Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=27.07.2012_6B_447/2011
Timestamp: 2013-05-25 10:15:36
Document Index: 370401475

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'BGE', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 158', 'Art. 158', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'Art. 137', 'Art. 138', 'Art. 158', 'Art. 137', 'Art. 66', 'Art. 64']

Mehrfache qualfizierte ungetreue Gesch�ftsbesorgung; Willk�r,
X.________ wird vorgeworfen, er habe zwischen 1994 und 1999 zusammen mit seiner Lebenspartnerin �ber die Firmen der von ihnen kontrollierten A.________-Gruppe - der A.________ AG, Reinach, der B.________ AG, Basel und der C.________ SA, Lugano - meist mit Hilfe bezahlter Vermittler zahlreiche Kunden f�r Investitionen in angeblich sichere und hochrentable Kapitalanlagen geworben. Diese Kapitalanlagen sollten �ber eigens zu diesem Zweck gegr�ndete bzw. gekaufte Offshoregesellschaften auf den British Virgin Islands abgewickelt werden, welche faktisch von ihm und seiner Lebenspartnerin bzw. von ihren Gesellschaften kontrolliert und verwaltet wurden. In Wirklichkeit wurden die Gelder vereinbarungswidrig in Hochrisikogesch�fte investiert.
In diesem Rahmen wird X.________ zur Last gelegt, er habe seinen Kunden in den Jahren 1999 und 2000 eine Anlage mit der Bezeichnung "Fonds Doubling" angeboten. Dabei h�tten die Kunden ein eigenes Konto bei der D.________bank AG er�ffnet und die B.________, die A.________ oder die C.________ als externe Verm�gensverwalterinnen mit der Verwaltung der Werte auf ihren Konti betraut. Beim "Fonds Doubling" sollte das in Wertschriften investierte Kapital der Kunden durch einen Lombardkredit in H�he der vom Kunden eingebrachten Einlage verdoppelt und dadurch eine entsprechend h�here Rendite auf dem eingebrachten Kapital erzielt werden. Das von den Kunden einbezahlte Kapital und der Lombardkredit seien in den meisten F�llen in einen einzigen Aktienfonds, den E.________bank Aktienfonds (E.________bank-Fonds) investiert worden. Insgesamt seien Gelder in der H�he von EUR 2'036'317.16 auf die Konten der D.________bank gelangt. Als der Kurs des Fonds ab Ende 2000 eingebrochen sei und bei zahlreichen Kunden die Belehnungsgrenze der Lombardkredite �berschritten und die Kredite �berzogen worden seien, habe X.________ die Kunden trotz eindringlicher Aufforderung durch die D.________bank nicht �ber den Kurszerfall und den drohenden Verkauf ihrer Wertschriften informiert. Die Anleger h�tten in der Folge den gr�ssten Teil ihrer Einlage verloren (Anlagekomplex "F.________").
Das Strafgericht Basel-Landschaft erkl�rte X.________ mit Urteil vom 4. November 2009 der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung sowie der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Gesch�ftsbesorgung schuldig und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 4 � Jahren, unter Anrechnung von einem Jahr in Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Verletzung des Beschleunigungsgebots). In mehreren Punkten sprach es ihn von der Anklage der mehrfachen qualifizierten Geldw�scherei, des gewerbsm�ssigen Betruges, der Urkundenf�lschung sowie der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung frei. In weiteren Punkten gab es dem Verfahren infolge Verletzung des Anklageprinzips und aufgrund des Eintritts der Verj�hrung keine weitere Folge. Ferner entschied es �ber die Einziehung der beschlagnahmten Verm�genswerte, �ber die Aufrechterhaltung der vom Besonderen Untersuchungsrichteramt (BUR) verf�gten Anmerkungen von Verf�gungsbeschr�nkungen und das Verf�gungsverbot sowie die Verwendung der Verm�genswerte nach erfolgter Einziehung und Verwertung zugunsten der Gesch�digten.
