Source: http://kulturserver-berlin.de/home/piradio/funklehr.htm
Timestamp: 2019-02-23 07:03:54
Document Index: 63384264

Matched Legal Cases: ['§ 49', '§ 47', '§ 372', '§ 376', '§ 401', '§ 306', '§ 36', '§ 66', '§ 66', '§ 6']

Kleiner Pi-Radio-Funklehrgang
Das Herz des Senders - der Oszillator
PLL-Generator
Git the Rhythm - die Modulation
Schwingkreise auslegen
Spulen herstellen
Amateurfunksender umbauen
Nachwort und Piraten-Links
Kleiner Funklehrgang komplett (zum Drucken)
Aus unserer Ratgebersendung Pi-Rat haben wir einen kleinen Funklehrgang entnommen. Der Lehrgang dient dem Zweck, Mythen zu demontieren: die Radio-Sendetechnik sei unglaublich kompliziert, teuer und keinesfalls für den Selbstbau geeignet. Doch Pi-Radio behauptet: Einen Radiosender zu bauen ist einfacher und ungefährlicher, als ein Mofa zu tunen. Ein kompletter Sender ist schon für einige hundert Mark zu realisieren.
Umso unverständlicher ist es, warum der Sendebetrieb künstlich so teuer gehalten wird. Der Rundfunksender muß von der TELEKOM gemietet werden (10.000 DM pro Monat) genau wie die Standleitungen vom Studio zum Sender (5.000 DM je Monat). Kein Wunder also, warum nur fette Medienkonzerne die Möglichkeit haben, Radio zu betreiben.
Dieser kleine Funklehrgang führt von der prinzipiellen Funktion des Senders über die Wirkungsweise von Sendeverstärkern bis zum Antennenbau und konkreten Aufbauhinweisen in die Hochfrequenztechnik ein.
Wir weisen jedoch deutlich darauf hin, daß der Betrieb der vorgestellten Bastelarbeiten verboten ist, und wenn, dann nur in bleigepanzerten und abgeschirmten Laborräumen oder Atombunkern stattfinden darf. Zum Glück gilt nicht mehr das alte Fernmeldeanlagengesetz, das Gefängnisstrafen von bis zu 5 Jahren für den Betrieb von Sendern vorsah sondern stattdessen das Telekommunikationsgesetz in dem der Senderbetrieb nur noch eine Ordnungswidrigkeit ist, ähnlich dem Überfahren einer roten Ampel. Wir haben es zur Abschreckung in Auszügen beigelegt. Trotzdem sollten uns die hohen Bußgelder von bis zu 1 Mio DM deutlich von dem Betrieb eines Piratensendern abhalten.
Radiosendungen werden über Wellen übertragen, den Radiowellen. Diese kann man sich als enorm hohe Piepstöne vorstellen, deren Frequenz für den UKW-Rundfunk zwischen 88 und 108 MHz liegt. Zum Vergleich: der Kammerton a hat 440 Hz (= 440 Schwingungen pro Sekunde).
Wer sich schon einmal in Heim-Karaoke geübt hat, hat vermutlich schon erlebt, wie solche Piepstöne elektronisch entstehen können: Das Knacksen im Lautsprecher wird auf das Mikrophon übertragen und knackt dann zeitverzögert wieder im Lautsprecher. So entsteht die Rückkopplung, deren Frequenz abhängig vom Abstand zwischen Mikro und Lautsprecher ist, daß der Luftweg als Zeitverzögerung wirkt.
Statt mit einer Mikro-Lautsprecher-Kombination kann so eine Rückkopplung auch gezielt mit einem RC-Glied stattfinden (R=Widerstand, C=Kondensator, Frequenz = f = 1/(R*C)).
Nachfolgende Schaltung zeigt einen einfachen Piepstongenerator mit RC-Glied für hörbare Töne:
Die hintereinandergeschalteten Kästchen stellen einen Schmitt-Trigger und einen Invertierer dar. Der Schmitt-Trigger schaltet seinen Ausgang auf +5 Volt, sobald am Eingang eine Spannung von mehr als +3V anliegt und wieder auf 0 Volt, sobald die Eingangsspannung +2V unterschreitet. Es ist also ein Schwellenwertschalter. Der Invertierer macht aus +5V (high) das gegenteilige Signal 0V (low) und umgekehrt.
Der Oszillatoreffekt kommt nun dadurch zustande, daß der Kondensator C wegen der Ausgangsspannung des Inverters von +5V über den Widerstand R aufgeladen wird, bis am Kondensator (und damit am Eingang des Schmitt-Triggers) eine Spannung von >=3V anliegt. Damit schaltet der Schmitt-Trigger seinen Ausgang auf +5V und der Inverter seinen Ausgang auf 0V.
Über den Widerstand wird der Kondensator durch das neue Signal wieder entladen, bis er den unteren Schwellenwert von 2V erreicht. Der Schmitt-Trigger schaltet wieder auf 0V zurück, der Inverterausgang auf +5V und das Auf- und Entladespiel beginnt von vorne. Der Ausgang pendelt zwischen 0 und +5V hin und her und erzeugt damit ein deutliches Pfeifen.
Mit dem gleichen Prinzip lassen sich auch höhere Piepstöne erzeugen, bis zu Radiowellen. In brutaler Weise wurde dies in nachfolgender Anordnung verwirklicht:
Der Ausgang des Inverters wird direkt mit dem Eingang des Schmitt-Triggers verbunden. Eigentlich ein Kurzschluß. Die konkrete Schaltung hat aber eine maximale Schaltgeschwindigkeit (slew-rate), die dann doch zu einem Schwingungsverhalten führt. Durch den regelbaren Kondensator (Drehko) wird die Frequenz so hingequält, daß sie irgendwo im UKW-Bereich liegt.
Beide RC-Generator-Schaltungen können kombiniert mit einer Integrierten Schaltung realisiert werden:
Der Aufbau ist einigermaßen unproblematisch und fungiert als piepsender Peilsender. Am Pin 1 der Integrierten Schaltung wird der Piepston auf die UKW-Schwingung aufmoduliert. Statt des Piepstons könnte hier auch der Walkman angeschlossen werden. Dafür ist der Umschalter da.
Der Minisender schafft es, fast das ganze UKW-Band in einer Reichweite von 20 Metern zu verseuchen. Das liegt daran, daß er keine Sinuskurve erzeugt, sondern eine (etwas verkorkste) Rechteckschwingung. Diese stellt ein Frequenzgemisch aus der Grundfrequenz und jeder Menge Oberschwingungen dar: die Frequenz taucht an unterschiedlichsten Stellen der Radioskala auf und driftet mit der Zeit in alle Richtungen. Für die Sendepraxis ist diese Oszillatoranordung daher völlig ungeeignet.
