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Timestamp: 2016-10-28 02:59:27
Document Index: 118422870

Matched Legal Cases: ['Art. 114', 'Art. 86', 'Art. 84', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 28', 'Art. 26', 'Art. 9', 'Art. 114', 'Art. 114', 'Art. 3', 'Art. 114', 'Art. 114', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 182', 'Art. 186', 'Art. 114', 'Art. 114', 'Art. 36', 'Art. 90', 'Art. 114', 'Art. 166', 'Art. 171', 'Art. 171', 'Art. 171', 'Art. 171', 'Art. 171', 'Art. 156', 'Art. 156', 'Art. 159']

1P.657/2001 (16.01.2002)
1P.657/2001
1P.663/2001/zga
Bundesrichter F�raud, Ersatzrichterin Geigy-Werthemann,
Gerichtsschreiberin Widmer.
X.________, 3998 Reckingen VS, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Peter Volken, Englisch-Gruss-Strasse 6, Postfach 395, 3900 Brig-Glis,
Staatsanwaltschaft f�r das Oberwallis, Postfach 620, Brig-Glis, 3900 Brig,
Kantonsgericht des Kantons Wallis, Strafgerichtshof I, Justizgeb�ude, 1950 Sitten 2.
1P.663/2001
Kanton Wallis, vertreten durch die Staatsanwaltschaft f�r das Oberwallis, Postfach 620, 3900 Brig-Glis
Kantonsgericht des Kantons Wallis, Strafkammer, Justizgeb�ude, 1950 Sitten 2.
1P.657/2001: R�ckzug der Berufung; Parteientsch�digung
(Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, Strafgerichtshof I, vom
10. September 2001)
1P.663/2001: Entsch�digung gem�ss Art. 114 StPO/VS
(Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, Strafkammer, vom
11. September 2001)
Unter dem Verdacht, am Abschuss eines am 25. November 1998 in Reckingen, Kanton Wallis, tot aufgefundenen Wolfs beteiligt gewesen zu sein, wurde X.________, geboren 1939, am 27. April 1999 um ca. 9.15 Uhr in Gluringen aufgrund eines Haftbefehls des Untersuchungsrichteramts Oberwallis vom 15. April 1999 festgenommen. Nach einer Einvernahme auf dem Polizeiposten Fiesch/M�nster wurde er in Brig in Untersuchungshaft versetzt. Nachdem er gleichentags von 16 bis 17 Uhr nochmals einvernommen worden war, wurde er um 17.30 Uhr aus der Untersuchungshaft entlassen. X.________ bestritt jegliche Beteiligung am Abschuss des Wolfs.
Am 11. Mai 2000 er�ffnete das Untersuchungsrichteramt gegen X.________ und dessen Schwiegersohn Y.________ eine Strafuntersuchung wegen vors�tzlichen oder fahrl�ssigen Abschusses eines Wolfes. Mit Verf�gung vom 7. Dezember 2000 stellte der Untersuchungsrichter das Strafverfahren ein. Die Verfahrenskosten sowie das Honorar von Rechtsanwalt Beat Rieder, der Y.________ seit der Mandatsniederlegung durch Rechtsanwalt Urban Carlen im August 2000 vertreten hatte, auferlegte der Untersuchungsrichter dem Kanton Wallis. X.________ war zu diesem Zeitpunkt nicht anwaltlich vertreten, zog aber nach Erhalt des Einstellungsentscheids im Dezember 2000 Rechtsanwalt Peter Volken bei, weil er mit gewissen Formulierungen in diesem Entscheid nicht einverstanden war.
Gegen die Einstellungsverf�gung des Untersuchungsrichters erhob die Staatsanwaltschaft am 4. Januar 2001 Berufung an das Kantonsgericht Wallis mit dem Antrag, die Einstellungsverf�gung aufzuheben und das Verfahren fortzusetzen. Mit Schreiben vom 18. Mai 2001 zog die Staatsanwaltschaft die Berufung gegen X.________ zur�ck, womit die Einstellungsverf�gung gegen�ber demselben in Rechtskraft erwuchs. Die Berufung gegen Y.________ hielt er aufrecht.
