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Timestamp: 2016-10-24 03:39:52
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Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 117', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 273', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

83 IV 94. Urteil des Kassationshofes vom 1. M�rz 1957 i.S. B. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus.
Art. 18 al. 3 et 117 CP, homicide par n�gligence. 1. Qui doit �tre consid�r� comme le guide d'un groupe qui entreprend une ascension ou une excursion � skis sans engager de professionnel? (consid. 1). 2. Devoirs du guide (consid. 1 lit. a et b). 3. Violation par n�gligence de ses devoirs par le guide dans une excursion en haute montagne avec passage de glaciers (consid. 2). 4. Rapport de causalit� entre l'acte commis et la mort de la victime (consid. 3). Faits � partir de page 10
BGE 83 IV 9 S. 10
A.- An Pfingsten 1954 unternahm B., der als erfahrener Alpinist galt und einen hochalpinen Skikurs der Armee sowie einen Skilehrerkurs absolviert hatte, mit seiner wenig berggewohnten und im Skifahren unge�bten Ehefrau eine Skitour ins Claridengebiet, das er fr�her im Sommer und im Winter wiederholt begangen hatte.
Beide waren f�r die Hochgebirgstour mangelhaft ausger�stet. Frau B. hatte keine wollene Unterw�sche mit, und die vorhandene Reserve an Unterkleidern befand sich in wasserdurchl�ssigen Rucks�cken. Die Ski waren lediglich mit Gurten versehen. B. f�hrte weder einen Eispickel noch eine Schneeschaufel mit. Den B�zard-Kompass hatte er zuhause gelassen und sich unterwegs in Altdorf einen billigen Kompass gekauft, der zwar einigermassen die Nordrichtung anzeigte, indessen keine Visiervorrichtung besass, was ein Gehen nach dem Azimuth verunm�glichte.
Am Pfingstsonntag, den 6. Juni, ca. um 05.00 Uhr brach B. mit seiner Frau vom Hotel Klausenpassh�he mit Ziel Planurah�tte auf, obschon es regnete und ihm abgeraten wurde, die geplante Tour zu unternehmen. Statt die Route �ber das Kammlijoch einzuschlagen, auf der er vom Klausenpass an einer gleichzeitig von der Glarner Seite aufgestiegenen Jugendorganisations-Gruppe der Sektion Uto des Schweizer Alpenclubs h�tte folgen k�nnen, w�hlte er f�r den Aufstieg die ihm angeblich besser bekannte, jedoch schwierigere, l�ngere und gef�hrrlichere Route Klausenpass-Kammlialp-Griesgletscher-Kammlil�cke. W�hrend die JO-Gruppe die Planurah�tte um 13.00 Uhr erreicht hatte, BGE 83 IV 9 S. 11befand sich B. mit seiner Frau zu dieser Zeit erst bei der Kammlil�cke. Er will zur �berwindung der H�hendifferenz zwischen Klausenpassh�he (1948 m) und Kammlil�cke (2852 m) ungew�hnlich viel Zeit ben�tigt haben, weil er den Weg verfehlt habe. Auch habe auf dem Griesgletscher Schneetreiben eingesetzt.
Trotzdem sich das Wetter verschlechterte, kehrte B. nicht um. Von der Kammlil�cke weg befand er sich mit seiner Frau im Nebel, weswegen er sich erneut verirrte. Zwischen 15.00 und 15.30 Uhr gab B. auf dem oberen H�fifirn die alpinen Notsignale, sechs Rufe in der Minute, ab, die vom H�ttenwart der Planurah�tte vernommen und durch Hornst�sse erwidert wurden. Diese Signale wurden von B. geh�rt. H�ttenwart Heinrich Zweifel wiederholte in der Folge die Hornst�sse, um den Verirrten den Weg zur H�tte zu weisen. Da keine Antwort mehr kam und sich niemand der H�tte n�herte, begab er sich ca. um 17.00 Uhr mit zwei Mitgliedern der JO-Gruppe auf die Suche. Auf halber Strecke zum Claridenhorn sahen sie, als sich der Nebel etwas lichtete, das Ehepaar B. zun�chst auf eine Entfernung von 500 m, dann auf 300 und 200 m unterhalb des Claridenhorns �ber dem Claridenpass. Auf die Rufe der Suchmannschaft entgegnete B. in schriftdeutscher Sprache mit "Wer sind Sie?" und "Wo sind Sie?", worauf Zweifel antwortete: "H�ttenwart Planura". B. setzte indessen mit seiner Frau den Weg fort und geriet bald wieder in den Nebel, ohne weitere Notsignale abzugeben. Die Suchmannschaft verfolgte noch ein St�ck weit deren Spur, die oberhalb des Claridenpasses �ber den Grat hinweg auf den Claridenfirn gegen den vorderen Spitzalpelistock f�hrte. Da Zweifel und seine Begleiter auf ihre Rufe keine Antwort mehr erhielten, kehrten sie um in der Annahme, die beiden Touristen h�tten sich wieder orientiert und w�rden sich in die Claridenh�tte begeben.
