Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/16936,0.html
Timestamp: 2019-07-18 14:47:54
Document Index: 202727328

Matched Legal Cases: ['§ 683', '§ 973', '§ 985', '§ 974', '§ 985', '§ 677']

timotius_me
Verfasst am: 03 März 2005 - 12:23:26 Titel: Bitte helft Problem Hausarbeit - Schuldr. BT2-SachenR 1
Hallo - Habe Riesenprobleme mit meiner Hausarbeit.
Ich finde keinen Einstieg. Sehe nicht alle Probleme!
(Sachverhalt unten)
Im ersten Teil der Ansprüche des A gegen B sehe ich außer 985 keinen Anspruch - und für 985 sehe ich auch kein Problem - was soll das, dass A drei Wochen nicht reagierte für eine Bedeutung haben?
Bei den Ansprüchen gegen C und D komme ich auch nicht wirklich klar.
Vielleicht 985, 816 aber auch Eingriffskondiktion?
Hat C Ansprüche gegen A? - Aus GoA oder was?
Wäre sehr sehr dankbar wenn mir jemand zumindest einen groben Hinweis geben würde BITTE
Der Sachvehalt:
Herr A hat zwei wertvolle Hunde, den Berner Sennen-Rüden Balou und die Schäferhündin
Bessie. Als er sich am 31. Dezember 2003 nicht zu Hause befand, liefen beide Hunde aus
Furcht vor den Geräuschen der Silvesterknallerei in den an das Grundstück des A angrenzenden
Wald. Die Suche des A mittels Flugblättern etc. blieb erfolglos.
Frau B fand einen der Hunde, Balou, abgemagert im Wald. Da Balou sich in einem sehr
schlechten Zustand befand, brachte B ihn zum Tierarzt und versorgte ihn, so daß er fast wieder
gesund wurde. Auch zeigte sie den Fund bei der zuständigen Behörde an. Als A davon
hörte, fuhr er zu B und verlangte Balou heraus. B forderte dafür Ersatz der Futterkosten, der
Tierarztkosten und Finderlohn. A wollte nicht bezahlen und fuhr wieder.
Anschließend schickte B dem A Anfang April 2004 ein Schreiben, in dem sie ihn aufforderte,
Balou unter Bezahlung der im gleichen Schreiben angegebenen Kosten innerhalb von drei
Wochen abzuholen. A reagierte auf das Schreiben nicht. Als er später (Ende Mai 2004) den
Hund herausverlangte und Ersatz der Kosten anbot, sagte die B, daß sie Balou nunmehr als
ihren Hund betrachte, da A zu lange gewartet habe.
A erhebt daraufhin Klage auf Herausgabe des Hundes Balou gegen Ersatz der Kosten.
Der andere Hund, Bessie, wurde von einem Lkw-Fahrer gefunden und im Tierheim der Gemeinde
G abgegeben. Der dortige Leiter T ging davon aus, dass die Hündin ausgesetzt wurde.
Er verkaufte sie an die interessierte Frau C. Bessie, die noch im Dezember 2003 gedeckt worden
war, bekam drei Jungtiere. Eines davon, Dixie, verkaufte die C dem Wert eines solchen
Welpen entsprechend für 500,- €, indem sie in einer Hundezeitschrift inserierte. Das zweite
Jungtier, Felix, schenkte die C ihrer Schwester D. Für das dritte Jungtier, Jule, interessierte
sich A am 15. Juni 2004, ohne zu wissen, dass es von seiner Hündin Bessie abstammte. Als er
dies bei der Besichtigung des Welpen im Hause der C bemerkte, verlangte er Herausgabe von
Bessie und von Jule gegen Ersatz der bisher entstandenen Futterkosten. C verweigerte dies
jedoch. A war darüber so erbost, dass er sich Jule griff, gegen den Protest der C aus dem Haus
rannte und wegfuhr. Zudem erhob A Klage gegen C.
