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Timestamp: 2020-07-14 01:43:20
Document Index: 2603740

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 230', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 230', '§ 15']

BFH, Urteil v. 11.03.2003 - VIII R 33/01 - NWB Urteile
BFH v. 11.03.2003 - VIII R 33/01
BFH Urteil v. 11.03.2003 - VIII R 33/01 BStBl 2003 II S. 705
Beschränkter Verlustabzug nach § 15a EStG bei einem atypisch stillen Gesellschafter mit schuldrechtlicher Außenverpflichtung
Gesetze: EStG § 15a Abs. 1, 2, 4 und 5 Nr. 1HGB § 230
Instanzenzug: FG Nürnberg vom 1. Februar 2001 IV 282/97 BFH VIII R 33/01 (Verfahrensverlauf), BFH - VIII R 33/01, Verfahrensverlauf , BFH - VIII R 33/01, Verfahrensverlauf
Die von der GmbH in den Streitjahren 1988 bis 1990 erwirtschafteten Verluste führten bei der Klägerin zu einem ständig wachsenden negativen Kapitalkonto, das sich zum 31. Dezember 1990 auf 1 751 404 DM belief. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt —FA—) vertrat in den —mit den Gewinnfeststellungsbescheiden für die Streitjahre zusammengefassten— angefochtenen Bescheiden über die gesonderte Feststellung der verrechenbaren Verluste nach § 15a Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zum 31. Dezember 1988 , zum 31. Dezember 1989 und zum 31. Dezember 1990 die Ansicht, dass die der Klägerin zugewiesenen Verlustanteile lediglich verrechenbar i.S. von § 15a EStG seien. Demgegenüber hielt die Klägerin sie für ausgleichsfähig. Sie hat dazu vorgetragen:
Einspruch und Klage blieben erfolglos (Deutsches Steuerrecht/ Entscheidungsdienst —DStRE— 2002, 82).
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ausschließlich die Feststellung des verrechenbaren Verlustes der Klägerin nach § 15a Abs. 4 EStG. Damit ist bestandskräftig festgestellt, dass die GmbH als tätige Gesellschafterin und die Klägerin als atypisch stille Gesellschafterin Mitunternehmer des Gewerbebetriebs der GmbH waren. Bestandskräftig festgestellt ist damit auch die Höhe der der Klägerin zuzurechnenden Anteile am Verlust des Gewerbebetriebs (vgl. u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs —BFH— vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98 , BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592).
Diese Grundsätze gelten sinngemäß für die Gesellschafter einer stillen Gesellschaft i.S. von § 230 des Handelsgesetzbuches (HGB), bei der die Gesellschafter als Mitunternehmer anzusehen sind (§ 15a Abs. 5 Nr. 1 EStG). Das bedeutet nach der inzwischen gefestigten Rechtsprechung des BFH, dass Verluste des atypisch stillen Gesellschafters, die zu einem negativen Kapitalkonto geführt haben, jedenfalls dann nicht ausgleichs- oder abzugsfähig, sondern nur verrechenbar sind, wenn sich der Gesellschafter nur gegenüber dem tätigen Gesellschafter verpflichtet hat, dessen Verluste durch weitere Einlagen abzudecken oder anderweitig auszugleichen ( BFH-Urteile vom 14. Dezember 1995 IV R 106/94 , BFHE 179, 368, BStBl II 1996, 226; vom 16. Dezember 1997 VIII R 76/93, BFH/NV 1998, 576; vom 7. Oktober 1997 VIII R 22/94, BFH/NV 1998, 823). Dies gilt auch für den einem atypisch stillen Gesellschafter vergleichbaren nichttätigen Gesellschafter einer BGB-Innengesellschaft ( BFH-Urteil vom 10. Juli 2001 VIII R 45/98 , BFHE 196, 103, BStBl II 2001, 339).
Es ist deshalb für die Entscheidung im Streitfall ohne Bedeutung, dass die Klägerin im Innenverhältnis zur GmbH den gesamten Verlust des Gewerbebetriebs zu tragen hatte. Es kann auch offen bleiben, ob sich —wie die Klägerin meint— mit der Vereinbarung dieser weitgehenden Verlusttragungspflicht und der Übernahme von schuldrechtlichen Verpflichtungen gegenüber der B-Bank die atypisch stille Gesellschaft in eine BGB-Innengesellschaft gewandelt hat.
FG München 26.4.2006 - 9 K 1490/03
FG Nürnberg 1.2.2001 - IV 282/97
BStBl 2003 II Seite 705
BB 2003 S. 1652 Nr. 32
BFH/NV 2003 S. 1254
BFH/NV 2003 S. 1254 Nr. 9
BStBl II 2003 S. 705 Nr. 13
DB 2003 S. 1657 Nr. 31
DStR 2003 S. 1288 Nr. 31
FR 2003 S. 911 Nr. 17
INF 2003 S. 684 Nr. 18
SAAAA-72017