Source: https://www.erbrechtsinfo.ch/erben/erbengemeinschaft/
Timestamp: 2020-07-07 12:43:20
Document Index: 20505091

Matched Legal Cases: ['Art. 602', 'Art. 602', 'Art. 604', 'Art. 419', 'Art. 603', 'Art. 604', 'Art. 606', 'Art. 334', 'Art. 604', 'Art. 605', 'Art. 608', 'Art. 610']

Erbengemeinschaft in der Schweiz - Infos, Formen & Pflichten
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Erbengemeinschaft in der Schweiz - Infos, Formen & Rechte
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Wenn ein Verstorbener sein Vermögen mehreren Personen hinterlässt, bilden diese Erben miteinander eine Erbengemeinschaft. Hat der Erblasser vor seinem Ableben ein Testament oder einen Erbvertrag verfasst, so sind die Erben darin bestimmt – ansonsten entscheidet die gesetzliche Erbfolge, wer erbt und dementsprechend (bei mehreren Erben) Teil der Erbengemeinschaft ist.
Im folgenden Artikel werden alle wichtigen Aspekte rund um die Erbengemeinschaft in der Schweiz behandelt. Dabei werden beispielswese Themen wie die Erbengemeinschaft bei einer Liegenschaft, die Erbengemeinschaft Rechte sowie Fragen zur Vollmacht einer Erbengemeinschaft und zur Erbengemeinschaft Steuer ausführlich erläutert.
Gerade in Erbengemeinschaften kann es oftmals zu Erbstreitigkeiten kommen. Deshalb ist es ratsam, sich von einem spezialisierten Anwalt für Erbrecht beraten zu lassen. In unserer Anwaltssuche können Sie sich gerne über einen passenden Anwalt informieren und diesen auch gleich kostenlos kontaktieren.
Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, so bilden diese automatisch eine Erbengemeinschaft.
Im Schweizer Erbrecht unterscheidet man zwischen der fortgesetzten Erbengemeinschaft der reduzierten Erbengemeinschaft und der Erben-Gemeinderschaft.
Alle Mitglieder der Erbengemeinschaft sind dazu verpflichtet, den Nachlass bis zur vollständigen Erbteilung gemeinsam zu verwalten.
Die Erben einer Erbengemeinschaft haften solidarisch für die Schulden des Erblassers.
Es gibt insgesamt drei Arten der Erbteilung: die vollständige Auflösung der Erbengemeinschaft durch Teilung, die objektiv-partielle Teilung und die subjektiv-partielle Teilung.
Unter bestimmten Umständen kann die Teilung einer Erbschaft aufgeschoben werden.
Bei der Erbengemeinschaft bei Landwirtschaft gelten gesonderte Regelungen.
Eine Erbengemeinschaft gilt nach der Erbauseinandersetzung als aufgelöst.
Bei Erbstreitigkeiten empfiehlt es sich, einen Mediator aufzusuchen und sich von einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten zu lassen.
Wenn ein Erblasser stirbt und mehrere Erben hinterlässt, so bilden diese nach dem Erbrecht in der Schweiz automatisch eine Erbengemeinschaft. Dabei ist es unerheblich, ob nach der gesetzlichen Erbfolge oder nach der gewillkürten Erbfolge mit Testament oder Erbvertrag geerbt wird: Sobald ein Erblasser mehrere Erben hat, bilden diese gemeinsam eine Erbengemeinschaft.
Doch wie funktioniert eine Erbengemeinschaft allgemein, worauf muss eine Erbengemeinschaft bei Immobilien beachten und wie funktioniert eine Erbengemeinschaft mit Grundstück? Diese und weitere Fragen werden im Folgenden geklärt.
Gesetzliche Grundlagen einer Erbengemeinschaft
Der Erbengemeinschaft liegt Art. 602 ZGB zugrunde. Dieser besagt, dass
eine Erbengemeinschaft besteht, bis die Erbschaft geteilt wird.
für alle Erbengemeinschaft Vertreter bis zur Erbteilung eine Gemeinschaft aller Rechte und Pflichten besteht.
die Erbengemeinschaft Vertreter Gesamteigentümer der Erbschaft sind und diese bis zur Teilung gemeinsam verwalten.
auf Begehren eines Miterben zur Erbengemeinschaft Aufteilung ein gesetzlicher Vertreter durch die Behörde bestellt werden kann.
