Source: http://brs-gruppen-reiseservice.de/tipsfortrips.html
Timestamp: 2018-10-22 21:48:04
Document Index: 73393568

Matched Legal Cases: ['BGH', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Wenn Passagiere fehlen: Airlines müssen haften
(dpa) Sicherheit geht vor: Erscheinen Passagiere nicht zum Flug, aber ihr Gepäck ist schon in der Maschine, dann wird nicht gestartet – sondern die herrenlosen Taschen und Koffer werden wieder entladen. Folge: nerviges Warten, oft erhebliche Verspätungen.
Die gute Nachricht: Andere betroffene Passagiere haben dann Anspruch auf Ausgleichszahlungen – je nach Länge der Flugstrecke bis zu 600 Euro pro Person. Die Ausrede, herrenloses Gepäck sei ein „außergewöhnlicher Umstand“, für den die Airline nicht verantwortlich sei, lassen Gerichte nicht gelten.
So kam es beim Rückflug von Bangkok über Paris nach Nürnberg zu einer Abflugverzögerung von einer halben Stunde. Grund: Ein Passagier hatte zwar sein Gepäck eingecheckt, war aber nicht zum Boarding erschienen – also wurde der Koffer wieder entladen. Folge des ver-späteten Abfluges: Ein Fluggast verpaßte seinen Anschlußflug von Paris nach Nürnberg, erreichte Deutschland schließlich mit mehr als vier Stunden Verspätung. Dafür bekam er 600 Euro. Daß ein Passagier nicht erscheine, so das Landgericht Nürnberg, sei ein „typisches Risiko beim Betrieb eines Verkehrsflugzeuges“. So etwas im Flugverkehr sei ein „gewöhnlicher und häufig vorkommender Umstand“. Also keineswegs „außergewöhnlich“, deshalb ist die Airline verantwortlich (AG Nürnberg, Urteil vom 28.2.2017, Az.: 12 C 4921/16)
Flugzeitenänderung: Reiseunterlagen beachten !
(dpa) Zwar hat der Bundesgerichtshof unlängst geurteilt, dass Reiseveranstalter nicht das Recht haben, vor Urlaubsbeginn Flugzeiten noch „beliebig“ zu ändern. Schließlich bräuchten Reisende Sicherheit bei der Planung. Doch wenn der Veranstalter eine mögliche Flugzeiten-änderung klar genug ankündigt, dann scheit das noch möglich.
So jedenfalls urteilt das Amtsgericht München: In einem Fall wollte ein Urlauber von München nach Dubai fliegen, um dort eine einwöchige Kreuzfahrt zu beginnen. Seine Buchungsbestätigung erhielt als Abflugtag den 16. Dezember und auch den Hinweis „Abflugtag gegebenenfalls am Vortag“. In der Reisebeschreibung war zudem ausgeführt, dass der Abflug „überwiegend am Vortag der Reise“ erfolge und der Kunde die Flugzeiten mit Erhalt seiner Reiseunterlagen erfahre.
Als diese Unterlagen zwei Wochen vor Urlaubsbeginn eintrafen, war dort tatsächlich als Abflugtag der 15. Dezember in den Flugtickets genannt. Das bemerkte der Kunde aber erst, als er am 16. Dezember am Münchener Flughafen erschien – und seine Maschine bereits am Vortag abgeflogen war. Er forderte vom Veranstalter den vollen Reisepreis zurück. Das Gericht wies seine Klage jedoch rundweg ab. Denn die Hinweise in Buchungsbestätigung und Reisebeschreibung seien klar genug gewesen, hieß es in der Begründung. Dem Kläger war es nach Richtermeinung „zuzumuten“, seine rechtzeitig vor der Abreise zugesandten Reise-dokumente noch einmal durchzulesen (AG München, Az.: 281 C 3666/13).
Flug verpasst wegen zu langer Kontrollen am Airport
Haftet der Flughafen für Warteschlangen vor der Kontrolle?
(ta) Die Rechtslage ist nicht eindeutig. Lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen sind nicht nur ein Ärgernis – immer wieder verpassen Reisende deswegen sogar ihren Flug. Wer haftet in diesem Fall für die Folgen?
Grundsätzlich ist es Sache des Passagiers, rechtzeitig zum Gate zu kommen. Doch es gibt erste Gerichtsurteile zugunsten von Reisenden. So gestand das Amtsgericht Erding im Jahr 2016 einem Passagier einen Anspruch auf Ersatz des Flugpreises zu. Zahlen musste der Flughafen München. Denn dessen Mitarbeiter hatten den Fluggast aufgefordert, sich in einer anderen Schlange für den Sicherheitsscheck anzustellen, wodurch er seinen Flug in die Türkei verpasste. Allerdings muss der Passagier das Personal auf die Zeitnot aufmerksam machen. Sonst ist er mitschuldig (Az. 8 C 1143/16).
Beim OLG Frankfurt hatte ein Passagier bereits vor einigen Jahren Erfolg – ihm wurde Anspruch auf Schadenersatz zuerkannt. Der Fluggast konnte die Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen nicht passieren, weil Mitarbeiter in seinem Koffer gefährliche Gegen-stände vermuteten. Er musste drei Stunden auf das Bombenräumkommando warten. Das Gericht sah hier die mangelhafte Organisation bei der Bundespolizei als Grund für den ver-passten Flug an (Az. 1 U 276/12).
Krank im Ausland: Notruf des Versicherers wählen
(dpa) Verlangt eine Auslandsreisen-Krankenversicherung, dass bei Erkrankung ihre Notruf-zentrale verständigt wird, so muss der Reisende sich an diese Bedingung halten. Anderenfalls bleibt er auf seinen Kosten sitzen, wie ein Urteil des Amtgerichtes München zeigt.
In einem Fall ging es um einen Mann, der in Kamerun nachts an Magenkrämpfen mit Erbrechen und Durchfall erkrankte. Er erlitt einen Kreislaufzusammenbruch, wurde von Ver-wandten in die örtliche Klinik gebracht und dort stationär eine Woche lang behandelt. Die Notrufzentrale seiner Auslandsreise-Krankenversicherung wurde nicht verständigt. Der Betroffene musste vor ort Krankenhauskosten von rund 3.300 Euro bezahlen. Das Geld forderte er später von seiner Versicherung zurück und legte dazu die Rechnung sowie Unterlagen über verabreichte Medikamente und Laboruntersuchungen vor. Er erklärte, den Arztbrief und weitere medizinische Belege zu seiner Erkrankung könne er nicht beschaffen, da sie von der Klinik in Kamerun nicht herausgegeben würden.
Die Versicherung verweigerte die Erstattung – und das Amtsgericht gab ihr Recht. Die Begründung: Der Urlauber hätte selbst – „jedenfalls als es ihm wieder besser ging“ – oder durch seine Verwandten die Notrufzentrale des Versicherers benachrichtigen müssen. Damit hätte die Versicherung die Möglichkeit bekommen, „die Behandlung zu begleiten“. (AG München, Az.: 273 C 32/13).
Kommt das Gepäck zu spät, gilt das als Reisemangel
(dpa) Kreuzfahrturlauber können Geld zurückfordern, wenn sie ihre Tour als Pauschalreise mit Flug gebucht haben und ihr Fluggepäck zu spät auf das Schiff kommt. Die Reisequalität sei ohne Gepäck gerade auf einem Schiff geringer, erklärt die Verbraucherzentrale Berlin. Anteilig für jeden Tag der Reise, an dem das Gepäck nicht verfügbar ist, können Reisende 20 bis 25 Prozent des Reisepreises zurückfordern. Das Geld kann innerhalb eines Monats nach Ende der Reise beim Veranstalter eingefordert werden.
Hat der Urlauber seine Anreise selbst organisiert, ist nur die Fluggesellschaft in der Pflicht, verspätetes Gepäck nachzuliefern. Müssen sich die Urlauber während der Kreuzfahrt mit dem Nötigsten eindecken, können sie die Kosten von der Fluggesellschaft zurückfordern.
Auf den richtigen Namen kommt es an!
(dpa) Wer aus Unachtsamkeit einen Fehler bei der Buchung des Fluges macht, muss oft tief in die Tasche greifen. Meier statt Maier, Philip statt Philipp: Bei einer Flugbuchung müssen Reisende sehr aufmerksam sein – denn eine Änderung der Passagiernamen kosten bei den meisten Fluggesellschaften Geld.
Das gilt zumindest, wenn der Kunde den Tippfehler nicht in den ersten Stunden nach seiner Buchung bemerkt, sondern erst Tage später. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Konditionen und Preise bei zwölf Fluggesellschaften stichprobenartig angefragt. Ihr Ergebnis: Die Bedingungen sind höchst unterschiedlich.
Eine Rolle spielen der Umfang der Änderung, die seit der Buchung bereits vergangene Zeit, der gewählte Tarif und manchmal auch das Flugziel. Oft ist lediglich die Änderung von zwei oder drei Buchstaben kostenlos. Bei Lufthansa z.B. können Namen generell bis 24 Stunden nach der Buchung geändert werden, anschließend nur noch einzelne Buchstaben.
Bei gröberen Schnitzern kann es teuer werden. Neben Tippfehlern kann es auch problematisch sein, die Vor- und Nachnamen im Eingabefeld zu vertauschen oder den zweiten Namen zu vergessen. Denn der Name auf dem Flugticket muss mit dem Namen im Pass übereinstimmen – sonst kann es in manchen Ländern Probleme bei der Einreise geben.
(dpa) Reisende dürfen sich nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) an Bord eines Flugzeugs selbst verpflegen. Bei einigen Fluggesellschaften sind Essen und Getränke im Flieger teuer. Verpflegung sei aber wichtig, etwa aufgrund trockener Kabinenluft. Wer nicht genug trinkt, könne Gesundheitsprobleme bekommen. Außerdem leiden viele Menschen an chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Allergien und können nicht auf angebotene Speisen zurückgreifen.
Reisegepäck-Policen oft mangelhaft
(dpa) Das Magazin „Reise und Preise“ hat 13 Reisegepäckversicherungen unter die Lupe genommen. Sieben erhielten von den Testern ein „mangelhaft“. Der Grund: Handys, Laptops und Kameras waren entweder gänzlich vom Schutz ausgenommen oder nur mit 25 bis 50 Prozent ihres Wertes versichert.
Zudem gebe es bei mehreren Policen eine enge Begrenzung der Versicherungssumme auf 500 Euro abzüglich Selbstbehalt.
Krank im Ausland: Versicherer bieten mehr
(dpa) Die Auslandsreise-Krankenversicherungen bieten heute bessere Policen als vor zwei Jahren. Viele Versicherer haben ihre Leistungen ausgeweitet – zu dieser Erkenntnis kommt die Stiftung Warentest , die im Juni 2015 und nun erneut Tarife überprüft hat. Insgesamt erhielten 39 Angebote die Note „sehr gut“, heißt es in der Zeitschrift Finanztest .
Dabei haben die Warentester aktuell noch strenger bewertet als 2015. Die Experten empfehlen, nicht nur den medizinisch notwendigen, sondern auch sinnvollen Transport zurück nach Deutschland absichern zu lassen.
