Source: https://www.scheidung.org/scheidungskosten/
Timestamp: 2017-05-23 08:51:42
Document Index: 239166293

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 51', '§ 45', '§ 48', '§ 2300', '§ 13', '§ 13', '§ 137', '§ 13', '§ 28', '§ 3', '§ 114', '§ 1360', '§ 33', '§ 114']

Scheidungskosten 2017: Kosten für Scheidung online berechnen!
SCHEIDUNG.ORGScheidungskosten – Wie teuer ist eine Scheidung?
„Was kostet eine Scheidung?“ – Eine Frage, die sich jeder hiervon Betroffene unweigerlich stellt. Tatsächlich kann eine Scheidung teuer werden. Denn diese kann nur von einem Familiengericht rechtskräftig beschlossen werden, so dass Gerichtkosten anfallen. Daneben muss mindestens ein Rechtsanwalt vor Gericht tätig werden, der auch bezahlt sein will. Herrscht dann noch zwischen den Ehegatten ein erbitterter Streit über zahlreiche Folgesachen wie etwa Unterhalt, Zugewinnausgleich, Verbleib in der Ehewohnung bzw. gemeinsam erworbenen Immobilie, Hausrat und Kindschaftssachen, sind die Kosten der Scheidung nach oben quasi offen.
Hier können Sie Ihre Scheidungskosten berechnen:
Informationen zur konkreten Berechnung
Nähere Informationen zu den Kosten im Einzelnen erhalten Sie auf den folgenden Seiten:
Verfahrenskostenhilfe Verfahrenskostenvorschuss
Verfahrenswert Anwaltskosten
Prozess- & Gerichtskosten Gerichtskostenvorschuss
Notarkosten Scheidungskosten absetzen
Eine erste Übersicht im Kosten-Dschungel: Das ist zu unterscheiden
Generell sind folgende Kostenarten im Scheidungsverfahren zu differenzieren:
Die Gebühren für Rechtsanwälte richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Der Rechtsanwalt darf also nicht das abrechnen, „was ihm beliebt“. Allerdings kann der Rechtsanwalt für nahezu alle seiner Tätigkeiten für den Mandanten Gebühren verlangen. Zu unterscheiden ist dabei weiterhin, ob der Anwalt die Interessen des Mandanten außergerichtlich oder gerichtlich vertritt.
Der Gebührenrahmen im RVG für die gerichtliche Tätigkeit des Anwalts ist fest vorgegeben. Hiervon darf der Rechtsanwalt aufgrund der für ihn geltenden Berufsordnung nicht abweichen, also insbesondere die Gebühren nicht unterschreiten. Marktschreierische Anpreisungen im Internet nach dem Motto: „Scheidung heute im Sonderangebot“ sind daher zumindest fragwürdig und werden von seriösen Online-Anwälten erst gar nicht geäußert.
Umgekehrt können die im RVG genannten Gebühren für die außergerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwalts zu großen Teilen nahezu frei gestaltet werden. Günstige Pauschalpreise für etwa außergerichtliche Beratungen sind daher ohne weiteres möglich.
Inhalt1 Informationen zur konkreten Berechnung1.1 Eine erste Übersicht im Kosten-Dschungel: Das ist zu unterscheiden1.1.1 Rechtsanwaltsgebühren1.1.2 Gerichtskosten1.1.3 Sachverständigenkosten2 Gegenstandswert und Streitwert (Verfahrenswert): Was diese Begriffe bedeuten2.1 Was der Rechtsanwalt bei Scheidung, Trennung und Folgesachen kostet2.1.1 Außergerichtliche Tätigkeiten: Erstberatung und Beratung2.1.2 Außergerichtliche Tätigkeiten: Anwaltliche Vertretung2.1.3 Gerichtliche Vertretung: Scheidung und Versorgungsausgleich2.1.4 Gerichtliche Vertretung: Folgesachen2.2 Wie die Gerichtskosten bei Scheidung, Trennung und Folgesachen aussehen2.3 Zusammenfassung: Anwaltsgebühren und Gerichtskosten bei Scheidung, Trennung und Folgesachen3 Wer von den Ehegatten was von den Kosten bei Scheidung zahlen muss3.1 Einvernehmliche Scheidung: Gemeinsam wird es billiger3.2 Verfahrenkostenhilfe: Auch eine kostenlose Scheidung ist möglich3.3 Der Sonderfall: Verfahrenskostenvorschuss vom Ehegatten – und zwar für die Scheidung4 Scheidung und Steuern: Absetzung der Scheidungskosten kaum noch möglich
Die Gerichtskosten in familienrechtlichen Verfahren sind im Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG) geregelt. Wie der Name bereits sagt, gilt dieses Gesetz nur für familienrechtliche (und damit auch scheidungsrechtliche) Verfahren. Je nach Tätigkeit des Gerichts fallen unterschiedliche Kosten an.
Sehr teuer kann es werden, wenn das Gericht einen Sachverständigen einsetzt, etwa für die Ermittlung des Wertes einer Immobilie oder eines Unternehmens im Rahmen des Zugewinnausgleichs. Dieser Fall ist in der Praxis aber eher selten.
Gegenstandswert und Streitwert (Verfahrenswert): Was diese Begriffe bedeuten
Je nachdem, in welchen rechtlichen Angelegenheiten der Rechtsanwalt und das Gericht tätig werden, fallen bestimmte Gebühren und Kosten an (die sich ihrerseits nach dem Gebührensatz bemessen). Die Gebühren und Kosten richten sich wiederum nach dem Gegenstandswert bzw. dem Streitwert, der als Bemessungsgrundlage dient. Gemeint ist damit, dass jede Angelegenheit einen gewissen „Wert“ hat. Je höher dieser Wert ist, desto höher sind die Gebühren und Kosten. Die jeweiligen Gebühren und Kosten ergeben sich aus den gesetzlichen Tabellen zum RVG und FamGKG. Dabei heißt es bei den Anwälten „Gebühren“ und „Gegenstandwert“, während dieses vom Gericht „Kosten“ und „Streitwert“ (die korrekte Bezeichnung beim Familiengericht ist „Verfahrenswert“) genannt wird. Der Streitwert – der auch für den Rechtsanwalt verbindlich ist – wird zum Ende eines Verfahrens vom Gericht festgesetzt. Danach richten dann die abschließenden Gebühren des Anwaltes und die Kosten des Gerichts, wobei der Streitwert weitaus höher ist als das, was der Betroffene zahlen muss.
