Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20K%C3%B6ln&Datum=06.07.2001&Aktenzeichen=Ss%20270%2F01
Timestamp: 2019-08-25 21:15:32
Document Index: 255434874

Matched Legal Cases: ['§ 79', '§ 25', 'BGH', '§ 344', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Köln, 06.07.2001 - Ss 270/01 (B) - dejure.org
OLG Köln, 06.07.2001 - Ss 270/01 (B)
https://dejure.org/2001,5376
OLG Köln, 06.07.2001 - Ss 270/01 (B) (https://dejure.org/2001,5376)
OLG Köln, Entscheidung vom 06.07.2001 - Ss 270/01 (B) (https://dejure.org/2001,5376)
OLG Köln, Entscheidung vom 06. Juli 2001 - Ss 270/01 (B) (https://dejure.org/2001,5376)
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Verzicht des Gerichts auf die Wiedergabe der Einlassung und auf eine Auseinandersetzung mit der Einlassung ohne Verstoß gegen seine materiell-rechtliche Begründungspflicht
OWiG § 79 Abs. 1 Nr. 2; StVG § 25 Abs. 1 Satz 1
Anfechtung des Schuldspruchs durch auf das Fahrverbot beschränkte Rechtsbeschwerde
Zwar hat der Verteidiger eine solche Begrenzung nicht ausdrücklich erklärt, jedoch ergibt sich dies aus der Begründung der Rechtsbeschwerde zweifelsfrei (vgl. BGH NJW 1956, 756 f.;… LR-Hanack, StPO, 25. Aufl. 1999, § 344 Rn. 9; die Entscheidung OLG Köln VRS 101, 218 ff. betrifft eine andere Fallgestaltung).
Da die Frage, ob eine grobe Pflichtwidrigkeit vorliegt, auch den Schuldumfang betrifft, ist darüber hinaus nicht nur die Rechtsfolgenentscheidung, sondern die angefochtene Entscheidung insgesamt aufzuheben, damit Widersprüche zwischen Schuld- und Rechtsfolgenausspruch vermieden werden (SenE v. 21.03.2000 - Ss 50/00 B - SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218; SenE v. 26.02.2002 - Ss 489/01 - SenE v. 01.03.2002 - Ss 70/02 B -).
Die Aufhebung der Entscheidung zum Fahrverbot erfordert wegen des untrennbaren Zusammenhangs zwischen der Entscheidung über die Höhe der Geldbuße und des Fahrverbots (Wechselwirkung) auch die Aufhebung der Geldbuße, die Aufhebung kann nicht auf das eine oder andere beschränkt werden (SenE v. 08.08.2000 - Ss 306/00 B - = VRS 99, 288 = DAR 2000, 583 = NZV 2001, 391 [392]; SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218 ; vgl. a. OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 312 ; OLG Düsseldorf DAR 2001, 176 = VRS 100, 358 [359]; OLG Hamm VRS 102, 385 [386] und NZV 2002, 413 = DAR 2002, 366 = VRS 103, 221 [222] = Zfs 2003, 42 [43].
Da die Frage, ob eine grobe Pflichtwidrigkeit vorliegt, auch den Schuldumfang betrifft, ist darüber hinaus nicht nur die Rechtsfolgenentscheidung, sondern die angefochtene Entscheidung insgesamt aufzuheben, damit Widersprüche zwischen Schuld- und Rechtsfolgenausspruch vermieden werden (SenE v. 21.03.2000 - Ss 50/00 B - SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218 ; SenE v. 26.02.2002 - Ss 489/01 - SenE v. 01.03.2002 - Ss 70/02 B -).
Nur bei sachlich und rechtlich einfach gelagerten Fällen von geringer Bedeutung kann das Gericht auf die Wiedergabe der Einlassung ohne Verstoß gegen seine materiell-rechtliche Begründungspflicht verzichten (OLG Düsseldorf NStZ 1985, 323; ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur Senatsentscheidung v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218; SenE vom 13.03.2009 - 83 Ss 12/09 -).
Ob der Rechtsmittelführer nur den Rechtsfolgenausspruch angreifen will, ist eine Frage, die im Zweifelsfall im Wege der Auslegung der Rechtsmittelerklärung zu beantworten ist (SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218 [219] m. w. Nachw.; SenE v. 26.02.2002 - Ss 489/01 - SenE v. 01.03.2002 - Ss 70/02 B -).
Die Frage der subjektiv besonderen Verantwortungslosigkeit des Täters, die Voraussetzung für die Anordnung eines Fahrverbotes ist (…vgl. BGH a.a.O.), hängt mit dem Schuldspruch untrennbar zusammen (SenE VRS 101, 218).
Es sind vielmehr unter Berücksichtigung aller Umstände der Sinn der Gesamterklärung, der gedankliche Zusammenhang und das Ziel des Rechtsmittels zu erforschen (BGH NJW 1956, 756; BGHSt 29, 359, 365 = NJW 1981, 589; SenE v. 15.05.2001 - Ss 149/01 - SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218 [219]; SenE v. 18.01.2005 - 8 Ss 476/04 -).
a) Soweit damit innerhalb des Rechtsfolgenausspruchs die festgesetzte Geldbuße von der Anfechtung ausgenommen werden soll, ist der Beschränkung die rechtliche Anerkennung wegen der Wechselwirkung zwischen den beiden verhängten Sanktionen zu versagen (st. Senatsrechtsprechung; vgl. etwa SenE v. 25.06.1999 - Ss 264/99 B - = VRS 97, 381 [382]; SenE v. 08.08.2000 - Ss 306/00 B - = VRS 99, 288 = DAR 2000, 583 = NZV 2001, 391 [392]; SenE v. 06.07.2001 - Ss 270/01 B - = VRS 101, 218 [219]; SenE v. 26.02.2002 - Ss 489/01 - SenE v.01.03.2002 - Ss 70/02 B - SenE v. 04.04.2003 - Ss 124/03 B -).