Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%20115/84
Timestamp: 2019-05-21 18:12:24
Document Index: 334761502

Matched Legal Cases: ['§ 175', '§ 173', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 40', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 175', '§ 175', '§ 173']

BFH, 03.08.1988 - I R 115/84 - dejure.org
BFH, 03.08.1988 - I R 115/84
https://dejure.org/1988,1450
BFH, 03.08.1988 - I R 115/84 (https://dejure.org/1988,1450)
BFH, Entscheidung vom 03.08.1988 - I R 115/84 (https://dejure.org/1988,1450)
BFH, Entscheidung vom 03. August 1988 - I R 115/84 (https://dejure.org/1988,1450)
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Ermittlung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung - Asetzung von Verlusten als Betriebsausgaben
Die Voraussetzungen des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 liegen nicht vor, wenn das FA - wie im Fall des § 173 Abs. 1 AO 1977 - lediglich nachträglich Kenntnis von einem bereits gegebenen Sachverhalt erlangt (vgl. BFH-Urteile vom 21. April 1988 IV R 215/85, BFHE 153, 485, BStBl II 1988, 863; vom 26. Juli 1984 IV R 10/83, BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786;… Woerner/Grube, a. a. O., 128), oder wenn das FA den Sachverhalt lediglich anders würdigt (BFH-Urteile vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482; vom 26. Oktober 1988 II R 55/86, BFHE 154, 493, BStBl II 1989, 75).
BFH, 10.03.1999 - XI R 28/98
Aufhebung eines Gewerbesteuermeßbescheides
Hilfsweise sei § 174 Abs. 4 AO 1977 anzuwenden; diese Auffassung werde durch das BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84 (BFH/NV 1989, 482) bestätigt.
Wenn auch die Folgeänderung nach § 174 Abs. 4 AO 1977 nicht auf die gleiche Steuerart beschränkt ist (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 1989, 482), kann danach im Streitfall die Änderung der Einkommensteuerbescheide nicht die Änderung der Gewerbesteuermeßbescheide bewirken.
Der Kläger kann sich nicht mit Erfolg auf das Urteil in BFH/NV 1989, 482 berufen; in dieser Entscheidung hielt es der I. Senat für möglich, daß vom FG im Gewerbesteuermeßbescheid der Ehefrau berücksichtigte Ausgaben über § 174 Abs. 4 AO 1977 im Einkommensteuerbescheid des Ehemanns gestrichen werden.
Eine Gerichtsentscheidung kann ein solches Ereignis darstellen, wenn sie den Tatbestand, an den das Steuergesetz anknüpft, rückwirkend verändert (vgl. BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482, Ziff. 2 der Gründe mit Literaturnachweisen).
Eine Rechtsverletzung des Hinzugezogenen i.S. des § 40 Abs. 2 FGO wird aber nach allgemeiner Ansicht bejaht, wenn eine materiell-rechtliche Beschwer aufgrund der Bindungswirkung der Entscheidung der Finanzbehörde zu seinen Lasten und seine formelle Beschwer (wegen zurückgewiesener eigener Anträge im Einspruchsverfahren) vorliegen (vgl. BFH-Urteile vom 22. Juli 1980 VIII R 114/78, BFHE 131, 429, BStBl II 1981, 101; vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482;… Senatsurteil vom 26. Juli 1995 X R 45/92, BFH/NV 1996, 195).
Wie der BFH im Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84 (BFH/NV 1989, 482) entschieden hat, sind Folgeänderungen nach § 174 Abs. 4 AO nicht auf dieselbe Steuerart beschränkt.
Jedoch könnten auch Urteile eines Gerichts rückwirkende Ereignisse sein (BFH-Urteil vom 3. August 1988, I R 115/84, BFH/NV 1989, 482).
Deshalb führen auch die Erwägungen des BFH im Urteil vom 3. August 1988, I R 115/84 zu keiner anderen Beurteilung: Eine Gerichtsentscheidung kann ein rückwirkendes Ereignis sein, wenn das Urteil den Tatbestand, an den das Steuergesetz anknüpft, rückwirkend verändert.
Eine solche rückwirkende Veränderung eines bekannten und unveränderten Sachverhalts liegt aber gerade dann nicht vor, wenn das Gericht den Sachverhalt anders würdigt als zuvor das Finanzamt (BFH-Urteil vom 3. August 1988, I R 115/84, BFH/NV 1989, 482).
Daran fehlt es, wenn - wie vorliegend mit dem Urteil vom 3. August 1988, I R 115/84, BFH/NV 1989, 482 zur Frage, ob eine Gerichtsentscheidung ein rückwirkendes Ereignis sein kann - bereits höchstrichterliche Rechtsprechung vorliegt, die zu einer hinreichenden Klärung geführt hat und diese auch nicht aufgrund neuer Entwicklungen in Frage zu stellen ist (…vgl. BFH-Beschluss vom 15.Oktober 2008, II B 74/08, BFH/NV 2009, 125 ).
Die "richtigen steuerlichen Folgerungen" sind dabei ohne Rücksicht auf die Steuerart (Senatsbeschluss vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482), den Steuerpflichtigen (vgl. insoweit die Regelung des § 174 Abs. 5 AO) oder den Besteuerungszeitraum (Frotscher in Schwarz, AO, § 174 Rz 176 unter Hinweis auf den BFH-Beschluss vom 16. Mai 1990 X R 147/87, BFHE 161, 398, BStBl II 1990, 942) zu ziehen.
BFH, 22.04.2008 - X B 154/07
Bindungswirkung des Einkommensteuerbescheids für die Gewerbesteuer - Verletzung …
Eine Bindung des Einkommensteuerbescheids an den Gewerbesteuermessbescheid besteht demgegenüber nicht (BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482).
Zivilgerichtlichen Urteilen kann deshalb Rückwirkung i.S. von § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zukommen, wenn der Tatbestand, an den ein Steuergesetz anknüpft, rückwirkend verändert wird (BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482).
Die Voraussetzungen des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO liegen dagegen nicht vor, wenn das FA - wie im Fall des § 173 Abs. 1 AO - lediglich nachträglich Kenntnis von einem bereits gegebenen Sachverhalt erlangt (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897; BFH-Urteil vom 21. April 1988 IV R 215/85, BFHE 153, 485, BStBl II 1988, 863) oder wenn das FA den Sachverhalt lediglich anders würdigt (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897; BFH-Urteil vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482).
BFH, 03.12.1998 - V R 29/98
BFH, 02.12.1999 - II B 17/99
Beiladung eines Dritten
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Änderung des Einkommensteuerbescheids des geschiedenen Unterhaltsempfängers trotz …
FG Hamburg, 23.10.2008 - 5 K 159/07
Abgabeordnung: Abweichender Zinslauf bei rückwirkendem Ereignis