In teilweiser Gutheissung der Appellationen des BUR sowie des Beurteilten erkl�rte das Kantonsgericht Basel-Landschaft X.________ mit Urteil vom 29. November 2010 des gewerbsm�ssigen Betruges, der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Gesch�ftsbesorgung sowie der Urkundenf�lschung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren. In verschiedenen Punkten, namentlich im Anklagekomplex "F.________", sprach es ihn von der Anklage der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung bzw. der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Gesch�ftsbesorgung frei. In weiteren Punkten gab es dem Verfahren infolge Verletzung des Anklageprinzips oder zufolge Eintritts der Verj�hrung keine weitere Folge.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft f�hrt Beschwerde in Strafsachen, mit der sie beantragt, X.________ sei im Anklagekomplex "F.________" der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Gesch�ftsbesorgung schuldig zu sprechen und die vom Kantonsgericht ausgesprochene Freiheitsstrafe um ein Jahr zu erh�hen. Eventualiter sei das angefochtene Urteil in diesem Punkt aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Kantonsgericht Basel-Landschaft beantragt unter Verzicht auf weitere Bemerkungen, die Beschwerde sei abzuweisen. X.________ stellt in seiner Vernehmlassung ebenfalls Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Ferner ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
1.1 Die Vorinstanz nimmt in tats�chlicher Hinsicht an, der Beschwerdegegner habe mit den Kunden externe Verm�gensverwaltungsvertr�ge abgeschlossen, f�r welche er mit Provisionsabz�gen und diversen Geb�hren entsch�digt worden sei. Gest�tzt auf die Bankvollmachten habe er im Namen der Kunden bei der D.________bank Lombardkredite aufgenommen und in der Zeit vom 11. Februar bis zum 1. September 2000 mit den Kundengeldern und den Krediten die Anteile des E.________bank-Fonds gekauft. Nachdem der Kurs des Fonds bis Anfang 2000 stetig angestiegen sei, sei im Laufe des Jahres 2000 - jeweils unterbrochen durch kurzzeitige Anstiege - ein stetig fortschreitender Kursverlust eingetreten. Diese Fondsentwicklung sei dem Beschwerdegegner bekannt gewesen. Dennoch habe er seine Kunden nicht bzw. erst auf Druck der D.________bank im M�rz 2001 �ber diese Kursentwicklung informiert, nachdem diese selbst mit einem Informationsschreiben an die Kunden gelangt sei. Dar�ber hinaus sei der Beschwerdegegner f�r die Kunden nicht mehr erreichbar gewesen, als der Kurs des E.________bank-Fonds zu fallen begonnen habe. Im Einzelfall G.________ habe der Beschwerdegegner ferner, obwohl der Kunde den Vertrag am 19. Oktober 2000 gek�ndigt habe, den Verkauf der Anteile des E.________bank-Fonds erst am 4. Dezember 2000 und damit versp�tet in Auftrag gegeben. Dabei habe der Kunde einen Kapitalverlust von zirka 18 % erlitten. Im Einzelfall H.________ habe er trotz Mitteilung seiner Kundin vom 29. September 2000, dass sie auf einen Lombardkredit verzichte, den bereits abgeschlossenen Vertrag nicht gek�ndigt, wodurch auch jene einen Teil ihres Kapitals verloren habe (angefochtenes Urteil S. 82 f.; erstinstanzliches Urteil S. 255 ff., vgl. auch S. 10 [Anklageschrift]).
In rechtlicher Hinsicht nimmt die Vorinstanz an, der Anlageentscheid des Beschwerdegegners in Bezug auf den E.________bank-Fonds habe sich bei einer Betrachtung ex post zwar als falsch erwiesen, doch habe es sich bei diesem Fonds nicht um einen unseri�sen oder spekulativen Titel gehandelt. Nachdem der Fonds in den Jahren zuvor einen stetigen Kursanstieg durchlaufen und erst im Jahr 2000 einen massiven Kursverlust, unterbrochen durch kurzzeitige Kurserholungen, erlitten habe, k�nne dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden, dass er in der Hoffnung auf einen Wiederanstieg der Kurse den Kurszerfall habe aussitzen wollen und es dabei unterlassen habe, seine Kunden laufend zu informieren. Es h�tten bloss generelle Weisungen in Bezug auf die Investition der Gelder bestanden. Die Unt�tigkeit des Beschwerdegegners k�nne allenfalls zivilrechtliche Haftungsanspr�che begr�nden. Strafbar sei sie aber nicht. Damit sei das Tatbestandsmerkmal der Verletzung einer besonderen Treuepflicht nicht erf�llt. Auch in subjektiver Hinsicht sei nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdegegner einen Totalverlust durchwegs in Kauf genommen habe, weshalb auch das Vorliegen des Vorsatzes zu verneinen w�re (angefochtenes Urteil S. 83 f.).