In der Schweiz gibt es insgesamt drei Formen, die eine Erbengemeinschaft annehmen kann. Diese drei Formeln sind die fortgesetzte Erbengemeinschaft, die reduzierte Erbengemeinschaft und die Erben-Gemeinderschaft. Welche Form der Erbengemeinschaft im Einzelnen entsteht, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab.
Unter anderem eine Rolle spielen kann, ob die Erbengemeinschaft eine Liegenschaft teilen muss, um die Erbengemeinschaft aufzulösen. Wie sich die verschiedenen Erbengemeinschafts Formen voneinander unterscheiden, werden wir uns im Folgenden ansehen.
Was ist die fortgesetzte Erbengemeinschaft
Die fortgesetzte Erbengemeinschaft entsteht dann, wenn die Erben einstimmig dafür sind, die Erbteilung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. In der Realität kommt es recht häufig vor, dass fortgesetzte Erbengemeinschaften über Jahre hinweg bestehen bleiben. Dies kommt vor allem dann vor, wenn es keiner der Erben mit der Erbteilung sonderlich eilig hat.
Was ist die reduzierte Erbengemeinschaft?
Eine reduzierte Erbengemeinschaft liegt dann vor, wenn bereits Miterben aus der Erbengemeinschaft ausgeschieden sind. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Miterbe bereits ausbezahlt wurde. Die übrigen Erben bilden weiterhin gemeinsam eine Erbengemeinschaft und führen diese in reduzierter Form weiter.
Was ist die Erben-Gemeinderschaft?
Bei einer Erben-Gemeinderschaft wird die Erbteilung ähnlich wie bei der fortgesetzten Erbengemeinschaft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Allerdings bilden die Mitglieder der Erbengemeinschaft hier eine sogenannte Gemeinderschaft, in der sie gemeinsam ihre wirtschaftlichen Interessen am Vermögen vertreten.
Was besagen die Vorschriften über die Teilung der Erbschaft?
Wenn ein Erblasser mehrere Erben hat, entsteht eine Erbengemeinschaft automatisch. Die Erbengemeinschaft löst sich auf, wenn die Teilung der Erbschaft abgeschlossen ist. Solange die Erbschaft noch nicht geteilt ist, sind alle Erben gemeinsam die Gesamteigentümer der Erbschaft; Sie bilden eine Gemeinschaft zur gesamten Hand.
Wenn Sie weitere Fragen zur Erbengemeinschaft und den Vorschriften über die Teilung der Erbschaft haben, steht Ihnen ein Rechtsanwalt für Erbrecht gerne zur Seite. Einen passenden Ansprechpartner finden Sie über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.ch.
Erfahren Sie mehr zum Thema Erbteilung in der Schweiz
Welche Rechte und Pflichten haben die Erben an der Erbschaft?
Alle Mitglieder einer Erbengemeinschaft haben dieselben Rechte und Pflichten. Bei einer Erbengemeinschaft hat ein Erbe allein an einzelnen Teilen der Erbschaft kein Recht. Alle Erbengemeinschaft Vertreter haben nur gemeinsam das Recht, über den Nachlass zu verfügen.
Selbst, wenn ein Erblasser einem Erben einen bestimmten Gegenstand aus der Erbschaft zugewiesen hat, ist dieser bis zur abgeschlossenen Erbteilung Eigentum der gesamten Erbengemeinschaft. Art. 602 ZGB und Art. 604 ZGB beschäftigen sich näher mit den Rechten und Pflichten der Erben einer Erbengemeinschaft.
Solange die Erbteilung nicht abgeschlossen ist, können die Erben nur gemeinsam über die Erbschaftssachen verfügen. Hierbei gilt das Prinzip der Einstimmigkeit. Möchte ein Erbengemeinschaft Vertreter eine Erbengemeinschaft Immobilie verkaufen, müssen alle Miterben der Erbengemeinschaft einverstanden sein.
Weil eine Erbengemeinschaft als Liquidationsgemeinschaft gilt, hat der Gesetzgeber keine weiteren Vorschriften als das Einstimmigkeitsprinzip getroffen.
