Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2005.00612.html
Timestamp: 2020-07-15 06:06:52
Document Index: 225262926

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 28', 'Art. 15', 'Art. 8', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 15', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 61', '§ 34', '§ 8']

kantone/zh_sozverger/IV.2005.00612.html
IV.2005.00612
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg
Rämistrasse 5, Postfach 462, 8024 Zürich
1.1 B.___, geboren 1958, war ab September 1996 bei der X.___ AG vollzeitlich in der Bedienung einer Autowaschstrasse tätig (vgl. die Angaben vom 14. Oktober 2004 im Fragebogen für den Arbeitgeber, Urk. 8/22/1). Am 23. April 2002 klemmte er beim Schmieren der laufenden Antriebskette die rechte Hand ein und erlitt dabei Amputationsverletzungen an den Endgliedern des Mittel- und des Ringfingers (Unfallmeldung UVG vom 29. April 2002, Urk. 8/24/1; Bericht der SUVA über ein Gespräch mit dem Versicherten vom 13. August 2002 an dessen Wohnort, Urk. 8/24/3). Er wurde zunächst im Spital A.___ und bei Dr. med. C.___, Spezialarzt für Chirurgie und Handchirurgie, konservativ behandelt (vgl. die Berichte des Spitals A.___ vom Juni 2002 und vom 12. September 2002, Urk. 8/24/2 und Urk. 8/24/9, sowie den Krankengeschichte-Eintrag von Dr. C.___ vom 20. August 2002, Urk. 8/12/3 = Urk. 8/24/5, und den Bericht von Dr. C.___ an den Hausarzt des Versicherten, Dr. med. E.___, Spezialarzt für Innere Medizin, vom 27. September 2002, Urk. 8/12/2 = Urk. 8/24/22/2), und im Oktober 2002 liess die SUVA, die ihre Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom April 2002 anerkannte, eine erste kreisärztliche Untersuchung durchführen (Bericht von Dr. med. D.___, Spezialarzt für Chirurgie, vom 3. Oktober 2002, Urk. 8/24/10). In der Folge hielt sich der Versicherte von Mitte November bis Ende Dezember 2002 und von Mitte Januar bis Anfang März 2003 in der Klinik F.___ auf, wo Dr. med. G.___, Spezialarzt für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, speziell Handchirurgie, eine operative Korrektur der Endglieder der beiden verletzten Finger vornahm (vgl. Urk. 8/24/26 S. 2) und wo anschliessend physiotherapeutische und ergotherapeutische Rehabilitationsmassnahmen durchgeführt wurden (Austrittsberichte der Klinik F.___ vom 13. Januar 2003 und vom 17. März 2003, Urk. 8/24/26 und Urk. 8/24/29 = Urk. 8/13/3; Ergotherapie-Austrittsbericht vom 3. März 2003, Urk. 8/24/39). Die Stelle bei der X.___ AG war dem Versicherten unterdessen gekündigt worden (Kündigungsschreiben vom 22. Oktober 2002, Urk. 8/22/2 = Urk. 8/24/13).
1.2 Nachdem die SUVA das Taggeld des Versicherten gestützt auf den zweiten Austrittsbericht der Klinik F.___ ab dem 10. März 2003 auf 50 % herabgesetzt hatte (Schreiben der SUVA vom 9. April 2003, Urk. 8/24/30), konsultierte der Versicherte neu Dr. med. H.___, Spezialarzt für Handchirurgie (Bericht vom 10. April 2003, Urk. 8/24/31; Arztzeugnis UVG vom 12. Juni 2003, Urk. 8/24/35; Zeugnis vom 13. Juni 2003, Urk. 8/24/34). Die SUVA liess den Versicherten nach Kenntnisnahme der Berichte von Dr. H.___ durch Dr. med. J.___ ein weiteres Mal kreisärztlich untersuchen (Bericht vom 30. Juni 2003, Urk. 8/24/37), und Dr. J.___ überwies den Versicherten für eine Verlaufskontrolle an Dr. G.___ (Schreiben vom 10. Juli 2003, Urk. 8/24/44), welcher seinerseits eine neurologische Konsiliarbeurteilung bei Dr. med. K.___, Spezialarzt für Neurologie, veranlasste (Schreiben von Dr. G.___ an Dr. K.___ vom 24. Juli 2003, Urk. 8/24/51; Bericht von Dr. K.___ vom 10. September 2003, Urk. 8/24/46) und im Januar 2004 eine Kontrolluntersuchung durchführte (Bericht vom 30. Januar 2004, Urk. 8/24/57). Die SUVA hatte dem Versicherten unterdessen mit Schreiben vom 15. Juli 2003 mitgeteilt, dass es aufgrund der übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen beim Taggeld auf der Basis einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bleibe (Urk. 8/24/40).
