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Timestamp: 2016-10-27 11:07:29
Document Index: 363496800

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 521', 'Art. 519', 'BGE', 'Art. 519', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 482', 'BGE', 'Art. 482', 'BGE', 'Art. 539', 'Art. 539', 'BGE']

81 II 224. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 17. Februar 1955 i.S. Aubry gegen Schuler.
1. Recours en r�forme, conditions de forme: Est-il admissible d'intervertir devant le Tribunal f�d�ral l'ordre des conclusions principales et subsidiaires prises dans l'instance cantonale? (consid. 2). 2. Imprescriptibilit� de l'action tendant � faire constater qu'il n'existe pas de legs valable (consid. 4). 3. Int�r�t suffisant pour faire constater judiciairement l'existence ou l'inexistence d'un rapport de droit (consid. 5). 4. Le testateur doit d�signer lui-m�me exactement le l�gataire (consid. 6). 5. Notion de la charge au sens de l'art. 482 CC (consid. 7). 6. Lib�ralit�s faites dans un but d�termin� � une pluralit� de personnes conjointement: Conditions dans lesquelles on peut admettre qu'il y a lib�ralit� valable susceptible de valoir comme fondation au sens de l'art. 539 al. 2 CC (consid. 8). Faits � partir de page 23
A.- Der am 4. August 1949 verstorbene Witwer Carl Martin Jung in Erlenbach (Z�rich) hinterliess keine leiblichen Nachkommen. Seine Adoptivtochter Agnes Marie Jung ist zwar erbberechtigt, jedoch ohne Pflichtteilsanspruch. Sie hat aus nun geschiedener Ehe einen am 5. Februar 1945 geborenen Sohn, den Kl�ger Karl Albert Aubry.
B.- Der Erblasser hatte am 20. Juli 1949 ein eigenh�ndiges Testament errichtet und darin verschiedene Verm�chtnisse, unter anderem zugunsten der Adoptivtochter und seiner vier Schwestern, ausgesetzt. In Ziff. 7 bestimmte er, der Rest seines Verm�gens falle an den Kl�ger. In Ziff. 8 ernannte er den Beklagten zum Willensvollstrecker.
"2. Zehntausend Franken sind f�r meine Schwester Marie, z.Z. in Wil, St. Gallen, zu reservieren, wovon jedes Jahr die Zinsen und achthundert Franken vom Kapital f�r die Schwester aufzuwenden sind. Der bei ihrem Ableben eventuell noch vorhandene Rest dieser zehntausend Franken soll unter die noch lebenden Schwestern gleichm�ssig verteilt werden. �berlebt meine Schwester alle andern Schwestern, so soll der noch vorhandene Rest ihres Verm�gens zur Heranbildung von katholischen Priesteramtskandidaten verwendet werden. Das N�here bestimmt der Testamentsvollstrecker.
3. Es ist mein Wunsch, dass der Testamentsvollstrecker zum Vormund oder Beistand von Karl Albert Aubry ernannt wird, falls er einmal einen solchen brauchen sollte. Aus dem Ertrag, ev. auch aus dem Erl�s meiner Liegenschaft (mit den darauf lastenden Verpflichtungen) samt Haus in Erlenbach kann der Testamentsvollstrecker dem Sohn meiner Adoptivtochter, Karl Albert Aubry, eine gute r�mischkatholische Erziehung angedeihen lassen. Der Testamentsvollstrecker ist befugt, Beitr�ge zu dessen beruflicher Ausbildung zu verabfolgen und ihn nach Gutd�nken BGE 81 II 22 S. 24auch anderweitig zu unterst�tzen. Es ist dem Testamentsvollstrecker anheimgestellt, den Rest des Verm�gens dem m�ndig gewordenen Karl Albert Aubry zu Eigentum und pers�nlicher Verwaltung zu �bergeben oder im nachstehenden Sinne zu verf�gen: stirbt der Bedachte Karl Aubry oder kann der von mir gew�nschte Zweck (eine gute katholische Erziehung) f�r Karl Albert Aubry nicht erreicht werden, so verf�gt der Testamentsvollstrecker �ber den noch vorhandenen Verm�gensteil zur Heranbildung von katholischen Priesteramtskandidaten."
