Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201996,%20452
Timestamp: 2019-11-21 22:08:23
Document Index: 163757480

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 459', '§ 463', '§ 480', '§ 459', 'BGH', '§ 459', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 459', '§ 480', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.12.1995 - VIII ZR 328/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,575
BGH, 13.12.1995 - VIII ZR 328/94 (https://dejure.org/1995,575)
BGH, Entscheidung vom 13.12.1995 - VIII ZR 328/94 (https://dejure.org/1995,575)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 1995 - VIII ZR 328/94 (https://dejure.org/1995,575)
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Fertigbetonlieferung - Zugesicherte Eigenschaft
Keine stillschweigende Zusicherung einer Eigenschaft bei Lieferung auf Anforderung einer bestimmten Qualität ("Fertigbeton ohne Holzeinschlüsse")
BGB § 459 Abs. 2, § 463 S. 1, § 480 Abs. 2
Betonlieferung: Wann liegt eine Zusicherung vor? (IBR 1996, 187)
NJW 1996, 836
ZIP 1996, 279
MDR 1996, 675
WM 1996, 452
BauR 1996, 278
ZfBR 1996, 89
Nur unter dieser strengen Voraussetzung kann eine Zusicherung im Sinne des § 459 Abs. 2 BGB a.F. vorliegen (BGH, Urt. v. 13. Dezember 1995, VIII ZR 328/94, NJW 1996, 836, 837).
Ob die Erklärung einer Partei als Zusicherung im Sinne der §§ 459 Abs. 2, 480 Abs. 2 BGB zu werten ist, ist zwar in erster Linie eine Frage tatrichterlicher Würdigung (BGHZ 128, 111, 114; Senatsurteil vom 13. Dezember 1995 - VIII ZR 328/94 = ZIP 1996, 279 unter II 1).
Mit seiner Auslegung der Vertragserklärungen der Parteien (§§ 133, 157 BGB) hat das Berufungsgericht aber die Grenzen überschritten, die dem tatrichterlichen Ermessen durch die vom erkennenden Senat in ständiger Rechtsprechung (zuletzt Urteil vom 13. Dezember 1995 aaO. unter II 2) aufgestellten strengen Voraussetzungen für die Annahme einer stillschweigenden Zusicherung gezogen sind.
Insbesondere beim Verkauf neu hergestellter beweglicher Sachen ist die Annahme einer stillschweigenden Zusicherung grundsätzlich die Ausnahme, die der besonderen Begründung anhand der Umstände des Einzelfalls bedarf (BGHZ 128, 111, 114; Urteil vom 13. Dezember 1995 aaO. unter II 2 a jeweils m.w.Nachw.).
Sie dienen ebenso wie die Bezugnahme auf DIN-Normen (BGHZ 59, 303, 308 f; Senatsurteile vom 25. September 1968 - VIII ZR 108/66 = WM 1968, 1249 = NJW 1968, 2238 unter II 2; vom 25. Februar 1981 - VIII ZR 35/80 = WM 1981, 558 = NJW 1981, 1501 unter II 1 a m.w.Nachw.; vom 13. Dezember 1995 aaO. unter II 2 b aa) der Festlegung der von dem Verkäufer geschuldeten Beschaffenheit des Kaufgegenstandes, lassen aber keine Anhaltspunkte erkennen, aufgrund derer die Klägerin hätte annehmen dürfen, daß die Beklagte für das Vorhandensein dieser Leistungsdaten in gesteigertem Maße einstehen wollte.
Entscheidend für die Annahme einer Zusicherung ist, daß aus der Sicht des Käufers der Wille des Verkäufers erkennbar wird, die Gewähr für das Vorhandensein einer bestimmten Eigenschaft zu übernehmen und für alle Folgen ihres Fehlens einzustehen (…BGHZ aaO.; Senatsurteile vom 13. Dezember 1995 - VIII ZR 328/94 = ZIP 1996, 279 unter II 2 a und vom 16. Oktober 1991 - VIII ZR 140/90 = WM 1992, 32 unter II 1 b bb).
Mit Rücksicht auf die weitreichenden Folgen ist insbesondere bei der Annahme einer stillschweigenden Übernahme einer solchen Einstandspflicht Zurückhaltung geboten (BGHZ 128, 111, 114; 132, 55, 57 f.; BGH WM 1996, 452, 453).
Zu Recht wendet die Revisionserwiderung dagegen ein, daß entgegen der Auffassung der Beklagten die Bezugnahme des Verkäufers auf eine DIN-Norm für die Annahme einer - stillschweigenden - Zusicherung regelmäßig nicht ausreicht (Senatsurteil vom 13. Dezember 1995 - VIII ZR 328/94 = BGHR BGB § 459 Abs. 2, Eigenschaft, zugesicherte 18).
Zwar ist es in erster Linie eine Frage tatrichterlicher Würdigung, ob die Erklärung einer Partei als Zusicherung im Sinne der §§ 480 Abs. 2, 459 Abs. 2 BGB zu werten ist (vgl. u.a. BGHZ 128, 111, 114 = NJW 1995, 518; Senatsurteile vom 19. Mai 1993 - VIII ZR 115/92 = WM 1993, 1374 [BGH 19.05.1993 - VIII ZR 155/92] unter II 2 und vom 13. Dezember 1995 - VIII ZR 328/94 = WM 1996, 452 unter II 1).
Den strengen Voraussetzungen, die der erkennende Senat in ständiger Rechtsprechung (u.a. Urteil vom 13. Dezember 1995, a.a.O. unter II) an die Annahme einer stillschweigenden Zusicherung stellt, wird die vom Berufungsgericht vorgenommene Auslegung der Willenserklärung der Parteien (§§ 133, 157 BGB) nicht gerecht.
Entscheidend für die Annahme einer Zusicherung ist, daß aus Sicht des Käufers der Wille des Verkäufers erkennbar wird, die Gewähr für das Vorhandensein einer bestimmten Eigenschaft zu übernehmen, was auch stillschweigend durch schlüssiges Verhalten geschehen kann (Senatsurteil vom 13. Dezember 1995, a.a.O. unter II 2).
Bei der Annahme einer stillschweigenden Zusicherung ist allerdings Zurückhaltung geboten, wenn die Erklärung des Verkäufers, aus der eine Zusicherung hergeleitet werden soll, zugleich der Bezeichnung der Kaufsache dient (Senatsurteile BGHZ 128, 111, 114; vom 28. Juni 1978 - VIII ZR 112/77 = WM 1978, 1175 unter I 1 und vom 13. Dezember 1995 aaO.).
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