Source: http://edv-workshop.de/nav/news/art09/art-0905-11.htm
Timestamp: 2018-01-16 23:37:30
Document Index: 229317586

Matched Legal Cases: ['§ 149', '§ 303', '§ 30', '§ 149', '§ 152', '§ 23', '§ 263', '§ 263', '§ 303', '§ 149']

16.05.2009 Skimming
Der Cyberfahnder hat sich bereits eingehend mit dem Skimming und seinen ersten Tathandlungen befasst. Besonders schwierig wegen ihrer strafrechtlichen Bewertung sind in diesem Zusammenhang die Vorbereitungshandlungen zu bewerten, die die Herstellung und Installation der Skimming-Hardware betreffen, und den Beginn des Versuchsstadiums wegen der Fälschung von Zahlungskarten.
Nach einer nicht veröffentlichten Stellungnahme des Generalbundesanwalts kann aus dem Tatbestand des § 149 Abs. 1 Nr. 1 StGB eine Strafbarkeit beim Umgang mit präparierten Kartenlesegeräten hergeleitet werden. Sie hat zur Folge, dass die Täter mit dem ersten erfolgreichen Auslesen von Kartendaten in das Versuchsstadium der Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion eintreten ( 152b Abs. 1 StGB).
Über der Tastatur von Geldautomaten angebrachte Kameras dienen hingegen nicht zur Aufzeichnung von Daten, sondern zur Beobachtung der Eingaben. Wegen der mit Kameras ausgespähten PINn greift deshalb nur der Schutz von Zugangsdaten gemäß §§ 303b Abs. 1 Nr. 2, Abs. 5, 202c Abs. 1 StGB und das heißt von dem Moment an, in dem die Täter eine PIN erfolgreich ausgespäht und notiert haben.
Die einschlägigen Tatphasen und Vorschriften werden in der Tabelle unten angegeben. Weitere Erläuterungen und Einzelheiten ergeben sich aus dem neu gefassten Positionspapier
Verabredung Umgang erfolgreiches Ausspähen
Planung § 30 Abs. 2 StGB
Skimmer § 149 Abs. 1 Nr. 1 StGB
(GS bis 5 J.) §§ 152a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2, 152b Abs. 1 StGB
(Versuch der Fälschung von Zahlungskarten, § 23 Abs. 1 StGB)
Tastaturaufsatz § 263a Abs. 3 StGB
(GS bis 3 J.) §§ 263a Abs. 2, 263 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 1 StGB
Kamera §§ 303b Abs. 1 Nr. 2, Abs. 5, 202c Abs. 1 StGB
POS-Terminal § 149 Abs. 1 Nr. 1 StGB