Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%20101/10
Timestamp: 2019-10-13 21:47:28
Document Index: 366876024

Matched Legal Cases: ['§ 62', '§ 63', '§ 63', '§ 32', '§ 32', '§ 41', '§ 32', '§ 32', '§ 32']

BFH, 12.12.2012 - VI R 101/10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,46024
BFH, 12.12.2012 - VI R 101/10 (https://dejure.org/2012,46024)
BFH, Entscheidung vom 12.12.2012 - VI R 101/10 (https://dejure.org/2012,46024)
BFH, Entscheidung vom 12. Dezember 2012 - VI R 101/10 (https://dejure.org/2012,46024)
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§ 62 Abs 1 EStG 2002, § 63 Abs 1 S 1 EStG 2002, § 63 Abs 1 S 2 EStG 2002, § 32 Abs 4 S 1 Nr 3 EStG 2002, § 32 Abs 4 S 2 EStG 2002
Familienrecht - Kindergeld - Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines volljährigen behinderten Kindes
Kindergeld: Zum behinderungsbedingten Mehrbedarf eines volljährigen behinderten Kindes
Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines volljährigen Kindes
BFH - III R 51/10 (anhängig)
BFHE 240, 50
NJW 2013, 1328
BStBl II 2015, 651
Etwas anderes folgt auch nicht aus dem Senatsurteil vom 9. Februar 2012 III R 53/10 (BFHE 236, 417, BStBl II 2014, 391, Rz 11) und dem BFH-Urteil vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10 (BFHE 240, 50, BStBl II 2015, 651, Rz 12).
Ob ein behindertes Kind außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, ist anhand eines Vergleichs zweier Bezugsgrößen zu prüfen, nämlich der dem Kind zur Verfügung stehenden eigenen finanziellen Mittel einerseits und seinem existenziellen Lebensbedarf andererseits (BFH-Urteil vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10, BFHE 240, 50, BStBl II 2015, 651, Rz 11).
a) Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass --neben der von X bezogenen Eingliederungshilfe-- die Grundsicherung nach den §§ 41 ff. SGB XII zu den Bezügen i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG gehört (…vgl. BFH-Entscheidungen vom 17. August 2012 III B 26/12, BFH/NV 2012, 1963, Rz 23; vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10, BFH/NV 2013, 639).
Ob dies der Fall ist, ist anhand eines Vergleichs zweier Bezugsgrößen zu prüfen, nämlich des gesamten Lebensbedarfs des Kindes einerseits und seiner finanziellen Mittel andererseits (BFH-Urteil vom 12.12.2012 VI R 101/10, BFHE 240, 50, BFH/NV 2013, 639 m.w.N.).
Das Entstehen derartiger Aufwendungen ist dem Grunde und der Höhe nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen (BFH-Urteil vom 12.12.2012 VI R 101/10, BFHE 240, 50, BFH/NV 2013, 639 m.w.N.;… Schmidt/Loschelder, EStG, 33. Auflage, § 32 Rz. 41f;… Seiler in Kirchhof, EStG, 12. Auflage, § 32 Rz. 21).
Die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Februar 2012 III R 53/10, Bundessteuerblatt (BStBl) II 2014, 391, und vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10, BStBl II 2015, 651, bezögen sich auf Sachverhalte, in denen das Kind auf Kosten des Sozialamts in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt war, sodass diese vorliegend nicht einschlägig seien.
Die Dienstanweisung steht insoweit auch im Einklang mit der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung, wie sie in den Urteilen vom 9. Februar 2012 III R 53/10 und vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10 zum Ausdruck kommt.
Letzterer umfasst alle Aufwendungen, die gesunde Kinder nicht haben (vgl. BFH-Urteil vom 12.12.2012 VI R 101/10, BFH/NV 2013, 639, m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung ist ein etwaiger Unterhaltsbeitrag bei der anzustellenden Vergleichsrechnung zu berücksichtigen und mindert die beim Kind als Bezüge anzusetzenden Sozialleistungen, die durch einen Sozialleistungsträger erbracht werden (vgl. zur Eingliederungshilfe: BFH-Urteil vom 12.12.2012 VI R 101/10, BFHE 240, 50, BStBl. II. 2015, 651).
Denn in diesen Fällen führt der Vergleich zu demselben Ergebnis (BFH vom 12. Dezember 2012 VI R 101/10, BFH/NV 2013, 639).