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Timestamp: 2016-09-29 23:48:09
Document Index: 216327245

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'Art. 83', 'Art. 17', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 86', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 15', 'Art. 17', 'Art. 62', 'Art. 6', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 96', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 8', 'BGE', 'in fine', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 62', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 3', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 66', 'Art. 68']

2D_74/2015 (28.04.2016)
2D_74/2015 � � Urteil vom 28. April 2016
des Kantons Basel-Stadt.
Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht
vom 20. November 2015.
A.a.�A.________ (geb. 1979) stammt aus Nigeria. Er ersuchte im Oktober 2002 unter falscher Identit�t (B.________, geb. 1. Januar 1985 bzw. 13. Oktober 1985) in der Schweiz erfolglos um Asyl. Am 15. November 2005 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung, nachdem er am 1. November 2005 eine Schweizer B�rgerin (geb. 1979) geheiratet hatte. Die Ehe wurde am 27. August 2007 geschieden, worauf das Migrationsamt Basel-Stadt es am 3. Dezember 2009 ablehnte, die Bewilligung von A.________ zu verl�ngern; es hielt ihn an, das Land auf den Zeitpunkt seiner Entlassung aus dem Strafvollzug hin zu verlassen. Das Bundesgericht stellte am 4. Oktober 2010 fest, dass die kantonalen Beh�rden davon absehen durften, die entzogene aufschiebende Wirkung der hiergegen eingereichten Eingaben wiederherzustellen (Urteil 2C_517/2010). Die Verf�gung vom 3. Dezember 2009 erwuchs in Rechtskraft, ohne dass A.________ in seine Heimat zur�ckgekehrt w�re. Am 12. November 2010 wurde ihm ein bis zum 11. November 2019 g�ltiges Einreiseverbot auferlegt.
A.b.�A.________ ist in der Schweiz wiederholt straff�llig geworden (vgl. den Sachverhalt des Urteils 2C_517/2010 vom 4. Oktober 2010). Vom 7. Mai 2009 bis 6. November 2010 befand er sich gest�tzt auf eine Gesamtstrafe von 3 � Jahren Freiheitsentzug wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz im Strafvollzug (Verkauf und Import von insgesamt �ber einem Kilogramm Kokaingemisch in hierarchisch "gehobener" Stellung, Umsatz von rund Fr. 102'664.--, mehrfache Geldw�scherei, Hinderung einer Amtshandlung usw.). Die f�r den 11. November 2010 organisierte Ausreise nach Nigeria trat A.________ nicht an; er hielt sich in der Folge teilweise illegal in Frankreich auf.
B.a.�Nach seiner R�ckkehr in die Schweiz verletzte sich A.________ bei der Flucht vor der Polizei am 22. November 2011 am Knie. Die medizinischen Abkl�rungen ergaben, dass er an einem (Knie-) Tumor litt. Das Migrationsamt Basel-Stadt setzte den Wegweisungsvollzug deshalb vor�bergehend aus. Im Juni 2014 wurde die Behandlung medizinisch f�r abgeschlossen erkl�rt (zwei Operationen [13. Dezember 2011 und 25. Juni 2013] und zahlreiche Physiotherapiesitzungen). Am 13. September 2014 hielt das Migrationsamt A.________ an, das Land nunmehr zu verlassen; es erkl�rte seine Anordnung als sofort vollstreckbar und nahm A.________ in Ausschaffungshaft. Die gegen die sofortige Wegweisung gerichteten kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg. Mit Urteil vom 20. November 2015 best�tigte das Appellationsgericht Basel-Stadt als Verwaltungsgericht (im weiteren: Verwaltungsgericht) die entsprechende Anordnung. Es begr�ndete seinen Entscheid mit der wiederholten Straff�lligkeit, der problematischen finanziellen Lage sowie der ungen�genden Integration von A.________. Der Vollzug der Wegweisung vom 3. Dezember 2009 sei - so die Vorinstanz - wegen seiner gesundheitlichen Probleme vor�bergehend aufgeschoben worden; es sei indessen allen Beteiligten immer bewusst gewesen, dass er nach Ablauf des Aufschubs das Land w�rde verlassen m�ssen.
