Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%203/00
Timestamp: 2019-02-20 14:42:05
Document Index: 270575226

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 15', '§ 20', '§ 30', '§ 42', '§ 15', '§ 20', '§ 30', '§ 15', '§ 15', '§ 118', '§ 78', '§ 42', '§ 42', '§ 8']

BFH, 01.02.2001 - IV R 3/00 - dejure.org
AO 1977 § 42; EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2, § 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3; KStG a. F. § 30 Abs. 2 Nr. 4
AO 1977 § 42; EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2, § 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3; KStG a.F. § 30 Abs. 2 Nr. 4
In-Kraft-Treten - Verlustmantel - GmbH - Forderung - Forderungsverzicht
Abgabenordnung; gleichzeitiger Erwerb von GmbH-Anteilen und einer wertlosen Forderung gegen diese GmbH
Keine Besteuerung zurückgezahlter Einlagen
Zusammenfassung von "Tilgung privater, unter dem Nennwert erworbener Forderungen" von RA/StB Harald Schwetlik, original erschienen in: GmbHR 2008, 358 - 362.
FG Saarland, 10.11.1999 - 1 K 183/99
BFHE 194, 13
NJW-RR 2001, 1474
NJW-RR 2001, 1475
BB 2001, 978
DB 2001, 1013
BStBl II 2001, 520
Die Beteiligung muss --wie in dem hier vorliegenden Fall der Beteiligung eines Kommanditisten an der Komplementär-GmbH-- ein Mittel darstellen, besonderen Einfluss auf die Personengesellschaft auszuüben und damit unmittelbar die Stellung des Gesellschafters (Kommanditisten) in der Personengesellschaft zu stärken (z.B. BFH-Urteile vom 3. März 1998 VIII R 66/96, BFHE 185, 422, BStBl II 1998, 383, unter II.1.; vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, unter 1.a, jeweils m.w.N.).
Eine GmbH kann die Zahlung auf eine betrieblich begründete Gesellschafterforderung auch dann als Betriebsausgabe abziehen, wenn die Forderung zwischenzeitlich wertlos geworden war, der frühere Gesellschafter und Forderungsinhaber gegen Besserungsschein auf die Forderung verzichtet und die Besserungsanwartschaft später im Zusammenhang mit der Veräußerung des sog. GmbH-Mantels an einen der Erwerber veräußert hatte und sodann im Anschluss an eine Verschmelzung auf die GmbH der Besserungsfall eingetreten war (entgegen BMF-Schreiben vom 2. Dezember 2003, BStBl I 2003, 648, Nr. 2 Buchst. d; Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520).
cc) Der Senat weicht mit dieser Entscheidung nicht von dem Urteil des IV. Senats des BFH vom 1. Februar 2001 IV R 3/00 (BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520) ab.
bb) Zum Sonderbetriebsvermögen gehören nach ständiger Rechtsprechung des BFH Wirtschaftsgüter, die einem Mitunternehmer gehören, die jedoch geeignet und bestimmt sind, dem Betrieb der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen I) oder der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen II) zu dienen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733, und vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, jeweils m.w.N.).
Ein gegenseitiges Nachgeben bei einer rechtlichen Würdigung ist als Vergleich über Rechtsfragen wegen der Gesetzmäßigkeit und Gleichmäßigkeit der Besteuerung jedoch nicht möglich (BFH-Urteil in BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, unter 4. der Gründe).
§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 2. Halbsatz EStG ist deshalb auch anzuwenden, wenn --wie vorliegend-- Leistungsbeziehungen zwischen einer GmbH und dem an ihrem Handelsgewerbe atypisch still Beteiligten zu beurteilen sind (…BFH-Urteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 62/97, BFH/NV 1999, 773), vorausgesetzt, es handelt sich um eine Tätigkeit, die wirtschaftlich zur Förderung des Zwecks der (stillen) Gesellschaft in dem Sinne beiträgt, dass die Leistung und die Mitunternehmerschaft nicht nur zufällig zusammentreffen (BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, unter 1.b der Gründe;… zu Einzelheiten s. Schmidt/Wacker, EStG, 26. Aufl., § 15 Rz 562, m.w.N.).
BFH, 22.08.2012 - I B 86/11
Tatsächliche Verständigung über den Ort der Geschäftsleitung
Aus den BFH-Urteilen vom 1. Februar 2001 IV R 3/00 (BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520) und vom 8. Oktober 2008 I R 63/07 (BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121), folge demgegenüber, dass eine tatsächliche Verständigung, die unmittelbar den Tatbestandsbereich einer Norm erfasse, nicht zulässig sei.
Das Urteil des IV. Senats des BFH in BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520 besagt, dass eine Einigung über eine reine Rechtsfrage (im Urteilsfall die Frage, ob eine Darlehensrückzahlung an eine Personengesellschaft zu den Sonderbetriebseinnahmen der Gesellschafter gehört) nicht Gegenstand einer tatsächlichen Verständigung sein kann.
