Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20176/13
Timestamp: 2019-07-19 03:03:05
Document Index: 378644509

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 103', '§ 282', '§ 296', '§ 531', '§ 531', '§ 531', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 282', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.07.2014 - VI ZR 176/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,19678
BGH, 15.07.2014 - VI ZR 176/13 (https://dejure.org/2014,19678)
BGH, Entscheidung vom 15.07.2014 - VI ZR 176/13 (https://dejure.org/2014,19678)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 2014 - VI ZR 176/13 (https://dejure.org/2014,19678)
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Art 103 Abs 1 GG, § 282 Abs 1 ZPO, § 296 Abs 1 ZPO, § 531 Abs 1 ZPO, § 531 Abs 2 ZPO
Berufung im Arzthaftungsprozess: Gehörsverletzung bei Zurückweisung eines bereits in der ersten Instanz erhobenen Vortrags als verspätet
Schadensersatzanspruch eines Patienten wegen fehlerhafter ärztlicher Behandlung (hier: Implantation einer Prothese im Knie)
Substantiierungspflicht des Patienten im Arzthaftungsprozess
LG Augsburg, 25.07.2012 - 73 O 1230/11
OLG München, 29.01.2013 - 24 U 3413/12
OLG München, 12.03.2013 - 24 U 3413/12
(a) Neu im Sinne des § 531 Abs. 2 ZPO ist ein Angriffs- oder Verteidigungsmittel, wenn es bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung erster Instanz nicht vorgebracht worden und daher im erstinstanzlichen Urteil unberücksichtigt geblieben ist (BGH…, Urteil vom 2. April 2004 - V ZR 107/03, aaO unter II 1 a; Beschluss vom 15. Juli 2014 - VI ZR 176/13, juris Rn. 3).
Gleiches gilt für Vorbringen, das einen sehr allgemein gehaltenen oder nur angedeuteten Vortrag im ersten Rechtszug erstmals substantiiert (BGH, Urteil vom 8. Juni 2004 - VI ZR 199/03, BGHZ 159, 245, 251; Beschluss vom 15. Juli 2014 - VI ZR 176/13, aaO).
Der Patient und sein Prozessbevollmächtigter sind insbesondere nicht verpflichtet, sich zur ordnungsgemäßen Prozessführung medizinisches Fachwissen anzueignen (vgl. Senatsurteil vom 8. Juni 2006 - VI ZR 199/03, BGHZ 159, 245, 252;… vom 24. Februar 2015 - VI ZR 106/13, VersR 2015, 712 Rn. 19; Beschluss vom 15. Juli 2014 - VI ZR 176/13, Rn. 5).
Dem Senat steht es auch nicht frei, die Regelungen der §§ 282 Abs. 1, 296 Abs. 2 ZPO - das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen unterstellt - selbst anzuwenden, weil das im Rechtszug übergeordnete Gericht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs weder eine von der Vorinstanz unterlassene Zurückweisung nachholen noch die Zurückweisung auf eine andere als die von der Vorinstanz angewandte Vorschrift stützen darf (…vgl. BGH, Beschl. v. 21.3.2013 - VII ZR 58/12, juris Rn. 11; BGH, Beschl. v. 15.7.2014 - VI ZR 176/13, juris Rn. 4).
Daher hat der Senat zu prüfen, ob die Voraussetzungen dieser Norm vorlagen (BGH, Beschl. v. 15.07.2014 - VI ZR 176/13, juris Rn. 4;… Beschl. v. 02.09.2013 - VII ZR 242/12, juris Rn. 9).