A genoß es in den folgenden Wochen, endlich wieder einen Hund im Hause zu haben. Er fütterte,
pflegte und kümmerte sich liebevoll um den Welpen. Umso aufgeregter war er, als er
ein Schreiben des Anwalts der C erhielt, mit dem dieser ihn aufforderte, Jule zurückzubringen.
Zur Beruhigung ging A erst einmal mit Jule spazieren. Hierbei begegnete er dem Jogger
J, auf den Jule sogleich freudig zulief, um ihn zu begrüßen. J, der damit nicht gerechnet hatte
und außerdem Angst vor Hunden hat, erschrak sich so sehr, daß er stürzte und sich einen
komplizierten Knöchelbruch zuzog. Wegen dieses Vorfalls verlangt er nun von A Ersatz der
Krankenhaus- und Rehabilitationskosten i.H.v. 5.000,- €. Außerdem möchte er 3.000,- € dafür,
daß er seiner Tätigkeit als selbständiger Innenarchitekt für drei Wochen nicht nachkommen
konnte und dadurch zwei bereits konkretisierte Aufträge verloren hat. A, der Jule angesichts
des hohen Schadens auf einmal gar nicht mehr so lieb hat, sieht nicht ein, daß er diese
Kosten ersetzen soll. Wenn C Jule anwaltlich herausverlange, dann solle sie doch auch für die
durch Jule verursachten Schäden des J aufkommen.
Im Prozeß behauptet A, früher Eigentum und Besitz an den ihm weggelaufenen Hunden Balou
und Bessie gehabt zu haben. B und C widersprechen dem. A gelingt es aber, seinen früheren
Besitz und das Weglaufen der Hunde nachzuweisen.
- Welche Ansprüche hat A gegen B, C und D?
- Hat C Ansprüche gegen A ?
- Kann J die von ihm geltend gemachten Kosten von A oder C ersetzt verlangen?
Verfasst am: 03 März 2005 - 14:09:24 Titel:
gabs nich mal sowas wie Ersitzung? Vielleicht ist in dem Rahmen das mit den 3 Wochen relevant.
Verfasst am: 06 März 2005 - 00:43:37 Titel: Fraglich
Ist die Hausarbeit nur auf dingliche oder auch auf schuldrechtliche Anprüche gestellt?
Also nur die Herausgabe????
Oder sind nur "allgemein" alle möglichen Ansprüche gefragt????
Verfasst am: 06 März 2005 - 04:40:55 Titel:
also dem titel nach dinglich als auch schuldrechtlich. bin auch gespannt auf antworten!
Verfasst am: 07 März 2005 - 13:53:39 Titel: timotius
Ja ich denke es sind SchR und auch SachenR Ansprüche gemeint.
Bei Ansprüchen des A gegen B habe ich erst einen GoA Anspruch gegen B auf Herausgabe des Erlangten 667 durchgehen lassen (ist den der Hund i.S.d. 667 erlangt)
Und dann habe ich aber A gegen B auf 985 abgelehnt wei B Eigentümer durch Fund nach 974 wird.
Aber dann kommt raus das A einen GoA Anspruch auf Herausgabe hat und B einen 985er hätte weil sie ja Et-ler wurde???????
Und was ist mit den Welpen ? Wird C Et-ler der Welpen oder sind das Früchte oder so?
Verfasst am: 07 März 2005 - 19:51:18 Titel:
Hi timotius!
Ich sitze über der selben Hausarbeit und habe das folgender Maßen gelöst:
GoA geht bei mir auch durch (berechtigte GoA und damit Verwendungsersatz gemäß § 683 BGB).
Bei mir ist B aber nicht Eigentümer geworden, weil es einen Meinungsstreit darüber gibt, ob die Frist erst nach den 6 Monaten aus § 973 BGB ablaufen darf. Die herrschende Meinung nimmt das an. Deswegen ist B nicht Eigentümer geworden. Der Herausgabeanspruch nach § 985 BGB geht aber nicht durch, weil B durch die berechtigte GoA ein Recht zum Besitz hat. Also keine Vindikationslage!
