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Timestamp: 2016-10-21 15:02:51
Document Index: 62818887

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE']

U 188/03 (26.07.2004)
U 188/03
S.________, 1960, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Jolanda Fleischli, Seidenstrasse 2, 8853 Lachen SZ,
Der 1960 geborene S.________ erlitt 1995 w�hrend der Ferien einen Tauchunfall. Nach einer Erstversorgung am Urlaubsort erfolgte die �berf�hrung ins Spital X.________, wo eine spastische Paraparese infolge spinaler Malazie diagnostiziert wurde. Nach der Durchf�hrung verschiedener Therapien und nach medizinischen Abkl�rungen sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) S.________ mit Verf�gung vom 19. April 1999 ab 1. Mai 1999 eine Invalidenrente von Fr. 5'616.- monatlich bei einer Erwerbsunf�higkeit von 100 % und einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 84'240.- sowie eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 43'740.- bei einer Integrit�tseinbusse von 45 % zu. Der Versicherte liess gegen diese Verf�gung Einsprache erheben und den zur Berechnung herangezogenen versicherten Verdienst sowie die H�he der Integrit�tsentsch�digung beanstanden.
Mit Verf�gung vom 15. September 1999 zog die SUVA die Verf�gung vom 19. April 1999 in Wiedererw�gung. Sie hob den versicherten Verdienst auf Fr. 85'117.- an und sprach eine Integrit�tsentsch�digung ausgehend von einer Integrit�tseinbusse von 60 % zu. Gegen diese Verf�gung liess S.________ erneut Einsprache erheben und die H�he des versicherten Verdienstes und der Integrit�tsentsch�digung anfechten. Mit Entscheid vom 3. Juli 2002 hiess die SUVA die Einsprache insofern gut, als dass der Rentenberechnung ein versicherter Jahresverdienst von Fr. 97'200.- zu Grunde gelegt wurde.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 18. Juni 2003 ab.
S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und den erstinstanzlichen Antrag erneuern, es sei ihm an Stelle einer 60-prozentigen eine 100-prozentige Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen; eventualiter sei die Sache betreffend der Integrit�tsentsch�digung zur Neubeurteilung und weiteren Abkl�rung an die SUVA, subeventualiter an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Vorinstanz und SUVA schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung (seit 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit), auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist nicht anwendbar, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides (hier: 3. Juli 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Streitig und zu beurteilen ist die H�he des unfallbedingten Integrit�tsschadens. Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG), deren Bemessung (Art. 25 Abs. 1 und 2 UVG, Art. 36 UVV, Anhang 3 zur UVV) und die nach der Rechtsprechung an ein beweistaugliches �rztliches Gutachten zu stellenden Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1 Verwaltung und Vorinstanz st�tzten sich bei der Festlegung des Integrit�tsschadens auf die Beurteilung durch den Neurologen Dr. med. Z.________, Leitender Arzt Neurorehabilitation der Klinik B.________, vom 17. August 1999, 7. August 2000 und 10. Juni 2002 ab. Im vorinstanzlichen Entscheid sind die Expertenaussagen und die vom Beschwerdef�hrer dagegen erhobenen Einw�nde ausf�hrlich und richtig wiedergegeben worden. Darauf wird ebenfalls verwiesen.
