Source: https://parseundparse.wordpress.com/2012/04/04/die-diskriminierung-der-frau-durch-das-erbschaftsgesetz-des-islam/
Timestamp: 2016-10-27 04:59:49
Document Index: 206216677

Matched Legal Cases: ['§ 946', '§ 947', '§ 946', '§ 947', '§ 949', '§ 911']

Die Diskriminierung der Frau durch das Erbschaftsgesetz des Islam | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه
Veröffentlicht am 4. April 2012 von Fartâb Pârse	Sie ist eine 60 jährige Frau, die ein kleines Zimmer am Rande der Stadt Teheran gemietet hat; sie hat niemanden mehr und ernährt sich durch die Arbeit als Putzfrau in einigen Häusern. Sie verlor ihren Mann und die Kinder durch das Erdbeben in Bam [1] und bekam auch nichts mehr von ihrem Haus und den Gärten zu sehen, denn Monate später nach dem Erdbeben, als sie wieder nach Bam ging, um ihren Grundbesitz und die Grundstücke wieder aufzubauen, wurde ihr gesagt: „Eine Frau erbt durch den Grundbesitz nichts“.
Es wurde ihr gesagt, das Erbschaftsgesetz für eine Frau lautet: Die Frau eines Verstorbenen erbt nur den beweglichen Wert der Mobilien, eines Gebäudes, eines Baumes, und nicht die Mobilien, Gebäude, Grundstücke, Bäume selbst. „Jetzt, wo Ihr Haus und die Bäume zerstört sind, bekommen Sie auch nichts mehr“.
Sie konnte es nicht glauben, dass – nach 60 Jahren harte Arbeit das Haus und ihren Garten zu bauen und zu pflegen – ihr einfach gesagt wird, sie besitze nichts mehr, weil sie eine Frau ist. Sie protestierte, wurde aber abgelehnt: „Du Weib, es ist das Gesetzt! Es steht in den Paragraphen § 946 und § 947 des Bürgerliches Gesetzbuches“. Sie hatte nichts mehr; mit ein paar Millionen Tumân [2], die sie noch als Ersparnisse hatte, mietete sie sich ein kleines Zimmer und hat auch nie begriffen, warum man ihr ihre Grundstücke und Gärten weggenommen hat.
Die Paragraphen § 946 und § 947 sind nicht die einzigen diskriminierende Gesetze. Nach den Bürgerlichen Gesetzen erbt die Tochter eines Verstorbenen die Hälfte des Sohnes und die Frau des Verstorbenen ein Achtel des Besitzwertes und beweglicher Mobilien. Um den Anteil der Ehefrau zu bestimmen, werden die Besitztümer verkauft und ein Achtel des dadurch erstandenen Werts der Frau zugesprochen. Wenn nun das Gebäude alt oder auf einem alten Grundstück gebaut ist und die Bäume nicht mehr fruchttragend als sonst sind, wird natürlich der Wert noch mehr sinken und die Frau würde dann nicht wie üblich etwas bekommen. Andererseits, wenn der Verstorbene nun zwei, drei oder sogar vier Frauen hätte, würde dann dieses ein Achtel noch mal zwischen den Ehefrauen verteilt, und damit würde das kleine Erbe noch kleiner sein.
Die Erbschaftsgesetze im Bezug der Frauen sind der Maßen ungerecht und diskriminierend, dass erst mit der Wirkung ihrer ungerechten Behandlung einem bewusst wird, wie unglaublich sie sind.
Als Samirâ einer 40 jährigen Frau, außer der ihr verstorbener Mann kein Erbe hatte, gesagt wurde, „du bekommst nur ein Viertel von dem, was die Besitztümer deines Mannes waren, und der Rest wird als Mobilien und Besitztümer ohne weiteres Erbe dem Staat zustehen“, konnte sie nicht glauben, was sie gehört hatte. Sie konnte es überhaupt nicht verstehen, drei Viertel des Hauses, in dem sie nun 20 Jahre gelebt hatte, dem Staat zu übergeben. Das Gesetzt lässt keine Debatte (Frage und Antworten) seitens der betroffenen Person zu. Nach Paragraph § 949 des Bürgerlichen Gesetzes: „Wenn kein weiteres Erbe als den Ehemann/die Ehefrau gibt, wird der Ehemann der verstorbenen Frau die ganze Güte und Habe erben, die Ehefrau eines Verstorbenen aber nur das, was ihr gesetzlich vorgeschrieben ist, nämlich ein Viertel. Der Rest wird dann als Besitztümer der ’Verstorbenen ohne ein Erbe’ behandelt“.
Wie gesagt, ein Mädchen erbt die Hälfte eines Jungen, eine Mutter ein Drittel und der Vater zwei Drittel, wenn die Erbpersonen die Enkelkinder eines Verstorbenen/ einer Verstorbene sind. Die Söhne eines Verstorbenen erben doppelt soviel als die Töchter; so wie es im Paragraph § 911 des Bürgerlichen Gesetzes steht, werden die männlichen Erben in der nächsten Generation (Enkelkinder) mehr bekommen als die weiblichen Enkelkinder. Männer als die Erben in der Familie besonders der väterlichen Seite bekommen mehr. Im Grunde genommen bekommen Frauen sehr wenig von der Erbschaft.
