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Timestamp: 2016-10-22 19:46:05
Document Index: 269540836

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 17/07 (30.10.2007)
U 17/07
S.________, 1965, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Volker Pribnow, Stadtturmstrasse 10, 5400 Baden,
Der 1965 geborene S.________ ist bei der Firma X.________ t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Er erlitt am 5. April 2003 einen Verkehrsunfall. Der von ihm gelenkte Mercedes-Benz 190 E prallte mit der rechten Frontecke auf den hinteren rechten Seitenbereich eines entgegenkommenden, �ber die vom Versicherten benutzte Fahrspur hinweg abbiegenden Renault Espace. Die am 7. April 2003 aufgesuchte Frau Dr. med. A.________, FMH f�r Innere Medizin, diagnostizierte ein HWS-Distorsionstrauma und best�tigte eine Arbeitsunf�higkeit. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Mit Verf�gung vom 28. Juli 2005 er�ffnete sie S.________ die Einstellung der Leistungen auf den 31. Juli 2005. Sie verneinte zudem einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung. Zur Begr�ndung wurde ausgef�hrt, die noch bestehenden Beschwerden st�nden nicht in einem kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 5. April 2003. Daran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin fest (Einspracheentscheid vom 6. Januar 2006).
Die von S.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 27. September 2006 ab.
S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei der kantonale Gerichtsentscheid aufzuheben und die SUVA zu verpflichten, �ber den 31. Juli 2005 hinaus die gesetzlichen Leistungen, insbes. Taggeld und Heilbehandlung, zu erbringen.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung aus dem Unfall vom 5. April 2003 �ber den 31. Juli 2005 hinaus.
Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Es betrifft dies zun�chst den f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst anderem vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) mit den sich dabei stellenden Beweisfragen. Richtig wiedergegeben ist auch die Rechtsprechung zum �berdies erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) sowie bei klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen), bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133) und bei Schleudertraumen der Halswirbels�ule (HWS) ohne organisch (hinreichend) nachweisbare Folgesch�den (BGE 117 V 359) im Besonderen.
Das kantonale Gericht hat die Frage nach einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 5. April 2003 nicht abschliessend beantwortet. Dies ist nicht zu beanstanden, wenn die streitige Leistungspflicht ohnehin mangels Ad�quanz zu verneinen ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c), zu welchem Ergebnis die Vorinstanz im Weiteren gelangt ist.
3.1 Hiebei ist zun�chst festzustellen, dass nach Lage der medizinischen Akten kein unfallbedingtes organisches Substrat gefunden werden konnte, welches die weiterhin geklagten Beschwerden zu erkl�ren verm�chte. Anders als bei somatisch ausgewiesenen Gesundheitssch�digungen nach Unfall, bei welchen der ad�quate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem nat�rlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen), hat demnach eine spezielle Ad�quanzpr�fung zu erfolgen. Das ist insoweit auch nicht umstritten.
3.2 Uneins sind sich die Parteien in der Beantwortung der Frage, ob die Ad�quanz, wie vom Unfallversicherer entschieden, gem�ss den bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grunds�tzen oder aber, wie der Beschwerdef�hrer geltend machen l�sst, nach der Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen ist. Diesem Gesichtspunkt kann insofern Bedeutung zukommen, als nach der letztgenannten Praxis, anders als im Falle einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall, bei der Pr�fung der abh�ngig von der Unfallschwere in die Ad�quanzbeurteilung einzubeziehenden unfallbezogenen Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird, weil es hier nicht entscheidend ist, ob Beschwerden eher als organischer und/oder psychischer Natur beurteilt werden (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367 und 369 E. 4b S. 382 f.).
3.3 Ob die bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grunds�tze oder die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gelangt, kann mit dem kantonalen Gericht offen gelassen werden, wenn der ad�quate Kausalzusammenhang selbst nach der letztgenannten Praxis zu verneinen w�re. Diesfalls muss auch nicht n�her auf die vom Unfallversicherer aufgeworfene Frage eingegangen werden, welche Beschwerden in welchem Zeitabstand (Latenzzeit) zum Unfall vorzuliegen haben, damit die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis gerechtfertigt ist.
3.4 F�r die Ad�quanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzukn�pfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.). Das kantonale Gericht hat die Kollision vom 5. April 2003 als mittelschwer an der Grenze zu den leichten Unf�llen eingeordnet.
Diese Beurteilung ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs richtig. Jedenfalls liegt kein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen, wie er in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, vor (vgl. die in RKUV 2005 Nr. U 555 S. 322 E. 3.4.1, U 458/04, und Nr. U 548 S. 228 E. 3.2.2, U 306/04, aufgef�hrten Beispiele).
Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umst�nden, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtw�rdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367), m�ssten demnach f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.).
Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, es sei einzig und nicht in besonders ausgepr�gter Weise das Kriterium der Dauerbeschwerden erf�llt. Demgegen�ber l�sst der Beschwerdef�hrer die im Folgenden behandelten weiteren Kriterien geltend machen.
Als besonders eindr�cklich kann der Unfall entgegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht betrachtet werden. Die Kollision, wie sie in den Akten, namentlich im Polizeirapport vom 6. Mai 2003 und in der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 21. Januar 2004, beschrieben wird, unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Unfallereignissen, bei welchen dieses Kriterium regelm�ssig verneint wurde (vgl. etwa die Praxis�bersicht in SZS 2001 S. 413 ff.). Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist mit der Vorinstanz, welche die hief�r massgebliche Rechtsprechung zutreffend wiedergegeben hat, klar zu verneinen. Gleiches gilt f�r die Kriterien der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Was hiegegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Selbst wenn sodann das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunf�higkeit - ohne n�here Pr�fung - bejaht w�rde, w�re es jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben. Es fehlt mithin gesamthaft sowohl an einem in dieser besonderen Auspr�gung gegebenen Kriterium als auch an der geh�uften oder besonders auffallenden Erf�llung mehrerer Kriterien. Unfallversicherer und Vorinstanz haben einen weiteren Leistungsanspruch somit zu Recht mangels eines rechtserheblichen Zusammenhangs der noch geklagten Beschwerden zum Unfall vom 5. April 2003 verneint.
i.V. Lustenberger Lanz