Source: http://www.voris.niedersachsen.de/jportal/?quelle=jlink&psml=bsvorisprod.psml&feed=bsvoris-lr&docid=jlr-RiGND2010V4P7a
Timestamp: 2019-04-19 20:14:09
Document Index: 396206847

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 15', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 68', '§ 69', '§ 77', '§ 78', '§ 110', '§ 7', '§ 11', '§ 21', '§ 11', '§ 94', '§ 19', '§ 7', '§ 7']

VORIS § 7a NRiG | Landesnorm Niedersachsen | - Familienpflegezeit | Niedersächsisches Richtergesetz (NRiG) vom 21. Januar 2010 | gültig ab: 01.01.2019
Niedersächsisches Richtergesetz (NRiG) vom 21. Januar 2010
§ 1 - § 15 Erster Teil - Allgemeine Vorschriften
§ 2 - Entsprechende Geltung des Beamtenrechts
§ 3 - Stellenausschreibung
§ 5 - Dienstliche Beurteilungen
§ 6 - Teilzeitbeschäftigung, Altersteilzeit
§ 7 - Teilzeitbeschäftigung und Urlaub aus familiären Gründen
§ 7a - Familienpflegezeit
§ 8 - Urlaub ohne Dienstbezüge
§ 9 - Änderungen des Umfangs von Teilzeitbeschäftigung und...
§ 10 - Höchstdauer des Urlaubs
§ 11 - Ruhestand
§ 12 - Wahl in gesetzgebende Körperschaften
§ 13 - Aufgabenzuweisung
§ 14 - Richterverhältnis als Ehrenrichterin oder Ehrenrichter
§ 15 - Eid und Gelöbnis der ehrenamtlichen Richterinnen und...
§ 16 - § 68 Zweiter Teil - Richtervertretungen
§ 69 - § 77 Dritter Teil - Staatsanwaltsvertretungen
§ 78 - § 110 Vierter Teil - Richterdienstgerichte
Amtliche Abkürzung: NRiG
Gliederungs-Nr: 31200
Niedersächsisches Richtergesetz
(NRiG)
Vom 21. Januar 2010*
(1) 1 Richterinnen und Richtern mit Dienstbezügen, die
eine pflegebedürftige nahe Angehörige oder einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen (§ 7 Abs. 3 des Pflegezeitgesetzes - PflegeZG) in häuslicher Umgebung tatsächlich pflegen oder
eine minderjährige pflegebedürftige nahe Angehörige oder einen minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher oder außerhäuslicher Umgebung tatsächlich betreuen,
ist auf Antrag Teilzeitbeschäftigung als Familienpflegezeit zu bewilligen, soweit zwingende dienstliche Belange nicht entgegenstehen. 2 Die Pflegebedürftigkeit ist durch ein ärztliches Gutachten oder eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung oder durch eine entsprechende Bescheinigung einer privaten Pflegeversicherung nachzuweisen.
(2) 1 Familienpflegezeit wird für die Dauer von längstens 48 Monaten bewilligt und gliedert sich in zwei gleich lange, jeweils zusammenhängende und unmittelbar aufeinanderfolgende Zeiträume (Pflegephase und Nachpflegephase). 2 Ist die Pflegephase zunächst auf weniger als 24 Monate festgesetzt worden, so ist sie auf Antrag bis zur Dauer von 24 Monaten zu verlängern, soweit die Voraussetzungen des Absatzes 1 weiterhin vorliegen; die Nachpflegephase ist entsprechend zu verlängern. 3 Fallen die Voraussetzungen des Absatzes 1 während der Pflegephase weg, so ist das Ende der Pflegephase neu auf den Ablauf des Monats festzusetzen, der auf den Monat folgt, in dem die Voraussetzungen weggefallen sind; die Nachpflegephase ist entsprechend zu verkürzen. 4 Eine Bewilligung darf nur erfolgen, soweit eine vollständige Ableistung der Pflege- und Nachpflegephase vor Beginn des Ruhestandes möglich ist.