Ausnahmen davon, dass die Erben die Erbschaft gemeinsam verwalten müssen, sind folgende:
Der Erbengemeinschaft Konto Zugriff kann auf einen Miterben mittels einer Vollmacht übertragen werden, sodass dieser auch allein auf das Erbengemeinschaft Konto zugreifen kann.
Die Erbengemeinschaft Vertreter können einem Dritten eine Erbengemeinschaft Konto Vollmacht ausstellen.
Liegen alle Voraussetzungen für eine Geschäftsführung ohne Auftrag nach Art. 419 ff. OR vor, so ist es einem Miterben erlaubt, die Erbengemeinschaft allein zu vertreten.
Darf ein Erbe ohne Zustimmung der Gemeinschaft agieren?
In Ausnahmefällen ist es einem einzelnen Erben der Erbengemeinschaft erlaubt, ohne die Zustimmung der anderen Miterben zu handeln. Ein solcher Ausnahmefall liegt vor, wenn der Erbengemeinschaft durch Unterlassen einer Handlung Schaden droht. Kann dieser Schaden nur durch sofortiges Handeln eines Erben abgewendet werden, so darf dieser im Interesse aller ohne deren Zustimmung agieren.
Wann kann die Erbengemeinschaft über das Erbe verfügen?
Die Erbengemeinschaft kann nicht sofort mit ihrer Entstehung über ein Erbe verfügen. Sie muss so lange warten, bis die zuständige Behörde die Erbscheine ausgestellt hat. Ein Erbengemeinschaft Erbschein kann entweder für alle Erben zusammen ausgestellt werden oder ein einzelner Erbe beantragt einen so genannten Teilerbschein.
Bei der Erbengemeinschaft mit gesetzlicher Erbfolge dauert die Erbschein Ausstellung in der Regel nicht sehr lange. Ist die Erbengemeinschaft durch ein Testament oder einen Erbvertrag entstanden, müssen sich die Erben bis zur Erbschein Ausstellung etwas länger gedulden.
Bei der Erbengemeinschaft Steuer ist es wichtig zu wissen, dass die Erbengemeinschaft nicht zusammen besteuert wird, sondern die Erben einzeln. Sie müssen jeweils für ihren Erbteil Steuern abführen. Hierbei sind die Einkünfte gerechnet ab dem Todestag des Erblassers bis zur Erbteilung, also der Auflösung der Erbengemeinschaft, maßgebend.
Wann eine Erbengemeinschaft beim Hausverkauf Steuern zahlen muss, hängt davon ab, in welchem Verhältnis die Erben zu dem Erblasser stehen. Für direkte Nachkommen beispielsweise wurde die Erbschaftssteuer in den meisten Kantonen gänzlich abgeschafft.
Wenn Sie sich näher über das Thema Steuererklärung Erbengemeinschaft informieren möchten oder weitere Fragen haben, ist Ihnen einen Anwalt für Erbrecht von Erbrechtsinfo.ch gern behilflich.
Erfahren Sie mehr zur Erbschaftssteuer in der Schweiz
Nach Art. 603 Absatz 1 ZGB haften die Erben einer Erbengemeinschaft für die Schulden des Erblasser gemeinsam. Das bedeutet, dass jeder Erbe sowohl für die Erbschaftsschulden als auch für die Erbgangsschulden allein haftbar gemacht werden kann. Die Haftbarkeit bezieht sich auf das ganze Erbe und nicht nur auf die eigene Quote.
Ist ein Erbe zahlungsunfähig, kann dies für die anderen Erben unangenehme Folgen haben. Um sich zu schützen, haben sie die Möglichkeit, sofort nach dem Erbgang Maßnahmen zu verlangen, die ihr eigenes Vermögen schützen. Näheres hierzu regelt Art. 604 Absatz 3 ZGB.
Was bedeutet der Dreissigste?
Der Dreissigste fällt den Erbengemeinschaft Kosten zur Last und ist eine Unterhaltsforderung von Erben, die zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers mit diesen in einem Haushalt gelebt haben. Sie können verlangen, dass ihnen noch ein weiterer Monat aus den Mitteln der Erbschaft Unterhaltskosten gewährt werden. Dieser Anspruch besteht allerdings nur, wenn der Nachlass zur Deckung der Forderung ausreicht.
