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Timestamp: 2016-10-25 19:07:23
Document Index: 353431531

Matched Legal Cases: ['Art. 97', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 7', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 18', 'Art. 14', 'Art. 18', 'Art. 105', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 159', 'Art. 156']

1A.173/2001 (26.04.2002)
Pro Natura Schweiz-Schweizerischer Bund f�r Naturschutz, 4052 Basel, Beschwerdef�hrer,
handelnd durch den Pro Natura Graub�nden-B�ndner Naturschutzbund, Bergstrasse 7, 7000 Chur, dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter H�bner, Limmatquai 3, 8001 Z�rich,
Gemeinde Ausserferrera, 7444 Ausserferrera, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Hess, Casa Sulegl, 7413 F�rstenaubruck,
Regierung des Kantons Graub�nden, 7001 Chur, vertreten durch das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement des Kantons Graub�nden, Villa Br�gger, Stadtgartenweg 11, 7001 Chur,
Walderschliessung "Ausserferrera S�d"
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 4. Kammer, vom 15. Juni 2001)
1982 genehmigten der Bund und der Kanton Graub�nden das von der Gemeinde Ausserferrera erarbeitete "Generelle Walderschliessungsnetz Ausserferrera S�d" zur forstwirtschaftlichen Erschliessung der W�lder �stlich der Kantonsstrasse. 1998 wurde das Waldwegprojekt "Plan Davains" ausgearbeitet. Nach einer Begehung mit Vertretern der Eidgen�ssischen Forstdirektion im Sommer 1998, die gewisse Projekt�nderungen zur Folge hatte, erteilte die zust�ndige kantonale Forstbeh�rde die technische Genehmigung; die Eidgen�ssische Forstdirektion stellte die Subventionierung der Strasse durch den Bund in Aussicht. In der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 1999 genehmigten die Stimmb�rger von Ausserferrera das Waldwegprojekt.
Vom 7. bis 26. Februar 2000 legte das Forstinspektorat Graub�nden das Bauobjekt "Walderschliessung Ausserferrera-S�d" �ffentlich auf. Darin wird die Erstellung einer forstwirtschaftlichen Strasse vom Holzlagerplatz auf dem Tunneldach der Kantonsstrasse ("Plan Davains"; 1400 m.�.M.) bis zum Maiens�ss "Lavenzug" (1600 m.�.M.) vorgesehen. Die projektierte Strasse von 3 m Breite und ca. 2,7 km L�nge (einschliesslich zwei Maschinenwegen von je 200 m) f�hrt durch weitgehend unerschlossene Waldungen. Im unteren Bereich (ab "Plan Davains"; Teilabschnitt A-B) durchquert sie eine Felspartie in steilem, teilweise mit Blockschutt versetztem Gel�nde mit einer mittleren Hangneigung von ca. 70%. In diesem Bauabschnitt sind deshalb erhebliche Kunst- und St�tzmauern (bis 8 m hohe Zyklopenmauern) erforderlich. Im oberen Bereich (Teilabschnitte B-G) verl�uft sie durch h�geliges Gel�nde um den "Crest Olt", das mit haushohen Felsbrocken und ausgedehnten Erdmulden durchsetzt ist, in denen sich mehrere kleinere Hoch- und Flachmoore sowie Hirschsuhlen befinden. Die Gemeinde will die Strasse etappenweise erstellen; ein Detailprojekt liegt erst f�r den Teilabschnitt A-B vor.
Gegen das Projekt erhob u.a. der B�ndner Naturschutzbund Pro Natura Graub�nden Einsprache. Am 21. November 2000 genehmigte die Regierung des Kantons Graub�nden die Linienf�hrung der Walderschliessung Ausserferrera S�d gem�ss Auflageprojekt und wies die Einsprachen ab.
Gegen die Plangenehmigung erhob Pro Natura Schweiz - Schweizerischer Bund f�r Naturschutz - , vertreten durch die Sektion Graub�nden, Rekurs beim Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Das Gericht f�hrte einen Augenschein durch und wies den Rekurs am 15. Juni 2001 ab.
