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Timestamp: 2017-01-17 09:14:04
Document Index: 198033964

Matched Legal Cases: ['OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

⭐forum.ksv Nachfolger verzweifelt gesucht Firma übergeben, aber wie? Neuauflage: Austria s Leading Companies 2015 Die große Depression der Unternehmen
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1 forum.ksv DAS MEDIUM FÜR INTERNATIONALEN KREDITSCHUTZ 03/2015 Nachfolger verzweifelt gesucht Firma übergeben, aber wie? Die große Depression der Unternehmen Neuauflage: Austria s Leading Companies 2015 Foto: vege - Fotolia.com2 Foto: vege - Fotolia.com 4 Nachfolger verzweifelt gesucht. Kaum Pläne zur Unternehmensübergabe. 8 KSV1870 Umfrage: Die große Depression bei den Unternehmen. Inhalt Foto: Tijana Fotolia.com COVER 4 Nachfolger verzweifelt gesucht. Die Hälfte der Familienunternehmen soll in den nächsten Jahren übergeben werden. Aber nur jeder fünfte Betrieb hat einen Plan, wie. AKTUELL 8 Die große Depression bei den Unternehmen. Viele Betriebe haben laut einer aktuellen KSV1870 Umfrage kaum mehr Hoffnung auf Reformen und schnelle Kredite. 10 Ein Kulturgut pflegen und weiterentwickeln Das ist die Aufgabe des Cousin-Trios Rath, das das Unternehmen Lobmeyr leitet. Nun sind sie auch als KSV1870 Testimonials im Einsatz. NEWS 16 Austria s Leading Companies 2015: Jetzt anmelden und am Businessbewerb teilnehmen! 16 Stiftung Kindertraum freut sich über KSV1870 Spende. KSV1870 Geschäftsführer Johannes Nejedlik übergibt symbolischen Scheck. 17 Wer zählt die Häupter, nennt die Namen? KSV1870 Mitarbeiter stellen ihr Know-how zur Verfügung. 17 Quergelesen. Neue Fachbücher, die Praxiswissen vermitteln. 12 Der KSV1870 zieht Bilanz. Die 39. Generalversammlung im Rückblick. 14 Das Energieeffizienzgesetz ist seit Anfang 2015 in Kraft. Was dahintersteckt und wen es betrifft. Jahresbericht 2014 als Beihefter IMPRESSUM: Medieninhaber: Kreditschutzverband von 1870, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7; Herausgeber: Johannes Nejedlik; Verlagsort: Wien; Chefredaktion: Karin Stirner; Redaktion: Birgit Glanz, Mag. Sandra Kienesberger; Autoren dieser Ausgabe: Robert Fiala, Mag. Sonja Tautermann; Layout: ZUM GOLDENEN HIRSCHEN Campaigning GmbH; Lektorat: Johannes Payer Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.3 Editorial Foto: Martin Vukovits Liebe Mitglieder, Foto: Anna Rauchenberger damit wir unseren Auftrag im Dienste der Gläubiger bestmöglich erfüllen können, richten wir vom KSV1870 größte Aufmerksamkeit auf die Meinungen und Erfahrungen unserer Mitglieder und Kunden. Wir bitten daher regelmäßig um Ihr Feedback zu aktuellen Wirtschaftsthemen sowie zu geplanten gesetzlichen Regelungen. Das daraus resultierende Stimmungsbild hilft uns, unsere Serviceleistungen punktgenau auf Ihre Bedürfnisse abzustellen. Und die von uns durchgeführten Studien sind auch ein Stimmungsbarometer, das abseits des Mainstreams zeigt, wo die heimischen Unternehmen wirklich der Schuh drückt. 12 KSV1870 Generalversammlung GLÄUBIGERSCHUTZ 18 Aktuelles aus Rechtsprechung und richterlicher Praxis. RECHTSTIPPS 19 Wichtige OGH-Urteile für Unternehmen. STEUERTIPPS 20 Neuigkeiten und Änderungen im Steuerrecht. WIRTSCHAFTSBAROMETER 22 Flops & Tops in der österreichischen Wirtschaft. 02 Impressum ALC-Datenerhebungsblatt liegt bei: Jetzt am Bewerb teilnehmen! Die Ergebnisse haben uns oft positiv überrascht. So sind Österreichs Unternehmer bei Beginn der Krise im Jahr 2008 keinesfalls dem allgemeinen Pessimismus anheimgefallen, sondern haben mit beinahe trotzigem Optimismus reagiert. Auch in den Krisenjahren danach war ihre Einschätzung zwar nicht überschäumend, aber doch von einer positiven Grundstimmung getragen. Umso mehr hat uns das Ergebnis unserer aktuellen Befragung betroffen gemacht. Die jahrelange Besonnenheit scheint nun ausgereizt zu sein. Die detaillierten Ergebnisse unserer Umfrage finden Sie ab Seite 8. Ebenso negativ stellten sich Antworten im Rahmen einer KPMG-Umfrage unter Familienbetrieben dar, bei der mehr als die Hälfte einen Rückgang der Profitabilität beklagt. Gleichzeitig empfindet man die Steuerpflicht bei Betriebsübergaben und die Erhöhung der Mehrwertsteuersätze als überbordend. Unsere heimischen Betriebe haben sehr viel Ausdauer bewiesen, und sie waren auch unter wirtschaftlich ungünstigen Umständen imstande, solide Leistungen zu vollbringen. Dieser Einsatz scheint nun zunehmend mit absurden Vorschriften, Abgaben, Gebühren und Regelungen belohnt zu werden. Lesen Sie ab Seite 4 mehr über die Probleme, mit denen unsere Familienbetriebe konfrontiert sind. Einen Familienbetrieb, der als Vorbild für viele dienen kann, präsentieren wir Ihnen auf Seite 10 dieser Ausgabe. Das Cousin-Trio Rath führt den Glas- und Lusterhersteller Lobmeyr in der sechsten Generation. Die Firmenchefs wissen einiges über das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne zu berichten. Sie erzählen eine der Erfolgsgeschichten, die beispielhaft für viele Betriebe in unserem Land stehen. Es hätte katastrophale Auswirkungen für die Wirtschaft, wenn ihnen der Boden entzogen werden würde. Hoffen wir, dass sich auch der Gesetzgeber auf diese Tatsache besinnt. Ihr Dr. Heinz Zinner4 COVER Foto: vege - Fotolia.com 45 COVER Nachfolger verzweifelt gesucht Die Hälfte der Familienunternehmen in Österreich plant in den kommenden fünf Jahren eine Übergabe an die nächste Generation. Doch nur bei jedem fünften Betrieb ist die Nachfolge innerhalb der Familie bereits gesichert. TEXT: Robert Fiala Seit Bekanntwerden der Details der Steuerreform brennt im Tiroler Tourismus der Hut. Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismus Vereinigung und selbst seit 35 Jahren erfolgreicher Hotelier, schießt scharf Richtung Wien: Die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 10 auf 13 %, die Ausdehnung der Abschreibungszeit für Gebäude von 33 auf 40 Jahre und die Steuerpflicht bei Übergabe von Betriebsgrund und -boden an Familienmitglieder sind massive Prügel, die nur Theoretiker einer erfolgreich arbeitenden Branche vor die Füße werfen können. Falkner sieht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche massiv bedroht. Firma übergeben aber wie? Und nicht nur das. Dem Tiroler Tourismus, so der Hotelier, könnten die Unternehmer ausgehen: Bei diesen Auflagen verliert doch eine ganze Generation möglicher Nachfolger das Interesse an einer Betriebsfortführung Betriebe allein in Tirol sieht er in den kommenden fünf Jahren gefährdet. Statt den» Ich möchte meine Firma so führen, dass man sie eines Tages auch verkaufen könnte. «Lambert Handl jr., Tischlerei Handl GmbH, aus dem Waldviertel jungen Leuten Mut zu machen, den Weg in die Selbstständigkeit anzutreten, vertreibt man sie. Was drohe, sei die Übernahme zahlreicher Traditionshäuser durch Hotelketten und Touristik- Multis. Falkner: Wenn die Familienunternehmen verschwinden, verschwindet auch der wichtigste Wettbewerbsvorteil des österreichischen Tourismus, nämlich die persönliche, individuelle Betreuung der Gäste. Da kommen Fremdkonzerne, in denen Roboter die Gäste bedienen. Selbst im eigenen Betrieb ist sich Falkner nicht mehr sicher, ob sich ein Nachfolger innerhalb der Familie findet. Damit ist der Tiroler Hotelier in guter Gesellschaft. Zwar planen 50 % der rund österreichischen Familienunternehmen, die Firma in den kommenden fünf Jahren an die nächste Generation weiterzugeben, doch laut dem aktuellen Family Business Austria -Report des Unternehmensberaters PwC Österreich haben nur 22 % einen soliden Plan zur Nachfolgeregelung. Rudolf Krickl, Experte für Familienunternehmen bei PwC Österreich: Damit liegen Österreichs Familienunternehmen voll im internationalen Trend. 