Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201993,%20239
Timestamp: 2019-06-26 23:13:09
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 3', '§ 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.11.1992 - VII ZR 50/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,690
BGH, 05.11.1992 - VII ZR 50/92 (https://dejure.org/1992,690)
BGH, Entscheidung vom 05.11.1992 - VII ZR 50/92 (https://dejure.org/1992,690)
BGH, Entscheidung vom 05. November 1992 - VII ZR 50/92 (https://dejure.org/1992,690)
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Architekt - Mindestsatz - Schlußrechnung - Schutzwürdiges Vertrauen
Bindungswirkung der Schlußrechnung: BGH ändert seine Rechtsprechung (II) (IBR 1993, 158)
NJW 1993, 661
WM 1993, 757
BauR 1993, 239
ZfBR 1993, 68
Eine Aufklärungspflicht bezüglich der Wirksamkeit der Honorarvereinbarung (einschließlich der Pauschalvereinbarung) besteht nicht generell, sondern nur dann, wenn besondere Umstände vorliegen (vgl. BGH, NJW 1993, 661; NJW-RR 1997, 1448;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 80).
Es ist vielmehr eine schuldhafte Pflichtverletzung des Architekten erforderlich (vgl. BGH, NJW 1993, 661; NJW 1995, 401;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 81), weil er etwa den Auftraggeber bezüglich des Schriftformerfordernisses falsch informiert hat (vgl. OLG Hamm, NJW-RR 1990, 522;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 81).
aaa) Hat der Auftragnehmer bei unwirksamer Honorarvereinbarung sein Honorar im Rahmen einer Schlussrechnung abgerechnet, so kann er nicht nachträglich den Mindestsatz fordern, soweit er an seine Honorarschlussrechnung gebunden ist (vgl. BGH, NJW 1993, 661; OLG Düsseldorf, NJW 1982, 1541;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 83;… Jacob/Ring/Wolf-Kessel, aaO., § 3, Rdnr. 311; Konrad, BauR 1989, 653 (661)).
Dies folgt aus § 7 Abs. 6 HOAI a.F., wonach die Mindestsätze als vereinbart gelten, wenn bei Auftragserteilung nichts anderes vereinbart ist (z. B. BGH NJW 1993, 661).
Dies ergibt sich jedoch noch nicht aus der Schlussrechnung allein, setzt vielmehr eine umfassende Abwägung der beiderseitigen Interessen voraus (BGH, Urteil vom 5. November 1992 - VII ZR 50/92 -).
Da die Vereinbarung eines Honorars unterhalb der Mindestsätze unwirksam ist, kann der Kläger den Mindestsatz nach der HOAI fordern (vgl. BGH BauR 1993, 239, 241).
Der Architekt ist nämlich nicht gehindert, seiner Schlussrechnung ein die Mindestsätze im Sinne von § 4 Abs. 4 HOAI unterschreitendes Honorar zugrunde zu legen (vgl. BGH BauR 1993, 239, 241).
Um einen ursächlich aus der Pflichtverletzung entstandenen Schaden dokumentieren zu können, müssten die Beklagten darlegen, dass sie - ohne Verstoß gegen die HOAI - einen anderen Architekten unterhalb des Mindestsatzes hätten beauftragen können (vgl. BGH BauR 1993, 239, 240).
Nach der ständigen Rechtsprechung des 7. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (vgl.: NJW 1993, 559 ff.; 1993, 661 f.; BGHZ 136, 1 ff.) ist ein Architekt an eine einmal erteilte Schlussrechnung, mit der er die Mindestsätze nach der HOAI unterschreitet, gebunden, wenn er mit der Schlussrechnung einen Vertrauenstatbestand begründet und der Auftraggeber sich in berechtigtem Vertrauen auf die Entgültigkeit der Schlussrechnung in schutzwürdiger Weise eingerichtet hat.
Darüber hinaus ist ein Architekt aufgrund der Bestimmung des § 4 HOAI nicht gehindert, seiner Schlussrechnung ein die Mindestsätze unterschreitendes Honorar zugrunde zu legen (BGH NJW 1993, 661 f., 662).
Nach der seit den Entscheidungen vom 05.11.1992 - Az. VII ZR 52/91 und VII ZR 50/92 - gefestigten Rechtsprechung des BGH kann die Nachforderung eines Architekten nach erteilter Schlussrechnung im Einzelfall gegen Treu und Glauben verstoßen.
Dies ergibt sich jedoch noch nicht aus der Schlussrechnung allein, setzt vielmehr eine umfassende Abwägung der beiderseitigen Interessen voraus (BGH, Urteil vom 05.11.1992 - VII ZR 50/92 - Rn. 15, zitiert nach Juris).
b) In Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Senats hat das Berufungsgericht zu Recht ausgeführt, daß der Auftragnehmer eines Architekten- oder Ingenieurvertrages, der ein Pauschalhonorar vereinbart hat, im Regelfall die Mindestsätze verlangen kann, wenn das Pauschalhonorar die Mindestsätze unterschreitet (zur Rechtsprechung des Senats, vgl. Urteil vom 5. November 1992 - VII ZR 50/92 = ZfBR 1993, 68 = BauR 1993, 239; Urteil vom 21. August 1997 - VII ZR 13/96 = ZfBR 1997, 305 = BauR 1997, 1062).
OLG Hamm, 19.12.2016 - 17 U 81/16
OLG München, 29.11.1995 - 27 U 158/95
Unterschreitung der Mindestsätze bei Übertragung nur einzelner Leistungsphasen; …
OLG Brandenburg, 28.02.2007 - 12 U 230/06
Honorarrechnung des Architekten muss nicht nur prüfbar, sondern auch schlüssig …