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Timestamp: 2016-10-25 06:46:37
Document Index: 145367908

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152', 'BGE']

U 290/06 (11.06.2007)
U 290/06
Bundesrichterin Leuzinger, Ersatzrichter B�hler,
R.________, 1971, vertreten durch F�rsprecher Eric Blindenbacher, Theaterplatz 8, 3000 Bern,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2006.
Die 1971 geborene R.________ war ab September 2001 als Krankenschwester im Spital X.________ t�tig und gest�tzt auf dieses Arbeitsverh�ltnis bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: "Allianz" oder Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 6. M�rz 2003 war sie mit ihrem Personenwagen auf dem Weg zur Arbeit in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem sie erheblich verletzt wurde. Im Notfallzentrum Chirurgie des Spitals Y.________ wurden eine caudale (obturatoria) H�ftluxation links, eine Lungenkontusion beidseits basal, eine Nasenseptum-Fraktur, eine perforierende Riss-Quetsch-Wunde Philtrum bis Innenseite Oberlippe, eine laterale Malleolarfraktur Typ C nach Weber rechts sowie eine Fraktur der Brustwirbelk�rper (BWK) 7 und 8, vermutlich alt, diagnostiziert. R.________ war vom 6. bis 20. M�rz 2003 in der Klinik und Poliklinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals Y.________ hospitalisiert, wo unter anderem die Malleolarfraktur am rechten Fussgelenk osteosynthetisch behandelt wurde. Nach einem Rehabilitationsaufenthalt im Kurhaus Alpina in Ringgenberg vom 30. M�rz bis 10. April 2003 war sie ab 15. Mai 2003 zu 50% und ab 15. Juli 2003 wieder zu 100% arbeitsf�hig. Die "Allianz" anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und [infolge Nichttragens der Sicherheitsgurten ein gek�rztes] Taggeld).
Wegen belastungsabh�ngigen Beschwerden im Bereich der Brust- und Lendenwirbels�ule sowie der rechten H�fte �berwies der Hausarzt Dr. med. M.________ die Versicherte am 27. Oktober 2003 zur spezial�rztlichen Abkl�rung an den Rheumatologen Dr. med. E.________ der eine radiologische sowie magnetresonanztomographische Untersuchung der Brust- und Lendenwirbels�ule veranlasste und ein Thorakolumbovertebralsyndrom mit pseudoradikul�rer Ausstrahlung beidseits (rechts ausgepr�gter als links) bei Status nach Kompressionsfrakturen BWK 7 und 8 und m�glicherweise konsekutiven erosiven Osteochondrosen Th6-9 sowie Spondylolyse L5 beidseits mit Spondylolisthesis L5/S1 Grad I nach Meierding und Osteochondrose L5/S1 diagnostizierte (Bericht vom 19. November 2003). Die "Allianz" holte hierauf von Dr. med. Z.________, Facharzt f�r Neurochirurgie FMH ein Aktengutachten vom 1. Dezember 2003 zur Unfallkausalit�t der von der Versicherten geklagten R�ckenbeschwerden mit Erg�nzungsgutachten vom 6. Mai 2004 ein und zog die von ihrem Rechtsvertreter veranlassten Berichte des Rheumatologen Dr. med. E.________ vom 15. Dezember 2003 und 23. Januar 2004 sowie des Dr. med. U.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie vom 21. September 2004 bei. Mit Verf�gung vom 29. Oktober 2004 stellte sie ihre Leistungen per 15. Juli 2003 mangels Unfallkausalit�t der von der Versicherten geklagten R�ckenbeschwerden ein. Gegen diese Verf�gung erhoben sowohl R.________ als auch ihr Krankenversicherer, die Sanitas Grundversicherungen AG, Z�rich, Einsprache. Im Einspracheverfahren ber�cksichtigte die "Allianz" das vom Rechtsvertreter der Versicherten bei PD Dr. med. H.________, Leiter Wirbels�ulenchirurgie, Spital Y.________, in Auftrag gegebene Gutachten vom 18. Januar 2005 mit Erg�nzungsgutachten vom 3. M�rz 2005 und 11. April 2005. Dieser Wirbels�ulenchirurg hatte am 30. November 2004 eine �berbr�ckende Stabilisierung Th6-10 und eine dorsale Spondylodese mit lokalem Knochen, augmentiert mit Chronos (10g) sowie am 8. Dezember 2004 eine interkorporelle Zementaugmentierung Th7/8 und Th8/9 durchgef�hrt. Mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2005 hiess die "Allianz" die beiden Einsprachen in dem Sinne teilweise gut, dass sie den status quo sine neu auf den 6. M�rz 2004 festsetzte und R.________ bis zu diesem Zeitpunkt Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung gew�hrte.