Art. 606 ZGB regelt den 30. folgendermaßen:
„Erben, die zur Zeit des Todes des Erblassers in dessen Haushaltung ihren Unterhalt erhalten haben, können verlangen, dass ihnen nach dem Tode des Erblassers der Unterhalt noch während eines Monats auf Kosten der Erbschaft zuteil werde.“
Art. 334 ZGB besagt, dass volljährige Kinder und Grosskinder eine angemessene Entschädigung verlangen können wenn sie ihren Eltern oder Großeltern während des Wohnens in einem gemeinsamen Haushalt ihre Arbeitskraft oder einen Teil ihrer Einkünfte zu gewendet haben. Diese Entschädigung nennt man Lidlohn.
Der Lidlohn zählt zu den Erbschaftsschulden; allerdings nur, wenn der Nachlass durch die Zahlung des Lidlohns nicht überschuldet wird. Der Anspruch auf den Lidlohn verjährt nicht, er muss allerdings spätestens bei der Erbteilung der Erbengemeinschaft angemeldet werden.
Was bedeutet partielle Erbteilung?
Nach dem Erbrecht in der Schweiz gibt es insgesamt drei Arten der Erbteilung. Zum einen zählt hierzu die Auflösung der Erbengemeinschaft durch vollständige Teilung des Nachlasses. In diesem Fall der Erbengemeinschaft Aufteilung löst sich die Erbengemeinschaft automatisch auf, sobald die Erbteilung abgeschlossen ist.
Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Arten der Erbteilung: die subjektiv-partielle Erbteilung und die objektiv-partielle Erbteilung. Auf den Unterschied der beiden werden wir im Folgenden eingehen.
Objektiv-partielle Teilung
Die objektiv-partielle Erbteilung zeichnet sich dadurch aus, dass alle Erben in der Erbengemeinschaft verbleiben, obwohl sie schon einen Teil des Nachlasses untereinander aufgeteilt haben. Eine objektiv-partielle Erbteilung kommt in der Realität recht häufig vor, wenn sich alle Erben über die partielle Teilung des Nachlasses einig sind und keiner etwas dagegen hat, noch länger in der Erbengemeinschaft zu verbleiben.
Subjektiv-partielle Teilung
Bei der subjektiv-partiellen Erbteilung kommt es zur Abfindung einer oder mehrerer Erben. Die restlichen Erben verbleiben in der Erbengemeinschaft und halten diese bis zur vollständigen Erbteilung aufrecht.
Bei allen drei möglichen Fällen der Erbteilung muss die Erbengemeinschaft dem Grundbuchamt einen schriftlichen Erbteilungsvertrag einreichen. Möchte die Erbengemeinschaft im Grundbuch die Erbfolge eintragen lassen, fällt hierfür eine Gebühr an. Die Erbengemeinschaft Grundbuch Eintragung ist deswegen wichtig, weil die Erben erst über ein Grundstück beziehungsweise eine Immobilie verfügen können, wenn sie im Grundbuch eingetragen sind. Für die Erbengemeinschaft Grundbuch Eintragung muss ein Erbschein vorgelegt werden.
Warum kann eine Teilung aufgeschoben werden?
In der Schweiz kann die Erbengemeinschaft Aufteilung aus mehreren Gründen aufgeschoben werden und die Erbengemeinschaft weiter bestehen bleiben. Ihr Anwalt für Erbrecht kann Sie im Bedarfsfall gerne individuell zur Erbteilung beraten.
Auch, wenn Sie Hilfe bei anderen erbrechtlichen Themen wie beispielsweise der Unternehmensnachfolge, Schenkungen und Vermögensübertragungen oder dem Willensvollstrecker haben, finden Sie auf Erbrechtsinfo.ch Den richtigen Ansprechpartner.
Eine Möglichkeit, die Erbengemeinschaft Aufteilung aufzuschieben, ist eine gesetzliche Vorschrift. Wenn ein Erbe die Aufschiebung der Erbteilung wünscht, kann er diese durch einen Richter anordnen lassen. Der Richter stimmt dem Antrag allerdings nur zu, wenn durch das Nichtaufschieben der Erbteilung ein Schaden für die Erbengemeinschaft entstehen würde. Näheres hierzu regelt Art. 604 Absatz 2 ZGB.
