Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Schimmel-im-Schlafzimmer--f293733.html
Timestamp: 2019-11-20 07:31:51
Document Index: 186884073

Matched Legal Cases: ['§ 543', '§ 569', '§ 568', '§ 569', '§ 536', '§ 536']

Schimmel im Schlafzimmer (Mietrecht, Wohnungseigentum) - frag-einen-anwalt.de
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| 16.12.2016 07:51 |
Zusammenfassung: Rechte des Mieters bei Schimmelbefall in der Wohnung
wir haben in unserer Mietwohnung in unserem Schlafzimmer und in unserer Abstellkammer Schimmel. Nur an einer Wandseite. An diese Wandseite wurde im Schlafzimmer mit mind. 5 cm Abstand unser Kleiderschrank gestellt, weil dies die einige Möglichkeiten dort war. Vor 4 Monaten bemerkten wir an der Wand Schimmel, nicht nur hinter dem Schrank. Haben ihn abgebaut, notgedrungen an die andere Seite gestellt (Tür geht nicht mehr richtig auf). Damals war der Vermieter und Hausverwaltung da und haben die Feuchtigkeit in den Wänden gemessen. Damals schon sehr hoch. Damals hieß es sofort, es sei ein Baumangel. Wir mussten unseren Keller räumen, da die Aussenwand von unserem Schlafzimmer vom Vermieter aufgegraben wurde. Von der Außenseite ist Grundwasser in unsere Wände gezogen, dies hat der Vermieter uns damals so bestätigt und ist Anhand von den Bildern, die wir bei der Ausgrabung gemacht haben, ebenfalls ersichtlich. So, da der Schimmel immer wieder kam und wir diesen immer wieder aus unsere Kosten mit Schimmel ex entfernten, wir aber eine 7 Monate alte Tochter haben und uns es keine ruhe gelassen hat, ob der Schimmel wirklich nuk weg ist bzw. nicht mehr schädlich ist,.haben wir extra einen tüv Gutachter bestellt. Dieser hat uns vorgestern abend die Ergebnisse geschickt. Schlafzimmer und Abstellkammer sind gesundheitsschädlich. Dürften nicht mehr benutzt werden..Muss von einer fachfirma saniert werden. Die Wände wären extrem feucht und kommt eindeutig von dem Baumangel und nicht durch falsches lüften, auch wenn dort ein Schrank mit Abstand stand.. so nun haben wir gestern morgen unseren Vermieter angerufen und ihm. Die Situation geschildert. Er meinte nur,.dass wir der Hausverwaltung (die sich noch nie um. Ein Problem von uns gekümmert haben und schreiben einfach ignorieren) eine email schreiben sollen. Dies haben wir getan. Keine Reaktion. Wir schlafen nun im Kinderzimmer auf einer Matratze, die uns meine eltern vorbei gebracht haben... Alle Möbel vom.Schlafzimmer dürfen wir nicht mehr benutzen.. da kommt wohl die Versicherung vom Vermieter auf, oder ?
Was sind nun unsere rechte? Es ist für uns nicht zumutbar mit einem Baby hier zu wohnen, ohne das Schlafzimmer und die Abstellkammer benutzen zu dürfen. Wegen dem Schimmel sind uns erhebliche Kosten entstanden. Aber dürfen wir nun verlangen? Fristlos kündigen? Muss Vermieter Ersatzwohnung suchen (im gleichen Haus ist zufällig eine Wohnung frei)? Wie lang hat die Hausverwaltung Zeit eine Lösung zu finden? Wir hätten gerne im Laufe des Tages eine Lösung. Hier geht es schließlich um die Gesundheit. Was machen wir, wenn sich niemand kümmert und wieder alles von uns ignoriert wird? Vermieter wälzt alles schön auf die Hausverwaltung ab..
Was passiert, wenn Vermieter plötzlich behauptet, wir wären schuld? Weil unser Schrank da stand oder wegen falschem lüften? Haben es ja schwarz auf weiß, wie feucht die Wände sind und dass dies nicht von den zwei Faktoren kommen kann.
Ich bitte dringend um Hilfe, sind total verzweifelt.