In Bezug auf die beiden Einzelf�lle G.________ und H.________ nimmt die Vorinstanz an, der Beschwerdegegner habe klare Instruktionen der Kunden missachtet und dadurch bei diesen einen massiven Kapitalverlust verursacht. Damit sei der objektive Tatbestand der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung erf�llt. Dem Beschwerdegegner k�nne jedoch nicht nachgewiesen werden, dass er in der Absicht gehandelt habe, sich unrechtm�ssig Verm�gensvorteile zu verschaffen. Sein Verhalten w�re demnach als mehrfache ungetreue Gesch�ftsbesorgung im Sinne des Grundtatbestandes von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Angesichts des Deliktszeitraums zwischen September und Oktober 2000 sei in diesem Punkt allerdings die Verj�hrung eingetreten (angefochtenes Urteil S. 84 f.).
1.2 Die erste Instanz nahm demgegen�ber an, der Beschwerdegegner habe die gekauften Anteile des E.________bank-Fonds nicht aktiv verwaltet und die Kunden nicht �ber den gegen Ende 2000 einsetzenden und stetig weitergehenden Kurszerfall der mit ihrem Geld gekauften Fondsanteile informiert. Damit habe er seine Verm�gensverwaltungsmandate mangelhaft ausge�bt. In den Anklagef�llen G.________ und H.________ habe er dar�ber hinaus den Verkauf von Anteilen des E.________bank-Fonds massiv versp�tet in Auftrag gegeben respektive einen bereits aufgenommenen Lombardkredit entgegen dem ausdr�cklichen Willen der Kundin nicht gek�ndigt und damit einen Kapitalverlust bewirkt. Damit sei der objektive Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erf�llt.
In subjektiver Hinsicht gelangte die erste Instanz zum Schluss, der Beschwerdegegner habe wissentlich und willentlich gehandelt. Er habe gewusst, dass seine mangelhafte Verm�gensverwaltung zu einem Verm�gensverlust der Kunden f�hren w�rde. Damit sei zumindest Eventualvorsatz gegeben. Mit der pflichtwidrigen Aus�bung der Verm�gensverwaltungsmandate habe der Beschwerdegegner sodann einen Verdienst erzielen wollen. Er habe mithin beabsichtigt, sich durch sein tatbestandsm�ssiges Handeln Verm�gensvorteile zu verschaffen, auf welche er zufolge Pflichtwidrigkeit seines Verhaltens keinen Rechtsanspruch gehabt habe. Damit habe er in unrechtm�ssiger Bereicherungsabsicht im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB gehandelt (erstinstanzliches Urteil S. 259 ff.).
