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Timestamp: 2016-10-22 13:38:02
Document Index: 259776196

Matched Legal Cases: ['Art. 85', 'Art. 190', 'Art. 10', 'Art. 190', 'Art. 45', 'Art. 42', 'Art. 37', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 37', 'BGE', 'Art. 176', 'Art. 190', 'BGE', 'Art. 190', 'Art. 191', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 190', 'Art. 190', 'BGE', 'Art. 190', 'BGE', 'Art. 178', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 60', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 34', 'Art. 59', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 63', 'Art. 57', 'Art. 61', 'Art. 46', 'Art. 42', 'Art. 63', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'Art. 190', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 178', 'Art. 178', 'Art. 178', 'Art. 46', 'Art. 46', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 190', 'Art. 156', 'Art. 159']

4P.253/2003 (25.03.2004)
4P.253/2003 /lma
Beschwerdegegner, vertreten durch avvocato Matteo Cavalli,
Tribunal Arbitral du Sport (TAS), avenue de
l'Elys�e 28, 1006 Lausanne.
Art. 85 lit. c OG und Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG (Internationales Schiedsgericht; Zust�ndigkeit),
Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 29. Oktober 2003.
Im Mai 2000 schloss der Fussballclub A.________ (Club, Beschwerdef�hrer) als Arbeitgeber mit B.________ (Beschwerdegegner) einen Arbeitsvertrag, in dem er B.________ f�r die Zeit vom 1. Juli 2000 bis zum 30. Juni 2002 als Trainer (Manager) anstellte. In Art. 10 bestimmten die Parteien, dass Streitigkeiten aus diesem Vertrag oder dessen Beendigung von jeder der Parteien der FIFA unterbreitet werden k�nnten, deren Entscheid endg�ltig und bindend sein solle. Am 7. M�rz 2001 entliess der Club den Trainer fristlos mit der Begr�ndung, dieser habe bei Vertragsschluss verheimlicht, dass er an einer Krankheit leide.
A.a Nach der Beendigung des Arbeitsvertrags reichte der Club beim 10. Zivilgericht erster Instanz in Istanbul Klage ein mit dem Begehren, die fristlose K�ndigung als g�ltig zu erkl�ren und den Arbeitnehmer zu verpflichten, USD 725'000.-- zur�ckzuzahlen. Das erstinstanzliche Gericht erkannte mit Entscheid vom 20. Mai 2003, der Club habe den Vertrag rechtsg�ltig beendet und verpflichtete den Arbeitnehmer zur R�ckzahlung von USD 375'000.--. Die Appellation des Arbeitnehmers gegen diesen Entscheid ist h�ngig.
A.b Am 26. M�rz 2001, zehn Tage nach Einreichung der Klage des Clubs beim t�rkischen Zivilgericht, unterbreitete der Arbeitnehmer den Streitfall der FIFA-Spielerstatus-Kommission in der Schweiz. Er machte geltend, die fristlose Entlassung sei ungerechtfertigt, und verlangte die Bezahlung s�mtlicher vereinbarter Betr�ge bis zum ordentlichen Vertragsende am 30. Juni 2002. Zus�tzlich klagte er Schadenersatz in H�he von USD 1'000'000 ein. Das B�ro der Spielerstatus-Kommission hielt im Entscheid vom 26. M�rz 2002 zwar daf�r, die Vertragsbeendigung am 7. M�rz 2001 sei g�ltig erfolgt, verpflichtete aber den Club zur Bezahlung von USD 764'000.--. Dieser Betrag entspricht den Lohnforderungen f�r Januar, Februar sowie anteilsm�ssig f�r M�rz 2001 und umfasst ausserdem eine Entsch�digung f�r die Vertragsbeendigung in H�he von drei Monatsl�hnen.
A.c Der Entscheid des B�ros der FIFA-Spielerstatus-Kommission wurde dem t�rkischen Fussballverband am 4. April 2002 per Fax zugestellt, der ihn seinerseits dem Club am 9. April 2002 per Fax weiterleitete. Mit Schreiben vom 19. April 2002 an den t�rkischen Fussballverband erkl�rte darauf der Club beim FIFA-Exekutivkomitee Appellation gegen diesen Entscheid. Das FIFA-Exekutivkomitee trat am 28. Juni 2003 auf das Rechtsmittel nicht ein mit der Begr�ndung, die 20-t�gige Frist sei nicht eingehalten worden.
