Source: https://survey.ituc-csi.org/Pakistan.html?lang=de
Timestamp: 2018-01-19 15:18:45
Document Index: 347165583

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 6', '§ 20', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 241', '§ 3', '§ 3', '§3', '§ 6', 'Art. 8', '§ 27', '§ 7', '§ 44', '§ 64', '§ 60', '§ 56', '§ 8', '§ 48', '§ 67', '§ 11', '§ 16', '§ 18', '§ 11', '§ 12', '§ 59', '§ 5', '§ 65', 'Art. 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 31', '§ 19', '§ 24', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 28', '§ 36', '§ 43', '§ 53', '§ 1', '§ 32', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 61', 'Art. 31', '§ 32', '§ 72', '§ 67', '§ 44', '§ 45']

Pakistan - IGB - Übersicht über die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten
Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Pakistan sind der All Pakistan Trade Union Congress (APTUC) und die Pakistan Workers’ Federation (PWF).
Gemäß § 8 Abs. 2 Buchst. b des IRA und 6 Abs. 2 Buchst. b der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA hat keine andere Gewerkschaft Anspruch auf Eintragung, wenn es in dem Unternehmen, der Unternehmensgruppe oder dem Wirtschaftszweig, in dem/der die Gewerkschaft aktiv ist, bereits zwei oder mehr eingetragene Gewerkschaften gibt, außer ihr gehören mehr als 20 Prozent der in diesem Unternehmen, dieser Unternehmensgruppe oder diesem Wirtschaftszweig beschäftigten Arbeitnehmer an. Zudem kann gemäß § 6 des IRA jede Gewerkschaft die Eintragung beantragen, vorausgesetzt es gibt mindestens zwei Gewerkschaften in einem Unternehmen.
Bestimmte Rechte werden nur Tarifparteien (insbesondere zur Vertretung der Arbeitnehmer in allen Verfahren und bei der Prüfung von Unternehmen) gewährt, d.h. den repräsentativsten Gewerkschaften (§§ 20 Buchstaben b und c, 22, 33, 35 und 65 Absatz 1 des IRA; §§ 24 Abs. 13 Buchst. b und c, 32, 41, 42, 68 Abs. 1 des BIRA; §§ 24 Abs. 13 Buchstaben b und c, 28, 37, 38, 64 Abs. 1 des KPIRA; §§ 24 Abs. 20 Buchst. b und c, 27, 33, 34, 60 Abs. 1 des PIRA; §§ 241 Abs. 3 Buchst. b und c, 32, 41, 42, 68 Abs. 1 des SIRA).
§ 3 Buchst. a des IRA besagt, dass kein Arbeitnehmer mehr als einer Gewerkschaft angehören darf. Ähnliches geht aus § 3 Buchst. a des BIRA und des SIRA und §3 Buchstabe i des KPIRA und des PIRA zusammen mit § 6 Abs. 2 Buchst. a des BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA hervor. Zudem ist in Art. 8 Abs. 2 des IRA geregelt, dass eine Gewerkschaft nur gegründet werden darf, wenn alle ihre Mitglieder Handwerker/Arbeiter sind, die in der Branche, in der die Gewerkschaft aktiv ist, beschäftigt sind.
Im Bankensektor beschränkt § 27-B der Verordnung für Bankgesellschaften von 1962 die Möglichkeit, Funktionär einer Bankgewerkschaft zu werden, ausschließlich auf Beschäftigte der jeweiligen Bank. Bei Nichteinhaltung droht eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren. Zudem heißt es in Abschnitt 18 des IRA, dass Personen, die aufgrund eines Vergehens, das nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch ein moralisches Fehlerhalten einschließt, verurteilt und zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren oder mehr verurteilt wurden, bis zu fünf Jahre nach Verbüßen der Strafe nicht als Funktionär einer Gewerkschaft gewählt werden oder ein solcher sein dürfen. Zudem darf eine Person, die aufgrund eines Verstoßes gegen das Gesetz (KPIRA und SIRA) oder eines schweren Verbrechens nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch verurteilt wurde, gemäß § 7 der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA nicht als Funktionär einer Gewerkschaft gewählt werden und auch kein solcher sein. Ferner sind die nationale Kommission für Arbeitsbeziehungen (§ 44 Abs. 10 des IRA) oder das Arbeitsgericht (§ 64 Abs. 7 des BIRA und SIRA, § 60 Abs. 7 des KPIRA und § 56 Abs. 7 des PIRA) dazu befugt, einen gewerkschaftlichen Amtsträger seiner gewerkschaftlichen Position für den noch verbleibenden Zeitraum seiner/ihrer Amtszeit und für die unmittelbar darauf folgende Zeit aufgrund des Verstoßes gegen ihre Anordnung zur Beendigung eines Streiks zu entheben.
Die §§ 8 des IRA und 6 des BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA regeln die interne Funktionsweise von Gewerkschaften im Einzelnen. Insbesondere heißt es in deren Unterparagrafen 1 Buchstabe j jeweils, dass die Länge der Amtszeit, für die ein Gewerkschaftsfunktionär gewählt werden kann, in der Satzung einer Gewerkschaft festzusetzen ist und es heißt im Detail, dass diese Amtszeit nicht länger als zwei Jahre sein sollte. Unterparagraf 1 Buchst. I regelt jeweils die Häufigkeit der Sitzungen eines Gewerkschaftsvorstands und der allgemeinen Mitgliederversammlungen. Der Ausschuss merkt ferner an, dass die Kommission (nach § 48 Abs. 2 des IRA) oder das Arbeitsgericht (nach § 67 Abs. 2 des BIRA und SIRA, 63 Abs. 2 des KPIRA und 59 Abs. 3 des PIRA) dazu ermächtigt sind anzuordnen, dass eine Person, die von einer Gewerkschaft ausgeschlossen wurde, wieder als Mitglied aufgenommen wird oder anzuordnen, dass ihm oder ihr aus den Mitteln der Gewerkschaft eine von der Kommission/dem Arbeitsgericht nach ihrem Ermessen festgesetzte Summe als Schadensersatz oder Entschädigung ausgezahlt wird.
Die Eintragung einer Gewerkschaft kann aus folgenden Gründen aufgehoben werden: infolge einer Beschwerde des Registerbeamten, dass die Gewerkschaft gegen die Bestimmungen des Gesetzes oder ihrer Satzung verstoßen hat oder dem Registerbeamten ihre jährlichen Einnahmen nicht vorgelegt hat (IRA) oder weniger als 10 Prozent (IRA) oder 15 Prozent (BIRA, KPIRA und PIRA - in Letzterem heißt es „während zwei aufeinanderfolgender Abstimmungen“) aller abgegebenen Stimmen in einer Wahl zur Bildung der Tarifpartei erhalten hat (§§ 11 Abs. 1 Buchst. a, d, e und f des IRA, 12 Abs. 1 Buchst. a und b) und 12 Abs. 3 Buchst. d der Gesetze BIRA, KPIRA und PIRA und 12 Abs. 1 Buchst. a und b des SIRA); wenn die Ausgabenerklärung einer Gewerkschaft im Zuge eines Audits der jährlichen Einnahmen als nicht richtig befunden wird (§ 16 Abs. 5 des IRA); wenn eine Person, die nach § 18 ausgeschlossen ist, da sie wegen eines Vergehens, das nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch ein moralisches Fehlerhalten einschließt, verurteilt und zu einer Gefängnisstrafe von zwei oder mehr Jahren verurteilt wurde, zum Funktionär einer eingetragenen Gewerkschaft gewählt wird (§ 11 Abs. 5 des IRA); wenn eine Person, die wegen Veruntreuung oder widerrechtlicher Aneignung von Mitteln (BIRA und PIRA) oder wegen Verstößen gegen das Gesetz (KPIRA und SIRA) oder wegen eines schweren Verbrechens nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch verurteilt wurde, als Funktionär einer eingetragenen Gewerkschaft gewählt wird (§ 12 Abs. 2 und 7 der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA). Zudem kann gegen den Beschluss der Kommission, durch die der Registerbeamte Anweisung erhält, die Eintragung einer Gewerkschaft aufzuheben, bei Gericht nicht in Revision gegangen werden (IRA, § 59).
Mit den §§ 5 Buchst. d des IRA, 15 Buchst. e des BIRA und 15 Buchst. d von KPIRA, PIRA und SIRA wird dem Registerbeamten die Befugnis übertragen, die Buchhaltungsunterlagen und Belege einer eingetragenen Gewerkschaft zu prüfen oder ganz nach seinem Ermessen Nachforschungen anzustellen oder eine Überprüfung der Geschäftstätigkeiten von Gewerkschaften durchzuführen. Zudem sehen die §§ 65 Abs. 2 und 3 des IRA, 68 Abs. 2 und 3 des BIRA und SIRA, 64, Abs. 2 und 3 des KPIRA und 60 Abs. 2 und 3 des PIRA vor, dass „keine an einem Arbeitskonflikt beteiligte Partei dazu berechtigt ist, in einem Schlichtungsverfahren gemäß diesem Gesetz von einem Rechtsanwalt vertreten zu werden“ und dass eine Vertretung bei einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht, der Kommission oder dem Schlichter, falls nach diesen Gesetzen zutreffend, ausschließlich mit Erlaubnis des Arbeitsgerichts, der Kommission oder des Schlichters je nach Fall möglich ist.
