Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20105,%2044
Timestamp: 2020-07-09 18:50:02
Document Index: 229232820

Matched Legal Cases: ['Art. 96', '§ 1', '§ 20', '§ 20', '§ 15', '§ 20', '§ 2124', '§ 15', '§ 20', '§ 15', '§ 20', '§ 20', '§ 15', '§ 2126']

BFH, 12.05.1970 - II 52/64 - dejure.org
BFH, 12.05.1970 - II 52/64
https://dejure.org/1970,309
BFH, 12.05.1970 - II 52/64 (https://dejure.org/1970,309)
BFH, Entscheidung vom 12.05.1970 - II 52/64 (https://dejure.org/1970,309)
BFH, Entscheidung vom 12. Mai 1970 - II 52/64 (https://dejure.org/1970,309)
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Erbschaftsteuer bei Nachlassfolge nach ausländischem Recht - Erbschaftsteuer bei Vorerben
BFHE 105, 44
BStBl II 1972, 462
In diesem Fall ist nicht die formale Gestaltung des ausländischen Rechts maßgebend, weil dessen Konsequenzen im Einzelfall andere sein können, als sie die ungefähr vergleichbare Rechtsfigur des deutschen Rechts vorsieht; maßgebend ist in diesem Falle vielmehr die wirtschaftliche Bedeutung dessen, was das ausländische Recht für den Einzelfall vorschreibt (BFH-Urteile in BFHE 63, 431, BStBl III 1956, 363; in BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408, und in BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462).
Sieht das deutsche bürgerliche Recht mehrere Strukturen vor, die dem nach ausländischem Recht verwirklichten Sachverhalt in ihrem wirtschaftlichen Ergebnis gleichkommen, und sind deshalb mehrere Zuordnungen der sich nach ausländischem Recht bestimmenden Nachlassfolge gleichermaßen möglich, muss bezogen auf die Steuerklasse die jeweils mildere Besteuerung Platz greifen; denn nur in Bezug auf diesen Mindestsatz hat das deutsche Recht die Besteuerung eindeutig vorgeschrieben (BFH-Urteile in BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462, und in BFHE 147, 70, BStBl II 1986, 615).
Zur Begründung verwies der BFH (Urteile in BFHE 63, 431, BStBl III 1956, 363, und in BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462) u.a. auf die --inzwischen durch Art. 96 Nr. 5 des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung (BGBl I 1976, 3341, 3380) aufgehobenen-- Vorschriften des § 1 Abs. 2 und 3 des Steueranpassungsgesetzes (StAnpG).
BFH, 13.04.2016 - II R 55/14
Im Innenverhältnis hat nach § 20 Abs. 4 ErbStG der Nacherbe die durch den Vorerbfall veranlasste Erbschaftsteuer zu tragen (BFH-Urteil vom 12. Mai 1970 II 52/64, BFHE 105, 44, 49, BStBl II 1972, 462, zu dem mit § 20 Abs. 4 ErbStG wörtlich übereinstimmenden § 15 Abs. 4 ErbStG 1925).
Die Erbschaftsteuer berechnete das FA nach den Grundsätzen des Urteils des BFH vom 12. Mai 1970 II 52/64 (BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462).
Ohne Einfluß auf die Behandlung des Klägers wie ein aufschiebend bedingt oder befristet eingesetzter Erbe ist es, daß der Senat die Zwischenberechtigten nicht wie Vorerben, sondern wie Nutzungsberechtigte behandelt (vgl. BFHE 105, 44, 47, BStBl II 1972, 462).
Aus den Ausführungen des Senats in seinem Urteil in BFHE 105, 44, 46, BStBl II 1972, 462 ergibt sich nichts anderes.
Der Kläger hat auch nicht berücksichtigt, dass V von ihm und seinen Brüdern die Erstattung der für den Anfall der Vorerbschaft festgesetzten Erbschaftsteuer in Höhe von 53 705 DM hätte verlangen können, wenn V die Vorerbschaft nicht (wirksam) ausgeschlagen hätte (§ 20 Abs. 4 ErbStG i.V.m. §§ 2124 Abs. 2 Satz 2, 2058 ff. BGB; BFH-Urteil vom 12. Mai 1970 II 52/64, BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462).
