Source: https://www.amgnovelle.bayern.de./glossar/index.htm
Timestamp: 2019-04-19 09:18:11
Document Index: 288113047

Matched Legal Cases: ['§ 58', '§ 58', '§58', '§58', '§58', '§ 58', '§58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§27', '§ 58']

Glossar - Internetangebot
Antibiotikaanwendungsmeldung
Antibiotikaanwendungsmeldung - Abgabe
Antibiotikaanwendungsmeldung – Anwendung
Arzneimittelanwendungs- und -abgabebeleg („AuA-Beleg“)
Beispielrechnung: Bestandsuntergrenze, durchschnittliche Anzahl gehaltener Tiere pro Halbjahr
Bestandsmeldung (= Meldung der Nutzungsart)
Bestandsuntergrenze
Ferkelerzeuger (Beispielrechnung: Bestandsuntergrenze)
Maßnahmenplan Musterformular
Masttiere (Schweine, Rinder, Puten, Hähnchen)
Milchviehbetriebe (Beispielrechnung: Bestandsuntergrenze)
Milchviehbetriebe kombiniert mit Rindermast (Beispielrechnung: Bestandsuntergrenze, durchschnittliche Tierzahl)
Beispielrechnung für einen kombinierten Milchviehbetrieb (für ein Halbjahr):
Beispielrechnung 2 für einen kombinierten Milchviehbetrieb (für ein Halbjahr):
One-Shot-Präparat
Papiermeldung (schriftliche Meldung)
Registriernummer nach Viehverkehrs-Verordnung (VVVO-Nummer)
Remontierungstiere
Schnittstelle (elektronische Datenübertragung)
Schweineproduktion im geschlossenen System (Beispielrechnung: Bestandsuntergrenze, durchschnittliche Tierzahl)
Tierbewegungsmeldung
Tod als Abgangsursache
Viehverkehrs-Verordnungs-Nummer (ViehVerkV; VVVO-Nummer)
Zentrale amtliche Antibiotikadatenbank
Aus den bundesweit ermittelten betrieblichen Therapiehäufigkeiten werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die sogenannten Kennzahlen 1 und 2 berechnet und bis zum 31. März bzw. 30. September eines jeden Jahres im Bundesanzeiger sowie in der HIT-Datenbank veröffentlicht. Der Tierhalter hat seine betriebliche(n) Therapiehäufigkeit(en) innerhalb von 2 Monaten mit den Kennzahlen zu vergleichen und das Ergebnis unverzüglich in den betrieblichen Unterlagen aufzuzeichnen.
Die Antibiotikaanwendungsmeldung muss spätestens 14 Tage nach Ende des Halbjahres (jeweils 14. Januar und 14. Juli) erfolgen.
Der Tierhalter meldet für jede Behandlung mit Antibiotika und getrennt für jede Registriernummer Bezeichnung des Antibiotikums
Anzahl der Wirkungstage
Findet in einem Halbjahr keine Antibiotika-Behandlung statt, erübrigen sich Mitteilungen zu Veränderungen im Tierbestand. Für den Betrieb wird durch die Antibiotika-Datenbank automatisch die Therapiehäufigkeit „Null“ ermittelt.
Geht eine Antibiotika-Anwendung über das Ende eines Halbjahres hinaus, ist nur eine Mitteilung erforderlich. Die Behandlungstage werden automatisch anhand des Behandlungsdatums (= erster Tag der Anwendung) auf die beiden Halbjahre verteilt. Die Eingabe des Behandlungsdatums ist freiwillig. Erfolgt keine Eingabe des Behandlungsdatums, müssen bei einer Anwendung, die über das Kalenderhalbjahr hinausgeht, für jedes einzelne Halbjahr getrennte Eintragungen gemacht werden.
Bei der Mitteilung über die Antibiotikaanwendung sind neben dem Namen des Arzneimittels unter anderem auch die Behandlungstage (freiwillig) und die Wirkungstage in die Datenbank einzutragen. Die Eingabe der Behandlungstage ist freiwillig. Erfolgt keine Eingabe, kann die Gesamtanwendungsmenge an Arzneimittel nicht automatisch berechnet werden. Der Tierarzt teilt dem Tierhalter die Wirkungstage mit. Diese entsprechen nicht der Wartezeit! Soweit die Packungsbeilage/Fachinformation des verwendeten Antibiotikums keine Hinweise enthält, kann der Tierarzt die Wirkungstage auf Basis der Empfehlungen von BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) bestimmen:
Antibiotika mit einer Wirkung von weniger als 24 Stunden
Bei Antibiotika, die nur einen Tag wirken und täglich über mehrere Tage angewendet werden, ist die Anzahl der Behandlungstage mit der Anzahl der Wirkungstage identisch.
Ein Masttier wird drei Tage im Abstand von 24 Stunden mit einem Antibiotikum behandelt. Das Antibiotikum wirkt jeweils nur am Behandlungstag.
Behandlungstage = 3
Wirkungstage = 3
Antibiotika, die eine Wirkung von mehr als 24 Stunden aufweisen
Für Antibiotika, die wiederholt verabreicht werden, deren Behandlungsintervall aber länger als 24 Stunden ist, werden die Wirkungstage folgendermaßen berechnet:
Anzahl der Wirkungstage = (1 + Anzahl der Intervalltage bis zur nächsten Verabreichung dieses Antibiotikums) x Anzahl der Behandlungstage (s. Beispiel 2)
Ein Masttier wird mit einem Antibiotikum dreimal in Abständen von 48 Stunden behandelt. Das Antibiotikum wirkt am Behandlungstag und noch einen weiteren Tag (= zwei Wirkungstage). Am 3. Tag und 5. Tag wird die Behandlung wiederholt.
