Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/16061146/1/
Timestamp: 2020-04-09 01:28:11
Document Index: 335138308

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 30', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 8', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 42', '§ 55', '§ 42', '§ 41', '§ 55', '§ 41', '§ 46', '§ 9', '§ 17', '§ 17', '§ 15', '§ 9', '§ 42', '§ 17', '§ 2', '§ 4', '§ 17', '§ 17', '§ 87', '§ 41', '§ 17', '§ 31', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 8', '§ 55', '§ 35', '§ 4', '§ 8', '§\n4', '§ 15', '§ 44', '§ 5', '§ 42', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Leitfaden zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in die Kindertagesförderung und die Schule - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8346171
Full text: Leitfaden zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in die Kindertagesförderung und die Schule
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8346171
von neu zugewanderten Kindern
und Jugendlichen in die
Kindertagesförderung und die Schule
Der starke Zuzug von Kindern und Jugendlichen ohne Deutschkenntnisse führt dazu, dass in
der Praxis viele Fragen zur Integration in die Kindertagesförderung und die Schule aufgeworfen
werden. Dieser Leitfaden schafft einen Überblick über Verfahrensabläufe und gesetzliche Regelungen. Er dient als Arbeitsgrundlage und soll kontinuierlich aktualisiert bzw. ergänzt werden.
Frau Borck (daniela.borck@senbjw.berlin.de) für den Bildungsbereich.
Der aktuelle Leitfaden steht online zur Verfügung.
1 KINDERTAGESFÖRDERUNG ............................................................................................. 2
1.1 Anspruch auf Förderung................................................................................................................... 2
1.2 Anmeldung für die Kindertagesförderung ...................................................................................... 3
1.3 Ärztliche Untersuchung..................................................................................................................... 5
1.4 Kinderschutz – Unterstützung und Hilfe........................................................................................ 5
1.5 Kostenbeteiligung ............................................................................................................................. 6
1.6 Finanzielle Leistungen für einkommensschwache Familien .......................................................... 7
1.7 Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung ............................................................................ 8
1.8 Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht .................................................................................. 8
2 SCHULE ............................................................................................................................ 9
2.1 Schulpflicht – Recht auf Bildung .................................................................................................... 9
2.2 Die Willkommensklasse als Lerngruppe für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse .................. 11
2.3 Aufnahme und Beschulung ............................................................................................................ 13
2.4 Verweildauer in Willkommensklassen ........................................................................................... 18
2.5 Lehr- und Lernmittel ....................................................................................................................... 18
2.6 Ganztägiges Lernen......................................................................................................................... 19
2.7 Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf ................................................................ 20
2.8 Beurlaubung und Befreiung vom Unterricht ................................................................................ 21
2.9 Umzug der Familie in einen anderen Bezirk ................................................................................. 21
2.10 Qualifizierung und Beratung der Lehrkräfte .............................................................................. 22
2.11 Schulärztliche Untersuchung ........................................................................................................ 22
2.12 Kinderschutz in der Schule........................................................................................................... 23
2.13 Finanzielle Leistungen für einkommensschwache Familien....................................................... 24
2.14 Ferienschule ................................................................................................................................... 25
3 QUALIFIZIERUNG VON NICHT SCHULPFLICHTIGEN JUGENDLICHEN........................... 26
3.1 Weiterführende Schulen ................................................................................................................. 26
3.2 Angebote an beruflichen Schulen ................................................................................................. 27
3.3 Zweiter Bildungsweg ...................................................................................................................... 27
3.4 Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ............................................ 28
3.5 Freie Träger ..................................................................................................................................... 30
4 ANHANG ........................................................................................................................ 32
1 Kindertagesförderung
In allen Berliner Bezirken gibt es ein vielfältiges Angebot an Kindertagesstätten (Kitas) und Kindertagespflegestellen. Hier haben Kinder die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen,
vielfältige Anregungen zu erhalten, mit anderen Kindern zu spielen und neue Freunde zu gewinnen. Der Erwerb der deutschen Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um später in der Schule erfolgreich weiter zu lernen. Daher soll jedes Kind möglichst frühzeitig einen
Platz in einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflegestelle in Anspruch nehmen.
1.1 Anspruch auf Förderung
In Berlin können Kinder von der achten Lebenswoche bis zum Schuleintritt in einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflege gefördert werden. Nach § 6 Absatz 2 des Achten Buches Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) können Ausländerinnen und Ausländer Leistungen beanspruchen, wenn sie rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung
ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Land Berlin haben. Im Regelfall gilt, dass nach einem mindestens dreimonatigen erlaubten Aufenthalt ein so genannter gewöhnlicher Aufenthalt nach
§ 30 des Ersten Sozialgesetzbuchs (SGB I) gegeben ist. In diesem Fall kann ein Anspruch auf
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe geltend gemacht werden. Für den Nachweis dieser
Voraussetzung kann das Formular „Bescheinigung für die Beantragung eines Kindertagesstätten-Gutscheins“ genutzt werden. Die Gewährung eines Kindertagesstätten-Gutscheins vor Ablauf dieser Frist liegt im Ermessen der Bezirke.
Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben oder auf Dauer bei einer Pflegeperson leben,
haben einen Anspruch auf eine Halbtagsförderung (mindestens 4 bis höchstens 5 Stunden
täglich). In den letzten drei Jahren vor Beginn der regelmäßigen Schulpflicht (Beginn ab 01.08.
des Jahres, in dem das Kind drei Jahre alt wird) haben Kinder einen Anspruch auf eine Teilzeitförderung (über 5 bis höchstens 7 Stunden täglich). Darüber hinaus gelten für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache (oder für Kinder von Migrantinnen oder Migranten oder Asylsuchenden) folgende Regelungen:
ggf. erforderliche Nachweise
Wohnsitz des Kindes in
Gemeinschaftsunterkunft1
altersunabhängig mindestens Teilzeit
(siehe Anmeldebogen),
Bescheinigung der Unterkunftseinrichtung ausreichend
(sofern keine weiteren Bedarfsgründe vorliegen)
Kinder nichtdeutscher HerkunftsTeilzeit
sprache nach Vollendung des zwei(sofern keine weiteren Beten Lebensjahres2
darfsgründe vorliegen)
sozialpädagogische Stellungnahme notwendig
(siehe Anmeldebogen)
§ 4 Absatz 5 (2. Halbsatz) Verordnung über das Verfahren zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten Angebotes von Plätzen in
Tageseinrichtungen und Kindertagespflege und zur Personalausstattung in Tageseinrichtungen (Kindertagesförderungsverordnung
VOKitaFöG)
§ 4 Absatz 3 KitaFöG i.V.m. § 4 Absatz 6 Satz 2 Kindertagesförderungsverordnung (VOKitaFöG)
fundierte, differenzierte Begründung der Kita-Leitung (insbesondere auf Grundlage des
Sprachlerntagebuchs)
im Rahmen der Beratung ersichtliche Gründe
Teilnahme der Eltern an einem
Integrationskurs oder an einem
(sofern keine weiteren Begleichgerichteten und gleichwertidarfsgründe vorliegen)
gen freiwilligen Sprachkurs3 (Wegezeiten beachten)
Teilnahmezusage bzw. Teilnahmeaufforderung
1.2 Anmeldung für die Kindertagesförderung
1.2.1 Regelverfahren
Die Eltern stellen einen Antrag beim Jugendamt ihres Wohnbezirks. Das Jugendamt steht auch
für die Beratung der Eltern zur Verfügung. Es stellt dann einen so genannten Kindertagesstätten-Gutschein aus. Dieser kann bis zu 16 Wochen nach dem von den Eltern gewünschten Betreuungsbeginn in einer Kindertagesstätte nach Wahl eingelöst werden, wenn dort ein freier
Platz verfügbar ist. Die ausgewählte Kindertagesstätte muss nicht im Wohnbezirk liegen; der
Kindertagesstätten-Gutschein gilt für alle Berliner Kindertagesstätten. Falls die Eltern es wünschen und sie selbst keinen Platz in einer Kindertagesstätte oder der Kindertagespflege finden,
vermittelt das Jugendamt einen geeigneten freien Platz.
1.2.2 Besonderheiten bei neu eingereisten Roma und/oder Wanderarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern aus EU-Ländern
Die Anmeldung für die Kindertagesförderung erfolgt grundsätzlich beim Jugendamt des Wohnbezirks. Eine Anmeldung kann daher in der Regel erst erfolgen, wenn durch eine Meldeadresse
(Hauptwohnsitz) dokumentiert ist, dass die Antragsteller in Berlin ihren gewöhnlichen Aufenthalt begründen, das heißt für längere Zeit oder zeitoffen ihren Lebensmittelpunkt in Berlin
einnehmen wollen. Damit wird eine Voraussetzung für die Erteilung eines KindertagesstättenGutscheins erfüllt.
Erfahrungsgemäß ist dies insbesondere bei saisonal Reisenden – wie den europäischen Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern – nicht der Fall.
Hiervon unberührt bleibt die Möglichkeit, einen Kita-Gutschein auch dann auszugeben, wenn
jemand zum Beispiel zwar ohne Meldeadresse in Berlin lebt, aber schlüssig darstellen kann,
dass er oder sie auch weiterhin in Berlin leben will (so dass er oder sie dann gegebenenfalls
auch ohne Meldeadresse einen gewöhnlichen Aufenthalt innehat). Sofern ein Mietvertrag über
eine Wohnung vorgelegt wird, kann daraus beispielsweise auf einen gewöhnlichen Aufenthalt
in dem Bezirk, in dem die Wohnung gelegen ist, geschlossen werden. In diesen Fällen ist im
zuständigen Bezirksamt des Wohnorts (Gutscheinstelle) eigenständig eine Einzelfallentscheidung
Siehe § 4 Absatz 6 Satz 1 Kindertagesförderungsverordnung (VOKitaFöG)
Hinweis: Unter Sammelunterkunft fallen sowohl Erst- und Notaufnahme- als auch Gemeinschaftsunterkünfte.
herbeizuführen. Derartige Fälle gibt es seit Beginn der Freizügigkeit auch für Bürgerinnen und
Bürger aus den zuletzt der EU beigetretenen Staaten, zunehmend bei Roma-Familien aus Bulgarien und Rumänien. Hier kann auch gegebenenfalls ein Zeitmoment berücksichtigt werden,
so dass dann in etwa ab drei Monaten (unter Berücksichtigung der Gesamtumstände) ein gewöhnlicher Aufenthalt angenommen werden könnte.
1.2.3 Besonderheiten bei unterschiedlichem aufenthaltsrechtlichem Status
von Flüchtlingen und Asylbegehrenden in Gemeinschaftsunterkünften
Für Kinder, deren Eltern in Flüchtlingsunterkünften leben, richtet sich die Zuständigkeit des
Jugendamts nach den Ausführungsvorschriften über die örtliche Zuständigkeit für die Leistungen der Sozialhilfe nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) (AV Zuständigkeit Soziales).
Nach Nr. 4 Absatz 3 bis 5 der Ausführungsvorschrift Zuständigkeit Soziales ist für die örtliche
Zuständigkeit der Geburtsmonat oder – sofern dieser nicht bekannt ist – der Anfangsbuchstabe des Familiennamens des ältesten Mitglieds der Bedarfsgemeinschaft entscheidend.
Das Jugendamt vor Ort soll das zuständige Jugendamt bei der Gewährleistungserfüllung unterstützen. Dies bezieht sich im Bereich der Kindertagesförderung auf die Entgegennahme von
Anträgen auf eine Kindertagesförderung, die Beratung im Zusammenhang mit der Antragsstellung sowie die Unterstützung bei der Platzvermittlung. Das ausgefüllte und unterschriebene
Formular für die Anmeldung zur Förderung von Kindern in Kindertagesstätten und Kindertagespflege kann folglich direkt an das zuständige Jugendamt geschickt oder im Jugendamt des
Bezirks, in dem die Einrichtung liegt, abgegeben werden. Von dort wird es an das zuständige
Jugendamt weitergeleitet (hierzu besteht eine entsprechende Absprache zwischen den Jugendämtern).
Für die Beantragung des Kindertagesstätten-Gutscheins sind in der Regel nur nachfolgende
Fragen auf dem Formular „Anmeldung zur Förderung von Kindern“ zu beantworten:
− Nr. 1.1 (ab wann soll das Kind in die Kindertagesstätte; Name, Vorname des Kindes,
Wohnanschrift = Anschrift der Unterkunft/Geburtsdatum/Geschlecht/Staatsangehörigkeit
eintragen),
− Nr. 1.3 (Angaben zu Mutter und Vater/Meldeanschrift: „wie Anschrift des Kindes“ ankreuzen/Inhaber der Personensorge ankreuzen/einen Empfangsbevollmächtigten ankreuzen/stammt mind. ein Elternteil aus dem Ausland: „Ja“ ankreuzen),
− Nr. 2.2 (wenn die Eltern wissen, dass ihr Kind behindert ist, oder eine Behinderung offenkundig ist: „Ja“ ankreuzen),
In sozialen Fragen des Alltags berät auch das Personal in den Unterkünften. Es kann direkt vor
Ort über Möglichkeiten und Chancen einer Förderung der Kinder in einer Kita informieren.
Hierzu stehen „Informationen für das Fachpersonal in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften über die Betreuung und Beschulung neu zugewanderter Kinder“4 und „Informationen für Eltern mit kleinen Kindern in Gemeinschaftsunterkünften“5 zur Verfügung.
1.3 Ärztliche Untersuchung
Jedes Kind muss vor der Aufnahme in eine Kita ärztlich untersucht werden. Diese Untersuchungen werden von Amtsärzten in den bezirklichen Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten
(KJGD) kostenfrei durchgeführt. Auch niedergelassene Kinderärzte können so genannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen. Die Kosten für ein solches Attest werden auf Grundlage eines Berechtigungsscheines vom Land Berlin getragen. Für Asylsuchende wird dieser Berechtigungsschein vom Landesamt für Gesundheit und Soziales ausgestellt.
Alle Zuwanderer und deren Kinder haben einen Anspruch auf Krankenhilfe. Die Kinder- und
Jugendgesundheitsdienste der Bezirke bieten außerdem ab der Geburt des Kindes
− ärztliche Beratungen und Untersuchungen zum Entwicklungsstand des Kindes/Säuglings
(Entwicklungsdiagnostik inkl. Ernährungszustand),
− Informationen über gesundheitliche Prävention/Impfungen,
− Beratung und Betreuung bei gesundheitlichen, sozialen und familiären Fragen,
− Beratung zur Pflege, Ernährung, Entwicklung (Hören, Sehen, Motorik), gegebenenfalls zu
Gesundheitsstörungen sowie zur Unfallverhütung,
− auch durch Hausbesuche Informationen zu gesetzlichen Leistungen und Unterstützungen
bei wirtschaftlichen und finanziellen Problemen sowie
− Hilfestellung zur Aufnahme in die Kindertagesstätten-Betreuung (KindertagesstättenNeuaufnahme).
