Source: https://www.haufe.de/finance/steuern-finanzen/reverse-charge-verfahren-probleme-und-buchungsbeispiele/beispiele-aus-der-praxis_190_225682.html
Timestamp: 2017-04-28 00:47:36
Document Index: 329774781

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13']

Beispiele aus der Praxis | Finance | Haufe
Top-Thema Reverse-Charge-Verfahren Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Französischer Unternehmerfreund hilft deutschem UnternehmerBauunternehmer B aus Breisach/Rhein wird von seinem französischen Freund und Unternehmer F im Januar besucht. F baut im Büro von B eine Holzdecke ein. Das Holz hat er aus Frankreich mitgebracht.Zeitgleich mit der Werklieferung erhält B die Rechnung über 1.000 EUR, die er umgehend bar bezahlt.
F weist in seiner Rechnung korrekt keine Umsatzsteuer aus. Da er ausländischer Unternehmer ist und eine Werklieferung im deutschen Inland erbringt, schuldet nicht er, sondern der deutsche Unternehmer B die Umsatzsteuer im Reverse-Charge-Verfahren.B kann jedoch die geschuldete Umsatzsteuer i. H. v. 19 % zugleich als Vorsteuer abziehen.Die Werklieferung wurde für das Unternehmen von B ausgeführt. Daneben hat er noch weitere regelbesteuerte Inlandsumsätze (20.000 EUR netto). B führt nur steuerbare und steuerpflichtige Umsätze aus.Buchungsvorschlag SKR 03: Einbau einer Holzdecke in GeschäftsräumenKontoSKR 03 SollKontenbezeichnungBetragKontoSKR 03 HabenKontenbezeichnungBetrag3125Bauleistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers1.000,0070000Kreditorenkonto1.000,001577Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %190,001787Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %190,00Buchungsvorschlag SKR 04: Einbau einer Holzdecke in Geschäftsräumen KontoSKR 04 SollKontenbezeichnungBetragKontoSKR 04 HabenKontenbezeichnungBetrag5920Bauleistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers1.000,0070000Kreditorenkonto1.000,001407Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %190,003837Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %190,00Buchungshinweise:Im DATEV-Kontenrahmen gibt es einen extra Kontenbereich zur Buchung von §-13b-Leistungen mit hinterlegten Umsatzsteuerschlüsseln.Über die Kontensteuerung wird die Vorsteuer in der Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Monat Januar in der Zeile 59 des Formulars eingesetzt. Die abzuführende Umsatzsteuer nach § 13b UStG und die Bemessungsgrundlage werden in Zeile 49 des Formulars eingetragen. Im Ergebnis ergibt sich für B aus diesem Vorgang keine Umsatzsteuerzahllast.Achtung: Reverse Charge gilt unabhängig vom Unternehmenssitz bei BauunternehmernErbringt ein Bauunternehmer eine Leistung an einen anderen Bauunternehmer, gilt die Steuerschuldübernahme auch dann, wenn beide ihren Sitz im Inland haben.Beispiel 2: Vermeidung des Reverse-Charge-Verfahrens: Beauftragung durch DrittenDie Vermeidung des Reverse-Charge-Verfahrens ist für den deutschen Unternehmer, der von einem ausländischen Unternehmer eine Werklieferung bezieht, in dem Beispielfall dadurch möglich, dass der Auftrag nicht von ihm, sondern von einer 3. Person, die Nichtunternehmer ist, z. B. Ehemann/Ehefrau, erteilt wird. Dabei muss diese 3. Person dann allerdings auch zivil- und umsatzsteuerlicher Leistungsempfänger sein.Wie wird gebucht?Registrierungspflicht des ausländischen UnternehmersFrau B (Unternehmergattin) erteilt dem französischen Unternehmer F den Auftrag für den Einbau einer Holzdecke im Büro ihres Mannes (unternehmerisch genutztes Gebäude). Hier greift § 13b UStG nicht, da Frau B keine Unternehmerin ist. In diesem Fall muss sich der leistende Unternehmer F in Deutschland für Umsatzsteuerzwecke registrieren lassen. Er hat zudem die deutsche Umsatzsteuer dem Kunden zu berechnen und selbst an das deutsche Finanzamt abzuführen. Im Ergebnis wird F seine deutsche Umsatzsteuer allerdings auf den Preis für seine Leistung aufschlagen und hat durch die Abführung der deutschen Umsatzsteuer zusätzliche administrative Aufwendungen.Weitere Praxis- und Buchungsbeispiele finden Sie hier.
Schlagworte zum Thema: Beispiel, Buchung, Umsatzsteuer, Reverse-Charge-Verfahren
Das Reverse-Charge-Verfahren stellt eine Abkehr von der üblichen Art der Umsatzsteuerbuchung und -abführung durch den leistenden Unternehmer dar. In den gesetzlich festgelegten Fällen des Reverse-Charge-Verfahrens schuldet der Empfänger der Leistung die ...mehr