Source: http://flugrechte.eu/14822/flugumbuchung-r%C3%BCckflug-wurde-stunden-vorverlegt-varna-k%C3%B6ln
Timestamp: 2019-07-22 08:40:28
Document Index: 42555885

Matched Legal Cases: ['§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', 'Art. 7', 'Art. 5', 'Art. 12', 'BGH']

Flugumbuchung Rückflug wurde um 20 Stunden vorverlegt von 23:55 auf 04:10 (Varna-Köln) - FLUGGASTRECHTE
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Flugumbuchung von Düsseldorf auf Köln
Flugumbuchung auf anderen Flughafen und kein Transfer zum ursprünglichen Flughafen
Stellt die Umbuchung bei iner Pauschalreise von einem Flug auf den anderen Flug eine Beförderungsverweigerung dar?
Flugumbuchung Pauschalreise - Welche Ansprüche können wir gelten machen?
Charterflug HG 2256: kann ich Ausgleichzahlung wegen Nicht-Beförderung von der ausführenden Airline oder vom Reiseveranstalter verlangen?
Mitteileilung heute durch air berlin Flug von Palma am 23.04.17 um 13 Stunden vorverlegt. Was kann ich tun?
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Flugumbuchung Rückflug wurde um 20 Stunden vorverlegt von 23:55 auf 04:10 (Varna-Köln)
Hallo, habe ich bei so einer großen Vorverlegung anspruch auf Ausgleichszahlung oder Schadenersatz und wenn ja , wo mache ich den geltend? Beim Reiseveranstallter oder bei der Airline?
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Gefragt 7 Jul in Flugzeitenverschiebung von xenia4711
Sie haben eine Pauschalreise gebucht. Im Rahmen dieser kam es zu einer Flugverlegung von 20 Stunden und Sie fragen nun nach Ihren Ansprüchen. Sie könnten sowohl Ansprüche gegen den Reiseveranstalter, als auch gegen die Fluggesellschaft haben.
Gegen den Reiseveranstalter
Ansprüche gegen den Reiseveranstalter ergeben sich aus dem Reisevertragsrecht des BGB gem. §§ 651 a-y, wenn ein Reisemangel vorliegt. Ab wann das der Fall ist, ist in § 651 i II BGB definiert:
Dazu folgende Urteile:
Bei Charterflügen ist nach Ansicht des Gerichtes eine Flugzeitenverspätung von bis zu 8 Stunden zu tolerieren.
Aus den Urteilen lässt sich entnehmen, dass ein Reisemangel grundsätzlich ab einer Flugzeitenverschiebung von 8 Stunden angenommen werden kann. Da in Ihrem Fall der Flug um weit mehr als 8 Stunden verspätet war, gehe ich davon aus, dass ein Reisemangel i.S.v. § 651 i BGB vorliegt.
Die Gewährleistungsrechte ergeben sich dann aus § 651 i Abs. 3. Am sinnvollsten scheint für Sie die Reispreisminderung gem. § 651m BGB.
Gegen die Fluggesellschaft
Sie könnten außerdem auch gegen die Fluggesellschaft einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlungen aus der Europäischen Fluggastrechte Verordnung geltend machen. Dieser ergibt sich dann aus Art. 7 VO Nr. 261/2004. Beachten Sie allerdings, dass der Anspruch gem. Art. 5 c)i) entfällt, wenn Sie mindestens 2 Wochen vor dem ursprünglichen Flug über die Verlegung informiert wurden. Wurde diese Frist nicht eingehalten, haben Sie einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Fraglich ist, wie sich die beiden Ansprüche zueinander verhalten.
Hier hilft zunächst ein Blick auf Art. 12 VO Nr. 261/2004 Weiter gehender Schadensersatz:
Demnach können die Ansprüche aus der EU-Fluggastrechte Verordnung auf andere Ansprüche angerechnet werden. Hierzu auch folgende Urteile:
BGH, Urteil vom 30.9.2014, Az. X ZR 126/13 (den Volltext findest du, wenn du auf "reise-recht-wiki.de" suchst: "X ZR 126/13")
Hat ein Reisender bereits eine Ausgleichszahlung im Sinne des Artikel 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 erhalten, so steht ihm kein Anspruch auf eine Reisepreisminderung aus dem Reisevertrag zu.
LG Frankfurt, Urteil vom 29.11.2012, Az. 2-24 S 67/12 ( bei Google zu finden unter: "2-24 S 67/12 reise-recht-wiki.de")
Auch Ansprüche die gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden und auf einem Minderungsanspruch beruhen, sind von Artikel 12 Absatz 1 der EU-Fluggastrechteverordnug betroffen und werden auf eine zu leistende bzw. auf eine bereits geleistete Ausgleichsleistung angerechnet.
AG Duisburg, Urteil vom 9.4.2014, Az. 52 C 2806/13 (bei Google einfach eingeben: "52 C 2806/13 reise-recht-wiki.de")
Ein Fluggast bekommt von seiner Airline eine Ausgleichszahlung wegen einer mehr als 24-stündigen Flugverspätung. Zusätzlich zu der bereits gezahlten Entschädigung verlangt der Kläger eine Reisepreisminderung.
Das Amtsgericht Duisburg hat die Klage abgewiesen. Durch die erfolgte Ausgleichszahlung wegen der Flugverspätung sei der Kläger bereits ausreichen entschädigt worden.
Demnach erlischt der Anspruch auf Ansprüche aus dem Reisevertragsrecht mit dem Leisten der Ausgleichszahlungen. Daher ist Ihnen zu raten, zunächst die Ansprüche aus dem BGB und danach die Ansprüche aus der Verordnung geltend zu machen, da diese nicht auf die Ausgleichszahlungen angerechnet werden.
Beantwortet 10 Jul von Fluggastrechte (11,550 Punkte)