Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.12.2006&Aktenzeichen=VII%20B%20121/06
Timestamp: 2020-01-27 18:33:59
Document Index: 248807154

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 19', '§ 85', '§ 88', '§ 92', '§ 99', '§ 155', '§ 200', '§ 208', '§ 90', '§ 114', '§ 114', '§ 17', '§ 920', 'Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 19', '§ 85', '§ 88', '§ 92', '§ 99', '§ 155', '§ 200', '§ 208', '§ 90', '§ 114', '§ 114', '§ 17', '§ 920', '§ 114', '§ 920', '§ 114', '§ 920', '§ 208', '§ 114', '§ 920', '§ 114', '§ 920', '§ 98', '§ 99']

BFH, 22.12.2006 - VII B 121/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,931
BFH, 22.12.2006 - VII B 121/06 (https://dejure.org/2006,931)
BFH, Entscheidung vom 22.12.2006 - VII B 121/06 (https://dejure.org/2006,931)
BFH, Entscheidung vom 22. Dezember 2006 - VII B 121/06 (https://dejure.org/2006,931)
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GG Art. 2, Art. 13, Art. ... 14, Art. 19 Abs. 4; AO 1977 § 85, § 88, § 92, § 99 Abs. 1, § 155, § 200 Abs. 3 Satz 2, § 208 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3; FGO § 90 Abs. 1 Satz 2, § 114 Abs. 1 Satz 2, § 114 Abs. 3; GVG § 17a Abs. 5; ZPO § 920 Abs. 2
GG Art. 2, Art. 13, Art. 14, Art. 19 Abs. 4; AO 1977 § 85, § 88, § 92, § 99 Abs. 1, § 155, § 200 Abs. 3 Satz 2, § 208 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3; FGO § 90 Abs. 1 Satz 2, § 114 Abs. 1 Satz... 2, § 114 Abs. 3; GVG § 17a Abs. 5; ZPO § 920 Abs. 2
Einstweilige Anordnung, Regelungsanordnung, Anordnungsgrund, Kontrollbesuche, Prostiutierte, Vermietung, Düsseldorfer Verfahren, Hausrecht, Geschäftsräume, Ermittlungen, Steuerfahndung, Ermessen, Augenschein
Kontrollbesuch der Steuerfahndung in Räumlichkeiten, die an Prostituierte vermietet sind, sind zur Aufdeckung und Ermittlung unbekannter Steuerfälle hinreichend veranlasst; kein Abwehrrecht des Vermieters als Inhaber des Hausrechts
Abwehrrecht des Vermieters bei Kontrollbesuch der Steuerfahndung
Kontrollbesuch - "Düsseldorfer Verfahren": Steuerfahndung darf doch ins Bordell
Betriebsprüfung - Steuerfahndung darf Kontrollbesuche durchführen
Vermietung von Räumen an Prostituierte zur Ausübung ihres Gewerbes; Hinreichende Veranlassung von Kontrollbesuchen der Steuerfahndung in Räumen von Prostituierten; Berufung des Vermieters von gewerblichen Prostituiertenräumen auf ein Abwehrrecht als Inhaber des ...
Steuerfahnder im Bordell - Kontrollbesuche bei Prostituierten verletzen das Hausrecht des Bordellbetreibers nicht
Kontrollbesuche der Steuerfahndung bei Bordellbesitzern zulässig
Die Steuerfahndung darf Kontrollbesuche bei Prostituierten durchführen
Steuerfahnder dürfen ins Bordell // Unverletzlichkeit der Wohnung nicht berührt
Ermittlungsmethoden - Noch Sammelauskunftsersuchen oder schon "Rasterfahndung"
BFHE 216, 38
NJW 2007, 1312 (Ls.)
BStBl II 2009, 839
BStBl II 2010, 839
Dieses Verfahren ist grundsätzlich nicht zu beanstanden (vgl. Senatsbeschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 121/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 38; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 2. Juli 2008 1 BvR 724/07, Steuer-Eildienst 2008, 530;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2011, 1740).
Nach § 114 Abs. 3 FGO i.V.m. § 920 ZPO obliegt es danach der Antragstellerin, den Anspruch und den Grund für den Erlass der einstweiligen Anordnung zu bezeichnen und glaubhaft zu machen (BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 121/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839 m.w.N.).
