Source: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211985
Timestamp: 2019-11-13 03:07:31
Document Index: 31920216

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 4', '§ 11', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 19', '§ 3', '§ 74']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Oberes Pfefferfließ“
(GVBl.II/03, [Nr. 14], S.299)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Teltow-Fläming wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Oberes Pfefferfließ“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 125 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Nuthe-Urstromtal Berkenbrück 3;
Nuthe-Urstromtal Gottsdorf 1 bis 4;
Nuthe-Urstromtal Nettgendorf 4.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte im Maßstab 1 : 10 000 sowie in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das naturräumlich zur „Luckenwalder Heide“ gehört, ist
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und poten-zielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere für Sumpf- und Wasservögel sowie Wiesenbrüter sowie für an aquatische Lebensräume gebundene Säugetiere;
die Erhaltung und Entwicklung der Funktion eines regionalen Biotopverbundes.
zu baden oder Eisflächen zu betreten;
Wiesen, Weiden und sonstiges Grünland umzubrechen oder neu einzusäen.
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass Gewässerufer bei Beweidung auszuzäunen sind und § 4 Abs. 2 Nr. 24 gilt;
die an der potenziell natürlichen Vegetation orientierte Baumartenzusammensetzung zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen ist,
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass
das Verbot des § 4 Abs. 2 Nr. 19 gilt,
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei an den beiden östlich gelegenen Torfstichen sowie dem Klinkenmühlenteich ausschließlich an den dafür ausgewiesenen Angelstellen. Die Angelstellen sind vor Ort markiert und ihre Lage ist in der topografischen Karte durch Symbole gekennzeichnet;
die Anlage von Kirrungen und Salzlecken außerhalb von Feuchtgebieten;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen und Verdachtsflächen sowie Maßnahmen der Altlastensanierung und der Sanierung schädlicher Bodenveränderungen gemäß Bundes- Bodenschutzgesetz sowie Maßnahmen der Munitionsbergung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
die Nutzung, Unterhaltung und Pflege der bestehenden Gärten in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
im Klinkenmühlenteich zu baden und ihn mit muskelbetriebenen Wasserfahrzeugen zu befahren;
(2) Die in § 4 für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer oder sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Der Genehmigungsvorbehalt nach § 19 Abs. 3 Satz 2 des Landeswaldgesetzes bleibt unberührt.
am Pfefferfließ soll eine naturnahe Fließgewässermorphologie mit strukturreichen Uferzonen entwickelt werden;
das Grünland soll extensiv bewirtschaftet werden und die Nutzungstermine sollen an die Erfordernisse des Wiesenbrüterschutzes angepasst werden;
um die Gewässer sollen nicht oder nur extensiv genutzte Pufferzonen entwickelt werden;
in den Feuchtwiesen- und Moorbereichen sollen Grundwasserstände, die für die Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 erforderlich sind, gesichert und gegebenenfalls wiederhergestellt werden;
eine Verjüngung soll vorrangig über Naturverjüngung erfolgen;
die Kiefernreinbestände sowie die nicht standortheimischen Forstkulturen sollen in naturnahe, reich strukturierte Mischwaldbestände mit standortheimischen Baumarten entwickelt werden.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu 51129,19 Euro (in Worten: einundfünfzigtausendeinhundertneunundzwanzig Euro, neunzehn Cent) geahndet werden.
Potsdam, den 14. April 2003
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Oberes Pfefferfließ“ vom 14. April 2003
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 125 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Gemarkung: Flur: Flurstücke: (tw = Flurstück teilweise einbezogen)
Berkenbrück 3 160 tw, 178 tw, 180 tw, 181 tw;
Gottsdorf 1 14 tw (Weg), 18 tw, 20, 21 tw, 22, 26 tw, 27/1, 27/2, 27/3, 27/4, 27/5, 28 bis 38, 39 tw, 40 bis 42, 46, 47 tw, 48 tw, 49;
Gottsdorf 2 3, 4, 5 tw, 6 bis 8, 9 tw, 10 bis 12, 13 tw, 14 tw, 18 tw (Weg);
Gottsdorf 3 23 tw, 24, 25 tw, 26;
Gottsdorf 4 53 bis 55, 56 tw (Weg), 57 (Weg);
Nettgendorf 4 23, 112 tw, 124 tw, 126 bis 134 jeweils tw.