Source: http://www.hoefeambelchen.de/konzeption
Timestamp: 2018-02-23 21:46:23
Document Index: 139277351

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 27', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§21', '§ 8']

1.2 Leitgedanken Seite 3
2 Zielgruppen Seite 3
2.1 Aufnahmeindikationen Seite 4
2.2 Aufnahmeverfahren, Eingangsdiagnostik,
Verweildauer, Kontakt Seite 4
2.2.1 Aufnahmeverfahren Seite 5
2.2.2 Eingangsdiagnostik Seite 5
2.2.3 Verweildauer Seite 5
3. Ansatz / Methode Seite 5
3.1 PädagogischeGrundlagen Seite 5
3.2 Die pädagogischen und thera-
peutischen Methoden Seite 6
3.2.1 Im Alltag Seite 6
3.2.2. In der Therapie Seite 6
3.2.3 In der Erlebnispädagogik Seite 7
4. Ziele Seite 8
5. Die vier Höfe
5.1 Der Ebereschenhof Seite 9
5.2 Der Dachshof Seite 9
5.3 Der Fichtenhof Seite 10
5.4 Der Immenhof Seite 11
6. Interne Schule Seite 11
7. Interne Strukturen Seite 13
7.1 Kommunikationsstruktur Seite 13
7.2 Mitarbeiterfortbildung Seite 13
7.3 Kooperationen Seite 13
7.4 Krisenmanagement Seite 13
7.5 Reflektion der Kriseninterventionen Seite 14
7.6 Schutzauftrag nach § 8a SGB VII Seite 15
7.7 Mitbeteiligung, Anliegen und Beschwerde-
Verfahren Seite 15
7.7.1 Strukturelemente der Mitbeteiligung Seite 15
7.7.2 Strukturelemente des Anliegen- und
Beschwerdeverfahrens Seite 16
7.8 Qualitätssicherung Seite 16
Tagesstruktur und Willkommensformular Anhang
Die „Höfe am Belchen“ sind eine vollstationäre Einrichtung der Jugend-hilfe. Der Verein - Höfe am Belchen, Kinder und Jugendhilfe e.V. -
ist der gemeinnützige Träger. In Kleingruppen, verteilt auf vier Höfe, werden Kinder- und Jugendliche im Alter zwischen zehn und achtzehn Jahren sowie junge Erwachsene auf der Rechtsgrundlage der Paragraphen 34, 35a und 41, SGBVIII, betreut.
1.2 LEITGEDANKEN
Wir bieten Kindern und Jugendlichen mit einem auffälligen intra-psychischen bzw. psycho-sozialen Hintergrund ein vom ländlichen Milieu unterstütztes erlebnispädagogisches und therapeutisches Umfeld, das ein psychisches Nachreifen des Kindes/Jugendlichen sowie eine vorübergehende Entlastung der Herkunftsfamilie ermöglicht.
Ein wesentliches Ziel ist die Neugestaltung von konstruktiven Eltern-Kind-Beziehungen durch systemische Familienarbeit, die nach dem Aufenthalt eine Rückkehr in die Familie erlaubt.
Ein weiteres unabdingbares Kernstück ist die von Fachkräften angeleitete und miterlebte, an Natur, Bauernhof, Tierhaltung und Jahresablauf orientierte Tagesstruktur (Motto: Alltag als Übung) sowie die professionell begleitete, individuelle Auseinandersetzung in einer kleinen Gruppe der Gleichaltrigen mit dem Alltagsgeschehen zum Erwerb sozialer Kompetenz und Selbstverantwortung (Motto: Reifung durch Begegnung).
Sie hilft den aus dem Gleichgewicht geratenen Jugendlichen wieder in ihr altersadäquates ganzheitliches Erleben hineinzuwachsen.
Ein wichtiger Baustein unseres Ansatzes ist die einrichtungsinterne Schule, die mit kleinen Klassen, individueller Förderung und Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag die Chance bietet, versäumten Lehrstoff nachzuholen.
Das Einzugsgebiet der Höfe am Belchen ist sowohl regional als auch überregional; aufgenommen werden Mädchen und Jungen im eingangs erwähnten Alter.
2.1 Aufnahmeindikationen
Aufnahme finden bei uns Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, Schulverweigerung und Schulphobie, dysfunktionaler Familiensituation und psychiatrischen Diagnosen.
