Source: http://www.finanztip.de/bafoeg/
Timestamp: 2017-11-24 11:00:24
Document Index: 169659827

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 8', '§ 21', '§ 26', '§ 11', '§ 11', '§ 45', '§ 15', '§ 18']

Bafög – staatliche Förderung für Studium, Ausbildung und Schule - Finanztip
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Mit Bafög fördert der Staat junge Menschen mit wenig Geld während ihrer Ausbildung. Studenten bekommen maximal 735 Euro im Monat, Azubis und Schüler etwas weniger.
Die Förderung fällt geringer aus, wenn Sie, Ihre Eltern oder Ihr Lebenspartner gut verdienen.
Wenn Sie Bafög-berechtigt sind, sollten Sie die Förderung immer in Anspruch nehmen, da Sie höchstens die Hälfte zurückzahlen müssen (oft weniger oder gar nichts).
Für Studenten ist die staatliche Förderung zeitlich begrenzt, doch die Förderdauer lässt sich verlängern.
Fünf Jahre nach Ihrem Studienabschluss müssen Sie das Bafög-Darlehen zurückzahlen. Sie können einiges sparen, wenn Sie einen Großteil der Summe auf einmal begleichen.
Überprüfen Sie anhand unserer Übersicht, ob Sie und Ihre Ausbildungsstätte Bafög-berechtigt sind.
Schätzen Sie ab, wie hoch Ihre Fördersumme in etwa sein wird und ob Sie Abzüge wegen des Einkommens Ihrer Eltern in Kauf nehmen müssen.
Bafög gibt es nicht rückwirkend. Reichen Sie Ihren Antrag daher spätestens im ersten Monat Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums ein.
Schicken Sie den Bafög-Antrag ab, sobald Sie wissen wo Sie studieren werden. Die Bearbeitung kann schon mal einige Monate dauern.
Je früher Sie alle Unterlagen zusammen haben, desto schneller bekommen Sie auch die ersten Zahlungen.
Legen Sie in den ersten fünf Jahren nach dem Studium Geld beiseite, damit Sie das Darlehen rasch zurückzahlen können. Wer alles auf einmal begleicht, bekommt hohe Rabatte – bis zu 28,5 Prozent.
Geregelt werden diese Zuschüsse im Berufsausbildungsförderungsgesetz – besser bekannt unter der Abkürzung Bafög. Das Ziel von Bafög ist es, jedem die Möglichkeit auf eine Ausbildung, ein Studium und einen Schulabschluss zu geben. 2016 nahmen etwa 823.000 Menschen diese Unterstützung in Anspruch, davon rund 239.000 Schüler und Auszubildende. Von allen Studierenden haben somit rund ein Fünftel Bafög bekommen. Die Hälfte von ihnen bekam den Höchstbetrag von 735 Euro pro Monat.
Die erste große Hürde, die Sie meistern müssen, ist herauszufinden, ob Sie überhaupt Bafög-berechtigt sind. Der Staat springt nämlich nur ein, wenn Sie oder Ihre Familie die Kosten der Lehrzeit nicht selbst stemmen können. Falls Sie die Voraussetzungen erfüllen, sollte Bafög ein fester Bestandteil sein, um Ihr Studium oder die Ausbildung zu finanzieren. Denn mindestens die Hälfte bekommen Sie geschenkt – oft müssen Sie sogar nur einen geringeren Teilbetrag zurückzahlen.
Ob Ihre Berufsausbildung, Ihre Schulausbildung oder Ihr Studium durch Bafög gefördert wird, hängt von Ihrer Ausbildungsstätte ab. Für Studenten gilt: Es wird grundsätzlich nur ein Vollzeitstudium gefördert. Auch bekommen Sie die Förderung nur für das erste Studium, sofern das zweite nicht direkt auf dem ersten aufbaut. Das gilt auch für Erst- und Zweit-Ausbildungen. Mit dem sogenannten Auslands-Bafög können Sie sich auch eine Ausbildung im Ausland oder ein Auslandssemester während des Studiums fördern lassen (Abschnitt I, § 2-7 Bafög).
