Source: https://www.pflegegrad.info/pflege/pflegegrad-2.php
Timestamp: 2019-02-19 04:59:38
Document Index: 217935602

Matched Legal Cases: ['§15', '§\u202f40', '§\u202f37', '§ 2', '§ 44', '§ 3', '§ 4', '§ 3']

www.pflegegrad.info - Pflegegrad 2
erhebliche Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit
Bei Pflegegrad 2 liegen „erhebliche Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit oder der Fähigkeiten“ vor (Definition aus §15 SGB XI). Das könnte zutreffen, wenn jemand mehrmals wöchentlich Hilfe beim Duschen benötigt und zwar den Oberkörper kleiden kann, aber eine Pflege­person Hosen, Stümpfe und Schuhe über die Füße ziehen muss.
Bei der Begutachtung werden 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte erreicht. Menschen, die wegen einer Demenz Hilfen bei der Körperpflege brauchen, erreichen fast immer mindestens Pflegegrad 2.
Der Fernseh­sender arte hat im September 2017 grund­sätzliche Über­legungen zur Kosten­kalkulation in eine zwei minütige Animation verpackt:
Welche Pflege-Optionen können wir uns bei Pflegegrad 2 leisten?
Ein Pflegegrad muss von den Versicherten beantragt werden. Dazu genügt ein formloses Schreiben an die Pflegekasse, die über die Kranken­kasse zu erreichen ist.
Mehr zum Antrag auf einen Pflegegrad... (Hier finden Sie auch einen Muster Brief.)
Im Auftrag der Pflege­kassen schickt (meist) der MDK Gutachtende zu den Antrag­stellenden. Sie sollen beurteilen, wie weit die Selbst­ständig­keit erhalten ist. Dazu werden die Verricht­ungen des Alltags in acht Module und 65 Merkmale eingeteilt. Sie sehen: wieviel Stunden für die Pflege aufgewandt werden müssen, also der Zeitaufwand der bei den Pflege­stufen so wichtig war, hat keine Bedeutung mehr.
📖 Inhalt
Geldzahlungen bei Pflegegrad 2
In Alten­heimen hängt die Zahl der Pflegekräfte von den Pflege­graden der Bewohner­*innen ab. Deshalb ist es sehr schwierig mit Pflegegrad 1 oder Pflegegrad 2 einen Heimplatz zu finden.
Ab 2017 finanzieren die Pflege­kassen (zum Beispiel AOK) für Pflege­bedürftige, denen mindestens der Pflegegrad 2 zugestanden wird, regelmäßige Leistungen. Die wichtigsten sind:
📎 Pflegesachleistung (bzw. Kombileistung)
📎 Pflegegeld (bzw. Kombileistung) für selbst beschaffte Pflegehilfen
📎 Leistungen der Verhinderungs­pflege
📎 Bis zu 40 €/Monat für Pflegehilfsmittel
📎 Zahlungen bei Umbaumaßnahmen
📎 Leistungen bei Kurzzeit– und vollstationärer Pflege
📎 Zahlungen für Hauswirtschafts– oder Betreuungsleistungen
📎 Unter Umständen werden Sozial­versicherungs­beiträge (auch Unfall­versicherung) für die Pflegepersonen gezahlt
Für alle gesetzlichen Pflegekassen, egal ob AOK, Barmer oder BKK, gelten hier die selben Vorschriften. Die privaten Pflegeversicherungen müssen sich auch an diese Regeln halten. (Private Pflegezusatzversicherungen sind etwas völlig anderes.)
Vollständige Liste der Leistungen.
Aktuelle Überlegungen zur Zukunft der Pflegeversicherung ...
Seit 2017 gilt: Bei Pflegegrad 2 gibt es als Geldleistung vor allem 316 € Pflegegeld oder 689 € Sachleistung pro Monat. Wird der Anspruch auf Sach­leistung nicht vollständig ausgeschöpft, kann das Pflegegeld anteilig ausgezahlt werden (=Kombinations­leistung). Der monatliche Entlastungs­betrag (125 €) ist in erster Linie für „Hauswirtschaft und Betreuung“ gedacht. Auch dieser Betrag kann, so wie die Sachleistungen, nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Wieviele Stunden einer Hilfskraft damit finanziert werden können, hängt vom Anbieter ab. Es ist möglich nicht beanspruchte Entlastungsbeträge bis zum Juni des Folgejahres zu verbrauchen (DAlzG, 2018a).
