Source: https://www.argus-duesseldorf.de/2017/02/07/unterhaltsleistungen-in-der-einkommensteuererklaerung-aristofanis-dim-osmanlis/
Timestamp: 2018-11-21 03:23:41
Document Index: 224660285

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 32', '§ 32', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

Unterhaltsleistungen in der Einkommensteuererklärung (Aristofanis Dim. Osmanlis) | Lohnsteuerhilfeverein Düsseldorf Argus e.V.
Unterhaltsleistungen in der Einkommensteuererklärung (Aristofanis Dim. Osmanlis)
Unterhalt an Studierende oder in Ausbildung befindliche Kinder, welche einen monatlichen Betrag zur Bestreitung des Lebensunterhalts erhalten können dabei ebenso angesetzt werden wie Unterhalt an die in Rente befindlichen Eltern oder Schwiegereltern. Aber auch bei nicht verheirateten Lebenspartnern können sich Unterhaltszahlungen steuerlich auswirken. Auch der Unterhalt bei einem nicht verheirateten Elternpaar (Kindsmutter bzw. Kindsvater können aufgrund eines kleinen Kindes nicht Arbeiten) kann steuerlich wirksam sein.
Erfahrungsgemäß hat jeder Steuerpflichtige außergewöhnliche Belastungen. Häufig werden Kosten für eine Heilbehandlung oder Medikamente nicht oder nicht vollständig von der Krankenkasse übernommen. Oder es haben sich Rechtsanwaltskosten ergeben. Auch Beerdigungskosten können außergewöhnliche Belastungen sein. Letztlich wirken sich diese Kosten häufig steuerlich nicht aus, weil die zumutbare Belastung die Kosten übersteigt. Wird die zumutbare Belastung überschritten, so erfolgt dies häufig nur geringfügig. Eine geringfügige Überschreitung der zumutbaren Belastung bewirkt leider nur eine minimale Steuererstattung aus den außergewöhnlichen BelastungenDie zumutbare Belastung ist in § 33 Abs. 3 EStG geregelt.
Für Unterhaltsleistungen gilt die zumutbare Belastung nicht, diese Leistungen sind ab dem ersten Euro steuerlich abzugsfähig. Unterhaltszahlungen wirken sich somit unmittelbar steuerlich aus.
Unterhaltszahlungen wirken sich nur dann steuermindernd aus, wenn die unterhaltende Person Ihnen oder Ihrem Ehegatten gegen über gesetzlich unterhaltsberechtigt ist. Gesetzlich unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist sich selbst zu unterhalten. Der Unterhaltsempfänger muss zwingend alle Quellen zur Bestreitung des eigenen Unterhalts aus eigener Kraft ausschöpfen. Insbesondere ist der Unterhaltsempfänger zunächst dazu verpflichtet, seine eigene Arbeitskraft einzusetzen. Hierbei sind Unterhaltskonkurrenzen zu beachten: Die Unterhaltspflicht des Ehegatten geht der Unterhaltspflicht der Eltern vor. Ebenso geht die Unterhaltspflicht der Eltern der Unterhaltspflicht der Großeltern vor.
Geschiedene oder getrennt lebende Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner
Eltern sind Kindern gegenüber unterhaltsverpflichtet. Unterhalten Sie Ihr Kind finanziell währen einer Ausbildung, einer Weiterbildung oder eines Studiums, so können Sie unter Umständen diese Unterhaltsleistungen steuermindernd als außergewöhnliche Belastungen ansetzten. Wichtig hierbei ist, dass kein Anspruch auf Kindergeld oder auf einen Kinderfreibetrag gemäß § 32 Abs. 6 EStG besteht. Wichtig: Selbst wenn nicht Sie selbst, sondern eine andere Person Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag gemäß § 32 Abs. 6 EStG hat, ist eine steuermindernde Berücksichtigung der Unterhaltsleistungen nicht möglich.
Zeiträume für die Kindergeld geleistet worden ist oder ein Kindergeldanspruch besteht werden anteilig nicht gerechnet.
A hat für Ihren Sohn bis einschließlich März 01 Kindergeld bezogen. Ab April 01 besteht weder ein Kindergeldanspruch noch ein Kinderfreitrag. Der geleistete Unterhalt ab April 01 ist gem. § 33a EStG als außergewöhnliche Belastung steuermindern zu berücksichtigen.
