Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202006,%20369
Timestamp: 2019-02-20 08:23:25
Document Index: 42364909

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 5', '§ 240', '§ 242', '§ 246', '§ 249', '§ 255', '§ 17', '§ 21', '§ 8', '§ 5', '§ 240', '§ 242', '§ 246', '§ 249', '§ 255', '§ 17', '§ 21', '§ 255', '§ 6', '§ 255', '§ 6']

BFH, 03.08.2005 - I R 36/04 - dejure.org
KStG § 8 Abs. 1; EStG § 5 Abs. 1 Satz 1; HGB § 240 Abs. 2 i. V. m. Abs. 1, § 242 Abs. 1, § 246 Abs. 1, § 249 Abs. 1 Satz 1, § 255 Abs. 1 Satz 1 und 2; SächsKAG § 17, § 21
KStG § 8 Abs. 1; EStG § 5 Abs. 1 Satz 1; HGB § 240 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1, § 242 Abs. 1, § 246 Abs. 1, § 249 Abs. 1 Satz 1, § 255 Abs. 1 Satz 1 und 2; SächsKAG § 17, § 21
Zweckbestimmung von Aufwendungen für Annahme nachträglicher Anschaffungskosten erforderlich
Rückstellungen für Anliegerbeiträge
Anliegerbeiträge als Anschaffungskosten
Bildung von Rückstellungen für Anliegerbeiträge für erschlossenes Betriebsgrundstück; Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten; Passivierung von Verbindlichkeiten; Zweckbestimmung der Aufwendungen als Voraussetzung der Annahme nachträglicher Anschaffungskosten; Bestehen eines bloßen kausalen oder zeitlichen Zusammenhanges mit der Anschaffung; Handelsrechtlicher Begriff der Anschaffungskosten
Rückstellungen für Anliegerbeiträge möglich bei sog. Ergänzungsbeiträgen! (IBR 2006, 1133)
BFHE 211, 112
NZM 2006, 833
BB 2006, 546
DB 2006, 189
BStBl II 2006, 369
Welche Aufwendungen zu den Anschaffungskosten zählen, bestimmt sich für die steuerrechtliche Beurteilung und insbesondere auch für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 255 Abs. 1 des Handelsgesetzbuchs --HGB-- (vgl. BFH-Urteile vom 20. Juli 2010 IX R 4/10, BFHE 230, 392, BStBl II 2011, 35; vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369).
Dieser handelsrechtliche Begriff der Anschaffungskosten ist in Ermangelung einer abweichenden Definition im Körperschaft- oder Einkommensteuergesetz auch der steuerbilanziellen Beurteilung zugrunde zu legen (Senatsurteil vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, m.w.N.).
Dieser Zweck muss --aus der Sicht des Bilanzierenden-- auf die beabsichtigte Funktion und Eigenschaft ("angestrebter Erfolg und betriebsbereiter Zustand", vgl. BFH-Beschluss in BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620) des angeschafften Wirtschaftsguts als Teil des Betriebsvermögens gerichtet sein (Senatsurteil in BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369).
Anschaffungskosten für den Erwerb des Eigentums an dem Leergut (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes --EStG-- 1997/2002) in Höhe der Aufwendungen für die Mehrrücknahmen durfte die Klägerin nicht aktivieren, weil sie nicht zum Zwecke des Eigentumserwerbs Aufwendungen getätigt hat (vgl. zur Finalität der Aufwendungen Senatsurteile vom 17. Oktober 2001 I R 32/00, BFHE 197, 58, BStBl II 2002, 349; vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369).
Der handelsrechtliche Begriff der Anschaffungskosten ist auch der steuerbilanziellen Beurteilung zugrunde zu legen (vgl. BFH-Urteil vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, unter II.4.a).
Aus Sicht des Bilanzierenden muss dieser Zweck auf die beabsichtigte Funktion und Eigenschaft, also den angestrebten Erfolg und betriebsbereiten Zustand des Wirtschaftsguts als Teil des Betriebsvermögens gerichtet sein (sog. finaler Begriff der Anschaffungskosten, vgl. BFH-Urteile vom 13. Oktober 1983 IV R 160/78, BFHE 139, 273, BStBl II 1984, 101, unter A.1., und in BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, unter II.4.c).
Anschaffungskosten im Sinne des § 255 Abs. 1 HGB, der in Ermangelung einer abweichenden Definition im EStG auch für die Bewertung in der Steuerbilanz maßgebend ist (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 03.08.2005 I R 36/04, BStBl II 2006, 369 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen), sind alle Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit die Aufwendungen dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können.
Allerdings geht die ständige Rechtsprechung des BFH durchweg von einem finalen Verständnis des Anschaffungskostenbegriffs aus und hält - insbesondere bei nachträglichen Anschaffungskosten - einen bloßen kausalen oder zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung grundsätzlich für nicht ausreichend (z.B. BFH-Urteil vom 03.08.2005 I R 36/04, BStBl II 2006, 369 m.w.N:;… vgl. hierzu auch Werndl in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, § 6 EStG Rdnr. B 25).
Wäre das Ergebnis hingegen neutral, scheidet die Bildung einer Rückstellung aus (BFH-Urteil vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, unter II.3.).
Vielmehr kommt es auf die Zweckbestimmung der Aufwendungen an (BFH-Urteil in BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, m.w.N. aus der Rechtsprechung).
Etwas anderes gilt nur, wenn das Grundstück durch die Maßnahme in seiner Substanz oder seinem Wesen verändert wird (BFH-Urteil vom 3. August 2005 I R 36/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369, unter II.5.a, m.w.N.).
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.09.2012 - 9 A 1565/09
Rechtmäßigkeit eines Haftungsbescheids auf Zahlung von Baugebühren für die …