In vielen Gemeinden gibt es Projekte, die Alltagshilfen anbieten. Langzeitarbeitslose bekommen „1–Euro–Jobs“ und Senior*innen können länger selbständig in ihrer Wohnung leben (Rheinische Post). Im Main-Tauber Kreis schließen sich Landfrauen zusammen, um auch in diesem Bereich arbeiten zu können (Mannheimer Morgen). Ob es in Ihrer Nähe passende Angebote gibt? Ein Anruf im Pflegestützpunkt sollte genügen. Im Dezember 2018 wird im Sonntagsblatt wieder betont, dass nur wenige Versicherte den Entlastungsbetrag (125 €/Monat) nutzen.
Es können Ausgaben für Pflegehilfsmittel bis zu 40 € pro Monat erstattet werden. (Ihr Sanitäts­haus berät Sie sicher gern!) Ein Jahr nachdem Erwin Rüddel (MdB, CDU) am 3.2.2018 „konsequentes Handeln“ der Politik ankündigte, können überall in Deutschland Pflegebedürftige zu Hause nicht versorgt werden: „Alle ambulanten Pflegedienste berichten mir von Aufnahmestopps. Ohne Ausnahme. Egal ob in West-, Ost-, Nord- oder Süddeutschland, egal ob privat oder Wohlfahrt. Es gibt sogar einige, die Verträge kündigen, weil sie eine verlässliche ambulante Versorgung nicht mehr gewährleisten können.“ (Prof. Andreas Büscher, 2019)
Ein Altenheim bekommt als Zuschuss zu den Heimkosten 770 € von der Pflegekasse. Im April 2018 werden als pflegebedingter Eigenanteil im Durchschnitt gut 600 € pro Monat fällig. Das reicht von 237 € in Thüringen bis 872 € in Berlin (Süddeutsche, 2018b). Die Eigenanteile der Pflegebedürftigen für die Versorgung im Altenheim steigen stetig. Im Januar 2019 berichtet der MDR über höhere Altenheim Rechnungen in Sachsen. In Einzelfällen werden 450€ pro Monat mehr verlangt. Das können viele Pflegebedürftige nicht finanzieren. Ab 2019 bietet die Firma Henkel (Düsseldorf), wohl auch um bei Bewerber*innen besser da zu stehen, allen Mitarbeitenden und ihren Angehörigen eine betrieblich geförderte Pflegezusatzversicherung an (WDR, 2018b). Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), hofft auf Nachahmer des Henkel-Modells: „Diese Initiative kann anderen Unternehmen sehr gut als Vorbild dienen.“ (WAZ, 2019) Daniel Drepper von www.correctiv.org hat 2016 einen allgemeinen Artikel zu den Kosten eines Altenheims veröffentlicht.
Es gibt viele weitere Leistungen der Pflege­versicherung, wenn Pflegegrad 2 bewilligt wurde. Zur vollständigen Liste.
Es gibt viele weitere staatliche Leistungen bei Pflegebedürftigkeit:
Zum Beispiel: In Bayern soll 2018 begonnen werden ab Pflegegrad 2 ein bayerisches Pflegegeld von 1000 € pro Jahr zu zahlen.
Nutzen Sie die Beratungsangebote der Pflegestützpunkte! [Zeitungsartikel über die Arbeit im Pflegestützpunkt in Alzey (2016)]
Wer Unterstützung bei pflegerischen Verrichtungen braucht, benötigt oft vielerlei Leistungen der Krankenkassen. Die Zuzahlungen, die den Pflegebedürftigen abverlangt werden, sind nicht ohne. So wurde eine Belastungsgrenze fest gelegt. Sie „liegt bei 2% der Bruttoeinkünfte zum Lebensunterhalt aller im Haushalt lebenden Personen pro Kalenderjahr. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei 1%.“ (VZ) Rufen Sie bei Ihrer Krankenkasse an und lassen Sie sich beraten!
Infos der Verbraucherzentrale (VZ).
Viele Medikamente sind von der Zuzahlung befreit. Die Krankenversicherungen stellen dazu jeweils aktuelle Listen bereit:
Themenseite: Befreiungsliste Arzneimittel auf www.gkv-spitzenverband.de.
Auch bei Pflegegrad 2 besteht Anspruch auf finanzielle Unter­stützung bei Umbau­maßnahmen. Das ist im § 40 (4) SGB XI geregelt. Wichtig: Grundsätzlich muss der Antrag von der Pflegekasse genehmigt werden, bevor die Maßnahme durchgeführt wird.
