Source: https://www.umwelt.sg.ch/home/Themen/Energie/VHM_Energie_alt/bauten___anlagen/grundlagen.html
Timestamp: 2019-01-22 00:51:07
Document Index: 218715264

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 7', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 13']

Kühlräume, Gewächshäuser und Traglufthallen
Geltungsbereich der Vorschriften über den Wärmeschutz (Art. 1 EnV)
Alle Bauten, die neu erstellt oder umgebaut werden (Neubauten und Umbauten) müssen den Anforderungen über den Wärmeschutz entsprechen, wenn sie beheizt, gekühlt , belüftet oder befeuchtet werden.
Grundsätzliche Anforderungen an Neubauten und Umbauten (Art. 4 EnG, Art. 2 und 2a EnV)
Neubauten und Umbauten müssen die Anforderungen an eine sparsame und rationelle Energieverwendung erfüllen. Diese bezwecken, einen möglichst hohen energetischen Wirkungsgrad zu erzielen, Abwärme zu nutzen und den Energieeinsatz zu verringern. Trotz ihrer Kürze handelt es sich hier um eine der zentralen Bestimmungen des Energiegesetzes. Deren Anforderungen werden in Art. 2 EnV ausgeführt, wonach die Norm SIA 380/1, Thermische Energie im Hochbau, Ausgabe 2009 als verbindlich erklärt wird, soweit die Energieverordnung nicht besondere Vorschriften enthält. Für die Berechnungen sind die Grenzwerte massgebend.
Seit dem Jahr 2010 ist nebst dem winterlichen auch dem sommerlichen Wärmeschutz Beachtung zu schenken. Einzelheiten zum Vollzug finden sich in der Vollzugshilfe EN-2, Wärmeschutz von Gebäuden, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen.
Vollzugshilfsmittel EN-2: www.endk.ch neues Fenster
Klimadaten für die Berechnung des Heizwärmebedarfs (Art. 3 EnV)
Für die Berechnung des Heizwärmebedarfs gelten im ganzen Kanton St.Gallen die Klimadaten der Station St.Gallen nach dem Merkblatt SIA 2028, Klimadaten für Bauphysik, Energie- und Gebäudetechnik, Ausgabe 2008. Auf die Anwendung unterschiedlicher Klimastationen und gleichzeitiger Höhenlagekorrektur wurde schon anlässlich der Teilrevision der Energieverordnung 1998 verzichtet, was zu einer wesentlichen Vereinfachung des Vollzugs führte. Weil etwa 97 Prozent der Bevölkerung in Lagen zwischen 400 und 800 m ü.M. leben, in denen keine schwerwiegenden klimatischen Schwankungen festzustellen sind, ist diese Lösung auch aus energetischer Sicht sinnvoll. Eine Korrektur für die Höhenlage oder das Lokalklima ist nicht zulässig.
Höhe ü.M.: 779m
Klimaregion: 3
Jahresminimum-Temp.: -10oC
Checkliste Wärmebrücken: www.endk.ch neues Fenster
Wärmebrückenkatalog (1287 kB, PDF) 11.12.2003
Kühlräume, Gewächshäuser und Traglufthallen (Art. 7, 8 und 8a EnV)
Kühlräume, Gewächshäuser und Traglufthallen werden nicht wie gewöhnliche Bauten behandelt, weshalb sie in einem gesonderten Kapitel behandelt werden.
Kühlräume, Gewächshäuse und Traglufthallen
Grundsatz des sommerlichen Wärmeschutzes (Art. 2a EnV)
Der sommerliche Wärmeschutz wird in Anbetracht der gleichermassen steigenden Aussentemperaturen und Komfortbedürfnisse immer wichtiger. Deshalb sollen grundsätzlich alle Bauten über einen Sonnenschutz verfügen. Als Sonnenschutz zugelassen ist grundsätzlich jegliche Art der künstlichen Beschattung wie z.B. Rolläden, Lamellenstoren, Stoffmarkisen oder traditionelle Fensterläden. Im Fall einer Raumklimatisierung muss der Sonnenschutz zudem steuerbar und windfest sein.
Sommerlicher Wärmeschutz bei gekühlten Gebäuden
Sommerlicher Wärmeschutz für Neubauten
Als Neubauten im Sinn von Art. 2a EnV gelten alle Bauten, deren Baubewilligung ab 1. Januar 2010 oder später rechtskräftig wurde. Neubauten müssen stets über einen Sonnenschutz verfügen. In nicht klimatisierten neuen Wohnbauten genügt ein Sonnenschutz in Form üblicher handbetriebener Rolläden, Lamellenstoren, Stoffmarkisen oder traditioneller Fensterläden (Art. 2a Abs. 1).
Sommerlicher Wärmeschutz für bestehende Bauten
Sommerlicher Wärmeschutz für gekühlte Bauten
Bei neuen Bauten muss stets geprüft werden, ob eine Raumkühlung notwendig oder erwünscht ist. Letzteres trifft beispielsweise regelmässig bei Dienstleistungsbauten zu, nicht hingegen bei Wohnbauten. Die Begriffe "notwendig" und "erwünscht" sind der Norm SIA 382/1, Ausgabe 2007, entnommen (vgl. Ziff. 8 der Vollzugshilfe EN-2, Wärmeschutz von Gebäuden, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen). Danach werden für die Beurteilung, ob eine Kühlung notwendig ist, die internen Wärmequellen und die vorhandenen Möglichkeiten zur mechanischen Lüftung oder zur Fensterlüftung berücksichtigt. Für die Bestimmung der internen Wärmequellen ist die tatsächliche Wärmeabgabe von Personen, Geräten und Beleuchtung massgeblich.
Gilt eine Kühlung als notwendig oder erwünscht, muss der Sonnenschutz automatisch gesteuert und windfest sein (Art. 2a Abs. 2 EnV). Es sind grundsätzlich alle elektronisch steuerbaren Sonnenschutzvorrichtungen zugelassen. Die automatische Steuerung erfolgt abhängig von den Bestrahlungsverhältnissen, zumindest aber fassadenweise. Individuelle Steuerungen der einzelnen Fenster durch die Raumnutzenden sind weiterhin möglich. Der Sonnenschutz ist frei wählbar, so dass auch bei aktiviertem Sonnenschutz bei Tageslicht gearbeitet werden kann; z.B. können Lamellenstoren so gewählt und gesteuert werden, dass sie ganz oder nur in einem Bereich horizontal gestellt werden können.
Vom sommerlichen Wärmeschutz ausgenommene Bauten (Art. 13 Abs. 2 EnV)
Bei Bauten, die für die Dauer von höchstens drei Jahren bewilligt werden, und bei energetisch relevanten Umnutzungen, in deren Rahmen keine Räume geschaffen werden, deren Kühlung notwendig oder erwünscht ist, muss kein sommerlicher Wärmeschutz realisiert werden. Dasselbe gilt für Vorhaben, für die mit einem dem Stand der Technik entsprechenden Rechenverfahren nachgewiesen ist, dass kein erhöhter Energieverbrauch auftreten wird.