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Timestamp: 2020-07-10 04:20:53
Document Index: 328909120

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 39', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 48']

Lawbrary | KAKV-FINMA - Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
Allgemeine Bestimmungen (1 - 12)
Verfahren (13 - 17)
Konkursaktiven (18 - 26)
Konkurspassiven (27 - 32)
Verwertung (33 - 38)
Verteilung und Abschluss (39 - 46)
Schlussbestimmungen (47 - 48)
vom 6. Dezember 2012 (Stand am 1. März 2013)
gestützt auf Artikel 138 Absatz 3 des Kollektivanlagengesetzes vom 23. Juni 20061 (KAG),
Die­se Ver­ord­nung kon­kre­ti­siert das Kon­kurs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 137-138c KAG über Be­wil­li­gungs­trä­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 2.
Die­se Ver­ord­nung gilt für fol­gen­de In­sti­tu­tio­nen und Per­so­nen (Be­wil­li­gungs­trä­ger):
Fonds­lei­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be a KAG;
In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV) ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be b KAG;
Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be c KAG;
In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten mit fes­tem Ka­pi­tal ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be d KAG;
Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be f KAG;
al­le na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-d und f KAG oh­ne er­for­der­li­che Be­wil­li­gung tä­tig sind.
Art. 3 Universalität
1Wird ein Kon­kurs­ver­fah­ren er­öff­net, so er­streckt es sich auf sämt­li­che ver­wert­ba­ren Ver­mö­gens­wer­te, die dem Be­wil­li­gungs­trä­ger zu die­sem Zeit­punkt ge­hö­ren, un­ab­hän­gig da­von, ob sie sich im In- oder im Aus­land be­fin­den.
2Al­le in- und aus­län­di­schen Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen des Be­wil­li­gungs­trä­gers und sei­ner aus­län­di­schen Zweignie­der­las­sun­gen sind in glei­cher Wei­se und mit glei­chen Pri­vi­le­gi­en be­rech­tigt, am in der Schweiz er­öff­ne­ten Kon­kurs­ver­fah­ren teil­zu­neh­men.
3Als Ver­mö­gens­wer­te ei­ner in der Schweiz tä­ti­gen Zweignie­der­las­sung ei­nes aus­län­di­schen Be­wil­li­gungs­trä­gers gel­ten al­le Ak­ti­ven im In- und Aus­land, die durch Per­so­nen be­grün­det wur­den, wel­che für die­se Zweignie­der­las­sung ge­han­delt ha­ben.
Art. 4 Öffentliche Bekanntmachungen und Mitteilungen
1Öf­fent­li­che Be­kannt­ma­chun­gen wer­den im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt, auf der In­ter­netsei­te der FIN­MA und in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 39 der Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ver­ord­nung vom 22. No­vem­ber 20061 pu­bli­ziert.
2Den­je­ni­gen Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen, de­ren Na­me und Adres­se be­kannt sind, wer­den Mit­tei­lun­gen di­rekt zu­ge­stellt. Die FIN­MA kann, wenn dies der Ver­ein­fa­chung des Ver­fah­rens dient, Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen mit Sitz oder Wohn­sitz im Aus­land zur Be­stel­lung ei­nes oder ei­ner Zu­stel­lungs­be­voll­mäch­tig­ten in der Schweiz ver­pflich­ten. Bei Dring­lich­keit oder zur Ver­ein­fa­chung des Ver­fah­rens kann auf die di­rek­te Mit­tei­lung ver­zich­tet wer­den.
3Für den Fris­ten­lauf und die mit der öf­fent­li­chen Be­kannt­ma­chung ver­bun­de­nen Rechts­fol­gen ist die Ver­öf­fent­li­chung im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt mass­ge­bend.
Art. 5 Akteneinsicht
1Wer glaub­haft macht, dass er oder sie durch den Kon­kurs un­mit­tel­bar in sei­nen oder ih­ren Ver­mö­gens­in­ter­es­sen be­trof­fen ist, kann die Kon­kurs­ak­ten ein­se­hen; da­bei ist das Be­rufs­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 148 Ab­satz 1 Buch­sta­be k KAG so weit als mög­lich zu wah­ren.
2Die Ak­ten­ein­sicht kann auf be­stimm­te Ver­fah­rens­sta­di­en be­schränkt oder auf­grund ent­ge­gen­ste­hen­der über­wie­gen­der In­ter­es­sen ein­ge­schränkt oder ver­wei­gert wer­den.
3Wer Ak­ten­ein­sicht er­hält, darf die In­for­ma­tio­nen le­dig­lich zur Wah­rung der ei­ge­nen un­mit­tel­ba­ren Ver­mö­gens­in­ter­es­sen ver­wen­den.
4Die Ak­ten­ein­sicht kann von ei­ner Er­klä­rung ab­hän­gig ge­macht wer­den, aus der her­vor­geht, dass die ein­ge­se­he­nen In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Wah­rung der ei­ge­nen un­mit­tel­ba­ren Ver­mö­gens­in­ter­es­sen ver­wen­det wer­den. Für den Fall der Zu­wi­der­hand­lung kann vor­gän­gig auf die Straf­dro­hung nach Ar­ti­kel 48 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20071 und Ar­ti­kel 292 des Straf­ge­setz­bu­ches2 hin­ge­wie­sen wer­den.
5Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin und, nach Ab­schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens, die FIN­MA ent­schei­den über die Ak­ten­ein­sicht.
Art. 6 Anzeige an die FINMA
1Wer durch einen Ent­scheid, ei­ne Hand­lung oder ei­ne Un­ter­las­sung ei­ner Per­son, die von der FIN­MA mit Auf­ga­ben nach die­ser Ver­ord­nung be­traut wur­de, in sei­nen In­ter­es­sen ver­letzt wird, kann die­sen Sach­ver­halt der FIN­MA an­zei­gen.
