Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201967,%20387
Timestamp: 2020-02-28 06:29:27
Document Index: 351716011

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 1967, 387 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Celle, 23.12.1997
BGH, 27.10.1966 - III ZR 132/65
https://dejure.org/1966,187
BGH, 27.10.1966 - III ZR 132/65 (https://dejure.org/1966,187)
BGH, Entscheidung vom 27.10.1966 - III ZR 132/65 (https://dejure.org/1966,187)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 1966 - III ZR 132/65 (https://dejure.org/1966,187)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1966,187) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Bürgersteig - Höhenunterschiede im Plattenbelag - Verkehrsgefährdung - Fußgänger - Gefahrenzustand - Verkehrssicherungspflichtiger
Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich geringer Höhenunterschiede im Plattenbelag eines Bürgersteiges
NJW 1967, 980 (Ls.)
MDR 1967, 387
DB 1967, 424
Wie andere Verkehrsteilnehmer auch haben Fußgänger die gegebenen Verhältnisse grundsätzlich so hinzunehmen, wie sie sich ihnen erkennbar darbieten sowie mit typischen Gefahrenquellen wie etwa Unebenheiten zu rechnen und sich hierauf einzustellen (BGH VersR 1979, 1055; 1967, 281, 282).
Diese von einem Fußgänger noch hinzunehmenden Höhendifferenzen stellen indessen keine starren und absoluten Grenzen dar (BGH VersR 1967, 281; OLG Celle MDR 1998, 1031; OLG Hamm NJW-RR 2005, 255; OLG Oldenburg NJW-RR 1986, 903).
So hat etwa bereits der BGH in seiner Entscheidung vom 27. Oktober 1966 angenommen, eine besondere Gefährlichkeit der Unfallstelle könne trotz einer Vertiefung von nur 1, 5 cm darin liegen, dass diese sich unmittelbar vor einem Schaufenster dicht vor dem Eingang eines Ladengeschäfts in einer Hauptstraße befand (BGH VersR 1967, 281, 282).
Ein "hinreichend sicherer" Straßenzustand bedeutet aber nicht, dass die Straße praktisch völlig gefahrlos sein muss (BGH VersR 1957, 371; BGH VersR 1989, 927 = NJW 1989, 2808 = BGHZ 108, 273; BGH VersR 1967, 281 Rn. 18 in Juris; aus der obergerichtlichen Rechtsprechung etwa OLG Hamm OLGR 2009, 424, 425; OLG Saarbrücken…, Urteil vom 10.01.2012, 4 U 480/10 Rn. 40 in Juris;… OLG Koblenz, DAR 2001, 460 Rn. 9 in Juris, Senat, NJW-RR 2004, 104 Rn. 12 in Juris).
Während für den Fußgängerverkehr in Fußgängerzonen, auf Gehwegen an belebten Hauptstraßen (etwa BGH VersR 1967, 281; OLG Hamm NJW-RR 1987, 412 f.) oder auf Überwegen über belebte Kreuzungen (OLG Karlsruhe MDR 1984, 59) je nach den Umständen des Einzelfalls schon Niveauunterschiede von 1, 5 bis 2 cm als nicht mehr hinnehmbar anzusehen sind, werden auf Fahrbahnen von Straßen, und zwar auch gegenüber Radfahrern, Schlaglöcher oder Vertiefungen im Bereich von 4 cm mitten in der Straße als gewöhnlich noch nicht verkehrswidriger Zustand angesehen (etwa OLG Koblenz DAR 2001, 460), wobei aber immer die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind.
Vielmehr ist die durch den Höhenunterschied bedingte Gefährdung im Zusammenhang mit besonderen Umständen der einzelnen Örtlichkeit zu sehen und im Blick auf die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zu beurteilen (BGH, Urteil vom 27.10.1966 - III ZR 132/65 - MDR 1967, 387 f. = VersR 1967, 281).
