Source: http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/BMUB-IGI2-20170123-SF-A004.htm
Timestamp: 2018-04-25 20:52:49
Document Index: 387023962

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 17', '§ 22', '§ 10', '§ 10', '§ 22']

BMUB-IGI2-20170123-SF-A004
BMUB-IGI2-20170123-SF-A004.htm
Schwefelabscheidung, Abgasreinigung, An-/ Abfahrzeiten
(§ 20 Absatz 1 und 6, § 17 Absatz 2 und 3, § 22 Absatz 1 der 13. BImSchV)
Bei Feuerungsanlagen mit Entschwefelungseinrichtungen ist in Abhängigkeit von der Betriebsfahrweise und dem System der Entschwefelungseinrichtungen die Art der kontinuierlichen Überwachung der Emissionen von der zuständigen Behörde im Einzelfall festzulegen. Bei allen Feuerungsanlagen mit Schwefeldioxid-Begrenzungen handelt es sich um die Summen aus Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid. Im Folgenden wird nur der Begriff Schwefeldioxid dazu verwendet.
Bei Feuerungsanlagen mit Abgasreinigungseinrichtung kann der Schwefelabscheidegrad oder im Speziellen der Schwefelemissionsgrad durch Messungen der Schwefeldioxidkonzentration und der zugehörigen Bezugsgrößen im ungereinigten und gereinigten Abgas bestimmt werden. Wird der Schwefelabscheidegrad bzw. der Schwefelemissionsgrad ausschließlich durch Einsatz der Abgasreinigungseinrichtung eingehalten, ist das jeweilige Reingas-Rohgasverhältnis Grundlage der Grenzwertberechnung.
Die Schwefeleinbindung in die festen Verbrennungsrückstände ist bei der Ermittlung des Schwefelabscheidegrades der Abgasreinigungseinrichtung rechnerisch zu berücksichtigen.
Soll die natürliche oder durch Zugabe von Sorbentien erhöhte Schwefeleinbindung in die festen Verbrennungsrückstände angerechnet werden, ist die natürliche Schwefeleinbindung oder der Zusammenhang zwischen dem Dosierverhältnis von Additiv zum Brennstoff und der Schwefeleinbindung in die festen Verbrennungsrückstände im Rahmen der Kalibrierung durch eine Stelle, die über eine Bekanntgabe für den Tätigkeitsbereich der Gruppe II Nummer 1 gemäß der Anlage 1 der 41. BImSchV verfügt, wiederkehrend zu ermitteln.
Wird in der Abgasreinigungsanlage nur ein Abgasteilstrom behandelt, ist dieser Sachverhalt bei der Ermittlung entsprechend zu berücksichtigen.
In besonderen Fällen kann der Schwefelabscheidegrad durch Analyse des Brennstoffschwefels und Messung der Schwefeldioxidkonzentration im gereinigten Abgas bestimmt werden.
Der Schwefelabscheidegrad ist als Tagesmittelwert zu klassieren. In Fällen nach D 1.3 sind die Intervalle der Schwefelanalyse im Brennstoff durch die Behörde festzulegen.
An- und Abfahrzeiten, bei denen das Zweifache des Emissionsgrenzwertes aus technischen Gründen überschritten wird, sind entsprechend Anhang B 2.16 zu klassieren.
Ausfallzeiten der Abgasreinigungseinrichtung sind zusätzlich zur Klassierung nach Anhang B 2.15 in folgenden Klassen zu erfassen:
je aktuellem ununterbrochenen Ereignis (auch über den Tages- oder Jahreswechsel hinaus) in Sonderklasse S12,
als Summe gleitend über einen Zwölf-Monats-Zeitraum in Sonderklasse S13
Die Kriterien für das Statussignal sind durch die zuständige Behörde festzulegen. Die Sonderklasse S12 (aktueller ARE-Ausfall) soll mit Beginn der nächsten Ausfallzeit automatisch gelöscht werden.
(§ 10 der 13. BImSchV)
Bei Misch- und Mehrstofffeuerungen ist in Abhängigkeit von der Fahrweise und dem Verhältnis der eingesetzten Brennstoffmengen die Art der kontinuierlichen Überwachung der Emissionen von der zuständigen Behörde im Einzelfall festzulegen.
Zur Verminderung des Aufwandes kann eine Auswertung unter Verwendung eines an das Brennstoff-Mischungsverhältnis gleitend angepassten Grenzwertes vorgenommen werden. Hierzu sind Klassen einzurichten, die für jede Komponente in Prozent vom jeweiligen Halbstundenmischgrenzwert und vom Tagesmittelmischgrenzwert diese Werte erfassen. Zusätzlich zu den abgespeicherten Halbstunden-Mittelwerten ist der zugehörige gleitende Grenzwert mit Sauerstoffbezug abzuspeichern.
