Source: http://www.hensche.de/arbeitsrecht-urteile-hessisches-lag-3sa1544-13-17.07.2015-erwerbsminderung-u.html
Timestamp: 2020-07-05 14:38:02
Document Index: 210862937

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 21', '§ 14', '§ 2', '§ 33', '§ 92', '§ 3', '§ 33', '§ 68', '§ 33', '§ 33', '§ 92', '§ 33', '§ 21', '§ 92', '§ 21', '§ 33', '§ 15', '§ 92', '§ 33', '§ 64', '§ 66', '§ 33', '§ 15', '§ 33', '§ 21', '§ 7', '§ 21', '§ 15', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 187', '§ 188', '§ 167', '§ 33', '§ 2', '§ 305', '§ 310', '§ 307', '§ 305', '§ 307', '§ 305', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 33', '§ 125', '§ 14', '§ 21', '§ 33', '§ 623', '§ 623', '§ 623', '§ 14', '§ 21', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 21', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 43', '§ 45', '§ 45', '§ 14', '§ 59', '§ 33', '§ 33', '§ 43', '§ 45', 'Art. 12', '§ 84', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 116', '§ 115', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 51', '§ 125', '§ 116', '§ 116', '§ 33', '§ 242', '§ 33', '§ 33', '§ 242', '§ 242', '§ 67', '§ 92', '§ 92', '§ 92', '§ 92', '§ 92', '§ 69', '§ 92', '§ 92', '§ 92', '§ 22', '§ 68', '§ 33', '§ 92', '§ 15', '§ 15', '§ 33', '§ 15', '§ 92', '§ 15', '§ 91', '§ 72']

Hessisches LAG, Urteile vom 17.07.2015, 3 Sa 1544/13 - HENSCHE Arbeitsrecht
Hes­si­sches LAG, Ur­tei­le vom 17.07.2015, 3 Sa 1544/13
Aktenzeichen: 3 Sa 1544/13
Typ: Urteile
Entscheidungsdatum: 17.07.2015
Leitsätze: 1. Die in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS geregelte auflösende Bedingung für den Fall des Bezugs einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit auf unbestimmte Dauer ist sachlich gerechtfertigt i.S. der §§ 21 , 14 Abs. 1 TzBfG . Der Sachgrund des Bezugs einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit ist zwar in dem Sachgrundkatalog des § 14 Abs. 1 S. 2 TzBfG nicht genannt. Die Aufzählung ist jedoch nicht abschließend.
2. Im Falle der Auflösung des Arbeitsverhältnisses aufgrund der Bewilligung einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit liegt der sachliche Grund für die Vereinbarung einer auflösenden Bedingung in der Annahme der Tarifvertragsparteien, ein Arbeitnehmer werde im Falle der Erwerbsminderung künftig die arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen nicht mehr erbringen können. Dabei stellt allerdings die verminderte Erwerbsfähigkeit für sich genommen noch keinen ausreichenden Sachgrund für eine auflösende Bedingung dar. Erst die Einbindung der Interessen des Arbeitnehmers durch die Anknüpfung an die rentenrechtliche Versorgung rechtfertigt die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ohne Kündigung.
Urt. v. 17.07.2015, Az.: 3 Sa 1544/13
Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ful­da vom 29. No­vem­ber 2013 - 1 Ca 195/13 - ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
Die Kläge­rin hat die Kos­ten des Rechts­strei­tes zu tra­gen.
Die Par­tei­en strei­ten um die Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses auf Grund Ein­tritts ei­ner auflösen­den Be­din­gung.
Die Be­klag­te ist zu­gleich Ren­ten­ver­si­che­rungs­träge­rin, Kran­ken­ver­si­che­rung und so­zi­al­me­di­zi­ni­scher Dienst. Die am xx.xx.1952 ge­bo­re­ne Kläge­rin war seit dem 01. De­zem­ber 1996 bei der Be­klag­ten in ei­ner von die­ser in A be­trie­be­nen Re­ha­kli­nik als Mas­seu­rin/Ba­de­meis­te­rin zu ei­nem durch­schnitt­li­chen mo­nat­li­chen Brut­to­ent­gelt von zu­letzt 2.300,00 Eu­ro tätig. Dem Ar­beits­verhält­nis hat ursprüng­lich ein be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag vom 29. No­vem­ber 1996 zu­grun­de ge­le­gen, der durch Ver­trag vom 17. No­vem­ber 1997 in ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis über­ging, we­gen der Ein­zel­hei­ten der schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung wird auf Bl. 65 und 66 d. A. Be­zug ge­nom­men. Nach § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 29. No­vem­ber 1996 be­stimmt sich das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nach dem Knapp­schafts-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (KnAT) vom 12. Ju­ni 1961 und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen. Die­ser Ta­rif­ver­trag ist zwi­schen­zeit­lich durch den Ta­rif­ver­trag der B (TV DRV KBS) vom 23. Au­gust 2006 er­setzt wor­den, der in § 33 fol­gen­de Be­stim­mun­gen zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Kündi­gung enthält:
(2) Das Ar­beits­verhält­nis en­det fer­ner mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Be­scheid ei­nes Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers (Ren­ten­be­scheid) zu­ge­stellt wird, wo­nach die/der Beschäftig­te voll oder teil­wei­se er­werbs­ge­min­dert ist. Die/Der Beschäftig­te hat den Ar­beit­ge­ber von der Zu­stel­lung des Ren­ten­be­schei­des un­verzüglich zu un­ter­rich­ten. Be­ginnt die Ren­te erst nach der Zu­stel­lung des Ren­ten­be­scheids, en­det das Ar­beits­verhält­nis mit Ab­lauf des dem Ren­ten­be­ginn vor­an­ge­hen­den Ta­ges. Liegt im Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne nach § 92 SGB IX er­for­der­li­che Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes noch nicht vor, en­det das Ar­beits­verhält­nis mit Ab­lauf des Ta­ges der Zu­stel­lung des Zu­stim­mungs­be­scheids des In­te­gra­ti­ons­am­tes. Das Ar­beits­verhält­nis en­det nicht, wenn nach dem Be­scheid des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers ei­ne Ren­te auf Zeit gewährt wird. (...)
(3) Im Fal­le teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung en­det bzw. ruht das Ar­beits­verhält­nis nicht, wenn der Beschäftig­te nach sei­nem vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger fest­ge­stell­ten Leis­tungs­vermögen auf sei­nem bis­he­ri­gen oder ei­nem an­de­ren ge­eig­ne­ten und frei­en Ar­beits­platz wei­ter beschäftigt wer­den könn­te, so­weit drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe nicht ent­ge­gen­ste­hen, und der Beschäftig­te in­ner­halb von zwei Wo­chen nach Zu­gang des Ren­ten­be­scheids sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung schrift­lich be­an­tragt.
(4) Verzögert die/der Beschäftig­te schuld­haft den Ren­ten­an­trag oder be­zieht sie/er Al­ters­ren­te (...), so tritt an die Stel­le des Ren­ten­be­scheids das Gut­ach­ten ei­ner Amtsärz­tin/ei­nes Amts­arz­tes oder ei­ner/ei­nes nach § 3 Abs. 4 Satz 2 be­stimm­ten Ärz­tin/Arz­tes. Das Ar­beits­verhält­nis en­det in die­sem Fall mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der/dem Beschäftig­ten das Gut­ach­ten be­kannt ge­ge­ben wor­den ist.
(...)", we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Wort­lau­tes von § 33 TV DRV KBS wird auf Bl. 70 d. A. Be­zug ge­nom­men und auf den als An­la­gen­band zur Ak­te ge­reich­ten Ta­rif­ver­trag.
Die Kläge­rin ist seit dem 08. Ju­li 2011 durch­ge­hend ar­beits­unfähig er­krankt ge­we­sen. Am 06. Fe­bru­ar 2012 hat die Kläge­rin ei­nen Re­ha-An­trag ge­stellt und an­sch­ließend an ei­ner Re­ha-Maßnah­me teil­ge­nom­men. Aus den ab­sch­ließen­den ärzt­li­chen Fest­stel­lun­gen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers er­gibt sich, dass die Kläge­rin ih­re letz­te be­ruf­li­che Tätig­keit als Mas­seu­rin/Ba­de­meis­te­rin le­dig­lich un­ter drei-stündig täglich ver­rich­ten kann. Ins­ge­samt kann sie da­nach ge­ne­rell kei­ne körper­lich schwe­ren und durch­ge­hend mit­tel­schwe­ren Tätig­kei­ten mehr ver­rich­ten. Da­ge­gen kann sie körper­lich leich­te Tätig­kei­ten in wech­seln­der Ar­beits­hal­tung in Tag­schicht, Früh- oder Spätschicht sechs St­un­den täglich und mehr ver­rich­ten, we­gen der Ein­zel­hei­ten der Fest­stel­lung des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers wird auf Bl. 67 - 69 d. A. Be­zug ge­nom­men.
