Source: https://taxmaro.com/lexikon2.html
Timestamp: 2020-08-06 21:24:23
Document Index: 142060038

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 255', '§ 267', '§293', '§ 20', '§ 289', '§ 325', '§ 14', '§ 249']

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Zinsen, Dividenden und anderen Kapitaleinkünfte werden abweichend von den übrigen Einkunftsarten mit einer pauschalen Steuer in Höhe von 25 Prozent, der Abgeltungssteuer, besteuert. Zusätzlich fallen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Damit sind die Kapitaleinkünfte die einzigen Einkünfte, die auf persönlicher Ebene der steuerpflichtigen Person pauschal besteuert und nicht der progressiven Einkommenssteuer unterworfen werden. In der Regel wird die Steuer von den Banken, die das Kapitalvermögen verwalten, direkt einbehalten.
Aufwendungen im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften können nur pauschal durch den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro bei Einzelveranlagung (bzw. 1602 Euro bei zusammenveranlagten Personen) angesetzt werden. Die tatsächlichen Aufwendungen (z.B. Zinsen für eine fremdfinanzierte Kapitalanlage) ist nur in Sonderfällen abgezogen werden.
Abschreibung bezeichnet die planmäßige Abnutzung von Vermögensgegenständen in der Finanzbuchhaltung. Gegenstände des Anlagevermögens werden nicht sofort bei Kauf als Aufwand in der Gewinn- und Verlustermittlung erfasst, sondern der Aufwand wird als Abschreibung entsprechend dem geschätzten Wertverzehr über die gesamte Nutzungsdauer verteilt.
Der Anhang ist Teil des Jahresabschlusses und ergänzt diesen um zusätzliche qualitative und quantitative Informationen. Je nach Größe der Gesellschaft ist der Anhang Pflicht und unterschiedlich umfangreich. Der Anhang besteht aus nachfolgenden Bestandteilen:
1) Allgemeine Grundsätze der Bilanzierung, Bewertung und Währungsumrechnung: Hier werden die angewendeten Bilanzierungsgrundsätze wie zum Beispiel die verwendete Abschreibungsmethode beschrieben.
2) Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung: Manche Positionen im Jahresabschluss sind erläuterungsbedürftig. Erzielt zum Beispiel ein Unternehmen Umsatzerlöse in verschiedenen Ländern, ist das in der Regel nicht aus der Gewinn- und Verlustrechnung ersichtlich. Ab einer bestimmten Gesellschaftsgröße hat daher eine Aufgliederung im Anhang zu erfolgen.
3) Sonstige Pflichtangaben: Hierbei handelt es sich wichtige Informationen, die nicht in der Buchhaltung abgebildet werden können, wie zum Beispiel die Namen der Geschäftsführung.
Aufwendungen für ein betrieblich oder beruflich genutztes häusliches Arbeitszimmer können steuerlich abgezogen werden, wenn das Arbeitszimmer der vorrangige Ort der Tätigkeit ist. Das Arbeitszimmer muss räumlich von den übrigen, privat genutzten Räumen getrennt sein. Ein Schreibtisch im Wohnzimmer macht dieses somit noch nicht zum Arbeitszimmer.
Viele Arbeitgeber motivieren ihre Beschäftigten gerne mit besonderen Leistungen, die zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt oder gewährt werden. Die Gesetzgebung fördert dies und ermöglicht in gewissem Umfang eine Befreiung von der Lohnsteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen. Zu den beliebtesten Arbeitgeberleistungen zählen folgenden Beispiele:
- Aufmerksamkeiten als Sachleistung (z.B. Blumen, Bücher, etc.)
- Warengutscheine, Benzingutscheine
- Beratungs- und Betreuungsleistungen (z.B. Kindergartenbeiträge)
- Betriebsveranstaltungen (Ausflüge, Teamevents)
- Essensmarken, Restaurantschecks
- Rabatte beim Kauf von Firmenprodukten
Mit einem Bescheid entscheidet eine Behörde über einen Sachverhalt, zum Beispiel mit einem Steuerbescheid. Damit setzt die Finanzbehörde einen Steueranspruch fest und trifft somit eine Entscheidung über die Höhe der fälligen Steuer. Gegen einen Bescheid können Betroffene mit einem Einspruch vorgehen.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist die freiwillige Zusage des Unternehmens, für die Beschäftigten einen Sparvertrag (in Form einer Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfond, Direktzusage oder Unterstützungskasse) für Leistungen bei Eintritt einer Altersgrenze, einer Berufsunfähigkeit oder des Todes anzulegen. Der Vertrag wird direkt durch den Arbeitgeber abgeschlossen und gezahlt, die Beschäftigten können sich aber zusätzlich daran mit eigenen Leistungen beteiligen. Die Zahlungen sind innerhalb bestimmter Grenzen sowohl für den Arbeitgeber als auch für die Beschäftigten steuer- und sozialversicherungsfrei, so dass mit der richtigen Kombination Lohnnebenkosten eingespart werden können.
Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die betrieblich veranlasst sind. Vereinfacht gesprochen sind das alle Ausgaben, die direkt vom Unternehmen getätigt werden und die in direktem Zusammenhang mit eigenen Umsatzerlösen stehen, wie zum Beispiel der Wareneinkauf bei einem Händler. Diese Betriebsausgaben mindern den zu versteuernden Gewinn.
Wird ein Gegenstand teilweise auch für private Zwecke verwendet, hat eine Aufteilung zu erfolgen, beispielsweise bei einem Geschäftswagen, der auch privat verwendet wird. Der privat veranlasste Anteil der Betriebsausgaben darf hier nicht steuermindern erfasst werden.
Mit einer Betriebsprüfung möchte das Finanzamt sicherstellen, dass die Besteuerung korrekt ermittelt und durchgeführt wird. Je größer das Unternehmen ist, umso häufiger wird dieses tendenziell geprüft.
1. Prüfungstermin: Damit eine Prüfung reibungslos stattfinden kann, sollte diese sorgfältig vorbereitet werden. In der Regel vergehen mehrere Wochen zwischen Ankündigung und Prüfungszeitpunkt, aus wichtigen Gründen kann der Prüfungstermin sogar aktiv mit dem Finanzamt verschoben werden.
2. Vorbereitung der Unterlagen: In der Prüfungsanordnung werden alle Unterlagen aufgeführt, die die Prüfungsleitung einsehen möchte. Die Anforderungen können je nach Prüfungsgebiet und Steuerart variieren. In jedem Fall sollten die Unterlagen auf dem aktuellsten Stand sein und übersichtlich übergeben werden. Die Vorbereitung erfolgt am besten zusammen mit der Buchhaltungsabteilung oder dem Steuerberater.
Seit dem 1. Januar 2002 dürfen Betriebsprüfer auch direkten Zugriff auf die Datenverarbeitungssysteme erhalten. Die Prüfungsleitung kann daher verlangen, dass die Daten aus Ihrem Rechnungswesen auf einem Datenträger überlassen werden, kann aber auch direkten Zugriff auf das System verlangen.
3. Prüfungsablauf: Die Prüfung findet in der Regel beim Unternehmen vor Ort oder in den Räumlichkeiten des Steuerberaters statt. Es sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, dass der Prüfungsleitung jederzeit durch eine sachkundige Person Auskunft erteilt werden kann.
Es empfiehlt sich, ein kurzes Einführungsgespräch zu halten. Einige Frage können hier gleich vorab geklärt werden und die Prüfungsleitung erhält ein besseres Verständnis für die Besonderheiten des Unternehmens.
In der Regel werden zunächst die Daten aus den Rechnungswesensystemen geprüft, die im Anschluss anhand von geeigneten Belegen validiert werden. Es besteht kein Auskunftsverweigerungsrecht, vielmehr kann die Prüfungsleitung sogar zusätzliche Daten oder Informationen anfordern. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine kurze Rücksprache mit dem Steuerberater, damit nicht unnötig viele Dokumente ausgehändigt werden.
Am Ende der Prüfung erörtert die Prüfungsleitung in einer Schlussbesprechung mit der steuerpflichtigen Person die Prüfungsfeststellungen. Prüfungsfeststellungen sind alle Punkte, die zu Beanstandungen geführt haben. Die steuerpflichtige Person hat nun Gelegenheit, zu diesen Punkten Stellung zu nehmen und diese gegebenenfalls zu entkräften. Ziel der Besprechung ist, Einigkeit über die relevanten Punkte zu erzielen.
