Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=03.08.2000&Aktenzeichen=3%20C%2030.99
Timestamp: 2019-11-19 18:40:37
Document Index: 183803432

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 1', '§ 9', '§ 42', '§ 1', '§ 114', '§ 54', '§ 101', '§ 42', '§ 42', '§ 101', '§ 42']

BVerwG, 03.08.2000 - 3 C 30.99 - dejure.org
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BVerwG, 03.08.2000 - 3 C 30.99 (https://dejure.org/2000,900)
BVerwG, Entscheidung vom 03.08.2000 - 3 C 30.99 (https://dejure.org/2000,900)
BVerwG, Entscheidung vom 03. August 2000 - 3 C 30.99 (https://dejure.org/2000,900)
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GG Art. 2 Abs. 1, 3 Abs. 1, 19 Abs. 3 und 4; KHG §§ 1, 17, 18; BPflV § 9; VwGO § 42 Abs. 2; SGB IV § 1; SGB VII § 114
Krankenhauspflegesätze; Genehmigung von Krankenhauspflegesätzen; Anfechtung der -; Sozialleistungsträger; Berufsgenossenschaft; Klagebefugnis gegen Pflegesatzgenehmigung; Pflegesatzvereinbarung; Vertragsparteien der Pflegesatzvereinbarung
Rechtmäßigkeit einer Pflegesatzgenehmigung; Zugehörigkeit zu den Parteien der Pflegesatzvereinbarung; Möglichkeit der Anfechtung einer Pflegesatzgenehmigung durch einen Dritten (Klagebefugnis); Grundrechtsfähigkeit von Trägern von Sozialversicherung
VG Hannover, 26.11.1996 - 5 A 6829/94
OVG Niedersachsen, 15.12.1998 - 11 L 165/97
BVerwG, 27.07.1999 - 3 B 76.99
BVerwGE 111, 354
NJW 2001, 909
NVwZ 2001, 436 (Ls.)
VersR 2002, 81
DVBl 2001, 563
DÖV 2001, 425
Eine Anfechtungsbefugnis ist also gegeben, wenn der maßgeblichen Norm ein Rechtssatz zu entnehmen ist, der zumindest auch den Individualinteressen des Anfechtenden zu dienen bestimmt ist; nicht ausreichend ist dagegen eine Reflexwirkung in dem Sinne, dass sich aus einer im Interesse der Allgemeinheit oder im Interesse eines bestimmten Personenkreises erlassenen Norm zugleich auch eine Begünstigung einzelner Dritter ergibt (…BSG SozR 3-1500 § 54 Nr. 40;… SozR 3-2500 § 101 Nr. 4; BVerwGE 111, 354, 357 = NJW 2001, 909 mwN).
Da die Klägerinnen nicht Adressaten des von ihnen mit den Hauptanträgen begehrten bzw. angefochtenen Verwaltungsaktes sind, kommt es darauf an, ob sie sich für ihre Begehren auf eine öffentlich-rechtliche Norm stützen können, die nach dem in ihr enthaltenen Entscheidungsprogramm auch sie als Dritte schützt (stRspr, vgl. z.B. Urteil vom 3. August 2000 - BVerwG 3 C 30.99 - Buchholz 310 § 42 Abs. 2 VwGO Nr. 7 S. 12 m.w.N.).
Voraussetzung hierfür ist, dass sich aus individualisierenden Tatbestandsmerkmalen der entsprechenden Norm ein Personenkreis entnehmen lässt, der sich hinreichend von der Allgemeinheit unterscheidet (…stRspr, vgl. u.a. BVerwG, Urteile vom 28. November 2007 - 6 C 42.06 - BVerwGE 130, 39 Rn. 11 und vom 3. August 2000 - 3 C 30.99 - BVerwGE 111, 354 m.w.N.).
Für die Träger der Sozialversicherung trifft diese Ausnahme nicht zu (BVerfG, Beschluss vom 9. April 1975 - 2 BvR 879/73 - BVerfGE 39, 302 ; BVerwG, Urteil vom 3. August 2000 - BVerwG 3 C 30.99 - BVerwGE 111, 354 = Buchholz 310 § 42 Abs. 2 VwGO Nr. 7).
Ein subjektives öffentliches Recht liegt vor, wenn ein Rechtssatz des öffentlichen Rechts nicht nur öffentlichen Interessen, sondern - zumindest auch - Individualinteressen derart zu dienen bestimmt ist, dass die Träger der Individualinteressen die Einhaltung des Rechtssatzes sollen verlangen können (sog. Schutznormtheorie;… vgl. zu diesen Voraussetzungen BVerwG, Urteile vom 15.11.1985 - 8 C 43.83 -, a.a.O., S. 229 f., m.w.N., vom 21.12.1995 - 3 C 34.94 -, a.a.O., S. 233, und vom 3.8.2000 - 3 C 30.99 -, BVerwGE 111, 354, 357).
Drittschutz vermitteln jedoch nur solche Vorschriften, die nach dem in ihnen enthaltenen, durch Auslegung zu ermittelnden Entscheidungsprogramm auch der Rücksichtnahme auf Interessen eines individualisierbaren, dh sich von der Allgemeinheit unterscheidenden Personenkreis dienen (…vgl zuletzt: Senatsurteil vom 10. Mai 2000 - BSG SozR 3-2500 § 101 Nr. 4 S 22; BVerwG NJW 2001, 909).
Drittschutz vermitteln jedoch nur solche Vorschriften, die nach dem in ihnen enthaltenen, durch Auslegung zu ermittelnden Entscheidungsprogramm für die Behörde auch der Rücksichtnahme auf Interessen eines individualisierbaren, d.h. sich von der Allgemeinheit unterscheidenden Personenkreises dienen (stRspr, vgl. zuletzt z.B. BVerwG Urteil vom 10.10.2002 - 6 C 8.01 -, BVerwGE 117, 93 ; Urteil vom 03.08.2000 - 3 C 30.99 -, BVerwGE 111, 354 ).
Allerdings ist den staatlichen Körperschaften ein Grundrechtsschutz grundsätzlich versagt (stellvertretend: BVerwGE 111, 354, 360 = Buchholz 310 § 42 Abs. 2 VwGO Nr. 7 S 14 = DVBl 2001, 563, 565; BVerfGE 75, 192, 196 ff = DVBl 1987, 844 jeweils mwN).
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.07.2009 - 12 A 788/09
OVG Nordrhein-Westfalen, 17.05.2011 - 2 A 1202/10
Nutzungsverbot ggü. Pächter: Verpächter klagebefugt?
VG Stuttgart, 16.11.2011 - 12 K 2286/11
Drittschutz bei Aufnahme in eine Grundschule
VG Stuttgart, 09.08.2011 - 12 K 2293/11
Antragsbefugnis; Schulordnungsrecht; Schulrecht - Aufnahme in Grundschule; …
VG Gera, 08.08.2002 - 4 K 488/02
Bauplanungs-, Bauordnungs- und Städtebauförderungsrecht; Klagebefugnis; …