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Timestamp: 2018-06-21 10:29:15
Document Index: 204323453

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 6', '§ 8', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 8', '§ 10']

Vollzeitzwang oder Recht auf Teilzeit ? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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08.03.2016, 04:04 #1
Vollzeitzwang oder Recht auf Teilzeit ?
Ich musste mich vor 2 Wochen bei einer ZAF vorstellen. Es war ein VV mit RFB. Das Stellenangebot Vollzeit 40 Std/Woche für läppische 8,80 euro. Ich sollte schon am nächsten Tag anfangen. Ich sagte dann ,das die angebotene Arbeit Sch...e ist, und bot der ZAF eine 2 Tage Woche (16 Stunden)an da ich ja Arbeit nicht ganz ablehnen darf. Ich wäre mit dem Lohn aus der 2 Tage Woche über die 450 Euro Grenze und vollständig aus dem ALG 2 Bezug. Ich sagte der Zaf noch für die restlichen 3 Tage müssen sie sich halt einen anderen suchen da ich nur verpflichtet bin soviel zu verdienen um aus dem Bezug zu kommen.
Sie lehnten mich dann ab. Eine Woche später rief mich die SB an und meinte das es so nicht ginge und drohte mit einer Sanktion da ich das zustandekommen verhindert hätte. Sie fragte mich auch noch andere Dinge.
Heute kam dann , ein ganz dicker Umschlag von der SB mit der Post, mit sage und schreibe 9 VV alle mit RFB und alle mit einer 40 Std Woche. Mehr als in den vergangen 2 Jahren zusammen
Jetzt zu meinen Fragen, droht mir ein Sanktionsversuch ? Ich wollte doch Arbeiten, halt nur soviel wie ich es für richtig hielt.
Wie sieht die aktuelle Rechtslage aus wenn jemand nur 16 Stunden arbeiten möchte(wie gesagt ,wäre aus dem Bezug) im VV aber Vollzeit 40 Std steht.? Man kann doch niemand zwingen mehr zu malochen wie er braucht.
Wie jetzt verhalten bei den neuen VV . Bis jetzt hatte ich noch nie Probleme ,bis auf den letzten Fall. Ich denke bei den 9 VV sind einige dabei die sofort den JC das melden sollen.
Was machen wenn ich jetzt wieder einen Vollzeit Vertrag unterschreiben soll. Kann ich wieder auf Teilzeit bestehen ,schliesslich haben wir Vertragsfreiheit und ich lehne Arbeit ja nicht ganz ab.
Mein Lebensmotto ist halt nicht Leben um zu Arbeiten.
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08.03.2016, 08:03 #2
AW: Vollzeitzwang oder Recht auf Teilzeit ?
Eine 16h-Woche bzw. insgesamt 68h pro Monat werden zwar evtl. als "sehr" wenig empfunden, aber die gleiche Frage stellt sich evtl. schon bei 40h oder "nur" 35h pro Woche.
Und ich kenne leider den Unterschied zwischen einer 35h-Woche und einer 40h-Woche; auch wenn es "nur" 5h mehr sind, ist es ein himmelweiter Unterschied.
Mir persönlich wäre mittlerweile -zumindest erstmal- sogar eine 32, 30 oder auch nur 28h -Woche lieber.
Im AlgI gibt es m.W.n. dann lediglich anteiliges Arbeitslosengeld. Beim AlgII ist mir dagegen nichts in der Richtung bekannt; ein 1/3-tel Existenzminimum wäre auch etwas "spannend".
Eigentlich müsste dabei ebenso die Frage erlaubt sein, weshalb die ZAF nicht gleich 42h, 48h oder gar 60h pro Woche gefordert hat - könnte evtl. durchaus rechtlich zulässig sein.
Daneben gibt es allerdings noch das TzBfG. § 1 TzBfG spricht dabei eigentlich eindeutig "Ziel des Gesetzes ist, Teilzeitarbeit zu fördern, [...]". § 6 "Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmern, auch in leitenden Positionen, Teilzeitarbeit nach Maßgabe dieses Gesetzes zu ermöglichen.". Und nach § 8 wäre sowieso nach 6 Monaten und 1 Tag ein Verlangen auf Verringerung der Arbeitszeit zulässig.
