Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201965,%201480
Timestamp: 2019-09-23 01:32:14
Document Index: 234372300

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 95', '§ 97', '§ 97', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 96', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 96', '§ 19', 'BGH', '§ 96', '§ 19', '§ 96', 'BGH', '§ 96', 'BGH', '§ 96', 'BGH', 'BGH', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 96', '§ 121', 'BGH', '§ 96', 'BGH', '§ 103', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', '§ 96', '§ 19', 'BGH', '§ 121', 'BGH', '§ 85', 'BGH', '§ 266', 'BGH']

BGH, 08.04.1965 - III ZR 60/64 - dejure.org
https://dejure.org/1965,186
BGH, 08.04.1965 - III ZR 60/64 (https://dejure.org/1965,186)
BGH, Entscheidung vom 08.04.1965 - III ZR 60/64 (https://dejure.org/1965,186)
BGH, Entscheidung vom 08. April 1965 - III ZR 60/64 (https://dejure.org/1965,186)
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Betrachtung rechtlich verschiedener Vermögensträger angesichts ihrer wirtschaftlichen Identität als Einheit im Enteignungsrecht - Besondere Entschädigung der beteiligten Gesellschaften neben der Entschädigung der Eigentümer aus eigenem Recht - Maßgeblichkeit des Wert des ...
BBauG § 95 Abs. 1 S. 2; BBauG § 97
Voraussetzungen für die gesonderte Entschädigung der Nebenberechtigten nach § 97 BBauG; Maßgeblicher Zeitpunkt für die Bemessung der Enteignungsentschädigung
BGHZ 43, 300
NJW 1965, 1480
MDR 1965, 558
Entsprechend diesen Grundsätzen hat der Senat ferner in seinen Urteilen vom 8. April 1965 - III ZR 60/64 = NJW 1965, 1480, 1484 [BGH 08.04.1965 - III ZR 60/64] ; 24. Januar 1966 - III ZR 15/65 - S. 46 und 5. Februar 1968 - III ZR 217/65 = WM 1968, 478 für die Berechnung der in behördlichen Enteignungsverfahren entstehenden und zu erstattenden Rechtsanwaltsgebühren den richtig ermittelten oder den von der Enteignungsbehörde festgesetzten und von dem Enteigneten hingenommenen Entschädigungsbetrag für maßgeblich erklärt.
Der Kaufpreis für den Erwerb eines gleichartigen neuen Grundstücks, insbesondere auch die Makler- und Vertragskosten können hiernach nicht erstattet verlangt werden, weil sie durch den "reichlich bemessenen" Entschädigungsbetrag für das enteignete Grundstück abgegolten sind (…BGH Urt. v. 12. März 1964 - III ZR 209/62 = BGHZ 41, 354; Urt. v. 8. April 1965 - III ZR 60/64 = BGHZ 43, 300).
Die Baukosten für die Herstellung eines neuen Schlachthauses sind ebenfalls nicht zu erstatten, weil der Enteignete nur Ersatz für die ihm weggenommenen Werte verlangen kann (BGHZ 43, 300).
Dagegen sind zu berücksichtigen ein entgangener Gewinn für die angemessene Betriebsvarlegungs- und Einrichtungszeit, nämlich für die übliche Zeit bis zur Erlangung eines ähnlichen Objekts einschließlich der Vertragsverhandlungen, unter Umständen auch für die eines alsbald begonnenen und zügig durchgeführten Umbaus, falls er unvermeidlich ist (BGH Warn 1964 Nr. 173; BGHZ 43, 300).
In späteren Entscheidungen hat der Senat aber bei Anwendung von § 96 des Bundesbaugesetzes und § 19 des Landbeschaffungsgesetzes solche Kosten bereits als erstattungsfähig bezeichnet (…BGH Urt. v. 21. Juni 1963 - III ZR 228/61 = NJW 1963, 1925 = BGH Warn 1963 Nr. 154;… Urt. v. 27. April 1964 - III ZR 136/63, insoweit BGH Warn 1964 Nr. 173 nicht, wohl aber WM 1964, 968 veröffentlicht; Urt. v. 8. April 1965 - III ZR 60/64 = NJW 1965, 1480 mit Anmerkung von Dittus).
In diesen Fällen ist für die Preise der Zeitpunkt der letzten gerichtlichen Tatsachenverhandlung maßgebend (BGHZ 25, 225 [BGH 23.09.1957 - VII ZR 403/56] ; 26, 373 [BGH 24.02.1958 - III ZR 181/56] ; 43, 300) [BGH 30.03.1965 - VI ZR 248/63] .
Es entsprach der ständigen Rechtsprechung, dass derartige Kosten auf Grundlage des § 96 BBauG erstattungsfähig seien (s. nur Senat, Urteile vom 8. April 1965 - III ZR 60/64, NJW 1965, 1480, 1483 …und vom 6. Dezember 1965 - III ZR 172/64, NJW 1966, 493, 496 sowie die weiteren Nachweise in der Senatsentscheidung vom 27. September 1973 aaO S. 248).
Der Ausgleich für derartige Aufwendungen fällt, wie der Bundesgerichtshof mehrfach entschieden hat, begrifflich unter die in § 19 LBG geregelte Entschädigung "anderer durch die Enteignung eintretender Vermögensnachteile" (BGH, Urteile vom 27. April 1964 - III ZR 136/63 - in WM 1964, 968 [972], vom 30. April 1964 - III ZR 55/63 - in WM 1964, 743 [746] und vom 5. Februar 1968 - III ZR 217/65 - in DVBl. 1969, 204 [205]; vgl. ferner zum insoweit gleichlautenden § 96 BBauG das Urteil vom 8. April 1965 - III ZR 60/64 - in NJW 1965, 1480 [1483] und ferner das Urteil vom 20. Dezember 1968 - V ZR 46/65 - in DVBl. 1969, 208 f.).
