Source: http://www.schure.de/22210/33,81627.htm
Timestamp: 2018-01-18 13:43:35
Document Index: 244501691

Matched Legal Cases: ['§18', '§7', '§ 3', '§ 18', '§ 2', '§ 5', '§ 6', '§9', '§ 10']

Erwerb des Hochschulzugangs von Berechtigten nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG-Berechtigte)
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RdErl. d. MK v. 20.7.2004 - 33 - 81627 (SVBl. 10/2004 S.457), geändert durch RdErl. v. 20.6.2006 (SVBl. 8/2006 S.282) - VORIS 22210 -
Bezug: a) Erl. v. 23.9.1994 (Nds.MBl. S.1359; SVBl. S.335), geändert durch Erl. v. 12.12.1995 (Nds.MBl. S.132) und 3.12.1997 (Nds.MBl. S.995; SVBl. S.222) - VORIS 22210 02 00 07 016-
b) Erl. v. 21.6.1996 (Nds.MBl. S.1267; SVBl. S.379) - VORIS 22210 02 00 07 016 -
c) Erl. v. 22.7.1997 (Nds.MBl. S.1785; SVBl. S.410) - VORIS 22210 02 00 07 016 -
A. Hochschulzugang und Erwerb von Studienqualifikationen
Die nach §18 Absatz 1 Satz 2 Nr.1 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) für die Aufnahme eines Studiums nachzuweisende Hochschulzugangsberechtigung von BVFG-Berechtigten mit ausländischen Schul- und Hochschulzeugnissen erfolgt auf der Grundlage der einschlägigen Bewertungsvorschläge der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen im Sekretariat der Kultusministerkonferenz und der entsprechenden Beschlüsse der Kultusministerkonferenz zur Bewertung ausländischer Bildungsnachweise. Die Bewertungsvorschläge sowie die KMK-Beschlüsse sind auf der Internetseite http.//www.anabin.de abgedruckt.
Gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.9.1997 über die Eingliederung von Berechtigten nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG) in Schule und Berufsausbildung" gelten für BVFG-Berechtigte grundsätzlich dieselben Anerkennungsregelungen wie für andere Zeugnisinhaberinnen und -inhaber aus den im BVFG genannten Ländern.
Für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie ihren Familienangehörigen nach §§7 und 8 BVFG gilt darüber hinaus:
a) Berechtigte mit einem Abschlusszeugnis einer Fachmittelschule aus den im BVFG genannten Ländern mit zwölfjähriger Schulzeit, die zusätzlich die Hochschulaufnahmeprüfung im Herkunftsland bestanden haben, erwerben die allgemeine Hochschulreife durch Besuch eines einjährigen Sonderlehrgangs und Bestehen der Abschlussprüfung. Dies gilt auch für Berechtigte aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion, die an einer Hochschule im Herkunftsland mindestens zwei Studienjahre erfolgreich durchlaufen haben.
b) Berechtigte nach dem BVFG aus Ländern mit zwölfjähriger Schulzeit, die mindestens die Berechtigung zum Eintritt in die letzte Jahresklasse erlangt haben, erwerben durch Bestehen der Abschlussprüfung eines zweijährigen Sonderlehrgangs die allgemeine Hochschulreife. Dies gilt auch für Berechtigte aus der ehemaligen Sowjetunion, die im Herkunftsland bereits ein Studienjahr an einer Hochschule erfolgreich durchlaufen haben.
c) Berechtigte, die in der ehemaligen Sowjetunion ein Sekundarschulabschlusszeugnis erworben haben, das den Bedingungen für die Zuerkennung des Realschulabschlusses genügt, erlangen die Fachhochschulreife durch Bestehen der Abschlussprüfung eines entsprechenden zweijährigen Sonderlehrgangs, sofern sie eine berufliche oder fachpraktische Ausbildung nachweisen. Kann die berufliche oder fachpraktische Ausbildung noch nicht nachgewiesen werden, wird zunächst nur der schulische Teil der Fachhochschulreife zuerkannt.
B. Besuch von Sonderlehrgängen
Im Land Niedersachsen werden für Berechtigte, welche die Aufnahmevoraussetzungen nach Abschnitt A Nr.2 erfüllen, zweijährige Sonderlehrgänge eingerichtet, die zur allgemeinen Hochschulreife (Sonderlehrgang 1) oder zum schulischen Teil der Fachhochschulreife (Sonderlehrgang 2) führen.
