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Timestamp: 2016-10-22 03:37:44
Document Index: 325752953

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 36', 'Art. 100', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_474/2011 (26.10.2011)
8C_474/2011
vertreten durch Advokatin Christl Schaefer-L�tscher,
A.a T.________, geboren 1957, erlitt als Gesch�ftspartner des Fitnessstudios A.________ bei einem Bagatellunfall (Fahrradsturz vom 1. Juli 1994; nachfolgend: "erster Unfall") eine Luxation der rechten Kleinzehe. Nach einer um mehr als zwei Jahre versp�teten Unfall-Anmeldung und verschiedenen operativen Eingriffen sprach ihm die "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: "Z�rich"; obligatorische Unfallversicherung nach UVG) f�r die ihm aus diesem Unfall als nat�rlich und ad�quat kausale Folgen dauerhaft verbleibenden Beeintr�chtigungen (Fehlstellung der Kleinzehe rechts sowie Ver�nderungen im Bereich der Lendenwirbelk�rper [LWK] 3 und 4 nach einer unfallbedingten Spondylodiszitis) eine Integrit�tsentsch�digung aufgrund einer Integrit�tseinbusse von 10 % sowie mit Wirkung ab 1. Januar 1999 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbseinbusse von 25 % zu (unangefochten in Rechtskraft erwachsene Verf�gung der "Z�rich" vom 13. Dezember 1999).
A.b Ebenfalls unangefochten blieb die Verf�gung vom 19. April 1999, mit welcher die IV-Stelle Basel-Landschaft (nachfolgend: IV-Stelle) T.________ im Zusammenhang mit den Beeintr�chtigungen aus dem ersten Unfall f�r die befristete Dauer vom 1. Dezember 1997 bis 31. Januar 1998 bei einem Invalidit�tsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente zusprach.
A.c Seit Februar 1998 arbeitete T.________ als Instruktor der Fitness B.________ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (heute: AXA Versicherungen AG; nachfolgend: AXA oder Beschwerdef�hrerin) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 1. August 1998 wollte er sich mit seiner schwangeren Ehegattin auf dem Schulhausplatz das Feuerwerk anschauen, als ihn ein Feuerwerksk�rper an der linken Gesichtsh�lfte traf (nachfolgend: "zweiter Unfall"). Nach der notfallm�ssigen Erstversorgung im Spital X.________ wurde er sofort in die Augenklinik Y.________ verlegt. Es folgten mehrere operative Eingriffe. Das linke Auge musste schliesslich durch eine Prothese ersetzt werden. Die AXA �bernahm die Heilbehandlung und richtete ein Taggeld aus.
A.d W�hrend die AXA im Rahmen des Fallabschlusses den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung und Invalidenrente pr�fte, sprach die IV-Stelle T.________ am 9. Juli 2002 mit Wirkung ab 1. August 1998 basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 64 % eine halbe Invalidenrente zu. Die hiegegen erhobene Beschwerde des Versicherten wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 14. Mai 2004 ab.
A.e Am 28. August 2001 verf�gte die AXA die Ausrichtung eines Taggeldes auf der Basis einer Arbeitsunf�higkeit von 60 % f�r die Dauer vom 1. Juli 2000 bis 30. Juni 2001 sowie den Heilbehandlungsabschluss per 30. Juni 2001. Gleichzeitig sprach sie dem Versicherten eine Invalidenrente aufgrund einer gesamthaften Erwerbseinbusse von 50 % aus beiden Unf�llen ab 1. Juli 2001 sowie eine Integrit�tsentsch�digung basierend auf einer Integrit�tseinbusse f�r den Visusverlust links und die verbleibenden Narben im Gesicht von gesamthaft 40 % zu. Auf die hiegegen erhobene Einsprache hin veranlasste die AXA weitere Abkl�rungen. Das Zentrum f�r Medizinische Begutachtung erstattete am 5. Juni 2003 ein polydisziplin�res Gutachten (nachfolgend: ZMB-Gutachten). Mit Schreiben vom 8. Februar 2005 erkl�rte sich die AXA unter Bezugnahme auf das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 14. Mai 2004 ausdr�cklich bereit, das h�ngige Einspracheverfahren vergleichsweise zu erledigen und den von der IV-Stelle ermittelten sowie vom kantonalen Gericht "best�tigten IV-Grad von 64 % im UVG" zu �bernehmen. Der Vergleich konnte am 8./25. Februar 2005 abgeschlossen werden, indem die AXA mit Wirkung ab 1. Juli 2001 bei einem Invalidit�tsgrad von 64 % sowie auf der Basis eines versicherten Rentenverdienstes von Fr. 84'607.- den "Anspruch auf eine monatliche UVG-Grundrente von Fr. 3'610.-" anerkannte.
