Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.05.2006&Aktenzeichen=V%20ZR%20264/05
Timestamp: 2019-11-15 14:53:50
Document Index: 157660171

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 280', '§ 249', '§ 311', '§ 241', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.05.2006 - V ZR 264/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,219
BGH, 19.05.2006 - V ZR 264/05 (https://dejure.org/2006,219)
BGH, Entscheidung vom 19.05.2006 - V ZR 264/05 (https://dejure.org/2006,219)
BGH, Entscheidung vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05 (https://dejure.org/2006,219)
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BGB §§ 249, 280 Abs. 1, 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 (Culpa in Contrahendo)
Cic gibt nur Anspruch auf Ersatz des Vertrauensschadens; Erfüllungsschaden nur, wenn Verletzter nachweisen kann, dass der andere Vertragsteil dann einen für den Geschädigten entsprechend besseren Vertrag abgeschlossen hätte
Grundsatz des "falsa demonstratio non nocet"; Anspruch des Geschädigten auf Vertragsanpassung wegen der Verletzung von Aufklärungspflichten bei Vertragsverhandlungen; Möglichkeit des Festhaltens am ungünstigen Vertrag und der Liquidation des verbliebenden ...
Ersatz des Erfüllungsinteresses wegen Aufklärungspflichtverletzung nur bei Nachweis, dass ein besserer Vertrag zustande gekommen wäre
Zum Ersatz des Vertrauensschadens nach einer Verletzung von Aufklärungspflichten bei Vertragsverhandlungen; zum ausnahmsweisen Ersatz des Erfüllungsschadens
Vertragsverhandlungen: Verletzung von Aufklärungspflichten - Vertragsanpassung
Rechtsfolgen der Haftung aus culpa in contrahendo (§§ 280 I, 311 II, 241 II BGB) bei der Verletzung von Aufklärungspflichten: Kein Kausalitätsnachweis bei "Minderung" durch c.i.c.; kein Anspruch auf Abschluß/Anpassung eines Vertrages ohne Kausalitätsnachweis; falsa demonstratio ...
Rechtsfolgen der Verletzung von Aufklärungspflichten bei Vertragsschluss; Berechnung des Restvertrauensschadens
Aufklärungspflicht verletzt: keine Vertragsanpassung möglich
BGB §§ 249, 280 Abs. 1, § 311 Abs. 2, § 241 Abs. 2
Beweislast des Geschädigten für Zustandekommen eines besseren Vertrags im Falle richtiger Aufklärung
Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlung: Ersatz des Vertrauensschadens: Ja! Vertragsanpassung: Nein! (IBR 2006, 1583)
Verletzung einer Aufklärungspflicht: Wie wird der Schaden ermittelt? (IBR 2006, 1530)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.05.2006, Az.: V ZR 264/05 (Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlungen; Vertrauensschaden oder Vertragsanpassung)" von RA Prof. Dr. Hans Ganten, original erschienen in: BauR 2006, 1740 - 1747.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.05.2006, Az.: V ZR 264/06 (Kein Anspruch auf Vertragsanpassung bei Verletzung von Aufklärungspflicht)" von Prof. Dr. Werner Schubert, original erschienen in: JR 2007, 373 - 374.
LG Frankfurt/Main, 27.09.2004 - 25 O 158/03
OLG Frankfurt, 02.11.2005 - 18 U 110/04
MDR 2007, 74
DNotZ 2006, 852
NZBau 2006, 573
WM 2006, 1536
BB 2006, 1650
JR 2007, 370
BauR 2006, 1740
Ein vom objektiven Erklärungsinhalt einer Formulierung übereinstimmend abweichendes Verständnis der Vertragsparteien geht nach §§ 133, 157 BGB dem objektiven Erklärungsinhalt vor ("falsa demonstratio non nocet"; st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 = NJW 2006, 3139 Rn. 13;… Urteil vom 3. März 2011 - III ZR 330/09, juris Rn. 16, jeweils mwN).
Eine Rechtsfolge dieses Anspruchs besteht darin, dass der Käufer als Vertrauensschaden von dem Verkäufer den Betrag verlangen kann, um den er den Kaufgegenstand zu teuer erworben hat (vgl. Senat, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 22;… Urteil vom 1. Februar 2013 - V ZR 72/11, NJW 2013, 1807 Rn. 15).
Dass er - das Vorliegen der weiteren Anspruchsvoraussetzungen unterstellt - unter Festhaltung an dem Vertrag als Schaden den Betrag verlangen könnte, um den er die Wohnung zu teuer erworben hat (vgl. zur Schadensberechnung bei einem Schadensersatzanspruch wegen Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlungen Senat, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21 ff.), ist nach dem derzeitigen Sach- und Streitstand rechtlich unerheblich, da er seinen Schaden nicht auf diese Weise berechnet.
Abgesehen davon, dass das Gesetz - wie bereits ausgeführt - eine solche allgemeine Aufklärungspflicht nicht kennt, übersieht diese Auffassung, dass ein auf einen unterlassenen Hinweis einer möglicherweise eintretenden Eigenbedarfssituation gestützter Schadensersatzanspruch grundsätzlich nur auf den Ersatz des Vertrauensinteresses gerichtet wäre (vgl. etwa BGH, Urteile vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875 unter II 2 b aa; vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BB 2006, 1650 Rn. 21; jeweils mwN).
Danach wäre der gekündigte Mieter (allenfalls) so zu stellen wie er bei Offenbarung der für seinen Vertragsentschluss maßgeblichen Umstände stünde (BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, aaO Rn. 21 mwN).