Art. 1 Absatz a des IRA schließt alle Personen aus, die im pakistanischen Zivilschutz bzw. in Einrichtungen, die ausschließlich mit dem pakistanischen Militär zusammenhängen, beschäftigt sind, was auch eine von der Bundesregierung unterhaltene Munitionsfabrik einschließt.
Das IRA von 2012 schließt von seinem Anwendungsbereich aus: Beschäftigte eines Unternehmens oder einer Einrichtung für die Behandlung oder Pflege von kranken, alten und schwachen und geistig behinderten Menschen, mit Ausnahme der Beschäftigten von auf gewerblicher Basis betriebenen Einrichtungen (§ 1 Abs. 3 Buchstabe e) und Beschäftigten gemeinnütziger Organisationen (§ 1 Abs. 3 in Verbindung mit § 2 Ziffern x und xvii). Zudem sind gemäß § 1 der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA ausgenommen: Mitarbeiter von Schutz-, Bewachungs- und Sicherheitsdiensten oder Feuerwehrdiensten von Ölraffinerien oder Flughäfen (und Seehäfen – BIRA, KPIRA und SIRA); Mitglieder von Sicherheits- oder Feuerwehrdiensten eines Unternehmens, das im Bereich der Förderung, Übertragung oder Verteilung von Erdgas oder Flüssiggas tätig ist und, ausschließlich gemäß den Gesetzen PIRA und KPIRA, Personen, die in einem Unternehmen oder einer Institution beschäftigt sind, die im Bildungsbereich tätig ist oder Notfalldienste leistet, mit Ausnahme jener Unternehmen, die auf gewerblicher Basis betrieben werden. Ebenfalls aufgrund von § 1 Absatz 3 des Gesetzes über die Arbeitsbeziehungen (IRA), 2012, des Khyber-Pakhtoonkhwa IRA (KPIRA), des Punjab IRA (PIRA) und des Sindh IRA (SIRA), § 1 Abs. 4 des IRA für Balochistan (BIRA), 2 Ziffer ix des IRA, 2 Buchstabe h des BIRA, 2 Ziffer vii des KPIRA und 2 Ziffer viii des PIRA und SIRA scheinen die Gesetze nur für Arbeitnehmer zu gelten, die anhand eines Arbeitsvertrags beschäftigt sind.
Art. 1 Buchstabe a des IRA schließt Beschäftigte der Polizei aus.
Nach dem IRA von 2012 sind von dessen Anwendungsbereich Beschäftigte der staatlichen Verwaltung, die nicht als Handwerker arbeiten (§ 1 Abs. 3 Buchst. b), Mitglieder des Sicherheitspersonals der Pakistan International Airlines Corporation (PIAC) oder Beschäftigte, die Löhne ab Lohngruppe V in der PIAC-Gruppe beziehen (§ 1 Abs. 3 Buchst. c; Beschäftigte der pakistanischen Sicherheitsdruckgesellschaft oder der Security Papers Limited (§ 1 Abs. 3 Buchst. d) ausgeschlossen.
Beschäftigte in freien Exportzonen dürfen keine Tarifverhandlungen führen (Bedingungen für Beschäftigung und Dienst in freien Exportzonen, Ausführungsverordnung, 2009).
§. 2 Buchstaben b und e des IRA: Ein Arbeitgeber wird als Person definiert, die in dem Unternehmen für die Geschäftsführung und Kontrolle zuständig ist. Das bedeutet, dass Führungskräfte nicht als Arbeitnehmer gelten und deshalb keine Gewerkschaften gründen oder diesen beitreten dürfen. Gemäß den §§ 31 Abs. 2 des IRA und 17 Abs. 2 des BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA kann ein Arbeitgeber verlangen, dass eine Person nach ihrer/seiner Ernennung oder Beförderung in eine Führungsposition aus der Gewerkschaft austritt und kein Mitglied oder Funktionär einer Gewerkschaft sein darf.
Die jetzt wieder geltende Arbeitsbeziehungsverordnung von 1969 besagt, dass Beschäftigte in der Landwirtschaft wie selbstständige Landwirte, Farmpächter und Kleinbauern nicht berechtigt sind, einer Gewerkschaft beizutreten.
Ist eine Gewerkschaft die einzige Gewerkschaft in einem Unternehmen oder einer Unternehmensgruppe (bzw. gemäß den Gesetzen BIRA, KPIRA, PIRA in einem Wirtschaftszweig), der aber weniger als ein Drittel der Beschäftigten dieses Unternehmens oder des Wirtschaftszweigs angehören, so sind gemäß § 19 Abs. 1 des IRA, 2012, und § 24 Abs. 1 der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA in diesen Unternehmen oder Wirtschaftszweigen keine Tarifverhandlungen zulässig.
Gemäß den §§ 23 Abs. 1 des IRA, 33 Abs. 1 des BIRA und SIRA, 29 Abs. 1 des KPIRA und 28 Abs. 1 des PIRA werden in allen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten (25 Beschäftigte im Falle des IRA) gewerkschaftliche Vertrauensleute entweder ernannt (von einer Tarifpartei) oder (falls keine Tarifpartei existiert) gewählt, die dann als Verbindungsglied zwischen den Beschäftigten und dem Arbeitgeber fungieren, die Verbesserung der Vorkehrungen im Hinblick auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen vorantreiben usw. ((§§ 24 des IRA, 33 Abs. 5 des BIRA und SIRA, 29 Abs. 5 des KPIRA und 28 Abs. 5 des PIRA). Zudem sehen die §§ 25 des IRA, 34 des BIRA und SIRA, 30 des KPIRA und 29 des PIRA Betriebsräte (zweigliedrige Gremien) vor, die in allen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten gebildet werden. Diese Paragrafen (und § 26 des IRA) führen die Funktionen solcher Räte auf und sehen vor, dass die Geschäftsleitung keine Entscheidung bezüglich der Arbeitsbedingungen ohne entsprechende Rücksprache mit Arbeitnehmervertretern, die entweder ernannt (von einer Tarifpartei) oder (falls keine Tarifpartei existiert) von Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens gewählt werden, treffen darf. Und schließlich sehen die §§ 28 des IRA, 35 des BIRA und SIRA und 31 des KPIRA vor, dass sich die gemeinsamen Verwaltungsausschüsse mit der Festsetzung von Akkordlöhnen, der geplanten Zusammenlegung oder Versetzung von Arbeitnehmern, Festlegung der Entlohnungsgrundsätze und der Einführung von Entlohnungsverfahren usw. befassen (diese Funktionen werden Betriebsräten gemäß dem PIRA gewährt). Im IRA wird genau ausgeführt, dass die Arbeitnehmervertreter in solchen Gremien von einer Tarifpartei ernannt werden, wenn es in dem Unternehmen eine oder mehrere Gewerkschaften gibt, oder unter Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens gewählt werden, wenn keine Tarifpartei existiert.
Es besteht die Möglichkeit einer obligatorischen Schlichtung, die im Tarifprozess vom Gesetz gefordert wird (§§ 36 und 37 des IRA, 45 und 46 des BIRA und SIRA, 41 und 42 des KPIRA, 36 und 37 des PIRA). Zudem wird der Schlichter entweder direkt von der Regierung (§ 43 des BIRA und SIRA, 39 des KPIRA, 35 des PIRA) oder der Kommission, deren zehn Mitglieder von der Regierung ernannt werden, bestimmt, wobei lediglich ein Mitglied die Arbeitgeber und ein anderes die Gewerkschaften vertritt (§ 53 des IRA).
Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, in Regierungsstellen, staatlichen Unternehmen wie etwa Gas- und Ölgesellschaften, Gesellschaften zur Elektrizitätserzeugung und -übertragung sowie staatlichen Fluglinien und Häfen, die alle unter das Gesetz über die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste von 1952 fallen, dürfen keine Tarifverhandlungen führen.
Beschäftigte in freien Exportzonen (Export Processing Zones - EPZ) dürfen keine Tarifverhandlungen führen (Bedingungen für Beschäftigung und Dienst in freien Exportzonen, Ausführungsverordnung, 2009).