Die Anforderungen an einen Oszillator sind, daß er zuverlässig anschwingt, tatsächlich nur eine Frequenz erzeugt und diese stabil beibehält. Der oben vorgestellte RC-Generator erfüllte nur die erste Bedingung. In der Praxis werden häufig transistorbestückte LC-Oszillatoren (L=Spule) eingesetzt. Die Spulen müssen selber gewickelt werden, was aber keinesfalls abschrecken sollte. Siehe auch Spulen herstellen. Es gibt die unterschiedlichsten Bautypen von LC-Oszillatoren, einer davon sei vorgestellt:
Mit LC-Oszillatoren lassen sich schöne, saubere Sinusschwingungen erzeugen, sofern der Transistor nicht übersteuert wird. Das Problem ist jedoch der Frequenzdrift: erwärmen sich die Bauteile, ändern sich ihre elektrischen Eigenschaften und damit auch die Resonanzfrequenz. Erst nach ausreichender Betriebsdauer hat sich ein konstantes Temperaturniveau eingestellt, bei der dann auch die Frequenz stabil ist. Für kurze Radiosendungen erweist sich dies jedoch als ungünstig.
Was auf alle Fälle getan werden kann, ist den Oszillator in ein Metallgehäuse einzubauen und thermisch von den heizenden Bauteilen (Endstufentransistor) abzukoppeln. Das Gehäuse muß zudem aus Metall und geerdet sein, damit keine "parasitären Schwingungen" vom Senderausgang wieder zum Oszillator zurückwirken. Siehe dazu auch Mechanischer Aufbau.
Als konkretes Bastelprojekt wird jetzt ein besonders einfacher LC-Oszillator vorgestellt, er dient als Spielzeugsender. Die komplette Schaltung kommt mit 12 Bauteilen aus und eignet sich daher besonders gut zum unversierten Nachbau. Der Oszillator besteht aus 2 Feldeffekt-Transistoren, die am Steuereingang (Gate) mit einem Lade-/Entladekondensator beschaltet sind. Die Transistoren sind immer wechselseitig geschaltet bzw. ungeschaltet. Sobald ein Transistorausgang (z.B. Drain von T1) ein positives Signal führt, zieht er den Kondensator (C2) und damit den Eingang des zweiten Transistors (Gate von T2) hoch. Dieser zweite Transistor (T2) schaltet dann durch und legt seinen Ausgang (Drain von T2) auf Masse. Der Kondensator (C2) entlädt sich mit einer Zeitverzögerung und schaltet den zweiten Transistor (T2) dann wieder auf positives Signal. Jetzt zieht der zweite Transistorausgang den Kondensator (C1) des ersten hoch und schließt damit den ersten Transistor (Drain von T1 geht auf Masse). Der Vorgang wiederholt sich Pingpong-mäßig endlos. Frequenzbestimmendes Glied ist das LC-Glied bestehend aus Drehkondensator und Spule (L1). Hier kann also die Sendefrequenz eingestellt werden. Die Schaltung heißt astabile Kippstufe und sie zeichnet sich dadurch aus, daß sie keinerlei Probleme mit dem Anschwingen hat. Bauanleitung als gif-file (322 kB), pdf-file (409 kB).
Die beste Frequenzstabilität wird durch einen Quarzoszillator (oder durch eine quarzgetaktete Steuerung) erreicht. Der Schwingungsquarz bestimmt durch seine Geometrie die Frequenz und ist ab Werk für diese ausgelegt. Dies ist zugleich der Nachteil des Quarzoszillators: die Frequenz läßt sich nur durch Austausch des Quarzes ändern. Während es für die CB-Funkbänder (27...28MHz) eine ganze Pallette an Quarzen in 10kHz-Schritten zu kaufen gibt, gibt es im UKW-Bereich eigentlich nur den 100MHz Eichquarz. Duch geeignete Auslegung des Oszillators können aber auch ganzzahlige Vielfache der Quarzfrequenz angeregt werden, der Quarz hat nämlich harmonische Oberschwingungen (2x, 3x, 4x, ...).
Ein Quarzoszillator mit Oberschwingungen wird nachfolgend vorgestellt. Aufgabe der nachfolgenden Stufen muß es sein, die gewünschte Frequenz herauszufiltern.
Als State-of-the-Art-Oszillator soll nun noch der PLL-Generator vorgestellt werden. In modernen Rundfunkempfängern (solche mit digitaler Frequenzanzeige) werden solche "Phase-locked-Loop"-Oszillatoren eingesetzt.
Der PLL-Generator besteht aus 2 Oszillatoren: einem digitalen, der ein rechteckiges Ausgangssignal hat und einem analogen, spannungsgesteuerten Sinusoszillator (VCO=Voltage-controlled-Oscillator). Wie wir in der 1. Anordnung mit dem Schmitt-Trigger gesehen haben, ist ein Rechtecksignal wegen der vielen Oberschwingungen ungeeignet, gesendet zu werden. Dafür kann es aber leicht mit digitaler Schaltungstechnik geteilt oder vervielfacht werden. So erzeugt der Digitalteil des PLL-Generators aus einem quarzgesteuerten Frequenztakt die gewünschte UKW-Frequenz, die z.B. über eine kleine Schalteranordnung eingestellt wurde. Diese Frequenz wird mit der des Sinusoszillators (VCO) verglichen. Bei Abweichung wird der VCO automatisch nachgeregelt, bis beide Frequenzen gleich sind.
Die Hauptbestandteile des PLL-Generators sind in einer Integrierten Schaltung untergebracht, die leider schwer zu beschaffen ist. Wir verzichten daher darauf, die PLL-Schaltung von Free-Radio-Berkeley zu veröffentlichen (es sei denn, jemand bekommt raus, wo die Integrierten Schaltungen MC12017 und MC145152 zu bekommen sind). Stattdessen zeigen wir die Schaltung mit einzelnen Logikbausteinen von M. Weiss (siehe Links):
Den dazugehörigen VCO und Platinen-Layouts gibt es auch bei M. Weiss.
Vorausgesetzt, wir haben einen Oszillator, dessen Frequenz eindeutig und stabil ist, dann soll diese Frequenz die Informationen unserer Radiosendung auch irgendwie transportieren. Dieses Aufsatteln der hörbaren Niederfrequenzen (NF) wird "Modulation" genannt. Beim UKW-Rundfunk wird dies mit Frequenzmodulation bewerkstelligt (daher auch FM für UKW). Die Hochfrequenz (HF) wird im Takt der NF in ihrer Höhe variiert.
Nachfolgendes Bild veranschaulicht dies:
Die Spannung der NF manipuliert die Frequenz des Trägersignals. Die maximale Frequenzänderung heißt "Frequenzhub" und beträgt bei UKW 20kHz. Dies entspricht auch der maximalen, übertragenen Tonhöhe der Niederfrequenz (das menschliche Ohr reicht bis ca. 16kHz).
