Source: http://webot.org/info/de/?search=Einkommensteuer_(Deutschland)
Timestamp: 2019-12-06 03:28:13
Document Index: 285693654

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 1', '§ 49', '§ 1', '§ 2', '§ 25', '§ 4', '§ 56', '§ 46', '§ 149', '§ 149', '§ 46', '§ 157', '§ 37', '§ 2', '§ 13', '§ 15', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 10', '§ 10', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32']

EINKOMMENSTEUER (DEUTSCHLAND) - Information
Einkommensteuer (Deutschland) Information
Im Jahr 2017 nahm der deutsche Staat über 255 Milliarden Euro Einkommensteuer ein. Das entspricht knapp einem Drittel der gesamten Steuereinnahmen Deutschlands. [1]
4.2.1 Tarif 2019
4.2.1.2 Zweite Zone: zvE von 9.169 € bis 14.254 €
4.2.1.3 Dritte Zone: zvE von 14.255 € bis 55.960 €
4.2.1.4 Vierte Zone: zvE von 55.961 € bis 265.326 €
4.2.1.5 Fünfte Zone: zvE ab 265.327 €
4.2.2 Tarif 2020
Personengesellschaften (zum Beispiel die OHG, KG oder GbR) sind nicht Besteuerungssubjekt der Einkommensteuer, jedoch unterliegen die Gesellschafter einer Personengesellschaft mit ihrem Gewinnanteil der Einkommensteuer ( § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Kapitalgesellschaften unterliegen nicht der Einkommensteuer, sondern der Körperschaftsteuer.
1820 führte Preußen unter Karl August Fürst von Hardenberg eine Klassensteuer ein. Die Steuerstaffelung orientierte sich dabei nach der Gruppierung der Stände. Diese Steuer wurde 1851 für die höheren Einkommen von einer klassifizierten Einkommensteuer abgelöst und 1891 unter Finanzminister Johannes von Miquel durch eine Einheits-Einkommensteuer mit Erklärungspflicht und Progression ersetzt, wobei der Steuersatz der Einkommensteuer von rund 0,6 % (für Jahreseinkommen von 900 bis 1050 Mark) bis auf 4 % (für Jahreseinkommen über 100.000 Mark) stieg. [2]
Diesem Vorbild folgten bis zum Ersten Weltkrieg alle deutschen Bundesstaaten, nachdem Bremen bereits im Jahr 1848, Hessen 1869 und Sachsen 1874 zu einer allgemeinen Einkommensteuer übergegangen waren. Im Zuge der Finanzreform von Matthias Erzberger zu Beginn der Weimarer Republik entstand durch Gesetz vom 29. März 1920 [3] eine einheitliche Reichseinkommensteuer, die bei den Steuerreformen von 1925 und 1934 fortentwickelt wurde. 1925 wurde unter anderem die Lohnsteuerkarte eingeführt, 1934 die Lohnsteuerklassen I bis IV.
Im Kontrollratsgesetz Nr. 3 vom 20. Oktober 1945 [4] sowie dem Kontrollratsgesetz Nr. 12 vom 11. Februar 1946 wurden durch die alliierten Besatzungsmächte starke Anhebungen der Steuertarife verfügt, bis hin zu einem Spitzensteuersatz von 95 %. Durch die folgende Währungsreform und mehrere Steuergesetze, die Tarifsenkungen bzw. Steuervergünstigungen vorsahen, wurden diese Anhebungen der Tarife jedoch teilweise wieder abgemildert bzw. durch Anhebung von Verbrauchssteuersätzen kompensiert. [3] [5]
Eine bedeutende Änderung hat die Einkommensteuer in Deutschland durch das Einkommensteuerreformgesetz vom 5. August 1974 erlebt, mit dem der Sonderausgabenabzug grundlegend neu geregelt wurde. [3] Von großer Bedeutung war auch die Einführung eines linear-progressiven Tarifs im Jahre 1990, die den seit den 1960er Jahren vorhandenen " Mittelstandsbauch" abschaffte. [6] Weitere Meilensteine waren die Anhebung des Grundfreibetrages auf das Existenzminimum [7] und die Einführung der Günstigerprüfung zwischen Kinderfreibetrag und Kindergeld im Jahre 1996.
