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Timestamp: 2016-10-28 04:50:03
Document Index: 30436510

Matched Legal Cases: ['Art. 195', 'BGE', 'Art. 277', 'BGE', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 195', 'Art. 195', 'Art. 198', 'BGE', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 195', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'BGE', 'Art. 188', 'Art. 195', 'Art. 193', 'Art. 195', 'Art. 195', 'Art. 201', 'Art. 195', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 51', 'Art. 195', 'Art. 277', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'BGE', 'Art. 195', 'Art. 195', 'Art. 195', 'BGE', 'BGE', 'Art. 188', 'Art. 195']

129 IV 7110. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes i.S. X. gegen Generalprokurator des Kantons Bern sowie A. und B. (Nichtigkeitsbeschwerde)
Art. 195 al. 1 et 2 CP; encouragement � la prostitution. La prostitution consiste � livrer son corps, occasionnellement ou par m�tier, aux plaisirs sexuels d'autrui pour de l'argent ou d'autres avantages mat�riels. Il n'est pas n�cessaire qu'elle soit une activit� r�guli�re ni un v�ritable mode de vie (consid. 1.4). Celui qui d�lib�r�ment affaiblit la libert� d'action d'une personne majeure et qui exploite sa d�pendance, au point qu'elle se livre sexuellement plusieurs fois � des tiers pour de l'argent, la pousse � se prostituer au sens de l'art. 195 al. 2 CP. Il en va de m�me lorsque l'auteur exerce une pression sur la victime ou exploite sa soumission particuli�re en vue d'avantages mat�riels (consid. 1.4). Exigences quant aux constatations de fait dans le cas concret (consid. 1.5). S'agissant de personnes mineures, les termes "pouss� � la prostitution" au sens de l'art. 195 al. 1 CP signifient les amener � se livrer sexuellement plus d'une fois � autrui pour de l'argent. A la diff�rence de l'al. 2 de cette disposition, il suffit dans ce cas que l'auteur, exploitant la jeunesse de la victime, gr�ce � la diff�rence d'�ge ou � un autre ascendant, la presse ou la persuade de se livrer � la prostitution. L'abus de la d�pendance ou la recherche d'un avantage mat�riel n'est pas n�cessaire (consid. 2.3). Faits � partir de page 72
A.- X., von Beruf Fotograf mit eigenem Atelier, sprach im Oktober 1996 in einem Berner Restaurant A. (Beschwerdegegnerin 1) an, unter dem Vorwand, ein Fotomodell f�r Jeans von Karl Lagerfeld zu suchen. In der Folge schlossen die beiden einen Vertrag ab. Zwischen Oktober und Dezember 1996 f�hrte X. mehrere Fotosessionen mit BGE 129 IV 71 S. 73der Beschwerdegegnerin 1 als Modell durch, wobei er auch Akt- und Erotikbilder machte. Anl�sslich dieser Sessionen n�herte sich der Fotograf seinem Modell sexuell, worauf ihn die Beschwerdegegnerin 1 manuell befriedigte.
Zwischen dem 18. und 23. Dezember 1996 f�hrte X. die Beschwerdegegnerin 1 zum Zwecke der Prostitution in verschiedene Etablissements ein, unter anderem auch in den Y-Club und in eine Diskothek in Luzern. Im Y-Club erbrachte sie mehreren M�nnern Liebesdienste f�r Geld. Mit einem der Kunden vollzog sie den Beischlaf.
Bem�ht, Karriere zu machen, unterschrieb die Beschwerdegegnerin 1 in der genannten Zeit alles, was X. ihr vorlegte, unter anderem auch eine Schuldanerkennung �ber Fr. 33'000.-. Diese setzte X. sp�ter ein, um seiner Drohung Nachdruck zu geben, die Beschwerdegegnerin 1 und ihre Familie "medienm�ssig fertig zu machen". Schliesslich beauftragte X. ein Inkassob�ro damit, die Geldforderung gegen die Beschwerdegegnerin 1 einzutreiben. Er verkaufte ferner diverse Akt- und Erotikfotos von ihr an eine grosse Tageszeitung. Diese ver�ffentlichte die Fotos kurz vor dem Auftritt der Beschwerdegegnerin 1 an einem Gesangswettbewerb.
