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Timestamp: 2016-10-25 12:00:00
Document Index: 196886706

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 662', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 40', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 40', 'Art. 67', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 68']

1C_478/2011 (09.02.2012)
1C_478/2011
Gemeinde Tinizong-Rona, 7453 Tinizong,
X.________ ist Eigent�mer der Parzelle Nr. yyy im Gebiet "A.________" der Gemeinde Tinizong-Rona. Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone und in einer Landschaftsschutzzone. Auf ihr steht ein Ferienhaus (Assek.-Nr. zzz), das 1976 errichtet wurde. X.________ erwarb die Liegenschaft am 12. Mai 1987.
Auf Anzeige hin f�hrte der Gemeindevorstand von Tinizong-Rona im November 2009 einen Augenschein durch. Dabei stellte er fest, dass auf der Parzelle selbst und auf dem der Gemeinde geh�renden Zufahrtsweg Bauarbeiten ohne Baubewilligung durchgef�hrt worden waren. Nach �berpr�fung der Bewilligungsf�higkeit verweigerte er mit Entscheid vom 16. April 2010 die Bewilligung f�r folgende Bauten und Anlageteile: die Erneuerung, Verbreiterung und Abst�tzung des Zufahrtswegs; den Holzzaun um das Haus; die Malereien an dessen Aussenw�nden; den Windschutz aus Plexiglas vor dem Balkon; die auf einem 1 m hohen Metallrohr montierte Solaranlage; die Wasserleitung ins Haus. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. X.________ entfernte in der Folge die St�tzen und Querabschl�ge (Wasserrinnen) aus dem Zufahrtsweg sowie den Windschutz aus Plexiglas.
Mit Verf�gung vom 22. Juni 2010 ordnete der Gemeindevorstand die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands an und auferlegte X.________ eine Busse von Fr. 3'500.--. Dieser erhob gegen die Verf�gung Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Mit Urteil vom 16. August 2011 hiess das Verwaltungsgericht das Rechtsmittel teilweise gut und hob den Abbruchbefehl f�r die Solaranlage auf. Es f�hrte aus, die Beh�rden h�tten die Anlage w�hrend rund 18 Jahren geduldet. Ein Abbruch k�nne gegen�ber dem gutgl�ubigen Eigent�mer nicht mehr angeordnet werden. Im �brigen wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 26. Oktober 2011 an das Bundesgericht beantragt X.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei insoweit aufzuheben, als es ihn noch belaste oder von ihm nicht anerkannt werde. F�r die ohne Bewilligung ausgef�hrten Arbeiten an der Zufahrtsstrasse sei eine angemessene Busse festzulegen.
Das Verwaltungsgericht beantragt in seiner Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde Tinizong-Rona und das Amt f�r Raumentwicklung Graub�nden beantragen die Abweisung der Beschwerde. In seiner Stellungnahme dazu h�lt der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen an seinen Antr�gen und Rechtsauffassungen fest.
1.1 Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid �ber bau- und planungsgsrechtliche Wiederherstellungsmassnahmen und eine damit in Zusammenhang stehende Busse. Dieser Entscheid unterliegt der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG). Ausnahmegr�nde im Sinne von Art. 83 BGG sind nicht gegeben. Der Beschwerdef�hrer ist Adressat des angefochtenen Entscheids und in schutzw�rdigen Interessen betroffen. Er ist somit nach Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerde legitimiert. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begr�ndung (BGE 123 V 335 E. 1 S. 336 ff. mit Hinweisen). Aus der Beschwerdebegr�ndung geht hervor, dass lediglich die Entfernung der Wasserleitung und die H�he der Busse noch umstritten sind. Hinsichtlich der Wandmalereien und des Zauns f�hrt der Beschwerdef�hrer aus, er verzichte auf eine Anfechtung. Weiter geht aus dem angefochtenen Entscheid hervor, dass das Verwaltungsgericht die Fragen des R�ckbaus des Zufahrtswegs und der Demontage der Plexiglasscheiben als gegenstandslos geworden erachtet hat, auch wenn sich dies nicht aus dem Dispositiv des angefochtenen Entscheids ergibt.
