Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/schaedlbekausbv
Timestamp: 2020-01-23 07:50:44
Document Index: 39528347

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Auf Grund des § 25 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch Artikel 212 Nr. 2 der Verordnung vom 29. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:
Der Ausbildungsberuf Schädlingsbekämpfer/Schädlingsbekämpferin wird staatlich anerkannt.
Rechtsvorschriften und Normen,
Bedienen und Warten von Betriebsmitteln,
Umgang mit und Anwendung von Gefahrstoffen,
Umgang mit und Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln,
Sichern des Arbeitsbereiches,
Feststellen von Schädlingsbefall im Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz sowie im Pflanzenschutz,
Planen und Durchführen von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Gesundheits- und Vorratsschutz, im Holz- und Bautenschutz sowie im Pflanzenschutz,
(3) Im praktischen Teil der Zwischenprüfung soll der Prüfling in höchstens 30 Minuten ein Konzept für die Durchführung eines Arbeitsauftrages aus dem Bereich Gesundheits- und Vorratsschutz entwickeln und dieses in einem höchstens zehnminütigen Fachgespräch erläutern. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Schädlinge, Spuren und Schadbilder erkennen und bestimmen, Arbeitsschritte selbständig planen und festlegen sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz berücksichtigen kann.
(4) Im schriftlichen Teil der Zwischenprüfung soll der Prüfling in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben lösen, die sich auf physikalische und biotechnische Verfahren in den Bereichen Gesundheits- und Vorratsschutz sowie Holz- und Bautenschutz beziehen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz einbeziehen und berufsspezifische Rechtsvorschriften und Normen beachten kann.
(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt höchstens acht Stunden drei praktische Aufgaben durchführen sowie innerhalb dieser Zeit ein Kundengespräch von höchstens 15 Minuten führen. Für die praktischen Aufgaben kommen insbesondere in Betracht:
Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Gesundheits- und Vorratsschutz bezogen auf zehn unterschiedliche Schädlinge oder Schadbilder,
Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Holz- und Bautenschutz bezogen auf fünf unterschiedliche Schädlinge oder Schadbilder,
Durchführen einer Schädlingsbekämpfungsmaßnahme im Pflanzenschutz bezogen auf fünf unterschiedliche Schädlinge oder Schadbilder.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Schädlinge, Schädlingsbefall und Schadbilder erkennen und bestimmen, die Durchführung der Maßnahme in Bezug auf jeweils einen Schädling selbständig planen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum Umweltschutz ergreifen sowie den Arbeitsbereich sichern kann. Im Zusammenhang mit einer der drei praktischen Aufgaben soll der Prüfling ein Kundengespräch führen und dabei in höchstens 15 Minuten zeigen, dass er über Art, Umfang und Ursache des Befalls, über die Auswirkung des Schädlingsbefalls, über Art, Umfang und Dauer der Bekämpfung, über die Wirkungsweisen der Bekämpfungsmittel, über die Sicherheitsmaßnahmen sowie die Vorbeugemaßnahmen informieren kann.
(3) Innerhalb des praktischen Teils der Prüfung sind die drei praktischen Aufgaben wie folgt zu gewichten:
die praktische Aufgabe,in der das Kundengespräch geführt wird 40 Prozent,
die beiden übrigen praktischen Aufgaben jeweils 30 Prozent.
(4) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den Prüfungsbereichen Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz, Pflanzenschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz und Pflanzenschutz soll der Prüfling zeigen, dass er praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und zeichnerischen Inhalten lösen kann und dabei Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Sicherung des Arbeitsplatzes, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen sowie berufsspezifische Rechtsvorschriften und Normen beachten kann. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
im Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz:
Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadnagern,
Maßnahmen zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen,
Maßnahmen zur Bekämpfung von Gesundheits- und Hygieneschädlingen;
im Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz:
Maßnahmen zur Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten,
Maßnahmen zur Bekämpfung von holzzerstörenden Pilzen,
Maßnahmen zur Gebäudeabsicherung gegen Tauben,
Maßnahmen zur Gebäudeabsicherung gegen Feuchtigkeit;
im Prüfungsbereich Pflanzenschutz:
Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten,
Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen,
Maßnahmen zur Bekämpfung von Schadnagern;
(5) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:
1. im Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz 120 Minuten,
2. im Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz 90 Minuten,
3. im Prüfungsbereich Pflanzenschutz 90 Minuten,
(6) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das jeweilige bisherige Ergebnis und das entsprechende Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
(7) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:
1. Prüfungsbereich Gesundheits- und Vorratsschutz 30 Prozent,
2. Prüfungsbereich Holz- und Bautenschutz 25 Prozent,
3. Prüfungsbereich Pflanzenschutz 25 Prozent,
(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung in mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Schädlingsbekämpfer/zur Schädlingsbekämpferin
(Fundstelle BGBl. I 2004, 1641 - 1644)
Lfd. Nr. Teil des Ausbildungsberufsbildes Zu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnisse Zeitliche Richtwerte in Wochen
1 Berufsausbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 4 Abs. 1 Nr. 1) a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes erklären
c) Beziehung des ausbildenden Betriebes und seiner Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
f) persönliche Schutzausrüstungen unterscheiden und handhaben
i) Kennzeichnungen und Kennzeichnungsfarben von Behältern und Fördersystemen zuordnen
5 Rechtsvorschriften und Normen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5) a) berufsbezogene rechtliche Grundlagen und Normen der Schädlingsbekämpfung beachten und anwenden 4
b) mit den für die Schädlingsbekämpfung zuständigen Behörden zusammenarbeiten
6 Kommunikation und Information (§ 4 Abs. 1 Nr. 6) a) Informationsquellen nutzen und Informationen auch mit fremdsprachigen Fachbegriffen anwenden 4
b) betriebsspezifische Kommunikations- und Informationssysteme einsetzen
c) mit Standardsoftware und arbeitsplatzspezifischer Software arbeiten
d) Regeln zum Datenschutz und zur Datensicherheit anwenden
7 Planen von Arbeitsabläufen (§ 4 Abs. 1 Nr. 7) a) Materialien, Geräte, Hilfsmittel und persönliche Schutzausrüstung auswählen und bereitstellen 4
b) Aufgaben im Team abstimmen und durchführen
c) Arbeitsabläufe festlegen, Arbeits- schritte und Teilaufgaben unter Beachtung wirtschaftlicher und terminlicher Vorgaben sowie zeitlicher Abläufe durchführen; Arbeitsschritte bei Abweichung von der Planung auf die veränderte Situation anpassen 4
d) Arbeitsabläufe mit weiteren Beteiligten, insbesondere mit anderen Gewerken und Behörden, abstimmen
8 Bedienen und Warten von Betriebsmitteln (§ 4 Abs. 1 Nr. 8) a) Geräte für die Schädlingsbekämpfung bedienen, pflegen und warten 6
b) Funktionstüchtigkeit und Sicherheit von Geräten überprüfen und Reparaturen veranlassen
9 Umgang mit und Anwendung von Gefahrstoffen (§ 4 Abs. 1 Nr. 9) Gefahrstoffe 8
d) nach Wirkung und Eigenschaften unterscheiden und einordnen 10
f) auswählen
g) anwenden
10 Umgang mit und Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln (§ 4 Abs. 1 Nr. 10) a) Schädlingsbekämpfungsmittel nach Wirkung und Eigenschaften unterscheiden 12
b) Anwendungsverfahren unterscheiden
c) Schädlingsbekämpfungsmittel nach Formulierungen unterscheiden
11 Sichern des Arbeitsbereiches (§ 4 Abs. 1 Nr. 11) Arbeitsbereiche gegen Zugang durch Nichtbeteiligte, insbesondere durch Information, Kennzeichnung und Absperrung, sichern 2
12 Feststellen von Schädlingsbefall im Gesundheits- und Vorratsschutz, Holz- und Bautenschutz sowie im Pflanzenschutz (§ 4 Abs. 1 Nr. 12) a) Schädlinge, Spuren und Schadbilder erkennen und bestimmen 20
b) Schädlingsbefall im Innen- und Außenbereich, insbesondere durch Sichtkontrolle und technisches Monitoring, feststellen
c) Befallsorte eingrenzen, Befallstärke einschätzen und Ursachen ermitteln 20
13 Planen und Durchführen von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Gesundheits- und Vorratsschutz, im Holz- und Bautenschutz sowie im Pflanzenschutz (§ 4 Abs. 1 Nr. 13) a) Außenbereiche, Innenbereiche und Transportwege gegen Zulauf/Zuflug von Schädlingen absichern 18
b) Schädlingsbekämpfung mit physikalischen Verfahren durchführen
c) Schädlingsbekämpfung mit biotechnischen Verfahren durchführen
d) Mittel und Verfahren unter Berücksichtigung örtlicher und sachlicher Gegebenheiten auswählen 20
e) Schädlingsbekämpfung mit chemischen Verfahren durchführen
f) Schädlingsbekämpfung mit biologischen Verfahren durchführen
g) Durchführung, Mittel, Maßnahmen und Ergebnisse dokumentieren
14 Kundenberatung (§ 4 Abs. 1 Nr. 14) Kunden über: 18
a) Art, Umfang und Ursache des Befalls
b) Auswirkung des Schädlingsbefalls
c) Art, Umfang und Dauer der Bekämpfung
d) Wirkungsweisen der Bekämpfungsmittel
f) Vorbeugemaßnahmen
g) Vertrags- und Geschäftsbedingungen informieren
15 Qualitätssichernde Maßnahmen (§ 4 Abs. 1 Nr. 15) a) betriebsspezifische Maßnahmen der Qualitätssicherung erläutern und aufgabenspezifisch anwenden 2
c) Reklamationen entgegennehmen und Maßnahmen einleiten
2004, 1638: BGBl I