Abgesehen von verschiedenen sexuellen Handlungen zum Nachteil der noch nicht m�ndigen B. (Beschwerdegegnerin 2) brachte X. sie mit der ihm eigenen kraftvollen "�berredungskunst" dazu, zwei M�nner gegen Entgelt oral zu befriedigen. Diese Handlungen fanden im Fr�hling 1997 statt.
B.- Das Obergericht des Kantons Bern sprach X. am 8. April 2002 wegen dieser und weiterer Taten zweitinstanzlich schuldig des Fahrens eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand, der Vereitelung einer Blutprobe, der sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfachen sexuellen N�tigung, der sexuellen Handlungen mit Abh�ngigen, der mehrfachen vollendeten und versuchten F�rderung der Prostitution, der versuchten N�tigung sowie der Erpressung und bestrafte ihn mit 30 Monaten Gef�ngnis, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafamtsgerichts Bern vom 20. Oktober 1995. Es schied f�r die vor dem 20. Oktober 1995 begangenen Delikte eine Strafquote von 15 Monaten aus. Schliesslich verpflichtete das Obergericht X., der Beschwerdegegnerin 2 eine Genugtuung von Fr. 15'000.- und der Beschwerdegegnerin 1 eine Genugtuung von Fr. 2'000.- zu bezahlen. X. f�hrt dagegen eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde.
Das Bundesgericht heisst die Beschwerde im Strafpunkt in Anwendung von Art. 277 BStP teilweise gut.BGE 129 IV 71 S. 74
1. Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen seine Verurteilung wegen vollendeter und versuchter F�rderung der Prostitution zum Nachteil der Beschwerdegegnerin 1.
1.1 Die Vorinstanzen erw�gen, der Beschwerdef�hrer habe die Beschwerdegegnerin 1 in den Y-Club eingef�hrt. Auf sein Dr�ngen hin und aufgrund seiner Drohungen habe sie sich M�nnern gegen Geld sexuell hingegeben. Mit einem Kunden sei es zum Beischlaf gekommen. Wesentlich sei, dass diese Handlungen im Zusammenhang mit den finanziellen Forderungen des Beschwerdef�hrers gestanden h�tten und das Selbstbestimmungsrecht der Beschwerdegegnerin 1 deutlich eingeschr�nkt gewesen sei. Art. 195 StGB erf�lle bereits, wer jemanden gelegentlich der Prostitution zuf�hre. Entscheidend sei nicht die Intensit�t der Prostitution, sondern das initiale Zuf�hren in diese T�tigkeit. Der Beschwerdef�hrer habe sich der F�rderung der Prostitution schuldig gemacht, auch wenn die Beschwerdegegnerin 1 ihm das verdiente Geld nicht weitergeleitet habe. In den �brigen F�llen, in denen der Beschwerdef�hrer sie in andere "Etablissements" eingef�hrt habe, ohne dass es zu sexuellen Handlungen mit Kunden gekommen sei, liege bloss versuchte F�rderung der Prostitution vor, da der vom Beschwerdef�hrer angestrebte Verm�gensvorteil nicht eingetreten sei.