Sehr guten Schutz für Einzelpersonen gibt es für 9,90 Euro pro Jahr. Bei Familien sind es 19,80 Euro im Jahr. Diese Beiträge verlangen die Testsieger DKV (ReiseMed Tarif RD) und Ergo Direkt (Tarif RD). Chronisch Kranke müssen bei den Tarifen genau hinschauen: Kosten für Erkrankungen und Schübe, die auf eine Vorerkrankung zurückzuführen sind, werden oft nicht übernommen. Ein Arzt sollte die Reisefähigkeit bescheinigen. Die gesetzliche Krankenversicherung schützt auf Reisen nicht ausreichend – sie kommt nicht für Rücktransporte auf.
Überraschungsreisen sind bei
deutschen Urlaubern unbeliebt
(dpa) Zufallsreisen nach dem Prinzip des sogenannten Blind Booking mögen zwar günstiger als regulär gebuchte Flüge sein, erfreuen sich jedoch nicht allzu großer Popularität in Deutschland. Das zeigt eine Umfrage des Online-Reiseportals Urlaubspiraten. Von insgesamt 1.000 Teilnehmern wollten sich lediglich acht Prozent auf das Abenteuer einlassen.
Beim „Blind Booking“ bestimmt nicht der Reisende über sein Urlaubsziel, sondern die Fluggesellschaft. Der Passagier gibt seinen gewünschten Abflugort, das Datum und die Personenzahl an und erfährt erst nach dem Abschluss der Buchung, welches Ziel er letztlich besuchen wird. Nicht nur Fluggesellschaften werben mit diesem Angebot, auch Unterkünfte lassen sich mittlerweile blind buchen.
Reiseversicherung: Auf teure Abos achten
(dpa) Auf Buchungsportalen im Internet müssen Urlauber beim Abschluss einer Reiseversicherung genau hinschauen. Denn einige Policen gelten nicht nur für einen Urlaub oder ein Jahr, sondern verlängern sich automatisch.
Darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg hin. Bundesweit häuften sich Beschwerden über undurchsichtige Abos. Oft wird die Versicherung nach einem Jahr sogar teurer.
Umstrittene Klausel bei Ryanair
(dpa) Die Fluggesellschaft erschwert Entschädigungen – Verbraucher sollten offensiv vorgehen! Viele Airlines drücken sich vor Entschädigungen -darunter auch Ryanair-, wenn ein Flug ausfällt oder sich deutlich verspätet. Fluggastrechte-Portale machen die Ansprüche von Kunden geltend. Doch Ryanair will das mit einer neuen Klausel in den AGB verhindern. Dürfen die das?
Als „schwarzes Schaf“ bezeichnet das Fluggastrecht-Portal „Flightright“ den Billigflieger Ryanair. Der Vorwurf: Fast nie kommt die irische Airline berechtigten Forderungen nach Entschädigung für Flugausfälle und deutliche Verspätungen nach. Portale wie Flightright, EU-Claim, Fairplane und Refund.me haben daraus ein Geschäft gemacht – sie klagen anstelle des Passagiers gegen die Airline. Einen Teil der Entschädigung kassieren sie als Provision. Doch diese Praxis will Ryanair offenbar unmöglich machen.
Die Airline hat eine umstrittene Klausel in ihren AGB stehen: In Artikel 15.4 heißt es, dass die Abtretung von Ausgleichs-, Schadenersatz- und Rückerstattungsansprüchen an Dritte ausgeschlossen ist. Deutsche Gerichte haben die Klausel jedoch für unwirksam erklärt, wie das Amtsgericht Hannover (Az.: 531 C 10491/11). Damit ist ein Abtretungsverbot unzulässig. Verbraucher sollten sich nicht verunsichern lassen!
Feuerzeug darf nicht ins aufgegebene Gepäck
(dpa) Ein Feuerzug darf nicht im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Darauf weist der Flughafenverband ADV hin. Wird der Gegenstand im Koffer bei der Kontrolle entdeckt, müsse der Passagier zur Nachkontrolle. Das verbotene Feuerzeug wird entfernt. Auch das Flughafenpersonal könne das Gepäckstück im Auftrag und unter Aufsicht der Polizei öffnen.
Im Handgepäck ist die Mitnahme eines Feuerzeugs pro Person dagegen erlaubt, erklärt das Luftfahrtbundesamt. Nur Benzin- und Sturmfeuerzeuge sind wiederum generell verboten.
Bei Langstreckenflügen Schlafrhythmus
an Reiseziel anpassen
(dpa) Passagiere sollten sich schon während des Flugs an den Zeitrhythmus am Reiseziel anpassen. So können sie einen Jetlag vermeiden. Ist es bei der Ankunft am Ort der Landung bereits spätabends, können sie probieren, während des Flugs wach zu bleiben. Dazu rät Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten.
Kommen sie morgens an, lohnt sich dagegen ein Nickerchen im Flugzeug. Löscher rät Reisenden, die im Flieger nicht schlafen können, zu dem Hormon Melatonin. „Allerdings wirkt es nicht bei jedem und sollte nur in Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Reisedurchfall ist unangenehm,
(dpa) Auf Reisen in tropischen Regionen ist manchmal ein unangenehmer Begleiter dabei: Reisedurchfall. Dieser wird überwiegend durch Bakterien wie E. coli und Salmonellen, aber auch durch Viren hervorgerufen. Die Erreger werden in der Regel aus den Ausscheidungen infizierter Menschen oder Tiere auf Lebensmittel übertragen und bei der Zubereitung weitergegeben. Reisedurchfall ist zwar unangenehm, aber meistens harmlos und nach wenigen Tagen wieder abgeklungen. Darauf weist die Gastro-Liga hin.
Wenn Kinder oder Senioren länger als zwei bis drei Tage betroffen sind, sollten sie aber zum Arzt gehen, weil der Verlust an Flüssigkeit kritisch werden kann. Um sich zu schützen, nimmt man Wasser und andere Getränke am besten nur aus original verschlossenen Flaschen oder abgekocht zu sich. Zutaten für das Essen sollten erst unmittelbar vorher geschält, dann frisch gekocht, durchgegart oder –gebraten werden und heiß sein.
– Pauschalurlauber sind abgesichert -
(dpa) Bei einer Insolvenz des Veranstalters sind Pauschalurlauber über den sogenannten „ Reise-Sicherungsschein “ abgesichert. Deshalb sollten sie auch nicht zahlen, bis sie diesen Nachweis haben, rät die Verbraucherzentrale Sachsen.
Der Reise-Sicherungsschein liegt in der Regel den Reiseunterlagen bei. Tritt nun der Insolvenzfall ein, wenden sich Betroffene direkt an den Versicherer. Abgesichert sind Reisende auch, wenn sie den Pauschalurlaub über einen Reisevermittler gebucht haben. Problematisch wird es, wenn sie nur einen Flug oder nur ein Hotel gebucht haben: Dann besteht der Verbraucherzentrale Brandenburg zufolge keine Insolvenzabsicherungspflicht.
Urlaub ohne Magenprobleme:
(dpa) Hitze, ungewohntes Essen und ein bisschen Aufregung: Trotz aller Vorfreude kann einem eine Reise schon mal auf den Magen schlagen. Um dem vorzubeugen, sollten gerade ältere Menschen den Urlaub gut vorbereiten und für die Anreise ZEIT einplanen. So vermeiden sie Stress, der den Magen reizen könnte. Darauf weist die Deutsche Seniorenliga hin. Außerdem achten sie darauf, regelmäßig zu essen bzw. mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
Sie sollten also nicht den Fehler machen, tagsüber nur wenig zu sich zu nehmen und sich abends im Restaurant oder am Hotelbüfett den Magen vollzuschlagen. Und bei den Mahlzeiten sollten Urlauber sich an bestimmte Regeln halten: Am besten isst man nur, was gekocht wurde oder was man selbst schält. Statt zu Trauben vom Markt greifen Reisende also besser zur Banane und essen Fisch, Fleisch und Gemüse nur gegart.
In den USA frühzeitig am Flughafen sein
(dpa) Reisende in den USA sollten wegen extrem langer Wartezeiten bei der Sicherheits-kontrolle besonders frühzeitig am Flughafen erscheinen.
Allein bei American Airlines hätten 2016 schon zehntausende Passagiere wegen langer Schlangen an der Sicherheitsschleuse ihren Flug verpasst, berichtet das Fachmagazin Aerotelegraph online.
Wartezeiten von einer Stunde und 45 Minuten allein bei der Sicherheitskontrolle sind möglich. Urlauber sollten drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.
Anschlussflug verpasst:
(dpa) Ein Passagier verpasst einen Anschlussflug, weil sich der Zubringer verspätet: In diesem Fall muss die Airline des ersten Fluges eine Entschädigung wegen Verspätung zahlen – und zwar auch, wenn sie den Weiterflug nicht durchgeführt hat, entschied das Landgericht Berlin in einem Berufungsverfahren (Az.: 57 S 18/14).
In dem verhandelten Fall hatten die Kläger die Fluggesellschaft ihres Zubringers auf eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht verklagt. Sie hatten ihren Anschlussflug verpasst und waren erst mit 25 Stunden Verspätung am Urlaubsort eingetroffen. Ab drei Stunden Verspätung steht Passagieren nach EU-Recht eine Entschädigung zu.
Die erste Airline war zwar für den zweiten Flug nicht verantwortlich – aber für die Gesamtverspätung, so das Gericht. Somit musste sie die Entschädigung bezahlten.
Bei „All inclusive“ gibt es viele Ausnahmen
(dpa) All-inclusive-Urlaub heißt nicht, dass Touristen vor Ort gar nichts mehr bezahlen müssen. Es gibt viele Ausnahmen.
So bieten viele Hotels freie Getränke nicht in allen Restaurants, Bars und Discos. Oder der Service gilt nur bis 22 Uhr. Darauf macht das Magazin „Clever Reisen“ (Ausgabe 2/2016) aufmerksam. Auch teure Sportarten seien bei All-inclusive-Angeboten oft ausgeschlossen.
Urlauber fragen am besten bei ihrem Veranstalter nach, welche Leistungen genau enthalten sind.
Reiseanbieter fordern oft zu hohe
Gebühr für Zahlung per Kreditkarte
(dpa) Viele Reiseveranstalter und Fluggesellschaften verlangen für die Zahlung mit der Kreditkarte zu hohe Gebühren. Das hat eine Stichprobe des Reisemagazins „Clever reisen“ ergeben. Am 9.12.2015 ist zwar eine EU-Verordnung in Kraft getreten, die die Deckelung des Transaktionsentgeltes vorsieht. So dürfen nur 0,3% der Summe pro Zahlung mit Mastercard und Visa in Rechnung gestellt werden.
Viele Reiseveranstalter und Fluggesellschaften berechnen aber mehr, zwischen 0,5 und einem Prozent, fand das Magazin heraus. Verbraucher sollten sich an den Veranstalter oder die Airline wenden, und das zu viel gezahlte Entgelt zurückfordern.
