Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_21_12_2010_XI_ZB_25_10_Aussetzung_des_Rechtsstreits_bzgl-d4210885.html
Timestamp: 2016-10-23 06:58:25
Document Index: 383578829

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH', '§ 650', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 7', '§ 252', '§ 567', '§ 241', '§ 311', '§ 241', '§ 311', '§ 1', '§ 7', '§ 7', '§ 252', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 311', '§ 7', '§ 7', '§ 574', '§ 7', '§ 7', '§ 241', '§ 311', '§ 1', '§ 91']

BGH, 21.12.2010 - XI ZB 25/10 - Aussetzung des Rechtsstreits bzgl. eines Anspruchs aus vorvertraglicher Pflichtverletzung im Falle eines anhängigen Verfahrens nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 22.12.2010 - IV ZR 141/10 - Prozesskostenhilfe betreffend die ausreichende ...…BGH, 21.12.2010 - XI ZB 25/10 - Aussetzung des Rechtsstreits bzgl. eines Anspruc...BGH, 21.12.2010 - XI ZB 29/10 - Möglichkeit der Aussetzung nach § 7 Kapitalanleg...BGH, 21.12.2010 - 4 StR 610/10 - Berücksichtigung des Fehlens eines Strafmilderu...BGH, 21.12.2010 - 4 StR 540/10 - Beurteilung der Unrechtseinsicht eines langjähr...BGH, 21.12.2010 - 3 StR 401/10 - Beweisantrag auf Vernehmung eines im Ausland an...BGH, 21.12.2010 - VI ZB 28/10 - Erforderlichkeit der qualifizierten elektronisch...BGH, 21.12.2010 - 3 StR 440/10 - Berichtigung des SchuldspruchsBGH, 21.12.2010 - 2 StR 610/10 - Aufhebung von Einzelstrafen und Gesamtstrafe we...BGH, 21.12.2010 - XI ZR 52/08 - Ergänzende Vertragsauslegung bei Unwirksamkeit e...BGH, 21.12.2010 - 2 StR 344/10 - Gewichtige Milderungsgründe bei der Strafzumess...BGH, 21.12.2010 - VI ZR 312/09 - Entlastungsmöglichkeit nach § 833 S. 2 BGB bei ...BGH, 21.12.2010 - X ZR 122/07 - Anwendung des § 650 BGB bei Überschreitung einer...BGH, 21.12.2010 - X ZR 91/09 - Ausdrückvorrichtung für eine Koaxialkartusche als...BGH, 20.12.2010 - VII ZR 96/09 - Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revisio...BGH, 20.12.2010 - VII ZB 65/10 - Erfolgsaussichten einer Rechtsbeschwerde bei gr...BGH, 20.12.2010 - VII ZR 22/09 - Fruchtloser Ablauf der Frist zur Sicherheitslei...BGH, 20.12.2010 - IV ZR 124/09 - Berichtigung eines TenorsBGH, 20.12.2010 - VII ZR 96/10 - Möglichkeit eines als Nachunternehmer tätigen W...BGH, 20.12.2010 - VII ZR 102/10 - Möglichkeit eines als Nachunternehmer tätigen ...BGH, 20.12.2010 - VII ZR 95/10 - Möglichkeit eines als Nachunternehmer tätigen W...BGH, 20.12.2010 - VII ZR 100/10 - Möglichkeit eines als Nachunternehmer tätigen ...…BGH, 01.12.2010 - I ZR 70/09 - GEMA ist im Falle einer Verletzung der von ihr wa...
