Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-09-2002-I_396-2001
Timestamp: 2016-10-24 09:01:48
Document Index: 49056042

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 41', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'Art. 137', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'BGE']

I 396/01 (03.09.2002)
I 396/01
Urteil vom 3. September 2002
Pr�sident Sch�n, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Ursprung; Gerichtsschreiber Jancar
S.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch die Beratungsstelle f�r Ausl�nder, Weinbergstrasse 147, 8006 Z�rich,
IV-Stelle Glarus, Zwinglistrasse 6, 8750 Glarus, Beschwerdegegnerin,
(Entscheid vom 22. Mai 2001)
Der 1951 geborene S.________ war bei der Firma U.________ AG in als Angestellter im Betriebsunterhalt t�tig, als er am 6. Juni 1994 beim Anheben eines Eisenbalkens eine Distorsion des linken Ellbogens erlitt. Am 16. September 1994 erfolgte im Spital A.________ eine Arthroskopie des linken Ellbogens und eine Arthrotomie radiohumeral links. Am 29. November 1995 wurde in der Klinik Y.________ eine Radiusk�pfchenresektion links vorgenommen. Am 26. Februar 1996 nahm der Versicherte seine Arbeit als Mechaniker zu 100 % wieder auf. Am 25. April 1996 k�ndigte die Firma U.________ AG das Arbeitsverh�ltnis wegen schwieriger Wirtschaftslage und Restrukturierungsmassnahmen per 31. Juli 1996. Am 14. Juli 1997 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung an und beantragte berufliche Massnahmen sowie eine Rente. Nach Einholung verschiedener Arztberichte lehnte die IV−Stelle Glarus das Rentenbegehren mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 1. April 1998 ab, da dem Versicherten k�rperlich leichte Hilfsarbeit vollzeitlich zumutbar sei und der Invalidit�tsgrad lediglich 21 % betrage. Mit Verf�gung vom 5. November 1998 sprach sie dem Versicherten in der Zeit vom 2. November 1998 bis 29. Januar 1999 ein Arbeitstraining in der Gesch�tzten Werkstatt W.________ zu. Am 7. Juli 1999 erfolgte eine Neuanmeldung des Versicherten mit den Begehren um Berufsberatung, Umschulung und Rente. Mit Verf�gung vom 16. August 1999, best�tigt durch Einspracheentscheid vom 10. M�rz 2000 und Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 22. Mai 2001, gew�hrte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) dem Versicherten als Folge des Unfalls vom 6. Juni 1994 ab 1. Februar 1999 eine Invalidenrente von 15 % und verneinte den Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung; diese Sache ist Gegenstand des beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngigen Verfahrens U 222/01. Im Hinblick auf die Neuanmeldung des Versicherten vom 7. Juli 1999 zog die IV−Stelle diverse Arztberichte, einen Bericht der W.________ vom 28. Januar 1999 sowie die SUVA-Akten bei. Gest�tzt hierauf verneinte sie den Rentenanspruch, da sich die Verh�ltnisse seit der Verf�gung vom 1. April 1998 nicht ge�ndert h�tten (Verf�gung vom 8. November 1999).
Die hiegegen erhobene Beschwerde mit den Begehren auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente, eventuell auf R�ckweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Durchf�hrung weiterer Abkl�rungen wies das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Entscheid vom 22. Mai 2001 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt der Versicherte die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente; gegen eine medizinische Begutachtung h�tte er nichts einzuwenden. Er legt einen Bericht des Psychiaters Dr. med. Q.________ vom 11. August 2000 auf.
Die IV−Stelle und das kantonale Gericht schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend die als Mitbeteiligte zur Vernehmlassung eingeladene SUVA und das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichten.
Nachdem beim Versicherten im April 2001 ein Bronchiuskarzinom an den Unterlappen links aufgetreten war und er deswegen am 10. und 18. Mai 2001 operiert werden musste, reichte die IV−Stelle am 27. Februar 2002 auf seinen Wunsch hin folgende Berichte ein: des Dr. med. G.________ vom 4. Mai 2001 und 26. Januar 2002, des Spitals A.________ vom 10. und 18. Mai sowie 4. Juli 2001, des Spitals B.________ vom 16. Mai 2001, der Klinik Z.________ vom 27. Juli 2001, der Lungenliga D.________ vom 5. November 2001, der Klinik V.________ vom 20. November 2001, sowie der Dres. med. C.________, Augenarzt FMH, und J.________ vom 17. Dezember 2001.
Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen und die Grunds�tze �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 IVG), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG) sowie die Beurteilung einer Neuanmeldung bei vorg�ngiger Ablehnung eines Anspruchs infolge nicht rentenbegr�ndendem Invalidit�tsgrad (Art. 41 IVG, Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV; BGE 117 V 198 mit Hinweisen; SVR 2002 IV Nr. 10 S. 25 Erw. 1; AHI 1999 S. 84 Erw. 1a) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts entscheidend ist, ob er f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. KV 124 S. 214).
Soweit die IV−Stelle am 27. Februar 2002 nicht im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels weitere Arztberichte einreichte, ist festzuhalten, dass sie nur ber�cksichtigt werden k�nnen, wenn sie neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen und als solche eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen k�nnten (BGE 127 V 353).
Streitig und zu pr�fen ist, ob sich der Invalidit�tsgrad zwischen dem 1. April 1998 und dem 8. November 1999 in einer f�r den Rentenanspruch erheblichen Weise ge�ndert hat.
Demnach sind die von der IV−Stelle am 27. Februar 2002 aufgelegten Arztberichte, welche das im April 2001 aufgetretene Bronchiuskarzinom betreffen, im vorliegenden Verfahren irrelevant. Dies gilt auch f�r den augen�rztlichen Bericht vom 17. Dezember 2001.
4.1.1 Kreisarzt Dr. med. F.________ stellte im Bericht vom 16. Juli 1997 neben den Beschwerden am linken Ellbogen eine schwere Handgelenksarthrose rechts sowie eine Beeintr�chtigung der Belastbarkeit der oberen Extremit�ten fest. Die Beweglichkeit des rechten Handgelenks sei eingeschr�nkt. Nach eigenen Angaben bekomme der Versicherte sehr starke Schmerzen im Ellbogengelenk, sobald er 1 bis 1 1/2 Stunden arbeite. Auf Grund der Ellbogenbeschwerden k�nne er k�rperliche Schwerarbeiten mit Heben von Gewichten �ber 20 kg nicht mehr ausf�hren; zumutbar seien ihm vollzeitig und ohne Leistungseinbusse k�rperlich leichte und mittelschwere Arbeiten. Die verminderte Belastbarkeit der oberen Extremit�ten d�rfte ebenso sehr durch die Handgelenksarthrose rechts beeintr�chtigt sein.
4.1.2 Grundlage der Verf�gung vom 1. April 1998 war der Bericht des Hausarztes Dr. med. G.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 9. Januar 1998, worin folgende Diagnose gestellt wurde: Status nach Radiusk�pfchen-Luxation im linken Ellbogen, Depressionen, Status nach Helicobacter-Infekt im Antrum des Magens sowie Status nach Lungenoperation 1980 wegen Tuberkulose. Als Nebenbefund bestehe eine Geh�rsbehinderung im Sinne eines linksbetonten chronischen L�rmtraumas. Fr�her habe auch Alkoholabusus bestanden. Der Versicherte sei seit dem Stellenverlust bei der Firma U.________ AG h�ufig durch eine depressive Stimmung beeintr�chtigt. Im bisherigen Beruf sei er ab 1. Dezember 1997 zu 50 % arbeitsunf�hig. Zumutbar sei ihm leichte k�rperliche Arbeit ohne starke Belastung des linken Ellbogens. Sobald er nicht ganz leichte Arbeit ausf�hre, versp�re er wieder starke Schmerzen im linken Ellbogen. Bei Reizzust�nden des linken Ellbogens komme es jeweils auch zu Schulterbeschwerden links.
4.1.3 Im Rahmen des zweiten Leistungsgesuchs st�tzte sich die IV−Stelle auf einen Bericht des Dr. med. G.________ vom 30. Juli 1999, in welchem die gleiche Diagnose wie im Bericht vom 9. Januar 1998 gestellt wurde. Seit diesem Bericht sei keine wesentliche �nderung eingetreten. In der Klinik X.________ seien ein Ergonomie-Trainingsprogramm und eine berufliche Abkl�rung durchgef�hrt worden. Bei sehr guter Leistungsbereitschaft des Versicherten habe sich eine auf 5 kg begrenzte Belastungstoleranz im Bereich der linken Hand ergeben. W�hrend des Eingliederungsprogramms in der W.________ habe er sehr leichte Arbeit ohne Probleme geleistet. Bez�glich der Depression gehe es ihm eher etwas besser; obwohl er keine guten Zukunftsaussichten habe, sei die Stimmung meistens ausgeglichen. Gegen�ber der fr�heren T�tigkeit ergebe sich eine Leistungsf�higkeit von h�chstens 50 %. Der Versicherte habe weiterhin sofort Schmerzen im Bereich des linken Ellbogens/Vorderarms, sobald er etwas zu arbeiten versuche. Zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit sei der Bericht der Klinik X.________ �ber das Ergonomie-Trainingsprogramm vom 22. September 1998 wichtig.
