Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-betrieb/keine-tarifbeguenstigung-des-uebernahmegewinns-37783
Timestamp: 2020-01-23 23:59:19
Document Index: 290977296

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 32', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 34', '§ 32', '§ 7', '§ 8', '§ 18', '§ 3', '§ 18', '§ 7', '§ 32', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 14', '§ 17', '§ 21', '§ 5', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 10', '§ 50', '§ 6', '§ 18', '§ 18', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 32', '§ 32', '§ 18', '§ 4', '§ 18', '§ 6', '§ 32', '§ 18', '§ 18', '§ 32', '§ 18', '§ 32', '§ 32', '§ 18', '§ 32', '§ 3', '§ 2', '§ 32', '§ 32', '§ 7', '§ 32', '§ 15', '§ 4', '§ 18', '§ 32', '§ 18', '§ 32', '§ 9', '§ 32', '§ 32', '§ 18', '§ 18', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 1', '§ 7', '§ 18', '§ 18', '§ 3', '§ 4', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 4', '§ 32', '§ 32', '§ 21']

Kei­ne Tarif­be­güns­ti­gung des Über­nah­me­ge­winns | Rechtslupe
Bei der Umwand­lung einer GmbH in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft waren even­tu­ell ent­ste­hen­de Umwand­lungs­ge­win­ne nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht als gewerb­li­che Ein­künf­te nach dem inzwi­schen aus­ge­lau­fe­nen § 32c EStG 1996 tarif­be­güns­tigt.
Nach § 32c Abs. 1 EStG 1996 ist von der tarif­li­chen Ein­kom­men­steu­er ein Ent­las­tungs­be­trag nach Abs. 4 abzu­zie­hen, wenn in dem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men gewerb­li­che Ein­künf­te im Sin­ne des Abs. 2 ent­hal­ten sind. Nach der Grund­re­gel des Abs. 2 Satz 1 (Stu­fe 1) sind gewerb­li­che Ein­künf­te im Sin­ne die­ser Vor­schrift vor­be­halt­lich des Sat­zes 2 "Gewin­ne oder Gewinn­an­tei­le, die nach § 7 oder § 8 Nr. 4 des Gewer­be­steu­er­ge­set­zes der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen". Abs. 2 Satz 2 son­dert hier­von im Sin­ne einer Aus­nah­me (Stu­fe 2) im Ein­zel­nen auf­ge­zähl­te Gewin­ne und Gewinn­an­tei­le, die nach § 9 GewStG bei der Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags zu kür­zen sind oder nach § 34 EStG einer Steu­er­ermä­ßi­gung unter­lie­gen. Gemäß dem in § 32c Abs. 2 Satz 1 EStG 1996 in Bezug genom­me­nen § 7 GewStG ist Gewer­be­er­trag der nach den Vor­schrif­ten des EStG oder des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes (KStG) zu ermit­teln­de Gewinn aus Gewer­be­be­trieb, (…) ver­mehrt und ver­min­dert um die in den §§ 8 und 9 GewStG bezeich­ne­ten Beträ­ge. Nach § 18 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 1995 gel­ten die Rege­lun­gen der §§ 3 bis 9, 14, 16 und 17 UmwStG 1995 bei Ver­mö­gens­über­gang auf eine Per­so­nen­ge­sell­schaft oder Form­wech­sel in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft vor­be­halt­lich Abs. 2 auch für die Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags; gemäß § 18 Abs. 2 UmwStG 1995 ist hier­bei aber "ein Über­nah­me­ge­winn nicht zu erfas­sen".
Zwar sind im Schrift­tum 1 die Auf­fas­sun­gen dar­über, ob der Über­nah­me­ge­winn ein Gewinn ist, der nach § 7 GewStG der Gewer­be­steu­er unter­liegt, geteilt. Bejaht wird dies z.B. von Ivens 2, Kahrs 3, Wal­ter 4, Felix 5, Sie­bert 6, Her­zig 7, ver­neint hin­ge­gen z.B. von Thiel 8, Gosch 9, FG Köln 10, Wendt 11 und dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen 12. Der BFH hat jedoch in sei­nem aktu­el­len Urteil kei­nen Zwei­fel dar­an, dass der ableh­nen­den Auf­fas­sung zu fol­gen ist. Hier­für spricht nach Auf­fas­sung des BFH bereits der Wort­laut der in Fra­ge ste­hen­den Vor­schrif­ten als auch ihr sys­te­ma­ti­scher Rege­lungs­zu­sam­men­hang.