Vom Claridenpass aus h�tte B. die Planurah�tte in einer halben Stunde erreichen k�nnen, w�hrend die Route nach der Claridenh�tte von der Passh�he aus mehr als 5 km BGE 83 IV 9 S. 12weit �ber Gletscher f�hrt. Ohne dieses Weges sicher zu sein und sich �ber den Standort und die einzuschlagende Richtung zu orientieren, was bei der typischen B�nderung des aus dem Nebel auftauchenden Claridenhorns m�glich gewesen w�re, ging B. mit seiner Frau �ber den Pass auf den Claridengletscher. Er geriet dabei in die Steilh�nge des Spitzalpelifirns, wo er nur knapp einem Sturz in die Tiefe entging. Dessen wurde er sich erst gewahr, als vor und hinter ihm ein Schneebrett abrutschte und der Widerhall der st�rzenden Schneemassen ihn erkennen liess, dass er sich unmittelbar �ber dem Abgrund befand. Er will darob einen Schock erlitten haben.
Inzwischen war es Abend geworden und die Nacht begann hereinzubrechen. B. wagte nicht mehr weiterzugehen und entschloss sich, an einer flachen Stelle s�dlich des vorderen Spitzalpelistockes zu biwakieren. Ohne die einfachsten und im Bereiche des M�glichen gelegenen Schutzmassnahmen gegen ein Erfrieren seiner Frau zu treffen, liess er diese allein ein kleines Schneeloch ausheben, das lediglich zum Schutz des Kopfes ausreichte und ein v�llig ungen�gendes Biwak darstellte. W�hrend B. den Mut verlor, soll seine Frau w�hrend der Nacht immer wieder aufgestanden sein, um sich vom Schnee zu befreien.
Nach Tagesanbruch wurde sie jedoch von Schwindel befallen und erwies sich als marschunf�hig. Trotz dieses bedenklichen Zustandes verliess B. seine Frau. Er machte sich um 05.00 Uhr auf den Weg zur Claridenh�tte, wobei er den vollen Rucksack mitnahm. Da er es unterliess, sich bei dem nun herrschenden klaren und sonnigen Wetter �ber seinen Standort und die einzuschlagende Richtung zu orientieren, erreichte er im Zickzack �ber den Gletscher schreitend erst um 07.50 Uhr die Claridenh�tte. Dem H�ttenwart Balz Marti gab er an, seine Frau beim Geissb�tzistock zur�ckgelassen zu haben. Unverz�glich brach eine Rettungskolonne auf. Durch die falsche Standortsbezeichnung irregef�rt, begab sich die Rettungsmannschaft vergeblich zum Geissb�tzistock. Sie sah sich gezwungen, BGE 83 IV 9 S. 13die Spur Bs. zu suchen und ihr zu folgen. Um 09.30 Uhr gelangte die Rettungskolonne zum Biwak am vorderen Spitzalpelistock, wo sie Frau B. tot auffand. H�ttenwart Marti stellte fest, dass der Tod ungef�hr eine halbe Stunde zuvor eingetreten war. Die Sektion der Leiche durch das gerichtlich-medizinische Institut der Universit�t Z�rich f�hrte zum Ergebnis, dass Frau B. infolge Unterk�hlung des K�rpers und Ersch�pfung gestorben ist.
B.- Am 18. April 1956 sprach das Obergericht des Kantons Glarus B. der fahrl�ssigen T�tung (Art. 117 StGB) schuldig und verurteilte ihn unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft zu einem Jahr Gef�ngnis.
C.- B. f�hrt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichtes sei aufzuheben und die Sache zu seiner Freisprechung zur�ckzuweisen. Er macht geltend, die Vorinstanz habe den durch Art. 18 Abs. 3 StGB umschriebenen Begriff der Fahrl�ssigkeit unrichtig angewendet. Er bestreitet zudem den ad�quaten Kausalzusammenhang.
