Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.07.1999&Aktenzeichen=IX%20ZR%20243/98
Timestamp: 2019-11-21 11:37:13
Document Index: 213421842

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 767', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.07.1999 - IX ZR 243/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,288
BGH, 15.07.1999 - IX ZR 243/98 (https://dejure.org/1999,288)
BGH, Entscheidung vom 15.07.1999 - IX ZR 243/98 (https://dejure.org/1999,288)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 1999 - IX ZR 243/98 (https://dejure.org/1999,288)
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AGB - Gesellschafter - Gesellschaft - Bürge - Haftung - Kredit - Anlaßkredit
Beschränkung der umfassenden formularmäßigen Bürgschaftsverpflichtung eines nicht geschäftsführungsbefugten GmbH-Gesellschafters ohne Kapitalmehrheit auf die Höhe des Anlasskredits
"Anlaß"-Rechtsprechung und Bürgschaften von Gesellschaftern für Kredite der GmbH
Beschränkung der umfassenden formularmäßigen Bürgschaftsverpflichtung eines nicht geschäftsführungsbefugten GmbH-Gesellschafters ohne Kapitalmehrheit auf die Höhe des Anlaßkredits
"Anlaßbürgschaft" bei 50%-Beteiligung an GmbH; Erstreckung der Anlaßbürgschaft auf Prolongation von Kontokorrentkrediten
BGHZ 142, 213
NJW 1999, 3195
NJW-RR 1999, 1568 (Ls.)
ZIP 1999, 1480
MDR 1999, 1337
DNotZ 2000, 273
WM 1999, 1761
BB 1999, 1994
DB 1999, 1895
Sie verstößt gegen das aus § 767 Abs. 1 Satz 3 BGB folgende Verbot der Fremddisposition und schränkt damit die Rechte der Bürgin in einer den Vertragszweck gefährdenden Weise ein (§ 9 Abs. 1 und 2 Nr. 2 AGBG; vgl. BGHZ 130, 19, 32; 132, 6, 8 f; 142, 213, 216).
Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts zählt die Beklagte zu 1 als Minderheitsgesellschafterin aber nicht zu diesem Personenkreis (vgl. BGHZ 142, 213, 216).
Für die Forderungen, die nach diesem Zeitpunkt dadurch entstanden sind, daß das Kontokorrentkreditverhältnis verlängert wurde, hat die beklagte Bürgin nicht einzustehen (vgl. BGHZ 142, 213, 219).
"Aufgeben" ist vielmehr jede gewollte Handlung (BGH, Urteil vom 17. September 1959 - VII ZR 115/58, WM 1960, 51), durch die der Gläubiger auf eine Verwertungsmöglichkeit der Sicherheit verzichtet oder ansonsten bewusst deren wirtschaftlichen Wert beseitigt (BGH, Urteil vom 15. Juli 1999 - IX ZR 243/98, WM 1999, 1761, 1763, insoweit nicht in BGHZ 142, 213 abgedruckt).
c) aa) Von dem Grundsatz, daß eine Formularklausel nach § 9 Abs. 1 AGBG unwirksam ist, die die Bürgenhaftung auf alle bestehenden Ansprüche gegen den Hauptschuldner erstreckt, ohne die Haftung auf die "Anlaßforderung" zu beschränken, sind auszunehmen formularmäßige Bürgschaften von Geschäftsführern oder Gesellschaftern, die für Verbindlichkeiten "ihrer" Gesellschaft einstehen wollen (vgl. für deren Inanspruchnahme wegen künftiger Gesellschaftsschulden BGHZ 130, 19, 30; BGH, Beschl. v. 24. September 1996 - IX ZR 316/95, NJW 1996, 3205;… Urt. v. 11. Dezember 1997 - IX ZR 274/96, WM 1998, 235, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 137, 292; v. 15. Juli 1999 - IX ZR 243/98, WM 1999, 1761, z.V.b. in BGHZ).
aa) Der Revision ist allerdings einzuräumen, dass gegen eine Erstreckung der Einstandpflicht des Bürgen auf nachträglich entstandene Forderungen keine Bedenken bestehen, wenn diese zusätzliche Haftung für künftige Forderungen nach Grund und Umfang bei Vertragsschluss für den Bürgen klar erkennbar ist (BGHZ 142, 213, 220; BGH, Urteile vom 13. Juni 1996 - IX ZR 229/95, WM 1996, 1391, 1392 f. und vom 29. März 2001 - IX ZR 20/00, WM 2001, 1517, 1518 jeweils zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen).
Danach ist eine Bürgschaftserklärung grundsätzlich nicht darauf gerichtet, für künftige Forderungen einzustehen, deren Grund und Höhe bei Vertragsschluss nicht klar erkennbar sind und auf deren Entstehung der Bürge keinen Einfluss nehmen kann (vgl. BGHZ 130, 19, 33; 142, 213, 215 ff.; BGH, Urteil vom 29. März 2001 - IX ZR 20/00, WM 2001, 1517, 1518).
BGH, 03.11.2005 - IX ZR 181/04
Anrechnung des Mehrerlöses bei Übernahme eines Gegenstandes durch den …
Die Vorschrift soll auch verhindern, dass Gläubiger und Hauptschuldner durch eine nachträgliche Absprache das Haftungsrisiko des Bürgen in einer Weise verschärfen, die für ihn bei Abschluss des Bürgschaftsvertrages nicht erkennbar war (BGHZ 130, 19, 27, 33; 142, 213, 219 f;… BGH, Urt. v. 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1143).
Aus diesem Grunde hat der Senat nachträgliche Verlängerungen der Laufzeit des Kredits sowie eine Absprache über das Hinausschieben der Tilgung der Hauptschuld als für den Bürgen unverbindlich behandelt, wenn er an diesen Regelungen nicht beteiligt worden war (BGHZ 142, 213, 219;… BGH, Urt. v. 6. April 2000, aaO).
Im vorliegenden Fall wäre daher der Prolongationskredit (mit einem Endstand von ca. 141 TDM per 31. Juli 1985) durch das Pfand nicht mehr gesichert, wenn es sich insoweit um einen neuen, in dem vorherigen Kreditverhältnis noch nicht angelegten Vertrag handelte, durch den die Altverbindlichkeiten abgelöst und zum Erlöschen gebracht wurden (vgl. BGHZ 142, 213, 219 f.).
Sie läßt allerdings bestehende Sicherheiten jedenfalls dann unberührt, wenn die Parteien des Kreditvertrages sich von vornherein darin einig waren, diesen jeweils periodisch zu verlängern (vgl. BGHZ 142, 213, 220 f.), und somit die Grundlage für die Prolongation bereits im Ursprungsvertrag gelegt wurde.
in BGHZ 137, 292; v. 15. Juli 1999 - IX ZR 243/98, WM 1999, 1761 f, z.V.b. in BGHZ).
OLG Köln, 16.05.2001 - 13 U 204/00
Bankrecht; Handels- und Gesellschaftsrecht; Formularmäßige Ausweitung der …
OLG Celle, 07.06.2006 - 3 U 1/06
Bürgschaft: Erweiterung der Hauptschuld durch die Verlängerung der zu Grunde …
BGH, 20.11.2001 - IX ZR 321/99
BGH, 06.07.2000 - IX ZR 242/98