Zwar ist es zutref­fend, dass der Wort­laut des § 32c Abs. 2 Satz 1 EStG 1996 i.V.m. § 7 GewStG die Begüns­ti­gung der gewerb­li­chen Ein­künf­te nicht (durch­gän­gig) an deren tat­säch­li­che gewer­be­steu­er­li­che Belas­tung knüpft. Erfor­der­lich ist aber, dass die Gewin­ne (oder Gewinn­an­tei­le) nach § 7 GewStG (oder § 8 Nr. 4 GewStG) der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen und es sich des­halb um Gewin­ne han­delt, die für Zwe­cke der Bestim­mung des Gewer­be­er­trags "nach den Vor­schrif­ten des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes oder Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes zu ermit­teln sind". Letz­te­re Vor­aus­set­zung ist für den im anhän­gi­gen Ver­fah­ren strei­ti­gen Über­nah­me­ge­winn jedoch nicht erfüllt, weil das UmwStG 1995 –eben­so wie das UmwStG 1977 und das UmwStG 1969– vor allem im Inter­es­se der Erleich­te­rung der Unter­neh­mens­um­struk­tu­rie­rung die (ertrag-)steuerrechtliche Behand­lung der ein­zel­nen Umwand­lungs­ar­ten son­der­ge­setz­li­chen und damit im Ver­hält­nis zu den Gewinn­ermitt­lungs­vor­schrif­ten des EStG und KStG vor­ran­gi­gen Rechts­fol­gen unter­stellt 13.
So kön­nen auch im Fal­le des Form­wech­sels einer Kapi­tal­ge­sell­schaft in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft der Über­tra­gungs- und der Über­nah­me­ge­winn auf einen steu­er­recht­li­chen Über­tra­gungs- bzw. Umwand­lungs­stich­tag inner­halb von acht Mona­ten vor Han­dels­re­gis­ter­an­mel­dung ermit­telt wer­den (§ 14 Satz 3 UmwStG 1995). Hier­mit über­ein­stim­mend gel­ten –zum Zwe­cke der Bestim­mung des bei der Per­so­nen­ge­sell­schaft zu erfas­sen­den Über­nah­me­ge­winns– auf die­sen Zeit­punkt die im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen und ent­we­der nach § 17 EStG oder nach § 21 UmwStG 1995 steu­er­ver­strick­ten Antei­le an der Kapi­tal­ge­sell­schaft als in das Betriebs­ver­mö­gen der Per­so­nen­ge­sell­schaft ein­ge­legt (§ 5 Abs. 2 und 4 UmwStG 1995 in der für das Streit­jahr gel­ten­den Fas­sung). Spe­zi­al­ge­setz­li­che Vor­schrif­ten sind fer­ner im Hin­blick auf die Höhe die­ses Über­nah­me­ge­winns zu beach­ten; die­ser ist zum einen nach dem Buch­wert oder den Anschaf­fungs­kos­ten der fin­giert ein­ge­leg­ten Kapi­tal­ge­sell­schafts­an­tei­le, zum ande­ren nach dem Wert zu bestim­men, mit dem die Wirt­schafts­gü­ter in der steu­er­li­chen Über­tra­gungs­bi­lanz der Kapi­tal­ge­sell­schaft ange­setzt wur­den (§ 4 Abs. 1 und 4 UmwStG 1995). Deckt die Kapi­tal­ge­sell­schaft dem­nach die stil­len Reser­ven ihres Ver­mö­gens nicht auf (Buch- oder Zwi­schen­wert­an­satz nach § 3 UmwStG 1995), so fin­den die­se auch nicht Ein­gang in den Über­nah­me­ge­winn (sog. Buch- oder Zwi­schen­wert­li­qui­da­ti­on). Die­ser erhöht sich aller­dings nach § 4 Abs. 5 UmwStG 1995 um die gemäß § 10 UmwStG 1995 anzu­rech­nen­de Kör­per­schaft­steu­er sowie um einen Sperr­be­trag nach § 50c EStG. Son­der­ge­setz­lich ord­net § 6 UmwStG 1995 wei­ter­hin an, dass für den sog. Über­nah­me­fol­ge­ge­winn –z.B. auf­grund des Weg­falls einer Ver­bind­lich­keit der Per­so­nen­ge­sell­schaft gegen­über der Kapi­tal­ge­sell­schaft, die die ent­spre­chen­de For­de­rung wert­be­rich­tigt hat­te– unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen eine steu­er­min­dern­de Rück­la­ge gebil­det wer­den kann.