C.- Das Testament wurde der Mutter des Kl�gers am 13. September 1949 zur Kenntnis gebracht. Am 3. August 1951 ernannte die Vormundschaftsbeh�rde der Stadt Z�rich einen Rechtsanwalt zum Beistand des Kl�gers mit dem Auftrag, das Testament "wegen Rechtswidrigkeit und nicht genau bestimmter Erbeinsetzung" anzufechten. Das geschah mit einer am 10. August 1951 beim Friedensrichteramt Erlenbach und am 22. gl. Mts. beim Bezirksgericht Meilen gegen den Willensvollstrecker angehobenen Klage, mit folgenden Rechtsbegehren:
"1. Das Testament sei wegen Testierunf�higkeit des Erblassers im Zeitpunkt der Erstellung (20. Juli 1949) als ung�ltig zu erkl�ren.
2. Eventuell: Die Bestimmung des Testamentes, die die Ausrichtung von Leistungen an den Kl�ger davon abh�ngig macht, dass er eine gute r�misch-katholische Erziehung, bzw. eine gute katholische Erziehung erh�lt (Ziffer 3 des Testamentes) sei als ung�ltig und nicht erfolgt zu erkl�ren.
3. Eventuell: Die Bestimmungen des Testamentes (Ziffer 2 und 3 des Testamentes), die den Testamentsvollstrecker erm�chtigen, Nachlassaktiven "zur Heranbildung von katholischen Priesteramtskandidaten" zu verwenden, seien als ung�ltig und nicht erfolgt zu erkl�ren und es sei deren Einhaltung dem Beklagten ausdr�cklich zu untersagen."
Am Tage vor dem Vermittlungsvorstand hatte der Beklagte eine Stiftung mit Sitz in Altdorf errichtet, der BGE 81 II 22 S. 25er den damals noch vorhandenen, aus dem Verkaufserl�s der in Ziff. 3 des Testamentes erw�hnten Liegenschaft stammenden Rest des Nachlasses widmete.
D.- Nach Durchf�hrung des Beweisverfahrens liess der Kl�ger das Klagebegehren 1 fallen. Zur Begr�ndung der �brigen Begehren machte er geltend, die Bedingung, an die das Testament in Ziff. 3 die Ausrichtung von Leistungen an ihn kn�pfe, verletze die Gewissensfreiheit und sei daher unsittlich (Begehren 2); sodann ermangle das in Ziff. 2 wie auch in Ziff. 3 des Testamentes zugunsten von Priesteramtskandidaten ausgesetzte Verm�chtnis der erforderlichen bestimmten Angabe der bedachten Personen (Begehren 3).
E.- Nach Abweisung der vom Beklagten vorweg erhobenen Einreden der fehlenden Passivlegitimation und der Verj�hrung erkl�rte das Bezirksgericht die in Ziff. 3 des Testamentes enthaltene Bedingung als unsittlich und daher die ganze Ziff. 3 als ung�ltig. Das Obergericht des Kantons Z�rich, an das der Beklagte appellierte, verneinte dagegen mit Urteil vom 10. Juni 1954 die vom Bezirksgericht angenommene Unsittlichkeit und hielt das zugunsten von Priesteramtskandidaten ausgesetzte Verm�chtnis als zu Recht bestehend. Es wies daher die Klage ab. Dabei stehe nur noch Ziff. 3 des Testamentes im Streit, da das Bezirksgericht sich zur Anfechtung von Ziff. 2 nicht ausgesprochen und der Kl�ger weder Haupt- noch Anschlussappellation eingelegt habe.