Es folgten die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. J.___ vom 14. April 2004 (Urk. 8/24/64), eine neurologische Verlaufskontrolle durch Dr. K.___ vom 14. Juni 2004 (Urk. 8/24/68) sowie die Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens durch Dr. J.___ vom 16. Juni 2004 und vom 11. August 2004 (Urk. 8/24/70 und Urk. 8/24/76). Gestützt darauf sprach die SUVA dem Versicherten in der Folge mit Verfügung vom 6. Oktober 2004 - unter Einstellung der Taggeldleistungen - ab dem 1. Oktober 2004 eine bis Ende September 2007 befristete Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 10 % und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 8/24/81). Die dagegen eingereichte Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2004 ab (Urk. 16); jener Einspracheentscheid ist Gegenstand des Prozesses Nr. UV.2005.00076, der ebenfalls mit Urteil von heute entschieden wird (vgl. auch die noch etwas ausführlichere Darstellung der Kranken- und Behandlungsgeschichte in jenem Urteil, das der Beschwerdegegnerin ebenfalls zugestellt wird).
1.3 Am 30. August 2004 meldete sich B.___, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/29). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, beschaffte die bereits erwähnten Angaben der Arbeitgeberin (Urk. 8/22/1) und holte bei der Praxis Dr. C.___ den Bericht vom 28. September 2004 (Urk. 8/12/1) und beim Hausarzt Dr. E.___ den Bericht vom 26./27. Januar 2005 ein (Urk. 9/11). Ausserdem zog sie die Akten der SUVA bei (Urk. 8/24/A-C und Urk. 8/24/1-81).
Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; vgl. die Notizen im Feststellungsblatt vom 16. Februar 2005, Urk. 8/8) lehnte die SVA, IV-Stelle, die Ansprüche des Versicherten auf eine Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen mit den Verfügungen vom 15. und vom 16. Februar 2005 ab (Urk. 8/9 und Urk. 8/10). Der Versicherte liess durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 22. März 2005 gegen beide Verfügungen Einsprache einreichen (Urk. 8/7/1). Die SVA, IV-Stelle, lud die mitbetroffene Einrichtung der beruflichen Vorsorge zur Vernehmlassung ein (Schreiben an die Y.___ vom 24. März 2005, Urk. 8/6), nahm nochmals Rücksprache mit dem RAD (Feststellungsblatt vom 26. April 2005, Urk. 8/4) und wies die Einsprache daraufhin mit Entscheid vom 27. April 2005 ab (Urk. 2 = Urk. 8/3). Ausserdem hiess sie mit Verfügung vom 24. Mai 2005 das Gesuch des Versicherten um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg gut (Urk. 8/2).
2. Gegen den Einspracheentscheid vom 27. April 2005 liess der Versicherte, immer noch vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, mit Eingabe vom 30. Mai 2005 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2):
"1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.
2. Es sei das Verfahren zurückzuweisen und mittels eines detaillierten Fragekatalogs von den gegenwärtig behandelnden Spezialärzten Dr. med. H.___ und Dr. med. L.___ je ein ausführlicher Bericht einzuholen.
