Source: https://issuu.com/kv_nordrhein/docs/kvno_aktuell022011
Timestamp: 2017-02-20 20:29:53
Document Index: 151613447

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 295', '§ 16', '§ 16', '§ 116', '§\n116']

KVNO aktuell 1+2 2011 by KV Nordrhein - issuu
1+2 | 11
Neuregelung f端r
der Praxen im Rheinland
Arztrufzentrale auch f端r
Westfalen-Lippe zust辰ndig
Vertrag auch f端r
Versicherte der DAK
Gute Versorgung. Gut organisiert.
2	Extrabudgetäre Leistungen – Wachstum begrenzt
2	Strengere Regeln für Zuschläge von Kooperationen
3	Neuregelung für Haus- und Heimbesuche
3	Versorgerpraxen vor Honorarverlusten schützen
3	Mehr Gehalt für Medizinische Fachangestellte
4	Agenda des Vorstands: „Wir kämpfen weiter für gerechte Honorare“
6	Neue EBM-Nummern für SAPV-Verordnungen
6	SAPV jetzt auch in Essen
7	Neue Aut-idem-Regelung gilt seit 1. Januar 2011: Arzneimittel-Austausch erweitert
8	Notdienst in Nordrhein-Westfalen rückt zusammen: Arztrufzentrale auch für Westfalen-Lippe zuständig
9	Ab dem zweiten Quartal 2011 nur noch per CD oder online: Das Ende der Papierabrechnung
16	Disease-Management-Programme in Nordrhein: Chronikerprogramme helfen den Patienten
20	Versorgungsassistentinnen entlasten den Praxisinhaber: Die zweite EVA-Staffel erreicht das Ziel
22	19. Landesgesundheitskonferenz: Vernetzte Hilfe für psychisch kranke Kinder
24	Institut für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein: Gemeinsame Einrichtung von Kammer und KV Das IQN unterstützt Kliniken und Praxen
26	Euregio Rhein-Maas mobilisiert gegen MRSA
27	Dr. Heinz-Rudi Ocklenburg gestorben
28	Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: Die Bereitschaftspauschale gibt es noch
10	DAK tritt Schizophrenie-Vertrag bei
10	Praxisgebühr Hausarztvertrag BKK Vereinigte Deutsche Nickel-Werke
10	Verordnung von Rehabilitationssport und Funktionstraining geändert
10	Einfacher abrechnen bei Patienten mit der europäischen KVK EHIC
10	Vordruck-Änderungen zum 1. April 2011
11	Änderungen des EBM
11	Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse
11	Cave: Branchenbucheinträge sorgfältig prüfen
12	Höhere Herstellerrabatte halten Arzneimittelausgaben stabil
13	Aktuelle Änderungen der Me-too-Liste
13	Priscus-Liste: Manches Medikament für Senioren ungeeignet
14	Hilfsmittel-Verordnungen: Ein kostenträchtiges Thema
Liebe Frau Kollegin, lie­ber Herr Kollege,
den Start ins neue Jahr dominieren bekannte Themen.
Zum Beispiel der drohende Landärztemangel, dem Gesundheitsminister Rösler mit einem Versorgungsgesetz
beikommen will, die kommenden Kodierrichtlinien oder
das Dauerthema Honorar. Vermutlich haben Sie darüber
schon das eine oder andere gelesen. Zu Recht rücken die
Medien das Augenmerk auf diese Themen. Und auch wir
haben diese Themen im Blick.
Bedauerlich ist aber, dass viele andere Themen in der Berichterstattung auf der Strecke bleiben, die ebenfalls von
großer Bedeutung sind. Da ist zum Beispiel das Thema
Qualität in der Versorgung. Werden Mängel vermutet, ist
die Aufmerksamkeit da. Aber leider nur dann.
Außerhalb der Praxen scheint sich kaum jemand für die
Qualität zu interessieren, die dort täglich geleistet wird.
Dabei ist die hoch. Das zeigt zum Beispiel der Qualitätsbericht über die Disease-Management-Programme. Die
Ergebnisse sind in allen Bereichen hervorragend, die Qualitätsziele werden im Rheinland fast überall übertroffen.
(Und das trotz der gekürzten Vergütung, die Sie im vergangenen Jahr hinnehmen mussten.)
Selbst den Vergleich mit anderen Regionen müssen wir
nicht scheuen. Im Gegenteil. Bei der Kooperation der
Praxen sind wir in Nordrhein Spitze, was der Vergleich
mit anderen KV-Regionen zeigt. Das hilft den Patienten.
Die ausgezeichnete Qualität ist nicht auf die Chronikerprogramme beschränkt. Dies weist der alljährliche Qualitätsbericht nach. In über 50 Bereichen, von A wie Akupunktur bis Z wie Zytologie, belegen Daten die Qualität
In Diagnose, Therapie und Management entwickelt sich
die ambulante Versorgung stets weiter. Dafür sorgen
Sie in Ihren Praxen. Damit steht Patientinnen und Patienten eine gute Versorgung flächendeckend mit freiem
Zugang zur Verfügung.
Auf diese Leistung können Sie stolz sein. Leider ist dies
eins der Themen, die bei der Berichterstattung meist auf
der Strecke bleiben. Wir finden sie aber wichtig. Und räumen ihnen zumindest in unseren Medien Platz ein. Bevor uns bald wieder die bekannten Themen dominieren.
Bernd Brautmeier
KVNO aktuell 1+2 2011
Extrabudgetäre Leistungen – Wachstum begrenzt
Ärzte dürfen die Zahl der extrabudgetären Leistungen
nur noch beschränkt steigern. Das Wachstum hat der
Gesetzgeber für das Jahr 2011 mit dem GKV-Finanzierungsgesetz begrenzt. Davon betroffen sind zum Beispiel
ambulante Operationen oder Leistungen im Rahmen der
Disease-Management-Programme (DMP). Zwar fällt die
Regelung, auf die sich die Krankenkassenverbände und
die KV Nordrhein verständigt haben, in Teilen besser aus,
als es die strenge Gesetzesvorschrift vorgesehen hatte.
Doch die Beschränkung an sich bleibt bestehen.
mit 0,19995 Cent nur noch halb so hoch wie im Vorjahr.
Das konnte trotz intensiver Verhandlungen nicht verhindert werden. Die maximale gesetzliche Steigerungsrate
von 0,9 Prozent bei extrabudgetären Leistungen gilt für
Im Rheinland können alle DMP-Vergütungen und die
Erstattung von Wegegeldern und Wegepauschalen im
kommenden Jahr um bis zu zehn Prozent mengenmäßig steigen. Die Zahl für Leistungen der Strahlentherapie und kurative Vakuumstanzbiopsien um fünf Prozent.
n	n	n	n	n	Sozialpsychiatrische Auffangkonzeption
n	Belegärztliche Leistungen nach Kapitel 36 des EBM
n	EBM-Nr. 13311 (Systematische fibrinolytische The-
n	Für alle Leistungen des ambulanten Operierens ist eine
um fünf Prozent höhere Leistungsmenge als 2010 möglich. In 2011 laufen die Zuschläge zu den ambulanten
Operationen des Zentrumsvertrages unverändert mit
0,7442 Cent weiter. Der Zuschlag für ambulante Operationen nach § 115 b des Sozialgesetzbuchs V liegt 2011
rapie arterieller oder venöser Thrombosen bei belegärztlicher Behandlung)
EBM-Nr. 17370 (Radiojodtherapie)
Leistungen der Geburtshilfe nach Abschnitt 8.4
Leistungen der künstlichen Befruchtung
Leistungen der Substitutionsbehandlung mit Ausnahme der Diarmorphin-gestützten Behandlung
Telefonkosten nach der EBM-Nr. 80230
Ausgenommen von der Begrenzung sind die Dialyse-Sachkosten, das Impfen und alle Präventions- und Früherkennungsleistungen, also Krebsfrüherkennung Männer und
Frauen, Früherkennung Kinder, Hautkrebsscreening und
Gesundheitsuntersuchung/Check up.
Strengere Regeln für Zuschläge von Kooperationen
Ärzte in Kooperationen (Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische Versorgungszentren) erhalten ab
1. Juli nur noch dann einen Zuschlag auf ihr Regelleistungsvolumen (RLV), wenn sie auch de facto kooperieren. Hintergrund für die Neuregelung war, dass es offenbar zunehmend standort- und arztgruppenübergreifende
Berufsausübungsgemeinschaften gibt, die aufgrund der
räumlichen Distanz kaum gemeinsame Patienten behandeln. Sie erhalten aber bis dato einen RLV-Zuschlag von
fünf Prozent je beteiligter Arztgruppe. Ab 1. Juli spielt
neben dem Aspekt der arztgruppenübergreifenden Tätigkeit auch der sogenannte Kooperationsgrad, also die
Anzahl der gemeinsam behandelten Fälle, eine Rolle für
n	Bei nicht standortübergreifenden fach- und schwer-
punktgleichen Berufsausübungsgemeinschaften wird
das praxisbezogene RLV um zehn Prozent erhöht.
n	Bei standortübergreifenden fach- und schwerpunktgleichen Berufsausübungsgemeinschaften und Praxen mit angestellten Ärzten der gleichen Arztgruppe wird das praxisbezogene RLV um zehn Prozent
erhöht, wenn ein Kooperationsgrad von mindestens
zehn Prozent erreicht wird.
n	Bei fach- und schwerpunktübergreifenden Praxen
ist maximal ein Zuschlag von 40 Prozent möglich,
wenn der Kooperationsgrad mindestens 40 Prozent
Neuregelung für Haus- und Heimbesuche
Die Hausbesuche und Besuche in Alten- und Pflegeheimen werden ab 1. April aus dem Regelleistungsvolumen
(RLV) herausgenommen. Dies gilt allerdings nur für bestimmte Besuchsleistungen. Das hat die Kassenärztliche
Bundesvereinigung mit den Krankenkassen vereinbart.
Gleichzeitig sind folgende EBM-Änderungen verhandelt worden:
n	Für den Krankenbesuch (EBM-Nr. 01410) erhalten
Haus- und Fachärzte künftig 600 Punkte; derzeit
sind es 440 Punkte.
n	Für den Besuch eines weiteren Kranken (EBM-Nr.
01413) sind es ab 1. April 300 Punkte; bis dato liegt
die Bewertung bei 215 Punkten.
n	Die Bewertung der EBM-Nr. 01415 (Dringender Besuch eines Patienten in beschützenden Wohnheimen) bleibt bei 1545 Punkten.
Das Honorar erhalten Ärztinnen und Ärzte somit ab 1.
April außerhalb der RLV. Aber: Die RLV-Volumen sind um
diese Besuchsleistungen zu bereinigen. Im haus- wie auch
im fachärztlichen Versorgungsbereich müssen die KVen
per Vorwegabzug nun Geld für die zu erwartende Vergütung der Besuchsleistungen zurückstellen.
Der Bewertungsausschuss fordert KVen und Krankenkassen außerdem auf, „geeignete Maßnahmen zur Vermeidung ungewollter Ausweitungen der Besuchstätigkeit“
zu treffen. In Nordrhein werden mehrere Besuchsleistungen bereits seit dem vierten Quartal 2010 außerhalb
der RLV-Vergütung bezahlt.
Die Regelung muss nun an den Beschluss des Bewertungsausschusses angepasst werden. Wir informieren
Sie in der März-Ausgabe von KVNO aktuell.
Versorgerpraxen vor Honorarverlusten schützen
Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen vor Ort
einen Ausgleich vereinbaren können, wenn einzelne Facharztgruppen überproportional Honorar verlieren. Im Mittelpunkt stehen die Gruppen der fachärztlichen Grundver-
sorgung. Dazu zählen unter anderem Orthopäden, Augenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Pädaudiologen. Für sie
können die Vertragspartner auf Landesebene Vorwegabzüge aus dem Honorarzuwachs für 2011 beschließen. Das
hat die KV Nordrhein bereits in der Vergangenheit getan.
Mehr Gehalt für Medizinische Fachangestellte
Die Tarifgehälter für Medizinische Fachangestellte (MFA)
steigen; die Höhe der Steigerung hängt von der Berufserfahrung ab. Sie liegt zwischen 1,25 und fünf Prozent.
Das haben der Verband medizinischer Fachberufe und
die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen von Medizinischen Fachangestellten / Arzthelferinnen vereinbart. Das größte Plus machen mit fünf
Prozent die MFA in den ersten drei Berufsjahren. Die Tarifgehälter liegen nun in den Tätigkeitsgruppen I und II
bei 1.495 beziehungsweise 1.570 Euro. Die MFA im vierten bis sechsten Jahr erhalten rund 2,6 Prozent mehr.
