Source: https://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi/?fp.l=t&fp.d=75765
Timestamp: 2020-07-11 01:34:12
Document Index: 287640733

Matched Legal Cases: ['§14', '§18', '§18', '§19', '§18', '§18']

darf der das alles?
hab gleich n paar fragen.
1.) will der chef jetzt mein gehalt einbehalten weil ich mein berichtsheft nicht abgegeben habe... zudem ich oft auf baustelle bin und da fangen wir morgens um 5:30 an oft geht der tag dann bis 17-18:00uhr da hat man dann auch keine große lust noch berichtsheft zu machen.
2.) ich hab knapp 300 (oder schon 400 überstunden) weiß ich nicht genau.. ich hatte 47tage urlaub.
3.) werden oft mal stunden abgezogen für irgendwas .. z.B vergessen abzustempeln oder so.
4.) werden für je 5tage krank ein urlaubstag abgezogen.. bei arbeitsunfällen is das nicht der fall. was aber lustig ist .. hab seit n paar monaten probleme mitm rücken, falle mindestens 2x mal im monat deswegen aus. vorgestern war ich im krankenhaus deswegen weil die schmerzen zu groß waren. problem ist verheben oder dergleichen ist kein arbeitsunfall. also werden immer fleißig urlaubstage abgezogen.
so ich bin ja jetzt krankgeschrieben wegen den hexenschuss und soll das berichtsheft heute vorbeibringen sonst kommt kein geld! hallo? ich hab nicht mal n führerschein mal ganz davon ab dürfte ich mit den tabletten die ich nehme kein auto fahren. soll ich jetzt 16km mit fahrrad fahren?
dennis: 01.03.2013 |
Re: darf der das alles?
vielen Dank für deine Anfrage. Dein Ausbildungsbetrieb scheint mir sehr merkwürde Methoden zu nutzen.
Zunächst einmal solltest du folgendes wissen: Die schriftlichen Ausbildungsnachweise muss dir dein Ausbilder kostenlos zur Verfügung stellen (§14 Berufsbildungsgesetz). Der Ausbilder muss sich auch darum kümmern, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise regelmäßig führst. Er muss deine Einträge kontrollieren und unterschreiben. Nach Empfehlungen des Bundesausschusses für Berufsbildung solltest du das Berichtsheft mindestens wöchentlich führen. Die Kontrolle deines Berichtsheftes durch den Betrieb, sollte mindestens monatlich erfolgen.
Dein Ausbildungsbetrieb kann dir aber nicht so einfach dein Gehalt einbehalten oder dir Stunden abziehen. Hier solltest du dich unbedingt einmal an die IHK/ HWK wenden. Die IHK/ HWK ist übrigens auch dafür da, die Ausbildungsqualität in den Betrieben zu kontrollieren. Da könntest du die Missstände in deinem Betrieb also auch mal ansprechen.
Wenn du Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:
IG Metall - Verwaltungsstelle Bremen
Strasse / Nr.: Bahnhofsplatz 22-28
PLZ, Ort:	28195 Bremen
Da kannst du einfach anrufen, nach deinem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Denn deine Ausbildungsvergütung muss dir regelmäßig, und zwar vor Ablauf des Monats, gezahlt werden - so steht es im Gesetz (§18 Berufsbildungsgesetz). Sonst kannst du ja nicht richtig mit deinen monatlichen Finanzen kalkulieren. Wenn dein Gehalt ausbleibt oder nur unregelmäßig kommt, solltest du es möglichst bald geltend machen. Wenn du Gewerkschaftsmitglied bist, hilft sie dir dabei, ohne dass Kosten für dich entstehen. Sollten Dir durch die verspätete Zahlung Mahnkosten oder Überziehungszinsen entstanden sein, dann kannst Du diese Deinem Betrieb in Rechnung stellen.
Zudem verstößt die Regelung, dass dir Urlaubstage bei Krankheit abgezogen werden gegen geltendes Recht. Hole dir auch hier rechtliche Unterstützung und gehe ggf. dagegen vor.
Viel Erfolg und alles Gute. Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
Dr. Azubi: 01.03.2013
Ich muss eigentlich zu jedem 25. im Monat mein berichtsheft bei meinem Chef vorlegen. Habe es letzten Monat aber erst am 23. zurückbekommen und die gesamte Firma hatte dann ab dem 23. Betriebsurlaub. Also konnte ich mein berichtsheft nicht schreiben die 3 Wochen davor war ich in der Berufsschule und hatte keine Möglichkeit das berichtsheft zu holen da meine Berufsschule 300km entfernt ist. Ist es rechtens das mein Chef 80% meines Lohnes einbehalten hat obwohl ich nicht einmal die Möglichkeit hatte mein berichtsheft zu holen und zu schreiben ?