3. Es sei in der Folge eine ganze Rente zuzusprechen.
4. In der Folge seien auch berufliche Massnahmen (insbes. Eingliederung in geschützte Werkstätte) zuzusprechen.
5. Es sei dem Beschwerdeführer ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden zu bewilligen.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der SUVA." [richtig: SVA, IV-Stelle]
Die SVA, IV-Stelle, schloss in der Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2005 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 8. Juli 2005 (Urk. 9) entsprach das Gericht dem Gesuch des Versicherten um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung und ordnete gleichzeitig einen zweiten Schriftenwechsel an. Dabei gab es dem Versicherten auch Gelegenheit, allfällig vorhandene aktuelle Berichte oder Krankengeschichte-Auszüge der in der Beschwerdeschrift genannten Ärzte einzureichen. In der Replik vom 1. September 2005 (Urk. 10) liess der Versicherte an seinen Anträgen festhalten und ein Schreiben der Stadt Q.___ an Dr. L.___ vom 3. Mai 2005 einreichen (Urk. 11). Die SVA, IV-Stelle, liess die ihr angesetzte Frist zur Duplik (Verfügung vom 8. September 2005 (Urk. 12) unbenützt verstreichen, worauf der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 19. Oktober 2005 geschlossen wurde (Urk. 14).
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab Januar 2004 gültigen Fassung haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind. Bis Ende 2003 war der Anspruch auf eine ganze Rente bereits bei einem Invaliditätsgrad von 66 2/3 % und der Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad zwischen 50 % und 66 2/3 % gegeben, wogegen die Dreiviertelsrente noch nicht eingeführt gewesen war.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (seit 1. Januar 2004 in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (so genanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (so genanntes Valideneinkommen).
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Höhe des Einkommens massgebend ist, das im Sinne der vorstehenden Definition der Erwerbsunfähigkeit auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist, beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (vgl. ab Januar 2003 Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 105 V 159 Erw. 2a, 97 V 231 Erw. 2).
1.3 Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit (oder die Fähigkeit, sich im ausserberuflichen Aufgabenbereich zu betätigen; vgl. Art. 28 Abs. 2bis IVG) wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Zu diesen Massnahmen gehören die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
Unter den Massnahmen beruflicher Art figuriert die Umschulung nach Art. 17 IVG. Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG), wobei der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt ist (Art. 17 Abs. 2 IVG). Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht (vgl. BGE 113 V 263 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet (BGE 124 V 110 f. Erw. 2b; AHI 2000 S. 27 Erw. 2b und S. 62 Erw. 1 je mit Hinweisen).
Als weitere berufliche Massnahmen sind in Art. 15 IVG die Berufsberatung und in Art. 18 Abs. 1 IVG die Arbeitsvermittlung statuiert.
1.4 Mit dem Inkrafttreten des ATSG sind die vorstehend definierten Begriffe der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität und des Invaliditätsgrades, die in den verschiedenen Zweigen des Sozialversicherungsrechts eine Rolle spielen, einheitlich umschrieben worden. Inhaltlich hat sich aber gegenüber den Definitionen, wie sie vorher galten, nichts geändert. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat dementsprechend auch die bisherige Rechtsprechung hierzu als weiterhin anwendbar erklärt (vgl. BGE 130 V 343).
Das intertemporalrechtliche Prinzip, wonach grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts galten, und wonach somit der Rentenanspruch als Dauerleistung nach den im Zeitverlauf jeweils gültigen Normen zu prüfen ist (vgl. BGE 130 V 445), ist daher im vorliegenden Zusammenhang nur in Bezug auf die per 1. Januar 2004 geänderten Rentenstufen von massgeblicher Bedeutung (vgl. hierzu auch lit. d-f der Schlussbestimmungen der Änderung vom 21. März 2003).
2.1 Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen hat.