Ja nach Qualifikation können die Helferinnen vier Tätigkeitsgruppen erreichen, deren Gehälter auf 1.595 bis
1.914 Euro steigen. In den anderen Gehaltsgruppen steigt
das Gehalt um 1,25 Prozent. Auszubildende erhalten 30
Euro pro Jahr mehr. Bei der betrieblichen Altersversorgung erhöht sich der Arbeitgeberbeitrag ab Anfang Juli
2011 um zehn Euro. Er beträgt somit für Auszubildende
nach der Probezeit und Beschäftigte mit mindestens 18
Wochenstunden 30 Euro und für Beschäftigte mit weniger als 18 Wochenstunden 20 Euro. Der Tarifvertrag
gilt rückwirkend ab ersten Januar und gilt bis Ende 2011.
Agenda des Vorstands:
„Wir kämpfen weiter für gerechte Honorare“
Am 1. Januar trat das alte Vorstandsduo Dr. Peter Potthoff und Bernd Brautmeier in die neue Amtsphase ein. Der
Gynäkologe und der Kaufmann leiten die Geschicke der KV Nordrhein in den kommenden sechs Jahren. Über ihre
Pläne für das laufende Jahr sprachen sie mit KVNO aktuell.
Lassen Sie uns zunächst zurückblicken. Wie würden
Sie Ihre Arbeit im vergangenen Jahr bewerten?
Potthoff: Gemessen an der Ausgangslage waren wir
erfolgreich. Wir haben mit einem Honorarplus von 120
Millionen Euro die höchste Steigerung unter allen KVen
Dennoch stehen in Nordrhein in diesem Jahr nur
329 Euro für die ambulante Versorgung eines Patienten zur Verfügung; im Bundesdurchschnitt sind es
rund 345 Euro.
Brautmeier: Das darf so natürlich auf keinen Fall bleiben. Wir kämpfen weiter für gerechte Honorare; in der
Selbstverwaltung, auf politischer Ebene und juristisch
treten wir für eine Angleichung ein. Unsere Klage gegen
die Kassenärztliche Bundesvereinigung und den Spitzenverband der Krankenkassen wegen der Honorarreform 2009 läuft weiter.
Gesundheitsminister Philipp Rösler hat für 2011 eine echte Honorarreform angekündigt: einfacher und
transparenter soll die Abrechnung werden. Schafft
Potthoff: Als Ziel finde ich das sehr gut. Eine transparente Abrechnung allein nutzt den Kolleginnen und Kollegen
allerdings wenig, wenn die Vergütung in der Summe in
Nordrhein viel zu gering ist. Es fehlt schlicht das Geld im
System. Schauen Sie auf die Begrenzung des Wachstums
für extrabudgetär bezahlte Leistungen: Das stammt aus
dem Hause Rösler und gilt in diesem Jahr. Das steht in
krassem Widerspruch zu seinen eigenen Zielen.
Sie haben sich mehr Transparenz auf die Fahnen geschrieben. Wie soll das konkret funktionieren?
Brautmeier: Ein Baustein sind die Vorstandsausschüsse,
die wir für wichtige Bereiche eingeführt haben: Kodieren, Recht, Arzneimittel und Telematik. Hier arbeiten wir
als Vorstand mit Mitgliedern der Vertreterversammlung
und Mitarbeitern der Verwaltung zusammen.
Den Ausschuss Telematik gibt es ja schon seit einem
Jahr. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Brautmeier: Gute. Wir profitieren von der Kompetenz
der mitarbeitenden Ärzte und Psychotherapeuten und
demokratisieren gleichzeitig die Arbeit der KV.
Eine Ihrer Forderungen lautet: Mehr Nachhaltigkeit.
Potthoff: Lassen Sie mich das am Beispiel Honorar erläutern. Die Angemessenheit der ärztlichen Vergütung bemisst sich nicht nur an der Höhe, sondern auch an ihrer
Verlässlichkeit. Doch davon sind wir in der vertragsärztlichen Vergütung weit entfernt. Besonders die im Quartalsrhythmus schwankenden Regelleistungsvolumina erwecken bei vielen Kolleginnen und Kollegen eher den Eindruck eines Basars denn eines seriösen Entgeltsystems.
Was wir brauchen sind verlässliche wirtschaftliche Daten. Nur damit können wir auf solide Weise unsere Praxen führen, unsere Medizinischen Fachangestellten verantwortungsvoll ausbilden und in eine moderne Ausstattung investieren.
Potthoff: Die Regelleistungsvolumen könnten zum Beispiel für ein Jahr gelten. Das würde die Planungssicherheit für die Praxen deutlich erhöhen. Derzeit sind es vor
allem Berliner Bestimmungen, die die Nachhaltigkeit unterlaufen. Wir tragen unsere Forderung deswegen in die
noch völlig offen. Neue Regelungen stehen voraussichtlich erst 2013 an.
Löst die neue Bedarfsplanung dann das Problem der
Sicherstellung?
Potthoff: Bestimmt nicht allein. Angesichts des demographischen Wandels und drohenden Ärztemangels müssen wir
über neue Versorgungsmodelle nachdenken, zum Beispiel
für alte Menschen oder Heimpatienten. Besonders in ländlichen Gebieten werden Kooperationen immer wichtiger.
Man hört immer wieder von der kleinräumigen Bedarfsplanung? Wann kommt die denn und was ändert sich dadurch?
Brautmeier: Das Thema wird zurzeit diskutiert. Wie die
Bedarfsplanung aber künftig genau aussehen wird, ist
Still ist es um die Hausarztverträge in Nordrhein geworden. Passiert da noch etwas?
Brautmeier: Das hoffen wir. Der Hausärzteverband hat die
Entscheidungen des Schiedsamtes ruhend gestellt. Seit
September ist somit nichts passiert. Das blockiert derzeit
alle Verhandlungen. Wir würden gerne Verträge abschließen, die allen Hausarztpraxen im Rheinland zusätzliche
Einnahmen ermöglichen.
Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Potthoff (63) ist als Gynäkologe in Bad Honnef niedergelassen. Mit Brautmeier bildete er seit Anfang 2010 den Vorstand der KV Nordrhein.
Bernd Brautmeier (55) war 18 Jahre lang Hauptgeschäftsführer der KV Nordrhein. Der Kaufmann ist das erste nichtärztliche Vorstandsmitglied in der Geschichte der KV Nordrhein.
Neue EBM-Nummern für SAPV-Verordnungen
Ab 1. April 2011 gibt es im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) neue Nummern für die Verordnung der
spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV).
Die neuen EBM-Nrn. 01425 und 01426 ersetzen die Kostenpauschalen nach den Nrn. 40860 und 40862. Die Nr.
01425 EBM ist für die Erstverordnung der SAPV abrechnungsfähig. Die Leistung ist mit 715 Punkten / 25,10 Euro bewertet; das Honorar erhalten Praxen außerhalb des
Regelleistungsvolumens (RLV) und der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung.
Bundesausschusses nach der Erstverordnung nur noch
Folgeverordnungen ausgestellt werden, auch wenn ein
neues Quartal begonnen hat. Wird die Behandlung unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute Behandlungsbedürftigkeit festgestellt, dann stellen Sie
bitte eine Erstverordnung aus. Zur Abrechnung der neuen
EBM-Nrn. 01425 und 01426 benötigen Sie die Berechtigung, die EBM-Nummern der Kapitel 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10,
13, 14, 15, 16, 18, 21, 25, 26 und/oder 27 abzurechnen.
Mehr Infos zur SAPV unter www.kvno.de
Für die Folgeverordnung zur Fortführung der SAPV dient
die Nr. 01426 EBM; sie ist höchstens zweimal im Quartal berechnungsfähig. Die Leistung ist mit 430 Punkten
/ 15,07 Euro bewertet; auch hier erhalten Praxen das
extrabudgetär und unbegrenzt. Bei durchgängiger Behandlung dürfen nach der Richtlinie des Gemeinsamen
EBMNummer
11010 6
Erstverordnung der SAPV
Folgeverordnung zur
Fortführung der SAPV
(25,10 Euro)
(15.07 Euro)
SAPV jetzt auch in Essen
Seit November 2010 gibt es auch in Essen eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Bereits in
sieben Regionen in Nordrhein bestehen entsprechende
Schwerstkranke und Sterbende möchten die letzte Phase ihres Lebens zu Hause verbringen. Die Palliativversorgung kann ihnen diesen Wunsch erfüllen – in besonders
schwierigen Fällen ist die SAPV nötig. „Die SAPV ergänzt
das bereits bestehende Angebot der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung“, sagt Walter Dolff, Vorsitzender der Kreisstelle Essen der KV Nordrhein. Ihr primäres
Ziel ist es, unnötige Krankenhauseinweisungen von Patienten mit einer rasch fortschreitenden und zum Tode
führenden Erkrankung zu vermeiden. Dies soll mit Hilfe
eines Palliative Care Team (PCT) erreicht werden.
Ein solches Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Medizinern und mindestens vier Palliativ-
Pflegekräften. Das Angebot gilt für alle Patienten. Die
Verträge haben die AOK Rheinland/Hamburg, der Verband
der Ersatzkassen, die BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft
NRW, die Vereinigte IKK, die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse geschlossen.
Vertragspartner in Essen sind die KV Nordrhein und das
Netzwerk Palliativmedizin Essen/AG der ATZ GmbH. Jeder niedergelassene Haus- und Facharzt kann die SAPV
für einen Zeitraum von maximal dreimal 28 Tagen unter
Verwendung des Vordrucks 63 verordnen.
Im Bedarfsfall kann das multiprofessionelle PCT mit palliativ qualifizierten Fachkräften (unter anderem Psychoonkologen) erweitert werden. „Mit Ausnahme der Vollversorgung können die an der allgemeinen Palliativversorgung teilnehmenden Hausärzte weiterhin ihre Leistungen im Rahmen der jeweiligen Verträge der ambulanten
Palliativversorgung abrechnen“, so Dolff.
Neue Aut-idem-Regelung gilt seit 1. Januar 2011:
Arzneimittel-Austausch erweitert
Seit Jahresbeginn gelten neue Regeln für den Austausch von Medikamenten durch den Apotheker. Die Bestimmungen enthält das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes, kurz AMNOG. Sie betreffen die Packungsgröße und den Indikationsbereich. Neu ist zudem eine Regelung zur Kostenerstattung.
Für die Packungsgröße ist ab 1. Januar 2011 die Normierung (N1, N2, N3) ausschlaggebend. Somit können beispielsweise auch 100er gegen 98er Packungen ausgetauscht werden, wenn sie in Wirkstoff, Dosierung, Darreichungsform und Indikation übereinstimmen. Bisher
musste die Stückzahl identisch sein, was Hersteller nutzten, um den Austausch zu erschweren.
Für die Packungsgrößen gelten sogenannte Spannbreiten. Diese beträgt beispielsweise für Omeprazol: N1 =
16 bis 24 Stück, N2 = 44 bis 55 Stück, N3 = 95 bis 100
Stück. Wenn Sie die Packungsgröße mit N1, N2 oder N3
verordnen, kann der Apotheker innerhalb dieser Grenzen
abgeben. Wenn Sie nur die Stückzahl angeben und diese
außerhalb der N-Bereiche liegt, kann der Apotheker nur
gegen eine identische Stückzahl austauschen.
Wir empfehlen, die Packungsgröße mit N1, N2 oder N3
ohne Angabe der Stückzahl zu verordnen und den Austausch zuzulassen, also kein Kreuz zu setzen. In der Übergangsphase wird es vermehrt zu Rückfragen und Änderungswünschen der Apotheker kommen, wenn beispielsweise Rabattverträge nur unter Angabe der jeweiligen
Stückzahl bedient werden können.
und Herzinsuffizienz zugelassen ist, so darf er auch gegen ein Präparat ausgetauscht werden, das nur für die
Indikation Hypertonie zugelassen ist. Wirkstoff, Dosierung, Darreichungsform und Packungsgröße müssen natürlich übereinstimmen.
Patienten können ab 1. Januar 2011 im Rahmen von aut
idem ein Arzneimittel wählen, für das kein Rabattvertrag geschlossen
wurde. Voraussetzung ist auch hier,
dass der Arzt den
Austausch zulässt
(kein Kreuz gesetzt). Der Patient muss in diesem Fall anfallende Mehrkosten selbst tragen.
Die neue Regelung zu den Packungsgrößen
begründeten Fäl- macht Apotheken Schwierigkeiten.
len kann der Arzt
weiterhin ein Aut-idem-Kreuz setzen und den Austausch
auch im Rahmen der Mehrkostenregelung verhindern.
Der Gesetzgeber hat den Austausch vereinfacht. Es reicht
nun aus, wenn das verordnete und das abgegebene Präparat nur ein gleiches Anwendungsgebiet haben. Bisher
musste das Austausch-Präparat für den gleichen Indikationsbereich zugelassen sein. Wenn beispielsweise der
verordnete Betablocker zur Behandlung der Hypertonie
Der Patient bezahlt das selbst gewählte Arzneimittel
zunächst komplett aus eigener Tasche. Seine gesetzliche Krankenkasse zahlt im Rahmen der Kostenerstattung den Differenzbetrag, wobei Rabatte berücksichtigt
werden müssen. Die Einzelheiten des Verfahrens regeln
Krankenkassen und Apotheken.
