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Timestamp: 2019-05-23 17:09:00
Document Index: 364887818

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 31', '§ 12', '§ 20', '§ 55', '§ 91', '§ 28']

Einzelverordnung | KZV Berlin
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Die Verordnung von Arzneimitteln gehört nur dann zur vertragszahnärztlichen Versorgung, wenn sie im Zusammenhang mit einer zu behandelnden Zahn-, Mund- oder Kiefererkrankung steht. Dazu gehören u. a. Schmerzmittel sowie Antibiotika. Die Rechtsgrundlagen lt. SGB V §§ 31, 34, 35, 92 und 12 sind zu beachten.Explizit beschrieben ist die Verordnung von Arzneimitteln in Abschnitt C der Allgemeinen Behandlungsrichtlinien für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung.
Nicht davon betroffen sind verschreibungspflichtige Mund- und Rachentherapeutika, welche
Zuzahlung: Kinder unter 18 Jahren sind von allen Arzneimittel-Zuzahlungen befreit.
Arzneimittel AHP 200 (Antiphlogistika/Antirheumatika)
Der Hersteller teilte uns mit, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 24.01.2018 die Nachzulassung erteilt habe. Somit steht der Zulassungsstatus einer Verordnung des Mittels nicht mehr im Weg.
Seit 01.10.2016 haben Patienten gem. § 31a Abs. 1 Satz 1 SGB V gegen Vertragsärzte einen Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform, wenn sie gleichzeitig mindestens drei verordnete Medikamente anwenden. Der Patient hat gegenüber den Vertragszahnärzten keinen Anspruch, einen Medikationsplan zu erhalten. Daher ändern sich die vertragszahnärztlichen Aufgaben derzeit auch nicht. Wir werden Sie umgehend informieren, sobald es zu Neuerungen in diesem Bereich kommt.
Qualitätssicherung zu Antibiotika (AQUA-Institut)
Grünes Rezept – Formularänderung
Es kommt vor, dass nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel auf einem grünen Rezept verordnet werden. In der Regel handelt es sich hierbei um homöopathische, pflanzliche oder anthroposophische Arzneimittel (sogenannte OTC-Arzneimittel - OTC = „over the counter“ = rezeptfrei). Zum Beispiel Kamillosan bei Zahnfleischentzündungen oder Adiclair® Nystatin Mundgel bei Mundsoor. Bereits seit dem 01.01.2012 haben Patienten die Möglichkeit, dieses „grüne Rezept“ in Verbindung mit der Apotheken-Quittung bei ihrer Krankenkasse einzureichen und eine Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung zu erhalten. Laut Deutschem Apothekerverband erstatten etwa 70 von 123 Krankenkassen in Deutschland ihren Versicherten auf freiwilliger Basis die Kosten für bestimmte nicht verschreibungspflichtige Medikamente.
Bitte beachten Sie: Die Verordnung von Fluoridierungsmitteln zum häuslichen Gebrauch im Rahmen der FU- oder IP-Richtlinien (Patienten im Alter 2 ½ - 18 Jahren) erfolgt weiterhin auf einem Kassenrezept (Muster 16) zu Lasten der GKV. Wer seinen Patienten die alternativen Arzneimittel verschreiben möchte, kann das mit dem grünen Rezept tun. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall für den Patienten, bei den jeweiligen Krankenkassen nachzufragen, ob diese Medikamente erstattet werden.
Rezeptvorgaben
Bei der Verordnung von Arzneimitteln muss
zur Kontaktaufnahme auf dem Rezept vermerkt sein. Die Apotheken nehmen seit 01.07.2015 die Rezepte nicht mehr an, wenn die Telefonnummer und/oder der Vorname und Name des Arztes/Zahnarztes nicht angegeben sind. Die fehlenden Angaben dürfen nicht von der Apotheke zugesetzt werden. Viele Zahnärzte geben bereits heute Vor- und Nachname sowie eine Telefonnummer auf dem Rezept an. Für sie ändert sich nichts. Alle anderen müssen die Bedruckung des Rezeptformulars anpassen. Hilfestellung geben Ihnen die Softwareanbieter. Bei Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) ist der Name des verschreibenden Zahnarztes zu unterstreichen. Sind auf dem Praxisstempel einer BAG nicht alle Zahnärzte aufgeführt, so soll der verordnende Zahnarzt seinen Namen und Vornamen handschriftlich ergänzen.
