Source: https://www.gecosoft.at/blog/2018/02/
Timestamp: 2019-09-16 08:22:10
Document Index: 259373877

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', '§ 20', '§ 2', 'EuG', 'EuG']

Februar 2018 - Gecosoft GmbH
Bereitschaftszeit und Zeiterfassung
28. Februar 2018 /in Allgemein /von admin
Ein EuGH-Urteil bestätigt, dass in besonderen Fällen auch die sogenannte „Rufbereitschaft“ Arbeitszeit im Sinne der Bestimmungen der nationalen Arbeitszeitgesetze ist. Nicht nur deshalb muss die Bereitschaftszeit und Zeiterfassung zusammen spielen.
Der Fall des EuGH (Europäischer Gerichtshof) zeigt sehr schön, dass eine EU-Richtlinie in nationale Gesetze übernommen werden muss und dass ein EU-Bürger auch Anspruch auf entsprechende Entschädigung hat, wenn eine nationale Gesetzgebung wider der EU-Richtlinie entscheidet.
Im konkreten Fall ging es um den Begriff der Rufbereitschaft, die auch in der österreichischen Gesetzgebung im § 20a des Arbeitszeitgesetzes (AZG) ihren Niederschlag findet. Rufbereitschaft zählt lt. AZG nicht zur Arbeitszeit, aber die Zeiten der Rufbereitschaft unterliegen bestimmten Grenzen. Lt. AZG darf z.B. Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit nur an maximal 10 Tagen pro Monat vereinbart werden. Schon alleine diese Bestimmung macht es notwendig, dass auch Rufbereitschaft im System der Arbeitszeiterfassung erfasst und dokumentiert wird.
Neben dem Begriff der Rufbereitschaft haben sich in der österreichischen Judikatur des AZG auch die Begriffe „Arbeitsbereitschaft“ und „Bereitschaftsdienst“ etabliert und diese Zeiten werden daher zur Arbeitszeit im Sinne des § 2 AZG gezählt. Eine gute Zeiterfassung sollte daher jedenfalls diese Formen der Arbeitszeit als eigene Zeitart ermöglichen.
Was war nun der Auslöser für den EuGH Zeiten der Rufbereitschaft auch als Arbeitszeit zu werten?
In diesem Urteil ging es um einen belgischen Feuerwehrmann. Aufgrund der vereinbarten Reaktionszeit (8 Minuten) entschied der EuGH, dass diese Reaktionszeit eine erhebliche Einschränkung der Privatsphäre ist und eine Person in der Ausübung anderer Tätigkeiten beschränkt wird.
Umgesetzt auf die österreichische Judikatur und Gesetzgebung müsste daher der Begriff der Rufbereitschaft neu definiert werden und als Teil der Arbeitszeit im Sinne einer Arbeitsbereitschaft gewertet werden, wenn die Reaktionszeiten so kurz sind, so dass die betroffene Person während dieser Zeit keiner anderen Tätigkeit nachgehen kann.
Dies muss auch für jeden Arbeitgeber ein Grund mehr sein dafür zu sorgen, dass in der Arbeitszeiterfassung auch Zeitarten wie Arbeitsbereitschaft, Bereitschaft und Rufbereitschaft gesondert definiert, erfasst und ausgewertet werden.
https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2015/07/Infografik_Thumbnail_Text.jpg 861 700 admin https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2014/05/gecosoftlogoblue.png admin2018-02-28 07:00:502018-07-03 13:57:12Bereitschaftszeit und Zeiterfassung
Wie die Zeiterfassung zur Routine wird
21. Februar 2018 /in Allgemein /von admin
Damit eine Zeiterfassung zur Routine wird, muss das betroffene Unternehmen entsprechende Ressourcen bereit stellen und die Zeiterfassungs-Software alle funktonalen Anforderungen erfüllen.
Zeiterfassung ist, wie auch in diesem Blog bereits mehrfach erwähnt ist, vor allem in Österreich, ein sehr komplexes Thema. Auch mit Hilfe einer modernen, EDV-gestützten Anwendung müssen für das Thema Zeiterfassung sowohl seitens der betroffenen Mitarbeiter aber vor allem auf Seiten der Betreiber ausreichende Ressourcen bereitgestellt werden.
Hier nur einige der wichtigsten Themen, an die im Zusammenhang mit der Nutzung eines EDV basierten Zeiterfassungs-Systems gedacht werden muss:
Die jeweiligen Arbeitszeit-Regelungen für die betroffenen Mitarbeiter müssen klar und eindeutig, schriftlich festgehalten werden
Je nach Konstellation des Unternehmens ist bei Einführung einer EDV-gestützten Zeiterfassung
die Zustimmung des Betriebsrates erforderlich, oder
es muss eine entsprechende Dienstanweisung für alle Mitarbeiter geben, oder
das Thema Zeiterfassung muss in Einzelverträgen geregelt werden.
