Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=30.07.2009&Aktenzeichen=19%20A%20448%2F07
Timestamp: 2019-03-25 12:53:42
Document Index: 70034633

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 74', '§ 1611', '§ 1579', '§ 1579', '§ 74', '§ 124', '§ 74', '§ 24', '§ 14', '§ 14']

OVG Nordrhein-Westfalen, 30.07.2009 - 19 A 448/07 - dejure.org
Beseitigung einer Kostenerstattungspflicht für Notbestattungen durch § 8 Abs. 1 S. 2 Bestattungsgesetz NRW (BestG NRW); Beendigung der öffentlich-rechtlichen Bestattungspflicht eines Ehegatten mit der Rechtskraft eines Scheidungsurteils; Beitreibung von Bestattungskosten als unbillige Härte für die Angehörigen; Darlegungslast und Beweislast eines bestattungspflichtigen Angehörigen für das Vorliegen einer unbilligen Härte
Beseitigung einer Kostenerstattungspflicht für Notbestattungen durch § 8 Abs. 1 S. 2 Bestattungsgesetz NRW ( BestG NRW); Beendigung der öffentlich-rechtlichen Bestattungspflicht eines Ehegatten mit der Rechtskraft eines Scheidungsurteils; Beitreibung von Bestattungskosten als unbillige Härte für die Angehörigen; Darlegungslast und Beweislast eines bestattungspflichtigen Angehörigen für das Vorliegen einer unbilligen Härte
VG Köln - 9 K 4404/06
Selbst wenn die Ehegatten getrennt leben und - wie von der Beklagten behauptet - ein Scheidungsverfahren anhängig ist, kommt die Bestattungspflicht nicht in Wegfall; sie erlischt erst mit der Rechtskraft des Scheidungsurteils (vgl. OVG Münster, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07, juris, Rn. 37 zu § 8 BestattG NW).
vgl. zur Frage der zutreffenden Ermächtigungsgrundlage für die Geltendmachung der Kosten einer Notbestattung auch nach Inkrafttreten des § 8 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über das Friedhofs- und Bestattungswesen vom 17. Juni 2003 - BestG NRW - (GV. NRW. S. 311) OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, juris, Rdn. 21 ff.
BVerwG, Beschluss vom 14. Oktober 2010 - 7 B 56.10 -, juris, Rdn. 6; OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, juris, Rdn. 39.
OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, juris, Rdn. 41.
OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, juris, Rdn. 43 mit weiteren Nachweisen.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 28. Februar 2011 - 1 A 451/10 -, juris, Rdn. 46 ff für das Verhältnis zwischen dem Übernahmeanspruch aus § 74 SGB XII und einem Anspruch auf Erlass von Friedhofsgebühren; VG Gelsenkirchen, Urteil vom 10. Juli 2012 - 14 K 2308/11 -, juris, Rdn. 87 f.; anders noch OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, juris, Rdn. 45 ff.
Im Falle des Klägers ist vom Vorliegen einer solchen schweren strafrechtlichen Verfehlung des Verstorbenen im Sinne des § 1611 Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit § 1579 Nr. 3 BGB auszugehen, wobei das Gericht die in § 1579 BGB aufgeführten Beispielfälle für die Beurteilung der groben Unbilligkeit im Verhältnis zwischen Verwanden in gerader Linie heranzieht (vgl. hierzu Verwaltungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, a.a.O.).
Ist die Heranziehung unverhältnismäßig, besteht bereits keine Verpflichtung zur Kostentragung, so dass ein Anspruch aus § 74 SGB XII - abgesehen von möglichen anderen Ausschlussgründen wie mögliche Ausgleichsansprüche des Klägers gegenüber seinen Geschwistern - ausscheidet (vgl.VGH Baden Württemberg, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07, a.a.O.; LSG Baden Württemberg, Urteil vom 25. März 2010 - L 7 SO 4476/08 -, FEVS 62, 214).
Die Heranziehung eines öffentlich-rechtlich Bestattungspflichtigen zu den Bestattungskosten kann in dem Falle eine unbillige Härte bilden, in dem die Familienverhältnisse so nachhaltig gestört sind, dass die Übernahme der Bestattungskosten für den Pflichtigen als grob unbillig anzusehen ist (Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 30.07.2009 - 19 A 448/07 -, Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschl. v. 09.06.2008 - 4 Z.B. 07.2815 -, BayVBl 2009, 537;… Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urt. v. 27.12.2007 - 1 A 40/07 - Verwaltungsgericht Halle, Urt. v. 20.11.2009 - 4 A 318/09 - Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urt. v. 16.01.2007- 11 K 1326/06-).
Die Heranziehung eines öffentlich-rechtlich Bestattungspflichtigen zu den Bestattungskosten kann insbesondere unverhältnismäßig sein in den Fällen, in denen die Familienverhältnisse so nachhaltig gestört sind, dass die Übernahme der Bestattungskosten für den Pflichtigen als grob unbillig anzusehen ist (Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 30.07.2009 - 19 A 448/07 -, Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschl. v. 09.06.2008 - 4 Z.B. 07.2815 -, BayVBl 2009, 537;… Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urt. v. 27.12.2007 - 1 A 40/07 - Verwaltungsgericht Halle, Urt. v. 20.11.2009 - 4 A 318/09 - Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urt. v. 16.01.2007 - 11 K 1326/06 -).
