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Timestamp: 2014-03-10 21:13:04
Document Index: 269353690

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 38', '§ 19', '§ 31', '§ 38', '§ 38']

Zum SeitenanfangDarf ich Beiträge, die ich in Sammelwerken (z.B. Festschriften) veröffentlicht habe, auf dem Dokumentenserver meiner Einrichtung, auf einem fachlichen Dokumentenserver oder auf meiner Homepage veröffentlichen? Im deutschen Recht können Sie sich auf § 38 Abs 1 und 2 UrhG berufen, in dem es heißt:§ 38 UrhG: (1) Gestattet der Urheber die Aufnahme des Werkes in eine periodisch erscheinende Sammlung, so erwirbt der Verleger oder Herausgeber im Zweifel ein ausschließliches Nutzungsrecht zur Vervielfältigung und Verbreitung. Jedoch darf der Urheber das Werk nach Ablauf eines Jahres seit Erscheinen anderweitig vervielfältigen und verbreiten, wenn nichts anderes vereinbart ist.(2) Absatz 1, Satz 2 gilt auch für einen Beitrag zu einer nicht periodisch erscheinenden Sammlung, für dessen Überlassung dem Urheber kein Anspruch auf Vergütung zusteht. Ob sich der Wortlaut des Gesetzestextes "Vervielfältigung und Verbreitung" nur auf die Verbreitung in körperlicher Form bezieht oder ob hier auch das Recht zur öffentlichen Zugänglichmachung im Sinne von § 19a UrhG, das für eine Online-Verbreitung notwendig ist, eingeschlossen wird, ist unter Juristen umstritten. Zweifelsfrei fällt daher nach Ablauf der Jahresfrist nur das Recht zum Nachdruck an den Autor/die Autorin. Der Spezialist für Bibliotheksrecht Eric Steinhauer geht davon aus, dass das Recht zur öffentlichen Zugänglichmachung nicht automatisch übertragen wird, wenn kein expliziter Verlagsvertrag geschlossen wurde: "Soweit nämlich ein Autor einem Verleger ohne nähere Vereinbarung für eine Zeitschrift oder eine Festschrift einen Beitrag zum Abdruck überlässt, kann nicht davon ausgegangen werden, der Verleger habe auch das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung erworben." (Steinhauer, 2006). Dies hat zur Konsequenz, dass der Verleger ohne eine explizite vertragliche Absprache zu keinem Zeitpunkt ein Nutzungsrecht für eine Online-Verbreitung erworben hat. Der Autor ist damit grundsätzlich frei, Dritten die Online-Verbreitung seines Beitrages zu gestatten oder diese selbst vorzunehmen. Die Juristen Jörn Heckmann und Marc Philipp Weber legen in Kombination mit der allgemeinen Zweckübertragungsregel von § 31 UrhG den § 38 UrhG jedoch dahingehend aus, dass einerseits der Verlag auch das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung erhält und andererseits die Autorin/der Autor nach einem Jahr nur das Recht der körperlichen Verbreitung des Werkes erhält - für eine Online-Bereitstellung reiche der Anwendungsbereich von § 38 UrhG nicht und könne daher nicht als Begründung für eine parallele Selbstarchivierung herangezogen werden (Heckmann & Weber, 2006, S. 2). Unabhängig von den geschilderten juristischen Unklarheiten erklären sich viele Verlage nach Ablauf der Jahresfrist mit einer nachträglichen Online-Stellung einverstanden. Eine