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Timestamp: 2020-07-05 17:26:29
Document Index: 7653302

Matched Legal Cases: ['§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Strafzumessung bei Tatserien - und die Kategorisierung nach Schadenshöhen | Rechtslupe
Strafzumessung bei Tatserien - und die Kategorisierung nach Schadenshöhen
Straf­zu­mes­sung bei Tat­se­ri­en – und die Kate­go­ri­sie­rung nach Scha­dens­hö­hen
Im Ansatz ist eine Kate­go­ri­sie­rung der Straf­zu­mes­sung nach Scha­dens­hö­hen nicht zu bean­stan­den.
Zwar erfor­dert das Schuld­maß­prin­zip (§ 46 Abs. 1 Satz 1 StGB) regel­mä­ßig eine dif­fe­ren­zie­ren­de Zumes­sung der Ein­zel­stra­fen [1], die eine an der Höhe der Schä­den aus­ge­rich­te­te Dif­fe­ren­zie­rung der Ein­zel­stra­fen nahe­legt [2]. Dies schließt jedoch nicht aus, dass bei Ver­mö­gens­straf­ta­ten, denen gleich­ge­la­ger­te Bege­hungs­for­men zugrun­de lie­gen, eine Kate­go­ri­sie­rung nach der Scha­dens­hö­he erfol­gen kann.
Zwar muss die­se immer am Maß des der kon­kre­ten Tat imma­nen­ten Schuld­um­fangs ori­en­tiert sein [3]. Aller­dings kann bei Tat­se­ri­en der durch die Ein­zel­tat ver­ur­sach­te Ver­mö­gens­scha­den gegen­über der sys­te­ma­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se zur Her­bei­füh­rung eines Gesamt­scha­dens der­ge­stalt in den Hin­ter­grund tre­ten [4], dass Schwan­kun­gen bei den Scha­dens­be­trä­gen im Rah­men der fort­ge­setz­ten Tat­be­ge­hung bei der Bemes­sung der Ein­zel­stra­fen kei­ne erheb­li­che Bedeu­tung mehr zukommt. Soweit dies der Fall ist, dür­fen auch Taten mit unter­schied­li­chem Scha­dens­um­fang für die Bemes­sung der Ein­zel­stra­fen zu Grup­pen zusam­men­ge­fasst wer­den.
Auch inso­weit ist aller­dings erfor­der­lich, dass aus­ge­hend von den Urteils­grün­den zwei­fels­frei fest­steht, wel­che Ein­zel­stra­fe für wel­che Tat ver­hängt wur­de [5].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Febru­ar 2018 – 1 StR 228/​17
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 06.11.2002 – 5 StR 361/​02, NStZ-RR 2003, 72 f.; und vom 29.06.2011 – 1 StR 136/​11, wis­tra 2011, 423, 424 Rn. 9[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 18.03.1998 – 5 StR 693/​97, wis­tra 1998, 269, 270[↩]
BGH aaO NStZ-RR 2003, 72, 73[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 18.03.1998 – 5 StR 693/​97, wis­tra 1998, 269, 270 sowie Urteil vom 17.03.2009 – 1 StR 627/​08, BGHSt 53, 221, 232 f. Rn. 48 und Beschluss vom 29.11.2011 – 1 StR 459/​11, wis­tra 2012, 151 Rn. 9[↩]
vgl. auch BGH, Beschluss vom 12.07.2006 – 5 StR 165/​06, wis­tra 2006, 467, 468[↩]
Geld­stra­fe – trotz hin­ter­zo­ge­ner Umsatz­steu­er von 1,1 Mio. € Die Ver­hän­gung von Geld­stra­fen löst sich nicht des­we­gen zwin­gend von ihrer Bestim­mung, ange­mes­se­ner Schuld­aus­gleich zu sein, weil der Ver­kür­zungs­be­trag der unrich­ti­gen Umsatz­steu­er­vor­anmel­dung 1.146.788, 70 Euro…
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