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Timestamp: 2019-10-18 20:26:59
Document Index: 339684403

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 4', '§ 54', '§ 62', '§ 35', '§ 20', '§ 4', '§ 14', '§ 2', '§ 20', '§ 4']

VGH Baden-Württemberg, 02.11.1989 - 3 S 1927/89 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1703
VGH Baden-Württemberg, 02.11.1989 - 3 S 1927/89 (https://dejure.org/1989,1703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 02.11.1989 - 3 S 1927/89 (https://dejure.org/1989,1703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 02. November 1989 - 3 S 1927/89 (https://dejure.org/1989,1703)
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§ 35 Abs 3 BauGB, § 4 Abs 3 S 1 BauO BW, § 54 Abs 1 BauO BW, § 62 NatSchG BW, § 35 Abs 2 BauGB
Bauvorbescheid - Zulässigkeit eines Wohngebäudes in Waldrandnähe im Landschaftsschutzgebiet
Zulässigkeit eines Wohngebäudes in Waldrandnähe; Zu geringer Waldabstand; Ausnahme vom vorgeschriebenen Waldabstand; Schutzzweck des 4 Abs. 3 Satz 1 LBO
NuR 1990, 273
Zu Unrecht beruft sich die Beschwerde für ihre abweichende Rechtsauffassung auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 2. November 1989 - 3 S 1927/89 - (BRS 49 Nr. 82 - NuR 1990, 273), nach dessen Leitsatz das letzte freie Wiesengrundstück am Waldrand nach der Verkehrsanschauung regelmäßig nicht dem Innenbereich zugerechnet werde.
Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner Entscheidung vom 18.6.1997 (- 4 B 238.96 -, BauR 1997, 807 = NVwZ-RR 1998, 157 = BRS 59 Nr. 78) die Auffassung des Bad.-Württ. Verwaltungsgerichtshofes (Urt. v. 2.11.1989 - 3 S 1927/89 -, BRS 49 Nr. 82) ausdrücklich nicht beanstandet, die für die Abgrenzung des Bebauungszusammenhanges zumindest auch maßgebliche Verkaufsauffassung rechne gerade nicht damit, dass eine Bebauung bis unmittelbar an den/einen Waldrand heranreiche.
Dies gilt unabhängig davon, ob das Landesrecht ausdrückliche Regelungen über die Nähe enthält, bis zu der eine Bebauung an den Waldrand heranreichen darf, wie dies beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern (vgl. § 20 LWaldG M.-V. und OVG Greifswald, Beschl. vom 29.1.2003 - 2 M 179/02 -) oder Baden-Württemberg (§ 4 Abs. 3 Satz 1 LBOBW und Urteil des VGH Baden-Württemberg vom 2.11.1989 - 3 S 1927/89 - NuR 1990, 273) der Fall ist, oder ob das Landesrecht, wie dies in Niedersachsen seit dem Außerkrafttreten der Verordnung zum Schutze der Wälder, Moore und Heiden vom 25.6.1938 (RGBl I S. 700) der Fall ist, keinen Abstand zwischen Bebauung und Wald gesetzlich vorschreibt.
(VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 02.11.1989, BRS 49 Nr. 82) Auch § 14 Abs. 3 LWaldG greife nicht, weil die 15 m von der Grundstücksgrenze entfernt aufstehenden jungen Bäume keine Waldbäume im Sinne von § 2 Abs. 1 LWaldG seien.
Dem von den Klägern zitierten Urteil des VGH Baden-Württemberg (vom 02.11.1989 - 3 S 1927/89 -, BRS 49 Nr. 82) lässt sich für den vorliegenden Fall nichts anderes entnehmen.
vgl. auch BVerwG, Beschluss vom 18. Juni 1997 - 4 B 238.96 -, BRS 59 Nr. 78; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 2. November 1989 - 3 S 1927/89 -, BRS 49 Nr. 82.
In Niedersachsen gibt es keinen gesetzlichen vorgeschriebenen Abstand zwischen Bebauung und Wald wie in Mecklenburg-Vorpommern (vgl. § 20 LWaldG M.V. und OVG Greifswald, Beschl. vom 29.1.2003 - 2 M 179/02 -) oder Baden-Württemberg (§ 4 Abs. 3 Satz 1 LBOBW und Urteil des VGH Baden-Württemberg vom 2.11.1989 - 3 S 1927/89 - NuR 1990, 273).
Dass sie nicht dem Schutz individueller Interessen bestimmt ist von den oben in Betracht gezogenen Ausnahmen einmal abgesehen , wird auch durch ihre Stellung in Abschnitt VI des Landeswaldgesetzes, der die Überschrift Waldschutz trägt, bekräftigt (…im Ergebnis ebenso für entsprechende landesrechtliche Vorschriften: BayVGH, Urt. v. 10.03.1987 Nr. 1 B 86.02710 , BRS 47 Nr. 83; VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 02.11.1989 3 S 1927/89 , BRS 49 Nr. 82 u. v. 31.08.1995 8 S 1719/95 , BRS 57 Nr. 231).
Die Schaffung einer Pufferzone zwischen Wald und Bebauung schützt auch den Wald vor Gefahren, die von einer zu nahe heranrückenden Bebauung ausgehen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 02.11.1989 - 3 S 1927/98 -, NuR 1990, 273).
Von der näheren Untersuchung der Topographie und der weiteren Standortbedingungen (so etwa den regelmäßigen Windverhältnissen) und der Auswertung etwa aufgetretener Schäden wird es deshalb abhängen, ob atypische örtliche Verhältnisse vorliegen, die - auch - einer Baugenehmigung insoweit nicht entgegenstehen (vgl. dazu HessVGH, Urteil vom 24. März 1984 - III OE 43/82 - in AgrarR 85, 206 = BRS 42 Nr. 25, VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 2. November 1989 - 3 S 1927/89 - und vom 8. Oktober 1993 - 8 S 1578/93 - in BRS 49 Nr. 82 bzw. NuR 94, 144).
Maßgeblich für die Beurteilung ist die Verkehrsauffassung, d.h. die Bewertung des konkreten Sachverhalts im Einzelfall unter Einbeziehung aller einschlägigen örtlichen, tatsächlich und rechtlich prägenden Gegebenheiten (vgl. BVerwG, Urteil vom 3.3.1972, DÖV 1972, 826; Urteil des Senats vom 2.11.1989 -- 3 S 1927/89 --).
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Bebauungszusammenhang unmittelbar hinter dem letzten Haus der zusammenhängenden Bebauung endet.(…Vgl. OVG des Saarlandes, Urteile vom 15.10.1976 - 2 R 84/76 -, vom 22.11.1976 - 2 R 87/76 -, vom 21.01.1977 - 2 R 40/76 - SKZ 1977, S. 221 und vom 07.03.1980 -2 R 162/79 - VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 02.11.1989 - 3 S 1927/89 - BRS 49 Nr. 82).
OVG Rheinland-Pfalz, 14.05.1993 - 8 A 10876/92