Dazu ist es bei einem angeblich immer so der Arbeit entwöhnten Langzeitarbeitslosen m.M.n. komplett unsinnig, zuerst eine hohe Stundenzahl zu fordern, um kurz drauf zu reduzieren - genau anderstherum erscheint mir da "leicht" besser.
ein ganz dicker Umschlag von der SB mit der Post, mit sage und schreibe 9 VV alle mit RFB
Du hast doch vermutlich eine EGV?. Was steht denn da drin vonwegen ´Eigenbemühungen´ und Kostenerstattung für schriftliche Bewerbungen und maximal möglicher Summe pro Kalenderjahr?
Wenn es dir finanziell möglich sein sollte, dann würde ich sagen -> mach die 9 VV und die geforderte Anzahl an Eigenbemühungen -ohne zu meckern -und schön schriftlich. Die ggf. nur ohne sauteure Mappe. Und ggf. nicht als Einschreiben-Rückschein, sondern "nur" 1x per normaler Post und zur Sicherheit gleich nochmal als "Kurzbewerbung" per Email oder m.M.n. eigtl. besser per Fax mit Sendenachweis.
(Weitere) Sanktionsversuche sind bei solch dicken JC-Brieflein leider nicht soo ungewöhnlich; entsprechend solltest du im Fall der Fälle bestmöglichst nachweisen können daß du dich tatsächlich beworben hast.
Wenn du dann die 9 VV-Bewerbungen plus x Eigenbemühungen lt. EGV draußen hast, dann kannst du gemütlich zum JC-Gegenangriff blasen ...
a) könntest du natürlich umgehend Bewerbungskostenerstattung i.H. von normalerweise 5€ pro schriftlicher Bewerbung fordern,
b) könntest du den Antrag auf Bewerbungskostenerstattung zusätzlich mit einem (auch handschriftlichen) Zahlungsziel von 14 Tagen ab Zugang des Antrages versehen,
c) könntest du dazu separat noch schriftlich um Auskunft anfragen, "warum" denn z.B. das Bay. LSG (das u.U.^^ etwas öfter etwas Elo-unfreundlicher entscheidet) denn eine Verpflichtung i.H. von 7 Bewerbungen pro Monat ´als gerade noch aktzeptabel´ bezeichnet,
d) wie du dich denn ggf. auch noch in den restlichen 9 1/2 Monaten diesen Jahres bewerben können solltest, wo doch öfter (bei dir?) lediglich 100€ /Kalenderjahr in der EGV für Bewerbungen vorgesehen sind - und du nun doch auf einen Schlag 9+x (+x+x) Bewerbungen = 45+x€ zu tätigen hattest,
e) und wie die /der SB die "Qualität" resp. Rechtschaffenheit der VV´s mit RFB (bitte einzeln aufführen ) bewertet, gerade vor dem Hintergrund daß du bei einigen davon "rechtliche Bedenken" und die nur deshalb befolgt hast weil du ob der (An-)Drohungen um deine Existenz fürchtest,
f) und beim kleinsten maulen seitens des JC -> (Feststellungs-)Klage, dann kümmert sich halt das SG um die Wissensfindung.
Die Zeit "kurz" nach Jahresanfang ist m.M.n. "die beste Zeit" für solcherlei Probleme ...
Auf die Art hab ich eine monatliche insgesamte Bewerbungs-Obergrenze bekommen
Ich kann mich nur nicht kurz fassen^^, wissen bestimmt auch noch andere was ...
08.03.2016, 11:26 #3
Solange Du vom JobCenter Geld erhälts, werden die grundsätzlich Dir soviel Arbeitsstunden auflasten wollen, bis die nicht mehr zahlen müssen. Achtung Ironie: Schließlich geht es ja nicht das der Staat Dich stützt - nein Du sollst den Staat stützen, damit Du dann später zum Dank eine Armutsrente in den Fingern hälts.
Ausnahmen ergeben sich bei Müttern mit Kindern ab 3 Jahren oder aufgrund von Erwerbsminderung. Trifft das alles nicht zu, wird man Dich mit Jobs in der 40 Stunden Woche zu bombardieren.
Hier hat Gesetzgeber einfach etwas nicht geklärt, denn die Verpflichtung des SGB II die Hilfebedürftigkeit zu beenden, steht dem Teilzeit und Befristungsgesetz das Claus angeführt hat entgegen.
