Source: https://www.diebewertung.de/die-bellevue-investments-gmbh-co-kgaa-keine-gute-bilanz/
Timestamp: 2017-12-16 20:22:18
Document Index: 281593704

Matched Legal Cases: ['§ 290', '§ 266', '§ 275', '§ 303', '§ 298', '§ 252', '§ 298', '§ 253', '§ 300', '§ 274', '§ 186', '§ 71', '§ 186', '§ 221', '§ 8', '§ 237', '§ 314', '§ 268', '§ 254', '§ 160', '§ 20', '§ 21', '§ 264', '§ 264', '§ 290', '§ 317']

Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA-keine gute Bilanz - Diebewertung
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA-keine gute Bilanz
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA wurde 1993 unter dem Namen „MAGIX Technology GmbH, München“ von Jürgen Jaron, Dieter Rein und Erhard Rein gegründet. Die Gesellschaft ist am 23. Juni 2015 im Zuge einer formwechselnden Umwandlung aus der MAGIX AG, dem Rechtsnachfolger der „MAGIX Technology GmbH, München“ hervorgegangen und wurde am 4. April 2016 in Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA umbenannt. Nun hat man eine neue Bilanz hinterlegt, die aber sicherlich verbesserungswürdig ist.
Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA (vormals: MAGIX GmbH & Co. KGaA)
Konzernbilanz zum 30. September 2016
TEUR 30.9.2015
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 7.202 7.314
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.986 2.279
3. Geschäfts- oder Firmenwert 741 766
4. Geleistete Anzahlungen 436 382
13.365 10.741
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.227 27.949
2. Technische Anlagen und Maschinen 74 21
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 763 413
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 565 24
28.629 28.407
1. Beteiligungen 794 401
42.788 39.549
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 277 325
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 952 951
1.229 1.276
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.169 5.848
2. Sonstige Vermögensgegenstände 822 1.229
5.991 7.077
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.723 8.327
16.943 16.680
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 436 428
60.167 56.657
I. Gezeichnetes Kapital 12.662 12.662
II. Kapitalrücklage 15.374 14.969
III. Bilanzgewinn/-verlust -489 -49
IV. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 441 892
V. Anteile anderer Gesellschafter 689 640
28.677 29.114
B. SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGEANTEIL 4 12
1. Steuerrückstellungen 137 71
2. Sonstige Rückstellungen 1.799 2.697
1.936 2.768
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 23.811 19.488
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.009 892
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.080 754
25.900 21.134
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 450 369
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 3.200 3.260
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2015/16
TEUR 2014/15
1. Umsatzerlöse 31.150 30.388
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -2.878 -2.777
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 28.272 27.611
4. Forschungs- und Entwicklungskosten -11.881 -12.298
5. Vertriebskosten -10.923 -10.602
6. Immobilienkosten -2.152 -834
7. Allgemeine Verwaltungskosten -4.370 -4.145
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.375 1.786
– davon aus der Währungsumrechnung: TEUR 716 (Vorjahr: TEUR 605)
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen -316 -770
– davon aus der Währungsumrechnung: TEUR 316 (Vorjahr: TEUR 770)
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2 7
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -538 -286
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -531 469
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 52 -171
– davon latente Steuern: TEUR 53 (Vorjahr: TEUR 357)
14. Jahresfehlbetrag/-überschuss -479 298
15. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -49 -346
16. Anteile anderer Gesellschafter 39 -1
17. Bilanzverlust -489 -49
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015/16
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -479
+ Abschreibungen 4.816
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -832
+/- Abnahme/Zunahme der Vorräte 47
+/- Abnahme/Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 679
+/- Abnahme/Zunahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 267
+/- Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 117
+/- Zunahme/Abnahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 391
+ Zinsaufwendungen 536
– Ertragsteuerertrag -52
– Ertragsteuerzahlungen -1
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 5.489
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 45
– Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -1.344
+ Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens 83
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6.452
– Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -261
– Auszahlung aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen 0
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -7.929
+ Mittelzufluss aus der Kreditaufnahme 5.516
– Mittelabfluss aus der Kredittilgung -1.193
+ Aufnahme von Minderheitsgesellschaftern 500
– Gezahlte Zinsen -536
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 4.287
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 1.849
Wechselkursbedingte Änderungen -451
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.327
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 9.723
KONZERNEIGENKAPITALSPIEGEL FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015/16
TEUR Eigene Anteile Nennwert
TEUR Kapitalrücklage
TEUR Bilanzgewinn/-verlust
TEUR Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung
TEUR Anteile von Minderheften
TEUR Summe
30. September 2014 12.662 0 14.969 -347 734 0 28.018
Konzernjahresüberschuss 298 298
Währungsumrechnung 158 158
Aufnahme von Minderheitsbeteiligungen 640 640
30. September 2015 12.662 0 14.969 -49 892 640 29.114
Konzernjahresüberschuss -479 -479
Übriges Konzernergebnis 39 39
Währungsumrechnung -451 -451
Aufnahme von Minderheitsbeteiligungen 405 49 454
30. September 2016 12.662 0 15.374 -489 441 689 28.677
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2015/16
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA (oder „Gesellschaft“) wurde 1993 unter dem Namen „MAGIX Technology GmbH, München“ von Jürgen Jaron, Dieter Rein und Erhard Rein gegründet. Die Gesellschaft ist am 23. Juni 2015 im Zuge einer formwechselnden Umwandlung aus der MAGIX AG, dem Rechtsnachfolger der „MAGIX Technology GmbH, München“ hervorgegangen und wurde am 4. April 2016 in Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA umbenannt.
Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 168182 B eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft wurde am 1. Februar 2016 von der Friedrichstraße 200 in 10117 Berlin, Deutschland„ in die Quedlinburger Straße 1 in 10589 Berlin, Deutschland, verlegt.
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA ist eine Holding mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland. Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden auch Bellevue Investments-Gruppe oder Bellevue Investments-Konzern) haben unterschiedliche Geschäftsmodelle und beschäftigen sich mit Software, Online-Diensten, Unterhaltungs- und Content-Angeboten sowie Immobilienanlagen.
Der Bilanzstichtag ist der 30. September 2016. Das Geschäftsjahr 2015/16 umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016.
Im Folgenden werden die wesentlichen bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erörtert. Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden die beschriebenen Methoden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewandt.
1. Grundlagen der Abschlusserstellung
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015/2016 sowie im Vorjahr gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgte grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet.
Die Gliederung der Konzernbilanz erfolgt nach der Vorgabe des § 266 HGB. Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB aufgestellt.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.
2.1 Konsolidierungsgrundsätze und -methoden
Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen zum 30. September eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Das Realisations- sowie das Imparitätsprinzip wurden dabei beachtet.
Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die auf Grund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen.
Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten „Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung“ nach dem Eigenkapital ausgewiesen.
Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen, Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden gemäß §§ 303,304 und 305 HGB in voller Höhe eliminiert.
2.2 Konsolidierungskreis
Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die folgenden Gesellschaften gehören zur Bellevue Investments-Gruppe und wurden in den Konzernabschluss einbezogen:
Gesellschaft Sitz Anteil am Eigenkapital
Appic Labs Corp. Las Vegas, Nevada, USA 100 %
Appic Labs GmbH Berlin, Deutschland 100 %
Bellevue Property GmbH Zossen, Deutschland 100 %
Bellevue Property 1 GmbH Zossen, Deutschland 100 %
Bellevue Property 2 GmbH Zossen, Deutschland 100 %
Bellevue Immobilien GmbH Zossen, Deutschland 94 %
Expert Systems GmbH Berlin, Deutschland 83,3 %
iXara Ltd. Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 61,7 %
JAM Just Add Music GmbH Berlin, Deutschland 100 %
MAGIX Computer Products International Corp. Reno, Nevada, USA 100 %
MAGIX Entertainment B.V. Huizen, Niederlande 100 %
MAGIX Entertainment S.A.R.L. Paris, Frankreich 100 %
MAGIX Ltd. Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
Xara GmbH (ehemals MAGIX Online Services GmbH) Berlin, Deutschland 100 %
MAGIX Software GmbH Berlin, Deutschland 100 %
mufin GmbH Berlin, Deutschland 100 %
myGOYA GmbH Zossen, Deutschland 100 %
Sequoia Audio Ltd. Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
Sharea Ltd. Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
simplitec GmbH Berlin, Deutschland 100 %
The Xara Group Ltd. Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
Über die Tochtergesellschaft MAGIX Software GmbH verfügte die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
MAGIX Computer Products International Corp., USA,
MAGIX Entertainment B.V., Niederlande,
MAGIX Entertainment S.A.R.L., Frankreich und
MAGIX Ltd., Großbritannien.
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA hat ihre Anteile an der The Xara Group Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien mit Wirkung zum 30. September 2016 an ihre Tochtergesellschaft Xara GmbH, Berlin veräußert. Des Weiteren hat sie ihre Anteile an der iXara Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien mit Wirkung zum 30. September 2016 veräußert; von den bis dahin gehaltenen 63,51 % wurden 61,68 % an die Xara GmbH, Berlin und 1,83 % an einen Dritten veräußert. Dadurch hält die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über ihre Tochtergesellschaft Xara GmbH indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
The Xara Group Ltd., Großbritannien und
iXara Ltd., Großbritannien.
An allen weiteren oben genannten Konzerngesellschaften ist die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA direkt beteiligt.
Der Sitz der simplitec GmbH wurde am 7. März 2016 von Berlin nach Dresden verlegt. Die MAGIX Online Services GmbH wurde durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 21. Januar 2016 in Xara GmbH umbenannt. Die Umfirmierung wurde am 15. Februar 2016 ins Handelsregister eingetragen. Der Beteiligungsanteil an der Expert Systems GmbH hat sich durch Aufnahme eines neuen Gesellschafters am 1. April 2016 von 100 % auf 83,3 % verringert.
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zum am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet.
Die funktionale Währung der ausländischen Geschäftsbetriebe
MAGIX Computer Products International Corp., Reno, Nevada, sowie der Appic Labs Corp., Las Vegas, Nevada, ist der US Dollar,
MAGIX Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, der The Xara Group Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Sequoia Audio Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, Sharea Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, sowie der iXara Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, ist das Britische Pfund.
Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V. m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 1. V. m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.
Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag zu historischen Kursen) zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals ausgewiesen.
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben.
Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer über 5 Jahre abgeschrieben.
4.1 Software und Schutzrechte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich jeder kumulierten Abschreibung und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen.
4.2 Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein immaterieller Vermögensgegenstand, der aus der Entwicklung im Rahmen eines einzelnen Projekts entsteht, wird nur dann erfasst, wenn die Bellevue Investments-Gruppe die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögensgegenstands, damit dieser zur internen Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung steht, sowie die Absicht, den immateriellen Vermögensgegenstand fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner muss der Konzern die Generierung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögensgegenstand, die Verfügbarkeit von Ressourcen zur Vollendung des Vermögensgegenstands und die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögensgegenstand während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können, belegen. Nach erstmaligem Ansatz der Entwicklungskosten wird das Anschaffungskostenmodell angewendet, nach dem der Vermögensgegenstand zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen anzusetzen ist. Die aktivierten Beträge werden über die Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die zu Grunde gelegte Nutzungsdauer entspricht dem Zeitraum, über den die Erzielung von Umsätzen aus dem jeweiligen Projekt erwartet wird.
