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Timestamp: 2016-10-22 07:05:36
Document Index: 332938099

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 78', 'Art. 14', 'Art. 28', 'Art. 3', 'Art. 79', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 24', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 130', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 64', 'Art. 130', 'Art. 14', 'Art. 24', 'Art. 14', 'Art. 130', 'Art. 130', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 130', 'Art. 110', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 14', 'Art. 3', 'Art. 14', 'Art. 148', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 14', 'Art. 5', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 130', 'Art. 3', 'Art. 24', 'Art. 14', 'Art. 148', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 130', 'Art. 130', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 47', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 130', 'Art. 14', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 28', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 130', 'Art. 4', 'Art. 47', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2']

115 Ib 689. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 4. April 1989 i.S. Bundesamt f�r Polizeiwesen gegen Staatsanwaltschaft und �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt, Internationale Genossenschaftsbank AG sowie Fritz Naphtali-Stiftung (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Entraide internationale en mati�re p�nale. Notion d'escroquerie fiscale; exigence du respect de la proportionnalit�; secret bancaire; notion de tiers non impliqu�; d�fauts de la proc�dure au sens de l'art. 2 EIMP, d�lit politique. 1. Confirmation de la jurisprudence selon laquelle il convient de se r�f�rer, pour interpr�ter la notion d'escroquerie fiscale de l'art. 3 al. 3, 2e phrase EIMP, � la disposition de l'art. 14 al. 2 DPA, et ainsi � la d�finition de l'escroquerie donn�e par l'art. 148 CP et la jurisprudence du Tribunal f�d�ral y relative (consid. 3). 2. En l'esp�ce, la demande de renseignement concernant deux comptes bancaires ne constitue pas une violation du principe de la proportionnalit�, aussi applicable en mati�re d'entraide (consid. 4a) et ne conduit pas non plus � affaiblir le secret bancaire (consid. 4b). 3. Ne sont pas des tiers non impliqu�s dans la proc�dure au sens de l'art. 10 al. 1 EIMP, le d�tenteur des comptes bancaires concern�s par les faits soumis � l'enqu�te, et la banque elle-m�me, aupr�s de laquelle les comptes sont d�pos�s (consid. 4c). 4. L'enqu�te relative aux faits qui sont l'objet de la demande d'entraide sera men�e dans l'Etat requ�rant par des agents des tribunaux ind�pendants des instances politiques. Que ces faits touchent � une affaire de financement des partis ne permet pas � la Suisse de refuser l'entraide judiciaire en se fondant sur l'art. 2 let. a CEEJ, respectivement les art. 2 let. b/c et 3 al. 1 EIMP (consid. 5). Il n'y a pas non plus de raison d'admettre que la proc�dure p�nale concernant les personnes accus�es dans l'Etat requ�rant pr�senterait d'autres d�fauts graves au sens de l'art. 2 let. d EIMP (consid. 6). Faits � partir de page 69
Die Staatsanwaltschaft in Bonn, Bundesrepublik Deutschland (BRD), f�hrt gegen X. und Y. als Verantwortliche der Friedrich Ebert-Stiftung (eingetragener Verein in Bonn) ein steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Spenden, welche �ber die genannte Stiftung und die israelische Fritz Naphtali-Stiftung via deren Nummernkonten bei der Internationalen Genossenschaftsbank AG Basel (Ingeba AG) der Sozialdemokratischen BGE 115 Ib 68 S. 70Partei Deutschlands (SPD) zugeleitet worden sein sollen. X. wird vorgeworfen, er habe als Gesch�ftsf�hrer der Friedrich Ebert-Stiftung von 1974 bis 1980 durch unwahre Angaben �ber den Verwendungszweck von Spenden gegen�ber dem zust�ndigen Finanzamt Bonn-Innerstadt fortgesetzt K�rperschafts- und Verm�genssteuern zu Gunsten des Vereins im Gesamtbetrag von 11 Millionen DM hinterzogen sowie von 1976 bis 1980 fortgesetzt zahlreichen Steuerpflichtigen Beihilfe zur Verk�rzung von Ertragssteuern (Einkommens- und K�rperschaftssteuern) im Gesamtbetrag von 1,3 Millionen DM geleistet, indem er diesen Steuerpflichtigen unrichtige Spendenbescheinigungen ausgestellt habe bzw. habe ausstellen lassen. Y. wird beschuldigt, als Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich Ebert-Stiftung fortgesetzt Beihilfe zur Hinterziehung von K�rperschafts- und Verm�genssteuern zu Gunsten des Vereins geleistet zu haben.
Im Rahmen dieser Strafuntersuchung richtete der Leitende Oberstaatsanwalt in Bonn am 13. M�rz 1986 �ber den Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen gest�tzt auf Art. VIII Abs. 2 des deutsch-schweizerischen Zusatzvertrages zum E�R und die von der BRD am 5. Dezember 1983 abgegebene Gegenseitigkeitserkl�rung ein Rechtshilfeersuchen an das Bundesamt f�r Polizeiwesen (BAP) mit dem Begehren, die Nummernkonten 13 365 113 und 14 169 113 (Konteninhaber: Fritz Naphtali-Stiftung) bei der Ingeba AG in Basel seien zu beschlagnahmen. Auf Aufforderung des BAP hin erg�nzte die Staatsanwaltschaft Bonn das Ersuchen mit Schreiben vom 13. August 1986.
Das BAP �berpr�fte das Ersuchen im Sinne von Art. 78 IRSG und stellte fest, dass dieses den formellen Erfordernissen gem�ss Art. 14 E�R und Art. 28 IRSG entspreche. Insbesondere erachtete es die Rechtshilfe im Lichte von Art. 3 Abs. 3 IRSG als "grunds�tzlich" zul�ssig. Diesbez�glich st�tzte es sich auf die Stellungnahme der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung (EStV).
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, an die das BAP das Ersuchen zum Vollzug gesandt hatte, pr�fte dieses ihrerseits gest�tzt auf Art. 79 IRSG und �berzeugte sich "unabh�ngig von den Bundesbeh�rden von der Zul�ssigkeit der Rechtshilfe", wie der Erste Staatsanwalt in seiner Verf�gung vom 12. August 1986 festhielt. Entsprechend ordnete er in Anwendung von �� 68 ff. StPO/BS die Beschlagnahme der Unterlagen der beiden Bankkonten Nrn. 13 365 113 und 14 169 113 bei der Ingeba AG in Basel an. Die Beschlagnahme wurde am 13. August 1986 in Anwesenheit der BGE 115 Ib 68 S. 71beiden Generaldirektoren sowie des Rechtsvertreters der Ingeba AG in den R�umlichkeiten der Bank in Basel vollzogen.
Am 14. August bzw. 1. September 1986 erhoben die Ingeba AG und die Fritz Naphtali-Stiftung Rekurs an die �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt mit dem Antrag, der Entscheid betreffend Rechtshilfegew�hrung sowie die Beschlagnahmeverf�gung und die Beschlagnahme selber seien aufzuheben.
Mit Beschluss vom 27. Oktober 1987 hiess die �berweisungsbeh�rde die beiden Rekurse gut, hob die Beschlagnahmeverf�gung der Staatsanwaltschaft auf und wies das Rechtshilfebegehren der Bonner Staatsanwaltschaft ab.
