Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202009,%20198
Timestamp: 2019-10-17 06:49:03
Document Index: 296910695

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 1585', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1585', '§ 313', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.11.2008 - XII ZR 157/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,282
BGH, 05.11.2008 - XII ZR 157/06 (https://dejure.org/2008,282)
BGH, Entscheidung vom 05.11.2008 - XII ZR 157/06 (https://dejure.org/2008,282)
BGH, Entscheidung vom 05. November 2008 - XII ZR 157/06 (https://dejure.org/2008,282)
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BGB §§ 138 Abs. 1, 1585 c
BGB §§ 138 Abs. 1, 1408, 1585, 759 ff.
Inhaltskontrolle eines Ehevertrages zugunsten des Unterhaltsschuldners (hier: sittenwidrige Lastenverlagerung auf die Sozialhilfe)
Inhaltskontrolle von Eheverträgen nicht nur zugunsten eines unterhaltbegehrenden Ehegatten; Sittenwidrigkeit eines Ehevertrages aufgrund einer Unterhaltsvereinbarung zum Nachteil des Sozialleistungsträgers; Wirksamkeit einer Leibrentenverpflichtung in einem Ehevertrag; ...
Inhaltskontrolle von Eheverträgen zugunsten des auf Unterhalt in Anspruch genommenen Ehegatten
Inhaltskontrolle Eheverträge; kein Unterhalt zu Lasten der Sozialhilfe
BGB § 138 Abs. 1; BGB § 1585c
Familienrecht - Inhaltskontrolle des Ehevertrags zugunsten des zahlenden Gattens
Familienrecht - Inhaltskontrolle von Eheverträgen - auch zugunsten des auf Unterhalt in Anspruch genommenen Ehegatten
Wirksamkeit von Eheverträgen II
Sittenwidrige Eheverträge - Inhaltskontrolle eines Ehevertrages zugunsten des Unterhaltsberechtigten - Nichtigkeit wegen sittenwidriger Belastung des Sozialhilfeträgers
Ehevertrag kann sittenwidrig sein, wenn er beim Unterhaltspflichtigen zur Sozialhilfe führt
Inhaltskontrolle von Eheverträgen zu Gunsten des unterhaltspflichtigen Ehemannes
Ehevertrag darf nicht in die Sozialhilfe führen - Familienrecht
Ehevertrag darf Mann nicht zum Sozialfall machen
Ehevertrag ungültig: Geschiedener darf nicht zum Sozialfall werden - BGH entlässt erstmals einen Ex-Ehemann aus Ehevertrag
Ehevertrag - Sittenwidrigkeit einer Unterhaltsverpflichtung zu Lasten des Sozialamts
Inhaltskontrolle bei Eheverträgen auch zugunsten des Unterhaltsverpflichteten
Regeln für Inhaltskontrolle von Eheverträgen gilt auch zu Gunsten des Unterhaltsberechtigt
Kurznachricht zu "Der durch Ehevertrag sittenwidrig überforderte Unterhaltsschuldner" von Notar Dr. Wolfgang Reetz, original erschienen in: NotBZ 2009, 37 - 44.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.11.2008, Az.: XII ZR 157/06 (Inhaltskontrolle des Ehevertrags zu Gunsten des zahlungspflichtigen Ehegatten)" von Notar Prof. Dr. Dr. Herbert Grziwotz, original erschienen in: NJW 2009, 846.