Mit Be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 hat die B der Kläge­rin "auf ih­ren An­trag vom 06. Fe­bru­ar 2012" be­gin­nend mit dem 01. Fe­bru­ar 2012 "Ren­te we­gen teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung bei Ausübung ei­ner knapp­schaft­lich ver­si­cher­ten Beschäfti­gungbe­wil­ligt. Da­nach soll­te die Ren­te längs­tens bis zum 31. Mai 2018, dem Mo­nat des Er­rei­chens der Re­gel­al­ters­gren­ze, ge­zahlt wer­den, we­gen der Ein­zel­hei­ten des Be­schei­des wird auf Bl. 7 - 22 d. A. Be­zug ge­nom­men. Hier­von hat die Be­klag­te am 24. Sep­tem­ber 2012 Kennt­nis er­langt.
Je­den­falls am 27. Sep­tem­ber 2012 hat sich die Kläge­rin im Per­so­nalbüro der Knapp­schafts-Kli­nik A ge­mel­det we­gen ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ab 01. Ja­nu­ar 2013. Zeit­lich später hat sie die gut­ach­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers (Bl. 67 - 69 d. A.) vor­ge­legt. In der Fol­ge­zeit ha­ben die Par­tei­en Über­le­gun­gen zur Rea­li­sier­bar­keit ei­ner von der Kläge­rin für die Zeit ab dem 01. Ja­nu­ar 2013 an­ge­streb­ten lei­dens­ge­rech­ten Teil­zeit­beschäfti­gung an­ge­stellt. Zu ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Re­ge­lung ist es nicht ge­kom­men.
Am 19. Ok­to­ber 2012 hat die Kläge­rin bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit auf Ba­sis ei­ner bei ihr be­reits fest­ge­stell­ten Be­hin­de­rung ei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag nach § 68 Abs. 3 SGB IX ge­stellt. Hier­von wur­de die Be­klag­te am 26. Ok­to­ber 2012 un­ter­rich­tet. Mit Be­scheid vom 05. De­zem­ber 2012, we­gen des­sen Ein­zel­hei­ten auf Bl. 91 d. A. Be­zug ge­nom­men wird, hat die Bun­des­agen­tur für Ar­beit dem Gleich­stel­lungs­an­trag mit Wir­kung vom 19. Ok­to­ber 2012 ent­spro­chen. In­so­weit ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig, ob die Be­klag­te vor Kla­ge­er­he­bung von der zwi­schen­zeit­lich er­folg­ten Gleich­stel­lung Kennt­nis er­langt hat.
Am 21. Ja­nu­ar 2013 hat bei der Be­klag­ten ein Gespräch un­ter Be­tei­li­gung des In­te­gra­ti­ons­fach­diens­tes, Frau C, der im Hau­se der Be­klag­ten be­find­li­chen Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung, Frau D, des Per­so­nal­ra­tes, Frau E, des Chef­arz­tes, Dr. F, in sei­ner Funk­ti­on als Be­triebs­arzt, des Ver­wal­tungs­lei­ters G, der Frau H und der Kläge­rin statt­ge­fun­den. Dar­in wur­den even­tu­el­le Wei­ter­beschäfti­gungsmöglich­kei­ten für die Kläge­rin erörtert. Zwi­schen den Par­tei­en ist strei­tig, ob die Kläge­rin im Rah­men des Gespräches auf die zwi­schen­zeit­lich er­folg­te Gleich­stel­lung hin­ge­wie­sen hat.
Be­gin­nend ab 01. Fe­bru­ar 2012 wur­de der Kläge­rin mit Be­scheid vom 06. März 2013 "an­stel­le ih­rer bis­he­ri­gen Ren­te von uns Ren­te we­gen teil­wei­se Er­werbs­min­de­rung nach Auf­ga­be der knapp­schaft­lich ver­si­cher­ten Beschäfti­gung" bis zum 28. Fe­bru­ar 2013 be­wil­ligt, we­gen der Ein­zel­hei­ten des Be­schei­des wird auf Bl. 23 - 27a d. A. Be­zug ge­nom­men. Mit wei­te­rem Be­scheid vom 13. März 2013 wur­de der Kläge­rin "auf ih­ren An­trag vom 06. Fe­bru­ar 2012" ei­ne "Ren­te für Berg­leu­te we­gen ver­min­der­ter Be­rufsfähig­keit im Berg­bau" ab dem 01. Fe­bru­ar 2012 be­wil­ligt. Die­se Ren­te soll nach dem Be­scheid längs­tens bis zum 31. Mai 2018, dem Mo­nat des Er­rei­chens der Re­gel­al­ters­gren­ze ge­zahlt wer­den, we­gen der Ein­zel­hei­ten des Be­schei­des wird auf Bl. 28 - 35 d. A. Be­zug ge­nom­men.
Mit Schrei­ben vom 05. April 2013, wel­ches der Kläge­rin am 08. April 2013 zu­ge­gan­gen ist, hat die Be­klag­te sie darüber un­ter­rich­tet, dass ein lei­dens­ge­rech­ter Ar­beits­ein­satz aus ih­rer Sicht nicht möglich sei und dass auf Grund der Ren­ten­be­wil­li­gung das Ar­beits­verhält­nis nun­mehr zwei Wo­chen nach Zu­gang die­ses Schrei­bens, al­so spätes­tens mit Ab­lauf des 22. April 2013, en­den wer­de.
Spätes­tens im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig ge­wor­den, dass die Kläge­rin je­den­falls bis zur Kla­ge­schrift im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren kein schrift­li­ches Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gen an die Be­klag­te ge­rich­tet hat.
Mit ih­rer am 29. April 2013 beim Ar­beits­ge­richt Ful­da ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat die Kläge­rin die Fest­stel­lung be­gehrt, dass ihr Ar­beits­verhält­nis zum Ab­lauf des 22. April 2013 nicht auf­gelöst wor­den ist, son­dern darüber hin­aus un­verändert fort­be­steht.
So­weit im Be­ru­fungs­ver­fah­ren noch re­le­vant hat die Kläge­rin sich be­reits in der Kla­ge­schrift auf be­ste­hen­den "Son­derkündi­gungs­schutz we­gen Schwer­be­hin­de­rung" be­ru­fen. Sie hat die Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Be­klag­te das not­wen­di­ge be­trieb­li­che Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment nicht durch­geführt ha­be und dass sie selbst in ih­rer Tätig­keit als Mas­seu­rin/Ba­de­meis­te­rin zu­min­dest zeit­ein­ge­schränkt lei­dens­ge­recht beschäftigt wer­den könne. Aus in­ter­nen Un­ter­la­gen bei der Be­klag­ten wis­se die­se vom Ge­sund­heits­zu­stand und der Schwer­be­hin­de­rung der Kläge­rin. Die Kläge­rin hat be­haup­tet, den Gleich­stel­lungs­be­scheid vom 02. De­zem­ber 2012 un­mit­tel­bar nach des­sen Er­halt an Frau H bei der Be­klag­ten wei­ter­ge­lei­tet zu ha­ben. Sie hat die Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der ers­te Ren­ten­be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 durch die nach­fol­gen­den Ren­ten­be­schei­de vom 06. März und 13. März 2013 zurück­ge­nom­men wor­den sei.
So­weit im Be­ru­fungs­ver­fah­ren noch re­le­vant hat sie be­an­tragt,
Die Be­klag­te hat die Rechts­an­sicht ver­tre­ten, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en we­gen der Ren­ten­be­wil­li­gung nach § 33 TV DRV KBS sein En­de ge­fun­den ha­be. Die Vor­aus­set­zun­gen von Abs. 3 die­ser ta­rif­li­chen Vor­schrift sei­en nicht ge­ge­ben, weil die Kläge­rin we­der ei­nen schrift­li­chen An­trag auf Wei­ter­beschäfti­gung ge­stellt ha­be, noch ih­re Wei­ter­beschäfti­gung auf dem bis­he­ri­gen Ar­beits­platz oder ei­nem an­de­rem ge­eig­ne­ten und frei­en Ar­beits­platz in Be­tracht kom­me. Auf ei­ne Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses kom­me es nicht an, weil die Kläge­rin erst­mals mit Be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 be­ren­tet wor­den sei und zu die­sem Zeit­punkt we­der ei­ne Schwer­be­hin­de­rung noch ei­ne Gleich­stel­lung vor­ge­le­gen ha­be noch ha­be die Kläge­rin zu die­sem Zeit­punkt auch nur ei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag ge­stellt ge­habt. In­so­weit hat sich die Be­klag­te auf die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 15. März 2006 (7 AZR 332/05) be­ru­fen. Sie hat be­haup­tet, dass ihr trotz wie­der­hol­ter Nach­fra­gen bis An­fang Ju­ni 2013 nicht be­kannt ge­we­sen sei, ob die Kläge­rin auf ih­ren An­trag hin ei­nem schwer­be­hin­der­ten Men­schen gleich­ge­stellt wor­den sei. Die ent­spre­chen­de Nach­fra­ge ha­be die Kläge­rin auch im Gespräch am 21. Ja­nu­ar 2013 nicht be­ant­wor­ten können. In die­sem Gespräch sei fest­ge­stellt wor­den, dass ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung der Kläge­rin als Mas­seu­rin und Ba­de­meis­te­rin nach den Fest­stel­lun­gen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers nicht in Be­tracht kom­me.
