Source: https://www.sterbegeld.net/auszahlung-sterbegeldversicherung/
Timestamp: 2019-01-18 10:31:35
Document Index: 13182648

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 8', '§ 2', '§ 9', '§ 5', '§ 14', '§ 10']

Auszahlung Sterbeversicherung 2019 » Wie schnell wird ausgezahlt?
Bis zur Auszahlung sollte es nicht länger als zwei Wochen dauern
Sterbegeld: Wie lange dauert es bis eine Versicherung zahlt?
Zusagen des Versicherers im Hinblick auf die Dauer bis zur Auszahlung
Welche Dokumente Angehörige einreichen müssen
Geburtsurkunde nachträglich beantragen
Obliegenheitsverletzungen durch Angehörige können zum Leistungsausschluss führen
Ohne ausreichende Dokumente keine Leistungspflicht
Wann sind Einwände der Versicherung zu erwarten?
Tod kurz nach Vertragsabschluss: weitere Prüfungen wahrscheinlich
Versicherungsschutz bei Selbsttötung und Unfall
Wie schnell müssen Trauerfeier und Bestattung bezahlt werden?
Was bringen „Bestattungskredite“?
Bei einem Trauerfall sind Angehörige schon allein durch das Gesetz zur unverzüglichen Vorbereitung der Bestattung verpflichtet. Auch die Kosten für Trauerfeier und Beisetzung müssen dann rasch beglichen werden. Wie lange dauert es bis eine Versicherung zahlt? Steht den Angehörigen das Geld aus einer Sterbegeldversicherung überhaupt rechtzeitig zur Verfügung? Ein Blick in die Versicherungsbedingungen klärt auf – mit Einschränkungen.
Der Todesfall ist der Versicherungsfall
Die meisten Versicherer leisten innerhalb von zwei Wochen
Sofortige Vorauszahlungen sind nicht üblich
Einwände des Versicherers wg. Pflichtverletzungen können die Auszahlung verzögern
Die Versicherungssumme fließt in die Erbmasse ein
Einige Versicherer sichern in ihren Bedingungen die Auszahlung der Versicherungssumme innerhalb einer festgesetzten Zeitspanne ab Feststellung des Versicherungsfalls zu, andere verzichten darauf. Sofern sich keine Obliegenheitsverletzungen des Versicherungsnehmers aufdrängen und die Hinterbliebenen die eingeforderten Dokumente rasch einsenden, ist eine Auszahlung innerhalb von zwei Wochen zu erwarten.
Einige Versicherer machen in ihren Versicherungsbedingungen Zusagen im Hinblick auf die Zeitspanne, innerhalb derer die Versicherungssumme ausgezahlt wird. Diese Zeitspanne beginnt grundsätzlich erst mit der abschließenden Feststellung des Versicherungsfalls durch den Versicherer und keinesfalls durch die Anzeige des Todes durch Hinterbliebene. Auch die Einsendung einer Geburts- und Sterbeurkunde ist keinesfalls gleichbedeutend mit der abschließenden Feststellung des Versicherungsfalls. Nur der Versicherer kann diese Feststellung deklarieren. Ist dies der Fall, nimmt die Auszahlung in der Regel höchstens einen Monat in Anspruch, wie der Blick in die Versicherungsbedingungen einiger Sterbegeldversicherung anzeigt.
Der hier beispielhaft herangezogene Versicherer ERGO Direkt etwa regelt in § 3.6 der AVB:
„Leistungen sind fällig mit der Beendigung der zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Umfangs der Leistung notwendigen Erhebungen. Sind diese nicht bis zum Ablauf eines Monats seit Anzeige des Versicherungsfalls beendet, können Abschlagszahlungen bis zur Höhe der voraussichtlichen Mindestleistung verlangt werden. Bei Berechnung dieser Frist zählt der Zeitraum nicht mit, in dem die Erhebungen infolge eines Verschuldens des Anspruchstellers nicht beendet werden können. Nach Vorlage aller zur Prüfung der Leistungs-Ansprüche notwendigen Unterlagen erklären wir innerhalb von 10 Tagen, ob und in welchem Umfang wir eine Leistung anerkennen.“
Die meisten Sterbegeldversicherer legen die Beanspruchung einer Leistung aus dem Vertrag vorzulegenden Dokumente in den Versicherungsbedingungen fest. Es ist deshalb angebracht, die entsprechenden Passagen der AVB dreier bekannter Sterbegeldversicherer stellvertretend für den überwiegenden Teil der Branche zu betrachten.
