Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%2062/93
Timestamp: 2019-11-22 07:06:58
Document Index: 136036625

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: V ZR 62/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,327
BGH, 29.04.1994 - V ZR 62/93 (https://dejure.org/1994,327)
BGH, Entscheidung vom 29.04.1994 - V ZR 62/93 (https://dejure.org/1994,327)
BGH, Entscheidung vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 (https://dejure.org/1994,327)
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Fehler in Berufungsschrift - Unschädlichkeit bei Erkennbarkeit des Klägers - Telefax - Ausgangskontrolle - Notfristen - Büroorganisation
ZPO §§ 233, 518 Abs. 2 Nr. 2
Rechtsfolgen der unrichtigen Bezeichnung des Rechtsmittelklägers in der Berufungsschrift; Anforderungen an die Ausgangskontrolle bei der Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax
Prozeßrecht; Löschung von Notfristen nach Rechtsmitteleinlegung per Telefax
LG Kempten - 3 O 218/92
OLG München, 19.02.1993 - 14 U 557/92
NJW 1994, 1879
MDR 1995, 639
VersR 1994, 1494
Es genügt, dass sich die Person des Beschwerdeführers mittelbar aus der Beschwerdeschrift oder aus anderen dem zuständigen Gericht innerhalb der Rechtsmittelfrist vorgelegten Unterlagen ergibt (vgl. Senat, Urt. v. 29. April 1994, V ZR 62/93, NJW 1994, 1879;… BGH, Beschl. v. 23. Oktober 2003, IX ZB 369/02, WM 2004, 198 sowie Zöller/Gummer/Heßler, ZPO, 25. Aufl., § 519 Rdn. 30).
Anerkannt ist, daß eine Rechtsmittelbegründungsschrift auch durch Telefax übermittelt werden kann (vgl. BGH NJW 1989, 589; BGH NJW 1990, 188; BGH NJW 1992, 244; BGH NJW 1993, 1655; BGH NJW 1994, 1879).
Ein Anwalt ist gehalten, durch entsprechende organisatorische Maßnahmen Fehlerquellen bei der Behandlung von Fristsachen in größtmöglichem Umfang auszuschließen (vgl. BGH NJW 1993, 732; BGH NJW 1994, 1879).
Zwar darf ein Rechtsanwalt grundsätzlich darauf vertrauen, daß eine Büroangestellte, die sich als zuverlässig erwiesen hat, seine Weisung befolgt, so daß es einer solchen Kontrolle regelmäßig nicht bedarf (vgl. BGH NJW 1988, 1853 f.; BGH. NJW 1994, 1879).
Wie bereits ausgeführt, ist ein Anwalt gehalten, durch, entsprechende organisatorische Maßnahmen Fehlerquellen bei der Behandlung von Fristsachen in größtmöglichem Umfang auszuschließen (BGH NJW 1993, 732; BGH NJW 1994, 1879).
Für die Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax bedeutet dies, daß die Pflicht des Anwalts zur Endkontrolle erst dann endet, wenn feststeht, daß der Schriftsatz auch wirklich übermittelt worden ist (BGH NJW 1990, 187 f. [BGH 28.09.1989 - VII ZB 9/89]; BGH NJW 1993, 1655 f.; BGH NJW 1994, 1879, 1880 [BGH 29.04.1994 - V ZR 62/93]; BGH NJW 1989, 907).
Bei der Übermittlung eines Schreibens durch Telefax darf deshalb der Übermittlungsvorgang erst dann als abgeschlossen angesehen werden, wenn sich der Absender durch einen Ausdruck des Geräts von der ordnungsgemäßen -insbesondere vollständigen- Übermittlung überzeugt hat (BGH NJW 1993, 1655 f.; BGH NJW 1994, 1879, 1880 [BGH 29.04.1994 - V ZR 62/93]; BGH NJW 1989, 907).
Zudem darf nach der Rechtsprechung bei Übermittlung eines fristwahrenden Schriftstücks durch Telefax die betreffende Frist erst gelöscht werden, wenn ein von dem Telefaxgerät des Absenders ausgedruckter Einzelnachweis (Sendebericht) vorliegt, der die ordnungsgemäße Übermittlung belegt (…s. etwa BFH-Beschlüsse vom 19. März 1996 VII S 17/95, BFH/NV 1996, 818;… vom 22. April 2004 VII B 369/03, BFH/NV 2004, 1285; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 29. April 1994 V ZR 62/93, Neue Juristische Wochenschrift 1994, 18, 79).
Das gilt nicht nur für allgemeine Weisungen, sondern auch und erst recht - wie hier - für eine konkrete mündliche Weisung im Einzelfall (BGH, Beschlüsse vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 - VersR 1994, 1494 f. und vom 3. September 1998 - IX ZB 46/98 - VersR 1999, 1170 f.).
