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Timestamp: 2019-08-24 05:22:05
Document Index: 70435858

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 5', '§ 1', '§ 71', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 71', '§ 71', '§ 5', '§ 8']

Normgeber: Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend
Aktenzeichen: 946 D-51 407/35
Erlassdatum: 17.09.2004
Fassung vom: 17.09.2004
Gliederungs-Nr: 223407
Normen: § 8 Abs. 1 AltenpflV, § 5 AltenpflV, § 1 HeimG i. d. F. vom 05.11.2001, § 71 SGB XI
Fundstellen: GAmtsbl. 2004, 440, Amtsbl. 2009, 458, Amtsbl. 2014, 322
Durchführung der praktischen Ausbildung im Rahmen der Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegehelferin oder zum staatlich anerkannten Altenpflegehelfer
1 Ziel der praktischen Ausbildung
2 Ausbildungsstellen (Träger der praktischen Ausbildung)
3 Dauer der praktischen Ausbildung
5 Ausbildungsvertrag
6 Betreuung durch die Fachschule
der praktischen Ausbildung im Rahmen
der Ausbildung zur staatlich anerkannten
Altenpflegehelferin oder
zum staatlich anerkannten Altenpflegehelfer
des Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend
vom 17. September 2004 (946 D – 51 407/35)
Fundstelle: GAmtsbl. 2004, S. 440
Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums vom 26. Juli 1991 (947 D/942 D – 51 407/35, GAmtsbl. S. 109)
Zur Durchführung des § 5 der Fachschulverordnung Altenpflegehilfe vom 31. August 2004 (GVBl. S. 418/GAmtsbl. S. 396) wird im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Folgendes bestimmt:
Ziel der praktischen Ausbildung
Die Zielsetzung des Bildungsganges für Altenpflegehilfe orientiert sich am Konzept einer personenbezogenen, ganzheitlichen und aktivierenden Pflege als Prozess und umfasst insbesondere
die Mithilfe zur Erhaltung und Förderung der eigenständigen Lebensführung des alten Menschen,
die sach- und fachkundliche, umfassende und geplante Pflege unter der Verantwortung einer examinierten Pflegekraft,
die Hilfe zur Erhaltung und Wiederherstellung der individuellen Fähigkeiten des alten Menschen,
die Anregung und Begleitung von Familien mit Nachbarschaftshilfen für alte Menschen; die Betreuung der pflegenden Angehörigen,
die Pflege und Mitwirkung bei der Behandlung und der Rehabilitation kranker, pflegebedürftiger, behinderter und psychisch veränderter alter Menschen, einschließlich der Ausführung ärztlicher Verordnungen,
die Förderung sozialer Kontakte,
die Gesundheitsvorsorge und Gesundheitspflege einschließlich der Ernährungsberatung,
die Sterbebegleitung,
die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, die in der Altenhilfe tätig sind,
die Erledigung von Verwaltungsaufgaben, soweit sie in unmittelbarem Zusammenhang mit Aufgaben in der Altenpflege stehen,
die Reflexion der eigenen persönlichen Voraussetzungen und Kompetenzen zur Wahrnehmung des Berufs.
In diesem Rahmen dient die praktische Ausbildung der fachgerechten Einarbeitung in die Berufspraxis gemäß § 5 Abs. 3 der Fachschulverordnung Altenpflegehilfe einschließlich der im Folgenden benannten Kompetenzen:
Hilfsmittel zur Vitalzeichenermittlung adäquat einsetzen,
Selbstständigkeit bei der Nahrungsaufnahme unterstützen und fördern,
Essen und Trinken bewohnerorientiert anreichen,
Pflegemaßnahmen bei Problemen und Beeinträchtigungen bei der Ausscheidung durchführen,
Blutzuckermessung durchführen, die Werte interpretieren, dokumentieren und auf Grundlage rechtlicher Bestimmungen reagieren,
Injektionen von Insulinen nach ärztlicher Verordnung sachgerecht durchführen,
Wärme- und Kälteträger an ärztlicher Verordnung auflegen,
pflegeunterstützende Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Erkrankungsvorbeugung, insbesondere Einreibungen, medizinische Bäder und Inhalationen unter Beachtung ärztlicher Verordnungen einsetzen,
Tropfen/Salben der Augen und Ohren nach ärztlicher Verordnung verabreichen,
verordnete Medikamente verabreichen bzw. deren Einnahme überwachen,
Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen,
stützende und stabilisierende Verbände entfernen,
suprapubischen Katheter versorgen (ohne Wundversorgung),
Personen mit perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG) versorgen (ohne Wundversorgung),
subkutane Injektionen von Heparin durchführen.
Ausbildungsstellen (Träger der praktischen Ausbildung)
Die praktische Ausbildung wird in folgenden Einrichtungen vermittelt:
in einem Heim im Sinne des § 1 des Heimgesetzes oder in einer stationären Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Abs. 2 des Elften Buches Sozialgesetzbuch, wenn es sich dabei um eine Einrichtung für alte Menschen handelt, oder
in einer ambulanten Pflegeeinrichtung im Sinne des § 71 Abs. 1 des Elften Buches Sozialgesetzbuch, wenn deren Tätigkeit die Pflege alter Menschen einschließt.
