Source: http://www.concredis.de/index.php/nachrichtenleser/alles-rund-um-ferienjobs-fuer-schueler-und-studenten.html
Timestamp: 2019-07-20 21:56:29
Document Index: 256152610

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 22']

Alles rund um Ferienjobs für Schüler und Studenten - CONCREDIS
Alles rund um Ferienjobs für Schüler und Studenten
Ferienzeit – Arbeitszeit für Schüler und damit die Möglichkeit des Hinzuverdienstes für das Handy, das Moped oder die geplante Reise. Nachfolgend möchten wir Ihnen die steuer- und sozialversicherungs-rechtlichen Eckpunkte kurz darstellen.
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Ferienjobs für Schüler und Studenten bleiben meist steuerfrei Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferienzeit, um ihr Taschengeld aufzubessern.
Ein betrieblicher Lohnsteuerjahresausgleich durch den Arbeitgeber darf nicht durchgeführt werden. Voraussetzung für den Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber wäre, dass der Ferienjobber während des ganzen Jahres ohne Unterbrechung beschäftigt ist. Etwaige Steuerabzüge kann sich der Schüler oder Student regelmäßig durch eine Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.
Als Alternative zum regulären Lohnsteuerabzug kommt eine Pauschalbesteuerung von Aushilfen in Betracht. Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis zu 450 EUR monatlich (gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 oder § 8a SGB IV) zahlt der Arbeitgeber Pauschalabgaben von insgesamt 30 %. Darin enthalten sind auch 2 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 2 EStG).
Für eine kurzfristige Beschäftigung (§ 40a Abs. 1 EStG) sind sogar 25 % Lohnsteuer zu entrichten. Diese Pauschalierung ist nur möglich, wenn
die Höhe des Arbeitslohns während der Beschäftigungsdauer 72 EUR durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt und
der auf einen Stundenlohn umgerechnete Arbeitslohn durchschnittlich 12 EUR nicht übersteigt.
Günstiger wird es in der Landwirtschaft: Dort gibt es für Aushilfskräfte eine spezielle Pauschalierungsmöglichkeit mit 5 % Lohnsteuer (§ 40a Abs. 3 EStG). Sie gilt insbesondere für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer.
Gegebenenfalls können Ferienjobber auch die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen. Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder eine künstlerische Tätigkeit oder die nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen bleiben bis zu einem Jahresbetrag von 2.400 EUR als Aufwandsentschädigung steuerfrei.
Die Steuerbefreiung ist daran geknüpft, dass die Tätigkeit im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Stadt, Gemeinde, Schule, Hochschule, Volkshochschule, Kammer) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung ausgeübt wird. Unerheblich ist, ob die Tätigkeit selbstständig oder unselbstständig ausgeübt wird.
è Ferienjob: Sozialversicherung richtig beurteilen - trotz Schülerjob greift die Familienversicherung!
Die kurzfristige Beschäftigung ist vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale zu melden. Sie ist nicht ganz kostenfrei, denn für den Arbeitgeber fallen geringe Abgaben an. Die Aushilfe ist zwar nicht über den Schülerjob krankenversichert, aber weiterhin über die Familienversicherung der Eltern abgesichert.
Schülerjob als kurzfristige Beschäftigung
Bei der kurzfristigen Beschäftigung spielt die Höhe des gezahlten Arbeitsentgelts keine Rolle. Maßgeblich ist allein die Dauer der Beschäftigung. Sie darf max. 3 Monate (Arbeitswoche von mindestens 5 Tagen) bzw. 70 Arbeitstage (Arbeitswoche unter 5 Tagen) innerhalb eines Kalenderjahres betragen. Ausgehend von 6 Wochen Sommerferien, dürfte diese Zeitgrenze nicht überschritten werden.
Achtung: Bereits in der Vergangenheit seit Jahresbeginn zurückgelegte Schülerjobs in Form der kurzfristigen Beschäftigung (Personengruppe 110) sind hierbei zu berücksichtigen. Unschädlich sind 450-Euro-Minijobs – diese werden auf die Zeitdauer nicht angerechnet.
Schüler oder Schulentlassener?
Für die ordnungsgemäße versicherungsrechtliche Beurteilung eines Schülerjobs muss die Aushilfe u. a. nach dem Status (Schüler) und weiteren Beschäftigungen befragt werden. Hierfür sollte ein Einstellungsfragebogen verwendet werden, der von der Aushilfe auszufüllen und dann zu den Entgeltunterlagen zu nehmen ist.
