Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=4&t=267361&p=1710098
Timestamp: 2019-11-20 01:42:00
Document Index: 26074681

Matched Legal Cases: ['§ 50', 'BGH', '§50', 'BGH', 'BGH', '§ 50', '§ 249']

Hinweispflicht auf Kostentragung - recht.de
Hinweispflicht auf Kostentragung
pyrrhussieg2016
Registriert: 20.02.16, 12:17
Beitrag von pyrrhussieg2016 » 20.02.16, 13:04
angenommen, sei folgender theoretischer Sachverhalt:
A, B und C sind Miteigentümer einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). A und B sind nun Beklagte vorm Amtsgericht (C klagt). Es wird geklagt auf Ungültigkeit und Zustimmung eines WEG-Beschlusses zur Notwendigkeit dem Grunde nach einer Instandsetzungsmaßnahme. Inhaltlich geht es um rund 6.000 €. Falls die Kosten -wie vom Kläger beantragt- von der WEG nach Miteigentumsanteilen getragen würden, müsste A nur rund 10% tragen. Das Kostenrisiko ist daher eher überschaubar.
A und B lassen sich individuell von unterschiedlichen Anwälten vertreten. B lässt sich von dem vom Verwalter beauftragten Antwalt vertreten, A von einem anderen Anwalt.
A und B gewinnen den Prozeß.
Frage: Wer muss die Kosten tragen für
i) das Gericht (Gerichtskosten)
ii) den Anwalt des A
iii) den Anwalt des B
iv) den Anwalt des C
Hintergrund: A kannte § 50 WEG und die Rechtsprechung des BGH nicht. §50 WEG bestimmt "...dass wenn nicht aus Gründen, die mit dem Gegenstand des Rechtsstreits zusammenhängen, eine Vertretung durch mehrere bevollmächtigte Rechtsanwälte geboten war." Zudem gibt es einen BGH-Beschluss (BGH vom 6.07.2009, Az.: V ZB 11/09 ) gemäß dem nur unter sehr engen Voraussetzung die Erstattung der Kosten mehrerer von den Beklagten beauftragten Anwälte erstattungsfähig sind.
A befürchtet nun, dass er -trotz Sieg vor Gericht- also auf den Kosten "seines" Anwalts sitzen. Wen dem so wäre, fühlt sich A von seinen Anwalt extrem schlecht beraten. Die Beratungskosten würden ggf. sogar die Kosten bei Niederlagen vor Gericht und Verurteilung zur anteiligen Kostentragung übersteigen.
A hatte im Vorfeld den Antwalt explizit gefragt, wie er "am biligsten aus der Sache herauskommt" und insbesondere wie das ganze verfahrenstechnisch (Wer trägt welche Kosten bei Sieg/Niederlage vor Gericht) funktioniert.
Der Anwalt des A ist Fachanwalt für Miet- und WEGR. Hätte er § 50 WEG kennen müssen und den A bereits im Erstberatungsgespräch darauf hinweisen müssen?
Registriert: 27.03.06, 22:59
Re: Hinweispflicht auf Kostentragung
Beitrag von I-user » 03.03.16, 15:49
C muss m.E. alle Kosten tragen bzw. erstatten bis auf die des Rechtsanwalts von A. Die Kosten des Rechtsanwalts von A muss eigentlich A tragen. Er kann jedoch von seinem Anwalt Schadenersatz wegen mangelhafter Beratung verlangen. Wenn der Sachverhalt beweisbar oder unbestritten ist, hätte der RA den A über die nicht notwendige Vertretung aufklären müssen. Dann hätte A seinen Anwalt nicht mit der Vertretung beauftragt und müsste nur die Beratung bezahlen. Vertetungskosten von A minus Schadenersatz an A gleich Beratungskosten (gemäß § 249 Abs. 1 BGB).
Beitrag von rabenthaus » 03.03.16, 15:57
wer von den beiden hat denn zuerst geklagt?
Wußte der jeweils andere von der weiteren Klage? Wieso haben die beiden nicht denselben Anwalt genommen? Wußte der jeweilige Anwalt, dass er nur der zweite Bevollmächtigte ist?