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Timestamp: 2019-07-24 04:12:28
Document Index: 50188777

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 10', '§ 26', '§ 5', '§ 5', '§ 10', '§ 26', '§ 7', '§ 12', '§ 26', '§ 1', '§ 26', '§ 3', '§ 32', '§ 32', '§ 6', '§ 26', '§ 47', '§ 6', '§ 26', '§ 47', '§ 6', '§ 6', '§ 26', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 7', '§1', '§ 21', '§ 1', '§ 4', '§2', '§ 29', '§ 59', '§ 59', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 20', '§ 20', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§3', '§4', '§ 65', '§5', '§ 67', '§ 22', '§ 22', '§ 67', '§6', '§ 64', '§7', '§8', '§9', '§ 10', '§ 10', '§ 12', '§ 13', '§ 37', '§ 11', '§ 14', '§ 24', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 10', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 15', '§ 7', '§ 4', '§ 1', '§ 10', '§ 4', '§ 4', '§ 29', '§ 29', '§ 3', '§ 1', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 1', '§ 3', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 27', '§ 1', '§ 16', '§ 1', '§ 2', '§ 26', '§ 27', '§ 33', '§ 30', '§ 46', '§ 2', '§ 2', '§ 30', '§ 26', '§ 29', '§ 31', '§ 32', '§ 26', '§ 29', '§ 39', '§ 44', '§ 48', '§ 27', '§ 27', '§ 29', '§ 16', '§ 16', '§ 29', '§ 29', '§ 27', '§ 29', '§ 48', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 10', '§ 14', '§ 10', '§ 14', '§ 1', '§ 49', '§ 11', '§ 14', '§ 11', '§ 14', '§ 1', '§ 49', '§ 5', '§ 9', '§ 143', '§ 1', '§ 143', '§ 31', '§ 2', '§ 35', '§ 3']

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BGBl. Teil 1: Nr. 21 (2019)
Veröffentlicht am 14.06.2019, PDF downloaden
Gesetz zur Änderung beförderungsrechtlicher Vorschriften im Eisenbahnbereich (Seite 2)
Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr und zur Änderung weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften (Seite 4)
Zehnte Verordnung zur Änderung der Frequenzschutzbeitragsverordnung (Seite 18)
754 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Gesetz zur Änderung beförderungsrechtlicher Vorschriften im Eisenbahnbereich Vom 11. Juni 2019 Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundes- rates das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes Das Allgemeine Eisenbahngesetz vom 27. Dezember 1993 (BGBl. I S. 2378, 2396; 1994 I S. 2439), das zu- letzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20. März 2019 (BGBl. I S. 347) geändert worden ist, wird wie folgt ge- ändert: 1. § 5 wird wie folgt geändert: a) Absatz 4 wird wie folgt geändert: aa) Satz 1 wird wie folgt geändert: aaa) Im Satzteil vor Nummer 1 werden nach den Wörtern „Genehmigung und“ die Wörter „Überwachung der“ eingefügt. bbb) Der Nummer 1 wird folgende Nummer 1 vorangestellt: „1. im Schienenpersonenfernverkehr der Bund,“. ccc) Die bisherigen Nummern 1 und 2 wer- den die Nummern 2 und 3. bb) In Satz 2 werden die Wörter „ist die Behörde des Landes zuständig“ durch die Wörter „ist im Schienenpersonennahverkehr die Behörde des Landes zuständig“ ersetzt. b) Nach Absatz 4 wird folgender Absatz 4a einge- fügt: „(4a) Abweichend von den Absätzen 1a und 1b obliegt dem Bund die Eisenbahnaufsicht über die Einhaltung der Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007, der §§ 10 und 12a dieses Geset- zes sowie der Vorschriften einer auf Grund des § 26 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a erlassenen Rechtsverordnung. Das Eisenbahn-Bundesamt ist die zuständige Stelle für die Durchsetzung im Sinne des Artikels 30 der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007.“ 2. § 5a Absatz 8 wird wie folgt geändert: a) Satz 1 wird folgt gefasst: „Im Rahmen seiner Zuständigkeit nach § 5 Ab- satz 4a obliegt dem Eisenbahn-Bundesamt auch die Bearbeitung von Beschwerden über einen mutmaßlichen Verstoß einer Eisenbahn oder eines Reiseveranstalters oder Fahrkartenverkäufers im Sinne des Artikels 3 Nummer 6 oder Nummer 7 der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 gegen die Vorschriften dieser Verordnung, gegen die §§ 10 und 12a diese Gesetzes oder gegen die Vor- schriften einer auf Grund des § 26 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a erlassenen Rechtsverordnung.“ b) Die Sätze 2 und 3 werden aufgehoben. 3. In § 7e Absatz 2 Nummer 3 wird das Wort „Beschei- nigung“ durch das Wort „Zusatzbescheinigung“ er- setzt. 4. § 12 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 2 Satz 1 werden nach den Wörtern „Ta- rife aufzustellen, die“ die Wörter „Entgelte oder“ eingefügt. b) Absatz 3 Satz 4 wird aufgehoben. c) Nach Absatz 3 wird folgender Absatz 3a einge- fügt: „(3a) Keiner Genehmigung bedürfen auf Grund von internationalen Übereinkommen erlassene Tarife und Ausführungsbestimmungen der Eisen- bahnen.“ d) Absatz 6 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 werden die Wörter „Tarif- und Ver- kehrsanzeiger oder in einem anderen, der Ge- nehmigungsbehörde vorher angezeigten Ver- öffentlichungsorgan“ durch das Wort „Inter- net“ ersetzt. bb) Nach Satz 1 werden die folgenden Sätze ein- gefügt: „Bekanntmachungen im Internet erfolgen durch Bereitstellung des elektronischen Do- kuments auf einer öffentlich zugänglichen Internetseite des Eisenbahnverkehrsunter- nehmens oder einer Internetseite, die das Eisenbahnverkehrsunternehmen mit der eige- nen Internetseite verknüpft hat. Das Datum der Bekanntmachung ist im Dokument anzu- geben.“ cc) In dem neuen Satz 5 werden die Wörter „einen Monat“ durch die Wörter „sieben Tage“ er- setzt und das Komma und der Satzteil nach dem Komma gestrichen. 5. § 26 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 Satz 1 wird wie folgt geändert: aa) In Nummer 5 Buchstabe b und c wird jeweils das Wort „Bescheinigungen“ durch das Wort „Zusatzbescheinigungen“ ersetzt. bb) Nummer 7 wird aufgehoben. b) Absatz 3 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 werden die Wörter „Umwelt, Natur- schutz, Bau und Reaktorsicherheit“ durch die Wörter „Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit“ ersetzt. bb) Satz 2 wird wie folgt gefasst: „Rechtsverordnungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a werden im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz erlassen.“ cc) In Satz 6 werden die Wörter „Rechtsverord- nungen nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 7 und 8 wer-
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 755 den“ durch die Wörter „Die Rechtsverord- nung nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 wird“ ersetzt. zuletzt durch Artikel 11 Absatz 1 des Gesetzes vom 18. Juli 2017 (BGBl. I S. 2745) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: c) In Absatz 8 Satz 1 werden die Wörter „Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit“ durch die Wörter „Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit“ ersetzt. 1. In § 1 Absatz 1 werden das Semikolon und der Satz- teil nach dem Semikolon gestrichen. Artikel 2 Weitere Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes Das Allgemeine Eisenbahngesetz, das zuletzt durch Artikel 1 dieses Gesetzes geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. § 26 wird wie folgt geändert: 2. § 3 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird aufgehoben. b) Absatz 2 wird Absatz 1 und die Wörter „Andere vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur festgesetzte oder genehmigte“ wer- den durch die Wörter „Die vom Bundesministe- rium für Verkehr und digitale Infrastruktur festge- setzten oder genehmigten“ ersetzt. c) Absatz 3 wird Absatz 2. a) Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 wird aufgehoben. b) Absatz 1a wird aufgehoben. Artikel 4 Änderung des Gesetzes zur Aktualisierung der Strukturreform des Gebührenrechts des Bundes c) Absatz 3 Satz 6 wird aufgehoben. 2. § 32 wird wie folgt gefasst: „§ 32 Teilnahme am Eisenbahnbetrieb durch Wagenhalter Für Wagenhalter gelten, wenn nichts anderes be- stimmt ist, die Vorschriften für nichtöffentliche Ei- senbahnverkehrsunternehmen entsprechend, soweit sie die Eisenbahnaufsicht betreffen.“ Artikel 4 Absatz 113 Nummer 2 und 3 des Gesetzes zur Aktualisierung der Strukturreform des Gebühren- rechts des Bundes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1666), das zuletzt durch Artikel 9 des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2615) geändert worden ist, wird auf- gehoben. Artikel 5 Inkrafttreten Artikel 3 Änderung des Verkündungs- und Bekanntmachungsgesetzes (1) Dieses Gesetz tritt vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 am 1. September 2019 in Kraft. Das Verkündungs- und Bekanntmachungsgesetz in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnum- mer 114-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das (2) Artikel 4 tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. (3) Artikel 2 tritt am 1. Oktober 2021 in Kraft. Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden. Berlin, den 11. Juni 2019 Der Bundespräsident Steinmeier Die Bundeskanzlerin Dr. A n g e l a M e r k e l Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer
756 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr und zur Änderung weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften Vom 6. Juni 2019 Es verordnen – auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a, c, e, h, q, u und w, Nummer 2 Buchstabe b, c, f, s und t, Nummer 3 erster Halbsatz und Buchstabe c und i, Nummer 4a und 17, § 26a Absatz 1 Nummer 1 und 2 und des § 47 Nummer 1, 2, 4 und 7 des Straßenverkehrsgesetzes in der Fassung der Be- kanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919), von denen § 6 Absatz 1 im Satzteil vor Num- mer 1, § 26a Absatz 1 Nummer 1 und § 47 Nummer 1, 2, 4 und 7 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 5 und 6 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa des Gesetzes vom 28. November 2014 (BGBl. I S. 1802), § 6 Ab- satz 1 Nummer 1 Buchstabe u und w durch Artikel 1 Nummer 6 Buchstabe c und d Doppelbuchstabe aa und bb des Gesetzes vom 28. August 2013 (BGBl. I S. 3313), § 6 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b durch Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe a Doppelbuch- stabe aa des Gesetzes vom 3. Mai 2005 (BGBl. I S. 1221) und § 26a Absatz 1 Nummer 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 3 des Gesetzes vom 19. Juli 2007 (BGBl. I S.1460) geändert worden sind, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infra- struktur, – auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 5a und 15 in Verbindung mit Absatz 2a des Straßenverkehrsge- setzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919) in Verbindung mit § 1 Absatz 2 des Zuständigkeitsanpassungs- gesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I S. 3165) und dem Organisationserlass vom 14. März 2018 (BGBl. I S. 374), von denen § 6 Absatz 1 Nummer 5a und 15 und Absatz 2a zuletzt durch Artikel 1 Num- mer 6 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa und Buch- stabe c des Gesetzes vom 28. November 2014 (BGBl. I S. 1802) geändert worden ist, das Bundes- ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, – auf Grund des § 6 Absatz 1 Nummer 9 in Verbindung mit Absatz 2 des Straßenverkehrsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2003 (BGBl. I S. 310, 919) in Verbindung mit § 1 Absatz 2 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. Au- gust 2002 (BGBl. I S. 3165) und dem Organisations- erlass vom 14. März 2018 (BGBl. I S. 374), von denen § 6 Absatz 1 Nummer 9 und Absatz 2 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 6 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa und Buchstabe b des Gesetzes vom 28. November 2014 (BGBl. I S. 1802) geändert worden ist, das Bun- desministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie – auf Grund des § 7 Nummer 1 des Pflichtversiche- rungsgesetzes vom 5. April 1965 (BGBl. I S. 213), der zuletzt durch Artikel 493 Nummer 2 der Verord- nung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geän- dert worden ist, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucher- schutz und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Artikel 1 Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr (Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – eKFV)1 §1 Anwendungsbereich (1) Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne dieser Verord- nung sind Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht weniger als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h, die folgende Merkmale aufweisen: 1. Fahrzeug ohne Sitz oder selbstbalancierendes Fahr- zeug mit oder ohne Sitz, 2. eine Lenk- oder Haltestange von mindestens 500 mm für Kraftfahrzeuge mit Sitz und von mindes- tens 700 mm für Kraftfahrzeuge ohne Sitz, 3. eine Nenndauerleistung von nicht mehr als 500 Watt, oder von nicht mehr als 1400 Watt, wenn mindes- tens 60 Prozent der Leistung zur Selbstbalancierung verwendet werden. Die Nenndauerleistung ist nach dem Verfahren gemäß DIN EN 15194:2018-112 oder den Anforderungen der Regelung Nr. 85 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Verbrennungsmotoren oder elek- trischen Antriebssystemen für den Antrieb von Kraft- fahrzeugen der Klassen M und N hinsichtlich der Messung der Nutzleistung und der höchsten 30-Mi- nuten-Leistung elektrischer Antriebssysteme (ABl. L 323 vom 7.11.2014, S. 52) zu bestimmen, 1 2 Notifiziert gemäß Richtlinie (EU) 2015/1535 des Europäischen Parla- ments und des Rates vom 9. September 2015 über ein Informations- verfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschriften und der Vor- schriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 241 vom 17.9.2015, S. 1). Die Norm „DIN EN 15194 Fahrräder – Elektromotorisch unterstützte Räder – EPAC; Deutsche Fassung EN 15194:2017“ ist beim Beuth Verlag GmbH, Berlin, zu beziehen.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 757 4. eine Gesamtbreite von nicht mehr als 700 mm, eine Gesamthöhe von nicht mehr als 1400 mm und eine Gesamtlänge von nicht mehr als 2000 mm und 2. einer Einzelbetriebserlaubnis nach den Anforde- rungen des § 21 der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung. 5. eine maximale Fahrzeugmasse ohne Fahrer von nicht mehr als 55 kg. Die in Satz 1 bezeichneten Erlaubnisse werden erteilt, wenn das Fahrzeug die Anforderungen des § 1 Absatz 1 und der §§ 4 bis 7 erfüllt. (2) Ein Elektrokleinstfahrzeug ist selbstbalancierend, wenn es mit einer integrierten elektronischen Balance-, Antriebs-, Lenk- und Verzögerungstechnik ausgestattet ist, durch die es eigenständig in Balance gehalten wird. (3) Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne der Absätze 1 und 2 dürfen nur nach Maßgabe der folgenden Vor- schriften auf öffentlichen Straßen verwendet werden. §2 Anforderungen an das Inbetriebsetzen (1) Ein Elektrokleinstfahrzeug darf auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn 1. es einem Typ entspricht, für den eine Allgemeine Be- triebserlaubnis erteilt worden ist, oder für das Fahr- zeug eine Einzelbetriebserlaubnis erteilt worden ist, 2. es eine gültige Versicherungsplakette für Elektro- kleinstfahrzeuge nach § 29a der Fahrzeug-Zulas- sungsverordnung führt, 3. es entsprechend § 59 Absatz 1 Satz 1, Absatz 1a erster Halbsatz, Absatz 1b oder 2 der Straßen- verkehrs-Zulassungs-Ordnung mit einer Fahrzeug- Identifizierungsnummer sowie einem Fabrikschild mit folgenden Maßgaben gekennzeichnet ist: a) als Fahrzeugtyp muss auf dem Fabrikschild „Elektrokleinstfahrzeug“ angegeben sein, b) anstelle der in § 59 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 und 6 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genannten Angaben muss auf dem Fabrikschild die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und die Genehmigungsnummer der Allgemeinen Be- triebserlaubnis oder der Einzelbetriebserlaubnis für das Fahrzeug angegeben sein, und 4. es a) den Anforderungen an die Verzögerungseinrich- tung nach § 4, b) den Anforderungen an die lichttechnischen Ein- richtungen nach § 5 Absatz 1 Satz 1 und Ab- satz 3, c) den Anforderungen an die Einrichtung für Schall- zeichen nach § 6 Satz 1 sowie d) den sonstigen Sicherheitsanforderungen nach § 7 entspricht. Die Datenbestätigung nach § 20 Absatz 3a Satz 1 bis 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung oder die Bescheinigung über die Einzelbetriebserlaubnis muss für eine Inbetriebnahme aufbewahrt und zustän- digen Personen auf Verlangen zur Prüfung ausgehän- digt werden. (2) Für Elektrokleinstfahrzeuge richtet sich die Er- teilung 1. einer Allgemeinen Betriebserlaubnis nach den An- forderungen des § 20 der Straßenverkehrs-Zulas- sungs-Ordnung, (3) Für die Wirksamkeit der Allgemeinen Betriebs- erlaubnis oder der Einzelbetriebserlaubnis gilt § 19 Absatz 2 und 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ord- nung. Ist die Betriebserlaubnis nach § 19 Absatz 2 Satz 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung er- loschen, so darf das Elektrokleinstfahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden. (4) Der Halter darf die Inbetriebnahme eines Elektro- kleinstfahrzeugs auf öffentlichen Straßen nicht anord- nen oder zulassen, wenn das Elektrokleinstfahrzeug die Voraussetzungen nach Absatz 1 nicht erfüllt oder die Betriebserlaubnis nach Absatz 3 Satz 2 in Verbin- dung mit § 19 Absatz 2 Satz 2 der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung erloschen ist. §3 Berechtigung zum Führen Zum Führen eines Elektrokleinstfahrzeugs sind Personen berechtigt, die das 14. Lebensjahr vollendet haben. §4 Anforderungen an die Verzögerungseinrichtung (1) Ein Elektrokleinstfahrzeug muss mit zwei von- einander unabhängigen Bremsen im Sinne des § 65 Absatz 1 Satz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ord- nung ausgerüstet sein, die 1. das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen können, 2. bis zur Maximalgeschwindigkeit wirken, 3. mindestens einen Verzögerungswert von 3,5 m/s2 erreichen und 4. jeweils einzeln bei Ausfall der jeweils anderen Bremse eine Mindestverzögerung von 44 Prozent der Bremswirkung nach Nummer 3 erreichen, ohne dass das Kraftfahrzeug seine Spur verlässt. (2) Ein drei- oder vierrädriges Elektrokleinstfahrzeug muss mit einer fest angebrachten Einrichtung ausge- rüstet sein, die das Elektrokleinstfahrzeug festzustellen vermag. §5 Anforderungen an die lichttechnischen Einrichtungen (1) Ein Elektrokleinstfahrzeug muss mit lichttechni- schen Einrichtungen ausgerüstet sein, die den Anfor- derungen des § 67 Absatz 1 Satz 3 und 5, Absatz 2 Satz 2 bis 7, Absatz 3, Absatz 4 Satz 1 und 4, Absatz 6 Satz 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ent- sprechen und in einer amtlich genehmigten Bauart ge- mäß § 22a Absatz 1 Nummer 22 der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung ausgeführt sind, soweit in den nachfolgenden Bestimmungen nichts Abweichendes geregelt ist. Die lichttechnischen Einrichtungen dürfen abnehmbar sein. Als lichttechnische Einrichtungen gelten auch Leuchtstoffe und rückstrahlende Mittel. Schlussleuchte und Rückstrahler dürfen in einem Gerät