Es wird von „Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen“ geschrieben. Dabei geht es in der Regel um fest eingebaute Gerätschaften. Zum Beispiel: ein zweiter Handlauf im Treppen­haus oder der Einbau einer höheren Toilette.
Wenn Sie sich den organisa­torischen Aufwand eines Umzugs vor Augen führen, wird sofort klar, dass die Formulierung „Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen“ weite Entscheidungs­spielräume bei den Pflegekassen erlaubt.
Jede einzelne Maßnahme kann mit max. 4 000 € bezuschusst werden... also max. 4 000 € für eine Rampe vom Hochpaterre zum Straßenniveau. Die nächsten max. 4 000 € für die Verbreiterung der Tür ins Bad. Die nächsten max. 4 000 € für's Entfernen der Badawanne und den Einbau einer behinderten­gerechten Dusche oder den Einbau eines Treppen­lifters ... Derlei ist denkbar.
Ein elektrisch höhen­verstellbares Krankenbett wird gesetzlich nicht zu den Umbau­maßnahmen gerechnet, sondern ist ein Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.
Neben den Pflegekassen gibt es auch andere finanzielle Hilfen. Bis zu 1600€ Zuschuss können für Maßnahmen zum Einbruchschutz in Bestandsimmobilien gewährt werden. Bis zu 50000€ Kredit ab 0,75% Zinsen könnte es für Umbauten geben, die Barrieren mindern. (Stand August 2018) Dieses Geld von der Bundesregierung wird die über die KfW vergeben. Auch von den Bundesländern, zum Beispiel Niedersachsen und Brandenburg, gibt es Fördermittel für seniorengerechte Umbauten (Handelsblatt, 2018b). Die Pflegestützpunkte sollten auch zu solchen Förderprogrammen beraten können. An manchen Orten gibt es spezialisierte Angebote zur Wohnberatung (Süddeutsche, 2017).
Mehr zu Umbaumaßnahmen.
Viele Menschen mit Pflegegrad 2 nutzen Rollatoren. Wenn einige Regeln beachtet werden, wird diese Gehhilfe schnell zum unverichtbaren Begleiter im Alltag. Wir haben zwei interessante Videos zum Alltag mit diesen Gehhilfen gefunden:
Tipps zum Umgang mit dem Rolator ; der VdK zeigt einen elektroantrieb für den Rollator (Prototyp)
Menschen, mit Pflegegrad 1 oder Pflegegrad 2 können sich oft mit einem elektrischen Rollstuhl oder eScooter auch ohne persönliche Hilfe außerhalb der Wohnung bewegen. Der VdK gibt in einem Video Tipps für eMobile in Bussen (2018). Nötige Hilfen bei Aktivitäten außerhalb der Wohnung gehen „nicht in die Ermittlung eines Pflegegrades ein“. (BRi, Abschnitt 4.11.1)
Benötigen Sie Hilfe bei Alltags–Tätigkeiten, die „normale Menschen“ ganz selbstverständlich erledigen können? Da kann Ihnen wahrscheinlich in einem Pflegestützpunkt geholfen werden. Falls Sie auf der Suche nach einem Altenheim sind, können Ihnen die Pflegenoten nur einen oberflächlichen Eindruck geben.
Wer Leistungen zum Pflegegrad 2 bekommt, muss zwei mal im Jahr Pflegeberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen (§ 37 (3) SGB XI). Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflege­diensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Transferhilfen. Oft geht es auch um rücken­schonende Hebe­techniken oder Möglich­keiten der Schmerz­therapie. (Haben Sie Fragen zu „Mophium“? Oft ist ein persönliches Gespräch mit einer Pflegefachperson hilfreicher, als Infoblätter wie dieses.) Für Menschen die Urin/Stuhlgang nicht kontrol­lieren können, stehen auch erhelb­lich mehr Hilfsmittel zur Ver­fügung, als nur die bekannten Einlagen. Zum Beispiel: Für Männer gibt es Condomurinale, die selbst­ständig ange­legt werden können. Pflegebedürftige, wie Angehörige nutzen diese Termine viel zu selten als Chance, um Fragen aus dem Pflegealltag zu klären (MAZ, 2018). Zum Beispiel: Wer bei jedem Gang durch die Wohnung sturzgefährdet ist, könnte jedes mal von einer Pflegeperson begleitet werden. Vielleicht reicht es aber aus einen Rollator zu nutzen, um der Sturzgefahr zu begegnen. Vielleicht sind auch eMobil oder Rollstuhl passende Hilfsmittel. Dann muss eine Pflegeperson oft noch nicht einmal beim Umsetzten zwischen Sofa und Gefährt unterstützen. Scooter oder eMobile können in Wohneinrichtungen zu Problemen mit der Hauswirtschaft und/oder Mitbewohner*innen führen. (rhw, 2018) Ein Beispiel für die Zukunft: 2018 sind elektrische Antriebe für Fahrräder massentauglich. Jetzt macht sich ein Startup auf, um Rollatoren mit Hilfsmotor unter die Leute zu bringen.
