Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Niedersachsen&Datum=29.01.2019&Aktenzeichen=9%20LB%2093/18
Timestamp: 2019-07-20 21:01:25
Document Index: 91338544

Matched Legal Cases: ['§ 60', 'EGMR', 'Art. 3', 'Art. 3', 'EGMR', 'Art. 3', '§ 60', 'EGMR', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 78']

OVG Niedersachsen, 29.01.2019 - 9 LB 93/18 - dejure.org
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OVG Niedersachsen, 29.01.2019 - 9 LB 93/18 (https://dejure.org/2019,1036)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 29.01.2019 - 9 LB 93/18 (https://dejure.org/2019,1036)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 (https://dejure.org/2019,1036)
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Nationale Abschiebungsverbote betreffend Afghanistan- Berufung -
Kein Abschiebungsschutz für erwachsene, alleinstehende und gesunde Afghanen schiitischer Religionszugehörigkeit mit vorherigem langjährigem Aufenthalt im Iran - Erwirtschaftung eins Existenzminimums in Großstädten auch ohne Berufsausbildung, ohne Vermögen und ohne familiäres Netzwerk möglich
VG Osnabrück, 15.03.2018 - 1 A 752/17
vgl. ACCORD, Entwicklung der wirtschaftlichen Situation, der Versorgungs- und der Sicherheitslage in Herat , Mazar-e-Sharif (Provinz Balkh) und Kabul 2010-2018, vom 7. Dezember 2018, S. 113; vgl. außerdem: EASO, Afghanistan, Key socio-economic indicators, Focus on Kabul City, Mazar-e-Sharif City and Herat City, April 2019, S. 50 f., und Key socio-economic indicators, state protection and mobility in Kabul City, Mazar-e-Sharif City and Herat City, August 2017, S. 56; Niedersächsisches OVG, Urteil vom 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris, Rn. 80; zur Behandelbarkeit einzelner Erkrankungen sowie zur Verfügbarkeit bestimmter Medikamente: MedCOI, Country Fact Sheet, Access to Healthcare: Afghanistan, December 2018, S. 40 ff.
vgl. Niedersächsisches OVG, Urteil vom 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris, Rn. 114.
36 Diesbezüglich ist im Rahmen des § 60 Abs. 5 AufenthG zu prüfen, ob unter Berücksichtigung aller Umstände ernstliche Gründe für die Annahme nachgewiesen worden sind, dass der Betroffene im Fall seiner Abschiebung tatsächlich Gefahr ("real risk";… EGMR, Urt. v. 28. Juni 2011 - 8319/07 -, NVwZ 2012, 681;… Urt. v 28. Februar - Az. 37201/06 -, NVwZ 2008, 1330) liefe, einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt zu werden; dieses entspricht dem Maßstab der beachtlichen Wahrscheinlichkeit (…BVerwG, Urt. v. 17. November 2011 - 10 C 13.10 -, juris Rn. 20;… Urt. v. 27. April 2010 - 10 C 5.09 -, juris Rn. 22; NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 43;… VGH BW, Urt. v. 24. Juli 2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 71).
38 bb) Schlechte humanitäre Verhältnisse können für sich allein genommen jedoch nur unter besonderen Voraussetzungen ausnahmsweise als eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu bewerten sein (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 45 m. w. N.;… VGH BW, Urt. v. 24. Juli 2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 79), stellt doch die vorgenannte begriffliche Bestimmung der "Behandlung" nach Art. 3 EMRK grundsätzlich auf die Handlung eines Menschen gegen einen anderen Menschen ab.
Für die Beurteilung der Intensität der "Behandlung" sind dann bei einem Schutzsuchenden, der völlig abhängig von staatlicher Unterstützung ist, die Fähigkeit, im Zielgebiet seine elementaren Bedürfnisse wie Nahrung, Hygiene und Unterkunft zu decken, seine Verletzlichkeit durch Misshandlungen und die Aussicht auf Verbesserung innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens maßgeblich (…EGMR, Urt. v. 28. Juni 2011 - 8319/07 -, NVwZ 2012, 681;… Urt. v. 21. Januar 2011, - 30696/09 -, NVwZ 2011, 413;… BVerwG, Urt. v. 31. Januar 2013 - 10 C 15/12 -, juris, Rn. 25; NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 48;… VGH BW, Urt. v. 24. Juli 2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 80).
