Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201998,%20518
Timestamp: 2019-03-25 15:13:22
Document Index: 275575805

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 133', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 3', '§ 4', '§ 7', '§ 17', '§ 4']

Rechtsprechung: VersR 1998, 518 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 06.02.1997
OLG Düsseldorf, 22.12.1997 - 1 U 53/97
NZV 1998, 285
VersR 1998, 518
OLG Düsseldorf, 13.11.2000 - 1 U 270/99
Umfang des Schadensersatzanspruchs wegen Beschädigung eines im Auftrag des ADAC …
Die Frage, wie sich der Geschädigte zu verhalten hat, wenn ihm rechtzeitig vor dem Verkauf seines beschädigten Fahrzeuges vom Schädiger Restwertangebote vorgelegt werden, die höher liegen, als der von seinem Sachverständigen ermittelte Restwert, wie sie der Senat in seinem Urteil vom 22.12.1997, r + s 1999, 24, aufgegriffen hat, stellt sich im Entscheidungsfall nicht, weil die Restwertangebote dem Kläger erst mit Schreiben des vom 18.02.1999 übermittelt worden sind, zu einem Zeitpunkt als der Kläger ausweislich des vorgelegten Kaufvertrages vom 28. Januar 1999 sein Fahrzeug bereits zu dem vom Sachverständigen geschätzten Restwert von 8.000 DM verkauft hatte.
Der Schädiger kann den Geschädigten deshalb insbesondere nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, den dieser erst auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwerteaufkäufer erzielen könnte ( vgl. dazu : st. Rspr. der Kammer, z. Bsp. Beschluss vom 12.9.2000 - 9 T 27/00 - und vom 10.11.2004 - Az. 9 S 174/04 - ; BGH NJW 2005, 3134 = NZV 2005, 571; BGH NJW 2005, 357 = VersR 2005, 381; BGHZ 143, 189 ff = BGH NJW 2000, 800(801) = VersR 2000, 467(468) = r+s 2000, 107 ff; BGH NJW 2006, 2320 = VersR 2006, 1088; BGH NJW 1992, 903 = VersR 1992, 457; BGH NJW 1993, 1849 = VersR 1993, 769; OLG Hamm NJW 1993, 404 und r + s 1999, 326(327); OLG Düsseldorf NZV 1998, 285 = VersR 1998, 518; OLG Nürnberg NJW 1993, 404(4O5); LG Saarbrücken NJWE-VHR 1998, 39; LG Gießen r+s 1999, 328(329); vgl. auch BGHZ 132, 373(378)).
Vielmehr kann er aus dem letztlich auf § 242 BGB zurückgehenden Rechtsgedanken der Schadensminderungspflicht gemäß § 254 Abs. 2 BGB (vgl. dazu : BGHZ 132, 373(376) = BGH NJW 1996, 1958 = VersR 1996, 902 ff ) auch gehalten sein, unter besonderen Umständen von einer zulässigen Verwertung Abstand zu nehmen und andere sich ihm darbietende Möglichkeiten einer günstigeren Verwertung im Interesse der Geringhaltung des Schadens und im Rahmen des Zumutbaren zu ergreifen( vgl.: st. Rspr. der Kammer, z. Bsp. Beschluss vom 12.9.2000 - 9 T 27/00 - und vom 10.11.2004 - Az. 9 S 174/04 - BGH NJW 2005, 3134(3135) = NZV 2005, 571; BGHZ 143, 189 ff = BGH NJW 2000, 800(802) = VersR 2000, 467(468) = r+s 2000, 107(109); OLG Hamm r+s 1999, 326(327); OLG Düsseldorf NZV 1998, 285 = VersR 1998, 518 ff; LG Saarbrücken NJWE-VHR 1998, 39 ).
Desgleichen können auch Ausnahmen von dem Grundsatz, dass sich der Geschädigte nicht auf spezialisierte Restwertaufkäufer verweisen zu lassen brauche, nicht von vornherein ausgeschlossen werden( vgl. : BGHZ 143, 189 ff = BGH NJW 2000, 800 (802) = VersR 2000, 467(468) = r+s 2000, 107(109); OLG Düsseldorf NZV 1998, 285 = VersR 1998, 518 ff).
