Source: https://www.bettinger.de/infothek/baurecht-a-z/auslegung-von-bauvertraegen/
Timestamp: 2019-08-19 14:04:20
Document Index: 369921647

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Auslegung von Bauverträgen - Bettinger Scheffelt Müller, Rechtsanwälte
Für die Abgrenzung, welche Leistungen von der vertraglich vereinbarten Vergütung erfasst sind und welche Leistungen zusätzlich zu vergüten sind, kommt es auf den Inhalt der Leistungsbeschreibung an. Diese ist im Zusammenhang des gesamten Vertragswerks auszulegen. Haben die Parteien die Geltung der VOB/B vereinbart, gehören hierzu auch die Allgemeinen Technischen Bestimmungen für Bauleistungen, VOB/C (Ergänzung von BGH, Urteil vom 28. Februar 2002 – VII ZR 376/00, IBR 2002, 231 = BauR 2002, 935 = ZfBR 2002, 482 = NZBau 2002, 324).*)
BGH, Urteil vom 27.07.2006 – VII ZR 202/04
Dabei kommt dem Wortlaut eine besondere Bedeutung zu, weil der Empfängerkreis der Erklärung nur abstrakt bestimmt ist. Daneben sind auch die Umstände des Einzelfalls, also z.B. die konkreten Verhältnisse des Bauwerks, die Verkehrssitte sowie Treu und Glauben zu berücksichtigen (Senatsurteil vom 22. April 1993 – VII ZR 118/92 aaO). BGH, Urt. vom 11.11.1993 -VII ZR 47/93)
Zur Klärung der vertraglichen Ansprüche sind die Vereinbarungen der Parteien nach §§ 133, 157 BGB auszulegen. Hierfür ist nach der Rechtsprechung des Senats bei einem auf dem Vergabeverfahren der VOB/A beruhenden Vertragsschluss die Ausschreibung zugrunde zu legen, und zwar so, wie sie der maßgebliche Empfängerkreis, also die potentiellen Bieter, verstehen mußte, mit anderen Worten Grundlage der Auslegung ist der objektive Empfängerhorizont der potentiellen Bieter (Senatsurteil vom 22. April 1993 – VII ZR 118/92 = BauR 1993, 595 = ZfBR 1993, 219 (Farbpalette))
BGH, Urteil v. 12.04.2007 – VII ZR 236/05
BGH, Urteil vom 07.12.2006 – VII ZR 166/05
Es besteht keine Auslegungsregel, dass ein Vertrag mit einer unklaren Leistungsbeschreibung allein deshalb zu Lasten des Auftragnehmers auszulegen ist, weil dieser die Unklarheiten vor der Abgabe seines Angebots nicht aufgeklärt hat (im Anschluss an: BGH, Urteil vom 25. Juni 1987 – VII ZR 107/86, BauR 1987, 683, 684 = ZfBR 1987, 237; Urteil vom 25. Februar 1988 – VII ZR 310/86, BauR 1988, 338, 340).*)
BGH, Urteil vom 13.03.2008 – VII ZR 194/06
Verpflichtet sich ein Bauträger zur „umfassenden Modernisierung und Renovierung eines Altbaus im erforderlichen Umfang“, schließt das im Zweifel alle Maßnahmen ein, die für eine umfassende Modernisierung und Renovierung erforderlich sind. Dem steht nicht entgegen, dass einzelne Maßnahmen nicht in der Baubeschreibung aufgeführt sind.
OLG München, Urteil vom 02.10.2001 – 9 U 2101/99
BGH, Urteil vom 30.06 2011 – VII ZR 13/10
BGH, Urteil vom 22.3.1984 – VII ZR 50/82
BGH, Beschluss vom 08.06.2006 – VII ZR 37/06 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgenommen)