Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%2030/99
Timestamp: 2019-07-18 01:52:29
Document Index: 379697188

Matched Legal Cases: ['§ 175', '§ 6', '§ 175', '§ 6', '§ 6', '§ 175', '§ 6', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 347', '§ 40', '§ 34', '§ 14', '§ 1']

BFH, 30.08.2001 - IV R 30/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1301
BFH, 30.08.2001 - IV R 30/99 (https://dejure.org/2001,1301)
BFH, Entscheidung vom 30.08.2001 - IV R 30/99 (https://dejure.org/2001,1301)
BFH, Entscheidung vom 30. August 2001 - IV R 30/99 (https://dejure.org/2001,1301)
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AO 1977 § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2; EStG § 6c
Wahlrecht - Gewinnsübertragung - Einkommensteuer - Rechtsmittelfrist
AO (1977) § 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 2; EStG § 6c
§ 6c EStG; § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO
Einkommensteuer; Zeitpunkt der Ausübung eines Gewinnermittlungswahlrechts
Anwendung des § 6c EStG
BFHE 196, 507
DB 2002, 73
BStBl II 2002, 49
Nach welcher Methode die AfA zu berechnen ist, hängt davon ab, ob der Anteilserwerber eine andere als die lineare Abschreibungsmethode nach § 7 Abs. 1 EStG wählen kann und ob ein ggf. bestehendes Wahlrecht bis zur Unanfechtbarkeit der Veranlagung ausgeübt wird (vgl. hierzu etwa BFH-Urteil vom 30. August 2001 IV R 30/99, BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49).
Könnten antragsgebundene Vergünstigungen des EStG ohne weiteres nach Bestandskraft der Steuerfestsetzung geltend gemacht werden, liefe dies auf eine Aushöhlung der Vorschriften der AO über die Korrektur von Steuerbescheiden hinaus (BFH-Urteile vom 28. September 1984 VI R 48/82, BFHE 141, 532, BStBl II 1985, 117; vom 21. Juli 1989 III R 303/84, BFHE 157, 488, BStBl II 1989, 960; vom 24. März 1998 I R 20/94, BFHE 185, 451, BStBl II 1999, 272; vom 30. August 2001 IV R 30/99, BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49).
Als rückwirkendes Ereignis hat der BFH auch Anträge beurteilt, mit denen der Steuerpflichtige nachträglich ein Wahlrecht ausübt (Urteile vom 12. Juli 1989 X R 8/84, BFHE 157, 484, BStBl II 1989, 957 --Antrag auf Realsplitting nach Bestandskraft des Einkommensteuerbescheides--; vom 30. August 2001 IV R 30/99, BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49 --Antrag auf Gewinnübertragung nach § 6c EStG nach Erlass des FG-Urteils--; vom 10. November 2004 II R 24/03, BStBl II 2005, 182 --Inanspruchnahmeerklärung des Schenkers als rückwirkendes Ereignis--).
Aus der Entscheidung des BFH in BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49 ergibt sich entgegen dem Verständnis des FG nichts anderes.
So hat es der IV. Senat gebilligt, dass die Vergünstigung des § 6c EStG für die Übertragung stiller Reserven aus der Veräußerung von landwirtschaftlichem Grund und Boden im Einspruchsverfahren gegen einen Änderungsbescheid geltend gemacht wurde, wenn erst in diesem Änderungsbescheid ein Veräußerungsgewinn aus dem --vom Steuerpflichtigen als Privatvermögen angesehenen-- Grundbesitz angesetzt worden ist (BFH-Urteil in BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49).
Das auf Gewinnübertragung gerichtete Wahlrecht nach § 6c Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6b Abs. 1 und Abs. 3 Satz 1 EStG wird in der Gewinnermittlung des Veräußerungsjahrs durch Abzug von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Reinvestitionsguts oder Bildung einer Rücklage ausgeübt, die bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG als Betriebsausgabe vorzunehmen ist (§ 6c Abs. 1 Satz 2 EStG;… BFH-Beschluss vom 11. Juni 2014 IV B 46/13, BFH/NV 2014, 1369; BFH-Urteil in BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49).
