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Timestamp: 2019-07-17 11:21:51
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Matched Legal Cases: ['§ 147', '§ 4', '§ 4', '§ 238', '§ 14', '§ 7']

Lexikon: Buchführung - Dr. Web
21. Mai 2007,
Lukas Schlömer 21. Mai 2007
Dieses Mini-Lexikon soll mit kurzen Erklärungen helfen, den Begriffs-Dschungel in Sachen Buchführung zu durchdringen. Der Schwerpunkt liegt auf der vereinfachten Buchführung für Freiberufler und Kleinunternehmer.
Abschreibung (= Absetzung für Abnutzung / AfA)
Wirtschaftsgüter, die mehr als netto 410 Euro kosten, können im Jahr der Anschaffung nicht auf einen Schlag als Betriebsausgaben geltend gemacht (= abgeschrieben) werden. Mit anderen Worten: Die Abnutzung dauerhaft genutzter Güter darf nur in jährlichen Teilbeträgen von der Steuer abgesetzt werden. Die offizielle Bezeichnung für Abschreibungen lautet daher „Absetzung für Abnutzung“.
Ein amerikanisches Journal ist eine Buchhaltungstabelle, in der jeder Geschäftsvorfall mit Datum und Buchungstext in eine neue Zeile eingetragen und einer Einnahmen- und/oder Ausgabenspalte zugeordnet wird. Besteht Umsatzsteuerpflicht, sind außerdem eine Umsatzsteuer- und eine Vorsteuer-Spalte erforderlich. Am Ende des Monats brauchen die einzelnen Spalten nur addiert zu werden, und schon ist eine nach „Sachkonten“ differenzierte Einnahmenüberschussrechnung fertig. Wer seine Buchungen zusätzlich seinen Finanzkonten zuordnet (zum Beispiel Girokonto oder Kasse), kann mit einem Amerikanischen Journal theoretisch sogar die doppelte Buchführung erledigen.
Unternehmer müssen ihre Geschäftsdokumente aufbewahren. Welche Unterlagen das sind und wie lange sie verwahrt werden müssen, ist im Steuer- und Handelsrecht geregelt. Für Freiberufler und nicht ins Handelsregister eingetragene Gewerbetreibende gilt § 147 der Abgabenordnung: Demnach müssen Buchungsbelege und Jahresabschlüsse 10 Jahre, ein- und ausgehende Geschäftsbriefe sowie alle anderen steuerlich bedeutsamen Unterlagen mindestens sechs Jahre aufgehoben werden. Im Jahr 2010 dürfen im Prinzip also die Belege des Jahres 1999 (und die aller vorangegangenen Jahre) und die Korrespondenz des Jahres 2003 (und die aller vorangegangenen Jahre) geschreddert werden.
Auszahlung / Ausgabe / Aufwand / Kosten
Buchhalter kennen mindestens vier unterschiedliche Begriffe für Mittelabflüsse und/oder Vermögensminderungen. Eine Auszahlung verringert den Zahlungsmittelbestand in der Kasse oder auf dem Bankkonto. Bei Ausgaben werden zusätzlich die Veränderungen bei den Forderungen und Verbindlichkeiten mit hinzugenommen. (Dieser Unterschied ist bei der vereinfachten Buchführung nicht von Belang). Von Aufwand ist erst dann die Rede, wenn das Reinvermögen (= Eigenkapital) sich verringert. Für Kosten gibt es keine feste Definition. Im Rahmen ihrer internen Kalkulationen dürfen Unternehmer selbst festlegen, was Sie als Kosten betrachten.