A.d Am 20. August 2003 gelangte der Club an das Schiedsgericht f�r Sport in Lausanne (Tribunal Arbitral du Sport: TAS). Er benannte X.________ als Schiedsrichter und beantragte, die Vollstreckbarkeit des Entscheids der FIFA-Spielerstatus-Kommission sei bis zum Urteil des zust�ndigen Appellationsgerichts in Istanbul aufzuschieben; eventuell seien die Entscheide der Spielerstatus-Kommission und des FIFA-Exekutivkomitees aufzuheben; ausserdem sei festzustellen, dass der Club seinem ehemaligen Arbeitnehmer aus dem Arbeitsvertrag oder dessen Beendigung nichts schulde. Am 1. September 2003 bezeichnete der Beschwerdegegner als Schiedsrichter Y.________, wobei er sich ausdr�cklich vorbehielt, die Zust�ndigkeit des Schiedsgerichts f�r Sport zu bestreiten. In seiner detaillierten Rechtsschrift vom 8. September 2003 bestritt er die Zust�ndigkeit des Schiedsgerichts f�r Sport ausdr�cklich und beantragte die Beschr�nkung des Verfahrens auf die Zust�ndigkeitsfrage.
Mit "Zwischen"-Entscheid ("Preliminary Decision") vom 29. Oktober 2003 stellte das Schiedsgericht f�r Sport fest, dass es nicht zust�ndig sei, den Streit zwischen den Parteien zu entscheiden. Es trat daher auf das Schiedsbegehren vom 20. August 2003 betreffend die Appellation gegen den Entscheid des Exekutivkomitees vom 28. Juni 2003 und den Entscheid der Spielerstatus-Kommission vom 26. M�rz 2002 nicht ein. Zur Begr�ndung erwog das Schiedsgericht, das FIFA Zirkular Nr. 827 vom 11. November 2002, publiziert in der FIFA Medieninformation vom 12. Dezember 2002, habe keine konstitutive Wirkung und begr�nde daher auf keinen Fall die Zust�ndigkeit des TAS als letzte Appellationsinstanz f�r Streitigkeiten innerhalb der FIFA; vielmehr bed�rfte es zur Begr�ndung dieser Zust�ndigkeit einer Erg�nzung der FIFA-Statuten. Ohne statutarische Grundlage der FIFA liesse sich die Zust�ndigkeit des TAS nach den Erw�gungen des Schiedsgerichts nur auf die Schiedsklausel in einem Vertrag oder auf eine ad-hoc-Schiedsvereinbarung der Parteien st�tzen; daran fehlt es vorliegend nach den Feststellungen im Schiedsurteil.
Mit staatsrechtlicher Beschwerde stellt der Club das Rechtsbegehren, der Entscheid des Schiedsgerichts f�r Sport vom 29. Oktober 2003 sei aufzuheben, die Zust�ndigkeit des TAS festzustellen und die Sache an diese Instanz zur neuen Entscheidung zur�ckzuweisen. Ausserdem stellt er den prozessualen Antrag, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu bewilligen. Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG und r�gt, das TAS habe seine Zust�ndigkeit zu Unrecht verneint. Zur Begr�ndung bringt er haupts�chlich vor, das TAS sei vom Exekutivkomitee der FIFA als Berufungsinstanz eingesetzt worden und zwar anstelle des in Art. 45 i.V.m. Art. 42 Abs. 1 lit. b, c der hier anwendbaren Reglementbestimmungen 2001 vorgesehenen Schiedsgerichts des Fussballs (TAF). Das TAS habe daher seine Zust�ndigkeit als Berufungsinstanz zu Unrecht verneint. Im �brigen w�rde nach den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers auch die Schiedsvereinbarung im Arbeitsvertrag vom Mai 2000 die Zust�ndigkeit des Schiedsgerichts f�r Sport begr�nden; �berdies verhalte sich der Beschwerdegegner rechtsmissbr�uchlich, wenn er, der die FIFA angerufen habe, sich auf eine fehlende Schiedsklausel berufe, obwohl das Exekutivkomitee der FIFA seinem Entscheid eine Rechtsmittelbelehrung �ber die Anfechtung beim TAS angef�gt habe.
