Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2004.00700.html
Timestamp: 2020-07-11 00:40:10
Document Index: 305862000

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 28']

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IV.2004.00700
c/o Burkart & Flum
1.1 K.___, geboren 1964, leidet seit Geburt an einer partiellen neuropsychologischen Teilleistungsschwäche infolge einer kindlichen Cerebralparese (Urk. 10/8/2). Nach dem Besuch der Sonderschule sowie der Realschule (Urk. 10/22 Ziff. 6.1) schloss er am 18. April 1986 seine Lehre als Elektromonteur mit Erfolg ab (Urk. 10/24). Anschliessend arbeitete er bei verschiedenen Firmen, zuletzt seit 1. Januar 1993 beim Elektrizitätswerk A.___. Diese Stelle wurde ihm wegen ungenügender Leistungen per 30. April 2004 gekündigt (Urk. 10/18/1), worauf er Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog (Urk. 10/20).
1.2 Am 25. Mai 2004 meldete sich K.___ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte die Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen, namentlich Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit sowie Arbeitsvermittlung (Urk. 10/22 Ziff. 7.8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Bericht bei Dr. med. B.___, Psychiatrie & Psychotherapie FMH, vom 10. Juni 2004 ein (Urk. 10/8/1, unter Beilage des Berichtes von Dr. phil. C.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie sowie für Kinder und Jugendliche FSP, vom 22. Mai 2004, Urk. 10/8/2). Weiter zog sie einen Auszug aus dem individuellen Konto vom 8. Juni 2004 (Urk. 10/19) bei und holte Auskünfte bei der ehemaligen Arbeitgeberin (Bericht vom 14. Juni 2004, Urk. 10/18/1) sowie von der Arbeitslosenkasse (Bericht vom 2. Juni 2004, Urk. 10/20) ein.
1.3 Mit Verfügung vom 21. Juli 2004 (Urk. 10/6) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren (berufliche Massnahmen und Rente) ab. Die hiergegen vom Versicherten persönlich erhobene Einsprache vom 13. August 2004 (Urk. 10/5) wurde mit Entscheid vom 7. September 2004 (Urk. 2/1) abgewiesen. Am 15. September 2004 (Urk. 10/2) reichte der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle Zürich durch Rechtsanwalt Tomas Kempf eine mit "ergänzende Einsprache“ bezeichnete Rechtsschrift ein und stellte den "ergänzenden Antrag" auf Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung. Mit Entscheid vom 4. Oktober 2004 (Urk. 2/2) trat die IV-Stelle auf diese Einsprache nicht ein.
2. Gegen die Einspracheentscheide vom 7. September 2004 (Urk. 2/1) und 4. Oktober 2004 (Urk. 2/2) erhob K.___ durch Rechtsanwalt Tomas Kempf am 11. Oktober 2004 Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
„1. Es sei der Einspracheentscheid vom 7. September 2004 aufzuheben;
2. Es sei Dispositiv Ziff. 1 des Einspracheentscheides vom 4. Oktober 2004 aufzuheben;
3. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, berufliche Massnahmen anzuordnen und gegebenenfalls IV-Taggelder auszurichten;
4. Es sei dem Beschwerdeführer eine IV-Rente auszurichten;
5. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Eingabe vom 23. Dezember 2004 (Urk. 9) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Parteien im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels an ihren Anträgen festgehalten hatten (Urk. 14 und Urk. 18), wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 3. Mai 2005 (Urk. 19) als geschlossen erklärt.
1.1 Der Beschwerdeführer beantragte vorweg die Aufhebung von Ziff. 1 des Einspracheentscheides vom 4. Oktober 2004 (Urk. 2/2), welche wie folgt lautet: „Auf die Einsprache wird nicht eingetreten.“
1.2 Die dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2004 (Urk. 2/2) zugrunde liegende Einsprache datiert vom 15. September 2004 (Urk. 10/2) und wurde damit zu einem Zeitpunkt eingereicht, als bereits der Einspracheentscheid (vom 7. September 2004, Urk. 2/1) über die Einsprache vom 13. August 2004 gegen die Verfügung vom 21. Juli 2004 (Urk. 10/6) ergangen war. Der Beschwerdegegnerin war es demnach verwehrt, erneut einen materiellen Einspracheentscheid zu fällen. Sie hätte allenfalls die Möglichkeit gehabt, wiedererwägungsweise auf den ablehnenden Einspracheentscheid vom 7. September 2004 (Urk. 2/1) zurückzukommen. Dazu hatte sie indes schon allein deshalb keinen Anlass, weil die Einsprache vom 15. September 2004 um einen Tag verspätet erhoben worden war, zählt doch der erste Tag nach Ablauf der Gerichtsferien nur bei der Rechtsmittelfrist an das Bundesgericht nicht bei der Fristenberechnung (vgl. AHI-Praxis 4/1998 S. 211 f.).