Mit Eingabe vom 29. Juni 2001 unterbreitete Rechtsanwalt Peter Volken, der gem�ss Vollmacht vom 25. Januar 2001 mandatierte neue Rechtsvertreter von X.________, dem Kantonsgericht, Strafgerichtshof I, ein Begehren um Zusprechung "eines Schadenersatz- und Genugtuungsbetrages ex aequo et bono unter Ber�cksichtigung der erlittenen schwerwiegenden Beeintr�chtigungen". Er machte unter Verweis auf ein Schreiben von X.________ vom 20. Juni 2001 eine Genugtuung von Fr. 15-20'000.-- und einen Schaden von Fr. 49'700.-- geltend. Zus�tzlich verlangte er Anwaltskosten in H�he von Fr. 3'499.15.
Mit Entscheid vom 10. September 2001 schrieb der Strafgerichtshof I des Kantonsgerichts das Verfahren zufolge R�ckzugs der Berufung durch die Staatsanwaltschaft ab und sprach X.________ f�r das Berufungsverfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 650.-- zu.
Die Strafkammer des Kantonsgerichts sprach X.________ am 11. September 2001 eine Genugtuung von Fr. 1'000.-- zu und wies alle weitergehenden Begehren ab. Auf ein Wiedererw�gungsgesuch von X.________ vom 17. September 2001 trat die Strafkammer nicht ein.
X.________ hat am 11. Oktober 2001 gegen den Entscheid des Strafgerichtshofs I des Kantonsgerichts vom 10. September 2001 und am 12. Oktober 2001 gegen den Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 11. September 2001 je staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. Dabei hat er irrt�mlich den angefochtenen Entscheid vom 11. September 2001 als solchen des Strafgerichtshofs I anstatt als solchen der Strafkammer bezeichnet. Mit beiden Beschwerden stellt er den Antrag, den jeweils angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubehandlung und Neubeurteilung an die jeweilige Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner beantragt er, die beiden Verfahren zu vereinigen.
Der Pr�sident des Strafgerichtshofs I sowie der Pr�sident der Strafkammer des Kantonsgerichts beantragen in ihren Vernehmlassungen sinngem�ss die Abweisung der sie betreffenden staatsrechtlichen Beschwerden. Die Staatsanwaltschaft hat zu beiden Beschwerden auf eine Stellungnahme verzichtet. Das Untersuchungsrichteramt Oberwallis hat sich ebenfalls nicht vernehmen lassen.
Bei beiden angefochtenen Entscheiden handelt es sich um letztinstanzliche kantonale Endentscheide (Art. 86 f. OG), gegen die kein anderes eidgen�ssisches Rechtsmittel als die staatsrechtliche Beschwerde zur Verf�gung steht (Art. 84 Abs. 2 OG). Beide Beschwerden betreffen den gleichen Sachverhalt und weitgehend die n�mlichen Parteien. Es rechtfertigt sich daher, dem Antrag des Beschwerdef�hrers entsprechend die Verfahren zu vereinigen.
Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasst Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene R�gen. Auf unbegr�ndete Vorbringen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 125 I 71 E. 1c, 492 E. 1b, je mit Hinweisen). Die Beschwerde gegen den Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 11. September 2001 gen�gt diesen Anforderungen nicht in allen Punkten, weshalb darauf teilweise nicht eingetreten werden kann (s. hinten E. 4.1).
In seinem Entscheid vom 10. September 2001 hat der Strafgerichtshof I des Kantonsgerichts dem Beschwerdef�hrer zu Lasten des Kantons Wallis f�r das Berufungsverfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 650.-- zugesprochen. Das Gericht st�tzte sich dabei auf Art. 36 lit. i in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 des Walliser Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entsch�digungen vor Gerichts- oder Verwaltungsbeh�rden vom 14. Mai 1998 (GTar). Demnach betr�gt das Anwaltshonorar bei Strafsachen im Falle einer Berufung oder Revision vor dem Kantonsgericht Fr. 1'000.-- bis 8'000.-- und kann bei Prozessabstand, Beschwerder�ckzug und �hnlichen Situationen, in denen der Fall nicht durch ein Sachurteil endet, entsprechend gek�rzt werden. Das Gericht erwog, die Staatsanwaltschaft habe ihre Berufung fr�hzeitig zur�ckgezogen, und es habe sich nicht um eine ordentliche Berufung in der Sache, sondern bloss um eine Pr�fung der Prozessvoraussetzungen sowie des gen�genden Tatverdachts gehandelt. Unter Ber�cksichtigung der Schwierigkeit und des Umfangs des Falles, der vom Anwalt n�tzlich aufgewandten Zeit und der finanziellen Situation der Partei (Art. 26 Abs. 1 GTar) setzte es die Parteientsch�digung ermessensweise auf Fr. 650.-- (inkl. Auslagen) fest.