4. Prüfungsbericht: Das Ergebnis der Prüfung wird in einem schriftlichen Bericht fixiert und der steuerpflichtigen Person zugestellt. In dem Prüfungsbericht werden alle Feststellungen mit den jeweiligen Konsequenzen für die Steuerermittlung dargestellt. Auf Basis des Prüfungsberichtes erlässt das Finanzamt unter Umständen geänderte Steuerbescheide, gegen die die steuerpflichtige Person oder der Steuerberater mit Einspruch vorgehen kann.
Eine Betriebsveranstaltung ist eine Mitarbeiterveranstaltung im Unternehmen, bei der ein privater Austausch im Vordergrund steht. Die Aufwendungen für diese Veranstaltung sind vollständig als Betriebsausgaben abzugsfähig und berechtigen zum Vorsteuerabzug. Es muss allerdings genau aufgezeichnet werden, wer an der Veranstaltung teilgenommen hat, wo und wann die Veranstaltung abgehalten wurde, was der Anlass war und wie hoch die aufgewendeten Kosten waren.
Zusätzlich ist zu prüfen, ob gegebenenfalls Lohnsteuer bei den Beschäftigten anfällt (siehe dazu auch: geldwerter Vorteil). Die Aufwendungen bleiben bei bis zu zwei Veranstaltungen pro Jahr steuerlich unberücksichtigt, wenn die Zuwendungen pro Veranstaltung und pro Teilnehmer den Freibetrag von 110 Euro nicht übersteigen. Die Zuwendungen sind alle Aufwendungen inkl. Umsatzsteuer im Rahmen der Veranstaltung (z.B. Catering, Unterhaltungsprogramm, Raummiete). Übersteigen die Kosten den Freibetrag von 110 Euro pro Veranstaltung, sind die zusätzlichen Kosten lohnsteuerpflichtig.
Da die Beschäftigten durch die Betriebsveranstaltung belohnt und nicht durch eine zusätzliche Besteuerung belastet werden soll, kann eine pauschale Versteuerung mit 25% durch den Arbeitgeber durchgeführt werden. Der Arbeitgeber zahlt den gesamten Steuerbetrag an das Finanzamt, es fallen darüber hinaus keine Sozialversicherungsbeiträge an.
Betriebsvermögen ist ein Begriff aus dem Steuerrecht (siehe dazu: Steuerbilanz) und bezeichnet die Gegenstände, die einem Unternehmen zugeordnet werden. Diese Zuordnung kann nur dann erfolgen, wenn eine überwiegende betriebliche Nutzung vorliegt, wenn der Gegenstand also tatsächlich zur Erzielung von Einnahmen verwendet wird. Auch die Kosten für diesen Gegenstand (Betriebskosten, Abschreibung) dürfen nur dann in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, wenn der Gegenstand betrieblich verwendet wird. Ansonsten liegen hier Privatausgaben vor.
Für eine mögliche Zuordnung ist der Anteil der betrieblichen Nutzung im Vergleich zur privaten Nutzung entscheidend. Bei einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50% liegt immer Betriebsvermögen vor. Wird ein Gegenstand zur mehr als 10% aber zu weniger als 50% betrieblich genutzt, kann die steuerpflichtige Person wählen, ob sie den Gegenstand dem Betriebsvermögen (gewillkürtes Betriebsvermögen) oder dem Privatvermögen zuordnet. Wenn ein Gegenstand weniger als 10% betrieblich genutzt wird, liegt zwingend Privatvermögen vor.
Die Kosten einer betrieblich oder beruflich veranlassten Bewirtung von Geschäftspartnern (Geschäftsessen) können zu 70% als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen werden. Zu den Kosten der Bewirtung gehören auch sämtliche Nebenkosten wie zum Beispiel Trinkgelder oder das Entgelt für die Garderobe. Die übrigen 30% können steuerlich nicht geltend gemacht werden.
Anders verhält es sich bei der Umsatzsteuer. Diese kann zu 100% als Vorsteuer abgezogen werden.
Buchführungspflicht bezeichnet die Verpflichtung eines Kaufmanns, über die laufenden Geschäfte Aufzeichnungen zu führen und regelmäßig Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen aufzustellen. Ob eine Buchführungspflicht vorliegt, hängt von der Rechtsform und Größe des Unternehmens ab. Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte sind buchführungspflichtig, wenn
- die Umsatzerlöse inkl. der steuerfreien Umsätze für Geschäftsjahre mit Beginn nach dem 31.12.2015 mehr als 500 000 Euro betragen
- selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (§ 46 des Bewertungsgesetzes) von mehr als 25 000 Euro vorliegen
- ein Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60 000 Euro im Wirtschaftsjahr erwirtschaftet wird
- ein Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 60 000 Euro im Kalenderjahr erwirtschaftet wird.
Für Kapitalgesellschaften gelten die Größenklassen nicht, sie sind immer buchführungspflichtig.
Personal Computer und andere Telekommunikationsmittel können von den Mitarbeitern auch privat genutzt werden, ohne dass dies steuerliche Folgen für die Mitarbeiter nach sich zieht. Anders als bei einem Firmen-Kfz ist auch der Anteil der Privatnutzung unerheblich und muss nicht aufgezeichnet werden.
Mit einem Darlehen werden einer natürlichen oder juristischen Person für einen fest definierten Zeitraum finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Die Überlassung des Darlehens erfolgt in der Regel gegen ein Zinsentgelt. Besonderheiten ergeben sich bei Darlehen von Gesellschaftern an ihre Gesellschaft und umgekehrt. Die Gesetzgebung stellt hier strenge formelle und materielle Anforderungen, damit diese Vertragsverhältnisse steuerlich anerkannt werden.
Als Drittländer werden alle Staaten außerhalb der EU bezeichnet. Die Definition ist für die umsatzsteuerliche Behandlung von grenzüberschreitenden Lieferungen und Dienstleistungen relevant, da hier andere Regelungen als für Leistungen im Inland oder im EU-Gebiet gelten. Siehe dazu UST-Drittland.
E-Bilanz bezeichnet die elektronische Form des Jahresabschlusses, die seit 2014 für die Übermittlung an das Finanzamt vorgeschrieben ist. Mit der E-Bilanz soll erreicht werden, dass alle Jahresabschlüsse in einem einheitlichen Format eingereicht und unkompliziert verarbeitet werden können. Die E-Bilanz ist als XBRL-Datensatz zu erstellen und elektronisch zu übersenden. Eine Einreichung in einer anderen Form wird nicht mehr akzeptiert.
Grundlage der E-Bilanz ist der Jahresabschluss, der in einem Rechnungslegungssystem (z.B. DATEV) erstellt wird. Dieser Jahresabschluss wird anhand fest definierter Regeln in einer Standardgliederung übergeleitet. Das Bundesministerium für Finanzen hat dafür eine sogenannte Taxonomie entworfen, einen Bauplan, wie sich die E-Bilanz aus einem Jahresabschluss erstellen lässt. Die Überleitung und Übersendung der E-Bilanz wird in der Regel von einem Steuerberater durchgeführt.
Ehegatten und eingetragene Lebenspartnerschaften
Ehegatten und die Begründer einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können bei der Ermittlung der Einkommenssteuer zwischen unterschiedlichen Veranlagungsarten wählen. Grundsätzlich stehen ihnen die Zusammenveranlagung, die getrennte Veranlagung und die Einzelveranlagung zu Verfügung. Je nach Veranlagungsart kommt es zu einer unterschiedlichen Verteilung des jeweiligen Einkommens und der jeweiligen Freibeträge, so dass durch geschickte Konstellationen eine Verringerung der Steuerlast im Vergleich zur Veranlagung einer ledigen Person erreicht werden kann.
Einkommenssteuer ist die Steuer, die auf das Einkommen einer natürlichen Person erhoben wird. Für die Ermittlung des Einkommens werden alle Einkünfte (z.B. Arbeitslohn, Einkünfte einer selbständigen Tätigkeit, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) der steuerpflichtigen Person zusammengezählt. Auf diese Summe wird der individuelle Steuersatz angewendet und die fällige Einkommensteuer errechnet.
Die monatlich an das Finanzamt gezahlte Lohnsteuer ist keine eigene Steuerart, sondern eine Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer. Die Lohnsteuer wird daher zum Jahresende als bereits gezahlte Einkommensteuer vom Gesamtbetrag der ermittelten Steuer abgezogen.
ELSTER ist ein Projekt der Steuerverwaltung zur Digitalisierung der Steuererklärung und der Steueranmeldung und steht für Elektronische Steuererklärung. Damit hat die steuerpflichtige Person die Möglichkeit (und teilweise die Pflicht), steuerliche Meldungen direkt aus einer Softwarelösung oder über ein Internetportal der Finanzverwaltung (www.elster.de) zu erstellen und an das Finanzamt zu versenden.
