Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=16.11.2017&Aktenzeichen=2%20AZR%2014/17
Timestamp: 2019-05-23 20:17:10
Document Index: 270437666

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 103', '§ 559', '§ 103', '§ 103', '§ 22', '§ 72', '§ 515', '§ 242', '§ 15', '§ 13', '§ 16', '§ 13', '§ 15', '§ 318', '§ 103', '§ 626', '§ 103', '§ 626', '§ 322', '§ 83', '§ 626', '§ 91', '§ 102', '§ 102', '§ 92', '§ 97', '§ 15', '§ 134', '§ 242', '§ 626', '§ 626', '§ 103', '§ 103', '§ 83', '§ 626', '§ 626', '§ 103', '§ 626']

BAG, 16.11.2017 - 2 AZR 14/17 - dejure.org
https://dejure.org/2017,43303
BAG, 16.11.2017 - 2 AZR 14/17 (https://dejure.org/2017,43303)
BAG, Entscheidung vom 16.11.2017 - 2 AZR 14/17 (https://dejure.org/2017,43303)
BAG, Entscheidung vom 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 (https://dejure.org/2017,43303)
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§ 15 Abs. 3 Satz 1 Alt. 1 KSchG, § ... 134 BGB, § 103 BetrVG, § 559 Abs. 2 ZPO, § 103 Abs. 1 BetrVG, § 103 Abs. 2 BetrVG, §§ 22, 13 Abs. 2 Nr. 2 BetrVG, § 72a Abs. 2 Satz 1 ArbGG, § 515 ZPO, § 242 BGB, § 15 Abs. 1 Satz 1 KSchG, § 13 Abs. 2 Nr. 2 BetrVG, § 16 Abs. 1 Satz 1 BetrVG, § 13 Abs. 1 BetrVG, § 15 Abs. 3 Satz 1 KSchG, § 318 ZPO, § 103 Abs. 2 Satz 1 BetrVG, § 626 Abs. 1 BGB, § 103 Abs. 3 Satz 2 BetrVG, § 626 BGB, § 322 Abs. 1 ZPO, § 83 Abs. 3 ArbGG, § 626 Abs. 2 BGB, § 91 Abs. 5 SGB IX, § 102 Abs. 1 Satz 3 BetrVG, § 102 Abs. 1 Satz 1 BetrVG, § 92 Abs. 1 Satz 1, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 15 Abs 3 S 1 Alt 1 KSchG, § 134 BGB, § 242 BGB, § 626 Abs 1 BGB, § 626 Abs 2 BGB
Außerordentliche Kündigung - Betriebsrats-/Wahlvorstandsmitglied - Bindungswirkung einer rechtskräftigen Entscheidung im Zustimmungsersetzungsverfahren nach § 103 Abs 2
Kündigung eines Mitglieds der Arbeitnehmervertretung nach gerichtlicher Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats; Maßgeblichkeit des "wichtigen Grundes" im Zustimmungsersetzungsverfahren bei beabsichtigter außerordentlicher Kündigung eines Betriebsratsmitglieds; Präklusionswirkung des rechtskräftigen Zustimmungsersetzungsverfahrens im späteren Kündigungsschutzprozess; Niederlegung des Betriebsratsmandats nach rechtskräftigem Abschluss des Zustimmungsersetzungsverfahren; Unbeschränktes Auswahlermessen des Betriebsrats bei der Bestellung von Wahlvorstandsmitgliedern
Kündigungsrecht - Außerordentliche Kündigung; Betriebsrats-/Wahlvorstandsmitglied; Verhältnis des Verfahrens nach § 103 Abs. 2 BetrVG zum nachfolgenden Kündigungsschutzprozess
Kündigung eines Mitglieds der Arbeitnehmervertretung nach gerichtlicher Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats
Zur außerordentlichen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds
Kurznachricht zu "Außerordentliche Kündigung gegenüber Betriebsratsmitglied - Kommentar zum Urteil des BAG vom 16.11.2017" von RA/FAArbR Bernd Weller, original erschienen in: BB 2018, 699 - 704.
ArbG Pforzheim, 17.02.2016 - 6 Ca 348/15
NJW 2018, 2661
ZIP 2018, 1048
BB 2018, 699
Dies steht aufgrund der Bindungswirkung des rechtskräftig abgeschlossenen Zustimmungsersetzungsverfahrens (- 13 TaBV 58/15 -) auch für das vorliegende Kündigungsschutzverfahren fest (vgl. BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - Rn. 41 ff. und Rn. 48) .
Infolge der spezifischen Bindungswirkung einer rechtskräftigen Entscheidung im Zustimmungsersetzungsverfahren kann sich der in diesem nach § 83 Abs. 3 ArbGG beteiligte Arbeitnehmer im späteren, die außerordentliche Kündigung betreffenden Kündigungsschutzverfahren bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes iSv. § 626 BGB nur auf solche Tatsachen berufen, die er im Zustimmungsersetzungsverfahren nicht geltend gemacht hat und auch nicht hätte geltend machen können (BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - Rn. 42; 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 a der Gründe, BAGE 102, 190) .
Bezogen auf dieselben Kündigungsgründe ist letzterer nur eine inhaltliche Fortsetzung des rechtskräftig abgeschlossenen Vorprozesses (ausführlich dazu BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - aaO;… 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 b aa der Gründe, aaO) .
Die Kündigung kann vielmehr auch noch nach Ablauf der Frist des § 626 Abs. 2 BGB erfolgen, wenn sie unverzüglich nach der rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung über die Ersetzung der Zustimmung erklärt wird (BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - Rn. 46) .
Eine Unwirksamkeit der Kündigung aus diesem Grund kann der Arbeitnehmer zwangsläufig nicht schon im Zustimmungsersetzungsverfahren, sondern erst im Kündigungsrechtsstreit geltend machen, die Bindungswirkung des Zustimmungsersetzungsbeschlusses erstreckt sich darauf nicht (BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - Rn. 48) .
Eine darüber hinausgehende Berücksichtigung der kollektiven Interessen auch bei der Prüfung, ob die Zustimmung zur Kündigung durch das Gericht zu ersetzen ist, kommt nicht in Betracht (BAG, Urteil vom 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 -, Rn. 39, juris).
Denn auch im Zustimmungsersetzungsverfahren nach § 103 Abs. 2 Satz 1 BetrVG ist allein das Interesse des Vertragsarbeitgebers an der sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen das Interesse des Arbeitnehmers an seinem Fortbestand in einer hierauf bezogenen Gesamtwürdigung abzuwägen (BAG, Urteil vom 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 -, juris).
(1) Zwar kann sich der Arbeitnehmer infolge der spezifischen Bindungswirkung einer rechtskräftigen Entscheidung im Zustimmungsersetzungsverfahren im späteren Kündigungsschutzverfahren bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes iSv. § 626 BGB nur auf solche Tatsachen berufen, die er im Zustimmungsersetzungsverfahren nicht geltend gemacht hat und auch nicht hätte geltend machen können (BAG, Urteil vom16. November 2017 - 2 AZR 14/17 -, Rn. 42, juris).