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Timestamp: 2018-05-23 11:24:29
Document Index: 177532939

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art.11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 3']

Schallemissionsmessungen an Maschinen. Schallleistungspegel nach SN EN ISO PDF
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1 Schallemissionsmessungen an Maschinen Schallleistungspegel nach SN EN ISO 3746
2 Suva Arbeitssicherheit Postfach, 6002 Luzern Auskünfte Tel Bestellungen Fax Tel Schallmessungen an Maschinen Verfasser Walter Lips, Bereich Physik Abdruck ausser für kommerzielle Nutzung mit Quellenangabe gestattet. 1. Auflage März 1987 Letzte Überarbeitung April Auflage Mai bis Exemplare Titelbild: Getriebe einer alten Windmühle (Holland). Die Geräusche solcher Mühlen wurden als gemütlich empfunden und mit poetischen Worten umschrieben. Bei modernen Getrieben ist das Vermeiden von Lärm hingegen ein wichtiges Thema. Foto: Sergey Netesa. Bestellnummer d
3 Inhalt Was bringt Ihnen diese Publikation? Emissionskenngrössen für die Schallpegelangabe Schallemission und Schallimmission Schallleistungspegel Arbeitsplatzbezogener Emissionswert Lärmdeklaration nach den europäischen und schweizerischen Vorschriften Deklarationspflicht für Maschinenlieferanten Lärmemissionen von Geräten und Maschinen, die im Freien verwendet werden Informationspflicht Geräuschmessungen, Prüfstellen (Richtlinie 2006/42/EG) Schalldruck- und Schallleistungspegel, Grundlagen und Definitionen Allgemeines Schalldruck Schalldruckpegel Schallleistung Schallleistungspegel Vergleich Schalldruckpegel Schallleistungspegel Schallpegeladdition Intensitätsmessverfahren Hüllflächenmessverfahren: Randbedingungen Grundlagen Zweck und Anwendungsbereich Hinweise auf Normen Genauigkeitsklassen Verwendete Begriffe Messgeräte Messungenauigkeit Voraussetzungen für die Messungen Allgemeines Aufstellung der Quelle Befestigung der Quelle Hilfseinrichtungen Handgehaltene Maschinen Am Boden und an der Wand befestigte Geräte und Maschinen Übliche Betriebsbedingungen Festlegung spezieller Betriebsbedingungen
4 6 Messfläche Allgemeines Auswahl der Messfläche Halbkugeloberfläche Grösse der Halbkugeloberfläche Messfläche und Mikrophonpositionen Quaderoberfläche Grösse der quaderförmigen Messfläche Messfläche und Mikrophonpositionen Weitere Methoden zur Auswahl von Mikrophonpositionen Zusätzliche Mikrophonpositionen Reduktion der Anzahl Mikrophonpositionen Messumgebung Allgemeines Arten von reflektierenden Ebenen Durchführung der Messung Umgebungsbedingungen Messung der Schalldruckpegel Berechnung des mittleren Schalldruckpegels Korrekturen für Fremdgeräusche Korrekturen für die Messumgebung Nachhallverfahren Abschätzmethode Berechnung des A-bewerteten Messflächenschalldruckpegels Schallleistungspegel Berechnung des A-bewerteten Schallleistungspegels Bestimmung zusätzlicher Grössen Messprotokoll Schallquelle Messbedingungen Akustische Umgebung Messgeräte Akustische Daten Weitere mögliche Daten Zusammenfassung Musterprotokoll
5 10 Umrechnung des Schallleistungspegels in den Schalldruckpegel Allgemeines Schallfeldtypen Freies Schallfeld Diffuses Schallfeld Schallfeld in Räumen Berechnung des Schalldruckpegels in Industrieräumen Allgemeine Berechnungsgrundlage Abgrenzungsmerkmale für die Raumakustik und die Schallausbreitung Diffuses Schallfeld Direktes und diffuses Schallfeld Direktes und abfallendes Schallfeld Schallausbreitung im Freien Beispiel Aufgabenstellung Fragen Lösungen Formulierung von Anforderungen Einleitung Rechtliche Grundlagen Grenzwerte für den gehörgefährdenden Lärm Konkrete Anforderungen Emissionswerte Immissionswerte Hinweis Relativer Richtwert: Stand der Technik Schlussbemerkungen Literaturverzeichnis Anhang 1 Zusammenstellung der Folgeblätter zu DIN Anhang 2 Musterprotokoll Anhang 3 Musterprotokoll mit Beispiel Anhang 4 Rechtliche Grundlagen zur Formulierung von Anforderungen für Lärmimmissionen von Maschinen und Anlagen Anhang 5 Grenzwerte für den gehörgefährdenden Lärm
6 Was bringt Ihnen diese Publikation? Die vorliegende Broschüre ist eine Arbeits - hilfe für Konstrukteure, Maschinenverkäufer, Planer und Sicherheitsbeauftragte. Sie be schreibt eine praktische Methode zur Ermitt lung der Schallemissionen einer Maschine. Basis der Berechnungen bildet der sogenannte «Schallleistungspegel». Diese akus - tische Kenngrösse gibt an, wie viel Schall eine Maschine erzeugt. Zusammen mit den räumlichen Verhältnissen am Aufstellungs - ort ist der Schallleistungspegel entscheidend für die Lärmbelastung an einem Arbeitsplatz. Aufgrund der europäischen wie auch schweizerischen Vorschriften müssen Maschinen die «grundlegenden Sicherheitsund Gesundheitsanforderungen» erfüllen. Dazu gehört auch das Einhalten von Lärm - grenzwerten. Die Lieferanten sind ausserdem verpflichtet, in der Betriebsanleitung die Schallemissionswerte ihrer Produkte zu deklarieren. In der EG-Maschinenricht - linie ist genau festgelegt, welche Angaben vorliegen müssen. Auch die Käufer stellen Anforderungen: Immer häufiger gibt die Industrie bei der Bestellung von Maschinen und Geräten selber Lärmgrenzwerte vor. Für die praktische Durchführung der Mes - sungen finden Sie im Anhang ein Muster- Messprotokoll. Zudem erfahren Sie, wie der Käufer einer Maschine schalltechnische Anforderungen in den Lieferbedingungen festhalten kann. Anmerkungen zur 9. Auflage Seit Erscheinen der 1. Auflage vor gut 20 Jahren hat sich an der eigentlichen Methode zur Ermittlung des Schallleis - tungspegels nichts geändert. Das Verfahren ist immer noch genau gleich. Das ist eigentlich nicht überraschend, denn die Physik der Akustik ist immer noch die gleiche. Was sich in diesem Zeitraum gewaltig entwickelt hat, sind die Messgeräte. Diese erlauben zum Teil eine direkte Ermittlung des Schallleistungspegels, wenn die entsprechende Software zur Verfügung steht. Im Rahmen dieser Publikation gehen wir jedoch nicht auf diese Entwicklung ein. Der frühere Titel «Schallleistungen und Abnahmemessungen» ist in der 7. Auflage leicht angepasst worden. Der neue Begriff «Schallemissionsmessungen» hat in den letzten Jahren eine weite Verbreitung er fahren und wird allgemein verstanden, weshalb er nun auch hier verwendet wird. Praktisches Messverfahren Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es ein praktisches Mess - verfahren, wie es in dieser Publikation vorgestellt wird. Beschrieben wird insbeson dere das Messverfahren nach EN ISO 3746 vom Juli 2009 für die Genauigkeitsklasse 3 ein Verfah ren, das mit relativ einfachen Messgeräten auskommt. 5