Die Erbschaftssteuer besteuert den vollständig oder teilweise unentgeltlichen Übergang von Vermögenswerten von einer verstorbenen natürlichen Person auf eine andere lebende natürliche Person. Je nach Verwandtschaftsgrad und übertragenem Vermögen, können unterschiedliche Freibeträge angewendet werden. Für bestimmte Vermögensgegenstände, zum Beispiel selbst bewohnte Immobilien, kann sogar eine vollständige Freistellung erzielt werden.
Der Vermögensübergang von einer lebenden natürlichen Person auf eine andere lebende natürliche Person wird mit der Schenkungssteuer belastet. Die Schenkungssteuer greift auf die gleichen Regelungen wie die Erbschaftssteuer zurück.
Einspruch ist das außergerichtliche Vorgehen gegen einen Verwaltungsakt, (z.B. Steuerbescheid). Mit einem Einspruch kann verhindert werden, dass ein unzutreffender Bescheid endgültig wird und nicht mehr korrigiert werden kann. Der Einspruch kann schriftlich von der betroffenen Person oder einem Bevollmächtigtem eingereicht werden und ist an eine Einspruchsfrist gebunden.
Forderungen sind Ansprüche eines Unternehmers auf eine Zahlung oder Leistung, die hinsichtlich der Höhe und dem Zahlungszeitpunkt fest definiert sind. Sie bilden eine Position auf der Aktivseite der Bilanz. Forderungen sind mit dem Wert anzusetzen, der tatsächlich beansprucht werden kann (Nennwert). Verringert sich der Nennwert (z.B. durch eine teilweise Zahlungsunfähigkeit des Schuldners), ist die Forderung in der Bilanz entsprechend abzuwerten.
Als Frist wird im steuerlichen Kontext ein Zeitraum bezeichnet, der vom Finanzamt oder per Gesetz einer steuerpflichtigen Person für die Erledigung einer Aufgabe oder für die Reaktion auf einen Verwaltungsakt (z.B. Steuerbescheid) gewährt wird. Innerhalb dieser Frist kann die steuerpflichtige Person alle ihm zustehenden Rechte ausüben (z.B. einer Anordnung widersprechen). Nach Ablauf dieser Frist können die Rechte der steuerpflichtigen Person unter bestimmten Bedingungen eingeschränkt werden (ein Steuerbescheid ist nun final und kann nicht mehr per Einspruch verändert werden) oder die steuerpflichtige Person bei Unterlassung (es wurde keine Steuerklärung eingereicht) mit einer Strafe belegt werden.
Geflüchtete Menschen können unter bestimmten Bedingungen in einem Unternehmen beschäftigt werden. Ob diese gegeben sind, ist den jeweiligen Aufenthaltsdokumenten zu entnehmen.
In den ersten drei Monaten nach Betreten des deutschen Bodens besteht zunächst ein Beschäftigungsverbot. In dieser Zeit erhalten die geflüchteten Menschen einen Auskunftsnachweis. Das Beschäftigungsverbot kann unter bestimmten Umständen auf einen Zeitraum von längstens sechs Monaten verlängert werden.
Für die Aufnahme einer Beschäftigung ist durch den Arbeitsuchenden ein Antrag bei der Ausländerbehörde zu stellen. Wenn eine entsprechende Vollmacht vorliegt, kann der Antrag auch durch den potentiellen Arbeitgeber gestellt werden. Die Genehmigungspflicht gilt auch für Minijobs. Wenn eine zusätzliche eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich ist, wird diese in der Regel von der Ausländerbehörde eingeholt.
Für die Höhe der Entlohnung gelten die allgemeinen Vorschriften, so dass der Mindestlohn zu zahlen ist.
Eine Vergütung, die über den Lohn hinausgeht und nicht als Geldbetrag ausgezahlt wird, bezeichnet man als geldwerten Vorteil. Dies umfasst zum Beispiel Dienst- und Sachleistungen wie Firmenwagen, Firmenlaptop, Gutscheine oder Personalrabatt.
Mit Gemeinschaftsgebiet bezeichnet das Umsatzsteuergesetz die Gebiete Deutschland sowie die übrigen EU-Mitgliedsstaaten (übriges Gemeinschaftsgebiet). Für das Gemeinschaftsgebiet gelten besondere umsatzsteuerliche Regelungen. Siehe dazu UST-Europäische Union.
Ein Geschenk ist jede Bar- oder Sachzuwendung, die unentgeltlich (ohne konkrete Gegenleistung) erbracht wird. Ob die Aufwendungen für den Erwerb der Geschenke als Betriebsausgaben abzugsfähig sind, hängt von den jeweiligen Umständen und der Höhe der Schenkung ab.
Geschenke an Geschäftsfreunde: Wenn diese betrieblich veranlasst sind, dürfen die Aufwendungen dafür bis maximal 35 Euro (netto, bei nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Personen brutto) pro Person pro Jahr als Betriebsausgaben abgezogen werden. Übersteigen die Aufwendungen den Betrag von 35 Euro, sind sie in voller Höhe nicht abziehbar. Betrieblich veranlasst sind Geschenke, wenn sie der Förderungen einer Geschäftsbeziehung dienen (z.B. eine Flasche Wein zu Weihnachten).
Wenn die Geschenke teilweise oder ganz privat veranlasst sind, dürfen sie unabhängig von der Höhe nicht als Betriebsausgaben abzogen werden. Ein privater Anlass liegt zum Beispiel bei einem Geschenk anlässlich des Geburtstags eines Geschäftsfreundes vor.
Geschenke an Mitarbeiter: Diese sind immer in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Unter Umständen sind hier jedoch lohnsteuerliche Folgen zu beachten.
Wenn ein Gesellschafter einer Gesellschaft gleichzeitig deren Geschäftsführer ist, so hat er den besonderen Status Gesellschafter-Geschäftsführer und gilt als Angestellter der Gesellschaft. Verträge zwischen ihm als Arbeitnehmer und der Gesellschaft als Arbeitgeber müssen angemessen sein und einem Drittvergleich standhalten, da diese ansonsten vom Finanzamt nicht anerkannt werden. Wird beispielsweise ein ungewöhnlich hohes Gehalt gezahlt, kann das Finanzamt dieses unter Umständen nicht anerkennen. Folglich können die Zahlungen nicht steuermindernd als Betriebsausgabe angesetzt werden.
Die Gewerbesteuer ist eine Steuer auf die Ertragskraft eines gewerblichen Betriebes (Kapitalgesellschaften oder gewerblich tätige im Sinne des Einkommenssteuerrechts). Ziel der Gewerbesteuer ist es, der Gemeinde des jeweiligen Gewerbebetriebes Mittel für die Instandhaltung und den Ausbau der örtlichen Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Höhe der Gewerbesteuer wird von der jeweiligen Gemeinde festgelegt (Hebesatz) und beträgt mindestens 7%. Grundlage für die Steuerermittlung ist der Ertrag des Gewerbebetriebes, der nach speziellen steuerlichen Vorschriften ermittelt wird.
Gewinnausschüttung sind Auszahlungen einer Kapitalgesellschaft an ihre Gesellschafter (z.B. eine Dividende an Aktionäre).
Die Auszahlungen müssen per Beschluss durch das zuständige Organ (z.B. die Gesellschafterversammlung) festgelegt werden. Die Auszahlungen sind beim jeweiligen Empfänger steuerpflichtig. Je nachdem, ob es sich beim Empfänger um eine Privatperson oder um ein Unternehmen handelt gelten unterschiedliche Vorschriften und Besteuerungsverfahren, die im Einzelfall mit dem Steuerberater zu klären sind.
Als GoB werden die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung bezeichnet. Geschäftsvorfälle und andere steuerlich relevante Sachverhalte müssen nachvollziehbar und nachprüfbar aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnung müssen vollständig, richtig, zeitnah, ordentlich und unveränderbar vorgenommen werden. Besondere Relevanz haben diese Grundsätze bei der Aufzeichnung von Bargeschäften.
GoBD ist die Abkürzung für „Grundsätze zur Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff.“
Die Regelungen sollen sicherstellen, dass steuerpflichtige Personen oder Unternehmen mit digitalem Rechnungswesen und digitaler Büroorganisation den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) entsprechen. Geschäftsvorfälle und andere steuerlich relevante Sachverhalte müssen nachvollziehbar und nachprüfbar aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen müssen vollständig, richtig, zeitnah, ordentlich und unveränderbar vorgenommen werden. Besondere Relevanz haben diese Grundsätze bei der Aufzeichnung von Bargeschäften.
Die GoBD wurden vom Bundesfinanzministerium erlassen und sind auf der Homepage des Ministeriums einsehbar.