Wirkungstage = 6
Die Eintragungen beruhen auf Angaben aus einem Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg (AuA-Beleg) des behandelnden Tierarztes. Dieses Feld ist auszuwählen, wenn nur die Abgabe, nicht aber die Anwendung durch den Tierarzt selbst, erfasst werden soll.
Antibiotikaanwendungsmeldung - Anwendung
Dieses Feld ist auszuwählen, wenn eine Antibiotikaanwendung, die durch den Tierhalter oder durch den Tierarzt erfolgt ist, erfasst werden soll. Die Eintragungen beruhen auf dem Bestandsbuch des Tierhalters, auf dem Kombibeleg oder sonstiger Dokumentation gemäß Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung (inklusive der Anwendung durch den Tierarzt). Bei der Meldung auf Basis der AuA-Belege durch den Tierarzt als Dritten, wählt dieser das Feld „Anwendung“ bei den Arzneimitteln aus, die er selbst angewendet hat.
Somit wird eine Antibiotikaanwendung, die der Tierarzt selbst vornimmt, als Anwendung gemeldet, obwohl sie auf dem AuA-Beleg eingetragen wird.
Die Verwendung der tierärztlichen Dokumentation zur Arzneimittelabgabe („AuA-Beleg“) ist erlaubt, wenn alle Anweisungen auf dem AuA-Beleg eingehalten werden und
der Tierhalter dem Tierarzt schriftlich versichert, von der Behandlungsanweisung nicht ohne Rücksprache abzuweichen und
der Tierhalter zusätzlich der Behörde schriftlich versichert, dass er nicht von der Behandlungsanweisung abgewichen ist.
Zur Eingabeerleichterung ist eine Auswahlliste mit den Namen der Antibiotika in der HIT-Datenbank hinterlegt. Nach Eingabe der bekannten Anfangsbuchstaben des gesuchten Antibiotikums in das Eingabefeld der Spalte "Arzneimittelliste" und anschließendem Klick auf den Button "Suchen" besteht die Möglichkeit, aus einer Liste aller Arzneimittel mit entsprechendem/n Anfangsbuchstaben das gewünschte Antibiotikum auszuwählen.
Im Jahre 2000 wurden erstmals die „Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln“ herausgegeben (aktuelle Fassung von 2010: http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/btk/antibiotika/Antibiotika-Leitlinien.pdf). Die Leitlinien dienen den Tierärzten als Empfehlung für den verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika bei Tieren und beschreiben z.B., unter welchen Bedingungen Laboruntersuchungen zur Auswahl eines wirksamen Antibiotikums durchgeführt werden sollen.
Für die Nutzungsart Mastschweine liegt die Bestandsuntergrenze bei 250 durchschnittlich gehaltenen Tieren im Halbjahr. Dies bedeutet, dass 250 Tiere jeweils 180 Tage (vereinfacht) im Bestand gehalten werden können. Somit stehen dem Tierhalter 45.000 Tiertage (= 250 Tiere x 180 Tage (vereinfacht)) zur Verfügung, ohne meldepflichtig zu werden:
Beispielrechnung im Halbjahr:
Zu Beginn des Halbjahres sind 300 Mastschweine im Betrieb.
Nach 3 Monaten werden alle Mastschweine verkauft.
Der Betrieb bleibt einen Monat leer.
Nach 4 Monaten werden 300 Mastschweine eingestallt.
Durchschnittliche Tierzahl im Halbjahr:
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 250 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastschweine nicht überschreitet, ist er nicht meldepflichtig für die Nutzungsart Mastschweine.
Es ist geplant, dass in Zukunft sowohl das Bestandsbuch des Tierhalters als auch die tierärztliche Dokumentation in der HIT-Datenbank geführt werden können. Die Daten für die Meldung der Antibiotikaanwendungen werden dann automatisch übernommen.
Der zuständigen Behörde muss mitgeteilt werden:
Name, Anschrift und Registriernummer
Nutzungsart :
Mastrinder (über 8 Monate)
Mastferkel (bis 30 kg)
Mastschweine (über 30 kg)
Gilt für Tiere ab dem Absetzen vom Muttertier bzw. ab dem Schlupf
Änderungen bei den gehaltenen Tierarten spätestens nach 14 Tagen
Tierhalter, die bereits in der HIT-Datenbank angemeldet sind, ergänzen die Nutzungsart unter https://www1.hi-tier.de/HitCom/login.asp im „Auswahlmenü Tierarzneimittel“ und im nächsten Fenster unter „Eingabe Nutzungsart“ (Anleitung zur Betriebsregistrierung).
Im „Auswahlmenü Tierarzneimittel“ sind verschiedene Eingabemasken eingerichtet, mit deren Hilfe die Mitteilungen über die Masttierhaltung, die Anwendung von Antibiotika und die Veränderungen im Tierbestand eingegeben werden können.
Tierhalter, die noch nicht in der HIT-Datenbank angemeldet sind, müssen sich mit ihrer Registriernummer (Viehverkehrs-Verordnungs-Nummer (VVVO-Nummer), erhältlich beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) und einer PIN (Vergabe durch das LKV, http://www.lkv.bayern.de/) anmelden.