Europaweite Reise-App
(dpa) Ob verspäteter Flug, Ärger mit dem gebuchten Mietwagen oder dem Hotelzimmer: Die ECC-Net Traval App informiert Verbraucher über ihre Rechte, erklärt, was vor Ort zu tun ist und liefert dazu die passenden Sätze in der Sprache des Urlaubslandes.
Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren, zu dem auch das CEC Luxemburg (Centre Européen des Consommateurs) gehört, bietet mit der ECC-Net: Travel App Reisenden rechtliche Informationen, praktische Unterstützung und sprachliche Hilfe in einer einzigen Anwendung. Die App ist in allen 30 Ländern des Netzwerks verfügbar, das heißt, in der Europäischen Union sowie in Norwegen und Island. Sie funktioniert in 25 Sprachen.
Das CEC Luxemburg ist Teil des Netzwerkes Europäischer Verbraucherzentren in der EU. Das Zentrum ist wie folgt zu erreichen:
2A, Rue Kalchesbrück, L-1852 Luxembourg.
Tel: +352 26 84 64 1
Weitere Informationen gibt es auf www.cecluxembourg.lu
Aktueller Überblick über Reisewarnungen
(dpa) Auf der Webseite auswaertiges-amt.de (www.auswaertiges-amt.de) gibt es spezielle Sicherheitshinweise und allgemeine Reiseinformationen zu Urlaubszielen auf der ganzen Welt.
Zudem warnt die Seite vor unsicheren Reisezielen, die in einer Liste unter der Rubrik „ Reisewarnungen “ eingesehen werden können.
Reisen auch im Alter nicht vernachlässigen
(dpa) Mit zunehmendem Alter trauen sich einige Menschen das Reisen nicht mehr zu. Häufig befürchten sie, neue Situationen in einem fremden Land nicht meistern zu können oder keinen Arzt zur Stelle zu haben. „Dann sucht man sich einen Veranstalter, bei dem ein Arzt mitfährt“, rät das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Es gibt immer mehr solcher Angebote.
Oder man sucht sich gezielt einen Urlaubsort, an dem es viele deutschsprachige Ärzte gibt. Und wer sich alleine nicht viel zutraut, fühlt sich vielleicht bei einer Gruppenreise sicherer. Viele blühen deshalb nach einem Urlaub auf!
Bei Übelkeit nach vorne aus dem Fenster gucken
Auf langen Fahrten haben viele Menschen mit Übelkeit zu kämpfen. Der Grund ist einfach: Die Augen registrieren Bewegung, das Gleichgewichtsorgan im Ohr merkt davon nichts.
Das kann zu den bekannten Symptomen der Reisekrankheit führen: mulmiges Gefühl, Unwohlsein – bis hin zum Erbrechen. „Nach vorne aus dem Auto zu schauen, kann helfen“, so ein Reisemediziner. Dagegen ist es nicht gut, aus dem Seitenfenster zu gucken. Denn dort rauscht die Landschaft vorbei, was das Schwindelgefühl eher verstärkt.
Empfindlichen Menschen rät der Reisemediziner außerdem vom Lesen ab!
Reisetagebuch-Apps bündeln Ferienerlebnisse
Ob Fotos, Videos, Notizen oder Geodaten von Orten: Smartphones sind tolle Reisebegleiter. Doch auf dem Gerät liegen alle Erinnerung verstreut.
Reisetagebuch-Apps bieten viele Vorteile. Sie können sich die wichtigsten Stationen merken und Beschreibungen, Bild- sowie Videomaterial oder sogar Audioaufnahmen bündeln, berichtet die Zeitschrift „c`t“ (Ausgabe 17/14). Sobald die Apps mit dem Internet verbunden sind, fertigen sie aus den Schnipseln einen kompletten Reisebericht mit interaktiver Karte und speichern ihn als Blogeintrag im Nutzerkonto. Die Berichte können Anwender dann ganz oder teilweise veröffentlichen, nur mit Freunden teilen oder ganz für sich behalten.
Um den Akku des Smartphones zu schonen und damit der Erlebnisbericht nicht vor Details überquillt, sollte man Reisetagebuch-Apps nur an Orten starten und nutzen, an denen es wirklich etwas zu sehen oder zu erzählen gibt, raten die Experten. Die Furcht, dass die Apps alle Eindrücke immer gleich zum Server senden und so womöglich hohe Mobilfunkgebühren provozieren, ist den Angaben nach unbegründet. Das Gros der Daten werde erst dann übers Netz geschickt, wenn das Smartphone in ein WLAN-Netzwerk eingebucht ist. Unterwegs begnügen sich die Apps damit, per GPS Wegpunkte zu setzen.
Urlauber sollten Reisemängel immer gut dokumentieren
Für Reisemängel sammeln Urlauber am besten Beweise. Deshalb gilt: Fotos oder Videos machen. Außerdem sollte man die Mängel konkret beschreiben können. Dazu zählt zum Beispiel, bei Lärmbelästigung genau anzugeben, wie oft es zu laut war und wie lange.
Gut ist es, unabhängige Zeugen zu finden: Vor Gericht sind sie glaubwürdiger, als wenn ein Familienangehöriger aussagt. Nach der Rückkehr müssen Urlauber einen Mangel innerhalb eines Monats beim Reiseveranstalter melden. Aus Reisemängeln ergibt sich ein Anspruch auf Reisepreisminderung.
Ein Gericht entscheidet in jedem Fall individuell. Natürlich gilt: Bevor es überhaupt zum Nachweisen des Mangels vor Gericht kommt, geht der Weg noch während des Urlaubs zur Reiseleitung: Diese sollte man über den Mangel informieren und verlangen, dass er behoben wird.
Reiseveranstalter dürfen Anzahlungen von mehr als 20 Prozent des Reisepreises nur ausnahmsweise verlangen. Darauf weist die Fachzeitschrift „Monatsschrift für Deutsches Reiserecht“ unter Berufung auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hin.
Nach Auffassung der Richter hat der Reiseveranstalter zwar ein berechtigtes Interesse an einem Nachweis, dass der Kunde auch tatsächlich reisen möchte. Dem ist mit einer Anzahlung von 20 Prozent allerdings hinreichend Rechnung getragen. Höhere Anzahlungen bedürfen daher einer für den Kunden nachvollziehbaren detaillierten Begründung (Az.: X ZR 147/13).
Ein Überfall ist kein Reisemangel
Überfälle gehören auch für Pauschalreisende zum „allgemeinen Lebensrisiko“. Sie sind kein Reisemangel, für die ein Veranstalter verantwortlich gemacht werden kann. Dies hat einmal mehr das Landgericht Frankfurt am Main bestätigt (Az.: 2/129 O 105/08).
In dem Fall ging es um den Überfall auf einen Transferbus in Brasilien. Die allgemein bekannte Kriminalität in diesem Zielgebiet, so der Richter, sei kein Fehler der Reise. Sie gehöre zum „Umfeldrisiko“ des Urlaubers, weshalb den Reiseveranstalter auch keine besondere Hinweispflicht treffe. Ist dem Veranstalter allerdings bekannt, dass für eine bestimmte Tour eine „ungewöhnlich hohe und konkrete Gefahrensituation besteht“, dann muss der Anbieter Vorkehrungen treffen. Dazu gehört zunächst die Informationspflicht, eventuell auch das Verlegen der Fahrtroute und das Streichen von Ausflügen.
(dpa) Muss ein Urlauber mit einem deutlich früheren Flug in einer anderen Maschine nach Hause fliegen, kommt dies einer Annullierung des ursprünglichen Fluges gleich. Dem Passagier steht in diesem Fall eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu, entschied das Amtsgericht Düsseldorf (Az.: 231 C 1544/14). Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesell-schaft für Reiserecht aktuell.
In dem verhandelten Fall wollte die Klägerin von Fuerteventura nach Düsseldorf fliegen. Das Reiseunternehmen beförderte sie dagegen 9 Stunden früher in einer anderen Maschine – es handelte sich um eine „Verfrühung“, so die Argumentation. Eine Entschädigung sein in einem solchen Fall nicht rechtens. Das Gericht sah das anders.
Maßgeblich ist, dass der stattfindende Flug ein anderer ist als der ausgefallene Flug. Außerdem war die Frau erst weniger als zwei Wochen vor Abflug über die Planänderung informiert worden.
Online-Kunden müssen vollen Preis für Flugticket
sofort sehen können
(dpa) Online-Kunden müssen bei Online-Buchungen eines Fluges sofort den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren erkennen können. Darauf hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Januar 2015 in einem Urteil klargestellt. Die Luxemburger Richter erklärten die Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens.
Airlines müssten bei jedem Flug von einem Flughafen in der EU schon von Anfang an den Endpreis anzeigen. Air Berlin hatte in einer Tabelle Preise ohne Steuern und Flughafengebühren angezeigt. Damit habe die Airline sich nicht an die Transparenzregeln gehalten.
Wer einen Flug im Internet bucht, schaut auf den Preis. Doch wer vergleichen will, muss den Endpreis kennen – also inklusive Steuern und Gebühren. Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil jetzt klargestellt, was das genau bedeutet. Die Fluggesellschaften haben ihre Preisgestaltung im Internet jetzt angepasst. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn „Schummeleien“ von sogenannten Schwarzen Schafen wird es immer wieder geben.
Wann ist der Flieger angekommen ?
(dpa) EuGH-Gerichtsurteil: Verspätungen bemessen sich an Türöffnung
Verzögerungen bei Flugreisen können ärgerlich sein. Immerhin: Bei mehr als drei Stunden Verspätung muss die Fluggesellschaft Passagieren 250 Euro zahlen. Doch wann ist ein Flieger wirklich angekommen? Ein Urteil schafft Klarheit.
Ein Flugzeug ist erst bei Öffnung einer Tür wirklich angekommen – und dieser Zeitpunkt ist maßgeblich für die Bestimmung von Flugverspätungen. Das hat der Europäische Gerichtshof im Luxemburg klargestellt. (Rechtssache C-452/13)
Denn solange die Türen geschlossen sind, könnten Reisende nur eingeschränkt mit der Außenwelt kommunizieren. Dies ende erst, wenn Reisende den Flieger verlassen könnten.
Surfen im Hotel: Portal misst W-Lan-Geschwindigkeit
(dpa) Viele Reisende möchten kostenloses W-Lan im Hotel. Doch ob die Verbindung pfeilschnell oder quälend langsam ist, weiß man meist erst, wenn sich das Smartphone oder das Notebook mit dem Hotel-Hotspot verbunden hat. Wem dieses Wagnis zu groß erscheint, der kann unter www.hotelwifitest.com für viele Städte weltweit nachschlagen, ob das Hotel akzeptabel schnelles Internet bietet oder das Haus gleich nach W-Lan- Geschwindigkeitskriterien auswählen. Sicher ist die Methode nicht, da die Abdeckung des Netzwerks nicht auf allen Etagen und Zimmer gleich gut sein muss.
Grundsätzliches Manko dabei: Die Datenbank kann nur so gut wie ihre Datenbasis sein. Und natürlich liegen mehr Messungen und somit bessere Ergebnisse für Häuser in Metropolen vor als für Unterkünfte in der Provinz. Wegen der US-Herkunft des Portals sind nord-amerikanische Städte besser repräsentiert als andere Orte auf der Welt.
