Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81280000015.htm
Timestamp: 2018-12-10 09:15:35
Document Index: 119189075

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 63', '§ 60', '§ 59']

1.28.015 Lauda-Königshofen
Verordnung des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet „Lauda-Königshofen“vom 10. Mai 2005
Auf Grund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Regelung des kommunalen Abgabenrechts und zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom 17. März 2005 (GBl. S. 206) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung „Lauda-Königshofen“.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 3.181 ha.
(2) Das Schutzgebiet umfasst im Wesentlichen das Taubertal zwischen der Gemarkungsgrenze Distelhausen im Norden und der Gemarkungsgrenze Edelfingen im Süden, die Seitentäler von Grünbach, Marbacher Graben, Balbach, Deubach, Oberlaudaer Bach und der Umpfer auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen. Mit einbezogen sind auch die Trockentäler und Klingen, die anschließenden Hanglagen und angrenzenden Hochflächen soweit letztere einen räumlichen Bezug zu den Tälern haben oder durch naturnahe Elemente gut strukturiert sind. Weitere schutzwürdige Bereiche sind Teile des Muckbachtales nördlich von Heckfeld und Teile des Schüpfbachtales auf Gemarkung Heckfeld.
(3) Das Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis vom 10. Mai 2005 im Maßstab 1 : 25.000 rot umrandet und rot schraffiert und in 28 Flurkarten des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis vom 10. Mai 2005 im Maßstab 1 : 5.000 grün umrandet und grün schraffiert eingetragen.
(4) Die Karten enthalten die rechtsverbindliche Festsetzung des Landschaftsschutz-gebietes und sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist beim Bürgermeisteramt Lauda-Königshofen und bei der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis während der Sprechzeiten zur kostenlosen Einsicht durch jedermann niedergelegt.
1. die Erhaltung besonderer, den Landschaftscharakter prägender topographischer Ausbildungen und Landschaftselemente in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit. Hervorzuheben sind insbesondere die naturnahen Fließgewässer, die Täler, Klingen und Hanglagen mit ihrem breitgefächerten Strukturmuster, bestehend vor allem aus Streuobstelementen, Feldhecken und -gehölzen, Steinriegeln, Kalkmagerrasen, Felsbildungen, Wiesen und Weiden, Äckern, Rebflächen, Wald- und Gebüschzonen;
2. die Sicherung ökologischer Ausgleichsflächen als Rückzugsgebiete für Tier- und Pflanzenarten, um eine möglichst große Artenvielfalt zu gewährleisten.
Hier stellen besonders die Hangflächen mit ihrem vielfältigen Nutzungsmosaik floristisch und faunistisch hochwertige Biotope dar;
4. das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Land schaft auf andere Weise beeinträchtigt oder
4. Veränderungen der Bodengestalt, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen oder die Veränderung auf andere Weise;
12. Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen, die den Wasserhaushalt verändern;
15. Neuaufforstungen, die Anlage von Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
16. Beseitigung oder dauerhafte Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie landschaftsprägenden Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Magerrasen, Felsen, Steinriegeln und Trockenmauern;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 4, 15, 16 und 17;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2
Nr. 14 und 15;
(2) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie derer Unterhaltung und Instandsetzung.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung durch das Landratsamt Main-Tauber-Kreis erteilt werden.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Nordbaden zum allgemeinen Landschaftsschutz des Main- und Taubertales im Bereich des Landkreises Tauberbischofsheim vom 14.02.1953, veröffentlicht im Gemeinsamen Amtsblatt Baden-Württemberg Nr. 5 S. 92 vom 12.03.1953, auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen außer Kraft.
Tauberbischofsheim, den 10. Mai 2005
Nach § 60 a NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlass dieser Rechtsverordnung gegenüber der unteren Naturschutzbehörde schriftlich geltend gemacht worden ist.