Notdienst in Nordrhein-Westfalen rückt zusammen:
Arztrufzentrale auch für Westfalen-Lippe zuständig
Die Arztrufzentrale der KV Nordrhein in Duisburg, die bislang lediglich für Patienten und Ärzte im Rheinland zuständig war, steht ab 1. Februar 17,9 Millionen Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.
Wie kam es dazu? Die KV Westfalen-Lippe hat den Notdienst neu strukturiert. Auch dort gibt es künftig zentrale Notdienstpraxen, zum Start im Februar sind es 67
Einheiten. Wie in Nordrhein sollte es auch ein zentrales
Call-Center geben, das Anrufern die Adressen und Öffnungszeiten der nächsten Notdienstpraxis mitteilt und
die Hausbesuche koordiniert.
Die KV Westfalen-Lippe ging nach einer geeigneten Einrichtung auf die Suche – und wurde in Nordrhein fündig. Die Wahl fiel auf die Arztrufzentrale in Duisburg.
„Wir haben uns für die Zentrale in Duisburg entschieden, weil diese aus unserer Sicht die besten Vorausset-
Mehr als 700.000 Anrufe gingen 2010 bei der Arztrufzentrale ein.
zungen hatte. Sie kennt das Geschäft, und die Mitarbeiter haben viel Erfahrung,“ erläutert Dr. Thomas Kriedel,
Vorstand der KV Westfalen-Lippe.
Um die neue Aufgabe bewältigen zu können, musste
Duisburg aufstocken. Investitionen in neue Technik, Telefonleitungen, Kartenmaterial und in die Schulung der
bis dato 150 Mitarbeiter waren nötig. Zudem sind bislang
acht neue Mitarbeiter eingestellt worden. Trotz dieser und
weiteren geplanten Neueinstellungen: Mittelfristig sollen
die Kosten für den Notdienst der KV Nordrhein sinken.
Wie klappt der Übergang?
„Wir sind jetzt gut gerüstet“, sagt Frank Bausch, Geschäftsführer der Notdienst- und Bürgerberatungs
GmbH (NDBB), die die Arztrufzentrale bislang betrieben hat. Dennoch könnte es in den ersten Wochen zu längeren Wartezeiten auch für die Anrufer
aus Nordrhein kommen, fürchtet Bausch.
Auch gesellschaftsrechtlich gibt es Änderungen:
Das Duisburger Call-Center wird aus der NDBB
ausgegliedert und firmiert dann als Arztrufzentrale NRW GmbH, die beiden KVen zu gleichen
Teilen gehört. „Damit werden zum ersten Mal in
Deutschland die Anrufe der Patienten im Notdienst
KV-übergreifend entgegengenommen und Hausbesuche koordiniert“, sagt Bernd Brautmeier, Vorstand der KV Nordrhein. Leiter der Arztrufzentrale
NRW ist Dr. Michael Klein. Der Volkswirt hat bereits mehrere Call-Center aufgebaut und geleitet.
Ab dem zweiten Quartal 2011 nur noch per CD oder online:
Das Ende der Papierabrechnung
In Nordrhein gibt es derzeit noch 510 Praxen, die auf Papier abrechnen. Ab dem zweiten Quartal 2011 ist das
nicht mehr möglich. Das Sozialgesetzbuch lässt dann nur die EDV-Abrechnung zu.
Die Abrechnung des zweiten Quartals 2011 ist an die Kassenärztliche Vereinigung „im Wege elektronischer Datenübertragung oder maschinell verwertbar auf Datenträgern zu übermitteln“. So steht es in § 295 des Sozialgesetzbuchs V. Betroffen sind grundsätzlich alle Mitglieder
der KV Nordrhein.
Es gibt aber auch Ausnahmen: Wer vor dem 1. Januar 1946
geboren wurde, kann weiter eine papierene Abrechnung
einreichen, ein Antrag ist nicht nötig. Das geht aber auch
längstens bis zum Beginn der flächendeckenden Einführung der Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte. Das dürfte noch mindestens zwei Jahre dauern.
Weiter auf Papier abrechnen dürften zudem:
n	Privatärzte, die am kassenärztlichen Notdienst teilnehmen und ihre Abrechnung via Notfallschein
(Muster 19) einreichen
n	Notfallambulanzen, die via Notfallschein abrechnen
n	Polikliniken, die ihre Abrechnung via Poliklinikberechtigungsschein (Muster 210) einreichen.
Weitere Ausnahmen sind möglich, aber nur nach Genehmigung. Dafür ist ein schriftlicher Antrag bei Ihrer Bezirksstelle nötig. Stellen können ihn Mitglieder, die
n	in diesem Jahr 63 Jahre alt werden
n	in diesem Jahr 60 Jahr alt werden und im Schnitt
der vergangenen vier Quartale weniger als 200 Fälle abgerechnet haben
n	beabsichtigen die Praxis innerhalb des kommenden
Jahres abzugeben (Genehmigung für maximal ein
n	die in den nächsten vier Quartalen0 eine Praxis-
EDV anschaffen werden (Genehmigung befristet)
Diskette adé
Demnächst endet eine weitere Ära. Nicht per Dekret, sondern weil sie technisch ausstirbt: die Diskettenabrechnung. Seit Jahren gibt es keine Ersatzteile mehr für die
Diskettenloader, mit denen die Disketten im Massenbetrieb eingelesen werden. Die Loader sind bald nicht mehr
einsatzfähig. Deswegen lässt die KV Nordrhein Disketten nur noch bis zur Abrechnung des vierten Quartals
2011 zu. Ab 2012 geht es nur noch per CD oder Online.
Im Gegensatz zu anderen Regionen: Einen Zwang zur Online-Abrechnung gibt es im Rheinland nicht. Die KV Nordrhein agiert weiter nach dem Motto: fördern statt fordern.
Wer seine Abrechnung auf CD einreicht, dessen Verwaltungskostensatz beträgt 2,6 Prozent. Der Verwaltungskostensatz für Ärzte und Psychotherapeuten, die ihre Abrechnungsdaten online über das KV-SafeNet oder D2D übermitteln, liegt bei 2,5 Prozent. Wer die Gesamtaufstellung
auch noch digital signiert, muss nur Verwaltungskosten
von 2,3 Prozent zahlen. Mohr: „Das rechnet sich vor allem
für umsatzstarke Praxen.“
Die KV Nordrhein bietet ihren Mitgliedern kostenlose EDV-Beratung an.
Telefon 0211 5970 8075
mittwochs und donnerstags 14 bis 18 Uhr
Informationen zum Erwerb und Anmeldung eines Praxisverwaltungs11010 9
systems finden Sie im Internet unter www.kvno.de
DAK tritt Schizophrenie-Vertrag bei
Die DAK ist zum 1. Januar 2011 dem Schizophrenie-Vertrag mit der AOK Rheinland/Hamburg beigetreten. Damit
können auch DAK-Versicherte von den vereinbarten Maßnahmen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von
Patienten mit Schizophrenie profitieren. Das Honorar erhalten die Teilnehmer extrabudgetär. Nervenärzte, Psychiater und Psychotherapeuten, die bereits an dem Vertrag
mit der AOK Rheinland/Hamburg teilnehmen, benötigen
keine neue Genehmigung. Wer in den Vertrag einsteigen
möchte, sendet die unterschriebene Teilnahmeerklärung
bitte an seine Bezirksstelle.
Infos und Teilnahmeerklärung finden Sie unter www.kvno.de
Praxisgebühr Hausarztvertrag BKK
Vereinigte Deutsche Nickel-Werke
Praxen, die relativ häufig von ausländischen Patienten
mit der Europäischen Krankenversichertenkarte EHIC aufgesucht werden, können die Abrechnung der Leistungen
künftig vereinfachen. Die AOK Rheinland/Hamburg, die
die meisten Fälle betreut, hat im Internet das EHIC-Portal eingerichtet.
Das Portal gibt es seit fünf Jahren und wird bisher von
den Krankenhäusern genutzt. Nun können auch Arztpraxen an dem Verfahren teilnehmen. Eine Kurzbeschreibung
zum EHIC-Portal und eine Checkliste für Anwender erklären, wie das Portal funktioniert und wie Sie sich anmelden können.
Die Kurzbeschreibung und die Checkliste finden Sie unter www.kvno.de
Versicherte der BKK Vereinigte Deutsche Nickel-Werke, die
am Hausarztvertrag der BKKen teilnehmen, müssen ab 1.
März 2011 wieder die Praxisgebühr bezahlen. Im ersten
Quartal 2011 trifft dies die Versicherten, die ab 1. März
erstmalig im Quartal eine Praxis aufsuchen.
und Funktionstraining geändert
Vordruck-Änderungen zum 1. April 2011
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining aufgrund eines Urteils des Bundessozialgerichts zum 1. Januar 2011 angepasst. Hintergrund der Gerichtsentscheidung war, dass eine Beschränkung der Leistungsdauer von Funktionstraining nicht zulässig ist. Die
wichtigsten Änderungen in Kürze:
n	Alle Angaben über die Leistungsdauer haben einen
Klammerzusatz erhalten: Richtwert. Damit soll die
Aufhebung einer Leistungsbegrenzung deutlich gemacht werden.
n	Neuer Bestandteil des Rehabilitationssports sind
„Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins“.
n	Erweiterung der Indikationen für Rehabilitationssport
in Herzgruppen.
n	Weitere Verordnungen müssen begründet werden.
Die bisherigen Formulare für die Verordnungen können Sie
im ersten Quartal 2011 noch verwenden. Neue Formulare
sollen ab dem zweiten Quartal 2011 zur Verfügung stehen.
Sie finden die neue Rahmenvereinbarung und eine synoptische Gegenüber110 110
stellung der alten und neuen Fassung unter www.kvno.de
Einfacher abrechnen bei Patienten
mit der europäischen KVK EHIC
Die Änderungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse
sind am 1. Januar 2011 mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft getreten (wir berichteten).
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Krankenkassen haben zum 1. April 2011 einige Änderungen bei den Vordrucken beschlossen.
Muster 5 (Abrechnungsschein) und Muster 6 (Überweisungsschein)
Dieses Kombinationsformular (Vorderseite Muster 5, Rückseite Muster 6) wurde für die ab dem 2. Quartal 2011 verpflichtende elektronische Abrechnung von der KBV und dem
Spitzenverband der Kassen überarbeitet. Das Muster 5 wurde nicht geändert. Bei dem Muster 6 wurde das Abrechnungsfeld neu gestaltet. Der Überweisungsschein verbleibt
zukünftig ausschließlich beim Empfänger. Der Empfänger
rechnet seine Leistungen elektronisch per Diskette/CD oder
D2D mit seiner Bezirksstelle ab. Neu ist, dass bei Behandlungen nach § 16 Abs. 3a SGB V (Ruhen des Anspruchs)
– siehe Erläuterungen zu Muster 85 – eine entsprechende Kennzeichnung durch die Praxis notwendig ist.Eine Abrechnung auf Papier ist ab dem zweiten Quartal 2011 ausgeschlossen. Die Papierabrechnung ist nur noch in wenigen
Ausnahmefällen möglich. Bitte beachten Sie hierzu auch
den Artikel auf Seite 9 dieser Ausgabe von KVNO aktuell.
Muster 10 (Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistungen)
Dieses Formular wird sich voraussichtlich zum 1. Juli 2011
ändern. Wir werden darüber informieren.
Muster 56 (Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport/Funktionstraining)
Auch beim Muster 56 werden Anpassungen erfolgen. Das
neue Muster 56 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Muster 71/71a (Zweitmeinungsverfahren)
Aufgrund der Einführung des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) entfallen diese beiden Muster
seit 1. Januar 2011. Damit entfällt auch die Abrechnung
der EBM-Nummern 40865, 40866, 40867 und 40868.
Muster 80 (Dokumentation des Behandlungsanspruchs
von im Ausland Versicherten)
Hier erfolgte eine redaktionelle Überarbeitung.
Muster 85 (Nachweis der Anspruchsberechtigung bei Ruhen des Anspruchs gemäß § 16 Abs. 3a SGB V)
Dieses neue Formular wird nur von den Kassen ausgefüllt
und dient der Information des Vertragsarztes, wonach Versicherte, die mit ihrem Krankenkassenbeitrag mehr als zwei
Monate im Rückstand sind, nur noch einen eingeschränkten Anspruch auf Leistungen der Krankenkasse haben.
