Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/doetschpungmoehlenbrock-dpm-kommentar-zum-kstg-und-22441-sonderbetriebsvermoegen-i_idesk_PI16039_HI9678472.html
Timestamp: 2019-12-14 18:15:36
Document Index: 288583998

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 4', '§ 15', '§ 20', '§ 20', '§ 39']

Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Kommentar zum KStG und ... / 2.2.4.4.1 Sonderbetriebsvermögen I | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Als Sonder-BV I werden die einem MU gehörenden oder stlich zuzuordnenden WG bezeichnet, die unmittelbar dem Betrieb der MU-Schaft dienen (zB s Urt des BFH v 14.04.1988, BStBl II 1988, 667, 668; v 19.02.1991, BStBl II 1991, 789, 790 und v 30.03.1993, BStBl II 1993, 864, 866; s Schneider, in H/H/R, § 15 EStG Rn 722). Das folgt daraus, dass nach § 4 Abs 1 EStG WG, die ein StPfl zur Erzielung gew Eink einsetzt, grds BV sind (zur Rechtsgrundlage des Sonder-BV: s Schneider in H/H/R, § 15 EStG Rn 712, 714 und s Urt des BFH v 16.04.2015, BStBl II 2015, 705 unter II.1.a). Die WG des Sonder-BV I werden der MU-Schaft zur Nutzung überlassen und sind zum unmittelbaren Einsatz im Betriebsablauf bestimmt (zB Überlassung von Grundstücken, Maschinen oder Rechten). Für die Annahme von Sonder-BV spielt keine Rolle, ob die WG auf schuldrechtlicher, gesellschaftsrechtlicher oder sonstiger Rechtsgrundlage erfolgt (s Urt des BFH v 02.12.1982, BStBl II 1983, 215, 217; v 14.04.1988, BFH/NV 1989, 95, 97 und v 07.04.1994, BStBl II 1994, 796, 798) oder ob die Nutzungsüberlassung entgeltlich, teilentgeltlich oder sogar unentgeltlich erfolgt (s Urt des BFH v 01.03.1994, BStBl II 1995, 241, 243 und v 16.12.1997, BStBl II 1998, 379).
Sonder-BV kommt grds auch in Frage, wenn das WG schon aus anderen Gründen zu einem BV des MU gehört (Zuordnungsqualität des Sonder-BV; ständige Rspr seit s Urt des BFH v 18.07.1979, BStBl II 1979, 750). In diesen Fällen kommt es zu einer Bilanzierungskonkurrenz zwischen der Erfassung im Sonder-BV I bei der nutzenden MU-Schaft und dem eigenen BV des MU. Die zutr stliche Zuordnung des WG ist nicht nur für die lfd Gewinnermittlung von Bedeutung, sondern ist auch maßgeblich bei der Beurteilung der Einbringung des MU-Anteils im Hinblick auf die Anwendung des § 20 Abs 1 UmwStG. Gehört nämlich ein von der MU-Schaft genutztes und für den Betrieb (funktional) wes WG vorrangig zum Sonder-BV des MU, ist die bloße Einbringung des Gesellschaftsanteils (ohne das überlassene WG) nicht von § 20 UmwStG begünstigt (s Tz 123).
Übersicht über die stlichen Zuordnungsregeln für an eine MU-Schaft X überlassene WG
Überlassung eines wes WG durch
an eine MU-Schaft X
Stliche Erfassung im
Natürliche Person (MU) MU-Schaft X WG des PV Sonder-BV I
Natürliche Person (MU und Betriebsinhaber) MU-Schaft X WG des Einzelunternehmens Sonder-BV I s Urt des BFH v 22.11.1994, BStBl II 1996, 93 unter II. 2.a (auch, wenn natürliche Personen beherrschend beteiligt sind: s Urt des BFH v 18.08.2005, BStBl II 2005, 830 unter 2.a)
Kö MU-Schaft X Sonder-BV I s Urt des BFH v 13.07.1993, BStBl II 1994, 282 unter II. 4c
Vermögensverwaltende GbR MU-Schaft X die GbR-Gesellschafter sind nicht mehrheitlich MU Sonder-BV I der Mitunternehmer soweit diesen das WG in der GbR anteilig zuzurechnen ist s § 39 Abs 2 Nr 2 AO; s Urt des BFH v 10.11.2006, BStBl II 2006, 176 unter 2.b) aa)
Vermögensverwaltende GbR MU-Schaft X die GbR-Gesellschafter (Außen- oder Innengesellschaft) sind mehrheitlich MU der MU-Schaft X und beherrschen diese eigenen BV einer Besitzgesellschaft mitunternehmerische Betriebsaufspaltung; ständige Rspr, s Urt des BFH v 23.04.1996, BStBl II 1998, 325; v 26.11.1996, BStBl II 1998, 328; v 22.09.2011, BStBl II 2012, 10 unter Rn 20; keine Betriebsaufspaltung, sondern anteiliges Sonder-BVI, wenn MU-Schaft X freiberuflich tätig ist, s Urt des BFH v 10.11.2005, BStBl II 2006, 173
Vermögensverwaltende GbR MU-Schaft X die GbR-Gesellschafter sind mehrheitlich Mitunternehmer; Überlassung erfolgt unentgeltlich Sonder-BV I der Mitunternehmer soweit diesen das WG in der GbR anteilig zuzurechnen ist keine mitunternehmerische Betriebsaufspaltung wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht (s Schr des BMF v 28.04.1998, BStBl I 1998, 583)
Vermögensverwaltende Bruchteilsgemeinschaft MU-Schaft X die Gemeinschafter sind alle oder mehrheitlich MU der MU-Schaft X und beherrschen diese eigenen BV einer Besitzgesellschaft mitunternehmerische Betriebsaufspaltung auch bei Bruchteilsgemeinschaft (s Vfg der OFD Kiel v 17.06.1999, FR 1999, 1015) bzw Erfassung der überlassenen WG im Sonder-BV einer (konkludent) anzunehmenden Besitz-GbR (s Urt des BFH v 29.07.2015, BFH/NV 2016, 19 unter II.1.)
gew tätige oder gew geprägte Pers-Ges MU-Schaft X Pers-Ges und MU-Schaft X sind Schwester-Ges eigenen BV der Pers-Ges s Urt des BFH v 16.06.1994, BStBl II 1996, 82; v 22.11.1994, BStBl II 1996, 93 und v 21.09.2000, BStBl II 2001, 299 unter I. 1. b)
Pers-Ges Z MU-Schaft X Pers-Ges Z ist an der Pers-Ges X als MU-in beteiligt (doppelstöckige Pers-Ges) Sonder-BV I bei der MU-Schaft X s Urt des BFH v 24.03.1999, BStBl 2000 II, 399 unter IV 1. a und v 07.12.2000, BStBl II 2001, 316 unter 2. b)
Pers-Ges Z MU-Schaft X Pers-Ges Z ist an der Pers-Ges X als MU-in beherrschend beteiligt (doppelstöckige Pers-Ges) Sonder-BV I bei der MU-Schaft X Die Sonder-BV-Eigenschaft geht der mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung vor: s Urt d...