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Timestamp: 2016-10-24 20:17:00
Document Index: 170595212

Matched Legal Cases: ['Art. 151', 'Art. 151', 'Art. 151', 'Art. 7', 'e contrario', 'Art. 55', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 55', 'Art. 55', 'Art. 151', 'Art. 151', 'BGE', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 151', 'Art. 151', 'Art. 151', 'BGE', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 151', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 151', 'BGE', 'BGE', 'Art. 145', 'Art. 152', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 151', 'BGE', 'BGE', 'Art. 202', 'Art. 202', 'Art. 145', 'Art. 151', 'Art. 152', 'BGE', 'BGE', 'Art. 163', 'Art. 145', 'Art. 151', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 151', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 54', 'BGE', 'Art. 54', 'Art. 58', 'Art. 152', 'BGE', 'Art. 9']

5C.32/2000 (25.04.2000)
E.N.________, Kl�ger, vertreten durch F�rsprecher Felix Bangerter, B�lliz 62, 3600 Thun,
M.N.________, Beklagte, vertreten durch F�rsprecher Dr. Werner Knecht, Seestrasse 2, Postfach 165, 3700 Spiez,
A.- Nachdem in der Scheidungssache zwischen M.N.________ (Jahrgang 1950) und E.N.________ (geboren 1936) verschiedene vorsorgliche Massnahmen getroffen worden waren, wurde das seit 1989 verheiratete Ehepaar auf Klage des Ehemannes vom Gerichtspr�sidenten 1 des Gerichtskreises X Thun mit Urteil vom 11. Juni 1998 wegen Zerr�ttung geschieden. Das Gericht liquidierte den G�terstand der Parteien, verpflichtete den Kl�ger, der Beklagten gest�tzt auf aArt. 151 ZGB eine auf acht Jahre ab Rechtskraft des Scheidungsurteils befristete, monatliche und indexierte Rente von Fr. 2'200.-- zu bezahlen, und regelte die Verfahrenskosten auf der Basis der beiden Parteien gew�hrten unentgeltlichen Rechtspflege.
Auf Appellation beider Parteien schied der Appellationshof des Kantons Bern mit Urteil vom 11. August 1998 die Ehe wegen Zerr�ttung, setzte die Parteien g�terrechtlich auseinander und verpflichtete gest�tzt auf aArt. 151 ZGB den Kl�ger, der Beklagten eine bis zu deren Eintritt in das Pensionsalter befristete monatliche und indexierte Rente von Fr. 2'025.-- zu bezahlen. Er gew�hrte beiden Parteien die Verfahrenshilfe und regelte die Verfahrenskosten in zwei Schritten.
B.- Mit Berufung beantragt der Kl�ger, das Urteil des Appellationshofes bez�glich der Rentenfestsetzung aufzuheben und ihn zu verpflichten, der Beklagten gest�tzt auf aArt. 151 ZGB eine monatliche und auf sieben Jahre nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils befristete Rente in der H�he von Fr. 1'400.-- zu bezahlen.
Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Berufung und beantragt mit Anschlussberufung, das Urteil des Appellationshofes bez�glich der Rentenfestsetzung aufzuheben und den Kl�ger zu verpflichten, ihr ab dem 12. August 1999 bis zum 30. November 2001 monatlich Fr. 3'039.--, danach bis zum 30. April 2014 Fr. 3'428.-- und anschliessend Fr. 2'128.-- (unbefristet) zu bezahlen; diese Betr�ge seien entsprechend dem angefochtenen Urteil zu indexieren.
In seiner Antwort auf die Anschlussberufung schliesst der Kl�ger auf deren Abweisung, soweit auf sie eingetreten werden kann.
C.- In R�cksicht auf das Gesuch der Beklagten um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege hat der Pr�sident der II. Zivilabteilung mit Verf�gung vom 15. M�rz 2000 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und die Behandlung des Gesuchs auf Antrag des bundesgerichtlichen Referenten in Aussicht gestellt.
