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Timestamp: 2016-10-25 20:59:43
Document Index: 374299660

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 100', 'Art. 311', 'Art. 311', 'Art. 311', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 277', 'Art. 277', 'Art. 55', 'Art. 277', 'Art. 277', 'Art. 277', 'Art. 279', 'Art. 279', 'Art. 279', 'Art. 279', 'Art. 140', 'Art. 279', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 163', 'Art. 276', 'Art. 173', 'BGE', 'Art. 179', 'Art. 179', 'BGE', 'Art. 163', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 66']

5A_751/2014 (28.05.2015)
5A_751/2014 � � Urteil vom 28. Mai 2015
vertreten durch Rechtsanw�ltin Daniela Fischer,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 22. August 2014.
A.________ (geb. 1956) und B.________ (geb. 1951) hatten im Jahre 1999 geheiratet. Sie sind die Eltern des Sohnes C.________ (geb. 1994). Bis zur Eheschliessung hatten sie verschiedene Wohnsitze. Der Mann lebte in U.________, die Frau mit dem Sohn in Israel. Mit der Heirat zogen Frau und Kind zum Mann nach U.________. Seit April 2008 leben die Parteien getrennt. A.________ lebt jetzt wieder in Israel.
Zur Bewilligung des Getrenntlebens und Regelung der Nebenfolgen erwirkte A.________ am 28. November 2008 einen Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Z�rich. F�r die Dauer der Trennung wurden ihr monatliche Unterhaltsbeitr�ge von Fr. 6'100.-- (bis Ende Dezember 2009) und Fr. 5'000.-- (ab Januar 2010) zugesprochen. Auf Rekurs von A.________ hin bestimmte das Obergericht des Kantons Z�rich die Frauenalimente auf Fr. 5'300.-- ab Auszug aus der ehelichen Wohnung, sp�testens jedoch ab September 2010.
Am 20. Januar 2011 reichte B.________ die Scheidungsklage ein. Kurz darauf beantragte er dem Scheidungsrichter, die Eheschutzmassnahmen (Bst. B) im Rahmen vorsorglicher Massnahmen abzu�ndern. Mit Entscheid vom 14. Juli 2011 reduzierte das Bezirksgericht die Unterhaltsbeitr�ge f�r A.________ ab 1. April 2012 auf monatlich Fr. 4'300.--. Am 11. Juni 2013 schied das Bezirksgericht die Parteien und regelte die Nebenfolgen. Soweit f�r den Streit vor Bundesgericht noch relevant, versagte es A.________ einen nachehelichen Unterhalt. B.________ wurde verurteilt, seiner Frau unter dem Titel "individuelle Vorsorge" einen Betrag von Fr. 130'000.-- zu bezahlen. Weiter sprach das Bezirksgericht A.________ aus G�terrecht Fr. 135'150.-- zu.
D.a.�B.________ gelangte an das Obergericht des Kantons Z�rich. Er beantragte, der Frau unter dem Titel G�terrecht keinen Geldbetrag zuzusprechen. A.________ erhob Anschlussberufung. Sie verlangte nacheheliche Unterhaltsbeitr�ge von mindestens Fr. 5'500.-- bis 1. Januar 2018 und anschliessend von Fr. 4'500.--. Unter dem Titel G�terrecht sei ihr ein "nach dem durchgef�hrten Beweisverfahren" zu beziffernder, Fr. 135'150.-- �bersteigender Betrag zuzusprechen.
D.b.�Am 21. August 2013 stellte B.________ im Rahmen des Berufungsverfahrens ein Gesuch um Ab�nderung des Massnahmeentscheids vom 14. Juli 2011 (Bst. C). Er beantragte, A.________ ab 22. August 2013 keinen Unterhalt mehr zuzusprechen. Mit Beschluss vom 20. November 2013 wies das Obergericht das Begehren ab. Am 19. Januar 2014 stellte der Mann erneut ein Ab�nderungsgesuch mit dem leicht modifizierten Antrag, seine Pflicht zur Zahlung der Frauenalimente ab 22. August 2013, eventuell ab 1. Januar 2014 einzustellen. Eventualiter beantragte er, den Unterhalt ab 1. Januar 2014 und bis Ende Februar 2016 auf monatlich Fr. 1'160.-- festzusetzen und danach aufzuheben.
