Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Betriebsrentenanpassung_Keine_Betriebsrentenanpassung_bei_Commerzbank_BAG_3AZR51-12.html
Timestamp: 2016-12-08 00:09:09
Document Index: 336215826

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 328', '§ 11', '§ 328', '§ 3', '§ 4', '§ 2', '§ 3', '§ 14', '§ 17', '§ 11', '§ 328', '§ 10', '§ 16', '§ 266', '§ 277', '§ 277', 'BGH', '§ 277', '§ 277', '§ 277', '§ 16', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 16', '§ 16', '§ 1', '§ 16', '§ 97']

HENSCHE Arbeitsrecht: 3 AZR 51/12
Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 26.10.2010 - 18 Ca 5141/10Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 28.9.2011 - 8 Sa 244/11
3 AZR 51/12 8 Sa 244/11 Hes­si­schesLan­des­ar­beits­ge­richt Im Na­men des Vol­kes!
Verkündet am 15. April 2014
hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 15. April 2014 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Schlewing, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Spin­ner so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Sche­pers und Prof. Dr. Rei­ter für Recht er­kannt: - 2 - Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28. Sep­tem­ber 2011 - 8 Sa 244/11 - wird zurück­ge­wie­sen.
Im Jahr 2004 war der C Pen­si­on-Trust e. V. (im Fol­gen­den: CPT) ge­gründet wor­den. Nach § 2 der Sat­zung des CPT ist des­sen Zweck „die treuhände­ri­sche Über­nah­me und Ver­wal­tung von Vermögens­ge­genständen (...), die der Si­che­rung und Erfüllung von ge­genwärti­gen und künf­ti­gen Ansprüchen von Rent­nern, Hin­ter­blie­be­nen und Anwärtern aus kol­lek­tiv- oder in­di­vi­du­al-recht­li­chen Re­ge­lun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung oder aus sons­ti­gen dienst- und ar­beits­recht­li­chen Vergütungs­ver­ein­ba­run­gen ... die­nen“. In dem zwi­schen der Be­klag­ten und dem CPT ge­schlos­se­nen „Treu­hand­rah­men­ver­trag - 3 - be­tref­fend die Aus­fi­nan­zie­rung, Si­che­rung und Be­frie­di­gung von Ver­sor­gungs­ansprüchen“ in der Neu­fas­sung vom 27./29. Sep­tem­ber 2010 (im Fol­gen­den: CPT-Treu­hand­rah­men­ver­trag) heißt es:
- 4 - schluss der Ge­sell­schaft als ‚plan as­sets‘ im Sin­ne von IAS 19 (oder der je­wei­li­gen IFRS-Nach­fol­ge­re­ge­lung) an-ge­setzt wer­den. Dies vor­aus­ge­schickt ver­ein­ba­ren die Par­tei­en, was folgt:
2. Dritt­begüns­tig­te nach § 328 Abs. 1 BGB un­ter die­sem Ver­trag sind ... die Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten im Sin­ne die­ses Ver­trags....
1. Liegt bei ei­nem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten ein Verzöge­rungs­fall vor, oh­ne dass ein Si­che­rungs­fall ein­ge­tre­ten ist, ist der je­wei­li­ge Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te be­rech­tigt, un­mit­tel­bar vom Treuhänder aus dem Treu­hand­vermögen un­ter den Vor­aus­set­zun­gen der Re­ge­lung in § 11 die­ses Ver­trags die Be­frie­di­gung sei­nes fälli­gen Ver­sor­gungs­an­spruchs ge­gen die Ge­sell­schaft zu ver­lan­gen. Wei­ter­hin ist der je­wei­li­ge Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te be­rech­tigt, un­mit­tel­bar vom Treuhänder aus dem Treu­hand­vermögen je­weils bei Fällig­keit auch die Be­frie­di­gung nach­fol­gend fällig wer­den­der Ver­sor­gungs­ansprüche ge­genüber der Ge­sell­schaft zu ver­lan­gen. Dies gilt so lan­ge, bis die Ge­sell­schaft (wie­der) be­ginnt, den je­wei­li­gen Ver­sor­gungs­an­spruch bei Fällig­keit zu erfüllen, längs­tens aber bis zum - 6 - Ein­tritt des Si­che­rungs­falls. Die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Rech­te der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten wer­den un­mit­tel­bar durch die­sen Ver­trag, der in­so­weit ei­nen ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter im Sin­ne des § 328 Abs. 1 BGB dar­stellt, be­gründet. ...
...Ver­sor­gungs­ansprücheAnsprüche und An­wart­schaf­ten von Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten auf Er­brin­gung von Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge, für die grundsätz­lich im Kon­zern­ab­schluss ei­ne Schuld (‚lia­bi­li­ty‘) aus­zu­wei­sen wäre....
Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­genDie aus den Ver­sor­gungs­ansprüchen der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten re­sul­tie­ren­den Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen der Ge­sell­schaft....
(2) Durch die­sen Ver­trag wird ei­ne Ver­wal­tungs­treu­hand zwi­schen der Ge­sell­schaft und dem Treuhänder im Sin­ne des § 3 die­ses Ver­trags so­wie ei­ne Si­che­rungs­treu­hand zwi­schen dem Treuhänder und den Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten im Sin­ne des § 4 die­ses Ver­trags be­gründet (Dop­pel­treu­hand­verhält­nis)....
