Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/nachbelehrung-eines-verbrauchers-327878
Timestamp: 2019-11-21 16:52:04
Document Index: 271026549

Matched Legal Cases: ['§ 355', '§ 355', 'Art. 229', '§ 9', '§ 355', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Nach­be­leh­rung eines Ver­brau­chers | Rechtslupe
Die Nach­be­leh­rung eines Ver­brau­chers nach § 355 Abs. 2 BGB über ein bestehen­des Wider­rufs­recht muss einen für den Ver­brau­cher erkenn­ba­ren Bezug zu sei­ner frü­he­ren Ver­trags­er­klä­rung auf­wei­sen, der ihm deut­lich macht, dass ein Beleh­rungs­man­gel im Nach­hin­ein aus­ge­gli­chen wer­den soll 1.
Gemäß § 355 Abs. 2 Satz 2 BGB 2 in Ver­bin­dung mit Art. 229 § 9 Abs. 2 EGBGB ist eine nach­träg­li­che Wider­rufs­be­leh­rung auch in Bezug auf – wie hier – vor dem Inkraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes vom 26. Novem­ber 2001 3 geschlos­se­ne Alt­ver­trä­ge mög­lich 4.
Die Nach­be­leh­rung unter­liegt den­sel­ben gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen wie eine recht­zei­ti­ge Beleh­rung. Sie muss umfas­send, unmiss­ver­ständ­lich und für den Ver­brau­cher ein­deu­tig sein. Der Ver­brau­cher soll dadurch nicht nur von sei­nem Wider­rufs­recht Kennt­nis erlan­gen, son­dern auch in die Lage ver­setzt wer­den, die­ses aus­zu­üben.
Um die vom Gesetz bezweck­te Ver­deut­li­chung des Rechts zum Wider­ruf nicht zu beein­träch­ti­gen, darf auch die nach­träg­li­che Wider­rufs­be­leh­rung kei­ne zusätz­li­chen Erklä­run­gen ent­hal­ten, die einen eige­nen Inhalt auf­wei­sen und weder für das Ver­ständ­nis noch für die Wirk­sam­keit der Beleh­rung von Bedeu­tung sind und des­halb von ihr ablen­ken oder den Ver­brau­cher ver­wir­ren kön­nen 5.
Eine Nach­be­leh­rung muss zudem nach § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB einen für den Ver­brau­cher erkenn­ba­ren Bezug zu sei­ner frü­he­ren Ver­trags­er­klä­rung auf­wei­sen, der ihm deut­lich macht, dass ein Beleh­rungs­man­gel im Nach­hin­ein aus­ge­gli­chen wer­den soll 6.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Febru­ar 2011 – XI ZR 148/​10
Wider­rufs­be­leh­rung als ver­trag­lich ein­ge­räum­tes… In der Recht­spre­chung und im Schrift­tum ist aner­kannt, dass ein Wider­rufs­recht nicht nur von Geset­zes wegen bestehen, son­dern ver­trag­lich ein­ge­räumt wer­den kann. Danach kön­nen Ver­trags­part­ner…
Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07[↩]
in der seit dem 1. August 2002 gel­ten­den Fas­sung[↩]
BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07, WM 2011, 23 Rn. 25[↩]
vgl. hier­zu BGH, Urtei­le vom 13.01.2009 – XI ZR 118/​08, WM 2009, 350 Rn. 14; und vom 10.03.2009 – XI ZR 33/​08, BGHZ 180, 123 Rn. 14 f., jeweils mwN[↩]
BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07, WM 2011, 23 Rn. 26[↩]
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