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Timestamp: 2018-09-23 03:01:13
Document Index: 176341393

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§2']

Elterngeld richtig beantragen: Anspruch, Höhe, Bezugsdauer
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Sobald ein Baby da ist, verändert es das Leben seiner Eltern, nichts ist mehr wie früher. Eine weitere Änderung hat jungen Paaren im Januar 2007 Vater Staat gebracht: Jetzt erhalten Eltern bis zu 14 Monate Elterngeld.
© iStock, Westend 61
Diese neue Transferleistung hat das bisherige „Erziehungsgeld“ abgelöst. Wie hoch das Elterngeld genau ausfällt, hängt davon ab, was der Elternteil, der das Baby betreut, vor der Geburt verdient hat. Sinn des Elterngeldes ist es, den finanziellen Verlust abzufedern, wenn plötzlich ein Baby Zeit und Fürsorge braucht. Wenn Mama – oder Papa – nach der Geburt zuhause bleibt, fällt schließlich meist ein Einkommen weg. Elterngeld wird dann bezahlt, wenn der Elterteil, der das Baby betreut, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche berufstätig ist.
Zwischen 65 und 100 Prozent des Nettoeinkommens
Wer Elternzeit beantragt und kein Arbeitseinkommen mehr erzielt, erhält von Papa Staat zwischen 65 und 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens vor der Geburt als Elterngeld. Dabei wird ein Querschnitt aus den letzten 12 Monaten gebildet. Die sogenannte Ersatzrate ist nach der Höhe des Einkommens gestaffelt: Für Nettoeinkommen von 1.240 Euro und mehr beträgt sie 65 Prozent, bei 1.220 Euro sind es 66 Prozent, zwischen 1000 und 1200 Euro 67 Prozent. Bei Einkommen unter 1.000 Euro steigt der Wert schrittweise bis auf 100 Prozent (Minimum 300 Euro). Die Obergrenze liegt bei 1800 Euro. Wer vor der Geburt nichts verdient hat (z. B. Studenten, Hausfrauen/-männer) erhalten den Mindestbetrag von 300 Euro. Bei Müttern oder Vätern, die Elterngeld beziehen und nach der Geburt ihren Beruf weiter in Teilzeit ausüben, wird dieses Einkommen bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt. In den ersten beiden Monaten nach der Geburt wird das Elterngeld mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet. Noch mehr Elterngeld gibt es, wenn in der Familie mehrere Kinder sind bzw. wenn Zwillinge oder Drillinge geboren wurden.
Neu seit Januar 2011
Erhalten die Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder einen Kinderzuschlag, dann wird das Elterngeld seit 1. Januar 2011 voll als Einkommen angerechnet. Wer vor der Geburt Geld verdient hat, erhält einen Elterngeldfreibetrag. Dieser entspricht dem Einkommen vor der Geburt, jedoch höchstens 300 Euro. Bis zu diesem Betrag steht das Elterngeld den Familien also zusätzlich zu den anderen Sozialleistungen zur Verfügung. Bei BAfÖG- oder Wohngeld-Empfängern wird das Elterngeld bis zu 300 Euro nicht als Einkommen berücksichtigt.
Neu seit Januar 2013
Für Kinder, die ab 1. Januar 2013 geboren werden, wird das Elterngeld anders berechnet und es wird dadurch bei den meisten Eltern weniger werden. Der Grund: Bisher wurden die konkreten Abzüge für die Kranken- , Pflege- und Arbeitslosenversicherung bei der Berechung des Nettogehalts und damit des Elterngeldes zugrundegelegt. Jetzt gibt es einen pauschalen Abzug von 21 Prozent. Wer bisher zwischen 2000 und 3000 Euro Bruttoverdienst hatte, bei dem können nun zwischen 7 und 10 Euro weniger Elterngeld pro Monat rauskommen.
Das können Sie im Internet berechnen. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bmfsfj.de finden Sie einen Elterngeld-Rechner.
Sie müssen den Antrag auf Elterngeld
bei den zuständigen Behörden vor Ort (diese weichen von Bundesland zu Bundesland voneinander ab)
Die Elterngeldstelle des jeweiligen Bundeslandes bewilligt die Zahlung. Sie finden die Elterngeldstelle Ihres Bundesland auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie bmfsfj.de. Sie müssen den Antrag nicht sofort nach der Geburt stellen. Ratsam ist es aber in den ersten Wochen, denn sonst könnten Ansprüche verfallen: Rückwirkende Zahlungen leistet der Staat nur für die letzten dreiMonate vor Beginn des Monats, in dem ein Antrag auf Elterngeld gestellt wurde.
Werden Zwillinge oder andere Mehrlinge geboren, zahlt der Staat für jedes weitere Baby einen Zuschlag von 300 Euro. Kinderreiche Familien profitieren zudem von einem Geschwisterbonus. Dieser beträgt 10 Prozent zum Elterngeld, mindestens aber 75 Euro. Auch für Geringverdiener gibt es Zuschläge zum Elterngeld: Wer vor der Geburt ein Einkommen von unter 1000 Euro netto erzielt hat, bekommt vom Staat bis zu 100 Prozent des Nettoeinkommens ausbezahlt.