Damit ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2004 (Urk. 2/2) abzuweisen.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern (Art. 8 Abs. 1 Satz 1 IVG). Zu diesen Massnahmen gehören unter anderem die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Diese umfassen die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG) und die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG).
2.3 Hinsichtlich beruflicher Eingliederungsmassnahmen für Volljährige tritt der Versicherungsfall ein, wenn der Gesundheitsschaden sich dermassen schwerwiegend auf die Erwerbsfähigkeit auswirkt, dass der betroffenen Person die Ausübung ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann, die in Frage stehende Eingliederungsmassnahme als notwendig erscheint und die erforderlichen Krankenpflege- und Rehabilitationsmassnahmen abgeschlossen sind (BGE 113 V 263 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet (AHI-Praxis 1997 S. 80 Erw. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 Erw. 3).
2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
3.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch des Beschwerdeführers auf jedwede Leistungen mit der Begründung, es sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen, mithin fehle der kausale Zusammenhang zwischen einem allfälligen Gesundheitsschaden und einer Erwerbseinbusse. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer eine Elektromonteurlehre erfolgreich abgeschlossen habe, dann 18 Jahre in diesem Beruf tätig gewesen sei, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen habe erzielen können und nun bzw. rückwirkend wegen eines Geburtsgeberechens arbeitsunfähig sein soll (Urk. 2/1).
3.2 Der Psychiater Dr. B.___, welcher den Beschwerdeführer seit 4. März 2004 betreut, schilderte in seinem Bericht vom 10. Juni 2004 (Urk. 10/8/1) anamnestisch die frühkindlich festgestellten kognitiv-affektiven und motorischen Probleme, die damals gestellte Diagnose einer Cerebralparese und die Förderung durch Sonderschulung. Trotz den Schwierigkeiten habe der Beschwerdeführer die Ausbildung zum Elektromonteur geschafft und bis vor wenigen Jahren insgesamt unproblematisch seinen Beruf ausgeübt. Seit ca. 1997 sei jedoch ein zunehmender Druck durch vermehrte Anforderungen im Betrieb entstanden, namentlich durch veränderte Technologien sowie vermehrten Leistungs- und Termindruck. Dadurch sei zunehmend eine Überforderung eingetreten nebst einer zusätzlichen Belastung durch eine Lungenembolie mit Hospitalisation. Seit einiger Zeit sei der Beschwerdeführer wegen psychischen und vegetativen Problemen bei verschiedenen Fachpersonen in Behandlung.
Dr. B.___ führte weiter aus, obwohl der Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren nie wegen der Grundkrankheit krank geschrieben worden sei, bestehe kein Zweifel daran, dass eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit über mehrere Jahre bestanden habe, was schliesslich auch Anlass zu der per Ende April 2004 erfolgten Entlassung gegeben habe. Heute sei zu befürchten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Grundkrankheit kaum eine Chance habe, selbständig oder auch mit Hilfe eine geeignete neue Anstellung zu finden, obwohl er grundsätzlich über eine bedeutende Arbeitsfähigkeit verfüge, die unter günstigen Bedingungen genützt werden könnte.
Der Facharzt erhob initial ein im Vordergrund stehendes depressives Syndrom mit Antriebsstörung und Affektstörungen, Schlafstörungen und eine grosse Verunsicherung bei Besserung unter Therapie. Im Vordergrund stünden jedoch kognitive Auffälligkeiten. Dr. B.___ erachtete den Beschwerdeführer als vollumfänglich arbeitsfähig in einer behinderungsangepassten Tätigkeit, ohne diese genauer zu bezeichnen, und erachtete therapeutische Bemühungen sowie eine spezialisierte IV-Berufsberatung und -vermittlung als hoch dringlich.
3.3 Der Neuropsychologe Dr. C.___, welcher den Beschwerdeführer am 7. Mai 2004 während dreieinhalb Stunden abgeklärt und dabei verschiedene Tests durchgeführt hatte, berichtete am 22. Mai 2004 (Urk. 10/8/2) von mehrheitlich unauffälligen und einzelnen gut durchschnittlichen neuropsychologischen Funktionen, welche diskret bis leicht ausgeprägte Teilleistungsschwächen mit einem klaren Schwerpunkt in gewissen exekutiven und Aufmerksamkeitsfunktionen gezeigt hätten. Insgesamt entsprächen die Befunde einer knapp durchschnittlichen allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit, wobei aber zu vermuten sei, dass das Potential des Beschwerdeführers höher und zumindest durchschnittlich sei (Urk. 10/8/2 S. 2 oben).