Die Software-Entwicklungskosten enthalten im Wesentlichen die Kosten für 7 Softwareplattformen sowie die im Rahmen von Unternehmenserwerben erlangten Softwareprodukte. Die technologische Reife dieser Plattformen kann durch die erfolgreiche Vermarktung in den vergangenen Jahren nachgewiesen werden. Die aktivierten Software-Entwicklungskosten werden basierend auf den Verkaufserfahrungen der Vergangenheit und den erwarteten Verkaufserlösen für die Zukunft über eine erwartete Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Diese betragen bei Gebäuden zwischen 40 und 50 Jahre. Geringwertige Anlagegüter mit mehr als EUR 150,00 bis zu EUR 1.000,00 Anschaffungskosten, die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft worden sind, werden jährlich in einem Sammelposten zusammengefasst. Dieser Sammelposten wird einheitlich über fünf Geschäftsjahre mit jeweils 20 % abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 410,00, die ab dem 01.01.2010 angeschafft wurden, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im gleichen Geschäftsjahr als Abgang gezeigt.
Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Herstellungskosten beinhalten neben den Einzelkosten angemessene Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten. Es bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung der ausgewiesenen Wirtschaftsgüter.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.
8. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.
9. Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand werden zum Nominalwert bewertet.
10. Rechnungsabgrenzungsposten
Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, gebildet.
11. Rückstellungen
Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.
Die Retourenrückstellung wurde anhand von ermittelten Rücksendequoten aufgrund von Erfahrungswerten gebildet. Die Rückstellung betrifft insbesondere Retouren im Bereich B2C indirect (RetailGeschäft). Die Umsatzrealisierung wird durch eine angemessene Rückstellung in Höhe der zu erwartenden Retouren angepasst. Die Rückstellungsbildung erfolgt nach der Bruttomethode, nach der neben dem Gewinnanteil der Retoure auch der Materialaufwand der zu erwartenden Retouren, zuzüglich zugehöriger Kosten, umsatzmindernd berücksichtigt wird.
12. Verbindlichkeiten
Für die Ermittlung latenter Steuern auf Grund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder auf Grund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB.
14. Bewertungseinheiten
Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die „Einfrierungsmethode“, bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die „Durchbuchungsmethode“, wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
15. Immobilienkosten
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Immobilienbereichs im Konzern wurden 2015/2016 erstmals die Kosten des Bereichs separat ausgewiesen. Sie beinhalten Abschreibungen, Kosten der Hauswirtschaft, Instandhaltungskosten sowie sonstige Kosten, wie z. B. Grundsteuern.
Die Entwicklung der einzelnen Positionen der immateriellen Vermögensgegenstände der Bellevue Investments-Gruppe ist im Anlagespiegel dargestellt. Der Posten „Geleistete Anzahlungen“ unter den immateriellen Vermögensgegenständen beinhaltet auch in Entwicklung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.895 (Vorjahr TEUR 2.975) aktiviert.
Der Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von TEUR 741 (Vorjahr TEUR 766) resultiert aus der Konsolidierung der Bellevue Immobilien GmbH. Er wird planmäßig über eine Restnutzungsdauer von 40 Jahren abgeschrieben, da er sich auf die Restnutzungsdauer der in diesem Zusammenhang erworbenen Immobilien bezieht.
Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Sachanlagevermögens der Bellevue Investments-Gruppe ist im Anlagespiegel dargestellt.
Bei den Finanzanlagen handelt es sich ausschließlich um Beteiligungen. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden hierauf keine Abschreibungen vorgenommen. Die Entwicklung der Beteiligungen der Bellevue Investments-Gruppe ist ebenfalls im Anlagespiegel dargestellt.
Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.
In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Voraus gezahlte Beiträge und Steuern in Höhe von TEUR 233 (Vorjahr: TEUR 288) sowie Lizenzvergütungen in Höhe von TEUR 202 (Vorjahr: TEUR 140) enthalten.
Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Eigenkapitals der Bellevue Investments-Gruppe ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt.
4.1 Grundkapital
Das Grundkapital der Bellevue Investments-Gruppe entspricht zum 30. September 2016 dem Grundkapital der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA von EUR 12.662.038. Es ist in 8.844.979 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von rund EUR 1,43 je Aktie eingeteilt.
4.2 Genehmigtes Kapital
Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 23. März 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu insgesamt EUR 6.331.019,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/1). Den Aktionären ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können auch von einem oder mehreren durch die persönlich haftende Gesellschafterin bestimmten Kreditinstituten oder Unternehmen im Sinne von § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Die persönlich haftende Gesellschafterin ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,
wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, insbesondere zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben in Zusammenhang stehenden Vermögensgegenständen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt;
wenn die neuen Aktien an Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einem mit ihr nachgeordnet verbundenen Unternehmen stehen, ausgegeben werden. Die Anzahl der in dieser Weise unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt EUR 633.101,90 nicht überschreiten;
soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern von im Zeitpunkt der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015/1 umlaufenden Wandel- und/oder Optionsrechten bzw. einer Wandlungspflicht aus von der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA oder ihren Konzerngesellschaften bereits begebenen oder künftig zu begebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Wandel- und/oder Optionsrechte bzw. nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde;
zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend), bei der den Aktionären angeboten wird, ihren Dividendenanspruch wahlweise (ganz oder teilweise) als Sacheinlage gegen Gewährung neuer Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2015/1 in die Gesellschaft einzulegen.
Die persönlich haftende Gesellschafterin ist ermächtigt, den Inhalt der Aktienrechte, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung sowie die Bedingungen der Aktienausgabe, insbesondere den Ausgabebetrag, mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, nach Ausnutzung des genehmigten Kapitals oder Ablauf der Frist für die Ausnutzung des genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen.
4.3 Bedingtes Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 1.266.203,00 (in Worten: Euro eine Million zweihundertsechsundsechzigtausendzweihundertdrei) durch Ausgabe von bis zu 884.497 Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015/1). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Absicherung von Bezugsrechten auf Stückaktien im Rahmen des Performance Share Plans 2015, dessen Eckpunkte die Hauptversammlung am 24. März 2015 beschlossen hat. Die Bezugsrechte dürfen nur auf der Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. März 2015 ausgegeben werden. Die Aktien werden an die Bezugsberechtigten gegen Einbringung des auf die in Übereinstimmung mit dem Ermächtigungsbeschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. März 2015 ausgegebenen Performance Share Units im Zeitpunkt der Aktienausgabe entfallenden Vergütungsbetrages im Wege einer Sacheinlage zum Ausgabebetrag in Höhe des anteiligen Betrags der ausgegebenen Aktien am Grundkapital ausgegeben. Dabei wird jeweils eine Aktie gegen Einbringung des Vergütungsbetrags aus einer Performance Share Unit ausgegeben. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Aktien auf die gewährten Bezugsrechte ausgegeben werden und die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht durch Barzahlung oder Lieferung von eigenen Aktien ablöst. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie ausgegeben werden, am Gewinn teil.
4.4 Aktienrückkauf/eigene Anteile
Die Hauptversammlung vom 24. März 2015 hat die persönlich haftende Gesellschafterin zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. Die persönlich haftende Gesellschafterin wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die vorliegende Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 23. März 2020 (einschließlich) und kann durch die Gesellschaft, aber auch durch ihre Tochtergesellschaften oder für ihre oder deren Rechnung durch von der Gesellschaft oder von einer Tochtergesellschaft beauftragte Dritte ausgenutzt werden.
Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots oder im Falle einer an alle Aktionäre gerichteten Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) die Preispanne zwischen EUR 1,50 und EUR 2,50 je Aktie der Gesellschaft um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.
Werden den Aktionären zum Zwecke des Erwerbs Andienungsrechte zur Verfügung gestellt, so können diese den Aktionären im Verhältnis zu ihrem Aktienbesitz entsprechend der Relation des Volumens der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien zum Grundkapital zugeteilt werden. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden etwaige Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung von Andienungsrechten Aktien veräußert werden können, wird nach Maßgabe der Regelungen über die Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten bestimmt und ggf. angepasst. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und ggf. ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand bzw. die persönlich haftende Gesellschafterin.
Die persönlich haftende Gesellschafterin wurde ermächtigt, die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch wie folgt zu verwenden:
Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch ein öffentliches Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligungsquote veräußert werden. Der auf die Anzahl der unter dieser Ermächtigung veräußerten Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals darf 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Auf die 10 %-Grenze ist der anteilige Betrag des Grundkapitals von neuen Aktien, die seit Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung aufgrund von etwaigen Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aus genehmigtem Kapital unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ggf. begeben worden sind, anzurechnen, ebenso wie der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Options- und/oder Wandelanleihen mit einem Options- bzw. Wandlungsrecht auf Aktien entfällt, die aufgrund von etwaigen Ermächtigungen gemäß §§ 221 Abs. 4,186 Abs. 3 Satz 4 AktG seit Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung ggf. ausgegeben worden sind. Der Vorstand ist ermächtigt, das Bezugsrecht für Spitzenbeträge auszuschließen.
Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten als Gegenleistung zum unmittelbaren oder mittelbaren Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen an- geboten und übertragen werden.
Die Aktien können ferner eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung kann auch dergestalt erfolgen, dass sich das Grundkapital nicht verändert, sondern durch die Einziehung der Aktien der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht wird (§ 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG). Für diesen Fall wird der Vorstand bzw. die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung entsprechend anzupassen.
Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen nach Ziffern a) bis c) verwendet werden. Die Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien, zu ihrer Veräußerung oder anderweitigen Verwendung bzw. zu ihrem Einzug können unabhängig voneinander, einmal oder mehrmals, ganz oder auch in Teilen ausgeübt werden. Soweit Aktien als Gegenleistung verwendet werden, kann dies auch in Kombination mit anderen Formen der Gegenleistung geschehen.
5. Sonderposten für Zuwendungen
Die Investitionszulagen und -zuschüsse sind für die Anschaffung von Anlagevermögen gewährt worden. Sie werden über die Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens verteilt, für die sie gewährt wurden.
Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Retouren (TEUR 183; Vorjahr: TEUR 1.023), Lizenzgebühren (TEUR 405; Vorjahr TEUR 245), ausstehenden Urlaub (TEUR 319; Vorjahre TEUR 291), Kundenboni (TEUR 109; Vorjahr: TEUR 233), Marketingkosten (TEUR 110; Vorjahr: TEUR 127) sowie für Tantieme und Bonuszahlungen (TEUR 152; Vorjahr: TEUR 222) gebildet.
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Darüber hinaus bestehen keine Sicherheiten bei den Verbindlichkeiten.
Verbindlichkeitenspiegel in TEUR:
Restlaufzeit 30.9.2016 30.9.2015
bis 1 Jahr über 5 Jahre gesamt bis 1 Jahr gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.178 17.169 23.811 1.188 19.488
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.009 0 1.009 892 892
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.080 0 1.080 754 754
– davon aus Steuern 336 0 336 355 355
– gegenüber Personal 2 0 2 17 17
– sonstiges 742 0 742 382 382
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit einem Betrag von 23.811 TEUR durch Grundpfandrechte gesichert.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um vier fest und vier variabel verzinste Kredite. Der Kredit mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr ist variabel verzinst. Die weiteren drei variabel verzinsten Kredite mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren sind mit ZinsSwaps mit identischen Konditionen in Bezug auf Laufzeit, Kredithöhe und Tilgung abgesichert, sodass Swap und Kredit jeweils zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst wurden. Der gemeinsame Bilanzansatz in Höhe von TEUR 10.444 entspricht der Kredithöhe zum 30.09.2016, da die Swaps zum Bilanzstichtag abgerechnet und folglich vollständig als Zinsaufwand erfasst wurden.