Was da Vorrang hat - keine Ahnung.
Oder ganz einfach: Grundsätzlich hast Du alle Freiheiten solange es dem Staat, dieser Rabenmutter, kein Geld kostet.
Auf der anderen Seite war genau der Sinn dieses Gesetzes Teilzeitarbeit unter dem Aspekt der Familienfreundlichkeit zu fördern. Das galt nicht nur für Frauen sondern auch für Männer. Beide Partner sollten die Möglichkeit haben zwecks Familienarbeit Ihre Jobs zurückzufahren.
Eine andere Masche wäre die, einen 40 Stunden Job anzufangen und dann einen Antrag auf Teilzeitbeschäftigung zu stellen. Beachte aber hierbei den Gesetzestext.
Was die 9 VV's betrifft schön alle Belege (Quittungen..) sammeln für die Bewerbungen und einen Antrag auf Erstattung der Kosten beim JC stellen. Wird der abgelehnt - gehst Du halt vor Gericht. Klagen bis die Schwarte kracht.
08.03.2016, 11:39 #4
Ich verstehe nicht ganz, wie du bei dem Lohn mit 16 Stunden deinen Bedarf decken willst? Das schaffe ich mit 20 h bei wesentlich höherem Lohn nicht.
Grundsätzlich ist es kein Problem, solang du selbst eine entsprechende Arbeit findest. Auf die VV musst du dich dennoch bewerben. Da ist die Arbeitszeit auch nicht verhandelbar, denke ich.
08.03.2016, 13:22 #5
Die Freiheiten hat man dann eben nicht. Denn wenn man wie ich ab 15-16 Stunden den Stadt kein Geld kostet, aber trotzdem zu 40 Stunden gezwungen werden soll.
Übrigens mit 40 Std anzufangen und dann einen Antrag auf Teilzeit stellen ist nicht möglich da das erst nach 6 Monaten geht.
08.03.2016, 13:49 #6
Wenn die Arbeitszeit nicht verhandelbar ist ,käme das staatlich verordnete Zwangsarbeit gleich.
Der Staat zwingt mit der Androhung Kürzung des Existenzminimums einen Single der keine Miete zahlt, Konsumverweigerer ist Vollzeit zu malochen um dem AG maximale Gewinne zu bescheren,für ein paar Euro mehr.Mit den der Konsumverweigerer gar nichts anfangen kann ausser Sinnlos zu Konsumieren.
Meine Meinung sieht da ein bisschen anders aus . Mit 16 Stunden bin ich zufrieden.Wenn der AG an 40 Std Gewinne machen will ,muss er eben jemanden suchen der 40 Stunden will oder sich für die restlichen Std einen anderen suchen. Das Recht eines AG auf maxilmale Zeithergabe besteht meiner Meinung nach nicht.
Nur sehen das die Gerichte dann genauso? Man kann in sämtlichen Foren eben genau nichts dazu finden.
Das jemand sanktioniert wird wenn er Arbeit komplett ablehnt ist nach heutiger Praxis normal.
Aber kann jemand auch sanktioniert werden wenn er sagt ich nehme Arbeit an aber nur soviel das ich aus dem Bezug bin,denn für mehr hat die Gesellschaft und AG keinen Anspruch.
08.03.2016, 14:08 #7
Ich prognostiziere das Du keine Gerichtsentscheidung dazu finden wirst, es sein Du gehts in den 40 Stunden Job und meldest Deinen Teilzeitanspruch nach 6 Monaten an. Da dies viele AG dies nicht akzeptieren gibt es ab dieser Situation auch mal Urteile.
Dein "Fall" ist nicht vorgesehen.
08.03.2016, 14:19 #8
Bin in ner ähnlichen Situation, habe meinen Nebenjob mit dem bin ich sehr zufrieden, auf 40 Std Arbeit absout keinen Bock da ich es als Zeitverschwendung und unzumutbare Qual empfinde (zumindenst die Jobs die für mich in Betracht kommen), 4 Std würden mir absolut reichen um aus dem Bezug zu kommen, und Teilzeit lässt sich sogar mancher noch so beschi**ene Dr*cksjob ertragen. Rente interessiert mich auch aboslut nicht da ich irgendwann mal paar Immobilien erbe und einzig und allein nur für die Rente zu arbeiten halte ich sowieso für hirnverbrannt. Hoffentlich gibt es irgendwann wirklich mal ein Recht auf Teilzeit. Kann ja wirklich keiner sagen dass man arbeitsunwillig wäre, da man es nicht ist, ich wäre sogar bereit einen völlig widerlichen Fließbandjob anzunehmen ohne zu zögern, solang die Bezahlung einigermaßen passt und es wirklcih nicht mehr als 4 std am Tag ist.
