Source: https://kirchenrecht-elk-wue.de/document/17178
Timestamp: 2019-03-23 01:10:02
Document Index: 203795974

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 29', '§ 31', '§ 10', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 11', '§ 18', '§ 17', '§ 6']

(Abl. 42 S. 1), geändert durch Kirchl. Gesetz vom 14. Juli 1995 (Abl. 56 S. 465), vom 29. Juni 2000 (Abl. 59 S. 113, 115), vom 26. März 2004 (Abl. 61 S. 69, 70), vom 27. November 2012 (Abl. 65 S. 269, 277), vom 25. November 2015 (Abl. 67 S. 1, 7), vom 10. März 2018 (Abl. 68 S. 81) und vom 27. November 2018 (Abl. 68 S. 307, 308)
„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 18-20)
( 1 ) Die Kirche tauft auf den Namen des Dreieinigen Gottes. Der Taufende schöpft mit der Hand dreimal Wasser auf das Haupt des Täuflings und spricht zu ihm: „Ich taufe dich auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Begehrt ein heranwachsender oder erwachsener Täufling durch Untertauchen getauft zu werden, so kann der zuständige Pfarrer die Taufe in dieser Form vollziehen, sofern ein geeigneter Taufort, regelmäßig ein Gewässer unter freiem Himmel, zur Verfügung steht, der in der örtlichen Gottesdienstordnung3# festgelegt ist.
( 2 ) Die Einladung zur Taufe bleibt auch für die Erziehungsberechtigten bestehen, die sich dafür entschieden haben, die Taufe des Kindes aufzuschieben, obwohl die Voraussetzungen für die Taufe erfüllt sind. Pfarrer und Gemeinde sollen wegen der Erziehung der Kinder mit der Familie in Verbindung bleiben.
11. Nicht hierher gehören die Fälle, bei denen die Kindertaufe oder die Taufe überhaupt bestritten wird. Für Maßnahmen der Kirchenzucht, die in diesen Fällen möglich sind, gelten die jeweiligen Ordnungen (vgl. z. B. § 2 Abs. 3 und 5 Wahlordnung4# und §§ 3, 8 der Ordnung der kirchlichen Trauung5#).
( 3 ) Diese Erziehungsberechtigten sind berechtigt und verpflichtet, das ungetaufte Kind auf die Taufe hin zu erziehen. Sie werden es deshalb am Gottesdienst, am kirchlichen Unterricht und am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen lassen. Nach Vollendung ihres 14. Lebensjahres können die Kinder sich selbst zur Taufe anmelden.
12. Das in § 2 lit. b) des Kirchenregistergesetzes6# vorgesehene Katechumenenverzeichnis wird von jedem Pfarramt nach § 2 Abs. 2 S. 3 und § 29 der Kirchenregisterverordnung7# geführt.
( 1 ) Die Taufe von Kindern setzt voraus, daß die Erziehungsberechtigten mit der Taufe einverstanden sind, mindestens einer der Erziehungsberechtigten die Taufe begehrt, und der ernste Wille bekundet wird, daß das Kind im evangelischen Glauben als Glied der Gemeinde Jesu Christi erzogen werde.
( 2 ) Gehört nur einer der Erziehungsberechtigten der evangelischen Kirche an, so ist auf dessen Willen zur Erfüllung seiner evangelischen Erziehungspflichten besonders zu achten. Der andere, nicht der evangelischen Kirche angehörende oder aus ihr ausgetretene Erziehungsberechtigte soll auf seine Verpflichtung angesprochen werden, die evangelische Erziehung des Kindes nicht zu behindern.