758 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 verbaut sein. Schlussleuchten dürfen zusätzlich mit einer Bremslichtfunktion für rotes Licht mit einer Licht- stärke und Lichtverteilung der Bremslichtfunktion ent- sprechend der Regelung Nr. 50 der Wirtschaftskom- mission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Be- grenzungsleuchten, Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeigern und Beleuchtungseinrichtun- gen für das hintere Kennzeichenschild für Fahrzeuge der Klasse L (ABl. L 97 vom 29.3.2014, S. 1) ausge- rüstet sein. Sicherheit von Fahrzeugen für die Genehmigung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen entsprechen. (2) Die Versorgung der Beleuchtungsanlage kann über eine Kopplung an den Energiespeicher für den An- trieb erfolgen. 2. den Anforderungen der Regelung Nr. 10 der Wirt- schaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der elek- tromagnetischen Verträglichkeit (ABl. L 254 vom 20.9.2012, S. 1) entsprechen, (3) Die seitliche Kennzeichnung hat mit gelben Rückstrahlern nach beiden Seiten wirkend gemäß Nummer 18 der Technischen Anforderungen an Fahr- zeugteile bei der Bauartprüfung nach § 22a StVZO vom 5. Juli 1973 (VkBl. S. 558), die zuletzt durch die Be- kanntmachung vom 23. Februar 1994 (VkBl. S. 233) ge- ändert worden ist, oder mit ringförmig zusammen- hängenden retroreflektierenden weißen Streifen an den Reifen oder Felgen des Vorderrades und des Hinter- rades zu erfolgen. Bei einachsigen Elektrokleinstfahr- zeugen reicht die Kennzeichnung der außenliegenden Räder. (4) Bei Elektrokleinstfahrzeugen ist die Ausrüstung mit nach vorne und nach hinten wirkenden Fahrtrich- tungsanzeigern entsprechend § 67 Absatz 5 Satz 6 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zulässig. Zusätzlich 1. dürfen auch die hinteren Fahrtrichtungsanzeiger mit der Lenkung mitschwenken, 2. darf der Abstand vom hintersten Punkt des Fahr- zeugs zu den Fahrtrichtungsanzeigern mehr als 300 mm betragen, 3. darf die maximale Anbauhöhe der vorderen und hin- teren Fahrtrichtungsanzeiger 1400 mm betragen, 4. darf bei den hinteren Fahrtrichtungsanzeigern die minimale Anbauhöhe 150 mm betragen, wenn der Vertikalwinkel der geometrischen Sichtbarkeit min- destens 25 Grad über der Horizontalen beträgt. §6 Anforderungen an die Einrichtung für Schallzeichen Elektrokleinstfahrzeuge müssen mit mindestens einer helltönenden Glocke, die den Anforderungen des § 64a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ent- spricht, ausgerüstet sein. Es dürfen auch andere Einrichtungen für Schallzeichen angebracht sein, die der Regelung Nr. 28 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) – Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung der Vorrichtungen für Schallzeichen und der Kraftfahrzeuge hinsichtlich ihrer Schallzeichen (ABl. L 323 vom 6.12.2011, S. 33) – Teil II, für Fahrzeugklasse L3 mit einer Leistung von nicht mehr als 7 kW, sowie dem Anhang II der delegierten Verordnung (EU) Nr. 3/2014 der Kommission vom 24. Oktober 2013 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anforderungen an die funktionale §7 Sonstige Sicherheitsanforderungen Elektrokleinstfahrzeuge müssen 1. die Tests entsprechend den Prüfanforderungen und Anforderungen an die Fahrdynamik nach der Anlage zu dieser Verordnung erfüllen, 3. den Maßnahmen zum Schutz vor Manipulation ge- mäß DIN EN 15194:2018-11 entsprechen, 4. einen wirksamen Schutz gegen das direkte Berühren aller spannungsführenden Bauteile aufweisen, 5. gegen unbeabsichtigtes Verstellen aller Bedien- und Bauteile gesichert sein, 6. sowohl im Betriebszustand als auch im gegebenen- falls abweichenden Transportzustand so beschaffen und ausgerüstet sein, dass sie sicher sind, ihr ver- kehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt oder mehr als unvermeidbar gefährdet, behindert oder belästigt und der Fahrer insbesondere bei Unfällen vor Verletzungen möglichst geschützt ist sowie das Ausmaß und die Folgen von Verletzungen möglichst gering bleiben, 7. so beschaffen sein, dass sich das Bedienelement zur Steuerung der Motorleistung (zum Beispiel ein Drehgriff oder Knopf) innerhalb einer Sekunde selb- ständig in Nullstellung zurückstellt, wenn der Fahrer es loslässt. Abweichend davon muss sich der Fahr- zeugantrieb bei selbstbalancierenden Fahrzeugen innerhalb einer Sekunde automatisch deaktivieren, wenn sich der Fahrer nicht auf dem Fahrzeug be- findet. Dazu müssen selbstbalancierende Fahrzeuge mit einem System zur Zustandserkennung ausge- rüstet sein, das erkennt, ob sich der Fahrer auf dem Fahrzeug befindet, 8. so beschaffen sein, dass ihre Batterien den Sicherheitsanforderungen des Kapitels 4.2.3 der DIN EN 15194:2018-11 entsprechen, 9. so beschaffen sein, dass vorhandene Standflächen aufgrund ihrer rutschhemmenden Oberfläche aus- reichend Halt bieten. §8 Personenbeförderung und Anhängerbetrieb Die Personenbeförderung sowie der Anhängerbe- trieb sind für Elektrokleinstfahrzeuge nicht gestattet. §9 Anwendung der Straßenverkehrs-Ordnung Wer ein Elektrokleinstfahrzeug im Straßenverkehr führt, unterliegt den Vorschriften der Straßenverkehrs- Ordnung nach Maßgabe der nachfolgenden §§ 10 bis 13.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 § 10 Zulässige Verkehrsflächen (1) Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Elektrokleinstfahrzeuge nur baulich angelegte Rad- wege, darunter auch gemeinsame Geh- und Radwege (Zeichen 240 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ord- nung) und die dem Radverkehr zugeteilte Verkehrs- fläche getrennter Rad- und Gehwege (Zeichen 241 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung), sowie Rad- fahrstreifen (Zeichen 237 in Verbindung mit Zeichen 295 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) und Fahr- radstraßen (Zeichen 244.1 der Anlage 2 zur Straßen- verkehrs-Ordnung) befahren. Wenn solche nicht vor- handen sind, darf auf Fahrbahnen oder in verkehrsbe- ruhigten Bereichen (Zeichen 325.1 der Anlage 3 zur Straßenverkehrs-Ordnung) gefahren werden. Anlage 3 laufende Nummer 22 Nummer 2 der Straßenverkehrs- Ordnung findet keine Anwendung. (2) Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Elektrokleinstfahrzeuge nur baulich angelegte Rad- wege, darunter auch gemeinsame Geh- und Radwege (Zeichen 240 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ord- nung) und die dem Radverkehr zugeteilte Verkehrs- fläche getrennter Rad- und Gehwege (Zeichen 241 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung), sowie Rad- fahrstreifen (Zeichen 237 in Verbindung mit Zeichen 295 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung), Fahrrad- straßen (Zeichen 244.1 der Anlage 2 zur Straßen- verkehrs-Ordnung) und Seitenstreifen befahren. Wenn solche nicht vorhanden sind, darf auf Fahrbahnen ge- fahren werden. (3) Für das Befahren von anderen Verkehrsflächen können die Straßenverkehrsbehörden abweichend von Absatz 1 und 2 Ausnahmen für bestimmte Einzelfälle oder allgemein für bestimmte Antragsteller zulassen. Eine allgemeine Zulassung von Elektrokleinstfahrzeu- gen auf solchen Verkehrsflächen kann durch Anord- nung des Zusatzzeichens 759 (2) Mit Elektrokleinstfahrzeugen darf von dem Ge- bot, auf Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen mög- lichst weit rechts zu fahren, nicht abgewichen werden. (3) Sind an einem Elektrokleinstfahrzeug keine Fahrt- richtungsanzeiger vorhanden, so muss wer ein Elektro- kleinstfahrzeug führt, die Richtungsänderung so recht- zeitig und deutlich durch Handzeichen ankündigen, dass andere Verkehrsteilnehmer ihr Verhalten daran ausrichten können. (4) Wer ein Elektrokleinstfahrzeug auf Radverkehrs- flächen führt, muss auf den Radverkehr Rücksicht neh- men und erforderlichenfalls die Geschwindigkeit an den Radverkehr anpassen. Wer ein Elektrokleinstfahrzeug führt, muss schnellerem Radverkehr das Überholen ohne Behinderung ermöglichen. Auf gemeinsamen Geh- und Radwegen (Zeichen 240 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) haben Fußgänger Vorrang und dürfen weder behindert noch gefährdet werden. Erforderlichenfalls muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden. (5) Für das Abstellen von Elektrokleinstfahrzeugen gelten die für Fahrräder geltenden Parkvorschriften ent- sprechend. § 12 Besonderheiten bei angeordneten Verkehrsverboten nach der Straßenverkehrs-Ordnung (1) Ist ein Verbot für Fahrzeuge aller Art (Zeichen 250 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) angeord- net, so dürfen Elektrokleinstfahrzeuge dort geschoben werden. (2) Ist ein Verbot für Kraftwagen (Zeichen 251 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung), ein Verbot für Krafträder (Zeichen 255 der Anlage 2 zur Straßenver- kehrs-Ordnung), ein Verbot für Kraftfahrzeuge (Zei- chen 260 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) oder ein Verbot der Einfahrt (Zeichen 267 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) angeordnet, so dürfen Elektrokleinstfahrzeuge dort nur fahren oder einfahren, wenn dies durch das Zusatzzeichen „Elektrokleinstfahr- zeuge frei“ erlaubt ist. (3) Ist ein Verbot für den Radverkehr (Zeichen 254 der Anlage 2 zur Straßenverkehrs-Ordnung) angeord- net, so gilt dies auch für Elektrokleinstfahrzeuge. § 13 Lichtzeichen Elektrokleinstfahrzeuge unterfallen der Lichtzeichen- regelung des § 37 Absatz 2 Nummer 5 und 6 der Straßenverkehrs-Ordnung. Dabei kommt das Sinnbild „Radverkehr“ zur Anwendung. „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ bekannt gegeben werden. § 11 Allgemeine Verhaltensregeln (1) Wer ein Elektrokleinstfahrzeug führt, muss ein- zeln hintereinander fahren, darf sich nicht an fahrende Fahrzeuge anhängen und nicht freihändig fahren. § 14 Ordnungswidrigkeiten Ordnungswidrig im Sinne des § 24 Absatz 1 Satz 1 des Straßenverkehrsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1. entgegen § 2 Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 3 Satz 2 ein Elektrokleinstfahrzeug in Betrieb setzt,