Die Diagnosen im Einzelnen:
Frühkindliche Verwahrlosungsfolgen
Chronifizierende Zwangsstörungen
Chronische Angststörungen
Medikamentös behandelte Psychosen
Schwere psychosomatische Störungen
Nicht aufgenommen werden junge Menschen mit:
Abhängigkeit von psychotropen Substanzen; extremer Dissozialität; akuten Psychosen; komplexen zentralen Behinderungen; akuter Selbst- oder Fremdgefährdung.
2.2 Aufnahmeverfahren, Eingangsdiagnostik, Verweildauer, Kontakt
2.2.1 Aufnahmeverfahren
Mitarbeiter der zuständigen Jugendämter starten auf der Grundlage des vorliegenden Hilfeplankonzeptes telefonisch oder schriftlich eine Platzanfrage. Es findet ein erster Austausch zur Überprüfung der Passung statt. Entspricht die Entwicklungsnotwendigkeit des Kindes/Jugendlichen dem Angebot der Einrichtung, d. h. wird dieses als hilfreich erachtet, erfolgt als nächstes ein Vorstellungsgespräch mit Besichtigung der Einrichtung. Zum Vorstellungsgespräch ist jede für das Familiensystem relevante Person willkommen sowie ein oder mehrere Vertreter des zuständigen Jugendamtes.
Eine definitive Entscheidung wird nach Absprache aller Beteiligten generell innerhalb von 14 Tagen getroffen.
2.2.2 Eingangsdiagnostik
Bei Bedarf kann eine psychologische, psychiatrische, neurologische und schulische Diagnostik vermittelt werden.
Kinder und Jugendliche, die bereits Medikamente einnehmen oder psychiatrischen Bedarf haben, werden unserem Kooperationspartner Herrn Dr. Keutler, Kinder- und Jugendpsychiater und Leitender Arzt der KJPP Lörrach, vorgestellt.
2.2.3 Verweildauer
Regelmäßige Hilfeplangespräche erarbeiten und evaluieren die individuellen Ziele für den Aufenthalt der Jugendlichen bei uns. In der Regel dauert die Hilfe mindestens 1 Schuljahr. Hilfeplangespräche finden halbjährlich und bei Bedarf statt.
Vor Beendigung der Hilfe findet ein Abschlussgespräch aller Beteiligten statt.
3. A N S A T Z / M E T H O D E
3.1 Pädagogische Grundlagen
Die methodische Grundlage bildet eine ganzheitliche, individualzentrierte Pädagogik, die vom systemischen Ansatz ausgeht und im anthroposophischen Menschenbild eingebettet ist.
Unter ganzheitlich verstehen wir die gezielte Einbindung der Jugendlichen in einen in alle Lebensbereiche greifenden Sinnzusammenhang zwischen der Schule, den erlebnispädagogisch orientierten Gruppen, den lebenspraktischen Tätigkeiten und dem Wohnen auf dem Bauernhof. Durch Zuweisung überschaubarer aber gestaltbarer Verantwortungsbereiche („Ämter“) wird Verantwortungsbewusstsein, Selbstmanagement und Initiativkraft habituell eingeübt.
Der systemische Ansatz fordert nicht nur vom Kind bzw. vom Jugendlichen, sondern auch von Eltern und anderen Familienangehörigen die Bereitschaft, sich auf neue Schritte und Denkweisen einzulassen. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen, Eltern, Erziehern, Hofleitung und Vertretern des Jugendamtes unabdingbar, um neue Verhaltensstrategien gemeinsam auszuarbeiten und umzusetzen.
Der aus den Anfängen der Einrichtung hervorgegangene anthroposophische Ansatz lädt ein, den Menschen in seiner individuellen Gegebenheit als Leib-Seele-Geist-Einheit, eingebunden in einen ehrfurchtgebietenden Kosmos wahrzunehmen und seine Erlebnisfähigkeit nicht ausschließlich auf Leistung, Kommerz und Spaß einzuengen. Mit künstlerischen und naturnahen Angeboten versuchen wir diese ganzheitliche Dimension anzusprechen.
3.2 Die pädagogischen und therapeutischen Methoden
3.2.1 Im Alltag
• Bezugsmitarbeitersystem
Der Bezugsmitarbeiter begleitet den Jugendlichen durch seinen Aufenthalt. Er ist der „Pate“ des Jugendlichen. Mit ihm hat er Zeiten für gemeinsame Gespräche und Tätigkeiten. Er kennt den Hintergrund des Jugendlichen, seine Ressourcen und die zu bearbeitenden Themen im Einzelnen. Er ist auch der Hauptansprechpartner für die Eltern.