7 1 Emissionskenngrössen für die Schallpegelangabe 1.1 Schallemission und Schall immission Emissionskenngrössen für Maschinen oder Anlagen geben an, wie viel Lärm diese er - zeugen. Im Gegensatz dazu geben Im mis - sionswerte an, wie laut es an einem bestimmten Ort ist bzw. welcher Schall druck - pegel dort gemessen wird (solche Angaben finden sich beispielsweise in den Lärm ta - bellen der Suva). Schallpegelangaben für Maschinen sind immer Emissionsgrössen. Wie laut es im Einzelfall an einem Arbeitsplatz ist, hängt neben der Lärmemission aller Maschinen auch noch von den geometrischen und akustischen Eigenschaften des Raumes ab. Für die Schallpegelangabe sind zwei Emis - sionskennwerte von Bedeutung, die im Fol - genden näher vorgestellt werden: 1.2 Schallleistungspegel Der Schallleistungspegel L WA gibt an, wie viel Schall eine Maschine insgesamt erzeugt. Der Pegel hängt von der Intensität der abgestrahlten Schallwellen und von der Grösse der Maschine ab (Bild 1). Bild 1 Der Schallleistungspegel informiert über die gesamte Schallabstrahlung einer Maschine. In einem Raum, in dem mehrere Maschinen betrieben werden, wird es um so lauter, je höher die Summe aller Schallleistungs - pegel ist. Schallleistungspegel L WA arbeitsplatzbezogener Emissionswert L pa Der Wert des Schallleistungspegels als Einzahlangabe für die Schallabstrahlung wird als A-bewerteter Schallleistungspegel in db(a) angegeben. 1.3 Arbeitsplatzbezogener Emissionswert Der arbeitsplatzbezogene Emissionswert L pa gibt an, welcher Schalldruckpegel an dem zur Maschine gehörenden Arbeitsplatz aufgrund der Emission dieser Maschine er zeugt wird, wenn keine zusätzlichen Ein - flüsse wie Reflexionen des Raumes oder reflektierende Gegenstände zu einer Schall - pegelerhöhung führen. 6
8 Der arbeitsplatzbezogene Emissionswert liefert somit nur eine Information über die Schallabstrahlung in eine bestimmte Rich - tung, nämlich in die des zugeordneten Arbeitsplatzes. Es ist durchaus möglich, dass eine laute und insgesamt viel Schall abstrahlende Maschine einen niedrigeren arbeitsplatzbezogenen Emissionswert aufweist, wenn durch besondere Massnah - men, z.b. abschirmende Scheiben, die Abstrahlung in Richtung des Arbeitsplatzes reduziert wird (Bild 2). Bild 2 Der arbeitsplatzbezogene Emissionswert informiert über die Lärmabstrahlung am Arbeitsplatz. Der arbeitsplatzbezogene Emissionswert einer Maschine oder Anlage ist eine wich tige Grösse, denn vom Emissionswert hängt es ab, welche Geräuschangaben nach der EG-Deklarationspflicht gemacht werden müssen (siehe Ziff. 2.1). EN ISO 11200: 1996 Leitlinien zur Anwendung der Grundnormen zur Bestimmung von Emissions-Schall druck - pegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten EN ISO 11202: 1996 (Neufassung für 2008 vorgesehen) Messung von Emissions-Schalldruckpegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten, Verfahren der Genauigkeits klas - se 3 für Messungen unter Einsatzbedingun - gen EN ISO 11203: 1996 Bestimmung von Emissions-Schalldruck - pegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten aus dem Schallleistungs - pegel EN ISO 11204: 1996 Messung von Emissions-Schalldruckpegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten, Verfahren mit Umgebungs korrek - turen In den verschiedenen Normen wird statt «arbeitsplatzbezogener Emissionswert» der etwas schwerfällige Begriff «Emissions- Schalldruckpegel am Arbeitsplatz» ver wendet. Sachlich geht es dabei um genau das Gleiche. Analog zur Normenreihe EN ISO werden in einer Serie von Normen unter dem Titel Geräusch ab - strahlung von Maschinen und Geräten am Arbeitsplatz Verfahren zur Bestimmung des Emissions-Schalldruckpegels beschrieben. Auf diese Verfahren wird in dieser Publika - tion nicht eingegangen, die Normen seien jedoch für allfällige Interessenten aufgelistet: 7
9 2 Lärmdeklaration nach den europäischen und schweizerischen Vorschriften 2.1 Deklarationspflicht für Maschinenlieferanten Seit dem 1. Januar 1993 besteht eine Lärm - deklarationspflicht für technische Einrich - tungen und Geräte. Nach der Richt linie 2006/42/EG vom 9. Juni 2006, Ziff u, gültig ab 1. Januar 2010 (Maschi nen richt - linie) sind in der Betriebs anleitung die folgenden Schallemissions werte aufzuführen: Arbeitsplatzbezogener Erforderliche Emissionspegel L pa Angabe(n) 2006/42/EG vom 9. Juni 2006 (gültig ab ) < 70 db(a) L pa < 70 db(a) oder L pa =... db(a) db(a) L pa =... db(a) > 80 db(a) L pa =... db(a) und L WA =... db(a) 1) Tabelle 1 Schallemissionswerte nach EG-Maschinenrichtlinie. In den arbeitsplatzbezogenen Emissions pegeln L pa werden Fremdgeräusche und Raumeinfluss (Refle- xionsanteile) nicht mit eingerechnet, enthalten sind aber allfällige Zuschläge für die Messungenauigkeit. 1) L WA : Schallleistungspegel Ist der Arbeitsplatz nicht definiert, muss der Emissionspegel in 1 m Abstand von der Maschinenoberfläche und 1,60 m über dem Boden oder der Zugangsplattform ange geben werden. Überschreitet der Höchstwert des momentanen C-bewerteten Schalldruckpegels am entsprechenden Arbeitsplatz 130 db, ist dieser Emissionswert zusätzlich anzugeben. Aufgrund des Bundesgesetzes über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG) und der zugehörigen Verordnung STEV dürfen nur Maschinen angepriesen und in Verkehr gebracht werden, die den grundlegenden Sicherheitsund Gesundheitsanforderungen des An - hangs I der EG-Maschinenrichtlinie ent sprechen. Solche Maschinen können ohne Änderungen auch im EWR in Verkehr ge - bracht werden. Für Geräte und Maschinen, die im Freien verwendet werden, gelten spezielle Vor - schriften. Diese werden unter Ziffer 2.2 vorgestellt. Vom Anwendungsbereich der EG-Maschi - nen richtlinie sind ausgenommen: «a) Sicherheitsbauteile, die als Ersatzteile zur Ersetzung identischer Bauteile bestimmt sind und die vom Hersteller der Ur - sprungs maschine geliefert werden; b) spezielle Einrichtungen für die Ver wen dung auf Jahrmärkten und in Vergnü gungsparks; c) speziell für eine nukleare Verwendung konstruierte oder eingesetzte Maschinen, deren Ausfall zu einer Emission von Radioaktivität führen kann; d) Waffen einschließlich Feuerwaffen; e) die folgenden Beförderungsmittel: land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen in Bezug auf die Risiken, die von der Richtlinie 2003/37/EG erfasst werden, mit Ausnahme der auf diesen Fahrzeugen angebrachten Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeug - anhänger im Sinne der Richtlinie 70/156/EWG des Rates vom 6. Februar 1970 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Betriebserlaubnis für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger (1) mit Ausnahme der auf diesen Fahrzeugen angebrachten Maschinen, Fahrzeuge im Sinne der Richtlinie 2002/24/EG des Europäischen Parla - 8
10 ments und des Rates vom 18. März 2002 über die Typgenehmigung für zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge (2) mit Ausnahme der auf diesen Fahrzeugen angebrachten Maschinen, ausschließlich für sportliche Wettbe - werbe bestimmte Kraftfahrzeuge und Beförderungsmittel für die Beförderung in der Luft, auf dem Wasser und auf Schienennetzen mit Ausnahme der auf diesen Beförderungsmitteln angebrachten Maschinen; f) Seeschiffe und bewegliche Offshore- Anlagen sowie Maschinen, die auf solchen Schiffen und/oder in solchen Anlagen installiert sind; g) Maschinen, die speziell für militärische Zwecke oder zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung konstruiert und gebaut wurden; h) Maschinen, die speziell für Forschungs - zwecke konstruiert und gebaut wurden und zur vorübergehenden Verwendung in Laboratorien bestimmt sind; i) Schachtförderanlagen; j) Maschinen zur Beförderung von Dar stel - lern während künstlerischer Vorführungen; k) elektrische und elektronische Erzeug - nisse folgender Arten, soweit sie unter die Richtlinie 73/23/EWG des Rates vom 19. Februar 1973 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen (3) fallen: für den häuslichen Gebrauch bestimmte Haushaltsgeräte, Audio- und Videogeräte, informationstechnische Geräte, gewöhnliche Büromaschinen, Niederspannungsschaltgeräte und -steuergeräte, Elektromotoren; l) die folgenden Arten von elektrischen Hochspannungsausrüstungen: Schalt- und Steuergeräte, Transformatoren.»*) 2.2 Lärmemissionen von Geräten und Maschinen, die im Freien verwendet werden Seit dem 1. Juli 2007 ist die Verordnung des UVEK (Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) über die Lärmemissionen von Geräten und Maschinen, die im Freien verwendet werden (Maschinenlärmverordnung, MaLV) in Kraft. Diese Verordnung, die auf europäischem Recht basiert und international auch als Outdoor-Richtlinie bekannt ist (2000/14/EG), regelt für Geräte und Maschinen, die in Ver - kehr gebracht werden, die vorsorgliche Be grenzung der Lärmemissionen, die Kenn - zeichnung der Lärmemissionen und die nachträgliche Kontrolle. In Anhang 1 der MaLV wird der Geltungsbereich beschrieben (Tabelle 2) und es werden konkrete Emis - sionsgrenzwerte angegeben. *) Aus: Maschinenrichtlinie 2006/42/EG 9