Meldungen und Abgaben bei Schülerjobs
Familienversicherung bleibt bei Schülerjobs bestehen
Schüler sind in der Regel über einen Elternteil in der gesetzlichen Kranken-versicherung familienversichert. Für sie führt ein regelmäßiges Gesamteinkommen von mehr als 425 EUR grds. zum Wegfall des Anspruchs in der Familienversicherung. Allerdings werden Einkünfte aus einer kurzfristigen Beschäftigung in diesem Zusammenhang generell als unregelmäßig bewertet und sind somit unschädlich für die beitragsfreie Familienversicherung.
Verdienst des Schülers bis 450 EUR
Sofern das Arbeitsentgelt in dem Schülerjob regelmäßig nicht mehr als 450 EUR beträgt, kommt auch ein 450-EUR-Minijob in Frage. Kurzfristiger Minijob und 450-EUR-Minijob schließen sich gegenseitig nicht aus. Der Arbeitgeber bestimmt letztendlich die Beschäftigungsform. Allerdings ist der 450-EUR-Minijob beitragspflichtig in der Kranken- und Rentenversicherung. Neben dem Arbeitgeber wird auch die Aushilfe mit einem geringen Beitragsanteil in der Rentenversicherung belastet, sofern keine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt wird.
Ferienjobber: Arbeitsrechtliche Besonderheiten - aus der Schule ins Unternehmen: Kein Problem, solange Arbeitsschutzregeln bei Ferienjobbern beachtet werden!
Sommer, Sonne, Meer im Urlaub – daher kann für Unternehmen in den Ferienmonaten eng werden: Die Stammbelegschaft geht in den wohlverdienten Urlaub, aber die Produktion muss weiterlaufen. Wie es funktioniert? Oft mit Ferienjobbern. Gerade in großen Unternehmen, wie zum Beispiel bei Daimler oder Bosch sind Tausende Ferienjobber im Einsatz und entlasten so Mitarbeiter des Unternehmens in der Ferienzeit.
Arbeitsvertrag: Ferienjobber sind Arbeitnehmer auf Zeit
Das 2015 eingeführte neue Mindestlohngesetz gilt prinzipiell auch für Ferienjobs - allerdings nur für volljährige Ferienjobber. Unterhalb dieser Altersgrenze gibt es keinen Mindestlohn.
Ferienjobber unter 18: Besonderheiten durch Jugendarbeitsschutz
wenn die Sorgeberechtigten der Arbeit zustimmen und
die Arbeiten leicht sowie für diese Kinder geeignet sind und
die Kinder nicht zwischen 18 Uhr abends und acht Uhr morgens sowie
nicht vor oder während des Schulunterrichts beschäftigt werden
Im Vergleich zu den Kindern können Unternehmen Jugendliche – Vollzeit-schulpflichtige zumindest für vier Wochen – also mit mehr Freiheiten eingesetzt werden. Allerdings gibt es im Vergleich zu volljährigen Arbeitnehmern durchaus Einschränkungen. So ist die Arbeitszeit dieser Jugendlichen auf maximal acht Stunden täglich und höchstens 40 Stunden wöchentlich begrenzt. Diese Höchstarbeitszeit darf regelmäßig nicht – auch nicht durch angeordnete Mehrarbeit – überschritten werden. Zudem ist für Jugendliche grundsätzlich – mit Ausnahme einiger weniger im Gesetz genannter Branchen - die Arbeit zwischen 20 Uhr und sechs Uhr und auch am Samstag und Sonntag tabu. Nach Arbeitsende stehen dem Jugendlichen mindestens zwölf Stunden ununterbrochene Freizeit zu, bevor er wieder zur Arbeit erscheinen muss.
Ferienarbeit: Manche Tätigkeiten sind tabu
Beschäftigen Unternehmen nicht volljährige Jugendliche als Ferienjobber, so schließt das JArbSchG spezielle Tätigkeiten aus. So dürfen Jugendliche nicht mit gefährlichen Arbeiten betraut werden (§ 22 JArbSchG). Das Gesetz nennt hier zum Beispiel:
Arbeiten, bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind,
Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können,
Arbeiten, bei denen ihre Gesundheit durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird,
Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne der Gefahrstoffverordnung oder von von biologischen Arbeitsstoffen im Sinne der Biostoffverordnung ausgesetzt sind.
Quelle (in Auszügen)): https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/ferienjobber/lohnsteuer-fuer-ferienjobs-faellt-haeufig-keine-steuer-an_76_347218.html