760 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 2. entgegen § 2 Absatz 1 Satz 2 eine dort genannte Bestätigung oder Bescheinigung nicht oder nicht rechtzeitig aushändigt, (BGBl. I S. 2097) erteilt wurden, bleiben gültig. Geneh- migungen auf Basis der außer Kraft gesetzten Mobili- tätshilfenverordnung dürfen nicht geändert werden. 3. entgegen § 2 Absatz 4 die Inbetriebnahme anordnet oder zulässt, (2) Für Elektrokleinstfahrzeuge, für die eine gültige Genehmigung durch eine Straßenverkehrsbehörde auf Grundlage anderer Vorschriften erteilt wurde und die den Anforderungen dieser Verordnung entsprechen, sind die Vorschriften dieser Verordnung nach ihrem Inkrafttreten maßgeblich. 4. entgegen § 8 eine Person befördert oder einen An- hänger betreibt, 5. entgegen § 10 Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 2 Satz 1 eine andere Verkehrsfläche befährt, 6. entgegen § 11 Absatz 1 nicht richtig fährt, sich an ein fahrendes Fahrzeug anhängt oder freihändig fährt, 7. entgegen § 11 Absatz 3 eine Richtungsänderung nicht ankündigt, 8. entgegen § 11 Absatz 4 Satz 2 schnellerem Rad- verkehr das Überholen nicht ermöglicht oder 9. entgegen § 11 Absatz 4 Satz 3 einen Fußgänger be- hindert oder gefährdet. § 15 Übergangsbestimmungen (1) Genehmigungen, die bis zum Außerkrafttreten der Mobilitätshilfenverordnung vom 16. Juli 2009 (3) Versicherungskennzeichen, die auf Grundlage der Mobilitätshilfenverordnung vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S. 2097) erteilt wurden, bleiben für das je- weilige Verkehrsjahr gültig. (4) Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur überprüft die vorliegende Verordnung hin- sichtlich ihrer Wirksamkeit, Zielsetzung und Auswirkun- gen auf die Verkehrssicherheit, basierend insbesondere auf den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Beglei- tung. Auf der Grundlage dieser Evaluierung wird das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruk- tur gegebenenfalls bis zum 1. September 2023 einen Vorschlag für die Änderung dieser Verordnung vor- legen.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 761 Anlage (zu § 7 Nummer 1) Prüfanforderungen und Anforderungen an die Fahrdynamik 1. Allgemeine Prüfbedingungen 1.1 Die Prüfungen sind auf einer Fahrbahn mit ebener, trockener und griffiger Beton- oder Asphaltoberfläche durchzuführen. In Längsrichtung darf die Prüfstrecke keine größere Steigung als 1 % und keine größere Schrägneigung als 3 % aufweisen. 1.2 Die Umgebungstemperatur muss zwischen 0 °C und 45 °C liegen. 1.3 Die Prüfungen dürfen nur stattfinden, wenn die Ergebnisse nicht vom Wind beeinflusst werden. 1.4 Bei den Prüfungen muss der Akkuladestand des Fahrzeugs mindestens 75 % betragen. 1.5 Bei Luftreifen ist vor den Prüfungen der vom Hersteller für den normalen Betrieb vorgesehene Fülldruck einzustellen. 1.6 Die Masse des Fahrzeugs muss der Masse in fahrbereitem Zustand entsprechen. 1.7 Bei den Prüfungen ist ein Fahrer mit einer Masse von 70 kg bis 100 kg vorzusehen. 2. Prüfverfahren 2.1 Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 2.1.1 Zur Ermittlung der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit muss das zu prüfende Fahrzeug über eine Strecke von mindestens 50 m mit maximaler Antriebsleistung gefahren werden. Dabei ist die gefahrene Höchstgeschwindigkeit zu ermitteln. Die Prüfung ist im Anschluss in die entgegengesetzte Richtung der Strecke zu wiederholen. 2.1.2 Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs wird in km/h durch eine ganze Zahl ausgedrückt, die dem arithmetischen Mittel der bei zwei aufeinanderfolgenden Prüfungen in jeweils beiden Fahrtrichtungen er- mittelten Geschwindigkeitswerte, die nicht mehr als 10 % voneinander abweichen dürfen, am nächsten kommt. Liegt das arithmetische Mittel genau in der Mitte zwischen zwei ganzen Zahlen, so wird aufge- rundet. 2.1.3 Die bei den Prüfungen ermittelte Höchstgeschwindigkeit darf von der angegebenen bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 10 % abweichen. 2.1.4 Wenn das Elektrokleinstfahrzeug über einen eigenen Geschwindigkeitsmesser mit Anzeige verfügt, so kann dieser hierbei auf seine Genauigkeit der Anzeige überprüft werden. Wenn er eine Genauigkeit von maximal 10 % Toleranz nach oben und 0 % nach unten aufweist, kann dieser fahrzeugeigene Geschwin- digkeitsmesser für alle weiteren Fahrtests verwendet werden, bei denen die Fahrzeuggeschwindigkeit relevant ist. 2.2 Verzögerung 2.2.1 Das Fahrzeug wird auf der Prüfstrecke mit der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit geradeaus gefah- ren. An einem festgelegten Punkt wird mit allen Verzögerungseinrichtungen gleichzeitig schnellstmöglich bis zum Stillstand maximal verzögert, solange dies ohne Sturzgefährdung (z. B. durch ein blockierendes Vorderrad bei Einspurfahrzeugen) möglich ist. Bei Sturzgefährdung muss die aufgebrachte Bremskraft entsprechend reduziert werden, damit das Fahrzeug während des Bremsvorgangs sturzfrei beherrschbar bleibt. 2.2.2 Der benötigte Anhalteweg wird auf zwei Nachkommastellen in Metern gemessen. 2.2.3 Die Messung ist in mindestens fünf aufeinanderfolgenden Prüfungen zu wiederholen. 2.2.4 Mit der nachfolgenden Formel wird die erreichte Durchschnittsverzögerung berechnet. Die Verzögerung des Fahrzeugs wird in m/s2 durch eine Dezimalzahl mit einer Nachkommastelle ausgedrückt. v2 a= 2s a = Durchschnittsverzögerung [m/s2] v = Ausgangsgeschwindigkeit [m/s] s = Anhalteweg [m] Der Wert für die jeweilige Verzögerung wird auf die erste Stelle nach dem Komma gerundet. 2.2.5 Zur Überprüfung der Mindestverzögerung bei Ausfall einer Bremseinrichtung wird: a) bei unabhängig voneinander bedienbaren Bremsen der obige Fahrversuch wiederholt, jedoch mit dem Unterschied, dass jeweils nur eine Bremse jeweils in mindestens drei aufeinanderfolgenden Prüfungen betätigt wird; b) bei kombinierten Bremseinrichtungen je eine der Bremsen geeignet außer Funktion gesetzt und der obige Fahrversuch wiederholt.
762 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 2.3 Fahrdynamik 2.3.1 Ergänzend zu Nummer 1.1 muss die Fahrbahn für die Fahrdynamikprüfungen jeweils die in den nach- folgenden Prüfungen beschriebenen Fahrbahnelemente aufweisen. 2.3.2 In den Prüfungen sind die Fahrbahnelemente jeweils mit der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit und mit einer Geschwindigkeit von 8 ± 2 km/h zu befahren. Zusätzlich sind die Fahrbahnelemente bei den Prüfungen 1 und 2 (je nur an den Auffahrstufen) und 4 (mit direktem Kontakt des in Fahrtrichtung vorderen Rades an die Auffahrstufe/Bordsteinkante) jeweils aus dem Stillstand anzufahren. 2.3.3 Das Fahrzeug muss bei jeder Prüfung das jeweilige Fahrbahnelement vollständig überfahren und dabei jederzeit für den Fahrenden beherrschbar bleiben. Die vom Fahrenden gewünschte Fahrtrichtung muss beibehalten werden, wobei eine maximale Abweichung zwischen der Soll- und der Ist-Trajektorie von 20 Grad zulässig ist. Selbstbalancierende Fahrzeuge müssen während den Prüfungen die Balance ein- halten und dürfen insbesondere nicht plötzlich die Selbstbalancefunktion deaktivieren. 2.3.4 Prüfung 1 (Vertiefung) 2.3.4.1 Aufbau des Fahrbahnelements: Eine Vertiefung zur Fahrebene mit den Maßen von mindestens 100 cm x 100 cm x 5 cm (L x B x H) mit senkrechten Wänden und einer Ausfahrrampe im Winkel von 45 Grad. Bild 1: Vertiefung (rechts) mit Ausfahrrampe (links) 2.3.4.2 Mit dem zu prüfenden Fahrzeug ist die Vertiefung gerade über die Kante in Richtung Rampe parallel zur eingezeichneten Fahrtrichtung zu durchfahren. Bei einem mehrspurigen zu prüfenden Fahrzeug ist die Versuchsfahrt zusätzlich mit nur einer Spur durch die Vertiefung zu wiederholen. 2.3.5 Prüfung 2 (Ab- und Auffahrstufe) 2.3.5.1 Aufbau des Fahrbahnelements: Eine Ab- und Auffahrstufe mit 2 cm Höhendifferenz zur Fahrebene (Größe 100 cm x 100 cm). Bild 2: Ab- und Auffahrstufe (von rechts nach links) 2.3.5.2 Mit dem zu prüfenden Fahrzeug ist die Vertiefung gerade über die Kante in Richtung Auffahrstufe parallel zur eingezeichneten Fahrtrichtung zu durchfahren. Bei einem mehrspurigen zu prüfenden Fahrzeug ist die Versuchsfahrt zusätzlich mit nur einer Spur durch die Vertiefung zu wiederholen.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 2.3.6 763 Prüfung 3 (Einseitige Absenkung) 2.3.6.1 Aufbau des Fahrbahnelements: Eine Wegstrecke, auf der die Fahrebene in Fahrtrichtung linksseitig auf einer Länge von 100 cm um 10 cm abfällt bzw. rechtsseitig ansteigt (einseitige Absenkung bzw. Auffahrt). Bild 3: Einseitige Absenkung 2.3.6.2 Mit dem zu prüfenden Fahrzeug ist die einseitig abfallende Wegstrecke ab- und aufwärts parallel zur eingezeichneten Fahrtrichtung zu befahren. Das Kantenprofil des Fahrbahnelements mit einer Höhe von 10 cm muss dabei nicht überfahren werden. 2.3.7 Prüfung 4 (Bordsteinprofil) 2.3.7.1 Aufbau des Fahrbahnelements: Eine Bordsteinkante mit Profil wie in Bild 4 dargestellt und einem Höhenunterschied zwischen Fahrbahn- niveau und Bordsteinoberkante von 3 cm. Bild 4: Bordsteinprofil 2.3.7.2 Mit dem zu prüfenden Fahrzeug ist die Bordsteinkante aufwärts unter einem Winkel von 90 Grad und unter einem Winkel von 45 Grad zu überfahren. 2.4 Antriebsdeaktivierung 2.4.1 Das Fahrzeug wird auf der Prüfstrecke mit Schrittgeschwindigkeit gefahren. Die fahrende Person steigt bei dieser Geschwindigkeit gezielt vom Fahrzeug ab und nimmt die Hände von der Lenk- oder Haltestange. 2.4.2 Es muss erkennbar sein, dass der Fahrzeugantrieb innerhalb von 1,0 s nach dem Absteigen automatisch deaktiviert wird und das Fahrzeug nicht motorisch betrieben weiter- oder losrollt. 2.4.3 Bei selbstbalancierenden Fahrzeugen wird zusätzlich folgender Test durchgeführt: 2.4.3.1 Der Prüfer steht neben dem Fahrzeug und schaltet das Fahrzeug in den fahrbereiten Zustand. Dann nimmt der Prüfer die Hände vom Fahrzeug und lässt es los. 2.4.3.2 Der Fahrzeugantrieb darf nicht aktiviert werden und das Fahrzeug darf nicht losfahren.