D.- Am 3. April 2000 hat der f�r die Behandlung des Massnahmegesuchs der Beklagten zust�ndige Appellationshof erkannt, der Kl�ger habe der Beklagten r�ckwirkend ab dem
12. August 1999 bis zum Vorliegen des rechtskr�ftigen Entscheids im Scheidungsverfahren monatlich Fr. 2'025.-- zu entrichten.
1.- Obwohl am 1. Januar 2000 das neue Scheidungsrecht in Kraft getreten ist (AS 1999 S. 1118 und 1144), �berpr�ft das Bundesgericht lediglich, ob der im Vorjahr ergangene obergerichtliche Entscheid auf richtiger Anwendung des alten Rechts beruht (Art. 7b Abs. 1 e contrario und Abs. 3 SchlTZGB; Botschaft des Bundesrates �ber die �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 15. November 1995, BBl. 1996 I S. 170 unten Ziff. 253. 2).
Da das Bundesgericht von besonderen Ausnahmen abgesehen an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c und d, Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG), muss das von der Beklagten eingereichte Arztzeugnis unbeachtet bleiben; dies g�lte selbst f�r den Fall, dass damit ein echtes Novum belegt w�rde (Poudret/Sandoz-Mo-nod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, Bd. II, Bern 1990, N 1.5.3.2 zu Art. 55 OG S. 437; Mess-mer/Imboden, Die eidgen�ssischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Rz 115 insbes. S. 156 bei und mit Fn 36; W. Birchmeier, Bundesrechtspflege, Z�rich 1950, N 8b/aa zu Art. 55 OG S. 204).
2.- Der Appellationshof hat in W�rdigung des Verschuldens beider Parteien entschieden, dasjenige des Kl�gers sei so hoch, dass er nach aArt. 151 ZGB �berwiegend schuldig und rentenpflichtig sei. Nach dieser Bestimmung sei die massgebliche nacheheliche Lebenshaltung festzulegen und davon der gegenw�rtige und k�nftige Selbstversorgungsanteil abzuziehen.
Die Ehe der Parteien habe neun Jahre gedauert (davon sechs gemeinsam verbrachte), die Beklagte habe Anspruch auf Absicherung des w�hrend der Ehe gelebten Standards und die Rente sei nach aArt. 151 ZGB grunds�tzlich lebensl�nglich geschuldet. Die Vorinstanz geht f�r die Rentenberechnung von folgenden Einkommen und Existenzkosten aus: Weil die Beklagte an Stelle eines Lohnes eine Rente von Fr. 2'458.-- im Monat beziehe, sich das Monatseinkommen des Kl�gers bis Ende Jahr auf Fr. 8'055.-- belaufe und der Notbedarf des Kl�gers Fr. 4'235.-- und derjenige der Beklagten Fr. 3'485.-- betrage, w�rden die Parteien bei einem Totaleinkommen von Fr. 10'513.-- insgesamt Existenzkosten von Fr. 7'720.-- ausweisen.
Da somit der �berschuss Fr. 2'793.-- betrage und die mit vorehelichen Gesch�ften zusammenh�ngenden Schuldentilgungsraten der Parteien nicht ber�cksichtigt werden d�rften, liege es im richterlichen Ermessen, zum Notbedarf der Beklagten rund 30 % hinzuzurechnen, ihre Rente infolgedessen auf Fr. 2'025.-- (= ca. 1,3 x Fr. 3'485.-- abz�glich Fr. 2'458.--) festzusetzen und die Rentenpflicht zwecks Vermeidung einer Versorgungsl�cke auf den Zeitpunkt des Eintritts der Beklagten in das AHV-Alter zu befristen. Die Parteien finden die Festsetzung der Rente aus verschiedenen Gr�nden bundesrechtswidrig:
a) W�hrend der Kl�ger gegen die Rentenbefristung einwendet, das grosse Mitverschulden der Kl�gerin, die kurze Dauer der Ehe und die lange Trennungszeit h�tten zu einer Befristung der Rentenpflicht auf acht Jahren gem�ss dem erstinstanzlichen Entscheid f�hren m�ssen, ist die Beklagte der Ansicht, im Alter von �ber 45 Jahren stehe ihr nach jetzt gut zehn Jahre dauernder Ehe eine unbefristete Rente zu, weil ihr Verschulden nicht so gross sei, dass eine Rentenbefristung gerechtfertigt w�re. Gegen eine Befristung spreche auch, dass der Kl�ger ab Dezember 2001 nebst der Pension eine AHV-Rente erhalten werde und dass der diskontierte Ertrag von monatlich Fr. 1'231. 90 aus einem Teil des Zuschusses aus der Pensionskasse zum Einkommen des Kl�gers nicht hinzugerechnet worden sei.
