Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20196/91
Timestamp: 2019-02-24 02:12:34
Document Index: 308664792

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 154', '§ 1', '§ 1', '§ 34', 'BGH', '§ 355', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 9', 'BGH', '§ 177', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 398', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.09.1992 - VIII ZR 196/91 - dejure.org
Bierlieferungsvertrag, Abzahlungsgesetz - VerbrKrG, 'gesonderte Unterschrift', Folgen der schwebenden Unwirksamkeit;
§ 154 Abs. 1 Satz 1 BGB ist unanwendbar bei erkennbarem Bindungswillen der Parteien trotz der noch offenen Punkte
Vereinbarung in einem Bierlieferungsvertrag, nach der der Bierpreis von der Brauerei im Zusammenwirken mit einem Dritten festgelegt werden soll - Formbedürftigkeit eines Bierlieferungsvertrages - Anwendbarkeit der Vorschriften des Abzahlungsgesetzes - Vorliegen einer gesonderten Unterschrift - Widerruflichkeit einer Willenserklärung des Käufers wegen Fehlens einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung - Geltendmachung des Anspruchs auf Erfüllung oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung des Verkäufers aus einem schwebend unwirksamen Vertrag - Wirkung der Widerrufserklärung
Schriftformbedürftigkeit eines Bierlieferungsvertrages mit Vereinbarung künftiger Preisfestlegung im Zusammenwirken mit einem Dritten ("Kutscherstube")
AbzG § 1 b Abs. 2 S. 3, § 1 c
§ 34 GWB
Kartellrecht; Schrifterfordernis beim Bierlieferungsvertrag
BGHZ 119, 283
NJW 1993, 64
ZIP 1992, 1573
GRUR 1993, 66
WM 1992, 2104
BB 1992, 2241
DB 1993, 477
Es kommt nunmehr darin zum Ausdruck, daß § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB eine Gestaltung der Belehrung verlangt, die dem Verbraucher seine Rechte deutlich macht (…vgl. insoweit - zu § 1b Abs. 2 AbzG a.F. - BGH, Urt. v. 7.5.1986 - I ZR 95/84, GRUR 1986, 816, 818 = WRP 1986, 660 - Widerrufsbelehrung bei Teilzahlungskauf; Urt. v. 30.9.1992 - VIII ZR 196/91, NJW 1993, 64, 67).
Anzeichen für einen dahingehenden Bindungswillen ist die begonnene Vertragsdurchführung (BGHZ 119, 283, 288).
Aber auch wenn die Parteien den noch nicht beurkundeten Vertrag einvernehmlich in Vollzug setzen, können sie damit zu erkennen geben, dass der Vertrag ohne Rücksicht auf die nicht eingehaltene Schriftform wirksam werden soll (vgl. BGHZ 119, 283, 291; BGH NJW-RR 1997, 669, 670; KG MDR 2005, 1276).
cc) Ist der Bierlieferungsvertrag vom 5. November 1985 danach schwebend unwirksam geblieben, so kann die Klägerin aus ihm keine Rechte gegenüber den Beklagten herleiten (BGHZ 119, 283, 298; Senatsurteil vom 27. April 1994 - VIII ZR 223/93 = NJW 1994, 1800 unter II 4, insoweit in BGHZ 126, 56 nicht abgedruckt).
Obwohl dies Gesetz mit Wirkung vom 1. Januar 1991 durch das Verbraucherkreditgesetz abgelöst wurde, ist es gemäß Art. 9 Abs. 1 VerbrKr/ZPOuaÄndG auf vor diesem Zeitpunkt geschlossene Verträge weiterhin anwendbar, soweit diese ursprünglich nach dem Abzahlungsgesetz zu beurteilen waren (BGHZ 119, 283, 294 f).
Da die Widerruflichkeit, ein § 177 BGB entsprechender Schwebezustand, fortbesteht, kann die Klägerin keine Vertragsansprüche geltend machen (BGHZ 119, 283, 298).
Dem Berufungsgericht ist es nicht grundsätzlich verwehrt, die Aussage eines erstinstanzlich vernommenen Zeugen auch ohne dessen wiederholte Vernehmung entgegen der Würdigung des Erstrichters für zur Beweisführung nicht ausreichend zu erachten, sofern sich nicht die Pflicht zu erneuter Vernehmung aus Zweifeln an der Vollständigkeit und Richtigkeit der protokollierten Aussage ergibt (BGH, Urteil vom 30. September 1992 - VIII ZR 196/91, NJW 1993, 64; Urteil vom 22. Mai 2002 - VIII ZR 337/00, NJW-RR 2002, 1500).
Eine Ermessensüberschreitung liegt nur dann vor, wenn das Berufungsgericht die Glaubwürdigkeit eines erstinstanzlichen Zeugen anders beurteilen will als das Erstgericht, wenn es der Aussage eine andere Tragweite, ein anderes Gewicht oder eine vom Wortsinn abweichende Auslegung geben will oder wenn es die protokollierten Angaben des Zeugen für zu vage und präzisierungsbedürftig hält (BGH, Urt. v. 30. September 1992 - VIII ZR 196/91; v. 15. Oktober 1992 - III ZR 57/91, BGHR ZPO § 398 Abs. 1 - Ermessen 14, 15 je m.w.N.).
Unerheblich ist es entgegen der Auffassung der Revision, dass sich die Unterschrift auch noch auf den Erhalt bestimmter - hier in dem Feld über der Rücktrittsbelehrung bezeichneter - Unterlagen beziehen konnte (a.A. OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 10. Dezember 2015 - 3 U 51/15, juris Rn. 9 unter Bezugnahme auf das Urteil des BGH vom 30. September 1992 - VIII ZR 196/91, BGHZ 119, 283, 295 ff. [juris Rn. 47 ff.] zu § 1b Abs. 2 Satz 3 AbzG a.F.).
LG Zwickau, 25.02.2000 - 2 O 1198/99
BGH, 28.11.1995 - XI ZR 37/95
BGH, 17.07.2002 - VIII ZR 151/01
BGH, 12.06.1996 - VIII ZR 248/95
Anspruch des Leasinggebers auf Schadensersatz wegen Nichterfüllung nach Kündigung …
OLG Köln, 09.05.1995 - 3 U 144/94
OLG Düsseldorf, 07.12.1999 - 24 U 226/98
BGH, 22.12.1999 - XII ZR 54/97
Erneute Vernehmung eines Zeugen durch das Berufungsgericht bei abweichender …
OLG Brandenburg, 26.04.1995 - 7 U 148/94
Verurteilung zur Abnahme von Bier; Anspruch auf Zahlung einer Vertragstrafe; …