Source: https://bau.net/forum/honorar/10437.php
Timestamp: 2019-03-25 00:45:27
Document Index: 278703363

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 16', '§ 6', '§ 16', '§6', '§6']

BAU.DE - Forum - Honorar für Architekten- und Ingenieurleistungen - 10437: Carport kostet 1900,- € Architekt verlangt 1500,-€
10437: Carport kostet 1900,- € Architekt verlangt 1500,-€
Carport kostet 1900,- € Architekt verlangt 1500,-€
also, wir haben vor kurzem ein Doppelcarport auf unser neu erworbenes Grundstück gebaut. Da wir aber überhaupt nicht wußten wie das auf dem Bauamt läuft haben wir eine Architektin aus unserer nähe zu Hilfe gebeten. Kurz und gut, Architektin kam, nahm unsere Ausführlichen Baupläne mit (Hauserbauer war beim Bauamt tätig, Architektin brauchte also nur Unterlagen zu kopieren und die Striche für das Carport hinzufügen).Da das Carport zu nah beim Nachbarn liegt musste die Architektin auch diesen Antrag beim Bauamt besorgen.War aber mit dem Nachbarn schon alles geklärt brauchte eigentlich (da die Architektin die Zeichnung falsch gemacht hatte musste die einmal geändert werden)nur Unterschrieben zu werden. Carport wurde auch nicht von einer Firma gebaut sondern beim Baumarkt gekauft und mein Mann hat es selbst aufgebaut. Naja, jetzt kam die Rechnung von der Architektin und ich bin fast vom Glauben abgekommen.
Carport kostete ca. 1900,- € und Architektin hat 22 Stunden berechnet (ich frage mich für was!) und will ca. 1600,- € haben.
Nun, für soviel Geld hätte ich ja ne Firma kommen lassen können die den Bauantrag gestellt hätte und es noch gebaut hätte.
Ist das denn normal? 22 Stunden für 2 x kurze Besprechung bei uns (die gleichzeitig als Abholung ihrer Tochter dienten die mit unserer Tochter gespielt hatte) und einmal war mein Mann kurz bei Ihr im Büro. Klar, der Schreibkram braucht auch seine Zeit aber 22 Stunden?
Wer ist eigentlich in der Beweispflicht? Muss ich beweisen das Sie weniger brauchte oder muß Sie beweisen da Sie soviele Stunden gebraucht hat? Ich erwäge zum RA zu gehen.
Bevor Sie zum Anwalt gehen
wäre zu klären, was der ANWALT (Erstberatung) kostet und und was der nachfolgende Gerichtsprozess kostet, wenn Sie verlieren sollten.
Dann vielleicht doch lieber von dem gesparten Geld was schickes kaufen und die 1.900 € als "Lehrgeld" bezahlen.
Ob der Anspruch gerechtfertigt ist, kann ich nicht sagen. Das
ist ein andere Thema. Das sollte in der HOAIA zu finden sein.
Und ob eine andere Firma einen Bauantrag einreichen dürfte vermag ich auch nicht zu sagen, aber nicht jeder darf das. "Sticwhort" Bauvorlagenberechtigt.....
die ca. 1600 sind 1570,80 ( 22 * 60 * 1,19).
22 Std für:
2,5 Besprechnungen
2 Termine auf dem Bauamt
Ausfüllen von:
Nachbarirgendwas?
Berechnung GFZ/GRZ
sind sicher nicht knapp gerechnet.
Wenn das Verhältniss zumindest so war, das die Kinder miteinaner verkehren, sollte man/frau vielleicht erstml das gespräch suchen und um Erläuterung der Stunden bitten.
An sich müßte die Kollegin sagen können:
Am ..... für *****arbeit ---Std gebraucht.
Und dann kann sie noch erläutern, warum dies oder jenes so lange gedauert hat.
Gegenfrage - warum haben Sie nicht vorher gefragt, was der Spaß kostet.
Das ist insbesondere bei solchen "Kleinkram" bei meinen AG immer die erste Frage.
Da die Baukosten unter 25.565 EUR liegen, greift § 6 HOAIA, Abrechnung nach (vorausgeschätztem) Zeitaufwand. Als Obergrenze gilt hier aber m. E. gemäß § 16 Satz 2 HOAI der Mindestsatz (da nichts anderes vereinbart wurde) aus diesen Baukosten, nämlich 2.413 EUR (der Carport dürfte in Honorarzone II fallen) x 27 % (Grundlagenermittlung bis Genehmigungsplanung) = 651,51 EUR zzgl. Nebenkosten und MwSt.
Beim Höchstsatz wären es auch nur 807,57 EUR zzgl. Nebenkosten und MwSt.
Irgendwo dazwischen sollte man sich meiner Meinung nach einigen...
