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Timestamp: 2019-07-22 13:36:32
Document Index: 349429471

Matched Legal Cases: ['§ 86', '§ 98', '§ 86', '§ 86', '§ 1', '§ 98', '§ 98', '§ 1', '§ 86', '§ 98', '§ 86', '§ 130', '§ 98', '§ 98', '§ 130', '§ 1', '§ 98', '§ 87', '§ 98', '§ 1', '§ 1', '§ 104', '§ 86', '§ 1', '§ 86', '§ 60', '§ 86']

BVerwG, 29.06.2001 - 1 B 131.00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1000
BVerwG, 29.06.2001 - 1 B 131.00 (https://dejure.org/2001,1000)
BVerwG, Entscheidung vom 29.06.2001 - 1 B 131.00 (https://dejure.org/2001,1000)
BVerwG, Entscheidung vom 29. Juni 2001 - 1 B 131.00 (https://dejure.org/2001,1000)
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Ablehnung von Beweisanträgen; Substantiierung Zeugenbeweisantrag; Ermittlung ausländischen Rechts.
Ablehnung von Beweisanträgen - Substantiierung - Zeugenbeweisantrag - Ermittlung ausländischen Rechts
VwGO § 86, VwGO § 98
Beweisantrag, Zeugen, Substantiierung
VwGO §§ 86 98
VG Regensburg, 22.09.1995 - RO 14 K 94.31847
NVwZ-RR 2002, 311
Die Pflicht zur Substanziierung eines Zeugenbeweisantrags bezieht sich deshalb zum einen auf das Beweisthema, also auf die Bestimmtheit der Beweistatsachen und deren Wahrheit, und zum anderen darauf, welche einzelnen Wahrnehmungen der angebotene Zeuge in Bezug auf die Beweistatsachen (oder auf die zu deren Ermittlung dienenden Hilfstatsachen oder Indiztatsachen) selbst gemacht haben soll (stRspr, vgl. Urteile vom 29. August 1963 - BVerwG 8 C 248.63 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 7 und vom 8. Februar 1983 - BVerwG 9 C 598.82 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 2, Beschlüsse vom 29. Juni 2001 - BVerwG 1 B 131.00 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63 und vom 2. November 2007 - BVerwG 7 BN 3.07 - [...]).
Das Berufungsgericht hat seine Pflicht zur Gewährung rechtlichen Gehörs und Aufklärung des Sachverhalts von Amts wegen ferner auch dadurch verletzt, dass es die Frage der aserbaidschanischen Staatsangehörigkeit der Kläger nur anhand der zitierten ausländischen Rechtsvorschriften "aus eigener Rechtskunde" (BA S. 9) beurteilt hat, ohne die ausländische Rechtslage und Rechtspraxis zu ermitteln (vgl. Beschluss vom 25. Juni 2004 - BVerwG 1 B 230.03 - ; Beschluss vom 29. Juni 2001 - BVerwG 1 B 131.00 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63 = NVwZ-RR 2002, 311; Beschluss vom 29. März 2000 - BVerwG 9 B 128.00 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 233; Beschluss vom 4. Oktober 1995 - BVerwG 1 B 138.95 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 172 = InfAuslR 1996, 21; Beschluss vom 18. Dezember 1991 - BVerwG 1 B 139.91 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 41).
Im Übrigen findet § 86 Abs. 2 VwGO, auf den sich die Beschwerde möglicherweise berufen will, im vereinfachten Berufungsverfahren nach § 130 a VwGO nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich keine Anwendung (vgl. etwa Beschluss vom 29. Juni 2001 BVerwG 1 B 131.00 Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63 S. 26).
Was die Pflicht zur Substanziierung eines Zeugenbeweisantrags anbelangt, so hat sie sich auf das Beweisthema, also die Bestimmtheit der Beweistatsachen und deren Wahrheit, und darauf zu beziehen, welche einzelnen Wahrnehmungen der angebotene Zeuge in Bezug auf die Beweistatsachen selbst gemacht haben soll (Beschluss vom 29. Juni 2006 BVerwG 1 B 131.00 Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63).
Das Berufungsgericht hat aber keine weitergehenden Erkenntnisse zu der maßgeblichen konkreten Rechtspraxis der Russischen Föderation bezeichnet (s. - zum Asylverfahren - Beschlüsse vom 10. Dezember 2004 - BVerwG 1 B 12.04 - Buchholz 310 § 130a VwGO Nr. 67, vom 25. Juni 2004 - BVerwG 1 B 230.03 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 282 und vom 29. Juni 2001 - BVerwG 1 B 131.00 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63 = NVwZ-RR 2002, 311; s.a. Urteil vom 20. April 2004 - BVerwG 1 C 13.03 - BVerwGE 120, 298 = Buchholz 402.240 § 87 AuslG Nr. 2).
