Source: http://post-und-telekommunikation.de/PuT/KEP_2000_1_Jan-Juni.php
Timestamp: 2017-07-24 20:36:52
Document Index: 149025764

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art. 25', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 35', 'EuG', 'EuG']

Post und Telekommunikation, KEP 2000, Januar bis Juni
Der deutsche Postmarkt erreichte 1999 mehr als 42 Milliarden DM Umsatz. 2 Drittel des Postmarktes - im Wesentlichen die Kurier-, Express- und Paketdienste - sind bereits für den Wettbewerb geöffnet. Diese Zahlen nannte der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, bei der Vorstellung seines Marktberichts für 1999 fest.
Knapp 2 Drittel der Umsätze entfielen 1999 auf die Deutsche Post AG. Der Umsatz im lizenzierten Bereich (Beförderung von Briefsendungen bis 1.000 Gramm) betrug 1999 rd. 19,5 Milliarden DM. Die Deutsche Post AG hielt hier trotz Öffnung bestimmter Bereiche für den Wettbewerb einen Marktanteil von 99 Prozent.
Die Regulierungsbehörde hatte bis Ende 1999 an 627 Unternehmen Lizenzen vergeben. Davon haben 504 eine D-Lizenz für qualitativ höherwertige Postdienstleistungen. Der Umsatz der Lizenznehmer lag 1999 bei 125 Millionen DM, dies entspricht einem Marktanteil von 0,6 Prozent des Gesamtumsatzes.
Bei den Lizenznehmern sind 5.250 Voll- und Teilzeit-Arbeitsplätze und 11.000 Arbeitsplätze für sogenannte geringfügig Beschäftigte („630-Mark-Beschäftigte”) entstanden.
Hier finden Sie den Tätigkeitsbericht 1999 der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.
Bund erhöht Zuschuss für Pensionskasse
Nach einem „Focus”-Bericht vom 31. Januar 2000 musste Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) seine Zahlungen an die Post-Pensionskasse für 1999 nachträglich um 200 Millionen DM erhöhen. Erst ein Jahr zuvor hatte der Bund seinen Zuschuss von 6 auf 8,2 Milliarden DM aufstocken müssen. Gegen diese Finanzspritze - so Focus - hat die EU-Kommission Bedenken. Sie sieht darin eine mögliche Begünstigung der Deutschen Post AG.
ePost Target: Per Mausklick in den Hausbriefkasten
Es ist eine Binsenweisheit: E-Mail ist ein ernst zunehmender Konkurrent des Briefes. Die elektronische Post zu verdammen, wäre genau so widersinnig wie eine Abwehr gegen Telefon und Telefax.
Die Deutsche Post ignoriert die Entwicklung nicht, sondern nimmt sie als Chance an und bindet sie in neue Produkte und Dienstleistungen ein. Nach ePost und FunCard aus dem PC und Internet bietet sie seit Januar 2000 den neuen Service „ePost Target”: Rundschreiben, Serien- oder Werbebriefe am Computer schreiben, als E-Mail versenden und vom Briefträger der Deutschen Post beim Empfänger zustellen lassen. Das Drucken, Kuvertieren und Freimachen der Sendungen besorgt die Post in einer ihrer bundesweit 7 ePost-Stationen. Zielgruppe sind Unternehmer, Freiberufler und Selbstständige. Die Menge spielt bei ePost Target keine Rolle. Es können 50 oder auch 5.000 Briefe sein. Die bisherigen ePost-Angebote richteten sich vor allem an Großunternehmen mit Massensendungen, wobei der Absender seine Briefdaten auf elektronischem Weg (Datenleitung, Datenträger) an die nächstgelegene ePost-Station übermittelte.
Deutsche Post beteiligt sich an Investorholding Zouk
Die Deutsche Post hat sich im Januar 2000 mit 10 Prozent an der internationalen Venture Capital Gesellschaft zouk holding ltd. beteiligt. Vorstandschef Dr. Klaus Zumwinkel sieht darin eine konsequente Fortführung der eCommerce-Strategie des Deutsche Post Konzerns. Die Gesellschaft bietet über den „European eCommerce-Fonds” ausgesuchten jungen Einsteiger-Firmen in der Internet-Branche Unterstützung mit Startkapital und Know-how. Der Fonds ist bereits in 6 europäischen eCommerce-Firmen eingestiegen.
Paket-Intercity rollt seit 31. Januar 2000
Am 31. Januar 2000 begannen Deutsche Bahn und Deutsche Post ein neues Kapitel ihrer Zusammenarbeit: Um 20.30 Uhr startete in Hamburg der erste Paket-Intercity mit 24 Containern von Hamburg über Nürnberg nach München. In Hannover nahm er weitere 24 Container auf. Seine Reisegeschwindigkeit lag bei 160 km/h. Zur selben Zeit fuhr ein Gegenzug von München nach Hamburg.
In der Pilotphase bis Mai 2000 verkehren die Züge werktäglich zwischen Hamburg und München. Ab Herbst 2000 soll auch Kornwestheim bei Stuttgart angesteuert werden. Dann werden 13 der 33 Paketzentren der Deutschen Post miteinander verbunden. Ende Mai 2000 wurden die Züge fest in den Bahn-Fahrplan integriert. Spätestens 2002 soll eine Ost-West-Verbindung dazukommen. Geplant sind Verbindungen zwischen Duisburg, Köln und Berlin, Karlsruhe und Hamburg sowie Karlsruhe, Leipzig und Berlin.
Der Paket-Intercity erspart 5.000 Lkw-Fahrten pro Jahr.
Post will für Zwangsarbeiter während der Nazi-Herrschaft zahlen
Auch die Deutsche Post will sich wie die Deutsche Telekom an dem geplanten Fonds zur Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern aus dem Zweiten Weltkrieg beteiligen. „Die Post sieht sich als Teil der deutschen Gesamtwirtschaft und will ihr dabei helfen, die eingegangenen Verpflichtungen zu tragen&8221”, sagte ein Unternehmenssprecher im Januar 2000. Bisher sei das Unternehmen nicht von rechtlichen Forderungen ehemaliger Zwangsarbeiter betroffen, da die ehemalige Reichspost ein Teil der Reichsregierung gewesen sei und Rechtsansprüche daher durch das Bundesentschädigungsgesetz geregelt worden seien.
Über die Höhe ihrer Einlage verhandelt die Post noch mit der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft. Diese sieht sich seit Längerem vor dem Problem, ihren Beitrag (je 5 Milliarden DM von der Bundesregierung und von der deutschen Wirtschaft) zusammen zu bekommen. Bisher fehlen von den deutschen Unternehmen noch Zusagen für 2 Milliarden DM.
Gericht stützt Post-Position
Bei der Verteidigung ihrer Exklusivlizenz gegen ihre Konkurrenten mit D-Lizenz der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, also der Lizenz für die Beförderung von Briefen unter 200 Gramm, hat die Deutsche Post wieder einen Etappensieg errungen. Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied in einem Berufungsprozess der KDI Wangen Kurierdienst Ende 1999 zugunsten der Deutschen Post.
Schon im November 1998 hatte die Regulierungsbehörde die Erteilung einer D-Lizenz nicht nur von der zuverlässigen Erfüllung einer „höherwertigen Leistung” (die Regulierungsbehörde stuft die taggleiche Zustellung als höherwertige Leistung ein) abhängig gemacht. Sie verlangt auch, dass diese Leistung in einem mindestens 2.500 Quadratkilometer großen Bereich erbracht wird. Zum ersten Mal spielte nun dieses Flächenkriterium in der Rechtsprechung eine letztlich entscheidende Rolle. In der Kernaussage entschied das Gericht: „Der Antragsgegner hat es zu unterlassen, Briefsendungen und adressierte Kataloge, deren Einzelgewicht weniger als 200 Gramm beträgt, gewerbsmäßig zu befördern, solange seine Dienstleistung ausschließlich darin besteht, dass er auf einem Gebiet von weniger als 2.500 Quadratkilometern folgende Leistungen erbringt...” Es folgen die Kriterien des Postgesetzes für die Erteilung einer D-Lizenz.
An anderer Stelle des Urteils heißt es: „Eine von den Universaldienstleistungen der Antragstellerin (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die Deutsche Post) trennbare höherwertige Leistung kann sich nicht nur darauf beschränken, diese ausschließlich auf einem Gebiet zu erbringen, das ohne größeren logistischen oder zeitlichen Aufwand bedient werden kann.” Zudem bedürfe es keiner besonderen Leistungsfähigkeit, eine taggleiche Zustellung oder eine Umlenkung zu garantieren, wenn der Empfänger allenfalls wenige Kilometer vom Absender entfernt seinen Sitz habe. Als qualitativ höherwertig einzustufen sei eine taggleiche Zustellung vielmehr nur dann, wenn sie nicht nur in einem eng begrenzten Gebiet garantiert werde.
Der Bundesverband der Kurier-, Express- und Paket-Dienste (BdKEP) meinte zu dem Urteil, zum ersten Mal zeige sich nun deutlich, wie gefährlich für Briefdienste der leichtfertige Umgang mit dem Flächenkriterium sei.
DPD-Briefe jetzt nach Österreich
Der Deutsche Paketdienst (DPD) hat im Januar 2000 seinen Briefversand auf Österreich ausgedehnt. Die Sendungen zwischen 200 und 1.000 Gramm, die entweder als herkömmlicher Brief oder mit Zustellnachweis und Versicherung versandt werden können, sollen in der Regel binnen 2 Tagen den Empfängern ausgeliefert werden.
Trustcenter kann starten
Der Nutzung der digitalen Signatur steht nichts mehr im Wege. Am 24. Februar 2000 erhielt das Trustcenter der Deutschen Post die Genehmigungsurkunde der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Damit ist der Startschuss für den Dienst eTrust gefallen, den die Deutsche Post Signtrust, ein Geschäftsfeld der Deutschen Post, bei der CeBIT auf den Markt brachte. Seitdem kann das Trustcenter Personen zertifizieren und Signaturkarten ausgeben, mit denen die digitale Signatur möglich ist. Das bedeutet: Der Nutzer kann jetzt per Internet eine rechtsverbindliche „Unterschrift” leisten. Mit eTrust schafft die Deutsche Post einen entscheidenden Schritt für die Sicherheit der elektronischen Kommunikation und des Internet-Handels.