2.2.1 Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid und in den ihm zugrunde liegenden Verfügungen vom 15. und vom 16. Februar 2005 von einem Invaliditätsgrad von 10 % aus (Urk. 2 S. 3, Urk. 8/9 S. 2, Urk. 8/10). Sie stützte sich dabei auf die Invaliditätsbemessung der SUVA; die in der Verfügung vom 15. Februar 2005 (Urk. 8/9 S. 2) erwähnte Einschätzung, dass der Beschwerdeführer für eine leichte bis mittelschwere Arbeit mit maximal mit beiden Händen zu hebenden Lasten von 10-15 kg voll arbeitsfähig sei, ist der Abschlussbeurteilung von Dr. J.___ vom 16. Juni 2004 (Urk. 8/24/70) entnommen, und der Einkommensvergleich, wie er in der Verfügung vom 15. Februar 2005 dargestellt ist, entspricht demjenigen, den die SUVA in ihrem Berechnungsblatt vom 29. September 2004 vorgenommen hat (vgl. Urk. 8/24/79 S. 2).
2.2.2 Wie nun aber aus dem Urteil des Prozesses Nr. UV.2005.00076 hervorgeht, bedarf es zur Klärung der Folgen der erlittenen Handverletzung weiterer medizinischer Abklärungen. Das Gericht hat zusammengefasst festgehalten, dass nicht nur der Mittel- und der Ringfinger vom Unfall vom April 2002 betroffen gewesen seien, sondern dass die ganze rechte Hand eingeklemmt worden sei, dass dementsprechend der Befund einer Handrückenkontusion erhoben worden sei und dass der Beschwerdeführer auch immer wieder über Schmerzen im Handrücken und im Handgelenk geklagt habe. Dr. H.___ habe aufgrund dieser Schmerzen den Verdacht auf eine Läsion des Fibrocartilago triangularis oder des Meniskus ulnocarpalis geäussert und die Durchführung einer Magnetresonanztomographie (MRI) empfohlen, Dr. G.___ habe dann aber zum Verzicht auf diese MRI-Untersuchung geraten und habe stattdessen neurologische Abklärungen aufgrund eines Verdachts auf ein Ulnarisengpasssyndrom durchführen lassen, die jedoch keine Nervenläsion hätten erkennen lassen. Weshalb unter diesen Umständen die weiteren, von Dr. H.___ empfohlenen Abklärungen unterblieben seien, gehe für den medizinischen Laien nicht genügend klar aus den vorhandenen Unterlagen hervor; Dr. G.___ sei an keiner Stelle auf die Empfehlungen und auf die Verdachtsdiagnosen von Dr. H.___ eingegangen. Bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung seien aber immerhin eine deutliche Beweglichkeitsverminderung im rechten Handgelenk und eine ausgeprägte Krafteinbusse der ganzen Hand festgestellt worden, ohne dass jedoch Angaben zu den Ursachen hierfür gemacht würden. Solche Angaben seien indessen gerade in Anbetracht des Unfallhergangs und der Verdachtsdiagnosen von Dr. H.___ zwingend erforderlich, damit der medizinische Laie die ärztliche Beurteilung der Auswirkungen der erlittenen Verletzungen ausreichend nachvollziehen könne (Urteil des Prozesses Nr. UV.2005.00076, Erw. 2.2.2).
Das Gericht hat die Sache daher zur Vornahme entsprechender medizinischer Ergänzungen und allenfalls auch weiterer medizinischer Abklärungen zu den Befunden und Diagnosen in der rechten Hand an die SUVA zurückgewiesen und hat insbesondere festgehalten, dass das Ausmass der Beeinträchtigung des Beschwerdeführers in der Arbeitsfähigkeit erst danach abschliessend beurteilt werden könne (Urteil des Prozesses Nr. UV.2005.00076, Erw. 2.2.3). Die Ergebnisse dieser Ergänzungen und Abklärungen sind daher auch für die Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche des Beschwerdeführers von ausschlaggebender Bedeutung, und die Beschwerdegegnerin wird sie daher abzuwarten haben.
