Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20118,%20224
Timestamp: 2019-09-15 21:08:27
Document Index: 58568799

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 9', '§ 50', '§ 10', '§ 51', '§ 48', '§ 10', '§ 25', '§ 48', '§ 51', '§ 48', '§ 10']

BFH, 19.03.1976 - VI R 72/73 - dejure.org
https://dejure.org/1976,534
BFH, 19.03.1976 - VI R 72/73 (https://dejure.org/1976,534)
BFH, Entscheidung vom 19.03.1976 - VI R 72/73 (https://dejure.org/1976,534)
BFH, Entscheidung vom 19. März 1976 - VI R 72/73 (https://dejure.org/1976,534)
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Berücksichtigung von Spenden - Sonderausgaben - Tatsächliche Verwendung - Förderung eines begünstigten Zwecks - Auflösende Bedingung - Zweckgebundene Spende - Änderung der Veranlagung - Zurückzahlung an Spender
BFHE 118, 224
NJW 1976, 1471 (Ls.)
DB 1976, 1040
BStBl II 1976, 338
Die zwingende Notwendigkeit der Vorlage einer Zuwendungsbestätigung wird daraus abgeleitet, dass der Steuerpflichtige auf diese Weise eine formalisierte Zusicherung des Zuwendungsempfängers beibringt, wonach dieser die Zuwendung nur für seine satzungsmäßigen und i.S. des § 10b Abs. 1 Satz 1 EStG förderungswürdigen Zwecke verwendet (s. BFH-Urteil vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338).
Die Bestätigung hat jedoch nur den Zweck einer Beweiserleichterung hinsichtlich der Verwendung der Spende zu den steuerbegünstigten Zwecken und ist auch insoweit nicht bindend (ausführlich BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338).
Damit war der Abzug der Spende von einer Bestätigung der SV abhängig: Die vorgeschriebene Bestätigung war "eine unverzichtbare Voraussetzung des Spendenabzugs ..." beim Spender (BFH-Urteil vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, 226/227, BStBl II 1976, 338, m. w. N).
So hat der VI. Senat (Urteil vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338) die Notwendigkeit der - tatsächlichen - Verwendung der Zuwendung zur Voraussetzung der Abzugsfähigkeit der Ausgabe beim Spender gemacht.
b) Der Begriff der Verwendung setzt einen unmittelbaren Einsatz der zugewendeten Geld- oder Sachwerte für steuerbegünstigte Zwecke voraus (BFHE 118, 224, BStBl II 1986, 338;… Troll, a. a. O., S. 463;… Dötsch/Eversberg/Jost/Witt, Die Körperschaftsteuer, § 9 Rdnr. 66; vgl. auch die Vorschläge der unabhängigen Sachverständigenkommission zur Prüfung des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts, Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Heft 40 S. 281 Nr. 10 a).
Bei dieser Sachverhaltsgestaltung könnten die Grundsätze des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. März 1976 VI R 72/73 (BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338) keine Anwendung finden.
Nach dem BFH-Urteil in BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338 habe grundsätzlich der Spender das Risiko der Anerkennung seiner Spende als Sonderausgabe zu tragen.
Die Spende ist hier als unter der (zusätzlichen - vgl. im übrigen das BFH- Urteil in BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338) Bedingung hingegeben zu behandeln, daß sie tatsächlich von einem steuerbefreiten Empfänger verwendet wird.
Anders als im Fall des Urteils BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338 war der vom Kläger hingegebene Geldbetrag nicht an diesen zurückgeflossen.
In der Entscheidung in BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338 hat der BFH die zwingende Notwendigkeit der Vorlage einer Zuwendungsbestätigung --noch vor Schaffung der gesetzlichen Regelung in § 50 Abs. 1 EStDV-- daraus abgeleitet, dass der Steuerpflichtige auf diese Weise eine formalisierte Zusicherung des Zuwendungsempfängers beibringe, wonach dieser die Zuwendung nur für seine satzungsmäßigen und i.S. des § 10b Abs. 1 Satz 1 EStG förderungswürdigen Zwecke verwende.
Nach den gemäß § 51 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c EStG rechtswirksam erlassenen §§ 48 bis 50 EStDV ist der Sonderausgabenabzug gemäß § 10b EStG auf Zuwendungen an bestimmte Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen und die Anerkennung bestimmter gemeinnütziger Zwecke als besonders förderungswürdig beschränkt (BFH-Urteile vom 15. Juni 1973 VI R 35/70, BFHE 110, 112, BStBl II 1973, 850, und vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338).
Diese Bestätigung (Spendenbescheinigung) ist nach der ständigen Rechtsprechung des BFH eine unverzichtbare sachliche Voraussetzung des Spendenabzugs (Urteile vom 27. November 1961 I 303/60, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1964, 382 zu § 25 Abs. 3 der Körperschaftsteuer-Durchführungsverordnung - KStDV - a. F.; vom 25. Juli 1969 VI R 269/67, BFHE 96, 471, BStBl II 1969, 681; vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338).
§ 48 Abs. 3 Nr. 2 EStDV beruht zwar, wie der BFH im Urteil in BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338 ausgeführt hat, nicht auf einer ausdrücklichen gesetzlichen Ermächtigung.
Nach den gemäß § 51 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c EStG rechtswirksam erlassenen §§ 48 bis 50 EStDV ist der Sonderausgabenabzug gemäß § 10b EStG auf Zuwendungen an bestimmte Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen und die Anerkennung bestimmter gemeinnütziger Zwecke als besonders förderungswürdig beschränkt (BFH-Urteile vom 15. Juni 1973 VI R 35/70, BFHE 110, 112, BStBl II 1973, 850, und vom 19. März 1976 VI R 72/73, BFHE 118, 224, BStBl II 1976, 338).
FG Rheinland-Pfalz, 26.06.1996 - 1 K 2611/95