" und
Atemwege  inhalativ, siehe TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilung der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition".
(2) Die "PAK-Handlungsanleitung" des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit  LAGetSi  Berlin ist für alle Tätigkeiten mit teerhaltigen Materialien im Hochbau anwendbar. Für wesentliche Arbeitsschritte werden Gefährdungsabschätzungen vorgenommen und Mindestanforderungen an die erforderlichen Schutzmaßnahmen beschrieben, die an die Gegebenheiten der jeweiligen Baumaßnahme anzupassen sind. Eine Bewertung der Sanierungsnotwendigkeit ist nicht Gegenstand der Handlungsanleitung.
(3) Die Handlungsanleitung "Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe" der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft  BG BAU  beschreibt die Mindestanforderungen an die erforderlichen Schutzmaßnahmen beim Entfernen von Holzfußböden, die mit teerhaltigen Klebstoffen, auf Teerpappe oder teerhaltigen Ausgleichsschichten verlegt sind. Die beschriebenen Schutzmaßnahmen sind an die Gegebenheiten der jeweiligen Baumaßnahme anzupassen.
(1) Die Holzschutzmittel-Handlungsanleitung des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit  LAGetSi  Berlin wurde mit dem Ziel der sicheren Durchführung von Tätigkeiten mit holzschutzmittelbelasteten Bauteilen erarbeitet. Bestandteile von HSM-Zubereitungen können z. B. sein PCP, HCH (Lindan) und DDT.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 6 Arbeits- und Sicherheitsplan
(1) Die Ergebnisse der zur Gefährdungsbeurteilung notwendigen Ermittlungen, Bewertungen und Festlegungen (siehe Nummern 4.1 bis 4.8 und 5 ) sind vom Auftraggeber in einem Arbeits- und Sicherheitsplan festzuhalten (vgl. Nummer 3.2 ).
(2) Der Arbeits- und Sicherheitsplan dient dem Auftraggeber zur Dokumentation,
auf welcher Grundlage die Entscheidungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung getroffen wurden,
zum Nachweis, in welcher Form die in § 17 GefStoffV geforderte Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und dem ausführenden Unternehmen erfolgte und
zur Planung gefährdungsbezogener Schutzmaßnahmen.
(3) Ist nach Baustellenverordnung die Erstellung eines SIGE-Plans durch den Auftraggeber erforderlich, stellt der Arbeits- und Sicherheitsplan einen besonderen Bestandteil des SIGE-Plans dar.
(4) Nach Baustellenverordnung sind bei der Erstellung des SIGE-Plans die Bestimmungen des § 4 Arbeitsschutzgesetz zu berücksichtigen. Dieser Grundsatz ist auch bei der Erstellung des Arbeits- und Sicherheitsplanes nach dieser TRGS zu berücksichtigen.
(5) Ein Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplans sowie zu einer tabellarischen Darstellung der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und der Festlegung der Schutzmaßnahmen enthalten die Anlagen 3 bzw. 10 .
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 7 Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten
(1) In Bezug auf die durchzuführende Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten mittels Betriebsanweisung wird auf die Bestimmungen des § 14 GefStoffV und der TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten" verwiesen. Da Arbeiten in kontaminierten Bereichen i. d. R. keine stationären, immer wieder gleichartig wiederkehrende Arbeiten sind, ist die Frist für die Wiederholungsunterweisungen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung anzupassen.
(2) Die Betriebsanweisung ist eine verbindliche Arbeits- und Verhaltensanweisung des Vorgesetzten an den die Arbeiten ausführenden Beschäftigten. Sie hat die zu treffenden Maßnahmen konkret zu beschreiben bzw. festzulegen.
(3) Die Betriebsanweisung ist arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen zu verfassen. Dies bedeutet, dass entweder
für jede der gemäß Nummer 4.5 ermittelte Tätigkeit eine gesonderte Betriebsanweisung zu erstellen ist oder
in einer für alle Tätigkeiten geltenden Betriebsanweisung neben den für alle Tätigkeiten gleichermaßen geltenden Umständen und Festlegungen auch die für bestimmte Tätigkeiten zu beachtenden speziellen Gefahren und Festlegungen aufgeführt sind.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, 8 Arbeitsmedizinische Prävention
Arbeitsmedizinische Prävention dient neben der individuellen arbeitsmedizinischen Vorsorge dem Zweck, eine ausführliche Beratung des Arbeitgebers bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sicherzustellen. Deshalb sollte bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen der Betriebsarzt in die Prüfung des Arbeits- und Sicherheitsplans des Auftraggebers sowie bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Schutzmaßnahmen einbezogen werden.
8.1 Beteiligung des Betriebsarztes an der Gefährdungsbeurteilung
(1) Der Betriebsarzt ist an der Gefährdungsbeurteilung grundsätzlich zu beteiligen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Vorsorgeuntersuchungen nach dem Anhang der ArbMedVV anzubieten oder zu veranlassen sind. Details zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen siehe Nummer 4 dieser TRGS.
(2) Wesentliche Bestandteile der Beteiligung des Betriebsarztes sind
Mitwirkung bei der Prüfung des Arbeits- und Sicherheitsplans des Auftraggebers
Teilnahme an den Begehungen und Besprechungen, die der Informationsermittlung zur Gefährdungsbeurteilung dienen.
8.2 Allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung
Im Rahmen der allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung sind die Beschäftigten über die mit der Tätigkeit verbundenen Gesundheitsgefährdungen aufzuklären und zu beraten. Um den aktuellen Bezug zu den jeweilig anstehenden Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen herzustellen, kann diese Beratung in die baustellenbezogene Unterweisung nach § 14 GefStoffV integriert werden. Siehe dazu auch Nummer 7 dieser TRGS.
8.3 Individuelle arbeitsmedizinische Vorsorge
(1) Gemäß des Anhanges der ArbMedVV sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen entweder als Pflicht- oder als Angebotsuntersuchungen bei bestimmten Tätigkeiten zu veranlassen bzw. anzubieten. Vorsorgeuntersuchungen dienen dem Zweck, eine individuelle Gesundheitsvorsorge und eine ausführliche Beratung sicherzustellen. Eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung kann sich auf ein Beratungsgespräch beschränken.
(2) Bei Exposition gegenüber krebserzeugenden Gefahrstoffen der Kategorie 1 und 2 (Anhang der ArbMedVV, Teil 1 Abs. 3) hat der Arbeitgeber auch den ehemals exponiert Beschäftigten Untersuchungen anzubieten (nachgehende Untersuchungen). Nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses kann der Arbeitgeber diese Verpflichtung mit Einwilligung der betroffenen Person auf den zuständigen Unfallversicherungsträger übertragen.