Die Debeka Sterbegeldversicherung legt in § 8, Abs. 1-3 ihrer AVB das Prozedere fest:
Wird eine Versicherungsleistung aus dem Vertrag beansprucht, können wir verlangen, dass uns der Versicherungsschein und ein Zeugnis über den Tag der Geburt der versicherten Person vorgelegt werden.
Der Tod der versicherten Person muss uns unverzüglich mitgeteilt werden. Zusätzlich zum Versicherungsschein müssen uns in deutscher Sprache – gegebenenfalls in beglaubigter Übersetzung – eingereicht werden – eine amtliche, Alter und Geburtsort enthaltende Sterbeurkunde, – ein ausführliches, ärztliches oder amtliches Zeugnis über die Todesursache sowie über Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tode der versicherten Person geführt hat.
Wir können weitere Nachweise und Auskünfte verlangen, wenn dies erforderlich ist, um unsere Leistungspflicht zu klären. Die Kosten hierfür muss diejenige Person tragen, die die Leistung beansprucht.
Bemerkenswert ist die Verpflichtung zur Vorlage einer Geburtsurkunde oder eines vergleichbaren Dokuments. Versicherungsnehmer sollten im Idealfall bereits beim Abschluss der Police den Lagerungsort des Dokuments mitteilen und ggf. ein Ersatzdokument beschaffen. Nicht alle Menschen verfügen über eine Geburtsurkunde. Diese kann etwa aufgrund von Flucht oder Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg oder durch Feuer, Umzug etc. verloren gegangen sein. Die Beantragung einer Geburtsurkunde ist beim zuständigen Standesamt möglich. Deutsche Geburtsurkunden sind in der Regel ab dem Jahr 1876 erhältlich.
Muss eine Geburtsurkunde im Ausland beantragt werden, unterstützen deutsche Behörden in der Regel dabei. Diese Problematik betrifft z. B. Vertriebene aus den früheren deutschen Ostgebieten und Spätaussiedler. Die Stadt Frankfurt stellt für Anträge in Polen und Tschechien z. B. Vordrucke in der jeweiligen Landessprache bereit.
Der Versicherer ERGO regelt die Auszahlung von Leistungen in § 2 der AVB:
2.1 Der Versicherungsfall ist uns unverzüglich anzuzeigen. Des Weiteren ist eine amtliche, Alter und Geburtsort enthaltene Sterbeurkunde vorzulegen. Werden Ansprüche wegen eines Unfall-Todes geltend gemacht, ist darüber hinaus ein ausführlicher ärztlicher Bericht über die Todesursache, den Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tod der versicherten Person geführt hat, vorzulegen. Ein entsprechendes Formular zur Vorlage beim Arzt stellen wir zur Verfügung.
Zur Klärung der Leistungs-Voraussetzungen können wir weitere notwendige Nachweise verlangen oder Erhebungen anstellen. Der Anspruchsteller hat eine schriftliche Schweigepflicht-Entbindungserklärung vorzulegen, die es uns ermöglicht, bei den die versicherte Person untersuchenden, beratenden oder behandelnden Ärzten, Krankenhäusern oder sonstigen Krankenanstalten sowie anderen Personenversicherern oder Behörden sachdienliche Auskünfte einzuholen und Unterlagen anzufordern. Die vorgelegten Nachweise werden unser Eigentum.
Die Kosten für die ärztlichen Berichte, die weiteren notwendigen Nachweise (z.B. Einsichtnahme in Ermittlungsakten) und Erhebungen trägt derjenige, der die Leistung beansprucht.
4 Wird eine dieser bei und nach Eintritt des Versicherungsfalls bestehenden Obliegenheiten verletzt, können sich erhebliche rechtliche Nachteile ergeben. Dabei gilt: Erfolgt die Obliegenheitsverletzung vorsätzlich, geht der Leistungs-Anspruch verloren. Bei grob fahrlässiger Verletzung sind wir berechtigt, die Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis zu kürzen. Die Kürzung kann bis zur vollständigen Leistungs-Freiheit führen. Wird uns nachgewiesen, dass die Obliegenheit nicht grob fahrlässig verletzt wurde, bleibt der Leistungs-Anspruch bestehen.
Diese Regelungen erfordern vom Antragsteller sehr viel mehr Einsatz. Die Entbindung von der Schweigepflicht sollte ohne Aufforderung direkt mit dem Antrag vorgelegt werden. Schließlich wird zwar ein Formular für den Arzt, nicht jedoch für die Entbindung von der Schweigepflicht angekündigt.
