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Timestamp: 2019-09-20 06:13:39
Document Index: 322272604

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Parkrempler Versicherung will nicht so ! Verkehrsrecht Forum 123recht.de
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20.6.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Schaden Versicherung
Frage vom 20.6.2019 | 17:44
Freitag123
beim Einparken ist einer auf mein Auto aufgefahren, die Polizei hat den Schaden aufgenommen und Fotos gemacht, da es keine Nachricht mit einer Telefonnummer oder Adresse vom Verursacher am Auto gab. In der Stoßstange sind eine Delle und mehrere Kratzer. ich ging davon aus der Verursacher würde den Schaden seiner Versicherung melden, nichts. Über den Zentralruf der Autoversicherer bekam ich seine Versicherung, dieser ich gleich den Schden meldete. Diese würde einen Gutachter beauftragen. Zwischenzeitlich bin ich in einer Vertrags Werkstatt gewesen und habe dort den Schaden begutachten lassen. Der Gutachter der Versicherung hat den Schaden besichtigt, ich habe ihn den Kostenvoranschlag der Vertragswerkstatt gleich mitgegeben.
Im Gutachten steht bei
Hinweise zur Kalkulation: Kosten der Reparaturkalkulation würde mit dem System Audatex erstellt. Als Basis für Lackierarbeiten wurde das System Schwacke-AZT herangezogen.
Std.- Verrechnungssätze: Die Reparaturkalkulation basiert auf den Lohnfaktoren der nachfolgend genannten, regional ansässigen Fachwerkstatt.
Firma ..... GmbH
Es wird auch ein NFA/Vorteilsausgleich von € 200,- von der Lackierung, da schon Kratzer vorhanden sind abgezogen.
Der Preisunterschied gegenüber der Vertragswerkstatt würde ca. 1400,- EUR betragen.
Muss ich mein Auto in der Fachwerkstatt reparieren lassen oder kann ich in die Vertragswerkstatt, dann würden sie wahrscheinlich nur den Betrag ihrer Kalkulation zahlen. Die Versicherung würde den Betrag auch in Höhe der Reparaturkosten ausbezahlen?
Antwort vom 20.6.2019 | 17:53
Dir ist doch wichtig, dass der Schaden behoben wird oder? Dann ist die Werkstatt doch egal. Also nimm die Werkstatt bei der du nichts aus eigener Tasche zahlen musst.
Antwort vom 20.6.2019 | 19:37
Zitat (von Freitag123):
Muss ich mein Auto in der Fachwerkstatt reparieren lassen
oder kann ich in die Vertragswerkstatt,
dann würden sie wahrscheinlich nur den Betrag ihrer Kalkulation zahlen.
Eine Kostenübernahme für die Vertragswerkstatt wird man nur in Ausnahmefällen (z.B. Neuwagen oder scheckheft gepflegter Jahreswagen) durchsetzen können.
Antwort vom 20.6.2019 | 20:11
Gibt es irgendwelche "Gesetzestexte" wo man sowas nachlesen kann und wie ist es mit NFA/Vorteilsausgleich, darf die Versicherung bei 2 Kratzern die schon waren, gleich € 200,- abziehen, ich finde es übertrieben, ich will mich ja nicht berreichern.
Antwort vom 20.6.2019 | 21:00
Senior-Partner (6961 Beiträge, 3720x hilfreich)
darf die Versicherung bei 2 Kratzern die schon waren, gleich € 200,- abziehen
Wenn man selbige 2 Kratzer ordentlich mit lackieren und allem drum und dran hätte wegmachen lassen, dass würde man sich in etwa um den Rahmen der 200 Euro bewegen...
Antwort vom 20.6.2019 | 21:32
dass würde man sich in etwa um den Rahmen der 200 Euro bewegen...
Stichwort "Smart-Repair". Da sind 150-200 EUR nicht unrealistisch.
Antwort vom 21.6.2019 | 08:26
Student (2035 Beiträge, 574x hilfreich)
wenn er reparieren lässt, kann er dies auch in der Vertragswerkstatt machen lassen
und die Kosten müssen übernommen werden.
Das von dir angesprochene wird erst bei fiktiver Abrechnung interessant.
Soll repariert oder fiktiv abgerechnet werden?