08.03.2016, 14:21 #9
Laut GESETZ = § 2 SGBII ist jeder verpflichtet, seine Hilfebedürftigkeit zu senken bzw. zu beenden. Da hier durch eine 16 Stunden Woche die Hilfebedürftigkeit beendet ist (laut TE), besteht keine gesetzliche Verpflichtung mehr zu arbeiten.
Auch das Jobcenter kann nicht zu etwas verpflichten, was laut Gesetz nicht gefordert wird.
Rechtlich hat "Johnlongsilber" seine Arbeitskraft zur Beendigung des ALGII zur Verfügung gestellt. Der Arbeitgeber wollte das nicht, darauf hat "Jls" keinen Einfluss.
08.03.2016, 16:28 #10
klar hast du die Freiheit nur 16 Stunden zu arbeiten, allerdings musst du diesen JOb eben finden, und solange du ihn nicht hast, kann man tzrotzdem verlangen, dass du deine HIlfebedürftigkeit verringerst oder beendest
08.03.2016, 17:59 #11
Hallo Johnlongsilber,
Die Freiheiten hat man dann eben nicht. Denn wenn man wie ich ab 15-16 Stunden
den Stadt kein Geld kostet, aber trotzdem zu 40 Stunden gezwungen werden soll.
Nun ja, diese Freiheiten hat man (theoretisch) alle und kann sie auch ausleben, wenn man sein Leben selbst finanzieren kann von weniger als Vollzeitarbeit, bei den ZAF werden in der Regel ohnehin nur Verträge für 30 - 35 Stunden abgeschlossen, denn die wollen ja auch keine 40 Stunden Ausfall zahlen müssen, wenn es mal keinen Einsatz für dich gibt.
Kann sich natürlich geändert haben, weil ja inzwischen lieber direkt wieder gekündigt wird ohne Einsatz-Stelle für den Leiharbeiter.
Deine Vorstellung dort an 2 Tagen die Woche arbeiten zu wollen passt generell nicht in das Konzept einer ZAF, die wollen dich ja an andere AG "ausleihen" und der betreffende Betrieb / AG entscheidet ob man mit dem "Sklaven" kann oder nicht und wird da sicher nicht nach deinem Wunsch einen weiteren "Sklaven" für die restlichen Wochentage bei der ZAF ausleihen wollen.
Das sei dahin gestellt, du schreibst doch selbst von Vertragsfreiheit, die gilt auch im Arbeitsrecht und wenn der AG und du sich darüber einig sind darf es durchaus (für dich positive) Abweichungen zum Gesetz geben, nur nachteilig für dich darf das nicht werden.
Diese Regelung wird allerdings bei ZAF schon aus den oben genannten Gründen (Interesse der Ausleihfirmen) eine Illusion bleiben, die wollen Geld mit dir und deiner "Ausleihe" an verschiedene AG verdienen und die Arbeitszeiten richten sich letztlich nach den Ansprüchen und Forderungen des ZAF-Kunden ...
Wenn man dich aktuell mit VV "überschüttet" wird es wohl daran liegen, dass dein SB bisher deswegen noch keine Sanktion durchsetzen kann oder will, aber das kommt dann schon noch (denkt er sich bestimmt), wenn du die aktuellen VV nicht "brav" abarbeitest.
Stelle Anträge auf Erstattung ALLER Bewerbungskosten aus dem Vermittlungsbudget, auch (und gerade) wenn das in einer EGV nicht drin stehen sollte, denn die Verpflichtung des JC besteht trotzdem und deine Verpflichtung dich auf VV (mit RFB) zu bewerben ist auch unabhängig davon was dazu in einer EGV stehen würde.
Solche Kosten sind im Regelsatz nämlich nicht enthalten ...
Jeder darf so wenig Stunden arbeiten, wie er will!
Solange er den Job findet, bevor das JC ihn vermittelt.
Da kann er sich nicht auf Teilzeit rausreden, weil mehr nicht nötig.
Zu welchem Stundenlohn glaubt ihr denn diese Teilzeit arbeiten zu wollen, wenn für euch nicht mal der Mindestlohn gültig ist?
08.03.2016, 18:56 #13
Zitat von Johnlongsilber
Du bist verpflichtet, jede Möglichkeit zu nutzen, deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Du hättest bei einer Teilzeitstelle weiter Anspruch auf aufstockenden Leistungen, die natürlich keine Behörde zahlen möchte.
Es ist aber nun auch kein großes Geheimnis, wie man sich für Leihbuden uninteressant macht, daher such dir doch selbst eine passende Stelle.
08.03.2016, 19:16 #14
Nicht unbedingt, manche haben eine extrem Niedrige miete und/oder noch nen Minijob, da wäre man mit Teilzeit komplett weg ohne Ansprüche. Ich finde man sollte sich nur auf das bewerben müssen dass man braucht. Ich war auch schon mit Leuten in Kursen die bekamen nur läppische 100 Euro vom Amt, wegen Bedarfsgemeinschaft oder warum auch immer, da finde ich es Schwachsinn sich auf Vollzeitarbeit zu versteifen, wozu auch, wenn jemand niedirige Ansprüche hat und mit wenig glücklich ist finde ich 40 Std Arbeit vergeudete, sinnlose Lebenszeit, die man nie mehr bekommt und irgendwann dann ab in die Kiste, Schwachsinn. Jeder sollte soviel arbeiten dürfen wie er es nötig hat und das am besten per Gesetz verankert.
08.03.2016, 19:26 #15
Steht dir doch frei, solange du den Job findest, bevor du vermittelt wirst....
08.03.2016, 23:43 #16
Die Ehrlichkeit ist halt hier das was nicht geschätzt wird
bei den ZAF werden in der Regel ohnehin nur Verträge für 30 - 35 Stunden abgeschlossen, denn die wollen ja auch keine 40 Stunden Ausfall zahlen müssen,
Ich frage mich da allerdings schon etwas länger, wie das rechtlich geht.
Woher sehen die Clowns eine Verpflichtung, daß jemand mit 30h-Vertrag trotzdem 40h (und man muß doch guten Willen zeigen, also mind. 42h) malochen müssen sollte? Das sind immerhin dauerhaft 40% Mehrarbeit?.
In dem Bereich hab ich mich noch nie bewegt
eine mutmaßliche "Verpflichtung" zu "Vollzeitarbeit" ergibt sich angeblich aus § 1 Abs. 2 Satz 1 SGB II. Münder in LPK-SGB II, 5. Auflage 2013, führt in Rn 9 aus "[...] In seiner Grundaussage macht er deutlich, dass Grundsicherung keine Dauerleistung im Sinne einer Bürgerrente ist. Aufgabe der Grundsicherung ist es, den Lebensunterhalt (nur) dann zu sichern, wenn der Einzelne keine Möglichkeit hat, dies eigenverantwortlich selbst zu leisten, insbesondere nicht durch Erwerbstätigkeit. Insofern geht das Gesetz von einer Rangfolge Eigenverantwortung-Eingliederungsleistungen-Sicherung des Lebensunterhalts aus (Meyerhoff in jurisPK-SGB II § 1 Rn 19). Die Betonung der Integration in den Arbeitsmarkt impliziert, dass die vollständige Integration möglich wäre (vgl. Spellbrink SGb 2008, 445 ff.), [...]".
Der restliche Absatz ist dann "etwas" kritisch, und macht sich nur leicht über Gesetzgeber und JC´s lustig; ist m.M.n. aber hier irrerelevant.
Man müsste hier m.M.n. evtl. klären, bzw. ausschließen, daß "billig" Wohnen eben keine private Transferleistung ist. Dazu mischt sich der Staat zwar vielleicht mit Vorliebe auch in privates ein, aber es könnte etwas fraglich sein, ob er das überhaupt darf.
