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Timestamp: 2016-10-23 22:22:49
Document Index: 330115749

Matched Legal Cases: ['Art. 31', 'BGE', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 26', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 50', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 26', 'BGE']

103 Ib 5412. Auszug aus dem Urteil vom 6. Mai 1977 i.S. Schweiz. Bund f�r Naturschutz gegen B�rgergemeinde Gunzgen und Regierungsrat des Kantons Solothurn
Art. 31 LFor, art. 26 OFor; n�cessit� d'un d�frichement l'emportant sur l'int�r�t � la conservation des for�ts; d�frichement en vue de l'exploitation d'une gravi�re. 1. G�n�ralit�s sur la pes�e des int�r�ts entre l'exploitation d'une gravi�re et la conservation des for�ts (consid. 2). En particulier: primaut� de l'int�r�t public � la protection des r�serves d'eau potable indispensables sur l'int�r�t public � l'exploitation d'une gravi�re (consid. 2b); aucune primaut� absolue � la conservation des for�ts, m�me lorsqu'il existe, � part l'aire foresti�re, des possibilit�s r�elles d'exploiter une gravi�re sur des biens-fonds agricoles cultivables (consid. 2d). 2. Application de ces principes au cas concret (consid. 3). Faits � partir de page 55
Auf dem der B�rgergemeinde Gunzgen geh�renden Grundst�ck GB 851 in der Gunzger Allmend besteht seit l�ngerer Zeit eine Kiesgrube, die von der Kies-, Beton- und Teerasphalt-AG ausgebeutet wird. 1960 und 1968 bewilligte der Regierungsrat des Kantons Solothurn Erweiterungen der Abbaufl�che im unbewaldeten Gebiet. Da die bewilligte Ausbeutung jetzt ersch�pft ist, stellte die B�rgergemeinde Gunzgen beim Regierungsrat das Gesuch, es sei ihr die Ausdehnung des Abbaugebietes um 11,69 ha in drei Etappen (I. Etappe: 5,41 ha; II. Etappe: 3,14 ha; III. Etappe: 3,14 ha) zu gestatten. Diese Fortsetzung der Kiesausbeutung betrifft das an die jetzige Kiesgrube s�dlich angrenzende Waldareal und macht eine Rodung erforderlich.
Der Regierungsrat nahm in einem einl�sslich begr�ndeten Entscheid vom 4. Juni 1976 vom Gesamtkonzept der langfristigen Erweiterung zustimmend Kenntnis und erteilte f�r die BGE 103 Ib 54 S. 56erste Abbauetappe von 4,27 ha die Bewilligung zur Rodung und Kiesausbeutung, wobei eine Eichenversuchsfl�che von 1,14 ha von der Bewilligung ausgenommen wurde. Die Bewilligung ist auf 10 Jahre befristet und mit einer Reihe von Bedingungen und Auflagen verbunden.
Der Regierungsrat liess sich von folgenden �berlegungen leiten:
a) Vom planerischen Standpunkt aus sei eine grosse Kiesgrube im Zentrum der Region G�u-Olten-Zofingen-Murgenthal erw�nscht. Immissionsreiche Kiestransporte k�nnten dadurch wesentlich beschr�nkt werden. Die M�chtigkeit der Kiesdecke �ber einem nicht genutzten Grundwasser erm�gliche es, die Abbaufl�che relativ klein zu halten.
b) Vom Landschaftsschutz her seien wenige regionale Kiesausbeutungen einer Vielzahl von kleinen Gruben vorzuziehen. Durch Humusierung und teilweise Wiederaufforstung der bestehenden Grube sowie durch Ausbeutung in kleinen Etappen sei die Beeintr�chtigung der Landschaft auf ein Minimum zu beschr�nken.
c) Dem vorliegenden Abbaugesuch stehe in hydrogeologischer Hinsicht kein grunds�tzlicher Einwand entgegen. W�hrend in der eigentlichen Talebene des D�nnerng�us und des Niederamtes Kiesausbeutungsgesuche wegen des Vorrangs des Grundwasserschutzes abgelehnt werden m�ssten, eigne sich das Grundwasser im Gebiet der Kiesgrube der B�rgergemeinde Gunzgen nicht zur Trinkwassernutzung, es k�nne daher auch davon abgesehen werden, die Ausbeutung nur bis 2 Meter �ber dem h�chsten Grundwasserspiegel zu gestatten. Dies erlaube durch eine tiefe Ausnutzung des Vorkommens die Abbaufl�che kleiner zu halten.