D.c.�Mit Beschluss vom 22. August 2014 wies das Obergericht das Gesuch um Ab�nderung der vorsorglichen Massnahmen (Bst. D.b) ab. Gleichentags f�llte es das Urteil �ber die Berufung und Anschlussberufung (Bst. D.a ). Es erkannte, dass kein nachehelicher Unterhalt zugesprochen wird und A.________ gegen�ber B.________ kein Anspruch aus G�terrecht zusteht.
Mit Beschwerde vom 26. September 2014 ficht A.________ (Beschwerdef�hrerin) das Urteil des Obergerichts beim Bundesgericht an. Sie stellt das Begehren, das obergerichtliche Urteil aufzuheben und zur Neubeurteilung des nachehelichen Unterhalts an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter verlangt sie, ihr ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 1. Januar 2018 nacheheliche Alimente von Fr. 5'500.-- und anschliessend solche von Fr. 4'500.-- zuzusprechen.
Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG), der die verm�gensrechtlichen Folgen einer Ehescheidung, also eine Zivilsache im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BGG zum Gegenstand hat. Die Streitwertgrenze gem�ss Art. 74 Abs. 1 Bst. b BGG ist erreicht. Die rechtzeitig (Art. 100 Abs. 1 BGG) eingereichte Beschwerde ist zul�ssig.
Die Vorinstanz versagt der Beschwerdef�hrerin den nachehelichen Unterhalt mit der Begr�ndung, sie habe den rechtserheblichen Sachverhalt im Berufungsverfahren "nicht (gen�gend) behauptet". Diese Erkenntnis gibt Anlass zur Beschwerde.
2.1.�Wie das Obergericht zutreffend bemerkt, soll der Berufungskl�ger in der Begr�ndung der Berufung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) erkl�ren, weshalb er die Berufungsantr�ge stellt und eine Ab�nderung des erstinstanzlichen Entscheids verlangt. Hierzu soll er darlegen, gest�tzt auf welche Sachverhaltselemente und Rechtsgrundlagen sich diese Berufungsbegehren rechtfertigen (s. PETER REETZ/STEFANIE THEILER, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 36 zu Art. 311 ZPO). Nichts anderes ergibt sich aus der Rechtsprechung. Danach bedeutet begr�nden im Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZPO aufzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung gen�gt der Berufungskl�ger nicht, wenn er lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf fr�here Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Begr�ndung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz m�helos verstanden werden zu k�nnen. Dies setzt voraus, dass der Berufungskl�ger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erw�gungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenst�cke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375 f.; s. auch Urteil 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1).
2.2.�Von den geschilderten Anforderungen will das Obergericht dort eine Ausnahme machen, wo eine Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Urteil nicht n�tig oder gar nicht m�glich ist, etwa weil die Vorinstanz die im Berufungsverfahren streitige Fragen offenliess. In solchen F�llen k�nne sich der Berufungskl�ger damit begn�gen, auf das Vorbringen der Vorinstanz zu verweisen. Als "Minimum" sei aber zu verlangen, dass er die Ausf�hrungen, die er schon vor der unteren Instanz vortrug und nun im Berufungsverfahren als massgeblich erachtet, konkret, das heisst unter Angabe des Aktenst�cks und des Abschnittes bzw. der Seitenzahl bezeichnet.
