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Timestamp: 2017-04-28 14:52:58
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Matched Legal Cases: ['Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art.13', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art.23', 'Art. 13', 'Art.16', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 13', 'Art. 23', 'Art.23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 16', 'Art. 23', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art.23', 'Art. 23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23', 'Art.23']

Bestimmungsschlüssel für. Flächen nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG. ( 30-Schlüssel) - PDF
Bestimmungsschlüssel für. Flächen nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG. ( 30-Schlüssel)
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1 Bestimmungsschlüssel für Flächen nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG ( 30-Schlüssel) Herausgeber: Bayerisches Landesamt für Umwelt Bürgermeister-Ulrich-Str Augsburg Mitarbeit und redaktionelle Zusammenstellung: Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie IVL Georg-Eger-Straße 1b Hemhofen 05/20122 Inhaltsverzeichnis Einleitung... S. 2 Wortlaut der 30 und 39 BNatSchG und der Artikel 23 und 16 BayNatSchG... S. 4 Begründungen des Gesetzentwurfes zum Bundesnaturschutzgesetz... S. 6 Begründungen des Gesetzentwurfes zum Bayerischen Naturschutzgesetz... S. 12 Liste der Pflanzengesellschaften... S. 13 Zur Benutzung des Schlüssels... S. 17 Abgrenzung der Biotope im Gelände... S. 18 Erläuterung der Methode von Braun-Blanquet... S. 19 Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen... S. 19 Änderungen in der Neuauflage... S. 20 Bestimmungstafeln: Übersicht... Tafel 1 Wälder (Gebüsche) trockenwarmer Standorte... Tafel 2 Wälder (Gebüsche) bodensauerer, trockenwarmer Standorte laubholzbetont... Tafel 3 Vaccinio vitis-idaeae-quercetum... Tafel 4 Wälder (Gebüsche) basischer, trockenwarmer Standorte laubholzbetont... Tafel 5 Edellaubholz-Mischwälder und Buchenwälder trockenwarmer Standorte... Tafel 6 Föhrenwälder auf sauerem Substrat... Tafel 7 Leucobryo-Pinetum... Tafel 8 Föhrenwälder auf basischem Substrat... Tafel 9 Laubholzbetonte Gebüsche oder Hecken trockenwarmer Standorte... Tafel 10 Schluchtwälder, Block- und Hangschuttwälder... Tafel 11 Block- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder... Tafel 12 Krummholzgebüsche... Tafel 13 Moorwälder bzw. -gebüsche... Tafel 14 Bruch- Sumpf- und Auwälder sowie -gebüsche... Tafel 15 Auwälder und -gebüsche... Tafel 16 Sumpfwälder und -gebüsche... Tafel 17 Leitschema Gewässer, Verlandungsbereiche... Tafel 18 Quellfluren und Kleinröhrichte... Tafel 19 Stillgewässer... Tafel 20 Fließgewässer... Tafel 21 und 22 Verlandungsvegetation an Gewässern... Tafel 23 Nieder-, Übergangs- und Hochmoore, Schlenken, Schwingrasen... Tafel 24 Leitschema weitgehend geschlossene Vegetationsbestände... Tafel 25 Heiden Zwergstrauchheiden, Ginsterheiden... Tafel 26 Von Stauden beherrschte Säume und Brachen auf Mager- oder Trockenstandorten... Tafel 27 Feuchte und nasse Hochstaudenfluren... Tafel 28 Von Gräsern oder Grasartigen geprägte Grünlandbestände... Tafel 29 Feucht- und Nassgrünland... Tafel 30 Feucht und Nassgrünland mit mäßiger bis fehlender Nutzung... Tafel 31 Grünlandbestände höherer Gebirgslagen... Tafel 32 Grünlandbestände mittlerer und tieferer Lagen... Tafel 33 Grünlandbestände auf Mager- und Trockenstandorten mittlerer und tieferer Lagen... Tafel 34 Leitschema vegetationsarme Offenstandorte, Schneetälchen, Pioniervegetation... Tafel 35 Schneetälchen... Tafel 36 Felsspalten-, Felssims-, Felsfuß- und Felskopfvegetation... Tafel 37 Grusfluren und offene Erdstellen... Tafel 38 Pioniervegetation auf Sand... Tafel 39 13 Historie und rechtlicher Hintergrund Der dramatische Rückgang von wertvollen Lebensräumen unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt hat in der ersten und zweiten Novellierung des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) zu einem besonderen Schutz von Feuchtflächen sowie von Mager- und Trockenstandorten geführt. Mit der dritten Novellierung im Jahre 1998 wurde das Spektrum der zu schützenden Flächen dem Bundes-Naturschutz-Gesetz angepasst. Gleichzeitig änderte sich die Bezeichnung dafür in Gesetzlich geschützte Biotope. Im Dezember 2005 erfolgte die 4. Novellierung des BayNatSchG, mit der wiederum Anpassungen des Art.13d(1) an das Bundes-Naturschutzgesetzes stattfanden. Änderungen ergaben sich insbesondere bei den Still- und Fließgewässern (Absatz 3) und bei Absatz 4 des Art. 13d(1), wo Lehm- und Lößwände zu den gesetzlich geschützten Biotopen hinzugefügt wurden. Am 01.März 2010 ist das Gesetz vom zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz) in Kraft getreten (BGBI I 2542). Mit der Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) wurde die bisherige rahmenrechtliche Zielbestimmung des BNatSchG in eine für alle Bundesländer unmittelbar geltende Vorschrift umgewandelt. Dem Landesrecht kommt seither nur noch eine ergänzende Funktion zu und musste dementsprechend angepasst werden. Am ist das neue BayNatSchG in Kraft getreten. Mit der Neuauflage der beiden Naturschutzgesetze wurde der bisherige Art. 13d BayNatSchG Gesetzlich geschützte Biotope durch 30 BNatSchG und Art.23 BayNatSchG, sowie der Art. 13e BayNatSchG Schutz der Lebensstätten durch 39 Abs. 5 Satz 1 BNatSchG Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen und Art.16 BayNatSchG Schutz bestimmter Landschaftsbestandteile ersetzt. Der 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG dient dem Schutz der aus der Sicht des Naturschutzes besonders wertvollen Flächen. Da die im Gesetz aufgeführten Biotopbezeichnungen sich jedoch nicht alleine auf die Nomenklatur der Vegetations- und Standortskunde erstrecken, ist eine genauere Definition der in Frage kommenden Biotope erforderlich. Zudem sind bei den im 30 / Art. 23 genannten Biotopen ganz bestimmte eng gefasste Einheiten mit Oberbegriffen vermengt. Wie diese zu interpretieren sind, ist in den Begründungen der Gesetzentwürfe zum BNatSchG erläutert, die hier im Anschluss an den Auszug des BNatSchG / BayNatSchG in Teilen abgedruckt sind. Für diejenigen Biotope des ehemaligen Art. 13d BayNatSchG, die nicht komplett durch 30 BNatSchG abgedeckt und folglich ergänzend hierzu im Art. 23 BayNatSchG genannt sind, sind die entsprechenden Textpassagen der Begründung zum Gesetzentwurfs des alten Bayerischen Naturschutzgesetzes (Fassung vom ) aufgeführt. Für einen in der Praxis und nach wissenschaftlichen Maßstäben anwendbaren Bestimmungsschlüssel müssen diese Begriffe jedoch pflanzensoziologischen (siehe Liste der Pflanzengesellschaften), teilweise auch standörtlichen Einheiten zugeordnet werden. Der Schlüssel hat deshalb die Aufgabe, entsprechenden Fachleuten, soweit sie vegetations- und standortskundlich vorgebildet sind, die Möglichkeit zu geben, im Gelände schwierig erkennbare oder abgrenzbare 30/23-Flächen eindeutig und nachvollziehbar zu kartieren. Diese Kartierungen müssen fachlich und gegebenenfalls gerichtlich überprüfbar sein. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Schutz der im 30/Art.23 genannten Biotope nicht auf Pflanzenarten allein beschränkt ist, wie dies der meist rein vegetationskundlich aufgebaute Bestimmungsschlüssel eventuell vermuten lässt. Die gesetzlich geschützten Biotope dienen vielmehr auch als Lebensraum für eine besondere Tierwelt, die anderswo, vor allem in den intensiv genutzten Landschaften, nicht mehr existieren kann. Deshalb haben die geschützten Flächen sowohl für die Pflanzen- als auch für die Tierwelt eine wichtige Funktion. Im 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG sind keine Mindestgrößen für die geschützten Flächen vorgesehen. Diese ergeben sich meistens nur aus kartiertechnischen Gründen bzw. dadurch, dass manche der geschützten Biotoptypen unter einer von der jeweiligen Region abhängigen Flächengröße nicht mehr als besonders wertvoll angesehen werden können. 24 Der Bestimmungsschlüssel wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, den höheren Naturschutzbehörden, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ), und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ausgearbeitet. Maßgeblich beteiligt waren auch die Arbeitsgemeinschaft Biotopkartierung und das Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie. Die Änderungen des aktualisierten Bestimmungsschlüssels gegenüber dem Stand März 2006 und 2010 sind auf den Seiten 20 ff. aufgeführt. Der Wortlaut von 30 und 39 BNatSchG sowie der Artikel 23 und 16 BayNatSchG ist nachstehend wiedergegeben: 35 Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG Vom 29. Juli 2009, BGBl. I S (Inkraftgetreten am 1. März 2010) - Auszug - 30 Gesetzlich geschützte Biotope (1) Bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, werden gesetzlich geschützt (allgemeiner Grundsatz). (2) Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung folgender Biotope führen können, sind verboten: 1. natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche, 2. Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggenund binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen, 3. offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schuttund Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte, 4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder, 5. offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche, 6. Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle, Strandseen, Boddengewässer mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe im Meeres- und Küstenbereich. Die Verbote des Satzes 1 gelten auch für weitere von den Ländern gesetzlich geschützte Biotope. (3) [gilt nicht aufgrund abweichender landesrechtlicher Regelung] (4) Sind auf Grund der Aufstellung, Änderung oder Ergänzung von Bebauungsplänen Handlungen im Sinne des Absatzes 2 zu erwarten, kann auf Antrag der Gemeinde über eine erforderliche Ausnahme oder Befreiung von den Verboten des Absatzes 2 vor der Aufstellung des Bebauungsplans entschieden werden. Ist eine Ausnahme zugelassen oder eine Befreiung gewährt worden, bedarf es für die Durchführung eines im Übrigen zulässigen Vorhabens keiner weiteren Ausnahme oder Befreiung, wenn mit der Durchführung des Vorhabens innerhalb von sieben Jahren nach Inkrafttreten des Bebauungsplans begonnen wird. (5) [gilt nicht aufgrund abweichender landesrechtlicher Regelung] (6) Bei gesetzlich geschützten Biotopen, die auf Flächen entstanden sind, bei denen eine zulässige Gewinnung von Bodenschätzen eingeschränkt oder unterbrochen wurde, gilt Absatz 2 nicht für die Wiederaufnahme der Gewinnung innerhalb von fünf Jahren nach der Einschränkung oder Unterbrechung. (7) Die gesetzlich geschützten Biotope werden registriert und die Registrierung wird in geeigneter Weise öffentlich zugänglich gemacht. Die Registrierung und deren Zugänglichkeit richten sich nach Landesrecht. (8) Weiter gehende Schutzvorschriften einschließlich der Bestimmungen über Ausnahmen und Befreiungen bleiben unberührt. 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen (5) Es ist verboten, 1. die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen und ungenutzten Grundflächen sowie an Hecken und Hängen abzubrennen oder nicht land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich genutzte Flächen so zu behandeln, dass die Tieroder Pflanzenwelt erheblich beeinträchtigt wird, 2. Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen, 3. Röhrichte in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zurückzuschneiden; außerhalb dieser Zeiten dürfen Röhrichte nur in Abschnitten zurückgeschnitten werden, 4. ständig wasserführende Gräben unter Einsatz von Grabenfräsen zu räumen, wenn dadurch der Naturhaushalt, insbesondere die Tierwelt erheblich beeinträchtigt wird. Die Verbote des Satzes 1 Nummer 1 bis 3 gelten nicht für 1. behördlich angeordnete Maßnahmen, 2. Maßnahmen, die im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden können, wenn sie a) behördlich durchgeführt werden, b) behördlich zugelassen sind oder c) der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen, 3. nach 15 zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft, 4. zulässige Bauvorhaben, wenn nur geringfügiger Gehölzbewuchs zur Verwirklichung der Baumaßnahmen beseitigt werden muss. Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung bei den Verboten des Satzes 1 Nummer 2 und 3 für den Bereich eines Landes oder für Teile des Landes erweiterte Verbotszeiträume vorsehen. Sie können die Ermächtigung nach Satz 3 durch Rechtsverordnung auf andere Landesbehörden übertragen. (6) Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche. (7) Weiter gehende Schutzvorschriften insbesondere des Kapitels 4 und des Abschnitts 3 des Kapitels 5 einschließlich der Bestimmungen über Ausnahmen und Befreiungen bleiben unberührt. 46 Gesetz über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur (Bayerisches Naturschutzgesetz - BayNatSchG) vom 23. Februar Auszug - Art. 23 Gesetzlich geschützte Biotope (Art. 23 Abs. 2 abweichend von 30 Abs. 2, 3 und 5 BNatSchG, Art. 23 Abs. 3 abweichend von 30 Abs. 3, 67 Abs. 1 BNatSchG, Art. 23 Abs. 4 abweichend von 30 Abs. 3, 67 Abs. 1 BNatSchG) (1) Gesetzlich geschützte Biotope im Sinn des 30 Abs. 2 Satz 2 BNatSchG sind auch 1. Landröhrichte, Pfeifengraswiesen, 2. Moorwälder, 3. wärmeliebende Säume, 4. Magerrasen, Felsheiden, 5.alpine Hochstaudenfluren. (2) 1 Die Verbote nach 30 Abs. 2 BNatSchG gelten nicht bei gesetzlich geschützten Biotopen, die 1. nach Inkrafttreten eines Bebauungsplans entstanden sind, wenn eine nach diesem Plan zulässige Nutzung in seinem Geltungsbereich verwirklicht wird, 2. während der Laufzeit einer vertraglichen Vereinbarung oder der Teilnahme an öffentlichen Programmen zur Bewirtschaftungsbeschränkung entstanden sind, soweit diese innerhalb einer Frist von fünfzehn Jahren nach Beendigung der vertraglichen Vereinbarung oder der Teilnahme an den öffentlichen Programmen wieder einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. 