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Timestamp: 2016-10-21 16:40:26
Document Index: 352595114

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 84', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 5', 'Art. 98', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 114', 'in fine', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 21', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 14', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 42', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 48', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 29', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 114', 'Art. 159', 'Art. 156', 'Art. 156', 'Art. 159']

1A.235/2006 (02.07.2007)
Beschwerdef�hrer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Beat Hess,
A.X.________ ist Eigent�mer der Grundst�cke Nrn. 621 und 1708, GB Sursee. Parzelle Nr. 1709, GB Sursee, befindet sich im Miteigentum von A.X.________, B.X.________ und C.X.________ sowie der Erbengemeinschaft des D.X.________ (bestehend aus E.X.________ und F.X.________, G.X.________ und H.X.________). Die drei Grundst�cke liegen im Baugebiet der Gemeinde Sursee. Sie sind an ihren R�ndern gegen die Ring- und die Buchenstrasse hin von dicht bewachsenen Baumreihen und Buschwerk ges�umt. Diese Bepflanzung stammt offenbar aus den achtziger Jahren und wurde zur Stabilisierung der Strassenb�schungen angelegt.
Der Stadtrat Sursee erliess am 12. Mai 2004 ein Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte von lokaler Bedeutung. Dabei nahm er unter anderem die erw�hnten Randbepflanzungen auf den drei Parzellen als so genannt orientierenden Inhalt in dieses Inventar auf. Es wurde am 9. November 2004 von der zust�ndigen kantonalen Beh�rde genehmigt. Die Familien X.________ erhielten anl�sslich von Vorabkl�rungen im Hinblick auf die �berbaubarkeit ihrer Parzellen formlos Kenntnis von dem sie betreffenden Inhalt des Inventars. In der Folge verlangten sie am 4. M�rz 2005 vom Stadtrat Sursee einen anfechtbaren Entscheid �ber die Frage, ob die Randbepflanzungen auf den Parzellen Nr. 621, 1708 und 1709 entlang der Ringstrasse gesch�tzte Hecken im Sinne der einschl�gigen kantonalen Natur- und Landschaftsschutzgesetzgebung seien.
A.X.________, B.X.________ und C.X.________ sowie die Erbengemeinschaft des D.X.________ f�hren gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht; eventualiter sei die Eingabe als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen. Sie beantragen die Aufhebung des angefochtenen Urteils. Weiter ersuchen sie um Feststellung, dass die Randbepflanzungen auf den genannten drei Grundst�cken entlang der Ring- und der Buchenstrasse keine gesch�tzten Hecken seien. Eventuell sei anzuordnen, dass diese Hecken durch eine Alleebepflanzung n�rdlich der Ringstrasse auf Kosten der Stadt Sursee, allenfalls des Kantons Luzern, zu ersetzen seien. Subeventuell sei f�r die �berbauung eine bedingungslose Ausnahmebewilligung in Aussicht zu stellen. Allenfalls sei die Sache zu neuer Beurteilung an das Verwaltungsgericht oder gar an den Stadtrat Sursee zur�ckzuweisen.
Der Instruktionsrichter im bundesgerichtlichen Verfahren hat den Parteien mit Verf�gung vom 2. Mai 2007 Gelegenheit gegeben, sich zur Bedeutung von Art. 6 der kommunalen Bau- und Zonenordnung im vorliegenden Fall zu �ussern. Mit dieser Norm hatte sich das Verwaltungsgericht nicht befasst. Die Parteien wie auch das Verwaltungsgericht haben sich in der Folge zu der aufgeworfenen Frage vernehmen lassen.
1.1 Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel eingetreten werden kann. Die Beschwerdef�hrer haben ihre Eingabe als Verwaltungsgerichtsbeschwerde bezeichnet; sie ersuchen darum, diese eventualiter als staatsrechtliche Beschwerde entgegenzunehmen. Entsprechend der subsidi�ren Natur der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 84 Abs. 2 OG) ist zun�chst zu pr�fen, inwiefern die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen steht (BGE 129 I 337 E. 1.1 S. 339; 125 I 14 E. 2a S. 16, je mit Hinweisen).