Ausschließlich Untersuchungen zur Früherkennung von
Krankheiten und Leistungen, die zur Behandlung akuter
Erkrankungen und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft erforderlich sind, können Sie
in diesen Fällen noch zu Lasten der Kasse abrechnen.
Mit Ausnahme der Muster 10 und 80 dürfen die alten Vordrucke ab 1. April 2011 nicht mehr verwendet werden. Eine Erstausstattung der Muster 5/6 und 56 senden wir Ihnen voraussichtlich Mitte März ohne separate Anforderung direkt zu.
Änderungen des EBM
Neue EBM-Nrn. 01425 und 01426 für die Verordnung
der SAPV ab 1. April 2011
Die Informationen zu diesen neuen EBM-Nummern sowie
zu den durch die neuen EBM-Nrn. ersetzten Kostenpauschalen 40860 und 40862, finden Sie in dieser Ausgabe
von KVNO aktuell auf Seite 6.
Bereitschaftspauschale EBM-Nr. 01435 weiter abrechnungsfähig
Die Abrechnungsfähigkeit der EBM-Nr. 01435 Bereitschaftspauschale war vom Bewertungsausschuss ursprünglich bis zum 31. Dezember 2010 befristet worden. Die Befristung ist beendet, so dass die EBM-Nummer 01435 wieder abrechnungsfähig ist.
Änderung der Bewertung EBM-Nr. 11334
- Untersuchung auf Hämochromatose
Die Bewertung der zum 1. Januar 2011 neu eingeführten
EBM-Nummer 11334 - Untersuchung auf Hämochromatose - wird zum 1. April 2011 von 1774 Punkten auf 1455
Punkte geändert.
Cave: Branchenbucheinträge
Wieder werden die Praxen von Korrekturofferten überschwemmt. Aktuell sind es das Gelbe Branchenbuch, die
Neue Robinsonliste, die Gewerbeauskunft-Zentrale und das
Verzeichnis der Mediziner mit Postanschrift in Lissabon.
In der Regel wird um die kostenlose Bestätigung der Grunddaten gebeten. Im Kleingedruckten versteckt sich dann
der Hinweis, dass mit der Unterschrift ein kostenpflichtiger, oft mehrere hundert Euro teurer Eintrag bestätigt
wird. Bitte prüfen Sie daher solche Angebote sehr sorgfältig, bevor Sie Ihre Unterschrift darunter setzen. Die KV
Nordrhein empfiehlt, auf derartige „Korrekturofferten“
nicht zu reagieren.
Aktuelle Cave-Meldungen finden Sie unter www.kvno.de
11 0 111
Serviceteam Köln
Telefon	0221 7763 6666
E-Mail	service.koeln@kvno.de
Serviceteam Düsseldorf
Telefon	0211 5970 8888
E-Mail	service.duesseldorf@kvno.de
Höhere Herstellerrabatte halten Arzneimittelausgaben stabil
In Nordrhein lagen die Arzneimittelausgaben in 2010
bei knapp 3,28 Milliarden Euro, rund 53 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (plus 1,66 Prozent). Das geht aus
Berechnungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hervor.
Der Anstieg hätte höher ausfallen können. Die moderate
Steigerung liegt vor allem am höheren Herstellerrabatt.
Der stieg im August 2010 von sechs auf 16 Prozent – und
verringerte damit die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen deutlich. Die im GKV-Änderungsgesetz fixierte
Regelung betrifft Arzneimittel ohne Festbetrag und gilt
ein Jahr, also bis August 2011. In diesem Zeitraum soll
der höhere Rabatt die Kosten der Krankenkassen bundesweit um über eine Milliarde Euro senken. Bezogen auf
Nordrhein sind das immer noch gut 100 Millionen Euro.
Die Arzneimittelumsätze nach definierten Tagesdosen
(DDD) sind im vergangenen Jahr gestiegen. Im ersten
Halbjahr 2010 wurden in Nordrhein zwei Milliarden Dosen zu Lasten der gesetzlichen Kassen verordnet, was
einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von zehn Prozent entspricht.
Zu den umsatzstärksten Fertigarzneimitteln gehörten
im ersten Halbjahr 2010 die Antiasthmatika/ Broncholytika Spiriva, Symbicort und Viani (50,1 Millionen Euro), die Biologics Humira, Enbrel, Remicade (39,1 Millionen Euro) oder die Psychopharmaka Seroquel, Zyprexa, Risperdal (38,1 Millionen Euro). Für Zytostatika-Zubereitungen zahlten die Kassen von Januar bis Juli 2010
in Nordrhein 143,8 Millionen Euro.
Ohne erhöhten Zwangsrabatt wären die Arzneimittelkosten bundesweit wesentlich stärker gestiegen. Dies zeigen
die Zahlen des GKV-Arzneimittelindex (GAmSi) für das
erste Halbjahr 2010. Zehn Arzneimittel-Gruppen lassen
sich nach GAmSi als Kostentreiber identifizieren. In diesem Zeitraum sind sie für 87 Prozent des Kostenanstiegs
bei Fertigarzneimitteln in Nordrhein verantwortlich.
Die Umsatzanstiege sind einerseits in großen Indikationsgruppen zu beobachten, andererseits bei den Spezialpräparaten. Während bei den ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Antagonisten, den Antidiabetika und Psychopharmaka die Umsatzsteigerungen fast ausschließlich
durch größere Mengen erklärt werden können, kommt
der Umsatzanstieg bei den Analgetika und Antibiotika
durch einen Wechsel auf teuere Arzneimittel innerhalb
der Gruppen zustande. Bei den Spezialpräparaten tragen zudem gestiegene Preise zum Umsatzanstieg bei.
Fazit: Die Veränderungen bei den Arzneimittelausgaben
entstehen durch Mehrverordnungen zum Beispiel aufgrund des demographischen Effekts und durch Verordnungen von neuen und teureren Arzneimitteln bei gleicher Indikation. Bei einzelnen Präparaten spielen zumindest in der ersten Jahreshälfte 2010 auch Preiserhöhungen eine Rolle. Unterm Strich steigen die Ausgaben wegen des gesteigerten Herstellerrabattes kaum.
Umsatzsteigerungen im ersten
Halbjahr 2010 in Nordrhein
Arzneimittelgruppe (nach Rote Liste)
ACE-Hemmer und Angiotensin-IIAntagonisten
Analgetika und Migränemittel
Bronchospasmolytika und
Hämatologika
Immuntherapeutika und Zytokine
Kontrastmittel und Diagnostika
Psychopharmaka, Hypnotika und
Zytostatika (incl. Endokrine Therapie)
GKV-Fertigarzneimittelmarkt
9,3 144,02
Quelle: GAmSi
Umsatz­
Aktuelle Änderungen der Me-too-Liste
Auf die Me-too-Liste 2011 sind insgesamt neun
neue Präparate aufgenommen worden. Zehn Präparate wurden 2010 meist wegen Patentablaufs von
der Liste gestrichen, drei davon erst Ende Dezember,
sodass sie auf der Übersicht fehlen, die Sie mit der
Dezember-Ausgabe von KVNO aktuell erhalten haben. Es handelt sich dabei um Actonel, Curatoderm
Salbe und Flutivate.
Kein Me-too mehr
Die Tabelle listet die Präparate, die 2010 von der Me-too-Liste gestrichen wurden.
Carmen/ Corifeo
Von der Me-tooListe gestrichen
Priscus-Liste: Manches Medikament für Senioren ungeeignet
Die im August 2010 veröffentlichte Priscus-Liste stuft
83 Medikamente als für Senioren ungeeignet ein, da sie
höhere Risiken mit sich bringen. Sie ist die erste Liste ihrer Art, die dem deutschen Arzneimittelmarkt angepasst
wurde und bietet deswegen Vorteile gegenüber internationalen Listen.
Die Verordnung von Arzneimitteln bei älteren Patienten
ist häufig durch Multimorbidität und damit verbundener Polymedikation gekennzeichnet. Veränderungen der
Pharmakokinetik und -dynamik im Alter führen zu mehr
unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Leitlinien gehen
nur selten auf die adäquate Medikation älterer Patienten ein. Hingegen führen internationale Arzneimittellisten, wie die amerikanische Beers-Liste, potentiell inadäquate Medikationen bei älteren Patienten auf.
Die Verordnung dieser Mittel kann in Einzelfällen angezeigt oder ohne Alternativen sein. Amerikanische Studien zeigten jedoch, dass die Einnahme von Medikamen-
ten, die die Beers-Liste aufführt, mit einem erhöhten
Hospitalisierungsrisiko bei älteren Menschen einhergeht.
Nachgewiesen wurde auch ein höheres Sturzrisiko und
höhere Therapiekosten aufgrund von vermehrten Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten.
Einzelne Krankenkassen haben angekündigt, entweder
ihre Patienten oder die verordnenden Ärzte zu informieren, wenn vermehrt Arzneimittel der Priscus-Liste verordnet werden.
Die Priscus-Liste (von lat. priscus = altehrwürdig) wurde
im Rahmen eines sogenannten Delphi-Verfahrens entwickelt. Grundlage waren vier internationale Listen potentiell inadäquater Medikationen (PIM) und eine zusätzliche Literaturrecherche. Von den 131 Arzneistoffen wurden nach Expertenbefragungen 83 Arzneistoffe aus 18
Arzneistoffklassen für Deutschland als PIM identifiziert.
Die Wirkstoffe, Alternativen und Dosierungshinweise finden Sie im Internet
unter www.priscus.net
Hilfsmittel-Verordnungen: Ein kostenträchtiges Thema
Auf mehr als sechs Milliarden Euro dürften sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Hilfsmittel im
Jahr 2010 belaufen. Sie stellen somit einen großen Kostenblock in der ambulanten Versorgung dar.
men und den Krankenkassen geschlossenen Verträgen kann
festgelegt sein, dass die Heime eine bestimmte Anzahl von
Doch alle reden von möglichen Einsparungen bei Arzneimitteln. Dabei steht so
manches Hilfsmittel-Rezept für vierstellige Euro-Ausgaben, die nicht immer dem
Budget für die ambulante Versorgung zur
Last fallen müssten. Denn für etliche Rollatoren, Hublifter oder spezielle Bandagen
sind andere Träger zuständig, etwa die Unfallversicherung.
Den verordnenden Ärzten kommt eine besondere Rolle zu, denn sie kennen sehr häufig die aktuelle Situation beim Patienten
und können durch korrekte Rezeptur für eine sachgerechte Kostenverteilung bei den
Hilfsmitteln sorgen. So könnten Mittel freigesetzt werden, die für ärztliche Honorare
Nicht immer muss die Krankenkasse den Rollstuhl zahlen. bei Unfällen
im Beruf beispielsweise ist die Berufsgenossenschaft zuständig.
Es gibt eine ganze Reihe von Fällen, in denen andere Träger die Kosten für Gehhilfen, Rollstuhl oder
Gelenkstützen übernehmen.
Die wichtigsten Konstellationen im Überblick:
Pflegehilfsmittel: Das sind all die Mittel, die für pflegebedürftige Patienten verordnet werden. Für sie dürfen
keine Rezepte nach Muster 16 (das normale rosafarbene Rezeptformular) ausgestellt werden. Hier ist nämlich
die Pflegekasse zuständig – und nicht die Krankenkasse.
Die Pflegekasse kann mit einer Anforderung, zum Beispiel auf einem Privatrezept, veranlasst werden, das benötigte Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen.
Pflege- und Altenheime: Für Heim-Patienten bestehen
in aller Regel Pflegeverträge. In diesen, zwischen den Hei-
Hilfsmitteln vorhalten müssen. Dies ist dann der Fall, wenn
das Heim über einen bestimmten Versorgungsauftrag verfügt, weil etwa viele der Heimbewohner aufgrund ihrer Erkrankung einen Rollstuhl benötigen. Üblicherweise richtet
sich die Anzahl der vorzuhaltenden Hilfsmittel nach der
Anzahl Patienten in den einzelnen Pflegestufen I, II oder
III. Die Pflegekassen sind verpflichtet, dies bei ihren Vertragspartnern zu prüfen und wenn nötig, für Abhilfe zu
sorgen. Weisen Sie die Kasse darauf hin und verlassen Sie
sich nicht auf die Aussagen im Alten- oder Pflegeheim!
Stellen Sie nicht vorschnell ein Rezept aus!
Unfälle im Beruf: Hier ist die Berufsgenossenschaft
(BG) verpflichtet, Hilfsmittel zu stellen. Darauf sollten
die behandelnden Ärzte die Krankenkasse hinweisen
und nicht vorschnell ein Rezept ausstellen. Eine Verordnung zulasten der BG muss der behandelnde BGArzt vornehmen.
Ausstellung eines Rezeptes Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen. Denn oft führen sie für solche Artikel einen Pool von Hilfsmitteln, aus welchem der Patient bedient werden kann.
