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Timestamp: 2016-10-21 16:50:26
Document Index: 266409729

Matched Legal Cases: ['Art. 674', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 75', 'Art. 76', 'Art. 132', 'Art. 100', 'Art. 51', 'Art. 53', 'Art. 51', 'Art. 74', 'Art. 99', 'Art. 74', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 641', 'Art. 9', 'Art. 641', 'Art. 2', 'Art. 641', 'Art. 641', 'Art. 667', 'BGE', 'Art. 641', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 2', 'Art. 674', 'Art. 2', 'Art. 641', 'Art. 641', 'BGE', 'Art. 641', 'Art. 641', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 674', 'Art. 3', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 674', 'Art. 674', 'Art. 66', 'Art. 68']

A.a X.________ ist Eigent�merin der Parzelle Nr. 1437 GB Z.________. Y.________ ist Eigent�mer der benachbarten Parzelle Nr. 1436 GB Z.________. Anl�sslich der Erstellung eines Anbaus auf seinem Grundst�ck liess sich Y.________ zahlreiche Eigentums�berschreitungen zuschulden kommen.
A.b In teilweiser Gutheissung der Klage von X.________ verurteilte das Bezirksgericht Liestal mit Entscheid vom 10. September 2009 Y.________, einen am Geb�ude von X.________ angebrachten Farbanstrich zu entfernen, �berh�ngende Aluminiumfensterb�nke seines Anbaus vollumf�nglich hinter die Parzellengrenze zum Grundst�ck von X.________ zur�ckzusetzen, die auf deren Grundst�ck angebrachte Betonhinterf�llung zu entfernen, schliesslich den urspr�nglichen Zustand der Parzelle Nr. 1437 GB Z.________ wiederherzustellen. Das Bezirksgericht Liestal wies die Widerklage von Y.________ ab, mit welcher er in Bezug auf den �berstehenden Beton an der Fundamentmauer ein dingliches Recht auf den �berbau und den Eintrag einer entsprechenden Grunddienstbarkeit verlangt hatte. Es auferlegte die Gerichtskosten im Umfang von drei Vierteln Y.________ zu einem Viertel X.________; letzterer wurde auch eine Parteientsch�digung von Fr. 11'784.-- zulasten von Y.________ zugesprochen.
Mit Eingabe vom 16. September 2009 erhob Y.________ gegen das vorgenannte Urteil Appellation beim Kantonsgericht Basel-Landschaft mit den Antr�gen, es sei die Hauptklage abzuweisen und seine Widerklage gutzuheissen. Mit Eingabe vom 21. September 2009 erhob X.________ ihrerseits Anschlussappellation mit dem Begehren, die erstinstanzlichen Verfahrenskosten vollumf�nglich Y.________ aufzuerlegen und ihn zu verpflichten, sie f�r das erstinstanzliche Verfahren mit insgesamt Fr. 15'712.80 zu entsch�digen. Mit Urteil vom 6. Juli 2010 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft in teilweiser Gutheissung der Appellation von Y.________ die Klage von X.________ bez�glich der auf ihrem Grundst�ck Nr. 1437 GB Z.________ angebrachten Betonhinterf�llung ab; in Gutheissung der Widerklage von Y.________ wies es das Grundbuchamt Z.________ an, eine Grunddienstbarkeit folgenden Inhalts einzutragen:
"Die jeweiligen Eigent�mer des belasteten Grundst�cks Nr. 1437 dulden zugunsten der jeweiligen Eigent�mer des berechtigten Grundst�cks Nr. 1436 den �eberbau durch Beton an der grenzseitigen Kellermauer bis zur allf�lligen Erstellung eines unterkellerten Baus im Hinterhof auf Parzelle Nr. 1437 in Beanspruchung des Grenzbaurechts. Die jeweiligen Eigent�mer des Grundst�cks Nr. 1436 verpflichten sich zugunsten der jeweiligen Eigent�mer des Grundst�cks Nr. 1437, im Falle der Erstellung eines unterkellerten Baus im Hinterhof auf Parzelle Nr. 1437 in Beanspruchung des Grenzbaurechts zur Entfernung des �berstehenden Betons an der Kellermauer soweit zum Neubau erforderlich auf Kosten der jeweiligen Eigent�mer des Grundst�cks Nr. 1436."
