Source: http://www.hoppenbank.info/projekte/evb-pool.html
Timestamp: 2017-11-20 18:50:21
Document Index: 38335199

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 16', '§ 53', '§ 58', '§ 35', '§ 42', '§ 67', '§16', '§ 35']

Hoppenbank e.V.: Entlassungsvorbereitung - EVB-POOL
Entlassungsvorbereitung und EVB-Pool im bremischen Strafvollzug
Der EVB- Pool stellt eine gemeinsame Arbeitsplattform der JVA, der beteiligten Behördenvertreter/Arbeitsgruppe SOJUS (Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Senator für Justiz und Verfassung) und der Vertreter der freien Träger der Straffälligenhilfe in Bremen (Hoppenbank e.V. und Verein Bremische Straffälligenbetreuung) zum Zweck der Entlassungsvorbereitung von männlichen und weiblichen Inhaftierten mit besonderem Hilfebedarf dar.
Rechtlicher Rahmen der Entlassungsvorbereitung
Bremisches StVollzG (verkündet am 03. 12. 2014):
„(1) Die Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Eingliederung sind auf den Zeitpunkt der Entlassung in die Freiheit abzustellen. Die Gefangenen sind bei der Ordnung ihrer persönlichen, wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten zu unterstützen. Dies umfasst die Vermittlung in nachsorgende Maßnahmen.
(4) In einem Zeitraum von sechs Monaten vor der voraussichtlichen Entlassung sind den Gefangenen die zur Vorbereitung der Eingliederung erforderlichen Lockerungen zu gewähren, sofern nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass die Gefangenen sich dem Vollzug der Freiheitsstrafe entziehen oder die Lockerungen zu Straftaten missbrauchen werden.“
§ 68 Abs.3 SGB XII und § 16 Abs.2 SGB II sowie § 53 SGB XII und §§ 58 ff SGB XII: Auch die Träger der Sozialhilfe sollen mit Vereinigungen gleicher Zielsetzung und den sonst beteiligten Stellen zusammenarbeiten und auf eine gegenseitige Ergänzung hinwirken.
§ 35 BtMG Zurückstellung der Strafvollstreckung betäubungsmittelabhängiger Straftäter
Anstaltsverfügung 4453/1 (vom 10. 04. 2015) „Feststellung der Hilfebedarfe zur Vorbereitung der Entlassung gem. § 42 BremStVollzG in der Justizvollzugsanstalt Bremen“
Die Zuständigkeiten des EVB-Pools erstreckten sich auf alle Vollzugsabteilungen der JVA Bremen/Am Fuchsberg:
U-Haft und Ersatzfreiheitsstrafen
alle vier Vollzugsabteilungen der Strafhaft/geschlossener Männervollzug
Offener Vollzug Frauen/Männer
Strafhaft/Kurzstrafenvollzug in Bremerhaven (für diejenigen Inhaftierten, die nach Bremen entlassen werden)
Die „durchführenden Akteure“ der Entlassungsvorbereitung mit Zuordnung zum EVB-Pool sind
die JVA Bremen vertreten durch die Koordination JVA der Abt. Entlassungsvorbereitung
der Verein Hoppenbank e.V. mit zwei EVB-MitarbeiterInnen
sowie der Verein Bremische Straffälligenbetreuung mit einer EVB-MitarbeiterIn
Neben den operativen Akteuren des EVB-Pools bestehen Vernetzungen mit sog. assoziierten Mitgliedern:
den sozialen Diensten der Justiz (Gerichts- und Bewährungshilfe) und
Besonderheiten und Vorteile des Pool-Modells
Übergangsmanagement durch freie Träger in Kooperation mit der JVA
Vorsteuerung der gemeldeten EVB-Fälle durch Koordination JVA
Einbindung in die Konferenzsysteme der JVA
geregelte und geordnete Zuständigkeiten
abgestimmte und vereinheitlichte Verfahrensweisen
Vermeidung von Doppelbetreuungen
Ziel gerichtetes und dokumentiertes Handeln der Akteure
Controllingmaßnahmen und kollegiale Beratung
datentechnischer Erfassung und Auswertung aller eingehenden EVB-Fälle
weitergehende Bedarfserhebungen
Ablaufverfahren der EVB
1. koordinatorische Vorsteuerung bei Inhaftierten in Strafhaft
Sechs Monate vor dem frühestmöglichen vorzeitigen Entlassungstermin wird jeder Inhaftierte der JVA Bremen über die Vollzugsabteilungsleitung im Rahmen eines notwendigen Unterlagenpaketes an die Koordination JVA gemeldet.
