Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=06.11.2002&Aktenzeichen=B%206%20KA%209/02%20R
Timestamp: 2019-05-26 14:30:28
Document Index: 144933733

Matched Legal Cases: ['Art. 12', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 368', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 75', '§ 5', '§ 81']

BSG, 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R - dejure.org
https://dejure.org/2002,1286
BSG, 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R (https://dejure.org/2002,1286)
BSG, Entscheidung vom 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R (https://dejure.org/2002,1286)
BSG, Entscheidung vom 06. November 2002 - B 6 KA 9/02 R (https://dejure.org/2002,1286)
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Kassenärztliche Vereinigung - Satzung - Disziplinarordnung - keine Verpflichtung zu Regelungen über Verfolgungsverjährung - Satzung kein revisibles Recht - grundsätzliche Geltung des Disziplinarrechts - Verfassungsmäßigkeit - Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten - Vorenthalten fallbezogener Informationen - Auswahl der Disziplinarmaßnahme - Ermessen
Disziplinarverfahren durch Kassenärztliche Vereinigung (KÄV) gegen als Internist niedergelassenen Vertragsarzt - Rechtmäßigkeit eines angefochtenen Disziplinarbescheides - Nichterfüllung der satzungsmäßigen Auskunftspflicht - Zur Nachprüfung der vertragsärztlichen Tätigkeit erforderliche Unterlagen - Vertragsärztliche Pflichten
vpp.org (Pressemitteilung)
SG Kiel, 04.10.2000 - S 14 KA 516/98
LSG Schleswig-Holstein, 18.10.2001 - L 6 KA 22/01
BSG, 17.02.2003 - B 6 KA 9/02 R
NZS 2003, 613
Das Disziplinarrecht der KÄVen ist verfassungsgemäß und verstößt insbesondere nicht gegen Art. 12 Abs. 1 GG (BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 S 49;… Steinmann-Munzinger in juris-PK SGB V, 3. Aufl 2016, § 81 RdNr 52 f; siehe hierzu auch BSG Beschluss vom 20.3.1996 - 6 BKa 1/96 - Juris) .
Der Senat geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass die gesetzlichen Vorgaben für die Festsetzung von Disziplinarmaßnahmen hinreichend bestimmt sind (…BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 7 S 29; BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 S 49; siehe auch BSG Urteil vom 14.3.2001 - B 6 KA 67/00 R - Juris RdNr 13 = MedR 2002, 47 = USK 2001-126) .
Lediglich bei der Auswahl der Disziplinarmaßnahme und bei der Festsetzung ihrer Höhe ist der Disziplinarausschuss grundsätzlich ermächtigt, nach seinem Ermessen zu handeln, sodass die Entscheidung nur eingeschränkt gerichtlich überprüfbar ist (…BSGE 62, 127, 129 = SozR 2200 § 368m Nr. 3 S 3; BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 S 51) ; insoweit ist der Bescheid daher nur bei Ermessensüberschreitung oder bei Ermessensfehlgebrauch rechtswidrig (BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 S 51) .
Hierbei handelt es sich zwar, wie grundsätzlich bei Satzungsbestimmungen der KÄVen (BSG SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 S 47), um nicht revisibles Recht.
Voraussetzung ist jedoch, dass dies in der Revisionsbegründung im Einzelnen dargelegt wird (stRspr; vgl BSG Urteil vom 6.11.2002 - B 6 KA 9/02 R - SozR 3-2500 § 81 Nr. 9 RdNr 15 mwN).
Diese gesetzlichen Vorgaben für die Festsetzung von Disziplinarmaßnahmen sind hinreichend bestimmt (ständige Rechtsprechung vgl. BSG, Urt. v. 6. November 2002 - B 6 KA 9/02 R, SozR 3-2500 § 81 Nr. 9, juris Rz. 20 m. w. N.).
Wie das BSG in dem Urteil vom 6. November 2002 (a.a.O., juris Rz 22) ausdrücklich bestätigt hat, handelt es sich in derartigen Fällen nicht um die erneute Einleitung eines Disziplinarverfahrens, sondern um dessen Fortführung.
Die Entscheidung der Beklagten ist insoweit nur einer eingeschränkten gerichtlichen Prüfung zugänglich (BSG, Urt. v. 6. November 2002, a.a.O., juris Rz 22, m.w.N.) Das Gericht hat zu prüfen, ob die Behörde von einem vollständig ermittelten Sachverhalt ausgegangen ist und sich von sachgerechten Erwägungen hat leiten lassen.
Eine Verjährungsregelung gibt es in der Disziplinarordnung nicht, und die Beklagte war auch nicht verpflichtet, eine solche Regelung zu treffen (BSG, Urt. v. 6. November 2002, a.a.O.).
Hierbei kann es sich um die Konkretisierung einer allgemeinen Auskunftspflicht auf Grundlage der Satzung einer K(Z)V handeln (vgl. BSG, Urt. v. 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R - SozR 3-2500 § 81 Nr. 9, juris Rdnr. 21).
Disziplinarmaßnahmen in diesem Sinne sind nach der Aufzählung des § 81 Abs. 5 Satz 2 und 3 SGB V je nach der Schwere der Verfehlung Verwarnung, Verweis, Geldbuße bis 10.000 EUR oder die Anordnung des Ruhens der Zulassung oder der vertragsärztlichen Beteiligung bis zu zwei Jahren (vgl. BSG, Urt. v. 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R - SozR 3-2500 § 81 Nr. 9, zitiert nach juris, Rdnr. 20;… BSG, Urt. v. 30.11.2016 - BSGE = SozR 4-2500 § 75 Nr. 18, juris Rdnr. 17, jeweils m.w.N.).
Das Gericht hat dazu die Voraussetzungen des Ermessens festzustellen, d. h. insbesondere zu prüfen, ob die Behörde von einem vollständig ermittelten Sachverhalt ausgegangen ist und sich von sachgerechten Erwägungen hat leiten lassen; dabei ist es auf die im Verwaltungsakt mitgeteilten Ermessenserwägungen beschränkt (vgl. BSG, Urt. v. 06.11.2002, a.a.O., Rdnr. 23, BSG, Urt. v. 30.11.2016, a.a.O., Rdnr. 20).
Aus § 5 Nr. 2 Aufzählungspunkt 4 der Satzung der Beklagten folgt die Pflicht, geforderte Aufklärungen und Auskünfte unverzüglich zu geben und auf Verlangen die zur Aufklärung notwendigen Unterlagen vorzulegen (vgl. BSG, Urt. v. 06.11.2002 - B 6 KA 9/02 R - SozR 3-2500 § 81 Nr. 9, juris Rdnr. 21).
LSG Nordrhein-Westfalen, 13.03.2013 - L 11 KA 144/11
LSG Nordrhein-Westfalen, 08.07.2015 - L 11 KA 63/13
SG Düsseldorf, 21.07.2004 - S 14 KA 260/02
Individualbudgets - Budget ist ausgeschöpft: Können dann GKV-Patienten abgelehnt …
SG Marburg, 19.10.2016 - S 12 KA 232/16
SG Marburg, 21.03.2007 - S 12 KA 1202/05
Vertragszahnärztliche Versorgung - Kieferorthopädin - Ruhen der Zulassung wegen …