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Timestamp: 2019-04-19 11:17:52
Document Index: 76397359

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 132', 'BGH', '§ 132', '§ 132', '§ 132', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 28', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.12.2000 - II ZR 293/99 - dejure.org
BGH, 04.12.2000 - II ZR 293/99
Typischer Geschehensablauf - Grundsätze des Anscheinsbeweises
NJW 2001, 1140
MDR 2001, 388
NZV 2001, 207
VersR 2001, 457
Voraussetzung dafür ist, dass ein bestimmter Sachverhalt feststeht, der nach der allgemeinen Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache oder auf einen bestimmten Ablauf als maßgeblich für den Eintritt eines bestimmten Erfolgs hinweist (BGH MMR 2004, 812, 813; NJW 2001, 1140, 1141).
aa) Eine vergleichbare Klausel aus der Flusskaskoversicherung hatte der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in einem Urteil vom 11. Februar 1985 (II ZR 290/83 - VersR 1985, 629 unter 2) ebenso wie § 132 VVG Abs. 1 a.F. als objektiven Risikoausschluss verstanden, weil die Klausel an den Zustand des Schiffes und nicht an ein Verhalten des Versicherungsnehmers anknüpfe (so auch BGH, Urteil vom 4. Dezember 2000 - II ZR 293/99, VersR 2001, 457 unter II; OLG Karlsruhe VersR 1983, 74;… Voit/Knappmann in Prölss/Martin, VVG 27. Aufl. § 132 Rn. 5;… Römer aaO § 132 Rn. 1;… Thume in Thume/de la Motte, Transportversicherungsrecht Kap. 2 § 132 VVG Rn. 178;… ebenso für § 138 Satz 1 VVG n.F.: HK-VVG/Harms, § 138 VVG Rn. 2;… Koller aaO § 138 Rn. 2;… Thume in Thume/de la Motte/Ehlers, Transportversicherungsrecht 2. Aufl. § 138 Rn. 465;… zweifelnd Pisani in Schwintowski/Brömmelmeyer, VVG § 138 Rn. 12 f.;… Paffenholz in Looschelders/Pohlmann, VVG § 138 Rn. 7).
(a) Auch wenn man § 138 Satz 1 VVG als verhüllte Obliegenheit versteht (…vgl. Senatsurteil vom 18. Mai 2011 - IV ZR 165/09, VersR 2011, 1048 Rn. 26 ff.), setzt die Vorschrift abweichend von § 28 Abs. 3 Satz 1 VVG den Nachweis des Versicherers voraus, dass die Fahruntüchtigkeit des Schiffes oder seine nicht ausreichende Ausrüstung oder personelle Ausstattung für den eingetretenen Schaden ursächlich geworden sind (BGH, Urteil vom 4. Dezember 2000 - II ZR 293/99, VersR 2001, 457 unter II).
Bei Sachverhalten, die nach der Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache, oder einen bestimmten typischen Geschehensablauf hinweisen, ist diese Ursache beziehungsweise dieser Ablauf als bewiesen anzusehen, wenn der Fall das Gepräge des Üblichen oder Gewöhnlichen trägt (vgl. BGH NJW 2001, 1140).
Nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises kann bei einem typischen Geschehensablauf mit Rücksicht auf die Lebenserfahrung von einem bestimmten unstreitigen oder bewiesenen Sachverhalt auf eine bestimmte Folge oder umgekehrt aus einen feststehenden Erfolg auf eine bestimmte Ursache geschlossen werden (vgl. nur BGH NJW 2001, 1140 ff.).