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Timestamp: 2018-08-15 05:42:39
Document Index: 248169946

Matched Legal Cases: ['§ 446', '§ 434', '§ 476', '§ 363', '§ 640', '§ 474', '§ 476']

Gebrauchtwagenkauf und Gewährleistung - Schaden & Recht - Passat Forum
Ein frohes Fest zusammen,
folgendes Problem, wer kann mir sagen ob die Lichtmaschine unter die Gewährleistung eines Gebrauchtwagen fällt.
wurde ein FZG gekauft bei einem Händler (kein VW-Händler) nach knapp einem Monat versagt die LiMa und der Verkäufer sagt es sei ein Verschleißteil und somit fällt es nicht unter die Gewährleistung.
Ich würde es eher als versteckten Mangel sehen aber weiß leider nicht ob die LiMa auch darunter fällt.
25. Dezember 2014, 13:33
Die ersten 6 Monate ist EGAL was defekt ist. Gewährleistung!
Das kann 1000 mal ein "VerschleissTeil" sein, speziell eine LiMa verschleisst nicht in 4 Wochen.
Genau dafür gibt es dieses Gesetz was derartige Mängel "als bei Übergabe schon vorhanden" abdeckt.
25. Dezember 2014, 13:40
auch wenn das FZG Bj 04 und ne Laufleistung von ca. 125.000 km hat?
sorry, dass die Angaben erst jetzt kommen *schäm*
25. Dezember 2014, 14:11
Das kannst Du alles selber "erlesen". Die Gewährleitung ist GESETZLICH, die kann kein Händler umgehen oder ausschliessen. Er kann diese bei Gebrauchtware nur explizit und Schriftlich verkürzen (von 24 auf 12 Monate). Macht er das aus Dummheit nicht, greifen immer die 24! löl
Wenn er sie direkt ausschliessen will, muss er den Artikel an "Export" respektive andere Gewerbetreibende verkaufen, dann kann er diese zu 100% ausschliessen.
Bei Privatpersonen greift die immer.
Egal was er meint, in den "Vertrag" schreiben zu müssen (der dann im Normalfall sogar unwirksam wird)
Siregga schrieb:
Was interessiert Dich was er für Laufeistung hat und wann gebaut wurde??
Mangel (Kaufrecht)
Die Gewährleistung umfasst sowohl die Haftung für Sachmängel, d. h. Mängel in Bezug auf die Beschaffenheit des Kaufgegenstandes, als auch für Rechtsmängel, wie z. B. das fehlende Eigentum (sofern kein gutgläubiger Erwerb möglich ist). Ein vom Verkäufer zu vertretender Mangel muss bei Gefahrenübergang (also meist nach § 446 BGB bei Übergabe der Sache) vorliegen (§ 434 Abs. 1 S. 1 BGB); jedoch können auch später auftretende Defekte Sachmängel sein, wenn sie schon bei Gefahrübergang im Keim angelegt waren (so genannte Keimtheorie). Beim Kauf von Verbrauchsgütern (=beweglichen Sachen) sieht das Gesetz (§ 476
BGB) als grundsätzliche Beweiserleichterung für Verbraucher vor, dass ein Mangel, der sich innerhalb von sechs Monaten nach Gefahrübergang zeigt, bereits beim Kauf vorhanden gewesen sein dürfte (Beweislastumkehr), es sei denn, das Gegenteil wäre offensichtlich.
Offensichtlich wäre eine zb qualmende/schlagende oder ähnlich von groben Ausfällen, offensichtlich geschädigte LiMa gewesen.
Läuft der Wagen unauffällig ohne tatsache offensichtliche Mängel, ist das ganze ein verdeckter/versteckter Mangel, der schon bei der Übergabe vorlag.
Für die Beweislast gilt allgemein § 363 BGB: Hat der Käufer die Sache als Erfüllung angenommen oder im Werkvertragsrecht der Besteller die Sache abgenommen (§ 640 BGB), trifft den Käufer oder den Besteller die Beweislast für a) den Sachmangel an sich und b) dafür, dass dieser Mangel von Anfang an vorhanden war, wenn sie Mängelansprüche geltend machen. Abweichend gilt beim Verbrauchsgüterkauf (§ 474 BGB) teilweise nach § 476 BGB eine Beweislastumkehr in Form einer Vermutung: Hier wird in den ersten sechs Monaten nach Übergabe vermutet, dass der Mangel schon bei der Übergabe vorlag, „es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache (beispielsweise bei typischen Verschleißteilen und kurzlebigen Verbrauchsgütern) oder des Mangels (etwa weil der Mangel so offensichtlich ist, dass er bereits beim Kauf hätte bemerkt werden müssen) unvereinbar“. Erst danach muss der Käufer die Mangelhaftigkeit bei Übergabe beweisen.