�Bezogen auf den konkreten Fall kommt das Obergericht zum Schluss, nachdem die g�terrechtliche Ausgleichszahlung des Beschwerdegegners von Fr. 135'150.-- wegfalle, lasse sich die Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdef�hrerin nicht wie urspr�nglich von ihr geplant mit einer selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit in Israel begr�nden, zu deren Aufbau das erw�hnte Kapital gedacht gewesen w�re. Nachdem die Beschwerdef�hrerin von einem monatlichen Erwerbseinkommen bis zur Pensionierung von Fr. 1'100.-- ausgehe und einen geb�hrenden Unterhalt von monatlich Fr. 6'750.-- behaupte, sei ihr Anspruch auf nachehelichen Unterhalt zu pr�fen. Hinsichtlich der H�he ihres geb�hrenden Unterhalts, ihrer fehlenden oder ungen�genden Eigenversorgungskapazit�t sowie der Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners - der drei Anspruchsvoraussetzungen, bez�glich derer sie die Beweislast treffe - begn�ge sich die Beschwerdef�hrerin in ihrer Anschlussberufung mit pauschalen Ausf�hrungen. Einzig bez�glich des geb�hrenden Unterhalts habe sie in konkreter Weise auf ihre Ausf�hrungen vor dem Bezirksgericht verwiesen. Was ihre Eigenversorgungskapazit�t betreffe, habe sie sich darauf beschr�nkt, ihr aktuelles Einkommen mit Fr. 1'100.-- zu beziffern. Relevante Details - berufliche Ausbildung und Erfahrung, Art der aktuellen T�tigkeit, Pensum etc. - habe sie nicht erw�hnt. Hinsichtlich der Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners habe sie sich mit der Floskel begn�gt, dass die Unterhaltsbeitr�ge dem Einkommen und der Vorsorge, die der Beschwerdegegner f�r sich selbst organisiert habe, bei weitem angemessen seien. Das Obergericht stellt fest, die Beschwerdef�hrerin habe festgehalten, dass sie auf ihre Antr�ge zum nachehelichen Unterhaltsbeitrag "gem�ss ihren Vorbringen vor Vorinstanz" zur�ckkomme. Eine konkrete Bezeichnung des fraglichen Vorbringens bzw. ein exakter Verweis auf die entsprechenden Aktenstellen w�rden indessen fehlen. Damit komme sie ihrer Behauptungs- und Substanziierungslast nicht nach.
2.3.�Die Beschwerdef�hrerin beruft sich zun�chst auf Art. 277 Abs. 2 ZPO. Diese Norm lautet wie folgt: Stellt der Richter fest, dass f�r die Beurteilung von verm�gensrechtlichen Scheidungsfolgen notwendige Urkunden fehlen, so fordert er die Parteien auf, diese nachzureichen. Die Beschwerdef�hrerin leitet daraus ab, dass das Obergericht ihre Eigenversorgungskapazit�t neu h�tte beurteilen m�ssen, nachdem es zur Auffassung gelangte, dass eine selbst�ndige Erwerbst�tigkeit nicht mehr in Frage kam.
�Diese Sichtweise geht fehl. Art. 277 Abs. 2 ZPO schw�cht den Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 und Art. 55 Abs. 1 ZPO) nur insofern ab, als er dem Richter eine Hinweispflicht auferlegt, wenn f�r die Beurteilung verm�gensrechtlicher Scheidungsfolgen notwendige Urkunden fehlen (vgl. die Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7360). Diese richterliche Pflicht beschr�nkt sich indessen auf die Urkunden, die zum Beweis einer behaupteten Tatsache erforderlich sind, das heisst auf eine Korrektur ungen�gend substanziierter�
Beweisantr�ge. Von den Beweisantr�gen sind die�
Tatsachenbehauptungen�zu unterscheiden. Art. 277 Abs. 2 ZPO begr�ndet keine Pflicht des Gerichts, auch dort auf eine Nachbesserung hinzuwirken, wo eine Partei eine Tatsachenbehauptung, die sich auf die verm�gensrechtlichen Scheidungsfolgen bezieht, nicht gen�gend substanziiert hat ( THOMAS SUTTER-SOMM/NICOLAS GUT, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 13 zu Art. 277 ZPO; �hnlich KURT SIEHR/DANIEL B�HLER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 2a zu Art. 277 ZPO). Genau dieser Vorwurf steht hier im Raum. Das Obergericht vermisst nicht urkundliche Belege f�r einzelne, konkret behauptete Tatsachen, anhand derer sich die Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdef�hrerin beurteilen l�sst. Es h�lt der Beschwerdef�hrerin vor, sie habe hinsichtlich ihrer Eigenversorgungskapazit�t und bez�glich der Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners den rechtserheblichen Sach-verhalt gesamthaft nicht hinreichend behauptet.
