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Timestamp: 2016-10-27 07:06:54
Document Index: 338454488

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 135', 'Art. 156']

I 29/02 (24.07.2003)
I 29/02
Pr�sident Sch�n, Bundesrichter Borella, Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter R�edi und Lustenberger; Gerichtsschreiber Hochuli
1. X.________, 1937,
2. SUPRA Krankenkasse, Regionaldirektion, Kornhausbr�cke 3, 8031 Z�rich,
X.________, geboren 1937, ist als selbst�ndigerwerbender Zahnarzt t�tig. Mit Verf�gung vom 2. Juli 1999 �bernahm die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: IV-Stelle) die am 13. April 1999 durchgef�hrte Staroperation am rechten Auge samt Nachbehandlung als medizinische Eingliederungsmassnahme. Im Dezember 2000 ersuchte der Versicherte um �bernahme der im Januar 2001 geplanten (und im Februar 2001 durchgef�hrten) Kataraktoperation auch am linken Auge. Mit Verf�gung vom 16. M�rz 2001 lehnte die IV-Stelle das Gesuch aufgrund einer Stellungnahme des Bundesamtes f�r Sozialversicherung (BSV) mit der Begr�ndung ab, der Versicherte sei f�r die Aus�bung seines Berufes nicht auf Binokularsehen angewiesen.
Dagegen beantragte X.________ beschwerdeweise sinngem�ss, die Kataraktoperation am linken Auge sei durch die Invalidenversicherung unter Aufhebung der Verf�gung vom 16. M�rz 2001 zu �bernehmen. Mit der fortschreitenden Tr�bung des linken Auges sei die Arbeit als Zahnarzt in vielen Situationen nicht mehr m�glich gewesen; binokulares Sehen sei f�r seine T�tigkeit unerl�sslich.
Auch der zust�ndige Krankenversicherer des X.________, die SUPRA Krankenkasse (nachfolgend: SUPRA), beantragte beschwerdeweise die Aufhebung der ablehnenden Verf�gung vom 16. M�rz 2001. Es frage sich, ob es medizinisch verantwortbar und den Patienten zumutbar sei, sich von einem Zahnarzt behandeln zu lassen, der praktisch nur mit einem Auge sehe. Es sei ein Gutachten einzuholen.
Das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft (heute: Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abt. Sozialversicherungsrecht) vereinigte beide Verfahren und hiess die Beschwerden gut mit der in den Erw�gungen enthaltenen Feststellung, dass der Versicherte "Anspruch auf die Gew�hrung medizinischer Massnahmen (Kataraktoperation links) im notwendigen Umfange" habe (Entscheid vom 24. Oktober 2001).
Das BSV f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem sinngem�ssen Antrag, die Verf�gung vom 16. M�rz 2001 sei unter Aufhebung des angefochtenen kantonalen Entscheides wiederherzustellen.
Die SUPRA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Der Versicherte und die IV-Stelle verzichten auf eine Stellungnahme.
1.1 Nach Art. 12 Abs. 1 IVG hat ein Versicherter Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeintr�chtigung zu bewahren. Um Behandlung des Leidens an sich geht es in der Regel bei der Heilung oder Linderung labilen pathologischen Geschehens. Die Invalidenversicherung �bernimmt in der Regel nur solche medizinische Vorkehren, die unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler oder wenigstens relativ stabilisierter Defektzust�nde oder Funktionsausf�lle hinzielen und welche die Wesentlichkeit und Best�ndigkeit des angestrebten Erfolges gem�ss Art. 12 Abs. 1 IVG voraussehen lassen (BGE 120 V 279 Erw. 3a mit Hinweisen).
Diese Bestimmung bezweckt namentlich, die Aufgabenbereiche der Invalidenversicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfallversicherung anderseits gegeneinander abzugrenzen. Diese Abgrenzung beruht auf dem Grundsatz, dass die Behandlung einer Krankheit oder einer Verletzung ohne R�cksicht auf die Dauer des Leidens prim�r in den Aufgabenbereich der Kranken- und Unfallversicherung geh�rt (BGE 104 V 81 Erw. 1, 102 V 41 f.; AHI 1999 S. 126 Erw. 2b).