Die §§ 1 Abs. 3 des IRA von 2012, das BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA beinhalten auch weiterhin denselben Ausschluss aus ihrem Anwendungsbereich aufrecht, der zuvor nach dem IRO 2002 und dem IRA 2008 bestand (unabhängige Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, Beschäftigte gemeinnütziger Organisationen, Beschäftigte der pakistanischen Gesellschaft für Sicherheitsdruck oder der Security Papers Limited usw.). Zudem schließen die Begriffe „Arbeiter“ und „Handwerker“ per definitionem alle Personen aus, die überwiegend in Führungs- oder Verwaltungspositionen tätig sind.
Gemäß den §§ 32 Abs. 1 Buchst. e des IRA und 18 Abs. 1 Buchst. e von BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA gilt ein Bummelstreik als unlautere Arbeitspraxis.
In den §§ 42, Abs. 3 des IRA, 48, Abs. 3 des BIRA und SIRA, 44, Abs. 3 des KPIRA und 40, Abs. 3 des PIRA heißt es, dass die Regierung einen Streik mittels einer Verfügung verbieten kann, wenn er mehr als 30 Tage dauert. Allerdings kann ein Streik auch jederzeit vor Ablauf der 30-Tagefrist verboten werden, wenn „die Überzeugung besteht, dass die Fortsetzung solch eines Streiks ernsthafte Probleme für die Bevölkerung verursacht oder den nationalen Interessen schadet“.
Im Anschluss an ein Streikverbot durch die Regierung gemäß den §§ 42 und 45 des IRA, 48 und 49 des BIRA, 44 und 45 des KPIRA, 40 und 41 des PIRA und 48 und 49 des SIRA wird die Streitigkeit zur Entscheidung an die Kommission und/oder das Arbeitsgericht weitergeleitet. Zudem erlauben die §§ 42 Abs. 2 des IRA, 48 Abs. 2 des BIRA, 44 Abs. 2 des KPIRA, 40 Abs. 2 des PIRA und 48 Abs. 2 des SIRA einer „Partei, die eine Streitigkeit aufwirft“ sich vor oder nach Beginn eines Streiks zum Zwecke der Herbeiführung einer Entscheidung gegebenenfalls an die Kommission/das Arbeitsgericht zu wenden. Solange die Entscheidung noch aussteht, kann die Kommission/das Arbeitsgericht die Fortsetzung der laufenden Streikmaßnahme verbieten (§§ 61 des IRA, 62 des BIRA und SIRA, 58 des KPIRA und 54 des PIRA).
Der Schlichter kann den Ersatz von Arbeitnehmern während einer Streikmaßnahme erlauben, wenn er/sie glaubt, dass die vollständige Arbeitsniederlegung aller Voraussicht nach ernsthafte Schäden an den Maschinen oder Installationen verursachen kann (Art. 31 Buchstabe h des IRA).
Auf der Grundlage der Antiterrorverordnung von 1999 werden illegale Streiks, Bummelstreikmaßnahmen und Streikposten immer noch als Formen von „Unruhestiftung“ betrachtet und können mit einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren bis hin zu lebenslanger Haft sowie mit Geldstrafen geahndet werden. Allen, die gegen das im Gesetz über die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste vorgesehene Streikverbot verstoßen, droht eine einjährige Gefängnisstrafe. Nach § 32 Abs. 1 Buchst. e des IRA, 18, Abs. 1 Buchst. e der Gesetze BIRA, KPIRA, PIRA und SIRA wird es als unlautere Arbeitspraxis betrachtet, einen illegalen Streik oder einen Bummelstreik zu beginnen, fortzusetzen, andere zur Teilnahme daran anzustiften, Geld dafür auszugeben oder auszuhändigen oder in sonstiger Weise zu dessen Fortsetzung oder Unterstützung beizutragen und kann mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 pakistanischen Rupien (PKR) (§ 72 Abs. 3 des BIRA und des SIRA, 68 Abs. 3 des KPIRA und 64 Abs. 3 des PIRA) und/oder einer Gefängnisstrafe von bis zu 30 Tagen (§ 67 Abs. 3 des IRA) geahndet werden. Ferner sehen die §§ 44 Abs. 10 des IRA, 64 Abs. 7 des BIRA und SIRA, 60 Abs. 7 des KPIRA und 56 Abs. 7 des PIRA folgende Sanktionen vor, wenn gegen die Anordnung zum Abbruch eines Streiks verstoßen wird: Entlassung der streikenden Beschäftigten; Aufhebung der Eintragung der Gewerkschaft und Ausschluss von Gewerkschaftsfunktionären von der Bekleidung eines Gewerkschaftsamtes für die noch nicht abgelaufene Amtsperiode und unmittelbar darauf folgende Perioden.
Nach den §§ 45 des IRA und KPIRA, 49 des BIRA, 41 des PIRA und 49 des SIRA kann die Regierung einen mit einem Arbeitskonflikt verbundenen Streik von „nationaler Bedeutung“ (diese nähere Ausführung ist nicht im KPIRA oder PIRA enthalten) oder im Hinblick auf alle öffentlichen Versorgungsunternehmen jederzeit vor oder nach dessen Beginn verbieten. Nach der in den Gesetzen IRA, KPIRA, PIRA und SIRA enthaltenen Auflistung öffentlicher Versorgungsunternehmen zählen dazu Dienste wie die Ölförderung, Postdienste, Eisenbahnen und Fluglinien.
Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, in Regierungsstellen, staatlichen Unternehmen wie etwa Gas- und Ölgesellschaften, Gesellschaften zur Elektrizitätserzeugung und -übertragung sowie staatlichen Fluglinien und Häfen - die allesamt unter das Gesetz über die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste von 1952 fallen, haben kein Streikrecht.
Laut einer Untersuchung werden den meisten Beschäftigten grundlegende Gewerkschaftsrechte verweigert 01-05-2016
Die pakistanische Regierung hat ihre jährliche Arbeitskräfteerhebung 2014-15 gerade rechtzeitig zum 1. Mai 2016 veröffentlicht. Darin wird geschätzt, dass die Mehrheit der Beschäftigten im Agrar- und Fischereisektor noch nicht einmal gesetzlich befugt ist, eine Gewerkschaft zu gründen, und der frühere Finanzminister Dr. Hafiz A. Pasha geht davon aus, dass nur ein bis zwei Prozent der Beschäftigten in der Industrie Gewerkschaftsmitglieder sind. In einem Bericht der Gewerkschaft Pakistan Workers Confederation heißt es, dass insgesamt rund drei Prozent der Beschäftigten des Landes einer Gewerkschaft angehörten.
Abdul Lateef Nizamani, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Beschäftigten bei der pakistanischen Wasser- und Strombehörde WAPDA, der Hydroelectric Workers Union, sieht in der in den letzten Jahren vorgenommenen Privatisierung öffentlicher Dienstleistungsbereiche, in denen viele Beschäftigte gewerkschaftlich organisiert waren, einen der Hauptgründe für die geringen Mitgliederzahlen. Ein weiteres, wenn auch neueres Phänomen sei der verstärkte Rückgriff auf Leiharbeitskräfte, durch den es wesentlich schwieriger für die Beschäftigten werde, Gewerkschaften zu gründen.
Gewerkschaftsfeindlichkeit und Massenverhaftungen in Hotel31-01-2017
Dreiundsechzig Mitglieder und Vertreter der Gewerkschaft beim Hotel Serena in Quetta wurden am 30. November wegen einer friedlichen Versammlung vor dem Hotel verhaftet. Zuvor war Gewerkschaftsmitgliedern der Zutritt zu dem Hotel verweigert worden, so dass sie nicht arbeiten konnten.
Die Gewerkschaft hatte am Vortag eine Kundgebung beim Presseclub von Quetta organisiert, um gegen die Gewerkschaftsfeindlichkeit der Hotelleitung zu protestieren. Beschäftigte, die am Tag darauf zur Arbeit erschienen, erhielten Abmahnungen und durften das Hotel nicht betreten. Gewerkschaftsmitglieder, die bereits im Hotel waren, schlossen sich den Ausgesperrten an, um zu erfahren, warum sie nicht arbeiten durften. Daraufhin schaltete die Geschäftsführung die Polizei ein, die 63 Verhaftungen vornahm.
Die Gewerkschaft hatte seit Juli 2015 Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.
vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen gefordert. Anstatt mit den offiziellen Vertretern der Beschäftigten zu verhandeln, hat die Hotelleitung jedoch im Oktober 2015 eine rechtswidrige Vereinbarung mit einer Gruppe einzelner Beschäftigter unterzeichnet und mit der Schikanierung von Mitgliedern und Vertretern der Gewerkschaft begonnen.
Die Gewerkschaft erhielt Unterstützung seitens der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Catering-, Tabak- und anverwandter Arbeitnehmerverbände (IUL), die eine Kampagne organisierte. Anfang Januar hat die IUL berichtet, dass die 63 Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten. Die Hotelleitung hatte weder Anzeige erstattet, noch Disziplinarverfahren eingeleitet, und das oberste Provinzgericht hatte einen früheren Entscheid des Arbeitsgerichtes gekippt, den die Geschäftsführung zum Verbot von Gewerkschaftsaktivitäten in dem Hotel erwirkt hatte. Die Gewerkschaft hielt an ihrer Forderung nach Tarifverhandlungen fest.
