Source: https://www.anwalt24.de/lexikon/erbe
Timestamp: 2018-01-17 22:20:37
Document Index: 262908103

Matched Legal Cases: ['§ 1922', '§ 1944', 'BGH', '§ 35', '§ 41', '§ 86', 'BGH']

Erbe | anwalt24.de
§§ 1922 ff BGB
Er kann die Erbschaft Erbschaft ausschlagen.
Die Frist zur Ausschlagung der Erbschaft beträgt gemäß § 1944 BGB sechs Wochen, beginnend mit der Kenntnis der Erbenstellung. Mit der Annahme der Erbschaft erlischt das Recht zur Ausschlagung, jedoch kann die Annahme bei Vorliegen der Voraussetzungen noch angefochten werden.
Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass Erben auf Konten in der Schweiz, Luxemburg etc. verborgenes Vermögen vermuten, über die Bankkonten jedoch keine Kenntnis besitzen. Es existieren auf diese Fälle spezialisierte Unternehmensberater, die evtl. verborgenes Vermögen aufzuspüren.
2. Nachweis der Erbenstellung
Der Erbe ist grundsätzlich nicht verpflichtet, sein Erbrecht durch einen Erbschein nachzuweisen, sondern hat auch die Möglichkeit, diesen Nachweis in anderer Form zu erbringen. Dazu gehören neben dem öffentlichen Testament auch das eigenhändige Testament oder im Falle gesetzlicher Erbfolge Urkunden, aus denen sich diese ergibt (BGH 05.04.2016 - XI ZR 440/15). Eine Pflicht zum Nachweis der Erbenstellung durch einen Erbschein kann sich nur ergeben aus einer entsprechenden Vereinbarung (auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, z.B. einer Bank) oder bei Vorliegen einer der gesetzlich gesondert geregelten Fälle, in denen der Erbe die Rechtsnachfolge grundsätzlich durch einen Erbschein nachzuweisen hat (§ 35 Abs. 1 Satz 1 GBO, § 41 Abs. 1 Satz 1 Schiffsregisterordnung, § 86 des Gesetzes über Rechte an Luftfahrzeugen).
Auch durch die Eröffnung eines öffentlichen Testaments ist nach der Ansicht der Richter in der Regel ein ausreichender Nachweis gegeben (BGH 07.06.2005 - XI ZR 311/04).
3. Folgen der Erbenstellung
4. Unwirksamkeit einer gesellschaftsrechtlichen Abfindungsvereinbarung für die Erben
Ein im Laufe der Zeit eingetretenes, außergewöhnlich weitgehendes Auseinanderfallen von vereinbartem Abfindungs- und tatsächlichem Anteilswert kann ganz allgemein nach den Grundsätzen von Treu und Glauben dazu führen, dass dem von dieser tatsächlichen Entwicklung betroffenen Gesellschafter das Festhalten an der vertraglichen Regelung auch unter Berücksichtigung des berechtigten Interesses der Mitgesellschafter nicht mehr zugemutet werden kann. Dies gilt auch für den minderjährigen Erben als Gesamtrechtsnachfolger seiner Mutter (OLG Bremen 13.03.2013 - 4 UF 7/12).
Erbengemeinschaft - ungeteiltErbenhaftungErbfolgeErbrecht des EhegattenErbschaftErbschaftsbesitzerErbschaftsteuerErbscheinErsatzerbeNacherbeTestamentTestamentsvollstreckerVorerbe
Frieser/Sarres/Stückemann/Tschichoflos: Handbuch des Fachanwalts Erbrecht; 7. Auflage 2017