1.2 Nach Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig gegen Verf�gungen, die sich auf �ffentliches Recht des Bundes st�tzen oder h�tten st�tzen sollen, sofern sie u.a. von der in Art. 98 lit. g OG genannten letzten kantonalen Instanz erlassen worden sind und keiner der in Art. 99 - 101 OG oder in der Spezialgesetzgebung des Bundes vorgesehenen Ausschlussgr�nde gegeben ist.
1.3 Der angefochtene Entscheid st�tzt sich zur Hauptsache auf die Natur- und Heimatschutzgesetzgebung des Bundes. Ob dies zu Recht geschah oder ob in der Sache richtigerweise kantonales Recht h�tte zur Anwendung kommen m�ssen, ist Gegenstand des Sachurteils (Urteil 1A.207/2000 vom 17. November 2000, E. 1b/bb, nicht publ. in BGE 126 II 495). In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann unter anderem eine Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 104 lit. a OG). Dazu geh�rt der - hier vom Beschwerdegegner erhobene - Einwand, es sei zu Unrecht Bundesrecht statt kantonales Recht angewandt worden (vgl. BGE 116 Ib 169 E. 1 S. 171 mit Hinweis; 116 V 265 E. 2b S. 266 f.).
1.4 Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, kann auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingetreten werden. F�r eine staatsrechtliche Beschwerde bleibt kein Raum.
1.5 Im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an. An die Begr�ndung der Begehren ist es nicht gebunden (Art. 114 Abs. 1 OG in fine). Es kann die Beschwerde aus anderen als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder den Entscheid mit einer Begr�ndung best�tigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262 mit Hinweisen).
Zun�chst ist der Frage nachzugehen, ob sich der angefochtene Entscheid zu Recht auf Bundesrecht st�tzt.
2.1 Der Stadtrat Sursee erliess seine Feststellungsverf�gung in Anwendung von � 3 der kantonalen Verordnung zum Schutz der Hecken, Feldgeh�lze und Uferbestockungen vom 19. Dezember 1989 (Heckenschutzverordnung; SRL Nr. 717); diese Verordnung f�hrt das kantonale Gesetz vom 18. September 1990 �ber den Natur- und Landschaftsschutz (NLG/LU; SRL Nr. 709a) aus. Das Verwaltungsgericht erwog demgegen�ber, die rechtliche Grundlage der umstrittenen Schutzverf�gung beruhe in ihrem Kerngehalt auf Art. 18 und Art. 18b des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451); die genannten kantonalen Bestimmungen w�rden im vorliegenden Zusammenhang lediglich Ausf�hrungsrecht darstellen.
2.3 Nicht jede Hecke wird jedoch vom Bundesrecht erfasst. Die Wendung "Erhaltung gen�gend grosser Lebensr�ume" in Art. 18 Abs. 1 NHG setzt eine gewisse Minimalgr�sse der Hecke voraus (vgl. BGE 121 II 161 E. 2b/bb S. 163 mit Hinweis). Das Erfordernis, dass der Lebensraum schutzw�rdig sein muss, bewirkt eine zus�tzliche Einschr�nkung. Anders als etwa bei Wald (vgl. Art. 3 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber den Wald [WaG; SR 921.0]) oder bei der Ufervegetation (Art. 21 NHG) m�ssen die zust�ndigen kantonalen bzw. kommunalen Beh�rden die zu sch�tzenden Lebensr�ume von regionaler oder lokaler Bedeutung im einzelnen Fall unter Abw�gung aller auf dem Spiel stehenden Interessen erst noch bezeichnen (BGE 118 Ib 485 E. 3a S. 488). Bei Hecken, wie den �brigen in der Aufz�hlung von Art. 18 Abs. 1bis NHG aufgef�hrten Biotopen wird die Schutzw�rdigkeit zwar vermutet. Auch eine Hecke muss aber - um als Biotop schutzw�rdig zu sein - eine �kologische Qualit�t aufweisen (Karl Ludwig Fahrl�nder, in: Kommentar NHG, Z�rich 1997, Rz. 15 f. zu Art. 18 NHG). Art. 14 Abs. 3 der bundesr�tlichen Verordnung �ber den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) in der Fassung vom 19. Juni 2000 enth�lt Kriterien und Indikatoren zur Bezeichnung und Bewertung schutzw�rdiger Biotope (dazu Christoph Fisch, Neuerungen im Natur- und Heimatschutz, in: URP 2001 S. 1117 ff., 1118 f.; Beatrice Wagner Pfeifer, Umweltrecht II, 2. Aufl., Z�rich 2006, S. 165).
