Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.11.1988&Aktenzeichen=VII%20ZR%20272/87
Timestamp: 2019-05-20 05:46:01
Document Index: 192926455

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 635', 'BGH', '§ 528', '§ 282', '§ 528', 'BGH', 'BGH', '§ 528', '§ 528', '§ 528', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 528', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 528', 'BGH', '§ 528', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.11.1988 - VII ZR 272/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,277
BGH, 10.11.1988 - VII ZR 272/87 (https://dejure.org/1988,277)
BGH, Entscheidung vom 10.11.1988 - VII ZR 272/87 (https://dejure.org/1988,277)
BGH, Entscheidung vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87 (https://dejure.org/1988,277)
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Verspätetes Vorbringen von Angriffsmitteln und Verteidigungsmitteln - Voraussetzungen einer Präklusion - Vorliegen einer groben Nachlässigkeit bei dem verspäteten Vorbrigen - Antrag auf Vorlegung von Urkunden durch den Klagegegner
Zurückweisung neuen Vorbringens
NJW 1989, 717
ZMR 1989, 255
WM 1989, 278
BauR 1989, 361
ZfBR 1989, 113
Er muß sie daher nicht als Planungs- oder Überwachungsfehler einordnen (BGH, Urteile vom 18. September 1997 - VII ZR 300/96, BGHZ 136, 342, 346 und vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87, BauR 1989, 361, 364 = ZfBR 1989, 113).
Diese Kosten, deren Anrechnung sich nach den Grundsätzen der Vorteilsausgleichung richtet, hat der Beklagte darzulegen und zu beweisen (vgl. BGH, Urteil vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87, BauR 1989, 361, 365 = ZfBR 1989, 113).
Nach der ständigen Rechtsprechung genügt das Gericht seiner Hinweispflicht nach den §§ 139 Abs. 1, 278 Abs. 3 ZPO nur dann, wenn es die Parteien auf den fehlenden Sachvortrag, der von seinem materiell-rechtlichen Standpunkt aus gesehen entscheidungserheblich ist, unmißverständlich hingewiesen und der Partei die Möglichkeit eröffnet hat, ihren Sachvortrag sachdienlich zu ergänzen (Senatsurteil vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87 = ZfBR 1989, 113 f = BauR 1989, 361, 362 f; Senatsurteil vom 15. März 1990 - VII ZR 61/89 = ZfBR 1990, 192, 193 f = BauR 1990, 488, 490 f).
Diese Hinweispflicht besteht grundsätzlich auch in Prozessen, in denen die Partei durch einen Prozeßbevollmächtigten vertreten wird jedenfalls dann, wenn der Prozeßbevollmächtigte die Rechtslage ersichtlich falsch beurteilt (Senatsurteil vom 10. November 1988 aaO.;… Senatsurteil vom 10. März 1990 aaO.; BGH…, Urteil vom 4. Juli 1989 - XI ZR 45/88 = BGHR ZPO § 139 Abs. 1 Anwaltsprozeß 3.).
Für den schlüssigen Vortrag eines, hier als Vorfrage zu prüfenden, Schadensersatzanspruchs gegen den bauaufsichtsführenden Architekten genügt es, wenn die sichtbaren Symptome der Baumängel beschrieben werden, auf die sich die Bauaufsicht des Architekten erstreckte (BGHZ 136, 342, 346; BGH, Urt. v. 10. November 1988 - VII ZR 272/87, WM 1989, 278, 281 unter III. 2. a;… BGH, Urt. v. 8. Mai 2003 - VII ZR 407/01, NJW-RR 2003, 1239, 1240 unter II. 1. a und b).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes darf jemand ein fremdes Recht im eigenen Namen im Prozeß geltend machen, wenn ihm der Berechtigte eine entsprechende Ermächtigung erteilt hat und wenn er an der Durchsetzung des Rechts ein eigenes schutzwürdiges Interesse hat (sog. gewillkürte Prozeßstandschaft; vgl. BGHZ 100, 217, 218 m.N.; zuletzt Senatsurteil vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Ob diese Kosten auf jeden Fall angefallen wären, ist nach den Grundsätzen der Vorteilsausgleichung zu beurteilen (vgl. BGHZ 91, 206, 211); dies hatte der Beklagte als Auftragnehmer und nicht der Kläger darzulegen und zu beweisen (BGH, Urt. v.10.11.1988 - VII ZR 272/87, BauR 1989, 361, 365 = BGHR BGB § 635 "Sowieso"-Kosten 2, insoweit nicht in NJW 1989, 717 abgedruckt).