D.- Das Obergericht des Kantons Glarus beantragt Abweisung der Beschwerde.
1. Wer, wie der Beschwerdef�hrer, als erfahrener Alpinist eine Skitour ins Hochgebirge und �ber Gletschergebiet unternimmt und eine wenig berggewohnte und im Skifahren unge�bte Person, wie das unbestrittenermassen bei Frau B. der Fall war, zum Mitgehen veranlasst, gilt als F�hrer der Partie und ist f�r den schw�cheren Partner verantwortlich. Er ist gleich demjenigen, der eine Gefahrenlage schafft (vgl.BGE 79 II 69E. 2 und dort zitierte Urteile) verpflichtet, an Vorsichts- und Schutzmassnahmen alles Zumutbare vorzukehren, um einen Unfall zu verh�ten. Seine Verantwortung steht unter solchen Verh�ltnissen derjenigen nicht nach, die dem berufsm�ssigen Tourenleiter auf Berg- und Skifahrten f�r die Sicherheit der ihm anvertrauten Person obliegt und allgemein den BGE 83 IV 9 S. 14F�hrer nicht bloss moralisch, sondern rechtlich verpflichtet. Dazu kam f�r den Beschwerdef�hrer die eheliche Beistandspflicht (Art. 159 Abs. 3 ZGB), die grunds�tzlich der Sorge um das eigene Wohlbefinden vorgeht (BGE 79 II 127).
a) Pflicht des F�hrers ist es, vor Antritt der Tour sorgf�ltig zu pr�fen, ob bei den gegebenen Witterungs- und Routenverh�ltnissen, der k�rperlichen Eignung und dem technischen K�nnen der zu f�hrenden Person die geplante Berg- oder Skifahrt �berhaupt durchgef�hrt werden soll. Er wird sich dabei auch vergewissern, ob der Partner und er selbst gen�gend ausger�stet seien. Wer eine Tour ins Hochgebirge und in Gletschergebiet unternimmt, muss als F�hrer darauf bedacht sein, dass die Bekleidung den Rauheiten der Natur und der Unbill des Wetters, das sich rasch �ndern kann, angepasst sei. Darauf hat er vor allem zu achten, wenn die Tour bei schlechtem Wetter angetreten wird. Das gilt nicht bloss f�r die Bekleidung, sondern ebensosehr f�r die �brige Ausr�stung des Bergsteigers oder Skifahrers (Seil, Pickel, Schaufel, Felle, Kompass usw.). Sie muss so beschaffen sein, dass die richtige Durchf�hrung der Tour selbst bei Eintritt ung�nstiger Umst�nde ordentlicherweise gew�hrleistet ist und Gefahren, mit denen gerechnet werden muss, wirksam begegnet werden kann. Hangen doch Sicherheit und Leistungsf�higkeit von F�hrer und Gef�hrtem erfahrungsgem�ss zu einem nicht unwesentlichen Teil von der Ausr�stung ab. Der verantwortungsbewusste F�hrer unternimmt daher keine schwierige und gefahrvolle Hochgebirgstour, ohne die hief�r notwendige Ausr�stung zu besitzen.
b) Ferner versteht sich von selbst, dass er f�r die Sicherheit der ihm anvertrauten Person von Anfang bis Ende der Tour besorgt sein muss, zumal wenn diese, wie im vorliegenden Fall, wenig berggewohnt ist. Er hat auf ihre Unerfahrenheit und fehlende �bung im Bergsteigen und Skifahren angemessen R�cksicht zu nehmen, ihrem entsprechend gr�sseren Kr�fteverbrauch und der erh�hten Erm�dbarkeit Rechnung zu tragen und sie sowohl im Auf- BGE 83 IV 9 S. 15wie im Abstieg nicht zu �beranstrengen. Treten im Verlaufe der Tour Schwierigkeiten auf, ist in jedem Fall besondere Sorgfalt geboten.
