Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20280/89
Timestamp: 2019-07-22 23:46:04
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 314', 'BGH', '§ 314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.06.1990 - XI ZR 280/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,358
BGH, 19.06.1990 - XI ZR 280/89 (https://dejure.org/1990,358)
BGH, Entscheidung vom 19.06.1990 - XI ZR 280/89 (https://dejure.org/1990,358)
BGH, Entscheidung vom 19. Juni 1990 - XI ZR 280/89 (https://dejure.org/1990,358)
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Erfüllung des Wuchertatbestandes wegen Absicherung eines Darlehens durch Bürgschaft, Grundschuld, Sicherungsübereignung und Forderungsabtretungen - Anwendbarkeit einer tatsächlichen Vermutung eines Missverhältnisses bei der Prüfung der Sittenwidrigkeit von Konsumentenratenkrediten auf Geschäftskredite - Kriterien zur Beurteilung des Verhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung - Gewährung eines Privatdarlehens bei für die Banken nicht mehr bestehender Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers
Beurteilung der Sittenwidrigkeit anhand von Durchschnittszinssätzen nicht bei Gelegenheitsdarlehen eines Großhändlers an einen Kunden
NJW-RR 1990, 1199
ZIP 1990, 1048
MDR 1990, 1002
WM 1990, 1322
BB 1990, 1509
Das ergibt sich aus den Feststellungen zur Beschaffenheit der Urkunde, die zwar teilweise nicht im Tatbestand des landgerichtlichen Urteils, sondern in dessen Entscheidungsgründen enthalten sind; die im Berufungsurteil enthaltene Bezugnahme auf den "Tatbestand" des erstinstanzlichen Urteils umfaßt jedoch auch die tatsächlichen Feststellungen in dessen Entscheidungsgründen (…vgl. BGH, Urteile vom 7. Dezember 1993 - VI ZR 74/93 - BGHR ZPO § 314 Unrichtigkeit 5 und vom 19. Juni 1990 - XI ZR 280/89 - BGHR ZPO § 314 Feststellungen 1).
Zum anderen ist noch zu prüfen, ob Zahlungsansprüche der Vermieterin über die vereinbarten Nettoentgelte hinaus unter dem Gesichtspunkt der ergänzenden Vertragsauslegung und des Wegfalls der Geschäftsgrundlage in Betracht kommen (vgl. BGH Urteil vom 19. Juni 1990 - XI ZR 280/89 - WM 1990, 1322, 1323; Urteil vom 14. Januar 2000 - V ZR 416/97 - NJW-RR 2000, 1652; Urteil vom 28. Februar 2002 - I ZR 318/99 - NJW 2002, 2312).
Vielmehr ist zu prüfen, ob vertragliche Rückzahlungsansprüche aus ergänzender Vertragsauslegung oder wegen Anpassung des Vertrags nach den Grundsätzen zum Wegfall der Geschäftsgrundlage (vgl. BGH, Urt. v. 19. Juni 1990, XI ZR 280/89; WM 1990, 1322, 1323;… Urt. v. 26. Februar 1997, VIII 128/96, NJW-RR 1997, 1054, 1055;… Senat, Urt. v. 14. Januar 2000, V ZR 416/97; NJW-RR 2000, 1652, 1653;… Urt. v. 11. Mai 2001, V ZR 492/99, NJW 2001, 2464, 2465;… ferner BGH, Urt. v. 18. November 1976, VI ZR 153/73, DB 1976, 234, 235) oder subsidiäre bereicherungsrechtliche Ansprüche nach § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2 BGB (vgl. BGHZ 84, 1, 10 f;… Senat, Urt. v. 17. Januar 1975, V ZR 105/73, NJW 1975, 776;… BGH, Urt. v. 26. Februar 1992, IV ZR 339/90, NJW-RR 1992, 669, 670;… vgl. ferner BGH, Urt. v. 14. Mai 1991, X ZR 2/90, NJW-RR 1991, 1269 f) in Betracht kommen.
Damit fehlt es zwar - mangels Ausbeutung - am subjektiven Tatbestand des Wuchers gemäß § 138 Abs. 2 BGB (…vgl. BGH, Urt. v. 8. Juli 1982, III ZR 1/81, NJW 1982, 2767, 2768; Urt. v. 19. Juni 1990, XI ZR 280/89, NJW-RR 1990, 1199).
Auch im Rahmen des § 138 Abs. 2 BGB kann allerdings eine tatsächliche Vermutung für das Vorliegen der subjektiven Tatbestandsmerkmale sprechen, wenn objektiv nicht nur ein auffälliges, sondern ein besonders grobes Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung festzustellen ist (Senatsurteil vom 19. Juni 1990 - XI ZR 280/89 = WM 1990, 1322, 1323) [BGH 19.06.1990 - XI ZR 280/89].
Diesen Besonderheiten (vgl. Senatsurteil vom 19. Juni 1990 aaO zu II., 2. b) mißt das Berufungsgericht nicht das ihnen zukommende Gewicht bei, wenn es auch unter Berücksichtigung der von ihm festgestellten Umstände nur "allenfalls knapp 10% Zinsen" als angemessen ansieht und deswegen bei 28% nicht nur ein auffälliges, sondern ein besonders grobes Mißverhältnis bejaht.
Die Beklagte hat bisher nicht bewiesen, daß die Kläger sich bei Abschluß des Darlehensvertrags am 15. April 1988 eine Zwangslage der Gemeinschuldnerin bewußt und in verwerflicher Weise zunutze gemacht haben (vgl. Senatsurteil vom 19. Juni 1990 aaO).
Mithin entfiel auch von vornherein die Verpflichtung zur Zahlung von Umsatzsteuer, ohne daß es der Vertiefung bedarf, ob sich das im Wege einfacher (BGH, Urt. v. 19. Juni 1990, XI ZR 280/89, WM 1990, 1322, 1323) oder - wie das Berufungsgericht meint - ergänzender Vertragsauslegung erschließt.
Entsprechend hat es vorliegend den Inhalt des Vertrags und seine Durchführung umfassend gewürdigt und ebenso wie das Oberlandesgericht Düsseldorf im Rahmen der Gesamtwürdigung auch die Risiken für die Parteien einbezogen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 19. Juni 1990 - XI ZR 280/89, NJW-RR 1990, 1199, 1200).
BGH, 20.06.1991 - VII ZR 305/90
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