Während unser Bestreben eben noch war, den Oszillator möglichst frequenstabil zu gestalten, wird er jetzt also gezielt wieder verbogen. Der Schwingkreis bestehend aus dem frequenzbestimmenden LC-Glied wird durch eine Kapazitätsdiode geändert. Diese Diode hat die Eigenschaft, daß sie (in Sperrichtung betrieben) ihre Kapazität mit der Spannung ändert.
Hier wird die typische Beschaltung eines Oszillator-Schwingkreises mit Kapazitätsdiode gezeigt. Im nebenstehenden Diagramm ist eine Diodenkennlinie angegeben. Die Diode benötigt eine Vorspannung in Sperrichtung (z.B. 4 Volt) um die herum die Niederfrequenz schwankt (z.B. von 3,8 bis 4,2 Volt). Prinzipiell läßt sich jede Kapazitätsdiode (unabhängig von der Typenbezeichnung) für die Frequenzmodulation verwenden.
Die oben vorgestellten Oszillatoren hatten solche Frequenzmodulationsschaltungen bereits integriert.
Frequenzbestimmende Glieder im Oszillator und im Übertragungsverhalten der Verstärker sind in der Regel LC-Schwingkreise. Für diese gibt es zwei Anordnungen: parallel und seriell.
Der Parallelkreis wird im Resonanzfall hochohmig, die Serienanordnung wird niederohmig. Die Resonanzfrequenz des Schwingkreises läßt sich mit der Formel fres=1/(2*Pi*SQR(L*C)) berechnen. (Dies entspricht der Frequenz, bei der die Blindwiderstände der Spule XL und des Kondensators XC gleich sind.)
Das Verhältnis von L und C wirken auf die Güte und damit auf die Schärfe des Schwingkreises. Man kann sich für die Dimensionierung jedoch an bestehenden Schaltungen orientieren: der Kondensator soll nicht mehr als 100pF haben, die Spule nicht mehr als 100nH.
Als Hochfrequenzkondensatoren sind keramische Bautypen zu wählen bzw. regelbare Drehkondensatoren. Beide können auch kombiniert werden, indem sie parallel (oder seriell) geschaltet werden:
Bei Parallelschaltung addieren sich die Kapazitäten, Cges=C1+C2. (Bei Serienschaltung addieren sich deren Kehrwerte, 1/Cges=1/C1+1/C2.)
Die Spulen herzustellen ist ziemlich einfach, da weder Spulenkörper noch Ferritkerne nötig sind. Versilberter Kupferdraht (den gibt's im Zweifelsfall im Handarbeitsgeschäft) mit z.B. 1 mm Durchmesser wird um den Schaft eines Bohreinsatzes mit dem gewünschten Durchmesser gewickelt, die Enden werden rechtwinklig abgebogen.
Die Spule wird soweit auseinandergezogen, daß sich die Windungen nicht mehr berühren. Zum späteren Abgleich des Schwingkreises können die Spulen auseinandergezogen (Induktivität nimmt ab) oder zusammengedrückt werden (Induktivität nimmt zu). Beim Einlöten in die Platine ist zu beachten, daß die Spule nicht an der Leiterplatte anstößt und daß die Anschlüsse möglichst kurz gehalten werden (jedes Kabel bildet eine weitere Induktivität).
Zum Berechnen der Spulenabmessungen wird nachfolgend eine empirische Formel für einlagige Zylinderspulen angegeben, die ungefähr stimmt: L=(Pi*n*D)^2/(l+0,45*D) bzw. n=SQR((l+0,45*D)*L)/(Pi*D). L ist dabei die Induktivität in nH, n die Windungszahl, D der innere Durchmesser in cm und l die Länge der Spule (nicht des Drahts) in cm.
Ein Beispiel: Die Spule hat einen inneren Durchmesser von 1cm, eine Länge von 2cm und eine Windungszahl von 5 Windungen. Also hat sie ungefähr 100nH.
Es bietet sich an, 2m-Amateurfunkschaltungen (ca. 145MHz), die es in Bibliotheken gibt, für den Rundfunkbereich (ca. 100 MHz) umzubauen. Dazu müssen oft nur die Spulen- oder die Kondensatorwerte geändert werden. Hierfür werden in der Schaltung die Schwinkreise ausfindig gemacht (die Spulen sind hier oft nur durch ihre Abmessungen charakterisiert) und neu bemessen. Ein Frequenzabgleich muß nachher auf alle Fälle noch stattfinden, denn oft wurden die internen Kapazitäten der Halbleiter (z.B. der Basis des Transistors) für die Bauteilbemessung mitverwendet. Aus der Formel für die Resonanfrequenz fres=1/(2*Pi*SQR(L*C)) kann man ableiten, daß entweder die Spulen- oder die Kondensatorwerte etwa verdoppelt werden müssen, um von 145 MHz auf 100 MHz zu kommen. Das kann praktischerweise durch Parallelschalten eines weiteren Kondensators der gleichen Kapazität oder durch Verdoppeln der Spulenwindungszahl erreicht werden.
Als weitere Umbaumaßnahme muß noch der Frequenzhub erhöht werden. Amateurfunksender arbeiten mit 5kHz FM-Hub, Rundfunksender mit 20kHz. Dazu muß das modulierende NF-Signal, das an die Kapazitätsdiode am Oszillator geführt wird, entsprechend stärker eingestellt werden (siehe Modulation).
Das Ausbreitungsverhalten von Hochfrequenzen ist aber weitaus günstiger als das von Schallwellen. Hochfrequenzen breiten sich wie Licht aus. Bei Sichtkontakt zwischen Antenne und Empfänger reichen kleinste Leistungen zur Übertragung aus: mit 1 Watt auf einem hohen Berg installiert, können ohne weiteres 100 km überwunden werden. Voraussetzung ist jedoch, daß keine Häuser, Bahnlinien oder Geländeunebenheiten die Sicht zum Emfänger behindern. In der Stadt ist dies jedoch leider immer der Fall. Für die Stadt kommt daher eine Leistung von 10 bis 50 Watt in Frage. Der Aufstellungsort und die Bauweise der Antenne spielt für die Reichweite eine maßgebliche Rolle. Siehe Antennenbau.
Der Oszillator betreibt den Schwingquarz auf seiner Grundschwingung 48 MHz. Der (für dieses Kapitel interessierende) Verstärker beginnt mit dem 400 pf-Kondensator oben in der Mitte. Der Eingangs-Parallelschwingkreis sorgt dafür, daß nur die gewünschte Frequenz 96MHz hineingelassen wird. Der 12 pF-Drehkondensator dient zur Einkopplung des Signals. Eine zu starke Einkopplung kann zu Verzerrungen oder zum Abriß der Schwingung führen, eine zu schwache nutzt nicht die gesamte Verstärkerleistung aus. Am Ausgang des Verstärkers sitzt wieder ein Parallelschwingkreis, der auf die Sendefrequenz abgestimmt ist. In der Praxis werden die Drehkos, von vorne beginnend, solange abgestimmt, bis die maximale HF-Ausgangsleistung erreicht ist. Siehe dazu Abgleich des Senders. Die Treiberstufe hier hat eine Leistung von 0,5 Watt, die vom Transistortyp abhängen. Die gleichen Stufen können auch mehrfach hintereinander geschaltet werden (jeweils ab den 400 pF-Kondensatoren). Statt des eingesetzten Transistors 2N4427 kann auch ein anderer HF-Typ verwendet werden.
