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Timestamp: 2020-07-05 04:26:48
Document Index: 87516070

Matched Legal Cases: ['§ 118', '§ 118', '§ 51', '§ 12', '§ 14', '§ 51']

BFH Urteil vom 26.07.2007 - VI R 64/06 (veröffentlicht am 29.08.2007) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
FG Nürnberg (Urteil vom 04.05.2006; Aktenzeichen VI 200/2005; EFG 2007, 771)
2. Nach diesen Grundsätzen hat das FG eine Gesamtwürdigung vorgenommen. Es ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Übernahme der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung der Klägerin durch den Arbeitgeber auch im eigenen Interesse der Klägerin erfolgte und deshalb Arbeitslohn anzunehmen sei. Die Gesamtwürdigung, die revisionsrechtlich nur begrenzt überprüfbar ist (vgl. dazu BFH-Beschlüsse vom 10. Februar 2005 VI B 113/04, BFHE 209, 211, BStBl II 2005, 488; vom 10. November 2005 VI B 75/05, BFH/NV 2006, 530; Urteil vom 12. April 2007 VI R 77/04, nicht veröffentlicht; Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 118 Rz 30; Seer in Tipke/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 118 FGO Rz 87, m.w.N.), ist möglich; sie lässt keinen Rechtsfehler erkennen.
Wie das FG zu Recht ausgeführt hat, ist der Anwalt gemäß § 51 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) gesetzlich verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Ein Verstoß gegen diese Pflicht wird mit der Nichtzulassung zum Beruf (§ 12 Abs. 2 BRAO) oder der Entfernung aus diesem sanktioniert (§ 14 Abs. 2 Nr. 9 BRAO). Der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung ist damit unabdingbar für die Ausübung des Berufs eines (angestellten) Rechtsanwalts. Kommt er der gesetzlichen Verpflichtung nach, handelt er in typischer Weise im eigenen Interesse. Soweit der Arbeitgeber eines angestellten Rechtsanwalts im Hinblick auf die Haftungsrisiken aller weiteren Sozien ein Interesse an einer die Mindestsumme von (in den Streitjahren) 500 000 DM (vgl. § 51 Abs. 4 BRAO) übersteigenden Versicherungssumme hat, wie die Kläger geltend machen, hat dies nicht zur Folge, dass das Interesse des einzelnen Arbeitnehmers am Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung als unerheblich zu qualifizieren wäre. Im Übrigen weist die Vorentscheidung zu Recht darauf hin, dass wegen dieses erweiterten Haftungsrisikos im Fall einer Sozietät eine höhere Versicherungssumme im Interesse jedes einzelnen Sozius liegt.
Haufe-Index 1785657
BFH/NV 2007, 1993
BFHE 2008, 370
DStR 2007, 1572
DStZ 2007, 684
HFR 2007, 978
FR 2008, 143
SteuerBriefe 2007, 1489
NWB 2007, 3219
BBK 2007, 959
Stbg 2007, 489
Stbg 2009, 375
EStB 2007, 398
NZA 2007, 1094
ZAP 2007, 1087
AuA 2009, 478
AUR 2007, 367
Info M 2008, 43
NJW-Spezial 2007, 463
BBKM 2007, 283
BRAK-Mitt. 2007, 230
KÖSDI 2007, 15732
LGP 2007, 163
MBP 2009, 168
SPA 2007, 2
SWK 2007, 1470
StB 2007, 361
WISO-SteuerBrief 2007, 4