Source: http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Medizinische-Rehabilitation-264.html
Timestamp: 2016-04-30 07:04:08
Document Index: 272329489

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 11', '§ 50', '§ 11', '§ 12', '§ 126', '§ 23', '§ 3']

3. Zust�ndigkeit und Voraussetzungen
3.1. Allgemein g�ltige Voraussetzungen
3.2. Pers�nliche Voraussetzungen der Rentenversicherung
4. Ambulante und station�re Medizinische Reha
4.1. Ambulante Rehama�nahmen
4.2. Station�re Rehama�nahmen
6.3. Finanzielle Leistungen w�hrend der Reha
6.4. Zuzahlung
Die Medizinische Rehabilitation ist ein Teilbereich der Rehabilitation. Sie umfasst Ma�nahmen, die auf die Erhaltung oder Besserung des Gesundheitszustands ausgerichtet sind. Medizinische Reha wird ambulant oder station�r erbracht, ambulant hat meist Vorrang. Zwischen 2 Ma�nahmen m�ssen in der Regel 4 Jahre Wartezeit liegen.
Zur Medizinischen Rehabilitation z�hlen z.B.:
Kinderheilbehandlung Medizinische Rehabilitation f�r M�tter und V�ter Familienorientierte Rehabilitation
Onkologische Nachsorgeleistungen Fr�hf�rderung behinderter Kinder und von Behinderung bedrohter Kinder
Sozialmedizinische Nachsorge f�r Kinder bis 14 Jahre Entw�hnungsbehandlung f�r Suchtkranke
Geriatrische Rehabilitation f�r �ltere Menschen
Im Rahmen der Medizinischen Reha k�nnen auch viele weitere Behandlungen und Leistungen erbracht werden, z.B. Krankenbehandlung, Psychotherapie, Zahnbehandlung, Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel oder Hilfsmittel, Kurzzeitpflege.
die Gesundheit zu st�rken und einer absehbaren Erkrankung vorzubeugen.einer Gef�hrdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken.eine Pflegebed�rftigkeit zu vermeiden.
Krankheiten zu erkennen, zu heilen oder eine Verschlimmerung zu verh�ten und/oder Beschwerden zu lindern.einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine bestehende Behinderung zu beseitigen, zu verbessern oder ihre Verschlechterung zu vermeiden.Pflegebed�rftigkeit zu verringern oder zu vermeiden.die Situation um das Gesundheitsproblem ganzheitlich zu erfassen, um Betroffene mit den neuen Voraussetzungen bestm�glichst in Familie, Arbeit und Gesellschaft zu integrieren. 3. Zust�ndigkeit und Voraussetzungen
Nahezu alle Sozialleistungstr�ger k�nnen unter bestimmten Voraussetzungen und nach �rztlicher Verordnung die Kosten der Medizinischen Reha �bernehmen. Wird eine Rehama�nahme zur Wiederherstellung der Gesundheit durchgef�hrt, zahlt meist die Krankenkasse eine Rehama�nahme zur Wiederherstellung oder zum Erhalt der Erwerbsf�higkeit finanziert meist der Rentenversicherungstr�ger. N�heres unter Rehabilitation > Zust�ndigkeit.
Folgende Voraussetzungen m�ssen bei jedem Tr�ger einer Medizinischen Reha erf�llt sein:
Die Rehama�nahme ist aus medizinischen Gr�nden erforderlich.