Internet-Marktplatz der Deutschen Post eVITA bietet auch Auktionen
In einer Partnerschaft mit dem Auktionshaus Ricardo.de startete eVITA, der Internet-Marktplatz der Deutschen Post, Online-Auktionen. Bei der ersten Auktion Ende Februar 2000 konnten u.a. eine Fernreise einschließlich der Flugtickets, ein Fallschirmsprung mit Ex-Turn-Weltmeister Eberhard Gienger und ein echtes Post-Auto ersteigert werden.
In ihrem Internet-Angebot bietet eVITA inzwischen ein vielfältiges Angebot an Informationen, Unterhaltung und Shopping zu den Themen Auto, Beruf, Computer, Familie, Mode und Genuss. Mit dem direkten Zugriff auf 2.500 Shops hat eVITA den größten Shopping-Überblick auf dem deutschen Internet-Markt im Angebot. Börsengang: Deutsche Bank und Warburg Dillon koordinieren Post-IPO
Die Deutsche Bank und Warburg Dillon Read werden den für Herbst geplanten Börsengang der Deutschen Post als so genannte Globale Koordinatoren organisieren. Dies gab Mitte Februar 2000 die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Deutsche Post bekannt. Die bundeseigene KfW hält seit Ende 1999 50 Prozent minus eine Aktie des Grundkapitals der Deutschen Post AG.
Europäischer Gerichtshof bestätigt Porto-Anspruch der Deutschen Post im Remailing-Streit
Mit Urteil vom 10. Februar 2000 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Rechtsauffassung der Deutschen Post zum Remailing in vollem Umfang bestätigt. Die Geltendmachung des durch Remailing verursachten Portoausfalls ist mit dem EU-Recht vereinbar. Damit wird die Rechtsauffassung mehrerer deutscher Gerichte bestätigt, die den Zahlungsanspruch der Deutschen Post in der Vergangenheit bereits anerkannt haben.
Die Klageforderung der Deutschen Post gegen die GZS Gesellschaft für Zahlungssysteme mbH und die Citicorp Kartenservice GmbH wird jetzt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main weiter verhandelt, das den Anspruch der Post aus Art. 25 Weltpostvertrag bereits dem Grunde nach bejaht hatte.
Nach dem EuGH-Spruch begründet auch das sogenannte non-physical Remailing einen Portoanspruch in Höhe des Differenzbetrages zwischen der Endvergütung nach den Regeln des Weltpostvertrages und dem Inlandsporto. Beim non-physical Remailing übermittelt der Absender die Daten für die Briefsendungen auf elektronischem Wege ins Ausland. Dort werden die Sendungen ausgedruckt, kuvertiert und beim ausländischen Postunternehmen zur Beförderung nach Deutschland eingeliefert.
So erstellt die Citicorp, Sitz Frankfurt am Main, innerhalb der Citibank-Gruppe Kontoauszüge, Zahlungs- und Verrechnungsaufforderungen für Visa-Kreditkartenkunden. 1993 hatte die Citibank ein zentrales Abwicklungszentrum im niederländischen Arnheim eingerichtet. Während die Datenverarbeitung weiterhin in Frankfurt erfolgte, wurden die Daten per elektronischem Datentransfer nach Arnheim geleitet, dort ausgedruckt und anschließend bei der niederländischen PTT Post zum Versand nach Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und Griechenland eingeliefert. Jährlich wurden auf diesem Weg 42 Millionen Sendungen versandt. Für Deutschland verlangte die PTT Post umgerechnet 55 Pfennig Porto und zahlte an die Deutsche Post eine Endvergütung von 40 Pfennig pro Brief.
Ähnlich verfuhr die GZS als bedeutendster Abwicklungsdienstleister für die Umsätze mit Eurocard-Kreditkarten. Die GZS lieferte die Sendungen in Dänemark ein.
Deutsche Post schließt Übernahmeangebot für Air Express International ab
Am 9. Februar 2000 lief das Übernahmeangebot der Deutschen Post für den Kauf aller im Umlauf befindlichen Aktien des US-amerikanischen Luftfrachtanbieters Air Express International (AEI) zum Preis von 33 US-Dollar in bar pro Aktie aus. Bis dahin wurden nach einer vorläufigen Zählung 32.301.523 AEI-Aktien, etwa 96 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien, angeboten. Der Fusionsvertrag wurde bereits am 15. November 1999 unterzeichnet.
AEI wird in den Geschäftsbereich Intercontinental von Danzas eingegliedert. Danzas Intercontinental/AEI wird mit 12.000 Beschäftigten Nummer 1 in der Luftfracht sein und zu einem der 5 führenden Unternehmen für Seefracht in der Welt werden.
KEP-Branche setzt auf Formel 1 als Werbeträger
Im Herbst 1999 stieg die Deutsche Post als Sponsor des Jordan-Teams in die Formel 1 ein. Anfang 2000 kündigte DHL Worldwide Express an, künftig als Hauptsponsor das Jaguar-Racing-Team zu unterstützen. FedEx bleibt wie schon im vorigen Jahr Sponsor des Ferrari-Teams.
Regulierungsbehörde prüft die Paketpreise der Deutschen Post
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post geht seit März 2000 Vorwürfen des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) nach, denen zufolge die Deutsche Post im Bereich Pakete teilweise mit Dumpingpreisen arbeitet. Die Regulierungsbehörde sei befugt - so der zuständige Referatsleiter Dr. Johannes Offermann -, das Preisgebaren der Deutschen Post in diesem Bereich zu prüfen, da die Deutsche Post immer noch im Paketbereich in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung einnehme. Dabei gehe es um die Preise, die die Deutsche Post im Business-to-Business- (B2B) und im Business-to-Customer (B2C)-Geschäft verlange. Bei den B2B-Paketen verfüge die Deutsche Post einschließlich des Unternehmens trans-o-flex (Post-Beteiligung 24,8 Prozent) über einen Marktanteil von 50 Prozent. Die Schalterpakete sind von der Untersuchung ausgenommen. In diesem Segment hat die Deutsche Post - so die Regulierungsbehörde - einen Marktanteil von 94 Prozent.
Brief-Porto rauf oder runter?
Viel Wirbel gab es im März 2000 um das Briefporto. Nach dem Postgesetz entscheidet die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post auf Antrag des Unternehmens über die Höhe der Tarife für Briefe, Postkarten und Infopost, soweit ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung hat. Die bestehende Tarifgenehmigung für die Deutsche Post (Standardbrief: 110 Pf seit Herbst 1997) läuft Ende August 2000 aus.
Zwar hatte die Deutsche Post bis März 2000 noch keinen Antrag auf eine Neufestsetzung der Tarife gestellt. Die Regulierungsbehörde hatte aber bereits mit der Vorprüfung der künftigen Monopoltarife begonnen. Nach Informationen des Handelsblattes leitete die Behörde angesichts von Monopolgewinnen im Briefbereich von 6 Milliarden DM einen Preissenkungsspielraum von etwa 15 Prozent ab. Dies hätte durch eine 2-stufige Portoabsenkung für den Standardbrief um jeweils 10 Pfennig umgesetzt werden können. Chefregulierer Klaus-Dieter Scheurle war der Ansicht, die geltenden Tarife im Monopolbereich seien nicht mehr kostengerecht. Schließlich habe die Deutsche Post in den letzten Jahren ein ausländisches Unternehmen nach dem anderen aufgekauft.
Mitte März 2000 wurden Pläne der Deutschen Post bekannt, das Porto für Briefe und Postkarten um je 10 Pfennig zu erhöhen. Dagegen formierte sich Widerstand auf breiter Front. So kritisierte die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) eine mögliche Portoerhöhung als Missbrauch des Briefmonopols. Der Verband äußerte zudem den Verdacht, die Post habe eine mögliche Portoerhöhung absichtlich in die Öffentlichkeit lanciert, um eine drohende Portosenkung durch die Regulierungsbehörde zu verhindern.
Auch die Bundesregierung stellte sich gegen eine Portoerhöhung. In den letzten Märztagen schaltete sich Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) ein. Am 27. März 2000 erklärte Müller, das Briefporto werde entgegen den Plänen der Deutschen Post nicht erhöht, sondern es bleibe bis zum Auslaufen der Exklusivlizenz (Monopol der Deutschen Post für die Beförderung von Briefen bis 200 Gramm) Ende 2002 unverändert. Zugleich erteilte Müller dem Präsidenten der Regulierungsbehörde folgende Weisung (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. März 2000): „Hiermit erteile ich Ihnen die allgemeine Weisung, die Vorschrift des Paragraphen 57 Absatz 2 Satz 2 Postgesetz so auszulegen, dass alle Genehmigungen, die vor dem 1. Januar 1998 erteilt worden sind, bis zum 31. Dezember 2002 wirksam sind. Diese Weisung wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.” Nach dem Postgesetz ist der Minister befugt, allgemeine Weisungen zu erteilen. Eingriffe in einzelne Genehmigungsverfahren sind dagegen nicht zulässig.
Die Weisung Müllers stieß vor allem bei der CDU/CSU-Opposition, aber auch beim Koalitionspartner der SPD, den Grünen, und bei der F.D.P. auf Kritik. Die Aktion des Wirtschaftsministers sei eine Weisung im Einzelfall und damit unzulässig. CDU-Postexperte Elmar Müller, Vorsitzender des Beirats der Regulierungsbehörde, kündigte an, mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen den - nach seiner Meinung - illegalen Eingriff seines Namensvetters in die Kompetenzen der Regulierungsbehörde vorzugehen. Politiker und ein Teil der Medien sahen hinter den Vorgängen einen Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang der Deutschen Post im Herbst 2000. So schrieb die Süddeutsche Zeitung am 22. März 2000: „Da gibt es ... aber auch noch den Finanzminister, der als Kassenwart des Bundesvermögens nicht das geringste Interesse daran haben kann, dass den potenziellen Aktionären der Post die gute Stimmung durch eine von den Regulierungsbürokraten verordnete Portosenkung verhagelt wird.”
Nach anfänglichem Schweigen äußerte sich schließlich auch der Chef der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle: „Selbstverständlich bleiben wir unabhängig.” Es könne aber „ja wohl niemand behaupten, dass diese Vorgehensweise eine Maßnahme ist, mit der die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde gestärkt wird.”
