Source: https://www.ra-samimi.de/fahrerflucht-droht-ein-eintrag-ins-fuehrungszeugnis/
Timestamp: 2020-01-27 01:22:34
Document Index: 55495596

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 3', '§ 32', '§ 142', '§ 32', '§ 34', '§ 323']

▷ Fahrerflucht im Führungszeugnis © „Droht ein Eintrag?“
Fahrerflucht § 142 StGB: „Droht ein Eintrag ins Führungszeugnis?“
Fahrerflucht im Führungszeugnis – Tipps vom Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fahrerflucht: „Droht ein Eintrag ins Führungszeugnis?“
Die Fahrerflucht bzw. sog. unerlaubte Entfernen vom Unfallort stellt eine Straftat dar und zieht mehrere schwere Konsequenzen nach sich. Doch führt eine Verurteilung wegen Fahrerflucht zu einem Eintrag in das Führungszeugnis? Gilt man nach der Verurteilung wegen Fahrerflucht dann als vorbestraft?
2 Wann mache ich mich der Fahrerflucht strafbar?
3 Was wird im Führungszeugnis festgehalten?
4 Wann kann eine Verurteilung wegen Fahrerflucht ins Führungszeugnis aufgenommen werden?
5 Wodurch kann das Strafmaß der Fahrerflucht beeinflusst werden?
Wann mache ich mich der Fahrerflucht strafbar?
Mit welcher Strafe muss ich bei einer Verurteilung wegen Fahrerflucht rechnen?
Fahrerflucht wird mit Freiheitstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Das Strafmaß hängt von der Schwere des verursachten Schadens, Vorstrafen des Verursachers und die Folgen des Unfalls ab. Auch bei einem Parkschaden kann die Fahrerflucht weitreichende Konsequenzen für den Unfallverursacher haben. Wurde bei einem Unfall außerdem ein Personenschaden verursacht zieht dies eine strengere Ahndung nach sich. Der Verursacher muss sich dann auch wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung verantworten.
Bei dem polizeilichen Führungszeugnis handelt es sich um einen Auszug aus dem Bundeszentralregister, aus dem die bisher registrierten Vorstrafen einer Person hervorgehen. Dabei wird nicht jede als Eintrag festgehaltene Strafe aufgelistet. In das Register werden gem. § 3 BZRG (Bundeszentralregistergesetz) unter anderem die rechtskräftigen Entscheidungen der Strafgerichte und bestimmte Entscheidungen der Verwaltungsbehörden und Gerichte eingetragen.
Für einige Vorstrafen findet gem. § 32 BZRG kein Eintrag in das Führungszeugnis statt. Dazu gehören unter anderem Jugendstrafen, die Verurteilung zur einer Geldstrafe bis einschließlich 90 Tagessätzen bei Ersttätern und Bewährungsstrafen.
Nach einer vorgeschriebenen Frist gelangen die gespeicherten Verurteilungen nicht mehr in das Führungszeugnis und werden schließlich ganz aus dem Register gelöscht. Wie lange die jeweilige Vorstrafe im Register verbleibt ist nach den Vorschriften des Bundeszentralregistergesetzes geregelt: Je nach Höhe des Urteils werden nach Ablauf bestimmter Fristen die Eintragungen im Register gelöscht.
Wann kann eine Verurteilung wegen Fahrerflucht ins Führungszeugnis aufgenommen werden?
Unter Umständen kann die Fahrerflucht auch in das Führungszeugnis aufgenommen werden.
Fahrerflucht ist eine Straftat gem. § 142 StGB und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen werden. Entscheidend ist dabei das Strafmaß, das in dem konkreten Fall verhängt wurde. Einen Eintrag gibt es erst ab einer Geldstrafe von mind. 90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten (§ 32 Absatz 2 BZRG).
Allerdings trifft dies nur für den Fall zu, dass der Betroffene bereits eine Vorstrafe hat. Wurde der Täter im Vorfeld bereits wegen einer anderen Tat verurteilt, aufgrund derer eine Eintragung ins Führungszeugnis stattfand werden auch die darauffolgenden Straftaten eingetragen, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Bei einer erstmaligen Verurteilung wird kein Eintrag ins Führungszeugnis folgen. Liegt das Strafmaß darunter wird die Fahrerflucht nicht in das polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen.
Nach welcher Zeit wird die Verurteilung wegen Fahrerflucht wieder aus dem Führungszeugnis gestrichen?
Wurde die Verurteilung wegen Fahrerflucht aufgrund von Vorstrafen und der besonderen Höhe des Strafmaßes in das Führungszeugnis aufgenommen wird dieser nach einer festgelegten Frist wieder gestrichen. Diese Frist beträgt in der Regel gem. § 34 BZRG drei Jahre (Verurteilungen zu Geldstrafe und Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten). Nach Verstreichen dieser Frist darf die Vorstrafe wegen Fahrerflucht nicht mehr im Führungszeugnis gespeichert sein.
Wodurch kann das Strafmaß der Fahrerflucht beeinflusst werden?
Für das Strafmaß entscheidend ist zunächst die Höhe des verursachten Schadens. So ist in etwa ein Bagatellschaden (max. 50 Euro) unerheblich, da in diesem Fall kein Unfall angenommen werden kann. Im Falle eines erheblichen Schadens, ab 1.300 Euro wirkt sich dies negativ auf das Strafmaß aus und es drohen sowohl Punkte, als auch eine hohe Geldstrafe in Höhe von meist einem Nettomonatsgehalt. Zudem droht die Entziehung der Fahrerlaubnis.
Ebenfalls entscheidend ist, ob bei dem Unfall lediglich ein Blechschaden verursacht wurde oder ob Personen zu Schaden gekommen sind und der Betroffene Fahrerflucht begangen hat, ohne erste Hilfe zu leisten. In diesem Fall muss sich der Betroffene auch der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung gem. § 323c StGB verantworten.
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