Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2019_II_190/BGBLA_2019_II_190.html
Timestamp: 2019-08-24 07:25:07
Document Index: 47463236

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 13', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 4']

190. Verordnung der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort über die Berufsausbildung im Lehrberuf Betonbau (Betonbau-Ausbildungsordnung)
§ 1. (1) Der Lehrberuf Betonbau ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren eingerichtet.
(2) Im Lehrvertrag, Lehrzeugnis, Lehrbrief und im Lehrabschlussprüfungszeugnis ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Betonbauer oder Betonbauerin) zu bezeichnen.
§ 2. Das Arbeitsgebiet des Betonbauers/der Betonbauerin umfasst insbesondere:
Fachkräftebezogene Tätigkeiten in Bauunternehmen, wobei das Schaffen von bleibenden Werten durch Mitwirken bei Betonbauarbeiten im Hoch-, Industrie- Fertigteil-, Brücken- und Konstruktiven Wasserbau der Mittelpunkt des Aufgabenfeldes ist.
§ 3. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Betonbau ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:
Herstellen und Instandhalten von Schalungen aus verschiedenen Materialien (zB Holz, Metall, Kunststoff) für Bauteile aus Beton und Stahlbeton,
§ 4. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Betonbau wird folgendes Berufsbild festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
Grundlagen des Betonbaus
Herstellung von Proben für die Betonprüfung
Betonbautechnische Arbeiten
Herstellen von Schalungen aus verschiedenen Materialien (zB Holz, Metall, Kunststoff), wie konventionelle Schalungen und Systemschalungen
Mitarbeiten bei der Herstellung von Sonderschalungen wie zB Kletter- oder Gleitschalungen
Herstellen von Bauteilen aus Beton und Stahlbeton (zB Fassadenelemente, Verblendungen)
Verlegen von Spanngliedern unter Beachtung des Korro-sionsschutzes
Kenntnis über den Brückenbau
Grundkenntnisse über Brückenübergangskonstuktionen
Grundkenntnisse des konstruktiven Wasserbaus
Kenntnis des konstruktiven Wasserbaus
Konstruktiver Wasserbau und Brückenbau.
(2) Die Prüfarbeit hat vier der folgenden Aufgabenstellungen gem. Z 1 bis Z 6 unter Einschluss von Arbeitsplanung sowie Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätskontrolle zu umfassen, wobei jedenfalls die Aufgabenstellungen Z 1 bis Z 2 und Z 6 enthalten sein müssen:
Durchführen von Arbeiten zur Herstellung eines Bauteiles aus Stahlbeton (zB Wand, Treppe, Flachgründung, Brückenbauwerk):
Herstellen einer Schalung zB konventionelle Schalung, Sichtbetonschalung,
Herstellen von Durchbrüchen, Öffnungen und Aussparungen,
Verlegen oder Einbauen eines Fertigteiles (zB Fassadenelement, Verblendung),
Versetzen eines Einbauteiles (zB Fenster, Türe, Wanddurchführung),
Durchführen von Arbeiten an Spannbetonbauteilen (zB Verlegen von Spanngliedern unter Beachtung des Korrosionsschutzes oder Vorspannen oder Verpressen von Spanngliedern),
(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfungskandidaten/jeder Prüfungskandidatin Aufgaben zu stellen, die in der Regel in acht Stunden ausgeführt werden können. Hierbei ist den Aufgabenstellungen gemäß Abs. 2 Z 1 bis Z 2 und Z 6 eine Dauer von sechs Stunden zugrunde zu legen.
§ 13. (1) Die Bestimmungen der §§ 1 bis 4 betreffend die Ausbildungsordnung für den Lehrberuf Betonbau treten mit 1. Januar 2020 in Kraft.
(2) Die Bestimmungen der §§ 5 bis 12 betreffend die Lehrabschlussprüfung für den Lehrberuf Betonbau treten mit 1. Oktober 2020 in Kraft.
(3) Die Bestimmungen der §§ 1 bis 3 und 12 betreffend die Ausbildungsordnung für den Lehrberuf Schalungsbau, BGBl. II Nr. 106/2008, treten unbeschadet Abs. 5 mit Ablauf des 31. Dezember 2019 außer Kraft.
(4) Die Bestimmungen der §§ 4 bis 11 betreffend die Lehrabschlussprüfung für den Lehrberuf Schalungsbau, BGBl. II Nr. 106/2008, treten unbeschadet Abs. 5 mit Ablauf des 30. September 2020 außer Kraft.
(5) Lehrlinge, die am 31. Dezember 2019 im Lehrberuf Schalungsbau ausgebildet werden, können gemäß den in Abs. 3 angeführten Bestimmungen bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit weiter ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung auf Grund der Bestimmungen gemäß Abs. 4 antreten.
(6) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Schalungsbau gemäß den in Abs. 3 angeführten Ausbildungsvorschriften zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Betonbau gemäß dieser Verordnung voll anzurechnen.