Ferner ergibt sich auch aus Art. 18 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1986 �ber die Jagd und den Schutz wildlebender S�ugetiere und V�gel (JSG; SR 922.0) ein Schutz f�r Hecken. Diese Norm stellt das vors�tzliche und unberechtigte Beseitigen von Hecken unter Strafe. Durch die Strafnorm sollen Hecken, die als wichtige Lebensr�ume f�r wildlebende S�ugetiere und V�gel dienen, unmittelbar durch die Bundesgesetzgebung gesch�tzt werden; den Kantonen bleibt es indessen vorbehalten, Ausnahmebewilligungen zur Beseitigung zu erteilen (vgl. die bundesr�tliche Botschaft vom 27. April 1983, BBl 1983 II 1197 ff., 1216). Art. 18 Abs. 1 lit. g JSG weist eine gewisse Parallelit�t zu Art. 42 Abs. 1 lit. a WaG auf. Dies �ndert nichts daran, dass im Unterschied zum Wald nicht alle Hecken, sondern nur die schutzw�rdigen unter die Strafnorm fallen (vgl. Heribert Rausch/Arnold Marti/Alain Griffel, Umweltrecht, Z�rich 2004, Rz. 613). Ebenso stellt Art. 24 NHG das schwere Besch�digen oder Zerst�ren von aufgrund dieses Gesetzes gesch�tzten Biotopen unter Strafe.
2.4 Die Frage, ob die hier interessierenden drei Bestockungen hinreichend gross sind, um unter das Bundesrecht zu fallen, l�sst sich ohne Weiteres bejahen. Diese weisen nach Angaben der Beschwerdef�hrer Ausmasse auf, die im Bereich der Untergrenze der quantitativen Waldkriterien liegen. Im Hinblick auf die Frage der Schutzw�rdigkeit ergibt sich Folgendes: Ein genereller Heckenschutz ist im Kanton Luzern nicht auf Gesetzesstufe (vgl. � 12 lit. d NLG/LU), sondern lediglich auf Verordnungsebene verankert. Der Regierungsrat hat in � 2 der Heckenschutzverordnung begrifflich pr�zisiert, dass Wald, Parkanlagen und Lebh�ge nicht unter den Heckenbegriff fallen. Aus � 3 Abs. 1 der Verordnung folgt der Schutz f�r die �brigen Hecken und Feldgeh�lze. Dabei �bernehmen � 2 und � 3 dieser Verordnung nicht das bundesrechtlich entscheidende Kriterium der Biotopqualit�t, sondern enthalten eigene schematische Abgrenzungen; Letztere erfassen im Ergebnis einen weitergehenden Kreis von Objekten als nach Bundesrecht. Mit � 3 der kantonalen Heckenschutzverordnung verf�gt das kantonale Recht somit �ber eine Rechtsgrundlage f�r einen �ber Bundesrecht hinausgehenden, generellen Heckenschutz im Sinne der bei E. 2.3 angestellten �berlegungen.