B.b.�Am 16. Juni 2014 heiratete A.________ seine in der Schweiz niederlassungsberechtigte ghanaische Lebenspartnerin. Aus der Beziehung gingen zwei Kinder (geb. 2008 und 2015) hervor. Am 25. Juni 2014 ersuchte die Gattin von A.________ das Migrationsamt Basel-Stadt darum, ihrem Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu erteilen, was dieses wegen dessen Straff�lligkeit und der Sozialhilfeabh�ngigkeit der Familie am 20. Oktober 2014 ablehnte. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt best�tigte die entsprechende Verf�gung mit analoger Begr�ndung am 10. September 2015. Das Rekursverfahren um den Familiennachzug ist beim Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt derzeit noch h�ngig. Der Einzelrichter f�r Zwangsmassnahmen im Ausl�nderrecht am Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt entliess A.________ mit Blick auf das Nachzugsverfahren am 29. Oktober 2014 aus der Ausschaffungshaft. A.________ wurde ab dem 31. Oktober 2014 eine "Anwesenheitsbest�tigung" ausgestellt, welche bescheinigt, dass sein Bewilligungsverfahren noch h�ngig ist und er sich w�hrend dessen Dauer "vorl�ufig" in Basel aufhalten darf. Das Papier wurde letztmals bis zum 12. Mai 2016 verl�ngert. Nach eigenen Angaben will A.________ seit der Haftentlassung bei seiner Familie gelebt haben.
C.a.�A.________ beantragt vor Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. November 2015 vollumf�nglich aufzuheben und auf seine Wegweisung zu verzichten. Das Verwaltungsgericht habe urspr�nglich das Wegweisungsverfahren sistiert, um dieses mit dem Verfahren betreffend Familiennachzug zu koordinieren; die entsprechende Verf�gung sei nach dem Entscheid des Departements im Nachzugsverfahren am 17. September 2015 aufgehoben worden, ohne dass ihm das rechtliche Geh�r dazu gew�hrt worden w�re. Der Sachverhalt sei ungen�gend bzw. fehlerhaft festgestellt. Er habe - so A.________ weiter - ein Recht auf den Familiennachzug, da dessen Verweigerung seinen Anspruch auf Schutz des Privat- und Familienlebens sowie das Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung missachte. Das Staatssekretariat f�r Migration, das Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt beantragen, die Beschwerde abzuweisen bzw. abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
C.b.�Der Abteilungspr�sident hat der Beschwerde am 4. Februar 2016 antragsgem�ss aufschiebende Wirkung beigelegt.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts unzul�ssig, welche Bewilligungen betreffen, auf die weder das Bundes- noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG), sowie gegen die�
Wegweisung�(Art. 83 lit. c Ziff. 4 BGG). Gegen den Entscheid, den Ausgang eines allf�lligen Bewilligungsverfahrens nicht in der Schweiz abwarten zu d�rfen (Art. 17 Abs. 2 AuG [SR 142.20]), ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegeben, falls in vertretbarer Weise ein potenzieller Anspruch auf die beantragte Bewilligung geltend gemacht werden kann (vgl. die Urteile 2C_76/2013 vom 23. Mai 2013 E. 1; 2C_117/2012 vom 11. Juni 2012 E. 1.1; 2C_483/2009 vom 18. September 2009 E. 2; 2D_98/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 1).
1.2.�Wird dem Betroffenen - wie hier - nach einem rechtskr�ftig abgeschlossenen Verfahren ein kantonaler Wegweisungsentscheid (nachtr�glich) selbst�ndig er�ffnet (Art. 64 i.V.m. Art. 64d Abs. 2 AuG), steht gegen diesen nur die subsidi�re Verfassungsbeschwerde (Art. 113 BGG) offen (BGE 137 II 305 E. 1). Das Bundesgericht pr�ft den entsprechenden Entscheid und die geltend gemachten Vollzugshindernisse ausschliesslich darauf hin, ob verfassungsm�ssige Rechte verletzt sind (BGE 137 II 305 ff.). Der Betroffene muss in sachbezogener Auseinandersetzung mit den Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid im Einzelnen dartun, dass und inwiefern dies der Fall ist; auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid geht das Bundesgericht nicht weiter ein (Art. 106 Abs. 2 BGG; "qualifizierte R�gepflicht"; vgl. BGE 137 II 305 E. 3.3 S. 311; 136 I 229 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil 2C_532/2015 vom 23. Dezember 2015 E. 1.3).
