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Timestamp: 2016-10-21 18:36:42
Document Index: 51902220

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_1044/2010 (12.05.2011)
Der 1967 geborene A.________ war als Informatiker und Netzwerktechniker der S.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 2. September 2001 als Fahrradfahrer von einem Auto erfasst und zu Fall gebracht wurde. Im Spital X.________ wurde noch am Unfalltag eine posteriore Schulterluxation links diagnostiziert. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. F�r die verbliebenen Restfolgen dieses Unfalles sprach die SUVA dem Versicherten mit Verf�gung vom 16. Dezember 2008 und Einspracheentscheid vom 29. Mai 2009 eine Integrit�tsentsch�digung aufgrund einer Integrit�tseinbusse von 5 % zu; gleichzeitig lehnte sie es unter Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen per 31. Dezember 2008 ab, eine Rente auszurichten.
Mit Beschwerde beantragt A.________, die SUVA sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, Taggeld-, Heilbehandlungs- und Rentenleistungen auszurichten und eine Integrit�tsentsch�digung aufgrund einer Integrit�tseinbusse von mindestens 30 % zu bezahlen.
Im Einspracheentscheid der SUVA vom 29. Mai 2009 werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Unfallsch�den (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Der Versicherte verlangt zun�chst die Wiederaufnahme der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen. Solche w�rden voraussetzen, dass von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten w�re (vgl. Urteil 8C_121/2010 vom 18. Oktober 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Die M�glichkeit einer solchen Besserung wird vom Beschwerdef�hrer indessen nicht geltend gemacht; aus dem Bericht des Dr. med. H.________, Chefarzt orthop�dische Chirurgie am Spital X.________, vom 29. Oktober 2008 geht hervor, dass ein erneuter operativer Eingriff eher zu einer Verschlechterung der Situation f�hren w�rde. Soweit mit der Beschwerde Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen verlangt werden, ist diese abzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist im Weiteren, ob der Versicherte Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung und auf eine h�here als die zugesprochene Integrit�tsentsch�digung hat.
4.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass der Versicherte beim Unfall vom 2. September 2001 einen objektiv nachgewiesenen Schaden an der Schulter erlitten hat. F�r die damit verbundene Integrit�tseinbusse sprach die SUVA dem Beschwerdef�hrer eine Integrit�tsentsch�digung zu. Wie der SUVA-Kreisarzt Dr. med. B.________ in seinen Berichten vom 30. April und vom 25. September 2008 ausf�hrte, w�re es dem Versicherten alleine aufgrund der objektiven Verletzung zuzumuten, seine bisherige T�tigkeit ohne Leistungseinbusse auszu�ben. Was der Beschwerdef�hrer gegen diese kreis�rztlichen Feststellungen vorbringt, vermag auch keine geringen Zweifel (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471) an deren Schl�ssigkeit zu begr�nden. Seine angestammte T�tigkeit als Informatiker und Netzwerktechniker war zwar nicht rein administrativer Natur, entsprach jedoch bez�glich der Schulterbelastung einer vorwiegend administrativen T�tigkeit. Es ist auf die Stellungnahme des Dr. med. H.________ vom 29. Oktober 2008 hinzuweisen, wonach die Funktion der Schulter insgesamt gut ist und ausreichen sollte f�r einen normalen Arbeitsalltag in einer vorwiegend administrativen T�tigkeit. Die starken und auch generalisierten Schmerzen des Versicherten seien atypisch und wohl auf eine Schmerzverarbeitungsst�rung (und damit nicht auf den objektiv nachgewiesenen Schaden) zur�ckzuf�hren. Auch Dr. med. S.________ begr�ndet in seinem Schreiben vom 4. August 2009 die von ihm postulierte weitergehende Arbeitsunf�higkeit nicht "anatomisch" und damit nicht mit dem im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen) objektiv nachgewiesenen Schaden. Einzig aufgrund dieses Schadens ist somit keine Rente geschuldet; der Versicherte legt auch nicht dar, dass die Integrit�tsentsch�digung unter alleiniger Ber�cksichtigung der objektiven Befunde zu erh�hen w�re.
