Source: http://www.autounfallschaden.de/urteilsdatenbank/unfaellehaftungundschadensersatz/teil2/haarwildunfall.html
Timestamp: 2017-10-21 06:35:53
Document Index: 232437184

Matched Legal Cases: ['§ 62', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 62', '§ 97']

Haarwildunfall
Urteil 64
Für einen Haarwildunfall trifft die Beweispflicht grundsätzlich den Autofahrer.
Soweit der Kläger bestreitet, dem Jungfuchs ausgewichen zu sein und die Klageforderung auf Rettungspflicht gemäß §§ 62, 63 VVG stützt, bleibt die Berufung ebenfalls ohne Erfolg. Zwar setzt die Rettungspflicht nicht voraus, dass der Versicherungsfall bereits eingetreten ist, es genügt Vorerstreckung auf den Zeitpunkt, in welchen der Versicherungsfall unmittelbar bevorsteht (vgl. BGH in BGHZ 113.359), doch ist bei einem die Straße querenden Jungfuchs ein Ausweichen objektiv nicht geboten. Dies ist für niederes Haarwald wie Hasen und Kaninchen klar zu verneinen (vgl. BGH in VersR 1997.351; OLG Karlsruhe in r + s 1993.450), ebenso auch für einen Dachs (vgl. OLG Frankfurt in zfs 1995.342) und ist für einen Jungfuchs ebenfalls abzulehnen, weil durch eine Kollision mit solchen Tieren allenfalls geringe Schäden am Fahrzeug zu besorgen sind, die in keinem Verhältnis zu den durch Richtungsänderung - besonders im Kurvenbereich - in Kauf genommenen schweren Unfallschäden stehen. Aus diesem Grunde schließt sich der Senat der allgemeinen Auffassung an, dass bei Kleintieren ein Ausweichmanöver weder objektiv geboten noch nach § 62 VVG gefordert oder gedeckt ist (vgl. OLG Karlsruhe und OLG Frankfurt a. a. O.), weshalb die Berufung mit den Nebenfolgen aus §§ 97, 708 Nr. 10, 713 ZPO zurückzuweisen waren.
Fahrradunfall in Fußgängerzone zwei rückwärtsfahrende Autos