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Timestamp: 2016-10-26 09:35:33
Document Index: 231155954

Matched Legal Cases: ['Art. 129', 'Art. 453', 'Art. 453', 'Art. 453', 'Art. 1', 'Art. 11', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 29', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 7', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 15', 'Art. 7', 'Art. 12', 'Art. 14', 'Art. 22', 'Art. 14', 'Art. 20', 'Art. 111', 'Art. 22', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 15', 'Art. 33', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 16', 'Art. 33', 'Art. 23', 'Art. 15', 'Art. 33', 'Art. 13', 'Art. 19', 'Art. 15', 'Art. 33', 'BGE', 'in fine', 'Art. 16', 'Art. 33', 'Art. 16', 'Art. 33', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 33', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 65']

6B_383/2011 (20.01.2012)
6B_383/2011
Gabriel P�ntener,
Andreas Wehrle,
versuchte vors�tzliche T�tung, schwere K�rperverletzung; Willk�r, rechtliches Geh�r,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- und Strafrecht, vom 28. M�rz 2011.
Am Nachmittag des 16. Mai 2005 kam es am Wohnort von X.________ zwischen ihm, einem seiner S�hne und Z.________ zu einer heftigen Auseinandersetzung. Letzterer wurde dabei lebensgef�hrlich verletzt.
Das Strafgericht Basel-Landschaft sprach X.________ und Y.________ am 23. Januar 2008 der versuchten vors�tzlichen T�tung und der schweren K�rperverletzung schuldig. Es bestrafte X.________ mit f�nf und seinen Sohn mit vier Jahren Zuchthaus. Ausserdem verpflichtete es die beiden im Grundsatz zur solidarischen Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung an Z.________, bei einer Haftungsquote von 80 %.
Sowohl Z.________ als auch X.________ und Y.________ fochten dieses Urteil an. Ersterer setzte sich gegen die Reduktion der Haftungsquote zur Wehr, Letztere beantragten, freigesprochen zu werden.
Am 24. M�rz 2009 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft die Appellation von Z.________ ab und hiess die Appellationen von X.________ sowie Y.________ teilweise gut. Es sprach beide der versuchten vors�tzlichen T�tung und der schweren K�rperverletzung im Putativnotwehrexzess schuldig. Es verurteilte Ersteren zu vier, Letzteren zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.
Das Bundesgericht hob das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft auf Beschwerde von X.________ am 27. November 2009 auf (Urteil 6B_583/2009). Es erwog, das Kantonsgericht habe ihm das rechtliche Geh�r und ein faires Verfahren verweigert, indem jenes seinen Antrag, ihn mit den Belastungszeugen zu konfrontieren, abgewiesen habe. Es wies die Sache ohne Pr�fung der weiteren R�gen zur neuen Beurteilung an das Kantonsgericht zur�ck. In Anwendung von Art. 129 Abs. 1 BGG wurde am 8. Januar 2010 die Dispo.-Ziff. 3 des bundesgerichtlichen Urteils berichtigt (Entsch�digungsfolgen).
Das Kantonsgericht Basel-Landschaft verurteilte X.________ am 28. M�rz 2011 erneut wegen versuchter vors�tzlicher T�tung und schwerer K�rperverletzung im Putativnotwehrexzess zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 28. M�rz 2011 sei aufzuheben. Die Sache sei zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter sei er freizusprechen. Subeventualiter sei er zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe unter einem Jahr zu verurteilen. Der Beschwerde sei in Bezug auf den Zivilpunkt des angefochtenen Entscheids die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Das Kantonsgericht Basel-Landschaft beantragt die Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf das angefochtene Urteil. Z.________ verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft stellt den Antrag, die Beschwerde sei unter Kostenfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. X.________ nahm zu dieser Vernehmlassung mit Eingabe vom 16. Dezember 2011 Stellung.
1.1 Die Schweizerische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) ist am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Ist ein Entscheid vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gef�llt worden, werden Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zust�ndigen Beh�rden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Wird ein Verfahren vom Bundesgericht zur neuen Beurteilung zur�ckgewiesen, ist grunds�tzlich neues Recht anwendbar (Art. 453 Abs. 2 Satz 1 StPO; Urteil 1B_293/2011 vom 14. September 2011 E. 1.2; jedoch Urteil 1B_275/2011 vom 2. September 2011 E. 1.2 zur "unechten Nachwirkung"; je mit Hinweisen).
