Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=23.08.2012&Aktenzeichen=18%20A%20537/11
Timestamp: 2019-07-17 08:20:08
Document Index: 215164509

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 28', '§ 27', '§ 79', '§ 1600', '§ 27', '§ 27']

https://dejure.org/2012,41927
OVG Nordrhein-Westfalen, 23.08.2012 - 18 A 537/11 (https://dejure.org/2012,41927)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 23.08.2012 - 18 A 537/11 (https://dejure.org/2012,41927)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 23. August 2012 - 18 A 537/11 (https://dejure.org/2012,41927)
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StAG § 4 Abs. 1 S. 1, StAG § 4 Abs. 1 S. 2, AufenthG § 28 Abs. 1 S. 1 Nr. 3, AufenthG § 27 Abs. 1 a Nr. 1, AufenthG § 79 Abs. 2 S. 1 Nr. 2, BGB § 1600 Abs. 1 Nr. 5
DVBl 2014, 124
Dementsprechend hat es die ganz überwiegende oberverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung sowohl vor dem Erlass des Richtlinienumsetzungsgesetzes 2007 sowie des Gesetzes zur Ergänzung des Rechts zur Anfechtung der Vaterschaft im Jahr 2008 als auch danach abgelehnt, eine Vaterschaftsanerkennung auf der Grundlage des § 27 Abs. 1 AufenthG oder eines sonstigen allgemeinen Grundsatzes einer Missbrauchsüberprüfung zu unterziehen (vgl. OVG NRW, B.v. 23.8.2012 - 18 A 537/11 - InfAuslR 2013, 23, juris; OVG Hamburg, B.v. 24.10.2008 - 5 Bs 196/08 - juris; OVG Sachsen-Anhalt, Beschlüsse v. 25.8.2006 - juris …und vom 1.10.2004 - 2 M 441/04 - InfAuslR 2006, 56, juris, insbesondere Rn. 11 ff.; Hessischer VGH, B.v. 5.7.2005 - 9 UZ 364/05 - juris; der B. des VGH Baden-Württemberg v. 3.3.2005 - 13 S 3035/04, InfAuslR 2005, 258, juris, in dem dieser Grundsatz unberücksichtigt geblieben ist, steht weitgehend allein und wird nur im Einstellungsbeschluss des VG Stuttgart vom 24.7.2014 - 11 K 2194/14, juris - zur Unterstützung herangezogen, in dem die "abweichende" Mehrheitsrechtsprechung zwar genannt, aber nicht erörtert wird).
Im Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen vom 23. August 2012 (18 A 537/11 - InfAuslR 2013, 23, juris) wird - wie vom Senat - die Auffassung vertreten, die Bestimmung des § 27 Abs. 1a Nr. 1 AufenthG sei im Ergebnis auf den hier streitgegenständlichen Fall des Nachzugsanspruchs einer ausländischen Mutter, deren Kind von einem Deutschen oder von einem Ausländer mit gesichertem Aufenthaltsrecht anerkannt worden ist, nicht anwendbar.
Für eine erhebliche aufenthaltsrechtliche Relevanz spricht auch die Zahl der verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen zu nachgewiesenen missbräuchlichen Vaterschaftsanerkennungen durch Deutsche, die zur Veröffentlichung gelangt sind (insbesondere OVG Sachsen-Anhalt, B.v. 1.10.2004 - 2 M 441/04 - InfAuslR 2006, 56;… OVG Rheinland-Pfalz, U.v. 6.3.2008, a.a.O.; VG Oldenburg, U.v. 22.4.2009 - 11 A 389/08 - NVwZ-RR 2009, 739; OVG NRW, U.v. 23.8.2012, a.a.O.;… BVerfG, B.v. 17.12.2013, a.a.O., dessen Sachverhalt im Vorlagebeschluss des AG Hamburg-Altona vom 15.4.2010 < 350 F 118/09, StAZ 2010, 306 > ausführlicher dargestellt ist; VG Stuttgart, B.v. 24.7.2014 - 11 K 2149/14; VGH Baden-Württemberg, B.v. 4.11.2014 - 11 S 1886/14 - InfAuslR 2015, 45).
Ein solches Interesse ist insbesondere dann zu bejahen, wenn die rückwirkende Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für die weitere aufenthaltsrechtliche Stellung der Ausländerin erheblich sein kann (…BVerwG, z. B. Urteil vom 9. Juni 2009 - 1 C 7.08 -, juris Rn. 13; OVG NRW, Urteil vom 23. August 2012 - 18 A 537/11 - juris Rn. 37).
Es kann dahinstehen, ob der Begriff "Verwandtschaftsverhältnis" nur aufenthaltsrechtlich motivierte Adoptionen oder auch aufenthaltsrechtlich motivierte Vaterschaftsanerkenntnisse erfasst (vgl. OVG NRW, Urteil vom 23. August 2012 - 18 A 537/11 - juris Rn. 55 ff.: nur Adoptionen; VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 4. November 2014 - 11 S 1886/14 -, juris Rn. 17 ff.: auch Vaterschaftsanerkenntnisse).