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Timestamp: 2016-10-26 00:39:59
Document Index: 352748025

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 107']

9C_206/2012 (07.05.2012)
Die 1963 geborene P.________ meldete sich im Juli 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Freiburg mit Verf�gungen vom 25. November 2009 und 28. Januar 2010 eine Dreiviertelsrente ab 1. Juli 2006 zu, wobei sie einen Invalidit�tsgrad von 67 % ber�cksichtigte.
P.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, unter Aufhebung des Entscheids vom 26. Januar 2012 sei festzustellen, dass sie einen Invalidit�tsgrad von mindestens 70 % aufweise und daher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe; subsidi�r sei die Angelegenheit im Sinne der Erw�gungen an das kantonale Gericht zur F�llung eines neuen Entscheids zur�ckzuweisen.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zu Grunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG).
Die Vorinstanz hat gest�tzt auf das Gutachten der Frau Dr. med. C.________ vom 12. Februar 2008 und die Stellungnahmen des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) eine Arbeitsf�higkeit der Versicherten von 50 % ohne zus�tzliche Leistungsminderung festgestellt. F�r den Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) hat sie das Valideneinkommen 2006 unter Verweis auf das Schreiben des letzten Arbeitgebers vom 20. Juli 2009 auf Fr. 99'102.25 festgesetzt. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens von Fr. 34'890.- hat sie den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (LSE 2006, Tabelle TA1, Sektor 70-74, Frauen, Anforderungsniveau 3) herangezogen und die betriebs�bliche Wochenarbeitszeit sowie die um 50 % reduzierte Arbeitsf�higkeit einberechnet. Einen Abzug vom Tabellenlohn (E. 3.1.3) hat sie nicht gew�hrt mit der Begr�ndung, eine Arbeit wie die bisherige B�rot�tigkeit sei leidensangepasst; dabei sei eine weitere Einschr�nkung durch eine allf�llige Chemikalienunvertr�glichkeit wenig wahrscheinlich. Auch andere Gr�nde f�r eine Einkommenseinbusse wie reduzierte Leistungsf�higkeit, Alter, Dauer der Betriebszugeh�rigkeit, Nationalit�t oder Besch�ftigungsgrad seien nicht ersichtlich. Bei einem resultierenden Invalidit�tsgrad von 64,79 % hat sie den Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG) best�tigt.
3.1.1 Bei erwerbst�tigen Versicherten ist der Invalidit�tsgrad auf Grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit�t und nach Durchf�hrung der medizinischen Behandlung und allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen k�nnte, wenn sie nicht invalid geworden w�re (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernm�ssig m�glichst genau ermittelt und einander gegen�bergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidit�tsgrad bestimmen l�sst (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 348 E. 3.4 S. 348, 128 V 30 E. 1 S. 30, 104 V 136 E. 2a und b S. 136).
3.1.2 Was zun�chst die Ermittlung des Valideneinkommens anbelangt, ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des fr�hest m�glichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tats�chlich verdient h�tte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, n�tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angekn�pft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige T�tigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden w�re. Ausnahmen m�ssen mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 mit Hinweisen).
3.1.3 F�r die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbst�tigkeit aufgenommen hat, so k�nnen statistische Werte, insbesondere Tabellenl�hne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes f�r Statistik herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu k�rzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass pers�nliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalit�t oder Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnh�he haben k�nnen (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach Auspr�gung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsf�higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Der Abzug ist unter W�rdigung der Umst�nde im Einzelfall nach pflichtgem�ssem Ermessen gesamthaft zu sch�tzen. Er darf 25 % nicht �bersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80).
3.2 Auf der nicht medizinischen beruflich-erwerblichen Stufe der Invalidit�tsbemessung charakterisieren sich als Rechtsfragen die gesetzlichen und rechtsprechungsgem�ssen Regeln �ber die Durchf�hrung des Einkommensvergleichs (BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348, 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2a und b S. 136 f.). In dieser Sicht stellt sich die Feststellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als Tatfrage dar, soweit sie auf konkreter Beweisw�rdigung beruht, hingegen als Rechtsfrage, soweit sich der Entscheid nach der allgemeinen Lebenserfahrung richtet. Letzteres betrifft etwa die Fragen, ob Tabellenl�hne anwendbar sind und welches die massgebliche Tabelle ist (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Urteil 8C_255/2007 vom 12. Juni 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 V 322) sowie die Wahl der zutreffenden Stufe (Anforderungsniveau 1 und 2, 3 oder 4; Urteile I 860/06 vom 7. November 2007 E. 3.2 und I 732/06 vom 2. Mai 2007 E. 4.2.2). Schliesslich ist die Frage, ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begr�ndeter) Abzug vorzunehmen sei, eine Rechtsfrage (BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 72 f. mit Hinweis; Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 E. 4 in fine, nicht publiziert in: BGE 135 V 297).
