Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2013.00373.html
Timestamp: 2020-07-12 04:27:33
Document Index: 251025414

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 87', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', '§ 26', 'Art. 69', 'BGE', '§ 34']

kantone/zh_sozverger/IV.2013.00373.html
IV.2013.00373
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias Figi
Advokaturbüros Metzger Blöchlinger Figi
1.1X.___, geboren 1954, war vom 1. Juli 1999 bis Ende März 2008 als Taxichauffeuse in einem Pensum von 100 % selbständig erwerbstätig (Urk. 8/12/6, Urk. 8/24). Am 24. November 2008 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle unter Hinweis auf Epilepsie zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 8/12). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 27. August 2009 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/28), wogegen die Versicherte Einsprache erhob (Urk. 8/29, Urk. 8/35). Die IV-Stelle liess die Versicherte daraufhin am 16. März 2010 an der Y.___ polydisziplinär (internistisch/neurologisch/psychiatrisch) begutachten (Expertise vom 28. Juni 2010, Urk. 8/46). Gestützt auf die Beurteilung deren Experten, in angepassten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40 % (Urk. 8/46/17), sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 43 % eine Viertelsrente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Mai 2009 zu (Verfügung vom 11. November 2010, Urk. 8/58). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. April 2012 ab (Urk. 8/80). Diesen Entscheid bestätigte das Bundesgericht mit Urteil vom 20. August 2012 (Urk. 8/84).
1.2Am 16. Dezember 2010 hatte sich die Versicherte ausserdem zum Bezug einer Hilflosenentschädigung angemeldet (Urk. 8/62). Nachdem die IV-Stelle einen Bericht beim Hausarzt der Versicherten eingeholt (Urk. 8/66) und an deren Wohnort eine Abklärung der Verhältnisse veranlasst hatte (Abklärungsbericht vom 11. Februar 2011, Urk. 8/70), sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 5. April 2011 (Urk. 8/79) eine Hilflosenentschädigung auf Grund einer Hilflosigkeit leichten Grades mit Wirkung ab 1. Mai 2009 zu.
1.3Mit Schreiben vom 30. August 2012 (Urk. 8/82) ersuchte die Versicherte unter Hinweis auf die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichtes vom 20. August 2012 (siehe Sachverhalt E. 1.1), wonach der Abklärungsbericht bezüglich Hilflosigkeit vom 11. Februar 2011 ein gewichtiges Indiz für eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 11. November 2010 sei (Urk. 8/84/4), um Erhöhung ihrer Invalidenrente. Die IV-Stelle holte einen IK-Auszug ein (Urk. 8/85) und stellte der Versicherten den Revisionsfragebogen zu, den diese in der Folge unter Beilage von Berichten ihrer behandelnden Ärzte retournierte (Urk. 8/86). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/88-93) wies die IV-Stelle das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente mangels ausgewiesener Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten mit Verfügung vom 8. März 2013 (Urk. 2) ab.
2.Dagegen erhob X.___ am 25. April 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gutachten zu erstellen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Bestellung von Rechtsanwalt Tobias Figi zum unentgeltlichen Rechtsbeistand. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2013 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-98) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 7. Juni 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
3.Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1.1Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2Ist die Verwaltung auf ein Gesuch um Erhöhung der Rente eingetreten (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist.
1.3Um beurteilen zu können, ob sich die medizinischen Verhältnisse in einer anspruchserheblichen Weise verändert haben, und für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
1.5Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.1Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der letzten Beurteilung im November 2010 nicht verschlechtert habe, weshalb unverändert Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe (Urk. 2). Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor, ihr Gesundheitszustand habe sich seit damals weiter verschlechtert. Sie könne das Haus nicht mehr alleine verlassen. Sie sei vollständig arbeitsunfähig und habe demnach Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1).
2.2Nachdem die Beschwerdegegnerin auf das Rentenerhöhungsgesuch eingetreten ist, ist nachfolgend zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand respektive die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Zusprache der Viertelsrente am 11. November 2010 (Urk. 8/58) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat. Soweit sich die Beschwerdeführerin erneut gegen die der Verfügung vom 11. November 2010 zugrunde gelegte Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit wendet (Urk. 1 S. 7-9, 14), zielen ihre Vorbringen ins Leere und sind nicht zu hören. Die Verfügung vom 11. November 2010 erwuchs in Rechtskraft und die vorgebrachten Einwände gegen die damalige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit blieben sowohl vor dem hiesigen Gericht (Urk. 8/80/14-16) als auch vor dem Bundesgericht (Urk. 8/84/4) ohne Erfolg.