Praxisbeispiel: Gegenstandswert und Streitwert
Ein Rechtsanwalt reicht einen Scheidungsantrag für einen Mandanten ein. Ein Versorgungsausgleich wird nicht durchgeführt. Als Gegenstandswert für die Kosten der Scheidung hat der Anwalt 12.000 Euro errechnet. Das Gericht setzt am Ende des Verfahrens den Streitwert aber mit 13.500 Euro fest, da die Gegenseite Angaben über ihr Einkommen verschwiegen hatte. Die Scheidungskosten werden gegeneinander aufgehoben. Das bedeutet, dass jeder der Geschiedenen seinen Rechtsanwalt selber bezahlen muss und sie sich die Gerichtskosten teilen müssen.
Folge: Nach dem Vergütungsverzeichnis (VV) zum RVG betragen die Kosten für einen Rechtsanwalt nach einem Gegenstandswert von 10.500 Euro einschließlich Auslagen und Mehrwertsteuer 1.820,70 Euro, während die gesamten Gerichtskosten sich nach dem zugehörigen Gesetzesanhang auf einen Streitwert von 534 Euro belaufen. Aufgrund der unterlassenen Angaben der Gegenseite hat sich aber der Gegenstands- bzw. Streitwert erhöht. Dadurch ergibt sich in den Tabellen eine höhere Eingruppierung, so dass die Gebühren für einen Anwalt nun insgesamt 1.957,55 Euro und die gesamten Gerichtskosten 586 Euro betragen.
Was der Rechtsanwalt bei Scheidung, Trennung und Folgesachen kostet
Die Kosten des Anwalts richten sich neben der Art der einzelnen Tätigkeit und des dafür anfallenden Gebührensatzes danach, ob die Vertretung des Mandanten außergerichtlich oder gerichtlich erfolgt.
Außergerichtliche Tätigkeiten: Erstberatung und Beratung
Gerade vor einer Trennung mit nachfolgender Scheidung kann die anwaltliche Beratung wesentlich dabei helfen, Rechtspositionen zu sichern und Fehler zu vermeiden. Dabei bedeutet „Beratung“ einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft, § 34 Abs. 1 RVG. Eine Vertretung nach außen ist davon jedoch nicht umfasst.
Die Kosten einer ersten Beratung, also ein erstes Beratungsgespräch, liegen mit Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer bei maximal rund 250 Euro. Von manchen Rechtschutzversicherungen ist die familienrechtliche Erstberatung sogar mit abgedeckt, wenn keine weiteren Tätigkeiten des Anwalts erfolgen. Bei weiteren Beratungen fallen mit Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer höchstens ca. 350 Euro an. Abweichungen nach unten (auch in Form von Pauschalen) sowie nach oben (etwa in Form einer Honorarvereinbarung bei schwierigen oder besonders umfangreichen Fällen) sind möglich und zulässig.
Vertritt der Rechtsanwalt im Anschluss an die Beratung seinen Mandanten nach außen, werden die Gebühren für die (Erst)Beratung auf die weiteren Gebühren angerechnet.
Im Rahmen einer Erstberatung kann der Rechtsanwalt letztlich nur eine erste mündliche Einschätzung der Angelegenheit erteilen. Eine möglichst konkrete Beurteilung oder aber auch vertiefte Unterhaltsberechnungen sind in dieser Zeit nicht möglich. Den größten Nutzen erzielt der Mandant aus der Erstberatung, wenn er sich zuvor seine Fragen aufgeschrieben hat und die Antwort des Anwalts notiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht dem Mandanten auch, die Kompetenz des Rechtsanwalts zu überprüfen.
Außergerichtliche Tätigkeiten: Anwaltliche Vertretung
Die außergerichtliche anwaltliche Vertretung erfolgt immer dann, wenn der Rechtsanwalt die Interessen des Mandanten nach außen vertritt. Das kann durch ein „Anwaltsschreiben“ an die Gegenseite, aber auch durch einen Telefonanruf erfolgen. Erforderlich dazu ist in jedem Fall eine schriftliche Vollmacht, die auf den Namen des Rechtsanwalts lautet und in der die Angelegenheit kurz genannt wird, um die es sich handelt. Speziell bei einer Scheidung können mehrere Angelegenheiten zusammen anfallen (etwa Unterhalt, Kindschaftssachen, Ehewohnung, Hausrat usw.).
Die Gebühren für die anwaltliche Vertretung richten sich nach dem Gegenstandswert, wobei mehrere Gegenstandswerte regelmäßig zusammengerechnet werden. Das RVG verweist für die Höhe der Gegenstandswerte auf das FamGKG. Beispiele für die Vielzahl der unterschiedlichen Gegenstandswerte (wobei die Gegenstandswerte weitaus höher sind als das, was der Mandant zu zahlen hat) sind etwa:
AngelegenheitHöhe des GegenstandswertesRechtsgrundlage
UnterhaltJahresbetrag des geforderten Unterhalts§ 51 FamGKG
Kindschaftssachepauschal 3.000 Euro§ 45 FamGKG
Ehewohnung- und Haushaltssachezwischen 2.000 und 4.000 Euro§ 48 FamGKG
Der Gebührensatz für die anwaltliche Vertretung beläuft sich regelmäßig auf 1,5 (Geschäftsgebühr), § 2300 VV RVG. Kommt es zu einer außergerichtlichen Einigung (etwa Abfassung und Begleitung einer Scheidungsfolgenvereinbarung), fällt eine Einigungsgebühr zu einem Gebührensatz von ebenfalls 1,5 an.
Praxisbeispiel: Gebührensätze
Ein Rechtsanwalt wird mit der Umgangsregelung für die minderjährige Tochter seines Mandanten beauftragt. Nachdem er eine solche Regelung ausgearbeitet hat, kommt es schließlich mit dem Anwalt der Gegenseite zu einer außergerichtlichen Einigung.
Folge: Der Gegenstandswert für die Kindschaftssache beträgt 3.000 Euro. Nach der Anlage 2 zu § 13 Abs. 1 Satz 3 RVG beläuft sich eine Gebühr für diesen Gegenstandswert auf 201 Euro. Die Gebührensätze des Anwalts belaufen sich jedoch auf die Einigungsgebühr von 1,5 und die Vergleichsgebühr von ebenfalls 1,5. Daher kann der Rechtsanwalt insgesamt drei Gebühren aus 201 Euro, also 603 Euro, fordern. Hinzu kommen die Auslagenpauschale von 20 Euro und die Mehrwertsteuer von 19%.
Kommt es zu keiner außergerichtlichen Einigung, so dass der Rechtsanwalt vor Gericht tätig werden muss, fallen für sein dortiges Tätigwerden weitere Gebühren an.
