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Timestamp: 2016-10-27 01:13:01
Document Index: 48234148

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 394', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 64', 'Art. 1', 'Art. 6', 'Art. 394', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 64', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 156', 'Art. 159']

Die drei Ehepaare A.________, B.________ und C.________ erwarben ein Grundst�ck in D.________, um gemeinsam ein Dreifamilienhaus zu bauen. Sie schlossen sich zu einem Baukonsortium zusammen und versicherten sich bei der X.________ (Kl�gerin).
A.a Mit der Planung und Realisierung des Bauvorhabens beauftragten die Bauherren die E.________ AG. Mit der Y.________ AG (Beklagte) schlossen die Konsortialen einen Vertrag f�r Bauingenieurleistungen. Gegenstand dieses Ingenieurvertrags war die Projektierung der Baugrube, der Baugrubensicherung sowie der Tragkonstruktion, die Baukontrolle betreffend Tragkonstruktion sowie die Bauleitung in Bezug auf die Baugrube und deren Sicherung.
A.b Im Sp�tsommer 1996 erstellte die Beklagte die Ausschreibungsunterlagen unter anderem f�r die Baugrubensicherung, wobei sie die Errichtung einer Nagelwand in Aussicht nahm. Die F.________ AG offerierte alle beschriebenen Leistungen im Zusammenhang mit der Baugrube und deren Sicherung.
A.c Die F.________ AG unterbreitete in der Folge eine kosteng�nstigere Variante f�r die Baugrubensicherung. Anstatt der von der Beklagten ausgeschriebenen Nagelwand schlug sie einen vertikalen Betonriegel und eine flacher ausgestaltete B�schung vor. Die E.________ AG nahm das Angebot der F.________ AG im Oktober 1996 f�r die Bauherrschaft an, wobei sie ausdr�cklich darauf hinwies, dass die Unternehmervariante der Baugrubensicherung "in vorheriger Absprache mit dem Bauingenieur resp. Bauleitung" erfolgen m�sse.
A.d Nachdem das bestehende Geb�ude Ende 1996 abgebrochen worden war, begann die F.________ AG am 14. Januar 1997 mit dem Aushub. Am 23. Januar 1997 st�rzte die Baugrube teilweise ein. Als Ursache wurde zun�chst ein Wasserrohrbruch in der Nachbarschaft vermutet. Tags darauf fand auf der Baustelle eine Besprechung statt, an der die Beklagte nicht vertreten war.
A.e Am 27. Januar 1997 sollte die Beklagte den Baugrund f�r die Bodenplatte an Ort und Stelle beurteilen. Dabei stellte der Ingenieur der Beklagten fest, dass die im Aushubplan vorgesehene Bodenvernagelung v�llig fehlte und dass eine seiner Ansicht nach v�llig ungen�gende Baugrubensicherung ausgef�hrt worden war, worauf am folgenden Tag eine Besprechung vor Ort unter Beizug aller Beteiligten, darunter der Beklagten und eines Geologen stattfand.
A.f Am 29. Januar 1997 kam es trotz eingeleiteter Sofortmassnahmen zu weiteren Hangrutschungen, die erst am 23. Februar 1997 gestoppt werden konnten. Durch diese Rutschungen entstanden an verschiedenen H�usern sowie an der Biserhofstrasse und den darin enthaltenen Werkleitungen erhebliche Sch�den. Ein Haus musste gar abgebrochen werden.
A.g In der Folge fanden verschiedene Besprechungen der am Bau beteiligten Personen statt, zu denen auch Vertreter der jeweiligen Haftpflichtversicherungen beigezogen wurden. Die Kl�gerin als Haftpflichtversicherung der Bauherrschaft �bernahm federf�hrend einstweilen die Schadensregulierung. Trotz Vorliegens eines Parteigutachtens konnten sich die Parteien anschliessend nicht �ber die interne Aufteilung der Schadenstragung einigen.