A.f Ab 1. Januar 2004 bezog T.________ nach Inkrafttreten der 4. IV-Revision statt bisher eine halbe, neu eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (Verf�gung vom 21. Juni 2005). Mit Verf�gung vom 20. November 2007 ber�cksichtigte die IV-Stelle revisionsweise eine im Winter 2004/2005 durch die Trennung von seiner Ehefrau eingetretene Verschlechterung des psychischen Zustandes, weshalb T.________ insk�nftig voll arbeitsunf�hig blieb und ihm die Invalidenversicherung folglich seit 1. Januar 2005 eine ganze Rente ausrichtet.
A.g Am 18. Februar 2008 liess T.________ mit Blick auf die erh�hte Invalidenrente die AXA darum ersuchen, "die Ausrichtung der Unfallrente zu 100 % zu pr�fen". Mit Verf�gung vom 12. M�rz 2008, best�tigt durch Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2009, hielt die AXA fest, dass die Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes unfallfremd sei und es daher unver�ndert beim Invalidit�tsgrad von 64 % bleibe. Weder die Erh�hung der IV-Rente per 1. Januar 2005 noch der Wegfall der Ehegattenrente per 1. Januar 2008 w�rden sich materiell auf die vergleichsweise zugesprochene UV-Rente auswirken.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des T.________ hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft mit Entscheid vom 10. Februar 2011 gut, hob den Einspracheentscheid der AXA vom 2. Oktober 2009 auf und stellte fest, dass der Versicherte ab 1. Januar 2005 Anspruch auf eine UV-Rente entsprechend einer Erwerbsunf�higkeit von 100 % habe.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst die AXA Aufhebung des angefochtenen Gerichtsentscheides beantragen. Eventualiter sei die Sache zur Beurteilung des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 1. August 1998 und der Verschlechterung des psychischen Zustandes des Beschwerdegegners per 1. Januar 2005 und zum anschliessenden Neuentscheid an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem ersucht die AXA darum, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gew�hren.
W�hrend T.________ auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) auf eine Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 31. August 2011 hat das Bundesgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Gem�ss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin f�r die Zukunft entsprechend erh�ht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invalidit�tsgrad einer Rentenbez�gerin oder eines Rentenbez�gers erheblich �ndert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche �nderung in den tats�chlichen Verh�ltnissen, die geeignet ist, den Invalidit�tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349; 113 V 273 E. 1a S. 275; siehe auch BGE 112 V 371 E. 2b S. 372 und 387 E. 1b S. 390). Zeitlicher Ausgangspunkt f�r die Beurteilung einer anspruchserheblichen �nderung des Invalidit�tsgrades ist die letzte rechtskr�ftige Verf�gung, welche auf einer materiellen Pr�fung des Rentenanspruchs beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).
Die urspr�ngliche, in Rechtskraft erwachsene Rentenzusprache der AXA erfolgte mit Verf�gung vom 28. Februar 2005 und basiert auf den bei Vergleichsabschluss am 8./25. Februar 2005 herrschenden Verh�ltnissen, welche hier f�r den Beginn des revisionsrechtlich massgebenden Vergleichszeitraums ausschlaggebend sind (vgl. Urteil 8C_781/2008 vom 23. Juni 2009 E. 6.2 mit Hinweisen). Der Vergleichszeitraum endet grunds�tzlich mit Erreichen desjenigen Sachverhalts, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 2. Oktober 2009) verwirklicht hat (BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446 mit Hinweisen).