Zu beachten ist, dass Eltern ihren Kindern zwar eine, deren Neigung und Fähigkeiten entsprechende Ausbildung gewähren müssen, eine weitere Ausbildung oder Weiterbildung jedoch nicht.
Haben Sie ein nicht-eheliches Kind und Ihr Partner kann aufgrund dessen nicht berufstätig sein, so können Sie Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastungen ansetzten. Im Regelfall ist dies bei Kindern unter drei Jahren der Fall. Dies gilt auch, wenn die Betreuungsmöglichkeiten für das Kind fehlen und eine Berufstätigkeit daher nicht möglich ist.
A und B leben in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Sie haben einen einjährigen Sohn und leben gemeinsam in einer Familienwohnung. Die Mutter B ist nicht berufstätig, da keine geeignete Kinderbetreuung vorhanden ist. A ist berufstätig. Als Software – Entwickler hat A einen persönlichen Steuersatz von 35%. B hat außer dem Elterngeld keine eigenen Einnahmen. A kann für den Unterhalt an seine nicht–eheliche Lebenspartnerin Unterhaltszahlungen in Höhe von bis zu 8.652,00€ (für 2016) + Krankenversicherungsbeiträge + Pflegeversicherungsbeiträge, jährlich als außergewöhnliche Belastungen gem. § 33a EStG geltend machen.
Sind die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft einander nicht gesetzlich unterhaltsverpflichtet, so kommt dennoch unter Umständen zu einer steuerlichen Berücksichtigung der Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastungen. Dies nämlich dann, wenn die unterhaltende Person wegen der geleisteten Unterhalszahlungen öffentliche Leistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Wohngeld gestrichen oder gekürzt wurden. Das Gleiche gilt für Mitglieder einer Hausgemeinschaft. Als Hausgemeinschaft kommen Verwandte und sonstig verbundene in Betracht.
A kann für den Unterhalt an B pauschal 8.004 Euro (ab dem Kalenderjahr 2014 von 8.354 Euro) als außergewöhnliche Belastungen gem. § 33a EStG geltend machen.
Ehegatten haben grundsätzlich die Wahl zwischen Zusammenveranlagung und getrennter Veranlagung. Beantragen die Ehegatten die Zusammenveranlagung profitieren diese vom Ehegattensplitting. Ist die Zusammenveranlagung jedoch nicht möglich (z.B. weil ein Ehegatte nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist) bzw. beantragt ein Ehegatte die getrennte Veranlagung, können Kosten im Rahmen des § 33a EStG geltend gemacht werden.
A und B sind verheiratet. A lebt und arbeitet als Software-Entwickler in Deutschland, seine Ehefrau lebt mit den Kindern in der Türkei (kein EU-Ausland). A ist in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Seine Ehefrau B ist weder beschränkt noch unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland. A kann im Rahmen seiner jährlichen Einkommensteuerveranlagung Unterhaltsleistungen gem. § 33a EStG als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.
Wenn Unterhalt gem. § 33a EStG als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden solle, ist der Wert der Unterhaltsleistung glaubhaft zu machen. Als außergewöhnliche Belastungen können maximal 8.652,00 €) geltend gemacht werden; § 33a Abs. 1 S. 1 EStG. Der Höchstbetrag erhöht sich um den Betrag für die Basiskrankenversicherung und die Pflegepflichtversicherung für die unterstützte Person.
Der Betrag von 8.004 Euro ( 8652,00) ist ein Jahresbetrag. Wird mit den Unterhaltsleistungen unterjährig begonnen bzw. sind nur anteilig die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt verringert sich der Betrag zeitanteilig.
Lebt der Unterhaltsempfänger mit Ihnen in einer Hausgemeinschaft, d.h. mit dem Unterhaltszahler, ist ein Nachweis von geleisteten Unterhaltsleistungen nicht zu erbringen. In diesem Fall geht die Finanzverwaltung davon aus, dass der Betrag von 8652,00€) durch Gewährung von Unterkunft und Lebenshaltungskosten geleistet wird.
A und B sind nicht verheiratet und leben in einer Hausgemeinschaft. A ist als Software-Entwicklerin berufstätig und hat einen persönlichen Steuersatz von 35%. B ist nicht berufstätig und kümmert sich um den achtjährigen Sohn der beiden. Unterhaltszahlungen werden nicht geleistet. Wohngeld oder Arbeitslosengeld II wird nicht beantragt da B Hausmann und Vater ist.
