Source: https://www.bonifatius-kindergarten.de/3-%DCber-uns/109,Partizipation--Kinder-haben-das-Recht-zur-Mitbestimmung.html
Timestamp: 2019-02-17 19:47:38
Document Index: 250016873

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 6', '§ 8', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 14', '§ 15', '§ 16']

Partizipation - Kinder haben das Recht zur Mitbestimmung - Über uns - St. Bonifatius Kindergarten
Partizipation - Kinder haben das Recht zur Mitbestimmung
Im September 2014 haben wir mittels einer KiTa Verfassung Mitbestimmungsrechte für alle Kinder festgelegt. Lesen Sie selbst welche Rechte die Kinder haben.
Am 23. September 2014 trat in der Kindertagesstätte St. Bonifatius, Bonifatiusweg 8 in Paderborn das pädagogische Team als Verfassungsgebende Versammlung zusammen. Die Mitarbeiterinnen verständigten sich auf die künftig in der Einrichtung geltenden Partizipationsrechte der Kinder.
Die Beteiligung der Kinder an sie betreffenden Entscheidungen wird damit als Grundrecht anerkannt. Die pädagogische Arbeit soll an diesem Grundrecht ausgerichtet werden.
Gleichzeitig ist die Beteiligung der Kinder eine notwendige Voraussetzung für gelingende (Selbst-) Bildungsprozesse und die Entwicklung demokratischen Denkens und Handelns.
Verfassungsorgane der Kindertagesstätte St. Bonifatius sind die Gruppenversammlungen und der Kinderrat.
§ 2 Gruppenversammlung
Die Gruppenversammlungen finden einmal in der Woche und können bei Bedarf mehr als einmal in der Woche in der grünen, roten sowie der gelben Gruppe stattfinden.
Die Gruppenversammlungen setzen sich aus allen Kindern und den pädagogischen Mitarbeiterinnen der jeweiligen Gruppe zusammen.
Die Gruppenversammlungen entscheiden im Rahmen der im Abschnitt 2 geregelten Zuständigkeitsbereiche über Angelegenheiten, die ausschließlich die jeweilige Gruppe betreffen.
Bei der Entscheidungsfindung wird ein Konsens angestrebt. Im Zweifel entscheidet die einfache Mehrheit aller Anwesenden Versammlungsmitglieder, jedoch nie gegen die Stimmen aller Erwachsenen oder gegen die Stimmen aller Kinder.
Alle getroffenen Entscheidungen werden in Wort und Bild an der Magnetwand der jeweiligen Gruppe festgehalten.
Die Kinder der jeweiligen Gruppe wählen aus ihrem Kreis die Delegierten für den Kinderrat und deren Vertreter.
Die Wahlen erfolgen als freie Wahl unter allen, die sich bereit erklären zu kandidieren. Die Legislaturperiode beträgt ca. 4 – 5 Monate. Wiederwahl ist möglich.
§ 3 Kinderrat
Der Kinderrat tagt einmal im Monat.
Der Kinderrat setzt sich aus den Delegierten der Gruppenversammlung, sowie je einer pädagogischen Mitarbeiterin aus jeder Gruppe zusammen.
Die anwesenden pädagogischen Mitarbeiterinnen unterstützen die Kinder vor, während und nach der Sitzung des Kinderrates bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.
Der Kinderrat entscheidet im Rahmen der im Abschnitt 2 geregelten Zuständigkeitsbereiche über alle Angelegenheiten, die die ganze Einrichtung betreffen.
Wenn die zu entscheidenden Angelegenheiten es erfordern werden Elternrat und / oder der Rat der Tageseinrichtungen eingeladen.
Bei der Entscheidungsfindung wird ein Konsens angestrebt. Die einfache Mehrheit aller anwesenden Kinderratsmitglieder einschließlich des Rates der Tageseinrichtungen entscheiden, jedoch nie gegen die Stimmen aller Erwachsenen oder gegen die Stimmen aller Kinder.
Die Kinderratssitzungen und alle getroffenen Entscheidungen werden in Wort und Bild an der Magnetwand in der Eingangshalle veröffentlicht.
Die Ergebnisse werden in den Gruppenversammlungen vorgestellt. Die Kinder werden dabei von den pädagogischen Mitarbeiterinnen unterstützt.
§ 4 Tagesablauf
Die Kinder haben das Recht mitzuentscheiden über die Gestaltung des Tagesablaufs in den Gruppen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor zu bestimmen,
dass die Gruppen einmal am Tag zusammenkommen,
wann Einzelfördermaßnahmen stattfinden.
§ 5 Raumgestaltung
Die Kinder haben das Recht mitzuentscheiden über die Gestaltung aller ihnen zugänglichen Räume der Einrichtung einschließlich des Außengeländes.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor, die grundlegenden Funktionen der Räume festzulegen.