Es kann offenbleiben, inwiefern bereits die bei E. 2.4 dargelegte kantonale Regelung diesen Anforderungen entspricht. Denn Art. 6 Abs. 1 des geltenden Bau- und Zonenreglements der Stadt Sursee (BZR) sieht vor, dass alle Hecken und Feldgeh�lze im Sinne der kantonalen Heckenschutzverordnung gesch�tzt sind. Das Bau- und Zonenreglement st�tzt sich dabei auf � 23 Abs. 3 und � 24 NLG/LU, woraus sich die Zust�ndigkeit der Gemeinden f�r den Schutz und den Unterhalt der Objekte von lokaler Bedeutung ergibt. Dass die kantonale Heckenschutzverordnung keine abschliessende Ordnung enth�lt, folgt im �brigen auch aus ihrem � 2 Abs. 2. Danach ist diese Verordnung in Gemeinden, die den Heckenschutz selber geregelt haben, nur insoweit anwendbar, als sie einen weitergehenden Schutz bietet.
Die Parteien und das Verwaltungsgericht haben im bundesgerichtlichen Verfahren �bereinstimmend die Meinung ge�ussert, Art. 6 Abs. 1 BZR besitze keine eigenst�ndige Bedeutung. Mit dieser Norm werde nicht mehr geregelt als ein Verweis auf das ohnehin geltende kantonale Recht. Es trifft zu, dass die kommunale Bestimmung sich bez�glich des Kreises der Schutzobjekte mit dem kantonalen (Verordnungs-)Recht deckt. Das kommunale Bau- und Zonenreglement wurde aber von den Stimmberechtigten angenommen (Art. 48 BZR); dieser Erlass ist einem Gesetz im formellen Sinne gleichgestellt (vgl. BGE 127 I 60 E. 2e S. 66). Art. 6 Abs. 1 BZR gen�gt folglich als Rechtsgrundlage f�r den Heckenschutz auch dann, wenn dieser einen schweren Eingriff in die Eigentumsgarantie bez�glich eines Grundst�cks im Baugebiet bewirkt. Die besondere Tragweite von Art. 6 Abs. 1 BZR liegt damit in ihrer formell-rechtlichen Rechtsnatur. Im Ergebnis besteht damit im Zusammenspiel von kantonalem Verordnungsrecht und kommunaler Bau- und Zonenordnung eine in jedem Fall gen�gende Rechtsgrundlage f�r einen generellen Heckenschutz.
2.7 Die Gemeinde hat in ihrem erstinstanzlichen Entscheid eine Ausnahmebewilligung zur Beseitigung der umstrittenen Bepflanzungen in Aussicht gestellt. Das Verwaltungsgericht ist insoweit aus formellen Gr�nden auf die Beschwerde nicht eingetreten; darauf muss hier nicht n�her eingegangen werden. Mit Blick auf die sp�tere Ausnahmebewilligung ist allerdings eine weitere Anmerkung zum anwendbaren Recht gerechtfertigt. Aus der Schlussfolgerung, dass das kantonale und kommunale Recht zum Heckenschutz hier �ber das Bundesrecht hinausgeht, darf nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die zust�ndigen Beh�rden seien auch bez�glich der Beseitigung gesch�tzter Hecken frei von den bundesrechtlichen Mindestvorschriften. Die diesbez�glichen Regeln von � 4 und � 5 der kantonalen Heckenschutzverordnung (vgl. dazu auch E. 3.1, hiernach) bilden nur insofern selbstst�ndiges Recht, als das Schutzobjekt nicht ohnehin unter Art. 18 i.V.m. Art. 18b NHG f�llt. Diese Frage l�sst sich ohne Bewertung der Biotopqualit�t im Einzelfall nicht beantworten. Eine derartige Abkl�rung ist daher sp�testens beim Entscheid �ber die (teilweise) Beseitigung einer Hecke mit einer erheblichen Ausdehnung geboten.
Zur Vermeidung von unn�tigen Weiterungen des Verfahrens ist es gerechtfertigt, nachstehend einzelne R�gen der Beschwerdef�hrer zu behandeln. An dieser Stelle ist einzugehen auf die Wahrung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) bei der Feststellung der unter Schutz gestellten Hecken und die in diesem Zusammenhang angesprochene Frage der Waldfeststellung (E. 3). Sodann ist der Einwand der Beschwerdef�hrer zu pr�fen, wonach der verfassungsm�ssige Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV) dem Heckenschutz entgegenstehe (E. 4).