Hiernach muß aus der Berufungsschrift entweder schon für sich allein oder jedenfalls mit Hilfe weiterer Unterlagen, wie etwa des ihr beigefügten erstinstanzlichen Urteils, bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist eindeutig zu erkennen sein, wer Berufungskläger ist und wer Berufungsbeklagter sein soll (vgl. BGHZ 21, 168, 170 ff.; 113, 228, 230; BGH, Urteile vom 6. Februar 1985 - I ZR 235/83 - VersR 1985, 570;… vom 24. Juni 1992 - VIII ZR 203/91 - BGHR ZPO § 518 Abs. 2 - Parteibezeichnung 7 und vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 - BGHR ZPO § 518 Abs. 2 - Parteibezeichnung 10; Senatsbeschlüsse vom 9. Juli 1985 - VI ZB 8/85 - VersR 1985, 1092, 1093 und vom 31. März 1992 - VI ZB 7/92 - VersR 1992, 761 f.).
Als zugrundeliegender Zweck ist der Umstand anzusehen, daß im Falle einer Berufung, die einen neuen Verfahrensabschnitt vor einem anderen als dem bis dahin mit der Sache befaßten Gericht eröffnet, zur Erzielung eines auch weiterhin geordneten Verfahrensablaufs aus Gründen der Rechtssicherheit die Parteien des Rechtsmittelverfahrens, insbesondere die Person des Rechtsmittelführers, zweifelsfrei erkennbar sein müssen (BGHZ 21, 168, 173; BGH, Urteile vom 6. Februar 1985 und vom 29. April 1994 - aaO.).
»Zur ordnungsgemäßen Organisation einer Rechtsanwaltskanzlei gehört bei der Übermittlung eines Schreibens per Telefax die Weisung, den Sendebericht daraufhin zu überprüfen, ob die Zahl der übermittelten Seiten mit der Seitenzahl des Originalschriftsatzes übereinstimmt (im Anschluß an BGH, Urteil vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 = NJW 1994, 1879).«.
Unzureichende Begründung eines Wiedereinsetzungsantrags bei fehlendem Vortrag zur …
Für die Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax erfordert eine wirksame Ausgangskontrolle, dafür Sorge zu tragen, dass Fristen aus dem Fristenkalender erst gelöscht werden, wenn durch Überprüfung des Sendeprotokolls feststeht, dass der Schriftsatz vollständig gesendet worden ist (vgl. BFH, Beschluss 20. Dezember 2006 - I B 70/06 - zitiert nach Juris Ziff. 8; BGH, Urteil vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 -, zitiert nach Juris).
Dies könnte zwar anders zu beurteilen sein, wenn etwa der Berufungsschrift eine Urteilsabschrift beigefügt gewesen wäre, aus der sich ergeben hätte, daß nur eine der Parteien beschwert war, so daß bei vernünftiger Betrachtung aus diesem Grund die Person des Rechtsmittelführers zweifelsfrei zu erschließen gewesen wäre (vgl. Senatsbeschluß vom 31. März 1992 - VI ZB 7/92 - VersR 1992, 761, 762; BGH, Urteil vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 - NJW 1994, 1879;… Beschlüsse vom 4. Juni 1997 - VIII ZB 9/97 - BGHR ZPO § 518 Abs. 2 Parteibezeichnung 13 …und vom 16. Juli 1998 - aaO S. 6).
Mit Rücksicht auf die Risiken beim Einsatz eines Telefaxgerätes kommt der Rechtsanwalt seiner Verpflichtung, für eine wirksame Ausgangskontrolle zu sorgen, nur dann nach, wenn er seinen dafür zuständigen Mitarbeitern die Weisung erteilt, sich einen Einzelnachweis ausdrucken zu lassen, auf dieser Grundlage die Vollständigkeit der Übermittlung zu prüfen und die Notfrist erst nach Kontrolle des Sendeberichts zu löschen (Senatsbeschluß vom 8. Dezember 1993 - VIII ZB 40/93 - VersR 1994, 956, 957; BGH, Beschluß vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 = VersR 1994, 1494, 1495 = BGHR ZPO § 233 Fristenkontrolle 36; BGH…, Beschluß vom 18. Oktober 1995 - XII ZB 123/95 - VersR 1996, 778 f = BGHR ZPO § 233 Fristenkontrolle 44).
BGH, 03.09.1998 - IX ZB 46/98
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Adressierung einer Rechtsmittelschrift …
LAG Hamm, 09.08.2004 - 10 TaBV 81/04
Einigungsstellenbesetzungoffensichtliche Unzuständigkeitvorzeitige Anrufung der …
BGH, 12.04.1995 - XII ZB 38/95
Zulässigkeit ergänzender Angaben in der Beschwerdeinstanz wegen der Versagung der …
BGH, 10.06.1998 - XII ZB 47/98
Verschulden des Prozeßbevollmächtigten bei Übermittlung eines fristwahrenden …
BGH, 18.10.1995 - XII ZB 123/95
BFH, 20.12.2006 - I B 70/06
BGH, 22.03.1995 - VIII ZB 8/95
OLG Hamburg, 21.11.2017 - 7 U 113/16
Unterlassungsanspruch bei Presseberichterstattung: Öffentliches …
BGH, 29.07.1999 - V ZB 20/99
Kontrolle der Empfängernummer bei Übermittlung eines fristwahrenden Schriftsatzes …
BGH, 20.11.1997 - VII ZB 22/97
Anforderungen an die Organisation des Fristenkalenders; Löschung von Fristen; …
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.02.2012 - 15 B 58/12
BGH, 19.09.1996 - V ZB 13/96
Sofortige Beschwerde gegen die Ablehnung eines Wiedereinsetzungsantrags wegen …