Gerichtliche Vertretung: Scheidung und Versorgungsausgleich
Bei der Ehescheidung hat das Familiengericht den Versorgungsausgleich von Amts wegen mit durchzuführen, sofern es sich um keine sogenannte kurze Ehe (unter drei Jahren) gehandelt hat oder der Ausgleich notariell ausgeschlossen wurde. Zu den Kosten der Scheidung gehören daher meistens auch die Versorgungsausgleichskosten.
Gegenstandswert für die Scheidung
Der Gegenstandswert für die Scheidung errechnet sich nach dem Nettoeinkommen beider Ehegatten für die Zeit von drei Monaten. Der Mindestgegenstandswert für die Scheidung beträgt jedoch 3.000 Euro.
Der Gegenstandswert kann vom Gericht reduziert werden bei Unterhaltspflichten für Kinder, hohen Schulden oder einer einvernehmlichen Scheidung mit nur mit einem Rechtsanwalt.
Gegenstandswert für den Versorgungsausgleich
Hat die Ehe länger als drei Jahre gedauert, können die Ehegatten auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichten. Ist dies der Fall oder liegt eine notarielle Verzichtserklärung vor, beträgt der Gegenstandswert für den Versorgungsausgleich 1.000 Euro.
Soll der Ausgleich jedoch erfolgen, beträgt die Höhe des Gegenstandswertes 10% vom Nettoeinkommen der Ehegatten aus drei Monaten, und zwar pro Rentenversicherung.
Praxisbeispiel: Gegenstandswerte für Scheidung und Versorgungsausgleich
Ein kinderloses Ehepaar hat sich scheiden lassen. Das monatliche Nettoeinkommen des Ehemannes betrug 2.000 Euro, dasjenige der Ehefrau 800 Euro. Beide sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Für den Ehemann besteht zudem eine betriebliche Altersversorgung. Der Versorgungsausgleich wurde durchgeführt.
Folge: Das monatliche Gesamt-Nettoeinkommen der Geschiedenen beträgt 2.800 Euro. Dieses ist mit drei Monaten zu multiplizieren, so dass sich für die Scheidung ein Gegenstandswert von 8.400 Euro errechnet.
Für den Versorgungsausgleich sind 10% aus dem Gesamt-Nettoeinkommen der früheren Ehepartner aus drei Monaten zugrunde zu legen, also 840 Euro. Da aber insgesamt drei Rentenversicherung bestehen, sind die 840 Euro mal drei zu nehmen. Der Gegenstandswert für den Versorgungsausgleich beträgt daher 2.520 Euro.
Beide Gegenstandswerte werden addiert, so dass sich für Scheidung und Versorgungsausgleich insgesamt ein Gegenstandswert von 10.920 Euro (8.400 Euro und 2.520 Euro) errechnet.
Ausgehend vom Gegenstandswert erhält jeder am Verfahren beteiligte Rechtsanwalt eine Verfahrensgebühr mit einem Satz von 1,3 und eine Terminsgebühr mit einem Satz von 1,2 zuzüglich Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer.
Fortführung des Praxisbeispiels: Anwaltsgebühren für Scheidung und Versorgungsausgleich
Der Gegenstandswert für Scheidung und Versorgungsausgleich beträgt 10.920 Euro. Nach der Anlage 2 zu § 13 Abs. 1 Satz 3 RVG beläuft sich eine Gebühr für diesen Gegenstandswert auf 558 Euro.
Folge: Die Gebührensätze des Anwalts belaufen sich jedoch nicht auf eine Gebühr, sondern auf einen Gebührensatz von insgesamt 2,5 (also 1,3 Verfahrensgebühr und 1,2 Terminsgebühr). Daher kann der Rechtsanwalt auch 2,5 Gebühren aus 558 Euro, insgesamt 1.395 Euro, fordern. Hinzu kommen die Auslagenpauschale von 20 Euro und die Mehrwertsteuer von 19%. Haben beide Geschiedenen jeweils einen Rechtsanwalt, muss jeder diese Kosten für die Scheidung an seinen Anwalt bezahlen.
Gerichtliche Vertretung: Folgesachen
Folgesachen sind neben dem Versorgungsausgleich im Wesentlichen Unterhalt, Ehewohnung und Hausrat, Güterrecht und Kindschaftssachen wie Sorgerechtsfragen, Umgang und Herausgabe des Kindes an den anderen Ehegatten.
Beispiele für die Vielzahl der unterschiedlichen Gegenstandswerte in Folgesachen sind etwa:
Werden diese Angelegenheiten mit der Scheidung zusammen beim Familiengericht anhängig gemacht, soll das Gericht darüber gemeinsam mit der Scheidung verhandeln und entscheiden (sogenannter Verbund), § 137 Abs. 1 FamG.
Die Scheidungskosten sind für den Mandanten dann günstiger, weil alle Gegenstandswerte im Verbund zusammengerechnet werden. Würde eine Folgesache außerhalb des Verbundes isoliert geltend gemacht, wäre das teurer.
Auch in den Folgesachen erhält jeder am Verfahren beteiligte Rechtsanwalt eine Verfahrensgebühr mit einem Satz von 1,3 und eine Terminsgebühr mit einem Satz von 1,2 zuzüglich Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer, wobei der Gegenstandswert für die Anwaltsgebühren als Bemessungsgrundlage dient.
Praxisbeispiel: Gegenstandswert und Anwaltsgebühren für Scheidung und Folgesachen
Ein Ehepaar mit einem kleinen Kind hat sich scheiden lassen. Ein Versorgungsausgleich wurde wegen der Ehezeit von unter drei Jahren nicht durchgeführt. Die Ehefrau hatte Betreuungsunterhalt in Höhe von 900 Euro monatlich gefordert, wobei der Ehemann monatlich 2.500 Euro netto verdient und die Ehefrau zuvor nicht erwerbstätig war. Zugleich wurde der Umgang mit dem Kind gerichtlich geregelt. Der Unterhalt für das Kind wurde außergerichtlich vereinbart.
Folge: Das monatliche Gesamt-Nettoeinkommen der Geschiedenen beträgt 2.500 Euro, welches mit drei Monaten mal zu nehmen ist, so dass sich ein Gegenstandswert für die Scheidung von 7.500 Euro errechnet. Davon kann das Gericht 250 Euro wegen der Unterhaltspflichten der Eltern für ein Kind abziehen, so dass 7.250 Euro verbleiben.
Beim Betreuungsunterhalt ist als Gegenstandswert der Jahresbetrag des geforderten Unterhalts anzusetzen, also 12 Monate mal 900 Euro gleich 10.800 Euro.
Der Kindesumgang ist eine Kindschaftssache und daher mit einem Gegenstandswert von 3.000 Euro zugrunde zu legen.