Diese Ausbildungsstätten werden gefördert
Quelle: bafög.de (Stand: August 2017)
Zusätzlich müssen Sie zwei grundsätzliche Voraussetzungen für Bafög erfüllen, egal ob Azubi, Schüler oder Student (Abschnitt II, § 8-10 Bafög):
Staatsangehörigkeit - Sie müssen deutscher Staatsbürger sein, um Bafög zu bekommen. Es ist aber auch möglich, ohne den deutschen Pass die staatlichen Zuschüsse zu erhalten. Dafür ist entscheidend, ob der Antragssteller auch nach der Ausbildungszeit voraussichtlich langfristig in Deutschland bleiben wird. Gerade unter den Menschen aus anderen EU-Ländern gibt es viele, für die ein solcher dauerhafter Aufenthalt infrage kommt. Erste Anlaufstelle ist das Auslandsamt der jeweiligen Hochschule, es kann oft weiterhelfen.
Alter - Bei Beginn der Ausbildung oder des Studiums dürfen Sie höchstens 29 Jahr alt sein. Für ein Masterstudium liegt die Obergrenze bei 34 Jahren. In einigen Sonderfällen dürfen Sie auch älter sein: zum Beispiel beim Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg oder wenn Sie ein Kind haben.
Die Bafög-Höhe hängt vom Einkommen der Eltern ab
Bafög ist für alle gedacht, die sich nicht selbst finanzieren können. Die Eltern sind dem Azubi oder Studierenden gegenüber unterhaltspflichtig, auch wenn er schon volljährig ist und aus dem Elternhaus ausgezogen ist. Ähnliches gilt für Ehe- und Lebenspartner (Abschnitt IV, § 21-25 Bafög). Verdienen diese zu viel, bekommen Sie weniger Förderung.
Daher müssen Sie beim Bafög-Antrag auch die Einkünfte Ihrer Eltern und Ihres Lebenspartners offenlegen; genauer das Einkommen des vorletzten Kalenderjahres, damit das Bafög-Amt den jüngsten Steuerbescheid der Eltern einsehen kann.
Verdienen Ihre Eltern im aktuellen Jahr wahrscheinlich weniger Geld, können Sie auch das angeben. So erhalten Sie unter Umständen mehr Bafög. Das empfiehlt sich vor allem, wenn ein Elternteil in Rente geht oder nur noch in Teilzeit arbeitet.
So viel dürfen Ihre Eltern und Ihr Lebenspartner verdienen
Das Bafög-Amt rechnet mit festen Freibeträge für das Einkommen der Eltern. Diese wurden zuletzt zur Bafög-Reform 2016 angepasst – wie auch die meisten anderen konkreten Bafög-Beträge.
Wir empfehlen Ihnen, vor dem Antrag einmal durchzurechnen, ob Ihre Eltern monatlich mehr verdienen als die in der Tabelle genannten Bafög-Freibeträge. Das gibt Ihnen eine größere Planungssicherheit, da Sie den Antrag nur kurze Zeit vor Beginn des Studiums oder der Ausbildung beantragen können. Einen Online-Rechner finden Sie zum Beispiel auf bafoeg-aktuell.de.
Monatliche Einkommensgrenzen der Eltern und des Lebenspartner
Verheiratete Eltern 1.715 €
Alleinstehende Elternteile 1.145 €
Lebenspartner 1.145 €
Stiefeltern 570 €
Unterhaltsberechtigte Kinder 520 €
Lassen Sie sich dabei nicht zu schnell von den niedrigen Einkommensgrenzen entmutigen. Denn bei der Rechnung vom Bafög-Amt wirken sich zahlreiche Faktoren zu Ihren Gunsten aus – wie Sozialabgaben, Werbungskosten oder Riester-Beiträge. Dieses sogenannte pauschale Nettoeinkommen ermitteln Sie am besten mit dem jüngsten Steuerbescheid Ihrer Eltern. Doch auch wenn Ihre Eltern mehr verdienen, können Sie immer noch teilweise Förderung bekommen.
Beispiel für das Einkommen der Eltern
Sind Ihre Eltern verheiratet, müssen Sie ab einem Bruttoeinkommen von 30.000 Euro im Jahr mit den ersten Einbußen beim Bafög rechnen (Arbeitnehmer, keine weiteren Kinder). Oft können Sie aber auch noch eine Teilförderung erhalten, wenn Ihre Eltern sogar 45.000 Euro verdienen. Ab einem gemeinsamen Gehalt von 60.000 Euro im Jahr ist die staatliche Förderung eher unwahrscheinlich.