[Mehr zur Pflegeberatung ...]
Wer einen pflege­bedürftigen Familien­angehörigen versorgt, erbringt täglich Höchst­leistungen! Nicht selten führt das zu körperlicher und psychischer Überlastung. Das Gefühl ständig in Bereitschaft sein zu müssen und immer weniger soziale Kontakte außerhalb der Pflege­verantwortung zu haben, geht an die Substanz. Eigentlich täglich irgend etwas für die Pflege­bedürftigen tun zu müssen, lässt kaum Zeit und Energie für eigene Interessen. Die gesellschaft­liche Bedeutung der familialen Pflege macht eine Zahl aus England deutlich: über 10% der Gesamt­bevölkerung leisten regelmäßig pflegerische Hilfen für Verwandte oder Bekannte (Marsh, 2018). Hier ein Auszug aus dem Tagebuch einer pflegenden Angehörigen (Romana, 2016).
Fallen die pflegenden Angehörigen aus, können Leistungen zur Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. So werden Angehörige unterstützt, wenn Sie Zum Beispiel Urlaub von der Pflege machen möchten (MoMa, 2018).
Im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden Beschäftigte regelmäßig zur Qualität der Arbeit befragt. 2017 ging es auch um die Vereinbarkeit von Pflegeverantwortung und Erwerbsarbeit. „Dabei kam heraus, dass jeder elfte Beschäftigte neben seiner beruflichen Tätigkeit eine oder sogar mehrere Personen zu Hause pflegt, was zu Problemen führt. Teilzeit würde zwar helfen, doch dann entstehen finanzielle Lücken. Überwiegend Frauen und ältere Beschäftigte übernehmen die Pflegeverantwortung in der Familie. Im Durchschnitt kostet sie das 13,3 Stunden pro Woche.“ (VerDi, 2018) Diese Zahlen unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung der Leistungen pflegender Angehöriger.
Über ein Rahabilitationsangebot: Auszeit für pflegende Angehörige. Eine Internetsuche nach Pflegehotel bringt zig Treffer ... die Qualität der Angebote schwankt aber sehr.
Direkte Geldleistungen für pflegende Angehörige gibt es nicht. Es sind grundsätzlich die Pflegebedürftigen, die Anträge stellen und Leistungen bekommen.
Die pflegenden Angehörigen genießen weitgehenden Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Von dort gibt es einen Tipp gegen Überforderung: „Nutzen Sie frühzeitig die Beratungsangeote der Pflegestützpunkte, der Pflegekassen, der Wohlfahrtverbände ... um sich ausführlich über Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.“ (DGUV, 2018, Seite 8)
Mehr über Pflegende Angehörige
Sozialversicherung der Pflegepersonen
Wenn mindestens Pflegegrad 2 zugestanden wurde, können pflegende Angehörige in der gesetzlichen Unfall– und Rentenversicherung abgesichert werden.
Auch „nicht gewerblich Pflegende“ (in der Regel Familien­mitglieder oder Nachbarn) könnten, während sie den Pflege­bedürftigen helfen, einen Unfall erleiden. Beispiele: Ein Sturz von der Leiter beim Aufhängen von Gardinen, ein Knöchelbruch beim Umgang mit dem Treppenlifter oder ein Bandscheiben­vorfall im Zusammenhang mit dem Verlassen der Badewanne.
[Details zur Unfallversicherung der Pflegepersonen]
Aus den Mitteln der Pflegeversicherung können auch Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und zur Renten­versicherung der Pflege­personen gezahlt werden. Die entstehenden Renten­ansprüche sind nicht überwältigend, aber immerhin.
[Details zur Renten­versicherung der Pflegepersonen]
Es ergibt sich aber sofort das nächste Problem: Wenn Sie einen Teil des Pflege­geldes an eine Pflege­person geben, die Arbeits­losen­geld II bekommt, wird es dann angerechnet? Der Gesetzgeber lässt so wenig Pflegegeld zahlen, dass es in keinem wirtschaft­lichen Verhältnis zum fest­gestellten Pflegeaufwand steht. Der Gesetzgeber hat in jeder Reform der Pflege­ver­sicherung betont, wie wichtig die Angehörigen­pflege ist. Politisch wäre es widersinnig solche Zahlungen bei Sozialhilfe oder ALG II anzurechnen. Das wird in einzelnen Abteilungen jedoch anders gesehen. Lassen Sie sich vor Ort beraten!