2. Fahrl�ssigkeit f�llt dem T�ter zur Last, wenn er die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen, d.h. die nach den Umst�nden und seinen pers�nlichen Verh�ltnissen gebotene Vorsicht nicht beachtet hat (Art. 18 Abs. 3 StGB). Solche Unvorsichtigkeit hat sich der Beschwerdef�hrer in vielfacher Weise zuschulden kommen lassen.
a) Pflichtgem�sse Vorsicht und �berlegung h�tten ihn schon vom Antritt der Tour abhalten sollen. Steht doch nach dem angefochtenen Urteil fest, dass es beim Abmarsch von der Klausenpassh�he regnete und B. von der Tour abgeraten worden war. Dass er sich dennoch auf den Weg machte, k�nnte ihm nicht zum Vorwurf gereichen, wenn er einen bergt�chtigen Mann als Partner bei sich gehabt h�tte. Indessen musste er mit der Frau rechnen, die nach der verbindlichen Feststellung der Vorinstanz eine eher zarte, wenn nicht gar schw�chliche Natur war und der die Eignung f�r die geplante Bergfahrt fehlte. Dass Frau B. ihren Mann in seinem Vorhaben best�rkte und sich ebenfalls nicht bewegen liess, auf die Tour zu verzichten, vermag diesen als verantwortlichen F�hrer sowenig zu entlasten, wie der Umstand, dass der Regen bei Abmarsch "etwas nachliess". Das w�re nur von Bedeutung, wenn zugleich Aussicht auf Wetterbesserung bestanden h�tte. Damit konnte B. jedoch nicht in guten Treuen rechnen. Vor allem aber f�llt ihm zur Last, dass er ein solches Wagnis ohne entsprechende Ausr�stung in Kauf nahm. Jeder Alpinist von einiger Erfahrung weiss, dass im Fr�hjahr Temperaturst�rze im Hochgebirge h�ufig sind, weswegen warme W�sche zum notwendigen Ausr�stungsbestand geh�rt. Daran fehlte es besonders Frau B. Was an Reserveunterkleidern vorhanden war, wurde zudem in wasserdurchl�ssigen Rucks�cken mitgetragen und BGE 83 IV 9 S. 16war damit dem Regen ausgesetzt. Der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit trifft den Beschwerdef�hrer weiter deswegen, weil er sich trotz der schlechten Witterungsverh�ltnisse mit einem v�llig ungen�genden Kompass begn�gte und weder einen Eispickel noch eine Schneeschaufel mitf�hrte. Auch h�tte er bedenken m�ssen, dass die Ski mit Gurten statt mit Fellen versehen waren, was die Gefahr einer vorzeitigen �berm�dung erheblich erh�hte. Unter solchen Umst�nden diese Hochgebirgstour zu unternehmen, war unverantwortlich und mit der Sorgfaltspflicht des gewissenhaften F�hrers unvereinbar.
b) Wollte der Beschwerdef�hrer schon nicht auf die Tour verzichten, gebot die elementarste Vorsicht, bei dem schlechten Wetter die k�rzeste und leichteste Route zu w�hlen. Auch das hat B. nicht getan. Dabei vermag ihn nicht zu entlasten, dass er den Weg �ber Kammlialp-Griesgletscher-Kammlil�cke angeblich besser kannte als die Route �ber das Kammlijoch. Hierauf brauchte er nicht R�cksicht zu nehmen, weil er, wie die Vorinstanz verbindlich feststellt, einer JO-Gruppe des SAC h�tte folgen k�nnen. Ein Verirren w�re in diesem Fall kaum m�glich gewesen.
c) Weiter f�llt dem Beschwerdef�hrer zur Last, dass er nicht rechtzeitig umkehrte. Nachdem er sich schon im Anstieg zur Kammlil�cke verirrte und sich das Wetter verschlechterte, h�tte er vern�nftigerweise erkennen m�ssen, dass er sich in dieser Gegend nicht mehr sicher orientieren k�nne und die Schwierigkeiten noch anwachsen w�rden. Zudem musste er sich sagen, dass eine Fortsetzung der Tour unter solchen Umst�nden unweigerlich zu einer �beranstrengung und damit zu einer erheblichen Gef�hrdung seiner bergungewohnten Frau f�hren werde. Eine Umkehr dr�ngte sich auf und w�re auf dem Griesgletscher umso leichter gewesen, als B. noch seiner eigenen Spur h�tte folgen k�nnen. Dass er, einmal auf der Kammlil�cke angelangt, nicht mehr umkehrte, mag begreiflich erscheinen. Indessen musste sich in der Folge das Fehlen eines zuverl�ssigen BGE 83 IV 9 S. 17Kompasses besonders nachteilig auswirken, weil die Planurah�tte nicht in gerader Linie, sondern nur in einem Bogen �ber den H�fifirn erreicht werden kann. Bei dem schlechten Wetter war daher eine sichere Orientierung ohne guten Kompass unm�glich. Darin lag auch der Grund, warum sich B. beim Abstieg vom Claridenpass erneut verirrte, in bedrohliche N�he eines Absturzes geriet und den Weg zur Claridenh�tte nicht mehr fand.
