Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202003,%201454
Timestamp: 2019-10-20 10:28:39
Document Index: 166271834

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 635', '§ 278', '§ 278', '§ 278', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 642']

BGH, 10.07.2003 - VII ZR 329/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,586
BGH, 10.07.2003 - VII ZR 329/02 (https://dejure.org/2003,586)
BGH, Entscheidung vom 10.07.2003 - VII ZR 329/02 (https://dejure.org/2003,586)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02 (https://dejure.org/2003,586)
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BGB § 278 a. F., § 635 a. F.
Schadensersatz wegen mangelhaftem Baugrundgutachten; Auslegung einer werkvertraglichen Leistungsverpflichtung; Hinweispflichten bei Abdichtungsmaßnahmen
Architekt und Sonderfachmann keine Erfüllungsgehilfen des Bauherrn im jeweils anderen Vertragsverhältnis bei selbstständiger Beauftragung
Feuchtigkeitsschäden - Haftung eines Architekten als Sonderfachmann
Sonderfachmann kein Erfüllungsgehilfe; keine Einschränkung der Architektenhaftung durch Baugrundgutachten
BGB (a.F.) §§ 278 635
Haftung trotz schlechter Ausbildung?
§§ 278, 635 BGB a. F.
Schadensersatz aus selbständigen Verträgen zwischen Bauherrn, Architekt und Sonderfachmann (Dr. Marcus Mollnau; Neue Justiz 1/2004, S. 26-27)
BGB §§ 278, 645
Haftung: Architekt kann sich nicht auf unzureichende Ausbildung berufen! (IBR 2003, 553)
Architekt haftet nur für die übernommenen Verpflichtungen! (IBR 2003, 552)
NJW-RR 2003, 1454
ZIP 2003, 1990
NZBau 2003, 567
NJ 2004, 26
DB 2003, 2775 (Ls.)
BauR 2003, 1613
BauR 2003, 1918
ZfBR 2003, 760
b) Fremdes Verschulden ist der Klägerin hingegen im Streitfall nicht gemäß §§ 278, 254 BGB zurechenbar (zur begrenzten Mitverantwortung des Auftraggebers gegenüber Planern siehe BGH, Urteile vom 4. Juli 2002 - VII ZR 66/01, BauR 2002, 1719 = NZBau 2002, 616; vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918 = NZBau 2003, 567;… Kniffka in: Kniffka/Koeble, aaO, Teil 6 Rn. 59).
Dies steht nicht im Widerspruch zu der ständigen Rechtsprechung des Senats zur begrenzten Mitverantwortung des Auftraggebers gegenüber Planern (…vgl. BGH, Urteile vom 20. Juni 2013 - VII ZR 4/12, BauR 2013, 1472 Rn. 27 ff.; vom 4. Juli 2002 - VII ZR 66/01, BauR 2002, 1719, 1720 = NZBau 2002, 616; vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918, 1920 f. = NZBau 2003, 567;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Aufl., Teil 12 Rn. 749 f.).
Die Rechtsprechung hat schließlich auch eine Mitverantwortung des Auftraggebers z.B. für den (dem vorliegenden Sachverhalt entsprechenden) Fall abgelehnt, dass ein Bodengutachter ein erkennbar fehlerhaftes Bodengutachten erstellt und der Architekt auf Grundlage dieses erkennbar fehlerhaften Bodengutachtens eine mangelhafte Planung erbringt (vgl. BGH, Urteil vom 10.07.2003, VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918).
dd) Dem Kläger ist zuzugeben, dass er sich fachlich darauf berufen durfte, der Sonderfachmann (vgl. BGH NJW-RR 2003, 1454 ) Dr. S... habe die Dämmschüttung vorgesehen, um Setzungsschäden zu vermeiden.
Zur Begründung hat das Landgericht auf ein Urteil des VII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 04.07.2002 Bezug genommen (BauR 2002, 1719; vgl. auch BauR 2003, 1918).
Nach der - gegenüber der vom Landgericht herangezogenen Entscheidung des BGH vom 10. Juli 2003, Az. VII ZR 329/02 (BauR 2003, 1918) fortentwickelten - Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 27. November 2008 Az. VII ZR 206/06) müsse sich der Bauherr, der den bauaufsichtsführenden Architekten wegen eines übersehenen Planungsfehlers in Anspruch nehme, das Verschulden des von ihm eingesetzten Planers zurechnen lassen.
Haften aufgrund - wie hier - selbständiger Verträge beauftragte Architekten und Ingenieure nebeneinander wegen eigener Fehler, können sie dem Bauherrn kein Mitverschulden entgegenhalten, weil beide nicht Erfüllungsgehilfen des Bauherrn im Verhältnis zum jeweils anderen sind (BGH, NJW-RR 2003, 1454, 1455; 2002, 1531;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 2. Aufl., 12. Teil RN. 434).