Das Ar­beits­ge­richt Ful­da hat mit Ur­teil vom 29. No­vem­ber 2013 fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht mit Ab­lauf des 22. April 2013 be­en­det wur­de. Es hat aus­geführt, dass die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nach § 33 Abs. 2 TV DRV KBS nicht mit Ab­lauf des 22. April 2013 ha­be ein­tre­ten können, weil die nach § 92 SGB IX er­for­der­li­che Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes nicht vor­ge­le­gen ha­be. Zwar be­stim­me § 33 Abs. 2 TV DRV KBS, dass das Ar­beits­verhält­nis mit Ab­lauf des Mo­nats en­de, in dem ein Be­scheid des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers zu­ge­stellt wer­de, wo­nach die/der Beschäftig­te voll oder teil­wei­se er­werbs­ge­min­dert sei. Gleich­wohl könne im Zu­ge der Ren­ten­be­wil­li­gung we­gen der §§ 21 , 15 Abs. 2 Tz­B­fG ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ein­tre­ten, so­lan­ge kei­ne schrift­li­che Un­ter­rich­tung der Kläge­rin über den Be­din­gungs­ein­tritt er­folgt sei. Die maßgeb­li­che Un­ter­rich­tung der Kläge­rin über den Be­din­gungs­ein­tritt sei erst mit Schrei­ben der Be­klag­ten vom 05. April 2013 er­folgt. Zu die­sem Zeit­punkt ha­be die Kläge­rin auf ih­ren da­hin­ge­hen­den An­trag vom 19. Ok­to­ber 2012 und den durch die Bun­des­agen­tur für Ar­beit vom 05. De­zem­ber 2012 er­gan­ge­nen Gleich­stel­lungs­be­scheid den Sta­tus als schwer­be­hin­der­ter Mensch be­reits er­wor­ben. Ent­spre­chend sei­en für die Be­ur­tei­lung des Ein­tre­tens des er­wei­ter­ten Be­stands­schut­zes nach § 92 SGB IX die Umstände maßgeb­lich, die zum Zeit­punkt der für die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses letzt­lich maßgeb­li­chen Un­ter­rich­tung des Ar­beit­neh­mers nach §§ 21 , 15 Abs. 2 Tz­B­fG vor­ge­herrscht hätten. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der Ent­schei­dungs­gründe des an­ge­foch­te­nen Ur­teils wird auf des­sen Sei­ten 5 - 9 (Bl. 273 - 276 d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Ge­gen die­ses Ur­teil, das der Be­klag­ten am 09. De­zem­ber 2013 zu­ge­stellt wor­den ist, hat sie mit am 23. De­zem­ber 2013 beim Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach recht­zei­tig be­an­trag­ter Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist, mit am 10. März 2014 bei dem Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.
Die Be­klag­te hält auch in der Be­ru­fungs­in­stanz un­ter wei­te­rer Ver­tie­fung ih­rer erst­in­stanz­lich be­reits vor­ge­brach­ten Ar­gu­men­ta­ti­on an ih­rer Rechts­auf­fas­sung fest, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en in Fol­ge Ein­tritts ei­ner auflösen­den Be­din­gung nach § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ge­en­det ha­be. Rechts­grund für die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses sei der Be­din­gungs­ein­tritt in Fol­ge Zu­gangs des Ren­ten­be­schei­des. Dem­ge­genüber sei nicht maßgeb­lich auf den Zu­gang der schrift­li­chen Ankündi­gung nach § 15 Abs. 2 Tz­B­fG durch den Ar­beit­ge­ber ab­zu­stel­len. Denn die­se sei kei­ne Wil­lens­erklärung, son­dern ei­ne Wis­sens­erklärung und nicht Be­stand­teil der Be­din­gung.
In der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 17. Ju­li 2015 hat die Be­klag­te klar­ge­stellt, dass es bei ihr im ge­sam­ten Zeit­raum zwi­schen En­de 2012 bis Mit­te 2013 kei­ne frei­en ge­eig­ne­ten Stel­len für die Kläge­rin ge­ge­ben ha­be. Darüber hin­aus hat sie in die­ser Ver­hand­lung be­haup­tet, dass Frau H nicht ein­stel­lungs­be­fugt sei und des­halb die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass Frau H für die Be­klag­te kei­ne ver­bind­li­chen Erklärun­gen ab­ge­ben dürfe und nicht auf die Schrift­form ha­be ver­zich­ten können.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ful­da vom 29. No­vem­ber 2013 - 1 Ca 195/13 - ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
Sie ver­tei­digt un­ter Wie­der­ho­lung und Ergänzung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts. Sie ver­tritt wei­ter­hin die Rechts­an­sicht, dass man­gels Vor­lie­gens der er­for­der­li­chen Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes gemäß § 92 SGB IX im Zeit­punkt des Zu­gangs der Be­en­di­gungs­mit­tei­lung der Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 05. April 2013 das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht in Fol­ge Be­din­gungs­ein­tritts be­en­det sei. Auch kom­me es nicht auf den Ren­ten­be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012, son­dern auf die nach­fol­gen­den Ren­ten­be­schei­de an. Denn die­se späte­ren Ren­ten­be­schei­de hätten den vor­her­ge­hen­den Ren­ten­be­scheid auf­ge­ho­ben, so dass die­ser in sei­nem Be­stand er­satz­los ent­fal­le sei. Darüber hin­aus sei zu be­ach­ten, dass nach § 33 Abs. 3 TV DRV KBS im Fal­le teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung, wel­che hier vor­lie­ge, das Ar­beits­verhält­nis nicht en­de bzw. ru­he, wenn der Beschäftig­te auf sei­nem bis­he­ri­gen oder ei­nem an­de­ren ge­eig­ne­ten frei­en Ar­beits­platz beschäftigt wer­den könne. In­so­weit hat die Kläge­rin in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 17. Ju­li 2015 klar­ge­stellt, dass sie von An­fang an die Auf­fas­sung ver­tre­ten ha­be, auf ih­rem bis­he­ri­gen an­ge­stamm­ten Ar­beits­platz als Ba­de­meis­te­rin und Mas­seu­rin im Haus der Be­klag­ten in A voll­schich­tig tätig wer­den zu können.
Die Kläge­rin be­haup­tet, am 27. Sep­tem­ber 2012 mit der Per­so­nal­lei­te­rin H der Be­klag­ten te­le­fo­niert zu ha­ben. In die­sem Te­le­fo­nat ha­be sie Frau H aus­drück­lich ge­fragt, ob sie ih­re Wei­ter­beschäfti­gung schrift­lich gel­tend ma­chen müsse. Hier­auf ha­be Frau H ge­ant­wor­tet: "Nein, das ist nicht nötig, wir ken­nen uns schon lan­ge ge­nug, ich ha­be mir das no­tiert."
Im Schrift­satz vom 02. März 2015 be­haup­tet die Kläge­rin, mit Aus­nah­me von Mas­sa­gen und Fan­go-An­wen­dun­gen, wel­che durch Moor­pad-An­wen­dun­gen er­setzt wer­den könn­ten, ganz we­sent­li­che Tei­le ih­rer bis­he­ri­gen Tätig­keit noch ausführen zu können. Im Ein­zel­nen han­de­le es sich um Elek­tro­the­ra­pie, Er­go­me­ter­trai­ning, Hy­dro­jet-Kom­pres­si­on, Trai­ning am Pe­dal­trai­ner-Mo­tor­schie­ne und die Grup­pen­ar­beit so­wohl in der HWS-Grup­pe, der Rücken­grup­pe, der Schul­ter­grup­pe und der Rücken­klein­grup­pe. Auch könne sie die da­mit zu­sam­menhängen­den Vor- und Nach­be­rei­tungs­ar­bei­ten wie Aufräum- und Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, Flächen­des­in­fek­ti­on usw. ausführen, eben­so wie die pro­gres­si­ve Mus­kel­ent­span­nung.
In der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 17. Ju­li 2015 hat die Kläge­rin klar­ge­stellt, dass sie von An­fang an die Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten ha­be, auf ih­rem bis­he­ri­gen an­ge­stamm­ten Ar­beits­platz als Ba­de­meis­te­rin und Mas­seu­rin in A voll­schich­tig ha­be tätig wer­den können. Darüber hin­aus hat sie be­haup­tet, dass sie nach ei­ner so­zi­al­me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chung En­de Ju­ni 2015 und ei­nem zwi­schen­zeit­lich vor­lie­gen­den Gut­ach­ten vom 08. Ju­li 2015 voll­schich­tig in ih­rem zu­letzt aus­geübten Be­ruf tätig wer­den könne. Zu die­ser Un­ter­su­chung sei es im Rah­men ei­nes von ihr ein­ge­lei­te­ten Über­prüfungs­ver­fah­rens hin­sicht­lich der Ren­ten­be­schei­de vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger ge­kom­men.
We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze, nebst An­la­gen und die Sit­zungs­nie­der­schrift nebst An­la­gen und die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten vom 05. De­zem­ber 2014 (Bl. 319 f. d. A.) und vom 17. Ju­li 2015 (Bl. 371 f. d. A.) Be­zug ge­nom­men.
A. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ful­da vom 29. No­vem­ber 2013 ist als Rechts­mit­tel in ei­nem Rechts­streit über den Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Rück­sicht auf den Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des statt­haft, § 64 Abs. 2 c ArbGG . Sie ist nach Maßga­be der im Tat­be­stand mit­ge­teil­ten Da­ten form- und frist­ge­recht ein­ge­legt so­wie recht­zei­tig und ord­nungs­gemäß be­gründet wor­den, §§ 66 Abs. 1 ArbGG , 519 , 520 ZPO , und ins­ge­samt zulässig.
B. In der Sa­che ist die Be­ru­fung be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge zu Un­recht statt ge­ge­ben. Die Vor­aus­set­zun­gen des ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen §§ 33 Abs. 2 TV DRV KBS lie­gen vor, so dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en durch Ein­tritt der auflösen­den Be­din­gung und Ab­lauf der zweiwöchi­gen Ankündi­gungs­frist nach § 15 Abs. 2 TZ BFG mit Ab­lauf des 24. April 2013 be­en­det wur­de.
I. Die in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ge­re­gel­te auflösen­de Be­din­gung gilt nicht be­reits nach §§ 21, 17 Satz 2 TZ BFG i. V. m. § 7 Halb­satz 1 KSchG als wirk­sam oder als ein­ge­tre­ten. Denn die Kläge­rin hat recht­zei­tig in­ner­halb der Drei­wo­chen­frist der §§ 21 , 17 Satz 1 und 3 , § 15 Abs. 2 Tz­B­fG Be­din­gungs­kon­troll­kla­ge er­ho­ben.
1. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist die Kla­ge­frist der §§ 21 , 17 Satz 1 Tz­B­fG auch dann ein­zu­hal­ten, wenn nicht die Wirk­sam­keit der Be­din­gung selbst, son­dern de­ren tatsäch­li­cher Ein­tritt geklärt wer­den soll. Denn ob die auflösen­de Be­din­gung ein­ge­tre­ten ist, hängt in der Re­gel von der Aus­le­gung der ta­rif­li­chen oder ein­zel­ver­trag­li­chen Be­din­gungs­ab­re­de ab und ist des­we­gen häufig an die Be­ur­tei­lung der Rechts­wirk­sam­keit der Be­din­gungs­ab­re­de ge­knüpft. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kann bei auflösen­den Be­din­gun­gen, die an ei­ne Ren­ten­gewährung we­gen Er­werbs­min­de­rung an­knüpfen, vor al­lem aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Gründen ei­ne ein­schränken­de Aus­le­gung ge­bo­ten sein. Dies dient der Wirk­sam­keit der Be­fris­tungs­ab­re­de. Um­ge­kehrt kor­re­spon­diert die Wirk­sam­keit der Be­din­gung mit ih­ren Vor­aus­set­zun­gen. Aus­le­gung und Prüfung der Wirk­sam­keit ta­rif­li­cher auflösen­der Be­din­gun­gen sind in­ein­an­der ver­schränkt. Die Aus­le­gung der Be­din­gungs­ab­re­de ist maßgeb­lich dafür, ob die Be­din­gung ein­ge­tre­ten ist. We­gen die­ses fast un­trenn­ba­ren Zu­sam­men­hangs zwi­schen Wirk­sam­keit und Ein­tritts der auflösen­den Be­din­gung sind bei­de Fra­gen Ge­gen­stand der Be­din­gungs­kon­troll­kla­ge (ständi­ge Recht­spre­chung seit BAG 06. April 2011 - 7 AZR 704/09 - Rn. 18 ff., BA­GE 137, 292; zu­letzt: BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 13, zi­tiert nach Ju­ris).
2. Mit ih­rer am 29. April 2013 beim Ar­beits­ge­richt Ful­da ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat die Kläge­rin die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist der §§ 21, 17 Satz 1 TZ BFG ge­wahrt.
a) Grundsätz­lich be­ginnt die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist nach §§ 21, 17 Satz 1 TZ BFG bei der Be­din­gungs­kon­troll­kla­ge mit dem Tag, an dem die auflösen­de Be­din­gung ein­ge­tre­ten ist. Al­ler­dings en­det der auflösend be­ding­te Ar­beits­ver­trag nach §§ 21, 15 Abs. 2 TZ BFG frühes­tens zwei Wo­chen nach Zu­gang der schrift­li­chen Un­ter­rich­tung des Ar­beit­neh­mers durch den Ar­beit­ge­ber über den Ein­tritt der Be­din­gung. Ent­spre­chend wird die Kla­ge­frist gem. §§ 21, 17 Sätze 1 und 3, 15 Abs. 2 TZ BFG erst mit dem Zu­gang der schrift­li­chen Un­ter­rich­tung durch den Ar­beit­ge­ber über den Ein­tritt der Be­din­gung beim Ar­beit­neh­mer in Lauf ge­setzt, wenn die Be­din­gung be­reits vor Ab­lauf der Zwei­wo­chen­frist ein­ge­tre­ten ist (in­so­weit grund­le­gend BAG 06. April 2011 - 7 AZR 704/09 - Rn. 22, BA­GE 137, 292 ff.).
b) Nach die­sen Grundsätzen be­gann die Kla­ge­frist für die Kläge­rin mit Zu­gang der Be­en­di­gungs­mit­tei­lung der Be­klag­ten vom 05. April 2013 am 08. April 2013. In­so­weit ha­ben die Par­tei­en in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung noch­mals übe­rein­stim­mend erklärt, dass es ein ent­spre­chen­des Schrei­ben ge­ge­ben ha­be, dass der Kläge­rin am 8. April 2013 zu­ge­gan­gen sei. Ent­spre­chend en­de­te die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist am 29. April 2013 ( § 187 Abs. 1 , § 188 Abs. 2 Alt. 1 BGB ) und wur­de mit Ein­gang der Kla­ge­schrift am sel­ben Tag beim Ar­beits­ge­richt Ful­da und de­ren als­bal­di­ger Zu­stel­lung bei der Be­klag­ten ge­wahrt, § 167 ZPO .
II. Die Vor­schrif­ten des TV DRV KBS, ein­sch­ließlich der Be­stim­mung des § 33 Abs. 2 TV DRV KBS zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf Grund der Zu­stel­lung ei­nes Ren­ten­be­schei­des we­gen dau­er­haf­ter Er­werbs­min­de­rung, fin­den kraft ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 29. No­vem­ber 1996 auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung. Die dort ge­re­gel­te dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me auf den Knapp­schafts-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag vom 12. Ju­ni 1961 und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen hält ei­ner AGB-Kon­trol­le nach den §§ 305 ff. BGB stand.
1. Bei den Re­ge­lun­gen im Ar­beits­ver­trag vom 29. No­vem­ber 1996 han­delt es sich­be­reits nach dem äußeren Er­schei­nungs­bild und auf Grund der un­ein­ge­schränk­ten Be­zug­nah­me auf die ein­schlägi­gen ta­rif­ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen um von der Be­klag­ten vor­ge­ge­be­ne, für ei­ne Viel­zahl von Fällen gel­ten­de Ver­trags­be­din­gun­gen. Da­mit woll­te die Be­klag­te er­kenn­bar in­halts­glei­che Ver­ein­ba­run­gen mit al­len Ar­beit­neh­mern tref­fen. Zur Aus­le­gung ei­ner sol­chen ty­pi­schen ver­trag­li­chen Re­ge­lung sind die für all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen ent­wi­ckel­ten Grundsätze her­an­zu­zie­hen. Ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sun­gen auf Ta­rif­verträge wer­den nicht von der Aus­nah­me­be­stim­mung des § 310 Abs. 4 Satz 1 BGB er­fasst. Denn die­se gilt nur für Ta­rif­verträge selbst, nicht aber für ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­me­klau­seln, die auf Ta­rif­verträge ver­wei­sen (vgl. z. B. BAG 23. Ju­li 2014-7 AZR 771/12 - Rn. 22, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341).
2. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts hal­ten auf ein­schlägi­ge Ta­rif­verträge be­zo­ge­ne dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me­klau­seln der In­halts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB stand. Sie sind we­der über­ra­schend im Sin­ne des § 305 c Abs. 1 BGB noch ver­let­zen sie das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB .
a) Dy­na­mi­sche Ver­wei­sun­gen auf ein­schlägi­ge Ta­rif­verträge sind im Ar­beits­le­ben als Ge­stal­tungs­in­stru­ment so ver­brei­tet, dass ih­re Auf­nah­me in For­mu­lar­verträge nicht im Sin­ne des § 305 c Abs. 1 BGB über­ra­schend ist (so be­reits BAG 24. Sep­tem­ber 2008 - 6 AZR 76/07 - Rn. 20, BA­GE 128, 73, mit wei­te­ren Nach­wei­sen). Sie ent­spre­chen ei­ner übli­chen Re­ge­lungs­tech­nik und die­nen den In­ter­es­sen bei­der Par­tei­en. Denn Ar­beits­verhält­nis­se sind auf die Zu­kunft aus­ge­rich­tet. Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 10 Nach­weis­ge­setz genügt der bloße all­ge­mei­ne Hin­weis auf Ta­rif­verträge (vgl. zu­letzt BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 19, zi­tiert nach Ju­ris).
