Source: https://www.rechteasy.at/wiki/strafprozessordnung-2/
Timestamp: 2020-07-08 21:19:27
Document Index: 208708559

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 18', '§ 48', '§ 65', '§ 74', '§ 91', '§ 98', '§ 109', '§ 167', '§ 190', '§ 198', '§ 210', '§ 220', '§ 228', '§ 297', '§\n17', '§ 365', '§ 380', '§ 396', '§ 427', '§ 429', '§ 448', '§ 483', '§ 492', '§ 499', '§ 507']

Strafprozessordnung (Definition Österreich) - RechtEasy.at
Strafrecht & Strafprozessrecht Strafprozessrecht Strafprozessordnung
Die Strafprozeßordnung 1975 StPO ist ein Bundesgesetz, das die zentralen Bestimmungen für alle geführten Strafprozessrecht Strafprozesse enthält.
Eine einheitliche gesetzliche Regelung des Strafprozesses sowie auch des materiellen Strafrechtes enthielt erstmals die “Constitutio Criminalis Theresiana 1768“; es folgten nur für das Prozessrecht die “Kriminalgerichtsordnung 1788“ und hierauf das wiederum materielles Strafrecht und Strafverfahrensrecht vereinigende “Strafgesetzbuch 1803“. Diese Kodifikationen folgten noch den Grundsätzen des Inquisitonsprozesses: Der Richter Inquisitor war Ankläger und Urteiler in einer Person, das Verfahren erfolgte geheim und schriftlich. Die Folter war zwar schon 1776 aufgehoben worden, doch noch immer existierten gesetzliche Beweisregeln.
Erst im Gefolge der Revolution von 1848/49 wurden die Grundsätze des modernen Strafprozesses aus Frankreich übernommen, zunächst nur für Presseprozesse, dann, mit der “Strafproceßordnung 1850“, RGBl. Nr. 236, auch allgemein: Die Anklage übernahm ein vom Richter verschiedener Staatsanwalt, das Hauptverfahren folgte den Grundsätzen der Öffentlichkeit und Mündlichkeit, die Beweise unterlagen freier Beweiswürdigung. In besonderen Fällen, insbesondere bei politischen Delikten, sollten Geschworene anstelle des Berufsrichters über die Schuld des Angeklagten entscheiden. Zwar brachte die “Strafproceßordnung 1853“, RGBl. Nr. 151, eine Kehrtwende zurück zum Inquisitionsprozess, doch wurde der moderne Anklageprozess endgültig mit der “Strafproceßordnung” 1873“, RGBl. Nr. 119, eingeführt.
Die Strafprozessordnung von 1873 gilt noch heute, wurde jedoch vielfach novelliert und dreimal 1945, 1960 und 1975 wieder verlautbart, das letzte Mal durch die Kundmachung vom 9. Dezember 1975 BGBl. Nr. 631 daher heute: “Strafprozeßordnung 1975“. Eine bedeutende Novellierung erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 2006 durch die Strafprozessnovelle BGBl. I Nr. 119/2005, mit der der Opferschutz deutlich verbessert wurde. Schon davor, mit dem “Strafprozessreformgesetz“, BGBl. I Nr. 19/2004, war eine Gesamtreform des strafprozessualen Vorverfahrens beschlossen worden, die aufgrund ihrer Tragweite und der dafür notwendigen Vorbereitungen aber erst mit 1. Jänner 2008 in Kraft trat. Bis dahin waren die Voruntersuchungen–als letzter Rest des Inquistionsprozesses–von einem Untersuchungsrichter geleitet worden, die kriminalpolizeilichen Vorerhebungen waren gesetzlich kaum geregelt. Nunmehr sollen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam, unter Leitung der Staatsanwaltschaft, in einem einheitlichen Ermittlungsverfahren die Erhebungen durchführen.
“1. Teil: Allgemeines und Grundsätze des Verfahrens“
1. Hauptstück: Das Strafverfahren und seine Grundsätze §§ 1-17
2. Hauptstück: Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht §§ 18-47
3. Hauptstück: Beschuldigter und Verteidiger §§ 48-64
4. Hauptstück: Opfer und ihre Rechte §§ 65-73
5. Hauptstück: Gemeinsame Bestimmungen §§ 74-90
“2. Teil: Das Ermittlungsverfahren“
6. Hauptstück: Allgemeines §§ 91-97
7. Hauptstück: Aufgaben und Befugnisse der Kriminalpolizei, der Staatsanwaltschaft §§ 98-108
8. Hauptstück: Ermittlungsmaßnahmen und Beweisaufnahme §§ 109-166
9. Hauptstück: Fahndung, Festnahme und Untersuchungshaft §§ 167-189
“3. Teil: Beendigung des Ermittlungsverfahrens“
10. Hauptstück: Einstellung, Abbrechung und Fortführung des Ermittlungsverfahrens §§ 190-197
11. Hauptstück: Rücktritt von der Verfolgung Diversion §§ 198-209
“4. Teil: Haupt- und Rechtsmittelverfahren“
12. Hauptstück: Die Anklage §§ 210-215
13. Hauptstück: Vorbereitungen zur Hauptverhandlung §§ 220-227
14. Hauptstück: Hauptverhandlung vor dem Landesgericht als Schöffengericht und Rechtsmittel gegen dessen Urteile §§ 228-296a
“5. Teil: Besondere Verfahren“
15. Hauptstück: Hauptverhandlung vor dem Landesgericht als Geschworenengericht und Rechtsmittel gegen dessen Urteile §§ 297-351
16. Hauptstück: Wiederaufnahme und Erneuerung des Strafverfahrens sowie Wiedereinsetzung in den vorigen Stand §§
17. Hauptstück: Verfahren über privatrechtliche Ansprüche §§ 365-379
18. Hauptstück Kosten des Strafverfahrens §§ 380-395a
19. Hauptstück: Vollstreckung der Urteile §§ 396-411
20. Hauptstück: Verfahren gegen Abwesende § 427
21. Hauptstück: Verfahren bei vorbeugenden Maßnahmen und bei der Abschöpfung der Bereicherung, beim Verfall und bei der Einziehung §§ 429-446
22. Hauptstück: Verfahren vor dem Bezirksgericht §§ 448-481
23. Hauptstück: Verfahren vor dem Landesgericht als Einzelrichter §§ 483-491
24. Hauptstück: Verfahren bei bedingter Strafnachsicht, bedingter Nachsicht von vorbeugenden Maßnahmen, Erteilung von Weisungen und Anordnung der Bewährungshilfe §§ 492 und 498
25. Hauptstück: Ausübung der Strafgerichtsbarkeit über Soldaten im Frieden §§ 499-506
26. Hauptstück: Gnadenverfahren §§ 507-513
Stefan Seiler: Strafprozessrecht, 11. Auflage, Verlag facultas.wuv, Wien 2010, ISBN 978-3-7089-0663-8
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage Bundesnormen&Gesetzesnummer 10002326 Geltende Fassung der StPO im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts.
EntwicklungGliederungLiteraturWeblinks