Source: https://www.sauberhexe.com/rahmenhygieneplan-f%C3%BCr-schulen/
Timestamp: 2017-07-25 22:30:43
Document Index: 32791608

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 36', '§34', '§ 42', '§ 43', '§ 37']

sauberhexe.com: Inh. Natalja Shekow-Stengler Rahmenhygieneplan für Schulen Rahmenhygieneplan
für Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen,
denen Kinder und Jugendliche betreut werden
Veterinärwesen Sachsen
Dr. Axel Hofmann, Sachsen; Dr. Paul Kober †,
Mecklenburg-Vorpommern; Dr. Claudia Kohlstock, Sachsen-Anhalt; Dr. Bernhard Schicht, Sachsen-Anhalt; Herr Alexander Spengler, Thüringen; Dipl.-Med. Gudrun Stange, Brandenburg
Dr. Anke Bühling, Sachsen-Anhalt; Dr. Gerlinde Fellmann,
Sachsen; Dr. Ines Hiller, Brandenburg; Dr. Marika Kubisch, Thüringen
Gemeinschaftseinrichtungen, so auch Schulen, sind durch das Zusammenleben und die
Zusammenarbeit einer Vielzahl von Personen von besonderer hygienischer Bedeutung. Sie bedürfen deshalb großer Aufmerksamkeit, um das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Erziehung zu hygienischem
Verhalten und zur Verhütung von Infektionskrankheiten zu sichern.
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre
Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zweck des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz setzt dabei in hohem Maße neben behördlichen Aufgaben und Zuständigkeiten auch auf die Eigenverantwortung der Träger und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen sowie jedes Einzelnen.
Darüber hinaus ergeben sich aus dem Gesetz konkrete
Verpflichtungen für Gemeinschaftseinrichtungen bzw. deren Leitungen, insbesondere aus den §§ 33 bis 36 (zusätzliche Vorschriften für Schulen und sonstige
Gemeinschaftseinrichtungen).
Nach § 36 Abs. 1 müssen Gemeinschaftseinrichtungen, so auch Schulen, die
innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen. Für die Erstellung der Pläne enthält das Gesetz keine
Vorgaben, sondern überlässt dies weitgehend dem Ermessen der jeweiligen Einrichtung.
Empfohlen wird, auf eine weitgehende Standardisierung der Pläne
Die vorliegenden Hygieneempfehlungen sollen hierbei Unterstützung geben. Die aufgeführten Hygienemaßnahmen sind Beispielinhalte für die Erstellung eines hauseigenen Hygieneplans, die an die Situation in der jeweiligen Einrichtung angepasst
und durch einrichtungsspezifische Details und Festlegungen ergänzt werden müssen.
Im Hygieneplan sollten auch weitere Maßnahmen der Gesundheitsförderung und
–erhaltung angesprochen werden, die über die Infektionshygiene hinaus zur Prävention nichtübertragbarer Erkrankungen für Schüler und Personal beitragen bzw.
optimale Bedingungen schaffen, die das Lernen begünstigen und das Wohlbefinden auch während eines ganztägigen Aufenthaltes in der Einrichtung ermöglichen (z. B. Fragen der Innenraumlufthygiene, der
natürlichen und künstlichen Beleuchtung oder der barrierefreien Gestaltung).
Zu berücksichtigen sind neben den Rechtsregelungen auf EU-, Bundes- und
Landesebene und den fachlichen Empfehlungen von Fachgesellschaften auch Vorschriften des Arbeitsschutzes und technische Regelwerke (z. B. DIN, VDI, EN, ISO).
Das Infektionsrisiko wird allgemein von der Anwesenheit primär wie fakultativ
pathogener Keime, den Übertragungswegen dieser Erreger (direkte und indirekte Übertragungswege) sowie der Abwehr- und Immunsituation (Impfstatus) der Schüler und des Personals
Für den Ausschluss von Personen aus der Schule, die an bestimmten
Infektionskrankheiten leiden oder in Wohngemeinschaft engen Kontakt zu Infizierten hatten, bilden das Infektionsschutzgesetz (§34), die Wiederzulassungsregelungen des RKI und ggf. des jeweiligen
Bundeslandes die rechtliche Grundlage.