Hiergegen erhob Pro Natura Schweiz - Schweizerischer Bund f�r Naturschutz Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei das strittige Vorprojekt zur generellen Walderschliessung "Ausserferrera S�d" an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen zur�ckzuweisen. Zudem stellt er verschiedene Antr�ge zum Verfahren: Es sei ein Augenschein unter Beizug der Parteien sowie ein zweiter Schriftenwechsel durchzuf�hren; eventuell, f�r den Fall, dass das Bundesgericht in der Sache selbst entscheiden wolle, seien ein Gutachten �ber die Fauna des Projektgebietes einzuholen, die Kartierung der im Projekt betroffenen Waldgesellschaften und Moore sowie weiterer Lebensr�ume in Auftrag zu geben sowie ein Gutachten �ber die Auswirkungen der geplanten Walderschliessung auf das hydrologische System des Projektgebietes und auf die Geomorphologie des zu erschliessenden Gel�ndes bei einer unabh�ngigen Fachstelle einzuholen.
Die Gemeinde Ausserferrera und das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graub�nden beantragen, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen. Auch das Verwaltungsgericht schliesst auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das BUWAL �ussert sich in seiner Vernehmlassung zu den Bewilligungs- und Subventionsvoraussetzungen f�r Erschliessungsanlagen im Wald und kommt zum Ergebnis, dass die Projektunterlagen "d�rftig" seien. Den Parteien wurde Gelegenheit gegeben, zur Vernehmlassung des BUWAL Stellung zu nehmen.
Mit Verf�gung vom 8. November 2001 gew�hrte der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde aufschiebende Wirkung.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der die Plangenehmigung f�r eine Waldstrasse betrifft. Er st�tzt sich in erster Linie auf das Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 �ber den Wald (WaG; SR 921.0) und damit auf Bundesverwaltungsrecht. Hiergegen steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen (Art. 97 Abs. 1, 98 lit. g OG; vgl. BGE 123 II 499 E. 1a S. 501). Der Beschwerdef�hrer ist gem�ss Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) i.V.m. Art. 1 und Anhang Ziff. 6 der Verordnung vom 27. Juni 1990 �ber die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen (VBO; SR 814.076) zur Beschwerde berechtigt. Auf die rechtzeitig erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung der Koordinationspflicht und eine unrichtige und unvollst�ndige Sachverhaltsabkl�rung: Das Projekt sei ausschliesslich nach forstwirtschaftlichen Kriterien beurteilt worden. Der schutzw�rdige Charakter der Projektgegend sei nicht einmal ansatzweise untersucht worden; insbesondere l�gen keine Berichte zu den vor allem im oberen Streckenabschnitt (C-D-G) vorhandenen Biotopen und Mooren vor. Mangels Kartierung der vorhandenen Waldgesellschaften habe auch das St�rungspotential des geplanten Forstwegs nicht abgesch�tzt und keine seri�se Interessenabw�gung vorgenommen werden k�nnen. Die negative Stellungnahme des kantonalen Amts f�r Natur und Landschaft, wonach die Linienf�hrung zwischen Punkt B und dem n�rdlichen Wendepunkt durch zahlreiche Hoch- und Flachmoore f�hre und der Bau des Weges (auch im Streckenabschnitt A-B) einen massiven Eingriff in den naturnahen Blockfichtenwald darstelle, sei im Entscheid nicht geb�hrend ber�cksichtigt worden.
3.1 Gem�ss Art. 4 lit. a der Verordnung vom 30. November 1992 �ber den Wald (WaV; SR 921.01) k�nnen forstliche Bauten und Anlagen im Wald ohne Rodungsbewilligung errichtet werden. Erforderlich ist jedoch eine raumplanerische Bewilligung (Art. 22 RPG; BGE 123 II 499 E. 2 S. 502). Diese Bewilligung wird im Kanton Graub�nden in einem speziellen Plangenehmigungsverfahren durch die Regierung erteilt, die im gleichen Verfahren auch den Subventionsentscheid f�llt (Art. 14 Abs. 1 des kantonalen Waldgesetzes vom 25. Juni 1995 [kWaG]). Die Projektgenehmigung hat mit Bezug auf die vom Verfahren erfassten Bauten und Anlagen die Wirkung einer Nutzungsplanung und Baubewilligung (Art. 14 Abs. 2 kWaG).
