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Timestamp: 2020-05-31 23:25:46
Document Index: 222604083

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 13', '§20', '§ 21', '§ 27', '§ 30', '§ 34', '§38', '§ 42', '§ 47', '§51', '§ 56', '§ 59', '§63', '§68', '§ 72', '§75', '§80', '§ 83', '§87', '§ 93', '§ 97', '§ 103', '§ 113', '§ 117', '§ 123', '§ 132', '§ 151', '§ 161', '§ 177', '§ 188', '§ 193', '§200', '§ 213', '§ 2', '§278', '§296', '§ 323']

und mit Modestinus geschlossen habe. Wenn man die Ungewohntheit dieser Grenzen überwunden haben wird, dürfte unschwer zu erkennen seyn, daß nur innerhalb solcher Grenzen die geschichtliche Bewegung der Kömischen Rechtsmasse zum vollen und leichten Ausdruck gelangt, und ein großer Theil der Wiederholungen, welche erfahrungsmäßig bei der bisher üblichen Ausdehnung des Institutionenmaterials auf Justinian (und die Glosse) ebenso unumgänglich, wie lästig sind, vermieden werden kann. Entlastung der Pandektendisciplin ist wünschenswerth, aber gewiß ist sie nur möglich durch Ausscheidung der altrömischen—, nicht der nachclassischen Bestandtheile; es liegt-also nahe genug, von den letzteren eben die Institutionendisciplin womöglich zu befreien. Der didactische Gewinn für diese aus solcher Befreiung, die in der That Säuberung ist, liegt so offen, daß kein Wort weiter darüber zu verlieren ist. Zudem hat ein Ueberblick über die nachclassischen Gesetzgebungsexperimente im Zusammenhang auch seinen Reiz und Werth.
Während in den Compendien der Deutschen Rechtsgeschichte oft über Gebühr breite Auseinandersetzungen aus der germanischen Culturuud Wirthschaftsgeschiehte eingeflochten werden, erscheint die Römische Rechtsgeschichte fast ausnahmslos entblößt von aller culturgeschichtlichen und nationalökonomischen Ausstattung. Ich habe diesem Mangel, welcher in unserer allenthalben das Oekonomisehe aecentuirenden Zeit ganz besonders schwer empfunden wird, abzuhelfen gesucht und bitte, verschiedene längere Excurse gerade in diesem Sinn aufzunehmen-, auch sie aber wollen nur anregen, nicht erschöpfen.
In dem ausführlichen Register, welches beide Bände (Cursus und Excurse) umfaßt, ist auf die terminologischen Ausdrücke und sonst karakteristischen Wendungen der Quellen sorgfältige Rücksicht genommen. Ehedem wünschte man dem Juristen außer einer aurea crumena auch ferreum Caput und plumbeas nates: Werthvolles in einer Zeit, da es unerläßlich schien, die ganze Folge der Digestentitel aufzählen zu können, und für einen Ruhm galt, den Wortlaut des Corpus juris im Gedächtniß zu tragen. Von Dion. Gothofredus und Donellus erzählte mau sich, daß sie diesen Ruhm genossen, und von Petrus Ravenna gar, daß er das Corpus juris sammt den Glossen auswendig wußte, woher er den Namen Petrus a Memoria empfing. Hcutzutage würde solches Wissen mehr Pein, als Ruhm verschaffen; eiserner Kopf und bleiernes Sitzfleisch sind dermalen besser zu verwertheu, und wichtiger, als die Titelfolge zu lernen, ist es, die lapidaren Züge einer herrlich durchgebildeten Terminologie sich einzuprägen. In jeder durchgebildeten Terminologie findet man einerseits eine, gewisse Constanz und Exclusivität der Ausdrücke für typische Erscheinungen des Lebens, anderseits eine Wiederkehr bestimmter Ausdrücke für verschiedene Erscheinungen: jenes scheidet, dieses verknüpft. Das Register will nach beiden Seiten hin Dienste leisten.
Leipzig, im Juli 1869.
Dr. J. E. Kuntze.
Inhaltsverzeichnis^
Allgemeine Einleitung in die Rechtswissenschaft.
Wesen und Wissenschaft des Rechts im Allgemeinen.
L Kap. Die Idee des Rechts (§ U5).