Neben den klassischen Kinderkrankheiten (abhängig vom Impfstatus z. B. Masern,
Mumps, Röteln, Pertussis, Varizellen bzw. Scharlach) sind in Schulen vor allem fäkal-oral übertragbare Infektionskrankheiten, wie Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A als Einzelfälle und Häufungen
von Bedeutung. Hier sind neben Reinigungsmaßnahmen zumeist auch gezielte Desinfektionsmaßnahmen sinnvoll einzusetzen.
In jedem Fall ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten sowie Kopfläusen oder
Krätze das Gesundheitsamt einzubeziehen.
Besondere Aufmerksamkeit und sofortiges Einbeziehen des Gesundheitsamtes erfordert das Auftreten von
Hirnhautenzündungen (Meningitiden), insbesondere wenn diese durch Meningokokken oder Hämophilus influenzae Typ B verursacht werden.
Der Schulleiter/ Träger trägt die
Verantwortung für die Sicherung der hygienischen Erfordernisse und nimmt seine Verantwortung durch Anleitung und Kontrolle wahr. Er kann zu seiner Unterstützung einen Hygienebeauftragten oder ein
· Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
· Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen
· Durchführung von Hygienebelehrungen
· Aufrechterhaltung des Kontaktes zum Gesundheitsamt und den Eltern
Der Hygieneplan ist jährlich
hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zu ändern.
Die Überwachung der Einhaltung der Hygienemaßnahmen sollte u. a. durch Begehungen
der Einrichtung erfolgen (routinemäßig mindestens jährlich sowie bei aktuellem Bedarf). Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert.
Der Hygieneplan muss jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
Die Beschäftigten werden mindestens einmal pro Jahr hinsichtlich der
erforderlichen Hygienemaßnahmen belehrt. Die Belehrung ist schriftlich zu dokumentieren.
Auch die Schüler sollen regelmäßig über hygienebewusstes Verhalten informiert
3.1 Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung
Für die Anforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung sind vor allem
die in dem jeweiligen Bundesland geltenden baurechtlichen und brandschutztechnischen Vorschriften sowie Schulbau- und Raumprogramm-Empfehlungen zugrunde zu
legen. Da diese von Land zu Land Unterschiede zeigen, wird auf eine detaillierte Darstellung der Anforderungen im Rahmen-Hygieneplan verzichtet. Die Einzelheiten sind den örtlichen Vorschriften zu entnehmen. Außerdem sind die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften und DIN-Normen (Anlage 1) zu berücksichtigen. Hinsichtlich der Problematik Innenraumlufthygiene in Schulgebäuden wird auf den Leitfaden der
Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes hingewiesen (Anlage 1).
In den regionalen bzw. einrichtungsspezifischen Hygieneplänen sollten unter anderem nachfolgende Problemkreise berücksichtigt werden:
· Standort (z. B. Lärm, lufthygienische und bioklimatische Belastungen, Altlasten)
· Freiflächen/Sportanlagen (Größe, Gestaltung, Bepflanzung, Giftpflanzen, Spielgerätesicherheit und -wartung, Wasser- und
Sandspielplätze)
· Schulgebäude/Sporthalle (behindertengerechte Gestaltung, Bau- und Ausstattungsmaterialien/Innenraumluft, Oberflächengestaltung der Fußböden,
Wände und Ausstattungen)
· Klassenräume/Schülerarbeitsplätze (Größe, Mobiliar, Tageslicht- und künstliche Beleuchtung, Schallschutz, Raumakustik, Raumklima, Heizung,
· Sanitärbereiche: Schule/Sporthalle (Toilettenbemessung und -ausstattung, Handwaschmöglichkeiten und -ausstattung, Dusch- und
Umkleidebereiche)
· Schulgarderobe
· Schularztraum
· ggf. Küche/Essenausgabe
· Personalräume
· Raum für Reinigungsutensilien
Eine kontinuierliche planmäßige bauliche Instandhaltung und Renovierung ist notwendige Voraussetzung für jede effektive Reinigung und
Gerade in Schulen hat die Innenraumlufthygiene einen besonderen Stellenwert. Es ist insbesondere darauf zu achten, dass in den Pausen regelmäßig eine intensive Lüftung der Klassenräume erfolgt.