764 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Artikel 2 Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung Die Fahrerlaubnis-Verordnung vom 13. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1980), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 11. März 2019 (BGBl. I S. 218) geän- dert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1a wird wie folgt ge- fasst: „1a. Elektrokleinstfahrzeuge nach § 1 Absatz 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung,“. 2. § 10 Absatz 3 Satz 2 wird wie folgt gefasst: „Dies gilt nicht für das Führen a) eines Elektrokleinstfahrzeugs nach § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1a, b) eines motorisierten Krankenfahrstuhls nach § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h durch behinderte Men- schen.“ Artikel 3 Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung Die Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 3. Februar 2011 (BGBl. I S. 139), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 22. März 2019 (BGBl. I S. 382) geän- dert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. Die Inhaltsübersicht wird wie folgt geändert: a) Nach der Angabe „§ 29 Maßnahmen bei vor- zeitiger Beendigung des Versicherungsverhält- nisses“ wird folgende Angabe eingefügt: „§ 29a Versicherungsplakette“, b) Nach der Angabe „Anlage 12 Versicherungs- kennzeichen für Kleinkrafträder, motorisierte Krankenfahrstühle und vierrädrige Leichtkraft- fahrzeuge“ wird folgende Angabe angefügt: „Anlage 13 Versicherungsplakette für Elektro- kleinstfahrzeuge“. 2. § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe g wird wie folgt gefasst: „g) Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne des § 1 Ab- satz 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung vom 6. Juni 2019 (BGBl. I S. 756) in der jeweils geltenden Fassung,“. 3. § 4 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1 Satz 1 werden die Wörter „§ 3 Ab- satz 2 Satz 1 Nummer 1 und 2 Buchstabe a bis g“ durch die Wörter „§ 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a bis f und Nummer 2 Buchstabe a bis g“ ersetzt. b) In Absatz 5 Satz 1 wird die Angabe „§ 3 Ab- satz 2“ durch die Wörter „§ 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a bis f und Nummer 2“ ersetzt. 4. In § 5 Absatz 1 und 3 Satz 1 werden jeweils die Wörter „dieser Verordnung oder der Straßenver- kehrs-Zulassungs-Ordnung“ durch die Wörter „die- ser Verordnung, der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung oder der Elektrokleinstfahrzeuge-Verord- nung“ ersetzt. 5. Nach § 29 wird folgender § 29a eingefügt: „§ 29a Versicherungsplakette (1) Durch die Versicherungsplakette wird für die Kraftfahrzeuge im Sinne des § 1 Absatz 1 der Elek- trokleinstfahrzeuge-Verordnung in Verbindung mit § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe g nach- gewiesen, dass für das jeweilige Kraftfahrzeug eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht. (2) Die Regelungen über das Versicherungs- kennzeichen nach den §§ 26 und 27 sind mit folgenden Maßgaben entsprechend anzuwenden: 1. Abweichend von § 26 Absatz 1 Satz 6 genügt es, wenn die Bescheinigung über die Versiche- rungsplakette für eine Inbetriebnahme aufbe- wahrt und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung ausgehändigt wird. 2. Abweichend von § 26 Absatz 2 besteht die Ver- sicherungsplakette anstelle eines Schildes aus einem Aufkleber, der eine dauerhafte Verklebung auf der Fahrzeugoberfläche gewährleistet und zusätzlich mit einem fälschungserschwerenden Hologramm ausgestattet ist. 3. Abweichend von § 27 Absatz 1 Satz 5 müssen Form, Größe und Ausgestaltung der Versiche- rungsplakette dem Muster und den Angaben in Anlage 13 entsprechen. (3) Die Versicherungsplakette ist an der Rück- seite des Fahrzeugs möglichst unter der Schluss- leuchte fest anzubringen. Die Versicherungspla- kette darf bis zu einem Vertikalwinkel von 30 Grad in Fahrtrichtung geneigt sein. Der untere Rand der Versicherungsplakette darf nicht weniger als 50 mm über der Fahrbahn liegen. Versicherungsplaketten müssen hinter dem Fahrzeug auf eine Entfernung von mindestens 8 m in der Fahrzeuglängsachse lesbar sein. (4) Kraftfahrzeuge im Sinne des § 1 Absatz 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung dürfen auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn die Versicherungsplakette nach Absatz 2 und 3 entsprechend ausgestaltet und angebracht ist und verwechslungsfähige oder beeinträchti- gende Zeichen und Einrichtungen aller Art am Fahr- zeug nicht angebracht sind. (5) Fahrten im Sinne des § 16 Absatz 1 dürfen mit Kraftfahrzeugen im Sinne des § 1 Absatz 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung vorbehaltlich § 2 Absatz 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verord- nung auch mit roten Versicherungsplaketten nach dem Muster in Anlage 13 unternommen werden. Absatz 2 in Verbindung mit § 26 Absatz 2 und 3 ist entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden, dass der Buchstabenbereich der Erkennungs- nummer mit dem Buchstaben Z beginnt. Die rote Versicherungsplakette ist nach Absatz 2 und 3 in Verbindung mit § 27 und Anlage 13 auszugestalten und anzubringen. Sie braucht am Elektrokleinst- fahrzeug jedoch nicht fest angebracht zu sein.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Elektrokleinstfahrzeuge mit einer roten Versiche- rungsplakette dürfen im Übrigen nur nach Maßgabe des Absatzes 4 in Betrieb gesetzt werden. Der Ver- sicherer hat dem Kraftfahrt-Bundesamt die Halter- daten nach § 33 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 des Straßenverkehrsgesetzes und die in § 30 Absatz 5 genannten Fahrzeugdaten unverzüglich mitzuteilen. (6) Endet das Versicherungsverhältnis vor dem Ablauf des Verkehrsjahrs, das auf der Versiche- rungsplakette angegeben ist, hat der Versicherer den Halter zur unverzüglichen Entfernung der Ver- sicherungsplakette, zur Vorlage eines Nachweises über diese Entfernung und zur Rückgabe der aus- gehändigten Bescheinigung aufzufordern. Kommt der Halter der Aufforderung nicht nach, hat der Ver- sicherer hiervon die nach § 46 zuständige Behörde in Kenntnis zu setzen. Die Behörde entfernt die Ver- sicherungsplakette und zieht die Bescheinigung ein. (7) Eigenversicherer gemäß § 2 Absatz 1 Num- mer 1 bis 4 des Pflichtversicherungsgesetzes und juristische Personen gemäß § 2 Absatz 1 Nummer 5 des Pflichtversicherungsgesetzes sind berechtigt, die Versicherungsplakette entsprechend den vor- stehenden Vorgaben auszustellen.“ 6. § 30 wird wie folgt geändert: a) Absatz 4 wird wie folgt geändert: aa) Im Satzteil vor Nummer 1 werden nach dem Wort „Versicherungskennzeichen“ die Wörter „oder Versicherungsplakette“ ein- gefügt. bb) In Nummer 1 werden nach den Wörtern „§ 26 Absatz 1 Satz 4“ ein Komma und die Wörter „auch in Verbindung mit § 29a Absatz 2,“ eingefügt. b) In Absatz 5 werden im Satzteil vor Nummer 1 der Aufzählung nach den Wörtern „roter Versiche- rungskennzeichen“ die Wörter „oder roter Versi- cherungsplaketten“ eingefügt. c) Absatz 9 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 Buchstabe d werden nach dem Wort „Versicherungskennzeichens“ die Wör- ter „oder einer gültigen Versicherungsplaket- te“ eingefügt. 765 bb) In Satz 2 werden die Wörter „dieses nicht vor dessen“ durch die Wörter „oder einer Ver- sicherungsplakette diese nicht vor deren“ und das Wort „darf“ durch das Wort „dürfen“ ersetzt. 7. § 31 Absatz 7 wird wie folgt geändert: a) In Satz 1 Buchstabe d werden nach dem Wort „Versicherungskennzeichens“ die Wörter „oder einer gültigen Versicherungsplakette“ eingefügt. b) In Satz 2 werden die Wörter „dieses nicht vor dessen“ durch die Wörter „oder einer Versiche- rungsplakette diese nicht vor deren“ und das Wort „darf“ durch das Wort „dürfen“ ersetzt. 8. § 32 Absatz 1 Satz 1 wird wie folgt geändert: a) Im Satzteil vor Nummer 1 werden nach dem Wort „Erwerbers“ die Wörter „sowie die dem Kraftfahrt-Bundesamt nach § 26 Absatz 3, auch in Verbindung mit § 29a Absatz 2, mitzuteilen- den Halterdaten“ eingefügt. b) In Nummer 1 Buchstabe e werden nach dem Wort „Versicherungskennzeichen“ die Wörter „oder Versicherungsplakette“ eingefügt. 9. In § 39 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b zweiter Halbsatz und Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b zweiter Halbsatz werden jeweils nach dem Wort „Versicherungskennzeichen“ die Wörter „oder Ver- sicherungsplakette“ eingefügt. 10. § 44 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 4 werden nach dem Wort „Versiche- rungskennzeichen“ die Wörter „oder Versiche- rungsplakette“ eingefügt. b) In Absatz 5 werden nach dem Wort „Kennzei- chens“ die Wörter „im Sinne der Absätze 1 bis 4, der Versicherungsplakette“ eingefügt. 11. § 48 wird wie folgt geändert: a) In Nummer 1 Buchstabe c werden die Wörter „oder § 27 Absatz 7“ durch ein Komma und die Wörter „§ 27 Absatz 7 oder § 29a Absatz 4“ er- setzt. b) In Nummer 6 werden die Wörter „oder § 16 Ab- satz 2 Satz 6“ durch ein Komma und die Wörter „§ 16 Absatz 2 Satz 6 oder § 29a Absatz 2 Nummer 1“ ersetzt.
766 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 12. Folgende Anlage 13 wird angefügt: „Anlage 13 (zu § 29a Absatz 2 Nummer 3) Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge 1. Schematische Darstellung Enthält eine Zeile nur eine oder zwei Ziffern oder einen oder zwei Buchstaben, so sind Zahlen und Buchstaben in der Mitte der Zeile anzubringen. Der Abstand vom Rand ist entsprechend zu vergrößern; die übrigen Abstände dürfen nur bis zum angegebenen Höchstmaß vergrößert werden. 2. Die Beschriftung erfolgt nach dem Schriftmuster „Schrift für Kfz-Kennzeichen“ (fälschungserschwerende Schrift – FE-Schrift). Die Beschriftung muss den Schriftmustern „Schrift für Kfz-Kennzeichen“ entsprechen. Die Schriftmuster können bei der Bundesanstalt für Straßenwesen, Postfach 10 01 50, 51401 Bergisch Gladbach, bezogen werden. Schriftbreite Waagrechter Abstand der Ziffern und Buchstaben voneinander Waagrechter Abstand der Beschriftung vom schwarzen, blauen oder grünen Rand mindestens Senkrechter Abstand der Ziffern und Buchstaben voneinander Senkrechter Abstand der Beschriftung vom schwarzen, blauen oder grünen Rand Breite des schwarzen, blauen oder grünen Randes Höhe des Rahmens einschließlich schwarzem, blauem oder grünen Rand Breite des Rahmens einschließlich schwarzem, blauem oder grünem Rand Außenradius an allen 4 Ecken mm mm mm mm mm mm mm mm mm mm der Plakette 24,5 Ziffern: 10,5 Buch- staben: 12,3 Ziffern: 4,1 Buch- staben: 3,0 Ziffern: 4,5 Buch- staben: 3,0 6,0 3,0 2,0 65,0 52,8 5,0 des unteren Randes 1,5 0,9 – – – – – – Art der Beschriftung Schrifthöhe 3. Maße der Beschriftung und des Randes mindestens mindestens 0,1 0,5 Allgemeintoleranzen nach ISO 2768-1 – Toleranzklasse c (grob) 4. Farben Die Farbtöne des Randes und der Beschriftung sind dem Farbregister RAL 840 HR zu entnehmen, und zwar für schwarz RAL 9005, blau RAL 5012 und grün RAL 6010. Der Farbton des Untergrundes der Plakette ist weiß nach DIN 6171 Teil 1: 03.89, Tabelle 3.