8. Passive latente Steuern
TEUR 30.09.2015
Latente Steuerschulden aus zeitlichen Buchungsunterschieden
Immaterielle Vermögensgegenstände aus Unternehmenserwerben -189 -274
Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände -2.311 -2.207
Sachanlagen aus Unternehmenserwerben -720 -731
-3.220 -3.212
Latente Steueransprüche aus zeitlichen Buchungsunterschieden
Währungsumrechnungsdifferenzen 20 -48
Latente Steuerschulden netto -3.200 -3.260
Der Berechnung wurde grundsätzlich ein kombinierter Ertragsteuersatz von 29,2 % zugrunde gelegt. Abweichend davon wurde für die latente Steuer aus der Erstkonsolidierung der Bellevue Immobilien GmbH der unternehmensindividuelle Steuersatz von 15,8 % angewendet.
Zum Bilanzstichtag bestanden Avalkredite aus Mietbürgschaften in Höhe von TEUR 228 (Vorjahr: TEUR 185), eine Zahlungsgarantie zu Gunsten eines Lieferanten in Höhe TUSD 248 (Vorjahr: TUSD 175) sowie ein Avalkredit auf Lieferantenakkreditiven in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 15). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bestanden keine weiteren Mietbürgschaften.
Aufgrund der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Lage sowie des Immobilienmarktes ist derzeit mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.
10. Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB
TEUR 2017/18
TEUR 2018/19
TEUR 2019/20
TEUR 2020/21
Mietverträge 939 971 953 953 881
Leasing 4 4 1 0 0
943 975 954 953 881
11. Geschäfte mit nahe stehenden Personen/Unternehmen
Die Geschäfte mit nahe stehenden Personen und Unternehmen werden zu denselben Konditionen wie mit fremden Dritten abgewickelt.
12. Ausschüttungssperre
In Höhe der folgenden Beträge ergibt sich gemäß § 268 Abs. 8 HGB aus Aktivierungen eine Gewinnausschüttungssperre:
aus der Aktivierung TEUR
selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände 7.883
passive latente Steuern -2.311
13. Bewertungseinheiten
Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:
Grundgeschäft/Sicherungsinstrument Risiko/Art der Bewertungseinheit Marktwert 30.09.2016 Höhe des abgesicherten Risikos
variabel verzinstes Bankdarlehen/Zins-Swap Zinsrisiko/micro hedge TEUR 1.518 TEUR 10.444
Für drei variabel verzinste Darlehen wurden Zinsswaps mit Tilgung mit identischen Volumen abgeschlossen. Diese Darlehen und Zins-Swaps haben eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.
Durch die Zins-Swaps wurden variabel verzinsliche Verbindlichkeiten in fest verzinsliche Verbindlichkeiten umgewandelt. Die Bewertung der Zins-Swaps erfolgte nach der Barwertmethode.
Die Wertänderung aus Darlehen und Sicherungsgeschäft (Zins-Swap) gleichen sich über den gesamten Sicherungszeitraum aus. Die Gesellschaft hat eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB (micro hedge) gebildet.
Regional gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
D/A/CH 18.111 19.395
Westeuropa 5.856 6.400
USA 5.705 4.083
Rest der Welt 1.478 510
31.150 30.388
Nach Bereichen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
B2 C indirect 7.088 8.372
B2 C direct 18.214 17.582
B2 B 3.102 2.833
Immobilien 2.746 1.601
Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die mit der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in Zusammenhang stehenden Abschreibungen auf Software, Schutzrechte, Software-Entwicklungskosten und sonstige Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 3.421 (Vorjahr: TEUR 3.575) wurden auf Grund des gesonderten Ausweises der Forschungs- und Entwicklungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht unter den Umsatzkosten, sondern unter den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen.
Der Personalaufwand betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren TEUR 12.560 (Vorjahr: TEUR 12.901), davon entfallen auf Löhne und Gehälter TEUR 9.517 (Vorjahr: TEUR 10.099), auf Sozialabgaben TEUR 2.437 (Vorjahr: TEUR 2.548) und auf sonstige Personalkosten TEUR 606 (Vorjahr: TEUR 254).
4. Forschungs- und Entwicklungskosten
Neben den Vertriebs- und Verwaltungskosten beinhaltet die Gewinn- und Verlustrechnung eine gesonderte Position für Forschungs- und Entwicklungskosten. Dabei handelt es sich um Personalkosten, sonstige Aufwendungen sowie um Abschreibungen auf selbst erstellte Software-Entwicklungen. Durch den differenzierten Ausweis wird der herausragenden Bedeutung des F&E-Bereichs für die Bellevue Investments-Gruppe Rechnung getragen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten neben den planmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.421 (Vorjahr: TEUR 3.575) keine außerplanmäßigen Abschreibungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten vor allem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 167 (Vorjahr TEUR 719) sowie Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 716 (Vorjahr: TEUR 605).
6. Periodenfremde Erträge
Im Geschäftsjahr 2015/2016 kam es zu periodenfremden Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 167 (Vorjahr TEUR 719).
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
In den ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag des Geschäftsjahres 2015/2016 sind Erträge aus Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 222) enthalten.
V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung
Ertragsteuern wurden in Höhe von TEUR 1, Zinsen wurden in Höhe von TEUR 536 bezahlt.
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den Bilanzposten Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks zusammen. TEUR 325 (Vorjahr TEUR 1.989) des Finanzmittelfonds unterliegen Verfügungsbeschränkungen.
Die Investitionstätigkeit in das Sachanlagevermögen betreffen vor allem ein Neubauprojekt Bellevue Immobilien GmbH und damit in Zusammenhang stehende geleistete Anzahlungen und Anzahlungen im Bau. Die Investitionstätigkeit in immaterielle Vermögensgegenstände betreffen neben den aktivierten Eigenleistungen insbesondere eine Akquisition durch die MAGIX Software GmbH.
VI. Erläuterungen zum Konzerneigenkapitalspiegel
Vom erwirtschafteten Konzerneigenkapital stehen zum 30. September 2016 TEUR 191 (Vorjahr TEUR 0) zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung.
1. Organe der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA
Die Bellevue Investments Verwaltungs GmbH nimmt als persönlich haftende Gesellschafterin über ihre Geschäftsführer die Geschäftsführung und Vertretung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA wahr. Alleiniger Geschäftsführer der Bellevue Investments Verwaltungs GmbH war im Geschäftsjahr 2015/2016 Herr Jürgen Jaron.
Der Aufsichtsrat besteht unverändert aus:
Herrn Tilman Herberger, Kaufmann, Dresden (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Herrn Erhard Rein, Kaufmann, Rahden (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Herrn Titus Tost, Kaufmann, Dresden (Mitglied des Aufsichtsrates)
Der Bellevue Investments-Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 261 Angestellte (Vorjahr 280) und 61 Auszubildende (Vorjahr 59).
3. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2015/16 keine Mitteilungen über das Bestehen von Beteiligungen nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 21 Abs. 1 oder Abs. la WpHG gemacht.
4. Honorar des Abschlussprüfers
Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Honorare für die Abschlussprüfung in Höhe von TEUR 45 (Vorjahr TEUR 48) erfasst.
5. Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB
Für den Jahresabschluss zum 30. September 2016 wird die Befreiungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB für die folgenden Tochterunternehmen in Anspruch genommen:
Bellevue Immobilien GmbH
Bellevue Property GmbH
Bellevue Property 1 GmbH
Bellevue Property 2 GmbH
myGoya GmbH
6. Ergebnisverwendung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA
(handelsrechtlicher Einzelabschluss)
Der handelsrechtliche Bilanzverlust der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 in Höhe von TEUR -45 ist auf neue Rechnung vorzutragen.
Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA,
Bellevue Investments Verwaltungs GmbH, persönlich haftende Gesellschafterin
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2015/16
01.10.2015 Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2016
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 34.757 0 0 2.822 37.579
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.174 3.557 90 0 13.641
3. Geschäfts- oder Firmenwert 773 0 0 0 773
4. Geleistete Anzahlungen 919 2.895 556 -2.822 436
46.623 6.452 646 0 52.429
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 28.682 128 3 0 28.807
2. Technische Anlagen und Maschinen 179 61 36 0 204
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.009 615 71 0 5.553
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24 541 0 0 565
33.894 1.345 110 0 35.129
1. Beteiligungen 451 393 50 0 794
451 393 59 0 794
89.968 8.190 806 0 88.352
01.10.2015 Zuführungen Auflösungen Währungsumrechnung 30.09.2016
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 27.443 2.934 0 0 30.377
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.895 783 25 2 8.655
3. Geschäfts- oder Firmenwert 7 25 0 0 32
4. Geleistete Anzahlungen 537 0 537 0 0
35.882 3.742 562 2 39.064
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 733 848 3 2 1.580
2. Technische Anlagen und Maschinen 158 8 36 0 130
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.596 218 26 2 4.790
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 11 0
5.487 1.074 65 4 6.500
1. Beteiligungen 50 0 50 0 0
50 0 50 0 0
41.419 4.816 677 6 45.564
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015/16
1. Kurzüberblick über das Geschäftsjahr 2015/16
Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA ist eine Holding mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland. Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden Bellevue Investments-Gruppe, Bellevue Investments-Konzern oder Bellevue Investments) haben unterschiedliche Geschäftsmodelle und beschäftigen sich mit Software, Online-Diensten, Unterhaltungs- und Content-Angeboten sowie Immobilienanlagen. Von Oktober 2015 bis September 2016 (Geschäftsjahr 2015/16 oder Berichtsperiode) hat sich Bellevue Investments erfolgreich den Herausforderungen des anhaltend schwierigen Umfelds gestellt. Der Konzernabschluss der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2015/16 wurde gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.
Dank der starken Entwicklungsleistung und der Investitionstätigkeit in den zurückliegenden Jahren tritt Bellevue Investments-Gruppe als Innovator für Multimediasoftware, Onlinedienste, Systemtools und mobile Applikationen auf. Neuentwicklungen erfolgen dabei stets marktgetrieben.
Die Steuerung des Konzerns erfolgt anhand wesentlicher Kennzahlen, die geplant und deren Entwicklung im Geschäftsverlauf fortlaufend gemessen werden. Dabei handelt es sich insbesondere um die Umsatzentwicklung je Geschäftsbereich und Region sowie die Entwicklung des EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) bzw. EBT (Ergebnis vor Steuern) auf Unternehmensebene.
Angesichts des unverändert schwierigen Marktumfeldes, insbesondere im Hinblick auf die Situation im Handel und der anhaltenden Schwäche des Marktes für Konsumenten-PCs, hat sich Bellevue Investments im zurückliegenden Geschäftsjahr gut behauptet und weiter zukunftsweisend aufgestellt.
Der Umsatz des Konzerns stieg leicht von EUR 30,4 Mio. auf EUR 31,2 Mio. Dabei stiegen die Umsätze im Direktgeschäft, mit Geschäftskunden sowie im Immobilienbereich, während der Umsatz im Handel weiter abnahm.
Bellevue Investments hat 2015/2016 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erwirtschaftet. Im Vorjahr lag das EBIT bei EUR 0,7 Mio. Die EBIT-Marge sank entsprechend von 2,5 % auf 0 %. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) war von EUR 0,5 Mio. im Vorjahr auf EUR -0,5 Mio. rückläufig. Die EBT-Marge sank von 1,5 % auf -1,7 %. Nach einem Konzernjahresüberschuss von EUR 0,3 Mio. im Vorjahr wurde 2015/2016 ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR -0,5 Mio. erwirtschaftet.
Der Cashflow aus der laufenden Betriebstätigkeit erreichte mit EUR 5,5 Mio. einen hervorragenden Wert. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei EUR -7,9 Mio. Dabei spielten Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände eine wesentliche Rolle. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag bei EUR 4,3 Mio. und resultierte im Wesentlichen aus der Kreditaufnahme sowie der Aufnahme eines Minderheitsgesellschafters.
