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Timestamp: 2016-10-21 14:50:45
Document Index: 262828674

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 159']

U 597/06 (17.07.2007)
R.________, 1947, Beschwerdef�hrer, vertreten durch die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, Monbijoustrasse 68, 3007 Bern,
Der 1947 geborene R.________ war seit 1987 bei der Firma S.________ in der Montage Zaunbau besch�ftigt und �ber seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Er rutschte am 2. Dezember 2002 auf einer nassen und mit Bl�ttern bedeckten Treppe aus und st�rzte. Dr. med. X.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, diagnostizierte eine vordere Kreuzbandruptur, eine Ruptur mediales Seitenband sowie eine mediale und laterale Meniskusl�sion links. Am 16. Januar und 28. August 2003 erfolgten operative Eingriffe im Rahmen von Arthroskopien. Anl�sslich der kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung vom 9. Juli 2004 hielt Dr. med. T.________ fest, dass alle, auch leichte kniegelenksbelastende T�tigkeiten, absolut nicht mehr in Frage k�men. Hingegen seien alle T�tigkeiten, welche sitzend ausge�bt werden k�nnten, in vollem Umfang und mit voller zeitlicher Pr�senz durchf�hrbar. Ein Umschulungsversuch auf administrative T�tigkeiten mache keinen Sinn. Der Integrit�tsschaden wurde von Dr. med. T.________ auf 20 % gesch�tzt. Angebote der SUVA zur Unterst�tzung der Wiedereingliederung ins Berufsleben lehnte R.________ ab mit der Begr�ndung, er k�nne sich keine T�tigkeit (auch sitzend) von mehr als eineinhalb bis zwei Stunden pro Tag vorstellen. In der erneuten kreis�rztlichen Untersuchung vom 29. Dezember 2004 hielt Dr. med. G.________ am Befund vom 9. Juli 2004 fest und erg�nzte bez�glich der zumutbaren T�tigkeit, dass R.________ die M�glichkeit haben sollte, das Bein frei zu positionieren.
Mit Verf�gung vom 29. M�rz 2005 sprach die SUVA R.________ eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 29 % und eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 21'360.- bei einem Integrit�tsschaden von 20 % zu. Die Invalidenversicherung lehnte am 18. April 2005 die Ausrichtung einer Rente ab. Mit Einspracheentscheid vom 2. Februar 2006 hielt die SUVA an ihrem Standpunkt fest.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ beantragen, in Aufhebung des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern seien die Akten zur Durchf�hrung eines Arbeitsversuches und zur Neufestsetzung des Rentenanspruches an die Beschwerdegegnerin zur�ckzuweisen.
Der Beschwerdef�hrer hat sowohl bei der Vorinstanz wie auch beim Bundesgericht lediglich die Festlegung des Rentenanspruchs angefochten. Der Entscheid �ber die Integrit�tsentsch�digung ist somit in Rechtskraft erwachsen.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG in der seit 1. Januar 2003 g�ltigen Fassung), �ber die Begriffe der Invalidit�t (Art. 8 ATSG) und der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) sowie �ber die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 f.).
Streitig und zu pr�fen ist der Umfang des anerkanntermassen bestehenden Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung.
Was zun�chst die aus dem Unfall folgende gesundheitliche Beeintr�chtigung und deren Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit anbelangt, bestreitet der Beschwerdef�hrer nicht mehr, dass er in einer sitzenden, nicht kniebelastenden T�tigkeit ohne zeitliche Einschr�nkung arbeitsf�hig ist. Soweit er geltend macht, es h�tte zwingend ein Arbeitsversuch durchgef�hrt werden m�ssen, um den Umfang der effektiven Leistungsf�higkeit festzustellen, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Beurteilungen der SUVA-Kreis�rzte vom 9. Juli und 29. Dezember 2004, die bez�glich Festsetzung der Arbeitsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit auf 100 % mit dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. X.________ vom 17. Juni 2004 �bereinstimmen, eine hinreichende, den Anforderungen der Rechtsprechung gen�gende Beurteilungsgrundlage liefern (BGE 125 V 351 E. 3a/ee S. 353 f.). In diesen Berichten sind keine Anhaltspunkte daf�r ersichtlich, dass die Leistungsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit zus�tzlich eingeschr�nkt w�re. Was die davon abweichende Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit durch Dr. med. X.________ im Kurzbericht vom 18. Juli 2005 anbelangt, hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass einerseits der Arzt seine gegen�ber dem Bericht vom 17. Juni 2004 ge�nderte Einsch�tzung nicht (nachvollziehbar) begr�ndet hat und dass andrerseits der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde �rztinnen und �rzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353). Schliesslich ist mit dem kantonalen Gericht darauf hinzuweisen, dass f�r die Festsetzung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit das objektiv vorhandene Leistungspotential und nicht das subjektive Empfinden des Versicherten massgebend ist. Auf die Durchf�hrung weiterer Abkl�rungen, namentlich auch eines Arbeitsversuches, kann verzichtet werden, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 130 II 425 E. 2.1 S. 428, 124 V 90 E. 4b S. 94) .