Hiergegen erhob das Bundesamt f�r Polizeiwesen Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mit folgenden Antr�gen:
2. Der angefochtene Beschluss der �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt sei aufzuheben.
3. Die vom Leitenden Oberstaatsanwalt in Bonn am 13. M�rz 1986 in dieser Sache verlangte Rechtshilfe sei zu bewilligen."
Das Bundesgericht hat die Beschwerde im Sinne der Erw�gungen gutgeheissen und den Entscheid der �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt vom 27. Oktober 1987 aufgehoben.
3. a) aa) Die �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel- Stadt h�lt im wesentlichen daf�r, dass sich der Begriff des Abgabebetruges gem�ss Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 111 Ib 242 ff.) nicht mit demjenigen des Art. 14 VStrR decke, auch wenn Art. 24 Abs. 1 IRSV f�r die Legaldefinition des Abgabebetruges auf Art. 14 Abs. 2 VStrR verweise. Mit MAX WIDMER (Die internationale Rechtshilfe bei Abgabebetrug, in: ASA 51/1983, S. 513 ff.) und BEATRICE WAGNER (Die Voraussetzungen f�r die Gew�hrung internationaler Rechtshilfe in Strafsachen, in: BJM 1985, S. 113 ff.) sei festzustellen, dass sich die Heranziehung von Art. 14 VStrR zur Beurteilung der "objektiven Merkmale" f�r die Strafbarkeit nur vertreten liesse, soweit die ausl�ndischen Abgaben mit denen des Verwaltungsstrafrechts des Bundes (z.B. Warenumsatzsteuer, Stempelabgaben, Verrechnungssteuer) vergleichbar seien. F�r die der direkten Bundessteuer vergleichbaren direkten ausl�ndischen Steuern sei aber die strengere Bestimmung des Art. 130bis des BGE 115 Ib 68 S. 72Bundesratsbeschlusses �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt, SR 642.11) massgebend, derzufolge eine Bestrafung f�r Abgabebetrug nur bei Vorliegen einer Urkundenf�lschung m�glich sei (WIDMER, a.a.O., insb. S. 521 ff., und WAGNER, a.a.O., insb. S. 123/ 125). Mit WIDMER (a.a.O., S. 521-523) sei festzustellen, dass Art. 24 Abs. 1 IRSV f�r die Steuern des Bundes und der Kantone vom Einkommen und Verm�gen und f�r andere kantonale Abgaben gegen Art. 64 Abs. 1 IRSG verstosse. Denn bei der Umschreibung des Steuerbetrugs f�r die direkten Bundessteuern (Art. 130bis BdBSt) habe seinerzeit der Gesetzgeber bewusst und in voller Kenntnis der abweichenden Regelung im Verwaltungsstrafrecht (Art. 14 VStrR) die engere, auf die Urkundenf�lschung abstellende Fassung gew�hlt. Trotz des Hinweises in Art. 24 Abs. 1 IRSV sei im Bereich der Einkommens- und Verm�genssteuern somit nicht Art. 14 VStrR anzuwenden, sondern bei diesen Steuerarten d�rfe Rechtshilfe nur unter den Voraussetzungen des Art. 130bis BdBSt geleistet werden. Die im Rechtshilfegesuch umschriebenen Abgaben (K�rperschafts-, Einkommens- und Verm�genssteuern bzw. Ertragssteuern) entspr�chen durchwegs den schweizerischen direkten Bundes- und Kantonssteuern, deren Hinterziehung nur dann strafbar sei, wenn ein Betrug mittels Urkundenf�lschung im Sinne von Art. 130bis BdBSt objektiv erf�llt sei. Im vorliegenden Fall seien aber die erforderlichen qualifizierenden Momente jedenfalls der Urkundenf�lschung im engern Sinn nicht gegeben, so dass nach dem restriktiven Auslegungserfordernis in bezug auf die Ausnahmef�lle des Art. 3 Abs. 3 IRSG dem Rechtshilfegesuch schon -aus diesem Grund nicht stattgegeben werden k�nne.
Die privaten Beschwerdegegnerinnen sind im wesentlichen derselben Auffassung wie die �berweisungsbeh�rde.
Das BAP erachtet die Ausf�hrungen der �berweisungsbeh�rde, wonach bei Rechtshilfebegehren zur Abkl�rung von Hinterziehungen bei direkten Steuern immer das Element der Urkundenf�lschung gegeben sein m�sse, als unzutreffend. Es macht geltend, die von der �berweisungsbeh�rde vorgenommene Auslegung des Begriffs des Abgabebetruges im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG stehe im Widerspruch zu den Gesetzesmaterialien und den vom Bundesgericht in BGE 111 Ib 242 ff. entwickelten Grunds�tzen und verletze daher Bundesrecht (Art. 104 lit. a OG). Der Entscheid �ber die Zul�ssigkeit der Rechtshilfe gem�ss Art. 3 Abs. 3 IRSG m�sse allein nach schweizerischem Recht gef�llt werden; das BGE 115 Ib 68 S. 73deutsche Recht sei in diesem Zusammenhang unbeachtlich. Des weitern sei hier zu ber�cksichtigen, dass die Unterscheidung des schweizerischen Rechts zwischen Steuerbetrug als mit strafrechtlichen Mitteln zu untersuchende Tat und Steuerhinterziehung im Ausland unbekannt sei; die in der Schweiz geltende Verfahrensordnung f�r Steuerwiderhandlungen sei einmalig. W�rde man so argumentieren wie die �berweisungsbeh�rde, so h�tte die Mehrzahl der bisher erhaltenen und vollzogenen Rechtshilfeersuchen in F�llen von Abgabebetrug a priori abgelehnt werden m�ssen (so auch in dem in BGE 111 Ib 242 ff. geschilderten Fall). Gegen die �berlegungen der �berweisungsbeh�rde spreche ferner auch die Tatsache, dass bei der Beurteilung der beidseitigen Strafbarkeit nicht auf das Prinzip der identischen Norm abgestellt werde, d.h. dass gerade nicht zu verlangen sei, dass der untersuchte Sachverhalt in beiden Staaten strafrechtlich gleich qualifiziert werden m�sse (BGE 110 Ib 180 ff. E. 5 mit Hinweisen). Auch damit, dass die �berweisungsbeh�rde die Beurteilung der Gegenstand des Ersuchens bildenden Straftaten nach � 370 Abs. 3 Ziff. 4 der Abgabenordnung 1977 anstatt nach schweizerischem Recht vorgenommen habe, habe sie Bundesrecht verletzt (Art. 104 lit. a OG). Im �brigen gehe die �berweisungsbeh�rde fehl, wenn sie die von X. ausgestellten Bescheinigungen als blosse Erkl�rungen der Steuerpflichtigen und nicht als Urkunden qualifiziere. Da es sich um Dokumente handle, die von Dritten ausgestellt worden seien, k�nnten sie nicht einer Steuererkl�rung gleichgestellt werden. Diese Tatsache h�tte an sich auch die �berweisungsbeh�rde zum Schluss f�hren m�ssen, dass ein Steuerbetrug vorliege, auch wenn sie die Pr�fung zu Unrecht auf Art. 130bis BdBSt eingeengt habe. Diese Bestimmung spreche n�mlich ausdr�cklich von "Bescheinigungen Dritter". Aus dem Rechtshilfeersuchen gingen ausserdem die Umst�nde und der Inhalt der Bescheinigungen mit aller Deutlichkeit hervor, so dass an ihrer Qualifikation als Urkunde im Sinne von Art. 110 Ziff. 5 StGB nicht gezweifelt werden k�nne. Die Bescheinigungen seien bestimmt und geeignet gewesen, den Beweis gegen�ber den Steuerbeh�rden zu erbringen, dass die Zuwendungen steuerlich beg�nstigt behandelt werden m�ssten. Damit liege eine Verwendung einer falschen Urkunde vor, weshalb die Hinterziehung der Steuern als arglistig erfolgt und damit als rechtshilfef�hige Tat erscheine. Des weitern sei festzustellen, dass sich die �berweisungsbeh�rde nicht ge�ussert habe, wie der Bericht der Wirtschaftspr�fungsgesellschaft in der Angelegenheit qualifiziert BGE 115 Ib 68 S. 74werden m�sse. Die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen lasse keinen Zweifel daran, dass auch hier eine Verwendung einer falschen Urkunde zur T�uschung der Steuerbeh�rden vorgelegen habe, womit ebenfalls ein Abgabebetrug im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG verwirklicht worden sei. Die Feststellung der �berweisungsbeh�rde schliesslich, der Sachverhalt gem�ss Ersuchen sei zu unvollst�ndig, um einen Entscheid zu erlauben, erstaune sehr. Tats�chlich sei es der EStV als Fachinstanz und auch der ersten Instanz im Kanton Basel-Stadt ohne weiteres m�glich gewesen, die Qualifikation der Rechtshilfef�higkeit vorzunehmen. Wollte man von der ersuchenden Beh�rde weitere Angaben verlangen, so liefe dies auf eine Vorwegnahme des Strafprozesses in der Schweiz hinaus. Dies w�rde jedoch Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens widersprechen und sei deshalb abzulehnen. Das BAP sei der Auffassung, der Leitende Oberstaatsanwalt in Bonn habe gen�gende Verdachtsmomente f�r einen Abgabebetrug dargelegt, so dass die Voraussetzungen zur Rechtshilfeerteilung erf�llt seien.