Das Erfüllungsinteresse (Abschluss eines über längere Zeit nicht wegen Eigenbedarfs kündbaren Mietvertrags) wäre dagegen nicht zu ersetzen (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, aaO Rn. 20; zu den Anforderungen hierfür vgl. BGH…, Urteil vom 29. Juni 2006 - I ZR 176/03, NJW-RR 2007, 32 Rn. 29 f.), denn die Zielsetzung einer aus dem Rücksichtnahmegebot abgeleiteten allgemeinen Aufklärungspflicht über vorhersehbare Eigenbedarfssituationen ginge - so sie denn bestünde - nur dahin, den Mieter in die Lage zu versetzen, aufgrund umfassender Informationen zu entscheiden, ob er den Wohnraum überhaupt anmieten und damit das Risiko eines Umzugs nach verhältnismäßig kurzer Zeit überhaupt eingehen will (…vgl. hierzu auch Senatsurteile vom 21. Januar 2009 - VIII ZR 62/08, aaO Rn. 19;… vom 20. März 2013 - VIII ZR 233/12, aaO Rn. 12;… Senatsbeschluss vom 13. April 2010 - VIII ZR 180/09, aaO).
Eine Haftung aus culpa in contrahendo ist auch dann begründet, wenn ohne das schädigende Verhalten mit demselben Vertragspartner ein Vertrag zu anderen, für den Geschädigten günstigeren Bedingungen zustande gekommen wäre (BGH…, Urteil vom 24. Juni 1998 - XII ZR 126/96, juris Rn. 16; BGH, Urteil vom 19.05.2006 - V ZR 264/05, juris Rn. 22 f.;… Erman/Kindl, a.a.O., § 311 BGB Rn. 29).
Ein Anspruch, so gestellt zu werden, als sei ein günstigerer Vertrag geschlossen worden, besteht im Allgemeinen nicht (BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, juris Rn. 21).
a) Nach einer Verletzung von Aufklärungspflichten kann der Geschädigte grundsätzlich Ersatz des Vertrauensschaden verlangen (Senat, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35, 39).
Geschieht dies, reduziert sich der zu ersetzende Vertrauensschaden auf dessen berechtigte Erwartungen, die durch den zustande gekommenen Vertrag nicht befriedigt werden (Senat, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35, 39;… Urteil vom 11. Juni 2010 - V ZR 144/09, WuM 2011, 524 Rn. 8).
Dies gilt insbesondere für das Urteil des Senats vom 19. Mai 2006 (V ZR 264/05, BGHZ 168, 35, 39).
Sollte sich dieses Vorbringen als zutreffend erweisen, wird zu berücksichtigen sein, dass ein übereinstimmender Parteiwille gemäß §§ 133, 157 BGB dem objektiven Erklärungsinhalt einer Vereinbarung vorgeht ("falsa demonstratio non nocet"; st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 13;… Urteil vom 3. März 2011 - III ZR 330/09, juris Rn. 16, jeweils mwN).
Er ist so zu stellen, wie er bei Offenbarung der für seinen Vertragsschluss maßgeblichen Umstände gestanden hätte (BGHZ 168, 35, 39).
Der Geschädigte hat danach Anspruch auf Erstattung des Schadens, den er dadurch erlitten hat, dass er auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der Prospektangaben vertraut hat (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 1988 - XI ZR 4/88, ZIP 1988, 1464, 1467; Urteil vom 26. September 1991 - VII ZR 376/89, BGHZ 115, 213, 220; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21 mwN).
Er ist so zu stellen, wie er bei Offenbarung bzw. richtiger Darstellung der für seinen Vertragsschluss maßgeblichen Umstände stünde (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21 mwN).
Dies hat der Geschädigte darzulegen und zu beweisen (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juni 1998 - XII ZR 126/96, WM 1998, 2210, 2211; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1466; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 23 mwN).
Er kann entweder die Rückabwicklung des Vertrages verlangen oder stattdessen an dem Vertrag festhalten und den Ersatz der durch das Verschulden des anderen Teils veranlassten Mehraufwendungen verlangen (sog. "kleiner Schadensersatz", vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 56, 58; Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, ZIP 1980, 549, 550 f.; Urteil vom 8. Dezember 1988 - VII ZR 83/88, NJW 1989, 1793, 1794; Urteil vom 2. Dezember 1991 - II ZR 141/90, ZIP 1992, 324, 325; Urteil vom 11. Februar 1999 - IX ZR 352/97, ZIP 1999, 574, 577; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1468; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21).
In diesem Fall wird der Vertrag nicht angepasst, sondern der zu ersetzende Vertrauensschaden auf die berechtigten Erwartungen des Geschädigten reduziert, die durch den zustande gekommenen Vertrag nicht befriedigt werden (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21 mwN).
Verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 58; Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, ZIP 1980, 549, 550 f.; Urteil vom 8. Dezember 1988 - VII ZR 83/88, NJW 1989, 1793, 1794; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1469; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 22 mwN).
Hinsichtlich eines möglichen Schadens weist der Senat darauf hin, dass der Geschädigte einer schuldhaften Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlungen ist so zu stellen, wie er bei Offenbarung der für seinen Vertragsschluss maßgeblichen Umstände gestanden hätte (BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35, 39).
LAG Rheinland-Pfalz, 25.04.2013 - 2 Sa 541/12
Schadensersatzanspruch wegen unzureichender Erfüllung - Vertragsauslegung - …
BGH, 16.12.2011 - V ZR 235/10
Anspruch auf Einräumung des Wohnrechts bei gleichzeitigem Zurückbehaltungsrecht …
BGH, 26.04.2018 - I ZR 191/17
OLG Frankfurt, 20.12.2012 - 3 U 33/11