Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=12.07.2017&Aktenzeichen=VI%20R%2059/15
Timestamp: 2019-05-23 14:09:29
Document Index: 300557234

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 323', '§ 10', '§ 126', '§ 4', '§ 4', '§ 12', '§ 118', '§ 39', '§ 22', '§ 13', '§ 13', '§ 10', '§ 12', '§ 52', '§ 13', '§ 323', '§ 323', '§ 100', '§ 136', '§ 39', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 10', '§ 13', '§ 4', '§ 12', '§ 10', '§ 323', '§ 118', '§ 118', '§ 323']

BFH, 12.07.2017 - VI R 59/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,36005
BFH, 12.07.2017 - VI R 59/15 (https://dejure.org/2017,36005)
BFH, Entscheidung vom 12.07.2017 - VI R 59/15 (https://dejure.org/2017,36005)
BFH, Entscheidung vom 12. Juli 2017 - VI R 59/15 (https://dejure.org/2017,36005)
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Leistungen des Nutzungsberechtigten als Betriebsausgaben beim Wirtschaftsüberlassungsvertrag - Gesamtwürdigung von Verträgen durch das FG
§ 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes, § ... 4 Abs. 3 EStG, § 323 Zivilprozessordnung, § 10 Abs. 1 Nr. 1a EStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 4 Abs. 4 EStG, §§ 4 ff., 9 EStG, § 12 Nrn. 1 und 2 EStG, § 118 Abs. 2 FGO, § 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 der Abgabenordnung, § 22 Nr. 1 EStG, § 13a Abs. 3 Satz 2 EStG, §§ 13, 13a EStG, § 10 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2 Buchst. b EStG, § 12 Nr. 2 EStG, § 52 Abs. 23g EStG, § 13 EStG, § 323 der Zivilprozessordnung (ZPO), § 323 ZPO, § 100 Abs. 2 Satz 2 FGO, § 136 Abs. 1 Satz 1 FGO
§ 39 Abs 2 Nr 1 S 1 AO, § 2 Abs 2 EStG 2009, § 4 Abs 3 EStG 2009, § 4 Abs 4 EStG 2009, § 10 Abs 1 Nr 1a EStG 2009
Abzugsfähigkeit von auf einem Wirtschaftsüberlassungsvertrag beruhenden Leistungen als Betriebsausgaben; Versagung der steuerlichen Anerkennung eines Wirtschaftsüberlassungsvertrages wegen einem Fremdvergleich nicht standhaltender Regelungen
Leistungen des Nutzungsberechtigten als Betriebsausgaben beim Wirtschaftsüberlassungsvertrag
Abzugsfähigkeit von auf einem Wirtschaftsüberlassungsvertrag beruhenden Leistungen als Betriebsausgaben
Wirtschaftsüberlassungsvertrag - und der Fremdvergleich
Leistungen des Nutzungsberechtigten als Betriebsausgaben
Betriebsausgabenabzug für Leistungen aufgrund von Wirtschaftsüberlassungsverträgen
EStG § 13, EStG § 4 Abs 4, EStG § 12 Nr 2, EStG § 10 Abs 1 Nr 1a, ZPO § 323
Landwirtschaft, Wirtschaftsüberlassungsvertrag, Betriebsausgabe, Unterhalt, Versorgungsleistung, Änderungsmöglichkeit
BFH - IV R 13/15 (anhängig)
BFHE 258, 444
BB 2017, 2325
BB 2017, 2463
BStBl II 2018, 461
NZG 2018, 279
b) Das FG hat in seiner auf eine Vielzahl von Kriterien gestützten Würdigung, die weder gegen Erfahrungssätze noch gegen die Denkgesetze verstößt, für den Senat bindend (§ 118 Abs. 2 FGO) festgestellt (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 12. Juli 2017 VI R 59/15, BFHE 258, 444;… vom 3. Mai 2017 X R 9/14, BFH/NV 2017, 1164), dass weder die Klägerin noch die S-GmbH von der Einbeziehung ihrer Leistungsbezüge in eine Steuerhinterziehung wusste oder wissen konnte.
BFH, 21.06.2018 - V R 63/17
Sofern --wie hier-- keine zulässigen und begründeten Verfahrensrügen erhoben worden sind und die Sachverhaltswürdigung nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verstößt, ist der BFH als Revisionsgericht nach § 118 Abs. 2 FGO daran gebunden, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich möglich ist (vgl. BFH-Urteile vom 12. Juli 2017 VI R 59/15, BFHE 258, 444;… vom 11. November 2015 V R 3/15, BFH/NV 2016, 795; vom 27. Januar 2011 V R 21/09, BFHE 233, 77, BStBl II 2011, 524, Rz 24).
Die Vereinbarung der entsprechenden Geltung des § 323 ZPO in Wirtschaftsüberlassungsverträgen beruht daher in der Regel --jedenfalls bei Verträgen, die wie im Streitfall vor Veröffentlichung des Senatsurteils vom 12. Juli 2017 VI R 59/15 abgeschlossen wurden-- nicht auf privaten Gründen oder dem steuerlichen Missbrauch einer zivilrechtlichen Gestaltungsmöglichkeit, der durch den Fremdvergleich verhindert werden soll.
Indiz für die Zuordnung der Vertragsbeziehung zum betrieblichen Bereich ist insbesondere, ob der Vertrag sowohl nach seinem Inhalt als auch nach seiner tatsächlichen Durchführung dem entspricht, was zwischen Fremden üblich ist (BFH-Urteil vom 12. Juli 2017 VI R 59/15, BFHE 258, 444, BStBl II 2018, 461).
Diese Anforderungen gründen auf der Überlegung, dass es innerhalb eines Familienverbundes typischerweise an einem Interessensgegensatz fehlt und zivilrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten steuerrechtlich missbraucht werden können (BVerfG-Beschluss vom 07.11.1995 2 BvR 802/90, BStBl II 1996, 34; BFH-Urteil vom 12.07.2017 VI R 59/15, BFHE 258, 444, DStR 2017, 2164).