Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.11.2007&Aktenzeichen=V%20ZR%20281/06
Timestamp: 2019-07-19 03:04:08
Document Index: 391913892

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.11.2007 - V ZR 281/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,4396
BGH, 09.11.2007 - V ZR 281/06 (https://dejure.org/2007,4396)
BGH, Entscheidung vom 09.11.2007 - V ZR 281/06 (https://dejure.org/2007,4396)
BGH, Entscheidung vom 09. November 2007 - V ZR 281/06 (https://dejure.org/2007,4396)
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Anspruch auf Schadensersatz bei Schlechterfüllung eines konkludent zustande gekommen Beratungsvertrages; Vorhersehbarkeit des Abrutschens eines Mietpools in die Verlustzone für ein erfahrenes Unternehmen der Wohnungswirtschaft; Kausalität zwischen Beratungspflichtverletzung und Kaufvertragsschluss; Zeichnung eines zu positiven Bildes bzgl. der Ertragserwartung einer Immobilie als Verletzung eines Beratungsvertrages
Falschberatung über Mietpool
Beratungspflichten über Mietpoolgefahren
Spezifische Mietpoolrisiken bei der Berechnung der Erträge zu berücksichtigen! (IMR 2008, 283)
Vor diesem Hintergrund darf der Käufer trotz Erläuterung der Funktionsweise des Mietpools davon ausgehen, dass der Verkäufer das - immer bestehende - Mietausfallsrisiko (Senatsurt. v. 9. November 2007, V ZR 281/06, Umdruck S. 5) einkalkuliert hat und nicht schon jeder Leerstand oder sonstiger Mietausfall dazu führt, dass die vorgerechnete Rendite nicht mehr erzielt werden kann.
Dabei hat der BGH ausdrücklich darauf hingewiesen (V ZR 281/06), dass der Verkäufer schon unabhängig von konkreten Anhaltspunkten (zur Änderung des Vermietungsstandes oder der Zahlungsmoral) "das - immer bestehende - Vermietungs- und Leerstandsrisiko angemessen in die Kalkulation einstellen muss".
Da es bei Ansprüchen aus culpa in contrahendo -- anders als bei § 123 BGB - nicht um den Schutz des Selbstbestimmungsrechts unter dem Blickwinkel der Entschließungsfreiheit geht (vgl. BGH NZM 2008, 379 [juris Rn. 9]), scheitert der Anspruch bereits am fehlenden Eintritt eines kausalen Vermögensschadens .
Die Vermutung der Kausalität greift allerdings nur dann ein, wenn es für den anderen Teil vernünftigerweise nur eine bestimmte Möglichkeit der Reaktion auf die Aufklärung gibt und die Möglichkeit eines Entscheidungskonflikts ausscheidet (vgl. BGH, Urteile vom 30.11.2007 - V ZR 284/06 - und vom 09.12.2007 - V ZR 281/06 - ).