Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201953,%20335
Timestamp: 2019-11-12 05:26:29
Document Index: 351544535

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 426', '§ 903', '§ 823', '§ 46', 'BGH', '§ 6', 'BGH', '§ 276', '§ 823', '§ 903', '§ 823', 'BGH', '§ 81', 'BGH', 'BGH', '§ 23', '§ 9', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.06.1953 - VI ZR 31/52 - dejure.org
BGH, 24.06.1953 - VI ZR 31/52
https://dejure.org/1953,2003
BGH, 24.06.1953 - VI ZR 31/52 (https://dejure.org/1953,2003)
BGH, Entscheidung vom 24.06.1953 - VI ZR 31/52 (https://dejure.org/1953,2003)
BGH, Entscheidung vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 (https://dejure.org/1953,2003)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1953,2003) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
VersR 1953, 335
DB 1953, 670
BGH, 29.04.1958 - VI ZR 260/56
Es handelt sich hier um eine Frage, die von Amts wegen zu prüfen ist, auch noch in der Revisionsinstanz (RGZ 62, 428 [430]; 72, 426; 128, 320 [321]; 135, 19 [21]; 144, 31 [32]; BGH Urteile vom 24. Juni 1953 VI ZR 31/52 LM Nr. 5 zu § 823 [E] BGB = VersR 1953, 335; vom 8. Mai 1956 VI ZR 48/55 VersR 1956, 435 [436]; vom 27. November 1956 VI ZR 206/55 VersR 1957, 180).
Hier ist dem Zivilrichter die Entscheidung übertragen, ob der Unternehmer den Unfall berufsfahrlässig strafbar herbeigeführt hat, und es ist ohne Belang, ob und wie gegen den Unternehmer strafgerichtlich erkannt worden ist (Urteil des erkennenden Senats vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 - a.a.O. und die dort angeführten Entscheidungen).
Sie ist in zahlreichen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs anerkannt worden (vgl. u.a. Urteil vom 24. Juni 1953 a.a.O.; vom 23. November 1955 VI ZR 193/54 LM Nr. 8 zu § 426 BGB = VersR 1956, 36; vom 27. November 1956 VI ZR 206/55 LM Nr. 3 zu § 903 RVO = VersR 1957, 180; vom 26. Februar 1957 VI ZR 331/55 VersR 1957, 362).
Die Unfallverhütungsvorschriften der Klägerin, die den von der zuständigen Behörde mit öffentlicher Gewalt festgelegten Niederschlag der Berufserfahrungen des Gewerbes darstellen und mit ihrem Sicherungsverlangen vom Beklagten zu beachten waren (Urteile des erkennenden Senats vom 11. Februar 1953 VI ZR 58/52 LM Nr. 5 zu § 823 [E] BGB und vom 24. Juni 1953 VI ZR 31/52 a.a.O.), bestimmen in § 46, daß bei Neubauten und Umbauten Standgerüste an den Aussenseiten der Umfassungswände aufgestellt werden müssen, wenn in einer Höhe von 7 m oder mehr gearbeitet werden soll, und Fanggerüste, wo die Aufstellung eines Standgerüstes sehr erschwert ist.
Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße außer Acht lässt und nicht das beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem hätte einleuchten müssen (BGHZ 10, 14, 16 = VersR 53, 335; VersR 1984, 551 (552); VersR 1988, 1147; Prölss/Martin, VVG Kommentar, 1998, § 6 Anm. 117).
Inhaltlich ist sie hierbei davon ausgegangen, daß grob fahrlässig derjenige handele, der die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch ein subjektiv unentschuldbares Fehlverhalten in objektiv ungewöhnlich hohem Maße außer acht lasse, oder kürzer, wer das nicht beachte, was in der konkreten Situation jedem hätte einleuchten müssen (BGH VersR 1953, 335; 1988, 474; 1993, 106; 1997, 352;… ebenso Staudinger/Löwisch, BGB, 13. Aufl. 1995, § 276 Rz 84).
Denn die Unfallverhütungsvorschriften stellen den Niederschlag von Erfahrungen dar, die typische Gefährdungsmöglichkeiten aufzeigen und daher vom Unternehmer verlangen, diesen Gefahren durch die geforderten Sicherheitsmaßnahmen vorzubeugen (Senatsurteil vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 - LM BGB § 823 [E] Nr. 5 = VersR 1953, 335).
Sie sollen den Unternehmer mahnen, daß er auch mit leichtsinnigem Verhalten seiner durch die Gewöhnung an die Gefahren abgestumpften Arbeiter zu rechnen hat (so Senatsurteile vom 24. April 1959 - VI ZR 108/59 = LM RVO § 903 Nr. 6 = VersR 1959, 565 und vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 - LM BGB § 823 [E] Nr. 5 = VersR 1953, 335).
Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt, schon einfachste, ganz nahe liegende Überlegungen nicht anstellt und das nicht beachtet, was im gegebenen Fall jedem einleuchten musste (st. Rspr. seit BGHZ 10, 14 (16) = VersR 1953, 335; vgl. a. Senaturteil v. 08.12.1989, 20 U 319/88, juris Tz 35 = VersR 1990, 1233;… Prölss in Prölss/Martin, 28. Aufl., § 81 VVG Rn 15 ff; vgl. a. Roos / Schmitz-Gagnon, Bauleistungsversicherung, (Online-) Praktikerkommentar zu den ABN / ABU 2008, A.2.1.2.2.3.1 Rn 107).
Das gilt auch dann, wenn das Strafverfahren zu einen dem Arbeiteraufseher günstigen Ausgang geführt hat (Urteil des BGH vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 - VersR 1953, 335).
In einem solchen Falle spricht nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Vermutung dafür, daß der Unfall bei Beachtung der Sicherungsvorschriften vermieden worden wäre (u.a. das oben angeführte Urteil des BGH vom 24. Juni 1953 a.a.O.).
In Fällen solcher Art spricht die Lebenserfahrung dafür, daß der Verstoß gegen das Schutzgesetz eine Bedingung des Unfallerfolgs war (vgl. Senatsurteile vom 22. Oktober 1955 - VI ZR 203/54 = VersR 1955, 760, 761; vom 12. April 1957 - VI ZR 79/56 = LM StVO § 23 Nr. 3 = VersR 1957, 429, 430 und vom 28. Mai 1957 - VI ZR 272/56 = LM StVO § 9 Nr. 11 = VersR 1957, 529, 531; vgl. auch die bei Verstößen gegen Unfallverhütungsvorschriften angenommene Beweiserleichterung durch Anscheinsbeweis: Senatsurteil vom 24. Juni 1953 - VI ZR 31/52 = LM BGB § 823 [E] Nr. 5 = VersR 1953, 335, 336).
Der Verkehrsteilnehmer muss dabei schon einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt und das nicht beachtet haben, was im konkreten Fall jedermann einleuchten musste (BGH VersR 1953, 335; OLG Hamm VersR 1982, 796; r+s 1991, 186).
BGH, 03.10.1961 - VI ZR 255/60
BGH, 19.09.1961 - VI ZR 235/60
BGH, 04.12.1962 - VI ZR 53/62
BGH, 06.12.1957 - VI ZR 270/56
BGH, 30.09.1953 - VI ZR 128/52