3.1 Die kantonale Natur- und Landschaftsschutzgesetzgebung schreibt beim Heckenschutz kein grundeigent�merverbindliches Feststellungsverfahren vor, sondern begn�gt sich mit einer beh�rdeninternen Inventarisierung und der Ausnahmebewilligung zur Beseitigung. Rechtsgrundlage f�r das kommunale Inventar der Naturschutzobjekte von lokaler Bedeutung bilden � 18 NLG/LU i.V.m. Art. 6 Abs. 3 BZR. Im angefochtenen Urteil wird dargelegt, dass das vorliegende Inventar betreffend die fraglichen Hecken nicht grundeigent�merverbindlich ist. Vielmehr dient es dem Beweiszweck, dass schutzw�rdige Hecken bestehen. Aufgrund von Art. 6 Abs. 1 BZR i.V.m. � 3 der kantonalen Heckenschutzverordnung ist die vor�bergehende oder dauernde Beseitigung derartiger Hecken untersagt. Vorbehalten bleiben gem�ss � 3 Abs. 3 der Verordnung einerseits die Erteilung einer Ausnahmebewilligung zur Beseitigung der Hecke nach � 4 der Verordnung und anderseits Nutzungs- und Pflegemassnahmen nach � 5 der Verordnung. Eine Ausnahmebewilligung setzt eine Interessenabw�gung voraus (� 4 Abs. 1 der Verordnung); vom Gesuchsteller kann eine Ersatzanpflanzung verlangt werden (� 4 Abs. 2 der Verordnung).
3.2 Dessen ungeachtet sieht � 4 Abs. 1 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Luzern vom 3. Juli 1972 (VRG/LU; SRL NR. 40) in allgemeiner Weise das Institut der Feststellungsverf�gung vor. Ziel einer solchen Verf�gung ist im vorliegenden Zusammenhang die �berpr�fung des beh�rdeninternen Inventars auf Initiative des betroffenen Grundeigent�mers. Gerade bei Hecken, die innerhalb des Baugebiets liegen, ist ein schutzw�rdiges Interesse des bauwilligen Grundeigent�mers an einer solchen Feststellungsverf�gung auch ohne konkretes Bauprojekt zu bejahen; das BAFU teilt diese Sichtweise in seiner Vernehmlassung vom 25. Januar 2007, auch wenn es sich dabei zur Frage der anwendbaren Rechtsgrundlage nicht �ussert. Zu Recht ist die kommunale Beh�rde vorliegend auf das entsprechende Gesuch der Beschwerdef�hrer eingetreten.
3.3 Wird das Inventar im Feststellungsverfahren rechtskr�ftig best�tigt, so ist die fragliche Hecke an sich definitiv gesch�tzt. Eine nachfolgende Ausnahmebewilligung setzt eine Interessenabw�gung voraus und kann mit Ersatzanordnungen verbunden werden. Die Pflicht zu Ersatzleistungen des Grundeigent�mers folgt im bundesrechtlichen Kernbereich quantitativ und qualitativ schutzw�rdiger Hecken bereits aus Art. 18 Abs. 1ter NHG (vgl. Fahrl�nder, a.a.O., Rz. 37 f. zu Art. 18 NHG). Die f�r den Heckenschutz ben�tigte Bodenfl�che wird dem Grundsatz nach bereits im Rahmen des Feststellungsentscheids der �berbaubarkeit entzogen; hinzu kommen faktische Nachteile wie Schattenwurf der gesch�tzten Hecke, welche die �berbaubarkeit auf dem Restgrundst�ck weiter einschr�nken k�nnen. Mit anderen Worten erf�hrt der Grundeigent�mer bereits in diesem Stadium einen Eingriff in seine Eigentumsgarantie. In einem solchen Fall muss er aufgrund des Feststellungsentscheids nachvollziehen k�nnen, inwiefern die �berbaubarkeit seines Grundst�cks durch den Heckenschutz eingeschr�nkt wird. Je gr�sser diese Hecke ist, umso empfindlicher trifft ihr Schutz den Grundeigent�mer. Dies bedingt unter dem Blickwinkel des rechtlichen Geh�rs ein Feststellungsverfahren, das f�r den betroffenen Grundeigent�mer in seinem Gehalt dem bundesrechtlichen Waldfeststellungsverfahren zu entsprechen hat (vgl. dazu BGE 124 II 85 E. 3e S. 89; 122 II 274 E. 6 S. 285 ff.). Nur unter dieser Voraussetzung l�sst es sich auch rechtfertigen, dass die Beschwerdef�hrer f�r die Erlangung einer Ausnahmebewilligung in das Baubewilligungsverfahren verwiesen worden sind. Im �brigen ist darauf hinzuweisen, dass auch � 25 lit. a NLG/LU eine genaue Bezeichnung der Schutzobjekte verlangt.
