Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Pflegezeitgesetz_tritt_in_Kraft.html
Timestamp: 2017-03-26 05:21:38
Document Index: 353151816

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 14']

HENSCHE Arbeitsrecht: Pflegezeitgesetz tritt am 01.07.2008 in Kraft
Pfle­ge­zeit­ge­setz tritt am 01.07.2008 in Kraft
Ab Ju­li kön­nen sich Ar­beit­neh­mer un­be­zahlt frei­stel­len las­sen, um na­he An­ge­hö­ri­ge zu pfle­gen: Ge­setz über die Pfle­ge­zeit (Pfle­ge­zeit­ge­setz – Pfle­geZG), vom 28.05.2008 (BGBl. I S. 874, 896)
23.06.2008. Das Ge­setz über die Pfle­ge­zeit (Pfle­ge­zeit­ge­setz oder kurz "Pfle­geZG") wur­de als Ar­ti­kel 3 des "Ge­set­zes zur struk­tu­rel­len Wei­ter­ent­wick­lung der Pfle­ge­ver­si­che­rung" am 04.04.2008 ver­ab­schie­det. Es wird am 01.07.2008 in Kraft tre­ten und ei­ni­ge wich­ti­ge Än­de­run­gen im Ar­beits­recht mit sich brin­gen.
Das Pfle­geZG räumt Ar­beit­neh­mern erst­mals das Recht auf un­be­zahl­te Frei­stel­lung von der Ar­beit ein, wenn dies zur Pfle­ge ei­nes na­hen An­ge­hö­ri­gen er­for­der­lich ist. Ver­su­che der SPD im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren, ei­nen An­spruch auf be­zahl­ten Pfle­ge­ur­laub ge­setz­lich fest­zu­schrei­ben, konn­ten sich nicht durch­set­zen. Die Frei­stel­lung ist da­her nach der gel­ten­den Ge­set­zes­fas­sung un­be­zahlt zu ge­wäh­ren, d.h. ein An­spruch auf Ver­gü­tung er­gibt sich nur aus an­de­ren ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten oder ei­ner Ver­ein­ba­rung (§ 2 Abs.3 Pfle­geZG). Das Pfle­geZG sieht zwei For­men der un­be­zahl­ten Frei­stel­lung vor, näm­lich die kurz­zei­ti­ge Ar­beits­ver­hin­de­rung von bis zu zehn Ta­gen (§ 2 Pfle­geZG) und die Pfle­ge­zeit (§ 3 Pfle­geZG). Ar­beit­neh­mer, die ei­ne von die­sen Rech­ten Ge­brauch ma­chen, ge­nie­ßen Son­der­kün­di­gungs­schutz. Ei­ne Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber ist von der An­kün­di­gung bis zur Be­en­di­gung der kurz­zei­ti­gen Ar­beits­ver­hin­de­rung oder der Pfle­ge­zeit aus­ge­schlos­sen (§ 5 Abs.1 Pfle­geZG). In be­son­de­ren Fäl­len kann ei­ne Kün­di­gung von der für den Ar­beits­schutz zu­stän­di­gen obers­ten Lan­des­be­hör­de oder der von ihr be­stimm­ten Stel­le aus­nahms­wei­se für zu­läs­sig er­klärt wer­den (§ 5 Abs.2 Pfle­geZG).
Die­ser ver­stärk­te Be­stands­schut­zes soll durch die Mög­lich­keit ei­ner Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen mit Ver­tre­tungs­kräf­ten (§ 6 Pfle­geZG) aus­ge­gli­chen wer­den. Die Ein­stel­lung als Ver­tre­tung für ei­nen pfle­ge­be­dingt ver­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer ist ein § 14 Abs.1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) er­gän­zen­der Sach­grund für die Be­fris­tung von Ar­beits­ver­hält­nis­sen.
Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/071 Ar­beit und So­zia­les: Ge­set­zes­än­de­run­gen zum 01.07.2008
Letzte Überarbeitung: 28. Oktober 2014