Guck dir nochmal den Meinungsstreit an.
Verfasst am: 07 März 2005 - 22:21:48 Titel:
Also zur GoA - Es geht ja um die Ansprüche des A. Also meinst du wahrsch. nciht Verwendungsersatz sondern Herausgabe des Erlangten an A nach 667 oder?
Zum Eigentumserwerb nach 974 (nicht 973) - ich dachte B wird Eigent. weil im 974 steht, dass der Finder Et-ler wird entweder wenn 6 Monate verstreichen oder wenn er den Et-ler zur Ersatz der 970-972er Ansprüche auffordert und darauf innerhalb einer angemessenen Frist nicht geantowortet wird. Und das liegt ja vor. Also braucht man die 6 Monatsfrist des 973 nicht weil 974 ja eine spezeillere Regelung darstellt - oder??
Oder meinst Du das es einen Streit darüber gibt ob der Finder überhaupt - auch im Falle des 974 - schon vor Verstreichen von 6 Mon. Et erwirbt?`
Habe aber keinen Streit gefunden - nicht im Palandt ???
Hast Du schon Ideen zu den Ansprüchen gegen C und D?
Gegen C auf Nutzungsersatz wegen der verkauften Welpen - aber was sind die Welpen - Früchte?
Gegen D - 985 oder wurde D Et-ler - eigentlich nicht oder - wenn nicht dann gibt es den Welpen wegen des zwar redlichen aber unentgeltlichen Besitzes?
J kann Ersatz aus Tierhalterhaftung verlangen.
Wäre echt froh wenn wir in Kontakt blieben!
Verfasst am: 08 März 2005 - 19:34:18 Titel:
Also ich meinte, dass es einen Meinungsstreit darüber gibt, ob der Finder auch nach § 974 BGB schon vor Ablauf der 6 Monate Eigentümer werden kann. Besonders gut beschrieben ist es in Susanne Lins - Fundrecht im BGB- oder so ähnlich.
Bei C hat A einen Herausgabeanspruch gemäß § 985 BGB wegen des Hundes. Wegen der Welpen aber nicht.
Somit ist mein Problem zur Zeit welchen Anspruch A gegen D hat.
Bei J habe ich auch Tierhaftung geprüft, geht auch durch.
Verfasst am: 08 März 2005 - 23:08:35 Titel:
Den Streit zu 974 habe ich jetzt auch gefunden.
Hast Du auch den GoA-Anspruch aus 681, 677 auf Herausgabe des Erlangten an den Gesch.herrn geprüft?
Manche verneinen diesen weil sie meinen das Geschäft sei nicht fremd weil A z.Zt. der Anspruchsstellung kein ET mehr hat (wegen Fund)
Ich meine aber das es für die Fremdheit auf den Zeitpunkt der Gesch.übernahme ankommt. Und da war A ja noch Et-ler denn B wurde ja wenn überhaupt erst mit dem Verstreichen der Frist Et-ler.
Gegen D hat A Anspruch wegen unentgeltlicher Besitzerlangung.
Wieso hat A den keinen Anspruch auf den Welpen Jule von C - den er sich genommen hat.?
Verfasst am: 09 März 2005 - 17:16:27 Titel:
Ich habe Herausgabeanspruch nach §§ 677, 667 BGB geprüft.
Natürlich kann man die GoA durchprüfen, 1. A ist immer noch Eigentümer des Hundes da niemend anderes den Hund erworben hat und 2. es ist ein auch fremdes Geschäft, da B seinen Pflichten als Finder nachkommt und damit die Verpflichtungen erfüllt, die sie braucht um Verwendungsersatz zu bekommen.
C ist Eigentümerin der Welpen geworden!