Source: https://se-legal.de/rechtsanwalt/familienrecht/scheidung/
Timestamp: 2020-03-28 11:42:20
Document Index: 311558635

Matched Legal Cases: ['§ 1564', 'BGH', '§ 1565', '§ 1565', '§ 1567', '§ 1566', '§ 13', '§ 34', '§ 1363', '§ 1414', '§ 1415']

﻿Rechtsanwalt für Familienrecht: was muss ich über die Scheidung wissen?
Rechtsanwältin für Familienrecht:
was muss ich über die Scheidung wissen?
Sie haben sich die Entscheidung zur Trennung bzw. Scheidung sicher nicht leicht gemacht. Zweifel, Angst und Überforderungen begleiten Ehepartner in dieser Lebenskrise und erschweren das Lösen der Beziehung. Eine gute Vorbereitung und planmäßiges Handeln sind nicht nur bei einer streitigen, sondern auch bei einer einvernehmlichen Trennung unbedingt erforderlich. Hier stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte mit all ihrer Erfahrung und Expertise zur Seite.
Es folgt ein kompakter Überblick über die zentralen Problemfelder einer Trennung. Sollten Sie eine Frage haben oder keine weiteren Informationen mehr benötigen, können Sie uns jederzeit kontaktieren.
Vor einer Scheidung sollten stets Vorbereitungen getroffen werden. Dies gilt besonders dann, wenn das Verhältnis zum Ehepartner angespannt ist und zu befürchten ist, dass Vermögenwerte beiseite geschafft werden. Im Abschnitt “Vor der Trennung” erhalten Sie weitere Informationen.
VOLLZUG DER TRENNUNG
Für eine wirksame Ehescheidung ist die tatsächliche Aufhebung der Ehegemeinschaft notwendig. Es muss folglich “Tisch und Bett” und auch die Haushaltsführung konsequent getrennt werden. Das Trennungsjahr ist dabei maßgeblich für die Scheidung und muss bewiesen werden.
Eine Scheidung betrifft alle Bereiche des bisherigen gemeinsamen Lebens. Alles, was bisher gemeinsam angeschafft, finanziert und abgesichert wurde, muss jetzt aufgeteilt werden. Oft ergeben sich daraus Streitigkeiten bzgl. Unterhalt, Vermögen und vielen weiteren Bereichen.
Schon vor der Trennung sollten Vorbereitungen getroffen werden, besonders, wenn das Verhältnis zerstritten oder zu befürchten ist, dass Vermögenwerte beiseite geschafft werden. Dazu gehört insbesondere, sich einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse der Familie und des Partners zu verschaffen. Hier gilt es Belege und Unterlagen zu sichern. Zwar haben Sie nach der Trennung etwa im Rahmen der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen Auskunftsansprüche gegen den Pflichtigen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Bereitschaft, Auskunft über Einkommen und Vermögen zu erteilen, regelmäßig mithilfe eines Rechtsanwalts erzwungen werden muss.
Aus diesem Grunde sollten Sie Kopien der letzten 12 Monate von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, den letzten drei Steuerbescheiden, sämtlichen Konten, Lebensversicherungs- und Bausparverträgen, Kreditverbindlichkeiten sowie Notarverträge, etc. sammeln.
Sofern Sie zur Miete wohnen, empfiehlt sich auch die Beschaffung des Mietvertrages und des Kautionsnachweises. Sollten Sie Ihrem Ehepartner eine Kontovollmacht eingeräumt haben, sollte diese schnellstmöglich gegenüber der Bank durch einfache Erklärung widerrufen werden.
Wenn Sie diese Punkte eingehalten haben, sollten Sie Ihrem Partner unmissverständlich klar machen, dass Sie die Beziehung/ Ehe bzw. Lebenspartnerschaft für gescheitert halten. Es empfiehlt sich, dies zur Beweiszwecken auch noch schriftlich (etwa durch einen Rechtsanwalt) mitzuteilen. Nur so können Sie später verhindern, dass der ehemalige Partner behauptet, das Trennungsjahr, welches Voraussetzung für eine Scheidung ist, sei bei Stellung des Scheidungsantrags noch nicht abgelaufen.
Die Beendigung der Ehe wird durch die Scheidung in Form einer gerichtlichen Entscheidung besiegelt. Das BGB enthält hier in den §§ 1564 ff. BGB die entsprechenden Normen. Die Ehe gilt als gescheitert, wenn eine Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht.
Dafür müssen Sie zunächst die Trennung vollziehen. Das heißt Trennen von „Tisch und Bett“ und jeglicher ehelicher Gemeinsamkeit. Das ist tatsächlich sehr ernst und genau zu nehmen. Sofern das Verlassen der gemeinsamen Ehewohnung etwa wegen gemeinsamer Kinder nicht möglich ist, müssen Sie innerhalb der Wohnung eine räumliche Trennung herbeiführen. Wichtig ist dabei, dass aus einem Haushalt nun zwei werden (vgl. BGH, Urteil v. 14.6.1978 – IV ZR 164/77 (Düsseldorf)). Für den Ehepartner dürfen beispielsweise ab sofort keinerlei Versorgungsarbeiten wie einkaufen, kochen und Wäsche waschen geleistet werden. Zudem müssen zeitliche Absprachen für die wechselseitige Benutzung der gemeinsamen Räume wie Küche und Bad getroffen werden, die am besten schriftlich festzuhalten sind.
