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Timestamp: 2019-06-18 23:57:40
Document Index: 13603527

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 258', '§ 43', '§ 15', '§ 287', '§ 286', '§ 25', '§ 43', '§ 5', '§ 4', '§ 40']

OVG Nordrhein-Westfalen, 31.01.1996 - 13 A 6644/95 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 31.01.1996 - 13 A 6644/95
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OVG Nordrhein-Westfalen, 31.01.1996 - 13 A 6644/95 (https://dejure.org/1996,5899)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 31.01.1996 - 13 A 6644/95 (https://dejure.org/1996,5899)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 (https://dejure.org/1996,5899)
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NVwZ-RR 1997, 264
vgl. BVerwG, Urteil vom 07.05.1987 - 3 C 53.85 -, juris Rn. 20 f.; OVG NRW, Urteil vom 31.01.1996 - 13 A 6644/95 -, juris Rn. 2.
Bei dieser Sachlage ist U. freilich auch unter Berücksichtigung der vorstehend dargelegten Rechtsprechungsgrundsätze der allgemeinen Verwaltungsgerichte ohne Weiteres zuzumuten, die im Falle einer Durchführung des Rahmenvertrags denkbare Einleitung eines Bußgeldverfahrens abzuwarten und einen womöglich vom Amt gegen sie erhobenen Schuldvorwurf in einem Kartellbußgeldverfahren gerichtlich überprüfen zu lassen (vgl. BVerwG, Urteil v. 7. Mai 1987 - 3 C 53/85 , BVerwGE 77, 207, Rzn. 27 ff. bei juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 , NVwZ-RR 1997, 264, bei juris).
vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Januar 1972 - I C 33.68 -, BVerwGE 39, 247, 249; OVG NRW, Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 -, NVwZ-RR 1997, 264.
vgl. zu dieser sog. "Damokles-Rechtsprechung" etwa BVerfG, Kammerbeschluss vom 7. April 2003 - 1 BvR 2129/02 - NVwZ 2003, 856 = Juris Rn. 14; BVerwG, Urteile vom 13. Januar 1969 - 1 C 86.64 - Buchholz 310 § 43 VwGO Nr. 31 S. 2 f. = Juris Rn. 19; vom 17. Januar 1972 - 1 C 33.68 - BVerwGE 39, 247 ; und vom 23. Juni 2016 - 2 C 18.15 - NVwZ-RR 2016, 907 = Juris Rn. 20; OVG NRW, Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 - NVwZ-RR 1997, 264 = Juris Rn. 4 und Beschluss vom 26. Oktober 2010 - 13 A 929/10 - Juris Rn. 13 f.; Glaser, in: Gärditz, Verwaltungsgerichtsordnung, 2013, § 43 Rn. 80; Happ, in: Eyermann, Verwaltungsgerichtsordnung, 14. Auflage 2014, § 43 Rn. 33; Sodan, in: Sodan/Ziekow, Verwaltungsgerichtsordnung, 4. Auflage 2014, § 43 Rn. 86; ausführlich Schenke/Roth, Die verwaltungsgerichtliche Feststellung strafbewehrter verwaltungsrechtlicher Pflichten, Wirtschaft und Verwaltung 1997, 81 .
Da weder die Staatsanwaltschaft, noch das Strafgericht bei der Beurteilung einer etwaigen Strafbarkeit nach §§ 258, 13 StGB formell oder materiell an die verwaltungsgerichtliche Entscheidung zum Nichtbestehen der streitbefangenen Pflichten gebunden wären und sich das qualifizierte Rechtsschutzinteresse der Antragstellerin insoweit allein aus dem Einfluss ergäbe, den die verwaltungsgerichtliche Entscheidung auf die strafrechtliche Beurteilung und insbesondere die Beurteilung der Schuldfrage durch die Staatsanwaltschaft bzw. das Strafgericht haben kann, vgl. BVerwG, Urteile vom 13. Januar 1969 - 1 C 86.64 - Buchholz 310 § 43 VwGO Nr. 31 S. 2 f. = Juris Rn. 19 und vom 30. September 1999 - 3 C 39.98 - DVBl. 2000, 636 = Juris Rn. 26; OVG NRW, Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 - NVwZ-RR 1997, 264 = Juris Rn. 4 und Beschluss vom 26. Oktober 2010 - 13 A 929/10 - Juris Rn. 13 f.; Schenke/Roth, Die verwaltungsgerichtliche Feststellung strafbewehrter verwaltungsrechtlicher Pflichten, Wirtschaft und Verwaltung 1997, 81 m.w.N.; anderes folgt entgegen der Rechtsauffassung der Antragstellerin auch nicht aus VerfGH Berlin, Beschluss vom 31. Januar 2003 - 34/00 - Juris, ginge eine unmittelbar zugunsten der Antragstellerin ergehende (erneute) verwaltungsgerichtliche Entscheidung nicht über die Schutzwirkung hinaus, die für die Antragstellerin bereits aus der Entscheidung des Senats vom 22. Juni 2017 und der ausdrücklich in Reaktion auf deren über den Einzelfall hinausgehender Begründung ergangenen Erklärung der Bundesnetzagentur vom 28. Juni 2017, vorläufig bis zu einer Klärung der streitigen Rechtsfragen in einem Hauptsacheverfahren gegenüber allen verpflichteten Unternehmen von einer Durchsetzung der streitbefangenen Rechtspflichten abzusehen, folgt.