Am 27. Juni 2003 gelangte die Kl�gerin an das Handelsgericht des Kantons St. Gallen mit dem Begehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 1'700'000.-- zuz�glich 5% Zins seit 1. August 1999 zu bezahlen. Sie machte damit einen Teil des von ihr bezahlten Betrags geltend. Das Handelsgericht wies die Klage mit Entscheid vom 4. Mai 2005 ab, worauf die Kl�gerin am 20. Juni 2005 beim Kassationsgericht des Kantons St. Gallen Nichtigkeitsbeschwerde erhob. Das Kassationsgericht hob den Entscheid des Handelsgerichts am 26. Oktober 2005 auf. Das Handelsgericht des Kantons St. Gallen befand am 26. Juni 2006 im Sinn der Erw�gungen des Entscheids des Kassationsgerichts erneut �ber die Sache und wies die Klage wiederum ab.
Mit Berufung vom 29. August 2006 beantragt die Kl�gerin dem Bundesgericht, das Urteil des Handelsgerichts St. Gallen vom 26. Juni 2006 sei aufzuheben und zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an das Handelsgericht zur�ckzuweisen.
Das Handelsgericht des Kantons St. Gallen pr�fte unter verschiedenen Aspekten, ob die Beklagte den mit dem Baukonsortium abgeschlossenen Vertrag f�r Bauingenieurleistungen verletzt hat. Dass die Beklagte die Unternehmervariante fachlich nicht �berpr�fte und bez�glich der Baugrubensicherung keine Bauleitung vornahm, sah es nicht als Vertragsverletzung an. Eine solche bejahte es hingegen mit Bezug auf die Unterlassung weiterer Baugrunduntersuchungen. Dennoch verneinte es eine Haftung der Beklagten, weil es den Kausalzusammenhang zwischen dieser Vertragsverletzung und dem Schaden nicht als gegeben ansah. Die Frage, ob das Projekt der Beklagten den Regeln der Baukunde nicht gen�gt und die Beklagte insofern den Vertrag verletzt hat, liess das Handelsgericht offen.
Die Kl�gerin wirft dem Handelsgericht vor, in verschiedener Hinsicht Bundesrecht verletzt zu haben, indem es die Schadenersatzpflicht der Beklagten verneinte.
2.1 Das Handelsgericht sah darin, dass die Beklagte die Unternehmervariante fachlich nicht �berpr�fte, keine Vertragsverletzung. Es stellte zun�chst fest, dass die Parteien den Ingenieursvertrag der SIA-Ordnung 103 (Ausgabe 1984) unterstellt haben. In rechtlicher Hinsicht f�hrte es im Wesentlichen aus, die Beklagte sei zur �berpr�fung gar nicht verpflichtet gewesen, da kein nach der SIA-Ordnung 103 erforderlicher entsprechender Zusatzauftrag zustande gekommen sei. Deshalb liege auch keine Verletzung der Abmahnungspflicht als Teil der Sorgfalts- und Treuepflicht vor.
2.2 Die Kl�gerin r�gt eine Verletzung von Art. 1 ff. und Art. 394 ff. OR. Die Beklagte sei bereits auf Grund des Ingenieurvertrags, und damit ohne Abschluss eines Zusatzauftrags zur Abmahnung verpflichtet gewesen. Selbst wenn man von der Notwendigkeit eines Zusatzauftrags ausgehe, h�tte die Beklagte, die die Unternehmervariante nach eigenen Angaben ohne rechnerische Pr�fung als untauglich angesehen habe, auf Grund ihrer Treue-, Sorgfalts- und Informationspflicht den Antrag stellen m�ssen, dass ihr ein solcher Zusatzauftrag erteilt werde. W�re ihr dies verweigert worden, h�tte sie den Bauherrn auf die Risiken hinweisen m�ssen, was sie jedoch nicht getan habe.
2.3 Nach Art. 4.2.8.6 der SIA-Ordnung 103 ist die fachliche und rechnerische �berpr�fung von Unternehmervarianten eine Zusatzleistung des Ingenieurs. Derartige Zusatzleistungen sind gem�ss Art. 3.2.2 der SIA-Ordnung 103 vorg�ngig zu vereinbaren. Nach den verbindlichen Feststellungen des Handelsgerichts wurde ein solcher Zusatzauftrag nicht erteilt. Die Beklagte war damit zu einer fachlichen und rechnerischen Pr�fung der Unternehmervariante nicht verpflichtet.