Die Grundsteuer wird von einer Gemeinde auf Grundbesitz erhoben, der in ihrem Gebiet liegt. Als Grundbesitz sind Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft definiert. Die Steuer ist vom jeweiligen Eigentümer abzuführen und wird für jedes Kalenderjahr erhoben. Der Höhe der Besteuerung variiert nach Art sowie Lage des Grundbesitzes.
Die Grunderwerbsteuer wird bei Erwerbsvorgängen von bebauten und unbebauten Grundstücken erhoben. Die Steuer wird sowohl vom alten als auch vom neuen Eigentümer geschuldet, so dass das Finanzamt diese theoretisch von beiden fordern könnte. In der Praxis wird sie jedoch in der Regel vom Erwerber getragen. Der Steuersatz variiert nach Bundesland und beträgt zwischen 4,5% und 6,5%. Dieser Satz wird auf den „Wert der Gegenleistung“ angewendet, der in der Regel der Kaufpreis ist.
Beim Verkauf von Gutscheinen sind umsatzsteuerliche Besonderheiten zu beachten. Der Verkauf an sich stellt keine umsatzsteuerlich relevante Lieferung dar. Allerdings kann die Hingabe je nach Konstellation als Anzahlungsleistung gewertet werden.
Ist der Gutschein nur für eine fest definierte Gegenleistung (z.B. Gutschein für eine Filmvorführung in einem Kino) einlösbar, handelt es sich um einen Sachgutschein. Der Verkauf des Gutscheins wird als Anzahlung betrachtet, die der Umsatzbesteuer zu unterwerfen ist.
Ist die Gegenleistung für den Gutschein jedoch nicht hinreichend definiert (z.B. Wertgutschein für einen Supermarkt, mit dem unterschiedliche Waren gekauft werden können), liegt keine Anzahlung vor und es entsteht keine Umsatzsteuer. Der Verkauf wird als reiner Tausch von Zahlungsmitteln betrachtet.
Um zu ermitteln, ob ein Geschäftsjahr positiv abgeschlossen wurde, führt der Kaufmann einen Vergleich seines Vermögens zu Beginn und zum Ende des Wirtschaftsjahres durch. Dies erfolgt mit Hilfe einer Bilanz. Die Bilanz stellt alle Vermögensgegenstände den Schulden gegenüber und ermittelt damit das Eigenkapital. Ist dieses gestiegen, kann der Kaufmann einen wirtschaftlichen Erfolg verzeichnen.
Für die Ermittlung der Steuerbelastung ist eine separate Steuerbilanz zu erstellen.
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind sämtliche Dienstleistungen, die im privaten Bereich von externen Anbietern (Selbstständige und Agenturen) in Anspruch genommen werden. Dazu zählen unter anderem Dienstleistungen im Haushalt (z.B. Reinigung), im Garten (z.B. Gartenpflege) als auch für Betreuung (z.B. Kinder, kranke und ältere Menschen). 20% der Lohnkosten dieser Dienstleistung können bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro (bei Handwerksleistungen 1200 Euro) von der tariflichen Einkommenssteuer abgezogen werden. Der Abzug ist nur anzuwenden, wenn die Dienstleistungen nicht bereits als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt wurden.
Wenn ein Unternehmen Waren oder Gegenstände zum eigenen Gebrauch herstellt, muss der Wert für den Ansatz in der Bilanz ermittelt werden. Dies erfolgt für die Handelsbilanz mit der Definition des Begriffs der Herstellungskosten (siehe HGB § 255). Herstellungskosten sind alle Aufwendungen, die für die Herstellung, Erweiterung oder die wesentliche Verbesserung eines Vermögensgegenstandes aufgewendet werden. Dazu gehören Materialkosten und Dienstleistungen, aber auch allgemeine Kosten, für die ein Umlagesatz ermittelt wird.
Als innergemeinschaftliche Lieferung wird die Lieferung von Gegenständen zwischen zwei Mitgliedsländern der EU bezeichnet. Der Gegenstand muss dabei eine Grenze zwischen EU-Ländern überschreiten und von einem Unternehmen an ein anderes Unternehmen geliefert werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, hat das liefernde Unternehmen keine Umsatzsteuer auf der Rechnung auszuweisen, sondern der Empfänger die Lieferung die Ware mit der Umsatzsteuer seines Landes zu versteuern.
Wichtig: die Regelung gilt nur für Lieferungen an Unternehmer!
Die Unternehmereigenschaft wird innerhalb der EU durch die Vorlage einer gültigen UST-ID Nummer nachgewiesen, die auf der jeweiligen Ausgangsrechnung zu vermerken ist. Liegt diese nicht vor, ist diese nicht gültig oder nicht auf der Ausgangsrechnung des Lieferanten aufgeführt, verlangt das Finanzamt des Lieferanten die Umsatzsteuer unabhängig davon, ob diese in Rechnung gestellt wurde oder nicht.
Verwendet der Arbeitnehmer seinen betrieblichen Internetzugang für private Zwecke, ist diese Nutzung für den Arbeitnehmer steuerfrei. Nutzt der Arbeitnehmer seinen privaten Internetzugang für betriebliche Zwecke, kann er sich entweder die tatsächlichen Aufwendungen erstatten lassen (hierfür ist ein Nachweis erforderlich) oder er lässt sich seine Kosten pauschal monatlich in Höhe von 20% (maximal 20 Euro) pro Monat erstatten.
Als Inventur wird die Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände bezeichnet. Aus den Ergebnissen der Inventur wird das Inventar erstellt, das alle Vermögensgegenstände nach Wert und Menge auflistet. Eine Inventur muss nur durchführen, wer auch ein Inventar führen muss. Dies sind alle Kaufleute, die zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet sind. Somit entfällt die Inventurpflicht bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
Die Inventur muss grundsätzlich am Bilanzstichtag (in der Regel der 31.12) durchgeführt werden, kann aber auch bis zu 10 Tage vor oder nach dem Bilanzstichtag durchgeführt werden. In diesem Fall sind alle Bewegungen zwischen dem Tag der Aufnahme und dem Bilanzstichtag zu berücksichtigen.
Wenn der Kaufmann in der Lage ist, die Bestände entsprechend fortzuschreiben oder rückzurechnen, kann die Inventur als vorgelagerte (bis zu drei Monate vor Bilanzstichtag) oder als nachgelagerte Inventur (bis zu zwei Monate nach Bilanzstichtag) durchgeführt werden. Diese Möglichkeit entspannt den Zeitplan zum Jahresende deutlich.
Bei der Inventur sind alle materiellen Vermögensgegenstände, vor allem aber die Vorräte, mengenmäßig aufzunehmen. Zu den Vorräten zählen auch die Hilfs- und Betriebsstoffe, also Gegenstände, die zum Beispiel zur Herstellung von Waren verwendet werden. Hier können aber unter Umständen sogenannte Inventurerleichterungen in Anspruch genommen werden, damit nicht jede Schraube einzeln gezählt werden muss. Die Gegenstände sind auch dann aufzunehmen, wenn sie in der Bilanz unter Umständen bereits abgeschrieben sind.
Um die Zählung später nachvollziehen zu können, müssen die aufgenommenen Vermögensgegenstände eindeutig identifizierbar sein. Die Bestandsaufnahme muss von den ausführenden Personen dokumentiert werden.
Die Jahresabschlussprüfung bezeichnet die Prüfung des zum Ende des Geschäftsjahres aufgestellten Jahresabschlusses. Die Prüfung wird durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchgeführt, der sicherstellt, dass die im Jahresabschluss dargestellten Zahlen und Angaben keine wesentlichen Fehler enthalten und kein falsches Bild vom Unternehmen vermittelt.
Prüfungspflichtig per Gesetz sind alle mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften (siehe dazu Größenklassen § 267 (2) und (3) HGB). Ebenfalls prüfungspflichtig sind Konzernabschlüsse, wenn diese gewisse Größenklasse nach HGB überschreiten (§293 HGB). Im Falle eine Börsennotierung besteht immer Prüfungspflicht. Zusätzlich kann in der Satzung oder dem Gesellschaftervertrag eine Prüfungspflicht bestimmt sein.
Juristische Person bezeichnet den Zusammenschluss von Personen (z.B. Vereine), Kapitalgesellschaften (AG, GmbH), sowie Zusammenschlüsse des öffentlichen Rechts (z.B. Gemeinden).
