Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/recht/news/300029-entzug-eines-jagdscheins
Timestamp: 2017-09-19 18:53:11
Document Index: 171260800

Matched Legal Cases: ['§ 181', '§ 248', '§ 438', '§ 613', '§ 459', '§ 850', '§622']

ï»¿ Entzug eines Jagdscheins
Mir droht eine Anzeige wegen Körperverletzung. Bin ich damit auch meinen Jagdschein los?
Die Messlatte für die nach dem Waffen- und auch dem Jagdgesetz erforderliche Zuverlässigkeit liegt in der Tat sehr hoch. Schon bei einem verhältnismäßig niedrigen Strafmaß steht der Entzug des Jagdscheins an. Wer wegen einer Vorsatztat zu einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen oder wegen zweier Taten rechtskräftig verurteilt wurde, gilt nicht mehr als zuverlässig genug. Wobei die Rechtskraft der letzten Tat jünger als 5 Jahre sein muss. Dass eine Straftat keinen Bezug zu Waffen oder Gewalt hat, ist dabei übrigens irrrelevant.
Die Wahrscheinlichkeit, mit einem blauen Auge davon zu kommen, ist übrigens sehr gering. Die Waffenbehörde überprüft in regelmäßigen Abständen die Zuverlässigkeit aller Inhaber von waffenrechtlichen Erlaubnissen. Dabei werden auch die Staatsanwaltschaften und die örtliche Polizeibehörde befragt.
Ein Ausnahme käme nur in Frage, wenn die Umstände der strafbaren Handlung die Verfehlung des Jagdscheininhabers in einer Weise in einem milderen Licht erscheinen ließen, dass Zweifel an seiner Vertrauenswürdigkeit bezüglich des Umgangs mit Waffen nicht gerechtfertigt sind. Dazu bedarf es einer ausdrücklichen gerichtlichen Entscheidung.
Die Jagd- und Waffenbehörden sind grundsätzlich an den im rechtskräftigen Strafurteil festgestellten Sachverhalt gebunden. Sobald Tatsachen, welche die Versagung des Jagdscheins begründen, der Behörde bekannt werden, die den Jagdschein erteilt hat, ist sie gesetzlich verpflichtet, den Jagdschein für ungültig zu erklären und einzuziehen und gegebenenfalls auch eine Sperrfrist für die Wiedererteilung des Jagdscheins festsetzen.
Die Frage beantwortete Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
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