Das angefochtene Urteil erging nach dem 1. Januar 2011. Allerdings erfolgte der bundesgerichtliche R�ckweisungsentscheid bereits am 27. November 2009, mithin lange vor Inkrafttreten der StPO. Damit diese keine unzul�ssige Vorwirkung entfaltet, sind vorliegend die gegen das kantonale Verfahren gerichteten R�gen entgegen der Auffassung im Urteil 1B_293/2011 vom 14. September 2011 (E. 1.2), wonach das Datum des R�ckweisungsentscheids f�r die Frage des anwendbaren Prozessrechts nicht relevant ist, nach bisherigem kantonalem Strafprozessrecht zu beurteilen (vgl. NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2009, N. 1867; VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 2010, N. 6 zu Art. 453 StPO). Soweit der Beschwerdef�hrer eine Verletzung der StPO r�gt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (Beschwerde S. 3 Art. 1 und S. 10 Art. 11).
1.2 Die Beschwerde ist zu begr�nden (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei in gedr�ngter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG). Eine qualifizierte R�gepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht. Solche R�gen pr�ft das Bundesgericht nur, wenn sie in der Beschwerde vorgebracht und substanziiert begr�ndet worden sind. Das bedeutet, dass klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Auf die R�ge der angeblichen Verletzung zahlreicher Verfahrensvorschriften ist nicht einzutreten (Beschwerde S. 10 Art. 10). Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, ob und inwiefern die von der Bundesverfassung bzw. EMRK garantierten Verfahrensrechte verletzt oder welche Bestimmungen des kantonalen Prozessrechts verletzt bzw. willk�rlich angewendet worden sein sollen. Die Beschwerde gen�gt den Begr�ndungsanforderungen nicht. Gleiches gilt, soweit der Beschwerdef�hrer die Verletzung der Instruktionsmaxime bzw. des Untersuchungsgrundsatzes geltend macht (Beschwerde S. 8 f. Art. 8).
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r. Er macht geltend, die Vorinstanz halte die Einvernahmen der Belastungszeugen B.________ und C.________ vom 10. August 2010 und 28. M�rz 2011 in einem schwer lesbaren, handschriftlichen Protokoll fest. Dessen Seiten seien weder chronologisch akturiert noch nummeriert. Zudem seien die Aussagen l�ckenhaft und teilweise bloss stichwortartig aufgezeichnet. Der Inhalt der Einvernahmen gehe ungenau und unvollst�ndig aus den Akten hervor, weshalb er dazu nur eingeschr�nkt habe Stellung beziehen k�nnen (Beschwerde S. 9 Art. 9).
2.2 Es entspricht einem aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) abgeleiteten Verfahrensgrundsatz, dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse schriftlich festzuhalten sind. Dazu geh�rt die Pflicht zur Protokollf�hrung �ber entscheidwesentliche Abkl�rungen, die Einvernahme von Zeugen und Verhandlungen. Die Protokollierungspflicht h�ngt von den konkreten Umst�nden des Einzelfalls ab (BGE 130 II 473 E. 4.2 S. 478 mit Hinweis), wobei in einem Strafverfahren mindestens die wesentlichen Zeugenaussagen im Protokoll festzuhalten sind (a.a.O. E. 4.3 S. 479 mit Hinweis). Ob diese Regel verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht mit freier Kognition. Eine entsprechende R�ge ist aber nur begr�ndet, wenn dargetan wird, welche Aussagen nicht aufgezeichnet wurden und inwiefern sie entscheidrelevant gewesen w�ren (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 197 N. 24a).
2.3 Die Vorbringen des Beschwerdef�hrers sind unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Weder legt er dar noch ist ersichtlich, gest�tzt auf welche Bestimmung die Vorinstanz verpflichtet gewesen w�re, ein maschinengeschriebenes, w�rtliches Protokoll anzufertigen. Entgegen seiner Darstellung sind die Verhandlungsprotokolle gut lesbar. Die Chronologie geht aus dem Zusammenhang hervor und l�sst sich mit den auf einigen Seiten notierten Bezeichnungen (1a, 2a, 3a, 3c, 4a etc.) nachvollziehen.