Für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen sieht sich Bellevue Investments gut gerüstet. Das technologische Know-how, die hervorragende finanzielle Basis, gepaart mit dem profitablen Kerngeschäft, den wachsenden Ventures und weitgehend planbaren Einnahmen aus dem Immobilienbereich werden es Bellevue Investments ermöglichen, seine Position gegen den harten internationalen Wettbewerb auszubauen.
Trotz des instabilen Umfelds wird, sofern von hier keine außerordentlich negativen Impulse erfolgen, für 2016/17 Umsatzwachstum erwartet. Auf Kostenebene wird mit einer unverändert starken Bruttomarge gerechnet. Zugleich sind steigende Kosten zum Ausbau der Geschäftstätigkeiten geplant. Für das Geschäftsjahr 2016/17 wird mit einem Ergebnisanstieg gerechnet, sodass wieder ein positives Konzernergebnis erwirtschaftet wird.
2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld
2015/16 waren in der Weltwirtschaft keine neuen Wachstumsimpulse zu erkennen. Nach einem Plus von 3,4 % in 2014 und 3,2 % in 2015 sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2016 einen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung von 3,1 % voraus (Stand November 2016).
Während die Entwicklung in den USA 2015 mit einer Wachstumsrate 2015 von 2,6 % noch deutlich über dem Durchschnitt der Industrienationen von 2,1 % lag, erreicht das Wirtschaftswachstum 2016 dort nur noch den Durschnittwert der Industrienationen von 1,6 %. In Westeuropa waren die Wachstumsraten mit 2,1 % in 2015 und 1,7 % in 2016 ebenfalls rückläufig. Die deutsche Wirtschaft konnte dagegen leicht zulegen – allerdings auf niedrigem Niveau dabei mit Wachstumsraten von 1,5 % in 2015 und 1,7 % in 2016.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat die deutsche Konjunktur ihren moderaten Wachstumskurs fortgesetzt. In der Berichtsperiode lag das Wachstum im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal bei 0,4 % im Schlussquartal 2015 und bei 0,7 %, 0,4 % bzw. 0,2 % in den ersten drei Quartalen 2016.
Positiv auf die deutsche Konjunktur wirkte 2015/16 die Entwicklung der privaten und staatlichen Konsumausgaben. Der Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stieg laut Statistischem Bundesamt im Zeitraum von Januar bis September 2016 real um 1,7 %. Während der Internet- und Versandhandel um 4,7 % deutlich zulegen konnte, entwickelten sich die Geschäfte im sonstigen Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (z. B. Waren- und Kaufhäuser) nur um -0,4 % schlechter als im Vorjahr.
2.2 Branchenentwicklung
Der globale IT-Markt zeigte sich in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt schwach. Das Marktforschungsunternehmen Gartner geht von einem Rückgang der weltweiten IT-Umsätze um 0,3 % in 2016 aus, nachdem der Markt 2015 bereits um 5,5 % rückläufig war. Für den deutschen IT-Markt berichtet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKÖM) ein abflauendes Wachstum von 4,2 % in 2015 auf 3,6 % in 2016. Dabei wird der hiesige Softwaremarkt mit einem Plus von 6,6 % in 2015 und 6,2 % in 2016 stärker gesehen als der Gesamtmarkt.
Zu berücksichtigen ist, dass der Markt für Konsumentensoftware nur etwa 15 % des Softwaremarktes ausmacht. Der Markt für Multimediasoftware macht hiervon wiederum nur einen kleinen Teil aus und unterliegt speziellen Einflüssen. Ein wesentlicher Faktor ist etwa die Entwicklung des PC-Markts für Konsumenten.
Laut Gartner waren die Absatzzahlen auf dem weltweiten PC-Markt 2015/16 in allen vier Quartalen mit -8,3 %, -9,6 %, -5,2 % und -5,7 % jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich rückläufig. Demzufolge gingen von der Markteinführung des neuen Betriebssystems Microsoft Windows 10 im vierten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres keine spürbaren positiven Impulse aus. Gartner zufolge ist hiermit erst Ende 2016 zu rechnen (unter PC versteht Gartner Desktops, Notebooks und Premium-Ultramobiles).
Für den deutschen PC-Markt war die Umsatzentwicklung laut Gartner mit -8,7 % und -7,8 % in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres zunächst ähnlich schlecht. Im dritten Quartal wurde dagegen ein Umsatzplus von 7,1 % berichtet. Dabei wurde das Wachstum wesentlich von der Nachfrage aus Unternehmen getrieben, während bei Privatanwendern ein geringeres Wachstum erzielt wurde.
Ertragslage der Bellevue Investments-Gruppe im Überblick
1. Okt. 2015 bis 30. Sep. 2016
TEUR 1. Okt. 2014 bis 30. Sep. 2015
TEUR Veränderung
Umsatzerlöse 31.150 30.388 +2,5 %
Bruttoergebnis 28.272 27.611 +2,4 %
als % vom Umsatz 90,8 % 90,9 %
Ergebnis vor Zinsen & Steuern 5 748 -99,3 %
als % vom Umsatz 0,0 % 2,5 %
Ergebnis vor Steuern -531 469 -213,0 %
als % vom Umsatz -1,7 % 1,5 %
Konzernjahresüberschuss -479 298 -260,3 %
als % vom Umsatz -1,5 % 1,0 %
Bellevue Investments hat 2015/2016 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erwirtschaftet. Im Vorjahr lag das EBIT bei EUR 0,7 Mio. Die EBIT-Marge sank entsprechend von 2,5 % auf 0 %. Maßgeblich verantwortlich war hierfür ein Anstieg der Abschreibungen sowie der operativen Kosten.
Bedingt durch die Kreditaufnahme zur Immobilienfinanzierung stiegen im Berichtszeitraum die Zinsaufwendungen. Als Folge war das Finanzergebnis von EUR -0,3 Mio. bei EUR -0,5 Mio. rückläufig. Nachdem im Vorjahr ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von EUR 0,5 Mio. erzielt wurde, lag das EBT in diesem Jahr bei EUR -0,5 Mio. Die EBT-Marge sank von 1,5 % auf -1,7 %. Nach einem Konzernjahresüberschuss von EUR 0,3 Mio. im Vorjahr wurde 2015/2016 ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR -0,5 Mio. erwirtschaftet.
Der Umsatz des Konzerns stieg leicht von EUR 30,4 Mio. auf EUR 31,2 Mio. Dabei wurden im ersten und im vierten Quartal Zuwächse von EUR 7,5 Mio. auf EUR 7,6 Mio. bzw. von EUR 8,4 Mio. auf EUR 10,1 Mio. erzielt. In den beiden dazwischen liegenden Quartalen war der Umsatz dagegen schwächer als im Vorjahr und sank von EUR 7,1 Mio. auf EUR 6,7 Mio. bzw. von EUR 7,4 Mio. auf EUR 6,8 Mio.
Im Hinblick auf die Regionen lag der Umsatz im deutschsprachigen Raum sowie in Westeuropa unter Vorjahresniveau, während in den Regionen USA und Rest der Welt deutliche Zuwächse erzielt wurden. Die Entwicklung der Geschäftsbereiche des Konzerns war ebenfalls recht unterschiedlich. Infolge der Investitionen des Vorjahres stieg der Umsatz des Immobilienbereichs deutlich. Stärker waren auch die Bereiche B2C direct und B2B, während der B2C indirect schwächer war als im Vorjahr.
Umsätze, die der Konzern mit Konsumenten indirekt über Einzelhändler (wie Media Markt oder Fnac) sowie über Internethändler (wie Amazon oder Steam) erzielt, werden dem Bereich B2C indirect zugerechnet. Der Bereich B2C direct generiert seine Umsätze dagegen direkt mit Konsumenten über konzerneigene Webseiten, wie www.magix.com, www.xara.com, www.simplitec.com, www.vegascreativesoftware.com oder www.magixonline.com.
Im dritten Geschäftsbereich, dem B2B-Bereich, werden Umsätze mit Geschäftskunden generiert. Hierzu gehören
Hardwarehersteller (OEM), die ihre Produkte im Paket mit der Software einer Tochtergesellschaft zusammen vertreiben,
Unternehmen und Organisationen, die Lösungen einer Konzerngesellschaft einsetzen, wie z. B. den Xara Designer Pro für die Gestaltung sämtlicher Komponenten zur Unternehmensdarstellung oder MAGIX Video Pro X zur professionellen Bearbeitung von Videomaterial sowie
professionelle Anwender, die Software einer Konzerngesellschaft, wie z. B. Samplitude und Sequoia, gewerblich nutzen.
Im Immobilienbereich ergänzt Bellevue Investments das Konzernportfolio. Der Fokus liegt dabei auf der Vermietung von Gewerbe- und Wohnobjekten in Deutschland. 2015/2016 lag der Anteil des Immobilienbereichs am Konzernumsatz bei 8,8 %. Mit einem Umsatzanteil von 10,0 % war der B2B-Bereich ebenfalls vergleichsweise klein. Die Geschäftsbereiche B2C direct und B2C indirect waren mit 58,5 % und 22,7 % erheblich umsatzstärker. Dessen ungeachtet ist der B2B-Bereich von erheblicher strategischer Bedeutung.
Zum einen ermöglicht der Vertrieb über Hardwarehersteller eine wesentliche Verbreiterung der Kundenbasis, da auf diesem Weg auch solche Nutzer erreicht, die sich nicht gezielt über Multimediasoftware informieren. Zum anderen helfen die Produkte für gewerbliche Anwender dabei, sich als Innovationsführer zu positionieren, da diese High-End-Produkte bestens die Innovationskraft aufzeigen, die erforderlich ist, um fortwährend höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Letztendlich profitieren die Produkte für Konsumenten davon, dass sie sich an den hohen Ansprüchen dieser professionellen Lösungen orientieren.
Die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche von Bellevue-Investments gestaltete sich wie folgt:
Bellevue Investments-Konzern
Umsatz nach Geschäftsbereichen zum 30. September 2016
1. Okt. 2015 bis 30. Sep. 2016 1. Okt. 2014 bis 30. Sep. 2015 +/-
B2C indirect 7.088 22,7 8.372 27,5 -1.284 -15,3
B2C direct 18.214 58,5 17.582 57,9 632 +3,6
B2B 3.102 10,0 2.833 9,3 269 +9,5
Immobilien 2.746 8,8 1.601 5,3 +1.145 +71,5
Gesamt 31.150 100,0 30.388 100,0 +762 +2,5
Mit EUR 7,1 Mio. lag der Umsatz im Bereich B2C indirect 15,3 % unter dem Vorjahreswert von EUR 8,4 Mio. Dabei war das Geschäft in den Regionen USA und Rest der Welt stärker, während der Bereichsumsatz im deutschsprachigen Raum sowie in Westeuropa rückläufig war.
Der Bereich B2C direct verzeichnete einen Umsatzanstieg um 3,6 % von EUR 17,6 Mio. auf EUR 18,2 Mio. Der Umsatz blieb hier im deutschsprachigen Raum sowie in Westeuropa unter dem Vorjahresniveau. Die US-Region sowie der Rest der Welt konnten dagegen im Direktbereich Zuwächse erwirtschaften.
Im B2B-Bereich wurde ebenfalls eine Umsatzsteigerung erzielt. Das Geschäft ist hier volatiler, da der Umsatz mit Geschäftskunden von vergleichsweise wenigen Aufträgen abhängt. Mit EUR 3,1 Mio. lag der Bereichsumsatz 9,5 % über dem Vorjahreswert von EUR 2,8 Mio. Insbesondere der OEM-Umsatz entwickelte sich hier positiv.