1.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz begr�nde nicht, weshalb sie im Gegensatz zum Kreisgericht nur von einem statt von mehreren im Y-Club bedienten Freiern ausgehe. Ebenso stelle die Vorinstanz nichts fest, was �ber das "Bringen" der Beschwerdegegnerin 1 in Etablissements hinausgehe. Sie ber�cksichtige nicht, dass die Beschwerdegegnerin 1 in der Zeit vor und nach den Besuchen in den erw�hnten Etablissements ein ausschweifendes Sexualleben gepflegt habe. Sachverhaltsfeststellungen, die �ber ein blosses "Verleiten" oder "Anstiften" hinausgingen, l�gen keine vor. Die gewisse Intensit�t der Einwirkung, die notwendig w�re, sei nicht erf�llt. Das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Beschwerdegegnerin sei nicht in strafrechtlich relevantem Mass beeintr�chtigt gewesen. Mit Blick auf Art. 195 StGB m�sse das erwachsene Opfer erheblich unter Druck gesetzt worden sein, um die Ausn�tzung der Abh�ngigkeit und eines Verm�gensvorteils annehmen zu k�nnen. Das sei gest�tzt auf die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz zu verneinen.BGE 129 IV 71 S. 75
1.3 Nach Art. 195 StGB ("Ausn�tzung sexueller Handlungen. F�rderung der Prostitution") wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Gef�ngnis bestraft, wer
- eine unm�ndige Person der Prostitution zuf�hrt (Abs. 1);
- eine Person unter Ausn�tzung ihrer Abh�ngigkeit oder eines Verm�gensvorteils wegen der Prostitution zuf�hrt (Abs. 2);
- die Handlungsf�higkeit einer Person, die Prostitution betreibt, dadurch beeintr�chtigt, dass er sie bei dieser T�tigkeit �berwacht oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umst�nde der Prostitution bestimmt (Abs. 3);
- eine Person in der Prostitution festh�lt (Abs. 4).
Art. 195 StGB ist bei der Revision des Sexualstrafrechts von 1992 an die Stelle der altrechtlichen Art. 198, 199, 200 und 201 StGB getreten. Die Bestimmung sch�tzt sowohl Personen davor, gegen ihren Willen dazu gebracht zu werden, sich zu prostituieren, als auch die Entscheidungsfreiheit von Personen, die bereits als Prostituierte arbeiten. Der Gesetzgeber wollte die Strafbarkeit der ethisch missbilligenswerten Kuppelei und Zuh�lterei auf F�lle einschr�nken, in denen der T�ter die aufgrund einer Unterlegenheit bzw. Abh�ngigkeit verminderte Handlungsfreiheit des Opfers ausn�tzt (vgl. Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes [Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, gegen die Sittlichkeit und gegen die Familie] vom 26. Juni 1985, BBl 1985 II 1009 ff., 1082). Ob die Willens- und Handlungsfreiheit des Opfers eingeschr�nkt war, bestimmt sich nach dessen individuellen F�higkeiten im gesamten jeweiligen Kontext.
Die Norm sch�tzt die sexuelle Selbstbestimmung im Bereich der Prostitution nur vor besonderen, abschliessend umschriebenen Beeintr�chtigungen. Denn das Strafrecht gr�ndet auf dem Menschenbild, Erwachsene k�nnten innerhalb der Beschr�nkungen, die das t�gliche Leben mit sich bringen, ihren Willen grunds�tzlich frei bilden und umsetzen.
1.4 Prostitution besteht im gelegentlichen oder gewerbsm�ssigen Anbieten und Preisgeben des eigenen K�rpers an beliebige Personen zu deren sexueller Befriedigung gegen Geld oder geldwerte Leistungen (Botschaft, BBl 1985 II 1082 f.). Es gen�gt grunds�tzlich jede hetero- oder homosexuelle Handlung, mit der ein Kunde oder eine Kundin �ber einen k�rperlichen Kontakt befriedigt werden soll. Prostitution liegt schon vor, wenn sich das Opfer erst vereinzelt in der oben umschriebenen Weise Dritten angeboten und hingegeben hat. Es ist somit nicht erforderlich, dass die Prostitution regelm�ssig BGE 129 IV 71 S. 76ausge�bt wird und f�r das Opfer zu einer eigentlichen Lebensform geworden ist, es sich also unbestimmt vielen Personen im Sinne eines (Haupt- oder Neben-)Erwerbs anbietet (vgl. Botschaft, S. 1082 f.; ebenso J�RG REHBERG/NIKLAUS SCHMID, Strafrecht III, 7. Aufl., Z�rich 1997, S. 410; J�RG REHBERG, Das revidierte Sexualstrafrecht, AJP 1993 S. 26; a.A. GUIDO JENNY, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, 4. Bd.: Delikte gegen die sexuelle Integrit�t und gegen die Familie, Art. 195 StGB N. 5; G�NTER STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil 1, 5. Aufl., Bern 1995, � 9 N. 6; STEFAN TRECHSEL, Kurzkommentar, 2. Aufl., Z�rich 1997, Art. 195 StGB N. 2). Diese Begriffsumschreibung ist offensichtlich sehr weit und geht bei gelegentlichen Sexualkontakten m�glicherweise �ber das hinaus, was gemeinhin unter Prostitution verstanden wird (BGE 121 IV 86 E. 2a S. 88 mit Hinweis auf STRATENWERTH, a.a.O., N. 6). Fraglich ist nur, wie gelegentlich bzw. wie selten das Verhalten sein muss, um noch als Prostitution im Sinne von Art. 195 StGB zu gelten (STRATENWERTH, a.a.O., N. 6).