Auf www.bafög.de sind einige konkrete Beispiele aufgeführt, wann es wie viel Förderung gibt.
Im Gegensatz zum Einkommen spielt das Ersparte Ihrer Eltern keine Rolle; die Einkünfte, die sie aus dem Vermögen erzielen, aber sehr wohl (Kapitalerträge beispielsweise gelten auch als Einkunftsart).
Wer sich selbst finanzieren kann, muss auf Bafög verzichten
Das angesparte Vermögen der Eltern wird für die Berechnung des Bafögs zwar nicht herangezogen. Doch wenn Sie selbst mehr als 7.500 Euro zusammengespart haben, müssen Sie zuerst Ihre Reserven aufbrauchen. Mit Lebenspartner und Kindern dürfen Sie mehr Geld auf der hohen Kante haben (je 2.100 Euro, Abschnitt V, § 26-30 Bafög).
Auch wenn Sie selbst genug verdienen, um sich Ihr Studium zu finanzieren oder in der Ausbildung bezahlt werden, hilft Ihnen Bafög nicht weiter. Ausgenommen davon sind grundsätzlich Minijobs; denn es gibt Freibeträge, in deren Rahmen Sie Geld verdienen dürfen.
Der grundsätzliche Freibetrag von 290 Euro erhöht sich in der Rechnung des Bafög-Amts mit Sozialabgaben und Werbungskosten pauschal auf 450 Euro. Das gilt für den gesamten Bewilligungszeitraum (normalerweise zwölf Monate). Ein Nebenjob in den Ferien oder in der vorlesungsfreien Zeit darf also auch mal mehr einbringen, solange es insgesamt weniger sind als 5.400 Euro im Jahr. Ist Ihre Ausbildung besonders kostenintensiv, haben Sie Kinder oder unterstützen Ihren Ehepartner, erhöht sich der Freibetrag entsprechend.
Falls Sie eine Waisenrente oder Stipendien bekommen, müssen Sie diese erst bei höheren Summen auf Ihr Bafög anrechnen. Dient das Geld aus dem Stipendium außerdem einem bestimmten Zweck, wie monatliche Bücherpauschalen, dürfen Sie auch mehr behalten.
Einkommen 290 €
Ehepartner 570 €
Kind 520 €
Waisenrente / Waisengeld 180 €
Stipendium 300 €
Härtefälle 260 €
Wann Sie elternunabhängiges Bafög bekommen
In einigen Fällen bekommen Sie auch Bafög, obwohl Ihre Eltern Sie eigentlich unterstützen könnten (Abschnitt III, § 11 Bafög):
Eltern verweigern den Unterhalt - Wenn Ihre Eltern keinen Unterhalt zahlen, obwohl sie dazu verpflichtet sind, springt das Bafög-Amt ein. Sie bekommen dann Bafög ausgezahlt, übertragen aber im Gegenzug dem Amt Ihre Unterhaltsansprüche gegenüber den Eltern.
Abitur auf dem zweiten Bildungsweg - Besuchen Sie ein Abendgymnasium oder ein Kolleg, brauchen Sie dem Bafög-Amt keine Angaben über die Einkünfte Ihrer Eltern zu machen.
Ausbildung beginnt nach dem 30. Lebensjahr - Falls Sie aufgrund einer Ausnahme nach dem 29. Geburtstag Bafög bekommen, müssen Sie sich um das Einkommen Ihrer Eltern keine Gedanken machen. Dazu zählt beispielsweise, wenn Sie sich um die Kindeserziehung gekümmert haben.
Schon fünf Jahre gearbeitet - Wenn Sie sich nach dem Berufseinstieg entscheiden, doch noch zu studieren, bekommen Sie elternunabhängiges Bafög. Allerdings müssen Sie dazu mindestens fünf Jahre gearbeitet haben, seitdem Sie volljährig sind – sechs Jahre, wenn dazu eine Ausbildung gehörte.
So viel Förderung steht Ihnen zu
Der Höchstsatz von 735 Euro pro Monat reicht oftmals gerade so aus für Wohnung, Essen und Lehrmaterial (Abschnitt III, § 11-14 Bafög). Von dem Geld müssen Sie außerdem Ihre Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Vom Bafög-Amt gibt es nur pauschale Förderungen – egal, wie viel Sie zum Beispiel für Ihre Wohnung ausgeben müssen. Als Student haben Sie nur innerhalb der Regelstudienzeit Anspruch auf Bafög (egal, wie viele Semester sie davon Bafög erhalten).
