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Timestamp: 2016-10-27 09:01:15
Document Index: 73022422

Matched Legal Cases: ['Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 66']

9C_340/2015 � � Urteil vom 23. M�rz 2016
Die 1971 geborene A.________ war zuletzt als Hilfsarbeiterin bei der B.________ AG angestellt. Nachdem ihr im Oktober 2010 bei der Arbeit Schachteln auf den Kopf gefallen waren, beklagte sie Schwindel, Schw�che in den Beinen und Schlafst�rungen (letzter effektiver Arbeitstag: 31. M�rz 2011). Mit Wirkung auf 31. Oktober 2011 l�ste die Arbeitgeberin das Arbeitsverh�ltnis aus gesundheitlichen Gr�nden auf.
Im Februar 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf den im Oktober 2010 erlittenen Arbeitsunfall bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (unter anderem die Berichte des Dr. med. C.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 18. Oktober 2011 und der Klinik D.________, Zentrum f�r Rehabilitation und Nachbehandlung, vom 31. Oktober 2011) und t�tigte weitere Abkl�rungen medizinischer und beruflicher Art. Sie veranlasste unter anderem eine psychiatrische Untersuchung durch den Regionalen �rztlichen Dienst (RAD; Bericht des Dr. med. E.________, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt Neurologie, vom 17. September 2012). Mit Schreiben vom 23. November 2012 forderte die IV-Stelle die Versicherte im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht und unter Androhung von S�umnisfolgen im Rahmen einer erneuten Anmeldung bei der Invalidenversicherung auf, sich in einer psychosomatischen Einrichtung station�r behandeln zu lassen. Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf Leistungen mangels invalidenrechtlich relevanter Diagnosen (Verf�gung vom 10. September 2013).
Beschwerdeweise liess A.________ die Aufhebung der Verf�gung und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente beantragen. Mit Entscheid vom 24. M�rz 2015 wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich die Beschwerde ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und das Rechtsbegehren stellen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur erg�nzenden medizinischen Abkl�rung und Neubeurteilung an die Vorinstanz bzw. die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz die durch die Beschwerdegegnerin am 10. September 2013 verf�gte Rentenablehnung zu Recht best�tigt hat. Dabei r�gt die Versicherte im Wesentlichen eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 und 61 lit. c ATSG). Ihrer Auffassung nach h�tten sich weitere Abkl�rungen aufgedr�ngt, weil die Akten hinsichtlich des Schweregrads der festgestellten depressiven Episode nicht schl�ssig seien und Anhaltspunkte f�r das Vorliegen einer schweren statt bloss mittelgradigen depressiven Episode vorl�gen.
3.1.�Im angefochtenen Entscheid werden die massgebenden Rechtsgrundlagen zutreffend wiedergegeben. Es betrifft dies insbesondere die Bestimmungen und Grunds�tze zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f.) sowie zu den Anforderungen an beweiskr�ftige medizinische Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Darauf wird verwiesen.
3.2.�Bei den gerichtlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit handelt es sich grunds�tzlich um Fragen tats�chlicher Natur (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.). Ebenso stellt die konkrete Beweisw�rdigung eine Tatfrage dar (Urteil 9C_204/2009 vom 6. Juli 2009 E. 4.1, nicht publ. in: BGE 135 V 254, aber in: SVR 2009 IV Nr. 53 S. 164). Dagegen sind die unvollst�ndige Feststellung rechtserheblicher Tatsachen sowie die Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) Rechtsfragen (Urteil 9C_460/2013 vom 18. M�rz 2014 E. 1.3, in: SVR 2014 IV Nr. 20 S. 72).
4.1.�Nach W�rdigung der medizinischen Akten stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdef�hrerin leide seit M�rz 2011 an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.11) und an einer Somatisierungsst�rung (ICD-10 F45.0). Die mittelgradige depressive Episode sei therapierbar und nicht invalidisierend. Es seien keine Umst�nde ersichtlich, welche eine Ausnahme von der Vermutung zu begr�nden verm�chten, dass die Folgen der Somatisierungsst�rung mit einer zumutbaren Willensanstrengung �berwindbar seien. Bei dieser Sachlage w�re die Versicherte in der Lage, rentenausschliessend erwerbst�tig zu sein.