Zu pr�fen bleibt, ob die Beklagte die allgemeine Sorgfalts- und Treuepflicht verletzt hat, die sich insbesondere aus Art. 1.4.1 der SIA-Ordnung 103 ergibt. Gest�tzt darauf ist n�mlich eine Vertragsverletzung entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch ohne Bestehen eines Zusatzauftrags zu bejahen, wenn die Untauglichkeit der Unternehmervariante f�r den Ingenieur offensichtlich ist und er den Bauherrn trotzdem nicht auf die aus der Ausf�hrung des Projekts resultierenden Gefahren aufmerksam macht (vgl. auch das Urteil des Kantonsgerichts Jura vom 3. Mai 1993, Revue jurassienne de jurisprudence 1993, S. 178 f., zustimmend besprochen von Pierre Tercier, Baurecht 1994, S. 52). Die Beklagte sah die Unternehmervariante nach eigenen Angaben auch ohne fachliche und rechnerische �berpr�fung als untauglich an. Die Unzul�nglichkeit des Projekts war f�r sie demzufolge offensichtlich. Umstritten ist, ob die Beklagte in Erf�llung ihrer Sorgfalts- und Treuepflicht die Bauherrschaft oder den Architekten auf diese Einsch�tzung aufmerksam gemacht hat. Das Handelsgericht verkannte die Bedeutung dieser Frage und begn�gte sich mit dem Hinweis, betreffend der Unternehmervariante habe zwischen dem zust�ndigen Ingenieur der Beklagten und dem Architekten ein Gespr�ch stattgefunden. Feststellungen dazu, ob die Beklagte die Bauherrschaft tats�chlich wie behauptet abmahnte, fehlen jedoch im angefochtenen Entscheid. Damit ist es dem Bundesgericht nicht m�glich zu beurteilen, ob die Beklagte ihre allgemeine Treue- und Sorgfaltspflicht verletzt hat. Die Sache ist daher nach Art. 64 Abs. 1 OG zur Vervollst�ndigung der Sachverhaltsfeststellungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
3.1 Das Handelsgericht sah in der Unterlassung der im Ingenieurvertrag vereinbarten Bauleitung keine Vertragsverletzung. Weder der Architekt noch der Unternehmer h�tten der Beklagten die notwendigen Grundlagen f�r die Bauleitung zur Verf�gung gestellt, weshalb ihr eine Fachbauleitung gar nicht m�glich gewesen sei. Insbesondere aus dem Aushubplan vom 19. November 1996 sei zu schliessen, dass nach Vergabe der Baugrubensicherung an den Unternehmer von der Beklagten keine Bauleitungsleistungen h�tten erwartet werden d�rfen. Der Architekt h�tte deshalb ausdr�cklich und unmissverst�ndlich gegen�ber der Beklagten auf der Ausf�hrung der Bauleitung bestehen m�ssen. Dies habe er jedoch nicht getan. Die Orientierung der Beklagten �ber den Baubeginn k�nne nicht als eine derartige Weisung zur Vornahme der Bauleitung aufgefasst werden. Die Beklagte sei deshalb nach Vergabe der Baugrubensicherung an einen Unternehmer stillschweigend von der Pflicht zur Bauleitung befreit worden. Auf die Vorbringen der Beklagten, sie sei wegen der Untauglichkeit der Unternehmervariante vom Vertrag zur�ckgetreten und habe deshalb im Moment der Ausf�hrung der Baugrubensicherung kein Mandat mehr gehabt, ging das Handelsgericht mit dem Hinweis nicht weiter ein, die entsprechenden Ausf�hrungen seien auffallend sehr allgemein gehalten und wenig pr�zise.