Allgemein zum Pflegegeld:
„Da die tatsächlichen Kosten für die Pflege das gebührende Pflegegeld in den meisten Fällen übersteigen, kann das Pflegegeld nur als pauschalierter Beitrag zu den Kosten der erforderlichen Pflege verstanden werden.“ Dieser Satz stammt von www.gesundheit.gv.at und zeigt, dass sich nicht nur der Gesetzgeber in Deutschland mit der Unterstützung der informellen Pflege schwer tut.
Wenn jemand neu akut pflegebedürftig wird, können nahe Angehörige Anspruch auf Arbeitsbefreiung bis zu 10 Tagen haben (§ 2 PflegeZG und § 44a SGB XI Absatz 3). Als Pflegezeit wird auch die geplante auch teilzeitliche Befreiung von der Arbeit bis zu 24 Monaten (§ 3 PflegeZGund § 4 PflegeZG). Für die Begleitung Angehöriger in der letzten Lebensphase zu Hause oder in einem Hospiz haben Angehörige einen Rechts­anspruch darauf, drei Monate lang weniger zu arbeiten oder auch ganz auszusetzen (§ 3 (6) PflegeZG). Manche dieser Regelungen gelten nur für Betriebe mit mehr als 15 oder mehr als 25 Angestellten.
[Mehr über die Pflegezeit ...]
Gelegent­lich sorgt der Bescheid der Pflegekasse für Stirn­runzeln. Der Pflegegrad ist unerwartet niedrig. Als erstes sollten Sie das Gutachten des MDK gründlich lesen. Darin wird im Detail erläutert, wie die Empfehlung für den Pflegegrad zustande kam. Meistens finden Sie hier überzeugende Gründe.
Sie können gegen die Entscheidung der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Es gibt keine Richtlinienen zur Bearbeitungszeit von Widersprüchen.
Zu Fragen im Zusammenhang mit einem Widerspruch können wir Sie individuell beraten.
Wer im Dezember 2016 schon eine Pflegestufe hatte, wurde zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrade umgestellt. Aus Pflegestufe 1 wurde Pflegegrad 2.
Wer im Dezember 2016 zwar keine Pflegestufe, aber die „eingeschränkte Alltags­kompetenz“ (Pflegestufe 0) bescheinigt hat, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrad 2 umgestellt.
Details zur Überleitung.
Die Bundes­regierung will die Umsetzung der Pflegereformen (PSG II und PSG III) systematisch wissen­schaftlich begleiten lassen. „Die Evaluation solle Erkenntnisse zu der Frage liefern, inwieweit die beab­sichtig­ten Wirkungen vor allem des zweiten und dritten Pflege­stärkungs­gesetzes eingetreten seien. Überprüft würden dabei alle beteiligten Akteure, um eventuelle Optimierungs- und An­passungs­möglichkeiten auszuloten.“ (Millich, 2017)
Die Vergabe von Pflegegraden für Kinder folgt einer eigenen Logik und ist von vielen Einzelfallentscheidungen bestimmt. Dazu können wir sie leider nicht beraten. Grundsätze können Sie in den Begutachtungsrichtlinien nachlesen.
⇒ Pflegegrad 1
⇒ Pflegegrad 3
⇒ Pflegegrad 4
⇒ Pflegegrad 5
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.
– Allgemeine Zeitung, 2016
– BRi, 2016
– Büscher, Andreas, Pressemeldung der HS Osnabrück, 2019
– Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG), 2018a
– Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), 2018
– Handelsblatt, 2018b
– Mannheimer Morgen, 2018
– Märkische Allgemeine (MAZ) 2018
– MDR, 2019a
– Millich, 2017
– MoMa (Morgenmagazin), 2018
– Rheinische Post, 2018a
– rhw Management (Fachzeitschrift für die Hauswirtschaft), 2018
– Romana, Tagebuchschreiberin und pflegende Angehörige (2016)
– Süddeutsche Zeitung, 2017
– Sonntagsblatt, 2018
– WAZ, Westdeutsche Allgemeine Zeitung (2019)
– WDR aktuell vom 27. Dezember (2018b)
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