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Timestamp: 2016-10-26 04:15:48
Document Index: 143756289

Matched Legal Cases: ['Art. 47', 'Art. 7', 'Art. 113', 'Art. 87', 'Art. 35', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 3', 'Art. 7', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 82', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 47']

8C_119/2015 � � Urteil vom 7. Dezember 2015
Stadt Z�rich, vertreten durch den Stadtrat von Z�rich,
handelnd durch den Vorsteher des Schul- und Sportdepartements der Stadt Z�rich, und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus R�ssli, Umbricht Rechtsanw�lte,
Schweizerischer Verband des Personals �ffentlicher Dienste (VPOD),
Eidgen�ssisches B�ro f�r die Gleichstellung von Frau und Mann.
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 4. Abteilung, vom 19. November 2014.
A.a.�2002 trat f�r die Stadt Z�rich ein neues Personalrecht in Kraft, welches neu den Funktionslohn vorsah. Der Lohn bestimmte sich dabei nach drei Faktoren (Schwierigkeitsgrad der Funktion, nutzbare Erfahrung, Leistung und Verhalten; Art. 47 der Verordnung �ber das Arbeitsverh�ltnis des st�dtischen Personals vom 6. Februar 2002 [Personalrecht, PR; AS 177.100]). In die Funktionsbewertungen nicht mit eingeflossen war die H�he des Ferienanspruchs der jeweiligen Berufsgattung. Die Funktion Hortleitung wurde im Rahmen der Strukturellen Besoldungsrevision 2000 sowie ein zweites Mal mit der Einf�hrung des neuen St�dtischen Lohnsystems im Jahr 2006 einer Bewertung unterzogen und schliesslich der Funktionsstufe 9 zugeordnet.
Im Entscheid PB.2005.00060 vom 8. September 2006, welcher als Pr�zedenzfall zum Einzelrichterentscheid PB.2005.00059 vom 14. September 2006 gilt, hatte das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich zu beurteilen, ob die Platzierung der konkret betroffenen Hortleiterin innerhalb der unbestrittenen Funktionsstufe 9 diskriminierungsfrei erfolgt war. Es kam zum Schluss, dass, soweit die Differenz zwischen bisherigem und ermitteltem Lohn im Rahmen der �berf�hrung der Besoldungsrevision per 1. Juli 2002 mindestens 10 % betrage, eine Korrektur, etwa beim Faktor angerechnete Erfahrung, unter dieser Grenze als diskriminierend im Sinne des Bundesgesetzes �ber die Gleichstellung von Frau und Mann vom 24. M�rz 1995 (Gleichstellungsgesetz, GlG; SR 151.1) angesehen werden m�sse. Das Gericht setzte damit �ber den Einzelfall hinaus die erforderliche Lohnerh�hung grunds�tzlich auf 10 % fest, um eine Diskriminierung bei typischen Frauenberufen mit echtem Aufholbedarf beheben zu k�nnen. In der Folge hat die Stadt Z�rich den Hortleitenden Lohnerh�hungen im Umfang von etwas mehr als 10 % gew�hrt.