Freizeitunfälle: Hier übernimmt eventuell eine Unfall-
Hilfs- oder Pflegehilfsmittel?
Der „Abgrenzungskatalog zur Hilfsmittelversorgung in Pflegeheimen“, den der GKV-Spitzenverband erstellt, sortiert Hilfs- und Pflegehilfsmittel. Sie finden den Katalog im Internet auch unter
www.kvno.de 110 115
versicherung die Kosten. Wenn dies der Fall ist, könnte
diese Versicherung zuständig sein. Wenn der Unfallträger die Kosten übernimmt, ist die Krankenkasse zu
informieren. Dann sollte kein Rezept nach Muster 16
ausgestellt werden; die Krankenkasse muss sich mit
dem Versicherer bezüglich der Bezahlung auseinandersetzen. Dies ist nicht Sache der Ärzte. Eine Rezeptur sollte allenfalls auf einem Privatrezept erfolgen.
Verkehrsunfälle: Bei diesen und von Dritten verschuldeten Unfällen ist die Haftpflichtversicherung des Verursachers in der Pflicht. Das Vorgehen entspricht dem
bei Freizeitunfällen.
Darüber hinaus schließen die Krankenkassen vor allem seit den geänderten Vertragsmöglichkeiten im
Jahre 2009, immer öfter Liefer- oder Leasingverträge
mit örtlichen Anbietern, um Hilfsmittel günstiger zur
Verfügung stellen zu können. Bevor Sie also das rosa Rezeptformular (Muster 16) nutzen, um im Krankheitsfall ein Hilfsmittel zu verordnen, sollten Sie diese Möglichkeiten abklären.
Noch ein Punkt ist wichtig: Bei der Verordnung eines Hilfsmittels im Krankheitsfall auf dem Muster
16 kreuzen Sie bitte unbedingt das Feld 7 an. Setzen
Sie das Kreuz deutlich von Hand, nicht per Computer.
Denn der schreibt nämlich in Programmen verschiedener Softwarehäuser eine „7“ anstatt eines Kreuzes – und die liest der Computer der Abrechnungsstellen bei den Kassen nicht als Kreuz! Fehlt die korrekte Markierung des Feld 7 durch ein Kreuz, landet
die Hilfsmittelverordnung automatisch bei den Arzneimittelverordnungen, da es sich um ein Muster 16
handelt. Dies könnte dort Anlass zu einem unbegründeten Regress geben.
Dipl. Chem. Dr. med. Rolf Ziskoven, Sankt Augustin
Grundsätzlich ist die gesetzliche Krankenversicherung
verpflichtet, sich um diese Kostenfragen zu kümmern
und die entsprechende Versicherung in die Pflicht zu
nehmen. Allerdings müssen die Krankenkassen auch
von diesen Umständen erst einmal erfahren. Hier sind
die Ärzte gefordert, die Kassen entsprechend zu informieren und nicht vorschnell ein Rezept nach Muster 16 auszustellen.
Verordnungen im Krankheitsfall
Doch auch wenn die gesetzlichen Kassen die Hilfsmittel zahlen müssen, lassen sich Kosten senken. Bei teuren
Verordnungen von Hilfsmitteln wie Rollstühlen oder Sauerstofftherapiegeräten, die im Rahmen einer Erkrankung
des Patienten vorgenommen werden, sollte die Praxis vor
Pharmakotherapie- und Heilmittelberatung
Telefon	0211 5970 8111
Telefax	0211 5970 8136
E-Mail	pharma@kvno.de
Telefon	0211 5970 8070
Telefax	0211 5970 8287
E-Mail	patricia.shadiakhy@kvno.de
Bei Fragen zu Prüfung und Verfahren:
Qualitätssicherung Prüfwesen
Disease-Management-Programme in Nordrhein:
Chronikerprogramme helfen den Patienten
Mehr als 700.000 chronisch kranke Patienten im Rheinland nehmen an einem sogenannten Disease-ManagementProgramm (DMP) teil. Gut für sie. Denn die Versorgungsqualität wird immer besser. Das zeigt der aktuelle DMPQualitätssicherungsbericht, der auf rund 13 Millionen Behandlungsdaten aus den Jahren 2003 bis 2009 basiert.
Bei chronisch Kranken, die in Nordrhein an einem DMP
teilnehmen, treten deutlich weniger Komplikationen als
erwartet auf, und schwere Krankheitsverläufe werden
häufig vermieden. „Die Qualität der Versorgung steigt
bei jeder der sechs chronischen Erkrankungen, für die
es ein DMP gibt“, sagt Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.
Der diesjährige Bericht vergleicht erstmals Ergebnisse in
der Region Nordrhein mit denjenigen aus anderen KVRegionen. Aktuelle Vergleichszahlen aus dem Jahr 2009
konnten dazu für drei Regionen ermittelt werden, nämlich
für Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bayern.
Beste Kooperation im Rheinland
Die interdisziplinäre Kooperation beispielsweise zeigt, in
welchem Ausmaß im DMP Diabetes mellitus Typ 2 Patienten
mit schweren Fußläsionen und
in dem DMP Koronare Herzkrankheit Patienten mit einer
neu auftretenden Angina pectoris-Symptomatik oder Herzinsuffizienz vom Hausarzt überwiesen wurden. Die Kooperation
im Rheinland ist in beiden Bereichen deutlich besser als in den
anderen Regionen.
Überweisungen bei schwerer Fußläsion (DMP Diabetes mellitus Typ 2)
Überweisungen bei neu auftretender Angina pectoris/Herzinsuffizienz (DMP Koronare Herzkrankheit)
Die Abbildung beschreibt die interdisziplinäre Kooperation. Sie zeigt, in welchem
Ausmaß im DMP Diabetes mellitus Typ 2 Patienten mit schweren Fußläsionen und
in dem DMP Koronare Herzkrankheit Patienten mit einer neu auftretenden Angina
pectoris-Symptomatik oder Herzinsuffizienz vom Hausarzt überwiesen wurden.
Bei dieser Gegenüberstellung
ist zu berücksichtigen, dass die
bundesweit weitgehend einheitlichen Qualitätszielvorgaben je nach regionaler Versorgungssituation und medizinischer I­nfrastruktur (zum Beispiel
Facharztdichte) unterschiedlich
gut erreichbar sind. Die guten Ergebnisse hinsichtlich der ärztli-
chen Kooperation zwischen Hausärzten und auf die Behandlung diabetischer Fußbefunde spezialisierter Einrichtungen sind in Nordrhein auch dem ‚Netzwerk diabetischer Fuß’ zu verdanken. Das Netzwerk arbeitet
seit Jahren mit großem Erfolg an der Verbesserung der
ärztlichen Kooperation. Und
davon profitieren letztendlich die Patienten.
ist die Verschreibung von Statinen: Fast drei Viertel aller KHK-Patienten, die keine Kontraindikationen hiergegen aufweisen, erhalten diesen Wirkstoff.
Auf die Ergebnisse ihrer Arbeit können die teilnehmenden Praxen also stolz sein.
Bei der Honorierung hingegen schwingt viel Unmut
mit. Denn Anfang 2010 sank
die Honorierung deutlich.
In der Gemeinschaftspraxis Dres. Andreas Glauner
und Gerhard Heinsch sind
die Umsätze durch die DMP
im vergangenen Jahr um ein
Drittel gesunken. „Dabei haDie Abbildung zeigt den Verlauf der mittleren systolischen Blutdruckwerte von Patienten mit einer Einschreibung im 2. Halbjahr 2004 oder 1. Halbjahr 2005 und fortgesetzben wir genauso viel und geter Teilnahme bis zum 2. Halbjahr 2009. Die Blutdruckwerte sind hier alters- und genauso gut gearbeitet. Das
schlechtsadjustiert.
ärgert uns immens“, sagen
die Haaner Hausärzte. Die
um ein Drittel gekürzte Honorierung wirke bei gleicher
Inzwischen sind deutliche Verbesserungen des GesundArbeitsleistung und der im Bericht bestätigten exzellenheitszustandes der Patienten belegt. So sinken die systen Qualität „zynisch“.
tolischen Blutdruckwerte vor allem bei Patienten, die zuKHK: Weniger Komplikationen
vor einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, auf leitIn das Programm zur Koronaren Herzkrankheit (KHK)
liniennahe Zielwerte.
sind 204.000 Patienten eingeschrieben. Sie sind im
Schnitt 71 Jahre alt und bereits seit neun Jahren an
Bezogen auf diese Patientengruppe, die diese Ereignisse
einer KHK erkrankt. Etwa ein Drittel der KHK-Patienüberlebt haben und weiterhin im DMP betreut werden
ten sind Frauen.
können, ist zu erkennen, dass sich die Blutdrucksenkung
stufenweise in Richtung der in Leitlinien empfohlenen
Wichtig bei der Behandlung ist die konsequente mediZielwerte verändert.
kamentöse Therapie. Dafür haben die Vertragspartner,
die KV Nordrhein und die Krankenkassen im Rheinland,
„Die Patienten profitieren gesundheitlich von den DMP“,
Zielquoten vorgegeben. Mit Erfolg. Ein Beispiel hierfür
betont Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstands
DMP-Berichte liegen für Sie bereit
Gerne senden wir Ärzten und Psychotherapeuten
aus Nordrhein den aktuellen DMP-Qualitätssicherungsbericht zu. Bitte fordern Sie ihn an bei:
Qualitätssicherungsbericht 2009
ramme GbR
Disease-Management-Programme in Nordrhein
Männer erkranken früher
Bei der Analyse der Daten zeigen sich deutliche Geschlechtsunterschiede: Weibliche Patienten erkranken
offenbar erst später an einer KHK. Die in das DMP eingeschriebenen Patientinnen sind im Schnitt vier Jahre
älter als die männlichen Betroffenen. Außerdem treten
bei den Frauen in allen Altersgruppen weniger stationäre Notfallbehandlungen und Koronarinterventionen auf
als bei den Männern.
In Nordrhein gibt es neben dem Behandlungsprogramm
KHK fünf weitere DMP. Diese betreffen Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ 2 und Typ 1, Asthma bronchiale und
chronisch obstruktive Atemwegserkrankung. Die Grundpfeiler aller DMP stützen sich auf:
n	die verbesserte Kompetenz der chronisch erkrank-
Brustkrebs Diabetes mellitus Typ 1 / Typ 2
Koronare Herzkrankheit Asthma / COPD
n	n	Nordrheinische Gemeinsame Einrichtung
Disease-Management-Programme GbR
n	n	Gernot Grothe
Telefon 0221 7763 6267
der AOK Rheinland/Hamburg. Zudem zeigen Befragungen, dass Patienten in den Programmen zufriedener mit
ihrer individuellen ärztlichen Betreuung sind.
Dabei steht den Patienten eine große Auswahl an Praxen zur Verfügung, die an den DMP teilnehmen. „Rund
80 Prozent aller Hausärztinnen und Hausärzte in Nordrhein sind mindestens an einem der DMP beteiligt“, sagt
Dr. Lutz Altenhofen, der das DMP-Projektbüro des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Köln leitet.
ten Patienten hinsichtlich ihres Umgangs mit der
Erkrankung durch das Angebot von Patientenschulungen
regelmäßiges Prüfen der Befunde durch den Hausarzt
intensive Kooperation zwischen Hausärzten und
Spezialisten wie diabetologischen Schwerpunktpraxen, Kardiologen und Pulmologen
stärkere Orientierung der medikamentösen Therapie
an ärztlichen Leitlinien
kontinuierliche Dokumentation der medizinischen
Befunde mit regelmäßiger Analyse und Rückkopplung an die beteiligten Ärzte
Der DMP-Qualitätssicherungsbericht stellt auf 178 Seiten die Ergebnisse strukturierter Behandlungsprogramme
für chronisch Kranke aus der Region Nordrhein vor. Er erscheint jährlich und gewährt einen umfassenden Einblick
in die Umsetzung der strukturierten Versorgungskonzepte und ihre medizinischen Auswirkungen. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erstellt den
Bericht im Auftrag der Gemeinsamen Einrichtung für die
DMP in Nordrhein.
Den kompletten DMP-Qualitätssicherungsbericht finden Sie im Internet
unter www.kvno.de
Daten zu den DMP im Überblick
An den Programmen nehmen 705.000 Patienten bei rund 5.500 Hausärzten in Nordrhein teil. Außerdem sind
745 Gynäkologen, 95 Kardiologen, 152 Diabetologen, 410 Kinderärzte und 234 Pulmologen darin aktiv.
An diesem Chronikerprogramm können Patienten bereits ab dem fünften Lebensjahr teilnehmen; entsprechend sind rund ein Fünftel der 77.000 eingeschriebenen Asthma-Patienten Kinder oder Jugendliche. Stationäre Notfallbehandlungen waren sehr selten: Nur bei
1,7 Prozent der Patienten traten sie in den vergangenen sechs Monaten des Berichtszeitraums auf. Erfreulich hoch ist der Anteil der Patienten, deren Inhalationstechnik die teilnehmenden Ärzte überprüft haben
(73,7 Prozent) oder die über einen Selbstmanagementplan (67,3 Prozent) verfügen.
