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Timestamp: 2018-09-22 21:34:17
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Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 27', '§ 28', '§ 29', '§ 30', '§ 31']

liber de causis – Über die Erste Ursache, arabisch-lateinisch-deutsch
Hans Zimmermann) : Quellen zum Thema "Schöpfung" und zum Weltbild der Antike und des Mittelalters : liber de causis LIBER DE CAUSIS arabische Version und deutsche Übersetzung (O. Bardenhewer, Freiburg im Breisgau 1822)
des LIBER DE CAUSIS
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Kapitel 26, 27, 28, 29, 30 und 31 - eine arabische Kompilation der Stoicheiosis Theologike (griechisch) des Neuplatonikers Proklos, im 12. Jahrhundert als angeblicher Aristoteles-Text (vgl. Metaphysik L)aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt, elementares philosophisches Lehrbuch der aristotelisch-neuplatonisch orientierten Hochscholastik im 13. Jhd. – ed. O. Bardenhewer, Die pseudoaristotelische Schrift "Über das reine Gute", Freiburg im Breisgau 1822, nach Maßgabe der textkritischen Ausgabe von Adriaan Pattin (Tijdschr. Filos. 28, 1966) überarbeitet, satzstrukturell gegliedert und ins Netz gestellt durch Hans Zimmermann, Görlitz), 2001
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Parmenides * Platon: Sonnengleichnis, Höhlengleichnis; Timaios * Aristoteles: Metaphysik L Proklos: stoicheiosis * Boethius: esse * Thomas von Aquin: Summa Theologiae, prima pars qu.2 Dreiecksverbindung:
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S. 107 / <S.107> § 26.
S. 107 S. 108 S. 109 § 27.
Wenn aber Jemand behauptet, es sei doch möglich, dass dasselbe getheilt sei, so erwiedern wir: wenn es möglich ist, / <S.108> dass ein Wesen , welches durch sich selbst subsistirt, getheilt sei, während es doch einfach ist, so ist es möglich , dass die Wesenheit jedes Theiles desselben auch durch sich selbst sei, wie die Wesenheit des Ganzen. Wenn aber dies möglich ist, so wendet jeder Theil desselben sich zu sich selbst hin und es würde mithin ein jeder Theil desselben sich zu einem Theile desselben hinwenden, wie das Ganze sich zu sich selbst hinwendet. Dies jedoch ist unmöglich. Wenn es aber unmöglich ist, so ist also jedes Wesen, welches durch sich selbst subsistirt, ungetheilt. Es ist aber auch einfach. Denn wenn es nicht einfach wäre, sondern zusammengesetzt, so wäre dieses in ihm vorzüglicher als jenes und dieses geringer als jenes, und es würde mithin das Vorzüglichere aus dem Geringeren und das Geringere aus dem Vorzüglicheren sein, wenn ein jeder Theil desselben von einem jeden Theile desselben getrennt ist. Es würde mithin seine Gesammtheit nicht sich selbst genügend sein , wenn sie ihrer Theile bedarf, aus welchen sie zusammengesetzt ist. Das aber ist nicht die Natur eines einfachen Wesens, sondern vielmehr die Natur zusammengesetzter Wesen. Demnach / <S.109> ist es einleuchtend, dass jedes Wesen, welches durch sich selbst subsistiert, einfach und ungetheilt ist; wenn es aber keiner Theilung unterliegt und einfach ist, so unterliegt es auch keinem Untergange und keiner Zerstörung.