Zusammenfassung von "anmerkung zum Urteil des BGH v. 5.11.2008 - XII ZR 157/06 (Inhaltskontrolle eines Ehevertrags zugunsten des Unterhaltspflichtigen )" von RA Dr. Ludwig Bergschneider, FAFamR, original erschienen in: FamRZ 2009, 198 - 204.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.11.2008, Az.: XII ZR 157/07 (Ehevertrag; Darlegung der subjektiven Sittenwidrigkeit)" von der FuR-Redaktion, original erschienen in: FuR 2009, 110 - 111.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 5.11.2008, Az.: XII ZR 157/06 (Inhaltskontrolle von Eheverträgen zugunsten des auf Unterhalt in Anspruch genommenen Ehegatten)" von VorsRiOLG a.D. Dr. Helmut Büttner, original erschienen in: FF 2009, 79.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.11.2008, Az.: XII ZR 157/06 (Ehevertragskontrolle zugunsten des Unterhaltspflichtigen)" von Notar Prof. Dr. Dr. Herbert Grziwotz, original erschienen in: FamRB 2008, 66 - 67.
Kurznachricht zu "Der durch Ehevertrag sittenwidrig überforderte Unterhaltsschuldner" von Notar Dr. Wolfgang Reetz, original erschienen in: FamRB 2009, 186 - 193.
AG Bruchsal, 14.10.2005 - 3 F 188/05
OLG Karlsruhe, 29.11.2005 - 20 WF 135/05
BGHZ 178, 322
NJW 2009, 842
NJ 2009, 115
FamRZ 2009, 198
Diese Ansicht stützt sich hauptsächlich auf eine Übertragbarkeit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Sittenwidrigkeit von Unterhaltsverzichten in Eheverträgen oder Scheidungsfolgevereinbarungen, die dazu führen, dass ein Ehegatte sozialhilfebedürftig wird (BGHZ 178, 322 Rn. 36; BGHZ 158, 81, 87; BGHZ 86, 82, 88;… BGH, Urteile vom 25. Oktober 2006 - XII ZR 144/04, NJW 2007, 904 Rn. 19; vom 24. April 1985 - IVb ZR 22/84, FamRZ 1985, 788, 790).
Wie der Senat bereits mehrfach ausgesprochen hat, ist der Halbteilungsgrundsatz für sich genommen kein tauglicher Maßstab für die Beurteilung der Frage, ob ein Ehegatte durch die Regelungen in einem Ehevertrag evident einseitig belastet wird (vgl. Senatsurteile BGHZ 178, 322 = FamRZ 2009, 198 Rn. 22 und vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1446).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann ein ehevertraglicher Verzicht auf nachehelichen Unterhalt mit der Folge, dass der Träger der Sozialhilfe belastet wird, nach § 138 Abs. 1 BGB sittenwidrig sein, wenn die Vertragsschließenden bewusst eine Unterstützungsbedürftigkeit zu Lasten der Sozialhilfe herbeiführen (…BGH, Urt. v. 9. Juli 1992, XII ZR 57/91, NJW 1992, 3164;… Urt. v. 25. Oktober 2006, XII ZR 144/04, NJW 2007, 904, 905; Urt. v. 5. November 2008, XII ZR 157/06, Rdn. 35 ff., zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
Das folgt aus ihrem Recht, die ehelichen Lebensverhältnisse eigenverantwortlich entsprechend ihren individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten (BGH, Urt. v. 5. November 2008, aaO, Rdn. 22).
Das verstößt gegen die guten Sitten, sofern nicht ausnahmsweise Umstände vorliegen, die die Vertragsgestaltung sittlich gerechtfertigt erscheinen lassen (BGH, Urt. v. 5. November 2008, aaO, Rdn. 39).
Eine lediglich auf die Einseitigkeit der Lastenverteilung gegründete tatsächliche Vermutung für die subjektive Seite der Sittenwidrigkeit lässt sich bei familienrechtlichen Verträgen nicht aufstellen (Senatsurteil BGHZ 178, 322 = FamRZ 2009, 198 Rn. 32 f.).
