Source: https://www.brutto-netto-rechner24.de/ratgeber/einkunftsarten-bei-der-einkommensteuer.html
Timestamp: 2019-01-17 17:10:57
Document Index: 343574146

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 22', '§ 13', '§ 15', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 22', '§ 3']

Die 7 Einkunftsarten der Einkommensteuer in Deutschland
Die 7 Einkunftsarten der deutschen Einkommensteuer
Im deutschen Einkommensteuergesetz (EStG) gibt es 7 Einkunftsarten. Diese sind in § 2 Abs. 1 aufgeführt. Nur Einkünfte die dort definiert sind, unterliegen der Steuerpflicht. Nicht angegebene Einnahmen sind zwar nicht einkommensteuerpflichtig. Sie unterliegen jedoch möglicherweise einer anderen Steuerart. Im Folgenden werden die 7 Einkunftsarten in Deutschland dargestellt.
1 Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
2 Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3 Einkünfte aus selbständiger Arbeit
4 Bezüge aus nichtselbständiger Arbeit
5 Einkommen aus Kapitalvermögen
6 Aus Vermietung und Verpachtung
7 Sonstige Bezüge gemäß § 22
Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft entstehen durch Erwerbstätigkeit mithilfe der natürlichen Funktionen des Bodens. Es werden pflanzliche und tierische Produkte erzeugt, und anschließend verwertet. Auch Gewinne aus Weinbau, Gartenbau, Jagd, Tierzucht und Tierhaltung (abhängig vom Viehbestand), Binnenfischerei, Fischzucht, Imkerei und Wanderschäferei gehören zu dieser Einkunftsart. Ebenfalls zugehörig sind Einnahmen aus land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieben sowie Gewinne aus der Veräußerung eines Betriebes. Die gesetzlichen Vorschriften hierfür stehen in § 13 EStG (Einkommensteuergesetz).
Ein Gewerbe ist definiert als eine selbständige und auf Dauer angelegte Tätigkeit, die einen Gewinn erzielen soll. Ausgenommen davon sind landwirtschaftliche und freiberufliche Tätigkeiten. Gewerbliche Einnahmen stammen zum Beispiel aus Einzelhandelsgeschäften, Handwerksbetrieben, Offenen Handelsgesellschaften und anderen Mitunternehmerschaften. Ein Gewerbebetrieb unterliegt sowohl der Einkommensteuer als auch der Gewerbesteuer. Diese richtet sich nach dem Gewinn des Betriebes, und wird teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet. Die gesetzlichen Vorschriften findet man in § 15 EStG.
Einnahmen aus selbständiger Arbeit gemäß § 18 EStG beziehen sich in der Regel auf freiberufliche Tätigkeiten. Diese Einkunftsart wird durch wissenschaftliche, unterrichtende, erzieherische, schriftstellerische oder künstlerische Tätigkeiten erzielt. Eine selbständige Berufstätigkeit wird häufig von Ärzten, Rechtsanwälten, Notaren, Architekten, Ingenieuren, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Übersetzern, Heilpraktikern und Journalisten ausgeführt. Auch sonstige selbständige Tätigkeiten wie Vermögensverwaltung oder Tätigkeiten als Aufsichtsratsmitglied gehören zu dieser Einkunftsart.
Hinweis: Die ersten drei Einkunftsarten werden auch Gewinneinkünfte genannt. Hierbei gibt es verschiedene Arten der Gewinnermittlung.
Bezüge aus nichtselbständiger Arbeit
Eine nichtselbständige Arbeit führen alle Angestellten aus, die ihren Lohn von einem Arbeitgeber beziehen. Als Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit gelten auch Alters- und Invaliditätsbezüge aus einem ehemaligen Dienstverhältnis sowie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Gesetzliche Rentenbezüge zählen jedoch nicht zu dieser Einkunftsart. Im deutschen Steuersystem sind die Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit gemäß § 19 EStG die wichtigste Einkunftsart.
Erträge aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG beinhalten insbesondere Zinsen, z.B. aus Sparguthaben, vergebenen Darlehen und Investmentfonds. Ebenfalls dazu zählen erhaltene Dividenden, Gewinne aus Aktien, Diskontbeträge, Gewinnausschüttungen aus einer GmbH oder Genossenschaft sowie Einnahmen als stiller Gesellschafter. Die Bezüge aus Kapitalvermögen unterliegen der Abgeltungssteuer. Das bedeutet, dass mit dem Einbehalt der Kapitalertragsteuer in Höhe eines pauschalen Steuersatzes von 25 Prozent die Steuern abgegolten sind. Steuerpflichtig sind die Erträge jedoch nur, wenn der Freibetrag in Höhe von 801 Euro bei Ledigen und 1.602 Euro bei Ehepaaren überschritten wird, siehe auch Steuerfreibeträge.
Tipp: Der Steuerpflichtige sollte seiner Bank einen so genanten Freistellungsauftrag einreichen, damit diese die Zinserträge unterhalb des Freibetrags nicht automatisch an das Finanzamt abführt.
Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung von Grundstücken, Zimmern und Wohnungen sind gemäß § 21 EStG steuerpflichtig. Weiterhin zählen zu dieser Einkunftsart auch Erträge aus Vermietungen von Wirtschaftsgütern sowie die temporäre Überlassung von Rechten (zum Beispiel Urheberrechte aus Büchern, Musik, Filmen). Die Ermittlung der Gewinne erfolgt, indem die Werbungskosten (Schuldzinsen, Grundsteuer, Verwalterkosten) von den Mieteinnahmen abgezogen werden.
Sonstige Bezüge gemäß § 22
Alle sonstigen Gewinne sind im Einkommensteuergesetz in § 22 aufgelistet. Unter diese Einkunftsart fallen vorwiegend gesetzliche und private Rentenbezüge, Unterhaltszahlungen, private Veräußerungsgeschäfte, Entschädigungen, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen sowie Abgeordnetenbezüge. Auch die Vermietung beweglicher Gegenstände (Auto, Rasenmäher) fällt unter die sonstigen Einnahmen und ist steuerpflichtig. Allerdings nur dann, wenn die Freigrenze von 256 Euro pro Jahr überschritten wird. Lottogewinne sind steuerfrei, und gehören zu keiner der im Einkommensteuergesetz definierten Einkunftsarten.
Hinweis: Die Einkunftsarten 4 bis 7 werden als Überschusseinkünfte bezeichnet. Zur Ermittlung der Überschusseinkünfte werden die Werbungskosten von den Einnahmen abgezogen.
Steuerfreie Einnahmen laut § 3 Einkommensteuergesetz
Subsidiaritätsprinzip der Einkunftsarten
Das Subsidiaritätsprinzip regelt das Verhältnis der Einkunftsarten zueinander. Die Einkunftsarten 1 bis 4 sind Haupteinkünfte, die gegenüber den Nebeneinkunftsarten 5 bis 7 Vorrang haben. Entstehen im Rahmen einer Haupteinkunftsart auch Gewinne aus einer Nebeneinkunftsart, sind die Einnahmen gemäß den Subsidiaritätsklauseln immer der Haupteinkunftsart zuzuordnen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Landwirt im Rahmen seines landwirtschaftlichen Betriebes Zinseinkünfte erzielt. Seine Gewinne zählen dann zu der Haupteinkunftsart (Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft) und sind keine Bezüge aus Kapitalvermögen.