OLG Saarbrücken, 05.08.2015 - 1 U 31/15
Verkehrssicherungspflicht einer Gemeinde hinsichtlich Unebenheiten auf einem …
So muss etwa der Bürgersteig auch einer verkehrsreichen Hauptstraße nicht völlig frei von Mängeln sein und verlangt die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht nicht, dass dieser keine Unebenheiten aufweise, da so weitgehende Anforderungen dem Verkehrssicherungspflichtigen nicht zumutbar sind (vgl. BGH, Urteil vom 27. Oktober 1966 - III ZR 132/65 -, Rn. 18, juris).
Bei geringen Höhenunterschieden darf mithin nicht allein auf die absolute Höhe des Unterschieds abgestellt werden; vielmehr ist die durch den Höhenunterschied bedingte Gefährdung im Zusammenhang mit den besonderen Umständen der einzelnen Örtlichkeit zu sehen und im Hinblick auf die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zu beurteilen (vgl. BGH, Urteil vom 27. Oktober 1966 - III ZR 132/65 -, Rn. 19, juris).
Neben der Höhendifferenz sind daher ferner andere Umstände maßgebend, wie etwa die Art und Beschaffenheit der Vertiefung oder Erhöhung und die Lage in einer Hauptgeschäftsstraße, in der erfahrungsgemäß die Aufmerksamkeit der Fußgänger infolge der Verkehrsdichte und der Schaufensterauslagen abgelenkt wird (vgl. BGH, Urteil vom 27. Oktober 1966 - III ZR 132/65 -, Rn. 23, juris; OLG Hamm…, Urteil vom 27. März 1992 - 9 U 204/01 -, NJW-RR 1992, S. 1442; OLG Oldenburg…, Urteil vom 20. Dezember 1985 - 6 U 72/85 -, NJW-RR 1986, S. 903;… Hager, in: Staudinger, BGB, Neubearb. 2009, § 823 E Rn. 160).
cc) Diese von einem Fußgänger noch hinzunehmenden Höhendifferenzen stellen indessen keine starren und absoluten Grenzen dar (BGH VersR 1967, 281; OLG Celle MDR 1998, 1031; OLG Hamm NJW-RR 2005, 255; OLG Oldenburg NJW-RR 1986, 903).
So hat etwa bereits der BGH in seiner Entscheidung vom 27. Oktober 1966 angenommen, eine besondere Gefährlichkeit der Unfallstelle könne trotz einer Vertiefung von nur 1, 5 cm darin liegen, dass diese sich unmittelbar vor einem Schaufenster dicht vor dem Eingang eines Ladengeschäfts in einer Hauptstraße befindet (BGH VersR 1967, 281, 282).
Im Bereich von Gehwegen hat die Rechtsprechung Unebenheiten von nicht mehr als 2 cm vielfach als eine von Fußgängern hinzunehmende Gefahr, mit der stets gerechnet werden müsse, angesehen (OLG Düsseldorf, VersR 1993, 1416; BGH VersR 1967, 281, 282; OLG Hamm, NJW-RR 1987, 412, 413).
Allerdings bedeutet dies nicht, dass Bürgersteige und Straßen schlechthin gefahrlos und frei vom allen Mängeln sein müssen, da eine vollständige Gefahrlosigkeit mit zumutbaren Mitteln erreicht werden kann (vgl. BGH MDR 1967, 387).
Entscheidend ist vielmehr die durch den Höhenunterschied bedingte Gefährdung im Zusammenhang mit den besonderen Umständen der einzelnen Örtlichkeit (BGH MDR 1967, 387).
Auf einem Bürgersteig in einer Hauptgeschäftsstraße kann daher bereits einer Erhebung oder Vertiefung von 1, 5 Zentimeter für den Fußgänger unzumutbar sein, (BGH MDR 1967, 387; auch OLG Celle MDR 1998 sowie Urteil vom 25.01.2007, Az. 8 U 161/06, abrufbar unter www.juris.de).