3.2 Die Kl�gerin macht geltend, das Handelsgericht habe Art. 1, Art. 6 und Art. 394 ff. OR verletzt, indem es eine Vertragsverletzung verneinte. Es stehe fest, dass die Beklagte �ber den Baubeginn orientiert worden sei. Es habe deshalb an ihr gelegen, t�tig zu werden und die notwendigen Unterlagen einzuverlangen. Im �brigen sei es f�r die Vornahme der Bauleitung nicht erforderlich, dass der Ingenieur im Voraus Unterlagen erhalte. Er k�nne sich vielmehr auch vor Ort vom Unternehmer zuerst erl�utern lassen, wie die Baugrubensicherung vorgenommen werden solle. W�re die Beklagte auf der Baustelle erschienen, h�tte sie zwanglos festgestellt, dass eine ungen�gende Baugrubensicherung ausgef�hrt worden sei. Schliesslich d�rfe eine Dispensation von wesentlichen vertraglichen Leistungen nicht leichthin angenommen werden. Das gelte im besonderen Masse f�r eine stillschweigende Dispensation. Die Kl�gerin sieht in der Annahme des Handelsgerichts, die Beklagte sei stillschweigend von der Bauleitung befreit worden, ausserdem eine Verletzung der Art. 32 ff. OR. Der Architekt sei nicht befugt gewesen, den zwischen der Bauherrschaft und der Beklagten abgeschlossenen Ingenieurvertrag ohne Instruktion durch den Bauherrn abzu�ndern. Eine solche Erm�chtigung ergebe sich weder aus dem Ingenieurvertrag noch aus den Architektenvertr�gen. Im �brigen habe keine der Parteien je vorgebracht, die Beklagte sei stillschweigend von der Bauleitung dispensiert worden.
3.3 Das Handelsgericht schloss daraus, dass der Beklagten die erforderlichen Unterlagen nicht zugestellt wurden und der Architekt nicht ausdr�cklich auf der Ausf�hrung der Bauleitung bestand, auf eine stillschweigende Dispensierung der Beklagten von dieser Vertragspflicht. Damit st�tzte sich die Vorinstanz implizit auf das Vertrauensprinzip, wonach die Willenserkl�rung der anderen Partei so auszulegen ist, wie der Empf�nger sie nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste. Das Vertrauensprinzip kommt zur Anwendung, wenn zwischen den Parteien der Inhalt einer Willenserkl�rung streitig ist und nicht feststeht, dass sich die Parteien tats�chlich richtig verstanden haben (BGE 132 III 268 E. 2.3.2 S. 274 f. mit Hinweisen). Das setzt voraus, dass mindestens eine Partei das zu beurteilende Verhalten �berhaupt als Willenserkl�rung verstanden hat, weil sich nur dann die Frage des Vertrauensschutzes stellt. Das Handelsgericht hat jedoch nicht festgestellt, der Architekt habe die Beklagte von der Bauleitung dispensieren wollen bzw. die Beklagte habe dessen Verhalten so verstanden. Vielmehr steht der Behauptung der Kl�gerin, der Vertrag habe im Moment des Baubeginns noch bestanden, dem Vorbringen der Beklagten gegen�ber, sie habe den Vertrag bereits vorher (n�mlich bei Vergabe der Unternehmervariante) widerrufen. Das Vertrauensprinzip kann deshalb mit Bezug auf das Verhalten des Architekten von vorneherein nicht zum Zug kommen.
Es bleibt die Argumentation der Beklagten, sie habe den Vertrag gest�tzt auf Art. 404 Abs. 1 OR widerrufen. Zu diesem Punkt fehlen die erforderlichen Sachverhaltsabkl�rungen. Die Sache ist deshalb auch aus diesem Grund gest�tzt auf Art. 64 Abs. 1 OG an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
4.1 Das Handelsgericht sah eine Vertragsverletzung darin, dass die Beklagte auf weitere Baugrunduntersuchungen verzichtete, obwohl die mit den Voruntersuchungen betraute Firma dies vorgeschlagen hatte. Zur Begr�ndung f�hrte es aus, der Bauingenieur, der als Spezialist f�r die Baugrubensicherung herangezogen werde, habe die Bodenbeschaffenheit zu pr�fen. Die vom Geotechniker empfohlenen Abkl�rungen w�ren notwendig gewesen, um das Projekt der Beklagten auf seine Tauglichkeit hin zu pr�fen.