2Die Ent­schei­de die­ser Per­so­nen sind kei­ne Ver­fü­gun­gen und die an­zei­gen­den Per­so­nen sind kei­ne Par­tei­en im Sin­ne des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
3Die FIN­MA be­ur­teilt den an­ge­zeig­ten Sach­ver­halt, trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men und er­lässt, falls er­for­der­lich, ei­ne Ver­fü­gung.
Art. 7 Einsetzung eines Konkursliquidators oder einer Konkursliquidatorin
1Die FIN­MA setzt mit­tels Ver­fü­gung einen Kon­kurs­li­qui­da­tor oder ei­ne Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ein, so­fern sie des­sen oder de­ren Auf­ga­ben nicht sel­ber wahr­nimmt.
2Setzt die FIN­MA einen Kon­kurs­li­qui­da­tor oder ei­ne Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ein, so hat sie bei der Aus­wahl dar­auf zu ach­ten, dass die­ser oder die­se zeit­lich und fach­lich in der La­ge ist, den Auf­trag sorg­fäl­tig, ef­fi­zi­ent und ef­fek­tiv aus­zuü­ben, und kei­nen In­ter­es­sen­kon­flik­ten un­ter­liegt, wel­che der Auf­trags­er­tei­lung ent­ge­gen­ste­hen.
3Sie prä­zi­siert die Ein­zel­hei­ten des Auf­trags, ins­be­son­de­re be­tref­fend Kos­ten, Be­richt­er­stat­tung und Kon­trol­le des Kon­kurs­li­qui­da­tors oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin.
Art. 8 Aufgaben und Kompetenzen des Konkursliquidators oder der Konkursliquidatorin
Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin treibt das Ver­fah­ren vor­an. Er oder sie hat ins­be­son­de­re:
die tech­ni­schen und ad­mi­nis­tra­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung des Kon­kur­ses zu schaf­fen;
die Kon­kurs­ak­ti­ven zu si­chern und zu ver­wer­ten;
die im Rah­men des Kon­kurs­ver­fah­rens not­wen­di­ge Ge­schäfts­füh­rung zu be­sor­gen;
die Kon­kurs­mas­se vor Ge­richt und an­de­ren Be­hör­den zu ver­tre­ten.
Art. 9 Aufgaben des Konkursliquidators oder der Konkursliquidatorin im Konkurs einer SICAV
Im Kon­kurs ei­ner SI­CAV hat der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ne­ben den Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 8 fol­gen­de Auf­ga­ben:
die For­de­run­gen ge­gen die je­weils haf­ten­den Teil­ver­mö­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung von Ar­ti­kel 94 Ab­satz 2 KAG zu er­wah­ren;
die zwi­schen den Teil­ver­mö­gen be­ste­hen­den For­de­run­gen zu er­he­ben und im Rah­men der Ver­tei­lung der Er­lö­se der Teil­ver­mö­gen zu be­rück­sich­ti­gen.
Art. 10 Konkursort
1Der Kon­kur­sort be­fin­det sich am Sitz des Be­wil­li­gungs­trä­gers oder der Zweignie­der­las­sung ei­nes aus­län­di­schen Be­wil­li­gungs­trä­gers in der Schweiz.
2Hat ein aus­län­di­scher Be­wil­li­gungs­trä­ger meh­re­re Zweignie­der­las­sun­gen in der Schweiz, so gibt es nur einen Kon­kur­sort. Die­sen be­stimmt die FIN­MA.
3Bei na­tür­li­chen Per­so­nen be­fin­det sich der Kon­kur­sort am Ort des Ge­schäfts­do­mi­zils im Zeit­punkt der Er­öff­nung des Kon­kurs­ver­fah­rens.
Art. 11 Koordination
Die FIN­MA und der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ko­or­di­nie­ren ihr Han­deln so­weit mög­lich mit in- und aus­län­di­schen Be­hör­den und Or­ga­nen.
Art. 12 Anerkennung ausländischer Konkursdekrete und Massnahmen
1An­er­kennt die FIN­MA ein aus­län­di­sches Kon­kurs­de­kret nach Ar­ti­kel 138c KAG in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 37g des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341 (BankG), so sind für das in der Schweiz be­find­li­che Ver­mö­gen die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung an­wend­bar.
2Die FIN­MA kann ei­nem An­er­ken­nungs­er­su­chen auch oh­ne Vor­lie­gen des Ge­gen­rechts ent­spre­chen, so­fern dies im In­ter­es­se der be­trof­fe­nen Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen liegt.
3Sie be­stimmt den ein­heit­li­chen Kon­kur­sort in der Schweiz und den Kreis der Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen nach Ar­ti­kel 138c KAG in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 37g Ab­satz 4 BankG.
4Sie macht die An­er­ken­nung so­wie den Kreis der Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen öf­fent­lich be­kannt.
5An­er­kennt sie ei­ne an­de­re aus­län­di­sche In­sol­venz­mass­nah­me, so re­gelt sie das an­wend­ba­re Ver­fah­ren.
Art. 13 Publikation und Schuldenruf
1Die FIN­MA er­öff­net dem Be­wil­li­gungs­trä­ger die Kon­kurs­ver­fü­gung und macht sie un­ter gleich­zei­ti­gem Schul­den­ruf öf­fent­lich be­kannt.
2Die Pu­bli­ka­ti­on ent­hält ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben:
Na­me des Be­wil­li­gungs­trä­gers so­wie des­sen Sitz und Zweignie­der­las­sun­gen;
Da­tum und Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung;
Kon­kur­sort;
Na­me und Adres­se des Kon­kurs­li­qui­da­tors oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin;
Auf­for­de­rung an die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen und an Per­so­nen, die im Be­sitz des Be­wil­li­gungs­trä­gers be­find­li­che Ver­mö­gens­stücke be­an­spru­chen, ih­re For­de­run­gen und An­sprü­che in­nert an­ge­setz­ter Frist dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin an­zu­mel­den und die ent­spre­chen­den Be­weis­mit­tel vor­zu­le­gen;
Hin­weis auf die Her­aus­ga­be- und Mel­de­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 20 und 21.
3Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin kann den be­kann­ten Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen so­wie den be­kann­ten An­le­gern und An­le­ge­rin­nen ein Ex­em­plar der Be­kannt­ma­chung zu­stel­len.
Art. 14 Publikation und Schuldenruf im Konkurs einer SICAV
Im Kon­kurs ei­ner SI­CAV hat die Pu­bli­ka­ti­on ne­ben den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 13 fol­gen­de An­ga­ben zu ent­hal­ten:
Hin­weis an die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen, dass in Be­zug auf die von ih­nen an­zu­mel­den­den For­de­run­gen an­zu­ge­ben ist, wel­ches oder wel­che Teil­ver­mö­gen der SI­CAV als haf­ten­des Ver­mö­gen gel­tend ge­macht wird oder wer­den;
Auf­for­de­rung an die An­le­ger und An­le­ge­rin­nen, dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin in­nert an­ge­setz­ter Frist:
an­zu­mel­den, in wel­chem Um­fang sie an wel­chen Teil­ver­mö­gen und wel­chen An­teils­klas­sen be­tei­ligt sind, und
die ent­spre­chen­den Be­weis­mit­tel vor­zu­le­gen.
Art. 15 Gläubigerversammlung
1Hält es der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin für an­ge­bracht, ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen, so stellt er oder sie der FIN­MA einen ent­spre­chen­den An­trag. Die­se legt mit dem Ent­scheid die Kom­pe­ten­zen der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung so­wie die für die Be­schluss­fas­sung not­wen­di­gen Prä­senz- und Stim­men­quo­ren fest.
2Al­le Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen dür­fen an der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung teil­neh­men oder sich ver­tre­ten las­sen. In Zwei­fels­fäl­len ent­schei­det der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin über die Zu­las­sung.
3Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin lei­tet die Ver­hand­lun­gen und er­stat­tet Be­richt über die Ver­mö­gens­la­ge des Be­wil­li­gungs­trä­gers und den Stand des Ver­fah­rens.
4Die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen kön­nen Be­schlüs­se auch auf dem Zir­ku­lar­weg fas­sen. Lehnt ein Gläu­bi­ger oder ei­ne Gläu­bi­ge­rin den An­trag des Kon­kurs­li­qui­da­tors oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin nicht aus­drück­lich in­nert der an­ge­setz­ten Frist ab, so gilt dies als Zu­stim­mung.
Art. 16 Gläubigerausschuss
1Die FIN­MA ent­schei­det auf An­trag des Kon­kurs­li­qui­da­tors oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin über Ein­set­zung, Zu­sam­men­set­zung, Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen ei­nes Gläu­bi­ge­raus­schus­ses.
2Die FIN­MA be­stimmt den Vor­sit­zen­den oder die Vor­sit­zen­de, das Ver­fah­ren für die Be­schluss­fas­sung so­wie die Ent­schä­di­gung der ein­zel­nen Mit­glie­der.
Art. 17 Rechte der Gläubiger und Gläubigerinnen im Konkurs einer SICAV
1Die Rech­te der Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen im Kon­kurs ei­ner SI­CAV be­zie­hen sich auf die­je­ni­gen Teil­ver­mö­gen, ge­gen­über de­nen die For­de­run­gen je­weils gel­tend ge­macht wer­den.
2Die FIN­MA kann für Teil­ver­mö­gen ei­ne se­pa­ra­te Gläu­bi­ger­ver­samm­lung vor­se­hen und einen se­pa­ra­ten Gläu­bi­ge­raus­schuss ein­set­zen.
3. Abschnitt: Konkursaktiven
Art. 18 Inventaraufnahme
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin er­rich­tet ein In­ven­tar über das zur Kon­kurs­mas­se ge­hö­ren­de Ver­mö­gen.
2Die In­ven­tar­auf­nah­me rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 221-229 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs (SchKG), so­weit die­se Ver­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt.
3Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin be­an­tragt der FIN­MA die Mass­nah­men, die zur Si­che­rung des zur Kon­kurs­mas­se ge­hö­ren­den Ver­mö­gens er­for­der­lich sind.
4Er oder sie legt das In­ven­tar ei­ner von den Eig­nern und Eig­ne­rin­nen des Be­wil­li­gungs­trä­gers als Or­gan ge­wähl­ten Per­son vor. Die­se hat sich über die Voll­stän­dig­keit und Rich­tig­keit des In­ven­tars zu er­klä­ren. Ih­re Er­klä­rung ist in das In­ven­tar auf­zu­neh­men.
Art. 19 Inventaraufnahme im Konkurs einer SICAV
Die zu ei­nem Teil­ver­mö­gen ge­hö­ren­den Ver­mö­gens­wer­te wer­den in­ner­halb des In­ven­tars in ei­nem se­pa­ra­ten Ab­schnitt er­fasst.
Art. 20 Herausgabe- und Meldepflicht
1Schuld­ner und Schuld­ne­rin­nen des Be­wil­li­gungs­trä­gers so­wie Per­so­nen, wel­che Ver­mö­gens­wer­te des Be­wil­li­gungs­trä­gers als Pfand­gläu­bi­ger oder Pfand­gläu­bi­ge­rin­nen oder aus an­dern Grün­den be­sit­zen, ha­ben sich in­nert der Ein­ga­be­frist nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­be e beim Kon­kurs­li­qui­da­tor oder bei der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin zu mel­den und ihm oder ihr die Ver­mö­gens­wer­te zur Ver­fü­gung zu stel­len.
2An­zu­mel­den sind For­de­run­gen auch dann, wenn ei­ne Ver­rech­nung gel­tend ge­macht wird.
