Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20198,%20238
Timestamp: 2018-08-17 19:15:42
Document Index: 208651633

Matched Legal Cases: ['§ 176', '§ 13', '§ 15', '§ 15', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 176', '§ 13', '§ 15', '§ 15', '§ 176', '§ 13', '§ 14', '§ 14', 'EuG', '§ 14', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 14', '§ 14', '§ 13', '§ 14', '§ 14', 'EuG', '§ 14', '§ 14']

BFH, 11.04.2002 - V R 26/01 - dejure.org
AO 1977 § 176 Abs. 1 Nr. 3; UStG 1980/1991 § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4, § 15 Abs. 1 Nr. 1, § 15a Abs. 1, § 14 Abs. 2, § 14 Abs. 3; UStG 1980 § 14 Abs. 1 Satz 5; UStG 1991 § 14 Abs. 1 Satz 7
Umsatzsteuer - Vorsteuer - Sonstige Leistung - Steuerpflichtige Vermietung - GmbH
AO 1977 § 176 Abs. 1 Nr. 3; UStG 1980/1991 § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4, § 15 Abs. 1 Nr. 1, § 15a
Umsatzsteuer - Kein Vorsteuerabzug für zu hohe Umsatzsteuer
Abgabenordnung 1977, § 176 Abs. 1 No. 3 ; Umsatzsteuergesetz 1980/1991, §§ 13 Abs. 1 No. 1 Buchstabe a Satz 4, 15a Abs. 1, 14 Abs. 2 und Abs. 3 ; Umsatzsteuergesetz 1980, § 14 Abs.... 1 Satz 5 ; Umsatzsteuergesetz 1991, § 14 Abs. 1 Satz 7
BFHE 198, 238
BB 2002, 1306 (Ls.)
DB 2002, 1421
BStBl II 2004, 317
NZG 2002, 648 (Ls.)
Der Kläger kann die Rechnung, in der er zu Unrecht Umsatzsteuer auf die tatsächlich nicht erfolgte Lieferung der Kopiergeräte an die B-GmbH gesondert ausgewiesen hat, grundsätzlich berichtigen (vgl. EuGH-Urteil vom 19. September 2000 Rs. C-454/98, Schmeinck & Cofreth und Manfred Strobel, UR 2000, 470; BFH-Urteile vom 8. März 2001 V R 61/97, BFHE 194, 517, BStBl II 2004, 373; vom 11. April 2002 V R 26/01, BFH/NV 2002, 1006).
Die Vorschrift schützt das Vertrauen in die Bestandskraft der Steuerfestsetzung (z.B. BFH-Urteil vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317, m.w.N.).
Ein Recht zum Vorsteuerabzug besteht jedoch nur für im Hinblick auf ausgeführte Leistungen geschuldete Steuern, nicht jedoch für Steuern, die nach § 14c UStG geschuldet werden (st. Rspr.; vgl. z.B. BFH, Urteile vom 11. April 2002 - V R 26/01, BFHE 198, 238 und vom 2. April 1998 - V R 34/97, BFHE 185, 536).
§ 176 AO 1977 schützt das Vertrauen des Steuerpflichtigen in die Bestandskraft von Steuerbescheiden, soweit sie auf einer ihm günstigen Gesetzgebung, Rechtsprechung oder Verwaltungsvorschrift beruhen (vgl. BFH-Urteil vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317, m.w.N.;… Klein/Rüsken, AO, 9. Aufl., § 176 Rz. 1).
Vertrauensschutz wird daher nicht gewährt, wenn zunächst ein Änderungsbescheid ergeht und erst im Anschluss hieran eine Rechtsprechungsänderung erfolgt, durch die der Änderungsbescheid materiell-rechtlich legitimiert wird (BFH-Urteile in BFHE 194, 185, BStBl II 2001, 409; vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317).
Denn § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO schützt das Vertrauen in die Bestandskraft des zu korrigierenden (Erst-)Bescheids, dem eine für den Steuerpflichtigen günstige Rechtsprechung zugrunde liegt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317;… Klein/Rüsken, AO, 9. Aufl., § 176 Rz 1; von Groll in Hübschmann/Hepp/ Spitaler, § 176 AO Rz 71 und 90).
Die Unterscheidung zwischen § 14 Abs. 2 UStG und § 14 Abs. 3 UStG hat nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238) insoweit keine Bedeutung mehr, als.
Diese Vorschrift korrespondiert mit der Regelung, wonach die Steuer für vereinnahmte Anzahlungen mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums entsteht, in dem das Entgelt oder das Teilentgelt vereinnahmt worden ist (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG - vgl. BFH-Urteile vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, und vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317).
Im Urteil in BFHE 129, 569, BStBl II 1980, 283 war noch nicht berücksichtigt, dass diese Möglichkeit auch bei Ausstellung einer Rechnung mit zu Unrecht ausgewiesener Umsatzsteuer besteht; denn bei richtlinienkonformer Auslegung des § 14 Abs. 3 UStG kann auch die nach § 14 Abs. 3 UStG zu Unrecht in Rechnung gestellte Umsatzsteuer berichtigt werden, wenn der Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger rückgängig gemacht worden ist (BFH-Urteile vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BFH/NV 2002, 1006;… vom 22. März 2001 V R 11/98, BFHE 194, 528, BFH/NV 2001, 1088 im Anschluss an die Entscheidung des EuGH in UVR 2000, 424, UR 2000, 470).
Abziehbar ist hiernach nur diese Steuer, nicht dagegen die lediglich nach § 14 Abs. 3 UStG oder nach § 14 Abs. 2 UStG geschuldete Umsatzsteuer (zuletzt BFH-Urteil vom 11. April 2002 V R 26/01, BFHE 198, 238, BFH/NV 2002, 1006).
Das Finanzgericht (FG) wies die Klage unter Hinweis auf die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 2. April 1998 V R 34/97 (BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695) und vom 11. April 2002 V R 26/01 (BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317) ab.
Das FG hat auf der Grundlage der BFH-Urteile in BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695, und in BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317 zutreffend angenommen, dass die bereits in den Abschlagsrechnungen gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuerbeträge nicht nochmals aufgrund der Schlussrechnung als Vorsteuerbeträge abgezogen werden können.
Es wird also nicht der Fall erfasst, dass zunächst ein Änderungsbescheid ergeht und erst im Anschluss hieran eine Rechtsprechungsänderung erfolgt, durch die der Änderungsbescheid materiell-rechtlich legitimiert wird (BFH-Urteile vom 20. Dezember 2000 I R 50/95, BFHE 194, 185, BStBl II 2001, 409; in BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317, unter II. 2., und vom 14. Februar 2007 XI R 30/05, Betriebs-Berater --BB-- 2007, 1206).