Die gesetzliche Vorschrift verlangt eine Aufschiebung Erbengemeinschaft Aufteilung dann, wenn ein Kind unterwegs ist, aber noch nicht geboren wurde. Muss dieses ungeborene Kind bei der Erbteilung berücksichtigt werden, so muss sie verschoben werden. Art. 605 ZGB regelt dies näher.
Erblasserische Anordnung
Des Weiteren kann die Erbengemeinschaft Aufteilung auf Wunsch des Erblassers aufgeschoben werden. Gemäß Art. 608 Absatz 1 ZGB kann ein Erblasser in einem Testament oder Erbvertrag eine Aufschiebung der Erbteilung anordnen. Hiervon ausgenommen sind die Pflichtteile pflichtteilsberechtigter Erben. Diese können eine partielle Erbteilung verlangen.
Vertragliche Vereinbarung unter den Miterben
Sind alle Erben einer Erbengemeinschaft einverstanden, können Sie den Aufschub der Erbengemeinschaft Aufteilung vereinbaren. Sie bilden dann nach dem Erbrecht in der Schweiz eine fortgesetzte Erbengemeinschaft. In der Realität kommt eine solche fortgesetzte Erbengemeinschaft sehr häufig vor. Diese muss allerdings von der oben beschriebenen Gemeinderschaft unterschieden werden.
Wie kann eine Erbengemeinschaft aufgelöst werden?
Eine Erbengemeinschaft kann in der Schweiz auf mehrere Arten aufgelöst werden. Wer eine Erbengemeinschaft auflösen möchte, kann dies entweder durch eine Erbauseinandersetzung, die Auszahlung der Miterben, den Verkauf an Dritte und die sogenannte Teilungsversteigerung. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Erbengemeinschaft Auflösung in den einzelnen Fällen von statten geht.
Bei der Erbauseinandersetzung kommt es zur Erbengemeinschaft Auflösung durch vollständige Teilung der Erbmasse. Hierzu müssen alle Erben einer Erbengemeinschaft einen Auseinandersetzungsvertrag aufsetzen. In diesem regeln sie genau, wer was bekommt. Sobald die Verteilung des Erbes abgeschlossen ist, wird die Erbengemeinschaft automatisch aufgelöst.
Eine Erbengemeinschaft auflösen ist auch durch die Auszahlung der Miterben möglich. Wichtig ist, dass sich bei der Erbengemeinschaft Auszahlung alle Erben einig sind. Wird ein Erbe ausgezahlt, ist er nicht länger Teil der Erbengemeinschaft.
Bei der Erbengemeinschaft Auflösung durch den Verkauf an Dritte einigen sich die Erben dazu, das Erbe an eine dritte Person zu veräußern. Auch hier müssen alle Miterben einverstanden sein. Im Anschluss wird der Verkaufspreis des Erbes unter den Mitgliedern der Erbengemeinschaft aufgeteilt. Im Anschluss hieran gilt die Erbengemeinschaft als aufgelöst.
Wenn die Erbengemeinschaft eine Liegenschaft veräußern muss, um die Erbteilung vorzunehmen, kann es zu Erbstreitigkeiten kommen. Ist die Erbengemeinschaft nicht einig, kann es daher zu einer Teilungsversteigerung kommen. Der Erlös der Teilungsversteigerung wird dann unter den mit Erben der Erbengemeinschaft aufgeteilt. Daraufhin gilt die Erbengemeinschaft als aufgelöst.
Wann sollte eine Erbengemeinschaft aufrechterhalten und wann aufgelöst werden?
Grundsätzlich ist eine Erbengemeinschaft dazu bestimmt, durch die Erbteilung aufgelöst zu werden. Ziel einer Erbengemeinschaft ist also die Liquidierung der Erbmasse. Sollte einer der Miterben zwischenzeitlich versterben, wodurch neue Erben hinzukommen, wird die Erbteilung immer komplizierter.