Insgesamt errechnet sich daher ein Gegenstandswert für Scheidung und Folgesachen in Höhe von 21.050 Euro (7.250 Euro und 10.800 Euro und 3.000 Euro). Der Rechtsanwalt kann dabei 2,5 Gebühren (also 1,3 Verfahrensgebühr und 1,2 Terminsgebühr) aus 742 Euro (siehe Anlage 2 zu § 13 Abs. 1 Satz 3 RVG) verlangen. Damit stehen dem Anwalt 1.855 Euro zuzüglich 20 Euro Auslagenpauschale und 19% Mehrwertsteuer zu.
Wie die Gerichtskosten bei Scheidung, Trennung und Folgesachen aussehen
Für die Ermittlung des Streitwertes bzw. Verfahrenswertes für die einzelnen Tätigkeiten des Gerichts gelten dieselben Werte wie beim Gegenstandswert für Anwälte. Diese betragen für
die Summe des Nettoeinkommens beider Ehegatten für die Zeit von drei Monaten, mindestens aber 3.000 Euro (wobei das Gericht den Streitwert reduzieren kann bei Unterhaltspflichten für Kinder, hohen Schulden oder einer einvernehmlichen Scheidung mit nur mit einem Rechtsanwalt)
bei Verzicht auf dessen Durchführung (nach dreijähriger Ehedauer möglich) oder notarieller Verzichtserklärung 1.000 Euro. Wird der Versorgungsausgleich hingegen durchgeführt, beträgt die Höhe des Streitwertes 10% vom Nettoeinkommen der Ehegatten aus drei Monaten, und zwar pro Rentenversicherung.
Ansonsten gelten auch hier beispielhaft für Folgesachen nachstehende Streitwerte:
Ähnlich wie bei der „Tabelle“ für Rechtsanwälte lässt sich eine einzelne Gebühr für die Tätigkeit des Gerichts – ausgehend vom Streitwert – aus der Anlage 2 zu § 28 Abs. 1 Satz 3 FamGKG ablesen. So macht etwa eine Gebühr bei einem Streitwert von 20.000 Euro einen Betrag von 345 Euro aus.
Der Gebührensatz für die jeweilige Tätigkeit des Familiengerichts (Gebührentatbestand) ergibt sich aus der Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 FamGKG. Regelmäßig fällt bei einem „normalen“ Scheidungsverfahren einschließlich der Folgesachen ein Gebührensatz von 2,0 an, der zwischen den Geschiedenen am Ende des Verfahrens geteilt wird.
Derjenige, der den Scheidungsantrag einreicht, muss aber diese beiden Gebühren als Vorschuss an das Gericht einzahlen. Er bekommt sie über den Kostenfestsetzungsbeschluss des Gerichts am Ende des Verfahrens von der Gegenseite zur Hälfe erstattet.
Zusammenfassung: Anwaltsgebühren und Gerichtskosten bei Scheidung, Trennung und Folgesachen
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass für die gesamten Scheidungskosten zunächst stets der Gegenstandswert bzw. Streitwert (Verfahrenswert) zu bestimmen ist. Die einschlägigen Vorschriften ergeben sich aus dem FamGKG und gelten aufgrund des Verweises im RVG auch für Rechtsanwälte. Werden neben der Scheidung und dem Versorgungsausgleich auch Folgesachen im sogenannten Verbund bei Gericht anhängig gemacht, sind die dafür geltenden einzelnen Gegenstandswerte bzw. Streitwerte zu addieren und ein gesamter Wert zu bilden.
Immer wieder ist zu betonen, dass der Gegenstandswert bzw. Streitwert nicht das ist, was der Mandant zu zahlen hat. Viele Mandanten bekommen angesichts dieser Werte einen Schrecken und glauben, dass sie diese Summen bezahlen müssten. Dem ist aber nicht so, vielmehr dienen diese Werte für die tatsächlichen Kosten lediglich als Bemessungsgrundlage.
Das System zur Ermittlung der tatsächlichen Kosten bei Scheidung ist dann sowohl für die Rechtsanwaltsgebühren als auch für Gerichtskosten gleich: Steht der Gegenstandswert bzw. Streitwert (Verfahrenswert) fest, ist die für diesen Wert geltende Gebühr aus den jeweiligen gesetzlichen Tabellen zu entnehmen. Diese Gebühr ist sodann mit dem für die jeweilige Tätigkeit des Anwalts bzw. Gerichts geltenden Gebührensatz zu multiplizieren, woraus sich die tatsächlichen Kosten errechnen.
Bei Rechtsanwälten kommen dann noch 20 Euro Auslagenpauschale sowie die Mehrwertsteuer hinzu.
Aufgrund vieler Unwägbarkeiten und auch der erst am Ende des Scheidungsverfahrens ergehenden Streitwertfestsetzung des Gerichts können Kostenvoranschläge und Scheidungskostenrechner zu Beginn des Verfahrens immer nur vorläufig sein, also die voraussichtlich zu erwartenden Kosten bei Scheidung beziffern.
Abschließendes Praxisbeispiel: Anwaltsgebühren und Gerichtskosten für Scheidung und Folgesachen
Ein kinderloses Ehepaar hat sich scheiden lassen. Ein Versorgungsausgleich wurde wegen der Ehezeit von unter drei Jahren nicht durchgeführt. Die Ehefrau hat sich die ehemals gemeinsame Wohnung vom Gericht zuweisen lassen. Der Ehemann verdient monatlich 2.400 Euro netto, die Ehefrau 1.600 Euro netto.
Folge: Die Anwaltsgebühren und Gerichtskosten errechnen sich wie folgt:
Ermittlung des Gegenstandswertes:
Drei monatliche Gesamt-Nettoeinkommen der Geschiedenen = 12.000 Euro
Zuweisung der Ehewohnung = 4.000 Euro
Summe = 16.000 Euro
Einzelne sich aus dem Gegenstandswert ergebende Gebühr des Rechtsanwaltes = 650 Euro
Gebührensatz 2,5 (also 1,3 Verfahrensgebühr und 1,2 Terminsgebühr) = 1.625 Euro
Kosten pro Rechtsanwalt = 1.625 Euro zuzüglich 20 Euro Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer
Einzelne sich aus dem Gegenstandswert ergebende Gebühr des Gerichts = 293 Euro
Gebührensatz 2,0 = 586 Euro
Gerichtskosten pro Geschiedener = Hälfte aus 586 : 2 Geschiedene = 293 Euro
Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass sämtliche Praxisbeispiele nur vereinfacht sind und dem Verständnis dienen sollen. So muss der Rechtsanwalt etwa seine Kostennote viel ausführlicher darstellen und darin die genauen Euro-Beträge für die einzelnen Gebühren (etwa 1,3 Verfahrensgebühr) exakt ausweisen.