1.2 Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist im vorliegenden Fall nicht anwendbar, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier: vom 16. M�rz 2001) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 Die operative Behandlung des grauen Stars ist nach st�ndiger Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts nicht auf die Heilung labilen pathologischen Geschehens gerichtet, sondern zielt darauf ab, das sonst sicher spontan zur Ruhe gelangende und alsdann stabile oder relativ stabilisierte Leiden durch Entfernung der tr�b und daher funktionsunt�chtig gewordenen Linse zu beseitigen (BGE 105 V 150 Erw. 3a, 103 V 13 Erw. 3a mit Hinweisen; AHI 2000 S. 295 Erw. 2b, S. 299 Erw. 2a).
2.2 Es ist daran festzuhalten, dass die Operation des grauen Stars eine medizinischen Massnahmen der Invalidenversicherung an sich zug�ngliche Vorkehr darstellt. Das BSV legt keine Gr�nde dar, welche ein Abweichen von der bisherigen Praxis rechtfertigen w�rden. Nicht zu folgen ist insbesondere der von ihm in anderen vergleichbaren F�llen vertretenen Auffassung, wonach die Operation des grauen Stars, eines fortschreitenden Leidens, dazu diene, einer Erblindung vorzubeugen und daher als prophylaktische Massnahme einzustufen sei, die keine Eingliederungsmassnahme darstelle. Ebenso nicht zu �berzeugen vermag die vom BSV ge�usserte Ansicht, der graue Star und der Nachstar seien gleich wie der gr�ne Star als labiles pathologisches Geschehen zu bezeichnen, deren Operation generell nicht in den Aufgabenbereich der Invalidenversicherung geh�re. Nicht mit der bestehenden Praxis zu vereinbaren sind sodann die vom BSV erhobenen Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolgs der Staroperation, weil angeblich in 20 - 40 % der F�lle mit der Bildung eines Nachstars zu rechnen sei, obwohl auch das Entfernen des Nachstars selber eine medizinischen Massnahmen zug�ngliche Vorkehr bildet (vgl. Rz 661/861.6 des vom BSV herausgegebenen Kreisschreibens �ber die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung in der Fassung vom 1. November 2000 [KSME]).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Invalidenversicherung die im Februar 2001 durchgef�hrte linksseitige Kataraktoperation als medizinische Eingliederungsmassnahme zu �bernehmen hat.
4.1 Gem�ss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidit�t unmittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit wiederherzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu f�rdern. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu ber�cksichtigen.
Unmittelbarkeit liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn eine Invalidit�t in absehbarer Zeit einzutreten droht; sie ist dagegen nicht gegeben, wenn der Eintritt einer Erwerbsunf�higkeit zwar als gewiss erscheint, der Zeitpunkt ihres Eintritts aber ungewiss ist (BGE 124 V 269 Erw. 4 mit Hinweisen).
4.2 Gem�ss AHI 2000 S. 294 ist eine Kataraktoperation am zweiten Auge bei (durch Staroperation) erhaltener Sehf�higkeit des andern Auges durch die Invalidenversicherung als medizinische Eingliederungsmassnahme nur dann zu �bernehmen, wenn die versicherte Person durch das Augenleiden in der Aus�bung der Erwerbst�tigkeit behindert oder von einer Invalidit�t unmittelbar bedroht ist. Andernfalls liegt mangels bleibender oder l�nger dauernder Erwerbsunf�higkeit keine Invalidit�t vor.
Diese Praxis st�tzt sich auf die medizinische Erkenntnis, wonach Ein�ugigkeit selten die Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigt, da auch der Ein�ugige nach einer gewissen Anpassungszeit r�umlich zu sehen vermag und in vielen beruflichen T�tigkeiten Binokularsehen nicht zwingend erforderlich ist (RKUV 1986 Nr. U 3 S. 258 ff.; vgl. auch Erw. 6.4 hienach).
Wird durch die Operation am ersten Auge die Sehf�higkeit wieder erreicht, fragt sich, ob der am andern Auge bestehende Defekt die versicherte Person in der Aus�bung der Erwerbst�tigkeit behindert, andernfalls keine Invalidit�t im Sinne des Gesetzes vorliegt. Kann somit eine versicherte Person nach durchgef�hrter Staroperation an einem Auge ihre bisherige T�tigkeit trotz der Katarakt am andern Auge normal weiterf�hren und liegt mithin keine wesentliche Beeintr�chtigung der Erwerbsf�higkeit im Sinne von Art. 12 IVG vor, stellt die Operation am zweiten Auge keine Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung dar.
