Source: https://malkus.wordpress.com/2006/01/27/latein-fur-angeber/
Timestamp: 2018-04-20 09:06:21
Document Index: 214554227

Matched Legal Cases: ['§ 848', '§ 277', '§ 26', 'de lege lata', 'de lege ferenda', '§ 812', '§ 812', '§ 812', '§ 817', '§ 684', '§ 813', '§242']

Latein für Angeber | blog.juratube.com
– scheint bei den Profs sehr beliebt zu sein: Der eine benutzt es um komplizierte juristische Thematiken in einem Ausdruck fassen zu können, ein anderer scheint nur lateinische Witze zu können und wieder ein anderer veredelt jeden dritten Satz damit, auch wenn es manchmal besser wäre, wenn es hieße „tertium non datur!“
„falsa demonstratio non nocet? – Z oder K? Wie spricht man’s richtig aus?
– Es kommt gut in der mündlichen Prüfung, wenn man mit seinem Latein am Ende ist.
– Es ist in einer Klausur die einfachste Möglichkeit zu zeigen, wie viel man weiß.
… macht aber auch wirklich Sinn zu lernen:
Auch wenn das Latinum keine Pflicht mehr ist, um zum Jurastudium zugelassen zu werden, ist es sinnvoll die wichtigsten Begriffe zu können, um sich so die dahinterstehende Thematik besser merken zu können.
Wie auch immer, hier sollen die wichtigsten lateinischen Sätze für Juristen gesammelt und erklärt werden.
Helf mit die Sammlung zu vervollständigen!
„lex specialis derogat legi generali“ – das speziellere Gesetz verdrängt das allgemeine
„fur semper in mora“ – Der Dieb ist immer in Verzug, § 848 BGB
„diligentia quam in suis“ – Haftung in eigener Sorgfalt, § 277 BGB
„nulla poena sine lege“ keine Strafe ohne Gesetz
„nemo tenetur“ Niemand darf gezwungen werden, sich selbst zu bezichtigen.
„omnimodo facturus“ (§ 26) ist derjenige, der bereits einen Tatentschluss gefasst hat und deshalb nicht mehr angestiftet werden kann. (Beachte aber die Möglichkeit der Aufstiftung!)
Zum Nachdenken: Was bedeutet eigentlich? „de lege lata“ „de lege ferenda“ „error in persona“ „aberratio ictus“
Eine weit größere Sammlung für den fortgeschrittenen Angeber findet sich bei Christian Lucas aus Münster
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6 Kommentare zu “Latein für Angeber”
Januar 29, 2006 um 9:33 am
Mein persönlicher Lieblingssatz für diese Woche:
„falsa demonstratio non nocet“
Ich habe „nocet“ immer „noket“ ausgesprochen.
Mein Prof. verbesserte mich, man spreche es „nozet“ aus.
Wie alles was mit der Juristerei zu tun hat, ist auch dies strittig:
Ausschnitt aus http://www.weikopf.de/Sprache/Romanisch/Aussprache_Latein/aussprache_latein.html
Der Konsonant C wurde klassisch immer wie „K“ ausgesprochen.
Erst in der Spätantike wurde das C vor E (auch AE, OE) oder I (auch Y) zu einem Reibelaut verändert („Z“), der in den romanischen Sprachen weiterentwickelt wurde.
„res extra commercium“
= eine Sache, die nicht verkauft werden kann
zB der Kölner Dom
Februar 3, 2006 um 8:34 pm
so sisses! alles eine befindlichkeitsfrage – ebenso wie die berühmten „essen(s)marken“ oder der allgegenwärtige „schaden(s)ersatz“…
addendum: ich bin auf einem altsprachlichen gym mit latein als erster fremdsprache „herangezüchtet“ worden. da gab’s aber sowas von abzügen in a- und b-note, wenn sich jemand erdreistete, das „z“ zu benutzen!
n.b. (i.e.: nota bene!): der deutsche imperativ zu dem verb „helfen“ heißt „hilf“ oder „helft“…
war aber sicher ein vertipper 🙂
Robert Nober schreibt:
Februar 5, 2006 um 12:55 pm
Also einige meiner Lieblinge sind die Leistungskondiktionen, als da wären:
– condictio indebiti (§ 812 I 1 Alt. 1 BGB – datio solvendi causa)
– condictio ob causam finitam (§ 812 I 2 Alt. 1 BGB – datio solvendi
– condictio ob rem ((§ 812 I 2 Alt. 2 BGB – datio ob rem)
– condictio ob turpem vel iniustam causam (§ 817 S. 1 BGB – datio ob rem vel solvendi causa)
– §§ 684, 812 BGB (datio ob rem/obligandi causa/negotii gerendi causa/credendi causa)
Februar 5, 2006 um 1:02 pm
Ach, da gibts noch § 813 I 1 BGB (Kondiktion wegen dauernder Einrede, bei einer datio solvendi causa), aber dafür ist mir noch kein lateinischer Begriff untergekommen – sollen wir einen erfinden? condictio ob interpellationem perpetuam *g*, mag durchaus sein, dass es den oder einen anderen Begriff schon gibt ;-).
Dezember 2, 2006 um 7:43 pm
Dolo-agit-Einrede (§242 BGB): dolo agit quit petit quod statium redditurus est (Arglistig handelt, wer etwas verlangt, was er augenblicklich wieder zurückgeben muss)
Evebtema schreibt:
Juni 28, 2009 um 3:23 am