Der steilste Anstieg des Grenzsteuersatzes findet seit dem Jahr 2004 im unteren Einkommensbereich statt. Daher wird vielfach beklagt, dass kleine und mittlere Einkommensgruppen von der kalten Progression besonders betroffen seien. Die Progressionsbreite, also das Verhältnis zwischen dem obersten Einkommenseckwert zum Grundfreibetrag, ist in den letzten Jahren ständig gesunken. So hat der Progressionsbereich des Grenzsteuersatzes heute nur noch weniger als ein Zehntel seiner Breite von 1958. Allerdings wurde der Grundfreibetrag 1996 mehr als verdoppelt [7] und der oberste Grenzsteuersatz danach schrittweise gesenkt. Im Jahr 2007 wurde ein zusätzlicher gestufter Spitzensteuersatz eingeführt ( Reichensteuer), der jedoch die linearen Progressionszonen unverändert lässt. Die im Jahre 1990 eingeführte durchgehend lineare Progression [8] ist inzwischen durch einen Tarif mit unterschiedlich steilen Zonen und Sprüngen ersetzt worden (siehe auch Grafiken oben).
→ Hauptartikel: Tarifgeschichte der Einkommensteuer in Deutschland
breite [9]
höhe [10]
1958–1964 1.680 DM (859 €) 20 % 110.040 DM (56.263 €) 53 % 65,50 2,65
1988–1989 4.752 DM (2.430 €) 22 % 130.032 DM (66.484 €) 56 % 27,36 2,55
1990–1995 5.616 DM (2.871 €) 19 % 120.042 DM (61.376 €) 53 % 21,38 2,79
1996–1997 12.095 DM (6.184 €) [7] ,025,9 % 120.042 DM (61.376 €) 53 % 9,92 2,05
2000 13.499 DM (6.902 €) ,022,9 % 114.696 DM (58.643 €) 51 % 8,50 2,23
2001 14.093 DM (7.206 €) ,019,9 % 107.568 DM (54.998 €) ,048,5 % 7,63 2,44
2002–2003 7.235 € ,019,9 % 55.008 € ,048,5 % 7,60 2,44
2004 7.664 € 16 % 52.152 € 45 % 6,80 2,81
2005–2006 7.664 € 15 % 52.152 € 42 % 6,80 2,80
2007–2008 7.664 € 15 % 52.152 €
ab 250.001 € 42 %
2009 7.834 € 14 % 52.552 €
ab 250.401 € 42 %
2010–2012 8.004 € 14 % 52.882 €
ab 250.731 € 42 %
2018 9.000 € 14 % 54.950 €
ab 260.533 € 42 %
2019 9.168 € 14 % 55.961 €
ab 265.327 € 42 %
2020 9.408 € 14 % 57.051 €
ab 270.500 € 42 %
Quelle: bmf-steuerrechner.de (Seite des BMF). Quelle 2018: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2016 Teil I Nr. 63. Quelle 2019 und 2020: Familienentlastungsgesetz - FamEntlastG
Quellen: Statistisches Bundesamt [11] und Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen
2015 [1] 227 33,78 % 48,6 7,22 %
2016 [1] 238 33,81 % 53,8 7,63 %
2017 [1] 255 34,71 % 59,4 8,10 %
Bei der Berechnung des Verteilungsschlüssels zwischen den Gemeinden werden allerdings nur zu versteuernde Einkommen bis zu einem Höchstwert von 35.000 Euro pro Person berücksichtigt. Von den hohen Einkommen ihrer Bürger profitieren die Gemeinden somit nicht. Damit wird erreicht, dass im Bundesdurchschnitt rund 60 Prozent des örtlichen Aufkommens in die Ermittlung des Verteilungsschlüssels einfließen und das Steuerkraftgefälle zwischen großen und kleinen Gemeinden gewahrt wird. [12]
Der gemeindliche Anteil an der Einkommensteuer belief sich 2014 auf 30,3 Milliarden Euro. [13] Die Kommunen decken damit im Bundesdurchschnitt 2014 rund 14 % ihrer bereinigten Ausgaben. Für Bund und Länder ist die Bedeutung größer. Sie decken jeweils ein knappes Drittel ihrer Ausgaben über diese Steuer. Die Einnahmen der Gemeinden resultieren direkt aus dem örtlichen Aufkommen an Löhnen und Gehältern. Jenes ist abhängig vom Lohnniveau und Arbeitslosigkeit. Entsprechend groß sind die Aufkommensunterschiede pro Einwohner bundesweit. Im Jahr 2014 vereinnahmte der ärmste Landkreis Mansfeld-Südharz 176 Euro und der reichste Landkreis Starnberg 721 Euro je Einwohner. [14]
Die Einkommensteuer wird sowohl auf das Welteinkommen natürlicher Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Inland ( unbeschränkte Einkommensteuerpflicht gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 EStG) als auch auf das inländische Einkommen (im Sinne des § 49 EStG) von Personen, die weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichem Aufenthalt im Inland haben ( beschränkte Einkommensteuerpflicht gemäß § 1 Abs. 4 EStG), erhoben.