1. Sonderlehrgang 1
1.1 Ziel, Dauer und Gliederung
Ziel des Sonderlehrgangs 1 (SL 1) ist der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Der SL 1 dauert insgesamt zwei Jahre (24 Monate) und gliedert sich in die Einführungsphase (Monate 1 bis 12) und die Hauptphase (Monate 13 bis 24). Am Ende der Einführungsphase finden eine Leistungsbewertung und eine Versetzung in die Hauptphase statt. Die §§ 3 bis 5 der Durchlässigkeits- und Versetzungsordnung sind entsprechend anzuwenden.
1.2 Aufnahmevoraussetzungen
In den SL 1 können Berechtigte aufgenommen werden, die die Voraussetzungen nach Abschnitt A Ziffer 2 Buchst. b erfüllen. Unmittelbar in die Hauptphase des SL 1 können Berechtigte aufgenommen werden, die die Voraussetzungen nach Abschnitt A Ziffer 2 Buchst. a erfüllen und hinreichende Kenntnisse in der Pflichtfremdsprache nach Nr.1.3 Buchst. b nachweisen.
1.3 Unterricht und Bewertung
Für den Unterricht gilt die folgende Stundentafel:
a) Deutsch 10 - 12
b) Fremdsprache (Englisch oder Französisch) 6
c) Geschichte 2 - 3
d) Politik - Wirtschaft 2 - 3
e) Werte und Normen 2
f) Mathematik 4 - 5
g) Naturwissenschaften (Physik oder Chemie oder Biologie) 3 - 4
Für den Unterricht in der Einführungs- und Hauptphase gelten die Rahmenrichtlinien für das Gymnasium -gymnasiale Oberstufe- in der jeweils gültigen Fassung. Besondere schulische Erfahrungen der Berechtigten sind zu berücksichtigen.
Für die Beurteilung der Leistungen und für die Zeugniserteilung gelten die Notenstufen gemäß Nr.3.4 des Runderlasses Zeugnisse in den allgemein bildenden Schulen entsprechend.
1.4 Versetzung
In die Hauptphase wird versetzt, wer in allen Unterrichtsfächern nach Nr.1.3 mindestens ausreichende Leistungen nachweist. Mangelhafte Leistungen in einem Fach können ausgeglichen werden durch mindestens befriedigende Leistungen in einem anderen Fach; dabei können die Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik nur untereinander ausgeglichen werden. Bei mangelhaften Leistungen in zwei Fächern oder ungenügenden Leistungen in einem Fach ist eine Versetzung nicht möglich.
2. Sonderlehrgang 2
2.1 Ziel, Dauer und Gliederung
Ziel des Sonderlehrgangs 2 (SL 2) ist der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife, der in Verbindung mit einem mindestens einjährigen erfolgreich abgeschlossenen Praktikum gem. Nr. 18.3 zu § 18 der Ergänzenden Bestimmungen zur Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Fachgymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (EB-AVO-GOFAK) zur Fachhochschulreife führt. Der SL 2 dauert insgesamt zwei Jahre (24 Monate) und gliedert sich in die Einführungsphase (Monate 1 bis 12) und die Hauptphase (Monate 13 bis 24). Nr. 1.1 Satz 3 und 4 gelten entsprechend.
In den SL 2 können Berechtigte aufgenommen werden, die die Voraussetzungen nach Abschnitt A Ziffer 2 Buchst. c erfüllen.
2.3 Unterricht und Bewertung
Nr. 1.3 gilt entsprechend.
2.4. Versetzung und Sonderlehrgangswechsel
2.4.1 Für die Versetzung in die Hauptphase gilt Nr.1.4 entsprechend.
2.4.2 In die Hauptphase des SL 1 kann wechseln, wer im Versetzungszeugnis mindestens
- gute Leistungen in einem der Fächer Deutsch, Fremdsprache oder Mathematik und
- eine Durchschnittsnote von mindestens 2,5 in allen Fächern
nachweist; dabei darf in keinem Fach eine mangelhafte oder ungenügende Leistung sein.
Aus organisatorischen Gründen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Sonderlehrgänge in der Einführungsphase gemeinsam unterrichtet werden, sofern sichergestellt ist, dass die Anforderungen nach Nr.1.3 erfüllt werden.
Entscheidungen nach Nrn.1.2, 1.4, 2.2, 2.4 und 3 werden durch die Leiterin oder den Leiter der Sonderlehrgänge getroffen.
