Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-03-2002-I_359-2001
Timestamp: 2016-10-26 15:35:56
Document Index: 257047318

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine']

I 359/01 (20.03.2002)
I 359/01 Vr
A.________, 1956, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Gabriela Gwerder, Langstrasse 4, 8004 Z�rich,
A.- Mit Verf�gung vom 6. August 1999 sprach die IV-Stelle des Kantons Z�rich A.________ (geb. 1956) ab
1. September 1998 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu. Auf Beschwerde von A.________ hin hob die IV-Stelle diese Verf�gung pendente lite auf, worauf das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich das Verfahren mit Entscheid vom 25. Oktober 1999 als gegenstandslos vom Gesch�ftsverzeichnis abschrieb. Die IV-Stelle holte ein Gutachten von Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Innere Medizin, speziell Kardiologie, vom 15. Januar 2000 ein und erliess am 14. Februar 2000 eine neue Verf�gung, mit welcher sie A.________ wiederum eine Viertelsrente zusprach.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 7. Mai 2001 ab.
C.- A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, die Sache sei zum Einholen eines psychiatrischen Gutachtens an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
D.- Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte A.________ neue medizinische Unterlagen ein, zu welchen die IV-Stelle sich �ussern konnte.
1.- Das kantonale Sozialversicherungsgericht hat die gesetzlichen Bestimmungen zum Rentenanspruch in der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1, 1bis und 2 IVG) sowie die Rechtsprechung zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das Sozialversicherungsgericht die Rechtm�ssigkeit angefochtener Verf�gungen im Allgemeinen auf Grund des Sachverhaltes pr�ft, welcher sich bis zum Datum der streitigen Verf�gung ergeben hat. Sp�ter eingetretene Tatsachen, welche diesen Sachverhalt ver�ndern, bilden normalerweise Gegenstand einer neuen Verwaltungsverf�gung (BGE 121 V 366 Erw. 1 b).
2.- Der Beschwerdef�hrer erlitt am 5. September 1997 einen antero-lateralen Infarkt. Die Vorinstanz kam gest�tzt auf die medizinische Aktenlage, namentlich das kardiologische Gutachten von Dr. M.________, zum Schluss, dass der Versicherte im bisher ausge�bten, schweren Beruf als Kranf�hrer nicht mehr einsetzbar sei. In leichten T�tigkeiten verbleibe ihm jedoch eine Arbeitsf�higkeit von 100 %, woraus sich gest�tzt auf einen entsprechenden Erwerbsvergleich Anspruch auf eine Viertelsrente ergebe. Eine zus�tzliche psychiatrische Untersuchung sei nicht notwendig.
Demgegen�ber macht der Beschwerdef�hrer geltend, sein Invalidit�tsgrad lasse sich nicht ohne eine solche Begutachtung bestimmen. Er sei durch den Herzinfarkt tief in seiner Pers�nlichkeit getroffen worden und habe seither Angst vor einem weiteren Infarkt. Wegen der daraus entstandenen Verarbeitungs- und Angstst�rung sei er in der Aus�bung auch von T�tigkeiten gehemmt, welche ihm aus rein kardiologischer Sicht noch zumutbar w�ren. Wie weit sich diese Angstst�rung invalidisierend auswirke, sei nicht untersucht worden.
3.- Was die psychischen Aspekte betrifft, finden sich in den Akten folgende Angaben:
a) Dr. med. N.________, Innere Medizin FMH, �usserte sich im Bericht vom 14. Februar 1998 unter Verweis auf den Kurzaustrittsbericht des Universit�tsspials Z�rich vom 19. Dezember 1997 dahingehend, dass der Beschwerdef�hrer "eigentlich arbeiten m�sste". Im Kurzbericht vom 15. M�rz 2000 hingegen empfahl er, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen, um dem Versicherten vom medizinischen Standpunkt aus gerecht zu werden. Es bestehe eine Phobie gegen jegliche k�rperliche Belastung.
b) Im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung finden sich verschiedene Hinweise, in welchen die Angst des Beschwerdef�hrers vor k�rperlicher Anstrengung zum Ausdruck kommt. So habe er bei einem Arbeitsversuch in der Eingliederungsst�tte Y.________ anfangs September 1998 erneut einen Herzanfall erlitten und hospitalisiert werden m�ssen.
c) Im erw�hnten Gutachten kommt Dr. M.________ zum Schluss, dass der Versicherte in k�rperlich leichten T�tigkeiten zu 100 % und in mittelschweren noch zu etwa 70 % arbeitsf�hig sei. Der Gesundheitszustand lasse sich mit zwei Massnahmen verbessern: mit regelm�ssigem Kreislauftraining und mit Vorkehren, welche zum Zweck h�tten, dem Beschwerdef�hrer das durch den Herzinfarkt wahrscheinlich beeintr�chtigte Selbstvertrauen wieder zur�ckzugeben.