3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung m�ssen forstliche Bauten und Anlagen am vorgesehenen Standort notwendig sein; sie d�rfen nicht �berdimensioniert sein und es d�rfen ihnen keine �berwiegenden �ffentlichen Interessen entgegenstehen (BGE 123 II 499 E. 2 S. 502/503). Hierf�r ist eine umfassende Pr�fung und Interessenabw�gung erforderlich, die sowohl mit Blick auf die vom Waldgesetz verfolgten Zwecke bzw. die verschiedenen Waldfunktionen als auch im Lichte der �brigen einschl�gigen Gesetzgebung, namentlich dem NHG und seiner Verordnung vom 16. Januar 1991 (NHV; SR 451.1) vorzunehmen ist (BGE 123 II 499 E. 3b/bb S. 507). Dementsprechend verlangt das Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgen�ssischen Forstdirektion "Erschliessungsanlagen" vom 14. April 1993 die Abkl�rung aller (im Kreisschreiben beispielhaft aufgez�hlter) nutzungsbezogenen und raumbezogenen Interessen sowie der nat�rlichen Grundlagen, das Aufzeigen von Interessenkonflikten und die Analyse und Bewertung von L�sungsm�glichkeiten.
4.1 Zur Schutzw�rdigkeit des gesamten Waldgebietes an der rechten Talflanke sowie des dar�ber bedeutend weniger steil verlaufenden Waldbodens hielt das Verwaltungsgericht fest, dass es sich dabei aufgrund der vorhandenen Artenvielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren sowie vor allem wegen der auf dieser H�he (ungef�hr 1550 m.�.M.) ungew�hnlich stark verwurzelten, hochst�mmigen und sehr alten Blockschuttfichten (bis 300 Jahre alt und rund 35 bis 45 m hohe B�ume) einschliesslich der im oberen Abschnitt vereinzelt existierenden Flach- und Hochmoore zweifellos um eine besonders reizvolle Gegend und Naturlandschaft handle. Das betreffende Waldareal habe jedoch niemals einer speziellen Schutzzone angeh�rt, noch sei es im kantonalen Richtplan als besonders erhaltenswert oder schutzw�rdig eingestuft worden. Die beantragte Kartierung der betroffenen Waldgesellschaften hielt das Verwaltungsgericht f�r �berfl�ssig, da die von den Beschwerdegegnerinnen eingeholten Expertisen und Ausk�nfte in ihrer Gesamtheit ohne Weiteres aussagekr�ftig und vollst�ndig genug seien, um sich gest�tzt darauf eine ausgewogene und zuverl�ssige Meinung bilden zu k�nnen. Hinzu komme, das es zur Streitentscheidung nicht in erster Linie auf den zahlenm�ssigen Tier-, Baum- oder Pflanzenreichtum des Waldes im Detail ankomme, sondern auf die St�rwirkung des geplanten Forstwegs f�r jene biologischen Lebensr�ume. Es sei nicht ersichtlich, wieso ausgerechnet die Erstellung eines bloss drei Meter breiten Forstwegs zur Beibehaltung eines auch auf Dauer strapazierf�higen Bann- und Schutzwaldes bereits eine unzul�ssige Sch�digung der dort existierenden Biodiversit�t zur Folge haben sollte.
4.2 In den Akten befinden sich keine Fachberichte zu den vom Waldweg betroffenen Biotopen. Einzig das kantonale Amt f�r Natur und Landschaft wies in einer kurzen Stellungnahme vom 27. Juli 2000 darauf hin, dass der geplante Weg zwischen den Punkten B und G durch einen �ber grosse Strecken seit langem nicht mehr bewirtschafteten Blockfichtenwald mit stellenweise hausgrossen Felsbl�cken f�hre, wobei zwischen dem Punkt B und dem n�rdlichen Wendepunkt zahlreiche kleine Hoch- und Flachmoore eingestreut seien. Das Amt wertete den Bau eines Weges deshalb als massiven Eingriff, der aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes abgelehnt werden m�sse. Trotz dieser negativen Stellungnahme unterblieb eine detailliertere Abkl�rung der betroffenen Biotope. Zwar wurde mit den Wildh�tern Verbindung aufgenommen, insbesondere um die unterhalb von Crest Olt vorhandenen Hirschsuhlen zu umfahren. Dagegen fehlen in den Planunterlagen Angaben zur Lage und zum Ausmass der Moorgebiete und zum Vorhandensein gesch�tzter Tier- und Pflanzenarten.