C. Abschlussprüfungen von Sonderlehrgängen
1. Arten der Abschlüsse
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Sonderlehrgängen können erwerben:
1.1 die allgemeine Hochschulreife; sie wird erworben durch den Nachweis bestimmter Leistungen im Unterricht der Hauptphase des SL 1 sowie in der Abschlussprüfung;
1.2 die Fachhochschulreife; sie wird erworben durch den Nachweis bestimmter Leistungen im Unterricht der Hauptphase des SL 2 sowie in der Abschlussprüfung in Verbindung mit dem Nachweis einer erforderlichen praktischen Ausbildung nach Abschnitt B Nr.2.2.
2. Prüfungsanforderungen und Leistungsbewertungen
Die Prüfungsanforderungen und Leistungsbewertungen in den Fächern nach Abschnitt B Nr.1.3 beziehen sich auf die Sachgebiete der Hauptphase des jeweiligen Sonderlehrgangs und richten sich
2.1 beim Erwerb der allgemeinen Hochschulreife nach den in Niedersachsen geltenden Rahmenrichtlinien für das Gymnasium - gymnasiale Oberstufe - und den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung;
2.2 beim Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife nach den wie in Nr.2.1 geltenden Rahmenrichtlinien für das Gymnasium - gymnasiale Oberstufe - auf dem Niveau des ersten Schuljahrgangs der Qualifikationsphase.
2.3 Für die Leistungsbewertung gilt Abschnitt B Nr. 1.3.
3. Zeitpunkt und Umfang der Abschlussprüfungen
3.1 Die Abschlussprüfungen finden am Ende des zweiten Halbjahres der Hauptphase der Sonderlehrgänge statt und umfassen einen schriftlichen Teil (schriftliche Prüfung) und einen mündlichen Teil (mündliche Prüfung).
3.2 Die schriftliche Prüfung findet statt
- in den Fächern Deutsch, Mathematik und in einer Fremdsprache sowie
- in einem der Fächer Geschichte, Politik-Wirtschaft, Biologie, Chemie oder Physik nach Wahl des Prüflings. An die Stelle dieses Prüfungsfachs kann nach Entscheidung des Prüflings eine besondere Lernleistung treten, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil besteht; §§ 2, 3 und 11 AVO-GOFAK sowie die dazugehörenden Ergänzenden Bestimmungen gelten entsprechend.
3.3 Die mündliche Prüfung findet nach Wahl des Prüflings statt in einem der Fächer Geschichte, Politik-Wirtschaft, Biologie, Chemie oder Physik, das nicht bereits als schriftliches Prüfungsfach gewählt worden oder durch eine besondere Lernleistung ersetzt worden ist.
Zur Durchführung der Abschlussprüfungen wird eine Prüfungskommission gebildet.
4.1 Der Prüfungskommission gehören an
- eine Dezernentin oder ein Dezernent der Schulbehörde oder eine von der Schulbehörde beauftragte Leiterin oder ein beauftragter Leiter eines Gymnasiums als vorsitzendes Mitglied,
- die Leiterin oder der Leiter der Sonderlehrgänge und
- eine weitere geeignete Lehrkraft der Sonderlehrgänge, die vom vorsitzenden Mitglied berufen wird.
4.2 Die Prüfungskommission legt die Termine fest, die zur Durchführung der Abschlussprüfungen erforderlich sind.
4.3 Für die Mitglieder der Prüfungskommission sowie für deren Aufgaben und Befugnisse gelten die Bestimmungen nach § 5 der Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Fachgymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (AVO-GOFAK) sowie die dazugehörenden Ergänzenden Bestimmungen entsprechend.
5. Fachprüfungsausschüsse
Für jeden Prüfling werden vor Beginn jeder Teilprüfung in seinen Prüfungsfächern Fachprüfungsausschüsse gebildet. Diese bestehen für
5.1 die schriftliche Prüfung aus
- der Referentin oder dem Referenten
- und der Korreferentin oder dem Korreferenten
als stimmberechtigten Mitgliedern;
5.2 die mündliche Prüfung aus
- der zuständigen Fachprüfungsleiterin oder dem zuständigen Fachprüfungsleiter,
- der Prüferin oder dem Prüfer und
- der Protokollantin oder dem Protokollanten
5.3 Als Mitglieder werden vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission Lehrkräfte der Sonderlehrgänge berufen; abweichend davon kann die Schulbehörde auch Lehrkräfte anderer Schulen berufen.
5.4 Für die Mitglieder der Fachprüfungsausschüsse sowie für deren Aufgaben und Befugnisse gelten die Bestimmungen nach §§ 6, 9 und 10 AVO-GOFAK sowie die dazugehörenden Ergänzenden Bestimmungen entsprechend.