Für jeden steuerlich und handelsrechtlich bedeutsamen Vorgang muss es ein schriftliches Dokument geben, das Aufschluss über den zugrunde liegenden Geschäftsvorfall gibt. Besonders pingelig ist der Fiskus bei Gewinn mindernden Ausgaben, weil das die Steuereinnahmen senkt. Hier sind in aller Regel Fremdbelege nötig (wie Eingangsrechnungen, Quittungen, Gutschriften, Kontoauszüge), für die bestimmte Formvorschriften gelten. Manche Vorgänge werden aber auch anhand eigener Unterlagen dokumentiert (zum Beispiel Ausgangsrechnungen oder Personalabrechnungen). In jedem Fall gilt die goldene Buchhalterregel: „Keine Buchung ohne Beleg!„
Die Bilanz ist die Gegenüberstellung des Vermögens (linke Seite) sowie des Eigenkapitals und der Schulden (rechte Seite) eines Unternehmens. Sie gibt Aufschluss über die Verwendung und die Herkunft des eingesetzten Kapitals. Alle Vermögens- und Schuldenpositionen werden im Rahmen der Inventur am Jahresende bewertet und in das Inventar eingetragen. Das Inventar bildet die Basis der zusammenfassenden Bilanz. Freiberufler und kleinere Unternehmen müssen zum Glück keine Inventur machen und keine Bilanz aufstellen.
Im Brutto-Verkaufspreis ist die Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) bereits enthalten: Bruttopreis minus Steueranteil gleich Nettopreis.
Landläufig werden beide Begriffe für den gesamten ungeliebten Papierkram benutzt. Kaufleute verstehen unter der Buchhaltung den betrieblichen Funktionsbereich (die „Abteilung“) oder die Menschen, die mit Buchführungsaufgaben betraut sind. Das Wort „Buchführung“ geht auf die Gesetzesvorschrift zurück, derzufolge Kaufleute verpflichtet sind, „Bücher zu führen“. Neben der vereinfachten oder doppelten (Finanz-)Buchführung (= FiBu) gibt es spezielle Aufgaben wie die Personal-, Material- oder Anlagenbuchführung.
Das Controlling basiert auf den Zahlen der Finanzbuchhaltung und des internen Rechnungswesens (= Kostenrechnung) und verdichtet sie. Damit sollen die Verantwortlichen in die Lage versetzt werden, das Unternehmen zu steuern (englisch: „to control“). Anders als die naheliegende Übersetzung „Kontrolle“ vermuten lässt, geht es also nicht vorrangig darum, Prozesse oder Personen nachträglich zu kontrollieren, als vielmehr darum, die Ursachen und das Zusammenwirken positiver und negativer Entwicklungen zu erkennen und auf dieser Basis (bessere) Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Bei der degressiven Abschreibung erfolgt die „Absetzung für Abnutzung“ in sinkenden Jahresbeträgen. Ein fester Prozentsatz (von derzeit maximal 25 Prozent) wird im ersten Jahr auf den Anschaffungswert angewendet, in den Folgejahren auf den jeweils verbliebenen Rest- oder Buchwert. Vorausgesetzt, die Nutzungsdauer ist länger als vier Jahre, ergibt sich dadurch eine anfänglich höhere Gewinnminderung als bei der linearen Abschreibungsmethode. Wer will, darf die Abschreibungsmethode eines bestimmten Wirtschaftsgutes im Laufe der Nutzungsdauer einmal wechseln.
Digitale / elektronische Signatur
Damit elektronische Geschäftsdokumente volle Beweiskraft haben, müssen sie elektronisch signiert sein. Das gilt insbesondere für Rechnungen, die per E-Mail verschickt oder im Internet zum Download bereitgestellt werden. Bei unsignierten Rechnungen ist der Vorsteuerabzug verboten und die Anerkennung als Aufwand gefährdet. Der Gesetzgeber stellt an die elektronische Signatur hohe Anforderungen. Nur wenige Institutionen dürfen Signaturzertifikate ausstellen.
Bei der doppelten „kaufmännischen“ Buchführung handelt es sich um ein in vielerlei Hinsicht „doppeltes“ Verfahren. Der Gewinn wird sowohl über die Buchung laufender Geschäftsvorgänge ermittelt („Gewinn- und Verlustrechnung“) als auch über einen Vermögensvergleich am Anfang und am Ende des Jahres („Inventur“ beziehungsweise „Bilanz“). Zu Kontrollzwecken wird jeder Geschäftsvorgang auf zwei Konten verbucht.
Wenn im Einzelfall ein korrekter Fremdbeleg fehlt, darf ausnahmsweise ein Eigenbeleg ausgestellt werden.