• Tagesstrukturierung (siehe Anhang)
• Grenzsetzung auf der Grundlage einer gewachsenen professionellen Beziehung
• Gruppenarbeit (insbesondere der Abendabschluss zur Bereinigung von Konflikten)
• Schulische Individualförderung
• Regelmäßiger Kontakt mit den Eltern
3.2.2 In der Therapie
• Systemische Einzel- Paar- und Familiengespräche
• Kunst- und Sandspieltherapie
• Entwicklung von Körperwahrnehmung, Empathie und Resonanzfähigkeit durch die Arbeit mit dem Pferd und anderen Tieren
• Individuelle Verstärkerpläne
Zusätzlich stehen bei Bedarf der Einrichtung folgende Angebote zur Verfügung:
Systemische Kinder- und Jugendlichen- sowie Familientherapie
Unser Kooperationspartner, die Kinder- und Jugendpsychiatrie Lörrach, bietet zusätzlich anerkannte Therapien für Kinder und Jugendliche an.
3.2.3 In der Erlebnispädagogik
„Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg“: Erlebnispädagogik schafft Lebensfreude durch spielerische Aktivität und hat zum Ziel, daß die Kinder und Jugendlichen als Lebensgemeinschaft zusammenwachsen
• Theater und Präsentation
• Erlebnispädagogische Gruppen
mit den Zielen der Selbstwertstärkung und der konstruktiven Gruppenprozess- und Ressourcenförderung:
Die Teilnahme an mindestens einer regelmäßigen Gruppe ist für alle Kinder/Jugendlichen verpflichtend. Die Teilnahme an mehreren Gruppen ist möglich.
Arbeit am und mit dem Pferd, Reiten
Spiel-Spaß-Sportgruppe
Theatergruppe/ Sprachgestaltung
Ski-/Snowboardgruppe
Erlebnistag am Wochenende für die einzelnen Höfe
Feriengruppen:
Die Ziele und Unternehmungen werden in den Abendkreisen mit den Kindern- und Jugendlichen erarbeitet. Seitens der Einrichtung werden angeboten:
Schluchsee; Kinzigtal
Geburtstage der Jugendlichen
Feste zu denen Eltern eingeladen werden:
Sommer- und Weihnachtsfest, Geburtstag
Bei der Hilfe zur Erziehung nach § 27 in Verbindung mit § 34 wird die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen durch die Hilfe zur Erziehung in der Einrichtung über Tag und Nacht mithilfe des Alltagserlebens in Verbindung mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten gefördert und Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie gesucht. Sie werden nach einem Schulabschluss in Fragen der Ausbildung und der allgemeinen Lebensführung unterstützt und beraten. Im Falle der Wiedereingliederung nach § 35 a wird diese Hilfe zur Erziehung begleitet von aktiver Unterstützung zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Junge Erwachsene erhalten zusätzlich Hilfe bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung.
Diese Ziele konkretisieren sich individuell im Hilfeplan nach § 36 SGB VIII
und werden unterstützt durch das Erlangen individueller Ziele wie:
- Konflikt- und Dialogfähigkeit
- Stärkung der Persönlichkeit, des Selbstbewusstseins
- Aufbau von Vertrauen, Abbau von Ängsten und Aggressionen
- Im Falle chronischer psychischer Erkrankung: Krankheitsverarbeitung
- Aktivieren von Ressourcen, Ausbau von Fähigkeiten
- Schulabschluss (Hauptschulabschluss, Mittlere Reife intern, Abitur
- Entwicklung des Familiensystems
Die grundlegende Tages- und Wochenstruktur ist im Anhang beschrieben.
Es handelt sich auf jedem Hof um eine ganzjährige Rund-um-die-Uhr-Betreuung mit Nachtbereitschaft, die von Fachkräften geleistet wird, die den Anforderungen des §21 LKJHG entsprechen.
Es stehen Einzel- bzw. Zweibettzimmer zur Verfügung, die je nach Individualität des Jugendlichen vergeben werden.
Jeden Abend findet auf jedem Hof der gemeinsame Abendabschluss statt, der der Reflektion der Erlebnisse des Tages, des individuellen als auch des Verhaltens in der Gruppe dient. Wichtig dabei ist das Erlernen des Umgangs mit Konflikten, das so genannte Konfliktmanagement.
Dienstags findet in der ersten Schulstunde ein gemeinsames Treffen aller Kinder & Jugendlichen, der Leitung, der Lehrer sowie der anwesenden Mitarbeiter statt. Durch Singen, Ansprachen, Informationsaustausch, Erzählen von Geschichten und Erlebnissen dient es der Entwicklung eines hofübergreifenden Gemeinschaftsgefühls.