aa) Hat der anspruchsberechtigte Ehegatte das Alter von 45 Jahren erreicht und in l�ngerdauernder Ehe gelebt (zwischen f�nf und zehn Jahren), steht ihm regelm�ssig eine unbefristete Rente zu, weil seine Wiedereingliederungschancen in das Erwerbsleben in der Regel gering sind. Trotz dieser Faustregel ist die Befristung der Rente nach Massgabe der konkreten Fallumst�nde zu pr�fen (BGE 115 II 6 E. 5a S. 11 f., 111 II 305 E. 5c S. 306 f., 110 II 225 E. 5 S. 226 f., 109 II 184 E. 5 S. 185 f., 109 II 286 E. 5b S. 289 f.; vgl. BGE 114 II 9 E. 7a und b S. 11 f.; Hinderling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4. Aufl. 1995, S. 288 f.; B�hler/Sp�hler und Sp�hler/Frei-Maurer, Berner Kommentar, je N 21 ff. zu Art. 151 ZGB; L�chinger/Geiser, Basler Kommentar, ZGB Bd. I, N 10 lemma 3 zu Art. 151 ZGB).
Da die Ehe der Parteien zu dem Zeitpunkt, als der Appellationshof sein Urteil f�llte, neun Jahre gedauert hatte, die Parteien sechs Jahre zusammengelebt hatten und die Beklagte fast 50 Jahre alt war, h�tte Bundesrecht somit durchaus erlaubt, eine unbefristete Rente zuzusprechen.
Die Vorinstanz hat festgestellt, die Beklagte k�nne sich wohl kaum noch in das Erwerbsleben eingliedern und wirtschaftlich auch nicht an die vorehelichen Verh�ltnisse ankn�pfen, und sie hat die Befristung der Rente nicht damit begr�ndet, die Beklagte werde dannzumal wieder Erwerbschancen haben (vgl. zu den Gr�nden f�r eine Befristung Handbuch des Unterhalts-rechts, herausg. von Hausheer/Spycher, Rz 05.93 S. 276, B�hler/Sp�hler, N 38 und 53 zu Art. 151 ZGB und Sp�hler/Frei-Maurer, N 42 und 53 zu Art. 151 ZGB). Ihre Begr�ndung liegt auf einer anderen Ebene, weshalb sich das Bundesgericht zur Anwendung der eingangs geschilderten Faustregel im vorliegenden Fall nicht zu �ussern braucht.