Die Rehama�nahme muss vom Arzt verordnet sein und vom Kostentr�ger vorher genehmigt werden. 3.2. Pers�nliche Voraussetzungen der Rentenversicherung
Unter folgenden pers�nlichen Voraussetzungen tr�gt der Rentenversicherungstr�ger die Medizinische Rehabilitation (§ 10 SGB VI):
Die Erwerbsf�higkeit ist wegen Krankheit oder k�rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erheblich gef�hrdet oder gemindertund
voraussichtlich kann eine Minderung der Erwerbsf�higkeit abgewendet werden oderdie Erwerbsf�higkeit kann gebessert oder wiederhergestellt werdenoderder Arbeitsplatz kann erhalten werden. 3.3. Versicherungsrechtliche Voraussetzungen der Rentenversicherung
Unter folgenden versicherungsrechtlichen Voraussetzungen tr�gt der Rentenversicherungstr�ger die Rehabilitation (§ 11 SGB VI):
Erf�llung der Wartezeit von 15 Jahren (die Zeiten, in denen Beitr�ge gezahlt wurden bzw. Zeiten, in denen Rentenanwartschaften erworben wurden, z.B. Kindererziehungszeiten) oder
Erf�llung der allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren (§ 50 Abs. 1 SGB VI) bei verminderter Erwerbsf�higkeit oder absehbarer verminderter Erwerbsf�higkeitoder
6 Kalendermonate mit Pflichtbeitr�gen in den letzten 2 Jahren vor Antragstellungoder
innerhalb von 2 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung wird eine versicherte oder selbstst�ndige Besch�ftigung bis zur Antragstellung ausge�bt oder nach einer solchen Besch�ftigung liegt Arbeitsunf�higkeit oder Arbeitslosigkeit bis zur Antragstellung voroder
Anspruch auf gro�e Witwen/Witwer-Rente (Rentenversicherung) wegen verminderter Erwerbsf�higkeit (§ 11 Abs. 3 SGB VI).
Der Rentenversicherungstr�ger �bernimmt die Medizinische Reha nicht (§§ 12, 13 SGB VI):
in der Phase akuter Behandlungsbed�rftigkeit einer Krankheit (vgl. auch Fr�hrehabilitation)Ausnahme: bei Behandlungsbed�rftigkeit w�hrend der Medizinischen Rehabilitation
bei Bezug oder Beantragung einer Altersrente (Rente) von mindestens zwei Drittel der Vollrente (d.h.: kein Ausschluss bei Bezug/Antrag von einem Drittel bzw. der H�lfte der Vollrente)
bei Versicherungsfreiheit als Bezieher einer Versorgung wegen Erreichens einer Altersgrenze, sogenannte Versorgungsbez�ge
bei Bezug einer Leistung, die regelm��ig bis zum Beginn einer Altersrente gezahlt wird, sogenannte Vorruhestandsleistungen, z.B. Alters�bergangsgeld
w�hrend Untersuchungshaft oder Vollzug einer Freiheitsstrafe oder freiheitsentziehender Ma�regeln oder einstweiliger Unterbringung (§ 126 a StPO)
im Ausland. Ausnahme: Wenn aufgrund gesicherter medizinischer Erkenntnisse f�r die vorliegende Erkrankung ein besserer Reha-Erfolg im Ausland zu erwarten ist. 3.5. Wartezeit
Zwischen 2 bezuschussten Rehama�nahmen - egal ob ambulant oder station�r - muss in der Regel ein Zeitraum von 4 Jahren liegen. Nicht anzurechnen sind Leistungen zur medizinischen Vorsorge (Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren).
Ausnahmen macht die Krankenkasse nur bei medizinisch dringender Erforderlichkeit. Dies muss mit Arztberichten oder einem Gutachten des behandelnden Arztes bei der Krankenkasse begr�ndet werden.
Der Rentenversicherungstr�ger genehmigt Medizinische Rehama�nahmen vor Ablauf der 4-Jahres-Frist, wenn vorzeitige Leistungen aus gesundheitlichen Gr�nden dringend erforderlich sind, weil ansonsten mit einer weiteren Minderung der Leistungsf�higkeit zu rechnen ist. 4. Ambulante und station�re Medizinische Reha
Es gibt zwei Arten Medizinischer Rehama�nahmen, ambulante und station�re. Letztere werden umgangssprachlich Kuren genannt.
Grunds�tzlich gilt: ambulant vor station�r (§§ 23 Abs. 4, 40 Abs. 2 SGB V).
Ausnahme: Bei Medizinischer Rehabilitation f�r M�tter und V�ter und Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren f�r M�tter und V�ter gilt "ambulant vor station�r" nicht.
Ambulante Rehama�nahmen f�hrt der Patient wohnortnah durch bzw. nimmt sie in Anspruch. Der Patient kommt morgens in die behandelnde Einrichtung und verl�sst diese nachmittags oder abends wieder. M�glich ist auch die Versorgung durch mobile Reha-Teams beim Patienten zu Hause. Voraussetzungen
Eine ambulante Krankenbehandlung reicht nicht f�r den angestrebten Reha-Erfolg aus.
Durchf�hrung der ambulanten Rehama�nahme in Einrichtungen mit Versorgungsvertrag oder in wohnortnahen Einrichtungen mit bedarfsgerechter, leistungsf�higer und wirtschaftlicher Versorgung.