Die Einkommensteuer beruht auf dem Prinzip der Abschnittsbesteuerung ( § 2 Abs. 7 Satz 2 EStG). Veranlagungszeitraum ist das Kalenderjahr ( § 25 Abs. 1 EStG). Bei Gewerbebetrieben kann das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr abweichen. Der Gewinn gilt in dem Veranlagungszeitraum als bezogen, in dem das Wirtschaftsjahr endet. Auch bei Land- und Forstwirten gibt es wegen der unterschiedlichen Erntezeiten und Ernteerträge Abweichungen ( § 4a EStG). Hier wird der Gewinn zeitanteilig auf die jeweiligen Veranlagungszeiträume aufgeteilt.
Die Veranlagung zur Einkommensteuer erfolgt in der Regel auf Grund der vom Steuerpflichtigen eingereichten Einkommensteuererklärung. Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung ergibt sich aus den steuergesetzlichen Regelungen ( § 56 EStDV und § 46 Abs. 2 EStG). Weiterhin kann die Finanzbehörde den Steuerpflichtigen zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern ( § 149 Abs. 1 AO).
Eine Einkommensteuererklärung ist – soweit eine Verpflichtung zur Abgabe besteht – regelmäßig bis spätestens 31. Juli (bis 2017 bis spätestens 31. Mai) des dem Veranlagungszeitraum folgenden Kalenderjahres bei dem Finanzamt einzureichen ( § 149 Abs. 2 Satz 1 AO). Diese Frist kann auf Antrag verlängert werden. Für Veranlagungen auf Antrag bei Bezug von Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit ( § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG) gilt eine vierjährige Frist nach Ablauf des jeweiligen Veranlagungszeitraums. Der Antrag auf Veranlagung wird durch die Abgabe einer Einkommensteuererklärung gestellt, was zur Geltendmachung zusätzlicher Steuerermäßigungen sinnvoll sein kann. Dies wird umgangssprachlich oft als „ Lohnsteuerjahresausgleich“ bezeichnet, was aber rechtlich nicht zutreffend ist.
Der Steuerpflichtige wird durch den Einkommensteuerbescheid ( Verwaltungsakt) über die für den Veranlagungszeitraum festgesetzte Steuer unterrichtet. Regelmäßig erfolgt mit der Festsetzung der Einkommensteuer auch die Festsetzung der Kirchensteuer (soweit der Steuerpflichtige einer hebeberechtigten Konfession angehört, in Bayern abweichend Festsetzung durch die Kirchensteuerämter), des Solidaritätszuschlags und ggf. der Arbeitnehmersparzulage.
Die Steuerfestsetzung kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheides mit dem Einspruch angegriffen werden. Die Besteuerungsgrundlagen selbst sind nicht angreifbar ( § 157 Abs. 2 Halbsatz 1 Abgabenordnung). Ob es aufgrund der Steuerfestsetzung zu einer Erstattung oder Nachzahlung für den Steuerpflichtigen kommt, regelt der Abrechnungsteil des Steuerbescheids, der neben der Steuerfestsetzung einen selbstständigen – ebenfalls angreifbaren – Verwaltungsakt darstellt.
Da die Einkommensteuer erst mit Ablauf eines Kalenderjahres entsteht und erst nach ihrer Festsetzung fällig wird, hat der Gesetzgeber die Entrichtung von Vorauszahlungen vorgeschrieben ( § 37 Abs. 1 S. 2 EStG). Die Vorauszahlungen werden vom Finanzamt durch einen Vorauszahlungsbescheid festgesetzt.
Die Ermittlung der Einkünfte erfolgt für den Veranlagungszeitraum getrennt nach den Einkunftsarten ( § 2 Abs. 1 EStG). Hierbei sind Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben von den Einnahmen bereits abgezogen.
+ Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft ( §§ 13–14a EStG )
+ Einkünfte aus Gewerbebetrieb ( §§ 15–17 EStG )
+ Einkünfte aus selbständiger Arbeit ( § 18 EStG )
+ Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ( §§ 19–19a EStG )
+ Einkünfte aus Kapitalvermögen ( § 20 EStG )
+ Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung ( § 21 EStG )
+ Sonstige Einkünfte ( §§ 22–23 EStG )
− Sonderausgaben, die keine Vorsorgeaufwendungen sind ( §§ 10c–10i EStG ), einschließlich Kirchensteuer
− Vorsorgeaufwendungen, einschließlich Altersvorsorge ( §§ 10–10a EStG )
Jahressteuer nach Grund-/ Splittingtabelle – siehe auch Einkommensteuertarif
Zunächst wird die für das zvE zutreffende gesetzliche Formel ausgewählt. Der individuelle Steuerbetrag berechnet sich anhand der ausgewählten Formel, indem das ganze Einkommen (also ohne Abzug des Grundfreibetrags) auf volle Euro abgerundet eingesetzt wird. Damit wird der gesamte Steuerbetrag berechnet und ebenfalls auf volle Euro abgerundet ( § 32a Abs. 1).
Gesetzliche Formeln zur Berechnung der Einkommensteuer (zvE ist immer auf volle Euro abgerundet):
S = { 0 | z v E ≤ 9168 1. Zone ( 14 % + ( z v E − 9168 ) ⋅ 980 , 14 ⋅ 10 − 8 ) ⋅ ( z v E − 9168 ) | 9168 < z v E ≤ 14254 2. Zone ( 23 , 97 % + ( z v E − 14254 ) ⋅ 216 , 16 ⋅ 10 − 8 ) ⋅ ( z v E − 14254 ) + 965 , 58 | 14254 < z v E ≤ 55960 3. Zone 42 % ⋅ z v E − 8780 , 9 | 55960 < z v E ≤ 265326 4. Zone 45 % ⋅ z v E − 16740 , 68 | z v E ≥ 265327 5. Zone {\displaystyle S={\begin{cases}0&|\;zvE\leq 9168&{\text{1. Zone}}\\(14\%+(zvE-9168)\cdot 980{,}14\cdot 10^{-8})\cdot (zvE-9168)&|\;9168<zvE\leq 14254&{\text{2. Zone}}\\(23{,}97\%+(zvE-14254)\cdot 216{,}16\cdot 10^{-8})\cdot (zvE-14254)+965{,}58&|\;14254<zvE\leq 55960&{\text{3. Zone}}\\42\%\cdot zvE-8780{,}9&|\;55960<zvE\leq 265326&{\text{4. Zone}}\\45\%\cdot zvE-16740{,}68&|\;zvE\geq 265327&{\text{5. Zone}}\\\end{cases}}}
S = { 0 | z v E ≤ 9168 1. Zone 14 % ⋅ ( z v E − 9168 ) + ( z v E − 9168 ) 2 ⋅ 980 , 14 ⋅ 10 − 8 | 9168 < z v E ≤ 14254 2. Zone 23 , 97 % ⋅ ( z v E − 14254 ) + ( z v E − 14254 ) 2 ⋅ 216 , 16 ⋅ 10 − 8 + 965 , 58 | 14254 < z v E ≤ 55960 3. Zone 42 % ⋅ ( z v E − 55960 ) + 14722 , 3 | 55960 < z v E ≤ 265326 4. Zone 45 % ⋅ ( z v E − 265326 ) + 102656 , 02 | z v E ≥ 265327 5. Zone {\displaystyle S={\begin{cases}0&|\;zvE\leq 9168&{\text{1. Zone}}\\14\%\cdot (zvE-9168)+(zvE-9168)^{2}\cdot 980{,}14\cdot 10^{-8}&|\;9168<zvE\leq 14254&{\text{2. Zone}}\\23{,}97\%\cdot (zvE-14254)+(zvE-14254)^{2}\cdot 216{,}16\cdot 10^{-8}+965{,}58&|\;14254<zvE\leq 55960&{\text{3. Zone}}\\42\%\cdot (zvE-55960)+14722{,}3&|\;55960<zvE\leq 265326&{\text{4. Zone}}\\45\%\cdot (zvE-265326)+102656{,}02&|\;zvE\geq 265327&{\text{5. Zone}}\\\end{cases}}}
Bis zu einem zvE von 9168 € fällt keine Steuer an.
