Source: https://www.alwb.de/beratung/duengung/duengeverordnung/
Timestamp: 2020-05-26 13:04:49
Document Index: 222195102

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 6', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 9', '§ 5', '§ 5', '§ 11', '§ 6', '§ 6', '§ 12']

Düngeverordnung - Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden im Rhein-Sieg-Kreis
Wahrscheinlich wird es im Frühjahr 2020 eine Novellierung der Düngeverordnung von 2017 geben. Bis dahin gilt die Düngeverordnung 2017, sobald es konkrete Neuerungen gibt werden diese auch hier auf der Website zu finden sein.
Sie können die unten zusammengefasste Düngeverordnung 2017 auch hier als PDF herunterladen:
Düngeverordnung_2017.pdf
Bitte verfolgen Sie die Veröffentlichungen in der Fachpresse LZ Rheinland und Wochenblatt für Landwirtschaft oder unter www.landwirtschaftskammer.de zum aktuellen Stand der Regelungen zur Umsetzung der Düngeverordnung 2017.
Über die Länderbefugnisse (§ 13) sind weitergehende bzw. abweichende Vorgaben auch für NRW zu erwarten.
Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt (§ 6(8))
1. November – 31. Januar für Grünland, mehrjähriges Feldfutter
nach Ernte - 31.Januar für Ackerland
bis 1.Oktober zu W-Raps, ZF, Feldfutter (bei Aussaat bis 15.9.) oder zu W.-Gerste nach Getreide (bei Aussaat bis 1.10.),
bis zum 1. Dezember zu Gemüse.
Keine Ausgleichsdüngung mehr zu Stroh!
15. Dezember – 15. Januar für Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost
Sperrfristverschiebung bis zu 4 Wochen möglich
Düngebedarfsermittlung (§ 3 (2))
Vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen an N (= 50 kg/ha N) oder P (= 30 kg/ha P2O5) ist der Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln.
Die endgültigen Details werden über Vollzugshinweise des Landes geregelt. Unter www.landwirtschaftskammer.de finden Sie die aktuellen Informationen.
Vorgaben zur Stickstoffbedarfsermittlung (§ 4 (1))
Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermittlung für Ackerkulturen sind folgende Einflüsse zu berücksichtigen
Humusgehalt des Bodens (< 4 %)
N-Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres
(10 % der ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
Beispiel einer N-Bedarfsermittlung für A-/B-Winterweizen:
Vorgaben zur Stickstoffbedarfsermittlung (§ 4 (2))
Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermittlung für Grünland sind folgende Einflüsse zu berücksichtigen
Rohproteingehalt im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
N-Nachlieferung aus legumer N-Bindung
Vorgaben zur Phosphatbedarfsermittlung (§ 4 (3))
Bei der Phosphat-Düngebedarfsermittlung sind folgende Einflüsse zu berücksichtigen
Fruchtfolgedüngung ist zulässig.
Ab Bodengehalten > 20 mg/100 g Boden P2O5 (CAL) ist eine Düngung max. in Höhe der P-Abfuhr zulässig.
Ausnahme Kompost:
innerhalb von 3 Jahren max. 510 kg Gesamt-N/ha.
Bei Komposteinsatz Aufteilung der N-Nachlieferung (10 % des Gesamt-N-Gehaltes) auf 3 Jahre.
Derogationsregelung für Grünland und mehrjährigem Feldfutter in Aussicht gestellt. Nicht für Maisanbau!
Neue Bilanzierungsmethode ‚Plausibilisierte Feld-Stall-Bilanz‘
Plausibilisiert =
Wiederkäuerhaltende Betriebe müssen über Anzahl der Tiere und deren Nährstoffaufnahme die Nährstoffabfuhr über das Grundfutter berechnen
Bilanzierung auf Schlagebene ist weiterhin möglich.
Über eine zusätzliche Verordnung werden voraussichtlich ab 2018 die Details zur Stoffstrombilanzierung geregelt.
