Source: https://www.lecturio.de/jura/widerrechtliche-drohung.vortrag
Timestamp: 2018-04-20 12:41:43
Document Index: 384147498

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 123', '§ 123', '§ 823', '§ 253', '§ 280', '§ 241', '§ 823', '§ 263', '§ 124', '§ 123', '§ 124', '§ 123', '§ 123', '§ 123']

Widerrechtliche Drohung – Jura online lernen | Lecturio
Widerrechtliche Drohung (§ 123 BGB)
Widerrechtliche Drohung (§ 123 BGB) von RA Mario Kraatz
Der Vortrag „Widerrechtliche Drohung (§ 123 BGB)“ von RA Mario Kraatz ist Bestandteil des Kurses „Fehlerhafte Rechtsgeschäfte“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
Drohung und Kausalität
Fallbeispiel: Krawallo ohne Jacke
Was trifft auf die widerrechtliche Drohung zu?
Bei dem in Aussicht gestellten Übel kann es sich um jeden Nachteil handeln.
Bei dem in Aussicht gestellten Übel muss es sich um einen tatsächlichen Nachteil handeln, rein rechtliche Nachteile genügen nicht.
Die Drohung muss ernst gemeint sein und vom Bedrohten auch für ernst gehalten werden.
Der Drohende muss willensausschließenden Zwang anwenden, nur willensbeugender Zwang genügt nicht.
Für die Beurteilung der Kausalität der Drohung für die Abgabe der Willenserklärung ist auf den vernünftigen, verständigen Bürger abzustellen.
An welche Ansprüche müssen Sie bei einer Anfechtbarkeit wegen widerrechtlicher Drohung ebenfalls denken?
§ 823 II BGB i.V.m. § 253 I StGB
§ 280 I i.V.m. §§ 241 II, 311 II BGB
§ 823 II BGB i.V.m. § 263 I StGB
Wenn das Mittel, mit dem gedroht wird, eine widerrechtliche Handlung darstellt.
Wenn der erstrebte Erfolg widerrechtlich ist.
Wenn das Verhältnis von angedrohtem Übel und erstrebtem Erfolg widerrechtlich ist.
Wenn die Zweck-Mittel-Relation widerrechtlich ist.
Wenn die Drohung mit Treu und Glauben nicht vereinbar ist.
Welche Aussage trifft auf den Anfechtungsgegner bei einer widerrechtlichen Drohung zu?
Hat ein Dritter gedroht und der Erklärungsempfänger wusste dies nicht und musste es auch nicht wissen, ist der Erklärungsempfänger der Anfechtungsgegner.
Der Erklärungsempfänger ist nur dann Anfechtungsgegner, wenn er selbst gedroht hat.
Hat ein Dritter gedroht, ist der Erklärungsempfänger nur dann Anfechtungsgegner, wenn er dies wusste oder hätte wissen müssen.
Hat ein Dritter gedroht und der Erklärungsempfänger wusste dies nicht und musste es auch nicht wissen, kann der Bedrohte nicht anfechten.
Hat ein Dritter gedroht und der Erklärungsempfänger wusste dies nicht und musste es auch nicht wissen, ist der Dritte der Anfechtungsgegner.
Was gilt für die Anfechtungsfrist bei einer widerrechtlichen Drohung?
Nach 10 Jahren ab Abgabe der Willenserklärung ist die Anfechtung gem. § 124 III BGB ausgeschlossen.
Die Anfechtungsfrist beginnt gem. § 123 II 1, 2.HS BGB ab dem Ende der Zwangslage zu laufen.
Die Anfechtungsfrist beträgt gem. § 124 I BGB ein Jahr.
Die Anfechtungsfrist beginnt gem. § 123 II 1, 2.HS BGB ab der Abgabe der Willenserklärung zu laufen.
Die Anfechtungsfrist beginnt gem. § 123 II 1, 2.HS BGB ab dem Zeitpunkt zu laufen, mit dem der Anfechtungsberechtigte die Drohung entdeckt.
Dozent des Vortrages Widerrechtliche Drohung (§ 123 BGB)