I. Geist, Person, Energie, Recht. S. 1— 7
II. Die Methode des symbolischen Farallolisircus « 7—9
III. Fehler in der Fassung der Rechtsidee « D—10
II. Kap. Das Gebiet des Rechts (§ ti-'J).
Selbst und Welt als llerrschaftsobjecte • 10—12
III. Kap. Die Anstalt des Rechts (§ 10-12).
Die dreifache Bedeutung von Staat « 12—13
IV. Kap. Der Ursprung des Rechts (§ 13-15).
I. Göttliches und menschliches Recht « 13—14
II. Die historische U. philosophische Juristeuschule = 14 — 15
III. Die Natur-und Kunststufe der Rechtsbildung » 15—16
V. Kap. Das System des Rechts (§ lti-19).
System. Rechtsinstitute. AequiUu « 10—17
VI. Kap. Die ethische Greuzbestimmuugd.ltechts(§20-23).
I. Das Recht neben Kunst und Wissenschaft. < 17
II. Das Recht neben Religion und Moral « 17—18
VII. Kap. Die Erkenntnis« des Rechts (§ 21-20).
Interpretation. Kritik. Analogie »19
Geist und Studium des Römischen Rechts.
VIII. Kap. Die Redeutuug u. Reccption des Röm. R echts.
(§ 27-29).
Karakterzüge des Römischen Rechts = 19—21
IX. Kap. Das Corpus juris (§ 30-33).
Plan, Handschriften und Ausgaben des Corpus juris, insbesondere der
Institutionen « 21—25
X. Kap. Die Lehrmethode und Literatur des Rom.
Rechts (§ 34-37).
I. Die Lehrmethode « 25—20
II. Literatur 20-29
XL Kap. DieRechtsanschauungder Römer im Allgem.
(§38-11).
Rechtsphilosophische Acusserungeu Cicero's • 29—31
XII. Kap. Die Grundlehren der Römer über ihr posi-
tives Recht, dessen Bestandtheile, Geltung
und Anwendung (§ 42-46).
I. Das/u» gentium und jus naturale S. 31. 32
II. Mos et consuetudo =32
Die Geschichte des Römischen Hechts- und Staatswesens
bis zur Höhe der Römischen Jurisprudenz.
Ausgangspunkte und Umrisse.
Rum's Vor- und Urzeit.
I. Kap. Italien's Völker und Lage Roin's(§ 47-50). . S. 35—41
II. „ Rom's Karakter (§51-55) • 41-46
III. „ Die patriarchale Zeit Rom's. lies familiaris
(ijentes uud clientes) — (§ 56-58) « 46—50
IV. „ Res publica (curiae und rez) — (§ 59-62) 50—53
Plan und Gliederung der Römischen Rechtsgeschiehte.
V. Kap. Die Grenzpunkte derEntwicklung (§63-67). •- 53—58
VI. „ Uebersicht derEntwicklungsstufen(§68-71). < 59- 60
Die Entwicklungsstufen.
Von Ancus Martins bis zur Gesetzgebung der XU Tafeln.
VII. Kap. Land und Leute (§ 72-74).
I. Rom's Bundesvertrag mit Karthago S. Gl
II. Ursprung und Eintritt der Plebs = 61. 62
III. Die fremden Exulanten in Rom < 63
VIII. Kap. Staat und Heer (§75-79).
I. Die Serviauische Verfassung • 63—72
II. Der Uebergang zur Republik « 72. 73
III. Magistratur, Comitien und Senat in der Republik -- 73—77
IX. Kap. Rechtsquellen (§80-82).
I. Das jus Papiriunum • 78. 79
II. Die libri pontificales = 79. 80
X. Kap. Rechtsfähigkeit (§ 83-86).
I. Der genetische Dualismus des Rom. Rechts « 80. 81
II. Die capitis diminutio im ältesten Recht •- 81. 82
XI. Kap. Privat Sphäre (§87-92).
Patricische und plebejische Elementaranschauung (res maneipi). . , 82—92
XII. Kap. Rechtspflege (§ 93—96).
Die Gerichtshöfe der Dccemvirn und Centumviru • 92—98
Von der Gesetzgebung der XII Tafeln bis zum ersten Punischen Kriege.
