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Timestamp: 2016-10-21 22:08:23
Document Index: 313818323

Matched Legal Cases: ['Art. 105', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 16', 'Art. 11', 'Art. 16', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 8', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 152', 'Art. 153', 'Art. 153', 'Art. 159']

2A.373/2006 (15.09.2006)
2A.373/2006 /fun
Urteil vom 15. September 2006
Daniel Ehrenzeller,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 9. Mai 2006.
Der am 21. April 1977 geborene A.________, Staatsangeh�riger des ehemaligen Jugoslawien (Kosovo), reiste 1990 als Dreizehnj�hriger im Rahmen des Familiennachzuges in die Schweiz ein. In der Folge wurde ihm die Niederlassungsbewilligung f�r den Kanton St. Gallen erteilt. Am 17. November 1995 heiratete er in seiner Heimat eine Landsfrau (geb. 1976). Aus der Ehe gingen zwei Kinder (geb. 23. August 1999 bzw. 5. August 2001) hervor. Die Ehefrau verf�gt �ber eine Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis zum 1. April 2006 verl�ngert worden ist. Die beiden Kinder sind im Besitz der Niederlassungsbewilligung.
Die Jugendanwaltschaft Altst�tten verurteilte A.________ am 22. Juni 1992 bzw. am 12. M�rz 1993 wegen einfachen Diebstahls zu einer Busse von Fr. 70.-- bzw. wegen Diebstahls, F�hrens eines Mofas ohne F�hrerausweis und Nichtragens eines Schutzhelms zu unentgeltlicher Arbeitsleistung von zwei Tagen. Am 4. Juli 1993 verurteilte ihn das Bezirksgericht Oberrheintal zu einer Einschliessungsstrafe von zwei Monaten und einer Busse von Fr. 200.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, wegen mehrfachen Diebstahls, Betrugs, Urkundenf�lschung, Hausfriedensbruchs, Entwenden eines Personenwagens zum Gebrauch, mehrfachen F�hrens eines Mofas ohne F�hrerausweis, mehrfachen F�hrens eines nicht betriebssicheren Mofas sowie Nichtmitf�hrens des Fahrzeugausweises. Das Bezirksgericht Frauenfeld sprach am 25. Juni 1995 eine bedingt vollziehbare Gef�ngnisstrafe von f�nf Monaten abz�glich zwei Tage Untersuchungshaft wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind aus. Am 27. Februar 1996 verurteilte ihn die Gerichtskommission Oberrheintal wegen Diebstahls zu einer unbedingten Gef�ngnisstrafe von 14 Tagen.
Aufgrund dieser Verurteilungen drohte die Fremdenpolizei des Kantons St. Gallen (heute Migrationsamt) am 27. August 1996 A.________ die Ausweisung aus der Schweiz an.
Am 5. Oktober 1998 bestrafte das Bezirksamt Oberrheintal A.________ wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) mit f�nf Tagen Haft in Form von gemeinn�tziger Arbeit. Weil A.________ seinen Verpflichtungen nicht nachkam, wurde der Normalvollzug der Strafe verf�gt (Haft vom 6. bis 10. April 1999). In der Zeit vom 17. Mai 1999 bis zum 4. Oktober 2001 wurde A.________ sechs Mal wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt und mit Bussen zwischen Fr. 60.-- und Fr. 600.-- sowie 14 Tagen Haft, bedingt bei einer Probezeit von einem Jahr, bestraft. Der Amtsgerichtsstatthalter Bucheggberg-Wasseramt verurteilte ihn am 30. Januar 2002 wegen Sachbesch�digung, mehrfacher N�tigung, mehrfacher einfacher sowie mehrfacher grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Gef�ngnisstrafe von vier Monaten. Am 6. Mai 2003 und am 21. Oktober 2003 b�sste das Untersuchungsamt Altst�tten A.________ mit Fr. 80.-- bzw. Fr. 150.-- wegen Widerhandlungen gegen das Transportgesetz. Mit Strafbescheid vom 1. Februar 2005 verurteilte ihn das Untersuchungsamt Altst�tten zu einer Gef�ngnisstrafe von 10 Wochen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von f�nf Jahren, wegen mehrfacher Urkundenf�lschung, mehrfachen Versuchs des Betruges und der �bertretung der Verordnung vom 27. Oktober 1976 �ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51).
