Source: https://www.wonder.legal/de/modele/gemeinschaftstestament
Timestamp: 2019-02-16 23:33:28
Document Index: 20792456

Matched Legal Cases: ['§2247', '§ 1924', '§ 1925', '§ 1926', '§ 1928', '§ 1929', '§2247', '§2247', '§1940', '§2247', '§2247']

Gemeinschaftstestament - Muster, Vorlage - Word und PDF
Familie, Hochzeiten, Scheidungen, Unionen >
Letzte Änderung Vor 2 Tagen
Letzte Änderung: Vor 2 Tagen
Ein Gemeinschaftstestament (Ehegattentestament) ist eine Unterform eines Testaments, in der Ehepartner und Personen in Lebenspartnerschaften gemeinsam einen weitergehenden Erbfall regeln. Das Erbe, Vermächtnis, wie auch die Vormundschaft von Kindern kann in einem solchen Testament geregelt werden. Allerdings entfaltet sich die Bindungswirkung eines Testaments meist erst mit der Tod eines Ehepartners (oder Lebenspartner). Vor dem Tod eines Partner können noch Änderungen gemacht werden. Der überlebende Partner ist also an das Gemeinschaftstestament gebunden, er kann nur noch über seinen eigenen Teil verfügen.
Haben sich also Ehegatten gegenseitig zu Erben (in der Kurzform kann das Berliner Testament verwendet werden) und jeder für den Fall seines Überlebens die gemeinsamen Kinder oder die Kinder des Erstversterbenden eingesetzt, ist davon auszugehen, dass der überlebende Ehegatte nachträglich keine andere Person (etwa einen neuen Ehepartner) zu seinem Erben bestimmen darf.
Selbstverständlich ist es den Eheleuten freigestellt, dem Überlebenden zu gestatten, eine anderweitige Verfügung zu treffen. Ratsam kann es daher sein, eine Flexibilisierungsklausel einzubauen. Dies muss jedoch ausdrücklich im Testament erklärt werden. Wie ein Einzeltestament ist auch ein Gemeinschaftstestament ein eigenhändiges Testament nach §2247 BGB.
Oftmals ist es notwendig aktiv bei der Zukunftsplanung vor zu planen. Das Verfassen eines Testaments ist bietet auch einen bestimmten Grad an Absicherung. Das Dokument gibt die Möglichkeit die Erbfolge festzusetzen, ein Vermächtnis zu kreieren, Auflagen an das Erbe zu binden und noch vieles mehr zu regeln.
In der Regel erben nach der gesetzlichen Erbfolge die Verwandten. Die Verwandten werden in Erbenordnungen eingeteilt. Das Gesetz unterscheidet folgende Ordnungen:
1. Ordnung: Abkömmlinge des Erblassers (sämtliche vom Erblasser abstammende Personen, also Kinder, einschließlich der nichtehelichen und der adoptierten Kinder, Enkel, Urenkel etc.; nicht hingegen Stiefkinder oder Ziehkinder), § 1924 BGB
2. Ordnung: Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Neffe, Nichte, Großneffe, Großnichte usw.), § 1925 BGB. Leben zur Zeit des Erbfalls beide Eltern noch, erben deren Kinder (also in der Regel die Geschwister des Verstorbenen) nichts. Lebt nur noch ein Elternteil, bekommt er die Hälfte, und der Rest wird auf die Abkömmlinge des verstorbenen Elternteils aufgeteilt. Falls keine Kinder vorhanden sind, erbt der überlebende Elternteil allein.
3. Ordnung: Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Großvater, Großmutter, Onkel, Tante, Cousin, Cousine usw.), § 1926 BGB
4. Ordnung: Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Urgroßvater, Urgroßmutter, Großonkel, Großtante usw.), § 1928 BGB
5. Fernere Ordnungen: entferntere Voreltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, § 1929 BGB
Hierbei ist zu beachten: Verwandte erster Ordnung schließen alle anderen Verwandten aus.
Nach §2247 II muss ein Testament drei wesentliche Angaben beinhalten:
Zeit der Erklärung (mit Tag, Monat Jahr)
Ort der Niederschrift
Unterschrift mit vollem Namen (Vor- Zunahme)
Daneben sollte vorher bereits geklärt sein, wer im Testament mit einbezogen werden soll, ob eine Person aus der gesetzlichen Erbfolge entfernt werden soll (beachte: Pflichtteilsansprüche bestehen weiterhin, wenn es sich bei dem Erben um einen Pflichtteilsberechtigten handelt), sowie Ersatzerbe und Nacherbschaft oder Vorerbschaft.
Die Regelungen eines Testaments richten sich nach §2247ff BGB, allerdings können Erblasser auch sehr viel mehr als nur die Erbfolge in einem Testament regeln. So können Auflagen auch an das Erbe gebunden werden, nach §1940 BGB. Hiernach kann der Erblasser den Erben, oder einen Vermächtnisnehmer zu einer Leistung verpflichten.
Das Enterben steht auch frei, wobei hier zu beachten ist, dass der Pflichtteil dem nahen Verwandten trotzdem zusteht. Wie sich die Enterbung auf die Abkömmlinge des enterbten Erben auswirkt - im Bezug auf das eigene Erbe - kann auch geregelt werden.
Es können auch Regelungen gegen einen möglichen Verzicht eingebracht werden, also wie möglich Erbfolgen aussehen. Es kann entschieden werden, wer Testamentsvollstrecker werden soll (oftmals Familienanwalt, oder eine andere Vertrauensperson). Testamentsvollstrecker sind oft dann notwendig, wenn es sich um einen eher komplizierten Erbfall handelt.
Es kann auch ein Vermächtnis eingerichtet werden, in dem Geldbeträge und Gegenstände einem Vermächtnisnehmer hinterlassen werden können. Der Anspruch des Vermächtnisnehmers richtet sich gegen den Erben, da dieser nicht Erbe wird. Ein Tipp: Es sollte für die Benachrichtigung des Vermächtnisnehmers gesorgt werden, Testamente werden nur vor den Erben eröffnet. Es kann also passieren, dass Vermächtnisnehmer nie von eigenen Anspruch aus dem Testament erfahren.
Diese Vorlage ermöglicht es ein umfassendes Testament zu entwerfen, welches dann auch als Testament im Rechtsverkehr rechtskräftig ist. Beachte aber: nach §2247 I muss ein Testament eigenhändig ausgefertigt werden. Er kann also hier ausgefüllt werden, bevor er dann anschließend handschriftlich verfasst werden muss. Eine elektronische Fassung ist nicht zugelassen.
Allgemein relevant sind die §§2247 ff BGB, sowie weitere Vorschriften aus dem Erbrecht (Buch 5) des BGB.
Andere Bezeichnungen des Dokuments:	Ehe Testament, Ehegatte Testament, Ehegatten Testament, Ehegattentestament, Eingetragene Lebenspartnerschaft Testament