Source: https://www.deubner-recht.de/produkte/strafprozess/p/entscheidung-ueber-den-besetzungseinwand--das-muessen-sie-wissen-948472
Timestamp: 2020-06-04 06:14:26
Document Index: 114911021

Matched Legal Cases: ['Art. 101', '§ 222', '§ 222', '§ 33', '§ 222', '§ 222', '§ 29', '§ 222', '§ 222', '§ 222', '§ 238', '§ 29']

2.1.6 Entscheidung über den Besetzungseinwand
2.1.1 Bedeutung des Besetzungseinwands für die Verteidigertätigkeit 2.1.2 Recht des Angeklagten auf den gesetzlichen Richter gem. Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG 2.1.3 Rechtsbehelfe zur Durchsetzung der rechtmäßigen Gerichtsbesetzung 2.1.4 Zulässigkeit des Besetzungseinwands, § 222b StPO 2.1.5 Begründetheit des Besetzungseinwands 2.1.6 Entscheidung über den Besetzungseinwand
2.1.6.1 Zuständigkeit und Zeitpunkt
Das Gericht entscheidet - ohne Mitwirkung der Schöffen - über den Besetzungseinwand durch Beschluss. Die ggf. vom Besetzungseinwand betroffenen Richter wirken bei der Entscheidung mit (Meyer-Goßner/Schmitt, 62. Aufl., § 222b Rdnr. 9). Vor der Entscheidung sind die anderen Verfahrensbeteiligten anzuhören (§ 33 StPO ).
Die Entscheidung soll zum frühestmöglichen Zeitpunkt ergehen, grundsätzlich noch vor Eintritt des in § 222b StPO genannten Präklusionszeitpunkts (Meyer-Goßner/Schmitt, 62. Aufl., § 222b Rdnr. 10). In entsprechender Anwendung des § 29 Abs. 2 StPO darf das Gericht mit der Entscheidung aber so lange warten, bis sie ohne Verzögerung des Fortgangs der Hauptverhandlung möglich ist (Meyer-Goßner/Schmitt, 62. Aufl., § 222b Rdnr. 10; LR/Jäger, 26. Aufl., § 222b Rdnr. 31; KK/Gmel, 8. Aufl., § 222b Rdnr. 11). Hierüber hat der Vorsitzende nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden. Der Verteidiger kann und muss ggf. eine solche Anordnung nach § 238 Abs. 2 StPO beanstanden (Meyer-Goßner/Schmitt, 62. Aufl., § 29 Rdnr. 11, 16).
2.1.6.2 Sperrwirkung