1.3 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz verkenne die allgemeinen Pflichten eines berufsm�ssigen Verm�gensverwalters und insbesondere seine erh�hte Handlungspflicht bei riskanten Anlagen. Es m�ge zutreffen, dass der E.________bank-Fonds kein unseri�ser oder spekulativer Titel gewesen sei. Die Vorinstanz �bersehe aber, dass dieser Titel durch den Lombardkredit-Hebel hoch spekulativ geworden sei und die fragliche Anlage bei stark fallendem Kurs das Kundenverm�gen erheblich habe gef�hrden k�nnen bis zum totalen Verm�gensverlust bei einem Kursr�ckgang von 50 %. Prim�rer Inhalt eines Verm�gensverwaltungsauftrages sei die Treuepflicht. Aus dem auf Dauer angelegten Vertrag ergebe sich eine am Kundeninteresse orientierte Handlungspflicht des Verm�gensverwalters bez�glich dessen Verm�gen. Diese impliziere wiederum eine �berwachungspflicht. Eine aktive Verm�gensverwaltung verlange im Minimum die Information des Auftraggebers, wenn sein Verm�gen dem Risiko einer bedeutenden Verminderung oder gar eines Totalverlusts ausgesetzt sei, zumal das prim�re Interesse des Anlegers auf den Verm�genserhalt gerichtet sei. Im vorliegenden Fall sei der Beschwerdegegner ein doppeltes Klumpenrisiko eingegangen. Den Kunden sei insbesondere das Risiko des Hebeleffekts bei fallenden Kursen nicht bewusst gewesen. Bei solchen Anlagen mit erh�htem Risikopotenzial treffe den Verm�gensverwalter eine besondere Informationspflicht, und zwar vor der Anlage, mit Sicherheit aber dann, wenn sich die Realisierung dieses Risikos abzeichne. Eine sachgerechte Information �ber die Risiken der Anlage habe der Beschwerdegegner unterlassen. Indem er sich trotz ultimativer Aufforderung durch die D.________bank geweigert habe, seine Kunden zu informieren und erst reagiert habe, als jene nicht mehr l�nger habe zuwarten wollen und selbst informiert habe, habe er seine eigenen pekuni�ren Interessen �ber diejenigen seiner Kunden gestellt und den objektiven Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 StGB erf�llt (Beschwerde S. 3 ff.).
In subjektiver Hinsicht macht die Beschwerdef�hrerin geltend, der Schluss der Vorinstanz, wonach nicht nachgewiesen sei, dass der Beschwerdegegner einen Totalverlust der Kundengelder in Kauf genommen habe, sei aktenwidrig und offensichtlich unrichtig. Der Beschwerdegegner sei der ultimativen Aufforderung der D.________bank vom 10. Januar 2001 erst nachgekommen, als diese nicht mehr l�nger habe zuwarten wollen und die Kunden am 2. M�rz 2001 selber informiert habe. Auch im Fall H.________ sei der Beschwerdegegner unt�tig geblieben, obwohl die Kundin ausdr�cklich auf die Anlage verzichtet habe. Er habe weder reagiert als jene am 23. November 2000 einen Verm�gensauszug ihres Kontos verlangt habe, noch als die Bank ihn eindringlich zur Information seiner Kunden angehalten habe. Der Beschwerdegegner habe den Erfolg in Kauf genommen und diesen aufgrund des rasanten Kursverlusts und vor allem wegen des ihm bekannten negativen Leverage-Effekts der Anlage auch als sicher vorausgesehen. Denn bei gehebelten Anlagen k�nne man wegen des Verkaufs der als Sicherheit hinterlegten Werte durch die kreditgebende Bank nicht darauf hoffen, dass die Kurse sich irgendwann einmal wieder erholten (Beschwerde S. 5 f.).
1.4 Der Beschwerdegegner bringt in seiner Vernehmlassung vor, die Anlage habe dem expliziten Willen der Kunden entsprochen. Diese h�tten gewusst, dass ihre investierten Gelder vollumf�nglich in den E.________bank-Fonds fliessen w�rde. Das mit der Anlage verbundene Risiko sei ihnen bewusst gewesen. Es habe ihn keine besondere Treuepflicht getroffen, welche �ber die blosse Stellung eines Verm�gensverwalters hinausgegangen sei. Eine besondere Treuepflicht habe sich weder aus dem Charakter der Anlage noch aus dem Umstand ergeben, dass er f�r deren Verwaltung bezahlt worden sei. Im �brigen sei unbestritten, dass die Kunden jedenfalls einmal informiert worden seien. Der Umstand allein, dass eine Anlage zu einem Verlust eines Teils des investierten Verm�gens f�hre, begr�nde f�r sich allein keine Strafbarkeit des Verm�gensverwalters. Besondere strafbarkeitsbegr�ndende Tatsachen seien nicht ersichtlich. In subjektiver Hinsicht f�hrt der Beschwerdegegner aus, die Beschwerdef�hrerin �ussere sich nicht zur Frage, ob er - abgesehen von den Einzelf�llen G.________ und H.________ - in unrechtm�ssiger Bereicherungsabsicht gehandelt habe. Die Sache m�sse daher gegebenenfalls zur Pr�fung dieser Frage an die Vorinstanz zur�ckgewiesen werden (Vernehmlassung S. 2 ff.).