Darüber hin­aus führt al­lein die Ver­wei­sung auf ein an­de­res Re­ge­lungs­werk, selbst wenn sie dy­na­misch aus­ge­stal­tet ist, noch nicht zur In­trans­pa­renz. In­so­weit ver­langt das Be­stimmt­heits­ge­bot le­dig­lich, dass die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen so ge­nau be­schrie­ben wer­den, dass für den Ver­wen­der kei­ne un­ge­recht­fer­tig­ten Be­ur­tei­lungs­spielräume ent­ste­hen und der Ge­fahr vor­ge­beugt wird, dass der Ver­trags­part­ner von der Durch­set­zung be­ste­hen­der Rech­te ab­ge­hal­ten wird. Hier­zu ist aus­rei­chend, dass die im Zeit­punkt der je­wei­li­gen An­wen­dung gel­ten­den, in Be­zug ge­nom­me­nen Re­ge­lun­gen be­stimm­bar sind (vgl. z. B. BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 25, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341).
b) Bei An­wen­dung der dar­ge­stell­ten Grundsätze ist die Be­zug­nah­me­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 29. No­vem­ber 1996 für die Kläge­rin we­der un­verständ­lich noch un­klar. Wel­che kon­kre­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen je­weils das Ar­beits­verhält­nis ausfüllen soll­ten, war für sie fest­stell­bar. Bei dem TV DRV KBS han­delt es sich um ei­nen den Knapp­schafts-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag vom 12. Ju­ni 1961 er­set­zen­den Ta­rif­ver­trag im Sin­ne des § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges.
3. Die mit dem Ar­beits­ver­trag auch in Be­zug ge­nom­me­ner Re­ge­lung über die auflösen­de Be­din­gung in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ist nicht nach § 125 BGB we­gen Ver­s­toßes ge­gen ein ge­setz­li­ches Schrift­for­mer­for­der­nis nich­tig.
Grundsätz­lich sieht das zum 01. Ja­nu­ar 2001 in Kraft ge­tre­te­ne Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz in § 14 Abs. 4 Tz­B­fG für be­fris­te­te Ar­beits­verträge ein Schrift­for­mer­for­der­nis vor, wel­ches nach § 21 Tz­B­fG auch für auflösend be­ding­te Ar­beits­verträge gilt. Al­ler­dings ist der vor­lie­gen­de maßgeb­li­che Ar­beits­ver­trag zwi­schen den Par­tei­en am 29. No­vem­ber 1996 ge­schlos­sen wor­den. Für die (Form-) Wirk­sam­keit der im Ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­ten Be­zug­nah­me auf die nun­mehr in § 33 TV DRV KBS ge­re­gel­te auflösen­de Be­din­gung ist die Rechts­la­ge im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses maßge­bend. Im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses des Ar­beits­ver­tra­ges vom 29. No­vem­ber 1996 und sei­ner Um­wand­lung in ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis durch Ver­trag vom 17. No­vem­ber 1997, hat kein ge­setz­li­ches For­mer­for­der­nis für die Ver­ein­ba­rung ei­ner auflösen­den Be­din­gung be­stan­den. Der zu die­sem Zeit­punkt maßgeb­li­che § 623 BGB hat ein ge­setz­li­ches Schrift­for­mer­for­der­nis le­dig­lich für die Be­fris­tung von Ar­beits­verhält­nis­sen vor­ge­se­hen, nicht aber für auflösen­de Be­din­gun­gen. Auch das ge­setz­li­che Schrift­for­mer­for­der­nis in § 623 BGB trat erst am 01. Mai 2000 und da­mit nach Ab­schluss des streit­ge­genständ­li­chen Ver­tra­ges in Kraft. Die­se Re­ge­lung in § 623 BGB wur­de für be­fris­te­te Ar­beits­verträge durch das Schrift­for­mer­for­der­nis in § 14 Abs. 4 Tz­B­fG ab­gelöst, der nach § 21 Tz­B­fG auch für auflösend be­ding­te Ar­beits­verträge gilt. Man­gels Über­g­angs­vor­schrif­ten in den zum 01. Ja­nu­ar 2001 in Kraft ge­tre­te­nen Tz­B­fG, sind die dar­in ent­hal­te­nen Be­stim­mun­gen nur auf sol­che Sach­ver­hal­te an­zu­wen­den, die sich seit dem 01. Ja­nu­ar 2001 in sei­nem Gel­tungs­be­reich ver­wirk­licht ha­ben (in die­sem Sin­ne auch BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 23, zi­tiert nach Ju­ris).
4. Das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin hat nach § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ge­en­det, weil auf ih­ren An­trag vom 06. Fe­bru­ar 2012 der Be­scheid der B er­gan­gen ist, wo­nach sie teil­wei­se er­werbs­ge­min­dert ist und ihr ei­ne Ren­te auf un­be­stimm­te Dau­er be­wil­ligt wur­de. Die­ser ursprüng­li­che Ren­ten­be­scheid der B vom 18. Sep­tem­ber 2012 wur­de durch die nach­fol­gen­den Ren­ten­be­schei­de vom 19. Ok­to­ber 2012 und 06. März 2013 nicht rück­wir­kend auf­ge­ho­ben, son­dern le­dig­lich ab­geändert. Die für den Fall der teil­wei­sen Er­werbs­min­de­rung in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS vor­ge­se­he­ne auflösen­de Be­din­gung ist wirk­sam.
a) Die in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ge­re­gel­te auflösen­de Be­din­gung für den Fall des Be­zugs ei­ner Ren­te we­gen ver­min­der­ter Er­werbsfähig­keit auf un­be­stimm­te Dau­er ist sach­lich ge­recht­fer­tigt im Sin­ne der §§ 21 , 14 Abs. 1 Tz­B­fG .
Der Sach­grund des Be­zugs ei­ner Ren­te we­gen ver­min­der­ter Er­werbsfähig­keit ist zwar in dem Sach­grund­ka­ta­log des § 14 Abs. 1 Satz 2 Tz­B­fG nicht ge­nannt. Die Aufzählung ist je­doch nicht ab­sch­ließend, wie aus dem Wort "ins­be­son­de­re" folgt ( BAG 02. Ju­ni 2010 - 7 AZR 136/09 - Rn. 18, BA­GE 134, 339 = AP Nr. 21 zu § 14 TZ BFG). Durch die Aufzählung soll­ten an­de­re von der Recht­spre­chung bis­her an­er­kann­te Sach­gründe nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Die An­er­ken­nung wei­te­rer, in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG nicht erwähn­ter Sach­gründe steht auch die Richt­li­nie 1999/70/EG des Ra­tes zu der EGB-UN­ICE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung vom 28. Ju­ni 1999 nicht ent­ge­gen ( BAG 16. März 2005 - 7 AZR 289/04 - Rn. 27, BA­GE 114, 146 = AP Nr. 16 zu § 14 TZ BFG). In § 14 Abs. 1 Tz­B­fG nicht ge­nann­te Sach­gründe können die Be­fris­tung und auflösen­de Be­din­gung ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges recht­fer­ti­gen, wenn sie den Wer­tungs­maßstäben des § 14 Abs. 1 TZ BFG ent­spre­chen und den dort ge­nann­ten Sach­gründen von ih­rem Ge­wicht her gleich­wer­tig sind (ständi­ge Recht­spre­chung vgl. z. B. BAG 02. Ju­ni 2010 - 7 AZR 136/09 - Rn. 20, BA­GE 134, 339 = AP Nr. 71 zu § 14 TZ BFG).
