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Timestamp: 2020-08-10 18:38:05
Document Index: 33899506

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 8', '§ 138', '§ 17', '§ 1', '§ 8', '§ 17', '§ 138', '§ 18', '§ 179', '§ 180', '§ 182', '§ 1', '§ 17', '§ 138', '§ 180', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 138', '§ 17', '§ 126', '§ 138', '§ 180', '§ 18', '§ 138', '§ 138', '§ 171', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 138', '§ 17', '§ 17', '§ 8', '§ 138']

BFH, Urteil v. 20.10.2004 - II R 27/03 - NWB Urteile
BFH v. 20.10.2004 - II R 27/03
BFH Urteil v. 20.10.2004 - II R 27/03 BStBl 2005 II S. 105
1. Bei der gesonderten Feststellung der Besteuerungsgrundlagen nach § 17 Abs. 3 GrEStG (i.d.F. bis 30. Dezember 2001 ) erfolgt die Feststellung der als Bemessungsgrundlage anzusetzenden Werte nach § 8 Abs. 2 Satz 1 GrEStG i.V.m. § 138 Abs. 2 und 3 BewG in einem verselbständigten Feststellungsverfahren. Innerhalb dieses zweistufigen Feststellungsverfahrens entfaltet der den Grundbesitz- oder Grundstückswert feststellende Bescheid im Umfang des ihm zugewiesenen Regelungsbereichs Bindungswirkung für den Bescheid nach § 17 Abs. 3 GrEStG.
Gesetze: GrEStG § 1 Abs. 3GrEStG § 8 Abs. 2 Satz 1GrEStG § 17 Abs. 2, Abs. 3 und Abs. 3 aBewG § 138 Abs. 2, Abs. 3, Abs. 5AO 1977 § 18 Abs. 1 Nr. 1AO 1977 § 179 Abs. 1 Satz 1AO 1977 § 180 Abs. 1 Nr. 1AO 1977 § 182 Abs. 1
Instanzenzug: FG Münster vom 25. April 2002 3 K 5694/99 F (EFG 2003, 1458) BFH II R 27/03 (Verfahrensverlauf), BFH - II R 27/03, Verfahrensverlauf
Der Kläger und Revisionskläger (Kläger) wurde aufgrund eines Anteilskaufs durch Vertrag vom 1. Oktober 1997 Inhaber sämtlicher Anteile der „A…Gesellschaft mbH” (GmbH) mit Sitz in B; zum Vermögen der GmbH gehörten Grundstücke in den Bezirken der Finanzämter G, B und des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt —FA—). Für diesen Rechtsvorgang i.S. des § 1 Abs. 3 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) stellte das Finanzamt B (Geschäftsleitungsfinanzamt), in dessen Bezirk sich die Geschäftsleitung der GmbH befand, die Besteuerungsgrundlagen für die Grunderwerbsteuer gemäß § 17 GrEStG gesondert fest.
Das FA stellte durch Bescheid vom 17. November 1998 über die gesonderte Feststellung zum 1. Oktober 1997 den Grundstückswert für ein in seinem Bezirk gelegenes Grundstück der GmbH fest.
Einspruch und Klage hiergegen, mit denen der Kläger geltend machte, das FA sei für die Feststellung des Grundbesitzwerts nicht zuständig, blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) bejahte die örtliche Zuständigkeit des FA aufgrund § 138 Abs. 5 des Bewertungsgesetzes (BewG) i.V.m. § 180 Abs. 1 Nr. 1 und § 18 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO 1977). Die Zuständigkeitsregelung in § 17 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GrEStG stehe der Zuständigkeit des FA als Lagefinanzamt nicht entgegen. Der vom FA erlassene Feststellungsbescheid sei Grundlagenbescheid für die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen durch das Geschäftsleitungsfinanzamt nach § 17 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GrEStG. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2003, 1458 veröffentlicht.
Mit der Revision rügt der Kläger die Verletzung von § 17 Abs. 3 GrEStG. Diese Vorschrift normiere für die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen die alleinige, auch die Feststellung der Werte nach § 138 Abs. 2 und 3 BewG einschließende Zuständigkeit des Geschäftsleitungsfinanzamts. Nur diese Auslegung des § 17 Abs. 3 GrEStG werde dem mit dieser Vorschrift verfolgten Zweck der Vereinfachung und Vereinheitlichung gerecht.
Der Kläger beantragt sinngemäß, das Urteil des FG Münster vom 25. April 2002 sowie den Bescheid über die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundstückswerts vom 17. November 1998 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. August 1999 aufzuheben.
Die Revision ist unbegründet und deshalb zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung —FGO—). Das FG hat zu Recht die Zuständigkeit des FA zum Erlass des angegriffenen Bescheids über die gesonderte Feststellung des Grundstückswerts zum 1. Oktober 1997 bejaht.
1. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des Finanzamts für die getroffene Wertfeststellung ergibt sich nach § 138 Abs. 5 Satz 3 BewG i.V.m. § 180 Abs. 1 Nr. 1 und § 18 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977. Bescheide über die gesonderte Feststellung der Grundbesitz- oder Grundstückswerte (§ 138 Abs. 5 i.V.m. § 138 Abs. 2 oder 3 BewG) sind Grundlagenbescheide i.S. des § 171 Abs. 10 AO 1977 für die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen nach § 17 Abs. 3 GrEStG.
2. Entgegen der Auffassung des Klägers ergibt sich aus § 17 Abs. 2 und 3 GrEStG keine Zuständigkeit des Geschäftsleitungsfinanzamts.
b) § 17 Abs. 3 GrEStG lässt die örtliche und sachliche Zuständigkeit der Lagefinanzämter für die gesonderte Feststellung des Grundbesitz- oder Grundstückswerts unberührt. Die Feststellung der als Bemessungsgrundlage anzusetzenden Werte nach § 138 Abs. 2 und 3 BewG erfolgt in einem gegenüber der gesonderten Feststellung nach § 17 Abs. 3 GrEStG verselbständigten Feststellungsverfahren. Dem § 17 Abs. 3 GrEStG kommt gegenüber § 8 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG i.V.m. § 138 Abs. 2 und 3 —und damit auch Abs. 5— BewG nicht die Bedeutung einer Spezialvorschrift zu. Vielmehr verhält es sich umgekehrt.
BFH 18.1.2006 - II B 117/05
FG Münster 25.4.2002 - 3 K 5694/99 F
BStBl 2005 II Seite 105
BB 2005 S. 35 Nr. 1
BFH/NV 2005 S. 311
BFH/NV 2005 S. 311 Nr. 2
BStBl II 2005 S. 105 Nr. 2
DB 2004 S. 2793 Nr. 52
DStR 2005 S. 24 Nr. 1
HFR 2005 S. 144
INF 2005 S. 49 Nr. 2
NWB-Eilnachricht Nr. 45/2006 S. 3809
OAAAB-40531
Pahlke, BFH-Rechtsprechung zur Grunderwerbsteuer im Jahr 2005, NWB 45/2006 S. 3801