Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/savigny_system08_1849?p=268
Timestamp: 2020-08-13 04:46:30
Document Index: 13057868

Matched Legal Cases: ['§ 370', '§ 370', '§ 37', '§ 370', '§ 370', '§ 370', '§ 37', '§ 370', '§ 370', '§ 370', '§ 37']

an diesen Gerichtsstand gebunden, wenn er sich an einem
solchen Orte antreffen läßt.
III. Obligationenrecht. Örtliches Recht.
Die Lehre vom Gerichtsstande der Obligation ist bisher
deshalb so genau in ihren Einzelheiten dargestellt worden
(§ 370. 371), weil sie allein einen sicheren Halt gewährt
für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren
örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen
Bestimmungen des Römischen Rechts eigentlich ganz fehlt.
Gerade hier ist der innere Zusammenhang zwischen dem
Gerichtsstand und dem örtlichen Recht eben so ergiebig und
fruchtbar, als wohl begründet, indem dieselbe präsumtive
Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm
den Gerichtsstand bestimmt, auch für das anwendbare ört-
liche Recht als bestimmend anerkannt werden muß (a).
Ich nehme die ganze Reihe praktischer Regeln, wie sie
oben für den Gerichtsstand aufgestellt worden sind, ohne
Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare
örtliche Recht an (§ 370). Dasselbe ist also, je nach
Verschiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu
führen (S. 226. 227).
(a) Auch Eichhorn deutsches
Recht § 37 b wendet die von dem
Gerichtsstand redenden Stellen des
Römischen Rechts unmittelbar auf
das örtliche Recht an.
an dieſen Gerichtsſtand gebunden, wenn er ſich an einem
ſolchen Orte antreffen läßt.
Die Lehre vom Gerichtsſtande der Obligation iſt bisher
deshalb ſo genau in ihren Einzelheiten dargeſtellt worden
(§ 370. 371), weil ſie allein einen ſicheren Halt gewährt
Beſtimmungen des Römiſchen Rechts eigentlich ganz fehlt.
Gerade hier iſt der innere Zuſammenhang zwiſchen dem
Gerichtsſtand und dem örtlichen Recht eben ſo ergiebig und
fruchtbar, als wohl begründet, indem dieſelbe präſumtive
den Gerichtsſtand beſtimmt, auch für das anwendbare ört-
liche Recht als beſtimmend anerkannt werden muß (a).
Ich nehme die ganze Reihe praktiſcher Regeln, wie ſie
oben für den Gerichtsſtand aufgeſtellt worden ſind, ohne
örtliche Recht an (§ 370). Daſſelbe iſt alſo, je nach
Verſchiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu
(a) Auch Eichhorn deutſches
Gerichtsſtand redenden Stellen des
Römiſchen Rechts unmittelbar auf
<p><pb facs="#f0268" n="246"/><fw place="top" type="header">Buch <hi rendition="#aq">III.</hi> Herr&#x017F;chaft der Rechtsregeln. Kap. <hi rendition="#aq">I.</hi> Örtliche Gränzen.</fw><lb/>
an die&#x017F;en Gerichts&#x017F;tand gebunden, wenn er &#x017F;ich an einem<lb/>
&#x017F;olchen Orte antreffen läßt.</p>
<head>§. 372.<lb/><hi rendition="#aq">III.</hi> <hi rendition="#g">Obligationenrecht. Örtliches Recht</hi>.</head><lb/>
<p>Die Lehre vom Gerichts&#x017F;tande der Obligation i&#x017F;t bisher<lb/>
deshalb &#x017F;o genau in ihren Einzelheiten darge&#x017F;tellt worden<lb/>
(§ 370. 371), weil &#x017F;ie allein einen &#x017F;icheren Halt gewährt<lb/>
für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren<lb/>
örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen<lb/>
Be&#x017F;timmungen des Römi&#x017F;chen Rechts eigentlich ganz fehlt.<lb/>
Gerade hier i&#x017F;t der innere Zu&#x017F;ammenhang zwi&#x017F;chen dem<lb/>
Gerichts&#x017F;tand und dem örtlichen Recht eben &#x017F;o ergiebig und<lb/>
fruchtbar, als wohl begründet, indem die&#x017F;elbe prä&#x017F;umtive<lb/>
Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm<lb/>
den Gerichts&#x017F;tand be&#x017F;timmt, auch für das anwendbare ört-<lb/>
liche Recht als be&#x017F;timmend anerkannt werden muß <note place="foot" n="(a)">Auch <hi rendition="#g">Eichhorn</hi> deut&#x017F;ches<lb/>
Recht § 37 <hi rendition="#aq">b</hi> wendet die von dem<lb/>
Gerichts&#x017F;tand redenden Stellen des<lb/>
Römi&#x017F;chen Rechts unmittelbar auf<lb/>
das örtliche Recht an.</note>.</p><lb/>
<p>Ich nehme die ganze Reihe prakti&#x017F;cher Regeln, wie &#x017F;ie<lb/>
oben für den Gerichts&#x017F;tand aufge&#x017F;tellt worden &#x017F;ind, ohne<lb/>
Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare<lb/>
örtliche Recht an (§ 370). Da&#x017F;&#x017F;elbe i&#x017F;t al&#x017F;o, je nach<lb/>
Ver&#x017F;chiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu<lb/>
führen (S. 226. 227).</p><lb/>
[246/0268] Buch III. Herrſchaft der Rechtsregeln. Kap. I. Örtliche Gränzen. an dieſen Gerichtsſtand gebunden, wenn er ſich an einem ſolchen Orte antreffen läßt. §. 372. III. Obligationenrecht. Örtliches Recht. Die Lehre vom Gerichtsſtande der Obligation iſt bisher deshalb ſo genau in ihren Einzelheiten dargeſtellt worden (§ 370. 371), weil ſie allein einen ſicheren Halt gewährt für die Frage nach dem bei den Obligationen anwendbaren örtlichen Recht, für welche Frage es an quellenmäßigen Beſtimmungen des Römiſchen Rechts eigentlich ganz fehlt. Gerade hier iſt der innere Zuſammenhang zwiſchen dem Gerichtsſtand und dem örtlichen Recht eben ſo ergiebig und fruchtbar, als wohl begründet, indem dieſelbe präſumtive Unterwerfung, welche den Sitz der Obligation und mit ihm den Gerichtsſtand beſtimmt, auch für das anwendbare ört- liche Recht als beſtimmend anerkannt werden muß (a). Ich nehme die ganze Reihe praktiſcher Regeln, wie ſie oben für den Gerichtsſtand aufgeſtellt worden ſind, ohne Bedenken zugleich als maaßgebend für das anwendbare örtliche Recht an (§ 370). Daſſelbe iſt alſo, je nach Verſchiedenheit der Fälle, auf folgende Orte zurück zu führen (S. 226. 227). (a) Auch Eichhorn deutſches Recht § 37 b wendet die von dem Gerichtsſtand redenden Stellen des Römiſchen Rechts unmittelbar auf das örtliche Recht an.
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system08_1849/268
Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 8. Berlin, 1849, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system08_1849/268>, abgerufen am 13.08.2020.