Source: https://staatsanwaltschaft-mannheim.justiz-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Service/Justizmerkblaetter
Timestamp: 2019-09-15 10:39:22
Document Index: 136847237

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 171', '§ 172', '§ 58', '§ 406', '§ 397', '§ 406', '§ 406', '§ 153']

Staatsanwaltschaft Mannheim - Justizmerkblätter
Ist eine körperliche Untersuchung einer Frau notwendig, darf diese nur durch einen Arzt, ggf. auch durch eine andere Frau durchgeführt werden (§ 81 d StPO).
Wenn besonders belastende Umstände aus Ihrem persönlichen Lebensbereich bei Gericht zu Sprache kommen (§ 171 b GVG) oder eine Gefährdung für Sie besteht (§ 172 Abs. 1 a GVG), kann das Gericht die Öffentlichkeit bei Ihrer Vernehmung ausschließen.
Außerdem erlaubt das neue Zeugenschutzgesetz, durch Einsatz modernster Videotechnik dem Opfer in geeigneten Fällen eine Konfrontation mit dem Täter gänzlich zu ersparen (§§ 58 a, 247 a StPO).
Als Opfer einer Straftat können Sie sich jederzeit der Hilfe eines selbst gewählten Rechtsanwaltes/in bedienen und sich beraten lassen (§ 406 f StPO). Dieser/Diese kann für sie Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen. Auch hat er/sie ein Recht auf Anwesenheit, wenn Sie bei der Staatsanwaltschaft oder bei Gericht als Zeuge/in vernommen werden sollen. Die Anwaltsgebühren müssen Sie allerdings selbst tragen, wenn der Täter Ihnen diese nicht ersetzen kann. Hiervon gibt es jedoch gewichtige Ausnahmen, in denen die Kosten vom Staat übernommen werden, wenn das Opfer sich dem Verfahren als Nebenkläger anschließen will:
Unabhängig von Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen wird Ihnen auf Antrag durch das Gericht ein Rechtsanwalt/in beigeordnet, wenn Sie Opfer eines besonders schweren Verbrechens geworden sind, durch welches entweder Ihr sexuelles Selbstbestimmungsrecht verletzt wurde (z. B. Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern) oder Sie Opfer eines versuchten Tötungsdeliktes geworden sind (§ 397 a Abs. 1 StPO).
Wen Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen, kann Ihnen das Gericht für die Zuziehung eines von Ihnen gewählten Rechtsanwaltes/in Prozesskostenhilfe (PKH) gewähren, wenn die Sach- und Rechtslage schwierig ist und Sie entweder Ihre Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen können oder Ihnen dies nicht zuzumuten ist (§§ 406 g Abs. 3 Nr. 2, 397 a Abs. 2 StPO).
In Eilfällen kann Ihnen das Gericht schon unmittelbar nach der Straftat einen Rechtsanwalt/in beiordnen, selbst wenn Ihnen noch keine PKH bewilligt ist (§ 406 g Abs. 4 StPO).
Billigt das Gericht dem Täter eine Strafaussetzung zur Bewährung zu oder kommt bei leichteren Straftaten eine Einstellung des Verfahrens in Betracht (§ 153 a StPO), so kann eine solche Entscheidung mit der Auflage verbunden werden, für das Opfer zur Wiedergutmachung eine bestimmte Geldleistung zu erbringen.
Landesstiftung Opferschutz Schillerplatz 4 70029 Stuttgart,
Telefon: 0711 279-2276 (vormittags)