b) Im Hin­blick auf die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt zu ver­gleich­bar aus­ge­stal­te­ten auflösen­den Be­din­gun­gen ent­wi­ckel­ten Grundsätze, be­ruht die­se für den Fall ei­ner vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger fest­ge­stell­ten un­be­fris­te­ten Er­werbs­min­de­rung auf der An­nah­me der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en, der Ar­beit­neh­mer wer­de im Fal­le der Er­werbs­min­de­rung künf­tig die ar­beits­ver­trag­lich ge­schul­de­ten Leis­tun­gen nicht mehr er­brin­gen können. Grundsätz­lich sind teil­wei­se er­werbs­ge­min­dert nach § 43 Abs. 1 Satz SGB VI Ar­beit­neh­mer, die we­gen Krank­heit oder Be­hin­de­rung auf nicht ab­seh­ba­re Zeit außer­stan­de sind, un­ter den übli­chen Be­din­gun­gen des all­ge­mei­nen Ar­beits­mark­tes min­des­tens sechs St­un­den täglich er­werbstätig zu sein. Nach § 45 Abs. 1 SGB VI ha­ben Ver­si­cher­te bis zum Er­rei­chen der Re­gel­al­ters­gren­ze An­spruch auf Ren­te für Berg­leu­te, wenn sie un­ter an­de­rem im Berg­bau ver­min­dert be­rufsfähig sind. Dies ist nach § 45 Abs. 2 SGB VI der Fall, wenn die Ver­si­cher­ten, die we­gen Krank­heit oder Be­hin­de­rung nicht im Stan­de sind, 1.) die von ih­nen bis­her aus­geübte knapp­schaft­li­che Beschäfti­gung und 2.) ei­ne an­de­re wirt­schaft­lich im We­sent­li­chen gleich­wer­ti­ge knapp­schaft­li­che Beschäfti­gung, die von Per­so­nen mit ähn­li­cher Aus­bil­dung so­wie gleich­wer­ti­gen Kennt­nis­sen und Fähig­kei­ten aus­geübt wird, aus­zuüben. Ei­ne hier­an an­knüpfen­de auflösen­de Be­din­gung dient ei­ner­seits dem Schutz des Ar­beit­neh­mers, der aus ge­sund­heit­li­chen Gründen nicht mehr in der La­ge ist, sei­ne bis­he­ri­ge Tätig­keit zu ver­rich­ten und bei dem bei ei­ner Fort­set­zung der Tätig­keit die Ge­fahr ei­ner wei­te­ren Ver­schlim­me­rung sei­nes Ge­sund­heits­zu­stan­des be­steht. Auf der an­de­ren Sei­te trägt ei­ne ent­spre­chen­de Ta­rif­vor­schrift dem be­rech­tig­ten In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers Rech­nung, sich von ei­nem Ar­beit­neh­mer tren­nen zu können, der ge­sund­heits­be­dingt nicht mehr in der La­ge ist, sei­ne nach dem Ar­beits­ver­trag ge­schul­de­te Leis­tung zu er­brin­gen. Die­se be­rech­tig­ten In­ter­es­sen bei­der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en sind grundsätz­lich ge­eig­net, ei­nen sach­li­chen Grund im Sin­ne des § 14 Abs. 1 Tz­B­fG für die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Kündi­gung ab­zu­ge­ben (vgl. z. B. BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 28, zi­tiert nach Ju­ris; BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 51, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341; BAG 15. März 2006 - 7 AZR 332/05 - II 2 c der Gründe, BA­GE 117, 255 = AP Nr. 14 zu § 59 BAT, je­weils mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
c) Nach der dar­ge­stell­ten Recht­spre­chung stellt al­ler­dings die ver­min­der­te Er­werbsfähig­keit für sich ge­nom­men noch kei­nen aus­rei­chen­den Sach­grund für ei­ne auflösen­de Be­din­gung dar. Erst die Ein­bin­dung der In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers durch die An­knüpfung an die ren­ten­recht­li­che Ver­sor­gung recht­fer­tigt die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Kündi­gung.
aa) Vor­aus­set­zung für die Wirk­sam­keit ei­ner Ta­rif­vor­schrift, die die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses für den Fall der un­be­fris­te­ten vol­len oder teil­wei­sen Er­werbs­min­de­rung als sach­lich ge­recht­fer­tigt an­sieht, ist, dass das Ar­beits­verhält­nis nur bei ei­nem vor­aus­sicht­lich dau­er­haf­ten Ren­ten­be­zug en­den soll. Da­ge­gen ist ei­ne Ren­ten­be­wil­li­gung, die zu kei­ner ren­ten­recht­li­chen Ab­si­che­rung auf un­be­stimm­te Dau­er führt, als Auflösungs­tat­be­stand un­ge­eig­net (vgl. z. B. BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 30, zi­tiert nach Ju­ris; BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 58, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341, je­weils mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
bb) Die­sen Vor­aus­set­zun­gen genügt § 33 Abs. 2 TV DRV KBS. Denn § 33 Abs. 2 Satz 5 TV DRV KBS be­stimmt, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht en­det, wenn nach dem Be­scheid des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers le­dig­lich ei­ne Ren­te auf Zeit gewährt wird. Denn in die­sem Fall ist mit ei­ner zu­min­dest teil­wei­sen Wi­der­her­stel­lung der Leis­tungsfähig­keit des Beschäftig­ten zu rech­nen. In die­sem Fall ruht das Ar­beits­verhält­nis für die Dau­er der Ren­ten­gewährung.
d) Dem­ge­genüber stellt die Gewährung ei­ner dau­er­haf­ten Ren­te we­gen Er­werbs­min­de­rung al­ler Vor­aus­sicht nach ei­ne dau­er­haf­te Ab­si­che­rung des Beschäftig­ten durch die ren­ten­recht­li­che Ver­sor­gung dar. Der Ar­beit­neh­mer erhält ei­ne Er­werbs­min­de­rungs­ren­te nach § 43 Abs. 2 SGB VI bzw. ei­ne Ren­te für Berg­leu­te nach § 45 Abs. 1 SGB VI bis zum Er­rei­chen der Re­gel­al­ters­gren­ze. Ab die­sem Zeit­punkt erhält der Ar­beit­neh­mer Al­ters­ren­te. In­so­weit führt die Ände­rung der Ren­ten­art nicht da­zu, dass ei­ne auf un­be­stimm­te Dau­er be­wil­lig­te Ren­te we­gen Er­werbs­min­de­rung als be­fris­tet an­zu­se­hen ist.
e) Un­ter ver­fas­sungs­recht­li­chen Ge­sichts­punk­ten recht­fer­tigt al­ler­dings erst die so­zi­al­recht­li­che Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis des Ar­beit­neh­mers den Auflösungs­tat­be­stand oh­ne Kündi­gung.
aa) Die An­knüpfung des Be­en­di­gungs­tat­be­stan­des an ei­ne nur auf An­trag zu gewähren­de Ren­ten­leis­tung wahrt das in Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Recht des Ar­beit­neh­mers, in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung über die Fortführung der von ihm gewähl­ten Tätig­keit zu ent­schei­den. Des­halb sind Verände­run­gen im An­trags­ver­hal­ten ei­nes Ar­beit­neh­mers un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zu berück­sich­ti­gen. Macht der Ar­beit­neh­mer von sei­ner so­zi­al­recht­li­chen Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis Ge­brauch und nimmt sei­nen Ren­ten­an­trag vor Ab­lauf der Wi­der­spruchs­frist des § 84 SGG zurück oder in­ner­halb der Wi­der­spruchs­frist und da­mit vor Ein­tritt der Be­stands­kraft des Ren­ten­be­schei­des und be­gehrt an­stel­le ei­ner Dau­er­ren­te ei­ne be­fris­te­te Ren­te, so tre­ten die Rechts­fol­gen der auflösen­den Be­din­gung nicht ein (vgl. z. B. BAG 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 34, zi­tiert nach Ju­ris; BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 59, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1348, je­weils mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
bb) In­so­weit hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­letzt of­fen ge­las­sen, ob es mit dem ver­fas­sungs­recht­lich zu gewähr­leis­ten­den Min­dest­be­stands­schutz des Ar­ti­kels 12 Abs. 1 GG zu ver­ein­ba­ren ist, dass ein Ar­beits­verhält­nis nach § 33 Abs. 2 TV-L, der § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ent­spricht, en­den kann, ob­wohl der Ar­beit­neh­mer durch die Re­ge­lung in § 33 Abs. 4 TV DRV KBS fak­tisch zu­min­dest an­ge­hal­ten ist, ei­nen Ren­ten­an­trag zu stel­len. Darüber hin­aus hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt of­fen ge­las­sen, ob die Re­ge­lung in § 33 Abs. 2 - 4 TV-L, die dem § 33 Abs. 2 - 4 TV DRV KBS ent­spre­chen, für den Fall ei­ner teil­wei­sen Er­werbs­min­de­rung mit den Grundsätzen der Se­nats­recht­spre­chung zur Zulässig­keit von auflösen­den Be­din­gun­gen im Ein­klang ste­hen. Da­nach muss ei­ne auflösen­de Be­din­gung eben­so wie die Zweck­be­fris­tung zum ei­nen hin­rei­chend be­stimmt sein und zum an­de­ren darf der Ein­tritt der Be­din­gung nicht vom Be­lie­ben des Ar­beit­ge­bers abhängen (vgl. da­zu ins­be­son­de­re BAG 23. Ju­li 2014 -7 AZR 771/12 - Rn. 60 ff., BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341, mit wei­te­ren Nach­wei­sen). In­so­weit hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt für nicht un­pro­ble­ma­tisch ge­hal­ten, dass in den Fällen des § 33 Abs. 3 TV-L die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses im Fal­le des Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers da­von abhängen soll, ob der Wei­ter­beschäfti­gung "drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe" ent­ge­gen­ste­hen.
Im Er­geb­nis bedürfen die­se Fra­gen vor­lie­gend kei­ner ab­sch­ließen­den Ent­schei­dung.
cc) Die so­zi­al­recht­li­che Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis der Kläger ist vor­lie­gend ge­wahrt.
Hin­sicht­lich der so­zi­al­recht­li­chen Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis der Kläge­rin gilt es vor­lie­gend al­ler­dings zu be­ach­ten, dass die­se kei­nen ori­ginären Ren­ten­an­trag ge­stellt hat. In­so­weit ist zwi­schen den Par­tei­en in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung vom 17. Ju­li 2015 un­strei­tig ge­wor­den, dass die Kläge­rin kei­nen Ren­ten­an­trag ge­stellt hat, son­dern dass sie mit An­trag vom 06. Fe­bru­ar 2012 zunächst ei­ne Re­ha-Maßnah­me be­an­tragt hat. Ein sol­cher Re­ha-An­trag gilt nach § 116 Abs. 2 SGBVI dann als An­trag auf Ren­te, wenn der Ver­si­cher­te ver­min­dert er­werbsfähig ist und 1.) ein Er­folg von Leis­tun­gen zur me­di­zi­ni­schen Re­ha­bi­li­ta­ti­on oder zur Teil­ha­be am Ar­beits­le­ben nicht zu er­war­ten ist oder 2.) Leis­tun­gen zur me­di­zi­ni­schen Re­ha­bi­li­ta­ti­on oder zur Teil­ha­be am Ar­beits­le­ben nicht er­folg­reich ge­we­sen sind, weil sie die ver­min­der­te Er­werbsfähig­keit nicht ver­hin­dert ha­ben. Dies ist ein Fall in dem der Ge­setz­ge­ber vom grundsätz­lich be­ste­hen­den An­trags­er­for­der­nis nach § 115 SGB VI Ab­stand ge­nom­men hat. Lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen des § 116 Abs. 2 SBG VI vor - was im Fall der Kläge­rin of­fen­sicht­lich ge­ge­ben war - ist von Amts we­gen ein Ren­ten­fest­stel­lungs­ver­fah­ren durch­zuführen (vgl. Krei­ke­bohm-Kühn, SGB VI, 4. Auf­la­ge, 2013, § 116, Rn. 13).
