Source: https://www.steuba.de/gmbh/unternehmergesellschaft-erhoehung-stammkapital-umwandlung/
Timestamp: 2020-03-30 13:36:02
Document Index: 324519477

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 57', '§ 256', '§ 253', '§ 150', '§ 5', '§ 55', '§ 53', '§ 57', '§ 5', '§ 7', '§ 5', '§ 53', '§ 57', '§ 57', '§ 57', '§ 57', '§ 57', '§ 57', '§ 53', '§ 5']

Unternehmergesellschaft: WIe funktioniert die Umwandlung der UG?
02 Aug Unternehmergesellschaft: ErhÃ¶hung Stammkapital
VerÃ¶ffentlicht um: 20:14Uhr in GmbH	von	Michael Jonas
Wie kann ich aus einer Unternehmergesellschaft (UG) (haftungsbeschrÃ¤nkt) in eine GmbH umwandeln? Muss ich EUR 25.000 an Kapital erreichen oder langen auch EUR 12.500?
Gewinnthesaurierung bei einer Unternehmergesellschaft – gesetzliche RÃ¼cklage
Was ist eine formelle KapitalerhÃ¶hung einer Unternehmergesellschaft (UG)?
Gibt es eine Verpflichtung zur ErhÃ¶hung des Stammkapitals einer Unternehmergesellschaft um in eine GmbH umzuwandeln?
Muss eine Unternehmergesellschaft mindestens ein Eigenkapital von EUR 25.000 aufweisen, oder reichen EUR 12.500 um in eine GmbH umzuwandeln?
Wie funktioniert eine KapitalerhÃ¶hung bzw. eine Wandlung von einer Unternehmergesellschaft in eine GmbH?
Viele GrÃ¼nder entscheiden sich fÃ¼r eine UG, da sie die Vorteile einerÂ GmbHÂ hat, aber mit einem geringeren Stammkapital gegrÃ¼ndet werden kann. Sobald genÃ¼gend Eigenkapital zur VerfÃ¼gung steht, kann die Unternehmergesellschaft unter gewissen Voraussetzungen umwandeln. Es gibt keine Pflicht, eine UG jemals in eine normale GmbH umzuwandeln, aber gute GrÃ¼nde, dies zu tun, sobald genÃ¼gend Kapital vorhanden ist:
Die Pflicht zur Bildung einer RÃ¼cklage in einer Unternehmergesellschaft dient in erster Linie der KapitalerhÃ¶hung und dem GlÃ¤ubigerschutz. Der Grundgedanke bei einer Unternehmergesellschaft ist es, die GrÃ¼ndung einer Kapitalgesellschaft mit beschrÃ¤nkter Haftung bereits mit geringem Startkapital zu ermÃ¶glichen.
Wer ein Unternehmen mit beschrÃ¤nkter Haftung bis zur Etablierung der UG grÃ¼nden wollte, war gezwungen eine GmbH mit einem Mindeststammkapital von EUR 25.000 zu grÃ¼nden. Ohne ausreichendes Fremdkapital war diese finanzielle HÃ¼rde fÃ¼r viele Unternehmer unÃ¼berwindbar. Dank der Unternehmergesellschaft ist es nun mÃ¶glich mit nur 1 Euro Stammkapital (pro Gesellschafter) ein Unternehmen mit HaftungsbeschrÃ¤nkung zu grÃ¼nden.
Mittelfristig birgt das fehlende Stammkapital Risiken. Ein geringes Stammkapital hat im Verlust- oder Haftungsfall gravierende Konsequenzen: Es kommt zur Ãœberschuldung der Unternehmergesellschaft, gefolgt von einer drohenden Insolvenz. Aus diesem Grund wurde die Thesaurierungspflicht gesetzlich festgelegt. Die Einstellung des Thesaurierungsbetrags soll dieses Risiko Jahr um Jahr senken.
Nach dem Wechsel in die normale GmbH ist eine “RÃ¼ckumwandlung”in die UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) nicht mehr mÃ¶glich. Eine derartige Umwandlung einer GmbH in eine UG ist weder in Â§ 5a GmbHG vorgesehen noch durch das UmwG realisierbar.
Nach Â§ 5a Abs. 3 GmbHG muss die UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) in ihrer Bilanz eine gesetzliche RÃ¼cklage bilden, in die jeweils ein Viertel des JahresÃ¼berschusses einzustellen ist. Ziel dieser Thesaurierungspflicht ist die Ausstattung der UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) mit einem hÃ¶heren Eigenkapital innerhalb einiger Jahre, so dass sie ihr Stammkapital auf 25.000 EUR erhÃ¶hen und zu einer normalen GmbH erstarken kann.
Diese RÃ¼cklage darf nach dem Gesetzeswortlaut nur zur KapitalerhÃ¶hung aus Gesellschaftsmitteln gemÃ¤ÃŸ Â§ 57c GmbHG sowie zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags oder Verlustvortrags verwendet werden.
VerstÃ¶ÃŸt die UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) gegen die RÃ¼cklagenverpflichtung, so fÃ¼hrt dies zur Nichtigkeit der Feststellung des betreffenden Jahresabschlusses (Â§ 256 AktG analog) und des Gewinnverwendungsbeschlusses der Gesellschafterversammlung (Â§ 253 AktG analog).