56 COVER Enkelkinder am Zug. Familienunternehmer sind oft hoch motivierte und engagierte Patriarchen, die nicht ans Aufhören denken und die sich daher mit der Nachfolge in ihrem Betrieb erst zu einem sehr späten Zeitpunkt auseinandersetzen. Meist sind es die Enkel und nicht die eigenen Kinder, die den Betrieb übernehmen, wenn der Patriarch nicht mehr kann. Krickl: Das funktioniert in der Regel besser als eine Übernahme durch die Kinder, die ein Leben lang im Schatten des Übervaters gestanden haben. Denn meist sind Großväter mit ihren Enkeln nachsichtiger und lassen ihnen mehr Freiheiten. Damit können diese eigene Ideen besser umsetzen als ihre Eltern. Wenn Außenstehende übernehmen. Zwar wollen nur 4 % der Eigentümer ihr Familienunternehmen an Außenstehende verkaufen, aber sehr oft kommen dann doch Fremde zum Zug. Meist sind das aber langjährige Mitarbeiter, in denen der Firmenchef fast schon Familienmitglieder sieht. Die gehen die Nachfolge häufig mit großem Engagement, ganz im Sinne des Altunternehmers, an. So wie Fritz Greinecker, der vor fünf Jahren S.O.T., den oberösterreichischen Hersteller von Personenschleusen und Sicherheitstüren, übernommen hat. Davor war er sieben Jahre als Verkaufsleiter im Betrieb. Als mich Unternehmer Anton Vormair 2009 gefragt hat, ob ich das Ruder übernehmen will, habe ich nicht lange überlegt. Ich hab es mir zugetraut, und die Bank hat es mir Gott sei Dank auch zugetraut, sagt Greinecker heute. Im Gegensatz zu einem echten Familienmitglied hätte Greinecker auch Nein gesagt, wenn nicht alles gepasst hätte, denn wenn man irgendwelche Bedenken hat und sei es nur das kleinste Detail, dann sollte man es lieber lassen.» Ich hab es mir zugetraut, und die Bank hat es mir Gott sei Dank auch zugetraut. «Foto: S.O.T. Fritz Greinecker, S.O.T. Handelsgesellschaft m.b.h., aus Oberösterreich» 55 % der Familienunternehmen beklagen derzeit den Rückgang der Profitabilität ihres Unternehmens. «Mag. Yann-Georg Hansa, Familienunternehmensexperte bei KPMG Austria GmbH Foto: KPMG Viel Einsatz gefragt. Doch viele Nachfolger aus der Familie sehen sich der Tradition verpflichtet und übernehmen, auch wenn das Umfeld schwierig ist. Roman Fürst von der Autohaus Fürst GmbH aus Unterwart im Burgenland ist dafür ein typisches Beispiel. Er übernahm das Autohaus seines Vaters, in dem er 1986 als Lehrling begonnen hatte, und das, obwohl die Autobranche alles andere als einfach geworden ist. Daher hat er auch neben seinen Stammmarken Toyota und Lexus 2011 den koreanischen Anbieter Hyundai in sein Programm aufgenommen. Den dazu notwendigen Ausbau des Firmenareals hat er mit eigenem Geld finanziert. Fürst: Anders kann man in unserer Branche nicht agieren. Noch einmal würde er den Betrieb in dieser Größe aber nicht übernehmen. Der Stress, so Fürst, sei schon sehr groß: Mit vier bis fünf Mitarbeitern und rund 150 verkauften Autos pro Jahr wäre vieles leichter. Heute verkauft er 750 Fahrzeuge pro Jahr, und da hat man leider auch pausenlos das Finanzamt und den Gewerbeinspektor im Betrieb. Weniger Gewinne. Die sinkende Profitabilität ist eine der Hauptsorgen der österreichischen Familienunternehmen, wie das im Vorjahr erschienene dritte European Family Business Barometer des Unternehmensberaters KPMG zeigt. Yann-Georg Hansa, Familienunternehmensexperte von KPMG: 55 % der Familienunternehmer beklagen derzeit den Rückgang der Profitabilität ihres Unternehmens. Den immer härter werdenden Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte bezeichnen immerhin 45 % der befragten Firmenlenker als problematisch, 36 % rechnen in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Erhöhung der Personalkosten. Und 60 % bemängeln die ihrer Meinung nach immer stärker werdende Bürokratie, welche die Unternehmensführung erschwere. 67 COVER Das trifft vor allem für handwerkliche Betriebe zu, die besonders unter der Auflagenflut leiden. Lambert Handl jr. von der Tischlerei Handl GmbH aus dem Waldviertel hat dies ebenfalls erfahren müssen. Einer der ersten Aufträge, welche er nach der Übernahme der Tischlerei von seinem Vater akquirieren konnte, war auch der bislang größte in der Firmengeschichte. Er hat die Einrichtung für das Panoramarestaurant im 2010 eröffneten Luxushotel Sofitel Vienna Stephansdom hergestellt. Dazu wurden modernste Produktionsmittel angeschafft und der Betrieb vergrößert. Wichtig für die Bewältigung des bürokratischen Aufwands war da für Handl die Vernetzung mit anderen Tischlern im Kooperationsverbund Thayataler Tischler. Handl: Dieser Erfahrungsaustausch mit den Kollegen hat sicherlich zu unserer positiven Entwicklung beigetragen, denn viele der Betriebe sind ja ebenfalls übergeben worden, und die Nachfolger haben ihre Erfahrungen geschildert. Erfahrungen, von denen Handl letztlich profitieren konnte. Heute beschäftigt Handl 17 Mitarbeiter und setzt weiter auf Expansion. Ob sein Sohn oder seine Tochter einmal die Firma übernehmen wird, ist noch völlig offen. Handl denkt jedenfalls an Alternativen: Ich möchte die Firma so führen, dass man sie eines Tages auch verkaufen könnte.» Nur 22 % der österreichischen Familienunternehmen haben einen soliden Plan zur Nachfolgeregelung. «Foto: PwC Österreich Dr. Rudolf Krickl, Experte für Familienunternehmen bei PwC Österreich GmbH» Heute hat man leider pausenlos das Finanzamt oder den Gewerbeinspektor im Betrieb. «Roman Fürst, Autohaus Fürst GmbH, in Unterwart im Burgenland Foto: Autohaus Fürst Vorsichtig und beständig agieren. So wie Handl plant laut KPMG ein Großteil der österreichischen Familienunternehmen, Investitionen vor allem in Bezug auf ihr Kerngeschäft zu tätigen. Bei der Finanzierung vertrauen sie dabei auf Eigenkapital und Darlehen von Banken. Der Einstieg von externen Investitionspartnern steht für sie bei der Kapitalbeschaffung bislang nicht im Fokus, ebenso wenig die Geldbeschaffung über Risikokapitalgeber oder Crowdfunding. Yann-Georg Hansa: Österreichs Familienunternehmen agieren in finanziellen Dingen sehr konservativ und zurückhaltend. Ein Umstand, den auch PwC-Experte Rudolf Krickl hervorhebt: Nur 2 % der Familienunternehmen planen, in den nächsten fünf Jahren schnell und aggressiv zu wachsen. Damit sind Österreichs Familienunternehmen besonders vorsichtig, denn in den USA wollen immerhin 15 % der von Familien gelenkten Firmen rasch Marktanteile gewinnen. König in der Nische. Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass Österreichs Familienunternehmen 60 % ihres Umsatzes mit ausländischen Kunden erwirtschaften, wobei der Großteil davon mit deutschen Partnern erzielt wird. Rudolf Krickl hat dafür eine logische Erklärung: Unter den österreichischen Familienbetrieben finden sich viele,hidden Champions, die in ihrer Nische zur absoluten Weltspitze gehören. Da macht es auch nichts, dass Österreichs Familienunternehmen im internationalen Vergleich eher kleine Firmen sind. Den meisten heimischen Familienunternehmen dürfte aber klar sein, dass es bei Investitionen und der Festlegung eines Kurses für die Zukunft durchaus zu innerfamiliären Streitigkeiten kommen kann. Daher verfügen gleich 88 % der Firmen über einfache vertragliche Konfliktlösungsvereinbarungen zwischen den Familienmitgliedern. Weitere 6 % haben eine verbindliche mündliche Übereinkunft über Konfliktlösungsmechanismen. PwC-Experte Krickl: Das ist beachtenswert, denn damit liegt Österreich im internationalen Vergleich voran, global verfügen nur 54 % der Familienunternehmen über derartige Instrumentarien. Nur 6 % der Unternehmen in Österreich haben sich noch nie über Konfliktlösungen Gedanken gemacht und vertrauen auf den Grundsatz, dass Blut dicker sei als Wasser. 78 AKTUELL Foto: Tijana Fotolia.com Die große Depression bei den Unternehmen Der KSV1870 hat seine Mitglieder und Kunden zur Wirtschaftslage, Investitionsbereitschaft, Kreditvergabe und dem Anleihekaufprogramm der EZB befragt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. TEXT: Sandra Kienesberger Reglementierungen an allen Ecken und Enden, Canossagänge von einer Behörde zur nächsten, Bürokratie hoch drei, und der Faktor Arbeit ist unverändert teuer davon können viele Unternehmen ein Lied singen. Der KSV1870 hat im Rahmen einer Mitglieder- und Kundenbefragung die Meinung der Unternehmen erhoben. Roland Führer, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH, fasst die Lage zusammen: Für die Unternehmen ändert sich in Österreich kaum etwas zum Positiven es herrscht Stillstand bei den schwelendsten Problemen, und es gibt so gut wie keine Aussicht auf Reformen zur Entlastung der Betriebe. Schon vor einem Jahr haben wir die Unternehmen gefragt, wo sie der Schuh am stärksten drückt, und auch heuer sind ihre Wünsche wieder dieselben: Bürokratie abbauen, Lohnnebenkosten senken, Steuern senken, Kreditvergabe vereinfachen alles alte Bekannte. Was die Wirtschaft beleben würde. Dabei haben die Unternehmen eine genaue Vorstellung davon, welche Maßnahmen in Österreich für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen würden. Danach befragt, nannten die Teilnehmer Bürokratieabbau/Verwaltungsvereinfachung (32 %), Lohnnebenkosten senken (25 %), Steuern senken (20 %) und günstige Kredite für Unternehmen/erleichterte Vergabe (10 %). Der Meta-Idee der EU zur Belebung der Wirtschaft und Ankurbelung der Kreditvergabe durch Banken geben die Unternehmen hingegen kaum eine Chance auf Erfolg: 77 % erwarten 89 AKTUELL vom Anleihekaufprogramm der EZB keine Impulse für die Wirtschaft besonders skeptisch ist das Gewerbe, etwas zuversichtlicher die Industrie. TOP 10 DER MASSNAHMEN, DIE DIE WIRTSCHAFT BELEBEN WÜRDEN 1. Bürokratieabbau/Verwaltungsvereinfachung 32 % 2. Lohnnebenkosten senken 25 % 3. Steuern senken 20 % 4. Günstige Kredite für Unternehmer/ erleichterte Kreditvergabe mit günstigen Zinsen 10 % 5. Vernünftige Steuerreform/Steuerreform überarbeiten 7 % 6. Investitionsförderung durch öffentliche Hand 7 % 7. Weniger Vorschriften/Gesetze ändern/behördliche Vorschriften lockern/ gesetzliche Verordnungen, Auflagen, Bedingungen reduzieren/ weniger Regulierungen 6 % 8. Lohnsteuersenkung 6 % 9. Mehr Fördermaßnahmen 5 % 10. Bauinvestitionen/Förderung für Wohnbau/ Förderung für Sanierung und Modernisierung von Altbauten 5 % Wirtschaftsentwicklung 2015: deprimierende Aussichten. Nur 10 % der Befragten meinen, der Wirtschaft in Österreich gehe es aktuell gut oder sehr gut. 38 % der mehr als Umfrage- Teilnehmer bezeichnen die Wirtschaftslage derzeit sogar als explizit schlecht bzw. sehr schlecht. Für etwas mehr als die Hälfte stellt sich die Situation nur als befriedigend dar. Und daran soll sich dieses Jahr auch nichts mehr ändern: Nur 13 % rechnen mit einer guten bzw. sehr guten Entwicklung für das Gesamtjahr Noch immer 37 % meinen, die Lage bleibe schlecht bzw. sehr schlecht. Die Hälfte prognostiziert bestenfalls eine befriedigende wirtschaftliche Performance. Am negativsten bewerten Kleinstunternehmen die Aussichten. Große Unternehmen sind zuversichtlicher diese erwarten auch noch am ehesten eine positive Auswirkung des Anleihekaufprogramms der EZB auf die heimische Wirtschaft. Eigene Auftragslage positiv. Bedeutend besser schätzen die Befragten die eigene Auftragslage ein: Für fast die Hälfte der Befragten ist sie aktuell gut oder sehr gut. 35 % bewerten sie als befriedigend und 16 % als schlecht bzw. sehr schlecht. Und auch die Prognose für das Gesamtjahr gleicht der aktuellen Einschätzung im Wesentlichen: 46 % erwarten eine gute oder sehr gute Auftragslage für 2015, 40 % rechnen mit einer befriedigenden und 14 % mit einer schlechten bzw. sehr schlechten Auftragslage. Die Unternehmen scheinen gespalten zu sein. Ihre eigene Lage bzw. die Entwicklung für dieses Jahr bewerten die Befragten im Schnitt positiv, ganz anders aber die Gesamtwirtschaftslage, die sehr emotional beurteilt scheint. Hier zeigt sich ein Pessimismus, der die allgemeinen negativen Wirtschaftsprognosen widerspiegelt. Hinzu kommen viele Jahre mit bestenfalls mäßiger Konjunktur und ein verengter Spielraum bei der Kreditvergabe. Insgesamt scheint das viele Betriebe mürbe gemacht zu haben, so Roland Führer. Investitionen rückläufig, nur wenig fließt in F&E. Heuer planen nur 55 %, Investitionen durchzuführen, das ist ein Minus von 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders motiviert zeigen sich mittlere und große Unternehmen. Der Großteil der vorgesehenen Mittel soll 2015 in Sachinvestitionen (78 %) fließen. Nur 18 % wollen explizit in Forschung & Entwicklung allgemein bzw. in die Entwicklung neuer Produktbereiche investieren und 56 % in andere immaterielle Bereiche zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. 7 % liebäugeln mit Finanzinvestments. Vieles davon muss jedoch über Kredite finanziert werden die Hoffnungen darauf halten sich aber in Grenzen, so Führer. Kredite sind abgemeldet. Aktuell schätzen 59 % der Befragten die Vergabe als schwierig bzw. sehr schwierig ein. Am schlechtesten wurden die Chancen von Kleinstunternehmen und den Betrieben in der Steiermark, Kärnten und in Wien eingeschätzt. Kritisiert wurde, dass von den finanzierenden Stellen immer mehr unternehmerische (65 %) und private (68 %) Sicherheiten gefordert werden. Besonders die Kleinstbetriebe müssten verstärkt auch private Sicherheiten vorweisen können, ebenso wie Betriebe in der Steiermark und dem Burgenland. 41 % meinen, dass heute Kredite abgelehnt werden, die früher (vor der Krise) noch bewilligt worden wären auch hier sind die Kleinstunternehmen etwas stärker betroffen. 23 % gehen davon aus, dass Kredite nicht in der gewünschten Höhe zu bekommen sind. WIE GESTALTET SICH EINE KREDITAUFNAHME/-VERGABE HINSICHTLICH ZEIT, HÖHE USW.? W Stmk Ktn B NÖ OÖ T Sbg Vlbg Gesamt schwierig/sehr schwierig 69 % 67 % 67 % 62 % 55 % 52 % 49 % 46 % 43 % 59 % angemessen 28 % 25 % 30 % 32 % 38 % 40 % 38 % 45 % 50 % 34 % einfach/sehr einfach 3 % 8 % 3 % 6 % 7 % 8 % 13 % 9 % 7 % 7 % Wenig Interesse. Schon im vergangenen Jahr haben 64 % darauf verzichtet, einen Kredit zu beantragen, und nur wenige wollen sich in diesem Jahr darum bemühen. Allerdings sind 20 % für das aktuelle Jahr noch unentschlossen: Seit geraumer Zeit sehen wir den Trend, dass die Unternehmen versuchen, ohne Kredite auszukommen bzw. Investitionen über Eigenmittel zu finanzieren. Ob das ausreichen wird, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wird sich zeigen. Wir gehen jedenfalls davon aus, dass die Lieferantenkredite noch stärker ausgenutzt werden als bisher", so Führer. Dass bei der Kreditvergabe bzw. im Geschäftsleben die Bonität ein wichtiger Faktor ist, scheint allgemein bekannt zu sein. Zwei Drittel der Befragten weiß, dass sie eine große bzw. sehr große Rolle spielt. KREDITANTRAG FÜR 2015 GEPLANT? W Stmk Ktn B NÖ OÖ T Sbg Vlbg Gesamt nein 66 % 61 % 63 % 59 % 65 % 60 % 66 % 66 % 68 % 64 % ja 15 % 19 % 20 % 20 % 17 % 15 % 17 % 16 % 12 % 16 % weiß nicht 19 % 20 % 17 % 21 % 18 % 25 % 17 % 18 % 20 % 20 % 910 AKTUELL Ein Kulturgut pflegen und weiterentwickeln Das ist die Aufgabe des Cousin-Trios Rath, das den Glas- und Lusterhersteller Lobmeyr in der sechsten Generation führt. Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne bieten sie ihren Kunden erlesene Produkte, deren Design Jahrzehnte überdauert. Foto: Sabine Hauswirth forum.ksv: Das Traditionshaus Lobmeyr wurde 1823 gegründet. Wie kann ein Unternehmen, das eine so lange Geschichte hat, gleichzeitig so modern sein? Wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis? Andreas Rath: Es ist unsere Tradition, innovativ zu sein. Unser Ur ururgroßvater Josef Lobmeyr stellte das Unternehmen nach der Gründung auf solide Beine und investierte viel in die Bildung seiner Kinder. Ludwig Lobmeyr, der Inhaber in zweiter Generation, avancierte zur führenden Figur der Glasindustrie seiner Zeit, weil er die Qualität des Handwerks, aber auch des Designs auf die Spitze trieb. Maximen, die wir heute noch leben. Sie führen das Unternehmen zu dritt in sechster Generation. Welche Tipps haben Sie für Unternehmen, die vor einer Übergabe stehen? Da muss man sich vor Allgemeinplätzen hüten. Für manche Familienunternehmen ist es besser, wenn sie von externen Managern geführt werden. Übergeber müssen prüfen, ob die nachfolgende Generation geeignet ist, dann aber loslassen können und den Jungen die Chance geben, ihre Ideen umzusetzen. In unserer Branche gibt es nur mehr sehr wenige Familienunternehmen. Die Stärke von Lobmeyr liegt darin, dass unheimlich viel Fachwissen weitergegeben wurde das geht nur innerhalb der Familie, und das Wissen wird auf keiner Schule gelehrt. Sie leiten nicht nur eines der erfolgreichsten Familienunternehmen Österreichs, sondern sind seit neuestem gemeinsam Testimonials für den KSV1870. Was hat Sie dazu bewogen, bei der aktuellen KSV1870 Imagekampagne mitzumachen? Lobmeyr ist seit vielen Jahrzehnten Mitglied beim KSV1870, und wir nehmen Partnerschaften sehr ernst. Wir waren von der Idee begeistert, dass der KSV1870 seine Mitglieder sprechen lässt. Welchen Stellenwert nimmt Risikomanagement in Ihrem Unternehmen ein? 50 Familien leben vom Wohlergehen unseres Unternehmens, daher spielt die Kontrolle von Risiken eine große Rolle. Nachdem unsere Kunden vom Wert unserer Leistung, die sie für ihr Geld bekommen, überzeugt sind, müssen wir uns sehr selten mit Zahlungsausfällen oder Säumigkeit beschäftigen. Bei den wenigen Ausnahmen hilft uns die Mitgliedschaft beim KSV1870. Wie würden Sie die Rahmenbedingungen in Ihrer Branche beschreiben, und vor welchen Herausforderungen steht Sie in den kommenden Jahren? Unsere Branche heißt: Handwerksbetriebe, die in höchster Verfeinerung arbeiten und Entwürfe umsetzen, die auch noch nach Jahrzehnten Bestand haben. Die Rahmenbedingungen sind schwierig, weil Handwerk gegenüber der Industrie benachteiligt ist. Die Herausforderung besteht darin, unsere Stärken gut zu kommunizieren, letztendlich ist es doch etwas Besonders, wenn Handwerker, die wissen, was sie tun, Gegenstände herstellen, die das Leben anderer Menschen bereichern. Welche Erwartung hat Ihr Kundenkreis an Innovation, Design, Service und Preis? Unsere Kunden erwarten einerseits, dass wir ein Kulturgut pflegen, aber natürlich auch, dass wir es weiterentwickeln und unseren Beitrag zu den Lebenswelten von heute liefern. Service ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Produkts, weil sich unsere Kunden auf die Qualität verlassen können. Der Preis ist das Resultat aller Leistungen und damit transparent. 