Am 7. Juni 2005 verf�gte das Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen die Ausweisung von A.________ f�r die Dauer von f�nf Jahren. Es st�tzte sich daf�r im wesentlichen auf die strafrechtlichen Verurteilungen in den Jahren 1999 bis 2005, die zahlreichen offenen Betreibungen gem�ss Auszug aus dem Betreibungsregister vom 8. M�rz 2005 im Umfang von Fr. 63'414.85 und die 53 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 61'689.30 sowie auf die Inanspruchnahme von Sozialhilfeleistungen in den Jahren 2000 bis 2004 im Umfang von Fr. 10'982.20.
Der von A.________ beim Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen erhobene Rekurs blieb ohne Erfolg.
Am 15. M�rz 2006 beschwerte sich A.________ gegen den Rekursentscheid des Justiz- und Polizeidepartements vom 28. Februar 2006 beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen. Am 20. April 2006 liess das Ausl�nderamt dem Verwaltungsgericht einen Rapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 9. April 2006 betreffend Busseninkasso zukommen. Am 28. April 2006 reichte das Ausl�nderamt eine Aktennotiz einer Besprechung zwischen dem Amt und A.________ betreffend Ausstellung eines R�ckreisevisums f�r eine Reise nach Serbien und Montenegro f�r die Zeit vom 30. April 2006 bis 18. Mai 2006 ein. Daraufhin wurde am 5. Mai 2006 dem Rechtsvertreter von A.________ Gelegenheit geboten, sich bis Dienstag, 9. Mai 2006, 8.00 Uhr, zu diesen Unterlagen zu �ussern, wobei er darauf hingewiesen wurde, dass eine Fax-Zustellung gen�ge. Die Stellungnahme von A.________ erreichte das Gericht nach Ablauf dieser Frist. Mit Entscheid vom 9. Mai 2006 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab und verweigerte A.________ die beantragte unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 16. Juni 2006 beantragt A.________, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und von einer Ausweisung abzusehen, eventualiter sei eine Androhung der Ausweisung oder eine solche von zwei Jahren auszusprechen. Zudem ersucht er f�r das vorinstanzliche Verfahren sowie f�r das Verfahren vor Bundesgericht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen sowie das Bundesamt f�r Migration schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 28. Juni 2006 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.2 Nach Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid gebunden, wenn wie vorliegend eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz entschieden und den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensgarantien ermittelt hat. Damit ist die M�glichkeit, vor Bundesgericht neue Tatsachen vorzubringen und neue Beweismittel einzureichen, weitgehend eingeschr�nkt. Nachtr�gliche Ver�nderungen des Sachverhaltes (sog. "echte" Noven) ber�cksichtigt das Bundesgericht nicht, denn einer Beh�rde kann nicht vorgeworfen werden, sie habe den Sachverhalt im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG fehlerhaft festgestellt, wenn sich dieser nach ihrem Entscheid ver�ndert hat (BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150 mit Hinweisen). Dass der Beschwerdef�hrer im Rechtsmittelverfahren am 9. Juni 2006 bez�glich des vorgeworfenen Fahrens ohne Kontrollschilder und ohne Fahrzeugausweis freigesprochen wurde und zu einer Busse wegen Abstellens auf einem �ffentlichen Parkplatz ohne Kontrollschilder verurteilt worden ist, ist daher unbeachtlich. Dieses Urteil w�re ohnehin nicht geeignet am Ausgang des Verfahrens etwas zu �ndern.
1.3 Das Bundesgericht wendet im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde das Bundesrecht von Amtes wegen an; es ist an die von den Parteien vorgebrachten Begr�ndungen nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 129 II 183 E. 3.4 S. 188 mit Hinweisen).
2.1 Nach Art. 10 Abs. 1 ANAG kann ein Ausl�nder ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im Allgemeinen und seine Handlungen darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht f�hig ist, sich in die im Gaststaat geltende Ordnung einzuf�gen (lit. b).