( 3 ) Vor der Taufe eines Kindes ist mit den Erziehungsberechtigten ein Taufgespräch zu führen, zu welchem sie der Pfarrer einlädt oder aufsucht.
beide Erziehungsberechtigten der evangelischen Kirche nicht angehören oder aus ihr ausgetreten sind beziehungsweise der alleinige Erziehungsberechtigte ihr nicht angehört oder aus ihr ausgetreten ist,
kein Erziehungsberechtigter zu einem Taufgespräch bereit ist,
beide Erziehungsberechtigten oder der alleinige Erziehungsberechtigte Jesus Christus, den Herrn, sein Wort und Sakrament, seine Kirche in grober Weise verächtlich machen,
zwar die Taufe des Kindes begehrt wird, aber kein Erziehungsberechtigter dazu bereit ist, die mit der Taufe verbundene Verpflichtung zur evangelischen Erziehung zu bejahen,
die Erziehungsberechtigten oder der alleinige Erziehungsberechtigte an dem Kind eine Weihehandlung vornehmen ließen, die im Widerspruch zur Taufe steht, und nicht bereit sind, ein dabei gegebenes, mit der Taufe nicht zu vereinbarendes Versprechen ausdrücklich zu widerrufen,
die Erziehungsberechtigten oder der alleinige Erziehungsberechtigte sich ausdrücklich weigern oder es offensichtlich versäumen, bei den schon getauften Kindern ihr Taufversprechen zur evangelischen Erziehung zu erfüllen.
( 2 ) Kann die Taufe nach Abs. 1 vorläufig nicht vollzogen werden, so sind Pfarrer und Gemeinde verpflichtet, wegen der Erziehung des Kindes mit der Familie in besonderer Weise in Verbindung zu bleiben. Auch im Fall einer Zurückstellung der Taufe sind evangelische Erziehungsberechtigte berechtigt und gerufen, das Kind auf die Taufe hin zu erziehen. Sie sind dazu eingeladen, das Kind am Gottesdienst, am kirchlichen Unterricht und am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen zu lassen. Nach Vollendung ihres 14. Lebensjahres können diese Kinder die Taufe selbst begehren und Glieder der Kirche werden.
22. Auf die Schweigepflicht der Kirchengemeinderäte (§ 31 KGO8#) wird hingewiesen.
( 4 ) Wird die Taufe zurückgestellt, so steht den Erziehungsberechtigten der Weg zur Einsprache beim Visitator offen. Dieser entscheidet nach Beratung mit dem Kirchengemeinderat, in Verbundkirchengemeinden mit dem Verbundkirchengemeinderat. Wird die Zurückstellung der Taufe nicht aufrechterhalten, so kann der Visitator einen anderen Pfarrer zum Vollzug der Taufe ermächtigen.
( 2 ) Ist das Kind schon im Konfirmandenalter und begehren die Erziehungsberechtigten oder das Kind selbst seine Taufe, so nimmt es an Stelle eines besonderen Taufunterrichts am Konfirmandenunterricht teil. Die Taufe wird nach Möglichkeit im Konfirmationsgottesdienst vollzogen.
24 a. Als Erwachsenentaufe gilt die Taufe eines Religionsmündigen (vgl. Gesetz über die religiöse Kindererziehung9#).
( 1 ) Paten treten nach alter kirchlicher Sitte als Zeugen der Taufe den Erziehungsberechtigten zur Seite. Sie sollen das Ihre dazu beitragen, dem Kind zu helfen, bei Christus und seiner Gemeinde zu bleiben. Ihren Auftrag zu diesem Dienst erhalten die Paten von der Gemeinde. Er erwächst aus der Verantwortung, welche die Kirche für ihre jungen Glieder trägt, und verpflichtet sie zu treuer Fürbitte, christlichen Wandel und Mithilfe bei der evangelischen Erziehung des Kindes, notfalls an Stelle der Erziehungsberechtigten. Die Taufe setzt die Bestellung von Paten nicht voraus.
( 2 ) Bei der Auswahl der Paten sollen die Erziehungsberechtigten die Aufgaben des Patenamtes bedenken. Einer der Paten muß evangelischer Christ und zum Patenamt zugelassen sein. Daneben können auch Christen das Patenamt übernehmen, die Glieder einer der Bundesarbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen als Voll- oder Gastmitglied angehörenden Kirche sind. In begründeten Ausnahmefällen können daneben auch Christen, die Glieder anderer Kirchen sind, das Patenamt übernehmen. Mit Gliedern einer Kirche, die die Kindertaufe ablehnt, ist vor der Verleihung des Patenamtes ein Gespräch über die Tauftheologie zu führen. Es sollen mindestens zwei Paten bestellt werden. Zusätzlich können Taufzeugen bestellt werden. Sie sollen bestellt werden, wenn es nicht gelingt, Paten zu finden.
