Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-06-2000-1P-201-2000
Timestamp: 2016-10-23 23:52:33
Document Index: 90456334

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 88', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 32', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 156', 'Art. 159']

1P.201/2000 (22.06.2000)
Bundesrichter Aeschlimann und Gerichtsschreiber Sass�li.
A. und B. X.________, Beschwerdef�hrer, beide vertreten durch F�rsprecher Roland Padrutt, Haus Alte M�hle, Bachstrasse 2, Postfach, Lenzburg,
Willk�r (Entsch�digung; Strafverfahren), hat sich ergeben:
A.- Das Bezirksamt Zofingen b�sste A. und B. X.________ in einem Strafbefehl vom 25. M�rz 1999 mit je Fr. 350.--, weil sie ihren Sohn C. vom Schulunterricht fern gehalten h�tten. Nach Beizug eines Rechtsbeistands erhoben A. und B.
An dieser hielten sie mit Schreiben vom 20. Mai 1999 fest, nachdem ihnen Akteneinsicht gew�hrt worden war.
Am 10. Juni 1999 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau das Strafverfahren ein. A. und B. X.________ stellten daraufhin ein Begehren um Entsch�digung f�r Fr. 1'897. 70 Anwaltskosten. Die Staatsanwaltschaft hiess dieses Begehren am 13. Dezember 1999 im Betrag von Fr. 833. 45 gut.
A. und B. X.________ fochten die staatsanwaltliche Verf�gung bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau an. Diese Beschwerde wurde mit Entscheid vom 2. Februar 2000 teilweise gutgeheissen und die Entsch�digung auf Fr. 1'230. 10 hinaufgesetzt.
B.- A. und B. X.________ f�hren gegen den obergerichtlichen Entscheid staatsrechtliche Beschwerde und beantragen, dieser sei aufzuheben. Sie r�gen, sowohl die K�rzung der von ihrem Rechtsvertreter geltend gemachten Arbeitsstunden als auch die Festlegung des diesem geschuldeten Stundenhonorars seien willk�rlich.
Das Obergericht beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Abweisung der Beschwerde, w�hrend das Bezirksamt auf eine Vernehmlassung verzichtet.
a) Beim angefochtenen Entscheid des Obergerichts handelt es sich um einen letztinstanzlichen kantonalen Endentscheid (Art. 86 Abs. 1 OG). Die Beschwerdef�hrer sind durch die K�rzung ihrer Entsch�digungsforderung in ihren rechtlich gesch�tzten Interessen ber�hrt (Art. 88 OG). Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher zul�ssig.
b) Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nur klar und detailliert erhobene R�gen. Die Beschwerde muss darlegen, welche verfassungsm�ssigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid ist unzul�ssig (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen).
Wird wie im vorliegenden Verfahren einer kantonalen Beh�rde Willk�r in der Rechtsanwendung vorgeworfen, so ist darzulegen, inwiefern die Auslegung oder Anwendung des kantonalen Rechtssatzes offensichtlich unhaltbar ist, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (vgl. zum Begriff der Willk�r hinten E. 2a).
Im Folgenden ist f�r jede einzelne R�ge der Beschwerdef�hrer zu pr�fen, ob sie diese Bedingungen erf�llt und daher auf sie eingetreten werden kann.
2.- Die Beschwerdef�hrer machen geltend, der angefochtene Entscheid verletze das in Art. 4 aBV enthaltene Willk�rverbot.
Seit dem 1. Januar 2000 ist die Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in Kraft, die das Willk�rverbot ausdr�cklich in Art. 9 vorsieht. Da der angefochtene Entscheid im Jahre 2000 ergangen ist, ist diese Bestimmung auf ihn anzuwenden.
a) Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt sodann nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (vgl.
b) In F�llen, in denen eine kantonale Beh�rde den vom Anwalt in Rechnung gestellten Arbeitsaufwand als �bersetzt bezeichnet, greift das Bundesgericht nur mit grosser Zur�ckhaltung ein. Es ist Sache der kantonalen Instanzen, die Angemessenheit anwaltlicher Bem�hungen zu beurteilen, wobei sie �ber ein betr�chtliches Ermessen verf�gen. Das Bundesgericht schreitet aufgrund von Art. 9 BV nur ein, wenn der Ermessensspielraum klarerweise �berschritten worden ist und Bem�hungen nicht honoriert wurden, die zweifelsfrei zu den Obliegenheiten eines Verteidigers geh�ren (BGE 122 I 1 E. 3a S. 2 f. mit Hinweisen; 118 Ia 133 E. 2d S. 136). Dies ist insbesondere der Fall, wenn die kantonalen Bestimmungen, welche die Bemessungskriterien f�r Parteientsch�digungen umschreiben, willk�rlich angewendet werden oder wenn die kantonalen Beh�rden ihr Ermessen �berschreiten oder missbrauchen (vgl. zur Entsch�digung des amtlichen Verteidigers BGE 118 Ia 133 E. 2a S. 134; 110 V 360 E. 3c S. 365; 109 Ia 107 E. 2c S. 109). Im Kanton Aargau sieht � 9 des Dekrets vom 10. November 1987 �ber die Entsch�digung der Anw�lte (AnwT/AG; SAR 291. 150) vor, dass sich in Strafsachen das Honorar nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwalts bemisst, wobei der Stundenansatz je nach Bedeutung und Schwierigkeit des Falles Fr. 170.-- bis Fr. 225.-- betrage.