Der Treuhänder eröff­net ein auf sei­nen Na­men lau­ten­des, als of­fe­nes Treu­hand­de­pot geführ­tes Wert­pa­pier­de­pot so­wie ein da­mit kor­re­spon­die­ren­des, als of­fe­nes Treu­hand­kon­to geführ­tes Kon­to­kor­rent­kon­to bei ei­nem deut­schen Kre­dit­in­sti­tut sei­ner Wahl. Das Treu­hand­de­pot und das Treu­hand­kon­to führen den Zu­satz ‚we­gen Ver­sor­gungs­ansprüchen von Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten‘. Die in dem vor­ge­nann­ten Wert­pa­pier­de­pot und auf dem Kon­to­kor­rent­kon­to ge­buch­ten Wer­te so­wie wei­te­re von der Ge­sell­schaft auf den Treuhänder zur treuhände­ri­schen Ver­wal­tung im Rah­men die­ses Ver­trags über­tra­ge­ne Vermögens­wer­te bzw. de­ren Sur­ro­ga­te stel­len ein recht­lich vom Treuhänder ge­hal­te­nes Vermögen dar, mit dem der Treuhänder nach Maßga­be der nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen zu ver­fah­ren hat (nach­fol­gend ‚Treu­hand­vermögen‘). ... - 9 -
(1) Die Ge­sell­schaft überträgt dem Treuhänder ent­we­der Geld­beträge auf des­sen in § 2 die­ses Ver­tra­ges ge­nann­tes Kon­to­kor­rent­kon­to oder an­de­re Vermögens­ge­genstände, die der (ge­ge­be­nen­falls an­tei­li­gen) Aus­fi­nan­zie­rung und Si­che­rung der Ver­sor­gungs­ansprüche zu die­nen be­stimmt sind. ......
(9) Un­abhängig von dem in Ab­satz 8 Satz 1 ge­re­gel­ten Fall (Er­stat­tung) kann die Ge­sell­schaft vom Treuhänder die Rücküber­tra­gung von Treu­hand­vermögen ver­lan­gen, so­weit bi­lan­zi­el­le Re­ge­lun­gen nach IFRS und US-GAAP die Rücküber­tra­gung von Treu­hand­vermögen ge­stat­ten, oh­ne dass da­durch der in Ab­satz 5 der Präam­bel ge­nann­te Zweck gefähr­det wird. Treu­hand­vermögen darf al­ler­dings in Fällen die­ses Ab­sat­zes nur zurück über­tra­gen wer­den, so­weit die dbo der (wei­ter­hin) durch die­sen Ver­trag ge­gen In­sol­venz ge­si­cher­ten Ver­sor­gungs­ansprüche durch das beim Treuhänder ver­blei­ben­de Treu­hand­vermögen voll­umfäng­lich ab­ge­si­chert ist. Maßgeb­li­cher Zeit­punkt für die­se Fest­stel­lung ist der Zeit­punkt der Rücküber­tra­gung....
(2) Im Si­che­rungs­fall ist der Treuhänder ver­pflich­tet, zunächst sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Ab­satz 1 Satz 5 zu erfüllen, be­vor er Ansprüche der Ge­sell­schaft aus die­sem Ver­trag ein­sch­ließlich et­wai­ger Rücküber­tra­gungs- oder Rück­ab­wick­lungs­ansprüche der Ge­sell­schaft aus un­ge­recht­fer­tig­ter Be­rei­che­rung oder auf­grund in­sol­venz­recht­li­cher oder an­de­rer ge­setz­li­cher Re­ge­lun­gen erfüllt. So­lan­ge der Si­che­rungs­fall nicht ein­ge­tre­ten ist, darf der Treuhänder das Treu­hand-vermögen (ganz oder teil­wei­se) nur nach Maßga­be der Re­ge­lun­gen in § 3 Abs. 8 und Abs. 9, § 14 Abs. 2 so­wie § 17 die­ses Ver­trags an die Ge­sell­schaft zurück über­tra­gen....