Zweite Zone: zvE von 9.169 € bis 14.254 €
S = ( 980 , 14 ⋅ y + 1400 ) ⋅ y {\displaystyle \mathrm {S} =(980{,}14\cdot y+1400)\cdot y}
Dabei ist y ein Zehntausendstel von (zvE – 9168):
y = z v E − 9168 10000 {\displaystyle y={\frac {\mathrm {zvE} -9168}{10000}}}
Die Zahl 980,14 bestimmt den linearen Progressionsfaktor. Sie bewirkt, dass der Grenzsteuersatz linear ansteigt und so sprunghafte Übergänge zwischen den Tarifzonen vermieden werden (siehe Linear-progressiver Tarif).
In dieser Zone fallen maximal 965,58 € Einkommenssteuer an.
Dritte Zone: zvE von 14.255 € bis 55.960 €
S = ( 216 , 16 ⋅ z + 2397 ) ⋅ z + 965 , 58 {\displaystyle \mathrm {S} =(216{,}16\cdot z+2397)\cdot z+965{,}58}
Dabei ist z ein Zehntausendstel von (zvE – 14.254 €):
z = z v E − 14254 10000 {\displaystyle z={\frac {\mathrm {zvE} -14254}{10000}}}
Die Zahl 2397 geteilt durch 10.000 entspricht dem Eingangssteuersatz dieser Zone von 23,97 %. Die Zahl 216,16 bestimmt hier den linearen Progressionsfaktor.
Die Zahl 965,58 entspricht dem Steuerbetrag der zweiten Zone, der zur Belastung dieser Zone hinzu addiert wird.
Am Ende dieser Zone fallen zusammen mit den unteren Zonen maximal 14.722,30 € Einkommensteuer an (gerechnet mit der Formel aus der vierten Zone ohne Abrundung).
Vierte Zone: zvE von 55.961 € bis 265.326 €
Das zvE wird mit dem Grenzsteuersatz von 42 % multipliziert und es wird 8.780,90 subtrahiert.
S = 0 , 42 ⋅ z v E − 8780 , 90 {\displaystyle \mathrm {S} =0{,}42\cdot \mathrm {zvE} -8780{,}90}
Die Zahl 8.780,90 kann einer steuerlichen Kenngröße nicht direkt zugeordnet werden, denn sie ergibt sich durch Umstellen der Ursprungsformel:
S = 0 , 42 ⋅ ( z v E − 55960 ) + 14722 , 30 {\displaystyle \mathrm {S} =0{,}42\cdot (\mathrm {zvE} -55960)+14722{,}30}
Man erkennt hier den Eckwert von 55.960 Euro und die Summe der Steuerbeträge aus Zone zwei und drei mit 14.721,95 Euro.
Am Ende dieser Zone fallen zusammen mit den unteren Zonen maximal 102.656,02 € Einkommensteuer an.
Fünfte Zone: zvE ab 265.327 €
Das zvE wird mit dem Grenzsteuersatz von 45 % multipliziert und es wird 16.740,68 € subtrahiert.
S = 0 , 45 ⋅ z v E − 16740 , 68 {\displaystyle \mathrm {S} =0{,}45\cdot \mathrm {zvE} -16740{,}68}
S = 0 , 45 ⋅ ( z v E − 265326 ) + 102656 , 02 {\displaystyle \mathrm {S} =0{,}45\cdot (\mathrm {zvE} -265326)+102656{,}02}
Die ausführlichen Erläuterungen für das Jahr 2019 gelten hier sinngemäß.
Parameter im Jahr 2020
Gesetzliche Festlegung [15]
0 0 9408 0 0 0 zvE Nullzone 0 0 0 zvE − 000000
1 9409 14532 972,87 ⋅ {\displaystyle \cdot } 10−8 0,1400 0 zvE − 09408 Progressionszone 972,87 ⋅ {\displaystyle \cdot } 10−8 0,1400 0 zvE − 009408
2 14533 57051 212,02 ⋅ {\displaystyle \cdot } 10−8 0,2397 972,79 zvE − 14532 Progressionszone 212,02 ⋅ {\displaystyle \cdot } 10−8 0,2397 972,79 zvE − 014532
3 57052 270500 0 0,4200 −8963,74 zvE Proportionalitätszone 0 0,4200 14997,68 zvE − 057051
4 270500 ∞ 0 0,4500 −16078,74 zvE Proportionalitätszone 0 0,4500 104646,26 zvE − 270500
Der Grenzsteuersatz s g {\displaystyle s_{g}} ist der augenblickliche Anstieg des Steuerbetrags, d. h. die Ableitung ( Differentialquotient) S ′ {\displaystyle S'} des Steuerbetrags nach dem zu versteuernden Einkommen. Für den Grenzsteuersatz gilt daher in den Progressionszonen:
Die genauesten statistischen Daten liefert die Lohn- und Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes (Fachserie 14 Reihe 7.1) als Vollerhebung. Die letzte Ausgabe enthält die Daten aus dem Jahre 2014 und ist am 21. Juni 2018 erschienen. [16] Da in Deutschland eine Veranlagung nach Grund- oder Splittingtarif erfolgt, sind in dieser Statistik zwei getrennte Auswertungen vorhanden (Tabellen 2.1 und 2.2).