bb) Der Appellationshof hat die Befristung der Rente der Beklagten auf den Zeitpunkt ihres Eintrittes in das AHVAlter damit begr�ndet, sie werde dannzumal eine AHV-Rente beziehen und die bis dahin zu deckende Versorgungsl�cke werde dadurch geschlossen werden. Damit hat er im Ergebnis entschieden, ab dem Zeitpunkt, ab welchem die Beklagte den in der Ehe gelebten Standard mit eigenen Mitteln sichern k�nne, stehe ihr keine Rente mehr zu. Somit hat er auf ein bundesrechtskonformes Argument abgestellt, auf dem auch die unter lit. aa hiervor erw�hnte Rechtsprechung beruht: F�llt der "Schaden" (dazu BGE 123 III 1 E. 3b/bb, 117 II 211 E. 3) weg, besteht auch keine Pflicht mehr, diesen zu decken. Anders als in den von der zitierten Praxis beurteilten F�llen, ist hier der Unterhaltsersatzanspruch nicht wegen der m�glichen Wiedereingliederung weggefallen, sondern weil der w�hrend der Ehe ge�bte Lebensstandard der Beklagten ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung mit dem Bezug von Renten der 2. und 3. S�ule zusammen gedeckt ist (BGE 117 II 519 E. 4; vgl. L�chinger/ Geiser, a.a.O. N 14 a.A. zu Art. 151 ZGB). Der angefochtene Entscheid erweist sich bez�glich der Befristung entgegen der Ansicht der Parteien als bundesrechtskonform. Im Widerspruch zur Meinung des Kl�gers hat der Appellationshof zu Recht eine "Versorgungsl�cke" vermieden, und was die Beklagte zur H�he des Einkommens des Kl�gers ausf�hrt, hat auf die Befristung keinen Einfluss.
Wenn die Parteien auch in diesem Zusammenhang mit dem kausalen Verschulden argumentieren, verkennen sie, dass dieses einzig und allein zu einer Reduktion der Rentenh�he f�hren kann (vgl. lit. d hiernach).
b) Der Kl�ger ist weiter der Meinung, er sei statt zu einer angemessenen Entsch�digung zu vollem Schadenersatz, bzw. sogar zu einem solchen ohne Schaden verurteilt worden, weil die Selbstversorgungskompetenz der nur teilweise erwerbsunf�higen Kl�gerin, die Fr. 1'000.-- bis 1'200.-- pro Monat durchaus verdienen k�nnte, unber�cksichtigt geblieben sei. Die Beklagte findet, ihr k�nne eine Erwerbst�tigkeit nicht zugemutet werden, da sie aus gesundheitlichen Gr�nden, die wegen der ehelichen Schwierigkeiten entstanden seien, vorzeitig pensioniert worden sei; die vom Kl�ger namhaft gemachten Fr. 1'200.-- pro Monat k�nnte sie nicht verdienen.
Weil der �berschuss halbiert werden m�sse, der diskontierte Ertrag von monatlich Fr. 1'231. 90 bis zur Pensionierung des Kl�gers und ab Dezember 2001 dessen AHV-Rente im Betrag von Fr. 2'010.-- zu dessen Einkommen hinzugerechnet werden m�ssten, erg�ben sich folgende Unterhaltsbeitr�ge: ab dem
aa) Hat der Appellationshof f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), der schlechte Gesundheitszustand der Beklagten und der Umstand, dass sie eine BVG-Rente beziehe, zwinge zum Schluss, dass die Beklagte in Zukunft nicht mehr wird arbeiten k�nnen, �bt der Kl�ger mit der Schilderung von Erwerbsm�glichkeiten der Beklagten unzul�ssige Kritik an der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223, 120 II 97 E. 2b S. 99, 119 II 84 E. 3 S. 85). Weil die Beweislastregel gegenstandslos ist, wenn der Richter Beweise abgenommen und gew�rdigt hat (BGE 119 II 114 E. 4c S. 117, 118 II 142 E. 3a S. 147 f.), macht der Kl�ger vergeblich geltend, der Beklagten sei in Verletzung von Art. 8 ZGB unzureichende Gesundheit bescheinigt worden. Indem die Vorinstanz der Beklagten einzig ihre Rente von Fr. 2'458.-- im Monat angerechnet hat, ist die Selbstversorgungskompetenz der Beklagten somit ohne Verletzung von Bundesrecht beurteilt worden (Handbuch des Unter-haltsrechts, a.a.O. Rz 05.132 ff. S. 291 ff.).