Börner: 11.01.2016
Hallo Börner,
vielen Dank für deine E-Mail. Dein Chef ist zwar dazu berechtigt, von dir zu verlangen, dass du dein Berichtsheft bei ihm zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlegst, er darf dich aber bei einer Nichtvorlage mit keiner Gehaltskürzung bestrafen. Falls das Versäumnis von dir persönlich verschuldet wurde, darf er dich abmahnen.
Hier ein paar allgemeine Infos zum Thea Gehalt/Gehaltskürzung:
Die Ausbildungsvergütung muss dir vor Ablauf des Monats gezahlt werden (§18 Berufsbildungsgesetz). Du solltest dir unbedingt ein Girokonto einrichten, auf das dir dein Ausbilder das Geld überweisen kann. Wenn du deine Ausbildungsvergütung als bare Gehaltszahlung bekommst, solltest du unbedingt eine Quittung unterschreiben und den Durchschlag aufheben. So hast du einen Nachweis, wie viel und wann gezahlt wurde. Später kann nämlich jeder alles behaupten. Du solltest auch überprüfen, ob sich dein Ausbilder durch die bare Gehaltszahlung um die Sozialversicherung und die Lohnsteuer drücken will. Das wäre Schwarzarbeit und kann für dich unangenehme Folgen haben.
Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn dich dein Ausbilder nach Hause schickt, weil gerade nichts zu tun ist (§19 Berufsbildungsgesetz). In diesem Fall bist du bezahlt freigestellt. Wenn du krank bist, hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse. Wenn dein Gehalt ausbleibt oder nur unregelmäßig kommt, solltest du es möglichst bald gemeinsam mit deiner Gewerkschaft geltend machen. Mehr dazu findest du unter dem Punkt Rechtsbehelf.
Deine Ausbildungsvergütung muss dir regelmäßig, und zwar vor Ablauf des Monats, gezahlt werden - so steht es im Gesetz (§18 Berufsbildungsgesetz). Sonst kannst du ja nicht richtig mit deinen monatlichen Finanzen kalkulieren. Wenn dein Gehalt ausbleibt oder nur unregelmäßig kommt, solltest du es möglichst bald geltend machen. Wenn du Gewerkschaftsmitglied bist, hilft sie dir dabei, ohne dass Kosten für dich entstehen. Sollten Dir durch die verspätete Zahlung Mahnkosten oder Überziehungszinsen entstanden sein, dann kannst Du diese Deinem Betrieb in Rechnung stellen.
Es gibt aber noch andere Punkte zu beachten, wenn du eine Geltendmachung schreiben willst. Deshalb empfehle ich dir, dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft zu wenden. Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Dr. Azubi: 13.01.2016
mein Chef hat mir den Lohn für Februar nicht ausgezahlt, weil in meinen Berichtsheft die Lehrgespräche nicht stand en, aber wie soll ich die Lehrgespräche rein schreiben, wenn es keine gegeben hat. In diesen Betrieb werden mir auch nicht die Überstunden bezahlt.
Ob der Lohn für März bezahlt weiß ich auch nicht.
Spiele mit den Gedanken den Betrieb zu wechseln.
Lukas : 28.03.2016
vielen Dank für deine Nachricht. Dein Chef kann nicht von dir verlangen, Dinge in dein Berichstheft zu schreiben, die nicht stimmen. Das Berichtsheft gilt als Nachweis über die erfolgten Ausbildungsinhalte. Wenn aus dem Berichtsheft hervor geht, dass du nicht richtig ausgebildet wurdest, dann kann sich dein Chef unter Umständen sogar schadensersatzpflichtig machen. Das könnte ein Grund sein, dass er von dir verlangt, Dinge einzutragen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Lass dich hier nicht unter Druck setzen und suche dir schnellst möglichst Hilfe. Z.B. bei der Kammer und auch bei deiner zuständigen Gewerkschaft bei dir vor Ort.
Ausbildungsgehalt darf nur einbehalten werden, wenn du unentschudligte Fehltage hast. Und das auch nur anteilig für die Fehltage und nur so lange, bis du eine ordentliche Entschuldigung (z.B. ein Attest vom Arzt) vorweisen kannst.
