Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20RKn%2035/78
Timestamp: 2020-08-15 03:21:46
Document Index: 90428514

Matched Legal Cases: ['§ 182', '§ 182', '§ 33', '§ 33', '§ 182', '§ 182', '§ 33', '§ 182', '§ 54', 'BGH', '§ 182', '§ 33', '§ 33', '§ 31', '§ 11', '§ 187', '§ 182', '§ 182', '§ 182', '§ 33', '§ 33', '§ 34', '§ 33', '§ 182', '§ 33', '§ 33', '§ 182']

BSG, 25.02.1981 - 5a/5 RKn 35/78 - dejure.org
https://dejure.org/1981,1760
BSG, 25.02.1981 - 5a/5 RKn 35/78 (https://dejure.org/1981,1760)
BSG, Entscheidung vom 25.02.1981 - 5a/5 RKn 35/78 (https://dejure.org/1981,1760)
BSG, Entscheidung vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78 (https://dejure.org/1981,1760)
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Erstattung von Unterhaltskosten für einen Blindenführhund; Verwaltungsakt mit Dauerwirkung
Eigenschaft des Blindenführhundes als Hilfsmittel
BSGE 51, 206
Der Anspruch auf ein Hilfsmittel umfaßt nach der Rechtsprechung des BSG aber noch weitergehend alles, was erforderlich ist, um dem Versicherten den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Hilfsmittels zu ermöglichen" (…BSG SozR 3-2200 § 182b Nr. 3 (Geräteschrank für Rollstuhl); BSGE 51, 206 = SozR 2200 § 182b Nr. 19 (Unterhaltskosten für Blindenführhund), BSG SozR 3-2500 § 33 Nr. 11 (Kosten einer gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung für Elektrorollstuhl)).
Der Blindenführhund ist ein Hilfsmittel im Sinne des § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V ( BSG, Urteil vom 25. Februar 1981- 5a/5 RKn 35/78, BSGE 51, 206 ; vgl Hilfsmittelkatalog Produktnummer 99.99.01.0001).
Der Blindenführhund ist nach der Rechtsprechung des BSG unmittelbar auf den Ausgleich der Behinderung selbst gerichtet (BSG, Urteil vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78, BSGE 51, 206 ).
Dieser Funktionsausgleich soll unmittelbar diese Behinderung betreffen und nicht erst bei den Folgen der Behinderung in bestimmten Lebensbereichen einsetzen (BSG, Urteil vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78, BSGE 51, 206; auch LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 10. Mai 2012 - L 11 KR 804/11; LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 2. Oktober 2013 - L 5 KR 99/13; SG Bremen, Urteil vom 24. Mai 2016 - S 4 KR 153/15 -).
Ein nur mittelbarer Ersatz der ausgefallenen Funktionen in einem funktionell und räumlich eingeschränkten Teilbereich reicht deshalb aus, um die Hilfsmitteleigenschaft eines Gegenstandes annehmen zu können (vgl BSGE 51, 206, 207 = SozR 2200 § 182b Nr. 19;… BSG SozR 2200 § 182 Nr. 12, 13, 17, 20, 29 und 37;… SozR 3-2500 § 33 Nr. 13).
Der Anspruch erstreckt sich vielmehr grundsätzlich auf all dasjenige, was erforderlich ist, um dem Versicherten den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Hilfsmittels zu ermöglichen, zB auf die Erstausstattung eines Hörgerätes mit Batterien (…vgl BSGE 46, 183 = SozR 2200 § 182b Nr. 7;… aus dem Bereich der Sozialhilfe BSGE 103, 171 = SozR 4-3500 § 54 Nr. 5; abweichend im Bereich der privaten Krankenversicherung BGH Beschluss vom 13.5.2009 - IV ZR 217/08, juris) , auf die Unterhaltskosten für einen Blindenführhund (BSGE 51, 206, 209 = SozR 2200 § 182b Nr. 19 S 53 f) , die Kosten der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung für einen Elektrorollstuhl (…BSG SozR 3-2500 § 33 Nr. 11) sowie Energiekosten für das Wiederaufladen des Akkus eines Elektrorollstuhls (…BSGE 80, 93, Leitsatz und S 95 = SozR 3-2500 § 33 Nr. 24, Leitsatz und S 137 f;… ebenso für den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung BSG SozR 4-2700 § 31 Nr. 1;… für das soziale Entschädigungsrecht BSG SozR 3-3100 § 11 Nr. 6; vgl auch aus dem Bereich des Beamtenversorgungsrechts BayVGH Beschluss vom 10.4.2008 - 3 B 04.86, juris ).
Hilfsmittel unterschieden sich nach ursprünglicher Vorstellung von den Heilmitteln dadurch, daß sie nicht der therapeutischen Einflußnahme dienen, sondern nach beendetem Heilverfahren zur Erhaltung oder Herstellung der Arbeitsfähigkeit erforderlich sind, um bestehende körperliche Defekte auszugleichen (vgl den durch das RehaAnglG aufgehobenen § 187 Nr. 3 RVO), wobei es genügte, daß "die beeinträchtigte bzw erschwerte Funktion ermöglicht, ersetzt, erleichtert oder ergänzt wird" (BSGE 51, 206, 207 = SozR 2200 § 182b Nr. 19).
Ein nur mittelbarer Ersatz der ausgefallenen Funktionen in einem funktionell und räumlich eingeschränkten Teilbereich reicht deshalb aus, um die Hilfsmitteleigenschaft eines Gegenstandes annehmen zu können (vgl BSGE 51, 206, 207 = SozR 2200 § 182b Nr. 19;… BSG SozR 2200 § 182b Nr. 12, 13, 17, 20, 29 und 37;… SozR 3-2500 § 33 Nr. 13).
Der Blindenführhund ist nach älterer Rechtsprechung des 5a. Senats des BSG unmittelbar auf den Ausgleich der Behinderung selbst gerichtet (BSG, Urteil vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78, BSGE 51, 206 ).
Dieser Funktionsausgleich soll unmittelbar diese Behinderung betreffen und nicht erst bei den Folgen der Behinderung in bestimmten Lebensbereichen einsetzen (BSG, Urteil vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78, BSGE 51, 206; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 10. Mai 2012 - L 11 KR 804/11; LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 2. Oktober 2013 - L 5 KR 99/13; SG Bremen, Urteil vom 24. Mai 2016 - S 4 KR 153/15 -).
Der Blindenführhund sei ein Hilfsmittel im Sinne des § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V (Hinweis auf BSG 25.02.1981 5a/5 RKn 35/78) und nicht nach § 34 Abs. 4 SGB V ausgeschlossen.
Der Blindenführhund sei unmittelbar auf den Ausgleich der Behinderung selbst gerichtet (Hinweis auf BSG 25.02.1981, a.a.O.).
Im Gegensatz zum Blindenführhund, der nach der Rechtsprechung des BSG dem unmittelbaren Behinderungsausgleich iSv § 33 Abs. 1 Satz 1 Alt 3 SGB V dient, weil er die durch die Blindheit erschwerte Orientierungsfähigkeit und damit die erschwerte Möglichkeit der unbehinderten Fortbewegung ausgleicht und damit einen Funktionsausgleich bietet, der unmittelbar die Behinderung betrifft und nicht erst bei den Folgen der Behinderung in bestimmten Lebensbereichen einsetzt ( BSG, Urteil vom 25. Februar 1981 - 5a/5 RKn 35/78 - BSGE 51, 206, 207 f mwN) dient der Assistenzhund oder Begleithund nicht der Herstellung oder Verbesserung einer beeinträchtigten Körperfunktion und dient damit nicht dem unmittelbaren Behinderungsausgleich (vgl . LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 16. November 2016 - L 4 VG 15/15).
Zwar ist der Blindenführhund ein Hilfsmittel iS der gesetzlichen Krankenversicherung (vgl BSGE 51, 206 = SozR 2200 § 182b Nr. 19), für den auch die Unterhaltskosten zu übernehmen sind (…vgl BSGE 79, 261 = SozR 3-2500 § 33 Nr. 21;… BSG SozR 3-2500 § 33 Nr. 24), dies gilt jedoch nicht für eine Führperson (…vgl BSG SozR 2200 § 182b Nr. 8, 31).
BSG, 27.11.1990 - 3 RK 31/89
BSG, 13.05.1982 - 8 RK 8/81
Mongoloider Harn- und Stuhlinkontinenz - Ausgleich einer körperlichen Behinderung
BSG, 22.05.1984 - 8 RK 27/83
Hilfsmittel iS der Krankenversicherung - Eingliederungshilfe nach BSHG
LSG Nordrhein-Westfalen, 17.08.2016 - L 11 KR 566/15
Krankenversicherungsrecht; Kosten für orthopädische Schuhspanner; Ordnungsgemäße …
BSG, 16.10.1981 - 5b/5 RJ 36/80
Zulässigkeit der Berufung - Anspruch auf Tuberkulosehilfe für eine …
SG Frankfurt/Main, 01.02.2002 - S 25 KR 2166/99
Krankenversicherung - Versorgung mit Blindenführhund - analoge Anwendung der §§ …
SG Marburg, 27.05.2004 - S 6 KR 108/03
Krankenversicherung - Kostenübernahme - Ausbildung eines Blindenführhundes - …
SG Frankfurt/Main, 21.01.2002 - S 25/KR 2166/99
SG Gießen, 17.03.1993 - S 9/Kr-577/92