Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201996,%20542
Timestamp: 2019-06-26 15:19:17
Document Index: 55891447

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 305', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 305', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.05.1996 - VII ZR 245/94 - dejure.org
BGH, 23.05.1996 - VII ZR 245/94
https://dejure.org/1996,216
BGH, 23.05.1996 - VII ZR 245/94 (https://dejure.org/1996,216)
BGH, Entscheidung vom 23.05.1996 - VII ZR 245/94 (https://dejure.org/1996,216)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94 (https://dejure.org/1996,216)
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Bauvertrag - Zusatzleistung - Vergütungsanspruch - Darlegungs-und Beweislast
Kein Verlust eines Vergütungsanspruchs für zusätzliche Leistungen nach VOB/B wegen fehlender vorheriger Ankündigung bei Nachweis ihrer Notwendigkeit
AGBG § 9; VOB/B § 2 Nr. 6 Abs. 1
Vergütungsanspruch für zusätzliche Leistungen
VOB-Vertrag: Vergütung für zusätzliche Leistungen
Bauvertrag; Vergütungsanspruch für zusätzliche Leistung
Zusätzlicher Vergütungsanspruch - auch ohne vorherige Ankündigung? (IBR 1996, 313)
Ankündigungspflicht hält AGB-Gesetz stand! (IBR 1996, 314)
Zusammenfassung von "Auswirkungen der bauvertraglichen Kooperationsverpflichtung" von RA Dr. Torsten Schwarze, LL.M., original erschienen in: BauR 2004, 895 - 904.
BGHZ 133, 44
NJW 1996, 2158
ZIP 1996, 1220
MDR 1996, 902
WM 1996, 1641
BB 1996, 2062
DB 1996, 1565
BauR 1996, 542
ZfBR 1996, 269
§ 2 Nr. 6 Abs. 1 Satz 2 VOB/B 2006 sei auch nicht wegen eines Verstoßes gegen §§ 305 ff. BGB unwirksam, auch dann nicht, wenn die VOB/B nicht als Ganzes vereinbart ist (BGH, Urteil vom 23.05.1996, VII ZR 245/94, NJW 1996, 2158, 2159;… Ingenstau/Korbion a.a.O., § 2 Nr. 6 VOB/B Rn. 15, ebenso auch in der 17. Auflage).
Die vom BGH (NJW 1996, 2158) erfolgte Auslegung des § 2 Nr. 6 Nr. 1 Satz 2 VOB/B führe (wie im Schrifttum zu Recht kritisiert werde, vgl. im Einzelnen 1344/1345 GA mwN) letztendlich zu dem Ergebnis, dass diese Regelung jedenfalls an dem Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB scheitere, denn eine Klausel, deren Regelungsgehalt derart unklar und umstritten sei, genüge nicht mehr den Mindestanforderungen an Klarheit und Durchschaubarkeit.
Zudem habe das LG verkannt, dass auch nach der Rechtsprechung BGH (NJW 1996, 2158) das Ankündigungserfordernis entfalle, wenn der Auftraggeberin nach Lage der Dinge keine Alternative zur sofortigen Ausführung der Leistung geblieben sei.
Durch die Urteil des BGH vom 23.05.1996 (VII ZR 245/94) und vom 08.11.2001 (VII ZR 111/2000) sei die Rechtslage im Hinblick auf das Ankündigungserfordernis in § 2 Nr. 6 Abs. 1 VOB/B und eine isolierte Inhaltskontrolle eindeutig geklärt.
(b) Für eine Ausnahme von der Ankündigungspflicht, für deren strenge tatsächlichen Voraussetzungen Anforderungen die Klägerin als Auftragnehmerin die volle Darlegungs- und Beweislast trägt (vgl. BGH, Urteil vom 23.05.1996, VII ZR 245/94, BauR 1996, 542;… Ingenstau/Korbion-Keldungs, a.a.O., § 2 Abs. 6 VOB/B, Rn 18 mwN), ist die Klägerin darlegungs- bzw. beweisfällig.
(aa) Dass die Ankündigung hier entbehrlich gewesen sein soll, weil für die Beklagte als Auftraggeberin nach den Umständen des Einzelfalles - aus objektiver Sicht - hinreichend klar erkennbar war, dass die Zusatzleistung nur gegen Vergütung erbracht werde (vgl. BGH, Urteil vom 23.05.1996, VII ZR 245/94, BauR 1996, 542; OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.08.2002, 22 U 25/02, IBR 2005, 2), macht die Klägerin in beiden Instanzen nicht geltend.