BGH, 21.12.2010 - XI ZB 25/10 - Aussetzung des Rechtsstreits bzgl. eines Anspruchs aus vorvertraglicher Pflichtverletzung im Falle eines anhängigen Verfahrens nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz
BundesgerichtshofBeschl. v. 21.12.2010, Az.: XI ZB 25/10Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 21.12.2010Referenz: JurionRS 2010, 32606Aktenzeichen: XI ZB 25/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG München I - 18.05.2010 - AZ: 32 O 2740/09OLG München - 29.07.2010 - AZ: 5 W 1562/10Rechtsgrundlagen:§ 1 Abs. 1 KapMuG§ 7 Abs. 1 KapMuG§ 252 ZPO§ 567 Abs. 1 Nr. 1 ZPO§ 241 Abs. 2 BGB§ 311 Abs. 2 BGBFundstellen:GWR 2011, 89ZIP 2011, 493-494Redaktioneller Leitsatz:Rechtsstreitigkeiten, in denen Schadensersatzansprüche auf vertraglicher Grundlage oder aus § 241 Abs. 2, § 311 Abs. 2 und 3 BGB bzw. aus der sogenannten Prospekthaftung im weiteren Sinne geltend gemacht werden, können von vornherein nicht Gegenstand eines Musterverfahrens nach § 1 Abs. 1 KapMuG sein.Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Wiechers und die Richter Dr. Ellenberger, Maihold, Dr. Matthias und Pamp am 21. Dezember 2010 beschlossen: Tenor:Die Beschwerde der Beklagten gegen den Beschluss des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 29. Juli 2010 wird zurückgewiesen. GründeI. 1 1.Die Klägerin macht gegen die Beklagte Ansprüche im Zusammenhang mit der von ihr am 8. Dezember 2004 gezeichneten Beteiligung an der F. Medienfonds GmbH & Co. KG (im Folgenden: Fonds) sowie eines zur teilweisen Finanzierung dieser Beteiligung aufgenommenen Darlehens geltend. 2 Sie stützt ihr Klagebegehren zum einen auf eine angebliche Prospektverantwortung der Beklagten unter dem rechtlichen Gesichtspunkt einer Prospekthaftung im engeren Sinne mit der Begründung, der für die Anlage herausgegebene Prospekt sei inhaltlich aus verschiedenen Gründen falsch. Zum anderen nimmt sie die Beklagte als die ihre Beteiligung finanzierende Bank in Anspruch mit der Begründung, die Beklagte habe Aufklärungspflichten bei Eingehung des Darlehensvertrages verletzt. Schließlich stützt sie ihr Klagebegehren auch auf einen Widerruf des Darlehensvertrages nach den Verbraucherdarlehensvorschriften. 3Beim Oberlandesgericht München ist unter dem Aktenzeichen KAP 1/07 ein Verfahren nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (nachfolgend: KapMuG) anhängig. Die Beklagte ist dort Musterbeklagte zu 2). Zu klären sind in diesem Verfahren, soweit es die hiesige Beklagte betrifft, deren Prospektverantwortlichkeit und die Fehlerhaftigkeit des Prospekts. 4 2.Das Landgericht hat das Verfahren nach § 7 KapMuG ausgesetzt. Das Beschwerdegericht hat den Aussetzungsbeschluss auf die sofortige Beschwerde der Klägerin aufgehoben. Zur Begründung hat es im Wesentlichen ausgeführt: 5 Das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde sei auch gegen den auf § 7 Abs. 1 KapMuG gestützten Aussetzungsbeschluss gemäß §§ 252, 567 Abs. 1 Nr. 1 ZPO statthaft, weil vorliegend der Anwendungsbereich des § 7 Abs. 1 KapMuG nicht eröffnet sei und damit auch § 7 Abs. 1 Satz 4 KapMuG nicht zur Anwendung komme. 6 Die Entscheidung des Landgerichts habe auch in der Sache keinen Bestand. Die Aussetzung eines Verfahrens, dessen Ergebnis nicht vom Ergebnis eines Verfahrens nach dem KapMuG abhängig sei, habe in § 7 Abs. 1 KapMuG keine Grundlage. Das Landgericht habe vorliegend ausweislich der Gründe der Nichtabhilfeentscheidung nicht hinreichend geprüft, ob eine Haftung aus vorvertraglichem Verschulden nach § 311 Abs. 2 BGB in Betracht komme. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs komme eine Aussetzung nach § 7 KapMuG aber nur in Betracht, soweit eine Prospekthaftung im engeren Sinne und damit Ansprüche aufgrund einer fehlerhaften öffentlichen Kapitalmarktinformation geltend gemacht würden. Auf die daneben auch geltend gemachte Haftung auf (vor-)vertraglicher Grundlage sei § 7 KapMuG nicht anwendbar. Die Frage, ob der Prospekt richtig oder falsch sei, sei bei dem gegenwärtigen Prüfungsstand jedenfalls noch nicht von entscheidungserheblicher Bedeutung. 7Mit der - vom Beschwerdegericht zugelassenen - Rechtsbeschwerde begehrt die Beklagte die Aufhebung des Beschlusses des Beschwerdegerichts und die Wiederherstellung der Aussetzungsentscheidung des Landgerichts. II. 8 Die statthafte Rechtsbeschwerde (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO) ist nicht begründet. 