Als Kapitaleinkünfte werden alle Einkünfte bezeichnet, die die Kapitalgebenden für die temporäre Hingabe von Kapital erhalten. Die unterschiedlichen Arten der Kapitaleinkünfte sind in § 20 EStG beschrieben. Die Kapitaleinkünfte werden nicht mit der regulären Einkommenssteuer, sondern der Abgeltungsteuer unabhängig von der Höhe pauschal mit 25% besteuert. Die Abgeltungssteuer ist im Vergleich zur Einkommensteuer deshalb vergleichsweise gering, da die Gewinne bereits bei der Kapitalgesellschaft mit zu ca. 30% Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer belegt wurden. Siehe dazu auch Abgeltungssteuer.
Als Kasse werden die finanziellen Mittel bezeichnet, die dem Unternehmen bar zur Verfügung stehen.
Im Unternehmensalltag wird als Kasse die physische Kasse zur Aufnahme der Bareinnahmen bezeichnet. Für Unternehmen mit Bargeschäft gelten strenge Regeln, welche Kassenarten verwendet werden dürfen, in welcher Form die Bareinnahmen in der Buchhaltung zu erfassen sind und welche Dokumentations- und Aufbewahrungsfristen gelten.
Im Steuerrecht gelten die eigenen sowie die zur Pflege übernommenen Kinder als Kinder. Es wird zwischen minderjährigen (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) und volljährigen Kindern (bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres) unterschieden. Abhängig vom Alter und der jeweiligen Lebenskonstellation können unterschiedliche steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden.
Für jedes Kind kann entweder Kindergeld bezogen oder ein Kinderfreibetrag bei der Ermittlung der Einkommenssteuer berücksichtigt werden. Welche Vergünstigung den größeren Nutzen stiften, hängt von der Höhe des Einkommens ab.
Werden Kinder von einem Elternteil alleine großgezogen, kann zusätzlich ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende angewendet werden.
Kosten für die Kinderbetreuung können zudem zu zwei Drittel bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro im Jahr als Sonderausgaben abgezogen werden.
Kindergeld kann jede steuerpflichtige Person beantragen, die in Deutschland ihren festen Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt hat. Das Kindergeld wird monatlich ausgezahlt und beträgt für 2019 204 Euro pro Kind, 210 Euro für das dritte Kind und 235 Euro für jedes weitere Kind. Generell wird das Kindergeld bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt. Befindet sich das Kind danach weiterhin in der Ausbildung (Schule, Ausbildung, Studium) wird das Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres fortgezahlt. Leben die Eltern getrennt, wir das Kindergeld an den Elternteil gezahlt, bei dem das Kind wohnt.
Im Rahmen der Steuererklärung nimmt das Finanzamt automatisch eine Günstigerprüfung vor, welche klärt, ob die Zahlung des Kindergeldes oder die Anwendung des Kinderfreibetrages günstiger ist.
Die Kirchensteuer wird in Deutschland von Mitgliedern einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft erhoben und dient den Institutionen zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Sie wird als Prozentsatz der Einkommensteuer, Kapitalertragssteuer sowie teilweise der Grundsteuer ermittelt und beträgt 8% (Bayern und Baden-Württemberg) bzw. 9% (übrige Bundesländer). Der Einzug der Steuer erfolgt über das Finanzamt, zum Beispiel bei Arbeitseinkommen direkt im Zuge der Lohnsteuerermittlung.
Als Kontenrahmen wird in der Finanzbuchhaltung die Gesamtheit der Finanzbuchhaltungskonten bezeichnet, die für die Erstellung der doppelten Buchführung verwendet wird. Der Kontenplan erhält eindeutig bezifferte Konten für alle gängigen Geschäftsvorfälle und ermöglicht es, das Rechnungswesen unterschiedlicher Unternehmen vergleichen zu können. Die individuell vom Unternehmen verwendeten Konten, unter Umständen inklusive selbst erstellter Konten, werden als Kontenplan bezeichnet.
Die DATEV hat Standardkontenrahmen (SKR) entworfen, von denen SKR03 (Prozessgliederung) und SKR04 (Abschlussgliederung) die gängigsten sind. Daneben werden auch noch eine Reihe von Branchenkontenrahmen (z.B. für Hotels oder Vereine) verwendet. Die Auswahl des geeigneten Kontenrahmens erfolgt durch den Steuerberater.
Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine Einrichtung der gesetzlichen Sozialversicherung, die selbstständigen Kreativen einen Zugang zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gewährleisten soll. Zu den Versicherten gehören neben Künstlern (Musiker, darstellende und bildende Künste) und Publizisten (Schriftsteller und Journalisten) auch Selbstständige im Bereich Übersetzung, Design und Softwareentwicklung. Die Aufzählung ist nicht abschließend.
Alle Unternehmen, die regelmäßig von der KSK erfasste Selbstständige für ihr Unternehmen beauftragen, müssen pro Jahr 4,8% der Gesamtsumme aller in diesem Jahr entrichteten Nettohonorare als Abgabe leisten. Die Abgabe entspricht dem Charakter nach dem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Sie wird nur dann fällig, wenn der Kreative selbstständig tätig ist, bei der Beauftragung einer Kapitalgesellschaft wird keine Abgabe fällig.
Die Meldung ist vom Unternehmen selbstständig bis zum 31. März des Folgejahres zu erstellen und an die KSK zu übermitteln. Kommt das Unternehmen dieser Aufgabe nicht nach oder beauftragt er keinen Steuerberater mit dieser Aufgabe, drohen Bußgelder.
Der Lagebericht dient dazu, den Jahresabschluss mit zusätzlichen Informationen zu ergänzen, um die wirtschaftliche und strategische Lage einer Gesellschaft möglichst realistisch darzustellen. Zur Aufstellung eines Lageberichts sind Kapitalgesellschaften (außer Kleinst- kleine Kapitalgesellschaften) sowie GmbH & Co. KG verpflichtet. Der erforderliche Inhalt ist in § 289 HGB definiert. Die Erstellung gelten dieselben Fristen wie für den Jahresabschluss.
Leasing ist die zeitlich begrenzte Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes gegen Entgelt. Wirtschaftlich betrachtet ermöglicht das Leasing die Nutzung von Gegenständen, ohne dabei auf lange Zeit Kapital zu binden.
Grundsätzlich wird zwischen den beiden Kategorien Operating Leasing und Financial Leasing unterschieden. Je nach Gestaltung des Leasingvertrages ist der Gegenstand entweder den Leasinggebenden oder den Leasingnehmenden zuzurechnen und entsprechend zu bilanzieren. Zur Klassifizierung werden die Kriterien Dauer der Grundmietzeit im Verhältnis zur betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, Kündbarkeit des Vertrages während der Grundmietzeit, Ausgleich der laufenden Kosten, Vorhandensein einer Kauf- oder Verlängerungsoption zum Vertragsende sowie der Restwert nach Ende der Grundmietzeit herangezogen.
Wird der Leasinggegenstand dem Leasingnehmer zugerechnet, ist der Gegenstand in der Bilanz zu aktivieren und abzuschreiben. Die monatlichen Leasingraten sind dann als Rückzahlung eines Darlehens zu erfassen. Wird der Leasinggegenstand dem Leasinggeber zugerechnet, stellen die Leasingraten beim Leasingnehmer monatliche Betriebsausgaben dar.
Als Liquidation wird die Abwicklung einer Gesellschaft unter Verwertung aller Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten bezeichnet. In Zuge der Liquidation werden alle Außenstände eingezogen, sämtliche Verbindlichkeiten beglichen und alle Vermögensgegenstände verwertet. Das Restvermögen wird gemäß der jeweiligen Beteiligungshöhe an die Gesellschafter verteilt.
Für eine Liquidation ist ein fester Ablauf festgeschrieben. Sie wird mit der Auflösung der Gesellschaft eingeleitet, die per Gesellschafterbeschluss entschieden werden muss. Es wird ein Liquidator bestimmt, der fortan die Gesellschaft vertritt. Sowohl die Auflösung als auch die Bestellung des Liquidators sind in das Handelsregister einzutragen. Zudem ist der Auflösungsbeschluss im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Auf den Beginn der Liquidation ist eine Liquidationseröffnungsbilanz zu erstellen.
Ist die Verwertung aller Vermögensgegenstände und Schulden abgeschlossen, ist eine Liquidationsschlussbilanz sowie eine Schlussrechnung zu erstellen, die Beendigung der Liquidation ist beim Handelsregister anzumelden und die Gesellschaft kann gelöscht werden. Dies kann jedoch nicht innerhalb eines Sperrjahres nach Start der Liquidation erfolgen. Das Sperrjahr startet mit dem Beginn der Liquidation.