11 Nr.*) Gerät/Maschine 03 Bauaufzug für den Materialtransport mit Verbrennungsmotor 08 Verdichtungsmaschine in der Bauart von Vibrationswalzen und nicht vibrierenden Walzen, Rüttelplatten und Vibrations - stampfer 09 Kompressor (< 350 kw) 10 Handgeführte Betonbrecher und Abbau-, Aufbruch- und Spatenhammer 12 Bauwinde mit Verbrennungsmotor 16 Planiermaschine (< 500 kw) 18 Muldenfahrzeug (< 500 kw) 20 Hydraulik- und Seilbagger (< 500 kw) 21 Baggerlader (< 500 kw) 23 Grader (< 500 kw) 29 Hydraulikaggregat 31 Müllverdichter, der Bauart nach ein Lader mit Schaufel (< 500 kw) 32 Rasenmäher, mit Ausnahme von land- und forstwirtschaftlichen Geräten Mehrzweckgeräten, deren Hauptantrieb eine installierte Leistung von mehr als 20 kw aufweist 33 Rasentrimmer/Rasenkantenschneider mit Elektromotor 36 Gegengewichtsstapler mit Verbrennungs - motor 36 Geländegängiger Gabelstapler (Gegenge- wichtsstapler auf Rädern, der in erster Linie für naturbelassenes gewachsenes und aufgewühltes Gelände, z.b. auf Bau - stellen, bestimmt ist) 37 Lader (< 500 kw) 38 Mobilkran 40 Motorhacke 41 Strassenfertiger ohne Hochverdichtungsbohle 45 Kraftstromerzeuger (< 400 kw) 53 Turmdrehkran 57 Schweissstromerzeuger *) Die Nummern der Geräte entsprechen denjenigen in der Richtlinie 2000/14/EG Tabelle 2: Geltungsbereich der Verordnung des UVEK über die Lärmemissionen von Geräten und Maschinen, die im Freien verwendet werden (Maschinenlärmverordnung, MaLV). Mit der Konformitätserklärung muss der Hersteller oder sein in der Schweiz niedergelassener Vertreter den gemessenen und garantierten Schallleistungspegel nachweisen (Art. 8). Das Konformitätsbewer tungs - verfahren ist in Anhang 2 der MaLV detailliert beschrieben. Zuständig für die nachträgliche Kontrolle von in Verkehr gebrachten Geräten und Maschinen ist die Suva (Art.11). Durch Stichprobenkontrollen wird geprüft, ob die Konformitätserklärung vorhanden ist und das Gerät oder die Maschine korrekt ge - kennzeichnet ist. Die Suva kann eine Überprüfung der Lärm - emissionen verfügen, wenn die entsprechenden Unterlagen nicht vorhanden oder unvollständig sind (Art. 12). Entspricht ein Gerät oder eine Maschine den Vorschriften der Verordnung nicht, hat die Suva das Recht, die entsprechenden Massnahmen zu verfügen (Art. 13). Die Suva kann auch das weitere Inverkehrbrin - gen verbieten, den Rückruf, die Beschlag - nahme oder die Einziehung verfügen sowie die von ihr verfügten Massnahmen veröffentlichen. Das ganze Verfahren ist kostenpflichtig und geht zu Lasten des Herstellers oder des Inverkehrbringers (Art. 12). 2.3 Informationspflicht Art. 3 Abs.1c der neuen Richtlinie 2003/10/EG verlangt, dass bei Lärmbelas - tungen am Arbeitsplatz L EX von 80 db(a) oder mehr den Arbeitnehmenden sachdienliche Informationen über den Lärm zur Ver - fügung gestellt werden (Informationen über persönliche Schutzmittel und über das Ver - halten bei Arbeiten im Lärm). Diese Informa - tions pflicht gilt auch für die Lieferanten der Maschinen oder Anlagen. 10
12 2.4 Geräuschmessungen, Prüf stellen (Richtlinie 98/37/EG und 2006/42/EG) Je nach Maschine sind für den Nachweis der Konformität verschiedene Verfahren vorgesehen: Für Maschinen, die nicht unter Anhang IV der Maschinenrichtlinie fallen, kann der Hersteller die Geräuschmessung gemäss Konformitätserklärungsverfahren von Anhang V selber durchführen und die EG-Konformitätserklärung selber unterzeichnen. Die Messprotokolle mit An gaben über das verwendete Messver - fahren müssen beim Hersteller vorhanden und verfügbar sein. Lässt der Hersteller eine freiwillige Baumuster prüfung vornehmen, so gilt das Vor gehen nach dem folgenden Punkt. Bei Maschinen gemäss Anhang IV (u.a. Holzbearbeitungsmaschinen, Pressen, Kunststoff-/Gummispritzmaschinen, Bol - zensetzgeräte mit Treibladungen) ist eine Baumusterprüfung nach Anhang VI er - forderlich, und die akustischen Prüfun gen müssen von einer akkreditierten Prüf stel le gemäss EN vorgenommen werden. Als akkreditierte Prüfstelle für akustische Messungen an Maschinen und Geräten führt die Suva auch Schallemissions mes - sungen für die Lärmdeklaration durch. Messungen, die nicht im Pro phy laxe - auftrag der Suva liegen, werden nach SIA-Tarif verrechnet. Unabhängig von der im Einzelfall zu erfüllenden Anforderung ist es empfehlenswert, stets den Schallleistungspegel und den arbeitsplatzbezogenen Emissionswert zu ermitteln bzw. sich ausreichend Kennt - nis über diese beiden Werte für die eigene Maschinenkonstruktion zu verschaffen. Nur so kann auf alle diesbezüglichen Anforderungen des Marktes reagiert und jede schalltechnische Forderung sach gerecht beurteilt werden. 11
13 3 Schalldruck- und Schallleistungs pegel, Grundlagen und Definitionen 3.1 Allgemeines Zum besseren Verständnis sollen in diesem Abschnitt die Schallleistung und der Schall - leistungspegel kurz erläutert werden. Dies setzt Kenntnisse über Schalldruck und Schalldruckpegel voraus. 3.2 Schalldruck Der Schalldruck p ist ein Mass für die dem atmosphärischen Druck überlagerten Druck - schwankungen von Schallwellen. Er wird als Effektivwert (quadratischer Mit tel wert) gemessen (in Pascal, 1 Pa = 1 N/m 2 ). 3.3 Schalldruckpegel Der Schalldruckpegel L p ist das logarithmische Verhältnis zwischen dem gemessenen Schalldruck peff und einem Bezugsschall - druck p0 und wird in Dezibel angegeben: peff 2 peff L p = 10 lg = 20 lg [db] [GL 1] p 0 2 p O ist definiert mit N/m 2 (oder 20 μpa). Der Schalldruckpegel wird oft auch als «Schallpegel» bezeichnet. In diesen Zusammenhang gehört auch der Begriff «akustischer Wirkungsgrad». Er be - rechnet sich wie jeder andere Wirkungs - grad aus dem Verhältnis der eingesetzten Leistung zur Nutzleistung. Dazu ein Bei spiel: Ein Schalldruckpegel von 100 db(a) entspricht einer Schallleistung von etwa 0,1 Watt. Wäre dies ein Dauerton aus einem Laut - sprecher, brauchten wir, um den Ton zu hören, einen sehr guten Verstärker, der eine elektrische Leistung von mindestens 100 Watt aufweist. Somit ist die 1000-fache Leistung nötig oder anders formuliert: der akustische Wirkungsgrad beträgt 1. p Schallleistung Die von einer Schallquelle mit der akustischen Leistung W abgestrahlte Energie führt auf einer (gedachten) Hüllfläche S zur Intensität I, die im Mittel gleich W/S ist. Die Intensität lässt sich in den meisten Fällen mit genügender Genauigkeit aus p eff be rechnen*): p 2 2 eff l = [W/m ] [GL 2] ρ.c ρ = Dichte der Luft (~ 1,2 kg/m 3 ) c = Schallgeschwindigkeit (~ 340 m/s) ρ. c = 410 Ns/m 3 Damit wird die Schallleistung p 2. S eff W = -3 peff 2 [GL 3] ρ. c = 2, S [W] Die Schallleistung ist eine schallquellen spezifische Grösse und kann mit der elektrischen, mechanischen oder thermischen Leistung verglichen werden. Die Schall leis - tung einer Quelle nimmt mit zunehmendem Abstand nicht ab, verteilt sich aber auf eine immer grösser werdende Fläche. 3.5 Schallleistungspegel Der Schallleistungspegel L W gibt im logarithmischen Mass die gesamte von einer Schallquelle abgestrahlte Schallleistung W an: W L W = 10 lg [ db ] [GL 4] W O *) Mit speziellen Messgeräten kann die Schallintensität direkt gemessen und daraus die Schallleistung bestimmt werden. Dieses Messverfahren eignet sich besonders zur Ortung von Schallquellen und bei höheren Störgeräuschpegeln. 12
