Source: https://www.kanzlei-fuer-markenrechte.de/markenrecht/olg-frankfurt-metatags/
Timestamp: 2020-07-06 13:24:44
Document Index: 250873592

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Nicht jede Verwendung einer fremden Marke als Metatag ist eine Markenrechtsverletzung | Beschluss des OLG Frankfurt am Main vom 03.03.2009, Az.: 6 W 29/09
OLG Frankfurt a.M.: Nicht je..
Im vorliegenden Fall wurde schon durch den Eintrag in der Trefferliste der Suchmaschine aufzeigt, dass es auf der angegebenen Internetseite der Antragsgegnerin nicht um die Produkte des Unternehmens A (der Antragstellerin) geht. Vielmehr wurde über eine Abmahnung, an der das Unternehmen A beteiligt war, berichtet.
Auch einen rein firmenmäßiger Gebrauch aus § 15 MarkenG verneinte das Gericht. Im vorliegenden Fall bestehe nämlich nicht die Gefahr, dass der Internetnutzer die Bezeichnung „A“ mit dem Unternehmen und dem Angebot der Antragsgegnerin in Verbindung bringe (§ 15 Abs. 2 MarkenG). Vielmehr werde die Bezeichnung „A“ hier ausschließlich zur Bezeichnung des Unternehmens der Antragstellerin und deren Beteiligung an einer Abmahnung verwandt.
Das Gericht betonte jedoch, dass öffentliche Äußerungen eines Unternehmens über eine angeblich unberechtigte Abmahnung durch ein Konkurrenzunternehmen im Einzelfall wettbewerbswidrig sein kann. Im vorliegenden Fall hatte sich die Antragstellerin hierauf jedoch nicht berufen.
„Bei der Verwendung einer fremden Bezeichnung als Metatag kann nach der Rechtsprechung des BGH (WRP 2006, 1513, 1515 f. – Impuls; WRP 2007, 1095, 1097 – AIDOL) eine markenmäßige Benutzung schon deshalb anzunehmen sein, weil mit Hilfe des Suchworts das Ergebnis des Auswahlverfahrens beeinflusst und der Nutzer auf diese Weise zu der entsprechenden Internetseite geführt wird. Eine Verwechslungsgefahr kann sich in einem solchen Fall bereits daraus ergeben, dass die Internetnutzer, die die geschützte Bezeichnung kennen und als Suchwort eingeben, um sich über die unter der Bezeichnung angebotenen Waren und Dienstleistungen zu informieren, als Treffer auch auf die Leistung des Unternehmens hingewiesen werden, das den betreffenden Metatag gesetzt hat. Auf den Inhalt der Internetseite, zu der der Nutzer geführt wird, kommt es dann nicht mehr an (BGH, WRP 2006, 1513 ff., Tz. 17 – Impuls; WRP 2007, 1095 ff., Tz. 18 – AIDOL). Relevant für die Feststellung einer Markenrechtsverletzung bleiben aber die schon aus der Trefferliste ersichtlichen Angaben. Der Internetnutzer ist darauf eingerichtet, dass nicht alle Treffer sich auf das von ihm gesuchte Ziel beziehen und seinen diesbezüglichen Vorstellungen entsprechen. Erst anhand der Trefferliste kann der Nutzer Treffer auswählen, die seiner Sucheingabe (möglicherweise) gerecht werden. Demgemäß sind die aus der Trefferliste ersichtlichen Kurzhinweise bei der Frage, ob markenmäßige Benutzung und Verwechslungsgefahr vorliegen, noch zu berücksichtigen (vgl. BGH, WRP 2006, 1513 ff., Tz. 19 – Impuls; OLG Frankfurt, GRUR-RR 2008, 292 – Sandra Escort).
Allerdings können öffentliche Äußerungen eines Unternehmens über die (angeblich unberechtigte) Abmahnung durch ein Konkurrenzunternehmen im Einzelfall wettbewerbswidrig sein. Auf die Umstände des Einzelfalls stellt die Antragstellerin mit ihrem Antrag aber nicht ab. Sie hat die über den Metatag auffindbaren Äußerungen der Antragsgegnerin weder mitgeteilt noch zum Gegenstand ihres Antrags gemacht. Auch den aus der Trefferanzeige ersichtlichen Text hat die Antragstellerin nicht zum Gegenstand ihres Antrags gemacht; im Übrigen kann diesem Text in Übereinstimmung mit der angefochtenen Entscheidung jedenfalls keine unzulässige Herabsetzung der Antragstellerin entnommen werden.“
[Beschluss des OLG Frankfurt am Main vom 03.03.2009, Az.: 6 W 29/09]
← LG Frankfurt am Main: Kein Anspruch auf Registrierung einer einstelligen ".de" Domain…
BGH: Legostein als Marke gelöscht… →
Gemeinschaftsmarke Wort-/Bildmarke Markenrecht Unterscheidungskraft Domainrecht Admin-C Namensrecht Überwachungspflicht Wortmarke Abmahnung Adwords Kennzeichen dreidimensionale Marke Verwechselungsgefahr Unternehmenskennzeichen Urheberrecht Geographische Bezeichnung Farbmarke Löschung Markenrechtsverletzung