Source: https://www.haufe.de/immobilien/verwaltung/bgh-schallschutz-bei-ersatz-von-teppichboden-durch-parkett_258_294914.html
Timestamp: 2020-08-08 12:13:19
Document Index: 283529151

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH: Schallschutz bei Ersatz von Teppichboden durch Parkett | Immobilien | Haufe
Bild: Haufe Online Redaktion Schallschutz muss eingehalten werden
Die Eigentümer zweier übereinanderliegender Wohnungen streiten über angebliche Lärmbelästigungen durch Trittschall.
Die Beklagten erwarben die über der Wohnung der Kläger liegende Wohnung im Jahr 2006. Zwei Jahre später ersetzten sie den vorhandenen Teppichboden durch Parkett. Hiergegen wenden sich die Eigentümer der darunter liegenden Wohnung. Sie bringen vor, durch den Wechsel des Bodenbelags habe sich der Trittschall erhöht. Da die Wohnanlage durch Teppichboden geprägt sei, müsse der Schallschutz eingehalten werden, den Teppichboden bietet.
Der BGH weist die Klage ab. Durch den Wechsel des Bodenbelages werden die Kläger nicht nachteilig im Sinne von § 14 Nr. 1 WEG betroffen.
Grundsätzlich sind die Schallschutzwerte einzuhalten, die sich aus der bei der Errichtung des Gebäudes geltenden Ausgabe der DIN 4109 ergeben. Diese werden hier gewahrt.
Ein höheres Schallschutzniveau kann sich aus der Gemeinschaftsordnung ergeben, nicht aber aus einem sogenannten besonderen Gepräge der Wohnanlage. Die Gemeinschaftsordnung enthält keine solchen Vorgaben. Dass die im Zuge der Errichtung des Hauses erstellte Baubeschreibung und der ursprüngliche Verkaufsprospekt eine Ausstattung der Wohnungen mit Teppichböden vorsahen, ist unerheblich.
Die Auswahl des Bodenbelages betrifft die Gestaltung des Sondereigentums und steht im Belieben des Sondereigentümers. Der Schallschutz muss in erster Linie durch die im Gemeinschaftseigentum stehenden Bauteile gewährleistet werden. Welcher Bodenbelag bei der Errichtung des Gebäudes vorhanden war, ob dieser durch den Bauträger oder durch die Ersterwerber bestimmt worden ist und ob er in allen Wohnungen einheitlich war oder nicht, sind keine geeigneten Kriterien, um das für die gesamte Nutzungszeit des Gebäudes einzuhaltende Schallschutzniveau zu bestimmen. Das ergibt sich schon daraus, dass solche Umstände späteren Erwerbern in aller Regel unbekannt sind. Außerdem spricht gegen ein dauerhaftes Gepräge der Anlage, dass sich die geschmacklichen Vorlieben für bestimmte Bodenbeläge im Laufe der Zeit verändern.
(BGH, Urteil v. 27.2.2015, V ZR 73/14)
BGH: Für altes Gebäude gelten alte Grenzwerte
PM des BGH v. 27.2.2015
Trittschall: Schallschutz richtet sich nach den zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes geltenden Regeln
Begriff Wird der in einer Eigentumswohnung vorhandene Bodenbelag (hier: Teppichboden) durch einen anderen (hier: Parkett) ersetzt, richtet sich der zu gewährende Schallschutz grundsätzlich nach der zur Zeit der Errichtung des Gebäudes geltenden Ausgabe der ...