Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%201588/15
Timestamp: 2019-07-23 23:29:12
Document Index: 269311071

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art 9', '§ 32', '§ 2', '§ 58', '§ 99', '§ 32', 'Art. 9', '§ 4', '§ 4', '§ 99']

Rechtsprechung: 1 BvR 1588/15 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 06.10.2015
Kurznachricht zu "Reparatur der Tarifeinheit als Sache des Gesetzgebers" von RA Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Löwisch, original erschienen in: NZA 2017, 1423 - 1428.
Kurznachricht zu "Eingriff in die Koalitionsfreiheit oder Ausgestaltung der Betätigungsfreiheit?" von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Hromdaka, original erschienen in: NZA 2018, 961 - 965.
Kurznachricht zu "Ein Jahr nach dem Karlsruher Tarifeinheitsurteil - quo vadis Tarifeinheit?" von Ass. Dr. Andreas Kerkemeyer und Ernesto Klengel, original erschienen in: DVBl 2018, 1322 - 1329.
Nicht zu prüfen ist, ob es bessere Lösungen für die hinter einem Gesetz stehenden Probleme gibt (vgl. BVerfG 11. Juli 2017 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 2883/15, 1 BvR 1043/16, 1 BvR 1477/16 - Rn. 162, BVerfGE 146, 71) .
Das schließt den Bestand und die Anwendung abgeschlossener Tarifverträge ein (BVerfG 11. Juli 2017 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 2883/15, 1 BvR 1043/16, 1 BvR 1477/16 - Rn. 130 f., BVerfGE 146, 71;… BAG 20. November 2018 - 10 AZR 121/18 - Rn. 46) .
Der Gesetzgeber hat die Rechtsinstitute und Normenkomplexe zu setzen, die dem Handeln der Koalitionen und insbesondere der Tarifautonomie Geltung verschaffen (BVerfG 11. Juli 2017 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 2883/15, 1 BvR 1043/16, 1 BvR 1477/16 - Rn. 143 ff., BVerfGE 146, 71) .
Die Grenze liegt dort, wo sich deutlich erkennbar abzeichnet, dass eine Fehleinschätzung vorgelegen hat (BVerfG 11. Juli 2017 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 2883/15, 1 BvR 1043/16, 1 BvR 1477/16 - Rn. 159 mwN, BVerfGE 146, 71) .
Nicht zu prüfen ist, ob es bessere Lösungen für die hinter einem Gesetz stehenden Probleme gibt (vgl. BVerfG 11. Juli 2017 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 2883/15, 1 BvR 1043/16, 1 BvR 1477/16 - Rn. 162, BVerfGE 146, 71;… BAG 27. März 2019 - 10 AZR 318/17 - Rn. 49) .
Art. 9 Abs. 3 GG schützt die Anwendung von einmal geschlossenen Tarifverträgen (vgl. BVerfGE 146, 71 ), aber als individuelles Freiheitsrecht auch, Vereinigungen zur Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen fernzubleiben (vgl. BVerfGE 50, 290 ; 146, 71 ; stRspr).
Dieses ist gerade darauf angelegt, die strukturelle Unterlegenheit der einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Abschluss von Arbeitsverträgen durch kollektives Handeln auszugleichen und damit ein annähernd gleichgewichtiges Aushandeln der Löhne und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen (vgl. BVerfGE 84, 212 ; 88, 103 ; 92, 365 ; 146, 71 ).
Daher kommt dem Tarifvertrag eine Richtigkeitsvermutung zu; ein objektiver Maßstab, nach dem sich die Richtigkeit besser beurteilen ließe, existiert nicht (vgl. BVerfGE 146, 71 ).
BVerfG, 06.10.2015 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15
https://dejure.org/2015,27457
BVerfG, 06.10.2015 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15 (https://dejure.org/2015,27457)
BVerfG, Entscheidung vom 06.10.2015 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15 (https://dejure.org/2015,27457)
BVerfG, Entscheidung vom 06. Januar 2015 - 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15 (https://dejure.org/2015,27457)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,27457) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Art 9 Abs 3 GG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 2a Abs 1 Nr 6 ArbGG, § 58 Abs 3 ArbGG, § 99 ArbGG
BVerfGG § 32 Abs. 1; GG Art. 9 Abs. 3; TVG § 4a
Tarifeinheit bleibt in Kraft
Tarifeinheitsgesetz - Gewerkschaften scheitern mit Eilantrag
Arbeitsrecht - Anträge auf einstweilige Anordnung gegen das Tarifeinheitsgesetz erfolglos
Spartengewerkschaften scheitern mit Anträgen auf einstweilige Anordnung gegen Tarifeinheitsgesetz
Anträge auf einstweilige Anordnung gegen Tarifeinheitsgesetz zurückgewiesen
Eilantrag zum Tarifeinheitsgesetz abgelehnt
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 11.07.2017)
Tarifeinheit bleibt zunächst - aber mit Maßgaben
Eilanträge gegen Tarifeinheitsgesetz gescheitert
Kurznachricht zu "Tarifeinheit nur auf Antrag" von RA Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Löwisch, original erschienen in: NZA 2015, 1369 - 1371.
BVerfGE 140, 211
NJW 2015, 3294
NZA 2015, 1271
Diese hat der Erste Senat mit Beschluss vom 6. Oktober 2015 abgelehnt (BVerfGE 140, 211).
Zu Recht geht das Urteil davon aus, dass auch die Möglichkeit besteht, § 4a Abs. 2 Satz 2 TVG nicht so auszulegen, dass die Verdrängung eines kollidierenden Tarifvertrags ipso jure eintritt, sondern diesen Verlust an den ex tunc wirkenden Beschluss des Arbeitsgerichts im Verfahren nach § 99 ArbGG zu binden (…Rn. 175 f.; vgl. BVerfGE 140, 211 ;… auch Preis, in: FA 2014, S. 354 ).
Die Gründe, die für den Erlass einer einstweiligen Anordnung sprechen, müssen daher im Vergleich zu Anordnungen, die weniger schwer in die Interessen der Allgemeinheit eingreifen, bei Gesetzen ganz besonderes Gewicht haben (vgl. BVerfGE 46, 337 ; 85, 167 ; 104, 23 ; 104, 51 ; 117, 126 ; 122, 342 ;… BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 26. August 2015 - 2 BvF 1/15 -, juris, Rn. 12; Beschluss des Ersten Senats vom 6. Oktober 2015 - 1 BvR 1571/15 u.a. -, juris, Rn. 13; stRspr).
Insoweit ist von entscheidender Bedeutung, ob die Nachteile irreversibel oder nur sehr erschwert revidierbar sind (vgl. BVerfGE 91, 70 ; 118, 111 ; BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 6. Oktober 2015 - 1 BvR 1571/15 u.a. -, www.bverfg.de, Rn. 13), um das Aussetzungsinteresse durchschlagen zu lassen.
Insoweit ist für das Durchschlagen des Aussetzungsinteresses von entscheidender Bedeutung, ob die Nachteile irreversibel oder nur sehr erschwert revidierbar sind (vgl. BVerfGE 91, 70 ; 118, 111 ; BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 6. Oktober 2015 - 1 BvR 1571/15 u.a. -, NJW 2015, S. 3294 ).
Insoweit ist von entscheidender Bedeutung, ob die Nachteile irreversibel oder nur sehr erschwert revidierbar sind, um das Aussetzungsinteresse durchschlagen zu lassen (vgl. BVerfGE 140, 211 m.w.N.).