14 W 0 ist definiert mit W (oder 1 pw, Be - zugsschallleistung). Falls sich die gesamte Schallleistung auf eine Fläche von 1m 2 verteilt (z.b. Halbkugel mit Radius r = 0,4 m), ist der Schallleistungspegel und der Schall - druckpegel in diesem Abstand zahlenmässig gleich gross. Wird der Schallleistungspegel in db(a) an - gegeben, sind die beiden folgenden Schreib - arten zulässig: L WA in db oder L W in db(a) 3.6 Vergleich Schalldruckpegel Schallleistungspegel Jede Schallquelle hat eine bestimmte Schall - leistung. Diese Schallleistung kann auch mit Hilfe des Schalldruckpegels angegeben werden. Damit der Wert vergleichbar und reproduzierbar ist, müssen zusätzlich die folgenden Grössen bekannt sein (Aus- breitungsbedingungen): 1. Abstand zwischen Schallquelle und Messpunkt 2. Grösse des Raumes und Standort der Schallquelle im Raum 3. Raumakustische Eigenschaften des Raumes (Angaben über die Halligkeit mit Hilfe der Nachhallzeiten) Nur wenn all diese Daten bekannt sind, kann für Vergleichszwecke mit dem Schall - druckpegel gearbeitet werden (z.b. Um - rechnung auf spezielle räumliche Ver hält - nisse). die Ausbreitungsbedingungen (z.b. bei der Umrechnung eines vom Maschi nen liefe ran - ten angegebenen Schallleis tungs pegels in einen Schalldruckpegel am Arbeitsplatz). Der Schallleistungspegel ist eine von den örtlichen und räumlichen Einflüssen unabhängige Grösse. Für die Praxis ist der folgende Zusammen - hang wichtig: Der Schallleistungspegel von technischen Schallquellen liegt bei einem Messab stand von 1 m meistens um 10 bis 15 db höher als der Schalldruckpegel. Zur Illustration werden in Tabelle 3 einige orientierende Werte von Schallleistungs - pegeln und Schalldruckpegeln angegeben. Schallquelle Schalldruckpegel Schallleistungspegel d [m] L p [db(a)] W [W] L W [db(a)] Ticken einer Taschenuhr Leise Sprache Laute Sprache Lauter Radio in einer Wohnung Autohupe Trommel eines Tambours ,1 110 Motorkettensäge 0, ,4 115 Start eines FA-18-Jets Start Rakete Ariane Tabelle 3 Gegenüberstellung Schalldruckpegel Schall leistungspegel. Der Schallleistungspegel als quellentypische Grösse hingegen ist unabhängig von den erwähnten Randbedingungen und genügt als selbständige Information. Erst wenn man aus dem Schallleistungspegel den Schall - druckpegel berechnen will, benötigt man 13
15 Der Schallleistungspegel wird im Normalfall nicht direkt gemessen, weil hierzu recht kostenintensive Messgeräte erforderlich sind (vgl. Ziff. 3.8). Die in dieser Broschüre vorgestellten Messverfahren beschränken sich auf Methoden mit Schalldruckpegel - messungen. 3.7 Schallpegeladdition Im Rahmen der folgenden Verfahren kann der Fall eintreten, dass mehrere Schallpegel addiert werden müssen (Leistungsaddition): L 1 L 2 L n L total = 10 lg [db oder db(a)] L 1... L n = zu addierende Schallpegel [GL 5] 3.8 Intensitätsmessverfahren Wie bereits erwähnt, ist es mit Hilfe von speziellen Messverfahren möglich, die Schallleistungspegel direkt zu messen. Hierzu setzt man das Intensitätsmess ver - fahren ein, das allerdings an dieser Stelle nicht näher beschrieben wird. In verschiedenen nationalen und internationalen Nor - men findet der interessierte Anwender dazu wertvolle Hinweise, z.b. in EN ISO : 1995; Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquel - len durch Schallintensitätsmessung; Teil 1: Messungen an diskreten Punkten EN ISO : 1996; Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquel - len durch Schallintensitätsmessung; Teil 2: Messungen mit kontinuierlicher Abtastung Befinden sich n Maschinen mit dem gleichen Schallpegel L in einem Raum, beträgt der Gesamtschallpegel bei Betrieb aller Maschi - nen theoretisch L total = L +10 lg n [db oder db(a)] [GL 6] Diese Beziehung ist in der Praxis nur be - dingt anwendbar, da der Raumeinfluss und die Aufstellungsgeometrie der Lärmquellen eine erhebliche Rolle spielen. EN ISO : 2002; Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquel - len aus Schallintensitätsmessungen; Teil 3: Scanning-Verfahren der Genauig - keitsklasse 1 IEC 61043: 1993; Elektroakustik; Geräte für die Messung der Schallintensität; Messung mit Paaren von Druckmikro - phonen (deutsche Übersetzung: SN EN ) 14
16 4 Hüllflächenmessverfahren: Randbedingungen 4.1 Grundlagen In der Schweiz soll grundsätzlich mit EN ISO-Normen gearbeitet werden. Diese Em - pfehlung ergibt sich aus rein praktischen Gründen. Da die Schweiz Vollmitglied beim Europäischen Normenkomitee CEN ist, gelten Europäische Normen auch in der Schweiz. Die meisten dieser Normen wurden von den zuständigen Gremien der SNV (schweizerische Normenvereinigung) zur Anwen dung in der Schweiz empfohlen und können folglich mit dem Zusatz «SN» vor der Normen - nummer EN ISO als Schweizer Norm abgerufen werden (z.b. SN EN ISO xxxx). In diesen Normen ist das sog. Hüllflächen - messverfahren zur Bestimmung des Schall - leistungspegels für verschiedene Genauig - keitsklassen detailliert festgelegt (EN ISO 3741 bis EN ISO 3746). 4.2 Zweck und Anwendungsbereich Das in den Normen festgelegte Hüllflächen - messverfahren besteht aus zwei Haupt - punk ten: 1. Messung der Schalldruckpegel auf einer die Geräuschquelle einhüllenden Mess - fläche. 2. Berechnung des von der Quelle erzeugten Schallleistungspegels. Hierbei können die Messungen in geschlossenen Räumen oder im Freien (mit einer oder mehreren reflektierenden Ebenen) durchgeführt werden. 4.3 Hinweise auf Normen Das Hüllflächenmessverfahren nach EN ISO basiert auf einer ganzen Reihe von Normen aus dem Bereich der Akustik. EN ISO 354: 2003 Messung der Schallabsorption im Hallraum EN ISO 3741: 1999 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Hallraumverfahren der Genauig - keitsklasse 1 für breitbandige Quellen EN ISO : 1995 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Verfahren der Genauigkeitsklasse 2 für kleine, bewegbare Quellen in Hallfeldern; Teil 1: Vergleichsverfahren in schallharten Räumen EN ISO : 1996 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Verfahren der Genauigkeitsklasse 2 für kleine, bewegbare Quellen in Hallfeldern; Teil 2: Direktverfahren für Sonderhallräume EN ISO 3744: 1995 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Hüllflächenverfahren der Genauig - keitsklasse 2 für im wesentlichen Freifeldbedin gun - gen über einer reflektierenden Ebene EN ISO 3745: 2003 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Verfahren der Genauigkeitsklasse 1 für reflexionsarme Räume und reflexionsarme Räume mit reflektierendem Boden EN ISO 3746: 2009 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen, Hüllflächenverfahren der Genauig - keitsklasse 3 über einer reflektierenden Ebene EN ISO 3747: 2000 Bestimmung der Schallleistungspegel von Ge - räuschquellen; Verfahren der Genauigkeitsklasse 3 bei Benutzung von Vergleichsschallquellen EN ISO 4871: 1996 Angabe und Nachprüfung von Geräuschemis sions - werten von Maschinen und Geräten Die Randbedingungen für die Messungen sowie die bestimmbaren Grössen können Tabelle 4 entnommen werden. 15
17 EN ISO : 1988 Statistische Verfahren zur Festlegung und Nach - prüfung angegebener (oder vorgegebener) Ge - räuschemissionswerte von Maschinen und Gerä - ten; Teil 1: Allgemeines und Begriffe EN ISO : 1988 Statistische Verfahren zur Festlegung und Nach - prüfung angegebener (oder vorgegebener) Ge - räuschemissionswerte von Maschinen und Gerä - ten; Teil 2: Verfahren für Angaben (oder Vorgaben) für Einzelmaschinen EN ISO : 1988 Statistische Verfahren zur Festlegung und Nach prüfung angegebener (oder vorgegebener) Ge räuschemissionswerte von Maschinen und Gerä ten; Teil 3: Einfaches Verfahren (Übergangs- regelung) für Maschinenlose EN ISO : 1988 Statistische Verfahren zur Festlegung und Nach - prüfung angegebener (oder vorgegebener) Ge - räuschemissionswerte von Maschinen und Gerä - ten; Teil 4: Verfahren für Angaben (oder Vorgaben) für Maschinenlose ISO 9296: 1988 Vereinbarte Geräuschemmissionswerte für Rechner und Geschäftseinrichtungen Gültigkeit der Normen Für die Durchführung einer Messung ist jeweils die Norm mit dem neusten Datum verbindlich. Entwürfe ISO/DIS sind noch nicht verbindlich, da entweder das Ver - nehmlassungsverfahren noch nicht abgeschlossen oder die Norm noch nicht ge - druckt ist. Entwürfe können aber mit Vor be - halt verwendet werden, wenn die entsprechenden Hinweise gemacht werden. 4.4 Genauigkeitsklassen Für die praktische Anwendung im industriellen Bereich sind nur die Genauigkeits - klassen 2 und 3 von Bedeutung, da die Klasse 1 einen reflexionsarmen Raum voraussetzt. Nach ISO werden die Messungen nach Genauigkeitsklassen wie folgt bezeichnet: die Messung nach Klasse 2 als Expertise (EN ISO 3744) die Messung nach Klasse 3 als Kontroll - messung (EN ISO 3746) Die Randbedingungen dieser beiden Klas - sen sind in Tabelle 4 zusammengestellt. Die Zuordnung zu einer bestimmten Genauig - keitsklasse ist weniger vom Willen des Messingenieurs abhängig als vielmehr von den akustischen Verhältnissen des Mess - raumes (dabei wird vorausgesetzt, dass die Messgeräte den Anforderungen entsprechen). Abgrenzungsmerkmale Genauigkeitsklasse 2 Genauigkeitsklasse 3 EN ISO 3744: 1995 EN ISO 3746: 2009 Klassierung der Methode Expertise Messumgebung im Freien oder in Räumen Kontrollmessung Kriterium für Eignung der Messumgebung 1) K 2 2 db K 2 7 db Volumen der Schallquelle keine Beschränkung; eingeschränkt nur durch die verfügbare Messumgebung Geräuschart alle Arten (breitbandig, schmalbandig, tonal, stationär, nicht stationär, impulshaltig) Begrenzung des L 6 db L 3 db Fremdgeräusches 1) K 1 1,3 db K 1 3 db Anzahl der Messpunkte 2) 9 4 Messgeräte vgl. Tabelle 5 Präzision des Verfahrens σ R 3 db (Vergleichsstandard- σ R 1,5 db bei deutlich hörbaren abweichung σ R ) Einzeltönen: σ R 4 db Tabelle 4 Randbedingungen zur Bestimmung des Schall - leis tungspegels von Geräuschquellen nach dem Hüll flächenverfahren über einer reflektierenden Ebene für die Genauigkeitsklassen 2 und 3. 1) Die in der Tabelle angegebenen Werte von K 1 und K 2 (siehe Ziff. 4.5) müssen zur Bestimmung des Schallleistungsspektrums in jedem Frequenz - band innerhalb des interessierenden Frequenz - bereichs erfüllt sein. Zur Bestimmung der A-bewerteten Schallleistungspegel gelten die gleichen Kriterien für K 1A und K 2A. 2) Unter gewissen Umständen ist es möglich, mit einer kleineren Anzahl von Mikrophonpositionen zu arbeiten. 16
18 Ein Vergleich der Abgrenzungsmerkmale in Tabelle 4 zeigt, dass es in der Praxis nur unter günstigen Voraussetzungen möglich sein dürfte, Messungen nach der Genauig - keitsklasse 2 durchzuführen. Massgebend für die Zuordnung ist hierbei einerseits der Raumeinfluss (K 2 ), andrerseits die Anzahl der Messpunkte. Fest installierte, gewichtige oder sehr voluminöse Maschinen und Anlagen lassen sich meistens nur mit sehr grossem Aufwand in Räume verschieben, wo die Messbedingungen für die Genauig - keitsklasse 2 erfüllt sind. Aus praktischen Gründen wird deshalb im Folgenden ausschliesslich auf Messungen nach ISO 3746, Genauigkeitsklasse 3, eingegangen. Soll eine Messung nach EN ISO 3744, Ge - nauigkeitsklasse 2, durchgeführt werden, muss die entsprechende Norm als Grund - lage beschafft werden. Oder es wird die EMPA oder eine der zahlreichen privaten Firmen, die über die erforderlichen Mess - geräte verfügen, für die Messung beige zogen. 4.5 Verwendete Begriffe Für das Hüllflächenmessverfahren werden die folgenden Begriffe verwendet: Schalldruckpegel L p in db oder A-bewertet als L pa in db. Äquivalenter Dauerschalldruckpegel L eq in db(a) Schalldruckpegel eines kontinuierlichen, stationären Geräuschs, das innerhalb der Mittelungsdauer T denselben quadratischen Mittelwert des Schalldruckes aufweist wie das zu untersuchende, zeitlich veränderliche Geräusch. Messdauer T in s, min oder h Derjenige Teil der Betriebsperiode oder eines Betriebszyklus, für den der äqui valente Dauerschalldruckpegel ermittelt wird. Hintergrundgeräusch- oder Fremd - ge räuschkorrektur K 1 in db Korrekturgrösse, die den Einfluss des Fremdgeräusches auf den Messflächen - schalldruckpegel berücksichtigt. K 1 ist frequenzabhängig. Bei A-Bewer - tung lautet die Bezeichnung K 1A. Das Fremdgeräusch kann sich aus Luft - schall, Körperschall und elektrischem Rauschen der Messeinrichtung zusammensetzen. Umgebungskorrektur K 2 in db Korrekturgrösse, die den Einfluss des re flektierten oder absorbierten Schalles auf den Messflächenschalldruckpegel berücksichtigt. K 2 ist frequenzabhängig. Bei A-Bewertung lautet die Bezeichnung K 2A. Bezugsquader (oder auch Referenzqua der) Kleinster Quader, der die Maschine um - hüllt und ausschliesslich als Aus gangs - punkt für die Festlegung der Messfläche dient. Die Oberfläche des Bezugs qua ders ist für die Berechnung von L W bedeutungslos. Messfläche S in m 2 Fiktive Messoberfläche um den Mess ge - genstand, auf der die Mikrophon po si tio - nen liegen. Die Messfläche endet auf einer oder mehreren reflektierenden Ebenen. Messabstand d in m Abstand zwischen dem Bezugsquader und der quaderförmigen Messfläche Messradius r in m Der Radius einer halbkugelförmigen Messfläche 17
