Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=569
Timestamp: 2019-02-19 21:17:18
Document Index: 382310937

Matched Legal Cases: ['§ 593', '§ 864', '§ 593', '§ 864', '§ 952', '§ 593', '§ 864', '§ 952', '§ 593', '§ 864']

CXXII h. von den vormunden etc.
nach befinden ein anderes kind in solche behausung
zu sezen.
Hundert zwei und zwanzigstes haubtstück
den vormunden, und obervormun-
den, auch krigischen vormunden.
Dem gemeinen wesen ist äusserst daran gelegen:ob die vor-
mundschaft nö-
tig ist? von der
fürnämsten bei
den Teutschen.
daß die kinder, sie mögen eheliche oder un-
eheliche seyn, von Neumann de patria potestate
et tutela principum, s. 378, § 593, wohl erzogen
werden; und wenn die aeltern solches nicht tun
können; so ist die erzihung durch andere redliche,
erbare, uneigennüzige personen, an der aeltern
statt, zu besorgen, auch dahin zu wachen: daß
denen, welche sich, und iren sachen wohl fürzuste-
hen nicht vermögen, solche personen, als stellver-
treter, verordnet werden, welche sowohl die un-
mündigen, und minderjärigen selbst beschüzen, und
verteidigen, als auch ihr vermögen waren, damit
es keinen schaden leide (§ 864). Hiraus ist die
nohtwendigkeit der vormunden, samt der obervor-
mundschaft, auf seiten der obrigkeiten, leicht abzu-
nemen; wofür nicht allein die aeltern; sondern
auch der stat, und obrigkeiten, sorge tragen müs-
sen, damit sotane absichten erreichet werden. Die
Römer hilten die vormundschaft für ein munus
pubheum, welche unentgeltlich übernommen wer-
den mußte; die Teutsche aber achteten den näch-
sten anverwandten für die erzihung des unmündi-
gen zu sorgen, und die aufsicht über sein eigenes
vermögen zu füren, verbunden zu seyn, welcher
III Teil. M m
CXXII h. von den vormunden ꝛc.
nach befinden ein anderes kind in ſolche behauſung
zu ſezen.
Hundert zwei und zwanzigſtes haubtſtuͤck
den, auch krigiſchen vormunden.
Dem gemeinen weſen iſt aͤuſſerſt daran gelegen:ob die vor-
mundſchaft noͤ-
tig iſt? von der
fuͤrnaͤmſten bei
den Teutſchen.
daß die kinder, ſie moͤgen eheliche oder un-
eheliche ſeyn, von Neumann de patria poteſtate
et tutela principum, ſ. 378, § 593, wohl erzogen
werden; und wenn die aeltern ſolches nicht tun
koͤnnen; ſo iſt die erzihung durch andere redliche,
erbare, uneigennuͤzige perſonen, an der aeltern
ſtatt, zu beſorgen, auch dahin zu wachen: daß
denen, welche ſich, und iren ſachen wohl fuͤrzuſte-
hen nicht vermoͤgen, ſolche perſonen, als ſtellver-
treter, verordnet werden, welche ſowohl die un-
muͤndigen, und minderjaͤrigen ſelbſt beſchuͤzen, und
verteidigen, als auch ihr vermoͤgen waren, damit
es keinen ſchaden leide (§ 864). Hiraus iſt die
nohtwendigkeit der vormunden, ſamt der obervor-
mundſchaft, auf ſeiten der obrigkeiten, leicht abzu-
nemen; wofuͤr nicht allein die aeltern; ſondern
auch der ſtat, und obrigkeiten, ſorge tragen muͤſ-
ſen, damit ſotane abſichten erreichet werden. Die
Roͤmer hilten die vormundſchaft fuͤr ein munus
pubheum, welche unentgeltlich uͤbernommen wer-
den mußte; die Teutſche aber achteten den naͤch-
ſten anverwandten fuͤr die erzihung des unmuͤndi-
gen zu ſorgen, und die aufſicht uͤber ſein eigenes
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[545/0569] CXXII h. von den vormunden ꝛc. nach befinden ein anderes kind in ſolche behauſung zu ſezen. Hundert zwei und zwanzigſtes haubtſtuͤck von den vormunden, und obervormun- den, auch krigiſchen vormunden. § 952 Dem gemeinen weſen iſt aͤuſſerſt daran gelegen: daß die kinder, ſie moͤgen eheliche oder un- eheliche ſeyn, von Neumann de patria poteſtate et tutela principum, ſ. 378, § 593, wohl erzogen werden; und wenn die aeltern ſolches nicht tun koͤnnen; ſo iſt die erzihung durch andere redliche, erbare, uneigennuͤzige perſonen, an der aeltern ſtatt, zu beſorgen, auch dahin zu wachen: daß denen, welche ſich, und iren ſachen wohl fuͤrzuſte- hen nicht vermoͤgen, ſolche perſonen, als ſtellver- treter, verordnet werden, welche ſowohl die un- muͤndigen, und minderjaͤrigen ſelbſt beſchuͤzen, und verteidigen, als auch ihr vermoͤgen waren, damit es keinen ſchaden leide (§ 864). Hiraus iſt die nohtwendigkeit der vormunden, ſamt der obervor- mundſchaft, auf ſeiten der obrigkeiten, leicht abzu- nemen; wofuͤr nicht allein die aeltern; ſondern auch der ſtat, und obrigkeiten, ſorge tragen muͤſ- ſen, damit ſotane abſichten erreichet werden. Die Roͤmer hilten die vormundſchaft fuͤr ein munus pubheum, welche unentgeltlich uͤbernommen wer- den mußte; die Teutſche aber achteten den naͤch- ſten anverwandten fuͤr die erzihung des unmuͤndi- gen zu ſorgen, und die aufſicht uͤber ſein eigenes vermoͤgen zu fuͤren, verbunden zu ſeyn, welcher ader ob die vor- mundſchaft noͤ- tig iſt? von der fuͤrnaͤmſten bei den Teutſchen. III Teil. M m
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 545. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/569>, abgerufen am 19.02.2019.