Source: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/faq_ur/
Timestamp: 2017-01-22 08:17:10
Document Index: 33056299

Matched Legal Cases: ['§53', '§53', '§ 52', '§ 53', '§ 52', '§ 53', '§53', '§52', '§ 52']

Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/faq_ur/, Stand 22. Jan. 2017
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Sind digitale Kopien aus „für den Unterrichtsgebrauch bestimmten“ Werken unter bestimmten Bedingungen zulässig? Zulässig ist das Einscannen von Werken, die für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind (insbesondere Schulbücher) und aus Werken der Belletristik oder aus Sachbüchern etc. Zu beachten ist, dass Vervielfältigungen im Umfang von 10 % eines Druckwerks erstellt werden können, wobei in allen Fällen eine Obergrenze von 20 Seiten gilt. Der soeben beschriebene Umfang bezieht sich auf ein Werk und eine Schulklasse im Zeitraum eines Schuljahres. Die eingescannten Materialien müssen für den individuellen Unterrichtsgebrauch gefertigt werden. Bei Werken, die für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind sowie bei graphischen Aufzeichnungen von Werken der Musik (Noten) ist die Digitalisierung nur aus Printmedien erlaubt, die ab dem Jahr 2005 erschienen sind. Das Datum 2005 musste gewählt werden, weil die Verlage selbst erst ab diesem Zeitpunkt über die entsprechenden Rechte verfügen. Lehrkräfte können die digitalisierten Materialien für den eigenen Unterrichtsgebrauch digital nutzen, beispielsweise über interaktive Whiteboards (IWB) oder Beamer. Lehrkräfte können die Scans zudem im jeweils erforderlichen Umfang auch auf ihren Speichermedien ablegen (z.B. PC, IWB, Tablet, Laptop). Dies umfasst auch die Speicherung auf einem für die individuelle Lehrkraft geschützten Bereich auf dem Schulserver. Die eingescannten Materialien können ausgedruckt und an die Schüler verteilt werden. Die Ausdrucke können auch zur Unterrichtsvor- oder - nachbereitung verwendet werden. Die zur Veranschaulichung des individuellen Unterrichts hergestellten digitalisierten Materialien dürfen daneben in digitaler Form (beispielsweise per USB-Stick oder auf CD) an ihre Schüler für den Unterrichtsgebrauch weitergegeben werden, einschließlich der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Die Schüler können die digital übermittelten Materialien ausdrucken. Die Vervielfältigungsstücke dürfen von den Schülern anschließend jedoch nicht weiter verbreitet werden, weder in analoger noch digitaler Form. Die bereits bestehenden Erlaubnisse (analoge Kopien von Werken für den Unterrichtsgebrauch oder aus Sachbüchern, Film- und Musiknutzung usw.) werden durch die Ergänzungsvereinbarung grundsätzlich nicht beschränkt. Aus praktischen und rechtlichen Gründen wurde jedoch der Bezugswert des "kleinen Teil eines Werkes" von 12 % auf 10 % eines Werkes, maximal jedoch auf 20 Seiten beschränkt. Diese Beschränkung wirkt sich auf analog gefertigte Kopien aus Büchern aus. Bisher durften analoge Vervielfältigungen im Umfang von 12 % eines Werkes, maximal jedoch 20 Seiten, erstellt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Obergrenze (10 %, max. 20 Seiten) für analoge und digitale Vervielfältigungen gilt. Es können somit nicht im Umfang von 10 % analoge und 10 % digitale Vervielfältigungen aus einem Werk erstellt werden. vgl. Neue Regeln für das Kopieren ab 1.1.2013
Wird das projizierte Bild gespeichert, gelten die Bedingungen der Ergänzungsvereinbarung zum Gesamtvertrag zu §53, s. Frage 2 Dürfen in "Moodle-Räumen" Digitalisate von Werken für den Unterrichtsgebrauch eingestellt werden, z. B. wenn Fachberater/innen diese zum Austausch von Unterrichtsbeispielen nutzen? Trotz der Neuregelungen zum §53 UrhG vom Januar 2013 (Digitales Kopieren von Werken für den Unterrichtsgebrauch ist in gewissen Grenzen erlaubt, bleiben die Regelungen für das öffentliche Zugänglichmachen von Werken oder Werkteilen für Zwecke des Unterrichts an den Schulen auf Lernplattformen mit passwortgeschütztem Zugang für Unterrichtsteilnehmer unverändert. Dies bedeutet, dass es auch künftig nicht erlaubt ist, Teile von Werken, die für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind (Schulbücher) beispielsweise in eine Lernplattform (Moodle) einzustellen. Der Regelungsbereich des § 52 a UrhG (Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung) unterscheidet sich zu dem in der Ergänzungsvereinbarung geregelten Bereich des § 53 UrhG dadurch, dass es bei § 52 a UrhG beispielsweise möglich ist, Materialien auf einen Server zu legen, auf die Schüler von Orten und Zeiten ihrer Wahl zugreifen können. In § 53 UrhG hingegen sind Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch geregelt. Es handelt sich um eine andere Form der Verfügbarmachung. vgl. Neue Regeln für das Kopieren ab 1.1.2013
Dürfen Materialien (z.B. e-Books, pdf, Kopiervorlagen von einer DVD), die eine Schule kostenpflichtig erworben hat, vervielfältigt werden? Die Schule muss die Lizenzbedingungen des Materials beachten. Wenn hier nicht ausdrücklich mehr Vervielfältigungen erlaubt werden als im Gesamtvertrag von §53 UrhG und seiner Ergänzungsvereinbarung festgelegt ist, gelten die gesetzlichen Bestimmungen.
Dürfen Materialien (z.B. e-Books, pdf, Kopiervorlagen von einer DVD), die eine Schule kostenpflichtig erworben hat, ins Intranet der Schule gestellt werden? Die Schule muss die Lizenzbedingungen des Materials beachten. Wenn die öffentliche Zugänglichmachung (= Einstellung ins Intranet der Schule) hier nicht ausdrücklich erlaubt wird, gilt der Gesamtvertrag von §52 UrhG, der die Einstellung ins Intranet der Schule nur dann unter gewissen Bedingungen erlaubt, wenn es sich nicht um Werke für den Unterrichtsgebrauch handelt (s. Gesamtvertrag § 52 a UrhG).
1http://www.schulbuchkopie.de/ Erwischt! Was passiert bei der Feststellung einer Urheberrechtsverletzung? Hintergrund:
Mail an Redakteurin (Barbara%20Abel%20&lt;abellehrerfortbildung-bw.de&gt;?subject=Rueckmeldung%20zu%20http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/faq_ur/&body=Sehr%20geehrte%20Frau%20Abel)