bb) Was unter Abgabebetrug im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG zu verstehen ist, hat das Bundesgericht im Entscheid BGE 111 Ib 242 ff. eingehend er�rtert. Die seitherige, wiederholt best�tigte bundesgerichtliche Rechtsprechung (s. BGE 114 Ib 56 ff.; ferner teilweise zur Ver�ffentlichung bestimmtes Urteil vom 6. Dezember 1988 i.S. C. AG und nicht ver�ffentlichte Urteile vom 6. Mai 1988 i.S. Bank S. sowie vom 4. Januar 1988 i.S. A.) st�tzt sich auf die Gesetzesmaterialien und auch auf die mehrheitliche Literatur (s. die Hinweise in BGE 111 Ib 245 ff. E. 4). Ebenfalls CURT MARKEES (Internationale Rechtshilfe in Strafsachen, SJK Nrn. 423a S. 26 ff. und 423b S. 19 ff.), dessen Ausf�hrungen im Zeitpunkt des Entscheids BGE 111 Ib 242 ff. noch nicht vorlagen, unterst�tzt die darin entwickelten Grunds�tze einl�sslich. Die von WIDMER (a.a.O., S. 513 ff.) und gest�tzt auf diesen auch von WAGNER (a.a.O., S. 113 ff.) vertretene Argumentationsweise, wie sie von der �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt �bernommen worden ist, ist demgegen�ber vereinzelt.
Der Begriff des Abgabebetruges wird vom IRSG nicht umschrieben, w�hrend sich Art. 24 Abs. 1 IRSV darauf beschr�nkt, auf Art. 14 Abs. 2 VStrR zu verweisen. Aus den Protokollen der Kommissionen der eidgen�ssischen R�te und aus den Ratsprotokollen selber geht indes klar hervor, dass mit Abgabebetrug im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG das in Art. 14 Abs. 2 VStrR in Anlehnung an Art. 148 StGB umschriebene und mit Freiheitsstrafe BGE 115 Ib 68 S. 75bedrohte Verhalten angesprochen ist (s. die Hinweise in BGE 111 Ib 246 f. E. 4a; ferner die einl�ssliche Darstellung der Entstehungsgeschichte des zweiten Satzes des Art. 3 Abs. 3 IRSG bei LIONEL FREI, Die Rechtshilfe bei Abgabebetrug, in: ASA 50/1982, S. 339 f.; ferner MARKEES, a.a.O., SJK Nrn. 423a, S. 26 ff., und 423b, S. 19 ff.). Als Abgabebetrug zu bestrafen ist danach das Vorenthalten einer (direkten oder indirekten) Steuer (s. Sten.Bull. NR vom 12. Juni 1979, S. 678, und Sten.Bull. StR vom 4. Juni 1980, S. 209), einer andern Abgabe (s. hiezu ROBERT PFUND, Das neue Verwaltungsstrafrecht des Bundes, unter besonderer Ber�cksichtigung des Steuerstrafrechts, in: ASA 42/1973, S. 162), eines Beitrags oder einer andern - dem Gemeinwesen zu erbringenden - Leistung in erheblichem Betrag mit den in Art. 14 Abs. 1 VStrR umschriebenen Mitteln. Rechtshilfe sollte f�r alle schwerwiegenden Fiskaldelikte gew�hrt werden, wie sich den Protokollen der Kommissionen der R�te klar entnehmen l�sst (vgl. NR-Kommissionssitzung vom 29./30. Mai 1978, Protokoll- Nummern 221, 239, 243 und 263). Ebenso zweifelsfrei ergibt sich aus den Diskussionen der eidgen�ssischen R�te und ihrer Kommissionen, dass auch und gerade in Verfahren wegen betr�gerischer Hinterziehung der allgemeinen Steuern vom Einkommen und vom Verm�gen die Rechtshilfe nicht ausgeschlossen werden sollte (vgl. Protokolle der Sitzungen der NR-Kommission vom 29./30. Mai 1978, 30./31. Oktober 1978 und 12./13. Februar 1979 sowie der StR-Kommission vom 8. Mai 1980, ferner Sten.Bull. NR vom 12. Juni 1979, S. 660 ff., und StR vom 4. Juni 1980, S. 209 ff.).
