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Timestamp: 2016-10-21 18:35:38
Document Index: 31434584

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 12', 'BGE']

K.________, 1948, Beschwerdef�hrer,
A.- Die IV-Stelle Luzern hatte mit in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 8. Februar 1996 bereits ein erstes Gesuch um �bernahme der Kontaktlinsen wegen der "Myopia permagna beidseits" (Bericht des Augenarztes Dr.
med. T.________ vom 10. Mai 1995) abgelehnt, bevor sich der 1948 geborene K.________ am 3. Juni 2000 wegen den seit Geburt bestehenden Sehst�rungen erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung anmeldete. Dr. med.
T.________ f�hrte am 30. Mai und 20. Juni 2000 je eine Kataraktoperation am rechten und linken Auge des Versicherten in der Augentagesklinik X.________ durch. Nach medizinischen Abkl�rungen lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren in Bezug auf die durchgef�hrten Augenoperationen ab (Verf�gung vom 24. November 2000).
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde des Versicherten wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern nach Einholung eines Berichts des Dr. med. T.________ vom 21. Februar 2001 ab (Entscheid vom 27. M�rz 2001).
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneuert K.________ seinen bereits vorinstanzlich gestellten Antrag, die Augenoperationen seien von der IV-Stelle als Eingliederungsmassnahmen zu �bernehmen.
1.- a) Nach Art. 12 Abs. 1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeintr�chtigung zu bewahren.
Diese Bestimmung bezweckt namentlich, die Aufgabenbereiche der Invalidenversicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfallversicherung anderseits gegeneinander abzugrenzen. Diese Abgrenzung beruht auf dem Grundsatz, dass die Behandlung einer Krankheit oder einer Verletzung ohne R�cksicht auf die Dauer des Leidens prim�r in den Aufgabenbereich der Kranken- und Unfallversicherung geh�rt (BGE 104 V 81 Erw. 1, 102 V 41 f.).
Die Invalidenversicherung �bernimmt in der Regel nur solche medizinische Vorkehren, die unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler oder wenigstens relativ stabilisierter Defektzust�nde oder Funktionsausf�lle hinzielen und welche die Wesentlichkeit und Best�ndigkeit des angestrebten Erfolges gem�ss Art. 12 Abs. 1 IVG voraussehen lassen (BGE 120 V 279 Erw. 3a mit Hinweisen; AHI 2000 S. 298 Erw. 1a).
b) Wesentlich im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG ist der durch eine Behandlung erzielte Nutzeffekt nur dann, wenn er in einer bestimmten Zeiteinheit einen erheblichen absoluten Grad erreicht (BGE 98 V 211 Erw. 4b). Durch die medizinischen Massnahmen soll in der Regel innerhalb einer gewissen Mindestdauer eine gewisse Mindesth�he an erwerblichem Erfolg erwartet werden k�nnen. Inwieweit der voraussichtliche Eingliederungserfolg noch als wesentlich bezeichnet werden kann, l�sst sich nicht generell sagen, sondern ist auf Grund der Besonderheiten des Einzelfalles zu entscheiden.
Die Frage nach der Wesentlichkeit des Eingliederungserfolges h�ngt ferner ab von der Schwere des Gebrechens einerseits sowie von der Art der ausge�bten bzw. im Sinne bestm�glicher Eingliederung in Frage kommenden Erwerbst�tigkeit anderseits; pers�nliche Verh�ltnisse der versicherten Person, die mit ihrer Erwerbst�tigkeit nicht zusammenh�ngen, sind dabei nicht zu ber�cksichtigen (BGE 122 V 80 Erw. 3b/cc, 115 V 199 Erw. 5a und 200 Erw. 5c mit Hinweisen; AHI 2000 S. 298 Erw. 1b; ZAK 1990 S. 201 f. Erw. 5a).
c) Dauernd im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG ist der von einer medizinischen Eingliederungsmassnahme zu erwartende Eingliederungserfolg, wenn die konkrete Aktivit�tserwartung gegen�ber dem statistischen Durchschnitt nicht wesentlich herabgesetzt ist. Wegen der tats�chlichen medizinisch-prognostischen M�glichkeiten ist der Eingliederungserfolg bei j�ngeren Versicherten als dauernd zu betrachten, wenn er wahrscheinlich w�hrend eines bedeutenden Teils der Aktivit�tserwartung erhalten bleiben wird. Diesbez�glich kann auf die Angaben in der 5. Auflage der Barwerttafeln Schaetzle/ Weber (Z�rich 2001) abgestellt werden, welche auf den tats�chlichen Erfahrungen der Invalidenversicherung beruhen (BGE 104 V 83 Erw. 3b; AHI 2000 S. 298 f. Erw. 1c mit Hinweisen).
2.- a) Die operative Behandlung des grauen Stars (Kataraktoperation) ist nach st�ndiger Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts nicht auf die Heilung labilen pathologischen Geschehens gerichtet, sondern zielt darauf ab, das sonst sicher spontan zur Ruhe gelangende und alsdann stabile oder relativ stabilisierte Leiden durch Entfernung der tr�b und daher funktionsunt�chtig gewordenen Linse zu beseitigen (BGE 105 V 150 Erw. 3a; AHI 2000 S. 299 Erw. 2a mit Hinweisen). Eine Qualifizierung der Staroperation als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG kann daher grunds�tzlich in Frage kommen.
b) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Staroperationen beim Beschwerdef�hrer erfolgreich verlaufen sind. Das allein gen�gt jedoch nicht, um diese Operationen als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu qualifizieren, die von der Invalidenversicherung zu �bernehmen ist. Insbesondere die Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolges ist dann in Frage gestellt, wenn erhebliche krankhafte Nebenbefunde vorliegen, die ihrerseits geeignet sind, die Aktivit�tserwartung des Versicherten trotz der Operationen gegen�ber dem statistischen Durchschnitt wesentlich herabzusetzen. Diesfalls verm�gen die medizinischen Vorkehren bez�glich Dauerhaftigkeit und Wesentlichkeit f�r sich allein den Eingliederungserfolg nicht zu gew�hrleisten. Ob der Eingliederungserfolg dauerhaft und wesentlich sein wird, muss medizinisch-prognostisch beurteilt werden. Daf�r ist der medizinische Sachverhalt vor den fraglichen Operationen in seiner Gesamtheit massgebend (BGE 101 V 47 f. Erw. 1b, 97 f. Erw. 2b, 103 Erw. 3; AHI 2000 S. 299 Erw. 2b mit Hinweisen).
3.- Gem�ss der Rechtsprechung stellen die beim Beschwerdef�hrer diagnostizierte beidseitige Myopia permagna (Bericht des Dr. med. T.________, vom 10. Mai 1995), die "in letzter Zeit zunehmend Beschwerden" bereitete bei gleichzeitig tendenziell abnehmender Sehkraft (Bericht des Dr. med. T.________ vom 30. Juni 2000), sowie der Status nach operativ sanierter Netzhautabl�sung (ca. 1986 gem�ss Angaben des Beschwerdef�hrers bei der ersten Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen vom 7. April 1995) gravierende Nebenbefunde dar (AHI 2000 S. 299 Erw. 3 mit Hinweis auf nicht ver�ffentlichtes Urteil M. vom 9. September 1991, I 328/90), welche die Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolgs beeintr�chtigen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich als unbegr�ndet.