Der Beschwerdegegner beantragt in seiner innert erstreckter Frist eingereichten Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde. Das TAS hat nach Ablauf der verf�gten Frist eine Vernehmlassung eingereicht.
Der Beschwerdef�hrer beantragt, seiner Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Dieses Begehren bezieht sich allein auf die Dauer des Verfahrens vor Bundesgericht. Mit dem Entscheid in der Sache wird der Antrag gegenstandslos.
Das TAS hat nach Ablauf der verf�gten Vernehmlassungsfrist und damit versp�tet eine Stellungnahme eingereicht. Fristerstreckung wurde allein dem Beschwerdegegner gew�hrt. Die Eingabe ist aus dem Recht zu weisen.
Nach Art. 37 Abs. 3 OG wird das Urteil in einer Amtssprache, in der Regel in der Sprache des angefochtenen Entscheides verfasst. Sprechen die Parteien eine andere Amtssprache, so kann die Ausfertigung in dieser Sprache erfolgen. Bei direkten Prozessen wird auf die Sprache der Parteien R�cksicht genommen.
Der angefochtene Entscheid ist in englischer Sprache und damit nicht in einer schweizerischen Amtssprache verfasst. Die rechtzeitig eingereichten Rechtsschriften beider Parteien sind in schweizerischen Landessprachen verfasst (Art. 30 Abs. 1 OG, vgl. BGE 122 I 93 E. 1), die Beschwerde in deutscher, die Vernehmlassung des Beschwerdegegners in italienischer Sprache (Art. 4 BV). Die Instruktion ist entsprechend der im Rechtsmittel verwendeten Sprache deutsch erfolgt, weshalb der Entscheid in deutscher Sprache abgefasst wird (vgl. Poudret, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, Bern 1990, Bd. I N 4.1 zu Art. 37 OG).
Die Parteien des vorliegenden Verfahrens haben ihren Sitz bzw. Wohnsitz nicht in der Schweiz. Da sie die Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen diese zur Anwendung (BGE 127 III 279 E. 1a; Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).
4.1 Zul�ssig sind allein die in Art. 190 Abs. 2 IPRG abschliessend aufgez�hlten R�gen (BGE 130 III 35 E. 5). Das Schiedsgericht stellte im angefochtenen Entscheid fest, dass es mangels g�ltiger Schiedsklausel nicht zust�ndig sei und trat auf die Rechtsbegehren nicht ein. Damit handelt es sich beim angefochtenen Entscheid trotz dessen Bezeichnung als "Vorentscheid" um einen Endentscheid, gegen den grunds�tzlich s�mtliche R�gen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG zul�ssig sind. Da die Verfahrensregeln der staatsrechtlichen Beschwerde anwendbar sind (Art. 191 Abs. 1 IPRG), haben die R�gen den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG zu gen�gen (BGE 128 III 50 E. 1c). Es ist daher in der Beschwerde darzulegen, welche der gem�ss Art. 190 IPRG zul�ssigen Anfechtungsgr�nde inwiefern verwirklicht sein sollen.
4.2 Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG. Das Bundesgericht pr�ft in rechtlicher Hinsicht grunds�tzlich frei, ob sich das Schiedsgericht zu Unrecht f�r zust�ndig oder unzust�ndig erkl�rt hat (BGE 128 III 50 E. 2a). H�ngt die Frage der Zust�ndigkeit von der Anwendung materiellen Rechts ab, so gen�gt daher, wenn in der Beschwerde dargetan wird, weshalb dieses Recht verletzt sein soll. Die tats�chlichen Feststellungen, welche dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegen, pr�ft das Bundesgericht dagegen unter Vorbehalt ausnahmsweise zul�ssiger Noven auch im Rahmen der Pr�fung der Zust�ndigkeit nur auf gem�ss Art. 190 Abs. 2 IPRG zul�ssige R�gen (BGE 129 III 727 E. 5.2.2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer bringt vor, das Schiedsgericht habe zu Unrecht verneint, dass eine g�ltige Schiedsvereinbarung vorliege.