Die Ausweisung soll jedoch nur verf�gt werden, wenn sie nach den gesamten Umst�nden angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausl�nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. M�rz 1949 zum Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder [ANAV; SR 142.201]). Ob die Ausweisung im Sinne der Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV "angemessen", d.h. verh�ltnism�ssig sei, ist eine Rechtsfrage, die als solche vom Bundesgericht im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde frei gepr�ft werden kann (Art. 104 lit. a OG). Dem Bundesgericht ist es jedoch verwehrt, sein eigenes Ermessen - im Sinne einer �berpr�fung der Zweckm�ssigkeit (Opportunit�t; vgl. BGE 116 Ib 353 E. 2b S. 356 f.) der Ausweisung - an die Stelle desjenigen der zust�ndigen kantonalen Beh�rde zu setzen (BGE 125 II 105 E. 2a S. 107; 114 Ib 1 E. lb S. 2).
2.2 Je l�nger ein Ausl�nder in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen sind grunds�tzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu ber�cksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausl�nder in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausl�nder, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der der Schweiz verbracht hat (Ausl�nder der "zweiten Generation"), ist eine Ausweisung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nicht ausgeschlossen (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523 f. mit Hinweisen). Entscheidend ist in jedem Fall die Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung, die gest�tzt auf die gesamten wesentlichen Umst�nde des Einzelfalles vorzunehmen ist (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523 f. mit Hinweisen).
2.3 Zu ber�cksichtigen ist zudem das in Art. 8 EMRK garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens. Hat ein Ausl�nder nahe Verwandte mit gefestigtem Anwesenheitsrecht in der Schweiz und ist diese famili�re Beziehung intakt und wird sie tats�chlich gelebt, dann kann es das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird (BGE 129 II 193 E. 5.3.1 S. 211). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf eine Beh�rde in die Aus�bung des Rechts nach Ziff. 1 dieser Bestimmung nur eingreifen, wenn der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist f�r die nationale oder �ffentliche Sicherheit, f�r das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verh�tung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer (BGE 129 II 193 E. 5.3.2 S. 211 f.).
3.1 Der Beschwerdef�hrer wurde wiederholt straff�llig und zu Freiheitsstrafen von insgesamt 14 Monaten und 23 Tagen sowie zu diversen Bussen verurteilt. Er bestreitet zu Recht nicht, dass der Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG damit grunds�tzlich erf�llt ist.
Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung sind die vom Strafrichter verh�ngten Strafen (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanzen h�tten sein Verschulden im Zusammenhang mit seinem strafrechtlich relevanten Verhalten unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit unrichtig gew�rdigt. So h�tten sich die Verurteilungen �ber eine Dauer von gut 13 Jahren hinweggezogen. In der zweiten Phase ab Oktober 1998 seien trotz der Last der Vorstrafen knapp 7 Monate der insgesamt 14 Monate Freiheitsstrafe ausgesprochen worden. Er habe keine "allgemeine, erhebliche kriminelle" Energie an den Tag gelegt, insbesondere habe er nach 1998 nur noch Verst�sse gegen das Strassenverkehrsgesetz respektive Straftaten im Zusammenhang mit der unverschuldeten finanziellen Not begangen.
Wird ein Strafurteil nicht angefochten, bleibt regelm�ssig kein Raum, im ausl�nderrechtlichen Verfahren die Beurteilung des Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (Urteil 2A.503/2004 vom 24. September 2004 E. 4.1). Es mag zutreffen, dass die einzelnen Straftaten vor allem im Bereich des Strassenverkehrs nicht als sehr gravierend erscheinen. Indessen wurde der Beschwerdef�hrer aber auch wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind sowie mehrmals wegen Verm�gensdelikten verurteilt, wobei namentlich der Schuldspruch vom 1. Februar 2005 wegen mehrfacher Urkundenf�lschung und mehrfachen Versuchs des Betruges nicht mehr leicht wiegt.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers f�llt auch negativ ins Gewicht, dass er �ber lange Zeit delinquiert hat. In seiner Unempfindlichkeit gegen�ber den immer wieder ausgef�llten Strafen offenbart sich eine inakzeptable Gleichg�ltigkeit gegen�ber der Rechtsordnung des Gaststaates. Auch der Vollzug von Freiheitsstrafen, der einmal sogar angeordnet werden musste, weil sich der Beschwerdef�hrer der Sanktion in Form von gemeinn�tziger Arbeit entzog, f�hrte nicht zu einer Wende. Im �brigen scheint es dem Beschwerdef�hrer auch heute noch an einer gewissen Einsicht in das Unrecht seiner Straftaten zu fehlen, wenn er in seiner Beschwerde an das Bundesgericht ausf�hrt, im Strassenverkehr sei rasch ein delinquierendes Verhalten gegeben, respektive zum versuchten Betrug und den Urkundenf�lschungen sei es aufgrund der unverschuldeten finanziellen Notlage gekommen, um nicht zuletzt seine Schulden abzubauen. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn das Verwaltungsgericht mit Blick auf die seit seinem 15. Altersjahr regelm�ssig begangenen Straftaten von einer Unbelehrbarkeit ausgeht und das Verschulden dementsprechend schwer gewichtet. Entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers hat das Verwaltungsgericht auch keine unzul�ssige Gleichstellung mit schwereren F�llen vorgenommen, sondern sich bloss unter Bezugnahme auf einschl�gige Urteile an die bundesgerichtlichen Beurteilungskriterien gehalten.