Die Kinder haben das Recht mitzuentscheiden über die Regeln des Zusammenlebens in der jeweiligen Gruppen und in der Einrichtung. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor zu bestimmen und durchzusetzen,
dass niemand verletzt oder beleidigt werden darf,
dass mit der Einrichtung und den Materialien achtsam umgegangen werden soll
dass die Kinder nicht ohne Zustimmung einer pädagogischen Mitarbeiterin das Gebäude oder das Einrichtungsgelände verlassen dürfen.
Dass die Kinder die pädagogischen Mitarbeiterinnen darüber informieren müssen, wenn sie Spielräume verlassen, in denen sie sich vereinbarungsgemäß aufhalten,
dass besonders gekennzeichnete Bereiche von den Kindern nicht ohne vorherige Zustimmung der pädagogischen Mitarbeiterinnen genutzt werden dürfen.
§ 7 Konfliktlösungen
Die Kinder haben das Recht unter Beachtung von § 6 Nr. 1 mitzuentscheiden über die Lösungen von Konflikten.
§ 8 Sicherheitsfragen
Die Kinder haben nicht das Recht mitzuentscheiden, wenn aus Sicht der pädagogischen Mitarbeiterinnen für die Kinder nicht übersehbare Gefahren drohen.
Die Kinder haben das Recht, Vorschläge für Themen, Inhalte und die Gestaltung von Angeboten zu machen, die auch gruppenübergreifend sein können. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen prüfen die Vorschläge, entscheiden darüber und setzen die Kinder über ihre Entscheidung und deren Begründung in Kenntnis. Die Kinder haben das Recht, auch selbst Angebote zu planen und durchzuführen.
§ 10 Spielgestaltung
Die Kinder haben das Recht, ihren Alltag in der Kindertageseinrichtung selbstbestimmt zu gestalten. Dieses Recht umfasst u.a. die Möglichkeit selbst zu entscheiden mit wem sie was, wo und wann spielen.
§ 11 Spielzeugnutzung
Die Kinder haben das Recht, darüber mitzuentscheiden, ob und wie Spielzeug und Spielmaterial auch zweckentfremdet genutzt werden darf. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor, einzelnen Kindern dieses Recht zu entziehen, wenn das Spielzeug oder das Spielmaterial aus Sicht der pädagogischen Mitarbeiterinnen ohne erkennbaren Nutzen zerstört wird.
§ 12 Mahlzeiten
Die Kinder haben das Recht selbst zu entscheiden, ob, was und wie viel sie essen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor, den Kindern einen Probierklecks auf einem separaten Probierteller anzubieten.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor, die Zeiten und Orte für die Mahlzeiten festzulegen. Die Kinder haben jedoch das Recht selbst zu entscheiden,
wann sie innerhalb der von den pädagogischen Mitarbeiterinnen festgelegten Zeiträume frühstücken und einen Nachmittagsimbiss einnehmen,
auf welchem Platz sie sitzen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor, einzelnen Kindern nach Verstößen gegen die Tischregeln diese Rechte vorübergehen zu entziehen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor, die Tischregeln zu bestimmen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor auf gesunde Ernährung zu achten.
Die Kinder haben das Recht selbst zu entscheiden, welche Oberbekleidung sie in den Innenräumen und bei trockenem Wetter auf dem Außengelände tragen. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor zu bestimmen
wann die Kinder barfuß laufen dürfen,
wann die Kinder Sonnenschutz tragen müssen.
§ 14 Hygiene
Die Kinder haben das Recht selbst zu entscheiden, ob und wann sie zur Toilette gehen. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor zu bestimmen, dass die Toiletten nur im Sitzen benutzt werden dürfen.
Kinder, die Windeln tragen, haben das Recht, ihm Rahmen der Möglichkeiten mitzuentscheiden, von wem sie gewickelt werden. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor zu bestimmen, ob und wann sie gewickelt werden.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich das Recht vor zu bestimmen, dass die Kinder nach dem Toilettengang und vor den Mahlzeiten ihre Hände waschen müssen.
§ 15 Gruppenzugehörigkeit
Die Kinder haben nicht das Recht mitzuentscheiden über ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.
§ 16 Finanzangelegenheiten
Die Kinder haben das Recht mitzuentscheiden über Anschaffungen von Spielmaterial. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen behalten sich jedoch das Recht vor, auch Spielzeug und Verbrauchsmaterial anzuschaffen, ohne zuvor Rücksprache mit den Kindern gehalten zu haben.
In allen darüber hinausgehenden Finanzangelegenheiten haben die Kinder kein Mitspracherecht.
Die Kinder haben nicht das Recht mitzuentscheiden über Personalangelegenheiten.
Die Kinder haben nicht das Recht mitzuentscheiden über die Öffnungs- und Schließungszeiten der Einrichtung.
Die vorliegende Verfassung gilt für die Kindertageseinrichtung St. Bonifatius. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, ihre pädagogische Arbeit an der Beteiligungsrechten der Kinder auszurichten.
Die Verfassung tritt unmittelbar nach Unterzeichnung durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtung St. Bonifatius in Kraft.