Überstunden müssen entweder ausbezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden. Du bist als Azubi nicht dazu verpflichtet Überstunden zu absolvieren. Wenn du das freiwillig machst, dann hast du einen Anspruch auf entsprechenden Ausgleich. Sollte es bei der Bezahlung der Überstunden zum Streit kommen, solltest du die Überstunden aber nachweisen können. Dazu gehört, dass du belegen kannst:
wann die Überstunden erfolgt sind, wer diese angewiesen hat und am besten noch was du in dieser zeit gemacht hast. Stundenpläne, Stempelkarten oder Einträge im Berichstheft können hier ein guter Nachweis sein. Aus diesem Grund solltest du deine Überstunden genau mitdokumentieren und rechtzeitig schriftlich geltend machen. Hinzu kommt, dass du als Minderjähriger Azubi, nur ganz bedingt Überstunden machen darft. Du darfst tägl. höchstens 8,5 Std arbeiten. Diese müssen aber so ausgeglichen werden, dass du innerhalb einer Woche nicht auf mehr als 40 Std kommst. Anderenfalls verstößt dein Chef gegen das Jugendarbeitsschutzgestz. Das kann sogar beim Gewerbeaufsichtsamt gemeldet werden. Dieses ist dazu verpflichet solchen Meldungen nachzugehen und derartige Verstöße zu sanktionieren.
Dein Chef scheint hier gegen einige seiner Pflichten aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz und dem Berufsbildungegesetz zu verstoßen. Von daher kann ich gut verstehen, dass du über einen Ausbildungsplatzwechsel nachdenkst.
NGG = https:/​/​www.ngg.net/​ngg-vor-ort/​
Dr. Azubi: 29.03.2016
Es geht nicht um mich sondern um einen jungen Mann der seine Zahntechniker-Ausbilung im Labor von seinem Onkel macht. Er wohnt auch mit im Haus vomOnkel.
Er hat erzählt das er zwar eine Gehaltsabrechnung bekommt aber der Onkel das Gehalt einbehält. Die Begründung vom Onkel ist, dass er ja mit im Haus wohnt. Das man was an Geld abgibt wenn man bei jemanden wohnt ist klar, aber darf er es gleich einbehalten? Der junge Mann verbraucht doch nicht 200 Euro für sich allein im Haushalt! Muss der Onkel im nicht das Gehalt ausbezahlen ?
Tanja: 01.09.2016
Ich würde dir bei deiner Einschätzung der Situation recht geben. Das der Onkel von deinem Neffen Miete verlangt ist vollkommen legitim. Aber er darf diese nicht einfach mit der Ausbildungsvergütung verrechnen. Es handelt sich hier um zwei vollkommen unterschiedliche Themen, was dem besagten Onkel wohl nicht ganz klar ist.
Auf der einen Seite ist der Onkel Arbeitgeber und der Neffe Auszubildender.
Auf der anderen Seite ist der Onkel Vermieter und der Neffe Mieter.
Folgende Infos kannst du an den jungen Mann weitergeben.
l. Ausbildungsvergütung.
Es gibt aber noch andere Punkte zu beachten, wenn du eine Geltendmachung schreiben willst. Deshalb empfehle ich dir, dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft zu wenden. Meistens hat ein Brief von deiner Gewerkschaft einschlagenden Erfolg, weil dein Ausbilder dann weiß, dass du Rechtsschutz hast und deine Gewerkschaft Ansprüche notfalls einklagen wird. Bitte wende dich unbedingt an Ver.di und lass dich von ihnen in dieser Angelegenheit unterstützen. Klar ist es meist unangenehm, wenn es um Auseinandersetzungen mit Angehörigen geht, aber dein Onkle muss dir als Arbeitgeber deine Ausbildungsvergütung ausbezahlen, ob er will oder nicht! Hier ein Kontakt für dich:
ll. Nun noch zur Miete.
Wir als Dr. Azubi-Team fundgieren als erste Anlaufstelle für Probleme in der Ausbildung und sind somit leider keine Profis für Themen wie Mietvertrag oder ähnliches. Lass dir hier aber am besten von entsprechenden Institutionen helfen. Was aber diesbezüglich logisch wäre: Wenn du im Haus deines Onkels lebst sollte dies durch einen Mietvertrag geklärt werden. Anhand dessen ist dann nämlich für dich ersichtlich, wie viel Kaltmiete sowie mögliche Nebenkosten von dir verlangt werden. Diese würdest du dann vermutlich von deiner Ausbildungsvergütung bezahlen, welche dir schließlich ausbezahlt werden muss.
Durch eine schriftliche Abrechnung deiner Ausbildungsvergütung hast du dann den Überblick was dir Netto ausbezahlt wird und durch den Mietvertrag was du monatlich für die Räumlichkeiten, die du bewohnst, zu zahlen hast.
An dich liebe Tanja: Das du diesbezüglich so aufmerksam warst und entsprechend Hilfe gesucht hast finde ich toll. Ich hoffe sehr, dass wir dem jungen Mann damit weiterhelfen konnten!
