Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201999,%201044
Timestamp: 2019-06-18 08:29:45
Document Index: 9641907

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 4', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.04.1999 - VII ZR 309/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,1197
BGH, 15.04.1999 - VII ZR 309/98 (https://dejure.org/1999,1197)
BGH, Entscheidung vom 15.04.1999 - VII ZR 309/98 (https://dejure.org/1999,1197)
BGH, Entscheidung vom 15. April 1999 - VII ZR 309/98 (https://dejure.org/1999,1197)
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HOAI § 4 Abs. 2
Honoraranspruch aus einem Architektenvertrag; Schadensersatzanspruch wegen Verschuldens bei Vertragsschluss; Vereinbarung eines die Mindestsätze der HOAI unterschreitenden Honorars; Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)
BGH spricht Klartext - Mindestsatzunterschreitung unberührt von der Bürostruktur unzulässig
§ 4 Abs 2 HOAI
Aufklärungspflicht des Architekten bei Vorliegen eines Ausnahmefalls i.S.d. § 4 II HOAI?
Gemeinsame Mitgliedschaft im Tennisclub: Mindestsatzunterschreitung zulässig?
Der geduzte Ruheständler (IBR 1999, 325)
NJW-RR 1999, 1108
MDR 1999, 929
WM 1999, 1840
DB 1999, 2411 (Ls.)
BauR 1999, 1044
ZfBR 1999, 272
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind bei der Bestimmung eines Ausnahmefalls i.S.v. § 4 Abs. 2 HOAI der Zweck der Norm und die berechtigten Interessen der Beteiligten zu berücksichtigen (BGH Urt. v. 15.04.1999, VII ZR 309/98, BauR 1999, 1044, JURIS Rdnr 12;… BGH Urt. v. 22.05.1997, VII ZR 290/95, BauR 1997, 677, JURIS Rdnr 21).
Dabei darf einerseits der Sinn und Zweck der Mindestsatzregelung nicht gefährdet werden, einen ruinösen Preiswettbewerb unter Architekten und Ingenieuren zu verhindern (BGH BauR 1999, 1044 JURIS Rdnr 12; BGH BauR 1997, 677 JURIS Rdnr 21).
Nicht ausreichend sind freundschaftliche Verhältnisse zwischen den Vertragsparteien, etwa auf Grund gemeinsamer Vereinszugehörigkeit, oder eine erst im Laufe der Zusammenarbeit entstandene Freundschaft (vgl. BGH, BauR 1997, 1062 = NJW-RR 1997, 1448; BauR 1999, 1044 = NJW-RR 1999, 1108;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 87;… Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 718;… kritisch Hesse/Korbion/Mantscheff/Vygen-Vygen, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 88; Konrad, BauR 1989, 653 (659)).
Der Einwand eines (treuwidrigen) widersprüchlichen Verhaltens käme erst dann zum Zuge, wenn - wie bereits im Termin zur mündlichen Verhandlung am 17. Januar 2001 erörtert (vgl. auch erneuter Hinweis im Beschluss vom 6. Juli 2005) - die Beklagte sich im berechtigten Vertrauen auf die Wirksamkeit der Stundenlohnvereinbarung in schutzwürdiger Weise (z.B. bei der Kalkulation des Projekts) eingestellt gehabt hätte (vgl. BGHZ 136, 1 f.; BauR 1997, 1062; 1999, 1044).
OLG Zweibrücken, 23.07.2007 - 7 U 81/05
Zum Architektenhonorar
Entgegen einer weit verbreiteten Praxis ist nach der genannten Vorschrift eine Unterschreitung der Mindestsätze der HOAI lediglich in Ausnahmefällen zulässig, insbesondere im Falle einer besonderen persönlichen Beziehung zwischen den Parteien des Architektenvertrages (vergleiche aus der umfangreichen Rechtsprechung statt vieler BGH NJW-RR 1999, 1108).
Selbst wenn sich der Auftraggeber und der Architekt duzen und ihr Verhältnis von einem freundschaftlichen Miteinander geprägt ist, begründet dies noch keine enge persönliche Beziehung im Sinn der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die einen Ausnahmefall im Sinn des § 4 Abs. 2 HOAI a.F. begründen könnte (BGH BauR 1999, 1044, juris RN 14).
Ein Ausnahmefall, in dem die Unterschreitung der Mindestsätze zulässig ist, liegt vor, wenn aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalles unter Berücksichtigung des Zwecks der Mindestsatzregelung gleichwohl ein unter den Mindestsätzen liegendes Architektenhonorar angemessen ist (vgl. BGH, Urteil vom 22.05.1997, VII ZR 290/95, BauR 1997, 677; BGH, Urteil vom 21.08.1997, VII ZR 13/98, BauR 1997, 1062; BGH, Urteil vom 15.04.1999, VII ZR 309/98, BauR 1999, 1044).