Innerhalb der Kindertagesstätte absolvieren die Kinder so genannte Kita-Reihenuntersuchungen
sowie zahnärztliche Reihenuntersuchungen, die in der Schule fortgesetzt werden. Im Bedarfsfall
werden Diät- und Ernährungsberatungen sowie -therapien empfohlen bzw. durchgeführt.
1.4 Kinderschutz – Unterstützung und Hilfe
Pflege, Erziehung und Schutz der Kinder sind vorrangig Aufgaben der Eltern (vgl. Artikel 6
Absatz 2 Grundgesetz). Eltern sind somit primär verantwortlich, die Entwicklung ihrer Kinder zu
fördern und Gefahren von ihnen abzuwenden. Der beste Kinderschutz wird dadurch gewährleistet, dass private und öffentliche Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe
die Eltern bei dieser Aufgabe unterstützen.
Kindeswohlgefährdung ist eine gewaltsame körperliche, geistige und/oder seelische Schädigung,
die in Familien oder Institutionen geschieht und zu Verletzungen, Entwicklungsstörungen oder
sogar zum Tode führen kann und damit das Wohl und die Rechte eines Kindes beeinträchtigen
oder bedrohen. Zu unterscheiden sind jeweils die Misshandlung als aktive und die Vernachlässigung als passive Form (z.B. körperliche Gewalt, seelische/emotionale Gewalt, Vernachlässigung). Kinder und Jugendliche können aber auch indirekt durch das Miterleben von Gewalt
zwischen Erwachsenen (z.B. Eltern) betroffen sein.
Heranwachsende sind auf den Schutz und die Geborgenheit durch Erwachsene angewiesen.
Das Erleben direkter und indirekter Gewalt im nahen Umfeld hat immer Auswirkungen und
Folgen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Für sie kann dies ein schwerer Eingriff in das Gefühl eigener Sicherheit bedeuten. Die Folgen sind umso gravierender, wenn die
Gefährdung von nahestehenden Personen ausgeht. Diese Erfahrungen können traumatisch sein
und auch psychische Störungs- und Krankheitsbilder hervorrufen.
Zu den Pflichtaufgaben von Kindertageseinrichtungen gehört es, den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung wahrzunehmen. Dies bedeutet, Anhaltspunkte für die Gefährdung eines
Kindes zu erkennen und das Gespräch mit den Eltern zu suchen. Dies gilt auch für neu zugewanderte Eltern und ihre Kinder. Das Gefährdungsrisiko ist im Zusammenwirken mehrerer
Fachkräfte abzuschätzen. In § 8 a Abs. 4 SGB VIII werden die Erzieherinnen und Erzieher darüber hinaus verpflichtet, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine „insofern erfahrene
Fachkraft“ hinzuzuziehen. Falls nach einer solchen Risikoabschätzung Hilfen für erforderlich
gehalten werden, muss die Einrichtung bei den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken. Wenn Eltern eine für erforderlich gehaltene Hilfe ablehnen oder die von ihnen angenommene Hilfe nicht ausreichend
erscheint, um die Gefährdung des Kindes abzuwenden, muss die Kindertageseinrichtung das
Jugendamt informieren. Um nicht eine Herausnahme des Kindes aus der Einrichtung zu provozieren, sollte eine solche Information möglichst nicht hinter dem Rücken der Eltern, sondern in
einem gemeinsamen Gespräch zwischen Eltern, Jugendamt und Einrichtungsleitung erfolgen.
Der Schutz junger Menschen vor Gefährdungen für ihr Wohl ist eine zentrale Aufgabe der
staatlichen Jugendhilfe. Das Jugendamt übt das staatliche Wächteramt aus. Wenn konkrete
Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, ist es verpflichtet, die Lebenssituation betroffener Kinder und Jugendlicher zu prüfen und entsprechend zu handeln.
Wenn Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, werden die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des zuständigen Jugendamtes unverzüglich tätig. Sie gehen Hinweisen über
Kindeswohlgefährdungen nach, nehmen die Situation des gefährdeten Kindes oder Jugendlichen in Augenschein, schätzen die Gefährdungssituationen ein, führen Gespräche mit der Familie und allen Kooperationspartnern, aktivieren die Familienressourcen, entwickeln ein Hilfe- und
Schutzkonzept, rufen ggf. das Familiengericht an, leiten eine medizinische oder sozialpädagogische Diagnostik ein und unterstützen die Familie durch Hilfe zur Erziehung.
1.5 Kostenbeteiligung
Die Beteiligung der Eltern an den Kosten des Kindertagesstätten-Platzes ist einheitlich für alle
Berliner Kindertagesstätten und die Kindertagespflege im Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) geregelt.
Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) zählen analog den Leistungen
nach dem Zweiten und Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB II und SGB XII) nicht zu den steuerpflichtigen Einkünften gemäß § 2 Absatz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) und gelten daher
nicht als Einkommen im Sinne des § 2 Absatz 2 Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetzes
(TKBG). Es ist davon auszugehen, dass für Familien, die laufende Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten und keine Einkünfte erzielen, nur eine Mindestkostenbeteiligung
in Betracht kommt. Geringfügige Abweichungen der monetären Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ergeben sich dadurch, dass einzelne Bedarfe berücksichtigt wurden, die
bei den Leistungsberechtigten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz entweder nicht anfallen
oder anderweitig gedeckt werden.
Im Gegensatz zu einkommensschwachen Personen, die bereits in Berlin leben, ist davon auszugehen, dass für Flüchtlingsfamilien eine besondere Situation besteht. Diese zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sich Eltern, die mit ihren Kindern befristet in einer Sammelunterkunft untergebracht sind, voraussichtlich vorübergehend in einer persönlichen sozialen Notlage
befinden. Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz kommen häufig ohne
Hab und Gut. Sie verfügen mehrheitlich weder über einen Hausstand noch über ausreichend
Kleidung. Sammelunterkünfte zeichnen sich in der Regel durch beengte und sehr einfache
Wohnverhältnisse aus, das heißt sie bieten keinen Raum für Privatsphäre und keine kindgerechte Ausstattung. Das Zusammenleben mit zahlreichen anderen betroffenen Familien, häufig aus
unterschiedlichen Ländern, stellt eine zusätzliche Belastung dar. Diese Wohnbedingungen und
die teilweise soziale Isolierung ohne ausreichende Möglichkeit am gesellschaftlichen Leben in
den umliegenden Wohngebieten teilzunehmen, stellen besondere, belastende Familienverhältnisse dar. Sie können zu psychischen Belastungen der gesamten Familie führen.
Dass Flüchtlingsfamilien weitaus intensiver über Fördermöglichkeiten informiert werden müssen
als dies bei einheimischen Familien der Fall ist, steht außer Frage. Um das Kennenlernen der
Kindertagesstätten-Förderung zu unterstützen, ist es angezeigt, auch ohne Vorlage weiterer
Einkommensnachweise zunächst für ein Jahr befristet von der Zahlung des Kostenbeitrags für
die Betreuung des Kindes im Sinne des § 4 Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG)
abzusehen. Nach Ablauf eines Jahres ist ausnahmsweise eine weitere Befristung möglich, sofern
das Kind weiterhin in einer Sammelunterkunft untergebracht ist.
Die Kostenbeteiligung für die Verpflegung in Höhe von monatlich 23 P (z. B. in einer Kita) ist
grundsätzlich zumutbar, da häusliche Ausgaben für ein Mittagessen gespart werden. Durch die
Beantragung von BuT-Leistungen kann die Kostenbeteiligung für die Verpflegung um 3 P auf
monatlich 20 P reduziert werden.
Für die Kostenfestsetzung kann davon ausgegangen werden, dass die Eltern – soweit sie dieses erklären – in dem Kalenderjahr vor dem Betreuungsbeginn keine maßgeblichen Einkünfte
nach dem Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) erzielt haben. Es kann daher die
endgültige Kostenfestsetzung erfolgen, da eine rückwirkende Änderung nicht zu erwarten ist.
Die Frist zur regelmäßigen Überprüfung (mindestens jährlich) ist einzuhalten.
In den letzten drei Jahren vor dem regulären Schuleintritt (beginnend am 1. August eines Jahres) ist der Besuch einer Kindertageseinrichtung kostenbeitragsfrei.
1.6 Finanzielle Leistungen für einkommensschwache Familien
Bildungsund Teilhabepaket
Eine detaillierte Übersicht zu aktuellen Leistungen
(für Kinder im Vorschulalter: Leistungen für Mittagessen und mehrtägige Fahrten in der Kindertagesbetreuung, Ausflüge der Kindertagesstätte,
Teilhabe an Sport, Kultur und Freizeit) und dem
jeweiligen Beantragungsverfahren findet sich
Absatz 4 Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG)
SGB II (Grundsicherung
für Arbeitssuchende),
WoGG (Wohngeld),
AsylbLG (Asylantrag)
Eltern, die sich in einer vorübergehenden persönlichen, sozialen oder finanziellen Notlage befinden
Das Verfahren für die erstmalige Beantragung
des berlinpass-BuT ist für Flüchtlingskinder vereinfacht: Auf den Antrag kann verzichtet werden, es
sind lediglich ein Lichtbild des Kindes im Format
3,5 cm x 4,5 cm sowie der Nachweis über die
Betreuung in einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflege in der Zentralen Leistungsstelle für
Asylbewerber vorzulegen.
Verzicht auf die Beteiligung der Eltern an den
KindertagesstättenKosten zur Sicherstellung der (weiteren) Förderung des Kindes
1.7 Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung
Im Schulgesetz6 (SchulG) ist geregelt, dass Kinder, die im übernächsten Schuljahr regelmäßig
schulpflichtig werden, verpflichtet sind, an einem standardisierten Sprachstandsfeststellungsverfahren teilzunehmen. Für Kinder, die eine Kindertagesstätte oder eine Tagespflegestelle besuchen, wird das Sprachstandsfeststellungsverfahren in der Kindertagesstätte oder Tagespflegestelle durchgeführt. Kinder, die keine Kindertagesstätte besuchen, lädt das jeweilige Schulamt
zum standardisierten Sprachstandsfeststellungsverfahren ein. Die Eltern dieser Kinder werden
von der Schulbehörde im Einvernehmen mit dem Jugendamt über die Angebote von Kindertagesstätten und über ihren individuellen Rechtsanspruch informiert und beraten. Für ausländische Kinder und Jugendliche ohne Aufenthaltstitel, für die keine Schulpflicht, aber ein Schulbesuchsrecht gilt, ist diese Regelung nicht verpflichtend. Der Besuch einer Kita wird aber dringend empfohlen.
Wird bei einem Kind, das bisher keine Einrichtung der Jugendhilfe besucht, ein Sprachförderbedarf festgestellt, wird es verpflichtet, im Umfang von 5 Tagen in der Woche während
5 Stunden an einer Sprachförderung in einer Kindertagesstätte teilzunehmen.
In allen Bezirken sind regionale Sprachberaterteams für vorschulische Sprachförderung tätig.
Die Sprachberaterinnen und Sprachberater führen die Sprachstandsfeststellungsverfahren durch
und beraten Eltern und Kindertagesstätten zu allen Fragen sprachlicher Förderung.
1.8 Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht
Gemäß § 42 Absatz 3 Schulgesetz können schulpflichtige Kinder auf Antrag der Erziehungsberechtigten von der Schulbesuchspflicht um ein Jahr zurückgestellt werden, wenn der Entwicklungsstand des Kindes eine bessere Förderung in einer Einrichtung der Jugendhilfe erwarten
lässt. Eine Zurückstellung ist bei der Schulanmeldung des Kindes zu beantragen und kann nur
dann erfolgen, wenn eine angemessene Förderung des Kindes in einer Einrichtung der Jugendhilfe erfolgt.7
Vgl. § 55 Schulgesetz (SchulG) und Verordnung über die Sprachstandsfeststellung und vorschulische Sprachförderung von nicht
in öffentlich finanzierten Tageseinrichtungen der Jugendhilfe oder öffentlich finanzierten Tagespflegestellen betreuten Kindern
(Sprachförderverordnung) vom 29. Oktober 2014 (GVBl. 392).
Verfahrensbeschreibung Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht vom 29.09.2014.
2.1 Schulpflicht – Recht auf Bildung
Die allgemeine Schulpflicht dauert zehn Schulbesuchsjahre und wird durch den Besuch einer
Grundschule und einer weiterführenden allgemein bildenden Schule erfüllt (§ 42 Absatz 4 Satz
1 Schulgesetz).
Ausländische Kinder und minderjährige Jugendliche, die in Berlin wohnhaft sind und die über
einen Aufenthaltstitel verfügen, unterliegen der Schulbesuchspflicht. Sofern sie über keinen
Aufenthaltstitel verfügen, ihr Aufenthalt jedoch auf Grund eines Asylantrags gestattet ist oder
sie hier geduldet werden, unterliegen sie ebenfalls der allgemeinen Schulpflicht gemäß § 41
Absatz 2 Schulgesetz (für Asylsuchende/Flüchtlinge auch Artikel 22 Genfer Flüchtlingskonvention).8 Ist der Aufenthalt auf Grund eines Asylantrags gestattet, beginnt die Schulpflicht der
Kinder und Jugendlichen mit dem Zeitpunkt der Aufenthaltsgestattung gemäß § 55 Asylverfahrensgesetz. Auch ausländische minderjährige Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, denen auf Grund eines Asylantrags der Aufenthalt in Berlin gestattet ist oder die hier geduldet
werden, unterliegen der allgemeinen Schulpflicht (§ 41 Absatz 2 Schulgesetz). Solange diese
nicht durch den Besuch einer Grundschule und einer weiterführenden allgemein bildenden
Schule erfüllt wurde, sind daher auch Jugendliche dieser Altersgruppe zu beschulen.9
Insbesondere darf die Aufnahme von minderjährigen ausländischen Jugendlichen in eine Schule
nicht mit der Begründung verweigert werden, dass der betreffende Jugendliche nach prognostischer Einschätzung nicht in der Lage ist, vor Vollendung des 20. Lebensjahres die Jahrgangsstufe 10 erfolgreich abzuschließen. Die allgemeine Schulpflicht darf weder mit dieser Begründung noch mit dem Hinweis auf eine wünschenswerte altershomogene Zusammensetzung der
Klassen als beendet angesehen werden.
Trotz Beendigung der allgemeinen Schulpflicht endet ein bereits begründetes Schulverhältnis
nicht etwa durch Eintritt der Volljährigkeit. Die Beendigung des Schulverhältnisses richtet sich
nach den allgemeinen Vorschriften (vgl. § 46 Absatz 6 Schulgesetz).
Begehren aus dem Ausland zuziehende Schülerinnen oder Schüler eine Aufnahme in eine Schule der Sekundarstufe I, sind § 9 und § 17 der Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I (Sek-I-VO) zu beachten.
