Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2086/13
Timestamp: 2017-11-24 07:22:43
Document Index: 112888044

Matched Legal Cases: ['§ 120', '§ 4', '§ 4', '§ 126', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 52', '§ 4', '§ 143', '§ 4', '§ 9', '§ 52', '§ 4', '§ 2']

BFH, 15.12.2016 - VI R 86/13 - dejure.org
§ 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a der Finanzgerichtsordnung (FGO), § ... 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO, §§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b, 9 Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG, § 52 Abs. 12 Satz 9 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 Halbsatz 1 EStG, § 143 Abs. 2 FGO
Höchstbetrag bei Nutzung eines Arbeitszimmers zur Einkünfte-erzielung durch mehrere Steuerpflichtige
Gemeinsames Arbeitszimmer: Werbungskosten-Höchstbetrag gilt pro Kopf!
EStG § 4 Abs 5 S 1 Nr 6b, EStG § 9 Abs 5, EStG § 52 Abs 12 S 9
Arbeitszimmer, Höchstbetrag, Objekt, Nutzung, Lebensgefährte, Aufteilungsmaßstab
Kurznachricht zu "Höchstbetrag bei Nutzung eines Arbeitszimmers zur Einkünfteerzielung durch mehrere Steuerpflichtige - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 15.12.2016 - VI R 86/13" von Dipl.-Kfm. Dr. Lukas Hilbert, original erschienen in: BB 2017, 1766 - 1768.
BFHE 256, 150
NJW 2017, 1055
BB 2017, 1767
DB 2017, 404
NZA-RR 2017, 212
Derartige Feststellungen obliegen aber dem FG als Tatsachengericht und sind zur Entscheidung des Falls erforderlich (vgl. BFH-Urteil vom 15. Dezember 2016 VI R 86/13, BFHE 256, 150;… Urban, DStZ 2016, 747, 750; Neufang, Die Steuerberatung 2016, 142, 143, jeweils m.w.N.).
Der nicht einkünfte-, wohl aber personenbezogene Höchstbetrag in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG (…vgl. BFH-Urteile in BFHE 256, 143, und vom 15. Dezember 2016 VI R 86/13, BFHE 256, 150 zur Frage der Personenbezogenheit des Höchstbetrages;… vom 16. Juli 2014 X R 49/11, BFH/NV 2015, 177 zur Frage der Einkünftebezogenheit des Höchstbetrages) beschränkt den Abzug der Betriebsausgaben für den Steuerpflichtigen in typisierender Weise und damit unabhängig von der Zahl der tatsächlich genutzten häuslichen Arbeitszimmer auf 1.250 EUR.
Aus dem Sinnzusammenhang der Regelung zur Abzugsfähigkeit von Arbeitszimmer ist jedoch zu folgern, dass ein Aufwendungsabzug nur dann erfolgen darf, wenn das Arbeitszimmer tatsächlich erforderlich für die Einkünfteerzielung ist (vgl. BFH-Urteil vom 27. September 1996 VI R 47/96, BStBl II 1997, 68 zu der bis zum 31.12.2006 geltenden Gesetzesfassung; BFH-Urteil vom 15. Dezember 2016 VI R 86/13, Deutsches Steuerrecht -DStR- 2017, 442 unter Bezugnahme auf FG Nürnberg, Urteil vom 19. März 2012 3 K 308/11, juris, zur jetzigen Gesetzesfassung; ebenso: FG Nürnberg, Urteil vom 12. Februar 2014 5 K 1251/12, Entscheidungen der Finanzgerichte -EFG- 2014, 1103).
Es ist Sache des Steuerpflichtigen, darzulegen und nachzuweisen, in welcher Weise er das häusliche Zimmer im Zusammenhang mit seiner Berufstätigkeit genutzt hat (BFH, Urteil vom 15.12.2016 VI R 86/13, DStR 2017, 442, II. 4. m. w. N.).
Denn die betriebliche/ berufliche Mitbenutzung des Arbeitszimmers durch einen anderen Steuerpflichtigen stellt in Bezug auf den Steuerpflichtigen, der den Abzug der Erwerbsaufwendungen für das Arbeitszimmer geltend macht, keine Privatnutzung dar, und auch der ggf. anzusetzende Höchstbetrag steht jedem Steuerpflichtigen gesondert zu (BFH, Urteil vom 15.12.2016 VI R 86/13, DStR 2017, 442, II. 2. g) m. w. N.).
Die Revision war gem. § 2 Nr. 2 FGO im Hinblick auf die Revisionsverfahren VIII R 15/15 und VI R 86/13 zuzulassen.
Aus der Revisionsbegründung muss erkennbar sein, welche Rechtsnorm die Revisionsklägerin für verletzt hält (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 15. Dezember 2016 VI R 86/13, BFHE 256, 150, Rz 10, m.w.N.).