Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-01-2001-I_126-1999
Timestamp: 2016-10-21 23:52:17
Document Index: 34716074

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 88', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

I 126/99 (09.01.2001)
M.________, 1964, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher
Ulrich Seiler, Falkenh�heweg 20, Bern,
A.- Der 1964 geborene M.________ war zuletzt als angelernter Kellner im Restaurant X.________ t�tig. Am 21. Juli 1995 rutschte er in der Badewanne aus und zog sich dabei eine acromioclaviculare Luxation links zu, welche eine zweimalige operative Bandplastik (am 15. September 1995 und 15. Juli 1996) notwendig machte. Seither bis auf einen gescheiterten Arbeitsversuch ohne Erwerb, meldete er sich am 16. Mai 1997 bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Die Verwaltung zog die Akten des Unfallversicherers, worunter Berichte des Dr. med. R.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie und Orthop�die (vom 20. Juni 1996 und 4. Juni 1997), bei und holte unter anderem Ausk�nfte des ehemaligen Arbeitgebers (vom 18. Juli 1995) sowie Berichte des Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie (vom 8. August 1997 und 20. Februar 1998), ein. Gest�tzt darauf gelangte sie zum Schluss, der Versicherte sei zu 31 % invalid. Dementsprechend wies die IV-Stelle Bern - nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens - das Rentengesuch mit Verf�gung vom 1. Mai 1998 ab.
B.- In teilweiser Gutheissung der hiegegen erhobenen Beschwerde, mit welcher Berichte des Dr. med. L.________ (vom 2. und 24. April 1998) ins Recht gelegt wurden, sprach das Verwaltungsgericht des Kantons Bern dem Versicherten f�r die Zeit vom 1. Juli 1996 bis 30. April 1997 eine ganze Invalidenrente zu; im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 11. Januar 1999).
C.- M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, es sei ihm ab 1. Mai 1997 eine halbe Invalidenrente zu gew�hren. Eventuell sei die Sache zu Aktenerg�nzung und neuer Verf�gung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen. Ferner ersucht er um die Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
1.- Das kantonale Gericht hat die vorliegend massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen und Grunds�tze zutreffend wiedergegeben. Es betrifft dies den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und Abs. 1bis IVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 116 V 249 Erw. 1b, 114 V 313 Erw. 3a, 104 V 136 Erw. 2a und b; ZAK 1987 S. 305 Erw. 1, 1986 S. 412 Erw. 1c; RKUV 1989 Nr. U 69 S. 176 Erw. 1), den Rentenbeginn bei langdauernden Krankheiten (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) sowie die Rechtsprechung zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1 am Ende; vgl. auch BGE 107 V 174 Erw. 3; ZAK 1991 S. 319 Erw. 1c, 1989 S. 118 Erw. 5a, 1986 S. 189 Erw. 2a). Darauf kann verwiesen werden.
Zu erg�nzen ist, dass sich die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenl�hne herabzusetzen sind, nach den gesamten pers�nlichen und beruflichen Umst�nden (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad) im konkreten Einzelfall beurteilt, wobei der Abzug auf insgesamt h�chstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa-cc).
2.- Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer �ber den 30. April 1997 hinaus eine halbe Invalidenrente beanspruchen kann.
