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Timestamp: 2020-07-07 04:00:01
Document Index: 189858407

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 20', '§ 278', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20']

Zwar regelt Art. 20 Abs. 1 DBA-Frank­reich a.F., in wel­cher Wei­se die Dop­pel­be­steue­rung „bei Per­so­nen, die in der Bun­des­re­pu­blik ansäs­sig sind”, ver­mie­den wird. In der Regel geschieht dies nach Abs. 1 Buchst. a Satz 1 der Vor­schrift durch Frei­stel­lung der aus Frank­reich stam­men­den Ein­künf­te jener Per­so­nen, bei denen es sich um in einem Ver­trags­staat ansäs­si­ge natür­li­che oder juris­ti­sche Per­so­nen han­deln muss. Doch steht die­se Rege­lung unter dem Vor­be­halt der Son­der­re­geln für Divi­den­den in Abs. 1 Buchst. b und Buchst. c der Vor­schrift, in denen (auch) die Vor­aus­set­zun­gen für die betrof­fe­nen „Per­so­nen” im Sin­ne des Ein­lei­tungs­sat­zes spe­zi­fi­ziert und ein­ge­grenzt wer­den. Nach Art. 20 Abs. 1 Buchst. b Dop­pel­buchst. aa Satz 1 DBA-Frank­reich a.F. sind das –gewis­ser­ma­ßen als eine Teil­men­ge jener Per­so­nen i.S. des Ein­lei­tungs­sat­zes– in der Bun­des­re­pu­blik ansäs­si­ge Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, zu denen die Bei­ge­la­de­ne frag­los gehört (vgl. § 278 des Akti­en­ge­set­zes). Per­so­nen im Sin­ne des Ein­lei­tungs­sat­zes, die das sog. Schach­tel­pri­vi­leg nach Art. 20 Abs. 1 Buchst. b Dop­pel­buchst. aa Satz 1 DBA-Frank­reich a.F. bean­spru­chen kön­nen, sind so gese­hen einer­seits nur, ande­rer­seits jed­we­de Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, die (nur) in der Bun­des­re­pu­blik ansäs­sig sind. Ein­schrän­kun­gen nach der Gesell­schaf­ter­struk­tur jener Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten ent­hält das Abkom­men inso­fern nicht.
Glei­ches gilt für die Fra­ge, ob Emp­fän­ger der Divi­den­den jen­seits des blo­ßen Zah­lungs­vor­gan­ges die „hin­ter” der KGaA ste­hen­den Gesell­schaf­ter sind. Art. 20 Abs. 1 Buchst. b Dop­pel­buchst. aa Satz 1 DBA-Frank­reich a.F. stellt dar­auf nicht ab. Aus­schlag­ge­bend ist hier­nach viel­mehr allein die Zah­lung an eine in der Bun­des­re­pu­blik ansäs­si­ge Kapi­tal­ge­sell­schaft („… gezahlt …”). Letz­te­res ist unter den Gege­ben­hei­ten des Streit­falls die KGaA, nicht deren per­sön­lich haf­ten­der Gesell­schaf­ter. Ob dies nach Maß­ga­be eines Abkom­mens zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung, das sich enger als das DBA-Frank­reich an das Mus­ter­ab­kom­men der Orga­ni­sa­ti­on for Eco­no­mic Coope­ra­ti­on and Deve­lo­p­ment (OECD) anlehnt und wie dort die Begrif­fe des „Nut­zungs­be­rech­tig­ten” als des­je­ni­gen ver­wen­det, wel­cher die betref­fen­den Ein­künf­te „bezieht„6, anders ist, mag dahin­ste­hen; in Art. 20 Abs. 1 Buchst. b Dop­pel­buchst. aa Satz 1 DBA-Frank­reich a.F. wer­den bei­de Begrif­fe nicht auf­ge­grif­fen. Maß­geb­lich ist des­we­gen der blo­ße Abfluss der Beträ­ge bei den leis­ten­den Gesell­schaf­ten an die inlän­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft7.
sie­he im Ein­zel­nen BFH, Urteil vom 29.05.1996 — I R 21⁄95, BFHE 180, 422, BStBl II 1997, 63 [↩]
s. dazu auch BFH, Urteil vom 20.08.2008 — I R 39⁄07, BFHE 222, 509, BStBl II 2009, 234 [↩]
vgl. dazu BFH, Urteil vom 17.10.1990 — I R 16⁄89, BFHE 163, 38, BStBl II 1991, 211 [↩]
vgl. grund­le­gend BFH, Urteil vom 21.06.1989 — X R 14⁄88, BFHE 157, 382, BStBl II 1989, 881; näher Hage­bö­ke, Das „KGaA-Modell”, 2008, S. 120 f. [↩]
so Was­ser­mey­er in Fest­schrift Her­zig, a.a.O., S. 897, 906; s. in die­sem Zusam­men­hang auch BFH, Urteil in BFHE 222, 509, BStBl II 2009, 234 [↩]