Wegen der Uneinheitlichkeit der Objekte der Abgabenerhebung k�nnen sich nat�rlich f�r die in einem Verfahren wie dem vorliegenden zu beachtende beidseitige Strafbarkeit (Art. 5 Ziff. 1 lit. a E�R, Erkl�rung der Schweiz zu Art. 5 Ziff. 1 E�R) besondere Probleme ergeben. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, nach welchem Recht sich die objektiven Merkmale des Abgabebetruges zu richten haben. Nach WIDMER (a.a.O., S. 521) d�rfen diese Merkmale nur dem Gesetz entnommen werden, "das in der Schweiz f�r die gleiche oder vergleichbare Steuer gilt". Diese Auffassung verkennt, dass Rechtshilfe nicht wegen eines in der Schweiz allgemein gesetzlich als Steuerbetrug qualifizierten und bezeichneten Delikts geleistet wird, sondern wegen eines tats�chlichen Vorkommnisses, eines Lebensgeschehnisses (vgl. dazu f�r die Auslieferung: HANS SCHULTZ, Das schweizerische Auslieferungsrecht, BGE 115 Ib 68 S. 76S. 258 und 324, ferner MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 422, S. 32 f.), das diejenigen Merkmale aufweist, die es nach Auffassung der eidgen�ssischen R�te als betr�gerisches Verhalten qualifizieren, wie es nach eidgen�ssischem Recht als Abgabebetrug verfolgt und bestraft werden kann (s. MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 423a, S. 26, und Nr. 423b, S. 19). Dabei ist betr�gerisch nicht bloss ein Verhalten, das von einem die strafrechtlichen Aspekte der Tat nur unvollst�ndig ber�cksichtigenden Gesetz als Betrug qualifiziert und bezeichnet wird. Denn weder die Bezeichnung noch die fehlende rechtliche Qualifikation �ndern etwas daran, dass das in Frage stehende Vorkommnis keine einfache, sondern eine mit betr�gerischen Mitteln begangene und damit qualifizierte Hinterziehung darstellt, gleichg�ltig, ob auch das Gesetz, das am Orte der Leistung der Rechtshilfe f�r eine allf�llige Beurteilung der Tat anwendbar w�re, ihre Ver�bung mit diesen Mitteln als Steuerbetrug qualifiziert oder nicht (s. MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 423b, S. 20). Der Einwand WIDMERS geht somit von einer unrichtigen Auffassung der beidseitigen Strafbarkeit aus (s. hiezu im �brigen nachf. lit. c). Inwiefern Art. 24 Abs. 1 IRSV gegen die Bestimmung des Art. 64 Abs. 1 IRSG verstossen soll, wie dies von WIDMER (a.a.O., S. 521-523) behauptet wird, ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich (s. in diesem Zusammenhang auch PAOLO BERNASCONI, Strafrechtshilfe bei Abgabebetrug, in: Finanzunterwelt - Gegen Wirtschaftskriminalit�t und organisiertes Verbrechen, Z�rich und Wiesbaden 1988, S. 132 f.).
In Ber�cksichtigung der erw�hnten Materialien sowie der in BGE 111 Ib 242 ff. und vorstehend zus�tzlich zitierten Literatur sieht das Bundesgericht keine Veranlassung, von der seiner bisherigen Rechtsprechung zugrundeliegenden Auslegung des Begriffs des Abgabebetruges im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG abzuweichen. Die einzig von WIDMER und gest�tzt auf diesen auch von WAGNER vertretene Auffassung, f�r die der direkten Bundessteuer vergleichbaren direkten ausl�ndischen Steuern sei im Rahmen der Beurteilung eines Rechtshilfeersuchens wegen betr�gerischer Steuerverk�rzung Art. 130bis BdBSt massgebend, vermag nach dem Gesagten nicht zu �berzeugen.
F�r die Auslegung des Begriffs des Abgabebetruges im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG ist also - im Sinne von Art. 24 Abs. 1 IRSV - Art. 14 Abs. 2 VStrR und damit, wie f�r diese Bestimmung selber, die Umschreibung des Betrugsbegriffs in Art. 148 StGB und die dazu bestehende bundesgerichtliche BGE 115 Ib 68 S. 77Rechtsprechung massgebend. Der Kassationshof des Bundesgerichts hat als Steuerbetrug entsprechend der steuerrechtlichen Lehre ein Verhalten des Steuerpflichtigen bezeichnet, der die Steuerbeh�rden aufgrund von falschen, gef�lschten oder inhaltlich unwahren Urkunden �ber die f�r die Quantifizierung des Steueranspruchs erheblichen Tatsachen t�uscht, um auf diese Weise eine unrichtige, f�r ihn zu g�nstige Einsch�tzung zu erreichen (BGE 110 IV 28). Dieser Entscheid, der sich nicht auf ein Rechtshilfeverfahren bezog, ist in �bereinstimmung mit der herrschenden Lehre dahingehend zu erg�nzen, dass der Steuerbetrug nicht notwendigerweise die Verwendung falscher oder gef�lschter Urkunden voraussetzt, sondern dass auch andere F�lle arglistiger T�uschung der Steuerbeh�rden denkbar sind, z.B. durch ein f�r diese Beh�rden nicht durchschaubares Zusammenwirken des Steuerpflichtigen mit Dritten (vgl. PAOLO BERNASCONI, Das Schweizer Bankgeheimnis und das neue Rechtshilfegesetz in Strafsachen, in: Der Schweizer Treuh�nder 1983, S. 13/14; PAOLO BERNASCONI, Strafrechtshilfe bei Abgabebetrug, a.a.O., insb. S. 134 f.; HANS SCHULTZ, Bankgeheimnis und internationale Rechtshilfe in Strafsachen, Bankverein-Heft Nr. 22, S. 26; FERDINAND ZUPPINGER, Internationale Amts- und Rechtshilfe in Strafsachen, in: ASA 50/1981, S. 27). Jedenfalls aber sind besondere Machenschaften, Kniffe oder ein ganzes L�gengeb�ude Voraussetzung daf�r, dass arglistige T�uschung anzunehmen ist. Unter bestimmten Umst�nden kann allerdings auch blosses Schweigen arglistig sein, dann n�mlich, wenn der T�uschende den Get�uschten von einer m�glichen �berpr�fung abh�lt oder voraussieht, dass dieser mit R�cksicht auf ein besonderes Vertrauensverh�ltnis von einer �berpr�fung absehen wird (BGE 111 Ib 248 E. 4b mit Hinweisen).
b) aa) Nach st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts werden, dem Zweck des E�R entsprechend, an die Begr�ndung eines Rechtshilfeersuchens keine strengen Anforderungen gestellt; es gen�gt, wenn die darin gem�ss Art. 14 E�R enthaltenen Angaben es den schweizerischen Beh�rden erm�glichen, zu pr�fen, ob kein Sachverhalt vorliege, f�r den die Rechtshilfe nicht zul�ssig w�re (s. BGE BGE 111 Ib 131, BGE 106 Ib 264, BGE 103 Ia 210, ferner nicht ver�ffentlichtes Urteil vom 11. Januar 1984 i.S. Bank G., E. 3; BGE 110 Ib 179 E. 4d und Urteil vom 1. Juli 1987 i.S. M., E. 5b, nicht publiziert, zu Art. 28 IRSG). Diesen Anforderungen gen�gt das vorliegende Ersuchen vom 13. M�rz 1986 mit Erg�nzung BGE 115 Ib 68 S. 78vom 13. August 1986 klarerweise, erm�glicht es doch die genannte Pr�fung ohne weiteres.
bb) Die schweizerische Beh�rde hat sich beim Entscheid �ber ein Rechtshilfebegehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angef�hrten Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhalts im Begehren des ersuchenden Staates gebunden, soweit diese nicht offensichtliche Fehler, L�cken oder Widerspr�che enth�lt (BGE 110 Ib 180 E. 4; BGE 107 Ib 254 E. 2b/aa, 267 E. 3a; BGE 105 Ib 425 f. E. 4b).
