Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=13.07.1994&Aktenzeichen=17%20B%202830/93
Timestamp: 2019-11-18 04:30:55
Document Index: 273973977

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 54', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 12', '§ 137', '§ 32', '§ 54', '§ 7', '§ 32', '§ 32', '§ 54', '§ 32']

OVG Nordrhein-Westfalen, 13.07.1994 - 17 B 2830/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,3106
OVG Nordrhein-Westfalen, 13.07.1994 - 17 B 2830/93 (https://dejure.org/1994,3106)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 13.07.1994 - 17 B 2830/93 (https://dejure.org/1994,3106)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 13. Juli 1994 - 17 B 2830/93 (https://dejure.org/1994,3106)
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Fortbestand der sofortigen Vollziehbarkeit der ablehnenden Entscheidung; Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung; Grundrechte gewähren keine Ansprüche auf Einreise in das Bundesgebiet oder Verbleib daselbst
VG Gelsenkirchen - 8 L 2405/93
NVwZ 1995, 818
DVBl 1995, 576
Der Umstand, dass der Gesetzgeber es für erforderlich angesehen hat, die Befugnis der obersten Landesbehörden zum Erlass derartiger Anordnungen ausdrücklich zu regeln, erklärt sich vor allem aus dem Bedürfnis, möglichst die Bundeseinheitlichkeit zu wahren (vgl. § 32 Satz 2 AuslG) und besagt nichts darüber, wie diese Anordnungen rechtlich einzuordnen sind (a.A. VGH Mannheim, Urteil vom 17. Februar 1993 - VGH 11 S 1451/91 - NVwZ 1994, 400; ähnlich VGH Mannheim, Urteil vom 10. Juli 1996 - VGH 11 S 876/96 - VGHBW-Ls 1996, Beilage 10, B 4 - 5; OVG Münster, Beschluss vom 13. Juli 1994 - OVG 17 B 2830/93 - NVwZ 1995, 818 = DVBl 1995, 576).
Anordnungen nach § 54 AuslG erlangen Verbindlichkeit nicht erst durch eine gleichmäßige Anwendung in der Verwaltungspraxis wie ermessenssteuernde Richtlinien (…betr. § 32 AuslG VGH Baden-Württemberg, a.a.O.; OVG Nordrhein-Westfalen, 13.07.1994 - 17 B 2830/93 -).
An die Klarheit des Wortlauts eines Ländererlasses und des Einvernehmens des Bundesministeriums des Innern dürfen angesichts des rechtssatzähnlichen Charakters der allgemeinen Aussetzungsregelungen (zu § 32 AuslG ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, 13.07.1994 - 17 B 2830/93 -, demnächst EZAR 015 Nr. 5) keine allzu geringen Anforderungen gestellt werden.
Soweit den nach Ansicht der Kläger auslegungsbedürftigen Erlassen im Rahmen des § 32 AuslG die rechtliche Bedeutung von Rechtssätzen oder eine solchen vergleichbare Bedeutung zukommen sollte (vgl. VGH BW, NVwZ 1994, 400; OVG NW, DVBl 1995, 576; offengelassen im Urteil vom 19. März 1996 - BVerwG 1 C 34.93 - BVerwGE 100, 335 = Buchholz 402.240 § 12 AuslG 1990 Nr. 9 = InfAuslR 1996, 392 = DVBl 1997, 165 [BVerwG 19.03.1996 - 1 C 34/93] = DÖV 1997, 161), gehörten die Erlasse zum Kreis der im Rang unter dem Landesgesetz stehenden, gemäß § 137 Abs. 1 VwGO nicht revisiblen Rechtsvorschriften.
Wenn die oberste Landesbehörde mit bindender Wirkung für die nachgeordneten Behörden die "Vorläufigen Anwendungshinweise" zum Ausländergesetz generell als Verwaltungsvorschriften in Kraft setzen wollte, spricht vieles dafür, dass hierzu - im Hinblick auf die rechtsnormgleichen Wirkungen gegenüber den rechtsunterworfenen Bürgern - eine Veröffentlichung erforderlich ist (siehe ähnlich zu Erlassen nach § 32 AuslG OVG Nordrhein-Westfalen, 13.07.1994 - 17 B 2830/93 -, EZAR 015 Nr. 5 und zu Abschiebungstopps nach § 54 AuslG Hess. VGH, 27.07.1995 - 12 TG 2342/95 -, EZAR 046 Nr. 5).