1.3.�Nicht zu pr�fen sind im Folgenden s�mtliche Vorbringen, welche die Sache selber betreffen, d.h. den noch nicht definitiv entschiedenen Familiennachzug als solchen, soweit sie in keinem unmittelbaren Zusammenhang zur vor Bundesgericht einzig Streitgegenstand bildenden sofortigen Wegweisung stehen (BGE 136 II 457 E. 4.2 S. 463; 133 II 35 E. 2 S. 38; Urteil 2C_961/2013 vom 29. April 2014 E. 3.3) :
1.3.1.�Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdef�hrers ist am 3. Dezember 2009 rechtskr�ftig nicht verl�ngert und er angehalten worden, das Land zu verlassen. Aus R�cksichtnahme auf seinen Gesundheitszustand schob das Migrationsamt den Vollzug der Wegweisung wiederholt auf; dabei wies es den Beschwerdef�hrer immer wieder daraufhin, dass dies nichts daran �ndere, dass er das Land danach verlassen m�sse. Der Beschwerdef�hrer seinerseits best�tigte wiederholt, sich dessen bewusst und zur Heimkehr bereit zu sein, jedoch hier zuvor noch seine Knieprobleme behandeln lassen zu wollen. Nachdem die medizinische Betreuung als weitgehend abgeschlossen gelten konnte, best�tigte das Migrationsamt am 13. September 2014, dass er nunmehr auszureisen habe; wegen seiner wiederholten Straff�lligkeit (insbesondere als Drogenh�ndler) stelle er eine Gefahr f�r die �ffentliche Sicherheit und Ordnung dar.
1.3.2.�Parallel hierzu ersuchte die Gattin des Beschwerdef�hrers am 25. Juni 2014 das Migrationsamt darum, diesem den Familiennachzug zu ihr und den gemeinsamen Kindern zu gestatten (Art. 43 AuG). Dabei handelte es sich um ein�
neues�Verfahren, das sachverhaltsm�ssig und rechtlich auf einer anderen Grundlage beruht (vgl. die Urteile 2C_1224/2013 vom 12. Dezember 2014 E. 4.2; 2C_876/2013 vom 18. November 2013 E. 3.1 und 3.7 mit Hinweisen). Das Beschwerdeverfahren gegen den entsprechenden negativen Rekursentscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt vom 10. September 2015 ist derzeit beim Verwaltungsgericht h�ngig. Soweit der Beschwerdef�hrer diesbez�glich verschiedene formell- wie materiellrechtliche R�gen erhebt, er etwa geltend macht, mit der Bewilligungsverweigerung werde in unzul�ssiger Weise in sein Recht auf Familien- und Privatleben eingegriffen (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK), verkennt er, dass insofern noch kein definitiver kantonaler Endentscheid vorliegt, der beim Bundesgericht angefochten werden k�nnte (vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Auch wenn die Vorinstanz die verschiedenen Fragen nicht deutlich auseinander gehalten hat, kann das Bundesgericht nicht unter Verk�rzung des Instanzenzugs direkt in der Sache selber entscheiden und damit das noch ausstehende Sachurteil der kantonalen richterlichen Beh�rde vorwegnehmen.
Das Bundesgericht hat - im Rahmen der hinreichend begr�ndeten R�gen - vorliegend einzig zu pr�fen, ob der Wegweisungsentscheid (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. a und Art. 64d Abs. 2 lit. a AuG) bzw. die implizit damit verbundene Anordnung, den Ausgang des Bewilligungsverfahrens im Ausland abwarten zu m�ssen (vgl. Art. 17 AuG), sich als verfassungswidrig erweist oder nicht.
2.1.�Nach Art. 17 AuG haben Ausl�nderinnen und Ausl�nder, die f�r einen vor�bergehenden Aufenthalt rechtm�ssig eingereist sind und die���nachtr�glich eine Bewilligung f�r einen dauerhaften Aufenthalt beantragen, den Entscheid im Ausland abzuwarten (Abs. 1). Dies gilt auch f�r illegal Anwesende, die ihren Aufenthalt nachtr�glich durch ein entsprechendes Bewilligungsgesuch legalisieren wollen (vgl. BGE 139 I 37 E. 2.1 S. 40). W�hrend der bundesr�tliche Entwurf in Art. 15 noch den Begriff "voraussichtlich" verwendete, hat der Gesetzgeber die Formulierung versch�rft: Nach Art. 17 Abs. 2 AuG (prozeduraler Aufenthalt) kann die zust�ndige kantonale Beh�rde den Aufenthalt w�hrend des Verfahrens nur gestatten, wenn die Zulassungsvoraussetzungen�
offensichtlicherf�llt sind. Hiervon ist auszugehen, falls die eingereichten Unterlagen einen gesetzlichen oder v�lkerrechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen, keine Widerrufsgr�nde bestehen (Art. 62 AuG) und die betroffene Person ihren Mitwirkungspflichten nachgekommen ist (vgl. Art. 6 Abs. 1 VZAE [SR 142.201]).