Was speziell die Rechtshilfe im Zusammenhang mit dem Tatbestand des Abgabebetruges betrifft, so verlangt das Bundesgericht von der ersuchenden Beh�rde nicht einen strikten Beweis dieses Tatbestandes, doch muss sie hinreichende Verdachtsmomente f�r dessen Vorliegen darlegen, damit ihrem Gesuch entsprochen werden kann (BGE 114 Ib 59 f. E. 3b, BGE 111 Ib 250 f. E. 5c). Damit soll verhindert werden, dass die ersuchende Beh�rde sich unter dem Deckmantel eines von ihr ohne Vorhandensein von Verdachtsmomenten lediglich behaupteten Abgabebetruges Beweise verschafft, die zur Ahndung anderer Fiskaldelikte dienen sollen, f�r welche die Schweiz keine Rechtshilfe gew�hrt (Art. 3 Abs. 3 IRSG; BGE 114 Ib 60 E. 3c). Hinzu kommt, dass eine blosse Beweisausforschung verboten ist (BGE 103 Ia 211 f. E. 6).
cc) Nach dem Ersuchen und dessen Erg�nzung ist davon auszugehen, dass X. und Y. als Verantwortliche der Friedrich Ebert- Stiftung in den beim zust�ndigen Finanzamt f�r die Zeit von 1974 bis 1980 abgegebenen Erkl�rungen �ber die Gesch�ftst�tigkeit der Stiftung wahrheitswidrig versicherten, s�mtliche Einnahmen seien satzungsgem�ss verwendet worden, obwohl in Wirklichkeit von den eingegangenen Zahlungen insgesamt fast 24 Millionen DM als "Parteispenden" f�r die SPD Verwendung gefunden h�tten. Der Transfer soll sich �ber die zwei bereits genannten Konten der Fritz Naphtali-Stiftung bei der Ingeba AG in Basel abgewickelt haben. In den dem Finanzamt jeweils mit den - ausser 1975 von X. unterzeichneten - Steuererkl�rungen vorgelegten, von einer Wirtschaftspr�fungsgesellschaft erstellten Pr�fungsberichten �ber die Jahresabschl�sse seien die �berweisungen an die Fritz Naphtali- Stiftung unzutreffend als "Ausgaben zur Ausbildung von F�hrungskr�ften aus Entwicklungsl�ndern gem�ss � 2 Abs. 2 der Satzung" (der Stiftung) deklariert worden, womit dem zust�ndigen Finanzamt vorget�uscht worden sei, die Einnahmen seien satzungsgem�ss verwendet worden. Ferner seien den einzelnen BGE 115 Ib 68 S. 79"Parteigeldspendern" in der Zeit von 1976 bis 1980 von seiten der Friedrich Ebert-Stiftung inhaltlich unrichtige Bescheinigungen f�r die Vorlage an das Finanzamt, zwecks Umgehung der den Steuerabzug von Parteispenden einschr�nkenden Bestimmungen, ausgestellt worden, indem ihnen schriftlich bescheinigt worden sei: "... Wir best�tigen ... dass wir den uns zugewendeten Betrag nur zu satzungsgem�ssen gemeinn�tzigen Zwecken verwenden werden." In neun von zw�lf F�llen habe X. die Bescheinigungen selbst unterschrieben, w�hrend in den �brigen F�llen der offenbar gutgl�ubige stellvertretende Gesch�ftsf�hrer durch ihn zur Unterzeichnung veranlasst worden sei. Aus den bereits sichergestellten Unterlagen gehe hervor, dass die Zahlungen auf die Konten der Fritz Naphtali-Stiftung durchwegs von X. veranlasst worden seien; seinen Anweisungen sei aber jeweils eine Absprache mit Y. der auch Vorstandsmitglied der Fritz Naphtali-Stiftung und �ber deren Basler Bankkonten mit Einzelunterschrift verf�gungsberechtigt sei, vorangegangen. Die so als gemeinn�tzige und damit steuerlich abzugsf�hige Vereinsspenden kaschierten Zahlungen zur Unterst�tzung der SPD seien via Friedrich Ebert-Stiftung �ber die beiden Nummernkonten der Fritz Naphtali-Stiftung bei der Ingeba AG in Basel abgewickelt worden. Die Beschlagnahme dieser beiden Konten sei erforderlich, weil keine der beiden Stiftungen �ber die Verwendung der etwa 22 Millionen DM, welche zwischen 1974 und 1980 von der Friedrich Ebert-Stiftung an die Fritz Naphtali-Stiftung �berwiesen worden sein sollen, Belege beibringen oder sonst einen Nachweis f�hren k�nne. Aus sichergestellten Jahresberichten der Fritz Naphtali-Stiftung gehe hervor, dass die Zahlungen der Friedrich Ebert-Stiftung buchhalterisch nicht erfasst worden seien. Im Hinblick darauf, dass dem zust�ndigen Finanzamt auf die genannte Weise eine satzungsgem�sse Verwendung der Einnahmen der Friedrich Ebert-Stiftung vorget�uscht worden sei, d�rfte es sich - wie der Leitende Oberstaatsanwalt in Bonn zusammenfassend feststellt - beim untersuchten Sachverhalt um Abgabebetrug handeln. Dem Ersuchen sei daher zu entsprechen. Durch die Beschlagnahme von Unterlagen der beiden in Frage stehenden Bankkonten k�nne n�here Aufkl�rung �ber die Verwendung der zwischen 1974 und 1980 dorthin �berwiesenen Geldbetr�ge erlangt werden. Anhand dieser Bankunterlagen sei der f�r das Steuerstrafverfahren erforderliche Aufschluss m�glich, an wen, zu welchem Zeitpunkt und in welcher H�he Abfl�sse von den genannten Konten erfolgt seien.BGE 115 Ib 68 S. 80
Der Tatvorwurf gem�ss diesen Angaben im Ersuchen und in dessen Erg�nzung stellt einen Steuer- bzw. Abgabebetrug im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dar. Was die genannten, die Jahresabschl�sse der Friedrich Ebert-Stiftung betreffenden Pr�fungsberichte einer Wirtschaftspr�fungsgesellschaft anbelangt, die von den Stiftungsverantwortlichen zum Zwecke der Steuerumgehung veranlasst und den Steuererkl�rungen beigelegt worden sein sollen, ist festzustellen, dass insoweit selbst der Tatbestand gem�ss Art. 130bis BdBSt als erf�llt erachtet werden kann (danach wird bestraft, "wer bei einer Hinterziehung ... gef�lschte, verf�lschte oder inhaltlich unwahre Urkunden wie Gesch�ftsb�cher, Bilanzen, Erfolgsrechnungen oder Lohnausweise und andere Bescheinigungen Dritter zur T�uschung gebraucht"); denn bei diesen Erkl�rungen handelt es sich um von "Dritten" im Sinne der betreffenden Bestimmung ausgestellte inhaltlich unwahre und zur T�uschung der Steuerbeh�rden gebrauchte Bescheinigungen. Dasselbe gilt - von seiten der spendenden Unternehmungen her betrachtet - hinsichtlich der diesen durch das Stiftungsorgan X. zum Zwecke der Steuerumgehung ausgestellten inhaltlich unrichtigen Bescheinigungen zur Vorlage an das Finanzamt, denn aus der Sicht dieser Unternehmungen in ihrer Eigenschaft als Steuersubjekte ist X. seinerseits als "Dritter" im Sinne von Art. 130 BdBSt zu erachten. Nicht "Dritte" im Sinne dieser Bestimmung sind X. und Y., der das Vorgehen von X. mit diesem abgesprochen hatte, soweit sie als Organe der Stiftung f�r diese selber in den Steuererkl�rungen inhaltlich unwahre Angaben machten, doch ist dies hier nicht entscheidend, Die zuhanden der einzelnen Spender ausgestellten Bescheinigungen und auch die den fast immer von X. unterzeichneten Steuererkl�rungen beigelegten Pr�fungsberichte waren nach den Angaben im Ersuchen bestimmt und auch ohne weiteres geeignet, den Beweis