F.- Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende Berufung des Kl�gers mit folgenden Antr�gen:
"I. Die Bestimmung des Testamentes in Ziffer 3, wonach der Testamentsvollstrecker erm�chtigt ist, Nachlassaktiven zur Heranbildung von katholischen Priesteramtskandidaten zu verwenden, sei als ung�ltig und nicht erfolgt zu erkl�ren und es sei deren Einhaltung dem Beklagten ausdr�cklich zu untersagen.
II. Die Bestimmung des Testamentes in Ziffer 3, die die Ausrichtung von Leistungen an den Kl�ger davon BGE 81 II 22 S. 26abh�ngig macht, dass er eine gute katholische Erziehung erh�lt, sei als ung�ltig und nicht erfolgt zu erkl�ren (Eventualantrag)."
2. Der Kl�ger hat seine Antr�ge nicht in einer nach Art. 55 Abs. 1 lit. b OG unzul�ssigen Weise ge�ndert. Die Antr�ge der Berufung sind dieselben, die er in kantonaler Instanz als Begehren 2 und 3 gestellt hatte. Das letztere Begehren ist wie schon vor Obergericht auf Ziff. 3 des Testamentes eingeschr�nkt. Im �brigen hat er nur die Reihenfolge der beiden Begehren ge�ndert und das fr�here Eventualbegehren 3 nun zum Hauptbegehren I der Berufung erhoben. Ob eine derartige Umstellung allgemein zul�ssig sei, kann dahingestellt bleiben. Sie ist jedenfalls dann nicht zu beanstanden, wenn beide Begehren, wie es hier zutrifft, auf Herbeif�hrung des n�mlichen Rechtserfolges abzielen und sich nur auf verschiedene Rechtsgr�nde st�tzen. Mit beiden Begehren erhebt der Kl�ger unbedingten Anspruch auf die in Ziff. 3 des Testamentes erw�hnten Verm�genswerte. Indem er erkl�rt, nach Ziff. 7 des Testamentes falle dieser Rest des Nachlasses bei Gutheissung der Klage "automatisch" an ihn (Ziff. 2 der Vorbemerkungen in der Berufungsschrift), gibt er der Meinung Ausdruck, die in Ziff. 3 des Testamentes vorgesehene Befristung bis zu seiner M�ndigkeit sei nur im Hinblick auf die alternativ verf�gte Verwendung f�r Priesteramtskandidaten erfolgt und falle bei Rechtsunwirksamkeit der letztern Verf�gung dahin. Der Beklagte, der hiezu "keine Bemerkungen" anbringen zu wollen erkl�rt (Ziff. II der Berufungsantwort), scheint diese Ansicht zu teilen. Sie trifft in der Tat zu, denn die erw�hnte Befristung steht offensichtlich im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verm�chtnis zugunsten von Priesteramtskandidaten. Bei dieser Sachlage haben die Begehren auch im Nebenpunkt der Befristung die gleiche Tragweite. Sie sind somit, wie BGE 81 II 22 S. 27das Obergericht zutreffend bemerkt, gleichgeordnet. Die �nderung der Reihenfolge steht daher im Belieben des Kl�gers.