Wer selbst Messergebnisse beitragen möchte, muss sich mit einer E-Mail-Adresse sowie Passwort anmelden und kann dann – wo immer er auch übernachtet – W-Lan-Geschwindigkeiten testen und die Ergebnisse in die Datenbank einspeisen.
Ein Glas pro Stunde –
Auf langen Flügen vor Thrombose schützen
(dpa) Langes Stillsitzen – z.B. auf einem Langstreckenflug – erhöht das Thromboserisiko. Fluggäste sollten deshalb möglichst nicht die Beine übereinander schlagen und die Knie nicht zu stark beugen.
Eine lange Reise ist nicht nur anstrengend, sie kann auch die Gesundheit gefährden. Das Gepäck ist meist besser im Ablagefach aufgehoben: So nimmt es keinen Platz vom Fußraum weg. Außerdem ist viel trinken und bewegen das A und O auf langen Reisen: Fluggäste sollten jede Stunde mindestens ein Glas Flüssigkeit zu sich nehmen und die Füße kreisen lasse, anziehen und strecken. Zwischendurch sollten sie komplett aufstehen und ein bisschen herumlaufen.
Was die Reisekleidung angeht wird empfohlen, bequeme Baumwollkleidung und flache, leichte Schuhe zu tragen. Eventuell sind Kompressionsstrümpfe von Nutzen. Mache Beruhigungsmittel setzen die Muskelspannung herab und schränken die Bewegung ein – sie sollten vor langen Flügen nicht genommen werden. Personen mit besonders hohem Thromboserisiko sprechen vor der Reise am besten mit ihrem Arzt. Er kann z.B. das gerinnunghemmende Heparin spritzen.
Gepäckgebühren sind erlaubt
(dpa) Fluggesellschaften dürfen für aufgegebenes Gepäck Zusatzgebühren verlangen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg im September 2014 entschieden. Eine spanische Regelung, die solche Aufschläge zumindest für den ersten Koffer verbietet, sei nicht mit EU-Recht vereinbar, urteilten die Richter. (Rechtssache: C 487/12)
Flugportale müssen kostenlose Bezahlmethode anbieten
(dpa) Buchungsportale für Flugreisen im Internet müssen Nutzern mindestens eine kostenlose Bezahlmethode anbieten. Diese muss auf dem „gängigen und zumutbaren Weg“ zur Verfügung stehen, wie der Deutsche Anwaltsverein (DAV) erklärt. Lediglich eine sehr spezielle Zahlungsform wie etwa eine bestimmte Kunden-Kreditkarte kostenlos anzubieten, ist illegal. Flugportale müssen laut einer EU-Verordnung alle Gebühren am Anfang des Buchungsprozesses angeben.
Tatsächlich ignorieren manche Anbieter die Rechtslage aber, fand der DAV heraus. Ein großes Buchungsportal zum Beispiel verlangte für die Zahlung mit einer gewöhnlichen Kreditkarte eine „Service Fee“, die den Flugpreis von rund 75 auf 125 Euro erhöhte. Der DAV rät, solche Fälle mit Screenshots zu belegen.
Den Urlaub „online“ buchen: Kein Unterschied zum Reisebüro
(dpa) Online buchen oder im Reisebüro? Rechtlich macht das praktisch keinen Unterschied. Treten bei einer Reise z.B. Mängel auf, ist immer der Reiseveranstalter der richtige Ansprechpartner. Wichtiger als der Weg der Buchung ist die Frage, ob es sich um eine komplette Pauschalreise oder einzelne Bausteine wie Flug oder Hotel handelt.
Denn wer eine Pauschalreise gebucht hat, kann im Falle von höherer Gewalt – etwa einer Naturkatastrophe am Urlaubsziel – kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Wer nur einen Baustein seiner Reise gebucht hat – z.B. den Flug oder nur die Übernachtung – wird in diesem Fall wahrscheinlich Stornokosten bezahlen müssen.
Interessant wird nun Folgendes: Werden zwei wesentliche Leistungen einer Reise – z.B. Flug und Unterkunft – gebündelt verkauft, gilt das in der Regel schon als Pauschalreise. Und wenn das Portal nicht nur als Vermittler auftritt, sondern eine eigene Leistung anbietet, hat der Reisende Ansprüche gegenüber dem Portal als „Veranstalter“.
Aber auch das Reisebüro kann zum Veranstalter werden: Und zwar ebenfalls, wenn es mindestens zwei wesentliche Bestandteile einer Reise bündelt, dafür einen Preis berechnet und quasi als eigene Leistung verkauft.
Reisemängel reklamieren: Schäden mit Fotos belegen
(dpa) Einen Monat nach Ende des Urlaubs müssen Ansprüche beim Veranstalter geltend gemacht werden.
Für Reklamationen wenden sich Kunden am besten immer schriftlich an ihren Reiseveranstalter. In das Schreiben gehört zunächst eine detaillierte Beschreibung des beanstandeten Mangels. Außerdem sollten Kunden Schäden und Missstände wie eine kaputte Klimaanlage im Hotelzimmer oder laute Bauarbeiten mit Fotos oder Zeugenaussagen von Mitreisenden belegen. Auch eine Bestätigung des örtlichen Reiseleiters ist wichtig, um zu belegen, dass dieser auf den Mangel aufmerksam gemacht wurde und Gelegenheit hatte, darauf zu reagieren.
Darauf weisen die Verbraucherzentralen hin. Kunden müssen außerdem die Frist zum Reklamieren beachten: Die Ansprüche müssen spätestens einen Monat nach Ende der Reise beim Veranstalter geltend gemacht werden, so die Verbraucherschützer.
Hotelstornierung: Servicekosten abziehen
(dpa) Stornieren Gäste ein gebuchtes Hotelzimmer, müssen sie den vereinbarten Preis zahlen. Allerdings haben sie Anspruch darauf, dass der Hotelier Kosten erstattet, die er durch die Stornierung einspart. Diese betreffen in erster Linie den Service . Darauf weist die Verbraucherzentrale Brandenburg hin. Nach derzeitiger Rechtsprechung können Gäste bei einer einfachen Übernachtung 10 Prozent des Preises einbehalten, bei einer Übernachtung mit Frühstück 20 Prozent, bei Halbpension 30 Prozent und bei Vollpension 40 Prozent.
Bei einer Überprüfung der Gastbetriebe im Land Brandenburg stellte die Verbraucherzentrale kürzlich fest, dass viele Hoteliers die Storno-Gebühren in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht nach Art der Übernachtung unterscheiden.
Einbrecher täuschen: Wir sind zuhause
(dpa) Einbrecher wollen natürlich nicht auf frischer Tat ertappt werden. Daher können sich Hausbesitzer am besten dadurch schützen, dass sie vorgeben, es wäre jemand zu Hause – selbst, wenn alle Bewohner im Urlaub sind.
Das geht etwa, indem man mit Hilfe von Zeitschaltuhren die Rollläden abends runter- und morgens hochfährt und die Lampen hin und wieder anschaltet, erklärt der Hauseigentümerverband Haus&Grund Deutschland.
Freunde oder Nachbarn leeren am besten regelmäßig den Briefkasten . Wer länger wegfährt, sollte das auf keinen Fall auf dem Anrufbeantworter kundtun. Am besten werde das Gerät ganz ausgeschaltet.
In den Urlaub mit EU-Unfallbericht
(dpa) Auf einer Urlaubsfahrt ins Ausland sollte der Europäische Unfallbericht mitgeführt werden. Dazu rät der Deutsche Anwaltverein. Das in deutscher, englischer und französischer Sprache verfasste Dokument erleichtere es, den Hergang eines Unfalls präzise zu dokumentieren.
Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht beim DAV bietet es zum Download im Internet unter www.verkehrsanwaelte.de/unfallbericht an.
Kostenlose Reise kann teuer werden
(dpa) Viele Verbraucher bekommen immer mal wieder eine Einladung zu einem Preisrätsel. Als Gewinn winkt eine kostenlose Urlaubsreise. Ist das richtige Lösungswort eingesandt, erhalten die Verbraucher ein als Gewinn bezeichnetes Reiseangebot für bis zu vier Personen.
Aber Vorsicht ! Anders als im Schreiben angegeben, wird die Reise nicht kostenlos angeboten. Der Veranstalter berechnet den Angaben zufolge Bearbeitungsgebühren bis zu 50 Euro pro Person. Außerdem ist damit zu rechnen, dass am Urlaubsziel für Verpflegung oder für Ausflüge hohe Beträge eingefordert werden.
Solche Reisen sind dann meist nicht günstiger als reguläre Angebote anderer Veranstalter. In den Teilnahmebedingungen auf der Antwortkarte versteckt sich außerdem eine Werbeklausel . Wer die Karte vollständig ausfüllt, muss mit mehr Werbung per Brief und Telefon rechnen. Also: „Genau hinschauen oder Finger weg…“
Kosten für stornierten Flug zurückverlangen
(dpa) Stornieren Reisende einen Flug, können sie einen großen Teil der Kosten zurück verlangen. „Gebühren und Steuern stehen ihnen ohnehin zu 100 Prozent zu. Denn die Airline muss sie ihrerseits nur abführen, wenn der Gast die Reise antritt.“
Etwas komplizierter ist es mit dem Anteil, der für den eigentlichen Ticketpreis entfällt. Die Erstattung davon schließen die meisten Airlines pauschal in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Allgemeinen Beförderungsbedingungen aus. So eine Klausel werde von den Gerichten jedoch oftmals gerügt.
Preisangabe immer dokumentieren
(dpa) Werben Anbieter mit dem Preis einer Reise, dann muss es sich dabei immer um den Endpreis inklusive aller festen Kosten wie Steuern und Gebühren handeln.
„Damit Verbraucher im Internet nicht auf einen Werbepreis hereinfallen, der nicht alle Bestandteile enthält, sollten sie die Angaben dokumentieren “, rät ein Reiserechtler. Am einfachsten geht das, indem sie ein Bildschirmfoto des ausgelobten Preises anfertigen und abspeichern, bevor sie den „Bezahltvorgang“ abschließen. „Denn Angebote im Internet ändern sich sekündlich.“
Oft verändert sich die Preisangabe auch im Verlauf des Buchungsvorgangs: Auf Flugtickets werden Gebühren und Steuern aufgeschlagen, beim Ferienhaus kommt die Kurtaxe, bei einem Hotelzimmer die Bettensteuer hinzu. „Diese Praxis ist verbreitet, aber nicht rechtens.“
Von der Statistik aus gesehen haben die Flugpassagiere, die bis zu fünf Reihen vor oder hinter einem Notausstieg sitzen, die besten Überlebenschancen bei einem Flugzeug-Absturz. Der Grund liegt darin, dass man von dort – insbesondere von den Sitzplätzen am Gang – bei einer Evakuierung am schnellsten die Ausgänge erreicht. Besonders für Großgewachsene befinden sich die bequemsten Plätze hinter den Trennwänden und in den Notausgang-Reihen. Dort gibt es die größten „Beinfreiheiten“ und keinen Vordermann, der einem seine Lehne nach hinten kippen kann.