Als Lohn wird die vertraglich festgelegte Vergütung für die Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers bezeichnet. Im Gegensatz zum Gehalt kann der Lohn aufgrund einer schwankenden Stundenzahl in der Höhe monatlich variieren. Der Lohn wird dem Arbeitnehmer nach Abzug der Lohnsteuer und Sozialversicherung netto ausgezahlt.
In Deutschland gilt seit dem 01.01.2015 ein branchenunabhängiger Mindestlohn. Dieser beträgt seit dem 01.01.2019 je Zeitstunde 9,19 Euro brutto für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahren. Der Mindestlohn gilt für alle Vertragsarten (Minijob, reguläre Beschäftigung etc.). Der Mindestlohn darf nicht durch Sachleistungen (z.B. Ticket für die öffentlichen Verkehrsbetriebe substituiert werden, sondern muss vollständig ausgezahlt werden.
Bei bestimmten Personengruppen (Auszubildende, bestimmte Praktikanten, ehrenamtlich tätige Personen, Langzeitarbeitslose, Heimarbeiter, Selbstständige) darf der Mindestlohn unterschritten werden, da diese nach dem Mindestlohngesetz nicht als reguläre Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer klassifiziert werden. Die Anforderungen sind jeweils sehr eng gefasst.
Als Minijob wird eine geringfügige Beschäftigung bezeichnet, bei der gewisse Verdienst- und Zeitgrenzen nicht überschritten werden dürfen.
1) Verdienstgrenze 450 Euro: Der Minijobber darf regelmäßig nicht mehr als 450 Euro brutto pro Monat verdienen. Die Beschäftigung ist hier auf einen regelmäßigen Einsatz angelegt.
2) Zeitbegrenzte kurzfristige Beschäftigung: Ein Minijobber ist kurzfristig beschäftigt, wenn dessen Tätigkeit im Kalenderjahr nicht länger als drei Monate am Stück oder insgesamt 70 Arbeitstage andauert. Es handelt sich hierbei um eine gelegentliche Beschäftigung, bei der die Verdiensthöhe unerheblich ist.
Sämtliche Meldungen und Abgaben zu einer geringfügigen Beschäftigung werden vom Arbeitgeber direkt an die Bundesknappschaft (Minijob Zentrale) gesendet. Es erfolgen keine Meldungen an das Finanzamt und an die Krankenkassen. Für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gilt der Mindestlohn.
Es fallen 2% Pauschalsteuern, Pauschalbeiträge zur Krankenkasse (13%) und zur Rentenversicherung (15%), Umlage 1 (0,9%) und gegebenenfalls Umlage 2 (0,3%) sowie die Insolvenzgeldumlage an (0,09%). Damit ist die Beschäftigung eines geringfügig Beschäftigten deutlicher günstiger als ein reguläres Beschäftigungsverhältnis.
Wichtig: allein durch einen Minijob sind Beschäftigte nicht krankenversichert. Die Beschäftigten müssen also privat für einen ausreichenden Versicherungsschutz Sorge tragen.
Natürliche Person ist jeder Mensch, unabhängig von jeglichen Merkmalen wie z.B. der Geschäftsfähigkeit. Natürliche Person ist ein Rechtsbegriff, der an den Menschen als Rechtssubjekt Rechten und Pflichten bindet. Das Steuerrecht knüpft an die Eigenschaft als natürliche Person die Einkommensteuerpflicht.
Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften müssen nach § 325 HGB unverzüglich nach Vorlage an die Gesellschafter, spätestens jedoch 12 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres im Bundesanzeiger offengelegt werden.
Es gibt zwei Kategorien von Offenlegung:
1) Hinterlegung: Kleinstkapitalgesellschaften müssen ihren Jahresabschluss nur hinterlegen, eine Offenlegung ist nicht notwendig. Der Abschluss ist damit nur auf Antrag und gegen Kosten einsehbar. Zudem ist nur die Bilanz zu hinterlegen, auf die Gewinn- und Verlustermittlung kann verzichtet werden
2) Offenlegung: Kleine, mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen ihren Jahresabschuss offenlegen. Je nach Größe der Gesellschaft ist der Umfang der einzureichenden Unterlagen unterschiedlich
Die Einreichung hat im Format XML zu erfolgen. Verstöße gegen die Offenlegungspflicht werden mit erheblichen Geldstrafen geahndet.
Wird ein betrieblich genutzter PKW einem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung überlassen, muss der Arbeitnehmer den dadurch entstandenen Vorteil der Lohnsteuer unterwerfen. Die Steuerbelastung hängt davon ab, wie hoch der Anteil der privaten Nutzung ist.
Der PKW wird zu mehr als 50% betrieblich genutzt (Anteil der geschäftlichen Fahrten an den gesamt gefahrenen Kilometern): Die privat veranlassten Fahrten können per Fahrtenbuch oder mit der 1% Methode ermittelt werden, alle übrigen Ausgaben sind Betriebsausgaben.
Der PKW wird zu mehr als 10% aber zu weniger als 50% betrieblich genutzt: Hier kann die steuerpflichtige Person wählen, ob sie den PKW dem Betriebsvermögen zuordnet (gewillkürtes Betriebsvermögen) oder den PKW im Privatvermögen hält. Wird der PKW im Betriebsvermögen gehalten, darf die 1% Methode nicht angewendet werden, sondern der private Anteil muss tatsächlich ermittelt werden.
Der PKW wird zu weniger als 10% betrieblich genutzt: Der PKW gilt in diesem Fall als Privatvermögen. Die Aufwendungen für betrieblich veranlasste Fahrten können nur mit den anteiligen tatsächlichen Kosten (bzw. 0,30 Euro) erfasst werden.
Mit einer Rechnung rechnet ein Unternehmen seine Lieferungen und Leistungen gegenüber seinen Kunden ab. Bei Leistungen gegenüber anderen Unternehmen und bei bestimmten Leistungen (Werkleistungen, Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück) ist das Unternehmen zu Ausstellung einer Rechnung verpflichtet, gegenüber Privatpersonen ist die Rechnungsausstellung freiwillig.
Die Rechnung dient gleichzeitig dem Kunden dazu, gegenüber dem Finanzamt den Leistungsbezug für sein Unternehmen und die geleistete Umsatzsteuer nachzuweisen. Von der korrekten Ausstellung hängt somit die Anerkennung als Betriebsausgabe und der Vorsteuerabzug ab.
Damit eine Rechnung vom Finanzamt anerkannt wird, müssen fest definierte Angaben auf der Rechnung erfolgen, die abschließend im Umsatzsteuergesetz definiert sind (siehe dazu § 14 (4) UStG). Fehlt eine dieser Angaben oder sind die Angaben nicht korrekt, kann der Vorsteuerabzug oder der Betriebsausgabenabzug versagt werden.
Um eine Überprüfung durch das Finanzamt zu ermöglichen, sind Rechnungen zehn Jahre aufzubewahren.
Eine Rechnung kann aus unterschiedlichen Gründen fehlerhaft sein. Es können Pflichtangaben fehlen, der Rechnungsbetrag nicht korrekt ausgewiesen, falsche Mengen verwendet worden oder die Umsatzsteuer in falscher Höhe oder zu Unrecht ausgewiesen worden sein. Da in diesen Fällen der Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers in Gefahr ist, hat eine Korrektur der Rechnung zu erfolgen.
Fehlende und falsche Pflichtangaben können berichtigt werden, es besteht hier jedoch keine Pflicht. In der Regel erfolgt das durch eine Korrekturrechnung unter der alten Rechnungsnummer, die die Angaben berichtigt und den Zusatz „Korrektur zu Rechnung Nr. xx" trägt. Alternativ kann natürlich auch die gesamte Rechnung storniert und neu ausgestellt werden.
Beim Start eines Unternehmens stellt sich regelmäßig die Frage der Rechtsformwahl. Grundsätzlich existieren die Alternativen einer Personengesellschaft (z.B. OHG, KG bei nur einer Person eines Einzelunternehmens), einer Mischung aus Personen und Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH & Co KG) und einer Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH).
Bei der Wahl der richtigen Gesellschaftsform sollten vier Aspekte bedacht werden:
1) Gründungs- und sonstige laufende Kosten: Während die formalen Anforderungen an die Gründung einer Personengesellschaft gering sind, wird für die Gründung einer Kapitalgesellschaft ein Notar und ein Handelsregistereintrag erforderlich. Personengesellschaften benötigen kein Mindestkapital, bei der GmbH ist ein Stammkapital von 25 000 Euro erforderlich.
4) Besteuerung
Als Registrierkasse wird ein elektronisches Kassensystem bezeichnet, das für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen mit Barzahlung eingesetzt wird und Belege sowie Auswertungen über die Geldbewegungen erstellen kann.