3.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt unter Berufung auf Art. 9 BV als willk�rlich, dass ihm der Strafgerichtshof I eine Parteientsch�digung nur f�r das Berufungsverfahren, nicht aber f�r die nach seiner Verhaftung vom 27. April 1999 gef�hrte Strafuntersuchung zuerkannte. Er macht geltend, die Bem�hungen von Rechtsanwalt Carlen vom 27. April 1999 bis zum 16. August 2000 seien angemessen zu entsch�digen. Der Abschreibungsentscheid sei der Zeitpunkt, in welchem �ber die Entsch�digung der Vertretungsauslagen f�r das gesamte Verfahren und nicht nur f�r das Berufungsverfahren zu befinden sei. Nach Ansicht des Beschwerdef�hrers h�tte ihn der Strafgerichtshof I andernfalls darauf hinweisen m�ssen, dass die Parteientsch�digung f�r das vorangegangene Verfahren beim Untersuchungsrichter geltend gemacht werden m�sse. Hinsichtlich des Kosten- und Arbeitsaufwandes von Rechtsanwalt Volken, der ihn seit dem 13. Dezember 2000 vertritt, verweist er auf eine am 29. Juni 2001 hinterlegte Aufwandliste. In Bezug auf die Aufwendungen von Rechtsanwalt Carlen r�umt der Beschwerdef�hrer ein, dass eine entsprechende Kostennote nicht vorliege.
In seiner gegen den Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts erhobenen Beschwerde bringt der Beschwerdef�hrer ebenfalls vor, er habe von Gesetzes wegen Anspruch auf die Ersetzung der erforderlich gewordenen Anwaltskosten, sei es im Rahmen der Parteientsch�digung, sei es im Rahmen der Entsch�digung gem�ss Art. 114 der Strafprozessordnung des Kantons Wallis vom 22. Februar 1962 (StPO/VS), oder "entsprechend aufgeteilt".
3.2 Der Strafgerichtshof I hat in seinem Entscheid vom 10. September 2001 ausdr�cklich festgehalten, dass die dem Beschwerdef�hrer zugesprochene Parteientsch�digung das Berufungsverfahren betreffe. In seiner Vernehmlassung hat der Pr�sident des Strafgerichtshof I hinsichtlich des Untersuchungsverfahrens erg�nzend ausgef�hrt, der Beschwerdef�hrer habe die Einstellungsverf�gung des Untersuchungsrichters, mit welcher ihm dieser keine Parteientsch�digung zugesprochen habe, nicht angefochten, weshalb sie nach dem R�ckzug der Berufung durch den Generalstaatsanwalt auch in Bezug auf die Nichtentsch�digung in Rechtskraft erwachsen sei.
Die Strafkammer des Kantonsgerichts hatte, nachdem die Einstellungsverf�gung mit dem R�ckzug der Berufung seitens der Staatsanwaltschaft in Rechtskraft erwachsen war, die auf Art. 114 StPO/VS gest�tzten Entsch�digungsbegehren des Beschwerdef�hrers zu beurteilen. In ihrem Entscheid vom 11. September 2001 lehnte sie es ab, sich mit den vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Anwaltskosten zu befassen. Sie erkl�rte, der f�r die Berufung zust�ndige Strafgerichtshof I habe auch �ber die Parteientsch�digung f�r das Berufungsverfahren zu entscheiden. Nach Art. 3 Abs. 1 Satz 2 GTar decke die Parteientsch�digung s�mtliche durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten, weshalb im Verfahren nach Art. 114 StPO/VS hierf�r keine zus�tzliche Entsch�digung zugesprochen werden k�nne.
3.3 Zu pr�fen ist, ob die Strafkammer oder der Strafgerichtshof I durch Nichtber�cksichtigung der anwaltlichen Aufwendungen f�r das Untersuchungsverfahren Art. 114 StPO/VS resp. die erw�hnten Bestimmungen des GTar willk�rlich angewendet und damit gegen Art. 9 BV verstossen haben.