Schliesslich auferlegte es die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu einem Drittel Y.________ und zu zwei Dritteln X.________ und verpflichtete diese �berdies dazu, Y.________ eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 4'336.25 zu bezahlen. Mit dem gleichen Verteilungsschl�ssel �berband es die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten den Parteien; �berdies verurteilte es X.________ auch zu einer reduzierten Parteientsch�digung an Y.________.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 14. September 2008 (recte: 2010) beantragt X.________ (nachfolgend: Beschwerdef�hrerin) zur Hauptsache, es sei das kantonsgerichtliche Urteil aufzuheben, das Urteil des Bezirksgerichtes Liestal vom 10. September 2009 (mit Ausnahme dessen Ziff. 6 betreffend den Kostenpunkt) zu best�tigen und die Widerklage abzuweisen. Eventualiter beantragt sie die R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Festlegung der ihr geschuldeten Entsch�digung gem�ss Art. 674 Abs. 3 ZGB; subeventualiter stellt sie das Begehren, das Bundesgericht habe die genannte Entsch�digung auf mindestens Fr. 40'000.-- festzusetzen.
Die Beschwerde wurde an der Sitzung der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 5. Mai 2011 �ffentlich beraten und das Urteil anschliessend an die Beratung und Abstimmung m�ndlich er�ffnet.
1.1 Bei der vorliegend strittigen Eigentumsfreiheitsklage und der damit konnexen Widerklage auf Einr�umung einer Legalservitut handelt es sich um zivilrechtliche Angelegenheiten verm�gensrechtlicher Natur (Art. 72 Abs. 1 BGG, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Das Kantonsgericht Basel-Landschaft hat als letzte kantonale Instanz entschieden (Art. 75 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist mit ihren Antr�gen unterlegen, weshalb sie �ber ein rechtlich gesch�tztes Interesse verf�gt (Art. 76 Abs. 1 BGG in der hier anwendbaren bis zum 31. Dezember 2010 g�ltigen Fassung, dazu Art. 132 Abs. 1 BGG). Die Beschwerde ist im �brigen rechtzeitig erfolgt (Art. 100 Abs. 1 BGG).
1.2.1 Lauten die Begehren, wie vorliegend, nicht auf Bezahlung einer bestimmten Geldsumme, setzt das Bundesgericht den Streitwert nach Ermessen fest (Art. 51 Abs. 2 BGG); dabei sind die Begehren der Haupt- und einer Widerklage grunds�tzlich nicht zusammenzurechnen (Art. 53 Abs. 1 BGG). Die Befugnis des Bundesgerichtes, nach Ermessen zu entscheiden, entbindet die Parteien nicht von ihrer grunds�tzlichen Pflicht, dem Gericht die sachdienlichen Angaben zur Verf�gung zu stellen (Jean-Maurice Fr�sard, Commentaire de la LTF, 2009, N. 7 und 36 zu Art. 51 BGG).
1.2.2 F�r keines der strittigen Begehren ist die erforderliche Streitwertgrenze von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) erreicht. Bez�glich ihres Hauptbegehrens auf Gutheissung ihrer Eigentumsfreiheitsklage verweist die Beschwerdef�hrerin selbst auf eine Kostensch�tzung des Architekten vom 10. Februar 2006, welcher den finanziellen Aufwand f�r die Entfernung des Betons auf Fr. 20'000.-- sch�tzte. Mit ihrem Hinweis auf Unw�gbarkeiten und auf die Ausf�hrungen des Kantonsgerichts zum Missverh�ltnis zwischen den Parteiinteressen vermag sie nicht rechtsgen�glich zu begr�nden, wieso trotzdem die Streitwertgrenze erreicht sein soll. Im Zusammenhang mit der Widerklage des Beschwerdegegners auf Einr�umung einer �berbaudienstbarkeit formuliert die Beschwerdef�hrerin vor Bundesgericht ein Begehren um Zusprechung einer Entsch�digung von Fr. 40'000.--. Das Begehren ist allerdings neu (Art. 99 BGG) und kann somit auch f�r die Streitwertberechnung nicht herangezogen werden. Im Lichte der Voraussetzung des gen�genden Streitwertes ist die Beschwerde in Zivilsachen somit nicht gegeben, wie dies der Beschwerdegegner zu Recht bemerkt hat.
