Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.12.2013&Aktenzeichen=7%20B%2018.13
Timestamp: 2020-06-02 12:43:39
Document Index: 301327088

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 28', '§ 45', '§ 46', '§ 24', '§ 19', '§ 24', '§ 28', '§ 46', '§ 44', '§ 46', '§ 46']

BVerwG, 20.12.2013 - 7 B 18.13 - dejure.org
https://dejure.org/2013,38742
BVerwG, 20.12.2013 - 7 B 18.13 (https://dejure.org/2013,38742)
BVerwG, Entscheidung vom 20.12.2013 - 7 B 18.13 (https://dejure.org/2013,38742)
BVerwG, Entscheidung vom 20. Dezember 2013 - 7 B 18.13 (https://dejure.org/2013,38742)
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§ 28 Abs 1 VwVfG HE 2010, § 28 Abs 2 VwVfG HE 2010, § 45 VwVfG HE 2010, § 46 VwVfG HE 2010, § 24 Abs 1 S 1 AtG
Keine Zulassung der Revision i. S. Moratorium Biblis A
AtG § 19 Abs. 3 S. 1; AtG § 24 Abs. 1 S. 1
AKW Biblis - Urteil zu Stilllegung rechtskräftig
Weg für Schadenersatzklage wegen Biblis-Stilllegung frei
AKW Biblis rechtswidrig stillgelegt: RWE siegt vor BVerwG
DVBl 2014, 303
Das Bundesverwaltungsgericht hat die dagegen eingelegten Anträge auf Zulassung der Revision mit Beschlüssen vom 20. Dezember 2013 (- BVerwG 7 B 18.13 - und - BVerwG 7 B 19.13 -, jeweils DVBl 2014, S. 303) zurückgewiesen.
Ist der nach außen handelnden Behörde bekannt, dass die Betroffenen im Rahmen informaler Kontakte mit dem Vorhabenträger Gelegenheit hatten, sich auch zu der beabsichtigten Sachentscheidung zu äußern, kann dies zwar je nach den Umständen des Einzelfalls ein Grund sein, im Rahmen ihres Ermessens nach § 28 Abs. 2 VwVfG von einer Anhörung abzusehen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 20.12.2013 - BVerwG 7 B 18.13 -, DVBl 2014, 303, [303], RdNr. 12 in juris).
Bei Anhörungsfehlern bei Entscheidungen mit Beurteilungs- und/oder Ermessensspielräumen erfordert diese Prüfung eine hypothetische Betrachtung: Es ist zu prüfen, was der Betroffene bei fehlerfreier Anhörung vorgetragen hätte und ob dieser Vortrag objektiv geeignet gewesen wäre, die Sachentscheidung der Behörde zu beeinflussen (BVerwG, Beschl. v. 20.12.2013 - BVerwG 7 B 18.13 -, a.a.O., RdNr. 24, m.w.N.).
Dabei ist bei Entscheidungen mit Ermessensspielraum - wie hier - zu prüfen, was der Betroffene bei fehlerfreier Anhörung vorgetragen hätte und ob dieser Vortrag objektiv geeignet gewesen wäre, die Sachentscheidung der Behörde zu beeinflussen, Vgl. BVerwG, Beschluss vom 20.12.2013 - 7 B 18/13 -, juris, Rn. 24.
Dies ergebe sich auch aus der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Beschlüsse v. 20.12.2013 - 7 B 18/13 und 7 B 19/13 -).
Nach der zuletzt genannten Vorschrift, die auch auf eine Fortsetzungsfeststellungsklage Anwendung findet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 20. Dezember 2013 - 7 B 18.13 -, juris, Rn. 22 ff., mit Veröffentlichungshinweis u.a. auf DVBl. 2014, 303-307;… BeckOK VwVfG/Schemmer, a.a.O., § 46 Rn. 9), kann die Aufhebung eines Verwaltungsakts, der nicht nach § 44 nichtig ist, nicht allein deshalb beansprucht werden, weil er unter Verletzung von Vorschriften über das Verfahren, die Form oder die örtliche Zuständigkeit zustande gekommen ist, wenn offensichtlich ist, dass die Verletzung die Entscheidung in der Sache nicht beeinflusst hat.
Die Kausalität eines Anhörungsfehlers für die zu treffende Sachentscheidung kann nicht schon deshalb verneint werden, weil die Behörde nicht nur die Notwendigkeit der Anhörung, sondern darüber hinaus verkannte, dass sie nicht rechtlich gebunden war, sondern das ihr vom Gesetz eingeräumte Ermessen auszuüben hatte (vgl. BVerwG, Beschluss vom 20. Dezember 2013, a.a.O., Rn. 24 f.).
Die Anhörung muss sich an einen individualisierten Adressaten richten und die beabsichtigte behördliche Maßnahme konkret benennen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 20.12.2013 - BVerwG 7 B 18.13 -, juris RdNr. 19).
Die Anhörung muss sich an einen individualisierten Adressaten richten und die beabsichtigte behördliche Maßnahme konkret benennen (BVerwG, Beschl. v. 20.12.2013 - BVerwG 7 B 18.13 -, DVBl 2014, 303 [305], RdNr. 19 in juris).
Dabei ist bei Entscheidungen mit Ermessensspielraum - wie hier - zu prüfen, was der Betroffene bei fehlerfreier Anhörung vorgetragen hätte und ob dieser Vortrag objektiv geeignet gewesen wäre, die Sachentscheidung der Behörde zu beeinflussen (BVerwG, Beschl. v. 20.12.2013, a.a.O., [S. 306], RdNr. 24, m.w.N.).
Schließlich hat der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts in einer die Stilllegung eines Atomkraftwerks im Zuge einer atomrechtlichen Aufsichtsmaßnahme (Hoheitsverwaltung) betreffenden Entscheidung zum Institut der Bundesauftragsverwaltung in allgemeiner Weise ausgeführt, dass die gesetzesvollziehende rechtsverbindliche Entscheidung mit Außenwirkung, vor allem der Erlass von Verwaltungsakten und der Abschluss öffentlich-rechtlicher Vereinbarungen, dem Land vorbehalten bleibe (BVerwG, B.v. 20.12.2013 - 7 B 18/13 - juris Rn. 11).
BVerwG, Beschluss vom 20. Dezember 2013 - 7 B 18.13 -, DVBl. 2014, 303, juris, Rdn. 24; Urteil vom 22. März 2012 - 3 C 16.11 -, BVerwGE 142, 205, juris, Rdn. 20 m. w. N.; Schemmer, in: Bader/ Ronellenfitsch, VwVfG, 2010, § 46, Rdn. 42; Kopp/Ramsauer, VwVfG, 14. Aufl. 2013, § 46, Rdn. 26 f., 32, 37.
vgl. BVerwG, Urteil vom 31. Juli 2012 - 4 A 7001.11 u. a. -, juris, Rn. 34, und Beschluss vom 20. Dezember 2013 - 7 B 18.13 -, juris, Rn. 24; OVG NRW, Beschluss vom 24. Oktober 2019 - 1 B 1051/19 -, juris, Rn. 104.