Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/geldwaesche-verwahren-verwenden-3114742
Timestamp: 2019-12-12 21:10:09
Document Index: 371470380

Matched Legal Cases: ['§ 261', 'Art 7', '§ 261', '§ 261', '§ 261', '§ 261', '§ 261', '§ 46', '§ 621', '§ 261', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', '§ 261', 'BGH', '§ 261', '§ 261', 'BGH', 'BGH']

Geld­wä­sche – Ver­wah­ren und Ver­wen­den auf dem Giro­kon­to | Rechtslupe
"Ver­wah­ren" im Sin­ne von § 261 Abs. 2 Nr. 2 StGB bedeu­tet, einen geld­wä­schetaug­li­chen Gegen­stand in Gewahr­sam zu neh­men oder zu hal­ten, um ihn für einen Drit­ten oder für eige­ne spä­te­re Ver­wen­dung zu erhal­ten 1.
Dar­un­ter ist bei Sachen die bewuss­te Aus­übung der tat­säch­li­chen Sach­herr­schaft zu ver­ste­hen 2.
Taug­li­che Tat­ob­jek­te der Geld­wä­sche sind aber nicht nur Sachen, son­dern alle Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de, also auch For­de­run­gen und sons­ti­ge Rech­te 3.
Für das Ver­wah­ren von For­de­run­gen (Buch­geld) kommt es dabei dar­auf an, ob der Täter eine der unmit­tel­ba­ren Sach­herr­schaft ent­spre­chen­de tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt über die For­de­rung hat 4.
Bei Kon­ten genügt hier­für das allei­ni­ge Recht des Kon­to­in­ha­bers, über das Geld zu ver­fü­gen 5.
Unter das Tat­be­stands­merk­mal "Ver­wen­den" fällt jeder bestim­mungs­ge­mä­ße Gebrauch des inkri­mi­nier­ten Gegen­stan­des 6.
Erfasst wer­den daher bei Bar­geld oder Buch­geld Geld­ge­schäf­te aller Art 7, bei Kon­ten mit­hin auch Ver­fü­gun­gen über das jewei­li­ge Gut­ha­ben auf dem Kon­to in Gestalt des Täti­gens von Über­wei­sun­gen 8.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird die Geld­wä­schetaug­lich­keit eines Gegen­stan­des nicht dadurch auf­ge­ho­ben, dass er mit lega­len Finanz­mit­teln ver­mengt oder ver­mischt wird 9.
Damit ist das jeden­falls zum Teil aus Kata­log­ta­ten der Geld­wä­sche (§ 261 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StGB) und im Übri­gen aus lega­len Quel­len stam­men­de Buch­geld ins­ge­samt ein aus Straf­ta­ten nach § 261 Abs. 1 Satz 2 StGB her­rüh­ren­der und damit geld­wä­schetaug­li­cher Gegen­stand. In Fäl­len der Ver­mi­schung ist dies ledig­lich dann nicht der Fall, wenn der aus Vor­ta­ten her­rüh­ren­de Anteil bei wirt­schaft­li­cher Betrach­tung völ­lig uner­heb­lich ist 10.
Die Nut­zung der eige­nen Kon­ten für die aus Kata­log­ta­ten stam­men­den Geld­be­trä­ge sowie die vor­ge­nom­me­nen Abhe­bun­gen und Über­wei­sun­gen kom­men als Tat­hand­lun­gen einer Geld­wä­sche in Betracht. Denn wer einen Gegen­stand, der aus einer Kata­log­tat im Sin­ne von § 261 Abs. 1 Satz 2 StGB her­rührt, min­des­tens vor­über­ge­hend auf sei­nem Kon­to belässt, ver­wahrt ihn im Sin­ne von § 261 Abs. 2 Nr. 2 StGB 11.
Bei Aus­zah­lun­gen setzt sich das Ver­wah­ren an dem abge­ho­be­nen Geld­be­trag, an dem der Kon­to­in­ha­ber Sach­herr­schaft hat, fort. Vor­ge­nom­me­ne Über­wei­sun­gen kön­nen die Tat­be­stands­va­ri­an­te des "Ver­wen­dens" erfül­len 12. Recht­lich sind die­se Hand­lun­gen als natür­li­che Hand­lungs­ein­heit zu wer­ten 13.
Geld­wä­sche – Ver­wah­ren und Ver­wen­den auf dem Giro­kon­to "Ver­wah­ren" im Sin­ne von § 261 Abs. 2 Nr. 2 StGB bedeu­tet, einen geld­wä­schetaug­li­chen Gegen­stand in Gewahr­sam zu neh­men oder zu hal­ten, um ihn für…
Mit­tä­ter­schaft als Straf­schär­fungs­grund Betei­li­gen sich meh­re­re Per­so­nen an einer Straf­tat, kann dies zwar unter Umstän­den eine erhöh­te Straf­wür­dig­keit begrün­den ((vgl. LK/​Theune, StGB, 12. Aufl., § 46 Rn. 141;…
Kün­di­gungs­fris­ten beim ambu­lan­ten Pfle­ge­ver­trag Bei einem Ver­trag über ambu­lan­te pfle­ge­ri­sche Leis­tun­gen, die als Sach­leis­tun­gen gegen­über der Pfle­ge­ver­si­che­rung abge­rech­net wer­den, ist die Ver­gü­tung nicht im Sin­ne des § 621 BGB…
vgl. Eschel­bach in Graf/​Jäger/​Wittig, Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht, § 261 StGB Rn. 53; Ruh­mann­se­der in Beck­OK-StGB [Stand: 1.06.2016] § 261 Rn. 32; jeweils mwN; vgl. auch OLG Frank­furt, Beschluss vom 10.03.2005 – 2 Ws 66/​04, NJW 2005, 1727, 1733[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 26.01.2012 – 5 StR 461/​11, NStZ 2012, 321; BGH, Urteil vom 19.12 2012 – – VIII ZR 302/​11, NJW 2013, 1158[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 19.12 2012 – – VIII ZR 302/​11, NJW 2013, 1158; Stree/​Hecker in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 261 Rn. 4[↩]
BGH aaO NJW 2013, 1158[↩]
vgl. Neu­heu­ser, NStZ 2008, 492, 496 mwN; ders. in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 261 Rn. 69[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 20.05.2015 – 1 StR 33/​15, NZWiSt 2016, 157, 158; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 261 Rn. 26; Neu­heu­ser aaO; Ruh­mann­se­der aaO Rn. 33[↩]
vgl. BT-Drs. 12/​989 S. 27; Eschel­bach in Graf/​Jäger/​Wittig, Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht, § 261 StGB Rn. 53 mwN[↩]
vgl. BGH aaO, NZWiSt 2016, 157, 158[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 20.05.2015 – 1 StR 33/​15, NZWiSt 2016, 157[↩]
vgl. Neu­heu­ser, NStZ 2008, 492, 496[↩]
vgl. Neu­heu­ser aaO mwN[↩]
vgl. Neu­heu­ser aaO[↩]
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