3.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird es als "Widerspruch in sich" bezeichnet, dass bei einer vom Arzt beschriebenen starken bzw. ganz erheblichen Beeintr�chtigung der Gehf�higkeit nicht von einer schweren Paraparese ausgegangen wird, sondern nur von einer leichten bis m�ssigen, denn die n�chste Stufe einer starken Funktionsbeeintr�chtigung sei der vollst�ndige Funktionsverlust, d.h. hier die Paraplegie. Der Experte hat diesen "Widerspruch" bereits in seiner Stellungnahme vom 10. Juni 2002 aufgel�st, als er im Einspracheverfahren zu Recht darauf hinwies, dass sich die Schwere einer Parese an der Funktion misst, die noch m�glich ist. Er erl�uterte, dass dem Beschwerdef�hrer im Gegensatz zur Situation bei Paraplegie ganz wesentliche Teilfunktionen mit Einschr�nkungen verblieben sind, so die aktive willk�rliche Kontrolle der Blase, die Sexualfunktion, die Darmfunktion und die Gehfunktion, auch wenn die Letztere ganz erheblich beeintr�chtigt ist. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass gerade die - wenn auch sehr beschr�nkte - Gehf�higkeit eine im Vergleich zur Paraplegie massgeblich erh�hte Selbstst�ndigkeit und Mobilit�t im Alltag bewirkt. Denn dass dem Beschwerdef�hrer eine verwertbare Restgehf�higkeit verblieben ist, zeigt sich auch daran, dass er den Vorschlag ablehnte, einen epiduralen Dauerkatheter mit der M�glichkeit einer Baclofen-Applikation einzulegen. Dies h�tte ihm wahrscheinlich eine deutliche Schmerz- und Spastikverminderung gebracht, aber f�r die Dauer des medikament�sen Wirkungszeitraums auch den sicheren Verlust der Restgehf�higkeit.
3.3 Wenn der Beschwerdef�hrer im besagten Zusammenhang des Weitern geltend macht, die Erh�hung der Integrit�tsentsch�digung rechtfertige sich dadurch, dass er an sehr starken und therapieresistenten Dauerschmerzen leide, so ist zu ber�cksichtigen, dass auch Querschnittgel�hmte h�ufig unter Schmerzen und Spasmen leiden, und dies als "Funktionshemmer" bei der tabellarischen Festsetzung des Integrit�tsschadens mitber�cksichtigt wurde. Darum wies Dr. med. Z.________ in seiner Stellungnahme vom 17. August 1999 auch darauf hin, dass sich bei seiner globalen Sch�tzung des Integrit�tsschadens auf 60 % anhand der SUVA-Tabellen die beiden Hauptkomponenten "Funktionseinschr�nkung(en)" ("30 - 35 % im Vergleich zur Paraplegie mit 90 %") und "Schmerzintensit�t" ("ca. 30 % im Vergleich zur sehr schmerzhaften Wirbels�ulenaffektion mit 50 %") �berdecken. Damit vermied er eine kumulierte Gewichtung des "Funktionshemmers" Schmerz bei der Bewertung des Integrit�tsschadens.
3.4 Auch ist der Vorinstanz und dem Experten darin beizupflichten, dass die beim Beschwerdef�hrer infolge der Paraparese eingeschr�nkt vorhandene Sexualfunktion nicht mit dem Verlust der Sexualfunktion bei Paraplegie gleichgesetzt werden kann, selbst wenn die Fortpflanzungsf�higkeit des Querschnittgel�hmten noch erhalten bleibt. Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneut erhobene Vorwurf, Dr. med. Z.________ habe verkannt, dass bei Querschnittsgel�hmten die Sexualfunktion nicht vollst�ndig entfalle, dringt nicht durch. In der im vorinstanzlichen Entscheid im Wortlaut aufgef�hrten Beurteilung vom 7. August 2000 hat der Arzt die n�tigen Differenzierungen und Abgrenzungen bereits erl�utert.
3.5 Was die vom Beschwerdef�hrer als schadenerh�hend angesprochenen dauerhaften Depressionen anbelangt, hat die Vorinstanz schon dargelegt, dass beim Beschwerdef�hrer bisher noch von keinem Arzt eine psychische Sch�digung diagnostiziert wurde. Der Hausarzt Dr. med. W.________, Arzt f�r Allgemeine Medizin FMH, hielt im Bericht vom 10. Mai 2002 zwar fest, dass der Patient immer wieder depressive Z�ge zeige, bis anhin aber diesbez�glich keine Therapie notwendig gewesen sei. Die von der Psychologin Frau lic. phil. G.________ seit l�ngerer Zeit im Abstand von jeweils zwei Monaten durchgef�hrte Behandlung dient der mentalen Entspannung zur Milderung des chronischen Schmerzes. F�r die Therapeutin ist die Weiterf�hrung indiziert, weil der Patient bedingt durch die Schmerzen immer wieder unter Depressionen leide (Bericht vom 10. Mai 2002). Bereits in ihrem Bericht vom 19. Dezember 2000 diagnostizierte sie eine reaktive Depression mit wellenf�rmigem Verlauf. Wie die Vorinstanz zu Recht befunden hat, ist damit die von der Rechtsprechung geforderte Dauerhaftigkeit der psychischen Sch�digung nicht erstellt (BGE 124 V 36 Erw. 4).