Die weiteren Verstärkerstufe sehen alle recht ähnlich aus, nur die Transistoren ändern sich. Insbesondere ist bei höheren Leistungen auf die Kühlung der Transistoren zu achten. Die Endstufentransistoren sind mit dicken Kühlkörpern zu versehen, damit sie nicht durchbrennen. Leider sind die HF-Leistungstransistoren ziemlich teuer, weshalb die Versuch-und-Irrtum-Methode hier ungeeignet ist.
Um sich aber eine Vorstellung von der Kühlkörpergröße zu machen, lohnt sich hier der Blick in die heimische Stereoanlage. Für die 0,5 Watt oben reicht ein aufsteckbarer Stern-Kühlkörper. Für den 7,5 Watt-Transistor unten gibt es aufschraubbare Ringscheiben-Kühlkörper (?). Ab 20 Watt ist ein Rippen-Kühlkörper angemessen, der an der Gehäuseaußenseite angebracht. Zwischen Kühlkörper und Transistor wird eine dünne Schicht Wärmeleitpaste aufgetragen.
Wenn die Kühlfläche der Transistors eine Spannung führt (z.B. weil es der nicht auf Gehäuspotential liegende Emitter ist), wird sie vom Kühlkörper durch ein entsprechendes Isolierscheibchen ferngehalten.
L1: 2Wdg, 1,5mm CuAg, D=10mm; L2: 5Wdg, 1,5mm CuAg, D=12mm; L3: 23Wdg, 0,7mm CuLack, D=6mm; Dr: Z=700Ohm d.h. ca 1,1uH
Die Versorgungsspannung (hier: 24V !) wird über eine Spule L3 dem Transistorkollektor zugeführt. L3 ist dabei, wie wir auch schon an der hohen Windungszahl sehen, keine Schwingkreisspule, sondern eine Drossel. Sie soll verhindern, daß Hochfrequenz zur Stromversorgung hin abfließt. Die vergleichsweise hohe Induktivität wirkt für die HF als Sperrwiderstand, wogegen die +24V Gleichspannung ungehindert durchfließen. (In der vorigen Schaltung hatten die Drosseln Dr.1 und Dr.3 die gleich Aufgabe.)
Was noch auffällt, ist die Abschirmung direkt nach dem Transistorkollektor. Sie soll verhindern, daß das Magnetfeld, das an der Spule L2 aufgebaut wird, auf den Transistoreingang und auf L1 zurückwirkt. Dies würde zu einem unkontrollierten Schwingen der Endstufe führen, zu einer unerwünschten Rückkopplung also. Das Problem wird auch dadurch gemildert, daß L1 und L2 senkrecht zueinander angeordet werden und die Feldlinienvon L2 damit in L1 keinen Strom induzieren können. Der ganze Endverstärker muß in ein Gehäuse eingebaut werden, das insbesondere gegenüber dem Oszillator HF-dicht ist. Siehe auch Mechanischer Aufbau.
Als weiteren Verstärker stellen wir noch einen 5 Watt Verstärker vor, der aus dem Buch "Frequenzbesetzer" vom Network Medienkooperative Freies Radio Münster, Rowohlt 1983 stammt. Dort ist er Teil eines 5 Watt Senders mit Platinen-Layout und ausführlicher Bauanleitung. An dem Verstärker gibt es nichts außergewöhnliches (verglichen mit obigen), außer daß die Bauteile leicht zu beschaffen sind: den Endstufentransistor MRF237 gibt es für 15,- DM, den 2N3866 für 3,65 DM bei Conrad-Elektronic Hirschau.
L1: 6Wdg., 0,2mm CuLack mit L2: 2Wdg., 0,2mm CuLack auf gemeinsamer Ferritperle: D=3,5 x L=5mm; L3: 7Wdg., 1mm CuAg, D=6mm; L4=L5=L6: 3Wdg., 1mm CuAg, D=6mm; Dr.1: Ferritperle 3,5x5mm über den Anschlußdraht des Widerstands; Dr.2=Dr.3=Dr.4: Breitbanddrossel 2,5Wdg.
Die oben vorgestellten Schaltungen werden auf kupferkaschierten Platinen untergebracht. Die Leiterbahnen werden durch Ätzen hergestellt. Die Verbindungen zwischen den Bauelementen sollen möglichst kurz sein, denn für HF stellt jeder Weg eine bremsende Induktivität dar. Es ist sinnvoll, viel an Kupfer auf der Platine stehen zu lassen und es mit dem Erdungspotential zu verbinden. Bei den relativ simpel aufgebauten Endverstärkern können die Leiterbahnen auch mit dem Zahnarztbohrer ausgefräst werden.
Richtig professionell wird der Aufbau mit doppelseitig kupferkaschierten Platinen. Nur die Unterseite der Platine wird geätzt und dann gebohrt. Auf der Oberseite werden die nicht Masse führenden Bohrlöcher mit einem dickeren Bohreinsatz aufgefräst, so daß die durchgeführten Anschlüsse keine Kurzschlüsse verursachen. Die Masse führenden Anschlüsse werden beim Einlöten sowohl oben als auch unten festgelötet. Natürlich erfordern das Einlöten und Zurechtbiegen der Bauteile einige Bastelkenntnisse, die aber an anderer Stelle hinreichend vermittelt werden.
Bei den teuren Endstufentranstoren ist zu empfehlen, sie zuerst mit dem Kühlkörper zu verbinden und erst dann einzulöten.
Ein Graus für viele Elektronikbastler ist der Einbau in ein solides Gehäuse, das ist bei Hochfrequenztechnik aber unerlässlich. Die Schaltungen funktionieren in Zigarettenschachteln eingebaut einfach nicht und sind nicht für den störungsfreien out-door-Betrieb geeignet. Um die HF-Wellen abzuschirmen, ist ein metallisches, Masse (0V) führendes Gehäuse notwendig. Die einzelnen Stufen: Oszillator, Treiber, Endverstärker, evtl. Spannungsstabilisierung sind voneinander abzuschirmen, z.B. indem im großen Gehäuse mehrere kleine oder aber Zwischenwände untergebracht sind.
