Source: https://enphotoblog.com/ist-nachsitzen-erlaubt/
Timestamp: 2020-07-05 16:52:20
Document Index: 96933172

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 86']

Können eltern nachsitzen verbieten: erziehungsmaßnahmen schule bayern
Ist nachsitzen erlaubt
Eintrag ins Klassenbuch ist erlaubt
Keine Maßnahme zur pädagogischen Förderung
Darf ich während des Unterrichts auf die Toilette gehen?
Erziehungsmaßnahmen der Schulen in Bayern:
Strafarbeiten Elterngespräche usw. – die einzelnen Erziehungsmaßnahmen in Bayern:
Rechtmäßigkeit der Erziehungsmaßnahmen in Bayern:
Erziehungsmaßnahmen und Rechtsschutz:
Erziehungsmaßnahmen usw. Überblick über den Themenbereich Ordnungsmaßnahmen:
Ist Nachsitzen heute noch erlaubt?
Nachsitzen heißt wirklich Nachsitzen. Während alle anderen nach Hause gehen dürfen, musst du in der Schule sitzen und zusätzliche Aufgaben erledigen. Wenn du nur den Unterricht gestört oder häufiger deine Hausarbeiten nicht gemacht hast, darf der Lehrer dich auch anders „bestrafen“ als durch Nachsitzen. Er kann…
In fast allen Bundesländern wird Nachsitzen heute als „Nacharbeiten von Versäumtem unter Aufsicht“ verstanden. Es gibt kein Bundesland in dem die Maßnahme Nachsitzen generell verboten ist. Allerdings gibt es je nach Land Besonderheiten und Einschränkungen. Wenn du zum Beispiel noch minderjährig bist, müssen deine Eltern vorab über das Nachsitzen informiert werden.
Wenn du also nachsitzen musst, brauchst du immerhin keine Sorge zu haben, 100-mal den Satz „Ich darf nicht schwätzen“ auf ein Blatt Papier schreiben oder stundenlang Löcher in die Luft starren zu müssen.
Dürfen Lehrer Liebesbriefe in der Klasse laut vorlesen? Dürfen sie einem das Handy abnehmen? Darf die Lehrerin einem Schüler verbieten, auf Toilette zu gehen? Ein Rechtsanwalt hat sich schlau gemacht und erklärt, was Lehrer alles nicht dürfen und was zulässig ist.
„Oft wissen die Lehrer selber nicht, was sie dürfen“, sagt Christian Solmecke. In einem Youtube-Video erklärt der Kölner Rechtsanwalt „20 Dinge, die Lehrer nicht dürfen aber trotzdem machen“. Mit großem Erfolg, vor allem beim jungen Publikum, den Schülern. In wenigen Tagen wurde das Video schon mehr als 600.000 Mal angeklickt und tausende Male kommentiert.
Keine Frage, Lehrer müssen für Ruhe in der Klasse sorgen, damit die Schüler etwas lernen können. Deshalb ist der Eintrag ins Klassenbuch erlaubt, wenn der Schüler oder die Schülerin den Unterricht stört. Kommt das häufiger vor, gibt es einen Verweis. So weit so gut.
Doch viele Maßnahmen darf das Lehrpersonal nicht so ohne Weiteres ergreifen. Nachsitzen etwa darf laut Rechtsanwalt Solmecke nur angeordnet werden, wenn ein Schüler Unterrichtsstoff verpasst hat. Als Strafmaßnahme sei das nicht erlaubt.
Strafarbeiten seien zwar möglich. „Was nicht erlaubt ist, ist wie bei Bart Simpson 100 Mal den gleichen Satz abschreiben zu lassen“, so der Anwalt, denn das sei keine Maßnahme zur pädagogischen Förderung. Auch die ganze Klasse zu bestrafen, weil ein Schüler etwas falsch gemacht hat, ist nicht erlaubt. „Das sind Kollektivstrafen, die verstoßen gegen alle rechtstaatlichen Grundsätze. Die müsst ihr euch als Schüler nicht gefallen lassen“, erklärt der Anwalt im Video.
Weitere NoGos: Die Noten aus den Klassenarbeiten laut vorlesen. Der Lehrer darf nicht sagen, wer welche Note hat. Und auch den Zettel mit einer Liebesbotschaft, den der Lehrer vom Boden aufhebt, darf er nicht öffentlich vorlesen. Das fällt unter das Persönlichkeitsrecht. Ebenfalls nicht erlaubt ist es Lehrern, den Schulranzen oder das Handy eines Schülers zu durchsuchen. Allerdings darf das Smartphone bis zum Ende des Schultages einkassiert werden.
