Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.12.2002&Aktenzeichen=5%20StR%20276/02
Timestamp: 2019-04-23 21:04:44
Document Index: 68390669

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 353', '§ 23', '§ 4', '§ 146', 'BGH', '§ 353', '§ 353', '§ 353', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 353', 'BGH', 'BGH', '§ 353', 'BGH', 'BGH', '§ 353', 'BGH', 'BGH', '§ 353', '§ 353']

BGH, 09.12.2002 - 5 StR 276/02 - dejure.org
§ 353b Abs. 1 Satz 1 StGB; § 23 Abs. 5 SächsDSG; § 4 Abs. 1 SächsDSG; § 146 GVG
BGHR 48, 126; Verletzung von Dienstgeheimnissen (Fall Heitmann / Giesen; Geheimnis - normative Geheimhaltungsbedürftigkeit bei rechtswidrigem Verhalten - Verschwiegenheitspflicht; offenkundige Tatsachen; allgemein zugängliche Daten); (mittelbare) Gefährdung wichtiger öffentlicher Interessen (Hinwirken auf ein gesetzmäßiges Verhalten durch einen Datenschutzbeauftragten); externes Weisungsrecht des Justizministers
StGB § 353b Abs. 1 Satz 1
Verletzung von Dienstgeheimnissen - Verlesung von vom Justizminister stammenden Verfügungen in Pressekonferenz - Veröffentlichung datenschutzrechtlicher Verstöße durch einen Datenschutzbeauftragten - Anforderungen an die Gefährdung wichtiger öffentlicher Interessen für eine Strafbarkeit nach § 353b Abs. 1 Satz 1 StGB - Berichtspflichten der Staatsanwaltschaft - Anforderungen an die Beweiswürdigung - Verschwiegenheitspflicht
StGB § 353b Abs. 1 S. 1
Freispruch des Sächsischen Datenschutzbeauftragten bestätigt
Pressekonferenz des Landesdatenschutzbeauftragten - strafrechtliche Risiken
Zusammenfassung von "Wichtige Öffentliche Interessen bei Verletzung eines Dienstgeheimnisses" von Prof. Dr. Andreas Hoyer, original erschienen in: JR 2003, 511 - 515.
LG Dresden, 07.11.2001 - 4 KLs 420 Js 49212/00
BGHSt 48, 126
NJW 2003, 979
NJ 2003, 322
MMR 2003, 330
JR 2003, 511
Unter Geheimnissen sind Tatsachen zu verstehen, die nur einem begrenzten Personenkreis bekannt und zudem geheimhaltungsbedürftig sind (…vgl. mwN, Senat, aaO, BGHSt 46, 340f.; BGH, Urteil vom 9. Dezember 2002 - 5 StR 276/02, BGHSt 48, 126, 129;… Lackner/Kühl, StGB, 27. Aufl., § 353b Rn. 6).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergibt sich aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9. Dezember 2002 (BGHSt 48, 126) keine Offenbarungspflicht des Rechtsanwalts.
Keine Geheimnisse sind Tatsachen, die offenkundig sind oder sich aus allgemeinen Quellen ohne Weiteres ermitteln lassen (BGH, Urteil vom 9. Dezember 2002 - 5 StR 276/02, NJW 2003, 979; vom 22. Juni 2000 - 5 StR 268/99, NStZ 2000, 596;… Fischer , aaO, § 353b Rn. 13 mwN).
BGH, Urteil vom 9.12.2002 - 5 StR 276/02 -, BGHSt 48, 126, 130.
Allerdings können nach der in Rechtsprechung und Schrifttum herrschenden Auffassung wichtige öffentliche Interessen im Sinne von § 353 b Abs. 1 StGB mittelbar auch dadurch gefährdet werden, dass die Tatsache des Geheimnisbruchs aufgedeckt und allgemein bekannt wird, und dass sodann als mittelbare Folge der Tat das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Ansehen und die Verschwiegenheit der Verwaltung erschüttert wird (BGH NStZ 2000, 596; BGHSt 48, 126 = NJW 2003, 979; Senatsentscheidung NJW 1988, 2489;… vgl. u.a. Träger in LK, § 353 b Rn. 26;… Tröndle/Fischer a.a.O. , § 353 b Rn. 13 a).