Der Immobilienbereich, der seine Umsätze ausschließlich in der deutschsprachigen Region erwirtschaftete, kam auf EUR 2,7 Mio. Im Vorjahr hatte der Bereichsumsatz bei EUR 1,6 Mio. gelegen. Für Wachstum sorgte hier insbesondere die am Ende des vorigen Geschäftsjahres übernommene Bellevue Immobiline GmbH.
Den mit Abstand größten Umsatzanteil erzielte der Konzern mit 58,2 % erneut in der deutschsprachigen Region (D/A/CH). Ihr folgten in unveränderter Reihenfolge die Regionen Westeuropa mit 18,8 %, die USA mit 18,3 % sowie der Rest der Welt mit 4,7 %. Auf Jahressicht blieb der Umsatz in den Regionen D/A/CH bzw. Westeuropa unter dem Vorjahreswert. Auf dem US-Markt und im Rest der Welt entwickelte sich der Umsatz dagegen überaus positiv, weshalb der Umsatzanteil der US-Region nur noch knapp hinter dem Westeuropas liegt.
Die regionale Umsatzentwicklung gestaltete sich folgendermaßen:
Umsatz nach Regionen zum 30. September 2016
D/A/CH 18.111 58,2 19.395 63,8 -1.284 -6,6
Westeuropa 5.856 18,8 6.400 21,1 -544 -8,5
USA 5.705 18,3 4.083 13,4 +1.622 +39,7
Rest der Welt 1.478 4,7 510 1,7 -968 189,8
In der deutschsprachigen Region war der Umsatz um 6,6 % auf EUR 18,1 Mio. rückläufig. Während das B2B-Geschäft hier auf Vorjahresniveau blieb, war der Umsatz in den Konsumentenbereichen B2C indirect und B2C direct rückläufig. Positiv wirkte dagegen der Immobilienbereich, der seine Umsätze ausschließlich im deutschsprachigen Raum generiert.
In Westeuropa sank der Umsatz um 8,5 % auf EUR 5,9 Mio. Dabei waren auch hier in den Konsumentenbereichen B2C indirect und B2C direct Umsatzrückgänge zu verzeichnen, während das B2B-Geschäft deutlich zulegen konnte.
In der US-Region stieg der Umsatz um 39,7 % auf EUR 5,7 Mio. Sowohl im direkten als auch im indirekten Konsumentengeschäft war der US-Umsatz höher als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu sank der B2B-Umsatz der Region. Im Rest der Welt stieg der Umsatz deutlich von EUR 0,5 Mio. auf EUR 1,5 Mio. Hier konnten alle Geschäftsbereiche deutliche Zuwächse generieren.
Bruttoergebnis und Bruttomarge
Der Umsatzanstieg um EUR 0,8 Mio. ging mit einem Anstieg der Herstellungskosten um EUR 0,1 Mio. auf EUR 2,9 Mio. einher. Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg entsprechend von EUR 27,6 Mio. auf EUR 28,3 Mio. Die Bruttomarge sank leicht von 90,9 % auf 90,8 %.
Neben fremdbezogenen Hardwarekomponenten, die zusammen mit der Software des Konzerns in Produktpaketen enthalten sind, beinhalten die Umsatzkosten im Wesentlichen Materialkosten für die Verpackung sowie eventuell anfallende Drittlizenzen, insbesondere für sogenannte Codecs. Hierbei handelt es sich um Standardmedienformate wie beispielsweise das MP3-Format. Da es nicht sinnvoll ist, solche Standards selbst zu entwickeln, werden für deren Verwendung Lizenzgebühren entrichtet. Alle anderen Produktionsschritte werden von der Bellevue Investments-Gruppe durchgeführt, so dass keine gesonderten Umsatzkosten anfallen.
Die Betriebsaufwendungen (vor sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen) stiegen von EUR 27,9 Mio. auf EUR 29,3 Mio. Dabei stiegen die Abschreibungen von EUR 4,4 Mio. auf EUR 4,8 Mio. und die operativen Kosten von EUR 23,5 Mio. auf EUR 24,5 Mio. Ihre Entwicklung in den Bereichen Vertrieb, Verwaltung, Immobilien sowie Forschung und Entwicklung (F&E) stellt sich wie folgt dar:
Bellevue Investments-Konzern – Operative Kosten zum 30. September 2016
Vertriebskosten 10.423 42,5 10.272 43,7 +151 +1,5
Verwaltungskosten 4.249 17,4 4.023 17,1 +226 +5,6
Immobilienkosten 1.376 5,6 484 2,1 +892 +184,3
F&E-Kosten 8.461 34,5 8.723 37,1 -262 -3,0
Gesamt 24.509 100,0 23.502 100,0 +1.007 +4,3
Die operativen Vertriebskosten, die 42,5 % der operativen Kosten ausmachten, stiegen leicht von EUR 10,3 Mio. auf EUR 10,4 Mio. Während bei den Marketingkosten ein Anstieg zu verzeichnen war, wurden die Personalkosten für Vertriebsmitarbeiter sowie die sonstigen Vertriebskosten reduziert.
Im Verwaltungsbereich stiegen die Kosten von EUR 4,0 Mio. auf EUR 4,2 Mio. Auch hier nahmen die Personalkosten ab. Die sonstigen Verwaltungskosten sowie die Aufwendungen für Forderungsverluste nahmen dagegen zu.
Die operativen Kosten im Immobilienbereich werden in der Berichtsperiode aufgrund seiner zunehmenden Bedeutung erstmals separat ausgewiesen. In den Vorjahresberichten wurden die hiermit im Zusammenhang stehenden Kosten als Verwaltungskosten aufgeführt. Die operativen Immobilienkosten beinhalten die Kosten der Hauswirtschaft, Instandhaltungskosten sowie sonstige Kosten, wie z. B. Grundsteuern.
Die operativen Kosten des Immobilienbereichs stiegen von EUR 0,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,4 Mio. Dabei nahmen Betriebskosten, Instandhaltungskosten sowie die sonstigen Kosten des Bereichs jeweils zu. Hintergrund war hier insbesondere der Zukauf der Bellevue Immobilien GmbH zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 sowie die Immobilieninstandhaltung der Bellevue Property 2 GmbH.
Die operativen Kosten im F&E-Bereich sanken von EUR 8,7 Mio. auf EUR 8,5 Mio. Dabei nahmen die Personalaufwendungen wie auch die sonstigen Aufwendungen des Bereichs ab.
Durch das starke Engagement in Forschung und Entwicklung erwartet die Konzernführung mittelfristig die Erreichung höherer Umsatz- und Ergebnisziele. Durch die Entwicklung anspruchsvoller und zugleich intuitiv zu benutzender Software hält der Konzern nicht nur dem permanenten Wandel in der Unterhaltungselektronik stand, sondern agiert selbst als Innovator. Auf die Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung bei MAGIX wird im Abschnitt 3.3 näher eingegangen.
3.2 Finanz- und Vermögenslage
Konzernbilanz zum 30. September 2016 im Überblick
TEUR 30. Sep. 2015
Anlagevermögen 42.788 39.549 +8,2
Umlaufvermögen 16.943 16.680 +1,6
davon liquide Mittel 9.723 8.327 +16,8
Rechnungsabgrenzungsposten 436 428 +1,6
Summe Aktiva 60.167 56.657 +6,2
Eigenkapital 28.677 29.114 -1,5
Sonderposten für Zuwendungen 4 12 -66,7
Rückstellungen 1.936 2.768 -30,1
Verbindlichkeiten 25.900 21.134 +22,6
Rechnungsabgrenzungsposten 450 369 +22,0
Passive latente Steuern 3.200 3.260 +1,8
Summe Passiva 60.167 56.657 +6,2
Im Jahresvergleich stieg die Bilanzsumme von EUR 56,7 Mio. auf EUR 60,2 Mio. Dabei nahm die Eigenkapitalquote von 51 % auf 48 % ab.
Das Eigenkapital des Konzerns sank von EUR 29,1 Mio. auf EUR 28,7 Mio. Wesentlichen Einfluss hatte hierauf neben dem Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR -0,5 Mio. der Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung, welcher EUR 0,5 Mio. abnahm. Die Aufnahme einer Minderheitsbeteiligung in der Expert Systems GmbH wirkte sich dagegen mit EUR 0,5 Mio. positiv auf das Konzerneigenkapital aus.
Innerhalb des Fremdkapitals konnten die Rückstellungen von EUR 2,8 Mio. auf EUR 1,9 Mio. reduziert werden. Hierbei waren insbesondere für Retouren geringere Rückstellungen zu bilden als im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten stiegen dagegen von EUR 21,1 Mio. auf EUR 25,9 Mio. Wesentlichen Einfluss hatte hierbei eine Kreditaufnahme.
Die passiven latenten Steuern, die aufgrund von Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen gebildet werden, nahmen von EUR 3,3 Mio. auf EUR 3,2 Mio. ab. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten vergrößerte sich von EUR 0,4 Mio. auf EUR 0,5 Mio.
Die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich im Geschäftsjahr auf EUR 8,1 Mio. Hier spielten zum einen – wie in den Vorjahren – selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände eine wichtige Rolle. Dazu sei an dieser Stelle auf die Erläuterungen im Abschnitt Forschung und Entwicklung verwiesen. Zum anderen wurden im Rahmen einer Akquisition durch die MA­GIX Software GmbH Investitionen in entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände getätigt. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von EUR 4,8 Mio. gegenüber, so dass der Wert des Anlagevermögens gegenüber dem Vorjahr von EUR 39,5 Mio. auf EUR 42,8 Mio. anstieg.
Das Umlaufvermögen stieg von EUR 16,7 Mio. auf EUR 16,9 Mio. Dabei nahmen die liquiden Mittel von EUR 8,3 Mio. auf EUR 9,7 Mio. zu. Die Vorräte wurden von EUR 1,3 Mio. auf EUR 1,2 Mio. leicht reduziert. Des Weiteren nahmen die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte von EUR 7,1 Mio. auf EUR 6,0 Mio. ab. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten blieb unverändert bei EUR 0,4 Mio.
Konzernkapitalflussrechnung im Überblick
Cashflow aus der laufenden Betriebstätigkeit 5.489
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -7.929
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 4.287
Währungskurs- und konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds -451
Finanzmittelbestand zum Periodenbeginn 8.327
Finanzmittelbestand zum Periodenende 9.723
Der Cashflow aus der laufenden Betriebstätigkeit stieg um EUR 1,5 Mio. von EUR 4,0 Mio. auf EUR 5,5 Mio. Während sich die Ergebnisentwicklung hier negativ auswirkte, resultierte aus der Änderung des Working Capital ein positiver Effekt auf die liquiden Mittel. Ferner ist bei der Ergebnisentwicklung zu berücksichtigen, dass diese zu einem Großteil aus Abschreibungen resultiert, welche sich nicht auf die liquiden Mittel auswirken.
Nach EUR -29,2 Mio. im Vorjahr lag der Cashflow aus der Investitionstätigkeit 2015/2016 bei EUR -7,9 Mio. Dabei spielten Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände mit EUR 6,5 Mio. eine wesentliche Rolle. Ihnen standen Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens in Höhe von EUR 0,1 Mio. gegenüber. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich auf EUR 1,3 Mio. Ferner wurden für Finanzanlagen EUR 0,3 Mio. investiert.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit belief sich auf EUR 4,3 Mio. Er resultierte aus der Kreditaufnahme in Höhe von insgesamt EUR 5,5 Mio. sowie aus der Aufnahme eines Minderheitsgesellschafters in Höhe von EUR 0,5 Mio. Dem standen Kredittilgungen in Höhe von EUR 1,2 Mio. sowie Zinszahlungen in Höhe von EUR 0,5 Mio. gegenüber. Im vorangegangenen Jahr hatte der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit bei EUR 19,1 Mio. gelegen.
