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Timestamp: 2016-10-23 06:20:07
Document Index: 166390913

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_1012/2009 (05.03.2010)
8C_1012/2009
Rechtsanwalt Kurt Brunner,
Die 1947 geborene L.________ war �ber die Arbeitslosenkasse des Kantons Luzern bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als es am 25. Februar 2007 zu einer Frontalkollision zwischen einem Personenwagen und dem Fahrzeug, in dem sich die Versicherte befand, kam. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese jedoch mit Verf�gung vom 20. M�rz 2008 und Einspracheentscheid vom 28. August 2008 per 1. April 2008 ein, da die �ber dieses Datum hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht ad�quat kausal durch das Unfallereignis verursacht worden seien.
Die von L.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 27. Oktober 2009 ab.
Mit Beschwerde beantragt L.________, die SUVA sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch �ber den 1. April 2008 hinaus zu erbringen.
1.3 Gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG sind Noven im letztinstanzlichen Verfahren grunds�tzlich unzul�ssig (vgl. zur Geltung dieses Grundsatzes im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung: BGE 135 V 194 E. 3.4 S. 199 f.). Die Voraussetzungen, unter denen die von der Beschwerdef�hrerin neu eingereichten Unterlagen ausnahmsweise zul�ssig w�ren, sind vorliegend nicht erf�llt, so dass diese unbeachtet bleiben m�ssen.
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der SUVA f�r die �ber den 1. April 2008 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden der Versicherten.
4.1 Die Vorinstanz hat in umfassender W�rdigung der medizinischen Akten erwogen, die im Januar 2008 diagnostizierte Ruptur der Supraspinatussehne rechts sei keine Unfallfolge. Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu �berzeugen: Vor Januar 2008 waren keine Schulterbeschwerden aktenkundig, obwohl die Versicherte in dieser Zeit von verschiedenen medizinischen Fachpersonen untersucht worden war. Gegen�ber dem SUVA-Arzt Dr. med. M.________ der sich mit der Beschwerdef�hrerin in ihrer Muttersprache verst�ndigen konnte, gab sie am 21. Januar 2008 selber an, die Schulterbeschwerden seien erst nach dem Aufenthalt in O.________ aufgetreten. Somit ist erstellt, dass diese Beschwerden nicht schon kurz nach dem Unfall auftraten. Daraus folgt, wie Dr. med. M.________ in seiner Beurteilung vom 4. Juni 2008 �berzeugend darlegt, dass die Ruptur �berwiegend wahrscheinlich nicht durch den Unfall verursacht wurde. Auf die Berichte versicherungsinterner �rzte kann rechtsprechungsgem�ss dann abgestellt werden, wenn auch keine geringen Zweifel an der Zuverl�ssigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 8C_216/2009 E. 4.7). Solche verm�gen vorliegend auch die Berichte des behandelnden Arztes Dr. med. W.________ vom 22. November 2008 und vom 3. Februar 2009 nicht zu begr�nden, da dieser Arzt - gem�ss dem Erwogenen zu Unrecht - davon ausgeht, die Schulterbeschwerden seien bereits seit dem Unfall persistierend.
4.2 Der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den �ber den 1. April 2008 hinaus geklagten organisch nicht hinreichend nachgewiesen Beschwerden erscheint mit Blick auf den Bericht des Dr. med. M.________ vom 21. Januar 2008 als zweifelhaft. Ob ein solcher besteht, kann aber letztlich offenbleiben, da - wie nachstehend dargelegt wird - ein allf�lliger nat�rlicher Kausalzusammenhang selbst bei einer Pr�fung der Ad�quanz nach den Kriterien der sog. "Schleudertrauma-Praxis" (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) nicht ad�quat und damit nicht rechtsgen�glich w�re (vgl. auch BGE 8C_216/2009 E. 5.1).
5.1 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Die vorinstanzliche Qualifikation des Ereignisses vom 25. Februar 2007 als im engeren Sinne mittelschwer ist mit Blick darauf, dass Frontalkollisionen zu einer geringeren Belastung des K�rpers f�hren als Heckkollisionen (vgl. etwa das Urteil 8C_239/2007 E. 6.3), jedenfalls nicht zu Ungunsten der Versicherten ausgefallen. Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
5.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgef�hls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht f�r eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Entgegen den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin ereignete sich der Unfall vom 25. Februar 2007 weder unter besonders dramatischen Begleitumst�nden, noch war er besonders eindr�cklich. Die Vorinstanz hat dieses Kriterium mithin zu Recht verneint.
5.3 Die Diagnose einer HWS-Distorsion oder einer anderen, ad�quanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung gen�gt f�r sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgesch�digte Wirbels�ule trifft, ist speziell geeignet, die "typischen" Symptome hervorzurufen (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105, 8C_413/2008 E. 6.3.2). Wie die Versicherte selbst ausf�hrt, war sie vor dem Ereignis vom 25. Februar 2007 stets voll arbeitsf�hig. Somit ist nicht davon auszugehen, dass die Wirbels�ule dermassen erheblich vorgesch�digt war, dass die am 25. Februar 2007 erlittene Distorsion der Halswirbels�ule deswegen als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren w�re (vgl. Urteil 8C_542/2008 vom 20. November 2008 E. 5.3). Auch die �brigen erlittenen Verletzungen rechtfertigen keine entsprechende Qualifikation. Das Kriterium ist demnach nicht erf�llt.
5.4 Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, inwiefern die Behandlung nach dem Unfall besonders belastend gewesen sein sollte. Eine besondere Belastung ist denn auch nicht aus den Akten ersichtlich. Demnach ist auch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung zu verneinen.
5.5 Ebenfalls fehlen in den Akten Hinweise auf eine �rztliche Fehlbehandlung: Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass die Schulterbeschwerden schon seit dem Unfall bestanden und aufgrund einer �rztlichen Fehlleistung nicht fr�her behandelt wurden (vgl. E. 4.1 hievor).
5.6 Die Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen m�ssen nicht kumulativ erf�llt sein (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der �rztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteil 8C_80/2009 vom 5. Juni 2009 E. 6.5). Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, sind vorliegend keine solchen Gr�nde ersichtlich; das Kriterium ist somit nicht gegeben.
5.7 Was schliesslich die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
5.8 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt erachten w�rde, die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben sind, ist die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 25. Februar 2007 und den �ber den 1. April 2008 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden, zu verneinen.
Lagen nach dem 1. April 2008 keine nat�rlich und ad�quat kausalen Unfallfolgen mehr vor, war die Leistungseinstellung auf dieses Datum hin rechtens; die Beschwerde ist abzuweisen.