4. Die vom Beklagten gest�tzt auf Art. 521 ZGB erhobene Verj�hrungseinrede ist vom Bezirksgericht in erster Linie deshalb verworfen worden, weil zwischen dem Kl�ger und seiner Mutter, der Inhaberin der elterlichen Gewalt, eine Interessenkollision bestanden und daher die Verj�hrung erst mit der Ernennung eines Beistandes f�r das Kind begonnen habe. Das Obergericht hat die Klage materiell abgewiesen und dabei die Verj�hrungsfrage offen gelassen. Was das heutige Hauptbegehren betrifft, so unterliegt es gar nicht der Verj�hrung. Es geht auf Feststellung des Nichtbestehens eines dem gesetzlichen Begriff entsprechenden Verm�chtnisses �berhaupt. Damit beruft sich der Kl�ger auf keinen der in Art. 519 ZGB vorgesehenen Ung�ltigkeitsgr�nde. Er macht einen Mangel der Verf�gung geltend, der diese (gem�ss den in BGE 68 II 165 ff. ausgesprochenen Grunds�tzen) als schlechthin rechtsunwirksam erscheinen lasse. Trifft dies zu, liegt also eine ihrem Inhalte nach als Verm�chtnis taugliche Verf�gung von vornherein nicht vor, so bedarf es zur Beseitigung der in Frage stehenden Testamentsklausel in der Tat keiner Ung�ltigkeitsklage, die der Verj�hrung unterl�ge. Vielmehr hat man es in diesem Falle mit einer testamentarischen Anordnung ohne jede Rechtswirkung zu tun. Um dies gerichtlich klarstellen zu lassen, gen�gt eine Feststellungsklage, die jederzeit angehoben werden kann, also unverj�hrbar ist (TUOR, 2. Auflage, N. 12 der Vorbemerkungen zu den Art. 519-521 ZGB).
5. Aus dem Gesagten ergibt sich auch, dass der Kl�ger ein schutzw�rdiges Interesse an der verlangten Feststellung im Sinne von BGE 77 II 344 ff. hat. Wird das Begehren zugesprochen, so ist damit gesagt, dass der Beklagte nicht befugt sei, das in Ziff. 3 des Testamentes genannte Verm�gen anders als zum Vorteil des Kl�gers zu BGE 81 II 22 S. 28verwenden. Das Obergericht hat denn auch, indem es auf die Klage eintrat, die Voraussetzungen eines solchen Begehrens stillschweigend bejaht. Das Feststellungsinteresse des Kl�gers wird nicht etwa durch die M�glichkeit einer Leistungsklage ausgeschlossen. Denn im Zeitpunkt der Klageeinreichung kannte der Kl�ger den ihm bei grunds�tzlicher Richtigkeit seines Standpunktes zukommenden Betrag des Nachlassverm�gens noch nicht. Der Beklagte hat erst am 19. Januar 1953, anderthalb Jahre nach Prozessbeginn, �ber den von ihm verwalteten Nachlass Rechnung abgelegt. �brigens kommt der Feststellnng der Rechtswirksamkeit oder -unwirksamkeit einer letztwilligen Verf�gung eine erhebliche selbst�ndige Bedeutung zu. Es ist daher fraglich, ob der Kl�ger nicht sogar dann eine solche Feststellung h�tte verlangen k�nnen, wenn er von Anfang an in der Lage gewesen w�re, daneben ein Leistungsbegehren zu stellen.