2 Das Verbot des 30 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG gilt außerdem nicht für regelmäßig erforderliche Maßnahmen zur Unterhaltung der künstlichen, zum Zweck der Fischereiwirtschaft angelegten geschlossenen Gewässer. (3) 1 Für eine Maßnahme kann auf Antrag eine Ausnahme zugelassen werden, wenn die Beeinträchtigungen ausgeglichen werden können oder wenn die Maßnahme aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses notwendig ist. 2 Die Entscheidung über die Ausnahme wird durch eine nach anderen Vorschriften erforderliche behördliche Gestattung ersetzt; diese Entscheidung wird im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde getroffen. (4) 1 Abweichend von 30 Abs. 3 und 67 Abs. 1 BNatSchG bedürfen Maßnahmen auf Grund der öffentlichrechtlichen Verpflichtung zur Unterhaltung der Gewässer keiner behördlichen Ausnahme- oder Befreiungsentscheidung vom Verbot des 30 Abs. 2 Satz 1 BNatSchG. 2 Sie dürfen nur unter den Voraussetzungen des 30 Abs. 3 oder des 67 Abs. 1 BNatSchG durchgeführt werden. insbesondere durch privatrechtliche Vereinbarungen, angestrebt werden. (6) 1 Für Handlungen nach 30 Abs. 2 BNatSchG, die der Verwendung der Biotope zu intensiver landwirtschaftlicher Nutzung dienen, ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach Maßgabe des Fünften Teils Abschnitt III BayVwVfG durchzuführen, wenn die Gesamtfläche der betroffenen Biotope mehr als 1 ha beträgt. 2 Bei Änderung oder Erweiterung der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung der Biotope ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, wenn 1. der durch die Erweiterung hinzukommende Teil für sich betrachtet oder 2. das durch die Änderung oder Erweiterung entstehende Vorhaben bei einheitlicher Betrachtung erstmals den in Satz 1 genannten Schwellenwert erfüllt. 3 Im Fall des Satzes 2 Nr. 2 ist dem geänderten oder erweiterten Vorhaben derjenige Teil des Bestands nicht mehr zuzurechnen, der früher als zwei Jahre vor dem Eingang des Antrags auf Zulassung des Änderungs- oder Erweiterungsvorhabens bei der zuständigen Behörde in Betrieb genommen worden ist. Art. 16 Schutz bestimmter Landschaftsbestandteile (1) 1 Es ist verboten, in der freien Natur 1. Hecken, lebende Zäune, Feldgehölze oder -gebüsche einschließlich Ufergehölze oder -gebüsche zu roden, abzuschneiden, zu fällen oder auf sonstige Weise erheblich zu beeinträchtigen, 2. Höhlen, ökologisch oder geomorphologisch bedeutsame Dolinen, Toteislöcher, aufgelassene künstliche unterirdische Hohlräume, Trockenmauern, Lesesteinwälle sowie Tümpel und Kleingewässer zu beseitigen oder erheblich zu beeinträchtigen. 2 Das Verbot nach Satz 1 Nr. 1 gilt nicht für 1. die ordnungsgemäße Nutzung und Pflege im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar, die den Bestand erhält, 2. schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses, 3. Maßnahmen, die zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit öffentlicher Verkehrswege oder der öffentlichrechtlichen Verpflichtung zur Unterhaltung der Gewässer erforderlich sind. (2) 17 Abs. 8 und 30 Abs. 3 BNatSchG sowie Art. 23 Abs. 3 gelten entsprechend. (5) Die Sicherung von Brut-, Nahrungs- und Aufzuchtsbiotopen des Großen Brachvogels, der Uferschnepfe, des Rotschenkels, der Bekassine, des Weißstorchs, des Kiebitzes, des Braunkehlchens oder des Wachtelkönigs in feuchten Wirtschaftswiesen und -weiden soll in geeigneter Weise, 57 Begründungen des Gesetzentwurfes zum Bundesnaturschutzgesetz (Auszug aus: Deutscher Bundestag Drucksache 14/6378 vom und Drucksache 16/12274 vom ) Natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer Natürliche oder naturnahe Bereiche fließender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation, Altarme und regelmäßig vom Gewässer überschwemmten Bereiche: Natürliche oder naturnahe Fließgewässer zeichnen sich durch einen gewundenen, auf Umlagerungsstrecken auch verzweigten und den naturräumlichen Gegebenheiten entsprechenden Lauf aus. Sie sind geprägt durch Gewässerabschnitte unterschiedlicher Breite, Böschungsneigung, Tiefe und Längsgefälle sowie durch ein vielgestaltiges Bett und Ufer mit naturnahem Bewuchs und werden allein durch die Fließgewässerdynamik geformt. In der Regel weisen sie auch Schlick-, Sand-, Kies- oder Felsbänke mit naturnahem Bewuchs, vielfach auch Altarme und Altwasser auf. Der naturnahe Bewuchs umfasst sowohl die Wasservegetation als auch die krautige und holzige Ufervegetation, an größeren Fließgewässern z. B. Schwimmblatt- Gesellschaften, Zweizahn-Gesellschaften, Flussröhrichte sowie Uferweidengebüsche und -wälder. Auf Schlick-, Sand-, Kies der Felsbänken siedelt besonders in den Alpen und im Alpenvorland stark gefährdete Pioniervegetation, z. B. die Alpenknorpellattich-Schwemmlings-Gesellschaft, die Schotterweidenröschen- Gesellschaft und die Zwergrohrkolben-Gesellschaft. Zu den Uferbereichen und Auen natürlicher Oberläufe gehören auch Gletschervorfelder und alpine Schwemmlandschaften mit gewässerbegleitenden Vermoorungen. Ebenfalls eingeschlossen sind die von extensiv genutztem Feuchtgrünland geprägten Auen (Überschwemmungsgrünland), z. B. mit Flutrasen und Brenndolden-Auenwiesen, soweit diese nicht bereits durch die Kategorie seggen- und binsenreiche Nasswiesen abgedeckt sind. Natürliche oder naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche: Natürliche oder naturnahe stehende Gewässer mit ihren Ufern oder Teilbereiche derselben. Dazu gehören stehende Gewässer aller Trophiestufen (dystroph, oligotroph, mesotroph und eutroph), wie z. B. Seen, Teiche (nicht oder extensiv bewirtschaftet), Weiher und von Fließgewässern (teilweise) abgeschnittene Altwasser sowie naturnah entwickelte, aufgelassene Abbaugewässer. An den Ufern laufen natürliche Verlandungsprozesse ab, oder es sind solche zu erwarten. Soweit nicht das ganze Gewässer naturnah ist, sind unverbaute Uferabschnitte mit natürlichen Verlandungsprozessen wasserwärts bis in mehrere Meter Wassertiefe eingeschlossen (einschließlich der gesamten emersen und submersen Wasserpflanzenvegetation). Landeinwärts reichen die Verlandungszonen so weit, wie grundwassernahe Bodenbildungen vorliegen. Entsprechend dieser Standortabfolge finden sich in der Regel in Zonen hintereinander: Unterwasserrasen, Wasserpflanzengesellschaften, Schwingrasen, Röhrichte und Seggenriede, Sumpfgebüsche und Bruchwälder bzw. deren Ersatzgesellschaften (z. B. Pfeifengraswiesen, Seggenriede sowie Hochstaudengesellschaften). Moore Vom Regen- oder Mineralbodenwasser abhängige Lebensgemeinschaften auf Torfböden in natürlichem oder naturnahem Zustand einschließlich bestimmter Degenerations- und Regenerationsstadien. Überwiegend waldfreie Formationen aus moortypischer Vegetation. Dazu gehören: Hoch- und Übergangsmoore einschließlich Moorwälder, z. B. aus Birke (Betula pubescens, B. carpatica), Waldkiefer (Pinus sylvestris), Spirke (Pinus rotundata), Latsche (Pinus mugo), Fichte (Picea abies), ferner Schwingrasen, Moorkolke, regenerierende Torfstiche, pfeifengras-, zwergstrauch- und moorbirkenreiche Hochmoordegenerationsstadien, weiterhin intakte, völlig oder überwiegend unbewaldete Niedermoore (z. B. Seggenriede, Röhrichte, Weidenbüsche auf Torfböden) sowie Komplexe aus diesen Einheiten (Utricularietea intermedio-minoris, Scheuchzerio-Caricetea nigrae p.p., Oxycocco-Sphagnetea, Vaccinio-Piceatea p.p.). 