1011 Woran erkennt man verlässliche Geschäftspartner? Mag. Johannes Rath, Geschäftsführer Andreas Rath, Geschäftsführer Ing. Mag. Leonid Rath, Geschäftsführer An ihrem Bekenntnis zu Transparenz und Fairness. Wer sich im Geschäftsleben fair verhält, darf das auch von seinen Geschäftspartnern erwarten. Das Wiener Familienunternehmen Lobmeyr, das seit sechs Generationen die Eigenheiten von Glas und seine Gestaltungsmöglichkeiten erkundet, macht täglich vor, wie s geht. Der KSV1870 sorgt dabei für die nötige Transparenz und schützt so Unternehmen in Österreich vor finanziellen Risiken und Verlusten. Schützen auch Sie Ihr Unternehmen mit einer Mitgliedschaft beim KSV BONITÄT MONITORING INKASSO INSOLVENZ Jetzt ½ Mitgliedsbeitrag sparen und alle Vorteile sichern:12 AKTUELL Der KSV1870 zieht Bilanz! Auch heuer stand der Mai beim KSV1870 wieder ganz im Zeichen der Generalversammlung. Im Kursalon Wien wurden den Mitgliedern des Kreditschutzverband von 1870 am 21. Mai 2015 die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2014 präsentiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KSV1870 Gruppe haben einen Umsatz von rund EUR 46 Mio. erwirtschaftet. Im Informationsbereich wurden ca. 5,6 Mio. Bonitätsauskünfte über Unternehmen und Private erteilt. Der Verband hat die Interessen von Gläubigern in eröffneten Insolvenzverfahren (Firmen & Private) vertreten. Im Inkassobereich wurden rund Fälle mit einem Gesamtvolumen von EUR 138 Mio. bearbeitet. Auch im Jahr 2014 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen mit wieder leicht rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr waren aber um rund 34 % weniger Dienstnehmer und um 11,3 % weniger Gläubiger betroffen. Das ist natürlich als Entspannungssignal zu werten, hatte doch die Wirtschaft um EUR 3,4 Mrd. weniger an Verlusten zu verkraften. Diese Rückgänge verpuffen jedoch angesichts der verhaltenen Wirtschaftsprognosen, der steigenden Arbeitslosigkeit und der verringerten Kauflust der Konsumenten. Auch die öffentliche Hand ist um Konsolidierung bemüht und bremst bei den Investitionen insgesamt sehen somit auch wir keine wesentlichen Impulse zur Belebung der Wirtschaft, resümierte Johannes Nejedlik, Geschäftsführer des Kreditschutzverband von 1870, in seiner Rede. Für 2015 rechnet der KSV1870 bei den Unternehmensinsolvenzen mit einem leichten Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Positives berichtete der KSV1870 Präsident Dr. Heinz Zinner: In diesem Jahr feiern wir unser 145-jähriges Bestehen das ist ein unglaubliches Alter, das nicht nur in Österreich, sondern weltweit nur wenige Unternehmen erreichen. Stolz sind wir neben unserem Alter aber auch auf unsere Dynamik, durch die wir im Vorjahr die höchste Mitgliederzahl erreicht haben, die der KSV1870 je hatte. Für die Mitglieder und Kunden hat der KSV1870 sein Jubiläum zum Anlass genommen und eine spezielle Aktion ins Leben gerufen. Bei Unternehmensinsolvenzen werden für Forderungen bis EUR keine Vertretungskosten und bei Forderungen ab EUR 400 auch keine Gerichtsgebühren berechnet. Betreut werden die vielen Mitglieder von 400 KSV1870 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an sieben Standorten in Österreich. Geschäftsführer Karl Jagsch, das KSV1870 Präsidium und Geschäftsführer Johannes Nejedlik bei seiner Rede. Rund 350 Gäste informierten sich über das vergangene Geschäftsjahr des KSV1870. Heuer fand die Generalversammlung wieder im ansprechenden Ambiente des Kursalons Wien statt. Fotos: Anna Rauchenberger Auch KSV1870 Testimonial und Skistar Alexandra Meissnitzer, MBA, ließ sich die Veranstaltung nicht entgehen. Profigeigerin Barbara Helfgott begeisterte das Publikum im Anschluss an den formellen Teil. KSV1870 Geschäftsführer Johannes Nejedlik und KSV1870 Präsident Dr. Heinz Zinner bedankten sich bei Barbara Helfgott und ihrem Rondo Vienna, das für einen gelungenen musikalischen Abschluss sorgte. 1213 AKTUELL Johannes Nejedlik begrüßte KR Dkfm. Elisabeth Gürtler, Hotel Sacher, Eduard Sacher GmbH. Gute Stimmung in der front row : KSV1870 Geschäftsführer Karl Jagsch, Alexandra Meissnitzer, MBA, Andrea Nejedlik und KSV1870 Präsident Dr. Heinz Zinner. Alexandra Meissnitzer, MBA, mit Mag. Christian Berger, Coface Central Europe Holding AG. Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, begrüßte Mag. Kathrin Poltsch und Mag. Ulrike Ruß vom Landesgericht Graz sowie die Grazer Insolvenzchefin Mag. Herma Jonke und René Jonke, KSV1870 Niederlassungsleiter Graz. Walter Koch, Prokurist der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, im Gespräch mit Dr. Wolfgang Schubert von BLS Rechtsanwälte Boller Langhammer Schubert GmbH. KSV1870 Vorstand KR Dr. Peter Pfneisl gemeinsam mit KSV1870 Präsident Reinhold Süssenbacher und Dr. Martin Neidthart von der MN Bau & Immobilien Beratung GmbH. Mag. Oliver Krupitza, paybox Bank AG, und Franz Hill, Hill Woltron Management Partner GmbH, wurden von Johannes Nejedlik begrüßt. Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, im Gespräch mit Gerhard Prenner von der Raiffeisen Factor Bank AG und seiner charmanten Begleitung. Banker unter sich: Mag. Christian Ahlfeld, Intermarket Bank AG, unterhielt sich mit Claudia Riedmann, Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG. Die ehemalige PRISMA-Chefin Mag. Bettina Selden mit Roland Führer, MAS MBA,, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH, und Ludwig Mertes von der Acredia Versicherung AG. Mag. Otto Zotter, Leiter der Niederlassungen beim KSV1870, gemeinsam mit René Jonke, Leiter Niederlassung Graz. DI Katharina Trappitsch-Budasch, MBA, Vertriebsleiterin bei der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, mit Mag. Wolfgang Lehofer und Gerlinde Zeininger von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG. Die KSV1870 Führungsriege nach dem offiziellen Teil. Karl Jagsch gemeinsam mit WirtschaftsBlatt -Urgestein und jetzigem Unternehmer Dr. Peter Muzik und dem ehemaligen KSV1870 Geschäftsführer Klaus Hierzenberger. Das KSV1870 Team bedankt sich herzlich für Ihr Kommen! 1314 AKTUELL Foto: chones Fotolia.com Herausfordernde Effizienz Eine Menge Unklarheiten und Rechtsunsicherheit begleiten das Energieeffizienzgesetz, das am 1. Jänner 2015 in Kraft getreten ist. Das neue Gesetz birgt aber auch Chancen sogar für KMU, die gar nicht davon betroffen sind. TEXT: Sonja Tautermann 20 % mehr Energieeffizienz bis 2020 das ist das ehrgeizige Ziel des Bundes-Energieeffizienzgesetzes (EEffG), das 2014 beschlossen wurde. Hintergrund ist eine verpflichtende EU-Richtlinie aus dem Jahr Sowohl Unternehmen mit großem Energieverbrauch als auch Energielieferanten sind nun in die Pflicht genommen. Für Großunternehmen ist entweder die Durchführung eines externen Energieaudits alle vier Jahre oder die Einführung eines Energiemanagementsystems mit internem oder externem Audit verpflichtend. Der Unterschied? Beim Energieaudit werden ener gierelevante Unternehmensdaten durch einen zertifizierten Auditor analysiert, Begehungen der energieverbrauchenden Anlagen vor Ort inklusive. Der Auditor schlägt Maßnahmen vor, die in den Bericht einfließen. Zuletzt erfolgt die Meldung an die Monitoringstelle damit sind die Mindestanforderungen des EEffG erfüllt. Bei der Einführung eines Managementsystems ist es deutlich anders, sagt Ewald Sarugg von der Firma Denkstatt, der als Senior Consultant Audits durchführt und Firmen bei der Einführung von Managementsystemen unterstützt. Maßnahmen werden