Die schriftliche Meldung (siehe Papiermeldung) ist ebenfalls möglich. Das LKV wurde mit der Bearbeitung der schriftlichen Meldungen (einschließlich Versand von Formularen) beauftragt:
Tel.: 089/ 544348 –71
Gemäß der Tierarzneimittel-Mitteilungendurchführungsverordnung (TAMMitDurchV) fallen Betriebe unter die Meldepflicht, die im Durchschnitt eines Kalenderhalbjahres mehr als
20 Mastkälber (ab dem Absetzen vom Muttertier bis 8 Monate)
20 Mastrinder (über 8 Monate)
250 Mastschweine (über 30 kg)
1000 Mastputen (ab dem Schlupf)
10000 Masthähnchen (ab dem Schlupf)
Datenbank siehe HIT-Datenbank: https://www1.hi-tier.de/HitCom/login.asp
Die Daten des eigenen Betriebs sind für den Tierhalter in der HIT-Datenbank jederzeit einsehbar. Das Veterinäramt kann nur Daten, die nach dem Arzneimittelgesetz gefordert sind, einsehen.
Die Therapiehäufigkeit des Betriebes und die bundesweiten Kennzahlen werden 2 x jährlich berechnet und bis 31. März/30. September jeden Jahres in der HIT-Datenbank und im Bundesanzeiger (Kennzahlen) zur Einsicht bereitgestellt.
Die Sicherheit der gemeldeten Daten wird gewährleistet, indem
die Meldung in HIT nur mit Viehverkehrs-Verordnungs-Nummer (VVVO-Nummer) und PIN möglich ist und
Dritte, die vom Tierhalter mit der Meldung beauftragt werden, eine Vollmacht benötigen, um Daten eingeben oder lesen zu können.
Außerdem können Daten nur durch den Tierhalter, bevollmächtigte Dritte und das Veterinäramt (nur die nach dem Arzneimittelgesetz geforderten Daten) eingesehen werden.
Der Tierhalter kann Dritte (z.B. Tierarzt oder Dienstleister) damit beauftragen, die Daten für ihn zu melden. Der Tierhalter muss diesen Dritten vorher bei der zuständigen Behörde anzeigen.
nur die Mitteilungen für die in jedem Halbjahr zu Beginn im Betrieb gehaltenen Tiere, die im Verlauf eines jeden Halbjahres in den Betrieb aufgenommenen bzw. aus dem Betrieb abgegebenen Tiere
eine Kombination der ersten drei Stichpunkte der aufgelisteten Mitteilungen ist möglich.
Darüber hinaus muss der Tierhalter angeben, ob Daten gemäß § 58 b Abs. 1 Satz 1 AMG („Arzneimittelanwendungsdaten“) oder § 58b Abs. 2 Satz 1 AMG („Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg-Daten“) durch den Dritten mitgeteilt werden. Bei der Übermittlung von Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg-Daten muss der Tierhalter zusätzlich gegenüber der zuständigen Behörde eine schriftliche Versicherung abgeben, dass er nicht von der Behandlungsanweisung des Tierarztes abgewichen ist.
Werden mehrere Dritte mit den Mitteilungspflichten beauftragt, muss für jeden Dritten eine separate Anzeige erfolgen. Die Anzeige ist formlos möglich. Im Sinne der Eindeutigkeit und Nachvollziehbarkeit ist eine schriftliche Anzeige (Brief oder Fax) gegenüber der zuständigen Behörde oder eine elektronische Übermittlung in die Antibiotika-Datenbank von HIT sinnvoll.
Damit der Dritte Daten direkt in die Antibiotika-Datenbank eintragen kann, muss er sich mittels Registriernummer und PIN anmelden. Tierärzte erhalten in der Regel beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine eigene Registriernummer. Andere Personen, die im Auftrag des Tierhalters die Mitteilungen in die Antibiotika-Datenbank eintragen sollen (z. B. Steuerberater, Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs), müssen ebenfalls eine Registriernummer beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beantragen. Die Anmeldung in der Antibiotika-Datenbank erfolgt unter der Registriernummer und einer eigenen PIN.
Die durchschnittliche Anzahl der gehaltenen Tiere pro Halbjahr (Zeitraum vereinfacht 180 Tage) lässt sich berechnen (siehe Beispielrechnung), indem anhand der Tierbewegungsmeldungen tagesgenau ermittelt wird, wie viele Tiere im Betrieb sind.
Die Meldungen können vom Tierhalter oder bevollmächtigten Dritten über Schnittstellen elektronisch aus einem anderen Programm (z.B. Praxisverwaltungsprogramm) in die HIT-Datenbank übertragen werden. Interessierte Softwarehersteller können sich auf folgenden Links über die Anbindung ihrer Software an die HIT-Datenbank informieren. Hier finden Sie aktuelle Informationen:
Grundsätzliche Informationen zur Kommunikation mit HI-Tier
Schnittstelle: Mitteilung der Nutzungsart (nach §58a AMG)
Schnittstelle: Erklärung des Halters bezüglich Dritter (nach §58 AMG)
Schnittstelle: Tierbestandserfassung (nach §58b AMG)
Schnittstelle: Tierbestandsveränderung (nach § 58b AMG)
Schnittstelle: Arzneimittel Abgabe und Anwendung (nach §58b AMG)
Ferkelerzeuger müssen ihren Bestand melden, sofern sie durchschnittlich mehr als 250 Ferkel (ab dem Absetzen bis 30 kg) pro Halbjahr im Betrieb halten.
Ein Beispiel zur Berechnung der Bestandsuntergrenze:
250 Mastferkel x 180 Tage = 45.000 Tiertage
Jedes Ferkel wird mit 28 Tagen abgesetzt.
Mit 11 Wochen (77 Tagen) erreichen die Ferkel ein Gewicht von 30 kg.