Soweit der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs darin sieht, dass Aussagen scheinbar unvollst�ndig protokolliert wurden, ist auf seine Ausf�hrungen nicht einzutreten. Er zeigt nicht auf, welche Aussagen an diesen Einvernahmen, an welchen er in Begleitung seines Verteidigers teilgenommen hat [vorinstanzliche Akten, Protokoll S. 1 (1a) und S. 9 (3c)], nicht aufgezeichnet wurden und inwiefern diese entscheidrelevant gewesen w�ren.
3.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt unvollst�ndig und offensichtlich unrichtig fest, insbesondere betreffend die Notwehrlage. Sie w�rdige die Beweise willk�rlich und verletze den Grundsatz "in dubio pro reo". Er stellt nicht in Abrede, den Beschwerdegegner 2 geschlagen zu haben. Er macht jedoch geltend, in Notwehr gehandelt zu haben, da er von ihm mit einer Pistole bedroht worden sei und er grosse Angst vor ihm gehabt habe, weil der Beschwerdegegner 2 mehrmals andere Personen schwer verletzt habe (Beschwerde S. 7-16).
Der Beschwerdef�hrer wendet weiter ein, der rechtserhebliche Sachverhalt sei nicht gen�gend untersucht worden. Die Vorinstanz lasse Elemente davon offen, statt in Anwendung der Unschuldsvermutung von der f�r ihn g�nstigeren Variante auszugehen. So sei ungekl�rt, wie die Tatwaffe an den Ort des Geschehens gelangt und wie die Situation eskaliert sei. Nicht abgekl�rt worden sei, ob sein gebrochener Finger von einer Abwehrhandlung stamme, wie viele Waffen involviert gewesen und bis zu welchem Zeitpunkt die Drohungen des Opfers weitergegangen seien bzw. wie oft und wie heftig er auf dieses eingeschlagen habe (Beschwerde S. 7 Art. 7).
3.2 Die Vorinstanz h�lt fest, der Beschwerdegegner 2 habe nicht akzeptieren k�nnen, dass der Vater seiner Freundin ihm nicht erlaubt habe, sie zu heiraten. Deshalb habe er am 16. Mai 2005 in Begleitung eines Kollegen den Onkel seiner Freundin, den Beschwerdef�hrer, an dessen Wohnort aufgesucht (angefochtenes Urteil S. 8 E. 3.1 f.). Die Vorinstanz erw�gt, es sei unklar, was sich genau vor dem Hauseingang ereignet habe (sog. erste Phase, angefochtenes Urteil S. 8 E. 3.3). Diesbez�glich w�rden die Aussagen der Beteiligten in fast allen Punkten voneinander abweichen, wobei die Angaben der Hauptbeteiligten zudem in sich widerspr�chlich seien (S. 10 E. 3.4). Fest stehe, dass zun�chst der Beschwerdef�hrer auf das Klingeln des Beschwerdegegners 2 vor dem Eingang des Wohnblocks erschienen sei. Nach etwa f�nf Minuten seien sodann seine beiden S�hne aufgetaucht. Als der Kollege des Opfers gesehen habe, dass einer eine Axt bei sich gehabt habe, sei er gefl�chtet (S. 13 E. 3.4.3). Die Vorinstanz geht davon aus, der Beschwerdegegner 2 habe dem Beschwerdef�hrer gesagt, er habe eine Pistole eingesteckt. Sie h�lt es hingegen nicht f�r erwiesen, dass er sie ihm auch gezeigt hat (S. 14 E. 3.4.4). Weiter erw�gt sie, aufgrund der widerspr�chlichen Aussagen der Hauptbeteiligten k�nne auf keine der Schilderungen abgestellt werden. Da f�r diese Phase auch keine Zeugenaussagen vorl�gen, m�sse weitgehend offen bleiben, was sich vor der T�r ereignet, insbesondere, wer mit der handgreiflichen Auseinandersetzung begonnen habe. Indes stehe gem�ss Angaben des Beschwerdef�hrers fest, dass er den unangemeldeten Besucher bereits vor dem Eingang geschlagen habe (S. 15 E. 3.4.6 und S. 16 E. 3.4.8).
