Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Altersbefristung.html
Timestamp: 2017-02-27 16:21:49
Document Index: 157928557

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 417', '§ 217', '§ 421', '§ 421', '§ 421']

Wiederbelebung der bis zum 31.12.2006 befristeten und zuvor als europarechtswidrig beanstandeten 52er-Regelung
Mit dem "Ers­ten Ge­setz für mo­der­ne Dienst­leis­tun­gen am Ar­beits­markt", vom 23.12.2002, wur­de un­ter der Re­gie­rung Schröder der Spiel­raum für ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit älte­ren Ar­beit­neh­mern er­heb­lich er­wei­tert, und zwar durch ei­ne am 01.01.2003 in Kraft tre­ten­de und "pro­be­hal­ber" bis zum 31.12.2006 gel­ten­de Ergänzung von § 14 Abs.3 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG). Nach die­ser Fas­sung des Tz­B­fG (§ 14 Abs.3, Satz 1 und 4) be­durf­te die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges kei­nes sach­li­chen Grun­des, wenn der Ar­beit­neh­mer bei Be­ginn des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses das 58. Le­bens­jahr voll­endet hat (Satz 1), wo­bei die­se Re­ge­lung bis zum 31.12.2006 mit der Maßga­be an­zu­wen­den war, dass an die Stel­le des 58. Le­bens­jah­res das 52. Le­bens­jahr tritt (Satz 4).
Förderung der Fortbildung älterer Arbeitnehmer Nach der bis­he­ri­gen Fas­sung von § 417 Abs.1 SGB III, der die sog. Bil­dungs­gut­schei­ne be­trifft, können Ar­beit­neh­mer bei Teil­nah­me an ei­ner für die Wei­ter­bil­dungsförde­rung an­er­kann­ten Maßnah­me durch Über­nah­me der Wei­ter­bil­dungs­kos­ten gefördert wer­den, wenn (ne­ben an­de­ren Vor­aus­set­zun­gen)der Geförder­te bei Be­ginn der Teil­nah­me das 50. Le­bens­jahr voll­endet hat und wenn der Be­trieb, dem er an­gehört, nicht mehr als 100 Ar­beit­neh­mer beschäftigt.
Änderungen beim Eingliederungszuschuss
Der Ein­glie­de­rungs­zu­schuss, der bis­her Ar­beit­ge­bern zum Zwe­cke der Ein­glie­de­rung von Ar­beit­neh­mern mit "Ver­mitt­lungs­hemm­nis­sen" als Er­mes­sens­leis­tung gewährt wer­den konn­te, wenn die Ver­mitt­lung der geförder­ten Ar­beit­neh­mer "we­gen in ih­rer Per­son lie­gen­der Umstände er­schwert" war (§ 217 SGB III), kann nun­mehr ein Ein­glie­de­rungs­zu­schuss bei älte­ren Ver­si­cher­ten schon dann be­wil­ligt wer­den, wenn die­se vor Be­ginn der geförder­ten Beschäfti­gung min­des­tens sechs Mo­na­te ar­beits­los wa­ren oder Ar­beits­lo­sen­geld un­ter er­leich­ter­ten Vor­aus­set­zun­gen oder Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld be­zo­gen ha­ben oder an ei­ner Maßnah­me der be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dung oder der öffent­lich geförder­ten Beschäfti­gung nach dem SGB III teil­ge­nom­men ha­ben (§ 421 f Abs.1 Nr.1 SGB III). Da­ne­ben kann wie nach bis­he­ri­gem Recht auch dann ein Ein­glie­de­rungs­zu­schuss gewährt wer­den, wenn die Ver­mitt­lung des geförder­ten Ar­beit­neh­mers we­gen in sei­ner Per­son lie­gen­der Umstände er­schwert ist (§ 421 f Abs.1 Nr.2 SGB III).
Kombilohn ("Entgeltsicherung") für ältere Arbeitnehmer
Schon nach bis­he­ri­gem Recht (§ 421j SGB III) be­stand ge­genüber der Ar­beits­ver­wal­tung ein ge­setz­li­cher An­spruch auf Leis­tun­gen der sog. Ent­gelt­si­che­rung, d.h. auf Zu­zah­lung zum Ar­beits­ent­gelt, falls der Ver­si­cher­te ei­ne ge­genüber der bis­he­ri­gen Beschäfti­gung schlech­ter be­zahl­te neue Beschäfti­gung auf­nahm.