Dieser Auffassung schließt sich der erkennende Senat an (ebenso VGH München in NJW 1966, 267, Dittus in BlGWB 1965, 104, NJW 1965, 1480, Schack in Bb. 1967/495, sowie Steffen in DVBl. 1969, 175 f.).
Darauf kommt es indessen nicht an, weil in § 19 LBG ebenso wie in § 96 BBauG "nicht auf den Enteignungsakt als solchen abgestellt" wird, "sondern auf die "Enteignung" als Gesamtvorgang, d.h. einschließlich des Enteignungsverfahrens, und zu den "Vermögensnachteilen" im Sinne des Gesetzes ... alle Nachteile zu zählen" sind, "für deren Entstehung die Enteignung in dem so verstandenen Sinne kausal war" (BGH, Urteil vom 8. April 1965 a.a.O. S. 1483 zu § 96 BBauG).
Das trifft namentlich dann zu, wenn zu den Aufwendungen Anwaltsgebühren gehören, für die der endgültig als zutreffend ermittelte Entschädigungsbetrag die Berechnungsgrundlage bildet (vgl. BGH, Urteil vom 8. April 1965, a.a.O. S. 1484).
Wie das Berufungsgericht zutreffend darlegt, gibt jedoch § 96 BBauG eine rechtliche Grundlage, dem Enteigneten, wenn es zur Enteignung kommt, die Rechtsberatungs- und Vertretungskosten, die er im behördlichen Enteignungsverfahren aufgewendet hat, als Folgeschaden zu erstatten (BGH NJW 1965, 1480, 1483; 1966, 493, 496 und seither ständig, z.B. Urteile vom 5. Februar 1968 - III ZR 217/65 - DVBl 1969, 204, 205 und vom 20. Dezember 1968 - V ZR 46/65 = DVBl 1969, 208, 209 - NJW 1969, 1068, 1069; BGHZ 56, 221, 227; Brügelmann/Pohl BBauG § 121 Anm. 5 c aa;… Schütz/Frohberg BBauG 3. Aufl. § 121 Anm. 2;… Schrödter BBauG 3. Aufl. § 121 Anm. 3).
Maßstab für die zu erstattenden Anwaltsgebühren ist insoweit - in Anlehnung an die von der früheren Rechtsprechung zu § 96 BBauG entwickelten Grundsätze - der Betrag der richtig festgesetzten Entschädigung (…Schrödter BBauG 4. Aufl. § 121 Rdn. 9;… Gelzer/Busse a.a.O. Rdz. 423; Senatsurteil BGHZ 43, 300).
Bei dieser Gegenüberstellung wird der Ertrag der Kapitalnutzung ebenso "abstrakt" zu berechnen sein wie der in § 96 Abs. 1 Nr. 1 BBauG gedachte Aufwand (vgl. BGH in NJW 1965, 1480/1482 f und 1966, 493/496; WM 1968, 121/122), nämlich danach, wie verständigerweise ein derartiges Kapital sachgerecht genutzt wird, d.h. man wird von einem angemessenen Zinsertrag des Entschädigungskapitals auszugehen haben ohne Rücksicht darauf, wie der Betroffene das Kapital tatsächlich genutzt hat.
Ein eigenes Festsetzungsverfahren im Sinn der §§ 103 ff ZPO findet wegen dieser Kosten nicht statt (vgl. BGHZ 56, 221, 222; BGH NJW 1965, 1480, 1483; Steffen, DVB1 1969, 174; Dittus, NJW 1965, 1480, 1481).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats hat der von einer Enteignungsmaßnahme betroffene Eigentümer einen durch Art. 14 Abs. 3 GG garantierten Anspruch auf Erstattung seiner notwendigen Rechtsvertreterkosten für das Verfahren vor der Enteignungsbehörde; diese Kosten gehören zu den durch die Enteignung eingetretenen "anderen Vermögensnachteilen", die für den Bereich des Bundesbaurechts durch § 96 BBauG erfaßt werden (Senatsurteile in NJW 1966, 493, 496; 1965, 1480, 1483; ebenso zu § 19 LBG das Senatsurteil in WM 1964, 968, 972).
Als der im Rechtsstreit unterliegenden Beteiligten können ihr auch die entsprechenden Kosten des Widerspruchsverfahrens nicht erstattet werden (vgl. Senatsurteile in BGHZ 28, 302; NJW 1962, 1441/1444; 1965, 1480/1483).
Die vom erkennenden Senat bisher offengelassene Frage, ob Rechtsvertretungskosten des Eigentümers im Enteignungsverfahren zu den vom Enteignungsantragsteller zu ersetzenden Kosten im Sinne des § 121 BBauG gehören (Urteile vom 8. April 1965 - III ZR 60/64 = NJW 1965, 1480 und 24. Januar 1966 - III ZR 15/65 - S. 42), ist in der Tat zu verneinen.
Darauf hat schon das Urteil vom 8. April 1965 - III ZR 60/64 - verwiesen.
BGH, 19.12.1966 - III ZR 212/65
Voraussetzungen für eine Teileingung nach § 85 Abs. 1 BBauG; Maßgeblicher …
BGH, 22.05.1967 - III ZR 145/66
Teilleistung i.S. von § 266 BGB hinsichtlich einer Enteignungsentschädigung
BGH, 30.05.1968 - III ZR 149/67
Entschädigung für die Enteignung einer Grunddienstbarkeit - Freihaltung von …