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Timestamp: 2019-01-20 10:07:29
Document Index: 376425531

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', '§ 7', 'Art. 4', 'EuG', 'EuG']

EuGH, 16.12.1976 - 63/76 - dejure.org
EuGH, 16.12.1976 - 63/76
Inzirillo / Caisse allocations familiales Lyon
1 . VORLAGEN ZUR VORABENTSCHEIDUNG - ZUSTÄNDIGKEIT DES GERICHTSHOFES - GRENZEN
1. VORLAGEN ZUR VORABENTSCHEIDUNG - ZUSTÄNDIGKEIT DES GERICHTSHOFES - GRENZEN
Einordnung von Vorschriften des nationalen Rechts unter eine Norm des Gemeinschaftsrechts; Auslegung des Gemeinschaftsrechts; Kriterien für die Auslegung eines Arbeitsvertrags; Soziale und steuerliche Vergünstigungen; Beihilfe für erwachsene Behinderte
Generalanwalt beim EuGH, 07.12.1976 - 63/76
Slg. 1976, 2057
Der Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Art. 4 der VO (EG) 883/2004 führt wegen des Anwendungsvorrangs zur Nichtanwendbarkeit des diskriminierenden Merkmals des nationalen Rechts bei Anwendung der übrigen Tatbestandsvoraussetzungen des Leistungsanspruchs (st. Rspr. des EuGH seit Rs 63/76, Slg 1976, 2057 - Inzirillo).
Das ONPTS untersucht im Hinblick auf die Vorabentscheidungsfragen a) und c) eingehend die Urteile des Gerichtshofes vom 11. April 1973 ( Michel S. , Slg. 1973, 457), vom 17. Juni 1975 ( Eheleute F. Slg. 1975, 679) und vom 16. Dezember 1976 ( Inzirillo , Slg. 1976, 2057) sowie die Schlußanträge der Generalanwälte in diesen Verfahren; es kommt zu dem Ergebnis, daß der Gerichtshof nach Billigkeitsgesichtspunkten bislang nur in den Sonderfällen behinderter Kinder von Arbeitnehmern entschieden habe.
In diesem Fall unterliege die Gewährung dieser Vergünstigung dem Gleichbehandlungsgrundsatz gemäß Artikel 7 Absatz 1. Die Kommission verweist dazu auf die Urteile vom 30. September 1975 in der Rechtssache 32/75 ( Cristini , Slg. 1975, 1085), vom 16. Dezember 1976 in der Rechtssache 63/76 ( Inzirillo , Slg. 1976, 2057) und vom 14. Januar 1982 in der Rechtssache 65/81 ( Reina , Slg. 1982, 33).
Wie sich aus den Urteilen vom 30. September 1975 in der Rechtssache 32/75 ( Cristini , Slg. 1975, 1085) und vom 16. Dezember 1976 in der Rechtssache 63/76 ( Inzirillo , Slg. 1976, 2057) ergibt, soll die von Artikel 7 der Verordnung Nr. 1612/68 vorgeschriebene Gleichbehandlung auch die Diskriminierung von Familienangehörigen aufsteigender Linie, die - wie die Berufungsklägerin des Ausgangsverfahrens - vom Arbeitnehmer unterhalten werden, ausschließen.
Der Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Art. 4 der VO (EG) 883/2004 führt wegen des Anwendungsvorrangs zur Nichtanwendbarkeit des diskriminierenden Merkmals des nationalen Rechts bei Anwendung der übrigen Tatbestandsvoraussetzungen des Leistungsanspruchs (st.Rspr. des EuGH seit Rs 63/76, Slg 1976, 2057 - Inzirillo).
Verstößt danach § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 c) SGB II bei Erfüllung der Voraussetzungen gegen das Diskriminierungsverbot des Art. 4 der VO (EG) 883/2004 ist die Vorschrift in ihren diskriminierenden Auswirkungen (Leistungsausschluss) nicht anwendbar; es verbleibt bei dem Leistungsanspruch, dessen Voraussetzungen glaubhaft gemacht sind (vgl. EuGH Rs 63/76, Slg 1976, 2057 - Inzirillo).
i) So ist im Urteil Inzirillo(80) entschieden worden, daß eine Beihilfe für erwachsene Behinderte sowohl eine Leistung der sozialen Sicherheit im Sinne von Artikel 51 des Vertrages und der Verordnung Nr. 1408/71 (Randnrn. 9 und 22) als auch eine soziale Vergünstigung im Sinne von Artikel 7 der Verordnung Nr. 1612/68 darstellt (Randnr. 21).
(24) - Urteile vom 9. Oktober 1974 in der Rechtssache 24/74 (Biason, Slg. 1974, 999, Randnr. 15) und vom 16. Dezember 1976 in der Rechtssache 63/76 (Inzirillo, Slg. 1976, 2057, Randnr. 9).
59: - Urteil des Gerichtshofes vom 16. Dezember 1976 in der Rechtssache 63/76 (Slg. 1976, 2057).
10 - Urteile vom 30. September 1975, Cristini (32/75, Slg. 1975, 1085), vom 16. Dezember 1976, 1nzirillo (63/76, Slg. 1976, 2057), vom 12. Juli 1984, Castelli (261/83, Slg. 1984, 3199), vom 20. Juni 1985, Deak (94/84, Slg. 1985, 1873), vom 18. Juni 1987, Lebon (316/85, Slg. 1987, 2811), vom 26. Februar 1992, Bernini (C-3/90, Slg. 1992, I-1071), vom 27. Mai 1993, Schmid (C-310/91, Slg. 1993, I-3011), und vom 8. Juni 1999, Meeusen (C-337/97, Slg. 1999, I-3289).
Rechtsfolge der Feststellung einer nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung ist nach der insoweit gefestigten unionsrechtlichen Dogmatik des Anwendungsvorrangs die Nichtanwendbarkeit des diskriminierenden Merkmals des nationalen Rechts bei Anwendung der übrigen Tatbestandsvoraussetzungen des Leistungsanspruchs (st. Rspr. des EuGH seit Rs. 63/76, Slg. 1976, 2057 - Inzirillo).
15: - Urteil vom 16. Dezember 1976 in der Rechtssache 63/76 (Inzirillo, Slg. 1976, 2057).