2.1 Der Beschwerdef�hrer ist der Ansicht, dass die Befugnis der Gemeinde, die Entfernung der Wasserleitung zu verlangen, verwirkt ist. Das Verwaltungsgericht habe zwar richtig festgestellt, dass die Leitung bereits 1977 bestanden habe. Zu Unrecht sei es aber davon ausgegangen, er k�nne sich wegen B�sgl�ubigkeit nicht auf die Verwirkung berufen.
2.2 Das Verwaltungsgericht f�hrt aus, aufgrund der glaubhaften Aussagen eines Zeugen und einer Auskunftsperson sei davon auszugehen, dass die Wasserleitung schon vom Rechtsvorg�nger des Beschwerdef�hrers im Jahre 1977 erstellt worden sei. Allerdings sei sie nie genehmigt worden. Im Jahre 1982 sei ein entsprechendes Gesuch von der Gemeinde sogar ausdr�cklich abgelehnt worden. In Baugesuchen aus den Jahren 1997, 2004 und 2007, wo es um kleinere �nderungen am und um das Haus gegangen sei (Einbau von Eckfenstern, Erstellung eines Fischteichs), habe der Beschwerdef�hrer angegeben, das Haus verf�ge nicht �ber einen Wasseranschluss. Es stehe damit fest, dass sowohl der Beschwerdef�hrer als auch sein Rechtsvorg�nger sp�testens seit der Bewilligungsverweigerung im Jahre 1982 wussten, dass f�r dieses Haus kein Wasseranschluss gestattet war. Zumindest der Beschwerdef�hrer habe die Tatsache des bestehenden Wasseranschlusses gegen�ber den Beh�rden offensichtlich zu verschleiern versucht. Er sei b�sgl�ubig und k�nne sich gegen den Abbruchbefehl nicht zur Wehr setzen. Die Entfernung der Wasserleitung sei zudem verh�ltnism�ssig und notwendig, denn auch die Grundeigent�mer in der benachbarten Erhaltungszone d�rften kein Wasser in die H�user einleiten.
2.3 Der Anordnung der Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands kommt massgebendes Gewicht f�r den ordnungsgem�ssen Vollzug des Raumplanungs- und Baurechts zu. Die Anordnung des Abbruchs bereits erstellter Bauten kann jedoch nach den allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und Verwaltungsrechts (ganz oder teilweise) ausgeschlossen sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands unverh�ltnism�ssig w�re. �berdies k�nnen Gr�nde des Vertrauensschutzes der Wiederherstellung entgegenstehen, oder diese kann aufgrund des Zeitablaufs verwirkt sein (BGE 136 II 359 E. 6 S. 364 f. mit Hinweisen).
2.4 Der Beschwerdef�hrer war nach den insofern unbestrittenen Feststellungen des Verwaltungsgerichts nicht gutgl�ubig. Er beruft sich deshalb auch nicht auf den verfassungsm�ssigen Vertrauensschutz. N�her zu pr�fen ist dagegen die Verwirkung. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Befugnis der Beh�rden, den Abbruch eines baugesetzwidrigen Geb�udes oder Geb�udeteils anzuordnen, grunds�tzlich auf 30 Jahren beschr�nkt (BGE 132 II 21 E. 6.3 S. 39; 107 Ia 121 E. 1a S. 123). Diese Praxis beruht auf dem Gesichtspunkt der Rechtssicherheit wie auch auf praktischen �berlegungen (Schwierigkeit der Abkl�rung der tats�chlichen und rechtlichen Verh�ltnisse vor �ber 30 Jahren). Die Frist von 30 Jahren wurde in Anlehnung an die ausserordentliche Ersitzung von Grundeigentum gem�ss Art. 662 ZGB festgelegt (BGE 136 II 359 E. 8 S. 367). In der Rechtsprechung wurde sie im Bereich des Forstrechts (BGE 105 Ib 265) und auf Bauten innerhalb der Bauzone angewendet (BGE 107 Ia 121); dagegen hat das Bundesgericht bisher offengelassen, ob sie auch auf Bauten ausserhalb der Bauzone �bertragen werden kann (BGE 136 II 359 E. 8.1 S. 367; 132 II 21 E. 6.3 S. 39; je mit Hinweisen). Ebenfalls offen gelassen hat das Bundesgericht die Frage, ob die 30-j�hrige Frist auch dann gilt, wenn die Beh�rden zwar keinen Abbruchbefehl erlassen oder durchgesetzt haben, aber auch nicht einfach unt�tig geblieben sind (BGE 136 II 359 E. 8.2 S. 367 f.).