Wenn Ausflüge ins Wasser fallen
(dpa) Zwar haftet der Reiseveranstalter nicht für wetterbedingte Einschränkungen auf einer Reise. Er muss jedoch rechtzeitig darüber informieren, wenn gebuchte Ausflüge von vornherein nicht stattfinden können.
Unterlässt er das, steht dem Kunden Ersatz für die An- und Abreise (per Auto z.B. 30 Cent pro Kilometer) und die Rückzahlung des Reisepreises zu. Außerdem steht ihm eine Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit zu. (LG Darmstadt: 25 S 142/11)
Raucverbot ist ein Mangel
(dpa) Wird einem Teilnehmer einer Flusskreuzfahrt das Rauchen in sämtlichen Räumen des Schiffes verboten und ist er daher gezwungen, zum Rauchen stets auf das offene Deck auszuweichen, ist das ein Reisemangel, der eine Preisminderung von 10 Prozent rechtfertigt, wenn nicht vor der Buchung auf diese Einschränkung hingewiesen wurde. (AG Frankfurt: C 1018/11)
Bei Vogelschlag keine Entschädigung
(dpa) Wenn Vögel das Triebwerk eines Flugzeuges lahmlegen, ist das ein „außerge-wöhnlicher Umstand“. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Kommt es in der Folge zu Verspätungen, haben Fluggäste kein Anrecht auf Entschädigung.
Fluggäste müssen Verspätungen wegen Vogelschlags ohne Entschädigung hinnehmen. Wenn Vögel das Triebwerk ihrer Maschine beschädigen, haben die Passagiere kein Anrecht auf eine Ausgleichszahlung von etwa 600 Euro, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Juristisch betrachtet gehöre Vogelschlag zu den „außergewöhnlichen Umständen“, die von den Fluggesellschaften nicht beeinflusst werden können. Deshalb seien sie auch nicht dafür verantwortlich zu machen. Der BGH schloss sich mit seinem Urteil den Vorinstanzen an.
Verhandelt wurden zwei Fälle von Touristen, die auf einem Flughafen festsaßen, weil Vögel in das Triebwerk der Flieger geraten waren. Den Hinweis der Kläger, dass solche Unfälle mit sogenannten Vergrämungsaktionen für Vögel mit Falken oder Böllern verhindert werden könnten, hielt der BGH nicht für relevant. Solche Aktionen lägen nicht in der Verantwortung der Fluggesellschaften, sondern der Airports. Zudem können Vögel ja auch außerhalb des Geländes ins Triebwerk geraten. Auch die Forderung der Kläger, die Fluggesellschaften hätten für schnelleren Ersatz zu sorgen, hielt der BGH nicht für umsetzbar. Die Flug-gesellschaften könnten nicht an jedem Airport Ersatzflieger samt Mannschaft vorhalten.
(dpa) Ein nicht benutzbarer Swimmingpool oder ein von Baustellen umringtes Hotel, das im Katalog als ruhig gelegen beschrieben wurde – solche erheblichen Mängel müssen Urlauber nicht akzeptieren. Sie wenden sich am besten umgehend an Ort und Stelle an ihren Reiseveranstalter und fordern Abhilfe, empfiehlt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Um nach dem Aufenthalt zum Beispiel einen Teil des Reisepreises zurückfordern zu können, sollten sie Mängel unbedingt detailliert mit Fotos, Videos oder Zeugen protokollieren. Etwaige Ansprüche müssen Reisende innerhalb von vier Wochen nach Urlaubsende beim Veranstalter geltend machen.
Kein Anspruch auf detaillierte Reise-Infos
(dpa) Reiseveranstalter müssen nicht im Detail auf die Einreisebedingungen einzelner Länder hinweisen. Es reicht in der Regel aus, wenn sie in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Beispiel darauf aufmerksam machen, dass es für ausländische Staatsangehörige Abweichungen geben kann.
Wenn es um kurzfristige Reisen geht und der Kunde eindeutig als Nicht-Deutscher zu erkennen ist, muss er jedoch über mögliche, für ihn geltende Abweichungen bei den Einreiseregeln informiert werden. So entschied das Landgericht Münster (Az.: 8 S 131/08).
In dem Fall konnte die nichtdeutsche Klägerin eine Reise in die Türkei nicht antreten, weil sie die nötigen Einreisepapiere nicht hatte. Sie klagte gegen den Veranstalter auf Schadenersatz. Das Gericht gab ihr zum Teil recht – die Klägerin müsse sich aber ein „mitwirkendes eigenes Verschulden“ anrechnen lassen. Ihre Ansprüche gegen den Veranstalter seinen deshalb auf 50 Prozent zu reduzieren. Schließlich habe sie damit rechnen können, für die Reise entweder einen Pass oder ein Visum zu benötigen. Und die Frau sei auch dazu verpflichtet gewesen, sich selbst darüber zu informieren.
Bei Pannenflug besteht kein Anspruch
(dpa) Selbst wenn ein Flugzeug mehr als 15 Stunden Verspätung wegen technischer Pannen hat, haben Passagiere keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das entschied das Amtsgericht Duisburg in einem entsprechenden Fall.
Eine deutliche Verspätung auf dem Rückflug aus dem Urlaub ist zwar ein Reisemangel. Aber Schadenersatzansprüche für komplett vertane Urlaubszeit sind deshalb noch nicht gerechtfertigt. Das gilt auch dann, wenn die Situation von den Passagieren als psychisch belastend und die Rückreise als eine einzige Katastrophe empfunden wurde. So entschied das Amtsgericht Duisburg (Az.: 71 C 1784/12) . Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“.
In dem Fall hatte die Maschine auf dem Rückflug eine Verspätung von mehr als 15 Stunden und kam erst im Morgengrauen an. Grund waren mehrere technische Pannen: Unter anderem ließen sich die Landeklappen nicht einfahren, außerdem fielen die Hilfsturbinen aus. Das sei eindeutig ein Reisemangel, urteilte das Gericht. Der Kläger hatte allerdings geltend gemacht, jede Erholung und Urlaubsfreude sei durch dieses Erlebnis nachträglich zunichte gemacht worden. Deshalb sei die gesamte Reise mangelhaft gewesen. Das sah das Gericht anders und sprach dem Kläger lediglich 72 Euro zu.
Flug um zehn Stunden vorverlegt:
Kunden steht Entschädigung zu
(dpa) Die Vorverlegung eines Fluges um mehr als zehn Stunden ist wie eine Annullierung zu behandeln. Reisende haben in dem Fall ebenfalls ein Recht auf Ausgleichszahlung. Das hat das Amtsgericht Hannover entschieden (Az.: 512 C 15244/10).
Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift ReiseRecht aktuell hin. Rechtsgrundlage für den Ausgleichsanspruch ist die EU-Verordnung Nr. 261/2004. Diese regelt zwar nur die Entschädigungsleistungen bei Annullierungen von Flügen. Die Vorverlegung eines Fluges beeinträchtige jedoch gleichermaßen wie eine Verspätung oder Annullierung die Zeitplanung der Fluggäste, so das Gericht.
Auf internationalen Flügen gelten Handgepäcksregeln
aus Abflugland
(dpa) Gürtel ablegen, Schuhe ausziehen, Rucksack öffnen – Sicherheitskontrollen am Flughafen können lästig sein. Die USA wollen ihre Regelungen für Handgepäck ändern. Für manche Fluggäste macht das alles komplizierter.
Was für den Flug mit ins Handgepäck darf, ist international nicht einheitlich geregelt. In der Praxis handhaben die Flughäfen es so, dass immer die im Abflugland geltende Regel beim Einchecken angewandt wird, meldet die Bundespolizei.
Ob Passagiere bei einer Zwischenlandung noch einmal durch die Gepäckkontrolle gehen und möglicherweise Gegenstände abgeben müssen, die noch am Abflughafen erlaubt waren, ist von Land zu Land unterschiedlich. Für Flüge aus den USA mit Zwischenstopp in Deutschland gelte die sogenannte „One Stop Security“-Regel: Das Bodenpersonal kontrolliert die Um-steigenden nicht noch einmal. In Frankreich müssten sie dagegen erneut durch die Kontrolle. Bei Flügen z.B. aus Argentinien mit Zwischenlandung in einem EU-Land sei es deshalb immer wieder zu Problemen gekommen.
Ab April will die US-amerikanische Flugsicherung die Regeln allerdings lockern: Passagiere dürfen dann Messer mit an Bord nehmen, deren Klinge nicht einrasten kann oder fixiert ist und die kürzer als 6 Zentimeter sowie schmaler als 1,3 Zentimeter ist. Außerdem darf der Griff nicht ergonomisch geformt sein – so lauten auch die Regeln in der EU.
Flughafen-Streik:
Preisnachlass für verpasste Hotelnacht im Urlaub
(dpa) Entgeht Pauschalurlaubern wegen eines Streiks am Flughafen eine Hotelnacht am Urlaubsort, dürfen sie den Reisepreis mindern. Der Veranstalter müsse den Preis der Reise um die entgangene Nacht senken, sagt ein Reiserechtler: „Bei Pauschalreisen buchen Sie ja das ganze Paket. Die Flugleistung ist nur ein Teil davon. Dass der Veranstalter für den Streik nicht kann, spielt dabei keine Rolle. Bei Minderungsansprüchen geht es nur um den schlichten Vergleich von Soll und Ist“.
Der Gast sollte die Minderung möglichst vor Ort vom Veranstalter fordern. Spätestens nach der Reise sollte er das schriftlich nachholen.
Individualreisende bleiben auf den Kosten sitzen, wenn sie wegen eines Streiks eine schon gebuchte Nacht am Urlaubsort verpassen. Denn Streiks wie die an den Flughäfen Hamburg und Düsseldorf seien außerordentliche Umstände. Außerdem bringt die Fluggesellschaft den Passagier ja ans Ziel – nur eben später.
(dpa) Bei einer Acht-Tage-Reise darf der Veranstalter nicht automatisch den An- und den Abreisetag vollständig dazurechnen. Damit beide als zwei der acht Tage gelten, müssten sie zu mindestens zwei Drittel zur Reisezeit gehören. Darauf weist die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg hin.
Der Verein hat vier Veranstalter von Flusskreuzfahrten abgemahnt, weil einige ihrer Acht-Tage-Reisen erst am Abend des ersten Tages beginnen und schon nach dem Frühstück des letzten Tages enden. An- und Abreisetag zählten die Veranstalter aber als zwei der acht Tage. Das sei wettbewerbswidrig, erklärte der Rechtsanwalt des Vereins.
Am An- und Abreisetag müssten die Passagiere also mindestens 16 der 24 Stunden an Bord verbringen oder in dieser Zeit einen zur Reise gehörenden Landgang machen. Der Verein bezieht sich auf ein Urteil (Az.: 4 U 176/86) des Oberlandesgerichts in Hamm aus dem Jahr 1986.
Urlaubern steht bei Verlegung des Abflughafens Schadenersatz zu
(dpa) Eine Änderung des Abflughafens und eine Verlegung des Reisezeitraumes um einen Tag müssen Pauschalurlauber nicht hinnehmen. Ihnen steht dann Schadenersatz zu. Allerdings ist nicht der komplette Urlaub beeinträchtigt, urteilte das Amtsgericht Hannover (Az.: 426 C 9598/11).
