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Timestamp: 2020-02-26 23:31:59
Document Index: 93539864

Matched Legal Cases: ['Art. 261', 'Art. 261', 'Art. 259', 'Art. 261', 'Art. 4', 'Art. 4']

Datenlage Schweiz
Monitoring und Berichterstattung
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Bericht «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz»
Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz»
Datenlage Schweiz selected
Studien und Beiträge
Rassistische Diskriminierung und Rassismus in der Schweiz: Übersicht über die Datenlage
Die vielen Facetten von rassistischer Diskriminierung werden mit unterschiedlichen Ansätzen beobachtet. Erst die Zusammenstellung der verschiedenen Daten kann ein realitätsnahes Bild über die rassistische Diskriminierung in der Schweiz vermitteln. Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz» der Fachstelle für Rassismusbekämpfung nimmt eine solche Zusammenstellung und Einordnung der Daten vor.
Der Staat erfasst rassistische oder diskriminierende Handlungen, die zu einer polizeilichen Meldung, einem Verfahren oder einer Verurteilung aufgrund von Zuwiderhandlungen gegen die Rassismus-Strafnorm (Artikel 261bis StGB) geführt haben.
Zusätzlich erhebt er erlebte Diskriminierungen der Wohnbevölkerung in der Schweiz.
Einzelne staatliche Erhebungen befassen sich mit den Einstellungen der Wohnbevölkerung zu Fragen in Zusammenhang mit Rassismus und Gleichberechtigung/Gleichbehandlung.
Demgegenüber erfassen unabhängige Beratungsstellen, Organisationen und Medien diskriminierende Vorfälle, die den Polizei- oder Justizbehörden nicht zwingend zugetragen werden (etwa in Zusammenhang mit Arbeits- oder Mietstreitigkeiten oder mit Einlassverweigerungen in Clubs).
Die Medienbeobachtung deckt naturgemäss nur die Vorfälle ab, die als berichtenswert eingestuft werden. Bei den sozialen Medien ist zudem aufgrund der hohen Anzahl von Plattformen und Inhalten sowie der internationalen Dimension der Plattformen eine vollständige Beobachtung unmöglich.
Es muss daher von einer Dunkelziffer ausgegangen werden, denn nur ein Teil der Vorfälle wird in eine Beratung getragen und noch weniger werden der Polizei gemeldet oder von einem Gericht behandelt. Viele rassistische Erlebnisse werden nur im privaten Umfeld angesprochen oder ganz einfach verschwiegen.
Nachfolgend eine Übersicht über die verfügbaren Daten:
Daten zu erlebter Diskriminierung
Diese Daten zeigen, welche Bevölkerungsgruppen in der Schweiz aufgrund von welchen Merkmalen Diskriminierung erleben.
Aktuell werden die wichtigsten und regelmässigsten Erhebungen in diesem Bereich durch das BFS durchgeführt:
BFS-Erhebung Zusammenleben in der Schweiz (ZidS)
ZidS erhebt einstellungsbezogene Daten zu Fragen des Zusammenlebens. Die systematische Erhebung ermöglicht es, durch die Beobachtung von Trends frühzeitig auf mögliche Problemfelder aufmerksam zu machen.
Erhoben werden nebst Einstellungen auch erlebte Diskriminierungserfahrungen der Befragten.
Die Erhebung wird seit 2016 alle zwei Jahre durchgeführt (nach einer Pilotphase von 2010 – 2014).
In den Zwischenjahren findet eine kürzere Umfrage statt zur Vertiefung einzelner Unterthemen oder neuer Fragestellungen.
Die Ergebnisse der Haupt- und Zwischenerhebungen werden jeweils im Frühjahr veröffentlicht.
Gefühl, durch die Anwesenheit von Menschen, die als anders empfunden werden, gestört zu werden.
Anzahl Befragte, die sich im Alltag durch Personen mit anderer Nationalität, Hautfarbe, Religion, Sprache oder mit einer nicht-sesshaften Lebensweise gestört fühlen.
Anzahl Befragte, die sich bei der Arbeit oder in der Nachbarschaft durch Personen anderer Nationalität, Hautfarbe, Religion oder Sprache gestört fühlen.
