Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=23%20U%2024/15
Timestamp: 2018-08-17 03:37:06
Document Index: 304861877

Matched Legal Cases: ['§ 488', '§ 355', '§ 14', 'BGH', 'BGH', '§ 355', 'BGH', '§ 355', '§ 357', '§ 495', '§ 357', '§ 490', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 355', 'BGH', 'BGH']

OLG Frankfurt, 02.09.2015 - 23 U 24/15 - dejure.org
Rückzahlung von Vorfälligkeitsentschädigung und Bearbeitungsgebühr nach Widerruf eines Verbraucherdarlehensvertrages
BGB § 488 Abs. 1; BGB § 355; BGB-InfoV § 14 Abs. 1
Widerruf von Darlehen: Verbraucherrechte gestärkt
Recht zum Widerruf bei Verbraucherkrediten gestärkt
Keine Verwirkung des Widerrufsrechts bei Verbraucherdarlehen
Widerruf von Darlehen - Verbraucherstellung gestärkt
Darlehenswiderruf: Verbraucherrechte gestärkt
Widerruf von Darlehen: Rechte der Verbraucher gestärkt
Widerrufsrecht bei Verbraucherkrediten gestärkt
Derjenige, der eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet, muss mithin regelmäßig mit der Ausübung des Widerrufsrechts rechnen (vgl. (BGH…, Urteil vom 07.05.2014, Az. IV ZR 76/11, BGHZ 201, 101-121, Juris Rn. 39; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015, Az. 23 U 24/15, Juris Rn. 42).
Allein der Umstand, dass ein Berechtigter bis zur Ausübung eines ihm eingeräumten Gestaltungsrechts den bestehenden Vertrag anerkennt, kann der Geltendmachung von Rechten nach der Ausübung grundsätzlich nicht entgegenstehen (OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015, Az. 23 U 24/15, Juris Rn. 42), da andernfalls die vom Gesetzgeber in § 355 Abs. 3 S. 3 BGB a. F. getroffene Regelung in ihr Gegenteil verkehrt würde (vgl. OLG Hamm…, Beschluss vom 17.03.2015, Az. 31 U 40/15, Juris Rn. 7).
Sie haben mit dieser Vereinbarung eine Änderung des Darlehensvertrages in dem Sinne herbeigeführt, dass sie den vertraglich vereinbarten Erfüllungszeitpunkt vorverlagert haben (vgl. BGH, Urteil vom 1. Juli 1997 - XI ZR 267/96; OLG Stuttgart, Urteil vom 29. September 2015 - 6 U 21/15 -, Rn 51 ff; OLG Hamm, Urteil vom 25. März 2015 - I 31 U 155/14 - Rn 15; OLG Karlsruhe, Urteil vom 27. Februar 2015 - 4 U 144/14, Rn 9; OLG Brandenburg, Urteil vom 17. Oktober 2012 - 4 U 194/11 - Rn 31; OLG Koblenz, Beschluss vom 26. Mai 2015 - 8 U 1096/14 - OLG Frankfurt, Beschluss vom 2. September 2015 - 23 U 24/15 -, Rn 24; anderer Auffassung: OLG Frankfurt, Beschluss vom 4. April 2016 - 17 U 199/15 -, zitiert nach juris).
Ein solches besonderes Vertrauen könne nicht allein darin gesehen werden, dass das Darlehen bis zum Zeitpunkt des Widerrufs bedient worden sei (vgl. OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 02.09.2015, 23 U 24/15, unveröffentlicht).
Hinzu komme, dass der Verbraucher sein Widerrufsrecht ohne besondere Begründung ausüben könne, § 355 Abs. 1 Satz 2 BGB a.F. (vgl. OLG Frankfurt am Main , Beschluss vom 02.09.2015, 23 U 24/15, unveröffentlicht).
In Bezug auf die Frage der Verwirkung und des Rechtsmissbrauchs sei auf den Beschluss des OLG Frankfurt am Main vom 02.09.2015 (23 U 24/15) verwiesen.
Unabhängig davon bliebe ein Widerrufsrecht selbst dann von der sog. Aufhebungsvereinbarung unberührt, wenn die Darlehensverträge hierdurch aufgehoben worden wären (ebenso OLG Hamm…, Urteil vom 25.03.2015 - 31 U 155/14, juris Rn. 15 m.w.N.;… Urteil vom 04.11.2015 - 31 U 64/15, juris Rn. 24 m.w.N.; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, juris Rn. 23).
Soweit auch in der obergerichtlichen Rechtsprechung vertreten worden ist, der Darlehensnehmer, der seine auf Abschluss eines Darlehensvertrags gerichtete Willenserklärung wirksam widerrufen hat, habe gemäß §§ 357 Abs. 1, 346 Abs. 1 BGB a.F. einen Anspruch auf Rückgewähr der aufgrund einer gesonderten Vereinbarung an die Bank gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung (OLG Düsseldorf, Urteil vom 17.04.2015 - 17 U 127/14, juris Rn.16; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, juris Rn. 21; OLG Stuttgart…, Urteil vom 29.09.2015 - 6 U 21/15, juris Rn. 72; OLG Hamm…, Urteil vom 04.11.2015 - 31 U 64/15, juris Rn. 21; OLG Frankfurt…, Urteil vom 27.01.2016 - 17 U 16/15, juris Rn. 36; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 29.01.2016 - 7 U 21/15, juris Rn. 58), teilt der Senat diese Rechtsauffassung nicht.
Zwar können grundsätzlich auch unbefristete Gestaltungsrechte wie das Widerrufsrecht im Falle illoyaler Verspätung der Verwirkung unterliegen (OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015, Az. 23 U 24/15, Juris Rn. 42).
Die mit dem Vorfälligkeitsentgelt vorzeitig geleisteten Darlehenszinsen sind im Rahmen des Rückabwicklungsverhältnisses nach §§ 495 Abs. 1, 491 Abs. 1; 355 BGB a.F. aus §§ 357, 358, 346ff. BGB a.F. rückabzuwickeln (OLG Frankfurt am Main, Beschl. v. 02.09.2015 -23 U 24/15).
Die vorzeitige Ablösung eines Darlehens durch den Verbraucher mit der Folge eines gesetzlichen Anspruchs des Darlehensgebers auf Vorfälligkeitsentschädigung gemäß § 490 Abs. 3 S.3 BGB steht dem späteren Widerruf mit der Folge der Rückabwicklung jedenfalls nicht generell entgegen, wenn der Darlehensnehmer sein Wahlrecht zwischen Kündigung und Widerruf bereits mangels ausreichender Belehrung über sein Widerrufsrecht - wie hier - gerade nicht sachgerecht ausüben konnte (OLG Frankfurt am Main, Beschl. v. 02.09.2015 - 23 U 24/15, OLG Frankfurt, Beschl.v. 10.03.2014 - 17 W 11/14, unter Verweis auf BGH NJW 2013, 3776 [BGH 16.10.2013 - IV ZR 52/12] [zu einem Widerrufsrecht gemäß § 8 Abs. 4 VVG a.F.], vgl. auch BGH NJW 2014, 2646 [BGH 07.05.2014 - IV ZR 76/11] ).
Allein der Umstand, dass ein Berechtigter bis zur Ausübung eines ihm eingeräumten Gestaltungsrechts den bestehenden Vertrag anerkennt, kann der Geltendmachung von Rechten nach der Ausübung grundsätzlich nicht entgegenstehen (Senat…, Urteil vom 27.01.2016, Az. 17 U 16/15, Rn. 34, juris; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015, Az. 23 U 24/15, Juris Rn. 42), da andernfalls die vom Gesetzgeber in § 355 Abs. 3 S. 3 BGB a. F. getroffene Regelung in ihr Gegenteil verkehrt würde (vgl. OLG Hamm…, Beschluss vom 17.03.2015, Az. 31 U 40/15, Juris Rn. 7).
Zwar können grundsätzlich auch unbefristete Gestaltungsrechte wie das Widerrufsrecht im Falle illoyaler Verspätung der Verwirkung unterliegen (OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, Juris Rn. 42).
Derjenige, der eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet, muss mithin regelmäßig mit der Ausübung des Widerrufsrechts rechnen (vgl. (BGH…, Urteil vom 07.05.2014 - IV ZR 76/11, BGHZ 201, 101-121, Juris Rn. 39; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, Juris Rn. 42).
Demzufolge kann allein der Umstand, dass ein Berechtigter bis zur Ausübung eines ihm eingeräumten Gestaltungsrechts den bestehenden Vertrag anerkennt, der Geltendmachung von Rechten nach der Ausübung daher nicht entgegenstehen (OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, Juris Rn. 42).
Unabhängig davon bliebe ein Widerrufsrecht selbst dann von der o.g. Vereinbarung unberührt, wenn die Darlehensverträge hierdurch aufgehoben worden wären (ebenso OLG Hamm…, Urteil vom 25.03.2015 - 31 U 155/14, juris Rn. 15 m.w.N.;… Urteil vom 04.11.2015 - 31 U 64/15, juris Rn. 24 m.w.N.; OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.09.2015 - 23 U 24/15, juris Rn. 23).
OLG Bremen, 26.02.2016 - 2 U 92/15
Verwirkung des Widerrufsrechts für einen Darlehensvertrag - sonstiges Zivilrecht; …
OLG Brandenburg, 16.11.2016 - 4 U 124/16
Verbraucherdarlehensvertrag: Ausschluss des fernabsatzrechtlichen Widerrufsrechts
OLG Köln, 18.05.2017 - 12 U 88/16
LG Wiesbaden, 02.09.2016 - 7 O 240/15
LG Zweibrücken, 05.08.2016 - 1 O 237/15