Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.02.1995&Aktenzeichen=VI%20ZR%20272/93
Timestamp: 2019-05-26 00:25:16
Document Index: 19170968

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 278', 'BGH', '§ 630', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.02.1995 - VI ZR 272/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,166
BGH, 14.02.1995 - VI ZR 272/93 (https://dejure.org/1995,166)
BGH, Entscheidung vom 14.02.1995 - VI ZR 272/93 (https://dejure.org/1995,166)
BGH, Entscheidung vom 14. Februar 1995 - VI ZR 272/93 (https://dejure.org/1995,166)
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Eklampsien
§ 823 Abs. 1 BGB, Arzthaftung, Blutdruckuntersuchung in der Entbindungsphase, Dokumentationspflicht auch bei normalem Befund, falls medizinisch geboten;
Haftung für Hebamme, §§ 278, 831 BGB, gespaltener Krankenhausvertrag
Entbindung in Krankenhaus - Frauenarzt gleichzeitig Belegarzt - Eingangskontrolle - Fehler der freiberuflichen Hebamme - Haftung des Belegkrankenhausträgers
Arzthaftung; Haftung eines Belegarztes
Nach gefestigter Rechtsprechung des erkennenden Senats begründet das Fehlen der Dokumentation einer aufzeichnungspflichtigen Maßnahme die Vermutung, dass die Maßnahme unterblieben ist (vgl. Senatsurteil vom 14. Februar 1995 - VI ZR 272/93, BGHZ 129, 6, 10;… Senatsbeschluss vom 9. Juni 2009 - VI ZR 261/08, VersR 2009, 1406 Rn. 4;… ferner Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 12. Aufl., Rn. 548;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Aufl., B Rn. 247; vgl. jetzt auch § 630h Abs. 3 BGB).
Diese Vermutung entfällt weder deshalb, weil in der Praxis mitunter der Pflicht zur Dokumentation nicht nachgekommen wird (Senatsurteil vom 14. Februar 1995, aaO), noch deshalb, weil die Dokumentation insgesamt lückenhaft ist.
Hierfür will sich die Revision auf das in BGHZ 129, 6 ff. abgedruckte Senatsurteil stützen, wonach der Fehler einer Hebamme dem Belegarzt zugerechnet werden kann, wenn dieser die Geburtsleitung übernommen hat.
Insoweit kann es nicht als Beginn des Geburtsvorgangs im Sinn der Ausführungen des Senatsurteils BGHZ 129, 6, 11 angesehen werden, daß der Erstbeklagte schon am 15. März 1989 vertretungsweise die Behandlung der Klägerin zu 1) übernommen hatte.
b) Soweit die Revision Bedenken gegen die vom Berufungsgericht angenommenen Beweiserleichterungen erhebt, weil diese nach der bisherigen Rechtsprechung des erkennenden Senats nur für ärztliche Behandlungsfehler gelten könnten, ergibt sich aus dem in BGHZ 129, 6, 12 abgedruckten Senatsurteil, daß hierfür auch ein grobes Verschulden der Hebamme ausreicht.
Zwar muß sich der Tatrichter für die Beantwortung dieser Frage auf tatsächliche Anhaltspunkte stützen können, die sich in der Regel aus der medizinischen Bewertung des Behandlungsgeschehens durch den Sachverständigen ergeben werden (Senatsurteile vom 14. Dezember 1994 - VI ZR 67/93 - VersR 1994, 480, 482;… vom 4. Oktober 1994 - aaO. - und vom 14. Februar 1995 - VI ZR 272/93 - VersR 1995, 706, 708 jeweils m.w.N.).
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