Source: https://www.finanztip.de/teilzeitarbeit/muster-teilzeitantrag/
Timestamp: 2020-04-07 20:18:26
Document Index: 236909258

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 8', '§ 51']

Teilzeitarbeit anmelden - Kostenloses Muster für einen Teilzeitantrag - Finanztip
Teilzeitarbeit anmelden
Kostenloses Muster für einen Teilzeitantrag
Gratis-Vorlage für einen Antrag auf Teilzeit
von Finanztip
Wollen Sie statt Vollzeit dauerhaft Teilzeit arbeiten, können Sie das einfach bei Ihrem Arbeitgeber beantragen. Verwenden Sie dazu unser Musterschreiben Antrag auf Teilzeit.
Welche Voraussetzungen gibt es für Teilzeitarbeit?
Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, seine im Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit zu verringern – und zwar nicht nur während oder nach der Elternzeit oder zur Pflege von Angehörigen. Das gilt auch für Arbeitnehmer in leitenden Positionen (§ 6 TzBfG). Ebenso können Minijobber, befristet Beschäftigte oder Mitarbeiter, die bereits in Teilzeit arbeiten, beantragen, weniger Stunden in der Woche zu arbeiten.
Zwei Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Teilzeit erfüllt sein:
Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 8 Abs. 1 TzBfG).
Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter (§ 8 Abs. 7 TzBfG).
Ist das der Fall, müssen Sie dem Chef nur mitteilen, dass Sie die Arbeitszeit verringern möchten, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten möchten und wie sie verteilt sein sollten. Das machen Sie am besten schriftlich und mindestens mit drei Monaten Vorlauf. Einen Grund müssen Sie nicht angeben. Es schadet aber sicher nicht, den Wunsch mit drei kurzen Sätzen zu begründen.
Ist der Arbeitgeber einverstanden, muss er den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen.
Falls der Chef den Teilzeitwunsch nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich ablehnt – eine E-Mail reicht nicht –, verringert sich automatisch die vereinbarte Arbeitszeit im gewünschten Umfang (§ 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG).
Wer schon einmal die Stunden reduziert hat, kann erst wieder nach dem Ablauf von zwei Jahren verlangen, noch weniger zu arbeiten. Auch falls der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen wirksam abgelehnt hat, kann der Arbeitnehmer erst nach Ablauf dieser Karenzzeit einen neuen Antrag stellen (§ 8 Abs. 6 TzBfG).
Wie beantrage ich Teilzeit?
Sind die Voraussetzungen erfüllt, müssen Sie Ihrem Chef nur mitteilen, dass Sie die Arbeitszeit verringern möchten. Außerdem müssen Sie angeben, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten möchten und wie sie verteilt sein sollten. Das machen Sie am besten schriftlich und mindestens mit drei Monaten Vorlauf.
Einen Grund müssen Sie nicht angeben. Es schadet aber sicher nicht, den Wunsch mit drei kurzen Sätzen zu begründen.
Hier können Sie sich unser Musterschreiben für einen Antrag auf Teilzeitarbeit herunterladen:
Ist der Arbeitgeber einverstanden, muss er den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen. Falls der Chef den Teilzeitwunsch nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich ablehnt – eine E-Mail reicht nicht –, verringert sich automatisch die vereinbarte Arbeitszeit im gewünschten Umfang (§ 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG).
Wie beantrage ich Brückenteilzeit?
Seit dem 1. Januar 2019 gibt es die sogenannte Brückenteilzeit. Arbeitnehmer haben dadurch die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren, um dann wieder zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren (§ 9a TzBfG).
Zwei Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Brückenteilzeit erfüllt sein:
Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 9a Abs. 1 TzBfG).
Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 45 Mitarbeiter (§ 9a Abs. 1 TzBfG).
Sie müssen im Antrag festlegen, für welchen Zeitraum Sie weniger arbeiten wollen. Sie müssen mindestens ein Jahr weniger arbeiten und höchstens fünf Jahre. Stellen Sie den Antrag per E-Mail oder mit einem Brief drei Monate vor der gewünschten Verringerung der Arbeitszeit.
Hier können Sie sich unser Musterschreiben für einen Antrag auf Brückenteilzeit herunterladen:
Was tun, wenn der Arbeitgeber blockiert?
Hält Ihr Chef grundsätzlich nichts von Teilzeit und blockiert erst einmal, müssen Sie wissen, dass Sie rechtlich in einer guten Position sind. Das gilt für alle Berufsgruppen, auch bei qualifizierten Tätigkeiten und leitenden Positionen – und das betrifft Frauen und Männer. Einfach Nein sagen kann der Arbeitgeber nicht. Außerhalb der Elternzeit besteht für ihn die Pflicht, dem Teilzeitwunsch zuzustimmen, sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.
Das Gesetz nennt als Beispiele für betriebliche Gründe
eine wesentliche Beeinträchtigung der Organisation,
eine wesentliche Beeinträchtigung des Arbeitsablaufs,
eine wesentliche Beeinträchtigung der Sicherheit im Betrieb oder
das Entstehen unverhältnismäßig hoher Kosten für den Arbeitgeber.
Häufig lehnen Arbeitgeber den Wunsch nach Teilzeit ab, weil zum Beispiel Firmenkunden erwarten, dass sie während der gesamten betriebsüblichen Arbeitszeit einen festen Ansprechpartner haben, weil sich keine geeignete Ersatzkraft finden lasse oder weil der Einarbeitungsaufwand zu groß sei. Das muss der Arbeitgeber aber konkret belegen. Oft scheitert es schon daran, dass er kein nachvollziehbares betriebliches Organisationskonzept vorlegt, aus dem sich ergibt, dass der Arbeitnehmer notwendigerweise 40 Stunden arbeiten muss.
Auch die Leitlinien des Bundesarbeitsgerichts machen es dem Arbeitgeber nicht leicht. Beschäftigt dieser in ähnlichen oder vergleichbaren Bereichen bereits eine Teilzeitkraft, kann er den Teilzeitwunsch in der Regel nicht ablehnen. In vielen Fällen lohnt es sich, in Ruhe mit dem Chef zu reden. Übrigens: Der Arbeitgeber kann den Antrag nicht einfach ablehnen. Der Gesetzgeber verpflichtet ihn, mit dem Arbeitnehmer zu verhandeln (§ 8 Abs. 3 TzBfG). Vielleicht einigen Sie sich dann ja auf eine 35- statt 30-Stunden-Woche, sofern Sie bislang 40 Stunden arbeiten.
Hat Ihre Firma Ihren Antrag auf Teilzeit oder Brückenteilzeit abgelehnt, können Sie Ihr Recht vor dem Arbeitsgericht einklagen. Das Gericht prüft, ob der Arbeitgeber tatsächlich ablehnen durfte. Er muss dann darlegen und beweisen, dass er betriebliche Gründe für sein Nein hat.
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