Source: https://e-justice.europa.eu/caseDetails.do?idTaxonomy=5616&idCountry=11&plang=de
Timestamp: 2020-01-18 11:43:33
Document Index: 37449232

Matched Legal Cases: ['§ 312', 'Art. 6', '§ 312', 'BGH', 'Art. 6', '§ 312', '§ 3', '§ 312', '§ 312', 'BGH', '§ 1', '§ 3', 'Art. 1', 'Art. 229', '§ 5', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 312', 'Art. 6', '§ 3', '§ 3', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 286', '§ 139', '§ 561', '§ 26', '§ 3', '§ 312', '§ 561']

1. Wird bei einem Fernabsatzvertrag die zu liefernde Ware auf Bestellung des Verbrauchers aus vorgefertigten Standardbauteilen zusammengefügt, die mit geringem Aufwand ohne Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit wieder getrennt werden können, so ist das Widerrufsrecht des Verbrauchers nicht gem. § 312d Abs. 4 Nr. 1 BGB (= Art. 6 Abs. 3, 3. Spiegelstrich Fernabsatz-RL – Anfertigung nach Kundenspezifikation) ausgeschlossen.
2. Die Darlegungs- und Beweislast für den Ausschluss des Widerrufsrechts nach § 312d Abs. 4 BGB trägt der Unternehmer.
The claimant seeks rescission ab initio of a contract of sale for a laptop. The respondent carries on a mail order business for computers which are built to the specifications of the customer in a building block system (built-to-order).
By letter of 8.7.2000 the claimant ordered a laptop with his chosen configuration as well as various ancillary components (automatic power supply unit, reserve battery, external hard drive, ISDN card, TV card, CD burner). On 4.8.2000 the claimant received the laptop as well as the reserve battery and ISDN card. The respondent sent him an invoice for 10290,14 DM in total, of which 5070 DM was to be paid immediately; in respect of the balance the parties agreed on a finance arrangement through a bank. The claimant withdrew from the contract of sale by letter of 18. 8. 2000 and sought from the respondent repayment of the sale price as paid by him and through the bank as well as costs for examination and return of the unit and loss of use.
The Landgericht (district court) allowed the claim in part. On appeal by the claimant the Oberlandesgericht (appellate court/Berufungsgericht) entered judgment to the effect that the respondent was bound to repay the claimant the sale price paid to him as well as postage costs on a payment versus delivery basis. The respondent’s Revision (appeal on points of law) to the BGH (Bundesgerichtshof – Federal Supreme Court) was unsuccessful.
The Notebook was merely assembled from prefabricated standard components, which could be disassembled with relatively little effort without compromising its substance or functionality.
The aim of the rule in distance contracts is the protection of the consumer from the dangers of a distribution or service system organised for distance sales (cf. also recitals 5 to 7, 18, 19 Directive 97/7/EC). A characteristic of distance contracts is that the provider and consumer do not have physical contact with each other and that the consumer does not generally have the opportunity to inspect the good or service prior to conclusion of contract. To counteract the danger of wrong decisions by the consumer which can arise in such circumstances, Art. 6 of the Directive and § 312d (1) BGB (formerly § 3 FernabsG – Distance Contracts Act) gave the consumer a right of withdrawal.
This right of withdrawal is excluded inter alia where the business can prove that the good has become worthless following use or otherwise and therefore a right of withdrawal is not just and reasonable for the business.
From the scheme of both the directive as well as § 312d BGB it is apparent that the right of withdrawal should only be excluded in exceptional circumstances. The consequence for the application of § 312d (4) No.1 BGB is that it is not sufficient to constitute a manufacture according to customer’s specifications, if a consumer by his order merely causes the good to be assembled and therefore - necessarily – gives more detailed particulars as to its properties. Otherwise, the right of withdrawal would merely depend on whether (one and the same) good is held in stock or is only produced to order. The business would then be able to exclude the consumer’s right of withdrawal by not holding standard components in stock but rather only producing them on order. This would render the consumer’s right of withdrawal meaningless across wide sectors of distance sales, which would contradict the exceptional character of the rule.
Only where the business would suffer special disadvantages, which are directly associated with the production according to the customer’s specifications, could a consumer right of withdrawal and the redemption of the good – in exceptional circumstances – not be just and reasonable for the business. This is the case where the manufacture of the good could not simply be undone and furthermore where the good, by the specifications of the consumer, was individualised to such an extent that it could no longer be resold, or only with considerable difficulty/price reduction.
