Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=C-420/%2001
Timestamp: 2019-03-19 18:13:05
Document Index: 21454353

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art. 28', 'Art. 36', 'EuG', 'Art. 28', 'Art. 30']

Rechtsprechung: C-420/01 - dejure.org
Schlußanträge unten: Generalanwalt beim EuGH, 27.02.2003
Vertragsverletzung - Freier Warenverkehr - Artikel 28 EG und 30 EG - Verbot der Vermarktung von Energiegetränken, deren Koffeingehalt eine bestimmte Grenze übersteigt - Gesundheit - Beibehaltung einer mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbaren nationalen Vorschrift
Vertragsverletzung - Freier Warenverkehr - Artikel 28EG und 30EG - Verbot der Vermarktung von Energiegetränken, deren Koffeingehalt eine bestimmte Grenze übersteigt - Gesundheit - Beibehaltung einer mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbaren nationalen Vorschrift
Verbot der Vermarktung von Energiegetränken, deren Koffeingehalt eine bestimmte Grenze übersteigt; Beibehaltung einer mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbaren nationalen Vorschrift, die den Freien Warenverkehr behindert; Erforderlichkeit der Begründung einer Grenze des Koffeingehalts in Getränken zum Schutz der Gesundheit; Maßnahme mit gleicher Wirkung wie eine mengenmäßige Einfuhrbeschränkung
Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Verletzung der Artikel 28 EG und 30 EG - Verbot des Inverkehrbringens von Energy Drinks, die mehr als 125 mg/l Koffein enthalten
GRUR Int. 2003, 826
Nach ständiger Rechtsprechung ist jede Handelsregelung der Mitgliedstaaten, die geeignet ist, den innergemeinschaftlichen Handel unmittelbar oder mittelbar, tatsächlich oder potenziell zu behindern, als eine Maßnahme mit gleicher Wirkung wie mengenmäßige Beschränkungen anzusehen und daher durch Art. 28 EG verboten (vgl. u. a. Urteile vom 11. Juli 1974, Dassonville, 8/74, Slg. 1974, 837, Randnr. 5, vom 19. Juni 2003, Kommission/Italien, C-420/01, Slg. 2003, I-6445, Randnr. 25, und vom 8. November 2007, Ludwigs-Apotheke, C-143/06, Slg. 2007, I-0000, Randnr. 25).
3.3 Die Versagung der Betriebserlaubnis ist nicht durch einen der in Art. 36 AEUV aufgezählten Gründe des Gemeinwohls oder durch zwingende sonstige Erfordernisse im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs gerechtfertigt (vgl. hierzu insbesondere EuGH, Urteil vom 19.06.2003 - Rs. C-420/01 - Slg 2003, I-6445 - Kommission/Italien).
36 Nach ständiger Rechtsprechung ist jede Handelsregelung der Mitgliedstaaten, die geeignet ist, den innergemeinschaftlichen Handel unmittelbar oder mittelbar, tatsächlich oder potenziell zu behindern, als Maßnahme mit gleicher Wirkung wie eine mengenmäßige Beschränkung anzusehen und deshalb nach Artikel 28 EG verboten (vgl. namentlich Urteile vom 11. Juli 1974 in der Rechtssache 8/74, Dassonville, Slg. 1974, 837, Randnr. 5, vom 19. Juni 2003 in der Rechtssache C-420/01, Kommission/Italien, Slg. 2003, I-6445, Randnr. 25, und TK-Heimdienst, Randnr. 22).
Nach ständiger Rechtsprechung erfasst das in Art. 28 EG aufgestellte Verbot von Maßnahmen gleicher Wirkung jede Handelsregelung der Mitgliedstaaten, die geeignet ist, den innergemeinschaftlichen Handel unmittelbar oder mittelbar, tatsächlich oder potenziell zu behindern (vgl. u. a. Urteile vom 19. Juni 2003, Kommission/Italien, C-420/01, Slg. 2003, I-6445, Randnr. 25, vom 23. September 2003, Kommission/Dänemark, C-192/01, Slg. 2003, I-9693, Randnr. 39, vom 2. Dezember 2004, Kommission/Niederlande, C-41/02, Slg. 2004, I-11375, Randnr. 39 und die dort angeführte Rechtsprechung, sowie vom 10. Januar 2006, De Groot en Slot Allium und Bejo Zaden, C-147/04, Slg. 2006, I-245, Randnr. 71).
Insoweit obliegt es den zuständigen nationalen Behörden, nachzuweisen, dass ihre Regelung erforderlich ist, um eines oder mehrere der in Art. 30 EG erwähnten Ziele zu erreichen oder zwingenden Erfordernissen zu genügen, und dass diese Regelung dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entspricht (vgl. in diesem Sinne Urteile ATRAL, Randnr. 67, vom 19. Juni 2003, Kommission/Italien, Randnrn. 30 und 31, und vom 5. Februar 2004, Kommission/Italien, Randnr. 22).
69 Zwar muss sie darlegen, weshalb das Verbot des Inverkehrbringens von energetischen Getränken, deren Koffeingehalt eine bestimmte Grenze übersteigt, zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlich und verhältnismäßig ist (vgl. Urteil vom 19. Juni 2003 in der Rechtssache C-420/01, Kommission/Italien, Slg. 2003, I-6445, Randnrn. 30 und 31).
22 - Urteile vom 19. Juni 2003 in der Rechtssache C-443/02 (Kommission/Italien, Slg. 2003, I-6445, Randnr. 31) und vom 5. Februar 2004 in der Rechtssache C-270/02 (Kommission/Italien, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnrn. 22 bis 24).
48 - Die Pflicht der Mitgliedstaaten, ihr Recht aufgrund des Fortschritts der Wissenschaft zu überprüfen, ist in den Urteilen Heijn (zitiert in Fußnote 28, Randnr. 18) und vom 19. Juni 2003 (Kommission/Italien, Randnr. 32) bestätigt worden.
73 - Vgl. insbesondere Urteile Sandoz (zitiert in Fußnote 21, Randnr. 17), Muller u. a. (zitiert in Fußnote 25, Randnr. 23), vom 16. Juli 1992 in der Rechtssache C-95/89 (Kommission/Italien, Slg. 1992, I-4545, Randnrn. 8 bis 10), vom 23. September 2003 (Kommission/Dänemark, Randnr. 44) und vom 29. April 2004 (Kommission/Deutschland, Randnr. 70).
43 - Vgl. u. a. Urteile vom 12. März 1987, Kommission/Deutschland (178/84, Slg. 1987, 1227, Randnr. 27), vom 23. September 2003, Kommission/Dänemark (C-192/01, Slg. 2003, I-9693, Randnr. 39), vom 11. Dezember 2003, Deutscher Apothekerverband (C-322/01, Slg. 2003, I-14887, Randnr. 66), vom 19. Juni 2003, Kommission/Italien (C-420/01, Slg. 2003, I-6445, Randnr. 25), und vom 5. Februar 2004, Kommission/Frankreich (C-24/00, Slg. 2004, I-1277, Randnr. 22).