Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=09.12.1994&Aktenzeichen=5%20S%201648/94
Timestamp: 2019-11-22 13:27:15
Document Index: 245303673

Matched Legal Cases: ['Art 19', '§ 74', '§ 75', '§ 17', '§ 17', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 8', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 8', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 1', 'Art. 27', '§ 17', '§ 11', '§ 17', '§ 11']

VGH Baden-Württemberg, 09.12.1994 - 5 S 1648/94 - dejure.org
https://dejure.org/1994,1888
VGH Baden-Württemberg, 09.12.1994 - 5 S 1648/94 (https://dejure.org/1994,1888)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 09.12.1994 - 5 S 1648/94 (https://dejure.org/1994,1888)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 09. Dezember 1994 - 5 S 1648/94 (https://dejure.org/1994,1888)
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Art 19 Abs 1 S 1 GG, § 74 Abs 3 VwVfG BW, § 75 Abs 1 S 1 VwVfG BW, § 17 Abs 1 S 2 FStrG, § 17 Abs 6c S 1 FStrG, § 11 Abs 3 S 1 NatSchG BW, § 11 Abs 3 S 3 NatSchG BW, § 11 Abs 4 NatSchG BW
NVwZ 1995, 924 (Ls.)
VBlBW 1995, 275
DVBl 1995, 1025
Diese Abwägungsentscheidung ist eine "echte", wenn auch spezifisch naturschutzrechtliche Abwägung, die den allgemeinen Grundsätzen behördlicher Abwägungsentscheidungen unterliegt und insoweit nur eingeschränkter gerichtlicher Kontrolle zugänglich ist (…vgl. BVerwG, B. v. 22.05.1995 - 4 B 30.95 - Buchholz 406.401 § 8 BNatSchG Nr. 16 a.a.O.), wobei auch für sie die Unbeachtlichkeitsregelung des § 17 Abs. 6 c Satz 1 FStrG gilt (vgl. Senatsurt. v. 09.02.1995 - 5 S 1648/94 - NuR 1996, 297 = VBlBW 1995, 275).
Ein solcher Mangel wäre nach der Regelung des § 17 Abs. 6c Satz 1 FStrG, die auf die spezifisch naturschutzrechtliche Abwägung Anwendung findet (vgl. Senatsurt. v. 09.02.1995 - 5 S 1648/94 - a.a.O.), nur erheblich, wenn er offensichtlich und auf das Abwägungsergebnis von Einfluss gewesen ist.
Der Kläger zu 2 weist auf der Basis einer gebotenen objektiv-betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 31.10.1990 - 4 C 25.90 - u. Senatsurt. v. 09.02.1995 - 5 S 1648/94 - a.a.O.) darauf hin, dass sich nach Abzug von Zinsanspruch und Pachtansatz unter Zugrundelegung von jährlich 1.040 Arbeitsstunden ein rentabler Stundenlohn von 11, 40 DM ergebe, der sich infolge des planbedingten Flächenverlusts auf einen unrentablen Stundenlohn von 8, 76 DM verringere.
Er wäre unerheblich gemäß § 17 Abs. 6 c S.1 FStrG, einer Vorschrift, die nach der Rechtsprechung des Senats nicht nur im Rahmen der allgemeinen fachplanerischen Abwägung, sondern auch bei der naturschutzrechtlichen Abwägung gemäß §§ 8 Abs. 3 BNatSchG, 11 Abs. 3 S.1 NatSchG anzuwenden ist (vgl. Urt. v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94 - VBlBW 1995, 275).
Diese Beurteilung gründet sich auf die Judikatur des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Beschl. v. 26.06.1992 - 4 B 1 - 12.92 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 89 = VBlBW 1992, 458; Beschl. v. 02.11.1992 - 4 B 205/92 - NVwZ 1993, 887), welcher der erkennende Senat in seiner eigenen Rechtsprechung gefolgt ist (vgl. zuletzt Urteil v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94 - a.a.O.).
Ebenso irrelevant ist das Vorbringen der Kläger über den Standpunkt des Regierungspräsidiums F. im Planfeststellungsverfahren zur A 98, der nach ihrer Meinung signifikant von der jetzigen Auffassung abweicht (vgl. Planfeststellungsbeschluß v. 05.05.1994 u. Urt. d. erk. Sen. v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94 -).
Gleiches gilt, soweit eine Ausgleichsabgabe "dem Grunde nach" sozusagen hilfsweise, d.h. für den Fall des Scheiterns von (Ausgleichs- und) Ersatzmaßnahmen festgesetzt worden ist; eine solche Möglichkeit hat der Senat für den Bereich des straßenrechtlichen Planfeststellungsrechts bereits anerkannt (vgl. Urt. v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94).
Diese Abwägungsentscheidung ist eine "echte", von der fachplanerischen nach § 17 Abs. 1 Satz 2 FStrG allerdings zu unterscheidende spezifisch naturschutzrechtliche Abwägung, die den allgemeinen Grundsätzen behördlicher Abwägungsentscheidungen unterliegt und insoweit nur eingeschränkter gerichtlicher Kontrolle zugänglich ist (…vgl. BVerwG, Urt. v. 27.09.1990 - 4 C 44.87 - a.a.O.), wobei für sie auch die Unbeachtlichkeitsregelung des § 17 Abs. 6 c Satz 1 FStrG gilt (vgl. Senatsurt. v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94 -).