Dr. Wolfgang Bötsch, CSU-MdB und Bundespostminister a.D., der 1997 das Postgesetz auf den Weg gebracht hatte, gab dem Wirtschaftsminister Schützenhilfe. Der Financial Times Deutschland (Ausgabe vom 13. April 2000) sagte er: „Er hat formal und auch inhaltlich korrekt gehandelt.”
Anfang Juli 2000 schaffte die Regulierungsbehörde endgültig Rechtssicherheit und teilte dem Post-Vorstand schriftlich mit, dass die Ende August 2000 auslaufende Genehmigung der Porto-Tarife bis zum 31. Dezember 2002 weiter wirksam sei.
EU-Kommission will im Wettbewerbsverfahren gegen die Deutsche Post zügig entscheiden
Die EU-Kommission will im Fall der Deutschen Post AG ihre Entscheidung im Wettbewerbsverfahren noch vor der Sommerpause treffen. Dies war Ende März 2000 aus Kommissionskreisen zu erfahren. Befürchtungen der Deutschen Post, ein hinausgezögertes Prüfverfahren könne den Börsengang im Herbst gefährden, wurden in Brüssel zurückgewiesen.
Die Deutsche Post ist stärker in das Visier der EU-Wettbewerbshüter geraten. Die Kommission geht u.a. Hinweisen nach, der Paketdienst werde durch Monopoleinnahmen aus dem Briefdienst unrechtmäßig quersubventioniert. Zusätzlich prüft die EU, ob die Deutsche Post durch ihr Briefmonopol eine bestehende dominante Position gegenüber Wettbewerbern ausnutze.
Wie die Deutsche Post wehrt sich auch die Bundesregierung gegen den Vorwurf der Quersubventionierung. Es müsse bedacht werden, dass die Deutsche Post durch die Übernahme der ostdeutschen Infrastruktur eine große wirtschaftliche Belastung zu verkraften hatte.
Deutsche Post Fulfilment GmbH gegründet
Zum Jahresbeginn 2000 gründete die Deutsche Post ein neues Tochterunternehmen: die Deutsche Post Fulfilment GmbH. Sie entstand aus der Zusammenführung der beiden Post-Töchter Deutsche Post Kontraktlogistik GmbH (DPK) und International Postal Service (IPS). Das neue Unternehmen ist auf das nationale und internationale B2C-Geschäft spezialisiert.
Die Aufgaben der DPK wurden aufgeteilt: Während das Privatkundengeschäft (B2C) auf die neue Post-Tochter überging, wurde das Geschäftskundensegment (B2B) unter das Dach von Danzas gerückt.
Die Deutsche Post Fulfilment GmbH eröffnete am 31. Januar 2000 in Bremen ein Logistik-Center, in dem die gesamten logistischen Dienstleistungen für den Tchibo-Versand abgewickelt werden, vom Bestellmanagement über Versandvorbereitung und Warenverteilung bis zur Rechnungsstellung.
Neues Joint Venture im internationalen Postgeschäft
Der weltweite Markt für grenzüberschreitende Briefpost ist kräftig in Bewegung geraten. Wie im März 2000 bekannt wurde, will die niederländische TNT Post Group N.V. (TPG) - die erste börsennotierte Postgesellschaft der Welt, gemeinsam mit British Post Office und Singapore Post die „weltweit größte Partnerschaft für internationale Geschäftspost” etablieren. Die 3 Gesellschaften planen ein neuartiges Joint Venture mit Sitz in Belgien, an dem TPG mit 51 Prozent die Mehrheit halten soll. Beobachter werten das Vorhaben als Reaktion auf die starke Expansion der Deutschen Post in die internationalen Märkte.
Laut TPG wird die neue Allianz auf Anhieb einen Umsatz von 450 Millionen Euro und Standorte in 60 Staaten aufweisen. Kunden in 200 Ländern sollen bedient werden.
Deutsche Post: Platz 2 beim Briefexport aus den USA
2 Jahre früher als geplant erzielte das neue Geschäftsfeld Global Mail der Deutschen Post 1999 Platz 2 beim Briefexport aus den USA. Ziel ist es, spätestens in 3 Jahren weltweit die Nummer 1 für grenzüberschreitende Briefpost zu werden, so Don Brooks, der Sprecher der Geschäftsführung der International Mail Services GmbH (IMS), einer Tochter des Deutsche Post Konzerns. Don Brooks (44), Kanadier mit Sitz in London, kam 1997 zur IMS. Zuvor war er bei TNT und baute für TNT das internationale Express-Geschäft in Kanada auf.
Ein starkes Rückgrat für das internationale Briefgeschäft ist das Internationale Postzentrum (IPZ) in Frankfurt am Main, weltweit nicht nur die größte, sondern nach Expertenmeinung auch die qualitativ beste Plattform für internationale Post. Dank der Effizienz des IPZ ist es sinnvoll, in den USA und überall in Europa akquirierte Briefe nach Frankfurt zu transportieren, dort zu sortieren und dann weiter zu versenden. So versandte die Post-Tochter Global Mail (USA) früher Sendungen direkt in verschiedene Länder in Europa, Afrika und Asien. Tests zeigten, dass Briefpost, die aus den USA über das Frankfurter Verteilzentrum geleitet wurde, schneller an den Bestimmungsort gelangte.
Erst wenn das Sendungsaufkommen groß genug ist, sind auch Direktflüge, ausgehend von der neuen Auswechslungsstelle in Washington die Bestimmungsländer denkbar.
Deutsche Post erwirbt britische Firma
Anfang März 2000 hat die Deutsche Post die Londoner Firma Herald International Mailings Ltd. erworben, eines der 3 größten privaten internationalen Brieflogistik-Unternehmen in Großbritannien. Die Deutsche Post kann damit ihren Kunden in Großbritannien die gesamte Bandbreite an Mehrwertdienstleistungen im Briefgeschäft anbieten.
Der Unternehmenskauf ist die erste europäische Akquisition der Deutschen Post im Briefbereich und ergänzt die globalen Aktivitäten der Posttochter IMS, die Niederlassungen in Großbritannien, den USA, Österreich, der Schweiz, Belgien, Italien, den Niederlanden, Singapur und Australien betreibt.
Von dem Kauf unberührt bleibt die enge Zusammenarbeit der Deutschen Post mit der Royal Mail. Auch die Firma Herald wird ihre bereits seit Langem bestehende Kooperation mit der britischen Post fortsetzen.
Eckpunkte für Tarifverhandlungen
Die Deutsche Post und die Deutsche Postgewerkschaft haben sich am 27. März 2000 über wichtige Eckpunkte im Hinblick auf die nachfolgenden Tarifverhandlungen geeinigt. Wichtigster Bestandteil der Vereinbarung ist ein neues Entlohnungsmodell, das die Personalkosten der Deutschen Post mittelfristig beträchtlich senken wird.
Die Entlohnung neu eingestellter Mitarbeiter wird sich künftig an den branchenüblichen Sätzen und damit an denen der Konkurrenz orientieren. Durchschnittlich 5 Prozent des Einkommens sollen dabei leistungsbezogen variabel sein. Für Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits unbefristet beschäftigt waren, gelten die alten Entlohnungsregeln weiter. Post-Chef Klaus Zumwinkel: „Unser bisheriges an den öffentlichen Dienst angelehntes Tarifsystem führte zu einem branchenunüblich hohen Lohnniveau. Durch das neue Entlohnungsmodell wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens deutlich verbessert.”
Im Gegenzug sagte die Deutsche Post der Gewerkschaft zu, 1.200 Mitarbeiter einzustellen, um die Brief- und Paketzusteller zu entlasten und die Qualität für die Kunden zu sichern.
Der bestehende Kündigungsschutz wird bis Ende 2004 fortgeschrieben. Bis dahin gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen. Wird das Briefmonopol über 2002 hinaus verlängert?
In einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel” sagte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller Anfang April 2000, er denke über die Verlängerung des Post-Monopols für Briefbeförderung über das Jahr 2002 hinaus nach. Wenn die Postmärkte der Nachbarländer nicht zeitgleich geöffnet würden, werde er „sehr zögerlich” bei der Liberalisierung des deutschen Marktes.
Deutschland liege - so der Minister - bei der Liberalisierung in Europa an der Spitze. Daraus erwüchsen Nachteile für die Deutsche Post beim Marktzugang in andere Länder und bei den Verpflichtungen, die sich für die Deutsche Post aus der Universaldienstleistungsverordnung ergeben. Überdies könnten Postunternehmen aus anderen Ländern auf dem deutschen Markt leichter Fuß fassen.
Digitale Freimachung im Test
Bis März 2000 testete die Deutsche Post in Offenbach ein neues Frankier-Verfahren für Briefe. Bei der sogenannten Digitalen Freimachung kann der Kunde die Daten zu seinen Briefen im Internet abrufen und damit die Abrechnung mit der Deutschen Post vereinfachen. Die Markteinführung ist frühestens für das Jahr 2001 geplant.
Die Deutsche Post führte diesen Betriebsversuch mit der Firma Pitney Bowes, dem Hersteller des erforderlichen Postbearbeitungssystems, und der Lufthansa AirPlus als Kunden durch.
Die Digitale Freimachung funktionierte im Pilotprojekt so: Die Lufthansa AirPlus frankierte ihre Briefe einmal wöchentlich mit einer Postbearbeitungsanlage der Firma Pitney Bowes. Die Anlage druckte links neben dem üblichen roten Freistempelabdruck die neue Digitale Freimachung auf den Brief. Das Gewicht der Sendung ermittelte die Anlage automatisch. Der Aufdruck bestand aus einem 2D Barcode, in dem Daten des Absenders enthalten waren, außerdem das Einlieferungsdatum, die Sendungsnummer, eine Maschinenkennung sowie die eigentliche Freimachung in Euro Cent. Parallel dazu erstellte das Postbearbeitungssystem die Daten zum Briefversand und übertrug diese an ein zentrales Rechnersystem der Deutschen Post.
Gerüchte um Fusion oder Kooperation zwischen Deutsche Post AG und Lufthansa?
Im Februar 2000 flammten in Wirtschaftskreisen Gerüchte um eine mögliche Fusion der Logistiksparten der Deutschen Post und der Lufthansa auf. So berichtete u.a. die Financial Times Deutschland unter Berufung auf „unabhängige Quellen” die beiden Firmen, Lufthansa und Post, sprächen über eine Zusammenlegung ihrer Töchter DHL International, Lufthansa Cargo und Air Express International (AEI). Beide Konzerne lehnten eine Stellungnahme ab.