Einstellungen gegenüber bestimmten Personengruppen
Wahrnehmung von Meinungen sowie Stereotype über Muslime/-innen, Schwarze, Jüdinnen und Juden wahrgenommen.
Einstellungen gegenüber Ausländern/-innen
Einschätzungen des Verhaltens, Erwartungen an, Rechte und Pflichten von ausländischen Staatsangehörigen in der Schweiz.
Gefühl der Bedrohung
Anteil der Bevölkerung, der sich durch die Präsenz von Ausländerinnen und Ausländern oder von Schweizerinnen und Schweizern bedroht fühlt, sei dies generell, in Bezug auf die Austragung ihrer politischen Konflikte oder auf dem Arbeitsmarkt.
Integration und Rassismus Beurteilung der Integrationspolitik und des Rassismus als wichtiges gesellschaftliches Problem.
Persönliche Diskriminierungs- oder Gewalterfahrung Anteil der Bevölkerung, der angibt, selbst Diskriminierung oder Gewalt erlebt zu haben (Situationen, auslösende Merkmale)
BFS-Erhebung Sprache, Religion und Kultur (ESRK)
Die ESRK erhebt sprachliche, religiöse und kulturelle Verhaltensweisen und deren Entwicklung in der Schweiz.
Sie dient als Grundlage für die Beobachtung von Entwicklungen und als Input für Vertiefungsanalysen, und trägt damit zur Entwicklung von Massnahmen zur Förderung der Mehrsprachigkeit, der kulturellen Vielfalt und der Integration in der Schweiz bei.
Die repräsentative Erhebung wird seit 2014 alle fünf Jahre durchgeführt.
Regionalisierungsgrad: Schweiz, Grossregionen sowie gewisse Kantone, die ihre kantonale Stichprobe vergrössert haben.
Die Daten in Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung werden nicht eigens publiziert, können aber beim BFS bezogen werden und werden soweit möglich und sinnvoll in den alle zwei Jahre erscheinenden Bericht der FRB «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz» aufgenommen:
Einstellungen der Bevölkerung zur fahrenden Lebensweise
Einstellung generell
Einstellung zur Bereitstellung von Plätzen generell oder in der eigenen Gemeinde.
Einstellung zur Vielfalt an Nationalitäten und Kultur Aussagen darüber, ob Vielfalt als Bereicherung wahrgenommen wird oder nicht.
2014: Erlebte Zugangshindernisse in den letzten 12 Monaten aufgrund von Religionszugehörigkeit, Name/Sprachakzent, Aussehen/Hautfarbe, ethnische/kulturelle oder nationale Herkunft
2019: Erlebte Diskriminierung in den letzten 12 Monaten aufgrund von Religionszugehörigkeit, erlebte Zugangshindernisse aufgrund von Sprachproblemen.
Erfasste Bereiche:
Kontakt mit Lehrpersonen oder Schulbehörden
Zugang zu Kultur
Arbeit/Stellensuche
Diese Daten können durch weitere nationale und internationale Erhebungen und Umfragen ergänzt werden (Schweizer Haushalt-Panel, SELECTS, ESS, EVS, SHARE, MOSAIC-ISSP, NCCR-Umfrage), welche beim Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften FORS abgerufen werden können.
Beim FORS können überdies auch thematische Studien abgerufen werden.
Steckbrief FORS
Ergebnisse von themenrelevanten Umfragen und Studien können beim FORS bezogen werden. Teils werden diese direkt durch das Kompetenzzentrum generiert, teils werden die Ergebnisse anderer Studien und Erhebungen in der Datenbank des FORS gesammelt.
Wichtigste Datenquellen:
European Social Survey (ESS) Repräsentatve Umfrage der Bevölkerung, beinhaltet Fragen zu Einstellungen gegenüber Migrantinnen und Migranten.
Schweizer Wahlstudie, repräsentative Umfrage der Bevölkerung, beinhaltet Fragen zu Einstellungen gegenüber Ausländerinnen und Ausländern.
Repräsentative Umfrage der Bevölkerung, beinhaltet eine Frage zu Chancengleichheit von Ausländerinnen und Ausländern.
Vorgängerstudie: VOXit.
