Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/bewaffneter-btm-handel-390139
Timestamp: 2019-12-15 16:12:15
Document Index: 69407781

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bewaff­ne­ter BTM-Han­del | Rechtslupe
Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben im Sin­ne von § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG setzt vor­aus, dass der Täter die Schuss­waf­fe (oder den sons­ti­gen Gegen­stand) bei der Tat mit sich führt, sie also bewusst gebrauchs­be­reit in der Wei­se bei sich hat, dass er sich ihrer jeder­zeit bedie­nen kann.
Dies ist der Fall, wenn dem Täter die Waf­fe in Griff­nä­he oder zumin­dest so zur Ver­fü­gung steht, dass ihm der Zugriff hier­auf ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand mög­lich ist 1.
Setzt sich die Tat aus meh­re­ren Ein­zel­ak­ten zusam­men, so reicht es zur Tat­be­stands­er­fül­lung aus, wenn der qua­li­fi­zie­ren­de Umstand nur bei einem Ein­zel­akt ver­wirk­licht ist.
Als sol­cher kommt zwar auch das Vor­rä­tig­hal­ten des Betäu­bungs­mit­tels in Betracht, denn dabei han­delt es sich um einen Teil­akt der eigen­nüt­zi­gen, auf den Betäu­bungs­mit­tel­um­satz gerich­te­ten Tätig­keit 2. Jedoch erfor­dert § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG für die­sen Fall, dass der Täter zugleich Betäu­bungs­mit­tel und Waf­fe in der Wei­se ver­fü­gungs­be­reit hält, dass er beim Umgang mit dem Betäu­bungs­mit­tel jeden­falls ohne nen­nens­wer­ten Zeit­auf­wand auf die Waf­fe zugrei­fen kann 3.
Hier­zu bedarf es aller­dings nicht not­wen­dig eines unmit­tel­ba­ren Han­tie­rens mit dem Betäu­bungs­mit­tel unter Zugriffs­mög­lich­keit auf die Waf­fe; viel­mehr genügt etwa, dass der Täter sowohl die Waf­fe als auch das Betäu­bungs­mit­tel der­ge­stalt in Ver­wah­rung hält, dass ihm der gleich­zei­ti­ge Zugriff hier­auf mög­lich wäre 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2014 – 3 StR 503/​14
Bewaff­ne­tes Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln – und das… Das für die Ver­wirk­li­chung des Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stan­des 5 not­wen­di­ge Mit­sich­füh­ren von Gegen­stän­den, die zur Ver­let­zung…
vgl. nur BGH, Urteil vom 15.11.2007 – 4 StR 435/​07, BGHSt 52, 89, 92 f.[↩]
BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 10 f.[↩]
BGH, aaO S. 13; Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12, NStZ-RR 2013, 150, 151[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/​12, NStZ-RR 2013, 150, 151[↩]