Daher ist es grundsätzlich ratsam, die Erbengemeinschaft Auflösung so schnell wie möglich vorzunehmen. In einigen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, eine Weile mit der Erbteilung zu warten. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine zum Nachlass gehörende Immobilie vermietet werden soll oder der Verkauf bereits für einen späteren Zeitpunkt geplant ist.
Kann man aus einer bestehenden Erbengemeinschaft aussteigen?
Der Austritt aus der Erbengemeinschaft in der Schweiz ist jedem Erben zu jeder Zeit gestattet. Wer eine Erbengemeinschaft Auszahlung wünscht, kann seinen Anteil am Erbe von den anderen Erben einfordern. Diese müssen die Erbengemeinschaft Auszahlung des Miterben dann veranlassen, indem sie darüber entscheiden, wie die Erbschaft aufgeteilt werden soll.
Hierzu bedarf es eines schriftlichen Vertrages. Sollten sich die Erben nicht einig werden, kann der Miterbe seinen Austritt aus der Erbengemeinschaft beziehungsweise seinen Erbteil einklagen.
Was passiert bei Tod eines Mitgliedes der Erbengemeinschaft?
Wenn ein Mitglied einer Erbengemeinschaft stirbt, so nehmen dessen Erben seinen Platz ein. Hierbei ist es unerheblich, ob der Erblasser eine letztwillige Verfügung hat oder seine Erben nach der gesetzlichen Erbfolge erben.
Kann man eine Erbschaft ablehnen?
Jeder Erbe hat nach dem Erbrecht in der Schweiz das Recht, das Erbe abzulehnen. Hierzu gibt es eine Frist von drei Monaten, die mit dem Tod des Erblassers zu laufen beginnt. Wann es sinnvoll ist, eine Erbschaft abzulehnen, hängt von den gegebenen Umständen ab. Ist ein Nachlass verschuldet, empfiehlt sich die Ausschlagung der Erbschaft. Bei weiteren Fragen berät Sie ihr Rechtsanwalt für Erbrecht gerne.
Erfahren Sie mehr zum Thema Erbe ausschlagen in der Schweiz
Wie erfolgt der Verkauf des Erbes einer Erbengemeinschaft?
Möchte eine Erbengemeinschaft eine Liegenschaft veräußern beziehungsweise entschließt sich eine Erbengemeinschaft zum Hausverkauf, so hat sie verschiedene Möglichkeiten. Entweder kann die Erbengemeinschaft die Liegenschaft selbst verkaufen oder sie beauftragt einen Makler. Wichtig zu wissen ist, dass auf einen eventuellen Gewinn Steuern entrichtet werden müssen.
Wie erfolgt die Vermietung bei Erbengemeinschaften?
Die Erbengemeinschaft hat die Möglichkeit, eine Immobilie zu vermieten, anstatt sie zu verkaufen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn alle Erben einverstanden sind. Außerdem darf die Erbengemeinschaft nicht vergessen, die Bruttomieteinkünfte in der Erbengemeinschaft Steuererklärung anzugeben.
Sollte ein Erbe der Erbengemeinschaft in der Erbengemeinschaft Immobilie leben, so muss dieser den sogenannten Eigenmietwert als Einkommen versteuern. Der Eigenmietwert ist definiert als Mietwert für selbst genutzte Liegenschaften beziehungsweise als potentieller Mietzins, der bei einer Vermietung erzielt werden würde.
Was bedeutet Stockwerkeigentum?
Das Stockwerkeigentum ist die Umwandlung von Gesamteigentum im Miteigentum. Dies bedeutet konkret: Möchte eine Erbengemeinschaft eine Liegenschaft nicht verkaufen, sondern vermieten, so kann sie die verschiedenen Wohnungen der Immobilie untereinander in Miteigentum aufteilen.
Erbengemeinschaft bei Landwirtschaft
Das sollten Sie dazu wissenDie Erbengemeinschaft bei Landwirtschaft ist wesentlich komplizierter als eine normale Erbengemeinschaft. Das bäuerliche Erbrecht in der Schweiz sieht vor, dass landwirtschaftliche Betriebe bei der Erbteilung nicht aufgeteilt werden, sodass keine Existenzen in Gefahr gebracht werden.