3Ein be­ste­hen­des Vor­zugs­recht er­lischt, wenn die Mel­dung oder die Her­aus­ga­be un­ge­recht­fer­tig­ter­wei­se un­ter­bleibt.
Art. 21 Ausnahmen von der Herausgabepflicht
1Als Si­cher­heit die­nen­de Ef­fek­ten und an­de­re Fi­nan­z­in­stru­men­te müs­sen nicht her­aus­ge­ge­ben wer­den, so­weit die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ver­wer­tung durch den Si­che­rungs­neh­mer oder die Si­che­rungs­neh­me­rin ge­ge­ben sind.
2Die­se Ver­mö­gens­wer­te sind je­doch dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin un­ter Nach­weis des Ver­wer­tungs­rechts zu mel­den und von die­sem oder die­ser im In­ven­tar vorzu­mer­ken.
3Der Si­che­rungs­neh­mer oder die Si­che­rungs­neh­me­rin muss mit dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin über den aus der Ver­wer­tung die­ser Ver­mö­gens­wer­te er­ziel­ten Er­lös ab­rech­nen. Ein all­fäl­li­ger Ver­wer­tungs­über­schuss fällt an die Kon­kurs­mas­se be­zie­hungs­wei­se dem ent­spre­chen­den Teil­ver­mö­gen zu.
Art. 22 Absonderung im Konkurs einer Fondsleitung
Sa­chen und Rech­te, die zum An­la­ge­fonds ge­hö­ren, wer­den nach Ar­ti­kel 35 KAG ab­ge­son­dert. Die An­sprü­che der Fonds­lei­tung nach Ar­ti­kel 33 KAG blei­ben vor­be­hal­ten.
Art. 23 Aussonderung
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin prüft die Her­aus­ga­be von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den, die von Drit­ten be­an­sprucht wer­den.
2Hält er oder sie einen Her­aus­ga­be­an­spruch für be­grün­det, so gibt er oder sie den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen die Mög­lich­keit, die Ab­tre­tung des Be­strei­tungs­rechts nach Ar­ti­kel 260 Ab­sät­ze 1 und 2 SchKG1 zu ver­lan­gen, und setzt ih­nen da­zu ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
3Hält er oder sie einen Her­aus­ga­be­an­spruch für un­be­grün­det oder ha­ben Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen die Ab­tre­tung des Be­strei­tungs­rechts ver­langt, so setzt er oder sie der An­spruch er­he­ben­den Per­son ei­ne Frist, in­nert der sie beim Ge­richt am Kon­kur­sort Kla­ge ein­rei­chen kann. Un­be­nutz­ter Ab­lauf der Frist gilt als Ver­zicht auf den Her­aus­ga­be­an­spruch.
4Die Kla­ge hat sich im Fall ei­ner Ab­tre­tung ge­gen die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger und Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen zu rich­ten. Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin gibt dem oder der Drit­ten mit der Frist­an­set­zung die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger und Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen be­kannt.
Art. 24 Guthaben, Admassierung und Anfechtung
1Fäl­li­ge For­de­run­gen der Kon­kurs­mas­se wer­den vom Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin, nö­ti­gen­falls auf dem Be­trei­bungs­we­ge, ein­ge­zo­gen.
2Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin prüft An­sprü­che der Kon­kurs­mas­se auf be­weg­li­che Sa­chen, die sich im Ge­wahr­sam oder Mit­ge­wahr­sam ei­ner Dritt­per­son be­fin­den, oder auf Grund­stücke, die im Grund­buch auf den Na­men ei­ner Dritt­per­son ein­ge­tra­gen sind.
3Er oder sie prüft, ob Rechts­ge­schäf­te nach den Ar­ti­keln 285-292 SchKG1 an­ge­foch­ten wer­den kön­nen. Die Dau­er ei­nes vor­aus­ge­gan­ge­nen Sa­nie­rungs­ver­fah­rens wird an die Fris­ten der Ar­ti­kel 286-288 SchKG nicht an­ge­rech­net.
4Be­ab­sich­tigt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin, ei­ne be­strit­te­ne For­de­rung oder einen An­spruch nach Ab­satz 2 oder 3 auf dem Kla­ge­weg wei­ter­zu­ver­fol­gen, so holt er oder sie von der FIN­MA die Zu­stim­mung und zweck­dien­li­che Wei­sun­gen ein.
5Klagt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin nicht, so kann er oder sie den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen die Mög­lich­keit ge­ben, die Ab­tre­tung im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 Ab­sät­ze 1 und 2 SchKG zu ver­lan­gen oder die be­tref­fen­den For­de­run­gen und die üb­ri­gen An­sprü­che nach Ar­ti­kel 33 zu ver­wer­ten.
6Gibt er oder sie den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen die Mög­lich­keit, die Ab­tre­tung zu ver­lan­gen, so setzt er oder sie ih­nen da­zu ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
7Die Ver­wer­tung nach Ar­ti­kel 33 ist aus­ge­schlos­sen bei An­fech­tungs­an­sprü­chen nach Ab­satz 3 so­wie bei Ver­ant­wort­lich­keits­an­sprü­chen nach Ar­ti­kel 145 KAG.
Art. 25 Fortführung hängiger Zivilprozesse und Verwaltungsverfahren
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin be­ur­teilt An­sprü­che der Kon­kurs­mas­se, die im Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung be­reits Ge­gen­stand ei­nes Zi­vil­pro­zes­ses oder ei­nes Ver­wal­tungs­ver­fah­rens bil­den, und stellt der FIN­MA An­trag über de­ren Fort­füh­rung.
2Lehnt die FIN­MA die Fort­füh­rung ab, so gibt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen die Mög­lich­keit, die Ab­tre­tung des Pro­zess­füh­rungs­rechts im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 Ab­sät­ze 1 und 2 SchKG1 zu ver­lan­gen, und setzt ih­nen da­zu ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
Art. 26 Einstellung mangels Aktiven
1Rei­chen die Kon­kurs­ak­ti­ven nicht aus, das Kon­kurs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, so be­an­tragt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin der FIN­MA, das Ver­fah­ren man­gels Ak­ti­ven ein­zu­stel­len.