Das Ferkel bleibt somit 49 Tage (77 Tage - 28 Tage = 49 Tage) als Nutzungsart Mastferkel im Bestand.
Von einer Sau werden 23 Ferkel (10,5 Ferkel x 2,2 Würfe) pro Jahr abgesetzt .
Die 23 Ferkel einer Sau sind 1127 Tiertage (49 Tage x 23 Tiere) pro Jahr, d.h. 564 Tiertage im Halbjahr im Bestand.
Abgesetzte Kälber die sich von Rau- und Kraftfutter ernähren, werden auch als Fresser bezeichnet. Da sie jünger als 8 Monate sind, gehören sie zur Nutzungsart Mastkälber.
01.01.20xx
Beginn des Erfassungshalbjahres: I/20xx.
14.01./14.07.20xx
Ende der Eingabefrist für Meldungen nach § 58 b AMG zu Tierbewegungen und Antibiotikaanwendungen.
ab 15.01./15.07.20xx
Fristüberschreitung für die erforderlichen Meldungen nach § 58b AMG liegt vor
bis 31.01.20xx
Bei Überschreiten der Kennzahl 2 im Erfassungshalbjahr I des Vorjahres Übermittlung des Maßnahmenplans an das Veterinäramt.
ab 28.02./31.08.20xx
Einsicht in betriebliche Therapiehäufigkeit in der HIT-Datenbank möglich
bis 31.03./30.09.20xx
Bekanntmachung der Kennzahlen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Bundesanzeiger.
bis 31.05./30.11.20xx
Vergleich der Therapiehäufigkeit mit bundesweiten Kennzahlen und Aufzeichnung.
Beginn des Erfassungshalbjahres: II/20xx.
bis 31.07.20xx
Bei Überschreiten der Kennzahl 2 im Erfassungshalbjahr II des Vorjahres Übermittlung des Maßnahmenplans an das Veterinäramt.
Die Meldung über die elektronische Datenerfassung ist kostenlos. Für die Bearbeitung der Papiermeldung wird gegebenenfalls eine Gebühr erhoben.
Die zentrale Datenbank („Auswahlmenü Tierarzneimittel“) ist in die HIT-Datenbank (https://www.hi-tier.de/HitCom/login.asp) integriert.
für Tierhalter: Aufnahme und Einsicht der erforderlichen Daten
Unterstützung der Überwachungsaufgaben
Berechnung der Therapiehäufigkeit
Die Kennzahlen 1 und 2 werden aus den Therapiehäufigkeiten aller Betriebe vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) berechnet und bis zum 31. März bzw. 30. September eines jeden Jahres im Bundesanzeiger sowie in der HIT-Datenbank veröffentlicht. Kennzahl 1 ist der Median, Kennzahl 2 das 75%-Quartil. Betriebe, die eine der Kennzahlen überschreiten, müssen abgestuft Maßnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes ergreifen.
Die Kennzahlen aus dem ersten Erfassungshalbjahr 2014/II:
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2015/I:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 2,676
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2015/II:
Ferkel bis 30 kg Körpergewicht 3,490 13,570
Mastschweine über 30 kg Körpergewicht 0,547 4,635
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2016/I:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 2,251
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2016/II:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 2,904
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2017/I:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 2,211
Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2017/II
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 3,165
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2018/I:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 2,363
Die Kennzahlen aus dem Erfassungshalbjahr 2018/II:
Mastkälber bis 8 Monate 0,000 3,147
Ferkel bis 30 kg Körpergewicht 2,449 9,420
Mastschweine über 30 kg Körpergewicht 0,362 3,435
Masthühner 19,745 31,277
Mastputen 16,466 29,597
Beim Überschreiten der Kennzahl 1 muss der Tierhalter mit Hilfe seines Tierarztes prüfen,
welche Gründe zum Überschreiten geführt haben können,
wie die Menge der angewendeten Antibiotika verringert werden kann
und die besprochenen Maßnahmen durchführen.
Beim Überschreiten der Kennzahl 2 erstellt der Tierhalter zusammen mit seinem Tierarzt einen schriftlichen Plan für den Tierhaltungsbetrieb.
Dieser Plan muss Maßnahmen enthalten, die zur Verringerung der Anwendung von Antibiotika geeignet sind.
Dieser Plan ist mit einem Zeitplan zu ergänzen, wenn die Maßnahmen nicht innerhalb von 6 Monaten erfüllt werden können.
Der Plan ist der zuständigen Behörde unaufgefordert zu übermitteln.
erstmalig zum 31. Juli 2015
ab dann, falls nötig, zum 31. Juli und 31. Januar
Das Veterinäramt prüft den Plan und kann Änderungen veranlassen oder Maßnahmen (wie z.B. Impfungen) anordnen.
Im Downloadbereich für Tierhalter sind tierartspezifische Musterformulare zur Erstellung des Maßnahmenplans hinterlegt.
Zur Unterstützung der Tierhalter stehen im Downloadbereich für Tierhalter außerdem Hilfestellungen („Stallprotokolle“ und „Handlungsempfehlungen“) für jede Tierart zur Verfügung. Sie wurden im Auftrag des LGL von Experten aus Wissenschaft und Praxis in Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tierärzteschaft erstellt und richten sich insbesondere an Tierhalter mit Überschreitung der Kennzahlen. Im Sinne einer freiwilligen Eigeneinschätzung sollen sie bei der Identifikation von Risikofaktoren und möglichen Ursachen für einen erhöhten Antibiotikaeinsatz sowie der Beseitigung eventuell vorhandener Mängel behilflich sein.
