Source: https://www.peterlang.com/view/9783653972368/xhtml/chapter001.xhtml
Timestamp: 2018-07-23 05:47:33
Document Index: 160123690

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 52', 'Art. 52', 'Art. 28', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 17', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 137', 'Art. 4', '§ 9', 'Art. 4', '§ 1', '§ 10', '§ 3', '§ 134', '§ 139', 'EuG', 'EuG', '§ 15', '§ 18', '§ 18', '§ 18', 'Art. 12', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 22', 'Art. 28', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'EuG', 'Art. 9', 'Art. 52', 'Art. 11', 'Art. 28', 'Art. 11', 'Art. 28', 'Art. 10', 'Art. 10', '§ 10', '§ 8', '§ 15', 'Art. 3', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 22', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 17']

A. Einleitung : Die kollektivarbeitsrechtlichen Bezüge des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes
A. Einleitung : Die ko...
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet und sanktioniert nicht nur Benachteiligungen individueller, sondern auch kollektiver Art. Der Autor untersucht die Anforderungen des AGG an kollektive Rechtsakte, insbesondere an Tarif- und Betriebsnormen, aber auch an Vereinbarungen des «Dritten Weges» im kirchlichen Arbeitsrecht. Weitere Schwerpunkte des Buches sind die Bestimmung der Rechtsfolgen benachteiligender kollektiver Rechtsakte sowie die Vereinbarkeit der insoweit einschlägigen Normen des AGG und der dem Gesetz zugrunde liegenden Unionsrichtlinien mit dem Unionsprimärrecht und der EMRK.
978-3-653-97236-8
https://doi.org/10.3726/978-3-653-05479-8
I. Generelle Wirkungs- und Regelungssystematik des AGG
II. Die Erstreckung des Anwendungsbereichs auf kollektive Vereinbarungen und Mitgliedschaft und Mitwirkung in Vereinigungen
III. Das Spannungsfeld zwischen dem Schutz vor Benachteiligung und Grundrechten
IV. Unionsrechtskonformität von kollektivarbeitsrechtlichen Teilen des AGG
V. Gang der Untersuchung
I. Begriff der Kollektivvereinbarung
a. Grundsätzliche unionsrechtliche Vorgaben
aa. Auslegung nach Wortlaut und Systematik des § 2 I Nr. 1 AGG
bb. Teleologische sowie unionsrechtskonforme Auslegung des § 2 I Nr. 1 AGG
cc. Historische Auslegung des § 2 I Nr. 1 AGG und Zwischenergebnis
aa. Die nationale Ebene
α. Sachlicher Anwendungsbereich
β. Zeitlicher Anwendungsbereich
αα. Die Negierung der Bezugnahme
ββ. Die Ansicht der Grundrechtskonstituierung
χχ. Die Ansicht als Grundrechtsschranke
ααα. Die Regelungskompetenzen der Union im Bereich des Tarifvertragsrechts
βββ. Schutzbereichskonstituierung oder Schrankensetzung durch nationales Recht?
αα. Urteil „Laval“
ββ. Urteil „Viking Line“
χχ. Urteil „Hennigs“
δδ. Urteil „Prigge“
εε. Zwischenergebnis
αα. Wortlaut des Art. 9 III S. 1 GG
ββ. Teleologische Auslegung des Art. 9 III S. 1 GG
χχ. Historische Auslegung des Art. 9 III S. 1 GG
ααα. Art. 9 III S. 2 GG
βββ. Art. 9 III S. 3 GG
δ. Zwischenergebnis
ccc. Eingriff in die Tarifautonomie?
αα. „Entsprechung“ von Chartarechten und Konventionsrechten
ββ. Verhältnis von Art. 52 III S. 1 GRC zu Art. 52 I GRC
αα. Die Entsprechungslisten der Chartaerläuterungen
ββ. Schutzbereichsvergleich von Art. 28 GRC und Art. 11 I EMRK
χ. Gesetzesvorbehalt
δ. Verfolgung eines legitimen Ziels
αα. Eignung
ββ. Erforderlichkeit
χχ. Angemessenheit
φ. Wesensgehalt
cc. Die Koalitionsfreiheit nach Art. 11 EMRK
aa. Schutz durch Art. 11 I EMRK
aaa. Der Wortlaut des Art. 28 GRC
α. Betriebsvereinbarungen im Recht der Europäischen Union
β. Betriebsvereinbarungen im deutschen Recht
cc. Eingriff in Art. 28 GRC und Rechtfertigung
aaa. Der Wortlaut des Art. 10 GRC
bbb. Historische Auslegung
α. Art. 9 I EMRK als entsprechendes Recht
β. Art. 17 I AEUV
αα. Schutz durch Art. 4 I, II GG oder durch Art. 9 III S. 1 GG?