Deswegen soll nach dem bäuerlichen Erbrecht ein landwirtschaftlicher Betrieb von einem Erben übernommen werden, der vom Erblasser bestimmt wurde. Hierbei soll diese Person den Betrieb komplett erhalten. Das größte Problem bei dieser Regelung ist, dass sich die anderen Erben benachteiligt fühlen. Wenn es hier zu Streitigkeiten kommt, muss ein Gericht entscheiden.
Wie können Sie bei Streitigkeiten unter den Erben handeln?
Leider kommt es im Erbfall immer häufiger zu Erbstreitigkeiten unter den Erben einer Erbengemeinschaft. Bahnt sich ein Erbstreit an, ist es immer sinnvoll, einen Anwalt für Erbrecht zu Rate zu ziehen, der einen unterstützt. Wenn es innerhalb einer Erbengemeinschaft zu einem Erbstreit kommt, haben die Erben unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten.
Die sogenannte Erbteilungsklage bietet einem Erben die Möglichkeit, aus einer Erbengemeinschaft auszutreten. Durch die Erbteilungsklage wird die Auszahlung eines Erbteils über den gerichtlichen Weg verlangt. Dieser Schritt sollte gut überlegt sein, da die Folge häufig eine entzweite Familie ist.
Art. 610 Absatz 3 ZGB räumt jedem Erben einer Erbengemeinschaft das Recht ein, die Tilgung der Schulden vor der Erbteilung zu verlangen. Liegt ein Schuldentilgungsbegehren vor, muss trotz eventueller Teilungsklage mit der Teilung gewartet werden. Erst müssen die Schulden getilgt oder sichergestellt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist es, eine sogenannte Erbenvertretung zu beauftragen. Hierzu muss ein Erbe der Erbengemeinschaft diesen Wunsch bei der Zivilrechtsverwaltung äußern. Diese kann dann über die Einsetzung einer Erbenvertretung bestimmen. Die Erbenvertretung ist dann mit der Verwaltung des Nachlasses beauftragt
Wenn eine Erbengemeinschaft merkt, dass sich ein Erbstreit anbahnt, empfiehlt sich der Gang zum Mediator. Ein Mediator ist darauf spezialisiert, zwischen den Mitgliedern einer Erbengemeinschaft zu vermitteln und auf die Interessen aller Rücksicht zu nehmen. So kann in vielen Fällen eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, ohne dass es zum Äußersten kommt.
Wann kann es zu einer Versteigerung bei einer Erbengemeinschaft kommen?
Zu einer Erbengemeinschaft Versteigerung kann es kommen, wenn innerhalb einer Erbengemeinschaft keine Einigung erzielt werden kann. Häufig gibt es bei dem Erbengemeinschaft Hausverkauf solche Uneinigkeiten, dass sich die Erbengemeinschaft nicht einig werden kann.
Wird eine Erbengemeinschaft Auflösung aufgrund anhaltender Uneinigkeiten unmöglich, droht die Erbengemeinschaft Versteigerung von Erbengemeinschaft Immobilien beziehungsweise Erbengemeinschaft Liegenschaften.
Welche Kosten gibt es bei der Erbengemeinschaft zu beachten?
Die Erbengemeinschaft Kosten belaufen sich vor allem auf die Kosten für die Beurkundung des Erbauseinandersetzungsvertrages. Diese Kosten lassen sich am besten dann klein halten, wenn die Erben nur einen Teilauseinandersetzungsvertrag aufsetzen. Dieser beschränkt sich auf die Nachlassgegenstände, für die eine notarielle Beurkundung zwingend erforderlich ist.
Wie hoch die Erbengemeinschaft Kosten für die Erbauseinandersetzung sind, hängt von dem Geschäftswert des Nachlasses ab.
Benötige ich einen Anwalt im Zuge der Erbengemeinschaft?
Da es in einer Erbengemeinschaft schnell zu Streitigkeiten kommen kann, ist die Konsultation eines Anwaltes für Erbrecht ratsam. Erbrechtsinfo.ch bietet Ihnen die Möglichkeit, in unserer Anwaltssuche den passenden Ansprechpartner in Ihrer Region zu finden. Wenn Sie möchten, können Sie noch heute kostenlos Kontakt aufnehmen und einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren.
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