(1) Liegt bei ei­nem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten ein Verzöge­rungs­fall vor, oh­ne dass ein Si­che­rungs­fall ein­ge­tre­ten ist, ist der je­wei­li­ge Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te be­rech­tigt, un­mit­tel­bar vom Treuhänder aus dem Treu­hand­vermögen un­ter den Vor­aus­set­zun­gen der Re­ge­lung in § 11 die­ses Ver­trags die Be­frie­di­gung sei­nes fälli­gen Ver­sor­gungs­an­spruchs ge­gen die Ge­sell­schaft zu ver­lan­gen. Wei­ter­hin ist der je­wei­li­ge - 11 -
Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te be­rech­tigt, un­mit­tel­bar vom Treuhänder aus dem Treu­hand­vermögen je­weils bei Fällig­keit die Be­frie­di­gung nach­fol­gend fällig wer­den­der Ver­sor­gungs­ansprüche ge­genüber der Ge­sell­schaft zu ver­lan­gen. Dies gilt so lan­ge, bis die Ge­sell­schaft (wie­der) be­ginnt, den je­wei­li­gen Ver­sor­gungs­an­spruch bei Fällig­keit zu erfüllen, längs­tens aber bis zum Ein­tritt des Si­che­rungs­falls. Die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Rech­te der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten wer­den un­mit­tel­bar mit Ab­schluss die­ses Ver­trags, der in­so­weit ei­nen ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter im Sin­ne des § 328 Abs. 1 BGB dar­stellt, be­gründet. Die­se Rech­te können nur dann oh­ne schrift­li­che Ein­wil­li­gung des je­wei­li­gen Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten auf­ge­ho­ben wer­den, wenn die Auf­he­bung der Be­gründung ei­ner an­de­ren, zu­min­dest gleich­wer­ti­gen Si­che­rung der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten im Verzöge­rungs­fall dient....“
En­de des Jah­res 2008 ent­schied die Be­klag­te, zur Sta­bi­li­sie­rung ih­rer Ei­gen­ka­pi­tal­ba­sis das mit dem Ge­setz zur Er­rich­tung ei­nes Fi­nanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­fonds (Fi­nanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­fonds­ge­setz) vom 17. Ok­to­ber 2008 (BGBl. I S. 1982) zur Verfügung ge­stell­te Pro­gramm zu nut­zen. Der Fi­nanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­fonds (im Fol­gen­den: SoFF­in) leis­te­te zum 31. De­zem­ber 2008 ei­ne stil­le Ein­la­ge iHv. 8.200.000.000,00 Eu­ro in das Un­ter­neh­mens­vermögen der Be­klag­ten. Die Be­klag­te ver­pflich­te­te sich, in den Geschäfts­jah­ren 2009 und 2010 für das je­weils vor­an­ge­gan­ge­ne Geschäfts­jahr kei­ne Di­vi­den­den zu zah­len. Am 3. Ju­ni 2009 schlos­sen die Be­klag­te und der SoFF­in ei­nen Ak­ti­enüber­nah­me­ver­trag, wo­nach der SoFF­in rund 295.000.000 neu­er Stamm­ak­ti­en zum Preis von 6,00 Eu­ro pro Ak­tie er­warb. In­fol­ge des Ak­ti­en­er­werbs hielt der SoFF­in 25 % und ei­ne Ak­tie an der Be­klag­ten. Zu­dem er­brach­te der SoFF­in zum 4. Ju­ni 2009 ei­ne wei­te­re stil­le Ein­la­ge iHv. 8.228.000.000,00 Eu­ro in das Un­ter­neh­mens­vermögen der Be­klag­ten. Die vom SoFF­in ge­leis­te­ten stil­len Ein­la­gen wur­den zu 100 % dem Kern­ka­pi­tal der Be­klag­ten iSv. § 10 Abs. 2 Satz 2 KWG in der bis zum 31. De­zem­ber 2013 gel­ten­den Fas­sung zu­ge­rech- - 12 - net und wa­ren im Fall ei­nes Bi­lanz­ge­winns der Be­klag­ten mit 9 % jähr­lich zu ver­zin­sen. In Jah­ren mit Di­vi­den­den­zah­lun­gen stieg der Zins­satz der stil­len Ein­la­ge. Die Rück­zah­lung der Ein­la­gen hat­te zum No­mi­nal­wert zu er­fol­gen.
Der Kläger hat von der Be­klag­ten zum 1. Ja­nu­ar 2010 ei­ne An­pas­sung sei­ner zu­letzt iHv. 964,00 Eu­ro be­zo­ge­nen Be­triebs­ren­te um den von De­zem­ber 2006 bis De­zem­ber 2009 zu ver­zeich­nen­den An­stieg der Ver­brau­cher­prei­se ver­langt, den er mit 5,273 % be­zif­fert hat. Er hat des­halb ei­nen mo­nat­li­chen Dif­fe­renz­be­trag von 50,83 Eu­ro gel­tend ge­macht. Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die wirt­schaft­li­che La­ge der Be­klag­ten ste­he ei­ner An­pas­sung sei­ner Be­triebs­ren­te nicht ent­ge­gen. Die Be­klag­te dürfe ih­rer Pro­gno­se nicht das Zah­len­werk aus ih­ren nach han­dels­recht­li­chen Rech­nungs­le­gungs­re­geln er­stell­ten Un­ter­neh­mens­jah­res­ab­schlüssen zu­grun­de le­gen. Es kom­me viel­mehr auf die Kon­zern­er­geb­nis­se an, die aus den nach in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­re­geln er­stell­ten Kon­zern­jah­res­ab­schlüssen er­sicht­lich sei­en. Da­nach recht­fer­ti­ge die wirt­schaft­li­che La­ge die Ab­leh­nung der Be­triebs­ren­ten­an­pas­sung nicht. Soll­te es auf die nach den Rech­nungs­le­gungs­re­geln des HGB er­stell­ten Un­ter­neh­mens­jah­res­ab­schlüsse der Be­klag­ten an­kom­men, er­ge­be sich nichts an­de­res. Aus die­sen Ab­schlüssen müss­ten al­le anläss­lich der Ver­schmel­zung mit der D AG ein­ge­tre­te­nen Ver­lus­te und die Ver­lus­te der Toch­ter­ge­sell­schaft E AG so­wie al­le an­de­ren Son­der­ab­schrei­bun­gen her­aus­ge­rech­net wer­den. Die­se ein­ma­li­gen Geschäfts­er­eig­nis­se sei­en nicht re­präsen­ta­tiv für die künf­ti­ge Er­trags­la­ge der Be­klag­ten. Die Ver­lus­te in den Jah­ren 2008 und 2009 sei­en auf die Fi­nanz­markt­kri­se zurück­zuführen. Auch hier­bei han­de­le es sich - 13 -
Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt, 1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn rückständi­ge Be­triebs­ren­te für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2010 bis zum 30. April 2011 iHv. ins­ge­samt 813,28 Eu­ro nebst Zin-sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu zah­len,
Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne zu­letzt ge­stell­ten Kla­ge­anträge wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on. - 14 -
- 15 - ge wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens vor dem An­pas­sungs­stich­tag, so­weit dar­aus Schlüsse für des­sen wei­te­re Ent­wick­lung ge­zo­gen wer­den können. Für ei­ne zu­verlässi­ge Pro­gno­se muss die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung über ei­nen länge­ren re­präsen­ta­ti­ven Zeit­raum von in der Re­gel drei Jah­ren aus­ge­wer­tet wer­den (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 28. Mai 2013 - 3 AZR 125/11 - Rn. 39). Da­bei han­delt es sich grundsätz­lich um ei­nen Min­dest­zeit­raum, der nicht stets und un­ter al­len Umständen aus­rei­chend ist. Aus­nahms­wei­se kann es ge­bo­ten sein, auf ei­nen länge­ren Zeit­raum ab­zu­stel­len. Dies kommt ins­be­son­de­re in Be­tracht, wenn die späte­re Ent­wick­lung der wirt­schaft­li­chen La­ge zu be­rech­tig­ten Zwei­feln an der Ver­tret­bar­keit der Pro­gno­se des Ar­beit­ge­bers führt (vgl. BAG 25. April 2006 - 3 AZR 50/05 - Rn. 55).
b) Da für die An­pas­sungs­prüfung nach § 16 Abs. 1 Be­trAVG die wirt­schaft­li­che La­ge des Ar­beit­ge­bers maßgeb­lich ist, kommt es auf die Verhält­nis-se im Un­ter­neh­men des ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ar­beit­ge­bers an. Das gilt auch dann, wenn der Ar­beit­ge­ber in ei­nen Kon­zern ein­ge­bun­den ist. Ein Kon­zern ist le­dig­lich ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit oh­ne ei­ge­ne Rechts­persönlich­keit und kann dem­nach nicht Schuld­ner der Be­triebs­ren­ten­an­pas­sung sein (BAG 11. De­zem­ber 2012 - 3 AZR 615/10 - Rn. 54). - 16 -
- 17 - mens­vermögens in der Zeit bis zum nächs­ten An­pas­sungs­stich­tag auf­zu­brin­gen. Dem­zu­fol­ge kommt es auf die vor­aus­sicht­li­che Ent­wick­lung der Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung und der Ei­gen­ka­pi­tal­aus­stat­tung des Un­ter­neh­mens an (vgl. et­wa BAG 20. Au­gust 2013 - 3 AZR 750/11 - Rn. 30).
Bei der Prüfung, ob die wirt­schaft­li­che La­ge es dem Ar­beit­ge­ber er­laubt, ei­ne An­pas­sung der Be­triebs­ren­ten ab­zu­leh­nen, ist ein für al­le Ar­beit­ge­ber ein­heit­lich gel­ten­der Maßstab an­zu­le­gen, der die wirt­schaft­li­che La­ge ob­jek­tiv wie­der­gibt. Dem­gemäß ist zum ei­nen von Ab­schlüssen aus­zu­ge­hen, über die je­der Ar­beit­ge­ber verfügt; zum an­de­ren müssen die­se Ab­schlüsse nach Rech­nungs­le­gungs­re­geln auf­ge­stellt wor­den sein, die ein den tatsächli­chen wirt­schaft­li­chen Be­din­gun­gen ent­spre­chen­des Bild der wirt­schaft­li­chen La­ge des Ar­beit­ge­bers ge­ben. Dies ist bei den nach den Rech­nungs­le­gungs­re­geln des HGB er­stell­ten Jah­res­ab­schlüssen gewähr­leis­tet (BAG 21. Au­gust 2012 - 3 ABR 20/10 - Rn. 39 mwN). Dem­ge­genüber ha­ben die nach den Rech­nungs­le­gungs­re­geln der IFRS bzw. IAS er­stell­ten Ab­schlüsse nicht für al­le, son­dern nur für ka­pi­tal­markt­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men Be­deu­tung. Die­se Ab­schlüsse die­nen - an­ders als die han­dels­recht­li­chen Ab­schlüsse - nicht dem Gläubi­ger­schutz, son­dern ha­ben ei­ne an­de­re Funk­ti­on. Sie sol­len ka­pi­tal­markt­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen lie­fern und primär den In­ves­to­ren oder An­teils­eig­nern - 18 - ent­schei­dungs­re­le­van­te Er­kennt­nis­se darüber ver­mit­teln, ob ein In­vest­ment in ei­ner Ge­sell­schaft ge­star­tet, ge­hal­ten, erhöht oder ver­min­dert wer­den soll. Da­durch un­ter­schei­den sich die in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­re­geln grundsätz­lich vom deut­schen Bi­lanz­recht, das ne­ben der In­for­ma­ti­ons­funk­ti­on auch die Zah­lungs­be­mes­sungs­funk­ti­on be­tont (vgl. BAG 21. Au­gust 2012 - 3 ABR 20/10 - Rn. 40 mwN).