Der Prostitution f�hrt zu, wer eine andere Person "in das Gewerbe einf�hrt und zu dessen Aus�bung bestimmt" (Botschaft, BBl 1985 II 1083). Wie sich aus dem dargelegten Begriff der Prostitution ergibt, gen�gt es bereits, wenn der T�ter die Person im Hinblick auf eine bloss gelegentliche Aus�bung der Prostitution in diese T�tigkeit einf�hrt. Nicht erforderlich ist die Absicht, die Person bleibend in das "Gewerbe" einzuf�hren und sie zur Prostitution im Sinne einer Lebensform zu bestimmen. Das ergibt sich auch aus der franz�sischen und italienischen Gesetzesfassung ("pouss� autrui � se prostituer" bzw. "sospinge altri alla prostituzione"). Der T�ter muss aber mit "einer gewissen Intensit�t" auf sein Opfer einwirken, wobei bereits ein Dr�ngen oder Insistieren gen�gen soll (Botschaft, S. 1083; REHBERG, a.a.O., S. 26; TRECHSEL, a.a.O., Art. 195 StGB N. 4). Bei unm�ndigen Opfern nach Art. 195 Abs. 1 StGB gen�gt in der Regel ein geringerer Druck als gegen�ber Erwachsenen (vgl. etwa STRATENWERTH, a.a.O., N. 8 mit Beispielen). Ein "Zuf�hren" kann - nicht nur bei Erwachsenen - darin bestehen, dass der T�ter R�ume organisiert oder Kunden vermittelt (REHBERG/SCHMID, a.a.O., S. 410 f.; vgl. auch BGE 121 IV 86 E. 2b, wo das Merkmal "Zuf�hren" jedoch nicht angefochten war und damit vom Bundesgericht nicht �berpr�ft wurde). Weil die gezielte Einwirkung des T�ters auf das Opfer dessen Willens- und Handlungsfreiheit nennenswert beeintr�chtigen muss, ist ein "Zuf�hren" zu verneinen, wenn der T�ter dem Opfer bloss die Gelegenheit er�ffnet oder BGE 129 IV 71 S. 77M�glichkeiten aufzeigt, sich auf die Prostitution einzulassen, es also lediglich zur T�tigkeit verleitet (Botschaft, S. 1083; vgl. ferner STRATENWERTH, a.a.O., � 9 N. 7 f.). Wer sich bereits prostituiert, kann zwar in bestimmte Bereiche bzw. Facetten des Gewerbes eingef�hrt, aber nicht mehr der Prostitution als solcher zugef�hrt werden (Botschaft, S. 1083), wohl aber wer mit der Prostitution bereits abgeschlossen hatte.
F�hrt der T�ter eine erwachsene Person der Prostitution zu, ist nach Absatz 2 der Bestimmung zus�tzlich erforderlich, dass er eine Abh�ngigkeit des Opfers ausn�tzt oder "eines Verm�gensvorteils wegen" handelt.