3.2 Was den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG betrifft, ist dieser gem�ss Art. 16 Abs. 2 ANAV namentlich gegeben bei schweren oder wiederholten Verst�ssen gegen gesetzliche Vorschriften oder beh�rdliche Verf�gungen, bei fortgesetzter b�swilliger oder liederlicher Nichterf�llung der �ffentlichrechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen sowie bei sonstiger Liederlichkeit oder Arbeitsscheu.
Die kantonalen Beh�rden werfen dem Beschwerdef�hrer vor, dass er sowohl seinen umfangreichen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkomme, als auch, dass er nicht gewillt sei, die erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen, um einer geregelten Arbeit nachgehen zu k�nnen und die Grundlage f�r ein regelm�ssiges Einkommen zu suchen. Unbestritten geblieben ist, dass sich die Verlustscheine des Beschwerdef�hrers gem�ss dem Auszug des Betreibungsregisters vom 12. Januar 2006 auf Fr. 76'500.-- belaufen. Im Jahre 2005 sind neun offene Betreibungen in der H�he von Fr. 50'400.-- vermerkt. In der Zeit vom 4. August 2005 bis 12. Januar 2006 sind sieben Betreibungen in der H�he von Fr. 9'400.-- eingegangen. Sein liederliches Finanzgebaren und seine (selbst nach dem Ausweisungsentscheid) immer weiter zunehmende �berschuldung zeigen, dass der Beschwerdef�hrer nicht gewillt oder nicht f�hig ist, sich in die hiesige Ordnung einzuf�gen. Sodann reicht der Verdienst, den der Beschwerdef�hrer aus seinen stundenweisen, je nach Wetter und Auftragslage, resultierenden Eins�tzen bei einer Metallbaufirma erzielt, nicht aus, den finanziellen Unterhalt seiner Familie zu decken. Der Schluss der Vorinstanz, es w�re dem Beschwerdef�hrer zuzumuten gewesen, nach einer Arbeitsstelle zu suchen, die ihm erlauben w�rde, seinen Verpflichtungen nachzukommen, erscheint aufgrund seines widerspr�chlichen Verhaltens - am 11. Mai 2005 hatte er gegen�ber dem Ausl�nderamt zum Ausdruck gebracht, er m�chte keine Tempor�rstellen mehr annehmen, sowohl vor der Vorinstanz als auch vor dem Bundesgericht bringt er indessen vor, dass ein Stellenwechsel in dieser Phase nicht mehr denkbar sei - vertretbar. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers vermag ihn sein Einwand, dass f�r den ausbleibenden Stellenwechsel sein Arbeitgeber verantwortlich sei, weil jener ihn durch Versprechungen von der Suche einer anderen Arbeitsstelle abgehalten habe, nicht zu entlasten. Dem Beschwerdef�hrer, der erst am 6. Mai 2005 eine Teilzeitarbeit mit einem Stundenlohn von Fr. 21.50 antrat, musste von Anfang an bewusst sein, dass es ihm so nicht gelingen w�rde, f�r seine vierk�pfige Familie aufzukommen und daneben die von ihm angeblich angestrebte Schuldentilgung erfolgreich durchzuf�hren. Dies umso mehr, als er und seine Familie in den Jahren 2000 bis 2004 mit F�rsorgeleistungen von insgesamt Fr. 10'982.20 unterst�tzt werden mussten.
