Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201966,%202418
Timestamp: 2019-04-19 03:54:13
Document Index: 172670333

Matched Legal Cases: ['§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211']

'hünenhafter Wüterich'
§§ 211, 212 StGB, Kausalität, Eingreifen eines Dritten;
In der Entscheidung BGH NJW 1966, 1823 hat der Bundesgerichtshof allerdings ausgeführt, daß die Tötung eines Besinnungslosen nicht heimtückisch sein kann, weil dieser dem Angriff nicht entgegenzutreten vermag (…BGH, aaO, S. 1824), d.h. es angesichts seines Zustands auch dann nicht könnte, wenn der Angriff rechtzeitig erkennbar wäre.
So ist im Falle eines Täters, der ein arg- und wehrloses Opfer angreift und dem infolge eines psychischen Ausnahmezustands das Bewußtsein fehlt, die Arg- und Wehrlosigkeit zur Tötung auszunutzen, aus diesem Grunde eine heimtückische Tatbegehung verneint worden (vgl. BGHSt 6, 120; BGH NJW 1966, 1823; BGH bei Dallinger MDR 1967, 726; BGH bei Holtz MDR 1978, 805 und 1979, 455).
Dabei kann dahingestellt bleiben, was die Feststellung der Strafkammer, bei Holger Sch. habe "inzwischen die volle Wirkung des zuvor genossenen Alkohols eingesetzt", besagen soll: Auch wenn er besinnungslos war, kann er nicht als arglos angesehen werden (BGH NJW 1966, 1823), zumal er Argwohn hegte, bevor ihm die Sinne schwanden.
Das Qualifikationsmerkmal der Heimtücke scheidet aus, weil ein Bewußtloser zwar wehrlos, aber (anders als der Schlafende) nicht arglos ist (BGHSt 23, 119, 120; BGH NJW 1966, 1823, 1824).
Nur wenn das der Fall war, hat er sie "ausgenutzt" (vgl. BGHSt 6, 120, 121; 6, 329, 331; BGH NJW 1966, 1823, 1824; 1978, 709, 710;… BGH GA 1979, 337, 339; BGH…, Urt. vom 21. Juni 1978 - 3 StR 56/78 - bei Holtz MDR 1978, 805;… LK 10. Aufl. § 211 Rdn. 47).