Dürfen Lehrer Schülern verbieten, während des Unterrichts auf Toilette zu gehen? Dazu schildert der Anwalt den Fall einer Lehrerin, die einer Schülerin nur erlaubt hatte, während der Pausen die Toiletten aufzusuchen. Die Schülerin hatte drei Mal während der Unterrichtsstunde darum gebeten, auf die Toilette gehen zu dürfen, beim dritten Mal hatte sie sich bereits eingenässt. Daraufhin verklagten die Eltern die Lehrerin auf Körperverletzung, Misshandlung Schutzbefohlener, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten, Nötigung und Beleidigung. Solmeckes Fazit: „Es ist ein Rechtsmissbrauch, wenn ein Lehrer euch nicht auf Toilette gehen lässt.“
Darf ein Lehrer mir das Trinken verbieten? Darf ein Lehrer mich im Klassenraum einschließen?
Noch mehr Fragen und Antworten dazu, was Lehrer nicht dürfen gibt ein gleichnamiges Buch In kurzen, leicht verständlichen Kapiteln werden 50 Schülerfragen beantwortet, mit konkreten Beispielen ausgeführt und den zugehörigen Paragraphen belegt. Eine Auswahl der Fragen und Antworten aus dem Buch lesen Sie hier.
Selbstverständlich hat die erhöhte Weisungsgewalt seine Grenzen. Schule und Lehrpersonen haben nicht das Recht, über diese Weisungsgewalt hinaus Regeln aufzustellen oder gar die Schülerinnen und Schüler für „falsches“ Verhalten ausserhalb der Schule zu bestrafen. Die erhöhten Weisungsbefugnisse der Schulbehörden der öffentlichen Schulen sind nach vier Seiten hin beschränkt.
Die Weisungsbefugnis beschränkt sich auf die Schulzeit, wobei der Stundenplan massgebend dafür ist, was alles der Schulzeit zuzuordnen ist. Der Stundenplan ist verbindlich und muss von der Schule, den Lehrpersonen und den Schülerinnen und Schülern eingehalten werden. Die Anzahl der Lektionen ist kantonal geregelt und daher endgültig. Die Schülerinnen und Schüler haben aber keinen Anspruch auf ein bestimmtes Fach zu einer bestimmten Zeit, sondern Vorgaben und Ziele des Lehrplans sind mit dem definierten Zeitbudget zu erreichen. Ebenso wenig besteht ein Recht der Schülerinnen und Schüler, von einer bestimmten Lehrperson unterrichtet zu werden. Im Ausnahmefall darf eine Stellvertreterin oder ein Kollege eine Klasse unterrichten. Lehrpersonen dürfen den Stundenplan nicht ändern; Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte, aber auch Schulbehörden dürfen auf die Einhaltung des Stundenplans zählen. Seit der Einführung von Blockzeiten sollten daher keine Lektionen mehr ausfallen. Eine spontane Absage des Unterrichts wäre unstatthaft; die Kinder sind auf jeden Fall zu empfangen und zu betreuen. Gleiches gilt für den Schulschluss. Es ist nicht gestattet, Schülerinnen und Schüler ohne vorgängige Orientierung der Erziehungsberechtigten beispielsweise eine Stunde „nachsitzen“ zu lassen. Ein solches Verhalten greift in die Rechte der Erziehungsberechtigten ein.
Bei einem Lager, einer Exkursion oder Schulreise handelt es sich um eine Erweiterung der Schulzeit. Die Verantwortlichkeit der Lehrperson wächst dabei. Der Lehrperson kommt in einem Lager erweiterte Weisungsgewalt zu (beispielsweise betreffend Nachtruhe und Kleidervorschriften). Die Pflichten aus dem Bereich der Pflege, die sonst den Erziehungsberechtigten vorbehalten bleiben, übernimmt die Lehrperson (Fürsorgepflicht). Sie trägt auch eine erweiterte Haftpflicht. Da eine Lehrperson auch in gutwilligen Klassen niemals alle Kinder überblicken kann, muss sie immer bedacht sein, je nach Anzahl Schülerinnen und Schüler wenigstens eine Begleitperson mitzunehmen; in Klassen und Gruppen mit Mädchen kann sich die Leitung nicht ausschliesslich aus Männern zusammensetzen. Bis weit in die Sekundarstufe II hinauf muss die Lehrperson auf eine ständige Kontrollmöglichkeit achten – genau befristete und umschriebene Ausnahmen wie freier Ausgang in Gruppen und allenfalls unter Angabe des Ziels vorbehalten. Die Schülerinnen und Schüler sollten vor allem nie das Gefühl haben, dass sie ihren Launen überlassen sind, und sollten keine Gelegenheit erhalten, sich selber durch ihre „Spiele“ zu gefährden. Die Lehrperson nimmt hier eine Garantenstellung ein (Plotke, Herbert, Schweizerisches Schulrecht, 2. Auflage 2003, S. 630 f.). Die Verantwortung dauert von der Besammlung bis zur Entlassung. Für die Verabschiedung hat die Lehrperson in der Regel am Schulort einen geeigneten Platz auszuwählen, der den Schülerinnen und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten vorher mitgeteilt worden ist.