entsprechende Anfrage kann daher lohnend sein. Dies gilt auch für die Einschränkung im Gesetzestext, dass nur dann die Verwertung durch die Autorinnen und Autoren nach Jahresfrist möglich wird, wenn keine Vergütung für den Aufsatz gezahlt wurde. Viele Verlage erlauben inzwischen die Selbstarchivierung von Beiträgen allerdings auch dann, wenn Honorar bezahlt wurde. Weitere InformationenZum SeitenanfangDarf ich Aufsätze, die ich in einer Zeitung veröffentlicht habe, auf dem Dokumentenserver meiner Einrichtung, auf einem fachlichen Dokumentenserver oder auf meiner Homepage veröffentlichen?Bei der Veröffentlichung von Artikeln in Zeitungen werden in der Regel nur einfache Nutzungsrechte übertragen. Damit dürfen Autor/innen ihren Artikel direkt nach Erscheinen auch anderweitig bereitstellen. In anderen Fällen gilt:
Weitere InformationenZum SeitenanfangMuss ich eine Open-Access-Publikation aus dem Netz löschen, wenn der Beitrag nachträglich gedruckt erscheint?Sie sollten dem Verlag gegenüber offen kommunizieren, dass Ihre Publikation bereits Open Access erschienen ist. Gelöscht werden muss die Publikation im Internet nur, wenn der Verlag dies zur Voraussetzung des Vertragsabschlusses macht und Sie dem zustimmen wollen.Zum SeitenanfangReicht für die geforderte Veröffentlichung meiner Dissertation die elektronische Publikation?Die Kultusministerkonferenz hat am 30.10.1997 die Promotionsordnungen der Universitäten um die Möglichkeit der Online-Dissertation erweitert (Grundsätze für die Veröffentlichung von Dissertationen). In den hier vereinbarten Grundsätzen heißt es, dass die Verbreitung einer Dissertation auch durch die Ablieferung einer elektronischen Version, deren Datenformat und deren Datenträger mit der Hochschulbibliothek abzustimmen sind, gesichert werden kann. Es gilt natürlich immer die Promotionsordnung der jeweiligen Hochschule beziehungsweise Fakultät.Zum SeitenanfangWas muss ich bei der Einreichung eines Manuskripts bei einer Open-Access-Zeitschrift oder bei einem Dokumentenserver beachten? Die Vorgehensweisen und Anforderungen bei der Einreichung eines Manuskripts sind fachspezifisch und von Zeitschrift zu Zeitschrift bzw. je nach Institution, die den Dokumentenserver betreibt, verschieden. Im Allgemeinen geben die Herausgeber von Open-Access-Journalen bzw. die Betreiber von Dokumentenservern auf ihren Webseiten detaillierte Informationen zum Publikationsprozedere (Journale: z.B. Forum Qualitative Sozialforschung, Atmospheric Chemistry and Physics). Dokumentenserver: z.B. SSOAR, MONARCH. Einige Open-Access-Journale geben konkrete Hinweise und Beispiele zur Manuskriptgestaltung (z.B. Forum Qualitative Sozialforschung oder die Word Guideline des New Journal of Physics).Zum SeitenanfangWas muss ich tun, wenn ich mein Dokument in einem Open-Access-Journal publizieren will?Eine Übersicht über alle derzeit herausgegebenen Open-Access-Journale gibt das Directory of Open Access Journals (DOAJ), das laufend erweitert wird. Es ist nach Sprachen, Fachdisziplinen und weiteren Kriterien durchsuchbar.