d) Eine grob pflichtwidrige Unvorsichtigkeit liess er sich ferner zuschulden kommen, als er nach den vielfachen Schwierigkeiten und dem langen March die Verbindung, welche auf seine Notrufe durch Hornst�sse des H�ttenwarts von Planura und die sp�ter sich stets wiederholenden Signale der Suchmannschaft hergestellt war, in unverst�ndlicher Weise abbrach. Statt die Rufe der sich auf ca. 200 m gen�herten Rettungsmannschaft zu erwidern, in der Schallrichtung zu laufen oder zumindest anzuhalten, zog B. seines Weges weiter. Dass er damit das Leben seiner durch die grosse Anstrengung �berm�deten Ehefrau leichtfertig aufs Spiel setzte, steht ausser jedem Zweifel.
e) An der erforderlichen Vorsicht liess es der Beschwerdef�hrer auch fehlen, als er, gezwungen die Nacht in Schnee und Eis zu verbringen, keinerlei Massnahmen traf, um seine Frau gegen die K�lte zu sch�tzen. Musste er sich doch der drohenden Erfrierungsgefahr bewusst sein und als verantwortlicher F�hrer alles Zumutbare zu deren Abwendung vorkehren. Zwar kam die Erstellung eines den Umst�nden gen�genden Biwaks mangels Schneeschaufel, womit sich der Beschwerdef�hrer h�tte ausr�sten m�ssen, nicht in Betracht. Indessen h�tte er seiner Frau zumindest behilflich sein k�nnen, das von ihr ausgehobene Schneeloch so zu vertiefen, dass es dem ganzen K�rper einigermassen Schutz bot. Das w�re mit den zur Verf�gung stehenden Mitteln durchaus m�glich gewesen. B. h�tte mit dem Hinterteil eines Skis Schneew�rfel ausheben oder aus dem gefallenen Neuschnee ein Schutzm�uerchen errichten k�nnen. Dass er dies unterliess, f�llt BGE 83 IV 9 S. 18ihm zur Last. Daran �ndert nichts, dass er zuvor infolge des Absturzes eines Schneebretts angeblich einen Schock erlitt. Wie die Vorinstanz in f�r den Kassationshof verbindlicher Weise feststellt, war dessen Wirkung nur vor�bergehender Natur.
f) F�r einen erfahrenen Alpinisten v�llig unverst�ndlich war es schliesslich, die ersch�pfte Frau in den k�ltesten Morgenstunden zu verlassen. Dass B. auf seinen Marsch in die Claridenh�tte auch noch den vollen Rucksack mitnahm, statt alles Entbehrliche an Kleidern an seine Frau abzugeben, stellt weiter eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit dar.
g) Angesichts dessen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Beschwerdef�hrer zu Unrecht der Fahrl�ssigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB bezichtigt haben soll. Nach ihrer f�r den Kassationshof verbindlichen Tatsachenfeststellung, von welcher die Beschwerde unzul�ssigerweise abweicht (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP), liegt es auf der Hand, dass B. nicht die Vorsicht beachtete, zu der er nach den Umst�nden und seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet war.
3. Er bestreitet vergeblich den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem ihm zur Last fallenden Verhalten und dem Tod seiner Frau. In vielfacher Weise hat er auf der Hochgebirgstour seine Pflichten als verantwortlicher F�hrer schuldhaft verletzt und damit Fahrl�ssigkeit an Fahrl�ssigkeit gereiht, von denen jede f�r sich allein nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge zu einem t�dlichen Unfall h�tte f�hren k�nnen. Dass die einzelne Pflichtwidrigkeit die alleinige und unmittelbare Ursache des Erfolges sei, ist zur Annahme des rechtserheblichen Kausalzusammenhanges nicht erforderlich (BGE 68 IV 19,BGE 73 IV 232, BGE 81 IV 138). Vorliegend kann �brigens hinsichtlich der Unmittelbarkeit der Ursachenfolge kein Zweifel bestehen. Die verschiedenen Fahrl�ssigkeiten, deren Kette nie abriss, f�hrten zun�chst zur �beranstrengung und in der Folge zur �berm�dung und Ersch�pfung der Frau, die BGE 83 IV 9 S. 19schliesslich, was der Beschwerdef�hrer h�tte voraussehen und verhindern k�nnen, schutzlos dem Erfrierungstod preisgegeben war.