Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20119/10
Timestamp: 2020-06-07 01:06:31
Document Index: 53002995

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 8', '§ 8', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 635', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', '§ 8']

BGH, 07.03.2013 - VII ZR 119/10 - dejure.org
BGH, 07.03.2013 - VII ZR 119/10
https://dejure.org/2013,7541
BGH, 07.03.2013 - VII ZR 119/10 (https://dejure.org/2013,7541)
BGH, Entscheidung vom 07.03.2013 - VII ZR 119/10 (https://dejure.org/2013,7541)
BGH, Entscheidung vom 07. März 2013 - VII ZR 119/10 (https://dejure.org/2013,7541)
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§ 4 Nr 7 S 1 VOB/B 2006, § 4 Abs 7 S 1 VOB/B 2012, § 4 Nr 7 S 3 VOB/B 2006, § 8 Nr 3 Abs 1 VOB/B 2006, § 8 Nr 3 Abs 2 S 1 VOB/B 2006
Gewährleistung beim VOB-Vertrag: Mängelbeseitigung oder Neuherstellung vor der Abnahme; Erstattung von Fremdnachbesserungskosten
Auftraggeber kann keine bestimmte Art und Weise der Mängelbeseitigung verlangen
Ersatzvornahme - Auftragnehmer trägt das Risiko einer fehlerhaften Beurteilung des voraussichtlichen Mangelbeseitigungsaufwands
Auftraggeber kann keine bestimmte Art der Mängelbeseitigung verlangen!
Ersatz der Kosten für unnötig aufwändige Methode der Mängelbeseitigung
Prognoserisiko bei nicht erforderlicher Ersatzvornahmearbeiten
Ersatz für nicht notwendige Mängelbeseitigungsarbeiten
Ersatzvornahmekosten: Auftragnehmer trägt das Prognoserisiko! (IBR 2013, 341)
Auftragnehmer bestimmt Art und Weise der Mängelbeseitigung: Auch nach § 4 Abs. 7 VOB/B! (IBR 2013, 340)
LG Rostock, 31.07.2007 - 3 O 122/03
OLG Rostock, 16.06.2010 - 2 U 56/07
NJW 2013, 1528
MDR 2013, 772
NZBau 2013, 430
BauR 2013, 1129
ZfBR 2013, 454
Denn der Vertrag zwischen den Bauherren und dem Kläger über die Herstellung und den Einbau von Holz-Aluminium-Fenstern in den Einfamilienhaus-Neubau der Bauherren ist nicht, wie die Revision meint, ein Kauf- oder Werklieferungsvertrag mit Montageverpflichtung, sondern ein Werkvertrag (vgl. BGH, Urteile vom 7. März 2013 - VII ZR 119/10, NJW 2013, 1528 Rn. 1, 8 ff., …und vom 24. September 1962 - VII ZR 52/61, juris Rn. 9 ff., jeweils zu einem VOB-Vertrag über den Einbau von Türen und Fenstern;… vgl. auch Senatsbeschluss vom 16. April 2013 - VIII ZR 375/11, juris Rn. 8;… Senatsurteil vom 17. Oktober 2012 - VIII ZR 226/11, aaO Rn. 11 ff. zur Lieferung und Verlegung von Parkettstäben).
Hat der Auftraggeber sich sachverständig beraten lassen, so kann er Ersatz seiner Aufwendungen auch dann verlangen, wenn sich später herausstellt, dass die von ihm durchgeführte Sanierung zu aufwändig war und eine preiswertere Möglichkeit bestand (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2013 - VII ZR 119/10, BauR 2013, 1129 Rn. 9 m.w.N. = NZBau 2013, 430).
Sie ist vielmehr der Auffassung, das Berufungsgericht weiche hiermit von den vom Bundesgerichtshof zur Erstattungsfähigkeit von Mängelbeseitigungsaufwendungen aufgestellten Grundsätzen (vgl. u.a. BGH, Urteil vom 7. März 2013 - VII ZR 119/10, aaO) ab.
Erforderlich sind nur diejenigen Aufwendungen, welche der Auftraggeber als vernünftiger und wirtschaftlich denkender Bauherr im Zeitpunkt der Beauftragung des Dritten für angemessen halten durfte, wobei es sich um eine vertretbare Maßnahme der Schadensbeseitigung handeln muss (BGH, Urteil vom 7. März 2013 - VII ZR 119/10, BauR 2013, 1129 Rn. 9 = NZBau 2013, 430 m.w.N.).
OLG Celle, 09.10.2013 - 14 U 21/13
VOB-Vertrag: Fristsetzung zur Mängelbeseitigung als Voraussetzung einer …
Die Grundsätze der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 5. Oktober 2005 (- X ZR 276/02 - BauR 2006, 524; vgl. auch BGH - VII ZR 119/10 - BauR 2013, 1129 - juris-Rdnr. 16) sind hier nicht anwendbar.
Er kann jedoch keine bestimmte Art der Mängelbeseitigung fordern, wenn der Vertrag auch auf eine andere Weise erfüllt werden kann; insbesondere kann eine Neuherstellung vom Auftraggeber nur dann gefordert werden, wenn die vertragsgerechte Erfüllung auf andere Weise nicht möglich ist (BGH, BauR 2013, 1129 - juris-Rdnr. 15 m. w. N.).
