Source: https://www.flugrechte.eu/3043/umbuchung-von-condor-businessclass-auf-omniair-economy
Timestamp: 2019-10-17 03:18:51
Document Index: 210075197

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art.7', 'Art.5', 'Art.5', 'Art. 8', 'Art.7', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art.8']

Umbuchung von Condor BusinessClass auf OmniAir Economy - FLUGGASTRECHTE
Flugverlegung und Umbuchung durch Condor Flugdienst Antalya München DE5747
Ist das verspätete Eintreffen der Maschine am Flughafen wegen eines technischen Defektes auf dem Vorflug ein außergewöhnliche Umstand nach der Flug-Richtlinie?
Umbuchung von Condor BusinessClass auf OmniAir Economy
Wir haben Anfang des Jahres einen Flug im Juli mit Condor von Frankfurt/Main nach Baltimore gebucht und bezahlt. Heute kam ein Mail, dass sie das Ziel im Sommer nicht mehr anfliegen. Sie haben uns auf OmniAir Economy umgebucht und gleich den Minderpreis auf die Kreditkarte zurücküberwiesen.
Auf Nachfrage bei Condor sagte man mir, ich kann nicht mehr umbuchen, da ja schon der Betrag überwiesen wurde.
Ich habe Flugangst und will auf gar keinen Fall mit OmniAir fliegen. Von denen habe ich noch nie was gehört und ausserdem sollen die lt. Internet hauptsächlich Militär fliegen.
Kann mir jemand helfen??? Kann ich irgendwie umbuchen?
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Gefragt 19, Apr 2015 in Umbuchung von Anonym
wieder getaggt 11, Jun 2015 von admin
Ihre Frage würde ich gern unter folgenden Aspekten beantworten: (1) Ihre Rechte auf Grund von Flugannullierung, (2) Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, (3) Ihre Rechte auf Grund von Zurückstufung von Business in Economy-Klasse.
(1) Ihre Rechte aus Flugannullierung
Die Umbuchung auf Grund dessen, dass eine Flugstrecke aufgegeben wird, wird rechtlich als eine Flugannullierung behandelt. Ihnen stehen daher dieselben Rechte aus der Verordnung (EG) 261/2004 zu. Dazu gehört der Anspruch auf eine vergleichbare, anderweitige Beförderung bzw. ein Ersatzflug unter gleichen Bedingungen. Da der angebotene Ersatzflug, allem Anschein nach, für Sie nicht in Frage kommt, können Sie eigentlich nur noch eine vollständige Erstattung der Flugkosten gem. Art. 8, Abs. 1 lit. a) VO verlangen. Bevor Sie das tun, lohnt es sich vielleicht noch, mit der Condor zu sprechen, ob noch ein weiterer Ersatzflug gefunden werden kann.
(2) Anspruch auf eine Ausgleichszahlung
Da die Mail bei Ihnen früher, als zwei Wochen vor dem ursprünglichen Abflug eingegangen ist, steht Ihnen keine Ausgleichszahlung gem. Art. 7, Abs. 1 VO zu. Art. 5, Abs. 1, lit. c), i):
„c) vom ausführenden Luftfahrtunternehmen ein Anspruch auf Ausgleichsleistungen gemäß Artikel 7 eingeräumt, es sei denn,
i) sie werden über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet, oder […]“
Voraussichtlich können Sie also entweder noch hoffen, dass die Condor einen anderen Flug für Sie findet, oder Sie lassen sich den Flugpreis erstatten und verlieren somit den Anspruch auf die Flugbeförderung.
(3) Rechte auf Grund von Herabstufung von Business-Klasse in die Economy-Klasse
Die Entschädigung wegen der Herabstufung von der Business-Klasse in die Economy-Klasse muss sich nicht zwingenderweise nur auf den Unterschied im Flugpreis beschränken. Das Ziel Ihrer Flugreise liegt zwar nicht mehr in der Europäischen Gemeinschaft, für die die Verordnung 261/2004 gilt, jedoch ist Condor ein Flugunternehmen der Gemeinschaft, sodass die besagte Verordnung in vollem Umfang Anwendung findet. Ihnen steht mehr zu, als nur der Unterschied des Flugpreises zwischen Business und Economy. Art. 10, Abs. 2, lit. c):
„c) bei allen nicht unter Buchstabe a) oder b) fallenden Flügen, einschließlich Flügen zwischen dem europäischen Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten und den französischen überseeischen Departements, 75 % des Preises des Flugscheins.“
Die Buchstaben a) und b) des Artikels beinhalten Flüge über eine Entfernung von 1500 km oder weniger und Flüge über eine Entfernung von über 1.500 km und unter 3.000 km (mit einigen Ausnahmen, die in Ihrem Fall nicht relevant sind).
Darüber hinaus sollte diese Erstattung im Normallfall von der Airline aus innerhalb von sieben Tagen nach Bekanntgabe erfolgen, ohne dass Sie es ausdrücklich verlangen.
Der Anspruch auf diese Erstattung besteht immer dann, wenn Sie statt der gebuchten Business-Klasse in die Economy-Klasse umgebucht werden, also auch wenn jetzt doch noch ein akzeptabler Flug gefunden werden kann.
Beantwortet 22, Apr 2015 von seiun (3,510 Punkte)
anbei möchte ich auf Ihre Frage und Rechte eingehen.
