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Timestamp: 2020-05-31 20:15:29
Document Index: 120141992

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 9']

Ist es rechtlich vertretbar, die Wohnung meines Bruders vorerst an unsere leiblichen Eltern zu schen
www.frag-einen-anwalt.deErbrechtSchenkungIst es rechtlich vertretbar, die Wohnun...
03.02.2009 13:33 |
mein Bruder besitzt z.Z. die Wohnung (Verkehrswert war 2005 laut Gutachten bei 42.000 EUR) in der ich mietfrei seit dem Erwerb lebe. Die Wohnung soll nun an mich überschrieben werden, möglichst ohne den Vorgang zu versteuern. Da Geschwister in die Steuerklasse II fallen, ist der Freibetrag bei 10.300 EUR, wenn ich richtig informiert bin.
Daher meine Frage ob es rechtlich vertretbar ist, die WE vorerst an unsere leiblichen Eltern zu schenken, damit sie diese dann an mich überschreiben / schenken?!? Sind dabei irgendwelche Fristen zu beachten in der die Immobilie nicht "weiterverschenkt" werden darf?
Und ist das Gutachten von 2005 noch akzeptabel?
Bitte um kurze aber aussagekräftige Info, Danke im Voraus!
Schenkung Schenkung Immobilie Wohnung Eltern
Diese Antwort ist vom 03.02.2009 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
steuerrechtlich sehe ich aber ein Problem.
Denn im Falle der Schenkung an Ihre Eltern greift § 16 I Nr. 4 ErbStG, und damit gem. § 15 ErbstG die Steuerklasse II. Damit haben Ihre Eltern ebenso wie Sie im Verhältnis zu Ihrem Bruder lediglich den Freibetrag in Höhe von 20.000€ (Steuerklasse II, neuer Freibetrag beträgt hier aktuell 20.000 €). Die Eltern wären nur im Falle des Erwerbes von Todes wegen in Steuerklasse I, nicht in dem von Ihnen geschildertem Falle.
Zur Verdeutlichung die Norm:
(1) Steuerfrei bleibt in den Fällen des § 2 Abs. 1 Nr. 1 der Erwerb
1.des Ehegatten in Höhe von 500 000 Euro;
2.der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 und der Kinder verstorbener Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 400 000 Euro;
3.der Kinder der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 200 000 Euro;
4.der übrigen Personen der Steuerklasse I in Höhe von 100 000 Euro;
5.der Personen der Steuerklasse II in Höhe von 20 000 Euro;
6.des Lebenspartners in Höhe von 500 000 Euro;
7.der übrigen Personen der Steuerklasse III in Höhe von 20 000 Euro.
(2) An die Stelle des Freibetrags nach Absatz 1 tritt in den Fällen des § 2 Abs. 1 Nr. 3 ein Freibetrag von 2 000 Euro.
§ 15 ErbStG:
(1) Nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker werden die folgenden drei Steuerklassen unterschieden:
Steuerklasse I: 1. der Ehegatte,
2. die Kinder und Stiefkinder,
3. die Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
4. die Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;
Steuerklasse II: 1. die Eltern und Voreltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
2. die Geschwister,
3. die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
4. die Stiefeltern,
5. die Schwiegerkinder,
6. die Schwiegereltern,
7. der geschiedene Ehegatte.
zu dem Gutachten vom Jahre 2005:
Grundsätzlich bestimmt sich der Wert nach dem Kaufpreis (§ 9 BewG). Bei Immoblien könnte sich in Ihrem Falle der Kaufpreis (Marktwert) aufgrund der Abnutzung nach 4 Jahren verringert haben.
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