Weiter erw�gt die Vorinstanz, die zweite Phase, in welcher das Opfer vom Eingang auf die Wiese gelangt sei, lasse sich ebenfalls weitgehend nicht erstellen. Es sei davon auszugehen, der Beschwerdegegner 2 habe es aus eigener Kraft geschafft. Ob er weiterhin vom Beschwerdef�hrer oder dessen Sohn geschlagen worden sei, m�sse offen bleiben (angefochtenes Urteil S. 17 E. 3.5 und S. 20 E. 3.6.3).
Indessen h�lt es die Vorinstanz aufgrund der �bereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der Zeugen B.________ sowie C.________ f�r erwiesen, dass der Beschwerdef�hrer mit einer Eisenstange und sein Sohn Y.________ mit einem Holzkn�ppel wiederholt, massiv und brutal auf das am Boden liegende Opfer eingeschlagen habe (dritte Phase, angefochtenes Urteil S. 24 E. 3.7 2. Abs. und S. 25 E. 3.8 2. Abs.).
3.3 Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 BGG). Offensichtlich unrichtig bedeutet dabei willk�rlich (BGE 136 II 304 E. 2.4 S. 314 mit Hinweis; zum Begriff der Willk�r BGE 137 I 1 E. 2.4 mit Hinweisen).
Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in der vom Beschwerdef�hrer angerufenen Funktion als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende selbstst�ndige Bedeutung zu (Beschwerde S. 10 f. Art. 11; BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen).
3.4 Soweit der Beschwerdef�hrer die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zur Notwehrlage beanstandet, namentlich die angeblich willk�rliche Sachverhaltserstellung bzw. Beweisw�rdigung der ersten Phase, gehen seine Ausf�hrungen an der Sache vorbei. Selbst ausgehend von seiner Darstellung, wonach das Opfer ihm die Pistole gezeigt und nicht nur davon gesprochen (Beschwerde S. 12 Art. 13) oder wonach er dem Opfer die Eisenstange entrissen habe, nachdem es ihn damit habe schlagen wollen und er sich dabei einen Finger gebrochen habe (Ausl�ser der Eskalation, Beschwerde S. 11 Art. 12 und S. 13 Art. 15), �ndert sich nichts am Ergebnis. Zum einen betreffen seine Vorbringen nicht unmittelbar das Kerngeschehen, zum anderen billigt ihm die Vorinstanz zu, in Putativnotwehr gehandelt zu haben. Nach ihren willk�rfreien Feststellungen hat er jedoch die Grenzen der vermeintlichen Notwehrlage bei weitem �berschritten, weil er und sein Sohn gem�ss Aussagen der unbeteiligten Zeugen auf das wehrlose Opfer eingeschlagen und damit auch nicht aufgeh�rt h�tten, als es nur noch leblos dagelegen habe (angefochtenes Urteil S. 30 E. 4.3.5 f.). Insofern verletzt die Vorinstanz weder Verfassungs- noch Konventionsrecht, wenn sie Elemente der ersten Phase offen l�sst und keine zus�tzlichen Erhebungen dazu t�tigt (Beschwerde S. 7 Art. 7 und S. 11 Art. 12).
3.5 Die weiteren Vorbringen des Beschwerdef�hrers gegen die vorinstanzliche Beweisw�rdigung sind ebenfalls nicht geeignet, Willk�r darzutun. Er beschr�nkt sich gr�sstenteils darauf, den tats�chlichen Feststellungen und der Beweisw�rdigung der Vorinstanz seine eigene Sicht der Dinge gegen�berzustellen oder Behauptungen entgegenzuhalten, ohne n�her zu er�rtern, inwiefern der angefochtene Entscheid (auch) im Ergebnis schlechterdings unhaltbar sein soll. Dies ist der Fall, wenn er geltend macht, das Opfer habe in der dritten Phase auch noch Drohungen gegen ihn ausgesprochen (Beschwerde S. 13 Art. 14 und S. 19 Art. 22), oder wenn er ausf�hrt, es habe erst ab dem Zeitpunkt seiner Bewusstlosigkeit nicht mehr nach der Pistole greifen k�nnen (Beschwerde S. 13 Art. 14; E. 5.4 nachstehend). Darauf ist nicht einzutreten. Insgesamt zeigt der Beschwerdef�hrer nicht auf, dass und inwiefern das vorinstanzliche Beweisergebnis schlechterdings nicht mehr vertretbar sein sollte.