6. In der Sache selbst folgt die Richtigkeit des vom Kl�ger eingenommenen Standpunktes unwiderleglich aus dem in BGE 68 II 165 /6 dargelegten Grundsatz, dass der Erblasser die mit einem Verm�chtnis bedachten Personen selbst zu bezeichnen hat und deren Individualisierung keinem Dritten �berlassen kann. Andernfalls liegt kein Verm�chtnis im Sinne des Gesetzes vor. So verh�lt es sich im vorliegenden Falle, wo der Erblasser es g�nzlich dem Belieben des Willensvollstreckers anheimgestellt hat, welchen Priesteramtskandidaten er Leistungen aus dem Nachlass zukommen lassen will. Die Gr�nde, aus denen das Obergericht vom erw�hnten Pr�judiz abgehen zu sollen glaubt, sind nicht durchschlagend. Ohne sich mit dessen Erw�gungen auseinanderzusetzen, l�sst es sich von der �berlegung leiten, es gebe F�lle, in denen sich das hier vom Erblasser gew�hlte Vorgehen aufdr�nge, sei es, dass die Institution, der er ein Verm�chtnis ausrichten wolle, noch nicht bestehe, sei es, dass er sich im Ungewissen dar�ber befinde, welche der verschiedenen Institutionen seinem Willen am besten entspreche. Auf derartige Bed�rfnisse BGE 81 II 22 S. 29nimmt jedoch das geltende Gesetz dadurch R�cksicht, dass es dem Erblasser die Befugnis einr�umt, durch letztwillige Verf�gung eine Stiftung zu errichten. Wenn der Erblasser die Personen nicht kennt, die er (nach bestimmten ihnen anhaftenden Eigenschaften) bedenken will, oder wenn ihm jedenfalls an der Individualit�t dieser Personen weniger als an den Eigenschaften liegt, um deren willen er sie bedenken will, so kennt er doch jedenfalls den Zweck, den er zu f�rdern w�nscht. Das gen�gt zur Errichtung einer Stiftung. Ist er aber sogar �ber den Zweck im Unklaren, so fehlt es an einem eindeutigen Willen, wie er f�r eine letztwillige Verf�gung unerl�sslich ist. Das Obergericht r�umt �brigens zutreffend ein, es sei, wie gerade der vorliegende Fall zeige, mitunter gef�hrlich, Entschliessungen von der Tragweite der Bezeichnung des Verm�chtnisnehmers einem Dritten zu �berlassen. In der Tat besteht bei einem Verm�chtnis dieser Art keine Gew�hr daf�r, dass der Dritte den wirklichen Absichten des Erblassers gem�ss verfahre. Diese Absichten lassen sich eben gar nicht in zuverl�ssiger Weise eindeutig ermitteln. Der Dritte k�nnte im Ergebnis tun, was er will. Einem als "Verm�chtnisnehmer" auftretenden Kl�ger w�rde es in der Regel schwer fallen darzutun, dass er zum Kreis der bedachten Personen geh�re. Ist dieser Kreis im Testament in unbestimmter Weise begrenzt, so k�nnte jener nur darauf klagen, dass der Dritte sein Wahlrecht aus�be, wobei ungewiss w�re, ob dies zugunsten des betreffenden Kl�gers gesch�he. An der erw�hnten, eingehend begr�ndeten Rechtsprechung, die Schutz vor missbr�uchlicher Handhabung solcher Testamentsklauseln bietet, indem sie ihnen die Rechtswirksamkeit versagt, ist daher festzuhalten.
�brigens verm�chte ein allgemein zugunsten katholischer Priesteramtskandidaten ausgesetztes Verm�chtnis auch vor � 2151 des deutschen BGB nicht standzuhalten, der dem Erblasser freistellt, "Mehrere mit einem Verm�chtnis in der Weise (zu) bedenken, dass der Beschwerte oder ein Dritter zu bestimmen hat, wer von den Mehreren BGE 81 II 22 S. 30das Verm�chtnis erhalten soll". Denn diese Bestimmung erlaubt nicht die Zuwendung eines Verm�chtnisses an einen unbeschr�nkten Kreis von Personen, vielmehr hat der Erblasser die "Mehreren" genau und bestimmt anzugeben (vgl. STAUDINGER, BGB, 9. Aufl. V S. 592). Diesem Erfordernis w�rde die vorliegende letztwillige Verf�gung nicht gen�gen.
7. Der Beklagte nimmt heute haupts�chlich den Standpunkt ein, die ihm am Schlusse von Ziff. 3 des Testamentes alternativ anheimgegebene Verwendung des Restes des Liegenschaftserl�ses zur Heranbildung von Priesteramtskandidaten sei richtigerweise als Auflage zu betrachten. Als solche sei sie aber gen�gend klar umschrieben, denn eine Auflage k�nne nach allgemeiner Auffassung auch in Leistungen an einen mehr oder weniger weit umgrenzten Personenkreis bestehen.
