Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20121/69
Timestamp: 2019-07-17 09:35:41
Document Index: 195979792

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', '§ 833', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', '§ 830', '§ 833', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', '§ 833']

BGH, 15.12.1970 - VI ZR 121/69 - dejure.org
https://dejure.org/1970,359
BGH, 15.12.1970 - VI ZR 121/69 (https://dejure.org/1970,359)
BGH, Entscheidung vom 15.12.1970 - VI ZR 121/69 (https://dejure.org/1970,359)
BGH, Entscheidung vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 (https://dejure.org/1970,359)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,359) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Haftung - Tierhalter
Beschädigung eines PKW durch Pferdegespann: Überwindung von Urheberzweifeln im Rahmen der Tierhalterhaftung durch Anwendung des § 830 BGB - Verschulden an Schadensentstehung unerheblich
BGHZ 55, 96
NJW 1971, 509
VersR 1971, 320
DB 1971, 333
Auch das Halten eines Tieres kann die den Schaden verursachende "Handlung" im Sinne von § 833 Satz 1 BGB sein (Senatsurteil vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69, aaO 99).
Dementsprechend hat der erkennende Senat im Urteil vom 15. Dezember 1970 (VI ZR 121/69, BGHZ 55, 96, 100) darauf abgestellt, dass sich alle dort als mögliche Schadensverursacher in Betracht kommenden Reitpferde (gemeinsam) in einer Weise bewegt hatten, die geeignet war, den eingetretenen Schaden in vollem Umfang zu verursachen (vgl. ferner OLG Düsseldorf…, Urteil vom 19. Januar 2017 - 5 U 63/16, juris Rn. 22; OLG Koblenz, VersR 2013, 328, 329).
Dessen Ersatzanspruch soll nicht daran scheitern, dass nicht mit voller Sicherheit festgestellt werden kann, wer von mehreren Beteiligten, deren Handlung den Schaden beziehungsweise die Beeinträchtigung verursacht haben kann, der eigentliche Schädiger gewesen ist (vgl. BGHZ 55, 96 ; 101, 106 ).
a) Der Pferdehalter, ebenso wie der Kraftfahrzeughalter, kann Beteiligter im Sinne des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB sein (BGH, Urteil vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69, Rn. 7, Juris).
Dabei ist auf die allgemeine Zweckbestimmung abzustellen, die dem Tier von seinem Halter gegeben worden ist (…vgl. Senatsurteile vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85, aaO;… vom 26. November 1985 - VI ZR 9/85, aaO und vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69, VersR 1971, 320 - insoweit in BGHZ 55, 96, 97 nicht mit abgedruckt).
Da bei Tieren mit verschiedenen Funktionen - wie im Streitfall - auf deren hauptsächliche Zweckbestimmung abzustellen ist (vgl. Senatsurteile vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 - VersR 1971, 320; vom 16. März 1982 - VI ZR 209/80 - VersR 1982, 670, 671 und vom 26. November 1985 - VI ZR 9/85 - VersR 1986, 345, 346;… Wagner in: MünchKomm, aaO, Rdn. 38) wären außerdem zusätzlich Anlaß und Häufigkeit der jeweiligen Verwendung aufzuklären.
Die Vorschrift ist zwar auf Fälle der Gefährdungshaftung entsprechend anwendbar (BGHZ 55, 96, 98 ff.; 101, 106, 111;… MünchKomm/Mertens, § 830 Rn. 26).
Nichts anderes war der Sache nach gemeint, wenn der erkennende Senat in seinen Entscheidungen die auf das Reichsgericht (vgl. RGZ 54, 73, 74; 60, 65, 69; 80, 237, 238; 141, 406, 407) zurückgehende Bestimmung des Begriffes Tiergefahr gebraucht hat, indem er ausgeführt hat, ein Schaden sei dann durch ein Tier verursacht, wenn er "durch ein der tierischen Natur entsprechendes, willkürliches Verhalten" herbeigeführt worden ist, oder wenn er gesagt hat, die Tiergefahr bestehe in der "von keinem vernünftigen Wollen geleiteten Entfaltung der tierischen Kraft" (Urteile vom 23. Juni 1959 - VI ZR 83/58 = VersR 1959, 853, 854; vom 12. Juli 1966 - VI ZR 11/65 - VersR 1966, 1073, 1074; vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 = aaO, insoweit nicht in BGHZ 55, 96 abgedruckt, …und vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 = aaO).