Abschnitte der praktischen Ausbildung (Praktika) können in weiteren Einrichtungen, in denen alte Menschen betreut werden, stattfinden. Dazu gehören insbesondere:
psychiatrische Kliniken mit gerontopsychiatrischer Abteilung oder andere Einrichtungen der gemeindenahen Psychiatrie,
Allgemeinkrankenhäuser, insbesondere mit geriatrischer Fachabteilung oder geriatrischem Schwerpunkt oder geriatrische Fachkliniken,
Geriatrische Rehabilitationseinrichtungen,
Die Ausbildungsstelle nach Nummer 2.1 muss eine geeignete Fachkraft (Praxisanleiterin/Praxisanleiter) mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung und der Fähigkeit zur Praxisanleitung mit der Leitung der Ausbildung beauftragen. Das Gleiche gilt für die mögliche Durchführung der Praktika in den Praktikumsstellen. Geeignet sind Altenpflegerinnen und Altenpfleger sowie Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach Möglichkeit sollte die Praxisanleiterin oder der Praxisanleiter eine berufspädagogische Fort- und Weiterbildung in Praxisanleitung von mindestens 120 Stunden nachweisen.
Die Ausbildung dauert ein Schuljahr und ist zeitlich an dessen Verlauf gebunden; sie beginnt in der Regel am 1. August und endet am 31. Juli des darauf folgenden Jahres.
Die Dauer der wöchentlichen praktischen Ausbildungszeit ergibt sich aus der Stundentafel. Die praktische Ausbildungszeit orientiert sich gemäß § 5 des Ausbildungsvertrags an den organisatorischen Gegebenheiten der Ausbildungsstelle.
In die Ausbildungszeit ist der Zeitaufwand für Vorbereitungs- und Übungsaufgaben eingeschlossen.
Schülerinnen und Schüler sind für den Unterricht der Fachschule freizustellen.
Die praktische Ausbildung endet nach erfolgreichem Abschluss an der Fachschule.
Die Ausbildungsstelle legt der Fachschule unter Einbeziehung der Berichte der Praktikumsstellen einen Bericht über die fachlichen Leistungen der Schülerin oder des Schülers in der praktischen Ausbildung nach Anlage 1 vor.
Der Bericht ist von den an der Ausbildung in der Ausbildungsstelle Beteiligten zu erstellen und zu unterzeichnen. Die Berichte der Praktikumsstellen sind beizufügen. Den Schülerinnen und Schülern ist Gelegenheit zur Kenntnis- und Stellungnahme zu geben.
Der Träger der praktischen Ausbildung, der eine Schülerin oder einen Schüler zur Ausbildung nach dieser Verwaltungsvorschrift einstellt, hat mit dieser oder mit diesem einen schriftlichen Ausbildungsvertrag für die gesamte Dauer der Ausbildung nach dem Muster der Anlage 2 zu schließen.
Im Übrigen sind auf den Ausbildungsvertrag die für Arbeitsverträge geltenden Rechtsvorschriften und Rechtsgrundsätze anzuwenden.
Der Ausbildungsvertrag ist von einer Vertreterin oder einem Vertreter des Trägers der praktischen Ausbildung sowie der Schülerin oder dem Schüler und deren gesetzlicher Vertretung zu unterzeichnen. Eine Ausfertigung des unterzeichneten Ausbildungsvertrags ist der Schülerin oder dem Schüler und deren gesetzlicher Vertretung unverzüglich auszuhändigen.
Der Ausbildungsvertrag bedarf zu seiner Wirksamkeit der Zustimmung der Altenpflegeschule.
Bei Änderungen des Ausbildungsvertrags gelten die Nummern 5.1 bis 5.4 entsprechend.
Betreuung durch die Fachschule
Für die Betreuung der Schülerin oder des Schülers durch die Fachschule werden Lehrerinnen oder Lehrer als Praxisbegleiter eingesetzt.
Die Betreuung durch die Fachschule muss der Breite des Berufsfeldes Rechnung tragen und erstreckt sich insbesondere auf
die Koordinierung des Ausbildungsauftrags der Ausbildungsstelle mit der Fachschule,
die Abstimmung der im Rahmenplan aufgeführten Lernziele und der Methoden,
die Beratung in fachlichen Fragen,
die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler in gemeinsamer Verantwortung mit der Praxisanleitung am Lernort "Einrichtung".
Für die fachliche Betreuung ist für je 5 Schülerinnen oder Schüler eine Wochenstunde (Anrechnungsstunde) an der Fachschule vorzusehen.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am 1. August 2004 in Kraft. Die Bezugsvorschrift ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr anzuwenden.
Anlage 1: Bericht über die fachlichen Leistungen (§ 8 Abs. 1 Fachschulverordnung - Altenpflegehilfe)
Anlage 2: Muster Ausbildungsvertrag (Altenpflegehilfe)