68 Sümpfe Überwiegend baumfreie, teils gebüschreiche, von Sumpfpflanzen dominierte Lebensgemeinschaften auf mineralischen bis torfigen Nassböden, die durch Oberflächen-, Quell- oder hoch anstehendes Grundwasser geprägt sind. Zum Teil sind sie natürlich, vielfach jedoch erst durch Waldrodung und nachfolgende Nutzung als Streu- oder Futterwiesen entstanden. Kennzeichnend sind: Kleinseggensümpfe saurer bis kalkreicher Standorte und Kopfbinsenriede (Scheuchzerio-Caricetea nigrae p.p.), Schneiden- und Großseggenriede (Magnocaricion), Schachtelhalm- (Equisetum spp.) und Hochstaudenvegetation (Filipendulion, Senecion fluvatilis), Weidensumpfgebüsche (Salicion cinereae). Röhrichte Hochwüchsige, meist wenigartige Pflanzenbestände am Ufer oder im Verlandungsbereich stehender oder fließender Gewässer (Süß- und Brackwasser (Phragmitetea). Kennzeichnende, meist dominierende Arten: Schilf (Phragmites australis), Teichbinse (Schoenoplectus spp.), Rohrkolben (Typha spp.), Igelkolben (Sparganium spp.), Wasserschwaden (Glyceria maxima), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea), Sumpfbinse (Eleocharis palustris), Meerbinse (Bolboschoenus maritimus). Großseggenriede Großseggenriede sind von hochwüchsigen (ca. 0,5 bis 2 m hohen) Seggen dominierte Pflanzenbestände grundwasserbeeinflusster Standorte, vor allem im oberen Bereich der Verlandungszonen von Seen und in Flusstälern. Natürliche Bestände kommen nur kleinflächig vor. Großseggenriede nährstoffarmer (oligotrophe bis mesotrophe) Standorte können bei großen Wasserstandschwankungen als bultige Seggenriede mit bis über 50 cm hohen Bulten im Randbereich oligo- bis mesotropher Gewässer ausgebildet sein. Beispiele sind Seggenriede der Gedrängtährigen Segge (Carex appropinquata) oder der Rispen-Segge (Carex paniculata). Bei geringen Wasserstandsschwankungen kommen auch rasige, verhältnismäßig nährstoffarme Seggenriede vor, z. B. in Randlage von Mooren oder in Seenverlandungen mit z. B. Schnabelsegge (Carex rostrata) oder Faden-Segge (Carex lasiocarpa). Großseggenriede nährstoffreicher (eutropher) Standorte können bei großen Wasserstandsschwankungen als bultige Seggenriede mit bis über 50 cm hohen Bulten im Feuchtgrünland und im Randbereich eutropher Gewässer ausgebildet sein. Beispiele sind Seggenriede der Steifen Segge (Carex elata) oder der Fuchs- Segge (Carex vulpina).viele nährstoffreiche Seggenriede mit rasigemwuchs unterlagen früher der Streunutzung z. B. der Großseggenriede mit der Schlanken Segge (Carex gracilis) bzw. der Sumpf-Segge (Carex acutiformis), oder treten als Sukzessionsstadien nach dem Brachfallen von Feuchtgrünland in den nasseren Bereichen auf. In Verlandungszonen eutropher Gewässer gibt es ebenfalls nährstoffreiche Großseegenriede mit rasigem, oft lückigem Wuchs, z. B. mit der Ufersegge (Carex riparia) oder der Blasen-Segge (Carex vesicaria). Seggen- und binsenreiche Nasswiesen Anthropozoogene Grünländer feuchter bis nasser Standorte mit Dominanz von Süß- oder Sauergräsern, die durch landwirtschaftliche Nutzung aus Niedermooren oder durch Rodung feuchter Wälder entstanden sind. Diese extensiv genutzten Feucht- und Nasswiesen sind durch einen hohen Anteil von Seggen (Carex spp.), Binsen (Juncus spp.), Pfeifengras (Molinia caerulea) und anderen Feuchtezeigern wie z. B. Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Sumpfvergissmeinnicht (Myosotis palustris), Kohldistel (Cirsium oleraceum), Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre), Waldsimse (Scirpus sylvaticus), Trollblume (Trollius europaeus), Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), Preußisches Laserkraut (Laserpitium prutenicum) und Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) gekennzeichnet. Eingeschlossen sind gemähte, beweidete oder aufgelassene Grünländer. 79 Kennzeichnende Pflanzengesellschaften sind z. B.: Sumpfdotterblumen-, Kohldistel-, Wassergreiskraut-, Wiesenknopf-Silgen-, Rasenschmielen-Knöterich, Trollblumen-, Binsen-, Waldsimsen- und Pfeifengraswiesen. Quellbereiche Naturnahe, durch punktuell oder flächig austretendes Grundwasser geprägte Lebensräume, vegetationsfrei oder mit spezifischer Vegetation und Fauna im Wald oder offenen Gelände. Dazu gehören Sicker- und Sumpfquellen (Helokrenen) mit oft flächigem Wasseraustritt und Vegetation der Montio-Cardaminetea (Quellsümpfe und Quellmoore); bei kalkhaltigem Quellwasser können Quelltuffbildungen (Vegetation: Cratoneurion commutati) auftreten. Ferner gehören dazu natürliche Sturzquellen (Rheokrenen) und Grundquellen (Limnokrenen), z. B. in Form von Quelltöpfen, Tümpelquellen oder Gießen mit ihrer Unterwasservegetation (z. B. Charetea). Als Sonderfälle von Quellen sind auch temporäre Quellen (z. B. Karstquellen) eingeschlossen. Binnenlandsalzstellen Salzgeprägte Lebensräume des Binnenlandes im Bereich von Salz- und Solquellen oder natürlich zu Tage tretenden Salzstöcken. Geschützt sind natürliche und naturnahe Binnenlandsalzstellen mit ihrem gesamten Lebensraumkomplex, bestehend aus salzhaltigen Quellaustritten, salzhaltigen Fließ- und Stillgewässern mit der angrenzenden halophytischen Vegetation (u. a. Salzwiesen (Asteretea tripolii), z. B. mit Puccinellia distans und Juncus gerardii sowie Brackwasserröhrichte). Offene Binnendünen Vom Wind aufgewehte, waldfreie Sandhügel im Binnenland. Überwiegend handelt es sich um kalkfreie Lockersande, die von schütteren Silbergrasrasen (Corynephorion), Kleinschmielenrasen (Thero-Airion) und ausdauernden Trockenrasen mit geschlossener Grasnarbe (Koelerion glaucae, Amerion elongatae, z. B. mit Grasnelke, Armeria elongata) oder Zwergstrauchgesellschaften bewachsen sind. Offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden: Natürlich entstandene, waldfreie Block-, Schutt- und Geröllhalden aus unterschiedlichen Gesteinen im Bergland und den Alpen. Meist nur schütterer Pflanzenbewuchs, vornehmlich aus Flechten, Moosen und Farnen sowie sonstigen Fels-, Schutt- und Geröllpflanzen (Thlaspietea rotundifolii, Seslerion variae p.p.). Vereinzelt sind Gebüsche, Bäume und Baumgruppen eingestreut. An den Rändern schließen meist unter Ziffer 4 geschützte Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder an. Lehm- und Lösswände Durch natürliche Erosion oder anthropogen entstandene, mehr oder weniger stark geneigte Steilwände und Böschungen in Lössgestein bzw. lehmigen Substraten im Bereich von Uferabbrüchen, Hohlwegen, Weinbergsterrassen oder Abbaugebieten. Steile und in Erosion befindliche Wände weisen keine oder eine schüttere Vegetation meist aus Kryptogamen auf. Weniger stark geneigte Abschnitte können mit höheren Pflanzen bewachsen sein. Es finden sich z. B. Fragmente von Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Ruderalund Saumvegetation, Hochstaudenfluren und Gebüsche. Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden Von Zwergsträuchern, namentlich Heidekrautgewächsen, dominierte Pflanzenformationen, z. T. mit eingestreuten Wacholder- oder Besenginstergebüschen, auf überwiegend bodensauren Standorten vom Flachland bis in die alpine Stufe der Hochgebirge (Ericion tetralicis, Vaccinio-Genistetalia, Loiseleurio-Vaccinietea, Caricetea curvulae, Empetrion nigri). Neben natürlichen Vorkommen auf Dünen, Felsen, Blockhalden, in Mooren und im alpinen Bereich handelt es sich vorwiegend um anthropozoogene Ersatzgesellschaften zumeist bodensaurer Wälder, die durch extensive Beweidung, Plaggenhieb und gelegentliches Abbrennen oder durch Brachfallen von Magerwiesen entstanden sind. Kennzeichnende dominierende Pflanzenarten sind z. B. Heidekraut (Calluna vulgaris), Glockenheide (Erica tetralix), Krähenbeere (Empetrum nigrum), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), Alpen- Bärentraube (Arctostaphylos alpina), Wacholder (Juniperus communis). Borstgrasrasen 810 Ungedüngte, gras- oder zwergstrauchreiche Magerrasen trockener bis staufeuchter saurer rohhumusreicher Böden, überwiegend durch jahrhundertelange Beweidung oder einschürige Mahd entstanden, teils artenarm, teils buntblumig und artenreich (Nardetalia). Kennzeichnende Pflanzenarten: Borstgras (Nardus stricta, oft dominierend), Bunter Hafer (Avena versicolor), Arnika (Arnica montana), Katzenpfötchen (Antennaria dioica, A. carpatica), Hundsveilchen (Viola canina), Gemeine Kreuzblume (Polygala vulgaris), Einblütiges Ferkelkraut (Hypochoeris uniflora), Bärtige Glockenblume (Campanula barbata), Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri), Berg- Nelkenwurz (Geum montanum), Weiße Küchenschelle (Pulsatilla alba), Zwerg-Augentrost (Euphrasia minima), Stengelloser Enzian (Gentiana acaulis), Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata), Schweizer Löwenzahn (Leontodon helveticus), Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea), Dreizahn (Danthonia decumbens), Blutwurz (Potentilla erecta), Heidekraut (Calluna vulgaris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa). Die Borstgrasrasen waren früher als extensives Grünland vom norddeutschen Flachland bis in die subalpine Stufe der Alpen verbreitet; sie sind inzwischen sehr selten geworden, regional fast völlig verschwunden und heute stark gefährdet. Besonders stark gefährdet sind einerseits die Restbestände von Borstgrasrasen der planaren und kollinen Stufe und andererseits die von Natur aus nur kleinflächig vorkommenden regionalen Ausbildungen der höchsten Mittelgebirgsgipfel. Trockenrasen Die Trockenrasen (i. w. S.) schließen das natürliche und anthropozoogene Grünland trockenwarmer Standorte ein. Dazu gehören die Mauerpfeffer-Pioniertrockenrasen (Sedo-Scleranthetea) und die Schwingel- Trespen-Trockenrasen (Festuco-Brometea). Trockenrasen können auf flachgründigen Felsböden, auf trockenen Sandböden, aber auch v. a. in südexponierter Lage und bei subkontinentalem Klima auf tiefgründigen Schluff- und Lehmböden vorkommen. Natürliche waldfreie Trockenrasen existieren nur kleinflächig an extremen Standorten, z. B. an sehr flachgründigen Steilhängen. Der weitaus größte Teil des trockenen Grünlands sind Halbtrockenrasen, d. h. durch extensive Mahd oder Beweidung entstandene Kulturformationen. Bei extensiver Beweidung findet man oft typische Weidegebüsche wie z. B. Wacholder (Juniperus communis; Wacholderheiden Süddeutschlands), Weißdorn (Crataegus spp.) und Rosen. Trockenrasen sind außerordentlich artenreich, Lebensraum zahlreicher geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten und durch Nutzungsaufgabe oder Intensivierung stark zurückgegangen. Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte Natürliche, naturnahe und halbnatürliche, meist schwachwüchsige Wälder und Gebüsche aus Trockenheit ertragenden und teils wärmebedürftigen Pflanzenarten auf basenreichen bis -armen Standorten. In der Regel wachsen sie auf flachgründigen, steinigen oder felsigen sonnseitigen Hängen, gelegentlich auch auf stark austrocknenden Böden in ebener Lage (z. B. Schotterflächen, Kalkstein- und Mergelgebiete); Vorkommen vom Flachland bis ins Hochgebirge. Dazu gehören: Orchideen- und Blaugras-Buchenwälder (Carici-Fagetum), thermophile Eichen-Hainbuchenund Eichenmischwälder mit Trauben-, Stiel- und Flaumeiche (Quercus petraea, Qu. robur, Qu. pubescens (Quercion robori-petreae p.p., Quercetalia pubescentis, Carpinion betuli p.p.), Winterlinden-Trockenwälder (Tilio-Acerion, soweit nicht unter Blockhalden- und Hangschuttwäldern genannt) sowie Pfeifengras- Kiefernwälder, Schneeheide-Kiefernwälder (Erico-Pinetea), kontinentale Kiefern-Trockenwälder (Pulsatillo-Pinetea); thermophile Gebüsche (Berberidion), z. T. auf Felsen mit Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus), Steinweichsel (Prunus mahaleb), Mehlbeere (Sorbus aria), Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Berberitze (Berberis vulgaris), Liguster (Ligustrum vulgare), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Schlehe (Prunus spinosa), Feldulme (Ulmus minor), Rosen (Rosa spp.) und Wacholder (Juniperus communis) einschließlich ihrer thermophilen Saumvegetation (Geranion sanguinei). Nicht eingeschlossen sind ruderale Sukzessionsstadien wie z. B. Verbuschungsstadien mit hohen Anteilen nitrophytischer Arten (z. B. Sambucus nigra) auf jüngeren Industrie und Siedlungsbrachen. Bruch- und Sumpfwälder 911 Naturnahe Wälder und Gebüsche auf ständig nassen Torf oder Mineralböden (Alnetea glutinosiae, Betulion pubescentis). Bestandsbildende Baumarten können z. B. Schwarzerle (Alnus glutinosa), Esche (Fraxinus excelsior), Bruchweide (Salix fragilis), Moor- und Karpatenbirke (Betula pubescens, B. carpatica), ferner auch Fichte (Picea abies) und Tanne (Abies alba) sein; Straucharten: z. B. Grauweide (Salix cinerea), Ohrweide (Alix aurita), Lorbeerweide (Salix pentandra), Faulbaum (Frangula alnus), Gagelstrauch (Myrica gale). Im Unterwuchs dominieren krautige Sumpfpflanzen, teils auch Torfmoose (Sphagnum spp.). Auwälder Naturnahe Wälder und Ufergebüsche im Überflutungsbereich von Bächen und Flüssen. Wesentliches lebensraumprägendes Element ist eine natürliche oder naturnahe Überflutungsdynamik. Je nach Wasserregime, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage gibt es spezifische Ausbildungsformen und Vegetationsabfolgen. Typen der gewässernahen, häufig und z. T. länger überfluteten Weichholzaue und Weidenwälder mit Silber- und Bruchweide (Salicion albae) ferner ufersäumende Eschen-, Schwarzerlen-, Grauerlenwälder (Alno-Ulmion pp.) sowie Weidengebüsche mit z. B. Mandelweide (Salix triandra), Lavendelweide (Salix eleagnos) und Tamariskengebüsch (Myricarietum germanicae). An kürzer bis sporadisch überfluteten Standorten der Hartholzaue wachsen Bergahorn-, Eschen-, Stieleichen-Hainbuchen-, Eichen-Eschen- und Eichen-Ulmen-Auwälder (Carpinion p.p., Alno-Ulmion p.p.), im Voralpenland auch Kiefern-Auenwälder (Erico-Pinion). Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder Meist in steil eingeschnittenen Tälern oder am Fuße von Steilwänden und Felsabbrüchen wachsende Laubund Mischwälder sowohl kühl-feuchter als auch frischer bis trocken-warmer Standorte auf Hang- und Blockschutt, i. d. R. nicht ganz konsolidiert und auf Rohböden über kalkreichem bis silikatischem Lockermaterial. Typisch sind Steilhanglagen mit rutschendem Substrat, ein relativ lichter Kronenschluss und eine üppig entwickelte Krautschicht. Bestandsbildende oder im Verbund auftretende Baumarten sind Spitz- und Bergahorn (Acer platanoides, A. pseudoplatanus), Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Bergulme (Ulmus glabra), Esche (Fraxinus excelsior) oder Hainbuche (Carpinus betulus); die Rotbuche (Fagus sylvatica) kann beigesellt sein. Ebenso schutzwürdig sind die montanen Block-Fichtenwälder mit ihrem Kryptogamenreichtum. Wegen ihrer schlechten Erschließbarkeit in Extremlagen (Schluchten, Steilhänge etc.) sind die Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder meist naturnah erhalten und zeichnen sich oft durch Moos-, Farn- und Flechtenreichtum aus. Dazu gehören u. a. Fichten- und Birken-Ebereschen-Blockwälder, Ahorn-Eschen-Hangwälder, Bergahorn- Mischwälder, Winterlinden-Hainbuchen-Hangschuttwälder, Ahorn-Linden- und Linden-Hangschuttwälder, Sommerlinden-Bergulmen-Blockschuttwälder und die perialpinen Blaugras-Winterlindenwälder (Tilio- Acerion). Lärchenwälder Nadelwälder bis an die subalpine (1200 bis 1800m über NN)Waldgrenze, auf Blockschutthalden oder in Kaltluftsenken; in feuchten und niederschlagsreichen Lagen; hochstaudenreiche oder grasreiche Variante; sowohl auf Kalk- wie auch auf Silikatgestein, oft kryptogamenreich (Epiphyten). Lärchen-Arvenwälder Nadelwälder der obersten Waldstufe (ca bis 1900 m über NN) in den nördlichen Randalpen, nur sehr kleinflächig vorkommend; ältere, ungestört entwickelte Bestände sind fast ausschließlich von Zirben (Pinus cembra) aufgebaut, sonst unterschiedliche Anteile von Latsche (Pinus mugo ssp. mugo), Fichte (Picea abies) und Lärche (Larix decidua). 