767 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 5. Ergänzungsbestimmungen Das verwendete Material muss eine hinreichende Festigkeit sowie Witterungsbeständigkeit des Aufklebers gewährleisten. Die Plakette samt ihrer vollflächigen Verklebung muss so beschaffen sein, dass diese beim Abziehen reißt, oder es müssen durch Augenschein deutlich erkennbare Veränderungen des Folienkörpers nach einem Entfernen aufgetreten sein, so dass dieser nicht wiederverwendbar wird. Das fälschungser- schwerende Merkmal ist in Gestalt eines transparenten diffraktiven Hologrammmotivs, das dauernd fest mit der Folie verbunden ist und die Lesbarkeit der Versicherungsplaketten-Beschriftung nicht beeinträchtigt, vorzusehen. Das verwendete Motiv soll dabei die Anmutung eines Glasbruchs haben. Das Hologramm ist in Form eines durchgehenden Streifens linksbündig am rechten Rand der Versicherungsplakette transparent auszugestalten. Dieser Streifen ist unterlegt mit dem hellgrauen Schriftzug „Elektrokleinstfahrzeug“, der von rechts oben nach rechts unten, sowohl vertikal als auch horizontal mittig zwischen den Rahmeninnenseiten platziert, verlaufen soll. Der Schriftzug „Elektrokleinstfahrzeug“ ist in der Schriftart Arial in Schrifthöhe 2 mm auszuführen. Zusätzlich muss zwischen den beiden Zeilen der Zahlen-Buchstaben-Kombination der Ver- sicherungsplakette rechtsbündig in Form eines transparenten Hologramms der Schriftzug „GDV“ gefolgt von der jeweiligen Jahreszahl des Versicherungsjahres angebracht sein. Der Schriftzug „GDV“ sowie die Jahreszahl sind in der Schriftart „Euro Plate“ bzw. FE-Schrift (fälschungserschwerende Schrift) in Schrift- höhe 4 mm auszuführen. Schematische Darstellung des Hologramms: “. Artikel 4 Änderung der Bußgeldkatalog-Verordnung Die Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung vom 14. März 2013 (BGBl. I S. 498), die zuletzt durch Artikel 3 der Verordnung vom 22. März 2019 (BGBl. I S. 382) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. In der laufenden Nummer 132a werden in der Spalte „Tatbestand“ nach den Wörtern „Als Radfahrer“ die Wörter „oder Fahrer eines Elektrokleinstfahrzeugs“ eingefügt. 2. Vor der laufenden Nummer 181 wird in der Spalte „Tatbestand“ die Überschrift „Rote Kennzeichen, Kurzzeit- kennzeichen“ eingefügt. 3. Die Überschrift in der Spalte „Tatbestand“ vor der laufenden Nummer 184 und die laufende Nummer 184 wer- den wie folgt gefasst: Lfd. Nr. Tatbestand Fahrzeug-Zulassungs- verordnung (FZV) Regelsatz in Euro (€), Fahrverbot in Monaten „V e r s i c h e r u n g s k e n n z e i c h e n u n d - p l a k e t t e n 184 Fahrzeug in Betrieb genommen, dessen Versicherungskenn- zeichen oder -plakette nicht wie vorgeschrieben ausgestaltet ist, ausgenommen ist das Fehlen des vorgeschriebenen Ver- sicherungskennzeichens oder der vorgeschriebenen Versiche- rungsplakette § 27 Absatz 7 § 29a Absatz 4 § 48 Nummer 1 Buchstabe c 10 €“.
768 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 4. Nach der laufenden Nummer 233 wird folgender Abschnitt eingefügt: „ Lfd. Nr. Tatbestand Elektrokleinstfahrzeuge- Verordnung (eKFV) Regelsatz in Euro (€), Fahrverbot in Monaten e) Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) Betriebsbeschränkungen 234 Elektrokleinstfahrzeug ohne die erforderliche Allgemeine Betriebserlaubnis oder Einzelbetriebserlaubnis auf öffent- lichen Straßen in Betrieb gesetzt § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 § 14 Nummer 1 70 € 234a Die Inbetriebnahme eines Elektrokleinstfahrzeugs ohne die erforderliche Allgemeine Betriebserlaubnis oder Einzel- betriebserlaubnis auf öffentlichen Straßen angeordnet oder zugelassen § 2 Absatz 4 i. V. m. Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 § 14 Nummer 3 70 € 235 Elektrokleinstfahrzeug ohne gültige Versicherungsplakette auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 § 14 Nummer 1 40 € 235a Die Inbetriebnahme eines Elektrokleinstfahrzeugs auf § 2 Absatz 4 i. V. m. öffentlichen Straßen ohne die erforderliche Versicherungs- Absatz 1 Satz 1 plakette angeordnet oder zugelassen Nummer 2 § 14 Nummer 3 40 € 236 Elektrokleinstfahrzeug trotz erloschener Betriebserlaubnis auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt und dadurch die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt § 2 Absatz 3 Satz 2 i. V. m. Absatz 4 § 14 Nummer 1 30 € 236a Die Inbetriebnahme eines Elektrokleinstfahrzeugs auf öffentlichen Straßen trotz erloschener Betriebserlaubnis angeordnet oder zugelassen § 2 Absatz 4 § 14 Nummer 3 30 € 237 Elektrokleinstfahrzeug unter Verstoß gegen die Vorschriften § 2 Absatz 1 Nummer 4 über die Anforderungen an die lichttechnischen Einrich- Buchstabe b tungen im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb gesetzt § 14 Nummer 1 20 € 237a Elektrokleinstfahrzeug unter Verstoß gegen die Vorschriften § 2 Absatz 1 über die Anforderungen an die Schalleinrichtung im Nummer 4 öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb gesetzt Buchstabe c § 14 Nummer 1 15 € 237b Elektrokleinstfahrzeug unter Verstoß gegen die Vorschriften über die Anforderungen an die sonstigen Sicherheits- anforderungen im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb gesetzt § 2 Absatz 1 Nummer 4 Buchstabe d § 14 Nummer 1 25 € § 10 Absatz 1 Satz 1, Absatz 2 Satz 1 § 14 Nummer 5 15 € § 10 Absatz 1 Satz 1, Absatz 2 Satz 1 § 14 Nummer 5 § 1 Absatz 2 StVO § 49 Absatz 1 Nummer 1 StVO 20 € Verhaltensrechtliche Anforderungen 238 Mit einem Elektrokleinstfahrzeug eine nicht zulässige Verkehrsfläche befahren 238.1 – mit Behinderung 238.2 – mit Gefährdung 25 € 238.3 – mit Sachbeschädigung 30 €
769 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Lfd. Nr. 238a Elektrokleinstfahrzeuge- Verordnung (eKFV) Tatbestand Mit einem Elektrokleinstfahrzeug nebeneinander gefahren Regelsatz in Euro (€), Fahrverbot in Monaten § 11 Absatz 1 § 14 Nummer 6 15 € § 11 Absatz 1 § 14 Nummer 6 § 1 Absatz 2 StVO § 49 Absatz 1 Nummer 1 StVO 20 € 238a.1 – mit Behinderung 238a.2 – mit Gefährdung 25 € 238a.3 – mit Sachbeschädigung 30 € “. 5. Vor der laufenden Nummer 239 wird in der Spalte „Tatbestand“ in der Überschrift der Buchstabe „e“ durch den Buchstaben „f“ ersetzt. Artikel 4a Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung Die Straßenverkehrs-Ordnung vom 6. März 2013 (BGBl. I S. 367), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 6. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3549) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. In § 5 Absatz 4 Satz 2 werden nach den Wörtern „und zu den Rad Fahrenden“ die Wörter „sowie zu den Elektrokleinstfahrzeug Führenden“ eingefügt. 2. § 9 Absatz 3 Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor, Fahrräder und Elektrokleinst- fahrzeuge auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren.“ Artikel 5 Inkrafttreten, Außerkrafttreten Diese Verordnung tritt am 15. Juni 2019 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Mobili- tätshilfenverordnung vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S. 2097) außer Kraft. Der Bundesrat hat zugestimmt. Berlin, den 6. Juni 2019 Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze
770 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Zehnte Verordnung zur Änderung der Frequenzschutzbeitragsverordnung Vom 7. Juni 2019 Auf Grund – des § 143 Absatz 4 Satz 1, 3 und 4 des Telekommunikationsgesetzes in Verbindung mit § 1 der TKG-EMVG-FuAG- Übertragungsverordnung vom 5. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3534), von denen § 143 Absatz 4 des Telekommuni- kationsgesetzes durch Artikel 1 Nummer 26 des Gesetzes vom 4. November 2016 (BGBl. I S. 2473) neu gefasst worden ist, verordnet die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Bundesministerium der Finanzen und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, – des § 31 Absatz 4 des Elektromagnetische-Verträglichkeit-Gesetzes vom 14. Dezember 2016 (BGBl. I S. 2879) in Verbindung mit § 2 der TKG-EMVG-FuAG-Übertragungsverordnung vom 5. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3534) verordnet die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen im Einverneh- men mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium der Finanzen sowie – des § 35 Absatz 4 des Funkanlagengesetzes vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1947) in Verbindung mit § 3 der TKG- EMVG-FuAG-Übertragungsverordnung vom 5. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3534) verordnet die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen: Artikel 1 Änderung der Frequenzschutzbeitragsverordnung In der Anlage zur Frequenzschutzbeitragsverordnung vom 13. Mai 2004 (BGBl. I S. 958), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2017 (BGBl. I S. 3604) geändert worden ist, werden die Tabellen „Fre- quenznutzungsbeiträge und EMV-Beiträge für das Jahr 2015“ und „Frequenznutzungsbeiträge und EMV-Beiträge für das Jahr 2016“ wie folgt gefasst: „Frequenznutzungsbeiträge und EMV-Beiträge für das Jahr 2015 Nr. 1 1. Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 Öffentlicher Mobilfunk 1.1 GSM 820,46 74,35 1.2 (entfällt) 1.3 Funkruf 0,00 0,00 1.4 (entfällt) 1.5 UMTS je angefangene 100 kHz Bandbreite 1 265,32 135,37 2.1.1 LW Frequenz 0,00 0,00 2.1.2 MW Frequenz 0,00 3 231,35 2.1.3 KW Frequenz 10,04 81,81 2.1.4 digitale MW Frequenz 0,00 0,00 2. Rundfunkdienst 2.1 Ton-Rundfunk je angefangene 100 kHz Bandbreite Frequenz