5.1 Art. 178 IPRG regelt die Formerfordernisse der Schiedsklausel und bestimmt das auf ihre materielle G�ltigkeit, namentlich hinsichtlich ihres Zustandekommens, ihrer Tragweite und ihres Erl�schens anwendbare Recht. Zu den Wesensmerkmalen und zum notwendigen Inhalt einer Schiedsklausel �ussert sich die Norm dagegen nicht. In �bereinstimmung mit dem �berlieferten Begriff der privaten Schiedsgerichtsbarkeit ist darunter eine �bereinkunft zu verstehen, mit der sich zwei oder mehrere bestimmte oder bestimmbare Parteien einigen, eine oder mehrere, bestehende oder bestimmte k�nftige Streitigkeiten verbindlich und unter Ausschluss der urspr�nglichen staatlichen Gerichtsbarkeit einem Schiedsgericht nach Massgabe einer unmittelbar oder mittelbar bestimmten rechtlichen Ordnung zu unterstellen. Allgemeine Voraussetzung einer Schiedsvereinbarung ist zudem ihre Klarheit und Bestimmtheit hinsichtlich der privaten Jurisdiktion, d.h. das zur Entscheidung berufene Schiedsgericht muss entweder eindeutig bestimmt oder jedenfalls bestimmbar sein (BGE 130 III 66 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Parteien haben im vorliegenden Fall nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid in Art. 10 des Arbeitsvertrags vom Mai 2000 vereinbart, dass Streitigkeiten aus diesem Vertrag oder dessen Beendigung durch jede der Parteien der FIFA unterbreitet werden k�nnen, deren Entscheid endg�ltig und bindend f�r beide Parteien sein solle ("Any dispute relating to this Agreement or its termination may be referred by either party to FIFA whose decision shall be final and binding on both parties").
5.2 Die FIFA, "F�d�ration Internationale de Football Association", ist ein Verein im Sinne der Art. 60 ff. ZGB (Art. 1 der vom FIFA Kongress am 6. Juni 1990 verabschiedeten und seither mehrmals erg�nzten Statuten). Mitglieder der FIFA sind nationale Vereinigungen, welche durch die Generalversammlung aufgenommen werden (Art. 1 Abs. 2 und Art. 3 der Statuten).
5.2.1 Die FIFA-Statuten in der Fassung vom 4. Juli 1996 enthalten folgende Regelungen: Nach Art. 59 Abs. 1 sind die nationalen Vereinigungen, Clubs oder Clubmitglieder nicht befugt, ihre Streitigkeiten vor staatlichen Gerichten auszutragen, sondern verpflichten sich, daf�r Schiedsgerichte zu bestellen. In Ausf�hrung von Art. 59 Abs. 1 haben die nationalen Vereinigungen in ihren Statuten eine Bestimmung einzuf�gen, wonach die Clubs und deren Mitglieder ihre Streitigkeiten nicht vor staatliche Gerichte tragen k�nnen, sondern verpflichtet sind, jede eventuelle Streitigkeit der Vereinigung bzw. einem Schiedsgericht zu unterbreiten (Art. 59 Abs. 2). Die Streitigkeiten �ber die Transfers und Qualifikationen der Spieler sind nach dem Verfahren in Art. 34 geregelt (Art. 59 Abs. 7). Gem�ss Art. 34 wird eine Spieler-Status-Kommission eingesetzt, deren Zust�ndigkeiten aufgez�hlt sind (Abs. 1, 2) und welche grunds�tzlich nur auf F�lle eintritt, die ihr von den nationalen Vereinigungen �bermittelt werden (Abs. 3). In Status-Angelegenheiten sind die Trainer den Spielern gleich gestellt (Art. 34 Abs. 4). Beschwerden an das Exekutiv-Komitee sind in allen F�llen von Art. 34 Abs. 2 lit. d (Bestimmung des Spieler-Status f�r die verschiedenen internationalen Wettspiele) und lit. e (Abkl�rungen und Entscheide in Transfersachen) zul�ssig (Art. 34 Abs. 5). Sodann werden alle nicht in den Statuten geregelten F�lle vom Exekutiv-Komitee entschieden (Art. 62 Abs. 1).