A.b.�Gem�ss Art. 7 Abs. 1 des Reglements �ber Anstellung und Besoldung des Personals der Betreuungsst�tten f�r Sch�lerinnen und Sch�ler der Stadt Z�rich vom 17. Mai 1995 (AS 177.600; nachfolgend: Anstellungsreglement 1995) haben die Leiterinnen/Leiter und Angestellten der Betreuungsst�tten (Tageshorte, Sch�lerklubs und Tagesschulen) einen Ferienanspruch von 25 Arbeitstagen pro Hortschuljahr. Ab dem 30. Altersjahr betr�gt er 30 Tage, ab dem 40. Altersjahr 35 Tage und ab dem 50. Altersjahr 40 Tage pro Hortschuljahr. Im Nachgang zur Totalrevision des st�dtischen Personalrechts im Jahr 2002 sollte insbesondere auch die genannte Ferienregelung den Modalit�ten gem�ss st�dtischer Personalrechtsverordnung und deren Ausf�hrungsbestimmungen vom 27. M�rz 2002 (AB PR; AS 177.101) angepasst werden. Art. 113 AB PR sieht ab dem 21. Altersjahr einen Ferienanspruch von vier Wochen, ab dem 50. Altersjahr einen solchen von f�nf Wochen und ab dem 60. Altersjahr einen solchen von sechs Wochen vor. Gest�tzt auf Art. 87 Abs. 1 PR sowie Art. 35 der Verordnung �ber die familienerg�nzende Kinderbetreuung in der Stadt Z�rich vom 12. M�rz 2008 (AS 410.130) erliess der Stadtrat von Z�rich (nachfolgend: Stadtrat) mit Beschluss vom 20. M�rz 2013 das Reglement �ber die Anstellung des Personals der vom Schul- und Sportdepartement gef�hrten Betreuungseinrichtungen der Stadt Z�rich (nachfolgend: Anstellungsreglement 2013), welches auf den 1. Juli 2013 in Kraft gesetzt wurde und das Anstellungsreglement 1995 vorbeh�ltlich dessen Art. 7 Abs. 1 aufhob (Dispositiv-Ziff. 1 und 2 des Beschlusses). Betreffend letzterer Bestimmung beschloss der Stadtrat im Sinne einer �bergangsregelung in Dispositiv-Ziff. 3 Folgendes:
" (a) : Art. 7 Abs. 1 Reglement �ber die Anstellung und Besoldung des Personals der Betreuungsst�tten f�r Sch�lerinnen und Sch�ler (Anstellungsreglement 1995) wird per 1. Januar 2014 aufgehoben und ausser Kraft gesetzt.�
(b) : F�r alle Hortleiterinnen und -leiter sowie Leitungen Betreuung, die vor 1. Januar 2014 das 58. Altersjahr vollendet haben, gilt in Bezug auf den am 31. Dezember 2013 nach bisheriger Regelung individuell bestehenden Ferienanspruch Besitzstandwahrung bis zur Beendigung ihrer Anstellung als Hortleiterin oder -leiter bzw. Leitung Betreuung.�
(c) : Der Ferienanspruch der �brigen Hortleiterinnen und -leiter sowie Leitungen Betreuung wird ab 1. Januar 2014 gegen�ber dem am 31. Dezember 2013 nach bisheriger Regelung individuell bestehenden Ferienanspruch um eine Woche reduziert und auf 1. Januar 2015 den Ausf�hrungsbestimmungen zum Personalrecht angepasst."
A.c.�Der Schweizerische Verband des Personals �ffentlicher Dienste (VPOD), Region Z�rich, liess in der Folge Rekurs gegen Dispositiv-Ziff. 3 des stadtr�tlichen Beschlusses vom 20. M�rz 2013 erheben mit dem Antrag, es sei festzustellen, dass die angefochtene Bestimmung diskriminierend im Sinne von Art. 3 GlG sei. Es m�sse die bisherige Ferienregelung gem�ss Art. 7 Abs. 1 Anstellungsreglement 1995 beibehalten werden oder im Falle der Aufhebung ein Lohnausgleich erfolgen. Der Bezirksrat Z�rich wies den Rekurs, soweit er darauf eintrat, mit Beschluss vom 6. Februar 2014 ab (Dispositiv-Ziff. 1).
Die dagegen vom VPOD erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, soweit es darauf eintrat, in Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 1 des bezirksr�tlichen Beschlusses vom 6. Februar 2014 mit der Feststellung gut, dass Dispositiv-Ziff. 3 des Beschlusses des Stadtrats vom 20. M�rz 2013 diskriminierend sei (Entscheid vom 19. November 2014).
Die Stadt Z�rich l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und die Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragen. Ferner sei festzustellen, dass sie w�hrend des h�ngigen Verfahrens berechtigt sei, die von ihr beschlossene Ferienk�rzung umzusetzen.
Der VPOD l�sst auf Abweisung der Beschwerde und Best�tigung des vorinstanzlichen Entscheids schliessen. Das Eidgen�ssische B�ro f�r die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) ersucht sinngem�ss ebenfalls um Abweisung
Mit Verf�gung vom 13. April 2015 hat die Instruktionsrichterin der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme wurde zudem festgestellt, dass die Stadt Z�rich berechtigt sei, die von ihr beschlossene Ferienk�rzung w�hrend des h�ngigen Verfahrens einstweilen umzusetzen.