Lufthansa und Deutsche Post halten bereits jeweils 25 Prozent am Brüsseler Logistikkonzern DHL. Am 17. April 2000 teilten beide Firmen mit, sie werden ihre Luftfrachtgeschäfte bündeln. Die Lufthansa-Tochter Cargo und die Deutsche Post wollen eine gemeinsame Gesellschaft Aerologic GmbH gründen, in der die Interessen beider Firmen an DHL gebündelt werden. Zugleich kündigten die Konzerne eine Zusammenarbeit beim eCommerce an.
QuickMAIL erworben / Teilkauf von Skymail
Global Mail Ltd., amerikanisches Tochterunternehmen der Deutschen Post, hat die internationale Briefsparte QuickMAIL des in New York ansässigen Unternehmens Quick International Courier erworben. Die Akquisition von QuickMAIL erhöht die landesweite Präsenz der Global Mail, die zu den führenden weltweiten US-Versendern von Direct Mail, Zeitschriften und Katalogen zählt.
Eine zweite Akquisition im April 2000 kam dazu: Global Mail erwarb die internationale Briefsparte der US-Gesellschaft Skymail International Inc., die eng mit der amerikanischen Post (US Postal Service) kooperiert.
Seit 1. April 2000 Produktpalette für Euro Express vereinfacht
Seit 1. April 2000 hat die Deutsche Post ihr Filialsortiment für nationale und internationale Paket- und Express-Produkte vereinfacht, um das Angebot für die Kunden überschaubarer zu machen. Aus 15 Produkten und 17 Zusatzleistungen wurden 6 Produkte und 4 bedarfsorientierte „Extra”-Gruppen („Extra Sicher”, „Extra Schnell”, „Extra Inkasso”, „Extra Sonstiges”). Die bisherigen Produkte Postpaket, Economy-, Premium- und Expresspaket sind nun unter dem Begriff POSTPAKET zusammengefasst. Der Kunde kann nun das Grundprodukt mit verschiedenen Extras kombinieren.
Auch die Gewichtsstufen beim POSTPAKET - national und international - wurden reduziert. Über das gesamte Sortiment gibt es jetzt ein einheitliches Preisstufensystem mit 4 kg, 8 kg, 12 kg und 20 kg.
Die ersten Portomarken eines privaten Postvertriebs
Seit 3. März 2000 bietet der hessische Privat-Zustelldienst HPV (Hessische Postvertriebs-GmbH) eigene Portomarken für die von ihm beförderten Briefe an. Die Marken gelten nur im Tätigkeitsbereich des lizenzierten Post-Konkurrenten, nämlich im Postleitzahlbereich 35. Zudem installiert HPV in Gießen, Marburg und Wetzlar seine ersten eigenen Briefkästen in der Unternehmensfarbe Blau, damit auch Privatkunden den Dienst nutzen können und nicht nur wie bisher Geschäftskunden mit mindestens 30 Sendungen. Ein 20g-Brief kostet inklusive Mehrwertsteuer bei HPV 93 Pfennig. Die HPV beförderte im März 2000 nach eigenen Angaben 435.000 adressierte Briefe.
Briefe, die noch am selben Tag zugestellt werden sollen, müssen bis spätestens 8.20 Uhr in die HPV-Briefkästen eingeworfen sein. Die HPV-Portomarken gibt es in den Wertstufen 93 Pf (bis 20 Gramm), 197 Pf (bis 50 Gramm), 255 Pf (bis 500 Gramm) und 406 Pf (bis 1.000 Gramm). Zum Vergleich die geltenden Tarifstufen der Deutschen Post: 110 Pf (bis 20 Gramm), 220 Pf (bis 50 Gramm), 300 Pf (bis 500 Gramm), 440 Pf (bis 1.000 Gramm).
Europaweites Paketnetz steht
Seit April 2000 steht das europaweite Paketnetz der Deutschen Post. Aus den lokalen Netzen der ausländischen Partner in 18 Ländern wurde im Projekt STEP (Starting Europe's leading Parcelnetwork) die Euro-Express-Produktionsplattform. Damit hat die Deutsche Post den ersten großen Meilenstein geschafft. Jetzt muss die Integration weiter vorankommen.
Die Deutsche Post kann nun ihren Kunden im geschlossenen System einen europaweiten End-to-end-Service aus einer Hand bieten, zunächst vor allem im Geschäftskundenbereich. Dabei steuert Danzas Transport (vormals Deutsche Post Transport) die internationalen Fernverkehre.
Konzern führt neue Rechtschreibung ein
Am 1. April 2000 führte der Konzern Deutsche Post die neue Rechtschreibung ein. Seitdem sind Zug um Zug die interne und externe Korrespondenz sowie alle Neuauflagen von Geschäftsunterlagen nach den reformierten Regeln zu führen oder herzustellen. Für den Aufbrauch von Restbeständen ist eine Übergangszeit bis Ende 2001 vorgesehen.
Im Schriftverkehr mit den Medien (Pressemitteilungen) wendet die Deutsche Post die neuen Schreibregeln bereits seit dem 1. August 1999 an, in Anzeigen (z.B. Stellenanzeigen) und Schriften (Werbetexte, Broschüren usw.) seit 1. November 1999.
Die Deutsche Post World Net übernimmt die sogenannte dpa-Schreibweise. Das sind Sondervereinbarungen und Modifizierungen der deutschsprachigen Nachrichtenagenturen, die inzwischen von den Druckmedien angewandt werden. Für die Bezeichnung von Produkten, Organisationseinheiten und häufig gebrauchte fachspezifische Begriffe gelten konzerninterne Festlegungen.
Deutsche Post World Net erwirbt Anteil an Global Freight Exchange
Die Deutsche Post World Net wird - wie der Konzern am 17. April 2000 angekündigt hat - einen 10-prozentigen Anteil an dem Londoner Unternehmen Global Freight Exchange (GF-X) erwerben. GF-X betreibt einen Marktplatz für Luftfracht-Leistungen im Internet.
GF-X, 1998 gegründet, bietet in ihrem virtuellen Marktplatz Airlines und Spediteuren die Möglichkeit, Frachtkapazitäten zu kaufen und zu verkaufen.
Dank der aktiven Teilnahme an diesem weltweiten elektronischen Marktplatz kann Danzas AEI Intercontinental - im Post-Konzern zuständig für Luftfracht - den Postkunden noch umfassendere Angebote machen. Zudem stärkt die Deutsche Post World Net mit diesem Engagement im Bereich des eBusiness ihre Internet-Kompetenz.
EU leitet neues Verfahren gegen die Deutsche Post ein
Die EU-Kommission in Brüssel hat ein neues Wettbewerbsverfahren gegen die Deutsche Post AG eingeleitet. Wie das Handelsblatt am 30. Mai 2000 berichtete, prüfen die Kartellwächter 6 Beschwerden, denen zufolge die Deutsche Post den Weitertransport ins Land kommender grenzüberschreitender Massensendungen behindert. Dies sei in Form von Nachzahlungen auf den Tarif und Verzögerungen bei der Zustellung geschehen, heißt es in der Kommission unter Berufung auf die Beschwerde des British Post Office aus dem Jahre 1998.
Nach ersten Untersuchungen der Kommission handelte es sich bei den Absendern der in Großbritannien eingelieferten Massensendungen nicht um deutsche Absender.
Wenn dem so wäre, ist die Deutsche Post nach dem Weltpostvertrag - Stichwort: Remailing - berechtigt, Nachporto in Höhe der Differenz zu den deutschen Tarifen zu verlangen. Dies hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) erst im Februar 2000 im Verfahren gegen 2 Kreditkartenfirmen entschieden, die ihre Briefsendungen über Dänemark und die Niederlande an ihre deutschen Kunden verschickt.
Sollte sich die Auffassung der Kommission bestätigen, droht der Deutschen Post ein Bußgeld. Ein Sprecher der Deutschen Post erklärte, das Verfahren könne sich nur auf alte Fälle beziehen. Bis Ende Mai 2000 sei in Bonn noch kein Schreiben aus Brüssel, diese Untersuchung betreffend, eingegangen. Nach dem Zeitungsbericht waren auch Beobachter aus der Branche überrascht darüber, dass ausgerechnet das Remailing nach dem Urteil des EuGH in das Fadenkreuz der Wettbewerbshüter geraten sei.
2. Schritt der europäischen Post-Liberalisierung
Von 2003 an sollen Briefe mit einem Gewicht von mehr als 50 Gramm auch von privaten Wettbewerbern der Post befördert werden können. Mit diesem nächsten Schritt zur Liberalisierung der Postdienste in der EU hat sich der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Frits Bolkestein Ende Mai 2000 nach einer kontroversen Diskussion gegen den Widerstand einiger anderer Kommissare durchgesetzt.
Seit 1997 ist die Beförderung aller Briefe bis zu 350 Gramm den Monopolunternehmen vorbehalten. Deutschland hat die Schwelle bereits auf 200 Gramm gesenkt. Auch für Direkt- und Werbesendungen will Bolkestein die Gewichtsgrenze auf 50 Gramm oder das Zweieinhalbfache des Grundtarifs reduzieren. Alle ins Ausland gehenden Sendungen sollen ebenso wie Expresssendungen voll liberalisiert werden. Mit dieser 2. Richtlinie werden jedoch nur 20 Prozent aller EU-Postdienstleistungen dem Wettbewerb ausgesetzt. Nach den Vorstellungen Bolkesteins sollten allmählich alle übrigen Postdienste ebenfalls liberalisiert werden. Der nächste Schritt ist für 2007 vorgesehen.
Die besonders in Frankreich laut gewordene Angst vor der Verschlechterung der Grundversorgung in ländlichen Gebieten sei unbegründet, wie das Beispiel Schweden zeige. Zurückhaltend äußerte sich der Kommissar über die Wirkungen der Liberalisierung auf die Tarife. Er wies aber darauf hin, dass mit Ausnahme der italienischen Post alle übrigen EU-Unternehmen zum Teil recht ansehnliche Gewinne machten. Entweder sei der Schutz durch das Monopol zu stark oder die Preise seien zu hoch.
eBusiness-Holding bündelt Internet-Aktivitäten
Eine neue eBusiness-Holding im VV-Bereich bündelt die Internet-Aktivitäten der Deutschen Post. Der Konzern richtet sich so strategisch auf die neuen Märkte mit elektronischen Dienstleistungen aus. Zur Holding gehören Deutsche Post Com GmbH, Trustcenter, Electronic Shopping Mail, eVITA, ESC für eCommerce, Logistik, Callcenter, Abrechnung, Bezahlsysteme usw. Auch eine Venture-Capital-Gesellschaft gehört dazu, die mit Beteiligungen und Aktieninvestments die eBusiness-Basis verbreitert. Parallel dazu werden in den Unternehmensbereichen elektronische Geschäfte entwickelt, z.B. das Direct Brokerage der Postbank.