4.3.1 Laut Rz 37 KSME liegt keine Invalidit�t vor bei einseitiger Sehbeeintr�chtigung (z.B. Katarakt oder Hornhautnarbe) und normalsichtigem anderem Auge, sofern kein Beruf ausge�bt wird, der Binokularsehen erfordert oder wo ein Blendeffekt sich st�rend (z.B. Busfahrer/in oder Bildschirmt�tigkeit) auswirkt.
4.3.2 Verwaltungsweisungen sind f�r das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Es soll sie bei seiner Entscheidung mit ber�cksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 127 V 61 Erw. 3a, 126 V 68 Erw. 4b, 427 Erw. 5a, 125 V 379 Erw. 1c, je mit Hinweisen).
4.4 Unter binokularem Sehen versteht man beid�ugiges Sehen bzw. die Wahrnehmung eines Objektes als Einheit infolge simultaner Fixierung mit beiden Augen und Fusion der (geringgradig) differierenden Netzhautbilder im zentralen Nervensystem; Binokularsehen bildet die Voraussetzung f�r stereoskopisches Sehen (Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 259. Aufl., Berlin/New York 2002, S. 1523). Binokulares Sehen ist somit beid�ugiges Sehen mit Verschmelzung der Einzelbilder beider Augen, es kommt zur Stereopsis; durch Querdisparation der Objektbildumgebung auf der angrenzenden Retina entsteht der Eindruck r�umlichen Sehens (Rintelen, Augenheilkunde, 2. Aufl., Basel/New York 1969, S. 202.).
5.1 Nach Auffassung der Vorinstanz gibt es keine allgemeinen Richtlinien, die Auskunft dar�ber geben, f�r welche Berufe Binokularsehen vorausgesetzt ist; es sei im Einzelfall zu entscheiden. Es erscheine klar, dass ein Zahnarzt, der sehr pr�zis arbeiten m�sse, zur Aus�bung seiner T�tigkeit auf binokulares Sehen angewiesen sei. Die Aussage des BSV in seiner Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle, wonach etliche Personen als Zahn�rzte arbeiten d�rften, ohne �ber Binokularsehen zu verf�gen, sei weder begr�ndet noch nachvollziehbar. Es k�nne den Patienten nicht zugemutet werden, sich von einem Zahnarzt behandeln zu lassen, welcher nicht �ber binokul�res Sehen verf�ge. Auf die Einholung eines Sachverst�ndigengutachtens k�nne verzichtet werden.
5.2 Das BSV macht in grunds�tzlicher Hinsicht geltend, eine einseitige Sehschw�che bzw. monokulares Sehen durch Geburtsgebrechen, Unfall oder Krankheit sei weit verbreiteter, als dies allgemein angenommen werde. Eine normale Sehf�higkeit an beiden Augen bedeute zudem nicht, dass Binokularsehen oder stereoskopisches Sehen bestehe. Beim alternierenden Schielen z.B. werde der Sehakt abwechselnd, n�mlich vom jeweils besser positionierten Auge ausge�bt; stereoskope Seheindr�cke entst�nden in diesen F�llen durch Erfahrung. - Bei einer Katarakt trete die Visusverschlechterung schleichend ein. Die ophtalmologische Erfahrung zeige, dass bei funktionellem Verlust eines Auges die Beeintr�chtigung des Tiefensehens durch Angew�hnung und Anpassung weitgehend korrigiert werden k�nne. Der einseitige Sehausfall wirke sich weit weniger einschneidend und benachteiligend aus, als allgemein angenommen werde. Die Erwerbsf�higkeit werde durch den Verlust eines Auges selten beeintr�chtigt. Die Furcht, das gesunde Auge durch �beranstrengung zu sch�digen, sei unbegr�ndet und der Erm�dungsfaktor spiele eine geringe Rolle. - Bei einer einseitigen oder beidseitigen Katarakt sei es medizinisch sinnvoll, die sich eintr�bende Linse zu entfernen. Die Invalidenversicherung habe medizinische Massnahmen indessen nur zu erbringen, wenn eine Invalidit�t bestehe oder unmittelbar drohe. Nicht in deren Bereich w�rden Massnahmen fallen, die der Wiederherstellung der k�rperlichen Integrit�t bzw. der "Kommodit�t" dienten und ohne Einfluss auf die Erwerbst�tigkeit seien. - Indem die Invalidenversicherung im vorliegenden Fall die Staroperation am ersten Auge �bernommen habe, sei beim Versicherten eine drohende Invalidit�t (wegen einer beginnenden Katarakt auch am anderen Auge) abgewendet worden. Der Eingriff am zweiten Auge geh�re daher in den Bereich der Krankenversicherung.