771 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Nr. 1 Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) Bezugseinheit 4 TKG EMVG 5 6 2.1.5 digitale LW Frequenz 0,00 0,00 2.1.6 digitale KW Frequenz 0,00 0,00 2.1.7 Nichtöffentliche Funkanlagen im UKW-Rundfunkbereich Frequenz 335,44 0,00 Theoretische Versor- gungsfläche je zuge- teilte Frequenz* 2.1.8 UKW je angefangene 10 km² 1,14 0,47 2.1.9 T-DAB je angefangene 10 km² 2,74 0,24 2.2.1 Fernseh-Rundfunk je angefangene 10 km² 0,00 0,00 2.2.2 DVB-T je angefangene 10 km² 1,31 1,03 3.1 Punkt-zu-Punkt-Richtfunk Sendefunkanlage 2,39 0,46 3.2 WLL-PMP-Richtfunk Sendefunkanlage 0,00 0,00 3.3 gebietsbezogene Richtfunk- zuteilungen Sendefunkanlage 0,00 0,00 3.4 fester Funkdienst unter 30 MHz, Normalfrequenz- und Zeitzeichenfunk Frequenz 15,14 4,00 3.5 Punkt-zu-Mehrpunkt-Richt- funk (außer WLL-PMP- Richtfunk) Sendefunkanlage 8,14 1,05 4.1 Betriebsfunk, Grubenfunk, Grundstücks-Sprechfunk, nichtöffentliches Datenfunk- netz für Fernwirk- und Alarmierungszwecke, Funk- anlagen für Hilfszwecke, Fernwirkfunk Sendefunkanlage 1,93 0,91 4.2 (entfällt) 4.3 (entfällt) 4.4 Grundstücks-Personenruf Netz mit …… (Netze ohne Quittungssender) Rufempfängern 2.2 3. 4. Fernseh-Rundfunk Feste Funkdienste/ Normalfrequenz- und Zeitzeichenfunk Nichtöffentlicher mobiler Landfunk (nömL) bis zu 2 7,97 0,15 bis zu 5 15,95 0,29 bis zu 10 31,89 0,59 bis zu 50 63,79 1,17 bis zu 150 127,57 2,35 bis zu 400 255,14 4,69 bis zu 1 000 510,29 9,39 mehr als 1 000 765,43 14,08
772 Nr. 1 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 4.5 Grundstücks-Personenruf (Netze mit Quittungssender) 4.6 grundstücksüberschreitender Personenruf Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) Bezugseinheit 4 TKG EMVG 5 6 Netz mit …… Rufempfängern bis zu 2 5,43 0,00 bis zu 5 10,85 0,00 bis zu 10 21,71 0,00 bis zu 50 43,41 0,00 bis zu 150 86,82 0,00 bis zu 400 173,64 0,00 bis zu 1 000 260,46 0,00 mehr als 1 000 347,28 0,00 bis zu 2 1,48 0,00 bis zu 5 2,95 0,00 bis zu 10 5,91 0,00 bis zu 50 11,82 0,00 bis zu 150 23,63 0,00 bis zu 400 47,27 0,00 bis zu 1 000 70,90 0,00 mehr als 1 000 94,53 0,00 Netz mit …… Rufempfängern 4.7 Fernsehfunk, bewegbare Kleinst-Richtfunkanlagen, Funkanlagen zur vorüber- gehenden Einrichtung einer Fernseh-, Ton- oder Melde- leitung, vorübergehende Einrichtung einer Bild-, Ton- oder Meldeübertragungs- strecke Sendefunkanlage 13,98 4,98 4.8 Durchsagefunk (Funkmikro- fone, drahtlose Mikrofone, Führungsfunk, Betriebsfunk für Führungszwecke, Regie- und Kommandofunk), Regie- funk des Reportagefunks Sendefunkanlage 4,42 0,17 4.9 Funkanlage zur Fernsteue- rung von Modellen, drahtlose Mikrofonanlage für Hörge- schädigte kein Beitrag kein Beitrag 5. Flugfunkdienst 5.1 stationäre Bodenfunkstellen, ortsfeste Flugnavigations- funkstellen Funkstelle 7,24 111,24 5.2 mobiler Flugfunk (Luftfunk- stellen), Flugnavigationsfunk (bewegliche Funkstellen) Funkstelle 3,83 32,72 5.3 mobiler Flugfunk (sonstige Bodenfunkstellen) Funkstelle 0,00 0,00
773 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Nr. Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 1 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 6. Amateurfunkdienst Amateurfunk Inhaber einer Zulas- sung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst 6,87 16,87 7. Seefunkdienst/ Binnenschifffahrts- funk Seefunk/Binnenschifffahrts- funk Funkstelle 9,99 0,65 8. Nichtnavigatorischer Ortungsfunkdienst 8.1 Ortungsfunk kleiner Leistung (bis 50 Watt Strahlungsleis- tung (ERP)), Wetterhilfenfunk Sendefunkanlage 2,03 4,77 8.2 Ortungsfunk hoher Leistung (größer als 50 Watt Strah- lungsleistung (ERP)) Sendefunkanlage 0,00 235,74 9.1 Demonstrationsfunk Sendefunkanlage 0,00 0,00 9.2 Versuchsfunk Zuteilung 1,05 0,00 10.1 analoger Eisenbahn- Betriebsfunk (ortsfeste Frequenznutzung) Sendefunkanlage 20,10 7,48 10.2 analoger Eisenbahn- Betriebsfunk (mobile Frequenznutzung) Sendefunkanlage 1,06 0,30 10.3 digitaler Eisenbahn-Betriebs- funk in GSM-R-Technik pro Sektor und Fre- quenzpaar 49,46 13,23 11.1 Bündelfunk (bis 25 kHz Bandbreite) pro Sektor und Frequenzpaar an einem Standort je 12,5 kHz Bandbreite oder pro Frequenz im Direct-Mode-Betrieb je 12,5 kHz Bandbreite 8,10 2,13 11.2 (entfällt) 9. 10. 11. 12. Sonstige Funkanwendungen Bahnfunk Bündelfunk Satellitenfunk 12.1 koordinierungsrelevante Satellitenfunkverbindung Frequenz 26,24 38,65 12.2 nicht koordinierungsrelevante Frequenz Satellitenfunkverbindung 174,44 0,00 12.3 Satellitenfunknetz 8 838,76 191,18 12.4 Bei der internationalen Fern- Satellitensystem meldeunion in deutschem Namen registrierte Satelliten- systeme (nach Übertragung der Nutzungsrechte) 6 123,72 0,00 0,00 0,00 13. 13.1 Frequenz Drahtloser Netzzugang drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 450 MHz pro Sektor und Frequenzpaar je 12,5 kHz Bandbreite
774 Nr. 1 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 13.2 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 800 MHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 718,33 83,46 13.3 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 900 MHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 926,03 227,20 13.4 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 1,8 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 489,79 15,21 13.5 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 2,0 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 898,63 426,31 13.6 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 2,6 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 73,76 2,24 13.7 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 3,5 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 0,19 0,00 * Berechnung der theoretischen Versorgungsfläche für das Beitragsjahr 2015: Die theoretische Versorgungsfläche ist eine Berechnungsgröße zur Ermittlung des Beitrags. Sie basiert für alle Rundfunkdienste auf den inter- nationalen Ausbreitungskurven der ITU-R P.370, den internationalen Abkommen für T-DAB Wiesbaden 1995 und Maastricht 2002 und für DVB-T Chester 1997, sowie den jeweils gültigen nationalen Richtlinien (zurzeit 176 TR 22 bzw. 5 R 22 vom März 1992). Angaben für die jeweils frequenzabhängige Mindestnutzfeldstärke sind für TV-analog der ITU-R BT.417 zu entnehmen, Angaben für den Betrieb eines Kanals im Band II in analoger Übertragungstechnik (UKW-Tonrundfunk) sind dem Abkommen Genf 1984 zu entnehmen, Angaben für den Betrieb eines T-DAB-Kanals dem Abkommen Wiesbaden 1995 (Pkt. 2.2.3, Tabelle 1, Position „Medianwert der Mindestfeldstärke“) und Angaben für den Betrieb eines DVB-T-Kanals dem Abkommen Chester 1997 (Tabelle A.1.50, Position „Medianwert für die minimale äquivalente Feldstärke“). In Gleichwellennetzen werden theoretische Versorgungsflächen verschiedener Sender nicht mehrfach veranschlagt. Auf der Basis der oben genannten Ausbreitungskurven wird für eine Sendefunkanlage eine Mindestnutzfeldstärkekontur gemäß den jeweils gültigen internationalen Abkommen errechnet. Hieraus ergibt sich für jeden 10°-Schritt eine Entfernung r vom Senderstandort bis zu dem Punkt, an dem die Mindestnutzfeldstärke erreicht ist. Daraus kann für jeden der 36 10°-Schritte ein Flächenelement A berechnet werden: Durch Addition der 36 Flächenelemente ergibt sich die theoretische Versorgungsfläche einer Sendeanlage in Quadratkilometern. Die Ermittlung der Entfernungen basiert auf den Ausbreitungskurven für Landausbreitung der Empfehlung ITU-R P.370 für 50 % Zeit- und 50 % Ortswahrscheinlichkeit. Die Geländerauigkeit beträgt 50 m. Als Parameter sind der Frequenzbereich, in dem die Nutzung stattfindet, der Wert der Mindestnutzfeldstärke sowie die sektoriellen effektiven Antennenhöhen und Leistungen erforderlich. Für Entfernungen r, die kleiner sind als 10 km, werden die Ausbreitungskurven verwendet, die zurzeit auch in den Anlagen 1a und 2a der Richtlinie 176 TR 22 bzw. der Richtlinie 5 R 22 zu finden sind. Für Sender, die im Rahmen eines Gleichwellennetzes betrieben werden, wird mittels Leistungsadditionsverfahren die Summenfeldstärke des Netzes berechnet. Die theoretische Versorgungsfläche entsteht durch Addition von hinreichend kleinen Flächenelementen, in denen die Mindestnutzfeldstärke erreicht wird.