19 Messflächenschalldruckpegel L pa in db Zeitlich und räumlich über alle Mikro phon - positionen auf der Messfläche energetisch gemittelter Schalldruckpegel, unter Berücksichtigung der Fremd geräusch - korrektur K 1 und der Umgebungs kor rek - tur K 2. Schallleistungspegel L W in db oder A-bewertet als L WA in db. Interessierender Frequenzbereich Im Allgemeinen umfasst der interessierende Frequenzbereich die Terzbänder mit den Mittenfrequenzen von 100 bis Hz. In Sonderfällen kann dieser Bereich erweitert oder eingeengt werden. 4.6 Messgeräte Die Messgeräte müssen mindestens den folgenden Normen entsprechen: Messgerät Norm Genauigkeitsklasse Schallpegelmesser IEC Klasse 2 Terz- und Oktavfilter IEC Tabelle 5 Normierung der Messgeräte. keine Anforderung Schallkalibratoren IEC Klasse 1 Die Messkette ist vor jeder Messung mit einer geeigneten Eichschallquelle (akustischer Kalibrator, Pistonphon, Genauigkeit ± 0,3 B) zu kalibrieren (mit einer oder mehreren Testfrequenzen im interessie renden Fre quenzbereich zwischen 250 und Hz). Die Eichschallquelle und die Mess geräte müssen alle 2 Jahre geprüft werden. 4.7 Messungenauigkeit Eine einheitliche Toleranz, bezogen auf den Schallleistungspegel, kann nicht an gegeben werden. Für die quantitative An gabe der Messungenauigkeit wird in der EN ISO 3746 die Standardabweichung σ R verwendet (vgl. Tabelle 4). Die Standardabweichung sagt aus, dass 66% aller Messungen bzw. Berechnungen innerhalb des angegebenen Bereichs liegen. Unter günstigen Messbedingungen können die in Tabelle 4 angegebenen Ver gleichs - standardabweichungen kleiner sein. Dieser Fall kann eintreten, wenn für verschiedene Geräuschquellen ähnliche oder gleiche Messumgebungen und Messgeräte verwendet werden. Eine Geräuschmessnorm für einen be - stimmten Maschinen- oder Gerätetyp, die sich auf die EN ISO 3746 bezieht, darf kleinere als die erwähnten Standard ab wei - chungen angeben, wenn sich das aus ge - eigneten Vergleichsmessungen zwischen Prüflabors so ergeben hat. Der Hersteller einer Maschine gewährleistet mit dem angegebenen Wert, dass bei einer Nachprüfung bei der natürlich nach den entsprechenden Normen gemessen werden muss mit hoher Wahrscheinlichkeit kein höherer Wert als der angegebene ermittelt wird. Der Hersteller muss also bei der Lärm - pegelangabe die Messungenauig kei ten, die auch bei einer normgerechten Messung nicht vermeidbar sind, berücksichtigen. Er muss somit einen höheren als den von ihm selbst gemessenen Wert an geben. Wird zum gemessenen Geräusch emissionswert die Standardabweichung von beispielsweise 3 db hinzugezählt, fällt die Rückwei sungs - wahrscheinlichkeit (Anteil der Fälle, bei denen der angegebene Geräuschemissions - wert überschritten wird) auf 17 %. 18
20 Die Genauigkeit des Endergebnisses (Schall - leistungspegel als Einzahlangabe) wird durch mehrere Kommastellen bei den Messungen und Berechnungen nicht er höht. Aus diesem Grunde soll im Sinne der Norm grund - sätzlich nur mit einer Komma stelle gearbeitet werden. 19
21 5 Voraussetzungen für die Messungen 5.1 Allgemeines Die Aufstellungs- und Betriebsbedingungen können einen wesentlichen Einfluss auf die von der Quelle abgestrahlte Schallleistung haben. Bei grösseren Anlagen muss genau festgelegt werden, welche Teile und Ein - richtungen zum Messobjekt gehören. Eine genaue Abgrenzung kann dann notwendig sein, wenn das Geräusch einer einzelnen Baugruppe einer Anlage gemessen werden soll. 5.2 Aufstellung der Quelle Die zu untersuchende Quelle soll bezüglich der reflektierenden Ebenen in einer oder mehreren Positionen aufgestellt werden. Dabei soll die für den üblichen Gebrauch typische Position gewählt werden. Beste hen hierbei mehrere Möglichkeiten oder sind typische Aufstellungsbedingun gen nicht bekannt, müssen für die Messun gen spezielle Anordnungen festgelegt und im Mess - protokoll festgehalten werden. 5.3 Befestigung der Quelle Häufig hängt die abgestrahlte Schallleistung von der Lagerung oder der Befestigung der untersuchten Quelle ab. Wenn für das zu untersuchende Gerät eine typische Befes - tigungsart existiert, sollte möglichst unter diesen Bedingungen gemessen werden. Die entsprechenden Details sind ebenfalls im Messprotokoll aufzuführen. 5.4 Hilfseinrichtungen Bei der Durchführung der Messungen muss dafür gesorgt werden, dass mit der untersuchten Quelle verbundene elektrische Lei tungen, Rohrleitungen oder Luftkanäle keine wesentlichen Anteile an Schallenergie in die Messumgebung abstrahlen. Hilfs ein - richtungen müssen entweder ausserhalb des Messraums angeordnet sein oder aber als Bestandteil der zu untersuchenden Quelle in die Messfläche integriert werden (z.b. Hydraulikaggregate, Umfor mer, Pum - pen, Ventilatoren usw.). 5.5 Handgehaltene Maschinen Handgehaltene Maschinen müssen auf gehängt oder von Hand geführt werden, so dass kein Körperschall über die Befesti gung, die nicht zur untersuchten Maschine ge hört, übertragen wird. Falls die untersuchte Quelle für den Betrieb eine tragende Konstruktion benötigt, so muss diese klein sein und als Bestandteil der untersuchten Quelle be - trachtet werden. 5.6 Am Boden und an der Wand befestigte Geräte und Maschinen Diese Geräte sind auf einer reflektierenden (schallharten) Ebene (Boden, Wand) aufzustellen. Bodengeräte, die ausschliesslich zum Aufstellen vor einer Wand ausgelegt sind, müssen auf einer schallharten Boden - fläche vor einer schallharten Wand aufgestellt werden. Tischgeräte müssen in einem Minimalabstand von 1,5 m von jeder Wand des Raumes am Boden aufgestellt werden, es sei denn, für den Betrieb des betreffenden Gerätes ist ein Tisch oder Ständer er - forderlich. In diesem Fall ist das Gerät in der Mitte des Messtisches aufzustellen. 20
22 5.7 Übliche Betriebsbedingungen Der Betriebszustand beim Messen soll es ermöglichen, die bei den üblichen Betriebs - verhältnissen auftretenden Geräusche zu erfassen. Im Allgemeinen wird dies unter Volllast bei Betriebstemperatur der Fall sein. Man kann sich auf eine Messung im Leer - lauf beschränken, wenn das Geräusch kaum von der Belastung der Maschine abhängig oder der Einfluss der Belastung bekannt ist. Wenn das zu messende Geräusch wesentlich vom Arbeitsvorgang und gegebenenfalls vom zu bearbeitenden Werkstück be - einflusst wird, sind für den betreffenden Zustand besondere Festlegungen zu treffen, die im Messbericht anzugeben sind. Die ISO regelt Betriebszustände nur all gemein. Eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen sollen bei einer Messung berücksichtigt werden: 1 Geräuschquelle unter vorgegebenem Last- und Betriebszustand 2 Geräuschquelle unter Volllast (wenn ein Unterschied zu 1 besteht) 3 Geräuschquelle ohne Last (Leerlauf) 4 Geräuschquelle unter Betriebsbedingun - gen mit maximaler Schallerzeugung, wie sie im normalen Betrieb auftreten könnte 5 Geräuschquelle bei höchster Drehzahl unter festgelegten Betriebsbedingungen 6 Geräuschquelle unter simulierter Last bei sorgfältig definierten Bedingungen 7 Geräuschquelle unter Betriebsbedingun - gen mit charakteristischem Arbeitszyklus 5.8 Festlegung spezieller Betriebs bedingungen Obschon in Ziffer 4.1 ausdrücklich erwähnt wird, dass die ISO Grundlage für die vorliegende Publikation ist, soll an dieser Stelle auf die ausführlichen DIN-Normen hingewiesen werden. Es handelt sich hierbei um Fol geblätter der DIN 45635, die alle unter dem Titel «Geräuschmessung an Maschi - nen (Luftschallmessung; Hüllflächenver fah - ren)» herausgegeben worden sind (siehe Anhang 1). Falls für eine zu messende Maschine in den DIN-Normen spezielle Betriebsbedin gungen festgelegt sind, dürfen diese für die Durchführung der Mes sung herangezogen werden. In diesem Fall ist im Messprotokoll ein entsprechender Hinweis anzubringen (z.b. Betriebsbedin gungen nach DIN 45635, Blatt...). Wird unter simulierten Betriebszuständen gemessen, sind diese so zu wählen, dass sie für den normalen Betrieb der untersuchten Quelle repräsentative Schallleistungs - pegel ergeben. 21
