Source: https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/krankenversicherung-student/
Timestamp: 2017-10-19 00:00:04
Document Index: 331349961

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 58', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 10', '§ 10']

Krankenversicherung und Krankenversicherungspflicht für Studenten
vom 12. Mai 2014
Studenten sind in der Regel krankenversicherungspflichtig.
Zusätzliche Einnahmen werden nur ausnahmsweise „verbeitragt“, wenn Einkünfte von mehr als 450,00 € erzielt werden und wöchentlich mehr als 20 Stunden gearbeitet wird.
Studenten sind in der Regel familienversichert, pflichtversichert, freiwillig versichert oder privat versichert.
Studenten sind zumeist als Kinder oder als Ehegatten von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert. Hier entstehen für den Studenten keine Kosten.
Kinder sind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres versichert, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden oder ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leisten, § 10 Abs. 2 Nr. 3 1. Halbsatz SGB V.
Mögliche Unterbrechungen und/oder Verlängerungsmöglichkeiten werden ebenfalls in § 10 Abs. 2 Nr. 3 2. und 3. Halbsatz SGB V benannt:
Wird die Schul- oder Berufsausbildung durch Erfüllung einer gesetzlichen Dienstpflicht des Kindes unterbrochen oder verzögert, besteht die Versicherung auch für einen der Dauer dieses Dienstes entsprechenden Zeitraum über das 25. Lebensjahr hinaus. Dies gilt ab dem 1. Juli 2011 auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch den freiwilligen Wehrdienst nach § 58 b des Soldatengesetzes, einen Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes für die Dauer von höchstens zwölf Monaten.
b) Ehegatten
Mitversichert sind die Studenten ggf. auch über gesetzlich versicherte berufstätige Ehepartner ohne eine Altersgrenze.
Studierende, die nicht oder nicht mehr familienversichert sein können, weil Sie z. B. die Einkommensgrenze überschreiten oder älter als 25 sind, können sich zu einem relativ günstigen Beitragssatz selbst gesetzlich versichern. Allerdings gilt dies nur bis zur Vollendung des 14. Fachsemesters und/oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres, § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V.
In Ausnahmefällen ist eine Verlängerung möglich, vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 9 am Ende SGB V:
–	notwendiges Aufbaustudium im Anschluss an ein Erststudium
–	unter bestimmten Voraussetzungen bei Erlangung der schulischen Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg
–	Pflege von kranken oder behinderten Familienangehörigen
–	eigene Krankheit über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten
–	eigene Behinderung (max. Verlängerung: 7 Semester)
–	Geburt eines Kindes und anschließende Kindesbetreuung (max. Verlängerung: 6 Semester)
–	freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr
–	Wehr- oder Zivildienst
–	Mitarbeit in Hochschulgremien
Ab dem 30. Lebensjahr und nach dem 14. Fachsemester kann sich dann der Student freiwillig versichern. Es gibt zumeist einen günstigen “Examenstarif” für max. 6 Monate.
Wer weder in der studentischen Krankenversicherung versichert werden kann noch den gerade besprochenen Übergangstarif in Anspruch nehmen kann, für den bleibt nur die “normale” freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung. Es gilt dann in der Regel der Mindestbetrag für freiwillige Versicherte der jeweiligen Krankenkasse. Dazu kommt dann ggf. noch der Betrag für die Pflegeversicherung.
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