Im Übrigen findet die in der Abrede der Unabänderlichkeit liegende vertragliche Risikozuweisung grundsätzlich erst dort ihre Grenze, wo die Inanspruchnahme des Unterhaltspflichtigen zur Gefährdung seiner wirtschaftlichen Existenz führen würde (RGZ 166, 40, 49; OLG Bamberg FamRZ 1998, 830, 831; OLGR Saarbrücken 2004, 13, 15;… Staudinger/Baumann BGB [Stand 2014] § 1585 c Rn. 251;… Erman/Böttcher BGB 14. Aufl. § 313 Rn. 57; Münch MittBayNot 2010, 212, 213; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 178, 322 = FamRZ 2009, 198 Rn. 35 ff. zur Inhaltskontrolle einer unterhaltsersetzenden Leibrentenvereinbarung).
Eine Vermutungsregel, kraft derer von einer objektiv einseitigen Lastenverteilung im Ehevertrag auf das Vorhandensein der subjektiven Imparität geschlossen werden könnte, existiert gerade im Familienrecht nicht (BGH FamRZ 2013, 195; BGH FamRZ 2009, 198).
Geht mit dem Vollzug der Schenkung für die Beteiligten erkennbar einher, dass der Schenker für seinen Lebensunterhalt auf staatliche Sozialleistungen angewiesen ist, kann dies in vergleichbarer Weise sittlich anstößig sein wie der Abschluss einer Unterhaltsvereinbarung, mit der die Ehegatten auf der Ehe beruhende Familienlasten zum Nachteil des Sozialleistungsträgers dergestalt regeln, dass der über den gesetzlichen Unterhalt hinaus zahlungspflichtige Ehegatte finanziell nicht mehr in der Lage ist, seine eigene Existenz zu sichern und deshalb ergänzender Sozialleistungen bedarf (BGH, Urteil vom 5. November 2008 - XII ZR 157/06, BGHZ 178, 322 Rn. 36 f.).
Vertragsparteien, die wie bei einer Schenkung gemäß den §§ 519, 528, 529 Abs. 2 BGB auf die Fähigkeit der jeweils anderen Vertragspartei zur Bestreitung des eigenen Unterhalts Rücksicht zu nehmen haben, missachten die guten Sitten, wenn sie versuchen, eine Unterstützungsbedürftigkeit zu Lasten des Sozialhilfeträgers herbeizuführen (vgl. BGHZ 178, 322 Rn. 36 f.).
Dies ist grundsätzlich anzunehmen, wenn die maßgeblichen Umstände den Vertragsparteien bei Abschluss des Schenkungsvertrags bekannt sind oder sie sich diesen Erkenntnissen grob fahrlässig verschließen (vgl. BGHZ 178, 322 Rn. 40; BGHZ 86, 82, 89 [zu 4 a]).
Dass das Oberlandesgericht die Vereinbarungen nicht nach § 138 BGB für unwirksam gehalten hat, steht mit der Rechtsprechung des Senats (Senatsurteil BGHZ 178, 322 = FamRZ 2009, 198 Rn. 19 ff.) im Einklang und wird von der Rechtsbeschwerde nicht in Frage gestellt.
Dabei begründet aber die Einseitigkeit der Lastenverteilung noch keine tatsächliche Vermutung für die subjektive Seite der Sittenwidrigkeit (BGH NJW 2009, 842;… 2013, 380 Rz. 24), da das Gesetz einen unverzichtbaren Mindestgehalt an Scheidungsfolgen zu Gunsten des berechtigten Ehegatten nicht kennt (BGH NJW 2004, 930; 2007, 2851;… 2013, 380 Rz. 24).
OLG Brandenburg, 06.06.2019 - 10 UF 18/18
Beschwerde gegen den Ausschluss eines Versorgungsausgleichs
OLG Nürnberg, 09.08.2017 - 7 UF 1276/16
Erfolglose Klage auf Feststellung der Unwirksamkeit eines Vergleichs
OLG Hamm, 03.08.2011 - 8 UF 83/11
KG, 22.12.2015 - 13 UF 143/15
Nachehelicher Ehegattenunterhalt: Abänderbarkeit einer notariellen …