27. Als evangelischer Christ ist zum Patenamt zugelassen, wer in einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland konfirmiert oder als Erwachsener getauft ist oder die Zulassung auf andere Weise erworben hat (z. B. durch Übertritt oder Aufnahme). Glieder evangelischer Kirchen, mit denen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft besteht, sind gleichgestellt; zu diesen gehören insbesondere alle Kirchen, die der Leuenberger Konkordie beigetreten sind10#. Nicht konfirmierte Paten müssen das 14. Lebensjahr erreicht haben. Mit ihnen soll vor der Zulassung zum Patenamt ein Gespräch über die Grundwahrheiten des evangelischen Glaubens geführt werden.
( 3 ) Konnten vor der Taufe des Kindes keine Paten benannt werden, so können sie auch nachträglich bestellt werden. Dies ist auch dann möglich, wenn Paten später ausscheiden oder ein anderer wichtiger Grund dies im Blick auf die Erfordernisse des Patenamts geboten erscheinen läßt. Über die nachträgliche Bestellung entscheidet der für die Taufe zuständige Pfarrer.
( 4 ) Pate kann nicht sein, wer es ablehnt, die mit der Taufe verbundene Verpflichtung zur christlichen Erziehung des Patenkindes zu bejahen, wer Jesus Christus, den Herrn, sein Wort und Sakrament, seine Kirche in grober Weise verächtlich macht oder durch seine den Geboten Gottes widersprechende Lebensführung der Gemeinde zum Ärgernis wird, wer keiner christlichen Kirche angehört, wer aus einer christlichen Kirche ausgetreten ist oder wer Mitglied einer sich von den christlichen Kirchen absondernden Gemeinschaft oder einer Sekte ist. Pate kann ferner nicht sein, wer die Kindertaufe ablehnt oder das umfassende Handeln Gottes in der Taufe leugnet.
( 2 ) Zuständig ist der Pfarrer, in dessen Seelsorgebezirk der Täufling wohnt, im Falle des § 10 Absatz 3 Württembergisches Pfarrergesetz11# der nach der Geschäftsordnung zuständige Pfarrer. Haben sich die Erziehungsberechtigten des Täuflings zu einer anderen Kirchengemeinde umgemeldet12#, so ist auch dieses Pfarramt zuständig; die zuständigen Pfarrämter hören einander vor Vollzug der Taufe und benachrichtigen sich von diesem gegenseitig. Im Falle der Abmeldung zur Seelsorge13# ist der Pfarrer oder der nach § 2 Abs. 5 Einführungsordnung14# Ermächtigte zuständig, zu dem die Abmeldung erfolgte. Bei unmittelbarer Lebensgefahr für den Täufling kann die Taufe (Jähtaufe) auch durch jeden anderen Pfarrer vollzogen werden, der alsbald den zuständigen Pfarrer zu benachrichtigen hat.
36. Die Zustimmung (Dimissoriale) darf im übrigen nur unter den im Konsistorialerlaß vom 9. Mai 1913 (Abl. 16 S. 306)15# genannten Voraussetzungen erteilt werden. Dazu gehört:
37. Für Vikare vor ihrer Ordination gilt § 2 Absatz 4 Studienordnung16#. Für Prädikanten gilt § 2 Absatz 3 Prädikantenordnung17#. Bei anderen Nichttheologen im Verkündigungsdienst kann die Ermächtigung vom Oberkirchenrat im Einzelfall erteilt werden, ihr soll ein Antrag des zuständigen Dekanatamts vorausgehen. Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaften können nach Nr. 5 der Gegenseitigen Erklärung zwischen Evangelischer Landeskirche und Landeskirchlichen Gemeinschaften18# in besonders gelagerten Fällen über den zuständigen Gemeinschaftsverband im Einzelfall vom Oberkirchenrat ermächtigt werden.