Sprecher der Holding-Geschäftsführung ist Dr. Martin Raab.
Deutsche Post World Net mit globaler Logistikkompetenz / Neue Markenarchitektur
Die Deutsche Post hat die Konzernorganisation und die Markenarchitektur zu Beginn des Jahres 2000 der weltweiten Ausrichtung angepasst. Der Konzernname lautet jetzt: Deutsche Post World Net. Die Leistungsmarken sind: Deutsche Post, Postbank und Danzas. Der Konzern unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel besteht aus
4 Unternehmensbereichen für das operative Geschäft, die - als weitere Neuerung - ihrerseits von Bereichsvorständen (ab 1. Februar 2000) geführt werden, und
3 Vorstandsressorts mit Zentralbereichen und internen Dienstleistern.
Die Unternehmensbereiche:
BRIEF (V 1): Die bisher getrennten Vorstandsbereiche Marketing/Vertrieb und Produktion wurden zum 1. Februar 2000 zusammengeführt unter Dr. Hans-Dieter Petram. Er ist auch weiterhin verantwortlich für die Zentralbereiche Konzerneinkauf und Konzernimmobilien.
EXPRESS (V 2): Das nationale und das internationale Paket- und Expressgeschäft werden unter dem Begriff EXPRESS wegen ihrer großen Gemeinsamkeiten gebündelt. Seit 1. April 2000 verantwortet Uwe Rolf Dörken den gesamten Bereich EXPRESS.
LOGISTIK unter Peter Wagner (bisher V 7, seit April 2000 V 3) repräsentiert die Danzas AG, in die alle Logistikaktivitäten integriert wurden.
FINANZ DIENSTLEISTUNGEN (V 4) unter Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann steht für die Postbank AG und die Filialen.
Den Vorsitz eines Bereichsvorstands hat das jeweilige Konzernvorstandsmitglied. Anstelle des Bereichsvorstands fungieren bei Danzas und der Postbank als Aktiengesellschaften die Vorstände.
Jedes Mitglied eines Bereichsvorstandes ist neben der Verantwortung für den eigenen Geschäftsbereich in eine gesamtheitliche Ergebnisverantwortung eingebunden.
Die Vorstandsressorts:
Vorstandsvorsitzender (VV) Dr. Klaus Zumwinkel mit den Zentralbereichen Konzernführungskräfte/-organisation, Konzernkommunikation, Konzernentwicklung, Konzernbüro und Unternehmensverbindungen,
Personal (V 5), seit 1. April 2000 unter Walter Scheurle, mit den Zentralbereichen Tarifpolitik/Bezahlung, Personalverwaltung sowie Bildung,
Finanzen (V 6) unter Dr. Edgar Ernst mit den Zentralbereichen Konzerncontrolling, Konzernrechnungswesen, IT-Entwicklung, Konzernfinanzen/Investor Relations, IT-Infrastruktur, Konzernsteuern sowie Recht.
Bei der Führungskräftetagung am 20./21. Januar 2000 in Frankfurt am Main schwor VV Dr. Klaus Zumwinkel das Management auf das Ziel ein: „Der Konzern Deutsche Post World Net will innerhalb der Branche die Nummer 1 weltweit werden.” Die Basis für die Bewältigung aller Aufgaben sei gesichert: Durch die Akquisitionen wurden strategisch die Voraussetzungen für den globalen Konzern Deutsche Post World Net geschaffen. Operativ wurden die Ziele gut erreicht, so Zumwinkel. Organisatorisch baue der Konzern auf die 4 starken Säulen der Unternehmensbereiche sowie der 3 Vorstandsressorts.
Für 2000 formulierte Zumwinkel die Ziele des Konzerns: In Transport und Logistik will der Post-Konzern weltweit die Nummer 1 werden,
bei Brief und Express Marktführer in Europa und
bei Finanz Dienstleistungen eine Topposition in Deutschland erreichen.
Zur Markenarchitektur: Die Deutsche Post stellt sich auf die großen Herausforderungen der Märkte ein - das Aufbrechen der nationalen Grenzen, die Globalisierung der Wirtschaft und die immer größer werdende Bedeutung der Technologie. Aus dem Unternehmen wird ein internationaler, weltweit agierender Konzern mit 3 starken Leistungsmarken: Deutsche Post, Danzas und Postbank. Symbolisiert wird dies durch ein neues Zeichen: Deutsche Post World Net mit dem Konzern-Leistungsfeld. Der Konzernname ist die Klammer für die 3 Leistungsmarken. Dabei steht „World” für die weltweiten Konzern-Angebote, „Net” für die internationalen Transport-, Distributions- und Informationstechnologie (IT)-Netzwerke, aber auch für die Zukunftsperspektiven Internet und eBusiness. MAIL, EXPRESS, LOGISTICS und FINANCE stehen für die Leistungen der 4 Unternehmensbereiche.
Durch die gleichartige Gestaltung soll der Zusammenhalt sämtlicher Unternehmensteile verstärkt werden. Dazu nutzt der Konzern weiter die Markenkraft der Farbe Postgelb bei allen 3 Leistungsmarken.
Gemeinsames Zeichen der Leistungsmarken sind in der 3. Ebene die Leistungsfelder. Diese stehen immer auf einem gelb-weiß-linierten Block unterhalb des Markenlogos (Jalousie). Zurzeit sind folgende Leistungsfelder definiert:
Deutsche Post: Brief Kommunikation, Direkt Marketing, Presse Distribution, Philatelie, eBusiness, Euro Express, Global Mail, Immobilien, Renten Service,
Leistungsfeld PhilatelieQuelle: Deutsche Post AG
Danzas: Consumer Solutions, Industry Solutions, Specialities (diese 3 Geschäftseinheiten wurden zum 1. Mai 2000 zum Bereich Solutions zusammengefasst), Intercontinental, Eurocargo,
Postbank: Privatkunden, Geschäftskunden, EasyTrade, Versicherungen, Bauspar Vermittlung.
Als konkrete Leistungsbeweise bilden die Produkte die unterste Ebene der Markenarchitektur. Produktbeispiele:
Deutsche Post: EuroPack,
Danzas: Eurapid,
Postbank: Giro 3000 plus.
Neuer Verband in der Post-Branche
Ende Januar 2000 präsentierte sich auf dem Petersberg bei Königswinter erstmals der Bundesverband Deutscher Postdienstleister (BvDP) mit Sitz in Bonn. Der Verband zählt 13 Gründungsmitglieder, die vorwiegend aus der Post- und Logistikbranche stammen. Ziel des Verbandes sei es, „in Zukunft alle Glieder der postalischen Prozesskette an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsame Interessen rund um das Thema Postdienstleistungen in der Öffentlichkeit zu vertreten.” Dies betonte Friedhelm Schwarzenberg, im Verband für Strategie und Organisation zuständig.
In den 3-köpfigen Vorstand des BvDP wurden gewählt: Johannes Cluse, Sprecher der Geschäftsführung der Deutsche Post InHausService GmbH, Hanns R. Rech, Chef der deutschen DHL-Tochter, Peter Scheller, Mitglied der Geschäftsführung Pitney Bowes Deutschland.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören außer der Deutschen Post mit Tochterfirmen u.a. die Siemens ElectroCom, Lufthansa Cargo, die Bundesdruckerei und das Airmail Center Frankfurt. Ende Mai 2000 gab Cluse den Vorsitz an Wolfhard Bender (53) ab. Bender schied Ende März 2000 aus dem Vorstand der Deutschen Post aus und ist derzeit Sonderbeauftragter des Post-Vorstandes.
Tracking & Tracing über Grenzen hinweg
Die weltweit lückenlose Sendungsverfolgung ist ein wichtiges Qualitätsziel der Deutschen Post für internationale Sendungen. Die Deutsche Post Euro Express (bisher: International Parcel Post, IPP) ist dabei nun einen großen Schritt vorangekommen: Die Tracking-Kette reicht schon seit August 1999 bis zur Zustellung in New York und Miami. Im Jahr 2000 soll der Service für die gesamten USA und für Kanada angeboten werden.
Deutsche Post und IBM bieten das Produkt „neuGeschaeft” an
eCommerce Services (ECS), ein Geschäftsfeld der Deutschen Post, und IBM haben gemeinsam das neue Produkt „neuGeschaeft” entwickelt. Zielgruppe sind kleinere Unternehmen vom Bioladen bis zum Möbelhändler, die ihre Produkte und Leistungen per Internet verkaufen wollen, aber oftmals den technischen, organisatorischen und finanziellen Aufwand für die Einrichtung eines Online-Shops scheuen.
„neuGeschaeft” umfasst den Shop, den Eintrag in große Suchmaschinen, die Adress- und Bonitätsprüfung, das Bestellmanagement, die Sendungsverfolgung, die Zahlungsabwicklung und die Hausabholung der Waren beim Anbieter mit Versand und Zustellung.
British Post Office kauft ausländische Paketdienste
Die britische Post, seit Anfang 1999 Gesellschafter des deutschen Paketdienstes German Parcel, hat 3 weitere Paketdienste aus dem europaweiten General-Parcel-Verbund erworben: Pakke Trans, Dänemark, Nederlandse Pakket Trans, Niederlande, sowie General Parcel Austria, Österreich. Damit ist The British Post im Besitz von knapp 50 Prozent der Gesellschaftsanteile von General Parcel, um ihr europäisches Paketlogistiknetz „gegen die aggressive Expansionspolitik der Mitbewerber” abzusichern.
Für umgerechnet 19,4 Millionen Mark hat die britische Post auch die französische Crie Gruppe übernommen. Dazu gehören u.a. die Firmen Crie S.A. (Expressdienste) sowie Crie Multi Services (internationale Postdienstleistungen).