2.2.�Ziel des prozeduralen Aufenthalts ist, die grunds�tzliche Ausreisepflicht nach Art. 17 Abs. 1 AuG dann zu mildern, wenn sie keinen Sinn macht, weil vermutlich die Bewilligung zu erteilen sein wird (BGE 139 I 37 E. 3.4.4 S. 46; MARC SPESCHA, in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 17 AuG). Ob diese offensichtlich gew�hrt werden kann, ist in einer summarischen W�rdigung der Erfolgsaussichten (sog. "Hauptsachenprognose") zu beurteilen, wie dies bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen regelm�ssig der Fall ist (BGE 139 I 37 E. 2.2 S. 40). Die Pflicht, nach Art. 17 AuG den Bewilligungsentscheid im Ausland abwarten zu m�ssen, ist dabei grundrechtskonform zu konkretisieren (BGE 139 I 37 E. 2.2 S. 41). Wenn Art. 17 Abs. 2 AuG verlangt, dass die Zulassungsvoraussetzungen offensichtlich erf�llt sein m�ssen, ist der betroffenen Person die Anwesenheit im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK bereits dann zu gestatten, wenn die Chancen, dass die Bewilligung zu gew�hren sein wird, bedeutend h�her einzustufen sind als jene, sie verweigern zu m�ssen (BGE 139 I 37 E. 4.1 S. 49; Urteil 2C_76/2013 vom 23. Mai 2013 E. 2.3.2). Die Bewilligungsbeh�rde ist dabei nicht verpflichtet, bereits vertiefte Abkl�rungen vorzunehmen; umgekehrt darf sie aber auch nicht schematisch entscheiden und im Rahmen von Art. 96 AuG die ihr bekannten Umst�nde des Einzelfalls �bergehen. Bei Bewilligungen, auf deren Erteilung ein Anspruch besteht, bedarf es hinreichender konkreter Indizien f�r das Vorliegen von Verweigerungsgr�nden, um das Erf�llen der Zulassungsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AuG verneinen zu k�nnen; vage, nicht konkretisierte Annahmen gen�gen hierzu nicht (BGE 139 I 37 E. 4.2 S. 49 f.; Urteil 2C_76/2013 vom 23. Mai 2013 E. 2.3.2; vgl. SPESCHA, a.a.O., N. 3a zu Art. 17 AuG).
2.3.�Aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV ergibt sich weder ein Recht auf���Einreise oder Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch auf Wahl des f�r das partnerschaftliche Zusammenleben am geeignetsten erscheinenden Orts (vgl. das Urteil 2C_581/2014 vom 12. August 2014 E. 2.2 mit Hinweisen). Es l�sst sich daraus grunds�tzlich auch kein Anspruch darauf ableiten, den Ausgang eines ausl�nderrechtlichen Bewilligungs- oder Rechtsmittelverfahrens - entgegen der Grundsatzregelung in Art. 17 Abs. 1 AuG - im Land abwarten zu d�rfen (BGE 139 I 37 E. 3.5.1 S. 47; Urteile 2C_483/2009 vom 18. September 2009 E. 4.2 S. 8 unten; 2C_476/2009 vom 3. August 2009 E. 2; 2C_11/2008 vom 21. Juni 2007 E. 2.3.3). Dennoch sind beim Bestehen eines potenziellen Bewilligungsanspruchs konkrete �ffentliche Interessen erforderlich (Indizien f�r Scheinehe, Straff�lligkeit, bestehende Sozialhilfeabh�ngigkeit usw.), um im Rahmen einer verfassungs- bzw. konventionskonformen Anwendung von Art. 17 AuG die betroffene ausl�ndische Person zu verpflichten, den Ausgang des Bewilligungsverfahrens im Ausland abzuwarten; ein negativer Zwischenentscheid verstiesse andernfalls gegen das Verh�ltnism�ssigkeitsgebot (Art. 5 Abs. 2 BV: Erforderlichkeit und �bermassverbot im Hinblick auf das durch die Massnahme verfolgte �ffentliche Interesse), den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) sowie die im Rahmen von Art. 8 EMRK bzw. 13 BV gebotene Interessenabw�gung (vgl. BGE 139 I 37 E. 3.5 S. 47 ff.; Urteil 2C_76/2013 vom 23. Mai 2013 E. 2.2.3 in fine und E. 2.2.4).
