Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.06.2008&Aktenzeichen=V%20ZR%2050/07
Timestamp: 2019-07-17 08:09:44
Document Index: 158145702

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.06.2008 - V ZR 50/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,4908
BGH, 06.06.2008 - V ZR 50/07 (https://dejure.org/2008,4908)
BGH, Entscheidung vom 06.06.2008 - V ZR 50/07 (https://dejure.org/2008,4908)
BGH, Entscheidung vom 06. Juni 2008 - V ZR 50/07 (https://dejure.org/2008,4908)
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Pflichtverletzung bei einem Beratungsvertrag zur Vermittlung der Finanzierung des Erwerbs einer Eigentumswohnung; Bedeutung der Initiative einer Partei für den Vertragsschluss; Haftung aus einem Beratungsvertrag bei mangelnden Auskünften über das Objekt; Verletzung der Beratungspflichten bei Abgabe eines zu positiven Bildes zur Ertragserwartung der Immobilie oder ihres Wertsteigerungspotenzials; Schadensersatzpflicht des Beraters wegen schuldhaft fehlerhafter Erklärungen zur Höhe der monatlichen Belastung
Anforderungen an die Beratung über die Rentabilität eines Immobilienerwerbs zu Kapitalanlagezwecken
Schadensersatz wegen Schlechterfüllung des Beratungsvertrags
LG München I, 17.03.2006 - 30 O 9491/03
OLG München, 06.02.2007 - 18 U 3337/06
Ein Beratungsvertrag ist allerdings entgegen der Auffassung der Beklagten zumindest stillschweigend dadurch zustande gekommen, dass die Klägerin und der Drittwiderbeklagte als Anlageinteressenten die Dienste und Erfahrungen des Beklagten zu 2 bzw. des hinter ihm stehenden Strukturvertriebes der ... als Anlagenberater und -vermittler in Anspruch genommen und dieser die gewünschten Tätigkeiten erbracht hat (vgl. BGH, Urteil vom 06.06.2008, Az. V ZR 50/07; Urteil vom 25.09.2007, Az. XI ZR 320/06; jeweils zitiert nach juris).
Die Zivilsenate gehen aber dem offensichtlichen Konflikt ihrer Rechtsstandpunkte nicht weiter nach, vielmehr vertreten sie erkennbar die Auffassung, dass sowohl Verkäufer wie Vermittler eine eigene beratungsvertragliche Haftung treffen kann (vgl. BGH, Urt. vom 06.06.2008 - V ZR 50/07, juris einerseits und BGH, Beschluss vom 25.06.2009 - III ZR 243/08, ZMR 2009, 856 andererseits).
Beim Erwerb von Kapitalanlagen kommt zwischen dem Kapitalanleger und der Person, die ihn gewerbsmäßig über die Kapitalanlage informiert, regelmäßig stillschweigend ein Anlageberatungsvertrag zustande, wenn der Anleger erkennbar nicht nur auf die Mitteilung von Tatsachen zur Kapitalanlage, sondern auf eine Bewertung und Beurteilung dieser Tatsachen wert legt (vgl. BGH, V ZR 50/07, Urteil vom 06.06.2008, zitiert nach juris Rn 9 m. w. N.).
Ein Beratungsvertrag ist dabei stillschweigend zwischen den Parteien dadurch zustande gekommen, dass die Kläger als Anlageinteressenten die Dienste und Erfahrung der Beklagten als Anlagenberater und -vermittler in Anspruch genommen und diese die gewünschten Tätigkeiten erbracht hat (vgl. BGH, Urteil vom 06.06.2008, Az. V ZR 50/07; Urteil vom 25.09.2007, Az. XI ZR 320/06; jeweils zitiert nach juris).
Beim Erwerb von Kapitalanlagen kommt zwischen dem Kapitalanleger und der Person, die ihn - wie vorliegend die Beklagte - gewerbsmäßig über die Kapitalanlage informiert, regelmäßig stillschweigend ein Anlageberatungsvertrag zustande, wenn der Anleger erkennbar nicht nur auf die Mitteilung von Tatsachen zur Kapitalanlage, sondern auf eine Bewertung und Beurteilung dieser Tatsachen wert legt (vgl. BGH, V ZR 50/07, Urteil vom 06.06.2008, zitiert nach juris).