1.1.�Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit (Art. 29 Abs. 1 BGG) bzw. die Zul�ssigkeit der ihm unterbreiteten Rechtsmittel von Amtes wegen und mit voller Kognition (BGE 136 I 42 E. 1 S. 43; 135 II 22 E. 1 S. 24; 134 IV 36 E. 1 S. 37).
1.2.�Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, der nicht beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann (Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG). Der angefochtene Entscheid betrifft ein Reglement des Stadtrats Z�rich �ber die Anstellung des Personals der vom Schul- und Sportdepartement gef�hrten Betreuungseinrichtungen (AS 177.600) und somit eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit (Art. 82 lit. b BGG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, namentlich ist die Stadt Z�rich als Arbeitgeberin nach Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerdef�hrung legitimiert (BGE 134 I 204 E. 2.3 S. 206 ff. mit Hinweisen; Urteil 8C_31/2009 vom 4. Januar 2010 E. 1.2; ferner Bernhard Waldmann, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 42 zu Art. 89 BGG), ist auf die Beschwerde einzutreten.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262; 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht offensichtlich sind. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
3.1.�In der Beschwerde wird zun�chst eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs ger�gt, indem das kantonale Gericht sich nicht mit s�mtlichen Antr�gen und Argumenten der Stadt Z�rich befasst habe (zur Zul�ssigkeit der entsprechenden R�ge: Waldmann, a.a.O., N. 62 zu Art. 89 BGG mit Hinweisen).
3.2.�Das rechtliche Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Dabei ist es allerdings nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188, 229 E. 5.2 S. 236; Urteil 8C_586/2014 vom 22. Dezember 2014 E. 2.2.1).
3.3.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet zur Hauptsache, das kantonale Gericht begn�ge sich damit, in E. 5.4 seines Entscheids die von ihr vorgebrachten Argumente in knapper Form zusammenzufassen, ohne die wesentlichen Gesichtspunkte einzubeziehen. Eine W�rdigung dieser Argumente erfolge nicht ansatzweise. Wie hievor dargelegt, ist es zul�ssig, dass sich die zust�ndige Beh�rde auf die f�r ihre Entscheidfindung essentiellen Aspekte beschr�nkt. Nach den Grunds�tzen der Rechtsprechung er�brigt sich demgegen�ber eine eingehende Befassung mit s�mtlichen der von den Parteien erhobenen Einwendungen. Die Vorinstanz hat in E. 5.3 des Entscheids die Gr�nde aufgef�hrt, welche ihres Erachtens f�r eine Glaubhaftmachung einer geschlechtsspezifischen (Lohn-) Diskriminierung durch den Beschwerdegegner sprechen. Im Weiteren wird in E. 5.4 er�rtert, weshalb der Beschwerdef�hrerin nach Auffassung des Gerichts der (Voll-) Beweis misslingt, dass durch die Umsetzung der vorgesehenen Ferienreduktion keine entsprechende Diskriminierung resultiert. Im Umstand, dass die Argumente der Beschwerdef�hrerin nicht im Sinne ihrer Betrachtungsweise gew�rdigt worden sind, liegt keine Geh�rsverletzung. Da die �berlegungen, die das vorinstanzliche Gericht zu seinem Entscheid bewogen haben, ohne weiteres aus den Erw�gungen hervorgehen, ist ihm kein in formeller Hinsicht fehlerhaftes Verhalten vorzuwerfen.
