Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201989,%20683
Timestamp: 2019-01-19 23:38:39
Document Index: 78982488

Matched Legal Cases: ['Art. 1', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 12', '§ 10', '§ 10', '§ 12', 'Art. 1', '§ 10']

BFH, 19.04.1989 - X R 2/84 - dejure.org
Sonderausgaben - Versicherungsbeträge - Versicherungsnehmer - Schuldner - Beiträge für Sohn - Unfallversicherung - Sozialversicherung
Einkommensteuer; Abzug von Vorsorgeaufwendungen
BFHE 157, 101
BB 1989, 1674
DB 1989, 2053
BStBl II 1989, 683
Die Rechtfertigung für den Abzug dieser Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben ist in der durch eine Minderung der Leistungsfähigkeit hervorgerufenen wirtschaftlichen Belastung des Steuerpflichtigen zu sehen (Senatsurteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683, unter Bezugnahme auf den BVerfG-Beschluss vom 22. Februar 1984 1 BvL 10/80, BVerfGE 66, 214, 223, BStBl II 1984, 357, 359).
Soweit es sich dabei um Aufwendungen zur Ermöglichung einer Mindestvorsorge handelt, ist nach Auffassung des erkennenden Senats ein steuermindernder Abzug von Verfassungs wegen (Art. 1, 3, 6, 20 GG) geboten (…ebenso insbesondere Söhn in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, Kommentar, § 10 Rdnr. P 6 und P 76; vgl. auch BFH-Urteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683, Abschn. I Nr. 1).
Folglich ist Drittaufwand beim Abzug von Versicherungsbeiträgen als Sonderausgaben grundsätzlich nicht abziehbar (Senatsurteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Der rechtssystematische Kern der Regelung des § 10 EStG liegt darin, daß private Aufwendungen für den Steuerpflichtigen unvermeidbar sein können und deshalb die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern (sog. subjektives Nettoprinzip;… vgl. Söhn, in: Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, Kommentar, § 10 Rdnr. A 17 m. w. N.; Heuer in Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, § 10 EStG Anm. 5;… Stephan in Littmann/Bitz/Hellwig, a. a. O., § 10 EStG Rn. 1; vgl. auch BFH-Urteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Zwar können Zuwendungen des Einkommensteuerpflichtigen an Angehörige seine Einkünfte nicht schmälern (§ 12 Nr. 2 EStG); daraus folgt aber nicht, daß Zuwendungen des Angehörigen beim Empfänger einkommensmindernd zu berücksichtigen sind (BFH-Urteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Hier bilden Ausgaben eines Dritten für Versicherungsleistungen, die dem Steuerpflichtigen zugute kommen, keine diesen belastenden Aufwendungen, die als Sonderausgaben geltend gemacht werden könnten (vgl. BFH in BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Die Behandlung des Drittaufwands findet ihre Rechtfertigung letztlich in dem Zweck, im Rahmen des Werbungskosten-/Betriebsausgabenabzugs alle diejenigen Aufwendungen zu erfassen, die der Erzielung von Einkünften gedient haben (vgl. Senatsurteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683, m.w.N.).
c) Der im Bereich des Betriebsausgaben-/Werbungskostenabzugs entwickelte Gedanke, daß unter bestimmten (im einzelnen streitigen) Voraussetzungen auch Zahlungen eines Dritten als Aufwendungen des Steuerpflichtigen anzusehen sind (vgl. Vorlagebeschluß des IV. Senats des BFH vom 9. Juli 1992 IV R 115/90, BFHE 169, 56, BStBl II 1992, 948), ist im Bereich der Steuerbegünstigung nach § 10 e EStG ebensowenig anwendbar wie im Bereich der Vorsorgeaufwendungen (s. hierzu Senatsurteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Für den Bereich der Sonderausgaben entschied der X. Senat, daß nur derjenige, der Versicherungsbeiträge selbst schuldet und entrichtet, in den Genuß des Abzugs gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG kommen kann (Urteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
Der Grundsatz, daß Zuwendungen des Steuerpflichtigen an Angehörige seine Einkünfte nicht schmälern können (§ 12 Nr. 2 EStG), läßt sich nicht in der Weise umkehren, daß Zuwendungen des Angehörigen beim Empfänger einkommensmindernd zu berücksichtigen seien (BFH-Urteil in BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683).
BFH, 08.03.1995 - X R 80/91
Der Sonderausgabenabzug von Versicherungsbeiträgen setzt voraus, daß der …
Soweit es sich dabei um Aufwendungen zur Ermöglichung einer Mindestvorsorge handelt, ist nach Auffassung des erkennenden Senats ein steuermindernder Abzug von Verfassungs wegen (Art. 1, 3, 6, 20 GG) geboten (ebenso insbesondere Söhn in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, Kommentar, § 10 Rdnrn. P 6 und P 76; vgl. auch BFH-Urteil vom 19. April 1989 X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683, Abschn. I Nr. 1).
BFH, 07.03.2002 - III R 42/99
Keine außergewöhnliche Belastung bei Nachzahlungen zur Rentenversicherung eines …
Die Klägerin kann die nachentrichteten Beiträge nicht als Sonderausgaben abziehen, weil nicht sie, sondern die Mutter Versicherungsnehmerin ist (BFH-Urteile vom 19. April 1989 X R 28/86, BFHE 157, 505, BStBl II 1989, 862, und X R 2/84, BFHE 157, 101, BStBl II 1989, 683, sowie vom 8. März 1995 X R 80/91, BFHE 177, 375, BStBl II 1995, 637).
FG Berlin-Brandenburg, 04.11.2010 - 4 K 10218/06
Berücksichtigung der Beiträge zur privaten Krankenversicherung beim Grenzbetrag, …
FG Hessen, 25.08.1999 - 3 V 1086/99
Hauswirtschaftliches Beschäftigungsverhältnis: Sonderausgaben
FG München, 07.09.1995 - 7 K 1466/91
Eintritt einer verdeckten Gewinnausschüttung durch Verstoß gegen das …
FG Rheinland-Pfalz, 25.08.1999 - 3 V 1086/99
BFH, 19.04.1989 - X R 3/84