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Timestamp: 2020-01-19 08:47:12
Document Index: 10148445

Matched Legal Cases: ['§ 2050', '§ 2055', '§ 2050', '§ 2055', '§ 2315', '§ 2315']

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| 26.03.2015 10:42 |
Zusammenfassung: Ist eine Übertragung eines Grundstücks zu Lebzeiten bei der Pflichtteilsberechnung zu berücksichtigen?
vor 11 Jahren haben mir meine Eltern ihr Haus überschrieben. Sie haben lebenslanges Niesbrauchrecht. Ich habe noch 2 Geschwister. Meine Frage: Muss ich meine Geschwister nach dem Tod meiner Eltern noch einen Pflichtteil von meinem Haus auszahlen? Ich bin im
Grundbuch rechtmässig eingetragen
Haus Haus Schenkung BGB Frage
Zunächst müssen Sie zwischen Erbteil und Pflichtteil unterscheiden. Pflichtteilsansprüche kommen nur Betracht, soweit Ihre zwei Geschwister enterbt, also vom Erbe ausgeschlossen wurden.
Wurden Ihre Geschwister nicht enterbt und kommt es zu einer Erbauseinandersetzung zu gleichen Teilen, so gilt nach §§ 2050 ff. BGB, dass Zuwendungen, die der Erblasser zu Lebzeiten einem Kind gemacht hat, nach seinem Tod zwischen den Kindern, wenn sie Erben geworden sind, auszugleichen sind.
Im Rahmen einer Erbauseinandersetzung müssten Sie sich den Wert der Zuwendung folglich auf Ihren Erbteil angerechnet lassen, § 2055 BGB. Die Zuwendung, die Sie erhalten haben wird nach § 2050 Abs. 1, §§ 2055, 2057a BGB erst bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung gebracht.
Anders sieht es aus, wenn Ihre Geschwister von Ihren Eltern enterbt wurden. Nur dann stellt sich schließlich die Frage, welche Pflichtteilsansprüche Ihren Geschwistern zustehen. Hier gilt:
Sollten Ihre Eltern bei der Übertragung nicht bestimmt haben, dass die Übertragung des Hauses auf Sie bei den Pflichtteilsanteilen berücksichtigt werden müssen, so müssen Sie sich diese Schenkung bei der Pflichtteilsberechnung Ihrer Geschwister auch nicht anrechnen lassen. Die Bestimmung zur Anrechnung gem. § 2315 BGB muss gleichzeitig mit der Schenkung festgelegt werden.
Ist dies nicht erfolgt, so wird die Zuwendung bei der Berechnung des Pflichtteils nicht berücksichtigt. Selbst in einem späteren Testament ist eine solche nachträgliche Festlegung der Zuwendung nicht mehr möglich. Eine nachträgliche Anrechnungsbestimmung, wie sie auf den Erbteil rechtlich möglich ist, funktioniert beim Pflichtteil nämlich nicht, vgl. § 2315 BGB.
Nachfrage vom Fragesteller	26.03.2015 | 12:01
Also haben die beiden keinen Anspruch mehr auf das Haus was wir ihm überschrieben haben.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2015 | 12:11
Ihre Nachfrage möchte ich verbindlich wie folgt beantworten:
Die Schenkung muss bei der Pflichtteilsberechnung nicht angerechnet werden, wenn:
- die übrigen Kinder enterbt wurden und
- bei der Übertragung des Grundstücks durch die Erblasser nicht bestimmt wurde, dass die Übertragung des Hauses bei den Pflichtteilsanteilen berücksichtigt werden muss.
Bewertung des Fragestellers 26.03.2015 | 12:31
"Hat mir gut geholfen. Alles verstanden. Danke schön"
Hat mir gut geholfen. Alles verstanden. Danke schön