Willk�r liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen w�re. Als willk�rlich gilt ein Entscheid erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt ausserdem nur vor, wenn der Entscheid nicht nur in der Begr�ndung, sondern auch im Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b; 125 I 166 E. 2a; 125 II 129 E. 5b; 124 I 208 E. 4a).
Die Ausf�hrungen des Strafgerichtshofs I, wonach der Beschwerdef�hrer die Einstellungsverf�gung des Untersuchungsrichters h�tte anfechten m�ssen, um eine gerichtliche Pr�fung der hier umstrittenen Entsch�digungsfrage zu erwirken, sind nicht willk�rlich. Dem Beschwerdef�hrer h�tte bei Erhalt der Einstellungsverf�gung bewusst sein m�ssen, dass eine Entsch�digung der Aufwendungen seines ersten Anwalts darin nicht vorgesehen war. Er h�tte die Verf�gung im Kostenpunkt mit Berufung (Art. 182 StPO/VS) innert 30 Tagen (Art. 186 StPO/VS) anfechten k�nnen. Dies umso mehr, als der Beschwerdef�hrer nicht davon ausgehen konnte, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Einstellung des Verfahrens Berufung erheben w�rde, und dies auch erst kurz vor Ablauf der Rechtsmittelfrist geschah. Ob der Strafgerichtshof I angesichts der besonderen Umst�nde trotz verpasster Berufungsfrist die Frage noch h�tte ber�cksichtigen k�nnen, ob dem Beschwerdef�hrer f�r das Untersuchungsverfahren zu Unrecht keine Parteientsch�digung zugesprochen wurde, kann hier offen bleiben, da der Beschwerdef�hrer jedenfalls auch in seiner - auf Art. 114 StPO/VS gest�tzten - Eingabe vom 29. Juni 2001 keinerlei Bem�hungen und Auslagen seines fr�heren Anwalts geltend machte. F�r den Strafgerichtshof I bestand somit kein Anlass, diese Frage �berhaupt als Verfahrensgegenstand zu betrachten und sich dazu zu �ussern.
Nicht verfassungswidrig ist sodann die Auffassung der Strafkammer, sie sei nicht zust�ndig, �ber die Parteientsch�digung f�r die rechtliche Verbeist�ndung im Untersuchungsverfahren zu befinden. Nach Art. 114 Ziff. 1 StPO/VS ist dem Beschuldigten, dessen Verfahren eingestellt oder der lediglich f�r die Nichtbeachtung von Ordnungsvorschriften bestraft wurde, auf entsprechendes Gesuch hin eine Entsch�digung f�r die Untersuchungshaft und andere erlittene Benachteiligungen auszurichten. Diese Art von Entsch�digung hat offensichtlich Genugtuungscharakter und kann nicht als Grundlage f�r den Ersatz anwaltlicher Aufwendungen herangezogen werden.
3.4 Der Beschwerdef�hrer r�gt die ihm f�r das Berufungsverfahren zugesprochene Parteientsch�digung von Fr. 650.-- als willk�rlich tief. In der bei den Akten liegenden Kostennote vom 29. Juni 2001 verrechnet Rechtsanwalt Volken f�r die Zeit vom 13. Dezember 2000 bis zum 29. Juni 2001 einen Arbeitsaufwand von rund 13 Stunden � Fr. 230.-- und Auslagen von Fr. 248.20, insgesamt rund Fr. 3'499.15 (inkl. MWSt). Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der Hauptaufwand seines Anwalts entfalle auf Aktenstudium, Recherchen und Besprechungen. Selbst die mit dem R�ckzug der Berufung verbundene Verk�rzung des Verfahrens rechtfertige nicht, das Anwaltshonorar im Bereich des in Art. 36 lit. i GTar vorgesehenen Minimums von Fr. 1'000.-- festzusetzen.