1.3.1 Nach Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG ist die Beschwerde in Zivilsachen dennoch zul�ssig, wenn sich eine Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung stellt. Die Beschwerdef�hrerin sieht eine grunds�tzliche Rechtsfrage einmal darin, ob die Eintragung einer resolutiv bedingten Grunddienstbarkeit im Grundbuch zul�ssig ist. Des weiteren erachtet sie die Frage als von grunds�tzlicher Bedeutung, ob die Verpflichtung des jeweils berechtigten Grundeigent�mers, f�r die Kosten der Beseitigung des "�berbaurechts" dereinst aufzukommen, als Dienstbarkeit im Grundbuch eintragungsf�hig ist. Abgesehen davon, dass die Beschwerdef�hrerin nicht begr�ndet, inwiefern die Voraussetzung der Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung erf�llt sein soll (Art. 42 Abs. 2 letzter Satz), ist die entsprechende Voraussetzung vorliegend auch nicht erf�llt:
1.3.2 Das Bundesgericht nimmt nur mit Zur�ckhaltung eine Frage von grunds�tzlicher Bedeutung an (BGE 133 III 493 E. 1.1). Entscheidend ist nicht die jeweils konkrete Rechtsfrage, sondern das allgemeine Interesse an einem Pr�judiz. Ein solches wurde unter anderem hinsichtlich einer Rechtsfrage bejaht, die infolge der Streitwertgrenze kaum je dem Bundesgericht unterbreitet werden k�nnte (BGE 134 III 267 E. 1.2.3 S. 270 f.; Urteil 5A_224/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 1.2.2). Im Bereich der Eigentumsfreiheitsklage, bei der in der Regel von sehr hohen Streitwerten auszugehen ist, darf angenommen werden, dass die von der Beschwerdef�hrerin als grunds�tzlich aufgeworfenen Fragen sp�ter in einem Fall, der den Streitwert erreicht, im Rahmen einer Beschwerde in Zivilsachen gepr�ft werden k�nnen. Von daher ist mit dem Beschwerdegegner im vorliegenden Fall die Zul�ssigkeit der Beschwerde in Zivilsachen zu verneinen. Damit ist zu pr�fen, ob die Eingabe der Beschwerdef�hrerin als subsidi�re Verfassungsbeschwerde entgegengenommen werden kann.
1.4 Mit der subsidi�ren Verfassungsbeschwerde kann die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte geltend gemacht werden. In diesem Bereich kommt der Grundsatz der gerichtlichen Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 106 Abs. 1 BGG) nicht zum Tragen (BGE 133 III 589 E. 2 S. 591). Vielmehr gilt das R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene R�gen, die soweit m�glich zu belegen sind, w�hrend es auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (BGE 135 III 232 E. 1.2 S. 234; 134 II 244 E. 2.2 S. 246). Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Kantonsgericht nicht nur eine Verletzung von Bundesrecht vor, sondern macht insbesondere auch geltend, das Kantonsgericht habe Art. 2 und Art. 641 Abs. 2 ZGB unhaltbar angewendet. Damit wirft sie der Vorinstanz im Ergebnis eine willk�rliche Anwendung eidgen�ssischen Rechts vor (Art. 9 BV), die sie im Weiteren denn auch begr�ndet. Die Eingabe der Beschwerdef�hrerin ist somit als subsidi�re Verfassungsbeschwerde entgegen zu nehmen.
1.5 In Bezug auf den Farbanstrich und die �berragenden Fensterb�nke hat das Kantonsgericht das kantonale Rechtsmittel des Beschwerdegegners abgewiesen, was vom Beschwerdegegner nicht beim Bundesgericht beanstandet worden ist. Diese Streitpunkte sind damit definitiv erledigt und nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Zu beurteilen bleibt einzig das Schicksal der Betonhinterf�llung.