Nach dem Treubruchtatbestand der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB wird mit Gef�ngnis bestraft, wer auf Grund des Gesetzes, eines beh�rdlichen Auftrages oder eines Rechtsgesch�fts damit betraut ist, das Verm�gen eines andern zu verwalten oder eine solche Verm�gensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zul�sst, dass der andere am Verm�gen gesch�digt wird (Abs. 1). Handelt der T�ter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtm�ssig zu bereichern, so kann auf Zuchthaus bis zu f�nf Jahren erkannt werden (Abs. 3).
Der Tatbestand setzt einen Verm�gensschaden voraus. Ein solcher kann in einer tats�chlichen Sch�digung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Verm�gen in einem Masse gef�hrdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. Dies ist der Fall, wenn der Gef�hrdung im Rahmen einer sorgf�ltigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder R�ckstellung Rechnung getragen werden muss (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3d S. 22; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c mit Hinweisen).
In subjektiver Hinsicht gen�gt Eventualvorsatz. Dieser muss sich auf Tatmittel, Erfolg und Kausalzusammenhang richten. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB wie erw�hnt das Handeln in unrechtm�ssiger Bereicherungsabsicht hinzu. (Urteil des Bundesgerichts 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.3.4 und 6.3.5 mit Hinweisen).
3.1 Die Erf�llung des Tatbestands der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung setzt zun�chst voraus, dass der T�ter jene spezifischen Pflichten verletzt, die ihn in seiner Stellung als Gesch�ftsf�hrer generell, aber auch bez�glich spezieller Gesch�fte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Gesch�ftsherrn treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Welche Pflichten dem Gesch�ftsf�hrer im Einzelnen auferlegt sind, ergibt sich aus dem Gesetz, dem beh�rdlichen Auftrag oder der Vereinbarung der Parteien im Einzelfall (BGE 105 IV 307 E. 3a; 80 IV 243 E. 2; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, 7. Aufl. 2010, � 19 N 12).
Eine Gesch�ftsf�hrung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB liegt nicht jedes Mal vor, wenn jemand aufgrund eines Vertrages fremdes Verm�gen in die Hand erh�lt, �ber das er nicht restlos nach freiem Belieben verf�gen darf (BGE 77 IV 203, S. 204). Es gen�gt mithin nicht jede auf Wahrung fremder Verm�gensinteressen gerichtete Pflicht. Erforderlich ist eine besondere Verm�gensf�rsorgepflicht, d.h. eine auf einem Treueverh�ltnis basierende, gesteigerte Verantwortung f�r die �berlassenen Verm�genswerte (BGE 120 IV 190 E. 2b, S. 193; 118 IV 244 E. 2b; MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl. 2007, Art. 158 N 10). Massgebend ist, ob die Pflicht, deren Verletzung gepr�ft wird, von ihrem Schutzzweck her als Ausfluss der Schutzgarantenstellung zugunsten fremden Verm�gens erachtet werden kann (ANDREAS DONATSCH, Aspekte der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung nach Art. 158 StGB, ZStrR 114/1996, S. 203; ders., Strafrecht III, 9. Aufl. 2008, S. 277; ferner ders., Aspekte der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung nach Art. 158 StGB in der Aktiengesellschaft, ZStrR 120/2002, S. 7). Diese besondere Pflicht ist bei einem Verm�gensverwalter ohne Weiteres zu bejahen (vgl. NIGGLI, a.a.O., Art. 158 N 56).