Der Strafgerichtshof I hat ermessensweise f�r das Studium der Akten sowie die Instruktion durch den Mandanten ein Anwaltshonorar von Fr. 650.-- festgesetzt. Dabei hat er ber�cksichtigt, dass eine Berufungsverhandlung nicht stattgefunden hat und der Prozessgegenstand stark eingeschr�nkt war. Wie aus der Kostennote von Rechtsanwalt Volken hervorgeht, fallen vor allem die Gespr�che mit dem Beschwerdef�hrer ins Gewicht, die nach den Darlegungen in der Beschwerde im Wesentlichen der Betreuung und Aufkl�rung des Mandanten �ber den Ablauf des Verfahrens gedient haben sollen. Rechtliche Stellungnahmen fielen, soweit ersichtlich, nicht an. Unter diesen Umst�nden erscheint es vertretbar, dass der Strafgerichtshof I, wie er in seiner Stellungnahme ausf�hrt, die pers�nliche Betreuung des Beschwerdef�hrers als - im Rahmen der anwaltlichen Aufgaben - zu aufw�ndig betrachtete. Auch wenn die zugesprochene Parteientsch�digung als eher knapp bemessen erscheint, so ist sie nicht geradezu willk�rlich.
Die R�gen der unzureichenden Parteientsch�digung erweisen sich damit als unbegr�ndet.
Mit seiner Beschwerde gegen den Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 11. September 2001 beanstandet der Beschwerdef�hrer die Festsetzung der Genugtuung auf Fr. 1'000.-- als unhaltbar. Ferner sieht er eine Verletzung des Willk�rverbots, des Gebots des Handelns nach Treu und Glauben sowie des Anspruchs auf rechtliches Geh�r darin, dass die Strafkammer sein Schadenersatzbegehren mit der Begr�ndung abwies, er habe seine Einkommenseinbusse f�r die Zeit der eint�gigen Haft weder substantiiert dargetan noch belegt.
In seiner Eingabe vom 29. Juni 2001 machte der Beschwerdef�hrer als Genugtuung einen Betrag von Fr. 15-20'000.-- geltend. Die Strafkammer ber�cksichtigte, dass dem Beschwerdef�hrer am Tag seiner Inhaftierung von 09.15 Uhr bis 17.30 Uhr die Freiheit entzogen war und er w�hrend dieser Zeit physischen und psychischen Zwang erlitt. Weiter zog sie in Betracht, dass das Untersuchungsverfahren f�r ihn eine Belastung darstellte und sein Ruf durch die Kenntnisnahme Dritter beeintr�chtigt wurde. Unter Bezugnahme auf einen Entscheid des Bundesgerichts vom 25. M�rz 1997 (publ. in: Pra 86/1997 Nr. 114 S. 619), wo von einem Tagessatz von Fr. 200.-- ausgegangen wurde, legte die Strafkammer die Genugtuung auf insgesamt Fr. 1'000.-- fest.
Der Beschwerdef�hrer hat sich mit dieser Begr�ndung nicht n�her auseinander gesetzt, sondern einzig erkl�rt, mit dem ihm zugesprochenen Betrag k�nne er die erlittene Unbill, die Verunglimpfungen, die schlaflosen N�chte sowie die gesundheitlichen und famili�ren Folgen nicht vergessen. Auf seine R�ge kann mangels ausreichender Begr�ndung nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; s. vorne E. 2).
4.2 Der Beschwerdef�hrer hat dem Kantonsgericht am 29. Juni 2001 unter dem Titel "gesch�ftliche Sch�den" folgende Zusammenstellung eingereicht:
"27. April 1999 Verhaftung
Gesch�ft wurde total lahmgelegt
es wurden nicht einmal die Angeh�rigen orientiert
Ausfall Fr. 1'755.--
9. Juni 2000 Untersuchungsrichter Visp
Ausfall Fr. 1'320.--
Diverse Sitzungen mit Anw�lten
Ausfall Fr. 1'625.--
Ermittlungen von uns und Autospesen Fr. 1'000.--
Arbeitsausfall von mir Fr. 19'000.--
Gesch�ftssch�digung auf Grund nicht
erhaltener Arbeiten ca. Fr. 275'000.--
Der daraus erzielte Schaden Fr. 25'000.--
Total der Aufstellung Fr. 49'700.--"
In einer vom 11. September 2001 datierten Eingabe an das Kantonsgericht hat der Beschwerdef�hrer die einzelnen Positionen dieser Aufstellung erl�utert und n�her umschrieben. Die Strafkammer, die am selben Tag ihren Entscheid gef�llt hat, konnte die Erkl�rungen des Beschwerdef�hrers jedoch schon aus zeitlichen Gr�nden nicht mehr ber�cksichtigen. Sie hielt in ihrem Entscheid fest, dass der Beschwerdef�hrer als Sanit�r- und Heizungsinstallateur in Reckingen einen kleinen Familienbetrieb f�hre. Seine Einkommensverh�ltnisse seien aber nicht aktenkundig. Es liege nur eine Aufstellung von Schadensposten vor, welche zum Nachweis eines Erwerbsausfalls nicht geeignet sei. Die verlangten Fr. 49'700.-- seien demnach nicht ausgewiesen, weshalb das entsprechende Begehren abzuweisen sei.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Strafkammer habe gem�ss Art. 114 Ziff. 2 StPO/VS im Beschwerdeverfahren zu entscheiden. Bei der Beschwerde (Art. 166 ff. StPO/VS) komme nach Art. 171 StPO/VS die Offizialmaxime zur Anwendung. Die Strafkammer habe, indem sie sein Schadenersatzbegehren ohne Nachfragen und ohne eigene Erhebungen abgewiesen habe, Art. 171 StPO/VS willlk�rlich angewendet und sein rechtliches Geh�r verletzt.
