Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=17.12.2009&Aktenzeichen=7%20C%204.09
Timestamp: 2019-12-08 15:13:57
Document Index: 201837331

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 16', 'Art. 20', 'Art. 103', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

BVerwG, 17.12.2009 - 7 C 4.09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2580
BVerwG, 17.12.2009 - 7 C 4.09 (https://dejure.org/2009,2580)
BVerwG, Entscheidung vom 17.12.2009 - 7 C 4.09 (https://dejure.org/2009,2580)
BVerwG, Entscheidung vom 17. Dezember 2009 - 7 C 4.09 (https://dejure.org/2009,2580)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,2580) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
TierSchG § 11b Abs. 1, 2 und 5, § 16a Satz 1; GG Art. 20a, Art. 103 Abs. 2
Tierschutz; Tierzucht; Qual; Qualzucht; Zuchtverbot; Tierrassen; Haubenenten; Bestimmtheit; rechnen müssen; Wahrscheinlichkeitsmaßstab.
NVwZ-RR 2010, 309
DÖV 2010, 412
Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Dezember 2009 (- 7 C 4/09 -, zitiert nach juris Rn. 17) zu der früheren Gesetzesfassung musste es nach dem "Stand der Wissenschaft" überwiegend wahrscheinlich sein, dass Schäden signifikant häufiger auftreten, als es zufällig zu erwarten wäre.
Dies ist der Fall, wenn sich Inhalt und Reichweite des Verbots mit Hilfe allgemeiner Auslegungsregeln erschließen lassen (stRspr; BVerfG, Beschluss vom 23. Oktober 1985 - 1 BvR 1053/82 - BVerfGE 71, 108 ;… Kammerbeschluss vom 28. April 2009 - 1 BvR 224/07 - NVwZ 2009, 905 Rn. 12; BVerwG, Urteil vom 17. Dezember 2009 - 7 C 4.09 - Buchholz 418.9 TierSchG Nr. 19 Rn. 19).
Gleiches gilt auch für die Frage, ob der Antragsteller dadurch gegen das Verbot der Qualzucht (§ 11b TierSchG) verstoßen hat, dass er systematisch in der (G.) GmbH Schweinerassen gezüchtet haben soll, die weitaus mehr Ferkel je Wurf produzieren als die jeweilige Sau selbst versorgen kann und für diese "überzähligen" Ferkel eine bedarfsgerechte Versorgung nicht oder nicht in hinreichendem Umfang vorgehalten wurde (vgl. zur Auslegung von § 11b TierSchG: BVerwG, Urt. v. 17.12.2009 - 7 C 4.09 -, juris).
Dem würde es widersprechen, es für ein Verbot des Einsatzes des Flankengurtes nach § 11 Abs. 2 a Satz 1 TierSchG ausreichen zu lassen, dass Schmerzen, Leiden oder Schäden lediglich nicht ausgeschlossen werden können (vgl. zur Auslegung von § 11 b TierSchG Bundesverwaltungsgericht, Urt. v. 17.12.2009 - BVerwG 7 C 4.09 -, juris).