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urt. v. 30. Juli 2009- 19 A 448/07 -, www.nrwe.de.
vgl. OVG NRW, Urt. v. 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 - VG Gelsenkirchen, Urt. v. 18. Oktober 2011- 14 K 2230/10 - m.w.N., beide www.nrwe.de.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15. Oktober 2001 -19 A 571/00 - und Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, jeweils a.a.O.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, Juris, m.w.N.
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urt. v. 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, www.nrwe.de.
vgl. OVG NRW, Urt. v. 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 - VG Gelsenkirchen, Urt. v. 18. Oktober 2011 - 14 K 2230/10 - m.w.N., beide www.nrwe.de.
Die Kammer hat die Berufung gemäß §§ 124 Abs. 1; 124a Abs. 1 i.v.m. 124 Abs. 2 Nr. 3 und 4 VwGO zugelassen, da die Fragen der Beachtlichkeit der (fehlenden) wirtschaftlichen Leitungsfähigkeit sowie der Möglichkeit der Übernahme der Bestattungskosten nach § 74 SGB XII, für einen Erlass der Kostenforderung nach § 24 VOVwVG zum einen von grundsätzlicher Bedeutung sind und die Kammer zum anderen in diesen Fragen von dem Urteil des für das Bestattungsrecht zuständigen Senats des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein - Westfalen vom 30. September 2009 - 19 A 448/07 - abweicht.
Die Beklagte war daher ungeachtet des Umstandes, dass es sich grundsätzlich um Kosten der Ersatzvornahme handeln kann, vgl. OVG NRW, Urteil vom 30.7.2009 - 19 A 448/07- S. 18, in juris, nicht berechtigt, die Kosten für die Rasengrabstätte, die Grabbereitung und die Trägerdienste in Höhe von insgesamt 1.326,00 Euro in den Leistungsbescheid einzustellen.
Diese Möglichkeit eröffnet der Ordnungsbehörde als Vollzugsbehörde nicht die Möglichkeit - und verpflichtet die Beklagte insofern auch nicht -, aufgrund persönlicher oder sachlicher Umstände von der Festsetzung der Kosten der durchgeführten Ersatzvornahme abzusehen, a.A. OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, in: juris (…Rn. 43) und Beschluss vom 2. Februar 1996 - 19 A 3802/95 -, in: juris (…Rn. 17 ff.), jeweils zu § 14 Abs. 2 KostO NRW;.
Entsprechend kann die Formulierung "nach Begleichung der Hauptschuld" nicht - soweit es wie hier um die Kosten der Ersatzvornahme geht - im Sinne von "nach Durchführung der Ersatzvornahme" verstanden werden, a.A. OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 -, in: juris (…Rn. 43).
Die Behörde muss sich bei der Ersatzvornahme für die Feuerbestattung entscheiden, wenn diese kostengünstiger als eine Erdbestattung ist und eine anders lautende Willensbekundung des Verstorbenen oder der Angehörigen nicht vorliegt, OVG NRW, Urteile vom 10. Mai 1996 - 19 A 4684/95 - in openjur (…Rn. 356 ff) und vom 30. Juli 2009- 19 A 448/07 - in juris (…Rn. 68 ff.).
Die Kosten der Deckengarnitur (28,10 Euro) sind für eine einfache Beerdigung verzichtbar und daher ebenfalls nicht erstattungspflichtig, vgl. OVG Münster, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 - in juris (…Rn. 81).
Diese Möglichkeit eröffnet der Ordnungsbehörde als Vollzugsbehörde nicht die Möglichkeit - und verpflichtet die Beklagte insofern auch nicht -, aufgrund persönlicher oder sachlicher Umstände von der Festsetzung der Kosten der durchgeführten Ersatzvornahme abzusehen, a.A. OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 - in juris (…Rn. 43) und Beschluss vom 2. Februar 1996 - 19 A 3802/95 - in juris (…Rn. 17 ff.), jeweils zu § 14 Abs. 2 KostO NRW.
Entsprechend kann die Formulierung "nach Begleichung der Hauptschuld" nicht - soweit es wie hier um die Kosten der Ersatzvornahme geht - im Sinne von "nach Durchführung der Ersatzvornahme" verstanden werden, a.A. OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 19 A 448/07 - in juris (…Rn. 43).
Die Heranziehung eines öffentlich-rechtlich Bestattungspflichtigen zu den Bestattungskosten kann in dem Falle eine unbillige Härte bilden, in dem die Familienverhältnisse so nachhaltig gestört sind, dass die Übernahme der Bestattungskosten für den Pflichtigen als grob unbillig anzusehen ist (Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 30.07.2009 - 19 A 448/07 -, Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschl. v. 09.06.2008 - 4 Z.B. 07.2815 -, BayVBl 2009, 537;… Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urt. v. 27.12.2007 - 1 A 40/07 - Verwaltungsgericht Halle, Urt. v. 20.11.2009 - 4 A 318/09 - Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urt. v. 16.01.2007- 11 K 1326/06 -).
Heranziehung eines Geschwisterteils eines Verstorbenen zu den Kosten der …
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Verteilung der Kosten einer Bestattung in Form einer Einäscherung unter …
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Berücksichtigung des Vermögens eines Pflegebedürftigen bei der Bewilligung von …
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Identitätswechsel; Kostenersatz; Bestattung; Forschungszwecke; …
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Bewilligung eines bewohnerorientierten Aufwendungszuschusses für die …
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Rechtmäßigkeit einer gegenüber einem Angehörigen des Verstorbenen ergangenen …