Die­se Son­der­be­stim­mun­gen sind schließ­lich nicht nur im Rah­men der Ertrags­be­steue­rung der Per­so­nen­ge­sell­schaf­ter zu beach­ten. Sie gel­ten dar­über hin­aus kraft der aus­drück­li­chen Anord­nung in § 18 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 1995 auch "für die Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags". Jeden­falls im Umfang die­ser Ver­wei­sung ver­drängt § 18 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 1995 somit als lex spe­cia­lis die all­ge­mei­nen Rege­lun­gen zur Bestim­mung des Gewer­be­er­trags in § 7 GewStG 14.
Der BFH hat dabei offen­ge­las­sen, ob der Umstand, dass der Über­nah­me­ge­winn vor­ran­gig nach den §§ 4 ff. UmwStG 1995 zu ermit­teln ist und damit die all­ge­mei­nen Gewinn­ermitt­lungs­vor­schrif­ten des EStG und des KStG (vgl. § 7 GewStG) nur dann zum Tra­gen kom­men, wenn das UmwStG hier­auf Bezug nimmt 15, jeg­li­che Begüns­ti­gung der Über­nah­me­er­geb­nis­se (Über­nah­me­ge­winn und Über­nah­me­fol­ge­ge­winn) gemäß § 32c EStG 1996 aus­schließt. Er neigt inso­weit zu der Ansicht, dass gera­de auf­grund der auf­ge­zeig­ten sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hän­ge sowie des Zwecks der Tarif­be­gren­zung § 32c Abs. 2 Satz 1 EStG 1996 im Wege eines Ana­lo­gie­schlus­ses dahin zu ver­ste­hen ist, dass hier­un­ter auch die Gewin­ne (oder Gewinn­an­tei­le) zu fas­sen sind, die nach § 18 UmwStG 1995 der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen, d.h. für die –wie aus­ge­führt– nach den Vor­schrif­ten der §§ 4 ff. UmwStG 1995 ein Gewer­be­er­trag zu ermit­teln ist. Hier­aus ergä­be sich, dass der nach § 18 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 6 UmwStG 1995 (ein­schließ­lich Rück­la­gen­auf­lö­sung) ermit­tel­te und mit Gewer­be­steu­er belas­te­te Über­nah­me­fol­ge­ge­winn 16 der Tarif­mil­de­rung ent­spre­chend § 32c EStG 1996 unter­fie­le 17. Die Fra­ge bedurf­te in dem beim BFH anhän­gi­gen Ver­fah­ren indes kei­ner Erör­te­rung, da auch im Rah­men eines sol­chen lücken­fül­len­den Ana­lo­gie­schlus­ses der aus­drück­li­che Vor­be­halt in § 18 Abs. 1 Satz 1 UmwStG 1995 und damit die Rege­lung des § 18 Abs. 2 UmwStG 1995 zu beach­ten wäre, nach der ein Über­nah­me­ge­winn bei der Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags "nicht zu erfas­sen" ist. Letz­te­re Vor­schrift ist aber nicht im Sin­ne der zwei­stu­fi­gen Prü­fungs­fol­ge des § 32c Abs. 2 Sät­ze 1 und 2 EStG 1996 dar­auf gerich­tet, den Über­nah­me­ge­winn als Kor­rek­tur­pos­ten (zwei­te Stu­fe) dem zunächst ermit­tel­ten Gewer­be­er­trag (ein­schließ­lich Über­nah­me­ge­winn; ers­te Stu­fe) gegen­über­zu­stel­len; § 18 Abs. 2 UmwStG 1995 zielt nach sei­nem Wort­laut 18 und sei­nem mate­ri­ell-recht­li­chen Gehalt als sach­li­che Steu­er­be­frei­ung 19 viel­mehr dar­auf, den Über­nah­me­ge­winn bereits bei der Bestim­mung des Gewer­be­er­trags unbe­rück­sich­tigt, d.h. bereits bei des­sen Ermitt­lung außer Ansatz zu las­sen. Auch auf der Grund­la­ge der ana­lo­gen Anwen­dung des § 32c Abs. 1 EStG 1996 auf die nach dem UmwStG 1995 zu ermit­teln­den Über­nah­me­er­geb­nis­se könn­te der Über­nah­me­ge­winn somit nicht der Tarif­be­gren­zung unter­ste­hen.