In dem Fall hatte eine Familie eine Pauschalreise nach Tunesien gebucht. Diese war für den Zeitraum 23. August bis 6. September geplant. Als Abflughafen hatte sich die Familie, die in der Nähe von Würzburg wohnt, Hannover ausgesucht. Drei Monate vor der Reise teilte der Veranstalter der Familie mit, dass die gebuchten Flüge gestrichen wurden. Als Alternative bot er Flüge ab Paderborn an: den Hinflug am 24. August, den Rückflug am 7. September. Start in Paderborn sollte um 10.30 Uhr sein, in Tunesien um 6 Uhr. Daraufhin kündigte die Familie den Reisevertrag und forderte Schadenersatz in Höhe von 100 Prozent des Reisepreises.
Dem entsprach das Gericht nur teilweise. Die Kläger hätten zweifellos Anspruch auf Schadenersatz. Denn die Verlegung des Reisezeitraumes um einen Tag sein mehr als eine Unannehmlichkeit. Davon seien jedoch nur der erste und der letzte Tag der Reise betroffen gewesen, und deshalb eine Entschädigung in Höhe zweier Tages-Reisepreise angemessen.
Gute Plätze im Flugzeug auf Internetseite finden
(dpa) Am Notausgang gibt es im Flugzeug mehr Beinfreiheit, hinten lässt sich der Sitz oft nicht verstellen. Wer die kleinen Tücken verschiedener Plätze kennt, sitzt vor allem bei langen Reisen entspannter. Die Seite www.seatguru.com sammelt Sitzpläne von Maschinen unterschiedlicher Airlines.
Nutzer können die Übersichten entweder aus dem Menü am linken Rand auswählen oder ihre Flugnummer eingeben. Die Seite, die zum Reiseportal Tripadviser gehört, ist komplett auf Englisch. Die Informationen sind auch ohne Sprachkenntnisse verständlich: Gute Sitze sind grün, Plätze mit Einschränkungen gelb oder rot. Fährt man mit der Maus über einen Platz, werden weitere Details eingeblendet.
Im Urlaub streunende Tiere besser meiden
(dpa) Urlauber machen wegen der Tollwutgefahr besser einen Bogen um streunende Tiere. „Die meisten Tollwutfälle treten auf, wenn Menschen auf Tiere zugehen “, beschreibt das Reisemedizinische Zentrum in Hamburg die Situationen.
Die infizierten Tiere liefen selten Menschen hinterher . Der indische Subkontinent, aber auch Osteuropa seien Gegenden, in denen Tollwut häufig vorkomme. Hunde, Katzen, Affen und Fledermäuse seien oft Überträger. Kleine Kinder verstünden nicht, warum sie Abstand halten sollen. Daher müssten Eltern darauf achten, dass sie nicht mit Tieren spielten.
Bei Last-Minute-Reisen zählen die Nebenkosten
(dpa) Viele Last-Minute-Angebote klingen wie das ersehnte Heilmittel gegen die Sommerdepression. Doch ein solcher Urlaub muss noch lange kein Schnäppchen sein. „Es kommt auf die Nebenkosten vor Ort an“, sagte Frau Fischer von der Verbraucherzentrale Bandenburg in Potsdam.
Das Problem: Der Paketpreis einer Last-Minute-Reise kann zwar günstig sein, durch die übrigen Ausgaben etwa für Essen, Trinken oder einen Mietwagen verteuert sich der Urlaub aber deutlich. Frau Fischer rät dazu, immer auch das Preisniveau im jeweiligen Urlaubsland in die Gesamtkalkulation einzubeziehen. „All-Inclusive ist nicht schlecht, wenn zum Beispiel schon Ausflüge im Preis enthalten sind.“ Dann sind die Gesamtkosten gut kalkulierbar.
Ansonsten gilt der Tipp: „ Nicht schnell zuschlagen, nur weil das Angebot als günstig beworben wird .“ Entscheiden sei immer, ob alle Steuern und Gebühren schon im Angebot eingerechnet sind oder ob sich die Reise dadurch empfindlich verteuert. „Urlauber sollten immer mehrere Angebote vergleichen, über Suchmaschinen und im Reisebüro“, rät die Verbraucherschützerin.
Jetlag vermeiden: Nach der Ortszeit leben
(dpa) Um einen Jetlag zu vermeiden, sollten Reisende gleich nach der Ankunft am Urlaubsort nach der Ortszeit leben. Schon im Flugzeug mache es Sinn, die Armbanduhr umzustellen, rät eine Präventionsexpertin der Krankenkassen-Vereinigung. Im Westen sollten Urlauber aufbleiben, selbst, wenn sie nach dem langen Flug müde sind. Im Osten hingegen müssten sie sich zwingen, ins Bett zu gehen.
Schon vor Beginn des Urlaubs könne man etwas unternehmen, um die Auswirkungen des Jetlags abzuschwächen: Vor Reisen nach Osten sollen die Urlauber früher als üblich ins Bett gehen. Umgekehrt sollten sie bei Reisen nach Westen länger aufbleiben, so die Empfehlung. Dadurch nähere sich die innere Uhr bereits zu Hause an die Zeit am Urlaubsort an.
Motorengeräusche auf Kreuzfahrtschiffen
(dpa) Auf Kreuzfahrtschiffen müssen Passagiere mit Motorgeräuschen rechnen. Solange das übliche Maß nicht überschritten wird, sei eine Minderung des Reisepreises nicht gerecht-fertigt, auch nicht für Passagiere in einer Premium-Suite, urteilte das Landgericht Rostock (Az.: 9 O 147/10) . Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift ReiseRecht aktuell.
Dabei kann es sich sowohl um den Lärm eines Schiffsmotors handeln, als auch um Geräusche von Motoren, die für den Betrieb von Klimaanlagen oder Lüftung dienen. Lüftungslärm ist zumutbar! In dem Fall hatten die Kläger auf einem Kreuzfahrtschiff eine Premium-Suite für eine Karibikreise gebucht. Unterhalb des zur Kabine gehörenden Sonnendecks befand sich ein Lufteinzug zum Betreiben der Lüftungsanlagen. Über den von diesem verursachten Lärm beschwerten sich die Kläger. Das Gericht wies die Klage ab, die Reisenden hätten keinen Anspruch auf Minderung des Reisepreises.
Zwar könne eine übermäßige Lärmbelästigung grundsätzlich ein Reisemangel sein. Sie müsse jedoch hingenommen werden, wenn sie im üblichen Rahmen bleibe. Eine außergewöhnliche Lärmbelästigung hätten die Kläger jedoch nicht beweisen können. Hinzu komme, dass die Reederei in ihrem Katalog auf Motorengeräusche hinwies. Auch aus dem Umstand, dass die Kläger eine Premium-Suite gebucht hätten, ergebe sich nicht das Anrecht auf eine besonders ruhige Kabine.
Wenn die Mutter statt der Freundin reist
Ist die Pauschalreise gebucht, ein Mitreisender dann aber verhindert/erkrankt, muss der Veranstalter einen Ersatzteilnehmer akzeptieren. Der Reiseveranstalter hat auch kein Recht, dafür vorab willkürlich angesetzte Umbuchungsgebühren zu verlangen, entschied das Landgericht Frankfurt am Main ( Az.: 2-24 T 1/12 ). Allerdings hat er einen Anspruch darauf, dass ihm tatsächliche Mehrkosten ersetzt werden, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift ReiseRecht aktuell: „Umkehr der Beweislast“.
In dem konkreten Fall hatten zwei Frauen eine Pauschalreise gebucht. Weil die eine zu dem Termin doch nicht teilnehmen konnte, verlangte die andere, stattdessen ihre Mutter mitreisen zu lassen. Der Veranstalter hatte dagegen keine Einwände, forderte aber vorab Umbuchungsgebühren von 1782 Euro. Das war nach Überzeugung der Richter nicht korrekt: Die Vertragsübertragung dürfe nicht vom vorherigen Bezahlen der Mehrkosten abhängig gemacht werden.
Es sei klar, dass die Aufwendungen erst einmal angefallen sein müssen, bevor ihre Erstattung verlangt werden kann. Außerdem müsse der Veranstalter die Höhe und Berechtigung der Kosten darlegen und beweisen. Anders als zuvor das Amtsgericht war das Landgericht auch nicht der Ansicht, der Reisende solle die Mehrkosten unter dem Vorbehalt der Rückforderung zunächst zahlen. Denn das bedeute eine Umkehr der Beweislast zu seinen Ungunsten.
Achtung bei Schnäppchentouren im Ausland
Einkäufe im Ausland sind nicht immer steuerfrei. Auch wenn oft bei Verkaufsveranstaltungen das Gegenteil behauptet wird. Der Zoll räumt auf mit solchen Infos und warnt Verbraucher. Oft werben Reiseanbieter im Prospekt damit: Besuch einer Ledermodenschau, Besichtigung einer Schmuckmanufaktur oder Ausflug zu einem Teppichknüpf-Institut. Kauf der Urlauber ein, muss er die Ware bei der Einreise nach Deutschland verzollen.
Weil Touristen darüber im Urlaubsland gar nicht oder mutmaßlich gezielt falsch informiert wurden, bearbeitet der Zoll derzeit bundesweit Tausende Strafverfahren wegen Schmuggels. Die Vorgeschichte ist immer dieselbe: Den Urlaubern wird noch im Ausland suggeriert, bereits beim Kauf seien alle Zollformalitäten erledigt und die Einreise ohne Meldung beim Zoll möglich. Auch seine keine Einfuhrabgaben zu zahlen.
In diesem Zusammenhang stellt der Zoll klar: Reisemitbringsel, Urlaubseinkäufe und dergleichen sind in jedem Fall bei der Rückreise aus einem Land außerhalb der Europäischen Union bei deutschen Zoll anzumelden . Von dieser Pflicht können den Urlauber weder ausländische Behörden noch Reiseveranstalter oder Verkäufer entbinden. Auch gibt es keine ausländischen Dokumente, die den Reisenden von der Anmeldepflicht befreien, ebenso wenig eine Vorauszahlung der Einfuhrabgaben im Ausland. Zuständige Behörde ist allein die deutsche Einreise-Zollstelle. Weitere Informationen unter: www.zoll.de !
Ein Reiseveranstalter muss Reisende auf Einfuhrbeschränkungen für Medikamente hinweisen. So entschied das Landgericht Berlin im Falle eines Ehepaares, das eine Dubai-Reise gebucht hatte.
Als der Ehemann erfuhr, dass zahlreiche Medikamente nicht eingeführt werden dürfen, auf die seine Frau angewiesen war, kündigte er den Vertrag – zu Recht. Der Veranstalter hätte die entsprechenden Regelungen auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes ermitteln können. Im Rahmen seiner Aufklärungspflicht sei er verpflichtet gewesen, auf diese Umstände hinzuweisen. Dem Kunden wurde allerdings ein Mitverschulden von einem Drittel zur Last gelegt. Er erhielt daher nur eine teilweise Rückzahlung der Reisekosten ( Landgericht Berlin, 10.10.2011, Az: 38 0 43/11 )
Frankfurt . Fluggesellschaften müssen Reisende auch dann befördern, wenn diese beim Einchecken die Kreditkarte nicht vorlegen können, mit der sie die Reise gebucht haben. Eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erklärte das Ober-landesgericht Frankfurt für unwirksam ( Az.: 16 U 43/11 ). Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht hin.