Auch der Fußgänger muß deshalb bei Benutzung der Straße mit gewissen Unebenheiten rechnen (vgl. nur BGH VersR 1967, 281, 282 = BB 1967, 229; VersR 1981, 482).
So hat der Bundesgerichtshof etwa einen Höhenunterschied von 1, 5 cm im Plattenbelag des Gehwegs einer Hauptgeschäftsstraße als verkehrsgefährdend angesehen (VersR 1967, 281, 282), während nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm generell bei scharfen Kanten im Bereich von asphaltierten, plattierten oder gepflasterten Gehwegen ein über 2 cm hinausgehender Niveauunterschied nicht mehr gebilligt werden kann (NJW-RR 1987, 412, 413 = VersR 1988, 467 f.).
Ob danach eine Straße "in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis entsprechenden Zustand" ist, entscheidet sich im Einzelnen nach der allgemeinen Verkehrsauffassung; Art und Häufigkeit der Benutzung des Verkehrsweges und seine Bedeutung sind dabei zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 13.07.1989, III ZR 122/88 = NJW 1989, 2808 f., juris Tz. 11; BGH, Urteil vom 20.01.1981, VI ZR 205/79 = VersR 1981, 482, juris Tz. 8 f.; BGH, Urteil vom 10.07.1980, III ZR 58/79 = NJW 1980, 2195 ff., Tz. 17; BGH, Urteil vom 12.07.1979, III ZR 102/78 = NJW 1979, 2043 ff., juris Tz. 11; BGH, Urteil vom 27.10.1966, III ZR 132/65 = VersR 1967, 281 f., juris Tz. 18).
BGH, 20.01.1981 - VI ZR 205/79
Verkehrssicherungspflicht der Bundesbahn auf stark frequentierten Bahnhöfen
Verkehrssicherungspflicht eines Reiseveranstalters und des Betreibers eines …
OLG Düsseldorf, 15.12.1994 - 18 U 118/94
OLG Düsseldorf, 24.09.2008 - 18 U 213/07
Keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch schiefen Randstein
LG Bonn, 04.04.2012 - 1 O 424/11
Amtshaftung wegen des Sturzes eines Fußgängers in der Fußgängerzone infolge der …
OLG Schleswig, 11.07.2002 - 11 U 47/01
Die Voraussetzungen, bei welchen bei Unfällen aufgrund von Unebenheiten auf …
OLG Koblenz, 23.06.2010 - 1 U 1526/09
Amtshaftung wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht: …
OLG Frankfurt, 04.04.2011 - 1 U 213/09
OLG München, 02.02.2012 - 1 U 4533/11
Verkehrssicherung auf Gehwegen: Beseitigungspflicht bei unerheblichen …
OLG Düsseldorf, 08.12.1994 - 18 U 97/94
OLG Düsseldorf, 12.11.1999 - 22 U 62/99
OLG Düsseldorf, 25.01.1996 - 18 U 111/95
OLG Stuttgart, 05.10.2000 - 1 U 52/00
Schadensersatzanspruch wegen einer Amtspflichtverletzung
OLG Dresden, 29.11.1995 - 6 U 1043/95
Verkehrssicherungspflicht bei Unebenheiten am Bürgersteig
OLG Celle, 23.12.1997 - 9 U 120/97
https://dejure.org/1997,7608
OLG Celle, 23.12.1997 - 9 U 120/97 (https://dejure.org/1997,7608)
OLG Celle, Entscheidung vom 23.12.1997 - 9 U 120/97 (https://dejure.org/1997,7608)
OLG Celle, Entscheidung vom 23. Dezember 1997 - 9 U 120/97 (https://dejure.org/1997,7608)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,7608) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
MDR 1998, 1031
Ferner hat das OLG Celle eine Haftung bejaht, wenn ein überdies instabiler Pflasterstein 1, 5 cm über das Niveau des Gehsteiges hinausragte und es sich um einen Gehweg im Stadtzentrum mit starker Verkehrsdichte und Ablenkung durch Schaufenster handelte (MDR 1998, 1031).