4.3 Diese Abkl�rungen d�rfen auch dann nicht unterbleiben, wenn das betreffende Gebiet, wie im vorliegenden Fall, keiner formellen Schutzzone zugewiesen ist. Die f�rmliche Bezeichnung ist nicht zwingende Voraussetzung f�r den Biotopschutz (Karl-Ludwig Fahrl�nder, NHG-Kommentar, Art. 18 Rz 22; Florian Wild, Gegenstand und Vollzug des Biotopschutzes nach NHG, URP 1999 S. 765 ff., insbes. S. 773). Vielmehr ist im Planungs- oder Bewilligungsverfahren f�r einen "technischen Eingriff" abzukl�ren, ob ein schutzw�rdiges Biotop vorliegt, ob dieses durch das geplante Projekt beeintr�chtigt wird und wenn ja, ob der Eingriff vermieden werden kann; wenn nein, sind Ersatzmassnahmen anzuordnen (Art. 18 Abs. 1ter NHG).
Auch die nach Waldrecht vorgesehene umfassende Interessenabw�gung (vgl. oben, E. 3.2.) verlangt die Ber�cksichtigung aller schutzw�rdigen Lebensr�ume einheimischer Tiere und Pflanzen, ohne R�cksicht auf ihre f�rmliche Unterschutzstellung. Dies gilt umso mehr, als das Waldgebiet �berlagernde Schutzzonen (abgesehen von Jagdbanngebieten) bisher ausgesprochen selten sind: Der Wald ist eine bundesrechtlich gesch�tzte Zone, die der Nutzungsplanung der Gemeinde weitgehend entzogen ist. Die Ausscheidung von "Waldreservaten" und die Anordnung spezieller Schutzmassnahmen zur F�rderung der Biodiversit�t im Wald wurden erst in j�ngster Zeit gefordert: Die "Leits�tze f�r eine Waldreservatspolitik der Schweiz" der Eidgen�ssischen Forstdirektion, wonach 10 % der Waldfl�che der Schweiz als Natur- oder Sonderwaldreservate auszuscheiden sind, um seltene und gef�hrdete Tiere, Pflanzen und Waldtypen besonders zu sch�tzen, wurden erst im Januar 2001 erlassen und sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.
4.4 Soweit das Verwaltungsgericht dem Beschwerdef�hrer vorwirft, er habe "nicht den geringsten Beweis" daf�r erbracht, weshalb mit einer nennenswerten Beeintr�chtigung des vor Ort bestehenden Natur- und Landschaftsbildes zu rechnen w�re, ist dem entgegenzuhalten, dass es Aufgabe der zust�ndigen Beh�rden ist, den Sachverhalt abzukl�ren. Aufgrund der negativen Stellungnahme des Amts f�r Natur und Landschaft h�tte Veranlassung bestanden, den schutzw�rdigen Charakter des betreffenden Gebietes und seine m�gliche Beeintr�chtigung durch das geplante Projekt n�her zu untersuchen.
�berdies hat der Beschwerdef�hrer in seinem Rekurs detailliert dargelegt, dass es sich beim betreffenden Waldgebiet um einen bisher kaum erschlossenen, naturnahen Blockschutt-Fichtenwald auf stark bewegtem Gel�nde mit vermoorten und vern�ssten Mulden sowie Feldformationen handle, der landschaftlich und naturkundlich von besonderer Bedeutung sei, u.a. als wenig gest�rter Lebensraum zahlreicher und teilweise seltener Arten. Im entsprechenden Quadranten des Schweizer Brutvogelatlas seien zahlreiche st�rungsempfindliche oder bemerkenswerte Arten f�r den entsprechenden Lebensraum nachgewiesen, wie z.B. Habicht, Sperber, Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn und Uhu. Hierbei handelt es sich z.T. um gef�hrdete Arten (Haselhuhn, Birkhuhn, Uhu) bzw. stark gef�hrdete Arten (Auerhuhn), die auf der Roten Liste der Brutv�gel der Schweiz aufgef�hrt sind und z.T. gesch�tzt sind (Art. 7 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1986 �ber die Jagd und den Schutz wildlebender S�ugetiere und V�gel [JSG; SR 922.0]).
Damit hat der Beschwerdef�hrer mehrere Indizien f�r das Vorliegen eines sch�tzenswerten Biotops genannt: das Vorliegen eines Lebensraumtyps i.S.v. Art. 14 Abs. 3 lit. a i.V.m. Anh. 1 NHV (Blockschutt-Fichtenwald) und Hinweise f�r das Vorhandensein gesch�tzter bzw. gef�hrdeter und seltener Tierarten, die in den vom BUWAL erlassenen oder anerkannten Roten Listen aufgef�hrt sind (Art. 14 Abs. 3 lit. b und d NHV).
