Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=27.05.2010&Aktenzeichen=24%20U%20211/09
Timestamp: 2019-10-22 15:13:07
Document Index: 172672127

Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 675', '§ 19', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 284']

OLG Düsseldorf, 27.05.2010 - I-24 U 211/09 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 27.05.2010 - I-24 U 211/09
https://dejure.org/2010,3398
OLG Düsseldorf, 27.05.2010 - I-24 U 211/09 (https://dejure.org/2010,3398)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 27.05.2010 - I-24 U 211/09 (https://dejure.org/2010,3398)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 27. Mai 2010 - I-24 U 211/09 (https://dejure.org/2010,3398)
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BGB § 611 ; BGB § 675
Umfang der Formular-Vollmacht sagt nichts über Mandatsinhalt!
Umgang mit rechtsschutzversicherten Mandanten
Honoraranspruch bei rechtsschutzversicherten Mandanten
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Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des OLG Düsseldorf vom 27.05.2010, Az.: 24 U 211/09 (Eindeutige Auftragserteilung bei rechtsschutzversichertem Mandanten notwendig)" von Sabine Jungbauer, original erschienen in: DAR 2010, 733 - 734.
LG Düsseldorf - 8 O 147/09
VersR 2010, 1503
Der Mandant geht nämlich davon aus, dass er, gerade weil er rechtsschutzversichert ist, auch insoweit selbst keine Kosten tragen muss (…vgl. Gerold/Schmidt/Müller-Rabe, RVG, 19. Auflage, § 19 Rn. 28;… Schneider/Wolf/Mock, RVG, 4. Aufl., § 19 Rn. 8; vgl. auch Senat, VersR 2010, 1503 f.).
Denn bereits durch diese unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung trat der zu Recht angemahnte Teil so in den Hintergrund, dass den Beklagten kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn sie sich nicht als wirksam gemahnt ansahen (vgl. hierzu auch BGH NJW 1991, 1286 ff.; BGH BGB § 284 Abs. 1 - Mahnung 1; Senat AGS 2008, 432; OLGR 2009, 265 ff.; VersR 2010, 1503 f.).
Die unzweifelhaft umfassende Vollmacht, die der Kläger unterzeichnet hat, lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Umfang der Beauftragung zu, weil der Umfang der Vollmacht gesetzlich festgelegt ist (OLG Düsseldorf, Beschl. v. 27.05.2010 - I-24 U 211/09, Juris;… Rinkler , in: Zugehör/Fischer/Vill/Fischer/Rinkler/Chab, Handbuch der Anwaltshaftung, 3. Aufl., Rz. 53).
So darf, wenn der Auftraggeber den Rechtsanwalt über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung informiert hat, der Rechtsanwalt regelmäßig vor der Kostenzusage des Versicherers nur dann Klage erheben, wenn der Mandant ihn damit ausdrücklich beauftragt und dieser weiß, dass er damit Gefahr läuft, die Kosten des Rechtsstreits selber zu tragen (Senat VersR 2010, 1503; OLG Nürnberg NJW-RR 1989, 1370).
Der Senat folgt der in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte vorherrschenden (vgl. OLG München, VersR 1989, 714 ; OLG Celle, VersR 1989, 714 ; OLG Düsseldorf, VersR 1990, 867 ; Senat OLGR 1998, 355 f; OLG Hamm, 3. Zivilsenat, OLGR 2004, 62 ff; a.A. OLG Koblenz, Beschluss in VersR 2010 1503 f mit ablehnender Anmerkung Baur) und insbesondere auch vom Bundesgerichtshof vertretenen Rechtsauffassung (vgl. Beschluss vom 05. April 2005, Az. VI ZR 23/04, zitiert nach iuris sowie VersR 1977, 546), wonach auch im Bereich der Tierarzthaftung die in der Arzthaftung anerkannte Beweislastumkehr für den Kausalzusammenhang zwischen Behandlungsfehler und Gesundheitsschaden (Primärschaden; haftungsbegründende Kausalität) bei einem groben Behandlungsfehler gilt.