Nur auf der Grundlage solcher Angaben kann das Gericht prüfen, ob die beantragte Beweisaufnahme durch Vernehmung des Zeugen zur Aufklärung des entscheidungserheblichen Sachverhalts beitragen kann (vgl. BVerwG, Beschl. v. 29.06.2001 - 1 B 131/00 - InfAuslR 2001, 466).
Nur auf der Grundlage solcher Angaben kann das Gericht prüfen, ob die beantragte Beweisaufnahme durch Vernehmung des Zeugen zur Aufklärung des entscheidungserheblichen Sachverhalts beitragen kann und deshalb entweder im Rahmen der dem Gericht von Amts wegen obliegenden Aufklärungspflicht oder mangels Vorliegens eines prozessrechtlich zulässigen Ablehnungsgrundes durchzuführen ist (Beschlüsse vom 29. Juni 2001 - BVerwG 1 B 131.00 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 63 und vom 28. Oktober 2002 - BVerwG 5 B 225.02 - BA S. 14 jeweils m.w.N.).
Zudem handelt es sich insoweit nicht um einen Beweisantrag, sondern um einen Beweisermittlungsantrag, der auch zu unbestimmt und unsubstantiiert ist (vgl. BVerwG, B. v. 29.6. 2001 - 1 B 131/00 - NVwZ-RR 2002, 311).
Der Antrag unterstellt, die benannten Zeugen könnten bereits vor Erstellung der Atteste Beobachtungen gemacht haben, aus denen sie auf die zu beweisende Tatsache schließen konnten, legt aber nicht im Einzelnen dar, bei welcher Gelegenheit dies der Fall gewesen sein soll (vgl. BVerwG, B. v. 29.6.2001 - 1 B 131/00 - NVwZ-RR 2002, 311).
An der Glaubhaftmachung von Verfolgungsgründen fehlt es in der Regel, wenn der Asylsuchende im Lauf des Verfahrens unterschiedliche Angaben macht und sein Vorbringen nicht auflösbare Widersprüche enthält, wenn seine Darstellung nach der Lebenserfahrung oder aufgrund der Kenntnis entsprechender vergleichbarer Geschehensabläufe unglaubhaft erscheint, sowie auch dann, wenn er sein Asylvorbringen im Laufe des Asylverfahrens steigert, insbesondere wenn er Tatsachen, die er für sein Asylbegehren als maßgeblich bezeichnet, ohne vernünftige Erklärung erst sehr spät in das Verfahren einführt (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.11.1990 - 2 BvR 1095/90 -, InfAuslR 1991, 94; BVerwG, Urteil vom 30.10.1990 - 9 C 72.89 -, Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 135; Beschlüsse vom 29.01.1989 - 9 B 239/89 -, Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 113, vom 19.03.1991 - 9 B 56.91 -, Buchholz 310 § 104 VwGO Nr. 25 und vom 29.06.2001 - 1 B 131.00 -, InfAuslR 2001, 466).
Diese bezieht sich zum einen auf das Beweisthema, also die Bestimmtheit der Beweistatsachen und deren Wahrheit, und zum anderen darauf, welche einzelnen Wahrnehmungen der angebotene Zeuge in Bezug auf das Beweisthema (also in Bezug auf die Beweistatsachen oder auf die zu deren Ermittlung dienenden Hilfstatsachen oder Indiztatsachen) selbst gemacht haben soll (…vgl. Dawin, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, § 86 Rn. 92 ff. und BVerwG, Urteil vom 8. Februar 1983 - BVerwG 9 C 598.82 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 2 = InfAuslR 1983, 185; Beschluss vom 9. August 1993 - BVerwG 5 B 1.93 - ; Beschluss vom 25. Januar 1988 - BVerwG 7 CB 81.87 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 196 = NJW 1988, 1746; Urteil vom 26. April 1988 - BVerwG 9 C 271.86 - Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 155; Beschluss vom 20. Juli 1998 - BVerwG 9 B 10.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 39 = DVBl 1999, 100; Beschluss vom 3. Juli 1998 - BVerwG 9 B 1204.97 - ; Beschluss vom 29. Juni 2001 - BVerwG 1 B 131.00 - ).
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