Erziehungsmaßnahmen sind vor allem solche die im niederschwelligen Grundrechtsbereich der Schüler ergehen. Typische Beispiele hierfür sind:
Der mündliche oder schriftliche Tadel
der Eintrag ins Klassenbuch
der Ausschluß vom Unterricht bis zum Ende des laufenden Schultages (sofern man dies überhaupt als zulässig erachtet)
die Verpflichtung zu Strafarbeiten sofern die entsprechenden Aufgaben geeignet sind den Schüler das eigene Fehlverhalten erkennen zu lassen
das Nachsitzen bis zu 2 Stunden.
Daneben bleibt der „Phantasie der Schulen“ kaum eine Grenze gesetzt da der Gesetzgeber bewußt auf eine Aufzählung verzichtet hat. Das heißt natürlich nicht daß jede Erzieherische Maßnahme auch rechtmäßig ist. Die Schule „kann“ also ob sie es auch wirklich „darf“ kann ich Ihnen sagen.
Für eine telefonische Erstberatung kontaktieren Sie mich bitte direkt.
Die obengenannten sonstigen Erziehungsmaßnahmen bewegen sich regelmäßig im niederschwelligen Grundrechtsbereich und haben ihre Rechtsgrundlage in der Schulpflicht.
Dies heißt natürlich nicht daß hier alles zulässig ist und man keinen Schutz genießt. Insbesondere müssen auch die sonstigen Erziehungsmaßnahmen vor allem dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügen:
Eine Erziehungsmaßnahme ist beispielsweise nur dann geeignet wenn sie darauf abzielt den Schüler von Sinn und Zweck eines regelkonformenen Verhaltens zu überzeugen. Ungeeignet wäre es bspw. wenn der Schüler das Verhalten nur aus Angst vor Sanktionen künftig unterläßt (mechanisches Schreiben von Verhaltensregeln Lächerlichmachen des Schülers etc.).
Die Erziehungsmaßnahme muß zudem erforderlich sein d.h. es darf kein milderes Mittel mit demselben Erfolg möglich sein.
Schließlich muß die Erziehungsmaßnahme auch angemessen i.e.S. sein d.h. der Nutzen darf nicht außer Verhältnis zu den Folgen der Erziehungsmaßnahme stehen.
Für weitergehende Fragen eine Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.
Erzeihungsmaßnahmen haben natürlich eine niedere Relevanz gegenüber Ordnungsmaßnahmen. Es gibt aber Situationen bei denen man durchaus Rechtsschutz in Erwägung ziehen kann:
Gegen Erziehungsmaßnahmen sollte man sich zumindest dann immer wehren wenn die Schule einen bestimmten Schüler „auf dem Kieker“ hat und dieser stets als Sündenbock herhalten muß.
Und auch wenn die Erziehungsmaßnahmen quantitativ aus dem Ruder laufen sollte man sich wehren bevor sich eine Eigendynamik zu Lasten des Schülers entwickelt.
Aber auch im Einzelfall bei besonderesungerechtem Verhalten kann man durchaus Rechtsschutz in Erwägung ziehen.
Das Rechtsmittel ist die „Fachaufsichtsbeschwerde“. Insbesondere bei den beiden erstgenannten Konstellationen sollten Sie also überlegen ob Sie nicht anwaltliche Unterstützung in Anspruch nehmen um die Angelegenheit möglichst im Keim zu ersticken.
Einen vollständigen Überblick zum Themenbereich Ordnungsmaßnahmen erhalten Sie über nachfolgende Links.