Den Kausalzusammenhang zwischen dieser Unterlassung und dem Schaden verneinte das Handelsgericht jedoch mit der Begr�ndung, die Rutschung h�tte trotz fehlender Abkl�rung bei einer aufmerksamen Bauleitung vor Ort noch verhindert werden k�nnen. Da die Beklagte nicht mehr zur Bauleitung verpflichtet gewesen sei, k�nne man ihr eine allenfalls mangelhafte oder fehlende Bauleitung nicht als Vertragsverletzung vorwerfen. Es fehle damit ein Glied in der Kausalkette.
4.2 Die Kl�gerin wirft dem Handelsgericht vor, damit das Wesen der Ad�quanz zu verkennen, gem�ss welcher auch entferntere Teilursachen zur Bejahung der Ad�quanz f�hrten. Das Wesen der Solidarit�t bestehe darin, dass all diejenigen, die auch nur eine Teilursache gesetzt h�tten, haftpflichtrechtlich zur Verantwortung gezogen w�rden. Nur ein grobes Drittverschulden w�re kausalit�tsunterbrechend, und ein solches habe die Vorinstanz nicht dargetan und sei von der Beklagten auch nicht behauptet worden.
4.3 Die Beklagte bestreitet, dass sie eine Vertragsverletzung beging, indem sie keine weiteren Baugrunduntersuchungen durchf�hrte. Derartige Untersuchungen seien nicht Bestandteil des Ingenieurvertrags gewesen. H�tte die Beklagte f�r ihre eigenen Arbeiten weitere Untersuchungen ben�tigt, was klar nicht der Fall gewesen sei, h�tte die Bauherrschaft diese bei einem Geologen in Auftrag geben m�ssen. Die Beklagte w�re dazu gar nicht kompetent gewesen.
4.4 Gem�ss Art. 4.2.1 der SIA-Ordnung 103 ist der als Spezialist herangezogene Ingenieur im Rahmen der Vorstudien unter anderem verpflichtet, die Grundlagen zu beschaffen. Hat er sich zur Projektierung der Baugrube und der Baugrubensicherung verpflichtet, muss er - soweit f�r die korrekte Erf�llung dieser Aufgaben erforderlich - die Bodenbeschaffenheit pr�fen. Stellt er fest, dass er nicht in der Lage ist, die notwendigen Abkl�rungen selber durchzuf�hren, hat er der Bauherrschaft den Beizug weiterer Fachleute (z.B. eines Geologen) nahezulegen und im Weigerungsfall abzumahnen (Rainer Schumacher, Die Haftung des Architekten aus Vertrag, in: Gauch Peter/Tercier Pierre (Hrsg.), Das Architektenrecht/Le droit de l'architecte, 3. Aufl. 1986, S. 152, Nr. 484). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz w�ren die vom Geotechniker empfohlenen Abkl�rungen f�r eine sorgf�ltige Tauglichkeitspr�fung des Projekts der Beklagten erforderlich gewesen. Die Beklagte bestreitet nicht, dass sie diese Abkl�rungen unterlassen hat. Sie behauptet auch nicht, dass sie von der Bauherrschaft den Beizug eines Geologen verlangt h�tte. Demnach hat die Vorinstanz das Vorliegen einer Vertragsverletzung zu Recht bejaht.