gemeinsam mit einem internen Team erarbeitet, Zuständigkeiten geklärt, Fristen gesetzt und Reportings für die Geschäftsführung erstellt. Neben der Analyse werden auch klare Energiekennzahlen definiert, sodass der Betrieb laufend über die Energieeffizienz Bescheid weiß und bei Bedarf gegensteuern kann. Das bringt auch langfristig mehr: Es ist erwiesen, dass ein Managementsystem mittelfristig eine deutlich höhere Einsparung im Unternehmen generiert. Viele Fragen offen. Es gibt bisher nicht genügend zertifizierte Auditoren, und auch die Monitoringstelle (Österreichische Energieagentur) wurde erst im Mai endgültig bestellt. Das größte 1415 AKTUELL Problem für die Energieversorgungsunternehmen: Dass es keine Rechtssicherheit in Bezug auf die Maßnahmen gibt, die gesetzt werden, so Cristina Kramer, Referentin der WKO für Umwelt- und Energiepolitik. Zwar stünden Großmaßnahmen bereits zur Verfügung. Der Katalog der Kleinmaßnahmen, vom Kühlschranktausch bis zum Spritspartraining, fehlt hingegen. Da die Monitoringstelle keine Behörde sei, gebe es auch keine Möglichkeit, sich gegen eine Entscheidung zu wehren. Maßnahmen, die getroffen werden, könnten innerhalb von zwei Jahren von der Monitoringstelle beanstandet werden. Auch Sarugg sagt: Sie könnten viele Zertifikate kaufen doch dann sagt die Monitoringstelle womöglich: 30 % werden nicht anerkannt, du musst 20 Cent pro kwh zahlen. Das löst Stress aus. Es gibt teilweise widersprüchliche Aussagen, man kann sich oft nur auf das Gefühl verlassen das ist natürlich nicht ausreichend. Keine Einsparverpflichtung für Unternehmen. Die verpflichteten Energielieferanten haben künftig pro Jahr Energieeffizienzmaßnahmen im Umfang von 0,6 % ihrer Vorjahresenergieabsätze nachzuweisen. Dabei geht es nicht darum, dass sie weniger Energie verkaufen, sondern Maßnahmen zu setzen oder zuzukaufen, die die Energieeffizienz verbessern. Andernfalls fallen teure Ausgleichszahlungen von 20 Cent pro kwh an. Großunternehmen hingegen sind nur zu Energieaudits verpflichtet die dabei erarbeiteten Energieeffizienzmaßnahmen müssen nicht umgesetzt werden. Dennoch versuchen Energielieferanten, ihre ENERGIEEFFIZIENZGESETZ WEN ES BETRIFFT! KMU: sind nicht betroffen Große Unternehmen: mit über 250 Mitarbeitern oder mehr als EUR 50 Mio. Umsatz oder mehr als EUR 43 Mio. Bilanzsumme Energielieferanten: mit über 20 GWh Absatz Strafen: Verwaltungsstrafbestimmungen, je nach Betriebsgröße und Umsatz Große Unternehmen, die ihrer Meldepflicht gegenüber der Monitoringstelle bezüglich Energieaudit oder Energiemanagementsystem nicht nachkommen: bis zu EUR Falsche Angaben von Energielieferanten: bis zu EUR Energielieferanten, die ihren Energiesparverpflichtungen nicht nachkommen: bis zu EUR Nähere Details unter nunmehrige Einsparverpflichtungen durch Energieeffizienzzuschläge an große Unternehmen abzugeben, sagt Otto Kalab von der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft der WKO Oberösterreich. Sie nehmen also einfach den Worst Case und schlagen es in der Rechnung über den Energieabsatz an das Unternehmen drauf. Das Unternehmen hat dann die Möglichkeit, diese Zahlungen zurückzubekommen, wenn es Energieeffizienzmaßnahmen an das Energieversorgungsunternehmen kostenlos überträgt, so auch Sarugg. Laut einem Rechtsgutachten, das die WKO einholen ließ, sind solche Kostenabwälzungen aber nicht erlaubt. Denn fiktive Kosten, die den Energielieferanten erst Anfang 2016 entstehen, dürfen demnach nicht vorab weiterverrechnet werden. Die WKO rät ihren Mitgliedern dazu, Energieeffizienzbeiträge nicht zu akzeptieren und bereits bezahlte Beiträge zurückzufordern. Sei der Lieferant unkooperativ, könne ein Lieferantenwechsel helfen. Gewinn durch Energieeffizienz auch für KMU. Warum sich das Umsetzen der Energieeffizienzmaßnahmen für Unternehmen lohnt: Maßnahmen können entweder gefördert oder gehandelt werden. Maßnahmen, die handelbar sind, können über Handelsplattformen verkauft werden, sagt Kramer und verweist auf Plattformen wie One Two Energy, e-effizienz oder ETHUS. Der Verkauf kann auch direkt an ein Energieversorgungsunternehmen erfolgen das gilt übrigens ebenso für KMU. Die Förderung sei speziell bei größeren Maßnahmen höher als der Verkauf an einen Energieversorger, so Sarugg. Viele Maßnahmen würden aber nicht unter das Förderregime fallen und könnten somit alternativ an Energieversorgungsunternehmen verkauft werden: Das regt viele Unternehmen an, kreativ mit der Maßnahmenumsetzung umzugehen, da sie ein Zusatzgeld machen können. Kostenfaktor oder Chance? Richtig gemacht, kann das EEffG also viel bringen, sagt der Auditor: Wenn ich z. B. nur ein Audit mache, um das Gesetz auch mit minimalem Aufwand zu erfüllen, dann ist es tatsächlich ein Kostenfaktor und ein unnötiger noch dazu. Wenn ich es aber als Chance sehe und aus dieser Situation das Beste mache und mir gute Leute ins Haus hole, die mit mir gemeinsam an einer Optimierung arbeiten, dann wird das niemals nur ein Kostenfaktor sein, sondern ein Vielfaches an Profit ins Unternehmen zurückfließen lassen. 1516 NEWS KSV.NEWS Spenden von KSV1870 Event für Stiftung Kindertraum Auf der diesjährigen KSV1870 Kreditschutztagung standen die Insolvenzursachen im Mittelpunkt. Zur Abrundung des Themas widmete sich der Leadership-Trainer und Erfolgscoach Mag. Gregor Heiss aber auch den Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Die zahlreichen Gäste hatten am Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, sein aktuelles Buch 31 It Never Was a Secret gegen eine kleine Spende mitzunehmen. Insgesamt konnten auf diese Weise EUR gesammelt werden. Der KSV1870 Geschäftsführer Johannes Nejedlik hat dieses Geld an Gabriela Gebhart, Geschäftsführerin der Stiftung Kindertraum, übergeben. Mit dem Betrag werden drei Herzenswünsche schwer kranker oder behinderter Kinder erfüllt. Nähere Informationen unter Businesscup 2015: Der KSV1870 mit Freunden auf dem Eis! Ebenfalls für einen guten Zweck trat der KSV1870 gemeinsam mit einigen Geschäftspartnern am 9. April in der Albert-Schultz-Eishalle zum Businesscup an. Ziel der Veranstaltung ist es, Talente und Nachwuchsspieler des Vereins zu fördern. Der KSV1870 unterstützte die Aktion und stellte zwei Mannschaften, die auf dem Eis gegeneinander antraten. Vorab wurde jeder Mannschaft ein Coach zur Seite gestellt, und selbstverständlich erhielten die Spieler Dressen und alles, was sonst noch zu einer professionellen Ausrüstung dazugehört. Nähere Informationen unter Austria s Leading Companies 2015: Bewerb geht in nächste Runde Auch heuer veranstaltet der KSV1870 gemeinsam mit dem WirtschaftsBlatt und PwC Österreich wieder den Businessbewerb Austria s Leading Companies. Prämiert werden die nachhaltig erfolgreichsten Unternehmen Österreichs. Alle Einreichungen werden geprüft und die Sieger anhand eines speziell entwickelten objektiven Kennzahlensystems ermittelt. Die Teilnahme ist ab sofort unter möglich. Alle Zahlen, Daten und Fakten können auch über das diesem Heft beiliegende Datenerhebungsblatt bekannt gegeben werden. Ab in den Beirat! Walter Koch, Prokurist der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, wird nicht müde, die Interessen der Inkassowirtschaft zu vertreten. Im März wurde der Präsident des Inkassoverbandes Österreich nun auch in den wissenschaftlichen Beirat der deutschen Zeitschrift zfm Zeitschrift für das Forderungsmanagement aufgenommen. JUNIOR-Wettbewerb Mag. Barbara Wiesler, Niederlassungsleiterin KSV1870 Klagenfurt, kürte am 7. Mai als Jurymitglied das beste JUNIOR-Unternehmen Kärntens. Dabei handelt es sich um einen Schulwettbewerb, bei dem Schüler auf Projektebene ein Unternehmen gründen. Dieses wird abschließend bewertet, und die besten Betriebe werden gekürt. 120 Besucher ließen sich die Vorstellung der Jungunternehmer nicht entgehen. 