Hiegegen liess R.________ Beschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es seien ihr mit Wirkung ab 6. M�rz 2004 weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die Beschwerde mit Entscheid vom 5. Mai 2006 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids ihr vorinstanzliches Rechtsbegehren erneuern; eventuell beantragt sie, die Sache zur erg�nzenden Abkl�rung des medizinischen Sachverhaltes an die "Allianz" zur�ckzuweisen. Ausserdem ersucht sie um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
Die "Allianz" schliesst in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) hat keine Vernehmlassung eingereicht.
Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die �berpr�fungsbefugnis des Gerichts nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschr�nkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der angefochtenen Verf�gung; das Gericht ist dabei nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden und kann �ber die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (Art. 132 OG).
3.1 Streitig ist, ob die Beschwerdef�hrerin �ber den im Einspracheentscheid vom 17. Juni 2005 auf den 6. M�rz 2004 festgesetzten Terminierungszeitpunkt hinaus Anspruch auf gesetzliche Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld, Invalidenrente oder Integrit�tsentsch�digung) der obligatorischen Unfallversicherung hat.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid vom 17. Juni 2005 die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286 E. 1b S. 289, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt f�r die im Einspracheentscheid enthaltenen Erw�gungen zum Beweiswert und zur W�rdigung von medizinischen Berichten und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, 122 V 157 E. 1c S. 160 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder �berhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entf�llt erst, wenn der Unfall nicht die nat�rliche und ad�quate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsm�ssigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte (status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, U 180/93, mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegr�ndende nat�rliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht �blicherweise massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2, U 355/98, mit Hinweisen). Dieser muss jedoch nicht den Beweis f�r unfallfremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b, U 180/93). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts vom 31. August 2001, U 285/00, sowie vom 18. Dezember 2003, U 258/02). Beizuf�gen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast f�r das Dahinfallen der nat�rlichen Unfallkausalit�t tr�gt, erst Platz greift, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die �berwiegende Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b i.f. S. 264 mit Hinweisen).
4.1 Die Vorinstanz hat das Dahinfallen der Unfallkausalit�t s�mtlicher gesundheitlicher Folgen des Unfalles vom 6. M�rz 2003 mit Wirkung ab 6. M�rz 2004 in ausschlaggebender Weise gest�tzt auf das von der Beschwerdef�hrerin eingeholte Privatgutachten des behandelnden Wirbels�ulenchirurgen PD Dr. med. H.________ vom 18. Januar 2005 sowie dessen Erg�nzungsgutachten vom 3. M�rz 2005 und 11. April 2005 bejaht. Das kantonale Gericht hat diesem Gutachten volle Beweiskraft zuerkannt. Demgegen�ber hat es die - ebenfalls im Auftrag der Versicherten erstattete - Kausalit�tsbeurteilung des Dr. med. U.________ wonach "der Unfall mit mehr als 50%-iger Wahrscheinlichkeit als Ursache f�r die Beschwerden im BWS- und LWS-Bereich anzusehen" sei (Bericht vom 21. September 2004) als nicht �berzeugend erachtet. Die Beschwerdef�hrerin r�gt diese Beweisw�rdigung.
4.2 Mit Bezug auf das Privatgutachten des PD Dr. med. H.________ macht die Versicherte geltend, dieser Gutachter habe zur Begr�ndung f�r das Erreichen des status quo sine zw�lf Monate nach dem Unfall vom 6. M�rz 2003 lediglich auf die "allgemein g�ngige Praxis" verwiesen, was weder eine nachvollziehbare noch �berpr�fbare Begr�ndung darstelle. Im Widerspruch dazu habe er die ihm von der Beschwerdef�hrerin unterbreitete "entsprechende Frage" nicht beantworten k�nnen. Zudem habe er sich mit der abweichenden Kausalit�tsbeurteilung des Dr. med. U.________ �berhaupt nicht auseinandergesetzt.