Es solle ihm klar gemacht werden, dass seine kardiale Situation trotz der Herzkrankheit nicht hoffnungslos sei.
Eine spezifische psychiatrische Beurteilung sei nur dann notwendig, wenn der Versicherte nach Abschluss dieser Massnahmen nach wie vor nicht bereit sei, eine Arbeit aufzunehmen.
d) In den neu eingereichten Unterlagen von Dr. med.
S.________, Facharzt f�r Innere Medizin, speziell Herzkrankheiten (Bericht vom 29. Mai 2001), Dr. med.
G.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Bericht vom 25. Juli 2001) und der Klinik f�r kardiale und psychosomatische Rehabilitation X.________ (Bericht vom 11. Oktober 2001) ist von einer Angstst�rung und einer schweren depressiven Episode die Rede.
4.- a) Beim Gutachten von Dr. M.________ handelt es sich um den Bericht eines erfahrenen Kardiologen. Dieser hat die psychische Seite des Falles durchaus ber�cksichtigt und mit einleuchtenden Gr�nden von diesbez�glichen Weiterungen abgeraten. Namentlich hat er aufgezeigt, dass der Beschwerdef�hrer mit regelm�ssigem Kreislauftraining, intensivem Marschieren, allenfalls mittels Training auf einem Hometrainer oder Velo seine kardiale Situation verbessern k�nnte, wobei ihm der Hausarzt aufkl�rend und helfend zur Seite steht. Zu solchen Vorkehren war der Beschwerdef�hrer im Rahmen der allen Versicherten obliegenden Schadenminderungspflicht (BGE 120 V 373 Erw. 6b) gehalten.
Dass er hieran von einer psychischen Gesundheitsst�rung mit Krankheitswert gehindert worden sein sollte, ist nach der Aktenlage im Zeitpunkt des Verf�gungserlasses nicht anzunehmen.
b) In den �lteren Akten finden sich denn auch keine ausreichenden Hinweise, wonach eine psychische Begutachtung unumg�nglich gewesen w�re. Der Kurzbericht von Dr.
N.________ vom 15. M�rz 2000, welcher eine solche Untersuchung vorschl�gt, gen�gte nicht, hatte doch Dr.
M.________ in seinem Gutachten dargelegt, wie der Angst des Versicherten vor k�rperlicher Belastung zu begegnen ist.
Auch die Hinweise im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung rechtfertigten keine zus�tzliche Begutachtung, zumal es sich hier nicht um �rztliche Stellungnahmen handelte.
Die neu eingereichten Unterlagen (Erw. 3d hievor) wurden alle mehr als ein Jahr nach der Expertise von Dr.
M.________ erstellt. Es kann offen bleiben, ob sie nach der neuesten Rechtsprechung (BGE 127 V 355 ff. Erw. 2-4b) in prozessual zul�ssiger Weise nachgereicht worden sind. Denn in keinem dieser Berichte wird ein invalidisierender psychogener Gesundheitsschaden schon im Zeitpunkt der angefochtenen Verf�gung (14. Februar 2000) ausgewiesen.
Namentlich bezeichnet auch Dr. S.________ im Bericht vom 29. Mai 2001 das Gutachten von Dr. M.________ als "prinzipiell" richtig, ohne dass er einen konkreten Befund zu nennen verm�chte, der gegen die Schlussfolgerungen von Dr.
M.________ spr�che. Daher ist bis zum 14. Februar 2000, welches Datum die zeitliche Grenze der richterlichen �berpr�fungsbefugnis bildet (Erw. 1 hievor in fine), auf das Gutachten von Dr. M.________ abzustellen, womit es bei einer Viertelsrente sein Bewenden hat.
c) Angesichts der neuen Unterlagen bestehen indessen Anhaltspunkte, dass psychisch zwischenzeitlich eine Verschlechterung eingetreten ist. Es rechtfertigt sich daher, die Akten der IV-Stelle zu �berweisen, damit sie ein Revisionsverfahren einleiten und pr�fen kann, ob seit dem
14. Februar 2000 z.B. eine chronifizierte Angstst�rung eingetreten ist.
III. Die Akten werden an die IV-Stelle des Kantons Z�rich �berwiesen, damit sie im Sinne der Erw. 4c verfahre.
IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, der Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband und dem Bundesamt