Betreibt ein Unternehmer Bargeschäfte, ist grundsätzlich eine Geschäftskasse zu führen. Diese muss nicht zwangsläufig eine elektronische Registrierkasse, sondern kann auch eine einfache Ladenkasse sein. In jedem Fall gelten strenge Regeln für die Aufzeichnung der Einnahmen und Ausgaben.
Wird allerdings eine elektronische Registrierkasse verwendet, muss diese seit dem 1.1.2017 folgende gesetzliche Anforderungen erfüllen:
- alle Aufzeichnungen müssen fortlaufend und unveränderbar für 10 Jahre gespeichert sein
- eine Speicherung in verdichteter Form oder ausschließlich in gedruckter Form ist unzulässig, die Kasse muss eine zertifizierte Sicherheitstechnologie aufweisen (gilt erst ab dem 1.1.2020)
- alle steuerlich relevanten Daten müssen maschinell verfügbar, lesbar und auswertbar sein.
Informationen zu zulässigen Kassenmodellen können vom Steuerberater erteilt werden.
Reisekosten sind betrieblich oder beruflich veranlasste Aufwendungen für Geschäftsreisen. Neben den tatsächlichen Kosten für Transportmittel und Unterkunft zählen dazu auch der Verpflegungsmehraufwand, der durch den auswärtigen Einsatz entsteht.
Die Reisekosten können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu 100% abgezogen werden. Hat ein Arbeitnehmer Kosten verauslagt, können diese steuer- und sozialversicherungsfrei erstattet werden. Die Abzugsfähigkeit und die steuerfreie Erstattung ist nur möglich, wenn der private Anteil maximal 10% beträgt.
Alternativ zu den tatsächlichen Kosten können Fahrt, Unterkunft und Verpflegung mit den gesetzlichen Pauschalen erstattet werden.
Durch Rückstellungen wird in der Handelsbilanz Aufwand für drohende zukünftige Zahlungsverpflichtungen abgebildet, deren Entstehung wahrscheinlich ist, aber deren Höhe und Zahlungszeitpunkt ungewiss sind.
Beispiel: ein Unternehmen wird wegen einer Vertragsverletzung verklagt. Die Ursache der Klage liegt in der Vergangenheit, aber zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung ist noch keine Einigung oder gerichtliche Entscheidung über die Höhe einer potentiellen Strafzahlung erreicht worden.
Wenn ein Sachverhalt gemäß § 249 (1) HGB vorliegt, ist die Bildung einer Rückstellung verpflichtend. Für andere Sachverhalte darf keine Rückstellung gebildet werden. Die Rückstellung ist in Höhe der bestmöglichen Schätzung der zukünftigen Zahlung (Erfüllungsbetrag) zu bilden. Besteht eine Rückstellung länger als ein Jahr, ist sie zum Bilanzstichtag abzuzinsen.
Rückstellungen aus der Handelsbilanz sind grundsätzlich auch in der Steuerbilanz anzusetzen.
Als Sachbezug wird eine Leistung des Arbeitgebers an die Beschäftigten bezeichnet, die nicht in Geld besteht. Der Sachbezug wird als Teil des Arbeitsentgelts für die erbrachte Arbeitsleistung betrachtet und der Lohnsteuer und Sozialversicherung unterworfen. Damit soll verhindert werden, dass der Arbeitgeber durch eine alternative Vergütung (z.B. in Form einer kostenlosen Wohnungsgestellung, der Übernahme von Heizkosten oder sonstiger Ausgaben des privaten Bereichs) Sozialabgaben spart und die Beschäftigten die Vergütung unversteuert empfangen können.
Das Umsatzsteuerrecht kennt zwei unterschiedliche Definitionen für die Entstehung der Umsatzsteuer
1. Soll-Besteuerung: Die Umsatzsteuer wird bei Lieferungen und Leistungen mit Ablauf des Voranmeldezeitraums fällig, in dem die Leistungen erbracht wurden (Versteuerung nach vereinbartem Entgelt). Unabhängig davon, wann der jeweilige Kunde die Rechnung zahlt, ist die Umsatzsteuer lt. Rechnungsstellung an das Finanzamt abzuführen.
2. Ist-Besteuerung: Im Fall der Ist-Besteuerung wird die Umsatzsteuer mit Zahlungseingang fällig (Besteuerung nach vereinnahmtem Entgelt). Wird beispielsweise einem Kunden ein Zahlungsziel von mehreren Monaten eingeräumt, muss das Unternehmen die Umsatzsteuer erst dann an das Finanzamt abführen, wenn es das Geld tatsächlich vom Kunden erhalten hat. Er geht also in diesem Fall nicht für das Finanzamt in Vorleistung. Die Ist-Besteuerung soll die Liquidität von kleinen Unternehmen schonen und ist daher nur bis zu einer gewissen Unternehmensgröße anwendbar (Umsatz des Vorjahres < 500 000 Euro oder keine Buchführungspflicht oder Angehörige eines freien Berufes). Die Genehmigung zur Ist-Besteuerung wird auf Antrag erteilt.
Die Sozialversicherung ist ein Absicherungssystem aus Kranken-, Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, das in Deutschland als verpflichtendes System für alle Beschäftigte gestaltet ist. Die laufenden Kosten der Versicherungsträger werden über die Mitgliedsbeiträge der Versicherten getragen.
Basis für die Ermittlung der Beiträge ist das persönliche Brutto-Arbeitseinkommen. Im Rahmen der monatlichen Lohn- und Gehaltsabrechnung werden die Beiträge errechnet und vom Unternehmen direkt an die jeweiligen Institutionen abgeführt. Bei Arbeitnehmer wird ein Teil der Beiträge vom Arbeitgeber getragen. Liegt das Jahreseinkommen eines Angestellten über 60 750 Euro (Jahresentgeltgrenze 2019), ist die Wahl einer privaten Krankenkasse möglich.
Für Selbstständige besteht keine Versicherungspflicht, aber die Möglichkeit einer freiwilligen Aufnahme in die Versicherung.
Als Spenden werden freiwillige Zuwendungen für steuerbegünstigte Zwecke (z.B. gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich) bezeichnet, für die die Leistenden keine Gegenleistung erhalten. Bei Spenden können bis zu 20% des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben abgezogen werden. Für Spenden an politische Parteien ist der maximal absetzbare Betrag auf 1650 Euro begrenzt. Getätigte Spenden sind mit Spendenbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster nachzuweisen, bei Spenden bis zu 200 Euro genügt zum Beispiel ein einfacher Kontoauszug, aus dem der Zuwendungsempfänger ersichtlich ist.
Die Steuerbilanz stellt analog zur Handelsbilanz Vermögen und Schulden eines Unternehmens gegenüber und ermittelt somit den Erfolg einer Besteuerungsperiode. Als Grundlage wird in der Regel die Handelsbilanz herangezogen und um steuerliche Vorschriften ergänzt. Beispielsweise dürfen manchen Rückstellungen nur in der Handelsbilanz, nicht aber in der Steuerbilanz gebildet werden, so dass der Steuerberater hier Anpassungen vornehmen muss.
Verwenden Beschäftigte ein betriebliches Telefon für private Zwecke, ist diese Nutzung für Beschäftigte steuerfrei. Nutzen Beschäftigte ihren privaten Telefonanschluss für betriebliche Zwecke, können sich entweder die tatsächlichen Aufwendungen erstatten lassen (hierfür ist ein Einzelkostennachweis erforderlich) oder sie lassen sich ihre Kosten pauschal monatlich in Höhe von 20% (maximal 20 Euro) pro Monat erstatten.
Trinkgeld anlässlich eines Geschäftsessen gehört zu den Nebenkosten der Bewirtung und ist damit wie auch die Bewirtungskosten selbst zu 70% als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehbar. Siehe dazu auch Bewirtungskosten.
Die Umsatzteuer ist eine Verbrauchssteuer, die auf die Wertschöpfung eines Unternehmens bei Produkten oder Dienstleistungen erhoben und dem Endverbraucher belastet wird. Besteuert werden alle Lieferungen und Leistungen, die im Inland gegen Entgelt ausgeführt werden.
Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer, da die sie nicht von den Verbrauchern selbst erhoben wird, sondern über die Unternehmen als Lieferanten oder Dienstleister. Das Umsatzsteuersystem ist so ausgelegt, dass Unternehmen über den Vorsteuerabzug nicht mit der Umsatzsteuer belastet werden. Je nach Produkt- oder Serviceart beträgt der Umsatzsteuersatz 7% oder 19%.
