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Timestamp: 2017-02-23 00:24:40
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Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 24', '§ 24', '§ 34', '§ 89', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 24', '§ 34', '§ 233', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 19', '§ 3', '§ 32', '§ 24', '§ 34', '§ 2', '§ 26', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 2', '§ 26', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 19', '§ 24', '§ 34', '§ 3', '§ 32', '§ 19', '§ 34', '§ 2', '§ 34', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 19', '§ 34', '§ 2', '§ 32', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 172', '§ 129', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Außerordentliche Einkünfte Inhaltsverzeichnis 1. Außerordentliche Einkünfte i.S.d. § 34 Abs. 2 EStG 2. Anwendung eines ermäßigten Steuersatzes 2.1. Zielsetzung 2.2. Fünftelmethode 2.3. Tarifermäßigung und Progressionsvorbehalt 2.4. Ausländischer Veräußerungsverlust und Tarifermäßigung 2.5. Ausnahme von der Tarifbegünstigung 2.6. Tarifbegünstigung bei Betriebsveräußerungen 3. Vorteil der getrennten Veranlagung 4. Literaturhinweise 5. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »A« 1. Außerordentliche Einkünfte i.S.d. § 34 Abs. 2 EStG
Veräußerungsgewinne (» Veräußerungsgewinn, » Einbringung, » Betriebsveräußerung, » Realteilung, » Beteiligungsveräußerung). Ab dem VZ 2002 werden die durch das Teileinkünfteverfahren begünstigte Veräußerungsgewinne nicht ermäßigt besteuert (§ 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG; » Beteiligungsveräußerung, » Veräußerungsgewinn, » Betriebsaufgabe);
als Ersatz für entgangene oder entgehende Einnahmen (» Entschädigungszahlung, » Entlassungsentschädigungen, » Abfindungen). Der Ersatz »für entgangene oder entgehende Einnahmen« (§ 24 Nr. 1 Buchst. a EStG) setzt vom Wort- und Sinnverständnis voraus, dass Einnahmen gar nicht erst angefallen, sondern ausgefallen sind oder der Ausfall (künftig) entgehender Einnahmen zu erwarten ist; der Stpfl. hat also die entsprechenden Einnahmen nicht oder noch nicht erhalten. Daher werden zunächst erhaltene (zugeflossene) und danach zurückzuzahlende oder zurückgezahlte Einnahmen ebenso wenig von § 24 Nr. 1 Buchst. a EStG erfasst wie Ausgaben bzw. Aufwendungen oder als solche zu behandelnde negative Einnahmen (BFH Urteil vom 18.10.2011, IX R 58/10, BStBl II 2012, 286).
Abfindungszahlungen, die anlässlich der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gezahlt werden (Altersteilzeit im Blockmodell), sind grundsätzlich nur dann ermäßigt zu besteuernde außerordentliche Einkünfte i.S.v. § 34 Abs. 1 und 2 EStG, wenn sie zusammengeballt in einem Veranlagungszeitraum zufließen. Ob Hintergrund der Abfindungsleistung eine tarifvertragliche Bestimmung oder eine individuelle Verhandlung war, ist in diesem Zusammenhang unmaßgeblich (FG Köln Urteil vom 14.7.2010, 10 K 4061/09, LEXinform 501073, rkr.);
Ausgleichszahlungen an Handelsvertreter gem. § 89b HGB;
Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten (» Jubiläumszuwendungen) nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG.
Der Begriff umfasst jedes Entgelt, das für ein mehr als zwölfmonatiges Tun im Rahmen eines gegenseitigen Vertrags oder eines öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Amtsverhältnisses geleistet wird (H 34.4 [Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit] EStH). Mehrjährig ist eine Tätigkeit, die sich über zwei Veranlagungszeiträume erstreckt, auch dann, wenn sie einen Zeitraum von weniger als zwölf Monaten umfasst (BFH Urteil vom 14.10.2004, VI R 46/99, BStBl II 2005, 289).