6. Meldung zur Abschlussprüfung
Nach Abschluss des ersten Halbjahres der Hauptphase des jeweiligen Sonderlehrgangs meldet sich die Teilnehmerin oder der Teilnehmer schriftlich bei der Sonderlehrgangsleitung zur Abschlussprüfung. Die Meldung muss eine Angabe über das mündliche Prüfungsfach nach Nr.3 Satz 3 enthalten.
Ein besonderes Zulassungsverfahren zur schriftlichen Prüfung in den Fächern nach Nr.3 findet nicht statt. Für die Vorbereitung und Durchführung der schriftlichen Prüfung gelten die Bestimmungen nach §9 AVO-GOFAK sowie die dazugehörenden Ergänzenden Bestimmungen entsprechend. Abweichend hiervon werden im Fach Deutsch der Schulbehörde drei Aufgabenvorschläge vorgelegt und gilt für die Bearbeitungszeit in diesem Fach die Vorgabe von 300 Minuten; eine angemessene Auswahlzeit ist nach den Regelungen der geltenden Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung für das Fach Deutsch zu gewähren.
8. Vornote und Zulassung zur mündlichen Prüfung
8.1 Frühestens acht Werktage vor Beginn der mündlichen Prüfung nach Nr.3 erfolgt für jedes Fach der Hauptphase des jeweiligen Sonderlehrgangs die abschließende Bewertung der Lernleistungen für die Teilnehmerin oder den Teilnehmer durch die Fachlehrerin oder den Fachlehrer (Vornote).
8.2 Auf der Grundlage der Vornoten und der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung entscheidet die Prüfungskommission über die Zulassung zur mündlichen Prüfung. Nicht zugelassen werden kann, wer in zwei Fächern nach Abschnitt B Nr.1.3 jeweils mit mangelhaft oder in einem Fach mit ungenügend beurteilt worden ist. Die Beurteilung ergibt sich in den schriftlichen Prüfungsfächern nach Nr.3 aus dem arithmetischen Mittel, gebildet aus Vornote und Ergebnis der schriftlichen Prüfung. In den anderen Fächern ist die Vornote heranzuziehen. Über Ausnahmen entscheidet die Prüfungskommission.
8.3 Die Entscheidung über die Zulassung nach Nr.8.2 und das Fach oder die Fächer der mündlichen Prüfung nach Nrn.9.1 und 9.2 ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von der Leiterin oder dem Leiter der Sonderlehrgänge spätestens sechs Werktage vor Beginn der mündlichen Prüfung mitzuteilen. Wer nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen worden ist, kann innerhalb der Sonderlehrgänge zurücktreten. Über die Eingliederung entscheidet die Sonderlehrgangsleitung.
9.1 In einem der Fächer nach Abschnitt B Nr.1.3, das nicht schriftliches Prüfungsfach ist, ist eine mündliche Prüfung durchzuführen.
9.2 Weichen in einem Fach die Vornote nach Nr.8.1 und das Ergebnis der schriftlichen Prüfung nach Nr.7 deutlich voneinander ab und führt dieses zu einem uneinheitlichen Leistungsbild, ist zusätzlich auch in dem schriftlichen Fach eine mündliche Prüfung durchzuführen.
9.3 Für die Vorbereitung und Durchführung der mündlichen Prüfung gelten die Bestimmungen nach den §§ 10 und 13 AVO-GOFAK sowie die dazugehörenden Ergänzenden Bestimmungen entsprechend.
10. Feststellung der Ergebnisse der Abschlussprüfung
10.1 Die Prüfungskommission stellt für jeden Prüfling das abschließende Ergebnis in seinen Fächern nach Abschnitt B 1.3 fest. Liegen in einem Fach mehrere Teilergebnisse vor, so ist das abschließende Ergebnis das ganzzahlige arithmetische Mittel. Die Dezimalstelle ist zu runden; bei dem Teilwert 0,5 gibt abweichend von einer mathematischen Rundung das Prüfungsergebnis den Ausschlag.
10.2 Die Prüfungskommission ermittelt aus den abschließenden Ergebnissen der Fächer nach Nr.10.1 das Endergebnis für die Abschlussprüfung (Endnote). Die Endnote wird aus dem arithmetischen Mittel der abschließenden Ergebnisse in den Fächern gebildet; die erste Dezimale bleibt bestehen.