Unterrichtsausschluss Entlassung von der Schule (Schulausschluss) – Ordnungsmaßnahmen in Bayern
Im bayerischen Schulrecht stellen die Ordnungsmaßnahmen die schwerwiegenderen Sanktionen bei Fehlverhalten von Schülern dar. Sie sollen nur verhängt werden, wenn Erziehungsmaßnahmen nicht ausreichen. Im Gegensatz zu den Erziehungsmaßnahmen sind die Ordnungsmaßnahmen in Art. 86 Abs. 2 BayEUG einzeln aufgezählt. In anderen Bundesländern sind die Regelungen häufig ähnlich, aber nicht notwendigerweise identisch.
Wenn Sie selbst, Ihr Sohn oder Ihre Tochter von einer Ordnungsmaßnahme betroffen sind, sollten Sie sich genau informieren, ob diese Maßnahme nun berechtigt ist und mit welchen weiteren Konsequenzen sie verbunden sein kann. Dieser Artikel soll einen ersten Überblick vermitteln.
schriftlicher Verweis (Art. 86 Abs. 2 Nr. 1 BayEUG)
Der Verweis stellt die mildeste Ordnungsmaßnahme dar. Es handelt sich dabei um die einfache, allerdings förmliche Missbilligung eines falschen Verhaltens. Daneben hat der Verweis keine weitere rechtliche Wirkung.
Aus diesem Grund kann der Verweis auch nicht unmittelbar im Wege des Widerspruchs angefochten werden. Möglich ist lediglich eine Feststellungsklage dahingehend, dass der Verweis rechtswidrig verhängt wurde. Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, muss vorher kritisch abgewogen werden.
Der einfache Verweis ist die einzige Ordnungsmaßnahme, die unmittelbar durch die Lehrkraft verhängt werden kann.
verschärfter Verweis (Art. 86 Abs. 2 Nr. 2 BayEUG)
Der verschärfte Verweis ist – wie schon der Name sagt – gegenüber dem einfachen Verweis die schwerwiegendere Sanktion. Er wird auch nicht durch den Lehrer, sondern nur durch den Schulleiter (Rektor bzw. Direktor) ausgesprochen.
Auch der verschärfte Verweis hat keine weiteren Konsequenzen, hinsichtlich der Anfechtungsmöglichkeiten gilt als das oben zum Verweis Gesagte. Häufig soll ein verschärfter Verweis jedoch die letzte Warnung vor schwerwiegenderen Maßnahmen darstellen. Er ist daher nicht allzu leichtgenommen werden.
Versetzung in eine Parallelklasse (Art. 86 Abs. 2 Nr. 3 BayEUG)
Die Versetzung in eine andere Klasse der gleichen Schule ist eine äußerst seltene Maßnahme. In der Regel kommt sie nur in Betracht, wenn es Konflikte innerhalb der Klasse gibt, die man so beheben will. Als Strafe für individuelles Fehlverhalten ergibt diese Ordnungsmaßnahme ansonsten wenig Sinn.
Ausschluss aus einem Fach (Art. 86 Abs. 2 Nr. 4 BayEUG)
Wird der Unterricht in einem bestimmten Fach erheblich oder fortlaufend gestört, kann der Schüler aus der Teilnahme an diesem einen Fach ausgeschlossen werden. Dieser Ausschluss kann bis zu vier Wochen dauern.
In der Praxis ist es sehr selten, dass ein Ausschluss nur auf ein einzelnes Fach erstreckt wird. Häufiger ist der (sogleich erörterte) Ausschluss vom gesamten Unterricht.
Kurzer Unterrichtsausschluss (Art. 86 Abs. 2 Nr. 5 BayEUG)
Die schwerste Ordnungsmaßnahme, die durch den Schulleiter alleine verhängt werden kann, ist der Ausschluss vom gesamten Unterricht. Dieser ist auf sechs Schultage, in Berufsschulen auf zwei Schultage begrenzt.
Die Maßnahme ist bei jedem Fehlverhalten, also nicht nur bei einer Störung des Unterrichts zulässig. Sie wird erfahrungsgemäß relativ häufig angewandt.
Pädagogisch ist der Ausschluss aus Strafe relativ zweifelhaft. Gerade in den mittleren Schuljahren wird dies eher als zusätzliche Ferien wahrgenommen.
Längerer Unterrichtsausschluss (Art. 86 Abs. 2 Nr. 6 BayEUG)
Der Unterrichtsausschluss kann zwei bis Wochen dauern, wenn eine sogenannte schulische Gefährdung vorliegt. Dieser Begriff wird hier erstmals definiert, spielt aber auch für andere Ordnungsmaßnahmen eine Rolle.