Soweit die Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Januar 2005 von einem neu von 64 auf 100 % erh�hten Invalidit�tsgrad ausgeht, ist dieser Entscheid f�r den Unfallversicherer nicht bindend (BGE 131 V 362). Es kann hier offenbleiben, ob die revisionsweise von der IV-Stelle am 20. November 2007 verf�gte Erh�hung der Invalidenrente wegen einer beim Versicherten eingetretenen "Verschlechterung des psychischen Zustands" infolge einer seit der "Trennung von [seiner] Ehefrau" anhaltenden vollen Arbeitsunf�higkeit auf der Grundlage der schon damals anwendbaren einschl�gigen Praxis (vgl. hienach E. 7) zu rechtfertigen war.
Strittig ist, ob zwischen Februar 2005 und Oktober 2009 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, welche in einem nat�rlich und ad�quat kausalen Zusammenhang zu den Unf�llen vom 1. Juli 1994 und/oder 1. August 1998 steht und dem Beschwerdegegner einen Anspruch auf eine h�here UV-Rente aufgrund einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von mehr als 64 % vermittelt.
6.1 Das kantonale Gericht stellte fest, traumatisierende Kindheits- und Jugenderfahrungen des Versicherten h�tten die Grundlage f�r dessen "vorbestehende narzisstische Vulnerabilit�t" gebildet. Durch den Verlust des linken Auges und die Gesichtsverletzungen anl�sslich des Unfalles vom 1. August 1998 sei es zu einer weiteren schweren narzisstischen Kr�nkung gekommen. Die in der Folge eingetretene Erh�hung der Arbeitsunf�higkeit sei zumindest teilkausal auf die beiden Unf�lle zur�ckzuf�hren. Habe die AXA bereits im Rahmen der vergleichsweise anerkannten unfallbedingten Erwerbseinbusse die nat�rliche und ad�quate Unfallteilkausalit�t einer psychogenen Leistungsf�higkeitseinschr�nkung bejaht, bleibe kein Raum f�r eine weitere Ad�quanzpr�fung bez�glich einer Verschlimmerung der psychischen St�rung infolge desselben Unfallereignisse. Die AXA habe demzufolge mit Wirkung ab 1. Januar 2005 die vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit als zumindest teilkausale Unfallfolge zu anerkennen und daher ab diesem Zeitpunkt wie die Invalidenversicherung eine UV-Rente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 100 % auszurichten.
6.2 Demgegen�ber macht die AXA geltend, die Vorinstanz sei ohne R�ckkommenstitel im Sinne von Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG (prozessuale Revision oder Wiedererw�gung) auf den am 8./25. Februar 2005 zwischen den Parteien abgeschlossenen und l�ngst in Rechtskraft erwachsenen Vergleich zur�ckgekommen, indem sie mit Wirkung ab 1. Januar 2005 den Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG basierend auf einer Erwerbsunf�higkeit von 100 % anerkannt habe. Obwohl der Versicherte - trotz bestehender Teilarbeitsf�higkeit - bereits seit 30. Juni 2000 nicht mehr erwerbst�tig gewesen sei, habe er sich durch Vergleichsabschluss am 8./25. Februar 2005 ausdr�cklich damit einverstanden erkl�rt, dass ihm die AXA f�r die in diesem Zeitpunkt (und r�ckwirkend seit 1. Juli 2001) unfallkausale Beeintr�chtigung der Erwerbsf�higkeit eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbseinbusse von 64 % ausrichte. Die von der Invalidenversicherung per 1. Januar 2005 ber�cksichtigte und mit angefochtenem Entscheid als unfallbedingt qualifizierte Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Verschlimmerung der vorbestehenden narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung infolge des Verlassenwerdens von seiner Ehefrau und seiner Tochter gegen Ende 2004) sei vor dem Vergleichsabschluss eingetreten. Die unterschriftliche Anerkennung eines unfallbedingten Invalidit�tsgrades von 64 % im Februar 2005 komme einem venire contra factum proprium gleich. Das kantonale Gericht habe in Bezug auf die offensichtlich vorbestehende narzisstische Pers�nlichkeitsst�rung weder das Erreichen des Status quo sine vel ante gepr�ft noch sich mit den ausf�hrlich vorgetragenen Einw�nden und der angerufenen Rechtsprechung auseinandergesetzt. Mit Blick auf Art. 36 Abs. 2 UVG habe die Vorinstanz verkannt, dass die Ursache f�r die Versch�rfung der vorbestehenden narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung nicht der Unfall sei, sondern das Verlassenwerden von Ehegattin und Tochter. Nach dem zweiten Unfall sei es h�chstens zu einer vor�bergehenden Anpassungsst�rung gekommen, f�r welche die AXA im Rahmen der anerkannten unfallbedingten Erwerbseinbusse auch aufgekommen sei.