1012 Offene Felsbildungen Basenhaltige und silikatische Felsen der alpinen Stufe. Diese Lebensräume sind durch spezifische Flechtenund Moosüberzüge, Felsspaltengesellschaften (Asplenietea trichomanis) und Felssimsrasen (Seslerietea variae, Caricitea curvulae) sowie Geröll- und Schuttvegetation (Thlaspietea rotundifolii) mit hohem Anteil endemischer Arten gekennzeichnet. Alpine Rasen Überwiegend natürliche, meist lückige Rasen ( Urwiesen ) der alpinen Stufe des Hochgebirges (oberhalb der Baumgrenze). Je nach Standort flachgründige Hänge, Mulden, windgefegte Grate und Buckel handelt es sich um unterschiedliche Pflanzengesellschaften, namentlich z. B. alpine Blaugrasrasen (Seslerion variae), Rostseggenrasen (Caricion ferrugineae), Nacktriedrasen (Oxytropido-Elynion), Krummseggenrasen (Caricetalia curvulae) und alpine Borstgrasrasen (Nardion strictae). Außer durch charakteristische Gräser und Seggen sind sie oft durch besonderen Reichtum an Alpenblumen ausgezeichnet, z. B. Enziane (Gentiana spp.), Edelweiß (Leontopodium alpinum), Alpenanemone (Pulsatilla alpina), Alpendistel (Carduus defloratus), Stengelloses Leimkraut (Silene acaulis), Steinbrech-Arten (Saxifraga spp.) u. a. Schneetälchen Den größten Teil des Jahres schneebedeckte Hangmulden und Senken im Hochgebirge mit ständig durchfeuchteten Böden. Den extremen Standortbedingungen hat sich eine artenarme, aber sehr spezielle Schneetälchen -Vegetation (Salicetea herbaceae) und Fauna vorzüglich angepasst. Charakteristische Pflanzenarten sind niedrige Spalierweiden, namentlich Netz- (Salix reticulata), Stumpfblatt- (Salix retusa) und Kraut- Weide (Salix herbacea), ferner Blaue Gänsekresse (Arabis caerulea), Schneeampfer (Rumex nivalis), Alpen-Hainsimse (Luzula alpinopilosa), Zwergalpenglöckchen (Soldanella pusilla) u. a. Krummholzgebüsche Natürliche und halbnatürliche, meist ausgedehnte Gebüschformationen baumfeindlicher Extremstandorte (z. B. felsiger Steilhänge, Schutthalden, Lawinenbahnen der subalpinen bis alpinen Stufe sowie Bereiche an der Baumgrenze). Dominierende Straucharten können Latsche (= Legföhre (Pinus mugo subsp. mugo), Grünerle (Alnus viridis), subalpine Strauchweiden sowie Alpenrosen (Rhododendron ferrugineum und Rh. hirsutum) sein. Ihr Unterwuchs ist sehr vielgestaltig (Rhododendro-Vaccinion, Alnion viridis pp., z. B. Alnetum viridis, Salicion waldsteinianae und Aceri-Salicetum appendiculata (Lawinenbahnen). 1113 Begründung des Gesetzentwurfs zum Bayerischen Naturschutzgesetz (Fassung vom ; Auszug zu den im Artikel 13d aufgeführten Biotoptypen) Röhrichte waren bisher nur geschützt, sofern sie sich im Verlandungsbereich eines Gewässers befanden. Aufgrund der Anpassung an den 20c Abs. 1 BNatSchG wird der Schutz auch auf Röhrichte außerhalb der Verlandungsbereiche ( Landröhrichte ) ausgedehnt. Abseits von Fließ- und Stillgewässern, zu deren natürlichen Randzonen sie gehören, sind Röhrichte ebenfalls wichtige Lebensräume, die sich in der Regel in der Bodennässe und aufgrund fehlender Nutzungen von ihrer Umgebung unterscheiden und die deshalb wichtige Rückzugsräume für Tierarten darstellen. Der Begriff Röhrichte umfasst die zumeist artenarmen, hochwüchsigen Großröhrichte, die oft nur von einer Art beherrscht werden, und die niedrigwüchsigen Kleinröhrichte (Bach- und Wechselwasserröhrichte). Besonders in Kleinröhrichten sind häufig auch krautige Pflanzen bestandsbildend. Bereits bisher waren Pfeifengrasstreuwiesen nach Art. 6d Abs. 1 geschützt. Mit dem Ausdruck Pfeifengraswiesen anstelle von Pfeifengrasstreuwiesen wird klargestellt, dass die Intention des Gesetzes auf die Erhaltung des Biotoptyps und nicht des Nutzungstyps abzielt. Pfeifengraswiesen sind in der Regel den Biotoptypen Mooren und Sümpfen oder seggen- und binsenreichen Nass- und Feuchtwiesen zuzuordnen. Die Bestimmung auf der Grundlage von 20c Abs. 3 BNatSchG stellt sicher, dass Pfeifengraswiesen auch dann einem Schutz unterliegen, wenn die Zuordnung zu den o.g. Einheiten strittig sein könnte (z.b. in sommerwarmen Tieflagen). Mit dem Ausdruck Heiden wird ebenfalls auf einen Begriff des bisherigen Art. 6d Abs. 1 zurückgegriffen. Hierin werden die Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden sowie Fels- und Steppenheiden aller Höhenstufen zusammengefasst, die bereits bisher geschützt waren. Die Vorgabe des 20c BNatSchG, die sich auf Zwergstrauch- und Wacholderheiden beschränkt, wird somit um einige für Bayern charakteristische Einheiten ergänzt, die in der Regel auch anderen geschützten Biotoptypen (z.b. Magerrasen) zugeordnet werden können bzw. eng mit diesen verzahnt sind. Wärmeliebende Säume unterlagen bereits bisher dem gesetzlichen Schutz. Es sind oft brachliegende Bestände auf licht- und wärmebegünstigten, trockenen, nährstoff- und stickstoffarmen Standorten vorwiegend trockener Ausprägung, die im Allgemeinen von hochwüchsigen Stauden und Kräutern geprägt sind. Die häufigsten Vorkommen liegen im Bereich aufgelassener und verbuschter Halbtrockenrasen, aufgelassener Weinberge, in trockenwarmen Lagen an süd- bis westexponierten Waldrändern sowie auf anderen brachliegenden Magerstandorten. Seltener sind Bestände auf Primärstandorten wie den südexponierten Lagen auf Kristallinuntergrund. Im Alpenraum kommen natürliche wärmeliebende Saumgesellschaften auf sonnigen Felsschuttfächern und felsigen Steilhängen von den Tallagen bis in die montane Stufe vor. Wärmeliebende Säume stehen häufig im Kontakt zu Magerrasen, Felsvegetation, alpinen Rasen, wärmeliebenden Gebüschen oder thermophilen Waldgesellschaften. Ihre naturschutzfachliche Bedeutung als Übergangs- und Sukzessionsgesellschaften sowie ihre oft enge Verzahnung mit anderen, naturschutzfachlich wertvollen Biotoptypen rechtfertigen ihren weiteren Schutz. Krummholzgebüsche sind natürliche und halbnatürliche, meist ausgedehnte Gebüschformationen extremer Standorte. Dominierende Arten können Latsche, in tiefen Lagen auch Spirke, Grünerle, Strauchweiden sowie Alpenrosen sein. Sofern der Bestand von Baumarten wie Latsche, Spirke oder Grünerlen geprägt wird, handelt es sich um Wälder im Sinne des Bayerischen Waldgesetzes. Oft stehen sie in Kontakt oder enger Verzahnung mit krautigen Hochstaudenfluren, deren natürliche Ausprägungen zahlreiche seltene bzw. charakteristische Arten enthalten und somit ebenfalls besonders schutzwürdig sind. Auch die schwierige Abgrenzung zwischen Krummholzgebüschen und naturnahen Hochstaudengesellschaften rechtfertigt den Schutz alpiner Hochstaudengesellschaften, der über den bundesrahmenrechtlichen Begriff Krummholzgebüsche hinausgeht. 