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Timestamp: 2020-01-29 08:27:13
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Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 18', '§ 28', '§ 18', '§ 18', '§ 28', '§ 18', '§ 28', '§50', '§18']

Welche Vollmantel-Munition ist Kriegsmaterial ? - IWÖ Forum
Aktuelle Zeit: 29. Januar 2020, 10:27
Betreff des Beitrags: Welche Vollmantel-Munition ist Kriegsmaterial ?
BeitragVerfasst: 29. September 2006, 22:12
Das leidige Thema, konnte dazu einen Artikel ausfindig machen:
http://www.kripo-online.at/krb/show_sel ... l=6&aus=52
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 09:44
Nirgends ist definiert, ab welcher Härte eines Geschoßkernes von einem Vollmantelhartkerngeschoß gesprochen werden kann.
Das ist eine interessante Erkenntnis!
Z.B. bei der als Kriegsmaterial geltenden Patrone 7,62x39 mm (Kalaschnikow) bestehen auch in der Fertigung Unterschiede. Die jugoslawische Fertigung etwa erfolgt mit Bleikern, die bulgarische mit Weicheisenkern und die russische mit Harteisenkern. Wo liegt hier die Grenze zum Hartkerngeschoß?
Eine übereifrige Sachbearbeiterin versucht also, in Extratouren, das Gesetz in völlig sinnloser Weise zu verschärfen.
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 11:43
ich lese da heraus, dass die sachbearbeiterin "normale" vollmantelmunition erlauben wollte, der kripomann dagagen begründet, dass alles verboten ist.
sinngemäß meint er, man kann nicht unterscheiden, ab wann vollmantelmunition erlaubter natur zu vollmantelmunition verbotener natur wird, da das ja nirgends definiert ist (beispiel hartkern).
1. Nirgends ist definiert, ab welcher Härte eines Geschoßkernes von einem Vollmantelhartkerngeschoß gesprochen werden kann.
2. Die Prüfung des Härtegrades kann nur von einem Sachkundigen vorgenommen werden.
3. Für den durchschnittlichen Bürger fehlt nicht nur bezüglich des Vollmantelhartkerngeschoßes sondern auch anderer Spezialgeschoße die Möglichkeit der Erkennbarkeit. Dazu müsste man nämlich beispielsweise die verschiedenen Kodierungen etwa der NATO, des Warschauer Paktes oder der blockfreien Staaten kennen.
4. Für die Behörde ist es nicht erkenntlich, ob ein Vollmantelgeschoß beispielsweise über einen Hartkern verfügt. Die jugoslawische Fertigung etwa erfolgt mit Bleikern, die bulgarische mit Weicheisenkern und die russische mit Harteisenkern. Wo liegt hier die Grenze zum Hartkerngeschoß?
und daher ist im zweifelsfall einmal alles verboten. denn das gesetz sagt:
Die Kriegsmaterialeigenschaft von Munition ergibt sich im Hinblick auf § 5 Waffengesetz 1996. Gemäß dieser Verordnung sind
• "Gewehrpatronen mit Vollmantelspitz- oder Vollmantelhalbspitzgeschoß Kaliber .308 (7,62x51 mm) und Kaliber .223;
• sonstige Gewehrpatronen mit Vollmantelgeschoß, ausgenommen Jagd- und Sportpatronen;
• Munition mit Leuchtspur-, Rauch-, Markierungs-, Hartkern-, Band- und Treibspiegelgeschoß sowie Gewehrgranaten für Kriegsmaterial der lit. a, ausgenommen Knallpatronen;
• Munition für Kriegsmaterial der lit. b"
als Kriegsmaterial anzusehen.
da sportpatronen erlaubt sind, ist halt "surplusmunition" oder "matchmunition" zu kaufen und nicht "alte militärmunition" fürs scheibenschießen. ist halt blabla nach gesetzestext ohne auswirkung auf die praxis (wennst net grad patronensammler bist)
ausserdem gilt das für das kriegsmaterialgesetz, also eher für waffenhändler größeren ausmaßes. otto normalverbraucher wird weniger belangt:
Das "Kriegsmaterialgesetz" stellt wie schon der Titel sagt im wesentlichen auf die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Kriegsmaterial ab ... Der sicherheitspolizeiliche Aspekt dieses Gesetzes tritt dem gegenüber völlig in den Hintergrund.