Die Teams der einzelnen Höfe sind miteinander vernetzt, kennen die spezifischen Besonderheiten des Hofes und stehen im Krankheitsfall als Aushilfen zur Verfügung.
5.1 Der Ebereschenhof, der Hof mit der Schafherde
Talstraße 11, 79692 Kleines Wiesental - Neuenweg
Kinder ab 10 Jahren, jüngere Jugendliche, Jugendliche mit emotionalem Nachreifungsbedarf, die von tiergestützter Pädagogik profitieren.
Bauernhof mit 6 Einzel- und ein Doppelzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, 2 Speisekammern, Büro, Abstellzimmer, 2 Mitarbeiterzimmer, Waschküche, Kleine Werkstatt, großer Schul- und Gruppenraum, Stall
2 Isländer Ponys, Pferdekoppel, Offenstall
Schafherde (etwa 20 Schafe), Ziegen
5.2 Der Dachshof, der „Bauernhof“
Untere Belchenhöfe 3, 79692 Kleines Wiesental – Neuenweg
Kinder ab 10 Jahren, Jugendliche
Bauernhof mit 8 Einzelzimmern, mehrere Gemeinschaftsräume, Küche, Milchküche, Speisekammern, Bügelzimmer, 2 Büros, ein Mitarbeiterzimmer, Schulräume
4 Kühe mit je einem Kalb,
5.3 Der Fichtenhof: „Verselbständigungshof“
Am Berg 5, 79692 Kleines Wiesental – Neuenweg
Jugendliche ab 14 Jahren, die sich auf einen Haupt- bzw. Realschulabschluss vorbereiten und auf dem Weg zur Verselbständigung sind
3,6 Vollzeitstellen pädagogische Fachmitarbeiter
1 Auszubildende/r zum/zur Jugend- und Heimerzieher/in
Bauernhof, Werkstatt, Küche, Speisekammer,
6 Einzelzimmer, Gemeinschaftsräume, Werkstatt
Feuerholzarbeit
5.4 Der Immenhof – Der Hof mit intensiver Pferdearbeit
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund
einer Bedrohung von seelischer Behinderung von tiergestützter Pädagogik
ehemaliges Gasthaus. Im Parterre große Küche, großer Ess- und Wohnbereich,
Gemeinschaftsraum „Reiterstüble“, 8 Einzelzimmer, 2 Betreuerzimmer, Büro,
zusätzliches Wohn- und Studierzimmer
Zurzeit Isländer Ponies
6. INTERNE SCHULE
Unsere Schule ist eine Schule für Erziehungshilfe am Heim
Schulabschlüsse: Haupt- und Realschulabschluss
Ein wesentlicher Baustein der Einrichtung ist die Integration des Schulangebotes in den Hofalltag. Hierdurch wird es möglich auf die individuelle Beschulbarkeit des Einzelnen einzugehen: Hemmschwellen werden abgebaut, Ablenkbarkeit ist nur bedingt möglich, der Schulweg wird gemeinsam bewältigt und Schulängste überwunden. Durch eine geschützte Lernatmosphäre hoffen wir, die Freude am Lernen zu reaktivieren.
Ziel ist es, dass jede/r Schüler/-in einen Schulabschluss erreicht, der den persönlichen Fähigkeiten entspricht.
Die Schule beginnt von 9.00 Uhr und endet um 12.40 Uhr.
Ein Vormittag besteht aus vier großen Unterrichtsblöcken, die von zwei kurzen und einer längeren Pause unterbrochen werden.
Für geeignete Schülerfindet ein Nachmittagsunterricht am Montag, Dienstag und Donnerstag von 14.15 Uhr bis 16.00 Uhr statt. Dabei können einzelne Schüler auch besonders gefördert und Hausaufgaben erledigt werden. Danach gibt es die Möglichkeit für individuelle Förderstunden für Schüler mit besonderem Bedarf.
In unserer Schule wird in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen zieldifferent unterrichtet.
Die Schüler und Schülerinnen kommen aus folgenden Schularten:
Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen, manchmal aus Förderschulen oder Gymnasien. Da die Schule am Belchen Mitglied im „Bund der Freien Waldorfschulen“ ist, kommen auch Waldorfschüler zu uns.
Die Schüler werden in fünf Lerngruppen unterrichtet:
- drei jahrgangsübergreifende Lerngruppen mit Schülern aus den oben genannten Schularten und Bildungsgängen (Klassen 2 bis 8)
- eine Klasse, die zum Hauptschulabschluss führt
- eine Klasse, die auf den Realschulabschluss vorbereitet.