Als festgestellte Teilleistungsschwächen erwähnte Dr. C.___ (1) den Überblick, das damit zusammenhängende Strukturierungs- und Planungsvermögen, die geteilte Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis, (2) die Einstell-/Umstellfähigkeit sowie (3) in geringerem Ausmass das abstrahierende und analysierende Denken und das Erfassen von Zusammenhängen. Als zusätzliches Handicap wies der Untersucher auf das diskret verlangsamte Arbeitstempo und die diskreten Schwächen in der mündlichen Informationsaufnahme hin.
Dr. C.___ führte zusammenfassend aus, es bestehe kein Zweifel, dass es sich bei den festgestellten Teilleistungsschwächen um zerebral bedingte handle, welche vorbestehend und angeboren seien und im Zusammenhang mit der früher diagnostizierten kindlichen Zerebralparese stünden. Obwohl die festgestellten Teilleistungsschwächen diskret bis leicht ausgeprägt seien, seien die Auswirkungen in der Regel viel grösser, sehr störend und nachteilig. Der Beschwerdeführer erziele immer wieder schlechtere Leistungen als erwartet, was ihn verunsichere und frustriere. Daraus resultierten psycho-reaktive Auffälligkeiten (aggressive Verhaltensweisen, Resignation, Rückzug, Überempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, psychosomatische körperliche Beschwerden). Die Verunsicherung verstärke dann die Problematik. Oft werde den Betroffenen zu Unrecht Faulheit, fehlende Motivation oder mangelndes Interesse unterstellt, was zusätzlich frustriere.
Dr. C.___ empfahl die Weiterführung der Psychotherapie, riet indes von einer Umschulung ab, da sich die Defizite auf jeglichen Beruf bezögen. Er empfahl Tätigkeiten, die gleichartige und vorstrukturierten Arbeitsabläufe beinhalteten, die durchaus auch komplexer sein sollten. Der Beschwerdeführer werde in der vorgegebenen Zeit keine 100%ige Leistung erbringen können; der künftige Arbeitgeber könne aber mit einem hoch motivierten, arbeitswilligen, zuverlässigen, gewissenhaften und selbstkritischen Mitarbeiter rechnen.
4.1 Aus den vom Beschwerdeführer replicando ins Recht gelegten Auszügen aus den Protokollen der Werkkommission der Gemeinde A.___ vom 13. Juli und 14. Dezember 1993 (Urk. 15/10-11) geht hervor, dass die Probezeit des Beschwerdeführers nach seiner Anstellung beim Elektrizitätswerk A.___ unter besoldungsmässiger Rückstufung verlängert und er erst nach Bestehen einer gesamthaft einjährigen Probezeit zum reduzierten Satz fest angestellt wurde.
4.2.1 Am 8. Dezember 2003 (Urk. 10/18/3) wurde dem Beschwerdeführer die Arbeitsstelle per 31. März 2004 (infolge Krankheit verlängert bis 30. April 2004, Urk. 10/18/4) gekündigt. Zur Begründung wurde lediglich angeführt, nach einer ungenügenden Beurteilung der Arbeitsleistung anlässlich des Mitarbeitergesprächs vom 5. Mai 2003 und der Darlegung der Leistungsziele sei die Leistung auch nach sechs Monaten als ungenügend zu qualifizieren.
4.2.2 Der hiergegen erhobene Rekurs wies der Bezirksrats D.___ mit Beschluss vom 13. Mai 2004 (Urk. 15/1) ab namentlich mit der Begründung, dass ab dem Mitarbeiter-Gespräch vom 3. Juli 2001 vom Beschwerdeführer regelmässig Verbesserungen erwartet und Leistungsziele formuliert worden seien, welche dieser aber nicht umgesetzt habe (Urk. 15/1 S. 3 f.). Weiter erwog der Bezirksrat, auch unter Berücksichtigung der reduzierten Leistungsfähigkeit seien die Leistungen des Beschwerdeführers ungenügend gewesen. Selbst wenn der Grund für die ungenügenden Leistungen in einer Eigenschaft des Beschwerdeführers liegen würde (reduzierte Leistungsfähigkeit), könne davon ausgegangen werden, dass die Kündigung nicht einer Eigenschaft, die dem Beschwerdeführer Kraft seiner Persönlichkeit zustehe, ausgesprochen worden sei. Es handle sich im Gegenteil um Eigenschaften, welche in einem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stünden, die Zusammenarbeit im Betrieb beeinträchtigten und vom Beschwerdeführer selber beeinflusst werden könnten: Sowohl die Zuverlässigkeit (Einhalten von Abmachungen mit Vorgesetzten, pünktliche Abgabe von vollständigen Arbeitsrapporten, schlechte Erreichbarkeit via Natel) wie auch sein Verhalten (Einschlafen an Sitzungen, Verletzung der Privatsphäre von Kunden, unsaubere Kleidung und ungepflegte Erscheinung) seien Punkte, welche der Beschwerdeführer von sich aus verändern könnte.