Nach den unbestrittenen tats�chlichen Feststellungen des Kantonsgerichts hat der Beschwerdegegner bei der Ausf�hrung des unterkellerten Anbaus auf seiner Parzelle Nr. 1436 GB Z.________ an der Grenze zur Parzelle der Beschwerdef�hrerin Nr. 1437 GB Z.________, unterirdisch eine Betonhinterf�llung angebracht, die an einzelnen Stellen auf das Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin hin�berragt. Das Bezirksgericht Liestal hat darin eine Eigentumsverletzung im Sinn von Art. 641 Abs. 2 ZGB erblickt und dem Begehren der Beschwerdef�hrerin, die angebrachte Betonhinterf�llung sei zu entfernen und der urspr�ngliche Zustand wiederherzustellen, stattgegeben. Demgegen�ber hat das Kantonsgericht Basel-Landschaft festgehalten, der auf ihrem Grundst�ck angebrachte Beton stelle f�r die Beschwerdef�hrerin gar keinen ersichtlichen Nachteil dar. Der Aufwand, der f�r die Entfernung des Betons und die Wiederherstellung des Hinterhofes der Beschwerdef�hrerin erforderlich w�re, stehe in keinem auch nur ansatzweise vern�nftigen Verh�ltnis zum mit dem Klagebegehren verfolgten Ergebnis. Ein solches Missverh�ltnis von Interessen stelle einen Fall von Rechtsmissbrauch dar. Dar�ber hinaus habe die Beschwerdef�hrerin den Gang der Bauarbeiten fortlaufend beobachtet, jedoch erst nach deren Vollendung die Entfernung des Betons verlangt. Dieses Verhalten sei als stossend zu bezeichnen, und zusammen mit dem Missverh�ltnis des Klagebegehrens im Verh�ltnis zum Aufwand, den der Beschwerdegegner bei Gutheissung des Begehrens zu gew�rtigen h�tte, f�hre dies zur Abweisung der Klage wegen Rechtsmissbrauchs.
Dagegen wendet die Beschwerdef�hrerin zun�chst ein, die Feststellung der Vorinstanz, sie habe kein aktuelles Interesse an der Entfernung des Betons, sei mit dem Inhalt des Eigentums unvereinbar und folglich unhaltbar. Insgesamt habe die Vorinstanz mit der Annahme rechtsmissbr�uchlichen Verhaltens Art. 2 und Art. 641 ZGB krass verletzt.
2.1 Im vorliegenden Fall wird vonseiten des Beschwerdegegners und der Vorinstanz nicht bestritten, dass der unterirdisch in das Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin hineinragende Beton als ungerechtfertigter Eingriff im Sinn von Art. 641 Abs. 2 ZGB zu werten ist und die Beschwerdef�hrerin im Lichte von Art. 667 Abs. 1 ZGB �ber ein Interesse an der Aus�bung ihres Eigentumsanspruchs bis in die Tiefe verf�gt, wo sich der besagte Beton befindet. Zwar mag zutreffen, dass die Beschwerdef�hrerin aktuell von der ungerechtfertigten Einwirkung auf ihr Grundst�ck nicht besonders betroffen ist. Das �ndert aber nichts daran, dass dieses Interesse sp�testens dann aktuell wird, wenn sie auf ihrem Grundst�ck am fraglichen Ort eine unterirdische Baute zu erstellen beabsichtigt, wozu sie aufgrund des Grenzbaurechts gegen�ber dem Beschwerdegegner berechtigt ist. Abgesehen davon kann der Beschwerdef�hrerin nicht zugemutet werden, mit der Durchsetzung ihres berechtigten und an sich unverj�hrbaren Abwehranspruchs (BGE 83 II 193 E. 2 S. 198) zuzuwarten, zumal sie sich nach einer l�nger andauernden unangefochten geduldeten Einwirkung des Beschwerdegegners unter Umst�nden das Verbot des Rechtsmissbrauchs entgegenhalten lassen muss (vgl. dazu: Urteil 5A_40/2009 vom 14. Mai 2009 E. 3.3; ARTHUR MEIER-HAYOZ, Berner Kommentar, 1981, N. 117; WOLFGANG WIEGAND, Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II, 3. Aufl. 2007, N. 67, je zu Art. 641 ZGB). Der Vorinstanz ist unter dem Gesichtspunkt von Art. 9 BV insoweit nicht beizupflichten, als sie jegliches Interesse aufseiten der Beschwerdef�hrerin ausschliesst. Denn die Verteidigung ihres Eigentums stellt ein legitimes und folglich ausreichendes Interesse dar. Im Lichte von Art. 9 BV ist somit die Schlussfolgerung der Vorinstanz nicht haltbar, zumal sie wesentliche Elemente tats�chlicher und rechtlicher Art unber�cksichtigt l�sst.