Bei Mischfeuerungen nach § 10 der 13. BImSchV oder Nummer 5.4.1.2.4 TA Luft ist bei der Kalibrierung das Brennstoffgemisch einzusetzen, für das der höchste Emissionsgrenzwert gilt.
Bei Mehrstofffeuerungen besteht die Möglichkeit, mehrere, den gebräuchlichen Brennstoffen zugeordnete Kalibrierkurven aufzunehmen und die Aus-werteeinrichtung so auszulegen, dass bei einem Wechsel des Brennstoffes die Auswertung auf die zugeordnete Kalibrierkurve umgestellt wird. Die beim Einsatz verschiedener Brennstoffe gewonnenen Mittelwerte sollten getrennt klassiert und gespeichert werden (z.B. als verschiedene Betriebsarten).
(§ 22 der 13. BImSchV)
Die Kurzzeitmittelwerte werden analog zu Anhang C 2 und C 3 klassiert (siehe Bild D 1). Ist der Grenzwert für den Kurzzeitmittelwert gesondert festgelegt, so kommt dieser zur Anwendung.
Anmerkung: Wird optional der Schwefelabscheidegrad als Halbstundenmittelwert klassiert, soll die Klassierung invers erfolgen.
Zusätzlich zu den Sonderklassen nach Anhang C 3 werden folgende Sonderklassen eingeführt:
Aktueller ARE-Ausfall über einen Tag hinaus (vgl. D 1.6)
Gleitender Summenstand aller ARE-Ausfälle innerhalb zwölf Monate (vgl. D 1.6)
Die Tagesmittelwerte werden analog nach Anhang C 4 klassiert (siehe Bild D 1).
Zusätzlich zu den Klassen TS1 und TS2 werden folgende Klassen eingeführt:
Tagesmittelwerte, an denen die Messeinrichtung mehr als sechs Halbstundenmittelwerte wegen Störung oder Wartung nicht in Betrieb war (Verfügbarkeit nicht eingehalten, vgl. 2.1.4).
Anmerkung: Die Klasse TS3 entfällt bei der Klassierung der Rußzahl.
Tagesmittelwerte, an denen der Schwefelabscheidegrad eingehalten wird.
Anmerkung: Das Ende der Klasse entspricht dem Grenzwert (inverse Klassierung)
Tagesmittelwerte, an denen der Schwefelabscheidegrad nicht eingehalten wird.
Alternativ bzw. zusätzlich können beim Schwefelabscheidegrad auch die Klassen T1 bis T10 und TS1 belegt werden; die Klassen TS2 und TS3 sind immer zu belegen.
Anmerkung: Die Bildungsvorschrift für Langzeitmittelwerte nach Anhang B 3.1 gilt nicht für den Jahresmittelwert bei Anlagen der 13. BImSchV.
Zusätzlich zu den Ereignismeldungen entsprechend Anhang B 2.17 bzw. B 3.10 sind folgende Ereignismeldungen auszugeben:
Sonderklasse S12 (wenn ≥ 49 Einträge in Folge):
„ARE-Ausfall > 24 h“ mit Ausgabe des Zählerstandes
Sonderklasse S13 (wenn Zählerstand ≥ 241):
„ARE-Ausfall > 120 h“ (Ausgabe einmalig je Tag)
Beträgt bei Sonderklasse S12 der Zählerstand < 49 sowie bei Sonderklasse S13 der Zählerstand < 241 erfolgt keine Ereignismeldung. Bei Sonderklasse TS4 entfällt die Ereignismeldung.
Die Datenausgabe zum Jahresabschluss muss zusätzlich folgende Daten umfassen (vgl. Anhang B 4.4.1):
Jahresmittelwerte mit Angabe des Bezugsjahres (JMW – Bezugsjahr) der vergangenen fünf Kalenderjahre als Massenkonzentration sowie die Anzahl der für die Bildung des jeweiligen Jahresmittelwertes zugrunde liegenden Tagesmittelwerte (Anzahl-TMW – Bezugsjahr)
Bild D 1: Klassierung am Beispiel von Halbstunden- und Tagesmittelwerten
nicht beurteilungspflichtig sowie unplausibel
ARE-Ausfall je 12 Monate
Sonderregelung: Überschreitung Grenzwert für HMW bei An-/ Abfahren
ÜberschreitungTGW
≥SAG