3.1Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Zusprache der Viertelsrente für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Y.___-Gutachten ab (Urk. 8/51/3, Urk. 8/53).
Die Y.___-Gutachter hielten am 28. Juni 2010 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/46/13):
Symptomatische Epilepsie mit komplexen fokalen Anfällen bei Kavernom frontal links, behandelt mit Lamictal 100 mg pro Tag;
mässig bis mittelstark ausgeprägte kognitive Defizite bei Diagnose 1 sowie seelischer Interferenz und Medikamenteninterferenz;
leicht ausgeprägtes Lumbovertebral- und Zervikalsyndrom;
leicht bis zwischendurch mittelgradig vor allem ängstlich gefärbte depressive Episode (ICD-10 F32.1).
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter folgende Diagnosen (Urk. 8/46/13):
Diabetes mellitus Typ 2 mit leicht ausgeprägter Polyneuropathie;
Adipositas Grad I;
beginnender Katarakt beidseits;
Nephrolithiasis anamnestisch, Status nach Extrakorporaler Stosswellenlithotripsie (ESWL) zweimal rechts und einmal links anamnestisch;
Status nach Appendektomie 1982, Status nach laparoskopischer Cholezystektomie 1985.
Die Y.___-Gutachter kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Epilepsie nicht mehr in ihrer angestammten Tätigkeit als Taxifahrerin arbeitsfähig sei und auch keine anderen Tätigkeiten verrichten könne, die in irgendeiner Weise für sie selbst oder für Dritte gefährlich sein könnten (Urk. 8/46/17). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten wurde festgehalten, aus neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in Tätigkeiten ohne wesentliche Belastung der Körperachse (wegen des Zerkival- und Lumbovertebralsyndroms) und mit nur geringen Anforderungen an die Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Aufgrund ihrer leicht bis mittelgradig ängstlich gefärbten depressiven Episode sei die Beschwerdeführerin sodann zu 40 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aus gesamtmedizinischer Sicht ergebe sich aufgrund der Depressivität und den neurologischen Problemen eine Einschränkung von 60 %. Es sei der Beschwerdeführerin demzufolge zumutbar, zu 40 % in der freien Wirtschaft eine Tätigkeit ohne wesentliche Belastung der Körperachse und mit nur geringen Anforderungen an die Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit zu verrichten (Urk. 8/46/17). Zur Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin notierten die Gutachter, die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach sie in ihrem jetzigen Zustand keine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt verrichten und die dazu notwendige Leistung auch nicht teilweise erbringen könne, habe aufgrund der Untersuchungsbefunde nicht vollumfänglich objektiviert werden können (Urk. 8/46/16-17).
Bezüglich medizinischer Massnahmen hielt der neurologische Gutachter dafür, aufgrund der Häufigkeit der Anfallsereignisse und des anscheinend auch ungenügenden Ansprechens auf die neue Medikation mit Lamictal 100 mg sowie aufgrund der sekundären Konsequenzen der Anfälle mit dadurch verursachter Angstsymptomatik seien weitere Abklärungen und eine Behandlungsoptimierung in einer Epilepsieklinik indiziert. Dabei gehe es einerseits darum, die Diagnose zu sichern und andererseits die Behandlung zu optimieren. Aufgrund dessen, dass noch keine optimale Einstellung der Epilepsie gegeben sei, sei sodann eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit in zwei bis drei Jahren empfehlenswert (Urk. 8/46/28).