Daneben haben wir eine „Time-out“-Klasse, in der Schüler und Schülerinnen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht am Unterricht in den anderen Lerngruppen teilnehmen können, in ihren handwerklich-praktischen Fähigkeiten gefördert und durch Naturbeobachtungen und spielerische Methoden sozial und emotional gestärkt werden. Mittelfristiges Ziel ist die Integration in die Schule.
Kleinklassen, die von einem/r Klassenlehrer/in geführt werden
Individuelle Struktur der Lernangebote, ausgerichtet nach Bedürfnis, Wissensstand und Aufnahmefähigkeit des/r Schülers/in.
Teamteaching und „bewegte Schule“
Altersadäquate Mitbestimmung, Kinderrechte, transparente Regeln und klare Grenzen als verlässliches Lernumfeld
Begleitung der Hausaufgabenzeit (im Verbund mit dem Heim)
Anwesenheit des/r Klassenlehrers/in beim Hilfeplangespräch, Abstimmung der Förderpläne von Heim und Schule
„Time-out“-Gruppe, Reflektion mit Verhaltensanalysen (im Verbund mit Erziehern)
„Lernen mit allen Sinnen“ – künstlerische und praktische Angebote, „Naturschule“
Vermittlung und Begleitung von Praktika (im Verbund mit dem Heim)
Deeskalationstraining „Faustlos“
Individuell ausgearbeitete Verstärkerpläne und Tokensysteme durch unseren Kinder- und Jugendpsychiater
Coaching, Fort- und Weiterbildungen sind ein zentrales Element für die Lehrerschaft.
Dadurch wird eine lebendige, sich an neuen Entwicklungen orientierende Schulatmosphäre garantiert.
7. INTERNE STRUKTUREN
7.1 Kommunikationsstruktur / Zusammenarbeit und Vernetzung
Die multiprofessionellen Teams arbeiten in einer von gegenseitigem Vertrauen geprägten Atmosphäre und treffen sich regelmäßig zu team-internen, team-übergreifenden und supervisorischen Konferenzen.
Das Hofteam (Organisation, Kinder- und Jugendlichenbesprechung, interne Supervision);
Die Erziehungsleitung (Treffen der Heim- und Hofleitungen);
Das „Mittwochsteam“: Lehrer und Erzieher;
Vertiefung des Leitbildes (corporate identity) ;
Einrichtungsleitung: Vorstand, Heimleitung, Geschäftsführung
7.2 Mitarbeiterfortbildung und Training
Kinder- und Jugendpsychiatrie Lörrach,
Systemische Beratung / Individual- und Familientherapie:
Coaching / Teambegleitung:
Kurse in Heilpädagogischem Reiten, Klettern
7.3 Kooperationen
Ärzte für Psychotherapie, Neurologie, Allgemeinmedizin
Verschiedene Haus- und Kinderärzte der Umgebung
Institute für in Systemischer Beratung / Therapie
7.4 Krisenmanagement
Durch die Heimleitung oder deren Vertretung besteht eine übergreifende Rufbereitschaft, d.h. auch in der Nacht steht diese zur Verfügung. Generell sind die Mitarbeiter der Höfe untereinander in telefonischem Kontakt; Für den Fall akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, hängen das Procedere und die Listen mit den Notfall-Telefonnummern in jedem Hof aus.
Bei Ereignissen oder Entwicklungen, die das Wohl der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigen werden sofortige Gegenmaßnahmen ergriffen und die zuständige Behörde benachrichtigt.
Tagesambulanz der KJPP in Lörrach;
Kinder- und Jugendpsychiater Herr Dr. Keutler, Chefarzt der KJPP Lörrach
Hausarzt Herr Dr. Steinfurth, Schönau (15 Autominuten von Neuenweg entfernt)
Kinderarzt Christian Deklerk, Steinen
Verschiedene niedergelassene Psychotherapeuten in der Umgebung
7.5 Reflektion der Kriseninterventionen
Krisen sind natürlich immer eine Möglichkeit bestehende Strukturen zu reflektieren und falls notwendig anzupassen. Je nach Schwere der Krisensituation erfolgt die Nachbereitung in den verschiedenen Konferenzen, hauptsächlich im Hofteam und der Erziehungsleitungskonferenz. Bei Bedarf wird eine außerordentliche Besprechung für diejenigen Mitarbeiter einberufen, die direkt und persönlich im Krisenmanagement involviert waren.