Al­ler­dings ist ein Ren­ten­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nur dann von Amts we­gen durch­zuführen, so­fern der Be­rech­tig­te nicht wi­der­spricht. Der Be­rech­tig­te hat im Hin­blick auf die ihm zu­ste­hen­den so­zi­al­recht­li­chen Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten das Recht, der Um­deu­tung sei­nes Re­ha-An­tra­ges in ei­nen Ren­ten­an­trag zu wi­der­spre­chen und da­mit zu ver­hin­dern, dass ein Ren­ten­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet oder fort­ge­setzt wird. Für die­sen "Wi­der­spruch" gel­ten die all­ge­mei­nen Grundsätze über die An­tragsrück­nah­me (vgl. Krei­ke­bohm-Kühn, § 116 SGB VI, Rn. 13, 16). Dem­ge­genüber wird das in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung grundsätz­lich be­ste­hen­de Dis­po­si­ti­ons­recht le­dig­lich in den Fällen ein­ge­schränkt, in de­nen der Be­rech­tig­te nach § 51 SGB V oder § 125 Abs. 2 SGB III zur Stel­lung ei­nes Re­ha-An­tra­ges auf­ge­for­dert wor­den ist (vgl. Krei­ke­bohm-Kühn, § 116 SGB VI, Rn. 17).
An­halts­punk­te dafür, dass die Kläge­rin zur Stel­lung ih­res Re­ha-An­tra­ges vom 06. Fe­bru­ar 2012 auf­ge­for­dert wor­den ist, sind von ihr we­der vor­ge­tra­gen noch er­sicht­lich. Ent­spre­chend ist von ei­nem aus frei­en Stücken ge­stell­ten Re­ha-An­trag der Kläge­rin aus­zu­ge­hen, der we­gen Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen des § 116 Abs. 2 SGB VI als An­trag auf Ren­te ge­wer­tet wur­de, so­dass von Amts we­gen ein Ren­ten­fest­stel­lungs­ver­fah­ren durch­geführt wur­de, weil die Kläge­rin dem nicht wi­der­spro­chen hat. Man­gels Wi­der­spruchs der Kläge­rin ist vor­lie­gend ih­re ren­ten­recht­li­che Dis­po­si­ti­onsmöglich­keit ge­wahrt.
dd) Ob die Zulässig­keit der auflösen­den Be­din­gung hin­rei­chend be­stimmt ist, weil im Fal­le ei­nes schrift­li­chen Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gens des Ar­beit­neh­mers die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses da­von abhängen soll, ob ihr "drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe" ent­ge­gen­ste­hen, be­darf vor­lie­gend kei­ner Ent­schei­dung. Denn auch wenn zu­guns­ten der Kläge­rin un­ter­stellt wird, dass sich die Be­klag­te auf das Feh­len ei­nes nach § 33 Abs. 3 TV DRV KBS form­ge­rech­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­tra­ges der Kläge­rin we­gen Ver­s­toßes ge­gen Treu und Glau­ben ( § 242 BGB ) nicht be­ru­fen darf, so en­de­te das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­reits des­halb, weil die Kläge­rin nach ih­rem vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger fest­ge­stell­ten Leis­tungs­vermögen auf ih­rem bis­he­ri­gen oder ei­nem an­de­ren ge­eig­ne­ten und frei­en Ar­beits­platz nicht wei­ter beschäftigt wer­den konn­te. In­so­weit ist die auflösen­de Be­din­gung ei­ner­seits hin­rei­chend be­stimmt be­zeich­net und ihr Ein­tritt hängt zum an­de­ren nicht vom Be­lie­ben des Ar­beit­ge­bers ab.
Zwi­schen den Par­tei­en ist un­strei­tig, dass die Kläge­rin je­den­falls bis zur Kla­ge­schrift im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren ent­ge­gen § 33 Abs. 3 TV DRV KBS kein schrift­li­ches Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gen an die Be­klag­te ge­rich­tet hat. Da­mit hat die Kläge­rin je­den­falls in­ner­halb der Zwei-Wo­chen-Frist des § 33 Abs. 3 TV DRV KBS kein schrift­li­ches Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gen an die Be­klag­te ge­rich­tet. Dies gilt auch, wenn mit der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ( BAG 23. Ju­li 2014 -7 AZR 771/12 - Rn. 65, BA­GE 148, 357 = NZA 2014, 1341) da­von aus­ge­gan­gen wird, dass die Zwei-Wo­chen-Frist nicht be­reits mit dem Zu­gang des Ren­ten­be­scheids an den Ar­beit­neh­mer, son­dern erst mit dem Zu­gang der dar­an an­knüpfen­den Mit­tei­lung des Ar­beit­ge­bers, das Ar­beits­verhält­nisen­de auf Grund des Ren­ten­be­schei­des, in Lauf ge­setzt wird. Un­strei­tig ist der Kläge­rin die­ses Schrei­ben der Be­klag­ten am 08. April 2013 zu­ge­gan­gen, so dass das in der Kla­ge lie­gen­de Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gen je­den­falls nicht mehr frist­ge­recht bei der Be­klag­ten ein­ging.
Zu­guns­ten der Kläge­rin kann un­ter­stellt wer­den, dass die Be­klag­te ge­gen Treu und Glau­ben, § 242 BGB , verstößt, wenn sie sich auf das Feh­len ei­nes schrift­li­chen Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gens be­ruft.
Grundsätz­lich kann der Hin­weis ei­nes Ar­beit­ge­bers auf die Nicht­ein­hal­tung ei­ner Form­vor­schrift ei­ne nach § 242 BGB un­zulässi­ge Rechts­ausübung sein, wenn die Nicht­ein­hal­tung der Form durch ein Ver­hal­ten des Ar­beit­ge­bers ver­an­lasst wor­den ist, zum Bei­spiel wenn der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer von der schrift­li­chen Gel­tend­ma­chung des Wei­ter­beschäfti­gungs­an­tra­ges ab­ge­hal­ten hat. Der Ar­beit­ge­ber setzt sich dann in Wi­der­spruch zu sei­nem ei­ge­nen frühe­ren Ver­hal­ten, wenn er zunächst den Ar­beit­neh­mer zu Untätig­keit oder Nicht­ein­hal­tung der Form ver­an­lasst und da­nach aus dem von ihm ver­an­lass­ten Tat­be­stand ei­nen Vor­teil für sich selbst ab­lei­ten will (vgl. BAG 15. März 2006 - 7 AZR 332/05 - Rn. 32, BA­GE 117, 255, mit wei­te­ren Nach­wei­sen).
Zu­guns­ten der Kläge­rin kann un­ter­stellt wer­den, dass die­se Vor­aus­set­zun­gen im Hin­blick auf das von ihr be­haup­te­te Te­le­fo­nat mit der Mit­ar­bei­te­rin der Be­klag­ten, Frau H, am 27. Sep­tem­ber 2012 vor­lie­gen. Denn auch wenn die Be­klag­te sich nicht auf das Vor­lie­gen ei­nes frist- und form­ge­rech­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­lan­gens be­ru­fen kann, so en­de­te das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en doch, weil die Kläge­rin nach ih­rem vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger fest­ge­stell­ten Leis­tungs­vermögen auf ih­rem bis­he­ri­gen oder ei­nem an­de­ren ge­eig­ne­ten und frei­en Ar­beits­platz nicht wei­ter beschäftigt wer­den konn­te.
Zum Leis­tungs­vermögen der Kläge­rin er­gibt sich aus dem ärzt­li­chen Gut­ach­ten des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers, dass sie le­dig­lich un­ter drei-stündig ih­re letz­te be­ruf­li­che Tätig­keit als Mas­seu­rin/Ba­de­meis­te­rin ausüben kann. Hier­zu hat die Be­klag­te spätes­tens in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 17. Ju­li 2015 klar­ge­stellt, dass es im Zeit­raum En­de 2012 bis Mit­te 2013 kei­ne frei­en ge­eig­ne­ten Stel­len für die Kläge­rin bei ihr ge­ge­ben ha­be. Die­sem Vor­brin­gen der Be­klag­ten ist die Kläge­rin nicht ent­ge­gen­ge­tre­ten. Viel­mehr hat sie le­dig­lich ih­rer­seits klar­ge­stellt, dass sie von An­fang an die Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten ha­be, dass sie auf ih­rem bis­he­ri­gen an­ge­stamm­ten Ar­beits­platz als Ba­de­meis­te­rin und Mas­seu­rin im Haus der Be­klag­ten in A voll­schich­tig ha­be tätig wer­den können. Die­se Einschätzung der Kläge­rin steht im Wi­der­spruch zu den ärzt­li­chen Fest­stel­lun­gen und ist durch kei­ner­lei Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen un­ter­mau­ert. Für das Ge­richt ist auch nicht im An­satz er­kenn­bar, ob die­se Einschätzung der Kläge­rin aus­sch­ließlich von ih­rem Wunsch oder von Tat­sa­chen ge­tra­gen ist.