Deutsche Post übernimmt Auslandsgesellschaften von trans-o-flex
Rückwirkend zum 1. Januar 2000 erwarb die Deutsche Post die 6 ausländischen Tochtergesellschaften der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH (Weinheim). Die trans-o-flex kann die Dienste ihrer bisherigen Tochtergesellschaften weiter nutzen.
Mit der Übernahme der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst Ges.m.b.H., Österreich, trans-o-flex KFT, Ungarn, Correct Express B.V., Niederlande, V.O.P. Colli-Service B.V.B.A., Belgien, Ascoli S.P.A., Italien und A Post A/S, Dänemark, baut die Deutsche Post ihr europäisches Paket- und Distributionsnetz Euro Express weiter aus.
German Parcel legt 11 Prozent zu
1999 hat German Parcel (GP) nach eigenen Angaben mit 105 Millionen Paketen 10 Millionen mehr befördert als im Jahr zuvor. Der Umsatz erhöhte sich um 6 Prozent von 700 auf 745 Millionen DM. Für 2000 peilt GP-Geschäftsführer Rico Back ein Wachstum auf 802 Millionen DM (+ 7,65 Prozent) an.
La Poste übernimmt Mehrheit beim DPD
Die französische Post ist mit einem weiteren Gesellschafter des Deutschen Paketdienstes (DPD) handelseinig. Wie Anfang Mai 2000 bekannt wurde, übernimmt La Poste die Anteile der Spedition Militzer und Münch. Damit erhöhen sich die Gesellschaftsanteile am DPD auf 50,65 Prozent.
Auch bei DPD-France stieg La Poste ein. Von den bisherigen Gesellschaftern übernahm sie 67 Prozent der Geschäftsanteile.
Deutsche Post: 1,1 Milliarden Euro Gewinn
Für den Konzern Deutsche Post World Net war 1999 erneut ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Bei der Bilanzpressekonferenz am 4. Mai 2000 präsentierte der Vorstandsvorsitzende, Dr. Klaus Zumwinkel, den Konzern-Jahresabschluss mit einem Jahresüberschuss (Net income) von 1,1 Milliarden Euro (2,15 Milliarden DM). Dies ist eine Steigerung von über 20 Prozent gegenüber 1998. Der Umsatz wuchs sprunghaft um mehr als 50 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro (43,8 Milliarden DM). Im Geschäftsergebnis sind bereits die Akquisitionen wie Danzas und Postbank integriert. Zumwinkel: „Die Deutsche Post ist fit für den geplanten Börsengang.”
Besonders deutlich wird die Wandlung der Deutsche Post World Net zu einem internationalen Logistik-Konzern an den Auslandsumsätzen. Wurden 1998 nur 2 Prozent aller Umsätze im Ausland erzielt, so konnte der Konzern 1999 bereits 22 Prozent der Umsätze auf Auslandsmärkten in 140 Ländern erwirtschaften.
Mit Blick auf den geplanten Börsengang hat die Deutsche Post World Net ihren Jahresabschluss erstmals nach „International Accounting Standards” (IAS) erstellt. Damit stellt der Konzern für das Geschäftsjahr 1999 sowie für das Vorjahr eine Vergleichbarkeit nach internationalen Grundsätzen her und entspricht den Informationsbedürfnissen der Kapitalmärkte. So bietet die Segment-Berichterstattung einen Einblick in Umsatz- und Ergebniszahlen der 4 Unternehmensbereiche BRIEF, EXPRESS, LOGISTIK und FINANZ DIENSTLEISTUNGEN.
Auf den Unternehmensbereich BRIEF entfielen 10,2 Milliarden Euro. Der Bereich EXPRESS, zu dem der Paketservice gehört, trug 4,6 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. 4,2 Milliarden Euro Umsatz brachte der Bereich LOGISTIK und 2,9 Milliarden Euro der Bereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN. Erwirtschaftete der Bereich BRIEF 1998 noch fast 70 Prozent aller Umsätze, so entfielen 1999 bereits 52 Prozent auf die 3 anderen Unternehmensbereiche.
Zu den Segment-Ergebnissen, also den Beiträgen der einzelnen Unternehmensbereiche zum Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) des Konzerns:
BRIEF: Das Ergebnis konnte um 7 Prozent auf 1 Milliarde Euro gesteigert werden.
EXPRESS: Das Ergebnis war in den Vorjahren defizitär und konnte 1999 erstmals mit 65 Millionen Euro in die Gewinnzone geführt werden.
LOGISTIK: Trotz erheblicher Investitionsaufwendungen konnte ein Ergebnis von 50 Millionen Euro erreicht werden.
FINANZ DIENSTLEISTUNGEN: Hier trägt das „Vorwärts-Programm” der Postbank erste Früchte. Das Geschäftsjahr wurde mit einem Segmentergebnis von 67 Millionen Euro abgeschlossen.
Für den Konzern ergibt sich daraus eine Umsatzrendite von 5 Prozent. Im Hinblick auf den Börsengang ist auch die Eigenkapitalquote von besonderer Bedeutung: Sie lag 1999 bei 42 Prozent. Damit betrug die Eigenkapitalrendite 42,1 Prozent.
Im Jahr des geplanten Börsengangs interessiert besonders das Ergebnis je Aktie. Laut Geschäftsbericht 1999 war das gezeichnete Kapital in Höhe von 1.094 Millionen Euro (im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main) in 42.800.000 voll eingezahlte Inhaberaktien zu einem Nennwert von 50 DM gestückelt. Das Ergebnis je Aktie lag für das Geschäftsjahr 1999 bei 25,98 Euro (Vorjahr: 21,61 Euro). Als Dividende wurden 179 Millionen Euro ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende je Aktie von 4,18 Euro (Vorjahr: 3,58 Euro).
Während bei der Deutsche Post AG das Personal um 5 Prozent auf 243.933 (Kopfzahl 31. Dezember 1999, einschließlich Nachwuchskräfte) reduziert wurde, stieg die Zahl der Mitarbeiter im Konzern Deutsche Post World Net auf 301.229 weltweit (ebenfalls Kopfzahl 31. Dezember 1999; umgerechnet auf Vollzeitkräfte waren es 264.424). Auf Konzernebene ist der Personalaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von 67,2 Prozent in 1998 auf 51,4 Prozent in 1999 gesunken. Ursache sind - neben Personalanpassung in der AG - Strukturveränderungen aufgrund der Integration des nicht so personalintensiven Logistikgeschäfts.
Deutsche Post (CZ) s.r.o. gut etabliert
Im Frühjahr 1998 hat die Deutsche Post World Net begonnen, ein eigenes Logistik- und Transportnetz für nationale und internationale B2B-Pakete in Tschechien aufzubauen. Im Oktober 1998 folgte die Gründung der hundertprozentigen Post-Tochter „quickstep Parcel Service”. Inzwischen ist das Unternehmen gut im tschechischen Paketmarkt etabliert.
Seit Herbst 1999 firmiert das Unternehmen unter Deutsche Post (CZ) r.s.o. In Prag verfügt es über ein zentrales Hub mit Depot und über 5 weitere Depots, verteilt über das ganze Land. 1999 erreichte die Tochter der Deutschen Post bereits ein Sendungsvolumen von 400.000 Paketen.
Ausnahmegenehmigung für Deutsche Post
Zur Leerung der Briefkästen hat die Deutsche Post am 15. Mai 2000 eine bundesweite Ausnahmegenehmigung für die Nutzung öffentlicher Straßen erhalten. Postfahrzeuge können danach an allen Standorten der Briefkästen anhalten. Begründung: die pünktliche Leerung der Briefkästen ist ohne Sonderrecht nicht möglich. Die Genehmigung ist bis zum Auslaufen der Exklusivlizenz Ende 2002 befristet.
Die sonstigen Sonderrechte für Fahrzeuge der Deutschen Post auf den Straßen sollen eingeschränkt werden. Noch können Fahrzeuge der Deutschen Post auf allen Straßen „zu allen Zeiten fahren und halten, soweit ihr Einsatz dies erfordert”. Bei der Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) plant das Bundesverkehrsministerium, die noch geltenden Sonderrechte nach § 35 StVO ersatzlos zu streichen. Als Begründung wird angeführt, die Unterscheidung der Deutsche Post-Fahrzeuge im Brief- und Paketdienst von denen ihrer Subunternehmen werde immer schwieriger.
Tarifabschluss bei der Deutschen Post
Unabhängig von den anstehenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben sich am 31. Mai 2000 Deutsche Post und Postgewerkschaften auf einen Tarifabschluss geeinigt. Danach werden die Löhne und Gehälter rückwirkend zum 1. April 2000 um 2,3 Prozent, ab 1. Mai 2001 um weitere 2,3 Prozent angehoben. Die Mindestlaufzeit des Tarifvertrages beträgt 25 Monate.
Für die ostdeutschen Bundesländer läuft der am 2. April 1998 mit den Gewerkschaften vereinbarte Stufenplan zur Angleichung des Lohnniveaus unverändert weiter. Am 1. Januar 2002 ist die Angleichung auf 100 Prozent des Westniveaus erreicht.
BdKEP: das „P” heißt jetzt „Post”
Der Hamburger „Bundesverband der Kurier-, Express- und Paket-Dienste” (BdKEP) hat sich umbenannt in „Bundesverband der Kurier-, Express- und Post-Dienste”. Der Verband versteht den neuen Namen als Signal, in Zukunft bei der Abkürzung KEP nur noch von Kurier-, Express- und Postdiensten zu sprechen. Dies allein sei der heutigen Marktsituation angemessen, da sich die Teilmärkte Kurier und Post aufgrund der Liberalisierung stärker miteinander verzahnen. Zudem handele es sich bei den neuen Briefdienstleistern, die Mitglieder des Verbandes sind, in der Regel um Firmenneugründungen, die nicht dem klassischen Kurier- oder Paketbereich zuzuordnen sind.
Auch das Postgesetz, das nicht Kurier- und Paketdienste sondern Kurier- und Postdienste kenne, habe den Markt neu definiert. Zumindest der Versand von Paketen bis 20 kg falle dort unter den Begriff Postdienstleistung.
Ein weiterer Grund für die Umbenennung ist der internationale Sprachgebrauch, wo von „Postal Services” gesprochen werde. Auch die neue Ausbildungsordnung zum KEP-Kaufmann/Kauffrau bezeichnet den Beruf im Volltext als „Kaufmann/Kauffrau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen”.