7.1 Ob der von der AXA nach dem zweiten Unfall mit rechtskr�ftigem Vergleichsabschluss vom 8./25. Februar 2005 in Anwendung von Art. 100 Abs. 3 UVV bejahte Rentenanspruch aufgrund einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 64 % gem�ss einschl�giger Rechtsprechung tats�chlich im anerkannten Ausmass begr�ndet war, braucht hier nicht abschliessend gepr�ft zu werden. Gleiches gilt mit Blick auf den von der IV-Stelle ermittelten und mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem kantonalem Gerichtsentscheid vom 14. Mai 2004 best�tigten Invalidit�tsgrad von 64 %. Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid mit diesen Fragen nicht auseinandergesetzt.
7.2 Immerhin ist weder dem augen�rztlichen Gutachten des Spitales Z.________ vom 30. November 2000 noch dem Bericht vom 23. M�rz 2001 desselben Spitales ein ausdr�cklicher Hinweis darauf zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner als Folge des zweiten Unfalles aus ophthalmologischer Sicht mit Blick auf eine angepasste T�tigkeit ohne zus�tzliche Gefahr f�r die Augen und ohne ein t�tigkeitsbezogenes dringendes Erfordernis des binokularen Sehens in der Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt w�re. Denn nach der auf medizinischer Erkenntnis beruhenden Praxis beeintr�chtigt Ein�ugigkeit nur selten die Erwerbsf�higkeit, da auch der Ein�ugige nach einer gewissen Anpassungszeit r�umlich zu sehen vermag und in vielen beruflichen T�tigkeiten Binokularsehen nicht zwingend erforderlich ist (SVR 2004 IV Nr. 13 S. 37, I 29/02 E. 4.2 und E. 6 mit zahlreichen Hinweisen).
7.3 Zus�tzlich litt der Versicherte gem�ss Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. K.________ vom 15. Mai 2001 einzig an einer "narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung mit erschwerter Traumaverarbeitung" (Verlust des linken Auges als Folge des zweiten Unfalles vom 1. August 1998), weshalb Dr. med. K.________ aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunf�higkeit von 50 % attestierte. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Beschwerdegegner eine Wiedereingliederung ablehne. "Auf die Frage, ob er wirklich eine ganze Rente ben�tige, [sei] er dann auch sehr ausf�llig-aggressiv [geworden], er habe ein Recht auf eine Rente, er w�rde sich einen Anwalt nehmen, wenn er keine ganze Rente bek�me [...]" (Bericht des Dr. med. K.________ vom 12. Januar 2001). Gest�tzt auf diesen eben zitierten Bericht besteht kein Zweifel, dass der Versicherte in seiner Kindheit "durch das Verlassenwerden durch seine Eltern schwerwiegend traumatisiert" wurde und schon in seiner Jugend aufgrund seiner Labilit�t und impulsiven Aggressivit�t auffiel, gleichzeitig jedoch an massiven Minderwertigkeitsgef�hlen litt. Trotz dieser unfallfremden, "vorbestehenden narzisstischen Vulnerabilit�t" hat die Beschwerdef�hrerin mit Vergleichsabschluss vom 8./25. Februar 2005 eine dauerhafte unfallbedingte Erwerbseinbusse von 64 % anerkannt, welche zumindest teilweise auf einer nach dem zweiten Unfall aus psychischen Gr�nden eingetretenen Erh�hung der Arbeitsunf�higkeit basiert. Ob die lege artis diagnostizierte narzisstische Pers�nlichkeitsst�rung nach ICD-10 F60.8 schon ab 1. Juli 2001 eine trotz zumutbarer Willensanstrengung nicht �berwindbare dauerhafte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit zu begr�nden vermochte, wie sie nicht nur die Invalidenversicherung ab dem zweiten Unfall mit Verf�gungen vom 9. Juli 2002, sondern auch die AXA gem�ss Vergleich vom 8./25. Februar 2005 mit Wirkung