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Timestamp: 2019-01-19 05:20:06
Document Index: 287332177

Matched Legal Cases: ['§ 295', '§ 287', '§ 295', '§ 297', '§ 287', '§ 294', '§ 295', '§ 287', '§ 850', '§ 850', '§ 850']

Wohlverhaltensphase und Unterhaltspflicht sowie Pfändungsfreigrenzen | Erwerbslosenforum Deutschland
Themenstarter Stubi1
Stichworte unterhaltspflicht wohlverhaltensphase
ich befinde mich selber in der Wohlverhaltensphase, war lange Zeit sehr krank und habe mit einem Glücksgriff einen Job bekommen, mit dem ich neben Unterhalt auch Schulden abzahlen kann, das freut mich sehr, dennoch habe ich ein paar Fragen, welche mir unklar sind:
Laut Pfändungstabelle 2018 und die Pfändungsfreigrenzen steht mir bei Unterhaltszahlung für 2 Kinder 1900 Euro zu.
Nach der Düsseldorfertabelle zahle ich den Unterhalt, der sich auf 604 Euro beläuft.
Das heißt es bleiben auf meinem Konto noch knapp 1300 übrig.
Muss ich davon nun auch noch etwas an den Treuhänder zahlen oder ist das einfach so meins, denn ohne Unterhaltsanspruch würden mir ja rund 1380 laut Tabelle zustehen. Ich bin verwirrt. Oder wie wird hier vorgegangen?
Das war der erste Streich, das folgende bezieht sich auf die Wohlverhaltensphase und dem Umgang mit Geld:
1. Darf man einen Sparvertrag abschließen für Vermögenswirksame Leistungen?
2. Darf man sein Kontowechseln und oder zusätzlich ein Sparbuch... eröffnen?
. Muss ich 1 und 2 dem Treuhänder mitteilen? Oder nur auf Nachfrage?
denn ohne Unterhaltsanspruch würden mir ja rund 1380 laut Tabelle zustehen.
Das kann ja so wohl nicht ganz korrekt sein, aber ohne Angaben vom Einkommen kann man dazu sowieso nix sagen
siehe darum selber,
und desweiteren, was hat hier bei Dir, der Treuhänder in der sogenannten Wohlverhaltensphase noch mit deinen Kontoguthaben am Hut ?? Du wirst ihn doch wohl deinen Glücksgriff und somit die Arbeitsaufnahme mitgeteilt haben, denn das gehört ja nunmal zu deinen Obliegenheiten in diesen Verfahrensabschnitt (§ 295 InsO) und eigentlich und allermeistens würde dieser dann deinen sogenannten Glücksgriff, die mit Insolvenzeröffnung abgegebene Abtretungserklärung (§ 287 Absatz 2 Inso) offenlegen, so das evtl. erzieltes pfändbares Einkommen, direkt vom Glücksgriff an ihn abgeführt wird.
Nun gut, hier fehlen sicher mal wieder weitergehende Informationen und darum kläre mal lieber den ersten teil deines Themas, mit den Treuhänder und deiner Insolvenz begleitenden Schuldnerberatung oder Anwalt.
somit ich dann auch
das folgende bezieht sich auf die Wohlverhaltensphase und dem Umgang mit Geld:
In diesen Verfahrensabschnitt kann man sparen und auch ein Sparbuch eröffnen und auch sein Konto wechseln, wie man lustig ist, da hier nur noch die Obliegenheiten des § 295 bzw. § 297 InsO gelten und mitteilen muss man den Treuhänder in diesen Verfahrensabschnitt davon gar nix.
Während der nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens weiterlaufenden sog. Wohlverhaltensphase gibt es nur noch eine Abtretung des pfändbaren Einkommens an den Treuhänder (§ 287 InsO), aber z.B. keine Pfändung von Kontoguthaben zu Gunsten des Treuhänders mehr. Kontopfändungen durch Einzelgläubiger sind auch während des Laufs der Wohlbehaltensphase unzulässig und unwirksam, § 294 Abs. 1 InsO.
Wenn ein Insolvenzverfahren aufgehoben wurde, dann handelt es sich bei angesparten Beträgen, über Vermögenszuwächse außerhalb des Insolvenzverfahrens. Mit der sog. Wohlverhaltensperiode muss man Vermögenszuwachs, ausser Erbschaften, dem Treuhänder auch nicht mehr angeben.
da hbe ich gleich eine Frage zu
Angenommen ich verdiene 2000 netto... schau ich doch in der Tabelle nach und finde:
von 2000 € bis 2009.99 €	606.34 €	219.75 €	80.70 €
Das heißt doch dann bei 2 Unterhaltspflichtigen wird mir 80,70 Euro Abgezogen von den 2000 und bei 0 Unterhaltspflichitgen wird 606 Euro abgezogen oder sehe ich das in der Tabelle falsch?