Kosten (siehe Gebühren)
Antibiotika, die länger als 24 Stunden wirken (siehe Wirkungstage) und daher nur einmalig oder im Abstand von mehreren Tagen angewendet werden müssen.
Leerstandszeiten, also Zeiten in denen keine Tiere (z.B. Reinigungs- und Desinfektionsperiode) im Stall stehen, werden auch in die Berechnung einbezogen.
Ein Rechenbeispiel : 1 Betrieb mit 300 Mastschweinen und 1 Monat Leerstandszeit im Halbjahr (vereinfacht):
Liegt ein Betrieb über der Kennzahl 2, so muss der Tierhalter einen schriftlichen Plan erstellen, in dem er die Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Anwendung von Antibiotika führen sollen, festhält. Können die geplanten Maßnahmen nicht innerhalb von 6 Monaten erfüllt werden, so muss der Maßnahmenplan mit einem Zeitplan versehen werden, aus dem hervorgeht, bis wann die Änderungen durchgeführt werden können. Der Maßnahmenplan muss innerhalb von 4 Monaten nach Bekanntgabe der Kennzahlen, und damit der Möglichkeit zur Feststellung, dass ein Betrieb über der Kennzahl 2 liegt, der zuständigen Behörde unaufgefordert vorgelegt werden.
Gemäß der Verordnung mit arzneimittelrechtlichen Vorschriften über die Arzneimittelverwendung in landwirtschaftlichen Betrieben hat der schriftliche Plan nach § 58d Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 des Arzneimittelgesetzes mindestens folgende Angaben zu enthalten:
den Zeitraum, in dem die Maßnahmen nach Nummer 4 umgesetzt werden soll.
Der Plan ist der zuständigen Behörde schriftlich oder elektronisch zu übermitteln.
Im Downloadbereich für Tierhalter stehen tierartspezifische Musterformulare zur Erstellung des Maßnahmenplans zur Verfügung. Die Verwendung der Musterformulare erfolgt freiwillig.
Masttiere sind Tiere, die zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) gehalten werden. Die Mast beginnt bei Rindern und Schweinen ab dem Zeitpunkt, ab dem sie vom Muttertier abgesetzt werden bzw. bei Hühnern und Puten ab dem Schlupf (siehe Nutzungsarten).
Weitere Kriterien zur Bestimmung von Masttieren sind u. a.:
Tier ist kastriert
Gebrauchskreuzung zur Fleischerzeugung
Mastrinder sind Rinder, die zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) gehalten werden. Die Mast beginnt bei Rindern ab dem Zeitpunkt, ab dem sie vom Muttertier abgesetzt werden. Im Rahmen der 16. AMG-Novelle wird zwischen Mastkälbern bis zu einem Alter von acht Monaten und Mastrinder ab acht Monaten unterschieden. Mastkälber sind außerdem männliche, abgesetzte Kälber auf dem Geburtsbetrieb, der weibliche Zuchttiere erzeugt (Milchviehbetrieb).
Mastschweine sind Schweine, die zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) gehalten werden. Die Mast beginnt bei Schweinen ab dem Zeitpunkt, ab dem sie vom Muttertier abgesetzt werden. Im Rahmen der 16. AMG-Novelle wird zwischen Ferkeln bis zu einem Körpergewicht von einschließlich 30 kg und Mastschweinen ab 30 kg unterschieden. Mastschweine sind außerdem männliche Schweine auf einem Betrieb, der weibliche Zuchttiere erzeugt bzw. umgekehrt (Jungsauen, Deckeber). Mastferkel werden nicht genau mit einem Gewicht von 30 kg von der Aufzucht in die Mast überführt. Es gibt Mastferkel, die mit 27 kg umgestallt werden, andere Betriebe stallen erst mit 35 kg um.
Mastputen sind männliche und weibliche Puten, die zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) gehalten werden. Im Rahmen der 16. AMG-Novelle beginnt die Mastperiode ab dem Schlupf.
Masthühner sind männliche und weibliche Hühner, die zum Zweck der Fleischerzeugung (Mast) gehalten werden. Im Rahmen der 16. AMG-Novelle beginnt die Mastperiode ab dem Schlupf.
Landwirtschaftliche Betriebe, in denen Rinder, Schweine, Hühner oder Puten zum Zwecke der Fleischerzeugung (Mast) berufs- oder gewerbsmäßig gehalten werden, werden als Mastbetrieb bezeichnet.
Der Median ist der Wert in einer Reihe von Zahlen, der an der mittleren Stelle steht, wenn die Werte der Größe nach sortiert sind.
Der mittlere Wert ist in diesem Fall 2 (lfd. Nr. 3).
Im Rahmen der 16. AMG-Novelle wird aus den betriebsindividuellen Therapiehäufigkeiten aller Betriebe in Deutschland der Median als Kennzahl 1 ermittelt. Betriebe, deren Therapiehäufigkeit über dem Median liegt, müssen Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes ergreifen.
Milchkühe sind weibliche Rinder nach dem ersten Kalben, die zum Zweck der Milchproduktion gehalten und gezüchtet werden.
Betriebe, die Milchkühe und Kalbinnen halten, sind für die Mastkälber meldepflichtig, sofern sie durchschnittlich mehr als 20 Mastkälber (ab dem Absetzen bis 8 Monate) pro Halbjahr im Betrieb halten. Da weibliche Tiere als Milchkühe aufgezogen werden, zählen nur die männlichen Kälber als Mastkälber.
