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Timestamp: 2018-07-18 19:54:23
Document Index: 209251984

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', 'BGH']

Bundesgerichtshof: MO ./. MALM - Zu den Voraussetzungen eines Vorbenutzungsrechts im Designrecht
BGH, Urteil vom 29.06.2017 - I ZR 9/16; Vorinstanzen: LG Düsseldorf, Urteil vom 26.7.2013 - 34 O 121/12; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.12.2015 - I-20 U 189/13
MIR 2017, Dok. 027, Rz. 1
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 29.06.2017 (I ZR 9/16) entschieden, dass die Annahme eines auf die Vornahme von Vorbereitungshandlungen gestützten Vorbenutzungsrechts gemäß § 41 Abs. 1 DesignG (früher: GeschmMG) voraussetzt, dass die Vorbereitungshandlungen im Inland (Deutschland) stattgefunden haben. Vorbereitungshandlungen, die im Ausland vorgenommen wurden, reichten demgegenüber nicht aus, so das Gericht.
Die Klägerin ist Inhaberin eines eingetragenen Designs (Klagedesign), das ein Bettgestell zeigt. Das Klagedesign ist am 15.07.2002 angemeldet und am 25.11.2002 in das Register beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen worden. Während des Berufungsverfahrens ist für das Klagedesign im Register die Priorität der Ausstellung auf der Internationalen Möbelmesse in Köln am 14.01.2002 veröffentlicht worden.
Das Landgericht hat die Klage abgewiesen und der Widerklage stattgegeben. Die Berufung der Klägerin ist erfolglos geblieben. Das Oberlandesgericht hat angenommen, die Klägerin könne der Beklagten den Vertrieb des Bettgestells "MALM" nicht untersagen, selbst wenn dem Klagedesign eine Priorität vom 14.01.2002 zukomme. Die IKEA of Sweden AB habe nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme bereits vor dem 14. 01.2002 Anstalten zum Vertrieb des Vorgängermodells "BERGEN" auch in Deutschland getroffen, ohne das Klagedesign gekannt zu haben. Dadurch habe sie ein Vorbenutzungsrecht nach § 41 Abs. 1 GeschmMG (jetzt § 41 Abs. 1 DesignG) erlangt, das sich auf den Vertrieb des Bettgestells "MALM" über die Beklagte erstrecke.
Entscheidung des Bundesgerichtshofs: Benutzung muss in Deutschland stattgefunden haben
Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Anders als das Oberlandesgericht hat der Bundesgerichtshof die von der IKEA of Sweden AB im Ausland vorgenommen Vorbereitungshandlungen zum Vertrieb des Bettgestells "BERGEN" in Deutschland für die Entstehung eines Vorbenutzungsrechts nach § 41 Abs. 1 GeschmMG/DesignG nicht ausreichen lassen. Erforderlich sei vielmehr, dass die vom Gesetz verlangten wirklichen und ernsthaften Anstalten zur Benutzung ebenso wie eine Benutzung selbst in Deutschland stattgefunden haben.
(tg) - Quelle: PM Nr. 100/2017 des BGH vom 29.06.2017
Online seit: 29.06.2017
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