3.6 Auch zum Einwand des Beschwerdef�hrers, bei der Bemessung der Integrit�tsentsch�digung seien zus�tzlich Ged�chtnisst�rungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und eine schnell auftretende M�digkeit zu ber�cksichtigen, hat Dr. med. Z.________ sich bereits im Einspracheverfahren ge�ussert und dazu erkl�rt, dass solche Beeintr�chtigungen typische Begleiterscheinungen von erheblichen chronischen Schmerzen seien und diese nicht parallel nochmals zus�tzlich abzugelten sind (Bericht vom 10. Juni 2002). F�r den Beschwerdef�hrer ist diese Begr�ndung nicht korrekt, weil gem�ss der Skala in Anhang 3 der UVV Beeintr�chtigungen von psychischen Teilfunktionen wie Ged�chtnis und Konzentrationsf�higkeit mit 20 % zu entsch�digen seien. Dies kann hier offen bleiben, denn wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung zu Recht eingewandt hat, findet sich f�r solche Beschwerden in den medizinischen Unterlagen keine Grundlage, sondern werden neuropsychologische und auch psychische Auff�lligkeiten ausdr�cklich verneint (vgl. Bericht Dr. med. A.________, Facharzt FMH f�r Neurologie, vom 19. Dezember 1997; Berichte der Klinik B.________ vom Februar 1999; Berichte Dr. med. W.________ vom 7. November 2000 und 10. Mai 2002). Nur die Psychologin Frau lic. phil. G.________ gibt in ihrem Bericht vom 10. Mai 2002 an, der Beschwerdef�hrer k�nne sich auf keine T�tigkeit l�nger konzentrieren. Als Grund daf�r gibt sie aber nicht eine psychische Funktionsst�rung an, sondern den Umstand, dass der Beschwerdef�hrer schmerzbedingt nur eine halbe Stunde aufrecht sitzen k�nne.
Der Beschwerdef�hrer bezeichnet das Aktengutachten von Dr. med. Z.________ als unzuverl�ssig, weil es nicht den Status im Moment des zweiten Einspracheentscheids vom 3. Juli 2002 wiedergebe. Der Gesundheitszustand habe sich seit dem Unfall st�ndig verschlechtert. Dazu hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass sich aus den Berichten des Hausarztes Dr. med. W.________ - der letzte wurde am 10. Mai 2002 und damit knapp zwei Monate vor Erlass des zweiten Einspracheentscheides eingereicht - keine Anhaltspunkte f�r eine seit dem Aufenthalt in der Klinik B.________ im Winter 1998/1999 erfolgte �nderung oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes ergaben. Damit bestand kein Anlass, weitere Gutachten einzuholen.
Insgesamt ist der Vorinstanz ohne weiteres darin beizupflichten, dass Dr. med. Z.________ die Einsch�tzung des Integrit�tsschadens umfassend und nachvollziehbar begr�ndet hat und auf s�mtliche Einw�nde des Beschwerdef�hrers eingegangen ist. Es bestehen keine Anhaltspunkte daf�r, dass die Beurteilung unrichtig oder unangemessen ist. Auf Grund der medizinischen Aktenlage besteht auch kein Anlass f�r eine weitere Begutachtung oder zu anderen medizinischen Abkl�rungen. Von weiteren Beweisvorkehren ist daher abzusehen.