Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=31.07.2013&Aktenzeichen=1%20BvR%20130/12
Timestamp: 2019-06-19 18:10:00
Document Index: 337775

Matched Legal Cases: ['Art 3', 'Art 101', '§ 23', '§ 92', 'Art 267', 'Art 267', 'BGH', '§ 93', '§ 2', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH']

BVerfG, 31.07.2013 - 1 BvR 130/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,19335
BVerfG, 31.07.2013 - 1 BvR 130/12 (https://dejure.org/2013,19335)
BVerfG, Entscheidung vom 31.07.2013 - 1 BvR 130/12 (https://dejure.org/2013,19335)
BVerfG, Entscheidung vom 31. Juli 2013 - 1 BvR 130/12 (https://dejure.org/2013,19335)
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Art 3 Abs 1 GG, Art 101 Abs 1 S 2 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, Art 267 Abs 3 AEUV
Nichtannahmebeschluss: Bankenhaftung wegen Anlageberatung bzgl des Erwerbs von "Lehman-Zertifikate" - hier: keine Verletzung der Garantie des gesetzlichen Richters oder des allgemeinen Gleichheitssatzes - keine Verletzung der Vorlagepflicht des Art 267 Abs 3 AEUV oder der Verpflichtung zur richtlinienkonformen Auslegung des nationalen Rechts bei zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt noch laufender Umsetzungsfrist
Verfassungsbeschwerde betreffend die zivilrechtliche Auseinandersetzung über die Haftung einer Sparkasse aus Anlageberatung im Zusammenhang mit dem Erwerb von sogenannten Lehman-Zertifikaten
Verfassungsmäßigkeit der BGH-Rechtsprechung zur Aufklärungspflicht der beratenden Bank bei der Empfehlung von Indexzertifikaten ("Lehman Brothers")
Zur Haftung einer Sparkasse aus Anlageberatung im Zusammenhang mit dem Erwerb von sogenannten Lehman-Zertifikaten und zur Verpflichtung der Gerichte zur Vorlage an den Europäischen Gerichtshof
BVerfGG § 93a Abs. 2; WpHG § 2 Abs. 3 Satz 2
Keine Pflicht zur Offenlegung der Gewinnspanne einer Bank bei Veräußerung von Zertifikaten im Wege des Eigengeschäfts
Anleger kann Umsetzungsfrist für EU-Richtlinie zu beachten haben
ZIP 2013, 2049
WM 2013, 1640
NZG 2013, 1102
Eine Erweiterung der schuldrechtlichen Aufklärungspflichten ist auch nicht aufgrund der Vorgaben der Finanzmarkt- und Durchführungsrichtlinie angezeigt, deren Umsetzungsfristen im Zeitpunkt der streitgegenständlichen Beratung - anders als in dem dem Senatsurteil vom 26. Juni 2012 (XI ZR 316/11, WM 2012, 1520) zugrundliegenden Sachverhalt (vgl. hierzu BVerfG, WM 2013, 1640) - bereits abgelaufen waren (…zum Ablauf der Umsetzungsfrist am 31. Oktober 2007 siehe Senatsurteil vom 26. Juni 2012 - XI ZR 316/11, aaO Rn. 26).
Insoweit fehlt es an dem erforderlichen Drei-Personenverhältnis mit der Folge, dass die sog. Kickback-Rechtsprechung auf diese Fälle keine Anwendung findet (BGH Urteil vom 27.09.2011, XI ZR 178/10, WM 2011, 2261, RdNr. 40; WM 2012, 1520, RdNr. 19; OLG Schleswig Beschluss vom 28.02.2011, 5 U 112/10 zitiert in juris; dies ist auch mit Art. 3 GG vereinbar, BVerfG Beschluss vom 31.7.2013, WM 2013, 1640 - 1641).
Insoweit entspricht es im rechtlichen Ansatz der nach seinem Erlass ergangenen Senatsrechtsprechung zum Erwerb von Lehman-Zertifikaten (vgl. Senatsurteile vom 27. September 2011 - XI ZR 182/10, BGHZ 191, 119 und XI ZR 178/10, WM 2011, 2261; die dagegen gerichteten Verfassungsbeschwerden hat das Bundesverfassungsgericht, WM 2013, 1640 nicht zur Entscheidung angenommen; vgl. weiter Senatsurteile vom 26. Juni 2012 - XI ZR 316/11, WM 2012, 1520, XI ZR 355/11, BKR 2013, 17, XI ZR 259/11, juris und XI ZR 356/11, juris sowie vom 16. Oktober 2012 - XI ZR 367/11, NJW-RR 2013, 244 und XI ZR 368/11, juris).