� 15 AnwT/AG schreibt eine Erh�hung der frankenm�ssig festgesetzten Betr�ge durch den Regierungsrat um rund 10% vor, sobald die Teuerung gegen�ber der letzten Anpassung 10% ausmacht.
�ber den Fall einer willk�rlichen Anwendung des kantonalen Rechts hinaus kann die Festsetzung eines Anwaltshonorars wegen Verletzung von Art. 9 (und 29 Abs. 3) BV nur aufgehoben werden, wenn sie ausserhalb jedes vern�nftigen Verh�ltnisses zu den mit Blick auf den konkreten Fall notwendigen anwaltlichen Bem�hungen steht und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgef�hl verst�sst (vgl. BGE 118 Ia 133 E. 2b S. 134 mit Hinweisen auf die Literatur).
3.- Die Beschwerdef�hrer r�gen zun�chst, das Obergericht habe in willk�rlicher Weise den von ihrem Rechtsvertreter ausgewiesenen Arbeitsumfang von 7,8 Stunden auf 6,05 Stunden herabgesetzt.
a) Eine K�rzung von 1,5 Arbeitsstunden begr�ndet das Obergericht damit, dass zwei Schreiben an die Schulpflege Zofingen vom 20. Mai und vom 7. Juni 1999 erst erstellt worden seien, als die Beschwerdef�hrer schon entschieden h�tten, an ihrer Einsprache festzuhalten. Tats�chlich teilten sie dies dem Bezirksamt mit Brief vom 20. Mai 1999 mit. Das Ergebnis ihrer mit den Schreiben vom 20. Mai und vom 7. Juni 1999 an die Schulpflege vorgenommenen Sachverhaltsabkl�rungen konnte ihre Einsprache daher nicht mehr beeinflussen. Die Beschwerdef�hrer machen jedoch sinngem�ss geltend, die weiteren Abkl�rungen seien im Hinblick auf das Hauptverfahren vor Bezirksgericht notwendig und sinnvoll gewesen. Sie h�tten nicht vorhersehen k�nnen, dass ihre Einsprache die Staatsanwaltschaft zu einer Einstellung des Verfahrens bewegen w�rde.
Zu Recht halten es die Beschwerdef�hrer f�r unzul�ssig, angesichts der erfolgten Einstellung alle Vorbereitungen auf eine m�gliche Hauptverhandlung retrospektiv als unn�tig anzusehen. Entscheidend ist jedoch, ob die verrechneten Abkl�rungen schon vorgenommen werden mussten, bevor feststand, ob das Verfahren eingestellt w�rde.
Zwar bewirkt der Rechtsbehelf der Einsprache immer die Aufhebung des Strafbefehls (vgl. � 197 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Aargau vom 11. November 1958 [StPO/AG; SAR 251. 100]). Die Einsprache bezweckt aber nicht, die Einstellung des Verfahrens zu erreichen, sondern die Durchf�hrung eines ordentlichen Strafverfahrens (vgl. Mark Schwitter, Der Strafbefehl im aargauischen Strafprozess, 1996, S. 278 f.). Den Beschwerdef�hrern kann somit nicht vorgehalten werden, sie h�tten zuerst abwarten sollen, ob ihr Rechtsmittel erfolgreich sei.