Auszubildende und Schüler bekommen Bafög geschenkt
Für Azubis und Schüler gibt es weniger Bafög als für Studenten. Welche Höchstbeträge genau gelten, hängt allein von der Art der Ausbildungsstätte ab. Im Gegensatz zu Studenten bekommen Schüler und Azubis das Bafög vollständig als staatliche Förderung, und zwar grundsätzlich so lange, wie sie die Ausbildungsstätte besuchen. Dies gilt auch, wenn sie eine Klasse wiederholen müssen. Egal, wie lange oder wie viel sie erhalten: Sie müssen nichts von dem sogenannten Schüler-Bafög zurückzahlen.
Bei Studenten sieht das etwas anders aus. Die Hälfte des Bafögs besteht aus der geschenkten Förderung und die andere aus einem langfristigen Darlehen. Die Konditionen des Darlehens sind allerdings äußerst vorteilhaft, sodass auch für Studenten gilt: Wenn Sie Bafög-berechtigt sind, sollten Sie die Förderung auf jeden Fall beanspruchen.
Wie viel Förderung Sie höchstens bekommen
bei den Eltern zu Hause¹ eigene Wohnung¹
Höhere Fachschulen, Akademien, Hochschulen 537 € 735 €
Abendgymnasien, Kollegs, weiterführende Fachschulklassen 510 € 708 €
Abendhaupt- und realschulen, Berufsaufbauschulen, weiterführende Fachoberschulen 605 € 673 €
Berufsfachschulen 317 € 590 €
Schüler im ersten Bildungsweg, Fachschulen, Fachoberschulen - 590 €
pro Kind +130 Euro +130 Euro
¹ Inklusive Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung
Quelle: www.bafög.de (Stand: Augubst 2017)
Worauf Sie beim ersten Bafög-Antrag achten müssen
Erfüllen Sie alle Voraussetzungen, geht es an den eigentlichen Antrag. Dabei sollten Sie vor allem die Fülle der Unterlagen nicht unterschätzen, die Sie für Ihren vollständigen Antrag zusammensammeln müssen. Gerade die Einkommensbelege Ihrer Eltern zu beschaffen, liegt nicht allein in Ihrer Hand und kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Kümmern Sie sich daher so früh wie möglich um Ihren Antrag, wenn Sie direkt zum Ausbildungs- oder Studienstart auf die Förderung angewiesen sind. Im besten Fall haben Sie die nötigen Unterlagen schon zuvor organisiert.
Wann der beste Zeitpunkt für den Bafög-Antrag ist
Bafög können Sie im Prinzip erst beantragen, wenn Sie sicher wissen, wo Sie studieren oder Ihre Ausbildung machen. Wenn Sie bereits zuvor abschätzen können, wo Sie am Ende landen werden, lohnt es sich aber, den Antrag schon vor der Zusage einzureichen und die Einschreibung (Immatrikulation) nachzuschicken.
Allerspätestens im Monat des Ausbildungs- oder Studienbeginns sollten Sie den Antrag auf den Weg bringen; Bafög gibt es nämlich nicht rückwirkend. Für das Wintersemester an der Uni reicht dazu auch noch der 31. Oktober.
Gerade bei Studien- oder Ausbildungsbeginn sammelt sich so mancher Kostenpunkt an. Fällt es Ihnen schwer, ein oder zwei Monate finanziell hinzukommen, bis das Bafög bewilligt wird, wenden Sie sich am besten persönlich an Ihren Sachbearbeiter. Häufig haben die Mitarbeiter im Bafög-Amt Verständnis für schwierige Übergangsphasen und bearbeiten dringende Fälle früher. Für die Übergangszeit können Sie außerdem auch Arbeitslosengeld II beantragen.
Wo Sie Ihr Bafög beantragen können
In welchem Bafög-Amt Sie Ihren Antrag einreichen müssen, hängt von der Art und dem Ort Ihrer Ausbildungsstätte ab (Abschnitt IX, § 45 Bafög):
Studenten reichen Ihn im Studentenwerk ihrer Hochschule ein.