Der letztgenannte Bericht wurde auf Grund des Aufenthalts des Versicherten in der Klinik X.________ vom 22. Juli bis 2. September 1998 erstattet. In deren Austrittsbericht vom 5. Oktober 1998 wurde folgende Diagnose gestellt: Funktionsst�rung im Ellbogenbereich links, nicht belastungsabh�ngige Dauerschmerzen, Verschlimmerung bei Belastung bei Status nach Ellbogendistorsion und Luxation bei vorbestehender Radiusk�pfchendeformierung; Funktionsst�rung des distalen Radio-Ulnargelenks links mit belastungsabh�ngigen Schmerzen bei radio-ulnarer Instabilit�t; Dekonditionierung; Handgelenksarthrose rechts, wahrscheinlich posttraumatisch; chronische R�ckenbeschwerden (7. bis 21. Dezember 1997 deshalb volle Arbeitsunf�higkeit attestiert); depressive Verstimmung sowie anamnestisch Alkoholmissbrauch m�glich. Sozial stehe der Versicherte sicher unter Druck. Momentan bestehe keine Grundlage f�r eine Psychotherapie oder antidepressive medikament�se Therapie (Psychosomatisches Konsilium vom 27. Juli 1998). Bez�glich der Arbeitsf�higkeit wurde auf den Ergonomie-Bericht vom 22. September 1998 verwiesen, wonach dem Versicherten ganztags leichte Arbeit bei Belastung des linken Vorderarms mit maximal 5 kg Traglast zumutbar sei. Die Handkraft rechts sei weniger eingeschr�nkt; mit dieser sei ein Tragen von Lasten bis max. 20 kg m�glich. Bez�glich der beruflichen Eingliederung werde ein dreimonatiges Arbeitstraining in der W.________ empfohlen.
Im Bericht der W.________ vom 28. Januar 1999 wurde ausgef�hrt, der Versicherte habe folgende Arbeiten erledigt: Aussortieren und Zerkleinern von Kunststoff, Abpacken von Lebensmitteln wie Pralinen und Tirggel sowie von Mailings, Verpacken von Teilen in Polybeutel und Karton sowie verschiedene einfache Montagearbeiten. Er arbeite rasch, konzentriert, genau, sauber, zuverl�ssig und sehr selbstst�ndig. Reinigungsarbeiten sehe er und erledige diese ohne weiteres. Wegen der stark schmerzhaften Behinderung am linken Arm k�nne er Arbeiten, die Feingeschick erforderten sowie solche mit vielen Drehungen im Arm oder mit schweren Materialien nicht ausf�hren. Er habe oft Schmerzen am Arm und k�nne dann nur wenige Arbeiten ausf�hren. Seine Leistung schwanke zwischen 50 und 100 %; durchschnittlich betrage sie 70 %.
4.1.4 Dr. med. P.________, FMH Orthop�die Handchirurgie, stellte am 1. Mai 2000 folgende Diagnose: Luxation des proximalen Radiusanteils nach Resektion des Kopfes und vorbestehender Luxation des Ellbogens, die asymptomatisch war (links); Ulnavorschub mit Schmerzen daselbst am Carpus links; Pseudoarthrose des Scaphoides, traumatisiert mit progressiver Dekompensation rechts; glaubhafte belastungs- und wetterabh�ngige Schmerzen im Carpus links und rechts sowie Ellbogen links; posttraumatische Depression im Sinne einer nicht stabilisierten Trauerarbeit. Ohne medizinische Massnahmen bestehe eine 75%ige Arbeitsunf�higkeit f�r manuelle T�tigkeiten, da keine Lasten in irgendeiner Form manipuliert werden k�nnten. Eine Wiedereingliederung k�nne nur nach einer chirurgischen Korrektur (am linken Ellbogen: Transfer des Biceps vom Radius zur Ulna; am Carpus rechts: Resektion der ersten Reihe, eine 4 Bone Arthrodese oder eine volle Arthrodese) stattfinden. Inwieweit die Psyche eine Rolle spiele, sei ihm nicht klar. Allerdings m�sse die Trauerarbeit massiv sein, da der Versicherte beide H�nde f�r die Arbeit verloren habe.