2.4.�Weiter f�hrt die Beschwerdef�hrerin Art. 279 ZPO ins Feld. Dieser Vorschrift zufolge genehmigt der Richter eine Vereinbarung �ber die Scheidungsfolgen, wenn er sich (nebst anderen Voraussetzungen) davon �berzeugt hat, dass sie nicht offensichtlich unangemessen ist. Nach der Meinung der Beschwerdef�hrerin soll diese richterliche Inhaltskontrolle auch im gerichtlich ausgetragenen Streit �ber die Scheidungsfolgen immer dann zur Anwendung kommen, wenn es Interessen Dritter bzw. der Allgemeinheit zu sch�tzen gilt. In ihrem Fall st�nden die Interessen des Gemeinwesens auf dem Spiel. Der angefochtene Entscheid habe n�mlich zur Folge, dass sie "unter Umst�nden auf staatliche Unterst�tzung zur�ckgreifen" m�sse, was bei entsprechender Leistungsf�higkeit des Unterhaltsschuldners eben nicht als angemessene Regelung der Scheidungsfolgen gem�ss Art. 279 ZPO angesehen werden k�nne. Aus diesem Grund sei der angefochtene Entscheid in diesem Punkt "unhaltbar und als nicht genehmigungsf�hig im Sinne von Art. 279 ZPO zu erachten".
�Auch dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Art. 279 ZPO entspricht inhaltlich dem alten Art. 140 ZGB (in Kraft bis 31. Dezember 2010). Die Norm verfolgt den Zweck, den wirtschaftlich schw�cheren Ehegatten zu sch�tzen. Sie soll verhindern, dass eine Partei zu Zugest�ndnissen gezwungen werden kann, die als unangemessen und unbillig erscheinen (Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Personenstand, Eheschliessung, Scheidung, Kindesrecht, Verwandtenunterst�tzungspflicht, Heimst�tten, Vormundschaft und Ehevermittlung] vom 15. November 1995, BBl 1996 I 141). Der Autor, den die Beschwerdef�hrerin anruft, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich "die strukturelle Unterlegenheit des schw�cheren Ehegatten ... in strittig gef�hrten Verfahren potentiell noch nachteiliger auswirken wird als in Konventionsverhandlungen". �berdies sei nicht einzusehen, weshalb nur Vereinbarungen, nicht jedoch Urteile �ber Scheidungsfolgen minimalen inhaltlichen Anforderungen entsprechen sollen ( MATTHIAS STEIN-WIGGER, in: Schwenzer, FamKomm, Bd. II, 2. Aufl. 2011, N 5 zu Art. 279 ZPO). Was es damit auf sich hat, kann hier offenbleiben. Denn wie auch die Beschwerdef�hrerin selbst schreibt, k�me die geforderte Inhaltskontrolle einer Beschr�nkung der Dispositionsmaxime (Art. 58 ZPO) gleich, wie sie im Streit um den nachehelichen Unterhalt gilt (Urteil 5A_95/2012 vom 28. M�rz 2012 E. 4.4. mit Hinweis). Die Behauptungs- und Substanziierungspflicht, um die allein es hier geht (E. 2.2), beschl�gt jedoch nicht die Frage, ob das Gericht angesichts eines bestimmten Beweisergebnisses an die Begehren der (schutzbed�rftigen) Partei gebunden ist, sondern die Art und Weise, wie der Prozessstoff erarbeitet wird, ein bestimmtes Beweisergebnis also �berhaupt erst zustande kommt (dazu BGE 127 III 365 E. 2b S. 368; Urteil 4A_210/2009 vom 7. April 2010 E. 3.2; je mit Hinweisen). Diesbez�glich bestimmt Art. 277 Abs. 1 ZPO, dass f�r den nachehelichen Unterhalt der Verhandlungsgrundsatz gilt. Das bedeutet, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren st�tzen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin kann auch nicht von einer "echten L�cke der Zivilprozessordnung" gesprochen werden, die es rechtfertigen w�rde, zum Schutz der Interessen Dritter bzw. der Allgemeinheit die Untersuchungsmaxime zur Anwendung zu bringen. Eine echte (Gesetzes-) L�cke liegt dort vor, wo der Gesetzgeber etwas zu regeln unterlassen hat, was er h�tte regeln sollen, und dem Gesetz weder nach seinem Wortlaut noch nach dem durch Auslegung zu ermittelnden Inhalt eine Vorschrift entnommen werden kann (BGE 128 I 34 E. 3b S. 42). Davon kann angesichts der klaren gesetzlichen Vorgabe in Art. 277 Abs. 1 ZPO nicht die Rede sein.
