Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202012,%20850
Timestamp: 2020-02-29 13:55:03
Document Index: 13806825

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 249', '§ 286', '§ 249', '§ 823', '§ 286', '§ 249', '§ 823', '§ 286', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 611', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH']

BGH, 07.02.2012 - VI ZR 63/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,541
BGH, 07.02.2012 - VI ZR 63/11 (https://dejure.org/2012,541)
BGH, Entscheidung vom 07.02.2012 - VI ZR 63/11 (https://dejure.org/2012,541)
BGH, Entscheidung vom 07. Februar 2012 - VI ZR 63/11 (https://dejure.org/2012,541)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,541) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 823; § 249; ZPO § 286
§ 249 BGB, § 823 Abs 1 BGB, § 286 ZPO
Arzthaftung: Darlegungs- und Beweislast für die Kausalität der Pflichtverletzung durch Unterlassen für den Schaden; Prüfung des hypothetischen Kausalverlaufs bei rechtmäßigem Alternativverhalten
Zur Beweislast beim Aufklaerungsfehler des Arztes bei Fruehgeburt
Zur Arzthaftung bei einem Geburtsschaden
BGB § 249; BGB § 823; ZPO § 286
Schadensrecht - Pflichtverletzung durch Unterlassen und hypothetische Kausalität
Unterlassen - Kausalität für Schaden - Darlegungs- und Beweislast
Arzthaftung bei unterlassener Aufklärung - schadensbegründende Kausalität und Alternativverhalten
Behandlungsalternative bei Frühgeburtlichkeit muss den Eintritt des Schadens verhindern
Kausalität einer Pflichtverletzung durch Unterlassen
Für den Ursachenzusammenhang zwischen unterlassener Aufklärung und Schaden trägt der Patient die Darlegungs- und Beweislast
Beweislastverteilung bei fehlender Aufklärung über unterbliebene Behandlungsalternativen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 07.02.2012, Az.: VI ZR 63/11 (Darlegungs- und Beweislasten für Kauslität und hypothetische Kausalität" von VorsRiOLG a.D. Reinhard Baur, original erschienen in: MedR 2012, 456 - 460.
LG Köln, 07.01.2009 - 25 O 497/04
BGHZ 192, 298
NJW 2012, 850
Grundsätzlich muss ein Patient bzw. sein Betreuer vor der Durchführung eines Heileingriffs aufgeklärt werden und darin einwilligen; der ohne wirksame Einwilligung durchgeführte Heileingriff stellt eine rechtswidrige Körperverletzung gem. § 823 Abs. 1 BGB und zugleich auch eine Verletzung der vertraglichen Pflichten gem. §§ 611, 280 BGB dar (vgl. z.B. BGH, Urteil v. 07.02.2012 - Az. VI ZR 63/11 - Rz. 10;… Staudinger/Hager, BGB, Neubearbeitung 2009, § 823, Rz. I 76).
a) Besteht die Pflichtverletzung - wie im Streitfall - in einem Unterlassen, ist dieses für den Schaden nur dann kausal, wenn pflichtgemäßes Handeln den Eintritt des Schadens verhindert hätte (Senatsurteil vom 7. Februar 2012 - VI ZR 63/11, BGHZ 192, 298 Ls. und Rn. 10; vgl. auch BGH…, Urteil vom 19. Februar 1975 - VIII ZR 144/73, BGHZ 64, 46, juris Rn. 14).
Die Beweislast hierfür trägt regelmäßig der Anspruchsteller (Senatsurteil vom 7. Februar 2012 - VI ZR 63/11, BGHZ 192, 298 Rn. 10).
Die bloße Möglichkeit, ebenso eine gewisse Wahrscheinlichkeit genügt nicht (BGH-Urteil vom 7. Februar 2012 VI ZR 63/11, BGHZ 192, 298, Rz 10, m.w.N.).
Für die Darlegung und den Nachweis eines gesundheitlichen Schadens ist, wie zwischen den Parteien nicht umstritten ist und wie es einhelliger Auffassung in Rechtsprechung und Literatur entspricht, grundsätzlich und ausnahmslos der klagende Patient zuständig (…etwa BGH, Urt. v. 1.10.1985, VersR 1986, 183; Urt. v. 7.2.2012, BGHZ 192, 298 ff.).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine Unterlassung für den Schaden nur dann kausal, wenn pflichtgemäßes Handeln den Eintritt des Schadens verhindert hätte (vgl. BGH, Urteil vom 7.2.2012 - VI ZR 63/11, bei Juris Rn. 10) Die bloße Möglichkeit, ebenso eine gewisse Wahrscheinlichkeit genügt nach § 286 ZPO nicht.
