Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211989
Timestamp: 2019-01-19 14:12:44
Document Index: 105396068

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 11', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 29']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Riesenbruch“
(GVBl.II/03, [Nr. 16], S.334)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Havelland wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Riesenbruch“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 297 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Stadt Rathenow Rathenow 29;
Stadt Rathenow Semlin 3;
Stechow-Ferchesar Stechow 16, 17.
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Havelland, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das eine strukturreiche Landschaft mit natürlichen Mischwäldern, unterschiedlichen Vorwaldstadien, gehölzarmen Offenflächen, Heiden, feuchten Senken, Kleingewässern und extensiv genutzten Wiesen umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung der Landschaft als Standort wild wachsender Pflanzengesellschaften,insbesondere der Pfeifengraswiesen, Kleinseggenwiesen im Bereich der Riesenbruchwiese, naturnaher pfeifengrasreicher Laubmischwälder und azidophiler Buchenmischwälder, Hainmieren-Stieleichenwälder sowie von Erlenbruchwäldern;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders oder streng geschützter Arten;
der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum undpotentielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Greif- undSchreitvögel, Lurche und Kriechtiere, Insekten und anderer wirbelloser Tiere;
die Erhaltung von Vorwaldstadien und gehölzarmen Offenflächen als Lebensraum für an solche Habitategebundenen Pflanzen- und Tierarten;
der Erhalt und die Entwicklung des Gebietes aus ökologischen Gründen in seiner Funktion für denBiotopverbund mit dem Naturschutzgebiet „Rodewaldsches Luch“ und als Bindeglied zwischen der unteren Havelniederung und dem havelländischen Luch.
wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu be- schädigen oder zu zerstören;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass § 4 Abs. 2 Nr. 21 gilt;
in den Altbeständen ausschließlich eine einzelstamm- bis truppweise Nutzung erfolgt,
nur Arten der potenziell natürlichen Vegetation verwendet werden,
ein Totholzanteil von mindestens fünf Prozent und ein Altholzanteil von mindestens zehn Prozent am Holzvorrat entwickelt wird;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass die Jagd in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni eines jeden Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
die Ausbildung des eigenen Jagdgebrauchshundes der im Gebiet ständig zur Jagd Berechtigten in der Zeit vom 30. Juni bis zum 1. März des Folgejahres. Im Übrigen bleibt die Anlage von Ansaatwildwiesen und Wildäckern verboten;
Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde angeordnet sind;
auf den in der Übersichtskarte im Maßstab 1 : 10 000 gekennzeichneten Flächen soll eine Deckung mit Gehölzen von 30 Prozent nicht überschritten werden;
die Nutzung des Grünlandes soll extensiv erfolgen. Dabei soll die erste Nutzung möglichst nicht vor dem 1. Juli eines jeden Jahres erfolgen.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Verboten des § 4 oder den Maßgaben des § 5 zuwiderhandelt.
(1) Die Aufstellung einer Behandlungsrichtlinie zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz, Pflege und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzwecks sowie die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
(2) Gleichzeitig tritt die „Anordnung Nr. 1 über Naturschutzgebiete des Ministers für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik vom 30. März 1961 zum Naturschutzgebiet Forst Semlin“ außer Kraft.
Potsdam, den 30. April 2003
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Riesenbruch“ vom 30. April 2003
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 297 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Havelland Rathenow 29 14/3, 22/2, 22/3, 24/2, 25/2, 25/1, 26/2, 36/1 (anteilig);
Gemarkung Semlin 3 jeweils anteilig: 92/1, 92/2, 94/2, 94/3;
Gemarkung Stechow 16 1/2, 7;
17 30/1, 37, 44/1.