Die Klägerin macht mit der Berufung ohne Erfolg geltend, das LG habe verkannt, dass auch nach dem Urteil des BGH vom 23.05.1996 (a.a.O.) das Ankündigungserfordernis entfalle, wenn der Auftraggeberin nach Lage der Dinge keine Alternative zur sofortigen Ausführung der Leistung geblieben sei und dafür, dass die Beklagte in der Lage gewesen wäre, sofort bei Notwendigkeit die Gleisvermessungsarbeiten (wie behauptet) durch Mitarbeiter der Stadt V. ausführen zu lassen, sei die Beklagte indes konkret darlegungspflichtig, indes darlegungsfällig und nach dem Ergebnis der erstinstanzlichen Beweisaufnahme jedenfalls beweisfällig, zumal nur abstrakte, denkbare Möglichkeiten nicht genügten.
(cc) Die grundsätzlich notwendige Ankündigung i.S.v. § Nr. 6 Abs. 1 Satz 2 VOB/B ist auch nicht ausnahmsweise wegen fehlenden Verschuldens der Klägerin an deren Versäumung entbehrlich (vgl. BGH, Urteil vom 23.05.1996, a.a.O.).
Dies gilt auch für den Fall, dass die VOB/B nicht als Ganzes vereinbart ist (vgl. BGH, Urteil vom 23.05.1996, VII ZR 245/94, NJW 1996, 2158, 2159; OLG Hamm, Urteil vom 07.05.1996, 12 U 168/95, BauR 1997, 472;… Ingenstau/Korbion-Keldungs, a.a.O., 18. Auflage 2003, § 2 Abs. 6, VOB/B Rn 16 a.E.), denn die Versäumung der Ankündigung hat nur dann einen Anspruchsverlust des Auftragnehmers zur Folge, wenn und soweit die Ankündigung berechtigten Schutzinteressen des Auftraggebers dient und ihre Versäumung unentschuldigt ist, so dass diese Rechtsfolge den Auftragnehmer dann nicht i.S.v. §§ 305 ff. BGB unangemessen benachteiligt, sondern dem Kooperationscharakter des Bauvertrages entspricht (vgl. BGH, Urteil vom 23.05.1996, a.a.O.).
Die Klägerin macht mit der Berufung ohne Erfolg geltend, das LG habe verkannt, dass das Erfordernis der vorherigen Ankündigung von Mehrkosten vor Erbringung der Nachtragsleistung AGB-widrig und damit unwirksam sei, denn die vom BGH im Urteil vom 23.05.1996 (a.a.O.) erfolgte Auslegung des § 2 Nr. 6 Nr. 1 Satz 2 VOB/B führe (wie im Schrifttum zu Recht kritisiert werde, vgl. im Einzelnen 1344/1345 GA mwN) letztendlich zu dem Ergebnis, dass diese Regelung jedenfalls an dem Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB scheitere, weil eine Klausel, deren Regelungsgehalt derart unklar und umstritten sei, nicht mehr den Mindestanforderungen an Klarheit und Durchschaubarkeit genüge.
Dass eine Ankündigung in Bezug auf die hier in Rede stehenden Beschleunigungsmaßnahmen ausnahmsweise entbehrlich war (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 23.05.1996, Az.: VII ZR 245/94, zitiert nach juris), ist nicht ersichtlich.
Diese gehen als spezielle Regelungen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage und der Anpassung des Vertrages vor (ständige Senatsrechtsprechung seitUrteil vom 20. März 1969 - VII ZR 29/67, MDR 1969, 655; Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, BGHZ 133, 44; Urteil vom 8. November 2001 - VII ZR 111/00, BauR 2002, 312 = NZBau 2002, 152 = ZfBR 2002, 149).
Für die Parteien eines Bauvertrags besteht nach der gefestigten Rechtsprechung des BGH (BGHZ 133, 44 = NJW 1996, 2158; BGHZ 143, 89 = NJW 2000, 807) eine Kooperations- und Kommunikationspflicht, aus der sich eine Hinweis- und Aufklärungspflicht der Klägerin bezüglich der von ihr noch benötigten Frist ergab.
BGH, 28.10.1999 - VII ZR 393/98
Vertragstreues Verhaltes beim VOB/B -Vertrag
Aus dem Kooperationsverhältnis ergeben sich Obliegenheiten und Pflichten zur Mitwirkung und gegenseitigen Information (BGH, Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, BGHZ 133, 44, 47).