In diesem Rahmen wird erneut der Frage nachzugehen sein, wie es sich mit dem Einwand der Beschwerdef�hrer verh�lt, wonach auf den fraglichen Parzellen derzeit ein Waldfeststellungsverfahren ausgeschlossen sei. Diese Vorbringen bedingen eine Auseinandersetzung mit dem von den Beschwerdef�hrern angerufenen Art. 13 Abs. 1 und 2 WaG, wonach neue Bestockungen ausserhalb rechtskr�ftiger Waldgrenzen in den Bauzonen nicht als Wald gelten. Angesichts der Behauptung der Beschwerdef�hrer, dass die Hecken Waldqualit�t aufweisen w�rden, und der offenbar beachtlichen Ausmasse dieser Randbepflanzungen geht es nicht an, wenn im angefochtenen Entscheid ohne weitere Begr�ndung gesagt wird, die fraglichen Hecken w�rden nicht unter die Waldgesetzgebung fallen.
4.1 Bei Wald werden Aspekte des Vertrauensschutzes nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grunds�tzlich schon im Feststellungsverfahren ber�cksichtigt. Sind die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes gegeben, kann der Eigent�mer der Parzelle verlangen, dass diese als unbewaldet behandelt wird, auch wenn die Waldkriterien erf�llt sind (Urteil 1A.8/2004 vom 17. Dezember 2004, E. 4.1, in: ZBl 107/2006 S. 50 mit Hinweisen). Es ist gerechtfertigt, diesen Grundsatz vorliegend zu �bernehmen. Das Verwaltungsgericht hat sich ebenfalls, wenn auch nur beil�ufig, mit den von den Beschwerdef�hrern vorgebrachten Vertrauensschutzgesichtspunkten befasst.
4.2 Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verschafft einen Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in beh�rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begr�ndendes Verhalten der Beh�rden, sofern sich dieses auf eine konkrete, den betreffenden B�rger ber�hrende Angelegenheit bezieht (BGE 131 II 627 E. 6.1 S. 636 f.; 130 I 26 E. 8.1 S. 60, je mit Hinweisen).
4.3 Die Beschwerdef�hrer leiten den Anspruch auf eine vollumf�ngliche Beseitigung der Randbepflanzung auf Parzelle Nr. 1708 aus einer 1991 erteilten Bewilligung f�r ein Geb�ude auf dieser Parzelle ab. Der Beschwerdegegner hat bereits im kantonalen Verfahren darauf hingewiesen, dass die Baubewilligung 1993 unbenutzt erloschen ist. Diese Sachdarstellung ist seitens der Beschwerdef�hrer unbestritten geblieben. Im Rahmen jener Baubewilligung ist eine Rodung der Bestockung nicht ausdr�cklich und in einem gesonderten Punkt erlaubt worden. Inwiefern die Beschwerdef�hrer befugt gewesen w�ren, die Randbepflanzung im Rahmen der Erstellung des damals bewilligten Geb�udes zu entfernen, kann offenbleiben. Mit dem Erl�schen der Baubewilligung w�re eine solche Befugnis ohnehin dahingefallen. Im heutigen Zeitpunkt kann die fragliche Baubewilligung insofern keine Vertrauensgrundlage mehr bilden.