Nach der Rechtsprechung finden auf den Verm�gensverwaltungsvertrag die auftragsrechtlichen Regeln Anwendung (BGE 132 III 460 E. 4.1). Aus der Treuepflicht des Beauftragten ergibt sich, dass er bei der Ausf�hrung des Auftrages die Interessen des Auftraggebers umfassend zu wahren und alles zu unterlassen hat, was diesem Schaden zuf�gen k�nnte. Ausfluss der Treuepflicht ist insbesondere, dass der Beauftragte den Auftraggeber beraten und informieren muss. Gegenstand der Informationspflicht bildet alles, was f�r den Auftraggeber von Bedeutung ist. Der Beauftragte hat als Fachmann dem Auftraggeber auch unaufgefordert �ber die Zweckm�ssigkeit des Auftrages und der Weisungen, die Kosten und Gefahren sowie die Erfolgschancen Auskunft zu erteilen. Den Verm�gensverwalter treffen neben der erw�hnten Aufkl�rungspflicht auch Beratungs- und Warnpflichten (BGE 124 III 155 E. 3a; 119 II 333 E. 5a; 115 II 62 E. 3a, je mit Hinweisen). Er �bernimmt die umfassende F�rsorge f�r das anvertraute Verm�gen und ist verpflichtet, das Verm�gen des Kunden im Hinblick auf das vereinbarte Anlageziel und das Risikoprofil dauernd zu �berwachen sowie mit den Kunden periodisch Kontakt aufzunehmen (THOMAS GROSS, Fehlerhafte Verm�gensverwaltung - Klage des Anlegers auf Schadenersatz, AJP 2006, S. 162/163; vgl. auch P. CHRISTOPH GUTZWILLER, Rechtsfragen der Verm�gensverwaltung, 2008, S. 142). Spekuliert der Auftraggeber nicht nur mit seinem Verm�gen, sondern auch mit von der Bank gew�hrten Krediten, sind die Anforderungen an die Aufkl�rungspflicht wegen der Hebelwirkung solcher Anlagen gr�sser (BGE 133 III 97 E. 7.1.1; vgl. auch EMCH/RENZ/ARPAGAUS, Das schweizerische Bankgesch�ft, 7. Aufl. 2011, N 1622).
Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Verm�gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. T�tigkeiten, die sich im Rahmen der vereinbarten, ordnungsgem�ssen Gesch�ftsf�hrung halten, sind nicht tatbestandsm�ssig, selbst wenn die gesch�ftlichen Dispositionen zu einem Verlust f�hren. Gesch�ftliche Dispositionen sind vielfach mit dem Risiko eines Verlustes verbunden, ohne dass es pflichtwidrig w�re, dieses �bliche Risiko einzugehen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Gesch�ftsf�hrer in derselben Situation nicht eingehen w�rde. Es ist daher im konkreten Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken den getroffenen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwiderlaufen bzw. ob das Verhalten des Gesch�ftsf�hrers den Zweck, den die Vertragspartner vereinbart haben, verfehlt (Urteil des Bundesgerichts 6B_446/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 8.2 und 8.4 mit Hinweisen; vgl. auch NADJA CAPUS, Wann ist riskantes Gesch�ften kriminell?, ZStrR 128/2010, S. 262/265 f.; DONATSCH, ZStrR 120/2002, S. 8; ders., Strafrecht III, 9. Aufl. 2008, S. 277).
3.2 Der Beschwerdegegner schloss mit seinen Kunden Verm�gensverwaltungsvertr�ge, mit welchen die Erm�chtigung verbunden war, Anlageentscheide f�r Depots bei der D.________bank zu treffen, die auf den Namen der Kunden eingerichtet waren. Die Kunden hatten hief�r jeweils eine "Verwaltungsvollmacht f�r externe Verm�gensverwalter" der D.________bank sowie eine "Procuration limit�e/Beschr�nkte Handlungsvollmacht" der B.________ bzw. der A.________ unterzeichnet. Damit wurden diese bzw. der Beschwerdegegner erm�chtigt, auf Rechnung der Kunden einen Lombardkredit aufzunehmen. Mit den eingebrachten Geldern und den aufgenommenen Krediten erwarb der Beschwerdegegner in der Zeit vom 11. Februar bis zum 1. September 2000 Anteile des E.________bank-Fonds. F�r die Verm�gensverwaltung wurde er mit Provisionsabz�gen und diversen Geb�hren entsch�digt (angefochtenes Urteil S. 82; erstinstanzliches Urteil S. 247 ff.).