Die Finanzierung der Bellevue Investments-Gruppe ist durch Eigenmittel sichergestellt. Bellevue Investments war im Geschäftsjahr 2015/2016 jederzeit in der Lage, bestehende finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Überschüssige Finanzmittel werden im Wesentlichen nur kurzfristig bei Banken angelegt.
3.3 Forschung & Entwicklung
Die in der Bellevue Investments-Gruppe entwickelten Produkte decken in den Bereichen Musik, Video, Foto, Grafik und Web die komplette Bandbreite von Gratissoftware bis hin zu High-End-Lösungen für professionelle Anwender ab. Neu zum Produktspektrum hinzugekommen sind zuletzt mobile Applikationen, Systemtools sowie neu übernommene Video- und Audio-Produkte. Das Spektrum der Forschungs- und Entwicklungsthemen war 2015/16 dementsprechend breit gefächert.
Dem stark wachsenden Markt für Smartphones und Tablets wurde mit der verstärkten Entwicklung von Applikationen (Apps) für Betriebssysteme wie Android, Windows 8 und iOS, die insbesondere auf mobilen Endgeräten laufen, Rechnung getragen. Diese sind eng mit den Onlinediensten und der PC-Software der Unternehmensgruppe verknüpft und erschließen neue Anwendungsgebiete und Kundengruppen. Als besonderer Schwerpunkt ist das Betriebssystem Android, als weltweit ,am weitesten verbreitete Plattform für Consumer Software, zu sehen. Dem wird durch neue Versionen der Android Video-Produkte wie Movie Edit Touch, Fastcut und Camera MX sowie Music Maker JAM und MAGIX Remote als Musik Apps Rechnung getragen.
Die mufin-Technologie zur Analyse, Charakterisierung und Identifikation von Audiosignalen wurde 2015/16 im Hinblick auf die sich auf dem Second Screen-Markt bietenden Chancen weiterentwickelt. Hierfür wurden basierend auf der audioid, die eine schnelle und eindeutige Erkennung von Audiosignalen ermöglicht, Apps für Android, iOS und Windows entwickelt. Diese dienen als Showcases, um aufzuzeigen, wie Fernsehzuschauer zeitgerecht auf mobilen Endgeräten zur Sendung passende Zusatzinformationen erhalten können. Weiterhin wurde in diesem Geschäftsjahr eine neue Identifikationstechnologie in die Praxis eingeführt, die insbesondere bei umfangreichen Datenmengen effizienter und sicherer arbeitet. Auf dieser Basis wurde ein komplettes B2B Framework erstellt, mit dem sich u.a. Anforderungen im Broadcast-Bereich effizient abdecken lassen.
Ebenfalls verbessert wurde 2015/16 die simplitec Powersuite. Mit diesem Systemtool für Windows PCs, bei dessen Entwicklung besonderen Wert auf einfache und schnelle Bedienbarkeit gelegt wurde, erschließt sich der Konzern ein neues Marktsegment. Da simplitec letztlich jeden PC-Nutzer anspricht, ist der hiermit adressierte Markt wesentlich größer als der bisher von MAGIX erschlossene Markt für Multimediasoftware. Ergänzt wurde die PC-Anwendung durch eine Android App, welche die Smartphone-Performance optimiert sowie Mediendaten automatisch auf dem PC sichert. Ein neues Gebiet bei der PC-Optimierung in diesem Geschäftsjahr war die Optimierung speziell von Gaming-PCs. Dafür wurden neue Use Cases integriert, wie z. B. das „Abfilmen“ von Garnes zum Zweck des Teilens im Netz.
Erneuter Entwicklungsschwerpunkt, der sämtliche Konsumentenprodukte von MAGIX umfasst, war neben Performance-Optimierungen und Windows-10-Anpassungen die Vereinfachung der Bedienbarkeit sowie der Austauschbarkeit von Medien zwischen den Desktop-Produkten, mobilen Applikationen sowie mit dem Internet. Die Möglichkeiten von Touchscreens und High DPI Displays wurden durch einen schrittweisen Einsatz moderner Oberflächen Technologien erschlossen. Dem neuen Trend „360 Grad/VR Video“ folgend wurde die PC Videosoftware mit einer speziellen 360-Grad-Engine, speziellen 360-Grad-Effekten sowie einer Schnittstelle zu Youtube VR ausgerüstet. Damit lassen sich VR Videos für populäre Geräte wie Oculus Rift, HTC Vive, Samsung Gear VR und Google Cardboard erstellen.
Ein weiteres Beispiel für bereichsübergreifende Entwicklung und Entwicklungsanwendung lieferten die Bereiche Audio und Video. Es wurden zahlreiche Synergieeffekte zwischen den neu übernommenen Produkten und generischen MAGIX Produkten ausgenutzt.
Zusammenfassend sind von den Entwicklungen des abgelaufenen Geschäftsjahres neben den Folgeversionen aller etablierten Titel folgende Neu- und Weiterentwicklungen besonders hervorzuheben:
Music Maker Jam inkl. eigener Community (Android App und iOS App)
Movie Edit Touch (Windows 10 und Android App)
MAGIX Remote App (IOS und Android)
simplitec Powersuite
Video Pro X/Video deluxe (64 Bit Version)
Vegas Pro Familie
Sound Forge Familie
Mitarbeiterentwicklung (umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte)
30. Sep. 2016 30. Sep. 2015 +/- %
Vertrieb & Marketing 105 31,0 % 108 31,9 % -3 -2,8
Verwaltung & Logistik 53 15,6 % 55 16,3 % -2 -3,6
Forschung & Entwicklung 181 53,4 % 175 51,8 % +6 +3,4
Gesamt 339 100,0 % 338 100,0 % +1 0,3
Als kreativ-innovativer Konzern setzt Bellevue Investments auf Mitarbeiter, die neben fachlicher Kompetenz auch Leidenschaft für Foto, Musik, Video, Web und IT mitbringen. Das Team ist in einer sich immer schneller verändernden Umgebung der Garant dafür, dass Bellevue Investments international nicht nur Schritt hält, sondern vorneweg gehend Trends setzt. Im Fokus der Personalstrategie steht deshalb das zeitnahe Identifizieren und Gewinnen sowie das gleichzeitige Halten und kontinuierliche Weiterentwickeln qualifizierter Mitarbeiter.
Angesichts des demographischen Wandels und des vielerorts erwarteten Fachkräftemangels besitzen Ausbildung und Nachwuchsförderung für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmung große Bedeutung. Deswegen wurde das traditionell hohe Engagement für die Berufsausbildung junger Menschen weiter fortgesetzt. Zum 30. September 2016 waren 63 Auszubildende im Bellevue Investments-Konzern beschäftigt (Vorjahr: 55). Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Bellevue Investments 261 Angestellte und 61 Auszubildende.
Die Mitarbeiterzahl zum Ende des Geschäftsjahres (hier und im Folgenden jeweils umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte) stieg leicht von 338 auf 339. Die Ausrichtung des Konzerns als Innovator spiegelt sich weiterhin in der Personalstruktur wider: Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist im Bereich Forschung & Entwicklung tätig und sorgt damit für die kontinuierliche Neu- und Weiterentwicklung des Angebots von Bellevue Investments. Während die Mitarbeiterzahl hier um 6 auf 181 erhöht wurde, sank die Beschäftigtenzahl im Bereich Marketing & Vertrieb um 3 auf 105 Mitarbeiter und im Bereich Verwaltung & Logistik um 2 auf 53 Mitarbeiter.
Der Personalaufwand sank leicht von EUR 12,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 12,6 Mio.
3.5 Konzernstruktur
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Konzerngesellschaften der Bellevue Investments-Gruppe am 30. September 2016 in alphabetischer Reihenfolge:
MAGIX Limited Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
The Xara Group Limited Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien 100 %
MAGIX Entertainment S.A.R.L., Frankreich,
iXara Ltd. Großbritannien
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts kam es zu keinen Ereignissen.
5.1 Risikomanagement
Die Märkte für Softwareprodukte, Onlinedienste und mobile Applikationen sind einem raschen Wandel von Technologien und Industriestandards unterworfen. Der Erfolg von Bellevue Investments hängt daher wesentlich davon ab, neue Trends und Entwicklungen vorauszusehen, bestehende Produkte laufend zu verbessern und neue Produkte rechtzeitig zu entwickeln und einzuführen. Der von Bellevue Investments zunehmend bearbeitete Immobilienmarkt ist vergleichsweise wenig volatil, weshalb dieser Bereich zur Stabilisierung des Konzerns beitragen soll.
Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung. Es ist darauf ausgerichtet, Risiken systematisch zu erfassen, um geeignete Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Reduzierung einzuleiten.
Die einzelnen Bereiche des Risikomanagementsystems werden auf Ebene der Geschäftsführung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA zusammengeführt und dort fortlaufend überwacht. Die Geschäftsführung wird regelmäßig über die Ereignisse und Ergebnisse in allen in den Konzern einbezogenen Einheiten informiert. Das System wird ständig überprüft, erweitert und an die Entwicklung der Unternehmensgruppe angepasst. Insbesondere werden regelmäßig die eingeleiteten Maßnahmen dahingehend überprüft, ob sie die entsprechenden Risiken kontrollieren bzw. vermeiden.
Innerhalb des Risikomanagements werden insbesondere folgende Maßnahmen bei strategischen Entscheidungsprozessen durchgeführt:
Das Konzerncontrolling erstellt Soll-Ist-Vergleiche und Kurzfristplanungen, die mit den verantwortlichen Managern in regelmäßigen Abständen besprochen werden. Es definiert gemeinsam mit dem Management wichtige Finanz- und sonstige Kennzahlen und überwacht ständig deren Einhaltung.
Die zuständigen Projektmanager überwachen anhand von Meilensteinen kontinuierlich die Erreichung von Entwicklungsfortschritten und die Einhaltung von Projektplanungen, um die pünktliche Auslieferung von neuen Funktionalitäten, Produkten und Dienstleistungen zu gewährleisten.
Die Personalabteilung stellt in Absprache mit den Entwicklungsabteilungen die kontinuierliche Weiterbildung der Angestellten sowie die ausreichende Rekrutierung neuer Mitarbeiter mit erfolgskritischem technologischen Spezialwissen sicher.
Die IT-Abteilung hat Notfallprozeduren zur Gewährleistung eines hohen Maßes an Stabilität und Sicherheit für eine ständige Erreichbarkeit des Internetportals und der Onlinedienste abgestimmt und installiert.
Die Rechts- und IP-Abteilung überwacht kontinuierlich das geistige Eigentum sowie die Markenrechte der Unternehmensgruppe und überprüft Neuentwicklungen auf Verstöße gegen Schutzrechte am geistigen Eigentum Dritter.
5.2 Chancenmanagement
Bellevue Investments agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in welchem sich fortwährend neue Chancen ergeben. Diese systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu nutzen und dabei Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren, ist ein wichtiger Faktor für das nachhaltige Unternehmenswachstum.
Um ein erfolgreiches Chancenmanagement zu ermöglichen, zieht die Unternehmensführung Markt- und Wettbewerbsanalysen heran und befasst sich mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Kostentreibern sowie den kritischen Erfolgsfaktoren der Branche. Daraus werden konkrete Marktchancen abgeleitet, welche die Geschäftsführung im Rahmen der Geschäftsplanung mit dem operativen Management abstimmt. Grundsätzlich strebt Bellevue Investments ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an.
Im Hinblick auf konkrete Chancen, die sich Bellevue Investments gegenwärtig bieten, sei auf die im Prognosebericht erörterte Strategie verwiesen.