FG Hessen, 24.07.2014 - 1 K 1735/13
Nacherbe; Nacherbschaft; Rechtsnachfolger; Steuerschuldner; Vorerbe
Sinn bekommt diese Vorschrift vielmehr nur unter dem bürgerlich-rechtlichen Gesichtspunkt, dass der Vorerbe befugt ist, die Steuerleistung dem Nachlass zu entnehmen (BFH-Urteil vom 12. Mai 1970 II 52/64, BStBl II 1972, 462 zu § 15 Abs. 4 ErbStG a.F.).
US-Bürger - Gesetzliche Beerbung - Erbschaftsteuer - Tod des Erblassers - …
Sofern die Institutionen des ausländischen Erbrechts denen des deutschen Erbrechts entsprechen, ist die Besteuerung danach unproblematisch (vgl. das Urteil vom 12. Mai 1970 II 52/64, BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462).
Der Senat weicht mit dieser Entscheidung nicht von seinen Urteilen vom 31. Mai 1961 II 284/58 U (BFHE 73, 120, BStBl III 1961, 312); vom 15. Mai 1964 II 117/61 U (BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408), und vom 12. Mai 1970 II 52/64 (BFHE 105, 44, BStBl II 1972, 462) ab.
Die Urteile II 284/58 U und II 52/64 betrafen Fälle, in denen kraft letztwilliger Verfügung eine Trustverwaltung angeordnet worden war.
OLG Frankfurt, 25.06.2015 - 16 U 193/14
Freistellung von Erbschaftssteuerkosten
§ 20 Abs. 4 ErbStG, obschon im Erbschaftssteuergesetz enthalten, stellt keine steuerrechtliche Vorschrift dar; Sinn hat diese Vorschrift nur unter dem bürgerlich-rechtlichen Gesichtspunkt, dass der Vorerbe befugt ist, die Steuerleistung dem Nachlass zu entnehmen (BFH, Urteil vom 12.5.1970 - II 52/64, Rn. 21 zitiert nach juris für die inhaltsgleiche Vorgängervorschrift des § 15 Abs. 4 ErbStG a.F., Hess. FG, Urteil vom 24.7.2014, 1 K 1753/13, zitiert nach juris).
Die Einordnung nach diesen Grundsätzen führt dazu, dass die Zurechnung im Ausland erworbener Wirtschaftsgüter genauso behandelt wird wie der entsprechende Erwerb im Inland (ständige Rechtsprechung des BFH z.B. BFH vom 12. Mai 1970 II 52/64, BStBl II 1972, 462; vom 8. Juni 1988 II R 243/82, BStBl II 1988, 808 jeweils m.w.N.).
Im Innenverhältnis hat nach § 20 Abs. 4 ErbStG der Nacherbe die durch den Vorerbfall veranlasste Erbschaftsteuer zu tragen (vgl. BFH-Urteil vom 12.05.1970 II 52/64, BFHE 105, 44, 49, BStBl II 1972, 462, zu dem mit § 20 Abs. 4 ErbStG wörtlich übereinstimmenden § 15 Abs. 4 ErbStG 1925).
LG Bonn, 24.01.2012 - 10 O 453/10
Erbschaftssteuer bei einer Vorerbschaft als außerordentliche Last i.S.d. § 2126 …
BFH, 10.05.1972 - II 78/64
Nacherben - Erblasser - Vorerbe - Selbständiger Anrechnungsanspruch
Amerikanischer Trust - Erbschaftsteuer - Substanzerbe - Beendigung des Trusts - …
BFH, 12.01.1973 - III R 30/72
Erwerb von Wirtschaftsgütern - Ausländisches Recht - Formalrechtliche Gestaltung …
BFH, 20.03.1974 - II 122/64
Steuervergünstigung - Gesamter Erwerb des Ehegatten - Nacherbschaft - …