Die beiden oberen Grafiken auf der rechten Seite veranschaulichen die Aufteilung der Summen aller Einkünfte bzw. der Summen aller zu versteuernden Einkommen (zvE) in Bezug zur Größenklasse des zvE. Außerdem sind die mittleren Steuersätze, die tatsächlich ausgewiesen sind (rote Linie, durchgezogen), und die nach § 32a EStG aus dem Jahr 2014 zu erwartenden Durchschnittssteuersätze (rote Linie, gestrichelt) eingetragen. Es ist ersichtlich, dass auch bei Unterschreiten des Grundfreibetrags Fälle ausgewiesen sind, für die Einkommensteuer anfällt. Gründe [17] dafür können sein:
Weiterhin ist ersichtlich, dass bei höheren Einkommen die tatsächlichen Steueranteile deutlich unter den nach § 32a EStG zu erwartenden Durchschnittsteuersätzen liegen. Ursächlich dafür ist die Anwendung des Rechenschemas zur Ermittlung des Einkommensteuerbetrages (weiter oben in diesem Artikel). Hier gibt es noch einige Hinzurechnungs- und Abzugspositionen ( Steuerermäßigungen), die diesen Effekt erklären.
Kritisiert wird auch die schleichende Erhöhung der Steuerlast durch die kalte Progression. Der Steuerzahlerbund hat errechnet, dass im Jahr 1958 der Spitzensteuersatz von 53 % bei dem 20-fachen des damaligen Durchschnittseinkommens zu Grunde gelegt wurde und derzeit (Stand 2017) bereits bei dem 1,3-fachen Durchschnittseinkommen. Jedoch ist dabei nicht berücksichtigt, dass der zum Vergleich herangezogene Grenzsteuersatz hier auf 42 % gesenkt wurde. Vom Jahr 1995 bis 2017 sei die Zahl der Steuerpflichtigen, die das Ende der Progressionszone (bei etwa 55.000 Euro mit 42 %) erreichen, von ca. 0,5 Millionen auf ca. 3,7 Millionen gestiegen. [18] Seit 2007 wurden die Eckpunkte des Tarifs regelmäßig erhöht, was der kalten Progression entgegen wirkt.
Der Bundesrechnungshof kam in einem Bericht für den Finanzausschuss des Bundestages vom 17. Januar 2012 zu dem Ergebnis, dass der gesetzmäßige Vollzug der Steuergesetze bei der Veranlagung der Arbeitnehmer weiterhin nicht gewährleistet ist. [19]
Text des Einkommensteuergesetzes (Deutschland)
Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen mit Informationen
↑ a b c d Steuereinnahmen nach Steuerarten in den Jahren 2014 - 2017. (PDF; 81 kb) In: https://www.bundesfinanzministerium.de. Bundesministerium der Finanzen, 28. August 2018, S. 2, abgerufen am 8. Oktober 2018.
↑ vgl. auch Gleichmäßigkeit der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit, Abbau des " Mittelstandsbauches"
↑ Bundesministerium der Finanzen: „Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in der Gemeindefinanzreform“ ( Memento vom 2. Juni 2016 im Internet Archive) Berlin 2015, S. 18
↑ Steuern. Der Süden zieht davon. Der Osten bleibt zurück. ( Memento vom 2. Juni 2016 im Internet Archive) Website der Bertelsmann Stiftung. Abgerufen am 2. Juni 2016.
↑ § 32a Absatz 1 EStG nach Artikel 3 - Familienentlastungsgesetz (FamEntlastG)
↑ 2012 Sonderbericht „Vollzug der Steuergesetze, insbesondere im Arbeitnehmerbereich“. In: www.bundesrechnungshof.de. Bundesrechnungshof, 17. Januar 2012, abgerufen am 3. März 2018.
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