Source: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/05/rk20090518_2bvr223307.html
Timestamp: 2018-08-19 22:57:15
Document Index: 305636897

Matched Legal Cases: ['§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 149', '§ 275', '§ 149', '§ 149', '§ 275', '§ 149', '§ 149', '§ 149', '§ 149', '§ 149', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 149', '§ 275', '§ 263', '§ 149', '§ 149', '§ 263', '§ 263', '§ 263', '§ 275', '§ 275', '§ 275']

Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Mangels unmittelbarer Betroffenheit der Beschwerdeführer unzulässige Verfassungsbeschwerden bzgl der Verfassungsmäßigkeit des § 202c Abs 1 Nr 2 StGB
StartseiteEntscheidungen Beschluss vom 18. Mai 2009 - 2 BvR 2233/07
- 2 BvR 2233/07 -
- 2 BvR 1151/08 -
- 2 BvR 1524/08 -
1. des Herrn F...,
Georgsplatz 9, 30159 Hannover -
gegen § 202c StGB
- 2 BvR 2233/07 -,
2. des Herrn Prof. Dr. W...,
gegen § 202c Abs. 1 Nr. 2 StGB in Verbindung mit § 202a StGB, in der Fassung des 41. Strafrechtsänderungsgesetzes zur Bekämpfung der Computerkriminalität vom 7. August 2007 (BGBl I S. 1786), in Kraft seit dem 11. August 2007, soweit die Herstellung, das Verschaffen, das Überlassen, das Verbreiten und sonstige Zugänglichmachen von Computerprogrammen unter Strafe gestellt wird
- 2 BvR 1151/08 -,
gegen § 202c Abs. 1 Nr. 2 StGB
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/anhoerungen/Archiv/15_Computerkriminalitaet/index.html
In systematischer Hinsicht ist darauf zu verweisen, dass das Gesetz an anderer Stelle ausdrücklich auf die Eignung von Gegenständen für die Begehung bestimmter Straftaten abstellt, insbesondere in § 149 StGB und § 275 StGB. § 149 StGB wird anknüpfend an die Gesetzesbegründung im Allgemeinen so ausgelegt, dass den dort benannten Fälschungsmitteln eine spezifische Verwendbarkeit zur Ausführung von Fälschungen innewohnen muss (Ruß, in: Leipziger Kommentar zum Strafgesetzbuch, Bd. 5, 11. Aufl. 2005, § 149 Rn. 3; Hoyer, in: Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, § 275 Rn. 2 <März 2007>); damit sei gemeint, dass diese Mittel nur zur Herstellung von Falsifikaten tauglich sein dürfen. Bereits deswegen sollen etwa solche Gegenstände aus dem Anwendungsbereich des § 149 StGB ausscheiden, die (lediglich) auch zur Geldfälschung verwendet werden können, etwa leistungsfähige Farbkopierer (vgl. Fischer, StGB, 55. Aufl. 2008, § 149 Rn. 3; Erb, in: Münchener Kommentar zum StGB, 2005, § 149 Rn. 3). Zu den in § 149 StGB genannten Computerprogrammen wird vertreten, es müsse wenigstens ein abgrenzbares Programmmodul enthalten sein, dass ausschließlich zur Fälschung einsetzbar sei (Rudolphi/Stein, in: Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, § 149 Rn. 2 <März 2007>). All dies spricht dafür, den Begriff des Zwecks in § 202c Abs. 1 Nr. 2 in einem engeren Sinne als dem der Eignung oder auch der spezifischen Eignung zu verstehen.
a) Hinsichtlich der vom Gesetz insofern umfassten Vorsatzformen herrscht im Schrifttum zu § 202c StGB weitestgehend Einigkeit, dass Eventualvorsatz ausreichen soll (vgl. Fischer, StGB, 55. Aufl. 2008, § 202c Rn. 7; Schumann, NStZ 2007, S. 675 <678 f.>; Popp, GA 2008, S. 375 <391>). In systematischer Hinsicht spricht hierfür das entsprechende einhellige Meinungsbild zu den im Hinblick auf das Vorbereitungsmerkmal gleich formulierten Vorschriften von § 149, § 275 und § 263a Abs. 3 StGB (vgl. Ruß, in: Leipziger Kommentar zum Strafgesetzbuch, Bd. 5, 11. Aufl. 2005, § 149 Rn. 6; Sternberg-Lieben, in: Schönke/Schröder, StGB, 27. Aufl. 2006, § 149 Rn. 8; Fischer, a.a.O., § 263a Rn. 34; Hoyer, in: Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, § 263a Rn. 61 <März 2007>; Kindhäuser, in: Nomos Kommentar zum Strafgesetzbuch, Bd. 2, 2. Aufl. 2005, § 263a Rn. 44; Gribbohm, in: Leipziger Kommentar zum Strafgesetzbuch, Bd. 7, 11. Aufl. 2005, § 275 Rn. 11; Hoyer, in: Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, § 275 Rn. 4 <März 2007>; Puppe, in: Nomos Kommentar zum Strafgesetzbuch, Bd. 2, 2. Aufl. 2005, § 275 Rn. 11).
ECLI:DE:BVerfG:2009:rk20090518.2bvr223307
- 2 BvR 2233/07 - Rn. (1-77),
http://www.bverfg.de/e/rk20090518_2bvr223307.html
Nr. 67/2009 vom 19. Juni 2009