Der Einwand war Gegenstand der Rechtsprechung beispielsweise im Falle der Falschberatung durch einen Steuerberater (BGH Urteil vom 14. Juni 2012 - IX ZR 199/11 - Juris), der Nichterfüllung eines Kaufvertrages (BGH Urteil vom 9. März 2012 - V ZR 156/11 - NJW 2012, 2022 = Juris), der Arzthaftung bei ärztlichen Kunstfehlern (BGH Urteil vom 7. Febr. 2012 - VI ZR 63/11 - NJW 2012, 850 = Juris; BGH Urteil vom 5. April 2005 - VI ZR 216/03 - NJW 2005, 2072 = Juris), der Haftung für fehlerhafte Ausschreibungsverfahren (BGH Urteil vom 25. Nov. 1992 - VIII ZR 170/91 - NJW 1993, 520 = Juris), Inserierungskosten des Arbeitgebers nach einer vertragswidrigen Kündigung des Arbeitnehmers, wenn feststeht, dass der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis in jedem Fall zum erstmöglichen Termin gekündigt hätte (BAG Urteil vom 14. Nov. 1975 - 5 AZR 534/74 - NJW 1976, 644 = Juris), in früheren Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts auch bei rechtswidrigen Streiks (BAG Urteil vom 31. Okt. 1958 - 1 AZR 632/57 - AP Nr. 2 § 1 TVG Friedenspflicht = Juris; BAG Urteil vom 8. Febr. 1957 - 1 AZR 169/55 - AP Nr. 1 zu § 1 TVG Friedenspflicht = Juris).
Wäre - wozu Feststellungen fehlen - die Sectio nach alledem früher durchgeführt und die Klägerin ohne oder mit weniger schweren Gesundheitsschäden geboren worden, wäre der kausale Zusammenhang zwischen der Verletzung der Aufklärungspflicht und dem Gesundheitsschaden gegeben (zur Beweislast für die Kausalität vgl. Senatsurteil vom 7. Februar 2012 - VI ZR 63/11, BGHZ 192, 298 Rn. 10).
Die bloße Möglichkeit, ebenso eine gewisse Wahrscheinlichkeit genügt nach § 286 ZPO nicht (vgl. dazu etwa BGH, Urteil vom 07.02.2012 - VI ZR 63/11 -, BGHZ 192, 298, 302 f.).
Mithin hätte der Kläger darzulegen und erforderlichenfalls zu beweisen, dass bei pflichtgemäßer Aufklärung der durch den Eingriff eingetretene Schaden vermieden worden wäre (vgl. wiederum BGH, Urteil vom 07.02.2012 - VI ZR 63/11 -, BGHZ 192, 298, 303).
Es ist Sache der Beklagten, darzulegen und nachzuweisen, dass derselbe Schaden auch eingetreten wäre, wenn der Beklagte zu 3) die Operation durchgeführt hätte (Einwand des gleichen Verlaufs bei hypothetisch rechtmäßigem Alternativverhalten, vgl. BGH NJW 2005, 1718; 2012, 850).
Solche Schäden, die bei rechtmäßigem Verhalten des Schädigers auch entstanden wären, werden regelmäßig nicht vom Schutzzweck der Haftungsnorm umfasst (BGH…, Urteil vom 17.10.2002, IX ZR 3/01, zitiert nach juris Rn. 12; BGH, NVwZ 2000, 1206, 1207 m.w.N.; Thür. OLG…, Urteil vom 08.02.2000, 3 U 443/99, zitiert nach juris Rn. 42;… Palandt/Grüneberg, BGB, 72. Aufl., Vorb v § 249 Rn. 64), wofür der Schädiger die Darlegungs- und Beweislast trägt (BGH, Urteil vom 07.02.2012, VI ZR 63/11, zitiert nach juris Rn. 14).
OLG Köln, 08.02.2017 - 5 U 17/16
Schadensersatzansprüche gegen einen Ergotherapeuten wegen eines Sturzes eines …
Bürgschaftsverpflichtung bei Verdachtsanzeige wegen Eigenmittelmanipulationen …
OLG Dresden, 24.04.2019 - 4 U 1616/18
Arzthaftung bei Zurücklassung eines Vaginaltupfers nach Versorgung eines …
Zahlung von Schadensersatz für durch den Einbau einer Weißen Wanne verursachte …
KG, 14.01.2016 - 20 U 44/15
Arzthaftung: Nachweis der Kausalität des Unterlassens der Alternativaufklärung …
OLG Dresden, 25.02.2019 - 4 U 1616/18
OLG München, 15.11.2012 - 1 U 1811/11
Abweisung der Klage betreffend Behandlungsfehler bei der Geburt des Klägers …
LG Trier, 04.03.2016 - 1 S 181/15
Wildschaden - Mitverschulden eines Landwirts