Source: https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?cmsuri=/juris/de/nachrichten/zeigenachricht.jsp&feed=jr-bfh&wt_mc=rss.jr-bfh&nid=STRE202050029
Timestamp: 2020-02-25 11:36:49
Document Index: 279882013

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 56', 'Art 19', 'Art 103', '§ 78', '§ 78', 'BGH']

Aktenzeichen: X B 132/19
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:B.281119.XB132.19.0
Normen: § 78 Abs 3 S 1 FGO vom 05.07.2017, § 56 Abs 1 InsO, Art 19 Abs 4 GG, Art 103 Abs 1 GG
Zitiervorschlag: BFH, Beschluss vom 28. November 2019 – X B 132/19 –, juris
1. NV: Die Geschäftsräume eines zum Insolvenzverwalter bestellten Rechtsanwalts stellen keine Diensträume i.S. von § 78 Abs. 3 Satz 1 FGO dar (Anschluss an BFH-Beschluss vom 04.07.2019 - VIII B 51/19, BFH/NV 2019, 1235, Rz 8 ff.) (Rn.10).
2. NV: Auch unter Geltung der Neufassung des § 78 Abs. 3 Satz 1 FGO kann jedenfalls in eng begrenzten Ausnahmefällen zur Gewährung rechtlichen Gehörs und aus Gründen der Waffengleichheit der Beteiligten ein Anspruch auf Einsicht in Papierform geführter Akten in den Geschäftsräumen eines Prozessbevollmächtigten oder Insolvenzverwalters bestehen (Anschluss an BFH-Beschluss vom 04.07.2019 - VIII B 51/19, BFH/NV 2019, 1235, Rz 13 ff.) (Rn.15).
3. NV: Weder ein Prozessbevollmächtigter noch ein Insolvenzverwalter haben Anspruch darauf, dass eine Akteneinsicht in Diensträumen ohne Beisein einer/eines dortigen Bediensteten stattfindet (Rn.23).
NV: Ein Insolvenzverwalter ist weder Teil des öffentlichen Dienstes, noch ist er als Träger öffentlicher Gewalt anzusehen. Vielmehr handelt er sowohl materiell-rechtlich als auch prozessual im eigenen Namen mit Wirkung für und gegen die Insolvenzmasse (Rn.12).
vorgehend Niedersächsisches Finanzgericht, 9. September 2019, Az: 2 K 146/18, Beschluss
Anschluss BFH, 4. Juli 2019, Az: VIII B 51/19
Vergleiche BFH, 13. Dezember 2012, Az: X B 221/12
Vergleiche BGH, 26. Januar 2006, Az: IX ZR 282/03
Vergleiche BVerfG, 20. April 2004, Az: 1 BvR 905/00
Vergleiche BFH, 6. September 1994, Az: IV B 96/93
Vergleiche BFH, 29. Januar 1990, Az: IV B 113/89
Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 09.09.2019 - 2 K 146/18 wird als unbegründet zurückgewiesen.