4.2 Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, brauchen Bestand und nat�rliche Kausalit�t der nicht mit dem im Sinne der Rechtsprechung objektiv nachgewiesen Schaden erkl�rbaren Einschr�nkungen und Beschwerden nicht n�her abgekl�rt werden, wenn es sich erweist, dass ein allf�lliger nat�rlicher Kausalzusammenhang nicht ad�quat und damit nicht rechtsgen�glich w�re (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472). Da der Versicherte �ber Schulterschmerzen und von der Schulter ausstrahlende Beschwerden klagt, ist zudem nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Ad�quanzpr�fung nicht nach den Kriterien der sog. "Schleudertrauma-Praxis" (vgl. BGE 134 V 109), sondern nach jenen Kriterien vorgenommen hat, welche die Rechtsprechung f�r psychische Unfallsch�den entwickelt hat (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140).
4.3 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Bei dieser Qualifikation nicht zu ber�cksichtigen sind die durch das Ereignis verursachten Verletzungen. Die Vorinstanz wertete das Ereignis vom 2. September 2001, bei dem der Versicherte als Fahrradfahrer durch eine Kollision mit einem Personenwagen zu Fall gebracht wurde, zu Recht als mittelschweren Unfall (vgl. etwa Urteil 8C_624/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 4.2). Die Ad�quanz des nat�rlichen Kausalzusammenhanges w�re somit dann zu bejahen, wenn eines der massgeblichen Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter, oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
4.4.1 Der Beschwerdef�hrer macht zu Recht nicht geltend, das Kriterium der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert habe, sei erf�llt.
4.4.2 Der Ber�cksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umst�nde geeignet sind, bei der betroffenen Person w�hrend des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abl�ufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein k�nnen. Dabei sind objektive Massst�be anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies �berhaupt zuverl�ssig feststellen liesse -, soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumst�nde, bei Betroffenen psychische Vorg�nge der genannten Art auszul�sen. Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist (Urteil 8C_584/2010 vom 11. M�rz 2011 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen). Vor diesem Hintergrund erf�llt das Geschehen vom 2. September 2001 das Kriterium nicht (vgl. auch Urteil 8C_624/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 4.3.1).
4.4.3 Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, waren die vom Versicherten erlittenen Verletzungen weder besonders schwer noch speziell geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen. Auch dieses Kriterium ist zu verneinen.
4.4.4 Die als k�rperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erkl�rbaren Beschwerden sind bei einer Pr�fung der Ad�quanz nach BGE 115 V 133 nicht in die Beurteilung einzubeziehen (Urteil 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6). Die k�rperlich erkl�rbaren Beschwerden sind nicht so stark, als dass sich die Bejahung des Kriteriums der k�rperlichen Dauerschmerzen rechtfertigen w�rde.
4.4.5 Zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen bedarf es besonderer Gr�nde, die die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteil 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.8). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich; das Kriterium ist zu verneinen.
4.4.6 Was schliesslich die beiden Kriterien der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung und des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
4.5 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und, selbst wenn man zu Gunsten des Versicherten davon ausgehen w�rde, die Kriterien der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung und des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit seien erf�llt, diese nicht in geh�ufter Weise gegeben sind, haben Vorinstanz und Verwaltung die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 2. September 2001 und den �ber den 31. Dezember 2008 hinaus anhaltend geklagten, k�rperlich nicht hinreichend erkl�rbaren Beschwerden zu Recht verneint.
4.6 Ist somit einzig aufgrund des k�rperlich nachgewiesenen Schadens weder eine Rente, noch eine h�here als die zugesprochene Integrit�tsentsch�digung geschuldet und sind die k�rperlich nicht hinreichend erkl�rbaren Beschwerden jedenfalls nicht ad�quat kausal durch das Unfallereignis vom 2. September 2001 verursacht, so bestehen Einsprache- und kantonaler Gerichtsentscheid zu Recht. Die Beschwerde des Versicherten ist abzuweisen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der CSS Kranken-Versicherung AG und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.