Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2010/64
Timestamp: 2020-01-24 22:16:30
Document Index: 74917549

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 142', '§ 738', 'BGH', '§ 736', '§ 142', '§ 719', 'BGH', '§ 142', '§ 737', 'BGH', '§ 737', '§ 142', 'BGH', 'BGH', '§ 723', '§ 1', '§ 719', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.12.1965 - II ZR 10/64 - dejure.org
https://dejure.org/1965,495
BGH, 13.12.1965 - II ZR 10/64 (https://dejure.org/1965,495)
BGH, Entscheidung vom 13.12.1965 - II ZR 10/64 (https://dejure.org/1965,495)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 1965 - II ZR 10/64 (https://dejure.org/1965,495)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1965,495) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Erwerb von Alleineigentum an einem Grundstück - Einwilligung zur Eintragung als Alleineigentümerin ins Grundbuch - Anspruch auf Grundbuchberichtigung - Übertragung von Gesellschaftsanteilen
NJW 1966, 827
MDR 1966, 220
DNotZ 1966, 618
DB 1966, 145
Haben die Gesellschafter einer BGB-Gesellschaft im Gesellschaftsvertrag vereinbart, dass die Gesellschaft von den verbleibenden Gesellschaftern fortgesetzt wird, wenn ein Gesellschafter ausscheidet, wächst bei Ausscheiden des vorletzten Gesellschafters - soweit im Gesellschaftsvertrag für diesen Fall nichts Abweichendes geregelt ist - dem letzten verbleibenden Gesellschafter das Vermögen der GbR an, d.h. die Aktiva und Passiva gehen im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf ihn über, ohne dass es eines Übertragungsaktes oder einer Übernahmeerklärung bedarf (st.Rspr.; BGHZ 32, 307, 314 ff.; Sen.Urt. v. 13. Dezember 1965 - II ZR 10/64, WM 1966, 62 f.; v. 27. Januar 1966 - II ZR 54/64, WM 1966, 513; v. 9. März 1992 - II ZR 195/90, NJW 1992, 2757, 2758; v. 12. Juli 1999 - II ZR 4/98, ZIP 1999, 1526, 1527; Beschl. v. 18. Februar 2002 - II ZR 331/00, ZIP 2002, 614, 615;… siehe auch BGH, Urt. v. 22. September 1993 - IV ZR 183/92, WM 1993, 2259, 2260).
Dies kann gesellschaftsvertraglich auch im voraus für den Fall des Eintritts bestimmter Umstände (wie hier des Todes der Mutter) vereinbart werden und führt in entsprechender Anwendung des § 142 Abs. 1 HGB zur Vollbeendigung der Gesellschaft ohne Liquidation (vgl. Sen.Urt. v. 13. Dezember 1965 - II ZR 10/64, NJW 1966, 827;… MünchKomm./Ulmer, BGB 3. Aufl. § 738 Rdn. 7).
Die von dem Berufungsgericht getroffenen Feststellungen zur Bilanz des Unternehmens für das erste der Kündigung nachfolgende Geschäftsjahr (Ausbuchung des Eigenkapitals der Mitgesellschafterin) und die einverständliche Weiterführung des Unternehmens durch die Klägerin allein rechtfertigen die im Berufungsurteil angenommene Übernahme des Gesellschaftsvermögens ohne Auseinandersetzung und unter Ausscheiden der Mitgesellschafterin (BGH, Urteil vom 13. Dezember 1965, II ZR 10/64, NJW 1966, 827).
Es handelt sich nicht um die Nachfolge in den Anteil des Ausscheidenden (…Geiler-Keßler bei Staudinger, Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 11. Aufl., § 736 Tz. 4); es kommt, wie sich aus §§ 142, 105 Abs. 2 HGB, §§ 719, 738 BGB ergibt, nicht auf die Übertragung des Gesellschafts anteils, sondern auf die Übernahme des Gesellschafts vermögens an (vgl. Urteil des BGH vom 13. Dezember 1965, Lindenmaier-Möhring, Nachschlagwerk des Bundesgerichtshofs, § 142 HGB Nr. 15; NJW 1966, 827).
Bei zweigliedrigen Gesellschaften, in deren Gesellschaftsvertrag - wie im vorliegenden Fall in Ziffer 5.2 Satz 1 2. Halbsatz - eine Fortsetzungsklausel vereinbart ist, kann die Ausschließung eines Gesellschafters bei Vorliegen eines Ausschließungsgrundes durch den anderen Gesellschafter gemäß § 737 BGB erfolgen, und zwar auch dann, wenn die Gesellschaft - wie im vorliegenden Fall - kein Gewerbe betreibt (BGH NJW 1966 Seite 827;… Palandt/Sprau, a.a.O., § 737 BGB Rn. 1 m. w. N.).
Er hat dies ursprünglich mit einer entsprechenden Anwendung des Rechtsgedankens des § 142 HGB a.F. begründet (BGHZ 32, 307, 314 ff.; ebenso etwa NJW 1966, 827; NJW 1992, 2757, 2758; NJW-RR 2002, 538).
vgl. Finanzgericht (FG) des Landes Brandenburg, Urteil vom 4. April 2006 - 3 K 1112/03 -, juris Rn. 21 m.w.N.; BGH, u.a. Urteil vom 13. Dezember 1965 - II ZR 10/64 -, juris Rn. 12.; Oberlandesgericht (OLG) Celle, Beschluss vom 27. April 1978 - 4 Wx 6/78 - zitiert nach juris; ebenso Bergmann in: jurisPK-BGB, 7. Auflage 2014, § 723 BGB Rn. 4; Fischer in: Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 16. Auflage 2007, § 1 Rn. 590 ff., 596; Ulmer/Schäfer, Gesellschaft bürgerlichen Rechts und Partnerschaftsgesellschaft, Kommentar, 6. Auflage 2013, § 719 Rn. 26; Gummert in: Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 1, GbR § 21 Rn. 80 f.
Die von der Revision angeführte Entscheidung BGHZ 32, 307 steht nicht entgegen (vergleiche auch BGH, Urteil vom 13. Dezember 1965, II ZR 10/64, NJW 1966, 827).
So wächst auch in einer GbR bei liquidationsloser Übernahme des Gesellschaftsvermögens durch einen Gesellschafter dieses Vermögen dem Alleinübernehmer ohne besondere Übertragungsakte zu (BGH NJW 1966, 827).