Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.12.2010&Aktenzeichen=XII%20ZR%2019/09
Timestamp: 2019-07-19 19:48:52
Document Index: 109804158

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', 'BGH', '§ 33', '§ 33', '§ 33', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 33', 'BGH', '§ 8', '§ 33', '§ 44', '§ 33', 'BGH', 'BGH', '§ 1578', 'BGH']

BGH, 01.12.2010 - XII ZR 19/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,4170
BGH, 01.12.2010 - XII ZR 19/09 (https://dejure.org/2010,4170)
BGH, Entscheidung vom 01.12.2010 - XII ZR 19/09 (https://dejure.org/2010,4170)
BGH, Entscheidung vom 01. Dezember 2010 - XII ZR 19/09 (https://dejure.org/2010,4170)
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§ 33 Abs 1 SGB 2 vom 20.07.2006, § 33 Abs 1 S 2 SGB 2
Grundsicherung für Arbeitsuchende: Übergang von Unterhaltsansprüchen nach altem Recht
Anspruchsübergang gem. § 33 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) i.d.F. vom 20.06.2006 bei Nichterhalt von Leistungen durch den Berechtigten selbst und dadurch erhöhter Leistung an die Bedarfsgemeinschaft des Berechtigten; Anspruchsübergang gem. § 33 Abs. 1 S. 2 SGB II i.d.F. vom 01.01.2009 bei Nichterhalt von Leistungen durch den Berechtigten selbst und dadurch erhöhter Leistung an die Bedarfsgemeinschaft des Berechtigten; Geltung des § 33 Abs. 1 S. 2 SGB II i.d.F. vom 01.01.2009 für vor Inkrafttreten der Neuregelung erbrachte Leistungen nach dem SGB II
Sozialrecht - Anwendbarkeit einer Neufassung über Anspruchsübergang in SGB II
Anspruchsübergang nach § 33 SGB II
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 01.12.2010, Az.: XII ZR 19/09 (Anspruchsübergang auf Jobcenter)" von RiAG Ulrich Rake, original erschienen in: ZFE 2011, 148.
AG Bad Freienwalde, 18.06.2008 - 60 F 65/08
NJW-RR 2011, 145
MDR 2011, 227
FamRZ 2011, 197
Hinsichtlich des Anspruchsübergangs nach § 33 SGB II wird auf das Senatsurteil vom 1. Dezember 2010 (XII ZR 19/09 - zur Veröffentlichung bestimmt) hingewiesen.
§ 33 Abs. 1 Satz 2 SGB II in der seit dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung gilt nicht für Leistungen nach dem SGB II, die vor Inkrafttreten der Neuregelung erbracht worden sind (im Anschluss an Senatsurteil vom 1. Dezember 2010, XII ZR 19/09, FamRZ 2011, 197).
Die Klägerin ist deshalb berechtigt, den übergegangenen Anspruch im eigenen Namen geltend zu machen und Zahlung an sich zu verlangen (so bereits für die Arbeitsgemeinschaft: Senatsurteil vom 1. Dezember 2010 - XII ZR 19/09 - FamRZ 2011, 197 Rn. 11).
Denn es fehlt an der nach § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB II in der seinerzeit maßgebenden Fassung erforderlichen Personenidentität zwischen ursprünglichem Anspruchsberechtigten und Hilfeempfänger (vgl. Senatsurteil vom 1. Dezember 2010 - XII ZR 19/09 - FamRZ 2011, 197 Rn. 16 ff.).
Denn vor dem 1. Januar 2009 bestand keine Rechtsgrundlage für einen Anspruchsübergang hinsichtlich solcher Leistungen, die der Träger anderen Mitgliedern der Bedarfs- bzw. Haushaltsgemeinschaft erbracht hat (Senatsurteil vom 1. Dezember 2010 - XII ZR 19/09 -FamRZ 2011, 197 Rn. 29 ff.).
LSG Sachsen-Anhalt, 24.06.2014 - L 4 AS 798/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Auskunftspflicht Dritter - rechtswidriges …
Dies entspreche auch der zivilrechtlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 1. Dezember 2010, XII ZR 19/09).
Hinsichtlich der Höhe des Anspruchsübergangs gilt deshalb zum einen, dass der Unterhaltsanspruch stets nur bis zur Höhe der geleisteten Aufwendungen übergeht (dazu bereits BGH Urteil vom 1.12.2010 - XII ZR 19/09 - FamRZ 2011, 197 = juris RdNr 18) .
Soweit sie die Auffassung vertritt, die Klage sei wegen fehlender Parteifähigkeit der ARGE unzulässig gewesen, ist dies unbehelflich (vgl. allerdings zur Rechts- und Parteifähigkeit einer ARGE Senatsurteil vom 1. Dezember 2010 - XII ZR 19/09 - FamRZ 2011, 197 Rn. 10 und BGH Urteil vom 22. Oktober 2009 - III ZR 295/08 - MDR 2010, 167 Rn. 10).
Der Antragsteller ist als Träger der Leistungen nach dem SGB II verfahrensfähig (BGH, FamRZ 2011, 197,).
Eine Rückwirkung der Gesetzesänderung ab 1.1.2009 kommt nicht in Betracht (vgl. BGH, FamRZ 2011, 197).
Haben Personen, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen, für die Zeit, für die Leistungen erbracht werden, einen Anspruch gegen einen anderen, der nicht Leistungsträger ist, so geht der Anspruch bis zur Höhe der an sie geleisteten Aufwendungen auf die Träger der Leistungen nach dem SGB II über, wenn bei rechtzeitiger Leistung des anderen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht erbracht worden wären, § 33 Abs. 1 S. 1 SGB II. Es handelt sich hierbei um einen gesetzlichen Forderungsübergang, welcher der Höhe nach auf die erbrachten Leistungen beschränkt ist (BGH, NJW-RR 2011, 145 (146);… Klinkhammer, in: Wendl/Dose, Das Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis, 8. Auflage 2011, § 8 Rn. 239).
Unbeschadet der Frage, ob eine Arbeitsgemeinschaft selbst Leistungsträger im Sinne des § 33 Abs. 1 S. 1 SGB II ist, folgt aus § 44 b SGB II a. F., dass sie berechtigt ist, den übergegangenen Anspruch im eigenen Namen geltend zu machen (…Grothe-Seifert, JurisPK-SGB II, 3. Aufl. 2011, Rz. 72 zu § 33; Scholz, FamRZ 2006, 1417 ff. (1424); OLG Zweibrücken, NJW 2007, 2779; BGH, Urteil vom 01.12.2010, Az. XII ZR 19/09; BGH, Urteil vom 12.12.2007, Az. XII ZR 23/06).
Der angemessene Lebensbedarf gemäß § 1578b Abs. 1 BGB bestimmt sich nach der Lebensstellung, die der Unterhaltsberechtigte ohne die Ehe und die damit verbundenen Nachteile erlangt hätte (BGH FamRZ 2011, 197; 2010, 2059 und 1633).