Weil die Unterhaltsersatzrente nach aArt. 151 Abs. 1 ZGB bei l�ngerer Ehedauer die w�hrend der Ehe ge�bte Lebenshaltung des Anspruchsberechtigten nach Aufl�sung der Ehe absichern soll (BGE 118 II 229 E. 3a, 117 II 519 E. 4c, 115 II 6 E. 3; Hinderling/Steck, a.a.O. S. 275; L�chinger/Geiser, Basler Kommentar, ZGB Bd. I, N 9 zu Art. 151 ZGB; B�hler/ Sp�hler und Sp�hler/Frei-Maurer, Berner Kommentar, je N 9 ff., 21 ff. und 32 ff. zu Art. 151 ZGB; Handbuch des Unter-haltsrechts, a.a.O. Rz 05.119, 05.125, 05.129 bis 05.131 S. 286 ff.; vgl. BGE 117 II 359 E. 5a und 117 II 211 E. 3), somit scheidungsbedingte finanzielle Vorteile anzurechnen sind (BGE 114 II 117 E. 2b S. 120) und �berschussverteilungs- und Prozentzuschlagsregeln nur bei den Rentenanspr�chen nach aArt. 145 Abs. 2 und aArt. 152 ZGB eine Rolle spielen (BGE 126 III 8 E. 3c, 123 III 1 E. 3b/bb je mit Hinw.), kommt der H�he des Einkommens des Kl�gers entgegen der Ansicht der Beklagten jedenfalls dann keine Bedeutung zu, wenn es - wie hier - noch h�her liegt, als f�r diejenige Rente ausreicht, mit der der "Schaden" gedeckt ist. Daher braucht nicht gepr�ft zu werden, ob die von der Beklagten f�r ein h�heres Einkommen des Kl�gers geltend gemachten Fakten gegen das Novenverbot im Berufungsverfahren vor Bundesgericht (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG) verstossen.
bb) Der Appellationshof hat dem w�hrend der Ehe gelebten Standard der Beklagten dadurch Rechnung getragen, dass er deren erweiterten Notbedarf um rund 30 % erh�ht hat.
Inwiefern dies bundesrechtswidrig sein soll, wird vom Kl�ger weder ger�gt noch geh�rig begr�ndet (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 92 E. 2, 116 II 745 E. 3).
cc) Soweit der Kl�ger geltend macht, die Rente sei mehr als bloss angemessen im Sinne von aArt. 151 Abs. 1 ZGB, verkennt er, dass der Sachrichter die H�he der Rente nach Ermessen festsetzt (BGE 116 II 103 E. 2f S. 109, 108 II 30 E. 8 S. 32) und dass das Bundesgericht dessen Entscheid insoweit mit grosser Zur�ckhaltung �berpr�ft (BGE 124 III 401 E. 2a, 120 II 229 E. 4a S. 235, 119 II 157 E. 2a S. 160 je mit Hinw.); dies gilt besonders, wenn - wie hier - pers�nliche Belange zu beurteilen sind, denen der kantonale Richter n�her steht als das Bundesgericht (Messmer/Imboden, a.a.O. Rz 75 S. 106 mit Fn 21). Was der Kl�ger zur Behauptung vorbringt, er sei zu einer unangemessen hohen Leistung verpflichtet worden, ist nicht geeignet, eine bundesrechtswidrige Ermessensaus�bung darzutun. Das Gleiche gilt f�r seine Behauptung, ein Zusatzverdienst von Fr. 3'500.-- im Monat sei weggefallen. Denn er behauptet nicht einmal, der Appellationshof h�tte den ihm angerechneten Monatsverdienst von Fr. 8'055.-- entsprechend k�rzen m�ssen.
c) W�hrend der Kl�ger der Meinung ist, ihm m�sse eine Schuldentilgungsrate von Fr. 1'000.-- im Monat angerechnet werden, bei der Bemessung der Rente m�sse ber�cksichtigt werden, dass die Beklagte bei Fortbestand der Ehe Schulden in sechsstelliger H�he h�tte mittragen m�ssen, und dass somit ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'400.-- angemessen sei, begr�ndet die Beklagte die gegenteilige Ansicht damit, der Kl�ger m�sse seine Schulden gem�ss Art. 202 ZGB selber tragen. Da diese Bestimmung das Eheg�terrecht betrifft und hier der Einfluss laufender Ausgaben (Schuldentilgungsraten) auf die Bemessung der Rente zur Debatte steht, kann die strittige Rechtsfrage nicht auf der Basis von Art. 202 ZGB entschieden werden.