Die Nicht­be­güns­ti­gung des Über­nah­me­ge­winns ergibt sich nicht nur aus dem Wort­laut und der Sys­te­ma­tik des § 32c EStG 1996 (i.V.m. §§ 18, 4 ff. UmwStG 1995). Bestä­ti­gung fin­det die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis im Zweck der Tarif­ent­las­tung. Die Vor­schrift des § 32c EStG i.d.F. des Stand­ort­si­che­rungs­ge­set­zes vom 13. Sep­tem­ber 1993 20 dien­te nach der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung dazu, durch die Begren­zung des Spit­zen­steu­er­sat­zes bei der Ein­kom­men­steu­er einen Aus­gleich für die Belas­tung gewerb­li­cher Ein­künf­te mit Gewer­be­steu­er zu schaf­fen und hier­durch die Posi­ti­on des Wirt­schafts­stand­orts Deutsch­land im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb zu ver­bes­sern 21. Zur Errei­chung die­ses Ziels wur­de im Zuge der Bera­tun­gen des Finanz­aus­schus­ses Abs. 2 der Vor­schrift im Sin­ne der vom Gesetz­ge­ber beschlos­se­nen Fas­sung geän­dert, um hier­durch weit­ge­hend sicher­zu­stel­len, dass "die Tarif­be­gren­zung nur für sol­che Gewin­ne gilt, die auch tat­säch­lich der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen" 22.
Der BFH hat hier­aus bereits 2001 23 für ein nach § 3 Nr. 20 GewStG von der Gewer­be­steu­er befrei­tes Kran­ken­haus abge­lei­tet, dass der Betrieb zwar als ste­hen­der (inlän­di­scher) Gewer­be­be­trieb nach § 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG der Gewer­be­steu­er unter­liegt. Gleich­wohl schei­de eine Tarif­be­gren­zung gemäß § 32c EStG in der für 1994 gel­ten­den Fas­sung (EStG 1994) aus, da es –auf­grund der sach­li­chen Gewer­be­steu­er­be­frei­ung– an der nach § 32c Abs. 1 EStG 1994 (i.V.m. § 7 GewStG) erfor­der­li­chen Ermitt­lung eines Gewer­be­er­trags feh­le. Ein Grund, die­ses Ergeb­nis zu kor­ri­gie­ren, bestehe nicht, weil die Rege­lung des § 32c Abs. 2 Satz 1 EStG 1994 gera­de dazu die­ne, sol­che Gewin­ne von der Tarif­be­güns­ti­gung aus­zu­schlie­ßen, die zwar ein­kom­men­steu­er­lich unter § 15 EStG fie­len, gleich­wohl aber der Gewer­be­steu­er sach­lich nicht unter­lä­gen. Eben­so ist für einen nach den §§ 4 ff. UmwStG 1995 ermit­tel­ten Über­nah­me­ge­winn zu ent­schei­den. Auch er ist sach­lich von der Gewer­be­steu­er befreit und –wie aus­ge­führt– bei der Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags nicht zu berück­sich­ti­gen (§ 18 Abs. 2 UmwStG 1995); auch sei­ne Begüns­ti­gung läge außer­halb des mit der Tarif­be­gren­zung nach § 32c EStG 1996 ver­folg­ten Anlie­gens.
Soweit hier­ge­gen ein­ge­wandt wird, eine sol­che Beur­tei­lung las­se nicht nur die gewer­be­steu­er­li­che Vor­be­las­tung des Über­nah­me­ge­winns auf der Stu­fe der Kapi­tal­ge­sell­schaft sowie eine mög­li­che gewer­be­steu­er­recht­li­che ("Nach"-)Belastung nach § 18 Abs. 4 UmwStG 1995, son­dern zudem außer Acht, dass § 32c EStG 1996 nicht für alle denk­ba­ren Sach­ver­hal­te eine Kon­gru­enz von gewer­be­steu­er­li­cher Belas­tung und ein­kom­men­steu­er­li­cher Ent­las­tung sicher­stel­le, ver­mag dies kei­ne ande­re Beur­tei­lung zu recht­fer­ti­gen.
