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Timestamp: 2018-01-23 17:59:09
Document Index: 262378121

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 223', '§ 212', '§ 223', '§ 212', '§ 223', '§ 212', '§ 212', '§ 229', '§ 107']

Jurawelt-Forum • Thema anzeigen - Verweisen/Aufbauproblem
Aktuelle Zeit: Dienstag 23. Januar 2018, 18:59
Verweisen/Aufbauproblem
Betreff des Beitrags: Verweisen/Aufbauproblem
Verfasst: Mittwoch 6. April 2005, 19:23
Registriert: Dienstag 1. März 2005, 08:10
Wenn man bei einem Delikt der Vorsatz (z.B § 212) problematisch ist, man ihn aber ablehnen muss und dann das noch andere Delikte hat (z.B. § 223), die ebenfalls wieder am Vorsatz scheitern, kann man dann diesbezüglich nach oben z.B. auf den § 212 verweisen obwohl es ja ein anderes Delikt ist? Muss man dann bei allen anderen in Betracht kommenden Delikten (z.B. § 223) auch wieder den obj. Tatbestand komplett durchprüfen und dann erst den Vorsatz verneinen?
Weil der Vorsatz zu verneinen ist prüft man ja dann die entsprechenden Fahrlässigkeitsdelikte, wäre es vielleicht geschickter nur einmal den Vorsatz zu problematisieren (also bei § 212) und alle nachfolgenden Delikte direkt als Fahrlässigkeitsdelikt zu prüfen, oder ist es dann unsauber?
Hoffentlich hat das jetzt jemand verstanden. Wäre dankbar für eure Hilfe.
Juramuckel
Verfasst: Donnerstag 7. April 2005, 00:05
Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 11:14
Eine jursitische Antwort: das kommt drauf an. Du darft grundsätzlich nichts überflüssiges schreiben. Was überflüssig ist, kommt drauf an wo die Schwerpunkte des Falls sind. Ob du eine Prüfung lange ausführst und ablehnst, nur kurz erwähnst und ablehnst, oder gar nicht erwähnst und gleich fahrlässigkeit prüfst kommt ganz drauf an.
Tatbestandsirrtum durch juristisches Repetitorium: AG Siegenburg NJW 2004; S. 3725
whitsunrose
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 06:09
Registriert: Dienstag 15. Februar 2005, 21:02
Naja... sagen wir mal so.Tötungsvorsatz ist nicht dasselbe wie Körperverletzungsvorsatz. Also schon prüfen.
Allerdings müsste das ganze objektive Tatbestands Zeugs realtiv kurz in zwei drei Sätzen zu machen sein, wenn dort kein Problem gelagert ist.
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 07:41
Also kann ich dann nicht bei § 223 auf die Ausführungen bei § 212 verweisen? Dann müsste man ja alles nochmal prüfen und im Prinzip nochmal dasselbe schreiben. Kann man nicht schreiben, dass der Vorsatz aus den selben Gründen wie bei § 212 zu verneinen ist?
ProstG!
Verfasst: Freitag 8. April 2005, 08:25
Registriert: Montag 26. April 2004, 20:43
Du musst dich fragen, was der Täter wollte. Es ist natürlich etwas anderes, ob er sich denkt: "dem hau ich mal eine auf den Arm" oder "den schlag ich mit voller Wucht nieder und wenn er dann hin is, mir auch egal".
Ist aber gar keine direkt gegen die Körperintegrität geführte Aktion erkennbar. z.B. T wirft eine Bananenschale auf den Boden. O rutsch aus und verletzt sich. Dann kann man wohl sehr schnell zu § 229 kommen und vorher sagen, dass jedes andere Delikt am Vorsatz scheitern würde.
"Der Stellvertreter hat nur dann die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden, wenn dieser behindert ist" (§ 107 I 3 AktG)