Source: http://www.evupartners.ch/es2050-check/
Timestamp: 2020-02-26 22:55:54
Document Index: 25254118

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 14', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 15', 'Art. 7', 'Art. 17', 'Art. 8', 'Art. 17', 'Art. 8', 'Art. 19', 'Art. 6', 'Art. 35', 'Art. 6']

ES2050 Check - EVU Partners
Sicherstellung der korrekten Umsetzung des 1. Massnahmepakets der Energiestrategie 2050
Seit dem 1. Januar 2018 sind das totalrevidierte Energiegesetz (1. Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050) und die zugehörigen Verordnungsrevisionen in Kraft. Der Umfang der mit dem Inkrafttreten der neuen regulatorischen Bestimmungen zur Energiestrategie 2050 verbundenen Anforderungen ist erfahrungsgemäss eine nicht zu unterschätzende betriebliche Herausforderung. Als Stromunternehmen ist eine Vielzahl von Massnahmen korrekt und zeitgerecht sowie in der für das eigene Unternehmen richtigen Priorisierung umzusetzen. Eine Standortbestimmung im Rahmen eines „ES2050 Check“ kann Klarheit über die unternehmerische Ausgangslage sowie über den zwingenden Handlungsbedarf und freiwillige Handlungsoptionen schaffen.
Am 21. Mai 2017 hat die schweizerische Stimmbevölkerung der Revision des Energiegesetzes (EnG) zugestimmt und damit das 1. Massnahmenpaket im Rahmen der „Energiestrategie 2050“ (ES2050) genehmigt. Am 1. November 2017 hat der Bundesrat das totalrevidierte EnG und die zugehörigen Verordnungsrevisionen per 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt. Aufgrund des Umfangs als auch der Komplexität der Vorlage ist es für Stromverteilnetzbetreiber und Stromproduzenten eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die regulatorischen Bestimmungen vollumfänglich und zeitgerecht umzusetzen und so die erforderliche regulatorische Compliance sicher zu stellen.(1)
Die EVU Partners AG hat eine Methodik zur systematischen Überprüfung des aktuellen Stands der Umsetzung sämtlicher relevanter regulatorischen Bestimmungen der ES2050 entwickelt. Der „ES2050 Check“ soll dem Verteilnetzbetreiber und dem Stromproduzenten in Form einer Standortbestimmung dienen, den eigenen Handlungsbedarf zu eruieren, mögliche Handlungsoptionen zu identifizieren sowie die Umsetzung der regulatorischen Bestimmungen mit der richtigen Priorität und gemäss Zeitplan anzugehen.(2)
Es ist insbesondere für die strategischen und operativen Führungsgremien der Verteilnetzbetreiber (z.B. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung) wichtig zu wissen, wo das eigene Unternehmen bei der Umsetzung der regulatorischen Bestimmungen steht und welche Massnahmen in welcher Zeitspanne noch umgesetzt werden müssen. Dies kann je nach spezifischer Ausgangslage sehr unterschiedlich ausfallen. Nachfolgend wird die von der EVU Partners AG entwickelte Methodik und das damit verbundene Vorgehen beschrieben.
2 Methodik und Vorgehen
Im „ES2050 Check“ werden sämtliche, für Stromverteilnetzbetreiber und Stromproduzenten relevanten Themenfelder des 1. Massnahmenpaktes überprüft. Im Vordergrund stehen dabei die für Verteilnetzbetreiber zentralen Themenfelder wie Stromkennzeichnung, Abnahme- und Vergütungspflicht (inkl. Rückliefertarife), Eigenverbrauch / Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), Netz- und Energietarife, Kostenrechnung, intelligente Messsysteme sowie intelligente Steuer- und Regelsysteme. Ergänzend wird das für Produzenten zentrale Themenfeld der Förderung erneuerbarer Energien (Einspeisevergütung inkl. Direktvermarktung, Einmalvergütung und Netzzuschlag) beleuchtet.