Eine schulische Gefährdung setzt voraus, dass der Schulfrieden erheblich gestört wird oder andere Personen erheblich beeinträchtigt werden. Dies kann nur nach individueller Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung aller Umstände entschieden werden.
Zulässig ist dieser längerfristige Ausschluss erst ab der siebten Klasse.
Zuständig für diese und alle folgenden Ordnungsmaßnahmen ist die Lehrerkonferenz bzw. – sofern eingerichtet – der Disziplinarausschuss.
Langer Unterrichtsausschluss (Art. 86 Abs. 2 Nr. 7 BayEUG)
Mehr als vier Wochen, maximal bis zum Schuljahresende, kann ein Schüler nur an bestimmten Schulen vom Unterricht ausgeschlossen werden.
Zuweisung an eine andere Schule (Art. 86 Abs. 2 Nr. 8 BayEUG)
Von einer Pflichtschule kann ein Schüler nicht einfach „rausgeschmissen“ werden, da er ja seine Schulpflicht irgendwo erfüllen muss. Daher kann nur die Zuweisung an eine andere Schule ausgesprochen werden.
Voraussetzung ist wiederum eine schulische Gefährdung. Dies muss jedoch in der Regel so schwerwiegend sein, dass ein weiterer Verbleib des Schülers an der Schule nicht mehr vertretbar ist.
Zuständig ist hier wieder die Lehrerkonferenz, die aber nur einen Antrag stellen kann. Endgültig entscheiden muss dann die Schulaufsichtsbehörde, die auch eine andere Schule in ihrem Wirkungsbereich auswählt.
Androhung der Schulentlassung (Art. 86 Abs. 2 Nr. 9 BayEUG)
Die Androhung der Entlassung von der Schule fällt aus dem System der Ordnungsmaßnahmen etwas heraus. Sie ist an sich mit dem Verweis vergleichbar: Es wird lediglich eine Missbilligung ausgesprochen, die aber zunächst keine weitere Folge hat.
Zugleich stellt die Entlassungsandrohung aber eine ganz gravierende Maßnahme dar. Denn häufig bereitet sie eine spätere tatsächliche Entlassung nur vor. Passiert danach nochmal ein Fehlverhalten, kann sich die Schule darauf berufen, sie habe die Entlassung schon angedroht und dem Schüler nochmal eine Chance gegeben – er habe diese Chance aber nicht genutzt.
Voraussetzung ist wiederum das Vorliegen einer schulischen Gefährdung.
Auch wenn die Androhung der Entlassung noch unter dem Aspekt „mit einem blauen Auge davon gekommen“ eingeordnet werden kann, ist doch Vorsicht geboten: Ein solcher Schüler steht dann häufig unter besonderer Beobachtung der Lehrer und es wird dann nach Anlässen gesucht, die Entlassung bei nächster Gelegenheit doch noch zu verhängen.
Entlassung (Art. 86 Abs. 2 Nr. 10 BayEUG)
Die Entlassung von der Schule ist die schwerste ernstlich in Betracht kommende Sanktion. Durch die wird der Schulbesuch an dieser Schule sofort beendet.
Die Entlassung in dieser Form ist nur bei freiwillig besuchten Schulen wie dem Gymnasium, nicht bei Pflichtschulen möglich. Pflichtschulen kennen nur die Möglichkeit der Zuweisung an eine andere Schule (siehe oben).
Die Entlassung setzt voraus, dass eine schulische Gefährdung vorliegt, die ein weiteres Verbleiben an der Schule schlicht unzumutbar macht.
Häufig ist dies bei Drogendelikten an der Schule (auch schon beim bloßen Konsum oder Besitz) der Fall. Dies soll zum einen die Schule schützen und eine Null-Toleranz-Politik demonstrieren, zum anderen aber auch dem Schüler einen Neuanfang in einer neuen Umgebung ermöglichen. Ob dies so wirklich glückt oder Probleme nur verschoben werden, kann freilich diskutiert werden.
Ausschluss von einer Schulart (Art. 86 Abs. 2 Nr. 11 BayEUG)
Wird der Schulbetrieb an allen Schulen einer Schulart durch einen Schüler gefährdet, kann er durch das Kultusministerium auf Antrag der Lehrerkonferenz komplett (bayernweit!) von diesen Schulen ausgeschlossen werden. Die praktische Relevanz ist gleich null.