2.5.1.�Sodann weist die Beschwerdef�hrerin darauf hin, dass das Obergericht im Zeitpunkt des Berufungsurteils betreffend den nachehelichen Unterhalt auch �ber die Ab�nderung der vorsorglichen Massnahmen befunden habe. Im Massnahmeverfahren sei das Obergericht mit Belegen �ber ihre aktuelle Eigenversorgungskapazit�t bedient worden. Es habe die Eink�nfte f�r den Zeitraum von Februar 2013 bis Februar 2014 als belegt erachtet und ihr einen durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 1'715.-- angerechnet. Auch das Einkommen des Beschwerdegegners sei unter dem Titel "Ab�nderung der vorsorglichen Massnahmen" bereits Thema des angefochtenen Entscheids. Die Vorinstanz komme zum Schluss, dass beim Beschwerdegegner nach wie vor von einem monatlichen Einkommen von Fr. 17'000.-- auszugehen sei. Die Beschwerdef�hrerin argumentiert, dass das Obergericht unter diesen Umst�nden in �berspitzten Formalismus verfalle und Art. 29 BV verletze, wenn es ihr im Streit um den nachehelichen Unterhalt vorwerfe, bez�glich ihrer Eigenversorgungskapazit�t und der Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners nicht �ber die erforderlichen Angaben zu verf�gen, "weshalb sie ihrer Substantiierungs- und Behauptungslast nicht gen�gend nachgekommen sei".
2.5.2.�Art. 29 Abs. 1 BV garantiert vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen ein faires Verfahren (BGE 131 I 272 E. 3.2.1 S. 274 f.). Gegen Art. 29 Abs. 1 BV verst�sst eine Beh�rde insbesondere, wenn sie in �berspitzten Formalismus verf�llt. �berspitzter Formalismus als besondere Form der Rechtsverweigerung liegt vor, wenn f�r ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt w�re, wenn die Beh�rde formelle Vorschriften mit �bertriebener Sch�rfe handhabt oder an Rechtsschriften �berspannte Anforderungen stellt und damit dem B�rger den Rechtsweg in unzul�ssiger Weise versperrt (BGE 135 I 6 E. 2.1 S. 9 mit Hinweisen). Prozessuale Formen sind unerl�sslich, um die ordnungsgem�sse Abwicklung des Verfahrens und die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gew�hrleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge stellt daher �berspitzten Formalismus dar, sondern nur jene, die durch keine schutzw�rdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (BGE 134 II 244 E. 2.4.2 S. 248; 125 I 166 E. 3a S. 170).