4.1 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz unterstelle ihm beim versuchten T�tungsdelikt eventualvors�tzliches Handeln. Es sei nicht rechtsgen�gend erstellt, wie er das Opfer geschlagen habe. Deshalb schliesse die Vorinstanz zu Unrecht einzig aufgrund der Art der Verletzungen auf Eventualvorsatz. Er habe indessen lediglich seine Familie sch�tzen wollen, wozu er das Opfer allenfalls willentlich bewusstlos geschlagen habe, ohne jedoch dessen Tod in Kauf genommen zu haben (Beschwerde S. 16 f. Art. 20).
4.2 Nach Art. 111 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vors�tzlich einen Menschen t�tet.
F�hrt der T�ter, nachdem er mit der Ausf�hrung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare T�tigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat geh�rende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Vors�tzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausf�hrt. Vors�tzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2). Das Bundesgericht hat wiederholt dargelegt, wann Eventualvorsatz gegeben ist. Darauf kann verwiesen werden (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f. mit Hinweisen).
Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gest�tzt auf die festgestellten Tatsachen Eventualvorsatz vorliegt (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis).
4.3 Nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz schlugen der Beschwerdef�hrer mit einer Eisenstange und sein Sohn mit einem Holzkn�ppel mit voller Wucht und sehr brutal auf das Opfer ein. Die massiven Schl�ge auf den wehrlosen Mann, namentlich auf dessen Kopf und Oberk�rper, verletzten diesen lebensgef�hrlich (angefochtenes Urteil S. 26 E. 4.1.1). Die Vorinstanz h�lt somit entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers fest (Beschwerde S. 7 Art. 7), wie die Tat begangen wurde. Sie verletzt kein Bundesrecht, wenn sie angesichts der Art der Tatausf�hrung annimmt, t�dliche Verletzungen h�tten sich dem Beschwerdef�hrer als so wahrscheinlich aufgedr�ngt, dass sein Verhalten vern�nftigerweise nur als Billigung des Todes gewertet werden k�nne, falls dieser eingetreten w�re (siehe Urteil 6B_488/2009 vom 24. September 2009 E. 1.5.2). Gest�tzt auf seine Handlungsweise kann nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden, der Vorsatz des Beschwerdef�hrers sei "nur" darauf gerichtet gewesen, das Opfer bewusstlos zu schlagen.
5.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einem strafmildernden Putativnotwehrexzess statt von einer gerechtfertigten Notwehrhandlung im Sinne von Art. 15 bzw. aArt. 33 Abs. 1 StGB aus. Die Notwehrlage habe nicht nur bis zum Zeitpunkt bestanden, ab welchem das Opfer wehrlos am Boden gelegen habe (Beginn der dritten Phase). Sie habe vielmehr bis zu dessen Bewusstlosigkeit gedauert, da es zuvor noch die Pistole h�tte beh�ndigen k�nnen. Eine Schusswaffe k�nne mit geringem Kraftaufwand sowie verletzt ergriffen und sitzend oder liegend eingesetzt werden. Insofern habe die Notwehrsituation erst im Verlauf der dritten Phase (ab Bewusstlosigkeit) geendet (Beschwerde S. 17 f. Art. 21).
Der Beschwerdef�hrer bringt weiter vor, weil das Beh�ndigen und das Schiessen mit einer Pistole nur mit grosser Gewalt verhindert werden k�nne, sei ihm zu seiner Verteidigung nichts anderes �brig geblieben, als den Beschwerdegegner 2 bewusstlos zu schlagen. Insoweit sei seine Abwehr verh�ltnism�ssig gewesen, weshalb (auch) in sachlicher Hinsicht kein Notwehrexzess vorliege (Beschwerde S. 19 Art. 22).
Eventualiter stellt sich der Beschwerdef�hrer auf den Standpunkt, der Notwehrexzess sei in entschuldbarem Affekt im Sinne von Art. 16 Abs. 2 bzw. aArt. 33 Abs. 2 Satz 2 StGB erfolgt (Beschwerde S. 19 f. Art. 23 f.).
