Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.03.1994&Aktenzeichen=IX%20ZR%20152/93
Timestamp: 2020-01-19 05:00:56
Document Index: 150194984

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 70', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 66', 'BGH', '§ 66', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 70', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.03.1994 - IX ZR 152/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,349
BGH, 10.03.1994 - IX ZR 152/93 (https://dejure.org/1994,349)
BGH, Entscheidung vom 10.03.1994 - IX ZR 152/93 (https://dejure.org/1994,349)
BGH, Entscheidung vom 10. März 1994 - IX ZR 152/93 (https://dejure.org/1994,349)
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Berufung - Streitverkündung - Rechtsstreit - Beitritt
ZPO § 70 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3
Kurznachricht zu "Der Streitbeitritt durch schlüssiges Verhalten" von RRef Martin Karwatzki, original erschienen in: ZAP 2010, 161 - 164.
NJW 1994, 1537
VersR 1994, 1004
Das hier zugrunde gelegte Verständnis der Willenserklärung entspricht auch dem Auslegungsgrundsatz, dass im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urteil vom 10. März 1994 - IX ZR 152/93, juris Rn. 12; BGH…, Urteil vom 13. Dezember 2001 - IX ZR 306/00, juris Rn. 47).
Die Auslegung hat sich dabei an dem Grundsatz auszurichten, dass im Zweifel gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH 14. Juli 1995 - V ZR 31/94 - NJW 1995, 3183; 10. März 1994 - IX ZR 152/93 - NJW 1994, 1537;… MünchKomm-BGB/Mayer-Maly/Busche 4. Aufl. § 133 Rn. 56 mwN).
Dieser wollte sich somit im eigenen Namen an dem Rechtsstreit beteiligen, was ausschließlich im Wege einer Nebenintervention nach §§ 66 ff. ZPO möglich war (vgl. BGH, Urteil vom 10. März 1994 - IX ZR 152/93, NJW 1994, 1537 f.).
Mit der Einlegung eines Einspruchs gegen ein nicht gegen ihn ergangenes Urteil hat er auch eine typische Unterstützungshandlung vorgenommen (vgl. §§ 66 Abs. 2, 70 Abs. 1 Satz 1 ZPO; BGH, Urteil vom 10. März 1994 - IX ZR 152/93, NJW 1994, 1537 f.).
Danach gilt, daß im Zweifel gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urteile vom 14. Mai 1997 - XII ZR 140/95 - NJW-RR 1997, 1216, 1217; vom 10. März 1994 - IX ZR 152/93 - NJW 1994, 1537, 1538; vom 26. Juni 1991 - VIII ZR 231/90 - NJW 1991, 2630, 2631 f.; BGH, Beschluß vom 22. Mai 1995 - II ZB 2/95 - NJW-RR 1995, 1183 f.; vgl. ferner Baumbach/Hartmann, ZPO, 58. Aufl., Grdz.
Im Zweifel ist davon auszugehen, dass die Partei das anstrebt, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage der Partei entspricht (vgl. BGH 10. Februar 1998 - XI ZR 72/97 - WM 1998, 858; 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91 - NJW 1992, 243 mwN; 10. März 1994 - IX ZR 152/93 - NJW 1994, 1537).
Dabei muss die Erklärung des Beitritts (§ 70 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 ZPO) nicht wörtlich und ausdrücklich erfolgen (BAG 31. Januar 2008 - 8 AZR 10/07 - Rn. 30 mwN; vgl. BGH 16. Januar 1997 - I ZR 208/94 - zu II 1 der Gründe; 10. März 1994 - IX ZR 152/93 - zu II 2 der Gründe) .
Die gebotene Auslegung der Prozesserklärungen - hier die der Antragstellung und -begründung des Beklagten zu 2. - in ihrer Wirkung insbesondere auf die Prozessbeteiligten (zu diesem Maßstab vgl. BAG 31. Januar 2008 - 8 AZR 10/07 - Rn. 30 mwN) kann grundsätzlich auch noch in einer späteren Instanz erfolgen (vgl. BGH 10. März 1994 - IX ZR 152/93 - zu II 2 der Gründe) .
b) Zur Auslegung als Prozeßübernahme oder Beitritt, wenn "für den Kläger in erster Instanz" dessen Rechtsnachfolger Berufung einlegt (Abgrenzung zum Senatsurt. v. 10. März 1994 - IX ZR 152/93).«.
Vergebens beruft sich die Revision für ihre gegenteilige Meinung auf das Senatsurteil vom 10. März 1994 (IX ZR 152/93, NJW 1994, 1537, 1538).
Da eine Revision nur von einem Prozeßbeteiligten eingelegt werden kann, hängt ihre Zulässigkeit im Falle der Einlegung durch einen Streitverkündeten davon ab, ob dieser rechtzeitig und wirksam dem Rechtsstreit beigetreten ist (BGH, Beschl. v. 4.10.1990 - IX ZB 78/90, NJW 1991, 229, 230; Urt. v. 10.3.1994 - IX ZR 152/93, NJW 1994, 1537).
Denn Beitritt und Revision sind zwei selbständige Prozeßhandlungen, deren Wirksamkeit je für sich gesondert zu beurteilen ist (BGH NJW 1994, 1537).
Zur bestimmten Angabe des Interesses an der Nebenintervention genügt nach einhelliger Auffassung die Bezugnahme auf die vorangegangene Streitverkündung; diese kann - wie im Streitfall - dadurch erfolgen, daß sich die künftige Streithelferin in der Rechtsmittelschrift als "Streitverkündete" bezeichnet (BGH NJW 1994, 1537, 1538 m.w.N.).
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