In the present case, these conditions are not present because a final configuration and dismantling of the notebook assembled from prefabricated electronic components was possible without problems. The reconstruction of the state prior to order by the claimant was indisputably possible with an effort of three working hours at 150 DM per hour, which corresponds to less than 5% of the value of the good.
BGH, Urteil vom 19. 3. 2003 - VIII ZR 295/01 (Frankfurt a.M)
Der Kl. verlangt die Rückabwicklung eines Vertrags über den Erwerb eines Notebooks. Die Bekl. vertreibt im Wege des Versandhandels Personalcomputer, die im Baukastensystem nach den Wünschen des Kunden ausgestattet und konfiguriert werden (built-to-order). Der Kl. bestellte - nach telefonischer Vorbesprechung - mit Schreiben vom 8. 7. 2000 ein Notebook mit der von ihm gewählten Ausstattung und als Zusatzkomponenten ein Netzteil (Car-Adapter), einen zweiten Akku, eine externe Festplatte sowie eine ISDN-Karte. Telefonisch erweiterte er die Bestellung um ein Anschlussmodul für den Empfang von Fernsehprogrammen (TV-Karte) und einen CD-Brenner. Die Bekl. stellte dem Kl. dafür mit Schreiben vom 4. 8. 2000 insgesamt 10290,14 DM einschließlich 16% Mehrwertsteuer in Rechnung, verbunden mit dem Hinweis, dass 5070 DM durch Vorabüberweisung oder Nachnahme zu zahlen seien und der Restbetrag über eine Bank finanziert werden solle. Entsprechende Kreditanträge, die dem Kl. von der Bekl. zugeleitet worden waren, hatte der Kl. unterschrieben. Zugleich kündigte die Bekl. in diesem Schreiben an, dass der Car-Adapter, der Rahmen für eine weitere Festplatte, die TV-Karte und der CD-Brenner nach Verfügbarkeit versandkostenfrei nachgeliefert würden. Der Kl. erhielt nach dem 4. 8. 2000 das nach seiner Bestellung konfigurierte Notebook mit dem zusätzlichen Akku und der ISDN-Karte ohne die weiteren Zusatzkomponenten und bezahlte eine Anzahlung von 5070 DM bar bei Lieferung. Nachdem der Kl. das Notebook hatte überprüfen lassen, ohne dass sich Beanstandungen ergeben hatten, widerrief er mit Schreiben vom 18. 8. 2000 den Vertrag mit der Bekl. Den Kreditvertrag mit der Bank, von der die Bekl. nach Zugang der Widerrufserklärung weitere 5290,14 DM erhielt, widerrief der Kl. dagegen nicht. Er zahlt die monatlichen Raten mit Einverständnis der Bank weiter. Der Kl. hat Rückzahlung der von ihm bar und über die Bank gezahlten Beträge gefordert, Erstattung der von ihm aufgewandten Kosten für die Überprüfung des Notebooks und für dessen Rücksendung verlangt sowie Nutzungsausfall geltend gemacht.
Das LG hat der Klage in Höhe von 5087,99 DM stattgegeben und sie im Übrigen abgewiesen. Das OLG Frankfurt a.M., (OLG-Report 2002, 33) hat die Berufung der Bekl. zurückgewiesen und die Bekl. auf die Berufung des Kl. unter Zurückweisung seines Rechtsmittels im Übrigen verurteilt, an den Kl. 10377,99 DM (den gezahlten Preis für das Notebook und dessen Zusatzausstattung zuzüglich der Versendungs- und Rücksendekosten) nebst Zinsen Zug um Zug gegen Rückgabe des Notebooks sowie weitere 70 DM nebst Zinsen - hierbei handelt es sich um eine Rückerstattung zuviel gezahlter Versendungskosten - zu zahlen. Dagegen richtete sich die - zugelassene - Revision der Bekl. ohne Erfolg.