4.5 Entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts kann eine Beeintr�chtigung sch�tzenswerter Biotope durch den Strassenbau nicht von vornherein ausgeschlossen werden:
Bestimmte seltene Vogelarten wie der Auerhahn ben�tigen grosse zusammenh�ngende Lebensr�ume mit geringem St�rungspotential. Die strassenm�ssige Erschliessung des Waldgebiets zwischen der Kantonsstrasse und dem Maiens�ss Lavenzug (samt Anschluss an den Fussweg zur Alp Samada) erh�ht das St�rpotential im bisher weitgehend unzug�nglichen Waldgebiet und k�nnte daher m�glicherweise den Lebensraum gesch�tzter Vogelarten beeintr�chtigen.
Ungekl�rt ist ferner, wie sich die Strasse auf die Flach- und Hochmoore auswirken wird. Selbst wenn diese nicht unn�tig zerschnitten oder voneinander getrennt werden, wie das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid festgestellt hat, k�nnen sie doch durch den Strassenbau beeintr�chtigt werden, z.B. durch eine Ver�nderung des Wasserhaushalts.
4.6 Aufgrund der fehlenden Abkl�rungen k�nnen weder die Schutzw�rdigkeit des Gebiets noch dessen m�gliche Beeintr�chtigung durch den geplanten Strassenbau zuverl�ssig abgesch�tzt werden. Damit fehlt es an der sowohl nach Art. 18 Abs. 1ter NHG i.V.m. Art. 14 Abs. 6 NHV als auch nach Bundeswaldrecht gebotenen umfassenden Interessenabw�gung: Der Entscheid �ber die Zu-
l�ssigkeit eines Eingriffs in ein (allf�lliges) Schutzobjekt setzt voraus, dass der drohende Verlust �berhaupt bekannt ist oder seine Ausmasse zumindest abgesch�tzt werden k�nnen (Fahrl�nder, NHG-Kommentar, Art. 18 Rz 27).
Im Folgenden ist zu pr�fen, ob ausnahmsweise, aufgrund eines �berragenden �ffentlichen Interesses an der Erstellung der Walderschliessungsstrasse, auf diese Abkl�rungen und eine umfassende Interessenabw�gung verzichtet werden durfte.
5.1 Die kantonalen Instanzen und die Gemeinde Ausserferrera vertreten die Auffassung, die Erschliessung des umstrittenen Waldgebiets sei dringend: es handle sich um Wald mit besonderer Schutzfunktion, namentlich f�r die darunter liegende Kantonsstrasse. Die Best�nde seien massiv �beraltert und m�ssten verj�ngt werden, ansonsten die Schutzfunktion gef�hrdet sei.
5.2 Der Beschwerdef�hrer bestreitet dies: Das fragliche Waldgebiet sei seit Jahren kaum mehr bewirtschaftet worden, ohne dass es damit seine Schutzfunktion verloren h�tte. Ohnehin sei die Kantonsstrasse an exponierten Stellen durch Kunstbauten wie Galerien etc. vor Lawinenniederg�ngen und Steinschl�gen gesch�tzt. Es sei nicht nachvollziehbar, inwiefern auch dem Blockschutt-Fichtenwald um Crest Olt, oberhalb von 1520 m.�.M., eine Schutzfunktion zukommen solle, da hier das Gel�nde bedeutend weniger steil und stark strukturiert sei. Der Beschwerdef�hrer h�lt eine extensivere Waldbewirtschaftung mit einer minimalen Waldpflege f�r ausreichend und f�r �kologisch sinnvoller; diese k�nne mit weniger einschneidenden Mitteln bewerkstelligt werden. Der obere Streckenabschnitt C-G werde schon heute mit Hilfe von Waldtraktoren vom Maiens�ss Lavenzug aus bewirtschaftet; das untere, steilere Waldareal k�nne durch die Erstellung einer Stichstrasse parallel zur Kantonsstrasse oder notfalls mittels Helikopter bewirtschaftet werden.
5.3 Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass die topografischen Verh�ltnisse und die Niveauunterschiede vor Ort keine bessere oder einfachere Bewirtschaftungsform zuliessen, als das lokal anfallende Holzgut �ber eine Basisstrasse bzw. die nur sporadisch in deren N�he eingesetzten Transportanlagen abzuf�hren. Eine Bewirtschaftung aus der Luft sei bereits aufgrund der bestehenden Starkstromleitungen - sowohl im unteren Steilhang als auch im oberen Wegabschnitt - ausgeschlossen. Der Regierungsrat legt in seiner Vernehmlassung dar, dass aufgrund der Starkstromleitungen auch die Erstellung einer Parallelstrasse zur Kantonsstrasse ausgeschlossen sei. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts ist f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich (Art. 105 Abs. 2 OG). Da bereits die kantonalen Forstbeh�rden und das Eidgen�ssische Forstinspektorat zum Ergebnis gelangt waren, es gebe keine weniger einschneidende M�glichkeit der Erschliessung des fraglichen Waldgebietes, ist im Folgenden davon auszugehen.
