Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.07.2014&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20376%2F13
Timestamp: 2019-03-25 21:18:14
Document Index: 278957403

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 535', '§ 549', '§ 578', '§ 133', '§ 157', '§ 535', '§ 549', '§ 578', '§ 535', '§ 549', '§ 578', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 513', '§ 546', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.07.2014 - VIII ZR 376/13 - dejure.org
BGB § 535, § 549 Abs. 1, § 578 Abs. 2
§ 133 BGB, § 157 BGB, § 535 BGB, § 549 Abs 1 BGB, § 578 Abs 2 BGB
Mischmietverhältnis: Rechtliche Einordnung eines einheitlichen Mietverhältnisses bei Vermietung von Wohnungsteilen zur Ausübung einer gewerblichen/freiberuflichen Tätigkeit
Strengere Kündigungsbestimmungen bei überwiegend privat gegenüber gewerblich genutzter Wohnung
Bewertung eines einheitlichen Mietverhältnisses über Wohnräume und Geschäftsräume als Wohnraummietverhältnis oder Mietverhältnis über andere Räume
Einkommenserzielung kein sachgerechtes Kriterium zur Abgrenzung bei Mischmietverhältnissen; Wohnraummiete; Gewerbemiete; Überwiegen der Gewerbenutzung
Abgrenzung Wohnraum- von Gewerberaummietvertrag anhand indizieller Feststellung objektiv (äußerlicher) Umstände zu Gunsten der Nutzung zu Wohnzwecken
BGB § 535; BGB § 549 Abs. 1; BGB § 578 Abs. 2
Mischmietverhältnis - Beurteilung, rechtliche
Wohnung mit Hypnosepraxis - oder: die Kündigung eines Mischmietverhältnisses
Mischmietverhältnisse - Wohnraum oder Geschäftsraum?
Mischmietverhältnissen
Mietrecht - Rechtliche Beurteilung eines Mischmietverhältnisses
Einordnung eines einheitlichen Mietverhältnisses über Wohn- und Geschäftsräume
Welche Kündigungsregelungen gelten bei Mischmietverhältnissen
Praxisräume können vollen Kündigungsschutz haben
focus.de (Pressebericht, 09.07.2014)
Zur Einordnung von Mischmietverhältnissen
Wohnen und Arbeiten im selben Mietobjekt Kann bei Mischmietverhältnissen ohne Eigenbedarf gekündigt werden?
Mischmietverhältnis - Welchen Vorschriften unterliegt es?
Wohnen und arbeiten unter einem Dach - Kündigungsschutz bei Gewerberäumen
Rechtliche Beurteilung eines sog. Mischmietverhältnisses
Kündigung bei "Mischmietverhältnissen"
Im Zweifel für das Wohnraummietrecht - sog. "Mischmietverhältnissen"
Für "Mischmietverhältnisse" gilt im Zweifel Wohnraummietrecht
Mischmietverhältnissen: Im Zweifel immer Wohnraummiete
Mischmietverhältnis: Im Zweifel Wohnraum?
Das Mischmietverhältnis
Auslegung von Mischmietverhältnissen
Mietvertrag über Räume zur Nutzung als Wohnung und als Gewerbe: Im Zweifel gilt Wohnungsmietrecht
Zur Auslegung von Mischmietverhältnissen
Grundsatzurteil zur rechtlichen Einordnung und Kündigung von Mischmietverhältnissen: nach Wohnraummietrecht oder Gewerberaummietrecht?
Einordnung als Wohnraummietverhältnis trotz Hypnosepraxis
Zur Einordnung eines sog. Mischmietverhältnisses in ein Wohnraum- oder Geschäftsraummietverhältnis
Bei gemischten Mietverhältnissen ist im Zweifel Wohnraummietrecht anwendbar! (IMR 2014, 365)
LG Berlin, 30.11.2012 - 12 O 268/12
KG, 12.08.2013 - 8 U 3/13
AG Berlin-Wedding, 19.03.2015 - 6b C 332/14
LG Berlin, 17.09.2015 - 67 S 155/15
BGHZ 202, 39
NJW 2014, 2864
NZM 2014, 626
ZMR 2014, 871
NJ 2015, 162
JR 2016, 252
Die Auslegung einer solchen Individualvereinbarung kann vom Revisionsgericht nur eingeschränkt darauf überprüft werden, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen wurde oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 42;… vom 12. Oktober 2016 - VIII ZR 55/15, NJW 2017, 878 Rn. 35, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen;… vom 26. April 2017 - VIII ZR 233/15, WM 2017, 1225 Rn. 17; jeweils mwN).