Ein Beispiel zur Berechnung der Bestandsuntergrenze :
20 Mastkälber x 180 Tage = 3.600 Tiertage
Jedes Kalb ist 10 Wochen (70 Tage) im Bestand
Die durchschnittliche Anzahl der Mastkälber wird folgendermaßen berechnet:
50 männliche Kälber + 50 weibliche Kälber = 100 Kälber im Halbjahr.
100 Kälber im Halbjahr entsprechen 200 Kälbern im Jahr.
Jede Kuh bekommt ein Kalb pro Jahr.
Milchviehbetriebe mit bis zu 200 Tieren (Milchkühen und Kalbinnen) unterliegen demnach nicht der Meldepflicht.
In kombinierten Milchviehbetrieben werden neben Milchkühen auch Mastrinder gehalten.
Sowohl für die Nutzungsart Mastkalb (bis 8 Monate) als auch für die Nutzungsart Mastrind (über 8 Monate) können durchschnittlich 20 Tiere im Halbjahr gehalten werden. Je Nutzungsart stehen dem Tierhalter somit 3.600 Tiertage (= 20 Tiere X 180 Tage (vereinfacht)) zur Verfügung, ohne meldepflichtig zu werden:
20 Mastrinder x 180 Tage = 3.600 Tiertage
Ein Betrieb hält neben 200 Milchkühen zusätzlich weitere 40 Mastrinder über 8 Monate (z.B. Mastbullen).
Der Anteil des Milchviehs im Betrieb im Halbjahr:
200 Milchkühe gebären im Jahr 200 Kälber.
200 Kälber im Jahr entsprechen 100 Kälbern im Halbjahr.
Von den 100 Kälbern sind 50 männlich.
Da weibliche Tiere als Milchkühe aufgezogen werden, werden nur die männlichen Kälber als Mastkälber betrachtet (siehe Milchviehbetriebe (Beispielrechnung: Bestandsuntergrenzen)).
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 20 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastkälber nicht überschreitet, ist er nicht meldepflichtig für die Nutzungsart Mastkälber.
Der Anteil der Mastrinder (über 8 Monate) im Betrieb im Halbjahr:
Zu Beginn des Halbjahres sind 30 Mastrinder im Betrieb
Nach 3 Monaten werden 10 Mastrinder verkauft
Nach 4 Monaten werden 10 Mastrinder gekauft
Die durchschnittliche Tierzahl im Halbjahr für die Nutzungsart Mastrinder berechnet sich wie folgt:
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 20 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastrinder überschreitet, ist er meldepflichtig für die Nutzungsart Mastrinder.
Ein Betrieb hält 200 Milchkühe und 50 männliche Kälber im Halbjahr. Von den 50 männlichen Mastkälbern werden 40 Mastkälber im Alter von 10 Wochen abgegeben und die restlichen 10 Mastkälber aufgestallt.
Für die Nutzungsart Mastkalb liegt die Bestandsuntergrenze bei 20 durchschnittlich gehaltenen Tieren im Halbjahr. Dies bedeutet, dass 20 Tiere jeweils 180 Tage (vereinfacht) im Bestand gehalten werden können. Somit stehen dem Tierhalter 3.600 Tiertage (= 20 Tiere x 180 Tage (vereinfacht)) zur Verfügung, ohne meldepflichtig zu werden:
Zu Beginn des Halbjahres werden 50 männliche Kälber geboren.
Diese werden am Tag der Geburt abgesetzt (gelten nun als Mastkalb).
Nach 10 Wochen werden 40 von 50 Mastkälbern verkauft.
10 Mastkälber werden aufgestallt.
Die durchschnittliche Tierzahl im Halbjahr für die Nutzungsart Mastkalb berechnet sich wie folgt:
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 20 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastkalb überschreitet, ist er meldepflichtig für die Nutzungsart Mastkalb.
Als Novelle wird ein Änderungsgesetz bezeichnet, das ein bereits bestehendes Gesetz in einzelnen Teilen abändert.
Am 1. April 2014 trat das 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes, die sog. 16. AMG-Novelle (http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/), in Kraft.
Im Rahmen der 16. AMG-Novelle werden folgende Nutzungsarten unterschieden:
One-Shot-Präparate sind Langzeitpräparate, die einmalig verabreicht werden, aber eine Wirkdauer (siehe Wirkungstage) über mehrere Tage haben.
Ein Masttier wird mit einem Antibiotikum behandelt. Das Antibiotikum wirkt am Behandlungstag und – unter Aufrechterhaltung seines therapeutischen Spiegels - darüber hinaus. Nach Empfehlungen von BMEL, BVL und BfR sind in diesem Fall sieben Wirkungstage zu veranschlagen.
Behandlungstage = 1
Wirkungstage = 7
Die Bestands-, Tierbewegungs- sowie Antibiotikaanwendungsmeldungen können direkt und kostenfrei vom Tierhalter in die zentrale amtliche Antibiotikadatenbank eingetragen werden.
Der Tierhalter kann alle Meldungen auch schriftlich vornehmen. Die dafür zu verwendenden Formulare sind erhältlich beim:
Fax.: 089/ 544348 –70
Das System der QS GmbH (QS-System) ist ein stufen- und unternehmensübergreifendes Qualitätssicherungssystem für die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln. Tierhalter von Schweinen und Geflügel, die dem QS-System angeschlossen sind, nehmen am QS-Antibiotikamonitoring teil.
