Source: https://versicherungenhannover.de/riester-rente/
Timestamp: 2020-03-30 03:45:26
Document Index: 234659372

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 79', '§ 10', '§ 2', '§ 79', '§ 851', '§ 97', '§ 79']

Riester-Rente – Versicherungsmakler Manuel Stöcker
Die Riester-Rente ist eine durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzug geförderte, grundsätzlich privat finanzierte Rente in Deutschland. Die Förderung ist durch das Altersvermögensgesetz (AVmG) 2002 eingeführt worden und in den § 10a und § 79 ff. Einkommensteuergesetz geregelt.
Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf Walter Riester zurück, der als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vorgeschlagen hatte. Anlass dafür war die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2000/2001, bei der das Nettorentenniveau des Eckrentners (ein idealtypisch sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, der 45 Jahre lang Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt hat) von 70% auf 6 % reduziert worden war.
Anspruch auf Altersvorsorgezulage haben nachfolgend genannte, rentenversicherungspflichtige Personen (§ 10a EStG), sofern sie der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen.
rentenversicherungspflichtige Selbständige (z.B. Handwerker (allerdings mit Befreiungsmöglichkeit gem. § 2 Ziff. 8 SGB VI, nach 18 Jahren oder 216 Monaten Pflichtbeitragszeiten) und über die Künstlersozialkasse versicherte Künstler)
nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen (z.B. bei Pflege von Angehörigen im Haushalt),
Wer 60 Euro pro Kalenderjahr nicht aufbringt, erhält bei mittelbarer Zulageberechtigung keinerlei Zulage (§ 79 Satz 2 EStG in der ab 1. Januar 2012 geltenden Fassung).
Anbieter von Fondssparplänen und fondsgebundenen Rentenversicherungen müssen den Kapitalerhalt garantieren. Da sich die Garantie nicht durch Aktienfonds darstellen lässt, verwenden Fondsgesellschaften und Versicherungen Anlagekonzepte, bei denen Rentenfonds mit Schuldnern hoher Bonität sichere Renditen erwirtschaften. Der Aktienanteil in den Sparplänen ist maximal so hoch, dass die sicheren Erträge der Renten Verluste an den Aktienmärkten bis zum Ende der Laufzeit ausgleichen können. Versicherungen verwenden statt Rentenfonds meist den Deckungsstock der eigenen klassischen Lebensversicherungen für die Kapitalgarantie.
Angesparte Guthaben der Riester-Rente sind gemäß § 851 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit § 97 Satz 1 EStG weder übertragbar noch pfändbar, soweit die vom Schuldner erbrachten Altersvorsorgebeiträge staatlich durch Zulagen oder Sonderausgaben-Abzuggefördert werden und den Höchstbetrag nicht übersteigen.
Mindesteigenbeitrag / Sockelbeitrag
Der jährliche Mindesteigenbeitrag ist der Betrag, der mindestens geleistet werden muss, um die ungekürzte Zulage zu erhalten. Er beträgt seit 2008 4% der rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres abzüglich Zulagenanspruch. Die Anpassung des Mindesteigenbetrages muss der Sparer selbst veranlassen.
Der maximal erforderliche jährliche Mindesteigenbeitrag errechnet sich aus dem Höchstbetrag in Höhe von 2.100 Euro, vermindert um den individuellen Zulagenanspruch (Grundzulage/Kinderzulage).
Unmittelbar Zulageberechtigte, deren Vorjahreseinkommen unter 1.500€ lag oder mittelbar Zulagenberechtigte müssen als Mindestbeitrag den Sockelbeitrag in Höhe von 60€ einzahlen (§ 79 Satz 2 EStG in der ab 1. Januar 2012 geltenden Fassung).
jährliche Grundzulage pro Person: 175€
jährliche Kinderzulage pro Kind; geboren bis 31.12.2007: 185€
jährliche Kinderzulage pro Kind; geboren ab 01.01.2008: 300€
Die Riesterrente ist in der Auszahlungsphase voll zu versteuern. Seit 2018 gilt, dass die im Rahmen der Förderung als betriebliche Altersversorgung gewährten Auszahlungsleistungen nicht mehr der KVdR- und PVdR-Verbeitragung unterfallen. Insoweit hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz einen Missstand aufgehoben, der bis 2018 zur doppelten Verbeitragung aus Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen (Anwartschafts- und Rentenphase) geführt hatte.