Trotzdem konnte das Obergericht - da ihm ein grosser Ermessensspielraum zustand (vgl. vorne E. 2b) - ohne Willk�r annehmen, sofortige weitere Sachverhaltsabkl�rungen durch die Verteidigung seien nicht angemessen gewesen. Nach einer g�ltigen Einsprache kann das Bezirksamt unter gewissen Umst�nden einen neuen Strafbefehl erlassen oder es muss die Akten der Staatsanwaltschaft �bermitteln (� 197 Abs. 2 und 3 StPO/AG). Diese stellt das Verfahren entweder ein oder erhebt Anklage (� 197 Abs. 4 StPO/AG). Es ist nicht offensichtlich unhaltbar, von demjenigen, der Einsprache erhebt, unter dem Gesichtspunkt von � 9 AnwT/AG zun�chst zu verlangen, dass er abwarte, ob diese sofort zu einer Einstellung des Verfahrens f�hrt. Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, so erf�hrt dies der Einsprecher als Angeklagter (� 145 StPO/AG). Als solcher hat er sodann Zeit, seine Verteidigung vorzubereiten (vgl. Art. 32 Abs. 2 Satz 2 BV).
Die Beschwerdef�hrer berufen sich auf einen unver�ffentlichten Entscheid des Bundesgerichts vom 4. November 1998 i.S. G., in dem ausgef�hrt wurde, gerade zu Beginn eines Untersuchungsverfahrens sei ein Verteidiger in erheblichem Ausmass mit Sachverhaltsabkl�rungen besch�ftigt. In jenem Fall bestand jedoch nicht auf Grund einer Einsprache vorerst die gesetzlich vorgesehene Alternative einer Einstellung.
Die Vorw�rfe der Beh�rden waren auch viel schwerer und die Untersuchung bedeutend intensiver. In jenem Fall dr�ngten sich Sachverhaltsabkl�rungen zu Beginn der Untersuchung auch deshalb auf, weil sich der Betroffene anfangs in Untersuchungshaft befand.
Im vorliegenden Falle erfuhren die Beschwerdef�hrer am 18. Juni 1999, dass die Staatsanwaltschaft auf ihre Einsprache vom 20. Mai 1999 hin das Verfahren eingestellt hatte. Auch wenn Einsprachen in der kantonalen Praxis meist nicht zu einer solchen Einstellung f�hren (vgl. auch Schwitter, a.a.O., S. 365 f.), ist es nicht g�nzlich ausgeschlossen, vom sorgf�ltigen Anwalt, der seinen Klienten keine unn�tigen Kosten verursachen will, zu erwarten, dass er zun�chst darauf vertraut, dass seine Einsprache unmittelbar zu einer Einstellung des Verfahrens f�hrt. Die Beschwerdef�hrer erkl�ren nicht, warum ihr Anwalt schon am Tag, an dem er die Einsprache aufrecht erhielt, und nochmals 18 Tage sp�ter weitere Sachverhaltsabkl�rungen einleitete, die unn�tig werden w�rden, wenn das Verfahren auf Einsprache hin eingestellt w�rde. Besondere Gr�nde, warum diese Abkl�rungen nicht auch sp�ter m�glich gewesen w�ren, sind nicht ersichtlich. Zwar muss das Hauptverfahren vor Bezirksgericht rechtzeitig vorbereitet werden. Wenn Anklage erhoben wird, hat der Angeklagte jedoch Anspruch auf gen�gend Zeit zur Vorbereitung seiner Verteidigung. Es f�llt auch ins Gewicht, dass Sachverhaltsabkl�rungen nach der Untersuchungsmaxime nach aargauischem Recht anders als im angels�chsischen Raum grunds�tzlich vom Gericht vorgenommen werden m�ssen (vgl. � 26 StPO/AG und Ewald Meier, Die Verfahrensgrunds�tze der aargauischen Strafprozessordnung (�� 24-30) vom 11. November 1958, 1965, S. 64-68). Der Angeklagte kann Antr�ge zu solchen Beweiserhebungen stellen.
Auch aus dieser Sicht muss ein Einsprecher seine eigenen Ermittlungen grunds�tzlich nicht beginnen, bevor er weiss, ob Anklage erhoben wird. Zusammenfassend �berschritt das Obergericht nicht offensichtlich sein grosses Ermessen, wenn es die Bem�hungen des Anwalts der Beschwerdef�hrer vom 20. Mai und 7. Juni 1999 zum damaligen Zeitpunkt nicht als angemessen im Sinne von � 9 AnwT/AG ansah.
b) Schliesslich r�gen die Beschwerdef�hrer eine weitere K�rzung des Arbeitsaufwands ihres Vertreters um 0.25 Stunden, welche das Obergericht damit begr�ndet, dass eine R�cksendung der Akten nicht honorarberechtigt sei. Sie anerkennen in ihrer Beschwerde, dass sie angesichts der vernachl�ssigbaren Bedeutung des betroffenen Honorarteils auf umfangreiche Ausf�hrungen zu dieser K�rzung verzichten.
