Source: http://www.banknews.at/1/category/basel%20iii/1.html
Timestamp: 2013-05-25 07:09:28
Document Index: 360757690

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§19', '§18', '§40', '§39', '§39']

0 Comments 94% der Entscheider in Kreditinstituten sehen die Bankenregulierung als größte Herausforderung für die kommenden drei Jahre. Vor allem Basel III und MaRisk machen ihnen zu schaffen. Durch die strengeren Auflagen der Regulierer müssen fast ebenso viele Kreditinstitute (93 Prozent) ihre IT und ihre Geschäftsprozesse stärker standardisieren. Das zeigt die Studie „Branchenkompass 2012 Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Sie wurde in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal durchgeführt.Stimmung hat sich aufgehellt Nach dem Zehnjahrestief 2011 blicken die Banken in Deutschland und Österreich wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Vor allem unter den Kreditbanken sind einige Optimisten zu finden – nur 29 Prozent von ihnen glauben an eine schlechtere Zukunft als in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt haben aber weiterhin die Pessimisten das Sagen: 36 Prozent der Befragten schätzen die Entwicklung der Bankbranche als schlechter ein als die der Gesamtwirtschaft. Weitere 27 Prozent halten die Zukunft für völlig ungewiss. Größte Herausforderung: RegulierungDabei sind vor allem schärfere Regulierungen und Bankenaufsicht Gründe für den weiterhin eingetrübten und unsicheren Ausblick. 94 Prozent der Banken sehen diese Themen als größte Herausforderung für das eigene Haus. Dies ist der höchste Wert in der zehnjährigen Historie des Branchenkompasses. Auf den zweiten Platz der bedeutendsten Schwierigkeiten wählen die Banker Kostenbelastungen. Drei Viertel der Befragten stehen vor der Aufgabe, Kosten senken zu müssen. Anschließend folgen erneut gesetzliche Auflagen: 74 Prozent sehen das unter anderem in MaRisk regulierte Risikomanagement als Problem der Zukunft vor Vertriebs- und Kundenmanagement. Der Wettbewerb steht immerhin noch auf dem fünften Rang der Aufgaben.Allen voran: Basel IIIUnter den Herausforderungen durch stärkere Regulierung hat vor allem Basel III an Bedeutung gewonnen. 88 Prozent der Banker wählen die Kapitalrichtlinie auf den ersten Platz der Themen, die umfangreiche Investitionen im eigenen Institut erfordern. Der Wert stieg damit im Vergleich zum vergangenen Jahr um 22 Prozentpunkte an. Auf Platz zwei folgen die neuen Liquiditätskennzahlen (LCR und NSFR) nach Basel III. Schon zum Start des Branchenkompasses 2002 war Basel – damals noch in der zweiten Version – beherrschendes Thema. Als Problem sahen es damals aber nur 23 Prozent. Heute ist Basel III ein deutlich stärkeres Thema. Die nach der Finanzkrise deutlich verschärfte Richtlinie steht nun kurz vor ihrem Inkrafttreten zum Jahresbeginn 2013. Damit jedoch noch nicht genug. Die Branche sieht sich einem ganzen Strauß von Regulierungen und Gesetzen gegenüber. Die Überarbeitung von MaRisk (BA) folgt auf Platz drei und bedeutet für 75 Prozent erhöhten Investitions- und Anpassungsbedarf. Und auch SEPA und MiFID II erfordern bei etwa jedem sechsten Kreditinstitut weitere Investitionen.Hoher InvestitionsbedarfDie Erfüllung dieser aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfordert derzeit umfangreiche Mittel. Die befragten Entscheider geben an, etwa 18,4 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für das Meldewesen und die Gesamtbanksteuerung aufwenden zu wollen, bei den Kreditbanken sind es sogar 20,4 Prozent. Höhere Investitionen tätigen die Unternehmen nur noch im Vertrieb und Kundenmanagement (29,1 Prozent). Für das Geschäftsprozessmanagement stehen dagegen mit 16,2 Prozent weniger Mittel als im Vorjahr zur Verfügung. Kostendruck und die durch die Regulierungen gestiegenen Anforderungen an das Meldewesen führen darüber hinaus zu mehr Bestrebungen in der Standardisierung. 