Die Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts hat sich zusammenfassend wie folgt entwickelt.
6.1 Nach dem bereits zitierten Urteil AHI 2000 S. 294 (Erw. 4.2 hievor) ist in jedem Einzelfall zu fragen, ob die versicherte Person f�r die Berufst�tigkeit auf Binokularsehen angewiesen ist. Ein infolge einseitiger Sehf�higkeitsbeeintr�chtigung ein�ugiger Verkaufsleiter ist laut diesem Urteil in der Aus�bung seiner Berufst�tigkeit nicht behindert. In Anwendung dieser Praxis verneinte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht bei einer Lehrerin und stellvertretenden Direktorin eines Gymnasiums, deren Visus am operierten rechten Auge 1,0 betrug, den Anspruch auf �bernahme auch der linksseitigen Staroperation, weil sie in ihrer Berufst�tigkeit nicht eingeschr�nkt sei (Urteil V. vom 14. Januar 2002, I 533/01). Gleich argumentierte das Gericht im Falle einer selbst�ndig erwerbenden Handelsvertreterin/Importeurin mit voller Sehf�higkeit am rechten Auge hinsichtlich der Frage, ob die Staroperation am linken Auge zu �bernehmen sei; die Berufst�tigkeit der Versicherten sei mit derjenigen eines Verkaufsleiters vergleichbar; Blendeffekte k�nnten mit geeigneten Massnahmen (Anordnung des Arbeitsplatzes, Abdecken des andern Auges) gemindert werden (Urteil E. vom 28. November 2002, I 30/02). Auch bei einem unter anderem mit Messarbeiten unter Zuhilfenahme von Kalibern und Mikrometern besch�ftigten Vorarbeiter entschied das Eidgen�ssischen Versicherungsgericht, dass der Versicherte angesichts seines sehr verschiedenartige T�tigkeiten umfassenden Pflichtenheftes nach einer Anpassungszeit wieder in Bezug auf alle Aufgaben eine ausreichende Arbeitsleistung erbringen k�nne, ohne dazu auf Binokularsehen angewiesen zu sein (Urteil E. vom 29. Januar 2003, I 34/02).
6.2 Dass im Strassenverkehr abh�ngig von der Gr�sse der abstrakten Gefahr, die von der betreffenden Fahrzeugkategorie ausgeht, sowie dem Verwendungszweck des Fahrzeugs unterschiedliche medizinische Mindestanforderungen an die Lenker solcher Fahrzeuge gestellt werden, ist ein Gebot der Vernunft und dient der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Entsprechend sind gem�ss Anhang 1 zur Verordnung vom 27. Oktober 1976 �ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) z.B. f�r die F�hrerausweis-Kategorie D (Motorwagen zur Personenbef�rderung mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und mehr als acht Sitzpl�tzen ausser dem F�hrersitz) nur Personen ohne wesentliche Einschr�nkung des stereoskopischen Sehens zugelassen, w�hrend Ein�ugige unter bestimmten Voraussetzungen immerhin z.B. Motorr�der und leichte Motorwagen (bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht) lenken d�rfen. Wenn eine Person in der Folge des Verlustes eines Auges nach einer viermonatigen Wartefrist und einer Pr�fung durch den Sachverst�ndigen unter Vorweisung eines augen�rztlichen Zeugnisses grunds�tzlich die medizinischen Mindestanforderungen zum F�hren eines normalen Personenwagens (F�hrerausweis-Kategorie B) gem�ss Anhang 1 zur VZV erf�llen kann, folgt daraus, dass Binokularsehen nicht einmal f�r das Lenken von Personenwagen erforderlich ist (Urteil S. vom 5. November 2002, I 149/02). Im eben genannten Urteil entschied das Eidgen�ssischen Versicherungsgericht im Zusammenhang mit der Behauptung einer Kinderg�rtnerin, im Strassenverkehr bei Aus�bung ihres Berufes durch die Ein�ugigkeit eingeschr�nkt zu sein, dass die �ber eine volle Sehsch�rfe von 1,0 auf ihrem linken Auge verf�gende Versicherte zur Aus�bung ihrer Erwerbst�tigkeit nicht auf Binokularsehen angewiesen sei.
