Source: http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/medizinische-rehabilitation-264.html
Timestamp: 2017-11-20 00:04:49
Document Index: 194333009

Matched Legal Cases: ['§ 50', '§ 126', '§ 3', '§ 40', '§ 15', '§ 42', '§ 26']

Medizinische Rehabilitation - Soziales & Recht - betanet
4.1. Ambulante Rehamaßnahmen
4.2. Stationäre Rehamaßnahmen
Die Medizinische Rehabilitation ist ein Teilbereich der Rehabilitation. Sie umfasst Maßnahmen, die auf die Erhaltung oder Besserung des Gesundheitszustands ausgerichtet sind. Medizinische Reha wird ambulant oder stationär erbracht, ambulant hat meist Vorrang. Zwischen 2 Maßnahmen müssen in der Regel 4 Jahre Wartezeit liegen.
Frühförderung behinderter Kinder und von Behinderung bedrohter Kinder
Vorsorge, um
die Gesundheit zu stärken und einer absehbaren Erkrankung vorzubeugen.
Nahezu alle Sozialleistungsträger können unter bestimmten Voraussetzungen und nach ärztlicher Verordnung die Kosten der Medizinischen Reha übernehmen. Wird eine Rehamaßnahme zur Wiederherstellung der Gesundheit durchgeführt, zahlt meist die Krankenkasse eine Rehamaßnahme zur Wiederherstellung oder zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit finanziert meist der Rentenversicherungsträger. Näheres unter Rehabilitation > Zuständigkeit.
Die Rehamaßnahme ist aus medizinischen Gründen erforderlich.
Die Rehamaßnahme muss vom Arzt verordnet sein und vom Kostenträger vorher genehmigt werden.
Erfüllung der Wartezeit von 15 Jahren (die Zeiten, in denen Beiträge gezahlt wurden bzw. Zeiten, in denen Rentenanwartschaften erworben wurden, z.B. Kindererziehungszeiten)
Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren (§ 50 Abs. 1 SGB VI) bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder absehbarer verminderter Erwerbsfähigkeit
6 Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen in den letzten 2 Jahren vor Antragstellung
innerhalb von 2 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung wird eine versicherte oder selbstständige Beschäftigung bis zur Antragstellung ausgeübt oder nach einer solchen Beschäftigung liegt Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit bis zur Antragstellung vor
in der Phase akuter Behandlungsbedürftigkeit einer Krankheit (vgl. auch Frührehabilitation)
Ausnahme: bei Behandlungsbedürftigkeit während der Medizinischen Rehabilitation
anstelle einer ansonsten erforderlichen Krankenhausbehandlung
wenn sie dem allgemein anerkannten Stand medizinischer Erkenntnisse nicht entspricht
bei Bezug oder Beantragung einer Altersrente (Rente) von mindestens zwei Drittel der Vollrente (d.h.: kein Ausschluss bei Bezug/Antrag von einem Drittel bzw. der Hälfte der Vollrente)
bei Anwartschaft auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften
bei Versicherungsfreiheit als Bezieher einer Versorgung wegen Erreichens einer Altersgrenze, sog. Versorgungsbezüge
bei Bezug einer Leistung, die regelmäßig bis zum Beginn einer Altersrente gezahlt wird, sog. Vorruhestandsleistungen, z.B. Altersübergangsgeld
während Untersuchungshaft oder Vollzug einer Freiheitsstrafe oder freiheitsentziehender Maßregeln oder einstweiliger Unterbringung (§ 126 a StPO)
Zwischen 2 bezuschussten Rehamaßnahmen - egal ob ambulant oder stationär - muss in der Regel ein Zeitraum von 4 Jahren liegen. Nicht anzurechnen sind Leistungen zur medizinischen Vorsorge (Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren).
Der Rentenversicherungsträger genehmigt Medizinische Rehamaßnahmen vor Ablauf der 4-Jahres-Frist, wenn vorzeitige Leistungen aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich sind, weil ansonsten mit einer weiteren Minderung der Leistungsfähigkeit zu rechnen ist.
Es gibt 2 Arten Medizinischer Rehamaßnahmen, ambulante und stationäre. Letztere werden umgangssprachlich Kuren genannt.