4.2.1 Was zun�chst die von PD Dr. med. H.________ angef�hrte "allgemein g�ngige Praxis" betrifft, hat der Privatgutachter damit sinngem�ss auf die allgemein anerkannte medizinische Lehrmeinung hingewiesen. Danach darf bei einer Wirbels�ule mit Scheuermann'scher Erkrankung, wie sie bei der Versicherten im Bereich der Brustwirbels�ule vorliegt, auch dann nur eine vor�bergehende Verschlimmerung des vorbestehenden pathologischen Zustandes angenommen werden, wenn R�ckenschmerzen erstmals nach einem Unfall auftreten. Eine richtunggebende (dauerhafte) traumatische Verschlimmerung wird nur bejaht, wenn ein Wirbelbruch auf einen "Scheuermann-R�cken" trifft, weil dann die Wirbels�ule meist dekompensiert (Morscher/Chapchal, Sch�den des St�tz- und Bewegungsapparates nach Unf�llen, in: Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 182). Ebenso ist medizinisch lediglich von einer vor�bergehenden Verschlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbels�ule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbels�ulenerkrankung symptomatisch wird (Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von R�ckensch�den in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 52). Das war bei der Beschwerdef�hrerin mit Bezug auf die Lendenwirbels�ule der Fall, da nach dem Unfall vom 6. M�rz 2003 eine vorbestehende Spondylolyse L5 und eine Spondylolisthesis L5/S1 Grad I nach Meierding sowie eine Osteochondrose L5/S1 magnetresonanztomographisch nachgewiesen wurden. Die zeitliche Dauer, w�hrend welcher eine vorbestehende Wirbels�ulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelk�rperfrakturen oder struktureller L�sionen an der Wirbels�ule - im Sinne einer vor�bergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, betr�gt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, l�ngstens jedoch ein Jahr (Morscher/Chapchal, a.a.O., S. 192; Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 52; vgl. auch B�r/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbels�ule, Medizinische Mitteilungen der SUVA [Schweizerische Unfallversicherungsanstalt] Nr. 67 von Dezember 1994, S. 45 f.). An diesen unfallmedizinisch allgemein anerkannten Verlauf vorbestehender Wirbels�ulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbels�ule hat PD Dr. med. H.________ offensichtlich angekn�pft, wenn er in seinem Erg�nzungsgutachten vom 11. April 2005 ausf�hrte, der status quo sine sei nach der "allgemein g�ngigen Praxis" sp�testens zw�lf Monate nach dem Unfall wieder erreicht worden. Stimmt seine Kausalit�tsbeurteilung aber mit allgemein anerkannten Erkenntnissen der Unfallmedizin �berein, ist sie auch nachvollziehbar und �berzeugend.
4.2.2 Die Beschwerdef�hrerin hat PD Dr. med. H.________ mit ihrem Gutachterauftrag vom 16. Juni 2004 folgende Expertenfrage unterbreitet:
"Falls unfallfremde Faktoren mitwirken, h�tten diese Faktoren wahrscheinlich auch ohne Unfall vom 6.3.2003 zu den geklagten Beschwerden gef�hrt? Falls ja, mit welcher zeitlichen Latenz".
In seinem Gutachten vom 18. Januar 2005 (S. 6 f.) hat PD Dr. med. H.________ diese Frage differenziert so beantwortet, dass der nat�rliche Verlauf der Wirbels�ulenerkrankung der Versicherten im Lendenwirbels�ulenbereich (L5/S1) im Alter zwischen 30 und 50 Jahren h�ufig zum Auftreten von radikul�ren Symptomen f�hre. Hingegen gebe es keine gesicherten "Zusammenh�nge" (recte: Erkenntnisse) zur Korrelation zwischen morphologischen Befunden und klinischen Symptomen mit Bezug auf die bei der Beschwerdef�hrerin vorbestandenen Ver�nderungen im Bereich der Brustwirbels�ule. Diesbez�glich sei daher eine Aussage zum nat�rlichen Verlauf nicht m�glich.
Die Feststellung, dass es keine gesicherten Erkenntnisse �ber das Auftreten von klinischen Symptomen und die einer Scheuermann'schen Erkrankung der Brustwirbels�ule entsprechenden Befunde gibt, steht keineswegs im Widerspruch zur Kausalit�tsbeurteilung des Privatgutachters gem�ss Erg�nzungsgutachten vom 11. April 2005, wonach der status quo sine zw�lf Monate nach dem Unfall vom 6. M�rz 2003 erreicht war. Denn mit dem status quo sine wird der Gesundheitszustand bezeichnet, der sich bei einem schicksalsm�ssig verlaufenden, krankhaften Vorzustand ergibt, wenn nach einer vor�bergehenden, unfallbedingten Verschlimmerung die auf einen Unfall zur�ckzuf�hrende Gesundheitssch�digung vollst�ndig abheilt und der Unfall keine nat�rliche Ursache des beim Versicherten vorhandenen Gesundheitsschadens mehr darstellt (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 76 E. 4b, U 61/91; Morger, Zusammentreffen verschiedener Schadensursachen (Art. 36 UVG), Versicherungs-Kurier 1987, S. 133; Fredenhagen, Das �rztliche Gutachten, 4. Aufl. Bern 2003, S. 103). Demgegen�ber betrifft die Frage nach dem "nat�rlichen Verlauf" eines Vorzustandes allein dessen schicksalsm�ssige Entwicklung unter Ausschluss der vor�bergehenden Beeinflussung durch eine unfallbedingte Gesundheitssch�digung. Die entsprechende, von der Beschwerdef�hrerin im Gutachterauftrag vom 16. Juni 2004 gestellte Expertenfrage betraf somit ausschliesslich den schicksalsm�ssigen Verlauf ihres vorbestehenden unfallfremden R�ckenleidens und bezog sich nicht auf das Dahinfallen der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens. Sie ist daher - wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (S. 11) zutreffend erkannt hat - rechtlich mit Blick auf das Beweisthema des Erreichens des status quo sine unerheblich (vgl. hievor E. 3.3). Demgem�ss ist es ohne Belang, dass der Privatgutachter die Frage hinsichtlich des schicksalsm�ssigen Verlaufs der Scheuermann'schen Erkrankung nicht zu beantworten vermochte.
