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Timestamp: 2020-07-09 01:14:32
Document Index: 282382926

Matched Legal Cases: ['Art. 15', 'Art. 2', 'Art. 12', 'Art. 15', 'Art. 17', 'Art. 15', 'Art. 15']

Lawbrary | PüG - Preisüberwachungsgesetz
Beauftragter für die Überwachung der Preise (3 - 5)
Massnahmen zur Verhinderung oder Beseitigung der missbräuchlichen Erhöhung und Beibehaltung von Preisen (6 - 11)
Preismissbrauch (12 - 13)
Massnahmen bei behördlich festgesetzten oder genehmigten Preisen (14 - 14)
Massnahmen bei anderen bundesrechtlichen Preisüberwachungen (15 - 15)
Verhältnis von Untersuchungen der Wettbewerbskommission und Entscheidungen des Preisüberwachers (16 - 16)
Auskunftspflicht, Mitwirkung und Geheimhaltung (17 - 19)
Rechtsschutz (20 - 22)
Strafbestimmungen (23 - 25)
Schlussbestimmungen (26 - 27)
Das Ge­setz gilt für Prei­se von Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen ein­sch­liess­lich der Kre­di­te. Aus­ge­nom­men sind Löh­ne und an­de­re Leis­tun­gen aus dem Ar­beits­ver­hält­nis so­wie die Kre­dit­tä­tig­keit der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Okt. 1991 (AS 1991 2092; BBl 1990 I 97).
Das Ge­setz gilt für Wett­be­werb­sa­b­re­den im Sin­ne des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 19952und für markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men des pri­va­ten und des öf­fent­li­chen Rechts.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1996 (AS 1996 546 1805; BBl 1995 I 468).
1Der Bun­des­rat wählt einen Be­auf­trag­ten für die Über­wa­chung der Prei­se (Preis­über­wa­cher).
2Der Preis­über­wa­cher ist dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung1 un­ter­stellt. Es steht ihm ein Mit­ar­bei­ter­stab zur Ver­fü­gung.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 33 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Der Preis­über­wa­cher be­ob­ach­tet die Preis­ent­wick­lung.
2Er ver­hin­dert oder be­sei­tigt die miss­bräuch­li­che Er­hö­hung und Bei­be­hal­tung von Prei­sen. Vor­be­hal­ten bleibt die Über­wa­chung be­stimm­ter Prei­se durch an­de­re Be­hör­den (Art. 15).
3Er ori­en­tiert die Öf­fent­lich­keit über sei­ne Tä­tig­keit.
1Die Preis­über­wa­chung er­folgt in Zu­sam­men­ar­beit mit den in­ter­es­sier­ten Krei­sen. Bei Kre­dit­zin­sen han­delt der Preis­über­wa­cher ins­be­son­de­re nach ein­ge­hen­der Kon­sul­ta­ti­on mit der Na­tio­nal­bank und der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht1.2
2Der Preis­über­wa­cher ar­bei­tet mit der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on3 zu­sam­men. Er nimmt mit be­ra­ten­der Stim­me an de­ren Sit­zun­gen teil.
3Preis­über­wa­cher und Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ori­en­tie­ren sich ge­gen­sei­tig über wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen.
4Sind Fra­gen des per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reichs (Art. 2) und des wirk­sa­men Wett­be­wer­bes (Art. 12) zu be­ur­tei­len, so ha­ben der Preis­über­wa­cher oder die zu­stän­di­ge Be­hör­de (Art. 15) die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on zu kon­sul­tie­ren, be­vor sie ei­ne Ver­fü­gung tref­fen. Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann die Stel­lung­nah­men ver­öf­fent­li­chen.4
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Okt. 1991 (AS 1991 2092; BBl 1990 I 97).
3 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1996 (AS 1996 546 1805; BBl 1995 I 468). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Okt. 1991 (AS 1991 2092; BBl 1990 I 97).
Be­ab­sich­ti­gen Be­tei­lig­te an Wett­be­werb­sa­b­re­den oder markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men ei­ne Preis­er­hö­hung, kön­nen sie die­se dem Preis­über­wa­cher un­ter­brei­ten.1 Die­ser er­klärt in­nert 30 Ta­gen, ob er die Preis­er­hö­hung für un­be­denk­lich hält.