Die regulatorischen Bestimmungen sind mittels einem Fragekatalog erfasst. Für jedes Themenfeld wird in Zusammenarbeit mit einem Interviewpartner der Ist-Zustand ermittelt. Dieser wird den aktuellen regulatorischen Bestimmungen gegenübergestellt. Der Soll-Zustand bzw. die korrekte Umsetzung der regulatorischen Bestimmungen wird mittels zwingendem Handlungsbedarf und freiwilligen Handlungsoptionen eruiert. Gestützt auf die Ergebnisse der Interviews wird eine Experteneinschätzung erstellt, welche den Interviewpartnern zwecks Stellungnahme zur Verfügung gestellt wird. Erst nach der Rückmeldung der Interviewpartner wird ein finaler Bericht erstellt, welcher die Sicht der Interviewpartner und der Experten im Detail erläutert. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Ablauf exemplarisch:
Abbildung 1: Konzept „ES2050 Check“
Aufgrund unserer Erfahrung ist für eine umfassende Standortbestimmung ein Zeitbedarf von rund ein bis zwei Monaten erforderlich. Sofern das Unternehmen sich auf einzelne Themenfelder fokussiert, reduziert sich der erforderliche Zeitbedarf entsprechend. Ein Auszug möglicher Fragen zu den verschiedenen Themenfeldern wird im nachfolgenden Kapitel vorgestellt. Die Fragen sind nicht vollständig aufgelistet und dienen lediglich zur Veranschaulichung möglicher Interviewfragen im Rahmen des „ES2050 Check“.
3 Auszug aus dem Fragekatalog
In den nachfolgenden Kapiteln 3.1 bis 3.8 wird für die einzelnen Themenfelder eine Auswahl möglicher Fragen mit den zu Grunde liegenden Erlasstexten vorgestellt. Dabei ist zu beachten, dass die vorgestellten Fragen eher die wichtigsten regulatorischen Bestimmungen adressieren. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von regulatorischen Bestimmungen, die zwar von geringerer Bedeutung sind aber von den Stromverteilnetzbetreibern bzw. Stromproduzenten gleichwohl umzusetzen sind.
3.1 Stromkennzeichnung
Beim Themenfeld „Stromkennzeichnung“ sind insbesondere Art. 9 EnG sowie Art. 4–6 und 79 EnV / Art. 8 und Anhang 1 HKSV zu berücksichtigen. Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 5–10 Fragen zu rechnen.
Tabelle 1: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Stromkennzeichnung“
3.2 Abnahme- und Vergütungspflicht
Beim Themenfeld „Abnahme- und Vergütungspflicht“ (inkl. Rückliefertarife) sind insbesondere Art. 15 EnG sowie Art. 10 und 12 EnV zu berücksichtigen. (3) Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 10–15 Fragen zu rechnen.
Tabelle 2: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Abnahme- und Vergütungspflicht“
3.3 Eigenverbrauch / Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
Beim Themenfeld „Eigenverbrauch / Zusammenschluss zum Eigenverbrauch“ sind insbesondere Art. 16–18 EnG sowie Art. 14–18 EnV / Art. 3 StromVV zu berücksichtigen. (4) Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 10–15 Fragen zu rechnen.
Tabelle 3: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Eigenverbrauch / Zusammenschluss zum Eigenverbrauch“
3.4 Netz- und Energietarife
Beim Themenfeld „Netz- und Energietarife“ sind insbesondere Art. 6–7 und 14 StromVG sowie Art. 18, 31e und 31g StromVV zu berücksichtigen. (5) Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 15–20 Fragen zu rechnen.
Tabelle 4: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Netz- und Energietarife“
Beim Themenfeld „Kostenrechnung“ sind insbesondere Art. 15 und 17b StromVG sowie Art. 7, 13a, und 31e StromVV zu berücksichtigen. Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 10 Fragen zu rechnen.
Tabelle 5: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Kostenrechnung“
3.6 Intelligente Messsysteme
Beim Themenfeld „Intelligente Messsysteme“ (sog. „Smart Meter“) sind insbesondere Art. 17a und 17c StromVG sowie Art. 8a, 8b, 8d und 31e StromVV zu berücksichtigen. (6) Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 10–15 Fragen zu rechnen.
Tabelle 6: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Intelligente Messsysteme“
3.7 Intelligente Steuer- und Regelsysteme
Beim Themenfeld „Intelligente Steuer- und Regelsysteme“ sind insbesondere Art. 17b und 17c StromVG sowie Art. 8c, 8d und 31f StromVV zu berücksichtigen. Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 10–15 Fragen zu rechnen.
Tabelle 7: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Intelligente Steuer- und Regelsysteme“
3.8 Förderung erneuerbarer Energien
Beim Themenfeld „Förderung erneuerbarer Energien“ (Einspeisevergütung inkl. Direktvermarktung, Einmalvergütung und Netzzuschlag) sind insbesondere Art. 19–25, 35, 38 und 72 EnG sowie Art. 6–8, 11–17, 33–34, 36, 105, Anhang 1.2 und Anhang 2.1 EnFV / Art. 35 EnV zu berücksichtigen. Im Fragekatalog ist je nach Ausgangslage des jeweiligen Verteilnetzbetreibers mit rund 15–20 Fragen zu rechnen.