Laut ihreren Angaben kann ihr Flugziel im Sommer nicht mehr angeflogen werden. Dies entspricht einer Flugannullierung, ihnen steht aus diesem Grund die gleichen Rechte zu, wie bei einer Flugannullierung nach der Verordnung (EG) Nr.261/2004 zu. Unter anderem stehen Passagieren gem. Art.7 VO bei einer Annullierung eine anderweitige Beförderung zu. Ein Ausgleichzahlungsanspruch zwischen 250€-600€ je nach Flugstrecke: 250€ bei Flugstrecken bis zu einer Entfernung von 1500 km; 400 € bei Föügen über einer Entfernung von 1500km; 600 € bei allen Flügen über 3500€.
Werden sie über die Annullierung zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der planmäßigen Abflugszeit unterrichtet muss ein Angebot zur anderweitigen Beförderung vorliegen mit höchstens vier Stunden nach planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen ( Art.5 I ii) VO). Bei weniger als sieben Tage Benachrichtigungszeit darf der anderweitige Flug am Endziel höchstens mit zwei Stunden Verspätung am planmäßigen Ankunftsziel landen (Art.5 I iii VO). Oder nach Art. 8 VO ein Anspruch aif vollständige Erstattung der Flugscheinkosten.
Bei rechtzeitiger Benachrichtigung seitens der Fluggesllschaft von mindestens zwei Wochen vor dem Abflugtermin, stehen dem Passagier kein Ausgleichsanpruch zu, Art.7 VO.
Folglich stehen Ihnen ein Anspruch auf ein Ersatzflug oder die Flugkostenerstattung zu.
Hinsichtlich der Herabsetzung von Business Class auf Economy Class werden die Anprüche in Art. 10 II VO (EG) 261/2004 geregelt. Liegt die Flugstrecke über 1500 km oder weniger erhalten Sie 30% des Flugscheinpreises . Bei einer Entfernung über 1500 km 1500 km in allem innergemeinschaftlichen Flügen (mit Einschrnkung siehe Art. 10 b) VO) und bei allen anderen Flügen zwischen 1500 km und 3500 km Entfernung 50 % des Flugscheinpreises. Bei allen anderen Flügen 75% des Flugscheinpreises.
Beantwortet 3, Mai 2015 von BOener (1,010 Punkte)
aus Ihrer Schilderung schließe ich, dass es sich um eine Annullierung Ihres Fluges handelt. Dementsprechend erschließen sich Ihre Rechte aus der EU-Fluggastrechteverordnung EG 261/2004. Gemäß Art.8 der Verordnung bei einer Flugannullierung muss das jeweilige Luftfahrtunternehmen eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Bedingungen stellen (was in Ihrem Fall auch geschehen ist). Möglicherweise können Sie noch nach weiteren Ersatzflügen fragen, müssten aber mit größeren Änderungen des eigentlichen Plans rechnen. Ersatzweise kann auch die Erstattung des Flugpreises in Frage kommen. Danach müssten Sie allerdings selber für eine neue Beförderung sorgen.
Ausgleichszahlungen kommen für Sie nicht in Betracht, da Sie ausreichend im Vorzug über die Planänderung informiert wurden.
Falls Sie den Flug allerdings doch antreten möchten, können sie eventuell eine Entschädigung aufgrund der Herabstufung von Business zu Economy machen. Diese bemisst sich je nach Flugstrecke:
Flugstrecke weniger als 1.500 km = Erstattung von 30% des Ticketpreises
Flugstrecke zw. 1.500 km und 3.000 km = Erstattung von 50% des Ticketpreises
Flugstrecke über 3.000 km = Erstattung von 75% des Ticketpreises
Dies heißt für Sie, dass Sie 75% des bezahlten Preises zurückverlangen können. Dies sollte seitens der Fluggesellschaft innerhalb von 7 Tagen geschehen.
Ansprechpartner ist hierbei Condor.
(Google-Suche: „4 C 0516/11 reise-recht-wiki“)
Grundsätzlich müssen sich Fluggäste wegen ihrer Ansprüche immer an das Unternehmen wenden, welches den betroffenen Flug tatsächlich durchgeführt hatte.
Beantwortet 8, Mai 2015 von NatalieS (15,230 Punkte)
Herr Rechtsanwalt Jan Bartholl hatte für unsere Gruppe (wir waren 4 Mädels und es war eine Flugverspätung bei einem Ibiza Flug) die Entschädigung für uns von der Condor eingeklagt. Für uns ist der Fall super gelaufen! Ich habe Herrn Bartholl alle Unterlagen zugeschickt und die Sache dann mit ihm besprochen. Er hat alles sehr genau erklärt und den Fall dann für uns gewonnen.
Ich kann die Kanzlei empfehlen und meine Freundinnen empfehlen genauso. Herr Bartholl hat uns sehr nett beraten und hat es geschafft, dass Condor uns nicht nur 400 € pro Kopf, sondern zusätzlich noch 408,07 € gezahlt hat. Wir waren völlig überrascht, dass wir mehr bekommen haben, als wir eigentlich haben wollten. Ganz nebenbei sieht Herr Bartholl auch noch richtig gut aus
Viel Glück an alle anderen hier und viele liebe Grüße
Beantwortet 11, Jun 2015 von Mandy (7,090 Punkte)