Nach dem BFH-Urteil vom 14.12.2006 (IV R 57/05, BStBl II 2007, 180) liegen bei einem Freiberufler die Voraussetzungen für die Annahme außerordentlicher Einkünfte i.S.d. § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG auch dann vor, wenn eine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit aufgrund einer vorausgegangenen rechtlichen Auseinandersetzung zusammengeballt zufließt. Die Vfg. der OFD Rheinland vom 21.5.2007 (Nr. 39/2007, DB 2007, 1332) macht deutlich, dass die Tarifbegünstigung nach § 34 EStG nicht gewährt werden kann, wenn dem Stpfl. die Nachzahlung nicht in einem, sondern in mehreren Veranlagungszeiträumen zugeflossen ist, weil es bei dieser Fallgestaltung an dem Merkmal der Zusammenballung fehlt.
Gegen die BFH-Entscheidung vom 30.1.2013 (III R 84/11, BFH/NV 2013, 829, LEXinform 0928781) ist unter dem Az. 2 BvR 971/13 (LEXinform 0929815) vor dem BVerfG eine Verfassungsbeschwerde anhängig (s.a. Anmerkungen vom 11.4.2013, LEXinform 0943700 und vom 12.4.2013, LEXinform 0879320).
Unter dem Az. III R 5/12 (LEXinform 0928973) und X R 10/12 (LEXinform 0929089) sind beim BFH Revisionsverfahren anhängig, bei denen es um die Frage geht, ob die Erstattung zu Unrecht gezahlter USt für mehrere Jahre – hier 8 bzw. 6 Jahre – als Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit i.S.v. § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG gem. § 34 Abs. 1 EStG mit dem ermäßigten Steuersatz zu besteuern ist. Weiterhin ist zu klären, ob die Erstattungszinsen zur USt für diese Jahre gem. § 34 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. § 24 Nr. 1 Buchst. a EStG dem ermäßigten Steuersatz gem. § 34 Abs. 1 EStG unterliegen. Als Vorinstanz hatte das FG Niedersachsen mit Urteil vom 14.12.2011 (3 K 457/10, EFG 2012, 931, LEXinform 5013126) entschieden, dass die Erstattung zu Unrecht gezahlter USt – anders als die darauf entfallenden Zinsen nach § 233a AO – eine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit darstellt. Die Entscheidung des FG Niedersachsen weicht allerdings von der des FG Sachsen-Anhalt vom 17.3.2011 (5 K 518/09, LEXinform 5012570, Revision eingelegt, Az. BFH: X R 10/12) ab, wonach die USt-Erstattung nicht zur Inanspruchnahme des ermäßigten Steuersatzes für mehrjährige Tätigkeiten (§ 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG) berechtigt.
Zielsetzung des § 34 Abs. 1 EStG ist es, eine verschärfte Progressionswirkung durch die Zusammenballung von laufend bezogenen und außerordentlichen, nicht regelmäßig erzielbaren Einkünften in einem Jahr zu verhindern. Zu der Zusammenballung von außerordentlichen Einkünften s. die Erläuterungen zu » Abfindungen und » Entlassungsentschädigungen.
Der ArbN-Pauschbetrag ist bei der Ermittlung der nach § 34 Abs. 1 und 2 EStG begünstigten außerordentlichen Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit nur insoweit abzuziehen, als tariflich voll zu besteuernde Einnahmen dieser Einkunftsart dafür nicht zur Verfügung stehen (BFH Urteil vom 29.10.1998, XI R 63/97, BStBl II 1999, 588; H 34.1 [Arbeitnehmer-Pauschbetrag] EStH).
Das zu versteuernde Einkommen ohne die außerordentlichen Einkünfte beträgt 50 000 € (= verbleibendes zu versteuerndes Einkommen). Die ESt dafür lt. Grundtabelle 2014 beträgt 12 780 €.
Das verbleibende zu versteuernde Einkommen (50 000 €) zzgl. eines Fünftels der außerordentlichen Einkünfte i.H.v. 30 000 € ergibt das erhöhte zu versteuernde Einkommen i.H.v. 80 000 €. Die ESt lt. Grundtabelle 2014 dafür beträgt 25 361 €.
3. Schritt:Die Steuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen beträgt12 780 €Die Steuer auf das erhöhte zu versteuernde Einkommen beträgt25 361 €Unterschiedsbetrag12 581 €Die Steuer für die außerordentlichen Einkünfte beträgt das Fünffache des Unterschiedsbetrages62 905 €Die Steuer auf das zu verbleibende zu versteuernde Einkommen beträgt12 780 €Die gesamte ESt beträgt75 685 €Ohne die Anwendung des § 34 EStG: Steuer aus 200 000 €75 761 €Vorteil76 €
Das zu versteuernde Einkommen ohne die außerordentlichen Einkünfte beträgt 5 000 € (= verbleibendes zu versteuerndes Einkommen). Die ESt dafür lt. Grundtabelle 2014 beträgt 0 €.