2.5 Der Beschwerdef�hrer hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der gute Glaube zwar eine Voraussetzung des Vertrauensschutzes ist, aber nicht der Verwirkung. Die grunds�tzlich nach 30 Jahren eintretende Verwirkung der Befugnis der Beh�rden, den Abbruch eines baugesetzwidrigen Geb�udes oder Geb�udeteils zu verlangen, setzt den guten Glauben des Betroffenen nicht voraus (vgl. die in E. 2.4 hiervor erw�hnten Urteile). Die Vorinstanz hat dem Beschwerdef�hrer jedoch nicht bloss einen Mangel an gutem Glauben vorgeworfen, sondern ein eigentlich t�uschendes Verhalten.
Auch der Private ist im Verkehr mit den Beh�rden an den Grundsatz von Treu und Glauben gebunden (Art. 5 Abs. 3 BV; BGE 137 V 394 E. 7.1 S. 403 mit Hinweis). Damit in Zusammenhang steht der in Art. 2 Abs. 2 ZGB verankerte, f�r die gesamte Rechtsordnung geltende Grundsatz, dass der offenbare Missbrauch eines Rechts keinen Rechtsschutz verdient. Rechtsmissbrauch liegt unter anderem dann vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht sch�tzen will (BGE 131 I 166 E. 6.1 S. 177 mit Hinweisen). In Bezug auf die Einrede der Verj�hrung einer Forderung hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Einrede rechtsmissbr�uchlich ist, wenn der Schuldner mit seinem Verhalten den Gl�ubiger dazu bewogen hat, w�hrend der Verj�hrungsfrist rechtliche Schritte zu unterlassen, und die S�umnis deshalb verst�ndlich ist. Ein arglistiges Verhalten ist dabei nicht erforderlich (BGE 131 III 430 E. 2 S. 237 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 137 V 394 E. 7 S. 403 ff. mit Hinweisen).
Aus den Akten und den Feststellungen des Verwaltungsgerichts ergibt sich, dass der Rechtsvorg�nger des Beschwerdef�hrers am 21. Juni 1982 ein Gesuch gestellt hat, "die bestehende Wasserleitung, die zur Zeit oberirdisch verlegt ist, unterirdisch zu verlegen". Der Gemeindevorstand entsprach mit Verf�gung vom 29. Juni 1982 dem Gesuch mit der ausdr�cklichen Bedingung, dass die Wasserleitung nicht an das Haus angeschlossen werden d�rfe und dass das Wasser wieder ins nat�rliche Bachbett zur�ckgeleitet werden m�sse. Im Baugesuch vom 1. Februar 1997 betreffend den Einbau eines Eckfensters schrieb der Beschwerdef�hrer zum Titel Erschliessung: "keine Ver�nderung". Unter diesem Titel war ausdr�cklich danach gefragt, ob ein Wasseranschluss im Objekt bestehe (Hervorhebung im Original) und ob dieser bereits vorhanden oder erst vorgesehen sei. Der Beschwerdef�hrer kreuzte keinen dieser Punkte an. Im Baugesuch vom 7. Juli 2004 betreffend den Einbau eines Fensters in der S�dfassade schrieb er zum Titel Erschliessung erneut: "keine Ver�nderung". Er gab an, dass in der Umgebung ein Brunnen vorhanden sei, liess aber die Frage zum Wasser im Geb�ude selbst unbeantwortet. Dasselbe tat er im Baugesuch vom 31. Mai 2007 betreffend die Erstellung eines Fischteichs.