ββ. Verhältnis von Art. 137 III S. 1 WRV zu Art. 4 I, II GG
δ. Zwischenergebnis zu B, II, 2, c, aa
aaa. Unionsrechtskonformität des § 9 AGG
α. Entstehungsgeschichte der RL 2000/78/EG
β. Systematische Auslegung des Art. 4 II der RL 2000/78/EG
ccc. Zwischenergebnis zu B, II, 2, c, bb
ddd. Andere Merkmale des § 1 AGG als das der Religion
d. Zwischenergebnis zu B, II
1. Möglichkeit der Verwirklichung durch kollektive Vereinbarungen
a. Tatbestandsausschließende Rechtfertigung
b. Gruppenabgrenzung beim Nachweis mittelbarer Benachteiligungen
a. Rechtfertigungstatbestand des § 10 AGG
aa. Die Rechtsprechung
2. § 3 II AGG
a. Wesentliche und entscheidende berufliche Anforderungen
b. Rechtmäßiger Zweck und Verhältnismäßigkeit
4. Zwischenergebnis zu B, IV
1. Unwirksamkeit der Vereinbarungen gemäß §§ 134 BGB, 7 I, II AGG
2. Komplettnichtigkeit gemäß § 139 BGB?
aa. Anpassung für die Vergangenheit
aaa. Die Rechtsprechung des EuGH zur Entgeltgleichheit
bbb. Rechtsprechung des EuGH zur Entgeltgleichheit als „allgemeines Prinzip“?
α. Anzahl der betroffenen Personen
β. Dotierungsrahmen
aa. Haftungsmilderung nur für Ansprüche gemäß § 15 II AGG?
bb. Bezugspunkt des arbeitgeberseitigen Handelns
aaa. Unmittelbare Einwirkung und unbillige Arbeitgeberhaftung
bbb. Eigenständige Umsetzungsverantwortung der Tarifvertragsparteien und „höhere Richtigkeitsgewähr“
dd. Innere Widersprüchlichkeit
aaa. Vorgaben der Richtlinien
bbb. Vorgaben der Rechtsprechung
aaa. Rechtsfolgenanforderungen der Richtlinien
bbb. Tatbestandsvoraussetzungen der Richtlinien
ccc. Zwischenergebnis
α. Immaterieller Schadensersatz
β. Materieller Schadensersatz
χ. Verhältnis von Arbeitgeberhaftung zur Haftung der Tarifvertragsparteien
δ. Haftungsverteilung zwischen den Tarifvertragsparteien
α. Ergebnisübertragung
αα. Straf- bzw. ordnungswidrigkeitenrechtliche Sanktionen
ββ. Verhältnismäßigkeit strafrechtlicher Sanktionen
ααα. Ungleichbehandlung von „wesentlich Gleichem“
βββ. Rechtfertigung der Ungleichbehandlung
χ. Verhältnis zu Haftung des Arbeitgebers
1. Vereinigungen des § 18 I Nr. 1 und Nr. 2, 1. Alt. AGG
2. Vereinigungen des § 18 I Nr. 2, 2. Alt. AGG
1. Entsprechende Anwendung
2. Kontrahierungszwang des § 18 II AGG
1. Grundlegendes Interesse am Erwerb der Mitgliedschaft
a. Problematik und Lösungsansatz der Literatur
b. Übertragung der bisherigen Rechtsprechung
a. Einschlägige Grundrechte
aa. „Klassische“ Koalitionen
bb. Betriebsräte
a. Schranken der Art. 12 I GRC
b. Gesetzesvorbehalt und legitimer Zweck
c. Verhältnismäßigkeit des Eingriffs
d. Wesensgehalt
1. § 17 I AGG eine „lex imperfecta“?
2. Obliegenheiten in § 17 I AGG
1. Tatbestand des § 17 II AGG
a. Beweislast und Anwendung des § 22 AGG
2. Die unionsrechtliche Ebene
II. Das grundsätzliche Spannungsfeld von Betriebsautonomie und der Schutz vor Benachteiligungen
III. Das Spannungsfeld von Benachteiligungsschutz und anderen Grundrechten als Art. 28 GRC
IV. Tarifautonomie und Rechtfertigung von Benachteiligungen
V. Rechtsfolgen von Benachteiligungen in kollektiven Vereinbarungen
Am 16.8.2006 trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz1 nach langer Debatte und kurz vor dem Verstreichen der bereits verlängerten Umsetzungsfrist in Kraft. Ziel des Gesetzes welches auf 4 EG-Richtlinien beruht, ist die Verhinderung, Beseitigung und Sanktion von Benachteiligungen auf Grund eines oder mehrerer in § 1 AGG genannte Merkmale im Bereich des Arbeitsrechts.2 Von § 1 AGG besonders geschützte Merkmale sind die der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, der Weltanschauung, der Behinderung, des Alters sowie die sexuelle Identität von Menschen.3
Das AGG bedient sich einer differenzierten, wenn auch im Detail manchmal komplizierten und unübersichtlichen Wirkungssystematik. Wie bereits erwähnt gibt der Gesetzgeber in § 1 AGG das Gesetzesziel vor.