23 6 Messfläche 6.1 Allgemeines Die Mikrophonpositionen liegen auf der Mess fläche S. Diese fiktive Messfläche umhüllt die Lärmquelle in einem definierten Abstand. Die Messfläche erfasst die ganze abgestrahlte Schallleistung. Sie endet an schallreflektierenden Begrenzungsflächen des Aufstellungsortes (z.b. am Fussboden oder an den Wänden) oder umschliesst die Schallquelle vollständig. Bezugsquader an einer reflektierenden Ebene (Bild 3) d 0 = (l 1 /2) 2 + (l 2 /2) l 3 [m] [GL 7] Q d 0 l Auswahl der Messfläche Mit dem hypothetischen Bezugsquader (in bestimmten Normen auch als Referenz - quader bezeichnet) idealisiert man die äusseren Abmessungen einer Lärmquelle. Hierbei werden einzelne herausragende Bauteile, die nicht wesentlich zur Schall - abstrahlung beitragen, nicht berücksichtigt. Bei grossen Maschinen beschränkt man sich bei der Festlegung des Bezugsquaders auf die Hauptlärmquelle. Die Oberfläche des Bezugsquaders ist keine Rechengrösse und muss somit auch nicht näher beschrieben werden. Sie liefert den Ausgangspunkt für die Festlegung des Messabstandes bzw. der Messfläche. l 2 Bild 3 Beispiel für einen Bezugsquader auf einer reflektierenden Ebene und den charakteristischen Abstand d 0 in Bezug auf das Zentrum des Koordinaten - systems. Bezugsquader an zwei reflektierenden Ebenen (Bild 4) d 0 = (l 1 /2) 2 + l l 3 [m] [GL 8] l 1 Der charakteristische Abstand d 0 ist der Abstand vom Zentrum des Koordinaten - sys tems zu einer der oberen Ecken des Bezugsquaders (Bilder 3 bis 5) und kann für drei verschiedene Fälle berechnet werden: l 2 d 0 l 1 l 3 Bild 4 Beispiel für einen Bezugsquader auf zwei reflek tierenden Ebenen und den charakteristischen Abstand d 0 in Bezug auf das Zentrum des Koor - dinatensystems. 22
24 Bezugsquader an drei reflektierenden Ebenen (Bild 5) d 0 = (l l l 3 [m] [GL 9] und hohen Fremdgeräuschpegeln) aufgestellt bzw. gemessen werden, ist die Wahl eines kleinen Messabstandes zu empfehlen und normalerweise die Wahl einer quaderförmigen Messfläche angebracht. l 2 d 0 Q l 1 l 3 Bei Quellen, die normalerweise in weitem und offenem Gelände unter zufriedenstellenden akustischen Bedingungen aufge - stellt bzw. gemessen werden, kann häufig ein grosser Messabstand gewählt werden. In diesem Fall ist eine halbkugelförmige Mess fläche vorzuziehen. Bild 5 Beispiel für einen Bezugsquader auf drei reflektierenden Ebenen und den charakteristischen Ab stand d 0 in Bezug auf das Zentrum des Koordina tensystems. Werden für eine Reihe ähnlicher Schall - quellen (z.b. Maschinen gleicher Art) Mes - sungen durchgeführt, muss dieselbe Mess - flächenform gewählt werden. Die Aufstellung der zu untersuchenden Quelle, die Messfläche und die Mikrophon - positionen werden durch ein Koordinaten - system beschrieben, dessen horizontale x- und y-achsen auf der Grundfläche parallel zur Länge und Breite des Bezugs - qua ders verlaufen und dessen vertikale z-achse durch das geometrische Zentrum des Qua ders führt. Für die praktische Durchführung einer Messung ist eine der beiden folgenden Messflächenformen zu wählen: 1. Halbkugel, Viertelkugel oder Achtelkugel mit dem Radius r (Messradius). 2. Quader, dessen Seiten parallel zu den jenigen des Bezugsquaders sind, wobei jede Seite zu der nächstliegenden Seite des Bezugsquaders den Abstand d (Messabstand) hat. 6.3 Halbkugeloberfläche Grösse der Halbkugeloberfläche Die Halbkugel muss über dem Zentrum des Koordinatensystems zentriert werden. Der Radius r der Halbkugelfläche muss gleich oder grösser sein als das Doppelte des charakteristischen Abstandes d 0 nach Ziff. 6.2, mindestens jedoch 1 m. Bei kleinen Geräuschquellen darf der Messradius auch im Bereich zwischen 0,5 m und 1 m liegen. Der Radius muss im Bereich von 1 m bis 16 m liegen. Einige dieser Radien können so gross sein, dass die Anforderungen an die Umgebung nicht erfüllt werden können. In solchen Fällen ist die Messung nicht normgerecht und der Radius muss reduziert werden. Bei Schallquellen, die üblicherweise in Räu - men oder in der Umgebung unter ungüns tigen akustischen Bedingungen (z.b. mit zahlreichen reflektierenden Gegenständen 23
25 6.3.2 Messfläche und Mikrophon - positionen Befindet sich die Schallquelle auf einer reflektierenden Ebene, beträgt die Ober - fläche S der Halbkugel: S = 2.. r 2 [m 2 ] [GL 10] r= Kugelradius [m] Befindet sich die Schallquelle vor zwei oder drei reflektierenden Ebenen, muss zur Fest - legung der Mikrophonpositionen die entsprechende Norm angewendet werden. Die Hauptmikrophonpositionen können den Bildern 6 und 7 entnommen werden. Die Positionen sind so festgelegt, dass jeweils gleich grosse Flächenelemente der Halb - kugelfläche einem Messpunkt zugeordnet werden. Die zusätzlichen Messpunkte sind in Bild 7 dargestellt. Alternativ darf bei einer Halbkugel die un tersuchte Geräuschquelle bei der zusätzlichen Messung um 60 gedreht werden, während die Mikrophone an den ursprüng lichen Posi - tionen verbleiben. Mit dieser Methode ergeben sich die zusätzlichen Mikrophon positio - nen. Hinweise: Die Nummerierung der Messpunkte entspricht derjenigen nach EN ISO 3744 Die oben liegenden Messpunkte 10 und 20 sind identisch. Aus Sicherheitsgrün - den ist es zulässig, diese beiden Punkte auszulassen und im Messprotokoll einen entsprechenden Hinweis anzubringen. z Es gibt Fälle, in denen zusätzliche Messpo sitionen auf der halbkugelförmigen Mess - fläche erforderlich sind, und zwar wenn die Streubreite der an den Mikrophonpo sitionen 4, 5, 6 und 10 gemessenen A-bewerteten Schalldruckpegel (Unter- schied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Pegel) mehr als das Doppelte der Anzahl Mikrophonpositionen beträgt (in diesem Falle 8) Messfläche 5 r 4 10 l 3 Bezugsquader 6 y die Schallquelle stark gerichteten Schall abstrahlt oder l 1 l 2 x das Geräusch einer grossen Quelle nur von einem kleinen Teil dieser Quelle ab - gestrahlt wird, z.b. von den Öffnungen einer im übrigen gekapselten Maschine. Bild 6 Lage der Hauptmikrophonpositionen 4, 5, 6 und 10 auf einer Halbkugelmessfläche (Koordinaten vgl. Tabelle 6). 24
26 y Messfläche Messpunkt x y z Nr. r r r 4 15 Bezugsquader 4-0,45 0,77 0,45 5-0,45-0,77 0,45 6 0,89 0 0, ,45-0,77 0, ,45 0,77 0, x 16-0,89 0 0,45 20 (10) Tabelle 6 Koordinaten der Messpunkte auf einer Halbkugel in Funktion der Distanz zum Zentrum der Halb - kugel (rechtwinkliges Koordinatensystem) Quaderoberfläche Messfläche 16 Hauptmikrophonpositionen zusätzliche Mikrophonpositionen y ,89 r Bezugsquader 0,45 r 1,0 r Bild 7 Lage aller Mikrophonpositionen auf einer Halb - ku gelmessfläche (Koordinaten vgl. Tabelle 5). Hierbei sind die Punkte 14 bis 16 und 20 zusätzliche Messpunkte Grösse der quaderförmigen Mess fläche Der Messabstand d ist der senkrechte Ab - stand zwischen dem Bezugsquader und der Messfläche. Der bevorzugte Messab - stand beträgt 1 m. Er soll aber in keinem Fall kleiner als 0,15 m gewählt werden. Messabstände über 1m sollten nur bei grossen Schallquellen verwendet werden. Aus der Grösse des Bezugsquaders und dem gewählten Messabstand ergibt sich die Grösse der Messfläche. Die Grösse der Messfläche S eines Qua ders kann aus den Abmessungen des Bezugs - quaders (l 1, l 2 und l 3, Länge, Breite und Höhe) und dem Messabstand (d) be stimmt werden. Wenn die Schallquelle auf einer reflektierenden Ebene steht, gilt: S = 4 (ab + bc + ca) [m 2 ] [GL 11] Hierbei bedeuten a = 0,5 l 1 + d b = 0,5 l2 + d c = l 3 + d 25