Das verbleibende zu versteuernde Einkommen (5 000 €) zzgl. eines Fünftels der außerordentlichen Einkünfte i.H.v. 4 000 € ergibt das erhöhte zu versteuernde Einkommen i.H.v. 9 000 €. Die ESt lt. Grundtabelle 2014 dafür beträgt 94 €.
3. Schritt:Die Steuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen beträgt0 €Die Steuer auf das erhöhte zu versteuernde Einkommen beträgt94 €Unterschiedsbetrag94 €Die Steuer für die außerordentlichen Einkünfte beträgt das Fünffache des Unterschiedsbetrages470 €Die Steuer auf das zu verbleibende zu versteuernde Einkommen beträgt0 €Die gesamte ESt beträgt470 €Ohne die Anwendung des § 34 EStG: Steuer aus 25 000 €4 039 €Vorteil3 569 €
Das zu versteuernde Einkommen setzt sich wie folgt zusammen:Verlust aus Vermietung und Verpachtung./. 5 000 €außerordentliche Einkünfte i.H.v.105 000 €zu versteuerndes Einkommen insgesamt100 000 €
Ist das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so beträgt die ESt das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden ESt (§ 34 Abs. 1 Satz 3 EStG).1/5 des zu versteuernden Einkommens20 000 €Die ESt lt. Grundtabelle 2014 dafür beträgt2 634 €Die ESt für die außerordentlichen Einkünfte beträgt das Fünffache von 2 634 €13 170 €
Zur steuerwirksamen Gestaltung des Zuflusses von Abfindungszahlungen (» Abfindungen) hat der BFH mit Urteilen vom 11.11.2009 (IX R 1/09, BStBl II 2010, 746 und IX R 14/09, BFH/NV 2010, 1089, LEXinform 0179762) Folgendes entschieden: ArbG und ArbN können den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbetrags einer solchen beim ArbN in der Weise steuerwirksam gestalten, dass sie deren ursprünglich vorgesehene Fälligkeit vor ihrem Eintritt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Die Zuflussgestaltung auf einen oder mehrere Veranlagungszeiträume ist insofern von Bedeutung, als die Anwendung der ermäßigten Besteuerung nach § 34 Abs. 1 EStG für den ArbN nicht immer von Vorteil ist (s.a. Happe, BBK 21/2010, 1000).
Beispiel 4:20132014zu versteuerndes Einkommen (zvE)80 000 €40 000 €Abfindung vom ArbG200 000 €zvE280 000 €40 000 €Steuer ohne Abfindung von 80 000 € (Splitting)80 000 €17 966 €5 268 €zzgl. 1/5 von 200 000 € = 40 000 €40 000 €erhöhtes zvE120 000 €Steuer dafür34 008 €Differenz16 042 €Steuerdifferenz von 16 042 € × 580 210 €zzgl. Steuer zvE ohne Abfindung17 966 €ESt insgesamt nach § 34 Abs. 1 EStG98 176 €98 176 €ESt ohne § 34 Abs. 1 EStG von 280 000 €101 208 €Steuerersparnis3 032 €ESt für 2013 und 2014103 444 €
Sachverhalt s. Beispiel 4. Die Abfindungszahlung wird auf zwei Veranlagungszeiträume aufgeteilt.20132014zu versteuerndes Einkommen (zvE)80 000 €40 000 €Abfindung vom ArbG150 000 €50 000 €zvE230 000 €90 000 €Die Voraussetzungen des § 34 Abs. 1 EStG sind nicht erfüllt (keine Zusammenballung).ESt (Splitting)80 208 €21 606 €21 606 €80 208 €ESt für 2013 und 2014101 814 €ESt für 2013 und 2014 unter Berücksichtigung des § 34 Abs. 1 EStG im VZ 2013 (Beispiel 4)103 444 €Steuerersparnis ohne Berücksichtigung der Fünftelregelung1 630 €