(3) Der während der Familienpflegezeit zu leistende Dienst ist so festzusetzen, dass
in der Pflegephase Dienst mit mindestens der Hälfte des regelmäßigen Dienstes geleistet wird und
in der Nachpflegephase Dienst in einem Umfang geleistet wird, der mindestens dem Dienst entspricht, der vor der Pflegephase geleistet worden ist.
(4) Für die Bemessung der Höhe der monatlichen Dienstbezüge während der Familienpflegezeit gilt § 11 Abs. 1 des Niedersächsischen Besoldungsgesetzes (NBesG) mit der Maßgabe, dass der während der gesamten Familienpflegezeit (Pflege- und Nachpflegephase) durchschnittlich zu leistende Dienst zugrunde zu legen ist.
(5) 1 Die Bewilligung der Familienpflegezeit ist mit Wirkung für die Vergangenheit zu widerrufen
bei Beendigung des Richterverhältnisses (§§ 21 bis 24 DRiG), bei Entfernung aus dem Richterverhältnis (§ 11 des Niedersächsischen Disziplinargesetzes - NDiszG - in Verbindung mit § 94) sowie bei Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand,
bei einem auf Antrag der Richterin oder des Richters erfolgten Wechsel des Dienstherrn,
soweit der Richterin oder dem Richter während der Pflegephase die Fortsetzung der Teilzeitbeschäftigung nicht mehr zugemutet werden kann und dienstliche Belange nicht entgegenstehen.
2 Mit dem Widerruf ist der Umfang des während der bisherigen Familienpflegezeit zu leistenden Dienstes entsprechend der nach dem Modell gemäß Absatz 3 in der jeweiligen Phase zu erbringenden Dienstleistung rückwirkend neu festzusetzen. 3 Im Fall des Widerrufs sind zu viel gezahlte Bezüge nach Maßgabe des § 19 Abs. 2 NBesG von der Richterin oder dem Richter zurückzuzahlen. 4 Abweichend von Satz 1 Nr. 1 ist die Bewilligung der Familienpflegezeit im Fall der Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit mit Ablauf des Monats zu widerrufen, in dem der Richterin oder dem Richter die Verfügung über die Versetzung in den Ruhestand zugestellt worden ist. 5 Eine Rückzahlung zu viel gezahlter Bezüge findet nicht statt. 6 Dies gilt auch im Fall des Todes der Richterin oder des Richters.
(6) 1 Die Familienpflegezeit soll anstelle des Widerrufs nach Absatz 5 Satz 1 Nr. 3 im Fall
eines Beschäftigungsverbots nach den mutterschutzrechtlichen Vorschriften,
einer Elternzeit oder
einer Beurlaubung aus familiären Gründen bis zu drei Jahren nach § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
unterbrochen werden. 2 Fällt die Unterbrechung in die Pflegephase, so sind auf Antrag der Richterin oder des Richters die Pflegephase und die Nachpflegephase so zu verkürzen, dass die Familienpflegezeit nach Ende der Unterbrechung unmittelbar mit der Nachpflegephase fortgesetzt wird, soweit zwingende dienstliche Belange nicht entgegenstehen. 3 Fallen die Voraussetzungen des Absatzes 1 während der Unterbrechung weg und wäre die Pflegephase zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet gewesen, so gilt Absatz 2 Satz 3 entsprechend. 4 Absatz 2 Satz 4 gilt entsprechend.
(7) § 7 Abs. 2 gilt mit der Maßgabe entsprechend, dass nur solche Nebentätigkeiten ausgeübt oder zugelassen werden dürfen, die dem Zweck der Familienpflegezeit nicht zuwiderlaufen.
(8) Die Richterin oder der Richter ist verpflichtet, jede Änderung der Tatsachen unverzüglich mitzuteilen, die für die Bewilligung der Familienpflegezeit maßgeblich sind.
(9) Eine neue Familienpflegezeit kann erst für die Zeit nach Beendigung der Nachpflegephase der vorangehenden Familienpflegezeit bewilligt werden.
Verkündet als Artikel 1 des Gesetzes zur Neufassung des Niedersächsischen Richtergesetzes und zur Änderung des Niedersächsischen Personalvertretungsgesetzes vom 21. Januar 2010 (Nds. GVBl. S. 16)
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