Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=31.01.1995&Aktenzeichen=14%20S%202867/93
Timestamp: 2019-07-23 08:22:00
Document Index: 112637701

Matched Legal Cases: ['Art 3', 'Art 12', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 2', '§ 46', '§ 58', '§ 48']

VGH Baden-Württemberg, 31.01.1995 - 14 S 2867/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,2571
VGH Baden-Württemberg, 31.01.1995 - 14 S 2867/93 (https://dejure.org/1995,2571)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 31.01.1995 - 14 S 2867/93 (https://dejure.org/1995,2571)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 31. Januar 1995 - 14 S 2867/93 (https://dejure.org/1995,2571)
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Mindestvoraussetzungen für das Bestehen einer Meisterprüfung; Verfahrensfehler während der Arbeitsprobe - Wiederholung der gesamten Arbeitsprobe
Art 3 Abs 1 GG, Art 12 Abs 1 GG
VG Karlsruhe, 25.08.1993 - 7 K 478/92
VBlBW 1995, 184 (Ls.)
Denn bei den Stellvertretern handelt es sich lediglich um Verhinderungsvertreter (§ 48 Abs. 1 Satz 1, 2. Halbsatz HwO; vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31.01.1995 - 14 S 2867/93 -, juris;… Detterbeck, a.a.O. § 48 Rdnr. 1;… Dietrich, a.a.O., § 48 Rdnr. 1).
Damit wird der Besonderheit dieses Verwaltungsverfahrens Rechnung getragen, welches durch die Unabhängigkeit der Prüfer, den ihnen zuerkannten Beurteilungsspielraum und die Vertraulichkeit ihrer Beratungen geprägt ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 25.03.2009 - 6 P 8/08 -, BVerwGE 133, 289; BFH, Urteil vom 18.09.2012 - VII R 41/11 -, Juris; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 31.01.1995 - 14 S 2867/93 -).
Denn lediglich im Vertretungs- bzw. Verhinderungsfall ist der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses berechtigt, den berufenen Stellvertreter des Mitgliedes des Prüfungsausschusses zur Bewertung heranzuziehen (vgl. VGH BW, U.v. 31.1.1995 - 14 S 2867/93 - GewArch 1995, 280).
Die Bestehensgrenze für die Meisterprüfung (§ 2 Abs. 1 MeistPrAnfV 2000) stellt danach keine sachwidrige Überspannung der Prüfungsanforderungen dar (vgl. VBH BW, U.v. 31.1.1995 - 14 S 2867/93 - GewArch 1995, 280).
In solchen Fällen handelt es sich um einen wesentlichen Verfahrensfehler, der auch unter Anwendung des § 46 Verwaltungsverfahrensgesetz nicht geheilt werden kann (vgl. Nds. OVG…, Urteil vom 25. Juli 1994, a.a.O.; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 16. Januar 1990 - 9 S 3071/88 -, NVwZ-RR 1990, 348 und Urteil vom 31. Januar 1995 - 14 S 2867/93 -, GewArch 1995, 280; Bay. VGH, Urteil vom 6. August 1990 - 22 B 89.2424 -, NVwZ-RR 1991, 198;… Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht - 2. Auflage, Rdnr. 1015, 1078, 572 m.w.N.).
Ebenso ist davon auszugehen, dass der Kläger über die Regelungen der ordnungsgemäßen Besetzung des Prüfungsausschusses nicht informiert war, so dass er nicht die Möglichkeit hatte, diesen Mangel im Vorfeld der Prüfung gegenüber der Beklagten geltend zu machen und auf Abhilfe zu drängen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31. Januar 1995, a.a.O.).
Ein Verstoß gegen die Vorgaben zur Person des Prüfers oder zur Besetzung einer Prüfungskommission stellt in aller Regel einen wesentlichen Verfahrensfehler dar (OVG Lüneburg…, Urteil vom 25. Juli 1994 - 3 L 585/92 - juris Rn. 6; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31. Januar 1995 - 14 S 2867/93 - juris Rn. 36;… Brehm/Zimmerling, Prüfungsrecht, 3. Auflage, § 58 Rn. 1260).
Dies ist immer dann der Fall, wenn sich ein Einfluss auf das Prüfungs- bzw. Gesprächsergebnis nicht ausschließen lässt (BVerwG…, Beschluss vom 27. April 1977 - VII B 48.77 - juris Rn. 5; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31. Januar 1995 - 14 S 2867/93 - juris Rn. 40) Für die Unaufklärbarkeit der Kausalität trägt die Prüfungsbehörde die materielle Beweislast (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31. Januar 1995 - 14 S 2867/93 - juris Rn. 41;… Brehm/Zimmerling, Prüfungsrecht, 3. Auflage, § 48 Rn. 947).