Source: http://www.gulp.de/kb/lwo/Software-Audits-und-Lizenzueberpruefungen-Teil-2.html
Timestamp: 2014-03-12 16:29:17
Document Index: 198142444

Matched Legal Cases: ['§ 97', '§ 98', '§ 106', '§ 109', '§ 108', '§ 109']

GULP - Knowledge Base: Lizenzüberprüfung und deren zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen
Lizenzüberprüfung und deren zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen
Was haben Unternehmen und Mitarbeiter zu befürchten, wenn Software nicht rechtmäßig genutzt wird?
Zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen | Empfehlung für die Praxis
Der zweite Teil der Serie zum Thema Lizenzüberprüfung beschäftigt sich mit den zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen für Unternehmen, die Unternehmensleitung und Mitarbeiter bei nicht rechtmäßig genutzter Software sowie den Vorteilen eines funktionierenden Lizenzmanagements.
Nach den § 97 UrhG hat der Softwarehersteller gegen denjenigen, der sein Urheberrecht widerrechtlich verletzt, Anspruch auf Beseitigung der Beeinträchtigung, bei Wiederholungsgefahr Anspruch auf Unterlassung und bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Handeln Anspruch auf Schadensersatz. Bei Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen von § 98 UrhG hat er Anspruch auf Vernichtung, auf Rückruf und auf Überlassung rechtswidrig hergestellter Vervielfältigungsstücke.
Da die Verwendung von nicht rechtmäßig genutzter Software grundsätzlich eine nicht erlaubte Vervielfältigung darstellt, ist diese nach § 106 UrhG als Antragsdelikt (§ 109 UrhG) strafbar. Liegt gewerbsmäßiges Handeln nach § 108 a UrhG vor, handelt es sich um ein Offizialdelikt (§ 109 UrhG).
Zur Vermeidung von Urheberrechtsverletzungen und daraus resultierenden zivilrechtlichen und strafrechtlichen Folgen für das Unternehmen, die Unternehmensleitung und die Mitarbeiter, ist ein funktionierendes Lizenzmanagement dringend geboten, d.h. die Etablierung von Prozessen im Unternehmen, die den tatsächlichen, rechtlichen und effizienten Umgang mit Software im Unternehmen absichern.
Wesentlich für ein Lizenzmanagement ist insbesondere die Einrichtung einer Datenbank, in der jeweils ein Softwareregister (über jede im Unternehmen vorhandene Software) und ein Lizenzregister (über alle Lizenzen, die das Unternehmen besitzt) geführt werden. Das Softwareregister und das Lizenzregister sind regelmäßig miteinander abzugleichen, um festzustellen, ob eine ordnungsgemäße Lizensierung, so der Idealfall, oder aber eine Unter- oder Überlizensierung vorliegt. Die Vorteile des Lizenzmanagements liegen
in der bedarfsgerechten Verteilung der Software-(Lizenzen) im Unternehmen;
in der Überwachung der Softwareressourcen und Risiken bei gesellschaftsrechtlichen Veränderungen wie Unternehmenskauf, Verschmelzung und Abspaltung;
Teil 1 der Artikelserie behandelt die vertraglichen und gesetzlichen Grundlagen des Audits, in Teil 3 geht es um die Vorbereitung und den Ablauf der Lizenzüberprüfung.
"jeder sieht wohl, warum der Trend zu lizenzfreier Software geht ... (Juni 2011)"