Die Handhabung des Systems (Bedienungsanleitung) sollte für die Mitarbeiter schriftlich festgelegt werden
wer darf bzw. wer muss bestimmte Funktionen ausüben
wer hat Zugang zu welchen Informationen (Berechtigungsvergabe)
was ist in „Ausnahmefällen“ zu tun
Ausreichend Kapazität der Rechner- und Netzwerkleistungen
Ausreichende Anzahl und Funktion der Erfassungs-Systeme
Identifikations-Medium (Ausweis/Chip)
Informationen aus dem Zeiterfassungs-System
Zeitaufzeichnungen / Monatsjournale für jeden betroffenen Mitarbeiter
Aktuelle Übersicht über persönliche Konten der Zeiterfassung
Urlaubsanspruch / Resturlaub
Überstunden-Saldo
Zusatz-Nutzen Zusatz-Funktionen der Zeiterfassung
Workflow (elektronisches Genehmigungsverfahren)
Bereitstellung entsprechender Ressourcen und Kompetenzen für die Verwaltung des Systems
Leider erkennen wir immer wieder, dass auf einige (und meist sogar viele) der oben genannten Themen bei der Installation eines Zeiterfassungs-Systems vergessen wird. Aber auch, wenn an alle diese Voraussetzungen gedacht wird, scheitern viele Zeiterfassungs-Projekte an einem grundlegenden Problem:
Die Zeiterfassung-Software erfüllt die funktionalen Anforderungen nicht und erfordert für einen reibungslosen Betrieb zu viele interne (und externe) Ressourcen.
Eine Zeiterfassung wird für alle betroffenen nur dann zur Routine, wenn das Unternehmen sowohl die oben genannten Voraussetzungen erfüllt und entsprechende Ressourcen bereit stellt und wenn das System die funktionalen Anforderungen auch erfüllt.
https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2017/08/check.jpeg 2734 4365 admin https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2014/05/gecosoftlogoblue.png admin2018-02-21 09:00:452018-07-03 13:57:55Wie die Zeiterfassung zur Routine wird
10 Gründe für eine Zeiterfassung mit APP
7. Februar 2018 /in Allgemein /von admin
Zeiterfassung mit APP ist nicht nur ein Schlagwort. Dahinter stehen eine Reihe von Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Fast täglich lesen oder hören wir etwas in diversen Medien über die steigende Anzahl von Anwendungen auf Smartphones oder Tabletts mittels APP. Natürlich sind davon Anwendungen betrieblicher Software, wie z.B. die Zeiterfassung nicht ausgenommen.
Davor aber noch einmal kurz eine Definition was unter „Zeiterfassung mit APP“ zu verstehen ist:
Jede Zeiterfassungs-Software benötigt Informationen darüber wann, wer, wo seine Arbeitszeit beginnt, unterbricht (Pause) und beendet. Dafür können unterschiedliche Systeme, wie z.B. eine Zeiterfassungs-Terminal, ein PC oder eben eine entsprechende APP auf einem mobilen Gerät genutzt werden. Es gibt auch APPs (oft kostenlos), die einer Einzelperson hilft ihre tägliche Arbeitszeit zu dokumentieren. Unter APP auf die sich dieser Beitrag bezieht verstehen wir aber eine Anwendung, die Teil einer Zeitwirtschafts-Lösung ist. Also eine APP, die vom Anbieter der Zeiterfassungs-Software bereitgestellt wird und auf jeweils einem Gerät der Mitarbeiter installiert ist, die in dieser Anwendung „stempeln“. Unter „APP statt Stechuhr“ ist zu verstehen, dass eine APP viele Formen der herkömmlichen Erfassung, nicht nur die Stechuhr ersetzen kann.
Die 10 Vorteile sind:
Keine Investition in spezielle Hardware (Terminal) erforderlich
Einfache Möglichkeit für Zeiterfassung von Außendienst Mitarbeitern
Motivation für technik-affine Mitarbeiter
Realtime-Online Zeiterfassung
Option der Datenspeicherung, wenn keine Internetverbindung besteht
APP kann auch als Informationssystem für Mitarbeiter genutzt werden
Mobile Geräte mit GPS-Funktion können auch Geo-Daten erfassen
Sicherheit bei Nutzung von zusätzlichem PIN für Identifikation
Schutz vor Missbrauch, da die Berechtigung zur Nutzung der APP vom System Administrator jederzeit entzogen werden kann.
https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2014/06/Mobile-Zeiterfassung-Bild2.jpg 679 1000 admin https://www.gecosoft.at/wp-content/uploads/2014/05/gecosoftlogoblue.png admin2018-02-07 09:00:542018-07-03 13:30:4510 Gründe für eine Zeiterfassung mit APP