Antwort vom 21.6.2019 | 09:45
Gelehrter (11263 Beiträge, 4876x hilfreich)
beim Einparken ist einer auf mein Auto aufgefahren, die Polizei hat den Schaden aufgenommen und Fotos gemacht, da es keine Nachricht mit einer Telefonnummer oder Adresse vom Verursacher am Auto gab
Woher weißt du denn dann wer der Verursacher war???
Antwort vom 21.6.2019 | 10:46
Wie groß ist denn der Gesamtschaden, wenn es zwischen Fach- und Vertragswerkstatt einen derart großen Preisunterschied gibt?
Wenn das Fahrzeugalter weniger als 3 Jahre beträgt, dann darf man im Regelfall trotz der höheren Kosten die Vertragswerkstatt mit der Reparatur beauftragen. Bei älteren Fahrzeugen muss man nur dann die Fachwerkstatt beauftragen, wenn die Versicherung nachweist, dass die Fachwerkstatt den gleichen Qualitätsstandard nachweist wie die Vertragswerkstatt. Aber selbst dann kann es unzumutbar sein, sein Auto in der Fachwerkstatt reparieren zu lassen, z.B. bei scheckheftgepflegten Fahrzeugen, die auch immer in einer Vertragswerkstatt repariert wurden.
Ausführlich hat sich der BGH mit dieser Thematik in seinem Urteil vom 21.10.2009 (Az.: VI ZR 53/09 ) beschäftigt.
Antwort vom 21.6.2019 | 11:18
Das ist leider nicht korrekt - ich hab`s ja oben schon für H.v.S. erwähnt.
Dies trifft alles nur bei der normativen Abrechnung zu. Wenn repariert wird, spielt das Alter
des Fahrzeuges keine Rolle.
Das ist nicht der Unterschied zw. Fach- und Vertragswerkstatt sondern der Unterschied zwischen dem
voraussichtlichen reellen Schaden und den Wunschvorstellungen der Versicherer.
Aus diesem Grund beauftragt man für die Schadensfeststellung auch einen unabhängigen Sachverständigen
und lässt nicht denjenigen den Schaden beziffer der ihn auch bezahlen muß.
Das sagt einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.
Antwort vom 21.6.2019 | 12:41
Zitat (von "charlyt4"):
Einfach mal das von mir zitierte BGH-Urteil lesen, dann stellst Du fest, dass meine Darstellung sehr wohl korrekt ist.
Den Prozess, der dem Urteil zugrunde gelegen hat, hat der Geschädigte verloren. Die Übernahme der Kosten einer Vertragswerkstatt bei einem 9 1/2 Jahre alten PKW hat der BGH abgelehnt. Die von mir genannte Grenze von 3 Jahren für das Alter des PKW findet man auch in dem Urteil.
Richtig ist, dass ich das BGH-Urteil verkürzt dargestellt habe. Wer die exakten Randbedingungen wissen will unter denen die Kosten einer Vertragswerkstatt übernommen werden müssen, möge das im Volltext des Urteils selbst nachlesen.
Das ist nicht der Unterschied zw. Fach- und Vertragswerkstatt sondern der Unterschied zwischen dem voraussichtlichen reellen Schaden und den Wunschvorstellungen der Versicherer.
Das sind die Kosten, die bei der Reparatur in der von der Versicherung genannten Werkstatt anfallen würden.
Nein, schon eher zeigt die persönliche Erfahrung, dass die Fachwerkstatt bei gleicher (manchmal sogar besserer) Qualität einen deutlich niedrigeren Preis verlangt.
Antwort vom 21.6.2019 | 14:14
Durch widerholen wird deine Aussage nicht richtiger.
Vielleicht solltest du dein zitiertes Urteil nochmal in Ruhe lesen.
Den Prozess, der dem Urteil zugrunde gelegen hat, hat der Geschädigte verloren.
Ja, er hat ja auch nicht repariert.
Die Frage des TS war aber:
Und für die Frage ist dein genanntes Urteil völlig unbrauchbar. Denn wenn der TS sein Fahrzeug in der
Vertragswerkstatt reparieren lassen will, dann kann er dies auch tun und die Kosten sind zu ersatten.
Die Übernahme der Kosten einer Vertragswerkstatt bei einem 9 1/2 Jahre alten PKW hat der BGH abgelehnt.