Wer ver­mu­tet, die Er­hö­hung oder Bei­be­hal­tung ei­nes Prei­ses sei miss­bräuch­lich, kann dies dem Preis­über­wa­cher schrift­lich mel­den.
Auf­grund der Mel­dun­gen oder ei­ge­ner Be­ob­ach­tun­gen klärt der Preis­über­wa­cher ab, ob An­halts­punk­te für ei­ne miss­bräuch­li­che Preis­er­hö­hung oder -bei­be­hal­tung be­ste­hen.
Stellt der Preis­über­wa­cher einen Miss­brauch fest, strebt er mit den Be­trof­fe­nen ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung an; die­se be­darf kei­ner be­son­de­ren Form.
Kommt kei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung zu­stan­de, un­ter­sagt der Preis­über­wa­cher die Er­hö­hung ganz oder teil­wei­se oder ver­fügt ei­ne Preis­sen­kung.
1Die ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung oder der Ent­scheid sind in ih­rer Gül­tig­keit zu be­fris­ten.
2Der Preis­über­wa­cher er­klärt sie auf An­trag des Be­trof­fe­nen vor Fri­sta­blauf als hin­fäl­lig, so­fern sich die tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se in­zwi­schen we­sent­lich ge­än­dert ha­ben.
1Preis­miss­brauch im Sin­ne die­ses Ge­set­zes kann nur vor­lie­gen, wenn die Prei­se auf dem be­tref­fen­den Markt nicht das Er­geb­nis wirk­sa­men Wett­be­werbs sind.
2Wirk­sa­mer Wett­be­werb be­steht ins­be­son­de­re, wenn die Ab­neh­mer die Mög­lich­keit ha­ben, oh­ne er­heb­li­chen Auf­wand auf ver­gleich­ba­re An­ge­bo­te aus­zu­wei­chen.
1Bei der Prü­fung, ob ei­ne miss­bräuch­li­che Er­hö­hung oder Bei­be­hal­tung ei­nes Prei­ses vor­liegt, hat der Preis­über­wa­cher ins­be­son­de­re zu be­rück­sich­ti­gen:
die Preis­ent­wick­lung auf Ver­gleichs­märk­ten;
die Not­wen­dig­keit der Er­zie­lung an­ge­mes­se­ner Ge­win­ne;
die Kos­ten­ent­wick­lung;
be­son­de­re Un­ter­neh­mer­leis­tun­gen;
be­son­de­re Markt­ver­hält­nis­se.
2Bei der Über­prü­fung der Kos­ten kann der Preis­über­wa­cher auch den Aus­gangs­preis (Preis­so­ckel) be­rück­sich­ti­gen.
1Ist die Le­gis­la­ti­ve oder die Exe­ku­ti­ve des Bun­des, ei­nes Kan­tons oder ei­ner Ge­mein­de zu­stän­dig für die Fest­set­zung oder Ge­neh­mi­gung ei­ner Preis­er­hö­hung, die von den Be­tei­lig­ten an ei­ner Wett­be­werb­sa­b­re­de oder ei­nem markt­mäch­ti­gen Un­ter­neh­men be­an­tragt wird, so hört sie zu­vor den Preis­über­wa­cher an.1 Er kann be­an­tra­gen, auf die Preis­er­hö­hung ganz oder teil­wei­se zu ver­zich­ten oder einen miss­bräuch­lich bei­be­hal­te­nen Preis zu sen­ken.
2Die Be­hör­de führt die Stel­lung­nah­me in ih­rem Ent­scheid an. Folgt sie ihr nicht, so be­grün­det sie dies.
3Bei der Prü­fung der Fra­ge, ob ein Preis­miss­brauch vor­liegt, be­rück­sich­tigt der Preis­über­wa­cher all­fäl­li­ge über­ge­ord­ne­te öf­fent­li­che In­ter­es­sen.