(3) Bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten erfordern, sind arbeitsmedizinische Untersuchungen gemäß Teil 4 des Anhanges der ArbMedVV zu veranlassen oder anzubieten.
(4) Biomonitoring (Gefahrstoffnachweis im biologischen Material) ist Bestandteil arbeitsmedizinischer Vorsorge, soweit anerkannte Verfahren dafür zur Verfügung stehen und Werte zur Beurteilung, insbesondere biologische Grenzwerte vorhanden sind (siehe TRGS 903 "Biologische Grenzwerte").
8.4 Besondere Hinweise für die Erste Hilfe
(1) Es ist für eine wirksame Organisation der Ersten Hilfe zu sorgen. Hierzu gehören unter anderem geeignete Meldesysteme, eine der Gefahrensituation angepasste Anzahl und Ausbildung von Ersthelfern und Dekontaminationsmöglichkeiten (z. B. Körper- und Augenduschen).
(2) Der örtliche Rettungsdienst wird in der Regel nur auf die Diagnostik und Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen eingerichtet sein, mit denen ortsüblich zu rechnen ist. In Situationen mit sehr hoher Gefährdung durch chemische Stoffe oder mögliche biologische Kontaminationen kann es erforderlich sein, den Rettungsdienst und die nächste geeignete klinische Notaufnahme über die Arbeitsvorhaben mit Angabe der erwartenden Gefahrstoffe oder biologischen Kontaminationen zu unterrichten, damit dort die geeignete Diagnostik und Therapie ohne Zeitverzug erfolgen kann. Hierzu gehört auch das Bereithalten und, falls von dem Rettungsdienst oder der Notaufnahme gewünscht, auch Bereitstellen von toxikologischen Daten und Informationen zu den zu treffenden Maßnahmen im Falle eines Unfalles.
(3) Der Betriebsarzt kann beraten, ob im Einzelfall das Vorhalten von Antidota für den Notfall zur Mitgabe an die Notaufnahme sinnvoll ist.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 1 zu TRGS 524
Anlage 1 zu TRGS 524
Ablaufschema zu den wesentlichen Schritten der Gefährdungsbeurteilung
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 2 A zu TRGS 524
Anlage 2 A zu TRGS 524
Allgemeine Fachkunde für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen
Nach § 7 Abs. 7 GefStoffV darf die Gefährdungsbeurteilung nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, d. h. von Personen, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung oder Erfahrung ausreichende Kenntnisse über Tätigkeiten mit Gefahrstoffen haben und mit den Vorschriften soweit vertraut sind, dass sie die Arbeitsbedingungen vor Beginn der Tätigkeit beurteilen und die festgelegten Schutzmaßnahmen bei der Ausführung der Tätigkeiten bewerten oder überprüfen können (TRGS 400, Nummer 3.1 Abs. 6 ). Zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen sind besondere Kenntnisse erforderlich. Deshalb werden insbesondere solche Personen als fachkundig angesehen, die besondere Kenntnisse zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen nachweisen können.
Aufgaben der fachkundigen Person:
Zu den Aufgaben der fachkundigen Person nach TRGS 524 Anlage 2 A gehören insbesondere:
Durchführen und dokumentieren der Gefährdungsbeurteilung,
Aufstellen eines baustellenbezogenen Arbeits- und Sicherheitsplanes,
Einweisen der Beschäftigten in die jeweiligen Gefährdungen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen der Arbeits- oder Baustelle,
Überwachen der in den Betriebsanweisungen festgelegten Forderungen auf deren Einhaltung,
Veranlassen eventuell zusätzlich erforderlicher Ermittlungen zu Gefahrstoffen,
Veranlassen erforderlicher Messungen in der Luft der Arbeitsbereiche,
Bewerten der Ergebnisse in Zusammenarbeit mit den ausführenden Unternehmen,
Abstimmen der zeitlichen Abfolge von Einzelgewerken und Bewerten ihrer Auswirkungen aufeinander hinsichtlich möglicher Gefahren,
Fortschreiben des Arbeits- und Sicherheitsplans sowie
Überwachen der einzuhaltenden sicherheitstechnischen Maßnahmen.
Qualifikation der fachkundigen Person nach TRGS 524
(1) Fachkundige Person im Sinne dieser TRGS ist, wer, um die oben genannten Aufgaben fachgerecht erledigen zu können, über berufliche Erfahrung in der Planung und/oder der Ausführung von Arbeiten in kontaminierten Bereichen sowie über ausreichende und einschlägige bau- und arbeitsschutzfachliche Kenntnisse verfügt, insbesondere:
baufachliche Kenntnisse zu den bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen eingesetzten Arbeitsverfahren,
Grundkenntnisse in Physik und Chemie,
Kenntnisse zu den Anforderungen bzgl. Ermittlung der bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen im jeweiligen Einzelfall zu erwartenden Gefahrstoffe,
vertiefte Kenntnisse zur Methodik der Gefährdungsbeurteilung gemäß TRGS 400 im Allgemeinen bzw. TRGS 524 im Besonderen,
vertiefte Kenntnisse zu den Anforderungen der messtechnischen Überwachung von Gefahrstoffen,
vertiefte Kenntnisse zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen, zu persönlicher Schutzausrüstung und den entsprechenden speziellen Anforderungen der Arbeiten in kontaminierten Bereichen inkl. besonderer Baustelleneinrichtung, Lagerungs- und Entsorgungsmaßnahmen.
Grundkenntnisse zu Fragestellungen der arbeitsmedizinischen Vorsorge, insbesondere:
Vorsorgeuntersuchungen, ihre Inhalte und rechtlichen Grundlagen,
Gefahrstoffe, Toxikologie und Risikoabschätzung,
Belastung/Beanspruchung durch Gefahrstoffe sowie persönliche Schutzausrüstungen sowie
Hygiene, Hautschutz.
Grundkenntnisse zur Organisation von Notfallmaßnahmen und Erster Hilfe,
vertiefte Kenntnisse im staatlichen Vorschriften- und Regelwerk und dem der Unfallversicherungsträger zum Themenbereich Gefahrstoffe, mindestens:
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge,
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS),
Bauarbeiten (BGV/GUV-V C22 ),
Regeln und Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, mindestens die unter Buchst. m bis q genannten,
Regel Deponien (BGR/GUV-R 127),
Regel Einsatz von Schutzkleidung (BGR/GUV-R 189),
Regel Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR/GUV-R 190),
Regel Einsatz von Schutzhandschuhen (BGR/GUV-R 195) und
Merkblatt für Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung auf Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues (BGI 581),
Grundkenntnisse zu Verantwortungsstrukturen (Leitung und Aufsicht) und der daraus abzuleitenden Haftung auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes.