Die Speisespannung wird von außen ins Gehäuse geführt. Direkt hinter der Einführung ist die Spannung mit Kondensatoren (1...10nF) kurzzuschließen, damit keine HF-Spannungen auf die Stromversorgung wirken. Ebensolche Kondensatoren sind bei den einzelnen Untergehäusen vorzusehen. Es gibt für diese Zwecke auch spezielle Durchführungskondensatoren.
Von der Spannungszuführung aus sind die Untergehäuse sternförmig zu versorgen, mit beiden Drähten (+ und -). Also, die Spannung nicht von einer Baugruppe zur nächsten durchschleifen oder darauf vertrauen, daß die Masse über das Gehäuse abgenommen werden kann...
Es bewährt sich, die Versorgungsleitungen jeweils zu verdrallen. Die HF-Verbindungen zwischen den Baugruppen sind mit speziellem Koax-Kabel herzustellen. Das ist das gleiche Kabel, das auch zur Antenne geht. Als Wellenwiderstand soll es entsprechend den Verstärker-Ein- und -Ausgängen 50 Ohm haben. Das gibt's im CB-Funk-Geschäft. Alle Kabel sind möglichst kurz zu halten. Um den Kassettenrekorder anzuschließen, kann im Gehäuse eine entsprechende Buchse eingebaut werden (spätestens hier fällt auf, daß die beschriebenen Sender nur mono sind, das soll aber reichen). Auch hier gilt es zu verhindern, daß HF-Wellen auf die Zuleitungen wirken. Verdrallen und parallele Kondensatoren (100pF) können das lindern. Der Senderausgang wird auf eine HF-Kupplung geführt, die im Gehäuse eingebaut ist. Als Bauformen kommen hierfür BNC oder SO239 (Stecker: PL259) in Frage.
Erst wenn alles fest im Gehäuse verschraubt und verlötet ist, kann der Abgleich beginnen.
Bei der Antenne ist es ähnlich wie bei der Lautsprecherbox: trotz kleiner Verstärkerleistung kann mit einer guten Antenne an einem geeigneten, erhöhten Standpunkt (Berg, Hochhaus) eine große Sendeleistung erreicht werden. Andersrum genauso: trotz einer hohen Sendeleistung, schweren Batterien usw. kann mit der schlechten Antenne an einem ungeeigneten Ort (Stahlbetonwände im Weg) der Sender deutlich verschlechtert werden. Es lohnt sich also, nicht zuletzt finanziell, dem Antennenbau besondere Beachtung zu widmen.
An dieser Stelle sollen 2 verschiedene Antennen vorgestellt werden, eine Ground-Plane Antenne und eine Slim-JIM-Antenne. Es gibt unzählige andere Bauformen, die in einschlägigen Antennenbaubüchern nachzulesen sind.
Für die hier angenommenen Zwecke des Rundfunksendens wirken jedoch bestimmte Ausbreitungscharakteristiken einschränkend: Soll eine Stadt aus der Mitte heraus gleichmäßig bestrahlt werden, muß die Antenne eine tellerförmige Abstrahlungscharakteristik haben. Wird jedoch von einem externen Punkt z.B. einem hohen Berg auf die Stadt hinüber gesendet, soll die Antenne eine Richtcharakteristik haben. Die hier vorgestellten Antennen entsprechen dem ersten Fall.
Die Längen der Antennenbauteile hängen von der Sendefrequenz ab. Es gilt, daß die Wellenlänge einer Frequenz Lambda = Lichtgeschwindigkeit/Frequenz. Oder einfacher: La=300/f , wobei La in Metern und f in MHz ist. Das Lambda für 100MHz ist also 3m, das für 88 MHz ist 3,4m usw. . Idealerweise ist eine Antenne also direkt auf die Sendefrequenz zugeschnitten (was auch 5/8 Lambda oder 3/4 Lambda sein können). Wir geben daher für die Antennenbauteile keine konkreten Zahlen, sondern die Berechnungsformel an.
Desweiteren ist zu beachten, daß verschiedene Antennenbauformen unterschiedliche Wellenwiderständ haben. Daher eignen sich Empfangsantennen auch nicht ohne weiteres zum Senden. Hat die Antenne einen von 50 Ohm verschiedenen Eingangswiderstand (=Ausgangswiderstand des Verstärkers), so muß sie mit einer Anpassungsschaltung, einer Art HF-Transformator, versehen werden. Es gibt billige UKW-Autoantennen, die sich mit einer entsprechenden Beschaltung sicher leicht zu Ground-Plane-Antennen umbauen lassen. Wer hiermit Erfahrungen hat, ist willkommen, sich an die Redaktion dieses Funklehrgangs zu wenden.
Hochfrequenzen haben sehr merkwürdige Eigenschaften. Dazu gehört auch, daß ein Sender, der mit 12 Volt betrieben wird, an der Antenne Spannungen von mehreren Hundert Volt erzeugen kann. Hier also Vorsicht bei eingeschaltetem Sender!
Links ist eine Slim-JIM-Antenne abgebildet, die senkrecht anzuordnen ist und dann eine tellerförmige Ausbreitungscharakteristik mit 1,8dB Antennengewinn hat. Sie ist mit 1/2 Zoll (Heizungs-)Kupferrohren und Eckstücken zusammenzulöten (Propangas-Brenner). Zwischen den Kupferrohren sind 2-3 Abstandshalter aus Plastik oder Holz anzuordnen. Die Befestigung am Masten muß ebenfalls mit nichtleitendem Material erfolgen. Außerdem ist die Antenne nicht direkt auf dem Boden (bzw. Dach) aufzustellen, sondern mindestens 1/4 Lambda (85cm) erhöht. Die einzelnen Bauteile sind: A=214/f, B=5,5/f, C=71/f, D=B, E=137/f, Längen in Meter, f=Frequenz in MHz. Das Antennenkabel (RG58 mit PL259-Stecker) wird ca. 7cm abisoliert und dann an 1/2 Zoll Rohrschellen befestigt (löten, schrauben oder klemmen). Die Rohrschellen werden ca. 5cm von unten an den Rohren angeordnet: die Abschirmung am kurzen Rohr, der Mittelleiter am langen. Das Kabel wird jetzt an der Antennenunterseite zur Zugentlastung mit einem Kabelbinder befestigt. Zum Abstimmen wird zwischen Senderausgang und Antenne ein SWR-Meter angeschlossen und die Rohrschellen hoch und runter geschoben, bis das niedrigste Stehwellenverhältnis (ca. 1,2) erreicht ist. (Siehe Antennenabgleich.)
Als nächstes wird die 1/4-Lambda-Ground-Plane Mobil-Antenne vorgestellt, die bei Radio P (nicht Pi-Radio!!!) jahrelang gute Dienste leistete, bevor sie am 1. Mai 1996 auf der Zionskirche Berlin-Mitte beschlagnahmt wurde.