Einnahme / Einzahlung / Ertrag / Leistung
Buchhalter kennen mindestens vier unterschiedliche Begriffe für Mittelzuflüsse und/oder Vermögensmehrungen. Eine Einzahlung erhöht den Zahlungsmittelbestand in der Kasse oder auf dem Bankkonto. Bei Einnahmen werden zusätzlich die Veränderungen bei den Forderungen und Verbindlichkeiten mit hinzugenommen. (Dieser Unterschied ist bei der vereinfachten Buchführung nicht von Belang). Von Ertrag ist erst dann die Rede, wenn das Reinvermögen (= Eigenkapital) sich erhöht. Für Leistungen (Gegenstück zu den „Kosten“) gibt es keine feste Definition. Im Rahmen ihrer internen Kalkulationen dürfen Unternehmer frei darüber entscheiden, was Sie als Leistung betrachten.
Die Einnahmenüberschussrechnung ist eine (relativ) einfache Art der Gewinnermittlung. Freiberufler und Gewerbetreibende, die keine kaufmännischen „Bücher führen“, dürfen ihren steuerlichen Gewinn ermitteln, indem sie einfach ihre jährlichen Betriebsausgaben von ihren Einnahmen abziehen. Entscheidend ist dabei der Zahlungszeitpunkt. Die aufwendige doppelte Buchführung, das komplizierte Zuordnen von Ein- und Auszahlungen zu verschiedenen Wirtschaftsjahren, das Aufstellen einer Bilanz und die dafür erforderliche Bewertung von Vermögen und Schulden entfallen. Die Grundsätze der EÜR sind in § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz geregelt. Daher werden EÜR-Pflichtige manchmal auch als „4.3-Rechner“ bezeichnet.
Faktura ist der altmodische Fachbegriff für Rechnung. Fakturieren bedeutet also schlicht „Rechnungen schreiben“ oder „in Rechnung stellen“.
Bei der Kalkulation unterscheiden Kaufleute zwischen fixen und variablen Kosten: Als fix gelten solche Kosten, die unabhängig von der Auftragslage anfallen: So ist beispielsweise die Büromiete in aller Regel eine feste Größe. Die Material-, Reise- oder auftragsbezogenen Personalkosten können mit höherer Auslastung jedoch steigen.
Eine Forderung entsteht, sobald die vereinbarte Leistung erbracht und die dazu gehörige Rechnung geschrieben und verschickt ist. Solange die Rechnung noch nicht bezahlt ist, handelt es sich um einen „offenen Posten“. Im Rahmen der doppelten Buchführung stellt bereit eine Forderung Umsatz dar und erhöht den Gewinn. Forderungen sind in jeder Hinsicht und in voller Höhe steuerpflichtig. Bei der vereinfachten Buchführung gilt hingegen der Zahlungszeitpunkt.
Solange die Anschaffungskosten eines „beweglichen, abnutzbaren Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens“ unter 410 Euro netto liegen, betrachtet der Gesetzgeber sie als geringwertige Wirtschaftsgüter. „GWG“ darf man bereits im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abschreiben. Beträgt der Wert mehr als 150 Euro, müssen solche Vermögensbestandteile allerdings in ein separat geführtes GWG-Verzeichnis aufgenommen werden. Wer will, kann Wirtschaftsgüter im Wert zwischen 150 Euro und 1.000 Euro aber auch in den jährlichen „Sammelposten“ aufnehmen, der pauschal über fünf Jahre in gleichen Teilbeträgen abzuschreiben ist.
Bestimmte äußere Gestaltungsvorschriften (wie zum Beispiel die „DIN 5008“) müssen Geschäftsbriefe nicht aufweisen. Dafür aber bestimmte Standardinhalte – insbesondere Name, Rechtsform und Sitz des Unternehmers oder des Unternehmens sowie gegebenenfalls Registergericht, Handelsregisternummer und Geschäftsführer.
Der Gewinn ist die Differenz zwischen (Netto-!)Umsatz und steuerlich anerkannten Betriebsausgaben. Bei Freiberuflern und kleineren Unternehmern ist der Gewinn laut § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz der „Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben“. Daher trägt die Gewinnermittlung dieser Steuerpflichtigen auch die Bezeichnung „Einnahmenüberschussrechnung“.