d) Im Rahmen des voraussehbaren zuk�nftigen Kiesbedarfs der Region sei somit ein gewichtiges Bed�rfnis, welches das Interesse an der Walderhaltung �berwiege, grunds�tzlich gegeben. Nach dem Resultat der Abkl�rungen d�rfte der Kiesbedarf auf kurze und mittlere Frist gleich bleiben oder abnehmen. Die verlangte Abbaufl�che w�rde bei gleichbleibendem Kiesbedarf �ber 20 Jahre ausreichen. Es sei deshalb angebracht, die zu rodende Fl�che zu beschr�nken und die Bewilligung auf 10 Jahre zu befristen, um nicht heute einen Entscheid zu f�llen, der sich als �berfl�ssig und nachteilig erweisen k�nnte. Zudem soll durch Etappierung und strenge BGE 103 Ib 54 S. 57Auflagen die reibungslose Auff�llung und Wiederaufforstung gesichert werden.
Der Schweiz. Bund f�r Naturschutz reichte gegen die Erteilung der Rodungsbewilligung Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein mit dem Antrag, die angefochtene Bewilligung sei aufzuheben, eventuell sei das Gesch�ft zur Abkl�rung der noch offenen Fragen und zur Neubeurteilung an den Regierungsrat des Kantons Solothurn zur�ckzuweisen.
Zur Begr�ndung der Beschwerde wird geltend gemacht, der Entscheid des Regierungsrates verletze Bundesrecht (Art. 31 FPolG und Art. 26 FPolV) und zudem sei der rechtserhebliche Sachverhalt unvollst�ndig festgestellt worden, sodass die gebotene Interessenabw�gung nicht geb�hrend sorgf�ltig habe vorgenommen werden k�nnen. Die Rodung liege vor allem im finanziellen Interesse der Waldeigent�merin, welche aus dem Erl�s des Kiesverkaufs Mehrfamilienh�user gebaut habe und jetzt die Erstellung weiterer Wohnbauten plane, sowie im finanziellen Interesse der Kies-, Beton- und Teerasphalt-AG, die in das leistungsf�hige Kieswerk mit angegliederten Fabrikationsbetrieben (Transportbeton und Betonelemente) betr�chtliche Mittel investiert habe, ohne sich in der n�heren oder weiteren Umgebung geeignete Abbaurechte zu sichern. Ob auch �ffentliche Interessen f�r die vorgesehene Rodung sprechen, lasse sich nicht eindeutig entscheiden, da kein regionales oder kantonales Konzept f�r den Kiesabbau bestehe. Es gehe nicht um die Alternative "Rodung oder Betriebseinstellung", sondern um die Frage, ob nicht ein Kiesabbau ohne Rodung ausserhalb des Waldes m�glich sei. Auch eine Zusammenfassung der Kiesgewinnung unter Vermeidung von vielen kleinen Gruben k�nne in offenen Kiesnutzungszonen erfolgen und sei nicht von vornherein auf Waldgebiet angewiesen. Das neue Grubenareal mit den zugeh�rigen Manipulierfl�chen werde im grossen Erholungsraum des noch mehr oder weniger intakten Waldgebietes eine h�ssliche Wunde aufreissen. Der Raum im Dreieck Boningen-Niederbuchsiten-Fulenbach sei ein gesamthaft weitgehend intaktes, landschaftlich sch�nes und sch�tzenswertes Gebiet, das sich als Erholungsraum f�r die ausgesprochenen Ballungsgebiete der Regionen Olten und Aarburg-Zofingen eigne. Dass die Autobahn am Rande dieser Landschaft vorbeif�hre, schm�lere zwar deren Wert etwas, doch k�nne daraus nicht geschlossen BGE 103 Ib 54 S. 58werden, dass diese Gegend bedenkenlos verunstaltet werden d�rfe. In grunds�tzlicher Hinsicht werden eine Kiesnutzungsplanung sowie eine Landschafts- und Erholungsplanung als Voraussetzungen einer sachlichen Interessenabw�gung in Rodungsfragen gefordert.
Der Regierungsrat des Kantons Solothurn und die B�rgergemeinde Gunzgen beantragen die Abweisung der Beschwerde.