Mit vier von fünf Typ 2-Diabetikern erreicht das DMP
rechtes Niveau zu senken. Dazu trägt die intensive Ko-
Bei über der Hälfte aller Patientinnen wird die Erkrankung in einem frühen Erkrankungsstadium entdeckt.
Dadurch steigt die Überlebensprognose. Fast vier Fünftel der Patientinnen mit geringer Tumorausdehnung
(pT1) im DMP-Brustkrebs konnten brusterhaltend operiert werden.
operation von Haus- und Fachärzten entscheidend bei.
Mit rund 80.000 Teilnehmern sind bereits viele betroffene Patienten in dieses Programm eingeschrieben. Die
bisherige Entwicklung der Teilnahmezahlen und der
Erreichungsgrad von knapp einem Drittel aller potenziell teilnahmeberechtigten COPD-Patienten lässt jedoch ein weiteres Wachstum der Teilnehmerzahlen in
den nächsten Jahren erwarten. Nur jeder zehnte Patient hatte mehr als zwei Exazerbationen in den letzten
sechs Monaten des Berichtszeitraums und bei mehr als
zwei Dritteln aller COPD-Patienten wurde die Inhalationstechnik regelmäßig überprüft.
fast alle Patienten, die sich aktiv und regelmäßig an einer strukturierten Versorgung beteiligen können. In das
DMP sind gut 423.000 Typ 2-Diabetiker eingeschrieben. Die Qualitätsziele wie die Einstellung des HbA1cWertes auf einen Wert von 8,5 Prozent und weniger
sowie die jährliche augenärztliche Untersuchung des
Augenhintergrunds werden in hohem Ausmaß erreicht
oder gar übertroffen. Diabetikern mit langer DMP-Teilnahmedauer gelingt es, über die Jahre die Stoffwechseleinstellung und den Blutdruck auf ein leitlinienge-
Knapp zwei Drittel aller Typ 1-Diabetiker nehmen an
dem DMP teil. Von 14 vorgegebenen Qualitätszielen,
die sich auf die Blutzuckerstoffwechsel- und Blutdruckeinstellung sowie auf die diagnostische Aufmerksamkeit und die Schulung der Patienten beziehen, werden
neun erreicht.
Das DMP setzt vor allem auf eine leitliniengerechte
medikamentöse Therapie und auf die Verbesserung der
ärztlichen Kooperation. Gegenüber 2008 werden vor
allem mehr Patienten bei entsprechenden Indikationen
fachärztlich überwiesen. Hervorzuheben ist schließlich,
dass es ärztlicherseits zunehmend gelingt, in Hochrisikogruppen den systolischen Blutdruck der Patienten
weiterhin zu senken.
Versorgungsassistentinnen entlasten den Praxisinhaber:
Die zweite EVA-Staffel erreicht das Ziel
Immer mehr Entlastende Versorgungsassistentinnen (EVA) in Nordrhein. Nach erfolgreicher Ausbildung im Juni
2010 arbeiten die ersten EVAs in den Praxen. Nun haben 23 weitere Medizinische Fachangestellte ihre EVA-Ausbildung abgeschlossen.
„Ich möchte Sie alle herzlich zu Ihrem neuen zweiten
Vornamen ‚Eva’ beglückwünschen,“ begrüßte Dr. Caroline Kühnen von der Nordrheinischen Akademie die Helferinnen bei dem gemeinsamen Treffen im Haus der Ärzteschaft am 15. Dezember. Auch Monika Rueb, Vertreterin der medizinischen Fachberufe, und Dr. Peter Lösche
von der Nordrheinischen Akademie ehrten das Engagement und die erfolgreiche Teilnahme der Absolventinnen
an der Fortbildung.
Rund 200 Stunden Fortbildung
Die Medizinischen Fachangestellten haben ihre Weiterqualifikation berufsbegleitend erworben. Der Kurs dauerte eineinhalb Jahre. Mittwochs, freitags nachmittags
und samstags – in rund 200 Stunden erwarben die Me-
dizinischen Fachangestellten zusätzliches Wissen in Bereichen wie der Palliativmedizin, Besuchsmanagement,
Case-Management oder Geriatrie. Mit den erworbenen
Qualifikationen können die neuen EVAs den Praxisinhaber noch besser entlasten.
„Aufgaben, Anforderungen und Handhabung einer Arztpraxis haben sich in den vergangen zwei Jahrzehnten
dramatisch verändert“, so Nicole Schauenburg aus der
Hausarzt-Praxis von Dr. Gerd-Christian Lunscken und
Partner in Mülheim. „Leider bleibt da weniger Zeit für
den persönlichen Kontakt zwischen Patient und Helferin.“ Deshalb freut sie sich darauf, bei Hausbesuchen
künftig wieder eine intensivere Kommunikation zu Patienten pflegen zu können.
Die EVAs bei der Abschlussfeier im Haus der Ärzteschaft, zusammen mit Dr. Caroline Kühnen (l.) Monika Rueb und Dr. Peter Lösche (r.)
Melanie Bruchmann aus der Gemeinschaftspraxis Dres.
Winfried Thomzik und Johannes Hartmann in Bielefeld,
interessieren besonders die Themen Schmerztherapie,
Palliativmedizin und Case-Management. „Auch der Austausch mit den Kolleginnen im Kurs war sehr fruchtbar.
Man erfährt beispielsweise nützliche Details darüber, wie
andere Praxen ihren Alltag strukturieren und kann dies
einbauen,“ so Bruchmann.
„Meine Chefin legt Wert darauf, dass wir eine gut ausgebildete Praxis sind. Fortbildung nimmt bei uns einen
hohen Stellenwert ein, gerade weil der Wandel in vielen
Bereichen unserer Arbeit so rasant fortschreitet“, erläutert Jessica Deisen aus der Korschenbroicher allgemeinmedizinischen Praxis von Dr. Claudia Grigorean. „Das gemeinsame Lernen hat mir zudem viel Spaß gemacht und
uns alle sehr motiviert.“
Fast ein Drittel Prozent der Unterrichtsstunden konnten
die EVAs per internetgestütztem Selbststudium absolvieren. So ist die Ausbildung neben der Arbeit in der Praxis zu schaffen. Dr. Peter Lösche, Leiter der Nordrheinischen Akademie, versprach, dass die elektronische Lernplattform für künftige Teilnehmerinnen bestehen bleibt.
Auch den Absolventinnen steht die Plattform weiter zur
Verfügung. So können Inhalte nochmals aufgerufen und
vertieft sowie die Kontakte zu den Kolleginnen des Kur-
Dr. Caroline Kühnen übergibt Irene Reuter ihr Zertifikat.
ses gepflegt werden. Eine Neuauflage des EVA-Kurses
werde im April 2011 starten. Auf Wunsch können die
Absolventinnen auch auf die neuen Inhalte zugreifen.
Monika Rueb vom Verband der medizinischen Fachberufe wies darauf hin, dass optional auch noch das Fortbildungsmodul zur Fachwirtin erarbeitet werden könne.
Die KV Nordrhein, die die Ausbildung initiiert hat, setzt
sich dafür ein, dass Hausbesuche der EVA adäquat honoriert werden. Eine angemessene Honorierung der Helferinnen-Leistungen ist bisher auf unterversorgte Gebiete oder Regelungen im Rahmen der hausarztzentrierten
Versorgung beschränkt.
Infos zur EVA-Ausbildung
Die Hauptbestandteile des Curriculums sind:
n	Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns (unter anderem Hausbesuche und
Versorgungsmanagement, rechtliche Grundlagen,
Verfahrensabläufe)
n	Medizinische Kompetenz (unter anderem häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis,
geriatrisches Basisassessment, Palliativmedizin,
Wundmanagement)
n	Kommunikation und Dokumentation
n	Notfallmanagement
Anja Klaaßen Telefon 0211 4302 2835
anja.klaassen@aekno.de
Tanja Kohnen Telefon 0211 4302 2834
tanja.kohnen@aekno.de
Die nächste EVA-Ausbildung beginnt voraussichtlich im April 2011. Mehr Infos unter www.kvno.de
19. Landesgesundheitskonferenz:
Vernetzte Hilfe für psychisch kranke Kinder
Die Zahl psychischer Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen steigt stetig. Das ist eine Herausforderung auch
für die Versorgung auf allen Ebenen.
Es war die erste Landesgesundheitskonferenz (LGK) unter Leitung von Gesundheitsministerin Barbara Steffens,
die am 9. Dezember 2010 in Düsseldorf stattfand. Als
Oppositionspolitikerin hatte sich Steffens stets für eine
Stärkung der LGK als wichtiges Instrument der Landesgesundheitspolitik eingesetzt. Kaum ein Schwerpunktthema der LGK ist wohl geeigneter als die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, um den theoretischen Überbau einem harten Realitätstest zu unterziehen.
ner gesellschaftlicher Schäden eingefordert. Diese Haltung überfordert das Gesundheitssystem mehr und mehr.
Will man die Probleme konsequent angehen, bedarf es
aus Sicht der LGK einer stringenten Querschnittspolitik.
Sie umfasst über eine verantwortliche Bildungs-, Familien- und Integrationspolitik hinaus auch die Sozial- und
Hilfe besser abstimmen
20 Prozent aller Kinder auffällig
Die Fakten sind erschreckend: Nach Studienergebnissen
weisen rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in
Deutschland psychische Auffälligkeiten auf. Davon wiederum sind etwa zehn Prozent behandlungsbedürftig –
doch nur jedes zweite dieser Kinder erhält nach Expertenmeinung eine adäquate Therapie.
Auch in NRW ist von einer konstant steigenden Risikopopulation auszugehen. Zwischen 2005 und 2008 ist die
Zahl ambulanter Behandlungsfälle mit Entwicklungsund Verhaltensstörungen um etwa 20 Prozent gestiegen, zwei Drittel sind männliche Jugendliche. Empirisch
bewiesen ist die enge Verbindung zwischen psychischen
Störungen und einem niedrigen Sozialstatus der Familie.
Entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen
und Fehlentwicklungen führen zu immensen sozialen
Folgekosten. Wenngleich das Gesundheitswesen die Ursachen für gesellschaftliche Problemfelder kaum beeinflussen kann, wird ihm seitens der Politik zunehmend eine
Generalzuständigkeit zugesprochen. Und wie selbstverständlich wird die Therapie bzw. „Reparatur“ entstande-
Die Teilnehmer waren sich einig, dass bereits heute ein
durchaus differenziertes Hilfesystem existiere – es mangele jedoch an einer konsequenten Abstimmung und vor
allem an aufsuchenden Versorgungsangeboten.
Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. Peter
Potthoff, betonte den besonderen Stellenwert niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, die – wie die Kinderärzte
– oftmals als erste problematische Entwicklungen von
Kindern beobachten und die Familien meist über lange
Zeiträume begleiten. Darüber hinaus bedürfe es jedoch
einer effizienten Vernetzung aller verantwortlichen Akteure sowohl in Ballungszentren als auch in ländlichen
In ihrer Entschließung sieht die LGK die entscheidende Frage der Zukunft darin, ob eine sektorübergreifende
Kooperation zwischen örtlichen Frühwarnsystemen und
Kinder- und Jugendhilfe, Pädiatrie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie gelingt. Sie spricht sich einstimmig für eine flächendeckende Etablierung eines sektorübergreifenden
Hilfeverbundsystems in Verbindung mit örtlichen Koor-
dinations- und Clearingstellen für gefährdete Kinder, Jugendliche und Familien aus.
Zur konkreten Umsetzung dieser Forderung beschloss
die LGK die Etablierung einer Landesinitiative zur Prävention von psychischen Störungen von Kindern und
Jugendlichen. Sie wird ihre Arbeit in den nächsten Wochen aufnehmen.
Neben der Beschäftigung mit einem Schwerpunktthema führt die LGK traditionell eine gesundheitspolitische
Aussprache über zentrale Politikinhalte auf Bundes- und
Landesebene. Ministerin Steffens zeigte sich entschlossen, NRW auf der Bundesebene ein stärkeres Gewicht
zu verleihen. Bereits zu Beginn der Debatte wies sie erneut auf die Schlechterstellung von NRW in der ambulanten und stationären Vergütung im Vergleich zu anderen Bundesländern hin. „Von NRW muss ein Signal ausgehen, gemeinsam dem Rest der Republik die Stirn zu
bieten“, forderte Steffens.
Darüber hinaus plädierte die Ministerin für nachhaltige Investitionen in ein „menschlicheres Gesundheitswesen“. Der Kostendruck habe das System aus Sicht der
Patientinnen und Patienten nicht verbessert, die „Zitrone sei ausgequetscht“. Nun sei es an der Zeit, neue Ansätze zu erproben.