4.1.�Das Bundesgericht �berpr�ft einen Erlass im Rahmen der abstrakten Normenkontrolle grunds�tzlich mit freier Kognition, auferlegt sich aber aus Gr�nden des F�deralismus, der Verh�ltnism�ssigkeit und - bei der �berpr�fung kommunalen Rechts - der Gemeindeautonomie eine gewisse Zur�ckhaltung. Nach der Praxis ist dabei massgebend, ob der angefochtenen Norm nach den anerkannten Auslegungsregeln ein Sinn beigemessen werden kann, der sich mit den angerufenen verfassungsm�ssigen oder staatsvertraglichen Rechten vereinbaren l�sst. Das Bundesgericht hebt demnach eine kantonale Norm nur auf, sofern sie sich jeglicher verfassungs- und v�lkerrechtskonformen Auslegung entzieht, nicht jedoch, wenn sie einer solchen in vertretbarer Weise zug�nglich bleibt. F�r die Beurteilung dieser Frage sind die Tragweite des Grundrechtseingriffs sowie die M�glichkeit von Bedeutung, bei einer sp�teren konkreten Normenkontrolle - d.h. im Anwendungsfall - einen hinreichenden verfassungsrechtlichen Schutz zu erhalten. Es ist deshalb zu beachten, unter welchen Umst�nden die betreffende Bestimmung zur Anwendung gelangen wird. Das Verfassungsgericht hat die M�glichkeit einer verfassungskonformen Auslegung nicht nur abstrakt zu untersuchen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit verfassungstreuer Anwendung miteinzubeziehen. Dabei d�rfen die Erkl�rungen der kantonalen Beh�rden �ber die k�nftige Anwendung der Vorschrift mitber�cksichtigt werden (BGE 135 II 243 E. 2, 130 I 82 E. 2.1).
4.2.�Der Rechtsschutz des GlG bezieht sich auf geschlechterbezogene Diskriminierung im Erwerbsleben (Art. 2 f. GlG). Art. 3 GlG und Art. 8 Abs. 3 BV verbieten die direkte und indirekte Diskriminierung von Arbeitnehmenden aufgrund des Geschlechts. Eine direkte Diskriminierung liegt vor, wenn sich eine Ungleichbehandlung ausdr�cklich auf die Geschlechtszugeh�rigkeit oder auf ein Kriterium st�tzt, das nur von einem der beiden Geschlechter erf�llt werden kann, und sie sich nicht sachlich rechtfertigen l�sst. Eine indirekte geschlechtsbedingte Diskriminierung liegt vor, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. �berwiegend Angeh�rige des einen Geschlechts ohne sachliche Begr�ndung gegen�ber jenen des anderen Geschlechts erheblich benachteiligt (BGE 125 II 541 E. 6a S. 550 f.; vgl. auch BGE 138 I 205 E. 5.5 S. 213 f. mit Hinweisen; MARGRITH BIGLER-EGGENBERGER, in: Die schweizerische Bundesverfassung, 2. Aufl. 2008, N. 92 zu Art. 8 BV; ELISABETH FREIVOGEL, in: Claudia Kaufmann/Sabine Steiger-Sackmann [Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, 2. Aufl. 2009, N. 5 und 8 zu Art. 3 GlG). Das Verbot gilt insbesondere f�r die Anstellung, die Aufgabenteilung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Entl�hnung, Aus- und Weiterbildung, Bef�rderung und Entlassung (Art. 3 Abs. 2 GlG). Die Diskriminierung wird vermutet, wenn sie glaubhaft gemacht wird (Art. 6 GlG).
4.3.�Die strittige Frage, ob die in Art. 6 GlG vorgesehene Beweislasterleichterung im Rahmen eines abstrakten Normenkontrollverfahrens zum Tragen kommt, braucht nicht beantwortet zu werden (vgl. BGE 125 I 71 E. 4a S. 82), wie sich aus den nachstehenden Erw�gungen ergibt.
4.4.�Vorliegend ist einziger Streitgegenstand, ob die beschlossene K�rzung des Ferienanspruchs gem�ss Dispositiv-Ziff. 3 des stadtr�tlichen Beschlusses vom 20. M�rz 2013 gegen das Gleichstellungsgesetz verst�sst.