4.1.5 Kreisarzt Dr. med. F.________ legte im Bericht vom 14. Juni 2000 dar, der Versicherte habe immer noch die gleichen Schmerzen im Ellbogengelenk, die sich nun zeitweise auf den ganzen Arm bis zum Handgelenk und �ber das Schultergelenk bis zum Nacken auf der linken Seite ausdehnen w�rden. Es liege keine wesentliche Befunds�nderung gegen�ber seiner Untersuchung vom 16. Juni 1997 vor. Das Ellbogengelenk links sei ohne abnorme Schwellung. Die Narbenverh�ltnisse seien reizlos. Die Epikondylitisprovokationstests seien negativ; Palpationsunempfindlichkeit im Bereich des proximalen Radiusendes. Das rechte Handgelenk sei verdickt und etwas deformiert, in der Beweglichkeit deutlicher eingeschr�nkt. Der Schulterbefund sei klinisch unauff�llig mit freier Beweglichkeit beidseits und diskreter asymptomatischer subacromialer Krepitation. Der HWS-Befund sei unauff�llig mit freier bis in die Endphase schmerzloser Beweglichkeit; keine Palpationsempfindlichkeit der HWS sowohl bei Palpation der Dorn- wie der Gelenkforts�tze; palpationsunempflindliche und lockere Nacken- und Schulterg�rtelmuskulatur. Hinsichtlich der Arbeitsf�higkeit verwies Dr. med. F.________ auf den Bericht der Klinik X.________ vom 5. Oktober/22. September 1998, wobei er die psychische Problematik, die Handgelenksbeschwerden rechts und die Kreuzschmerzen als nicht unfallkausal von seiner Beurteilung ausklammerte.
4.1.6 Der Psychiater Dr. med. Q.________, bei dem der Beschwerdef�hrer seit 26. November 1999 in Behandlung ist, diagnostizierte im Bericht vom 11. August 2000 Folgendes: schwere depressive St�rung mit Symptomen einer Pers�nlichkeitsst�rung nach einem Arbeitsunfall bei einem sozial isolierten Fremdarbeiter; sekund�rer Alkoholkonsum. Der Versicherte k�nne anscheinend mit der entstandenen Einschr�nkung seiner k�rperlichen Funktion nicht fertig werden. Die k�rperliche Invalidit�t l�se bei ihm eine starke narzisstische Kr�nkung aus, die er nicht bew�ltigen k�nne. Es handle sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert, das im Zusammenhang mit dem erlebten Unfall stehe. Der Zustand habe sich chronifiziert. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdef�hrer zu 100 % arbeitsunf�hig.
4.1.7 Dr. med. R.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie vom �rzteteam Unfallmedizin, taxierte im Aktenbericht vom 18. September 2000 die von Dr. med. P.________ vorgeschlagene Operation am linken Ellbogen als nicht zweckm�ssig. Auch er erachtete - unter Ausschluss der als nicht unfallkausal erachteten psychischen Problematik und der Handgelenksbeschwerden rechts - die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit durch die Klinik X.________ als korrekt.
4.2 Da die Unfallkausalit�t im Rahmen der IV als final konzpierter Versicherung ohne Bedeutung ist (BGE 124 V 178 Erw. 3b; AHI 1999 S. 79), sind s�mtliche Gesundheitssch�den in die Beurteilung mit einzubeziehen.
4.2.1 In somatischer Hinsicht ergibt sich nach dem Gesagten Folgendes: Dr. med. G.________ ging am 9. Januar 1998 davon aus, der Versicherte versp�re starke Schmerzen im linken Ellbogen, sobald er eine nicht ganz leichte Arbeit ausf�hre. Dagegen diagnostizierte die Klinik X.________ am 5. Oktober 1998 nicht belastungsabh�ngige Dauerschmerzen im Ellbogenbereich links, die sich bei Belastung verschlimmerten; zus�tzlich verwies sie auf die von Dr. med. F.________ am 16. Juli 1997 festgestellte Handgelenksarthrose rechts und auf chronische R�ckenbeschwerden, die von Dr. med. G.________ am 9. Januar 1998 nicht erw�hnt wurden. W�hrend die Klinik dem Beschwerdef�hrer hinsichtlich der Armproblematik links weiterhin ganztags leichte Arbeit zumutete - worauf auch Dr. med. F.________ (Bericht vom 14. Juni 2000) und Dr. med. R.________ (Bericht vom 18. September 2000) abstellten -, eruierte die W.________ am 28. Januar 1999 vor allem unter Hinweis auf die Schmerzproblematik in linken Arm nur eine Leistungsf�higkeit von durchschnittlich 70 %. Auch die Angabe des Dr. med. G.________ vom 30. Juli 1999, der Versicherte habe sofort Schmerzen im Bereich des linken Ellbogens/Vorderarms, sobald er etwas zu arbeiten versuche, deutet auf eine Verst�rkung dieser Beschwerden gegen�ber dem Bericht vom 9. Januar 1998 hin. Wenn Dr. med. G.________ am 30. Juli 1999 gleichzeitig ausf�hrte, der Versicherte habe in der W.________ sehr leichte Arbeit ohne Probleme geleistet, so widerspricht das dem Bericht der W.________ vom 28. Januar 1999.