Der Vorgang des juristischen Verstehens einer Vereinbarung durch richterliche Vertragsauslegung fällt damit in den Bereich der Anwendung materiellen Rechts, so dass dem Berufungsgericht gemäß § 513 Abs. 1, § 546 ZPO auch bei - vom Revisionsgericht nur beschränkt überprüfbaren (st. Rspr., vgl. BGH, Urteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 4;… vom 15. Oktober 2014 - XII ZR 111/12, WM 2014, 2280 Rn. 38;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NZM 2015, 79 Rn. 37 mwN;… vom 10. Juni 2015 - VIII ZR 99/14, NJW 2015, 2324 Rn. 13) - Individualerklärungen eine unbeschränkte Überprüfung der vorinstanzlichen Vertragsauslegung dahin eröffnet ist, ob diese bei Würdigung aller dafür im Einzelfall maßgeblichen Umstände sachgerecht erscheint (…Senatsurteil vom 14. Juli 2004 - VIII ZR 164/03, aaO, S. 88 ff.).
aa) Die Auslegung einer Individualvereinbarung - wie hier der Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag vom 26. März 1997 nebst der Änderungsregelung vom 22. März 2010 - durch den Tatrichter ist vom Revisionsgericht nur eingeschränkt daraufhin überprüfbar, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind, wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen worden ist oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 42;… vom 15. Oktober 2014 - XII ZR 111/12, WM 2014, 2280 Rn. 38;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NZM 2015, 79 Rn. 37; jeweils mwN;… vom 10. Juni 2015 - VIII ZR 99/14, NJW 2015, 2324 Rn. 13).
Dabei kann auch auf objektive (äußerliche) Umstände zurückgegriffen werden, sofern diese tragfähige Anhaltspunkte für den Kenntnisstand des Vermieters bilden (vgl. Senatsurteil vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, NJW 2014, 2864 Rn. 37 [zur Einordnung eines Mischmietverhältnisses]).
Zwar kann die Auslegung einer Individualvereinbarung durch den Tatrichter vom Revisionsgericht nur eingeschränkt darauf überprüft werden, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen worden ist oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.;… BGH, Urteile vom 5. Juni 2013 - VIII ZR 287/12, NJW 2013, 2417 Rn. 16;… vom 27. Juni 2014 - V ZR 51/13, NZM 2014, 790 Rn. 14; vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, NJW 2014, 2864 Rn. 42; jeweils mwN).
Die Auslegung des vertraglichen Gewährleistungsausschlusses durch das Berufungsgericht unterliegt aber, selbst wenn es sich um eine Individualvereinbarung handeln sollte, in der Revisionsinstanz jedenfalls einer (eingeschränkten) Nachprüfung daraufhin, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen wurde oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 42;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, aaO Rn. 37;… vom 12. Oktober 2016 - VIII ZR 55/15, NJW 2017, 878 Rn. 35, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen; jeweils mwN).
aa) Die Auslegung des vertraglichen Gewährleistungsausschlusses durch das Berufungsgericht unterliegt, selbst wenn es sich - wovon das Berufungsgericht hier ersichtlich ausgeht - um eine Individualvereinbarung handelt, in der Revisionsinstanz jedenfalls einer (eingeschränkten) Nachprüfung darauf, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen wurde oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr., vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 4…, vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NJW-RR 2015, 264 Rn. 37 mwN).
Das Revisionsgericht prüft insoweit lediglich nach, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt sind, wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen worden ist oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 42;… vom 12. Oktober 2016 - VIII ZR 55/15, BGHZ 212, 248 Rn. 35;… vom 18. Oktober 2017 - VIII ZR 32/16, NJW 2018, 150 Rn. 17; jeweils mwN).
Denn es ist nicht auszuschließen, dass das Berufungsgericht bei Erhebung des angebotenen Zeugenbeweises zu der Überzeugung gelangt wäre, dass das ursprünglich als Gewerberaummiete ausgestaltete Vertragsverhältnis schon nach kurzer Zeit einvernehmlich in ein Wohnraummietverhältnis - oder, wie die Nichtzulassungsbeschwerde hilfsweise geltend macht, - in ein Mischmietverhältnis mit Schwerpunkt auf der Wohnungsnutzung (vgl. Senatsurteil vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, NJW 2014, 2864 Rn. 24, 26) umgestaltet worden ist.
Die Auslegung einer - hier ersichtlich vorliegenden - Individualvereinbarung durch den Tatrichter kann vom Revisionsgericht zwar nur beschränkt darauf überprüft werden, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind, wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen worden ist oder die Auslegung auf mit der Revision gerügten Verfahrensfehlern beruht (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 9. Juli 2014 - VIII ZR 376/13, BGHZ 202, 39 Rn. 42;… vom 15. Oktober 2014 - XII ZR 111/12, WM 2014, 2280 Rn. 38;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NJW-RR 2015, 264 Rn. 37; jeweils mwN).
OLG Oldenburg, 22.07.2014 - 12 U 46/14
Zwangsvollstreckung aus notarieller Urkunde nur bei Gewerberaummiete möglich
AG Berlin-Charlottenburg, 26.07.2016 - 225 C 15/16
LG Hamburg, 09.10.2017 - 311 O 125/17