I. Das BerGer. hat - soweit für das Revisionsverfahren von Interesse - ausgeführt: Der Kl. habe Anspruch auf Rückabwicklung des zwischen den Parteien geschlossenen Vertrags, weil es sich dabei um einen Fernabsatzvertrag nach § 1 FernAbsG handele, den der Kl. wirksam widerrufen habe. Das Widerrufsrecht des Kl. sei nicht nach § 3 II Nr. 1 FernAbsG wegen Anfertigung der Ware nach Kundenspezifikation ausgeschlossen. Maßgebend dafür sei, ob die Rücknahme der gelieferten Ware für den Unternehmer unzumutbar sei. Dies sei hier nicht der Fall. Zwar sei das Notebook nach den Wünschen des Kl. ausgestattet und mit Zusatzkomponenten versehen worden, so dass das Notebook in dieser Zusammenstellung nur zufällig einen anderen Käufer finden dürfte. Jedoch bestehe für die Bekl. die Möglichkeit einer wirtschaftlich tragbaren Verwertung des Notebooks, weil dieses aus Standardbauteilen zusammengesetzt worden sei, die ohne größeren Aufwand getrennt und anderweitig verwendet werden könnten.
II. Diese Ausführungen halten der rechtlichen Nachprüfung stand, so dass die Revision zurückzuweisen ist. Zu Recht hat das BerGer. den vorliegenden Fall nach dem Fernabsatzgesetz (Art. 1 des Gesetzes über Fernabsatzverträge und andere Fragen des Verbraucherrechts sowie zur Umstellung von Vorschriften auf Euro vom 27. 6. 2000, BGBl I, 897) beurteilt, da das Schuldverhältnis zwischen den Parteien vor dem 1. 1. 2002 entstanden ist (Art. 229 § 5 EGBGB). Die Ausführungen des BerGer. zur Rechtzeitigkeit des Widerrufs (§ 3 I FernAbsG) und zur Rückabwicklung des teilfinanzierten Vertrags (§ 4 II FernAbsG) werden von der Revision nicht angegriffen. Die im Revisionsverfahren allein noch umstrittene Frage, ob das nach § 3 I FernAbsG bestehende Widerrufsrecht des Kl. nach § 3 II FernAbsG ausgeschlossen ist, hat das BerGer. zutreffend verneint.
1. Ohne Erfolg hält die Revision dem entgegen, das von der Bekl. gelieferte Notebook nebst Zubehör sei „nach Kundenspezifikation angefertigt“ worden, so dass ein Widerrufsrecht nicht bestehe (§ 3 II Nr. 1 FernAbsG, jetzt § 312d IV Nr. 1 BGB). Eine Anfertigung nach Kundenspezifikation im Sinne dieser Vorschrift liegt nach den vom BerGer. rechtsfehlerfrei getroffenen tatsächlichen Feststellungen deshalb nicht vor, weil das auf Bestellung des Kl. gelieferte Notebook lediglich aus vorgefertigten Standardbauteilen zusammengefügt worden war, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand ohne Beeinträchtigung ihrer Substanz oder Funktionsfähigkeit wieder getrennt werden konnten.
a) Ziel des Fernabsatzgesetzes ist der Schutz des Verbrauchers vor den Gefahren eines für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems (GE über Fernabsatzverträge und andere Fragen des Verbraucherrechts sowie zur Umstellung von Vorschriften auf Euro, BT-Dr 14/2658, S. 15; vgl. auch Erwägungsgründe 5 bis 7, 18, 19 der dem Fernabsatzgesetz zu Grunde liegenden Richtlinie 97/7/EG ABlEG Nr. L 114 vom 4. 6. 1997, S. 19 = NJW 1998, 212 [Fernabs-RiLi]). Fernabsatzgeschäfte sind dadurch gekennzeichnet, dass „Anbieter und Verbraucher sich nicht physisch begegnen und der Verbraucher die Ware oder Dienstleistung in der Regel nicht vor Vertragsschluss in Augenschein nehmen kann“ (BT-Dr 14/2658, S. 15). Um der daraus erwachsenden Gefahr von Fehlentscheidungen des Verbrauchers zu begegnen, haben Art. 6 der FernabsRiLi und - der Richtlinie folgend - § 3 FernAbsG dem Verbraucher ein Widerrufsrecht in die Hand gegeben.