Das Eidgen�ssische Departement des Innern teilt in seiner Vernehmlassung mit, dass das Eidgen�ssische Oberforstinspektorat die Argumentation des Beschwerdef�hrers unterst�tze und insbesondere die Auffassung vertrete, der Nachweis, dass die Rodung und Kiesgewinnung im Wald der B�rgergemeinde einer zwingenden Notwendigkeit entspreche, sei nicht erbracht. Das EDI selber bejaht jedoch die Standortgebundenheit im vorliegenden Fall und stellt fest, dass die Kiesgrube weder in einem Erholungsgebiet noch in einem Schutzwald liege, und dass die Region mit 36% f�r das Mittelland einen hohen Waldanteil aufweise. Nach Durchf�hrung eines Augenscheins an Ort und Stelle sei die Rechtsabteilung des EDI zur Auffassung gelangt, dass der Entscheid des solothurnischen Regierungsrates gesetzeskonform sei.
Durch Schreiben vom 28. Juli 1976 hat der Beschwerdef�hrer einer begrenzten Teilrodung von ungef�hr 106 Aren zugestimmt, um eine �bergangsl�sung zu erm�glichen und die Betriebseinstellung zu vermeiden. Das effektiv noch umstrittene Rodungsvorhaben reduziert sich damit auf 3,21 ha Wald.
Eine Delegation des Bundesgerichts f�hrte am 28. M�rz 1977 einen Augenschein durch.
1. Die Waldeigenschaft des Rodungsgebietes ist unbestritten. Dass der vorhandenen Waldvegetation wegen ihrer Zusammensetzung oder ihrer Lage eine besondere, die allgemeine �kologische Funktion des Waldes �bersteigende Bedeutung zukomme, wird nicht behauptet. Gegen die Rodung spricht das prinzipielle gesetzliche Walderhaltungsgebot (Art. 31 FPolG).
Gest�tzt auf Art. 31 und Art. 50 Abs. 2 FPolG hat der Bundesrat in Art. 26 Abs. 1 FPolV die in konstanter Rechtsprechung BGE 103 Ib 54 S. 59vom Bundesgericht als gesetzeskonform anerkannte Richtlinie aufgestellt, dass Rodungen nur bewilligt werden d�rfen, wenn sich hief�r ein gewichtiges, das Interesse an der Walderhaltung �berwiegendes Bed�rfnis nachweisen l�sst. Im vorliegenden Fall ist zu pr�fen, welche Folgerungen bei der Entscheidung �ber die Zul�ssigkeit der Kiesausbeutung im Waldareal aus den forstpolizeilichen Normen zu ziehen sind.
2. a) Im Gegensatz zu den h�ufigen F�llen, in denen die Waldbeseitigung Platz f�r die Errichtung eines dauernden Werkes (Haus, Strasse, Bahn) schaffen soll, wird mit der Rodung zum Zwecke der Kiesausbeutung der Wald nur vor�bergehend beseitigt; durch Auff�llung und Aufforstung der ausgebeuteten Waldgrundst�cke kann langfristig der Wald in seinem urspr�nglichen Umfang am gleichen Ort wieder hergestellt werden. Es braucht allerdings sehr lange Zeit, bis die Beeintr�chtigung des Waldbestandes und der Landschaft wieder in einigermassen befriedigender Weise behoben ist. Auch eine solche vor�bergehende, aber doch viele Jahre, ja Jahrzehnte, bestehende Verminderung des Waldes ist nach dem Sinn und Zweck des Forstpolizeirechts nur zu bewilligen, wenn ein gewichtiges Bed�rfnis den Verzicht auf die dauernde integrale Walderhaltung zu rechtfertigen vermag.
b) Bei den heutigen Baumethoden braucht es, vor allem auch im Tiefbau, grosse Mengen Kies. Die Deckung des Kiesbedarfs ohne �berm�ssige Kosten und lange immissionsreiche Transporte liegt im �ffentlichen Interesse. Abbauw�rdige Kiesvorkommen sind zwar nicht ausgesprochen selten, aber auch im Mittelland doch nur in beschr�nktem Umfange verf�gbar. Der Kiesausbeutung stehen zudem in weiten Gebieten die Erfordernisse des Grundwasserschutzes entgegen. Nutzbare Grundwasserstr�me befinden sich im und unter dem Kies; der Kiesabbau �ber Grundwasser vermindert die f�r die Grundwasserbildung wichtigen Schichten und bringt zudem das Risiko einer Verschmutzung des Grundwassers mit sich. Das Interesse an der Kiesausbeutung muss also in weiten Bereichen dem bedeutsameren �ffentlichen Interesse an der Sicherung der notwendigen Trinkwasserreserven weichen.