93 Prozent der befragten Entscheider wollen ihre IT sowie ihre Prozesse standardisieren und dadurch effizienter machen. Um diese Herausforderung zu meistern, erwarten 70 Prozent der Befragten, dass kleinere Banken bei IT und Prozessen stärker mit großen Kreditinstituten kooperieren müssen.Quelle: Steria Mummert ConsultingHintergrundinformationenFür die Studie „Branchenkompass 2012 Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut befragte forsa im August und September 2012 120 Entscheider aus 120 Kreditinstituten in Deutschland und Österreich. Die Institute gehören zu den nach ihrer Bilanzsumme größten im Land. Sie repräsentieren die drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft: Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Kreditbanken. Die Entscheider wurden zu den Branchentrends sowie zu den Strategien und Investitionszielen bis 2015 interviewt. Befragt wurden jeweils die Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter der Unternehmensentwicklung, die Leiter von Finanzen und Controlling oder die Vertriebs- und Marketingleiter. Die Befragungen wurden mit der Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durchgeführt. Der Branchenkompass erscheint in Deutschland jährlich seit 2002. Add Comment Die Auswirkungen einer EZB-Aufsicht auf Österreichs Regionalbanken 30/10/2012
0 Comments Die kürzliche Einigung der EU-Finanzminister, "im Laufe des Jahres 2013" eine gemeinsame Bankaufsicht für alle 6.000 Banken der Eurozone etablieren zu wollen, wurde von den Politikern und Medien vorwiegend positiv aufgenommen:„Europäische Bankenaufsicht bekommt endlich Zähne“ schreibt zum Beispiel die Europaabgeordnete Evelyn Regner. Geradezu begeistert war auch der stv. Bundessprecher der Grünen, Werner Kogler: "Das sollte insbesondere Zypern betreffen, dass seine Bankenprobleme nicht länger verschleiern wird können", so Kogler in einer Presseaussendung.Die Österreichische BankenstrukturDass die neue Bankenaufsicht auch Österreichs Institute betrifft, ist scheinbar Nebensache. "Das kann ja für die paar Austro-Banken kein Problem sein", so die vorherrschende Meinung, die ich in der öffentlichen Meinung wahrgenommen habe. "Raiffeisen und Erste sind doch groß genug, um damit umgehen zu können". Die korrekte Einschätzung der Folgen der zukünftig in der EZB angesiedelten Aufsicht bedarf aber eines etwas genaueren Blickes auf die österreichische Bankenstruktur: 2/3 der Österreicher führen ein Konto bei einer Bank der dezentral organisierten Sektoren, nämlich bei Raiffeisenbanken, Sparkassen oder Volksbanken - in der Folge kurz "Regionalbanken" genannt (diese Bezeichnung würde noch auf ein paar weitere, einzelne Institute zutreffen). Über 700 Austro-BankenAlso wenn sich die EZB-Aufsicht um diese 3 Banken kümmert, ist das ja kein Problem, meinen Sie? Weit gefehlt: es sind nicht 3, sondern 730 selbständige Institute (inkl. Sonderbanken) in Österreich gemäß Bankwesengesetz, mit eigener Bankkonzession, Jahresabschluss und - das ist der zentrale Punkt dieser Erläuterung - den von den Gesetzen verordneten und damit von den Aufsehern zu überprüfenden, internen Kontrolleinrichtungen. Österreich weist damit nach Deutschland (1.737 Banken) die meisten Kreditinstitute der EU aus! Lt. FMA sind 3-4 der über 700 österreichischen Banken tatsächlich systemrelevant. Tu felix (overbanked) Austria?Diese historisch gewachsene Bankenstruktur in Österreich wird oft als "overbanked" bezeichnet, bietet aber auch enorme Vorteile: durch die (aus dem Blickwinkel der Aufsicht) hohe Risikostreuung und die Sicherungseinrichtungen der einzelnen Sektoren haben dazu geführt, dass keine einzige dieser 631 Banken vom Staat gestützt werden musste oder ein Sparer nur 1 Cent verlor. Die regionale Verankerung dieser Institute und die gute Marktkenntnis führen zu kurzen Entscheidungswegen, die in den Satzung verankerten Förderaufträge bringen Wertschöpfung für die Region, ihre Menschen und Unternehmen. (Mehr dazu hier: Warum "overbanked" auch gut sein kann). klick to zoom: Struktur der 3 dezentral organisierten Banksektoren in Ö.