gegen�ber den Steuerbeh�rden zu erbringen, dass die genannten Zuwendungen steuerlich beg�nstigt behandelt werden m�ssten. Bereits diese inhaltlich unwahren Bescheinigungen insgesamt stellen ein f�r die Steuerbeh�rden nicht durchschaubares Zusammenwirken verschiedener Steuerpflichtiger mit Dritten dar, was auf eine arglistige T�uschung im Sinne der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung schliessen l�sst. Dabei kann offenbleiben, um welche Art von Urkundenf�lschungen es sich in den einzelnen F�llen handelt. Wird weiter ber�cksichtigt, dass gem�ss Ersuchen keine der beiden Stiftungen �ber die Verwendung der etwa BGE 115 Ib 68 S. 8122 Millionen DM, welche zwischen 1974 und 1980 von der Friedrich Ebert-Stiftung an die Fritz Naphtali-Stiftung �berwiesen worden sein sollen, Belege beibringen oder sonst einen Nachweis f�hren kann, dass die Zahlungen der Friedrich Ebert-Stiftung buchhalterisch nicht erfasst wurden und dass der wahre Zweck der erfolgten Spenden offenbar �ber den erfolgten Transfer von der Friedrich Ebert-Stiftung auf die Konten der Fritz Naphtali-Stiftung verschleiert werden sollte, so l�sst auch dies - bei der sich aufdr�ngenden gesamtheitlichen Betrachtungsweise hinsichtlich der in Frage stehenden Vorg�nge - auf besondere Machenschaften oder auf ein ganzes L�gengeb�ude und damit auf Arglist im Sinne der aufgezeigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung schliessen. Indem die deutschen Steuerbeh�rden auf diese Weise get�uscht und dadurch Steuern hinterzogen wurden, liegt in objektiver Hinsicht Abgabebetrug im Sinne von Art. 3 Abs. 3 Satz 2 IRSG vor (s. vorstehende lit. a/bb). Dabei kann offenbleiben, wie die Teilnahmehandlungen der Beschuldigten X. und Y. im einzelnen rechtlich zu w�rdigen sind. Was die Beschwerdegegnerinnen gegen die Ausf�hrungen der deutschen Beh�rden vorbringen, vermag keine offensichtlichen Irrt�mer, L�cken oder Widerspr�che im Ersuchen darzulegen, die den von der Staatsanwaltschaft in Bonn schl�ssig aufgezeigten Verdacht des Abgabebetruges sofort zu entkr�ften verm�chten (BGE 110 Ib 180 E. 4 mit Hinweisen). Vielmehr werfen sie im wesentlichen Tat- und Schuldfragen auf, die indes vom deutschen Sachrichter zu beurteilen sein werden.
Als Abgabebetrug ist - wie ausgef�hrt (vorstehende lit. b) - nur zu verstehen, was nach schweizerischer Auffassung als solcher gilt. Ob die Tat auch nach dem Recht des ersuchenden Staates so bezeichnet wird oder anders, ist gleichg�ltig, wenn nur der verfolgte Sachverhalt die f�r den Abgabebetrug erforderlichen Merkmale erkennen l�sst (MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 423a, S. 26), was hier nach dem Gesagten zutrifft. Im Lichte des in einem Fall wie dem vorliegenden zu beachtenden Grundsatzes der beidseitigen Strafbarkeit (Art. 5 Ziff. 1 lit. a E�R, Erkl�rung der Schweiz zu Art. 5 Ziff. 1 E�R) ist also unerheblich, ob auch die Gesetzgebung, die am Orte der Leistung der Rechtshilfe f�r eine allf�llige Beurteilung der Tat anwendbar w�re, ihre Ver�bung mit denselben Mitteln wie die schweizerische Rechtsordnung als Steuerbetrug qualifiziert BGE 115 Ib 68 S. 82oder nicht. Gilt die Tat dort nur als einfache Hinterziehung, so bedeutet dies keineswegs, dass dann quasi auf Umwegen Rechtshilfe auch wegen einfacher Steuerhinterziehung geleistet wird, weil eben die Merkmale erf�llt sein m�ssen, die sie als betr�gerisches Verhalten qualifizieren. Der Grundsatz der beidseitigen Strafbarkeit erfordert nicht, dass der ersuchende und der ersuchte Staat die fraglichen Handlungen in ihren Gesetzgebungen unter demselben rechtlichen Gesichtswinkel erfassen. Die Normen brauchen nicht identisch zu sein; es gen�gt, dass die im Rechtshilfegesuch umschriebenen Tatsachen in der Rechtsordnung sowohl des ersuchenden als auch des ersuchten Staates einen Straftatbestand erf�llen (s. BGE 113 Ib 76 E. 4b, BGE 112 Ib 233 ff. E. 5). Beidseitige Strafbarkeit ist nach dem Gesagten als gegeben zu erachten, wenn der dem Ersuchen zugrundeliegende Sachverhalt einer in der Rechtsordnung des ersuchten Staates vorgesehenen Rechtsverletzung gleicher Art entspricht (s. MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 423b, S. 20), was f�r die Steuerstraftatbest�nde gem�ss deutscher Rechtsordnung zutrifft. Dabei ist festzustellen, dass die Tat- und Schuldfragen nicht bereits im vorliegenden Verfahren im Lichte der betreffenden Tatbest�nde zu w�rdigen sind; vielmehr wird diese W�rdigung erst durch den deutschen Sachrichter vorzunehmen sein. Mit der Bewilligung der Rechtshilfe ist allerdings der Spezialit�tsvorbehalt anzubringen, dass die in der Schweiz gewonnenen Erkenntnisse tats�chlich nur zur Ahndung von eigentlichem Abgabebetrug im aufgezeigten Sinne bzw. Teilnahmehandlungen daran, jedoch insbesondere nicht f�r Verfahren wegen einfacher Steuerhinterziehung oder f�r nach schweizerischer Auffassung rein administrative Steuerveranlagungsverfahren ben�tzt werden d�rfen.
Sind somit die Gegenstand des Ersuchens bildenden Straftaten als Abgabebetrug bzw. Teilnahmehandlungen daran zu qualifizieren, so muss Rechtshilfe geleistet werden (s. BGE 111 Ib 248 E. 4c), wenn auch - was nachfolgend zu pr�fen ist - die �brigen Voraussetzungen der Rechtshilfe erf�llt sind.
4. a) Die �berweisungsbeh�rde des Kantons Basel-Stadt gelangte zu Recht zur Auffassung, dass die grosse Bedeutung der dem Ersuchen zugrundeliegenden Abgabenverk�rzung in Millionenh�he die Rechtshilfeleistung an sich rechtfertigte, dieser also jedenfalls das auch im Rechtshilfeverkehr zum Tragen kommende Verh�ltnism�ssigkeitsgebot nicht entgegenstehe (s. in diesem Zusammenhang Art. 4 und 63 IRSG; BGE 110 Ib 184 E. 7, BGE 109 Ib 230 /231 E. 2f, BGE 106 Ib 264 E. 3a, 351 E. 3a, ferner E. 8 des teilweise BGE 115 Ib 68 S. 83zur Ver�ffentlichung bestimmten Urteils vom 6. Dezember 1988 i.S. C. AG, mit weiteren Hinweisen). F�r einen komplexen Sachverhalt, wie er hier zur Diskussion steht, ist nach der bundesgerichtlichen Praxis einzig die mit der Untersuchung selbst befasste Beh�rde in der Lage, abschliessend zu beurteilen, ob und welche Urkunden sich als belastende und entlastende Beweismittel eignen. Daraus folgt, dass jedenfalls die bei der Ingeba AG beschlagnahmten Kontenunterlagen der zust�ndigen deutschen Strafverfolgungsbeh�rde zur Verf�gung zu stehen haben, kann doch nach allgemeiner Erfahrung keineswegs ausgeschlossen werden, dass sie weitere Indizien f�r den Gegenstand des Ersuchens bildenden Abgabebetrug hergeben werden.