Wer von den Ehegatten was von den Kosten bei Scheidung zahlen muss
Besteht kein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe (früher Prozesskostenhilfe) wegen nur geringem Einkommen und hat jeder Ehegatte einen eigenen Rechtsanwalt, zahlt bei einer Scheidung grundsätzlich jeder seinen Rechtsanwalt selber. Die Gerichtskosten werden hälftig geteilt. Derjenige, der den Scheidungsantrag einreicht, muss aber mit den voraussichtlichen Gerichtskosten in Vorleistung treten und diese als Kostenvorschuss bei Gericht einzahlen. Nachdem der Streitwert vom Gericht festgesetzt wurde, ergeht ein Kostenfestsetzungsbeschluss. Darin wird über den Vorschuss – wobei die tatsächlichen Kosten davon abweichen können – abgerechnet. Derjenige, der den Vorschuss geleistet hat, bekommt den überschießenden Betrag zurückerstattet. Der andere muss seinen Anteil an die Gerichtskasse zahlen. Dies gilt auch für Folgesachen, die im Scheidungsverbund geltend gemachten werden.
In der Praxis werden Vorschüsse und Kostenerstattungen an den beauftragten Rechtsanwalt gezahlt, der diese geltend macht, die Höhe der eingehenden Gelder überprüft und an das Gericht bzw. seinen Mandanten weiterleitet.
Anders sieht es jedoch aus, wenn Folgesachen außerhalb des Verbunds gerichtlich geltend gemacht werden. Derjenige, der hier den Prozess verliert, hat sämtliche Kosten zu tragen, also auch die des Gegenanwalts.
Einvernehmliche Scheidung: Gemeinsam wird es billiger
Trotz Scheidungswunsch verstehen sich viele Ehepaare immer noch gut und möchten bei der Scheidung Kosten sparen. Das ist möglich, wenn für die Scheidung nur ein Rechtsanwalt beauftragt wird. Hintergrund ist, dass nur für die Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht Anwaltszwang herrscht, § 114 Abs. 1 Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamG). Daher lassen sich Kosten sparen, wenn
einer der Ehegatten einen Anwalt beauftragt,
der andere dem Scheidungsantrag des Anwalts zustimmt und
die Gebühren für den Anwalt geteilt werden.
Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist, dass eine einvernehmliche Scheidung vorliegt. Das bedeutet, dass das Familiengericht nur über die Scheidung und ggf. den Versorgungsausgleich beschließen muss, während alle anderen Folgesachen zwischen den Ehepartnern außergerichtlich geregelt sind.
Hinzu kommt, dass viele Familiengerichte bei einer einvernehmlichen Scheidung den Streitwert bzw. Verfahrenswert um 30% reduzieren, wodurch sich eine weitere Kostenersparnis ergibt.
Trotz dieser sicherlich attraktiven Möglichkeit, Kosten zu sparen, muss auf Folgendes hingewiesen werden:
Auch wenn die Ehepartner intern abgesprochen haben, dass sie sich die Gebühren für den Anwalt teilen werden: Kostenschuldner des Anwalts ist allein derjenige, der ihn beauftragt hat. Streiten sich die Ehegatten später, muss der Auftraggeber des Rechtsanwaltes diesen trotzdem bezahlen. Inwieweit dann derjenige, der den Anwalt mandatiert hat, die hälftigen Kosten gegen den anderen durchsetzen kann, ist eine andere Frage.
Der von einem Ehegatten beauftragte Rechtsanwalt kann zwar mit dem anderen Gespräche führen, was in der Praxis auch geschieht. Aber in letzter Konsequenz darf der Anwalt nur die Interessen desjenigen vertreten, der ihn beauftragt hat. Sollte es also zu Unstimmigkeiten zwischen den Ehepartnern kommen, ist der anwaltlich nicht vertretene Ehegatte im Nachteil.
Aus dem vorstehenden Grund sollte jeder Ehepartner einen eigenen Rechtsanwalt beauftragen, wenn umfangreiche Vermögenswerte und/oder Immobilien vorhanden sind oder einer der Ehegatten geschäftlich erfahren ist, während der andere sich ausschließlich um Haushalt und Kinder gekümmert hat.
Der anwaltlich nicht vertretene Ehegatte kann keine eigenen Anträge im Scheidungsverfahren stellen, also auch keinen Rechtsmittelverzicht erklären. Dadurch dauert es länger, bis die Scheidung rechtskräftig ist. In der Praxis ist dieser Umstand aber eigentlich nur dann von Bedeutung, wenn jemand möglichst schnell einen neuen Partner heiraten möchte.
Verfahrenkostenhilfe: Auch eine kostenlose Scheidung ist möglich
Wer nur über geringes oder gar kein Einkommen verfügt und auch kaum Vermögen besitzt, ist nicht in der Lage, die Scheidungskosten zu bezahlen. In diesem Fall besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe (früher im familienrechtlichen Verfahren Prozesskostenhilfe genannt). Diese muss beim Familiengericht mittels des Vordrucks „Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse“ beantragt werden. Je nachdem, wie gering Einkommen und Vermögen des Antragstellers sind, erhält dieser ratenfreie oder in Raten zurückzuzahlende Verfahrenskostenhilfe. Diese Hilfe wird vom Staat gezahlt.
Wird die ratenfreie Verfahrenskostenhilfe vom Gericht bewilligt, sind sowohl die Scheidung als auch die im Verbund anhängigen Folgesachen für den Betroffenen quasi kostenlos. Damit ist auf zwei Dinge hinzuweisen:
Im Falle einer einvernehmlichen Scheidung kann es sein, dass einer der Ehegatten Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe hat und der andere nicht allzu viel verdient. Beauftragt nun der Hilfeberechtigte einen Rechtsanwalt mit der Einreichung des Scheidungsantrags und stimmt der andere Ehegatte dem Scheidungsantrag zu, entstehen für beide Ehepartner keine Kosten.
Möchte derjenige mit dem Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe außerhalb des Scheidungsverbundes eine Folgesache geltend und verliert er diesen Prozess, muss er trotzdem die Kosten der Gegenseite bezahlen.
Der Sonderfall: Verfahrenskostenvorschuss vom Ehegatten – und zwar für die Scheidung
Manchmal kommt es vor, dass einer der Ehegatten – im Gegensatz zum anderen – sehr vermögend ist. Das kann etwa sein, wenn der Ehemann über ein gut laufendes Unternehmen verfügt und der Zugewinn durch Ehevertrag ausgeschlossen wurde, während die Ehefrau praktisch über keine eigenen Gelder verfügt.