4.2.�Die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.11) leidet, ist nicht offensichtlich unrichtig. Verl�ssliche Anhaltspunkte f�r eine diesen Schweregrad �bersteigende Beeintr�chtigung, mithin eine�
schwere�depressive Episode (ICD-10 F32.2), oder entsprechenden Abkl�rungsbedarf, wie von der Beschwerdef�hrerin geltend gemacht, sind nicht ersichtlich. Zu Unrecht kritisiert die Versicherte, die Vorinstanz st�tze sich f�r ihre Feststellung unzul�ssigerweise allein auf den Bericht des RAD-Arztes Dr. med. E.________ vom 17. September 2012, welcher sich "bez�glich der unterschiedlichen Diagnosestellung nicht schl�ssig und nachvollziehbar mit den abweichenden fach�rztlichen Meinungen" auseinandersetze. Denn Dr. med. C.________ (Bericht vom 18. Oktober 2011) und die �rzte der Klinik D.________ (Bericht vom 31. Oktober 2011), auf welche sich die Beschwerdef�hrerin f�r ihren abweichenden Standpunkt beruft, diagnostizierten zwar eine "mindestens mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11) ", doch l�sst dies trotz Verwendung des Wortes "mindestens" mit Blick auf die �bereinstimmend angegebene, einem mittleren Schweregrad entsprechende ICD-Kodifizierung "F32.11" den Schluss auf eine�
schwere�depressive Episode nicht zu. Gleiches gilt hinsichtlich der Einsch�tzungen des behandelnden Dr. med. F.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH: Abweichend von seiner anf�nglichen Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode unter Hinweis auf F32.21 (Bericht vom 21. Mai 2012) hielt er in einem Schreiben vom 16. September 2013 eine mindestens mittelgradige bis�
zeitweilig�schwere depressive Episode - nun unter Hinweis auf F32.11 - fest. Dass die Vorinstanz angesichts der - mit Ausnahme des ersten Berichts des Dr. med. F.________ vom 21. Mai 2012 - �bereinstimmenden ICD-Diagnosen nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer mittelschweren depressiven Episode (F32.11) ausging und keinen weiteren Abkl�rungsbedarf sah, ist entgegen der Beschwerdef�hrerin nicht zu beanstanden. Mit Blick darauf, dass rechtsprechungsgem�ss leichte bis mittelschwere psychische St�rungen grunds�tzlich als therapeutisch angehbar gelten (vgl. Urteile 9C_77/2015 vom 27. M�rz 2015 E. 5.4 mit Hinweis; 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen) und sich die Versicherte gem�ss unbestrittener vorinstanzlicher Feststellung keiner konsequent durchgef�hrten Depressionstherapie unterzogen hat (vgl. dazu BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197), wurde eine invalidisierende Wirkung der mittelschweren depressiven Episode zu Recht verneint.
4.3.�Zur weiter diagnostizierten Somatisierungsst�rung (ICD-10 F45.0), welche zu den mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4) vergleichbaren psychosomatischen Leiden geh�rt (Urteile 9C_689/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 3; 8C_696/2008 vom 3. Juni 2009 E. 8.2.2), �ussert sich die Beschwerdef�hrerin nicht, so dass sich Ausf�hrungen dazu grunds�tzlich er�brigen. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass auch nach der neuen, auf h�ngige F�lle anwendbaren Rechtsprechung gem�ss BGE 141 V 281 die Anerkennung einer rentenbegr�ndenden Invalidit�t nur in Betracht f�llt, wenn die Aktenlage ein stimmiges Gesamtbild zeichnet, das auf eine therapeutisch nicht angehbare erhebliche funktionelle Behinderung schliessen l�sst (Konsistenz; BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303). Diese Voraussetzung ist im hier zu beurteilenden Fall angesichts der in den Akten beschriebenen Inkonsistenzen und Aggravationstendenzen (Berichte des Dr. med. C.________ vom 18. Oktober 2011 und des Dr. med. E.________ vom 17. September 2012) ohne Weiteres zu verneinen (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 in fine S. 295; Urteil 9C_792/2015 vom 19. November 2015).
Bei diesem Ausgang des Prozesses hat die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).