(2) Die fachkundige Person muss bereit und in der Lage sein, sich für Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen aktiv einzusetzen. Sie muss die Fähigkeit besitzen, Arbeitsabläufe systematisch, vorausschauend und Gewerke übergreifend zu durchdenken, sich anbahnende Gefährdungen zu erkennen und die gebotenen Koordinierungsmaßnahmen zu treffen. Die fachkundige Person muss neben diesen Kenntnissen und Fähigkeiten auch über ein hinreichendes Maß an Sozialkompetenz zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben verfügen. Sie muss insbesondere die Fähigkeit zur Arbeit im Team, zur Führung kooperativer Prozesse sowie zur sachdienlichen Kommunikation besitzen. Ihre Funktion und Stellung muss so ausgestaltet sein, dass sie die erforderliche Akzeptanz anderer Planungs- und Ausführungsbeteiligter erfährt und sie sich ihrer Aufgabe auch in zeitlicher Hinsicht ausreichend und wirkungsvoll widmen kann.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 2 B zu TRGS 524
Anlage 2 B zu TRGS 524
Fachkunde für Tätigkeiten mit Gebäudeschadstoffen nach Nummer 2.3 Abs. 2 Nr. 13
Zu den Aufgaben der fachkundigen Person nach TRGS 524 Anlage 2 B gehören insbesondere:
Fortschreiben des Arbeits- und Sicherheitsplans und
Qualifikation der fachkundigen Person nach TRGS 524 Anlage 2 B
baufachliche Kenntnisse zu den bei Tätigkeiten nach Nummer 2.3 Abs. 2 eingesetzten Arbeitsverfahren,
Kenntnisse zu Vorkommen und Eigenschaften der in Nummer 2.3 Abs. 2 genannten Gefahrstoffe,
Grundkenntnisse zur Methodik der Gefährdungsbeurteilung gemäß TRGS 400 im Allgemeinen bzw. TRGS 524 im Besonderen,
Kenntnisse zu den Anforderungen der messtechnischen Überwachung,
Kenntnisse zu technischen, organisatorischen Schutzmaßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung und den entsprechenden speziellen Anforderungen der Arbeiten in kontaminierten Bereichen, inkl. besonderer Baustelleneinrichtung, Lagerungs- und Entsorgungsmaßnahmen.
Grundkenntnisse zur Organisation von Notfallmaßnahmen und Erster Hilfe
Grundkenntnisse im staatlichen Vorschriften- und Regelwerk und dem der Unfallversicherungsträger zum Themenbereich Gefahrstoffe, mindestens:
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 524,
Regel Einsatz von Schutzkleidung (BGR/GUV-R 189 ),
Regel Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR/GUV-R 190 ),
Regel Einsatz von Schutzhandschuhen (BGR/GUV-R 195 ),
einschlägige Handlungsanleitungen und
bauaufsichtliche Richtlinien/Empfehlungen.
Grundkenntnisse zu Verantwortungsstrukturen (Leitung und Aufsicht) und der daraus abzuleitenden Haftung auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 3 zu TRGS 524
Anlage 3 zu TRGS 524
Dieses Muster besitzt den Charakter einer Checkliste. Daher sind die Inhalte fallbezogen anzupassen!
Name des kontaminierten Bereiches,
Name des Auftraggebers,
beteiligte Behörden, der Dienststellen des Arbeitsschutzes, der Gutachter,
Name des fachkundigen Koordinators nach § 17 GefStoffV bzw. Nummer 3.2.2. Abs. 2 der TRGS 524 3.2.2. Abs. 2 der TRGS 524 und seiner Stellvertreter einschließlich Festlegung deren Weisungsbefugnisse,
Name der Ansprechperson jedes Auftragnehmers,
Anlass der Arbeiten,
Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises,
Gültigkeitsdauer (zeit- oder gewerkbezogen).
Bau- und Nutzungsgeschichte des Standortes,
Lageplan mit Gesamtausdehnung der Baustelle und des kontaminierten Bereiches,
Zusammenfassende Darstellung der bisherigen Erkundungen und Sanierungsuntersuchungen einschließlich Lageplan, z. B. zu den Probenahmestellen aus Bausubstanz, Boden, Grundwasser- bzw. Sickerwasser,
Lageplan der einzelnen Kontaminationsherde bzw. -ausdehnungen einschließlich Angaben sicherheitsrelevanter Konzentrationen der Kontaminanten im Boden, Grundwasser, Bausubstanz oder Ähnlichem,
geologisch-hydrogeologische Situation des Kontaminationsbereiches (Schichtenverzeichnisse, Grundwasserverhältnisse),
Kampfmittelsituation.
3 Informationsermittlung zu vorhandenen bzw. zu vermutenden Gefahrstoffen
Tabellarische Zusammenfassung der Ergebnisse zu den Ermittlungen zu Gefahrstoffen (Nummer 4.2 ),
Tabellarische Zusammenstellung der auf Grund ihrer physikalisch-chemischen oder toxikologischen Eigenschaften und ihrer angetroffenen Konzentration hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe gemäß Bewertungskriterien (siehe Nummer 4.3 ),
Zusammenstellung eventueller gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme, z. B. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Schleimhautreizungen (siehe Nummer 4.3 ).
4 Informationsermittlung zu Arbeitsbereichen, Arbeitsverfahren, Arbeitsabläufen, Arbeitsschritten und Einzeltätigkeiten
Einteilung der Baustelle in verschiedene Arbeitsbereiche mit potenzieller Exposition (siehe Nummer 4.4 ),
Beschreibung der Verfahrensschritte und Arbeitsweisen pro Arbeitsbereich bzw. Einzelgewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung und Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Gefahrstoffe zu rechnen ist (siehe Nummer 4.4 ),
Informationsermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition (siehe Nummer 4.4 ).
Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Ermittlungen und Bewertungen nach Nummer 4 zu einer halbquantitativen Expositionsabschätzung.
Beschreibung der speziellen Baustelleneinrichtung für Arbeiten in kontaminierten Bereichen inkl. Lageplan,
Einteilung der Baustelle in Schutzzonen, z. B. Schwarz-Weiß-Bereiche, A-B-C-Zonen, einschließlich Lageplan entsprechend der verschiedenen Arbeitsbereiche,
Allgemeine Verhaltensregeln einschließlich Vorgaben zur Benutzung der Dekontaminationseinrichtungen und -anlagen,
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung.