cc) Für die Fra­ge, ob der Ver­sor­gungs­schuld­ner ei­ne an­ge­mes­se­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung er­zielt hat, kommt es auf das bi­lan­zi­el­le Ei­gen­ka­pi­tal iSv. § 266 Abs. 3 Buchst. A HGB an. Da­zu zählen nicht nur das ge­zeich­ne­te Ka­pi­tal (Stamm­ka­pi­tal) und die Ka­pi­talrück­la­ge, son­dern auch Ge­winnrück­la­gen, Ge­winn- und Ver­lust­vorträge und Jah­resüberschüsse/Jah­res­fehl­beträge (BAG 30. No­vem­ber 2010 - 3 AZR 754/08 - Rn. 55 mwN). Da sich das Ei­gen­ka­pi­tal während ei­nes Geschäfts­jah­res ständig verändert, kann we­der das zu Be­ginn des Geschäfts­jah­res vor­han­de­ne noch das am En­de des Geschäfts­jah­res er-reich­te Ei­gen­ka­pi­tal zu­grun­de ge­legt wer­den. Viel­mehr ist von ei­nem Durch- - 19 - schnitts­wert aus­zu­ge­hen. Das Ei­gen­ka­pi­tal zu Be­ginn und zum En­de des Geschäfts­jah­res sind zu ad­die­ren und an­sch­ließend zu hal­bie­ren (BAG 11. Ok­to­ber 2011 - 3 AZR 527/09 - Rn. 37 mwN, BA­GE 139, 252).
- 20 - auch des je­weils vor­han­de­nen Ei­gen­ka­pi­tals. Be­triebs­wirt­schaft­lich ge­bo­te­ne Kor­rek­tu­ren sind vor­zu­neh­men. Al­ler­dings muss der Sach­vor­trag der Par­tei­en aus­rei­chen­de An­halts­punk­te dafür ent­hal­ten, dass der­ar­ti­ge Kor­rek­tu­ren not-wen­dig sind. Da­von zu un­ter­schei­den ist die Fra­ge, ob die Jah­res­ab­schlüsse han­dels­recht­lich ord­nungs­gemäß er­stellt wur­den. So­fern der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te die Feh­ler­haf­tig­keit tes­tier­ter Jah­res­ab­schlüsse gel­tend ma­chen will, hat er die nach sei­ner An­sicht un­ter­lau­fe­nen Feh­ler näher zu be­zeich­nen. Hat er die ord­nungs­gemäße Er­stel­lung der Jah­res­ab­schlüsse sub­stan­ti­iert be­strit­ten, hat der Ar­beit­ge­ber vor­zu­tra­gen und un­ter Be­weis zu stel­len, wes­halb die Jah­res­ab­schlüsse in­so­weit nicht zu be­an­stan­den sind (vgl. BAG 18. Fe­bru­ar 2003 - 3 AZR 172/02 - zu A II 2 c der Gründe, BA­GE 105, 72).
aa) Im Geschäfts­jahr 2007 er­ziel­te die Be­klag­te bei ei­nem Er­geb­nis der gewöhn­li­chen Geschäftstätig­keit iHv. 826.000.000,00 Eu­ro vor Steu­ern vom - 21 - Ein­kom­men und vom Er­trag iHv. mi­nus 165.000.000,00 Eu­ro und nach sons­ti­gen Steu­ern iHv. mi­nus 4.000.000,00 Eu­ro ein Be­triebs­er­geb­nis iHv. 822.000.000,00 Eu­ro. Das durch­schnitt­li­che Ei­gen­ka­pi­tal der Be­klag­ten be­lief sich bei ei­nem Ei­gen­ka­pi­tal zum En­de des Geschäfts­jah­res 2006 iHv. 10.289.000.000,00 Eu­ro und ei­nem Ei­gen­ka­pi­tal zum En­de des Geschäfts­jah­res 2007 iHv. 10.453.000.000,00 Eu­ro auf 10.371.000.000,00 Eu­ro. Hier­aus er­rech­net sich ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung von 7,93 %. Die­se lag über der an­ge­mes­se­nen Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung. Die öffent­li­chen An­lei­hen er­ziel­ten im Jahr 2007 ei­ne Um­lauf­ren­di­te von 4,3 %. Zuzüglich des Ri­si­ko­zu­schlags von 2 % be­trug die an­ge­mes­se­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung 6,3 %.