Um Missverständnissen mit der Apotheke vorzubeugen bitten wir Sie, die N-Kennzeichnung (N1-N3) auf dem Rezept unbedingt zu vermerken.
Die korrekte N-Kennzeichnung (N1-N3) zur verordneten Gesamtmenge finden Sie z. B. in Ihrer aktuellen Roten Liste oder auf der Seite des Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in der Anlage 1 zur Verwaltungsvorschrift (VwV) Messzahlen. Dank der Unterstützung des Berliner Apotheker-Vereins können wir Ihnen eine kurze Übersicht zum Thema Verordnungsweise zur Verfügung stellen.
Die Verordnung von Schmerzmitteln durch den Zahnarzt/die Zahnärztin kann auch über den eigentlichen Behandlungstag hinaus erfolgen, sofern davon auszugehen ist, dass der Patient aufgrund der zu behandelnden Zahn-, Mund- oder Kiefererkrankung weiterhin Schmerzmittel benötigt. Das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 Absatz 1 SGB V ist zu beachten. Explizit beschrieben ist die Verordnung von Arzneimitteln in Abschnitt C. der Allgemeinen Behandlungsrichtlinien für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung. Ein Verweis des Patienten an seinen Hausarzt o. ä. ist in diesem Zusammenhang nicht angezeigt, da dieser im Zweifel die zahnmedizinische Indikation für die Verordnung von Schmerzmitteln nicht stellen kann.
Lokale Fluoridierungsmittel dürfen für den häuslichen Gebrauch direkt auf den Namen des Patienten verordnet werden. Sie sind Leistungen zur Verhütung von Krankheiten (IP/FU) nach §§ 20 ff. SGB V. Somit können alle lokalen Fluoridierungsmittel in allen Packungsgrößen (25g oder 38g) im Rahmen der Individualprophylaxe-Richtlinien (von 6 bis 18 Jahren) zu Lasten der GKV (Muster 16) verordnet werden.
Seitdem die Krankenkassen für die Implantatversorgung einen Festzuschuss nach § 55 SGB V für die Suprakonstruktion den Patienten gewähren, kommt es bei der Ausstellung der nötigen Arzneimittel nach dem chirurgischen Eingriff (Implantierung) zu Unstimmigkeiten, ob die Verordnung über ein Kassen- oder Privatrezept erfolgen muss? Nach schriftlicher Anfrage bei der KZBV, teilen wir Ihnen nun die richtige Vorgehensweise mit:
Wenn ein(e) Patient(in) eine Implantatversorgung erhält und nicht zu den Ausnahmefällen nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses gem. § 91 Abs. 6 SGB V zählt, werden die notwendigen Arzneimittel (z.B. Antibiotikum und abschwellendes Analgetika) auf ein Privatrezept verordnet. Die Implantatversorgung ist keine Leistung der GKV (keine Ausnahmeindikation nach § 28 Abs. 2 SGB V) und die Medikamente sind nicht notwendig für die einzugliedernde Suprakonstruktion. Somit folgt die Nebenleistung (Verordnung von Antibiotika zur Entzündungshemmung bzw. zur Abschwellung) der Hauptleistung (privat zu vereinbarende Implantatversorgung) und daher sind diese Arzneimittelkosten mit dem Patienten auf privater Basis abzurechnen. Es wird ein Privatrezept, auf den Namen des Patienten, ausgestellt. Die Krankenkassen haben die leistungsrechtliche Entscheidung und können dem Patienten die entstandenen Kosten direkt erstatten.
Schmerzstillende Sprays, Salben und entzündungslindernde Medikamente für krebserkrankte Patienten
Im Allgemeinen übernehmen die behandelnden Onkologen oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen die Verordnung. Wird der Patient in einem Tumorzentrum behandelt, erhält er auch dort eine unterstützende Therapie zur Prophylaxe oder Behandlung einer Mukositis infolge von Radio- oder Chemotherapie. Sollten Sie dennoch Medikamente verordnen müssen, ist Ihre Verordnung gezielt auf von anderer Stelle getroffene Maßnahmen abzustimmen. Dies gilt auch für Mittel zum Speichelersatz.
Webcode: W00302
Übersicht Verordnung
Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse der Arzneimittel-Richtlinie
Information über Zahnärztliche Arzneimittel der BZÄK