Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Gleichbehandlungsgesetz_Pflichten.html
Timestamp: 2018-02-22 12:58:38
Document Index: 302055036

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 7', '§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 7', '§ 12']

HENSCHE Arbeitsrecht: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) - Diskriminierungsverbote
In­for­ma­tio­nen zu den Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­ten des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG)
von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Ber­lin
Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bie­tet in sei­nem § 1 - in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge der ge­setz­lich ver­bo­te­nen Dif­fe­ren­zie­rungs­gründe - Be­nach­tei­li­gun­gen
aus Gründen der Ras­se oder we­gen der eth­ni­schen Her­kunft,
Ent­spre­chend der Rechts­tra­di­ti­on der letz­ten Jahr­zehn­te un­ter­schei­det § 3 AGG ver­schie­de­ne For­men der Be­nach­tei­li­gung, die recht­lich al­le­samt ver­bo­ten sind, je­doch an­ders in Er­schei­nung tre­ten und da­her teil­wei­se nicht leicht zu er­ken­nen sind. Die in § 3 AGG ge­nann­ten Be­nach­tei­li­gungs­for­men sind:
Un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung (3 Abs.1 AGG)
Mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung (3 Abs.2 AGG)
Belästi­gung (3 Abs.3 AGG)
Se­xu­el­le Belästi­gung (3 Abs.4 AGG)
An­wei­sun­gen zur Be­nach­tei­li­gung (3 Abs.5 AGG)
Um die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te durch­zu­set­zen, wer­den dem Ar­beit­ge­ber ei­ni­ge recht­li­che Pflich­ten auf­er­legt. Im ein­zel­nen ver­langt das AGG vom Ar­beit­ge­ber fol­gen­des:
Der Ar­beit­ge­ber hat die all­ge­mei­ne Pflicht, Dis­kri­mi­nie­run­gen we­gen der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe zu un­ter­las­sen (§ 7 Abs.1 AGG).
Der Ar­beit­ge­ber darf Ar­beitsplätze nicht dis­kri­mi­nie­rend aus­schrei­ben (§ 11 AGG)
Der Ar­beit­ge­ber soll in ge­eig­ne­ter Art und Wei­se, ins­be­son­de­re im Rah­men der be­ruf­li­chen Aus- und Fort­bil­dung, auf die Un­zulässig­keit sol­cher Be­nach­tei­li­gun­gen hin­wei­sen und dar­auf hin­wir­ken, dass die­se un­ter­blei­ben (§ 12 Abs.2 Satz 1 AGG).
Der Ar­beit­ge­ber muss Maßnah­men zur Un­ter­bin­dung von Dis­kri­mi­nie­run­gen er­grei­fen, wenn Ar­beit­neh­mer ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­run­gen verüben und dies dem Ar­beit­ge­ber be­kannt wird. Als mögli­che Maßnah­men nennt das Ge­setz Ab­mah­nung, Um­set­zung, Ver­set­zung oder Kündi­gung (§ 12 Abs.3 AGG).
Der Ar­beit­ge­ber hat die im Ein­zel­fall ge­eig­ne­ten, er­for­der­li­chen und an­ge­mes­se­nen Maßnah­men zum Schutz der Beschäftig­ten zu er­grei­fen, wenn die­se bei der Ausübung ih­rer Tätig­keit durch Drit­te, d.h. durch be­triebs­frem­de Per­so­nen wie Kun­den oder Lie­fe­ran­ten ent­ge­gen § 7 Abs.1 AGG be­nach­tei­ligt wer­den (§ 12 Abs.4 AGG).
Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu den Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­ten des AGG und zu den Pflich­ten des Ar­beit­ge­bers so­wie zu der da­zu er­gan­ge­nen Recht­spre­chung fin­den Sie in dem Hand­buch­ar­ti­kel "Dis­kri­mi­nie­rung".
Letzte Überarbeitung: 21. März 2009