Anforderungen an das Arbeitsverfahren, z. B. "emissionsarm",
Anforderungen an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung ("Absaugung"),
Anforderungen an Maßnahmen zur blasenden Bewetterung,
Anforderungen an Maschinen, Fahrzeuge und Geräte,
Anforderungen an eventuell notwendige Abschottungsmaßnahmen, z. B. Folientüren, Unterdruckhaltung,
Besondere Verhaltensregeln für den Gefahrenfall, gegebenenfalls Beschreibung möglicher Gefahrfälle,
Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz,
Ermittlung von Leitparametern zur messtechnischen Überwachung,
Ermittlung der stoffbezogenen Schwellenwerte für den Einsatz zusätzlicher Schutzmaßnahmen beim Auftreten von Gefahrstoffen in der Atemluft in Staub-, Nebel-, Dampf- oder Gasform (10 % der Arbeitsplatzgrenzwerte),
Festlegung der Intervalle von Unterweisung und gegebenenfalls Übungen,
Festlegung der persönlichen Schutzausrüstungen,
Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung von persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere Atemschutzgeräten (Wartung und Pflege).
Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit,
Freimessen von Arbeitsbereichen vor Arbeitsaufnahme,
Festlegung der Messgeräte und -verfahren,
Festlegung der mittels direktanzeigenden Messgeräten mit Alarmfunktion kontinuierlich durchzuführenden Überwachungsmessungen (UEG, O2, Auslösung von Maßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten),
Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen, z. B. zur Überprüfung der Gültigkeit von Leitparametern,
Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung der Messgeräte (Wartung und Pflege).
Verhaltensregeln zur Handhabung und Entsorgung kontaminierter Schutzausrüstung und anderer kontaminierter Gegenstände,
Verhaltensregeln z. B. zur Handhabung und Entsorgung kontaminierten Wassers aus Dekontaminationsanlagen und sonstiger Abfälle, wie gebrauchte Atemfilter, Schutzkleidung.
Festlegung der von den verschiedenen Beteiligten (Bauleiter des Auftraggebers, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen.
Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z. B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 4 zu TRGS 524
Anlage 4 zu TRGS 524
Zuordnung von Eigenschaften, Gefährlichkeitsmerkmalen und typischen Bewertungskriterien
Merkmalsgruppe Stoffeigenschaft Eigenschaften bzw. Gefährlichkeitsmerkmale gemäß Einstufung ("R-Sätze")3 Typische Bewertungskriterien
Brennbar explosionsgefährlich,
leicht entzündlich,
Explosionsgrenzwerte
Siedepunkt/Dampfdruck
explosionsfähig explosionsgefährlich,
Chemische Reaktionsfähigkeit
brandfördernd brandfördernd
Verfügbarer Sauerstoff
toxisch sehr giftig,
Hautresorptivität
toxikologische Kennwerte (z. B. ADI, LOAEL, LD50,)
haut-/schleimhautschädigend hautresorptiv
sensibilisierend (Haut,...)
(vgl. TRGS 907 ) ätzend,
sensibilisierend (s. u.)
Anmerkung "H" nach TRGS 900
Bezeichnung "Sh", "Sah", "SP" nach TRGS 907
(vgl. TRGS 907 ) sensibilisierend
Aufnahmepfad/Kontakt
Stoffe mit besonderem Gefahrenpotenzial (KMR-Stoffe) krebserzeugend
Carc. Cat. (K)
Grenzwerte der europäischen Union
toxikologische Kennwerte (z. B. Unit Risk)
Mut. Cat. (M)
Repr. Cat. (RE)
Repr. Cat. (RF)
4 Nach der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (vom 31.12.2008, CLP-Verordnung, auch unter EU-GHS-Verordnung bekannt) werden die bisherigen Einstufungen mit R-Sätzen und Gefährlichkeitsmerkmalen bzw. Kennbuchstaben durch Einstufungen mit H-Sätzen und Gefahrenklassen bzw. -kategorien ersetzt (siehe z. B. Anlage 7 dieser Verordnung).
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 5 zu TRGS 524
Anlage 5 zu TRGS 524
Beispiel zur Darstellung der zur Bewertung von Mobilität und Gefahren ermittelten Stoffdaten (Nummer 4.3 Informationsermittlung zu den Eigenschaften der Stoffe)
Beachte: Nachfolgende Tabelle ist lediglich ein Beispiel zur Darstellung der Ergebnisse der Sammlung relevanter Stoffdaten und stellt keine Auswahl aller zu beachtenden Parameter dar! Diese sind entsprechend dem Stoffbestand projektspezifisch auszuwählen!!
Stoffname Siede-
[°C] Dampf-
(20 °C) Dampf-
sätti-
(20 °C) lös-
H2O Bei den Arbeiten zu erwartender Aggregats-
zustand bzw. Erschei-
nungsform UEG
[Vol-%]/
[°C] Haut-
gän-
gig Gefährlich-
keitsmerk-
GefstoffV4 AGW
[ml/m³] Spitzen-
zung Einstu-
fung n.
