Source: https://www.haufe.de/sozialwesen/leistungen-sozialversicherung/fahrkosten/fahrkosten-die-keine-genehmigung-der-krankenkasse-brauchen_242_477258.html
Timestamp: 2018-12-19 11:50:14
Document Index: 266725445

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 23', '§ 24', '§ 24', '§ 39', '§ 39']

Fahrkosten, die keine Genehmigung der Krankenkasse brauchen | Sozialwesen | Haufe
Bild: Corbis Fahrkosten: Für Rettungsfahrten ist keine vorherige Genehmigung der Krankenkasse erforderlich.
Krankenkassen übernehmen Fahrkosten zu einer medizinischen Behandlung, wenn diese im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse erforderlich sind. Auch die weiteren Voraussetzungen für die Kostenübernahme müssen erfüllt werden. Bei bestimmten Fahrten benötigen Versicherte keine vorherige Genehmigung der Krankenkasse.
Hält ein Arzt eine Beförderung eines Versicherten aus zwingenden medizinischen Gründen zu einer Leistung der Krankenkassen für notwendig, hat er diese Fahrt zu verordnen. In manchen Fällen muss die Krankenkassen die Kostenübernahme vor der Fahrt genehmigen. Bei bestimmten Fahrten haben Versicherte hingegen keine vorherige Genehmigung ihrer Krankenkasse einzuholen. Dies gilt für Fahrten zu stationären Behandlungen, Rettungsfahrten sowie Fahrten zu ambulanten Operationen.
Krankenkassen übernehmen Fahrkosten, die im Zusammenhang mit teil- oder vollstationären Behandlungen entstehen. Hierzu gehören stationäre
Krankenhausbehandlungen (§ 39 SGB V),
medizinische Vorsorgeleistungen (§ 23 SGB V),
medizinische Vorsorge für Mütter und Väter (§ 24 SGB V),
Entbindungen (§ 24f SGB V),
Hospizleistungen (§ 39a SGB V) sowie
Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit (§ 39c SGB V).
Fahrkosten bei vor- und nachstationärer Behandlung
Im Zusammenhang mit stationären Krankenhausbehandlungen können vor- und nachstationäre Behandlungen erforderlich sein, die zur Vor- bzw. Nachbereitung des Krankenhausaufenthalts dienen. Vorstationäre Behandlungen sind auf bis zu 3 Behandlungstage innerhalb von 5 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung begrenzt. Bei nachstationären Behandlungen gilt eine Obergrenze von 7 Behandlungstagen, die innerhalb von 14 Tagen (bei Organtransplantation bis zu 3 Monaten) nach Beendigung der stationären Behandlung stattfinden müssen. Die hierbei anfallenden Fahrkosten können mit der Krankenkasse abgerechnet werden, wenn durch die vor- bzw. nachstationäre Behandlung der erforderliche teil- oder vollstationäre Krankenhausaufenthalt verkürzt oder sogar vermieden wird.
Fahrkosten bei Verlegungsfahrten
Ist während einer Krankenhausbehandlung eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus aus zwingenden medizinischen Gründen erforderlich (z. B. Verlegung in eine Spezialklinik), werden auch diese Fahrkosten durch die Krankenkassen übernommen. Liegt kein medizinischer Grund für eine Verlegung vor (z.B. bei Verlegung in ein wohnortnahes Krankenhaus), ist eine Kostenübernahme nur bei vorheriger Einwilligung der Krankenkasse möglich.
Ist eine Rettungsfahrt zum Krankenhaus erforderlich, zahlen die Krankenkassen die Kosten dafür, auch wenn nach der Behandlung in der Rettungsstelle keine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus erfolgt, sondern der Versicherte direkt nach Hause entlassen werden kann.
Eine Rettungsfahrt ist ein Transport mit einem qualifizierten Rettungsmittel. Dazu zählen Rettungswagen, Notarztwagen und Rettungshubschrauber. Der Transport ist deshalb notwendig, weil sich der Versicherte infolge einer Verletzung oder Krankheit in unmittelbarer Lebensgefahr befindet oder sein Gesundheitszustand in kurzer Zeit eine lebensbedrohende Verschlechterung erwarten lässt.
Fahrkosten bei Fahrten zu ambulanten Operationen
Wird eine aus ärztlicher Sicht notwendige stationäre Krankenhausbehandlung durch eine ambulante Operation im Krankenhaus oder in einer Vertragsarztpraxis vermieden, übernehmen die Krankenkassen auch die Fahrkosten zu dieser Operation. Gleiches gilt, wenn die stationäre Krankenhausbehandlung nicht ausführbar ist. Eine Krankenhausbehandlung wird insbesondere dann vermieden, wenn sich der zu behandelnde Versicherte gegen eine stationäre Durchführung der Operation entscheidet. Ist die Operation bereits aus ärztlicher Sicht ambulant durchführbar, handelt es sich daher nicht um eine stationsersetzende Maßnahme. D.h. Fahrkosten sind dann nicht von den Krankenkassen zu übernehmen, weil eine Krankenhausbehandlung in diesen Fällen nicht vermieden wird. Das ist z. B. häufig bei Kataraktoperationen der Fall.