Schweizer Haushalt-Panel (SHP)
MOSAiCH/International Social Survey Programme (ISSP) Repräsentative Umfrage der Bevölkerung, beinhaltet eine Frage zu Chancengleichheit für Ausländerinnen und Ausälndern.
Daten zur Anwendung der Rassismus-Strafnorm (Artikel 261bis des Schweizerischen Strafgesetzbuches StGB)
Zuwiderhandlungen gegen die Rassismus-Strafnorm (Art. 261bis StGB) werden quantitativ von den öffentlichen Statistiken des Bundesamtes für Statistik (BFS) erfasst:
Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS): polizeiliche Meldungen zur Rassismus-Strafnorm.
Die polizeiliche Kriminalstatistik PKS wird seit 2009 gemeinsam vom Bundesamt für Statistik BFS und der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren KKJPD erstellt.
Sie erfasst mit einheitlichen Erfassungs- und Auswertungsprinzipien die von der Polizei aufgenommenen Straftaten in der ganzen Schweiz sowie deren Aufklärungsquote. Auf der Internetplattform des BFS können die Resultate nach Kanton, Straftat und Jahr abgefragt werden.
Für den Bereich der rassistischen Diskriminierung besonders relevant sind die polizeilich bekannt gewordenen Zuwiderhandlungen gegen Artikel 261bis StGB (Rassimsus-Strafnorm) und gegen Artikel 261 StGB (Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit).
Die Ergebnisse werden seit 2009 jährlich jeweils im März publiziert.
Regionalisierungsgrad: national und kantonal.
Zusätzlich zu den Meldungen von Zuwiderhandlungen gegen Artikel 261bis StGB erfasst die PKS:
Rassistische Handlungen in Kombination mit anderen Strafbeständen Seit 2009 werden innerhalb eines polizeilich registrierten Falles sämtliche Straftaten statistisch ausgewiesen. So kann beispielsweise nebst einer erfolgten Tätlichkeit auch eine allfällige rassistische Handlung im Sinne von Artikel 261bis StGB erfasst werden.
Erfassung eines rassistischen Motivs Die PKS kann bei allen Straftaten das Vorliegen eines rassistischen Tatmotivs erfassen, welches nicht unter Artikel 261bis StGB fällt (also beispielsweise eine Tätlichkeit mit rassistischem Motiv, aber ohne öffentlichen Charakter). Da diese Variabel jedoch nur optional erfasst wird, ist ihre Aussagekraft beschränkt.
Strafurteilsstatistik (SUS): Strafurteile zur Rassismus-Strafnorm
Die SUS erfasst Umfang, Struktur und Entwicklung der strafrechtlichen Verurteilung von Erwachsenen.
Sie gibt Informationen zu den Verurteilten, den abgeurteilten Straftaten, den ausgesprochenen Sanktionen und zum Strafmass.
Für den Bereich der rassistischen Diskriminierung besonders relevant sind die Verurteilungen aufgrund von Artikel 261bis StGB (Antirassismus-Strafnorm).
Die Ergebnisse werden seit 1984 jährlich jeweils im Juni publiziert.
Die Sammlung der Rechtsfälle der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) liefert einen statistischen Überblick über alle Rechtsentscheide zur Rassismus-Strafnorm (auch z.B. Nichtanhandnahmen). Zusätzlich sind auf ihrer Datenbank die Entscheide vollständig oder zusammengefasst abrufbar.
Die Datenbank «Sammlung Rechtsfälle» erfasst die kantonalen Entscheide und Urteile zu Artikel 261bis StGB. Diese werden der EKR seit 2000 durch den NDB in anonymisierter Form zugestellt.
Die Sammlung wird laufend ergänzt; die Statistiken werden jährlich jeweils auf den Sommer des darauffolgenden Jahres aktualisiert.
Die erfassten Urteile und Entscheide sind nach Jahr, Kanton und Strafbestand geordnet. Sie können über die vorgegebene Suchmaske nach Stichworten zum gesellschaftlichen Umfeld und nach juristischen Suchbegriffen abgerufen werden und vermitteln Informationen zu folgenden Themen:
Entschiedene Fälle und rechtskräftige Urteile
Anzahl der eingereichten Anzeigen die zu einem Strafverfahren führen.
Anzahl der Anzeigen, die von den Strafbehörden an die Hand genommen bzw. eingestellt werden.