5.2 Die Vorinstanz f�hrt aus, der Beschwerdef�hrer habe vom Konflikt zwischen dem Opfer und der Familie seiner Nichte gewusst. Zudem sei ihm bekannt gewesen, dass der Beschwerdegegner 2 auch weiteren Personen gegen�ber gewaltt�tig gewesen sei. Deshalb sei die Angst des Beschwerdef�hrers vor ihm zumindest zu Beginn des Vorfalls nachvollziehbar, als dieser unerwartet und in Begleitung eines Kollegen vor seinem Hauseingang erschienen sei und auch noch erw�hnt habe, er trage eine Pistole auf sich. Daher sei verst�ndlich, dass sich der Beschwerdef�hrer vor einem m�glichen und von ihm offensichtlich erwarteten Angriff habe sch�tzen bzw. wehren wollen. In der dritten Phase der Auseinandersetzung habe f�r ihn aber keine Bedrohungssituation mehr bestanden. Gem�ss den Aussagen der beiden Zeugen sei das Opfer zu diesem Zeitpunkt bereits am Boden gelegen und habe - selbst wenn es sich zu wehren versucht h�tte - ohne weiteres in Schach gehalten werden k�nnen. Von einer tats�chlichen Notwehrlage k�nne daher keine Rede sein. Indessen sei der Beschwerdef�hrer der Meinung gewesen, auch in diesem Zeitpunkt noch in einer solchen Lage zu sein. Zu seinen Gunsten sei ihm deshalb zuzubilligen, in Putativnotwehr gehandelt zu haben (angefochtenes Urteil S. 29 f. E. 4.3.3-4.3.5).
Sodann erw�gt die Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer habe die Grenzen der vermeintlichen Notwehrlage bei weitem �berschritten (Putativnotwehrexzess). Gem�ss Zeugenaussagen h�tten er und sein Sohn auf das am Boden liegende, wehrlose und schreiende Opfer eingeschlagen. Sie h�tten damit selbst dann nicht aufgeh�rt, als es verstummt sei und nur noch leblos dagelegen habe. In Anbetracht dieser Umst�nde sei davon auszugehen, der Beschwerdef�hrer habe gewusst oder h�tte zumindest wissen m�ssen, dass seine Reaktion auf die vermeintliche Notwehrlage rechtswidrig sei (angefochtenes Urteil S. 30 E. 4.3.5 f.).
5.3 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 bzw. aArt. 33 Abs. 1 StGB). Ein Fall von Putativnotwehr ist gegeben, wenn der T�ter einem Sachverhaltsirrtum (Art. 13 bzw. aArt. 19 Abs. 1 StGB) unterliegt, indem er irrt�mlich annimmt, es sei ein rechtswidriger Angriff im Sinne von Art. 15 bzw. aArt. 33 Abs. 1 StGB (noch) gegenw�rtig oder unmittelbar bevorstehend (BGE 129 IV 6 E. 3.2 in fine mit Hinweisen). �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 bzw. aArt. 33 Abs. 2 Satz 1 StGB). Erfolgt dies in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 bzw. aArt. 33 Abs. 2 Satz 2 StGB). Bei der Beurteilung der Entschuldbarkeit des Notwehrexzesses wird ein umso h�herer Grad entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung verlangt, je mehr die Reaktion des T�ters den Angreifer verletzt oder gef�hrdet (BGE 102 IV 1 E. 3b S. 7).
5.4 Nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz lag das Opfer ab der dritten Phase wehrlos am Boden und konnte problemlos in Schach gehalten werden. Damit fehlte es ab diesem Zeitpunkt objektiv an einer Notwehrlage. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers beendete nicht erst die Bewusstlosigkeit des Opfers seine (allf�llige) Notwehrlage. Von einer wehrlosen Person, selbst wenn sie eine Pistole mit sich f�hrt, geht kein Angriff aus und ein solcher droht auch nicht unmittelbar. Die Schl�ge des Beschwerdef�hrers auf den am Boden liegenden, wehrlosen Kontrahenten sind als zeitlicher, sog. extensiver, Notwehrexzess zu qualifizieren. Vorliegend lag ausserdem keine Situation eines lediglich minimalen zeitlichen Notwehrexzesses vor (siehe Urteil 6P.76/2005 vom 15. November 2005 E. 5.1 mit Hinweisen), da der Beschwerdef�hrer in der dritten Phase w�hrend mehrerer Minuten auf das Opfer einschlug (angefochtenes Urteil S. 14 E. 3.4.3 und S. 19 f. E. 3.6.3 2. Abs.). Unter diesen Umst�nden kann dahingestellt bleiben, ob der Notwehrexzess ebenso in sachlicher Hinsicht zu bejahen w�re (sog. intensiver Exzess; zur angemessenen Abwehr in einer Notwehrlage BGE 136 IV 49 E. 3.2 S. 51 f. mit Hinweisen und E. 4.2 f.). Weil der Beschwerdef�hrer die zeitlichen Grenzen der Notwehr offensichtlich �berschritten hat, findet mangels tats�chlicher Notwehrsituation Art. 16 Abs. 2 bzw. aArt. 33 Abs. 2 Satz 2 StGB keine Anwendung (Urteil 6P.76/2005 vom 15. November 2005 E. 5.2), selbst wenn ihm die Vorinstanz zubilligt, in Putativnotwehr gehandelt zu haben (vgl. KURT SEELMANN, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl. 2007, Art. 16 StGB N. 4 f.; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2008, Art. 16 StGB N. 1).
Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie den Beschwerdef�hrer wegen versuchter (eventual-)vors�tzlicher T�tung verurteilt und den Putativnotwehrexzess lediglich strafmildernd ber�cksichtigt.
6.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich schliesslich gegen die Strafzumessung. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht von echter Konkurrenz zwischen der versuchten vors�tzlichen T�tung und der schweren K�rperverletzung aus. Sodann lege sie verschiedene Strafzumessungsfaktoren zu seinen Ungunsten aus, ber�cksichtige diese nicht (angemessen) oder beziehe Umst�nde zu seinen Lasten mit ein, welche f�r die Strafzumessung nicht relevant seien. Dies wirke sich auf das Strafmass aus, weshalb die ausgef�llte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren zu hoch sei. Schuldangemessen sei eine bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von unter einem Jahr (Beschwerde S. 2 und S. 20 f. Art. 25 f.).
6.2 Die Vorinstanz erw�gt, die Verletzungen, welche der Beschwerdef�hrer dem Opfer zugef�gt habe, seien als schwer einzustufen. Deshalb habe er neben dem Tatbestand der versuchten vors�tzlichen T�tung auch denjenigen der schweren K�rperverletzung erf�llt (angefochtenes Urteil S. 27 E. 4.2).
6.3 Das Bundesgericht best�tigte in BGE 137 IV 113 die mit BGE 77 IV 57 begr�ndete Rechtsprechung zur Konkurrenz zwischen versuchter T�tung und einfacher und/oder schwerer K�rperverletzung. Danach besteht zwischen der versuchten T�tung und der einfachen oder schweren K�rperverletzung grunds�tzlich unechte Konkurrenz, wobei die K�rperverletzung durch die versuchte T�tung konsumiert wird. Dies gilt, wenn der K�rperverletzung wie hier neben der versuchten T�tung keine selbstst�ndige Bedeutung zukommt (BGE 137 IV 113 E. 1.5). Somit verletzt der vorinstanzliche Schuldspruch wegen schwerer K�rperverletzung Bundesrecht. In diesem Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen und das angefochtene Urteil aufzuheben.
Angesichts des Wegfalls des Schuldspruchs wegen schwerer K�rperverletzung wird die Vorinstanz die Strafe neu zu bemessen haben. Daher er�brigt es sich, auf die R�gen des Beschwerdef�hrers gegen die vorinstanzliche Strafzumessung im angefochtenen Urteil einzugehen. Es ist lediglich darauf hinzuweisen, dass die neue Strafe nicht zwingend milder als die ausgesprochene auszufallen hat. Zwar f�llt die strafsch�rfende Deliktskonkurrenz weg, die Vorinstanz wird bei der versuchten T�tung aber die damit einhergegangene schwere K�rperverletzung, d.h. die bereits eingetretene Rechtsgutverletzung, einbeziehen m�ssen (vgl. BGE 137 IV 113 E. 1.4.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdef�hrer wird im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung. Das Gesuch ist abzuweisen, da die Beschwerde - mit Ausnahme der Konkurrenzfrage - aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG), soweit es nicht gegenstandslos geworden ist. Seinen finanziellen Verh�ltnissen ist mit einer reduzierten Gerichtsgeb�hr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers ist im Umfange des Obsiegens eine Entsch�digung durch den Kanton Basel-Landschaft auszurichten.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 28. M�rz 2011 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.
Der Kanton Basel-Landschaft hat den Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Gabriel P�ntener, f�r das Verfahren vor Bundesgericht mit Fr. 1'000.-- zu entsch�digen.