Allerdings unterscheidet sich das QS Antibiotikamonitoring von den Meldepflichten der 16. AMG-Novelle, so dass der von QS errechnete Therapieindex nicht mit der Therapiehäufigkeit nach dem Arzneimittelgesetz vergleichbar ist. Während das QS-System bei der Berechnung des Therapieindex die Anzahl der Mastplätze (bei Schweinen) bzw. die Herdentierzahl (bei Geflügel) berücksichtigt, wird im Rahmen der 16. AMG-Novelle der durchschnittlich gehaltene Tierbestand pro Halbjahr zur Errechnung der Therapiehäufigkeit hinzugezogen.
Daten aus dem QS Antibiotikamonitoring können jedoch über eine Schnittstelle in die HIT-Datenbank übertragen werden, so dass die Tierhalter die Daten nicht doppelt eingeben müssen.
Unter einem Quartil versteht man einen „Viertelwert“. Das vierte Quartil (oberstes Viertel) wird zur Berechnung der Kennzahl 2 herangezogen.
Für eine Meldung in der HIT-Datenbank ist die 12stellige Betriebsnummer (Registriernummer) nach der Viehverkehrsverordnung notwendig. Die VVVO-Nummer wird in Bayern von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergeben.
Bei Milchkühen werden die weiblichen Tiere generell als Remontierungstiere (weibliche Tiere zur Nachzucht) angesehen.
Weibliche Kälber oder Kühe, die nicht als Milchkühe genutzt werden, sondern zur Schlachtung gehen, sind als Mastkälber bzw. -rinder zu betrachten.
Saugferkel werden etwa im Alter von 4 Wochen abgesetzt (§27, Tierschutz-Nutztier-Verordnung). Sie zählen erst ab dem Absetzen vom Muttertier zu den Mastferkeln.
Betriebe mit bis zu 250 durchschnittlich gehaltenen Mastferkeln unterliegen nicht der Meldepflicht (siehe Ferkelerzeuger Beispielrechnung).
Schnittstelle (elektronische Datenübertragung )
Es werden Schnittstellen von der HIT-Datenbank bereitgestellt. Interessierte Software-Hersteller können sich auf: http://www.hi-tier.de/Entwicklung/Programme/Default.htm zum Thema Anbindung ihrer Software an die HIT-Datenbank informieren.
Gemäß § 58b Abs. 2 Satz 2 AMG sind zwei schriftliche Versicherungen des Tierhalters vorgesehen, wenn bei den Mitteilungen nicht die tatsächlich erfolgten Antibiotika-Anwendungen in die HIT-Datenbank eingetragen werden, sondern Angaben über die vom Tierarzt abgegebenen Antibiotika gemäß Arzneimittelanwendungs- und Abgabebeleg (AuA-Beleg). Um die Daten des AuA-Belegs verwenden zu dürfen, muss vom Tierhalter zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der Verschreibung an den Tierarzt eine formlose, aber schriftliche Versicherung abgegeben werden.
Die Versicherung des Tierhalters gegenüber der zuständigen Behörde ist entscheidend für die Freigabe der Daten zur Berechnung der betrieblichen Therapiehäufigkeit.
Siehe Papiermeldung
Ein Halter von Mastschweinen im geschlossenen System züchtet die Mastferkel im eigenen Betrieb und hält sie bis zur Schlachtung. Der Tierhalter hält daher sowohl Mastferkel als auch Mastschweine. Die durchschnittliche Tierzahl wird für die Nutzungsarten Mastferkel und Mastschweine getrennt berechnet. Auch die Beurteilung der Meldepflicht anhand der Bestandsuntergrenzen erfolgt für Mastferkel und Mastschweine separat.
Sowohl für die Nutzungsart Mastferkel (bis 30 kg) als auch für die Nutzungsart Mastschweine (über 30 kg) können durchschnittlich 250 Tiere im Halbjahr gehalten werden. Je Nutzungsart stehen dem Tierhalter somit 45.000 Tiertage (= 250 Tiere x 180 Tage (vereinfacht)) zur Verfügung, ohne meldepflichtig zu werden:
250 Mastschweine x 180 Tage = 45.000 Tiertage
Zu Beginn des Halbjahres ferkeln 100 Muttersauen ab.
Jede Muttersau bekommt 9 Mastferkel (insgesamt 900 Mastferkel).
Nach 1 Monat (vereinfacht) werden die Mastferkel abgesetzt.
Nach 2 Monaten (vereinfacht) wiegen die Mastferkel 30 kg.
Ab 30 kg ändert sich die Nutzungsart der Tiere in Mastschweine.
Die durchschnittliche Tierzahl im Halbjahr für die Nutzungsart Mastferkel berechnet sich wie folgt:
Die durchschnittliche Tierzahl im Halbjahr für die Nutzungsart Mastschweine berechnet sich wie folgt:
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 250 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastferkel nicht überschreitet, ist er nicht meldepflichtig für die Nutzungsart Mastferkel.
Da der Betrieb die Bestandsuntergrenzen von 250 Tieren im Halbjahr für die Nutzungsart Mastschweine überschreitet, ist er meldepflichtig für die Nutzungsart Mastschweine.
Mit der Therapiehäufigkeit wird ermittelt, an wie vielen Tagen im Halbjahr ein Tier im Durchschnitt mit Antibiotika behandelt wird. Mit diesem Durchschnittswert kann der Antibiotikaeinsatz zwischen den Betrieben unabhängig von der Zahl der gehaltenen Tiere verglichen werden.
Das genaue Vorgehen bei der Berechnung der Therapiehäufigkeit ist in einem eigenen Merkblatt beschrieben.