5.2.2 In Art. 63 der Statuten vom 7. Juli 2001 sah die FIFA f�r Streitigkeiten die Errichtung einer internationalen Kammer f�r Fussball-Schiedsgerichtsbarkeit (CIAF) vor, die vom Kongress der FIFA geschaffen werden sollte und welche unter anderem verantwortlich sein sollte f�r die Errichtung und den Betrieb eines Fussball-Schiedsgerichts (TAF). Dieses TAF sollte mit der Entscheidung von Appellationen betraut werden gegen letztinstanzliche Entscheide nach Ersch�pfung s�mtlicher internen Rechtsmittel auf Ebene der FIFA, der nationalen Vereinigungen, der Ligen oder Clubs (Art. 63 Abs. 3 Statuten 2001). Dieses Fussball-Schiedsgericht ist indessen nie eingerichtet worden. Wie der Generalsekret�r der FIFA den Nationalverb�nden mitteilte, reichten die Mittel zur Gr�ndung der CIAF zur Erreichung derer Zielsetzung eine unabh�ngige Schiedsgerichtskammer des Fussballs zu begr�nden und zu unterhalten bei weitem nicht aus (Zirkular Nr. 827 vom 10. Dezember 2002). Das Exekutivkomitee sei daher in seiner Sitzung vom September 2002 zum Schluss gekommen, dass die Einsetzung eines autonomen Schiedsgerichts gem�ss den urspr�nglichen Pl�nen nicht realisierbar sei und habe den FIFA-Pr�sidenten mit der Pr�fung von Alternativen beauftragt. Nach intensiven Gespr�chen habe die Stiftung, die das Schiedsgericht f�r Sport (TAS, CAS) betreibe, der Erstellung einer spezifischen Liste mit f�r Fussball zust�ndigen Schiedsrichtern zugestimmt und die FIFA ihrerseits habe die Gerichtsbarkeit des TAS anerkannt. Der Generalsekret�r der FIFA teilte den Mitgliedern in diesem Zirkularschreiben mit, das TAS sei nun in der Lage, sich als Berufungsinstanz mit Entscheidungen zu befassen, die nach dem 11. November 2002 getroffen worden seien - dies in �bereinstimmung mit den FIFA-Statuten und den Bestimmungen in den entsprechenden FIFA-Reglementen. Ebenso k�nne das TAS sich mit Streitf�llen befassen, die ihm als einzig zust�ndige Instanz unterbreitet w�rden.
5.2.3 Die FIFA-Statuten sehen sowohl in der Fassung von 1996 (Art. 57) als auch in der Fassung von 2001 (Art. 61) unter dem Marginale "Spieler-Status" vor, dass die Spieler nationaler Mitgliedervereinigungen entweder Amateure oder Nicht-Amateure sind (vgl. jeweils Abs. 1). In Abs. 2 der genannten Artikel wird das FIFA-Exekutivkomitee zum Erlass von Bestimmungen �ber den Status und den Transfer von Spielern erm�chtigt. Gest�tzt auf diese Erm�chtigung erliess das Exekutivkomitee im April 1991 ein Reglement bez�glich Status und Transfer von Spielern, das 1991, 1993, 1996, 1997 sowie im Juli 2001 revidiert wurde (Art. 46 Abs. 1 des Reglements in der Fassung vom 5. Juli 2001). Im XIV. Kapitel dieses Reglements ist die Beilegung und Schlichtung von Streitigkeiten, Disziplinar- und Schiedsverfahren geregelt. Art. 42 in der Fassung vom Juli 2001 sieht ein Schlichtungsverfahren vor (lit. a), ein Verfahren vor der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA-Spielerstatus-Kommission oder einem nationalen Schiedsgericht f�r Sport (lit. b) und die Beschwerde an das gem�ss Art. 63 der FIFA-Statuten eingerichtete Schiedsgericht des Fussballs, TAF (lit. c). Art. 45 bestimmt sodann, dass alle im Reglement nicht vorgesehenen F�lle von der FIFA-Spielerstatus-Kommission entschieden werden, unter Vorbehalt der �berpr�fung durch das Exekutivkomitee. In Art. 46 Abs. 2 wird das Inkrafttreten dieses Reglements sp�testens auf den 1. September 2001 festgelegt. Art. 46 Abs. 3 des Reglements in der Fassung von 2001 lautet schliesslich wie folgt: "Vertr�ge zwischen Spielern und Vereinen, die vor dem 1. September 2001 abgeschlossen wurden, unterliegen weiterhin dem alten Reglement, das am 1. Oktober 1997 in Kraft trat, ausser wenn sich die Spieler und Vereine ausdr�cklich darauf einigen, Vertr�ge, die nach dem 5. Juli 2001, aber vor Inkrafttreten des neuen Reglements abgeschlossen werden, dem vorliegenden Reglement zu unterstellen."