S. 109 § 28.
S. 110 S. 111 S. 112 S. 113 / <S.110> § 29.
Denn wenn die erschaffenen Dinge sich gegenseitig an einander anschliessen und an das höhere Wesen sich nur das ihm ähnliche Wesen anschliessen kann, nicht das ihm nicht ähnliche Wesen, so stehen die dem höheren Wesen ähnlichen Wesen, d. h. die erschaffenen Wesen, von welchen die Zeit nicht hinweggeht, vor den den immerwährenden Wesen nicht ähnlichen Wesen, d. h. den Wesen, welche sich von der Zeit loslösen und in gewissen Abschnitten der Zeit erschaffen sind. Es ist also nicht möglich, dass die in gewissen Abschnitten der Zeit erschaffenen Wesen sich an die immerwährenden Wesen anreihen, weil sie ihnen durchaus nicht ähnlich sind. Mithin sind es die / <S.111> immerwährenden Wesen in der Zeit, welche sich an die immerwährenden Wesen anreihen, und stehen sie in der Mitte zwischen den subsistirenden Wesen und den von der Zeit sich loslösenden Wesen. Es ist ja nicht möglich, dass an die immerwährenden Wesen, welche über der Zeit sind, sich die zeitlichen Wesen, welche sich von der Zeit loslösen, anschliessen, es sei denn durch Vermittlung der zeitlichen Wesen, welche inimerwährend in der Zeit sind. Diese Wesen aber stehen desshalb in der Mitte, weil sie den hohen immerwährenden Wesen hinsichtlich der immerwährenden Dauer, den zeitlichen Wesen aber, welche in der Zeit sich loslösen, durch die Entstehung an die Seite treten; denn wenn sie auch immerwährend sind, so beruht doch ihre immerwährende Dauer auf Entstehung und Bewegung; wohingegen die Wesen, welche immerwährend mit der Zeit sind, den immerwährenden Wesen, welche über der Zeit sind, durch die immerwährende Dauer ähnlich sind, aber nicht ähnlich hinsichtlich der Bewegung und der Entstehung. Die von der Zeit sich loslösenden Wesen aber sind den immerwährenden Wesen, welche über der Zeit sind, in keiner Weise ähnlich. Wenn sie ihnen jedoch nicht ähnlich sind, / <S.112> so sind sie nicht im Stande , sie zu erreichen und zu berühren. Es muss also nothwendig Wesen geben, welche die immerwihrenden Wesen, welche über der Zeit sind, berühren, zugleich aber auch mit den von der Zeit sich 1oslösenden Wesen in Berührung stehen, so dass sie durch ihre Bewegung die Verbindung herstellen zwischen den zeitlichen Wesen, welche sich von der Zeit loslösen, und den immerwährenden Wesen, welche über der Zeit sind , und durch ihre immerwährende Dauer die Verbinduug herstellen zwischen den Wesen, welche über der Zeit sind, und den Wesen, welche unter der Zeit sind, ich meine, welche dem Entstehen und Vergehen unterliegen, kurz die Verbindung herstellen zwischen den vorzüglicheren Wesen und den geringeren Wesen , auf dass diese jener nicht verlustig gehen und damit alle Schönheit und alles Gute verlieren und ihnen kein Bestand und keine Subsistenz mehr bleibt.
Aus dieser Auseinandersetzung hat sich demnach klar ergeben, dass es zwei Arten immerwährender Dauer gibt, eine ewige und eine zeitliche. Die eine jedoch ist stehend und ruhend, die andere / <S.113> bewegt. Die eine ist (in sich) gesammelt und ihre Wirksamkeiten vollziehen sich alle zugleich, und nicht diese vor jener; die andere ist fliessend und ausgedehnt und von ihren Wirksamkeiten vollzieht sich diese vor jener. Und die Gesammtheit der einen ruht in sich selbst; die Gesammtheit der anderen hingegen ruht in ihren Theilen, von welchen jeder einzelne von dem anderen getrennt ist in der Weise des Früheren und des Späteren.
