Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202007,%2067
Timestamp: 2019-02-22 19:43:32
Document Index: 289164701

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.10.2006 - VI ZR 249/05 - dejure.org
Verneinte Bindung an fiktive Abrechnung
Bindung an die einmal gewählte Abrechnungsart nach einem Verkehrsunfall; Anspruch auf Reparaturkosten trotz Übersteigung des Wiederbeschaffungswertes; Regulierung des Schadens auf Reparaturkostenbasis nach Vereinbarung der Regulierung auf Basis der Wiederbeschaffungskosten; Bestimmung des Sinns und Zwecks der Schadensregulierung; Bestehen einer Wahlschuld zwischen Schadensregulierung auf Basis des Wiederbeschaffungswertes oder auf Reparaturkostenbasis
Keine Bindungswirkung bei anfänglicher fiktiver Schadensabrechnung gegenüber dem Schädiger; § 249 BGB
Verkehrsunfall - Abrechnungsmöglichkeiten gegenüber Haftpflichtversicherer des Schädigers
Keine Bindung des Geschädigten an die einmal gewählte Art der Schadensabrechung
Übergang von der Schadensberechnung nach dem Wiederbeschaffungsaufwand zum Ersatz der Reparaturkosten
Schadensrecht - Erst Abrechnung nach Wiederbeschaffungsaufwand, dann Reparatur
Unfallschaden - Nachträgliche Einreichung einer Werkstattrechnung möglich
Wahlrecht des Geschädigten zwischen abstrakter und konkreter Schadensabrechnung
Verkehrsrecht - Fahrzeugschaden - keine Bindung an Sachverständigengutachten?
Keine Bindung an Wiederbeschaffungswert
Unfallschaden: Nachträgliche Einreichung einer Werkstattrechnung möglich
Geschädigter kann Abrechnungsmethode ändern
captain-huk.de (Auszüge)
BGH gibt Nachhilfestunde in Sachen HUK-Schadensabrechnung
Unfallschadensregulierung - BGH lässt Nachforderung zu
Haftpflichtschaden - Erst fiktiv abgerechnet, dann doch repariert
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.10.2006, Az.: VI ZR 249/05 (Keine Bindung des Geschädigten an die einmal gewählte Art der Schadensabrechnung)" von Prof. Dr. Christian Huber, original erschienen in: JZ 2007, 639 - 641.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.10.2006, Az.: VI ZR 249/05 (Wechsel von fiktiver zu tatsächlicher Schadensabrechnung)" von RAin Rita Zorn, original erschienen in: VRR 2007, 23 - 24.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.10.2006, Az.: VI ZR 249/05 (Verneinte Bindung an fiktive Abrechnung)" von RiOLG Heinz Diehl, original erschienen in: ZfS 2007, 150 - 151.
AG Braunschweig, 08.06.2005 - 113 C 1653/05
LG Braunschweig, 27.10.2005 - 4 S 364/05
BGHZ 169, 263
NJW 2007, 67
MDR 2007, 334
NZV 2007, 27
VersR 2007, 82
BB 2006, 2715
An dieser Art der Schadensabrechnung muss er sich jedenfalls dann festhalten lassen, wenn - wie hier - die konkreten Kosten der Ersatzbeschaffung unter Einbeziehung der geltend gemachten Nebenkosten den ihm aufgrund der fiktiven Schadensabrechnung zustehenden Betrag nicht übersteigen; eine Kombination von fiktiver und konkreter Schadensabrechnung ist insoweit unzulässig (…Senatsurteil vom 30. Mai 2006 - VI ZR 174/05, NJW 2006, 2320, 2321 Rn. 11; vgl. auch Senatsurteile vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263 Rn. 15; vom 15. Februar 2005 - VI ZR 172/04, BGHZ 162, 170, 175).
Der Geschädigte eines Kraftfahrzeugsachschadens hat bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB die Wahl, ob er fiktiv nach den Feststellungen eines Sachverständigen oder konkret nach den tatsächlich aufgewendeten Kosten abrechnet (st.Rspr., vgl. Senatsurteile vom 19. Juni 1973 - VI ZR 46/72, BGHZ 61, 56, 58; vom 29. Oktober 1974 - VI ZR 42/73, BGHZ 63, 182, 184; vom 23. März 1976 - VI ZR 41/74, BGHZ 66, 239, 241 ff.; vom 20. Juni 1989 - VI ZR 334/88, VersR 1989, 1056; vom 29. April 2003 - VI ZR 393/02, BGHZ 154, 395, 398; vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263 Rn. 15).