Der Beschwerdef�hrer bringt zwar vor, dass seine Ehefrau zur besseren finanziellen Absicherung zwischenzeitlich eine Erwerbst�tigkeit aufgenommen habe und daran sei, diese auszubauen. Seine diesbez�glichen Einwendungen, soweit sie nicht unzul�ssige Noven darstellen, verm�gen nicht zu �berzeugen. Mit Blick auf die in den vorinstanzlichen Akten enthaltenen Lohnabrechnungen und angesichts des Umstandes, dass es sich bei der Arbeitsstelle der Ehegattin um eine befristete Stelle "auf Abruf" handelt, ist der Schluss der Vorinstanz, dass der Beitrag der Ehefrau nicht geeignet sei, die prek�re finanzielle Lage des Beschwerdef�hrers entscheidend zu verbessern, nicht zu beanstanden.
Schon allein durch seine fortgesetzte liederliche Nichterf�llung �ffentlich- und privatrechtlicher Verpflichtungen, die zu schwerer Verschuldung f�hrte, hat der Beschwerdef�hrer einen gewichtigen Ausweisungsgrund gesetzt.
3.3 Angesichts seiner zahlreichen strafrechtlichen Verfehlungen und seines allgemein ordnungswidrigen Verhaltens besteht somit ein erhebliches �ffentliches Interesse an der Ausweisung des Beschwerdef�hrers.
4.1 Der Beschwerdef�hrer ist vor rund 16 Jahren im Alter von 13 Jahren in die Schweiz eingereist und hat somit einen grossen Teil seiner Kindheit in seiner Heimat verbracht. Nach eigenen Angaben hat er in der Schweiz weder Schulen besucht noch eine Berufslehre absolviert. Er hat �ber Jahre hinweg als Hilfsarbeiter - zum Teil w�hrend nur sehr kurzer Zeit - an verschiedenen Stellen gearbeitet und war auch immer wieder l�ngere Zeit arbeitslos. Seit Mai 2005 ist er bei seinem jetzigen Arbeitgeber als Teilzeitmitarbeiter im Stundenlohn besch�ftigt. Seine schlechte finanzielle und berufliche Situation ist auf seine Arbeitsscheu und auf mangelndes Interesse zur�ckzuf�hren. Ernsthafte Bem�hungen seinerseits, seine finanzielle bzw. berufliche Situation zu verbessern, sind nicht ersichtlich.
Nach eigenen Angaben verkehrt er vorwiegend im Kreise seiner Landsleute, so dass trotz langj�hrigem Aufenthalt weder beruflich noch sozial von einer guten Integration und einer kulturellen Verwurzelung in der Schweiz auszugehen ist. Der Beschwerdef�hrer spricht die Sprache seines Heimatlandes und auch seine Eltern und Geschwister leben dort. Eine R�ckkehr in die Heimat ist demnach f�r den Beschwerdef�hrer zumutbar, wenn sie auch mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein mag. Dass die Interessen der Gl�ubiger bei einem Verbleiben des Beschwerdef�hrers angeblich besser gesch�tzt w�ren, kann entgegen dessen Meinung nicht dazu f�hren, von einer Ausweisung abzusehen, zumal seine Behauptung, er w�re bereit, bei einem geregelten Aufenthalt erhebliche Betr�ge bei der Verwandtschaft auszulehnen und gr�ssere Positionen zur�ckzuzahlen, nicht belegt ist, ganz abgesehen davon, dass sie neu und damit unbeachtlich ist (vgl. E. 1.3).
4.2 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, eine Ausreise sei f�r seine Ehegattin und seine beiden Kinder nicht zumutbar, umso weniger, als damit eine sp�tere R�ckkehr in die Schweiz der ganzen Familie im Prinzip verwehrt sei.