5.3 Einzelrisiken
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Bellevue Investments-Konzerns ist insbesondere abhängig von der allgemeinen Entwicklung des Marktes für multimediale Kommunikation. Dessen Wachstum wird wesentlich von technologischen und wirtschaftlichen Faktoren gefördert, die sich einer Kontrolle durch den Konzern entziehen. Der Markt ist vergleichsweise jung, was eine zuverlässige Beurteilung zukünftiger Entwicklungen erschwert. Hinzu kommt, dass das Marktumfeld einer hohen Dynamik unterliegt.
Bellevue Investments investiert kontinuierlich in neue Produkte und Dienste, ein breites Angebotsportfolio sowie in die Erschließung neuer Kundengruppen und geographischer Märkte. Die Abhängigkeit von Entwicklungen in Teilbereichen des Marktes wird durch diese breit angelegten Aktivitäten minimiert. Es ist jedoch zu erwarten, dass der europäische Markt und insbesondere der deutschsprachige Raum in den Geschäftsjahren 2016/2017 und 2017/2018 weiterhin den weit überwiegenden Teil der Umsätze auf sich vereinigen wird. Unabhängig davon hängt die Ertragslage von Bellevue Investments wesentlich vom Markterfolg der neuen Produkte sowie der Beherrschung sich neu entwickelnder Technologien ab.
Der für Bellevue Investments relevante Markt für multimediale Kommunikation ist von globalem Wettbewerb geprägt, der weiter zunehmen wird. Einige der derzeitigen und potenziellen Wettbewerber der Bellevue Investments-Gruppe verfügen dabei über umfangreichere finanzielle, technologische und personelle Ressourcen sowie eine größere Reichweite oder mehr Nutzer. Teilweise sind sie bei einzelnen Produkten in bestimmten ausländischen Märkten besser positioniert. Ein vergleichbar breites Portfolio wie das der Bellevue Investments-Gruppe ist bei Wettbewerbern jedoch nicht zu finden. Das Risiko, dass ein Anbieter mittelfristig eine ähnlich umfassende Produktpalette zur Wettbewerbsreife bringen wird, ist als relativ gering einzuschätzen.
Rechtliche und Lizenzrisiken
Bellevue Investments ist bei Entwicklung und Vertrieb von den jeweils geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Eine Änderung dieser Rahmenbedingungen kann für das Unternehmen und den Konzern zu erheblichen Nachteilen führen. Derzeit ist eine solche Änderung nicht erkennbar.
Auf Grund des globalen Marktes besteht die Möglichkeit, dass die Bellevue Investments-Gruppe mit ihren Entwicklungen unwissentlich das geistige Eigentum Dritter verletzt. Mit Hilfe einer umfangreichen Überprüfung der eigenen Produkte durch die Rechtsabteilung hat das Unternehmen die möglichen Schritte unternommen, um dieses Risiko zu minimieren.
Die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns erfordern entsprechend qualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb. Ohne einen entsprechenden Personalstamm können die strategischen und wirtschaftlichen Ziele von Bellevue Investments möglicherweise nicht erreicht werden.
Der Konzern ist Ausfallrisiken bezogen auf Kundenforderungen sowie Währungsrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung von Ausfallrisiken hat die Gesellschaft eine Warenkreditversicherung abgeschlossen. ‚Zur Absicherung von Währungsrisiken werden keine Sicherungsinstrumente eingesetzt. Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken, die im Konzern im Wesentlichen aus variabel verzinslichen Bankkrediten resultieren, werden Zinsswaps eingesetzt.
Der Ausbau und die Internationalisierung des Geschäfts führen unweigerlich zu einer Erhöhung der unternehmerischen Risiken. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Erweiterung des Geschäftsmodells den Konzern stets gestärkt hat. Letztlich minimiert eine breite Aufstellung die Abhängigkeit des Konzerns von einzelnen Märkten und Produkten, womit diese Aktivitäten zu einer Reduzierung des Gesamtrisikos beitragen.
Die Risikolage des Konzerns ist stabil. Innerhalb des Berichtszeitraums haben die dargestellten Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den festgelegten Schwellenwert eines bestandsgefährdenden Risikos erreicht.
Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Geschäftsjahr 2015/2016 weiter abgeschwächt. Nach einem Plus von 3,2 % in 2015 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2016 ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von 3,1 %. Für die Folgejahre 2017 und 2018 wird ein Anziehen der Weltwirtschaft um 3,4 % und 3,6 % erwartet. Dabei werden die Wachstumsraten in den Schwellenländern weiterhin über denen der Industrienationen gesehen.
In Westeuropa rechnet der IWF mit einem konstanten Wachstum der Wirtschaft um 1,7 % in 2016, um 1,5 % in 2017 sowie um 1,6 % in 2018. Für die deutsche Wirtschaft liegen die Wachstumsprognosen mit 1,7 % in 2016,1,4 % in 2017 und 1,4 % in 2018 insgesamt leicht unter dem Durchschnitt Westeuropas.
Für den weltweiten IT-Markt erwartet das Marktforschungsunternehmen Gartner nach dem Rückgang um 0,3 % in 2016 für 2017 ein Wachstum um 2,9 %. Das Marktsegment Software wird dabei mit einem Wachstum von 6,0 % in 2016 und 7,2 % in 2017 deutlich stärker gesehen als der Gesamtmarkt.
Zu berücksichtigen ist, dass der vom Konzern adressierte Markt für Konsumentensoftware nur etwa 15 % des Softwaremarktes ausmacht. Der Markt für Multimediasoftware macht hiervon wiederum nur einen kleinen Teil aus und unterliegt speziellen Einflüssen. Deshalb lässt sich sein Prognosewert nicht ohne Weiteres aus dem des Softwaremarktsegments ableiten.
Ein wesentlicher Faktor ist die Entwicklung des PC-Markts. Hier erwartet das Marktforschungsunternehmen IDC einen Rückgang der weltweiten Absatzzahlen um 7,3 % in 2016 und um 1,6 % in 2017.
6.2 Strategie des Bellevue Investments-Konzerns
Bellevue Investments wird im Hinblick auf das Kerngeschäft von der Vision „360° Multimedia“ auf Kurs gehalten. Ziel ist es, sowohl Privat- als auch Geschäftskunden eine Rundumlösung für digitale Inhalte aus einer Hand zur Verfügung zu stellen. Um die Bedürfnisse der Kunden antizipieren, wecken, ansprechen und letztlich befriedigen zu können, ist Innovation ein fest verankerter Bestandteil der Unternehmenskultur. Individuelle Neugierde, gemeinsamer Forscherdrang und eine für Neues offene Umgebung lassen Bellevue Investments mit innovativen Produkten, Diensten und Prozessen immer wieder Maßstäbe setzen.
Die von dieser Vision getriebene Strategie orientiert sich in erster Linie an den Kundengruppen: den Konsumenten (B2C) und Geschäftskunden (B2B). Aufgrund der maßgeblichen Bedeutung des Konsumentengeschäfts gliedert sich die B2C-Strategie den Geschäftsbereichen folgend in die beiden Schlagrichtungen B2C direct und B2C indirect. 2013/2014 neu hinzugekommen ist der Bereich Immobilien, in dem Bellevue Investments Umsätze über Mieterträge erzielt. Im Folgenden wird auf die Konzernstrategie in den vier Bereichen B2C (indirect und direct), B2B und Immobilien sowie auf die sich hieraus ergebenden Chancen und Risiken eingegangen.
Um dem Führungsanspruch im Konsumentenbereich gerecht zu werden, werden die sich ändernden Kundenwünsche durch die konsequente Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Produkte und Dienste berücksichtigt. Neuentwicklungen erfolgen nicht um ihrer selbst willen, sondern stets marktgetrieben. Hierfür liefern das Kundenforum www.magix.info und das Customer-Relation-Management-System kontinuierlich wichtige Informationen für neue Entwicklungsansätze.
Zur technischen Umsetzung wird die Software im Konzern soweit wie möglich auf eine gemeinsame technologische Plattform gestellt – dies gilt bereichsübergreifend für Konsumenten- und Geschäftskundenlösungen. Dadurch werden Innovationen schnell und universell verfügbar: Sie werden zeitnah und reibungslos von einem Produkt auf andere übertragbar. Videoprodukte können so z. B. von Neuerungen im Audiobereich profitieren und umgekehrt. Zugleich werden durch die Kombination innovativer Technologien gänzlich neue Produkte schnell zur Marktreife gebracht. Die Bandbreite des Produktportfolios des Konzerns mit Systemtools, Foto-, Audio-, Grafik-, Web- und Videosoftware ist damit in der Entwicklung nicht als Hemmnis, sondern als dynamische Triebfeder zu sehen.
Unter den Konsumenten werden zunehmend diejenigen angesprochen, denen die bisherigen Anwendungen zu komplex erschienen. Dies kann durch lösungsorientierte Produkte, auf einzelne Konsumentengruppen ausgerichtete Produkte, wie z. B. speziell für Anfänger konzipierte Lösungen sowie durch kostenlose Produkte und Dienste erfolgen. Entscheidend ist, Neukunden mit der in den Konzernunternehmen üblichen Benutzeroberfläche vertraut zu machen, sie mit der einfachen Handhabung zu begeistern und sie mit den Arbeitsergebnissen zu verblüffen, um sie an die Konzernmarken zu binden.
Flankiert wird dies durch die Einbindung sämtlicher Konsumentenprodukte in das Portal magix.info. Hier erfolgt ein direkter Kontakt mit und zwischen Nutzern, die dort Fragen stellen oder Ergebnisse präsentieren können. Auf diesem Weg wird die Hemmschwelle für die Nutzung der Dienste und Produkte des Konzerns gesenkt und eine stärkere Kundenbindung erreicht.
B2C indirect
Die Situation im stationären Einzelhandel ist alles in allem als schwierig zu bewerten. Dies gilt in besonderem Maße für den europäischen Einzelhandel. Ferner ist das Wachstumspotenzial hier – speziell im deutschsprachigen Raum – auch aufgrund der dominanten Position der Konzernmarke MAGIX begrenzt.
Aus diesem Grund rücken neue Absatzmärkte weiter in den Vordergrund. Dem Kaufverhalten sowie der Handelssituation ist regional jeweils marktspezifisch Rechnung zu tragen. Auch die Produkt-, Vertriebs- und Servicestrategien werden entsprechend differenziert ausgerichtet und regelmäßig angepasst. Hierbei werden die neu hinzugekauften Produkte helfen, da diese in Regionen erfolgreich vertrieben werden, in denen der Konzern bisher nur geringe Umsätze erzielen konnte.
Zukünftig wird der stationäre Einzelhandel stärker durch Internethändler ergänzt. Hierzu gehören auch Internetplattformen, wie Google Play, der Windows Store von Microsoft und der App Store von Apple, auf denen mobile Applikationen des Konzerns vertrieben werden. Diese Applikationen werden eng mit den Onlinediensten und funktionsreicheren Desktop-Lösungen des Konzerns verknüpft und erschließen Bellevue Investments so neue Anwendungsgebiete und Kundengruppen.
Hohe Priorität hat vor diesem Hintergrund der Music Maker Jam. Hierbei handelt es sich um eine App, die Konsumenten kostenlos für mobile Endgeräte, insbesondere mit den Betriebssystemen Windows 10, Android und iOS, zur Verfügung steht. Ziel der Marketing-Strategie ist es hier, eine breite Verteilung weltweit, insbesondere auch bei jüngeren Nutzern, zu erzielen. Hier sollen wachsende Erlöse durch zusätzliche Musikstile erzielt werden, die zusätzlich zu den frei bereitgestellten Musikstilen zur Verfügung stehen.