Nach § 17 Absatz 2 Satz 1 der Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I (Sek-I-VO) wird bei Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die
bisher keine deutsche Schule besucht haben und erkennen lassen, dass sie dem Unterricht
nicht oder nur unzureichend folgen können, bei der Aufnahme in die Schule der Umfang der
deutschen Sprachkenntnisse festgestellt (vgl. § 15 Absatz 2 Satz 2 Schulgesetz). Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet auf der Grundlage des Ergebnisses der Sprachstandsfeststellung, ob
die Förderung in einer Regelklasse oder zunächst in einer Willkommensklasse erfolgt. Soll eine
Regelklasse besucht werden, entscheidet die Schulaufsichts-behörde über die zu besuchende
Schulart und Jahrgangsstufe (§ 9 Absatz 1 der Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I). Wünsche der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern sind nach
Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache können nach Verlassen der Willkommensklasse und bei Aufnahme in die Regelklasse der weiterführenden Schule einen Antrag
auf Befreiung von der 2. Fremdsprache und auf Anerkennung der Muttersprache als 2. Fremd8
Siehe hierzu das Informationsschreiben zu der Schulpflicht für zugezogene ausländische Jugendliche von SenBJW vom 1.7.2014.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Obhut genommen und in der Erstaufnahme- und Clearingstelle der FSD-Stiftung untergebracht und pädagogisch betreut. Die Rechte der
Jugendlichen werden vom inobhutnehmenden Jugendamt im Rahmen des § 42 SGB VIII vertreten. Dies ist in den ersten drei
Monaten die Senatsverwaltung für Jugend, danach geht die Zuständigkeit auf die Bezirksjugendämter über. Im Rahmen der Inobhutnahme wird sofort für die Jugendlichen die Bestallung eines Vormunds veranlasst. Nach Bestallung werden die Rechte der
Jugendlichen von Vormündern wahrgenommen. Der Vormund nimmt auch im schulischen Umfeld die Aufgaben der Eltern wahr.
sprache stellen (Sek-I-VO § 17 Absatz 6). Den Jugendlichen soll zusätzlich zu der Verpflichtung
Deutsch zu lernen, das Erlernen einer weiteren Fremdsprache nicht zugemutet werden. Entweder erfolgt bereits aufgrund der vorgelegten Unterlagen eine Anerkennung der Muttersprache
als 2. Fremdsprache oder es wird festgelegt, dass am Ende der 10. Jahrgangsstufe eine Muttersprachenprüfung abzulegen ist. Der Antrag erfolgt über die aufnehmende Schule bei der
Senatsverwaltung für Bildung im Referat II D.
Ausländische Kinder und Jugendliche, die einen erforderlichen Aufenthaltstitel oder eine Aufenthaltsgestattung nicht oder nicht mehr besitzen, unterliegen nicht der Schulpflicht. In diesen
Fällen können die Kinder und Jugendlichen jedoch die Schulen des Landes Berlin freiwillig und
unter den gleichen Bedingungen wie schulpflichtige Kinder und Jugendliche besuchen. Denn
ausländische Kinder und Jugendliche, die nicht der allgemeinen Schulpflicht unterliegen, haben
ein Recht auf Schulbesuch an öffentlichen Schulen gemäß § 2 Schulgesetz und Artikel 20 Absatz 1 der Verfassung von Berlin.
Wie alle Volljährigen können auch geflüchtete volljährige Jugendliche nach Vollendung der
allgemeinen Schulpflicht ihren Bildungsweg in allgemein bildenden oder beruflichen Schulen
fortsetzen. Für ihre Aufnahme gelten die allgemeinen Bedingungen. Grundsätzlich soll jedem
Bildungswilligen die individuell bestmögliche Beschulung ermöglicht werden. Demnach sind nach Maßgabe freier Plätze und ggf. bestehender Aufnahmevoraussetzungen - auch volljährige
Schülerinnen und Schüler auf Antrag aufzunehmen.
Weitere rechtliche Grundlagen des Schulbesuchs von Neuzugängen sind:
§§ 4 Absatz 2 und 10 sowie 15 Schulgesetz,
§ 17 Verordnung über den Bildungsgang der Grundschule (GsVO),
§ 17 Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I(Sek-I-VO).
Schulen haben keine Verpflichtung, die zuständige Ausländerbehörde zu unterrichten, wenn sie
im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer Aufgaben Kenntnis von dem Aufenthalt einer Ausländerin oder eines Ausländers erlangen, die oder der keinen erforderlichen Aufenthaltstitel
besitzt (§ 87 Absatz 1 und 2 des Aufenthaltsgesetzes - AufenthG).
Aus schulrechtlicher Sicht liegt keine Rechtsgrundlage vor, nach der die Beschulung von Schülerinnen und Schülern, die ohne nachgewiesenen festen Wohnsitz sind, ausgeschlossen wäre.
§ 41 Absatz 1 Schulgesetz meint mit „gewöhnlichem Aufenthalt“ den tatsächlichen Aufenthalt
(gegebenenfalls auch Schlafplatz). Zuständig für die Aufnahme ist das Schulamt des Bezirks, in
dem der Schlafplatz liegt.
Um neu zugewanderte Eltern über das Berliner Schulsystem zu informieren, stellt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft den Film „Die Berliner Schule“ zur Verfügung. In fünf Kapiteln begleitet er Berliner Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Schulsituationen von der Einschulung bis zum Schulabschluss und verdeutlicht dabei auch die Bedeutung von Schule als Grundlage für berufliche Qualifizierung.
Der Film ist online unter http://www.berlin.de/sen/bjw/service/publikationen/videos/ verfügbar.
2.2 Die Willkommensklasse als Lerngruppe für Neuzugänge ohne
Neu zugezogene Schülerinnen und Schüler ohne Deutschkenntnisse werden wie folgt beschult:
in den ersten beiden Jahrgangsstufen in der Regel im Rahmen der Schulanfangsphase
ab Jahrgangsstufe 3 in Willkommensklassen oder im Regelunterricht.
Die Willkommensklassen werden parallel zu Regelklassen geführt. Sie können an Grundschulen, Integrierten Sekundarschulen, Gymnasien und Oberstufenzentren eingerichtet werden;
an Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt nur in begründeten Ausnahmefällen.
Willkommensklassen werden in enger Abstimmung zwischen Schulbehörde und Schulaufsicht
für jeweils ein Schuljahr eingerichtet. Sie werden gesondert mit Lehrkräften versorgt und nicht
aus den Strukturmitteln für Sprachförderung finanziert.
Auch an Oberstufenzentren, beruflichen und zentral verwalteten Schulen werden Willkommensklassen eingerichtet.
Bei der Einrichtung der Willkommensklassen gilt eine Zumessungsfrequenz von 12 Schülerinnen
und Schülern als Richtfrequenz. Die tatsächliche Belegung der Willkommensklassen wird von
der regionalen Schulaufsicht in enger Abstimmung mit der Schulbehörde und den Schulen
monatlich geprüft. Die Willkommensklassen gehen nicht in die Frequenzermittlung der Regelklassen an den betroffenen Schulen ein. Die in den Willkommensklassen unterrichtenden Lehrkräfte gehören zum Kollegium der Schule und werden somit auch bei der Berechnung der
Unterrichtsverpflichtung der Schulleitung berücksichtigt. Die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse werden in die Gesamtzahl der Lernenden einer Schule einbezogen.
Die Zuweisung zu einer Willkommensklasse ist temporär. Mit ihr ist kein Recht der Schülerin
oder des Schülers verbunden, an der Schule oder der Schulart, an der die Willkommensklasse besteht, dauerhaft zu bleiben oder ein Aufnahmerecht abzuleiten. Der Besuch einer Willkommensklasse wird nicht auf die Höchstverweildauer in einer Schulart angerechnet.
Es obliegt der Schule im Rahmen ihres schuleigenen Sprachbildungskonzepts, Schülerinnen
und Schüler ohne Deutschkenntnisse entsprechend ihren Vorkenntnissen zu unterrichten und
dafür geeignete Maßnahmen festzulegen. Ziel ist der möglichst schnelle Erwerb der deutschen Sprache, um den zügigen Übergang in eine Regelklasse zu ermöglichen.
Der Unterrichtsumfang von Willkommensklassen beträgt:
an Grundschulen (inklusive Grundstufen) 28 Wochenstunden,
an Integrierten Sekundarschulen 31 Wochenstunden,
an Gymnasien 31 Wochenstunden,
an Oberstufenzentren 31 Wochenstunden und
an Förderzentren 28 Wochenstunden in der Grundstufe und 31 Wochenstunden ab
Jahrgangsstufe 7.
Hinsichtlich der stundenweisen Teilnahme am Unterricht einer Regelklasse ist den individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen. Möglich wäre
zum Beispiel eine Teilnahme in den Fächern Kunst, Musik, Sport oder Fremdsprachen und
die Einbeziehung in Angebote im Rahmen des Ganztagsbetriebs. Die Teilhabe am Schulleben
soll ermöglicht und insbesondere eine räumliche und zeitliche Trennung des Unterrichts und
der Pausenzeiten der Klassen für Neuzugänge vom Regelbetrieb der Schule vermieden werden.
In Willkommensklassen wird die Sprachentwicklung orientiert am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) dokumentiert.
Sofern neu zugezogene Schülerinnen und Schüler nicht alphabetisiert sind, kann entsprechender Unterricht in Alphabetisierungslerngruppen angeboten werden.
Schülerinnen und Schüler in Willkommensklassen an weiterführenden Schulen haben die
− das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz Stufe I (DSD I) abzulegen und
gegebenenfalls die Niveaustufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
für Sprachen (GER) zu erreichen, wenn ihre Schule an dem Pilotprojekt DSD teilnimmt,
− an bereits bestehenden Praxislerngruppen an Integrierten Sekundarschulen/Gemeinschaftsschulen teilzunehmen.
Willkommensklassen in der Schulanfangsphase
Grundschulen, die in der Nähe von Übergangseinrichtungen (temporäre Unterbringung in einer
Erst-, Notaufnahmeeinrichtung o.ä.) liegen, können eine Ausnahmegenehmigung zur Einrichtung einer separaten Willkommensklasse für Schülerinnen und Schüler der Schulanfangsphase
(Jahrgangsstufen 1 und 2) erhalten. Familien in Übergangseinrichtungen ziehen nach rund drei
Monaten in andere Einrichtungen oder in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, und neue
Familien ziehen in die Übergangseinrichtung. Die damit verbundene Fluktuation würde den
Unterricht und die sozialen Lernprozesse in bestehenden Klassen der Schulanfangsphase zu
Die Genehmigung separater Willkommensklassen in der Schulanfangsphase wird für das laufende Schuljahr erteilt. Sollte im folgenden Schuljahr weiterhin eine separate Willkommensklasse erforderlich sein, stellt die regionale Schulaufsicht im Rahmen der Organisation des neuen
Schuljahres einen neuen Antrag (bei der Senatsverwaltung für Bildung, Referat II A). Diese
Ausnahmegenehmigung ist Voraussetzung für die Antragstellung zur Neueinrichtung einer Willkommensklasse mit dem Ziel der Zuweisung einer Lehrerstelle (bei der Senatsverwaltung für
Bildung, Referat I B).
Die Möglichkeit der Ausnahmegenehmigung besteht auch für Grundschulen, bei denen das
jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) ohne Willkommensklassen nicht zu gewährleisten ist.
Willkommensklassen an Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen)
Auch an Schulen in freier Trägerschaft können Willkommensklassen eingerichtet werden. Die
Träger dieser Schulen sehen wie die öffentlichen Schulen die zeitnahe und qualifizierte Beschulung von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Folgende Verfahrensschritte für die Einrichtung von Willkommensklassen an Schulen in freier
Trägerschaft wurden mit den Trägern abgestimmt:
Die freien Träger melden in dem Bezirk, in dem die betreffende Schule liegt, der jeweils zuständigen Leitung der regionalen Schulaufsicht, welche Aufnahmemöglichkeiten für Willkommensklassen an ihren Schulen bestehen.
Die Entscheidung über die Einrichtung einer Willkommensklasse trifft die regionale
Schulaufsicht in Absprache mit dem freien Träger; sie stellt auch die „Auslastung“
dieser Willkommensklasse sicher. Der Träger ist verpflichtet, freie/frei werdende Plätze an die Schulaufsicht zu melden.
Es erfolgt keine Aufnahme in eine Willkommensklasse an einer Schule in freier Trägerschaft, wenn die Eltern dies (unter anderem aus religiösen Gründen) nicht wünschen.
Die Schulen erheben für diese Schülerinnen und Schüler kein Schulgeld.
Beim Verlassen der Willkommensklasse haben Eltern keinen Anspruch darauf, dass
ihr Kind weiterhin an dieser Schule in freier Trägerschaft verbleiben kann bzw. die
Schule ist nicht zur Aufnahme dieser Schülerinnen und Schüler in Regelklassen verpflichtet.
Ist die vorübergehende Beschulung in der Willkommensklasse beendet, kann durch
Abschluss eines entsprechenden Vertrags zwischen Familien und Schule eine dauerhafte Aufnahme erfolgen.
Darüber hinaus können Schulen in freier Trägerschaft auch einzelne Kinder aus Flüchtlingsfamilien in bestehende Regelklassen aufnehmen.
2.3 Aufnahme und Beschulung
2.3.1 Verfahrensablauf zur Aufnahme und Beschulung
Ziel ist die zügige Beschulung der neuen Schülerinnen und Schüler in Berliner Schulen. Gleiche oder zumindest vergleichbare Verfahren in allen Bezirken erleichtern die Kommunikation
und erhöhen die Transparenz. Es ist Aufgabe der Bezirke in ihrer Verantwortung als Schulträger Strukturen zu schaffen, um Neuzugänge zügig aufnehmen zu können. Dazu bedarf
es verbindlicher Absprachen zwischen Schulbehörde, Schulaufsicht, Jugendgesundheitsdienst
Die folgenden Verfahrensbeschreibungen sind grundsätzlich verbindlich (z. B. Sprachstandsfeststellung, Förderplan), lassen aber abweichende bezirkliche Vorgehensweisen zu (z. B.
Koordinierungsstellen). Wie die schulische Vorbildung der zugewanderten Schülerinnen und
Schüler erfasst, sie in ihrem familiären und interessenbezogenen Kontext gesehen, ihre
Sprachkenntnisse begründet eingeschätzt, die Förderung ihren Kenntnissen angepasst und
eine begründete Entscheidung für den Übergang in die Regelklassen getroffen werden kann,
zeigt die Broschüre „Von der Lerngruppe für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse in die
Regelklasse“ des Landesinstituts für Schule und Medien (LISUM). Dazu werden Instrumente
zur Einschätzung des Sprachstands und zur Dokumentation von Spracherwerbsprozessen
Die Broschüre findet sich auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg unter:
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/unterrichtsentwicklung/
Durchgaengige_Sprachbildung/Publikationen_sprachbildung/Lerngruppe_fuer_Neuzugaenge_
ges_WEB_2014_12.pdf.
Zur lernprozessbegleitenden Diagnostik in der Grundschule findet sich der Fachbrief Grundschule Nr. 6 ebenfalls auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg:
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/
fachbriefe_berlin/grundschule/Fachbrief_Grundschule_Nr_06.pdf
Die Verfahrensbeschreibungen gelten nicht, wenn eine direkte Aufnahme in besondere
fremdsprachlich geprägte Schulen möglich ist.