Eine Schadenersatzpflicht aus Vertrag setzt voraus, dass zwischen der Vertragsverletzung und dem Schaden ein nat�rlicher und ad�quater Kausalzusammenhang besteht. Auch das Unterlassen einer vertraglich geschuldeten Handlung kann kausal f�r den Schaden sein. Die Rechtsprechung unterscheidet grunds�tzlich auch bei Unterlassungen zwischen nat�rlichem und ad�quatem Kausalzusammenhang. W�hrend bei Handlungen die wertenden Gesichtspunkte erst bei der Beurteilung der Ad�quanz zum Tragen kommen, spielen diese Gesichtspunkte bei Unterlassungen in der Regel jedoch schon bei der Feststellung des hypothetischen Kausalverlaufs eine Rolle. Es ist daher bei Unterlassungen in der Regel nicht sinnvoll, den festgestellten oder angenommenen hypothetischen Geschehensablauf auch noch auf seine Ad�quanz zu pr�fen. Die Feststellungen des Sachrichters im Zusammenhang mit Unterlassungen sind deshalb entsprechend der allgemeinen Regel �ber die Verbindlichkeit der Feststellungen zum nat�rlichen Kausalzusammenhang f�r das Bundesgericht grunds�tzlich bindend. Nur wenn der hypothetische Kausalzusammenhang ausschliesslich gest�tzt auf die allgemeine Lebenserfahrung - und nicht gest�tzt auf Beweismittel - festgestellt wird, unterliegt sie der �berpr�fung im Berufungsverfahren (BGE 132 III 305 E. 3.5 S. 311; 115 II 440 E. 5a S. 447 f., je mit Hinweisen). Das Handelsgericht hat den hypothetischen Kausalzusammenhang zwischen der Vertragsverletzung und dem Schaden gest�tzt auf eine Beweisw�rdigung verneint. Soweit die Beklagte ihm vorwirft, das Wesen der Ad�quanz zu verkennen, kann deshalb auf die Berufung nicht eingetreten werden. Sollte das Handelsgericht bei der erneuten Entscheidung �ber die Sache allerdings zum Schluss kommen, die Beklagte sei zur Bauleitung verpflichtet gewesen (vgl. E. 3), w�re der Kausalzusammenhang zu bejahen.
5.1 Das Handelsgericht liess die Frage offen, ob das Projekt der Beklagten zur Baugrubensicherung mangelhaft sei. Zur Begr�ndung f�hrte es aus, das Projekt sei nicht realisiert worden und habe auch nicht als Grundlage f�r die Unternehmervariante gedient. Die Kl�gerin habe zwar geltend gemacht, die F.________ AG habe sich darauf verlassen, dass die Grubensicherung der Beklagten technisch korrekt sei, und gest�tzt darauf eine technisch gleichwertige Alternative vorgeschlagen. Sie habe aber nicht behauptet, die Unternehmervariante sei auf der Grundlage des Vorschlags der Beklagten zur Baugrubensicherheit erstellt worden. Weitere Ausf�hrungen und Beweisabnahmen zu diesem Punkt h�tten sich deshalb er�brigt. Im Rahmen der Pr�fung des Kausalzusammenhangs verneinte das Handelsgericht erneut die Relevanz dieser geltend gemachten Vertragsverletzung. Es hielt insbesondere fest, dass es vorliegend selbst dann zum Erfolg gekommen w�re, wenn die Beklagte zus�tzliche Abkl�rungen �ber die Bodenverh�ltnisse ausgearbeitet h�tte und dies wom�glich zu einer anderen beklagtischen Baugrubensicherung gef�hrt h�tte. Es sei n�mlich eine ungen�gende Unternehmervariante ausgef�hrt worden, die zu �berpr�fen nicht zu den Vertragspflichten der Beklagten geh�rt habe.
5.2 Die Kl�gerin wirft dem Handelsgericht vor, Art. 8 ZGB verletzt zu haben, indem es sie nicht zum Beweis �ber diese Frage zuliess. Die Kl�gerin habe nie behauptet, die F.________ AG habe das Projekt der Beklagten in den Grundz�gen �bernommen und lediglich einzelne Teile abge�ndert. Das Projekt der Beklagten habe aber dennoch eine Rolle gespielt, da sich die F.________ AG bei der Ausarbeitung der Unternehmervariante darauf verlassen habe, dass das von der Beklagten ausgearbeitete Konzept technisch korrekt sei. Die ungen�gende Grubensicherung der Beklagten habe die F.________ AG in die Irre gef�hrt, die eine der ausgeschriebenen Sicherung entsprechende Alternative gesucht habe. Das Handelsgericht habe deshalb die Frage der technischen Unzul�nglichkeit des Projekts der Beklagten zu Unrecht f�r rechtlich unerheblich gehalten. Die Kl�gerin habe im �brigen die Behauptung, das Projekt der Beklagten habe nicht den Regeln der Baukunde entsprochen, rechtzeitig und substantiiert vorgetragen und dazu den Antrag auf Expertise gestellt.