Dr. Azubi: 05.09.2016
Ich mache seit Februar letzten Jahres meine Ausbildung in einem kleinen Beteieb (Restaurant). Nun ist es so, dass ich vor 2 Tagen vergessen habe, mich in den Stundenzettel einzutragen. Ich wollte das heute (nach meinem freien Tag) nachholen, aber mein Chef sagte mir, dass ich jetzt Pech hätte und dann halt an dem Tag nicht da gewesen wäre (in der Abrechnung). Er weiß aber, dass ich da war. Nun will er mir nicht die Chance geben, mir meine Stunden für den Tag nachzutragen, weil ja drunterstehe, dass, wer dich nicht einträgt, als "nicht anwesend" zählt. Er weiß aber ganz genau dass ich da war, haben beide zusammen bis 22:00 da gehockt. Darf er das so einfach?
Moritz: 26.03.2017
Es ist die Aufgabe deines Ausbilders, deine Arbeitszeit zu erfassen und nicht deine. Deine Arbeitszeit muss auch im Vorhinein schon feststehen und sollte in einem Arbeitsplan eingetragen sein.
Du solltest das Gespräch mit deinem Ausbilder nochmal suchen und ihm sagen, dass deine Arbeitszeit bereits im Vorhinein feststehen muss. Denn sonst weißt du nicht, wann du eingeteilt bist.
Du solltest in dem Gespräch außerdem darauf aufmerksam machen, dass der Betrieb verpflichtet ist, die Arbeitszeit der Mitarbeiter zu erfassen. Etwa durch ein Zeiterfassungssystem oder durch einen Dienstplan. Außerdem kannst du ihm ruhig und sachlich sagen, dass du dich wenig respektiert fühlst, wenn im Nachhinein behauptet wird, dass du nicht gearbeitet hättest, wenn klar ist, dass du bis 22:00 da warst. Sei aber vorsichtig, wenn du noch in der Probezeit bist!
Dein Ausbilder hat zusätzlich unter diese Liste geschrieben, dass wer sich nicht einträgt auch nicht da war. Das ist eine Vereinbarung, die er ohne deine Zustimmung getroffen hat. Das ist nicht in Ordnung. Du hast mit deinem Ausbildungsvertrag eine wöchentliche Arbeitszeit vereinbart (wahrscheinlich 40 Stunden). Die müssen dir auch angerechnet werden!
Wenn das Gespräch zu keiner Einigung führt, dann solltest du deinen Ausbilder nochmals schriftlich darauf hinweisen, dass du an diesem Tag gearbeitet hast und ihn auffordern, diese Stunden anzurechnen.
Dr. Azubi: 29.03.2017
Hallo ich bin jetzt im dritten Jahr leider bin ich schon seit dem 31.05.17 am Knie erkrankt und kann nicht arbeiten mein Chef wollte bei ein Persönlichen Gespräch mich bitte/drohen zu kündigen das habe ich nicht gemacht .
Jetzt wollte er meine Berichtshefte sehen von den letzte 2 Jahren, ich hab sie leider auch nicht vorgezeigt wurde nicht von ihm unterschrieben.
Jetzt will er das ich das alles neu mache weil es sehr schlecht aus sieht (schieße) jetzt habe ich Angst vor einer Abmahnung weil ich noch krank geschrieben bin habe ich Angst ich glaube er will mich los haben.
Was ich nicht verstehe bei der zwischen Prüfungen wurde nur an meine Berichtshefte bemängelt das meine Unterschriften und die meines Ausbilder fehlt
Predrag: 06.09.2017
Danke für deine Anfrage im Forum. Ich kann gut verstehen, dass du dir Sorgen machst und es ist deshalb gut, dass du dich an uns wendest.
Es war gut, dass du dich von deinem Chef nicht unter Druck zwingen lässt, zu kündigen.
Du bist als Azubi natürlich dazu verpflichtet, dein Berichtsheft ordentlich zu führen. Außerdem musst du es regelmäßig von deinem Chef unterschreiben lassen.
Dein Ausbilder ist übrigens auch dafür zuständig, dich zum Schreiben des Berichtshefts zu ermahnen. Ich lese aus deiner Anfrage heraus, dass du dein Berichtsheft die letzten zwei Jahre nicht vorgelegt hast. Wenn nun dein Chef nicht mit der Art und Weise, wie das Berichtsheft geschrieben ist, einverstanden ist und will, dass du es neu schreibst, dann solltest du das auch tun.