Die Richter gaben damit der Klage einer Frau statt, die mit ihrer Kreditkarte einen Flug gebucht hatte. Beim Einchecken war sie aufgefordert worden, diese vorzulegen. Weil sie das nicht konnte, verweigerte die Fluggesellschaft der Frau den Mitflug. Dabei verwies sie auf eine Klausel in den AGB, die den Antritt des Fluges ausschloss oder alternativ den Kauf eines neuen Tickets vorschrieb, falls die Kreditkarte nicht vorgezeigt werden kann. Vor Gericht argumentierte die Airline, mit dieser Regelung wolle man Kreditkartenmissbrauch verhindern.
Karlsruhe . Ein Herzinfarkt ist grundsätzlich eine unerwartete Krankheit, für deren Be-handlung eine Reisekrankenversicherung aufkommen muss. Das berichtet die Fachzeitschrift „recht und schaden“ unter Berufung auf einen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Maßgeblich kommt es nach Auffassung der Bundesrichter darauf an, ob der Versicherte mit dem Infarkt rechnen musste. Das Wissen um Vorerkrankungen, wie bei-spielsweise Herz- und Kreislaufbeschwerden, reiche dafür jedoch nicht aus ( AZ: IV ZR 227/09 ). Der BGH verpflichtete damit eine Reisekrankenversicherung, die Behand-lungskosten eines Reisenden zu übernehmen. Der Betroffene hatte während einer Reise einen Herzinfarkt erlitten. Die Versicherung weigerte sich, zu zahlen, weil der Herzinfarkt auf nicht mitversicherten Vorerkrankungen beruhe und daher nicht unerwartet kam. dpa
(dpa) Fehlt einem Hotelzimmer der mitgebuchte Balkon, darf ein Pauschalurlauber nicht einfach ausziehen und sich ein anderes Hotel suchen. Es liegt dann zwar ein Reisemangel vor, aber kein so schwerer, dass der Reisevertrag deswegen auf Kosten des Veranstalters gekündigt werden darf. Das hat das Landgericht Frankfurt/Main entschieden (AZ.: 2-24 S140/09), berichtet die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden herausgegebenen Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell“.
Das Fehlen des Balkons rechtfertige lediglich eine Minderung des Reisepreises um 20 Prozent. Erst bei einem erheblichen Mangel, den die Gerichte üblicherweise an der 50-Prozent-Grenze ansiedeln, habe der Reisende das Recht, sich ein anderes Hotel zu suchen und die Kosten dafür auf den Veranstalter abzuwälzen. Grundsätzlich müssten die Gesamtumstände gewürdigt werden.
Zu Stoßzeiten am Flughafen besser online einchecken
Zu stark frequentierten Zeiten checken Fluggäste besser am Vortag online ein. Denn mit der ausgedruckten Bordkarte in der Hand haben sie sicher einen Platz in der Maschine. Checken sie erst am Abflugtag am Schalter ein, können Flugreisende schnell das Nachsehen haben, wenn ein Flieger überbucht ist. Das passiert keineswegs selten. Planmäßig sind die Flugzeuge um circa zehn Prozent überbucht. So wollen die Airlines verhindern, mit einer nicht voll besetzten Maschine starten zu müssen. Denn nicht jeder Passagier trete seinen Flug auch an. Betroffenen steht in solchen Fällen ein finanzieller Ausgleich nach der EU-Fluggastrecht-Verordnung zu, und sie haben Anspruch auf eine Ersatzbeförderung.
Wollen Reisende vermeiden, zu Stoßzeiten wie an einem Freitagabend, Montagmorgen oder an Feiertagen keinen Platz mehr im Flieger zu bekommen, sollten sie sich daher frühzeitig ihre Bordkarte sichern. „Wer eine Bordkarte hat, kann am Schalter nicht einfach abgewiesen werden. Die Airline muss dann Freiwillige suchen, die ihre Bordkarte zurückgeben und auf einen anderen Flug ausweichen“, heißt es von der Verbraucherzentrale.
(dpa) Essen, Trinken und zwei Telefonate – diese Notfallration steht jedem Fluggast auf der Kurzstrecke bei Verspätungen ab zwei Stunden zu.
Damit Passagiere Rechte wie dieses kennen, hat die Verbraucherzentrale Sachsen nun Fluggastrechte in einem Faltblatt aufgelistet. Darin erfahren Reisende, was ihnen zusteht, wenn ein Flug verspätet, überbucht oder annulliert ist. Das Faltblatt kann unter http://dpaq.de/fe WRJ heruntergeladen werden.
Ist auf solche Angaben Verlass ?
Sie haben eine Pauschalreise gebucht, bei der das Hotel mit 5 Sternen gekennzeichnet ist. Können Sie auf solche Angaben im Ausland vertrauen?
Ein Reiseveranstalter, der seine Angebote durch Symbole wie Sterne selbst klassifiziert, muss sich zwar nicht am Maßstab deutscher Hotelsterne messen lassen. Er darf aber auch nicht ohne deutlichen Hinweis von den Standards abweichen, die andere Reiseveranstalter einer solchen Kennzeichnung zuordnen. Mit diesem Urteil machen Richter klar, dass man sich durchaus auf Sterne verlassen darf (OLG Celle: 11 U 170/03).
Wenn Schnee den Start verhindert
Ausgleichszahlungen für Fluggäste derzeit fraglich
(dpa) Fluggäste dürfen sich derzeit nur wenig Hoffnungen auf Ausgleichszahlungen wegen annullierter oder verspäteter Flüge machen. Starke Schneefälle seien als „außergewöhnlicher Umstand im Sinn der Fluggastrechtsverordnung anzuerkennen“, erklärt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig.
Aussichtslos ist eine Anzeige aber nicht. „Letztlich ist es eine Frage des Einzelfalls und jeder Fall wird bei uns einzeln betrachtet“, sagt eine Sprecherin des LBA. Grundsätzlich erhält ein Kunde von seiner Fluggesellschaft den Flugpreis zurück, wenn der Flug annulliert wurde oder mehr als fünf Stunden verspätet war.
Wer die Rückerstattung wählt, verzichtet laut LBA auf die vorgeschriebenen Betreuungs-leistungen wie Getränke und Speisen während der Wartezeit. Wurde der Flug annulliert oder der Fluggast nicht befördert, kann er auch eine anderweitige Beförderung verlangen.
Reisedurchfall: Neue Broschüre klärt auf
(dpa) Reisedurchfälle lassen sich durch richtige Gesundheitsvorsorge vermeiden. Hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen könnten viel Leid verhindern, sagt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.
Eine Broschüre des CRM soll Reisende über die Ursachen, Verbreitungsgebiete und Vorsorgemöglichkeiten informieren. Reisedurchfall ist meist durch ungewohnte Ernährung und den Stress durch Anreise und Klimawechsel bedingt. Die Broschüre lässt sich herunterladen unter: www.crm.de/durchfall .
Zudem kann sie mit einem adressierten und frankierten „Din Lang“- Rückumschlag (90 Cent) beim Zentrum für Reisemedizin, Hansa-Allee 321, 40549 Düsseldorf, angefordert werden.
Namenswechsle auch bei Pauschalreisen
(dpa) Bei Pauschalreisen können auch wenige Tage vor Urlaubsbeginn noch die Namen der Teilnehmer geändert werden. Wenn ein Reiseveranstalter diese Möglichkeit nicht einräumt, können betroffene Touristen vom Vertrag zurücktreten und den Reisepreis vollständig zurückfordern.
Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Leipzig (Az.: 109 C 6537/06) weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell“ hin.
Schadenersatz bei Bauarbeiten
Wird auf einem Hotelgelände täglich mit Lärm und Staub gebaut, haben Urlauber Anspruch auf Schadenersatz.
Durch den Baustellencharakter des Hotels und die Verlegung des Speisesaals in eine offene Bar sei die Reise so mangelhaft, dass die Urlauber zudem 60 Prozent des Reisepreises zurückerhalten, urteilte das Landgericht Frankfurt ( Az.: 2-24 S 135/09 ). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift ReiseRecht aktuell.
Im verhandelten Fall hatten die Kläger Urlaub in einem Hotel gemacht, an dem gebaut wurde. Sie konnten die Bauarbeiten mit Fotos belegen. Da die Reisemängel so erheblich waren, dass der Reisepreis um mindestens die Hälfte gemindert wird, steht den Urlaubern außerdem Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreunde zu. Er beträgt in diesem Fall jeweils 450 Euro bei einem Reisepreis von 1.306 Euro.
Reisevertrag nie "fristlos" kündigen!
Urlauber hatten ihren Reisevertrag gekündigt, nachdem die Maschine, mit der sie in Urlaub fliegen wollten, deutliche Verspätung hatte. Sie verlangten vom Veranstalter den Reisepreis von mehr als 4.200 Euro zurück, berichtete die Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell“.
Zu Unrecht, wie die Richter entschieden: Um zur Kündigung des Reisevertrages berechtigt zu sein, hätten sie eine angemessene „Frist zur Abhilfe“ setzen müssen. Es sei keineswegs ausgeschlossen, dass der Veranstalter eine Flugalternative gefunden hätte. Schon weil es nicht um einen Wochenendtrip gegangen sei, wäre eine kurzfristige Umbuchung auf einen anderen Flug im Interesse eines durchschnittlichen Reisenden gewesen.
Die Kläger konnten jedoch nicht einmal belegen, überhaupt mit dem Veranstalter telefoniert zu haben. Nach Überzeugung der Richter hatten sie es in jedem Fall versäumt, ihm die in Paragraf 651 BGB vorgeschriebene Frist zu setzen (LG Düsseldorf, Az.: 22 S 295/09).
Was tun bei Handy Verlust?
So wie die Brotschnitte stets auf die Butterseite fällt, geht das Handy immer dann verloren, wenn es eingeschaltet ist. Doch der Schaden lässt sich begrenzen, wenn der Handybesitzer für diesen Fall vorgesorgt hat.
Verloren oder gestohlen – ist das Mobiltelefon erst einmal abhanden gekommen, kann es teuer werden. Wer nicht auf den ehrlichen Finder hoffen will, der muss Vorsorge treffen. Denn im Normalfall ist der PIN-Code eingegeben. Das eingeschaltete Mobiltelefon lässt sich problemlos für teure Endlosgespräche auf Kosten anderer nutzen. Jetzt heißt es rasch reagieren. Das Vertrackte dabei: Um weiteren Schaden abzuwenden, braucht man ein Telefon!
Als erstes sollte die eigene Handynummer angewählt werden. Während den Meisten ihre Festnetz-Nummer geläufig ist, tun sie sich mit ihrer Mobiltelefonnummer schwer. Deshalb sollte die eigene Handynummer immer greifbar sein. Am besten auch noch die vom Mobilfunkanbieter zugeteilte Kundennummer – sie steht auf der Telefonrechnung.
