Source: http://www.tutor-ev.de/bericht-2015.php
Timestamp: 2017-10-22 00:43:03
Document Index: 299975058

Matched Legal Cases: ['§ 176', '§ 138', '§140', '§ 184', '§ 184', '§ 236', '§ 236', '§ 100', '§ 176', '§ 176', '§ 183']

Zwar ist eine steigende Aufklärungsquote von 79,45 Prozent (2014: 76,87 Prozent) und steigende Fallzahlen - so präsentierte sich im vergangenen Jahr das Deliktsfeld der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 652 Sexualstraftaten registrierte die Polizeidirektion Hannover 2015 - 77 (13,29 Prozent) mehr als im Vorjahr. Maßgeblich ist diese Entwicklung auf die Fallzahlenanstiege beim sexuellen Missbrauch von Kindern und bei der Verbreitung von Kinderpornografie zurückzuführen. 2015 wurden 147 Vergewaltigungen (plus sieben Fälle) an die Staatsanwaltschaft abgegeben, 154 Fälle von Kindesmissbrauch (plus 50) und 137 Fälle (plus 22) der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse. Von diesen 137 Taten liegen 53 im Deliktsfeld der Kinderpornografie, auf dem nach wie vor ein Hauptaugenmerk der Polizei liegt.
Ziele und Maßnahmen: Um einen umfassenden Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt und insbesondere vor der Verbreitung kinderpornografischen Materials im Internet zu gewährleisten, sind u.a. folgende Änderungen im Bereich des Sexualstrafrechts vorgesehen: · die Verschärfung der in den Strafvorschriften gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern (§§ 176 und 176a StGB) angedrohten Strafen, · die strafrechtliche Erfassung des Einwirkens auf ein Kind durch Schriften in der Absicht, es zu sexuellen Handlungen zu bringen sowie des Versprechens des Nachweises eines Kindes für Taten des sexuellen Missbrauchs, · die Erweiterung der Strafvorschriften über die Nichtanzeige geplanter Straftaten (§ 138 StGB) und über die Belohnung und Billigung von Straftaten (§140 StGB) auf Taten, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zum Gegenstand haben, 35 · die Anhebung des Strafrahmens für die Weitergabe kinderpornografischer Schriften an einen anderen (§ 184 Abs. 5 Satz1 StGB) · die Erhöhung des Strafrahmens in § 184 Absatz 5 StGB, · die Einbeziehung von Mündeln und Pfleglingen in den Schutzbereich des § 236 Abs. 1 StGB (Kinderhandel) und Erhöhung der Schutzaltersgrenze von vierzehn auf achtzehn Jahre in § 236 Abs. 1 Satz 1 StGB. Im Bereich des Strafverfahrensrechts: · die bessere Nutzung der DNA-Analyse, indem in den Katalog der Anlasstaten für die Maß- nahme alle Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgenommen werden. · Im Lichte der derzeit im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz laufenden Studie des Max-Planck-Instituts für Ausländisches und Internationales Strafrecht zur „Rechtswirksamkeit und Effizienz der Überwachung der Telekommunikation nach den §§ 100a, 100b StPO und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen“ wird die Bundesregierung prüfen, ob der Anwendungsbereich der Telekommunikationsüberwachung auch auf Fälle des einfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und des schweren Kindesmissbrauchs im minderschweren Fall (§ 176 und § 176 a Absatz 3 StGB) und der Verbreitung von Kinderpornografie (§ 183 Absatz 3 StGB) auszudehnen ist.
Seit 2014 hat Tutor e.V. über 3.500 Kindergärten und Grundschulen Informationsmaterial und Präventionsmappen kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem werden Präventionsarbeiten an sozialenschwächere Schulen finanziell unterstützt, mit dem Theaterstück "Mein Körper gehört mir". Wir unterstützen mehrmals jährlich die Opferhilfe "Wildwasser e.V." Berlin mit einer Geldzuwendung. Auf der kostenlosen Hotline kommen einige Hundert Anrufe, wo wir in einem Ersten Kontakt in aller Ruhe erkennen und weiter helfen, das betroffene Kinder aber auch besorgte Eltern, an die richtigen Stellen weiter vermittelt werden. Wir bedanken uns, bei den vielen Menschen, die uns bei dieser wichtigen Mission begleiten.