Die Ehefrau des Beschwerdef�hrers stammt ebenfalls aus dem Heimatland des Beschwerdef�hrers und ist vor neun Jahren im Alter von 21 Jahren in die Schweiz gekommen. Sie verf�gt lediglich �ber eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann, die mittlerweile nicht mehr verl�ngert worden ist. Eine R�ckkehr in ihr Heimatland ist ihr durchaus zumutbar, kennt sie doch die dortigen Verh�ltnisse von ihrer Jugend her. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich dessen Kinder noch in einem anpassungsf�higen Alter befinden. Sie haben erst mit der Volksschule begonnen bzw. besuchen noch den Kindergarten, so dass im schulischen Bereich nicht mit schwer zu �berwindenden Problemen zu rechnen ist. Auch weisen die Kinder �ber ihre Eltern einen Bezug zum Heimatland auf und sind der dortigen Sprache m�chtig, so dass es ihnen gelingen sollte, sich ohne wesentliche Schwierigkeiten in die neue Umgebung einzuleben. In W�rdigung all dieser Umst�nde ist der Ehefrau und den Kindern daher zuzumuten, dem Beschwerdef�hrer ins Heimatland zu folgen.
4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die �ffentlichen Interessen an der Ausweisung des Beschwerdef�hrers dessen private Interessen am weiteren Verbleib in der Schweiz �berwiegen. Die Ausweisung f�r die Dauer von f�nf Jahren erscheint angesichts seiner strafrechtlichen Verfehlungen sowie der fortgesetzten Missachtung seiner finanziellen Verpflichtungen nicht als unverh�ltnism�ssig; sie bildet namentlich nicht eine zu einschneidende Massnahme, welche der beantragten Androhung der Ausweisung h�tte weichen m�ssen bzw. lediglich f�r die Dauer von zwei Jahren h�tte angeordnet werden d�rfen.
Die Ausweisung des Beschwerdef�hrers verletzt auch nicht Art. 8 EMRK. Der Eingriff in das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens ist vorliegend gem�ss Ziff. 2 dieser Bestimmung gerechtfertigt (siehe E. 2.3). Da es der Ehefrau und den Kindern zumutbar ist, dem Beschwerdef�hrer in die Heimat zu folgen, f�hrt die Ausweisung des Beschwerdef�hrers ohnehin nicht zwingend zur Trennung der Familie.
Zu pr�fen bleibt die mitangefochtene Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht.
6.1.1 In diesem Zusammenhang r�gt der Beschwerdef�hrer zun�chst, sein Anspruch auf rechtliches Geh�r sei verletzt, weil die Vorinstanz ihm am Freitagnachmittag, 16.35 Uhr lediglich eine Frist bis Dienstagmorgen, 8.00 Uhr, zu einer Stellungnahme zur Aktennotiz des Ausl�nderamtes vom 28. April 2006 �ber eine Reise des Beschwerdef�hrers in dessen Heimat einger�umt hatte.
6.1.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV gew�hrleistete Anspruch auf rechtliches Geh�r dient der Sachaufkl�rung und garantiert dem Betroffenen ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren (BGE 126 I 15 E. 2a/aa S. 16, je mit Hinweisen).
Nachdem die Gerichtssitzung bereits angesetzt war und es auch im Interesse des Beschwerdef�hrers lag, die Sache m�glichst bef�rderlich zu behandeln, war es vertretbar, dem Beschwerdef�hrer lediglich eine Frist von Freitagabend bis Dienstagmorgen einzur�umen, um sich zur Eingabe des Ausl�nderamtes zu �ussern. Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers vorbringt, es sei ihm unm�glich gewesen, innert der ihm angesetzten Frist mit seinem Mandanten in Kontakt zu treten, ist ihm entgegenzuhalten, dass er zumindest gen�gend Zeit gehabt h�tte, eine Fristverl�ngerung oder eine Vertagung der Entscheidf�llung zu beantragen, denn nach eigenen Angaben stand ihm daf�r ein ganzer Arbeitstag, n�mlich der Montag, zur Verf�gung. Von einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs kann somit nicht die Rede sein.
6.2.1 Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht �ber die erforderlichen Mittel verf�gt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, und ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist. Nach st�ndiger Rechtsprechung ist eine Person bed�rftig, wenn sie nicht in der Lage ist, f�r die Prozesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen m�sste, die zur Deckung des Grundbedarfs f�r sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 128 I 225 E. 2.5.1; 127 I 202 E. 3b S. 205). Dabei darf nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum abgestellt werden, sondern es sind die individuellen Umst�nde zu ber�cksichtigen (BGE 124 I 1 E. 2a S. 2 mit Hinweisen). Die unentgeltliche Rechtspflege kann namentlich verweigert werden, wenn der Gesuchsteller die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten in absehbarer Zeit, das heisst innert einiger Monate, aus Einkommens�bersch�ssen zu bezahlen vermag (BGE 109 la 5 E. 3a S. 9).