Gegen�ber dieser vor Obergericht noch nicht geltend gemachten Rechtskonstruktion erhebt sich in erster Linie das Bedenken, dass dem Willensvollstrecker in der verwirrlichen Folge unbestimmter Anordnungen, wie sie die Ziff. 3 des Testamentes enth�lt, �berhaupt nichts in entschiedener Weise aufgegeben ist. Er "kann" den Liegenschaftsertrag oder -erl�s vorerst dazu verwenden, dem Kl�ger eine gut katholische Erziehung angedeihen zu lassen, ist also dazu nicht verpflichtet. Ferner ist er bloss "befugt", aus diesen Mitteln an die berufliche Ausbildung des Kl�gers etwas beizutragen oder ihn "nach Gutd�nken" anderweitig zu unterst�tzen. Auch die Verwendung des Restes des Verm�gens ist dem Willensvollstrecker "anheimgestellt". Freilich bejaht das Obergericht in dieser Hinsicht das Vorliegen einer bestimmten Anordnung: Zwar sei es in das Ermessen des Willensvollstreckers gestellt, ob er den Restbetrag des Verm�gens dereinst dem m�ndig gewordenen Kl�ger �bergeben oder zur Heranbildung von Priestern verwenden wolle; das eine oder andere aber m�sse er tun. Indessen ist nicht einmal dies klar ausgesprochen. Ferner l�ge darin wiederum eine unzul�ssigerweise einem Dritten �berlassene Verf�gung �ber BGE 81 II 22 S. 31den Nachlass, ganz abgesehen davon, dass der Willensvollstrecker die religi�se Erziehung des Kl�gers vernachl�ssigen und damit eine Ausrichtung des Restbetrages an ihn untunlich machen k�nnte.
Auf alle F�lle liegt schon begrifflich keine Auflage vor, weil die (allf�llige) Verwendung des Restverm�gens f�r Priesteramtskandidaten nach Ziff. 3 des Testamentes Sache des Willensvollstreckers w�re, also keinem Erben oder Verm�chtnisnehmer aufgetragen ist. Nun gibt es aber im Erbrecht ausser den mit einer Erbeinsetzung oder einem Verm�chtnis verbundenen Auflagen, worauf sich Art. 482 ZGB bezieht, nur noch sog. selbst�ndige Auflagen zu Lasten eines gesetzlichen Erben (BGE 76 II 207; TUOR, 2. Aufl., N. 8 zu Art. 482 ZGB). Was dagegen einem Willensvollstrecker aufgetragen ist, kann niemals Auflage sein, denn der Willensvollstrecker hat keine eigenen Verm�gensrechte am Nachlass, sondern, wie ein Erbschafts- oder auch etwa ein Konkursverwalter, nur Machtbefugnisse in bezug auf dieses ihm fremde Verm�gen (vgl. v. TUHR, Allg. Teil des OR, � 3, III). Somit w�ren die Priesteramtskandidaten (oder ein mit ihrer Heranbildung befasstes Institut) als Empf�nger von Nachlasswerten im Sinne von Ziff. 3 des Testamentes nach der Absicht des Erblassers direkte Erwerber dieser Werte, also Verm�chtnisnehmer. Da aber der Willensvollstrecker die in diesem Sinne Bedachten erst zu bestimmen h�tte, liegt, wie dargetan, ein rechtswirksames Verm�chtnis nicht vor.
Dem Beklagten kann nicht etwa neben der Rolle eines Willensvollstreckers diejenige eines (mit Auflagen belasteten) Verm�chtnisnehmers zuerkannt werden. Er lehnt dies denn auch selber ab, und Ziff. 3 des Testamentes weiss in der Tat nur von Verrichtungen des Willensvollstreckers. Ferner l�sst sich auch bei freiester Auslegung dieser Testamentsbestimmung keine Auflage zulasten des Kl�gers als des eingesetzten Erben annehmen. Er soll ja den Rest des Verm�gens allenfalls statt der Priesteramtskandidaten bekommen, nicht etwas an diese auszurichten haben.