Anzahl Schuldsprüche bzw. Freisprüche bei den Fällen, bei denen ein Verfahren eröffnet worden ist.
Tätergruppen
Auszählungen der gesellschaftlichen Gruppen, die in rassendiskriminierende Vorfälle involviert sind, bzw. als Täter auftreten.
Auszählung der Gruppen von Personen (Minderheiten), die Opfer von rassendiskriminierenden Übergriffen geworden sind.
Tatmittel Darstellung der Taten und der Wie bevorzugten Mittel.
Die Statistik von fedpol bzw. der Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität erfasst Meldungen von Zuwiderhandlungen gegen die Rassismus-Strafnorm im Internet.
Verdächtige kriminelle Internetinhalte, darunter auch rassistische Inhalte, können via Meldeformular der fedpol gemeldet werden.
Die Meldungen werden nach einer ersten Prüfung und Datensicherung an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden im In- und Ausland weitergeleitet. Häufig handelt es sich um Meldungen aus sozialen Medien wie Facebook oder Twitter.
Regionalisierungsgrad: national.
Für den Bereich der rassistischen Diskriminierung relevant sind die Meldungen aufgrund von Artikel 261bis StGB (Antirassismus-Strafnorm).
Die Ergebnisse werden seit 2014 nicht mehr in einem eigenen Bericht publiziert. Sie werden jedoch im alle zwei Jahre im Herbst erscheinenden Bericht der FRB «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz» erfasst.
Lücke 2015 und 2016 Da 2015 und 2016 die Meldungen zu Art. 261bis StGB (Antirassismus-Strafnorm) und Art. 259 StGB (Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit) zusammengefasst wurden, können diese Daten nicht für ein Rassismusmonitoring genutzt werden.
Die Jahresberichte des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) erfasst Vorfälle in Zusammenhang mit der Rassismus-Strafnorm, die einen konkreten Gewaltbezug aufweisen.
Unter dem Titel «Sicherheit Schweiz» veröffentlicht der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) eine umfassende Bedrohungsbeurteilung, u.a. auch bezüglich Extremismus.
Der NDB kann sich grundsätzlich nur mit Neonazis, Holocaustleugner/-innen, Rassisten/-innen oder Bezüger/-innen von Propagandamaterial befassen, wenn ein konkreter Gewaltbezug (inklusive Aufruf zur Gewalt) besteht oder es sich um bekannte Expnennten/-innen einer Organisation handelt, die in der vom VBS geführten vertraulichen Beobachtungsliste aufgeführt ist.
Der Bericht erscheint seit 2008 jährlich jeweils im Februar/März (von 1999 bis 2008 erschien ein thematisch ähnlicher Bericht des fedpol unter dem Titel «Bericht innere Sicherheit der Schweiz»).
Daten zu Vorfällen von rassistischer Diskriminierung
Vorfälle mit rassistischem Motiv, die nicht unter den Geltungsbereich der Rassismus-Strafnorm fallen (typischerweise z.B. Vorfälle im privaten Rahmen), werden von Beratungsstellen und Organisationen erfasst. Je nach Quelle werden alle Vorfälle berücksichtigt oder aber thematische Schwerpunkte gelegt:
Die Jahresberichte des Beratungsnetzes für Rassismusopfer informieren über Anzahl und Art der Beratungsfälle der mitwirkenden Beratungsstellen.
Die Jahresberichte des Beratungsnetzes erfassen die Fälle der angeschlossenen Stellen.
Von jedem Fall werden die auf Wahrnehmung, Erfahrungen und Einschätzungen der betroffenen Menschen und der beratenden Fachpersonen beruhenden Fallerzählungen in analytische Merkmale von Diskriminierungsfällen übersetzt.
Regionalisierungsgrad: national
Die Jahresberichte werden seit 2008 jährlich jeweils im April veröffentlicht.
Nebst Analysen und exemplarischen Fallbeispielen werden die Fälle dargestellt nach:
Beschreibung der Diskriminierungsvorfälle
Art der Diskriminierung
Feindbild/Zielgruppe/Ideologie
allfällige Mehrfachdiskriminierung
Angaben zu den betroffenen Personen Herkunft, Nationalität, Rechtsstatus, Alter, Geschlecht
Die Chronologie Rassismus der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) erfasst Meldungen und Vorfälle von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die schweizweit von den Medien publiziert wurden. Private Meldungen zu Vorfällen im Internet und in den sozialen Medien werden separat erfasst und ausgewertet.