Ausgeschlossen sein soll dieses Widerrufsrecht nach der Begründung des Gesetzentwurfs jedoch - unter anderem - dann, wenn „die Ware nach Benutzung oder ansonsten wertlos geworden ist und deshalb ein Widerrufsrecht für den Unternehmer nicht zumutbar“ ist (BT-Dr 14/2658, S. 44). Der Gesetzgeber hat das Widerrufsrecht des Verbrauchers allerdings nicht durch die Generalklausel der Zumutbarkeit beschränkt, sondern die Fälle, in denen ein Widerrufsrecht des Verbrauchers für den Unternehmer wirtschaftlich unzumutbar ist, im Anschluss an die entsprechenden Formulierungen in der FernabsRiLi typisiert, unter anderem durch den Ausschluss des Widerrufsrechts „bei Verträgen zur Lieferung von Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden“ (§ 3 II Nr. 1 FernAbsG; Art. 6 III 3. Spiegelstrich FernabsRiLi).
b) Bereits aus der Regelungssystematik sowohl des Art. 6 FernabsRiLi als auch von § 3 FernAbsG ist zu ersehen, dass der europäische und der deutsche Gesetzgeber das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen grundsätzlich als für den Unternehmer zumutbar ansehen, obwohl eine Rücknahme der Ware für den Unternehmer in der Regel mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist. Nur in den in der Richtlinie und - damit wörtlich übereinstimmend - im Fernabsatzgesetz umschriebenen Ausnahmefällen soll das Widerrufsrecht ausgeschlossen sein. Daraus folgt für die Anwendung des § 3 II Nr. 1 FernAbsG, dass es für eine Anfertigung nach Kundenspezifikation, die das Widerrufsrecht des Verbrauchers ausschließt, nicht ausreicht, wenn der Verbraucher durch seine Bestellung die Herstellung der Ware veranlasst und dafür - notwendigerweise - genauere Angaben über deren Beschaffenheit macht. Anderenfalls wäre das Widerrufsrecht allein davon abhängig, ob (ein und dieselbe) Ware vorrätig gehalten oder erst auf Bestellung - nach Bedarf - produziert wird. Es läge dann in der Hand des Unternehmers, ein Widerrufsrecht des Verbrauchs dadurch auszuschließen, dass auch standardisierte Ware nicht vorrätig gehalten, sondern erst auf Bestellung produziert wird. Wäre diese Möglichkeit durch eine zu weite Auslegung des Ausschlusstatbestands eröffnet, dann würde das Widerrufsrecht des Verbrauchers in weiten Branchen des Fernabsatzgeschäfts leer laufen, in denen es technisch möglich und betriebswirtschaftlich wegen der Verringerung der Lagerhaltungskosten und des Absatzrisikos auch vorteilhaft ist, standardisierte Massenware erst auf Bestellung zu produzieren. Dies liefe dem Ausnahmecharakter der gesetzlichen Regelung zuwider.
c) Das Widerrufsrecht des Verbrauchers ist deshalb nur dann wegen Anfertigung der Ware „nach Kundenspezifikation“ ausgeschlossen, wenn der Unternehmer durch die Rücknahme auf Bestellung angefertigter Ware erhebliche wirtschaftliche Nachteile erleidet, die spezifisch damit zusammenhängen und dadurch entstehen, dass die Ware erst auf Bestellung des Kunden nach dessen besonderen Wünschen angefertigt wurde. Nicht ausreichend dafür sind dagegen die Nachteile, die mit der Rücknahme bereits produzierter Ware stets verbunden sind. Diese hat der Unternehmer nach dem Gesetz hinzunehmen. Nur wenn der Unternehmer darüber hinausgehende besondere Nachteile erleidet, die gerade durch die Anfertigung nach Kundenspezifikation bedingt sind, kann dem Unternehmer ein Widerrufsrecht des Verbrauchers und die damit verbundene Pflicht zur Rücknahme der Ware - ausnahmsweise - nicht zugemutet werden.
bb) Darüber hinaus müssen die Angaben des Verbrauchers, nach denen die Ware angefertigt wird, die Sache so individualisieren, dass diese für den Unternehmer im Falle ihrer Rücknahme deshalb (wirtschaftlich) wertlos ist, weil er sie wegen ihrer vom Verbraucher veranlassten besonderen Gestalt anderweitig nicht mehr oder nur noch mit erheblichen Schwierigkeiten oder Preisnachlässen absetzen kann (so auch Wendehorst, in: MünchKomm., 4. Aufl., § 3 FernAbsG Rdnr. 22; Härting, FernAbsG, § 3 Rdnr. 68; Palandt/Heinrichs, BGB, 61. Aufl., § 3 FernAbsG Rdnr. 8).
d) Nach diesen Voraussetzungen ist das BerGer. im vorliegenden Fall zu Recht davon ausgegangen, dass das an den Kl. gelieferte Notebook nicht nach Kundenspezifikation angefertigt worden war. Das BerGer. hat zwar nicht ausgeschlossen, dass die zuletzt genannte Voraussetzung - eine die anderweitige Absetzbarkeit erheblich erschwerende Individualisierung des auf Bestellung des Kl. angefertigten Notebooks - vorlag. Es hat, ohne dies abschließend festzustellen, angenommen, dass das Notebook mit seiner konkreten Ausstattung nur zufällig einen anderen Käufer finden dürfte. Revisionsrechtlich ist deshalb zu Gunsten der Bekl. davon auszugehen, dass das Notebook auf Grund der vom Kl. gewünschten besonderen Ausstattung für die Bekl. nicht als Ganzes anderweitig absetzbar war.
Zu Recht hat das BerGer. jedoch die Voraussetzungen einer Anfertigung nach Kundenspezifikation deshalb verneint, weil die vom Kl. veranlasste Herstellung des Notebooks ohne weiteres rückgängig gemacht werden konnte. Die Standardteile, aus denen das Notebook im Baukastensystem (built-to-order) nach den Wünschen des Kl. zusammengefügt worden war, konnten nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des BerGer. ohne weiteres wieder getrennt werden. Die Bekl. hat selbst vorgetragen, dass eine Entkonfiguration und Zerlegung des aus vorgefertigten elektronischen Bauteilen zusammengefügten Notebooks möglich war. Dadurch konnte der Zustand wiederhergestellt werden, der vor der vom Kl. veranlassten Anfertigung des Notebooks bestand. Der hierfür erforderliche Aufwand belief sich nach dem eigenen Vorbringen der Bekl. auf drei Arbeitsstunden á 150 DM. Diese Kosten, die im vorliegenden Fall weniger als 5% des Warenwerts ausmachten, hat das BerGer. rechtsfehlerfrei als für die Bekl. zumutbar angesehen. Dies wird auch von der Revision nicht angegriffen.
e) Vergeblich rügt die Revision demgegenüber als Verstoß gegen § 286 ZPO, das BerGer. habe ohne entsprechenden Tatsachenvortrag unterstellt, dass die elektronischen Standardbauteile nach ihrer Trennung in anderen Computern Verwendung finden konnten. Das Vorbringen der Bekl., wonach das Notebook mit verhältnismäßig geringem Aufwand entkonfiguriert und wieder in seine Bauteile zerlegt werden konnte, ist vom BerGer. rechtsfehlerfrei so verstanden worden, dass durch die Trennung der Bauteile eine Beeinträchtigung von Substanz oder Funktionsfähigkeit der Einzelkomponenten nicht zu befürchten war, diese also weiter verwendet werden konnten, so dass unzumutbare finanzielle Einbußen nicht zu befürchten waren. Eines richterlichen Hinweises nach § 139 ZPO auf den Sinngehalt des eigenen Vorbringens der Bekl. bedurfte es entgegen der Auffassung der Revision nicht.
Die Bekl. hat, wie die Revision einräumt, in den Tatsacheninstanzen nicht behauptet, dass die Bauteile nach deren problemlos möglicher Trennung aus technischen Gründen nicht weiter verwendet werden könnten. Dies geht zu Lasten der Bekl., weil der Unternehmer, wie das BerGer. zutreffend bemerkt, für die Voraussetzungen eines Ausschlusses des Widerrufsrechts darlegungs- und beweispflichtig ist. Erstmals im Revisionsverfahren behauptet die Bekl., dass das Notebook auf Grund der vom Kl. veranlassten Überprüfung, bei welcher nicht von der Bekl. gelieferte Systemsoftware installiert worden sei, wegen der damit verbundenen Gefahr einer Verseuchung mit Viren für den Handel - komplett ebenso wie in seinen Einzelteilen - wertlos geworden sei. Dieser neue Tatsachenvortrag unterliegt nicht der Beurteilung des RevGer. (§ 561 I 1 ZPO a.F., § 26 Nr. 7 EGZPO).
2. Ebenfalls ohne Erfolg beruft sich die Bekl. erstmals mit der Revision auf einen Ausschluss des Widerrufsrechts nach § 3 II Nr. 2 FernAbsG (jetzt § 312d IV Nr. 2 BGB). Auch hierbei handelt es sich um im Revisionsverfahren unbeachtliches neues Vorbringen der Bekl. (§ 561 I 1 ZPO a.F.).