Die Gewinnermittlung ist eine der Hauptaufgaben der Buchführung. Die Vorschriften über die Gewinnermittlung sind ganz besonders streng, weil der Gewinn die Grundlage der Besteuerung bildet.
Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sind an unterschiedlichen Stellen des Steuer- und Handelsrechts festgelegt. Die Buchführung muss richtig, vollständig, übersichtlich und für Außenstehende verständlich sein. Sie auf schriftlichen Belegen basieren, die zeitnah und ordnungsgemäß zu erfassen und aufzubewahren sind.
Eine Gutschrift kann eine zuvor ausgestellte Rechnung zugunsten des Rechnungsempfängers korrigieren oder Sie unter bestimmten Voraussetzungen sogar ganz ersetzen. Außerdem werden Zahlungseingänge auf Bankkonten als Gutschriften bezeichnet.
GuV („Gewinn- und Verlustrechnung“)
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist als Ergebnis der doppelten Buchführung ein Teil des kaufmännischen Jahresabschlusses. Es handelt sich um eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben des betreffenden Wirtschaftsjahres.
Unter Inkasso versteht man den Einzug von Forderungen. Wer will, kann diese Aufgabe an darauf spezialisierte Unternehmen übertragen („Inkasso-Büros“). Ob die zugrunde liegende Forderung dabei abgetreten, verkauft oder nur im Auftrag „eingetrieben“ wird, kommt auf den Einzelfall an.
Die (grundsätzlich jährliche) Inventur stellt die Bestandsaufnahme und Bewertung aller Vermögens- und Schuldenbestandteile eines Unternehmens dar. Ergebnis dieser Bestandsaufnahme ist das „Inventar“, bei dem es sich um eine Liste aller einzelnen Vermögens- und Schuldenpositionen handelt. Das detaillierte Inventar wiederum bildet die Basis der Bilanz, in der die einzelnen Inventarposten nach bestimmten Kriterien zusammengefasst und gegliedert werden.
Die kaufmännische Kalkulation dient der Berechnung von Kosten und Preisen. Sie kann im Vorwege erfolgen (Verkaufspreise und Stundensätze) oder nachträglich, um zum Beispiel anhand der tatsächlich eingesetzten Ressourcen die Wirtschaftlichkeit eines Auftrags zu beurteilen (Nachkalkulation). Selbst wenn „der Markt“ die Preise diktiert, ist die Kalkulation unverzichtbar: Sie hilft zum Beispiel bei der Entscheidung, ob sich die Übernahme eines Auftrags überhaupt lohnt oder der voraussichtliche Jahresgewinn ausreicht, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern.
Alle Händler, Produzenten, Handwerker und Dienstleister, die freiwillig oder zwangsweise ins Handelsregister eingetragen werden, sind automatisch Kaufleute. Jede Kapitalgesellschaft (zum Beispiel GmbH oder Aktiengesellschaft) ist ebenfalls von Haus aus Kaufmann. Eine bestimmte Ausbildung oder ein Studium ist dafür aber nicht erforderlich. Allerdings müssen Kaufleute die Regeln des Handelsrechts kennen und sich danach richten. Die meisten Freiberufler und Kleingewerbetreibende gelten nicht als Kaufleute.
Die speziellen Rechtsbeziehungen zwischen Kaufleuten sind im Handelsgesetzbuch geregelt. Das HGB ergänzt die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Das HGB dient der Klärung, Vereinfachung und Beschleunigung von Geschäftsbeziehungen. So kann zum Beispiel ein Vertrag bereits aufgrund eines einseitigen Bestätigungsschreibens zustande kommen. Außerdem sind die in der jeweiligen Branche geltenden Handelsbräuche zu beachten. Wenn das HGB nicht greift oder ein bestimmter Sachverhalt darin nicht geregelt ist, findet das BGB Anwendung. Die kaufmännischen Buchführungsvorschriften sind in § 238ff HGB zu finden.
Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro und einem Umsatz von nicht mehr als 50.000 Euro im laufenden Jahr brauchen ihren Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Im Gegenzug sind sie dafür aber auch nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Sofern sie hauptsächlich mit Endverbrauchern zu tun haben, sind die Verkaufspreise und Honorare automatisch um rund 15 % günstiger als die von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen. Kleinunternehmer können sich freiwillig der Umsatzsteuer unterwerfen. Sie sind an diese Entscheidung dann aber fünf Jahre lang gebunden.
Konto / Sachkonto
Konten gibt es in der doppelten Buchführung viele. Neben den Finanzkonten (zum Beispiel Bank oder Kasse) führen Buchhalter je nach Art und Größe des Unternehmens Hunderte von (Sach-)Konten: Soweit erforderlich oder gewünscht werden das Vermögen, die Schulden sowie die laufenden Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens jeweils in einer zweispaltigen Tabelle dargestellt. Bei jedem einzelnen Geschäftsvorgang kann so festgehalten werden, welche Position erhöht und welche verringert worden ist. Die Spaltenüberschriften tragen immer die Überschriften „Soll“ (links) und „Haben“ (rechts).
Kostenrechnung / Kosten-Leistungsrechnung (KLR)
Während die Finanz- (=Unternehmens-)Buchführung gesetzlich vorgeschrieben ist (vor allem zwecks Gewinnermittlung und Besteuerung), dient die freiwillige Kosten-Leistungsrechnung überwiegend eigenen betrieblichen Zwecken. In die interne „Betriebsbuchführung“ fließen Kalkulationen ein, die in der Finanzbuchführung aufgrund steuer- oder handelsrechtlicher Vorschriften ausgeschlossen sind. So dürfen sich Einzelunternehmer zwar kein Gehalt zahlen, bei der Kostenrechnung aber einen beliebig hohen Unternehmerlohn einkalkulieren.
Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Verbindlichkeiten (zum Beispiel Lieferantenrechnungen, Darlehens-Rückzahlungen) rechtzeitig begleichen zu können. Liquide ist ein Unternehmen, wenn es jederzeit genug Geld in der Kasse und auf der Bank hat oder notfalls andere Vermögenswerte rechtzeitig „flüssig“ machen kann. Da sich Liquiditäts- und Ertragslage eines Unternehmens zum gleichen Zeitpunkt gravierend unterscheiden können (etwa aufgrund schlechter Zahlungsmoral von Kunden), ist die Überwachung der fälligen Zahlungszeitpunkte oft überlebenswichtig.
Linear ist eine Abschreibung in jährlich gleich bleibenden Beträgen. Bei einer Nutzungsdauer von fünf Jahren beträgt die jährliche AfA beispielsweise ein Fünftel (= 20 Prozent) des Anschaffungswerts. Ab einer Nutzungsdauer von mehr als vier Jahren ist die degressive Abschreibung (in fallenden Jahresbeiträgen) mit zurzeit maximal 25 % günstiger, da der anfängliche Abschreibungsbetrag höher ist. Sobald die lineare Abschreibung des Restwerts höher als die degressive Abschreibung ausfällt, darf die Abschreibungsmethode gewechselt werden.
Mit einer Mahnung werden säumige Kunden darauf hingewiesen, dass sie mit der Bezahlung einer Rechnung in Verzug sind. Formvorschriften oder Bestimmungen über bestimmte Mahnstufen gibt es nicht. Rechtlich betrachtet ist in den meisten Fällen überhaupt keine Zahlungserinnerung erforderlich. Geschäftskunden geraten mit Geldschulden automatisch 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung in Verzug. Das gilt auch für Privatleute, sofern sie bei Vertragsschluss nachweislich darauf hingewiesen worden sein. Sobald der Verzug eingetreten ist, kann der Gläubiger einen „gerichtlichen Mahnbescheid“ erwirken und so die Zwangsvollstreckung einleiten.
Mehrwertsteuer ist die landläufige Bezeichnung für die Umsatzsteuer. Im Steuerrecht gibt es den Begriff Mehrwertsteuer offiziell nicht.
Im Nettopreis ist die Umsatz- oder Mehrwertsteuer noch nicht enthalten: Nettopreis plus Umsatzsteuer gleich Bruttopreis.
