Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_19_07_2012_IX_ZB_215_11_Erfordernis_eines_Glaeubigerantr-d5059517.html
Timestamp: 2016-10-25 10:20:35
Document Index: 102211667

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 62', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 296', '§ 200', '§ 7', 'Art. 103', '§ 574', '§ 574', '§ 575', '§ 296', '§ 296', '§ 296', '§ 296', '§ 296', '§ 296', '§ 296', '§ 577']

BGH, 19.07.2012 - IX ZB 215/11 - Erfordernis eines Gläubigerantrags für eine Versagung der Restschuldbefreiung | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 31.07.2012 - 5 StR 335/12 - Verwerfung von Revisionen von Nebenklägern gege...…BGH, 19.07.2012 - IX ZB 215/11 - Erfordernis eines Gläubigerantrags für eine Ver...BGH, 19.07.2012 - IX ZR /11 - Anfechtung nach § 134 InsOBGH, 19.07.2012 - 3 StR 191/12 - Verwerfung einer Revision der Staatsanwaltschaf...BGH, 19.07.2012 - 3 StR 251/12 - Revision im Zusammenhang mit einer Verurteilung...BGH, 19.07.2012 - I ZR 2/11 - GOOD NEWS - Aussetzung eines Verfahrens zur Vorlag...BGH, 19.07.2012 - I ZR 30/10 - Zurückweisung einer Anhörungsrüge als unbegründetBGH, 19.07.2012 - I ZR 92/09 - Umfang des rechtlichen Gerhös im Zivilprozess; Zu...BGH, 19.07.2012 - I ZR 189/08 - Zurückweisung einer Anhörungsrüge als unbegründe...BGH, 19.07.2012 - III ZR 252/11 - Bemessung des Wertersatzes nach dem objektiven...BGH, 19.07.2012 - V ZB 265/11 - Zuschlagsversagungsgrund bei doppelter Ausbotung...BGH, 19.07.2012 - 3 StR 218/12 - Prüfung des Tatbestands des Werbens um Mitglied...BGH, 19.07.2012 - IX ZR 143/11 - Anforderungen an die Begründung einer Anhörungs...BGH, 19.07.2012 - V ZR 250/11 - Umfang des rechtlichen Gehörs im Zivilverfahren;...BGH, 19.07.2012 - V ZR 255/11 - Anwendbarkeit des § 62 Abs. 2 WEG bei Verwerfung...BGH, 19.07.2012 - IX ZR 157/09 - Annahme des Verzichts auf eine als begründet er...BGH, 19.07.2012 - IX ZR 187/11 - Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde geg...BGH, 19.07.2012 - V ZR 70/12 - Antrag auf Beiordnung eines bei dem Bundesgericht...BGH, 19.07.2012 - I ZR 104/11 - Pflicht des Frachtführers zur konkreten Nachfors...BGH, 19.07.2012 - I ZR 199/10 - Stellung mehrerer nahezu identischer Unterlassun...BGH, 19.07.2012 - I ZR 105/11 - Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses für die...BGH, 19.07.2012 - I ZR 40/11 - Pharmazeutische Beratung über Call-Center - Recht...…BGH, 02.07.2012 - AnwZ (Brfg) 16/11 - Prüfung der Vermögensverhältnisse im Rahme...