2.2 Die Vorinstanz begr�ndet den Rechtsmissbrauch der Beschwerdef�hrerin ferner mit dem Hinweis auf das Missverh�ltnis zwischen dem Aufwand f�r die Entfernung des Betons und die Wiederherstellung des Hinterhofes der Beschwerdef�hrerin und dem mit dem Klagebegehren verfolgten Ergebnis. Sie hat dabei im Rahmen der Pr�fung der Verletzung von Art. 2 Abs. 2 ZGB das Verhalten des Beschwerdegegners nicht in ihre Erw�gungen miteinbezogen, jedoch an anderer Stelle, n�mlich bei der Pr�fung des Widerklagebegehrens nach Art. 674 Abs. 3 ZGB festgehalten, der Beschwerdegegner sei gutgl�ubig gewesen.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz lasse unbeachtet, dass bei Eigentumsverletzungen das Verh�ltnis zwischen der St�rung und dem Aufwand f�r ihre Beseitigung grunds�tzlich keine Rolle spiele. �berdies habe sie im Zusammenhang mit der Frage nach einem eventuellen Rechtsmissbrauch das b�sgl�ubige Verhalten des Beschwerdegegners nicht beachtet. Auch insoweit r�gt die Beschwerdef�hrerin eine krass unrichtige Anwendung von Art. 2 Abs. 2 ZGB.
Der Beschwerdegegner schliesst sich im Wesentlichen den kantonsgerichtlichen Ausf�hrungen an.
2.2.1 Der Anspruch auf Beseitigung der Eigentumsst�rung gem�ss Art. 641 Abs. 2 ZGB richtet sich gegen jede Art der Einwirkung. Ob der Nachteil im Verh�ltnis zu den Kosten, die der St�rer zu seiner Beseitigung aufwenden muss, als geringf�gig anzusehen ist, spielt dabei unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs grunds�tzlich keine Rolle, l�sst doch Art. 641 ZGB f�r derartige Abw�gungen keinen Raum (vgl. BGE 68 II 369 E. 4; MEIER-HAYOZ, a.a.O., N. 105 und 117 zu Art. 641 ZGB; WIEGAND, a.a.O., N. 65 und 67 je zu Art. 641 ZGB). Geht es wie hier um einen Anspruch auf ein Tun bzw. Unterlassen, betrachtet die Lehre ein krasses Missverh�ltnis der Interessen bzw. ein fehlendes oder ungen�gendes Interesse eines an sich zustehenden Rechts, als einen m�glichen Rechtsmissbrauchstatbestand (Hausheer/Jaun, Die Einleitungsartikel des ZGB, 2003, N. 93 und 97 ff. zu Art. 2 ZGB; Heinrich Honsell, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2010, N. 39 und 41 zu Art. 2 ZGB; Hans Merz, Berner Kommentar, 1966, N. 373 ff. zu Art. 2 ZGB; Max Baumann, Z�rcher Kommentar, 1998, N. 303 zu Art. 2 ZGB). Allerdings ist offenbarer Rechtsmissbrauch nur mit gr�sster Zur�ckhaltung anzunehmen und im Zweifel das formelle Recht zu sch�tzen (Hausheer/ Jaun, a.a.O., N. 90 zu Art. 2 ZGB; Merz, a.a.O., N. 40 zu Art. 2 ZGB); je mehr das zu sch�tzende formelle Recht absolute Geltung beansprucht, desto restriktiver muss Rechtsmissbrauch angenommen werden. Das gilt insbesondere f�r das absolute Recht auf Eigentum; so ist z.B. mit Merz festzuhalten, dass die genaue Herstellung der Grenze auch f�r eine kleine Fl�che an sich ein legitimes Interesse darstellt (Merz, a.a.O., N. 376 am Ende zu Art. 2 ZGB). Dennoch ist auch bei Eigentumsst�rungen Rechtsmissbrauch in der Form eines krassen Missverh�ltnisses der Interessen denkbar: Dies wird etwa beim Grundeigent�mer bejaht, der Kleinkonstruktionen auf einem Gel�ndestreifen von 2 bis 5 cm Breite (ZBJV 93 [1957] S. 439 ff., zit. bei Merz a.a.O., N. 376 am Ende) oder eine rechtswidrige Mauer entfernen lassen m�chte, die unmittelbar vor einer rechtm�ssigen zweiten Mauer liegt (BGE 40 II 335 E. 2 S. 343, zit. bei Merz a.a.O., N. 377).