So­weit die Kläge­rin erst­ma­lig in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 17. Ju­li 2015 be­haup­tet hat, dass sie nach ei­ner so­zi­al­me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chung En­de Ju­ni 2015 und ei­nem zwi­schen­zeit­lich vor­lie­gen­den Gut­ach­ten vom 08. Ju­li 2015 voll­schich­tig in ih­rem zu­letzt aus­geübten Be­ruf tätig wer­den könne und dass es zu die­ser Un­ter­su­chung im Rah­men ei­nes von ihr ein­ge­lei­te­ten Über­prüfungs­ver­fah­rens hin­sicht­lich der Ren­ten­be­schei­de vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger ge­kom­men sei, ist die­ses Vor­brin­gen we­gen Ver­spätung nach § 67 Abs. IV ArbGG nicht zu­zu­las­sen. An­ge­sichts des Be­strei­tens der Be­klag­ten mit Nicht­wis­sen würde die Berück­sich­ti­gung die­ses Vor­brin­gens die Er­le­di­gung des Rechts­strei­tes verzögern und die Kläge­rin hat kei­ner­lei Gründe vor­ge­bracht, die erklären, wes­halb sie dies nicht we­nigs­tens zu­vor schrift­lich an­ge­zeigt hat.
III. Die feh­len­de Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes nach § 92 SGB IX steht der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses durch Ein­tritt der auflösen­den Be­din­gung nicht ent­ge­gen. Die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit Ab­lauf des 24. April 2013 und da­mit zwei Wo­chen nach Zu­gang der schrift­li­chen Un­ter­rich­tung am 08. April 2013 be­durf­te nicht (vor­he­ri­gen) der Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes nach § 92 SGB IX . § 92 SGB IX ist nicht ein­schlägig, da die Kläge­rin je­den­falls im Zeit­punkt der Zu­stel­lung des Ren­ten­be­schei­des vom 18. Sep­tem­ber 2012 ei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag noch nicht ge­stellt hat­te. Ei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag hat die Kläge­rin erst am 19. Ok­to­ber 2012 ge­stellt.
1. Nach § 92 SGB IX be­darf die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes schwer­be­hin­der­ten Men­schen auch dann der vor­he­ri­gen Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes, wenn sie ua. im Fall des Ein­tritts ei­ner teil­wei­sen Er­werbs­min­de­rung oh­ne Kündi­gung er­folgt. Die Vor­schrif­ten des Ka­pi­tels 4 des SGB IX über die Zu­stim­mung zur or­dent­li­chen Kündi­gung gel­ten nach § 92 Satz 2 SGB IX ent­spre­chend. Die­ser er­wei­ter­te Be­en­di­gungs­schutz setzt je­doch vor­aus, dass im Auflösungs­zeit­punkt die Schwer­be­hin­der­ten­ei­gen­schaft ent­we­der an­er­kannt oder zu­min­dest ein ent­spre­chen­der Gleich­stel­lungs­an­trag nach § 69 Abs. 2 SGB IX be­reits ge­stellt war. Maßgeb­lich ist in­so­weit bei ei­nem -hier aus­sch­ließlich in Be­tracht kom­men­den-Gleich­stel­lungs­an­trag, dass die­ser je­den­falls vor dem Auflösungs­zeit­punkt be­reits ge­stellt war (vgl. z.B.: Dau/Düwell/Hai­nes-Düwell, 2. Aufl., SGB IX, § 92, Rn. 5; Ascheid/Preis/Schmidt-Vos­sen, Kündi­gungs­rechts, 4. Aufl., § 92 SBB IX, Rn 6; Er­fur­ter Kom­men­tar-Rolfs, 15. Aufl., § 92 SGB IX, Rn. 2; BAG 31. Ju­li 2002 -/ AZR 118/01- Rn 29ff, BA­GE 102, 114, zu § 22 SchwbG). Denn die Gleich­stel­lung wirkt gemäß § 68 Abs. 2 SBG IX auf den Tag der An­trag­stel­lung zurück aber nicht darüber hin­aus.
2. An­knüpfend an die ta­rif­li­che Be­stim­mung in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS ist maßgeb­li­cher Auflösungs­zeit­punkt der Zu­gang des Ren­ten­be­schei­des. Im Zeit­punkt des Zu­gangs des Ren­ten­be­schei­des vom 18. Sep­tem­ber 2012 bei der Kläge­rin hat­te die­se ei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag noch nicht ge­stellt. Die­sen hat sie erst am 19. Ok­to­ber 2012 ge­stellt.
a) Nach­dem ei­ne Schwer­be­hin­de­rung bei der Kläge­rin der Be­klag­ten zu die­sem Zeit­punkt we­der of­fen­sicht­lich noch be­kannt war, kann da­hin­ste­hen, ob der Kläge­rin in die­sem Fall der Schutz des § 92 SGB IX auch oh­ne Gleich­stel­lungs­an­trag zu­ste­hen würde.
b) Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Kläge­rin ist der ers­te Ren­ten­be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 durch die nach­fol­gen­den Ren­ten­be­schei­de vom 06. März und 13. März 2013 nicht zurück­ge­nom­men wor­den.
Mit den nach­fol­gen­den Ren­ten­be­schei­den wur­de der be­reits be­stands­kräfti­ge Ren­ten­be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 nicht auf­ge­ho­ben. Al­lein die Zu­stel­lung des Be­schei­des vom 06. März 2013 über ei­ne be­fris­te­te Ren­te we­gen teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung be­sei­tigt den vor­he­ri­gen Be­scheid vom 18. Sep­tem­ber 2012 über die un­be­fris­te­te Ren­te we­gen teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung eben­so we­nig wie der späte­re Be­scheid vom 13. März 2013.
3. Maßgeb­li­cher Be­ur­tei­lungs­zeit­punkt für den er­wei­ter­ten Be­en­di­gungs­schutz ist vor­lie­gend nicht der Zeit­punkt der Be­en­di­gungs­mit­tei­lung des Ar­beit­ge­bers gemäß § 15 Abs. 2 Tz­B­fG mit Schrei­ben vom 5. April 2012. Zu­tref­fend weist die Be­klag­te in­so­fern dar­auf hin, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en in­fol­ge Be­din­gungs­ein­tritts en­det und die Be­en­di­gungs­mit­tei­lung selbst nicht Teil des Be­din­gungs­ein­tritts ist (vgl. Ascheid/Preis/Schmidt-Back­haus, § 15 Tz­B­fG, Rn. 7). Die auflösen­de Bin­dung tritt nach der ta­rif­ver­trag­li­chen Vor­schrift in § 33 Abs. 2 TV DRV KBS mit der Zu­stel­lung des Ren­ten­be­schei­des ein. In ent­spre­chen­der An­wen­dung von § 15 Abs. 2 Tz­B­fG en­det das Ar­beits­verhält­nis frühes­tens zwei Wo­chen nach Zu­gang der schrift­li­chen Erklärung des Ar­beit­neh­mers durch den Ar­beit­ge­ber über den Ein­tritt der auflösen­den Be­din­gung ( BAG 06. April 2011 -7 AZR 704/09 - Rn. 22, BA­GE 137, 292ff).
Nach­dem der Be­din­gungs­ein­tritt bei Zu­gang des Ren­ten­be­schei­des im Sep­tem­ber 2012 er­folg­te, die Kläge­rin zu die­sem maßgeb­li­chen Zeit­punkt aber noch kei­nen Gleich­stel­lungs­an­trag ge­stellt hat­te, so dass der er­wei­ter­te Be­en­di­gungs­schutz nach § 92 SGB IX für sie nicht galt, ist un­er­heb­lich, ob im Zeit­punkt der schrift­li­chen Un­ter­rich­tung gemäß § 15 Abs. 2 Tz­B­fG die Kläge­rin ei­nem schwer­be­hin­der­ten Men­schen gleich ge­stellt war oder nicht und ob die Be­klag­te dies wuss­te. (Im Ver­fah­ren 7 AZR 221/10 ist das Bun­des­ar­beits­ge­richt zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis ge­langt, weil der Ar­beit­ge­ber be­reits vor Zu­gang des Ren­ten­be­schei­des von der be­ste­hen­den Schwer­be­hin­de­rung wuss­te und gleich­wohl das In­te­gra­ti­ons­amt nicht an­gehört hat­te).
C. Als un­ter­le­ge­ner Par­tei wa­ren der Kläge­rin die Kos­ten des Rechts­strei­tes auf­zu­er­le­gen, § 91 Abs. 1 ZPO .
Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on be­ruht auf § 72 Abs. 2 ArbGG
zur Übersicht 3 Sa 1544/13