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Timestamp: 2017-01-17 10:48:51
Document Index: 93088068

Matched Legal Cases: ['§25', 'BGH', '§25', '§ 25', '§21', '§26', 'BGH']

Flashcards - Täterschaft
2010-07-17 06:57:27
Tags: Strafrecht II Mittelbarer Täter Mittäter Nebentäter Folders: Description: Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme
Abgrenzung zwischen Täterschaft und Teilnahme
Früher 1 - formell objektiv: eine teilweise Vornahme der Ausführungshandlung ist erforderlichFrüher 2 - extrem subjektiv: allein entscheidend ist der Täter-/Teilnahmewille – Widerspruch mit §25 I Var.1 StGB Heute 1 - objektive Tatherrschaftslehre: Zentralgestalt des Geschehens ist der TäterHeute 2 - eingeschränkt subjektive Theorie: ganzheitliche Betrachtung nach Tatinteresse, Umfang der Tatbeteiligung, Wille zur Tatherrschaft
Tatplan bei der Mittäterschaft
Ist ein bestehender gemeinsamer Tatplan notwendig?
h.M.: ein gemeinschaftlicher Tatplan ist notwendig, da gemeinschaftlich eine gegenseitige Motivation fordert
a.A.: ein Beitrag als Solidarisierung mit dem Normbruch reicht aus
Hinzutreten des Mittäters zwischen Vollendung und Beendigung der Straftat
Keine Zurechnung von bereits bei Hinzutreten vollkommen abgeschlossenen Handlungen
Zurechnung von Regelbeispielen
Notwendigkeit der gemeinschaftlichen Tatbestandsverwirklichung
Streitig, jeweils nach den Modellen von Rechtsprechung und h.L. festzustellen
BGH: nicht notwendig, sofern die drei Merkmale gemeinschaftliche genug ausgefüllt sind
Enge Tatherrschaftslehre: Notwendigkeit besteht, da ohne Ausführung die Merkmale nicht erfüllt sind
Weite Tatherrschaftslehre: Plus bei der Tatplanung kompensiert das Minus bei der Tatausführung; Abgrenzung zur Anstiftung da ein reines Hervorrufen des Tatentschlusses nicht ausreicht
Reicht nur aus, wenn dies als wesentliche risikomindernder Faktor in den Tatplan eingebaut wurde
Alternative Tätigkeit in der Ausführung
Bsp: T1 wartet an der Hintertür und T2 an der Vordertür, O wird nur von T1 an der Hintertür erstochen e.A.: keine Beteiligung an der Tathandlung
a.A.: Beteiligung, nur wenn wesentliche Mitwirkung nach Tatplan
e.A.: kein gemeinsamer Tatplan, daher §25 II StGB (-), da eigentlich Vorsatz erforderlich ista.A.: mittäterschaftliche begangene Sorgfaltspflichtverletzung, Bewusstsein des gemeinschaftlichen Handelns und Bewusstsein der Gefahrschaffung
h.M. Gesamtlösung: unmittelbares Ansetzen, wenn allein ein Täter einsetzt
a.A. Einzellösung: jeder Mittäter muss selbst unmittelbar zur Tatbegehung ansetzen
Exzess – Ausweitung des Tatplans
Nur möglich, wenn beide zustimmen: nur kleine Abweichungen vom Tatplan sind gedeckt Bei Erfolgsqualifikationen muss auch dem Mittäter die mögliche Folge klar sein, mindestens muss er fahrlässig gehandelt haben Obejektsverwechslung (error in persona): bei tatbestandlicher Gleichheit der Tatobjekte besteht kein Exzess, sonst schon Aberratio ictus auf T2 (T1 trifft T2 anstatt des Polizisten): T2 hätte seiner eigenen Verletzung nicht zugestimmt, daher Exzess
§ 25 I Alt. 2 StGBDer Täter (Hintermann) verwirklicht den Tatbestand durch einen Tatmittler (Vordermann), den er als Werkzeug einsetztUnterlegene Rolle des Vordermanns und beherrschende Rolle des Hintermanns
Fallgruppen Mittelbare Täterschaft
Objektiv tatbestandslos handelndes Werkzeug (Irrtümer im obj.Tatbestand, Selbsttötung durch Motivirrtum: Siriusfall)Unvorsätzliches Werkzeug: fehlender Vorsatz oder Vorsatz nur zu einem minder schweren DeliktRechtmäßighandelndes Werkzeug: Polizei nimmt jemanden fest, nachdem sie eine falsche Fährte bekommen hat - rechtmäßig handelndes Werkzeug überträgt die Tatherrschaft auf den mittelbaren Täter Schuldloses Werkzeug: geisteskrank, im Verbotsirrtum, im Erlaubnistatumstandirrtum, Nötigungszustand
Vordermann handelt in einem vermeidbaren Verbotsirrtum und hat damit kein StrafdefizitDer Vordermann ist strafbar, bekommt aber eine Strafminderung, gem. §§21, 17II, 35 II S.2 StGBz.T.: nur Teilnahme gem.§26 StGB da die Herrschaft völlig fehlta.A.: mittelbare Täterschaft wegen Ausnutzung BGH: Einzelfallbetrachtung notwendig, Art und Tragweite des Irrtums – mittelbare Täterschaft zumindest, wenn der Hintermann irgendwelche Hemmungsmotive ausschaltet.Katzenkönigfall
Tatmittler handelt voll verantwortlich Organisationsherrschaft: Mafia, Mauerschützen, teilw. auch verbrecherische UnternehmensstrukturenVoraussetzungen: Austauschbarkeit des Befehlsempfängers, Rechtsgelöstheit des gesamten Machtapparates Bestrafung entweder als Anstifter (wird wie Täter verurteilt) oder als Mittäter (obwohl kein Tatplan besteht)
T erfährt, dass X ein Attentat auf ihn verüben will. Daraufhin schickt er unter einem Vorwand seinen Feind O an den Tatort. Dort wird O erwartungsgemäß von X mit T verwechselt und getötet. Strafbarkeit des T?
e.A.: mittelbare Täterschaft, da Ausnutzung der Tatbereitschafta.A.: Ablenken der Tathandlung auf ein neues Opfer, womit die Tat zu einer anderen wird – dagegen: hier irrt sich aber der Tatmittler und hat deshalb ein Strafbarkeitsdefizita.A.: Anstiftung schein besser zu passen
Irrtum des Hintermannes
Anstiftung oder mittelbare Täterschaft?Hintermann geht von Anstiftung aus, der Tatmittler handelt aber vorsatz- oder schuldlos – der Hintermann ist daher mittelbarer TäterHintermann geht von mittelbarer Täterschaft aus, Vordermann ist aber selbst Täter – Rsp: mittelbare Täterschaft, h.L. vollendete Anstiftung