Source: https://www.wba-weimar.de/seminare/aktuelles-zu-angeboten-vergaben-vertraegen-und-abrechnungen-von-planungsleistungen
Timestamp: 2019-03-24 05:41:05
Document Index: 71005306

Matched Legal Cases: ['§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650', '§ 650']

Aktuelles zu Angeboten, Vergaben, Verträgen und Abrechnungen von Planungsleistungen (INTENSIVKURS, Teil 1)
Ohne ein Tiefenverständnis der einschlägigen Paragraphen der HOAI 2013 und deren sichere Auslegung für die Praxis lassen sich Ausschreibungen und Vergaben, aber auch Verträge und Abrechnungen für Leistungen von Planern, Architekten und Ingenieuren nicht rechtssicher erstellen. Mit dem neuen Bauvertragsrecht wurden im BGB 2018 ganz spezielle Regelungen für den Bauvertrag, den Verbraucherbauvertrag und/ aber auch für den Planervertrag eingeführt, die für Verträge seit dem 01.01.2018 verbindlich gelten.
Die Änderungen der §§ 650 p bis 650 t im BGB - Untertitel: „Architektenvertrag und Ingenieurvertrag“ - erfordern die Umgestaltung bisheriger Verträge und Verfahrensweisen beim Planungsablauf in Gänze. So müssen u. a. alle alten Formverträge zur HOAI ersetzt, detailliert oder zumindest massiv redigiert werden. Ansonsten drohen Rechtsfallen und massiver Honorarverlust.
Nicht nur innerhalb der Nebenpflichten der Planer sind Kenntnisse zu den „anderen“ neuen Teilen des BGB 2018 wie das Bauvertragsrechts mit speziellen Grundlagen für den Bauvertrag und für den Verbraucherbauvertrag unabdingbar. Nicht nur öffentliche Bauherren und deren Planer benötigen zudem auch Grundkenntnisse zu den Änderungen der kaufmännischen Mängelhaftung, von denen jede Ausschreibung und jeder Baustelle betroffen ist.
Die HOAI spielt dabei nicht nur bei der Schätzung des Auftragswertes für die Planerhonorare eine entscheidende Rolle, sondern auch bei der Bewertung der erforderlichen Leistungsbilder. Wie ist der „Schwellenwert“ für verschiedene Planungsleistungen zu ermitteln in Summe oder als „Einzellose“? Wie kann eine Vergabe nach Einzel- oder Fachlosen erfolgen bzw. wie die Beschreibung von Teilleistungen und die Schätzung entsprechender Teilhonoraren? Wie lässt sich eine „Kosteneinschätzung“ in die Leistungsbilder der HOAI und in die (ebenfalls neue) DIN 276 einordnen? Wie verbindlich müssen Kosten im Vorfeld der klassischen „HOAI – Planung“ gestaltet werden? Was beinhalten die „Planungsgrundlagen“ aus § 650p (2) BGB 2018 der „Zielfindungsphase“ bzw. die „LPH 0“? Sind die neuen „BGB - Leistungen“ für Planer Besondere Leistungen mit freien Honoraroptionen?
Das Seminar will zudem zum Grundverständnis der Zusammenhänge zwischen der HOAI 2013 und den Regelungen des neuen Planungsvertragsrechts und der Auslobungen/ Vergaben von Planungsleistungen und deren Anwendung beitragen und Hinweise dazu geben, wie in der Praxis gearbeitet werden könnte und welche Konflikte und Haftungsfallen aufgebaut werden, wenn so weiter gemacht wird wie bisher.
Die neuen Grundlagen für Planungsleistungen und -verträge
§ 650 p bis 650 t BGB 2018 Untertitel 2 – Architekten-/ Ingenieur- oder Planungsvertrag?
§ 650 p (1), (2) – Neue „Vertragstypische Pflichten“ – Ein Paradigmenwechsel
§ 650 q (1), (2) – „Anwendbare Vorschriften“ wie beim „Bauen“ als Verweise auf §§ 650 b, c, e bis h BGB 2018, u. a. neues Nachtragsmanagement u.a. mit Weisungsrecht des AG gegen dem Planer, 30 Tage Verhandlungszeit für NT, 80% Anspruch für NT, Was ist „zumutbar?“
§ 650 r (1) bis (3) – NEUE Sonderkündigungsrecht(e) für AG innerhalb 2 KW und für Planer
§ 650 s – Neuer Anspruch des Planers auf „Teilabnahme“ inmitten der „Objektüberwachung“
§ 650 t – Neue erste Ansprechpartner bei Mängeln, erst dann „Gesamtschuldnerische Haftung“ des Planers mit dem bauausführenden Unternehmer möglich
Praxishinweise zum aktuellen Vergaberecht für Planungsleistungen (GWB, VgV, UVgO)
Die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) bedarf im Vorfeld der eigentlichen Planung besonderer Abwägungen nach „HOAI 2018“
Optionen und Besonderheiten bei der Abschätzung der Honorare und deren Anteile an Grundleistung und „Besondere Leistungen“ aller Leistungsbilder
Variabilität und individuelle Vereinbarkeit vieler Honorargrundlagen und -ansätze
Wann muss eine Planung zwingend europaweit ausgeschrieben werden?
Praktische Tipps und Beispiele zu Auslobungen im Unterschwellenbereich und zur Einholung von „Honorarangeboten“, die zielführend und prüffest sind.
Dipl.-Ing. Ulf Greiner Mai (Honorarsachverständiger, Experte für die HOAI, Beratender Ingenieur)