Der auch in den Art. 188, 192 und 193 StGB verwendete Begriff der Abh�ngigkeit ist bei Art. 195 StGB weit zu verstehen (Botschaft, BBl 1985 II 1084). Ob eine Abh�ngigkeit vorliegt, entzieht sich einer allgemeinen Umschreibung und ist nach den Umst�nden des jeweiligen Falles zu ermitteln. In Betracht kommen neben dem in Art. 193 StGB genannten Arbeitsverh�ltnis jede andere hinreichend schwere Form von Abh�ngigkeit. Das kann etwa bei H�rigkeit (Botschaft, S. 1084), Drogensucht, finanziellen Abh�ngigkeiten usw. anzunehmen sein (vgl. Botschaft, S. 1084; STRATENWERTH, a.a.O., � 9 N. 9; TRECHSEL, a.a.O., Art. 195 StGB N. 6; JENNY, a.a.O., Art. 195 StGB N. 8).
Nach der zweiten Variante muss der T�ter das Opfer "eines Verm�gensvorteils wegen" der Prostitution zuf�hren, d.h. mit Blick auf eine eigene verm�genswerte Besserstellung handeln. Das Tatbestandsmerkmal "verschmilzt" mit dem Motiv des T�ters (Botschaft, BBl 1985 II 1084). Insoweit klingt die moralische Missbilligung der Zuh�lterei des fr�heren Rechts an (vgl. Art. 201 aStGB), worin der Gesetzgeber neu keinen hinreichenden Strafgrund erblickte (Botschaft, S. 1082). Daraus leitet die herrschende Lehre zutreffend ab, eine erwachsene Person f�r geldwerte Vorteile der Prostitution zuzuf�hren sei nach Art. 195 Abs. 2 StGB nur strafbar, wenn das Opfer unter Druck gesetzt oder dessen besondere Unterlegenheit ausgen�tzt werde, so dass seine Handlungsfreiheit im Ergebnis �hnlich stark eingeschr�nkt sei wie bei den anderen Formen des Delikts. Insofern liegt das Schwergewicht beim Begriff des Zuf�hrens und nicht beim Merkmal des Handelns um des verm�genswerten Vorteils wegen (STRATENWERTH, a.a.O., � 9 N. 10; ebenso TRECHSEL, a.a.O., Art. 195 StGB N. 7 mit weiteren Hinweisen).
1.5 Nach Auffassung der Vorinstanz hat der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 1 im Sinne von Art. 195 Abs. 2 StGB der BGE 129 IV 71 S. 78Prostitution zugef�hrt, um daraus einen (eigenen) Verm�gensvorteil zu erzielen.
Die kantonale Beh�rde hat ihre Entscheidung so zu begr�nden, dass das Bundesgericht die Gesetzesanwendung �berpr�fen kann (vgl. Art. 277 BStP). Dies setzt voraus, dass im Urteil das Ergebnis der Beweisf�hrung - soweit es f�r die Beurteilung der Sache von Bedeutung ist - festgestellt wird (so f�r die eidgen�ssische Berufung in Zivilsachen ausdr�cklich Art. 51 Abs. 1 lit. c Satz 1 OG). Aus dem Ergebnis der Beweisf�hrung muss in einem Fall wie hier ersichtlich sein, weshalb die Voraussetzungen von Art. 195 Abs. 2 StGB bejaht wurden (vgl. ERHARD SCHWERI, Eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen, Bern 1993, N. 600; MARTIN SCHUBARTH, Nichtigkeitsbeschwerde 2001, Bern 2001, N. 154; vgl. Urteil 6S.476/1992 vom 28. Dezember 1993, E. 3a).
Das angefochtene Urteil gen�gt diesen eidgen�ssischen Mindestanforderungen f�r die Begr�ndung kantonaler Urteile nicht. Im angefochtenen Urteil finden sich relevante Sachverhaltsfeststellungen verstreut an mehreren Stellen, wobei �berfl�ssiges gleichgeordnet mit Wesentlichem referiert wird. Unter diesen Umst�nden ist es dem Bundesgericht nicht m�glich, die Gesetzesanwendungen nachzupr�fen.