Wegen Forderung nach einer Lohnerhöhung entlassen10-10-2016
Das Unternehmen Schneider Electric hat im Oktober 2016 17 Beschäftigte entlassen, weil sie eine Lohnerhöhung und eine Festanstellung gefordert hatten. Alle waren Leiharbeitskräfte, hatten aber seit drei bis 12 Jahren für Schneider gearbeitet. Laut Gesetz sind alle fest einzustellen, die mehr als neun Monate für denselben Arbeitgeber gearbeitet haben. Als Zeitarbeitskräfte werden ihnen verschiedene Zusatzleistungen vorenthalten, und sie verdienen lediglich 113 USD bis 151 USD.
Einer der Entlassenen, Waqas Riaz, gab an, am 10. Oktober ein Kündigungsschreiben an seine Privatadresse erhalten zu haben. Er hatte knapp zwei Jahre für das Unternehmen gearbeitet und gemeinsam mit seinen Kollegen seit ein paar Monaten eine Festanstellung sowie eine Lohnerhöhung gefordert. Die Geschäftsführung lehnte dies ab, und als die Beschäftigten nicht nachgaben und eine entschiedenere Kampagne begannen, wurden sie entlassen.
Gewerkschaftsmitglieder bei PepsiCo schikaniert01-07-2016
Die Gewerkschaft der Beschäftigten von PepsiCo, die 650 Beschäftigte von PepsiCo Pakistan vertritt, wurde im Juli 2016 offiziell anerkannt und als Tarifpartei zugelassen, aber das Unternehmen hat sich kontinuierlich geweigert, auf die Gewerkschaft oder ihre Forderungen einzugehen. Stattdessen hat PepsiCo Gewerkschaftsvertreter schikaniert und bedroht und wegen erfundener Vorwürfe Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet. Der Gewerkschaftsvorsitzende wurde an einen anderen Standort versetzt, um Kontakte zu den Mitgliedern zu verhindern. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine Scheingewerkschaft eingetragen und behauptet, dass sie die Beschäftigten an zwei verschiedenen Standorten vertrete, um die Forderung der Beschäftigten in Lahore nach einem Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.
vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen zu untergraben. Gewerkschaftsmitgliedern werden Überstunden verweigert und sie werden unter Druck gesetzt, aus der Gewerkschaft auszutreten.
Lehrkräfte während eines Streiks festgenommen 25-10-2016
Die Polizei hat acht Lehrkräfte festgenommen, die am 25. Oktober 2016 außerhalb der Schulbehörde in Islamabad an einem Protest teilnahmen. Mehr als 100 tageweise beschäftigte Lehrkräfte sowie nicht unterrichtendes Personal hatten gegen die Nichtzahlung ihrer Gehälter protestiert und unbefristete Verträge gefordert.
Vertreter der Lehrkräfte (Ahsan Bangash, Ahsan Sikandri, Nadeem Turi und Fahad Mairaj) klagten über Gewalt seitens der Polizei.
Die Lehrkräfte wurden später nach einer Intervention von Ali Awan, einem Oppositionsführer und führenden Vertreter der Islamabad Metropolitan Corporation, freigelassen.
Mehr als 100 Beschäftigte wegen eines Streiks für bessere Löhne festgenommen 29-09-2016
Die Polizei in Banda Daud Shah hat mehr als 100 Beschäftigte der in Ungarn ansässigen MOL Pakistan Oil & Gas Company festgenommen, weil sie am 29. September 2016 vor dem Haupttor der Niederlassung in Makori protestiert hatten. Die Tagelöhner hatten bereits mehrere Wochen für bessere Löhne und eine Festanstellung gestreikt.
Nach der Blockade des Haupttors und der Behinderung von Betriebsfahrzeugen hat das Unternehmen die Polizei eingeschaltet, die mehr als 100 Protestierende festnahm und sie anschließend zur Vernehmung auf verschiedene Polizeireviere des Bezirkes brachte.
Die über die Verhaftungen verärgerten Anwohner blockierten daraufhin die Straße zwischen Kohat und Bannu, um die sofortige und bedingungslose Freilassung der Beschäftigten zu fordern. Es hieß, dass MOL Pakistan seine Beschäftigten ausbeute, ihre Rechte ignoriere und ihnen seit Jahren eine unbefristete Anstellung verweigere.
Wegen Forderung nach Sicherheit bei der Arbeit entlassen16-05-2016
Schätzungsweise 360 Abwrackarbeiter wurden am 16. Mai 2016 entlassen, weil sie Anzeige bei der Polizei gegen verschiedene Arbeitgeber im Zusammenhang mit Verletzungen und Todesfällen auf pakistanischen Abwrackwerften erstattet hatten.
Die mindestens 15.000 Beschäftigten in der Abwrackbranche Pakistans sind gefährlichen und erbärmlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, die eine alarmierende Zahl von Verletzungen und Todesfällen zur Folge haben.
Sämtliche Phasen der Abwrackarbeiten sind gefährlich, beinhalten Schweiß- und Schneidarbeiten, den Umgang mit chemischen Substanzen, die Entfernung von Asbest, die Verlagerung von Eisen- und Stahlblechen und das Ausströmen giftiger Gase, aber die Arbeiter werden weder geschult, noch erhalten sie eine Sicherheitsausrüstung. Im März 2016 kam beispielsweise Muhammad Asif (28) ums Leben als dort, wo er arbeitete, ein Feuer ausbrach. Zwei Monate später war der 22-jährige Shahid Khan auf der Stelle tot, als eine schwere Eisenplatte auf ihn fiel.
Die Arbeiter verrichten nicht nur gefährliche Arbeiten, sondern haben zudem keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Toiletten. Nahezu alle arbeiten ohne formellen Vertrag, beziehen Hungerlöhne, werden zu Überstunden gezwungen und sind nicht sozialversichert. Angeworben werden sie über Subunternehmer, wobei die Arbeitsgesetze kaum beachtet werden.
Nach den Entlassungen hat der Gewerkschaftsbund National Trade Union Federation (NTUF) einen zweitägigen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik organisiert, woraufhin die Arbeiter wieder eingestellt wurden und ihren Lohn ausgezahlt bekamen. Die Arbeitnehmervertreter forderten erneut eine Verbesserung der Sicherheitsstandards und der Arbeitsbedingungen.
Zwei Beschäftigte bei Protesten gegen PIA-Privatisierung getötet und acht verwundet09-02-2016
Die paramilitärischen Pakistan Rangers haben am 2. Februar 2016 auf protestierende Beschäftigte der Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) geschossen und dabei zwei von ihnen getötet und mindestens acht verwundet.
Der paritätische PIA-Aktionsausschuss, ein Gewerkschaftsbündnis, hatte über eine Woche lang gegen die Privatisierungspläne protestiert, da zahlreiche Arbeitsplatzverluste befürchtet wurden. Anstatt Verhandlungen zu beginnen, beschloss die Regierung jedoch, das Gesetz über wesentliche Dienste Wesentliche Dienste Dienste, deren Unterbrechung das Leben, die persönliche Sicherheit oder Gesundheit der gesamten oder eines Teils der Bevölkerung gefährden würde; kann Krankenhäuser, die Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft sowie die Luftraumüberwachung beinhalten. Streiks können in wesentlichen Diensten eingeschränkt und sogar verboten werden.
vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte ab dem 1. Februar, einen Tag vor dem geplanten Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik , für sechs Monate auf die PIA-Beschäftigten auszuweiten. Damit wurde ihnen jegliche Gewerkschaftsaktion untersagt, und wer sich an dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik beteiligte, lief Gefahr, entlassen, mit einer Geldstrafe belegt oder sogar inhaftiert zu werden.
Die Beschäftigten wollten sich davon jedoch nicht abschrecken lassen, stießen bei ihrer Ankunft zu einer friedlichen Demonstration jedoch auf voll ausgerüstete und gewaltbereite Vollstreckungsbeamte. Fernsehbilder zeigten Polizisten und Ranger, die Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten einsetzten. Augenzeugen und Reporter hörten Schüsse, die bei den Zusammenstößen auf die unbewaffneten Protestierenden abgefeuert wurden. Bei den beiden dabei Erschossenen handelte es sich um die PIA-Beschäftigten Enayat Raza und Saleem Akbar.