Die f�r oder gegen Rechtsmissbrauch sprechenden Umst�nde bzw. deren Nachweis ist Tatfrage; Rechtsfrage ist hingegen, ob auf der Basis dieser Umst�nde der Rechtsmissbrauch zu bejahen oder verneinen ist.
2.2.2 �berdies wird, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht bemerkt, bei der Pr�fung der Rechtsmissbr�uchlichkeit eines Verhaltens zu fragen sein, ob und inwieweit das Verhalten der Gegenpartei sich auf deren Recht auswirkt, rechtsmissbr�uchliches Verhalten der anderen Partei zu r�gen. Nach der im �ffentlichen Recht vertretenen Auffassung kann sich z.B. auch ein Bauherr auf den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit berufen, der nicht gutgl�ubig gehandelt hat (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 39 f.). Diese Regel, die im Verh�ltnis zwischen der �ffentlichen Hand und Privaten Geltung beansprucht, l�sst sich indes nicht ohne Weiteres auf das vom Privatrecht beherrschte Verh�ltnis zwischen zwei Privaten �bertragen. Im Privatrecht verweigert die Lehre vielmehr dem Schuldner die Einrede der unzul�ssigen Rechtsaus�bung aus dem Gesichtspunkt der Berufung auf eigenes Unrecht, wenn zurechenbare Nachl�ssigkeit die Pflichtverletzung mitbewirkt hat (Merz, a.a.O., N. 387 und N. 540 ff. zu Art. 2 ZGB) oder wenn widerrechtliches Verhalten ausnahmsweise einer Rechtsaus�bung zugrunde liegt (Merz, a.a.O., N. 550). Auf den vorliegenden Fall bezogen bedeutet dies, dass der Beschwerdegegner, sollte er denn b�sgl�ubig sein, sich nicht auf angeblich rechtsmissbr�uchliches Verhalten der Beschwerdef�hrerin berufen kann, um deren Eigentumsfreiheitsklage erfolgreich zu begegnen. Dem angefochtenen Urteil l�sst sich zwar bei den Erw�gungen zum Rechtsmissbrauch (Art. 2 Abs. 2 ZGB) kein Hinweis auf das Verhalten des Beschwerdegegners entnehmen. Das Kantonsgericht hat indes den Beschwerdegegner im Rahmen der Behandlung seiner Widerklage (Art. 674 Abs. 3 ZGB) als gutgl�ubig bezeichnet.
2.2.3 B�sgl�ubig ist, wer in vollem Unrechtsbewusstsein eine bestimmte Handlung vornimmt oder bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umst�nden von ihm verlangt werden darf, nicht gutgl�ubig sein konnte (Art. 3 Abs. 3 ZGB). Die f�r oder gegen den guten Glauben sprechenden Umst�nde bzw. deren Nachweis sind eine f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellte Tatfrage (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG). Rechtsfrage ist hingegen, ob auf der Basis der festgestellten tats�chlichen Umst�nde der gute Glaube zu bejahen oder verneinen ist (BGE 131 III 418 E. 2.3.1 S. 421).