Erfasst alle öffentlich bekannten Vorfälle, die auf rassistische und/oder rechtsextreme Motive zurückgeführt werden können. Zudem erfasst sie öffentliche Äusserungen, die als offensichtlich rassistisch angesehen werden, auch wenn sie nicht unter den Geltungsbereich der Antirassismus-Strafnorm (Art. 261bis StGB) fallen. Erfasst werden auch rechtsextreme Aufmärsche, Auftritte oder Zusammenkünfte, da Rassismus als Kernelement jeglicher Form von Rechtsextremismus gilt.
Private Meldungen zu Vorfällen im Internet und in den sozialen Medien werden separat erfasst und qualitativ ausgewertet.
Die Chronologie wird seit 1992 auf dem Internet monatlich aktualisiert.
Der Antisemitismusbericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindenbunds (SIG) und der GRA sammelt Meldungen und Vorfälle von Antisemitismus in der Deutschschweiz (auch in Medien und Internet).
Im Antisemitismusbericht werden sowohl öffentlich bekannte Vorfälle von Antisemitismus als auch Vorfälle, die dem SIG gemeldet werden sowie die Daten zu antisemitischen Vorfällen der GRA erfasst.
Internetvorfälle werden seit 2018 ebenfalls erfasst und ausgewertet.
Bis ins Jahr 2010 sammelte die Meldestelle Ereignisse der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz, seit 2011 ausschliesslich jene der Deutschschweiz.
Der Bericht erscheint seit 2008 jährlich jeweils im Frühjahr.
Der Antisemitismusbericht der Coordination Intercommunautaire Contre l'Antisémitisme et la Diffamation (CICAD) sammelt Meldungen und Vorfälle von Antisemitismus in der lateinischen Schweiz (auch in Medien und Internet).
Die CICAD sammelt und analysiert die Aussagen von Opfern und Zeugen/-innen antisemitischer Vorfälle sowie antisemitische Dokumente und Texte in der französischen Schweiz. Dabei geht CICAD pro-aktiv vor und registriert selbst recherchierte Fälle vor allem im Internet.
Der Bericht erscheint seit 2008 jährlich jeweils Anfang Februar.
Die Entscheide des Presserats und der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) beziehen sich auf Medieninhalte, die als potentiell diskriminierend gemeldet werden. Die Entscheide betreffen ausschliesslich die klassischen Medien.
Als gerichtsähnliche Instanz beurteilt die UBI Beschwerden gegen Radio- und Fernsehsendungen schweizerischer Veranstalter und gegen das übrige publizistische Angebot der SRG. Sie behandelt die Fälle, welche die Ombudsstelle SRF (ehemals DRS) als Vorinstanz als berechtigt beurteilte. Beide Instanzen stützen sich auf das Bundesgesetz vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG; SR 784.40).
Für die Bekämpfung von rassistischer Diskriminierung und Rassismus relevant ist die Rechtsprechung der UBI zum Vielfaltsgebot (Art. 4 Abs. 4 RTVG), zum Schutz der Menschenwürde und zum Diskriminierungsverbot (Art. 4 Abs. 1 RTVG).
Die Datenbank der UBI führt alle Entscheide seit 1996 auf.
Daten zu Einstellungen
Die Erfassung von Einstellungen der Schwizer Wohnbevölkerung zu Fragen in Zusammenhang mit Rassismus vermittelt ein Bild vom allgemeinen gesellschaftlichen Klima. Ihre regelmässige Durchführung ermöglicht es, Trendentwicklungen über die Zeit festzustellen.
Aktuell werden die wichtigsten und regelmässigsten Erhebungen in diesem Bereich durch das Bundesamt für Statistik durchgeführt:
- BFS-Erhebung Zusammenleben in der Schweiz (ZidS): die thematisch umfassendste Erhebung zu Einstellungen bezüglich Rassismus und verwandten Themen in der Schweiz
- BFS-Erhebung Sprache, Religion und Kultur (ESRK): erfasst Einstellungen zur fahrenden Lebensweise
Diese Daten können durch weitere nationale und internationale Erhebungen und Umfragen ergänzt werden (EVS, ESS, MOSAIC-ISSP, Schweizer Haushalt-Panel, SHARE), die beim Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften FORS abgerufen werden können.