Eine gründliche und regelmäßige Reinigung, insbesondere der Hände sowie häufig benutzter Flächen und
Gegenstände, ist eine wichtige Grundlage für einen guten Hygienestatus.
Eine Desinfektion ist dort notwendig, wo Krankheitserreger
auftreten können und Kontaktmöglichkeiten zur Weiterverbreitung bestehen. Dies trifft unter anderem zu bei Verunreinigungen mit Blut, Erbrochenem, Stuhl oder Urin und beim gehäuften Auftreten
infektiöser Magen-/ Darmerkrankungen.
Die Desinfektionsmittel sind je nach Anwendungsgebiet aus der Liste des Verbundes
für Angewandte Hygiene e.V. (VAH), ehemals Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), mit der entsprechenden Konzentration und Einwirkzeit auszuwählen (ggf. nach
Rücksprache mit dem Gesundheitsamt).
Beim Auftreten meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten oder bei begründetem
Verdacht einer solchen sind spezielle antiepidemische Maßnahmen notwendig, die vom zuständigen Gesundheitsamt veranlasst bzw. mit diesem abgestimmt werden und nicht Gegenstand dieser Ausführungen
Desinfektionsmittel sind vor dem Zugriff von Schülern bzw. unberechtigten Personen
3.2.2 Händehygiene
Hände sind durch ihre vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen Menschen
Hauptüberträger von Krankheitserregern. Händewaschen und Händedesinfektion gehören zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Voraussetzung sind ausreichend Handwaschplätze, ausgestattet mit fließendem kalten, möglichst auch warmen Wasser (im Hortbereich notwendig!) sowie Spendern für Flüssigseife und für
Einmalhandtücher sowie Abwurfbehälter für Handtücher.
Die Verwendung von Stückseife und Gemeinschaftshandtüchern ist
Händewaschen ist von Personal und von den Schülern durchzuführen:
· nach jeder Verschmutzung, nach Reinigungsarbeiten
· nach Toilettenbenutzung
· vor dem Umgang mit Lebensmitteln
· vor der Einnahme von Speisen
· nach Tierkontakt.
Händedesinfektion ist erforderlich für Personal und Schüler:
· nach Kontakt mit Blut, Erbrochenem, Stuhl, Urin und anderen Körperausscheidungen; auch wenn Handschuhe getragen werden, nach Ablegen der
· nach Kontakt mit sonstigem potentiell infektiösen Material
· nach intensivem (körperlichen) Kontakt mit Erkrankten.
Ca. 3 – 5 ml des Händedesinfektionsmittels sind in die trockenen Hände einzureiben, dabei müssen Fingerkuppen und –zwischenräume, Daumen und Nagelfalze berücksichtigt werden. Während
der vom Hersteller des Präparates vorgeschriebenen Einwirkzeit (meist ½ Minute) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel feucht gehalten werden.
Grobe Verschmutzungen (z. B.
Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion mit Zellstoff bzw. einem desinfektionsmittelgetränktem Einmaltuch zu entfernen.
Die Verwendung von Einmalhandschuhen
ist bei vorhersehbarem Kontakt mit Ausscheidungen, Blut usw. zu empfehlen.
Ein geeignetes Händedesinfektionsmittel sollte jederzeit nutzbar bereitstehen (z.
B. im Erste-Hilfe-Schrank).
3.2.3 Behandlung von Flächen und Gegenständen
Für die unterschiedlichen Bereiche der Schule ist ein Reinigungs- und
Desinfektionsplan (Anlage 2) zu erstellen, der Folgendes zu beinhalten hat:
· Konkrete Festlegungen zur Reinigung und ggf. zur Desinfektion (beim gehäuften Auftreten infektiöser Magen-/ Darmerkrankungen) der Räume und
des Inventars sowie von Gegenständen (Vorgehensweise, Rhythmus, Mittel, Aufbereitung der Reinigungsutensilien, Benennung der Verantwortlichen).