Der Beschwerdef�hrer hat somit w�hrend der noch laufenden Verwirkungsfrist von 30 Jahren mehrfach mit falschen Angaben darauf hingewirkt, dass der baurechtswidrige Zustand bei den Beh�rden unentdeckt blieb. Es erscheint als rechtsmissbr�uchlich, wenn er sich in der Folge - im Jahr 2007, also relativ kurz nach Ablauf der Frist - darauf berief, die Anordnung der Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands sei versp�tet. Es ist davon auszugehen, dass die Gemeindebeh�rden, welche 1982 den Wasseranschluss des Hauses ausdr�cklich untersagt hatten, fr�her eingeschritten w�ren, wenn der Beschwerdef�hrer in den drei Baugesuchen korrekte Angaben gemacht h�tte. Die Vorinstanz hat deshalb kein Bundesrecht verletzt, wenn sie den Einwand des Beschwerdef�hrers nicht gelten liess. Dessen R�ge erweist sich somit als unbegr�ndet.
Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob auch der Umstand, dass der Gemeindevorstand am 29. Juni 1982 ausdr�cklich verf�gte, dass das Haus nicht mit einem Wasseranschluss versehen werden d�rfe, gegen die Verwirkung spricht (vgl. E. 2.4 a.E. hiervor).
3.1 Der Beschwerdef�hrer beanstandet die H�he der ihm auferlegten Busse. Er macht geltend, bei den Plexiglasscheiben handle es sich um eine tempor�re Anlage gem�ss Art. 40 Abs. 1 Ziff. 6 der Raumplanungsverordnung vom 24. Mai 2005 f�r den Kanton Graub�nden (KRVO; BR 801.110). Dies habe auch das Verwaltungsgericht so festgestellt. Derartige Vorhaben bed�rften aber keiner Baubewilligung. Wenn das Verwaltungsgericht daf�r trotzdem eine Busse ausspreche, so sei dies willk�rlich. Zudem habe das Verwaltungsgericht zwar festgestellt, dass alle Straftatbest�nde bis auf zwei (betreffend den Zufahrtsweg und die Plexiglasplatten) verj�hrt seien. Die von der Gemeinde auferlegte Busse habe es aber trotzdem nicht reduziert, dies mit der Begr�ndung, er habe bei den Baubewilligungen von 2004 und 2007 arglistig get�uscht. Diese Argumentation stehe aber in keinem sachlichen Zusammenhang mit den Unterhaltsarbeiten an der Zufahrt und mit den Plexiglasscheiben, was ebenfalls eine Verletzung des Willk�rverbots bedeute. Die Baugesuche von 2004 und 2007 h�tten den Einbau eines zus�tzlichen Fensters und den Bau eines Biotops betroffen. Der Vorwurf der Arglist sei dar�ber hinaus ohnehin falsch. Insgesamt blieben einzig die unzul�ssigen Arbeiten an der Zufahrtsstrasse, wof�r eine Busse von Fr. 3'500.-- nicht akzeptabel sei.
3.2 Der Gemeindevorstand stellte in der Begr�ndung zur "Buss- und Wiederherstellungsverf�gung" vom 22. Juni 2010 fest, dass folgende Bauarbeiten ohne Baubewilligung durchgef�hrt worden seien: die Arbeiten am Zufahrtsweg, der Zaun um das Haus, die Malereien an den Aussenw�nden, der Windschutz aus Plexiglas vor dem Balkon, die Solaranlage und die Wasserleitung ins Haus. Gest�tzt auf Art. 95 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes vom 6. Dezember 2004 f�r den Kanton Graub�nden (KRG; BR 801.100) f�llte er eine Busse von Fr. 3'500.-- aus. Zur Begr�ndung f�hrte er aus, der Beschwerdef�hrer habe mehrfach und wiederholt gegen Bauvorschriften verstossen und dies nicht nur in Bezug auf formelles, sondern auch auf materielles Baurecht. Bei der Zumessung der Busse sei zudem der Lebensstandard des Beschwerdef�hrers zu ber�cksichtigen.