Die Mobil-Antenne ist äußerst einfach aufgebaut und kann mit wenigen Handgriffen hergestellt werden. Die "künstliche Erde" der Ground-Plane-Antenne wird durch 4 Teleskopantennen mit einer Länge von Lambda/4 (ca. 75cm) dargestellt, die an eine PL259-Buchse angeschraubt sind. Im nebenstehenden Bild sind von der Seite nur 2 zu sehen. Die Teleskopantennen sollen ein Gelenk dran haben, mit dem sie im 45° Winkel nach unten abgebogen werden können. Zum Senden also sternförmig, nach unten gebogen ausrichten, zum Transport nach oben biegen und zusammmenschieben.
Die eigentliche Antenne, der Mittelsteg, wird entweder auch als Teleskopantenne vorgesehen (Gewinde an den Anschluß löten und Teleskopantenne anschrauben) oder zum Aufstecken konstruiert. Hierfür hat es sich bewährt, einen Bananenstecker anzulöten, auf den die Antenne als dünnes Kupferrohr aufgesteckt wird. Letztere Variante hat den Vorteil, daß das Rohr in der Länge ideal gefertigt werden kann, während die Teleskopantenne ggf. variiert. Als dritte Variante schlägt Larsl vor, für alle 5 Stäbe kupferne Schweißdrähte zu verwenden, mit dem Vorteil, daß sie billig sind und dem Nachteil, daß sie dann starr montiert sind. In jedem Fall soll der Mittelstab erstmal etwas länger sein, damit er zum Abgleich verkürzt werden kann: Antenne fest aufstellen (z.B. mit Kabelbinder um den Stecker am Besenstiel befestigen) und SWR-Meter zwischen Sender und Antenne klemmen. Die Länge des Mittelstabes jetzt solange verkürzen (absägen), bis kleinstes Stehwellenverhältnis auftritt.
Eine etwas bessere Abstrahleigenschaft hat die 5/8-Lambda Ground-Plane-Antenne. Hier in der Version von Free-Radio-Berkeley. (Vorsicht 110kByte):
Vorsicht: Senderverstärker dürfen nie ohne Lastwiderstand betrieben werden (Antenne oder Dummy-Load). Sonst brennen sie gleich durch! Nachdem der Sender nun im Gehäuse eingebaut ist, wiederholen wir noch einmal unseren Hinweis: Jedes weitere Handeln ist ungesetzlich. Noch gibt es die Möglichkeit, den Sender zur Elektronikschrottentsorgung zu bringen und als ungescholtener Bürger davon zu kommen (siehe Gesetzeslage).
Für diejenigen, die ihre theoretischen Hochfrequenzkenntnisse noch weiter vertiefen wollen, sei nun noch der Senderabgleich beschrieben.
Wie gesagt, darf der Verstärker nicht ohne Abschlußwiderstand betrieben werden. Um mit dem Abgleich nicht die Nachbarschaft zu belästigen, wird daher die HF-Energie in einen leistungsfähigen Widerstand geblasen, der die UKW-Wellen in Wärme umsetzt. Der Widerstand muß 50 Ohm haben und die abgegebene Leistung aushalten. Handelsübliche 50 Ohm Widerstände sind entweder zu leistungsschwach oder durch Wicklung von Widerstandsdraht hergestellt, was im HF-Fall nicht als Widerstand, sondern wie eine Induktivität wirkt. Daher basteln wir uns ein sogenanntes Dummy-Load. Aus 44 parallelgeschalteten 1/4 Watt-Widerständen zu je 2,2 kOhm realisieren wir den HF-gerechten Abschlußwiderstand für eine Leistung von maximal 11 Watt. Der Aufbau kann sternförmig um eine HF-Buchse erfolgen, die in ein lötbares Gehäuse (kein Alu) eingebaut ist.
Die Anordnung kann auch kurzfristig mit einer höheren Leistung betrieben werden oder durch Füllen des Gehäuses mit Öl deutlich leistungsfähiger gestaltet werden. Um die Ausgangsleistung für den Senderabgleich messen zu können, wird sie noch durch eine kleine Beschaltung ausgekoppelt:
Mit einem Gleichspannungsmeßgerät kann nun die Ausgangsleistung des Senders gemessen und berechnet werden: P=U*I=U^2/R=U^2/50.
Der Senderausgang wird nun also statt mit der Antenne mit dem Dummy-Load verbunden. Bevor nun die Betriebsspannung angelegt wird, wird stattdessen an Plus und Masse ein Ohmmeter angeschlossen. Wegen der Kondensatoren sollte es kurz einen niedrigen Wert anzeigen, dann jedoch zu einem großen Widerstandswert ausschlagen. Zeigt es dagegen einen Wert um 0 Ohm an, so liegt ein Kurzschluß vor. Beliebte Kurzschlußmöglichkeiten sind: Nicht-Masse-führender Kühlkörper wurde mit dem Gehäuse verbunden (dann Isolierscheibe zwischen Transistor und Kühlkörper), Spulen liegen auf der kupferkaschierten Platine auf, Lötstellen sind auf das Gehäuse geklemmt usw.
Erst wenn der Kurzschluß behoben ist, kann es weiter gehen.
Jetzt wird die Betriebsspannung angeklemmt. Am besten eine geregelte Spannung mit einstellbarer Strombegrenzung. Es darf maximal etwa das doppelte an Strom der ausgelegten Sendeleistung fließen (z.B. bei 12 Volt und 12 Watt dürfen I=P/U=1 Ampere mal 2 = 2A fließen). Steckernetzteile taugen in der Regel nichts und Autobatterien haben den Nachteil, daß sie (im Kurzschlußfall) locker einige Hundert Ampere liefern und die teuren Endstufentransistoren durchfetzen. Zum Testen also besser ein Labornetzteil ausleihen.
Der Abgleich funktioniert nun folgendermaßen: Ein Empfangsgerät in der Entfernung von 2-3 Metern aufstellen und die gewünschte Frequenz einstellen. Noch sollte es an dieser Stelle rauschen (Rauschunterdrückung ausschalten). Am LC-Oszillator wird nun beim frequenzbestimmenden Schwingkreis solange am Drehkondensator herumgedreht, bis sich der Emfänger durch ein Verstummen des Rauschens bemerkbar macht: der unmodulierte Sender erzeugt einfach einen stillen Kanal. Wenn mehrere solche stillen Stellen auf der Frequenzskala auftauchen, ist diejenige mit der höchsten Einstrahlstärke (siehe Radiogerät) die maßgebliche. Sollte das Radiogerät jaulen oder komisch knattern, kann es sein, daß es im Sender eine Rückkopplung vom Ausgang zum Eingang gibt. Hiergegen helfen Abschirmbleche und Abblockkondesatoren. Läßt sich der Oszillator nicht auf die gewünschte Frequenz einstellen, kann noch die Induktivität der Oszillatorspule durch Auseinanderziehen (Frequenz geht hoch) und Zusammendrücken (Frequenz geht runter) variiert werden.