Zum Grundbedarf des Unterhaltspflichtigen k�nnen zu Lasten des Unterhaltsberechtigten aktuelle (laufende) und im Zusammenhang mit der Ehe stehende Schuldzahlungen, die im Interesse der Gemeinschaft begr�ndet worden sind, hinzugeschlagen werden, sofern die zuzusprechende Rente noch immer ausreicht, den Notbedarf des Rentengl�ubigers zu decken. Denn Unterhaltsverpflichtungen gehen Schuldzahlungen der (geschiedenen) Ehegatten gegen�ber Dritten grunds�tzlich vor (s. zu aArt. 145 Abs. 2, aArt. 151 Abs. 1 und aArt. 152 ZGB BGE 114 II 393 E. 4b und c S. 395 f., unver�ffentlichte E. 5b von BGE 116 II 220, unver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 1997 zwischen den gleichen Parteien, E. 3a; Br�m, Z�rcher Kommentar, N 118A zu Art. 163 ZGB, S. 131 Ziff. 9.1 lit. b, SJZ 87/1991 S. 358 Nr. 56/1, B�hler/Sp�hler und Sp�hler/Frei-Maurer, je N 162 zu Art. 145 ZGB, L�chinger/Geiser, N 13 zu Art. 151 ZGB, Handbuch des Unterhaltsrechts, Rz 02.43 bis 02.48 S. 81 ff., D. Gessler, Kritische Bemerkungen zur Rentenfestsetzung bei Scheidungen, SJZ 91/1995, S. 68 bei und mit Anm. 35, J.-F. Perrin, La m�thode du minimum vital, SJ 115/1993, S. 426 lit. b und S. 436 f. lit. G, U. Eng-ler, Aus der Praxis des Ehegerichtspr�sidenten Basel-Stadt, BJM 1990, S. 176). Indem der Appellationshof die Ber�cksichtigung der Schuldentilgungsraten abgelehnt hat mit den Begr�ndungen, die Schulden seien teils nicht im Zusammenhang mit der hier geschiedenen Ehe begr�ndet worden und teils dadurch entstanden, dass die Parteien �ber ihren finanziellen Verh�ltnissen gelebt, bzw. die ihnen zur Verf�gung stehenden Mittel nicht zweckm�ssig verwendet h�tten, hat er Bundesrecht nicht verletzt. Wenn er im �brigen in seinem Massnahmeentscheid vom 3. April 2000 zutreffend vorrechnet, dass dem Kl�ger bei einem �berschuss von Fr. 3'820.-- und einer Rente von Fr. 2'025.-- monatlich fast Fr. 1'600.-- f�r die Tilgung von Schulden verbleiben, stellt der Kl�ger mit seinen �berlegungen, die sich bez�glich des geschuldeten Betrages als unbelegte Behauptungen erweisen, nur Urteilsmotive in Frage und zeigt nicht auf, inwiefern der angefochtene Entscheid im Ergebnis Bundesrecht verletzt (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 111 II 398 E. 2b S. 399 unten, 103 II 155 E. 3 S. 159).
d) Der Kl�ger macht weiter geltend, das nicht leicht zu gewichtende Verschulden der Beklagten am Scheitern der Ehe m�sse zu einer Rentenreduktion f�hren. Die Beklagte wendet ein, auf Grund eines nicht kausalen leichten Verschuldens d�rfe die Rente nicht reduziert werden.