4.2.3 Soweit die Beschwerdef�hrerin r�gt, dass Vorinstanz und "Allianz" der Kausalit�tsbeurteilung des Dr. med. U.________, wonach der Unfall vom 6. M�rz 2003 "mit mehr als 50%-iger Wahrscheinlichkeit als Ursache f�r die Beschwerden" der Versicherten "im BWS- und LWS-Bereich anzusehen" sei, keine Beweiskraft beigemessen haben, ist Folgendes festzuhalten:
Dr. med. U.________ hat zur Frage der Unfallkausalit�t kein umfassendes medizinisches Gutachten erstattet, in welchem er unter Ber�cksichtigung der Vorakten und nach Massgabe der von ihm selbst sowie von anderen �rzten erhobenen Befunde und durchgef�hrten Untersuchungen den bei der Beschwerdef�hrerin im Bereich der BWS/LWS gegebenen Vorzustand dargelegt und dessen Entwicklung und Zusammenhang mit der beim Unfall vom 6. M�rz 2003 erlittenen Gesundheitssch�digung gew�rdigt h�tte. Vielmehr steht die von ihm angenommene "mehr als 50%-ige Wahrscheinlichkeit" f�r das Vorliegen von unfallkausalen Ursachen als apodiktische Behauptung da, die er einzig damit begr�ndete, dass die Versicherte vor dem Unfall beschwerdefrei und "voll" in der Krankenpflege erwerbst�tig gewesen sei. Damit hat er seine abweichende Kausalit�tsbeurteilung allein mit der Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" begr�ndet. Diese Beweisregel beinhaltet eine nat�rliche Vermutung dahingehend, dass nach einem Unfall aufgetretene Beschwerden dauerhaft auf unfallbedingte Ursachen zur�ckzuf�hren sind, wenn eine vorbestehende Erkrankung bis zum Unfallereignis schmerzfrei war. Eine derartige nat�rliche Vermutung entspricht - wie dargelegt (E. 4.2.1 hievor) - weder den anerkannten unfallmedizinischen Erkenntnissen �ber Verlauf und Symptomatik von degenerativen Wirbels�ulenerkrankungen noch denjenigen �ber die zeitlichen Folgen von unfallbedingten Einwirkungen auf die Wirbels�ule, sofern das versicherte Ereignis keine strukturellen L�sionen an der Wirbels�ule und namentlich keine Wirbelk�rperfraktur verursachte. Diese nat�rliche Vermutung ist daher unfallmedizinisch nicht haltbar und dementsprechend beweisrechtlich nicht zul�ssig (vgl. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 460 Fn 1205; Walter, Tat- und Rechtsfragen, in: Fellmann/Weber, Der Haftpflichtprozess, T�cken der gerichtlichen Schadenerledigung, Z�rich 2006, S. 34). Vorinstanz und "Allianz" haben daher die Kausalit�tsbeurteilung des Dr. med. U.________ zu Recht als nicht beweiskr�ftig qualifiziert. Ebenso wenig liegt ein Beweismangel darin, dass der Privatgutachter PD Dr. med. H.________ sich mit der medizinischen These des Dr. med. U.________ nicht n�her auseinandergesetzt hat.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachten, die vorinstanzliche Beweisw�rdigung betreffenden R�gen unbegr�ndet sind. Der rechtserhebliche Sachverhalt ist vom kantonalen Gericht richtig festgestellt worden. War somit der status quo sine zum 6. M�rz 2004 (ein Jahr nach dem versicherten Unfall) erreicht, hat die Vorinstanz die gem�ss Einspracheentscheid vom 17. Juni 2005 auf diesen Zeitpunkt bestimmte Einstellung s�mtlicher Versicherungsleistungen mit angefochtenem Entscheid zu Recht best�tigt, weshalb die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen ist.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann der Beschwerdef�hrerin gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da ihre Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht aussichtslos und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 201 f. E. 4a und 371 f. E. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist (BGE 124 V 301 E. 6 S. 309).
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird F�rsprecher Eric Blindenbacher, Bern, f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.