Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=610
Timestamp: 2019-02-23 21:20:57
Document Index: 91838148

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 1476', '§ 1477', '§ 19', '§ 1478', '§ 1479', '§ 1480', '§ 1476', '§ 1477', '§ 19', '§ 1478', '§ 1479', '§ 1480']

Der weinschank ist eine vom landesherrn er-
teilte gerechtsame, wein in kleinem gemäse zu ver-
kaufen, Fritsch de iure oenopolii cap. II num.
7, vol. II Allein sovil die selbst gezogene weine
belanget, kan ein ieder solche faßweise verkaufen.
tung kan
iedermann
wein ein-
Zu seiner haushaltung mag ein ieder weine
kaufen, wenn er nur selbigen seinen hausleuten
nicht verkaufet. In den privilegien der Marbur-
gischen universität tit. I § 19 heisset es von den
Marburgischen professoren: iidem pro se et fa-
milia vinum ementes, praeter pretium nihil
pendunto. Zu Franecker und Gröningen haben
die studenten den trinkwein frei, welches auch auf
andern universitäten befunden wird.
omgeld da-
von erleget
Im übrigen muß ein ieder, welcher wein kau-
fet, um- oder om-gelt davon geben, wenn er deß-
falls nicht frei ist. Um- oder omgelt wird von
om, einem weinmaase also genennet, und bedeutet
eine abgabe vom erkauften weine, Wehner am
a. o. unter dem worte ungelt. Man nennet es
auch tranksteuer, wein-accise, wein-zoll, Fritsch
am a. o. cap. IIII num. 10, Leiser im iure geor-
gico III, 20, wenn nämlich vom ankommenden
weine der herrschaft ein gewisses erleget werden
muß. Nach befinden kan man den ausländi-
schen wein z. e. Franzwein etc. höher ansezen.
vom wein-
Im Hombergischen landtags-abschide vom
jare 1553 ist verordnet, daß von iedem fuder wei-
ne, das in keller zum trunke oder verkaufe einge-
leget wird, 21/2 fl. ieden zu 26 Alb. bezalet wer-
Der weinſchank iſt eine vom landesherrn er-
teilte gerechtſame, wein in kleinem gemaͤſe zu ver-
kaufen, Fritſch de iure oenopolii cap. II num.
7, vol. II Allein ſovil die ſelbſt gezogene weine
belanget, kan ein ieder ſolche faßweiſe verkaufen.
Zu ſeiner haushaltung mag ein ieder weine
kaufen, wenn er nur ſelbigen ſeinen hausleuten
giſchen univerſitaͤt tit. I § 19 heiſſet es von den
Marburgiſchen profeſſoren: iidem pro ſe et fa-
pendunto. Zu Franecker und Groͤningen haben
die ſtudenten den trinkwein frei, welches auch auf
andern univerſitaͤten befunden wird.
Im uͤbrigen muß ein ieder, welcher wein kau-
falls nicht frei iſt. Um- oder omgelt wird von
om, einem weinmaaſe alſo genennet, und bedeutet
auch trankſteuer, wein-acciſe, wein-zoll, Fritſch
am a. o. cap. IIII num. 10, Leiſer im iure geor-
gico III, 20, wenn naͤmlich vom ankommenden
weine der herrſchaft ein gewiſſes erleget werden
muß. Nach befinden kan man den auslaͤndi-
ſchen wein z. e. Franzwein ꝛc. hoͤher anſezen.
Im Hombergiſchen landtags-abſchide vom
jare 1553 iſt verordnet, daß von iedem fuder wei-
leget wird, 2½ fl. ieden zu 26 Alb. bezalet wer-
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[598/0610] XXXIII haubtſtuͤck § 1476 Der weinſchank iſt eine vom landesherrn er- teilte gerechtſame, wein in kleinem gemaͤſe zu ver- kaufen, Fritſch de iure oenopolii cap. II num. 7, vol. II Allein ſovil die ſelbſt gezogene weine belanget, kan ein ieder ſolche faßweiſe verkaufen. § 1477 Zu ſeiner haushaltung mag ein ieder weine kaufen, wenn er nur ſelbigen ſeinen hausleuten nicht verkaufet. In den privilegien der Marbur- giſchen univerſitaͤt tit. I § 19 heiſſet es von den Marburgiſchen profeſſoren: iidem pro ſe et fa- milia vinum ementes, praeter pretium nihil pendunto. Zu Franecker und Groͤningen haben die ſtudenten den trinkwein frei, welches auch auf andern univerſitaͤten befunden wird. § 1478 Im uͤbrigen muß ein ieder, welcher wein kau- fet, um- oder om-gelt davon geben, wenn er deß- falls nicht frei iſt. Um- oder omgelt wird von om, einem weinmaaſe alſo genennet, und bedeutet eine abgabe vom erkauften weine, Wehner am a. o. unter dem worte ungelt. Man nennet es auch trankſteuer, wein-acciſe, wein-zoll, Fritſch am a. o. cap. IIII num. 10, Leiſer im iure geor- gico III, 20, wenn naͤmlich vom ankommenden weine der herrſchaft ein gewiſſes erleget werden muß. Nach befinden kan man den auslaͤndi- ſchen wein z. e. Franzwein ꝛc. hoͤher anſezen. § 1479 Im Hombergiſchen landtags-abſchide vom jare 1553 iſt verordnet, daß von iedem fuder wei- ne, das in keller zum trunke oder verkaufe einge- leget wird, 2½ fl. ieden zu 26 Alb. bezalet wer- den ſollen. § 1480
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 598. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/610>, abgerufen am 23.02.2019.