Geringere Beeinträchtigungen der Antragstellerin bei Fortbestehen des bisherigen Zustandes reichen grundsätzlich nicht aus, um eine einstweilige Anordnung zu begründen (BFH, BStBl II 2009, 839 m.w.N.).
Fehlt es an einer der beiden Voraussetzungen, kann die einstweilige Anordnung nicht ergehen (§ 114 Abs. 3 FGO i.V.m. § 920 Abs. 2 der Zivilprozessordnung; BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 121/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839, Rz 12, m.w.N.).
Ein Anordnungsgrund ist gegeben, wenn die wirtschaftliche oder persönliche Existenz des Betroffenen durch die Ablehnung der beantragten Maßnahme unmittelbar bedroht ist (BFH-Urteil in BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839, Rz 17, m.w.N.).
Sie müssen so schwerwiegend sein, dass sie eine einstweilige Anordnung unabweisbar machen (BFH-Urteil in BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839, Rz 17, m.w.N.).
Dies betrifft namentlich die Anordnung der Außenprüfung zu erlaubten Zwecken und deren Erforderlichkeit im Rahmen des der Beklagten obliegenden Ermessens (vgl dazu wiederum BVerfGE 32, 54 ff, und BVerwGE 78, 251 ff; zu Grundlagen und Grenzen einer steuerrechtlichen Außenprüfung vgl nur BFH, Beschluss vom 22. Dezember 2006 - VII B 121/06 -, BFH/NV 2007, 802 ff mwN; dazu Jaeger, juris PraxisReport SteuerR 16/2007, insbesondere zu den möglichen Grenzen sowie weiterführenden Hinweisen auf die einschlägige Rechtsprechung des BFH).
Der BFH hält es für zulässig, dass von der Steuerfahndung zur Aufdeckung und Ermittlung unbekannter Steuerfälle (§ 208 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO) durchgeführte Kontrollbesuche bei Prostituierten auch dazu genutzt werden, diese zur Teilnahme am Düsseldorfer Verfahren zu veranlassen (Beschluss vom 22.12.2006 VII B 121/06, BStBl II 2009, 839 und BVerfG, Beschluss vom 02.07.2008 1 BvR 724/07 bei juris).
Fehlt es an einer der beiden Voraussetzungen, kann die einstweilige Anordnung nicht ergehen (z.B. BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 121/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839).
Sie müssen so schwerwiegend sein, dass sie eine einstweilige Anordnung unabweisbar machen (z.B. BFH-Beschlüsse in BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839;… vom 12. Mai 1992 VII B 173/91, BFH/NV 1994, 103).
Fehlt es an einer der beiden Voraussetzungen, kann die einstweilige Anordnung nicht ergehen (§ 114 Abs. 3 FGO i.V.m. § 920 Abs. 2 der Zivilprozessordnung --ZPO--; Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 22. Dezember 2006 - VII B 121/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839).
Fehlt es an einer der beiden Voraussetzungen, kann die einstweilige Anordnung nicht ergehen (§ 114 Abs. 3 FGO i. V. m. § 920 Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO); BFH, Beschluss vom 22.12.2006 VII B 121/06, BFH/NV 2007, 802 m. w. N.).
Die für den Erlass einer Anordnung geltend gemachten Gründe müssen ähnlich gewichtig und bedeutsam sein wie die im Gesetz ausdrücklich genannten ("wesentliche Nachteile" und "drohende Gewalt"), über die üblicherweise mit der Zahlung von Steuern verbundenen Nachteile hinausgehen und eine einstweilige Anordnung unabweisbar machen (z.B. BFH-Beschlüsse in BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839;… vom 12. Mai 1992 VII B 173/91, BFH/NV 1994, 103).
Dabei gehört es nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 121/06, BStBl II 2009, 839 m.w.N.) auch zu den Aufgaben und Befugnissen der Steuerfahndung die Augenscheineinnahme im Sinne des § 98 AO durchzuführen und dazu Grundstücke etc. zu betreten (vgl. § 99 Abs. 1 AO).
FG Hamburg, 25.01.2018 - 2 V 336/17
Abgabenordnung: Vorläufige Einstellung der Zwangsvollstreckung, einstweilige …
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