Hinzukommt ihr Interesse an einer Klärung der Rechtsfrage vor dem Verwaltungsgericht, bevor sie (und ihre Vertragspartner z.B. in der Werbung) einem Ordnungswidrigkeiten- (vgl. § 15 AG GlüStV) bzw. Strafverfahren (vgl. § 287 StGB; s. zu [vormals] § 286 StGB auch OLG Braunschweig, Urteil vom 10. September 1954 - Ss 128/54 -, zitiert nach juris) ausgesetzt ist, wie sie seitens des Beklagten gerichtsbekannt zur Durchsetzung der seiner Auffassung nach unbedingt anzuwendenden Vorschriften des Landesgesetzes über das öffentliche Glücksspiel in Vielzahl eingeleitet werden und in dem eine Erlaubnis der Klägerin nach § 25 Abs. 6 GlüStV ablehnenden Bescheid vom 22. Mai 2008, dort Seite 4, bereits angedroht ist (vgl. dazu OVG Münster, Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 -, zitiert nach juris, m.w.N. zur BVerwG-Rspr.;… weiter Kopp/Schenke, a.a.O., § 43 Rdn. 24).
Da gegen den persönlich haftenden Gesellschafter der Klägerin bereits ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurde, besteht ein begründetes Interesse an der alsbaldigen Feststellung; ein Abwarten des Bußgeldbescheides war nicht zumutbar (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.01.1969 - I C 86.64 -, juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31.01.1996 - 13 A 6644/95 - juris; Lässig, NVwZ 1988, 410).
Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt von Fällen, in denen die Behörde bereits konkret damit gedroht hatte, ein Straf- oder Bußgeldverfahren einzuleiten, weswegen die erkennenden Gerichte ein feststellungsfähiges Rechtsverhältnisses bejaht haben (sog. "Damokles-Rechtsprechung"; vgl. BVerwG…, Urteil vom 13. Januar 1969 - I C 86.64 -, Rn. 18; OVG Münster, Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 -, Rn. 4; alle zit. nach juris; s. aber auch BVerwG…, Urteil vom 7. Mai 1987 - 3 C 53/85 -, Rn. 24;… Urteil vom 7. Mai 1987 - 3 C 54/85 -, Rn. 33;… Urteil vom 7. Mai 1987 - 3 C 55/85 -, Rn. 31;… Urteil vom 23. Januar 1992, 3 C 50/89, Rn. 32 ff.; alle zit. nach juris, wo in Ermangelung einer konkreten Drohung mit einer Strafanzeige oder einem Ordnungswidrigkeitenverfahren ein feststellungsfähiges Rechtsverhältnisses angezweifelt bzw. verneint worden ist).
Sie hat auch ein Feststellungsinteresse, weil ihr nicht zuzumuten ist, einen abgeschlossenen Raucherraum zu betreiben und ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. § 4 HmbPSchG abzuwarten, um die Rechtmäßigkeit des Betriebs eines solchen Raumes überprüfen zu lassen (vgl. OVG Münster, Urt. v. 31.1.1996, 13 A 6644/95, juris, m.w.N.).
Die mit der Feststellungsklage aufgeworfenen Fragen gehören dem öffentlichen Recht im Sinne des § 40 Abs. 1 Satz 1 Verwaltungsgerichtsordnung - VwGO - an und verlieren diese Rechtsnatur nicht dadurch, dass von ihrer Beantwortung auch strafrechtliche oder bußgeldrechtliche Bewertungen abhängen (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Mai 1987 -3 C 53.85 - BVerwGE 77, 207, 210 = NVwZ 1988, 430, OVG Nordrhein-Westfalen,Urteilvom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95, NVwZ-RR 1997, 264).
Diese "Damokles-Rechtsprechung" gilt auch für das Drohen mit einem Bußgeldbescheid, da damit wie mit der Drohung mit einer Strafanzeige Druck auf den Bürger ausgeübt werden soll, um ein bestimmtes verwaltungsrechtlich relevantes Verhalten zu erzielen (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen,Urteilvom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 -, NVwZ-RR 1997, 264 m.w.N.; vgl. auch Dickersbach, GewArch 1989, 209 (210) sowie Lässig, NVwZ 1988, 410).
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 31. Januar 1996 - 13 A 6644/95 -, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht - Rechtsprechungsreport, NVwZ-RR 1997, 264.
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