Weitere InformationenZum SeitenanfangWie kann ich als unabhängige/r wissenschaftliche/r Autor/in (welche/r derzeit nicht direkt einer Universität oder Forschungseinrichtung angeschlossen ist) meine bereits gedruckten Texte Open Access publizieren?Es gibt inzwischen zahlreiche fachliche Repositorien, bei denen das Kriterium der Dokumentenannahme nicht die Zugehörigkeit zu einer Institution sondern der fachliche Zusammenhang ist. Auch Sondersammelgebietsbibliotheken können dem jeweiligen Sondersammelgebiet entsprechend Texte in ihre Repositorien aufnehmen. Eine Anfrage an entsprechende Repositorien ist daher sicherlich lohnend. Eine weltweite Übersicht über vorhandene Repositorien liefert das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR), in dem gezielt nach Repositorien mit bestimmten fachspezifischen Inhalten gesucht werden kann. Eine andere Möglichkeit wäre, die Texte auf der eigenen Homepage zur Verfügung zur stellen. Allerdings ist die digitale Veröffentlichung auf Repositorien dem Einstellen von Texten auf der eigenen Homepage vorzuziehen, da so die Vorteile, die Repositorien bieten, genutzt werden können.Zum SeitenanfangWie kann ich meine Dissertation Open Access veröffentlichen?Inzwischen ermöglichen fast alle deutschen Universitäten die elektronische Publikation von Dissertationen. Zuständig für die digitale Publikation sind in der Regel die Hochschulbibliotheken, dort erhalten Sie die notwendigen Informationen. Eine gute Übersicht und hilfreiche Tipps (z.B. bezüglich rechtlicher Aspekte, technischer Anforderungen) bietet auch die Internetplattform DissOnline. Als Autor haben Sie selbstverständlich das Recht, ihre Dissertation unter eine freie Lizenz zu stellenZum SeitenanfangWo finde ich Unterstützung bei der Auswahl einer Open-Access-Zeitschrift?Die Schritte, die beim Veröffentlichen in Open-Access-Zeitschriften anfallen, ähneln im Grunde genommen denen bei herkömmlichen Zeitschriften. Zunächst einmal erfolgt die Auswahl einer geeigneten Open-Access-Zeitschrift, z.B. über das Directory of Open Access Journals (DOAJ) oder die Elektronische Zeitschriftenbibliothek Regensburg (EZB). Das Webportal Journal Info führt Informationen über alle Arten von Zeitschriften zusammen, hierunter Angaben zur Zugänglichkeit für Leser/innen, Kosten und Qualitätsindikatoren. Viele Journale informieren auf ihren Webseiten ausführlich über ihr Profil, ihre Ziele und ihre Themenschwerpunkte (z.B. Forum Qualitative Sozialforschung, Atmospheric Chemistry and Physics). Hilfreich ist auch die auf den Webseiten vieler e-Journale vorhandene Rubrik FAQ (z.B. BioMed Central, German Medical Science). Scheuen Sie sich nicht, bei weiterem Unterstützungsbedarf der Redaktion eine E-Mail mit Ihren Fragen zu schreiben.Zum SeitenanfangWas ist rechtlich bei der Open-Access-Selbstarchivierung bereits veröffentlichter Monografien zu beachten?Im deutschen Recht gibt es keine gesetzliche Verankerung, wann eine bereits veröffentlichte Monografie auch anderweitig veröffentlicht werden darf. Eine Nachfrage beim Verlag kann klären, ob der Verlag Einwände gegen die Bereitstellung der Monografie auf einem Dokumentenserver hat.Zum SeitenanfangReicht es bei einem Artikel mit mehreren Autor/innen aus, wenn ein/e von ihnen der Veröffentlichung auf einem Dokumentenserver zustimmt?Nein, für die Veröffentlichung auf einem Dokumentenserver, wie für die Rechteübertragung an die jeweilige Institution müssen alle Urheber/innen zustimmen. Möglicherweise haben jedoch die Autor/innen einen unter ihnen beauftragt, der für alle zusammen sprechen kann. Dann ist diese Person berechtigt, Rechte zu übertragen. Zum SeitenanfangWas bedeutet Print-on-Demand?Beim Print-on-Demand (oder auch Book-on-Demand) kann ein bereits Open Access publiziertes Buch auf Nachfrage hin auch als kostenpflichtige gedruckte Version veröffentlicht werden. Dies ist bereits ab einem Exemplar möglich. Insbesondere Universitätsverlage und Wissenschaftsverlage, die ein hybdrides Open-Access-Modell verfolgen, praktizieren diese Möglichkeit (z.B. Karlsruher Universitätsverlag, Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat) und arbeiten mit Print-on-Demand-Diensten zusammen.Zum Seitenanfang