4.3 Nach Art. 171 StPO/VS wird die Beschwerde der Beh�rde, die sie betrifft, zur Vernehmlassung innert bestimmter Frist zugestellt; die Strafkammer benachrichtigt die Parteien, macht die Erhebungen und ersucht um die Stellungnahmen, die sie f�r zweckm�ssig erachtet (Ziff. 1). Ist die Beschwerde offensichtlich unzul�ssig oder unbegr�ndet, so schickt sie der Pr�sident der Strafkammer dem Beschwerdef�hrer mit kurzer Begr�ndung und der Mitteilung wieder zu, dass er, falls er sich damit nicht abfindet, die Beschwerde innert f�nf Tagen neuerdings bei der Strafkammer einzureichen hat, die im gew�hnlichen Verfahren dar�ber entscheidet (Ziff. 2).
Die Beschwerde wurde dem Kantonsgericht unbestrittenermassen rechtzeitig eingereicht, und der darin geltend gemachte Schaden ist in mehrere Positionen aufgegliedert. Dass entsprechende Belege daf�r fehlten, rechtfertigt aufgrund von Art. 171 StPO/VS noch keine Abweisung des Begehrens. Der Strafkammer war aufgrund der Eingabe bekannt, dass der Beschwerdef�hrer ein eigenes Gesch�ft betreibt und einen Verdienstausfall erlitten hatte. Sie h�tte ihn zur Einreichung von Belegen auffordern m�ssen, wenn sie dies f�r eine genauere Berechnung des Schadens f�r erforderlich hielt. Indem sie statt dessen sogleich zu einer Abweisung gelangte, hat sie sich in Widerspruch zu Art. 171 StPO/VS gesetzt und das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers verletzt.
4.4 Die gegen den Entscheid der Strafkammer vom 11. September 2001 gerichtete Beschwerde ist daher in diesem Punkt gutzuheissen. Die Strafkammer wird dem Beschwerdef�hrer Gelegenheit zu einem n�heren Nachweis des Schadens geben und, soweit dieser auf Sch�tzungen beruht, einen Ermessensentscheid zu treffen haben.
Ausgangsgem�ss hat der Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren 1P.657/2001, in dem er unterlegen ist, die Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). F�r das Verfahren 1P.663/2001, in dem er �berwiegend obsiegte, werden keine Kosten erhoben (Art. 156 Abs. 2 OG). Der Kanton Wallis ist zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer hierf�r eine angemessene Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
1.1 Die gegen den Entscheid des Strafgerichtshofs I des Kantonsgerichts Wallis vom 10. September 2001 gerichtete staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen.
1.2 Dem Beschwerdef�hrer wird hierf�r eine Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- auferlegt.
2.1 Die gegen den Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts Wallis vom 11. September 2001 gerichtete staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid wird aufgehoben.
2.2 Es werden hierf�r keine Kosten erhoben. Der Kanton Wallis wird verpflichtet, dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von Fr. 2'000.-- zu entrichten.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Untersuchungsrichteramt Oberwallis, der Staatsanwaltschaft f�r das Oberwallis und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, Strafgerichtshof I und Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.