Am Beispiel der Versorgung Demenzkranker ließe sich
bereits heute nachweisen, dass Menschlichkeit und Effizienz sich nicht ausschließen. Ihr Haus strebe mithilfe
der Versorgungsforschung im Rahmen einer umfassenden Datenauswertung eine differenzierte Analyse der
gesundheitlichen Versorgung in NRW an. Auf deren Basis will Steffens gemeinsam mit den Verantwortungsträgern im Gesundheitswesen konkrete Verbesserungsvorschläge einbringen.
Steffens warb für einen stärkeren Gestaltungsspielraum der
Länder auf der Basis der Beschlüsse der letzten Gesundheitsministerkonferenz. NRW werde auf der Bundesebene
in Verbindung mit dem anstehenden „Versorgungsgesetz“
eine aktive Rolle spielen und sich unter anderem für ein
Mitspracherecht bei einer
kleinräumigeren Bedarfsplanung einsetzen.
§ 116 ändern
Im Hinblick auf die Öffnung der Krankenhäuser in Verbindung mit §
116 b SGB V plädiert die
Ministerin für eine Novellierung auf der Basis
gemeinsam erarbeiteter
tragfähiger Lösungen.
Die Existenz- und Verdrängungsängste niedergelassener Ärztinnen und
Ärzte seien verständMinisterin Steffens „Ich will nicht,
lich. Künftig müsse geldass unsere Ärzte für die gleiche
ten, den VersorgungsbeLeistung weniger Geld bekommen.“
darf vor Ort jeweils genau zu prüfen, bevor eine Genehmigung für ein ambulantes Angebot an einer
Klinik erteilt werde.
Die brisante Entwicklung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stellten auf der LGK Prof. Martin Holtmann, Universitätsklinik
Hamm, und Prof. Nina Heinrichs, Universität Bielefeld, vor. Sie finden die
Vorträge und die Erschließung der LGK unter www.kvno.de
Die von Ministerin Steffens gewollte Stärkung der
LGK muss sich in diesem Jahr erweisen. Alle Beteiligten sind aufgefordert, ihre Empfehlungen für eine Verbesserung der seelischen Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen in ihrem eigenen Verantwortungsbereich umzusetzen und notwendige
politische Weichenstellungen klar einzufordern.
Die Kinder- und Jugendgesundheit hat in einer Gesellschaft die Funktion eines Seismographen – ein
Scheitern in diesem Bereich kann niemand wollen.
Dr. Edith Meier, KV Nordrhein
Institut für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein:
Gemeinsame Einrichtung von Kammer und KV Das IQN unterstützt Kliniken und Praxen
Qualitätssicherung steht nicht still. Um Lösungen für neue Aufgaben zu finden, gibt es das Institut für Qualität im
Gesundheitswesen Nordrhein (IQN).
Das Institut haben die Ärztekammer Nordrhein und die
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein 1996 gegründet
– und führen es seitdem gemeinsam. „Uns ist wichtig,
einer möglichen Fremdbestimmung professionseigene,
realitätsnahe Projekte entgegenzusetzen, die von Ärzten für Ärzte entwickelt wurden“, sagt Geschäftsführerin Dr. Martina Levartz.
Die wichtigsten Projekte des IQN sind zurzeit:
Fortbildung „Aus Fehlern lernen": Am 16. Februar findet die 50. Veranstaltung der Fortbildungsreihe des IQN
in Zusammenarbeit mit der Gutachterkommission für
ärztliche Behandlungsfehler statt. Für die Jubiläumsveranstaltung wurde erneut das Thema
ausgewählt, das am 10. Dezember
1994 in Bonn bei der ersten Veranstaltung dieser Art behandelt wurde: Die Diagnostik des Mammakarzinoms. Damals erwiesen sich
über zwei Drittel der Vorwürfe als
berechtigt, die Frauen wegen eines nicht oder verspätet erkannten
Mammakarzinoms bei der Gutachterkommission erhoben.
Geschäftsführerin des IQN:
Dr. Martina Levartz ist approbierte Internistin
Das ist heute anders. Die Quote anerkannter Behandlungsfehler in Diagnose und Therapie des Mammakarzinoms sank deutlich von 52 auf
34 Prozent und liegt damit etwa auf dem langjährigen
Durchschnittsniveau aller Behandlungsfehlervorwürfe.
In der Primärdiagnostik bestätigt sich nach Angaben der
Gutachterkommission allerdings weiterhin die Hälfte der
Vorwürfe von Patientinnen. „Was in den letzten Jahren in
den Fokus der Öffentlichkeit rückt, nämlich die Sicherheit
der Behandlung ständig zu verbessern, thematisiert diese
Reihe schon seit 16 Jahren“, sagt Dr. Klaus-Uwe Josten,
stellv. Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses des IQN.
Vier Fortbildungen pro Jahr finden im Rahmen der
Reihe statt. Auf Grundlage von Kasuistiken aus abgeschlossenen Begutachtungsfällen der Kommission, erfahren Ärztinnen und Ärzte, wo Gefahrenquellen bei
der Behandlung ihrer Patienten lauern. „Damit wollen wir Hilfestellung leisten, um Fehler in Klinik- und
Praxisalltag zu vermeiden“, so Ulrich Smentkowski, Leiter der Gutachterkommission. Das Konzept kommt an:
Die gemeinsamen Veranstaltungen von IQN und Gutachterkommission erfreuen sich seit Jahren sehr großer Beliebtheit.
Ambulante Kodierrichtlinien: Das IQN soll die richtige Diagnose-Kodierung im ambulanten Bereich fördern.
Mit Start des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009 hat
die Diagnoseverschlüsselung nach dem ICD-10 erheblich
an Bedeutung gewonnen. Im Rahmen des kasseninternen
Finanzausgleichs, des so genannten morbiditätsbedingten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA), entscheidet
die Diagnose-Kodierung, in welchem Umfang die ein-
zelnen Krankenkassen die Mittel aus dem Gesundheitsfond erhalten.
bildungen zum Themenkreis „Risikomanagement/Risikokommunikation“ durch.
Ziel des Projekts „Right-Coding in Nordrhein“ ist, das korrekte und vollständige Kodieren von Diagnosen bei den
niedergelassenen Ärzten in Nordrhein zu fördern, um so
die Morbidität der behandelten Patienten entsprechend
zu erfassen. „Es geht darum, Finanzmittel für die ambulante Versorgung in Nordrhein aus dem Risikostrukturausgleich korrekt zu erhalten“, betont die Internistin.
Ziel der zweitägigen Seminare ist es, Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, kritische Situation im Praxisalltag rechtzeitig zu erkennen und zu beherrschen. In kleinen Gruppen werden typische Situationen aus der Praxis diskutiert und analysiert sowie richtiges (Kommunikations-) verhalten geübt.
Das IQN unterstützt die KV Nordrhein dabei, die ambulanten Kodierrichtlinien (AKR), die seit Anfang 2011 in
Kraft sind und ab 1. Juli 2011 abrechnungsrelevant werden, den Ärztinnen und Ärzten in den Praxen bis zu diesem Zeitpunkt zu vermitteln. Hierzu erarbeitet das IQN
in Zusammenarbeit mit Vertretern der Fachgruppen für
die jeweiligen Gruppen Informationen zur Kodierung, zum
Beispiel fachgruppenspezifische Merkblätter.
Qualitätssicherung bei Blutprodukten: Das Transfusionsgesetz (TFG) verpflichtet Praxen und Kliniken, die Blutprodukte anwenden, dafür ein System der Qualitätssicherung einzurichten. Die Überwachung obliegt der Ärzteschaft. In Nordrhein hat die Ärztekammer in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung seit 2007
das IQN mit dieser Aufgabe betraut.
Die vom Träger der Einrichtung im Einvernehmen mit
dem IQN benannten Qualitätsbeauftragten Hämotherapie müssen einen „Ergebnisbericht der Überprüfung wesentlicher Bestandteile des Qualitätssicherungssystems
im Bereich der Anwendung von Blutprodukten“ erstellen und ihn bis zum 1. März jeden Jahres dem Träger der
Einrichtung und dem IQN senden. „Kliniken und Praxen
haben in dem Verfahren eine Bringpflicht“, sagt Levartz.
Qualifikations- und Qualitätsmängel würde das IQN mit
den Betroffenen und dem Träger der Einrichtung besprechen – und natürlich Lösungswege aufzeigen.
Patientensicherheit/Risikomanagement: In weiteren Fortbildungsreihen widmet sich das IQN dem Thema „Patientensicherheit“. Seit Ende 2008 führt das Institut Fort-
Ausblick: Fortbildung via Internet
In diesem Jahr wird das IQN seine Tätigkeitsfelder neu
strukturieren. „Bis ins dritte Quartal 2011 wird die Unterstützung der niedergelassenen Kollegen im Thema RightCoding von großer Wichtigkeit sein“, sagt Levartz. Weiterhin sollen bei der Arbeit des IQN weitere Facetten der
Patientensicherheit erschlossen werden. Hierzu zählen
besondere Aspekte der Kommunikation und des Qualitätsmanagements. Levartz: „Wir planen erste eLearningEinheiten für Ärztinnen und Ärzte aus dem Themenfeld
Qualitätsmanagement zu erstellen.“
Mehr Infos zum IQN unter www.kvno.de
Qualität und Sicherheit in der Diagnostik
des Mamma-Karzinoms
Die 50. Veranstaltung „Aus Fehlern lernen“ des IQN
und der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler rückt die Anforderungen an die radiologische Diagnostik beim Mamma-Karzinom für Pathologen und niedergelassenen Gynäkologen bei der Diagnostik des Mamma-Karzinoms in den Mittelpunkt.
Anhand von Beispielen aus der Gutachterkommission
stellen die Referenten Besonderheiten und Fallstricke
bei der Diagnose des Mamma-Karzinoms vor.
Termin Ort 16.02.2011
Telefon 0211 4302 2751
Telefax: 0211 4302 5751
E-Mail iqn@aekno.de
Euregio Rhein-Maas mobilisiert gegen MRSA
Der Kampf gegen multiresistente Erreger in den Kreisen
Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg beginnt mit einer E-Mail. Sie öffnet den Zugang zu weiteren Informationen des Projektes EurSafety Health-Net. Ziel ist, die
Verbreitung von Methicillin-resistenten Staphylococcus
aureus (MRSA) entlang der deutsch-niederländischen
Grenze zu vermindern.
Das Projekt in der Euregio Rhein-Maas-Nord orientiert
sich am Vorbild der Euregio Twente-Münsterland. Hier
konnte die Verbreitung von MRSA und anderer resistenter Keime effizient reduziert werden. „Dafür muss
sein. „Das Netzwerk kann künftig auch für alle anderen
Infektionskrankheiten, wie Extended-Spectrum BetaLaktamase (ESBL), Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) oder Tuberkolose genutzt werden", meint Dr.
Michael Dörr, Leiter des Gesundheitsamtes im RheinKreis Neuss.
„Wir bitten Kolleginnen und Kollegen um Ihre aktive Hilfe“, so Kamphausen. Dazu sei vor allem eine E-Mail-Adresse nötig. „Dann kann unser Projektmanager Ihnen unsere Informationen zukommen lassen.“
der gesamte Versorgungskreislauf kooperieren“, sagt Dr.
Ulrich Kamphausen vom Gefäßzentrum Mönchengladbach und Kooperationspartner der Euregio Rhein-Maas
Nord. Netzwerke seien nötig; die bisherigen Insellösungen reichten nicht aus.
Rasche Information, lokale Evidenz, das Prüfen und Anpassen von Hygienestandards – das könnten wesentliche
Ziele des Netzwerkes in der Euregio Rhein-Maas-Nord
Dr. Ulrich Kamphausen
Kooperationspartner Euregio Rhein-Maas Nord
E-Mail ukamphausen@gpg-mg.de
Projektmanager Euregio Rhein-Maas Nord
E-Mail juergen.graw@rhein-kreis-neuss.de
Mehr Infos im Internet unter www.mrsa-net.org
und unter www.eursafety.eu
Stichwort: MRSA
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht
von bis zu 800.000 Infektionen mit Krankenhauskeimen und bis zu 40.000 Menschen aus, die pro Jahr alleine in Deutschland an den Folgen von MRSA sterben.
Die Entstehung und Ausbreitung von multiresistenten
Erregern wie Methicillin-resistenten Staphylococcus
aureus (MRSA) beruht vor allem auf hohem kumulativen Selektionsdruck durch Antibiotikagabe und einem
Mangel an Präventions- und Hygienemaßnahmen, das
heißt unzureichendes Screening von Risikogruppen oder
mangelnde Händehygiene. Dazu kommt die häufig fehlende Weiterbehandlung (Sanierung) der Betroffenen
über die Sektoren im Gesundheitswesen hinweg.