5.1 In beruflicher Hinsicht ist aufgrund der Akten erstellt, dass der Beschwerdeführer nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Elektromonteur während Jahren anstandslos auf seinem Beruf arbeiten konnte. Wohl war er nicht voll leistungsfähig und führte dieser Umstand an seiner letzten Arbeitsstelle beim Elektrizitätswerk A.___ zu einer Lohnreduktion, nachdem die Arbeitgeberin mit den Leistungen während der Probezeit nicht restlos zufrieden war. Die Lohnreduktion betrug indes weniger als 10 % (Fr. 65'441.-- ab 1. Juli 1993 gegenüber Fr. 71’335.--, vgl. verbuchten Mittelwert von Fr. 68'388.-- für das Jahr 1993 im Auszug aus dem individuellen Konto, Urk. 10/19 und Urk. 15/9). Damit aber war der Beschwerdeführer in einem Ausmass vermindert leistungsfähig, das invalidenversicherungsrechtlich irrelevant ist. Weiter wurden dem Beschwerdeführer regelmässig Lohnerhöhungen gewährt (Urk. 10/19), was doch auf eine gewisse Zufriedenheit der Arbeitgeberin schliessen lässt.
5.2 Dem Beschluss des Bezirksrats D.___ vom 13. Mai 2004 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von der Arbeitgeberin ab dem Jahr 2001 zu Verbesserungen in seiner Leistung angehalten worden ist (Urk. 15/1 S. 3 f.). Nachdem dies längerfristig nicht gelungen war, erfolgte am 8. Dezember 2003 (Urk. 10/18/3) die Kündigung. Der Grund dafür lag nach der Aktenlage einerseits in den ungenügenden Leistungen, unter anderem in der mangelnden Zuverlässigkeit (Einhalten von Abmachungen mit Vorgesetzten, pünktliche Abgabe von vollständigen Arbeitsrapporten, schlechte Erreichbarkeit via Natel) und negativem Verhalten (Einschlafen an Sitzungen, Verletzung der Privatsphäre von Kunden, unsaubere Kleidung und ungepflegte Erscheinung, Urk. 15/1). Soweit der Beschwerdeführer das Vorliegen der genannten Umstände bestreitet und später teilweise (in Bezug auf die Natel-Problematik) doch anerkennt (Urk. 14 S. 3), ist festzuhalten, dass die Arbeitgeberin das Verhalten des Beschwerdeführers jedenfalls derartig interpretiert hat.
Der von der Arbeitgeberin angeführte Grund für die Entlassung lag damit nicht einfach in einer verminderten Leistungsfähigkeit, dass der Beschwerdeführer beispielsweise zu langsam oder zu wenig genau gearbeitet hätte. Im Gegenteil wurde bereits im Kündigungsschreiben vom 8. Dezember 2003 auf einzelne Vorkommnisse verwiesen (Urk. 10/18/3) und diese im Beschluss des Bezirksrates näher dargelegt. Auch wenn die Summe der Beanstandungen zu einer ungenügenden Beurteilung der „Leistungen“ des Beschwerdeführers führten, ist darunter nicht bloss eine medizinisch begründete verminderte Leistungsfähigkeit zu verstehen, sondern im Gegenteil die Gesamtheit der im Rahmen des Arbeitsverhältnisses relevanten Verhaltensweisen.