9054 Bemerkungen
R Sätze
S-Sätze4
Phenol 181,7 0,2 0,77 ++ an Staubpartikel gebunden 1,36
82 + giftig
ätzend 7,8
2 - M3 wasserdampf-
flüchtig, sublimiert, wässrige Lösung pH ~ 5, R23/24/25-34; S 24/25
Benzol 80 100 320 +/- dampfförmig 1,2
-11 + leicht entzündlich,
giftig -
- - - - - - K1
M2 R 45-11-48/23/24/25
Blei(II,IV)oxid 1472 1,3 bei 943 °C - - staubförmig - - gesundheits-
schädlich -
- - - - - - RF2
RE2 R20/22-61/62, S53-45
(II)chlorid 280,7 0,0001 0,0011 ++ im Schichten-
wasser - + sehr giftig 0,01 (E)
- - - - - - 8 wässrige Lösung pH 3,2
Benzo(a)-
pyren 495,5 0,0073
bar 0,08
gramm 3 mg/l an Staubpartikel gebunden - + -
- - - - - - K2
RE2 R 43 Sensi-
bilisierung durch Hautkontakt
R 45, 46, 60 61;
S 53 Kontakt vermeiden
Naphthalin 218 0,04 0,21 32 mg/l an Staubpartikel gebunden, dampfförmig 0,9 / 48
80 + gesundheits-
- - - - - - K3 Geruch: Mottenpulver/
Einstufung nach TRGS 905: K1-3 = krebserzeugend, M1-3 = mutagen, Rf1-3 bzw. Re1-3 = fortpflanzungsgefährdend bzw. entwicklungsschädigend;
E = Einatembarer Staub; A = Alveolengängiger Staub; GS = Geruchsschwelle; wasserlöslich: ++ = sehr gut; + = gut; +/- = mäßig; - = nicht wasserlöslich;
5 Nach der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (vom 31.12.2008, CLP-Verordnung, auch unter EU-GHS-Verordnung bekannt) werden die bisherigen Einstufungen mit R-Sätzen und Gefährlichkeitsmerkmalen bzw. Kennbuchstaben durch Einstufungen mit H-Sätzen und Gefahrenklassen bzw. -kategorien ersetzt (siehe z. B. Anlage 7 dieser Verordnung).R- und S-Sätze durch Gefahren- bzw. Sicherheitshinweise (siehe dort Anhänge 3 und 4)
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 6 zu TRGS 524
Anlage 6 zu TRGS 524
"Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsabläufe und Tätigkeiten mit Exposition gemäß Nummer 4.4 und 4.5"
Ermittlung der Arbeitsbereiche, in denen Gefahrstoffe
freigesetzt werden können
Ermittlung der Arbeitsschritte, Arbeitsverfahren, Abläufe und Tätigkeiten für
jeden nach Nummer 4.4 festgestellten Arbeitsbereich am Beispiel
"Industrierückbau"
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 7 zur TRGS 524
Anlage 7 zur TRGS 524
Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen
Vermeiden/Vermindern der Exposition
Emissionsarme Verfahren anwenden
Freigesetzte Gefahrstoffe an der Entstehungsstelle wirksam erfassen und gefahrlos abführen (z. B. Absaugen)
Ausbreitung von Stäuben begrenzen (z. B. Abdecken, Staub niederschlagen, Einhausen)
Belüften, Bewettern
Beschäftigte vom Gefahrenbereich räumlich trennen:
Automatisierung der Tätigkeiten (Fernbedienung)
Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung ausrüsten
Geeignete Arbeits- und Hilfsmittel für den Materialumschlag bereitstellen
Festlegen von Schwarz-Weiß-Bereichen
Vorhalten spezieller Einrichtungen, z. B. Schwarz-Weiß-Anlage, Einzäunung
Sicherheitskennzeichnung anbringen
Unbefugten Zutritt vermeiden
Absperrung der Arbeitsstätten
Zugangskontrolle zur Arbeitsstätte
Vorhalten von Dekontaminationseinrichtungen z. B. für Fahrzeuge (Reifenwaschanlage), Geräte und Ausrüstungen (Waschplatz); Stiefelreinigung oder Umsteiger
Explosionsfähige Atmosphäre im Arbeitsbereich vermeiden
Freiwerden explosionsfähiger und brennbarer Stoffe begrenzen
Zündquellen vermeiden (z. B.: offenes Feuer, mechanische und elektrische Funken, elektrostatische Aufladungen, Reibungswärme, heiße Oberflächen)
Explosionsgeschützte Arbeitsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen einsetzen
Technische Lüftung einsetzen
Überwachen der Explosionsgrenzen und Alarmieren bei Überschreiten der Alarmwerte für Explosionsschutz
Ausreichende Schutzabstände einhalten
erforderliche Löschmittel und geeignete Brandbekämpfungseinrichtungen vorhalten
Bauzeitenplan bzw. SiGe-Plan erstellen (an Anforderungen von Sicherheit und Gesundheitsschutz anpassen??) und Baustellenordnung aufstellen
Arbeits- und Sicherheitsplan erstellen
Betriebsanweisung erstellen und am Arbeitsplatz vorhalten
Bestimmen eines Koordinators zur Vermeidung gegenseitiger Gefährdungen, wenn bei den Arbeiten mehrere Unternehmen tätig sind.
unnötige Tätigkeiten im kontaminierten Bereich vermeiden
Anzahl der im kontaminierten Bereich Beschäftigten minimieren
Baustelle in Tätigkeiten unterschiedlicher Gefährdung zonieren
Alleinarbeit vermeiden
Arbeitszeit im Gefahrenbereich begrenzen
Beschäftigte regelmäßig unterweisen
Qualifizierte Aufsicht gewährleisten
Qualifizierte Arbeitskräfte einsetzen
Überwachung des bestimmungsgemäßen Betriebs und Alarmierung durch geeignete Geräte sicherstellen
Festlegen von Regeln für die Benutzung von Dekontaminationseinrichtungen
Dokumentation (z. B. Zugangsprotokolle, Filterbuch)
Technische Sicherheit gewährleisten
Überwachen des bestimmungsgemäßen Betriebs und Alarmierung durch geeignete Geräte sicherstellen
Instandhaltung sicherstellen
Reserveaggregate vorhalten
Notfallorganisation, Erste Hilfe
Festlegen allgemeiner Verhaltensregeln für den Gefahrenfall
Alarm- und Gefahrenabwehrpläne erstellen
Wirksame Kommunikationseinrichtungen bereithalten (z. B. Telefon, Mobilfunkeinrichtungen)
Notrufnummern bekannt geben
Einsatz der Feuerwehr und Rettungsdienste absichern
Erste Hilfe und ärztliche Versorgung sicherstellen
Geeignete Rettungsgeräte vorhalten
Rettungsübungen in Kombination mit Brandschutzübungen durchführen
Je Arbeitsgruppe einen Ersthelfer mit griffbereiter Erste-Hilfe-Ausrüstung vorhalten
Veranlassen der messtechnischen Arbeitsplatzüberwachung
Überwachen der Gefahrstoffkonzentrationen und Alarmieren bei Überschreiten der Luftgrenzwerte
Messprogramm aufstellen
Fachkunde sicherstellen
Arbeitsmedizinische Betreuung sicherstellen
bei der Auswahl der Persönlichen Schutzausrüstung
zu Hygienemaßnahmen
Unterweisung (arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen, regelmäßig)
Arbeitsmedizinische Betreuung und Vorsorgeuntersuchungen gewährleisten (Angebots- und Pflichtuntersuchung)
Beschäftigungsbeschränkung beachten (Jugendarbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz)
Schulung, Weiterbildung, Fachlehrgänge
Trink-, Ess-, Schnupf- und Rauchverbot
Schwarz-Weiß-Einrichtungen benutzen
Händewaschen/Duschen
Persönliche Schutzausrüstung benutzen
Sachgerechter Einsatz und Umgang mit Persönlicher Schutzausrüstung
Eignung der Beschäftigten prüfen
Sachgerechte Auswahl (Tragekomfort, Haltbarkeit...)
Pausenregelung und Tragzeitbegrenzung einhalten
Sachgerechte Wartung, Pflege und Aufbewahrung
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 8 zu TRGS 524
Anlage 8 zu TRGS 524
Notwendige Angaben bei der Festlegung der Persönlichen Schutzausrüstung
Atemschutz (siehe BGR/GUV-R 190 )
Atemschutzsystem:
Viertel-, Halb-, Vollmaske (Normaldruck-, Überdrucksystem)
ohne Gebläseunterstützung
Helm-, Haubensysteme
bei Anwendung von Filtersystemen:
Standardwechselintervall ......... x täglich zu Pausen/Schichtende
Besondere Wechselkriterien
Schutzkleidung (siehe BGR/GUV-R 189 )
Bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen ist immer Schutzkleidung EG-Kat. III zu tragen!