Das Direktgeschäft mit Konsumenten hat sich über die letzten Jahre hinweg als verlässlicher Umsatzgenerator im Konzern etabliert. Da die komplette Bandbreite der Konsumentensoftware über die konzerneigenen Webseiten vertrieben wird, profitiert der Bereich B2C direct von den Neu- und Weiterentwicklungen. Parallel dazu werden die Webseiten des Konzerns immer unterhaltsamer und informativer gestaltet.
Neue Kunden werden dem Bereich durch forcierte Aktivitäten im Bereich der Onlinewerbung zugeführt. Hierfür werden neben der Suchmaschinenoptimierung innovative Onlinemarketingkampagnen entwickelt. Ferner werden dem Bereich durch kostenlose mobile Applikationen neue Nutzer zugeführt.
Mit ihren Produktschulungen, Workshops und zertifizierten Lehrgängen mit Abschlussprüfung richtet sich die MAGIX Akademie ebenfalls sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Nutzer. Sie dient der Verstärkung der Kundenbindung sowie der Vernetzung der Kunden untereinander und liefert zusätzliche Direktumsätze.
Im Bereich Video wurde das Produktportfolio durch MAGIX Video 360 ergänzt. Hiermit erhält der Kunde perfekt aufeinander abgestimmte Produkte, Video deluxe, Photostory deluxe und Video Sound Cleaning Lab sowie Premium Telefon-Support. Neu ist hierbei das Preismodell: Der Kunde lizenziert die genannten Dienste zusammen mit fortlaufend aktuellen Produktversionen gegen eine jährliche Gebühr.
Mit der simplitec Powersuite verfügt Bellevue Investments auch im Bereich PC-Systemtools über ein umfassendes wie konkurrenzfähiges Produkt. Dieses wird durch die kostenfreie simpli Clean App ergänzt, welche Funktionen zum Schutz der Privatsphäre sowie zur Sicherheit und Optimierung mobiler Geräte zur Verfügung stellt. Der Markt für Systemtools ist wesentlich größer als der Markt für Multimedia-Software. Die Herausforderung besteht darin, mit dem Produkt für Bellevue Investments komplett neue Zielgruppen weltweit zu erschließen.
Seit der Unternehmensgründung stehen bei Bellevue Investments Lösungen von Profis für Profis im Fokus. Die professionelle Digital Audio Workstation (DAW) Samplitude ist dabei so etwas wie die Urzelle aller weiteren Entwicklungen. In den letzten Jahren wurde das Produktportfolio im Bereich professioneller Anwendungen erweitert. Heute steht der Konzern mit seinem Tochterunternehmen MAGIX im Audiobereich wie auch in den Bereichen Video sowie Foto, Grafik und Desktoppublishing für innovative hochperformante Software, die bei Geschäftskunden für höhere Effizienz und zählbaren Erfolg sorgt.
Im professionellen Audiobereich steht neben der Produktweiterentwicklung insbesondere die Verstärkung der Kundenbeziehungen im Vordergrund. In Deutschland hat MAGIX im Markt für DAW bei den Rundfunkanstalten einen sehr hohen Marktanteil und beabsichtigt, seine Position weiter auszubauen.
Im Bereich von integrierten Foto-, Grafik- und Desktoppublishing-Anwendungen spricht Bellevue Investments über die Produkte von Xara eine neue Zielgruppe an. Dies gilt ebenso für die Videoschnittlösung MAGIX Video Pro X. Mit diesen Produkten werden mittlere aber auch kleinere Unternehmen in die Lage versetzt, digitale Inhalte selbst zu erstellen, damit sie ihre Produkte und Dienstleistungen effizient über das Internet kommunizieren können.
Da es sich hier um eine neue Zielgruppe handelt, werden geeignete Vermarktungsmaßnahmen weiterentwickelt und dabei einer regelmäßigen Erfolgskontrolle unterzogen sowie gegebenenfalls angepasst. Abhängig vom Erfolg dieser Maßnahmen können sich Verzögerungen bei der Markterschließung ergeben.
Beispielsweise werden von der MAGIX Akademie auch Unternehmensschulungen durchgeführt, in denen Fotobearbeitung, Videoschnitt, Musikproduktion oder Webseitengestaltung thematisiert werden. Außerdem wurde mit der Academic Suite ein Produktpaket geschnürt, das Schüler und Studenten – als Entscheidungsträger und Anwender in Unternehmen von morgen – anspricht und mit der professionellen Video-, Bild- und Audiobearbeitung des Konzerns vertraut macht.
Neben professionellen Anwendern gehören Hardwarehersteller zu den wichtigsten Geschäftskunden. Hardwarehersteller sind jedoch zunehmend nur zu Lizenzzahlungen für Softwareprodukte bereit, wenn es sich um Software handelt, welche für die Vermarktung ihrer Produkte als notwendig erachtet wird. Wesentliches Ziel der B2B-Strategie in Bezug auf die Hardwarehersteller ist es daher, die Software-Produkte des Konzerns als funktionsbeschränkte kostenlose Versionen mit namhaften Herstellern weltweit zu vermarkten.
Einen neuen Markt erschließt Bellevue Investments mit der mufin-Technologie im Bereich der so genannten Second Screen-Anwendungen. Diese neu entwickelten Produkte können in mobilen Applikationen beispielsweise dazu verwendet werden, dass Fernsehzuschauer zeitgerecht auf ihrem Smartphone oder Tablet-Computer zur Sendung passende Zusatzinformationen erhalten können. Angesprochen werden hiermit u. a. Fernsehsender, Produzenten oder Werbetreibende, die mit Hilfe der mufin-Technologie ihre Sendungen besser vermarkten können.
In diesem neuen Geschäftsbereich tätigt Bellevue Investments Investitionen von Eigen- und Fremdkapital in Immobilien und ergänzt damit das Anlageportfolio des Konzerns. Der Fokus liegt dabei auf Gewerbe- und Wohnobjekten in Deutschland. Zum einen können Gewerbeobjekte von Konzernunternehmen genutzt und dadurch Kosteneinsparungen erzielt werden (Betriebsimmobilien). Zum anderen besteht ein Ziel der Investitionen darin, freie finanzielle Mittel ergänzt durch Fremdkapital sicher, ausgewogen und rentabel anzulegen (Anlageimmobilien).
6.3 Erwartete Ertragslage
Mit der dargestellten strategischen Ausrichtung sowie einer gut gefüllten Produktpipeline sieht sich Bellevue Investments mit seinen Konzerngesellschaften für gegenwärtige wie zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt. Trotz der instabilen Lage der Weltwirtschaft und der schwierigen Situation im Einzelhandel, fallen die Erwartungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns für 2016/2017 und 2017/2018 insgesamt positiv aus. Sofern vom Umfeld keine außerordentlich negativen Impulse ausgehen, wird für das folgende Geschäftsjahr weiteres Umsatzwachstum erwartet. Dabei sollen positive Impulse sowohl vom Kerngeschäft, insbesondere infolge der Zukäufe, als auch von den Ventures des Konzerns mit den mobilen Applikationen, Second Screen-Anwendungen, den Onlinediensten von Expert Systems sowie den Systemtools ausgehen.
Vom Bereich B2C indirect werden insbesondere infolge der Softwarezukäufe Wachstumsimpulse erwartet. Während der stationäre Handel weiterhin schwach eingeschätzt wird, können mit den zugekauften Produkten neue Märkte erschlossen werden. Ferner sollen Internethändler und insbesondere Internetplattformen für mobile Applikationen sowie für neue Dynamik sorgen.
Auch das Direktgeschäft (B2C direct) soll weiter zum Wachstum beitragen. Um dies zu erreichen, werden mit forcierten Onlinemarketingaktivitäten neue Kunden und damit zusätzliche registrierte Nutzer gewonnen. Mit ihnen kann Bellevue Investments einen weitgehend planbaren Umsatz generieren. Positiv sollte sich ebenfalls auswirken, dass der Konzern mit den Systemtools von simplitec wie auch mit den zugekauften Produkten einen weitaus größeren als den bisher adressierten Markt anspricht.
Im B2B-Bereich spricht Bellevue Investments bisher kaum adressierte Kundengruppen, wie z. B. mittlere und kleinere Unternehmen und Second Screen-Anbieter, an. Diese Märkte versprechen ausgesprochen großes Wachstumspotenzial. Zugleich hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Geschäftskunden wesentlich sensibler auf negative Konjunkturentwicklungen reagieren als Konsumenten. Entsprechend hängt die Geschäftsentwicklung hier neben dem Erfolg der Marketingstrategien in stärkerem Maße von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ab.
Während der Vertrieb von Software an Geschäftskunden höhere Margen als das Konsumentengeschäft verspricht, ist im Vertrieb über Hardwarehersteller (OEM) absehbar, dass die Margen auf niedrigem Niveau verharren. Abschlüsse werden hier unverändert eher zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Konzernmarken bzw. zur Steigerung der Zahl registrierter Nutzer und damit letztlich dem Direktgeschäft dienen.
Mit Blick auf die Kosten wird eine unveränderte Bruttomarge erwartet. Zugleich sind steigende Kosten zum Ausbau der Geschäftstätigkeiten insbesondere für Personal und Marketing geplant. Trotz des schwierigen Umfelds wird für das Geschäftsjahr 2016/2017 insgesamt mit einem Ergebnisanstieg gerechnet, sodass ein positives Konzernergebnis erwirtschaftet wird.
6.4 Erwartete Finanzlage
Die Finanzlage des Konzerns ist als solide einzuschätzen. Finanzierungsmaßnahmen sind nur im Zusammenhang mit Immobilieninvestitionen vorgesehen. Weitere Investitionstätigkeiten sind – neben dem Ausbau der technischen Infrastruktur – für weitere Softwareentwicklungen beabsichtigt, um Bellevue Investments auch zukünftig in die Lage zu versetzen, die führende Rolle bei sich rasch ändernden Marktverhältnissen verteidigen bzw. ausbauen zu können. Für den operativen Cashflow wird eine stabile ergebnisabhängige Entwicklung prognostiziert.
Nicht unwesentlich ändern können sich die liquiden Mittel sowie die Eigenkapitalquote – abgesehen von den geplanten Immobilienzukäufen – im Rahmen von Unternehmensakquisitionen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich die Finanzlage stabil weiterentwickelt.
6.5 Gesamtaussage
Für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen sieht sich Bellevue Investments gut gerüstet. Das technologische Know-how, die solide finanzielle Basis, gepaart mit dem profitablen Kerngeschäft, den wachsenden Ventures und weitgehend planbaren Einnahmen aus dem Immobilienbereich werden es Bellevue Investments ermöglichen, die eigene Position im internationalen Wettbewerb auszubauen. Ferner zeichnen sich auf neuen Märkten, wie für PC-Systemtools, mobile Applikationen und Second Screen-Lösungen, außerordentliche Chancen ab.
Trotz der instabilen Lage der Weltwirtschaft und der weiterhin schwierigen Situation im Einzelhandel wird mit Wachstum gerechnet. Sofern vom Umfeld keine außerordentlich negativen Impulse ausgehen, wird für 2016/2017 weiteres Umsatzwachstum erwartet.
Auf Kostenebene wird mit einer unverändert starken Bruttomarge gerechnet. Zugleich sind moderat steigende Kosten geplant. Für das Geschäftsjahr 2016/2017 wird insgesamt mit einem Ergebnisanstieg gerechnet, sodass wieder ein positives Konzernergebnis erwirtschaftet wird.
Wir haben den von der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel – und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Bad Oeynhausen, 4. Januar 2017
Dipl.-Kfm. Nils Weinberger, Wirtschaftsprüfer
Wilhelm Bollmann, Wirtschaftsprüfer