Möchte der vermögenslose Ehegatte sich nun scheiden lassen, kann er vom eigenen vermögenden Partner dafür einen Verfahrenskostenvorschuss fordern, § 1360a Abs. IV Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Nach dieser Vorschrift müssen einem Ehegatten die Kosten eines Rechtsstreites, den dieser nicht tragen kann, vom anderen vorgeschossen werden. Dieser Anspruch gehört mit zu den Unterhaltsansprüchen unter Ehegatten und gilt auch für die Scheidung.
Der Anspruch auf Verfahrenskostenvorschuss entsteht, wenn der Berechtigte selber entweder gegenüber seinem Rechtsanwalt oder dem Gericht einen Vorschuss leisten muss. Die Voraussetzungen für das Recht auf Vorschuss gegenüber dem Ehegatten lauten wie folgt:
Rechtsstreit in einer wichtigen persönlichen Angelegenheit
Keine mutwillige oder offensichtlich aussichtslose Rechtsverfolgung
Leistungsfähigkeit des anderen Ehegatten
Besteht ein Anspruch auf einen Verfahrenskostenvorschuss, tritt dahinter ein möglicher Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe zurück. Weigert sich der Ehegatte, den Vorschuss für seine eigene Scheidung zu zahlen, müsste die Vorschusspflicht erst in einem gesonderten Verfahren geklärt werden.
Scheidung und Steuern: Absetzung der Scheidungskosten kaum noch möglich
In der Vergangenheit konnten die Scheidungskosten (Anwaltsgebühren und Gerichtskosten) für die Ehescheidung als außergewöhnliche Belastung nach § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) abgesetzt werden. Seit Sommer 2013 hat sich dies geändert: Diese Kosten können nun grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht werden. Eine Ausnahme liegt nur dann vor, wenn der Rechtsstreit von so großer Bedeutung ist, dass dies zu einer Existenzgefährdung des Betroffenen führt. Dazu soll etwa ein Streit der Eltern über das Umgangsrecht gehören. Einstweilen bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.
Weiterhin bestehen bleibt allerdings die Möglichkeit, die Unterhaltszahlungen an den geschiedenen Partner als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastungen abzusetzen. Die Absetzung als Sonderausgabe ist für den Unterhaltsverpflichteten deutlich vorteilhafter. Dazu wird allerdings die Zustimmung des früheren Ehegatten benötigt.
Peter W. says:	18. Januar 2016 at 6:52
wie sehen die ausgleich Kosten aus ,beide Rentner ich 100% Schwerbeschädigt im E Rollstuhl
sitzend seit 2008 getrent lebend,meine frau hat die gemeinsame Wohnung behalten ich habe eine
andere Wohnung.
Antworten	Scheidung.org says:	19. Januar 2016 at 10:11
die Kosten richten sich nach dem Streitwert bzw. beim Versorgungsausgleich nach den jeweils angesammelten Rentenpunkten. Mehr zu diesem Thema können Sie auf der folgenden Seite lesen: http://www.scheidung.org/versorgungsausgleich/
Antworten	Lisa says:	11. Februar 2016 at 12:47
Im Trennungsjahr hatte ich eine Beratung, es wurden zwei Briefe meiner Anwältin verschickt. Sie forderte Unterhaltszahlungen, mein Mann kam diesen teilweise (7 Mal) nach. Jetzt erhalte ich eine Rechnung für das Trennungsjahr, als Wert bezifferte sie 12 Zahlungen plus ein gebrauchtes Auto. Ich soll jetzt 3000 € „Gebühren“ zahlen. Können denn irgendwelche Forderungen als „Berechnungsgrundlage“ abgerechnet werden?
Antworten	Scheidung.org says:	15. Februar 2016 at 13:15
der Streit- bzw. Verfahrenswert richtet sich nach den angestrebten Zielen. Da die Anwältin den Unterhalt gegenüber Ihrem Ehemann geltend gemacht hat, kann sie diesen auch in der Rechnung beziffern. Dass Ihr Ehemann der Verpflichtung am Ende nicht vollumfänglich nachkam, kann Ihrer Anwältin nicht angelastet werden.
Ihr Scheidung-org-Team
Antworten	Michael says:	20. Februar 2016 at 13:53
hab heute meine Rechnung vom Amtsgericht erhalten. 9.840,00 Euro.
Ich habe ein Nettoeinkommen von 1.722,00 Euro.
Meine Frau bezieht Hartz4.
2 Gemeinsame Kinder.
Laut Onlinerechner lägen die Scheidungskosten bei ca. 1400 €.
Antworten	Scheidung.org says:	22. Februar 2016 at 10:39
vermutlich handelt es sich bei der Berechnung um den festgelegten Verfahrenswert. Hieraus werden dann Gerichts- und Anwaltskosten berechnet. Je nach Anzahl der Folgeanträge kann sich die Rechnung am Ende noch weiter erhöhen. Der Rechner kann daher nur als Orientierung gelten. Halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Anwalt.
Antworten	Johanna says:	16. März 2016 at 22:29
ich wurde heute endlich rechtskräftig geschieden. Die Scheidung zog sich über fast 7 Jahre hin. Unter anderem auch weil mein Anwalt nichts für das Vorankommen getan hat. Der Hammer war heute noch, dass ich vor Gericht erfahren habe, dass er beim Scheidungsantrag einen um 20.000 Euro erhöhten Streitwert angegeben hat. Aufgrund seines angeblichen Zahlendrehers kommen wohl jetzt höhere Kosten auf mich zu. Was kann ich nun tun?
Antworten	Scheidung.org says:	17. März 2016 at 12:03
Sie können in diesem Falle von einem anderen Anwalt die Vorgehensweise seines Kollegen prüfen lassen. Gegegebenenfalls sind Schadensersatzleisutngen möglich, sofern offensichtliche Fehler des Rechtsanwalts nachzuweisen sind. Lassen Sie sich hierzu gegebenenfalls anwaltlich beraten.
Antworten	Christine says:	19. März 2016 at 14:57
Hallo, ich habe heute Post vom Familiengericht bekommen. Der Verfahrenswert wird festgesetzt auf 17341€.Aus folgenden Einzelwerten : Ehescheidung, Versorgungsausgleich und Ehegattenunterhalt.
Was muß ich da jetzt ungefähr zahlen?