Wie bei fast allen Sterbegeldversicherungen werden zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Feststellung der Leistungspflicht dem Versicherungsnehmer bzw. seinen Hinterbliebenen aufgebürdet. Die im Fall von ERGO sehr rigoros wirkenden Bedingungen sollten jedoch kein falsches Bild vermitteln: Sofern nicht die Umstände des Todes sehr ungewöhnlich sind und die Versicherungssumme ungewöhnlich hoch ausfällt, dürften weitere Prüfungen die Ausnahme sein.
Wie schnell zahlt eine Sterbegeldversicherung? Das hängt nicht zuletzt von den Angehörigen und ihren Zugriffsmöglichkeiten auf wichtige Unterlagen ab. Auch ein anderer namhafter Versicherer weist in seinen AVB ausdrücklich darauf hin, dass die Leistungspflicht ohne Vorlage der eingeforderten Dokumente nicht besteht. In § 9 der AVB zur Sterbegeldversicherung ist für den Antrag auf eine Versicherungsleistung geregelt:
Wird eine Leistung aus dem Vertrag beansprucht, können wir verlangen, dass uns der Versicherungsschein und ein Zeugnis über den Tag der Geburt der versicherten Person vorgelegt werden.
Der Tod der versicherten Person muss uns unverzüglich mitgeteilt werden. Außer dem Versicherungsschein sind uns einzureichen: – eine amtliche, Alter und Geburtsort enthaltende Sterbeurkunde – eine ausführliche ärztliche oder amtliche Bescheinigung über die Todesursache. Aus der Bescheinigung müssen sich Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tod der versicherten Person geführt hat, ergeben.
Unsere Leistungen werden fällig, nachdem wir die Erhebungen abgeschlossen haben, die zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Umfangs unserer Leistungspflicht notwendig sind und die unsere Leistungspflicht begründen. Wenn eine der in den Abs. 1 bis 3 genannten Pflichten nicht erfüllt wird, kann dies zur Folge haben, dass wir nicht feststellen können, ob oder in welchem Umfang wir leistungspflichtig sind. Eine solche Pflichtverletzung kann somit dazu führen, dass unsere Leistung nicht fällig wird.
Die Sterbegeldversicherung ist ihrem Wesen nach eine Risikoversicherung. Unter bestimmten Umständen wird die Versicherung auf Auszahlungsanträge mit Vorsicht reagieren. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Leistung sehr kurz nach dem Abschluss des Versicherungsvertrages beantragt wird und dem Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung in Form von einem Gesundheitsfragebogen vorausgegangen ist.
Die Motivation der Versicherer in diesem Fall ist klar: Durch eine genaue Prüfung soll ermittelt werden, ob der Versicherungsnehmer womöglich falsche Angaben zu seinem Gesundheitszustand gemacht und sich den Vertrag dadurch rechtswidrig erschlichen hat. Insbesondere, wenn der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses weitgehend sicher sein konnte, bald zu versterben, kann eine arglistige Täuschung vorliegen.
Verstirbt der Versicherungsnehmer kurz nach dem Vertragsabschluss, wird der Versicherer deshalb sehr häufig Einsicht in die Behandlungsakten verlangen. Wird daraus ersichtlich, dass bereits zum Vertragsabschluss schwerwiegende Erkrankungen vorlagen, wird der Versicherer die Leistung verweigern und sich auf die arglistige Täuschung gemäß Paragraf 19 VVG und sein daraus resultierendes Rücktrittsrecht vom Vertrag berufen. Die Angehörigen erhalten dann auch die bereits eingezahlten Beiträge nicht zurück.
Auch im Fall einer grob fahrlässigen Anzeigepflichtverletzung kann die Leistung gekürzt oder verweigert werden, wenn der Versicherungsfall mit den Falschangaben im Gesundheitsfragebogen im Zusammenhang steht.Die Hinterbliebenen müssen sich in diesem Fall auf lange Rechtsstreitigkeiten mit dem Versicherer gefasst machen und können nicht auf eine rasche Auszahlung der Versicherungssumme laufen.
Weitere Besonderheiten sind zu beachten, wenn der Versicherungsnehmer infolge eines Unfalls oder durch Selbsttötung verstirbt. Einige Versicherer schließen ihre Leistungspflicht bei Selbsttötung für die ersten Jahre nach dem Versicherungsabschluss aus, um die gezielte Inanspruchnahme des Risikoschutzes durch Antragsteller mit suizidalen Absichten zu verhindern. Diese Fristen gelten zumeist auch nach einer nachträglichen Änderung der Versicherungssumme oder des Umfangs des Versicherungsschutzes.