In den frühen Morgenstunden des 3. Februar nahmen die Pakistan Rangers Hidayat Ullah, den Vorsitzenden der Gewerkschaft „Peoples Unity of PIA Employees“, Zameer Chandio, den stellvertretenden Vorsitzenden, und zwei weitere führende Gewerkschaftsvertreter, Mansoor Dhillo und Saifullah Larak, im PIA-Township am Flughafen Karatschi in Gewahrsam. Anwohner berichteten, dass Ranger mitten in der Nacht mit Lastwagen vorgefahren seien und außerhalb des Geländes gewartet hätten. Männer in Zivil hätten die Häuser durchsucht, die Gewerkschafter mitgenommen und sie in die Lastwagen verfrachtet. Die Behörden stritten die Verhaftungen ab, und und die vier wurden sechs Tage später von Unbekannten freigelassen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik wurde am 9. Februar beendet, nachdem sich die Regierung zu Verhandlungen bereit erklärt hatte.
Keine Verhandlungen in Webereien 18-09-2015
Zweieinhalb Monate nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit Beschäftigten in Faisalabad, die Webmaschinen bedienen, über den Beginn von Verhandlungen über die Löhne und die Arbeitnehmerrechte hatte noch keine einzige Sitzung stattgefunden. Die Gewerkschaft Labour Qaumi Movement (LQM) hat daraufhin am 18. September 2015 einen Marsch organisiert, um ihre Forderungen hervorzuheben. Er wurde beendet, nachdem den Beschäftigten zugesichert worden war, dass man sich mit ihren Problemen befassen werde. Bis Dezember hatten die Fabrikbesitzer einem Treffen jedoch immer noch nicht zugestimmt. Die einzigen Strafen, die die Bezirksbehörden gegen die Arbeitgeber verhängten, waren geringe Bußgelder.
Arbeitnehmervertreter wegen Einforderung von Rechten entlassen 28-11-2015
Achtundachtzig Beschäftigte der Denim Clothing Company (DCC), die Bekleidungsartikel für internationale Marken wie H&M und Primark produziert, wurden in der letzten Novemberwoche 2015 entlassen, weil sie ihre Rechte eingefordert hatten.
Die Beschäftigten hatten weder eine Sozial- noch eine andere Versicherung, keine medizinische Versorgung und bekamen ihre niedrigen Löhne völlig unregelmäßig ausgezahlt und beschlossen daher, sich an die Geschäftsführung zu wenden. Am 26. November hielten die Beschäftigen eine Sitzung ab, bei der sie fünf Vertreter für die Gespräche mit der Geschäftsführung bestimmten. Um 12:00 Uhr mittags gingen sie zum Fabrikleiter, kehrten aber nie an ihre Arbeitsplätze zurück. Sie waren fristlos entlassen worden.
Als 83 ihrer KollegInnen aus Solidarität die Wiedereinstellung ihrer fünf Vertreter forderten, wurden sie ebenfalls fristlos entlassen.
Shell reagiert auf gewerkschaftliche Organisierung mit der Stationierung von Truppen16-06-2015
Der multinationale Ölriese Shell hat immer wieder versucht, eine gewerkschaftliche Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. seiner Beschäftigten in Pakistan zu verhindern. Die Beschäftigten der Shell Pakistan gehörenden Mischanlage für Schmierstoffe in Keamari, Karachi, hatten bereits im Jahr 2013 erstmals versucht, eine Gewerkschaft für die Beschäftigten von Shell Pakistan zu gründen, wogegen Shell mit dem Argument, die 300 Leiharbeitskräfte seien keine offiziellen Beschäftigten von Shell, Einspruch erhoben hatte.
Mit Unterstützung der Pakistan Federation of Chemical, Energy, Mine, and General Workers’ Union (PCEM) hatten die 300 Beschäftigten jedoch unbefristete Arbeitsverträge erhalten, und am 16. Juli 2015 hatte der für die Zulassung von Gewerkschaften zuständige pakistanische Regierungsbeamte den Einspruch der Unternehmensleitung abgewiesen und die Zulassung der Gewerkschaft genehmigt.
Anstatt die neue Gewerkschaft anzuerkennen und Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.
vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen zu beginnen, erhob Shell Pakistan jedoch erneut Einspruch beim nationalen Zulassungsbeamten in Islamabad, um die Abstimmung über eine betriebliche Gewerkschaftsvertretung zu verhindern. Am 30. Oktober wurde auch der zweite Einspruch abgewiesen.
Um die Abstimmung zu verhindern, wurden am 17. November paramilitärische Kräfte in der Anlage stationiert. Anschließend stellte das Unternehmen über Unterauftragnehmer 100 neue Beschäftigte ein und lagerte die Verpackung der Schmiermittel aus.
Disziplinarmaßnahmen gegen führende Gewerkschaftsvertreter15-08-2015
Die Direktion des Pakistan Institute of Medical Sciences (Pims) beschloss im August 2015 Disziplinarmaßnahmen gegen 18 Beschäftigte, die federführend bei den Protesten gegen die Änderung der Rechtsstellung des Instituts gewesen waren. Kraft eines Gesetzes aus dem Jahr 2013 hatte das Institut Universitätsstatus erhalten und seine Mitarbeiter/innen waren von Beamten zu Privatangestellten geworden.
Der Vorsitzende des Pims-Aktionskomitees, Mohammad Riaz Gujar, erklärte, dass der Protest im Namen sowohl der Beschäftigten als auch der Patienten geführt werde. Pims war ein Sozialkrankenhaus gewesen, bevor es in ein autonomes Institut umgewandelt wurde und seine Gebühren stetig erhöht hatte. Die Krankenhausbehörden drohten mit Entlassungen.
Nationale Datenbank verweigert Tausenden Beschäftigten Gewerkschaftsrechte30-04-2015
Die nationale Datenbank und Registrationsbehörde („NADRA“), eine Abteilung des Innenministeriums, beging den Tag der Arbeit mit der Verweigerung einer Gewerkschaft für ihre knapp 17.000 Beschäftigten. Die NADRA hat die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. der All Pakistan NADRA Employee’s Union (APNEU) mit der Begründung abgelehnt, dass sie sie für eine rechtswidrige und inoffizielle Organisation halte, gegen deren Aktivitäten sie gerichtlich vorgehen werde.
Am 30. April haben NADRA-Beschäftigte in Karachi protestiert, um die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. ihrer Gewerkschaft zu fordern, worauf die Direktion mit einem Rundbrief reagierte, in dem es hieß, dass alle NADRA-Mitarbeiter/innen in die Kategorie der Beschäftigten fielen, die wesentliche Dienstleistungen erbringen und somit gemäß Artikel 7-A des Gesetzes über die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste aus dem Jahr 1952 nicht berechtigt seien, sich an Gewerkschaftsaktivitäten zu beteiligen. Bei jedem Verstoß gegen diese gesetzliche Bestimmung müsse mit einer bis zu einjährigen Haftstrafe und einem Bußgeld gerechnet werden.
Der Generalsekretär der inoffiziellen Gewerkschaft, Salman Zuberi, hat erklärt, dass es gelungen sei, die Gewerkschaft der NADRA-Beschäftigten über die Nationale Arbeitsbeziehungskommission zu registrieren, wogegen die Direktion der NADRA jedoch Einspruch beim Obersten Gerichtshof in Islamabad erhoben habe, wo das Verfahren noch anhängig sei.
Im Zuge des andauernden Konfliktes zwischen den Beschäftigten und der Direktion ist ein führender Vertreter der NADRA, der als Vermittler zwischen beiden Parteien fungiert hatte, von seinem Posten zurückgetreten.
Gewerkschaftsmitgliederzahlen auf Rekordtief30-04-2015
Laut einem Bericht über die Arbeitnehmerrechtslage in Pakistan (2014), den das pakistanische Institut für Arbeitnehmerbildung und Forschung (Pakistan Institute of Labour Education and Research, Piler) am 30. April 2015 veröffentlicht hat, gehört lediglich ein Prozent der pakistanischen Erwerbsbevölkerung einer Gewerkschaft an. Andere Organisationen nennen andere Zahlen, aber aus allen geht ein extrem geringer gewerkschaftlicher Organisierungsgrad hervor. Während einer Maikundgebung sagte die Generalsekretärin der All Pakistan Trade Union Federation (APTUF), Aima Mehmood, dass fünf Prozent der Beschäftigten des Landes Gewerkschaftsmitglieder seien, während es im Falle der Frauen lediglich ein Prozent sei. Andere sprachen von rund zwei Prozent.
Piler, APTUF und andere führen die niedrigen Gewerkschaftsmitgliederzahlen auf die unzureichende Inkraftsetzung der Gesetze und die Missachtung der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.
vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte -Normen zurück. Erheblichen Einfluss darauf hat auch der große informelle Sektor. Gul Rehman, der Vorsitzende der Arbeitnehmerrechtsbewegung, sagte in seiner Rede auf einer Kundgebung anlässlich des Welttages für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober 2015, dass mehr als 75 Prozent der Erwerbsbevölkerung Pakistans im informellen Sektor arbeiteten, wo ihnen durch das Leiharbeitssystem und die Beteiligung Dritter ihre grundlegenden Rechte vorenthalten würden. Zudem spielt die nach wie vor verbreitete Schuldknechtschaft eine Rolle, ebenso wie die Einstellung der Arbeitgeber, die Anträge auf die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. von Gewerkschaften schlichtweg ignorieren.