Bei der Besteuerung außerordentlicher Einkünfte kann die Regelung über den Progressionsvorbehalt (wegen Bezugs von Arbeitslosengeld) nur tariferhöhend berücksichtigt werden, wenn das nach der sog. 1/5-Regelung zu ermittelnde verbleibende zu versteuernde Einkommen zuzüglich der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Bezüge (Steuersatz-Einkommen) positiv ist (FG Düsseldorf vom 13.5.2002, 1 K 5072/00 E, EFG 2002, 1454; Revisionsverfahren durch Beschluss vom 28.9.2006, IX R 15/02, BFH/NV 2007, 237 abgeschlossen (Erledigung der Hauptsache). Die vom FG Düsseldorf aufgestellten Grundsätze für die Berechnung der Tarifermäßigung im Zusammentreffen mit einem Progressionsvorbehalt wurden durch das BFH-Urteil vom 17.1.2008 (VI R 44/07, BFH/NV 2008, 666, LEXinform 0588495) bestätigt. Trifft danach die Tarifermäßigung des § 34 Abs. 1 EStG mit dem (positiven) Progressionsvorbehalt des § 32b EStG zusammen, so ist eine integrierte Steuerberechnung dergestalt vorzunehmen, dass die Progressionseinkünfte bei der Steuerberechnung nach § 34 Abs. 1 EStG steuersatzerhöhend berücksichtigt werden (so auch BFH mit Urteil vom 22.9.2009, IX R 93/07, BFH/NV 2010, 296, LEXinform 0588926).
Übersteigen die der Tarifermäßigung unterliegenden außerordentlichen Einkünfte das zu versteuernde Einkommen, so richtet sich die Steuerberechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 3 EStG. Die Progressionseinkünfte sind hierbei nur insoweit zu berücksichtigen, als sich nach einer Verrechnung mit dem negativen verbleibenden zu versteuernden Einkommen ein positiver Differenzbetrag ergibt (so auch H 34.2 [Beispiel 4] EStH).
Zur Steuerberechnung beim Zusammentreffen der Tarifermäßigung des § 34 Abs. 1 EStG mit dem negativen Progressionsvorbehalt s. das BFH-Urteil vom 15.11.2007 (VI R 66/03, BStBl II 2008, 375). Die OFD Koblenz nimmt mit Vfg. vom 10.4.2010 (S 2295 A – St 324, LEXinform 5232667) ausführlich mit zahlreichen Beispielen zum Zusammentreffen des Progressionsvorbehalts nach § 32b EStG mit der Tarifermäßigung des § 34 EStG Stellung.
Der Stpfl. hat folgende Besteuerungsgrundlagen:Steuerbegünstigte Einkünfte nach § 34 EStG100 000 €Laufende Einkünfte./. 20 000 €Dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG unterliegende Einkünfte10 000 €Abzugsfähige Sonderausgaben10 000 €
Die festzusetzende ESt berechnet sich wie folgt:Zu versteuerndes Einkommen70 000 €1/5 des zu versteuernden Einkommens14 000 €Steuer lt. Grundtarif 20141 098 €Festzusetzende ESt: 1 098 € × 5 =5 490 €
Die dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG unterliegenden Einkünfte i.H.v. 10 000 € wirken sich bei der Steuerberechnung gänzlich nicht aus, da diese das negative verbleibende zu versteuernde Einkommen i.S.v. § 34 Abs. 1 Satz 3 EStG i.H.v. ./. 30 000 € (= 70 000 € ./. 100 000 €) nicht übersteigen. S.a. Beispiel 4 in H 34.2 EStH.
Die festzusetzende ESt berechnet sich wie folgt:Zu versteuerndes Einkommen70 000 €1/5 des zu versteuernden Einkommens14 000 €zzgl. dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG unterliegende Einkünfte, soweit diese das negative verbleibende zu versteuernde Einkommen i.S.v. § 34 Abs. 1 Satz 3 EStG übersteigen (35 000 € ./. 30 000 € =)5 000 €Steuersatzeinkommen i.S.d. § 32b EStG19 000 €Steuer lt. Grundtarif 20142 366 €Steuersatz12,4526 %Festzusetzende ESt: 12,4526 % × 14 000 € × 5 =8 716 €
In dem zu versteuernden Einkommen sind außerordentliche Einkünfte nach § 34 Abs. 1 EStG sowie Einkünfte, die dem » Progressionsvorbehalt unterliegen, enthalten.