Eine Übersicht der Koordinierungsstellen in den Bezirken befindet sich im Anhang. Die
hier beschriebenen Aufgaben der Koordinierungsstellen werden in einigen Regionen von der
regionalen Schulaufsicht übernommen.
Regelklasse oder Willkommensklasse?
Die Feststellung der Lernvoraussetzungen und die Entscheidung über die Beschulung erfolgt
in regionaler Verantwortung. Empfehlungen zur Erfassung des Förderbedarfs und zu diagnostischen Instrumenten sind im Fachbrief Sprachförderung/Deutsch als Zweitsprache Nr. 910
erschienen. Auch der Fachbrief Grundschule Nr. 6 bietet hier hilfreiche Hinweise11.
− verfügt über ausreichend Deutschkenntnisse, − hat keine Deutschkenntnisse,
um dem Regelunterricht folgen zu können
− ist nicht in der Erstsprache alphabetisiert
(unter Berücksichtigung von integrativen und
additiven Förderangeboten),
− hat wenig Schulerfahrung.
− ist in der Erstsprache alphabetisiert und
− hat Schulerfahrung.
Aufnahme12
Schulaufsicht an und legen – soweit vorhanden – die folgenden Unterlagen vor:
Anmeldebestätigung sowie
b. Die Koordinierungsstelle des Bezirks bzw. die regionale Schulaufsicht bzw. in Abstimmung die Schule
veranlasst eine Sprachstandfeststellung und gegebenenfalls schulärztliche
kann Jugendliche ab 16 Jahren an die Koordinierungsstelle für Oberstufenzentren, berufliche und zentral verwaltete Schulen übermitteln, die dann das
Beratungsgespräch zum individuellen Bildungsweg sowie die Sprachstandsfeststellung übernimmt.
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/fachbriefe_berlin/sprachfoerderung/
fachbrief_sprachfoerderung_daz_09.pdf
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/fachbriefe_berlin/grundschule/
Fachbrief_Grundschule_Nr_06.pdf
Das hier beschriebene Verfahren stellt die Aufnahme verallgemeinernd dar. Aufgrund unterschiedlicher Bedingungen in den
Bezirken kann das Verfahren variieren. Bei Fragen zum Aufnahmeverfahren kann die Koordinierungsstelle des Bezirks Auskunft
in die Schulanfangsphase,
in eine Regelklasse oder
in eine Willkommensklasse.
d. Das Schulamt bzw. bei entsprechender Abstimmung mit dem Bezirk die regionale Schulaufsicht
entscheidet über die aufnehmende Schule,
informiert die aufnehmende Schule über die Entscheidung und
informiert die Eltern über die Entscheidung.
e. Die Eltern melden das Kind an der aufnehmenden Schule an und legen – soweit vorhanden – die folgenden Unterlagen vor
eigene Personalpapiere,
sonstige Personalpapiere des Kindes sowie
f. Die Schule nimmt die Schülerin oder den Schüler auf und legt einen Schülerbogen
Beschulung in einer Willkommensklasse
Die verantwortliche Lehrkraft ermittelt den Lernstand, erstellt einen darauf bezogenen Förderplan und führt eine prozessbegleitende Lerndokumentation über Sprachstandsentwicklung. Die
Schulleitung entscheidet auf Empfehlung der verantwortlichen Lehrkraft über eine teilweise
Teilnahme am Regelunterricht.
2.3.2. Verfahrensablauf zum Übergang in die Regelklasse
Beim Übergang in eine Regelklasse ist eine Entscheidung über die geeignete Jahrgangsstufe
und die geeignete Schulart zu treffen. Dabei sind auch die Kenntnisse in den Sachfächern
zu berücksichtigen. In aller Regel wird ein besonderer Förderbedarf in der deutschen Sprache und im Fachunterricht bestehen bleiben. In Willkommensklassen werden keine Zeugnisse
sondern Lernstandsberichte ausgestellt. Beispiele hierfür finden sich in der Broschüre „Von
der Lerngruppe für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse in die Regelklasse“13.
Im Regelunterricht der Grundschule kann gemäß § 17 Absatz 4 der Verordnung über den
Bildungsgang der Grundschule (GsVO) ein Nachteilsausgleich geltend gemacht werden: Die
Deutschnote kann zwei Jahre nach Eintritt in die Berliner Schule ausgesetzt werden. Für die
Sekundarstufe findet sich eine Regelung für einen Nachteilsausgleich in § 31 Absatz 4 Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I (Sek I-VO). Die Note
im Fach Deutsch kann bei der Versetzungsentscheidung an Gymnasien unberücksichtigt
bleiben, sofern eine Schülerin oder ein Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache noch nicht
länger als zwei Jahre eine deutsche Schule besucht.
Durchgaengige_Sprachbildung/Publikationen_sprachbildung/Lerngruppe_fuer_Neuzugaenge_ges_WEB_2014_12.pdf
Nach dem Übergang der Neuzugänge in Regelklassen wird der Förderbedarf dieser Schülerinnen und Schüler mit den vorhandenen Ressourcen entsprechend den gültigen Zumessungsrichtlinien abgesichert.
Das Verfahren für den Übergang in die Regelklasse ist wie folgt geregelt:
Die Schulleitung entscheidet auf Empfehlung der Lehrkraft im Benehmen mit der regionalen Schulaufsicht über den Zeitpunkt des Übergangs und die Jahrgangsstufe.
Das Schulamt weist einen Schulplatz zu, informiert die abgebende und aufnehmende
Schule sowie die Eltern.
Die Klassenkonferenz der Willkommensklasse empfiehlt den Zeitpunkt des Übergangs,
die Jahrgangsstufe und die Schulart; der Elternwunsch bezüglich der Schulart/Schule
Die Schule informiert die regionale Schulaufsicht über die Empfehlung und den
Elternwunsch.
Die regionale Schulaufsicht entscheidet und informiert das Schulamt.
Ist ein Platz an der Wunschschule frei, informiert das Schulamt die abgebende und
die aufnehmende Schule sowie die Eltern.
Ist kein Platz an der Wunschschule frei, informiert das Schulamt die Eltern über freie
Schulplätze im Bezirk bzw. weist einen Schulplatz zu.
An Oberstufenzentren, beruflichen und zentral verwalteten Schulen wird der Übergang von der
Koordinierungsstelle für Oberstufenzentren, beruflichen und zentral verwaltete Schulen geregelt
(Kontaktdaten: siehe Anhang).
Oberstufenzentren (OSZ) stellen für Schülerinnen und Schüler, die aus einer Willkommensklasse in ein Regelangebot der Oberstufenzentren wechseln wollen, grundsätzlich zwei Angebote bereit:
1. die Berufsausbildung in der Lernortkooperation (BAPP) der Berufsschule und Berufsfachschule mit der Integration von beruflicher Ausbildung und Sprachentwicklung und
2. die Berufsqualifizierung in Berufsqualifizierenden Lehrgängen (BQL-Lehrgänge) und in
Kursen zur Integrierten Berufsvorbereitung mit Betriebspraktikum (IBA-Lehrgänge) mit der
Integration von berufsfeldbezogener Qualifizierung und Sprachentwicklung.
2.3.3 Verfahrensablauf zum Übergang in Jahrgangsstufe 7
− von einer Willkommensklasse in die 7. Jahrgangsstufe einer weiterführenden Schule
(Regelklasse) sowie
− von Neuzugängen ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen von der 6. Jahrgangsstufe einer Grundschule (Regelklasse) in die 7. Jahrgangsstufe einer weiterführenden
Schule (Regelklasse)
gelten die folgenden Regelungen:
Das Verfahren des Übergangs von der Grundschule in die Jahrgangsstufe 7 an weiterführenden Schulen für Schülerinnen und Schüler aus Willkommensklassen wird jeweils in der
gültigen Verwaltungsvorschrift „Verfahren über die Aufnahme in Jahrgangsstufe 7 von Schü16
lerinnen und Schülern aus Ersatzschulen, besonderen Lerngruppen, anderen Bundesländern
und dem Ausland“ erläutert.
Schülerinnen und Schüler aus Willkommensklassen, die zum Anmeldezeitraum bereits gemäß
§ 17 Absatz 3 der Grundschulverordnung in eine Regelklasse der Jahrgangsstufe 6 gewechselt sind, erhalten keine Förderprognose, werden aber in das reguläre Anmeldeverfahren
einbezogen. Im Falle einer Übernachfrage sind sie in das Aufnahmeverfahren für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, für Härtefälle und in das Losverfahren einzubeziehen. Soweit bei der Auswahlentscheidung nach Kriterien die Durchschnittsnote der Förderprognose oder die Notensumme zugrunde gelegt werden, können sie nicht
berücksichtigt werden. Sind als Auswahlkriterien jedoch ausschließlich Kompetenzen
und/oder Testverfahren vorgesehen, sind sie auch in dieses Verfahren einzubeziehen.
Schülerinnen und Schüler, die sich nach Ablauf des Anmeldezeitraums noch in einer Willkommensklasse der Grundschule befinden, und Schülerinnen und Schüler aus Willkommensklassen der Sekundarstufe I wechseln gemäß § 17 Absatz 4 Satz 5 Sekundarstufe IVerordnung in eine Regelklasse der Jahrgangsstufe 7, wenn die regionale Schulaufsicht auf
Vorschlag der Klassenkonferenz eine entsprechende Entscheidung über die zu besuchende
Schulart und Jahrgangsstufe getroffen hat. Nur wenn nach Ablauf des Anmeldezeitraums
bereits gesicherte Erkenntnisse vorliegen, dass Kinder aus Willkommensklassen im kommenden Schuljahr in die Jahrgangsstufe 7 einer Schulart der Sekundarstufe I zu integrieren sind,
kann für sie ein Platz an einer Schule dieser Schulart freigehalten werden.
Falls der Wechsel in eine Regelklasse erst in der Jahrgangsstufe 8 erfolgt, kann an Integrierten Sekundarschulen dafür auch der freigehaltene Platz genutzt werden, sofern die Höchstgrenze in Jahrgangsstufe 7 auf 25 gesenkt wurde. Erst zum Zeitpunkt der endgültigen Kapazitätsfestlegung nach Aufnahme der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem
Förderbedarf bis zum jährlich in der Verwaltungsvorschrift zum Übergang von der Grundschule in die Jahrgangsstufe 7 der Sekundarstufe I festgelegten Termin ist es daher möglich,
innerhalb der für die jeweilige Schulart geltenden Höchstgrenze Plätze für zu integrierende
Kinder aus Willkommensklassen freizuhalten.
Wenn nach der endgültigen Kapazitätsfestlegung noch Schülerinnen und Schüler aus Willkommensklassen in Regelklassen der Jahrgangsstufe 7 zu integrieren sind, ist dies nur an
Schulen mit freien Plätzen möglich.
Schülerinnen und Schüler, deren Sprachstand für einen Übergang in eine Regelklasse einer
weiterführenden Schule noch nicht ausreicht, deren körperlicher und geistiger Entwicklungsstand aber einen Übergang in eine weiterführende Schule anrät, können aus einer Willkommensklasse einer Grundschule in die Willkommensklasse an einer weiterführenden Schule wechseln. Die Beschulung sollte an Schulen erfolgen, an denen schon Willkommensklassen gemäß § 17 Verordnung über die Schularten und Bildungsgänge der Sekundarstufe I
(Sek I-VO) bestehen. Dabei sind die Fahrtwege zu berücksichtigen. Die Entscheidung über
die Aufnahme erfolgt durch die regionale Schulaufsicht; die Schulzuweisung erfolgt durch
2.4 Verweildauer in Willkommensklassen
Für alle Willkommensklassen gilt, dass der Aufenthalt der Schülerinnen und Schüler vorübergehend und auf einen schnellen Übergang in eine Regelklasse ausgerichtet ist (in der
Regel innerhalb eines Jahres). Der Übergang in eine Regelklasse ist unabhängig von Schulhalbjahren jederzeit möglich. Ausschlaggebend für den Übergang in eine Regelklasse ist die
Sprachkompetenz im Deutschen.
− Sprachstands- und Lerndokumentation beginnt
− Förderplan wird entwickelt
Lernstandsüberprüfung, Dokumentation des Spracherwerbsprozesses, der
Lernfortschritte und des Lernstands
nach 6, spätestens 12 Monaten
Entscheidung der regionalen Schulaufsicht über die Jahrgangsstufe
und die Schulart - auf Empfehlung der Lehrkraft mit Bezug auf Lerndokumentation und Förderplan
in begründeten Ausnahmefällen und sofern weitere Beschulung
in einer Willkommensklasse vorgesehen sein könnte:
1. Schulhilfekonferenz (Lehrkräfte, Schulleitung, Schulpsychologie,
eventuell Eltern)
2. ggf. Vorstellung beim zuständigen Schulpsychologischen Beratungszentrum durch die Eltern
3. Empfehlung an die regionale Schulaufsicht
Vor allem bei nicht alphabetisierten Kindern und Jugendlichen kann sich die Verweildauer
verlängern. Eine entsprechende Förderplanung und Lernstandsdokumentation sind Grundlage
Zur Orientierung: Grundsätzlich sollte die Arbeit in Willkommensklassen an dem Ziel ausgerichtet werden, dass 50% der Schülerinnen und Schüler nicht länger als 6 Monate, 90%
nicht länger als ein Jahr in einer Willkommensklasse verbleiben.
Für die Ausstattung der Willkommensklasse mit Lehr- und Lernmitteln sind ausschließlich die
Schulträger (Bezirke, bei zentral verwalteten Schulen die Senatsverwaltung für Bildung) zuständig. Die Bezirke erhalten über eine Basiskorrektur einen entsprechenden Ausgleich.
Kinder und Jugendliche, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen,
erhalten im Rahmen der Leistungen für Bildung und Teilhabe Mittel für den persönlichen
Schulbedarf (in der Regel 70 P zum 1. Halbjahr, 30 P zum 2. Halbjahr). Erfolgt die Aufnahme in die Schule während der laufenden Schulhalbjahre, erhalten die Kinder und Jugendlichen in dem Monat, in dem der erste Schultag liegt, immer 70 P für den persönlichen Schulbedarf.
2.6 Ganztägiges Lernen
Grundschulen und Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt
Alle Berliner Grundschulen sind Ganztagsgrundschulen mit Öffnungszeiten an Schul- und Ferientagen von 6:00 bis 18:00 Uhr. Im Rahmen des Bildungsauftrags der Ganztagsschule, der
mehr Chancengerechtigkeit anstrebt, werden auch über den Unterricht hinaus Bildungsangebote bereitgestellt. Für die unterrichtsergänzende Förderung von Kindern mit Sprachförderbedarf
sowie aus schwierigen sozialen Verhältnissen wird zusätzliches Personal zugemessen.