Du schreibst, dass du Angst vor einer Abmahnung hast. Wenn ein Azubi plötzlich viele Abmahnungen bekommt, ist das immer ein Zeichen dafür, dass eine Kündigung vorbereitet wird. Du solltest deshalb vorsichtig sein und deinem Ausbilder keinen Grund geben dich abzumahnen. Wenn du eine Abmahnung bekommst und findest, dass sie nicht gerechtfertigt ist, dann solltest du dich mit einer schriftlichen Gegendarstellung dagegen wehren. In dieser Gegendarstellung schilderst du deine Sicht der Dinge. Das bedeutet, dann aber nicht, dass die Abmahnung zurückgezogen wird, aber die Gegendarstellung muss deiner Personalakte angehängt werden.
Eine Abmahnung darfst du übrigens nur für Vergehen bekommen, die nicht länger als 14 Tage bekannt waren. Dass du in den Augen deines Ausbilders dein Berichtsheft nicht ordentlich schreibst, ist ihm wahrscheinlich schon länger als 14 Tage bekannt. Trotzdem solltest du bei den Abmahnungen sehr vorsichtig sein und dir für den Fall, dass du eine bekommst, unbedingt Hilfe suchen. Du könntest dich z.B. an den Berufsschulsozialpädagogen wenden oder an deine Gewerkschaft vor Ort. Hier ist ein Kontakt für dich:
E-Mail:	•	muenster@igmetall.de
Homepage:	• www.muenster.igmetall.de
Dr. Azubi: 08.09.2017
Hallo, mein Chef hat mich gerade nach Hause geschickt weil meine Stunden seit über einem Monat nicht mehr abgegeben wurde. Nun will er mich kündigen und mein Geld einbehalten darf er das?
Dennis: 24.05.2018
Danke für deine Anfrage im Forum. Erstmal müssen wir uns bei dir entschuldigen. Du musstest super-lange auf deine Antwort warten. Durch das neue Datenschutzgesetz mussten wir das Forum umbauen und das hat ein Weilchen gedauert. Nun aber zur Beantwortung deiner Frage:
Wenn ich deine Anfrage richtig verstehe, dann droht dir dein Chef mit einer Kündigung, weil du deine Stundenzettel nicht abgegeben hast. Das ist kein Kündigungsgrund!
Hier erstmal die rechtlichen Grundlagen:
Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen. Dein Chef verlangt von dir, dass du regelmäßig deine Stundenzettel abgibst. Wenn du dieser Pflicht nicht nachkommst, kann dich dein Chef abmahnen. Bevor er dich aber kündigen kann, muss er dir zwei Abmahnungen aus diesem Grund zukommen lassen.
Die Kündigung eines minderjährigen Azubis muss grundsätzlich auch gegenüber den gesetzlichen Vertretern - im Allgemeinen also gegenüber den Eltern - erklärt werden.
Du schreibst außerdem, dass er dir deine Vergütung einbehalten will. Das ist nicht in Ordnung. Deine Ausbildungsvergütung muss dir regelmäßig, und zwar vor Ablauf des Monats, gezahlt werden - so steht es im Gesetz (§18 Berufsbildungsgesetz). Deine Vergütung kann nur aus einem Grund einbehalten werden: wenn du unentschuldigt fehlst. Das war bei dir nicht der Fall und somit wäre es nicht okay, deine Vergütung einzubehalten.
Ich empfehle dir, nochmal mit deinem Chef zu sprechen. Die Sache hört sich so an, als wäre er explodiert und hätte überreagiert. Vielleicht kannst du deine Stundenzettel nachreichen und die Situation so entschärfen.
Wenn dein Chef aber nicht einlenkt und stur bleibt, solltest du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden und dort um Unterstützung bitten. V.a. für den Fall, dass du wirklich eine Kündigung erhältst, solltest du dich so schnell wie möglich an deine Gewerkschaft wenden. Da bist du gut aufgehoben.
T: 0441 25187
E: oldenburg igbau.de
Dr. Azubi: 20.06.2018
Hallo erstmal ich habe jetzt gerade ein großes problem mein chef behält gerade mein lohn ein da mir berichtshefte gefehlt haben zuerst hatt er gesagt wenn ich sie abgebe krieg ich mein geld nun heißt es wenn sie ihm zu 100%passen und für ihn müssen diese dinger noch wie vor 40 jahrem aussehen noch dazu muss ich durchgehend überstunden leisten die ich nicht ausgeglichen oder ausbezahlt bekomme ich bin noch 17 aber hier wird regelrecht auf die schutzgesetze gepfiffen ich weiß aber nicht wo ich die ganzen verstöße zum beispiel melden kann oder was ich überhaupt tun kann
Laurin : 15.07.2019