dd) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, dass die in den Geschäfts­jah­ren 2008 und 2009 er­ziel­ten Be­triebs­er­geb­nis­se der Be­klag­ten nicht um (wei­te­re) außer­or­dent­li­che Ef­fek­te zu be­rei­ni­gen sind. Die­se Würdi­gung ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Die vom Kläger in der Re­vi­si­on vor­ge­brach­ten Rügen grei­fen nicht durch. - 22 - (1) Ent­ge­gen der Rechts­an­sicht des Klägers ist das Be­triebs­er­geb­nis der Be­klag­ten nicht um die „Auf­wen­dun­gen aus Ver­lustüber­nah­me“ ge­genüber der E AG zu be­rei­ni­gen. Die­se Auf­wen­dun­gen, die auf dem Er­geb­nis­abführungs-ver­trag vom 26. Ju­li 2007 be­ru­hen, sind kei­ne außer­or­dent­li­chen Auf­wen­dun­gen iSd. § 277 Abs. 4 HGB. Außer­or­dent­li­che Auf­wen­dun­gen sind nach § 277 Abs. 4 Satz 1 HGB nur sol­che Auf­wen­dun­gen, die außer­halb der gewöhn­li­chen Geschäftstätig­keit der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft an­fal­len. Dar­un­ter sind Auf­wen­dun­gen zu ver­ste­hen, die un­gewöhn­lich in der Art, sel­ten im Vor­kom­men und von ei­ni­ger ma­te­ri­el­ler Be­deu­tung sind (vgl. BGH 21. Ja­nu­ar 2004 - VIII ZR 74/03 - zu II 3 der Gründe; Eben­roth/Bou­jong/Joost/Strohn/Wied­mann 2. Aufl. § 277 Rn. 6). Im Un­ter­schied zum Er­geb­nis der „gewöhn­li­chen Geschäftstätig­keit“ be­ru­hen sie auf Son­der­ef­fek­ten, die im Vor­feld in al­ler Re­gel nicht vor­her­seh­bar wa­ren und die in ih­rer Höhe auch für die Zu­kunft nicht kal­ku­lier­bar sind (vgl. Münch­KommHGB/Rei­ner/Haußer 2. Aufl. § 277 Rn. 35). Dies ist bei den Auf­wen­dun­gen der Be­klag­ten aus Ver­lustüber­nah­me ge­genüber der E AG nicht der Fall. § 277 Abs. 3 Satz 2 HGB ord­net die­se Auf­wen­dun­gen der gewöhn­li­chen Geschäftstätig­keit zu und be­stimmt le­dig­lich im In­ter­es­se ei­ner zusätz­li­chen In­for­ma­ti­on über die Er­trags­la­ge, dass die Auf­wen­dun­gen ge­son­dert un­ter ent­spre­chen­der Be­zeich­nung aus­zu­wei­sen sind.
- 23 - An­halts­punk­te dafür, dass die Jah­res­ab­schlüsse nicht ord­nungs­gemäß er­stellt wur­den oder dass das in den Jah­res­ab­schlüssen aus­ge­wie­se­ne Zah­len­werk um be­triebs­wirt­schaft­lich ge­bo­te­ne Kor­rek­tu­ren zu be­rei­ni­gen ist, hat der Kläger nicht vor­ge­tra­gen.
- 24 - samt mehr als 16.000.000.000,00 Eu­ro bei ei­nem Bi­lanz­ge­winn mit 9 % zu ver­zin­sen war, mach­te es un­wahr­schein­lich, dass die Be­klag­te in den Geschäfts­jah­ren 2010 bis 2012 ei­ne für ei­ne Be­triebs­ren­ten­an­pas­sung hin­rei­chen­de Ei­gen­ka­pi­tal­ver­zin­sung er­zie­len würde. Zu­dem war da­von aus­zu­ge­hen, dass die Be­klag­te bei ei­ner Rück­zah­lung der stil­len Ein­la­ge ih­re nach dem Kre­dit­we­sen­ge­setz er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel auf an­de­re Art und Wei­se, sei es durch ei­ne Erhöhung des ge­zeich­ne­ten Ka­pi­tals, durch wei­te­re Ein­la­gen der Ge­sell­schaf­ter in die Ka­pi­talrück­la­ge oder durch die Bil­dung von Ge­winnrück­la­gen, hätte stärken müssen. Es ist un­er­heb­lich, dass die Be­klag­te be­reits im Geschäfts­jahr 2011 mit der Rückführung der stil­len Ein­la­ge des SoFF­in be­gon­nen hat. Die­se Ent­wick­lung war nach dem vom Kläger nicht be­strit­te­nen Sach­vor­trag der Be­klag­ten am An­pas­sungs­stich­tag 1. Ja­nu­ar 2010 nicht vor­her­seh­bar. Im Übri­gen war im Jahr 2011 die stil­le Ein­la­ge nicht vollständig zurück­geführt.