6.3 Andererseits hielt das Gericht im Urteil K. vom 10. Januar 2003 (I 150/02) fest, dass ohne genauere Angaben in erwerblicher und medizinischer Hinsicht nicht beurteilt werden k�nne, ob der an beidseitigem grauem Star leidende Baumaschinist nicht unmittelbar von einer Invalidit�t bedroht sei, wenn seine Visuswerte nur noch den strassenverkehrsrechtlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Sehkraft eines Personenwagenlenkers gen�gten.
6.4 Die durch den funktionellen Verlust eines Auges hervorgerufene Beeintr�chtigung im Tiefen- und Plastisch-Sehen kann durch Angew�hnung und Anpassung weitgehend korrigiert werden (RKUV 1986 Nr. U 3 S. 258 ff.). Die Katarakt ist naturgem�ss ein progressives Leiden, das der versicherten Person gen�gend Zeit l�sst, sich auf die Behinderung einzustellen (AHI 2000 S. 296 Erw. 4b).
6.5 Nach bisheriger Rechtsprechung war somit in jedem Einzelfall aufgrund der medizinischen Aktenlage zu entscheiden, ob fehlendes Binokularsehen eine (unmittelbar drohende) Invalidit�t bewirkte.
7.1 An der Rechtsprechung AHI 2000 S. 294 (vgl. Erw. 4.2 hievor) ist grunds�tzlich festzuhalten. Abgesehen von besonderen, ausdr�cklich normierten medizinischen Mindestanforderungen an die Sehf�higkeit f�r die Aus�bung anspruchsvoller Berufe (vgl. auch Erw. 6.2 hievor) gibt es keine allgemeinen Richtlinien, die Auskunft dar�ber geben, f�r welche T�tigkeiten Binokularsehen vorausgesetzt ist. Es ist daher - mit Ausnahme der Sonderf�lle, f�r welche bestimmte Visusgrenzwerte gelten - in jedem Einzelfall zu pr�fen, ob die invalidit�tsm�ssigen Voraussetzungen f�r die zweite Staroperation gegeben sind. Das h�ngt davon ab, ob die versicherte Person in ihrem Beruf auf Binokularsehen angewiesen ist. Es fragt sich, ob sie mit nur einem normalsichtigen Auge in der Lage ist, ihren Beruf auszu�ben, oder ob durch die Sehbeeintr�chtigung am zweiten Auge bzw. ohne Binokularsehen eine Invalidit�t unmittelbar droht oder bereits eingetreten ist.
7.2 Indessen ist neu klarer abzugrenzen, dass die Frage der Notwendigkeit des Binokularsehens f�r die jeweilige, konkret ausge�bte Berufst�tigkeit - bei erf�llter Wesentlichkeit und Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolges - vom Spezialarzt zu beantworten ist. In diesem Sinne ist die Rechtsprechung AHI 2000 S. 294 wie folgt zu pr�zisieren:
7.2.1 Voraussetzung f�r die Beurteilung des Erfordernisses des Binokularsehens bildet zun�chst eine detaillierte Ermittlung der verschiedenen T�tigkeiten im Rahmen des ausge�bten Berufes. Diese Abkl�rung kann durch die Verwaltung bei Unselbst�ndigerwerbenden aufgrund eines Pflichtenheftes oder anhand von Angaben des Arbeitgebers zu den im Einzelnen durch den Versicherten zu verrichtenden Arbeiten erfolgen, w�hrend bei Selbst�ndigerwerbenden dies mittels konkreter Fragestellungen zu ermitteln ist. F�r die Beantwortung der Frage nach der Erforderlichkeit des Binokularsehens ist entscheidend auf die visuell anspruchsvollste der nicht delegierten, selber konkret ausge�bten T�tigkeiten abzustellen.