Zum Drehen des Drehkondensators ist ein nichtmetallischer Gegenstand zu verwenden (kein Schraubendreher), z.B. ein angespitzter Streifen eines Leiterplattenrestes oder ein angespitztes Stück Hartholz.
Wenn die Frequenz stimmt, werden die nachfolgenden Stufen abgestimmt. Von vorne beginnend (Oszillatorausgang und Vorverstärker) werden die Schwingkreise solange abgestimmt, bis die maximale Ausgangsleistung hinter dem Dummy-Load abzulesen ist. Zwischen den einzelnen Stufen sind häufig regelbare Ankopplungskondensatoren. Auch diese werden auf das Maximum ausgeregelt, wobei eine "zu starke" Kopplung dazu führen kann, daß die Schwingung abreißt: kurz nach dem Maximum kommt ein Loch. In diesem Fall vom Maximun wieder etwas zurückdrehen.
Bei der letzten Endverstärkerstufe ist etwas Vorsicht angebracht. Der Schwingkreis darf nur so gut eingestellt werden, damit die maximale Ausgangsleistung des Endstufentransistors nicht überschritten wird (siehe Datenblatt oder Schaltung).
Der Abgleichvorgang von vorne nach hinten wird solange wiederholt, bis die gewünschte Ausgangsleistung sicher erreicht wird.
Das Empfangsgerät wird im nächten Schritt in den Nachbarraum oder noch weiter weg getragen. Beim Durchkurbeln sollte die Frequenz des Senders nur noch an einer (und zwar der gewünschten) auftauchen. Das Radio wird im Nachbarzimmer stehen gelassen und am Sender wird nun der Kassettenrekorder, Walkman oder ähnliches Zuspielgerät angeschlossen. Jetzt müße es auch im Nebenzimmer dudeln. Die Lautstärke (Pegel des Zuspielgerätes) wird nun so eingestellt, daß der Sender laut genug ist, aber nicht verzerrt. Pegel merken.
Als nächstes wird die Versorgungsspannung wieder abgeklemmt.
Durch mehrfaches An- und Abklemmen wird getestet, ob der Sender auch sicher anschwingt. Dann wieder abklemmen.
Jetzt muß nur noch die Antenne angeschlossen werden!
Dieser Test ist besondes strafbar, weshalb wir pauschal davon abraten und nur noch autorisierte Funkamateure bitten, weiterzulesen.
Beim Abgleich der Antenne, der am Auskopplungskondensator hinter dem Endverstärker und am Kondensator oder der Ankopplungsstelle an der Antenne stattfindet, ist ein Kompromiß zwischen Stehwellenverhältnis und Abstrahlleistung einzugehen. Wir schlagen vor: Das Stehwellenmeßgerät (SWR-Meter) zwischen Senderausgang und Antenne schalten, Sender ohne NF-Quelle einschalten und Antenne abgleichen, daß ein minimales Stehwellenverhältnis (<1,5) vorliegt. Das Stehwellenverhältnis ist das Verhältnis von der in der Leitung stehenden Welle zu der zur Antenne fortschreitenden Welle. Im Idealfall ist dies 1, im schlechtesten Fall geht keine Energie zur Antenne, sondern alle Energie steht im Kabel (SWR gegen unendlich). Die tatsächliche Abstrahlung ist dann Null.
Ist das soweit geregelt, wird die Versorgungsspannung wieder abgeklemmt und die Antenne direkt an den Senderausgang geschaltet. Das SWR-Meter kann jetzt als Detektorempfänger benutzt werden, der die Abstrahlenergie mißt. Wenn das nicht möglich ist, wird an das Dummy-Load an die Anschlußbuchse ein ca. 75cm langer Draht geklemmt, der als Empfangsantenne dienen soll. Der Sender wird wieder eingeschaltet und die Antenne durch Drehen der Kondensatoren bzw. durch Verschieben der Ankopplungsstelle auf ein Maximum an Abstrahlenergie eingestellt. Fertig!
Damit der Sender stabil und störungsfrei arbeitet, ist eine sichere Stromversorgung vorzusehen. Ein Batteriebetrieb gewährleistet dies in der Regel. Soll die Spannung jedoch aus dem Netz entnommen werden, so muß sie nach der Gleichrichtung und Siebung noch spannungsstabilisiert werden. Dies geschieht am einfachsten mit einem IC. Es ist darauf zu achten, daß der IC keine Hochfrequenz eingestreut bekommt, da er sonst ggf. anfängt selbst zu flippen.
(Piratenradio relevanter Ausschnitt)
Vom 25. Juli 1996 (BGBl. I 1120)
Zweiter Teil. Regulierung von Telekommunikationsdienstleistungen
Erster Abschnitt. Lizenzen
Siebenter Teil. Frequenzordnung
(4) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die der Zustimmung des Bundesrates bedarf, Inhalt, Umfang und Verfahren der Frequenzzuteilung und den Widerrufs der Frequenzzuteilung abweichend von § 49 Absatz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes zu regeln.
Die Regulierungsbehörde ist befugt, zur Sicherstellung der Frequenzordnungen die Frequenznutzung zu überwachen. Bei Verstößen gegen dieses Gesetz oder gegen Vorschriften der auf Grund des § 47 Abs. 4 erlassenen Rechtsverordnung kann die Regulierungsbehörde eine Einschränkung des Betriebes oder die Außerbetriebnahme von Geräten anordnen.
Neunter Teil. Zulassung, Sendeanlagen
Zweiter Abschnitt. Sendeanlagen
4. von einem Berechtigten nach Absatz 2 vorübergehend zum Zweck der sicheren Verwahrung oder der nicht gewerbsmäßigen Beförderung zu einem Berechtigten erlangt,
8. erlangt, die durch Entfernen eines wesentlichen Bauteils dauernd unbrauchbar gemacht worden ist, sofern er den Erwerb unverzüglich der Regulierungsbehörde schriftlich anzeigt, dabei seine Personalien, die Art der Anlage, deren Hersteller- oder Warenzeichen und, wenn die Anlage eine Herstellungsnummer hat, auch diese angibt sowie glaubhaft macht, daß er die Anlage ausschließlich zu Sammlerzwecken erworben hat.
(2) Die zuständigen obersten Bundes- oder Landesbehörden lassen Ausnahmen zu, wenn es im öffentlichen Interesse - insbesondere aus Gründen der öffentlichen Sicherheit - erforderlich ist. Absatz 1 Satz 1 gilt nicht, soweit das Bundesausfuhramt die Ausfuhr der Sendeanlagen genehmigt hat.