5.4 Die Erhaltung der Schutzfunktion des Waldes ist ein gewichtiges �ffentliches Interesse. Aus dem in den Akten befindlichen Gutachten (Beat Forster: Waldentwicklung in ehemals vom Bergbau genutzten W�ldern des Schams und Ferreratals, Diplomarbeit ETH Z�rich 1983) geht hervor, dass eine Durchfors-
tung und eine rechtzeitige Verj�ngung der Best�nde f�r die Verbesserung der Stabilit�t und der Stufigkeit des Waldes und damit f�r die Gew�hrleistung der Schutzfunktion unumg�nglich seien.
Auch wenn man im vorliegenden Fall von einem hohen �ffentlichen Interesse an der Bewirtschaftung des Waldes zur Erhaltung seiner Schutzfunktion f�r die Kantonsstrasse ausgeht, kann damit jedoch kein offensichtlich �berwiegendes �ffentliches Interesse an der Walderschliessungsstrasse in ihrer konkreten Ausgestaltung (L�nge und Linienf�hrung) dargetan werden:
Wie ein Blick auf die Karte zeigt, ist die Schutzfunktion des Waldes im Steilhang oberhalb von Plan Davains evident; diesen Wegabschnitt (Teilabschnitt A-B) will auch die Gemeinde Ausserferrera priorit�r verwirklichen. Dagegen erscheint es fraglich, ob auch dem oberen Waldgebiet um Crest Olt noch Schutzfunktion zukommt: Es wird vom Verwaltungsgericht als h�geliges Gebiet beschrieben, das mit haushohen Felsbrocken und ausgedehnten Erdmulden durchsetzt sei. Zumindest ist die Bedeutung dieses Waldes f�r die Sicherheit der Kantonsstrasse nicht so gross, dass die Erstellung eines Waldwegs ohne n�here Abkl�rung der �kologischen, insbesondere der faunistischen, floristischen und hydrologischen Gegebenheiten und einer sorgf�ltigen Interessenabw�gung genehmigt werden darf. In diesem Zusammenhang ist eine Koordination mit der noch ausstehenden Waldentwicklungsplanung anzustreben: Sollte der Wald um Crest Olt als Naturwaldreservat in Betracht fallen, w�rde das Bed�rfnis einer strassenm�ssigen Erschliessung in diesem Teilbereich entfallen oder zumindest stark vermindert werden.
5.5 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass Art. 18 Abs. 1ter NHG die Beeintr�chtigung schutzw�rdiger Lebensr�ume durch technische Eingriffe - selbst wenn sich diese unter Abw�gung aller Interessen nicht vermeiden lassen - nur zul�sst, wenn Ersatzmassnahmen angeordnet werden (Fahrl�nder, NHG-Kommentar, Art. 18 Rz 33). Auch im Hinblick auf die Bestimmung allf�lliger Ersatzmassnahmen durfte auf eine detaillierte Abkl�rung der m�glichen Beeintr�chtigung schutzw�rdiger Biotope nicht verzichtet werden.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, weil die zust�ndigen kantonalen Beh�rden den Sachverhalt nicht gen�gend abgekl�rt und eine unvollst�ndige Interessenabw�gung vorgenommen haben. Dieser Vorwurf trifft auch die Eidgen�ssische Forstdirektion, die dem technischen Projekt 1998 zugestimmt und Subventionen in Aussicht gestellt hat, ohne weitere Abkl�rungen zu verlangen.
Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, diese M�ngel im letztinstanzlichen gerichtlichen Verfahren zu beheben, weshalb der Antrag auf Vornahme eines Augenscheins wie die Eventualantr�ge auf Einholung von Gutachten abzuweisen sind. Die Sache ist daher zu neuer Beurteilung an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kanton Graub�nden den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 OG) und es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 15. Juni 2001 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Gemeinde Ausserferrera, der Regierung des Kantons Graub�nden und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 4. Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.