10.3 Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erzielt worden sind. Bei Unterschreitung dieser Mindestforderung können ausgeglichen werden:
- eine mangelhafte Leistung in einem schriftlichen Prüfungsfach durch eine mindestens gute Leistung in einem anderen schriftlichen Prüfungsfach oder durch je eine mindestens befriedigende Leistung in zwei anderen Prüfungsfächern oder
- eine mangelhafte Leistung in einem Fach, das nicht schriftliches Prüfungsfach ist, durch eine mindestens gute Leistung in einem anderen Fach oder mindestens befriedigende Leistungen in zwei anderen Fächern.
Zwei mangelhafte Leistungen oder eine ungenügende Leistung können nicht ausgeglichen werden.
Ob die Prüfungskommission von der Möglichkeit des Ausgleichs Gebrauch macht, steht in ihrer pflichtgemäßen Beurteilung. In die Beurteilungen sind die unter pädagogischen und fachlichen Gesichtspunkten wesentlichen Umstände des Einzelfalles einzubeziehen.
11. Berechnung der Gesamtnote
Die Prüfungskommission ermittelt für jeden Prüfling die Gesamtnote für die allgemeine Hochschulreife oder den schulischen Teil der Fachhochschulreife gemäß KMK-Beschluss über die Festsetzung der Gesamtnote bei ausländischen Hochschulzugangszeugnissen. In Zweifelsfällen ist eine gutachtliche Stellungnahme bei der Zeugnisbewertungsstelle des Landes Niedersachsen einzuholen.
12.1 Nach bestandener Abschlussprüfung im SL 1 erhält der Prüfling das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife nach Anlage 1. Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann einmal wiederholt werden. Bei einer Wiederholung werden die Ergebnisse des ersten Durchgangs nicht angerechnet. Wer den Sonderlehrgang verlässt, erhält ein Abgangszeugnis mit den erreichten Leistungsbewertungen nach Anlage 2 oder ein Abgangszeugnis über den schulischen Teil der Fachhochschulreife nach Anlage 3, sofern die Voraussetzungen zum Besuch der Hauptphase von SL 1 nach Abschnitt A Nr.2 Buchst. b erfüllt werden.
12.2 Nach bestandener Abschlussprüfung im SL 2 erhält der Prüfling die Bescheinigung über den schulischen Teil der Fachhochschulreife nach Anlage 4. Die Sätze 2 und 3 nach Nr.12.1 gelten entsprechend. Wer den Sonderlehrgang verlässt, erhält ein Abgangszeugnis mit den erreichten Leistungsbewertungen in den jeweiligen Fächern nach Anlage 2.
12.3 Die Prüfungskommission kann beschließen, dass eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer, die oder der die Aufnahmevoraussetzungen nach Abschnitt A Nr.2 Buchst. c erfüllt und die Abschlussprüfung zum Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife bestanden hat, für die Hauptphase des SL 1 zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife zugelassen wird. Voraussetzung für die Zulassung ist der Nachweis einer Endnote nach Nr.10.2 von mindestens 2,5.
12.4 Wird die Abschlussprüfung gern. Nr.12.1 Satz 1 nicht bestanden und werden vom Prüfling die Voraussetzungen nach Abschnitt A Ziffer 2 Buchst b Satz 2 nicht erfüllt, kann auf Antrag die Landesschulbehörde für den Geltungsbereich des Niedersächsischen Hochschulgesetzes in der jeweils gültigen Fassung den schulischen Teil der Fachhochschulreife nach Anlage 5 zuerkennen.
12.5 Die Landesschulbehörde bescheinigt auf Antrag den Erwerb der Fachhochschulreife gemäß Abschnitt C, Nr. 1.2, Anlage 6. Im Falle von Nr. 12.4 ist im Zeugnis der Zusatz Dieses Zeugnis hat nur Gültigkeit im Lande Niedersachsen. aufzunehmen.
13. Anwendung anderer Rechts- und Verwaltungsvorschriften
Soweit nichts anderes geregelt wird, gelten die Bestimmungen der AVO-GOFAK und der Ergänzenden Bestimmungen für die Durchführung der Abschlussprüfungen nach Nr.2.
14. Jüdische Emigranten
Jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die im geregelten Verfahren in Deutschland aufgenommen worden sind, können im begründeten Einzelfall zum Besuch der Sonderlehrgänge zugelassen werden; die Entscheidung trifft die Leiterin oder der Leiter der Sonderlehrgänge. Für die jüdischen Zuwanderer gelten die vorstehenden Erlassregelungen entsprechend.
Dieser Erlass tritt zum 1.1.2005 in Kraft. Die Regelungen gelten erstmals für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im Mai 2005 in einen Sonderlehrgang eintreten. Gleichzeitig werden die Bezugserlasse a bis c aufgehoben.