cc) Da die späte­re Ent­wick­lung der wirt­schaft­li­chen La­ge nicht zu be­rech­tig­ten Zwei­feln an der Ver­tret­bar­keit der zum An­pas­sungs­stich­tag 1. Ja­nu­ar 2010 er­stell­ten Pro­gno­se führ­te, durf­te die Be­klag­te ih­re Pro­gno­se auf ih­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in den Geschäfts­jah­ren 2007 bis 2009 stützen und muss­te ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers kei­nen länge­ren Re­fe­renz­zeit-raum zu­grun­de le­gen. Im Übri­gen war die wirt­schaft­li­che La­ge der Be­klag­ten vor dem Jahr 2007 nicht re­präsen­ta­tiv für ih­re künf­ti­ge Er­trags­la­ge, da die Fi- - 25 -
- 26 - erhöht, ho­he Spon­so­ren­zah­lun­gen für die C Are­na ge­leis­tet und „viel Geld für Fern­seh­wer­bung aus­ge­ge­ben“ ha­ben soll­te. Dar­aus könn­te nicht ge­schlos­sen wer­den, dass am 1. Ja­nu­ar 2010 von ei­ner wirt­schaft­li­chen Be­last­bar­keit der Be­klag­ten aus­zu­ge­hen war, die ei­ne An­pas­sung der Be­triebs­ren­te ermöglicht hätte. Die von sub­jek­ti­ven Zweckmäßig­keits­erwägun­gen be­ein­fluss­te Un­ter­neh­mens­po­li­tik er­laubt in der Re­gel kei­ne zu­verlässi­gen Rück­schlüsse auf die wirt­schaft­li­che Be­last­bar­keit des Un­ter­neh­mens. Die Höhe der Vergütung der Vorstände und der lei­ten­den An­ge­stell­ten so­wie ein En­ga­ge­ment zu Wer­be­zwe­cken hängen re­gelmäßig nicht al­lein vom er­ziel­ten Ge­winn ab, son­dern be­ru­hen auf ei­ner Viel­zahl wei­te­rer Über­le­gun­gen. Selbst bei schlech­ten Be­triebs­er­geb­nis­sen können Vergütungs­an­he­bun­gen und Wer­be­maßnah­men sinn­voll und ge­bo­ten sein.
b) Dar­an hat die Über­tra­gung von Vermögens­wer­ten durch die D AG und die C AG auf den Pen­si­on-Trust der D AG und den CPT nichts geändert. Nach den im CPT-Treu­hand­rah­men­ver­trag und den im Treu­hand­ver­trag ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen sind die auf den Treuhänder über­tra­ge­nen Vermögens­wer­te ei­nem di­rek­ten Zu­griff der Be­klag­ten ent­zo­gen. Zu­dem ha­ben we­der der Pen­si­on-Trust der D AG im Treu­hand­ver­trag noch der CPT im CPT-Treu­hand-rah­men­ver­trag die Ver­pflich­tung über­nom­men, mit dem Plan­vermögen und sei- - 27 - nen Erträgen im Rah­men der An­pas­sungs­prüfung der die Ver­sor­gung schul­den­den Treu­ge­ber nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG ein­zu­ste­hen.
cc) Auch § 3 Abs. 6 des CPT-Treu­hand­rah­men­ver­trags und § 3 Abs. 9 des Treu­hand­ver­trags ge­stat­ten kei­nen di­rek­ten Zu­griff der Be­klag­ten auf das Treu­hand­vermögen, son­dern se­hen le­dig­lich die Möglich­keit ei­ner Rücküber­tra­gung von Treu­hand­vermögen auf den Ver­sor­gungs­schuld­ner vor. Nach die­sen Be­stim­mun­gen kommt ei­ne Rücküber­tra­gung von Treu­hand­vermögen al­ler­dings - 28 - nur in­so­weit in Be­tracht, als die in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­re­geln die Rücküber­tra­gung ge­stat­ten, oh­ne dass da­durch der mit der Schaf­fung des Plan­vermögens ver­folg­te Zweck, die Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen, die sich in der Rück­stel­lungs­bil­dung nie­der­schla­gen, mit den sie be­de­cken­den und se­pa­rier­ten Ak­ti­va („plan as­sets“) zu sal­die­ren, gefähr­det wird. Zu­dem muss nach § 3 Abs. 9 des Treu­hand­ver­trags si­cher­ge­stellt sein, dass der Wert der Ver­pflich­tun­gen aus be­trieb­li­cher Al­ters­ver­sor­gung (dbo) der durch die Treu­hand­verträge ge­gen In­sol­venz ge­si­cher­ten Ver­sor­gungs­ansprüche durch das beim Treuhänder ver­blei­ben­de Treu­hand­vermögen voll­umfäng­lich ab­ge­si­chert ist. Da­nach kann der Treu­ge­ber ei­ne Rücküber­tra­gung re­gelmäßig nur dann ver­lan­gen, wenn die Ver­sor­gungs­ver­pflich­tung er­lo­schen ist.
- 29 - zu­neh­men hat. Aus den Ver­ein­ba­run­gen er­gibt sich zu­gleich, dass es für die Be­ur­tei­lung der wirt­schaft­li­chen Leis­tungsfähig­keit des Ver­sor­gungs­schuld­ners im Rah­men der An­pas­sungs­prüfung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG auf des­sen wirt­schaft­li­che La­ge und nicht auch auf die wirt­schaft­li­che La­ge des Pen­si­on-Trusts an­kommt. We­der der Pen­si­on-Trust der D AG noch der CPT ha­ben im Treu­hand­ver­trag und im CPT-Treu­hand­rah­men­ver­trag dem­nach die Ver­pflich­tung über­nom­men, mit dem Plan­vermögen und sei­nen Erträgen im Rah­men der An­pas­sungs­prüfung der die Ver­sor­gung schul­den­den Be­klag­ten nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 Be­trAVG ein­zu­ste­hen.
