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Timestamp: 2016-10-24 01:48:08
Document Index: 6027333

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

U 176/03 (28.05.2004)
U 176/03
E.________, 1952, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Ausfeld, Weinbergstrasse 18, 8001 Z�rich,
Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, General Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Ren� W. Schleifer, Stampfenbachstrasse 42, 8006 Z�rich
Mit Verf�gung vom 6. Februar 2001, best�tigt durch Einspracheentscheid vom 26. Juli 2001, stellte die "Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: WINTERTHUR oder Beschwerdegegnerin), bei welcher die 1952 geborene E.________ in ihrer Eigenschaft als Teilzeit-Kinderbetreuerin f�r F.________ obligatorisch gegen Berufsunf�lle versichert war, die aus dem Berufsunfall vom 4. Oktober 1999 zu erbringenden Leistungen per 4. Januar 2000 ein.
Die hiegegen erhobene Beschwerde der E.________ wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 4. Juni 2003 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst E.________ sinngem�ss unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids und des Einspracheentscheids beantragen, die WINTERTHUR habe ihr weiterhin "�ber den 4. Oktober 2000 hinaus" die gesetzlichen Leistungen f�r das versicherte Unfallereignis zu erbringen, und es sei ihr in der Person ihres Rechtsvertreters die unentgeltliche Verbeist�ndung zu gew�hren.
W�hrend die WINTERTHUR auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung (seit 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit), auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt (BGE 119 V 337 Erw. 1 mit Hinweisen). Richtig wiedergegeben sind ferner die Grunds�tze �ber das Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 461 f. Erw. 5a mit Hinweisen) sowie �ber den Beweiswert und die Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3a und b, 122 V 160 Erw. 1c). Gleiches gilt in Bezug auf die Ausf�hrungen zur praxisgem�ssen Einstellung der Versicherungsleistungen mit Erreichen des Gesundheitszustandes, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber desjenigen Zustandes, wie er sich auch ohne den Unfall fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte (Status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b, mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: vom 26. Juli 2001) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
2.1 In der Prozessgeschichte (Sachverhalt Ziffer 1 S. 2) des angefochtenen Entscheides findet sich die aktenwidrige Feststellung, mit Verf�gung vom 6. Februar 2001 habe die WINTERTHUR festgestellt, �dass der Status quo ante am 4. Oktober 2000 erreicht� worden sei. Dem Dispositiv der genannten Verf�gung liegt die Erw�gung zu Grunde:
�Der Status quo ante (gleicher Zustand wie vor dem Unfall) ist sp�testens drei Monate nach dem Unfall vom 04.10.1999, d.h. am 04.01.2000 erreicht. Eine unfallbedingte Heilbehandlung ist gem�ss Gutachten von Dr. S._______ vom 06.10.2000 nicht mehr notwendig. Wir stellen daher die Leistungen f�r Pflegeleistungen und Kostenverg�tungen r�ckwirkend per 04.01.2000 ein.�
In den Erw�gungen folgt das kantonale Gericht dann jedoch der Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin, indem es ausf�hrt, gest�tzt auf die medizinische Aktenlage sei anzunehmen, dass der Status quo sine sp�testens nach einem Zeitraum von drei Monaten, somit am 4. Januar 2000 erreicht worden sei. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde findet sich im Rechtsbegehren dann wieder das Datum des 4. Oktobers 2000.
2.2 Verwaltungsverf�gungen und Gerichtsentscheide sind - vorbeh�ltlich von Situationen, in welchen der �ffentlich-rechtliche Vertrauensschutz erheblich ist - nicht nach ihrem bisweilen unbeholfenen oder unrichtigen Wortlaut, sondern nach ihrem wirklichen rechtlichen Gehalt (BGE 120 V 497 Erw. 1a) zu verstehen. Von daher ist klar, dass hier eine Leistungseinstellung auf den 4. Januar 2000 verf�gt und vorinstanzlich best�tigt wurde.
Gegenstand der Pr�fung bildet somit vor dem Eidgen�ssische Versicherungsgericht die Frage, ob die WINTERTHUR zu Recht per 4. Januar 2000 s�mtliche Versicherungsleistungen f�r die Folgen des Unfalles vom 4. Oktober 1999 einstellte.