Bleibt der Anruf beim Finder erfolglos, ist sofort Verlustanzeige beim Mobilfunkanbieter zu stellen. Ab diesem Zeitpunkt anfallende Gesprächsgebühren muss der Verlierer oder Bestohlene nicht mehr bezahlen, die übernimmt jetzt der Anbieter.
Eine weitere Chance, dem abhanden gekommenen Handy oder gar dem Dieb auf die Spur zu kommen, ist eine Anzeige bei der Polizei. Das kann aber nur etwas bringen, wenn die 15-stellige Seriennummer (IMEI) des Gerätes bekannt ist. Sie steht auf der Verpackung. Und wenn diese längst entsorgt ist, verrät sie das Handy nach der Wahl dieser Tasten:
-Stern-Raute-06-Raute-
Also auch die Gerätenummer notieren und an einem sichern Ort verwahren.
Reisen in die Wildnis dürfen ein bisschen wild sein. So ist zum Beispiel Ungeziefer im Zelt während einer Safari-Reise kein Reisemangel, entschied das Landgericht Berlin ( Az.: 15 S33/09 ).
Das gelte auch für die Geräusche, die ein Generator verursacht, befanden die Richter. Bei Zeltunterkünften in Wildparks könne schließlich keine Anbindung an die öffentliche Stromversorgung erwartet werden. Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht“ aktuell hin. Weiteres Urteil: Selbst wenn eine „deutschsprachige Reiseleitung“ angekündigt war, darf damit nicht schon am Ankunftstag für den Transfer vom Flughafen zum Hotel gerechnet werden.
Veranstalter haftet bei Rail & Fly für Bahnverspätung
Bietet ein Reiseveranstalter die Bahnanreise zum Flughafen als eigene Leistung an, so haftet er für Verspätungen. Das entschied der BGH ( Az.: ZR 46/10 ). In dem Fall hatte die Klägerin eine Reise nach Dom.Rep. gebucht. Im Katalog hieß es, Bus- und Bahnticket zum Flughafen seinen inklusive. Wegen einer Bahnverspätung verpasste sie den Flug, musste im Hotel übernachten und einen Tag verspätet von München statt Düsseldorf abfliegen.
Vor Gericht verlangte sie die Mehrkosten, die ihr entstanden waren, zurück. Amtsgericht und Landgericht gaben ihr recht. Der Veranstalter ging in Revision. Doch der BGH schloss sich der Argumentation des Landgerichts an: Die Reiseunterlagen legten nahe, dass der Veran-stalter den Bahntransfer als eigene Leistung anbiete. Beispielsweise werde das Rail-&-Fly-Ticket als Teil des Gesamtpreises ausgewiesen. Bei einer Eigenleistung des Veranstalters hafte er für alle vertraglichen Mängel.
Flieger fällt aus: Airline muss zahlen!
(dpa) Urlaubern stehen eine kostenlose Hotelübernachtung und eine Ausgleichszahlung zu, wenn sie wegen eines Flugausfalls erst einen Tag später als geplant fliegen können.
Diese beiden Leistungen dürfen nicht verrechnet werden, hat das Amtsgericht Dortmund entschieden. Unter Hinweis auf die Ausgleichszahlung darf dem Gast also nicht die Kostenübernahme für die Hotelnacht verweigert werden. Das bedeutet, dass beide Zahlungen rechtlich auch getrennt betrachtet werden.
Muss der Passagier das Hotel zunächst selbst zahlen, darf er sich das Geld von der Fluggesellschaft zurückholen. Auf das Urteil (Az.: 431 C 11621/07 weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell“ hin.
Im verhandelten Fall ging es um einen Rückflug von Nizza nach Dortmund, der von der Fluggesellschaft jedoch abgesagt wurde. Die späteren Kläger wurden auf einen Rückflug am Tag darauf umgebucht. Dabei entstanden den Urlaubern Kosten in Höhe von 150 Euro, die sie von der Fluggesellschaft zurückforderten – zu Recht, entschied das Gericht.
Kofferschlösser für US-Reisen
(dpa) US-Reisende haben die Möglichkeit, ihre Koffer mit einem so genannten TSA-Schloss auszustatten. Bei Gepäckdurchsuchungen kann die US-Sicherheitsbehörde Transportation Security Administration (TSA) diese Schlösser mit einem speziellen Schlüssel öffnen.
Herkömmliche Schlösser werden dagegen aufgebrochen. Laut dem Bundesverband Lederwaren und Kunststofferzeugnisse in Offenbach sind die TSA-Schlösser als Schlüssel- und Zahlenschloss erhältlich. Außerdem gebe es Koffergurte mit einem integrierten TSA-Zahlenschloss.
Seit Ende 2006 seien auch Koffer mit eingebautem Schloss auf dem Markt. Kunden erkennen das TSA-Schloss an einem roten Rautensymbol. Im Internet-Handel kosten die Schlösser zwischen 13 und 25 Euro.
(dpa) Die Versicherung, die in jedes Reisegepäck gehört, ist die Auslandsreise-Krankenversicherung . Sie übernimmt einen medizinisch notwendigen Rücktransport oder die eventuell von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckten Kosten für eine erforderliche Heilbehandlung im Ausland. Die Auslandsreise-Krankenversicherung ist selbst dann für gesetzlich Krankenversicherte empfehlenswert, wenn zwischen Deutschland und dem Reiseland ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen besteht. Dies ist in allen Staaten der EU der Fall sowie in einigen weiteren Ländern.
Bei der Frage, ob die deutsche Haftpflichtversicherung auch Schadensfälle im Ausland begleicht, sollte lieber bei der Versicherung nachgefragt werden. Stiftung Warentest hat 140 Familientarife verglichen und festgestellt: Nur sieben Policen sichern sowohl die wichtigsten Risiken im Alltag als auch wesentliche Risiken im Ausland ab, etwa Schäden an gemieteten Fahrrädern oder am Mobiliar im Ferienhaus.
Wer eine teure Kamera, Schmuck, Handy oder andere Wertgegenstände im Hotelzimmer liegen lässt, muss damit rechnen, keinen Schadenersatz zu bekommen. Hier dürfte grobe Fahrlässigkeit vorliegen. Eine derartige Kamera muss man entweder bei sich tragen oder im Hotelsafe deponieren. In Ausnahmen zahlt das Hotel vielleicht… Der Grund liegt hier weniger in einem grob fahrlässigen Verhalten. Die Hausratversicherung zahlt jedoch nicht bei einem einfachen Diebstahl, sondern nur bei Einbruch in Hotelzimmer oder Ferienwohnung.
Entschädigung bei großer Flugverspätung
(dpa) Eine Verspätung von mehr als drei Stunden ist reiserechtlich wie ein Flugausfall zu bewerten. Der Kunde hat dann Anspruch auf eine Entschädigung. Die Fluggesellschaft kann sich auch nicht damit rausreden, dass ein unerwartetes Triebwerksproblem Grund für die Verspätung gewesen sei. Das ist nicht als „außergewöhnlicher Umstand“ einzustufen, der die Pflicht zu Ausgleichszahlungen aufheben würde. So entschied das Amtsgericht Köln (Az.: 132 C 304/07).
In dem Fall hatte die Klägerin einen Hin- und Rückflug nach Boston gebucht. Der Rückflug verspätete sich um 33 Stunden. Die Klägerin berief sich auf die EG-Verordnung 261 und verlangte eine Entschädigung von 600 Euro. Die Fluggesellschaft argumentierte, der Flug sei nicht ausgefallen, daher gelte die Verordnung in diesem Fall nicht. Außerdem sei ein „außergewöhnlicher Umstand“ Ursache für die Verspätung gewesen, weil es an einem Triebwerk „einen unerwartet eingetretenen Strömungsabriss“ gegeben habe.
Beiden Argumenten schloss sich das Gericht nicht an: Müssen Fluggäste Verspätungen von mehr als drei Stunden hinnehmen, könnten sie Ansprüche an die Fluggesellschaft stellen. Technische Mängel seinen nur dann ein „außergewöhnlicher Umstand“, wenn sie zum Beispiel Folge von Sabotage oder eines Terroraktes seien. Ein technisches Problem zu beheben gehöre dagegen zur normalen Tätigkeit eines Luftfahrtunternehmens.
Vor Reisen auch an die Impfung gegen Masern denken!
(dpa) Urlauber sollten sich vor einer Reise auch gegen Masern impfen lassen, denn Masern sind hoch ansteckend und werden durch Tröpfchen in der Luft und direkten Kontakt übertragen.
In einem Raum mit 100 ungeschützten Personen und einem Überträger können sich 99 Menschen mit Masern infizieren. Masern können zur Entzündung von Lunge, Augen oder Gehirn führen und schlimmstenfalls tödlich enden. Je älter Patienten sind, desto häufiger treten Komplikationen auf.
Am gefährlichsten sind Masern für Säuglinge. Eine Infektion führt häufig zu chronischen Masern-Gehirnentzündungen. Deshalb sollten sich Eltern unbedingt gegen Masern impfen lassen. Besonders bei jungen Erwachsenen ab dem Jahrgang 1970 klafft in Deutschland eine Impflücke. Für diese Personen wird eine einmalige Impfung mit einem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen.
Reiserücktrittspolice:
(dpa) Bei Reiserücktrittskosten-Versicherungen lohnt sich vor dem Abschluss ein Blick ins Kleingedruckte. Das gilt besonders für Menschen, die bereits krank sind . Denn nicht immer wird von der Police auch die unerwartete Verschlechterung einer bereits bestehenden Erkrankung abgedeckt.
In einem konkreten Fall wies das Amtsgericht München deshalb die Klage eines betroffenen Touristen ab (Az.: 163 C 2967/09). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Zeitschrift Reise-Recht aktuell.
Oft gelten die Policen nur für den Fall einer „unerwarteten schweren Erkrankung“.
Rücktrittsgrund muss Hauptursache sein
(dpa) Der für den Rücktritt von einer Veranstalterreise angegebene Grund muss die Hauptursache für die Absage sein. Anderenfalls werden Stornogebühren fällig. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Neumünster hervor, über das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet (Az.: 31 C 750/09).
In dem Fall hatte eine Frau eine Reise nach Orlando in den USA gebucht und eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Einige Monate später stornierte sie und nannte als Grund, dass sie kurz vor der Abreise einen neuen Job beginne und keinen Urlaub genehmigt bekomme. Der Veranstalter verlangte darauf 2623 Euro Stornogebühr, denn die Begründung der Kundin sei kein versichertes Ereignis.
Daraufhin argumentierte der Rechtsvertreter der Klägerin, dass die Frau vor allem wegen der Erkrankung ihrer Eltern nicht habe reisen können. Beide Elternteile seien in der Zeit extrem hilfsbedürftig gewesen. Der Veranstalter bestand aber auf 80% der Stornokosten. Denn Hauptgrund für die Absage sei der Wechsel des Arbeitsplatzes gewesen – die Krankheit der Eltern sei vorgeschoben. Die Richter am Amtsgericht in Neumünster lehnten die Klage der Frau ab.