7.2.2 Steht fest, mit welchen beruflichen T�tigkeiten der Versicherte befasst ist, obliegt es dem Facharzt zu beurteilen, ob der Versicherte in der visuell anspruchsvollsten dieser T�tigkeiten auf Binokularsehen angewiesen ist. Dabei gen�gt das alleinige Abstellen auf subjektive Angaben des Versicherten nicht. Entscheidend ist, dass der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wird und der konkreten medizinischen Situation Rechnung tr�gt (vgl. dazu BGE 125 V 353 Erw. 3a). Soweit der einseitige Ausfall der Sehf�higkeit durch Angew�hnung an den Verlust des stereoskopischen Sehens zumutbarerweise kompensiert werden kann (vgl. z.B. die viermonatige Wartefrist nach dem Verlust eines Auges gem�ss VZV Anhang 1: siehe Erw. 6.2 hievor), hat dies der Augenarzt im Einzelfall zu ber�cksichtigen und dazu Stellung zu nehmen. Neben den bereits bisher fach�rztlich zu beantwortenden Fragen nach allenfalls vorhandenen erheblichen ophtalmologischen Nebenbefunden, anderen eventuell bekannten nicht ophtalmologischen Erkrankungen und gegebenenfalls notwendig gewesenen optischen Hilfsmitteln, wird der Augenarzt insk�nftig demnach zus�tzlich die Fragen zu den Anforderungen an das stereoskopische Sehen, zur Angew�hnung, zu den Auswirkungen von st�renden Blendeffekten - insbesondere bei der Arbeit am Bildschirm - und zur Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit beantworten m�ssen. Erfolgt die augen�rztliche Beurteilung dieser Fragen erst nach bereits durchgef�hrter Operation, sind sie medizinisch prognostisch aufgrund der Verh�ltnisse vor der fraglichen Operation (AHI 2000 S. 299 Erw. 2b mit Hinweisen) zu beantworten.
7.2.3 Gest�tzt auf die einl�ssliche fach�rztliche Meinungs�usserung (und nicht nur auf pauschale Hinweise auf die m�gliche Verbesserung bzw. Erhaltung der Erwerbsf�higkeit) wird die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) die Rechtsfrage zu entscheiden haben, ob und inwiefern die versicherte Person durch die Sehbeeintr�chtigung bzw. ohne Binokularsehen konkret in der Erwerbsf�higkeit (unmittelbar) eingeschr�nkt ist, d.h. invalid oder von einer Invalidit�t unmittelbar bedroht ist.
8.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Operation beim Versicherten erfolgreich verlaufen ist. Das allein gen�gt jedoch nicht, um sie als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu qualifizieren, die von der Invalidenversicherung zu �bernehmen ist. Der Eingliederungserfolg muss dauerhaft und wesentlich sein, was medizinisch-prognostisch zu beurteilen ist. Insbesondere die Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolgs h�ngt davon ab, ob keine erheblichen krankhaften Nebenbefunde vorhanden sind. In zeitlicher Hinsicht ist f�r die Beurteilung des Eingliederungserfolgs der medizinische Sachverhalt massgebend, wie er sich vor der fraglichen Operation in seiner Gesamtheit pr�sentierte (BGE 101 V 47 f. Erw. 1b, 97 f. Erw. 2b, 103 Erw. 3; AHI 2000 S. 299 Erw. 2b mit Hinweisen).
Festzuhalten ist, dass das fortgeschrittene Alter des Versicherten - er befand sich im massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses (16. M�rz 2001) in seinem 64. Lebensjahr - der �bernahme der Kataraktoperation vom Februar 2001 durch die Invalidenversicherung unter dem Gesichtspunkt der Dauerhaftigkeit des zu erwartenden Eingliederungserfolges nicht entgegensteht (BGE 101 V 50 Erw. 3b) und keine Nebenbefunde vorhanden sind, welche die Wesentlichkeit und Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolgs in Frage stellen.
8.2 Es fragt sich somit, ob beim Versicherten eine Invalidit�t eingetreten war bzw. unmittelbar drohte. Das h�ngt davon ab, ob er in seinem Beruf als Zahnarzt mit anspruchsvoller und pr�ziser Feinarbeit im Munde des Patienten auf Binokularsehen angewiesen ist (vgl. dazu AHI 2000 S. 296 Erw. 4b).
8.3 Lassen sich - wie oben dargelegt (vgl. Erw. 7 hievor) - hinsichtlich der Erforderlichkeit des Binokularsehens in Bezug auf konkrete Berufst�tigkeiten keine allgemeinverbindlichen Richtlinien aufstellen, bleibt zu pr�fen, ob diese Frage im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage beantwortet werden kann.