Die Kooperationspflicht soll zwar gewährleisten, dass in Fällen, in denen nach der Vorstellung einer oder beider Parteien die vertraglich vorgesehene Vertragsdurchführung oder der Inhalt des Vertrages an die geänderten tatsächlichen Umstände angepasst werden muss, entstandene Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte nach Möglichkeit einvernehmlich beigelegt werden (BGHZ 143, 89; BGHZ 133, 44).
BGH, 27.06.1996 - VII ZR 59/95
Vertragsinhalt - Ausschreibungsgrundsätze
Falls es auf die vertraglich vorgesehene Ankündigung der Mehrforderung ankommen sollte, wird das Berufungsgericht die vom Senat in seiner Entscheidung vom 23. Mai 1996 (VII ZR 245/94 = BauR 1996, 542 - zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) aufgestellten Grundsätze zu berücksichtigen haben.
BGH, 08.11.2001 - VII ZR 111/00
Erst dann kann der Auftragnehmer darlegen und beweisen, daß eine rechtzeitige Ankündigung die Lage des Auftraggebers im Ergebnis nicht verbessert hätte (im Anschluß an BGH, Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, BGHZ 133, 44).
Ein Verlust des Vergütungsanspruchs für eine zusätzliche Leistung tritt nicht ein, soweit die Ankündigung im konkreten Fall für den Schutz des Auftraggebers entbehrlich und daher ohne Funktion war oder wenn ihre Versäumung ausnahmsweise entschuldigt ist (Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, BGHZ 133, 44).
Sinn der Ankündigung ist es, dem Auftraggeber Gelegenheit zu geben, rechtzeitig kostenträchtige Anordnungen zu überdenken und billigere Alternativen zu wählen (Senat, Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, aaO).
Aus dem Kooperationsverhältnis ergeben sich auch Obliegenheiten und Pflichten zur Mitwirkung und gegenseitigen Information (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 393/98 -, BGHZ 143, 89-95, Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 245/94, BGHZ 133, 44, 47).
OLG Düsseldorf, 29.02.2000 - 5 U 10/99
OLG Naumburg, 05.05.2006 - 10 U 2/06
Vergütungsanspruch des Werkunternehmers bei vorzeitig gekündigtem …
OLG Brandenburg, 30.11.2011 - 4 U 144/07
VOB-Vertrag: Anspruch auf Zusatzvergütung für die Verwendung von Schnellestrich …
OLG Köln, 01.10.1999 - 19 U 14/99
Schutz des VerbrKrG für GmbH-Gesellschafter
OLG Schleswig, 04.04.2018 - 12 U 4/18
Voraussetzungen der Umkehrbesteuerung bei Erbringung von Bauleistungen
OLG Brandenburg, 15.01.2008 - 11 U 98/07
Bauvertrag: Voraussetzungen einer fristlosen Kündigung durch Auftraggeber
OLG Hamm, 10.05.2001 - 21 U 101/00
Zusätzlicher Vergütungsanspruch: Ankündigungspflicht; Abnahme durch …
OLG Naumburg, 23.12.2004 - 2 U 95/04
Pauschalpreisvertrag: Erhöhung der Pauschalvergütung
OLG Nürnberg, 09.07.1999 - 6 U 3845/98
Fälligkeit der Werklohnforderung; prüfbare Schlußrechnung
OLG Frankfurt, 04.04.2003 - 24 U 188/00
Formularmäßige Vereinbarung des Ausschlusses einer Vergütung für ohne …
OLG Köln, 04.09.2002 - 19 U 14/99
OLG Nürnberg, 09.10.1998 - 6 U 1414/97
Zurückbehaltungsrecht des Auftraggebers bei Kostenbeteiligungspflicht an …
Voraussetzungen eines zusätzlichen Vergütungsanspruchs wegen Forderung einer im …
OLG Köln, 19.12.2001 - 11 U 166/00
Rückabwicklung eines Vertrages betreffend den Erwerb eines gewerblichen Objekts
OLG Düsseldorf, 06.11.1997 - 5 U 89/96
Vergütung geänderter oder zusätzlicher Leistungen
OLG Düsseldorf, 23.08.2002 - 22 U 25/02
Ist die Ankündigung von Zusatzvergütungen Anspruchsvoraussetzung?
KG, 18.12.2001 - 15 U 49/01
Komplettheitsvereinbarung hat Vorrang vor Detail-LV
VOB-Stelle Niedersachsen, 21.02.2006 - Fall 1463
Frist zur Prüfung einer Schlussrechnung
OLG Oldenburg, 03.11.2009 - 12 U 52/09