Antworten	Scheidung.org says:	25. Juli 2016 at 10:30
anhand des festgesetzten Verfahrenswertes lassen sich nunmehr Gerichtskosten und Anwaltskosten ermitteln (wie, erfahren Sie auf den einzelnen Unterseiten). Die Gerichtskosten werden dabei in aller Regel auf beide Beteiligte aufgeteilt. Ihr Scheidung.org-Team
Antworten	Sabine says:	4. April 2016 at 18:13
Ich habe heute von meiner Anwältin ein Schreiben zur Kenntnisnahme bekommen. Unter anderem mit dem Verfahrenswert. Meine Frage ist, wie kann ich aus dem Verfahrenswert den endgültigen Rechnungsbetrag ermitteln? Muss ich die bisher gezahlten Rechnungen an meine Anwältin abziehen vom gesamt wert oder halbiere ich den Verfahrenswert und ziehe dann die Rechnungen ab?
Antworten	Scheidung.org says:	7. April 2016 at 10:42
die Anwalts- und Gerichtsgebühren richten sich nach dem ermittelten Verfahrenswert. Die entsprechenden Gebührensätze sind im Gerichtskostengesetz (GKG) und im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgehalten. Näheres zu den Gebühren finden Sie auf der folgenden Seite: http://www.scheidung.org/anwaltskosten/
Bereits geleistete Zahlungen werden von der Endabrechnung abgezogen.
Antworten	Kevin says:	27. April 2016 at 7:20
meine noch Ehefrau hat über einen Anwalt „unsere“ einvernehmliche Scheidung eingereicht. Nun habe und ich eine Rechnung (Anwaltskosten) in Höhe von ca. 2000€ bekommen. Meines Erachtens sind dies 100% der Gesamtkosten! Im schreiben an mich steht jedoch das die Eheleute 50/50 bezahlen, bei einem Einkommen von zusammen 3000€ (Netto) müssten die Kosten jedoch m.M. nach bei ca. 1000€ pro Partei liegen? Hier im Beitrag ist zuKostenschuldner des Anwalts ist allein derjenige, der ihn beauftragt hat
lesen ZITAT: „Kostenschuldner des Anwalts ist allein derjenige, der ihn beauftragt hat“ Warum bekomme ich dann vom Anwalt meiner Frau eine Rechnung über meines Erachtens die Gesamtsumme der Anwaltskosten wenn laut „Gesetz“ sie als Auftraggeberin in erster Linie Schuldnerin ist? Wie ist dies möglich oder rechtlich vereinbar? Mfg
Antworten	Scheidung.org says:	28. April 2016 at 9:27
im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung kann häufig eine Kostenteilungsvereinbarung getroffen werden, bei der beide Ehegatten die Verfahrenskosten jeweils hälftig übernehmen. So ist die Scheidung insgesamt günstiger, als bei streitigen Verfahren, in denen beide Ehegatten einen Rechtsanwalt beauftragen müssen.
Die Höhe der Anwaltskosten richtet sich nach dem Verfahrenswert, der in der Basis aus dem dreifachen Nettoeinkommen der Eheleute und einem Betrag von mindestens 1.000 Euro für den anhängigen Versorgungsausgleich. Mehr zu der Berechnung der Anwaltskosten erfahren Sie hier: http://www.scheidung.org/anwaltskosten/
Antworten	Daniel says:	31. Mai 2016 at 9:56
wer hat die Kosten für ein Verkehrswertgutachten im Zuge des Zugewinnausgleich zu tragen?
Antworten	Scheidung.org says:	6. Juni 2016 at 9:20
in der Regel muss der Auftraggeber die Kosten für Gutachten tragen. Ihr Scheidung.org-Team
Antworten	Vanessa says:	28. Juni 2016 at 14:15
wie wird mit den Scheidungskosten verfahren wenn die Mutter plötzlich verstirbt, die Scheidungskosten aber durch eine Ratenzahlung von ihr beglichen wurden und VKH gewährt wurde? Kommen die restlichen Kosten dann auf die Erben zu?
Antworten	Scheidung.org says:	4. Juli 2016 at 10:11
die Haftungsfrage im Erbfall ist auch im Rechtsbereich ein umstrittenes Thema. Es gibt sowohl Urteile für die Überlassung der Schulden an die Erben als auch solche, die das Erlöschen der VKH-Schuldenlast mit dem Tod des Berechtigten bestimmten. Lassen Sie sich ggf. anwaltlich beraten.
Antworten	Jaqueline says:	30. Juni 2016 at 19:42
Hallo, wenn man während eines Scheidungsprozesses seine Arbeit gekündigt hat und nur ein gelegentliches Einkommen hat undan daher den eigenen Anwalt nicht mehr bezahlen kann, hat man dann noch eine Chance eine Hilfe vom Staat zu erhalten?
Antworten	Scheidung.org says:	4. Juli 2016 at 10:50
generell ist die Beantragung von Verfahrenskostenhilfe auch noch während des laufenden Verfahrens möglich (§ 114 ZPO). Allerdings bedeutet die Antragstellung nicht automatisch, dass Ihrem Anliegen auch stattgegeben wird. Dabei handelt es sich stets um Einzelfallentscheidungen. Lassen Sie sich von Ihrem Rechtsanwalt beraten.
Antworten	Ajla H. says:	26. August 2016 at 21:06
Ich mochte mich von meinem Mann scheiden lassen. Ich wohne aber wieder in
Amerika (bin Amerikanerin) und er mochte nicht scheiden. Ich bekomme kein Gehalt (ich wohne mit meiner Mutter) und er bekommt Arbeitslosengeld (weiss nicht ob 1 oder 2). Er ist aber sehr
schlecht und hat mir immer geschlagen usw und ich mochte nicht dahin gehen um zu scheiden, weil ich viel Angst habe das er mir was antut. Wir haben ein Kind zusammen, aber er ist hier (in Amerika) geboren und auf sein Geburtsurkunde steht nur meine Name als Mutter und kein unter Vater. Ich will dass er nichts mit meinem Kind zu tun hat. Ich will einfach so schnell wie moglich von ihm scheiden. Wir leben schon ein und halb Jahr getrennt. Bitte, sagen Sie mir, wie kann ich mich einfachstens scheiden lassen?
Ajla Haskovic
Antworten	scheidung.org says:	29. August 2016 at 10:34
es empfiehlt sich, dass Sie sich online einen Anwalt in Deutschland suchen, um die Scheidung in die Wege zu leiten. Lesen Sie dazu mehr auf unserer Seite zur Online-Scheidung.