Der Beklagten Ziffer 2 waren dagegen - auch unter Berücksichtigung, dass die HOAI öffentliches Preisrecht enthält und keine normativen Leitbilder für den Inhalt von Ingenieurverträgen (BGH, NJW-RR 2003, 1454, 1455 m. w. N.) - umfassende Ingenieurleistungen übertragen worden.
Schließt der Bauherr - wie hier - mit beiden Sonderfachleuten selbstständige Verträge ab, haftet jeder von beiden nur für die Erfüllung der von ihm in seinem Vertrag übernommenen Verpflichtungen (vgl. BGH, Urteil vom 10.7.2003 - VII ZR 329/02; OLG Hamm, Urteil vom 9.7.2010 - 19 U 43/10; OLG Celle, Urteil vom 19.8.2009 - 7 U 257/08).
(3) Zwar können sich im Einzelfall anhand der konkreten vertraglichen Beziehungen zwischen den Beteiligten Umstände dafür ergeben, dass ein Sonderfachmann ausnahmsweise als Erfüllungsgehilfe des Bauherrn gehandelt hat (vgl. BGH, Urteil vom 10.7.2003 - VII ZR 329/02).
OLG Stuttgart, 14.02.2008 - 2 U 73/07
Gesamtschuldnerausgleichsanspruch des Statikers gegen den Architekten: …
Hat der Bauherr mit dem Statiker und mit dem Architekten - wie im vorliegenden Fall - selbständige Verträge abgeschlossen, so haftet jeder von beiden ihm gegenüber nur für die Erfüllung der von ihm in seinem Vertrag übernommenen Verpflichtungen (BGH, Urteil vom 10.07.2003 - VII ZR 329/02 - NZBau 2003, 567, 569 m.w.N.; obiter dictum in BGH…, Urteil vom 04.07.2002 - VII ZR 66/01 - bei Juris Rz. 12).
Zu ihren Vertragspflichten gegenüber dem Bauherren gehörte die Überprüfung, ob die Planung des Statikers keine grundlegenden Mängel aufwies (vgl. BGH, Urteil vom 10.07.2003 - VII ZR 329/02 - NZBau 2003, 567, 568).
b) Im Übrigen steht der von der Beklagten geforderten Zurechnung die eindeutige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entgegen, der im Jahre 2003 - im Unterschied zur damals wohl herrschenden Auffassung in Rechtsprechung und Literatur (…s. Werner/Pastor, Der Bauprozess, 15. Aufl. 2015, Rn. 2501 mwN) - mit Blick auf einen Baugrundgutachter judiziert hat, dass dieser Sonderfachmann grundsätzlich kein Erfüllungsgehilfe des Bauherrn in seinem Verhältnis zum planenden Architekten sei, auch wenn dessen Planung auf dem Baugrundgutachten aufbaue (BGH, Urteil vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918).
Der Bundesgerichtshof führte damals aus (Urteil vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918 Rn. 31f.; zu weiteren Begründungsmöglichkeiten s. Wenner, ZfIR 2003, 904):.
(1) Entgegen der älteren Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 66/01, BauR 2002, 1719; BGH, Urteil vom 10. Juli 2003 - VII ZR 329/02, BauR 2003, 1918) dürfte eine Zurechnung nach § 278 BGB nunmehr nicht am Schutzzweck der Obliegenheit, dem Architekten und dem Sonderfachmann wechselseitig taugliche Planungsleistungen als Grundlage für die weitere Leistungserbringung zur Verfügung zu stellen, scheitern (…vgl. Kniffka/Pause/Vogel, ibr-online-Kommentar Bauvertragsrecht, Stand: 18.04.-, § 642 Rn. 22).
OLG Koblenz, 28.01.2008 - 12 U 1107/06
Haftung für unzureichende Vorgaben an Bodengutachter!
OLG Karlsruhe, 09.02.2006 - 9 U 61/05
Gutachtervertrag: Schadensersatz wegen des unterlassenen Hinweises eines …
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Architektenhaftung für Abweichung von Planvorgaben nur aufgrund vertraglicher …
OLG Brandenburg, 21.12.2005 - 4 U 38/05
Verjährungsunterbrechung: Zulässigkeit einer Streitverkündung
OLG Düsseldorf, 22.01.2008 - 21 U 278/06
Beweiswürdigung: Architektenhonoraranspruch nach Vertragskündigung; Aufrechnung …
LG Köln, 29.07.2015 - 4 O 190/13