2.4.�Der Beschwerdef�hrer vertieft diese Fragen in seiner Beschwerde nicht weiter, sondern argumentiert vorab in der Sache selber bez�glich des im Kanton noch h�ngigen Nachzugsverfahrens. Er tut nicht dar, inwiefern die Annahme, dass er die Schweiz im Sinne des Grundsatzes von Art. 17 AuG verlassen muss, da er die Zulassungsvoraussetzungen derzeit nicht�
offensichtlicherf�llt, willk�rlich w�re, d.h. mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Versehen beruhen w�rde bzw. sich anderweitig sachlich in keiner Weise rechtfertigen liesse (vgl. BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398; Urteil 2C_532/2015 vom 23. Dezember 2015 E. 1). Der Beschwerdef�hrer wurde in der Schweiz wiederholt straff�llig und dies teilweise noch w�hrend einer laufenden Bew�hrungsfrist (2004: einfache K�rperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beh�rden und Beamte [f�nf Monate Freiheitsentzug bedingt], Missachten von Zwangsmassnahmen, Geldw�scherei usw.). Am 7. Mai 2009 ist er unter anderem der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, der mehrfachen Geldw�scherei und der Hinderung einer Amtshandlung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 3 � Jahren verurteilt worden, wobei ihn ausl�nder- wie strafrechtlich ein relativ schweres Verschulden traf. Die Beziehung zu seiner neuen Partnerin und dem gemeinsamen Sohn haben ihn 2008 nicht davon abhalten k�nnen, in gravierender Weise gegen die hiesige Rechtsordnung zu verstossen; im �brigen sind er und seine Familie seit Jahren f�rsorge- bzw. nothilfeabh�ngig (vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 62 lit. e AuG; die Ehefrau mit Kind am 15. September 2014 im Umfang von Fr. 217'339.70; der Beschwerdef�hrer zum selben Zeitpunkt in einem solchen von Fr. 40'448.--). Die bundesgerichtliche Praxis geht schliesslich bei k�rzerem (legalem) Aufenthalt davon aus, dass bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von �ber zwei Jahren (als Richtwert) eine aufenthaltsbeendende Massnahme auch dann zul�ssig sein kann, wenn dem Ehegatten die Ausreise nicht oder nur schwer zumutbar erscheint (Urteil 2C_519/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2 - 3.7 ["Reneja"-Praxis: BGE 139 I 145 E. 2.3 S. 148 f.; 135 II 477 E. 4.4 S. 482 f.; 130 II 176 E. 4.1; 110 Ib 201 ff.]).
2.5.�Der vorliegende Fall kann nicht mit dem prozeduralen Aufenthalt verglichen werden, der in BGE 139 I 37 ff. zu beurteilen war, da dort - anders als hier - weder eine wiederholte Straff�lligkeit, noch eine Bed�rftigkeit der Familie zur Diskussion standen (dort E. 4). Im Urteil 2C_76/2013 vom 23. Mai 2013 war der betroffene Vater zwar straff�llig geworden (13 Monate Gef�ngnis bedingt), doch hatte er sich in der Heimat in der Folge bew�hrt, sodass sich die Frage stellte, ob ihm gest�tzt auf den fortbestehenden gesetzlichen Nachzugsanspruch wieder eine Bewilligung erteilt und inzwischen der prozedurale Aufenthalt gew�hrt werden konnte.
2.6.�Soweit der angefochtene Entscheid bzw. der Wegweisungsvollzug vorliegend implizit Auswirkungen auf das Verbleiberecht f�r die Dauer des h�ngigen Bewilligungsverfahrens hat, verletzt er Art. 17 AuG nicht, da der Beschwerdef�hrer die Zulassungsvoraussetzungen im Nachzugsverfahren nicht "offensichtlich" erf�llt. Die kantonalen Beh�rden haben dennoch erkl�rt, seinen Aufenthalt mit Blick auf das Nachzugsverfahren (vorerst) bis zum 12. Mai 2016 zu dulden. Soweit ersichtlich wurde in diesem die aufschiebende Wirkung bisher nicht entzogen bzw. kann im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme dem Beschwerdef�hrer allenfalls der Aufenthalt durch die kantonalen Beh�rden im Rahmen ihres Ermessens weiterhin erlaubt werden (vgl. das Urteil 2C_1130/2013 vom 23. Januar 2015 E. 2 mit Hinweisen). Diesbez�glich hat sich das Bundesgericht nicht zu �ussern; Gegenstand seiner Pr�fung bildet - wie dargelegt - ausschliesslich die Verfassungsm�ssigkeit des Vollzugs des Wegweisungsentscheids im Nachgang zum im Jahr 2009 abgeschlossenen ersten Bewilligungsverfahren.