Diese Ungerechtigkeiten sind nun so offensichtlich, dass ihre Verleugnung nicht mehr möglich ist. Aus dem Grund hatte das Parlament versucht eine Gesetzesvorlage zur Gleichberechtigung der Erbschaft zwischen den Eheleuten auf der Tagesordnung abzuarbeiten. Eine Gesetzesvorlage, die nie zustande kam und zwischen dem Schweigen der mehrheitlichen konservativen Kräfte im Parlament und der Hindernisse des Wächterrats den Bach untergegangen ist. Obwohl mit der Verabschiedung dieser Gesetzesvorlage wäre erst ein winzig kleines Problem der Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten der Gesetze gelöst.
[1] Bam ist eine Stadt in der Provinz Kermân im Südosten Irans. Durch das Erdbeben mit der Stärke 6,8 auf der Richter Skala am 26. Dezember 2003 wurde die Stadt fast komplett zerstört. Die offizielle Zahl der Opfer betrug 30.000, inoffiziell waren es 60.000 Durch das Erdbeben wurde die Tausend Jahre alte Zitadelle Arge Bam völlig zerstört. Im Jahr 2004 wurde sie von UNESCO als ein Weltkulturerbe erklärt und somit sofort in die Rote Liste aufgenommen, um sie wieder aufzubauen, aber vergebens.
[2] Die heutige Währung Tumân hat im Iran stark an Wert verloren, so dass mittlerweile Millionen Beträge kleine Summen sind und das überteuerte Leben in Iran bricht eher das Rückgrat der wenig Verdienenden, praktisch einer großen Mehrzahl der Bevölkerung.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Scharia, Zeitgeschichte & Aktuelles und verschlagwortet mit Allahisten, Bam, Fartâb Pârse, Iran, Islam, Islamische Unkultur, Islamisten, Mullahs, Pârse & Pârse, Pârsi, Perser, Persien, Persisch, وراثت, پارسه و پارسه, ایران, اسلام, بم von Fartâb Pârse. Permanentlink.	8 Gedanken zu „Die Diskriminierung der Frau durch das Erbschaftsgesetz des Islam“	Sherry sagte am 4. April 2012 um 09:44 :
Einfach nur traurig. Und einfach nur unverständlich, wenn man bedenkt, dass man sich in diesem Land als Frau viel schlechter selbst ernähren kann als ein Mann. Was soll man dazu noch sagen …
Kommentiere ↓	Fartâb Pârse sagte am 4. April 2012 um 11:28 :
Die Frau hat in der Islamisch Republik Iran keine Rechte! Kommentiere ↓	Bazillus sagte am 4. April 2012 um 17:52 :
Dieser Artikel wäre es wert, den Muslimen zur Verfügung zu stellen, die bei Google das Erbrecht im islam so preisen. Man lese: http://www.al-sakina.de/inhalt/artikel/frau/frau.html
http://www.iisev.de/37-0-Das-Erbrecht-in-Bezug-auf-die-Frau.html
http://www.nafisa.de/wp-content/uploads/2008/04/frauen_im_islam.pdf
usw. Viele Muslime glauben diese Vorgaben und vielleicht mag es Länder geben, die das tolle islamische Erbrecht für Frauen haben. Aber solche Artikel wie oben sprechen eine andere, eine unbarmherzige Rechtssprache.
Kommentiere ↓	Fartâb Pârse sagte am 4. April 2012 um 18:50 :
Ja mein Freund, kurz und bündig habe ich da dargelegt, wie es ist auch beim Erben bestraft zu werden. Diejenigen, die davon schwärmen, müssen die Gesetzte der Scharia lesen und dann sich dafür begeistern!
Kommentiere ↓	Bazillus sagte am 6. April 2012 um 08:43 :
OT: http://koptisch.wordpress.com/2012/04/05/wie-iran-das-netz-zum-intranet-machen-mochte/#more-31526
Kommentiere ↓	Rainer sagte am 8. April 2012 um 12:18 :
…der iranische Präsident würde jetzt sagen: keiner soll sich in die inneren irakischen Angelegenheiten einmischen…., damit er so weitermachen kann!!! Er will betimmt keine Veränderung und viele Nutzniesser ebenfalls nicht!!!
Kommentiere ↓	Michael sagte am 8. April 2012 um 12:51 :
Nach dem Erdbeben war ich in Bam und was mir bis heute in Erinnerung geblieben ist folgendes, die Frauen haben in den Trümmern gearbeitet um ein eingermassen vernünftigen Tagesablauf zu schaffen und die Männer haben in den Ecken gesessen und Opium geraucht. Solche Männer braucht kein Land der Welt.