A kann in seiner Einkommensteuererklärung 8.652,00) pauschal als außergewöhnliche Belastungen gemäß § 33a EStG geltend machen. Weitere Nachweise werden von der Finanzverwaltung in der Regel nicht gefordert.
Zahlt der Unterhaltsempfänger Beiträge zur Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung selbst als Versicherungsnehmer, so erhöht sich der Höchstbetrag von 8652,00) um diesen Betrag; siehe oben.
Entrichtet jedoch der Unterhaltsleitende die Beiträge zur Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung als Versicherungsnehmer für den Unterhaltsempfänger, kann er diese als eigene Sonderausgaben deklarieren.
Die 800 Euro Unterhalt monatlich sind in Höhe des Höchstbetrages von 8.562,00€ als außergewöhnliche Belastungen und in der Anlage Unterhalt zu deklarieren.
A ist nicht Versicherungsnehmerin sondern ihr Sohn ist Versicherungsnehmer. Dennoch leistet A die Beiträge zur Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung direkt an die Versicherungsgesellschaft zusätzlich zum Unterhalt von 800 Euro monatlich. Der monatliche Unterhalt in Höhe von 800 Euro geht wie gehabt direkt an ihren studierenden Sohn.
Der Unterhalt von 800 Euro monatlich – 9.600 Euro jährlich – ist als außergewöhnliche Belastung in Höhe von 8.562,00€ gemäß § 33a EStG abzugsfähig. Zusätzlich abzugsfähig als außergewöhnliche Belastung nach § 33a EStG sind die Beiträge zur Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung.
d) Geld- und Sachleistungen als Unterhalsleistungen
Der Unterhalt kann auch in Sachleistungen bestehen soweit es sich um Kosten handelt, die den Steuerpflichtigen tatsächlich belasten; Urteil des Bundesfinanzhofs vom 30.10.1990, BStBl. II 91, 340.
Der Unterhalt kann in Barzahlungen erfolgen, allerdings sind erhöhte Nachweispflichten in Kauf zu nehmen. So sollte bei Barzahlungen lückenlos nachweisbar sein, woher der Unterhalt kommt. Idealerweise erfolgt der Nachweis durch Abhebung am Geldautomaten. Die Übergabe an den Unterhaltsempfänger muss ebenso dokumentiert werden.
Die Unterbringung der Eltern oder Schwiegereltern in einem Pflegeheim sind typische Unterhaltsaufwendungen gemäß § 33a EStG. Abzugsfähig sind die Heimunterbringungskosten abzüglich der Haushaltsersparnis und der von der Pflegeversicherung erstatteten Kosten (Urteil Bundesfinanzhof vom 30.6.2011 BStBl. II 12, S. 876). Der Abzug ist auf 8.562,00 begrenzt, die zumutbare Belastung spielt keine Rolle. Der Steuerpflichtige hat kein Wahlrecht zwischen dem Ansatz gemäß § 33 EStG und § 33a EStG.
Weitere typische Aufwendungen des § 33a EStG sind Beiträge zur Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung, Rückzahlung von Sozialversicherung, Zins- und Tilgungsleistungen für ein Darlehen zur Finanzierung des Eigenheims, Aufwendungen für Bücher bei Ausbildungsbedarf.
Eine nach amtlich vorgeschriebenem Muster jährlich ausgefüllte Unterhaltserklärung ist zwingend zusätzlich zu den Zahlungsnachweisen des Unterhalts beim Finanzamt abzugeben.
Der Höchstbetrag von 8.562,00€ kann vermindert werden, wenn dies nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates des Unterhaltsempfängers notwendig und angemessen erscheint. Nach Urteil des Bundesfinanzhofs vom 5.6.2003, BStBl. II 03, 714 tritt keine Erhöhung des Unterhaltshöchstbetrages ein, wenn der Unterhaltsempfänger sich zweitweise im Inland zu Besuch aufhält.
Der Höchstbetrag von 8.562,00€ vermindert sich um die eigenen Einkünfte und Bezüge des Unterhaltsempfängers, soweit diese 624 Euro im Kalenderjahr übersteigen.
Einkünfte und Leistungen soweit sie dem Progressionsvorbehalt unterliegen wie Arbeitslosengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Übergangsgeld, Kurzarbeitergeld.
By Aristofanis Osmanlis|2017-02-07T13:01:59+00:00Februar 7th, 2017|Tipps|Kommentare deaktiviert für Unterhaltsleistungen in der Einkommensteuererklärung (Aristofanis Dim. Osmanlis)