(schematische/beispielhafte Darstellung) (c) banknews.at Deratige Leistungen führen jedoch auch zu höheren Kosten: teure Filialstrukturen (mit Kleingeschäftsstellen als regionaler Nahversorger) haben die Erträge der Regionalbanken in den letzten Jahren stark unter Druck gesetzt, die historisch niedrige Zinssituation tut ihr Übriges.Regulierung als Antwort auf die FinanzkriseDie Aufsichtsbehörden, egal ob national oder EU-weit, können natürlich nicht jede einzelne Banktransaktion prüfen. Deshalb erzwingen sie die Installierung von bankinternen und auch externen Prüfungsstrukturen. Diese auf EU-Ebene beschlossene Gesetze zur Bankenregulierung wie etwa Basel II, MiFID oder bald MiFID II und Basel III wurden/werden von den EU-Mitgliedsländern in nationales Recht umgewandelt. Die Einhaltung dieser Gesetze wird in Österreich von FMA und OeNB überwacht. Diese Gesetze sind natürlich auch von allen 631 Regionalbanken einzuhalten. Und obwohl zum Beispiel Basel II explizit die "doppelte Proportionalität " vorsieht (Steuerungsinstrumentarien in einer Bank als auch die Intensität der Überwachung durch die Bankenaufsicht sollen proportional zu den eingegangenen Risiken einer Bank sein), gilt es ein Mindestmaß an Kontrolleinrichtungen einzuhalten, die von der OeNB/FMA als "Mindeststandards" interpretiert und veröffentlicht werden. Die nationalen Interpretationen sind deshalb nötig, weil die inhomogene Bankenstruktur in Europa keine ausreichend genauen, eu-weit einheitlichen Umsetzungsvorgaben ermöglicht.Hier nun eine (unvollständige) Auflistung an Kontrolleinrichtungen, die auch jede der 631 österreichischen Regionalbanken vorhalten muss - egal ob es sich dabei um dabei um die Steiermärkische Sparkasse mit 269 Filialen oder die Raiffeisenbank Blindenmarkt mit 1 (in Worten: einer) Geschäftsstelle und 7 Mitarbeitern handelt: - Interne Revision"Unmittelbar den Geschäftsleitern unterstehende Einrichtung, die ausschließlich der laufenden und umfassenden Prüfung der Gesetzmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit des gesamten Unternehmens dient (§ 42 Abs. 1 BWG)." Quelle: FMA-Mindeststandards für die interne Revision (pdf)- Risikomanagement lt. Bankwesengesetz"Vor dem Hintergrund der Vielschichtigkeit des Risikomanagementprozesses kommt der konkreten organisatorischen Ausgestaltung hohe Bedeutung zu. Dabei sollte gewährleistet werden, dass Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen klar definiert und festgelegt sind. Außerdem ist im Rahmen der Ausgestaltung der Aufbauorganisation sicherzustellen, dass miteinander unvereinbare Täigkeiten durch unterschiedliche Organisationseinheiten ausgeführt werden. Dabei trägt die Geschäftsleitung die Verantwortung, Interessenkonflikte zu verhindern."Quelle: FMA/OeNB; ICAAP: Leitfaden zur Gesamtbankrisikosteuerung (pdf)- Risikomanagement lt. Wertpapieraufsichtsgesetz"Ein Rechtsträger hat eine unabhängige Risikomanagement-Funktion dauerhaft einzurichten, soweit dies angesichts der Art, dem Umfang und der Komplexität seiner Geschäftstätigkeit sowie der Art und dem Umfang der erbrachten Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten angemessen und verhältnismäßig ist"Quelle: Wertpapieraufsichtsgesetz §19, Abs. 2- Compliance Office"Ein Rechtsträger hat eine unabhängige Compliance-Funktion dauerhaft einzurichten. ...Die mit der Funktion betrauten