Ein verheirateter Stpfl., der mit seiner Ehefrau zusammen zur ESt veranlagt wird, erklärt in seiner ESt-Erklärung für den VZ 2014 folgende Besteuerungsgrundlagen:BesteuerungsgrundlagenEhemannEhefrauArbeitslohn § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG34 846 €15 926 €§ 3 Nr. 2 i.V.m. § 32b Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a EStG (Progressionsvorbehalt)2 307 €§ 24 Nr. 1 i.V.m. § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG1 224 €Werbungskosten1 240 €Sonderausgaben4 797 €außergewöhnliche Belastung570 €
Lösung 8:BesteuerungsgrundlagenEhemannEhefrauArbeitslohn34 846 €17 150 €abzgl. Werbungskosten1 240 €abzgl. ArbN-Pauschbetrag1 000 €Einkünfte33 846 €15 910 €Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 i.V.m. § 26b EStG)49 756 €abzgl. Sonderausgaben4 797 €abzgl. außergewöhnliche Belastung570 €Einkommen/zu versteuerndes Einkommen44 389 €abzgl. § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG1 224 €verbleibendes zu versteuerndes Einkommen43 165 €zzgl. § 32b Abs. 1 Nr. 1 EStG2 307 €für die Berechnung des Steuersatzes gem. § 32b Abs. 2 EStG maßgebendes verbleibendes zu versteuerndes Einkommen45 472 €Steuer lt. Splittingtarif 20146 776 €durchschnittlicher Steuersatz14,9014 %Steuerbetrag auf verbleibendes zu versteuerndes Einkommen (43 165 €) unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts:6 432 €verbleibendes zu versteuerndes Einkommen43 165 €zzgl. 1/5 der Einkünfte i.S.d. § 34 EStG (1/5 von 1 224 €)244 €Summe43 409 €zzgl. § 32b Abs. 2 EStG2 307 €für die Berechnung des Steuersatzes gem. § 32b Abs. 2 EStG maßgebendes zu versteuerndes Einkommen mit 1/5 der außerordentlichen Einkünfte45 716 €Steuer lt. Splittingtabelle6 846 €durchschnittlicher Steuersatz14,9750 %Steuerbetrag auf das zu versteuernde Einkommen mit 1/5 der außerordentlichen Einkünfte (43 409 €) unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts6 500 €abzgl. Steuerbetrag auf das verbleibende zu versteuernde Einkommen6 432 €Unterschiedsbetrag68 €multipliziert mit Faktor 5340 €zzgl. Steuerbetrag auf das verbleibende zu versteuernde Einkommen6 432 €tarifliche ESt6 772 €
Ohne Anwendung des § 34 EStG ergäbe sich folgende tarifliche ESt:BesteuerungsgrundlagenEhemannEhefrauArbeitslohn34 846 €17 150 €abzgl. Werbungskosten1 240 €abzgl. ArbN-Pauschbetrag1 000 €Einkünfte33 846 €15 910 €Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 i.V.m. § 26b EStG)49 756 €abzgl. Sonderausgaben4 797 €abzgl. außergewöhnliche Belastung570 €Einkommen/zu versteuerndes Einkommen44 389 €zzgl. § 32b Abs. 1 Nr. 1 EStG2 307 €für die Berechnung des Steuersatzes gem. § 32b Abs. 2 EStG maßgebendes zu versteuerndes Einkommen46 696 €Steuer lt. Splittingtarif 20147 124 €durchschnittlicher Steuersatz15,2561 %Steuerbetrag auf zu versteuerndes Einkommen (44 389 €) unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts:6 772 €tarifliche ESt unter Anwendung des § 34 EStG6 772 €Auswirkung0 €
Ein lediger Stpfl. erklärt in seiner ESt-Erklärung für den VZ 2014 folgende Besteuerungsgrundlagen:BesteuerungsgrundlagenStpfl.Arbeitslohn gem. § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG und § 24 Nr. 1 Bucht. a, § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG260 000 €Werbungskosten3 249 €Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastung7 872 €§ 3 Nr. 2 i.V.m. § 32b Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a EStG (Progressionsvorbehalt): Rückzahlung Arbeitslosengeld./. 3 374 €