In diesem Fall muss er das Restwertangebot zunächst auf seine inhaltliche Akzeptanz prüfen und sodann bei deren Bejahung auch annehmen( vgl: st. Rspr. der Kammer, z. Bsp. Beschluss vom 12.9.2000 - 9 T 27/00 - und vom 10.11.2004 - Az. 9 S 174/04 - BGHZ 143, 189 ff = BGH NJW 2000, 800(802) = VersR 2000, 467(468) = r+s 2000, 107(109);BGH NJW 2005, 3134(3135) = NZV 2005, 571; OLG Hamm r+s 1999, 326(327); OLG Düsseldorf NZV 1998, 285).
Allerdings genügt der Geschädigte im Allgemeinen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, wenn er das Unfallfahrzeug zu dem in dem Sachverständigengutachten ausgewiesenen Restwert verkauft (BGH, Urteil vom 30. November 1999, VI ZR 219/98; BGH, Urteil vom 6. April 1993, VI ZR 181/92; OLG Düsseldorf, Urteil vom 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97; LG Saarbrücken, Urteil vom 4. April 1997 - 13 AS 108/96; Schmidt, SVR 2006, 207) - eine Verpflichtung, über die Einholung eines Sachverständigengutachtens hinaus noch eine eigene Marktforschung zu betreiben und dabei die Angebote auch räumlich entfernter Interessenten einzuholen, besteht nicht (BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - VI ZR 119/04).
Dies gilt jedenfalls dann, wenn ihm seitens der Haftpflichtversicherung des Schädigers vor Vertragsschluss ein höheres verbindliches Restwertangebot vorgelegt wird, dieses inhaltlich akzeptabel und nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist (so auch OLG Düsseldorf, Urteil vom 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97; LG Kaiserslautern, Urteil vom 28. Dezember 2005 - 1 S 106/05; LG Saarbrücken, Urteil vom 4. April 1997 - 13 AS 108/96).
Erforderlich ist gerade ein konkretes Angebot, so dass allein der Hinweis auf eine preisgünstigere Möglichkeit der Verwertung nicht genügt (BGH, Urteil vom 30. November 1999, VI ZR 219/98; OLG Düsseldorf, Urteil vom 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97).
Auch im Rahmen des § 254 Abs. 11 BGB ist ausnahmsweise der Geschädigte für solche Vorgänge darlegungs- und gegebenenfalls beweispflichtig, die sich allein in seiner Sphäre und hinter dem Rücken des Schädigers ereignet haben (so OLG Düsseldorf, Urteil vom 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97).
In jedem Fall kann aber ein von der Haftpflichtversicherung des Schädigers weitergeleitetes Restwertangebot zumindest geeignet sein, das Vertrauen des Geschädigten in die Bewertung des von ihm beauftragten Sachverständigen zu erschüttern und ihm Veranlassung geben, den Sachverständigen unter Hinweis auf das höhere Gebot zu einer Überprüfung der bisherigen Bewertung zu veranlassen (so auch OLG Hamm, Urteil vom 23. Juni 1999 - 6 U 16/99; im Ergebnis auch OLG Düsseldorf, Urteil vom 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97 und Lemcke, Anmerkung zu LG Saarbrücken, Urteil vom 4. April 1997 - 13 AS 108/96, in: r+s 1997, 334. Nach OLG Düsseldorf, Urteil 22. Dezember 1997 - 1 U 53/97 ist der Geschädigte zumindest zur Prüfung des Angebotes gehalten).
Wiederholt hat er entschieden, dass so genannte Internet-Angebote unter bestimmten Voraussetzungen geeignet sein können, eine Schadensminderungsobliegenheit des Geschädigten auszulösen (zuletzt Urteil vom 1.3.2004, 1 U 120/03; siehe auch Urteil vom 22.12.1997, 1 U 53/97, VersR 1998, 518).
So hat auch der Senat entschieden, dass der Geschädigte sein beschädigtes Fahrzeug dann nicht mehr ohne Weiteres zu demjenigen Preis verwerten darf, den der von ihm eingeschaltete Sachverständige als Restwert geschätzt hat, wenn ihm rechtzeitig vor Abschluss des Kaufvertrages bzw. der Vereinbarung über eine Inzahlungnahme ein wesentlich höherer Ankaufpreis von Seiten des Haftpflichtversicherers angeboten worden ist (Senat, Urteil vom 22. Dezember 1997, Aktenzeichen: 1 U 53/97, veröffentlicht in VersR 1998, 518).
