Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%201219/07
Timestamp: 2019-12-06 12:30:00
Document Index: 195284550

Matched Legal Cases: ['Art 13', 'Art 13', '§ 53', '§ 102', 'Art. 13', '§ 53', '§ 102', 'Art. 13']

BVerfG, 21.01.2008 - 2 BvR 1219/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,897
BVerfG, 21.01.2008 - 2 BvR 1219/07 (https://dejure.org/2008,897)
BVerfG, Entscheidung vom 21.01.2008 - 2 BvR 1219/07 (https://dejure.org/2008,897)
BVerfG, Entscheidung vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 (https://dejure.org/2008,897)
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Durchsuchung (Berufsgeheimnisträger; Arztpraxis; Unzulässigkeit bei bloß vagem Tatverdacht; geringer Schaden; Verhältnismäßigkeit)
Mit Art 13 Abs 1 GG nicht zu vereinbarende Durchsuchung einer Arztpraxis - Verhältnis des Eingriffszwecks einer strafprozessualen Durchsuchungsanordnung bei einem Berufsgeheimnisträger zur Stärke des Tatverdachts
Rechtmäßigkeit der Durchsuchung von Wohnräumen und Geschäftsräumen eines niedergelassenen Arztes i.R.e. Ermittlungsverfahrens wegen Abrechnungsbetruges; Verfassungsmäßige Anforderungen an das Verhältnis des Eingriffszweckes einer strafprozessualen Durchsuchungsanordnung ...
Art 13 GG, § 53 StPO
Keine Durchsuchung ohne konkreten Verdacht
StPO § 102; GG Art. 13
Verdacht auf Abrechnungsbetrug: Praxisdurchsuchung war verfassungswidrig!
Vager Verdacht auf Abrechnungsbetrug rechtfertigt keine Praxisdurchsuchung
Keine Durchsuchung einer Arztpraxis bei vermuteter Falschabrechnung; Medizinrecht
Staatsanwaltschaft durchsucht Arztpraxis - Bei vagem Verdacht auf Abrechnungsbetrug ist das unverhältnismäßig
Durchsuchung einer Arztpraxis ist verfassungswidrig
Steuerstrafverfahren - Durchsuchung in Arztpraxis unverhältnismäßig
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 21.1.2008, Az.: 2 BvR 1219/07 (Unverhältnismäßige Durchsuchung einer Arztpraxis)" von RA Dr. Tido Park, FA StrafR, original erschienen in: StRR 2008, 100 - 101.
Zusammenfassung von "Zulässigkeit von Durchsuchungen in Arztpraxen" von StA Dr. Wanja A. Welke, original erschienen in: MedR 2008, 472 - 474.
AG Bonn, 31.10.2006 - 51 Gs 1303/06
LG Bonn, 28.03.2007 - 33 Qs 30/07
LG Bonn, 08.05.2007 - 33 Qs 30/07
BVerfGK 13, 211
NJW 2008, 3629 (Ls.)
NStZ 2008, 176
NStZ-RR 2008, 176
AnwBl 2008, 294
AnwBl Online 2008, 25
Das Gewicht des Eingriffs verlangt Verdachtsgründe, die über vage Anhaltspunkte und bloße Vermutungen hinausreichen (vgl. BVerfGE 44, 353 ; 115, 166 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 -, NStZ-RR 2008, S. 176 ).
Ein Verstoß gegen diese Anforderungen liegt vor, wenn sich sachlich zureichende, plausible Gründe für eine Durchsuchung nicht mehr finden lassen (vgl. BVerfGE 59, 95 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 -, NStZ-RR 2008, S. 176 ).
Der besondere Schutz von Berufsgeheimnisträgern (§ 53 StPO) gebietet bei der Anordnung der Durchsuchung einer Rechtsanwaltskanzlei zudem die besonders sorgfältige Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen und des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 -, NStZ-RR 2008, S. 176 ).
In die Verhältnismäßigkeitsprüfung muss außerdem eingestellt werden, dass bei der Durchsuchung der Kanzlei und der Suche auf dem Rechner empfindliche Daten Dritter gefährdet waren (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 -, NStZ-RR 2008, S. 176 ).
Ein Verstoß gegen diese Anforderungen liegt vor, wenn sich sachlich zureichende plausible Gründe für eine Durchsuchung nicht mehr finden lassen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 10. November 1981, BVerfGE 59, 95 [97]; Urteil vom 2. März 2006, BVerfGE 115, 166 [197 f.]; Beschluss vom 21. Januar 2008 - 2 BvR 1219/07 - juris Rn. 12;… Beschluss vom 10. November 2017 - 2 BvR 1775/16 - juris Rn. 25 f.).
VG Meiningen, 22.01.2009 - 6 D 60001/09
Anordnung eines Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlusses wegen Besitz von …
Demnach ist der Antrag unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch unter dem Aspekt des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit abzulehnen (vgl. z. B. BVerfG, B. v. 21.01.2008, 2 BvR 1219/07, Juris).
LG Mönchengladbach, 28.01.2013 - 28 Qs 501 Js 1230/11
Vage Anhaltspunkte oder bloße Vermutungen allein reichen dagegen nicht aus, um den mit jeder Wohnungsdurchsuchung nach § 102 StPO verbundenen Eingriff in die durch Art. 13 GG verbürgten Rechte des betroffenen Wohnungsinhabers zu rechtfertigen (vgl. BVerfG, NJVV 2005, 1707; NJW 2006, 976, 982; NStZ-RR 2008, 176 ; NJVV 2011, 291; NJVV 2011, 2275).