BGH, 19.07.2012 - IX ZB 215/11 - Erfordernis eines Gläubigerantrags für eine Versagung der Restschuldbefreiung
BundesgerichtshofBeschl. v. 19.07.2012, Az.: IX ZB 215/11Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 19.07.2012Referenz: JurionRS 2012, 20412Aktenzeichen: IX ZB 215/11 Verfahrensgang:vorgehend:AG Hamburg-Mitte - 17.12.2010 - AZ: 67g IN 433/05LG Hamburg - 23.06.2011 - AZ: 326 T 7/11Rechtsgrundlage:§ 296 Abs. 2 S. 3 InsOFundstellen:GuT 2012, 393VuR 2013, 65ZInsO 2012, 1580-1581Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, den Richter Raebel, die Richterin Lohmann, den Richter Dr. Pape und die Richterin Möhring am 19. Juli 2012 beschlossen: Tenor:Auf die Rechtsmittel des Schuldners werden die Beschlüsse der Zivilkammer 26 des Landgerichts Hamburg vom 23. Juni 2011 und des Amtsgerichts Hamburg vom 17. Dezember 2010 aufgehoben. Der Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird auf 5.000 € festgesetzt. GründeI. 1 Das im Dezember 2005 eröffnete Insolvenzverfahren über das Vermögen des Schuldners wurde nach Ankündigung der Restschuldbefreiung im Oktober 2008 aufgehoben (§ 200 InsO). Im Oktober 2010 berichtete der Treuhänder, dass der selbständig tätige Schuldner entgegen seiner Zusagen keine 50 € monatlich an ihn abführe. Nachdem der Schuldner gegenüber dem Insolvenzgericht trotz entsprechenden Verlangens und einer Belehrung über die Folgen der unterlassenen Mitwirkung nicht die an ihn gestellten Fragen unter anderem nach der Art seiner Erwerbstätigkeit und der Höhe seiner Einnahmen beantwortet hatte, hat das Insolvenzgericht ihm die Restschuldbefreiung versagt. Die dagegen eingelegte sofortige Beschwerde hat das Landgericht zurückgewiesen. Hiergegen wendet sich der Schuldner mit seiner Rechtsbeschwerde, mit der er die Aufhebung der angefochtenen Beschlüsse begehrt. II. 2 Die Rechtsbeschwerde ist statthaft (§§ 7, 6, 296 Abs. 3 Satz 1 InsO, Art. 103 f EGInsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO) und auch im Übrigen zulässig (§ 574 Abs. 2, § 575 ZPO). Daran ändert nichts, dass die Rechtsbeschwerde die zur Zeit ihrer Begründung bereits anderweitig entschiedene Rechtsfrage noch als grundsätzlich ansieht. Die Rechtsbeschwerde ist auch begründet. 3 1. Das Beschwerdegericht hat ausgeführt, nach höchstrichterlicher Rechtsprechung sei die Versagung der Restschuldbefreiung seitens des Insolvenzgerichts von Amts wegen gemäß § 296 Abs. 2 Satz 3 InsO möglich, wenn der Schuldner auf eine Aufforderung des Gerichts zur Mitwirkung und Auskunftserteilung gegenüber dem Gericht unentschuldigt untätig bleibe. Eines zulässigen Gläubigerantrages bedürfe es dazu nicht. 4 2. Demgegenüber hat der Senat (in einem dem Beschwerdegericht noch nicht bekannten Beschluss) entschieden, dass dem Schuldner unter den Voraussetzungen des § 296 Abs. 2 InsO Restschuldbefreiung nur versagt werden kann, wenn diesem Verfahren ein statthafter Versagungsantrag nach § 296 Abs. 1 ZPO zugrunde liegt (Beschluss vom 19. Mai 2011 - IX ZB 274/10, NZI 2011, 640 Rn. 10 ff). Nach dem Gesetzeswortlaut des § 296 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit Abs. 1 InsO und der Gesetzessystematik kann es eine Versagung der Restschuldbefreiung ohne einen Gläubigerantrag nicht geben. Ohne den Antrag eines hierzu berechtigten Gläubigers setzt die Amtsermittlungspflicht des Insolvenzgerichts zum Vorliegen von Versagungsgründen nicht ein. Ebenso entstehen die besonderen, sich aus § 296 Abs. 2 InsO ergebenden Auskunftspflichten des Schuldners regelmäßig erst nach einem statthaften Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung. Das Verfahren auf Versagung der Restschuldbefreiung unterliegt der Gläubigerautonomie. Eine Einleitung des Versagungsverfahrens nach § 296 Abs. 2 InsO von Amts wegen sieht die Insolvenzordnung nicht vor. 5 Da es vorliegend an einem Gläubigerantrag fehlt und das Insolvenzgericht das Versagungsverfahren nach § 296 Abs. 2 InsO von Amts wegen eingeleitet hat, kann der Versagungsbeschluss keinen Bestand haben und ist aufzuheben. Das kann der Senat nach § 577 Abs. 5 Satz 1 ZPO selbst entscheiden. Kayser Raebel Lohmann MöhringPapeHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.