1617 NEWS Wer zählt die Häupter, nennt die Namen Auch in den vergangenen Monaten war wieder das Fachwissen der KSV1870 Experten gefragt. Gerne haben sie es bei verschiedenen Gelegenheiten zur Verfügung gestellt René Jonke / 2. Alexander Vieh / 3. Karolina Anic / 4. Marco Pinter / 5. Mag. Otto Zotter / 6. Erich Grausgruber / 7. MMag. Klaus Schaller / 8. Dr. Hans-Georg Kantner RENÉ JONKE 1 Niederlassungsleiter KSV1870 Graz, tourte im April und Mai durch die Schulen der Steiermark und gab im Rahmen von Workshops und Vorträgen einen Einblick in die Themenbereiche Bonitätsbewertung/Rating, Bilanzanalyse, Forderungsmanagement, Insolvenzrecht. Er besuchte folgende Schulen: BHAK Grazbachgasse in Graz sowie eine Abendklasse für Berufstätige, HLW Fohnsdorf, BHAK Hartberg, HLW Deutschlandsberg. ALEXANDER VIEH 2 Leiter KSV1870 Privatinformation, präsentierte am 17. April den etwa 40 Mitgliedern der kriminalistischen Studiengemeinschaft in der Landespolizeidirektion Steiermark zur Unterstützung des Bereichs Betrugsprävention die KSV1870 Asset-Datenbank sowie die KSV1870 Ausweisprüfung mit ihren möglichen Anwendungsgebieten. QUER GELESEN KAROLINA ANIC 3 und MARCO PINTER 4, KSV1870 Experten Forderungsmanagement, stellten am 15. April den 50 Besuchern des Jüdischen Beruflichen Bildungszentrums die Tätigkeitsfelder des KSV1870 vor. Der Schwerpunkt des Besuches lag bei den Aufgaben des Forderungsmanagements. MAG. OTTO ZOTTER 5 Niederlassungsleiter KSV1870 Linz, kürte als Jurymitglied beim CastingDay am 20. April im Technology & Innovation Center (TIC) Steyr die beste Geschäftsidee beim Wettbewerb business pro austria. Die Veranstaltung verfolgten 50 Gäste. ERICH GRAUSGRUBER 6 Niederlassungsleiter KSV1870 Salzburg, referierte am 25. April vor 25 Bachelor-Absolventen des ITS-Studienganges der FH Urstein in Salzburg über den Themenkomplex Externes Controlling und Risikomanagement. MMAG. KLAUS SCHALLER 7 Niederlassungsleiter KSV1870 Tirol, stellte den Besuchern des Businessfrühstücks der Raiffeisenbank Hall am 7. Mai die KSV1870 Gruppe näher vor. Anschließend analysierte er die Entwicklung der Insolvenzen in Tirol. DR. HANS-GEORG KANTNER 8 Leiter KSV1870 Insolvenz, sprach beim ReTurn Breakfast in Klagenfurt (Forum Restrukturierung und Turnaround) am 26. März über Performen in der Krise (20 Gäste). Am 27. März stand wieder ein Besuch bei der Ringvorlesung Wirtschaft und Ethik an der Wirtschaftsuniversität Wien an. 50 Studenten lauschten dem Sinn und Segen der Pleite. Und auch am Junganwältetag stand Dr. Kantner den Jungadvokaten am 21. April bei all ihren Fragen rund um eine Kanzleigründung zur Verfügung. GRÜNDER BRAUCHT DAS LAND STEIERMARK! Um diese zu unterstützen, findet seit zwei Jahren eine Gründermesse in Graz statt. Hier finden die Neo- Unternehmer alle für sie relevanten Informationen an einem Ort. Die KSV1870 Experten René Jonke, Niederlassungsleiter Graz, und Christian Reinisch, Account Manager, informierten die vielen Besucher am 25. April ausführlich darüber, wie sie die Services und Dienstleistungen des KSV1870 in den Unternehmensalltag integrieren können. Optimierung Auf leicht verständliche Art und Weise erklärt uns der Autor, wie man mit geringem Aufwand seine Ziele erreicht. Zudem wird informiert, wie man Ressourcen optimal nutzen kann und wie man die Lösung für ein kompliziertes Problem findet. Die vorgestellten Szenarien reichen von Ablaufplanungen über den Aufbau eines Energienetzes und anderer technischer Strukturen bis hin zu Fragen des täglichen Lebens. Frank-Michael Dittes Optimierung Wie man aus allem das Beste macht Verlag: Springer 2015, XIII, 166 S., 57 Abb., 11 Abb. in Farbe Preis Softcover: EUR 17,47 ISBN: Preis E-Book: EUR 12,99 ISBN: Bilanzieren leicht gemacht Das neue Praxishandbuch unterstützt Sie bei der Erstellung von Jahresabschlüssen nach UGB oder IFRS. Vergleiche der differierenden Regelungen, viele Praxisbeispiele und tabellarische Übersichten bieten ein optimales Hilfsmittel. Auch die Änderungen laut dem Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 und die neuen Standards IFRS 9 (Finanzinstrumente) bzw. IFRS 15 (Umatzrealisierung) wurden mit aufgenommen. Christian Steiner, Aleksandar Jankovic UGB vs IFRS Der Jahresabschluss im Vergleich Verlag: Manz 2015, XVI, 294 S., flexibler Einband Preis: EUR 54,00 ISBN: Nachfolger gesucht In diesem Buch finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die richtigen Lösungen im Übernahmeund Nachfolgeprozess. Mit dabei ist auch eine Studie, die aufzeigt, woran Unternehmen am häufigsten scheitern, und ein paar wichtige Eckpunkte, was vor, während und nach einer gelungenen Nachfolge zu beachten ist, wie z. B. rechtliche und betriebswirtschaftliche Überlegungen. Harald Schützinger Erfolgreiche Unternehmensnachfolge Verlag: Linde 2015, 1. Aufl., 260 S. Preis kartoniert: EUR 55,00 ISBN:18 GLÄUBIGERSCHUTZ Gläubigerschutz Aktuelles aus Rechtsprechung und richterlicher Praxis Abschlussprüferhaftung: Verjährung/Schäden Dritter Abschlussprüfer, die vorsätzlich oder fahrlässig ihre Pflichten verletzen, sind der Gesellschaft und, wenn ein verbundenes Unternehmen geschädigt worden ist, auch diesem zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Ein solcher Anspruch verjährt binnen fünf Jahren. Die Frist beginnt für den Bereich bloß fahrlässiger Schadensverursachung durch den Abschlussprüfer von Kenntnis des Schadens und Schädigers unabhängig mit Eintritt des (primären) Schadens; bei Ansprüchen Dritter ist das die durch den Bestätigungsvermerk veranlasste Vermögensdisposition (9 Ob 60/12g; RIS-Justiz RS [T2]). Für eine vorsätzliche Schadenszufügung auch im Sinne eines einfachen Vorsatzes ist die Verjährungsfrist hingegen eine subjektive. Bei vorsätzlicher Pflichtverletzung des Abschlussprüfers ist der Beginn der fünfjährigen Verjährungsfrist daher nicht mit der Entstehung des Schadens, sondern erst mit Kenntnis des Geschädigten von Schaden und Schädiger anzusetzen (RIS-Justiz RS [T7]). Abweichende Vorschriften in den Allgemeinen Auftragsbedingungen für Abschlussprüfungen (AAB AP 2006) führen zu keiner rechtswirksamen (vertraglichen) Verkürzung der fünfjährigen Verjährungsfrist. Diese hat zwingenden Charakter im Sinne eines verbindlich normierten Mindeststandards (4 Ob 89/04y). Der Abschlussprüfer haftet (auch) Dritten, die wegen eines erkennbar unrichtigen Jahresabschlusses Vermögensschäden erlitten haben. Der Vertrag zwischen einem Abschlussprüfer und der geprüften Gesellschaft ist ein Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter, nämlich zugunsten jener (potenziellen) Gläubiger der geprüften Gesellschaft, die durch die Veröffentlichung des Bestätigungsvermerks angesprochen werden sollen und dann bei ihren wirtschaftlichen Dispositionen davon ausgehen können, dass Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht ihres (potenziellen) Schuldners nach fachmännischer Ansicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Prüfungsauftrag wird zwar von der Gesellschaft erteilt, hat aber, weil es um die Erfüllung einer gesetzlichen Prüfpflicht geht, den zwingenden gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, sodass die Veröffentlichung des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers und die damit bezweckte Information (potenzieller) Gläubiger der geprüften Gesellschaft jedenfalls Vertragsinhalt wird (RIS-Justiz RS ). Anmerkung: Im Anlassfall klagte der Erwerber von Genussscheinen, die in Form eines Schneeballsystems bzw Pyramidenspiels vertrieben wurden, die Abschluss- und Konzernprüferin der die Genussscheine vertreibenden Gesellschaften. Der OGH geht in der Erklärung noch auf Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Beweis der Schadenersatzvoraussetzungen ein. Der OGH hat sich in letzter Zeit auch in anderen Erklärungen mit der Abschlussprüferhaftung beschäftigt, auf die aus Platzgründen in der Anmerkung nur kurz hingewiesen wird. In allen geht der OGH von einer Dritthaftung des Abschlussprüfers aus und erörtert diverse Detailfragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Kausalität der Bestätigungsvermerke für die Anlegerentscheidung und mit der Verjährung der Ersatzansprüche: vgl OGH , 6 Ob 252/12w; OGH , 8 Ob 105/13v; OGH , 7 Ob 194/13z; OGH , 10 Ob 46/13g; OGH , 10 Ob 48/13a; OGH , 4 Ob 210/13 f. ZIK 2015/48 ABGB: 1295, 1296 UGB: 275 AAB AP 2006: Punkt 8 Abs 3 und 4 OGH , 5 Ob 208/13v Behandlung konkurrierender Eröffnungsanträge von Gläubiger und Schuldner Auf Antrag eines Gläubigers ist das Insolvenzverfahren unverzüglich zu eröffnen, wenn er eine Insolvenzforderung glaubhaft macht und der Schuldner zahlungsunfähig ist. Anders als vor Inkrafttreten des IRÄG 2010 kann der Schuldner das vom Gläubiger begehrte Insolvenzverfahren nicht mehr mit einem Ausgleichsantrag abwehren. Die Bezeichnung als Sanierungsverfahren hat zwar Vorrang vor dem Konkursverfahren, doch darf ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens das Konkurseröffnungsverfahren nicht verzögern. Die Einleitung eines Sanierungsverfahrens kann nur vom