Hat er sich insoweit sachkundig beraten lassen, darf er regelmäßig der Einschätzung der sachkundigen Beurteilung folgen; das Risiko einer Fehleinschätzung trägt dann der Ersatzpflichtige, der in einem solchen Fall die entstandenen Kosten selbst dann zu erstatten hat, wenn sich die zur Mängelbeseitigung ergriffenen Maßnahmen im Nachhinein als nicht erforderlich erweisen (BGH, BauR 2013, 1129 - juris-Rdnr. 9 m. w. N.).
der Frage, wer das Prognoserisiko trägt, wenn ein sachverständig beratener Besteller bestimmte Arbeiten in Auftrag gibt, die ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger später für nicht erforderlich hält oder deren Erforderlichkeit nicht eindeutig aufklärbar ist, enthält die Entscheidung keinen Hinweis darauf, dass der BGH von seiner früheren Rechtsprechung (vom 7.3.-, VII ZR 119/10) abweichen wollte, wonach der Auftraggeber, der sich sachkundig beraten ließ "regelmäßig die Fremdnachbesserungskosten verlangen [kann], die ihm auf Grund dieser Beratung entstanden sind" und dass das "mit der sachkundig begleiteten Beurteilung einhergehende Risiko einer Fehleinschätzung [...] der Auftragnehmer" trägt, so dass dieser "die Kosten selbst dann zu erstatten [hat], wenn sich die zur Mängelbeseitigung ergriffenen Maßnahmen im Nachhinein als nicht erforderlich erweisen".
Für den Fall der sachkundigen Beratung hat der BGH (Urteil vom 7.3.- - VII ZR 119/10) aber ausgeführt, dass der Besteller, der sich hat "sachkundig beraten lassen, [...] regelmäßig die Fremdnachbesserungskosten verlangen [kann], die ihm auf Grund dieser Beratung entstanden sind.
OLG Köln, 16.03.2016 - 16 U 109/15
Für die Bewertung der Erforderlichkeit ist auf den Aufwand und die damit verbundenen Kosten abzustellen, welche der Auftraggeber im Zeitpunkt der Mängelbeseitigung als vernünftiger, wirtschaftlich denkender Bauherr aufgrund sachkundiger Beratung oder Feststellung aufwenden konnte und musste, wobei es sich um eine vertretbare Maßnahme der Schadensbeseitigung handeln muss (BGH, Urteil vom 31.01.1991 - VII ZR 63/90, NJW-RR 1991, 789; Urteil vom 07.03.2013 - VII ZR 119/10, IBR 2013, 340, 341; Urteil vom 25.06.2015 - VII ZR 220/14, IBR 2015, 478).
Auf solche untauglichen Nachbesserungsansinnen des Auftragnehmers, die sich als bloßer Versuch einer Nachbesserung darstellen, braucht sich der Auftraggeber einer Werkleistung regelmäßig nicht einzulassen (vgl. BGH, Urteil vom 05.05.2011, VII ZR 28/10, NJW 2011, 1872; BGH, Urteil vom 13.12.2001, VII ZR 27/00, NJW 2002, 1262; BGH, Urteil vom 24.04.1997, VII ZR 110/96, BauR 1997, 638; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.12.2009, 9 U 18/09, Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen durch BGH, Beschluss vom 09.02.2012, VII ZR 15/10, IBR 2012, 258;… Werner/Pastor, a.a.O., Rn 2091;… Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 5. Auflage -, Rn 1337 mwN; vgl. auch BGH, Urteil vom 07.03.-, VII ZR 119/10, NJW -, 1528; BGH, Urteil vom 05.10.2005, X ZR 276/02, BauR 2006, 524; ibr-online-Kommentar/Krause-Allenstein, Stand 12.03.2018, § 635, Rn 24 ff./31 mwN).
Denn das mit der sachkundig begleiteten Beurteilung einhergehende Risiko einer etwaigen Fehleinschätzung trägt der Auftragnehmer (BGH, Urteil vom 7.3.2013 - VII ZR 119/10, BauR 2013, 1129, Tz. 9 mwN).
Seine technische Einschätzung deckt sich im übrigen mit den rechtlichen Erwägungen ständiger Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 7.3.2013 - VII ZR 119/10, BauR 2013, 1129, Tz. 9).
Ferner weist der Senat darauf hin, dass der sachkundig beratene Auftraggeber im Zuge der berechtigten Ersatzvornahme grundsätzlich die Kosten ersetzt verlangen kann, die er als vernünftiger, wirtschaftlich denkender Bauherr im Zeitpunkt der Beauftragung des Drittunternehmers für angemessen halten durfte, solange es sich um eine vertretbare Art der Schadensbeseitigung handelt (BGH Urt. v. 07.03.2013 - VII ZR 119/10, BauR 2013, 1129).
Der Auftraggeber kann Erstattung der Fremdnachbesserungskosten verlangen, die er als vernünftiger, wirtschaftlich denkender Bauherr im Zeitpunkt der Beauftragung des Dritten für angemessen halten durfte, wobei es sich um eine vertretbare Maßnahme der Schadensbeseitigung handeln muss (…BGH, Urt. v. 25.06.2015 - VII ZR 220/14, BauR 2015, 1664; Urt. v. 07.03.2013 - VII ZR 119/10, NJW 2013, 1528;… ibr-online Kommentar VOB/B/Jahn, Stand: 22.11.2018, § 8 VOB/B Rz. 266).
Der BGH (Urteil vom 7. März -, VII ZR 119/10) hat zu § 8 VOB/B ausgeführt:.
OLG München, 13.07.2016 - 28 U 1483/16