Source: https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/2005/BFH/VA-Auslegung
Timestamp: 2019-10-22 21:20:22
Document Index: 70767905

Matched Legal Cases: ['§ 179', '§ 133', '§ 126', '§ 133', '§ 179', '§ 32']

VA; Auslegung / BFH / 2005 / Rechtsprechung / Rechtsprechung / Rechtsportal - Deubner Rechtsportal
Kindergeld; Bestandskraft eines Kindergeldaufhebungsbescheides; Festsetzung durch Arbeitgeber; Bezügemitteilung als konkludenter Verwaltungsakt; Vorsorglicher Antrag auf Einstellung des Kindergeldes; Prognoseentscheidung zur Einkünftegrenze; Nichteinbeziehung gesetzlicher Sozialversicherungsbeiträge - Bezügemitteilung des Arbeitgebers ist kein konkludenter Verwaltungsakt - Änderungsmöglichkeit trotz Bestandskraft des Aufhebungsbescheides bei Prognoseentscheidungen über Kindergeld
FG Düsseldorf (14 K 4360/05 Kg) | Datum: 09.02.2006
BFH (IV R 60/07) | Datum: 17.03.2010
Entfaltung von uneingeschränkter Bindungswirkung durch einen rechtswidrig ergangenen Feststellungsbescheid im Rahmen seiner Bestandskraft nach Ablauf der für ihn geltenden Feststellungsfrist; Beurteilung der Feststellungsfrist nach vorerst unterbliebener Feststellung des Grundbesitzwerts nach freigiebiger Zuwendung und späterer Erforderlichkeit der Feststellung zum Zwecke der Zusammenrechnung des Werts dieses Erwerbs mit einem späteren Erwerb
BFH (II R 11/07) | Datum: 25.11.2008
BFH, Beschluss vom 28.06.2005 - Aktenzeichen X R 54/04
DRsp Nr. 2005/11833
Bei der Auslegung eines VA ist entscheidend, wie der Adressat nach den ihm bekannten Umständen den materiellen Gehalt der Erklärung unter Berücksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte. Unklarheiten gehen zu Lasten der Behörde. Im Zweifel ist das den Stpfl. weniger belastende Auslegungsergebnis vorzuziehen.
AO § 179 Abs. 3 ; BGB § 133 ;
Die Entscheidung ergeht gemäß § 126a der Finanzgerichtsordnung . Der Senat hält einstimmig die Revision für unbegründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.
1. Bei der Auslegung eines Verwaltungsaktes kommt es nicht darauf an, was die Finanzbehörde mit ihrer Erklärung gewollt hat. Entscheidend ist nach ständiger Rechtsprechung (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348 , BStBl II 1997, 791, m.w.N.) vielmehr, wie der Adressat nach den ihm bekannten Umständen den materiellen Gehalt der Erklärung unter Berücksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (vgl. § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs). Dabei gehen Unklarheiten zu Lasten der Behörde (BFH-Urteil vom 28. November 1985 IV R 178/83, BFHE 145, 226 , BStBl II 1986, 293 ), wobei im Zweifel das den Steuerpflichtigen weniger belastende Auslegungsergebnis vorzuziehen ist (BFH-Beschluss vom 25. August 1981 VII B 3/81, BFHE 134, 97 , BStBl II 1982, 34 ).
2. Die von diesen Grundsätzen ausgehende Würdigung des Finanzgerichts (FG) ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. An dieser Beurteilung ändert auch das weitere Vorbringen des Beklagten und Revisionsklägers (Finanzamt --FA--) nichts, denn es lässt außer Acht, dass die Klägerin und Revisionsbeklagte im Einspruchsverfahren die Frage des Veräußerungsgewinns außer Streit gestellt hatte. Daher hat der aus ihrer Sicht i.S. des § 179 Abs. 3 der Abgabenordnung ( AO 1977 ) unvollständige Änderungsbescheid vom 23. September 1997 dazu keine Feststellungen treffen müssen.
3. Das FG hat somit zu Recht das FA verpflichtet, einen Ergänzungsbescheid zu erteilen und darin gewerbliche Einkünfte i.S. des § 32c Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes in Höhe von ... DM festzustellen.
Vorinstanz: FG Niedersachsen, vom 03.12.2003 - Vorinstanzaktenzeichen 12 K 262/99
BFH/NV 2005, 1749
Zitieren: BFH - Beschluss vom 28.06.2005 (X R 54/04) - DRsp Nr. 2005/11833