Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/rechtliche-infos-zur-heirat-tunesier-oesterreicherin--f18299.html
Timestamp: 2016-10-28 06:27:04
Document Index: 165141710

Matched Legal Cases: ['§ 47', '§ 7', '§ 1', '§ 47', '§ 19', '§ 18', '§ 19']

rechtliche infos zur heirat tunesier - österreicherin
18.10.2006 11:51 | Preis: ***,00 € |
ich kann hier in österreich fast nichts finden, was die rechtliche lage einer ehe mit einem tunesier erklären kann. haben sie vielleicht hinweise für mich wo ich mich am besten erkundige. folgende fragen habe ich:
1) muss in tunesien geheiratet werden oder ist dies auch in österreich möglich. wenn ja, wie?
2) welche unterlagen müssen wo eingereicht werden?
3) wie lange dauert dieser vorgang normalerweise?
4) hat das neue österr. fremdengesetz auswirkung auf erteilung einer arbeitsbewilligung bzw. niederlassungsbewilligung für meinen zukünftigen mann in österreich? wenn ja, welche?
6) welches recht (tun oder österr) wird angewandt
7) ehevertrag, gütertrennung etc. etc.
5) bekannte stolpersteine??
und alles was ich sonst noch wissen sollte....
danke vielmals für ihre anwort.
1) Sie können sowohl in Österreich als auch in Tunesien heiraten. Wenn Sie in Tunesien heiraten wollen, dann sollten Sie sich dort beim Standesamt erkundigen, welche Unterlagen erforderlich sind. Auf jeden Fall werden Sie ein Ehefähigkeitszeugnis benötigen.
Wenn Sie in Deutschland heiraten, dann hat Ihr Ehegatte nach § 47 II NAG einen Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung „ Familiengemeinschaft“. Welche Unterlagen gebraucht werden, sollten Sie in Österreich beim Standesamt erfragen. Sicherlich muss seine Geburtsurkunde übersetzt und mit Apostille versehen sein, sowie ein Ehefähigkeitszeugnis vorliegen.
2) Die erforderlichen Dokumente für einen Aufenthaltstitel in Österreich finden Sie in § 7 NAG.
http://www.bmi.gv.at/downloadarea/niederlassung/rechtsgrundlagen/NAG-DV.pdf
3) Der gesamte Vorgang kann sich über mehrere Monate hinziehen.
4) Familienangehörige (= Ehegatten und unverheiratete minderjährige Kinder, einschließlich Stief- und Adoptivkinder) von nicht freizügigkeitsberechtigten Österreichern, EWR-Bürgern oder Schweizern können den quotenfreien Aufenthaltstitel „Familien-angehöriger“ erhalten. Mit der Erteilung des Aufenthaltstitels „Familienangehöriger“ erhält der Drittstaatsangehörige den unbeschränkten Arbeitsmarktzugang (§ 1 Abs. 2 lit. l AuslBG) in Österreich. -> § 47 II NAG.
5) Auch das österreichische IPR knüpft das Güterstatut bei einer gemischt-nationalen Ehe an den gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt beider Ehegatten bei der Eheschließung an (§ 19 i. V. m. § 18 Abs. 1 Nr. 2 IPRG Österreich). Die Ehegatten können jedoch auch eine Rechtswahl treffen (§ 19 IPRG). Wenn Sie nun beide Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben, dann ist auch österreichisches Recht auf die Ehe anwendbar.
6) Natürlich steht es Ihnen frei, einen Ehevertrag abzuschließen, in dem Sie auch Gütertrennung vereinbaren könne. Hier sollten Sie sich von einem Familienrechtler vor Ort beraten lassen.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bmi.gv.at/niederlassung/
Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen. Mit freundlichen Grüßen
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