- 30 - rück­stel­lun­gen auf der Pas­siv­sei­te der Bi­lanz. Ih­nen können kei­ne Erträge zu­ge­ord­net wer­den. Pen­si­onsrück­stel­lun­gen sind im We­sent­li­chen ein In­stru­ment der In­nen­fi­nan­zie­rung. Es wird ein Auf­wand ver­bucht, oh­ne dass tatsächlich Mit­tel ab­fließen. Im Jahr der Rück­stel­lungs­bil­dung wird der Jah­resüber­schuss re­du­ziert oder ein Jah­res­fehl­be­trag erhöht sich. Da­mit steht we­ni­ger Ge­winn zur Ausschüttung zur Verfügung und es wird - ggf. - ein ge­rin­ge­rer Ge­winn der Be­steue­rung un­ter­wor­fen. Das Ei­gen­ka­pi­tal des Un­ter­neh­mens re­du­ziert sich ent­spre­chend. Im Jahr des Rück­stel­lungs­ver­brauchs kommt es zu ei­nem ent­spre­chend erhöhten Ge­winn­aus­weis. Rück­stel­lun­gen ha­ben da­her im We­sent­li­chen ei­nen Zeit-, ins­be­son­de­re ei­nen Steu­er­stun­dungs­ef­fekt (vgl. BAG 26. Ok­to­ber 2010 - 3 AZR 502/08 - Rn. 54).
- 31 - a) Im Be­reich der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung hat der Ge­setz­ge­ber die be­trieb­li­che Übung als Rechts­quel­le aus­drück­lich an­er­kannt (§ 1b Abs. 1 Satz 4 Be­trAVG). Da­nach steht der Ver­pflich­tung aus ei­ner aus­drück­li­chen Ver­sor­gungs­zu­sa­ge ei­ne auf be­trieb­li­cher Übung be­ru­hen­de Ver­sor­gungs­ver­pflich­tung gleich.
- 32 - - 4 AZR 653/05 - Rn. 43 mwN). Sie ent­steht auch nicht, wenn sich der Ar­beit­ge­ber irrtümlich zur Leis­tungs­er­brin­gung ver­pflich­tet glaub­te. Wenn der Ar­beit­ge­ber die Leis­tun­gen für den Ar­beit­neh­mer er­kenn­bar auf­grund ei­ner an­de­ren und sei es auch tatsächlich nicht be­ste­hen­den Rechts­pflicht hat er­brin­gen wol­len, kann der Ar­beit­neh­mer nicht da­von aus­ge­hen, ihm sol­le ei­ne Leis­tung auf Dau­er un­abhängig von die­ser Rechts­pflicht gewährt wer­den (BAG 10. De­zem­ber 2013 - 3 AZR 832/11 - Rn. 62; 18. April 2007 - 4 AZR 653/05 - aaO; 30. Mai 2006 - 1 AZR 111/05 - Rn. 37, BA­GE 118, 211). Die Dar­le­gungs-last dafür, dass der Ar­beit­ge­ber aus Sicht des Empfängers Leis­tun­gen oder Vergüns­ti­gun­gen gewähren woll­te, zu de­nen er nicht aus ei­nem an­de­rem Rechts­grund ver­pflich­tet war oder sich ver­pflich­tet glaub­te, trägt der Kläger als An­spruchs­stel­ler (vgl. BAG 29. Au­gust 2012 - 10 AZR 571/11 - Rn. 20; 23. Au­gust 2011 - 3 AZR 650/09 - Rn. 46 ff., BA­GE 139, 69).
Der Ar­beit­ge­ber hat zu je­dem An­pas­sungs­stich­tag er­neut über die An­pas­sung der Be­triebs­ren­ten gemäß § 16 Abs. 1 Be­trAVG nach bil­li­gem Er­mes­sen zu ent­schei­den. Da­bei darf er ne­ben den Be­lan­gen des Ver­sor­gungs­empfängers und sei­ner ei­ge­nen wirt­schaft­li­chen La­ge wei­te­re Kri­te­ri­en in sei­ne Prüfung und Ent­schei­dung ein­be­zie­hen. Sei­ne Ent­schei­dung muss ins­ge­samt bil­li­gem Er­mes­sen ent­spre­chen. Da­bei ist es dem Ar­beit­ge­ber auch ge­stat­tet, die Be­triebs­ren­ten an­zu­pas­sen, ob­wohl er nach sei­ner wirt­schaft­li­chen La­ge ei­ne An­pas­sung ab­leh­nen dürf­te. Der Ar­beit­ge­ber darf auch die Fol­gen ei­ner ver­wei­ger­ten An­pas­sung für das An­se­hen sei­nes Un­ter­neh­mens und die Kre­ditfähig­keit im Rah­men sei­ner Er­mes­sens­ent­schei­dung berück­sich­ti­gen (vgl. BAG 29. No­vem­ber 1988 - 3 AZR 184/87 - zu 2 der Gründe, BA­GE 60, 228). Des­halb ist der Ar­beit­ge­ber auch nicht ge­hin­dert, bei aus­rei­chen­der wirt­schaft­li­cher - 33 - Leis­tungsfähig­keit nicht nur den im Prüfungs­zeit­raum ein­ge­tre­te­nen Kauf­kraft­ver­lust aus­zu­glei­chen, son­dern ei­ne höhe­re An­pas­sung vor­zu­neh­men.
III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. Gräfl Schlewing Spin­ner
C. Rei­ter Sche­pers	m.hensche.de
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