Source: http://gereimt.de/literatur/prof.e.verbis/urhr.php
Timestamp: 2017-05-29 05:39:50
Document Index: 391664169

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 7', '§ 11', '§ 96', '§ 97', '§ 98', '§ 106', '§ 64']

Gereimt.de - Urheberrecht
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In § 1 des deutschen Urheberrechtsgesetzes (UrhG) heißt es: "Die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst genießen
für ihre Werke Schutz nach Maßgabe dieses Gesetzes" und in § 7 UrhG sodann: "Urheber ist der Schöpfer des Werkes".
BMJ: Urheberrechtsgesetz
Ihr Werk genießt also ab dem Zeitpunkt seiner
Erstellung den - umfassenden - Schutz des deutschen Urheberrechtsgesetzes. Weiterer Formalien bedarf es dazu nicht.
Ihr Werk muss nirgends gemeldet sein, muss nicht gedruckt oder verkauft worden
sein. Mit seiner Erstellung haben Sie
vielfältige Rechte, wie etwa das Verwertungsrecht, Vervielfältigungsrecht,
Verbreitungsrecht, Ausstellungsrecht, Vortragsrecht, Aufführungsrecht, Vorführungsrecht
und Senderecht (§§ 11 ff. UrhG). Rechtswidrig hergestellte Vervielfältigungsstücke dürfen gem. § 96 UrhG
weder verbreitet noch zu öffentlichen Wiedergaben benutzt werden.
Wer ferner das Urheberrecht oder ein anderes nach dem UrhG
geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann vom Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung, bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung und, wenn dem Verletzer Vorsatz oder Fahrlässigkeit zur Last fällt, auch auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden (§ 97 UrhG).
Ihnen stehen als Urheber gem. §§ 98 ff. noch viele weitere Rechte
Ferner gilt gem. § 106 UrhG:
Abschließend noch eine Kleinigkeit. In § 64 UrhG heißt es: "Das Urheberrecht erlischt siebzig Jahre nach dem Tode des Urhebers". Sie können also beruhigt einschlafen!
Sie haben dennoch ein ungutes Gefühl? Nun gut, so ganz unberechtigt ist das
nicht.Denn: das Urheberrechtsgesetz
räumt Ihnen zwar umfangreiche Rechte ein, nur, wenn Sie nicht beweisen
können, dass Sie der Urheber sind, dann nutzt Ihnen das gar nichts.
Nun führen viele Wege nach Rom bzw. zur Beweissicherung:
Erster Weg: Veröffentlichen Sie Ihre Werke - vorzugsweise in Zeitschriften
und Zeitungen. Mit einer Buchveröffentlichung werden Sie sich als Noname am Anfang schwer tun. Treten Sie mit Ihrem Werk auf oder veröffentlichen
Sie Ihr Werk auf kostenlosen Seiten im Internet. Jeder, der Ihre Texte kennt
ist Ihr Zeuge.
Jedesmal wenn Sie Ihr Werk vorlesen oder irgendwo veröffentlichen, wird Ihr Name mit dem des Werkes verbunden. Zweiter Weg: Schreiben Sie nur für sich. Halten Sie Ihre Werke geheim.
Schreiben zur Selbstfindung. Ein guter Weg!
Dritter Weg: Scheren Sie sich nicht um diese Frage. Vertrauen Sie darauf, dass
man Ihre Rechte beachtet. Immerhin ist die unerlaubte Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe ihres Werkes mit Freiheitsstrafe
bedroht. Wer möchte dieses Risiko schon eingehen? Vierter Weg: Gehen Sie zu einem Anwalt oder Notar Ihres Vertrauens. Hinterlegen
Sie dort Ihre Werke. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen. Am billigsten
ist es wohl, wenn der Anwalt in seinem Schreiben auf das Inhaltsverzeichnis Bezug
nimmt und Ihr Werk im Schrank liegen hat. Für ein solches Schreiben dürfte Ihr Anwalt
nicht wesentlich mehr als 25 bis 35 EUR verlangen (vgl. dazu die Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung BRAGO). Einer notariellen Beurkundung bedarf es nicht. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie
freilich auch zum Notar gehen. Sicherlich wird's dann aber auch teurer.