Dass die Verständigung mittelbar auch den Tatbestandsbereich einer Rechtsnorm erfasst, schadet nicht (…s. insoweit z.B. Senatsbeschluss vom 13. August 1997 I R 12/97, BFH/NV 1998, 498; in der Sache bestätigt durch BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, zu 4. der Gründe;… Senatsbeschluss vom 3. August 2005 I S 1, 4/05, BFH/NV 2005, 1972; BMF-Schreiben in BStBl I 2008, 831, Tz. 2.3; Buciek, Deutsche Steuer-Zeitung --DStZ-- 1999, 389, 396; Offerhaus, Deutsches Steuerrecht 2001, 2093, 2094; Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Vor § 118 AO Rz 11, 13 f.; ders., Betriebs-Berater 1999, 78, 79 f.; Rüsken in Beermann/Gosch, AO/FGO, § 78 AO Rz 60.5;… Englisch, Bindende "tatsächliche" und "rechtliche" Verständigungen zwischen Finanzamt und Steuerpflichtigen, 2004, S. 23 ff.).
cc) Die Darlehensverbindlichkeit war auch nicht deshalb mit einem unter ihrem Nennwert liegenden Wert anzusetzen, weil die S-GmbH --wie das FA unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 3/00 (BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520) annimmt-- in Höhe der Differenz zwischen dem Nennbetrag und dem erzielten Kaufpreis auf die Forderung verzichtet hat oder der Vorgang wegen Rechtsmissbrauchs nach § 42 AO 1977 wie ein Verzicht zu behandeln war.
Der dem Urteil in BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520 zugrunde liegende Sachverhalt ist mit dem Streitfall nicht vergleichbar.
Sonderbetriebsvermögen sind nach ständiger Rechtsprechung des BFH Wirtschaftsgüter, die einem Mitunternehmer gehören, die jedoch geeignet und bestimmt sind, dem Betrieb der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen I) oder der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen II) zu dienen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733, und vom 1. Februar 2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520, jeweils m.w.N.).
cc) Auch das BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 IV R 3/00 (BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520), dem zufolge die Beteiligung an einer GmbH, in die ca. 99 % der Anteile an einer KG eingebracht worden waren, dem Sonderbetriebsvermögen II bei der verbliebenen einprozentigen KG-Beteiligung zugeordnet wurden, erlaubt keine andere Beurteilung.
Darum ist i. d. R. der einfachste rechtliche Weg zu dem, was wirtschaftlich gewollt ist, die dem wirtschaftlichen Vorgang angemessene rechtliche Gestaltung (BFH Urteile vom 19.08.1999 I R 77/96, BFHE 189, 342, BStBl II 2001, 43; vom 01.02.2001 IV R 3/00, BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520 [523]; a. A. Fischer in Hübschmann / Hepp / Spitaler, Abgabenordnung - Finanzgerichtsordnung, § 42 Tz. 98).
Unangemessene Rechtsgestaltungen sind zumeist umständlich, kompliziert, schwerfällig, gekünstelt (…vgl. BFH Urteile vom 19.08.1999 I R 77/96, a. a. O.; vom 01.02.2001 IV R 3/00, a. a. O.), unökonomisch, unnatürlich, absonderlich, z. T. überflüssig, widersinnig oder undurchsichtig (Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 30.06.2005 5 K 796/01, EFG 05, 1813), unvernünftig und unpraktikabel (BFH Urteil vom 17.01.1991 IV R 132/85, BFHE 163, 449, BStBl II 1991, 607).
BFH, 12.06.2017 - III B 144/16
Tatsächliche Verständigung; Subsidiarität der Feststellungsklage - Anforderungen …
FG Berlin, 24.08.2005 - 6 K 6080/02
Wechsel von einer unmittelbaren atypisch stillen Beteiligung zu einer mittelbaren …
BFH, 16.04.2003 - IV B 143/01
Vergütung eines Gesellschafters für die Entwicklung von Konstruktionsplänen; Rüge …
BFH, 17.06.2003 - X B 40/03
BFH, 03.08.2004 - X B 171/03
Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung bei Vorliegen höchstrichterlicher Rspr.
FG Berlin-Brandenburg, 06.09.2016 - 6 K 6064/14
Gesonderter und einheitlicher Feststellung von Besteuerungsgrundlagen für 2003
FG Nürnberg, 02.12.2008 - I 71/04
Verlustabzug nach § 8 Abs. 4 KStG i.d.F. des StRefG 1990 bei Anteilsverkäufen und …
FG Berlin, 20.01.2006 - 6 K 6080/02
Auswirkung eines Wechsels im Bestand der atypisch stillen Gesellschafter einer …
FG Düsseldorf, 09.09.2004 - 12 K 3009/02
Kürzung Gewerbeertrag; KG-Beteiligungen; Vermittlungsprovisionen; …
FG München, 02.06.2003 - 13 V 1345/03
Verdeckte Einlage einer wesentlichen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft in …
FG Düsseldorf, 09.09.2004 - 12 K 3009/02G
Voraussetzungen einer Kürzung des gewerbesteuerrechtlich relevanten Gewinns bei …