Die Umsatzsteuer aus eigenen Lieferungen und Leistungen ist in fest definierten Intervallen an das Finanzamt zu melden und anzuführen. Gleichzeitig kann die in diesem Zeitraum verauslagte Vorsteuer in Abzug gebracht werden. Beispiel:
Unternehmen 1: Verkauft für netto 100 Euro - erhält und führt ab: 19 Euro Umsatzsteuer - Gesamtbelastung: 0 Euro
Unternehmen 2: Verkauft für netto 200 Euro - zahlt und bekommt erstattet: 19 Euro
Umsatzsteuer - Gesamtbelastung: 0 Euro
Endverbraucher: Kauft für brutto 238 Euro - zahlt 38 Euro Umsatzsteuer - Gesamtbelastung: 38 Euro
Wertschöpfung: von 0 Euro auf 200 Euro komplett beim Endverbraucher besteuert.
Die Umsatzsteuer besteuert als Verbrauchssteuer die Wertschöpfung eines Jahres. Um den Finanzbehörden eine unterjährige Liquidität zu verschaffen und die Gefahr eines Zahlungsausfalls zu minimieren, hat die steuerpflichtige Person unterjährig Abschlagszahlungen zu leisten. Diese werden zum Jahresende vom Jahresbetrag in Abzug gebracht. Die unterjährigen Vorauszahlungen sind von der steuerpflichtigen Person oder dem Steuerberater selbstständig zu ermitteln und an das Finanzamt zu senden.
Umsatzsteuer - Zusammenfassende Meldung
Wenn eine steuerpflichtige Person umsatzsteuerfreie Warenlieferungen oder Dienstleistungen innerhalb der EU erbringt, hat sie darüber quartalsweise einen Bericht an das Bundeszentralamt für Steuern zu senden. Dieser Bericht wird als Zusammenfassende Meldung bezeichnet und listet sämtliche umsatzsteuerfrei ausgestellte Ausgangsrechnungen zusammen mit der UST-ID Nummer der Leistungsempfängers auf. Die Meldung ist jeweils bis zum 25. Tag nach Ablauf der Meldezeitraums zu übermitteln. Der Meldezeitraum ist abhängig von der Unternehmensgröße entweder der Kalendermonat oder das Quartal.
Anhand der Meldung soll sichergestellt werden, dass die Lieferungen und Leistungen beim jeweiligen Empfänger mit der Umsatzsteuer belegt wurden.
Umsatzsteuer - Einfuhr/Ausfuhr
Einfuhr und Ausfuhr bezeichnen Warenlieferungen oder Dienstleistungen aus einem Land der EU in ein Drittland (alle nicht EU-Länder). Die Ausfuhr wird in der Regel von der Umsatzsteuer freigestellt, so dass diese vom Leistungsempfänger im jeweiligen Bestimmungsland abzuführen ist. Die Befreiung von der Umsatzsteuer gilt im Gegensatz zu Leistungen innerhalb der EU sowohl für Leistungen an Privatpersonen als auch an Unternehmen.
Vorteil der Regelungen für Ein- und Ausfuhr ist es, dass sich das leistende Unternehmen nicht mit den umsatzsteuerlichen Regelungen des jeweiligen Auslands auseinandersetzen muss.
Umsatzsteuer - Europäische Union
Zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, im Umsatzsteuerrecht als Gemeinschaftsgebiet bezeichnet, gelten spezielle umsatzsteuerliche Vorschriften. Wird eine Dienstleistung oder eine Lieferung von einem Unternehmen an ein Unternehmen mit Sitz in einem anderen Land der EU erbracht, ist die Leistungserbringung beim Leistungserbringer von der Umsatzsteuer freigestellt. Die Leistung ist vom Leistungsempfänger im Bestimmungsland (Land, in dem die Leistung erbracht wird oder die Lieferung endet) der Umsatzsteuer zu unterwerfen.
Konkretes Beispiel: Unternehmen A mit Sitz in Deutschland erbringt an Unternehmen B mit Sitz in Österreich eine Beratungsleistung. A hat die Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Vermerk „reverse charge“ zu erstellen, B hat die Leistung in Österreich mit der österreichischen Umsatzsteuer zu belegen und beim Finanzamt anzumelden. Würde B in Deutschland sitzen, würde die Umsatzsteuer bereits von A in Rechnung gestellt und dem Finanzamt gemeldet werden.
Wichtig: die Regelungen gelten nur für Leistungen an Unternehmer! Für Leistungen an Privatpersonen gelten die regulären Vorschriften.
Umsatzsteuer - Drittland
Lieferungen und Leistungen aus dem Inland in das Drittland unterliegen speziellen umsatzsteuerlichen Regelungen. Erbringt ein Unternehmer eine Leistung an eine Privatperson oder einen Unternehmer im Drittland, so ist diese in Deutschland von der Umsatzsteuer freigestellt. Abhängig vom jeweiligen Umsatzsteuerrecht des Bestimmungslandes (Land, in dem der Leistungsempfänger ansässig ist), erfolgt dort eine Besteuerung durch den Leistungsempfänger.
Beispiel: Unternehmer A aus Deutschland liefert einen Computer an B in Amerika (Unternehmer oder Privatperson). A erstellt die Rechnung ohne Umsatzsteuer, muss aber gegenüber dem Finanzamt nachweisen, dass die Lieferung tatsächlich in das Drittlandgebiet versendet wurde.
Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen eines Unternehmens die bestehenden Verbindlichkeiten übersteigt, es sei denn das die Fortführung des Unternehmens nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist. Die Überschuldung wird zunächst durch einen einfachen Vergleich von Aktiv- und Passivseite der Bilanz ermittelt. Sollte hier eine Überschuldung festgestellt werden, ist eine Überschuldungsbilanz aufzustellen, die zusätzlich stille Reserven und Verbindlichkeiten berücksichtig.
Überschuldung ist einer von drei möglichen Gründen für eine Insolvenz, die eine Pflicht zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nach sich ziehen. Verstößt ein Geschäftsführer gegen diese Pflichten, macht er sich unter Umständen im Sinne des Insolvenzrechts strafbar.
Veranlagung bezeichnet die Ermittlung und Festsetzung einer Steuer durch das Finanzamt. Bei der Ermittlung wird die Bemessungsgrundlage der Steuer geprüft und die Höhe der Steuer berechnet. Mit der Festsetzung wird der Steueranspruch durch einen Steuerbescheid formal beansprucht und damit gegenüber dem Steuerpflichtigen geltend gemacht.
Verbindlichkeiten sind Schulden, die sowohl der Höhe als auch des Fälligkeitszeitraums fest bestimmt sind. Verbindlichkeiten können Zahlungsverbindlichkeiten (z.B. Lieferantenrechnungen) aber auch Leistungsverbindlichkeiten sein (z.B. erhaltene Kundenanzahlungen, eine Leistungsverpflichtung mit sich bringen). Verbindlichkeiten werden auf der Passivseite der Bilanz abgebildet und werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert (Betrag, der tatsächlich zur Fälligkeitszeitpunkt geleitet werden muss).
Versteckte Gewinnausschüttung
Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die nur den Endverbraucher (Konsumenten) belasten soll. Da allerdings beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen auch von Unternehmen Umsatzsteuer zu zahlen ist, wird diese nachträglich vom Finanzamt erstattet. Der Unternehmen kann damit sämtlichen Waren und Dienstleistungen, die für seinen unternehmerischen Zweck erworben werden, netto einkaufen. Im Gegenzug hat er die Umsatzsteuer, die er selbst beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Rechnung stellt, an das Finanzamt abzuführen. Die Umsatzsteuer ist für ihn also ein durchlaufender Posten, der sein Unternehmen weder belastet noch diesem nutzt.
Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind im Zeitpunkt des Zugangs mit dem Devisenkassamittelkurs umzurechnen. Der Devisenkassamittelkurs ist der aktuelle Kurs zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses und ist historisch auf der Homepage der Bundesbank abrufbar.
Zusätzlich ist eine Bewertung zum Jahresende vorzunehmen, um den aktuell bilanzierten Wert zu überprüfen. Hier können sich aufgrund steuerrechtlicher Regelungen unterschiedliche Wertansätze für Handels- und Steuerbilanz ergeben.
Geringwertige Wirtschaftsgüter sind selbstständig nutzbare, bewegliche Gegenstände, deren Netto-Anschaffungskosten größer aus 150 Euro und kleiner als 1000 Euro sind.
Liegen die Netto-Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 410 Euro können diese Gegenstände im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden.
Alternativ können alle Wirtschaftsgüter mit Netto-Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1000 Euro je Wirtschaftsjahr in einem Sammelposten zusammengefasst und über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben werden.
Es ist nicht zulässig, sowohl die Sofortabschreibung, als auch die Pool-Abschreibung parallel anzuwenden.
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