Mit dem Kind bzw. Jugendlichen:
Die Art der Nachbearbeitung hängt natürlich vom Reifegrad des Kindes bzw. Jugendlichen ab.
Bei jüngeren Kindern, deren Reflexionsvermögen begrenzt ist, beschränkt sich die Nachbereitung meistens auf ein ressourcenorientiertes Gespräch mit dem Bezugsbetreuer oder einem anderen Mitarbeiter, der das Vertrauen des Kindes genießt. Das Ziel ist die Einsicht in das unerwünschte Verhalten, die aber nicht erzwungen wird. Ist die Einsicht vorhanden, wird eine „Wiedergutmachung“ thematisiert, die das Kind von sich aus offerieren soll. Meistens wird ein Verstärkerplan erstellt bzw. wenn schon vorhanden, modifiziert, der dem Kind helfen soll, positive Verhaltensalternativen zu entwickeln. Wir hoffen, dass durch Nachreifung das unerwünschte Verhalten, das ja meist durch altersadäquaten Mangel an Impulskontrolle ausgelöst wird, sich im Laufe der Zeit durch Üben am Lernfeld legt. Die Vorgehensweise ist haltend und stützend, nicht konfrontativ.
Bei älteren Jugendlichen wird zusätzlich auf Einsicht gedrungen. Die Folgen des unerwünschten / dissozialen Verhaltens werden klar thematisiert und Konsequenzen aufgezeigt. Wenn angezeigt, wird eine schriftliche Verhaltensanalyse – mit oder ohne Hilfe eines Betreuers – durchgeführt. Das Verantwortungsbewusstsein – d.h. hier: die Fähigkeit, eine persönliche Antwort auf Verhalten mit destruktiven Folgen zu geben – wird in den Mittelpunkt gestellt.
Gesprächspartner sind alle an der Krise Beteiligten. Wenn die direkt Betroffenen den dafür nötigen Reifegrad aufweisen, wird eine „Täter-Opfer“-Gegenüberstellung vereinbart, wobei dem „Opfer“ die Entscheidung, daran teilzunehmen, anheimgestellt bleibt. Übergeordnetes Ziel bleibt natürlich immer eine Lösung, die ein weiteres konstruktives Zusammenleben ermöglicht.
7.6 Schutzauftrag nach § 8a SGB VII
Es besteht eine Vereinbarung mit dem Landratsamt / Jugendamt Lörrach (siehe Anhang), die allen Mitarbeitern bekannt ist. Die „in-so-weit-erfahrene-Fachkraft“ ist in der Einrichtung benannt.
7.7 Mitbeteiligung, Anliegen- und Beschwerdeverfahren
Um ein passives Betreuungsverhältnis zu vermeiden, versuchen wir einen Rahmen zu schaffen, in dem das Kind bzw. der Jugendliche seine Vorstellungen formulieren und im Dialog bzw. Gruppengespräch erproben kann. Lernziel: Konsensfähigkeit und Verantwortungsübernahme für die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen.
7.7.1 Strukturelemente der Mitbeteiligung
Freie Zimmergestaltung (Hygiene und Ordnung soll altersgemäß sein)
Hilfeplangespräche: das „Warum“ des Aufenthaltes mit allen Beteiligten klären; gemeinsames erarbeiten bzw. modifizieren von Zielen
Bezugsgespräche: einmal pro Woche
Abendkreis: Montag bis Freitag: Reflektion des Tages; Konfliktmanagement
SKT: Soziales Kompetenztraining – 14-tägig
„Ämter“
Gemeinschaftsdienst: Die Alltagsarbeiten werden entsprechend der Persönlichkeit des Kindes bzw. des Jugendlichen mit ihm besprochen.
Generell in der ersten Woche des Monats: Strukturelle Themen, Reflektion der Hofregeln, Monatsplanung: Essensplan, Ausflüge
Feriengestaltung, Heimfahrten, Buchvorschläge für die Bibliothek, spezielle jahreszeitlich abhängige Gemeinschaftsdienste, neue Projekte erarbeiten usw. Ein Jugendlicher führt Protokoll, ein anderer moderiert (mit Unterstützung, rotierendes Amt)
Ergebnisse werden der Hofleitung und der Erziehungsleitung vorgelegt
Ein Treffen aller Bewohner der Höfe. Austausch von hofübergreifenden Informationen, eine Möglichkeit, sich zu präsentieren und Fragen zu stellen, gemeinsames Singen
Optional. Wird bei Bedarf im HPG besprochen und festgelegt.