Desweiteren könnte hier m.M.n. ein klitzekleiner Denkfehler vorhanden sein. Die AlgII-Vorschriften können schon aufgrund ihrer angeblichen "Kurzfristigkeit" gar nicht "fördern", daß jemand später möglichst keine Alters-GruSi beziehen muß. Außerdem lässt sich bei einer (m.W.n. bereits beschlossenen) Absenkung des Rentenniveaus auf letztendlich 44% die Alters-GruSi auch bei den heutigen Normalverdienern nicht mehr wirklich vermeiden. Und zwischen "Normalverdiener" und ZAF besteht aber gleich nochmal ein himmelweiter Unterschied.
§ 1 Abs. 2 Satz 3 SGB II ist noch interessant "Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist als durchgängiges Prinzip zu verfolgen."
Die Diskriminierungskeule ist zwar auch nicht gerade mein liebstes Kind, aber ... . Bei einer Frau hätte sofort ein jeder Verständnis für den Wunsch nach weniger Arbeitsstunden. Und nahezu jeder würde sich hüten, nach dem ´warum´ zu fragen.
§ 1 Abs. 2 Satz 2 SGB II ist m.M.n. dazu auch noch ein Fußtritt für 40h-Woche -Ideen "Sie [die Grundsicherung] soll erwerbsfähige Leistungsberechtigte bei der Aufnahme oder Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit unterstützen [...]."
Dieses "oder" würde ich eher als ein "und /oder" verstehen. Die "Idee", ala Brechstangenmethode jemanden dazu verpflichten zu wollen, sofort von 0 auf 100% zu gehen, kann m.M.n. eigtl. nur als schwachsinnig bezeichnet werden. Es dürfte wohl sinniger sein, erstmal mit einer reduzierten Stundenanzahl wieder zum arbeiten anfangen, um das dann ggf. nach und nach zu steigern.
Ist das nicht sogar die Idee einer stufenweisen Wiedereingliederung nach längerer Krankheit /Reha?
Ein zu schneller Wiedereinstieg auf (zu) hohem Niveau führt wohl regelmäßiger nur zu einem erneuten Zusammenbruch. Egal ob so erzeugte chronische Überlastung, BurnOut oder sonstwas.
"Sollen" nicht sogar die "Eingliederungsleistungen" auf Dauerhaftigkeit ausgelegt sein? Also länger als lediglich ein halbes Jahr oder Jahr helfen?
Außerdem könnte /dürfte das wissentliche Riskieren /Erzeugen eines erneuten "Zusammenbruchs" gegen § 1 Abs. 1 SGB II verstoßen "Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.".
Rn 6 (zu § 1 Abs. 1) im Nomos LPK-SGBII "Die Beachtung der Menschenwürde hat über die Bedeutung für den Gesetzgeber hinaus Relevanz bei der Leistungserbringung, beim Leistungsvollzug, bei der Anwendung unbestimmer Rechtsbegriffe und bei der Ausübung des Ermessens durch den Leistungsträger. Hier bedeutet der Grundsatz der Achtung der Menschenwürde, dass etwa die Form der Leistungserbringung so zu gestalten ist, dass dem Einzelnen die freie Entfaltung der Persönlichkeit möglich ist. [...] Beim Leistungsvollzug ist zu beachten, dass die Leistungsberechtigten Inhaber verfassungsrechtlich verbürgter Rechtsansprüche sind, und nicht Bittsteller, die ein Almosen bekommen. Demgemäß sind sie als Persönlichkeiten mit individuellen Rechten beim Leistungsvollzug zu behandeln. [...]".
VV´s mit RFB sind doch auch Leistungen ...
Wo könnte denn noch relevantes stehen? § 8 ´Erwerbsfähigkeit´, § 10 Zumutbarkeit?
09.03.2016, 03:44 #17
. Ich finde man sollte sich nur auf das bewerben müssen dass man braucht. Ich war auch schon mit Leuten in Kursen die bekamen nur läppische 100 Euro vom Amt, wegen Bedarfsgemeinschaft oder warum auch immer, da finde ich es Schwachsinn sich auf Vollzeitarbeit zu versteifen, wozu auch, wenn jemand niedirige Ansprüche hat und mit wenig glücklich ist finde ich 40 Std Arbeit vergeudete, sinnlose Lebenszeit, die man nie mehr bekommt und irgendwann dann ab in die Kiste, Schwachsinn. Jeder sollte soviel arbeiten dürfen wie er es nötig hat und das am besten per Gesetz verankert.
