Source: http://www.bzo-wissen.de/wDefault/wissensdatenbank/1_BetrVG/1_InhaltBetrVG/BetrVG-81/BetrVG-81-4/index.php
Timestamp: 2020-08-09 16:46:02
Document Index: 261436102

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 90', '§ 111', '§ 97']

§ 81 Abs. 4
§ 81 Abs. 1+2
§ 81 Abs. 3
Information bei Arbeitsänderungen
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Betriebsrat über geplante Änderungen bei technischen Anlagen, Arbeitsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen rechtzeitig und umfassend zu informieren (§ 90, § 111 BetrVG).
Aber es gilt auch und zusätzlich:
Die von geplanten Änderungen bei technischen Anlagen, Arbeitsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen betroffenen Arbeitnehmer haben ein eigenes Recht, darüber informiert zu werden!
Bei dieser Information muss es allerdings vor allem um die konkreten, persönlichen Folgen gehen, die für den einzelnen Arbeitnehmer mit einer solchen Maßnahme verbunden sind, insbesondere Inhalt und Art seiner Arbeit betreffend.
Sollte es so sein, dass die aktuellen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten des Arbeitnehmers den veränderten Anforderungen nicht genügen würden, dann muss der Arbeitgeber (bzw. ein von ihm Beauftragter) mit dem Arbeitnehmer besprechen, welche Qualifikationsmaßnahmen nötig und möglich wären (dabei zu beachten ist auch § 97 Abs. 2 BetrVG).
Der Arbeitnehmer kann zu einem solchen Gespräch ein Betriebsratsmitglied seines Vertrauens mitbringen! Dieses Betriebsratsmitglied ist zu striktem Stillschweigen über die Gesprächsinhalte verpflichtet. Will es den Fall im Betriebsratsgremium besprechen, muss es sich durch den Arbeitnehmer von der Schweigepflicht entbinden lassen.