Das Anstellungsreglement 2013 sieht eine Anpassung des Ferienanspruchs der Hortleiterinnen und Hortleiter sowie der Leitungen Betreuung an den Anspruch der �brigen st�dtischen Angestellten vor (mit Besitzstandwahrung des bestehenden Ferienanspruchs derjenigen Angestellten, die vor 1. Januar 2014 das 58. Altersjahr vollendet haben). Der nach bisheriger Regelung individuell bestehende Ferienanspruch wird darin per 1. Januar 2014 um eine Woche reduziert und auf den 1. Januar 2015 den Ausf�hrungsbestimmungen zum Personalrecht angepasst (vgl. Sachverhalt A.b hiervor). Die angefochtene Norm betrifft die Feriendauer und somit eine Anstellungsbedingung. Die Angleichung an die Ausf�hrungsbestimmungen des st�dtischen Personalrechts bewirkt eine Gleichbehandlung mit vergleichbaren Berufsgruppen und dem �brigen st�dtischen Personal in Bezug auf die Feriendauer. Dass die Dauer der Ferien nach geschlechtsspezifischen Kriterien zu erfolgen h�tte, wird zu Recht nicht vorgebracht. Es ist nicht ersichtlich, worin bei dieser Anpassung der Ferienregelung im Sinne einer nicht mehr sachgerechten Ungleichbehandlung der Hortleitenden sowie der Leitungen Betreuung gegen�ber dem �brigen st�dtischen Personal eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Bezug auf die Anstellungsbedingungen bestehen soll. Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, sind keine betrieblichen Besonderheiten bei der Berufsgruppe der Hortleitenden auszumachen, die nicht bereits bei der Funktionsbewertung ber�cksichtigt worden sind bzw. eine Gewichtung erreichen, die einen h�heren Ferienanspruch zu rechtfertigen verm�chten. Es werden dementsprechend seitens des Beschwerdegegners keine objektiven Anhaltspunkte vorgebracht, die eine gewisse Wahrscheinlichkeit f�r eine geschlechterspezifische Benachteiligung vermitteln. Die in Frage stehende Diskriminierung ist somit nicht glaubhaft gemacht, weshalb die Beweislastumkehr des Art. 6 GlG nicht zum Tragen kommt.
4.5.1.��berdies findet der beschwerdegegnerische Einwand, bei der Gew�hrung der Lohnerh�hung sei der erh�hte Ferienanspruch als Lohnbestandteil ber�cksichtigt worden und die Einreihung aufgrund des h�heren Ferienanspruchs bewusst tiefer erfolgt, nirgends eine St�tze. Es ergibt sich weder aus dem angefochtenen Entscheid noch aus den �brigen Akten, dass zu irgend einem Zeitpunkt der Neueinreihung der Hortleitenden in das st�dtische Lohnsystem ein Zusammenhang zwischen Lohneinreihung und h�herem Ferienanspruch dieser Berufsgruppe bestand oder hergestellt wurde:
4.5.2.�Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich entschied in PK.2000.00004 vom 18. Dezember 2002 gest�tzt auf eine rechtsprechungsgem�ss anerkannte Bewertungsmethode (BGE 124 II 409 E. 4d), die sogenannte "Vereinfachte Funktionsanalyse" (VFA), und der Bundesrechtsprechung zu Fragen der Gleichberechtigung, dass die Einstufung der Kl�gerin (Hortnerin) gegen�ber Schulhausabwarten diskriminierend im Sinn von Art. 3 Abs. 1 und 2 GIG sei. Weiter hielt es fest, dass es sich bei der T�tigkeit im Hortbereich um einen typischen Frauenberuf handle. Bei der angewandten Vergleichsmethode erl�uterte das Gericht eingehend die Systematik wie auch die sechs angewandten Vergleichskriterien: Ausbildung/Erfahrung, geistige Anforderungen, Verantwortung, psychische Anforderungen/Belastungen, physische Anforderungen/Belastungen, Beanspruchung der Sinnesorgane/spezielle Arbeitsbedingungen. Bei keinem Kriterium wurde der Ferienanspruch ber�cksichtigt. In der Folge sprach das Verwaltungsgericht der Kl�gerin eine Einreihung in eine h�here Besoldungsklasse zu, was zu einer Nachzahlungspflicht des Bruttolohns von Fr. 26'712.- f�hrte. Die Nachzahlung f�r die Jahre 1994 bis 1997 entspricht ca. 11 % mehr Lohn gegen�ber dem bezahlten Bruttolohn.