Antworten	Jennifer says:	31. August 2016 at 16:09
Ich und mein Mann sind gerade in einer einvernehmlichen Scheidung. Ein Frage habe ich :
Mein Kind wohnt bei mir und hat vorher, bei der Antragstellung die mein Mann gestellt hat, einen 450 € Job gehabt. Nun hat sie einen richtigen Job und verdient deutlich mehr , ca 1500 € . Ich verdiene ca 1300 €. Wird das alles zusammen angerechnet ? muss ich dann die gesamten Gerichtskosten bezahlen ?. Mein Mann hat Prozesskostenhilfe für sich beansprucht. Würde gerne wissen ob das Einkommen von meinem Kind da eine Rolle spielt und negativ für mich sen kann. Die Frage mit meinen Kind ist mir wichtig. Er ist aber nicht der richtige Vater. Liebe Grüße
Antworten	Scheidung.org says:	5. September 2016 at 10:00
Das Einkommen Ihres Kindes hat mit den Scheidungskosten nichts zu tun. Es wird sich zeigen, ob die Prozesskostenhilfe gewilligt wird oder ob Sie anteilig die Scheidungskosten zu tragen haben.
Antworten	Alexandra V. says:	11. Oktober 2016 at 19:22
Hallo, der Anwalt meines Exmannes hat Einspruch gegen den vom Amtsgericht festgelegten Verfahrenswertes eingelegt weil ich inzwischen mehr verdiene. Bis dahin für mich nachvollziehbar. Jetzt kam die Neuberechnung vom Gericht, da ist plötzlich auch Vermögen aufgeführt. Hier geht es um das Haus meines Exmannes (definitiv vor der Ehe eingebracht und ich hatte hier auch keine Ansprüche erhoben), auch sonst nichts, da Ehedauer unter 1,5 Jahren. Jetzt habe ich vom Gericht erfahren, dass die Angabe zum Vermögen von meinem Anwalt kam. Darf das mein Anwalt überhaupt? Rücksprache mit mir erfolgte nicht. Jetzt ist meine eigentliche Anwältin in Mutterschutz, und ihr Kollege der das übernommen hat in Urlaub und für mich keiner erreichbar. Ich selbst habe übrigens gar kein Vermögen. Was kann ich hier tun, denn Anwaltskosten sind dadurch um fast 1000€ teurer lt RVG. Für kurze Hilfestellung wäre ich dankbar.
Antworten	Scheidung.org says:	17. Oktober 2016 at 9:00
ein Anwalt sollte nicht ohne Absprache vorgehen, optional können Sie ihm das Mandat entziehen. Suchen Sie einen weiteren Anwalt auf und lassen Sie sich dort beraten. Ihr Scheidung.org-Team
Antworten	Iveta says:	23. Dezember 2016 at 21:44
Ich will mich mit meinem Mann trennen. Aber Ich Weiß nicht wie. Ich habe tschechischen staatsbürgerschaft und er Österreichische. In Österreich hab ich nebenwohnsitz.
Ich wollte fragen ob das ghet ohne Gericht und anwalt scheiden.
Antworten	Scheidung.org says:	2. Januar 2017 at 11:50
die Trennung teilen Sie Ihrem Mann am besten schriftlich mit. Vermerken Sie ein Trennungsdatum. Ein Scheidung ohne Anwalt bzw. Gericht ist nicht möglich.
Antworten	Karin B. says:	7. Januar 2017 at 1:59
Meine Tochter ist in Chile geboren,auch geheiratet und vor drei Jahren Gerichtlich in Chile geschieden.Sie hat auch die Deutsche Bürgerschaft,jetz hat sie ein Kind bekommen und wollten es mit Ihrem Partner und Vater(deutscher) des Kindes,das Kind einschreiben.Konnten es nicht machen,weil Sie die Chilenische Scheidung nicht anerkennen.!!
Die Chilenische justitz hat es ja schon gemacht.??!!
Was brauch Sie für diese neue Deutsche Scheidung??
Ist es möglich das Sie eine Verfahrugskostenhilfe beantragen können??
Antworten	scheidung.org says:	9. Januar 2017 at 12:30
eine Scheidung, die im Ausland geschlossen wurde, muss in Deutschland anerkannt werden. Andernfalls sind die Ehepartner im Scheidungsland zwar getrennt, in anderen Staaten allerdings weiterhin verheiratet. Im Anerkennungsverfahren wird überprüft, ob die Scheidung den deutschen Grundsätzen entspricht. Für eine Anerkennung einer ausländischen Scheidung sind sämtliche Unterlagen fällig, die vor Gericht vorgelegt und überprüft werden müssen. Wenden Sie sich in diesem Fall am besten an einen Anwalt. Dieser kann Ihnen sicherlich weiterhelfen.
Antworten	Anja says:	10. Januar 2017 at 1:51
muss man bei einer Scheidungsfolgevereinbarung einen Anwalt hinzuziehen wenn beide Parteien einvernehmlich auf Versorgungsausgleich und Zugewinnausgleich verzichten oder kann das ausschliesslich von einem Notar erledigt werden ( was natürlich viel günstiger wäre). Vielen Dank und beste grüße
Antworten	Scheidung.org says:	16. Januar 2017 at 11:06
eine Scheidungsfolgevereinbarung muss notariell beglaubigt sein. Dieser kann Sie auch gleichzeitig beraten. Ob Sie darüber hinaus einen Anwalt hinzuziehen, bleibt Ihnen überlassen.
Antworten	Herr Lich says:	20. März 2017 at 20:25
Diese Seite ist sehr hilfreich und gibt sehr gut Auskunft darueber, welche Kosten entstehen. Pervers ist, dass der Staat in jeder Lebenslage seine Finger mit im Spiel hat. Warum entstehen der Grunde nach Kosten, wenn ein Paar sich entscheidet, sich einvernehmlich voneinander zu trennen (materiell und immateriell). Wenn es keinen „Streit“ gibt, kann es nach jeder Denklogik auch keinen „Streitwert“ geben. Dieser wird jedoch kuenstlich geschaffen, damit die Behoerden und Rechtsverdreher eine Grundlage bekommen, um die Leute abzukassieren. Ebenfalls pervers ist die „Gebuehrentabelle“, wonach sich die Hoehe der Kosten fuer Anwalt/Gericht/Behoerde nach dem Vermoegen der Parteien richten, obwohl der Beamte/Richter/Anwalt jeweils exakt die gleiche Handlung vollzieht. Er traegt irgendeine Zahl in irgendein System ein bzw. in Formulare oder sonstige Dokumente, die fuer die Abwicklung angeblich erforderlich sind. Am Ablauf bzw. der Art und Umfang der Taetigkeit aendert sich jedoch nichts. [Anmerkung: teilweise redigiert.]
Antworten	Scheidung.org says:	27. März 2017 at 9:37
eine Scheidung ist hierzulande nur durch ein Gericht möglich. Dies verursacht Kosten, da verschiedenste Personen hierbei ihre Arbeitszeit aufwenden. Entsprechend muss dies vergütet werden. Beachten Sie bitte auch, dass das Familienrecht keine Streitwert kennt, sondern hier vom Verfahrenswert gesprochen wird.