Der Gesetzgeber wollte die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Gewehrpatronen mit Vollmantelgeschoß weiterhin unter Kontrolle haben, hingegeben erschien ihm Erwerb, Besitz und Führen dieser Art von Munition durch den Bürger unter dem im Gesetz enthaltenen Bedingungen (Waffenbesitzkarte, Waffenpass oder Jagdkarte) als weniger problematisch.
also eine WBK dafür brauchts schon. kennst di aus?
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 13:30
Um die "normale" Vollmantelmunition geht es gar nicht, die wird auch von der Sachbearbeiterin im BMLV als begünstigt nach dem WaffG 1996 angesehen.
Die übereifrige Sachbearbeiterin wollte durch akrobatische Verrenkungen Vollmantelmunition die auch Leuchtspur oder hartkernmunition sind "verbieten". Die Experten, darunter Ingo Wieser beschreiben, daß dies nicht zulässig ist, sondern das auch Leuchtspur, oder Hartkernmunition durch das WaffG 96 für Besitzer eines waffenrechtlichen Dokumentes generell ausgenommen wurde.
Eine Sachbearbeiterin darf dem Gesetzgeber nicht unterstellen, eine Lücke gelassen zu haben und diese eigenmächtig durch an den Haaren herbeigezogene Interpretation "schließen".
Die Experten des BMI geben der Dame im BMLV einen Rüffel.
Also WBK und WP Besitzer besorgt euch Leuchtspurmunition, ist legal!
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 14:00
was jetzt, wie jetzt. dachte, das ist kriegsmaterial?
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 14:16
kripo online:
Das Bundesministerium für Landesverteidigung (Rechtsabteilung) hegt neuerdings "größte Zweifel" an der nunmehr seit zirka 12 Jahren geübten Verwaltungspraxis, dass Gewehrpatronen mit Vollmantelgeschoß auch dann, wenn es sich dabei um Gewehrpatronen mit z.B. Leuchtspurgeschoß handelt, der Ausnahmebestimmung des § 18 Abs. 4 Waffengesetz 1996 (§ 28a Abs. 6 Waffengesetz 1986) unterliegen.
Daraus schließt die Sachbearbeiterin des Bundesministeriums für Landesverteidigung, dass weil in der "Kriegsmaterialverordnung" Munition mit Leuchtspur-, Rauch-, Markierungs-, Hartkern-, Brand- und Treibspiegelgeschoß neben den Gewehrpatronen mit Vollmantelgeschoß aufgeführt sind, während im § 18 Abs. 4 Waffengesetz nur von Vollmantelgeschoß die Rede ist, diese Patronen(edit: eben Leuchtspur-, Rauch-, Markierungs-, Hartkern-, Brand- und Treibspiegelgeschoß)nicht in den Anwendungsbereich des § 18 Abs. 4 Waffengesetz 1996 fallen. Diese Rechtsmeinung ist falsch.
Beim Rest dreht es sich eigentlich nur darum warum dies nun so ist.
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 15:25
jetzt kenn ich mich net mehr aus...
die sachbearbeiterin hat die normale vollmantel als begünstigt angesehen, deshalb hat sie eine über die rübe bekommen, weil der kripomensch meint, die ist genauso verboten, wie der rest. so hab ich das verstanden und so sagts das gesetz:
und für normale vollmantelpatronen kanns keine ausnahme geben, weil sie niemand von den anderen schnell unterscheiden kann (hartkern...). aber du darfst mit den erforderlichen dokumenten sport- und jagdmunition kaufen. da gehts ja net um unsere paar schuss, sondern um ein-, aus- und durchfuhr von kriegsmaterial. das eine ist die kriegsmaterialverordnung (wos getrennt aufgeführt sind) und das andere das waffengesetz (wos zusammengenommen werden), ist net das gleiche papierl. deshalb streitens ja
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 16:35
Ich hätte grosse Lust mal ein wenig VM-Munition aus Deutschland oder noch besser der Schweiz nach Österreich einzuführen. Bei der Einfuhr aus Deutschland werden ja die altbekannten 56 Euro fällig oder täusche ich mich da?
(angedacht sind 7,5 x 55, .308, ...)
BeitragVerfasst: 2. Oktober 2006, 22:43
Leuchtspur, AP und API in .308 wären interessant...