Die Angebote der ergänzenden Förderung und Betreuung stehen allen Kindern zur Verfügung. An Grund- und Sonderschulen wird für Kinder in Gemeinschaftsunterkünften ein Bedarf für das Modul von 13:30 bis 16:00 Uhr anerkannt. Liegen ergänzende Bedarfsgründe
vor, kann auch ein zeitlich darüber hinaus gehender Bedarf für eine ergänzende Förderung
und Betreuung anerkannt werden. Auch in den Ferien können die Angebote der ergänzenden Förderung und Betreuung in Anspruch genommen werden. Für Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 beinhalten gemäß § 4a Absatz 1 Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) die für die Schultage gebuchten Betreuungsmodule zusätzlich
die Zeiten der verlässlichen Halbtagsgrundschule. Demnach beinhaltet das Modul 13:30 bis
16:00 Uhr in den Ferien die Betreuungszeit von 7:30 bis 16:00 Uhr. Für Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 6 ist eine Bedarfsprüfung nach § 5 Absatz 6 der Schülerförderungs- und -betreuungsverordnung (SchüFöVO) erforderlich. In der Regel wird im Rahmen der Einzelfallprüfung auf der Grundlage von § 4 Absatz 6 Nr. 3 ein Bedarf für die
Ferienbetreuung anerkannt. Die Kosten für Ferienverträge sind mit einer Elternkostenbeteiligung verbunden, welche sich nach dem Einkommen richtet.
Die Grundschule informiert und berät die Eltern über die Möglichkeiten unterrichtsergänzender
Bildungs- und Erziehungsangebote an Berliner Ganztagsschulen. Anträge auf ergänzende Förderung und Betreuung sind in der Grundschule, dem Jugendamt oder auf der Internetseite der
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unter http://www.berlin.de/sen/bjw/
service/formulare/ erhältlich. Die ausgefüllten Anträge sind in der Grundschule abzugeben und
werden von dort an das zuständige Jugendamt weitergeleitet. Die Eltern erhalten nach der
Bearbeitung des Antrags einen Gutschein für die ergänzende Förderung und Betreuung, welcher die Grundlage für den Abschluss eines Betreuungsvertrages ist. Kooperiert die Schule mit
einem Träger der freien Jugendhilfe, ist der Betreuungsvertrag mit dem Träger abzuschließen,
ansonsten mit dem zuständigen Jugendamt. Die ergänzende Förderung und Betreuung ist in
der Regel mit einer Elternkostenbeteiligung verbunden, welche sich nach dem Einkommen richtet. Entsprechend der Situation der Eltern kommt nach der Einzelfallprüfung durch das Jugendamt die im Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) vorgesehene Härtefallregelung
in Betracht. Die Teilnahme am Mittagessen ist verbindlicher kostenpflichtiger Bestandteil des
Betreuungsvertrags. Für Empfänger von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reduziert sich der Verpflegungsanteil auf 1P pro Mahlzeit.
Die Rahmenbedingungen der Ganztagsgrundschulen in offener und gebundener Form sowie
die ergänzende Förderung und Betreuung gelten auch für Schulen mit Sonderpädagogischem
Alle Berliner Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen sowie einige Gymnasien
sind seit dem Schuljahr 2010/2011 Ganztagsschulen. Im Rahmen des ganztägigen Lernens werden Schülerinnen und Schülern ergänzende Angebote zur fachbezogenen, sozialen und personalen Kompetenzentwicklung gemacht. Über die jeweilige Ausrichtung der ganztägigen Angebote
entscheidet die Schule in enger Absprache mit dem Kooperationspartner. Das ganztägige Lernen
kann in offener, gebundener oder teilgebundener Form erfolgen. Die Finanzierung richtet sich
nach der von der Schule gewählten Form des Ganztagsbetriebs.
Jede Ganztagsschule verfügt über ein Lern- und Förderkonzept. Dieses sieht vor, dass die Lernausgangslage jeder Schülerin und jedes Schülers überprüft und eine individuelle Lern- und Förderstrategie entwickelt wird, die sich auf Unterricht ebenso wie auf außerunterrichtliche Zeiten
bezieht. Die Teilnahme an Förderangeboten im Rahmen der Ganztagsschule ist in der teilgebundenen und gebundenen Form verpflichtend, in der offenen Form freiwillig. Dies gilt auch
für Schülerinnen und Schüler aus Willkommensklassen.
Im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets kann für die Kinder und Jugendlichen eine zusätzliche Lernförderung beantragt werden. Diese zusätzlichen Förderkurse finden in der Regel in
den Räumen der Schule statt und werden von dem Kooperationspartner oder von einem kommerziellen Anbieter, mit dem die Schule ebenfalls einen Kooperationsvertrag eingeht, angeboten. Nähere Informationen gibt es unter:
http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/ganztaegiges-lernen/ganztagsschulen/
http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/ganztaegiges-lernen/ganztagsschulen/fachinfo/
2.7 Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf
Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche benötigen häufiger eine spezielle Förderung
beim Erwerb der deutschen Sprache und dem Erwerb altersgerechter schulischer Kompetenzen. Ihr individueller Förderbedarf, der abhängig ist von ihren schulischen Vorerfahrungen
im Herkunftsland und ihrem Begabungsprofil, ist jedoch von einem möglichen sonderpädagogischen Förderbedarf deutlich zu unterscheiden.
Viele Schülerinnen und Schüler, die aus Kriegs- und Krisensituationen zugewandert sind,
sind traumatisiert und haben häufig über einen längeren Zeitraum keine Schule besucht.
Ihnen muss ausreichend Zeit gegeben werden, sich sozial und kulturell zu integrieren, um
erfolgreich lernen zu können. Bevor ein Antrag auf Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs in den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Emotionale und soziale Entwicklung“
und „Sprache“ gestellt wird, soll für diese Schülerinnen und Schüler ein regelmäßiger Schulbesuch von mindestens einem Jahr in einem stabilen schulischen Umfeld gewährleistet sein.
Erfolgt der Schulbesuch unregelmäßig oder ist von Wechseln der Schule oder Bezugsgruppen begleitet, ist dieser Zeitraum entsprechend zu verlängern. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf in diesen drei sonderpädagogischen Förderschwerpunkten ist nur valide feststellbar, wenn sichergestellt ist, dass nicht Faktoren, die im Kontext der Flucht oder des anderen
kulturellen oder sprachlichen Hintergrunds begründet sind, zu beobachtbaren Auffälligkeiten
führen. Letztere verändern sich meist auch ohne sonderpädagogische Förderung allein durch
den regelmäßigen Besuch einer Schule. Besteht eine kinder- und jugendpsychiatrisch oder
psychotherapeutisch festgestellte psychische Erkrankung, zum Beispiel eine posttraumatische
Belastungsstörung, so kann auch vor Ablauf dieses Zeitraums eine besondere Förderung
oder ein Nachteilsausgleich bei Krankheit gewährt werden, ohne dass die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs erforderlich wäre. Das Verfahren dazu wird in dem „Leitfaden zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs an Berliner Schulen“14 beschrieben.
Insbesondere beim sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sprache“ müssen Erschwernisse beim Erwerb der deutschen Sprache vom Vorliegen einer Sprachentwicklungsstörung
sorgfältig abgegrenzt werden. Eine Sprachentwicklungsstörung, die die Zuerkennung von
sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt „Sprache“ notwendig macht,
zeigt sich stets in der originären Muttersprache wie auch in allen anderen zu erlernenden
http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/foerderung/sonderpaedagogische-foerderung/fachinfo/mdb-sen-bildung-foerderungsonderpaedagogische_foerderung-fachinfo-leitfaden_foerderbedarf.pdf
Besteht nach mindestens einjährigem regelmäßigem Schulbesuch in einem stabilen schulischen Umfeld und trotz intensiver individueller Förderung der Verdacht auf Vorliegen eines
sonderpädagogischen Förderbedarfs in den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten
„Lernen“, „Emotionale und soziale Entwicklung“, „Sprache“, „Geistige Entwicklung“ oder
„Autismus“ können die Eltern oder die Schule einen Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs stellen.
Das Feststellungsverfahren wird gemäß dem oben genannten Leitfaden durchgeführt. Liegt
dagegen der Verdacht auf eine ausgeprägte geistige, körperliche oder eine ausgeprägte
Sinnesbehinderung vor, sollten auf der Basis medizinischer Befunde zügig Verfahren zur
Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf eingeleitet werden. Im Anschluss an die
Diagnostik muss entschieden werden, welcher Beschulungsort für die Kinder und Jugendlichen die größten Chancen auf umfängliche Förderung bietet. Dies kann in Abhängigkeit von
der Aufenthalts- und Wohnsituation, der schulischen Zugehörigkeit und der Schwere der
Behinderung sowohl die integrative Beschulung in einer regulären Grundschulklasse oder
Klasse einer weiterführenden Schule als auch die Zuweisung an eine Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt oder auch der zeitweise Verbleib in einer Willkommensklasse
sein, auch wenn die sonderpädagogische Förderung dort vorübergehend nicht fachgerecht
realisiert werden kann. Hier gilt es, unter Berücksichtigung des zu erwartenden Verbleibs in
der Schule, der Höhe des Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung und der Möglichkeit der sprachlichen Förderung sorgfältige Abwägungen im Sinne des Kindeswohls zu treffen. Die Eltern sind in diesen Prozess von Anfang an aktiv einzubeziehen.
2.8 Beurlaubung und Befreiung vom Unterricht
Wenn die Schülerinnen und Schüler der allgemeinen Schulpflicht unterliegen, gilt Nr. 7 Absatz 8 Ausführungsvorschriften über Beurlaubung und Befreiung vom Unterricht (Ausführungsvorschrift Schulbesuchspflicht vom 19.11.2014, ABl. S. 2235). Schulversäumnisanzeigen
sind von der Schule zu stellen, mit der das Schulverhältnis besteht. Für die Überwachung ist
das Schulamt des Bezirks zuständig.
Wenn nicht mehr schulpflichtige ausländische Kinder und Jugendliche an eine Schule aufgenommen wurden, ist damit ein Schulverhältnis begründet worden. Für sie gelten daher wie
für alle Schülerinnen und Schüler der Schule die Regelungen der Ausführungsvorschriften
über Beurlaubung und Befreiung vom Unterricht (Ausführungsvorschrift Schulbesuchspflicht).
2.9 Umzug der Familie in einen anderen Bezirk
Soll im Rahmen eines Umzugs ein Wechsel der Schule erfolgen, melden die Eltern der abgebenden Schule den geplanten Umzug. Die Schule erstellt eine Ummeldekarte mit einer
Empfehlung für die weitere Beschulung in einer Regelklasse oder einer Willkommensklasse.
Wird der Übergang in die Regelklasse empfohlen, melden die Eltern ihr Kind bei der zuständigen Grundschule bzw. in der Sekundarstufe an einer Schule ihrer Wahl an, sofern die
Schule über einen freien Platz verfügt. Bei Unterstützungsbedarf bei der Schulplatzsuche
melden sich die Eltern bei der Koordinierungsstelle bzw. der regionalen Schulaufsicht des
neuen Bezirks.
Wird die weitere Beschulung in einer Willkommensklasse empfohlen, nehmen die Eltern
Kontakt zur Koordinierungsstelle des neuen Bezirks auf.
Die aufnehmende Schule meldet die Aufnahme der Schülerin oder des Schülers der abgebenden Schule durch Übersendung der Ummeldekarte. Die abgebende Schule übersendet
der aufnehmenden Schule den Schülerbogen.
Aus pädagogischen Gründen kann es sinnvoll sein, der Schülerin oder dem Schüler den
Besuch der bisherigen Schule weiter zu ermöglichen. Hierzu ist die Zustimmung des Schulamtes des alten Bezirks erforderlich.
2.10 Qualifizierung und Beratung der Lehrkräfte
Für Beratung und Fortbildung stehen allen allgemein bildenden Schulen zwei Teams von
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für durchgängige Sprachbildung zur Verfügung. Diese verfügen über
Qualifikationen im Bereich Sprachvermittlung (Deutsch als Zweitsprache), Diagnostik
Kenntnisse über die Beschulung in Willkommensklassen und
Kenntnisse über Alphabetisierung bei Mehrsprachigkeit.
Es werden jährlich mindestens zwei Fortbildungskurse (72 Doppelstunden pro Kurs) für insgesamt 120 Lehrkräfte angeboten, die in Willkommensklassen tätig sind.
Näheres findet sich unter http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/foerderung/
sprachfoerderung/ - Schulinterne Fortbildung und Beratung für Grundschulen und die
Sekundarstufe. Weiterhin stehen Lehrkräften, die in Willkommensklassen tätig sind, in
regional organisierten Fachnetzwerken Möglichkeiten zum Austausch und Information zur
Verfügung. Die Fach-netzwerktreffen finden zweimal im Halbjahr statt.
Lehrkräfte können sich auch bei Fragen zur Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern
ohne Deutschkenntnisse an das Zentrum für Sprachbildung (ZeS) wenden, susanne.mehlin@
senbjw.berlin.de.
2.11 Schulärztliche Untersuchung
Die schulärztliche Untersuchung erfolgt derzeit gemäß § 8 Absatz 1 Gesundheitsdienstgesetz:
„Der öffentliche Gesundheitsdienst richtet seine Angebote zur Gesundheitshilfe unter sozialkompensatorischen Kriterien speziell an Menschen, die aus gesundheitlichen, sozialen, sprachlichen kulturellen oder finanziellen Gründen keinen ausreichenden oder direkten Zugang zu den
Hilfesystemen finden oder deren komplexer Hilfebedarf besondere Koordinierung und Betreuung erforderlich macht.“ Die Untersuchung wird durchgeführt, um festzustellen, ob gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, die das Lernen behindern (Hören, Sehen, Sprechen) sowie zur Prüfung des Impfstatus.
Bei Eintreffen in Berlin sollen alle Flüchtlinge, die in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht sind, ärztlich untersucht werden (Impfstatus, Gesundheitszustand). Die Senatsverwaltung
für Gesundheit und Soziales erarbeitet zurzeit ein Verfahren, das Standards für eine umfassende Zuzugsuntersuchung festlegt.
Nach derzeitigem Recht können Kinder und Jugendliche jederzeit und unverzüglich nach der
Anmeldung eine Schule besuchen (Ausnahme: Aufnahme in Jahrgangsstufe 1 der Grundschule
gem. § 55a Absatz 5 Schulgesetz) ohne zuvor an einer schulärztlichen Untersuchung teilgenommen zu haben. Die Leitungen der bezirklichen Gesundheitsämter können entscheiden, dass
neu zugewanderte Kinder und Jugendliche erst nach einer ärztlichen Untersuchung in die Berliner Schule aufgenommen werden können. Diese Entscheidung darf nicht zur Verzögerung des
Schulbesuchs führen.
Die aufzunehmenden neu zugewanderten Kinder sind allerdings dem zuständigen bezirklichen
Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) - ein Fachbereich der Abteilung Gesundheit und
Soziales in allen Bezirksämtern - zu melden, damit dieser im Rahmen seiner Kapazitäten die
Kinder mit ihren Familien zu einer Untersuchung einladen kann. Diese Untersuchungen sind
nicht verbindlich. Die Untersuchung ist daher nicht Voraussetzung für die Zuweisung an eine
Schule und die Teilnahme am Unterricht. Wenn die Untersuchung vor Beginn des Schulbesuchs
nicht möglich ist, sollte dafür Sorge getragen werden, dass sie möglichst bald erfolgt. Eine
Rückmeldung des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes an die Schule muss nicht erfolgen.