Was der Beschwerdef�hrer in seiner Eingabe weiter vorbringt, �berzeugt nicht:
3.1.�Soweit er den Sachverhalt beanstandet (Opfer und nicht T�ter eines Messerangriffs gewesen zu sein, Aufenthalt bei den Kindern seit Beendigung der Ausschaffungshaft usw.), ist dieser f�r das vorliegenden Verfahren hinreichend erstellt bzw. nicht entscheidrelevant; allf�llige Fehler oder Ungenauigkeiten hat er im Nachzugsverfahren vor dem Verwaltungsgericht geltend zu machen. Der Einwand, dass ihm eine R�ckkehr in die Heimat nicht zumutbar sei, verkennt, dass nach den �rztlichen Berichten seine medizinische Behandlung abgeschlossen ist und allf�llige Nachkontrollen gem�ss den Angaben des SEM vom 28. August 2014 auch in seiner Heimat erfolgen k�nnen. Die Pflicht zu einer R�ckkehr nach Nigeria - um dort den Bewilligungsentscheid abzuwarten - kommt weder einer erniedrigenden noch einer unmenschlichen Behandlung gleich (Art. 3 EMRK), selbst wenn die �rztliche Versorgung in der Schweiz besser sein sollte und in Nigeria die Korruption ein weit verbreitetes �bel bildet. F�r die Dauer des Bewilligungsverfahrens kann er die Beziehungen zu seiner Gattin und den Kindern gegebenenfalls �ber die Neuen Medien aufrecht erhalten.
3.2.�In Bezug auf den Einwand, die Vorinstanz h�tte ihm, bevor sie die urspr�ngliche Sistierung des Beschwerdeverfahrens gegen die Wegweisung wegen des Gesuchs um Familiennachzug aufhob, das rechtliche Geh�r gew�hren m�ssen, ist tats�chlich nicht ganz klar, warum dies unterlassen wurde, obwohl das Verwaltungsgericht dadurch auf die von ihm urspr�nglich geplante Verfahrenskoordination zur�ckgekommen ist. Dem Beschwerdef�hrer ist dadurch indessen kein nennenswerter Nachteil entstanden: Praxisgem�ss bestimmt sich der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 BV) nach der konkreten Situation und Interessenlage im Einzelfall; zwar ist der Anspruch formeller Natur, doch gilt er nicht um seiner selbst willen und verfolgt er auch keinen Selbstzweck; er ist vielmehr mit der Berechtigung in der Sache selber verbunden (BGE 111 Ia 101 E. 2b S. 103 f., 273 E. 2b S. 274; 110 Ia 72 E. 2a S. 75; 107 Ia 182 E. 3c S. 185). Deshalb kann eine untergeordnete Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r auch geheilt werden (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f.; 125 II 369 E. 2e S. 373 f.; 124 II 132 E. 2d S. 138; 117 Ib 64 E. 4 S. 87); es gilt formalistische Leerl�ufe zu vermeiden (vgl. 2P.352/2005 vom 24. April 2006 E. 3.4 mit Hinweisen). Der Beschwerdef�hrer konnte sich in die Verfahren einbringen, wobei das Hauptverfahren beim Verwaltungsgericht noch h�ngig ist. Unter diesen Umst�nden w�re der vorliegend angefochtene Entscheid auch dann nicht zu korrigieren, wenn in der Wiederaufnahme des Verfahrens ohne vorherige Anh�rung des Betroffenen eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r zu sehen w�re.
4.1.�Die Beschwerde ist nach dem Dargelegten im Rahmen des Verfahrensgegenstands unbegr�ndet und deshalb abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.2.�Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird wegen Aussichtslosigkeit der Eingabe abgewiesen (Art. 64 BGG). Der unterliegende Beschwerdef�hrer hat die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (vgl. Art. 68 Abs. 3 BGG).