· Der Plan soll Aussagen zur Überwachung/Eigenkontrolle, besonders auch bei Vergabe der Reinigungsarbeiten an Fremdfirmen,
· Vertragliche Regelung mit Firmen!
Durch Auslegen von Schmutzmatten
in der Eingangszone kann der Schmutzeintrag in das Schulgebäude erheblich vermindert werden.
Die Reinigungsmaßnahmen sind nach
folgenden Grundsätzen durchzuführen:
· Es ist feucht zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
· Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzverschleppung zu verhindern (mindestens Zwei-Eimer-Methode bzw. Nutzung industrieller
Reinigungsgeräte).
· Die Reinigungsmaßnahmen sind in der Regel in Abwesenheit der Schüler durchzuführen.
· Schüler dürfen für Reinigungsarbeiten in Sanitärräumen nicht herangezogen werden.
· Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzkleidung zu tragen.
· Alle wiederverwendbaren Reinigungsutensilien (Wischmopp, Wischlappen ...) sind nach Gebrauch
aufzubereiten und bis zur erneuten Verwendung trocken zu lagern. Routinemäßig soll mit mindestens 60°C gewaschen werden. Bei Häufungen von Magen-/ Darmerkranungen ist ein desinfizierendes
Waschverfahren anzuwenden (bevorzugt thermisch bei mind. 85°C oder alternativ chemisch durch Einlegen in Desinfektionslösung).
· Geräte und Mittel zur Reinigung und Desinfektion sind vor dem Zugriff Unbefugter gesichert in einem gesonderten Raum
· Für die Pflege von textilen Fußbodenbelägen sind nur Geräte mit Mikro- bzw. Absolutfiltern zu
verwenden. Teppichböden sollten täglich gesaugt werden. 2 x jährlich ist eine Feuchtreinigung (Sprüh-Extraktionsmethode = Reinigung unter Druck mit gleichzeitigem Absaugen der Flüssigkeit mittels
eines speziellen Gerätes) vorzunehmen. Flecke sind nach Anfall zu entfernen.
Eine Wischdesinfektion ist bei
Verschmutzung mit Erbrochenem, Stuhl, Urin, Blut u. ä. nach Entfernung der groben Verunreinigungen mit Zellstoff u. ä. durchzuführen (dabei Schutzhandschuhe und ggf. Schutzkleidung tragen –
Händedesinfektion anschließend).
Die Reinigungsfrequenz muss sich an der speziellen Nutzungsart und –intensität orientieren.
· Toilettenanlagen
Fußboden täglich
WC täglich
Urinale täglich
Türen täglich
abwaschbare Flächen (Wandfliesen,
Zwischenwände) 1 x/Woche
· Umkleide-, Wasch- und
Duschanlagen täglich, in Abhängigkeit von
Nutzung – für Fußböden
aus Gründen der Fußpilz- u.
· Fußböden stark frequentierter Räume (z. B. Flure, täglich
Treppen, Klassenzimmer, Garderoben)
· Fußböden weniger frequentierter Räume (z. B. mindestens 2 x/Woche bzw.
Vorbereitungszimmer) nach Erfordernis
· Tische nach Erfordernis, mind.
· Handläufe 1 x/Woche
· Fensterbänke,
Türen 1 x/Monat
· Turnhalle mindestens 2 x/Woche
· Erste-Hilfe-Raum 1 x/Woche
· Bezüge von
Sportmatten 1 x/Monat
· Stühle, Schränke,
Regale 1 x/Monat
(Lampen, Fenster, Heizkörper, Türen, Teppichböden, Vorhänge, Jalousien, Turngeräte, Stühle, Schränke, Regale, Rohrleitungen,
· Um lebensmittelbedingte Erkrankungen und Erkrankungshäufungen in Gemeinschaftseinrichtungen zu verhindern, müssen an den Umgang mit
Lebensmitteln besonders hohe Anforderungen gestellt werden.
· Verantwortlich für die Lebensmittelhygiene ist der Leiter der Einrichtung.
· Es dürfen nur sichere Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden, von denen keine Gefahr für die
menschliche Gesundheit ausgeht.