9 1.Zu Recht hat das Beschwerdegericht die Aussetzung des Rechtsstreits als unzulässig angesehen und den Aussetzungsbeschluss des Landgerichts trotz der Regelung des § 7 Abs. 1 Satz 4 KapMuG aufgehoben, da § 7 KapMuG auf das Streitverhältnis der Parteien insoweit keine Anwendung findet, als Ansprüche aus vorvertraglicher Aufklärungspflichtverletzung der Beklagten aus dem Darlehensverhältnis im Streit sind. 10 a)Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können Rechtsstreitigkeiten, in denen Schadensersatzansprüche auf vertraglicher Grundlage oder aus § 241 Abs. 2, § 311 Abs. 2 und 3 BGB bzw. aus der sogenannten Prospekthaftung im weiteren Sinne geltend gemacht werden, von vornherein nicht Gegenstand eines Musterverfahrens nach § 1 Abs. 1 KapMuG sein. Das gilt auch dann, wenn sich die Haftung aus der Verwendung eines fehlerhaften Prospektes im Zusammenhang mit einer Beratung oder einer Vermittlung ergibt (vgl. zuletzt Senatsbeschluss vom 30. November 2010 - XI ZB 23/10, Rn. 11 mwN). 11b)Das Beschwerdegericht hat zu Recht angenommen, dass das auch für Ansprüche des Anlegers gegen die die Anlage finanzierende Bank wegen vorvertraglicher Aufklärungspflichtverletzungen aus dem Darlehensverhältnis gilt, wie sie hier in Rede stehen. Solche Ansprüche, die die Klägerin hier neben einem Anspruch aus Prospekthaftung im engeren Sinne geltend macht, können nicht Gegenstand eines Musterverfahrens sein. Das gilt auch dann, wenn die Haftung - etwa aus einem Wissensvorsprung - die Kenntnis von einer durch fehlerhafte Prospektangaben begangenen arglistigen Täuschung voraussetzt (vgl. Senatsbeschluss vom 30. November 2010 - XI ZB 23/10, Rn. 13 f. mwN). Erst Recht gilt dies für Ansprüche, die auf ein Widerrufsrecht nach den Verbraucherdarlehensvorschriften gestützt werden. 12 c)Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde ändert die Tatsache, dass die Beklagte auch als Prospektverantwortliche nach den Grundsätzen der Prospekthaftung im engeren Sinne in Anspruch genommen wird, nichts daran, dass über die daneben geltend gemachten Ansprüche aus vertraglichen oder vorvertraglichen Pflichtverletzungen zu entscheiden ist, bevor eine Aussetzung nach dem KapMuG in Betracht kommt (vgl. Senatsbeschluss vom 30. November 2010 - XI ZB 23/10, Rn. 15 f. mwN). 13 Das Beschwerdegericht hat auch rechtsfehlerfrei angenommen, dass aufgrund des Sach- und Streitstandes eine Haftung der Beklagten als Darlehensgeberin unter dem Gesichtspunkt einer vorvertraglichen Aufklärungspflichtverletzung nicht ohne weiteres verneint werden kann. Das Landgericht muss diesem Sachvortrag daher nachgehen und auch unter Einbeziehung der bereits durchgeführten umfangreichen Beweisaufnahme prüfen, ob der Anspruch der Klägerin gegen die Beklagte wegen vorvertraglicher Aufklärungspflichtverletzung gegeben ist. 142.Eine Kostenentscheidung ergeht nicht. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens bilden einen Teil der Kosten des Rechtsstreits, die unabhängig vom Ausgang des Beschwerdeverfahrens die nach §§ 91 ff. ZPO in der Sache unterliegende Partei zu tragen hat (Senatsbeschluss vom 30. November 2010 - XI ZB 23/10, Rn. 18 mwN). Wiechers Ellenberger Maihold Matthias Pamp Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.
23.10.2016 - 41 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Johannes von Rüden aus BerlinWiderrufsjoker zum Vorteil der Verbraucher weiter einsetzbarSämtliche Kreditinstitute bundesweit haben in den letzten Jahren unzählige fehlerhafte Widerrufsbelehrungen gegenüber vielen Verbrauchern verwendet. Unsere Kanzlei Werdermann I von Rüden verhilft… mehr
23.10.2016 - 42 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Nico Werdermann aus BerlinWiderrufsjoker zum Vorteil des Verbrauchers einsetzbarEntgegen früherer Annahmen haben Verbraucher weiterhin die Möglichkeit, den Widerrufsjoker gegenüber Ihrem jeweiligen Kreditnehmer einzusetzen! Unsere erfahrenen Anwälte der Kanzlei Werdermann I… mehr
22.10.2016 - 167 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Johannes von Rüden aus BerlinWiderrufsjoker bleibt ausübbarKunden sämtlicher Kreditinstitute bundesweit können weiterhin durch geschickte Ausübung des Widerrufsjokers, enorm viel Geld sparen. Nehmen Sie die Hilfe unserer Experten der Kanzlei Werdermann I von… mehr