Und von den verbleibenden Betrag 2000-80,70 muss ich dann den Unterhalt zahlen oder?
Ich hab davon keine Ahnung aber so würde es für mich sinn machen. Eigentlich wollte ich jetzt deswegen nun nicht extra zum Anwalt.
Du wirst ihn doch wohl deinen Glücksgriff und somit die Arbeitsaufnahme mitgeteilt haben, denn das gehört ja nunmal zu deinen Obliegenheiten in diesen Verfahrensabschnitt (§ 295 InsO) und eigentlich und allermeistens würde dieser dann deinen sogenannten Glücksgriff, die mit Insolvenzeröffnung abgegebene Abtretungserklärung (§ 287 Absatz 2 Inso) offenlegen, so das evtl. erzieltes pfändbares Einkommen, direkt vom Glücksgriff an ihn abgeführt wird.
Jaein... ich hatte das beim Gespräch erwähnt und er sagte mir ich solle das im Aug zu schicken, da dort auch der Start der Arbeitsaufnahme ist.
Die Abgabe vom Glücksgriff erfolgt von mir und nicht vom Arbeitgeber (Vorschlag vom Treuhänder) finde ich ja kompliziert.
Ich habe diese Fragen auch nur zum Verständnis gestellt, ich sehe das genauso, hatte aber bei der Schuldnerberatung nachgefragt um sicher zu gehen und da hieß es :
"Oh nein, sie gefährden die RSB und das dürfen sie nicht..."
das hat mich verunsichert und zu den letzten Fragen dann auch bewegt.
Wäre cool wenn man mir das mit der Pfändungstabelle noch mal erklärt
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: 22 Jun 2018
Aha und wieso wird diese grundlegende wichtige Information zur Pfändungstabelle und somit zum Pfändungsfreibetrag nicht gleich mit gegeben, aber egal, wurde dann auch selbst korrekt erfasst,
von 2000 € bis 2009.99 € 606.34 € 219.75 € 80.70 €
Ich hab davon keine Ahnung aber so würde es für mich sinn machen.
Wenn man davon im ganzen keine Ahnung hat und das einen auch selbst zu kompliziert ist und "vorallendingen", wenn man ggfls. auch kein Geld zum Fenster rausschmeissen will, indem man selbst nur die "starre" Pfändungstabelle bezogen auf sein "gesamtes" Netto-Einkommen anwendet, dann sollte man im August und vorallendingen auch zukünftig ggfls. davon die Finger lassen und den Arbeitgeber und dessen Lohnbuchhaltung das machen lassen und da es ehe nur ein Vorschlag des TH war und ggfls. der zukünftige Arbeitgeber auch Kenntnis von der laufenden Insolvenz hat, dann verweist man den TH ganz klar auf die Abtretungserklärung und das er diese beim Arbeitgeber offenzulegen hat und fertig. Sollte er dies nicht machen wollen, was ich mir aber beim bestenwillen nicht vorstellen kann, dann reicht hierzu eine kurze Kontaktaufnahme zum Insolvenzgericht und die würden ihn dazu, dann schon auf die Füsse treten.
Wenn Du hier also selbst ab August und zukünftig ggfls. erzieltes pfändbares Einkommen berechnen willst, um dieses dann auch selbst an den TH weiterzuleiten, dann solltest Du ggfls. etwas beachten, damit Du diesen deinen TH ggfls. nicht zuviel Kohle in den Rachen schiebst, indem Du hier immer monatl. dein "gesamtes" erzieltes Netto-Einkommen zur Berechnung zugrunde legst und Du dieses der Pfändungstabelle gegenüber stellst.
Bei der Berechnung des Pfändungsfreibetrags des Arbeitseinkommens, wird nunmal nicht das "gesamte" Netto-Einkommen einbezogen, sondern das sogenannte bereinigte Netto-Einkommen. Das bedeutet, das vom monatlichen gesamt Brutto-Einkommen einige Zahlungen ganz oder zum Teil abgezogen werden können, wie z.B. Zulagen des Arbeitgebers, Einmalzahlungen, verm. Leistungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Überstundenvergütungen und manche Einkommensbestandteile können und dürfen sogar gar nicht gepfändet werden, dazu gehören z.B. Aufwandsentschädigungen, Gefahrenzulagen etc. (§ 850a, § 850e Nr. 1 ZPO). Dieser somit ermittelte gesamt Brutto-Betrag (Einkommen und weitere Einkünfte abzüglich unpfändbarer Beträge) ist anschliessend zu versteuern. Bei einer Abgabenlast (Lohnsteuer, Kirchensteuer, Sozialabgaben) von XXXX Euro ist dieser Abgabenbeitrag auf den "eigentlichen" Bruttolohn anzuwenden und daraus ergibt sich dann das sog. bereinigte Netto-Einkommen, welches der Pfändungstabelle (§ 850c ZPO) gegenüber zustellen ist.