In den Niederlanden hält sich der Anteil an MRSA durch
konsequentes „Search and Destroy“ seit Jahren stabil
auf unter drei Prozent. Dort werden jedoch vermehrt
ambulant erworbene MRSA-Stämme beobachtet. Sie
stellen eine Gefahr für die gesunde Bevölkerung außerhalb von Krankenhäusern dar und tauchen besonders in Kindergärten und Schulen auf.
Der Essener Internist Dr. Heinz-Rudi
Ocklenburg ist am 24. Dezember im Alter von 75 Jahren gestorben. Ocklenburg war von 1989 bis 1992 Mitglied
des Vorstandes der KV Nordrhein und
von 1993 bis 1996 stellvertretender
Vorsitzender des Vorstandes. Er engagierte sich auf allen Ebenen der ärztli-
chen Selbstverwaltung. Bis Ende 2000
war er Mitglied der Vertreterversammlung der KV Nordrhein und vertrat die
KV als Mitglied und stellvertretendes
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Außerdem war er Mitglied des
Kreisstellenvorstandes Essen.
Qualitätszirkel-Neugründungen
Thema Lüttringhauser Psychotherapievorträge
Kontakt	Dipl.-Psych. Elisabeth
Theixeira Bosch
Richthofenstr. 16
Telefon 02191 592 9890
Telefax 02191 461 2209
E-Mail	elisabethbosch@aol.com
Termin	Samstags 11 bis 15 Uhr
8 bis 12 mal im Jahr
Ort	RemscheidLüttringhausen
Thema Akupunktur in Remscheid
Kontakt	Dr. Rolf Junker
Telefon 02191 330 93
Telefax 02191 357 64
Termin	4 x pro Jahr
Ort	wechselnd in
Thema Orthopädischer QZ BonnKoblenz
Kontakt	Dr. Dirk Ruppert
Telefon 02225 999 710
Termin	1 x monatlich
Ort	Praxis Dr. Ruppert
Kontakt	Dr. Eckhard Umann
Breidenbachstraße 50
Telefon 0214 446 47
E-Mail	eumann@debitel.net
Termin	alle 6-8 Wochen
Ort	Praxis Dr. Ummann
Thema Kinderärzte Krefeld
Kontakt	Dr. Daruk Marsan
Neue Linner Straße 77
Telefon 02151 601 106
Termin	2 x monatlich
Ort	KVNO-Gebäude Krefeld
Kontakt	Dr. Markus Wies
Telefon 0211 287 650
Termin	4 bis 6 x pro Jahr
Ort	Restaurant „Freie Schwimmer“, Düsseldorf
Telefon	0211 5970 8361
Ilma Reißner-Gislason
Telefon	0211 5970 8110
Telefax	0211 5970 8160
E-Mail	qualitaetszirkel@kvno.de
Qualitätszirkel suchen weitere Mitglieder
Thema Orthopädischer QZ Bonn-Koblenz
Thema Psychotherapie – Verhaltenstherapie
Kontakt	Tomris Grisard
Telefon 0221 554 113
E-Mail psychologische.praxis@web.de
Termin	alle 6 bis 8 Wochen freitags nachmittags
Ort	Köln-Ehrenfeld
Die Bereitschaftspauschale gibt es noch
Bei den Serviceteams der KV Nordrhein gehen pro Monat rund 7.000 Anrufe, Faxe und E-Mails ein. Im Januar
standen Fragen zur Bereitschaftspauschale und zum Nachtragen von Angaben für die Abrechnung im Mittelpunkt.
Kann ich die Bereitschaftspauschale (EBM-Nummer
01435) abrechnen? Laut unserer Software war dies
nur bis Ende 2010 möglich.
Die Abrechnung der Bereitschaftspauschale ist weiter
möglich. Bei der Aufnahme der Nummer 01435 in den
Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde die Gültigkeit ursprünglich bis zum 31. Dezember 2010 befristet. Diese Befristung hat der Bewertungsausschuss aufgehoben. Da der Beschluss erst im Dezember gefasst
wurde, kann es sein, dass nicht alle Softwarehäuser die
Änderung umgesetzt haben. Sollten Sie noch kein Update erhalten haben, legen Sie bitte die fehlende Nummer 01435 in Ihrer GO-Stammdatei an.
12. Lebensjahr zweimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
Bei der Abrechnung haben wir in einem Fall die Eintragung einer Leistung vergessen. Können wir das
nachtragen lassen?
Nur im Ausnahmefall. Wenn Sie Ihre Abrechnung abgegeben haben, ist es eigentlich nicht möglich, nachträgliche Berichtigungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Ausnahmsweise können bis zum Ende des zweiten
Quartalsmonats noch einzelne Änderungen vorgenommen werden. Dies bedeutet zum Beispiel für die Abrechnung des vierten Quartals, dass Änderungen bis Ende Februar möglich sind.
Die Leistungslegende im EBM:
EBM 01435, Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale (250 Punkte)
n	Telefonische Beratung des Patienten im Zusammenhang mit einer Erkrankung durch den Arzt bei
Kontaktaufnahme durch den Patienten und/oder
n	anderer mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt gemäß
4.3.1 der Allgemeinen Bestimmung einmal im Behandlungsfall
Bitte teilen Sie uns notwendige Änderungen kurz schriftlich mit. Wir benötigen hierfür immer den Patientennamen, das Geburtsdatum, das Behandlungsdatum und die
Abrechnungsziffer.
Sollten Sie einen vollständigen Behandlungsfall nicht
eingereicht haben, so rechnen Sie diesen bitte innerhalb
eines Jahres mit einer Ihrer Quartalsabrechnungen ab.
Anmerkungen zur Nr. 01435:
Die EBM-Nummer 01435 ist im organisierten Not(-fall)
dienst nicht berechnungsfähig.
Kommt in demselben Arztfall eine Versicherten-, Grundund/ oder Konsiliarpauschale zur Abrechnung, ist die EBMNummer 01435 nicht berechnungsfähig.
Die EBM-Nummer 01435 ist nicht neben anderen EBMNummern berechnungsfähig.
Die EBM-Nummer 01435 ist bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten
Telefax	0221 7763 6450
Telefax	0211 5970 8889
RP-Sprechstunde „Niere und Blase“
In der RP-Sprechstunde kooperieren die KV Nordrhein
und die Rheinischen Post. Niedergelassene Ärzte halten
bei den öffentlichen Veranstaltungen Vorträge aus ihren
Fachgebieten. In diesem Quartal steht das Thema Niere
Termin Ort und Blase auf der Tagesordnung, das Urologen und Nephrologen präsentieren. Anschließend findet eine Fragerunde statt. Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene,
Angehörige, Interessierte und Leser der Rheinischen Post.
2. März 2011 von 18 bis 20 Uhr
Infomarkt der KV Nordrhein in Düsseldorf
Experten der KV Nordrhein beantworten ihre Fragen rund
um den Praxisalltag: Sei es zu Arznei- und Heilmitteln, dem
Einsatz von IT in der Praxis, zu Kooperationen mit Selbsthilfegruppen und vielem mehr. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Infostände gibt es zu folgenden Themen:
n	n	n	n	n	Niederlassungsberatung
KV-Börse – Kooperationspartner und Praxisnachfolger online finden
Tipps zum Verordnen von Arznei- und Heilmitteln
Termin	Ort 6. April 2011, 15 bis 18 Uhr
MFA-Fortbildungen im März und April
Die Abrechnung von Leistungen aus dem EBM-Kapitel 31,
aus dem AOP-Vertrag und Fallbeispiele aus Praxen von
Orthopäden und Chirurgen, sind Themen der Fortbildung
„Ambulantes Operieren“. Die Voraussetzungen zum Abrechnen Individueller Gesundheitsleistungen (IGeL) und
mögliche Probleme stehen im Mittelpunkt einer weiteren
kostenlosen Fortbildungsveranstaltung für Medizinische
Fachangestellte. Mit Richtgrößen und den rechtlichen
Grundlagen der Verordnung von Arznei- und Heilmitteln
befasst sich die Veranstaltung „Pharmakotherapie“.
Die Seminare finden mittwochs von 15 Uhr bis 17:30 Uhr statt.
Kreisstelle Aachen, Habsburgerallee 13, 52064 Aachen
Bezirksstelle Köln, Sedanstraße 10–16, 50668 Köln
Telefon 0211 4302 2835
Telefax 0211 4302 2809
E-Mail akademie@kvno.de
n	11.2.2011	16.2.2011	n	23.2.2011 KV Nordrhein: Außerordentliche Vertreterversammlung, Düsseldorf
Institut für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein: „Qualität und Sicherheit in der Diagnostik
des Mamma-Karzinoms“, Düsseldorf
KV Nordrhein und DKG: "Brennpunkt Onkologie / Nutzen? Nutzen! Oder Nutzen? - Wovon
reden wir?", Düsseldorf
Kaiserin-Friedrich-Stiftung: „40. Symposium für Juristen und Ärzte“, Berlin
RP-Sprechstunde: „Niere und Blase“, Düsseldorf
KV Nordrhein: Pharmakotherapieberatung: „Forum Arzneimittelmarkt“, Düsseldorf
Tinnitus Therapie Zentren Düsseldorf/Krefeld und KV Nordrhein: „Fortbildung Tinnitus“,
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Symposium – Reisemedizin,
Impfschutz und internationale Gesundheit“, Bonn
Gesundheitskongress des Westens, Essen
MFA-Fortbildung: IGe-Leistungen, Aachen
KV Nordrhein: Vertreterversammlung, Düsseldorf
MFA-Fortbildung: Ambulantes Operieren (Orthopäden/Chirurgen), Köln
KV Nordrhein: Neue Konzepte in der Versorgung neurologisch-psychiatrischer Erkrankungen,
Kompetenznetz Schlaganfall – Charité Berlin: „4. Internationale Schlaganfallsymposium und
Fortbildungsakademie – Innovative und erfolgreiche Translation – was ist beim Patienten
angekommen?“, Berlin	KV Nordrhein: Infomarkt, Düsseldorf
MFA-Fortbildung: Pharmakotherapie, Köln
MFA-Fortbildung: Ambulantes Operieren (Orthopäden/Chirurgen), Düsseldorf
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin: „117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere
Medizin“, Wiesbaden
KBV-Versorgungsmesse: Versorgungsinnovationen 2011, Berlin
KV Nordrhein: „Focus-Veranstaltung - AMNOG in der Praxis“, Düsseldorf
5. Nordrheinischer Praxisbörsentag, Düsseldorf
MFA-Fortbildung: Ambulantes Operieren (Orthopäden/Chirurgen), Aachen
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2011, Berlin
MFA-Fortbildung: Pharmakotherapie, Düsseldorf
KV Nordrhein: Infomarkt für MFA, Köln
Deutscher Ärztetag, Kiel
MFA-Fortbildung: Ambulantes Operieren (Augenärzte), Köln
n	n	n	25.-26.2.2011	2.3.2011	11.3.2011	12.3.2011	12.3.2011	n	n	n	n	15.-16.3.2011	23.3.2011	26.3.2011	30.3.2011	30.3.2011	31.3.-2.4.2011	n	n	n	6.4.2011	6.4.2011	13.4.2011	30.4.-3.5.2011	n	n	n	n	n	n	n	3.-5.5.2011	6.5.2011	7.5.2011	11.5.2011	11.-13.5.2011	18.5.2011	18.5.2011	31.5.-3.6.2011	1.6.2011	8.6.2011	Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kvno.de
Betriebswirtschaftliche Beratung für die Praxis
Die Berater der KV Nordrhein
unterstützen Niederlassungswillige und Praxisabgeber kostenfrei, beispielsweise zum Ablauf einer Praxisübernahme
oder zum Kaufpreis.
Darüber hinaus bieten wir Ihnen drei kostenpflichtige Module: Effizienz- und Honoraranalyse, Finanz- und Liquiditätsanalyse oder Beratung bei
Spezialfragestellungen.
E-Mail marcus.fox@kvno.de
E-Mail alexander.konrad@kvno.de
Telefon 0211 5970 8518
E-Mail andrea.ritz@kvno.de
E-Mail michaela.donk@kvno.de
Vorschau KVNO
n	Abrechnung:
das KVNO-Portal
Dr. Peter Potthoff, Bernd Brautmeier, Frank Naundorf
BCS, Düsseldorf
Telefon 0211 5970 8077
Echo Verlag, Köln
n	Service:
über Verordnungen
Telefon 0221 7763 6666
E-Mail service.koeln@kvno.de
Telefon 0211 5970 8888
E-Mail service.duesseldorf@kvno.de
n	Bericht:
rheinischen Praxen
Petersstraße 17-19
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als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der
Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.
Gesamtauflage dieser Ausgabe: 22 000
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