Source: https://www.wko.at/service/stmk/bildung-lehre/Informationen_zur_Lehrvertragsaufloesung_bzw._Endigung.html
Timestamp: 2017-09-26 11:07:19
Document Index: 322269892

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 15', '§ 15', '§ 14', '§ 4', '§ 15', '§ 92', '§ 15']

Informationen zur Lehrvertragsauflösung bzw. Endigung - WKO.at
Informationen zur Lehrvertragsauflösung bzw. Endigung
Die vorzeitige Lösung des Lehrverhältnisses bedarf zu ihrer Rechtswirksamkeit der Schriftform! Rückwirkende Lehrvertragslösung ist rechtlich nicht möglich! Die Lösung ist fünffach auszufertigen. Sie ergeht an:
Wer ist von der Lösung zu verständigen?
Lösung durch den Lehrling
Aufruf des Lösungsformulars
Lehrling (aushändigen oder eingeschrieben zusenden!)
Bei minderjährigen Lehrlingen an den gesetzlichen Vertreter (aushändigen oder eingeschrieben zusenden!)
Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer als Anzeige gem. § 9 Abs. 9 BAG (binnen 4 Wochen zu übermitteln!)
Zuständige Berufsschule (umgehend zu übermitteln!)
Gründe, die den Lehrberechtigten gem. § 15 Abs. 3 BAG zur vorzeitigen Auflösung des Lehrverhältnisses berechtigen, liegen vor, wenn:
der Lehrling seinen Arbeitsplatz unbefugt verlässt;
Gründe, die den Lehrling gem. § 15 Abs. 5 BAG zur vorzeitigen Auflösung des Lehrverhältnisses berechtigen, liegen vor, wenn:
der Lehrberechtigten oder der Ausbilder die ihm obliegenden Pflichten gröblich vernachlässigt, den Lehrling zu unsittlichen oder gesetzwidrigen Handlungen zu verleiten sucht, ihn misshandelt, körperlich züchtigt oder erheblich wörtlich beleidigt oder den Lehrling gegen Misshandlungen, körperliche Züchtigungen oder unsittliche Handlungen von seiten der Betriebsangehörigen und der Haushaltsangehörigen des Lehrberechtigten zu schützen unterlässt;
der Lehrberechtigte länger als einen Monat in Haft gehalten wird, es sei denn, dass ein gewerberechtlicher Stellvertreter (Geschäftsführer) oder ein Ausbilder bestellt ist;
der Lehrberechtigte unfähig wird seine Verpflichtungen auf Grund der Bestimmungen dieses Bundesgesetzes oder des Lehrvertrages zu erfüllen;
Gründe zur Endigung des Lehrverhältnisses gem. § 14 Abs. 2 BAG
Vor Ablauf der vereinbarten Lehrzeit endet das Lehrverhältnis, wenn:
der Lehrberechtigte nicht mehr zur Ausübung der Tätigkeit befugt ist, in deren Rahmen der Lehrling ausgebildet wird oder der Lehrberechtigte aufgrund des § 4 von der Ausbildung von Lehrlingen ausgeschlossen ist;
der Lehrling die Lehrabschlussprüfung erfolgreich ablegt, wobei die Endigung des Lehrverhältnisses mit Ablauf der Woche, in der die Prüfung abgelegt wird, eintritt. (Diese Bestimmung kommt praktisch nur zur Anwendung, wenn die Lehrabschlussprüfung vor Ende der vertragsmäßigen Lehrzeit abgelegt wird; wird die Lehrabschlussprüfung erst nach dem im Lehrvertrag festgesetzten Lehrzeitende abgelegt, so endet das Lehrverhältnis mit dem Datum des vertraglichen Lehrzeitendes und nicht mit dem Datum der Lehrabschlussprüfung!) In diesem Fall ist jedoch kein schriftliches Lösungsformular auszufüllen.
Während der ersten drei Monate der Lehrzeit kann das Lehrverhältnis jederzeit einseitig ohne Angabe von Gründen gelöst werden. Die Schriftform ist jedoch unbedingt einzuhalten. (Ein entsprechendes Lösungsformular finden Sie im Internet, siehe Formulare.)
Trotz Lehrvertragslösung während der Probezeit ist für die zurückgelegte Lehrzeit ein Lehrvertrag zu errichten.
Einvernehmliche Lösung:
Es muss aufgrund der Bestimmungen des § 15 Abs. 5 BAG eine Amtsbestätigung eines Gerichtes (§ 92 ASGG) od. eine Bescheinigung einer Kammer f. Arbeiter u. Angestellte vorliegen, aus der hervorgeht, dass der Lehrling über die Bestimmungen betreffend die Endigung und die vorzeitige Auflösung des Lehrverhältnisses belehrt wurde.
Ausbildungsübertritt:
Die außerordentliche Auflösungsmöglichkeit (Ausbildungsübertritt gem. § 15a BAG) am Ende des 12. Monats bzw. bei drei- und mehrjährigen Lehrberufen auch am Ende des 24. Monats der Lehrzeit ist sowohl durch den Lehrberechtigten als auch durch den Lehrling möglich.
Zu beachten ist jedoch die Einhaltung eines genauen Verfahrens- und Fristenlaufs und eine vorgeschaltene, verpflichtende Mediation. Die Einleitung dieses Verfahrens ist jedenfalls volle 3 Monate vor dem möglichen Auflösungszeitpunkt erforderlich.