Neben der Begleitung und Beratung zur Entwicklung des Kindes beraten die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Schülerinnen und
Schüler in gesundheitlichen und sozialpädagogischen Fragen. Die Vorschuluntersuchung in den
Bezirken wird unterschiedlich gehandhabt. Da die gesetzliche Grundlage fehlt, untersuchen nur
einige Bezirke ausführlich präventiv und integrieren Hör- und Sehtests sowie Motoriktests. Die
Gespräche bleiben vertraulich und für die Eltern kostenfrei. Neben der gesetzlichen schulärztlichen Untersuchung zur Einschulung (ESU) beim Kinder- und Jugendgesundheitsdienst bleibt der
Kinder- und Jugendgesundheitsdienst der bezirkliche Ansprechpartner bei Fragen rund um den
Kinderschutz. Alle Beratungs- und Betreuungsangebote bleiben für Zuwanderer kostenlos. Die
Schulreihenuntersuchungen bleiben für alle Klassenzüge, ebenso wie Schulzahnarztuntersuchungen bestehen.
Sollten bei Schülerinnen und Schülern Symptome einer Erkrankung auftreten, die eine Epidemie
hervorrufen kann, greift das Infektionsschutzgesetz, in dem geregelt ist, dass Personen, die
„erkrankt oder dessen verdächtigt sind“, unter bestimmten Umständen die Schule nicht betreten oder an Gemeinschaftsveranstaltungen nicht teilnehmen dürfen.
Die Schulleitung ist verpflichtet, die Dienstkräfte regelmäßig gemäß § 35 Infektionsschutzgesetz
zu belehren und hierüber auch ein Protokoll anzufertigen. Der arbeitsschutzrechtliche Dienst
(Gesellschaft für Betriebsmedizin und Betriebsberatung mbH (GBB mbH), Turmstr. 21, 10559
Berlin, Tel.: 39 90 28 59) steht zur Unterstützung zur Verfügung.
2.12 Kinderschutz in der Schule
Die meisten Eltern erziehen ihre Kinder verantwortungsbewusst und mit viel Liebe. Sie bieten
ihren Kindern den geschützten Raum, in dem sie unbeschwert aufwachsen können. Dies ist
jedoch leider nicht in allen - auch den zugewanderten - Familien der Fall. Manchmal gibt es
Probleme, die zu einer Kindeswohlgefährdung führen können.
Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Schule. Im Rahmen des
pädagogischen Alltags nehmen Lehrkräfte ggf. besorgniserregende Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung wahr.
Das 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz konkretisiert und erweitert die bestehenden Regelungen zum Kinderschutz. Es nennt ausdrücklich die Aufgaben aller Personen, die
sich der Erziehung von Kindern widmen. Auch die Aufgaben der Lehrkräfte im Kinderschutz
werden formuliert. Hierzu gehören unter anderem, dass sie bei Bekanntwerden gewichtiger
Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung die Situation mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen und ggf. den Personensorgeberechtigten erörtern und auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken (§ 4 KKG).
Die Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung ist kompliziert, benötigt viel Erfahrung und kann
gegebenenfalls emotional sehr belastend sein. Lehrkräfte haben Anspruch auf Beratung durch
eine im Kinderschutz erfahrene Fachkraft (§ 8b SGB VIII). In Berlin ist das Kinderschutz-Zentrum
von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft beauftragt, diesen Beratungsanspruch sicherzustellen. Lehrkräfte werden beraten:
bei der Einschätzung der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen
bei der Einbeziehung von Kindern und Eltern in die Gefährdungseinschätzung
welche Hilfe für die Familie geeignet ist, wann Sie das Jugendamt benachrichtigen
beim Umgang mit dem gefährdeten Kind bzw. Jugendlichen
bei der Vorbereitung von Gesprächen mit den Eltern und dem Kind bzw. Jugendlichen
bei der Kooperation mit anderen Institutionen.
2.13 Finanzielle Leistungen für einkommensschwache Familien15
Grundlage für Leistungen aus dem Bildungs- und
Teilhabepaket ist ein gültiger berlinpass-BuT. Dieser
wird bei der jeweiligen Leistungsstelle (Jobcenter,
Sozialamt, Wohngeldstelle, Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo)) beantragt. Eine detaillierte Übersicht zu aktuellen Leistungen (Mittagessen, persönlicher Schulbedarf, Lernförderung,
Fahrtkosten, Exkursionen etc.) und dem jeweiligen
Beantragungsverfahren finden sich unter:
http://www.berlin.de/sen/bjw/bildungspaket/.
Empfängerinnen und Empfänger des Schüler-BAföGs
haben nur in Einzelfällen
Anrecht auf Bildungs- und
Teilhabepaket-Leistungen
des Eigenanteils für Lernmittel
AsylbLG (Asylantrag),
BAföG-Leistungen,
Schülerinnen und Schüler in Vollzeitpflege,
sonstiger betreuter
Das Verfahren für die Ausstellung des berlinpassBuT wurde für geflüchtete Kinder vereinfacht: Dieser kann nach Vorlage des Bewilligungsbescheids
und der Aufenthaltsgestattung direkt von der
Schule ausgestellt werden. Die Leistung für den
persönlichen Schulbedarf wird in der zentralen
Leistungs-stelle für Asylbewerber zum Schuleintritt
des Kindes ausgezahlt (gegen Vorlage des berlinpass-BuT).
Nachweis über den Bezug
Zahlung des Eigenan- einer öffentlichen Leistung
teils für Lernmittel:
Der Nachweis (z.B. berlinSchulbücher, ergänpass-BuT) muss der Schulzende Druckschriften
leitung rechtzeitig (in der
sowie andere UnterRegel spätestens 4 Wochen
richtsmedien werden
vor Beginn der Sommerfeden Schülerinnen und rien) vorliegen.
Schülern unentgeltlich
Der Nachweis muss ergezur Verfügung geben, dass Anspruchsvostellt.
raussetzungen am 01.08.
Wird der Nachweis nicht
nach Beginn des Unterrichts nachgereicht, erlischt
Bei nachweislich unver-
15 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden auf Grundlage des Achten Sozialgesetzbuches - SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) umfassend betreut und versorgt, so dass für sie die anderen Sozialleistungen
regelmäßig nicht relevant werden.
schuldeter Fristüberschreitung kann die Schule Lernmittel bis zur Erbringung
des Nachweises leihweise
Härtefallregelung gemäß §
4 Absatz 4
Verzicht auf die Kostenbeteiligung der
Eltern zur Sicherstellung der (weiteren)
Härtefallregelung Mittagessen
Familien in akuter temporärer finanzieller Notlage mit
Kindern in Grundschulen im
subventionierten Bereich des
offenen und gebundenen
Befristete Minderung
Zahlung der Elternkostenbeiträge für
Antrag der Eltern. Die
Schulleiterin oder der
Schulleiter gibt ein Votum
für eine befristete Kostenübernahme ab. Ausgaben
werden den Bezirken anschließend in Höhe der
anfallenden Ist-Kosten bereitgestellt.
Die drei aufgeführten Leistungen stehen einkommensschwachen Familien zur Verfügung, deren
Kinder eine Berliner Schule besuchen (Lebensmittelpunkt in Berlin). Es gibt weitere Leistungen,
die von den Familien bei der jeweiligen Bewilligungsstelle (Jobcenter, Wohngeldstelle, Sozialamt, Leistungsstelle für Asylbewerber/LAGeSo) beantragt werden können.
2.14 Ferienschule
Die Sprache ist das wichtigste Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation. Sie bedingt
nicht nur soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe, sondern ist eine der entscheidenden Kompetenzen zum Wissenserwerb ganz besonders im schulischen Kontext.
Das Programm „Ferienschulen“ richtet sich an neuzugewanderte Kinder und Jugendliche, die
nur wenig oder gar kein Deutsch sprechen. Diese ergänzende Lernmöglichkeit findet außerhalb der Unterrichtszeit statt und hat die Entwicklung der individuellen Sprachkompetenzen
und somit auch die Stärkung des Selbstbewusstseins sowie die soziale Integration der Kinder und Jugendlichen zum Ziel.
Trägerin des Programms ist seit 2015 die „Deutsche Kinder und Jugendstiftung“ (DKJS), die
in Zusammenarbeit mit Trägern der freien Jugendhilfe und gemeinnützigen Vereinen dieses
Ferienangebot organisiert und durchführt. Die Ferienschulen sollen in enger Kooperation mit
den Schulen der Kinder und Jugendlichen durchgeführt werden.
(http://www.berlin.de/sen/bjw/fluechtlinge/schulische-integration/)
3 Qualifizierung von nicht schulpflichtigen Jugendlichen
3.1 Weiterführende Schulen
Auf Antrag wird von der Zeugnisanerkennungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft vor Aufnahme in eine Berliner Schule geprüft, welcher Bildungsstand
im Ausland erworben wurde und ob dieser mit einem Berliner Abschluss gleichwertig ist
(SenBildJugWiss, Referat II C, Fachgruppe Zeugnisanerkennung).
Hinweise zur Zeugnisanerkennungsstelle in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend
und Wissenschaft finden sich unter http://www.berlin.de/sen/bjw/anerkennung/.
Die Kontaktdaten und Sprechzeiten der Zeugnisanerkennungsstelle finden sich unter
http://www.berlin.de/sen/bjw/anerkennung/schulische-abschluesse/.
Die Aufnahme von nicht schulpflichtigen Jugendlichen in die Jahrgangsstufen 9 oder 10
kann nur in einer Schule mit freien Plätzen erfolgen,
− wenn gem. der Feststellung der Zeugnisanerkennungsstelle ein Bildungsstand gleichwertig mit der Jahrgangsstufe 8 bzw. 9 nachgewiesen wird und
− innerhalb der Höchstverweildauer von maximal sechs Jahren in der Sekundarstufe I ein
Abschluss, ein höherwertiger Abschluss oder die Berechtigung zum Übergang in die
gymnasiale Oberstufe erworben werden kann.
Über die zu besuchende Schulart und Jahrgangsstufe entscheidet die regionale Schulaufsicht; soweit möglich werden Wünsche der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern berücksichtigt. Die regionale Schulaufsicht empfiehlt gegebenenfalls in Frage kommende aufnahmefähige Schulen.
Aufnahme in die Sekundarstufe II - gymnasiale Oberstufe
− muss die oder der Jugendliche einen dem Mittleren Schulabschluss (MSA) gleichwertigen Abschluss nachweisen können (Prüfung durch Zeugnisanerkennungsstelle).
− muss über die aufnahmebereite Schule bei dem für Gymnasien zuständigen Referat
der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ein Antrag auf Genehmigung der Aufnahme gestellt werden. Hier wird geprüft, ob der nachgewiesene Bildungsstand nach den Regelungen des Landes Berlin zum Eintritt in die gymnasiale
Oberstufe berechtigt. Bei fehlender Gleichwertigkeit kann die Aufnahme in die Einführungsphase einer Integrierten Sekundarschule bzw. eines beruflichen Gymnasiums auf
Probe geprüft werden (analog zu Beurlaubungen für Auslandsaufenthalt).
− darf das 20. Lebensjahr bei Eintritt in die Einführungsphase noch nicht vollendet sein.
− kann gegebenenfalls die Muttersprache als 2. Fremdsprache anerkannt werden, wenn
durch Schulzeugnisse, ein entsprechendes Zertifikat oder eine durch die Senatsverwaltung
für Bildung durchzuführende Muttersprachenprüfung die erforderlichen Kenntnisse nachgewiesen werden. Der Antrag erfolgt bei der Senatsverwaltung für Bildung im Referat
3.2 Angebote an beruflichen Schulen
An beruflichen Schulen werden in Abstimmung mit den Schulträgern der bezirklichen und
der zentral verwalteten Schulen nach Bedarf Willkommensklassen gebildet. Darüber hinaus
nehmen berufliche Schulen Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, unter folgenden
Bedingungen auf:
− Schülerinnen und Schüler, die keinen Schulabschluss haben und nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen, sind berechtigt, einen Lehrgang in Teilzeit- oder
Vollzeitunterricht (Berufsqualifizierender Lehrgang - BQL) zu besuchen, der durch Erweiterung der Allgemeinbildung und Vermittlung von beruflichen Grundkenntnissen
die Voraussetzungen für die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung oder Tätigkeit
verbessern soll. Genaue Informationen zum Aufnahmeverfahren können über
www.wege-zum-beruf.de abgerufen werden.
− Jugendliche, die mindestens die erweiterte Berufsbildungsreife haben und keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, sind berechtigt die einjährige Berufsfachschule zu besuchen. Dort wird eine fachbezogene berufliche Grundbildung zur Vorbereitung auf eine
Berufsausbildung angeboten. Die Aufnahme erfolgt auf Grundlage einer Bewerbung
und ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Plätzen an der jeweiligen Schule.
− Jugendliche, die mindestens die Berufsbildungsreife haben und keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, sind berechtigt eine mehrjährige Berufsfachschule zu besuchen,
die zu einem schulischen Berufsabschluss oder zu einem Abschluss entsprechend dem
Berufsbildungsgesetz führt. Die Aufnahme erfolgt auf Grundlage einer Bewerbung und
ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Plätzen an der jeweiligen Schule.
In den drei genannten Bildungsgängen können auch höhere Schulabschlüsse erreicht werden.
In den mehrjährigen Berufsfachschulen besteht die Möglichkeit auch die Fachhochschulreife zu
Die Koordinierungsstelle der Oberstufenzentren, beruflichen und zentral verwalteten berät zu
den Angeboten der beruflichen Schulen (Kontaktdaten siehe Anhang).
3.3 Zweiter Bildungsweg
Das Land Berlin hält für alle, die einen Schulabschluss nachholen wollen, im Rahmen des
Zweiten Bildungsweges ein umfangreiches Angebot bereit. Für den nachträglichen Erwerb
der Berufsbildungsreife gibt es fünf Volkshochschulen und fünf Integrierte Sekundarschulen
(ISS), die Abendkurse bzw. einen Abendschulbetrieb anbieten. In einen Abendlehrgang kann
aufgenommen werden, wer nicht mehr der allgemeinen Schulpflicht unterliegt. Eine genaue
Übersicht der Kontaktdaten dieser Einrichtungen findet sich auf der Homepage der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft:
tages_abendlehrgaenge.pdf
Ergänzend zu den Abendlehrgängen gibt es speziell für Migrantinnen und Migranten oder
junge Mütter auch Tageslehrgänge. Die Aufnahme in einen Tageslehrgang ist frühestens
zwei Jahre nach dem Ende der allgemeinen Schulpflicht möglich. Bewerberinnen und Bewerber nichtdeutscher Herkunftssprache werden nur aufgenommen, wenn auf Grund einer
Sprachstandsfeststellung entsprechend § 15 Absatz 2 Satz 2 des Schulgesetzes angenommen
werden kann, dass sie die deutsche Sprache in Wort und Schrift so beherrschen, dass sie
dem Unterricht folgen können.