vgl. zu dem "Vorliegen eines Ausweisungsgrundes" in §§ 7 Abs. 2 Nr. 1, 24 Abs. 1 Nr. 6 und 85 Abs. 2 Satz 2 AuslG: BVerwG, Urteile vom 31. Mai 1994, - 1 C 5.93 -, BVerwGE 96, 86 (89 f) = InfAuslR 1994, 405 = DVBl 1995, 37 = NVwZ 1995, 1127, vom 27. August 1996 - 1 C 8.94 -, InfAuslR 1997, 16 und vom 28. Januar 1997 - 1 C 23.94 -, InfAuslR 1997, 240 = DVBl 1997, 905 und Beschluß vom 15. September 1995 - 1 PKH 20.95 -, InfAuslR 1996, 14; der Senat verfolgt seine frühere Auffassung (Beschluß vom 13. Juli 1994 - 17 B 2830/93 -, NVwZ 1995, 818) nicht weiter.
Allein der Erlass einer Anordnung der obersten Landesbehörde lässt durch Ausfüllung eines Tatbestandsmerkmals die Rechtsgrundlage für die Erteilung (und Verlängerung) von Aufenthaltsbefugnissen somit erstmalig entstehen und entfaltet dadurch ähnliche Wirkungen wie ein Rechtssatz, in dem die normativen Voraussetzungen für ein nachfolgendes Verwaltungshandeln erst geschaffen werden (vgl. zum gleichlautenden § 32 Satz 2 AuslG: VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17. Februar 1993 - 11 S 1451/91 -, NVwZ 1994, 400 : "Die behördliche Anordnung ist Teil der Anspruchsnorm des § 32 AuslG ..."; siehe auch: OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13. Juli 1994 - 17 B 2830/93 -, EZAR 015 Nr. 5; sowie zum inhaltsgleichen § 54 Satz 2 AuslG: Hess. VGH, Beschluss vom 27. Juli 1995 - 12 TG 2342/95 -, NVwZ 1995, Beilage 5, 67 = DVBl. 1996, 212 = InfAuslR 1996, 116 = EZAR 046 Nr. 5).
Vielmehr stellten auch die Entscheidungen, die den Anordnungen nach § 32 AuslG Rechtssatzcharakter beimaßen, auf die durch die Innenminister und -senatoren der Länder erlassenen Anordnungen ab (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.02.1993, NVwZ 1994, 400; OVG Bremen Beschluss vom 28.01.2000, InfAuslR 2000, 187; OVG Münster, Beschluss vom 13.07.1994, NVwZ 1995, 818).
BVerwG, 15.09.1995 - 1 PKH 20.95
Zwar vertritt das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen im Gegensatz dazu die Auffassung, ein Ausweisungsgrund im Sinne der genannten Vorschriften liege nur vor, wenn gegen den betreffenden Ausländer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände und gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Ermessenspraxis der Ausländerbehörde die Ausweisung in rechtlich zulässiger Weise verfolgt werden könne (Beschluß vom 13. Juli 1994 - OVG 17 B 2830/93 - NWVBl 1995, 148 ).
VGH Hessen, 13.06.1997 - 7 TZ 1796/97
Aufnahmebefugnis der obersten Landesbehörde - Härtefallregelung in Hessen für …
Hinreichend sichere Anhaltspunkte für ein - wie der vom Hessischen Ministerium des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz durch Erlaß vom 29. August 1996 - II A 43 (B) - 23 d - zur Rücknahme der Aufenthaltsbefugnisse angewiesene Antragsgegner meint - zusätzliches Erfordernis des Inhalts, daß mindestens zwei Familienangehörige vor dem Stichtag eingereist sein müssen, sind Wortlaut, Systematik und Zielsetzung der Härtefallregelung, die wegen ihres rechtssatzvertretenden Charakters entsprechend klar und bestimmt gefaßt sein muß (vgl. VGH Baden-Württemberg, U. v. 17.02.1993 - 11 S 1451/93 -, NVwZ 1994, 400, u. OVG Nordrhein-Westfalen, B. v. 13.07.1994 - 17 B 2830/93 -, EZAR 015 Nr. 5; ferner Hess. VGH, B. v. 27.07.1995 - 12 TG 2342/95 -, ESVGH 45, 298 = InfAuslR 1996, 116), nicht zu entnehmen.
OVG Nordrhein-Westfalen, 04.08.1999 - 17 B 2750/98
D (A), Bleiberechtsregelung 1996, Aufenthaltsbefugnis, Antragstellung, Fristen, …