BeitragVerfasst: 3. Oktober 2006, 07:52
@Deutschmeister:
Es ist wie gesagt umgekehrt, die Dame im BMLVwill nicht wahrhaben, daß nicht nur "normale" Vollmantelmunition sondern jegliche Vollmantelmunition die eben Kriegsmaterial ist, begünstigt ist.
Es geht ja um den § 28 WaffG und der sagt, daß für Dokumentenbesitzer Vollmantelmunition die als Kriegsmaterial anzusehen ist erlaubt ist.
§ 18 Abs. 4 Waffengesetz 1996 spricht wie schon § 28 a Abs. 6 Waffengesetz 1986 nur von "Gewehrpatro-nen mit Vollmantelgeschoß, die als Kriegsmaterial anzusehen sind", ohne eine weitere Differenzierung vorzunehmen.
Also, ganz einfach wie gesagt:
BMI sagt in diesem Fall (zitat: 12 jährige Verwaltungspraxis) jegliche Vollmantelmunition die Kriegsmaterial ist ist für Dokumenteninhaber erlaubt.
Die Dame im BMLV meint nur "normale" Vollmantelmunition wäre erlaubt.
Die BMI Experten hauen ihr dann noch um die Ohren, warum ihre Interpretation unzulässig ist. Also in diesem Fall: BMI auf Seite der Dokumenteninhaber, die Dame im BMLV "gegen" uns.
Es wird ja auch ein Urteil angeführt indem einem Dokumenteninhaber zugestanden wurde rechtmäßig Leuchtspurmunition besessen zu haben und ein von der Behörde deshalb verhängtes Waffenverbot als unzulässig aufgehoben wurde.
Der Titel des threads ist vielleicht auch ein wenig in die Irre führend.Es geht ja nicht darum welche Vollmantelmunition Kriegsmaterial ist, daß ist ja unstrittig, sondern vielmehr, welche tatsächlich für Dokumenteninhaber erlaubt ist.
Sollte besser heißen, welche Vollmantelmunition die Kriegsmaterial ist, ist für Dokumenteninhaber erlaubt.
BeitragVerfasst: 3. Oktober 2006, 09:13
vielen dank, egil - ich glaube, ich verstehe es langsam!
jetzt sind nur noch folgende fragen:
- wo im wilden westen (vlbg) bekommt man leuchtspurmunition,
- wer erklärt dem waffenhändler, dass die sehr wohl erlaubt ist
- und wer erklärt der BH, dass die sehr wohl erlaubt ist?
aufklärung tut not! sollte auch unser herr Rippel die tatsachen so bestätigen können, würde ich einen artikel in der nächsten iwö-news nicht für verkehrt halten!
BeitragVerfasst: 3. Oktober 2006, 10:07
ja, stimmt, ich hab mich wirklich auf die definition kriegsmaterial versteift, das mit dem waffengesetz hab ich so nicht gesehen.
32.automatic
Betreff des Beitrags: fmj
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2006, 18:23
Registriert: 15. Oktober 2006, 17:26
hab in den iwoe nachrichtenb ausgabe 4/03 eine artikel zu diesem thema gefunden...
das oberlandesgericht linz verfügte die einziehung von rund 1500, teils wertvollen, sammlerpatronen eines patronensammlers in folge einer "freiwilligen nachschau" bei dem betroffenen (und ebenso ein verfahren wegen unbefugten besitzes von kriegsmaterial strafmaß bis zu einem (1)jahr). es handelte sich um gewehrpatronen mit spezialvollmantelgeschoss (leuchtspur, phophorsatz, panzerbrand). gegen diese verfügung wurde einspruch erhoben und diesem recht gegeben,das verfahren wegen §50abs1 führte zum freispruch.
es steht fest: inhaber eines waffenrechtlichen dokumentes dürfen aufgrund der gesetzlichen ausnahmeregelung in §18abs4.waffg alle gewehrpatronen mit vollmantelgeschoss, auch wenn sie kriegsmaterial darstellen erwerben und besitzen.
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2006, 17:55
nö, 12,7 ist verboten und alles, was drüber liegt (panzerbüchse)
Betreff des Beitrags: panzerbüchsen
BeitragVerfasst: 16. Oktober 2006, 22:21
denke da hat deutschmeister recht, es gibt da gerade eine aktuelle debatte über panzerbüchsen...
aber in der regel sind "gängige" ordonanzgewehrpatronen mit fmj patronen (scharfe) erlaubt. zb system mauser98. m1carbine etc