Sie substanziieren somit ihre R�ge nicht gen�gend, weshalb auf diese nicht eingetreten werden kann. Es ist auch nicht ersichtlich, wieso es willk�rlich w�re, nur eigentliche Anwaltsarbeit zum Anwaltstarif zu entsch�digen, die Entl�hnung von Hilfspersonen hingegen als Kanzleikosten anzusehen, die als Teil der Selbstkosten ebenfalls vom Anwaltshonorar abgegolten werden. Der sonstige Zeitaufwand, der in der Beschwerde erw�hnt wird und f�r den der Anwalt keine Arbeitszeit verrechnet habe, kann die vorgenommene K�rzung nicht kompensieren, weil er vor Obergericht nicht geltend gemacht wurde.
4.- Mit verschiedenen Argumenten wenden sich die Beschwerdef�hrer dagegen, dass das Stundenhonorar ihres Vertreters auf Fr. 180.-- pro Stunde und nicht wie von diesem beantragt auf Fr. 220.-- pro Stunde festgesetzt worden sei.
a) Die Beschwerdef�hrer kritisieren zun�chst, das Obergericht habe ihr Argument zur Frage der nach � 9 AnwT relevanten Bedeutung und Schwierigkeit des Falles missverstanden und falsch zusammengefasst; daher sei das Obergericht zu einem falschen Ergebnis gekommen. Sie h�tten vorgebracht, die Bedeutung des Falles sei aus ihrer Optik als Ausl�nder zu bewerten. Zur Schwierigkeit des Falles h�tten sie in Erinnerung gerufen, dass sich angesichts des mangelhaften Vorgehens der Untersuchungsbeh�rde Abkl�rungen bei der Schulpflege zur Feststellung des Sachverhalts aufgedr�ngt h�tten. Das Obergericht fasse dieses Vorbringen dahingehend zusammen, "bez�glich der Schwierigkeit des Falles sei von der subjektiven Optik der Beschwerdef�hrer auszugehen". Es mag sein, dass diese Zusammenfassung ihren Gedankengang verk�rzt. Entscheidend ist jedoch, dass das Obergericht die Frage, ob �berhaupt der Beizug eines Anwalts erforderlich war, zu Recht aus der Optik der Beschwerdef�hrer beurteilte und daher bejahte. F�r die Bemessung des Honorars dieses Rechtsvertreters war dann jedoch von der objektiven Bedeutung und Schwierigkeit des Falles auszugehen, da der Rechtsvertreter weder fremdsprachig noch mit den hiesigen Gepflogenheiten unvertraut ist.
Die Beschwerdef�hrer substanziieren nicht, inwiefern die Erw�gung des Obergerichts willk�rlich sei, dass der Fall dem Rechtsvertreter keine besonderen rechtlichen Schwierigkeiten bereitet habe und auch objektiv nicht von grosser Bedeutung gewesen sei, weshalb ein Ansatz im unteren Bereich des Tarifrahmens gew�hlt werden durfte. Soweit die Beschwerdef�hrer ausf�hren, die Schwierigkeit des Falles ergebe sich daraus, dass ihre Fremdsprachigkeit die Abkl�rung des Sachverhalts erschwert habe, kann dies kein h�heres Stundenhonorar rechtfertigen, sondern nur die Anzahl der zur Feststellung des Sachverhalts notwendigen Arbeitsstunden erh�hen.
Wie vorne (E. 3) ausgef�hrt, wurde der Umfang der vom Anwalt der Beschwerdef�hrer zur Abkl�rung des Sachverhalts aufgebrachten Stunden bis zum Zeitpunkt des Festhaltens an der Einsprache gegen�ber dessen eigenen Angaben nicht gek�rzt, weshalb die entsprechende R�ge ins Leere st�sst.
b) Die Beschwerdef�hrer halten die Festsetzung des Stundenhonorars ihres Vertreters am unteren Rand des Tarifrahmens auch deshalb f�r willk�rlich, weil dieser Rahmen seit dem 1. Januar 1991 nicht mehr erh�ht worden sei. Der Regierungsrat h�tte eine solche Erh�hung nach � 15 AnwT/AG vornehmen m�ssen, weil die seitherige Teuerung �ber 10% betragen habe. Da er dies nicht getan habe, h�tte die urteilende Beh�rde diese Unterlassung innerhalb des Tarifrahmens kompensieren m�ssen. Dies entspreche auch einem Urteil des ausserordentlichen Obergerichts des Kantons Aargau, welches aus diesem Grunde in einem Fall ohne besondere tats�chliche oder rechtliche Schwierigkeiten den h�chsten Stundenansatz von Fr. 225.-- angewandt habe. Dieser Praxis w�rden, so die Beschwerdef�hrer, die aargauischen Bezirksgerichte folgen.