· Mitgebrachte Lebensmittel für den
gemeinschaftlichen Verzehr unterliegen den gleichen Anforderungen (keine Risikolebensmittel!)
· Alle Beschäftigten, die mit Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Berührung kommen, müssen die Inhalte der §§ 42 und 43 des IfSG
kennen und eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes nach § 43 vorweisen können (s. 4.1.1 und 4.3.1).
· Die Vorgaben der EU-Verordnungen zur Lebensmittelhygiene und anderer rechtlicher Grundlagen sowie
Normen und Leitlinien sind einzuhalten.
· Ein eigener Hygieneplan für den Küchenbereich ist in Abstimmung mit der
Lebensmittelüberwachungsbehörde zu erstellen.
· Leichtverderbliche Lebensmittel bzw. solche, bei denen der Hersteller dies vorschreibt, sind kühl zu
· Die Anlieferung von Speisen darf nur in ordnungsgemäß gereinigten und geschlossenen Behältern erfolgen.
· Vor der Zubereitung und Ausgabe von Essen sind die Hände antiseptisch zu
· Personal mit eitrigen Wunden an den Händen darf keinen Umgang mit unverpackten Lebensmitteln
· Bei Verletzungen an den Händen sind beim Umgang mit Lebensmitteln Handschuhe zu
· Für die Essenausgabe sind saubere Gerätschaften zu benutzen.
· Warme Speisen müssen bis zur Ausgabe eine Temperatur von ³ 65°C
· Auf Lebensmittel darf nicht gehustet oder geniest werden.
· Übrig gebliebene zubereitete Speisen sind zu entsorgen. Einfrieren von Resten ist verboten.
· Die Ausgabe von Rohmilch ist nicht zulässig.
· Lebensmittel, die unter Verwendung von rohen Bestandteilen von Hühnereiern hergestellt werden,
müssen vor Abgabe ausreichend durcherhitzt werden.
· Alle benutzten Geschirr- und Besteckteile sind heiß zu reinigen z. B. 65 °C-Programm in einer
· Geschirrtücher und Lappen sind nach
Benutzung aufzubereiten oder zu verwerfen.
· Tische, Essentransportwagen und Tabletts sind nach der Esseneinnahme zu reinigen.
3.3.1 Mitgebrachte Lebensmittel
· Gegen das Mitbringen von Lebensmitteln durch Schüler, Eltern usw. nicht nur für den Eigenbedarf (z. B. Kuchenbasare u. ä Anlässe) bestehen
dann keine Bedenken, wenn grundsätzlich und ausschließlich vollständig durchgebackene Kuchen ohne Füllungen, Glasuren usw. angeboten werden
· Vor Esseneinnahme ist durch das Personal festzustellen, ob die mitgebrachten Lebensmittel sich in einem einwandfreien Zustand befinden.
· Übrig gebliebene Lebensmittel sind am gleichen Tag zu entsorgen.
3.3.2 Reinigungsmaßnahmen
· Alle benutzten Geschirrteile (Teller, Trinkbecher, Besteck) sind nach jeder Benutzung im Geschirrspüler bzw. in einer mindestens aus 2 Spülbecken bestehenden Spüle abzuwaschen und zu spülen.
· Bei manueller Reinigung ist das Geschirr unmittelbar nach der Reinigung abzutrocknen. Die Geschirrtücher sind täglich zu wechseln.
· Die Lagerung des sauberen Geschirrs sollte vorzugsweise in geschlossenen Schränken
· Tische und sonstige mit Lebensmitteln in Berührung gekommene Flächen einschließlich der
Essentransportwagen bzw. –tabletts sind nach der Esseneinnahme mit warmem Wasser unter Zusatz von Reinigern zu säubern.
· Die verwendeten Lappen sind danach zu wechseln bzw. gründlich auszuwaschen, sofort zu trocknen und
trocken aufzubewahren.
3.4 Sonstige Hygieneanforderungen
· Die Abfallverordnungen des jeweiligen Bundeslandes und der Kommune sind einzuhalten.
· Es sind Maßnahmen der Abfallvermeidung festzulegen.