Für höheren Fachschulen, Abendgymnasien, Kollegs und Akademien ist das Bafög-Amt im Bezirk der Ausbildungsstätte zuständig.
Alle anderen Schüler müssen sich an das Bafög-Amt am Wohnort der Eltern wenden.
Auf bafög.de finden Sie eine Liste der Ämter.
Der Antrag besteht aus verschiedenen Formblättern, die Sie ausgefüllt im Bafög-Amt einreichen müssen. Seit August 2016 können Sie diese auch elektronisch ausfüllen und einschicken. Normalerweise kommen unter anderem noch Einkommensbelege von Ihnen und Ihren Eltern oben drauf, sowie ein Nachweis über Ihre Vermögensverhältnisse und die Zulassung der Ausbildungsstätte.
Jedes Jahr aufs Neue: Regelmäßig Bafög beantragen
Das Bafög-Amt gewährt die Förderung in der Regel nur für ein Jahr. Nach dem sogenannten Bewilligungszeitraum müssen Sie erneut die entsprechenden Formblätter und Unterlagen des Folgejahrs einreichen. Mit der Zeit bekommen Sie darin Routine. Folgendes sollten Studenten über die Jahre beachten (Abschnitt III, § 15-17 Bafög):
Leistungsnachweis - Zum fünften Semester müssen Studierende nachweisen, dass sie genügend Kurse oder Seminare besucht und notwendige Zwischenprüfungen bestanden haben, um das Studium in der Regelstudienzeit zu schaffen. Allzu sehr schleifen lassen dürfen Sie Ihr Studium daher nicht.
Fachwechsel - Im Bachelorstudium dürfen Studierende sich bis zum vierten Semester für ein anderes Studienfach entscheiden. Mit dem Wechsel startet die Regelstudienzeit und damit auch die Dauer des Bafögs von Neuem.
Hilfe beim Studienabschluss - Fehlen nach der Regelstudienzeit noch einige Monate zum Studienabschluss, können Studenten ein besonders gefördertes Bankdarlehen in Höhe ihres Bafögs beantragen. Dieses KfW-Darlehen ist günstiger als ein gewöhnlicher KfW-Studienkredit.
Als Student die Förderdauer verlängern
Dem Statistischen Bundesamt zufolge schafften 2014 weniger als die Hälfte der Bachelor-Absolventen ihr Studium in der Regelstudienzeit. Unter allen Studierenden lag die Quote noch niedriger (40 Prozent). Auch das Bafög-Amt sieht ein, dass es oftmals triftige Gründe gibt, warum das Studium länger dauern kann.
Das kann zum Beispiel ein Auslandssemester sein. Es zählt erstaunlicherweise nicht in die Regelstudienzeit, selbst wenn es durch Auslands-Bafög gefördert wird. Gerade in Kombination mit dem Erasmus-Austausch-Programm können Sie also den einen oder anderen Schein an einer ausländischen Uni machen, ohne dass Sie befürchten müssen, in zeitliche Bedrängnis zu geraten. Darüber hinaus verlängern folgende Ausnahmen die Förderdauer:
Krankheit - Eine schwerwiegende oder langwierigen Krankheiten hindert Sie daran, an einer wichtigen Prüfung teilzunehmen.
Chaos an der Hochschule - In der Planung der Hochschule läuft etwas schief, und Ihnen ist gar nicht möglich, das Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen.
Hochschulgremium - Sie sind mindestens ein Semester Mitglied in einem Hochschulgremium wie Asta oder Studienparlament.
Prüfung misslungen - Auch der beste Student kann durch eine Prüfung fallen. Falls Sie für einen Schein mal einen zweiten Versuch brauchen, zählt das für ein halbes Jahr länger Bafög. (Auch wenn der Fehlversuch gar nicht für das Abschlusszeugnis gewertet wird.)
Abschlussprüfung misslungen - Wenn Sie durch die Abschlussprüfung fallen, können Sie das zusätzlich als Grund angeben, um ein Semester länger Bafög zu bekommen.
Behinderung - Fällt es Ihnen wegen einer Behinderung schwerer, das Studium zu meistern, ist auch das ein Grund, länger Bafög zu bekommen.
