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Timestamp: 2016-10-21 11:21:37
Document Index: 102995151

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE']

8C_861/2011 (08.06.2012)
8C_861/2011
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 15. September 2011.
Die 1965 geborene C.________ meldete sich am 10. M�rz 2006 aufgrund der seit dem Autounfall vom 9. April 2003, bei dem sie sich ein HWS-Distorsionstrauma zugezogen hatte, bestehenden Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach medizinischen und beruflich-erwerblichen Abkl�rungen und dem Beizug der Unfallversicherungsakten der SUVA holte die IV-Stelle des Kantons Aargau ein polydisziplin�res Gutachten beim Institut X.________ (vom 9. November 2009) ein. In der Folge lehnte sie nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren einen Rentenanspruch der Versicherten mit Verf�gung vom 19. Juli 2010 ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde, in deren Folge das am 1. M�rz 2011 durch Prof. Dr. med. W.________, Spital Y.________, Klinik f�r Neurologie, im Zuge des Haftpflichtverfahrens erstellte neurologische Gutachten eingereicht wurde, wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 15. September 2011 ab.
Die Versicherte l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides sei die IV-Stelle zu verpflichten r�ckwirkend eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen, mindestens aber eine befristete Rente, zu leisten.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Feststellungen der Vorinstanz hinsichtlich des Grades der Arbeitsunf�higkeit betreffen Tatfragen, soweit sie auf Beweisw�rdigung beruhen, und sind insoweit lediglich unter eingeschr�nktem Blickwinkel �berpr�fbar (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397). Dagegen ist die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.).
2.1 Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf eine Invalidenrente und dabei namentlich deren Arbeitsunf�higkeit. Das kantonale Gericht hat die f�r die Beurteilung massgebenden rechtlichen Grundlagen zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.2 Zu betonen bleibt, dass im Bereich des vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Sozialversicherungsrechts zwar keine Beweisf�hrungslast besteht, doch die Parteien die Beweislast insofern zu tragen haben, als der Entscheid im Falle der Beweislosigkeit zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte, sofern es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (SVR 2009 UV Nr. 43 S. 150, 8C_770/2008 E. 5.5.3; vgl. auch Urteil 9C_961/2008 vom 30. November 2009 E. 3.1 mit Hinweis).
3.1 Nach umfassender W�rdigung der medizinischen Akten gelangte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass gest�tzt auf das Gutachten des Instituts X.________ vom 9. November 2009, dem es zu Recht vollen Beweiswert zuerkannte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 2a S. 352), ab dem Zeitpunkt der Begutachtung im Institut X.________ von einer mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit bestehenden 100 %igen Arbeitsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit auszugehen ist. Betreffend den Zeitraum vor der Begutachtung im Institut X.________ stellte sie demgegen�ber fest, dass die umfassenden insbesondere neurologischen Abkl�rungen in den Akten eine relevante Arbeitsunf�higkeit nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auszuweisen vermochten. Da von zus�tzlichen Abkl�rungen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten seien und auch von den Gutachtern des Instituts X.______ keine weitern Abkl�rungsmassnahmen zur Eruierung der Arbeitsf�higkeit vor der Begutachtung vorgeschlagen worden seien, m�sse die Beschwerdef�hrerin die Folgen der Beweislosigkeit tragen, da sie aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Sie verneinte einen Leistungsanspruch. Dies ist nicht zu beanstanden.
3.2 Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, die f�r das Bundesgericht verbindlichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zur Arbeitsf�higkeit als offensichtlich unrichtig oder sonst wie bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen (Art. 97 Abs. 1 und 105 Abs. 2 BGG). Insbesondere kann der Einwand, das Gutachten des Instituts X.________ k�nne als Entscheidgrundlage f�r einen Rentenanspruch in der Zeit vor dieser Begutachtung nicht in Frage kommen, so h�tten die Gutachter keine abschliessende retrospektive Beurteilung der Arbeitsf�higkeit abgegeben, nicht geh�rt werden. Die Vorinstanz hat f�r die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit vor dem Begutachtungszeitpunkt entgegen der Beschwerdef�hrerin nicht einfach auf das Gutachten des Instituts X.________ abgestellt. Vielmehr ist sie aufgrund einer �berzeugenden Gesamtw�rdigung der medizinischen Unterlagen von Beweislosigkeit in Bezug auf die f�r diese Zeit geltend gemachte Arbeitsunf�higkeit ausgegangen, nachdem von weitern Abkl�rungen keine relevanten Erkenntnisse zu erwarten waren. Dies ist mit Blick auf die Aktenlage und die Schwierigkeiten, die mit retrospektiven Beurteilungen zusammenh�ngen (Urteil 8C_810/2010 vom 16. September 2011) - worauf die Beschwerdef�hrerin selbst hinweist - nicht zu beanstanden. Unter Hinweis auf zwei dazu im parallel laufenden Unfallversicherungsverfahren ergangene Urteile, welche sich mit der medizinischen Aktenlage auseinandersetzen, und mit Verweis auf das Gutachten des Neurologen Prof. Dr. med. W.________ vom 1. M�rz 2011 hat die Vorinstanz festgestellt, dass die beiden echtzeitlichen neurologischen Gutachten des Prof. Dr. med. B.________ vom 20. Mai 2005 und vom 17. M�rz 2008 als Entscheidgrundlage in Bezug auf die Beurteilung dieser Zeitspanne der Arbeitsf�higkeit nicht zu gen�gen verm�gen und daher darauf nicht abgestellt werden kann. Inwiefern diese Feststellungen und die entsprechende Beweisw�rdigung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sein sollen, ist den Einwendungen der Beschwerdef�hrerin nicht zu entnehmen. Wenn sie zudem geltend macht, es l�gen eine ganze Anzahl �rztlicher Einsch�tzungen vor, die echtzeitlich eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit vor der Begutachtung des Instituts X.________ auswiesen, worauf die Vorinstanz erst gar nicht eingegangen sei, und damit sinngem�ss eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend machen will, kann darauf mangels substanziierter Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) nicht eingegangen werden. Im �brigen bleibt anzumerken, dass die vorhandenen medizinischen Unterlagen im Gutachten des Instituts X.________ ber�cksichtigt wurden.
Mithin steht fest, dass die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdef�hrerin die Folgen der Beweislosigkeit hinsichtlich der geltend gemachten Arbeitsunf�higkeit vor dem Begutachtungszeitpunkt zu tragen hat, nachdem sie aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. E. 2.2) nicht Bundesrecht verletzt. Die Frage betreffend �berwindbarkeit der geklagten Beschwerden im Sinne der Rechtsprechung (BGE 136 V 279 mit Verweis auf BGE 130 V 352) braucht damit nicht weiter gepr�ft zu werden. Mit der verf�gten und vorinstanzlich best�tigten Leistungsablehnung hat es somit sein Bewenden.