Telegrafische Postanweisung abgeschafft
Die Deutsche Post hat die telegrafische Postanweisung ab 1. Juni 2000 abgeschafft. Sie reagiert damit auf die sehr geringe Kundennachfrage. Als Alternative bieten Deutsche Post und Postbank seit 2 Jahren den sogenannten Minutenservice an, eine gerade im Auslandsverkehr zuverlässige Dienstleistung.
Mithilfe des Minutenservice ist ein Geldtransfer innerhalb Deutschlands und in 160 Länder weltweit innerhalb kürzester Zeit möglich. Das Geld wird bar in einer Postfiliale ein- und auch ausgezahlt. Im Ausland erfolgt die Auszahlung über eine der 50.000 Agenturen der Western Union, einem Vertragspartner der Postbank.
Darüber hinaus gibt es nach wie vor die Geldanweisung über den Zusteller im Rahmen der Briefzustellung.
Wieder gaben alternative Zustelldienste auf
Wie die „Berliner Morgenpost” im Januar 2000 berichtete, ist für den in Berlin tätigen alternativen Zustelldienst Eichhorst B&B, die so genannte Blaue Post, das Insolvenzverfahren beantragt worden. Das 1997 gegründete Unternehmen wollte nach verlustreichen Geschäftsjahren in diesem Jahr nach eigenen Angaben erstmalig einen Gewinn erzielen. Nach Darstellung des Inhabers haben hohe Personalkosten, Steuern und Sozialabgaben die Insolvenz ausgelöst. Insgesamt waren 237 Zusteller fest angestellt. Allerdings hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen extrem hohen Krankenstand.
Im Februar 2000 gab ein weiterer Post-Konkurrent, der Kurierdienst Sweet Time in Neuss, auf. „Wir finden einfach kein geeignetes Personal”, sagte der 34-jährige Inhaber.
Nach nur 6 Monaten strich auch der erste Dortmunder alternative Briefzustelldienst NRW-Brief im Juni 2000 die Segel. Mit 120 Mitarbeitern und Beförderungspreisen für Briefe, die um 30 Prozent unter den Tarifen der Deutschen Post lagen, konnte die junge Firma rasch Kunden gewinnen wie den Stadtwerke Konzern und Krankenkassen. Offenbar wuchsen aber der Geschäftsleitung die Kosten über den Kopf. So erhielten die Briefträger ihren Lohn verspätet. Sozialbeiträge wurden ebenfalls zu spät oder gar nicht abgeführt, bis die AOK das vorläufige Insolvenzverfahren einleitete. Am Ende soll das Unternehmen 350.000 DM Schulden angehäuft haben.
Schon Ende 1999 hatte in Hamburg der mit hohem Aufwand gestartete Briefdienst Daily Mail ebenfalls das Insolvenzverfahren beantragt.
Dr. Rudi Vetter wechselt zur Deutschen Post
Der bisherige Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Postgewerkschaft wechselte zur Deutschen Post. Er übernahm die Leitung des Zentralbereiches Personalverwaltung in der Bonner Zentrale.
Zusammenschluss zu Danzas Transport
Die Deutsche Post Transport GmbH, Bonn, und die Danzas NTO GmbH, Hannover, bilden künftig die neue Einheit Danzas Transport. Ziel ist es, die Kundendienstleistungen im Bereich Großmengentransport-Systeme weiter auszubauen. Die neue Firma gehört zum Geschäftsbereich Eurocargo der Danzas AG, Hauptsitz Basel.
Belgische und britische Post sollen privatisiert werden
Die belgische Regierung hat bestätigt, dass die bislang staatliche Postgesellschaft in den kommenden Jahren privatisiert werden soll. Erste Schritte für die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft sind in Vorbereitung.
Die britische Regierung hat erste Details des neuen Gesetzentwurfes zur angestrebten Privatisierung der Post präsentiert. So wird es - analog zu Deutschland - einen Regulierer geben. The British Post soll auch eine Exklusivlizenz für den Transport von Briefen in einem reservierten Bereich erhalten.
EU leitet Untersuchung gegen TPG ein
Die EU-Kommission hat eine formelle Untersuchung gegen die niederländische TNT Post Group (TPG) eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens ist die Klärung der Frage, inwieweit die TPG unzulässige staatliche Hilfe zur Quersubventionierung ihrer im Wettbewerb stehenden Dienste erhalten hat.
Güterkraftverkehrsgesetz: Deutsche Post verliert ihre Sonderrechte
In Anpassung an EU-Regeln ist die Ausnahmeregelung für die Postbeförderung in der Neufassung des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG) weggefallen. Die bisherige Konzessionierungspflicht für Transportunternehmen und die Unterteilung in Fern-, Nah- und Umzugsverkehr sind entfallen. Unterschieden wird nur noch zwischen Werkverkehr - Beförderungen für eigene Zwecke mit eigenem Personal und eigenen Fahrzeugen - und gewerblichem Güterkraftverkehr, im Fall der Deutschen Post: die Postbeförderung.
Deutsche Post (Schweiz) AG hat „Päckli-Chaos” überwunden
Die Deutsche Post (Schweiz) AG hat die betrieblichen Schwierigkeiten nach ihrer Neuorganisation überwunden und etabliert sich bei ihren Kunden immer besser. Die AG wurde im Oktober 1999 aus der Verschmelzung der Deutsche Post-Töchter quickstep parcel service und der Qualipac AG mit 2 komplett unterschiedlichen Produktionssystemen gebildet. Trotz sorgfältiger Planung kam es in der Anfangszeit zu erheblichen Abwicklungsproblemen. Zu einer unerwartet hohen Paketeinlieferung in den ersten Tagen kam ein Ausfall der neu eingeführten IT. Folge: Nur ein Drittel der rd. 40.000 Pakete/Tag konnte rechtzeitig vor dem in der Schweiz streng kontrollierten Lkw-Nachtfahrverbot abgeleitet werden. Die Qualitätszusage „Abholung und Zustellung schweizweit über Nacht” konnte in vielen Fällen nicht eingehalten werden. Viele Kunden wanderten zur Konkurrenz ab. Die Medien berichteten vom „Päckli-Chaos”.
Inzwischen konnte das Betriebssystem verbessert und der Marktanteil ausgebaut werden (jährlich über 50 Millionen DM Umsatz / über 5 Millionen Pakete). Trotz der besonderen Wettbewerbslage in der Schweiz konnten alte Kunden wieder und neue Kunden dazu gewonnen werden.
Die Schweiz ist der einzige nicht-liberalisierte Paketmarkt Europas. Die Schweizer Post verfügt weiter über das Monopol für Sendungen bis 2 kg. Dazu kommt das Nachtfahrverbot für Lkw über 3,5 Tonnen, von dem nur die Schweizer Post ausgenommen ist.
Thomas Gottschalk wirbt für den Börsengang der Deutschen Post / „Bing Bang” am 6. November 2000 / Callcenter für den Börsengang: 018 018/5 55 55
Thomas Gottschalk und sein Bruder Christoph werden ab August 2000 für die Post-Aktie und den Börsengang der Deutschen Post in TV-Spots werben. Mit der Auswahl des populären TV-Showmasters setzt der Deutsche Post Konzern auf ein werbewirksames Zugpferd, um die P-Aktie zur Volksaktie zu machen. Die Gottschalk-Brüder stehen der Deutschen Post 18 Monate lang exklusiv zur Verfügung. Für die ersten 4 Monate der Werbekampagne hat die Deutsche Post World Net einen Etat von 100 Millionen DM veranschlagt. Über das Honorar für Thomas Gottschalk und Bruder machte der Konzern keine Angaben.
Am Montag, 6. November 2000, will die Deutsche Post AG an die Börse gehen. Das verlautete aus Vorstandskreisen bei den Posttagen 2000 Anfang Mai. Im September 2000 soll die internationale Präsentation des Unternehmens - die sogenannte Roadshow - beginnen. Erste Stationen sind New York und London.
Großen Wert legt Post-Chef Dr. Klaus Zumwinkel auf die Ausgestaltung des Mitarbeiterprogramms bei der Zuteilung von Post-Aktien. Einzelheiten standen bis Ende Juni 2000 noch nicht fest. Geplant ist aber, den 300.000 Mitarbeitern Sonderkonditionen anzubieten. So sollen Beschäftigte zinslose Kredite der Postbank erhalten, wenn sie Aktien zeichnen wollen. Auch die Postbank soll beim Post-Börsengang eine besondere Rolle spielen: Als eine der konsortialführenden Banken, will sie ihre Kunden, die Post-Aktien über die Postbank ordern, im Zuteilungsverfahren bei der Ordermenge bevorzugen.
Unter dem Namen „Der gelbe Draht” startete die Deutsche Post im Mai ein Callcenter für den Börsengang. Unter der Nummer 018 018 / 5 55 55 ("Null-Achtzehn-Null-Achtzehn, 5 Mal die Fünf) können interessierte Anleger zum Citytarif Informationen zum Börsengang der Deutschen Post abrufen.
Hier finden Sie den Geschäftsbericht 1999.
Yahoo! Deutschland und Deutsche Post World Net bieten gemeinsamen Service an
Mit ihrem Engagement im eBusiness stärkt die Deutsche Post World Net nicht zuletzt ihre klassischen Dienste wie Brief und Paket nach der Devise „Was per Internet bestellt wird, muss irgendwer zum Kunden transportieren, am besten mit der Deutschen Post.”
Im Juni 2000 hat die Deutsche Post World Net ihre eBusiness-Aktivitäten um ein neues Angebot erweitert und sich mit dem Internet-Medien-Unternehmen Yahoo! Deutschland zusammengetan: Der von der Deutschen Post entwickelte Service WEBTRANSFER ist seit Ende Juni 2000 in Yahoo! Auktionen, dem Online-Auktionsangebot von Yahoo! Deutschland, integriert.
Online-Geschäfte bergen häufig für Verkäufer und Käufer Risiken. So weiß der Verkäufer nicht, ob er für die gelieferte Ware sein Geld bekommt, und der Käufer ist sich nicht immer sicher, ob er für das überwiesene Geld die online bestellte Ware bekommt. Um beiden Sicherheit zu geben, hat die Deutsche Post zusammen mit der Postbank WEBTRANSFER entwickelt. Der neue Dienst bietet schnellen Transport und sichere Bezahlung z.B. für im Internet ersteigerte Waren.