3.3 Was das Valideneinkommen anbelangt, geht auch die Versicherte davon aus, dass sie ohne Gesundheitsschaden eine T�tigkeit beim Kanton Bern als letztem Arbeitgeber weitergef�hrt h�tte. Dieser hat mit Schreiben vom 6. Februar 2009 f�r das Vergleichsjahr 2006 ein Valideneinkommen in der H�he des vom kantonalen Gericht ber�cksichtigten Betrags angegeben. Auf R�ckfrage der IV-Stelle hin legte er im Schreiben vom 20. Juli 2009 nachvollziehbar (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) dar, weshalb die Versicherte nicht wie behauptet in eine h�here Gehaltsklasse eingeteilt worden w�re. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb die unterzeichnende "Co-Leiterin Personalmanagement" eine unzutreffende Funktion h�tte angenommen haben sollen. Weder im Zwischenzeugnis vom 31. M�rz 2003 noch im Protokoll des Mitarbeiterinnengespr�chs vom 18. September 2003, im neu eingereichten und daher ohnehin unzul�ssigen (Art. 99 Abs. 1 BGG) Schreiben des Arbeitgebers vom 23. September 2005 oder in anderen Unterlagen finden sich gen�gend konkrete Hinweise daf�r, dass die Versicherte tats�chlich ein h�heres als das angerechnete Einkommen von Fr. 99'102.25 erzielt h�tte. Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Feststellung des Invalideneinkommens nicht offensichtlich unrichtig und beruht auch nicht auf einer Rechtsverletzung, weshalb sie f�r das Bundesgericht verbindlich ist (E. 1).
3.4.1 Es ist nicht ersichtlich und wird auch nicht vorgebracht, dass das von der Vorinstanz als beweiskr�ftig qualifizierte Gutachten der Frau Dr. med. C.________ in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt den Anforderungen an die Beweiskraft (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.) nicht gen�gen sollte. Darin wird eine �ber die attestierte Arbeitsunf�higkeit hinaus gehende Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit explizit ausgeschlossen. Es rechtfertigt daher keine Reduktion des Tabellenlohnes, nur weil die Versicherte laut RAD-Arzt - welcher sie nicht selber untersuchte - bei Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit "anf�nglich" noch "kurzer Pausen" bedarf (Stellungnahme vom 14. Februar 2008).
3.4.2 Weiter ist auch nicht von vornherein davon auszugehen, dass dermassen hohe Anspr�che an die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes gestellt werden m�ssen, dass deswegen eine Lohneinbusse in Kauf zu nehmen w�re. Solches geht weder aus den Empfehlungen des Seco vom 25. Juli 2002 noch aus dem Gutachten der Frau Dr. med. C.________ hervor. Diese ber�cksichtigte zudem die mit der behaupteten Chemikalienunvertr�glichkeit zusammenh�ngenden geklagten Beschwerden und wies darauf hin, dass das Leiden "wahlweise" u.a. als "multiple chemical sensitivity syndrome (...) oder als Neurasthenie bezeichnet" werden k�nne.
3.4.3 Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass die bisherige Anstellung beim Kanton mit finanziellen Nachteilen bei Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit verbunden sein soll. Einerseits ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend f�r die Verwertbarkeit der Restarbeitsf�higkeit (vgl. Art. 16 ATSG); anderseits kann sich fr�here langj�hrige Betriebstreue durchaus in einem h�heren Anfangslohn niederschlagen (Urteil U 420/04 vom 25. Juli 2005 E. 2.5). Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin entspricht es jedenfalls nicht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine l�ngere Anstellung in der �ffentlichen Verwaltung bei einem sp�teren privatwirtschaftlichen Arbeitsverh�ltnis eine unterdurchschnittliche Entl�hnung nach sich zieht. Die mit der letzten Anstellung verbundenen T�tigkeiten und Anforderungen unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen im privaten Sektor; ausserdem sind auch T�tigkeiten im �ffentlichen Bereich - die mit einem h�heren Durchschnittseinkommen verbunden sind (LSE 2006 TA2 und TA3) - nicht grunds�tzlich ausgeschlossen.
3.4.4 Andere Gr�nde f�r eine Herabsetzung des Invalideneinkommens (E. 4.1.3) sind nicht erkennbar. Im �brigen hat die Vorinstanz das Invalideneinkommen auch unter dem Aspekt der Anforderungsstufe nicht zu hoch festgesetzt (E. 1 und 3.2): Die H�he des Valideneinkommens (E. 3.3) liegt deutlich �ber dem Durchschnittslohn f�r Frauen im Anforderungsniveau 1 und 2, was die Ber�cksichtigung des entsprechenden Tabellenwertes nahelegen w�rde. Frau Dr. med. C.________ erachtete denn auch die bisherige T�tigkeit als "qualitativ weiter zumutbar", weshalb Ausbildung und Berufserfahrung f�r die Festsetzung des Invalideneinkommens grunds�tzlich relevant sind (vgl. auch BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325).
3.5 Die �brigen Faktoren der Invalidit�tsbemessung werden nicht beanstandet. Insbesondere wird zu Recht nicht eine h�here als die vorinstanzlich festgestellte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit (E. 2) geltend gemacht, zumal Frau Dr. med. C.________ (E. 3.4.1) lediglich die Diagnose einer Neurasthenie stellte (vgl. Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5 und betreffend Qualifikation als Rechtsfrage BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.; Urteil 9C_811/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.3). Diesbez�glich besteht aber - angesichts der Bindung an die Parteibegehren (Art. 107 Abs. 1 BGG) - auch kein Anlass f�r eine n�here Pr�fung von Amtes wegen (vgl. E. 1). Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente verneint. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.