In tats�chlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschwerdegegner von einem �hnlichen Verhalten seines Nachbarn betroffen war, wobei die vom Grundst�ck des Nachbarn in dasjenige des Beschwerdegegners hineinragenden Beton�bersch�sse erst anl�sslich der Bauarbeiten zum Vorschein gekommen waren. Mithin wusste der Beschwerdegegner, dass er seine Baute nicht so erstellen darf, dass sie in das nachbarliche Grundst�ck hineinragt. Abgesehen davon darf als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden, dass ein Nachbargrundst�ck nicht ohne rechtliche Grundlage f�r eigene Zwecke verwendet werden kann. �berdies war dem Beschwerdegegner laut den verbindlichen kantonsgerichtlichen Feststellungen bekannt, dass der Beton wegen der vom Architekten gew�hlten Methode der Betonhinterf�llung auf das Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin hineinragt. Soweit das Kantonsgericht angesichts der aufgezeigten tats�chlichen Umst�nde dennoch von der Gutgl�ubigkeit des Beschwerdegegners ausgegangen ist, weil er den Ausf�hrungen seines Architekten vertraute, wonach das Vorgehen mit der Betonhinterf�llung den Regeln der Baukunst entspreche, vermag dies den begr�ndeten Willk�rvorwurf - entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners - nicht zu entkr�ften: Der Architekt stand in einem Auftragsverh�ltnis und damit in gewissem Masse in einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis zum Beschwerdegegner; mit Bezug auf die Bauarbeiten war der Architekt gleichsam dessen Hilfsperson. Damit ist offensichtlich, dass der Beschwerdegegner aufgrund einer Auskunft, die ihm eine ihm zuzuordnende Hilfsperson erteilte, von vornherein keine Vertrauensposition erwerben konnte. Sodann hat sich das Kantonsgericht von den Ausf�hrungen des Beschwerdegegners �berzeugen lassen, wonach er von der Rechtm�ssigkeit seines Handelns �berzeugt gewesen sein soll, zumal er von Anfang an zur zuk�nftigen Entfernung des Betons auf eigene Kosten bereit gewesen sei. Mit dem Zugest�ndnis, den Beton im Bedarfsfall zuk�nftig einmal auf eigene Kosten zu beseitigen, r�umt der Beschwerdegegner im Ergebnis ein, es sei ihm von Anfang an klar gewesen, dass er eigentlich nicht habe auf das Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin einwirken d�rfen. Die Annahme des guten Glaubens durch das Kantonsgericht beruht insgesamt auf einer W�rdigung der festgestellten tats�chlichen Umst�nde, die sich mit Art. 9 BV nicht vereinbaren l�sst.
2.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Kantonsgericht willk�rlich den guten Glauben des Beschwerdegegners angenommen hat. Weil dieser b�sgl�ubig war, durfte er sich nach dem Gesagten nicht auf den Rechtsmissbrauch der Beschwerdef�hrerin berufen. Das hat das Kantonsgericht verkannt und damit Art. 9 BV verletzt.
Das Kantonsgericht hat die Widerklage des Beschwerdegegners gest�tzt auf Art. 674 Abs. 3 ZGB gutgeheissen und das Grundbuchamt Liestal zur Eintragung der in lit B des Sachverhalts erw�hnten Grunddienstbarkeit angewiesen. Die Beschwerdef�hrerin weist auf die B�sgl�ubigkeit des Beschwerdegegners hin und macht geltend, der Widerklage k�nne mangels Gutgl�ubigkeit des Beschwerdegegners nicht entsprochen werden. Damit kritisiert sie den angefochtenen Entscheid insoweit als im Ergebnis willk�rlich. Der Beschwerdegegner bestreitet die B�sgl�ubigkeit unter Hinweis auf das angefochtene Urteil.
Mit der Gutheissung der Hauptklage ist die Widerklage abzuweisen, zumal die in Art. 674 Abs. 3 ZGB erw�hnte Voraussetzung des guten Glaubens im vorliegenden Fall - wie dargelegt - nicht erf�llt ist.
Damit ist die Verfassungsbeschwerde im Sinne des Antrages gutzuheissen; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Beschwerdegegner ist zu verurteilen, innert drei Monaten ab Datum dieses Urteils die auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin auf Parzelle Nr. 1437, Grundbuch Z.________, eingebrachte Betonhinterf�llung zu entfernen sowie den urspr�nglichen Zustand der Parzelle Nr. 1437, Grundbuch Z.________, wieder herzustellen. Dem Antrag entsprechend ist die Widerklage abzuweisen. Zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen der kantonalen Verfahren ist die Sache an das Kantonsgericht zur�ckzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdegegner die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen und die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 66 Abs.1 BGG, Art. 68 Abs. 1 BGG).
Auf die Beschwerde in Zivilsachen wird nicht eingetreten. Die Eingabe wird als subsidi�re Verfassungsbeschwerde entgegengenommen und gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2010 wird aufgehoben.
1.1 Der Beschwerdegegner wird verurteilt, innert drei Monaten ab Datum dieses Urteils die auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin auf Parzelle Nr. 1437, Grundbuch Z.________, eingebrachte Betonhinterf�llung zu entfernen sowie den urspr�nglichen Zustand der Parzelle Nr. 1437, Grundbuch Z.________, wieder herzustellen.
Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor Bundesgericht mit Fr. 5'000.-- zu entsch�digen.
Die Sache wird zwecks Regelung der Gerichtskosten und der Parteientsch�digung der kantonalen Verfahren an das Kantonsgericht Basel-Landschaft zur�ckgewiesen.