Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.07.1953&Aktenzeichen=4%20StR%20216/53
Timestamp: 2018-07-20 06:44:16
Document Index: 196581735

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 330', '§ 330', 'BGH', '§ 330', '§ 330', 'BGH']

BGH, 02.07.1953 - 4 StR 216/53 - dejure.org
Der Bundesgerichtshof hat mehrfach ausgesprochen, daß äußerlich unauffälliges Verhalten eines Menschen, sein planmäßiges Handeln und sein Vermögen, sich an die Tat zu erinnern, rauschbedingte Unzurechnungsfähigkeit oder verminderte Zurechnungsfähigkeit nicht ausschließen (vgl BGHSt 1, 385; 5 StR 533/54 vom 9.11.1954 = VRS 8, 49; 4 StR 216/53 vom 2.7.1953; 5 StR 74/55 vom 8.3.1955).
Die Aussagen von Zeugen über den Trunkenheitsgrad eines Menschen sind nur mit Zurückhaltung zu bewerten (vgl. BGH VRS 4, 549; 4 StR 216/53 vom 2.7.53; 4 StR 652/53 vom 25.3.1954).
BGH, 25.08.1955 - 1 StR 117/55
Daher sind Aussagen von Zeugen über den Trunkenheitsgrad eines Menschen nur mit Zurückhaltung zu bewerten (BGH VRS 4, 549;4 StR 216/53 vom 2. Juli 1953;4 StR 652/53 vom 25. März 1954;… Ponsold a.a.O. S 413; Langelüddecke, Gerichtliche Psychiatrie S 69 Anm 2).
BGH, 23.08.1957 - 4 StR 325/57
Nun ist es zwar richtig, daß Aussagen von Zeugen über den Trunkenheitsgrad eines Menschen nur mit großer Zurückhaltung zu bewerten sind (4 StR 216/53 vom 2.7.1953; 4 StR 652/53vom 25.3.1954 4 StR 96/55 vom 28.4.1955).
BGH, 26.10.1956 - 1 StR 300/56
Die Schwere der Alkoholeinwirkung braucht nicht immer äußerlich erkennbar zu sein (BGH VRS Bd 4 S 549; BGH 4 StR 216/53 vom 2. Juli 1953; 4 StR 652/53 vom 25. März 1954; 1 StR 117/55 vom 25. August 1955; Ponsold, Lehrbuch der gerichtlichen Medizin S 413; Langelüddeke, Gerichtliche Psychiatrie S 69).
Auch in dieser Hinsicht bedarf es weiterer Erörterungen durch den Tatrichter, insbesondere über den Alkoholgehalt der getrunkenen Biermengen, die Trinkzeiten, Alkoholverträglichkeit oder Intoleranz, Alkoholabbau und Ausscheidung, etwa genossene Speisen, die allgemeine und besondere körperliche Konstitution des Angeklagten (vgl BGH 4 StR 216/53 v 2. Juli 1953; 4 StR 432/53 v 25. März 1954; Weltzien im Deutschen Autorecht 1953 S 48 ff, sowie: Bergmann, "Blutalkohol bei Verkehrsstraftaten").
Dabei ist zu beachten, daß die Verurteilung aus § 330 a StGB die bestimmte Feststellung der Zurechnungsunfähigkeit des Täters erfordert; die bloße Möglichkeit, daß dieser im Zustand rauschbedingter Zurechnungsunfähigkeit gehandelt hat, schließt zwar die Verurteilung wegen der im Rausch begangenen, mit Strafe bedrohten Handlung aus, rechtfertigt aber noch nicht die Verurteilung aus § 330 a StGB (RGSt 70, 42, 87; BGH 1 StR 319/51vom 30. Oktober 1951, 3 StR 850/51 vom 13. November 1952, 4 StR 216/53 vom 2. Juli 1953).
Dabei ist zu beachten, dass die Verurteilung aus § 330 a StGB die bestimmte Feststellung der Zurechnungsunfähigkeit des Täters erfordert; die blosse Möglichkeit, dass dieser im Zustand rauschbedingter Zurechnungsunfähigkeit gehandelt hat, schliesst zwar die Verurteilung wegen der im Rausch begangenen, mit Strafe bedrohten Handlung aus, rechtfertigt aber andererseits nicht die Verurteilung aus § 330 StGB (RGSt 70, 42, 87; BGH 1 StR 319/51vom 30. Oktober 1951, 3 StR 850/51 vom 13. November 1952, 4 StR 216/53 vom 2. Juli 1953).