Unabhängig vom Elterngeld bezahlt der Staat Kindergeld. Das sind derzeit 184 Euro für das erste und zweit Kind, 190 Euro für das dritte und ab dem vierten Kind gibt es 215 Euro monatlich (Stand Januar 2012, weitere Infos finden Sie hier: bmfsfj.de). Das Elterngeld wird übrigens steuerfrei ausbezahlt. Hinterher wird es bei der Einkommenssteuer-Jahreserklärung jedoch als Einkommen berücksichtigt.
Wie die Zahlen des Statistische Bundesamtes belegen, haben bundesweit zwischen Januar 2007 und Juni 2008 rund 752 000 Mütter und Väter für ihr 2007 geborenes Kind Elterngeld erhalten. Davon bezogen 399 000 Mütter und Väter (53 %) das Elterngeld auf Basis des Einkommensersatzes, 353 000 Mütter und Väter (47 %) auf Basis des Mindestbetrags. Die Zahlen im Einzelnen:
Elterngeld für Geburten 2007
Bewilligte Anträge insgesamt Januar 2007 bis Juni 2008 nach Grundlage des Bezugs und Ländern:
davon Bezug auf Basis von
Einkommensersatz (1)
Mindestbetrag (2)
1 Baden-Württemberg 100 534 53 917 53,6 46 617 46,4
2 Bayern 122 348 73 070 59,7 49 278 40,3
3 Berlin 34 688 17 206 49,6 17 482 50,4
4 Brandenburg 21 301 12 566 59,0 8 735 41,0
5 Bremen 5 938 2 501 42,1 3 437 57,9
6 Hamburg 18 299 10 223 55,9 8 076 44,1
7 Hessen 57 818 30 924 53,5 26 894 46,5
8 Mecklenburg-Vorpommern 14 085 7 516 53,4 6 569 46,6
9 Niedersachsen 70 356 34 524 49,1 35 832 50,9
10 Nordrhein-Westfalen 161 880 77 973 48,2 83 907 51,8
11 Rheinland-Pfalz 35 182 17 615 50,1 17 567 49,9
12 Saarland 7 465 3 764 50,4 3 701 49,6
13 Sachsen 38 729 22 822 58,9 15 907 41,1
14 Sachsen-Anhalt 18 848 10 149 53,8 8 699 46,2
15 Schleswig-Holstein 24 866 13 414 53,9 11 452 46,1
16 Thüringen 19 604 11 238 57,3 8 366 42,7
17 Deutschland 751 941 399 422 53,1 352 519 46,9
18 Früheres Bundesgebiet ohne Berlin 604 686 317 925 52,6 286 761 47,4
19 Neue Länder ohne Berlin 112 567 64 291 57,1 48 276 42,9
1) Umfasst Ersatz des Einkommens, Reduzierung des Einkommens und Geringverdienstzuschlag (§ 2 Abs. 1,2,3 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG), jeweils ohne Aufstockung auf den Mindestbetrag (§ 2 Abs. 5 BEEG) einschließlich eventuellem Geschwisterbonus (§ 2 Abs. 4 BEEEG) und eventuellem Mehrlingszuschlag (§2 Abs. 6 BEEG).
2) Entsprechend § 2 Abs. 5 einschließlich der Aufstockung von Leistungen nach § 2 Abs. 1,2,3 sowie eventuellem Geschwisterbonus (§ 2 Abs. 4 BEEEG) und eventuellem Mehrlingszuschlag (§2 Abs. 6 BEEG).
Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland – www.destatis.de
Nicht in allen Bundesländern ist das Elterngeld gleich attraktiv: So nehmen zum Beispiel seit Einführung des Elterngeldes vor allem die bayerischen Landkreise eine Spitzenposition ein. Rechnet man alle 2010 geborenen Kinder zusammen, so nahmen in Bayern 32,9 % der Väter das Elterngeld in Anspruch. Gefolgt von Sachsen mit 32,7 % und Berlin mit 31,2 %.
Bei den Städten und Kreisen führt wie 2009 die thüringische Stadt Jena: 46 % der Väter erhielten dort Elterngeld. Auf dem zweiten Platz liegt der bayerische Landkreis Donau-Ries mit mehr als 42 %. Schlusslicht sind die Städte Gelsenkirchen und Bremerhaven mit rund 10 %.
"Welche Eltern bekommen kein Elterngeld?
Wer nach der Geburt über 30 Stunden in der Woche arbeitet, kann kein Elterngeld beantragen. Dasselbe gilt für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, die in Deutschland studieren oder eine Ausbildung absolvieren oder solche, die nur eine befristete Aufenthaltserlaubnis besitzen."
Nach meinem Wissen hat das Bundesverfassungsgericht diese Regelung als nichtig erklärt, da dies gegen verschiedene Gesetze versößt und diskriminierend ist.
Ausländer mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis haben Anrecht auf Elterngeld wenn sie länger als 3 Jahre in Deutschland gelebt haben und davon auszugehen ist, dass sie dauerhaft im Land bleiben.
Bitte informieren Sie sich da nochmals genauer und ergänzen die Informationen vll. etwas detaillierter.
Anonymus | am 28.01.2015 um 20:07 Uhr