Source: https://benneberatung.de/2016/06/04/allgemein/die-honorierung-einer-auskunft-an-die-pkv/
Timestamp: 2019-03-19 14:45:47
Document Index: 280598042

Matched Legal Cases: ['§ 612', '§ 631', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1']

Die Honorierung einer Auskunft an die PKV - Benne Beratung
Die Honorierung einer Auskunft an die PKV
4. Juni 2016 /0 Kommentare/in Allgemein /von Nicole Benne
Welche Gebührenposition würden Sie berechnen?
Der Zahnarzt muss den privaten Versicherungen Auskünfte über die geplante oder durchgeführte Behandlung erteilen, wenn vorher eine Schweigepflichtsentbindung vom Patienten erfolgt.
Diese bieten dem Zahnarzt meistens nur ein Honorar nach GOÄ 75 (ausführlicher schriftlicher Krankheitsbericht, 2,3fach zu 17,43 EUR) an.
Eine Auskunft an eine private Versicherungen ist keine medizinisch notwendige Leistungen, daher kommt die GOÄ nicht zur Anwendung, sondern die §§ 612 und 670 BGB. Die Höhe des Honorars orientiert sich am erforderlichen Aufwand. Der Zahnarzt sollte sich keinesfalls auf die Position Ä75 einlassen. Der benötigte Zeitaufwand und damit das Honorar sollten sich am Kostensatz einer Praxisstunde orientieren.
Die Zahnärztekammer Niedersachsen (Stand: Dezember 2009) äußert sich zur Berechnung der Auskunft wie folgt:
„Fordern private Krankenversicherer direkt beim Zahnarzt die weitergehende Ausfüllung umfangreicher Fragebögen oder die Erstellung ausführlicher Bescheinigungen an, kann dies nur auf Grundlage eines eigenständigen Werkvertrages gemäß § 631 ff. BGB erfolgen.
Verlangt ein Patient, auch initiiert durch seine Versicherung, vom Zahnarzt die Beantwortung umfangreicher Anfragen, so ist diese Leistung aufgrund fehlender zahnmedizinischer Notwendigkeit (§ 1 Abs. 2 GOZ) als Leistung auf Verlangen unter Beachtung der Bestimmungen des § 2 Abs. 3 GOZ berechnungsfähig.
In beiden Fällen handelt es sich nicht um eine medizinisch notwendige Heilbehandlung gemäß § 1 Abs. 3 Zahnheilkundegesetz, bzw. § 1 Abs. 2 GOZ/GOÄ.
Die Gebührenpositionen der GOZ/GOÄ kommen daher nicht zur Anwendung, da die genannten Gebührenordnungen den Fall einer Auskunftserteilung an private Krankenversicherungen nicht erfassen.“
Das Honorar sollte vorher zwischen dem Zahnarzt und der privaten Versicherung vereinbart werden.
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