Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20300/02
Timestamp: 2019-04-22 03:13:17
Document Index: 355852009

Matched Legal Cases: ['§ 231', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 42', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 42', '§ 235', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: II ZR 300/02 - dejure.org
Rückzahlung eines eigenkapitalersetzenden Gesellschafterdarlehens
Übertragung des Geschäftsanteils auf einen Mitgesellschafter und einen Geschäftsführer; Begriff des Gewinns i. S. d. § 231 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) ; Wirkung eines vereinbarten Verlustausschlusses; Vertragsauslegung durch den Tatrichter; Einstufung von Darlehen des Gesellschafters an die Gesellschaft als gebundenes Stammkapital
Rückzahlung einer eigenkapitalersetzenden Gesellschafterhilfe auch nach Umwandlung in stille Einlage nur aus dem freien Vermögen
Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen eine eigenkapitalersetzende Gesellschafterhilfe zurückgezahlt werden darf
Rückzahlung der eigenkapitalersetzende Gesellschafterhilfe
Eigenkapital ersetzende Gesellschafterdarlehen
Auch nach Ausscheiden des Gesellschafters aus der Gesellschaft bleibt dessen Darleheneigenkapitalersetzend
Rückzahlung einer eigenkapitalersetzenden Gesellschafterhilfe
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 8.11.2004, II ZR 300/ 02 (Rückzahlung einer kapitalersetzenden Gesellschafterhilfe auch nach Umwandlung in stille Einlage)" von RA Dr. Jochen Blöse, original erschienen in: GmbHR 2005, 232 - 235.
BGH, 31.01.2005 - II ZR 300/02
ZIP 2005, 82
MDR 2005, 284
NZI 2005, 283
WM 2005, 78
BB 2005, 176
DB 2005, 97
NZG 2005, 137
NZG 2005, 648 (Ls.)
Das Revisionsgericht prüft nur nach, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen wurde (st. Rspr., vgl. etwa BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 83).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs führte ein eigenkapitalersetzendes Darlehen zu einer Sperre für die Durchsetzbarkeit des Rückzahlungsanspruchs im Sinn einer Stundung (vgl. BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84).
Rückstände auf Zinsen können geltend gemacht werden, wenn die Bindung eines Darlehens als Eigenkapitalersatz entfällt (BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84; Urteil vom 15. Februar 1996 - IX ZR 245/94, ZIP 1996, 538, 540).
Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die für die Revisionsinstanz zu unterstellende Überschuldung oder Kreditunwürdigkeit mit der Rückführung des Bankkredits nachhaltig (vgl. BGH, Urt. v. 8. Januar 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84) behoben war.
Ob eine Auszahlung an einen Gesellschafter gegen § 30 Abs. 1 GmbHG verstößt, ist anhand einer nach § 42 GmbHG, §§ 242 ff. HGB zu fortgeführten Buchwerten erstellten Bilanz zu beurteilen (BGHZ 106, 7, 12;… Sen.Urt. v. 19. September 2005 - II ZR 229/03, ZIP 2005, 2016, 2017; v. 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84).
Das Revisionsgericht prüft nur, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer acht gelassen wurde (st.Rspr., vgl. Sen.Urt. v. 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 83).
BGH, 19.09.2005 - II ZR 229/03
Rückforderung eigenkapitalersetzender Leistungen nach Wiederherstellung des …
Eigenkapital ersetzende Gesellschafterhilfen verlieren diese Eigenschaft weder dadurch, dass der Gesellschafter, der sie gewährt hat, aus der Gesellschaft ausscheidet, noch dadurch, dass sie bei Gründung einer stillen Gesellschaft in Einlagen des stillen Gesellschafters umgewandelt und in die stille Gesellschaft eingebracht werden (Sen.Urt. v. 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 83 f. m.w.Nachw.).
Nach den Feststellungen des Landgerichts gilt dies entgegen der Auffassung der Revisionserwiderung, die sich auf die Ausführungen des Senats in dem Parallelprozess (II ZR 300/02) beruft, auch für den von Herrn M. abgetretenen Darlehensanspruch; denn nach den in erster Instanz getroffenen, vom Berufungsgericht nicht in Frage gestellten Feststellungen war M. bei Ausscheiden des Klägers als Gesellschafter bereits dessen Mitgesellschafter.
Die Durchsetzungssperre entfällt erst, wenn die Rückzahlung aus freiem, die Stammkapitalziffer übersteigenden Gesellschaftsvermögen möglich ist (Sen.Urt. v. 8. November 2004 aaO, 84).
Die Sache ist an das Berufungsgericht zurückzuverweisen, damit es prüfen kann, ob die Darlehen des Klägers, Dr. Z. und des Herrn M. Eigenkapital ersetzend waren und ob das Stammkapital der Beklagten inzwischen nachhaltig wiederhergestellt ist (Sen.Urt. v. 8. November 2004 aaO).
Dabei wird es anhand einer den Anforderungen des § 42 GmbHG entsprechenden Bilanz nach fortgeführten Buchwerten zu ermitteln haben, ob eine Unterbilanz besteht (Sen.Urt. v. 8. November 2004 aaO m.w.Nachw.).
Die Kündigung führt zur Auflösung der stillen Gesellschaft und zur Auseinandersetzung nach Maßgabe des § 235 HGB, bei der die Einzelansprüche unselbstständige Rechnungsposten werden (BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84).
Zwar ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Auslegung einer Individualvereinbarung grundsätzlich Sache des Tatrichters; sie kann vom Revisionsgericht nur darauf überprüft werden, ob der Tatrichter gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze, Erfahrungsgesetze oder Verfahrensvorschriften verletzt oder wesentlichen Auslegungsstoff außer Acht gelassen hat (st.Rspr., siehe nur BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 83; Urteil vom 7. März 2005 - II ZR 194/03, ZIP 2005, 1068, 1069;… Urteil vom 16. März 2009 - II ZR 68/08, ZIP 2009, 880 Rn. 12;… Beschluss vom 14. Juni 2010 - II ZR 135/09, ZIP 2010, 1442 Rn. 7).
Zwar ist die Auslegung von Erklärungen, die auf das Zustandekommen einer Individualvereinbarung gerichtet sind, grundsätzlich Sache des Tatrichters und revisionsrechtlich nur darauf überprüfbar, ob der Tatrichter gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt oder wesentlichen Auslegungsstoff außer Acht gelassen hat (st. Rspr., siehe nur BGH, Urteil vom 8. November 2004 - II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 83; Urteil vom 7. März 2005 - II ZR 194/03, ZIP 2005, 1068, 1069;… Urteil vom 16. März 2009 - II ZR 68/08, ZIP 2009, 880 Rn. 12;… Beschluss vom 14. Juni 2010 - II ZR 135/09, ZIP 2010, 1442 Rn. 7;… Urteil vom 17. April 2012 - II ZR 152/10, juris Rn. 19).
BGH, 21.02.2005 - II ZR 126/03
Auslegung eines Praxisgemeinschaftsvertrags zwischen Zahnärzten betreffend die …