Mit Erwerb der Berufsbildungsreife kann über die Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges
auch die erweiterte Berufsbildungsreife und der mittlere Schulabschluss (MSA) erworben
Alle drei Abschlüsse können auch über die Nichtschülerprüfung erworben werden. Dieses
Angebot bietet die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft einmal im Jahr
für den mittleren Schulabschluss (MSA) bzw. zweimal im Jahr für die Berufsbildungsreife/
erweiterte Berufsbildungsreife an. Insgesamt an 10 Standorten werden diese Prüfungen abgenommen. Die Bewerberinnen und Bewerber nichtdeutscher Herkunftssprache, die kein
Abgangs- oder Abschlusszeugnis der Berliner Schule nachweisen können, müssen eine Erklärung abgeben, dass sie die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen.
Wie die Berufsbildungsreife, die erweiterte Berufsbildungsreife und der mittlere Schulabschluss ist auch das Abitur im Zweiten Bildungsweg zu erwerben, und zwar an fünf Kollegs
mit einem Tagesangebot und zwei Abendgymnasien sowie als Nichtschülerabitur mit externer Prüfung und als Begabtenabitur (Prüfung für besonders befähigte Berufstätige). Alle vier
Bildungsgänge sind an spezielle Voraussetzungen geknüpft: Für die Aufnahme an ein Kolleg
oder Abendgymnasium muss eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens
dreijährige Berufstätigkeit nachgewiesen werden, wobei Verschiedenes (z.B. Kindererziehungszeiten, Arbeitslosigkeit) auf die Zeiten der Berufstätigkeit angerechnet wird. Wer bereits den Abschluss einer zweiten Fremdsprache nachweisen kann, muss nur eine Fremdsprache bis zum Abitur belegen; dies gilt auch, wenn bei Bewerberinnen und Bewerbern
nichtdeutscher Herkunftssprache die Muttersprache als zweite Fremdsprache anerkannt wurde.
Die Zulassung zur Nichtschülerprüfung ist insbesondere an eine eigenständige Vorbereitung
sowie den Nachweis des Berliner Wohnsitzes geknüpft.
Auch auf die Begabtenprüfung muss man sich eigenständig vorbereiten. Voraussetzung für
eine Zulassung zu dieser Prüfung ist darüber hinaus in der Regel, dass die Bewerberin oder
der Bewerber im Anschluss an eine Berufsausbildung bereits fünf Jahre berufstätig war.
Die genauen Regelungen entnehmen Sie bitte den folgenden Links:
leitfaden_nachtraeglicher_erwerb.pdf, sowie unter:
http://gesetze.berlin.de/default.aspx?typ=reference&y=100&g=BlnZBWLGVO und
http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/rechtsvorschriften/ – Stichworte VO-KA oder
PrüfVO-Nichtschülerabitur.
Die Anmeldung an den Kollegs und Abendgymnasien erfolgt direkt bei der gewünschten
Einrichtung, Informationen erhalten Sie über das Schulporträt unter
https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/berliner-schulen/schulverzeichnis/– unter
„Schulart“ bitte nach Berlin-Kolleg, Volkshochschul-Kolleg oder Abend-Gymnasium suchen.
Allgemeine Informationen sowie die Antragsformulare und Merkblätter zu allen Nichtschülerprüfungen stehen auf folgender Internetseite zur Verfügung:
http://www.berlin.de/sen/bildung/lebenslanges-lernen/zweiter-bildungsweg/.
3.4 Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
Für Jugendliche, die keinen Platz in einer Berliner Schule erhalten können, stehen die Integrationskurse gemäß §§ 44 und 44a des Aufenthaltsgesetzes zur Verfügung. EU-Bürgerinnen
und -Bürger haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kann Antragssteller aber zum Integrationskurs zulassen, wenn diese noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besonders integrationsbedürftig sind und es freie Kursplätze gibt.
Konkretisiert wird die Teilnahmeberechtigung in der Integrationskursverordnung, die in § 5
ausführt, dass Migrantinnen und Migranten mit einem dauerhaften Aufenthaltsstatus, freizügigkeitsberechtigte Europäerinnen und Europäer und auch deutsche Staatsangehörige mit nicht
ausreichenden Sprachkenntnissen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuge28
lassen werden können. „Geduldete“ (ohne festen Aufenthaltstitel) können nicht am Integrationskurs teilnehmen.
Junge Migrantinnen und Migranten können nur teilnehmen, wenn sie nicht mehr schulpflichtig sind. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht in seiner Verwaltungspraxis von der allgemeinen Schulpflicht nach § 42 des Schulgesetzes aus und unterstellt bei
Anträgen auf Zulassung zum Integrationskurs ab einem Alter von 16 Jahren, dass die Antragsteller nicht mehr unter die allgemeine Schulpflicht fallen. Es existiert ein spezielles Konzept für Jugendintegrationskurse für junge Migrantinnen und Migranten.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterhält in ganz Deutschland Regionalstellen.
Dort kümmern sich Regionalkoordinatoren um die Integrationsarbeit, das Integrationskursverfahren und um die Beratung zu Integrationsangeboten vor Ort:
http://www.bamf.de/SiteGlobals/Functions/WebGIS/DE/WebGIS_Regionalstelle.html.
Der Jugendintegrationskurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
− nicht mehr schulpflichtig sind (siehe Erläuterung oben),
− das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
− den Besuch einer weiterführenden Schule oder die Aufnahme einer Ausbildung anstreben.
− Bildungssystem,
− Arbeitsmarkt,
− Berufsprofile,
− Gesundheitsvorsorge,
− Drogen- und Gewaltprävention,
− Freizeitgestaltung.
Alle Inhalte werden praxisorientiert und auch außerhalb des Klassenraumes vermittelt. Dazu
dient insbesondere eine Praxisphase gegen Ende des Kurses. Die selbstständige Arbeit in wechselnden Sozialformen (zum Beispiel Gruppen- und Einzelarbeit) und der Einsatz von modernen
Medien tragen zu einem lebendigen Unterricht bei. Das Konzept setzt auf eine Aktivierung der
Teilnehmenden unter Einbindung von Beratungsangeboten, zum Beispiel der Jugendmigrationsdienste.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge arbeitet mit zugelassenen Trägern zusammen.
Die oder der jeweilige Migrationsbeauftragte des Bezirks kann dazu konkrete Informationen
Die Jugendlichen benötigen bei der Anmeldung beim freien Träger die folgenden Unterlagen:
− EU-Bürger: Ausweis und ggf. Leistungsbescheid (siehe Erläuterung unten) und
− Drittstaatler: Ausweisdokument und Aufenthaltstitel.
Erläuterung zum Leistungsbescheid:
Teilnehmer, die Sozialleistungen nach dem Zweiten und Siebten Sozialgesetzbuch (SGB II und
SGB XII) beziehen, werden von den Kosten des Integrationskurses befreit. Darüber hinaus können Teilnehmer befreit werden, wenn der Eigenbeitrag (1,20 P pro Unterrichtseinheit) für sie
aus persönlichen und wirtschaftlichen Gründen eine unzumutbare Härte darstellen würde
(9 Absatz 2 Verordnung über die Durchführung von Integrationskursen für Ausländer und
Spätaussiedler (Integrationskursverordnung - IntV). Ein wirtschaftlicher Härtefall liegt vor, wenn
der/die Teilnehmende sonstige Nachweise über die finanzielle Bedürftigkeit vorlegen kann (zum
Beispiel durch den Bescheid über Wohngeld, BAföG, Kindergeldzuschlag, Bezüge nach Asylbewerberleistungsgesetz, Befreiung von Kindertagesstätten-Gebühren, Befreiung von Rundfunkbeiträgen, örtliches Sozialticket, Bezug von Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII).
3.5 Freie Träger
Für Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, nicht in eine Ausbildung oder Arbeit
integriert sind und/oder deren aufenthaltsrechtlicher Status eine andere Form der Integration
in Arbeit oder Ausbildung verhindert (Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge, etc.), bestehen
u. a. Angebote von den folgenden freien Trägern:
Koordination: Die Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration
Frau Johanna Boettcher (Tel.: 030/9017 2321)
Frau Ellahe Amir-Haeri (Tel.: 030/9017 2329)
E-Mail: bridge@intmig.berlin.de; Internet: www.integrationsbeauftragter-berlin.de
Bridge – das Berliner Netzwerk für Bleiberecht besteht aus vielen Kooperationspartnern mit
zahlreichen Angeboten für Migrantinnen und Migranten. Nähere Informationen unter
http://www.bridge-bleiberecht.de/index.php/Das-Netzwerk;8/1.
Sven Walter Institut der Gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildende
Integrierte Sprachförderung in der Berufsvorbereitung und -ausbildung (Modellprojekt an Berliner berufsbildenden Schulen - SPAS)
Handreichungen für den Unterricht mit Flüchtlingen an Schulen der beruflichen Bildung Berlin
Tel.: 030/6177640
Fax.:030/61776418
Ausbildungs- und Berufsinitiative zur Integration von geflüchteten Menschen in den Berliner
Schlesische Straße 13, 10997 Berlin
Tel.: 030 / 611 8042
Tel.: 030 / 61 79 29 0; Fax: 030 / 61 79 29 37
E-Mail: kontakt@bwk-berlin.de; Internet: www.bwk-berlin.de
Zentrum für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste/Behandlungszentrum für
Folteropfer e.V.
berufsvorbereitende Kurse, Beratung
Tel.: 030 / 30 39 06 -52/-53; Telefax: 030 / 30 61 43 71
E-Mail: info@migrationsdienste.org; Internet: www.migrationsdienste.org/
Schulische Ausbildung zum staatlich anerkannten Sozialassistent (Pflege)
E-Mail: pflege@migrationsdienste.org; Internet: www.pflege-lernen.org
Ansprechpartner und Telefonnummern zum Kinderschutz
Berliner HOTLINE KINDERSCHUTZ - Tel.: 030 / 61 00 66
Rund um die Uhr erreichbar - in deutscher, türkischer, arabischer und russischer Sprache
Die Hotline Kinderschutz steht allen Ratsuchenden, die sich Sorgen um eigene Kinder oder
Kinder aus anderen Familien machen, rund um die Uhr zur Verfügung. Gemeinsam mit dem
Anrufenden wird die Situation besprochen und die Gefährdung eingeschätzt. Sollte es Hinweise
geben, dass ein Minderjähriger akut gefährdet und ein sofortiges Handeln erforderlich ist,
nimmt das Jugendamt oder der Berliner Notdienst Kinderschutz unverzüglich persönlich Kontakt zur Familie auf.
Eine mehrsprachige Beratung - arabisch (montags), türkisch (mittwochs), russisch (freitags) wird
von 14:00 bis 22:00 Uhr in Kooperation mit dem Träger LebensWelt gGmbH – interkulturelle
Jugendhilfe angeboten. Auch Fachkräfte der Gesundheits- und der Kinder- und Jugendhilfe
sowie anderer Bereiche können dieses Beratungsangebot nutzen.
http://www.berliner-notdienst-kinderschutz.de/hotline_kinderschutz.html
http://www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kinderschutz/
Der Berliner Notdienst Kinderschutz ist eine sozialpädagogische Einrichtung. Zur Beratung und
Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen stehen folgende Dienste an jedem Tag und zu
jeder Uhrzeit zur Verfügung:
Kindernotdienst Tel.: 61 00 61
Jugendnotdienst Tel.: 61 00 62
Mädchennotdienst Tel.: 61 00 63
Kontakt- und Beratungsstelle (KuB), SleepIn Tel.: 61 00 68 00
Darüber hinaus nimmt der BNK außerhalb der Öffnungszeiten der Berliner Jugendämter stellvertretend die Aufgaben des Kinderschutzes wahr.
Krisendienst Kinderschutz der Jugendämter und Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD)
Der Krisendienst ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar.
90293-55555
90298-55555
90182-55555
90296-55555
90294-55555
90279-55555
90295-55555
90277-55555
90299-55555
90297-55555
In Zusammenarbeit mit freien Trägern ist in Berlin ein differenziertes Hilfeangebot entstanden,
um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Gefährdungssituationen zu gewährleisten und
Familien bei der Verhinderung von Gewalt zu unterstützen. So hat der Berliner Senat im Jahr
2007 mit dem „Konzept für ein Netzwerk Kinderschutz“ umfangreiche integrierte Maßnahmen
gemeinsam mit den Bezirken, freien Trägern und anderen Beteiligten auf den Weg gebracht
und umgesetzt. Die unterschiedlichen Hilfen umfassen Prävention und Beratung, Krisenintervention sowie weiterführende ambulante und stationäre Hilfen. Im Rahmen des bestehenden
„Netzwerk Kinderschutz“ arbeiten verschiedene spezialisierte Einrichtungen eng zusammen:
Kinderschutz-Zentrum Berlin e. V. bietet Eltern, Kindern und Jugendlichen bzw. Familien
und allen Personen, die sich um Kinder sorgen, sofortige Beratung (auch anonym) bei drohender oder bereits erfolgter Kindeswohlgefährdung. In Krisensituationen ist die vorübergehende
Aufnahme in die Kinderwohngruppe, nach Absprache mit dem zuständigen Jugendamt, möglich.
Angebote der Elternbildung (z. B. Elternabende, Elterngruppen, Eltern-Kind-Gruppen im Bereich
der Frühen Hilfen) sowie Fortbildung von Professionellen (insbesondere zu allen Fragen des
Schutzauftrags der Jugendhilfe) und fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit machen den präventiven Anteil der Beratungsarbeit aus. Darüber hinaus bietet das Kinderschutz-Zentrum für Professionelle Fachberatung zum Umgang mit Familien bei Misshandlung, sexuellem Missbrauch
und Vernachlässigung sowie zur Risikoeinschätzung der Gefährdung gemäß § 8a SGB VIII.
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Berlin e. V. bietet Beratung (auch anonym),
Krisenintervention und Hilfe für Eltern, Kinder, Angehörige oder Nachbarn bei Gewalt gegen
Kinder an. Pädagogische Fachkräfte können zur Einschätzung des Gefährdungsrisikos und zur
Planung der weiteren Handlungsschritte im konkreten Fall Fachberatungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus führt der Kinderschutzbund allgemeine Fortbildungen für Fachkräfte zum
Thema Umgang bei Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz nach § 8a SGB VIII durch. Neben
diesen Beratungen koordiniert der Deutsche Kinderschutzbund den berlinweiten Elternkurs
„Starke Eltern - Starke Kinder®“. Der Kurs vermittelt das anleitende Erziehungsmodell und unterstützt Eltern darin, den Familienalltag wieder entspannt und gewaltfrei zu machen.
Kind im Zentrum – Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gAG bietet betroffenen
Mädchen und Jungen und ihren Angehörigen und Bezugspersonen Beratung (auch anonym)
und Therapie zur Bearbeitung oder Bewältigung des sexuellen Missbrauchs und zum Umgang
mit Verdachtsfällen. Das Hilfeangebot richtet sich in Zusammenarbeit mit der Justiz auch an
Täter. Darüber hinaus bietet Kind im Zentrum für Professionelle und Institutionen fallbezogene
Fachberatungen (auch nach § 8a/b SGB VIII) an, führt Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen durch und macht fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit.