Schuldner erwirkt werden, wobei er vor dem Eröffnungsbeschluss des Gerichts einen zulässigen Sanierungsplan vorlegen muss. Der Plan soll, muss aber nicht vorbereitet sein, sondern es reicht, wenn er den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Beantragt der Schuldner ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung und fehlt im Antrag das gesetzlich vorgeschriebene Vorbringen bzw sind ihm nicht alle vorgeschriebenen Urkunden angeschlossen, so ist der Schriftsatz zur Verbesserung zurückzustellen und erst bei nicht fristgerechter Verbesserung der Konkurs zu eröffnen. Die Möglichkeit eines Verbesserungsauftrages soll dem Schuldner dazu dienen, irrtümliche Versäumnisse oder Ungenauigkeiten zu korrigieren; die Frist darf vom Insolvenzgericht aber nicht so lange bemessen werden, dass dem Schuldner noch Zeit gegeben wird, die erforderlichen Unterlagen überhaupt erst zu erstellen (ErläutRV zum IRÄG 2010, 612 BlgNR 24. GP 30). Vergleichbar dem Verbesserungsverfahren im Zivilprozess ist bei rechtsmissbräuchlicher Inanspruchnahme des Institutes der Verbesserung kein Verbesserungsauftrag zu erteilen, insbesondere dann, wenn Anhaltspunkte für eine Verschleppungsabsicht der Partei vorliegen. Wird (wie im Anlassfall) ein mangelhafter Antrag auf Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung nach Beschlussfassung des Insolvenzgerichts über die Eröffnung eines Konkursverfahrens, wenngleich vor Eintritt von dessen Wirkungen, mit dem Folgetag eingebracht, kann er jedenfalls nicht mehr zur Einleitung eines Sanierungsverfahrens führen. ZIK 2015/31 IO: 2 Abs 1, 70, 167, 169, 252 AO: 7 ZPO: 84, 85 OLG Wien , 28 R 271/14z Vollstreckbarer Räumungsauftrag des Insolvenzgerichts an den Schuldner Durch die Eröffnung eines Konkursverfahrens wird das gesamte der Exekution unterworfene Vermögen des Schuldners seiner freien Verfügung entzogen. Dieser bleibt zwar Eigentümer der Insolvenzmasse, das alleinige Verwaltungs- und Verfügungsrecht hat aber der Masseverwalter. Dieser ist der gesetzliche Stellvertreter des Schuldners hinsichtlich des konkursverfangenen Vermögens. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens verliert der Schuldner daher auch sein Gebrauchsrecht an den in die Masse fallenden Liegenschaften, Häusern, Eigentumswohnungen oder Superädifikaten. Die Frage, ob und inwieweit dem in einem zur Insolvenzmasse gehörigen Haus wohnenden Schuldner Räume zu überlassen oder diese von ihm zu räumen sind, ist nicht im Prozessweg zu entscheiden, sondern vom Insolvenzgericht im Rahmen des Konkursverfahrens (LGZ Wien 39 R 34/03v). Erst das Ausscheiden aus der Insolvenzmasse beendet die Befugnis und Verpflichtung des Insolvenzgerichts, darüber zu entscheiden und allenfalls vollstreckbare Anordnungen zu treffen. Das Insolvenzgericht hat alle Maßnahmen zu treffen, die zur Sicherung der Masse dienlich sind. Als Sicherungsmaßnahmen kommen auch Gebote und Verbote an den Schuldner in Betracht, die mittels vollstreckbarer gerichtlicher Verfügung ergehen können. Über Antrag des Masseverwalters kann das Insolvenzgericht einen Räumungsauftrag an den Schuldner erteilen, der nach den Bestimmungen der Räumungsexekution zu vollziehen ist. Der Masseverwalter ist nicht genötigt, gegen den Schuldner mit Räumungsklage vorzugehen. ZIK 2015/72 IO: 5, 78 Abs 1 EO: 349 OLG Wien , 28 R 305/14z 1819 RECHTSTIPPS Rechtstipps Wichtige OGH-Urteile für Unternehmen Zivilrecht Mehrkosten: Hinweis auf die Überschreitung des Kostenvoranschlags Sachverhalt: Der Kläger klagte auf Zahlung des restlichen Werklohns wegen diverser Mehr- und Zusatzleistungen in Zusammenhang mit einem Bauauftrag. Dabei hatte er die beträchtliche Überschreitung des Kostenvoranschlags dem beklagten Auftraggeber nicht mitgeteilt. Die Mehrkosten waren ua auf unrichtige Massen- und Mengenkalkulationen sowie Erschwernisse beim Materialtransport zurückzuführen. Der OGH wies die Klage ab. Entscheidung: Grundsätzlich muss der Unternehmer selbst bei einem Kostenvorschlag ohne Gewährleistung eine beträchtliche Überschreitung unverzüglich anzeigen. Nur wenn die Umstände, die zu Mehraufwendungen führen, in der Sphäre des Auftraggebers liegen, ist nach der Rechtsprechung die unverzügliche Anzeige der Überschreitung des Kostenvoranschlags nicht notwendig. Unterlässt der Unternehmer die Anzeige, verwirkt er jeden Anspruch wegen Mehrarbeit, selbst dann, wenn der Auftraggeber eine beträchtliche Überschreitung des Kostenvoranschlags aus den Umständen vermuten musste. Nur wenn der Auftraggeber in einem solchen Fall nach den Umständen zweifelsfrei einer Vertragsänderung sowohl hinsichtlich des herzustellenden Werks als auch hinsichtlich des dafür gebührenden Werklohns zustimmt, kann grundsätzlich der höhere Werklohn verlangt werden. Urheberrecht (OGH , 4 Ob 128/14y) YouTube: Verwertung von Videos durch Dritte zu kommerziellen Zwecken? Sachverhalt: Die Klägerin hatte ein Video über einen Polizeieinsatz hergestellt und auf das Internet- Videoportal YouTube hochgeladen. Die Beklagte ist Medieninhaberin einer Tageszeitung. Sie veröffentlichte einen Artikel über den Polizeieinsatz und illustrierte ihn mit vier Standbildern, die sie dem hochgeladenen Video entnommen hatte. Weder die Klägerin noch die YouTube LLC hatten dieser Nutzung zugestimmt. Die Klägerin beantragte, der beklagten Medieninhaberin mit einstweiliger Verfügung die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige Verwertung von Standbildern des Videos zu verbieten. Die Medieninhaberin brachte dagegen vor, dass sich aus den Nutzungsbedingungen von YouTube die Zulässigkeit der Verwertung ergebe. Der OGH bestätigte den Erlass der einstweiligen Verfügung gegen die Medieninhaberin. Entscheidung: Punkt 8.1.B. der YouTube-Nutzungsbedingungen sieht zwar eine vom Rechteinhaber erteilte Werknutzungsbewilligung für (dritte) Nutzer vor, dies aber nur, soweit dies durch die Funktionalität der Dienste und im Rahmen dieser Bestimmungen gestattet wird. Durch den Hinweis auf den Rahmen dieser Bestimmungen wird auf die allgemeinen Nutzungsbeschränkungen in Punkt 5. der Nutzungsbedingungen verwiesen. Gestattet ist nach Punkt 5.1.L. der Nutzungsbedingungen und zwar nur das Streaming zu nicht kommerziellen Zwecken im Rahmen der Funktionalität der Dienste ; weitergehende Nutzungen müssten nach Punkt 5.1.M. daher entweder vom Rechteinhaber oder von YouTube schriftlich erlaubt werden. Da weder die Klägerin noch YouTube LLC der Nutzung zugestimmt hatten, durfte das beklagte Medienunternehmen die Bilder nicht verwerten. Wettbewerbsrecht (OGH , 4 Ob 82/14h) Abwerben von Mitarbeitern Zusage der Übernahme der Vertragsstrafe Sachverhalt: Die Klägerin und die Beklagte betreiben Handel mit Chemikalien. Anfang 2013 beendeten zwei Arbeitnehmer der Klägerin ihr Dienstverhältnis, die bereits seit mehreren Jahren bei der Klägerin tätig waren, über einen großen Erfahrungsschatz und wichtige Lieferanten- und Kundenkontakte verfügten und in der Folge ein Arbeitsverhältnis zur Beklagten begründeten. Beide Arbeitnehmer hatten sich in ihren Dienstverträgen im Rahmen einer Konkurrenzklausel ua verpflichtet, während eines Zeitraums von zwölf Monaten, beginnend mit dem Ende des Dienstverhältnisses, keine entgeltlichen oder unentgeltlichen Tätigkeiten für ein in einem oder mehreren Gebieten des Dienstgebers tätiges Handelsunternehmen einzugehen; die vereinbarte Vertragsstrafe war ein Jahresbruttobezug. Die Arbeitnehmer befürchteten, dass die Konkurrenzklausel Schwierigkeiten bereiten könnte; die Beklagte gab daher noch vor dem Wechsel eine entsprechende Schadloserklärung ab. Die Klägerin beantragte, mit einstweiliger Verfügung der Beklagten aufzutragen, es zu unterlassen, die Mitarbeiter abzuwerben, sowie die Beschäftigung zu verbieten. Der OGH wies dieses Begehren ab. Entscheidung: Das Ausnützen fremden Vertragsbruchs ist auch wenn es zu Zwecken des Wettbewerbs geschieht nicht wettbewerbswidrig an sich, es sei denn, der Dritte hat den Vertragsbruch bewusst gefördert oder sonst aktiv dazu beigetragen. Der OGH betont, dass die Wettbewerbsfreiheit auch die Nachfrage nach Mitarbeitern umfasst. Unternehmen haben ebenso wenig einen Anspruch auf den Mitarbeiterbestand, wie sie einen Anspruch auf einen Kundenbestand haben. Das Abwerben oder Ausspannen von Mitarbeitern eines Mitbewerbers ist daher für sich allein selbst dann noch nicht wettbewerbswidrig, wenn es unter Verleitung zum Vertragsbruch