3.2Im Abklärungsbericht bezüglich Hilflosigkeit vom 11. Februar 2011 (Urk. 8/70) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei seit Mai 2008 aufgrund von Demenz, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Desorientierung, Panikattacken und eingeschränkter Beweglichkeit auf dauernde und erhebliche Hilfe beim Anziehen, bei der Körperpflege sowie bei der Fortbewegung ausserhalb der Wohnung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte angewiesen. Seit Januar 2009 benötige die Beschwerdeführerin ausserdem dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe (Urk. 8/70/2-4). Die Abklärungsperson notierte insbesondere, die Beschwerdeführerin werde von der Spitex zu sämtlichen Terminen bei den Ärzten und Behörden begleitet, welche auch von der Spitex geplant und koordiniert würden. Es komme vor, dass die Beschwerdeführerin die Termine vergesse und sich nicht an die Vereinbarungen erinnern könne. Die Beschwerdeführerin leide neben dem Schwindel und den Gleichgewichtsstörungen unter einer temporär auftretenden Desorientierung. Diese Desorientierung könne zwischen fünf Minuten und einer Stunde anhalten. Die Beschwerdeführerin wisse dann nicht mehr, wo sie sei und was sie machen müsse oder wer die Leute um sie herum seien (Urk. 8/70/3).
3.3Dr. med. Z.___, Facharzt Rheumatologie, hielt im Beiblatt zum Revisionsfragebogen am 19. September 2012 fest (Urk. 8/86/3), die Arbeitsfähigkeit sei unverändert zu bisher. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Depressionen, Refluxkrankheit, Hypertonie, Diabetes II, Urolithiasis und Fibromyalgie.
3.4Dr. A.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, notierte in ihrem Bericht vom 27. September 2012 (Urk. 8/86/7-8), im September 2010 habe eine umfangreiche neurologische Abklärung stattgefunden, wobei die Diagnose einer Epilepsie bestätigt worden sei. Wegen zunehmender Gedächtnisstörungen sei die Beschwerdeführerin sodann im Februar 2011 neuropsychologisch untersucht worden, wobei sich Defizite im verbal-episodischen Gedächtnis, in den Exekutivfunktionen, dem Benennen, den Merkspannen und dem Arbeitsgedächtnis sowie der Visuo-Konstruktion ergeben hätten. Eindeutige Hinweise für eine Demenz hätten nicht nachgewiesen werden können. Dr. A.___ führte weiter aus, mehrere medikamentöse Versuche zur Behandlung der depressiven Symptomatik hätten zu keiner Verbesserung geführt. Die ungünstige soziale Situation wirke krankheitsunterhaltend. Die Beschwerdeführerin wohne jetzt bei ihrer Tochter und werde engmaschig von der Spitex betreut. Alleine könne sie nicht mehr leben. Der Gesundheitszustand habe sich in den letzten zwei Jahren zunehmend verschlechtert. Die Beschwerdeführerin werde immer hilfloser. So sei sie auf fremde Hilfe bei der Verrichtung der alltäglichen Sachen (Kochen, Einkaufen, Arztbesuche) angewiesen. Psychisch habe die Beschwerdeführerin seit 2008 eine depressive Symptomatik entwickelt, welche sich in den letzten zwei Jahren trotz intensiver psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung zunehmend verschlechtert habe. Aktuell bestünden passager örtliche Orientierungsstörung, Konzentrationsschwierigkeiten, eine depressive Stimmung, ein vermindertes Selbstwertgefühl mit Hilflosigkeit, eine gereizte Stimmung, ein verminderter Antrieb, Zukunfts- und Versagensängste, Ängste das Haus zu verlassen, Schuld- und Insuffizienzgefühle sowie ein sozialer Rückzug. Die Beschwerdeführerin – die seit Juni 2009 bei ihr in Behandlung stehe - sei während des gesamten Behandlungszeitraumes zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Dr. A.___ empfahl, einen Bericht bei der behandelnden Neurologin, Dr. B.___, sowie beim Hausarzt Dr. Z.___ einzuholen.