5.3 Die Auslegung einer Schiedsvereinbarung folgt den f�r die Auslegung privater Willenserkl�rungen allgemein geltenden Grunds�tzen. Massgebend ist in erster Linie das �bereinstimmende tats�chliche Verst�ndnis der Parteien. L�sst sich ein subjektiv �bereinstimmender Parteiwille nicht feststellen, ist die Erkl�rung objektiviert zu interpretieren, d.h. so wie sie vom jeweiligen Empf�nger nach Treu und Glauben verstanden werden durfte und musste (BGE 130 III 66 E. 3.2 mit Verweisen). W�hrend nach konstanter Praxis der tats�chliche Parteiwille beweisf�hige Tatfrage bildet, kann der objektivierte Bedeutungsgehalt als Rechtsfrage beurteilt werden (BGE 128 III 419 E. 2.2) und ist somit im Rahmen der R�ge gem�ss Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG frei zu pr�fen. Das Schiedsgericht hat einen �bereinstimmenden tats�chlichen Parteiwillen zum Sinngehalt von Art. 10 des Arbeitsvertrags vom Mai 2000 nicht festgestellt. Aus der Vereinbarung, dass die FIFA f�r beide Parteien bindend und endg�ltig entscheiden solle, geht der Wille der Parteien hinreichend klar und deutlich hervor, die entsprechenden Vertragsstreitigkeiten der staatlichen Gerichtsbarkeit zu entziehen. Mit der FIFA haben die Parteien einen privaten Verein zur definitiven Streitentscheidung bestimmt, der international t�tig ist, dessen Mitglieder je nationale Fussballverb�nde sind und der mehrere statutarische Organe aufweist, die ihrerseits wiederum aus mehreren nat�rlichen Personen bestehen. Mit der Bezeichnung der FIFA haben die Parteien unter diesen Umst�nden nicht ein bestimmtes Organ des internationalen Fussballvereins als Schiedsgericht bestellt (vgl. BGE 117 III 57 E. 4b S. 60, Poudret/Besson, Droit compar� de l'arbitrage international, Bruxelles 2002, S. 348). Sie haben vielmehr auf deren (statutarische und reglementarische) Verfahrensordnung zur Regelung entsprechender Streitigkeiten verwiesen. Beide Parteien gehen denn auch �bereinstimmend davon aus, dass sie sich mit der Schiedsklausel in Art. 10 des Arbeitsvertrages der von der FIFA erlassenen Schieds- und Verfahrensregelung unterworfen haben.
5.4 Die FIFA hat ihre statutarische und reglementarische Regelung nach Abschluss der Schiedsklausel und w�hrend der H�ngigkeit des Verfahrens der Parteien ge�ndert. Dass die Parteien - wenn sie eine Schiedsklausel in der Art der vorliegenden abschliessen - die im Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltenden Schieds- und Verfahrensregeln des Verbandes anerkennen, den sie als Schiedsrichter einsetzen, darf grunds�tzlich angenommen werden (Urteil des Bundesgerichts 4P.230/2000 vom 7. Februar 2001, E. 2a, Bull. ASA 2001 S. 523/529). Weitergehend wird der globale Verweis auf eine in Verbandsstatuten enthaltene Schiedsklausel selbst als g�ltig erachtet, wenn auf diese Weise einer Partei nicht missbr�uchlich der Zugang zum ordentlichen Gericht entzogen wird (Botschaft des Bundesrates zum Bundesgesetz �ber das internationale Privatrecht, BBl 1983 I 263/462 f.; BGE 121 III 38 E. 3; 119 II 271 E. 3b; vgl. auch Volken, in Heini et al. [Hrsg.], IPRG-Kommentar, Z�rich 1993, N 13 zu Art. 178 IPRG; Werner Wenger, Basler Kommentar, N 63 zu Art. 178 IPRG; Bernard Dutoit, Commentaire de la loi f�d�rale du 18 d�cembre 1987, Basel 1996, N 6 zu Art. 178 IPRG; R�my Wyler, La convention d'arbitrage en droit du sport, ZSR 1997 Bd. I S. 57). Es spricht vieles daf�r anzunehmen, dass die Parteien regelm�ssig mit dem Globalverweis auf die institutionalisierte Schiedsordnung einer K�rperschaft bzw. eines Verbandes die jeweils im Zeitpunkt der Einreichung des Schiedsbegehrens geltende Regelung �bernehmen. Denn in der Regel bezeichnen sie den Verband in der Schiedsvereinbarung