WEBTRANSFER funktioniert so: Nach der erfolgreich abgeschlossenen Auktion kann der Käufer online den WEBTRANSFER-Service beauftragen. Käufer und Verkäufer werden per E-Mail laufend über den Status der Warensendung informiert. Die Deutsche Post holt das Paket zu einem vereinbarten Termin beim Versender an der Haustür ab und liefert es schnellstmöglich dem Empfänger aus. Hinzu kommt auf Wunsch die Treuhandfunktion: Der Empfänger bekommt die Ware erst, wenn er den vereinbarten Preis zuzüglich Service-Gebühren auf ein Treuhandkonto der Postbank eingezahlt hat. Der Versteigerer erhält sein Geld erst, wenn die Auslieferung der Ware bestätigt ist. UPS pocht auf Gleichbehandlung mit der Deutschen Post
UPS-Logo mit freundlicher Genehmigung von UPS
Mit der Frage von Wettbewerbsnachteilen privater Paketdienstleister gegenüber der Deutschen Post wird sich in absehbarer Zeit der Bundesfinanzhof befassen. In einem Streit zwischen UPS und dem Finanzamt über die Lohnsteuerpflicht von übernommenen Verwarngeldern von Falschparkern hat das Finanzgericht Düsseldorf zugunsten des Finanzamtes entschieden, wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles jedoch Revision zugelassen.
UPS steht auf dem Standpunkt, ein zuverlässiger Service könne nur gewährleistet werden, wenn die Fahrer in unmittelbarer Nähe zum Kunden in Halteverbotszonen anhielten. Dabei pocht UPS auf Gleichbehandlung mit der Deutschen Post, die über entsprechende Sonderrechte verfüge. Es geht im aktuellen Streitfall um einen Lohnsteuerbetrag von 270.000 DM aus übernommenen Verwarnungsgeldern für einen Zeitraum von 4 Jahren.
Deutsche Post World Net startet kostenlosen E-Mail Service
Die elektronische Adresse auf Lebenszeit ist ein neuer, kostenloser Service der Deutsche Post World Net. Die Adresse besteht aus Vorname.Nachname@epost.de. Sie ist unabhängig vom Wohnort und einfach zu merken. Von jedem Ort der Welt aus ist der elektronische Briefkasten rund um die Uhr via Internet erreichbar und dies unabhängig vom Provider. Seit 27. Juni 2000 kann sich jedermann im Internet unter www.epost.de anmelden. Namen, die mehrfach vorkommen, werden nach Prinzip „wer zuerst kommt, ...” durchnummeriert. Auch die Einrichtung einer Alias-Adresse mit Wunsch- und Phantasie-Namen ist möglich.
Dazu Post-Chef Klaus Zumwinkel: „Mit der elektronischen ePOST-Adresse setzen wir einen neuen Adress-Standard. Sie soll einmal genau so selbstverständlich sein wie die klassische postalische Anschrift. ePOST ist die sichere Internet-Adresse für das ganze Leben.”
Nach und nach wird die Deutsche Post ihren neuen E-Mail Service mit postalischen Produkten anreichern und damit von anderen Anbietern abheben.
Verwaltungsgericht entscheidet in der Frage „Flächenkriterium”
Bei Erteilung einer D-Lizenz legt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post u.a. eine Mindestgröße des Tätigkeitsgebietes von 2.500 qkm fest, in dem die „höherwertige Leistung” erbracht werden muss. Siehe dazu die Meldung zur Entscheidung des OLG Stuttgart (Januar 2000).
Nun hatte das Verwaltungsgericht Köln im Verfahren der Citipost Hannover gegen die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zu entscheiden, ob die Festlegung eines Flächenkriteriums unabdingbar ist. Dabei hat das Verwaltungsgericht am 20. Juni 2000 gegen die Regulierungsbehörde entschieden. Nach Auffassung des Gerichts stellt das Flächenkriterium keine Verpflichtung dar, der Hinweis darauf in der Lizenz sei lediglich eine lose Mitteilung der Regulierungsbehörde. Somit könne die Höherwertigkeit der Briefbeförderung nicht daran gemessen werden, ob der Lizenznehmer die beförderten Briefe tatsächlich taggleich im gesamten lizenzierten Bereich zustellt.
Post-Fahrzeuge werden online versteigert
Neue Wege geht die Deutsche Post bei der Versteigerung ausgemusterter Fahrzeuge. In Zusammenarbeit mit dem Internet-Auktionator Ricardo.de hat sie auf ihrem Internet-Marktplatz eVITA.de/Verkaufslisten eine spezielle Seite für die Versteigerung der gelben Fahrzeugflotte vom VW Polo bis zum Lkw eingerichtet. Die ersten Auktionen mit 500 Fahrzeugen starteten Ende Juni 2000. UPS klagt gegen kanadische Regierung
UPS hat nicht nur die Deutsche Post im Visier. Nun hat UPS auch Klage gegen die kanadische Regierung eingereicht. Sie wirft der Regierung vor, sie gestatte der staatlichen Postgesellschaft im Express- und Paketgeschäft stillschweigend „unfairen Wettbewerb” und fordert deshalb Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 330 Millionen Mark. Nach UPS-Auffassung subventioniert die Canada Post ihren KEP-Bereich durch das staatliche Briefmonopol.
Danzas ist am Projekt Cargolifter beteiligt
Transport-Probleme, vor allem die prekäre Verkehrssituation, bei immer größeren Dienstleistungsanforderungen zwingen zu neuen Lösungen. Ein neuer Lösungsweg könnte der Cargolifter, ein Luftschiff, sein. Derzeit konstruieren Ingenieure südlich von Berlin das neue Luftschiff. Danzas ist an dem Projekt beteiligt.
Vorgesehen ist der Cargolifter vor allem für Transporte in unwegsames Gelände, z.B. das Amazonas-Gebiet. Der Cargolifter holt die Fracht direkt am Werk ab und fliegt damit zum Zielpunkt. Bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h hat der Cargolifter eine Reichweite von 10.000 km. Der Jungfernflug soll 2001 starten. 2004 soll mit der Industrieproduktion begonnen werden.
Bund hält am Termin für Post-Börsengang fest
Der Bund will die Deutsche Post AG wie geplant im November 2000 an die Börse bringen. Vorgesehen ist ein Verkauf von 25 Prozent der Post-Aktien. Nach früheren Bewertungen des Unternehmens rechnet der Bund mit 10 - 15 Milliarden DM Erlös.
Anfang Juli 2000 fiel im Bundesfinanzministerium die Entscheidung, den ersten Verkauf von Post-Aktien nicht wegen der in Brüssel anhängigen wettbewerbsrechtlichen Verfahren zu verschieben. Die Bundesregierung hält es für denkbar, dass die Post wohl zu einer Beihilferückzahlung verpflichtet wird. Erwartet werden eher Millionen- als Milliardenbeträge. Dafür müsse die Deutsche Post eine Rückstellung bilden.
Remailing-Werbung im Internet
Die holländische PTT Post versuchte Ende 1999 unter der Internet-Adresse www.remail.de, deutsche Kunden für ihren Remailing-Service zu gewinnen. Mit der Bezeichnung „Euregio -Services” warb die Post offen für Remailing-Dienstleistungen der PTT Post und hatte als Kernstück einen Tarifrechner etabliert, der potenziellen Kunden den Transportpreis für einen per Remailing versandten Brief errechnete. Die komplett in deutscher Sprache verfasste Website ignorierte völlig das deutsche Postmonopol und errechnete auch Preise für Briefe unterhalb 20 Gramm.
Seit Jahresbeginn 2000 meldet diese Website lediglich noch „Diese Präsenz ist zurzeit nicht erreichbar / These pages are currently offline”.
Unter der Adresse www.postversandt.com setzte die PTT Post die gesetzwidrige Werbung prompt fort. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat daraufhin nach Aufforderung durch die Deutsche Post - die PTT Post schriftlich abgemahnt unter Androhung eines Bußgeldes von 1 Million Mark. Anfang Juli 2000 verkündete die PTT Post auf dieser Website: „Wir haben unsere Aktivitäten seit 1. Juli 2000 eingestellt.”
Deutsche Post World Net und Deutsche Telekom haben am 4. Juli 2000 einen weitgehenden Kooperationsvertrag für die Unternehmensbereiche Informationstechnologie, Netztechnik, Logistik und Druckleistungen unterzeichnet. Damit wird die Absichtserklärung aus 1998 umgesetzt. Der Vertrag folgt dem Grundgedanken, das vorhandene Know-how rund um die jeweiligen Kernkompetenzen zu bündeln, um die Kundenwünsche optimal erfüllen zu können. Beide Konzerne erwarten Kosteneinsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Die wesentlichen Inhalte des Vertrages:
Deutsche Post akquiriert Briefdienste in Australien
Die Post-Tochter Deutsche Post Global Mail hat am 4. Juli 2000 den Kauf der australischen Unternehmen Letterbox und Skymail, jeweils mit Sitz in Sydney, bekanntgegeben. Beide Firmen sind zusammen die größten privaten internationalen Brieflogistikunternehmen in Australien.
Diese Akquisition stärkt die Präsenz der Deutschen Post im pazifischen Raum und ermöglicht dem Unternehmen, seinen dortigen Kunden Mehrwertdienstleistungen im grenzüberschreitenden Briefgeschäft anzubieten.
Personalmangel führt zu Einschränkungen in der Paketzustellung
Personalmangel im Zustellgeschäft führt mancherorts - so im 2. Quartal 2000 in München und Köln - zu Einschränkungen und Verzögerungen in der Paketzustellung.
UPS will vor EuGH gegen Deutsche Post klagen
UPS will vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen, falls die EU-Kommission die Deutsche Post nicht zu einer empfindlichen Geldstrafe wegen missbräuchlicher Quersubventionierung des Paketgeschäfts durch Gewinne aus dem Briefmonopol verurteilt. Das erklärte Michael Mensing, UPS-Europachef, am 18. Juli 2000 gegenüber der Zeitschrift „Wirtschaftswoche”. Er sei sich sicher, dass die Entscheidung der Kommission hochpolitisch sei, weil sie führende Postgesellschaften in Europa tangiere, vor allem in Frankreich. Insofern werde sich UPS nicht mit einer Geldbuße in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages zufriedengeben. Wie Mensing bestätigte, drängt die US-Regierung die EU-Kommission sowie deutsche Regierungsstellen, UPS bessere Wettbewerbsmöglichkeiten gegenüber Europas größtem Postunternehmen einzuräumen.