Der BGH hat gar nichts abgelehnt. Lies doch mal das Urteil.
Der BGH hat die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung
an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Und warum hat er auch begründet.
Das werden nicht nur die Stundensätze und die UPE`s sein.
Du kannst mir glauben, wir haben schon hunderte Gutachten erstellt wo zuvor ein Gutachten von
der Versicherung erstellt wurde. Die Tendenz spricht eine deutliche Sprache.
Antwort vom 21.6.2019 | 16:11
Das Wort "fiktiv" hat der BGH nach meiner Auffassung bewusst in Klammern gesetzt um dadurch deutlich zu machen, dass die in dem Urteil aufgestellten Grundsätze auch dann gelten, wenn das Fahrzeug tatsächlich repariert wurde.
Doch, der BGH hat das Urteil der Berufungsgerichtes (LG Würzburg) verworfen, weil dieses Berufungsgericht genau so geurteilt hat, wie es Deiner hier vertretenen Auffassung entspricht.
Dass in den meisten Fällen dennoch die Kosten der Vertragswerkstatt ersetzt werden müssen liegt letztlich daran, dass die Versicherung im Regelfall nicht beweisen kann, dass die Fachwerkstatt die gleichen Qualitätsansprüche wie die Vertragswerkstatt erfüllt.
Der BGH hat die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Und warum hat er auch begründet.
Ja und? Das ändert doch nichts daran, dass der BGH geurteilt hat, dass der Geschädigte eines mehr als 3 Jahren Fahrzeuges nicht grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz in Höhe der Kosten einer Vertragswerkstatt hat. Da das Berufungsgericht gar nicht geprüft hatte, ob die entsprechenden Umstände vorliegen, musste das Verfahren zurückverwiesen werden.
Du kannst mir glauben, wir haben schon hunderte Gutachten erstellt wo zuvor ein Gutachten von der Versicherung erstellt wurde. Die Tendenz spricht eine deutliche Sprache.
Das glaube ich Dir ja. In der Ausgangsfrage war von einem Parkrempler die Rede und den verbinde ich mit einem eher geringen Schaden. Die Rückfrage galt der Klärung, ob die Differenz sich alleine über Stundenverrechnungssätze und UPE's erklären lässt oder ob da noch mehr im Argen liegt.
Antwort vom 22.6.2019 | 18:02
Er stand mit seinem Fahrzeug noch hinter mir, Stoßstange an Stoßstange, so konnte ich Fotos machen bis die Polizei kam. Sie machten auch noch welche, sowie ein Protokoll. Nur war der Verursacher nicht der Halter des Fahrzeugs aber ein Familienmitglied.
Antwort vom 22.6.2019 | 19:13
[quote=von Freitag123):
Das Auto ist jetzt 15 Jahre alt, aber noch top Zustand. Ich war jetzt in einer Lackierwerkstatt der verlangt € 590,- nur Lackieren ohne die Delle raus machen.
Die unterschiedlichen Reparaturkosten sind Arbeitslohn bedingt. Fachwerkstatt 12 AW = 1 Std. = € 95,- Std. Fachwerkstatt Rep. Kosten € 1132,35 abzgl. € 200,- Wertverbesserung Lack ohne MwSt. Durch Gutachter festgestellt. Das gleiche wurde von der der Vertragswerkstatt auch festgestellt.
Vertragswerkstatt 12 AW = 1 Std. = € 150,60 Std.. Rep. Kosten € 2160,76 ohne MwSt.
Was wäre besser, reparieren lassen oder fiktiv abrechnen und beim Dellen Doktor lackieren lassen. Die Delle fällt nur auf wenn man genau hinschaut. Danke.
Freitag 123
Antwort vom 23.6.2019 | 00:18
Das Auto ist jetzt 15 Jahre alt, aber noch top Zustand.
Scheckheftgepflegt? In der Vergangenheit ausschließlich in der Vertragswerkstatt repariert worden?
Wenn eine dieser beiden Fragen mit Nein beantwortet wird, dann wird es im Hinblick auf das von mir genannte BGH Urteil schwierig.
Antwort vom 23.6.2019 | 10:03
Nein, nur wenn es nicht anders ging.
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