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Timestamp: 2020-07-09 07:38:52
Document Index: 329791665

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 238', '§ 239', '§ 146', '§ 257', '§ 146']

Kassenbuch führen – einfach erklärt | weclapp Lexikon
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Kassenbuch – Was ist ein Kassenbuch?
Alle Bargeschäfte eines Unternehmens, also alle Einnahmen und Ausgaben, die mit Bargeld bezahlt werden, werden im Kassenbuch erfasst. Man kann dieses Kassenbuch traditionell als Buch aus Papier führen oder digital mittels Kassenbuchprogrammen. Der Saldo, der sich aus dem Kassenbuch ergibt, wird als Aktivposten im Umlaufvermögen erfasst.
Wie wird ein Kassenbuch ordnungsgemäß geführt?
Beispiel eines Kassenbuchs
Wer als Steuerpflichtiger zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet ist, muss ein Kassenbuch führen. Dies bestimmt § 4 Abs. 3 EStG. Für Unternehmer, die eine Einnahmenüberschussrechnung erstellen dürfen, besteht keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuchs. Alle Aufzeichnungen, die nach den Steuergesetzen zu führen sind, müssen so geführt werden, dass sie dem Besteuerungszweck genügen.
Dazu reicht eine chronologische Aufbewahrung der Ausgangsrechnungen (Belege) nach dem Tag, an dem das Geld eingegangen ist (BFH, 16.02.2006, X B 57/05). In der Praxis hat sich jedoch herausgestellt, dass für Selbstständige, die einen Großteil ihrer Einnahmen bar erzielen, die Führung eines Kassenbuchs sehr vorteilhaft ist – auch dann, wenn lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung aufgestellt wird. Vor allem bei Betriebsprüfungen macht dies einen positiven Eindruck.
Man sollte sich vor allem fünf Eigenschaften einprägen. Auf diese Dinge kommt es im Wesentlichen an:
Nachvollziehbarkeit der Aufzeichnungen
Rechtsgrundlage: § 238 Abs. 1 Satz 2 HGB
Ein „sachverständiger Dritter” sollte in kurzer Zeit die Aufzeichnungen erfassen können, sodass er einen Überblick über die Geschäftsvorfälle erhält. Hier spielen die laufende Nummerierung, exakte Datierung und Beschreibung der Geschäftsvorfälle eine wichtige Rolle.
Dabei müssen insbesondere alle Änderungen als solche gekennzeichnet sein
§ 239 Abs. 2 HGB und § 146 Abs. 1 Satz 1 AO
Vollständige, richtige und zeitgerechte Ordnung der Aufzeichnungen im Kassenbuch
§ 257 Abs. 4 HGB
Die Daten müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.
Sie müssen innerhalb einer angemessenen Frist lesbar gemacht werden können – zum Beispiel durch Ausdrucken oder Vorführung auf dem Bildschirm.
§ 146 Abs. 1 Satz 2 AO
Tägliches Festhalten von Einnahmen und Ausgaben
Fähigkeit zum Kassensturz
Der Sollbestand im Kassenbuch muss zu jedem Zeitpunkt mit dem Istbestand der Kasse verglichen werden können
Zu jedem Geschäftsvorfall, der bar bezahlt wird, liefert das Kassenbuch eine Dokumentation. Kassenbuch-Software, die als Download erhältlich ist, arbeitet mit diesen Vorlagen, die jeden Posten vollständig dokumentieren.
Datum: Wann fand der Geschäftsvorfall statt?
Beleg: Beleg oder Eigenbeleg
Belegnummer: Eine fortlaufende Nummer, um den Beleg eindeutig zuordnen zu können
Buchungstext: Kurzbezeichnung bzw. Erklärung des Geschäftsvorfalls
Kasseneinnahme: Betrag, Währung
Kassenausgabe: Betrag, Währung
Steuersatz: Umsatzsteuersatz des Geschäftsvorfalls (meist 0, 7 oder 19 %)
Umsatzsteuer, Vorsteuer: Betrag der Umsatzsteuer oder Vorsteuer
Kassenbestand: Der jeweils aktuelle Bestand der Kasse
Kassenbestand vom Vortag
Brutto-Einnahme
Brutto-Ausgabe
Steuer (enthalten)
14-487
14-488
Privat-entnahme
14-489
Endbestand Soll
Endbestand Ist (lt. Kassenzählprotokoll)