S. 113 S. 114 S. 115 § 30.
und dem Dinge, dessen Wesenheit / <S.114> und Wirksamkeit im Gebiete der Zeit liegen,
Denn das Ding, dessen Wesenheit unter die Zeit fällt, weil nämlich die Zeit sie umschliesst, fällt nach allen Seiten hin unter die Zeit. Es fällt dann auch seine Wirksamkeit unter die Zeit; denn wenn die Wesenheit eines Dinges unter die Zeit fällt, so muss dem entsprechend auch die Wirksamkeit desselben unter die Zeit fallen. Nun ist jedoch das Ding, welches nach allen Seiten hin unter die Zeit fällt, getrennt und gesondert von dem Dinge, welches nach allen Seiten hin unter die Ewigkeit fällt; und ein Anschluss kann nur Statt haben zwischen Dingen, welche einander ähnlich sind. Es muss also nothwendig ein anderes, drittes Ding zwischen beiden in der Mitte stehen, ein Ding, dessen Wesenheit unter die Ewig– / <S.115> keit und dessen Wirksamkeit unter die Zeit fällt. Denn es ist unmöglich, dass es ein Ding gebe, dessen Wesenheit unter die Zeit, und dessen Wirksamkeit unter die Ewigkeit fällt. Es würde ja seine Wirksamkeit vorzüglicher sein als seine Wesenheit. Das aber ist unmöglich. Es kann mithin kein Zweifel sein, dass es zwischen den Dingen, welche mit ihren Wesenheiten und Wirksamkeiten unter die Zeit fallen, und den Dingen, deren Wesenheiten und Wirksamkeiten unter das Gebiet der Ewigkeit fallen, Dinge gibt, welche mit ihren Wesenheiten unter die Ewigkeit und mit ihren Wirksamkeiten unter die Zeit fallen, wie wir es auseinandergesetzt haben.
S. 115 S. 116 S. 117 S. 118 § 31.
Denn das Ding, / <S.116> welches unter die Ewigkeit fällt, ist Sein in Wahrheit, und jedes Ding, welches unter die Zeit fällt, ist Werden in Wahrheit. Wenn dem aber so ist und ein und dasselbe Ding unter die Ewigkeit uml die Zeit fällt, so ist dasselbe Sein und Werden, nicht nach einer und derselben, sondern nach verschiedenen Seiten hin. Es ist demnach klar aus dem was wir gesagt haben dass alles Hervorgebrachte, welches mit seiner Wesenheit unter die Zeit fällt, der Wesenheit nach an dem reinen Sein hängt, welches die Ursache der immerwährenden Dauer und die Ursache aller immerwährenden Wesen wie auch der vergänglichen Wesen ist.
Es muss nun also nothwendig ein wahres Eines geben, welches die Einheiten gibt, aber selbst nichts empfängt, wohingegen die übrigen Einheiten alle empfangen sind. Der Beweis hiefür liegt in Folgendem. Wenn sich ein Eines findet, welches gibt und nicht / <S.117> empfangen ist, worin wird der Unterschied bestehen zwischen diesem und dem ersten Einen, welches (nur) gibt? Denn es ist nicht anders möglich, als dass es ihm entweder nach allen Seiten hin ähnlich ist, oder aber zwischen beiden eine Verschiedenheit obwaltet. Ist es ihm nach allen Seiten hin ähnlich und ist es in gleicher Weise ein Eines wie jenes, warum soll das eine von beiden ein Erstes, und das andere ein Zweites sein? Ist es ihm aber nicht nach allen Seiten hin ähnlich, so ist ohne Zweifel das eine von beiden ein erstes, wahres Eines, das andere ein Eines schlechtweg. Dasjenige nun, in welchem die Einheit subsistirt und nicht aus einem anderen ist, ist das erste, wahre Eine, wie wir es auseinandergesetzt haben; dasjenige aber, in welchem sich eine Einheit findet, die aus einem anderen ist, ist nicht das erste, wahre Eine. Wenn aber aus einem anderen, so ist sie also eine von dem ersten Einen empfangene Einheit. Daraus erhellt, dass das wahre, / <S.118> reine Eine und die übrigen Einen gleichfalls eine Einheit sind, diese aber sind eine Einheit nur durch das wahre Eine, welches die Ursache ihrer Einheit ist. Demnach ist es klar und einleuchtend, dass jede Einheit nach dem wahren Einen empfangen nnd erschaffen ist, mit Ausnahme des wahren, ersten Einen, welches die Einheiten erschafft und gibt, aber nicht empfängt, wie wir es auseinandergesetzt haben.
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