c) Der Kiesabbau kann nach der Natur der Sache nicht an irgendeinem Ort erfolgen, sondern nur dort, wo gen�gend Kies vorhanden ist und ohne Beeintr�chtigung nutzbaren Grundwassers ausgebeutet werden kann. Dazu kommt, dass wegen der L�rm- und Staubimmissionen die unmittelbare BGE 103 Ib 54 S. 60N�he von Wohngebieten f�r Kieswerke ausser Betracht fallen muss und dass anderseits die N�he zu den Verbraucherzentren zur Vermeidung langer Transportwege erw�nscht ist. In diesem Sinne sind Kiesgruben standortgebunden, d.h. sie sind auf die nach diesen Kriterien noch verbleibenden Gegenden mit Kiesvorkommen angewiesen.
d) Ist ein nach den bisher erw�hnten Gesichtspunkten f�r die Kiesausbeutung in Frage kommendes Gebiet teilweise bewaldet, so l�sst sich nicht eine allgemein g�ltige Regel dar�ber aufstellen, ob eine Rodung zu bewilligen ist oder nicht. Ein absoluter Vorrang der Walderhaltung, solange noch zumutbare Kiesausbeutungsm�glichkeiten auf landwirtschaftlich genutzten Grundst�cken bestehen, l�sst sich aus dem Forstpolizeirecht nicht ableiten. Zwischen dem Interesse an der integralen Walderhaltung und dem ebenfalls sch�tzenswerten Interesse an der Erhaltung einer angemessenen Fl�che landwirtschaftlich nutzbaren Landes in der Umgebung bestehender Bauernbetriebe ist unter Ber�cksichtigung landschaftlicher, �kologischer und verkehrstechnischer Aspekte im Einzelfall sorgf�ltig abzuw�gen. Dabei darf auch dem wirtschaftlichen Interesse an der Weiterf�hrung eines bestehenden Betriebes Beachtung geschenkt werden.
Im Fall der Soci�t� Gravi�re de Ch�tillon S.A. hat das f�r die Rodungsbewilligung zust�ndige Eidgen�ssische Departement des Innern ein das Walderhaltungsgebot �berwiegendes Interesse an der vorgesehenen Kiesausbeutung verneint angesichts des landschaftlichen Wertes des betroffenen Waldes und der M�glichkeiten, ausserhalb des Waldes Kies zu beschaffen. Das Bundesgericht sch�tzte diesen Entscheid; die vorgenommene Interessenabw�gung verletzte das Bundesrecht nicht (nicht ver�ffentlichtes Urteil vom 2. M�rz 1973).- Im vorliegenden Fall hat der erstinstanzlich zust�ndige Regierungsrat des Kantons Solothurn die Rodung bewilligt und es ist zu pr�fen, ob seine Interessenabw�gung den forstpolizeilichen Vorschriften entspricht oder ob er den ihm bei der Gewichtung der Interessen im Einzelfall zustehenden Beurteilungsspielraum �berschritten hat.
3. Die Anwendung der hier �ber die Interessenabw�gung zwischen Kiesausbeutung und Walderhaltung entwickelten Richtlinien auf das Rodungsbegehren der Gemeinde Gunzgen f�hrt zu folgenden Ergebnissen: BGE 103 Ib 54 S. 61
a) Aus den Akten und aus den Darlegungen der Fachbeamten am Augenschein l�sst sich entnehmen, dass die Grundwasserverh�ltnisse im Kanton Solothurn recht gut untersucht sind; die kantonalen Beh�rden lehnen es gest�tzt auf die festgestellten hydrogeologischen Verh�ltnisse ab, Kiesgruben im Bereich der grossen nutzbaren Grundwasserstr�me zu bewilligen. Diese sachlich gerechtfertigte Praxis f�hrt allm�hlich zu einer gewissen Konzentration der Kiesausbeutung in jenen verh�ltnism�ssig kleinen Regionen, in denen der vorhandene Kies ohne untere Begrenzung ausgebeutet werden kann, weil kein nutzbares Grundwasser gef�hrdet wird. Zu diesen Gebieten mit Kiesvorkommen, die nicht �ber einem als Trinkwasser verwendbaren Grundwasserstrom oder -see liegen, geh�rt die hier in Frage stehende Region von Gunzgen. Unter dem Aspekt des Grundwasserschutzes ist daher gegen eine intensive Kiesausbeutung auf dem vorgesehenen Areal nichts einzuwenden.