Nicht wirklich schlauer...
Carport hat Endpreis 1849,- € gekostet.
Architektin möchte gerne 1570,80 € haben.
WIR waren bevor wir uns überhaupt für ein Carport entschieden haben beim Bauamt und haben gefragt ob ein Carport überhaupt gebaut werden dürfte. Diese sagten uns, das wäre gar kein Problem wenn die Nachbarn nichts dagegen hätten. Haben wir ja vorher alles abgeklärt.
Was heißt denn GFZ/GRZ? Was und wofür ist ein Statistikbogen?
Tja, warum mein Mann nicht vorher gefragt hat was es kostet kann ich leider auch nicht sagen, wir sind einfach von Kosten zwischen 500,-€ und 900,-€ ausgegangen.
Mein Mann hat vor ein paar Tagen mit der Architektin telefoniert und sie will auf Biegen und Brechen nicht von ihren 22 Stunden abrücken. Bei der Nachfrage wie die Stunden zusammen gekommen wären meinte Sie, naja Sie hätte halt so viele Stunden gebraucht und Sie wäre ja schließlich auch auf dem Bauamt gewesen.... (Ach ne....).Bei nochmaligem nachhacken meinte Sie dann, Sie wüßte nicht wie sie das jetzt nachweisen soll. Auf jeden Fall müßten wir die 22 Stunden bezahlen, wir könnten ja auch in Raten zahlen. Sie bräuchte das Geld, Sie wäre im moment auch Klamm......
Ich hab mal in der HOAIA nachgelesen und bin auch auf die 27 % gekommen. Kenne mich natürlich überhaupt nicht aus und bin dann halt auf die Stundenabrechnung gestoßen, aus der ich aber auch nicht schlau werde.
§ 6 HOAIA: Zeithonorar
§ 16 HOAI: Honorartafel für Grundleistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten
(2) Das Honorar für Grundleistungen bei Gebäuden und raumbildenden Ausbauten, deren anrechenbare Kosten unter 25.565 Euro liegen, kann als Pauschalhonorar oder als Zeithonorar nach §6 berechnet werden, höchstens jedoch bis zu den in der Honorartafel nach Absatz 1 für anrechenbare Kosten von 25.565 Euro festgesetzten Höchstsätzen. Als Mindestsätze gelten die Stundensätze nach §6Abs.2, höchstens jedoch die in der Honorartafel nach Absatz 1 für anrechenbare Kosten von 25.565 Euro festgesetzten Mindestsätze.
Daraus folgt: Egal, wie lange die Kollegin gebraucht hat, darf sie, wenn kein anderer als der Mindestsatz vereinbart war, auf keinen Fall mehr als die im obigen Posting berechnete Summe (zzgl. Nebenkosten auf Einzelnachweis, zzgl. MwSt.) verlangen.
Für den Ortstermin bekommt Sie sagen wir mal 3 Stunden vergütet und für die Bauantragsstellung 4 Stunden, dann ist aber Schluss. 7 Std. a 50 € = 350 € zzgl. MwSt. ist genug.
Mehr ist nicht drin Kollegen. Wer hier ein eigenes Büro hat würde wohl einen Architekten/Ingenieur/Zeichner, der 22 Std. an einem Carportbauantrag für ein Carport aus dem Bauamt, dass bereits entworfen ist, sitz schleunigst entlassen.
Ich hab oft solche Aufträge von Leuten, die mal ein Carport oder ein Garatenhaus beim Bauamt einreichen müssen. Diese Bauanträge bekommen die Leute bei mir noch günstiger, weil die kleinen Aufträge die Großen bringen.
Hier versucht wohl eine Architektin in Geldnot ihr Konto aufzubessern.
Andreas Lott.....
Bei aller Liebe und Verständnis (Mitleid?), daß das Konto der Kollegin leer ist, dies ist nicht der richtige Weg die finanzielle Schieflage zu beenden.
Ob nun insgesamt 7 Std. angemessen sind, wie Andreas es anführt oder ob es auch 8 oder 9 Stunden sein mögen....22 Std. sprechen nicht gerade für extrem effizientes Arbeiten.
Zudem: Ich bin mir gar nicht sicher, ob hier die Lph. 1-4 der HOAIA (-> 27 % des Gesamthonorars) zur Anwendung kommen können. Denn: Hierzu müßte es eine Vorplanung gebeben haben (Lph. 2: Vorentwurf) und natürlich eine Entwurfsplanung (Lph. 3). Das ganze gipfelt dann in Lph. 4 (Genehmigungsplanung). Etwas üppiger Planungsaufwand für einen Carport.
Letztendlich jedoch wird die Kollegin ihre berechtigten Forderungen (so sie es sind) irgendwie nachweisen müssen.