Source: https://www.dguv.de/fb-etem/faq/faq_ionisierend/fremd_anlagen/index.jsp
Timestamp: 2019-10-24 04:06:00
Document Index: 216748269

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 40', '§15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

DGUV: FB ETEM - SG Ionisierende Strahlung - FAQs - Tätigkeiten in fremden Anlagen
Was bedeutet "Tätigkeit in fremden Anlagen oder Einrichtungen" gemäß Strahlenschutzverordnung?
Welche Rechtsquelle ist maßgeblich?
Wann wird ein Strahlenpass benötigt?
Wer macht Eintragungen im Strahlenpass?
Wem gehört der Strahlenpass?
Welche Fachkunde benötigt der Strahlenschutzbeauftragte im entsendenden Betrieb?
Was ist ein Abgrenzungsvertrag?
Wo bekommt man amtliche Dosimeter?
Welche Pflichten hat der § 15-Betrieb?
1 Was bedeutet "Tätigkeit in fremden Anlagen oder Einrichtungen" gemäß Strahlenschutzverordnung?
Wenn ein Betrieb seine Mitarbeiter in anderen Betrieben arbeiten lässt und die Beschäftigten dabei mehr als 1 mSv (effektive Dosis) im Kalenderjahr erhalten können, dann ist der Fremdbetrieb in den die Mitarbeiter geschickt werden eine "fremde Anlage oder Einrichtung" gemäß der Strahlenschutzverordnung. Der entsendende Betrieb benötigt dann eine Genehmigung nach § 15 der Strahlenschutzverordnung (§ 15-Genehmigungsinhaber).
2 Welche Rechtsquelle ist maßgeblich?
Der § 15 der Strahlenschutzverordnung und der entsprechenden Mustergenehmigung (Auflagen in der Genehmigung sind zu beachten).
3 Wann wird ein Strahlenpass benötigt?
Gemäß § 40 Abs. 2 der Strahlenschutzverordnung muss für Personen, die in Kontrollbereichen (effektive Dosis pro Jahr mehr als 6 mSv möglich!) von fremden Anlagen oder Einrichtungen tätig werden, ein amtlicher Strahlenpass geführt werden.
4 Wer macht Eintragungen im Strahlenpass?
Die amtliche Dosis wird vom Strahlenschutzbeauftragten bzw. von einer von ihm bevollmächtigten Person des §15-Genehmigungsinhabers in den Strahlenpass eingetragen, die nichtamtliche Dosis vom Strahlenschutzbeauftragten der fremden Anlage. Die Durchführungen der erforderlichen arbeitsmedizinischen Untersuchungen werden vom ermächtigten Arzt in den Strahlenpass eingetragen.
5 Wem gehört der Strahlenpass?
Der Strahlenpass ist persönliches Eigentum des Inhabers, also der betroffenen Person. Nach Ausscheiden aus dem Betrieb muss der Strahlenpass der betroffenen Person ausgehändigt werden.
6 Welche Fachkunde benötigt der Strahlenschutzbeauftragte im entsendenden Betrieb?
Der § 15-Genehmigungsinhaber muss einen Strahlenschutzbeauftragten mit der Fachkunde S5 gemäß der "Fachkunde-Richtlinie Technik nach Strahlenschutzverordnung" bestellen.
7 Was ist ein Abgrenzungsvertrag?
Der "Strahlenschutz-Abgrenzungsvertrag" regelt die Zuständigkeiten zwischen dem Strahlenschutzbeauftragten des entsendenden Betriebes (§ 15 Genehmigungsinhaber) und dem Strahlenschutzbeauftragten der fremden Anlage. Es darf dabei weder Doppelzuständigkeiten noch Lücken im Strahlenschutz geben. Der anlagenbezogene Strahlenschutz in dem Fremdbetrieb sollte möglichst von dessen Strahlenschutzbeauftragten sichergestellt werden und der nicht anlagenbezogene Strahlenschutz vom Strahlenschutzbeauftragten des § 15-Betriebes. Dies könnte wie folgt aussehen:
SSB des Fremdbetriebes zuständig für:
Einhaltung der Dosisgrenzwerte
Feststellung der nichtamtlichen Dosis
Dokumentation der nichtamtlichen Dosis
Anlagenbezogene Strahlenschutzunterweisung
Beaufsichtigung des Personals gemäß Strahlenschutzanweisung des Betreibers der fremden Anlage, insbesondere Überwachung am Arbeitsplatz, inkl. Kontaminationskontrolle falls erforderlich
Planung und Durchführung von Maßnahmen bei Stör- und Unfällen durch den Betreiber der fremden Anlage
SSB des § 15-Genehmigungsinhaber zuständig für:
Führen der Strahlenpässe
Dokumentation und Aufbewahren der personenbezogenen Strahlenschutzdaten
Ermittlung der amtlichen Dosiswerte, kontinuierliche Verfolgung im Verhältnis zu den Dosisgrenzwerten der StrlSchV und ggf. zu den selbst zusätzlich geregelten Grenzwerten
Dokumentation der amtlichen Dosiswerte
Mitteilungen an die § 15-Behörde
Beachten der Auflagen der § 15-Genehmigung
8 Wo bekommt man amtliche Dosimeter?
Getrennt nach den jeweiligen Bundesländern (Sitz des Betriebes) sind unterschiedliche Messstellen zuständig:
Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hamburg:
Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland:
Staatliches Materialprüfungsamt
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:
LPS - Landesanstalt für Personendosimetrie und Strahlenschutzausbildung
- Strahlenmessstelle -
Rubensstrasse 111
9 Welche Pflichten hat der § 15-Betrieb?
Der Genehmigungsinhaber gemäß § 15 der Strahlenschutzverordnung sorgt für:
die Bestellung eines Strahlenschutzbeauftragten in seinem Betrieb
das Erstellen einer Strahlenschutzanweisung
einen Abgrenzungsvertrag mit der fremden Anlage
die regelmäßigen Strahlenschutzunterweisungen der eigenen Mitarbeiter,
die monatliche Auswertung und die zur Verfügungstellung der amtlichen Dosimeter falls erforderlich
die Organisation der erforderlichen arbeitsmedizinischen Untersuchungen
einen Strahlenpass für jeden Mitarbeiter, der in Kontrollbereichen der fremden Anlagen oder Einrichtungen tätig wird.
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