Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20224,%20444
Timestamp: 2019-06-26 23:31:07
Document Index: 344932165

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 4', '§ 9', '§ 4', '§ 9']

BFH, 26.03.2009 - VI R 15/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,317
BFH, 26.03.2009 - VI R 15/07 (https://dejure.org/2009,317)
BFH, Entscheidung vom 26.03.2009 - VI R 15/07 (https://dejure.org/2009,317)
BFH, Entscheidung vom 26. März 2009 - VI R 15/07 (https://dejure.org/2009,317)
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EStG § 9 Abs. 1 Satz 1, § 9 Abs. 5, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b
Häusliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten Räumen; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer Räume; Zeiten der Nichtnutzung; Feststellungslast; Berechnung der Raumkosten
Abzug von Aufwendungen für beruflich genutzte Räume, die nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers entsprechen
Häusliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten Räumen; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer Räume; Zeiten der Nichtnutzung - Feststellungslast - Berechnung der Raumkosten
Häusliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten Räumen; Berechnung der Raumkosten
Notwendigkeit der Abgrenzung eines häuslichen Arbeitszimmers von anderen beruflich genutzten Zimmern im häuslichen Bereich; Zurechnung von nach Ausstattung und Funktion nicht einem Büro entsprechenden Räumlichkeiten zum Typus des häuslichen Arbeitszimmers im Falle ihrer Einbindung in die häusliche Sphäre; Unbeschränkte Abzugsfähigkeit als Werbungskosten der durch die berufliche Nutzung von nicht als Arbeitzimmer einzuordnenden häuslichen Räumlichkeiten entstandenen Aufwendungen
Häusliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten Räumen
Ausgaben für beruflich genutzte Räume sind auch dann von der Steuer abzusetzen, wenn es keine typischen Arbeitszimmer sind
Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten Räumen
Beruflich genutzter Raum, aber nicht Arbeitszimmer - Werbungskosten
Zweitwohnung im Zweifamilienhaus als Arbeitszimmer
Auch für beruflich genutzte Räume, die nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers entsprechen, können Werbungskosten angesetzt werden - Qualifizierung als häusliches Arbeitszimmer muss nicht für jeden Raum gesondert vorgenommen werden
Werbungskosten und Betriebsausgaben - Arbeitszimmer oder betrieblich genutzter Raum? Neues BFH-Urteil bringt Klarheit
Kurznachricht zu "Anmerkungen zur Entscheidung des BFH vom 26.03.2009, Az.: VI R 15/07 (Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer)" von RA/StB Dr. Michael Glanemann, original erschienen in: EStB 2009, 191 - 192.
BFHE 224, 444
NJW 2009, 2767
NZM 2009, 594
DB 2009, 1162
BStBl II 2009, 598
Ob ein Raum als häusliches Arbeitszimmer anzusehen ist, lässt sich daher nur aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls entscheiden (BFH-Urteile vom 16. Oktober 2002 XI R 89/00, BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185, und in BFHE 224, 444, BStBl II 2009, 598).
Ist das Arbeitszimmer allerdings nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers zuzuordnen, § 9 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG also nicht anzuwenden, sind die durch die berufliche Nutzung veranlassten Aufwendungen unbeschränkt als Werbungskosten abziehbar, wenn der Raum nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird (BFH-Urteil vom 26. März 2009 VI R 15/07, BStBl II 2009, 598).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung erfasst die Bestimmung das häusliche Büro, d.h. einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer - bzw. organisatorischer Arbeiten dient (st. Rspr., vgl. BFH-Urteile vom 26. März 2009 - VI R 15/07, BStBl II 2009, 598 m.w.N.; vom 22. November 2006 - X R 1/05, BStBl II 2007, 304).
Ob ein Raum als häusliches Arbeitszimmer anzusehen ist, lässt sich daher nur aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls entscheiden (BFH-Urteile in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185, und vom 26. März 2009 VI R 15/07, BFHE 224, 444, BStBl II 2009, 598).
Die darauf bezogene Würdigung aller Umstände des Einzelfalls obliegt ebenfalls dem FG als Tatsacheninstanz (BFH-Urteile in BFHE 201, 106, BStBl II 2004, 59; in BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43; in BFH/NV 2005, 1537, und in BFHE 224, 444, BStBl II 2009, 598).
Aufwendungen für ein Arbeitszimmer können grundsätzlich nur dann unbeschränkt als Werbungskosten gemäß § 9 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geltend gemacht werden, wenn es sich um ein außerhäusliches Arbeitszimmer handelt (BFH-Urteil vom 26.03.2009, VI R 15/07, DStR 2009, S. 1030).
Ein häusliches Arbeitszimmer liegt vor, wenn der Arbeitsraum seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient (BFH-Urteile vom 26.03.2009, VI R 15/07, DStR 2009, S. 1030;… vom 18.08.2005, VI R 39/04, BStBl. II 2006, S. 428;… vom 19.09.2002, VI R 70/01, BStBl. II 2003, S. 139; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.03.2004, 5 K 1234/02, [...]).
Ob ein Wohnhaus in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist, lässt sich nicht generell, sondern nur aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalles entscheiden (BFH-Urteil vom 26.03.2009, VI R 15/07, DStR 2009, S. 1030).
Ergänzend verwiesen sie auf einschlägige Rechtsprechung (Vorlage des FG Münster an das Bundesverfassungsgericht vom 8. Mai 2009 1 K 2872/08, DStR 2009, 1024; Beschluss des Niedersächsischen FG vom 2. Juni 2009 7 V 76/09, ZSteu 2009, R523; Urteil des FG Köln vom 10. Dezember 2008 7 K 97/07, EFG 2009, 649; BFH-Urteil vom 26. März 2009 VI R 15/07, DStR 2009, 1030).
Diesbezüglich verweisen die Antragsteller auf die einschlägige Rechtsprechung (Vorlage des FG Münster an das Bundesverfassungsgericht vom 8. Mai 2009 1 K 2872/08, DStR 2009, 1024; Beschluss des Niedersächsischen FG vom 2. Juni 2009 7 V 76/09, ZSteu 2009, R523; Urteile des FG Köln vom 10. Dezember 2008 7 K 97/07, EFG 2009, 649; des FG Rheinland-Pfalz vom 17. Februar 2009 3 K 1132/07, EFG 2009, 651; des BFH vom 26. März 2009 VI R 15/07 DStR 2009, 1030).
Da es sich insoweit um eine steuermindernde Tatsache handelt, tragen die Kläger die objektive Beweislast (Feststellungslast) für die berufliche Veranlassung der streitigen Aufwendungen (vgl. Senatsurteil vom 26. März 2009 VI R 15/07, BFHE 224, 444, BStBl II 2009, 598).
Häuslich ist ein Arbeitszimmer, wenn der betreffende Raum seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist, also zur Wohnung oder zum Wohnhaus des Steuerpflichtigen gehört (BFH, Urteil vom 26.03.2009 VI R 15/07, BStBl II 2009, 598).
Wie bereits unter I 2 c ausgeführt ist ein Arbeitszimmer häuslich, wenn der betreffende Raum seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist, also zur Wohnung oder zum Wohnhaus des Steuerpflichtigen gehört (BFH, Urteil vom 26.03.2009 VI R 15/07, BStBl II 2009, 598).