Source: https://www.kreis-stormarn.de/freizeit-und-tourismus/naturschutzgebiete/nsgvo/hoeltigbaum.html
Timestamp: 2019-02-22 16:50:42
Document Index: 5169108

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 39', '§ 15', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 54', '§ 6']

Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Höltigbaum" – Kreis Stormarn
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Höltigbaum"
Vom 15.12.1997
Gl.-Nr.: 791-4-182
Fundstelle: GVOBl. Schl.-H. 1998 S. 23
Aufgrund des § 17 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft:
(1) Ein Teil der zum Naturraum Hamburger Ring gehörenden weichseleiszeitlichen Grundmoräne einschließlich Teilen des Tunneltales der Wandse und ihrer Zuflüsse auf dem Gebiet der Gemeinde Stapelfeld, Kreis Stormarn, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Höltigbaum" unter Nummer 183 in das im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 286 ha groß und wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:
Im Westen durch die Landesgrenze zur Freien und Hansestadt Hamburg;
im Süden durch die Bundesstraße 435;
im Osten durch den Ahrensburger Weg und
im Norden durch die Gemeindegrenze zwischen der Gemeinde Stapelfeld und der Stadt Ahrensburg.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten Blatt 1 bis 3 im Maßstab 1: 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft, Oberste Naturschutzbehörde, 24149 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus einem vielfältigen Landschaftsteil im Naturraum "Hamburger Ring". Es ist ein charakteristischer Ausschnitt einer weichseleiszeitlichen Grundmoräne sowie des Schmelzwasserabflußtales der Rahlstedter Gletscherzunge mit erheblicher Bedeutung für die Pflanzen- und Tierwelt in diesem Naturraum.
den überwiegend nährstoffarmen, von naturnahen Wasserverhältnissen geprägten Lebensraum mit seinen teilweise seltenen Pflanzen- und Tierarten,
Pioniergesellschaften, Heide- und Trockenrasenformationen,
Stillgewässer unterschiedlicher Entwicklungsstufen,
einen naturnahen bis natürlichen Waldbestand und
einen charakteristischen Landschaftsausschnitt als Geotop mit hohem Strukturreichtum im Zusammenhang mit benachbarten Naturschutzgebieten als Teil eines eiszeitlichen Tunneltalsystems
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung in einem 200 Meter breiten Bereich um die Munitionsniederlage herum im Nordteil des Naturschutzgebietes nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete forstwirtschaftliche Bodennutzung der als Wald genutzten Flächen; für Bruch- und Sumpfwald gilt dies, soweit die Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes nicht entgegenstehen; die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;
der ordnungsgemäße Betrieb und die bestimmungsgemäße Nutzung der Munitionsniederlage im Nordteil des Naturschutzgebietes;
Untersuchungen und Maßnahmen des Kampfmittelräumdienstes in der Sprengschlucht;
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und des § 5 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(3) Die untere Naturschutzbehörde kann von den Verboten des
§ 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen erteilen. Bei der Erteilung von Befreiungen von den Verboten des Absatzes 1 Satz 2 Nr. 11, 12 und 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eine Handlung nach § 6 Abs.1 Nr. 1 bis 4 vornimmt;
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes "Ehemaliger Standortübungsplatz Höltigbaum" vom 13. März 1995 (GVOBl. Schl.-H. S. 119) außer Kraft.