Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VerfGH%20Bayern&Datum=19.12.2012&Aktenzeichen=5-VII-12
Timestamp: 2019-05-21 07:59:51
Document Index: 276125164

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 98', 'Art. 39']

VerfGH Bayern, 19.12.2012 - 5-VII-12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,39592
VerfGH Bayern, 19.12.2012 - 5-VII-12 (https://dejure.org/2012,39592)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 19.12.2012 - 5-VII-12 (https://dejure.org/2012,39592)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 19. Dezember 2012 - 5-VII-12 (https://dejure.org/2012,39592)
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Altersgrenze für die Wählbarkeit zum berufsmäßigen ersten Bürgermeister und zum Landrat
Unbegründete Popularklage gegen Altersgrenze für die Wählbarkeit berufsmäßiger Bürgermeister und Landräte
Vereinbarkeit der derzeit geltenden Fassung des Art. 39 Abs. 2 S. 2 GLKrWG mit der Bayrischen Verfassung bzgl. Wählbarkeit eines berufsmäßigen ersten Bürgermeisters und Landrats bei Vollendung des 65. Lebensjahres am Tag des Beginns der Amtszeit
Pensionsalter - Bayerns Bürgermeister mit 65 in den Ruhestand
sueddeutsche.de (Pressebericht, 19.12.2012)
Kritik am Urteil: Ungleichbehandlung
NVwZ 2013, 792
Da von einer zulässigen Popularklage ausgegangen wird, prüft der Verfassungsgerichtshof die angegriffenen Vorschriften anhand aller einschlägigen Normen der Bayerischen Verfassung, auch soweit diese - wie beispielsweise das Rechtsstaatsprinzip (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 BV) - keine Grundrechte verbürgen (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 19.12.2012).
Die Frage, ob das Europäische Unionsrecht wie Bundesrecht über Art. 3 Abs. 1 Satz 1 BV mittelbar Bedeutung erlangen kann, hat der Verfassungsgerichtshof bisher offengelassen (VerfGH 61, 130/139 m. w. N.; VerfGH vom 19.12.2012).
Ob im Rahmen von Art. 3 Abs. 1 Satz 1 BV auch unionsrechtliche Vorschriften zu prüfen sind, hat der Verfassungsgerichtshof bisher offen gelassen (vgl. VerfGH vom 19.12.2012 BayVBl 2013, 269/270;… vom 25.9.2015 BayVBl 2016, 81 Rn. 166;… vgl. auch Lindner in Lindner/Möstl/Wolff, Verfassung des Freistaates Bayern, Art. 3 Rn. 11 sowie in BayVBl 2009, 65).
Auch im Übrigen sei die Regelung mit der Bayerischen Verfassung vereinbar (vgl. BayVerfGH, BayVBl 2013, S. 269).
Es entspreche der Lebenserfahrung, dass die Gefahr einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit auch heute noch mit zunehmendem Alter größer werde (…vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 25. Juli 1997 - 2 BvR 1088/97 -, NVwZ 1997, S. 1207;… zur Zulässigkeit von Höchstaltersgrenzen für kommunale Wahlbeamte auch BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 26. August 1993 - 2 BvR 1439/93 -, LKV 1993, S. 423; BayVerfGHE 21, 83 ;… BayVerfGH, BayVBl 1984, S. 301 ;… RhPfVerfGH, NVwZ 2007, S. 1052; BayVerfGH, BayVBl 2013, S. 269).
Danach ist eine Popularklage nach Art. 98 Satz 4 der Bayerischen Verfassung dann unzulässig, wenn der Verfassungsgerichtshof die Verfassungsmäßigkeit einer landesrechtlichen Rechtsvorschrift festgestellt hat (…BayVerfGH, Entscheidung vom 26. Oktober 2009 - Vf. 16-VII-08 -, juris Rn. 23 m. w. N.;… vom 8. Oktober 2012 - Vf. 14-VII-07 -, juris Rn. 18; vom 19. Dezember 2012 - Vf. 5-VII-12 -, juris Rn. 32).
Die damals geltende Fassung des Art. 39 Abs. 2 Satz 2 GLKrWG, nach der zum berufsmäßigen ersten Bürgermeister und zum Landrat nicht gewählt werden kann, wer am Tag des Beginns der Amtszeit das 65. Lebensjahr vollendet hat, ist mit der Bayerischen Verfassung vereinbar (BayVerfGH, E.v. 19.12.2012 - Vf. 5-VII-12 - VerfGHE 65, 268).