Source: http://hartmann-huebner.de/Wir-schreiben/15.07.2010
Timestamp: 2018-01-22 04:00:37
Document Index: 3299892

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 33', '§ 35', '§ 33', '§ 35']

Hartmann + Hübner GbR - 15.07.2010
Steuern sparen für private Haushalte und Eigenheimbesitzer
gemäß § 35a EStG sind Steuerermäßigungen bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen möglich. Um Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Fallgruppen zu verschaffen, schauen Sie sich bitte die nachstehende Tabelle an.
max. steuerlich wirksame Aufwendungen
max. Steuerersparnis
Sozialvers.-rechtl. Beschäftigungen
Allg. haushaltsnahe Dienstleistungen
Bei einem Minijob können Sie bis zu € 400 monatlich an einen geringfügig Beschäftigten im Haushalt zahlen. Die Förderhöchstgrenze haben Sie somit nach ca. 7 Monaten erreicht. Sollte das Beschäftigungsverhältnis dann beendet werden, erfolgt – im Gegensatz zu früher – keine anteilige Kürzung der maximalen Steuerersparnis von € 510.
Es ist Ihnen freigestellt, welche Aufwendungen Sie tätigen, um in den Genuss der maximalen Steuerersparnis von € 4.000 zu gelangen.
Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen z. B. Gartenarbeiten, Fensterputzer, Reinigungsdienst, Umzugskosten durch Spediteure und Kinderbetreuungskosten.
Bitte beachten Sie, dass im letztgenannten Fall nicht zusätzlich die Kinderbetreuungskosten nach anderen Regelungen als § 35a EStG zusätzlich in Anspruch genommen werden können.
Vereinfacht worden sind auch die Regelungen für die Steuerermäßigung für Pflege- und Betreuungsleistungen. So ist z. B. kein Nachweise mehr über den Grad der Behinderung zu führen.
In den meisten Fällen dürfte jedoch in diesen Fällen der Abzug als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG Vorrang haben. Im Rahmen dieser Regelung gibt es jedoch eine sogenannte zumutbare Eigenbelastung, die steuerlich nicht berücksichtigt wird. Diesen Betrag können Sie dann wiederrum im Rahmen des § 35a Abs. 2 EStG geltend machen.
Beantragen Sie den Pflege-Pauschbetrag von € 924 (§ 33b Abs. 6 EStG), entfällt die Förderung nach § 35a EStG.
Bitte beachten Sie, dass nur die in den Rechnungen gesondert ausgewiesenen Arbeits-, Maschinen- und Fahrtkosten (brutto) begünstigt sind, nicht jedoch die Materialkosten. Als Mieter oder Selbstnutzer Ihrer eigenen Wohnung können Sie somit Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen.
Bitte beachten Sie, dass Sie in allen Fällen eine Rechnung vorliegen haben und die Zahlung auf das Konto des Empfängers vorgenommen wird. Der Fiskus verlangt nicht mehr die Einreichung der Belege, dennoch sieht sie der Gesetzgeber als notwendige Voraussetzung an.
Eine Steuerersparnis können Sie nur in den Jahren erlangen, in denen tatsächlich Steuer gezahlt werden muss. Ein Rück- oder Vortrag in andere Jahre ist leider nicht möglich.
Trotz der angestrebten Vereinfachung liegen einige Tücken im Detail, z. B. Kinderbetreuung, Pflegefälle, so dass wir Ihnen bei Bedarf gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.