Source: http://www.law-blog.de/164/fotorecht-spezial-teil-4-urheberpersonlichkeitsrecht-und-schranken/
Timestamp: 2016-08-29 07:02:57
Document Index: 347648378

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 42', '§ 39', '§ 45', '§ 46', '§ 53', '§ 57']

Fotorecht Spezial Teil 4: Urheberpersönlichkeitsrecht und Schranken | Law-Blog
Veröffentlicht am September 15, 2005 von Arne Trautmann	Zum Fotorecht Spezial Teil 3: „Inhaber und Inhalt der Rechte“.
2.1.5.2 Urheberpersönlichkeitsrecht
Das Urheberrecht besteht aus viel mehr also nur Vorschriften und Berechtigungen zu Verwertung. Jeder Fotograf weiß, dass ein gelungenes Bild, in dessen Erstellung, Aufnahme, richtige Bearbeitung und Präsentation viel Mühe gesteckt wurde, einem „geistigen Kind“ gleich. Er hat erhebliche ideelle Interessen daran. Dem trägt auch das Recht durchaus Rechnung. Insbesondere geschieht dies in den Vorschriften der §§ 12 ff UrhG, aber auch verstreut an anderen Stellen im Gesetz. Die wichtigen Vorschriften hier sind:
Der Urheber darf bestimmen, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird, § 12 Abs. 1 UrhG. Kein Fotograf kann also gezwungen werden, sein Werk gegen seinen Willen in einem Bildband veröffentlichen zu müssen – und sei es für die Hebung des Guten, Wahren und Schönen sowie die Fortentwicklung der Menschheit und den Weltfrieden auch noch so hilfreich. Er ist frei, sich sein Werk ganz allein zu Hause anzuschauen.
Der Urheber darf bestimmen, dass das Werk (gemeint sind auch Vervielfältigungen des Werkes) mit einer Urheberbezeichnung zu versehen ist, § 13 UrhG. Im Fall von Fotos ist das gern der „(c) Vornahme Nachname“-Vermerk;
Er darf Entstellungen und sonstige Beeinträchtigungen des Werkes verbieten, wenn diese berechtigte geistige oder persönliche Interessen am Werk beeinträchtigen, § 14 UrhG.
Der Urheber kann einmal vergebene Nutzungsrechte (dazu gleich mehr) wegen gewandelter Überzeugung zurückrufen, § 42 Abs. 1 UrhG.
Der Urheber kann – sofern nichts anderes vereinbart ist – auch einem Nutzungsrechteinhaber verbieten, das Werk zu ändern, § 39 UrhG.
2.1.6 Schranken des Urheberrechts
Wenn oben gesagt wurde, dass der Fotograf ganz allein bestimmen kann, in welcher Weise er Werk nutzen kann, dann ist so absolut nicht ganz richtig. Das Urheberrecht, auch das an Fotos, unterliegt Schranken.
Das sind Rechte der Allgemeinheit das Werk betreffend. Diese Rechte begründet man damit, dass der Urheber eines Werkes in die Gesellschaft, die Kultur eingebunden ist, davon partizipiert und auch Inspiration erhält. Er soll daher etwas „zurückgeben“.
Relevante Schranken, also Fälle, in denen der Urheber die Verwendung seines Fotos dulden muss, sind dann etwa:
Das Recht zur Anfertigung von Vervielfältigungsstücken zum Zweck der Rechtspflege und der öffentlichen Sicherheit, § 45 UrhG;
Das Recht zur Aufnahme von Werken in Sammlungen für den Schul- und Unterrichtsgebrauch sowie sonstige Erleichterungen des Schulunterrichts, §§ 46, 47, 53 III UrhG;
Die private Vervielfältigung und der sonstige private Gebrauch, § 53 UrhG;
Der Schutz der Abbildungsfreiheit, §§ 57-60 UrhG, insbesondere von Werken, die sich im öffentlichen Raum befinden. Das ist zum einen relevant für Fotografen, die andere Werke abbilden wollen, etwa Bauwerke. Aber auch Fotografien selbst befinden sich geradezu massenhaft im öffentlichen Raum, wenn auch meist als werbliche Abbildungen. Diese sind aber – als Lichtbilder – auch geschützt.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fotorecht von Arne Trautmann. Permanenter Link des Eintrags.	9 Gedanken zu “Fotorecht Spezial Teil 4: Urheberpersönlichkeitsrecht und Schranken”	Anonymous sagte am September 15, 2005 um 4:47 pm :
Leider wird aus Ihren Ausführungen nicht deutlich, ob die Wiedergabe von Werbung aus dem öffentlichen Raum, d.h. z.B. Litfasssäulen und Zeitschriften, zum Zwecke der Kommentiertung auf Blog-Seiten erlaubt ist.
Kommentiere ↓	Tappe sagte am September 23, 2005 um 7:06 pm :
Schade, dass Sie nicht auf meine Anfrage (s.o.) eingegangen sind. Vielleicht wäre Ihnen das doch noch möglich?
Kommentiere ↓	Pingback: Law-Blog » Fotorecht Spezial Teil 5: Ansprüche des verletzten Fotografen
Pingback: blog.miruchna.de | up 2 blog » Foto Recht Spezial
Pingback: walter & spehr » Blog Archive » Foto - Recht
Dennis sagte am Dezember 3, 2007 um 8:59 pm :
Sehr geehrter Blog-Besitzer, ich habe eine Frage zu einem Photoshooting: Mir geht es darum, dass mein Photograf mir die negative nicht geben möchte. Ist die zulässig? Darf er dies? Ich würde diese gerne erhalten, damit ich keine 200 Euro für ein relative kleines Bild zahlen muss …
Kommentiere ↓	missfast sagte am Juni 2, 2009 um 10:13 am :
ich bin in den letzten 2 jahren auf vielen konzerten gewesen und habe als pressefotografin jede menge material gesammelt. darf ich mein archivmaterial, also die bilder, die bis jetzt unveröffentlicht sind, verkaufen? liegen alle rechte jetzt bei mir?
Kommentiere ↓	Fotofrau sagte am November 10, 2010 um 8:56 pm :
Tja Dennis, wenn der Fotograf dazu verpflichtet wäre dir das einfach so zu geben, könnten wir alle unsere Studios dichtmachen….über die Preise darf man sich ja unverbindlich auch vorher informieren…