Zur ers­ten Erwä­gung hat das BVerfG 24 aus­ge­führt, dass die gewer­be­steu­er­li­che Vor­be­las­tung aus­ge­schüt­te­ter Gewin­ne auch wäh­rend der Gel­tung des Anrech­nungs­ver­fah­rens beim Anteils­eig­ner nicht all­ge­mein, son­dern nur nach Maß­ga­be des Schach­tel­pri­vi­legs in § 9 Nr. 2a GewStG Berück­sich­ti­gung gefun­den habe und der Gesetz­ge­ber des­halb auch nicht ver­pflich­tet gewe­sen sei, die­ses gewer­be­steu­er­li­che Pri­vi­leg bei § 32c EStG 1990 fort­zu­füh­ren. Ein den Aus­schluss­tat­be­stand (vgl. Abs. 2 Satz 2 der Vor­schrift) tra­gen­der sach­li­cher Dif­fe­ren­zie­rungs­grund sei des­halb dar­in zu sehen, dass Gewinn­aus­schüt­tun­gen auf­grund des Schach­tel­pri­vi­legs nicht bei der durch § 32c EStG 1990 begüns­tig­ten Per­son selbst (Anteils­eig­ner) mit Gewer­be­steu­er belas­tet wür­den 25. Nichts ande­res gilt für den Über­nah­me­ge­winn, da auch die­ser nicht in den Gewer­be­er­trag ein­geht und damit bei der über­neh­men­den Per­so­nen­ge­sell­schaft kei­ne gewer­be­steu­er­li­che Belas­tung aus­löst. Nicht durch­zu­grei­fen ver­mag in die­sem Zusam­men­hang fer­ner der Hin­weis dar­auf, dass dann, wenn bei­spiels­wei­se die über­neh­men­de Per­so­nen­ge­sell­schaft inner­halb von fünf Jah­ren nach dem Ver­mö­gens­über­gang den von der Kapi­tal­ge­sell­schaft über­nom­me­nen Betrieb ver­äu­ßert, ein hier­bei erziel­ter Gewinn nach § 18 Abs. 4 UmwStG 1995 der Gewer­be­steu­er unter­lie­ge. Die Über­le­gung ver­kennt, dass § 18 Abs. 4 UmwStG 1995 als spe­zi­al­ge­setz­li­cher und gegen­über den §§ 2 und 7 GewStG sub­si­diä­rer Aus­nah­me­tat­be­stand auf der Rege­lungs­idee einer fort­dau­ern­den gewer­be­steu­er­recht­li­chen Ver­stri­ckung des Ver­mö­gens der umge­wan­del­ten Kapi­tal­ge­sell­schaft beruht. Die Vor­schrift ist des­halb dar­auf gerich­tet, die im Zuge der Umwand­lung nicht auf­ge­deck­ten sowie die inner­halb der Fünf-Jah­res-Frist ent­stan­de­nen stil­len Reser­ven zu erfas­sen 26. Gegen­stand des Über­nah­me­ge­winns sind dem­ge­gen­über die steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz­an­sät­ze der Kapi­tal­ge­sell­schaft (§ 3 i.V.m. § 4 Abs. 1 UmwStG 1995) und damit "im Regel­fall nur die im über­tra­ge­nen Ver­mö­gen ent­hal­te­nen offe­nen Reser­ven" 27.