2.5.3.�Gewiss hat das Obergericht den Massnahmeentscheid und den Berufungsentscheid am selben Tag erlassen und in derselben Urkunde schriftlich niedergelegt. Das �ndert aber nichts daran, dass sich das Verfahren betreffend die Ab�nderung vorsorglicher Massnahmen in wichtigen, hier ausschlaggebenden Punkten vom gerichtlichen Streit um den nachehelichen Unterhalt unterscheidet. In materieller Hinsicht findet der Unterhaltsanspruch, �ber den der Massnahmerichter zur provisorischen Regelung des Getrenntlebens urteilt, seine Grundlage in Art. 163 ZGB (Art. 276 ZPO i.V.m. Art. 173 und 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Ausgangspunkt f�r die vorsorgliche Festsetzung des vorl�ufigen Verbrauchsunterhalts ist die (ausdr�ckliche oder stillschweigende) �bereinkunft, welche die Eheleute hinsichtlich der Aufteilung der Aufgaben und Ressourcen getroffen haben (zum Ganzen BGE 137 III 385 E. 3.1 S. 386 ff.). Daran �ndert nichts, dass mit Blick auf die Frage, ob sich eine Ab�nderung der Massnahmen rechtfertigt (Art. 179 Abs. 1 Satz 1 ZGB), die Bestimmungen �ber die �nderung der Verh�ltnisse bei Scheidung sinngem�ss gelten (Art. 179 Abs. 1 Satz 2 ZGB). Demgegen�ber gilt es im Streit um den nachehelichen Unterhalt zu kl�ren, ob die Ehe die �konomische Situation eines Ehegatten beeinflusst hat bzw. ob ein Ehegatte in seinem Schutz auf den Weiterbestand der Ehe zu sch�tzen ist (BGE a.a.O., S. 388). Allein der Umstand, dass ein Ehegatte als vorsorgliche Massnahme gest�tzt auf Art. 163 ZGB f�r die Dauer des Scheidungsverfahrens vom andern einen Geldbeitrag an seinen Unterhalt fordern kann, bedeutet jedenfalls nicht zwingend, dass ihm ein solcher Anspruch auch f�r eine l�ngere oder unbestimmte Zeit nach der Ehe zusteht.
�Vor allem aber unterscheiden sich Massnahme- und Scheidungsverfahren durch den Streitgegenstand und die prozessualen Vorgaben, die damit zusammenh�ngen. Im Scheidungsverfahren ist es die Beschwerdef�hrerin, welche die (erstmalige) Festsetzung von nachehelichem Unterhalt fordert. Entsprechend der Regel von Art. 8 ZGB hat sie den (vollen) Beweis daf�r zu erbringen, dass sie ihren geb�hrenden Unterhalt trotz aller Anstrengungen nicht aus eigener Kraft zu decken vermag und dass der Beschwerdegegner leistungsf�hig ist (vgl. BGE 134 III 145 E. 4 S. 146 f.). Demgegen�ber orientiert sich das Ab�nderungsverfahren an einem bereits vorhandenen Massnahmeentscheid. Wie das Obergericht richtig bemerkt, ist der Gegenstand des Prozesses grunds�tzlich auf die Frage beschr�nkt, ob der Ehegatte, der um eine Anpassung der vorsorglichen Massnahmen - hier der vorsorglich zugesprochenen Geldbeitr�ge - ersucht, das Vorliegen eines Ab�nderungsgrundes glaubhaft gemacht hat (vgl. Urteil 5A_148/2014 vom 8. Juli 2014 E. 4 mit Hinweisen). Was die Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdef�hrerin angeht, erachtet das Obergericht das Vorbringen des Beschwerdegegners, die Beschwerdef�hrerin k�nne in Israel bei voller Aussch�pfung ihrer Leistungsf�higkeit ein monatliches Erwerbseinkommen von umgerechnet Fr. 2'500.-- erzielen, nicht als glaubhaft gemacht. Es ber�cksichtigt deshalb ein Einkommen, das auf ihrer aktuellen T�tigkeit fusst, und rechnet dieses auf ein Vollpensum hoch, was in einem durchschnittlichen monatlichen Verdienst von Fr. 1'715.-- resultiert. Auch hinsichtlich der Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners ersch�pft sich der Ab�nderungsentscheid des Obergerichts in der Erkenntnis, dass dieser im Verh�ltnis zum Zeitpunkt des abzu�ndernden Entscheids vom 14. Juli 2011 keine dauerhafte und wesentliche Einkommensminderung glaubhaft zu machen vermocht habe. Allein aus dem Umstand, dass das Obergericht die behaupteten Ab�nderungsgr�nde zur provisorischen Regelung des Getrenntlebens als nicht glaubhaft gemacht erachtet, folgt nun aber nicht, dass es im Streit um die dauerhafte Regelung der nachehelichen Verh�ltnisse davon �berzeugt ist, dass die Anspruchsvoraussetzungen der ungen�genden Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdef�hrerin und der hinreichenden Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners hinreichend substanziiert behauptet sind.