Die LiMa ist kein "typisches Verschleißteil", die LiMa hält normal ein Autoleben, was einige Hersteller mit ~160tkm definieren.
Ist mal also innerhalb der 6 Monatsfrist, sind derartige Schäden Problem des Verkäufers.
Quelle der Auszüge: http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%A4hrleistung
25. Dezember 2014, 14:35
Und noch mals besten Dank für deine Mühe am ersten Weihnachtstag.
Du hast nicht nur mir Weihnachten versüßt
Beitrag von Dieter67 ( 2. Februar 2015, 10:16 )
Dieser Beitrag wurde von Schorni gelöscht ( 2. Februar 2015, 10:20 ).
Gewährleistungsrechte hat man nur unter der Voraussetzung, dass der Mangel, den man moniert, bereits beim so genannten Gefahrenübergang - grundsätzlich die Übergabe vom Verkäufer an den Käufer - vorhanden oder zumindest angelegt war.
In dem Fall, dass die Lichtmaschine 4 Wochen nach Übergabe des Fahrzeugs defekt geht, ist das das Pech des Käufers - nicht das des Verkäufers! Wenn nicht bereits ein anderer Sachmangel, der schon im Zeitpunkt der Übergabe vorhanden war, den Defekt der Lichtmaschine verursacht hat, ist der Verkäufer nicht dafür haftbar zu machen.
Stichwort 6 Monate Beweislastumkehr. Sie gilt dann, wenn ein Verbraucher von einem Unternehmer (meistens Gewerbetreibende) kauft. Das heißt, sollte sich ein Mangel innerhalb der ersten 6 Monate nach Erhalt der Kaufsache zeigen (!), wird von Gesetzes wegen zunächst (!) davon ausgegangen, dass dieser Mangel auch schon im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs vorhanden war. Der Verkäufer muss dann darlegen, dass und warum der Mangel nicht bereits zu diesem Zeitpunkt vorlag. Im Falle der Lichtmaschine relativ einfach: Die Lichtmaschine funktionierte bei Übergabe mangelfrei, das Fahrzeug fuhr 4 Wochen und X Kilometer fehlerfrei, was mit einer defekten Lichtmaschine nicht der Fall gewesen wäre.
Würde man den Fall jetzt weiterspinnen, müsste der Käufer jetzt einen versteckten Mangel darlegen und auch beweisen, der für den späteren Ausfall der Lichtmaschine verantwortlich war. Erst wenn ihm das gelänge, würde sich die Beweislastumkehr auch auf diesen Mangel erstrecken, sodass man zunächst davon ausginge, dass dieser Mangel schon im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs vorlag.
Zusammengefasst: Ein Bauteil des Fahrzeugs geht offensichtlich erst nach der Übergabe mir nichts dir nichts kaputt, ist das prinzipiell das Pech des Käufers. Stellt man aber innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe einen Mangel fest, gilt zunächst die Vermutung, dass dieser auch schon bei Übergabe vorlag. Beispiel: Autokauf im Winter, elektrisches Schiebedach erst im Frühling ausprobiert, Schiebedachmotor funktioniert nicht = Paradebeispiel für die Beweislastumkehr. Das heißt, wenn der Verkäufer nicht belegen kann, dass im Zeitpunkt der Übergabe der Schiebedachmotor einwandfrei lief, muss er diesen Mangel beheben.
P.S.: Werkvertragliche Gewährleistung ist zu unterscheiden von kaufvertraglicher Gewährleistung, Schorni!!! *motz*
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Schmitti ( 22. Februar 2015, 23:27 )
Beitrag von The Stig ( 23. Februar 2015, 01:00 )
Dieser Beitrag wurde von Schorni aus folgendem Grund gelöscht: Der Gewerbliche löscht den gequirlten dann mal ( 23. Februar 2015, 01:07 ).
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