Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=19.03.1998&Aktenzeichen=B%207%20AL%2020/97%20R
Timestamp: 2019-08-23 19:02:54
Document Index: 396107030

Matched Legal Cases: ['§ 128', '§ 128', '§ 166', '§ 41', '§ 128', '§ 105', '§ 128', '§ 128', '§ 128', '§ 128', '§ 105', '§ 157', '§ 157', '§ 105', '§ 128', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24']

BSG, 19.03.1998 - B 7 AL 20/97 R - dejure.org
https://dejure.org/1998,1126
BSG, 19.03.1998 - B 7 AL 20/97 R (https://dejure.org/1998,1126)
BSG, Entscheidung vom 19.03.1998 - B 7 AL 20/97 R (https://dejure.org/1998,1126)
BSG, Entscheidung vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R (https://dejure.org/1998,1126)
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Arbeitslosengeld - Erstattungspflicht des Arbeitgebers - Anhörung - Untersuchungsgrundsatz - keine Anwendung von von § 128 Abs 1 S 2 Nr 4 auf Aufhebungsverträge - Verfassungsmäßigkeit
Arbeitslosengeld - Krankenversicherung - Rentenversicherung - Beitrag - Erstattung - Abfindung - Beendigung - Arbeitsverhältnis - Arbeitsförderungsgesetz
Anhörung bei Erstattungsbescheiden, Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes im Verwaltungsverfahren, Anwendung von § 128 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 auf Aufhebungsverträge
Zum Zeitpunkt der Revisionseinlegung war eine wirksame Postulationsvollmacht erteilt (…vgl hierzu BSG SozR 1500 § 166 Nr. 12; Urteil des Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R -).
Der noch angefochtene Abrechnungsbescheid enthält dabei auch zugleich die Entscheidung über die Voraussetzungen der Erstattungspflicht, also auch über den Grund des Anspruchs (vgl nur Urteil des Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - S 5 des Umdrucks mwN).
Die Anhörung ist im Widerspruchsverfahren nachgeholt worden (§ 41 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 SGB X), da der Inhalt des Abrechnungsbescheides der Klägerin hinreichend Kenntnisse vermittelte, um sich zur Ausschöpfung ihres Rechts auf rechtliches Gehör noch weitere Tatsachenkenntnisse zu verschaffen (vgl Urteil des Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - S 5 des Umdrucks).
Der erkennende Senat hat sich mehrfach zu den von der Revisionsführerin geltend gemachten Revisionsgründen im Rahmen des § 128 AFG geäußert (vgl Urteil vom 19. März 1998, aaO; Urteile vom 25. Juni 1998 - B 7 AL 80/97 R und B 7 AL 82/97 R -).
Dies gilt insbesondere auch, soweit die Erstattungspflicht des Arbeitgebers dann besteht, wenn der Arbeitslose von der Möglichkeit Gebrauch macht, Alg unter den erleichterten Voraussetzungen des § 105c AFG in Anspruch zu nehmen (vgl Urteile des Senats, aaO, jeweils S 11 des Umdrucks, und bereits Urteil vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - S 9 f des Umdrucks; …sowie Urteile des 11. Senats des BSG vom 17. Dezember 1997 - 11 RAr 61/97 - BSGE 81, 259, 267 = SozR 3-4100 § 128 Nr. 5 und 7. Mai 1998 - B 11 AL 81/97 R -).
In seinen Entscheidungen vom 25. Juni 1998 (…aaO, S 7 ff des Umdrucks) hat der Senat ebenfalls nochmals eingehend begründet (hierzu bereits Urteil vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - S 7 ff des Umdrucks …und Urteile des 11. Senats vom 17. Dezember 1997, BSGE 81, 259, 264 f = SozR 3-4100 § 128 Nr. 5 und 7. Mai 1998, aaO), daß § 128 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 AFG über seinen Wortlaut hinaus nicht auf Fälle einer einvernehmlichen (sozial gerechtfertigten) Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Aufhebungsvertrag oder ähnliches erstreckt werden kann.
Schließlich ist auch nicht zu beanstanden, daß die Beklagte mit dem Bescheid vom 16. März 1995 eine Erstattungsforderung für einen mehr als vierteljährlichen Zeitraum geltend gemacht hat, da § 128 Abs. 1 Satz 1 AFG lediglich eine Regelung über die Fälligkeit der Erstattungsforderung trifft (Urteil des Senats vom 19. März 1998, aaO, Umdruck S 6;… Urteile vom 25. Juni 1998, aaO, Umdruck S 6).
Dies ist vorliegend zu verneinen (vgl hierzu Urteil des Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - S 6 des Umdrucks).
Die Erstattungspflicht der Arbeitgeber ist auch insoweit verfassungsgemäß, als Arbeitslose von der Möglichkeit Gebrauch machen, Alg unter den erleichterten Voraussetzungen des § 105c AFG in Anspruch zu nehmen (vgl Urteile vom 17. Dezember 1997 - 11 RA 61/97 -, vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - und 7. Mai 1998 - B 11 AL 81/97 R -).
Hieraus resultiert ein - wenn auch nur in geringem Umfang - höherer Beitrag und folglich auch Erstattungsbetrag (vgl hierzu BSG Urteil vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R -, EzS 5/26 aE).
Der Senat hat bereits darauf hingewiesen (Urteil vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R = EzS 5/26 S 294), dass die Beklagte bei der Berechnung der KV-Beiträge entgegen dem Wortlaut des § 157 Abs. 3 AFG das Bemessungsentgelt nicht durch sieben, sondern durch sechs teilt und dann mit der Zahl der Tage multipliziert, für die Alg gezahlt worden ist (vgl Theuerkauf in Hennig/Kühl/Heuer/Henke, AFG, Stand Juli 1997, § 157 RdNr 20).
Der zwischen der Klägerin und M geschlossene Aufhebungsvertrag erfüllt diesen Befreiungstatbestand nicht (Urteil des Senats vom 17. Dezember 1997 - 11 RAr 61/97 - mwN; ebenso Urteil des 7. Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R -).
Die Erstattungspflicht der Arbeitgeber ist auch insoweit verfassungsgemäß, als Arbeitslose - was für M nicht einmal zutrifft - von der Möglichkeit Gebrauch machen, Alg unter den erleichterten Voraussetzungen des § 105c AFG in Anspruch zu nehmen (vgl zum Folgenden Urteile vom 17. Dezember 1997 - 11 RAr 61/97 - und vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R -).
Wegen der Einzelheiten wird auf die zu dieser Frage vorliegende Rechtsprechung des BSG Bezug genommen (…vgl eingehend BSGE 81, 259, 266 ff = SozR 3-4100 § 128 Nr. 5; Urteile vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - und vom 7. Mai 1998 - B 11 AL 81/97 -).
Die Aufhebung ist auch nicht wegen fehlender Anhörung (§ 24 SGB X) rechtswidrig, da der Verwaltungsakt vom 4. Mai 1995 alle Tatsachen enthält, die nach § 24 Abs. 1 SGB X Gegenstand der Anhörung sind und diese mithin im Widerspruchsverfahren nachgeholt werden konnte (…BSG SozR 1300 § 24 Nr. 7;… BSGE 69, 247, 253 f = SozR 3-1300 § 24 Nr. 4 mwN; zuletzt Urteil des Senats vom 19. März 1998 - B 7 AL 20/97 R - unveröffentlicht).