Schon an dieser Stelle ist aber darauf hinzuweisen, dass das Wartejahr gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bereits im April 2003, ein Jahr nach dem Unfall vom April 2002, abgelaufen war. Ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung konnte daher bereits zu einer Zeit entstehen, in der die SUVA dem Beschwerdeführer immer noch Taggelder zu 50 % ausrichtete (vgl. Urk. 8/24/30 und Urk. 8/24/40). In diesem Zusammenhang gilt es zudem zu beachten, dass Dr. G.___ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Juli 2003 gemäss einer Gesprächsnotiz von Dr. J.___ vom 22. Juli 2003 (Urk. 8/24/45) erst auf 50 % (für eine leichte Tätigkeit) eingeschätzt hatte und Dr. J.___ dieser Einschätzung gefolgt war; erst im Bericht vom 30. Januar 2004 (Urk. 8/24/57) ging Dr. G.___ dann von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten aus. Die Beschwerdegegnerin wird daher auf jeden Fall die Zusprechung einer allenfalls befristeten Teilrente in Betracht zu ziehen haben.
2.2.3 Der Beschwerdeführer liess sodann bereits in der Einspracheschrift vorbringen, er sei zur Zeit in psychiatrischer Behandlung bei Dr. L.___ (Urk. 8/7/1 S. 2 f.; vgl. auch Urk. 1 S. 2 und Urk. 10 S. 2 f. im vorliegenden Verfahren). In der Tat finden sich in den Akten gewisse Hinweise, aufgrund derer sich ein psychisches Leiden des Beschwerdeführers zumindest nicht von vornherein ausschliessen lässt. So hatte der Psychiater Dr. med. M.___, N.___, den der Beschwerdeführer im Oktober 2002 während eines Aufenthaltes in seinem Herkunftsland aufgesucht hatte, von einem posttraumatischen Stresszustand mit depressiver Reaktion gesprochen (Urk. 8/24/41), und auch Dr. C.___ hatte in seinem Bericht an Dr. E.___ vom 27. September 2002 die Frage aufgeworfen, ob ein Psychiater beigezogen werden solle (Urk. 8/12/2 = Urk. 8/24/22/2), und hatte in einem Telefongespräch mit Dr. D.___ vom Oktober 2002 eine mögliche Anpassungsstörung erwähnt und deshalb eine psychosomatische Abklärung vorgeschlagen (Urk. 8/24/14). Diese war in der Folge dann zwar - trotz ausdrücklichen Vermerks im Anmeldeformular an die Klinik F.___ (vgl. Urk. 8/24/18) - unterblieben, und Dr. J.___ hatte am 30. Juni 2003 von einem nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers deutlich gebesserten psychischen Zustand berichtet (Urk. 8/24/37 S. 3). Dennoch hatte der Kreisarzt angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer immer noch Beruhigungs- und Schlafmittel eingenommen hatte, eine hausärztliche Betreuung empfohlen (vgl. Urk. 8/24/37 S. 3). Dr. E.___ bezeichnete die psychischen Funktionen des Beschwerdeführers in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 26./27. Januar 2005 denn auch als eingeschränkt (Urk. 8/11 S. 3) und nannte eine Symptomatik der vermehrten Antriebslosigkeit, depressiver Gedanken, Tagesmüdigkeit und allgemeiner Unruhe (Urk. 8/11 S. 6). Unter diesen Umständen hätte sich die Beschwerdegegnerin zumindest zu einer Nachfrage bei Dr. L.___ veranlasst sehen müssen. Sie wird dies daher noch nachzuholen haben und hernach über allfällige weitere Abklärungsschritte in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu entscheiden haben.
2.2.4 Dem Bericht der SUVA über das Gespräch mit dem Beschwerdeführer vom 13. August 2002 (Urk. 8/24/3) ist des Weiteren zu entnehmen, dass dieser neben seiner vollzeitlichen Tätigkeit in der Autowaschstrasse als Gitarrist in einer Band mitgewirkt hat, und in der Anmeldung vom 30. August 2004 gab der Beschwerdeführer an, damit etwa Fr. 1'000.-- pro Wochenende verdient zu haben (Urk. 8/29 S. 5 Ziff. 6.5).