In der Beschwerde wird die Richtigkeit der vom Kanton f�r die Kiesausbeutung in dieser Zone vorgebrachten hydrogeologischen Argumente nicht in Zweifel gezogen. Der Vorwurf, der Kanton besitze keine Kiesnutzungsplanung ist zwar bei rein formeller Betrachtung begr�ndet; durch verbindliche Pl�ne festgelegte Kiesausbeutungszonen bestehen nicht. Faktisch befolgen aber die zust�ndigen kantonalen Beh�rden eine auf sachlichen, planerischen �berlegungen beruhende Bewilligungspraxis. Materiell ist ein �berzeugendes planerisches Grundkonzept vorhanden und nach diesem Konzept, gegen welches vom Beschwerdef�hrer nichts Stichhaltiges vorgebracht wird, befindet sich die in Frage stehende Kiesgrube in einer f�r den Kiesabbau in besonderem Masse geeigneten Zone. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der vorliegende Fall massgeblich von demjenigen, der dem erw�hnten Urteil Soci�t� Gravi�re de Ch�tillon S.A. zu Grunde lag, wo in dieser Beziehung kein Konzept vorlag; der dort in Frage stehende Kanton Freiburg hatte auch noch keine Bestandesaufnahme der im Kantonsgebiet vorhandenen Kiesvorr�te vorgenommen (E. 3). Bei dem im Kanton Solothurn erreichten Stand der Planung w�re es nicht gerechtfertigt, das Rodungsbegehren zur�ckzustellen. Es fehlen irgendwelche Anhaltspunkte daf�r, dass die heute unbestrittene, weitgehend durch die hydrogeologischen Verh�ltnisse bedingte Bestimmung BGE 103 Ib 54 S. 62dieser Gegend als Kiesregion in absehbarer Zeit irgendeiner anderen Nutzungsart weichen m�sste. Vor allem d�rfte das Gebiet als Erholungsraum kaum je gr�ssere Bedeutung erlangen, worin erneut ein wesentlicher Unterschied zum erw�hnten Fall der Soci�t� Gravi�re de Ch�tillon S.A. liegt; dort kam der Funktion des von der Rodung betroffenen Waldes als Erholungsraum f�r die nahe Stadt Freiburg erhebliches Gewicht zu (E. 4a). Im vorliegenden Fall sprechen die Autobahn N 1/2 und bereits vorhandene Kieswerke gegen eine solche Funktion. �berdies befinden sich in der N�he der vom Beschwerdef�hrer erw�hnten Agglomerationen Olten-Aarburg-Zofingen bewaldete Anh�hen, die als Erholungszonen wesentlich besser geeignet sind. Wenn der Regierungsrat nicht auf eine weitere Kiesausbeutung verzichten will, um den Erholungswert der Landschaft besser zu wahren, so �berschreitet er damit in Anbetracht der konkreten Verh�ltnisse auf jeden Fall seinen Beurteilungsspielraum nicht.
Die Vorinstanz ging somit aus �berzeugenden sachlichen Gr�nden davon aus, dass das f�r die Kiesausbeutung vorgesehene Grundst�ck in einer f�r den Kiesabbau besonders geeigneten Gegend liege.
b) Auch der Beschwerdef�hrer anerkennt, dass an der Weiterf�hrung des Kieswerkes und an der Erhaltung der Arbeitspl�tze ein erhebliches volkswirtschaftliches Interesse besteht.