Nur wenn der Geschädigte sich bereits bindend dazu verpflichtet hat, sein Unfallfahrzeug zu dem Restwert abzugeben, den der durch ihn eingeschaltete Sachverständige seines Vertrauens angegeben hat, braucht er sich auf ein nach diesem Zeitpunkt eingehendes höheres Angebot aus der Sphäre des Versicherers nicht mehr einzulassen (Senat VersR 1998, 518, 519).
Die Beiakten 6 O 395/00 - LG Stade/9 U 287/01 - OLG Celle (E. M. Baustoffhandel GmbH gegen W.), 6 O 145/97 - LG Stade/1 U 53/97 - OLG Celle (Prof. Dr. G. gegen Wolf) und 46 IN 4/99 - AG Lüneburg (Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der F. GmbH) lagen vor und waren Gegenstand der mündlichen Verhandlung.
Dementsprechend hat Dr. G. durch seine Prozessbevollmächtigten in dem Honorarstreit mit der Klägerin wegen der streitgegenständlichen Implantatversorgung (Beiakte 6 O 145/97 - LG Stade/1 U 53/97 - OLG Celle) im Schriftsatz vom 9. September 1998 (Bl. 196 d. A.) mitteilen lassen, dass die Klägerin ihn zwar bei Aufstellung des Behandlungsplans für die Implantatversorgung im Dezember 1994 gebeten hatte, eine Unfallbedingtheit dieser ärztlichen Leistungen zu bescheinigen, er die gewünschte Bestätigung aber nicht gegeben habe, weil er einen Zusammenhang zu dem Unfall nicht habe erkennen können.
Vielmehr beruhten sie - wie der 1. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Celle aufgrund der Ausführungen des im dortigen Rechtsstreit hinzugezogenen gerichtlichen Sachverständigen Dr. H. festgestellt hat (vgl. Urteil vom 26. Oktober 1998, Bl. 229 der Beiakte 6 O 147/97 - LG Stade/1 U 53/97 - OLG Celle) - darauf, dass aus von der hiesigen Klägerin zu vertretenen Gründen die zusammen mit der Oberkieferversorgung begonnene provisorische Unterkieferversorgung nicht zu Ende geführt wurde.
Nach den allgemeinen Auslegungsregeln gemäß §§ 133, 157 BGB ist davon auszugehen, dass die im Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltende Fassung des Klauselwerkes gemeint ist (…vgl. etwa inzidenter BGH Urt. v. 22.7.2004 - VII U 232/01, NJW-RR 2005, 22 = BauR 2004, 1653 "in der bei Vertragsschluss geltenden Fassung"; ebenso OLG Frankfurt Urt. v. 30.10.1997 - 1 U 53/97, OLGR 1998, 238; Kapellmann/ Messerschmidt/von Rintelen, VOB, Einleitung VOB/B Rdn.96;… Kleine.Möller/ Merl, Handbuch des privaten Baurechts, 3. Auflage 2005, § 2 Rdn. 46;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 11.Auflage, Rdn. 1005).
Inwieweit im Rahmen der Schadensregulierung die Beteiligten begut oder verpflichtet sind, bei der Verwertung des Wracks Einfluß auf die Entwicklung der Höhe des Fahrzeugschadens zu nehmen, wird in Rechtsprechung und Literatur mit unterschiedlicher Akzentsetzung diskutiert (vgl. u.a. Steffen, DAR 97, 297; Diehl, zfs 97, 347; ders. zfs 98, 332; Lemcke, r + s 97, 334;… Greger, StVG, 3. Aufl., 1997, Rdn. 23 zu Anh. I; Rischar, VersR 99, 686; OLG Köln, VersR 99, 332; OLG Düsseldorf r + s 99, 24 = NZV 98, 285 = VersR 98, 518; jeweils mit umfangreichen weiteren Nachweisen).