Die ambulante Rehama�nahme dauert l�ngstens 20 Behandlungstage. Eine Verl�ngerung ist aus medizinischen Gr�nden m�glich.
Station�re Rehama�nahmen werden umgangssprachlich oft als Kur bezeichnet. Der Patient wohnt f�r die Zeit der Reha in einer entsprechenden Einrichtung.
Eine ambulante Rehama�nahme (s.o.) reicht nicht aus.
Die station�re Aufnahme ist aus medizinischen Gr�nden erforderlich.
Durchf�hrung der station�ren Rehama�nahme in Einrichtungen mit Versorgungsvertrag.
Sie dauern l�ngstens 3 Wochen. Eine Verl�ngerung aus medizinischen Gr�nden ist m�glich.
Nimmt ein Elternteil, der zu Hause Kinder unter 12 Jahren betreut, an einer ambulanten oder station�ren Rehama�nahme teil, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Haushaltshilfe gew�hrt werden.Wenn ein pflegender Angeh�riger eine station�re Medizinische Rehabilitation ben�tigt und dabei auch eine gleichzeitige Unterbringung und Pflege des Pflegebed�rftigen erforderlich ist, kann die Rehaklinik seit 1.1.2013 auch die Pflege des Pflegebed�rftigen als Kurzzeitpflege �bernehmen, wenn sie als Einrichtung die Voraussetzungen daf�r erf�llt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Medizinischen Rehabilitation sogenannte Rehabilitations-Richtlinien erstellt. Diese Richtlinien k�nnen Sie unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/23 downloaden. 6. Antrag und Finanzielles6.1. AntragDen Antrag auf eine Medizinische Reha sollte zweckm��igerweise der Arzt gemeinsam mit dem Patienten stellen. Informationen und Praxistipps zur Antragsstellung und zur Wahl der Reha-Einrichtung unter Medizinische Rehabilitation > Antrag.Der Antrag ist an den zust�ndigen Tr�ger zu richten, Details unter Rehabilitation > Zust�ndigkeit. 6.2. Urlaub
Ambulante und station�re Medizinische Rehama�nahmen d�rfen nicht auf den Urlaub angerechnet werden. Es besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber (§§ 3, 9 EntgeltfortzahlungsG). 6.3. Finanzielle Leistungen w�hrend der RehaW�hrend einer ambulanten oder station�ren Rehama�nahme kann der Versicherte je nach individuellem Fall und Erf�llen der Voraussetzungen eine der folgenden Leistungen erhalten:Entgeltfortzahlung vom ArbeitgeberKrankengeld von der Krankenkasse�bergangsgeld vom Rentenversicherungstr�gerVerletztengeld vom Unfallversicherungstr�ger 6.4. Zuzahlung
Versicherte ab dem 18. Geburtstag m�ssen bei fast allen ambulanten und station�ren Rehama�nahmen 10,- € pro Tag zuzahlen. Reha-Leistungen und Anschlussheilbehandlungen der Unfallversicherung sind zuzahlungsfrei. N�heres zu anderen Tr�gern unter Zuzahlungen Krankenversicherung und Zuzahlungen Rentenversicherung. 7. PraxistippDie Brosch�re "Medizinische Rehabilitation: Wie sie Ihnen hilft" kann bei der Deutschen Rentenversicherung unter www.deutsche-rentenversicherung.de > Service > Brosch�ren & mehr > Brosch�ren > Rehabilitation > Medizinische Reha: Wie sie Ihnen hilft kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. 8. Wer hilft weiter?
Individuelle Ausk�nfte erteilt der jeweils zust�ndige Sozialversicherungstr�ger: Rentenversicherungstr�ger, Unfallversicherungstr�ger, Krankenkassen, Jugendamt oder Sozialamt.
Informationen �ber Zust�ndigkeiten und Unterst�tzung bei der Antragstellung geben die gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationstr�ger.
RehabilitationRehabilitation > Antrag Rehabilitation > Zust�ndigkeit
Sch�del-Hirn-Trauma > Kinder Fr�hrehabilitation
Gesetzesquelle(n) (� 40 SGB V - �� 15, 32 SGB VI i.V.m. � 26 SGB IX - �� 26, 33 SGB VII i.V.m. � 26 SGB IX)
Letzte Aktualisierung am 26.06.2015 Redakteur/in: Andrea Nagl