4.5.3.�Im Fall PB.2005.00060 vom 8. September 2006 hielt das kantonale Verwaltungsgericht fest, nach Einf�hrung des neuen st�dtischen Lohnsystems sei die Einstufung einer Hortleiterin in die Funktionsstufe 9 rechtm�ssig und unbestritten. Sodann richte sich der Lohn gem�ss neuem Besoldungssystem der Stadt Z�rich nach dem Schwierigkeitsgrad der Funktion, der nutzbaren Erfahrung und dem Leistungsbeitrag (Art. 47 PR). Der Rechtsstreit drehte sich dabei um die Platzierung der Kl�gerin innerhalb der Funktionsstufe 9. Es erwog, eine �berf�hrung in ein neues Lohnsystem sei dann diskriminierend, wenn die �berf�hrung mit K�rzungen, etwa bei der angerechneten Erfahrung, operiere, die in erster Linie typische Frauenberufe betreffe, oder wenn eine fr�here Diskriminierung aufrecht erhalten bleibe. Das Verwaltungsgericht f�hrte explizit aus: "Es ist nicht glaubhaft, dass eine allf�llige Diskriminierung frankenm�ssig relevant mehr als 10 % ausgemacht h�tte. Unter diesem Aspekt sei es dementsprechend auch nicht glaubhaft, dass die vom Bezirksrat festgelegte �berf�hrung mit einem Lohnanstieg von 10.05 % diskriminierend sei."
4.5.4.�Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid ebenfalls fest, bei der Funktionsbewertung Hortleitung anl�sslich der Einf�hrung des Personalrechts im Jahr 2002 und des st�dtischen Lohnsystems 2006 seien die Ferien nicht ber�cksichtigt worden. Sodann hatte das Verwaltungsgericht explizit in PK.2000.00004 und in PB.2005.00060 festgehalten, die Lohnerh�hung sei in Geld zu gew�hren. Folglich wurden weder bei der Einf�hrung in das neue Lohnsystem noch in den nachtr�glich beurteilten F�llen die Ferien als Lohnbestandteil angesehen; der Ausgleich fand jeweils durch eine tats�chliche Lohnerh�hung statt, ohne dass dabei die Ferien ber�cksichtigt wurden. Damit �bereinstimmend r�umt auch der Beschwerdegegner explizit eine frankenm�ssige Lohnerh�hung von 10% ein: "Die Lohnerh�hung von 10 %, welche das Verwaltungsgericht angeordnet hatte, wurde in Geld gew�hrt" Demnach ist die Frage, ob der Lohn entsprechend dem Faktor "Ferien" reduziert wurde und somit der erh�hte Ferienanspruch in den 10 % als Lohnbestandteil Ber�cksichtigung fand, zu verneinen.
4.5.5.�Wurde - wie dargelegt - die lohnm�ssige Diskriminierung von 10 % durch Geld aufgewogen und ist mit dem kantonalen Gericht erstellt, dass sich ein erh�hter Ferienanspruch bei der Funktion Hortleitung �berdies nicht durch betriebliche Besonderheiten rechtfertigt, kann die Ferienreduktion auch unter diesem Gesichtspunkt nicht in eine geschlechterdiskriminierende Ungleichbehandlung m�nden. Vielmehr ist es so, dass die Hortleitenden �ber Jahre von einem vorteilhaften Ferienmodell profitieren durften, welches nun im Rahmen der kommunalen �bergangsregelung den Ausf�hrungsbestimmungen des Personalrechts angepasst wurde. Sollte, wie der Beschwerdegegner behauptet, die damalige Einreihung in die Funktionsstufe 9 wegen des h�heren Ferienanspruchs nicht angefochten worden sein, ist dies nicht Gegenstand des vorliegenden Prozesses und m�sste in einem neuen Verfahren zur �berpr�fung der Einreihung vorgebracht werden.
4.5.6.�Die angefochtene �bergangsregelung des Stadtrats gem�ss Beschluss vom 20. M�rz 2013 ist nach dem Gesagten im Rahmen der abstrakten Normenkontrolle als sachlich logisch und verfassungskonform zu qualifizieren. Zur gegenteiligen Auffassung konnte die Vorinstanz nur gelangen, indem sie den Sachverhalt nicht richtig bzw. nicht abschliessend feststellte. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 4. Abteilung, vom 19. November 2014 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der Stadt Z�rich vom 6. Februar 2014 best�tigt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Eidgen�ssischen B�ro f�r die Gleichstellung von Frau und Mann und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 4. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.