Die Beschwerdef�hrer erl�utern nicht, warum eine Festsetzung des Stundenhonorars innerhalb des im Dekret festgesetzten Tarifrahmens eine willk�rliche Anwendung des Dekrets sein k�nnte. Die blosse Tatsache, dass der Tarif im Dekret vom Regierungsrat nicht der Teuerung angepasst wurde, mag das Dekret verletzen, macht aber die Anwendung des Tarifs durch eine Beh�rde, der das Dekret dessen Anpassung an die Teuerung nicht zugesteht, nicht willk�rlich. Im von den Beschwerdef�hrern angerufenen BGE 122 I 1 E. 3c S. 4 f.
wurde einzig entschieden, dass es umgekehrt willk�rlich ist, das Honorar des amtlich bestellten Rechtsbeistands ohne Grund dadurch herabzusetzen, dass ihm die Mehrwertsteuer nicht separat verg�tet wird. Die Nichtanpassung des Dekrets an die Teuerung durch das Obergericht kann somit Art. 9 BV nicht verletzen.
Soweit sich die Beschwerdef�hrer auf Art. 4 aBV und das Urteil des ausserordentlichen Obergerichts berufen, mag ihre Beschwerde auch implizit als Anrufung des Rechtsgleichheitsgebots von Art. 8 Abs. 1 BV verstanden werden. Diese Bestimmung ist jedoch nicht verletzt, da das Obergericht an seiner Praxis festhalten will. Auch das ausserordentliche Obergericht hat in seinem Urteil vom 14. Dezember 1998 keineswegs entschieden, dass der Stundenansatz selbst f�r F�lle ohne besondere Schwierigkeiten von Verfassungs oder Dekrets wegen Fr. 225.-- betragen m�sse. Es hat einzig erw�hnt, dass das Bezirksgericht entgegenkommenderweise diesen Ansatz gew�hlt habe. Es hat jedoch ausdr�cklich festgestellt, dass der Stundenansatz von � 9 AnwT/AG trotz dessen � 15 immer noch Geltung habe.
Andere Grundrechte, die dadurch verletzt w�ren, dass der Tarif entgegen � 15 des Dekrets nicht der Teuerung angepasst wurde (vgl. etwa Art. 32 Abs. 2 BV), rufen die Beschwerdef�hrer nicht an.
c) Schliesslich kann eine Parteientsch�digung von Fr. 180.-- pro anrechenbare Arbeitsstunde des Anwalts auch nicht als unhaltbar tief angesehen werden. Zwar hat das Bundesgericht in einem von den Beschwerdef�hrern angerufenen unver�ffentlichten Entscheid vom 31. Januar 1996 i.S. G.
E. 2c berechnet, das Honorar eines selbst�ndigen Anwalts m�sste in Genf Fr. 304.-- pro Arbeitsstunde betragen. Es hat jedoch dann bloss ein Honorar f�r einen amtlichen Verteidiger von Fr. 120.-- als mit Art. 4 aBV unvereinbar angesehen und ein Mindesthonorar von Fr. 121. 60 bis Fr. 152.-- berechnet. Diese Ans�tze betrafen zwar den Offizialverteidiger, dessen Entsch�digung tiefer angesetzt werden kann als diejenige des privaten Rechtsanwalts (BGE 118 Ia 133 E. 2b S. 134; 117 Ia 22 E. 3a S. 23 f., je mit Hinweisen). Anderseits betrafen sie die Stadt Genf mit h�heren Kosten. Allgemein ging das Eidgen�ssische Versicherungsgericht im Jahre 1991 von einer Bandbreite von ca.
Fr. 125.-- bis ca. Fr. 250.-- f�r den Stundenansatz des privaten Rechtsvertreters aus (unver�ffentlichtes Urteil vom vom 23. Mai 1991 i.S. M. E. 3b/cc). Das Bundesgericht hat einen Stundenansatz von Fr. 87.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) f�r den privaten Rechtsbeistand als zu tief betrachtet (vgl. unver�ffentlichter Entscheid vom 26. Januar 1999 i.S. M. E. 3d). Gesamthaft verst�sst ein Stundenhonorar von Fr. 180.-- f�r einen privaten Verteidiger unter den vorliegenden Umst�nden somit nicht deshalb gegen Art. 9 BV, weil es in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgef�hl verstossen w�rde.
5.- Aufgrund der vorstehenden Erw�gungen ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang haben die Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Parteientsch�digungen sind nicht zuzusprechen (Art. 159 Abs. 2 OG).
3.- Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Bezirksamt Zofingen sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht, Beschwerdekammer in Strafsachen, des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.