( 5 ) Wenn bei unmittelbarer Lebensgefahr die Taufe begehrt wird und ein Pfarrer nicht zu erreichen ist, so kann jeder erwachsene Christ die Taufe vollziehen (Nottaufe). Diese Taufe ist alsbald dem zuständigen Pfarrer mitzuteilen, damit er ihren gültigen Vollzug prüfen und bestätigen kann. Bleibt der Täufling am Leben, so ist das Taufgespräch oder der Taufunterricht mit Erziehungsberechtigten oder Täufling nachträglich durchzuführen; bei Kindern sollen nachträglich Paten bestellt werden.
( 1 ) Die Taufe wird in einem Gottesdienst der Gemeinde anhand der Taufagende vollzogen. Haustaufen und Krankenhaustaufen sind auf begründete Ausnahmefälle zu beschränken; vor einer Zusage solcher Taufen ist die Zustimmung des zuständigen Pfarrers und Dekanatamts einzuholen. Jähtaufen nach § 11 Absatz 2 Satz 4 bleiben unberührt. Taufen, die nicht im Predigtgottesdienst der Gemeinde vollzogen werden, sollen im Predigtgottesdienst abgekündigt werden. Für alle Täuflinge, die nicht in einem Predigtgottesdienst der Gemeinde getauft werden, soll im Predigtgottesdienst Fürbitte getan werden.
( 2 ) Unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse kann der Kirchengemeinderat besondere Tauftage festlegen und im Rahmen der landeskirchlichen Agende nähere Bestimmungen über den Ablauf der Tauffeier treffen.
( 3 ) Bei der Taufe eines Kindes sind die Erziehungsberechtigten anwesend, damit sie sich vor der Gemeinde zu der Gabe und Verpflichtung der Taufe bekennen. Bleiben sie der Taufe fern, so wird die Taufe in der Regel nicht vollzogen.
( 1 ) Jede Taufe ist in das Taufverzeichnis der Gemeinde einzutragen, in der die Taufe vollzogen wurde, und dem zuständigen Einwohnermeldeamt mitzuteilen. Die Bestimmungen des Kirchenregistergesetzes19# und der hierzu erlassenen Ausführungsverordnung20# sind anzuwenden. Wurde die Taufe nicht in der Wohnsitzgemeinde des Täuflings vollzogen, so ist das zuständige Pfarramt alsbald vom Vollzug der Taufe zu benachrichtigen.
48. Die Urkunde nach Abs. 2 kann durch Eintrag in das Familienstammbuch ausgestellt oder als besondere Urkunde (vgl. Anlage 2) dem Getauften übergeben werden. Im übrigen gelten für die Ausstellung von Bescheinigungen die §§ 18 bis 24 der Kirchenregisterverordnung21#.
Das Patenamt haben übernommen:22#____________________
3 ↑ Red. Anm.: Vgl. § 17 KGO (abgedruckt unter Nr. 50 u. 51 dieser Sammlung).
4 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 70 u. 71 dieser Sammlung.
5 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 160 u. 161 dieser Sammlung.
6 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 175 dieser Sammlung.
10 ↑ Red. Anm.: Vgl. Abl. 57 S. 223.
12 ↑ Red. Anm.: Vgl. § 6a KGO (abgedruckt unter Nr. 50 u. 51 dieser Sammlung).
13 ↑ Red. Anm.: Vgl. Konsistorialerlaß vom 10. Dezember 1901 (abgedruckt unter Nr. 180 dieser Sammlung).
14 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 400 u. 401 dieser Sammlung.
15 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 485 dieser Sammlung.
16 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 453 dieser Sammlung.
17 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 760 dieser Sammlung.
18 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 193 dieser Sammlung.
19 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 175 dieser Sammlung.
20 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 176 dieser Sammlung.
22 ↑ Ggf. Taufzeugen gesondert aufführen