Ein solcher Abwägungsmangel in bezug auf die Einstellung und Gewichtung der verbleibenden naturschutzrechtlichen Beeinträchtigungen wäre nach der Regelung des § 17 Abs. 6 c Satz 1 FStrG, die auf die spezifisch naturschutzrechtliche Abwägung Anwendung findet (vgl. Senatsurt. v. 09.12.1994 - 5 S 1648/94 - VBlBW 1995, 275), nur erheblich, wenn er offensichtlich und auf das Abwägungsergebnis von Einfluß gewesen ist.
Dies hat der Senat in seinem Urteil vom 09.12.1994 - 5 S 1648/94 - (NuR 1996, 291 = VBlBW 1995, 275) zur Unterbringung der Überschussmassen beim Bau der Hochrheinautobahn A 98 anerkannt.
Das heißt, der Gesetzgeber konkretisierte den Bedarf an Schienenwegen im Sinne der Planrechtfertigung verbindlich nicht nur für die Planfeststellungsbehörde, sondern auch für die zur Rechtmäßigkeitsprüfung berufenen Gerichte (…BVerwG vom 26.04.1996, a.a.O.;… vom 21.03.1996, a.a.O.;… vom 25.01.1996, a.a.O.; vom 08.06.1995, a:a.0.; BayVGH vom 05.07.1994, BayVB1 1995, 50; VGH BW vom 09.12.1994, NuR 1996, 297/298;… zur normativen Bedarfsfestlegung vgl. auch den Beschluß des Senats vom 28.03.1995, a.a.O.).
Die Klagebefugnis des Klägers lässt sich ferner nicht unabhängig von der Verletzung eigener rechtlich geschützter Belange daraus herleiten, dass ein Verstoß gegen das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung behauptet wird (…dazu vgl. Wahl/Schütz, a.a.O., Rdnr. 214 i.V.m. Rdnr. 74; ferner VGH Bad.-Württ., Urteil vom 9. Dezember 1994, NuR 1996, 297 f.).
Die im Planfeststellungsbeschluss verwendete Formulierung findet ihre Grundlage in den von der Rechtsprechung aufgestellten Voraussetzungen, unter denen eine Existenzgefährdung zu bejahen ist (vgl. dazu BVerwG…, Urteil vom 11. Januar 2001, a.a.O. unter Hinweis auf den Beschluss vom 31. Oktober 1990 - 4 C 25.90 - [...]; VGH Bad.-Württ., Urteile vom 9. Dezember 1994, NuR 1996, 297, 304 und vom 14. Dezember 2000, VBlBW 2001, 362, 367).
Danach ergibt sich die Planrechtfertigung für das Vorhaben bereits aus § 1 Abs. 1 FStrAbG i.d.F., die diese Bestimmung durch Art. 27 des Dritten Rechtsbereinigungsgesetzes vom 28.06.1990 (BGBl. I S. 1221/1228) erhalten hat (zur Verbindlichkeit dieser normativen Planrechtfertigung vgl. Urt. des Senats v. 06.12.1994 - 5 S 1648/94 - …sowie Urt.v. 03.09.1993 - 5 S 874/92 - a.a.O. sowie BVerwG, Beschl.v. 21.07.1994 - 4 VR 1.94 -, BayVBl. 1994, 727).
Auch die danach von der Behörde zu treffende naturschutzrechtliche Abwägungsentscheidung, das Straßenbauvorhaben trotz unvermeidbarer und nicht ausgleichbarer Eingriffe zuzulassen, ist rechtsfehlerfrei ergangen, wobei die eingeschränkte gerichtliche Kontrolldichte dieser Abwägungsentscheidung zu beachten ist (zur Anwendbarkeit des § 17 Abs. 6c FStrG auf die naturschutzrechtliche Abwägung nach § 11 Abs. 3 NatSchG s. Urteil des Senats v. 09.12.1994, 5 S 1648/94).
Die danach von der Behörde zu treffende naturschutzrechtliche Abwägungsentscheidung, das Straßenbauvorhaben und damit auch die angegriffene Rastanlage trotz unvermeidbarer und nicht ausgleichbarer Eingriffe zuzulassen, ist rechtsfehlerfrei ergangen, wobei die eingeschränkte gerichtliche Kontrolldichte dieser Abwägungsentscheidung zu beachten ist (zur Anwendbarkeit des § 17 Abs. 6c FStrG auf die naturschutzrechtliche Abwägung nach § 11 Abs. 3 NatSchG siehe Urt. d. Senats vom 09.12.1994 - 5 S 1648/94 -).
Denn die naturschutzrechtliche Abwägung ist ein notwendiger Bestandteil des fernstraßenrechtlichen Planfeststellungsverfahrens (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.1994 - 5 S 1602/93 -, NuR 1995, 358 = UPR 1995, 320; Urt. v. 9.12.1994 - 5 S 1648/94 -, DVBl. 1995, 1025 = UPR 1995, 399;… Senat, Urt. v. 16.10.1996 - 7 K 2363 und 2364/92).