In einem weiteren Bericht vom 4. Mai 2001 wich Dr. med. G.________ denn auch von seiner Einsch�tzung vom 30. Juli 1999 ab, indem er darlegte, das Arbeitstraining in der W.________, wo der Versicherte nicht einmal 5 kg habe tragen k�nnen, habe zu einer Zunahme der Beschwerden gef�hrt. Und Dr. med. P.________ ging am 1. Mai 2000 sogar von 75%iger Arbeitsunf�higkeit aus, da beide H�nde f�r die Arbeit verloren seien. Die beiden letztgenannten Berichte sind mitzuber�cksichtigen, da sie geeignet sind, die Beurteilung bezogen auf den Zeitpunkt des Verf�gungserlasses (8. November 1999) zu beeinflussen (BGE 121 V 366 Erw. 1b, 99 V 102, je mit Hinweisen).
4.2.2 In psychischer Hinsicht stellte Dr. med. G.________ am 9. Januar 1998 Depressionen fest, w�hrend die Klinik X.________ auf Grund des psychosomatischen Konsiliums vom 27. Juli 1998 eine depressive Verstimmung bloss f�r m�glich hielt. Am 30. Juli 1999 legte Dr. med. G.________ dar, bez�glich der Depression gehe es dem Versicherten eher etwas besser. Demgegen�ber stellte der Psychiater Dr. med. Q.________, der den Versicherten seit November 1999 behandelte, 100%ige Arbeitsunf�higkeit fest. Und am 4. Mai 2001 f�hrte Dr. med. G.________ entgegen seinem Bericht vom 30. Juli 1999 aus, der Versicherte sei nach dem Arbeitstraining in der W.________ zunehmend depressiv geworden, weil er dort erlebt habe, dass seine Leistungsf�higkeit minimal sei. Deswegen sei er seit November 1999 bei Dr. med. Q.________ in Behandlung.
4.2.3 Angesichts dieser widerspr�chlichen und teils ungenauen Angaben zur gesundheitlichen Situation und deren Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit ist der Sachverhalt medizinisch nicht rechtsgen�glich abgekl�rt. Hinsichtlich der unterschiedlich eingesch�tzten Schmerzproblematik am linken Ellbogen (Frage, ob belastungsabh�ngige Schmerzen oder Dauerschmerzen vorliegen bzw. ob Erstere von Letzteren abgel�st wurden) fehlt insbesondere eine neurologische Erhebung. Zu wenig untersucht wurde auch die Entwicklung der von Dr. med. G.________ am 1. April 1998 und 30. Juli 1999 nicht erw�hnten, aber von Dr. med. F.________, von der Klinik X.________ und von Dr. med. P.________ festgestellten Handgelenksarthrose rechts und der R�ckenbeschwerden, zumal sich die SUVA mit diesen Punkten wegen Verneinung der Unfallkausalit�t nicht n�her zu besch�ftigen brauchte. Es ist somit nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers im massgebenden Vergleichszeitraum in anspruchserheblichem Ausmass verschlimmert hat. Die Verwaltung, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, wird eine s�mtliche Aspekte des vorliegenden Falles umfassende interdisziplin�re Begutachtung, vorzugsweise in der hierf�r spezialisierten Abkl�rungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS), einzuholen haben. Anschliessend wird sie �ber den Rentenanspruch neu verf�gen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem durch eine Beratungsstelle f�r Ausl�nder vertretenen, obsiegenden Beschwerdef�hrer steht nach Massgabe der zu Art. 159 Abs. 1 und 2 OG ergangenen Rechtsprechung (BGE 122 V 278; nicht ver�ffentlichtes Urteil M. vom 12. April 2000, U 389/99) eine reduzierte Parteientsch�digung zu.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 22. Mai 2001 und die Verf�gung vom 8. November 1999 aufgehoben werden und die Sache an die IV−Stelle Glarus zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Rentenanspruch neu verf�ge.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, der Ausgleichskasse des Kantons Glarus, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 3. September 2002