Hat der Appellationshof verbindlich (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 117 II 13 E. 3) festgestellt, die von der Beklagten gesetzten Zerr�ttungsursachen seien f�r das Scheitern der Ehe nicht kausal, und das Verschulden der Beklagten ohne Verletzung von Bundesrecht als leicht gew�rdigt (BGE 103 II 168 E. 2; vgl. BGE 108 II 364 E. 2a S. 366), so ist weder begr�ndet noch ersichtlich, inwiefern die Verweigerung einer Reduktion gegen Bundesrecht verstossen k�nnte (L�chinger/Geiser, a.a.O. N 4 lemma 1 zu Art. 151 ZGB; Handbuch des Unterhalts-rechts, Rz 05.97 und 05.104 ff. S. 277 und 279 f.; B�hler/Sp�hler und Sp�hler/Frei-Maurer, je N 19 zu Art. 151 ZGB).
e) Wenn die Beklagte schliesslich geltend macht, die Scheidungsrente h�tte (auch im Hinblick auf den zeitaufw�ndigen Instanzenzug) ab einem Zeitpunkt vor Eintritt der Rechtskraft des Rentenurteils zugesprochen werden m�ssen, verkennt sie, dass eine entsprechende Pflicht nicht besteht, dass der Beginn der Rentenpflicht ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft des Rentenurteils die Regel ist und jedenfalls eine Vollstreckung vor Eintritt der Rechtskraft des Rentenurteils nicht in Betracht kommt (BGE 109 II 87 E. 4 S. 91 f.; B�hler/Sp�hler und Sp�hler/Frei-Maurer, je N 54 zu Art. 151 ZGB). Obwohl im vorliegenden Fall die Scheidung als solche rechtskr�ftig geworden ist (Art. 54 Abs. 2 Satz 2 OG; BGE 71 II 49 E. 2 S. 54), hilft der Beklagten ihr Begehren nichts. Denn sie weist zu Recht darauf hin, dass in R�cksicht auf Art. 54 Abs. 2 OG der kantonale Richter f�r den Erlass vorsorglicher Massnahmen w�hrend des bundesgerichtlichen Berufungsverfahrens zust�ndig bleibt (Art. 58 OG). Ein solcher Entscheid ist denn auch am 3. April 2000 ergangen und spricht der Beklagten gest�tzt auf bisheriges Recht monatlich Fr. 2'025.-- ab dem 12. August 1999 zu. Dabei hat der Appellationshof nicht nur auf das Datum des angefochtenen Entscheids abgestellt, sondern auch auf die darin festgesetzte Rentenh�he.
3.- Richten sich Berufung und Anschlussberufung sowohl gegen die Befristung als auch die H�he der Rente, ist die Behandlung beider Rechtsschriften gleich aufw�ndig und sind beide Parteien in R�cksicht auf die Erfolglosigkeit ihrer Rechtsmittel gleichermassen als obsiegend und unterliegend zu betrachten. Die Anschlussberufung kann insoweit nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden, als sie auf eine unbefristete Rente abzielt und den Beginn der Rentenpflicht in Frage stellt, weshalb der Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt werden kann (Art. 152 Abs. 1 OG; BGE 123 I 145 E. 2b/bb, 122 I 267 E. 2b). Dementsprechend sind die Gerichtsgeb�hr dem Kl�ger h�lftig aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen; das Honorar f�r den amtlichen Rechtsvertreter wird gek�rzt (Art. 9 des Tarifs f�r die Entsch�digung an die Gegenpartei f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht vom 9. November 1978; SR 173. 119.1).
1.- a) Die Berufung des Kl�gers wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und die Anschlussberufung der Beklagten wird abgewiesen.
b) Das Urteil des Appellationshofes (II. Zivilkammer) des Kantons Bern vom 11. August 1998 wird best�tigt.
2.- Das Gesuch der Beklagten um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen, und es wird F�rsprecher Dr. Werner Knecht, Spiez, zu deren Rechtsbeistand bestellt.
3.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 4'000.-- wird den Parteien h�lftig auferlegt und bez�glich der H�lfte der Beklagten einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
5.- F�rsprecher Dr. Werner Knecht, Spiez, wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.