Wildwasser e. V. - Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen
bietet Mädchen und Angehörigen und Bezugspersonen Beratung zur Bearbeitung oder Bewältigung des sexuellen Missbrauchs und zum Umgang mit Verdachtsfällen. Darüber hinaus führt
Wildwasser e. V. fallbezogene Fachberatungen für Professionelle und Institutionen durch sowie
Informationsveranstaltungen und Fortbildungsangebote zur Aufklärung über sexuellen Missbrauch. Bei Bedarf können Mädchen in die Krisenwohnung aufgenommen werden. Wildwasser
e. V. bietet mädchenspezifische ambulante und stationäre Hilfen zur Erziehung an und ist am
Mädchennotdienst beteiligt.
neuhland e. V. ist eine Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Notlagen, wenn
Gefühle der Ausweglosigkeit oder Suizidgefahr bestehen. Bei Bedarf besteht die Aufnahmemöglichkeit in die Krisenwohnung. Im Rahmen der Präventionsarbeit zum Thema Suizidgefährdung
bietet neuhland e. V. Informationsveranstaltungen für Schulklassen, Gruppen von Studierenden
und Multiplikatoren sowie Projektarbeit in Schulen. Darüber hinaus führt neuhland e. V. Fortbildungen sowie Beratung und Supervision bei Suizidgefährdung von Jugendlichen für Fachkräfte aus anderen Einrichtungen und Diensten durch.
Strohhalm e. V. ist eine Fachstelle für Prävention von Gewalt und sexuellem Missbrauch an
Mädchen und Jungen und arbeitet beratend, fortbildend und erzieherisch mit Kindern und
Erwachsenen. Schwerpunkte der Arbeit sind
− Präventionsprogramme gegen sexuellen Missbrauch für Grundschulen und Kindertagesstätten unter Einbeziehung der pädagogischen Fachkräfte, Eltern und Kinder und die
− Beratung v a. für Fachkräfte zum Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern.
HILFE–FÜR–JUNGS e. V. bietet in der subway-Anlaufstelle Beratung und Hilfe für Jungen,
die unterwegs sind und „anschaffen“. Im Rahmen niedrigschwelliger Arbeit wird Hilfe bei Problemen mit Gewalterfahrung, bei Obdach- und Wohnungslosigkeit, mit Hygiene, sexuellen Praktiken und übertragbaren Krankheiten geboten.
Das Projekt „berliner jungs“ leistet Aufklärungs- und Beratungsarbeit bei außerfamiliärer Gewalt
gegen Jungen und dient dem Schutz von Jungen gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle
Ausbeutung, insbesondere im öffentlichen Raum. Das Projekt führt Präventionsveranstaltungen
für Jungen durch, arbeitet in Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und bietet Beratung für von Gewalt betroffenen Jungen und deren Erziehungsberechtigte. Darüber
hinaus bietet „berliner jungs“ Multiplikatorenschulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
kita.info@ba-mitte.berlin.de
Tel.: 9018-23233
Platznachweis Region Zentrum und Gesundbrunnen
Tel.: 9018-23342
Platznachweis Region Moabit und Wedding
Frau Zepke
Tel.: 9018-23375
Tel.: 9018-46130
Fax: 9018-45266
kjgd@ba-mitte.berlin.de
Tel.: 9018-33241
Fax: 9018-32306
Koordinierungsstelle des Bezirks für
Sprachförderzentrum Mitte (Grundschule)
Tel.: 9018-33452
koordinierungsstelle@gutzmannschule.de
Albert-Gutzmann-Schule (Oberschule)
Tel.: 46905930
Tel.: 40394922-61
Fax 40394922-60
01SPBZ@senbjw.berlin.de
Montag-Donnerstag 09:00-15:00 Uhr
Jugendamt/FamilienserviceBüro
Tel.: 90298-1414
familienservicebuero@ba-fk.berlin.de
Tel.: 90298-7342 oder 90298-2813
Fax: 90298-7337
kjgd@ba-fk.berlin.de
Tel.: 90298-4968
Fax: 90298-4970
Schul- und Sportamt Friedrichshain-Kreuzberg
Frau Sternekieker, Raum 2616
Tel.: 90298-4630
Doris.sternekieker@ba-fk.berlin.de
Frau Misch, Raum 5110
Tel.: 90298-3069
Fax: 90298-2918
marita.misch@senbjw.berlin.de
Tel.: 616717811
Fax: 616717805
02SPBZ@senbjw.berlin.de
Tel.: 90295-5128
kindertagesbetreuung@ba-pankow.berlin.de
Platznachweis:
cornelia.steinert@ba-pankow.berlin.de
Anmeldung Zimmer 104
Tel.: 90295-2894 /-2936
Fax: 90295-2938
kjgd@ba-pankow.berlin.de
Tel.: 90295-2830 /-2833
Fax: 90295-2930
Haus 7, Zimmer 123,
Tel.: 90295-6203
Fax: 90295- 5026
ramona.basting@senbjw.berlin.de
Tel.: 40500558
Fax: 40301338
03SPBZ@senbjw.berlin.de
Donnerstag 14:00-18:00 Uhr (nur mit Termin)
Montag-Mittwoch 13:00-14:30 Uhr
Tel.: 9029-15240
jug-kita-gutscheine@charlottenburg-wilmersdorf.de
Hohenzollerndamm 174/177, 10713 Berlin
Eingang Mansfelder Str. 16
Tel.: 9029-16444/-16577 /-16250/-16579
Fax: 9029-16245
kinder-und-jugensgesundheit@charlottenburg-wilmersdorf.de
Haubachstraße 45, 10585 Berlin
Tel.: 90298-18536
Fax: 90298-18535
Raum 408a (4. Etage)
Frau Gökcek, Tel.: 9029-14649, Fax: 9029-12929
cw253007@charlottenburg-wilmersdorf.de
Herr Junge, Tel.: 9029-12928, Fax: 9029-12929
cw@259991@charlottenburg-wilmersdorf.de
Schulbetreuung und Fortbildung
Frau Abraham: ishild.abraham@gmx.net
Frau Hecke: Barbara.Hecke@SenBJW.berlin.de
Tel.: 9029-25121
Fax: 9029 25128
klaerungsstelleSuSoD04@senbjw.berlin.de
Tel.: 9029-25150
Fax: 9029-25155
04SPBZ@senbjw.berlin.de
Für Fragen zum Rechtsanspruch:
Herr Sareika - JuBiKuS 3-7000
Tel.: 90279-2801
k.sareika@ba-spandau.berlin.de
Für Fragen Kita-Gutscheinverfahren:
Frau Kollath - JuBiKuS 3-4100
Tel.: 90279-2432
Aufgang A (Ruhlebener Str.), EG
Tel.: 90279-2254 /-2256 /-2658
Bitte erfragen Sie bei der Anmeldung, welche der folgenden Dienststelle zuständig ist:
Aufgang A (Ruhlebener Str.), EG, Zimmer 1/7
Fax: 90279-5504
ges1@ba-spandau.berlin.de
Goldbeckweg 29, 13599 Berlin, 2.OG
Tel.: 90279-8641
Fax: 90279-8650
b.jachmann@ba-spandau.berlin.de
Westerwaldstraße 20, 13593 Berlin
Tel.: 37104411
Fax: 37104426
ges1a3@web.de
Räcknitzer Steig 8-8a, 13593 Berlin
wilhelm.geilen@ba-spandau.berlin.de
Frau Dr. Gabriele Latzko
Klosterstraße 36,13581 Berlin
Tel.: 90279-2759
Fax: 90279-5505
Herr Wloczyk
Tel.: 90279-2235
Frau Altsohn, Raum 1008
Tel.: 90279-2804
Herr Obst, Raum 1012
Tel.: 90279-2539
Obst@SenBJW.berlin.de
Tel: 90279 5850/1
Fax: 90279 5865
05SPBZ@senbjw.berlin.de
Jugendamt/Fachdienst Kita/Hort
Postfach 14160 Berlin
Tel.: 90299-1550/ -4568
Gesundheitsamt, 14160 Berlin
Bereich Steglitz
Robert-Lück-Str. 5,12169 Berlin
Dienstag 15:00-16:30 Uhr
Ärztliche Anmeldung:
Tel.: 90299-3675 /-5735
jugendgesundheitsdienst@ba-sz.berlin.de
Tel.: 90299-3662 /-5774
kjgd-sozialdienst@ba-sz.berlin.de
Bereich Lichterfelde
Meractorweg 6, 12207 Berlin
Tel.: 90299-2841
Tel.: 90299-2842 /-2846
Bereich Lichterfelde/Lankwitz
Sonnenberger Weg 28, 12209 Berlin
Tel.: 90299-2862
Tel.: 90299-2863 /-2866
Bereich Zehlendorf-Nord
Potsdamer Straße 8, 14163 Berlin
Tel.: 90299-5747
Tel.: 90299-3664
Bereich Zehlendorf-Mitte und Dahlem
Tel.: 90299-5403
Tel.: 90299-5746
Bereich Zehlendorf-Süd, Nikolassee und Wannsee
Tel.: 90299-5082
Sozialpädagogisch für Zehlendorf-Süd:
Tel.: 90299-5081
Sozialpädagogisch für Nikolassee und Wannsee:
Tel.: 90299-6828
Königstraße 36, 14163 Berlin
Tel.: 90299-5842
Fax: 90299-6466
Kirchstraße 1-3, 14160 Berlin, Raum E1
Frau Herdic
Tel.: 90299-5192
koordinierungsstelle.landgraf@gmail.com
Dessauer straße 49-55, 12249 Berlin
Tel: 90299-2572
Fax: 90299-2602
06SPBZ@senbjw.berlin.de
Herr Mattner - JugTB 1
Tel.: 90277-2236
Geschäftsstelle für allgemeine Auskünfte:
Tel.: 90277-2308
KJGD Schöneberg I
Welserstraße 23, 10777 Berlin
Tel.: 90277-6129
Familientreffpunkt Schöneberg II
Tel.: 90277-6501 /-6799 /-6770
KJGD Mariendorf
Kaiserstr. 126, 12105 Berlin
Fax: 90277-7244
Dienstag 14:00-16:30 Uhr
KJGD Tempelhof
Tel.: 90277-2697 /-2125 /-2677
Lichtenrader Damm 198-212, EG, 12305 Berlin
Tel.: 90277-8126 /-8127 /-8128
Fax: 90277-8143
Lichtenrader Damm 198-212, 2. OG, 12305 Berlin
Tel.: 90277-4111 /-4112 /-4113
Fax: 90277-4110
Tel.: 90277-6900
Fax: 90277-8220
Frau Rupp, Zimmer 1027
Tel.: 90277-4709
in den Ferien nur mit Terminvereinbarung
Fax: 90277-6897
ute.rupp@ba-ts.berlin.de
(vorauss. bis Frühjahr 2016, danach anderer Standort) http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/
organisationseinheit/schule/anmeldungdeutsch.php
Tel: 90277-4374
Fax: 90277-6590
07SPBZ@senbjw.berlin.de
Tel.: 90239-2135
Fax.: 90239-3041
Tagesbetreuung@bezirksamt-neukoelln.de
Tel.: 6662-1110
Fax: 66461548
kjgd@bezirksamt-neukoelln.de
Böhmische Str. 39, 12055 Berlin
Tel.: 688748-0
Fax: 688748-50
Tel.: 6809-1242
Fax: 6809-1355
Frau Unruhe, Raum B 0.40
Tel.: 90239-2730
Fax: 90239-3605
gisela.unruhe@senbjw.berlin.de
Herr Haake, Tel.: 90239-2371
Herr Rininsland, Tel.: 90239-2817
Herr Heller, Tel.: 90239-4175
Tel.: 90239-2788
Fax: 6270-5900
08SPBZ@senbjw.berlin.de
Jugendamt/Kita-Gutschein/Hort (eFöB)
Zum Großen Windkanal 4, Haus 9, 12489 Berlin
Frau Roßdorf - Jug FS 7010
Tel.: 90297-5366
Fax: 90297-5229
tanja.rossdorf@ba-tk.berlin.de
Bereich Kita-Gutschein/eFöB:
Tel.: 90297-5329
Fax:90297-5229
JugKitaHort@ba-tk.berlin.de
Ortolfstr. 182-184, 12524 Berlin
Tel.: 90297-6703
Fax: 90297-6701
viola.seeliger@ba-tk.berlin.de
Tel.: 90297-4711
Fax: 90297-4737
Frau Müller, Raum 319a
Tel.: 90297-3260
09-klaerungsstelle@senbjw.berlin.de
Tel.: 65661230
Fax: 65661255
09SPBZ@senbjw.berlin.de
Tel.: 90293-4552
kita.hort@ba-mh.berlin.de
Tel.: 90293-3671 /-3827
Fax: 90293-3675
kjgd@ba-mh.berlin.de
Tel.: 90293-3691 /-3684
Fax: 90293-3699
Frau Klann, Raum 307
Tel.: 90293-2787
Beate.klann@ba-mh.berlin.de
Tel.: 9114867-0
Fax: 9114867-27
10SPBZ@senbjw.berlin.de
Tel.: 90296-6013
PLZ: 13051, 13053, 13055, 13057, 13059
Oberseestr. 98, 13503 Berlin
Tel.: 90296-4921
Fax: 90296-4929
Hannelore.Mueller@lichtenberg.berlin.de
PLZ: 10315, 10317, 10318, 10365, 10367
Tel.: 90296-4941
Fax: 90296-4949
Karin.Pape@lichtenberg.berlin.de
Alfred-Kowalke-Str. 24, 13315 Berlin
Tel.: 90296-4961
Fax: 90296-4969
Tel.: 90296-4954
Fax: 90296-4959
Große-Leege-Str. 103, 13055 Berlin, 4. Etage
Tel.: 90296-3820
Jenny.Marschlich@lichtenberg.berlin.de
Doberaner Straße 53, 13051 Berlin
Tel.: 90297-9040
Tel.: 515882711
Fax: 515882723
11SPBZ@senbjw.berlin.de
Tel.: 90294-6676 /-6733
tagesbetreuung-kinder@reinickendorf.berlin.de
Tel.: 90294-6396
Fax: 90294-5170
kindergesundheit@reinickendorf.berlin.de
Tel.: 90294-5043
Fax: 90294-5140
Abteilung Schule, Bildung und Kultur, 3. OG
Tel.: 90294-6200
Fax: 90294-4811
claudia.kraneis@reinickendorf.berlin.de
Tel.: 9029-44837
Fax: 9029-44840
12SPBZ@senbjw.berlin.de
Oberstufenzentren, berufliche und zentral verwaltete Schulen
Tel.: 9022-8818
Frau Rest: tatjana.rest@senbjw.berlin.de
Frau Bakalski: rosemaria.bakalski@senbjw.berlin.de
Tel.: 90228-847
Fax 90228-850
Berliner Kita-Gutschein - Anlaufstelle in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
Bei der SenBildJugWiss können Eltern ebenfalls allgemeine Informationen zum Berliner Kita-Gutscheinverfahren erhalten.
Fax: 90227-5530