Scheidung nur bei Scheitern der Ehe
Entscheidend hierbei ist, dass das deutsche Recht eine Scheidung nicht ohne weiteres zulässt. So kann eine Ehe grundsätzlich nur bei ihrem Scheitern geschieden werden, § 1565 Abs. 1 BGB. Dies ist nach § 1565 Abs. 1 S. 2 BGB der Fall, wenn eine Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und auch eine Wiederherstellung nicht zu erwarten ist. Insbesondere ist das aber häufig nur dann der Fall, wenn man getrennt lebt – also keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht, § 1567 Abs. 1 BGB. Das ist unter Umständen zu beweisen, wenn nur der eine Partner die Scheidung durchsetzen möchte, während der andere Partner aber weiter an der Ehe festhalten will. Denn unwiderlegbar ist eine Ehe erst dann gescheitert, wenn die Ehegatten drei volle Jahre getrennt leben, § 1566 Abs. 1 BGB. Auch wenn der erste Wunsch nach der Trennung Das Verlassen der gemeinsamen Wohnung ist, muss dieser Schritt wohlüberlegt sein, da nicht selten auf diese Weise mit nachhaltigen Konsequenzen zu rechnen ist: Insbesondere bei gemeinsamen Kindern kann das Verlassen der gemeinsamen Wohnung ohne die Kinder negative Auswirkungen für die Frage nach dem Aufenthaltsbestimmungsrecht oder gar des Sorgerechtes haben. Dies sollte ein wohlüberlegter Schritt sein. Genauere Angaben hierzu finden Sie weiter unten beim Punkt Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Wenn man von einer einvernehmlichen Scheidung ausgeht, sind die Kosten einer Scheidung durchaus gut zu überblicken. Denn die Scheidungsverfahrenskosten bestehen aus den Anwaltskosten und den anfallenden Gerichtskosten. Dabei werden die Anwaltskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz gem. § 13 RVG bestimmt. Die Gerichtskosten richten sich nach § 34 GKG (Gerichtskostengesetz).
Insgesamt richten sich die Kosten nach dem Gegenstandswert. Dieser setzt sich aus dem Nettoeinkommen der Eheleute innerhalb von drei Monaten zusammen. Auch die Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder und das Vermögen der Eheleute spielen eine Rolle. Allerdings können bei einem Versorgungsausgleich weitere Kosten entstehen.
Durch eine Trennung bzw. Scheidung können weitreichende Konsequenzen eintreten. Dabei sind leider häufig Streitigkeiten zu erwarten, bei welchen wir Ihnen juristische sowie zwischenmenschliche Unterstützung bieten können. Nach einer Trennung kann grundsätzlich ein Anspruch auf Zahlung von Kindes- und Ehegattenunterhalt bestehen. Hier können bei der konkreten Berechnung für den Unterhalt vielfältige Probleme auftreten, die von Fachleuten zu lösen sind. Auch der Versorgungsausgleich, welcher vom Familiengericht durchgeführt wird, ist zu erörtern.
Sorgerecht & Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Kindern nach Scheidung
Wenn Kinder vorhanden sind, können, neben Fragen nach dem Kindesunterhalt, auch Fragen über das Sorgerecht oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Kinder relevant werden. Gerade Fragen, die für die Zukunft der Kinder entscheidend sind, sollten gewissenhaft betrachtet werden. Hier hat das Wohl der Kinder im Mittelpunkt zu stehen, weswegen die Eltern eine gemeinsame Lösung anstreben sollten. Juristische Hilfe kann dazu beitragen, eine gute Lösung für das Kind zu finden.
In Folge der Scheidung werden die Vermögensmassen der ehemaligen Eheleute wieder getrennt. Bei der Verteilung des Vermögens kommt es darauf an, ob die Eheleute in Zugewinngemeinschaft gem. § 1363 BGB (der Regelfall wenn nichts anderes bestimmt worden ist), in Gütertrennung gem. § 1414 BGB (ist grundsätzlich der Fall wenn die Zugewinngemeinschaft ausgeschlossen wird) oder in Gütergemeinschaft gem. § 1415 BGB (in einem Ehevertrag vereinbart) gelebt haben. Bei jedem Modell gestaltet sich die Vermögensteilung nach einer Trennung anders. Um hier an das Ihnen zustehende Recht zu kommen, empfiehlt es sich juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Eine Trennung kann einvernehmlich und problemlos verlaufen. Doch selbst dann wird eine Ehe nur durch ein Gericht geschieden. Wenn es bei der Scheidung der Ehe allerdings zu Unstimmigkeiten kommt, sollte dringend juristische Hilfe aufgesucht werden, damit Sie bekommen, was Ihnen zusteht.
Die Kanzlei Schlun & Elseven mit Standorten in Aachen, Köln und Düsseldorf sowie Konferenzräumen in München, Hamburg, Berlin und Stuttgart ist Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner bei allen Fragen zum Familienrecht.
Rufen Sie uns ganz einfach unter 0241 4757140 an oder senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail an info@se-legal.de oder nutzen Sie unser Onlineformular.