Abgesehen davon ist das angefochtene Urteil aus folgenden Gr�nden gest�tzt auf Art. 277 BStP aufzuheben. Dem Urteil ist nicht zu entnehmen, worin das "Drohen, Dr�ngen und Insistieren" des Beschwerdef�hrers bestanden haben soll. Soweit die Vorinstanz annimmt, der Beschwerdef�hrer habe die Schuldanerkennung der Beschwerdegegnerin 1 dazu benutzt, seine Drohung zu "untermauern", die Beschwerdegegnerin 1 und ihre Familie "medienm�ssig fertigzumachen", und er habe ein Inkassob�ro mit der Eintreibung der Geldforderung beauftragt sowie kurz vor einem wichtigen Auftritt der Beschwerdegegnerin 1 Fotos an eine Zeitung verkauft, geht nicht gen�gend deutlich hervor, inwiefern dieses Verhalten mit den entgeltlichen Dienstleistungen der Beschwerdegegnerin 1 im Y-Club und den gemeinsamen Besuchen von verschiedenen "Etablissements" im Zusammenhang gestanden haben soll und die Handlungsfreiheit der Beschwerdegegnerin 1 dadurch deutlich beschr�nkt gewesen sei. Nur wenn dies festgestellt w�re, liesse sich beurteilen, ob darin ein Druck im Sinne von Art. 195 Abs. 2 StGB zu erblicken ist.
Sodann erachtet die Vorinstanz Art. 195 Abs. 2 StGB als vollendet, soweit die Beschwerdegegnerin 1 im Y-Club "gegen Entgelt BGE 129 IV 71 S. 79Kunden bediente und es dort mit einer Person zum Beischlaf gekommen" sei. Zwar geht daraus entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers hervor, dass die Vorinstanz wie zuvor schon das Kreisgericht von mehreren bedienten Kunden ausgeht. Um beurteilen zu k�nnen, ob die sexuellen Dienste ein "Zuf�hren" in die Prostitution begr�nden, m�sste jedoch feststehen, ob es sich um mehr als eine bzw. um wie viele Gegebenheiten es sich dabei handelte. Entsprechendes gilt f�r die nicht n�her umschriebenen Vorf�lle, die von der Vorinstanz als versuchte Tatbegehung beurteilt wurden. Dem Urteil der Vorinstanz sind keine Ausf�hrungen dar�ber zu entnehmen, inwiefern bei den "�brigen Vorf�llen" eine versuchte F�rderung der Prostitution stattgefunden haben soll. Die Tatumst�nde bleiben im Dunkeln.
Schliesslich steht im angefochtenen Urteil nichts zur Frage der Abh�ngigkeit der Beschwerdegegnerin 1. In Bezug auf das von der Vorinstanz bejahte alternative Erfordernis des Handelns im Hinblick auf einen Verm�gensvorteil ist dem angefochtenen Urteil nur zu entnehmen, dass dem Beschwerdef�hrer "schlussendlich kein Verm�gensvorteil erwachsen ist". Zur entscheidenden Frage, ob und inwieweit die Beschwerdegegnerin 1 die von ihren Kunden erhaltenen Gelder oder einen Teil davon dem Beschwerdef�hrer h�tte abgeben sollen bzw. ob der Beschwerdef�hrer konkret erwartete bzw. erwarten konnte, von der T�tigkeit der Beschwerdegegnerin 1 finanziell unmittelbar zu profitieren, schweigt sich die Vorinstanz aus.
2. Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen seine Verurteilung wegen vollendeter F�rderung der Prostitution zum Nachteil der Beschwerdegegnerin 2.