1214 Liste der Pflanzengesellschaften Im Folgenden werden den nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG geschützten Biotopen die entsprechenden pflanzensoziologischen Syntaxa zugeordnet. Die Aufgliederung in Ordnungen, Verbände, Assoziationen und Subassoziationen wurde nur bis zu der Stufe verfolgt, ab der alle Untereinheiten dem in der linken Spalte genannten Biotoptyp nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG entsprechen. Doppelnennungen sind wegen der sich überschneidenden Geltungsbereiche der Biotoptypen möglich. Außer den aufgelisteten Pflanzengesellschaften sind auch einige rein standörtlich definierte Biotope nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG geschützt (z. B. Löss- und Lehmwände, offene Felsbildungen). Begriff des 30 /Art. 23 Pflanzensoziologische Einheit 1. Pflanzengesellschaften unbewaldeter nasser bis feuchter Standorte - Moore und Sümpfe - Röhrichte, Landröhrichte - Großseggenrieder - Seggen- oder binsenreiche Nasswiesen - Pfeifengraswiesen - Quellbereiche Magnocaricion p.p. Nanocyperion Littorelletalia Sphagno-Utricularion Scheuchzerio-Caricetea fuscae Sphagnion magellanici Senecion fluviatilis Convolvulo-Epilobietum hirsuti Chaerophylletum bulbosi Phalarido-Petasitetum hybridi Filipendulion ulmariae Juncetum acutiflori Bidention tripartitae Phragmition australis Phalaridetum arundinaceae Sparganio-Glycerion fluitantis Magnocaricion p.p. Calthion palustris Juncetum acutiflori Molinion caeruleae Cnidion dubii Montio-Cardaminetalia 1315 Begriff des 30 / Art. 23 Pflanzensoziologische Einheit 2. Naturnahe Wald- und Gebüschbiotope feuchter bis nasser Standorte - Moore, Moorwälder - Bruchwälder - Sumpf- und Auwälder Piceo-Vaccinienion uliginosi Vaccinio-Piceenion p.p. Alnetalia glutinosae Salicion elaeagni Salicion albae Alno-Ulmion 3. Abschnitte bzw. Bereiche von natürlichen oder naturnahen Fließ- und Stillgewässern - Natürliche und naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer - natürliche und naturnahe Verlandungsbereiche Charion asperae Fontinaletea HÜB. 57 Sparganio-Glycerion fluitantis Magnocaricion p.p. Lemnetea Charetea fragilis Potamogetonetea Phragmitetea Nanocyperion Littorelletalia Sphagno-Utricularion Bidention - regelmäßig überschwemmte Auebereiche Cnidion dubii Agrostietalia 4. Pflanzengesellschaften unbewaldeter Magerstandorte - Trockenrasen, Magerrasen Sedo-Scleranthetea Festuco-Brometea Trisetion p.p. - Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden, Felsheiden Toninion coeruleonigricantis HADAC 1948 Asplenietea rupestris Cryptogrammetum Alysso alyssoidis-sedion albi Festucion pallentis Juncus trifidus-gesellschaft Vaccinio-Genistetalia Sisymbrio-Asperuginetum 1416 Begriff des 30 / Art. 23 Pflanzensoziologische Einheit - Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden, Felsheiden Cotoneastro-Amelanchieretum Coronillo-Prunetum mahaleb Vaccinio-Pinetum cembrae Vaccinio-Rhododendretum ferruginei Empetro-Vaccinietum Arctostaphylo-Loiseleurietum - Borstgrasrasen Nardetalia - Offene Binnendünen Diese Biotope werden nur nach standörtlichen Gegebenheiten definiert; der Bewuchs entspricht oft dem Spergulo-Corynephoretum - Wärmeliebende Säume Geranion sanguinei Trifolio-Agrimonietum eupatoriae p.p. Agrimonio-Vicietum cassubicae Stachyo-Melampyretum nemorosi Vicietum sylvaticae-dumetorum Teucrio-Centaureetum nemoralis - Lehm- und Lößwände Diese Biotope werden nur nach standörtlichen Gegebenheiten definiert. - Offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden Thlaspietea rotundifolii Betula pubescens-sorbus aucuparia- Gesellschaft 5. Waldgesellschaften auf trockenwarmen und weiteren Sonderstandorten - Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte Begriff des 30 / Art. 23 Salicion elaeagni Pyrolo-Pinetum (Peucedano-Pinetum) Calamagrostio variae-pinetum OBERD em. HÖLZEL 1996 p.p. (Erico-Pinetum) Cytiso nigricantis-pinetum Erico-Pinetum serpentinicum GAUCKLER 1954 Buphthalmo salicifolii-pinetum HEMP 1995 Anemono-Pinetum HOHENESTER 1960 Polygala chamaebuxus-pinus sylvestris- Ges.REINH.1939 Leucobryo-Pinetum cladonietosum Leucobryo-Pinetum ericetosum Leucobryo-Pinetum typicum p.p. (nur Ausbildungen von Preiselbeere / Besenheide) Berberidion p.p. Pruno-Rubion fruticosi p.p. Genisto tinctoriae-quercetum petraeae Vaccinio vitis-idaeae-quercetum petraeae Cytiso nigricantis-quercetum Pflanzensoziologische Einheit 1517 - Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte - Schluchtwälder - Block- und Hangschuttwälder Potentillo albae-quercetum petraeae Galio sylvatici-carpinetum primuletosum veris Vincetoxicum hirundinaria-corylus avell.-ges. Luzulo-Fagetum tanacetosum corymbosi Seslerio-Fagetum caricetosum albae Seslerio-Fagetum caricetosum sempervirentis Carici-Fagetum Clematido vitalbae-corylenion avellanae Tilio-Acerion Calamagrostio villosae-piceetum Betula pubescens-sorbus aucuparia-gesellschaft Asplenio-Piceetum 6. Naturnahe Lebensräume höherer Gebirgslagen - Offene Felsbildungen Diese Biotope werden nur nach standörtlichen Gegebenheiten definiert. - Alpine Rasen - Schneetälchen Elynion Seslerietalia variae Nardion Salicetea herbaceae - Krummholzgebüsche, alpine Hochstaudengesellschaften (Art. 23 BayNatSchG) Adenostyletalia Erico-Rhododendretum hirsuti Vaccinio-Rhododendretum ferruginei - subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder Vaccinio-Pinetum cembrae 1618 Zur Benutzung des Schlüssels Prinzip des Schlüssels: Anhand von Leitschemata und zugehörigen Tafeln soll eine Fläche mit möglichst wenigen Entscheidungsschritten als 30/23-Fläche oder Nicht-30/23-Fläche erkannt werden. Das bedingt, dass unter Umständen gleiche 30/23-Bestände in verschiedenen Tafeln erscheinen. Um den Umfang des Schlüssels in einem übersichtlichen Rahmen zu halten, wurden nur solche Vegetationseinheiten aufgenommen, bei denen zumindest der Verdacht auf eine 30/23-Fläche besteht. Zweifelsfrei nicht unter den Schutz des 30/Art.23 fallende Bestände wie z. B. Äcker oder viele Ruderalgesellschaften sind nicht berücksichtigt. Die in den Blöcken aufgelisteten Arten sind alphabetisch angeordnet. Bei Blöcken mit sehr vielen Arten, wurden innerhalb der Blöcke Gehölze, Gräser/Grasartige, Kräuter/Stauden und niedere Pflanzen wie Moose, Flechten und Algen getrennt. Für die Nomenklatur der Pflanzengesellschaften wurden die Teile I bis IV der Süddeutschen Pflanzengesellschaften von OBERDORFER (Teil I: 1992, Teil II: 1978, Teil III: 1983, Teil IV: 1992) zugrunde gelegt. Falls in Ausnahmefällen andere Bezeichnungen verwendet werden, ist der Autorenname mit angegeben. Die Aussagen zum Standort orientieren sich an ARBEITSKREIS FORSTLICHE STANDORTSAUFNAHME (1996). Zur besseren Lesbarkeit sind die Bestimmungsblöcke mit unterschiedlichen Rahmen versehen. Deutliche, einfache Umrahmungen weisen darauf hin, dass die Entscheidung über eine30/23-zugehörigkeit an dieser Stelle noch nicht getroffen wurde. Doppelte Linien umrahmen 30/23-Zeigerarten oder die entsprechenden Standortsbedingungen, dünne einfache Linien Nicht-30/23-Zeiger bzw. die entsprechenden Bedingungen. Die unteren Zeilen in den