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Timestamp: 2017-03-24 13:56:07
Document Index: 229588114

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 10', '§1', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 58', '§ 186', '§221', '§ 55', '§ 17', '§ 23', '§8', '§ 11']

Aktie - Innovate Webdoc Services
Bruchteil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft. Jede Aktie repräsentiert entweder einen auf volle Euro laufenden Nennwert (§ 8 II AktG, Nennwertaktie) oder ist als Stückaktie am Grundkapital beteiligt, ohne einen Nennbetrag auszuweisen (§ 8 IlI AktG). In diesem Fall sind alle Stückaktien am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt. Die Aktie ist ein Wertpapier, das der Beteiligungsfinanzierung dient und das Mitgliedschaftsrecht des Aktionärs verbrieft. Im Zeitalter der elektronischen Medien wird zunehmend auf effektive Stücke verzichtet und mit Sammel- oder Globalurkunden gearbeitet. Die Satzung kann die Möglichkeit des Ausschlusses oder der Einschränkung des Aktionärsanspruchs auf Verbriefung vorsehen (§ 10 V AktG). II. Arten
1. Art der Übertragung
Nach der Übertragung unterscheidet man Inhaberaktien als auf den Inhaber lautende Aktie und Namensaktien. Sonderform: Vinkulierte Namensaktie, vinkulierte Aktie): Der Eigentumswechsel (Verkauf) ist genehmigungspflichtig. 2. Umfang der verbrieften Rechte
Nach dem Umfang der verbrieften Rechte gibt es Stammaktien (diese gewähren dem Aktionär alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Aktionärsrechte) und Vorzugsaktien (das sind Aktien mit zusätzlichen Vorrechten, z.B. auf Mindestdividende).
3. Art der Beteiligung
Nach der Art der Beteiligung am Grundkapital der AG gibt es Nennbetragsaktien (auf eine feste Summe (Nennwert) lautende Aktie und Quotenaktien (diese verkörpern einen für alle Aktien gleichen Anteil am Grundkapital in Deutschland in Form der Stückaktie). 4. Sonstige Auf Besonderheiten weisen die Bezeichnungen von Aktie als Volksaktien oder Belegschaftsaktien sowie junge Aktien und Gratisaktien hin. III. Rechtsnatur
Aktiengesetz (AktG) vom 6.9.1965 (BGB1 I 1089) mit späterer Änderung und Einführungsgesetz zum Aktiengesetz (EAktG) vom 6.9.1965 (BGB1 I 1185) mit späterer Änderung. 2.Grundkapital
Das Grundkapital der Aktiengesellschaft und der Kommanditgesellschaft auf Aktien ist in Aktien zerlegt (§1 II AktG). Der Mindestnennbetrag von Nennbetragsaktien ist ein Euro, höhere Nennbeträge müssen auf volle Euro lauten (§ 8 II AktG). Der auf die einzelne Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital darf einen Euro nicht unterschreiten (§ 8 III AktG). Aktien sind unteilbar (§ 8 IV AktG). 3. Ausgabe Die Ausgabe von Aktien verschiedener Nennbeträge ist zulässig. Die Ausgabe von Aktien (Emission ) mit Disagio (unter dem Nennwert bzw. rechnerischen Nennwert, Unterpari-Emission) ist unzulässig, mit Agio (Überpari-Emission) zulässig (§ 9 AktG). Das Agio ist in die Kapitalrücklage einzustellen. 4.Mitgliedschaft Die in der Aktie verkörperte Mitgliedschaft umfasst die Rechte und Pflichten des Aktionärs. Rechte des Aktionärs sind das Recht auf Gewinnanteil (Dividende) gemäß §§ 58 IV und 60 II AktG, das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung sowie das Stimmrecht in der Hauptversammlung, das-. Bezugsrecht auf junge Aktien (§ 186 I AktG) bei Kapitalerhöhungen bzw. auf Wandelschuldverschreibungen (Wandelanleihe), Optionsschuldverschreibungen (Optionsanleihe), Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechte (§221 IV AktG) und das Recht auf quotenmäßigen Anteil am Liquidationserlös. Der Aktionär hat die Pflicht, die Kapitaleinlage zu leisten. Die Satzung kann den Aktionären Nebenverpflichtungen (wiederkehrende, nicht in Geld bestehende Leistungen) auferlegen (§ 55 AktG). IV. Wirtschaftliche Funktionen
