Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VG%20Augsburg&Datum=24.09.2015&Aktenzeichen=Au%202%20K%2015.448
Timestamp: 2019-03-20 14:49:29
Document Index: 213765139

Matched Legal Cases: ['§ 3', 'Art. 3', 'Art. 6', '§ 30', '§ 17', '§ 3', '§ 3']

VG Augsburg, 24.09.2015 - Au 2 K 15.448 - dejure.org
BNatSchG §§ 3 II, III, 14 I, 17 VIII, 30 II; BayNatSchG Art. 3 III 3, Art. 6 IV 1
Biotopschutz, Grünlandumbruch, Ackerland, erosionsgefährdeter Standort, Rechtsfolgenverweisung, Verhältnismäßigkeit
Die in § 30 Abs. 7 BNatSchG vorgesehene Registrierungs- und Veröffentlichungsobliegenheit dürfte rein deklaratorischen Zwecken dienen (…Fischer-Hüftle a. a. O. Rn. 18;… Gellermann a. a. O. Rn. 12, 25; VG Augsburg, U.v. 24.9.2015 - Au 2 K 15.448 - juris Rn. 40).
Soweit § 17 Abs. 8 BNatSchG und § 3 Abs. 2 BNatSchG in anderen verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen nebeneinander angewandt wurden (…siehe VG Augsburg, Urt. v. 01.12.2016 - Au 2 K 16.644 -, zit. n. Juris, dort Rn. 44; dasselbe, Urt. v. 24.09.2015 - Au 2 K 15.448 - Rn. 35 und VG Würzburg, Urt. v. 10.05.2016 - W 4 K 15.1162 -, zit. n Juris, dort Rn. 22 ff.), kann dies deshalb nicht überzeugen, weil in diesen Entscheidungen keinerlei Auseinandersetzung mit der durch den Wortlaut des § 3 Abs. 2 BNatSchG vorgegebenen Subsidiarität der Generalklausel enthalten ist.
Der Begriff der Bodennutzung ist dabei auf die unmittelbare Urproduktion beschränkt und begünstigt nur eine bereits bestehende landwirtschaftliche Nutzung, ermöglicht aber weder ihre erstmalige Aufnahme noch einen Wechsel in der Nutzungsart eines Grundstücks (vgl. VG Augsburg, Urt. v. 24.09.2015 - Au 2 K 15.448 -, a. a. O., Rn. 35).
Denn bei der Gefahr von Bodenerosion handelt es sich um eine Tatsache, die unabhängig davon besteht, ob bzw. wann sie amtlich überprüft oder festgestellt worden ist (VG Augsburg, U. v. 24.9.2015 - Au 2 K 15.448 - juris Rn. 32).
Insbesondere wäre die angeordnete Wiedereinsaat auf nur einer Teilfläche des streitgegenständlichen Grundstücks schon deswegen als verhältnismäßig einzustufen, weil auf erosionsgefährdeten Standorten grundsätzlich die Wiedereinsaat des gesamten Grundstücks gefordert werden kann (vgl. VG Augsburg, U. v. 24.9.2015 - Au 2 K 15.448 - juris Rn. 33 m. w. N.).