Source: https://rechnungswesen-info.de/istversteuerung.html
Timestamp: 2018-12-13 22:28:43
Document Index: 310127786

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 16', '§ 20', '§ 13', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 13', '§ 13']

Istversteuerung - Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (§ 20 UStG)
Nach § 16 Abs. 1 UStG ist die Steuer, soweit nicht § 20 gilt, nach vereinbarten Entgelten zu berechnen. Nach § 13 Abs. 1 UStG entsteht die Steuer bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind (Sollversteuerung).
Die Steuerschuld wird also auf Beträge berechnet, die das Unternehmen noch gar nicht erhalten hat. Das kann die Liquidität bedrohen. Für kleinere Unternehmen gibt es deshalb eine Sonderregelung im § 20 UStG.
Danach kann das Finanzamt auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer, dessen Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr eine bestimmte Grenze nicht überschritten hat, die Steuer nach den vereinnahmten Entgelten berechnet.
Diese Sonderregelung wurde in den letzten Jahren mehrfach geändert:
Bis 30.06.2009 hat der Betrag von 250.000 Euro gegolten.
Bis zum 31.12.2009 hat für die neuen Bundesländer der Betrag von 500.000 Euro gegolten.
Vom 1. Juli 2009 bis zum 31. Dezember 2011 wurde die noch für die neuen Bundesländer geltende höhere Grenze für das gesamte Bundesgebiet eingeführt.
Ab dem 01.01.2012 gilt die Grenze von 500.000 Euro dauerhaft.
Ab dem 01.01.2012 hat § 20 UStG folgenden Wortlaut:
Der Bundesrat hat seine Zustimmung zu dem Gesetz mit der Aufforderung verknüpft, die Istbesteuerung im Rahmen der Grenzen des § 20 Umsatzsteuergesetz auch für den Vorsteuerabzug einzuführen. Nach Ansicht der Länder werden künftig die Wettbewerbsbedingungen zwischen regelbesteuernden Unternehmern und Unternehmern, die infolge der Anwendung des § 20 Umsatzsteuergesetz günstigere Liquiditätsbedingungen in Anspruch nehmen können, mehr als bisher beeinträchtigt.
Sofern das derzeitige Unionsrecht als Grundlage für eine solche Maßnahme nicht ausreichend sein sollte, soll die Bundesregierung sich für die Herstellung der dafür notwendigen Änderungen einsetzen.
Nach § 13 Abs. 1 UStG entsteht die Steuer bei der Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Entgelte vereinnahmt worden sind (Istversteuerung).
§ 13 Abs. 1 UStG:
Die Steuerschuld wird also auf Beträge berechnet, die das Unternehmen schon erhalten hat.
Die zwei Varianten im Überblick:
Der Anspruch auf Vorsteuerabzug ist unabhängig von der Sollversteuerung oder Istversteuerung.
Der Anspruch auf Vorsteuerabzug besteht, wenn der Unternehmer eine Eingangsrechnung mit Umsatzsteuerausweis erhält.