Zulässige N- und P-Salden (§ 9 (2,3))
N-Saldo: ab 2018 max. 50 kg N/ha (3-Jahresmittel)
P-Saldo: ab 2018 max. 10 kg P2O5/ha (6-Jahresmittel)
Bei Überschreitung der zulässigen Saldowerte:
Anordnung zur Teilnahme an Düngeberatung. Im Folgejahr Vorlage der Düngebedarfsberechnungen und Nährstoffvergleiche.
Aufnahmefähigkeit des Bodens (§ 5 (1))
keine N-/P-Düngung wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.
Auf gefrorenen Boden dürfen max. 60 kg Gesamt-N/ha aufgebracht werden, wenn
durch Auftauen tagsüber die Aufnahmefähigkeit gegeben ist
keine Gefahr des Abschwemmens in Gewässer bzw. auf benachbarte Flächen besteht
eine Pflanzendecke (= Winterung, Zwischenfrucht, Grünland) vorliegt
andernfalls Verdichtung/Strukturschäden entstünden
Bei Festmist (Huf- und Klauentiere) oder Kompost > 60 kg Gesamt-N/ha zulässig
Abstandsauflagen zu Gewässern (§ 5 (2,3))
Weitere Auflagen bei Hangneigung ab 10% im Bereich 5-20 m:
Ausbringung nur bei
Verbotene Ausbringtechnik (§ 11)
Bodennahe Aufbringung auf bestelltem Acker (§ 6 (3))
Flüssige organische sowie flüssige organische-mineralische Dünger müssen auf bestelltem Acker ab dem 1.2.2020 streifenförmig auf den Boden abgelegt oder direkt in den Boden injiziert werden (Grünland/Feldgras ab 1.2.2025)
auf Antrag Ausnahmen bei naturräumlichen oder agrarstrukturellen Besonderheiten oder aus Sicherheitsgründen möglich
Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Acker (§ 6 (1))
Organische und org.-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff müssen mindestens 4 Stunden nach der Aufbringung auf unbestelltem Ackerland eingearbeitet sein.
Ausnahmen: Festmist (Huf- und Klauentiere), Kompost, Düngemittel mit < 2% TS-Gehalt , Harnstoff mit Ureasehemmern
Harnstoff muss ab 1.2.2020 mit Ureasehemmstoff versetzt sein oder ebenfalls innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet sein.
Lagerkapazitäten (§ 12)
9 Monate für Betriebe > 3 GV/ha und für Betriebe ohne eigene Fläche ab 01.01.2020
Was ist bereits in 2017 zu beachten?
Sperrfristregelung nach der Hauptfruchternte auf Ackerland
Sperrfristbeginn für Grünland ab 01. November bis 31. Januar
Sperrfrist für Festmist, Kompost ab 15. Dezember bis 15. Januar
Beginn des Bezugszeitraums zur Erstellung der Plausibilisierten Feld-Stall-Bilanz ab 01. Juli 2017 bzw. 01. Januar 2018
(Wirtschaftsjahr 2016/17 und Kalenderjahr 2017 wird als Feld-Stall-Bilanz nach alter Düngeverordnung gerechnet.)
Düngebedarfsermittlung zu Gemüse, Zwischenfrüchten, Feldgras, Winterraps, Wintergerste nach Getreide und Grünland
Dokumentation des Gesamt-N-Einsatzes über organische Dünger in 2017 zur Berücksichtigung bei der N-Bedarfsermittlung für das Erntejahr 2018
N-,P-Düngebedarf je Schlag oder Bewirtschaftungseinheit einschließlich Berechnung
Nmin-Gehalte des Bodens (außer Grünland, mehrschnittigem Feldfutter) ermittelt über Nmin-Richtwerte/ eigene Analysen
Phosphatgehalte des Bodens für Schläge > 1 ha alle 6 Jahre
Ausgangsdaten und Ergebnisses des Nährstoffvergleichs als Plausibilisierte Feld-Stall-Bilanz bis 31.03. des auf das jeweils abgelaufene Düngejahr folgende Kalenderjahr