Lösung 9:BesteuerungsgrundlagenArbeitslohn260 000 €abzgl. Werbungskosten./. 3 249 €Einkünfte gem. § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG und § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG256 751 €Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG)256 751 €abzgl. Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastung./. 7 872 €Einkommen/zu versteuerndes Einkommen248 879 €abzgl. § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG./. 256 751 €verbleibendes zu versteuerndes Einkommen./. 7 872 €Nach § 34 Abs. 1 Satz 3 EStG ist für die Berechnung der ESt von einem Fünftel des zu versteuernden Einkommens auszugehen.1/5 von 248 879 € =49 775 €Berücksichtigung des negativen Progressionsvorbehalts./. 3 374 €für die Berechnung des Steuersatzes gem. § 32b Abs. 2 EStG maßgebendes verbleibendes zu versteuerndes Einkommen46 401 €Steuer lt. Grundtabelle 201411 345 €durchschnittlicher Steuersatz24,4499 %Steuerbetrag auf das 1/5-zu versteuernde Einkommen von 49 775 €12 169 €multipliziert mit Faktor 5 ergibt eine tarifliche ESt von60 845 €
Ohne Anwendung des § 34 EStG ergäbe sich folgende tarifliche ESt:BesteuerungsgrundlagenArbeitslohn260 000 €abzgl. Werbungskosten./. 3 249 €Einkünfte gem. § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG und § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG256 751 €Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG)256 751 €abzgl. Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastung./. 7 872 €Einkommen/zu versteuerndes Einkommen248 879 €Berücksichtigung des negativen Progressionsvorbehalts./. 3 374 €für die Berechnung des Steuersatzes gem. § 32b Abs. 2 EStG maßgebendes verbleibendes zu versteuerndes Einkommen245 505 €Steuer lt. Grundtabelle 201494 873 €durchschnittlicher Steuersatz38,6440 %Steuerbetrag auf das zu versteuernde Einkommen von 248 879 €96 176 €Steuer mit Tarifermäßigung60 845 €Steuerersparnis35 331 €
Ein » Veräußerungsgewinn i.S.d. § 16 und des § 18 Abs. 3 EStG unterfällt als außerordentliche Einkunft (s. insoweit § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG) der Begünstigung des § 34 Abs. 1 EStG, da es durch die Vollrealisierung der stillen Reserven in typisierter Weise zu einer Zusammenballung von Ergebnissen mehrerer Jahre kommt. Insoweit ist es sachgerecht, infolge einer progressiven Besteuerung eintretende (jedenfalls typisiert anzunehmende) Härten in dieser Situation abzumildern. Diese Sonderregelung (Tarifermäßigung) bezieht sich nach dem Regelungsgegenstand aber nur auf einen Gewinn (positive Einkünfte). Ein Veräußerungsverlust, der progressionsbedingte Steuermehrbelastungen nicht auslösen kann, ist – jedenfalls soweit nicht in demselben Veranlagungszeitraum auch ein Veräußerungsgewinn als (weitere) außerordentliche Einkunft erzielt wurde – für den Regelungsbereich einer Tarifermäßigung nicht relevant.
Nicht alle in § 34 Abs. 2 EStG genannten Einkünfte sind tarifbegünstigt, sondern nur solche, die »außerordentlich« sind, weil sie zusammengeballt zufließen (» Abfindungen, » Entlassungsentschädigungen, » Entschädigungszahlung, » Jubiläumszuwendungen). S. dazu auch das BMF vom 1.11.2013 (BStBl I 2013, 12326).
