Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2054,%2071
Timestamp: 2020-04-05 20:39:34
Document Index: 301032039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1821', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.05.1970 - V ZR 130/67 - dejure.org
BGH, 22.05.1970 - V ZR 130/67
https://dejure.org/1970,436
BGH, 22.05.1970 - V ZR 130/67 (https://dejure.org/1970,436)
BGH, Entscheidung vom 22.05.1970 - V ZR 130/67 (https://dejure.org/1970,436)
BGH, Entscheidung vom 22. Mai 1970 - V ZR 130/67 (https://dejure.org/1970,436)
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Genehmigungsversagung des Vormundschaftsgerichts hinsichtlich eines Grundstückskaufvertrages im Hinblick auf günstigere Verkaufsmöglichkeiten - Interesse an der Veräußerung nur einer Eigentumshälfte - Einheitlichkeit eines Rechtsgeschäfts - Vorliegen einer ...
BGHZ 54, 71
NJW 1970, 1414
MDR 1970, 750
DNotZ 1970, 495
DB 1970, 1317
Ob es sich bei gemeinsam beurkundeten Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarungen aufgrund eines Einheitlichkeitswillens der Vertragsparteien um ein einheitliches Rechtsgeschäft handelt, ist durch Ermittlung und Auslegung des Parteiwillens festzustellen, wobei nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bei gemeinsamer Aufnahme mehrerer Vereinbarungen in eine Urkunde eine tatsächliche Vermutung für einen Einheitlichkeitswillen besteht (vgl. BGHZ 157, 168, 173 f. = NVwZ 2005, 484, 485; BGHZ 54, 71, 72 = NJW 1970, 1414, 1415).
Den erforderlichen sogenannten Einheitlichkeitswillen der Vertragspartner, für den allerdings schon wegen der Zusammenfassung von Vollmachtserteilung und Treuhandvertrag in einer Urkunde eine Vermutung spricht (BGHZ 54, 71, 72) hat das Berufungsgericht - von seinem Standpunkt aus konsequent - bisher nicht festgestellt.
Dabei hat sich das Landgericht nicht nur auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…NJW 2014, 1101 Rz. 50; BGHZ 157, 168, 173 f.; BGHZ 54, 71, 72) stützen können, sondern auch auf die Rechtsprechung des OLG Hamm (12. Zivilsenat, Beschluss vom 27.06.2014, 12 U 45/14; 17. Zivilsenat, Beschlüsse vom 22.01.2015 und 26.02.2015, 17 U 143/14, BeckRS 2016, 11882 und 11883) in ebenfalls die Klägerin betreffende Verfahren.
§ 139 BGB setzt voraus, daß ein einheitliches Rechtsgeschäft vorliegt (BGHZ 54, 71, 72).
Sind wie hier alle Abreden in einer und derselben Urkunde zusammengefaßt, so spricht eine tatsächliche Vermutung für die von den Vertragschließenden gewollte Einheitlichkeit des gesamten Geschäftes (…Senatsurteil vom 31. Mai 1974 aaO; BGHZ 54, 71, 72) [BGH 22.05.1970 - V ZR 130/67].
Sie haben ihren Einheitlichkeitswillen vielmehr dadurch bezeugt, daß sie die Regelungen in einer Urkunde niedergelegt haben (vgl. BGHZ 54, 71, 72).
Das Berufungsgericht hält die daraus folgende Vermutung für einen einheitlichen Vertrag (…Senatsurteil vom 25.3.1987 a.a.O. unter II 3a; ebenso BGHZ 54 S. 71, 72 = DB 1970 S. 1317 und BGH, Urteil vom 30.4.1976 - V ZR 143/74 = NJW 1976 S. 1931 unter II 1), aber für widerlegt, weil die zwischen den Beteiligten später vereinbarte Reduzierung des Umfangs der Spezialsoftware gezeigt habe, daß es sowohl der Klägerin als auch der Leasinggeberin nicht ausschließlich auf die Spezialsoftware und deren nach Behauptung der Klägerin ursprünglich vereinbarten vollen Umfang angekommen sei.
Bei Zusammenfassung der Teile in einer Urkunde wird die Einheitlichkeit des Rechtsgeschäfts vermutet (BGH, Urteil vom 22.05.1970, V ZR 130/67, BGHZ 54, 71-75, zitiert nach juris, Rn. 9;… Urteil vom 30.04.1976, V ZR 140/74, zitiert nach juris, Rn. 16).
Da es naheliegt, daß der Grund für die gleichzeitige Regelung verschiedener Gegenstände in ihrem sachlichen Zusammenhang zueinander zu suchen ist, kann der "Einheitlichkeitswille" vermutet werden, wenn die beiden Geschäfte in derselben Urkunde niedergelegt sind (BGHZ 54, 71, 72 [BGH 22.05.1970 - V ZR 130/67];… BGH Urteil vom 30. April 1976 a.a.O. unter II 1).
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