Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/negativattest-313753
Timestamp: 2019-11-17 23:32:25
Document Index: 281808870

Matched Legal Cases: ['§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123']

Nega­ti­vat­test | Rechtslupe
Nega­ti­vat­test
Ein sog. Nega­ti­vat­test, d.h. eine durch Ver­wal­tungs­akt getrof­fe­ne Ent­schei­dung der zustän­di­gen Behör­de, dass ein ihr mit­ge­teil­tes Rechts­ge­schäft kei­ner Geneh­mi­gung bedarf, kann einer Geneh­mi­gung gleich­ge­stellt wer­den, wenn der gesetz­li­che Geneh­mi­gungs­vor­be­halt aus­schließ­lich dem Schutz öffent­li­cher und nicht dem Schutz pri­va­ter Inter­es­sen dient.
Auch in die­sem Fall ist es frei­lich erfor­der­lich, dass ein Nega­ti­vat­test (also ein Ver­wal­tungs­akt) der zustän­di­gen Behör­de exis­tiert und nicht bloß eine schriflti­che Aus­kunft. Die Fra­ge, ob die Äuße­rung einer Behör­de einen Ver­wal­tungs­akt dar­stellt, ist in ent­spre­chen­der Anwen­dung der §§ 133, 157 BGB nach den Grund­sät­zen zu bestim­men, die für die Aus­le­gung von Wil­lens­er­klä­run­gen gel­ten. Danach rich­tet sich die Aus­le­gung nach dem erklär­ten Wil­len der erlas­sen­den Behör­de, wie ihn der Emp­fän­ger bei objek­ti­ver Wür­di­gung ver­ste­hen konn­te 1.
Maß­geb­lich sind inso­weit zunächst für die Umstän­de, die für die Abgren­zung zwi­schen einem Ver­wal­tungs­akt und einer blo­ßen Rechts­aus­kunft 2 oder einer behörd­li­chen Beschei­ni­gung 3 von Bedeu­tung sind.
Gegen die Ein­stu­fung als Ver­wal­tungs­akt spricht dabei nach Auf­fas­sung des BGH, dass das Schrei­ben nicht als Ver­wal­tungs­akt oder Bescheid bezeich­net ist, weder einen abge­ho­be­nen Ent­schei­dungs­satz noch eine Begrün­dung oder eine Rechts­mit­tel­be­leh­rung ent­hält und nicht, wie bei auf­sichts­be­hörd­li­chen Geneh­mi­gun­gen erfor­der­lich 4, an die betrof­fe­ne Gemein­de (als Adres­sat der eigent­lich erfor­der­li­chen auf­sichts­be­hörd­li­chen Geneh­mi­gung) gerich­tet ist.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2009 – XI ZR 286/​08
Der von einem Pri­va­ten erlas­se­ne Ver­wal­tungs­akt Es bedarf einer geson­der­ten gesetz­li­chen Grund­la­ge, wenn eine GmbH als pri­va­ter Geschäfts­be­sor­ger mit dem Erlass von Beschei­den beauf­tragt wer­den soll. Fehlt die­se beson­de­re gesetz­li­che Ermäch­ti­gung,…
BGH, Urteil vom 14.06.2007 – I ZR 125/​04, WM 2007, 2168, Tz. 16[↩]
vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 28.01.1969 – VI ZR 231/​67, NJW 1969, 922, 925[↩]
vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 03.04.1985 – I ZR 29/​83, WM 1985, 1405[↩]
BGHZ 142, 51, 65; OLG Jena, OLGR Jena 2001, 539, 542; Gund­lach, LKV 2001, 203, 204; Wachsmuth/​Oehler, Thü­rin­ger Kom­mu­nal­recht, Stand August 2008, 1.4.0, § 123 Anm. 4 und 6[↩]
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