Im Übrigen hat zwar der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 15.12.1970, Az.: VI ZR 121/69, u.a. in: NJW 1971 Seite 509) und die übrige Rechtsprechung (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris"; OLG Schleswig, Urteil vom 16.12.2016, Az.: 17 U 52/16, u.a. in: SchlHA 2017, Seiten 263 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 10.05.2012, Az.: 2 U 573/09, u.a. in: VersR 2013, Seiten 328 ff.; OLG München, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 14 U 2687/11, u.a. in: NJW-RR 2012, Seiten 1233 ff.; OLG Köln, Urteil vom 17.05.1990, Az.: 7 U 191/89, u.a. in: VersR 1991, Seite 115) auch eine Anwendung des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB auf die Tierhalterhaftung gemäß § 833 Satz 1 BGB grundsätzlich bejaht.
Insofern ist es somit auch in den Fällen der Tierhalterhaftung gerechter, alle haften zu lassen, die sich an der gemeinsamen Gefährdung in einer ihre Haftung begründenden Weise beteiligt haben, als den Geschädigten leer ausgehen zu lassen (BGH, Urteil vom 15.12.1970, Az.: VI ZR 121/69, u.a. in: NJW 1971 Seite 509; OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris").
Ein Wechsel der Tierhaltereigenschaft kommt erst für den Fall in Betracht, daß ein anderer faktisch in diese Stellung des bisherigen Tierhalters eintritt und so ein Zuständigkeitswechsel erfolgt (vgl. hierzu Senatsurteil vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 - VersR 1971, 320, insoweit in BGHZ 55, 96 nicht mit abgedruckt).
OLG München, 19.04.2012 - 14 U 2687/11
Tierhalterhaftung: Begründung einer Gefahrgemeinschaft mehrerer Halter durch …
3.1 Zutreffend hat der Beklagte als Berufungsführer herausgearbeitet, dass den bislang zu dieser Problematik bekannt gewordenen Entscheidungen (BGHZ 55, 96, Urteil vom 15.12.1970, VI ZR 121/69 und OLG Köln, Urteil vom 17.05.1990, 7 U 191/89) immer ein Sachverhalt zu Grunde lag, bei dem mehrere Tiere verschiedener Halter ein Verhalten an den Tag legten, das geeignet war, den eingetretenen Schaden zu verursachen.
3.2.4 Der Bundesgerichtshof hat gerade mit diesen Gerechtigkeitsüberlegungen die bis dahin umstrittene Anwendung des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB auf die Tierhalterhaftung nach § 833 Satz 1 BGB begründet, wenn er ausführt: "Auch in den Fällen der Tierhalterhaftung ist es gerechter, alle haften zu lassen, die sich an der gemeinsamen Gefährdung in einer ihre Haftung begründenden Weise beteiligt haben, als den Geschädigten leer ausgehen zu lassen" (Urteil vom 15.12.1970, VI ZR 121/69, Rn. 8, zitiert nach Juris).
Tierhalterhaftung: Verursachung eines Sturzes durch mehrere miteinander balgende …
OLG Koblenz, 10.05.2012 - 2 U 573/09
Tierhalterhaftung - Pferdeherde
OLG Düsseldorf, 19.01.2017 - 5 U 63/16
Voraussetzungen der gesamtschuldnerischen Haftung mehrerer Pferdehalter wegen …
OLG Köln, 05.11.1998 - 1 U 51/98
Unfall infolge eines vor die Kühlerhaube laufenden Hundes
Tierhalterhaftung; Haftungsquote, wenn balgende und spielende Hunde auf eine …
OLG Zweibrücken, 23.04.1985 - 5 U 56/84
OLG Oldenburg, 17.10.1975 - 6 U 215/74
Schadensersatzanspruch bei Eindringen eines brünstigen Rinds in die Bullenweide …