Personen müssen über die notwendigen Befugnisse, Ressourcen und Fachkenntnisse verfügen und zu allen für sie relevanten Informationen Zugang haben; es ist ein Compliance-Beauftragter zu benennen, der für die Compliance-Funktion und die Erstellung eines Tätigkeitsberichts verantwortlich ist; relevante Personen, die in diese Funktion eingebunden sind, dürfen nicht in die Dienstleistungen oder Tätigkeiten eingebunden werden, die sie überwachen;"Quelle: Wertpapieraufsichtsgesetz §18, Abs. 3,4- Geldwäsche und Terrorismusfinanzierungs-Prävention"Kredit- und Finanzinstitute haben weiters risikobasierte und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um eine kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung, einschließlich einer Überprüfung der im Verlauf der Geschäftsbeziehung abgewickelten Transaktionen, durchzuführen, um sicherzustellen, dass diese mit den Kenntnissen der Institute über den Kunden, seine Geschäftstätigkeit und sein Risikoprofil, einschließlich erforderlichenfalls der Herkunft der Geld- oder Finanzmittel, kohärent sind, und Gewähr zu leisten, dass die jeweiligen Dokumente, Daten oder Informationen stets aktualisiert werden."Quelle: BWG §40, Abs 2a, 2b- Internes Kontrollsystem"Für jede Bank ist es erforderlich, ein funktionierendes internes Kontrollsystem zu besitzen, das auch Teile des Risikomanagements umfasst. Es liegt in der Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung, ein starkes und effektives IKS zu entwickeln, das sämtliche Bereiche und Aktivitäten der Bank abdeckt."Quelle: FMA/OeNB; ICAAP: Leitfaden zur Gesamtbankrisikosteuerung (pdf) Kleine Banken, große ProblemeErschwerend kommt hinzu, dass einige dieser Aufgaben untereinander gesetzlich nicht vereinbar sind (zB Innenrevision mit Risikomanagement) und damit eine Übernahme mehrerer Tätigkeiten durch eine Person nicht möglich ist. Auch die entsprechende fachliche Ausbildung in so vielen verschiedenen Themenbereichen und dazugehörige Vertretungsproblematik (es muss immer mind. 2 für den jeweiligen Kontrollbereich ausgebildete Mitarbeiter geben) stellt kleine Regionalbanken vor große Probleme.Outsourcing oder lokale Kooperationen innerhalb der Sektoren sind zwar möglich, befreien die Regionalbank aber nicht von der Verantwortung lt. BWG §39 und erfordern weitere Kontrollen - zB die Einhaltung von Service-Level-Agreements. Einzelne Aufgaben sind zudem nicht "auslagerbar".Dass die Kosteneffekte dieser Regulierung überproportional auf die kleinsten Banken einwirken, liegt auf der Hand - also auf jene Institute, die für die Finanzkrise wohl am wenigsten verantwortlich gemacht werden können. Aber auch in Großbanken sind die Folgen der Regulierung bereits enorm: RBI-Chef Stepic: "Von 2.000 Mitarbeitern in Österreich sind 400 nur mit Regulierung und Aufsicht beschäftigt." (Quelle: boerse-express.com)Strafen & GehälterMeinungen, dass die FMA nicht rigoros gegen Verstöße hinsichtlich der obigen Gesetze vorgehen würde, sei folgender, von der FMA stolz präsentierter Jahresbericht 2011 entgegengehalten:- Die Zahl der Verwaltungsstrafverfahren stieg von 184 im Jahr 2007 auf 708 im Jahr 2011- In Summe wurden 2011 Geldstrafen in Höhe von Euro 1,1 Mio. verhängt. Davon entfielen Euro 1,0 Mio. aufStraferkenntnisse, was ein durchschnittliches Strafausmaß von Euro 4.524,- ergibt.Quelle: FMA Jahresbericht 2011Die Strafbescheide ergehen übrigens - aufgrund der im §39 BWG verankerten Verantwortung - persönlich an die jeweiligen Geschäftsleiter. Und bevor der Beißreflex zu den "Bankergagen" einsetzt:"Im Vergleich mit der internationalen Bankenwelt wirken die Österreich-Werte aber geradezu lächerlich."Quelle: format.at"Das Gesamtbild zeigt, dass die Bezahlung bei den Genossenschaftsbanken eher am unteren Ende liegt, bei den öffentlich