7.7.2 Strukturelemente des Anliegen- und Beschwerdeverfahrens
Grundhaltung: Im Alltagsgeschehen kommt es immer wieder zu Reibungszonen. Deshalb ist der zentrale Punkt die Art und Weise des Umgangs miteinander – nämlich ein Umgang mit Respekt und Wertschätzung füreinander – als auch mit der Toleranz, einander Fehler nachzusehen, die nun einmal jeder Mensch hat.
1. Soziales Kompetenztraining
Ziel: empathischer Umgang miteinander, d.h. Bereitschaft und Fähigkeit sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen, Harmonisierung der Gruppendynamik insbesondere durch Ansprechen der Konflikte in der letzten Woche, Kennenlernen und gegebenenfalls Veränderung der eigenen Verhaltensmuster
Das Gespräch mit dem Bezugsbetreuer oder einem anderen Mitarbeiter suchen
Einbringen ins Soziale Kompetenztraining
Schriftliche Eingabe ins Büro mit Terminvereinbarung bei der Heimleitung bzw. einem Mitglied der Erziehungsleitung
Die Ombudsfrau kontaktieren
Die Fachperson im Jugendamt kontaktieren
Die Eltern mit einschalten – evtl. Gesprächsrunde mit allen Beteiligten
Auf unserer Internetseite besteht die Möglichkeit, anonym eine Beschwerde zu formulieren.
Die konkreten Daten werden zu Beginn der Hilfe im Einführungsgespräch mitgeteilt und schriftlich ausgehändigt. (siehe Beiblatt: Handout „Willkommen“.)
Es besteht eine Vereinbarung mit dem Landratsamt Lörrach/Jugendamt (siehe Anhang)
In unserer Einrichtung wird die Qualität wie folgt gesichert:
Auf der Grundlage der Hilfepläne und Unterlagen aus der Aufnahmeanfrage des Jugendamtes wird von Jugendamt und Einrichtung im ersten Schritt genau geprüft, wie die im Hilfeplankonzept erarbeiteten Leistungen für das Kind, den/ die Jugendliche/n den jungen Erwachsenen (im Folgenden „Jugendlichen“ genannt) erbracht werden können. Intern wird aus den 4 Gruppen die für den Jugendlichen förderlichste ausgewählt. Hierbei wird individuellen und strukturellen Bedürfnissen (Bsp.: Alter, Gruppendynamik, Hof mit mehr oder weniger Tieren. Verselbständigungsgruppe oder nicht etc.) Rechnung getragen.
Auf allen Höfen arbeiten Fachmitarbeiter, deren Qualifikation den Anforderungen des Landesjugendamtes entsprechen. Um den Wissensstand der Mitarbeiter an die sich ständig entwickelnden Anforderungen anzugleichen, bieten wir in Verbindung mit Instituten eine Ausbildung in systemischer Beratung an
Die im Hilfeplangespräch mit Jugendamt, Einrichtung, Sorgeberechtigten und Jugendlichen erarbeiteten Ziele werden nach der Aufnahme alle 6 Monate in erneuten Hilfeplangesprächen überprüft. Als Grundlage der Gespräche wird 14 Tage zuvor eine Tischvorlage von der Einrichtung erstellt. Diese Tischvorlage wird mit dem Jugendlichen vor dem Hilfeplangespräch besprochen und er wird dazu ermutigt sich aktiv am Hilfeplangespräch mit zu beteiligen. Er wird auch ermutigt sich bei Beschwerden an Mitarbeiter / Leitung der Einrichtung oder sich an seine fallverantwortliche Fachkraft des Jugendamtes zu wenden.
Die Tagesstruktur der Höfe am Belchen ist so ausgerichtet, dass den Jugendlichen größtmögliche Alltagsnähe und lebenspraktische Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden, gleichzeitig eine Atmosphäre besteht, die inneres Wachstum ermöglicht. Dies geschieht bspw. durch ein Bezugsmitarbeitersystem, durch die von den Jugendlichen gestalteten „Sonntagsfeiern“, Kinder- und Jugendkonferenzen u.v.m.
Bei jedem Hilfeplangespräch soll die Ausrichtung der Hilfe auf die Beendigung derselben deutlich werden. Eine erfolgreiche Hilfebeendigung findet statt, wenn die Ziele erreicht sind und tragfähige Perspektiven erarbeitet wurden. Es findet ein Abschlussgespräch statt indem alle Beteiligten die Hilfe bewerten.
Hierfür liegt ein standardisierter Fragebogen des Landratsamts Lörrach vor. Nach Ablauf eines Jahres werden die Jugendlichen telefonisch kontaktiert, anschliessend wird ein Katamnesebogen der Einrichtung zugeschickt mit der Bitte diesen ausgefüllt der Einrichtung wieder zuzusenden.