Weitere thematische Erhebungen des BFS
BFS - Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB)
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung liefert seit 1992 Informationen über den Gesundheitszustand der Bevölkerung (ab 15 Jahren) und dessen Bestimmungsfaktoren, über Krankheitsfolgen, über die Inanspruchname des Gesundheitswesens und über die Versicherungsverhältnisse.
Für den Bereich der rassistischen Diskriminierung besonders relevant sind die Fakten zu erlebter Diskriminierung. Zudem liefern die Fragen Informationen zu Unterschieden zwischen Schweizern/-innen und Ausländern/-innen bezüglich Gesundheit und Inanspruchnahme des Gesundheitsangebots.
Die Daten können nach Kanton nur in den Kantonen abgefragt werden, die ihre Stichprobe erhöht haben.
Diskriminierung bei der Arbeit in den letzten 12 Monaten.
Benachteiligung aufgrund der Nationalität
Einschüchterung, Belästigung, Mobbing (Unterschied Schweizer/-innen - Ausländer/-innen)
Verbale Gewalt (Unterschied Schweizer/-innen - Ausländer/-innen)
Drohung, Erniedrigung (Unterschied Schweizer/-innen - Ausländer/-innen)
BFS - Integrationsindikatoren
Die insgesamt 68 Integrationsindikatoren betreffen die Themen Bildung, Familie und Demografie, Sprache, Wohnen, Arbeitsmarkt, Politik, Gesundheit, Sozialhilfe und Armut, Kriminalität, Rassismus, Diskriminierung und Sicherheit, Kultur, Religion und Medien.
Die Wahl der Bereiche beruht auf den gesetzlichen Grundlagen (insbesondere Ausländergesetz und Integrationsverordnung), dem Bericht des Bundesrates zur Weiterentwicklung der Integrationspolitik vom 5. März 2010, auf internationalen und nationalen Studien sowie auf den Empfehlungen von Eurostat und der UNO.
Die Ergebnisse zu den Integrationsindikatoren werden seit Dezember 2012 veröffentlicht und laufend aktualisiert.
Indikator zum Vorliegen von rassistischen Diskriminierungserfahrungen
Der subjektive Indikator gibt Auskunft über das Ausmass rassistischer Diskriminierungserfahrungen auf der Grundlage von körperlichen Eigenschaften, ethnischer Herkunft, religiöser Herkunft, Kultur oder Nationalität. Er stützt sich auf die Resultate der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» ab.
BFS - Erhebung «Schweizerische Arbeitskräfteerhebung» (SAKE), Modul Migration
Die SAKE erhebt die Erwerbsstruktur und das Erwerbsverhalten der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz.
Das Modul «Migration» liefert Daten rund um Kontext und Geschichte der Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund.
In Verbindung mit dem Standardfragebogen der SAKE erlaubt dies Aussagen zum Zugang zum Arbeitsmarkt und Bildungssystem bzw. zur strukturellen Integration in die schweizerische Gesellschaft.
Das Modul wird seit 1998 ca. alle 3-5 Jahre in die SAKE integriert.
Die Kantone haben die Möglichkeit, mittels Finanzierung einer Aufstockung der Stichprobe kantonale Daten zu erhalten. Die Aufstockung muss die ganze SAKE-Erhebung umfassen und in mindestens 3 aufeinanderfolgenden Jahren erfolgen.
Die Themen in Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt werden nicht eigens publiziert, können aber beim BFS bezogen werden und werden soweit möglich und sinnvoll in den alle zwei Jahre erscheinenden Bericht der FRB «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz» aufgenommen:
Erlebte Hindernisse aufgrund von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund
Arbeitswelt/Stellensuche
Arbeitswelt/Suche nach einer den Fähigkeiten angepassten Stelle
Übersicht Steckbriefe (PDF, 771 kB, 07.06.2019)
Übersichtstabelle (PDF, 431 kB, 07.06.2019)
Letzte Änderung 07.06.2019
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