rechtlichen Instituten und den Spezialbanken im mittleren Bereich und bei den privaten Geschäftsbanken im oberen Bereich."Quelle: banklounge.deWas ändert sich durch die EZB-AufsichtDie EZB-Aufseher erhalten volles Durchgriffsrecht. Sie prüfen die Bilanzen, können Banken durchsuchen lassen, Geldbußen verhängen und ihnen die Banklizenz entziehen Die Aufsicht solle „in jede der 6.000 Banken der Eurozone schauen können“, sagt EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy. Das "Hineinschauen" ist aber ein sehr vager Begriff. Die Prüfung der "Hard Facts" wie die Bilanzkennzahlen sind eine verhältnissmässig einfache Angelegenheit. Spannender wird's schon beim Risikomanagement: ob EZB-Aufseher den unterschiedlichen Ansätzen für die Werthaltigkeiten von Hypotheken in Tirol, Wien oder Andalusien folgen können - oder wollen - ist fraglich. Hier liegt der Informationsvorteil klar bei den lokalen Banken (und nationalen Aufsehern), die eine bessere Kenntnis des Marktes, der Usancen und Gepflogenheiten vorweisen können (von den unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen ganz abgesehen). Und welche Auswirkungen ein schneearmer Winter auf eine Raiffeisenbank mit 4 Filialen in Tirol haben kann (ein Stress-Szenario, das tatsächlich berechnet wird), lässt sich für einen portugiesischen EZB-Aufseher wohl auch schlecht beurteilen.Die ReaktionenAus diesen und noch vielen weiteren Gründen laufen die Regionalbankvertreter Sturm. Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes: "Wenn sich EZB um alle Banken in der Eurozone kümmern muss, dann sieht sie den Wald vor lauter Bäumen nicht."Quelle. dradio.de Der BVR bleibt bei seiner strikten Ablehnung einer direkten Aufsicht für alle 6.000 Institute der Eurozone durch die EZB. "Wir begrüßen die Feststellung des Gipfels, dass die Aufsicht in differenzierter Weise erfolgen soll. Hier muss der Europäische Rat bei den kommenden Beschlüssen anknüpfen, um regionale Verbundinstitute im Gegensatz zu grenzüberschreitenden Instituten besser zu würdigen", so Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR): Eine künftige Aufsicht solle allein die systemrelevanten Banken einbeziehen. Quelle: bankmagazin.de „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die EZB sich mit kleinen und ausschließlich regional tätigen Instituten wie Sparkassen befassen sollte. Es fehlt sowohl an praktischer Aufsichtserfahrung als auch an entsprechendem Personal. Der Vorschlag der EU-Kommission, alle europäischen Banken – unabhängig von ihrer Größe und Systemrelevanz - unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank zu stellen, ist daher aus Sicht der Sparkassen abzulehnen“, betont Michael Ikrath, Generalsekretär des Österreichischen Sparkassenverbandes.Quelle: sparkassenverband.atFür die neue Superbehörde EZB, wie sie sich EU-Kommissar Michel Barnier wünscht, wäre wohl auch das Machtsymbol – der neue EZB-Bau in Frankfurt – zu klein. Insgesamt achten in der Eurozone nämlich ungefähr 9.500 Personen darauf, dass der Bankensektor nicht völlig nach Belieben agiert. Österreich hat übrigens mit 336 Mitarbeitern bei der FMA nur unwesentlich weniger Personal zur Verfügung wie zum Beispiel Frankreich. (Quelle: Deutsche Mittelstands Nachrichten)Fazit:Die von den Politikern verständlicherweise geforderte, strengere Regulierung der europäischen Banken wird - soferne es zu keiner verbesserten Differenzierung für Regionalbanken kommt - gerade jene Banken am härtesten Treffen, die für die Finanz- und Schuldenkrise am wenigsten verantwortlich gemacht werden können: die 631 österreichischen Regionalbanken mit ihren 50.000 MitarbeiterInnen, die das tägliche "Brot- und Butter-Bankgeschäft" für 2/3 der österreichischen Bevölkerung abwickeln. Bringt die Übernahme der Aufsicht durch die EZB bei der Raiffeisenbank Blindenmarkt mit ihren 7 Mitarbeitern ein erhöhte Sicherheit für das europäische Bankensystem? Wohl kaum. Bringt sie ein neues Bürokratiekonstrukt auf EU-Ebene und höhere Kosten für österreichische Regionalbanken? Ganz sicher. Add Comment Europäische "Union" am Beispiel Bankenregulierung 02/10/2012