ab 1. Juli 2001 anerkannt hat, erscheint zumindest mit Blick auf die Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzst�rungen und vergleichbaren, pathogenetisch-�tiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (Urteile 9C_1040/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.3 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; BGE 137 V 64 E. 4 S. 67 und 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 3.2 in fine S. 399) fraglich. Es ist jedenfalls nicht einleuchtend, weshalb eine narzisstische Pers�nlichkeitsst�rung neben einer somatoformen Schmerzst�rung nicht als rechtserhebliche Komorbidit�t auf die Unzumutbarkeit einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess schliessen l�sst (vgl. Urteile 8C_362/2010 vom 11. M�rz 2011 E. 4.2.3, 9C_785/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 3.1.1 und Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts [heute: I. und II. sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts] I 82/06 vom 20. November 2006 E. 2.4, I 770/05 vom 2. November 2006 E. 4.4.3), w�hrend hier dasselbe psychische Leiden allein - ohne somatoforme Schmerzst�rung und ohne andere psychogene Beeintr�chtigungen - einen Anspruch auf Rentenleistungen der Invaliden- und/oder Unfallversicherung zu begr�nden verm�gen soll. Diese Frage nach der urs�chlichen Bedeutung einer narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung hinsichtlich einer invalidisierenden Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit kann hier offenbleiben, da die Beschwerde der AXA aus anderen Gr�nden gutzuheissen ist.
8.1 Nachdem der Beschwerdegegner von der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. August 1998 (Zeitpunkt des zweiten, bei der AXA versicherten Unfalles mit Verlust des linken Auges) eine Rente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 64 % bezogen hatte, ersuchte er am 31. Januar 2005 um revisionsweise Erh�hung der IV-Rente aufgrund einer Verschlimmerung des Gesundheitszustandes. Mit diesem am 31. Januar 2005 eigenh�ndig unterzeichneten Revisionsgesuch machte er gegen�ber der IV-Stelle ausdr�cklich eine seit "ca. M�rz 2004" eingetretene Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend. Entsprechend seiner schon 2001 gegen�ber dem behandelnden Psychiater deutlich zum Ausdruck gebrachten subjektiven �berzeugung, wonach er als vollst�ndig Arbeitsunf�higer Anspruch auf eine 100%ige IV- und UV-Rente habe, ging der Versicherte von einem objektiv ausgewiesenen Invalidit�tsgrad von 100 % aus, welchen die Invalidenversicherung mit Verf�gung vom 20. November 2007 dann auch r�ckwirkend ab 1. Januar 2005 anerkannte. Die IV-Stelle st�tzte sich dabei ausschlaggebend auf das psychiatrische Gutachten des Dr. med. H.________ vom 19. April 2007, ab, wonach die auf der vorbestehenden narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung basierende Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausschliesslich auf das Verlassenwerden von Ehegattin und Tochter gegen Ende 2004 sowie auf das Scheitern einer weiteren Beziehung zur�ckzuf�hren war. Es ist unbestritten, dass die hier zur Diskussion stehende �nderung der gesundheitlichen Verh�ltnisse - wenn �berhaupt - rein psychogener Natur ist. Der psychiatrische Gutachter stellte denn auch fest, er habe beim Beschwerdegegner prima vista keine k�rperliche Behinderung erkennen k�nnen, es habe sich lediglich die "bekannte, wenig auff�llige Narbe im Bereiche der linken Gesichtsh�lfte [mit der] gut eingepassten Augenprothese links" gezeigt.