Zwar mag allein die Herkunft von einem speziellen Restwertaufkäufer noch nicht ohne weiteres zur Unbeachtlichkeit führen, nachdem die These des BGH, es gebe, neben dem allgemeinen einen einen dem Geschädigten nicht offen stehenden Sondermarkt, zunehmend in Zweifel geraten ist (vgl. Dornwald, VersR 93, 769; Lemcke, r + s 97, 334); OLG Düsseldorf, r + s 99, 24 = NZV 98, 285 = zfs 98, 333).
Ein derartiger Verstoß käme allenfalls dann in Betracht, wenn der Beklagte der Klägerin eine ihr ohne weiteres zugängliche günstigere Verwertungsmöglichkeit nachgewiesen hätte (vgl. BGH NJW 2005, 357 [358]; BGH NJW 2000, 800 [802]; OLG Düsseldorf, VersR 1998, 518 [519]).
LG Düsseldorf, 13.09.2000 - 23 S 626/99
Anrechnung des Restwerts des beschädigten Kraftfahrzeuges bei einer …
AG Düsseldorf, 23.04.2014 - 30 C 633/13
Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld aus einem Verkehrsunfall
LG Duisburg, 28.06.2007 - 12 S 159/06
Auswirkung der Schadensminderungsobliegenheit des Geschädigten eines …
AG Düsseldorf, 28.09.1998 - 43 C 9460/98
Berechnung der Höhe eines Schadensersatzanspruches nach einem Verkehrsunfall
AG Eschweiler, 25.07.2016 - 25 C 12/16
Verbindliches Restwertangebot, HWS-Distorsion, zögerliches Regulierungsverhalten
AG Nürnberg, 19.08.2009 - 21 C 2413/09
KG, 06.02.1997 - 12 U 5521/95
StVO § 1 § 3 § 4 § 7 Abs. 5; StVG § 17
Besteht aber die ernsthafte Möglichkeit eines anderen als des typischen Geschehensablaufs, dann führt die Gesamtschau zur Verneinung des Anscheinsbeweises (OLG Hamm MDR 1998, 712, 713; im Ergebnis ebenso: KG MDR 1997, 1123 [allerdings mit der Begründung, dass in einem solchen Fall der Anscheinsbeweis erschüttert ist]).
Letztlich ist nicht zu beanstanden, wenn das Landgericht bei angenommener gleicher Betriebsgefahr den Schaden hälftig geteilt hat (dazu auch: KG MDR 1997, 1123).
Bleibt der Unfallhergang - bei einem ernsthaft möglichen Fahrstreifenwechsel als Unfallursache -ungeklärt, ist der Schaden hälftig zu teilen (Senat, Urteil vom 19. Juni 1997 - 12 U 2131/96 - VM 1997, 76 Nr. 98; siehe auch Senat, Urteil vom 6. Februar 1997 - 12 U 5521/95 - VM 1997, 43 Nr. 58 = KGR 1997, 223).
Wenn der Unfallhergang - bei einem ernsthaft möglichen Fahrstreifenwechsel als Unfallursache - letztlich ungeklärt bleibt, versagt der gegen den Auffahrende sprechende Anscheinsbeweis und der Schaden ist hälftig zu teilen (Senat, Urteil vom 19. Juni 1997 - 12 U 2131/96 - VM 1997, 76 Nr. 98; siehe auch Senat, Urteil vom 6. Februar 1997 - 12 U 5521/95 - VM 1997, 43 Nr. 58 = KGR 1997, 223 und Senat, Urteil vom 26. August 2004 - 12 U 195/03).
Damit liegt ein atypischer Geschehensablauf vor, der die Regeln des Anscheinsbeweises zu Lasten des Klägers nicht zur Anwendung kommen lässt (…vgl. Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 37. Aufl., § 4 StVO Rdn. 17; OLG Bremen, VersR 1997, 253, 254; KG, MDR 1997, 1123, 1124; KG, VM 1993, 27).
AG Hannover, 23.12.1999 - 507 C 10059/99
Haftungsverteilung bei Auffahrunfall nach Fahrstreifenwechsel
Der Anscheinsbeweis wird allerdings entkräftet, wenn die ernsthafte Möglichkeit besteht, dass ein untypischer Unfallhergang vorliegt (vgl. KG, MDR 1997, 1123 ).