0 Comments Die EU-Kommission will bekannterweise der Europäischen Zentralbank die Aufsicht über alle wichtigen Banken der Euro-Zone übertragen. Bisher war sinnvollerweise aber davon ausgegangen worden, dass es sich bei den betroffenen Banken nur um international tätige oder höchstens national systemrelevante Banken handeln würde.Dies hätte sich auch mit den Ansinnen des Baseler Ausschusses für die Anwendung der neuen Eigenkapitalregeln ("Basel III") gedeckt, die laut dessen Generalsekretär, Stefan Walter, "nur für international tätige Banken gedacht" sind. Dennoch sollen diese Regeln für alle 8.400 europäischen Banken angewandt werden.Am Ziel vorbeiNun scheint auch die EZB die Überwachung aller Institute übernehmen zu wollen: "Auch Genossenschaftsbanken und Sparkassen sollten künftig von der EZB überwacht werden, erfuhr das Handelsblatt aus Kommissionskreisen."Durch das in Ihren Satzungen verankerte Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken und Sparkassen sorgen sie einerseits für die regionale Versorgung der Privaten und KMUs mit ausreichend Krediten (siehe: Fakten und Zahlen aus der dt. Kreditwirtschaft), verzeichnen aber aufgrund der breiten Streuung geringe Risikokosten und stellten damit in der Finanzkrise die stabilste Säule im Bankensystem dar. Size matters! Aufgrund ihrer geringen Größe kann durch deren zentrale EZB-Aufsicht keine Verbesserung der nationalen und EU-weiten Risikosituation erreicht werden. Auch eine Trennung nach Größe innerhalb dieser Regionalbanken scheint untauglich: würde man zum Beispiel eine Bilanzsumme von 1 Mrd. EUR als relevante Größe annehmen, müssten in Deutschland 164 Volks- und Raiffeisenbanken von der EZB und die restlichen 972 Institute von der lokalen Aufsicht kontrolliert werden. (Quelle: Dt. Volks- und Raiffeisenbanken nach Bilanzsumme, Stand 2011)In Österreich liegt die durchschnittliche Bilanzsumme der 539 Raiffeisenbanken gar bei nur bei 526 Mio. Euro (Quelle: OeNB-Statistik, Stand 2010).Hinzu kommt, dass die Prüfung der Risikosituation einer Regionalbank nicht nur der Kenntnis der nationalen gesetzlichen Bestimmungen und Mindeststandards bedarf (in Ö: zB der sogenannte "ICAAP": Leitfaden zur Gesamtbankrisikosteuerung oder der Mindeststandard für die Gestionierung von Fremdwährungs- und Tilgungsträgerkrediten), sondern sinnvollerweise auch die lokalen Rahmenbedingungen der jeweiligen Bank berücksichtigt. So fließen in die zu berechnenden "Crash-Szenarien" auch besondere regionale Besonderheiten (zB in Tourismusgebieten) ein. Verständliche GegenwehrVerständlicherweise wehren sich die betroffenen Verbände. Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV):„Es ist weder notwendig noch realistisch, dass die EZB die Aufsicht über alle 8.400 Kreditinstitute in Europa wahrnehmen kann“ „Eine EU-weite Bankenaufsicht für alle europäischen Kreditinstitute wäre überdimensioniert und könnte nicht mehr nahe genug an den Marktrealitäten operieren, was gerade für regional tätige Institute von überragender Bedeutung ist.“Eine EZB-Aufsicht über alle regional tätigen Genosschenschaftsbanken und Sparkassen wäre daher ineffezient, damit extrem kostspielig und kann - zumindest aus dem Blickwinkel der österreichischen und deutschen Bankenstrukturen - zu keiner qualitativen Verbesserung des Risikos (im Vergleich zu einer lokalen Aufsicht) beitragen. Add Comment Basel III für Dummies 21/03/2012
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