Das Finanzamt hat ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie lange ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens üblicherweise im Unternehmen genutzt wird. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ist nach Art der Maschinen, Anlagen und Geschäftsausstattung in amtlichen „AfA“-Tabellen festgeschrieben. Die stellen die Berechnungsgrundlage für die Abschreibung (=AfA) dar. Zwar besteht die Möglichkeit, von den AfA-Vorgaben abzuweichen. Dafür müssen im Einzelfall aber überzeugende Gründe genannt werden (z. B. extrem hohe km-Leistungen von Fahrzeugen oder Laufzeiten bestimmter Maschinen etc.).
Die eigenen Außenstände (Forderungen gegenüber Kunden) und die noch nicht bezahlten eigenen Verbindlichkeiten (Geldschulden gegenüber Lieferanten und Dienstleistern) bezeichnet man als offene Posten. Größere Unternehmen leisten sich für die Überwachung offener Posten eigene Buchhaltungsabteilungen: Dabei ist die Kreditoren-Buchhaltung für die Gläubiger zuständig (das sind die eigenen Lieferanten und Dienstleister) und die Debitoren-Buchhaltung für die Schuldner (das sind die eigenen Kunden).
Um eine Privatentnahme handelt es sich immer dann, wenn ein Unternehmer Geld, Waren oder andere Vermögensbestandteile für private Zwecke aus dem Betriebsvermögen entnimmt oder Leistungen des Unternehmens für sich persönlich in Anspruch nutzt. Zu den wichtigsten Privatentnahmen zählen die Privatnutzung des Geschäftswagens oder des Telefons. Die spätestens am Ende des Jahres errechneten privaten Nutzungsanteile erhöhen Umsatz und Gewinn und sind steuerpflichtig.
Im weitesten Sinne stellt jede Empfangsbestätigung eine Quittung dar. Da Quittungen im Alltag vielfach als Rechnungsersatz dienen, müssen Sie deren Formvorschriften erfüllen. Bei Kleinbeträgen bis zu einem Gesamtbetrag von 150 Euro (netto: 126,05 Euro) sind Name und Anschrift des Empfängers auf einer Quittung allerdings entbehrlich.
Jedes Dokument, mit dem im Geschäftsleben Warenlieferungen und Dienstleistungen abgerechnet und Geldforderungen gestellt werden, gilt als Rechnung – auch wenn nicht ausdrücklich Rechnung darüber steht. Damit eine Rechnung vom Finanzamt anerkannt wird, muss ein solches Abrechnungsdokument aber ganz bestimmte Formvorschriften erfüllen. Die wichtigsten Bestimmungen finden sich in § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz.
Die linke Spalte jedes Buchführungs-Kontos trägt traditionell die Bezeichnung „Soll“, die rechte Spalte immer die Bezeichnung „Haben“. Da die Konten unterschiedliche Funktionen haben und jeder Vorgang doppelt verbucht wird, lassen sich aus diesen Bezeichnungen keine allgemeingültigen Aussagen über den positiven oder negativen Wert einer Buchung ableiten. Wichtig ist nur: „Soll = linke Seite“ und „Haben = rechte Seite“.
Mit Hilfe von Soll-Ist-Vergleichen werden in der Kostenrechnung Planwerte (= Soll) mit den tatsächlichen Ergebnissen (= Ist) verglichen. Aus den Abweichungen lassen sich Konsequenzen für folgende Planungen ziehen. In kleinen Unternehmen stellen Soll-Ist-Vergleiche ein ebenso schlichtes wie wirkungsvolles Controlling-Werkzeug dar (etwa bei der Umsatz- oder Liquiditätsvorschau).
Über die planmäßigen Abschreibungen hinaus dürfen Steuerpflichtige unter bestimmten Umständen Sonderabschreibungen vornehmen: Der Anschaffungswert eines Wirtschaftsgutes wird dadurch früher als Aufwand geltend gemacht. Auf diese Weise können viele Güter derzeit bereits im Jahr der Anschaffung um mehr als die Hälfte abgeschrieben werden. Besonders wirkungsvoll ist der sogenannte Investitionsabzugsbetrag in Verbindung mit den Sonderabschreibungen zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe gemäß § 7g Einkommensteuergesetz.