Typ: ...........................
Konfektionierung (z. B. Typ 3, mit eingearbeiteter Haube): ................................................
Bündchen zum Hand- und Fußschutz abkleben
Verbindung Schutzkleidung/Handschutz mittels Rollringsystem
Handschutz (siehe BGR/GUV-R 195 bzw. BGI/GUV-I 868 )
Anforderungen an Schutzwirkung bzgl:
mechanischer Gefährdungen ................................................
chemischer Gefährdungen ....................................................
biologischer Gefährdungen ....................................................
Handschuh-Material: ................................................
geschlossener Handrücken
Armlänge/Stulpen: ....................................................
Fußschutz (siehe BGR/GUV-R 191 )
mechanischer Gefährdungen ....................................................
chemischer Gefährdungen ........................................................
biologischer Gefährdungen ........................................................
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 9 zu TRGS 524
Anlage 9 zu TRGS 524
Hinweise zur messtechnischen Überwachung bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen
Bei der Planung der messtechnischen Überwachung von Gefahrstoffen in der Luft bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen ist Folgendes zu beachten:
die gefahrstoffbezogene Grundlage der Messplanung sind Daten, die die Gefahrstoffkonzentration im untersuchten Medium (Boden, Grundwasser, Anlagen, Mauerwerk, Putz, Trägerwerk ...) angeben.
eine Hochrechnung der in der Luft im Arbeitsbereich zu erwartenden Konzentration auf der Basis der im Medium vorgefundenen Konzentration ist nicht möglich, sondern lediglich eine größenordnungsmäßige Abschätzung ("hoch/gering") und eine ungefähre prozentuale Verteilung der Einzelkontaminanten.
jede Abschätzung ist immer nur so gut und so verlässlich, wie repräsentativ der Standort untersucht ist und wie konstant die Verteilung der Schadstoffkomponenten im Arbeitsbereich und die Arbeitsverhältnisse nach Verfahren und Umgebungsbedingungen sind!
Ist die Gefährdungsbeurteilung für alle Tätigkeiten durchgeführt?
Ist die Einteilung des Standortes in "Arbeitsbereiche (siehe Nummer 4.4 ) durchgeführt?
Sind für alle "standort-typischen Gefahrstoffe (siehe Nummer 4.2 ) mittels Probenahme und analytischer Methoden nachgewiesen bzw. nachvollziehbar dokumentiert,
welcher Gefahrstoff in welchem zukünftigen Arbeitsbereich (lokale Abgrenzung und Zuordnung),
wo im oder am untersuchten Medium (Boden, Bodenluft, Grundwasser, Bausubstanz),
in welchen Konzentrationen
zu erwarten ist? (siehe Nummer 4.2 ).
Sind alle von Gefahrstoffen ausgehenden Gefahren ermittelt? (siehe Nummer 4.3 ).
Sind die "Tätigkeiten mit Akutgefahren ermittelt, die aufgrund der Gefährdung zwingend messtechnisch zu überwachen sind? (siehe Nummer 4.3 ).
Sind die Tätigkeiten ermittelt, die für das Messziel "Auslösung von Maßnahmen bei nicht-akuten Gefahren in Betracht kommen könnten? (siehe Nummer 4.5.2 ).
Nur, wenn diese Fragen positiv beantwortet sind, können Messungen zielgerichtet geplant und ausgeführt werden!
Methodik der Messplanung
Beachte: Für jede der zur messtechnischen Überwachung vorgesehenen Tätigkeiten ist die Messplanung nach der im Folgenden vorgestellten Methodik aufzustellen!
1 Messziel festlegen:
Mögliche Messziele sind:
Überwachung und Auslösung von Schutzmaßnahmen bzgl. akuter Gefahren (Ex-Gefahr, O2-Mangel, akut reizende, ätzende, toxische Stoffe),
Auslösung von Schutzmaßnahmen bei chronisch wirkenden Stoffen (krebserzeugenden, mutagene etc.),
Kontrolle der Wirksamkeit technischer, organisatorischer, hygienischer Schutzmaßnahmen,
Nachweis der Einhaltung von Grenzwerten,
Kontrolle bei Auffälligkeiten,
Freimessen von Schächten, Gruben, Behältern, Räumen vor deren Begehung.
→ Eine Liste der zu überwachenden Tätigkeiten, getrennt nach Messzielen, erstellen!
→ Machbarkeitsprüfung:
Ist die Anzahl der zu überwachenden Arbeitsbereiche bzw. Tätigkeiten noch überschaubar und damit auch kontrollierbar?
2 Messstrategie für jede zu überwachende Tätigkeit festlegen:
Festlegung der/des zu überwachenden Stoffes/Parameter:
Einzelstoffe, Leitparameter/Summenparameter berechnet auf Verteilung (PID) bzw. Bezugsstoff für 10%-Regel
Festlegung der Alarmwerte
bei "toxischen" Stoffen 10%-Regel beachten,
bei explosionsfähigen Stoffen Alarmwert 20% UEG (ggf. Voralarm bei 10 % UEG).
Festlegung der projektbezogen anzuwendenden Kalibriergase
Festlegung der Messhäufigkeit:
ununterbrochene Messung bei Messziel "Auslösung von Maßnahmen" oder
stichpunktartige Kontrolle der Wirksamkeit von Maßnahmen.
Bei stichpunktartiger Kontrolle: Festlegung von Anzahl und Zeitpunkten der Messung ("Betriebszustand") und/oder Definition von auslösenden Kriterien
Festlegung von Auslösekriterien für außerplanmäßige Messungen oder Untersuchungen, ggf. Freimessungen nach BGR 117-1
Bestimmung der messenden Person
Sind die Gefahrstoffe in ihren Eigenschaften so homogen, dass ein repräsentativ zu überwachender Leitparameter bzw. Summenparameter festgelegt werden kann?
3 Messgerät(e) festlegen:
direktanzeigendes Warngerät ("Monitor"), z. B.: Mehrfachgasmonitor "EX-OX-TOX", PID (FID, Prüfröhrchen), Staubmonitore,
stoffspezifische Messgeräte mit geringfügig längerer Messverzögerung, z. B.: tragbares GC, Infrarotspektrometer, Ionenmobilitätsspektrometer,
Probenahme auf Probenträger mit quantitativer Analytik:
Personenbezogene Probenahme nach BIA-Methoden
Anzahl der einzusetzenden/vorzuhaltenden Warn-/Messgeräte festlegen:
Anzahl der mit dem jeweiligen Gerätetyp zu überwachenden Tätigkeiten (Arbeitsbereiche) + je ein Ersatzgerät
Gibt es für alle oder für Teilgruppen der möglicherweise parallel auftretenden Gefahrstoffe überhaupt Messverfahren, das diese Stoffe quantitativ hinreichend genau erfasst?