�Im Ergebnis kann deshalb nicht gesagt werden, dass sich das Obergericht dem Vorwurf des �berspitzten Formalismus aussetzt, wenn es trotz des zugleich beurteilten Ab�nderungsbegehrens darauf beharrt, dass die Beschwerdef�hrerin hinsichtlich der erw�hnten Anspruchsvoraussetzungen ihrer Behauptungs- und Substanziierungspflicht nachkommt.
2.6.�Auch losgel�st von den bisher diskutierten Argumenten (E. 2.3- 2.5 ) will die Beschwerdef�hrerin den Vorwurf, sie habe den rechtserheblichen Sachverhalt nicht (gen�gend) behauptet, nicht gelten lassen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, der Satz "Die Beklagte kommt somit auf ihre Antr�ge zum nachehelichen Unterhaltsbeitrag gem�ss ihren Vorbringen vor der Vorinstanz [sc. dem Bezirksgericht] zur�ck" bringe in ihrer Berufungsschrift klar zum Ausdruck, dass dieselben Ausf�hrungen zum nachehelichen Unterhalt in der Klageantwort im Berufungsverfahren wieder Anwendung finden. Die Beschwerdef�hrerin erinnert daran, dass das Obergericht bez�glich des geb�hrenden Unterhalts in der Berufungsschrift den Verweis auf Seite 4 der Klageantwort vom 14. Dezember 2011 gen�gen lasse. Angesichts dessen grenze es an �berspitzten Formalismus und damit an eine Verletzung der allgemeinen Verfahrensgarantien im Sinne von Art. 29 BV, den allgemeinen Verweis auf die Vorbringen der Vorinstanz als nicht gen�gend substanziiert zu betrachten.
�Auch dieser Einwand geht fehl. Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht die Grenze zur Unzul�ssigkeit eines Verweises auf eine fr�here Eingabe dort zieht, wo sich eine rechtsuchende Partei mit pauschalen Verweisen zufrieden gibt. Denn f�r die Berufungsinstanz macht es sehr wohl einen Unterschied, ob sie anhand eines konkreten Verweises in der Berufung m�helos zur verwiesenen Stelle eines anderen Schriftsatzes gelangt oder ob sie sich angesichts eines bloss allgemeinen Verweises in den oftmals umfangreichen und bisweilen wenig strukturierten Eingaben zurechtfinden und selbst nach der einschl�gigen Textstelle forschen muss. Letzteres ist nicht die Aufgabe der Berufungsinstanz. Entgegen dem, was die Beschwerdef�hrerin glauben machen will, steht hier auch nicht ein vermeintliches R�geprinzip, sondern vielmehr die Begr�ndung als solche auf dem Spiel. Denn soweit ein konkreter Verweis ausnahmsweise zul�ssig ist, erkl�rt der Berufungskl�ger der Berufungsinstanz noch selbst, worin�
genau�sein Standpunkt liegt. Gibt er sich hingegen mit pauschalen Hinweisen zufrieden, schiebt er die ihm obliegende Aufgabe, seine Berufung zu begr�nden, letztlich an die Berufungsinstanz ab: Sie selbst soll sich die Argumente und Standpunkte heraussuchen, die zur Begr�ndung der Berufung taugen. In Anbetracht von alledem kann dem Obergericht auch in diesem Zusammenhang nicht zur Last gelegt werden, dass es ohne sachliche Gr�nde und mit �bertriebener H�rte auf prozessualen Formalien beharrt und der Beschwerdef�hrerin damit in unzul�ssiger Weise den Rechtsweg versperrt.
Wie die vorigen Erw�gungen zeigen, erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet. Sie ist abzuweisen. Die Beschwerdef�hrerin unterliegt. Sie hat deshalb f�r die Gerichtskosten aufzukommen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Dem Beschwerdegegner ist kein entsch�digungspflichtiger Aufwand entstanden.