2In Aus­nah­me­fäl­len führt die FIN­MA das Ver­fah­ren auch bei nicht aus­rei­chen­den Kon­kurs­ak­ti­ven durch, na­ment­lich wenn an des­sen Durch­füh­rung ein be­son­de­res In­ter­es­se be­steht.
3Be­ab­sich­tigt die FIN­MA das Ver­fah­ren ein­zu­stel­len, so macht sie dies öf­fent­lich be­kannt. In der Be­kannt­ma­chung weist sie dar­auf hin, dass sie das Ver­fah­ren fort­führt, wenn in­nert ei­ner be­stimm­ten Frist ein Gläu­bi­ger oder ei­ne Gläu­bi­ge­rin Si­cher­heit für den durch die Kon­kurs­ak­ti­ven nicht ge­deck­ten Teil der Kos­ten des Ver­fah­rens leis­tet. Die FIN­MA setzt die Frist an und legt die Art und die Hö­he der Si­cher­heit fest.
4Wird die fest­ge­leg­te Si­cher­heit nicht frist­ge­recht ge­leis­tet, so kann je­der Pfand­gläu­bi­ger und je­de Pfand­gläu­bi­ge­rin bei der FIN­MA in­ner­halb ei­ner von ihr an­ge­setz­ten Frist die Ver­wer­tung sei­nes oder ih­res Pfan­des ver­lan­gen. Die FIN­MA be­auf­tragt einen Kon­kurs­li­qui­da­tor oder ei­ne Kon­kurs­li­qui­da­to­rin mit der Durch­füh­rung der Ver­wer­tung.
5Die FIN­MA ord­net bei ju­ris­ti­schen Per­so­nen die Ver­wer­tung der Ak­ti­ven an, für die kein Pfand­gläu­bi­ger oder kei­ne Pfand­gläu­bi­ge­rin frist­ge­mä­ss die Ver­wer­tung ver­langt hat. Ver­bleibt nach der De­ckung der Ver­wer­tungs­kos­ten und der auf dem ein­zel­nen Ak­ti­vum haf­ten­den Las­ten ein Er­lös, so ver­fällt die­ser nach De­ckung der Kos­ten der FIN­MA an den Bund.
6Wur­de das Kon­kurs­ver­fah­ren ge­gen na­tür­li­che Per­so­nen ein­ge­stellt, so ist für das Be­trei­bungs­ver­fah­ren Ar­ti­kel 230 Ab­sät­ze 3 und 4 SchKG1 an­wend­bar.
4. Abschnitt: Konkurspassiven
Art. 27 Prüfung der Forderungen
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin prüft die an­ge­mel­de­ten und die von Ge­set­zes we­gen zu be­rück­sich­ti­gen­den For­de­run­gen. Er oder sie kann da­bei ei­ge­ne Er­he­bun­gen ma­chen und die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen auf­for­dern, zu­sätz­li­che Be­weis­mit­tel ein­zu­rei­chen.
2Von Ge­set­zes we­gen zu be­rück­sich­ti­gen sind die aus dem Grund­buch er­sicht­li­chen For­de­run­gen samt dem lau­fen­den Zins.
3Über die For­de­run­gen holt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin die Er­klä­rung ei­ner von den Eig­nern und Eig­ne­rin­nen des Be­wil­li­gungs­trä­gers als Or­gan ge­wähl­ten Per­son ein.
Art. 28 Prüfung der Forderungen im Konkurs einer SICAV
1Im Kon­kurs ei­ner SI­CAV prüft der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin zu­dem, ge­gen­über wel­chem Teil­ver­mö­gen die For­de­run­gen je­weils in wel­chem Um­fang zu­ge­las­sen wer­den.
2Die An­le­ger­teil­ver­mö­gen haf­ten un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3 nur für ei­ge­ne Ver­bind­lich­kei­ten. Sub­si­di­är haf­tet für die­se Ver­bind­lich­kei­ten das Un­ter­neh­mer­teil­ver­mö­gen.
3Wird in Ver­trä­gen mit Drit­ten kei­ne Be­schrän­kung der Haf­tung auf ein Teil­ver­mö­gen of­fen­ge­legt, so haf­tet pri­mär das Un­ter­neh­mer­teil­ver­mö­gen, sub­si­di­är die An­le­ger­teil­ver­mö­gen im Ver­hält­nis zum Fonds­ver­mö­gen.
Art. 29 Kollokation
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ent­schei­det, ob, in wel­cher Hö­he und in wel­chem Rang For­de­run­gen an­er­kannt wer­den, und er­stellt den Kol­lo­ka­ti­ons­plan.
2Ge­hört zur Kon­kurs­mas­se ein Grund­stück, so er­stellt er oder sie ein Ver­zeich­nis der dar­auf ru­hen­den Las­ten wie Pfand­rech­te, Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten und vor­ge­merk­te per­sön­li­che Rech­te. Das Las­ten­ver­zeich­nis bil­det Be­stand­teil des Kol­lo­ka­ti­ons­plans.
3Im Kon­kurs ei­ner SI­CAV sind die kol­lo­zier­ten For­de­run­gen in Be­zug auf die ver­schie­de­nen Teil­ver­mö­gen, wel­che für die ein­zel­nen For­de­run­gen be­an­sprucht wer­den, von­ein­an­der zu se­pa­rie­ren.
Art. 30 Im Zivilprozess oder im Verwaltungsverfahren liegende Forderungen
1For­de­run­gen, die im Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung be­reits Ge­gen­stand ei­nes Zi­vil­pro­zes­ses oder ei­nes Ver­wal­tungs­ver­fah­rens in der Schweiz bil­den, sind im Kol­lo­ka­ti­ons­plan zu­nächst pro me­mo­ria vorzu­mer­ken.