wegen ihrer Beziehung zu diesem als Schiedsinstitution und w�hlen dessen Ordnung nicht eigens wegen der im Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsklausel geltenden konkreten Verfahrensregelung. Sofern die in der Schiedsklausel bestimmte K�rperschaft im Zeitpunkt der Einreichung des Schiedsbegehrens nicht - �bergangsrechtlich - die fr�here Verfahrensordnung anbietet, d�rfte es daher regelm�ssig dem Parteiwillen entsprechen, die Schiedsklausel trotz ge�nderter Verfahrensregelung weiterhin gelten zu lassen. Wie es sich damit verh�lt, kann jedoch offen bleiben. Denn soweit �nderungen der Schiedsordnung nicht g�ltig nach den verbandsinternen Regeln erlassen werden oder wenn g�ltig erlassene �nderungen �bergangsrechtlich f�r fr�her abgeschlossene Schiedsvereinbarungen keine Geltung beanspruchen, findet die im Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsvereinbarung geltende Ordnung weiterhin Anwendung, wie das Schiedsgericht zutreffend festhielt.
5.5 Der Beschwerdef�hrer r�gt zu Unrecht, das Schiedsgericht f�r Sport habe dem angefochtenen Entscheid das FIFA-Reglement bez�glich Status und Transfer von Spielern in der Fassung 1997 zugrunde gelegt. Art. 46 Abs. 3 der Fassung des Reglements 2001 erkl�rt das alte Reglement 1997 f�r Vertr�ge zwischen Spielern und Vereinen weiterhin als massgebend, sofern die Parteien nicht ausdr�cklich etwas Anderes vereinbaren (oben E. 5.2.3). Auf die Schiedsvereinbarung im Arbeitsvertrag der Parteien vom Mai 2000 bleibt daher mangels abweichender Parteivereinbarung das Reglement in der Fassung 1997 anwendbar. Dass allenfalls aus der Erl�uterung der �nderungen im Zirkularschreiben der FIFA vom 24. August 2001 etwas Anderes abgeleitet werden k�nnte, vermag entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers am klaren Wortlaut der �bergangsbestimmung in Art. 46 Abs. 3 des Reglements 2001 nichts zu �ndern. Nach dem Reglement 1997 war aber das TAS als Schiedsorgan nicht vorgesehen und somit auch nicht zust�ndig - insbesondere nicht zur endg�ltigen Entscheidung von Vertragsstreitigkeiten im Sinne der Schiedsvereinbarung der Parteien vom Mai 2000. Im �brigen hat das Schiedsgericht im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt, dass eine statutarische Grundlage f�r die Anerkennung des TAS anstelle der Errichtung der in Art. 63 Statuten 2001 vorgesehenen eigenen Schiedsgerichtsbarkeit f�r das Exekutivkomitee oder ein anderes Organ der FIFA nicht bestand und die Anerkennung daher einer Statuten�nderung bedurfte. Das TAS hat sich zu Recht aufgrund der massgebenden verbandsinternen FIFA- Regelung als unzust�ndig erkl�rt. Das TAS war zur Pr�fung seiner Zust�ndigkeit unbesehen der Rechtsmittelbelehrung im Entscheid vom 28. Juni 2003 auch befugt, entspricht es doch einem allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass jede angerufene Instanz ihre Zust�ndigkeit selbst pr�ft und eine fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung keine Zust�ndigkeit zu begr�nden vermag, die nach den massgebenden Rechtsgrundlagen nicht besteht (BGE 125 II 293 E. 1d).
Die R�ge der Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG ist unbegr�ndet und die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen. Die Gerichtsgeb�hr ist diesem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdef�hrer zu auferlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Er hat dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner �berdies dessen Parteikosten zu ersetzen (Art. 159 Abs. 2 OG). Geb�hr und Parteientsch�digung bemessen sich nach dem Streitwert.
Der Beschwerdef�hrer hat den Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 14'000.-- zu entsch�digen.