· Die Abfälle sind innerhalb der Einrichtung in gut schließenden und gut zu reinigenden Behältnissen zu sammeln und mindestens einmal täglich in
die Abfallsammelbehälter außerhalb des Gebäudes zu entleeren.
· Die Sammelbehälter sind auf einem befestigten und verschatteten Platz und nicht im Aufenthaltsbereich der Schüler mindestens 5 m von Fenstern
und Türen entfernt aufzustellen.
· Der Stellplatz ist sauber zu halten.
Für Chemikalien gelten besondere
3.4.2 Schädlingsbekämpfung
Gesundheitsschädlinge sind Tiere, durch die Krankheitserreger auf den Menschen
Als potenzielle Gesundheitsschädlinge in einer Schule kommen insbesondere Schaben, Pharaoameisen, Flöhe, Fliegen, Ratten und Mäuse in Betracht.
· Durch das Unterbinden von Zutritts- bzw. Zuflugsmöglichkeiten für Schädlinge, das Vermeiden von Verbergeorten, das Beseitigen baulicher Mängel
und die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit im Schulgebäude, im Küchenbereich und auf dem Außengelände ist
einem Schädlingsbefall vorzubeugen.
· Es sind regelmäßig Befallskontrollen durchzuführen, die zu dokumentieren sind.
· Im Küchenbereich nach Erarbeitung einer Gefahrenanalyse Festlegung von Kontrollpunkten, die regelmäßig zu überwachen sind (Dokumentation).
Dabei sollte eine Sichtkontrolle täglich vorgenommen werden.
· Bei Feststellung von Schädlingen ist unverzüglich die Schädlingsart zu ermitteln, wobei Belegexemplare zur Bestimmung über das zuständige
Gesundheitsamt an ein entomologisches Labor eingesandt werden können. Von dort aus erfolgt eine sachkundige Beratung zur Schädlingsart und zur Bekämpfung.
· Bei Befall ist ein kompetenter Schädlingsbekämpfer für die Bekämpfung zu beauftragen (Anschrift,
Telefon-Nr.).
· Das Gesundheitsamt ist über einen Befall zu informieren.
3.4.3 Tierhaltung
Bei der Planung und Umsetzung der Tierhaltung ist ein enger Kontakt mit dem zuständigen Gesundheits- und
Veterinäramt dringend zu empfehlen.
Neben positiven psychologischen Aspekten ist das Risiko von Allergien, von Infektionen, Parasitenbefall sowie
Biss- und Kratzverletzungen zu berücksichtigen.
In Schulen ist Tierhaltung unter folgenden Bedingungen
· Sauberkeit der Räume, Käfige, Volieren, der Trink- und Futterbehälter.
· Artgerechte Haltung, regelmäßige Fütterung und Pflege.
· Tiere sind je nach Tierart tierärztlichen Kontrollen zu unterziehen (zumindest bei Anschaffung, bei
Anzeichen von Erkrankungen, Impfung, Parasitenbehandlung).
· Konkrete Verantwortlichkeit für die Pflege (speziell benannte Lehrer bzw. ältere Schüler).
· Tierkäfige sollen nicht in
Unterrichts- und Pausenräumen und Fluren untergebracht werden (gesonderter Raum oder Außenbereich).
· Räume mit Tieren müssen regelmäßig
intensiv gelüftet und täglich feucht gewischt werden (Verzicht auf Teppichböden).
· Separate Lagerung von Futter und Pflegeutensilien (Streu, Stroh, Reinigungsgeräte).
· Gründliche Händehygiene nach dem Umgang mit Tieren.
· In die Entscheidung über Tierhaltung sind Elterngremien einzubeziehen, Eltern müssen informiert
werden (Kinder mit Allergien!)
3.4.4 Trinkwasser/ Badewasser
Die hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch
die "Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV)" und die §§ 37-39 des Infektionsschutzgesetzes geregelt.
· Das in Schulen verwendete Warm- und Kaltwasser für den menschlichen Gebrauch (Kochen, Waschen) muss generell der Trinkwasserverordnung entsprechen.