Nach den verbindlichen Feststellungen der kantonalen Instanzen entwickelte sich der Kurs des E.________bank-Fonds von Ende 1998 bis zum ersten Drittel des Jahres 2000 von EUR 60 auf den Stand von �ber EUR 260. Ab diesem Zeitpunkt fiel er bis Mitte 2000 auf einen Kurs von EUR 220 bis 250. Nachdem er sich in der Folge kurzeitig erholt hatte, fiel er anschliessend stetig und rasant. Im November 2000 wurden die Fondsanteile im Verh�ltnis 10:1 gesplittet. Ende 2000 betrug der Kurs noch EUR 18 pro Fondsanteil, nach Ende des ersten Drittels des Jahres 2001 noch EUR 15 (erstinstanzliches Urteil S. 249).
Es trifft zu, dass das Eingehen eines Risikos f�r sich allein den Tatbestand der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung noch nicht erf�llt, solange sich die Verm�gensverwaltung im Rahmen der ordnungsgem�ssen Gesch�ftsf�hrung bewegt. Das Wagnis ist aus dem Wirtschaftsleben nicht fortzudenken, und daher nicht grunds�tzlich unerlaubt (GUIDO URBACH, Die ungetreue Gesch�ftsbesorgung gem�ss Art. 158 StGB, Diss. ZH 2002, S. 61 mit Hinweis). Dementsprechend begr�ndet auch der Verlust eines Teils des investierten Verm�gens f�r sich allein keine Strafbarkeit, denn die an einer Verm�gensvermehrung interessierten Kunden m�ssen grunds�tzlich in Kauf nehmen, dass die Risiken einer Anlage auch zu einer Verm�gensverminderung f�hren k�nnen. Dass im zu beurteilenden Fall die Anlage der Gelder und der aufgenommenen Kredite in den E.________bank-Fonds ein ausserhalb der ordnungsgem�ssen Gesch�ftsf�hrung liegendes Risiko bedeutet h�tte, wird dem Beschwerdegegner indes nicht vorgeworfen. Insofern ist ohne Bedeutung, dass die Kunden sich der Hebelung mit dem Lombardkredit bewusst waren und um die damit verbundenen Gefahren wussten, und dass es sich beim E.________bank-Fonds nicht um einen unseri�sen oder spekulativen Titel handelte. Gegenstand der Anklage bildet vielmehr der Vorwurf, der Beschwerdegegner habe seine Treuepflicht verletzt, indem er die Kundengelder nicht aktiv verwaltete bzw. betreute, und indem er, obwohl ein Einschreiten geboten gewesen w�re, unt�tig blieb und die drohende Gefahr des Verm�gensverlusts f�r seine Kunden nicht abwendete (vgl. auch GUTZWILLER, a.a.O., S. 154). Dazu geh�rt, dass er die Kunden trotz mehrfacher eindringlicher Aufforderung seitens der D.________bank nicht rechtzeitig dar�ber informierte, dass infolge des Kursverlusts des Fonds die Belehnungsgrenze teils massiv �berschritten war und ein Verlust des investierten Kapitals drohte. In dieser mangelhaften Betreuung der Kundengelder liegt entgegen der Auffassung der Vorinstanz eine Verletzung der Treuepflicht im Sinne des Tatbestandes der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung gem�ss Art. 158 Ziff. 1 StGB. Indem der Beschwerdegegner auf die eingetretenen Kursverluste nicht rechtzeitig reagierte und die Kunden nicht auf die drohenden Verluste aufmerksam machte, hat er jedenfalls seine Pflicht zur Verm�genserhaltung verletzt und hat er eine Verm�genssch�digung der Kunden zugelassen. Denn zur Sorgfaltspflicht des Verm�gensverwalters geh�rt auch die stetige �berwachung der von ihm gew�hlten Anlage.