2.1 Nach den verbindlichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdef�hrer zwischen M�rz und Ende Juni 1997 bzw. "im Fr�hling" 1997 zwei M�nner der Beschwerdegegnerin 2 zwecks entgeltlicher oraler Befriedigung zugef�hrt. Er habe die beiden M�nner kontaktiert und ihnen "den K�rper" der Beschwerdegegnerin 2 "angeboten". Die Beschwerdegegnerin 2 (geb. 24. Juni 1979) traf die beiden Freier getrennt voneinander je einmal im Atelier des Beschwerdef�hrers und verkehrte mit ihnen oral gegen Geld; der Beschwerdef�hrer war dabei anwesend.BGE 129 IV 71 S. 80
2.2 Auch wenn das angefochtene Urteil die beiden Vorf�lle an einer Stelle zeitlich im Fr�hling 1997 und an anderer Stelle zwischen M�rz und Ende Juni 1997 ansiedelt, zeigt der Gesamtzusammenhang, dass die Vorinstanz annimmt, die dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen Taten seien vor Eintritt der M�ndigkeit der Beschwerdegegnerin 2 begangen worden. Die Beschwerdegegnerin 2 war damals noch nicht m�ndig, da sie ihren 18. Geburtstag erst nach Sommerbeginn hatte.
2.3 Der Beschwerdef�hrer hat die damals unm�ndige Beschwerdegegnerin der Prostitution zugef�hrt im Sinne des Art. 195 Abs. 1 StGB. Wie bereits dargelegt wurde, gen�gt f�r die Prostitution das gelegentliche Anbieten und Preisgeben des eigenen K�rpers an beliebige Personen zu deren sexueller Befriedigung gegen Entl�hnung in Geld oder anderen materiellen Werten. Entscheidend ist nicht die quantitative und genaue qualitative Bewertung der T�tigkeit, sondern die vollzogene Initiation in die Prostitution als solche, wobei das Wort "gelegentlich" mehr als einen Vorfall impliziert. Ein Zuf�hren ist jedenfalls bei unm�ndigen Opfern bereits ab zwei sexuellen Akten gegen Geld zu bejahen. Bei Unm�ndigen bedeutet "Zuf�hren", sie zu veranlassen, sich gegen Geld anderen Personen sexuell hinzugeben. Unm�ndige pflegen in ihrer F�higkeit zur Selbstbestimmung noch nicht voll entwickelt zu sein (Botschaft, BBl 1985 II 1083), weshalb der Gesetzgeber sie vor ihrem eigenen Unverstand sch�tzen wollte. Daraus folgt, dass es f�r die Tathandlung des Art. 195 Abs. 1 StGB im Unterschied zum Absatz 2 der Norm gen�gt, wenn wie hier ein �lterer oder sonst �berlegener T�ter die Jugendlichkeit des Opfers ausn�tzt. Ein "Zuf�hren" ist bei Unm�ndigen deshalb bereits bei einem blossen �berreden zu bejahen (vgl. nur STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil 1, 5. Aufl., Bern 1995, � 9 N. 8). Ob das Opfer zus�tzlich vom T�ter abh�ngig war oder ob dieser "eines Verm�gensvorteils wegen" handelte, ist hier im Unterschied zu Art. 195 Abs. 2 StGB nicht Tatbestandsmerkmal, weshalb dies nicht weiter gepr�ft werden muss.
Aus diesen Gr�nden ist der angefochtene Entscheid in diesem Punkt bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
2.4 Zur Begr�ndung der Beschwerde im Zivilpunkt geh�rt grunds�tzlich, dass gesagt wird, welche zivilrechtlichen Bestimmungen und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Unterl�sst der Beschwerdef�hrer eine solche Begr�ndung und verweist er statt dessen nur auf seine Ausf�hrungen zum Strafpunkt, dann betrachtet er seinen Antrag zum Zivilpunkt nur als Folge BGE 129 IV 71 S. 81seines Antrags im Strafpunkt. Wird seine Beschwerde im Strafpunkt abgewiesen, ist deshalb auf die Beschwerde im Zivilpunkt nicht einzutreten (BGE 76 IV 102 E. 4; MARTIN SCHUBARTH, Nichtigkeitsbeschwerde 2001, Bern 2001, N. 276).
art. 195 al. 1 CP,
Art. 188, 192 und 193 StGB,
Art. 195 al. 1 et 2 CP