775 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Frequenznutzungsbeiträge und EMV-Beiträge für das Jahr 2016 Nr. 1 1. Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 Öffentlicher Mobilfunk 1.1 GSM je angefangene 100 kHz Bandbreite 1.2 (entfällt) 1.3 Funkruf 1.4 (entfällt) 1.5 UMTS je angefangene 100 kHz Bandbreite 2.1.1 LW 2.1.2 1 117,93 144,40 0,00 0,00 885,14 182,07 Frequenz 0,00 0,00 MW Frequenz 0,00 0,00 2.1.3 KW Frequenz 65,69 129,72 2.1.4 digitale MW Frequenz 0,00 0,00 2.1.5 digitale LW Frequenz 0,00 0,00 2.1.6 digitale KW Frequenz 0,00 0,00 2.1.7 Nichtöffentliche Funkanlagen im UKW-Rundfunkbereich Frequenz 293,00 0,00 2. Rundfunkdienst 2.1 Ton-Rundfunk Frequenz Theoretische Versor- gungsfläche je zuge- teilte Frequenz* 2.1.8 UKW je angefangene 10 km² 1,23 0,46 2.1.9 T-DAB je angefangene 10 km² 2,79 0,13 2.2.1 Fernseh-Rundfunk je angefangene 10 km² 0,00 0,00 2.2.2 DVB-T je angefangene 10 km² 1,13 0,73 3.1 Punkt-zu-Punkt-Richtfunk Sendefunkanlage 4,36 0,35 3.2 WLL-PMP-Richtfunk Sendefunkanlage 0,00 0,00 3.3 gebietsbezogene Richtfunk- zuteilungen Sendefunkanlage 0,00 0,00 3.4 fester Funkdienst unter 30 MHz, Normalfrequenz- und Zeitzeichenfunk Frequenz 16,81 3,57 3.5 Punkt-zu-Mehrpunkt-Richt- funk (außer WLL-PMP-Richt- funk) Sendefunkanlage 1,99 0,00 2.2 3. Fernseh-Rundfunk Feste Funkdienste/ Normalfrequenz- und Zeitzeichenfunk
776 Nr. 1 4. Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 Bezugseinheit 4 Sendefunkanlage Betriebsfunk, Grubenfunk, Grundstücks-Sprechfunk, nichtöffentliches Datenfunk- netz für Fernwirk- und Alar- mierungszwecke, Funkanla- gen für Hilfszwecke, Fern- wirkfunk 4.2 (entfällt) 4.3 (entfällt) 4.4 Grundstücks-Personenruf Netz mit …… (Netze ohne Quittungssender) Rufempfängern 4.6 TKG EMVG 5 6 Nichtöffentlicher mobiler Landfunk (nömL) 4.1 4.5 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) Grundstücks-Personenruf (Netze mit Quittungssender) grundstücksüberschreitender Personenruf 1,64 0,84 bis zu 2 10,80 0,02 bis zu 5 21,60 0,03 bis zu 10 43,20 0,06 bis zu 50 86,40 0,12 bis zu 150 172,80 0,25 bis zu 400 345,60 0,50 bis zu 1 000 691,19 1,00 mehr als 1 000 1 036,79 1,50 bis zu 2 7,58 0,00 bis zu 5 15,15 0,00 bis zu 10 30,31 0,00 bis zu 50 60,62 0,00 bis zu 150 121,23 0,00 bis zu 400 242,47 0,00 bis zu 1 000 363,70 0,00 mehr als 1 000 484,94 0,00 bis zu 2 3,39 0,00 bis zu 5 6,79 0,00 bis zu 10 13,58 0,00 bis zu 50 27,16 0,00 bis zu 150 54,31 0,00 bis zu 400 108,62 0,00 bis zu 1 000 162,93 0,00 mehr als 1 000 217,24 0,00 Netz mit …… Rufempfängern Netz mit …… Rufempfängern
777 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Nr. Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 1 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 4.7 Sendefunkanlage Fernsehfunk, bewegbare Kleinst-Richtfunkanlagen, Funkanlagen zur vorüber- gehenden Einrichtung einer Fernseh-, Ton- oder Melde- leitung, vorübergehende Ein- richtung einer Bild-, Ton- oder Meldeübertragungsstrecke 48,52 0,00 4.8 Durchsagefunk (Funkmikro- fone, drahtlose Mikrofone, Führungsfunk, Betriebsfunk für Führungszwecke, Regie- und Kommandofunk), Regie- funk des Reportagefunks Sendefunkanlage 3,75 0,25 4.9 Funkanlage zur Fernsteue- rung von Modellen, drahtlose Mikrofonanlage für Hörge- schädigte kein Beitrag kein Beitrag 5. Flugfunkdienst 5.1 stationäre Bodenfunkstellen, ortsfeste Flugnavigations- funkstellen Funkstelle 6,64 111,09 5.2 mobiler Flugfunk (Luftfunk- stellen), Flugnavigationsfunk (bewegliche Funkstellen) Funkstelle 4,98 34,78 5.3 mobiler Flugfunk (sonstige Bodenfunkstellen) Funkstelle 0,00 0,00 7,97 13,20 11,13 1,23 6. Amateurfunkdienst Amateurfunk Inhaber einer Zulas- sung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst 7. Seefunkdienst/ Binnenschifffahrts- funk Seefunk/Binnenschifffahrts- funk Funkstelle 8. Nichtnavigatorischer Ortungsfunkdienst 8.1 Ortungsfunk kleiner Leistung (bis 50 Watt Strahlungsleis- tung (ERP)), Wetterhilfenfunk Sendefunkanlage 4,09 6,81 8.2 Ortungsfunk hoher Leistung (größer als 50 Watt Strah- lungsleistung (ERP)) Sendefunkanlage 0,00 497,30 9.1 Demonstrationsfunk Sendefunkanlage 0,00 0,00 9.2 Versuchsfunk Zuteilung 0,00 0,00 10.1 analoger Eisenbahn- Betriebsfunk (ortsfeste Frequenznutzung) Sendefunkanlage 49,18 14,97 10.2 analoger Eisenbahn- Betriebsfunk (mobile Frequenznutzung) Sendefunkanlage 1,23 0,31 9. 10. Sonstige Funkanwendungen Bahnfunk
778 Nr. 1 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 Funkdienst/ Funkanwendung Nutzergruppen 2 3 10.3 Bezugseinheit 4 Jahresbeitrag je Bezugseinheit (in Euro) TKG EMVG 5 6 digitaler Eisenbahn-Betriebs- funk in GSM-R-Technik pro Sektor und Frequenzpaar 42,73 12,54 11.1 Bündelfunk (bis 25 kHz Bandbreite) pro Sektor und Frequenzpaar an einem Standort je 12,5 kHz Bandbreite oder pro Frequenz im Direct-Mode-Betrieb je 12,5 kHz Bandbreite 37,66 4,03 11.2 (entfällt) 11. 12. Bündelfunk Satellitenfunk 12.1 koordinierungsrelevante Satellitenfunkverbindung Frequenz 18,73 8,96 12.2 nicht koordinierungsrelevante Frequenz Satellitenfunkverbindung 59,91 30,21 12.3 Satellitenfunknetz 949,63 185,18 12.4 Bei der internationalen Fern- Satellitensystem meldeunion in deutschem Namen registrierte Satelliten- systeme (nach Übertragung der Nutzungsrechte) 1 716,57 0,00 0,00 0,00 13. Frequenz Drahtloser Netzzugang 13.1 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 450 MHz pro Sektor und Frequenzpaar je 12,5 kHz Bandbreite 13.2 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 800 MHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 640,04 299,53 13.3 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 900 MHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 1 046,31 154,86 13.4 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 1,8 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 581,37 31,30 13.5 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 2,0 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 982,57 350,89 13.6 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 2,6 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 109,24 4,90 13.7 drahtloser Netzzugang, Frequenzbereich 3,5 GHz je angefangene 100 kHz Bandbreite 0,92 0,00 * Berechnung der theoretischen Versorgungsfläche für das Beitragsjahr 2016: Die theoretische Versorgungsfläche ist eine Berechnungsgröße zur Ermittlung des Beitrags. Sie basiert für alle Rundfunkdienste auf den interna- tionalen Ausbreitungskurven der ITU-R P.370, den internationalen Abkommen für T-DAB Wiesbaden 1995 und Maastricht 2002 und für DVB‑T Chester 1997, sowie den jeweils gültigen nationalen Richtlinien (zurzeit 176 TR 22 bzw. 5 R 22 vom März 1992). Angaben für die jeweils frequenzabhängige Mindestnutzfeldstärke sind für TV-analog der ITU-R BT.417 zu entnehmen, Angaben für den Betrieb eines Kanals im Band II in analoger Übertragungstechnik (UKW-Tonrundfunk) sind dem Abkommen Genf 1984 zu entnehmen, Angaben für den Betrieb eines T‑DAB-Kanals dem Abkommen Wiesbaden 1995 (Pkt. 2.2.3, Tabelle 1, Position „Medianwert der Mindestfeldstärke“) und Angaben für den Betrieb eines DVB-T-Kanals dem Abkommen Chester 1997 (Tabelle A.1.50, Position „Medianwert für die minimale äquivalente Feldstär- ke“). In Gleichwellennetzen werden theoretische Versorgungsflächen verschiedener Sender nicht mehrfach veranschlagt. Auf der Basis der oben genannten Ausbreitungskurven wird für eine Sendefunkanlage eine Mindestnutzfeldstärkekontur gemäß den jeweils gül- tigen internationalen Abkommen errechnet. Hieraus ergibt sich für jeden 10°-Schritt eine Entfernung r vom Senderstandort bis zu dem Punkt, an dem die Mindestnutzfeldstärke erreicht ist. Daraus kann für jeden der 36 10°-Schritte ein Flächenelement A berechnet werden: Durch Addition der 36 Flächenelemente ergibt sich die theoretische Versorgungsfläche einer Sendeanlage in Quadratkilometern.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2019 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 14. Juni 2019 779 Die Ermittlung der Entfernungen basiert auf den Ausbreitungskurven für Landausbreitung der Empfehlung ITU-R P.370 für 50 % Zeit- und 50 % Ortswahrscheinlichkeit. Die Geländerauigkeit beträgt 50 m. Als Parameter sind der Frequenzbereich, in dem die Nutzung stattfindet, der Wert der Mindestnutzfeldstärke sowie die sektoriellen effektiven Antennenhöhen und Leistungen erforderlich. Für Entfernungen r, die kleiner sind als 10 km, werden die Ausbreitungskurven verwendet, die zurzeit auch in den Anlagen 1a und 2a der Richtlinie 176 TR 22 bzw. der Richtlinie 5 R 22 zu finden sind. Für Sender, die im Rahmen eines Gleichwellennetzes betrieben werden, wird mittels Leistungsadditionsverfahren die Summenfeldstärke des Netzes berechnet. Die theoretische Versorgungsfläche entsteht durch Addition von hinreichend kleinen Flächenelementen, in denen die Mindestnutzfeldstärke erreicht wird.“ Artikel 2 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Bonn, den 7. Juni 2019 Der Präsident der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen In Vertretung Peter Franke