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Timestamp: 2020-01-22 16:30:37
Document Index: 92666619

Matched Legal Cases: ['§ 2316', '§ 2057', '§ 2316', '§ 2057', '§ 2057', '§ 2057', '§ 2316', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 2316 – Au ... / IV. Anrechnung von Leistungen iSv § 2057a | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 2316 – Au ... / IV. Anrechnung von Leistungen iSv § 2057a
Sind Leistungen eines Abkömmlings an den Erblasser iSv § 2057a (zB Mitarbeit im Haushalt oder Erwerbsgeschäft, Pflegedienste, erhebliche Geldleistungen) zu berücksichtigen, ist der Ausgleichungserbteil nach § 2057a IV iVm § 2316 zu berechnen (BGH NJW 93, 1195, 1197 [BGH 17.02.1993 - XII ZR 238/91]). Das gilt auch zugunsten eines zum Alleinerben eingesetzten Abkömmlings (BGH aaO; Schlesw 15.6.12 – 3 U 28/11). Zur Ermittlung des fiktiven Nachlasses wird der Ausgleichungsbetrag vom Nachlasswert abgezogen und dann anhand dieses Wertes der Ausgleichungserbteil gebildet. Dem leistenden Abkömmling wird der Wert seiner Leistung hinzugerechnet. Die Hälfte des so errechneten Werts ist der Ausgleichungspflichtteil. Bsp: E hinterlässt die Kinder A, B und C, wobei zugunsten von A 60 auszugleichen sind. Der Nachlasswert beträgt 300. Der Ausgleichungsnachlass ist 240 = 300 – 60. Der Betrag ist durch die Zahl der Abkömmlinge zu dividieren (240/3 = 80). Zur Ermittlung des Ausgleichungserbteils des A ist die auszugleichende Leistung zu addieren (80 + 60 = 140), so dass sein Pflichtteil auf 70 geht. B und C haben einen Pflichtteilsanspruch auf jeweils 40.
Enterben genügt nicht: Pflichtteilsentziehung muss im Testament angeordnet werden
Will der Erblasser einem Pflichtteilsberechtigten wegen Verfehlungen den Pflichtteil entziehen, muss er dies in seinem Testament ausdrücklich anordnen. Schreibt er nur von Enterbung, hilft es auch nicht, wenn der Pflichtteilsberechtigte nachweislich nicht gut zu ihm war, um dessen Anspruch auf den Pflichtteil abzuwenden.