3.1 Ausweislich der medizinischen Akten hat die Beschwerdef�hrerin bei ihrem Sturz im Bus der Verkehrsbetriebe X.________ am 4. Oktober 1999 einzig eine Schulterkontusion rechts erlitten (Bericht des Dr. med. Y.________, Innere Medizin und Tropenkrankheiten FMH, vom 17. November 1999). Die gem�ss Bericht des Medizinisch Radiodiagnostischen Institutes am Spital B.________ vom 8. November 1999 gleichentags erhobene Magnetresonanz-Arthrographie der rechten Schulter ergab �eine regelrechte Darstellung der Schultergelenkkapsel�; ein �Kontrastmittelaustritt in die Bursa subacromialis� lag nicht vor. Es zeigte sich einzig im Bereiche des AC-Gelenks eine ausgedehnte Signalanhebung in der T2 Gewichtung mit Fl�ssigkeitsansammlung intraartikul�r und eine �demat�se Schwellung des periartikul�ren Fettgewebes. Die Supraspinatussehne stellte sich regelrecht dar. Sowohl das vordere als auch das hintere Labrum waren unauff�llig bei normaler Lage der langen Bizepssehne im solcus bizipitalis. Bei diesen geringf�gigen unfallm�ssigen Prim�rverletzungen l�sst sich eine richtunggebende Verschlimmerung im Sinne einer �ber drei Monate hinaus andauernden unfallbedingten Behandlungsbed�rftigkeit nicht best�tigen, weshalb sie denn auch durch s�mtliche in der Folge erhobenen Berichte, insbesondere durch das Administrativgutachten des Dr. med. S.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, vom 6. Oktober 2000, verneint worden ist. Aus den Berichten des Dr. med. H.________, Neurologie FMH, vom 8. Dezember 2000 und 9. Mai 2002 ergibt sich nichts anderes: Er attestiert keinen behandlungsbed�rftigen Befund im Bereich der rechten Schulter, sondern setzt sich einerseits mit den Folgen eines am 9. Februar 2001 erlittenen, unstreitig nicht bei der Beschwerdegegnerin versicherten, Unfalles auseinander und beschreibt andererseits eine Symptomausweitung im Sinne einer Cervicobrachialgie rechts mit Ausstrahlungen entsprechend C7, vor allem aber eine myofasciale Symptomatik mit belastungsabh�ngiger Schw�che bei Verk�rzung der Muskulatur. Diese weiteren Gesundheitssch�den k�nnen jedoch eindeutig nicht als nat�rlich kausale Folgen der am 4. Oktober 1999 erlittenen Schulterverletzung interpretiert werden.
3.2 Die nachtr�glich von der Beschwerdef�hrerin behauptete Schwere des unfallm�ssigen Geschehens erscheint in Anbetracht des bei den Akten liegenden Fotos und der Attestation eines Mitpassagiers als unglaubw�rdig. Abgesehen davon ist der Unfallhergang insofern von untergeordneter Bedeutung, als es f�r die Beurteilung des hier allein streitigen nat�rlichen Kausalzusammenhanges auf die prim�ren Unfallverletzungen mit ihren Auswirkungen ankommt. Diese beschr�nkten sich, wie gesagt (Erw. 3.1 hievor), auf eine Schulterkontusion, ohne dass irgendwelche Anhaltspunkte f�r weitere unfallbedingte irreversible Sch�digungen vorliegen w�rden. Die Kritik an den Darlegungen des Dr. med. A.________, Spezialarzt f�r Chirurgie FMH, im Bericht vom 31. Oktober 2000 ist unbehelflich und kann vernachl�ssigt werden, weil auf diesen Bericht f�r die Beurteilung der Kausalit�tsfrage nicht abgestellt werden muss. Was die Versicherte im �brigen mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorbringt, ist nicht stichhaltig und �ndert nichts an der zu Recht erfolgten vorinstanzlichen Best�tigung der von der Beschwerdegegnerin verf�gten Leistungseinstellung.
Da es um Versicherungsleistungen geht, sind gem�ss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben.
Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 OG in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanwalt Michael Ausfeld, Z�rich, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssische Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.