b) Entsprechend h�lt die Ingeba AG zu Unrecht daf�r, die Rechtshilfegew�hrung f�hre zu einer weiteren Verw�sserung des durch Art. 47 des Bundesgesetzes �ber die Banken und Sparkassen vom 8. November 1934 (BankG, SR 952.0) gesch�tzten Bankgeheimnisses. Dem Bankgeheimnis kommt nicht der Rang eines geschriebenen oder ungeschriebenen verfassungsm�ssigen Rechtes zu, so dass es bei Kollision mit anderen Interessen stets den Vorrang beanspruchen k�nnte. Vielmehr handelt es sich um eine gesetzliche Norm, die gegebenenfalls gegen�ber staatsvertraglichen Verpflichtungen der Schweiz zur�ckzutreten hat (BGE 104 Ia 53 E. 4a mit Hinweisen). Art. 1 Abs. 2 IRSG gebietet den Beh�rden, welche das Gesetz anzuwenden haben, "den Hoheitsrechten, der Sicherheit, der �ffentlichen Ordnung oder anderen wesentlichen Interessen der Schweiz Rechnung zu tragen" (�hnlich lautet Art. 2 lit. b E�R). Zu diesen wesentlichen Interessen der Schweiz kann der Schutz des Bankgeheimnisses nur unter bestimmten Voraussetzungen z�hlen. Es muss sich bei der von einem um Rechtshilfe ersuchenden Staat verlangten Auskunft um eine solche handeln, deren Preisgabe das Bankgeheimnis geradezu aush�hlen oder die der ganzen schweizerischen Wirtschaft Schaden zuf�gen w�rde. Hingegen wird es sich nie um wesentliche Interessen der Schweiz handeln, wenn die Rechtshilfe nur dazu f�hrt, eine Auskunft nur �ber die Bankbeziehungen einiger weniger in- oder ausl�ndischer Kunden zu erteilen (s. BGE 113 Ib 164 ff. E. 5 und nicht ver�ffentlichtes Urteil vom 4. Januar 1988 i.S. A., E. 3a, mit weiteren Hinweisen; SCHULTZ, a.a.O., Bankverein-Heft Nr. 22, S. 12 ff. und 20; MARKEES, a.a.O., SJK Nr. 423a, S. 10 ff. und 18 ff.). So verh�lt es sich hier, wird doch von den deutschen Beh�rden nur die Auskunftserteilung �ber zwei Konten bei der BGE 115 Ib 68 S. 84Ingeba AG verlangt. Dass bzw. inwiefern durch diese Auskunftserteilung wesentliche Interessen der Schweiz beeintr�chtigt w�rden, wird von der Bank nicht dargelegt und ist denn auch nicht ersichtlich.
c) Bei den privaten Beschwerdegegnerinnen handelt es sich - entgegen der Auffassung der Ingeba AG - nicht um unbeteiligte Dritte im Sinne von Art. 10 Abs. 1 IRSG. Aus dem Ersuchen ergibt sich schl�ssig, dass die beiden von den deutschen Beh�rden genannten, der Fritz Naphtali-Stiftung geh�renden Konten bei der Ingeba AG und damit diese selber in den von den deutschen Beh�rden untersuchten Sachverhalt verwickelt sind. In einem solchen Fall kann gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Art. 10 Abs. 1 IRSG nicht zur Anwendung gelangen (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 113 Ib 164 ff. E. 5 und BGE 112 Ib 462 ff., ferner nicht ver�ffentlichte Urteile vom 6. Mai 1988 i.S. Bank S., E. 7b, und vom 4. Januar 1988 i.S. A., E. 3b, mit weiteren Hinweisen).
5. Das BAP macht geltend, bei den Gegenstand des Ersuchens bildenden Straftaten - also Abgabebetrug bzw. Teilnahmehandlungen daran - handle es sich entgegen der Auffassung der Basler Beh�rden nicht um vorwiegend (bzw. laut Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 25. Juni 1987 sogar "eminent") politische Delikte im Sinne der Rechtshilfebestimmungen.
Nach Art. 2 lit. a E�R kann die Rechtshilfe u.a. dann verweigert werden, wenn sich das Ersuchen auf strafbare Handlungen bezieht, die vom ersuchten Staat als politische oder als mit solchen zusammenh�ngende strafbare Handlungen angesehen werden. Diese Bestimmung definiert den Begriff des politischen Deliktes nicht. Sie l�sst in dieser Beziehung den im ersuchten Staat herrschenden Anschauungen Raum, die f�r die Schweiz in Art. 2 lit. b und c sowie in Art. 3 Abs. 1 IRSG zum Ausdruck kommen. Darnach - wie auch gem�ss Art. 3 Ziff. 2 EA� - wird dem Verfolgten wegen der besonderen Situation, in der er sich befindet, ein erweiterter Schutz zugesichert, was heute allgemein als eine Norm des internationalen Ordre public betrachtet wird (s. BGE 113 Ib 178 E. 6 mit weiteren Hinweisen; ferner CLAUDE ROUILLER, L'�volution du concept de d�lit politique en droit de l'entraide internationale en mati�re p�nale, in: ZStrR 1986, S. 23 ff., insb. S. 40-42).BGE 115 Ib 68 S. 85
a) Durch die sogenannte Parteispendenaff�re war die �ffentlichkeit in der BRD w�hrend langer Zeit aufgew�hlt, und die dortigen politischen Beh�rden machen sich in dieser Angelegenheit Sorgen. Das alleine ist aber kein Grund, die im Ersuchen aufgef�hrten Straftaten - Abgabebetrug bzw. Teilnahmehandlungen daran - als Delikte zu betrachten, die ausschliesslich gegen die politische und soziale Ordnung des Staates gerichtet sind (BGE 113 Ib 179 E. 6a, BGE 106 Ib 308 E. 3b). Die allgemeinen Umst�nde, unter denen die Untersuchung der Aff�re sich abspielt, setzen die Beschuldigten nicht der Gefahr einer diskriminierenden Behandlung aus, die es rechtfertigen w�rde, ihnen den in Art. 2 lit. b und c IRSG vorgesehenen erweiterten Schutz zu gew�hren. Eine solche Gefahr w�rde namentlich dann bestehen, wenn Zweifel am Funktionieren der Institutionen und an der Unabh�ngigkeit der Gerichte des ersuchenden Staates bestehen w�rden (BGE BGE 113 Ib 179 E. 6a, BGE 111 Ib 142 E. 4; ROUILLER, a.a.O., S. 24 ff., insb. S. 26-34). Solche Zweifel an der Unabh�ngigkeit des Justizapparates der BRD fehlen indes. Insbesondere besteht auch kein Grund zur Bef�rchtung, dass die deutschen Untersuchungsbeh�rden in ihrer Unabh�ngigkeit beeintr�chtigt werden k�nnten (vgl. BGE 110 Ib 183).
b) Das relativ politische Delikt ist an sich nach dem gemeinen Recht strafbar, aber wegen seines vorwiegend politischen Charakters von der internationalen Rechtshilfe ausgeschlossen. Art. 3 Abs. 1 IRSG hat in dieser Beziehung die Formulierung des Art. 10 des alten Bundesgesetzes �ber die Auslieferung vom 22. Januar 1892 �bernommen. Der vorwiegend politische Charakter ergibt sich aus der politischen Natur der Umst�nde, Beweggr�nde und Ziele, die den T�ter zum Handeln bestimmt haben und die in den Augen des Rechtshilferichters vorherrschend erscheinen. Das Delikt muss stets im Rahmen eines Kampfes um die Macht im Staat begangen worden sein und in einem engen Zusammenhang mit dem Gegenstand dieses Kampfes stehen (BGE 113 Ib 179 f. E. 6b mit Hinweisen).
