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Timestamp: 2019-10-23 02:38:33
Document Index: 281350960

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 13', '§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 242', '§ 5']

Die Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt) und ...
von Erkan Özcan (Autor)
2.1. Vorteile einer Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt)
2.2. Nachteile einer Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt)
4. Schritte zur Gründung einer UG (Haftungsbeschränkt)
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008, Teil I Nr. 48 ausgegeben zu Bonn 28. Oktober 2008.
Jula, Rocco, Der GmbH- Gesellschafter, 3. Auflage, Springer Verlag, Berlin 2009.
Meyer, Uwe, Beiträge zum Gesellschaftsrecht 2006 – 2010, 1. Auflage, Josef Eul Verlag, Schwerin 2011.
Oehlrich, Marcus / Dahmen, Andreas, Betriebswirtschaftslehre Eine Einführung am Businessplan- Prozess, 2. Auflage, Verlag Franz Vahlen, Offenbach / Mannheim / Bad Homburg 2010.
Wöhe, Günter / Döring, Ulrich, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 24. Auflage, Verlag Franz Vahlen, Lüneburg 2010.
Kapitalgesellschaften sind körperschaftliche Gebilde mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Personen). Für die Unternehmensverbindlichkeiten haftet die Gesellschaft mit ihrem gesamten Gesellschaftsvermögen[1].
Die Haftung der Gesellschafter von Kapitalgesellschaften ist beschränkt auf die Kapitaleinlage[2]. Die Partizipationsrechte der Gesellschafter sind abhängig von der Kapitaleinlage[3]. Handlungsfähig sind Kapitalgesellschaften durch ihre Organbestellung[4].
Im Folgenden sind die in Deutschland existierenden Kapitalgesellschaften aufgezählt:
Aktiengesellschaft (AG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt) (UG), Societas Europaea (SE), Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), Europäische Genossenschaft und die English Private Company limited by shares (Limited- Ltd.)[5]. Darüber hinaus gibt es noch einige andere existierende Unternehmensformen, die aber in der Praxis keine große Bedeutung haben[6].
Die Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt) ist im Zuge der GmbH- Reform durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH- Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) am 23. Oktober 2008 entstanden und ist entsprechend seit dem 1. November 2008 gültig[7].
Nach dem Wortlaut von § 5a Abs. I GmbHG handelt es sich dabei nicht um eine neue Rechtsform, sondern vielmehr um einen Unterfall der GmbH, sodass für die GmbH geltenden Vorschriften auch auf die UG anzuwenden sind, soweit keine Sonderregelungen existieren[8].
Bei der Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt) handelt es sich um eine Gesellschaft, die mit dem Stammkapital gegründet wird, welche den Betrag des Mindeststammkapital nach § 5 Abs. I GmbHG (25.000 €) unterschreitet. Jedoch muss in der Firma abweichend von § 4 GmbHG die Bezeichnung „Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt)“ oder „UG (Haftungsbeschränkt)“ geführt werden. Dies bedeutet, dass für die Gründung einer UG (Haftungsbeschränkt) mit Anbetracht des § 5 Abs. II GmbHG eine Kapitaleinlage von 1 Euro ausreichend ist.
Die UG (Haftungsbeschränkt) ist nach § 6 HGB als Handelsgesellschaft „Formkaufmann“. Daher ist sie im Handelsregister einzutragen (§ 13 Abs. III GmbHG).
Die Handlungsfähigkeit erlangt die UG durch die Organbestellung bzw. dem Geschäftsführer[9]. Weitere Organe der UG sind die Gesellschafterversammlung und eventuell auch der Aufsichtsrat[10].
2.1. Vorteile der UG (Haftungsbeschränkt)
Als wesentliches Charakteristikum der Unternehmergesellschaft (Haftungsbeschränkt) im Unterschied zur GmbH ist die Nicht- Geltung der Regelung für das einzuzahlende Mindeststammkapital nach § 5 Abs. I GmbHG (§ 5a Abs. I GmbHG)11. Demnach wird Unternehmern mit geringem Kapital die Existenzgründung vereinfacht12. Durch § 2 Abs. IIa GmbHG wird das Verfahren zur Gründung der Gesellschaft vereinfacht, wenn sie höchstens drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer hat. Für die Gründung im vereinfachten Verfahren ist das in der Anlage bestimmte Musterprotokoll zu verwenden (§ 2 Abs. I S. 2 GmbHG).
2.2 Nachteil der UG (Haftungsbeschränkt)
Zu einem der größten Nachteile zählt die Fremdfinanzierungsmöglichkeit, da sich Banken als Kreditgeber oft wegen dem hohen Ausfallrisiko scheuen13. Der Grund hierfür ist, das minimale Eigenkapital, welches im Risikofall oftmals nicht zum Ausgleich des Verlustes genutzt werden könnte14. Durch die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags (§ 2 Abs. I GmbHG) entstehen für die Gesellschaft Kosten.
Auch die Eintragung ins Handelsregister (§§ 5a Abs. II, 7 GmbHG) ist mit Kosten verbunden. Kraft Eintragung ins HR unterliegt die UG (Haftungsbeschränkt) der Bilanzierungs –und Buchführungspflicht (§§ 242, 264 HGB). In § 5a Abs. III, S. 1 GmbHG ist geregelt, dass Rücklagen zu bilden sind, in die ein Viertel (25%) des um einen Verlustvortrags aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses einzustellen ist.
[1] Wöhe / Döring, 2010, S. 230.
[2] Wöhe / Döring , 2010, a. a. O.
[3] Wöhe / Döring, 2010, a. a. O.
[4] Wöhe / Döring, 2010, a. a. O.
[5] Meyer, 2010, S. 6.
[6] Meyer, 2010, S. 7.
[7] BGBl. 2008, S. 2026.
[8] Oehlrich / Dahmen, 2010, S.211.
[9] Wöhe / Döring, 2010, S. 230.
[10] Meyer, 2010, S. 13.
9783656745754
9783656745723
v280237
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Erkan Özcan (Autor)