Diese Antwort ist vom 16.12.2016 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
16.12.2016 | 08:45
die schwierige Sachlage, in der Sie und Ihre Familie sich befinden, ist immerhin rechtlich eindeutig geregelt:
Wenn von der Wohnung eine Gesundheitsgefahr ausgeht und Sie sich nicht auf eine Bewohnung in den restlichen Räumen einlassen können bzw. wollen, dürfen Sie das Mietverhältnis außerordentlich und fristlos kündigen - § 543 BGB in Verbindung mit § 569 BGB. Die Kündigungserklärung muss schriftlich (§ 568 BGB, also durch von allen Mietern unterschriebenen Brief) und unter Angabe des Kündigungsgrundes (§ 569 Abs. 4 BGB) erfolgen. Sicherheitshalber sollten Sie die schriftliche Kündigung sowohl an den Vermieter als auch an die Verwaltung schicken, nach Möglichkeit ergänzend auch per Mail und Fax. Wenn Sie noch heute die Wohnung verlassen wollen, können Sie das tun. Die Kündigungserklärung muss nicht heute noch zugehen, Sie sollten Sie aber möglichst heute noch oder zuminest sehr zeitnah absenden.
Nach § 536 BGB ist Ihre Miete auch für zurückliegende Zeitraume gemindert, weil die Wohnung mangelhaft war. Sie können also einen Teil der Miete für die Zeiträume mit Schimmelbefall zurückverlangen. Wie hoch diese Minderung ist, können Sie in Ruhe später klären, eine Verjährung tritt frühestens nach drei Jahren ein. Sie sollten sich lediglich diesen Anspruch im Kündigungsschreiben vorbehalten.
Gemäß § 536 a BGB haben Sie einen Schadensersatzanspruch wegen des Mangels. Dieser Anspruch besteht für den offenbar seit Beginn des Mietverhältnisses bestehenden Mangel unabhängig von einem Verschulden des Vermieters. Er hat für solche anfängliche Mängel eine Garantiehaftung. Auf dieser Grundlage können Sie sowohl Schäden an Möbeln geltend machen (soweit Sie sie nachweisen können). Gegenstände aus den kontaminierten Räumen dürfte auf jeden Fall unbrachbar oder aufwendig reinigungsbedürftig sein. Ebenso fallen darunter finanzielle Schäden, die durch einen unvorbereitet erforderlichen Umzug entstehen, wie etwa Hotelkosten für die Zeit der Suche einer Ersatzwohnung. Auch solche Ansprüche sollten Sie sich in der Kündigungserklärung vorbehalten. Die Verjährung beträgt hier mindestens sechs Monate.
Ihr Vermieter hat nicht die konkrete Pflicht, Ihnen eine Ersatzwohnung zu suchen. Das müssen Sie leider selbst tun. Allerdings können Sie ihm unter Hinweis auf die drohenden Schäden und seine Garantiehaftung vielleicht schmackhaft machen, Ihnen die freie Wohnung im Haus zumindest vorübergehend zur Verfügung zu stellen. Wenn es zu einer solchen Einigung kommt, sollten Sie das schriftlich fixieren und sich dabei alle Rechte vorbehalten.
Dass der Einwand des eigenen Verschuldens kommt, ist zu erwarten. Wenn Sie allerdings das schriftliche TÜV-Gutachten haben, brauchen Sie den Einwand nicht zu fürchten.
Gegebenenfalls sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Nachfrage vom Fragesteller	16.12.2016 | 08:54
Wir möchten heute nicht ausziehen, aber wir möchten, dass sich heute jemand von der Hausverwaltung bei uns meldet und uns einen Lösungsvorschlag präsentiert. Können wir dies verlangen? Und wenn ja, wie formulieren wir dies? Also z.b. eine Lösung ob man die freie Wohnung zur gleichen Miete nutzen darf (dort ist aber noch nichts tapeziert und werde ich auf unsere Kosten sicher auch nicht tun .. )
Am Montag haben wir einen Termin bei einem Fachanwalt für Mietrecht hier vor Ort. Ohne Anwalt ist die Sache leider wohl nicht zu regeln.
Vielen herzlichen Dank. Sie haben unser Wochenende gerettet. :)
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2016 | 09:00
Einen rechtlichen Anspruch auf eine bestimmte Gesprächssituation haben Sie nicht. Insofern können Sie das - von der Sache her eindeutig gebotene - Gespräch nicht erzwingen. Wenn Unwillen bei der Verwaltung herrscht, werden Sie allenfalls durch Androhung von Schadensersatzansprüchen sofortige Bewegung erreichen. Stellen Sie doch in Aussicht, dass Sie das Wochenende auf Kosten des Vermieters im Hotel verbringen werden, wenn sich niemand meldet.
Beste Grüße und Danke für die freundliche Bewertung.
Bewertung des Fragestellers 16.12.2016 | 08:55
"Super hilfreiche und vorallem verständliche und schnelle Antwort.
Sehr zu empfehlen! Herzlichen Dank! "
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.12.2016
Super hilfreiche und vorallem verständliche und schnelle Antwort.