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Timestamp: 2018-09-26 11:22:51
Document Index: 191341590

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 2', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art 18']

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www.frag-einen-anwalt.de Steuerrecht Deutschland Doppelbesteuerung Abfindung (USA)
| 24.11.2014 14:31 |
Zusammenfassung: Die Handhabung des Besteuerungsrechts gem. den DBA für Abfindungen bei Wohnsitzwechsel in Ausland ist nach wie vor Gegenstand mehrerer laufender Verfahren. Hier wirken sich diese aber evtl. deswegen nicht aus, weil der Zufluss bereits vor dem Wohnsitzwechsel liegt.
Ich beabsichtige, im Frühsommer 2015 mit meinem amerikanischen Ehemann in die USA auszuwandern. Im Februar werde ich hier in Deutschland eine gem. der Fünftelregelung besteuerte Abfindung erhalten. Ich weiß ungefähr, wieviel Steuer ich auf die Abfindung zahlen muß und habe das auch einkalkuliert.
Die Frage ist: muss ich in den US die Abfindung zusammen mit meinem Mann ebenfalls versteuern? (Zusammen wären das um die €265.000) Kommt da eventuell eine Nachzahlung an die US Steuerbehörden auf mich zu, auch wenn der Auszahlungszeitpunkt der Abfindung vor der Einreise in die USA liegt? Hat es einen Einfluss, ob ich mehr oder weniger als 183 Tage in den US war?
Ich gehe nicht davon aus, dass ich im ersten Jahr in den US erhebliches Einkommen erzielen werde.
Deutschland Abfindung Deutschland
Ich möchte zunächst auf ein mögliches Problem der Fünftel-Regel eingehen, ehe ich den Auslands-US-Teil beantworte.
Die Fünftel-Regel aus § 34 EStG gilt nicht per se für alle Arten von Abfindungen als "Vergütungen für mehrjährige Tätigkeit", (§ 34 Abs.2 Ziff.4 EStG) sondern nur für solche, die auch die Voraussetzungen des Abfindungs-erlasses erfüllen. Ich habe diese schon einmal in einer ähnlichen Frage hier zusammengefasst(siehe Steuerrecht vom 21. August 2014 vergünstigte Besteuerung einer Abfindung"):
1.) Es muss eine Zusammenballung vorliegen. Das ist unproblematisch, wenn alles auf einmal gezahlt wird, ggf. liegt das aber auch bei Verteilung auf bis zu zwei Jahren vor.
2.) Die Entschädigung sollte höher sein, als die Summe der bis zum Jahresende entgangenen Einkünfte. Wenn sie das ist, liegt immer eine Zusammenballung vor.
3.) Wenn das nicht der Fall ist, liegt kann eine Zusammenballung nur vorliegen, wenn der Arbeitnehmer andere Einkünfte erzielt, die er bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht erzielt hätte.
4.) Es darf muss sich wirklich um einen einen neuen Anspruch handeln. Es darf keine Abfindung für nicht genutzte Urlaubstage oder anteiliges Weihnnachtsgeld sein.
ZUM AUSLANDSTEIL
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Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Fünftelregelung bei mir gilt.
Meine Frage war eigentlich, ob diese Einkünfte in den US noch mal (ggf mit einem höheren Steuersatz) besteuert werden können, obwohl die Auszahlung und Versteuerung in Deutschland bereits erfolgt sind, wenn ich z.B. im April oder Mai in die US ziehen würde, und ob es einen Unterschied machen würde, wenn ich erst im Juli umziehen würde.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2014 | 20:47
das macht hier tatsächlich keinen Unterschied, weil sie sich mit ihren inländischen Einkünften in 2015 noch insgesamt als unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig in Dtl. behandeln lassen müssen (§ 2 Abs.7 S.2 EstG).
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der 185-Tage des Art. 15 DBA Deutschland-USA für Einkommen, weil diese nichts damit zu tun hat, wo man als „ansäßig" im Sinne der DBA gilt.
Ein Detail subsumiert sich das wie folgt. Art. 15 DBA lautet:
(1)	Vorbehaltlich der … Art 18 - (Ruhegehälter, Renten und Unterhaltszahlungen, könnte relevant werden, abhängig von der Art der Abfindung),… können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen - (wie echte Abfindungen, die für zukünftige Nachteile aus dem Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt werden) - , die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person (=USA) aus unselbständiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat (=USA) besteuert werden (=USA), es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat (=Dtl.) ausgeübt. Wird die Arbeit dort ausgeübt, so können die dafür bezogenen Vergütungen im anderen Staat (=Dtl.) besteuert werden (=> Bei Abfindungen reicht, dass die Tätigkeit ausgeübt wurde, FG-Hessen aa.O.).
Die 185-Tage-Regel wäre hier nur relevant, wenn ihr Arbeitgeber seinen Sitz in den USA hätte.
Ergänzung vom Anwalt 25.11.2014 | 13:01
Bewertung des Fragestellers 24.11.2014 | 21:29
Ihre Frage wurde beantwortet, um es klipp und zu sagen: Nein, weil das DBA das Besteuerungsrecht Dtl. zuweist, wenn alle Voraussetzungen, so wie mitgeteit, stimmen.
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