Das Verwaltungsgericht f�hrt im angefochtenen Entscheid zur verh�ngten Busse aus, die Gemeinde habe in ihrer Vernehmlassung selbst eingestanden, dass - abgesehen von den Ver�nderungen am Zufahrtsweg und der Anbringung der Plexiglasscheiben - die Verj�hrung eingetreten sei (Art. 95 Abs. 4 KRG). Hinsichtlich der Einleitung von Wasser ins Haus, des Zauns, der Solaranlage und der Wandmalereien habe sie deshalb keine Busse mehr ausf�llen k�nnen. Trotzdem habe sie an der Busse im Umfang von Fr. 3'500.-- festgehalten und dies damit begr�ndet, dass der Beschwerdef�hrer sich seines illegalen Handelns bewusst gewesen sein m�sse und dass er in guten finanziellen Verh�ltnissen lebe. Im Ergebnis sei die Busse nicht zu beanstanden. Von einer Reduktion k�nne abgesehen werden, weil der Beschwerdef�hrer zumindest bei den Baubewilligungen von 2004 und 2007 arglistig get�uscht habe. Die Gemeinde besitze in derartigen Fragen ein weites Ermessen. Dieses habe sie nicht �berschritten.
Art. 95 KRG hat, soweit hier von Interesse, folgenden Wortlaut:
"1 Wer dieses Gesetz oder darauf beruhende Erlasse und Verf�gungen des Kantons oder der Gemeinden verletzt, wird mit Busse zwischen 200 Franken und 40 000 Franken bestraft. In besonders schweren F�llen, insbesondere bei Gewinnsucht, ist die zust�ndige Beh�rde an dieses H�chstmass nicht gebunden. [...]
2 Strafbar ist die vors�tzliche oder fahrl�ssige Widerhandlung [...].
4 Der Strafanspruch verj�hrt innerhalb von f�nf Jahren seit Beendigung der strafbaren Handlung. Die absolute Verj�hrung tritt nach zehn Jahren ein. Die Strafe einer Widerhandlung verj�hrt in f�nf Jahren."
Art. 95 KRG r�umt der rechtsanwendenden Beh�rde Ermessen ein. Die rechtsanwendende Beh�rde hat das Ermessen pflichtgem�ss auszu�ben und ist insbesondere an die verfassungsrechtlichen Schranken der Rechtsgleichheit und des Willk�rverbots gebunden. Nach dem Gesagten haben der Gemeindevorstand und das Verwaltungsgericht bei der Bemessung der Busse neben den finanziellen Verh�ltnissen des Beschwerdef�hrers ber�cksichtigt, dass dieser wiederholt gegen die Bauvorschriften verstossen und die Gemeindebeh�rden im Rahmen der Baubewilligungen von 2004 und 2007 arglistig get�uscht habe, mithin sein Verschulden schwer wiege. Diese Kriterien sind, abstrakt betrachtet, keineswegs sachfremd, und unter den Annahmen, welche der Bussenverf�gung des Gemeindevorstands zugrunde lagen, erscheint eine Busse von Fr. 3'500.-- als haltbar. Vorliegend ist jedoch zu ber�cksichtigen, dass von den insgesamt sechs Rechtsverletzungen, welche dem Beschwerdef�hrer in der Verf�gung des Gemeindevorstands vorgeworfen wurden, vier verj�hrt sind. Hinsichtlich der f�nften weist der Beschwerdef�hrer darauf hin, dass es sich dabei um ein nicht baubewilligungspflichtiges Bauvorhaben im Sinne von Art. 40 KRVO handelt. Davon ging in anderem Zusammenhang auch das Verwaltungsgericht aus, es ber�cksichtigte diesen Umstand jedoch nicht bei der Bussenzumessung. Stattdessen hielt es f�r entscheidend, dass der Beschwerdef�hrer im Rahmen der Baubewilligungen von 2004 und 2007 arglistig get�uscht habe. Ob dieser Vorwurf in dieser Form haltbar ist, kann offen bleiben, da es sich dabei ohnehin um ein sachfremdes Kriterium handelt. Der Vorwurf bezieht sich auf eine Rechtsverletzung, die wegen Verj�hrung nicht mehr mit Busse geahndet werden kann.