8.3.1 Betreffend die im Februar 2001 am linken Auge durchgef�hrte Staroperation existiert aus medizinischer Sicht einzig eine Liste mit Kurzantworten des Assistenzarztes Dr. med. H.________ der Universit�tsaugenklinik Y.________ auf die ihm von der IV-Stelle mit dem Formular "Arztbericht f�r Erwachsene" unterbreiteten Fragen. Angaben zum linksseitigen (Rest-) Visus vor der Kataraktoperation fehlen. Schliesslich mangelt es - bei Unterlassung einer entsprechenden Fragestellung an den Facharzt durch die IV-Stelle - an der im vorliegenden Zusammenhang entscheidenden Beurteilung des Erfordernisses des Binokularsehens.
8.3.2 Im Rahmen der Ermittlung des T�tigkeitsspektrums (vgl. Erw. 7.2.1 hievor) wird bei dem als Zahnarzt erwerbst�tigen Versicherten zu ber�cksichtigen sein, dass er neben seiner Hauptbesch�ftigung zum Beispiel dentalhygienische Aufgaben durch angestellte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ausf�hren lassen und gegebenenfalls auch Gesch�ftsf�hrungs- sowie andere administrative Aufgaben (z.B. Erstellen von Berichten eventuell mit Diktierger�t) selbst�ndig wahrnehmen kann, wobei er nicht in jeder dieser T�tigkeiten gleichermassen auf Binokularsehen angewiesen sein d�rfte.
8.3.3 Steht fest, welche Arbeiten der Zahnarzt effektiv selber ausf�hrt, ist auf die visuell anspruchsvollste dieser T�tigkeiten abzustellen. Der Augenarzt wird sodann zu beurteilen haben, ob der Versicherte in Bezug auf diese T�tigkeit auf Binokularsehen angewiesen ist. Der Kurzbericht des Dr. med. H.________ vom 18. Dezember 2000 gen�gt den Anforderungen gem�ss Erw�gung 7.2.2 hievor an die spezial�rztliche Stellungnahme zur Beantwortung der Frage nach der Erforderlichkeit des Binokularsehens nicht.
8.4 Vorliegend vermochten weder das kantonale Gericht die im angefochtenen Entscheid vertretene Auffassung (vgl. Erw. 5.1 hievor) noch das BSV die mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemachten Argumente (vgl. Erw. 5.2 hievor) noch die Verwaltung ihre verf�gte Ablehnung des Leistungsgesuches auf eine rechtsgen�gliche, medizinisch fundierte Beurteilung abzust�tzen. Eine Beantwortung der entscheidenden Frage nach der Notwendigkeit des Binokularsehens f�r den Versicherten ist aufgrund der vorliegenden Akten nicht m�glich. Demzufolge sind sowohl der angefochtene kantonale Entscheid als auch die Verf�gung der IV-Stelle vom 16. M�rz 2001 aufzuheben. Die Verwaltung, an welche die Sache zu weiteren erwerblichen und medizinischen Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen zur�ckzuweisen ist, wird �ber das Leistungsgesuch neu verf�gen.
Nach Art. 134 OG darf das Eidgen�ssische Versicherungsgericht im Beschwerdeverfahren �ber die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen den Parteien in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegen. Diese Bestimmung wurde vom Gesetzgeber vor allem im Interesse der Versicherten geschaffen, die mit einem Sozialversicherer im Streit stehen (BGE 126 V 192 Erw. 6). Rechtsprechungsgem�ss findet der Grundsatz der Unentgeltlichkeit des Verfahrens vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht keine Anwendung, wenn sich zwei Unfallversicherer (BGE 120 V 494 Erw. 3, 119 V 223 Erw. 4c), eine Krankenkasse und ein Unfallversicherer (BGE 126 V 192 Erw. 6, AHI 1998 S. 110), die Invalidenversicherung und der Unfallversicherer (AHI 2000 S. 206 Erw. 2) oder die Krankenkasse und die Invalidenversicherung (Urteil L. vom 28. November 2002, I 92/02) �ber ihre Leistungspflicht f�r einen gemeinsamen Versicherten streiten. Folglich hat die SUPRA als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 135 in Verbindung mit Art. 156 Abs. 1 und 3 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 24. Oktober 2001 und die Verwaltungsverf�gung vom 16. M�rz 2001 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber das Leistungsgesuch betreffend die Staroperation am linken Auge vom Februar 2001 neu verf�ge.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.- werden der SUPRA Krankenkasse auferlegt.