BGH, 29.06.1989 - VII ZR 330/87
Nach § 528 Abs. 2 ZPO , der die Zurückweisung hier allein hätte rechtfertigen können, kann das Gericht erstmals in zweiter Instanz vorgebrachte Angriffs- und Verteidigungsmittel nur dann zurückweisen, wenn dieses Vorbringen im ersten Rechtszug entgegen § 282 Abs. 1 oder Abs. 2 ZPO nicht rechtzeitig vorgebracht oder mitgeteilt worden ist, die Zulassung des neuen Vorbringens das Verfahren verzögern würde, und wenn die Verspätung auf grober Nachlässigkeit beruht (Senatsurteil NJW 1989, 717, 718 m.w.N.).
c) Selbst wenn das Vorbringen des Klägers im Schriftsatz vom 22. November 1999, die Berme selbst habe unter dem Auflieger nachgegeben, neu gewesen wäre, so könnte dies eine Nichtberücksichtigung gemäß §§ 528 Abs. 2, 527 ZPO nicht rechtfertigen, denn das Berufungsgericht hat das angenommene Verschulden des Klägers für eine Verspätung nicht nachprüfbar und rechtsfehlerfrei festgestellt (vgl. hierzu BVerfG NJW 1992, 2556, 2557; 1987, 1621; BGH, Urteil vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87 - NJW 1989, 717, 718).
Beide Voraussetzungen sind kumulativ (herrschende Meinung, vgl. u.a.: BGH, Urteil vom 10. November 1988 - VII ZR 272/87, NJW 1989, 717, 718;… Baumbach/Lauterbach/Albers, ZPO, 56. Aufl., § 528 Rdn. 13;… Thomas/Putzo, ZPO, 21. Aufl., § 528 Rdn. 20).
Neu i.S. des § 528 ZPO ist jeder Vortrag, der gleichgültig aus welchem Grunde - bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung im ersten Rechtszug nicht vorgebracht worden ist (vgl. BGH Urteile vom 10. November 1988 VII ZR 272/87 = BGHWarn 1988 Nr. 312 = BGHR ZPO § 528 Abs. 2 Verzögerung 4 und vom 10. Juli 1979 - VI ZR 223/78 = BGHWarn 1979 Nr. 202 = NJW 1979, 2109 f.).
BGH, 15.03.1990 - VII ZR 61/89
Wirksamkeit einzelner Klauseln der Allgemeinen Vertragsbestimmungen zum …
Neues Vorbringen, das nach Ablauf einer vom Berufungsgericht dafür gesetzten Frist vorgetragen wird, darf nur zurückgewiesen werden, wenn das Berufungsgericht die betroffene Partei mit der Fristsetzung unmißverständlich über die Art und den Umfang der aus seiner Sicht erforderlichen Ergänzung des Sachvortrags hingewiesen hat (im Anschluß an BGH NJW 1989, 717 und Senatsurteil vom 7. Dezember 1989 - VII ZR 343/88).
Der Umstand, daß eine Partei durch einen Prozeßbevollmächtigten vertreten ist, führt jedenfalls dann nicht zu einer Einschränkung der Hinweispflicht des Gerichts, wenn der Prozeßbevollmächtigte die Rechtslage ersichtlich falsch beurteilt (Senatsurteil NJW 1989, 717, 718 = BGH WuB VII A. § 528 ZPO 1.89 E. Schneider = BGHR ZPO § 528 Abs. 2 Verzögerung 4 = BGHR ZPO 139 Abs. 1 Anwaltsprozeß 2 m.w.N.).
OLG Koblenz, 14.09.1999 - 3 U 225/99
Einbeziehung der VOB/B; Verlangen nach Sicherheitsleistung
BGH, 23.11.1989 - VII ZR 237/88
Verstoß gegen die Höchstpreisvorschriften der Gebührenordnung für Architekten …
OLG Köln, 08.02.1995 - 2 U 120/94
OLG Düsseldorf, 06.02.1998 - 22 U 116/97
Erkundigungspflicht des Unternehmers bei Planung und Errichtung eines …
BezG Chemnitz, 23.11.1992 - 2 S 322/92