Source: https://www.pharmazierat.de/logicio/pmws/indexDOM.php?client_id=pharmazierat&page_id=resolutionen2014&lang_iso639=de
Timestamp: 2020-07-07 15:13:32
Document Index: 146443824

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 20', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 11']

Arbeitsgemeinschaft Pharmazieräte - Resolutionen 2014
Einstimmig verabschiedet von der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) in Bremen am 01.10.2014 anlässlich der Jahrestagung vom 28.09.2014 bis 01.10.14.
Die APD sieht die Zukunft des Apothekerberufes als akademischen Heilberuf. Eine essentielle Voraussetzung hierfür ist mehr Pharmazie in der täglichen Berufsausübung.
Dazu wurden auf der Tagung folgende Punkte beschlossen:
Vorrang der AM-Versorgung § 2 Abs. 4 und § 4 Abs. 2a ApBetrO
Die APD begrüßt und unterstützt nachdrücklich das Perspektivpapier 2030 der ABDA und die damit verbundene Stärkung der pharmazeutischen Ausrichtung des Apothekerberufes. Diese Ausrichtung und der Vorrang der Arzneimittelversorgung müssen sich auch in der Ausgestaltung der Apotheke wiederfinden. Eine Apotheke muss bereits beim Betreten der Apotheke als Ort der Arzneimittelabgabe und -beratung erkennbar sein. Der HV-Tisch muss einfach und direkt erreichbar sein.
Beratung § 20 ApBetrO
Eine strukturierte Beratung aller Kunden und Patienten rund um das Arzneimittel und um Gesundheitsfragen ist eine unverzichtbare Aufgabe im Rahmen des Versorgungsauftrags. Dies beinhaltet die Feststellung des Beratungsbedarfes bei jeder Abgabe von Arzneimitteln. Dies gilt für alle Arzneimittel, auch für die freiverkäuflichen. Der Beratungsbedarf bezieht sich z.B. auf die patientengerechte Dosierung, auf Einnahme- u. Anwendungshinweise, auf Neben- und Wechselwirkungen und auf therapiefördernde Maßnahmen. Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung der AM-Versorgung wird auch der Bereich Beratung verstärkt durch die PharmazierätInnen im Rahmen der Revision überwacht werden.
Ausstattung Rezeptur - Vorschlag der APD
Nach § 4 Abs. 7 ApBetrO muss jede Apotheke so mit Geräten ausgestattet sein, dass alle Arzneimittel in den dort aufgeführten Darreichungsformen ordnungsgemäß hergestellt werden können. Jede Apotheke muss aufgrund ihres Versorgungsauftrages sicherstellen, dass Rezepturarzneimittel in einem der Dringlichkeit angemessenen Zeitrahmen hergestellt werden können.
Dies beinhaltet ggf. auch die ersatzweise erforderliche individuelle Zubereitung von zeitweise nicht verfügbaren Fertigarzneimitteln (z.B. Notfalltherapeutika). Für die Herstellung der in § 4 Abs. 7 ApBetrO genannten Darreichungsformen muss in jeder Apotheke eine den aktuellen Anforderungen entsprechende Rezepturausstattung vorhanden sein. Zusätzlich empfiehlt die APD folgende Geräte:
Autoklav (Laborautoklav)
Geschlossenes Rührsystem
Heißluftsterilisator (Trockenschrank)
Kapselfüllmaschine für Hartkapseln der Gr. 0 und 1
Geräte zur Herstellung von Augentropfen
Feinwaage (Analysenwaage) mit Teilungswert nicht größer als 0,0001 g
Rezepturwaage mit Teilungswert nicht größer als 0,01 g und einer Höchstlast von mindestens 2000 g
Teewaage geeicht
Wasserbad mit Thermostat
Gießformen oder Sets für Suppositorien und Ovula
Fantaschalen aus Metall oder Glas mit geeignetem Pistill
Darüber hinaus können je nach Umfang von Rezeptur- und Labortätigkeit weitere Geräte notwendig sein.
Ergänzend muss eine Grundausstattung an Primärpackmitteln (siehe BAK-Leitlinie Prüfung und Lagerung der Primärpackmitteln) in jeder Apotheke vorhanden sein. Diese beinhaltet unter anderem auch PVC-Einmalgießfolien für Zäpfchen und Ovula sowie orale Dosierspritzen (Kolbenpipetten) zur Dosierung flüssiger Peroralia.
Die derzeit verwendeten Fantaschalen und Pistille aus Melaminharz ab- und desorbieren manche Arzneistoffe mit der Gefahr der Kreuzkontamination (z.B. Dithranol, Rifampicin, Vioform, Steinkohlenteer; vgl. Verfärbung). Ferner ist Melaminharz weder säurefest noch hitzebeständig (> 70°C).
Orale Dosierspritzen ermöglichen eine genaue patientenindividuelle Dosierung peroraler Rezepturarzneimittel in einem großen Volumenbereich. Sie sind damit anderen Dosiereinrichtungen in der Regel überlegen und müssen deshalb in jeder Apotheke zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit vorhanden sein.
Nahinfrarot NIR
Die Verwendung von Nahinfrarot ist eine anerkannte Prüfmethode nach Ph. Eur. 8. Für die Verwendung von NIR-Geräten in der Apotheke zur Prüfung der Identität von Ausgangsstoffen ist eine ausreichende und nachweisbare Validierung des verwendeten Gerätes erforderlich. Entscheidend ist die Qualität der vom Hersteller des Gerätes hinterlegten Datenbank. Chargenspezifische Unterschiede bei gleichen Ausgangssubstanzen müssen, wenn vorhanden, dabei berücksichtigt werden.
Die Ausrüstung eines Apothekenlabors zur Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen nach § 6 und § 11 ApBetrO ausschließlich mit einem NIR-Gerät ist nicht ausreichend. Ergänzende Möglichkeiten zur Identitätsprüfung müssen in der Apotheke vorhanden sein. Die Identität z.B. von anorganischen Salzen, von fetten Ölen und davon abgeleiteten Zubereitungen, von TCM-Drogen und daraus hergestellten Granulaten kann mit NIR allein nicht mit ausreichender Sicherheit geprüft werden.
Unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte und bei nachgewiesener und anerkannter Validierung kann NIR eine geeignete Methode zur Identitätsprüfung bestimmter Ausgangssubstanzen in der Apotheke sein.
Home APD Ziele und Aufgaben APD Aktuell Wichtige Urteile APD Organisation APD Mitglieder Resolutionen Archiv Resolutionen 2003 Resolutionen 2005 Resolutionen 2006 Resolutionen 2007 Resolutionen 2008 Resolutionen 2009 Resolutionen 2010 Resolutionen 2011 Resolutionen 2012 Resolutionen 2013 Resolutionen 2014 Resolutionen 2015 Resolutionen 2016 Resolutionen 2017 Resolutionen 2018 Resolutionen 2019 Jahrestagungen Kontaktadressen APD Mitgliederportal APD Intern