a) Nach dem Bericht des Dr. med. R.________ vom 4. Juni 1997 leidet der Beschwerdef�hrer an einer Luxation im linksseitigen Acromioclaviculargelenk Tossy III, an einem Status nach Resektion der distalen Clavicula und nach zweimaliger Plastik mit autologem Koriumstreifen sowie an einer Restinstabilit�t. Die Arbeitsunf�higkeit im Beruf als Kellner sch�tzte er auf ein Drittel, wobei er das Tragen schwerer Tabletts wie auch die Arbeit �ber Schulterh�he ausschloss. In zeitlicher Hinsicht erachtete er eine Tagesarbeitszeit von ca. 6-7 Stunden als zumutbar. Bei im Wesentlichen gleicher Diagnosestellung stellte Dr. L.________ eine verminderte Kraft im linken Arm fest; Arbeiten �ber der Horizontalen und Tragen von Lasten seien unm�glich. Als Kellner sei der Beschwerdef�hrer "medizinisch-theoretisch" zur H�lfte eingeschr�nkt. Eine T�tigkeit an der Bar oder am Ausschank sei aber durchaus m�glich, ebenso als Taxichauffeur (Berichte vom 8. August 1997 und 20. Februar 1998). Erg�nzend dazu f�hrte er im Bericht vom 2. April 1998 aus, dass der Endzustand eine volle Funktion im (linken) Schultergelenk und ein Tragen von Lasten und Gewichten bei h�ngendem (linken) Arm bis zirka 15 kg erlaube. Dagegen sei ein Tragen von Gewichten bei angewinkeltem oder angehobenem Arm nicht m�glich. Belastungen oder Kraftanwendungen bei angewinkeltem oder angehobenem Arm im Schultergelenk f�hrten sofort zu reaktiven Schmerzen oder Verspannungen der ganzen Schulter- und Nackenmuskulatur. Den angestammten Beruf als Kellner k�nne der Versicherte, abgesehen von aushilfsweisen kurzzeitigen Eins�tzen, nicht mehr aus�ben. Als weitere Verweisungst�tigkeiten nannte der Chirurg Kontrollfunktionen ohne mechanische Belastung des linken Armes oder des linken Schultergelenkes.
b) Die erw�hnten Berichte beleuchten den Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers eingehend. Weitere Abkl�rungen er�brigen sich, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; nicht ver�ffentlichtes Urteil Sch. vom 8. Februar 2000; I 362/99). Was die Stellungnahmen zum Leistungsverm�gen anbelangt, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdef�hrer aus gesundheitlichen Gr�nden praktisch nicht mehr in der Lage ist, seiner angestammten Arbeit als Kellner nachzugehen. Hingegen ist ihm nach den zutreffenden Ausf�hrungen der Vorinstanz, auf die verwiesen wird, die Aus�bung von T�tigkeiten, die weder mit dem Heben oder Tragen von schweren, 15 kg �bersteigenden Lasten noch mit den vorerw�hnten ung�nstigen K�rperhaltungen verbunden ist, ab Januar 1997 vollzeitlich m�glich. Hief�r stehen ihm auf dem in Frage kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt gen�gend Stellen offen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, k�nnte der Versicherte mit einer solchen leidensangepassten T�tigkeit Eink�nfte von �ber 60 Prozent des ohne Gesundheitsschaden erreichbaren Einkommens erzielen, womit der Anspruch auf eine Invalidenrente ausgeschlossen ist. S�mtliche weiteren Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde verm�gen zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren. Unerheblich im vorliegend interessierenden Zusammenhang ist insbesondere, dass der Beschwerdef�hrer dem bisherigen Beruf als Kellner nicht mehr nachgehen kann. Entscheidend ist n�mlich nicht die Berufsunf�higkeit, sondern die Erwerbsunf�higkeit, verstanden als das Unverm�gen, auf dem gesamten f�r den Versicherten in Frage kommenden Arbeitsmarkt die verbleibende Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 121 V 331 Erw. 3b mit Hinweisen). Unrichtig ist sodann die Behauptung, dass er Arbeiten nur mit angewinkeltem linken Arm erledigen k�nne. Vielmehr verh�lt es sich so, dass der Versicherte nach den vorerw�hnten �rztlichen Feststellungen bei angehobenem oder angewinkeltem linken Arm keiner Belastung oder Kraftanwendung ausgesetzt sein sollte. Zudem ist festzuhalten, dass die fraglichen Behinderungen nur den linken, nicht aber den rechten - ausweislich der Akten nach wie vor voll funktionst�chtigen - Arm betreffen. Schliesslich hat das kantonale Gericht bei der Ermittlung des mit Gesundheitsschaden erzielbaren Verdienstes (Invalideneinkommen) den verschiedenen pers�nlichen/beruflichen Einschr�nkungen mit dem Maximalabzug von 25 % vom Tabellenlohn (Erw. 1) hinl�nglich Rechnung getragen.
Nach dem Gesagten l�sst sich die vorinstanzliche befristete Rentenzusprechung - auch mit Blick auf Art. 88bis IVV - nicht beanstanden.
3.- Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
III. Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird F�rsprecher Ulrich Seiler, Bern, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung (einschliesslich Mehrwertsteuer) von Fr. 1500. - ausgerichtet.