Source: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211963
Timestamp: 2020-02-23 17:49:53
Document Index: 236106201

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 3', '§ 11', '§ 1', '§ 47', '§ 4']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette“
(GVBl.II/02, [Nr. 20], S.449)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 368 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Ferch Ferch 12;
Caputh Caputh 6, 8, 15, 16;
Michendorf Michendorf 6.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte, in topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes als für den Naturraum der mittelbrandenburgischen Platten und Niederungen typische, gut ausgeprägte und bewaldete subglaziale Rinne mit Seen und Feuchtgebieten ist
die Erhaltung, naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Röhricht- und Schwimmblattgesellschaften, Quellfluren, Seggenmooren, Erlenbruch- und Erlen-Eschenwäldern sowie naturnahen Eichenmischwäldern;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Wasserfeder (Hottonia palustris) und Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua)
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten der Vögel, Reptilien und Amphibien, beispielsweise Mittelspecht (Dendrocopos medius), Eisvogel (Alcedo atthis), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Zauneidechse (Lacerta agilis) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus);
die Erhaltung des Gebietes wegen seiner besonderen Eigenart der für den Potsdamer Raum einmaligen Ausprägung einer pleistozänen Landschaft als Niedertau- (Kames-) Hügellandschaft mit Seen, Kleinsenken und subglazialen Rinnen.
von anderen Zugangsstellen als den in der Übersichtskarte entsprechend gekennzeichneten Uferbereichen am Kleinen Lienewitzsee und der Badestelle am Großen Lienewitzsee zu baden und zu tauchen;
Wasserfahrzeuge aller Art einschließlich Surfbretter zu benutzen; ausgenommen hiervon ist die Benutzung von Booten ohne eigene Triebkraft;
die in § 3 Abs. 1 Nr. 1 genannten Waldgesellschaften erhalten werden,
Kahlhiebe nur bis 0,5 Hektar zulässig sind,
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass Fanggeräte und Fangmittel so eingesetzt oder ausgestattet werden, dass das Einschwimmen und eine Gefährdung des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei auf dem Caputher See, dem Großen und dem Kleinen Lienewitzsee mit der Maßgabe, dass
das Angeln vom Boot aus nur mit Booten ohne eigene Triebkraft zulässig ist, zum Ufer und zu Röhrichtbeständen im Bereich der in der Übersichtskarte gekennzeichneten Uferschutzzonen wasserseitig ein Mindestabstand von zehn Metern einzuhalten ist,
das Einfahren in Schwimmblattbestände mit Ausnahme der Zufahrt zu den Bootsstegen des Anglervereins am Großen Lienewitzsee unzulässig ist,
das Angeln vom Ufer aus nur an den in der Übersichtskarte gekennzeichneten Bereichen gestattet ist,
das Betreten von Verlandungsbereichen und Röhrichten unzulässig ist,
aa) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni eines Jahres innerhalb der in der Übersichtskarte gekennzeichneten Bereiche die Ausübung der Jagd ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
bb) die Jagd auf Wasserwild ausschließlich vom 15. November bis 15. Januar gestattet ist,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen,
die Ausbildung von Hunden mit der Maßgabe, dass diese in der Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni und vom 1. Oktober bis zum 15. November jeden Jahres innerhalb der in der Übersichtskarte gekennzeichneten Bereiche unzulässig ist. Unzulässig bleibt die Anlage von Wildfütterungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern;
das nicht gewerbliche Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten nach dem 30. Juni eines Kalenderjahres;
die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung im Bereich der naturnahen Waldbestände soll extensiv erfolgen;
die vorhandenen Kiefernforste sollen mittelfristig in naturnahe, standortgerechte Laub- und Mischwaldgesellschaften überführt werden;
die Moore sollen durch periodische Pflegemaßnahmen erhalten werden;
das Wander-, Rad- und Reitwegenetz soll so geschaffen und verändert werden, dass störungsempfindliche Tierarten nicht beunruhigt werden;
es sollen Maßnahmen zur Verbesserung des gebietsbezogenen Landschaftswasserhaushaltes ent-wickelt und umgesetzt werden.
Eine Verletzung von Vorschriften des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes oder anderer Rechtsvorschriften kann gegen diese Verordnung nur innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Verkündung geltend gemacht werden (§ 47 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 der Verwaltungsgerichtsordnung in Verbindung mit
§ 4 Abs. 1 des Brandenburgischen Verwaltungsgerichtsgesetzes).
(2) Gleichzeitig tritt die Anordnung über das Naturschutzgebiet „Karinchen“, festgesetzt in der Anordnung Nr. 3 über Naturschutzgebiete des Vorsitzenden des Landwirtschaftsrates der Deutschen Demokratischen Republik vom 11. September 1967 (GBl. II Nr. 95 vom 19. Oktober 1967 S. 697 - 699), außer Kraft.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette“ vom 10. Juni 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 368 Hektar. Es umfasst folgende Flächen im Landkreis Potsdam-Mittelmark:
Ferch 12 3, 4 anteilig, 5, 6 anteilig, 7 anteilig, 8, 9 anteilig, 18 anteilig, 22, 23 anteilig, 25/9 anteilig, 27/4 anteilig, 31 anteilig, 34, 37, 38, 39/4, 67/2 anteilig;
Caputh 6 103 anteilig, 154-157;
Caputh 8 3-7, 8 anteilig, 9-30, 31/1, 31/2, 32-40, 42-57, 58 anteilig, 59 anteilig;
Caputh 15 261-263, 283, 293-324, 325 anteilig, 326-354, 355 anteilig, 356- 445;
Caputh 16 11 anteilig, 111 anteilig, 115 anteilig, 116, 118, 119, 120 anteilig, 121 anteilig, 122 anteilig, 123-126, 127 anteilig, 128 anteilig, 129-138, 139 anteilig, 149 anteilig, 150-153, 157-164;
Michendorf 6 122 anteilig, 123, 124, 125 anteilig, 126/2, 127-134, 137, 140, 141, 142/1, 142/2;
Michendorf 6 146-226, 234 anteilig, 235/3, 236-239.