Arbeitnehmerrechtsaktivisten angegriffen 01-04-2014
Im April 2014 wurden zwei Arbeitnehmerrechtsaktivisten am Stadtrand von Lahore, der Hauptstadt Punjabs, angegriffen. Sie kämpften für die Rechte von Fronarbeitern, von denen viele in den Ziegeleien der Provinzen Punjab (Pakistans reichster Provinz) und Khyber Pakhtunkhwa arbeiten. Für den Angriff wurde der Eigner einer Ziegelei verantwortlich gemacht.
Pakistan steht weltweit an dritter Stelle, wenn es um Sklaverei geht, sowohl bezüglich des Anteils von Sklaven im Verhältnis zur Bevölkerung (nach Haiti und Mauretanien) als auch nach absoluten Zahlen (nach Indien und China). Angaben der Vereinten Nationen zufolge gab es im Mai 2014 mehr als zwei Millionen Fronarbeiter in Pakistan.
„Es gibt keine einzige Ziegelei in Lahore und Umgebung, die nicht Politikern gehört, die in den Korridoren der Macht sitzen, einschließlich der Bundes- und Provinzversammlungen“, so Ibn Abdur Rehman, ein prominenter Menschenrechtsaktivist und Vorsitzender der Nationalen Koalition gegen Schuldknechtschaft.
Beschäftigte protestieren gegen die Suspendierung von vier führenden Gewerkschaftsvertretern 13-05-2014
Hunderte Beschäftigte der pakistanischen Wasser- und Strombehörde WAPDA haben am 13. Mai 2014 in verschiedenen Bezirken des Landes Demonstrationen abgehalten, um gegen die Suspendierung von vier führenden Vertretern der Gewerkschaft Hydroelectric Union Pakistan zu protestieren.
The Präsident, der Generalsekretär und zwei weitere führende Vertreter der Gewerkschaft beim Wärmekraftwerk in Muzaffargarh wurden am 12. Mai 2014 im Anschluss an einen Protest gegen die geplante Privatisierung des Kraftwerks suspendiert. Der Protest fand am 12. Mai parallel zu einem Besuch des für die Wasser- und Stromversorgung zuständigen Ministers, Abid Sher Ali, statt.
In Anwesenheit von 133 Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes umstellten die Protestierenden die Wagenkolonne des Ministers und skandierten Parolen.
Der Chefingenieur des Wärmekraftwerks in Muzaffargarh, Khalid Alvi, wurde suspendiert und der Sicherheitsbeauftragte Omar Malik wurde entlassen. Auch der Generaldirektor des Kraftwerks, Shoaib Rashid, musste sich im Zusammenhang mit dem Vorfall verantworten.
Der Präsident der WAPDA-Gewerkschaft, Khursheed Khan, erklärte: „Wenn die Gewerkschafter in den nächsten 24 Stunden nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, werden wir die Energieversorgung der bevölkerungsreichen Bezirke im Süden Punjabs unterbrechen.“ Er kündigte Proteste in den größten Bezirken und Bezirksbüros der Energiekonzerne in der Region an.
Abid Sher Ali sagte gegenüber der Zeitung The Express Tribune, dass das Wärmekraftwerk in Muzaffargarh zu einem Knotenpunkt des Heizöl-und Elektrizitätsdiebstahls geworden sei und man nicht zulassen werde, dass die Mafia die Bemühungen von Premierminister Nawaz Sharif um die Beendigung der Energiekrise in dem Land sabotiere.
Protestierende Lehrkräfte verprügelt und verhaftet 28-06-2014
Am 28. Juni 2014 hat die Polizei in Khairpur protestierende Lehrkräfte mit Schlagstöcken verprügelt und anschließend mindestens 18 von ihnen verhaftet, als sie versuchten, vor dem Haus des Ministerpräsidenten in Khairpur ein Sit-in zu veranstalten.
Die Lehrer/innen waren durch die Straßen von Khairpur zum Haus des Ministerpräsidenten marschiert, um dagegen zu protestieren, dass sie trotz des bestandenen staatlichen Tests ihre Ernennungsurkunden nicht erhalten hatten.
Die Opfer forderten die unverzügliche Freilassung ihrer Kolleginnen und Kollegen und appellierten an den Präsidenten des Obersten Gerichts Pakistans, die Folter und Gewalt seitens der Polizei festzustellen.
Tarifverhandlungen im privaten Sektor durch Outsourcing gefährdet01-07-2014
Die Gewerkschaften haben im Juli 2014 Besorgnis darüber geäußert, dass neue Beschäftigte im privaten Sektor zunehmend als Auftragnehmer oder über Zeitarbeitsfirmen eingestellt würden, wodurch sich die Tarifverhandlungsposition der Beschäftigten im privaten Sektor verschlechtert habe.
Mit einem Zeitarbeitsvertrag oder über Dritte eingestellte Beschäftigte haben keinen Anspruch auf Leistungen wie eine Kranken- oder Gruppenversicherung.
Dies ist vor dem Hintergrund der jüngsten Privatisierung früherer staatlicher Einrichtungen wie Banken und Versicherungsgesellschaften besonders beunruhigend für die Gewerkschaften, die in diesen Branchen ihre Mitglieder verloren haben.
Abwrackarbeiter fordern Recht auf Gewerkschaftsgründung 07-10-2014
Am 7. Oktober 2014 demonstrierten die Arbeiter auf der Abwrackwerft Gadani für das Recht auf die Gründung von Gewerkschaften. Zudem forderten sie eine Arbeitslosenversicherung, eine Altersversorgung, Sozialversicherungsleistungen und die Erhöhung des Mindestlohns auf 20.000 Rs.
Die Abwrackwerft Gadani gilt als eine der brutalsten Arbeitsstätten Pakistans. Die Arbeiter werden dort am Ende jeder 12-Stunden-Schicht wie Vieh gezählt und stundenweise bezahlt.
Acht Arbeiter ermordet21-10-2014
Am 21. Oktober 2014 protestierte die National Trade Union Federation (NTUF) vor dem Karachi Press Club gegen die Ermordung von acht Arbeitern in Belutschistan und gegen den Raubüberfall auf den angesehenen Wohltäter Abdul Sattar Edhi.
An dem Protest beteiligten sich Industriearbeiter, politische und soziale Aktivisten und Studenten.
NTUF Sindh-Präsident Gul Rahman erklärte: „Die brutale Ermordung der Arbeiter ist eine unverzeihliche Tat. Die Arbeiterklasse hat sich immer für die demokratischen Rechte unterdrückter Nationalitäten eingesetzt, und sie hat sich immer gegen Staatsterrorismus in allen seinen Formen gewehrt“.
Andere Beobachter gehen davon aus, dass die Angriffe auf die Arbeiter aufgrund ihrer Rassen- oder Sektenzugehörigkeit erfolgten und im Wesentlichen darauf abzielten, einen Keil in die Arbeiterbewegung zu treiben und rückschrittliche Kräfte zu stärken. Sie forderten Schutz für die politischen und nationalistischen Kräfte in Belutschistan sowie Maßnahmen gegen alle Versuche, die Arbeiterklasse und die nationalistischen Kräfte in der Provinz gegeneinander aufzubringen. Ebenfalls gefordert wurde eine Entschädigungszahlung in Höhe von Rs 1 Million für die Familien der acht ermordeten Arbeiter sowie von Rs 500.00 für die Verletzten.
Zu dem Überfall auf Edhi in seinem Haus wurde erklärt, dass Abdul Sattar Edhi seinen Dienst am Menschen unabhängig von Kaste, Glaube, Religion und ethnischer Zugehörigkeit geleistet habe. Wenn eine Persönlichkeit wie Edhi Opfer von Aggression werde, dann gebe es für niemand im Land mehr ein Gefühl der Sicherheit.
Sechs Streikende am Hafen von Karatschi verhaftet14-11-2014
Am 14. November 2014 wurden sechs Streikende während eines Streiks am Hafen von Karatschi für die Rechte der Fischer und Inselbewohner verhaftet und einen Tag lang inhaftiert.
Es wurden verschiedene innerstaatliche Sicherheitsorganisationen eingeschaltet, um den Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik zu beenden und die Beschäftigten zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu zwingen.
Der Mehrheit der Beschäftigten wird ein Gewerkschaftsbeitritt verweigert01-09-2014
Karamat Ali, dem Direktor des Pakistanischen Instituts für Arbeitnehmerbildung und Forschung (PILER), zufolge gehört aufgrund des begrenzten Vereinigungsrechts im Rahmen des Arbeitsbeziehungsgesetzes aus dem Jahr 1969 weniger als ein Prozent der Beschäftigten in Pakistan einer Gewerkschaft an. „Dadurch wurde vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Recht auf eine Gewerkschaftsmitgliedschaft genommen, und durch spätere Zusätze wurde immer mehr Beschäftigten dieses Recht vorenthalten“, sagte er auf einer Konferenz im September 2014. Ali betonte zudem die Notwendigkeit, die Gewerkschaften zu schützen und wenigstens für Mindestlöhne zu sorgen, wobei er die Gründung einer landesweiten Gewerkschaft forderte.
