Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20N%FCrnberg&Datum=25.11.2014&Aktenzeichen=7%20UF%201819%2F13
Timestamp: 2019-03-26 13:49:20
Document Index: 379448725

Matched Legal Cases: ['§ 57', '§ 158', '§ 158', '§ 158', '§ 154', '§ 158', '§ 158']

OLG Nürnberg, 25.11.2014 - 7 UF 1819/13 - dejure.org
FamGKG § 57 Abs. 1 S. 1; FamFG § 158 Abs. 4 S. 3
Verfahrensbeistand, Tätigwerden, Bestellung
FamFG § 158 Abs. 3, Abs. 7 S. 2, S. 3
Anforderungen an die Form der Bestellung eines Verfahrensbeistandes; Entstehung der Vergütung des Verfahrensbeistandes im Beschwerdeverfahren
Bestellung zum Verfahrensbeistand auch konkludent möglich
AG Neumarkt/Oberpfalz - 4 F 132/11
MDR 2015, 100
Rpfleger 2015, 142
Eine sogenannte "konkludente" Bestellung zum Verfahrensbeistand, wie sie teilweise für möglich erachtet wird (OLG Zweibrücken, Beschluss vom 02.03.2015 - 6 WF 14/15 Tz 11 a.E.; OLG Nürnberg, Beschluss vom 25.11.2014 - 7 UF 1819/13 mit Anm. Menne, FamRB 15, 171) ist, wie der Senat bereits im Beschluss vom 19.08.2015 - 11 WF 1028/15 ausgeführt hat, fragwürdig und auf Ausnahmefälle zu beschränken:.
Soweit teilweise die Möglichkeit der "konkludenten" Bestellung eines Verfahrensbeistandes angenommen wird (s. zuletzt etwa OLG Nürnberg, Beschl. v. 25.11.2014 - 7 UF 1819/13 m. Anm. Menne, famrb 15, 171), ist dies schon deshalb fragwürdig, weil § 158 Abs. 1 FamFG von einer Anordnung durch "das Gericht" spricht, weshalb bei Kollegialgerichten eine Verfügung des Vorsitzenden niemals ausreichen kann; zudem erfordert § 154 Abs. 4 Satz 4 FamFG die konkrete Festlegung des Umfanges der Beauftragung im erweiterten Wirkungskreis ebenso wie eine Begründung (…zutreffend Menne, a. a. O., 172).
Eine bestimmte Form der Entscheidung schreibt das Gesetz insoweit nicht vor (…Bork/Jacoby/Schwab, FamFG 2. Aufl. § 158 Rn. 29); dementsprechend ist die Bestellung des Verfahrensbeistandes einer - ggf. auch berichtigenden - Auslegung zugänglich (…vgl. Keidel, FamFG 18. Aufl. § 158 Rn. 34) und kann auch konkludent erfolgen (OLG Nürnberg, MDR 2015, 100 ).
Deshalb ist auch eine konkludente Verfügung des Gerichts als Bestellungsakt nicht ausgeschlossen (OLG Nürnberg, Beschluss vom 25.11.2014 - 7 UF 1819/13, juris Rn. 14 m.w.N., kritisch: Menne, FamRB 2015, 171 ff.; Schleswig-Holsteinisches OLG, Beschluss vom 19.04.2016 - 15 WF 170/15, FamRZ 2016, 1695 f., kritisch: Adamus, jurisPR-FamR 21/2016 Anm. 6 und Menne, FamRB 2016, 348 ff.; vgl. OLG Dresden…, Beschluss vom 27.05.2016 - 18 WF 1406/15, FamRZ 2016, 2030 f. = juris Rn. 9).