die Tarifermäßigung kann der Stpfl. nur einmal im Leben in Anspruch nehmen;
Zur Wahlrechtsausübung bzw. zur Rücknahme des Antrags auf ermäßigte Besteuerung i.S.d. § 34 Abs. 3 EStG hat das FG Düsseldorf mit Urteil vom 19.11.2013 (13 K 3624/11 E, LEXinform 5015745) entschieden, dass Wahlrechte, deren Ausübung nach dem klaren Gesetzeswortlaut zeitlich nicht befristet sind (unbefristete Wahlrechte), grundsätzlich bis zur Bestandskraft der jeweiligen Steuerbescheide ausgeübt werden können. Zur Ausübung des steuerlichen Wahlrechts s.a. AEAO vor §§ 172 bis 177 unter Nr. 8. Die Bindungswirkung der ausgeübten Wahl eines unbefristeten Wahlrechts richtet sich danach nach der Bestandskraft des Verwaltungsaktes, in dem sich die Wahlrechtsausübung ausgewirkt hat. Die formelle Bestandskraft (Unanfechtbarkeit) liegt vor, soweit ein Verwaltungsakt nicht oder nicht mehr mit Rechtsbehelfen angefochten werden kann. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung können Wahlrechte grundsätzlich nur noch ausgeübt oder widerrufen werden, soweit die Steuerfestsetzung nach den §§ 129, 164, 165, 172 ff. AO oder nach entsprechenden Regelungen in den Einzelsteuergesetzen korrigiert werden kann. Wahlrechte, für deren Ausübung das Gesetz keine Frist vorsieht und für die es grundsätzlich auch keine Bindung an die einmal getroffene Wahl gibt und wenn die Wahlrechtsausübung die Besteuerungsgrundlagen unberührt lässt, können bis zur Unanfechtbarkeit eines Änderungsbescheids (erneut) ausgeübt werden.
Bei einem zu versteuernden Einkommen (zvE) von 200 000 € beträgt die ESt lt. Grundtabelle 75 828 €. Bezogen auf das zvE beträgt der Steuersatz 37,914 %. 56 % davon ergibt 21,2318 %. Dies ist mehr als 14 %.Die Steuer auf die begünstigten Einkünfte beträgt somit 21,2318 % von 150 000 €31 847 €Steuer ohne § 34 Abs. 3 EStG: 50 000 € davon Steuer lt. Grundtabelle12 847 €tarifliche ESt44 694 €Steuer ohne Berücksichtigung des § 34 EStG75 828 €Vorteil31 134 €
Bei einem zu versteuernden Einkommen (zvE) von 25 000 € beträgt die ESt lt. Grundtabelle 4 106 €. Bezogen auf das zvE beträgt der Steuersatz 16,424 %. 56 % davon ergibt 9,1974 %. Mindestens sind aber 14 % anzusetzen.Die Steuer auf die begünstigten Einkünfte beträgt somit 14 % von 20 000 €2 800 €Steuer ohne § 34 Abs. 3 EStG: 5 000 € davon Steuer lt. Grundtabelle0 €tarifliche ESt2 800 €Steuer ohne Berücksichtigung des § 34 EStG4 106 €Vorteil1 306 €Vorteil Beispiel 2 aus § 34 Abs. 1 EStG3 366 €
Die getrennte Veranlagung kann unter Umständen günstiger sein als die Zusammenveranlagung. S. dazu unter » Getrennte Veranlagung.
Hartz u.a., ABC-Führer Lohnsteuer, Stichwort: Außerordentliche Einkünfte (Loseblatt); Wendt, Neuregelung der Betriebsaufgabe/Veräußerung wegen Alters oder Berufsunfähigkeit, FR 2000, 1199; Eggesiecker u.a., Fünftelregelung und Progressionsvorbehalt, DStR 2007, 1281; Rebe, Der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters – Systematischer Überblick über Voraussetzungen und Berechnung, NWB Fach 18, 909; Happe, Steuergestaltung bei Zahlung einer Abfindung an Arbeitnehmer, BBK 21/2010, 1000.
Autor(en): Josef Schneider Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Abfindungen Betriebsveräußerung Entlassungsentschädigungen Entschädigungszahlung Gesellschafter-Geschäftsführer Getrennte Veranlagung Progressionsvorbehalt Schadensersatz Veräußerungsgewinn Weitere Lexikonartikel mit »A« Abfindungen Abgabefristen von Steuererklärungen Abgabenordnung Abgeltungsteuer Abgeordnetenbezüge Ablaufleistung aus Versicherungen Abnutzbare Wirtschaftsgüter Abrechnungsbescheid Abschreibung Abtretung Interessante Steuertipps Haftpflichtversicherung Spende und Ehrenamt Tagespflege von Kindern Strafverfolgung bei Steuerhinterziehung Pkw-Vermietung an den Arbeitgeber Warengutscheine statt Urlaubsgeld? smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©