Zusätzlich findet sich auf unserer Website unter dem Hinweis „die Seite für Dich“ die Möglichkeit, anonyme Rückmeldungen zu geben. Diese Rückmeldungen fließen in die Überlegungen zur ständigen Weiterentwicklung der Einrichtung ein.
Allgemeine Tagesstruktur der Höfe
(Individuelle Ausgestaltung auf den einzelnen Höfen)
6.30-7.00 h
Wecken und Morgenkreis
7.30-8.00 h
Ämterzeit
8.00-8.30 h
Ruhezeit bzw. Bezugsgespräche
Hausaufgaben, Projekte im Hof, intensive Einzelförderung, Therapie
frei zu gestaltende Zeit
Abendgruppe (Tagesreflektion, Konfliktlösung)
Willkommen auf den Höfen am Belchen
Die fünf Höfe und die Einrichtungsschule bilden die Gemeinschaft „Höfe am Belchen“. Es finden hofinterne und hofübergreifende Unternehmungen in den Bereichen Landwirtschaft, Freizeit, Feste und Schule statt. Sie dienen dazu, Deinen Alltag mit der Absicht, Dir die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen, interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Wir hoffen, Dir dadurch den Schritt von Deiner gewohnten Umgebung zu uns zu erleichtern und Dich auf Dein neues Leben neugierig zu machen.
Die Atmosphäre des Hofes wird von gegenseitiger Rücksichtnahme und Unterstützung füreinander getragen. Das bezieht sich nicht nur auf die Kinder, Jugendlichen und Erzieher untereinander sondern schließt auch die Tiere mit ein. Insbesondere die Islandponies sind sensible Wesen und brauchen Deine Anteilnahme. Selbst die Sachen des täglichen Gebrauchs und die Nahrungsmittel wollen geschätzt und mit Respekt behandelt werden.
Der Ablauf Deines Alltags wird vom Schulbesuch in u nserer kleinen Klassen und dem Leben auf dem Hof bestimmt. Dazu bedarf es natürlich eines Zeitplans und Regeln. Die findest Du erst einmal als gegeben vor. Aber wir hoffen, wenn Du Dich nach einiger Zeit eingewöhnt hast, daß Du Dich aktiv mit eigenen Ideen und Vorschlägen beteiligst. Dazu gibt es beim täglichen Abendkreis und in der KiJuKo (Kinder und Jugendkonferenz) ausgiebig Gelegenheit.
Miteinander-leben heißt auch immer Sich-miteinander-reiben. Zur Harmonie gehört auch immer Streit und Ärger. Deshalb nimmt das Soziale Kompetenztraining einen großen Stellenwert im Ablauf des Tages ein. Hier werden Konflikte in der Gruppe aufgegriffen, miteinander besprochen und in einem neuen Licht gesehen. Dazu gehört Mut und immer wieder auf‘s neue der Wille, sich mit den Mitbewohnern auszusöhnen, um vielleicht sogar Freundschaft zu schließen. Auf alle Fälle geht es darum, sich selbst und seine Verhaltensweisen sowie die eigene Wirkung auf andere zu erkennen und dadurch Toleranz zu erlernen und einzuüben.
Dennoch kann es vorkommen, dass Du trotz aller Austauschmöglichkeiten ein Anliegen hast, das Du nicht genügend gewürdigt fühlst. Deshalb haben wir Möglichkeiten geschaffen, um Dein Anliegen, Deine Beschwerde an anderer Stelle vorzubringen. Hier findest Du die Kontaktdaten.
Anliegen- und Beschwerdemanagment - mögliche Schritte
Das Gespräch mit dem Bezugsbetreuer oder einem anderen Mitarbeiter Deines Vertrauens suchen
- Schriftliche Eingabe ins Büro mit Terminvereinbarung bei der Heimleitung bzw. einem
Mitglied der Erziehungsleitung
- Die Ombudsfrau kontaktieren. (Das ist eine neutrale Person außerhalb der Einrichtung)
Name: Silke Wannig
Telefon: 0162 4156942
- Deine zuständige Fachperson im Jugendamt kontaktieren
- Die Eltern mit einschalten - evtl. Gesprächsrunde mit allen Beteiligten beantragen
- Auf unserer Internetseite besteht die Möglichkeit, anonym eine Beschwerde zu formulieren: www.hoefe-am-belchen.de, dann auf „Die Seite für Dich“ klicken.