Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20R%2076/03
Timestamp: 2018-12-15 01:21:55
Document Index: 250085289

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 2', '§ 8', '§ 42', '§ 2', '§ 8', '§ 118', '§ 16', '§ 42', '§ 8', '§ 10']

BFH, 27.10.2005 - IX R 76/03 - dejure.org
AO 1977 § 42 Abs. 1; EigZulG § 2, § 8
Eigenheimzulage: Clever eingefädelt aber doch auf die Nase gefallen
"Anschaffung" bei Abschluss eines Grundstückskaufvertrags zwischen Angehörigen und gleichzeitiger Vereinbarung der (Rück-)Schenkung des Kaufpreises
AO (1977) § 42 Abs. 1; EigZulG § 2 § 8
Missbräuchliche Erlangung der Eigenheimzulage
Eigenheimzulage und Kaufpreisrückschenkung
Missbräuchliche Gestaltung eines Grundstückskaufvertrages zur Erlangung der Eigenheimzulage; Erfordernis eines steuerrechtlich erheblichen Aufwandes; Grundsätze der sog. Gesamtplanrechtsprechung; Bindung an die Tatsachenwürdigung und Beweiswürdigung; Zeitlicher Zusammenhang zwischen Veräußerung, Zahlung des Kaufpreises und alsbaldiger Rückschenkung als Indiz für eine von Anfang an beabsichtigte Rückübertragung; Erschütterung der Indizwirkung; Vereinbarkeit mit den Grundsätzen der Anerkennung von Mietverträgen unter Angehörigen
Grundstücksübertragung - Gestaltungsmissbrauch:Grundstückskaufvertrag zwischen Angehörigen
Missbräuchliche Erlangung der Eigenheimzulage (IMR 2006, 1034)
BFH - III R 65/03
BFHE 212, 360
NZM 2006, 907
BB 2006, 427 (Ls.)
BStBl II 2006, 359
EFG 2004, 480
Diese Würdigung ist auf Grundlage der vom FG getroffenen, nicht mit Verfahrensrügen angegriffenen Feststellungen möglich und verstößt nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze; sie bindet daher nach § 118 Abs. 2 FGO den Senat (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359, unter II.2.a und b, Rz 21 und 23;… BFH-Beschluss vom 19. Dezember 1986 V S 14/85, BFH/NV 1987, 271, unter 2., Rz 15).
(1) Das FA beruft sich darauf, der BFH habe mit seinen Urteilen vom 6. September 2000 IV R 18/99 (BFHE 193, 116, BStBl II 2001, 229) und vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03 (BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359) der Rechtsfigur eines Gesamtplans nicht nur unter dem Aspekt der §§ 16, 34 EStG, sondern z.B. auch in Bezug auf § 42 der Abgabenordnung (AO) Bedeutung beigemessen.
Das gilt nur dann nicht, wenn sie in sich widersprüchlich, lückenhaft oder unklar ist, gegen Denkgesetze oder gesichertes Erfahrungswissen verstößt oder ihr zu hohe Anforderungen an die Überzeugungsbildung zu Grunde liegen (vgl. BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359;… BFH-Beschluss vom 5. Juli 2006 IV B 91/05, BFH/NV 2006, 2245).
Ein sachgerechtes Normverständnis verlangt vielmehr eine Beherrschung des Geschehensablaufs durch die beteiligten (alten und neuen) Anteilseigner nach Maßgabe eines Gesamtplans (vgl. auch Förster/ Schmidtmann, Steuer und Wirtschaft 2003, 114, 124;… Frotscher in Frotscher/Maas, a.a.O., § 8 KStG Rz. 187; vgl. allgemein zum Gesamtplan zuletzt BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFH/NV 2006, 642).
aa) Die Tatsachen- und Beweiswürdigung des FG bindet den BFH auch dann, wenn sie nicht zwingend, sondern nur möglich ist (BFH-Urteile vom 5. September 2000 IX R 33/97, BFHE 192, 559, BStBl II 2000, 676; vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359, unter II.2.a; vom 19. März 2009 IV R 45/06, BFHE 225, 334, BStBl II 2009, 902, unter II.2., …und vom 9. Dezember 2009 II R 52/07, BFH/NV 2010, 824, unter II.2.a aa).
Sie ist nur dann für den BFH nicht verbindlich, wenn eine zulässige und begründete Verfahrensrüge erhoben wurde oder Verstöße gegen Denkgesetze oder gesichertes Erfahrungswissen vorliegen oder die Tatsachen- und Beweiswürdigung widersprüchlich, lückenhaft oder unklar ist oder ihr zu hohe Anforderungen an die Überzeugungsbildung zugrunde liegen (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359, unter II.2.a, in BFHE 225, 334, BStBl II 2009, 902, unter II.2., und in BFH/NV 2010, 824, unter II.2.a aa).
Denn nach der Rechtsprechung des BFH kann ein steuerrechtlich erheblicher Vorgang dann nicht anerkannt werden, wenn er nach dem Willen des Steuerpflichtigen durch gegenläufige Rechtsakte erst geschaffen oder wieder ausgeglichen wird und damit von vornherein eine wirtschaftliche Belastung vermieden werden soll (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 27. Oktober 2005 IX R 76/03, BFHE 212, 360, BStBl II 2006, 359, unter II.1., m.w.N.).
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