2Ver­zich­tet der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin auf die Fort­füh­rung des Zi­vil­pro­zes­ses oder des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens, so gibt er oder sie den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen die Mög­lich­keit, die Ab­tre­tung im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 Ab­satz 1 SchKG1 zu ver­lan­gen.
3Wird der Zi­vil­pro­zess oder das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren we­der von der Kon­kurs­mas­se noch von ein­zel­nen Ab­tre­tungs­gläu­bi­gern oder Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen fort­ge­führt, so gilt die For­de­rung als an­er­kannt, und die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen ha­ben kein Recht mehr, die­se mit­tels Kol­lo­ka­ti­ons­kla­ge an­zu­fech­ten.
4Füh­ren ein­zel­ne Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger oder Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen den Zi­vil­pro­zess oder das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fort, so dient der Be­trag, um den im Rah­men ih­res Ob­sie­gens der An­teil des un­ter­lie­gen­den Gläu­bi­gers oder der un­ter­lie­gen­den Gläu­bi­ge­rin an der Kon­kurs­mas­se her­ab­ge­setzt wird, zur Be­frie­di­gung der Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger oder Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen bis zur vol­len De­ckung ih­rer kol­lo­zier­ten For­de­run­gen so­wie der Pro­zess­kos­ten. Ein Über­schuss fällt an die Kon­kurs­mas­se be­zie­hungs­wei­se dem ent­spre­chen­den Teil­ver­mö­gen zu.
Art. 31 Einsicht in den Kollokationsplan
1Die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen kön­nen den Kol­lo­ka­ti­ons­plan im Rah­men von Ar­ti­kel 5 wäh­rend min­des­tens 20 Ta­gen ein­se­hen.
2Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin macht öf­fent­lich be­kannt, ab wel­chem Zeit­punkt und in wel­cher Form der Kol­lo­ka­ti­ons­plan ein­ge­se­hen wer­den kann.
3Er oder sie kann vor­se­hen, dass die Ein­sicht­nah­me beim Kon­kur­samt am Kon­kur­sort er­fol­gen kann.
4Er oder sie teilt je­dem Gläu­bi­ger und je­der Gläu­bi­ge­rin, des­sen oder de­ren For­de­rung nicht wie an­ge­mel­det oder wie aus dem Grund­buch er­sicht­lich kol­lo­ziert wur­de, die Grün­de für die voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Ab­wei­sung der For­de­rung mit.
Art. 32 Kollokationsklage
1Kol­lo­ka­ti­ons­kla­gen rich­ten sich nach Ar­ti­kel 250 SchKG1.
2Die Kla­ge­frist be­ginnt in dem Zeit­punkt zu lau­fen, ab dem in den Kol­lo­ka­ti­ons­plan Ein­sicht ge­nom­men wer­den kann.
5. Abschnitt: Verwertung
Art. 33 Art der Verwertung
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin ent­schei­det über die Art und den Zeit­punkt der Ver­wer­tung und führt die­se durch.
2Ver­pfän­de­te Ver­mö­gens­stücke dür­fen nur mit Zu­stim­mung der Pfand­gläu­bi­ger und Pfand­gläu­bi­ge­rin­nen an­ders ver­wer­tet wer­den als durch Ver­kauf an öf­fent­li­cher Stei­ge­rung.
3Ver­mö­gens­wer­te kön­nen oh­ne Auf­schub ver­wer­tet wer­den, wenn sie:
schnel­ler Wert­ver­min­de­rung aus­ge­setzt sind;
un­ver­hält­nis­mäs­sig ho­he Ver­wal­tungs­kos­ten ver­ur­sa­chen;
an ei­nem re­prä­sen­ta­ti­ven Markt ge­han­delt wer­den; oder
nicht von be­deu­ten­dem Wert sind.
Art. 34 Verwertung im Konkurs einer Fondsleitung
1Liegt die Fort­füh­rung ei­nes oder meh­re­rer An­la­ge­fonds im In­ter­es­se der An­le­ger und An­le­ge­rin­nen, so be­an­tragt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin der FIN­MA, den oder die ent­spre­chen­den An­la­ge­fonds mit sämt­li­chen Rech­ten und Pflich­ten auf ei­ne an­de­re Fonds­lei­tung zu über­tra­gen.
2Fin­det sich kei­ne an­de­re Fonds­lei­tung, wel­che den oder die An­la­ge­fonds über­nimmt, so be­an­tragt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin der FIN­MA, im Rah­men des Kon­kur­ses der Fonds­lei­tung den oder die ent­spre­chen­den An­la­ge­fonds zu li­qui­die­ren.
Art. 35 Verwertung im Konkurs einer SICAV
1Liegt die Fort­füh­rung ei­nes oder meh­re­rer An­le­ger­teil­ver­mö­gen im In­ter­es­se der An­le­ger und An­le­ge­rin­nen, so be­an­tragt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin der FIN­MA, das ent­spre­chen­de oder die ent­spre­chen­den An­le­ger­teil­ver­mö­gen mit sämt­li­chen Rech­ten und Pflich­ten auf ei­ne an­de­re SI­CAV zu über­tra­gen.
2Fin­det sich kei­ne an­de­re SI­CAV, wel­che das oder die An­le­ger­teil­ver­mö­gen über­nimmt, so be­an­tragt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin der FIN­MA, das ent­spre­chen­de oder die ent­spre­chen­den An­le­ger­teil­ver­mö­gen im Rah­men des Kon­kur­ses der SI­CAV zu li­qui­die­ren.
Art. 36 Öffentliche Versteigerung
1Öf­fent­li­che Ver­stei­ge­run­gen rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 257-259 SchKG1, so­weit die­se Ver­ord­nung nichts an­de­res be­stimmt.
2Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin führt die Ver­stei­ge­rung durch. Er oder sie kann in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen ein Min­de­st­an­ge­bot für die ers­te Ver­stei­ge­rung vor­se­hen.
3Er oder sie macht die Mög­lich­keit der Ein­sicht­nah­me in die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen öf­fent­lich be­kannt. Er oder sie kann die Ein­sicht­nah­me beim Kon­kurs- oder Be­trei­bungs­amt am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che vor­se­hen.
Art. 37 Abtretung von Rechtsansprüchen
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin be­stimmt in der Be­schei­ni­gung über die Ab­tre­tung ei­nes Rechts­an­spruchs der Kon­kurs­mas­se im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG1 die Frist, in­nert der der Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger oder die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin den Rechts­an­spruch ge­richt­lich gel­tend ma­chen muss. Bei un­be­nutz­tem Ab­lauf der Frist fällt die Ab­tre­tung da­hin.
2Die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger und Ab­tre­tungs­gläu­bi­ge­rin­nen be­rich­ten dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin und, nach Ab­schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens, der FIN­MA oh­ne Ver­zug über das Re­sul­tat der Gel­tend­ma­chung.
3Ver­langt kein Gläu­bi­ger und kei­ne Gläu­bi­ge­rin die Ab­tre­tung oder ist die Frist zur Gel­tend­ma­chung un­be­nutzt ab­ge­lau­fen, so ent­schei­det der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin und, nach Ab­schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens, die FIN­MA über die all­fäl­li­ge wei­te­re Ver­wer­tung die­ser Rechts­an­sprü­che.
Art. 38 Anfechtung von Verwertungshandlungen
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin er­stellt pe­ri­odisch einen Ver­wer­tungs­plan, der über die zur Ver­wer­tung an­ste­hen­den Kon­kurs­ak­ti­ven und die Art ih­rer Ver­wer­tung Aus­kunft gibt.
2Ver­wer­tungs­hand­lun­gen, die nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 3 oh­ne Auf­schub er­fol­gen kön­nen, müs­sen nicht in den Ver­wer­tungs­plan auf­ge­nom­men wer­den.
3Ei­ne Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen nach Ar­ti­kel 37 gilt nicht als Ver­wer­tungs­hand­lung.
4Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin teilt den Ver­wer­tungs­plan den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen mit und setzt ih­nen ei­ne Frist, in­nert der sie über ein­zel­ne dar­in auf­ge­führ­te Ver­wer­tungs­hand­lun­gen von der FIN­MA ei­ne an­fecht­ba­re Ver­fü­gung ver­lan­gen kön­nen.
6. Abschnitt: Verteilung und Abschluss
Art. 39 Massaverpflichtungen
1Aus der Kon­kurs­mas­se wer­den vor­ab und in fol­gen­der Rei­hen­fol­ge ge­deckt:
Ver­bind­lich­kei­ten, wel­che die Kon­kurs­mas­se wäh­rend der Dau­er des Ver­fah­rens ein­ge­gan­gen ist;
sämt­li­che Kos­ten für Er­öff­nung und Durch­füh­rung des Kon­kurs­ver­fah­rens;
Ver­bind­lich­kei­ten ge­gen­über ei­ner De­pot­bank.
2Aus dem Er­lös von An­le­ger­teil­ver­mö­gen ei­ner SI­CAV wer­den grund­sätz­lich nur die Kos­ten der In­ven­tur, Ver­wal­tung und Ver­wer­tung des be­tref­fen­den Teil­ver­mö­gens ge­deckt.
Art. 40 Verteilung
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin kann Ab­schlags­ver­tei­lun­gen vor­se­hen. Er oder sie er­stellt hier­für ei­ne pro­vi­so­ri­sche Ver­tei­lungs­lis­te und un­ter­brei­tet die­se der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung.
2Sind sämt­li­che Ak­ti­ven ver­wer­tet und al­le die Fest­stel­lung der Ak­tiv- und Pas­siv­mas­se be­tref­fen­den Pro­zes­se er­le­digt, so er­stellt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin die ab­sch­lies­sen­de Ver­tei­lungs­lis­te so­wie die Schluss­rech­nung und un­ter­brei­tet die­se der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung. Auf die von ein­zel­nen Gläu­bi­gern oder Gläu­bi­ge­rin­nen im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG1 ge­führ­ten Pro­zes­se braucht kei­ne Rück­sicht ge­nom­men zu wer­den.
3Nach der Ge­neh­mi­gung der Ver­tei­lungs­lis­te nimmt der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin die Aus­zah­lun­gen an die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen vor.
4Kei­ne Aus­zah­lung er­folgt für For­de­run­gen:
de­ren Be­stand oder Hö­he nicht ab­sch­lies­send fest­steht;
de­ren Be­rech­tig­te nicht de­fi­ni­tiv be­kannt sind;
die teil­wei­se durch nicht ver­wer­te­te Si­cher­hei­ten im Aus­land oder ge­mä­ss Ar­ti­kel 21 ge­deckt sind; oder
die vor­aus­sicht­lich durch ei­ne aus­ste­hen­de Be­frie­di­gung in ei­nem aus­län­di­schen Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren, das mit dem Kon­kurs in Zu­sam­men­hang steht, teil­wei­se De­ckung er­hal­ten wer­den.
Art. 41 Verteilung im Konkurs einer Fondsleitung
1Mit dem aus der Ver­wer­tung der Ver­mö­gens­wer­te der Fonds­lei­tung re­sul­tie­ren­den Er­lös wer­den die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen be­frie­digt.
2Mit dem aus ei­ner all­fäl­li­gen Ver­wer­tung des An­la­ge­fonds re­sul­tie­ren­den Er­lös wer­den die An­le­ger und An­le­ge­rin­nen im Ver­hält­nis ih­rer An­tei­le be­frie­digt.
