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Timestamp: 2013-05-25 20:36:49
Document Index: 108272964

Matched Legal Cases: ['§ 357', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 357', '§ 357']

Widerrufsrecht Werte ersatzpflicht Käufer Internetrecht, Computerrecht
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15.06.2011 21:04 | Preis: ***,00 € |
Wir sind bei eBay tätig als Gewerblicher Händler.
Wir verkaufen als Beispiel ein Netbook Versandkostenfrei für 219,95€.
Der Kunde hat das Gerät getestet 2-3 Programme und Spiele installiert und nach einer Woche sich entschieden das er das Gerät nicht behalten wird.
Laut Widerrufsrecht kann er innerhalb von 14 Tagen ja widerrufen, dieses tat er auch mit absenden des Produktes nach 7 Tagen.
Nun mussten wir das System neu Installieren. Da es zwar möglich ist die Programme, und die Dateien die drauf geladen wurden zu entfernen wir uns aber nicht zu 100% sicher sind das wirklich keine Daten mehr verfügbar sind? Davon mal abgesehen von den ganzen anderen Datenspuren die überall auf dem System verstreut sind von den installierten Sachen.
Wir haben nun von den geleisteten 219,95€ ihm 40,00 Euro für eine Systemwiederherstellung abgerechnet und 6,90€ für die Rücksendung gewährt.
Das heißt also 186,85 € zurück gezahlt.
Nun meine Frage ist das soweit richtig oder dürfen wir das nicht machen??
Für mich ist das ein Werteersatzfall da das Netbook zwar nicht verschlechtert wurde jedoch die Software verändert wurde und somit der Original Zustand nicht mehr existiert und Wiederhergestellt werden musste und somit meines erachtens er Werteersatzpflichtig gegenüber uns ist?
Bis zu welcher Spanne können wir so etwas durchsetzen oder ist es generell nicht erlaubt?
Der Käufer sendet das Gerät zurück jedoch mit erstelltem Benutzernamen (nicht rückgängig machbar) incl. Passwort was er vergessen hat. Wir müssen das System ebenfalls wiederherstellen?
Sind wir dann auch dazu berechtigt dem Käufer diese Kosten in Rechnung zustellen bzw. vom Gutschriftswert abzuziehen?
Vielen Dank Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 26 weitere Antworten zum Thema:
15.06.2011 | 23:39
Nach § 357 Abs. 3 BGB kann ein Wertersatz für eine durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung verlangt werden, wenn der Verbraucher spätestens bei Vertragsschluss oder unverzüglich nach Vertragsschluss in Textform darauf hingewiesen wird und der Verbraucher rechtzeitig vor Abgabe seiner Vertragserklärung über die Wertersatzpflicht und eine Möglichkeit zu ihrer Vermeidung informiert wurde.
Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 03.September 2009 (Az.: C-489/07) ist ein genereller Wertersatz beim Widerruf mit europarechtlichen Richtlinien unvereinbar.
Vor diesem Hintergrund sollte auf einen Wertersatz für die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme verzichtet werden.
Nach der EuGH-Entscheidung ist allerdings dann angemessener Wertersatz zu leisten, "wenn der Verbraucher die Ware auf eine mit den Grundsätzen des bürgerlichen Rechts wie denen von Treu und Glauben oder der ungerechtfertigten Bereicherung unvereinbare Art und Weise benutzt haben".
Was allerdings hierunter zu verstehen ist, hat der EuGH leider offen gelassen, so dass diese Frage von Gerichten entschieden werden muss.
Der Käufer könnte sich ungeachtet dessen auf den Standpunkt stellen, dass er das Notebook lediglich geprüft (Installation von 2-3 Programmen u. Spielen, Erstellung Benutzernamen) hätte. Nach § 357 Abs. 3 Satz 2 BGB kann Wertersatz nicht verlangt werden, wenn die Verschlechterung ausschließlich auf die Prüfung der Sache zurückzuführen ist.
Lassen Sie mir doch die Auktionsunterlagen per E-Mail zukommen. Weiter Kosten wären für Sie damit nicht verbunden.
Nachfrage vom Fragesteller	16.06.2011 | 20:49
Selbstverständlich weißen wir auf den Werteersatz hin und auch das man es unterlassen soll was den Wert beinträchtigt.
Ihre Antwort hat mir leider gar nicht geholfen sondern ist nur Copy Past von einer anderen Seite und leider nicht annähernd maßgeschneidert auf meine Frage.
Ich bitte daher um erneute Antwort auf meine FRAGEN!
Direkt auf den Fall bezogen.
PS: Es tut mir sehr leid aber für 100,00 Euro eine Copy Past Antwort... ist für mich etwas sehr teuer... diese hatte ich schon vor 3 Monaten gefunden....
17.06.2011 | 09:04
vielen Dank für Ihren Nachtrag, zu dem ich in sachlicher Hinsicht wie folgt Stellung nehme:
Nach Ihrem ergänzenden Sachvortrag haben Sie den Käufer ordnungsgemäß belehrt.
Aus § 357 Abs. 3 BGB ergibt sich, dass Wertersatz dann geltend gemacht werden kann, wenn der Verbraucher vor Vertragsschluss in Textform darauf hingewiesen wird, dass er bei Ingebrauchnahme der Sache Wertersatz zu leisten hat und wie der Wertersatz vermieden werden kann. Wenn Sie also den Verbraucher spätestens bei Lieferung der Ware in Textform über den Wertersatz belehren, können Sie diesen auch geltend machen.
Nach der Rspr. des Landgerichts Flensburg reicht es aus, wenn die Belehrung über das erweiterte Widerrufsrecht dem Verbraucher spätestens bei Lieferung der Ware in Textform zugeht.
In den von Ihnen beschriebenen beiden Fällen hat der Kunde die Sache bestimmungsgemäß gebraucht, so dass Sie grundsätzlich auch Wertersatz verlangen können.
Die Höhe des Wertersatzes halte ich angesichts des Kaufpreises für angemessen. Rücksendungskosten können Sie allerdings nicht verlangen, weil die Bestellung den Wert von EUR 40 übersteigt.
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