Tafeln geben Aufschluss darüber, ob der fragliche Bestand nach 30 geschützt ist und falls zutreffend, welchem Begriff des Gesetzestexts die untersuchte Fläche zuzuordnen ist (z. B. Bruchwald ). Bestimmungskriterien: Die nach 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG geschützten Biotope bestimmen sich in der Mehrzahl nach der aktuell vorhandenen Vegetation, bei Wäldern grundsätzlich nach der Vegetation und nach dem Standort. In Wäldern ergänzen beide Ansprachekriterien einander und führen in den meisten Fällen zum gleichen Ergebnis. Für die Zuordnung ist es dabei erforderlich, dass die in Frage stehenden Biotope zumindest in ihrem Kernbereich deutliche Ausprägungen aller geforderten Merkmale (Vegetation und Standort betreffend) aufweisen. Einige Biotoptypen, wie natürliche Schutt- oder Geröllhalden, Binnendünen, Felsbildungen des Hochgebirges, naturnahe Quellen und Fließgewässer fallen auch dann unter den Geltungsbereich des 30/Art.23, wenn kein Pflanzenbewuchs vorhanden ist. Aufbau und Anwendung des Schlüssels: Der Schlüssel ist hierarchisch aufgebaut und führt mit Hilfe übergeordneter Bestimmungstafeln (z. B. Tafel 2 oder Tafel 14) zu den eigentlichen Bestimmungstafeln (z. B. Tafel 4 oder Tafel 9). Hinter der Überschrift jeder Tafel wird in Klammern auf die Tafel verwiesen, von der man zu der aktuellen geleitet wurde. Für die Entscheidung, ob ein Biotop nach 30/Art.23 geschützt ist, sind die in den Bestimmungstafeln aufgeführten Merkmale maßgeblich. Die Bestimmungstafeln beinhalten eine Liste charakteristischer und / oder differenzierender Arten, für die geschützten Biotope im Wald auch die Beschreibung der die Gesellschaften bedingenden Standortsmerkmale. Weitere Bedingungen, wie z. B. ein Mindestdeckungsanteil der aufgelisteten Arten, gelten als Bestimmungskriterium, wenn sie innerhalb der eingerahmten Blöcke stehen. Erläuterungen oder erklärende Ergänzungen stehen außerhalb der Rahmen. Zur Bestimmung eines nach 30/Art.23 geschützten Biotops werden die vorgefundenen charakteristischen bzw. differenzierenden Pflanzenarten herangezogen. Je nach dem Grad ihrer Aussagekraft ist den Arten in den Bestimmungstafeln eine Ziffer von 1 (das Vorhandensein einer Art genügt für den gesetzlichen Schutz) bis 4 (das Vorhandensein von 2, 3 oder 4 gekennzeichneten Arten ist für den gesetzlichen Schutz erforderlich) vorangestellt. In Tabellen mit nur wenigen Arten können diese ohne Einstufung aufgelistet sein. Dann genügt das Vorhandensein einer der aufgeführten Arten. Eine Ausnahme bilden Arten mit nachgestelltem s (schwach). In solchen Fällen wird noch eine weitere Art aus der Liste benötigt. Wenn Arten nicht näher spezifiziert sind, d. h. der Gattungsname ist mit dem Zusatz div. spec. genannt, zählt jede vorkommende Art dieser Gattung zu der geforderten Artenzahl. Falls in den Listen auf Unterschiede zwischen Nord- und Südbayern verwiesen wird, gilt die Donau als Grenze. 1719 Abgrenzung der Biotope im Gelände Für die Abgrenzung der Biotope werden im Gelände deutlich erkennbare Merkmale aus den Detailbeschreibungen verwendet. Kartierung im Offenland: Häufig treten kleinräumige Wechsel von geschützten und nicht geschützten Flächen auf. Auch dann müssen die Bestimmungskriterien auf physiognomisch möglichst einheitliche Flächen, i. d. R. solche mit homogener Vegetation bezogen werden. Für Gemengelagen von klar unterscheidbaren, aber aus kartiertechnischen Gründen nicht gegeneinander abgrenzbaren 30/23- und Nicht-30/23-Beständen gilt, dass die Fläche insgesamt nach 30/Art.23 geschützt ist, wenn über die Hälfte nach 30/Art.23 geschützten Beständen entspricht. Kartierung im Wald: In einem Teil der Fälle erfolgt die Abgrenzung aufgrund der Ausbildung der Pflanzendecke, in einem anderen Teil der Fälle aufgrund von im Gelände erkennbaren Standortsmerkmalen. Welches der beiden Abgrenzungsverfahren im Einzelfall Vorrang hat, richtet sich nach der Art der Biotope. Den sicher ansprechbaren und eindeutigen Merkmalen ist dabei in zweifelhaften Fällen stets der Vorzug zu geben. Für die Abgrenzung nach Standortsmerkmalen sind, soweit vorhanden, die Ergebnisse der forstlichen Standortskartierung heranzuziehen. Bei einem angenommenen Kartierungsmaßstab von 1:5.000 gilt für die Kartierung von nach 30/Art.23 geschützten Waldflächen: Einschlüsse (Enklaven) nicht nach 30/Art.23 geschützter Flächen Um die Kartierpraxis zu erleichtern, werden kleinere Einschlüsse nicht geschützter Flächen mit den geschützten Biotopen kartiertechnisch zusammengefasst. Dabei sollte der Anteil der Enklaven an der Gesamtfläche unter 5 % liegen, die einzelne Enklave sollte eine Größe von 1000 m² nicht übersteigen. Die Bestimmungen des 30/Art.23 gelten nicht für die Enklaven. Gemengelage von nach 30/Art.23 geschützten und nicht geschützten Flächenteilen (Mosaik) Komplexstrukturen, die sich durch die Gemengelage von geschützten und ungeschützten Flächen ergeben, werden als Komplexe kartiert, wobei die Bestimmungen des 30/Art.23 nur für den geschützten Biotop Gültigkeit haben. Mindestgrößen Eine einheitliche Mindestgröße der Biotope kann nicht angegeben werden. Bei flächenhaft ausgebildeten Waldgesellschaften werden aus kartiertechnischen Gründen m² als Mindestgröße empfohlen, bei linienhaft ausgebildeten (z. B. Galeriewälder) gilt als Untergrenze die Länge von 50 m. 1820 Erläuterung der Methode von BRAUN-BLANQUET In besonderen Zweifelsfällen wird es sich nicht vermeiden lassen, zur Absicherung des Bestimmungsergebnisses bzw. zur direkten Ermittlung der vorliegenden Pflanzengesellschaft eine pflanzensoziologische Aufnahme zu erheben. Zu diesem Zweck sei hier in aller Kürze die Methode von BRAUN-BLANQUET vorgestellt: Auf einer möglichst homogenen Fläche, deren Größe sich nach der Formation richtet (Wälder ca. 400 m², Grünland ca. 20 m², Felsbandgesellschaften ca. 1 m² usw.) werden alle vorkommenden Pflanzenarten notiert und ihre Artmächtigkeit nach der folgenden Tabelle geschätzt. Die Aufnahme auch der Moose und Flechten ist wünschenswert, bei etlichen Einheiten jedoch unbedingt erforderlich (Hochmoore, Kiefern- Trockenwälder und andere Gesellschaften, in denen die Kryptogamen entscheidend am Bestandsaufbau beteiligt sind). r Einzelexemplar 2m sehr viele Exemplare, aber Deckung unter 5 % + Deckung < 1 % 3a Deckung % 1 Deckung 1-5 % oder viele Exemplare 3b Deckung % 2a Deckung 5-15 % 4 Deckung % 2b Deckung % 5 Deckung % Angaben über Aufnahmeort, Datum, Meereshöhe sowie die Deckung der einzelnen Schichten (Baumschicht, Strauchschicht, Krautschicht, Moos- und Flechtenschicht) vervollständigen die Aufnahme. Auf die Angabe der Soziabilität (innerartliche Vergesellschaftung) kann hier verzichtet werden. Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen A Artmächtigkeit agg. Aggregat BayNatSchG Bayerisches Naturschutzgesetz BNatSchG Bundes-Naturschutzgesetz div. diverse f. Form (forma) FFH Flora-Fauna-Habitat (nach FFH-Richtlinie der EU-Kommission zu erhaltende Biotope) p.p. zum Teil (pro parte) s Arten, die ohne zusätzliche Arten nicht genügen, um einen Bestand sicher zu bestimmen. s.l. im weiteren Sinn (sensu lato) s.str. im engeren Sinn (sensu stricto) spec. Art (species) ssp. Unterart (subspecies) var. Varietät (varietas) 19 Mehr anzeigen
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