Schwangerschaft/Kindeserziehung - Bei Nachwuchs versteht auch das Bafög-Amt, dass ein Studium nicht einfach so weiter geht und gewährt längere Förderzeiten.
Studenten müssen nur einen Teil des Bafögs zurückzahlen
Ein Student bekommt mindestens die Hälfte der Bafög-Förderung geschenkt. Den Rest muss er im Laufe von fünf Jahre nach dem Ende des Studiums in Raten von höchstens 105 Euro pro Monat zurückzahlen. Dabei handelt es sich um ein zinsloses Staatsdarlehen, das er nur tilgen muss, wenn er auch genügend verdient. Egal, wie viel Bafög ein Student über die Jahre bekommen hat, mehr als 10.000 Euro muss er nie zurückzahlen.
Zahlen Sie das Bafög-Darlehen am besten auf einmal zurück
Oft lohnt es sich, in den ersten fünf Berufsjahren das Geld für das Bafög-Darlehen anzusparen und die gesamte Summe auf einmal zu bezahlen. In diesem Fall gewährt der Staat erhebliche Rabatte (Abschnitt III, § 18-20 Bafög). Haben Sie das Geld nicht auf der hohen Kante, kann es sich sogar unter Umständen lohnen, das Darlehen mit einen Kredit abzulösen. Dies gilt speziell dann, wenn die Zinsen auf den Kredit kleiner sind als der Rabatt für die Rückzahlung des Bafög-Darlehens.
Haben Sie beispielsweise genau 20.000 Euro Bafög erhalten, müssen Sie die Hälfte als Darlehen zurückzahlen – also 10.000 Euro. Mit dem Rabatt für die Einmal-Rückzahlung in Höhe von 28,5 Prozent zahlen Sie nur 7.150 Euro zurück, Sie sparen also 2.850 Euro.
Je mehr Förderung Sie jenseits von 20.000 Euro bekommen haben, desto weniger lohnt es sich, den gesamten Betrag auf einmal zu zahlen. Zwar sind die prozentualen Ersparnisse bei höheren Bafög-Summen größer. Allerdings berechnet das Bafög-Amt die Ersparnis von der tatsächlichen Darlehenshöhe und nicht von der Obergrenze von 10.000 Euro. Hätten Sie bei 32.000 Euro Bafög theoretisch eine Ersparnis von 38,5 Prozent, kommen Sie in der Praxis nur 1,6 Prozent günstiger weg.
Vergünstigungen bei Einmal-Rückzahlung
Bafög-Summe 3.000 € 20.000 € 32.000 €
Darlehen 1.500 € 10.000 € 16.000 €
Rückzahlung 1.350 € 7.150 € 9.840 €
Vergünstigung 10 % 28,5 % 38,5 % / 1,6 %¹
¹ theoretischer Wert ohne Kappungsgrenze / tatsächliche Ersparnis
Weitere Vergünstigungen gibt es seit 2012 nicht mehr
Bis 2012 war es möglich, die Summe des Darlehens zu verringern, indem jemand vor der Regelstudienzeit fertig wurde oder zu den besten 30 Prozent des Jahrgangs gehörte. Falls Sie 2017 mit der Rückzahlung beginnen, könnte es also sein, dass Sie noch von der alten Regelung profitieren. Haben Sie Ihr Studium nach 2012 abgeschlossen, haben Sie keine Chance mehr auf diese Rabatte.
Wenn Sie kein Bafög bekommen, muss das noch lange nicht das Ende Ihrer Studienpläne bedeuten. Zu den Alternativen zählen Stipendien oder ein studentischer Nebenjob. Vielleicht brauchen Sie etwas länger, wenn Sie jobben, so können Sie aber auch direkt Berufserfahrung sammeln. Ähnlich sieht es bei einem dualen Studium aus.
Falls Ihr Bafög-Antrag wegen des Einkommens Ihrer Eltern abgelehnt wird, haben Sie auf jeden Fall Recht auf Unterhalt. Doch Sie müssen den eigenen Eltern nicht gleich mit einer Unterhaltsklage drohen. Auch ein privates Darlehen aus dem Verwandtenkreis kann über Durststrecken hinweghelfen. Studienkredite sollten immer der letzte Ausweg sein, da Sie diese finanziell nachhaltig belasten. Das gilt auch für den staatlich geförderten KfW-Studienkredit.