FG Baden-Württemberg, 14.02.2007 - 5 K 171/04
Bindung an das Wahlrecht über die Auflösung einer Rücklage nach § 6c i.V.m. § 6b …
Unter Berücksichtigung der BFH-Urteile vom 25. Februar 1992 IX R 41/99 (BStBl II 1992, 621) und 30. August 2001 IV R 30/99 (BStBl II 2002, 49) führe ferner die formelle Bestandskraft der Einkommensteuerfestsetzungen 1999 und 2000 zur Bindung der Kl an ihre ursprüngliche Wahl.
In seiner Entscheidung vom 30. August 2001 IV R 30/99 (BStBl II 2002, 49) habe der BFH eine Änderung des Wahlrechts auf Auflösung der Rücklage lediglich deshalb noch für zulässig gehalten, da der Änderungsantrag noch innerhalb der Rechtsmittelfrist gestellt worden sei.
Denn nach ganz herrschender Meinung findet § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG im Rahmen des § 6c EStG gar keine Anwendung (vgl. z.B. BFH mit Urteil vom 30. August 2001 IV R 30/99, BStBl II 2002, 49;… s.a. aus dem Schrifttum: Glanegger in: Schmidt, ESt-Kommentar, 25. Auflage 2006, § 6c Rz. 9, Frotscher, Praxis-Kommentar EStG, § 6c Rz. 11 m.w.N.).
Denn nach der einschlägigen finanzgerichtlichen Rechtsprechung können selbst unbefristete Wahlrechte nur bis zur formellen Bestandskraft bzw. Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzungen (d.h. solange diese mit Rechtsbehelfen gemäß §§ 347 f. der Abgabenordnung --AO-- oder gemäß §§ 40 f., 115 f. der Finanzgerichtsordnung --FGO-- angegriffen werden können), auf die sie sich auswirken, ausgeübt werden, und zwar selbst dann, wenn es sich um Nullfestsetzungen handelt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 30. August 2001 IV R 30/99, BStBl II 2002, 49, und vom 25. Februar 1992 IX R 41/99, BStBl II 1992, 621; Urteil des FG München vom 30. Juli 2002 1 K 1772/01, EFG 2002, 1510).
Die Befristung entspricht dem abgabenrechtlichen Korrektursystem, das für die Änderung von Steuerfestsetzungen ausdrücklich an die Bestandskraft anknüpft und nach dem Eintritt der formellen Bestandskraft für eine Änderung ausdrückliche gesetzliche Anordnungen verlangt (vgl. BFH-Urteil vom 30. August 2001 IV R 30/99, BStBl II 2002, 49 m.w.N.).
Etwas anderes ist auch nicht dem Urteil des BFH vom 30. August 2001 IV R 30/99 (BStBl II 2002, 49) zu entnehmen, da diesem BFH-Fall die --vom Streitfall abweichende-- Besonderheit zugrunde lag, dass die Wahlrechtsausübung sich nur auf Streitjahre auswirkte und daher noch vor deren Bestandskraft ausgeübt wurde.
Zurücknahme eines Antrags auf ermäßigte Besteuerung nach § 34 Abs. 3 EStG - …
BFH, 29.03.2007 - IV R 48/05
Kein Freibetrag nach § 14a Abs. 5 EStG für die Veräußerung von Teilen des zu …
FG Thüringen, 08.07.2014 - 2 K 307/10
Ausübung des Wahlrechts nach § 1 Abs. 5 DMBilG nur innerhalb der …
FG Rheinland-Pfalz, 30.05.2008 - 5 K 2268/06
Wahlrecht zwischen 1%-Regel und Fahrtenbuch-Methode