Die D.________bank wies den Beschwerdegegner anl�sslich von verschiedenen Besprechungen mehrmals auf die Problematik der Kredite hin und forderte ihn auf, Massnahmen zu ergreifen und die Kunden �ber ihre Situation, namentlich den Umstand, dass die Belehnungsgrenze in den meisten F�llen weit �berschritten war, ins Bild zu setzen. Ausserdem wurde ihm angedroht, dass die Kunden seitens der Bank informiert w�rden (vgl. Aktennotizen, Untersuchungsakten 98.00.029/38 f./43 f.). Am 2. M�rz 2001 kl�rte die D.________bank die Kunden schliesslich selbst �ber die Situation auf und forderte sie auf, sich zur Begrenzung des Schadens umgehend mit ihr in Verbindung zu setzen (Untersuchungsakten 98.01.051). Mit selbem Datum richtete sich auch der Beschwerdegegner mit einem Schreiben an die Kunden (Untersuchungsakten 01.01.004). Indem die Vorinstanz bei dieser Sachlage eine Verletzung der Verm�gensf�rsorgepflicht des Beschwerdegegners verneint und annimmt, dieser habe den Kurszerfall in der Hoffnung auf einen Wiederanstieg der Kurse aussitzen d�rfen, verletzt sie Bundesrecht. Der Beschwerdegegner h�tte angesichts der sich zuspitzenden Lage eingreifen und Massnahmen treffen, in jedem Fall aber seine Kunden warnen m�ssen. Indem er dies unterliess, verletzte er seine Treuepflicht in schwerwiegender Weise. Dies gilt unabh�ngig davon, ob f�r den Beschwerdegegner bloss generelle Weisungen in Bezug auf Investition der Gelder bestanden haben und dass sich den Vereinbarungen mit den Kunden nicht entnehmen l�sst, auf welche Weise er die Kundengelder zu verwalten hatte (angefochtenes Urteil S. 84). Damit hat der Beschwerdegegner den objektiven Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 StGB erf�llt.
3.3 Das angefochtene Urteil h�lt auch nicht vor Bundesrecht stand, soweit die Vorinstanz den subjektiven Tatbestand verneint. Dass der Beschwerdegegner die Treuepflichtverletzung und den Verm�gensschaden in Kauf genommen hat, ergibt sich schon daraus, dass er trotz der eindringlichen Aufforderungen seitens der D.________bank unt�tig blieb. Dasselbe gilt hinsichtlich der beiden Einzelf�lle. Namentlich im Falle der Kundin H.________ reagierte der Beschwerdegegner nicht, obwohl diese ihn mehrfach ausdr�cklich belangte.
Zu Unrecht verneint die Vorinstanz auch das Handeln in unrechtm�ssiger Bereicherungsabsicht. Die Rechtsprechung legt dieses subjektive Tatbestandselement weit aus und l�sst auch die Eventualabsicht gen�gen (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.5 und 6B_504/2011 vom 22. Juni 2012 E. 2.2). Dass die Bereicherungsabsicht im Sinne eines eigentlichen Handlungszieles vorliegen m�sste, wie dies die Vorinstanz annimmt (angefochtenes Urteil S. 84), wird von der Rechtsprechung und der �berwiegenden Lehre verneint (vgl. BGE 72 IV 121 E. 3; 105 IV 29 E. 3a S. 36; vgl. auch BGE 109 IV 166; TRECHSEL/CRAMERI, Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2008, N 11 Vor Art. 137; CORBOZ, Les infractions en droit suisse, 3. Aufl. 2010, Art. 138 N 14 a.E.; URBACH, a.a.O., S. 89; vgl. auch DONATSCH, Strafrecht III, 9. Aufl. 2008, S. 87; a.M. nur MARCEL A. NIGGLI, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2007, Art. 158 N 119; vgl. auch Vor Art. 137 N 67). Vor diesem Hintergrund leuchtet, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht vorbringt, nicht ein, wie die Vorinstanz im vorliegenden Kontext Handeln in unrechtm�ssiger Bereicherungsabsicht verneinen kann, w�hrend sie diese im Anklagekomplex "I.________" ohne Weiteres bejaht (vgl. angefochtenes Urteil S. 69). Der Beschwerdegegner hat auch im Anklagekomplex "F.________" als berufsm�ssiger Verm�gensverwalter gehandelt. Die Bereicherungsabsicht ergibt sich aus dem Bestreben, aus der treuwidrigen Verm�gensverwaltung einen Verdienst zu erzielen.
Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdegegner grunds�tzlich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er stellt indes ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Dieses kann gutgeheissen werden. Dem Beschwerdegegner sind deshalb keine Kosten aufzuerlegen. Seinem Rechtsvertreter ist aus der Bundesgerichtskasse eine angemessene Entsch�digung auszurichten (Art. 64 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 29. November 2010 im Anklagepunkt "F.________" aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdegegners wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 2'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.