c) Streitig ist vor allem, ob nicht gen�gend Kiesvorkommen ausserhalb des Waldareals vorhanden w�ren, sodass das Kieswerk betrieben werden k�nnte, ohne dass Wald gerodet werden m�sste. Am Augenschein wurde glaubhaft dargetan, dass die Kiesschicht ausserhalb des Waldes abnehme und kaum mehr abbauw�rdig sei, w�hrend "unter" dem Wald bis in eine Tiefe von ca. 20 m ausgebeutet werden k�nne. Ob ausserhalb des Waldes innert vern�nftiger Frist ein gr�sseres abbauw�rdiges Kiesvorkommen zu finden w�re, erscheint zumindest als sehr fraglich. Vom Standpunkt des Landschaftsschutzes aus ist zudem die Kiesausbeutung auf dem freien Feld einer begrenzten Rodung mit Wiederaufforstung nicht unbedingt vorzuziehen. Ber�cksichtigt man noch, dass in der Gegend von Gunzgen bis jetzt nicht Wald, sondern vorwiegend landwirtschaftliches Land f�r die Kiesausbeutung zur Verf�gung gestellt wurde und dass die Gegend einen verh�ltnism�ssig grossen Waldanteil aufweist, dann erscheint das BGE 103 Ib 54 S. 63Interesse an der ungeschm�lerten Walderhaltung nicht von vorneherein als gewichtiger als das Interesse an der Vermeidung weiterer Kiesgruben in landwirtschaftlichem Kulturland. In einer f�r die Kiesausbeutung pr�destinierten, teilweise bewaldeten Zone d�rfte es in der Regel angezeigt sein, die grossen Kiesabbaustellen nach M�glichkeit auf landwirtschaftlichen Boden einerseits und Waldareal anderseits zu verteilen unter Anpassung an die landschaftlichen Gegebenheiten. Dass in einem solchen Kiesabbaugebiet eine Rodung zum Zwecke der Kiesausbeutung bewilligt wird, sofern unter Ber�cksichtigung aller Gesichtspunkte diese L�sung als angemessen erscheint, verst�sst nicht gegen die forstpolizeilichen Vorschriften des Bundes und steht auch nicht im Gegensatz zu den bisher vom Bundesgericht inbezug auf Rodungen zum Zwecke der Kiesausbeutung entschiedenen F�llen, in welchen sich die Interessenlage nicht in dieser Weise dargeboten hat.
Der angefochtene Entscheid des Regierungsrates wurde aufgrund einer umfassenden Pr�fung getroffen. Der Vorwurf unvollst�ndiger Feststellung des Sachverhalts ist unbegr�ndet. Auch die W�rdigung der verschiedenen Gesichtspunkte h�lt einer �berpr�fung unter dem Aspekt des Bundesrechtes stand. Die Auffassung des Regierungsrates, das �ffentliche Interesse an der Weiterf�hrung der intensiven Kiesausbeutung am vorgesehenen Ort �berwiege das Interesse an der dauernden integralen Erhaltung des betroffenen Waldes, beruht auf einer sachlich �berzeugenden Abw�gung und steht mit Art. 26 FPolV im Einklang. Nicht finanzielle Interessen der Waldeigent�merin oder des Kieswerkes waren letztlich massgebend, sondern die Erkenntnis, dass die aus Gr�nden des Gew�sserschutzes und des Landschaftsschutzes zu f�rdernde Konzentration der Kiesausbeutung in dieser Gegend unter den gegebenen Umst�nden eine klar begrenzte Rodung zu rechtfertigen vermag. Diese Gewichtung der konkreten Interessen �berschreitet den dem Regierungsrat im Rahmen von Art. 26 FPolV zustehenden Beurteilungsspielraum nicht. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich somit als unbegr�ndet.
4. Gem�ss Ziff. 1 lit. a des angefochtenen Beschlusses nimmt der Regierungsrat vom Gesamtkonzept, welches weitere 2 Abbauetappen vorsieht, zustimmend Kenntnis. Zur Klarstellung sei hier festgehalten, dass dieser zustimmenden Kenntnisnahme keinesfalls die Bedeutung einer verbindlichen BGE 103 Ib 54 S. 64Zusicherung weiterer Rodungsbewilligungen zukommen kann. Die jetzt bewilligte Ausbeutung soll f�r rund 10 Jahre ausreichen. Ob in jenem Zeitpunkt das Interesse an der Kiesausbeutung einerseits und das Interesse an der Walderhaltung anderseits gleich zu werten sind wie heute, l�sst sich nicht voraussagen. �nderungen der Baumethoden, �nderungen der Besiedlung, jetzt noch nicht bekannte Abbaum�glichkeiten ausserhalb des Waldes oder andere neue Gesichtspunkte k�nnten bei der Beurteilung eines n�chsten Gesuches entscheidend ins Gewicht fallen. Kommt die Beanspruchung einer weiteren Abbauetappe in Frage, so ist die Zul�ssigkeit der Rodung rechtzeitig abzukl�ren. Erste Voraussetzung einer neuen Bewilligung wird sein, dass die Bedingungen und Auflagen der jetzigen Bewilligung - vor allem auch bez�glich Auff�llung Aufforstung - strikte eingehalten werden.