Source: https://www.bauprofessor.de/Zus%C3%A4tzliches%20Urlaubsgeld/c26a62b9-4ab4-4cfb-83fb-cd4dda2342e1
Timestamp: 2018-06-25 08:19:01
Document Index: 64345467

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 10', '§ 8', '§ 10', '§ 8', '§ 8']

Zusätzliches Urlaubsgeld - Begriffs-Erläuterungen
Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. An Stelle des Bundesurlaubsgesetzes ist der Urlaub im Baugewerbe geregelt für:
gewerbliche Arbeitnehmer im § 8 des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) sowie
Angestellte im § 10 Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere (RTV-Angestellte).
Danach beträgt der Urlaub 30 Arbeitstage im Kalenderjahr. Für Schwerbehinderte im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen erhöht sich der Urlaub um 5 Arbeitstage. Samstage gelten nicht als Arbeitstage. Für einzelne Gewerke wie Dachdecker sowie Maler und Lackierer, die nicht dem BRTV-Baugewerbe unterliegen,gelten spezielle Regelungen. So richtet sich für Dachdecker der Urlaubsanspruch nach der Dauer der Gewerkezugehörigkeit, z. B. 26 Arbeitstagebis 10 Jahre, 27 Arbeitstage bis 15 Jahre, 28 Arbeitstage bis 18 Jahre, 29 Arbeitstage bis 19 Jahre und 30 Arbeitstage ab 20 Jahre Gewerkezugehörigkeit.
Das Urlaubsentgelt sowie das zusätzliche Urlaubsgeld werden über die Sozialkassen der Bauwirtschaft (speziell die als Urlaubs- und Lohnausgleichskassen– ULAK) für die gewerblichen Arbeitnehmer des Baugewerbes, für die der BRTV-Baugewerbe bestimmend ist, ausgezahlt. Hierfür haben die Arbeitgeber die erforderlichen Mittel mittels Umlage gegenüber der Sozialkasse aufzubringen.
Der gewerbliche Arbeitnehmer erhält für den Urlaub eine Urlaubsvergütung. Sie beträgt für den Urlaubsanspruch gemäß § 8 Abschnitt 4.1 BRTV-Baugewerbe seit 01.01.2008 und bis 31. Dezember 2015= 14,25 % (bei Schwerbehinderten im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen 16,63 %) des Bruttolohnes der gewerblichen Arbeitnehmer. Für den ab 1. Januar 2016 und vor dem 1. Januar 2018 entstandenen Urlaub beträgt die Urlaubsvergütung 13,68 % (Schwerbehinderte von 15,96 %), zugleich auch als Mindesturlaubsvergütung.
Die Urlaubsvergütung besteht aus:
dem Urlaubsentgelt in Höhe von 11,4 % (bei Schwerbehinderten 13,3 %) des Bruttolohnes und
dem zusätzlichen Urlaubsgeld für entstandenen Urlaub ab 1. Januar 2016 in Höhe von 20 % des Urlaubsentgelts (vorher bis 31. Dezember 2015 von 25 %), jedoch abzüglich des 13. Monatseinkommens (nur in Bauunternehmen in Westdeutschland). Für das Gewerk Dachdecker ist auch ein zusätzliches Urlaubsgeld von 25 % maßgebend, demgegenüber aber für Maler und Lackierer (außerhalb des BRTV-Baugewerbes) 15 % sowie für Gerüstbauer 30 % (in Berlin 25 %).
Das Urlaubsentgelt sowie zusätzliches Urlaubsentgelt sind, obwohl sie von den Sozialkassen der Bauwirtschaft für Betriebe im Geltungsbereich des BRTV-Baugewerbes rückvergütet werden, zunächst in die Berechnung der Soziallöhne einzubeziehen, um hierdurch die Basis für die auf die Grundlöhne (Bruttolöhne) zu beziehenden Sozialkosten und lohnbezogenen Kosten zu ermitteln.
In den Musterrechnungen zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten wird die Urlaubsvergütung in der Position 2.1.3 angesetzt.
Der auf die Grundlöhne zu beziehende Anteil ist in Bauunternehmen in Westdeutschland wie folgt zu bestimmen:
((GL+Soziallöhne ohne Urlaubsvergütung) - 13. Monatseinkommen) x 13,68
100 ./. 13,68 = ..... %,
Für das Jahr 2016 können 17,79 % angesetzt werden.
Für Bauunternehmen in Ostdeutschland ist folgendermaßen zu rechnen:
(Grundlöhne + Soziallöhne ohne Urlaubsvergütung) x 13,68
100 ./. 13,68 = ..... %
In 2016 kann mit einem Prozentsatz von 17,69 % gerechnet werden.
Für die Angestellten einschließlich Poliere im Baugewerbe bemisst sich das Urlaubsentgelt nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Angestellte in den letzten 3 Kalendermonaten vor Beginn des Urlaubs erhalten hat. Bei Verdiensterhöhungen von nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraumes oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. Verdienstverkürzungen, die in vorgenannter Zeit infolge Kurzarbeit, Arbeitsausfällen und unverschuldeter Arbeitsversäumnisse eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.
Das zusätzliche Urlaubsentgelt beträgt nach § 10, Nr. 6 RTV-Angestellte (soweit er im Bauunternehmen verpflichtend heranzuziehen ist) für jeden tarifvertraglich festgelegten Urlaubstag für:
Angestellte einschließlich Poliere = 19,00 € und Auszubildende = 16,00 € für den entstandenen Urlaub ab 1. Januar 2016 und
vorher bis 31. Dezember 2015 entstandenen Urlaub für Angestellte und Poliere = 24,00 € und Auszubildende = 16,00 €,
jeweils je Urlaubstag.
Für den Ansatz in den Berechnungen zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten ist wie folgt zu rechnen:
Urlaubstage x zusätzliches Urlaubsgeld x 100 %
Jahresgehalt = ..... %
In den Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e. V. werden für das Jahr 2016 prozentuale Anteile mit Bezug auf die Gehälter angesetzt:
in Westdeutschland 1,11 % für Angestellte und 1,09 % für aufsichtsführende Poliere sowie auch Poliere allgemein,
in Ostdeutschland 1,21 % für Angestellte und 1,09 % für aufsichtsführende Poliere sowie auch Poliere allgemein.
Die Ansätze sind betrieblich unterschiedlich, abgeleitet vor allem aus dem unterschiedlich hohen durchschnittlichen Jahresgehalt für Angestellte und Poliere. In den Berechnungen kann und sollte eine betriebsindividuelle Ansetzung erfolgen.
Begriffs-Erläuterungen zu Zusätzliches Urlaubsgeld
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