Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=07.05.2019&Aktenzeichen=21%20U%20139/18
Timestamp: 2019-11-21 06:14:52
Document Index: 293967186

Matched Legal Cases: ['§ 323', '§ 34', '§ 3', '§ 323', '§ 3', '§ 323', 'BGH', 'BGH', '§ 320', '§ 280', '§ 3', '§ 323', '§ 323', '§ 320']

KG, 07.05.2019 - 21 U 139/18 - dejure.org
https://dejure.org/2019,14816
KG, 07.05.2019 - 21 U 139/18 (https://dejure.org/2019,14816)
KG, Entscheidung vom 07.05.2019 - 21 U 139/18 (https://dejure.org/2019,14816)
KG, Entscheidung vom 07. Mai 2019 - 21 U 139/18 (https://dejure.org/2019,14816)
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BGB § 323 Abs. 5 Satz 2; GewO § 34c
Rücktritt des Bauträgers vom Vertrag bei Teilleistung der fälligen Bezugsfertigkeitsrate durch den Erwerber/Zahlung der Schlussrate auf Notaranderkonto vor Fertigstellung
MaBV § 3 Abs. 2 ; BGB § 323 Abs. 5 S. 2
Wirksamkeit des Rücktritts des Bauträgers vom Kaufvertrag über eine Eigentumswohnung wegen Zahlungsverzugs des Käufers
Schlussrate bereits bei Bezugsfertigkeit zu zahlen: Regelung (un-)wirksam?
Bauträgervertrag und Zahlung der letzten Rate auf ein Notaranderkonto
Zahlung der Schlussrate bei Bezugsfertigkeit? (IBR 2019, 499)
LG Berlin, 07.09.2018 - 65 O 10/18
MDR 2019, 931
(a) Zwar verstößt der vereinbarte Zahlungsplan unter Einschluss der fraglichen Regelung nicht gegen § 3 Abs. 2 MaBV, denn sie führt aufgrund der Einzahlung auf das Notaranderkonto nicht dazu, dass der Bauträger bereits bei Bezugsfertigkeit über die Schlussrate verfügen könnte (vgl. Senat, Urteil vom 07.05.2019, 21 U 139/18, juris).
Der Senat stellt hiermit den Leitsatz Ziff. 1 in seinem Urteil vom 7. Mai 2019 (21 U 139/18) entsprechend richtig.
Die Vorschrift des § 323 Abs. 5 S. 2 BGB findet auch auf den Rücktritt eines Bauträgers von einem Bauträgervertrag Anwendung (KG, Urteil vom 7. Mai 2019, 21 U 139/18 m.w.N.).
Hingegen kann nicht schematisch auf die Höhe eines Zahlungsrückstands abgestellt werden (vgl. BGH, Urteil vom 28. Mai 2014, VIII ZR 94/13, BGHZ 201, 290; Urteil vom 6. Februar 2013, VIII ZR 374/11, Urteil vom 17. Februar 2010, VIII ZR 70/07; KG, Urteil vom 7. Mai 2019, 21 U 139/18).
Die vorliegende Entscheidung steht im Einklang mit dem Urteil des Senats vom 7. Mai 2019 (21 U 139/18).
Anderes gilt nur für Zeitabschnitte nach einer unberechtigten abschließenden Erfüllungsverweigerung des Bauträgers, etwa einen unwirksamen Vertragsrücktritt, weil damit sein Recht entfällt, sich auf die Einrede des § 320 BGB zu berufen (vgl. KG, Urteil vom 7. Mai 2019, 21 U 139/18, das insoweit das Urteil vom 15. Mai 2018, 21 U 90/17 korrigiert).
Damit wird der Zahlungsverzug des Erwerbers bereits in der Form sanktioniert, dass er dem Bauträger Verzugszinsen zu zahlen und sonstige Verzugsschäden zu ersetzen hat (§§ 280, 286, 288 Abs. 1 BGB bzw. § 3.8 des Bauträgervertrags, Anlage K 1) und der Bauträger - notfalls nach Nachfristsetzung gemäß § 323 Abs. 2 BGB und nach Maßgabe des § 323 Abs. 5 BGB - vom Vertrag zurücktreten kann (vgl. hierzu KG, Urteil vom 7. Mai 2019, 21 U 139/18 und Urteil vom 11. Juni 2019, 21 U 116/18 jeweils m.w.N.).
Zwar entfällt mit einer solchen Rücktrittserklärung entweder - wenn sie wirksam ist - der Anspruch des Erwerbers oder - wenn sie unwirksam ist - die verzugshindernde Einrede des § 320 BGB (vgl. KG, Urteil vom 7. Mai 2019, 21 U 139/18), aber jeweils nur mit Wirkung ex nunc.