In den Versicherungsbedingungen findet sich die entsprechende Passage in § 5:
„(1) Bei vorsätzlicher Selbsttötung erbringen wir eine für den Todesfall vereinbarte Leistung, wenn seit Abschluss des Vertrages drei Jahre vergangen sind.
Bei vorsätzlicher Selbsttötung vor Ablauf der Dreijahresfrist besteht kein Versicherungsschutz. In diesem Fall zahlen wir den für den Todestag berechneten Rückkaufswert Ihres Vertrages (siehe § 14 Abs. 3 bis 8), ohne die dort vorgesehenen Abzüge. Wenn uns nachgewiesen wird, dass sich die versicherte Person in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit selbst getötet hat, besteht Versicherungsschutz.
(3) Wenn unsere Leistungspflicht durch eine Änderung des Vertrages erweitert wird oder der Vertrag wiederhergestellt wird, beginnt die Dreijahresfrist bezüglich des geänderten oder wiederhergestellten Teils neu.“
Im Hinblick auf Abs. 2 ist zu beachten, dass Angehörige die Beweislast für das Vorliegen einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit tragen. Gemäß den Regelungen für die Beantragung von Leistungen aus dem Versicherungsschutz (siehe Abschnitte weiter unten) müssen die Angehörigen die Kosten für entsprechende Gutachten etc. aus eigener Tasche bezahlen.
Bei Sterbegeldversicherungen mit einer anfänglichen Wartezeit gilt häufig ein sofortiger Versicherungsschutz bei Unfalltod. Dementsprechend wird der Versicherer gesonderte Nachweise verlangen, wenn Angehörige innerhalb der Wartezeit einen Antrag auf Leistung stellen und einen Unfall als Todesursache angeben. Aus den Behandlungsakten und gegebenenfalls weiteren Gutachten muss sich klar ergeben, dass der Unfall die Todesursache war. Problematisch ist dies insbesondere bei Versicherungsnehmern mit gravierenden Vorerkrankungen, die im Zusammenhang mit einem Unfall zum Tod führen können. Dann muss aufwändig nachgewiesen werden, was genau den Tod ausgelöst hat. Sterbegeldversicherungen mit Wartezeit werden häufig von Versicherungsnehmern mit Vorerkrankungen und abgeschlossen, da Sterbegeldversicherungen bei diesen Policen auf Gesundheitsfragen verzichten können.
Die Versicherungssumme wird ohne anderweitige Regelungen an den Versicherungsnehmer ausgezahlt und fließt dementsprechend nach Eintritt des Versicherungsfalls in dessen Erbmasse ein. Es lassen sich jedoch andere Regelungen treffen, die unter bestimmten Bedingungen dringend empfehlenswert sind.
In § 10 der AVB zur Sterbegeldversicherung der Debeka Versicherung ist dazu festgelegt:
Als unser Versicherungsnehmer können Sie bestimmen, wer die Leistung erhält. Wenn Sie keine Bestimmung treffen, leisten wir an Sie.
Sie können uns widerruflich oder unwiderruflich eine andere Person benennen, die die Leistung erhalten soll (Bezugsberechtigter). Wenn Sie ein Bezugsrecht widerruflich bestimmen, erwirbt der Bezugsberechtigte das Recht auf die Leistung erst mit dem Eintritt des Versicherungsfalls. Deshalb können Sie Ihre Bestimmung bis zum Eintritt des Versicherungsfalls jederzeit widerrufen. Sie können ausdrücklich bestimmen, dass der Bezugsberechtigte sofort und unwiderruflich das Recht auf die Leistung erhält. Sobald uns Ihre Erklärung zugegangen ist, kann dieses Bezugsrecht nur noch mit Zustimmung des unwiderruflich Bezugsberechtigten geändert werden.“
Die Festlegung einer bestimmten Person als Bezugsberechtigten führt dazu, dass die Ablaufleistung der Sterbegeldversicherung nicht in die allgemeine Erbmasse mit einfließt und sich damit dem Zugriff durch die Erben entzieht. Der Bezugsberechtigte muss allerdings Erbschaftssteuer auf die Versicherungssumme bezahlen. In den meisten Fällen dürften jedoch die geltenden Freibeträge ausreichen, um eine hohe Steuerbelastung zu verhindern.