Die Kl�gerin sieht weiter eine Verletzung von Bundesrecht darin, dass das Handelsgericht zur Ermittlung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs keine Beweise zur Frage abgenommen habe, ob die ausgeschriebene Baugrubensicherung f�r die F.________ AG bei der Evaluation einer Unternehmervariante eine Rolle gespielt habe. Der nat�rliche Kausalzusammenhang werde nicht mittels eines abstrakten Werturteils, sondern m�glichst konkret ermittelt.
5.3 Die nat�rliche Kausalit�t ist gegeben, wenn ein Handeln Ursache im Sinn einer conditio sine qua non f�r den Eintritt eines Schadens ist (BGE 128 III 174 E. 2b S. 177 mit Verweisen). Die vorinstanzliche Feststellung, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, beschl�gt, wie bereits erw�hnt, die tats�chlichen Verh�ltnisse und ist f�r das Bundesgericht im Berufungsverfahren grunds�tzlich verbindlich. Zul�ssige R�ge bildet indessen der Vorwurf, die Vorinstanz habe den bundesrechtlichen Begriff der nat�rlichen Kausalit�t verkannt (Urteil 5C.125/2003 vom 31. Oktober 2003, E. 2.2 mit Hinweisen, publ. in SJ 2004 I S. 409; vgl. auch BGE 128 III 22 E. 2d S. 25). Diese R�ge, die die Kl�gerin zumindest sinngem�ss erhebt, ist im Folgenden zusammen mit der ebenfalls erhobenen R�ge der Verletzung von Art. 8 ZGB zu pr�fen.
Sollte die Beklagte ein untaugliches Projekt erstellt und die F.________ AG im Vertrauen auf die darin enthaltenen Daten eine technisch gleichwertige, aber ebenso unzul�ngliche Unternehmervariante verwirklicht haben, w�rde die Vertragsverletzung der Beklagten eine conditio sine qua non f�r den Eintritt des Schadens darstellen. Indem die Vorinstanz diese denkbare Kausalkette �bersehen und es unterlassen hat, entsprechende Abkl�rungen zu treffen, hat sie den Begriff der nat�rlichen Kausalit�t verkannt. Gleichzeitig hat sie Art. 8 ZGB verletzt, indem sie die Kl�gerin entgegen ihren Antr�gen �ber die Tauglichkeit des Projekts der Beklagten und �ber die Bedeutung des Projekts f�r die Erarbeitung der Unternehmervariante nicht Beweis f�hren liess, da es sich hierbei wie aufgezeigt um rechtserhebliche Tatsachen handelt (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.). Der Entscheid ist deshalb auch aus diesen Gr�nden gest�tzt auf Art. 64 Abs. 1 OG an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Nach dem Gesagten ist bis zur neuen Entscheidung durch die Vorinstanz offen, ob die Beklagte aus Vertragsverletzung haftet. Damit kann auch offen bleiben, inwieweit die Kl�gerin aktivlegitimiert ist. Sollte das Handelsgericht die Voraussetzungen einer Schadenersatzpflicht der Beklagten als erf�llt ansehen, h�tte es diese Frage erneut zu pr�fen.
Aus den genannten Gr�nden ist die Berufung gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Diese hat den Sachverhalt zu erg�nzen mit Bezug darauf, ob die Beklagte ihre allgemeine Sorgfalts- und Treuepflicht verletzt hat (vgl. E. 2.3), ob die Beklagte den Vertrag widerrufen hat und deshalb nicht mehr zur Bauleitung verpflichtet war (vgl. E. 3.3 und 4.4) sowie ob die Beklagte ein untaugliches Projekt erstellt und die F.________ AG im Vertrauen auf die darin enthaltenen Daten eine technisch gleichwertige Unternehmervariante verwirklicht hat (vgl. E. 5.3).
Angesichts des offenen Ausgangs des kantonalen Verfahrens rechtfertigt es sich, praxisgem�ss die Gerichtsgeb�hr den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 OG) und die Parteikosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren wettzuschlagen (Art. 159 Abs. 3 OG).
Die Berufung wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Entscheid des Handelsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Juni 2006 wird aufgehoben und die Sache zur Sachverhaltserg�nzung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 10'000.-- wird den Parteien je zur H�lfte auferlegt.