8. Endlich l�sst sich die in die Hand des Willensvollstreckers BGE 81 II 22 S. 32gelegte, in ihren Voraussetzungen unklar umschriebene allf�llige Verwendung des Restverm�gens f�r die "Heranbildung von katholischen Priesteramtskandidaten" auch nicht gem�ss Art. 539 Abs. 2 ZGB aufrecht erhalten. Auch unter diesem Gesichtspunkte bed�rfte der Zweck einer n�heren Umgrenzung. Denn das in Frage kommende Restverm�gen kann nicht zu solcher Verwendung auf dem ganzen Erdkreise bestimmt sein. Nun ist aber im Testamente der engere Kreis von Beg�nstigten in keiner Weise umgrenzt, weder nach der Herkunft der Kandidaten, noch nach dem Ort ihrer Studien, noch in anderer Weise. Das w�re aber grunds�tzlich Sache des Erblassers gewesen. Es ist auch nicht die Rede davon, dass ihm die F�rderung eines bestimmten Seminars am Herzen gelegen h�tte, so dass sich der Testamentswille dementsprechend auslegen liesse. Davon abgesehen fehlt es aber auch an der letztwilligen Widmung einer bestimmten Summe zu diesem Zweck. Einmal ist die Verf�gung �ber den Liegenschaftserl�s f�r die Zeit bis zur M�ndigkeit des Kl�gers ganz dem Willensvollstrecker anheimgegeben. Ob beim Eintritt der M�ndigkeit des Kl�gers etwas �brig bleibt, w�rde somit von den ins Ermessen des Willensvollstreckers gelegten Massnahmen abh�ngen. Aber auch f�r jenen Zeitpunkt ist nichts Bestimmtes verf�gt, sondern wiederum eine Willensentschliessung des Willensvollstreckers vorgesehen. Da nach dem Testamente diesem �berlassen w�re, das Verm�gen dem Kl�ger zu �bergeben oder zugunsten von Priesteramtskandidaten (nach seiner Wahl) zu verwenden, kann Art. 539 Abs. 2 ZGB nicht Platz greifen. Der Erblasser hat eben, statt selbst das hief�r N�tige zu verf�gen, die Verf�gung einem Dritten anheimgegeben, also an die Stelle seines Willens, der allein massgebend w�re, den Willen des Dritten treten lassen.
9. Das f�hrt zur Gutheissung des Hauptbegehrens der Berufung in dem Sinne, dass die angefochtene Testamentsbestimmung als rechtsunwirksam (statt ungenau als "ung�ltig und nicht erfolgt") zu bezeichnen ist. F�r das ferner BGE 81 II 22 S. 33verlangte Verbot an den Willensvollstrecker gibt der Kl�ger keine Begr�ndung; darauf kann somit nicht eingetreten werden.
10. Als unterliegende Partei ist der Beklagte f�r das bundesgerichtliche Verfahren kosten- und entsch�digungspflichtig. Ob er die ihm daraus erwachsenden Aufwendungen dem Nachlass, den er verwaltet, entnehmen oder bei der �berweisung des Nachlasses an den Kl�ger verrechnen darf, ist im vorliegenden Prozess nicht zu entscheiden. Das wird auch das Obergericht bei der ihm obliegenden neuen Kostenentscheidung zu beachten haben.
Die Berufung wird, soweit darauf eingetreten wird, gutgeheissen und unter Aufhebung des Urteils des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 10. Juni 1954 festgestellt, dass die dem Beklagten gem�ss Ziff. 3 der von Carl Martin Jung am 20. Juli 1949 errichteten letztwilligen Verf�gung einger�umte Befugnis zur Verwendung von Nachlassverm�gen zur Heranbildung von Priesteramtskandidaten keinerlei Rechtswirkung hat.
art. 539 al. 2 CC,