Tabelle 8: Auswahl möglicher Fragstellungen im Themenfeld „Förderung erneuerbarer Energien“
4 Prüfbericht und Roadmap
4.1 Prüfbericht
Auf der Grundlage der durchgeführten Interviews und der mit den Interviewpartnern besprochenen und abgestimmten Experteneinschätzung wird der sogenannte „Prüfbericht“ erstellt. Dieser dokumentiert die Aktivitäten im Rahmen des „ES2050 Check“. Im Prüfbericht werden alle Fragen, die jeweiligen rechtlichen Grundlagen, die Antworten der Interviewpartner, die Beurteilung der Experten sowie der zwingende Handlungsbedarf wie auch die freiwilligen Handlungsoptionen schriftlich festgehalten. Ergänzend wird mit einem Ampelsystem der aktuelle Stand der Umsetzung der regulatorischen Bestimmungen summarisch gewürdigt. Weiter wird der Prüfbericht als Grundlage für die sogenannte „Roadmap“ verwendet. Nachfolgend wird anhand eines illustrativen Beispiels (Rückliefertarife im Themenfeld „Abnahme- und Vergütungspflicht“) der systematische Aufbau des Prüfberichts gezeigt:
Abbildung 1: Illustratives Beispiel für „Prüfbericht“
Basierend auf dem Prüfbericht wird eine sogenannte „Roadmap“ erstellt. Diese zeigt auf, wie mit geeigneten operativen Massnahmen der zwingende Handlungsbedarf bzw. die freiwilligen Handlungsoptionen umgesetzt werden können. Die Roadmap dient dem Unternehmen somit als Unterstützung zur vollständigen und zeitgerechten Umsetzung aller regulatorischen Bestimmungen. Nachfolgend wird anhand eines illustrativen Beispiels (Rückliefertarife im Themenfeld „Abnahme- und Vergütungspflicht“) der systematische Aufbau der Roadmap gezeigt:
Abbildung 2: Illustratives Beispiel für „Roadmap“
Der Nutzen einer Standortbestimmung zur Umsetzung des 1. Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 („ES2050 Check“) für das Unternehmen ist nicht zu unterschätzen. Erstens erhält das Unternehmen eine Einschätzung, ob alle einschlägigen regulatorischen Vorschriften tatsächlich eingehalten werden. Sofern das Unternehmen bereit ist, zwingenden Handlungsbedarf auch umzusetzen, kann es regulatorische Risiken massgeblich reduzieren bzw. die regulatorische Compliance bedeutend erhöhen. Zweitens können durch eine zusätzliche externe Sicht bzw. Expertensicht neue Gedankenanstösse für die zukünftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens resultieren. Die aufgezeigten freiwilligen Handlungsoptionen bieten hierfür eine geeignete Diskussionsgrundlage.
In jedem Fall empfiehlt sich eine Standortbestimmung, wenn die strategischen und/oder operativen Führungsgremien nicht sicher sind, ob die einschlägigen regulatorischen Vorschriften im Unternehmen korrekt und zeitgerecht umgesetzt werden. Eine externe Sicht kann den vom Unternehmen eingeschlagenen Kurs bestätigen oder allenfalls Optimierungspotenziale aufzeigen.
(2) Eine Übersicht über die relevanten regulatorischen Bestimmungen des 1. Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 wurde von der EVU Partners AG als Newsletterbeitrag nach Inkrafttreten per 1. Januar 2018 veröffentlicht. Vgl. EVU Partners AG (2018); „Energiestrategie 2050 – Update“; erhältlich unter www.evupartners.ch.
(3) Im vorliegenden Kontext ist ebenfalls das Bundesgesetz über den Um- und Ausbau der Stromnetze (Änderung des Elektrizitätsgesetzes und des Stromversorgungsgesetzes) zu beachten. Dies gilt insb. für Art. 6 Abs. 5bis StromVG. Die Referendumsfrist ist am 7. April 2018 ungenutzt verstrichen. Es ist zu erwarten, dass der Bundesrat das Gesetz noch im Jahr 2018 in Kraft setzen wird.
(4) Vgl. EVU Partners AG (2017); „Auswirkungen der neuen Eigenverbrauchsregelung“; erhältlich unter www.evupartners.ch.
(5) Vgl. EVU Partners AG (2018); „Neue Netznutzungstarife ab 2019“; erhältlich unter www.evupartners.ch.
(6) Vgl. EVU Partners AG (2017); „Liberalisierung des Messwesens“; erhältlich unter www.evupartners.ch.
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