Die Gesellschaft und Industrie muss auch akzeptieren können, das es Leute gibt die auch mit wenig zufrieden sind und nur das nötigste machen wollen.
09.03.2016, 03:48 #18
Und wenn man den nicht findet bevor man vermittelt wird ,bleibt nur die Zwangsvollzeit ,aber das akzeptiere ich nicht.
09.03.2016, 10:13 #19
Der Gesellschaft ist es wahrscheinlich wiemlich egal, wieviele Stunden du arbeitest, solange du nciht auf Kosten der Gesellschaft lebst.
Und die Industrie will verdienen und eine Vollzeitkraft (egal ob 35 oder 40 Stunden) ist "praktischer" als zwei bis drei Teilzeitkräfte.
09.03.2016, 11:52 #20
Trotzdem sollten sich nur Leute auf Vollzeit bewerben "müssen" die es wirklich brauchen/wollen (Familie, Bedarfsgemeinschaft, andere hohe Ansprüche etc..), alle anderen sollten das Recht haben sich nur auf Teilzeit bewerben zu "müssen", da sollte sich die Regierung noch viel Arbeit machen mit Gesetzesänderungen etc..., schließlich leben wir im 21 Jahrhundert und theoretisch wäre das absolut kein Problem, praktisch ist eine andere Geschichte das geb ich zu, wird so oder so ein schleichender Prozess.
Wozu soll jemand 40 Std seiner kostbaren Lebenszeit vergeuden wenn er das Geld nicht braucht??? Da hab ich 1000 andere Dinge zu tun. Der ganze Müll den man sich davon kauft macht doch langfristig sowieso nicht glücklich. Noch dazu sind die meisten Jobs die für Leute die länger aus dem Berufsleben drausen sind in Frage kommen würden eine Zumutung, eine menschenverachtende quälerei und sinnlos sondersgleichen, in Teilzeit wären diese Jobs vielleicht noch zu ertragen.
Hatte ich doch selbst schon mal hatte einen wirklich widerlichen Knochenjob bei einem bekannten Versandunternehmen, das waren im Schnitt 3,5 Std am Tag aber die haben so gut gezahlt dass ich davon leben konnte, war eine wirklich schöne Zeit, leider wurde der Vertrag nicht verlängert.
09.03.2016, 13:11 #21
Nunja , deine mangelnde Akzeptanz wird darin enden, das du nicht mehr gezwungen wirst, einfach weil man dich aus ALG II rauswirft.....melde dich dann noch aus Deutschland ab, dann fällt auch keine Pflichtversicherung mehr an. Ist doch einfach.
09.03.2016, 20:03 #22
Trotzdem sollten sich nur Leute auf Vollzeit bewerben "müssen" die es wirklich brauchen/wollen (Familie, Bedarfsgemeinschaft, andere hohe Ansprüche etc..), alle anderen sollten das Recht haben sich nur auf Teilzeit bewerben zu "müssen",
Das Recht hat doch jeder. Das Problem ist eher, dass Teilzeit absolut unüblich ist, vor allem für Männer. Dementsprechend knapp sind die Stellen.
Der Trend ist heute 40+ h. Alleine der Abbau von Überstunden könnte sehr viele neue Stellen schaffen.
Selbst in Frankreich greift man die 35-Stunden-Woche an, die lange Konsens war.
09.03.2016, 20:38 #23
Dann soll er es tun! Aber offenbar gibt es für den TE keine Teilzeitstellen und nur weil er nciht Vollzeit will, lebt er auf Kosten der sog. Gesellschaft
09.03.2016, 23:46 #24
Man kann nicht einmal von einem Vollzeit-Job zum Mindestlohn vernünftig leben, deswegen bieten die kaum Teilzeitstellen an.
10.03.2016, 00:05 #25
Die Frage des TE ist durchaus interessant.
Das Problem dabei ist, dass er seine Hilfebedürftigkeit beenden muss, ob mit maßgeschneidertem Wunschteilzeitjob oder Vollzeit. Nur wartet das JC nicht auf den Wunschteilzeitjob, wenn es Vollzeitjobs gibt. Es muss auch nicht warten und damit wäre eigentlich schon alles erklärt.
recht, teilzeit, vollzeitzwang
ALG2 - 450 Euro Job oder Teilzeit? Matthias9 ALG II 3 02.07.2015 13:02
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