Auf derselben Konferenz vertrat Richter a.D. Rashee A Rizvi die Ansicht, dass die politischen Parteien ihrer Rolle beim Aufbau von Gewerkschaften nicht gerecht geworden seien. Seiner Meinung nach hätten sie ihre Flügel in bereits vorhandenen Gewerkschaften eingerichtet, aber nie versucht, für funktionstüchtige Gewerkschaften in den Betrieben zu sorgen.
Erwerbstätigen Frauen, die nahezu ausschließlich auf Vertragsbasis im informellen Sektor beschäftigt sind, könne das Recht auf Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.
vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte besonders leicht vorenthalten werden, da sie aus dem Gesetzesrahmen herausfielen, sich ihrer Rechte nicht bewusst seien und von staatlicher Seite nicht für die Durchsetzung ihrer Rechte gesorgt werde.
Im Oktober 2014 hat die Vereinigung der Heimarbeiterinnen eine Pressekonferenz abgehalten, auf der ihre Generalsekretärin Zehra Khan berichtete, dass in Pakistan mehr als 12 Millionen Heimarbeiterinnen ihre grundlegenden rechte verweigert würden.
„In Anbetracht der sich verändernden Bedingungen sollte der Begriff“Arbeitnehmer/in„neu definiert werden und auch diejenigen umfassen, die nicht in Fabriken oder Betrieben arbeiten, wie etwa Heimarbeitskräfte“, so Khan.
Die Exekutivdirektorin der Working Women Organisation, Aima Mahmood, berichtete, dass weniger als ein Prozent der Arbeiterinnen einer Gewerkschaft angehöre und lediglich fünf bis sechs Frauen eine Führungsposition in den leitenden Organen der Gewerkschaften innehätten.
Die Generalsekretärin der Working Women Union, Shaheena Kausar, und die Präsidentin der Pakistan Workers Confederation, Rubina Jamil, erklärten, dass die Arbeitsinspektoren nicht in Gleichstellungsfragen sensibilisiert seien und die Vorankündigung ihrer Inspektionen den Arbeitgebern und nicht den Beschäftigten nütze. Kausar stellte fest, dass ihre Organisation bestrebt sei, die Situation erwerbstätiger Frauen durch ihre gewerkschaftliche Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. und die Vermittlung Vermittlung Ein Prozess zwischen Schlichtung und Schiedsverfahren, bei dem der Vermittler neutral ist und den an einem Arbeitskonfliktbeteiligten Parteien bei einer Einigung hilft, indem er mögliche, unverbindliche Lösungen vorschlägt; wird auch als Mediation bezeichnet.
vgl. Schiedsverfahren, Schlichtung von Tarifverhandlungsgeschick zu verbessern. Sie merkte allerdings auch an, dass Pakistan bei der Umsetzung des IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.
vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte -Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts von Männern und Frauen nicht erfolgreich gewesen sei, da Männer für dieselbe Arbeit besser bezahlt würden.
Am 28. Februar 2015 berichtete der stellvertretende Generalsekretär der National Trade Union Federation, Nasir Mansoor, dass etwa 98 Prozent der Gesamterwerbsbevölkerung Pakistans nicht das Recht hätten, ihre eigenen Gewerkschaften zu gründen und dass rund 95 Prozent der Beschäftigten keinerlei Sozialversicherung hätten.
„Pakistan hat die Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation zwar unterzeichnet, aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ihre Rechte nicht wahrnehmen“, so Mansoor.
Die Beschränkungen des Rechtes auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ergeben sich aus der Tatsache, dass diese Beschäftigten nicht anerkannt werden oder nicht unter die Gesetze fallen, weil sie informelle und prekäre Tätigkeiten verrichten.
Polizei geht mit Schlagstöcken und Tränengas gegen protestierende Gefängnisaufseher vor und verhaftet sie 17-02-2015
Am 17. Februar 2015 hat die Polizei Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt, um Gefängnispersonal zu vertreiben, das außerhalb der Provinzversammlung von Khyber Pakhtunkhwa gegen seine Entlassung einen Tag zuvor protestierte. Die Beschäftigten hatten die Khyber-Straße mehrere Stunden lang blockiert, um gegen ihre Entlassung aus dem Dienst zu protestieren. Die Polizei nahm auch mehrere Demonstranten fest.
Die Provinzregierung von Khyber Pakhtunkhwa hat die Einstellung von 796 Gefängnisaufsehern rückgängig gemacht, nachdem in der Versammlung Kritik wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Einstellung seitens der Gesetzgeber der Provinz, die der Regierungspartei PTI angehören, geäußert worden war.
Die Protestierenden erklärten, dass sie am 22. Januar 2015 eingestellt, am 16. Februar jedoch aufgrund interner Differenzen mit den PTI-Abgeordneten wieder entlassen worden seien.
Als die Beschäftigten die Straßenblockade erst nach Zusicherung ihrer Wiedereinstellung beenden wollten, setzte die Polizei Schlagstöcke und Tränengas ein, um sie zu vertreiben, woraufhin die Demonstranten die Polizisten mit Steinen bewarfen. Bei dem Tumult wurden mehrere Beschäftigte verletzt.
Prügel für protestierende Polizisten19-03-2015
Am 19. März 2015 wurden Dutzende in der Ausbildung befindliche Polizeiinspektoren und Chefkonstabler der Polizei in der Provinz Sindh mit Schlagstöcken traktiert und verhaftet, nachdem sie vor der Polizeihauptwache auf der I.I. Chundrigar Road dagegen protestiert hatten, dass sie ihre Gehälter seit mehreren Monaten nicht erhalten hatten.
Die Beamten, die gerade einen siebenmonatigen Lehrgang auf der Polizeischule in Saeedabad absolviert hatten, behaupteten, während dieser Zeit nicht bezahlt worden zu sein, und hatten den Befehl erhalten, sich bei der Polizeischule in Razzaquabad für eine weitere Spezial-Eliteausbildung zu melden. Verärgert über ihren länger als ein halbes Jahr zurückgehaltenen Lohn entschlossen sich die zum Lehrgang abkommandierten Inspektoren und Chefkonstabler zu einer Demonstration vor der Polizeihauptwache, die zu einem Stau auf der verkehrsreichsten Straße der Stadt führte.
„Wir sind seit sieben Monaten auf dem Lehrgang ohne Bezahlung, dazu werden wir gezwungen, jeden Monat noch drei- bis viertausend Rupien Verpflegungsgeld zu zahlen“, berichtete der Lehrgangsteilnehmer Taufiq. „Jetzt haben wir die Ausbildung beendet und sollen uns in Razzaquabad für eine weitere Eliteausbildung melden. Aber da werden sie auch wieder Geld von uns verlangen.“
Andere protestierende Polizisten erzählen, dass sie von Vorgesetzten auf sinnlose Lehrgänge geschickt werden, damit man ihre Gehälter nicht zahlen muss.
In Laufe der Demonstrationen wurden vier der Organisatoren der Proteste vom stellvertretenden Generalinspekteur der Verwaltung zu Verhandlungen eingeladen. Als von offizieller Seite jedoch nicht auf die Forderungen der protestierenden Polizisten eingegangen wurde, kochte die Stimmung weiter hoch, und die Demonstranten fingen an, Slogans zu skandieren.
Als es Einheiten der Stadtpolizei nicht gelang, die Demonstration friedlich aufzulösen, wurden die Teilnehmer unter dem Kommando von SP Aftab Nizamani mit Schlagstöcken auseinandergetrieben, ca. 20 Personen wurden festgenommen und auf unterschiedliche Polizeiwachen verteilt. Die im Einsatz befindlichen Polizisten zerrten die Protestierenden gewaltsam in ihre Fahrzeuge und zerrissen deren Kleidung, als die Auseinandersetzungen vor der Hauptwache weitergingen.
Eingriff der Polizei in Streik und Verweigerung von Verhandlungen31-03-2013
Im März 2013 führte die Polizei eine Razzia im Hotel Pearl Continental in Karachi durch und verhaftete 50 Mitglieder und führende Vertreter der Gewerkschaft, die an einem Sitzstreik Sitzstreik Eine Form des Arbeitskampfes, bei der sich die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz hinsetzen, jedoch keine Arbeit verrichten.
vgl. Streik teilnahmen. Gegen den Gewerkschaftsvorsitzeden, Ghulam Mehboob, der 14 Stunden lang festgehalten wurde, wurde Strafanzeige erstattet. Die Hotelleitung weigert sich, mit der Gewerkschaft zu verhandeln und an Schlichtungsgesprächen teilzunehmen.
