Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2103.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:41:22
Document Index: 326364628

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 63']

2.103 Tongrube Gochsheim
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Tongrube Gochsheim" vom 29. Dezember 1986 (GBl. v. 20.03.1987, S. 67).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Kraichtal wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Tongrube Gochsheim".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 15 ha.
· Es umfaßt nach dem Stand vom 2. Februar 1984 auf dem Gebiet der Stadt Kraichtal, Ortsteil Gochsheim die Grundstücke Flst. Nrn. 4814/1; 4814/2; 4815/1; 4816-4821; 4822/1; 4822/2; 4822/3; 4824-4827; 4829-4831; 4832 (teilweise); 4833 (teilweise); 4834 (teilweise); 4835 (teilweise); 4860 (teilweise); 4866 (teilweise); 4870 (teilweise); 48824886; 4888-4891; 4892/1; 4892/2; 4893-4897; 4899/1; 4899/2; 4900; 4901 (teilweise); 4902/1; 4902/2; 4903-4905; 4906/1 (teilweise); 4906/2 (teilweise); 5005/1; 5141 (teilweise); 5256; 5259 (teilweise); 5259/1; 5259/2; 5260; 5262; 5262/1; 5263; 5263/1; 5264-5269; 5338; 5339/1; 5339/2; 5340; 5341/1; 5341/2; 5342-5351; 5350/2; 5356/2; 5356/4; 5357/1; 5358/1; 5359/1; 5360/1; 5361/1; 5362.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in 1 Detailkarte im Maßstab 1:1500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Karlsruhe auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung und Gestaltung eines Sekundärbiotops mit See, Teich, Tümpeln, Steilwänden, Rohbodenflächen, Trocken- und Ruderalstandorten, Hecken, Streuobstbäumen als Lebensraum heimischer Pflanzen und Tiere, insbesondere
· als Brutplatz selten gewordener Vogelarten,
· als Laichplatz gefährdeter Amphibien von überregionaler und nationaler Bedeutung,
· als Lebensraum für Reptilien,
· als Durchzugs- und Rastgebiet von Zugvögeln,
· als Lebensraum einer artenreichen Insektenwelt und
13. die geschützte Fläche mit Fahrzeugen zu befahren und außerhalb des gekennzeichneten Weges zu betreten;
a) keine baulichen Anlagen (wie Hochstände, Futterstellen, Entenbrutkörbe) errichtet werden,
b) keine Salzlecken eingerichtet werden,
c) die Entenjagd und die Jagd auf Haarwild nur vom 1. Oktober bis 15. Dezember ausgeübt wird; unberührt von diesen Einschränkungen bleibt das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten, soweit es sich nicht auf Eier von Federwild bezieht;
2. für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß nur an den in der Karte und im Gelände markierten Stellen geangelt wird, daß Fischen vom Boot aus untersagt ist und daß fischereiliche Pflege- und Schonmaßnahmen, die im Hinblick auf Schutz gefährdeter Fischarten erfolgen, nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutz- und Fischereibehörde erfolgen;
3. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der höheren Naturschutzbehörde in einen Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG oder nach jagdrechtlichen Bestimmungen - insbesondere zur Wildschadensverhütung - Befreiung erteilt werden.