27 3d 3d 3d 3d 3d 3d 3d 3d Bild 8 Festlegung der Mikrophonpositionen, falls eine Seite der Messfläche die Länge 3 d überschreitet Messfläche und Mikrophon - positionen Die Mikrophonpositionen liegen auf der ge - dachten Messfläche mit der Fläche S, welche die Schallquelle umschliesst und deren Seiten parallel zu denjenigen des Bezugs - quaders verlaufen. Die Grösse der Messfläche ergibt sich in erster Linie aus der Grösse der Schall quelle. Bei kleinen Schallquellen beträgt die Min - destzahl der Messstellen fünf (Bild 9). Bei grösseren Schallquellen betrachtet man jede Ebene der Messfläche und unterteilt diese so in Rechteck-Teilflächen, dass deren Seitenlängen höchstens 3 d betragen. Die Mikrophonpositionen liegen nun in der Mitte der jeweiligen Teilflächen (Bild 8). Messun gen des Schalldruckpegels an zu sätzlichen Mikrophonpositionen auf der quaderförmigen Messfläche sind notwendig, wenn der Bereich der gemessenen Schall druck - pegel der Hauptmikrophon posi tionen (d.h. der Unterschied in db zwischen den höchsten und niedrigsten Schall - druckpegeln) die doppelte Anzahl der Hauptmesspunkte überschreitet, oder irgendeine Abmessung der Messfläche grösser als 3 d ist, oder die Quelle stark gerichteten Schall ab - strahlt, oder das Geräusch einer grossen Schallquelle nur von einem kleinen Teil dieser Quelle abgestrahlt wird, z.b. von den Öffnungen einer im Übrigen gekapselten Maschine. Die Messpunktanordnung für speziell hohe, lange und grosse Maschinen ist in den Bil dern 10 bis 13 dargestellt. Falls die zu messende Schallquelle an einer Wand oder in einer Ecke eines Raumes steht, kann die Messpunktanordnung den Bildern 14 und 15 entnommen werden. l 3 2a = l 1 + 2d l 1 d d Bezugsquader reflektierende Ebene Bild 9 Beispiel einer Messfläche und der Mikrophon - positionen für eine kleine Schallquelle. d l 2 c = l 3 + d 2b = l 2 + 2d 26
28 Bezugsquader 6.5 Weitere Methoden zur Auswahl von Mikrophonpositionen Zusätzliche Mikrophonpositionen l 3 d d l 2 c = l 3 + d 2b = l 2 + 2d In speziellen Fällen kann es notwendig sein, weitere Mikrophonpositionen festzulegen. Zweck solcher Untersuchungen ist die Be - stimmung der höchsten und niedrigsten Schalldruckpegel in den interessierenden Frequenzbändern. Da mit der Wahl zusätzlicher Messpunkte abweichend grosse Flä - chenelemente verbunden sind, muss zur Lösung dieses Problems nach der Metho - de, wie sie in EN ISO 3745 beschrieben ist, gearbeitet werden. l 3 l 1 2a = l 1 + 2d d reflektierende Ebene Bild 10 Beispiel einer Messfläche und der Mikrophon - posi tionen für eine hohe Maschine mit kleiner Grundfläche. d Bezugsquader c = l 3 + d Reduktion der Anzahl Mikrophon - positionen Die Anzahl der Mikrophonpositionen kann reduziert werden, wenn für eine bestimmte Maschinenart vorausgehende Untersu chun - gen ergeben, dass bei einer reduzierten Anzahl von Mikrophonpositionen die be - stimmten Messflächen-Schalldruckpegel um nicht mehr als 1dB von denjenigen abweichen, die aus Messungen über die gesamte Zahl von Mikrophonpositionen bestimmt wurden. Die Mindestzahl von Mikrophon - positionen beträgt aber in jedem Fall fünf. l 1 2a = l 1 + 2d d d l 2 2b = l 2 + 2d reflektierende Ebene Bild 11 Beispiel einer Messfläche und der Mikrophon - positionen für eine lange Maschine. 27
29 Bezugsquader Bezugsquader z y Messfläche 4 d c = l 3 + d d 3 c 1 l 3 2 l 3 l 1 d 2a = l 1 + 2d d l 2 2b = l 2 + 2d reflektierende Ebene Bild 12 Beispiel einer Messfläche und der Mikrophon - positionen für eine mittelgrosse Maschine. z y x 1/ 2 c l 1 2a d d Bild 14 Quaderförmige Messfläche mit 4 Mikrophon - positionen für am Boden und vor einer Wand stehende Schallquellen [S = 2 (2ac + 2ab + bc)]. l 2 2b x Bezugsquader z Bezugsquader y d c = l 3 + d Messfläche 3 l 3 d 1 c 2 l 3 l 2 2b = l 2 + 2d z y x 1/ 2 c d l 2 2b x l 1 d 2a = l 1 + 2d reflektierende Ebene l 1 2a d d Bild 13 Beispiel einer Messfläche und der Mikrophon - positionen für eine grosse Maschine. Bild 15 Quaderförmige Messfläche mit 3 Mikrophon - positionen für am Boden und in einer Ecke stehende Schallquellen [S = 2 (ac + 2ab + bc)]. 28
30 7 Messumgebung 7.1 Allgemeines Für das Verfahren der Genauigkeitsklasse 3, wie es hier vorgestellt wird, kann angenommen werden, dass die Messfläche ausserhalb des sog. Nahfeldes liegt, wenn der Messabstand von der zu messenden Schall - quelle gleich oder grösser 0,15 m beträgt. 7.2 Arten von reflektierenden Ebenen Als zulässige reflektierende Ebenen gelten im Freien verfestigte Erde und künstliche Oberflächen wie Beton oder Asphalt. Bei Messungen in Räumen entsprechen alle Arten von schallharten Bodenbelägen wie Beton, Gussasphalt, Parkett usw. den Norm - bedingungen. Die reflektierende Ebene muss grösser sein als die auf sie projizierte Messfläche. Der Schallabsorptionskoeffizient s der ref - lektierenden Ebene sollte im interessierenden Frequenzbereich kleiner als 0,1 sein. Im Normalfall ist diese Bedingung in Räu - men erfüllt, wenn ein Boden aus Beton, Holz oder Fliessen vorhanden ist. Werden Mes - sungen im Freien, z.b. über Gras oder schneebedecktem Boden, durchgeführt, darf der Messabstand nicht grösser als 1 m sein. Innerhalb der Messfläche dürfen sich keine reflektierenden Gegenstände, die nicht zur untersuchten Schallquelle gehören, befinden. 29
31 8 Durchführung der Messung 8.1 Umgebungsbedingungen Umgebungsbedingungen, die einen störenden Einfluss auf das zur Messung benutzte Mikrophon ausüben (z.b. Wind, hohe oder tiefe Temperaturen, starke elektrische oder magnetische Felder), sind zu vermeiden. Ein Windschutz über dem Messmikrophon ist empfehlenswert, erzeugen doch Moto ren und Antriebsaggregate Luftturbulen zen, die örtlich hohe Spitzenwerte erreichen können. Die Hinweise der Messgeräte-Her steller be - züglich dieser Umgebungs ein flüsse sind zu beachten und allenfalls durch eine entsprechende Mikrophon richtung zu berücksichtigen. 8.2 Messung der Schalldruckpegel Der A-bewertete Schalldruckpegel ist über einen repräsentativen Betriebszyklus der Schallquelle, mindestens aber während 30 Sekunden, zu messen. Hierbei sind die folgenden Werte zu erfassen: A-bewerteter Schalldruckpegel L pa wäh rend des Betriebs der untersuchten Schallquelle A-bewerteter Schalldruckpegel L pa für das Fremdgeräusch Bei zeitlich schwankenden Geräuschen ist die Festlegung der Messzeit besonders wichtig. Für Maschinen mit Betriebszustän - den, die unterschiedliche Geräuschpegel ergeben, ist für jeden Betriebszustand eine geeignete Messdauer auszuwählen. Für normgerechte Messungen darf nur ein Schall pegelmesser nach EN ein gesetzt werden (vgl. Ziff. 4.6). Bild 16 Messung der Schalldruckpegel mit 6 Mikrophonen bei einem modernen Altglas-Sammelsystem (die Mikrofone sind mit einem Kreis gekennzeichnet). 8.3 Berechnung des mittleren Schall druckpegels Aus den gemessenen A-bewerteten Schall - druckpegeln L pai und L pai sind die über die gesamte Messfläche gemittelten A-bewerteten Schalldruckpegel L pa und L pa für das Fremdgeräusch mit Hilfe der folgenden Glei chungen zu berechnen: N 1 L' pa = 10 lg 10 0,1. L' pai [db] [GL 12] N i = 1 N '' 1 L pa = 10 lg 10 0,1. L'' pai [db] [GL 13] N i = 1 N = Anzahl Mikrophonpositionen 8.4 Korrekturen für Fremdgeräusche Der Messwert der zu untersuchenden Schallquelle muss an jeder Messstelle mindestens 3 db über dem Hintergrund- oder Fremdgeräusch liegen. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, darf die Messung nicht als normgerecht bezeichnet werden. Ist die Differenz zwischen Fremdgeräusch und Schallpegel der Schallquelle kleiner als 10 db, muss das Messergebnis mit Hilfe von Tabelle 7 korrigiert werden (Korrektur K 1A ). 30
TEXTE 40/2014 Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen TEXTE