Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20272/85
Timestamp: 2019-12-08 12:54:45
Document Index: 352516627

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705', '§ 505', '§ 511', '§ 685', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 705', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.09.1986 - II ZR 272/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,482
BGH, 25.09.1986 - II ZR 272/85 (https://dejure.org/1986,482)
BGH, Entscheidung vom 25.09.1986 - II ZR 272/85 (https://dejure.org/1986,482)
BGH, Entscheidung vom 25. September 1986 - II ZR 272/85 (https://dejure.org/1986,482)
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Auslegung eines in einem Aktien-Pool-Vertrag enthaltenen Vorkaufsrechts - Ausnahme eines Vorkaufsrechts von einem Verkauf, der mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht an einen gesetzlichen Erben erfolgt - Unwirksamkeit des Kaufvertrages auf Grund von Willensmängeln - ...
Wirksamer Ausschluß eines in Aktienpoolvertrag vereinbarten Vorkaufsrechts für Verkäufe an gesetzliche Erben in Vorwegnahme der Erbfolge und unter Bindung an den Poolvertrag
Zur Wirksamkeit und Auslegung eines Aktien-Pool-Vertrages
BGB § 705, § 505, § 511
b) Eine Vermutung für den Schenkungscharakter von Leistungen unter nahen Verwandten kennt das Gesetz ausschließlich in den engen Grenzen der §§ 685, 1620 BGB (BGH, Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 272/85 - NJW 1987, 890, 892 unter 2).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist aber demjenigen, der sich auf das Vorliegen einer gemischten Schenkung beruft, eine Beweiserleichterung in Form einer tatsächlichen Vermutung zuzubilligen, wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein objektives, über ein geringes Maß deutlich hinausgehendes Mißverhältnis besteht (BGHZ 82, 274, 281f.; Urteil vom 25. September 1986, aaO.).
aa) Eine Schutzgemeinschaft, mit der die in § 1 Nr. 2 des zwischen den Parteien bestehenden Vertrages niedergelegten Zwecke verfolgt werden, wird üblicherweise als Innengesellschaft ohne Bildung von Gesamthandsvermögen eingegangen (…vgl. die Gestaltungen in BGH, Urt. v. 3. Februar 1966 - II ZR 230/63, WM 1966, 511; v. 14. Mai 1970 - II ZR 136/68, WM 1970, 962; v. 25. September 1986 - II ZR 272/85, ZIP 1987, 103 = WM 1987, 10;… MüKo/Ulmer aaO. vor § 705 Rdn. 41;… Hengeler in Becksches Formularbuch zum Bürgerlichen, Handels- und Wirtschaftsrecht, 5. Aufl., VIII A. 2, S. 861 ff.;… Lübbert, Abstimmungsvereinbarungen in den Aktien- und GmbH-Rechten der EWG-Staaten, der Schweiz und Großbritanniens, 1971, S. 83;… auch Westermann, Hdb. d. Personengesellschaften, 3. Aufl., Rdn. I, 66, S. 52;… Friedlaender, Konzernrecht, 2. Aufl., S. 87 f, 90 f.).
Eine Veräußerung der Anteile durch einen der Schutzgemeinschaft angehörenden Gesellschafter an Dritte, die dem Vertrag nicht beitreten dürfen, oder an nicht beitrittswillige Familienangehörige kann lediglich durch Vereinbarung eines Ankaufsrechtes der verbleibenden Gesellschafter, dem eine Anbietungspflicht des Veräußerungswilligen entspricht, unterbunden werden (…vgl. BGH, Urt. v. 3. Februar 1966 - II ZR 230/63, WM 1966, 511; v. 14. Mai 1970 - II ZR 136/68, WM 1970, 962; v. 25. September 1986 - II ZR 272/85, WM 1987, 10 = ZIP 1987, 103).
dd) Welche Auswirkungen der Wegfall der Geschäftsgrundlage des Vertrages mit dem Drittkäufer für das Vorkaufsrecht hat (vgl. dazu BGH, Urt. v. 25. September 1986, II ZR 272/85, NJW 1987, 890, 893), bedarf für den vorliegenden Fall keiner Entscheidung.
Damit dürfte es sich bei dem Beschluss der Gesellschafter vom 29. Januar 2015 nicht lediglich um einen schuldrechtlichen Stimmbindungsvertrag gehandelt haben (vgl. dazu BGH, Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 272/85 - juris Rdnr. 8 m.w.N.), sondern um eine gesellschaftsrechtliche Bindung der Gesellschafter, die in der Satzung der Klägerin angelegt war (vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juli 2019 - II ZR 406717 - juris Rdnr. 57).
OVG Niedersachsen, 14.01.2013 - 4 LA 173/12
Naturschutzrechtliches Vorkaufsrecht bei genehmigungsbedürftigem Kaufvertrag
Eine gemischte Schenkung, die anders als ein Kaufvertrag keinen Vorkaufsfall auslöst, liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur dann vor, wenn die Vertragsparteien das objektive Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung kennen und sich zudem darüber einig sind, dass ein Teil der Leistung nicht durch die Gegenleistung abgegolten, sondern unentgeltlich zugewendet werden soll (vgl. BGH, Urt. v. 25.9.1986 - II ZR 272/85 -, NJW 1987, 980;… BHG, Urt. v. 21.6.1972 - IV ZR 221/69 -, BGHZ 59, 132).
Dabei rechtfertigt aber nicht schon die Feststellung eines Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung die Annahme, die Parteien hätten sich über die teilweise Unentgeltlichkeit des Geschäfts schlüssig geeinigt (BGH, Urt. v. 25.9.1986, a.a.O.).
Zum anderen können subjektive Wertvorstellungen weit auseinandergehen und entfernen sich nicht selten von den objektiven Werten (BGH, Urt. v. 25.9.1986, a.a.O.).
Gleichwohl ist demjenigen, der sich auf das Vorliegen einer gemischten Schenkung beruft, eine Beweiserleichterung in Form einer tatsächlichen Vermutung zuzubilligen, wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein objektives, über ein geringes Maß deutlich hinausgehendes Missverhältnis besteht (BGH, Urt. v. 25.9.1986, a.a.O.).
LG Dortmund, 22.11.2006 - 22 O 105/05
Herleitung eines Vorkaufsrechtes i.F.e. gemischten Schenkung bei Erfassung auch …
OLG Frankfurt, 04.02.1999 - 15 U 58/98
Rückforderung eines verschenkten Grundstücks nach den Vorschriften über die …