Sind die Gefahrstoffe in ihren Eigenschaften derart verschieden, dass verschiedene Überwachungsverfahren bzw. Messgeräte parallel eingesetzt werden müssten?
Ist die in Abhängigkeit vom Messziel unterschiedliche, aber notwendige Kenntnis bzw. Fachkunde bei der Person vorhanden, die die Messung durchzuführen bzw. zu beurteilen hat (Einweisung ↔ Ausbildung)?
4 Dokumentation festlegen:
Welche Messungen sind zu dokumentieren?
Wie ist zu dokumentieren, wie häufig? (Datenspeicher, Formblatt!!)
5 Konsequenzen bei Alarmwertüberschreitung festlegen:
Arbeitseinstellung/-unterbrechung
zu treffende technische/organisatorische/persönliche Schutzmaßnahmen festlegen
Bedingungen zur Fortführung der Arbeiten formulieren, z. B.
"Freimessung",
weitergehende Untersuchungen,
ggf. Neubewertung vornehmen.
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 10 zu TRGS 524
Anlage 10 zu TRGS 524
Beispiel zur tabellarischen Darstellung der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Schutzmaßnahmen
Tätigkeit/
Personal Expositionsabschätzung für den direkten und ungeschützten Kontakt zu Gefährdungs-
beurteilung Technische Schutz-
nahmen, Messgeräte Persönliche Schutz-
(EG-Kategorie) Besonder-
Arbeitsschritte: Kont. Material Kont. Flüssig-
keit Staub, Aerosol Gase/
Dämpfe Gesundheits-
gefahren Brand/Ex-
plosions-
gefahr Kleidung
(3) Hand-
(1 bis 3) Atem-
inhalativ dermal
Herstellen der Einhausung Fundamente ausheben:
Baggerfahrer 0 0 0 0 0 0 0 PID am Mann, Alarm bei 5 ppm (Typ 5/6) (BW-Nitril) -
Abtransport 0 0 0 0 0 0 (Typ 5/6) (BW-Nitril) -
Helfer + 0 + ++ ++ + Typ 5/6 (BW-Nitril) (HM-AP2)
Kontrolle/
Vermessung + 0 0 0 0 + (Typ 5/6) (BW-Nitril) -
Fertigteil-Fundamente einsetzen:
Radladerfahrer 0 0 0 0 0 0 0 PID am Mann, Alarm bei 5 ppm (Typ 5/6) (BW-Nitril) -
Helfer +++ 0 0 ++ ++ +++ Typ 5/6 BW-Nitril (HM-AP2)
Zeltaufbau, Lüftungsmontage:
Mobilkranfahrer 0 0 0 0 0 0 0 PID im Arb.-
bereich, 5 ppm Alarm (Typ 5/6) (BW-Nitril) - Lüftung: 2-facher Luftwechsel, Unterdruck- bzw. Dicht-
heitsprüfung mittels Nebelanlage
Monteure 0 0 0 0 0 0 PID im Arb.-
bereich, 5 ppm Alarm (Typ 5/6) (BW-Nitril) -
Absaugen der saugfähigen Phase Saugwagen 0 + 0 + + + + PID + GW im Arb.-bereich, Alarm 5 ppm/20 % UEG Typ 5/6 BW-Nitril (HM-AP2)
Helfer 0 ++ 0 ++ ++ ++ Typ 4 Nitril
(3) TVM/TH-AP3
Entfernen des Betondeckels Baggerfahrer 0 0 +++ +++ +++ 0 + ALV F-A/P3 (Typ 5/6) (BW-Nitril) - Staubniederschlag durch Benässen, LKW: Fenster geschlossen, Lüftung aus
Transport 0 0 + + + 0 DME-Filter, PID + GW Alarm 5 ppm/20 % UEG Bewetterung bei Alarm - - -
Helfer 0 0 ++ +++ +++ + Typ 5/6 BW-Nitril HM-AP2
Kontrolle 0 0 + + (Typ 5/6) (BW-Nitril) (HM-AP2)
Aushub "Teer" Baggerfahrer 0 0 0 +++ +++ 0 + ALV F-A/P3, DME-Filter, PID (Typ 5/6) (BW-Nitril) - Transport:
Absetzen der
Helfer + + ++ ++ ++ ++ PID + GW,
Alarm 5 ppm bzw. 20 % UEG
Bewetterung bei Alarm Typ 4 Nitril
(3) TVM/TH-AP3 Mulden in Übergabe-
schleuse;
LKW in Schleuse: Fenster geschlossen,
Lüftung aus;
Transport 0 0 0 + + 0 - - -
Vermessung + + + + + + Typ 5/6 BW-Nitril (HM-AP2)
Kontrolle + + + + + + Typ 5/6 BW-Nitril (HM-AP2)
Reinigung "Grube" Voreinigung (Reste zusammenschieben)
Helfer +++ 0 + 0 + +++ 0 - Typ 4 Nitril (3) TVM/TH-AP3
Hauptreinigung ("kärchern")
Helfer 0 +++ 0 +++ +++ +++ 0 - Typ 4 Nitril (3) TVM/TH-AP3
Rückbau "Grube" Baggerfahrer 0 0 + +++ +++ 0 0 ALV F-A/P3, PID, Alarm bei 5 ppm Typ 4 Nitril (3) VM au Transport: Mulden w.o.