Zehnter Teil. Regulierungsbehörde
Dritter Abschnitt. Verfahren
(2) Für den Beweis durch Augenschein, Zeugen und Sachverständige sind § 372 Abs. 1, die §§ 376, 377, 380 bis 387, 390, 395 bis 397, 398 Abs. 1, die §§ 401, 402, 404, 406 bis 409, 411 bis 414 der Zivilprozeßordnung entsprechend anzuwenden; Haft darf nicht verhängt werden. Für die Entscheidung über die Beschwerde ist das Oberlandesgericht zuständig.
(6) Die Beschlußkammer kann das Amtsgericht um die Beeidigung von Zeugen ersuchen, wenn sie die Beeidigung zur Herbeiführung einer wahrheitsgemäßen Aussage für notwendig erachtet. Über die Beeidigung zur Herbeiführung entscheidet das Gericht.
(2) Die Beschlußkammer hat binnen drei Tagen die richterliche Bestätigung des Amtsgerichts, in dessen Bezirk die Beschlagnahme vorgenommen ist, nachzusuchen, wenn bei der Beschlagnahme weder der davon Betroffene noch ein erwachsener Angehöriger anwesend war oder wenn der Betroffene und im Falle seiner Abwesenheit ein erwachsener Angehöriger des Betroffenen gegen die Beschlagnahme ausdrücklich Widerspruch erhoben hat.
(3) Der Betroffene kann gegen die Beschlagnahme jederzeit die richterliche Entscheidung nachsuchen. Hierüber ist er zu belehren. Über den Antrag entscheidet das nach Absatz 2 zuständige Gericht.
(4) Gegen die richterliche Entscheidung ist die Beschwerde zulässig. Die §§ 306 bis 310 und 311 a der Strafprozeßordnung gelten entsprechend.
Zwölfter Teil. Straf- und Bußgeldvorschriften
Erster Abschnitt. Strafvorschriften
Zweiter Abschnitt. Bußgeldvorschriften
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10 und 13 mit einer Geldbuße bis zu einer Million Deutscher Mark, in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 5, 11, 12, 14, 15 und 16 mit einer Geldbuße bis zu zwanzigtausend Deutsche Mark geahndet werden. Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist die Regulierungsbehörde.
Dreizehnter Teil. Übergangs- und Schlußvorschriften
(1) Die §§ 66 und 73 bis 79 treten am 1. Januar 1998 in Kraft. Die §§ 66 und 67 treten am 1. Oktober 1997 in Kraft. Im übrigen tritt das Gesetz am Tage nach der Verkündung in Kraft. Die sich aus § 6 ergebenden Rechte können erst vom 1. Januar 1998 an ausgeübt werden, soweit sie sich auf das Angebot von Sprachtelefondienst beziehen.
Wer noch mehr UKW-Schaltungen sucht, kann dies auch im Netz tun. Hier eine Auswahl an Adressen:
http://members.tripod.com/~AMN92/Radio.htm "Designs Index Broadcast-Quality FM Transmitter": Eine beachtliche Sammlung von Schaltungen von M. Weiss, mit denen Qualitäts-Rundfunksender mit Platinen-Layouts vorgestellt werden.
http://www.frn.net/tech/ Eine Übersicht über verschiedene UKW-Schaltungs-Links vom Free-Radio-Network.
http://members.tripod.com/~transmitters/ Die Seiten nennen sich: "The Official Pirate Radio Kit Bulletin Board for FM Transmitters, Circuits, Oscillators, Exciters ....". Hier werden u.a. kommerzielle Sender-Bausätze verglichen und kritisiert.
http://www.pulsarfm.nl/ Die umfangreichste Sammlung von HF-Schaltungen schön sortiert.
http://www.geocities.com/Area51/Nebula/3736/ "Low Power FM Transmitter Circuits, Kits, Notes and Schematics".
http://www.freeradio.org Die Seiten von Free Radio Berkeley mit Schaltplänen und Senderbausätzen zum bestellen (Lieferzeiten bis zu 1 Jahr).
http://www.legend.co.uk/~veronica/ "Veronica® Broadcasting Equipment": Kommerzieller Versand von nachbausicheren Sender-Bausätzen.
http://www.nrgkitsfm.com/ "NrgkitsFm.Com - The Most Comprehensive Broadcast Suppliers": noch ein kommerzieller Versand.
http://www.broadcastwarehouse.com/ "Fm transmitters and radio kits from broadcast warehouse": und noch ein kommerzieller Versand.
http://www.vogelfreies-radio.de/index.htm "Vogelfreies Radio - Das Online-Magazin für Freien und alternativen Rundfunk in Deutschland".
news:alt.radio.pirate In dieser Newsgroup werden ständig irgendwelche UKW-Schaltungen diskutiert und Piratentips ausgetauscht.
Wer noch weiter in die HF-Grundlagen einsteigen will, dem seien als kleine Auswahl nachfolgende Amateurfunk-Bücher empfohlen:
Diefenbach, Werner: Amateurfunk-Handbuch, Franzis-Verlag: Umfassendes Buch über alle Sorten von Amateurfunkschaltungen (Empfänger, Sender, KW, UKW, Antennen usw.)
Gfrörer, Wolf G: CB-Nachbrenner. Grundlagen, Funktion und Aufbau von 10-Meter-Senderstufen. 1994., Franzis-Verlag: Leichtverständliche Einführung in die Funktionsweise von HF-Verstärkern, jedoch für 27MHz.
Gierlach, Werner: Das DARC-Antennenbuch. 1992. DARC
Jansen, Jan Hendrik: Transistor-Handbuch: Gutes Kapitel über HF-Verstärker und HF-Transistoren.
Reithofer, J.: Amateurfunkgeräte für das 2m-Band, Franzis-Verlag
Westerwelle, Hjalmar (Hrsg.): UKW - Schaltungen für den Funkamateur, Erprobte und nachbausichere Bauanleitungen für Sender, Empfänger und Meßgeräte, FRANZIS-VERLAG
Zum Abschluß sei noch einmal darauf hingewiesen, daß dieser Funklehrgang nur rein wissenschaftliches Interesse befriedigen soll. Wir raten davon ab, die vorgestellten Schaltungen nachzubauen. Auch distanziert sich Pi-Radio von Unterstellungen, selbst eine oder mehrere der vorgestellten Schaltungen zu betreiben oder andere gesetzeswidrige Dinge zu tun.
Pi-Radio ist ein Verein mit dem Ziel der Erlangung einer legalen Rundfunkfrequenz in Berlin und Brandeburg zum Betrieb eines Freien Nichtkommerziellen Radios. Die Sendeform des Piratensendens steht diesem Ziel entgegen: 20 Minuten senden, bevor der Peilwagen den Sender geortet hat, ist einfach zu kurz. Außerdem kann bei der konspirativen Sendeform nicht die nötige Rückkopplung mit den HörerInnen (z.B. über das Studiotelefon) stattfinden. Unser Apell daher an alle Rundfunkinteressierte: Setzt Euch ein für Freie Radios in Eurer Nachbarschaft.
Hört, macht, unterstützt Freie Radios!