3.5Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt in seinen Stellungnahmen vom 23. Oktober 2012 (Urk. 8/87/3) sowie 15. Februar 2013 (Urk. 8/93/3) dafür, gemäss Dr. Z.___ hätten sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit nicht verändert. Die von Dr. A.___ angeführten Befunde zeigten, dass auch die im Februar 2011 erneut durchgeführte neuropsychologische Abklärung keine signifikante Änderung gegenüber den Erhebungen der Y.___-Gutachter ergeben habe. Die von Dr. A.___ festgehaltene aktuelle Symptomatik unterscheide sich sodann nicht wesentlich von den anlässlich der Y.___-Begutachtung erhobenen Befunden. Bei der Beurteilung von Dr. A.___, wonach die Beschwerdeführerin seit Behandlungsbeginn zu 100 % arbeitsunfähig sei, handle es sich um eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes. Im Abklärungsbericht bezüglich Hilflosigkeit sei sodann festgehalten worden, dass seit Mai 2009 ein Anspruch auf Hilflosenentschädigung bestehe, womit belegt sei, dass die entsprechenden Einschränkungen bereits zum Zeitpunkt der Y.___-Begutachtung bestanden hätten und bei der Erstellung des Gutachtens berücksichtigt worden und nicht nach Verfügungszeitpunkt aufgetreten seien. Zusammenfassend sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes somit nicht ausgewiesen.
Gestützt auf diese Stellungnahmen wies die Beschwerdegegnerin das Rentenerhöhungsgesuch ab (E. 2.1).
4.1Aus dem äusserst kurzgehaltenen Bericht von Dr. Z.___, wonach die Arbeitsunfähigkeit unverändert zu bisher sei, ergeben sich keine Hinweise auf relevante Veränderungen des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin (E. 3.3). Anhand der von Dr. A.___ gestellten Diagnosen ist ebenfalls keine Verschlechterung ersichtlich, hatte die Ärztin doch schon früher mittelgradige, zeitweise sogar schwere depressive Episoden und Angststörungen diagnostiziert (vgl. Urk. 8/34/5 und Urk. 8/64/28). Auch die von Dr. A.___ festgehaltene aktuelle Symptomatik (E. 3.4) unterscheidet sich sodann nicht wesentlich von den früher von ihr erhobenen Befunden (Urk. 8/34/5 und Urk. 8/64/28). Dass aufgrund der Angaben im Abklärungsbericht vom Februar 2011 (E. 3.2) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen wäre, trifft schliesslich nicht zu, handelt es sich doch bei den fraglichen Erhebungen nicht um ein fachärztliches Substrat. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (Urk. 1 S. 11) hat das Bundesgericht dies in seinem Urteil vom 20. August 2012 denn auch nicht festgehalten, sondern lediglich erwogen, die Angaben im Abklärungsbericht hinsichtlich der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte seien ein gewichtiges Indiz für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Urk. 8/84/4).
Aufgrund der vorliegenden Berichte ist eine Verschlechterung mithin nicht rechtsgenüglich ausgewiesen (vgl. E. 1.4).
4.2War im Zeitpunkt der Y.___-Begutachtung im März 2010 die Medikation zur Behandlung der Epilepsie jedoch noch ungenügend eingestellt gewesen und hatte der neurologische Gutachter damals ausdrücklich eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit in zwei bis drei Jahren empfohlen (E. 3.1), kann einerseits mit Blick auf die Hinweise von Dr. A.___ auf zunehmende Gedächtnisstörungen und zunehmende Hilfsbedürftigkeit (E. 3.4) sowie mit Blick auf die Angaben im Abklärungsbericht hinsichtlich der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte (E. 3.2) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin auch nicht ausgeschlossen werden. Die Beschwerdegegnerin hat es dabei im Rahmen des vorliegenden Rentenrevisionsverfahrens in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht unterlassen, einen neurologischen Verlaufsbericht - wie dies von Dr. A.___ empfohlen worden war - einzuholen sowie die detaillierten Befunde der im Februar 2011 durchgeführten neuropsychologischen Testungen beizuziehen. Mithin erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend abgeklärt und die vorliegende Streitsache als nicht spruchreif. Die Sache ist daher für ergänzende Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird insbesondere neurologische Fachberichte einzuholen und allenfalls weitere medizinische Abklärungen zu tätigen und hernach erneut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu entscheiden haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde in Aufhebung der Verfügung vom 8. März 2013 gutzuheissen.
5.1Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
5.2Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Vorliegend ist eine Entschädigung von Fr. 1‘600.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Mithin erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.
1.Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 8. März 2013 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
3.Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
Rechtsanwalt Tobias Figi
HurstF. Brühwiler