8.2 Nach dem Gesagten lag die Ursache dieser von der Invalidenversicherung r�ckwirkend ab 1. Januar 2005 anerkannten Erh�hung des Invalidit�tsgrades auf 100 %, welche die IV-Stelle mit Verf�gung vom 20. November 2007 zus�tzlich zur bisherigen Leistungsf�higkeitseinschr�nkung infolge der narzisstischen Pers�nlichkeitsst�rung ber�cksichtigte, in einer aufgrund von Beziehungsproblemen eingetretenen "Verschlechterung der Arbeitsf�higkeit auf eine vollschichtige Arbeitsunf�higkeit". Dabei handelt es sich um einen psychosozialen Faktor und somit um einen f�r sich allein invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten Befund (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Das kantonale Gericht hat ohne n�here Pr�fung des Kausalzusammenhanges offenbar stillschweigend die 2005 r�ckfallweise zum Unfall vom 1. August 1998 und/oder 1. Juli 1994 geltend gemachte Erh�hung der Leistungsf�higkeitseinschr�nkung als nat�rlich teilkausale Folge der beiden Ereignisse bejaht und ohne Begr�ndung ausgef�hrt, nach einer einmal als Unfallfolge anerkannten psychischen St�rung falle - anscheinend auch im Rahmen eines R�ckfalles - mit Blick auf eine geltend gemachte Verschlimmerung dieses psychischen Leidens eine "nochmalige Ad�quanzpr�fung mit anderem Ergebnis bez�glich des gleichen Unfallgeschehens [...] von vornherein ausser Betracht." - Wie es sich damit verh�lt, kann angesichts der nun folgenden Ausf�hrungen ebenfalls offenbleiben.
8.3 Entscheidend ist, dass der Beschwerdegegner im Rahmen seines Revisionsgesuches vom 18. Februar 2008 nicht darlegt und keine entsprechende Anhaltspunkte aktenkundig sind, dass sich seine Unfallrestfolgen im hier massgebenden Vergleichszeitraum zwischen Februar 2005 und Oktober 2009 (vgl. E. 3 hievor) in anspruchsrelevanter erheblicher Weise verschlimmert h�tten. Dem psychiatrischen Gutachten des Dr. med. H.________ vom 19. April 2007 ist zu entnehmen, dass die entscheidende Verschlechterung der subjektiven Befindlichkeit des Versicherten im Herbst 2004 eingetreten ist. "Besonders schlecht gehe es ihm seit der [damaligen] Trennung von seiner Gattin". Aufgrund der Chronifizierung dieses psychischen Leidens attestierte Dr. med. H.________ seither eine vollschichtige Arbeitsunf�higkeit, weshalb die Invalidenversicherung dem Beschwerdegegner seit 1. Januar 2005 bei einem Invalidit�tsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente ausrichtet. Dies, nachdem der Versicherte im Vorbescheidverfahren gegen eine sp�tere Rentenerh�hung erst per 1. November 2006 ausdr�cklich geltend gemacht hatte, dass die Verschlechterung des Gesundheitszustandes bereits "im Januar 2005 [...] eingetreten" sei. Haben sich demnach die gesundheitlichen Beeintr�chtigungen des schon seit 2001 nicht mehr erwerbst�tigen Beschwerdegegners (sp�testens) bis im Januar 2005 auf eine vollst�ndige Leistungsunf�higkeit hinsichtlich jeder Verweisungst�tigkeit ausgeweitet, ist nicht erkennbar, inwiefern sich die unfallbedingten Gesundheitssch�den im hier ausschlaggebenden Vergleichszeitraum weiter in revisionsrechtlich erheblicher Weise h�tten verschlimmern k�nnen, zumal der Versicherte in der fraglichen Periode keine solche Tatsachen�nderung geltend macht.
8.4 Fehlt es an einer im massgebenden Vergleichszeitraum eingetretenen, revisionsrechtlich erheblichen Ver�nderung der tats�chlichen Verh�ltnisse, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Es bleibt folglich bei der vergleichsweise anerkannten Invalidenrente nach UVG auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 64 %.
Der unterliegende Beschwerdegegner tr�gt die Verfahrenskosten; die AXA hat keinen Parteientsch�digungsanspruch (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 3 BGG; SVR 2011 UV Nr. 9 S. 32, 8C_744/2010 E. 6 mit Hinweis).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 10. Februar 2011 aufgehoben.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, zur�ckgewiesen.