LKW in Schleuse: Fenster geschlos-
Rückbau "Zelt" Innenreinigung mittels Dampfstrahlgerät
Helfer 0 +++ ++ 0 ++ +++ 0 PID, Alarm bei 5 ppm Typ 4 Nitril (3) VM/TH-AP3
Mobilkranfahrer 0 0 0 0 0 0 0 PID, Alarm bei 5 ppm (Typ 5/6) (BW-Nitril) (HM-AP2)
Helfer 0 0 0 0 0 0 (Typ 5/6) (BW-Nitril) (HM-AP2)
Reinigungs- u. Wartungs-
arbeiten an kontaminierten Erdbau-
maschinen (EBM) und Fahrzeugen (KFZ) Reinigen  außen ++ + ++ 0 ++ ++ 0 - Typ 4 Nitril (3) VM-P3 od. TH-P3 EBM und KFZ vor Wartung am Waschplatz innen und außen reini-
Reinigen  innen, trocken (saugen) 0 0 ++ 0 ++ + Typ 5/6 BW-Nitril HM-P3 od. FFP3
Reinigen  innen, feucht 0 + + 0 0 + Typ 5/6 BW-Nitril -
Wartung + 0 + 0 + + Typ 5/6 BW-Nitril HM-P3 od. FFP3
Legende: Expositionsabschätzung bzw. Gefährdungsbeurteilung: +++ = hoch, ++ = mittel, + = gering, 0 = keine Exposition/Gefährdung
Technische Schutzmaßnahmen: ALV F-ABEK/P3 = Anlage zur Atemluftversorgung Filter ABEK/P3, DME-Filter = Dieselrußfilteranlage,
Messtechnik: PID = Photoionisationsdetektor; GW = Gaswarngerät
PSA: Angabe in (Klammern) = "PSA vorhalten, Einsatz auf Anweisung"; Auslösekriterien siehe Arbeits- und Sicherheitsplan Kap. ....
Handschuhe "BW-Nitril": nitrilgetauchte Baumwollhandschuhe, geschlossener Handrücken, geprüft nach EG-Kat 2 (mech. Gefährdung),
Handschuhe "Nitril (3)": Chemikalienschutzhandschuhe aus Nitril, geprüft nach EG Kat. 3 (chemische, biologische Gefährdung)
TVM-x = Vollmaske, gebläseunterstützt; TH-x = Haube, gebläseunterstützt; HM-x = Halbmaske, VM-x = Vollmaske + Filtertyp/-klasse,
FFP x = Partikelfiltrierende Halbmaske + Filterklasse; VM au = Vollmaske mit außenluftunabhängigem Atemschutz (Druckluftschlauch)
TRGS 524 - Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen, Anlage 11 zu TRGS 524
Anlage 11 zu TRGS 524
Informationsquellen, Vorschriften und Regeln
(in der jeweils aktuellen Fassung)
Spezielle Informationen zu Arbeiten in kontaminierten Bereichen - unter anderem auch detaillierte Sicherheitsmaßnahmen - können aus spezifischen Dokumentationen zum Stand der Technik (z. B. TRGS, UVV, BG-liche oder branchenspezifische Regelungen oder Bestimmungen) abgeleitet bzw. entnommen werden. Weitere Informationsquellen sind u. a. die Mitteilungsblätter der Gesetzlichen Unfallversicherungsträger.
1 Verordnungen, Technische Regeln, z. B.:
TRGS 400 Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen,
TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt - Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen
TRGS 402 Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition
TRGS/TRBA 406 Sensibilisierende Stoffe für Atemwege
TRGS 500 Schutzmaßnahmen
TRGS 505 Blei
TRGS 710 Biomonitoring
TRGS 720/TRBS 2152 Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre - Allgemeines
TRGS 721/TRBS 2152, Teil 1 Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre - Beurteilung der Explosionsgefährdung
TRGS 722/TRBS 2152, Teil 2 Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähige Atmosphäre
TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
TRGS 903 Biologische Grenzwerte
TRGS 905 Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe in Verbindung mit
Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder und fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anlage I der Richtlinie 67/548 EWG, 6. Nummer der Gefahrstoffverordnung und TRGS 905
TRGS 906 Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV
TRGS 907 Verzeichnis sensibilisierender Stoffe
RAB 10 Begriffsbestimmungen
RAB 30 Geeigneter Koordinator
RAB 31 Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan - SiGe-Plan
2 Vorschriften, Regeln und Informationsschriften der Gesetzlichen Unfallversicherungsträger, z. B.:
[1] Grundsätze der Prävention (BGV/GUV-V A1 zzgl. BGR/GUV-R A 1)
[2] Bauarbeiten (BGV GUV-V C 22 )
[3] Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV/GUV-V A8)
[4] Explosionsschutz-Regeln - (EX-RL) (BGR/GUV-R 104),
[5] Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen (BGR 117-1),
[6] Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (BGR 121),
[7] Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen (BGR/GUV-R 126),
[8] Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern (BGR/GUV-R 133),
[9] Arbeiten im Spezialtiefbau (BGR 161),
[10] Einsatz von Schutzkleidung (BGR/GUV-R 189),
[11] Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR/GUV-R 190),
[12] Benutzung von Fuß- und Beinschutz (BGR/GUV-R 191),
[13] Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR/GUV-R 192),
[14] Benutzung von Kopfschutz (BGR/GUV-R 193),
[15] Einsatz von Schutzhandschuhen (BGR/GUV-R 195),
[16] Leitfaden für Betriebsärzte zur arbeitsmedizinischen Betreuung bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen
[17] Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung auf Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues (BGI 581),
[18] Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung (BGI 833)
[19] Chemikalienschutzhandschuhe (BGI/GUV-I 868)
[20] Chemikalienschutzkleidung (BGI/GUV-I 8685)
[21] Transport kontaminierter Materialien (BGI 5010)
3 Branchenspezifische Regelungen, z. B.:
"Richtlinie zur Brandschadensanierung" des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) (VdS-Nr.2357)
4 Informationssysteme im Internet:
Umfassende Informationen zum Arbeitsschutz (insbesondere Rechtsgrundlagen, Konzepte) www.baua.de
Gefahrstoffinformationen:
[1] "GESTIS" - Gefahrstoffdatenbank der gewerblichen Berufsgenossenschaften: www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.html
[2] Gefahrstoffinformationssystem der Bauwirtschaft "GISBAU" www.gisbau.de - WINGIS
[3] Gefahrstoffdatenbanken des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) www.dimdi.de - Datenbankrecherche - Free grips-WebSearch
Toxikologische Fachdatenbanken:
CCRIS Chemical Carcinogenesis Research Information System
CIVS Chemikalieninformationssystem zu verbraucherrelevanten Stoffen
GENE-TOX Genetic Toxicology Test Results
HSDB Hazardous Substances Data Bank
ICSC Internationale Chemische Sicherheitsdatenblätter
[4] STARS (UBA) Stoffdatenbank für bodenschutz-/umweltrelevante Stoffe www.stoffdaten-stars.de
Informationen zur Historischen Erkundung:
[1] Kontaminierte Bausubstanz - Erkundung, Bewertung, Entsorgung; Arbeitshilfe: Kontrollierter Rückbau http://www.lfu.bayern.de/boden/fachinformationen/schadstoffratgeber/index.htm
[2] Stoffkatalog umweltrelevanter Baustoffe www.fachinformation.lubw.de
[3] Wirtschaftszweige und Gefahrstoffe www.gisbau.de - WINGIS - Baubereiche - Kontaminierte Bereiche - Wirtschaftszweige
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