Beim Umsatz handelt es sich um die Netto-Erlöse eines Unternehmens (Einnahmen ohne Mehrwert- oder Umsatzsteuer). Der Umsatz eines Unternehmens ist grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig.
Die Unternehmen sind verpflichtet, auf ihre Nettopreise die Umsatzsteuer aufzuschlagen. Der Steuersatz beträgt derzeit 19 %. Bestimmte Waren und Dienstleistungen unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Da die Unternehmen die von ihnen selbst an Lieferanten und Dienstleister entrichtete Umsatzsteuer (= Vorsteuer) von ihren eigenen Umsatzsteuer-Einnahmen abziehen dürfen, wird die Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) in voller Höhe von den Endverbrauchern getragen. Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer. Steuerpflichtig sind letztlich die einkaufenden Privatpersonen – Steuerschuldner sind jedoch die Unternehmen.
Damit der Staat zeitnah an sein Geld kommt, sind im laufenden Geschäftsjahr monatliche oder vierteljährliche Zwischenabrechnungen vorgeschrieben. Existenzgründer müssen in den beiden ersten Jahren grundsätzlich monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Später ist die die Häufigkeit abhängig von der Höhe der im Vorjahr abgeführten Umsatzsteuer. Bis zu einer Vorjahres-Zahllast von 1.000 Euro genügt die jährliche Umsatzsteuererklärung. Ab einer Vorjahres-Zahllast von 7.500 Euro sind monatliche Voranmeldungen Pflicht. Alle anderen Steuerschuldner müssen quartalsweise Voranmeldungen abgeben.
Neben dem Wert der eigenen Arbeitszeit sollte jeder Unternehmer eine marktgerechte Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals sowie einen angemessenen Risikozuschlag in seine Preise einkalkulieren. Bei der Festsetzung des angestrebten Unternehmerlohns ist der Unternehmer nicht an Vorschriften gebunden. Bezahlt wird der kalkulatorische Unternehmerlohn über den Gewinn.
Bei der Kalkulation unterscheiden Kaufleute zwischen fixen und variablen Kosten. Als variabel gelten solche Kosten, die in Abhängigkeit von der Auftragslage anfallen. Während Material-, Reise- oder auftragsbezogene Personalkosten mit höherer Auslastung steigen, ist die Büromiete in aller Regel eine feste Größe.
Die Verbindlichkeit ist die noch nicht beglichene finanzielle Verpflichtung eines Schuldners gegenüber dem Gläubiger. Die Forderung aus der Rechnung eines Lieferanten oder Dienstleisters stellt aus Kundensicht also eine Verbindlichkeit dar. Forderungen und Verbindlichkeiten gelten in der Finanzbuchhaltung als „offene Posten“. Sie müssen regelmäßig überwacht werden, damit die Liquidität nicht plötzlich gefährdet wird.
Ist der steuerlich anerkannte Aufwand eines Wirtschaftsjahres größer als der Ertrag, entsteht ein Verlust.
Der Umsatzsteueranteil aus den Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern stellt aus Sicht von Unternehmen Vorsteuer dar – vorausgesetzt natürlich, die Lieferungen und Dienstleistungen sind für Unternehmenszwecke gekauft worden. Auf Rechnungen von Privatleuten und nicht-gewerblichen Einrichtungen (zum Beispiel Vereinen und Verbänden) darf keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Vorsteuerabzugsberechtigte Freiberufler und Unternehmer dürfen die selbst gezahlte Vorsteuer von der eingenommenen Umsatzsteuer abziehen. Die sich daraus ergebende Zahllast muss unaufgefordert ans Finanzamt überwiesen werden.
Die Summe der (Netto-)Umsatzerlöse multipliziert mit dem passenden Umsatzsteuer-Steuersatz ergibt die Steuerschuld (=Umsatzsteuer-Traglast). Nach Abzug der Vorsteuer ergibt sich unterm Strich die Zahllast des Unternehmens, die unaufgefordert ans Finanzamt gemeldet und überwiesen werden muss. ™
Erstveröffentlichung 21.05.2007