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ist bei der Invaliditätsbemessung auch ein vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielter Nebenverdienst zu berücksichtigen, und zwar auch dann, wenn die Nebenverdiensttätigkeit zusätzlich zu einer vollzeitlichen Haupttätigkeit ausgeübt worden ist (vgl. ZAK 1980 S. 590 ff.), sofern es sich bei der Nebenbeschäftigung nicht um eine bloss gelegentliche und nur während verhältnismässig kurzer Zeit ausgeübte Tätigkeit gehandelt hat (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen Z. vom 4. Mai 2000, I 732/99, Erw. 4b). Gestützt auf diese Rechtsprechung wäre somit das Einkommen des Beschwerdeführers aus der Tätigkeit als Gitarrist bei einer gewissen Regelmässigkeit und einem entsprechenden Umfang dieser Tätigkeit für die Invaliditätsbemessung massgebend (vgl. ZAK 1980 S. 592 Erw. 3a, wo die nebenberufliche Tätigkeit als Musiker als Beispiel erwähnt ist). Genauere Angaben zum Ausmass der Musiker-Tätigkeit des Beschwerdeführers fehlen indessen in den Akten; es fällt nur auf, dass in der Steuererklärung 2001 kein entsprechender Nebenverdienst deklariert ist (vgl. Urk. 8/19 S. 2), wobei der Beschwerdeführer offenbar auch nicht für das ganze Jahr 2001 eine Arbeitsbewilligung hatte (vgl. die Telefonnotiz der SUVA vom 25. August 2004 in Urk. 8/24/77). Die Beschwerdegegnerin wird daher auch hierzu noch nähere Abklärungen zu treffen haben. Mit der Einholung einer ärztlichen Stellungnahme zu den Einschränkungen als Gitarrenspieler wurde aus Gründen der Verfahrensökonomie die SUVA betraut; die Beschwerdegegnerin wird dort die entsprechenden Angaben anzufordern und die SUVA umgekehrt über allfällige berufliche Massnahmen (hinsichtlich des Hauptberufs) zu orientieren haben (vgl. Urteil des Prozesses Nr. UV.2005.00076, Erw. 2.2.3).
2.3 Damit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. April 2005 aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über die Ansprüche des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen neu verfüge.
3. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die nach dem zu beurteilenden Sachverhalt beziehungsweise nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] sowie § 8 der Verordnung über die sozialversicherungsgerichtlichen Gebühren, Kosten und Entschädigungen) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der eingereichten Aufstellung vom 19. Dezember 2005 (Urk. 18) zeitliche Aufwendungen von 485 Minuten und Barauslagen in der Höhe von Fr. 44.-- geltend. Dabei erscheinen die Aufwendungen von insgesamt 180 Minuten für das Studium der Vorakten und das Verfassen der Beschwerdeschrift als unangemessen hoch angesichts dessen, dass sich die Ausführungen in der Beschwerdeschrift weitestgehend aus Passagen der Einspracheschrift (Urk. 8/7/1) zusammensetzen, für deren Verfassung der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bereits als unentgeltlicher Rechtsbeistand im Verwaltungsverfahren entschädigt worden ist (vgl. Urk. 8/2). Der zu entschädigende Aufwand für die genannte Position ist daher ermessensweise um 120 Minuten auf 60 Minuten herabzusetzen. Die übrigen Aufwendungen erscheinen als angemessen, so dass dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- und unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 7,6 % eine Prozessentschädigung von Fr. 1'355.80 ([365 Minuten = 6,08 Stunden x Fr. 200.-- + Fr. 44.--] + 7,6 %) zuzusprechen ist.
1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. April 2005 aufgehoben und die Sache an die SVA, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit sie die weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über die Ansprüche des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen neu verfüge.
3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, Zürich, eine Prozessentschädigung von Fr. 1'355.80 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
- Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 16 und Urk. 18 sowie Urk. 19 und Urk. 20/1+2 (von Gemeinde Q.___ eingereichte Unterlagen)
- Einrichtung der beruflichen Vorsorge Y.___