Im Ergebnis hat das Verwaltungsgericht zum einen Gesichtspunkte unber�cksichtigt gelassen, die sich klarerweise aufdr�ngten (die Verj�hrung von vier der sechs Rechtsverletzungen und den Umstand, dass das Anbringen von Plexiglasscheiben gar nicht baubewilligungspflichtig ist). Zum andern hat es ein Kriterium als wesentlich erachtet, welches eindeutig sachfremd ist (die Arglist in Bezug auf eine Rechtsverletzung, die wegen Verj�hrung keine Busse mehr zur Folge haben kann). Auch wenn man davon ausgeht, dass den am Zufahrtsweg vorgenommenen �nderungen gr�sseres Gewicht bei der Bussenzumessung zukommt als den weiteren Tatbest�nden, so erscheint die vom Gemeindevorstand urspr�nglich ausgesprochene Busse in der H�he von Fr. 3'500.-- vor dem dargelegten Hintergrund nicht mehr als haltbar. Der angefochtene Entscheid ist deshalb in diesem Punkt aufzuheben und die Angelegenheit an den Gemeindevorstand zur�ckzuweisen, damit er unter Ber�cksichtigung der genannten Aspekte die Busse neu festlegen kann.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit aufzuheben, als das Verwaltungsgericht die vom Gemeindevorstand verf�gte Busse nicht reduzierte. Die Angelegenheit ist zum neuen Entscheid an den Gemeindevorstand zur�ckzuweisen, damit er eine neue Busse ausf�lle.
Aufgehoben werden auch die Ziff. 2 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids, welche die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens betreffen. Das Verwaltungsgericht hat einen Sechstel der Gerichtskosten der Gemeinde Tinizong-Rona auferlegt und f�nf Sechstel dem Beschwerdef�hrer. Es hat zudem die Gemeinde Tinizong-Rona verpflichtet, dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 500.-- auszurichten, w�hrend es der Gemeinde selbst keine Parteientsch�digung zusprach. Nach dem Gesagten h�tte das Verwaltungsgericht die Beschwerde in einem weitergehenden Umfang, wenn auch nicht vollst�ndig, gutheissen m�ssen. Es scheint deshalb angemessen, die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens je h�lftig dem Beschwerdef�hrer und der Gemeinde Tinizong-Rona aufzuerlegen und die Gemeinde zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- auszurichten (Art. 67 und 68 Abs. 5 BGG).
Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist es gerechtfertigt, dem Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Gemeinde Tinizong-Rona hat keine Gerichtskosten zu bezahlen (Art. 66 Abs. 4 BGG) und hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG). Sie hat dem anwaltlich vertretenen, teilweise obsiegenden Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids wird insofern aufgehoben, als die H�he der durch den Gemeindevorstand von Tinizong-Rona ausgef�llten Busse best�tigt wird. Die Angelegenheit wird zur neuen Festlegung der H�he der Busse an den Gemeindevorstand zur�ckgewiesen.
Ziff. 2 und 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids werden aufgehoben. Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 3'675.-- werden im Umfang von je Fr. 1'837.50 dem Beschwerdef�hrer und der Gemeinde Tinizong-Rona auferlegt. Die Gemeinde Tinizong-Rona hat dem Beschwerdef�hrer f�r das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.
Die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens werden dem Beschwerdef�hrer im Umfang von Fr. 1'500.-- auferlegt.
Die Gemeinde Tinizong-Rona hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 1'500.-- auszurichten.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Gemeinde Tinizong-Rona, dem Amt f�r Raumentwicklung Graub�nden und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt.