Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/60823,20.html
Timestamp: 2019-09-16 03:30:02
Document Index: 136075427

Matched Legal Cases: ['§ 20', 'BGH', '§211', '§211', '§ 24', 'BGH', '§211']

Verfasst am: 24 März 2006 - 23:14:14 Titel:
Unabhängig von Rücktrittsfragen liegt jedenfalls psychische Beihilfe durch positives Tun, Bestärkung des Tatentschlusses, vor (wenn man mit der ganz hM die Rechtsfigur bejaht); die Frage nach Beihilfe durch Unterlassen und Garantenstellung dürfte sich auch insoweit nicht stellen.
Verfasst am: 24 März 2006 - 23:28:15 Titel:
Taktisch gesehen würde ich allerdings dazu raten über Teilnahme erst was zu schreiben, wenn man Sicherheit über die Täterschaft hat.
Damit man nicht mitten in der Hausarbeit auf einmal aufgrund einer Eingebung überrascht wird, daß jemand, der als Teilnehmer geprüft wird, ja doch als Täter in Frage kommt und Ähnlichen.
Direkt gefragt ist mir jetzt nicht ersichtlich wie der B durch sein Nichteingreifen die Hauptat fördert. Aber vielleicht hat ja da jemand ne andere Idee.
Verfasst am: 25 März 2006 - 08:30:12 Titel:
Direkt gefragt ist mir jetzt nicht ersichtlich wie der B durch sein Nichteingreifen die Hauptat fördert. Aber vielleicht hat ja da jemand ne andere Idee.[/quote]
im SV steht ja "Dem Gedanke, auch den C zur Umkehr zu bewegen, gibt der B NICHT nach, OBWOHL er ihn für [color=red]aussichtsreich[/color] hält; vielmehr WILL der B dem Schicksal seinen Lauf lassen.
B nimmt es doch billigend in kauf das der F von C erschossen werden könnte, demnach ist doch dolus eventualis bzg. der tötung des O gegeben.
denn hätte der B den C von dem gemeinsamen plan abbringen können, dann hätte der C auch den O nicht erschossen
B hätte es doch zumindest versuchen müssen, den C von dem gemeinsamen plan abzubringen. stattdessen will der B dem schicksal lieber seinen lauf lassen.
Hässlichfelder
Verfasst am: 25 März 2006 - 10:29:37 Titel:
Hi...auch ich schreibe die HA;
mein größtes Problem: Kann eine Mittäterschaft des B bejaht werden, obwohl er seinen Tatentschluss noch vor Eintritt ins Versuchsstadium zurückzieht? Nach Kühl, § 20 Rn 105 nicht. Oder verstehe ich Kühl falsch?
anderes Problem: Wie komme ich zur Rücktrittsdiskussion bei B?
Vielleicht wisst ihr mehr....
Verfasst am: 25 März 2006 - 12:15:07 Titel:
Ich empfehle hier einfach mal noch neben dem bereits genannten Rose Rosahl und Hoferbenfall den sogenannten Heckesturzfall des BGH. Da kommt die Problematik der psychischen Beihilfe vor und hat meines Erachtens ein interessantes Urteil als Folge.
Dann mal weiter. Ich kenne Prof. Kreß recht gut, und soweit ich weiß ist es ja er der diese Hausarbeit stellt.
Achtet auf die Probleme des "anstiftenden" Täters, auf die beiden ausführenden. In diesem zusammenhang müsst ihr auf jeden Fall die Abgrenzung von §§211 zu 212 ziehen.
Weiterhin sind die verschiedenen Motive für die Tat zu beachten, da kommt ihr dann zu den unterschiedlichen Mordmerkmalen der ersten bis dritten Kategorie.
Letztlich fällt mir dann noch ganz allgemein der Streit zur Aberatio Ictus ein. Kommt zwar bei Rose Rosahl schon vor, ist dennoch nicht zu unterschätzen.
Das wars fürs erste. Ich werd mich noch ein wenig mit dem Fall beschäftigen.
P.S. 35 Seiten sind jenachdem wie ausführlich ihr die gesamten Theorien zu den verschiedenen Bereichen behandelt durchaus realistisch. Freut euch schonmal auf die Abgrenzung §§211 zu 212 und den Zoff zwischen Rechtsprechung und Lehre
Verfasst am: 25 März 2006 - 12:25:09 Titel:
Nach hM richtet sich der "Rücktritt im Vorbereitungsstadium" nicht etwa nach § 24 II, sondern nach allgemeinen Zurechnungs- und Teilnahmeregeln. Danach kommt es grundsätzlich darauf an, ob der Tatbeitrag des Rücktrittswilligen noch fortwirkt. so daß er dann - je nach Gewicht und Abgrenzungskriterium - zumindest als Gehilfe für die vollendete Tat einstehen muß (hier: Psychische Beihilfe?). Zu dieser hM wird ua auch Kühl zitiert.
Einzelheiten auch bei Wessels/Beulke, Rn. 650; Beulke, Klausurenkurs I, Rn. 197; sowie insbesondere BGHst 28, 346 (auf Grundlage der Animustheorie, versteht sich).
Verfasst am: 25 März 2006 - 12:31:42 Titel:
Freut euch schonmal auf die Abgrenzung §§211 zu 212 und den Zoff zwischen Rechtsprechung und Lehre
...ist übrigens bei Hillenkamp, BT, Problem Nr.1
Schöne Zusammenfassung auch im oben verlinkten Fall.
Verfasst am: 25 März 2006 - 13:48:37 Titel:
als weiteren Buchtipp kann man auch noch den Roxin nennen.
Die ganzen Probleme des AT werden hier sehr ausführlich dargestellt. Lohnt sich auf jeden Fall für einige Zitate.
Die Problematik des Rücktritts bei mehreren Beteiligten wird natürlich auch dargestellt, genauso wie die Probleme im Zusammenhang der Anstiftung/mittelbare Täterschaft, die ja hier auch angesprochen werden kann.
Muss man halt mal schauen wie "überlegen" der A dem B und C gegenüber ist...
Verfasst am: 25 März 2006 - 17:22:30 Titel:
...wie die Probleme im Zusammenhang der Anstiftung/mittelbare Täterschaft, die ja hier auch angesprochen werden kann.
Angesichts des Verantwortungsprinzips wird man heutzutage bei einer solchen Konstellation nicht mehr ernsthaft über mittelbare Täterschaft bzw. Tatherrschaft kraft überlegenen Wollens nachdenken können; Strafbarkeitsdefizite, Irrtümer, eine Notlage oder eine beachtliche Drohung oä für die Haupttäter sind nicht ersichtlich.
Mittäterschaft hingegen käme durchaus in Betracht, weil A immerhin durch die Planung im Vorbereitungsstadium einen Tatbeitrag geleistet hat.
Für die enge Variante der Tatherrschaftslehre ist der Weg dahin allerdings verschlossen, weil es sich nicht um einen Tatbeitrag im Ausführungsstadium handelt; nach der subjektiven Theorie und der normalen Tatherrschaftslehre könnte man darüber nachdenken - fraglich ist aber, ob die Kriterien wirklich passen. Auch würde man sich einige interessante Probleme abschneiden, was wohl nicht gewollt ist.
Verfasst am: 27 März 2006 - 22:37:51 Titel: Rücktritt des B
Schreibe ebenfalls die Hausarbeit.
Hab jetzt eben das hier überflogen und frag mich gerade ob wirklich ein Rücktritt des B erörtert werden muss.
Bin gerade dabei den Versuch des B zu prüfen und meine das dieser schon gar nicht gegeben ist da es am unmittelbaren Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung fehlt... oder wie seht ihr das?