1Wer­den ver­ab­re­de­te Prei­se oder Prei­se ei­nes markt­mäch­ti­gen Un­ter­neh­mens be­reits auf­grund an­de­rer bun­des­recht­li­cher Vor­schrif­ten über­wacht, so be­ur­teilt sie die zu­stän­di­ge Be­hör­de an­stel­le des Preis­über­wa­chers.1
2Die Be­hör­de rich­tet sich da­bei nach dem vor­lie­gen­den Ge­setz, so­weit dies mit den Zie­len ih­rer Über­wa­chung ver­ein­bar ist.
2bisDie Be­hör­de ori­en­tiert den Preis­über­wa­cher über die von ihr vor­zu­neh­men­den Preis­be­ur­tei­lun­gen. Der Preis­über­wa­cher kann be­an­tra­gen, auf ei­ne Preis­er­hö­hung ganz oder teil­wei­se zu ver­zich­ten oder einen miss­bräuch­lich bei­be­hal­te­nen Preis zu sen­ken.2
2terDie Be­hör­de führt die Stel­lung­nah­me des Preis­über­wa­chers in ih­rem Ent­scheid an. Folgt sie ihr nicht, so be­grün­det sie dies.3
3Ver­fah­ren, Rechts­schutz und Straf­fol­gen rich­ten sich nach den ent­spre­chen­den bun­des­recht­li­chen Er­las­sen.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Okt. 1991 (AS 1991 2092; BBl 1990 I 97).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Okt. 1991 (AS 1991 2092; BBl 1990 I 97).
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann Un­ter­su­chun­gen ge­gen Wett­be­werb­sa­b­re­den oder markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men ein­lei­ten, auch wenn der Preis­über­wa­cher den Preis her­ab­ge­setzt oder das Ver­fah­ren ein­ge­stellt hat.
2Dem Preis­über­wa­cher bleibt die Über­prü­fung der Miss­bräuch­lich­keit von ver­ab­re­de­ten Prei­sen oder Prei­sen von markt­mäch­ti­gen Un­ter­neh­men vor­be­hal­ten.
Be­tei­lig­te an Wett­be­werb­sa­b­re­den, markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men so­wie am Markt be­tei­lig­te Drit­te müs­sen dem Preis­über­wa­cher al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len und die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung stel­len.1 Drit­te sind zur Of­fen­ba­rung von Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­sen nicht ver­pflich­tet.
Der Preis­über­wa­cher kann von Amts­stel­len und Auf­sichts­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und Ge­mein­den so­wie von Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft ver­lan­gen, bei sei­nen Ab­klä­run­gen mit­zu­wir­ken und die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len.
1Der Preis­über­wa­cher wahrt das Amts­ge­heim­nis.
2Er darf kei­ne Ge­schäfts­ge­heim­nis­se preis­ge­ben.
Der Rechts­schutz rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 137 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Den Or­ga­ni­sa­tio­nen von na­tio­na­ler oder re­gio­na­ler Be­deu­tung, die sich sta­tu­ten­ge­mä­ss dem Kon­su­men­ten­schutz wid­men, steht das Be­schwer­de­recht zu.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 137 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
ei­ne ver­füg­te Preis­sen­kung nicht vor­nimmt,
trotz Un­ter­sa­gung einen Preis er­höht oder
ein­ver­nehm­lich ge­re­gel­te Prei­se über­schrei­tet,
wird mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.
2Der Ver­such ist straf­bar.
Wer vor­sätz­lich:
der Aus­kunfts­pflicht (Art. 17) nicht nach­kommt oder
un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht,
wird mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.
1Für die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung der straf­ba­ren Hand­lun­gen gilt das Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­setz vom 22. März 19741.
2Ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Ver­wal­tungs­be­hör­de ist das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung.
1Der Preis­über­wa­cher und die zu­stän­di­gen Be­hör­den (Art. 15) voll­zie­hen die­ses Ge­setz.
2Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen. Ins­be­son­de­re kann er Be­stim­mun­gen über die Ko­or­di­na­ti­on der Tä­tig­kei­ten des Preis­über­wa­chers und der zu­stän­di­gen Be­hör­den (Art. 15) er­las­sen.1