Ausnahme: Bei Medizinischer Rehabilitation für Mütter und Väter und Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren für Mütter und Väter gilt "ambulant vor stationär" nicht.
Ambulante Rehamaßnahmen führt der Patient wohnortnah durch bzw. nimmt sie in Anspruch. Der Patient kommt morgens in die behandelnde Einrichtung und verlässt diese nachmittags oder abends wieder. Möglich ist auch die Versorgung durch mobile Reha-Teams beim Patienten zu Hause.
Eine ambulante Krankenbehandlung reicht nicht für den angestrebten Reha-Erfolg aus.
Durchführung der ambulanten Rehamaßnahme in Einrichtungen mit Versorgungsvertrag oder in wohnortnahen Einrichtungen mit bedarfsgerechter, leistungsfähiger und wirtschaftlicher Versorgung. "Wohnortnah" bedeutet maximal 45 Minuten Wegezeit einfach.
Die ambulante Rehamaßnahme dauert längstens 20 Behandlungstage. Eine Verlängerung ist aus medizinischen Gründen möglich.
Stationäre Rehamaßnahmen werden umgangssprachlich oft als Kur bezeichnet. Der Patient wohnt für die Zeit der Reha in einer entsprechenden Einrichtung.
Eine ambulante Rehamaßnahme (s.o.) reicht nicht aus.
Durchführung der stationären Rehamaßnahme in Einrichtungen mit Versorgungsvertrag.
Wenn ein pflegender Angehöriger eine stationäre Medizinische Rehabilitation benötigt und dabei auch eine gleichzeitige Unterbringung und Pflege des Pflegebedürftigen erforderlich ist, kann die Rehaklinik seit 1.1.2013 auch die Pflege des Pflegebedürftigen als Kurzzeitpflege übernehmen, wenn sie als Einrichtung die Voraussetzungen dafür erfüllt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Medizinischen Rehabilitation sog. Rehabilitations-Richtlinien erstellt. Diese Richtlinien können Sie unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/23 downloaden.
Den Antrag auf eine Medizinische Reha sollte zweckmäßigerweise der Arzt gemeinsam mit dem Patienten stellen. Informationen und Praxistipps zur Antragsstellung und zur Wahl der Reha-Einrichtung unter Medizinische Rehabilitation > Antrag.
Der Antrag ist an den zuständigen Träger zu richten, Details unter Rehabilitation > Zuständigkeit.
Ambulante und stationäre Medizinische Rehamaßnahmen dürfen nicht auf den Urlaub angerechnet werden. Es besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber (§§ 3, 9 EntgeltfortzahlungsG).
Während einer ambulanten oder stationären Rehamaßnahme kann der Versicherte je nach individuellem Fall und Erfüllen der Voraussetzungen eine der folgenden Leistungen erhalten:
Versicherte ab dem 18. Geburtstag müssen bei fast allen ambulanten und stationären Rehamaßnahmen 10 € pro Tag zuzahlen. Reha-Leistungen und Anschlussheilbehandlungen der Unfallversicherung sind zuzahlungsfrei. Näheres zu anderen Trägern unter Zuzahlungen Krankenversicherung und Zuzahlungen Rentenversicherung.
Individuelle Auskünfte erteilt der jeweils zuständige Sozialversicherungsträger: Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger, Krankenkassen, Jugendamt oder Sozialamt.
Informationen über Zuständigkeiten und Unterstützung bei der Antragstellung geben die gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger.
Bei Fragen zur Kinder- und Jugendrehabilitation hilft zudem weiter: Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen Bundesrepublik Deutschland e.V., Sophienstr. 25, 99518 Bad Sulza. Ansprechpartner Frau Constanze Stecklina, Telefon 036461 970, E-Mail info@ag-kinderreha.de, www.arbeitsgemeinschaft-kinderrehabilitation.de.
Rehabilitation > Antrag
Gesetzesquellen: § 40 SGB V - §§ 15, 32 SGB VI i.V.m. § 42 SGB IX - §§ 26, 33 SGB VII i.V.m.
Letzte Aktualisierung am 16.11.2017 Redakteur/in: Andrea Nagl