4.4 Ferner berufen sich die Beschwerdef�hrer auf ein Dokument des Stadtbauamts von 1998, das den Titel "Gr�nplanung Baumkonzept Ringstrasse" tr�gt. Sie behaupten, der Stadtrat habe dieses Konzept am 10. Februar 1998 verbindlich verabschiedet. Der Beschwerdegegner hat jedoch im kantonalen Verfahren nicht nur pauschal bestritten, dass es sich um eine verbindliche Rechtsgrundlage gehandelt habe. Vielmehr hat er dort dargelegt, dieses Papier habe bloss als beh�rdeninterne Beurteilungshilfe gedient. Seine Sachdarstellung �berzeugt, entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrer, auch unter Ber�cksichtigung des Wortlauts der Planlegende. Zwar erhielten die Beschwerdef�hrer auf Anfrage auszugsweise eine Kopie des Dokuments. Sie machen aber nicht geltend, im Rahmen der Aush�ndigung der Kopie eine Auskunft �ber die Verbindlichkeit des Papiers erhalten zu haben. Es fehlt auch insofern an einer Vertrauensgrundlage.
4.5 Der von den Beschwerdef�hrern zus�tzlich erw�hnte Gestaltungsplan vom 8. November 2001 betrifft unbestrittenermassen Drittgrundst�cke und hilft ihnen im vorliegenden Zusammenhang nicht weiter. Der Naturschutzleitplan der Stadt Sursee vom 8. Juni 2005 kann nur schon deshalb keine Vertrauensgrundlage bilden, weil er am gleichen Datum wie der erstinstanzliche Entscheid in der vorliegenden Angelegenheit beschlossen worden ist. Die Beschwerdef�hrer behaupten denn auch nicht, der sie betreffende Entscheid sei ihnen zugestellt worden, nachdem sie von diesem Leitplan Kenntnis erhalten h�tten. Auf den Inhalt des Letzteren ist hier nicht einzugehen.
4.6 Im �brigen ist - auch unter Vertrauensgesichtspunkten - der Einsch�tzung des Verwaltungsgerichts zuzustimmen, dass es keine Rolle spielt, von wem und mit welcher Zielsetzung die Hecken gepflanzt worden sind. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der verfassungsm�ssige Vertrauensschutz dem Heckenschutz vorliegend nicht entgegensteht.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Aufgrund der bei E. 3 festgestellten Verfahrensm�ngel ist die Angelegenheit, gest�tzt auf Art. 114 Abs. 2 OG, zu neuer Beurteilung in der Sache an den Stadtrat Sursee zur�ckzuweisen.
Mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids f�llt auch dessen Kostenregelung dahin. Zur Neuregelung der prozessualen Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens ist die Angelegenheit an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen (Art. 159 Abs. 6 OG).
Was das bundesgerichtliche Verfahren betrifft, ist im Ergebnis von einem h�lftigen Obsiegen der Beschwerdef�hrer auszugehen. Ihnen ist folglich, unter solidarischer Haftbarkeit, eine entsprechend reduzierte Gerichtsgeb�hr aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 und Abs. 7 OG). Der Beschwerdegegner hat in seinem amtlichen Wirkungskreis und ohne Verm�gensinteressen gehandelt; deshalb ist von der Erhebung des auf die Stadt Sursee entfallenden Kostenanteils zu verzichten (Art. 156 Abs. 2 OG). Da der Beschwerdegegner im bundesgerichtlichen Verfahren auf den Beizug eines Rechtsbeistands verzichtet hat, steht ihm keine Parteientsch�digung zu. Hingegen hat der Beschwerdegegner den teilweise obsiegenden Beschwerdef�hrern eine reduzierte Parteientsch�digung f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu bezahlen (Art. 159 Abs. 3 OG).
Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 3. Oktober 2006 wird aufgehoben. Die Angelegenheit wird zu neuer Beurteilung in der Sache selbst an den Stadtrat Sursee und zur Neuregelung der prozessualen Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an das kantonale Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren gesamthaft mit Fr. 1'500.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Stadtrat Sursee und dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.