1. Finanzierungsinstrument
Die Aktie als Finanzierungsinstrument dient der Beschaffung von Eigenkapital. 2. Anlageinstrument
Die Aktie als Anlageinstrument hat vorrangig für Unternehmen und private Haushalte Bedeutung. Anlegergruppen sind ausländische Investoren, Versicherungs- unternehmen, Kapitalanlagegesellschaften und Kreditinstitute sowie öffentliche Haushalte. Mit einer Anlage in Aktien können verschiedene Ziele verfolgt werden: Dauernde, ertragbringende Kapitalanlage (Anlagemotiv), Sachwertbeteiligung zur Vermeidung von Geldwertverlusten (Sachwertmotiv), Gewinnerzielung über Kauf und Verkauf (Spekulationsmotiv) und (für Großanleger) Einflussnahme auf die Geschäftspolitik der AG bzw. Beherrschung des Unternehmens (Mitsprache- und Beherrschungsmotiv). V. Steuerrecht
'1. Einkommensteuer a) Zur Besteuerung des an die Aktionäre ausgeschütteten Gewinnanteils vgl. Gewinnausschüttung. b) Ein Veräußerungsgewinn aus der Veräußerung einer Aktie unterliegt der Einkommensteuer, wenn die Aktie zu einem Betriebsvermögen gehört; bei einer im Privatvermögen einer natürlichen Person gehaltene Aktie ist der Veräußerungsgewinn aus einer Aktie dagegen nur steuerpflichtig, wenn die Aktie zu einer sog. wesentlichen Beteiligung (1 Prozent-Grenze, § 17 EStG) gehört oder es sich um ein Spekulationsgeschäft nach § 23 EStG handelt. Steuerpflichtig ist außerdem die Veräußerung von einbringungsgeborenen Anteilen im Sinn des UmwStG. 2. Körperschaftsteuer
Sowohl laufende Erträge als auch Veräußerungsgewinne aus Aktien sind steuerbefreit, um eine doppelte Belastung der Aktie mit Körperschaftsteuer zu vermeiden. 3. Gewerbesteuer Erträge aus Aktien sind in vollem Umfang steuerbefreit, wenn die Beteiligung mindestens 10 Prozent beträgt; sie sind dagegen voll gewerbesteuerpflichtig, wenn die Beteiligung geringer als 10 Prozent ist. Soweit der einkommen- oder körperschaftsteuerliche Gewinn von diesem gewünschten gewerbesteuerlichen Endergebnis abweicht, sind für gewerbesteuerliche Zwecke entsprechende Hinzurechnungen oder Kürzungen (§§8,9 GewStG) vorzunehmen. 4. Substanzsteuern, bes. Erbschaftsteuer Nach dem für diese Zwecke maßgeblichen Bewertungsgesetz sind: a) Börsennotierte' Aktien mit dem Kurswert zu bewerten (§ 11 I BewG; niedrigster Kurswert an einer deutschen Börse zum Stichtag). b) Bei nicht-börsennotierten Aktien wird der gemeine Wert aus Verkäufen des letzten Jahres vor dem Stichtag abgeleitet oder - wenn solche Daten nicht vorliegen - auf einen Schätzwert zurückgegriffen, der nach dem sog. Stuttgarter Verfahren berechnet wird. Für Aktien an ausländischen Kapitalgesellschaften, die nicht an einer deutschen Börse zum amtlichen Handel zugelassen sind, kann der gemeine Wert aus den Kursen des Emissionslandes abgeleitet werden. V. Sonstiges
Steht die Aktie mehreren Berechtigten zu, so können Rechte daraus nur durch einen gemeinschaftlichen Vertreter ausgeübt werden. Berechtigte haften für Leistungen auf Aktien gesamtschuldnerisch. Willenserklärungen der AG sind gegenüber gemeinschaftlichem Vertreter, ggf. gegenüber einem Berechtigten abzugeben. siehe Emission, siehe Sanierung. Wiki-Hauptseite |