Eine bestimmte summenmÃ¤ÃŸige Obergrenze ist fÃ¼r die gesetzliche RÃ¼cklage (im Unterschied zu Â§ 150 Abs. 2 AktG) nicht vorgesehen.Â Die Thesaurierungspflicht besteht also auch dann fort, wenn die RÃ¼cklage den Betrag von 25.000 EUR erreicht bzw. Ã¼berschritten hat. Die Pflicht zur RÃ¼cklagenbildung entfÃ¤llt erst mit der Umwandlung der UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) in eine normale GmbH durch ErhÃ¶hung des Stammkapitals auf mindestens 25.000 EUR gemÃ¤ÃŸ Â§ 5a Abs. 5 GmbHG. Auf diese Weise wird ein Druck auf die Gesellschafter erzeugt, die UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) in eine GmbH zu Ã¼berfÃ¼hren.
Der Ãœbergang von einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschrÃ¤nkt) zu einer GmbH ist u.a. von einer formellen KapitalerhÃ¶hung (Â§ 55 GmbHG) abhÃ¤ngig, wozu es einer SatzungsÃ¤nderung gemÃ¤ÃŸ Â§ 53 GmbHG bedarf.
Voraussetzung hierfÃ¼r ist ein Gesellschafterbeschluss, der mit einer 3/4 Mehrheit der abgegebenen Stimmen ergeht und notariell beurkundet werden muss. Insofern fÃ¼hrt der reine Umstand, dass eine Mindestkapitalsumme im Eigenkapital ausgewiesen wird nicht zu einem Ãœbergang zu einer regulÃ¤ren GmbH.
Aufgrund der Thesaurierungsverpflichtung liegt es nahe, dass die KapitalerhÃ¶hung aus Gesellschaftsmitteln in der Form des Â§ 57c GmbHG erfolgt. Eine KapitalerhÃ¶hung unter ZufÃ¼hrung neuen Eigenkapitals durch die bisherigen Gesellschafter ist ebenso mÃ¶glich.
GrundsÃ¤tzlich ist die Unternehmergesellschaft als Vorstufe zur GmbH fÃ¼r ExistenzgrÃ¼nder vorgesehen worden. Allerdings hat der Gesetzgeber keine Verpflichtung implementiert eine Umwandlung zu vollziehen und auch keine zeitliche Frist gesetzt.
Insofern fÃ¼hrt das faktische Erreichen der Mindestkapitalgrenze nicht zu einem entsprechenden KapitalerhÃ¶hungsbeschluss.
Hinderlich an der ganzen Regelung ist allerdings, dass die Thesaurierungsverpflichtung von 25 % des Gewinns auch nach der Ãœberschreitung der Mindestkapitalgrenze weiterbesteht. Insofern sind maximal 75 % der Gewinne einer Unternehmergesellschaft ausschÃ¼ttungsfÃ¤hig, die restlichen Gewinne sind in der gesetzlichen RÃ¼cklage geblockt.
Das StammkapitalÂ einer GmbH betrÃ¤gt gemÃ¤ÃŸ Â§ 5 GmbHG EUR 25.000Â Dieser Betrag setzt sich aus den Stammeinlagen der Gesellschafter zusammen, die unterschiedlich hoch sein kÃ¶nnen. Um eineÂ GmbH grÃ¼ndenÂ zu kÃ¶nnen, reicht es jedoch aus, dassÂ Sie zumindestÂ eine Einlage in HÃ¶he von EUR 12.500Â leistenÂ (Â§ 7 Abs. 2 GmbHG) â€“ in diesem Fall bleibt es bis zur Einbringung von EUR 25.000 bei einer persÃ¶nlichen gesamtschuldnerischen Haftung aller Gesellschafter fÃ¼r den Differenzbetrag von EUR 12.500
Die Umwandlung der UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) in eine GmbH vollzieht sich nach Â§ 5a GmbHG auÃŸerhalb des Umwandlungsgesetzes. Insbesondere ist kein Formwechsel erforderlich und mÃ¶glich, da es sich bei der UG (haftungsbeschrÃ¤nkt) um eine Unterform der GmbH und nicht um eine eigenstÃ¤ndige Gesellschaftsform handelt.
Bei einer derartigen KapitalerhÃ¶hung aus Gesellschaftsmitteln sind neben Â§Â§ 53 und 54 GmbHG Ã¼ber die AbÃ¤nderung des Gesellschaftsvertrages die besonderen Vorschriften der Â§Â§ 57dâ€“57o GmbHG zu beachten (Â§ 57c Abs. 3 GmbHG).
Dem Beschluss der Gesellschafterversammlung Ã¼ber die KapitalerhÃ¶hung ist eine Bilanz zugrunde zu legen, in der die RÃ¼cklage ausgewiesen ist (Â§ 57d GmbHG). Der Stichtag der Bilanz darf hÃ¶chstens acht Monate vor der Anmeldung der KapitalerhÃ¶hung zum Handelsregister liegen (Â§ 57e und 57f Abs. 1 GmbHG). Eine Umwandlung der RÃ¼cklage ist nicht mÃ¶glich, wenn in der Bilanz ein Verlust oder Verlustvortrag ausgewiesen ist (Â§ 57d Abs. 2 GmbHG). Der Beschluss Ã¼ber die KapitalerhÃ¶hung bedarf der notariellen Beurkundung und muss mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen gefasst werden (Â§ 57c Abs. 3 i.V.m. Â§ 53 Abs. 2 GmbHG). Die KapitalerhÃ¶hung aus Gesellschaftsmitteln wird mit ihrer Eintragung im Handelsregister wirksam.
Nach der Eintragung der KapitalerhÃ¶hung im Handelsregister ist die Gesellschaft nicht mehr verpflichtet, die Bezeichnung “Unternehmergesellschaft (haftungsbeschrÃ¤nkt)” bzw. “UG (haftungsbeschrÃ¤nkt)” in ihrer Firma zu fÃ¼hren (Â§ 5a Abs. 1 und 5 GmbHG). Vielmehr darf die Gesellschaft dann den Rechtsformzusatz “GmbH” fÃ¼hren.
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