Bei der Frage, ob Art. 3 EMRK der Abschiebung unter dem Gesichtspunkt der schlechten humanitären Umständen entgegensteht, müssen eine Vielzahl von Faktoren in den Blick genommen werden, darunter etwa der Zugang für Rückkehrer zu Arbeit, Wasser, Nahrung, Gesundheitsversorgung sowie die Chance, eine adäquate Unterkunft zu finden, der Zugang zu sanitären Einrichtungen und nicht zuletzt die finanziellen Mittel zur Befriedigung elementarer Bedürfnisse, auch unter Berücksichtigung von Rückkehrerhilfen (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 51;… SächsOVG, Urt. v. 25. Oktober 2018 - 5 A 806/17.A -, juris Rn. 37;… Senatsurt. v. 3. Juli 2018 - 1 A 215/18.A, juris Rn. 27;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 124).
Dies entspricht - soweit ersichtlich - der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (…vgl. OVG LSA, Beschl. v. 17. Dezember 2018 - 3 L 382/18 -, juris Rn. 15;… BayVGH, Urt. v. 8. November 2018 - 13a B 17.31960 -, juris Rn. 34;… VGH BW, Beschl. v. 12. Oktober 2018 - A 11 S 316/17 -, juris Rn. 392;… BayVGH, Beschl. v. 12. April 2018 - 13a ZB 18.30123 -, juris Rn. 5;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 331;… Urt. v. 9. November 2017 - A 11 S 789/17 -, juris Rn. 287;… BayVGH, Beschl. v. 3. November 2017 - 13a ZB 17.31228-, juris Rn. 9;… NdsOVG, Urt. v. 19. September 2016 - 9 LB 100/15 -, juris Rn. 84;… OVG NRW, Urt. v. 3. März 2016 - 13 A 1828/09.A -, juris Rn. 79 ff.;… HessVGH, Urt. v. 4. September 2014 - 8 A 2434/11.A -, juris Rn. 41 ff.), so zuletzt hinsichtlich eines im Iran aufgewachsenen jungen Afghanen aus der Volksgruppe der Hazara auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Januar 2019 (- 9 LB 93/18 -, juris Leitsatz 3.a)).79 Zwar ist die Lage in Kabul prekär und sowohl die wirtschaftlichen Voraussetzungen als auch die humanitären Umstände sind schlecht.
Weder gibt es über eine Häufung solcher Fälle verlässliche Berichte noch gibt es andere aussagekräftige Indizien, die einen Rückschluss auf eine solche tatsächliche Gefahr zuließen (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 55;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729 /17 -, juris Rn. 364).
Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht führt hierzu mit Urteil vom 29. Januar 2019 (- 9 LB 93/18 -, juris Rn. 114 f.) und mit Beschluss vom 10. Januar 2019 (…- 9 LA 168/18 -, juris Rn. 14 ff.) an, der UNHCR gehe davon aus, dass Zivilisten, die in Kabul tagtäglich ihren wirtschaftlichen oder sozialen Aktivitäten nachgehen, Gefahr laufen, Opfer der allgegenwärtigen in der Stadt bestehenden Gefahr zu werden.
83 Das Erwirtschaften eines - wenn auch sehr geringen - Einkommens wird der angesprochenen Gruppe leistungsfähiger nach Afghanistan zurückkehrender Männer trotz des angespannten Arbeitsmarkts wenigstens als Tagelöhner möglich sein (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 106;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 347).
In diesem Sinne nehmen auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 29. Januar 2019 und der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 17. Januar 2018 auf verschiedene Anschläge und Angriffe Bezug, welche in den Jahren 2016 bis 2018 durch regierungsfeindliche Kräfte in Afghanistan zu Lasten der Bevölkerungsgruppe der Hazara verübt worden seien (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 88 ff. m. w. N.;… VGH BW, Urt. v. 17. Januar 2018 - A 11 S 241/17 -, juris Rn. 96 f. m. w. N.).
103 In der Gesamtschau lässt sich zwar aus den vorliegenden Berichten eine aktuelle Verfolgung der gesamten Bevölkerungsgruppe der Hazara nicht ableiten (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 83 m. w. N.;… VGH BW, Urt. v. 17. Januar 2018 - A 11 S 241/17 -, juris Rn. 145 f. m. w. N.;… BayVGH, Beschl. v. 20. Januar 2017 - 13a ZB 16.30996 -, juris, Rn. 11).