Die mit einem politischen Delikt zusammenh�ngende Straftat als solche des gemeinen Rechts kann von der internationalen Rechtshilfe ausgeschlossen sein, wenn sie ver�bt worden ist, um die Begehung eines politischen Deliktes vorzubereiten, zu erleichtern, zu sichern oder zu verdecken, oder um ihm sp�ter Straflosigkeit zu verschaffen (BGE 113 Ib 180).
Die Einrede des politischen Deliktes kann nur eingeschr�nkt zugelassen werden, wenn die Schweiz aufgrund eines multilateralen BGE 115 Ib 68 S. 86oder bilateralen Abkommens um Rechtshilfe angegangen wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn die andere Vertragspartei - wie hier - ein demokratischer Staat ist, in welchem die Gerichte gegen�ber der politischen Gewalt eine wirkliche Unabh�ngigkeit geniessen, die mit der Stellung der schweizerischen Gerichte vergleichbar ist (BGE 113 Ib 180).
Es ist unerheblich, dass die Gegenstand des Ersuchens bildenden Straftaten einen politischen Hintergrund haben. Bei einem Abgabebetrug an sich, wie er hier einzig zur Diskussion steht, handelt es sich nicht um ein politisches Delikt, sondern um ein Fiskaldelikt, das (als einziges dieser Deliktsart) rechtshilfef�hig ist und f�r das Rechtshilfe geleistet werden muss, wenn die Voraussetzungen dazu erf�llt sind (BGE 111 Ib 248 E. 4c, BGE 114 Ib 56 ff.).
Es kann nicht behauptet werden, die Gegenstand des Ersuchens bildenden Straftaten seien im Rahmen eines eigentlichen Kampfes um die Macht in der BRD Mittel zur Erreichung der absoluten Staatsmacht gewesen. Zweck der durch verschiedene Unternehmen geleisteten Zahlungen war, f�r die SPD im Rahmen des Wahlkampfes in einem demokratischen Staat mit m�glichst vielen Mitteln eine m�glichst gute Ausgangslage zu verschaffen. Der im Zusammenhang mit diesen Zahlungen erfolgte Abgabebetrug konnte nur bewirken, diese Mittel noch zu vergr�ssern. Der Entscheid dar�ber, welche Partei wie viele Stimmen erzielen w�rde, blieb aber dennoch den W�hlern vorbehalten. Im �brigen handelt es sich bei der BRD nicht um einen Staat, der eine Opposition ausschliesst (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 110 Ib 182 E. 6a und 285 f. E. 6d mit Hinweisen). Auch l�sst sich nicht sagen, dass die Strafuntersuchung in der BRD durchgef�hrt wird, um die Beschuldigten X. und Y. wegen ihrer politischen Anschauungen zu bestrafen; denn Gegenstand der Strafuntersuchung bildet einzig der Abgabebetrug an sich, dessen Beurteilung - wie erw�hnt - der unabh�ngigen Strafjustiz vorbehalten ist. Dass das Aufsehen, das die hier zur Diskussion stehenden Straftaten in der BRD erregt haben, Auswirkungen auf die dortige politische Situation haben k�nnten, ist nach dem Gesagten jedenfalls kein Grund, die Rechtshilfeleistung zu verweigern (vgl. BGE 110 Ib 183 f.).
Demnach steht der Gew�hrung der von den deutschen Beh�rden verlangten Rechtshilfe auch insoweit nichts entgegen.
6. In ihrer im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichten Vernehmlassung macht die Ingeba AG erstmals geltend, dass das Verfahren des ersuchenden Staates schwere M�ngel im Sinne BGE 115 Ib 68 S. 87von Art. 2 lit. d IRSG aufweise. Diese erblickt sie darin, dass die deutschen Beh�rden die Presse w�hrend noch h�ngigem Verfahren �ber die Beschlagnahme bei der Bank und �ber das Rechtshilfeverfahren an sich orientiert h�tten.
Nach Art. 2 lit. d IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Strafsachen nicht entsprochen, wenn Gr�nde f�r die Annahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland "andere (als solche gem�ss lit. a-c der genannten Bestimmung) schwere M�ngel aufweist". Mit Art. 2 IRSG soll vermieden werden, dass die Schweiz durch Leistung von Rechtshilfe im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit die Durchf�hrung solcher Strafverfahren unterst�tzt, in welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem demokratischen Rechtsstaat zustehenden und insbesondere durch die EMRK umschriebenen Minimalgarantien nicht gew�hrt werden oder welche den internationalen Ordre public verletzen (vgl. BGE 111 Ib 138 ff., BGE 109 Ib 64 ff., BGE 108 Ib 408 ff., ferner nicht ver�ffentlichtes Urteil i.S. M. vom 1. Juli 1987, E. 7a; ROUILLER, a.a.O., insb. S. 40-42).
Bei Art. 2 lit. d IRSG handelt es sich also (wie bei lit. a-c) um eine Bestimmung zum Schutze der im ausl�ndischen Strafverfahren Beschuldigten selber. Dazu, sich im vorliegenden Verfahren ausschliesslich im Interesse der Beschuldigten zu wehren, sind die privaten Beschwerdegegnerinnen somit nicht befugt. Abgesehen davon sind ihre Einw�nde aber auch nicht geeignet, einen schweren Mangel im Sinne von Art. 2 IRSG darzulegen. Was sie in diesem Zusammenhang bloss auf das Rechtshilfeverfahren bezogen behaupten (s. oben), reicht nicht aus, um darzutun, dass objektiv und ernsthaft zu bef�rchten w�re, das die Beschuldigten selber betreffende Strafverfahren im ersuchenden Staat k�nnte einen schwerwiegenden Mangel im Sinne von Art. 2 IRSG aufweisen (s. im �brigen vorstehende E. 5).
110 IB 180,
113 IB 179 suite... ,
106 IB 264,
113 IB 180,
111 IB 246,
110 IV 28,
103 IA 210,
110 IB 179,
105 IB 425,
114 IB 59,
114 IB 60,
103 IA 211,
113 IB 76,
112 IB 233,
110 IB 184,
109 IB 230,
104 IA 53,
113 IB 178,
110 IB 182,
Art. 130bis BdBSt,
art. 14 al. 2 DPA suite... ,
Art. 14 VStrR,
art. 10 al. 1 EIMP,
Art. 2 lit. d IRSG,
art. 2 let. a CEEJ,
Art. 14 E�R,
Art. 28 IRSG,
Art. 5 Ziff. 1 lit. a E�R,
Art. 5 Ziff. 1 E�R,
�� 68 ff. StPO,
Art. 130 BdBSt,
Art. 4 und 63 IRSG,
Art. 47 des Bundesgesetzes �ber die Banken und Sparkassen vom 8. November 1934 (BankG, SR 952.0),
Art. 1 Abs. 2 IRSG,
Art. 2 lit. b E�R,
Art. 3 Ziff. 2 EA�,
Art. 2 lit. b und c IRSG