Streitig und zu pr�fen sind die erwerblichen Auswirkungen der unfallbedingten Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit und dabei zun�chst das Invalideneinkommen.
5.1 Die Beschwerdegegnerin hat zur Festlegung des Invalideneinkommens bei Erlass der Verf�gung vom 29. M�rz 2005 die Lohnangaben aus ihrer Dokumentation von Arbeitspl�tzen (DAP) beigezogen und ein Invalideneinkommen von Fr. 49'697.- f�r das Jahr 2004 (Mittel der Durchschnittswerte der DAP-Nrn. 1041, 89, 107, 451 und 5861) ermittelt. Wegen Kritik an den DAP-L�hnen ist sie beim Einspracheentscheid vom 2. Februar 2006 von den Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes f�r Statistik f�r das Jahr 2004 ausgegangen und hat das Invalideneinkommen unter Ber�cksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % auf Fr. 49'254.- festgelegt.
5.2 Die Vorinstanz hat das Invalideneinkommen ebenfalls anhand der LSE 2004 ermittelt und unter Ber�cksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % auf Fr. 51'532.- festgelegt. Sie hat zudem das in der Verf�gung anhand der DAP ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 49'697.- �berpr�ft und als die Kriterien der Rechtsprechung erf�llend bezeichnet. Im Ergebnis best�tigte sie daher den Einspracheentscheid, welcher zu Gunsten des Beschwerdef�hrers dem Einkommensvergleich mit dem tieferen Invalideneinkommen entspricht.
5.3 Auf die �berzeugenden Erw�gungen des kantonalen Gerichts zur Ermittlung des Invalideneinkommens, mit welchen sich der Beschwerdef�hrer nicht n�her auseinandersetzt, kann verwiesen werden. Beide Methoden zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind vorliegend zul�ssig. Insbesondere werden auch beim Abstellen auf die DAP-L�hne - wie dies die Vorinstanz dargelegt hat - die rechtsprechungsgem�ss verlangten Kriterien (BGE 129 V 472) erf�llt. Bei den ausgew�hlten dokumentierten Arbeitspl�tzen w�re entweder kein Gehen oder h�chstens ein Gehen von selten bis zu f�nfzig Metern erforderlich, w�hrenddem f�r die Aus�bung der Arbeit als l�nger andauernde Haltung Sitzen angef�hrt wird. Eine solche T�tigkeit kann der Beschwerdef�hrer gem�ss der kreis�rztlichen Beurteilung aus�ben.
Bez�glich Valideneinkommen schliesslich macht der Beschwerdef�hrer geltend, dieses betrage Fr. 70'250.-, nicht Fr. 70'200.- pro Jahr. Gem�ss Lohnbuchauszug der Firma S.________ vom 25. Oktober 2004 erhielt der Beschwerdef�hrer jeweils einen um Fr. 50.- h�heren 13. Monatslohn ausbezahlt, was der ger�gten Differenz entspricht. Daraus ergibt sich jedoch keine relevante Auswirkung auf die Ermittlung des Invalidit�tsgrades. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, betr�gt das Invalideneinkommen f�r das Jahr 2004 gem�ss LSE - unter Ber�cksichtigung des unbestrittenen und nicht zu beanstandenden Leidensabzuges von 10 % - Fr. 51'532.-. Selbst wenn dieses einem Valideneinkommen von Fr. 70'250.-, wie vom Beschwerdef�hrer geltend gemacht, gegen�bergestellt wird, ergibt sich ein Invalidit�tsgrad von lediglich 26.65 %, gerundet 27 %, und nicht von 29 %, wie er dem durch das kantonale Gericht best�tigten Einspracheentscheid zu Grunde liegt. Da sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen f�r das Jahr 2004 ermittelt worden sind, er�brigt sich eine Anpassung auf die im Zeitpunkt des Einspracheentscheides (2. Februar 2006) massgebenden Werte, da die Nominallohnanpassungen sich sowohl beim Validen- wie auch beim Invalideneinkommen prozentual gleich auswirken w�rden. Der vorinstanzliche Entscheid und der Einspracheentscheid sind somit nicht zu beanstanden.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist von der Auferlegung von Gerichtskosten abzusehen (Art. 134 OG). Der unterliegende Beschwerdef�hrer hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 OG).