Nach Durchsicht der zur Verfügung stehenden Unterlagen (Datenschutzerklärung, Vollzugsplan, letzte Fortschreibung, Stellungnahmen der Vollzugsabteilung und des Inhaftierten zum Hilfebedarf) wird ein Sondierungsgespräch mit dem Inhaftierten und gegebenenfalls ergänzende Gespräche mit der jeweiligen Vollzugsabteilungsleitung sowie mit den internen Fachdiensten geführt.
Fälle mit kostenpflichtigem Hilfebedarf werden als Zuweisungen an die MitarbeiterInnen des EVB-Pools per Fall- und Ergebniskonferenz weitergeleitet. Sie übernehmen dann die konkrete Vorbereitung der EVB für den Einzelfall.
Mitunter erfolgen fachliche Beratungen mit den assoziierten Mitgliedern, um die Einordnung des Einzelfalls in die fachlich angezeigten Hilfesysteme für Straffällige, Drogen- und Suchtkranke sowie psychisch Kranke vornehmen zu können.
Fälle ohne Hilfebedarf oder mit Bedarfen, die über vorhandene Beratungsangebote innerhalb oder auch außerhalb der JVA angeboten und abgedeckt werden können, verbleiben in der Zuständigkeit der entsprechenden Vollzugsabteilung.
Vorsteuerung: Zuordnung Hilfebedarfe
2. Direkte Aufnahme in den EVB-Pool bei Untersuchungshaft, Ersatzfreiheitsstrafenverbüßung und Kurzstrafenhaft
Einzelfallbezogene Nachentlassungshilfen für Inhaftierte aus den Abteilungen U-Haft, Ersatzfreiheitsstrafenverbüßung und Kurzstrafenhaft bedürfen kurzfristiger und schneller Zuweisungsmöglichkeiten. Deshalb erfolgt hier eine direkte Meldung über die Vollzugsabteilungsleitung/Fachdienste an die Fachkräfte des EVB-Pools.
Die Klärung des Hilfebedarfes wird direkt durch die zugeordnete EVB-Fachkraft vorgenommen. Evtl. Überleitungen an andere Fachdienste werden organisiert. Fallbesprechungen fließen mit in das Konferenzsystem „Fallverteilung- und Ergebniskonferenz“.
Durchführung der Entlassungsvorbereitung durch EVB-Pool
Die MitarbeiterInnen des EVB-Pools fungieren als fallführende/r Casemanager/in mit Schnittstellenverantwortung.
Fallführung in engerem Austausch mit Vollzugsabteilung und internen Fachdiensten
Erstellung psychosozialer Anamnesen
Vorbereitung/ Einleitung von Hilfemaßnahmen im Straffälligenhilfe- oder Drogenhilfesystem oder System für psychisch Kranke (gem. § 67 ff, 58 SGB XII, §16 (2) SGB II u.a.)
Therapievorbereitungen gem. § 35 BtmG (im Frauenvollzug)
Drogenberatung im Jugendvollzug, die Zuweisung erfolgt über den internen Sozialdienst der JVA
Drogenberatung in der Untersuchungshaft, Zuweisung durch schriftlichen Antrag des Inhaftierten und in Rücksprache mit dem internen Sozialdienst der JVA
Einleitung flankierender Maßnahmen (Berufshilfebüro, Schuldnerberatung, Sozialberatung, Zentrale Fachstelle Wohnen etc.)
Kooperation mit den Sozialen Diensten der Justiz (Gerichts- und Bewährungshilfe)
Vorbereitung von Suchttherapien/ Einleitung von Therapien
Für die Durchführung der Beratungsprozesse des Klientel werden i.d.R. die Räumlichkeiten der JVA genutzt, d.h. Besprechungsräume auf der jeweiligen Abteilung und das EVB-Pool Büro. Die nachfolgenden organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben (Drittkontakte, Berichterstattung etc.) werden in den Büros des jeweiligen Trägers erledigt.
Ansprechpartner EVB-Pool: siehe rechte Spalte oben
Laden Sie sich den Flyer zum Thema herunter:
EVB-Pool
Frau Clawson
Telefon 0421 - 69 64 45-20
clawsononlinehome.de
Frau Nowara
Telefon 0421 - 361 195 67
nowara.evbonlinehome.de
Fax 0421 - 69 64 45 -55
Sonnemannstr. 6
Telefon 0421 - 69 64 45 20