Es fehlt insoweit letztlich an der Möglichkeit der Feststellung einer ausreichenden Verfolgungsdichte (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 83 m. w. N.).
104 ff) Soweit die Beklagten in der mündlichen Verhandlung pauschal auf mögliche Rückkehrerhilfen verwiesen hat, schließt sich der Senat der Bewertung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in seinem Urteil vom 29. Januar 2019 (- 9 LB 93/18 -, juris Rn. 104 f.) und des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 11. April 2018 (…- A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 356 ff.) an.
vgl. ACCORD, Entwicklung der wirtschaftlichen Situation, der Versorgungs- und der Sicherheitslage in Herat, Mazar-e-Sharif (Provinz Balkh) und Kabul 2010-2018, vom 7. Dezember 2018, S. 113; vgl. außerdem: EASO, Afghanistan, Key socio-economic indicators, Focus on Kabul City, Mazar-e-Sharif City and Herat City, April 2019, S. 50 f., und Key socio-economic indicators, state protection and mobility in Kabul City, Mazar-e-Sharif City and Herat City, August 2017, S. 56; Niedersächsisches OVG, Urteil vom 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris, Rn. 80; zur Behandelbarkeit einzelner Erkrankungen sowie zur Verfügbarkeit bestimmter Medikamente: MedCOI, Country Fact Sheet, Access to Healthcare: Afghanistan, December 2018, S. 40 ff.
26 Diesbezüglich ist im Rahmen des § 60 Abs. 5 AufenthG zu prüfen, ob unter Berücksichtigung aller Umstände ernstliche Gründe für die Annahme nachgewiesen worden sind, dass der Betroffene im Fall seiner Abschiebung tatsächlich Gefahr ("real risk";… EGMR, Urt. v. 28. Juni 2011 - 8319/07 -, NVwZ 2012, 681;… Urt. v 28. Februar - Az. 37201/06 -, NVwZ 2008, 1330) liefe, einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt zu werden; dieses entspricht dem Maßstab der beachtlichen Wahrscheinlichkeit (…BVerwG, Urt. v. 17. November 2011 - 10 C 13.10 -, juris Rn. 20;… Urt. v. 27. April 2010 - 10 C 5.09 -, juris Rn. 22; NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 43;… VGH BW, Urt. v. 24. Juli 2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 71).
28 bb) Schlechte humanitäre Verhältnisse können für sich allein genommen jedoch nur unter besonderen Voraussetzungen ausnahmsweise als eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu bewerten sein (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 45 m. w. N.;… VGH BW, Urt. v. 24. Juli 2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 79), stellt doch die vorgenannte begriffliche Bestimmung der "Behandlung" nach Art. 3 EMRK grundsätzlich auf die Handlung eines Menschen gegen einen anderen Menschen ab.
Dies entspricht - soweit ersichtlich - der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (…vgl. OVG LSA, Beschl. v. 17. Dezember 2018 - 3 L 382/18 -, juris Rn. 15;… BayVGH, Urt. v. 8. November 2018 - 13a B 17.31960 -, juris Rn. 34;… VGH BW, Beschl. v. 12. Oktober 2018 - A 11 S 316/17 -, juris Rn. 392;… BayVGH, Beschl. v. 12. April 2018 - 13a ZB 18.30123 -, juris Rn. 5;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 331;… Urt. v. 9. November 2017 - A 11 S 789/17 -, juris Rn. 287;… BayVGH, Beschl. v. 3. November 2017 - 13a ZB 17.31228-, juris Rn. 9;… NdsOVG, Urt. v. 19. September 2016 - 9 LB 100/15 -, juris Rn. 84;… OVG NRW, Urt. v. 3. März 2016 - 13 A 1828/09.A -, juris Rn. 79 ff.;… HessVGH, Urt. v. 4. September 2014 - 8 A 2434/11.A -, juris Rn. 41 ff.), so zuletzt hinsichtlich eines im Iran aufgewachsenen jungen Afghanen aus der Volksgruppe der Hazara auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Januar 2019 (- 9 LB 93/18 -, juris Leitsatz 3.a)).
73 Das Erwirtschaften eines - wenn auch sehr geringen - Einkommens wird der angesprochenen Gruppe leistungsfähiger nach Afghanistan zurückkehrender Männer trotz des angespannten Arbeitsmarkts wenigstens als Tagelöhner möglich sein (NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 106;… VGH BW, Urt. v. 11. April 2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 347).
Insbesondere bestehen für eine zielgerichtete staatliche Verfolgung der Hazara keine belastbaren Anhaltspunkte (vgl. Senatsurt. v. 18. März 2019 - 1 A 198/18 -, zur Veröffentlichung vorgesehen; NdsOVG, Urt. v. 29. Januar 2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 83 m. w. N.;… VGH BW, Urt. v. 17. Januar 2018 - A 11 S 241/17 -, juris Rn. 145 f. m. w. N.;… BayVGH, Beschl. v. 20. Januar 2017 - 13a ZB 16.30996 -, juris Rn. 11).
Diese Rechtsprechung gilt auch für Volkszugehörige der (überwiegend schiitischen) Hazara (…vgl. BayVGH, B.v. 21.12.2018 - 13a ZB 17.31203 - juris Rn. 6; vgl. auch: NdsOVG, U.v. 29.1.2019 - 9 LB 93/18 - juris Rn. 126 ff.;… VGH BW, U.v. 11.4.2018 - A 11 S 924/17 - juris Rn. 349 ff.;… U.v. 17.1.2018 - A 11 S 241/17 - juris Rn. 494;… U.v. 5.12.2017 - A 11 S 1144/17 - juris Rn. 515, 524 f.).
Abgesehen davon, dass die Klägerin die somalische Staatsangehörigkeit besitzt, ihr deshalb keine Abschiebung nach Afghanistan droht und allein die Abschiebepraxis eines Landes nach ordnungsgemäßem Abschluss des gerichtlichen Verfahrens keine Hinweise auf systemische Mängel des Asylverfahrens bietet, ist auch nach der Rechtsprechung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts eine Abschiebung nach Afghanistan keineswegs generell unzulässig (siehe hierzu u. a. das Urteil des 9. Senats vom 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris).
Dementsprechend hat der Senat in einem aktuellen Urteil vom 29. Januar 2019 ausgehend von den von UNAMA angegebenen Opferzahlen selbst unter Berücksichtigung einer etwaigen Dunkelziffer nicht die Überzeugung gewinnen können, dass speziell im Abschiebungsort Kabul, wo in Afghanistan die meisten Menschen leben, eine beachtliche Wahrscheinlichkeit dafür bestünde, eine Zivilperson werde infolge des bloßen Umstands der Anwesenheit einer realen Gefahr eine Fehlbehandlung ausgesetzt sein (vgl. Senatsurteil vom 29.1.2019 - 9 LB 93/18 - juris Rn. 70 ff.).
Aus der Reisewarnung können daher keine Rückschlüsse auf einen Anspruch auf Gewährung subsidiären Schutzes oder auf das Vorliegen eines nationalen Abschiebungsverbots gezogen werden (vgl. BVerwG, Beschluss vom 27.6.2013 - 10 B 11.13 - juris Rn. 6 und das Senatsurteil vom 29.1.2019, a. a. O., Rn. 64, jeweils zu nationalen Abschiebungsverboten).
9 LB 93/18.
Das Berufungsverfahren wird unter dem Aktenzeichen 9 LB 93/18 fortgeführt; der Einlegung einer Berufung bedarf es nicht (§ 78 Abs. 5 S. 3 AsylG).
Wie der Senat mit Urteil vom 29. Januar 2019 festgestellt hat, ist bei einer Bewertung aller derzeit bekannten Umstände trotz der widrigen Lebensbedingungen in Afghanistan nicht ersichtlich, dass ein alleinstehender und gesunder junger afghanischer Mann hazarischer Volks- und schiitischer Religionszugehörigkeit ohne familiäres Netzwerk in Afghanistan - selbst dann, wenn er (anders als der Kläger im vorliegenden Verfahren) seit seiner frühen Kindheit im Iran gelebt und keine Berufsausbildung hat - allein aufgrund dieser Umstände nicht in der Lage wäre, unter anderem in Herat ein Existenzminimum zu erwirtschaften (vgl. Senatsurteil vom 29.1.2019 - 9 LB 93/18 - z. V. b.).