Ausschluss von allen Schulen (Art. 86 Abs. 2 Nr. 12 BayEUG)
Die schwerste theoretisch vorgesehene Sanktion ist Ausschluss von allen Schulen. Voraussetzung ist eine schwere Straftat. Die Straftat muss einen Bezug zur Schule aufweisen und durch ein Gericht rechtskräftig mit Freiheitsstrafe oder – strittig – Jugendstrafe von mindestens einem Jahr bestraft worden sein. Auch diese Ordnungsmaßnahme kommt tatsächlich so gut wie nie vor.
Vorgehen gegen Ordnungsmaßnahmen
Alle Ordnungsmaßnahmen sind anfechtbar. Bei einem Verweis ist, wie oben beschrieben, eine Feststellungsklage möglich. Die übrigen Ordnungsmaßnahmen können über das Widerspruchsverfahren und danach ggf. über eine Anfechtungsklage aufgehoben werden.
Außerdem dieser formellen Anfechtung ist freilich auch noch ein Schlichtungsversuch mit der Schule, bspw. als Gegenvorstellung möglich. Häufig reicht es, wenn die Lehrer merken, dass sie nicht alles mit ihren Schülern machen können, ohne dass es zu Widerstand kommt.
In vielen Fällen reicht bereits ein einzelnes anwaltliches Schreiben an die Schule, um die Situation zu verbessern. Haben Sie dagegen Bedenken, dass die Einschaltung eines Anwalts zu einer Eskalation führt, kann ich Sie auch in einer günstigen Erstberatung über Ihre Rechte aufklären und/oder ein Schreiben vorformulieren, das Sie dann im eigenen Namen absenden können.
Das beste Vorgehen richtet sich nach den beteiligten Personen und wie Sie diese einschätzen. Als auf das Schulrecht spezialisierter Anwalt kann ich Sie über die verschiedenen Möglichkeiten informieren – die Entscheidung liegt aber bei Ihnen.
Ein kollektiver Arrest ohne Prüfung eines individuellen Fehlverhaltens und ohne vorherige Information der Erziehungsberechtigten ist unzulässig. Nachsitzen ist eine Form des Arrestes und bedarf, da in das Grundrecht auf Freiheit der Person eingegriffen wird, einer gesetzlichen Ermächtigung. Da diese gesetzliche Grundlage in Berlin fehlt, ist ein bloßes Nachsitzen, um beispielsweise den Satz „Ich soll nicht stören“ immer wieder abzuschreiben, nicht erlaubt. Das Schulgesetz bestimmt, dass die Schule „bei Konflikten und Störungen in der Unterrichts- und Erziehungsarbeit“ gegenüber den Schülern „vorrangig erzieherische Mittel“ unter Einbeziehung der Eltern einsetzen soll. Die Erziehungsmaßnahmen gehen dabei den Ordnungsmaßnahmen grundsätzlich voran. Die Ordnungsmaßnahmen als härteste Sanktionen sind im Schulgesetz aufgezählt, dazu zählen der schriftliche Verweis, der Ausschluss vom Unterricht bzw. die Umsetzung in eine andere Klasse oder gar Schule. Bei den Erziehungsmaßnahmen haben Lehrkräfte einen größeren pädagogischen Spielraum. Hier werden u. a. ein mündlicher Tadel, ein Eintrag ins Klassenbuch oder die vorübergehende Einziehung von Gegenständen genannt. Das Nachsitzen wird nicht erwähnt, jedoch teilweise als erzieherisches Mittel angesehen. Der Gesetzgeber hat jedoch darauf verzichtet, dieses in das neue Schulgesetz aus dem Jahr 2004 aufzunehmen. Unabhängig davon ist bei jeder Maßnahme unbedingt zu beachten, dass sie nicht nur pädagogisch sinnvoll, das heißt einen direkten sachlichen und zeitlichen Bezug zur Regelverletzung aufweisen muss, sondern auch angemessen und verhältnismäßig zu sein hat. Es muss sich also um das mildeste der erforderlichen und zweckmäßigen Mittel handeln. Jede Diskriminierung oder entwürdigende Maßnahme ist verboten. Die Eltern sind selbstverständlich über die Erziehungsmaßnahmen zu informieren.
Ständiges Stören, Hausaufgaben nicht gemacht, Randale in der Pause, Beschädigung von Schuleigentum… Welche Möglichkeiten haben Lehkräfte und Schulleitung, einen reibungslosen Ablauf des Schulalltags zu gewährleisten? Vom blauen Brief bis zum Schulausschluss: Der Schule steht eine ganze Palette von Ordnungsmitteln zur Verfügung.