XIII. Kap. Lftnder und Völker (§ 97-102).
I. Rom's Bürger S. 98—100
II. Rom's maritime Entwicklung • 100—101
III. Anfänge des Hellenismus in Roin • 101. 102
IV. Socialer Nothstand der Plebs 102. 103
XIV. Kap. Politische Verfassung (§ 103-112).
I. Die vier Hauptacte des Standekampfes 104—107
II. Das militärische Bürgerthum Kom's • 107—108
III. Das System der Staatsämter in Rom 108. 109
IV. Der römische Senat ■ 109. 110
XV. Kap. Rechtsquellen (§ 113-116).
I. Der Karakter der XII Tafeln .110. 111
II. Der Inhalt der XII Tafeln 111—118
III. Die Pontifices, ihre Stellung und Leistungen « 119—123
XVI. Kap. Rechtsfähigkeit (§ 117-122).
I. Die Clienten « 123. 124
II. Die Aerarii und Cärites > 124.
XVII. Kap. Privatsphäre (§ 123-131).
I. Das jus slrictum und die arbitria • 124—127
II. Die mancipatio '127—12'J
III. Das nexvm 1211—133
IV. Die stipulatio und expensilatio •134—135
V. Das alte Testament und die alte Intestaterbfolge « 13(1—131)
XVIII. Kap. Rechtspflege (§ 132-150).
L Der altrömische Criminalproceß • 13(1—141
II. Das Gepräge des altrömischen Civilprocesses • 141. 142
III. Das sacramenlum in der legis actio • 142—141
IV. Das bestrittene Recht im Proceß '144—147
V. Die Exemtion auf Grund der legi» actio < 147—14!)
VI. Die legis actio per munus injectionem • 140 — 151
VII. Vermuthungen über das Verhältniß der legis actiones. . . • 151—153
VIII. Zwei leges Furiae .153 -155
IX. Das arbitrium litis aestimandae < 155
Vom ersten Punischen Kriege bis auf Augustus und Labeo.
XIX. Kap. Reich und Bevölkerung (§ 151-160).
I. Rom's Weltherrschaft S. 1511—158
II. Rom's Mission unter den Hellenen, Hellenisten und Barbaren. < 158—160
III. Rom und der Hellenismus > 100—102
IV. Sklaverei • 11)3—164
V. Stand der Bevölkerung > 164—165
VI. Nobilität und Ritterschaft • 165—166
VII. Individualismus • 160. 16"
XX. Kap. Politische Verfassung (§ 161-176).
I. Die Centurienreform ■ 167—170
II. Die Tributcomitien und die demokratische Volkssouveränetät. ■ 170—173
III. Sulla und das Reichsideal • 173—1"0
IV. Die Organisation der Provinzen • 175—178
V. Die Vorbereitung der Monarchie • 178-180
XXI. Kap. Rechtsquellen (§ 177—187).
I. Uebersicht der gesetzgeberischen Thätigkeit dieser Periode. S. 180—186
II. Ueberreste römischer Rechtsquellen oder Kechtsflenkmäler aus
der 3. Periode = 187. 188
III. Die Formen der Thätigkeit des Juristeustandes « 189—193
IV. Juristische Schulausdrückc • 193. 194
XXII. Kap. Rechtsfähigkeit (§ 188-192) 194-191!
XXIII. Kap. Privatsphäre (§ 193-199).
I. Die Römische Mobiliar- und Geldwirthschaft • 196—201
II. Fortbestand der Particularrechte im Reich • 201. 202
XXIV. Kap. Rechtspflege. Sponsioncn- und Inter-
dictenproceß (§200-212).
I. Die sponsio praejudicialis und actio in rem * 202
II. Ursprung und Zweck der Interdicte • 202—204
III. Der Criminalproceß; Reform desselben • 204—207
XXV. Kap. Der Formularproeeß (§ 213-265).
I. Der Ursprung der Proceßformelu und die lex Aebutia. . . . 208. 211
II. Die Bedeutung der Formeln im Rom. Civilproccß und für das
Köm. Civilrecht im Allgem . 211. 212
III. Die Bedeutung und Entwicklung der Intentio in der Formula. . 212—214
IV. Die Bedeutung der condemnatio (vecuniaria) in der Formula. « 211—221
V. Andcutung einer inneren Geschichte des Rom. Civilprocesses. • 221—223
VI. Der Stellvertreter im Proceß, die condcmnutiouniactiojudicati. « 223—225
VII. Beispiele der I'ormelconeeptiou = 225—229
Von Augustus und Labeo bis auf Severus Alexander nud Modestinus.
XXVI. Kap. Länder und Völker des Orbis Itomanus
(§ 2(ili-277).
I. Das Römische Weltreich S. 229—232
II. üecident und Orieut . 232-234
III. Der Soldateustaud « 234. 235
IV. Der Verfall des Reichs . . . = 235—237
XXVII. Kap. Die Reichsverfassnng (§278-295).
I. Das ncue Principat • 237—239
II. Der Princeps und die Republik « 239—241
III. Die Kaiscrfolge und die monarchische Successionund Adoption. » 241—245
IV. Die lex regia de imperiu • 245—247
V. Der Reichscensus • 247—251
VI. Aegypten. - 251. 252
VII. Die Colonien 252. 253
XXVIII. Kap. Rechtsquellen (§296-322).
I. Die Augusteische Gesetzgebung. A. Die lex Aelia Sentia und
Furia Caninia • 253—257
II. B. Die lex Julia tt l'apia J'oppaeu • 257—260
III. Das System des Kdicts * 261—266
IV. Die Proculianer und Sabiuiaucr « 267—281
V. Labeo und Gaius • 281—286
VI. Die schriftstellerischen Leistungen der classischeu Juristen. « 2815—293
VII. Ueberreste und Ausgaben positiver Rechtsquellen. .... 293—295
VIII. Ueberreste und Ausgabeu wissenschaftlicher Werke. . . « 295—299
XXIX. Kap. Rechtsfähigkeit (§ 323-330).
I. Der Ursprung des Colouats « 299—301