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung30-04-2013
Im April 2013 sperrte die Betriebsleitung von Kraft Foods Pakistan Mitglieder der Cadbury Pakistan Progressive Employees Union aus und griff führende Gewerkschaftsvertreter an, als sich die Verhandlungen über Löhne, Zulagen und Arbeitsplatzsicherheit festgefahren hatten. Es wurden Disziplinarmaßnahmen gegen den Gewerkschaftsvorsitzenden, Muhammad Saleem, ergriffen, der im Widerspruch zu einem noch laufenden Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.
vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen entlassen werden sollte.
Entlassung wegen Streik18-02-2013
Mehr als 400 Jungärzte, die an einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik aus Protest gegen Strafanzeigen gegen ihre Kolleginnen und Kollegen im Zusammenhang mit dem Zwischenfall beim Krankenhaus Gujranwala DHQ teilgenommen hatten, wurden entlassen. Ministerpräsident Shahbaz Sharif hatte gegenüber Vertretern der Jungärztevereinigung des Punjab bei einem Treffen in seiner Residenz in Model Town am 18. Februar 2013 zugesagt, dass die ergriffenen Maßnahmen eingestellt würden. Das Krankenhaus Jinnah weigerte sich jedoch trotz schriftlicher Anordnungen der Gesundheitsbehörden, 200 Ärzte — 55 mit abgeschlossener Ausbildung, angehende Ärzte in der postuniversitären Ausbildung und Assistenzärzte — wieder einzustellen.
Bergbauunternehmen erkennt Gewerkschaft nicht an30-04-2013
Die Gewerkschaft bei dem Bergbauunternehmen Duddar Mineral Development Company wurde am 23. September 2012 zugelassen und hat der Betriebsleitung im Einklang mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren ihren „Forderungskatalog“ vorgelegt, um Verhandlungen zu beginnen. Das Unternehmen weigert sich jedoch, die Gewerkschaft als repräsentative und rechtmäßige Arbeitnehmervertretung anzuerkennen und schikaniert deren Mitglieder und führende Vertreter. Nach einem gesetzmäßigen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik konnten die Bergarbeiter eine Lohnerhöhung und bessere Arbeitszeiten durchsetzen. Die Unternehmensleitung weigert sich jedoch weiterhin, die Gewerkschaft als repräsentative Organisation der Arbeitnehmer anzuerkennen.
Journalisten weiterhin in Gefahr30-11-2010
Gewalt, Festnahmen bei Demonstrationen und Streiks30-11-2010
Streiks werden oft durch die Polizei niedergeschlagen und von Arbeitgebern als Begründung für Entlassungen genutzt. Gewerkschaftsführer werden oft festgenommen. Märsche und Proteste finden trotz der Gegenmaßnahmen ebenfalls regelmäßig statt.
Am 11. Januar schlugen Polizei und paramilitäre Einsatzkräfte einen friedlichen Protest von Arbeitnehmern am Flughafen Karatschi nieder. Sie verletzten dabei viele Menschen und nahmen mehrere Gewerkschaftsführer fest.
Zwei Menschen wurden verletzt, als die Polizei gegen Niedriglohn-Arbeitnehmer mit Zeitvertrag der Bildungsbehörde der Provinz Karatschi am 18. Februar Knüppel und Tränengas einsetzte. Mindestens zwölf Menschen wurden verhaftet.
Im März wurden Knüppel und Tränengas gegen eine Demonstration von im Gesundheitswesen beschäftigten Frauen in der Provinz Sindh eingesetzt. Rund 36 Protestlerinnen sollen festgenommen worden sein.
Bei einer Demonstration in Quetta am 14. Juni wurden mindestens acht Ärzte verletzt und 50 weitere verhaftet.
Im Juli wurden zusätzliche Truppen eingesetzt, um Massenproteste in Karatschi zu zerstreuen. Mindestens 65 Menschen kamen dabei zu Tode.
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung30-11-2010
Arbeitgeber setzen der gewerkschaftlichen Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. ihrer Arbeitnehmer oft großen Widerstand entgegen. Dabei greifen sie auf Einschüchterungsmaßnahmen, Entlassungen und schwarze Listen zurück. Direktoren des Reko-Diq-Projekts der Tethyan Copper Co. suspendierten im April zwölf Gewerkschaftsaktivisten, und der Generalsekretär der Gewerkschaft der Syngenta-Beschäftigten in Pakistan wurde am 22. Dezember entlassen.
Streiks: illegal und gefährlich31-12-2010
Streiks finden nur selten statt, und angesichts der mit der Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. eines Streiks verbundenen Komplikationen sind sie gewöhnlich illegal und kurz. Häufig werden sie von der Polizei beendet und von den Arbeitgebern als Rechtfertigung für Entlassungen ins Feld geführt. Gewerkschaftsführer werden häufig verhaftet. Trotz der negativen Auswirkungen kommt es regelmäßig zu Demonstrationen und Protesten.
Im September beispielsweise begannen die Piloten der Pakistan Airlines (PIA), die zum pakistanischen Pilotenverband (Pakistan Airline Pilots’ Association, PALPA) gehören, nach Vorschrift zu arbeiten und wollten so ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden und Überstunden abgebaut werden müssen. Die Regierung berief sich daraufhin auf das Gesetz von 1952 über die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste, das im Namen der Aufrechterhaltung wesentlicher Dienste oftmals zur Einschüchterung der Arbeitnehmer und zur Verhinderung von Arbeitskampfmaßnahmen herhalten muss. Einen Monat später, am 25. Oktober, entließ das PIA-Management Berichten zufolge zwei leitende Piloten fristlos und ohne Anhörung zu ihrer Rolle im Rahmen der Aktion. Einer von ihnen war früher beigeordneter Gewerkschaftssekretär.
Arbeitgeber umgehen Gesetze31-12-2010
Die Arbeitgeber wehren sich häufig mit Nachdruck gegen die gewerkschaftliche Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. ihrer Beschäftigten und greifen auf Einschüchterungen, Entlassungen und schwarze Listen zurück. Ferner können die Verfahren zur Eintragung einer Gewerkschaft und das Berufungsverfahren mehrere Jahre dauern, wenn sich ein Arbeitgeber der Gründung einer Gewerkschaft widersetzt. Die Arbeitgeber befördern die Beschäftigten zum Teil pro forma zu leitenden Angestellten, die keiner Gewerkschaft mehr beitreten können. Sie tun dies gewöhnlich jedoch, ohne ihnen den entsprechenden höheren Lohn zu zahlen. Die Wirtschaftskrise hat zu einer steigenden Anzahl von Unternehmen geführt, die das Gesetz ignorieren und dabei manchmal offen von den Behörden unterstützt werden. Die Folge waren Lohn- und Leistungskürzungen und eine Schwächung der Rechte, da die Beschäftigten noch weniger ihre Rechte einfordern, wenn sie befürchten müssen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung bei Banken30-11-2009
Hunderte Gewerkschaftsführer wurden in den letzten Jahren gemäß den Bestimmungen des (ergänzten) Bankgesetzes aus dem Jahr 1997 entlassen, Im Jahr 2009 reichte der stellvertretende Generalsekretär der Pakistan Peoples Party, der kein Regierungsamt innehat, einen Gesetzentwurf gegen die Vorschriften ein, um die Einschränkung der Gewerkschaftstätigkeit in Banken aufzuheben. Außerdem berichtete die Gewerkschaftsorganisation Pakistan Workers’ Federation über Repressalien gegen Gewerkschaftsmitglieder bei der National Bank of Pakistan und Imran Usman, ein Mitglied der Gewerkschaft Muslim Commercial Bank Staff Union, soll im November 2009 angeblich wegen seiner Gewerkschaftsaktivitäten entführt worden sein.
Streiks: illegal und gefährlich30-11-2009
Streiks finden nur selten statt, und angesichts der mit der Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. eines Streiks verbundenen Komplikationen sind sie gewöhnlich illegal und kurz. Häufig werden sie von der Polizei beendet und von den Arbeitgebern als Rechtfertigung für Entlassungen ins Feld geführt. Trotz der negativen Auswirkungen kommt es regelmäßig zu Demonstrationen und Protesten. Einige sind erfolgreich. Beispielsweise führte die Demonstration der Gewerkschafter bei der Pakistan Electric Power Company (Pepco) dazu, dass die Geschäftsführung sich im Mai 2009zu einer kleinen Erhöhung der Lohnstufen für Fließbandarbeiter bereit erklärte. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten bei der Wapda Hydro Electric Central protestierten im Juli, weil die Familien von Freileitungsmonteuren keine Entschädigung erhielten, nachdem die Monteure an ihrem Arbeitsplatz infolge eskalierter politischer Gewalt getötet wurden. Andere Streiks jedoch führten direkt und schnell zu Gewalt und zur Inhaftierung von Gewerkschaftsführern.