Im Hin­blick auf die zwei­te Erwä­gung lässt der BFH offen, ob sich für die Tarif­ent­las­tung der Gewin­ne, die einer­seits beim Bezie­her kei­ne unmit­tel­ba­re Gewer­be­steu­er­be­las­tung aus­lö­sen, ande­rer­seits aber nicht in den Aus­nah­me­ka­ta­log des § 32c Abs. 2 Satz 2 EStG 1996 auf­ge­nom­men wur­den 28, hin­rei­chen­de Recht­fer­ti­gungs­grün­de fin­den las­sen 29. Sach­ver­hal­te die­ser Art berüh­ren –wie das BVerfG in BVerfGE 116, 164 aus­ge­führt hat– weder die Grund­ent­schei­dun­gen für die Tarifer­mä­ßi­gung gemäß § 32c EStG 1990 noch deren fol­ge­rich­ti­ge Aus­ge­stal­tung. Sie kön­nen des­halb auch in kei­ner Hin­sicht Anlass zur Kor­rek­tur eines Norm­ver­ständ­nis­ses geben, das –wie vor­lie­gend– im Ein­klang mit Wort­laut und Sys­te­ma­tik des Geset­zes die Grund­ent­schei­dun­gen des Gesetz­ge­bers fol­ge­rich­tig zur Gel­tung bringt
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 9. Janu­ar 2009 – IV B 27/​08
vgl. die Nach­wei­se zum Mei­nungs­stand bei Wendt in Herrmann/​Heuer/​Raupach –HHR – , § 32c EStG Rz 32 "Umwand­lungs­ge­win­ne"; Blümich/​Gosch, § 32c EStG a.F. Rz 43[↩]
DStR 1999, 1344[↩]
BB 1998, 349[↩]
GmbHR 1998, 576[↩]
BB 1995, 749[↩]
DStR 2000, 758, 761[↩]
Stbg 1996, 49, 59 Fn. 50[↩]
DB 1995, 1196, 1199), Mül­ler ((DB Beil. 3/​1998, 5[↩]
StBp 1998, 192, 194[↩]
Urteil vom 2. Sep­tem­ber 1998 – 3 K 9994/​97, EFG 1999, 124, rechts­kräf­tig[↩]
HHR/​Wendt, § 32c EStG Rz 32 "Umwand­lungs­ge­win­ne"[↩]
BMF, Schrei­ben vom 25. März 1998 – IV B 7 ‑S 1978- 21/​98, BSt­Bl I 1998, 268, 291 zu Tz. 04.42[↩]
vgl. BTDrucks 12/​6885, S. 14; Wid­mann in Widmann/​Mayer, Umwand­lungs­recht, Vor § 1 UmwStG Rz 45[↩]
Blümich/​von Twickel/​Klingberg, § 7 GewStG Rz 43, 104; § 18 UmwStG 2006 Rz 2, 16; Wid­mann in Widmann/​Mayer, a.a.O., § 18 UmwStG Rz 5[↩]
vgl. z.B. § 3 Sät­ze 3 und 4 und § 4 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 2 UmwStG 1995[↩]
zu Ein­zel­hei­ten vgl. Wid­mann in Widmann/​Mayer, a.a.O., § 18 UmwStG Rz 105 ff.[↩]
gl.A. BMF-Schrei­ben in BSt­Bl I 1998, 268, Tz. 06.02[↩]
vgl. Wah­rig, Deut­sches Wör­ter­buch, 1996, S. 516 unter "erfas­sen"[↩]
Wid­mann in Widmann/​Mayer, a.a.O., § 18 UmwStG 1995 Rz 126; Blümich/​Klingberg, a.a.O., § 18 UmwStG Rz 32; BFH, Urtei­le vom 23. Janu­ar 2002 XI R 48/​99, BFHE 198, 124; vom 20. Juni 2000 VIII R 5/​99, BFHE 191, 571, BSt­Bl II 2001, 35[↩]
BGBl I 1993, 1569, BSt­Bl I 1993, 774 –EStG 1990[↩]
BT-Drucks 12/​4487, S. 23, 25; vgl. dazu auch BVerfG, Beschluss vom 21. Juni 2006 2 BvL 2/​99, BVerfGE 116, 164[↩]
BT-Drucks 12/​5016, S. 17 und 88[↩]
Urteil vom 1. März 2001 IV R 24/​00, BFHE 195, 196, BSt­Bl II 2001, 486[↩]
Beschluss in BVerfGE 116, 164[↩]
vgl. auch BFH, Urtei­le vom 27. Sep­tem­ber 2006 IV R 50/​98, BFH/​NV 2007, 239; vom 7. Novem­ber 2006 VIII R 18/​98, BFH/​NV 2007, 667, jeweils betref­fend Organ­schaft[↩]
vgl. z.B. BFH, Urteil vom 20. Novem­ber 2006 VIII R 47/​05, BFHE 216, 103, BSt­Bl II 2008, 69[↩]
BT-Drucks 12/​6885, S. 17; zu Ein­zel­hei­ten s. Wid­mann in Widmann/​Mayer, a.a.O., § 4 UmwStG Rz 540 ff.[↩]
dazu z.B. Blümich/​Gosch, § 32c EStG a.F. Rz 45[↩]
dazu z.B. HHR/​Wendt, § 32c EStG Rz 51[↩]
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