6.2.2 Das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass der Beschwerdef�hrer in der Lage sei, die Kosten f�r das Beschwerdeverfahren aufzubringen. Gem�ss einer Aktennotiz des Ausl�nderamtes vom 28. April 2006 sei ihm ein R�ckreisevisum f�r die Zeit vom 30. April bis zum 18. Mai 2006 ausgestellt worden, damit er seine Familie in X.________ f�r drei Wochen besuchen k�nne. Der Beschwerdef�hrer habe in diesem Zusammenhang ausgef�hrt, er reise mit dem Flugzeug ab Z�rich nach Y.________ und er finanziere die Reise mit seinem Erwerbseinkommen. Weil der Beschwerdef�hrer offensichtlich �ber gen�gend Mittel verf�ge, um eine Flugreise in die Heimat zu finanzieren, seien die Voraussetzungen f�r die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung nicht erf�llt.
6.2.3 Es ist unbestritten, dass gegen�ber dem Beschwerdef�hrer Verlustscheine in der H�he von Fr. 76'500.-- sowie zahlreiche offene Betreibungen im Gesamtbetrage von �ber Fr. 60'000.-- bestehen. Seine sowie die Eink�nfte seiner Ehefrau reichen nicht aus, um den Unterhalt der Familie sicherzustellen. Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung ist daher die f�r die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung erforderliche Bed�rftigkeit zu bejahen; dies selbst unter Ber�cksichtigung der Kosten f�r einen Flug nach Y.________, zumal sich diese Auslagen weit unter dem bewegen, was der Beschwerdef�hrer an Kosten f�r die anwaltliche Vertretung und Gerichtskosten im vorinstanzlichen Verfahren aufzubringen hat. Mit Blick auf seine Einkommens- und Verm�genslage ist auch nicht ersichtlich, inwiefern es dem Beschwerdef�hrer m�glich w�re, die im vorinstanzlichen Verfahren angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten innert vern�nftiger Zeit ratenweise zu begleichen. Da die Bed�rftigkeit des Beschwerdef�hrers ausgewiesen ist und sein Begehren, wie das Verwaltungsgericht ebenfalls anerkannt hat, im vorinstanzlichen Verfahren nicht zum Vornherein aussichtslos war, h�tte f�r das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung nicht verweigert werden d�rfen. Der angefochtene Entscheid verletzt insofern Art. 29 Abs. 3 BV.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise gutzuheissen, und die Ziffern 1 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sind aufzuheben. Indessen hat das Verwaltungsgericht die Zul�ssigkeit der verf�gten Ausweisung zu Recht bejaht. Diese erweist sich als bundesrechts- und konventionskonform.
7.2 Da die vorliegende Beschwerde aufgrund der umfassenden und sorgf�ltigen W�rdigung der Sach- und Rechtslage im Hauptpunkt keine ernsthaften Erfolgsaussichten haben konnte (Art. 152 OG), ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren, soweit es nicht als gegenstandslos abgeschrieben werden kann, abzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, dem nur in einem untergeordneten Punkt obsiegenden Beschwerdef�hrer eine (reduzierte) Gerichtsgeb�hr aufzuerlegen (Art. 153 und Art. 153a in Verbindung mit 156 Abs. 3 OG). Dem Beschwerdef�hrer ist zudem zu Lasten des Kantons St. Gallen eine reduzierte Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 159 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen, und die Ziffern 1 und 3 des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2006 werden aufgehoben. Die Sache wird an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen zu neuem Entscheid im Kosten- und Entsch�digungspunkt.
Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen.
Das f�r das bundesgerichtliche Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist, abgewiesen.
Dem Beschwerdef�hrer wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'500.-- auferlegt.
Der Kanton St. Gallen hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 800.-- zu entrichten.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Justiz- und Polizeidepartement und dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen sowie dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 15. September 2006