· Veränderungen an der Trinkwasseranlage durch Neubau, Rekonstruktion oder Wiederinbetrieb­nahme nach langer Nichtnutzung sind dem
Gesundheitsamt spätestens 4 Wochen vorher anzuzei­gen. Das Gesundheitsamt entscheidet nach Vorliegen einer Wasseranalyse über die Freigabe der
Wasserversorgungsanlage.
· Installationen sind nach den anerkannten Regeln der Technik und nur von bei dem Wasserversorger registrierten Firmen durchführen zu lassen.
Dabei sind besonders die Regelungen der "DIN 1988 - Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen" sowie das DVGW-Arbeitsblatt W 551 zu
· Warmwasseranlagen müssen so installiert und betrieben werden, dass eine gesundheitsgefährdende Vermehrung von Legionellen vermieden wird (VDI 6023, DVGW W 551).
· Perlatoren sind regelmäßig zu
reinigen und ggf. thermisch zu desinfizieren (Auskochen).
· Aus hygienischer Sicht sind Wasserspiel- und Erlebnisbereiche, bei denen Trinkwasser über
befestigte Flächen (z. T. Fliesen, Terazzo) mit Bodeneinlauf versprüht, verregnet oder verrieselt wird,
· Bei Einrichtung von Modderspielplätzen muss ausschließlich Trinkwasser verwendet
· Das genutzte Bodenmaterial muss frei von Kontaminationen sein (s. Spielsand).
· Eine zwischenzeitliche Austrocknung des Sandes schützt vor Keimvermehrungen.
· Bei groben Verunreinigungen ist der Sand auszuwechseln.
· Starker Schmutzeintrag aus der Umgebung ist zu vermeiden.
· Planschbecken, die nicht täglich
geleert und gereinigt werden, müssen über eine kontinuierliche Wasseraufbereitung und Desinfektion verfügen. Sie
unterliegen der DIN 19643 „Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“.
· Planschbecken ohne Aufbereitung und Desinfektion stellen ein erhöhtes hygienisches Risiko dar.
· Das Becken muss täglich mit frischem Wasser gefüllt und
abends wieder entleert werden, um Verkeimung des Wassers zu vermeiden.
· Nach Leerung ist täglich eine gründliche Reinigung des Beckens vorzunehmen.
· Zur Füllung des Planschbeckens ist Wasser mit Trinkwasserqualität zu verwenden.
· Verspritzte bzw. verdunstete Wassermengen sind mit Trinkwasser nachzufüllen.
· Bei Verunreinigung des Wassers (z. B. durch Fäkalien) ist sofortiger Wasserwechsel und gründliche
Reinigung und Desinfektion des Beckens erforderlich!
3.4.5 Spielsand/ Sand in Sprunggruben
Für das Einrichten eines Sandkastens auf dem Spielplatz sowie zur Befüllung von
Sprunggruben für den Schulsport ist auf Herkunft und Qualität des Sandes zu achten. Sand darf nicht durch Schadstoffe belastet sein. Bei Neubefüllung muss
vom Lieferanten die Qualität des Sandes durch Zertifikat ausgewiesen werden.
Auf ein gutes Ablaufen von Wasser ist zu achten (Drainage z.B. untere
Kiesschicht).
Zur Pflege des Sandes sollten folgende
· Zulauf von Hunden und Katzen unterbinden (Einzäunung)
· Sandkästen über Nacht bzw. am Wochenende möglichst abdecken
· häufiges Auflockern zur Reinigung und Belüftung des Sandes (möglichst tiefgründig)
· Aufstellen von Abfallkörben
· tägliche visuelle Kontrollen auf organische (Tierexkremente, Lebensmittel, Müll etc.) und
anorganische Verunreinigungen (z. B. Glas), Verunreinigungen aller Art sind sofort zu eliminieren
· Sandwechsel bei starker
Verschmutzung sofort ansonsten jährlich bis zu 3 Jahren
Folgende Utensilien müssen vorhanden sein:
- Ausreichende Ausstattung mit Reinigungstüchern und Aufnehmern
- Fahreimer oder Eimersysteme
- Handschuhe und Einmalwischtücher (desinfektionsmittelgetränkt)
- Desinfektionsmittel nach VAH-Liste