Art. 42 Verteilung im Konkurs einer SICAV
1Mit dem aus der Ver­wer­tung der Ver­mö­gens­wer­te re­sul­tie­ren­den Er­lös wer­den die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen der ent­spre­chen­den Teil­ver­mö­gen be­frie­digt.
2Ein all­fäl­li­ger Über­schuss ei­nes Teil­ver­mö­gens fällt den an die­sem Teil­ver­mö­gen be­rech­tig­ten Ak­tio­nären und Ak­tio­nä­rin­nen im Ver­hält­nis ih­rer An­tei­le zu.
Art. 43 Schlussbericht und Hinterlegung
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin be­rich­tet der FIN­MA sum­ma­risch über den Ver­lauf des Kon­kurs­ver­fah­rens.
2Der Schluss­be­richt ent­hält zu­dem:
Aus­füh­run­gen über die Er­le­di­gung sämt­li­cher die Fest­stel­lung der Ak­tiv- und Pas­siv­mas­se be­tref­fen­den Pro­zes­se;
An­ga­ben über den Stand der an Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen ab­ge­tre­te­nen Rechts­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 260 SchKG1; so­wie
ei­ne Auf­lis­tung der nicht aus­be­zahl­ten An­tei­le so­wie der nicht her­aus­ge­ge­be­nen ab­ge­son­der­ten De­pot­wer­te mit der An­ga­be, wes­halb ei­ne Aus­zah­lung oder Her­aus­ga­be bis­her nicht er­fol­gen konn­te.
3Die FIN­MA trifft die not­wen­di­gen An­ord­nun­gen über die Hin­ter­le­gung der nicht aus­be­zahl­ten An­tei­le so­wie der nicht her­aus­ge­ge­be­nen ab­ge­son­der­ten De­pot­wer­te.
4Die FIN­MA macht den Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens öf­fent­lich be­kannt.
Art. 44 Verlustschein
1Die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen kön­nen beim Kon­kurs­li­qui­da­tor oder bei der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin und, nach Ab­schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens, bei der FIN­MA ge­gen Be­zah­lung ei­ner Kos­ten­pau­scha­le für den un­ge­deck­ten Be­trag ih­rer For­de­rung einen Ver­lust­schein ge­mä­ss Ar­ti­kel 265 SchKG1 ver­lan­gen.
2Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin macht die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen im Rah­men der Aus­zah­lung ih­rer An­tei­le auf die­se Mög­lich­keit auf­merk­sam.
Art. 45 Aktenaufbewahrung
1Die FIN­MA be­stimmt, wie die Kon­kurs- und Ge­schäfts­ak­ten nach Ab­schluss oder Ein­stel­lung des Kon­kurs­ver­fah­rens auf­be­wahrt wer­den müs­sen.
2Die Kon­kurs­ak­ten so­wie die noch vor­han­de­nen Ge­schäfts­ak­ten sind nach Ab­lauf von zehn Jah­ren nach Ab­schluss oder Ein­stel­lung des Kon­kurs­ver­fah­rens auf An­ord­nung der FIN­MA zu ver­nich­ten.
3Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de spe­zi­al­ge­setz­li­che Auf­be­wah­rungs­vor­schrif­ten für ein­zel­ne Ak­ten­stücke.
Art. 46 Nachträglich entdeckte und hinterlegte Vermögenswerte
1Wer­den in­ner­halb von 10 Jah­ren nach Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens Ver­mö­gens­wer­te oder an­de­re Rechts­an­sprü­che ent­deckt, die bis­her nicht zur Kon­kurs­mas­se ge­zo­gen wur­den, so be­auf­tragt die FIN­MA einen Kon­kurs­li­qui­da­tor oder ei­ne Kon­kurs­li­qui­da­to­rin, das Kon­kurs­ver­fah­ren oh­ne wei­te­re Förm­lich­kei­ten wie­der auf­zu­neh­men.
2Nach­träg­lich ent­deck­te Ver­mö­gens­wer­te oder Rechts­an­sprü­che wer­den den Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen ver­teilt, die zu Ver­lust ge­kom­men sind und de­ren für die Aus­zah­lung not­wen­di­ge An­ga­ben dem Kon­kurs­li­qui­da­tor oder der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin be­kannt sind. Der Kon­kurs­li­qui­da­tor oder die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin kann die Gläu­bi­ger oder Gläu­bi­ge­rin­nen un­ter Hin­weis auf die Ver­wir­kung ih­res An­spruchs auf­for­dern, ihm oder ihr die ak­tu­el­len An­ga­ben be­kannt zu ge­ben. Er oder sie setzt ih­nen da­zu ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
3Ist of­fen­sicht­lich, dass die durch die Wie­der­auf­nah­me des Kon­kurs­ver­fah­rens ent­ste­hen­den Kos­ten vom zu er­war­ten­den Er­lös aus der Ver­wer­tung der nach­träg­lich ent­deck­ten Ver­mö­gens­wer­te nicht ge­deckt oder nur ge­ring­fü­gig über­trof­fen wer­den, kann die FIN­MA von der Wie­der­auf­nah­me ab­se­hen. Sie lei­tet die nach­träg­lich ent­deck­ten Ver­mö­gens­wer­te an den Bund.
4Hin­ter­leg­te Ver­mö­gens­wer­te, die frei wer­den oder nach zehn Jah­ren nicht be­zo­gen wur­den, wer­den un­ter Vor­be­halt ei­ner ab­wei­chen­den spe­zi­al­ge­setz­li­chen Re­ge­lung eben­falls nach Ab­satz 1 ver­wer­tet und nach Ab­satz 2 ver­teilt. Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.
Art. 47 Übergangsbestimmung
Für Ver­fah­ren, die bei In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung rechts­hän­gig sind, gel­ten die Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung.
Art. 48 Inkrafttreten
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. März 2013 in Kraft.