5.3.1 Im Hinblick auf die medizinischen Beurteilungen (Erw. 3.2 und 3.3 hiervor) ist erstellt, dass der Beschwerdeführer keineswegs wesentlich in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. So konnte der Neuropsychologe Dr. C.___ bloss diskret bis leicht ausgeprägte Teilleistungsschwächen in gewissen exekutiven und Aufmerksamkeitsfunktionen feststellen und beurteilte die kognitive Leistungsfähigkeit als knapp durchschnittlich bei einem vermuteten höheren Potential (Urk. 10/8/2). Diese Einschätzung entspricht der beim Elektrizitätswerk A.___ praktizierten Politik, wonach dem Beschwerdeführer bloss ein kleiner Lohnabzug für seine leicht verminderte Leistungsfähigkeit gemacht wurde.
Angesichts des Hauptantrags des Beschwerdeführers auf die Gewährung von beruflichen Massnahmen weiter relevant und nachvollziehbar ist die Einschätzung von Dr. C.___, wonach eine Umschulung keine Verbesserung bringen werde, da die Defizite in jedem Beruf bestünden, namentlich das mangelnde Strukturierungs-, Planungs- und Umstellvermögen (Urk. 10/8/2).
5.3.2 Auch den Ausführungen von Dr. B.___ (Urk. 10/8/1) ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer wesentlich in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. Der Facharzt schilderte einen in den letzten Jahren zunehmend aufgetretenen Druck an der Arbeitsstelle durch veränderte Technologien und vermehrten Leistungs- und Termindruck, wodurch eine Überforderung eingetreten sei. Hingegen vermag das Attest einer konstanten krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit über die letzten Jahre und die Begründung der Entlassung durch das Elektrizitätswerk A.___ als durch den Gesundheitszustand bedingt nicht zu überzeugen. Denn Dr. B.___ behandelte den Beschwerdeführer erst ab 4. März 2004 und konnte demgemäss keine echtzeitlichen Angaben über die Arbeitsfähigkeit vor diesem Datum machen. Betreffend die Gründe für die Entlassung stützte sich Dr. B.___ bloss auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers.
Im gleichen Sinn wie Dr. C.___ stellte Dr. B.___ indes fest, dass der Beschwerdeführer namentlich durch veränderte Technologien und vermehrte Leistungsanforderungen unter Druck geraten ist.
5.3.3 In Bezug auf die interessierende aktuelle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielten die beiden ärztlichen Fachpersonen übereinstimmend fest, dass in einer angepassten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestehe, wobei mit einer verminderten Leistungsfähigkeit zu rechnen sei. Dass der Beschwerdeführer nur noch in einer Hilfsarbeiterfunktion arbeitsfähig sein soll (Urk. 1 S. 7), trifft dabei gerade nicht zu, denn die Arbeiten sollten wohl gleichartig und vorstrukturiert, jedoch komplexer sein. Da der Beschwerdeführer eine abgeschlossene Lehre sowie eine mehrjährige erfolgreiche Berufspraxis vorweisen kann und der Beruf nicht kontraindiziert ist, kann er daher weiterhin mit einem entsprechenden Lohnniveau rechnen.
5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren offensichtlich durch veränderte Technologien und vermehrte Leistungsanforderungen unter Druck geraten ist und Mühe bekundete, damit umzugehen. Damit steht er allerdings nicht alleine da. Auch viele gesunde Arbeitnehmer haben zuweilen Probleme mit der Anpassung an veränderte, komplexere Verhältnisse im Berufsalltag. Zweifellos ist der Beschwerdeführer aufgrund seines Geburtsgebrechens anfälliger für strengere Anforderungen, hingegen hat er durch seine langjährige erfolgreiche Berufstätigkeit bei verschiedenen Arbeitgebern unter Beweis gestellt, dass er durchaus in der Lage ist, seinen erlernten Beruf auszuüben. Dass das Geburtsgebrechen verantwortlich für alle möglichen Leistungseinschränkungen bis hin zu von der Arbeitgeberin als unakzeptabel empfundenen Verhaltensweisen sein soll, ist nicht erstellt und aufgrund der Aktenlage auch nicht der Fall.
Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer infolge seines Gesundheitszustandes wohl etwas vermindert leistungsfähig ist, hingegen keine relevante Arbeitsunfähigkeit vorliegt, welche eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen würde. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass nach den Facheinschätzungen ein Berufswechsel ohnehin nicht in Frage kommt, weshalb von den beruflichen Massnahmen lediglich die Arbeitsvermittlung in Frage käme. Diesbezüglich aber erscheint der Beschwerdeführer als durchaus selber in der Lage, sich entsprechend zu bewerben (vgl. Entscheid des Eidg. Versicherungsgerichts vom 17. Januar 2003 in Sachen H., I 240/02). Auch aus diesem Grund ist ein Leistungsanspruch nicht ausgewiesen.
6. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.