Ferner hat das OLG Celle eine Haftung bejaht, als ein überdies instabiler Pflasterstein 1, 5 cm über das Niveau des Gehsteiges hinausragte und es sich um einen Gehweg im Stadtzentrum mit starker Verkehrsdichte und Ablenkung durch Schaufenster handelte (MDR 1998, 1031).
Höhenunterschiede auf begehbaren Flächen, auf denen Publikumsverkehr besteht, sollen schon dann zu einer Haftung des Sicherungspflichtigen führen können, wenn diese 1, 5 bis 2 cm betragen, aber auch dabei kommt es immer auf die konkreten Umstände im Einzelfall an (vgl. OLG Celle, MDR 1998, 1031; BGH, MDR 1967, 387; OLG Oldenburg, NJW-RR 1986, 903).
OLG Celle, 20.01.2009 - 8 U 216/08
Verkehrssicherungspflicht: Podest vor dem Eingang zu einem Ladenlokal
Einzuräumen ist der Klägerin lediglich, dass Höhenunterschiede auf begehbaren Flächen, auf denen Publikumsverkehr besteht, schon dann zu einer Haftung des Sicherungspflichtigen führen können, wenn diese 1, 5 bis 2 cm betragen, wobei es immer auf die konkreten Umstände im Einzelfall ankommt (vgl. OLG Celle, MDR 1998, 1031. BGH, MDR 1967, 387).
Das OLG Celle hat mit Entscheidung vom 23.12.97 (MDR 98, 1031 f.) zunächst festgestellt, dass sich in der Rechtsprechung eine Grenze im Bereich von 2 cm entwickelt habe.
OLG München, 03.11.2011 - 1 U 879/11
Verkehrssicherungspflicht einer Gemeinde: Zulässige Höhe von Unebenheiten auf …
Im Allgemeinen wird ein Höhenunterschied auf Gehwegen von 2 cm noch nicht zu den Gefahren gezählt, mit denen ein Fußgänger nicht zu rechnen braucht (vergleiche nur OLG Celle MDR 1998, 1031).
Der Bundesgerichtshof hat jedoch ausgesprochen, dass ein für sich allein unerheblicher Höhenunterschied durch das Zusammenwirken mit anderen Umständen von Bedeutung werden kann und damit eine vom Verkehrssicherungspflichtigen zu beseitigende Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auslösen kann (vergleiche BGH MDR 1967, 387).
OLG München, 27.04.2011 - 1 U 5627/10
Verkehrssicherungspflichtverletzung: Niveauunterschied von 2 cm auf einem …
Unter welchen Voraussetzungen bei Unebenheiten auf Gehwegen von einer Verkehrssicherungspflichtverletzung auszugehen ist, lässt sich nur unter Berücksichtigung der Umstände des jeweiligen Einzelfalls, insbesondere der Art und Beschaffenheit der Vertiefung, ihrer Lage oder anderer besonderer Gegebenheiten beurteilen (…BGH, Urt. v. 27.10.1966 - III ZR 132/65, MDR 1967, 387 f.;… OLG Schleswig, Urt. v. 16.02.1989 - 11 U 283/87, VersR 1989, 627 ;… OLG Schleswig, Urt. v. 18.09.1997 - 11 U 102/96, MDR 1998, 104 ; OLG Celle, Urt. v. 23.12.1997 - 9 U 120/97, MDR 1998, 1031 f.;… OLG Brandenburg, Urt. v. 21.12.2007 - 2 U 9/07, [...] Rn. 17; OLG Köln, Beschl. v. 28.06.2000 - 22 W 22/00, NJW-RR 2001, 457 f.;… OLG Koblenz, Urt. v. 14.10.1998 - 1 U 591/96, OLGR 1999, 199 f.).