Die Berechnung der Therapiehäufigkeit jedes Betriebs erfolgt automatisiert durch die HIT-Datenbank. Die Therapiehäufigkeit(en) können vom Tierhalter für seinen Betrieb ab März 2015 in der HIT-Datenbank abgerufen werden (Kurzanleitung s.u.). Tierhaltern ohne Internetzugang, die ihre Meldungen schriftlich über das LKV vornehmen, teilt das zuständige Veterinäramt die Therapiehäufigkeit(en) mit. Eine Kurzanleitung zur Einsicht der Therapiehäufigkeit(en) und Kennzahlen in der HIT-Datenbank finden Sie hier.
Ein Betrieb kann auch mehrere Therapiehäufigkeiten haben, wenn er verschiedene Nutzungsarten zum Zwecke der Mast hält, z.B. Mastferkel und Mastschweine.
Die Therapiehäufigkeit wird auch für Betriebe ermittelt, die im Laufe eines Halbjahres mit der Masttierhaltung beginnen bzw. diese einstellen. Sobald bzw. solange Masttiere gehalten werden, müssen Angaben zu Tierbewegungen und zu Antibiotika-Anwendungen gemacht werden.
Die zuständige Behörde teilt die halbjährlichen betrieblichen Therapiehäufigkeiten bis zum 28. / 29. Februar bzw. 31. August eines jeden Jahres dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anonymisiert mit. Das BVL ermittelt die Kennzahlen und veröffentlicht sie bis zum 31. März bzw. 30. September eines jeden Jahres im Bundesanzeiger.
Die Tierbewegungsmeldung ist getrennt für jede Registriernummer und jede Nutzungsart spätestens 14 Tage nach Ende des Halbjahres mit folgenden Daten anzugeben:
jeder Zugang mit Zahl und Datum (z.B. Zukauf, Geburt)
jeder Abgang mit Zahl und Datum (z.B. Verkauf, Schlachtung)
Die Eingabe der Tierbewegungen erfolgt in der HIT-Datenbank unter dem Menü „Eingabe Tierbestand/Bestandsveränderungen“. Rinderhalter können unter dem Menüunterpunkt „Vorschlag/Übernahme Tierbestand / Bestandsveränderungen aus VVVO-Meldungen für Rinder“ die Angaben zu Anfangsbestand und Tierbewegungen aus dem Rinderbestandsregister übernehmen.
Schweinemäster, die ausschließlich Mastschweine ab 30 kg halten, können diese Daten unter dem Menüunterpunkt „Vorschlag/Übernahme Tierbestand / Bestandsveränderungen aus VVVO-Meldungen für Schweine (nur Schweine ab 30 kg)“ aus der Schweinedatenbank übernehmen. Eine Anleitung für Schweinemäster ist im Downloadbereich für Tierhalter hinterlegt
Mitteilungen zum Tierbestand sind nicht erforderlich, wenn in einem Halbjahr keine Antibiotika angewendet wurden. Angaben zu den gehaltenen Tieren sind „für jede Behandlung zu machen“. Findet in einem Halbjahr keine Antibiotika-Behandlung statt, erübrigen sich Mitteilungen zu Veränderungen im Tierbestand. Für den Betrieb wird durch die Antibiotika-Datenbank automatisch die Therapiehäufigkeit „Null“ ermittelt.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Merkmal „abgegeben“ dahin ausgelegt, dass es sich bei „Abgeben“ eines Tieres um eine willentliche Tätigkeit des Tierbesitzers handelt, die grundsätzlich mit dem Übergang des Besitzes eines lebenden Tieres auf eine andere Person einhergeht. Damit sind tote Tiere bei der Mitteilung der Anzahl abgegebener Tiere nicht zu berücksichtigen.
Verstöße gegen die Meldepflicht oder gegen die Richtigkeit der Angaben werden wie alle Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) im siebzehnten Abschnitt des AMG (http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/) geregelt.
Wirkungstage sind die Behandlungstage (Anwendung des AB) und die Tage, an denen das AB – unter Aufrechterhaltung seines therapeutischen Spiegels – noch nachwirkt. Die Wirkungstage entsprechen nicht der Wartezeit. Die Behandlungstage (freiwillig) und die Wirkungstage, die der Tierarzt dem Tierhalter mitgeteilt hat, sind vom Tierhalter oder dem autorisierten Dritten in die Datenbank einzugeben. Sie sind nicht mit der Wartezeit gleichzusetzen. Die Wartezeit wird in der amtlichen zentralen Datenbank nicht erfasst.
Beispiele: Berechnung und Eingabe der Wirkungstage in der HIT-Datenbank
Ein Tierarzt behandelt ein Mastrind mit einem Antibiotikum an einem Tag. Das Antibiotikum wirkt am Behandlungstag.
Die Eingabe der oben aufgeführten Behandlung in der HIT-Datenbank erfolgt wie im Bild dargestellt:
Anzahl der Wirkungstage = (1 + Anzahl der Intervalltage bis zur nächsten Verabreichung dieses Antibiotikums) x Anzahl der Behandlungstage (s. Fall 3)
Ein Tierarzt behandelt ein Mastrind mit einem Antibiotikum an drei Tagen in Abständen von jeweils zwei Tagen. Das Antibiotikum wirkt am Behandlungstag und noch zwei weitere Tage (= drei Wirkungstage). Am 4. Tag und 7. Tag wird die Behandlung wiederholt.
Die Eingabe der oben aufgeführten Behandlung in der HIT-Datenbank kann entweder wie im ersten Bild dargestellt
Die Eingabe der Behandlungstage ist freiwillig. Erfolgt keine Eingabe, kann die Gesamtanwendungsmenge an Arzneimittel nicht automatisch berechnet werden.
siehe HIT-Datenbank
Dokument aktualisiert am: 15.04.2019