B. Kollektivvereinbarungen im Anwendungsbereich des AGG
II. Die Unzulässigkeit von Benachteiligungen durch kollektivrechtliche Vereinbarungen
1. Unionsrechtliche Vorgaben und Umsetzung durch das AGG
b. Umsetzung in das deutsche Recht
2. Kollektive Vereinbarungen im Anwendungsbereich des AGG eine Kollision mit Grundrechten?
a. Unzulässiger Eingriff in die Koalitionsfreiheit?
bb. Die Koalitionsfreiheit gemäß Art. 28 GRC
aaa. Anwendungsbereich der Grundrechtscharta
bbb. Tarifverträge im Schutzbereich von Art. 28 GRC?
α. Genuin unionsrechtliche Prägung vs. nationalrechtliche Prägung des Schutzbereichs des Art. 28 GRC
δδ. Eigene Stellungnahme
β. Überprüfung an Hand der Rechtsprechung des EuGH
χ. Schutz der Tarifautonomie nach den deutschen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten
δδ. Systematische Auslegung des Art. 9 III S. 1 GG
ddd. Rechtfertigung des Eingriffs?
α. Art. 52 III S. 1 i.V.m. Art. 11 II EMRK vorrangige Schrankenregelung?
β. Entsprechen sich Art. 28 GRC und Art. 11 EMRK?
ε. Verhältnismäßigkeit
b. Unzulässiger Grundrechtseingriff durch Erstreckung des AGG auf Betriebsvereinbarungen?
bb. Schutz durch Art. 28 GRC
bbb. Systematische Auslegung
c. Unzulässiger Eingriff in die Religionsfreiheit?
aa. Schutzbereich des Art. 10 GRC
ccc. Systematische Auslegung
χ. Schutz der Selbstverwaltungsautonomie der Religionsgesellschaften in Deutschland
bb. Eingriff in Art. 10 GRC
bbb. Primärrechtskonforme Auslegung der RL 2000/78/EG
III. Der Tatbestand der Benachteiligung
2. Unmittelbare und mittelbare Benachteiligung
IV. Rechtfertigung von Benachteiligungen
1. § 10 AGG
b. Das „objektiv“ legitime Ziel und die Verhältnismäßigkeit der Mittel
3. § 8 AGG
V. Rechtsfolgen von Benachteiligungen auf Grund kollektivrechtlicher Vereinbarungen
3. Die Nichtnormierung weitergehender Folgen für den Vertragsinhalt
a. Automatische Anpassung nach oben oder nach unten?
bb. Anpassung für die Zukunft
ccc. Grenzen der Anpassung nach oben
a. Die Sanktionsmilderung gemäß § 15 III AGG
cc. Gesetzgeberische Intention
ee. Unionsrechtskonformität
b. Schadensersatzpflichten der Tarifvertragsparteien und Betriebspartner
aa. Untersuchung des einschlägigen Unionsrechts
bb. Folgen des unionsrechtlichen Erfordernisses einer Sanktion der Sozial- und Betriebspartner
aaa. Die Tarifvertragsparteien
bbb. Die Betriebspartner
β. Anderweitige Sanktionen
χχ. Vereinbarkeit mit Art. 3 I GG
C. Die Ausdehnung des Anwendungsbereichs des AGG auf die Mitgliedschaft und Mitwirkung in Vereinigungen gemäß § 18 I, II AGG
I. Vereinigungen i.S.d. § 18 I AGG
II. Entsprechende Anwendung und § 18 II AGG
III. Unionsrechtliche Vorgaben und unionsrechtskonforme Umsetzung
2. Entsprechende Anwendung des § 22 AGG
IV. Grundrechtskonformität des Kontrahierungszwanges in § 18 II AGG
b. Eröffnung des Schutzbereichs
D. Die soziale Verantwortung der Beteiligten gemäß § 17 AGG
I. Aufruf zur sozialen Verantwortung, § 17 I AGG
II. Antragsrecht gemäß § 17 II AGG
E. Gesamtzusammenfassung der wesentlichen Untersuchungsergebnisse
I. Das grundsätzliche Spannungsfeld von Tarifautonomie und der Schutz vor Benachteiligungen