Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Saarbr%C3%BCcken&Datum=01.04.2011&Aktenzeichen=6%20UF%206/11
Timestamp: 2020-01-28 04:07:03
Document Index: 267533885

Matched Legal Cases: ['§ 1671', 'Art. 15', 'Art. 8', '§ 1671', 'Art. 15', '§ 1671', '§ 1', 'BGH', '§ 1', '§ 1671', '§ 1', 'BGH', 'BGH']

OLG Saarbrücken, 01.04.2011 - 6 UF 6/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,10756
OLG Saarbrücken, 01.04.2011 - 6 UF 6/11 (https://dejure.org/2011,10756)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 01.04.2011 - 6 UF 6/11 (https://dejure.org/2011,10756)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 01. April 2011 - 6 UF 6/11 (https://dejure.org/2011,10756)
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BGB § 1671 Abs. 2 Nr. 2, KSÜ Art. 15
Art. 8, 12 Brüssel II bis-VO
BGB § 1671 Abs. 2 Nr. 2; KSÜ Art. 15
FamRZ 2011, 1514
Diesen setzt § 1671 Abs. 1 BGB indes ausweislich seines Wortlauts zwingend voraus (dazu Senatsbeschlüsse vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326, und vom 30. Juli 2010 - 6 UF 52/10 -, ZKJ 2010, 452; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064;… Völker/Clausius, a.a.O., § 1, Rz. 253).
Die von der Mutter in deutscher Übersetzung dargestellten persönlichen Angriffe des Vaters - deren Richtigkeit er nicht in Abrede gestellt hat - sind derart herabsetzend, dass der Mutter die gemeinsame Ausübung der ihr vom Familiengericht zugesprochenen Sorgerechtsteilbereiche mit dem Vater bei den gegebenen Einzelfallumständen auch nicht mehr zumutbar ist (vgl. zu diesem Aspekt Senatsbeschluss vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326).
Letztlich kommt es entscheidend darauf an, ob die Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge voraussichtlich nachteilige Folgen für das Kind hat (BVerfG FF 2009, 416; BGH FamRZ 1999, 1646 ; Senatsbeschluss vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326;… Völker/Clausius, Sorge- und Umgangsrecht in der Praxis, 5. Aufl., § 1, Rz. 194).
Denn die Entscheidung erweist sich schon deshalb als richtig, weil es für eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf den Vater an einem dahingehenden (Hilfs-)Antrag desselben, den § 1671 Abs. 1 BGB ausweislich seines Wortlauts zwingend voraussetzt (Senatsbeschluss vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326 m.w.N.; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064 ;… Völker/Clausius, aaO., § 1, Rz. 202) fehlt: Der Vater trägt auf Zurückweisung des Antrags der Mutter an, strebt aber nicht selbst in die alleinige Sorge.
Wenn angesichts der Entwicklungen in der Vergangenheit die begründete Besorgnis besteht, dass die Eltern auch in Zukunft nicht in der Lage sein werden, ihre Streitigkeiten in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge konstruktiv und ohne gerichtliche Auseinandersetzungen beizulegen, ist die erzwungene Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge dem Kindeswohl nicht zuträglich (vgl. BVerfGE 127, 132; BGH, FamRZ 2008, 592 ; OLG Saarbrücken, FamRZ 2010, 385 , FF 2011, 326).
OLG Saarbrücken, 27.06.2013 - 6 UF 96/13
Entscheidung des Familiengerichts im Sorgerechtsverfahren nach Rücknahme des …
Hat das Familiengericht das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht für J. beanstandungsfrei aufgehoben, so kommt dessen Übertragung schon aus Rechtsgründen nur auf die Mutter in Betracht, weil der Vater keinen Antrag mehr auf Übertragung dieses Sorgeteilbereichs auf ihn stellt (dazu Senatsbeschluss vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326).
Wenn angesichts der Entwicklungen in der Vergangenheit die begründete Besorgnis besteht, dass die Eltern auch in Zukunft nicht in der Lage sein werden, ihre Streitigkeiten in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge konstruktiv und ohne gerichtliche Auseinandersetzungen beizulegen, ist die erzwungene Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge dem Kindeswohl nicht zuträglich (BVerfGE 127, 132; BGH FamRZ 2008, 592 ; Senat, Beschl. v. 2. Februar 2012, 9 UF 157/11; Beschl. v. 5. Dezember 2011, 9 UF 135/11, j.m.w.N.; Saarländisches Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, Beschl. v. 16. April 2012, 6 UF 158/11, Beschl. v. 1. April 2011, 6 UF 6/11, FF 2011, 326, j.m.w.N.).