Die Einräumung eines unwiderruflichen Bezugsrechts ermöglicht insbesondere den Schutz des angesparten Vertragsguthabens vor Pfändung durch Gläubiger und Anrechnung durch Sozialbehörden. Das unwiderrufliche Bezugsrecht sollte möglichst frühzeitig ausgesprochen werden. Bei Pfändungen durch Gläubiger kann ansonsten eine vierjährige Frist gelten, innerhalb derer ein Zugriff dennoch möglich ist.
Wie schnell zahlt eine Sterbegeldversicherung? Nicht immer schnell genug, wenn die Ablaufleistung der Police zwingend benötigt wird, um den Bestattungsdienstleister pünktlich zu bezahlen. Die meisten Bestatter verlangen die vollständige Begleichung Ihrer Rechnung innerhalb von 8-41 Tagen nach Rechnungsstellung. Viele räumen ihren Kunden die Möglichkeit eines längeren Zahlungsziels von zum Beispiel 90 Tagen ein und verlangen dafür einen prozentualen Aufschlag auf den Rechnungsbetrag.
Nicht wenige Bestattungsunternehmen kooperieren mittlerweile mit Factorern und Banken und bieten langfristige Zahlungsziele und Ratenzahlungen an. Dann ist die Aufteilung des Rechnungsbetrages auf zwölf Monatsraten oder die Umwandlung in einen Ratenkredit mit zum Beispiel 72 Monaten Laufzeit grundsätzlich unproblematisch. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass der Kreditnehmer die Annahmekriterien der jeweiligen Bank bzw. des Factorers erfüllen muss. Ein zu geringes Einkommen, ein zu hohes Lebensalter oder Negativmerkmale in der SCHUFA Auskunft können der Finanzierungszusage im Wege stehen.
Beispiele für verlängerte Zahlungsziel oder Ratenzahlungen für Beerdigungskosten finden sich zum Beispiel bei diesem Anbieter:
http://www.bestattungen-burger.de/finanzierung-von-bestattungskosten.html
Es gibt grundsätzlich keine Marktnische, die nicht durch irgendeinen Anbieter besetzt wird. Nach dem das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenversicherung durch den Gesetzgeber abgeschafft worden war, schossen Anbieter von Bestattungskrediten und ähnlich verzeichneten Produkten geradezu wie Pilze aus dem Boden. Verwundern kann das nicht: Ein erheblicher Teil der Verstorbenen dürfte zu wenig Erbmasse hinterlassen, um daraus die Kosten der Beisetzung zu decken. Verfügen dann auch die Hinterbliebenen nicht über genügend Mittel, kommt aber zugleich ein Einsatz des Sozialamtes nicht infrage muss ein Kredit herangezogen werden.
So bezeichnete Bestattungskredite sind in aller Regel nichts anderes als gewöhnliche Ratenkredite. Es handelt sich um Annuitätendarlehen mit Nettokreditbeträgen von ca. 2500-25.000 € und möglichen Laufzeiten von 6-84 Monaten. Die Kredite werden nicht grundpfandrechtlich abgesichert und sind mit einer festen Verzinsung verbunden. Die Zinsen sind in den gleichbleibenden, zumeist monatlich eingezogenen Raten bereits enthalten. Weder für die Konditionen noch für die Voraussetzungen für eine Kreditgenehmigung spielt es eine Rolle, ob das Darlehen für eine Bestattung oder zu beliebigen anderen Zwecken benötigt wird.
Notwendige Bedingung für die Auszahlung eines Kredits ist in der Regel ein hinreichendes, pfändbares Einkommen sowie eine einwandfreie SCHUFA Auskunft. Ein Kredit über 10.000 € setzt bei Alleinstehenden ohne Unterhaltspflichten ein monatliches Nettoeinkommen ab ca. 1250 € voraus.
Wie schnell zahlt eine Sterbegeldversicherung? In der Regel ist das Geld zwei Wochen nach der Feststellung des Versicherungsfalls und der Leistungspflicht durch den Versicherer auf dem Konto. Bis zur Feststellung des Versicherungsfalls kann es allerdings dauern – insbesondere wenn die Todesumstände nicht geklärt sind oder der Versicherungsnehmer relativ kurz nach dem Abschluss der Versicherung verstirbt. Die reguläre Zahlungsfrist der meisten Bestattungsdienstleister überschreitet drei Wochen nicht, durch gesonderte Vereinbarung kann jedoch ein längerfristiges Zahlungsziel und – in Verbindung mit Factorern und Banken – auch eine Ratenzahlung vereinbart werden.
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