Der Geschädigte muss sich vielmehr an der gewählten Art der Schadensabrechnung festhalten lassen; eine Kombination von fiktiver und konkreter Schadensabrechnung ist insoweit unzulässig (vgl. Senatsurteile vom 15. Juli 2003 - VI ZR 361/02, VersR 2004, 1575; vom 15. Februar 2005 - VI ZR 172/04, BGHZ 162, 170, 175;… vom 30. Mai 2006 - VI ZR 174/05, NJW 2006, 2320, 2321 Rn. 11; vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263 Rn. 15;… vom 13. September 2016 - VI ZR 654/15, MDR 2017, 27 Rn. 17).
Der durch einen Verkehrsunfall Geschädigte, der seinen Fahrzeugschaden mit dem Haftpflichtversicherer des Schädigers zunächst (fiktiv) auf der Grundlage der vom Sachverständigen geschätzten Kosten abrechnet, ist an diese Art der Abrechnung nicht ohne weiteres gebunden, sondern kann nach erfolgter Reparatur grundsätzlich zur konkreten Schadensabrechnung übergehen und nunmehr Ersatz der tatsächlich angefallenen Kosten verlangen (Fortführung des Senatsurteils vom 17. Oktober 2006, VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263, 266 ff.).
Er kann - im Rahmen der rechtlichen Voraussetzungen für eine solche Schadensabrechnung und der Verjährung - die höheren Kosten einer nunmehr tatsächlich durchgeführten Reparatur des beschädigten Fahrzeugs verlangen, sofern sich nicht aufgrund der konkreten Umstände des Regulierungsgeschehens etwas Abweichendes ergibt (vgl. Senatsurteil vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263, 265 ff.).
Denn nach den allgemeinen Grundsätzen des Schadensrechts ist maßgeblicher Zeitpunkt für die Bemessung der Schadenshöhe der Zeitpunkt, in dem dem Geschädigten das volle wirtschaftliche Äquivalent für das beschädigte Recht zufließt (vgl. BGH, Urteil vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263 Rn. 16 mwN).
Denn der Geschädigte muss sich an der gewählten fiktiven Schadensabrechnung jedenfalls dann festhalten lassen, wenn die konkreten Kosten einer tatsächlich erfolgten Ersatzbeschaffung unter Einbeziehung der Nebenkosten den ihm aufgrund der fiktiven Schadensberechnung zustehenden Betrag nicht übersteigen; eine Kombination von fiktiver und konkreter Schadensabrechnung ist insoweit unzulässig (…Senatsurteile vom 13. September 2016 - VI ZR 654/15, VersR 2017, 115 Rn. 17;… vom 30. Mai 2006 - VI ZR 174/05, NJW 2006, 2320 Rn. 11; vgl. auch Senatsurteile vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05, BGHZ 169, 263 Rn. 15 mwN; vom 15. Februar 2005 - VI ZR 172/04, BGHZ 162, 170, 175).
Eine darüber hinausgehende Unkostenpauschale ist nach ständiger, höchstrichterlich gebilligter Rechtsprechung der Kammer nicht geschuldet (vgl. nur Kammer, Urteil vom 10. Februar 2012 - 13 S 181/11, NJW-RR 2012, 476; zur Rspr. des Bundesgerichtshofs vgl. BGHZ 169, 263 ff., BGH, Urteil vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05; wie hier auch OLG Celle, Schaden-Praxis 2007, 146; OLG München, NZV 2006, 261; OLG Karlsruhe, NJW-RR 2010, 96; OLG Stuttgart, Urteil vom 7. April 2010 - 3 U 216/09, juris;… Geigel/Knerr, Der Haftpflichtprozess, 26. Aufl., Kap. 3 Rn. 106).
Die Klägerin kann auch die Unkostenpauschale in beanspruchter Höhe von 25, 00 EUR verlangen (vgl. BGHZ 169, 263 ff., BGH, Urteil vom 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05; Kammerurteil vom 10. Februar 2012 - 13 S 181/11, NJW-RR 2012, 476).
Der Geschädigte kann bei einer späteren Reparatur auch die angefallene Mehrwertsteuer verlangen (BGH 17. Oktober 2006 - VI ZR 249/05 -).
AG Siegburg, 12.09.2016 - 122 C 114/16
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LG Saarbrücken, 20.05.2011 - 13 S 27/11
LG Berlin, 23.06.2008 - 58 S 1/08
LG Berlin, 24.11.2011 - 43 S 152/11
AG Aachen, 02.04.2008 - 15 C 7/08
Höhe des Wiederbeschaffungsaufwandes für ein infolge eines Verkehrsunfalls …
AG Frankenthal, 07.04.2016 - 3d C 130/15
Verkehrsunfall: Schadensersatz nach Teilreparatur; wirtschaftlicher Totalschaden; …
AG Düsseldorf, 01.04.2016 - 44 C 196/15
Zahlung von Schadensersatz nach einem Verkehrsunfall während einer betrieblichen …
AG Wiesbaden, 06.02.2008 - 91 C 6513/07