erfolgt. Erst durch Hinzutreten besonderer Begleitumstände, die den Wettbewerb verfälschen, insbesondere, wenn das Abwerben unter Irreführung oder mittels aggressiver geschäftlicher Handlung vorgenommen wird, wird ein wettbewerbsrechtlich verpöntes Verhalten verwirklicht. Im konkreten Fall wurden keine unlauteren Begleitumstände, wie etwa Täuschung oder Ausübung von Druck oder andere aggressive geschäftliche Handlungen, festgestellt. Die Beklagte hatte von sich aus auch keine abwerbenden Handlungen vorgenommen. Das Versprechen von Prämien ( Wechselprämie ) oder sonstigen Vorteilen zum Zweck des Abwerbens ist daher grundsätzlich zulässig. Hinweis: Nach der Rechtsprechung vor der UWG-Novelle 2007 galt es als Förderung des Vertragsbruchs des Dienstnehmers und damit als sittenwidrig im Sinne des 1 UWG, wenn sich der neue Dienstgeber verpflichtete, den neuen Mitarbeiter im Fall des Bruchs der Konkurrenzklausel die Konventionalstrafe zu ersetzen. Der OGH wendet sich im Lichte des jüngeren Schrifttums von dieser allgemeinen Ansicht ab und erklärt, dass die Übernahme einer Wechselprämie unter gewissen Voraussetzungen grundsätzlich zulässig sein kann. Welche konkreten Begleitumstände zu einer möglichen Wettbewerbswidrigkeit der Übernahme der Wechselprämie führen können, hat das Höchstgericht aber offengelassen. Es bleibt aber jedenfalls Vorsicht geboten. (OGH , 4 Ob 125/14g) 1920 STEUERTIPPS Steuertipps IASB veröffentlicht Änderungen am IFRS für kleine und mittelgroße Unternehmen Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 21. Mai 2015 begrenzte Änderungen an seinem International Financial Reporting Standard für kleine und mittelgroße Unternehmen (IFRS für KMU) veröffentlicht. Die Vorschläge resultieren aus der ersten umfassenden Überprüfung des Standards, welche im Jahr 2012 begonnen wurde. Die Mehrzahl der Änderungen stellt bestehende Vorschriften klar oder fügt unterstützende Leitlinien hinzu. Eine wesentliche Neuerung besteht nach Auffassung des IASB darin, dass KMU erlaubt wird, das Neubewertungsmodell für Sachanlagevermögen anzuwenden. Zudem erfolgte eine Angleichung beim Ansatz und der Bewertung latenter Steuern an die aktuellen Regelungen des IAS 12 Ertragsteuern. Eine Vielzahl von Ländern sieht eine freiwillige oder verpflichtende Anwendung der IFRS für KMU vor. In Österreich hat der Standard dagegen nur eine untergeordnete Relevanz. Die Anpassungen am IFRS für KMU treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Jänner 2017 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Pressemitteilung steht auf der Internetseite des IASB zum Download zur Verfügung (Link: ifrs.org/alerts/pressrelease/documents/2015/ifrsfor-smes-review-press-release-may2015.pdf) Neue Richtlinien zu den lohnschutzrechtlichen Bestimmungen des AVRAG Die kürzlich veröffentlichten umfassenden LSDB- Richtlinien 2015 des Sozialministeriums (BMASK /0006-VII/B/9/2015) dienen als Auslegungsbehelf zu den seit 1. Jänner 2015 geltenden strengeren lohnschutzrechtlichen Bestimmungen des AVRAG. In der Folge soll ein kurzer Überblick über die wesentlichen Aussagen dieser Richtlinien gegeben werden. Kontrolle des Mindestentgelts Unter Entgelt ist der arbeitsrechtliche weite Entgeltbegriff (jegliche Gegenleistung für die erbrachte Arbeitsleistung) zu verstehen. Kontrolliert wird im Rahmen der Lohnkontrolle die Einhaltung des gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Mindestentgelts. Der Lohnkontrolle unterliegen aber nicht Zahlungen, die (gemäß 49 Abs 3 ASVG) nicht der sozialversicherungsrechtlichen (SV-) Beitragspflicht unterliegen. Beispielsweise gilt: Urlaubsersatzleistung und Kündigungsentschädigung unterliegen der Lohnkontrolle (gilt nicht bei der Entsendung nach Österreich). Die gesetzliche Abfertigung unterliegt nicht der Lohnkontrolle. Die SV-Beitragsfreiheit für Auslagenersätze (zb Tagesgelder) richtet sich nach der Steuerfreiheit. Soweit Tagesgelder steuerfrei sind, unterliegen sie nicht der Lohnkontrolle; insoweit Tagesgelder steuerpflichtig, damit auch SV-beitragspflichtig sind, unterliegen sie der Lohnkontrolle. In den Richtlinien sind definitive Aussagen unterblieben, inwieweit freiwillig gewährte Entgeltansprüche oder bestehende Überzahlungen der jeweiligen Entgeltbestandteile (zb aufgrund einer Betriebsvereinbarung oder des Arbeitsvertrages) untereinander gegenüber Unterzahlungen angerechnet werden können. Erwähnt wird lediglich, dass faktische Überzahlungen (die nicht auf Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag beruhen) in der jeweiligen Lohnzahlungsperiode auf Unterentlohnungen anzurechnen sind. Einzelne Hinweise betreffend die Lohnkontrolle (zb im Falle der Gesamtbetrachtung des Entgelts inklusive Sonderzahlung im Entsendefall oder die Anrechnung faktischer Überzahlungen auf die jeweilige Lohnzahlungsperiode ) und der Gesetzeszweck könnten auf eine generelle Gesamtbetrachtung der Entgeltbestandteile innerhalb der gleichen Lohnzahlungsperiode schließen lassen. Nachsicht bei Unterentlohnung Grundsätzlich sind Unterentlohnungen mit erheblichen Verwaltungsstrafen bedroht. Unter bestimmten Umständen soll keine Bestrafung stattfinden: Im Fall der Unterentlohnung und Nachzahlung des Fehlbetrages auf das gesamte Mindestentgelt (inklusive offener SV-beitragsfreier Entgeltbestandteile gem 49 Abs 3 ASVG) vor Erhebung der zuständigen Kontrollstelle (Finanzpolizei, KV-Träger oder BUAK) soll Straffreiheit gewährt werden. Dies gilt auch dann, wenn die Nachzahlung über Intervention Dritter (zb Interessenvertretung) erfolgte. Weiteres soll bei bloß geringfügiger Unterentlohnung von der Strafe abgesehen werden, wenn der Fehlbetrag auf das gesamte Mindestentgelt (inklusive offener SV-beitragsfreier Entgeltbestandteile gemäß 49 Abs 3 ASVG) nach Einleitung von Erhebungen nachbezahlt wird. Der Mindestentgeltanspruch darf dabei um nicht mehr als 10 % unterschritten worden sein (Bagatellgrenze). Dabei ist eine gesamthafte Betrachtung der Entgeltbestandteile hinsichtlich des zustehenden Mindestentgelts möglich. Umfasst die Unterentlohnung mehrere Monate, darf das Mindestentgelt der betroffenen Monate im Durchschnitt um nicht mehr als 10 % unterschritten worden sein. Das Absehen von der Verwaltungsstrafanzeige ist (anders als nach der Rechtslage bis 31. Dezember 2014) auch im Wiederholungsfall möglich. Ausführungen zum Inkrafttreten der Regelungen Die Neuregelungen (zb Erweiterung der Lohnkontrolle auf alle Entgeltbestandteile) gelten für Sachverhalte, die ab dem 1. Jänner 2015 verwirklicht worden sind. Ist das geltende Recht in seiner Gesamtauswirkung für den Arbeitgeber günstiger, so kommt es hinsichtlich der Verwaltungsstrafe zu einem Rückwirkungsgebot (Günstigkeitsvergleich) auf den Zeitraum vor Es soll daher die oben erwähnte Straffreiheit bei Ausgleich von Unterentlohnungen vor Erhebung der zuständigen Kontrollstelle unter dieses Rückwirkungsgebot fallen. Auskunftserteilung an öffentliche Auftraggeber Auf Anfrage öffentlicher Auftraggeber hat das Kompetenzzentrum LSDB im Zuge von Auftragsvergabeverfahren im Sinne des BVergG 2006 Auskunft zu erteilten, ob in Bezug auf bestimmte potenzielle Auftragnehmer (Arbeitgeber) eine rechtskräftige Verwaltungsstrafe verhängt wurde. DBA-rechtliche Einstufung einer Gehaltsfortzahlung während Dienstfreistellung Das Doppelbesteuerungsrecht weist regelmäßig dem ausländischen Tätigkeitsstaat ein Besteuerungsrecht an Vergütungen zu, die für eine dort ausgeübte Arbeit gewährt werden. Dieses Besteuerungsrecht gilt nur dann nicht, wenn alle Voraussetzungen für die sogenannte Monteurklausel (183-Tage-Regelung) erfüllt sind. Der VwGH hat nun im Erkenntnis vom 26. Februar 2015, 2012/15/0128*, klargestellt, dass Gehaltsfortzahlungen, die ein Arbeitnehmer nach ausgesprochener Kündigung im Rahmen einer Dienstfreistellung bis zum Kündigungstermin erhält, keine für die Untätigkeit (ungenutzte Arbeitsbereitschaft) während der Dienstfreistellung bezogene Vergütung darstellen. Der Grund derartiger Zahlungen liegt vielmehr in der vor der Dienstfreistellung ausgeübten Tätigkeit. Aufgrund dieses Kausalzusammenhangs kann der ausländische Tätigkeitsstaat ungeachtet des tatsächlichen Aufenthalts des Arbeitnehmers während der Dienstfreistellung ein Besteuerungsrecht an diesen Bezügen geltend machen, es sei denn, alle Voraussetzungen für die Monteurklausel sind erfüllt. 20 Mehr anzeigen
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