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Timestamp: 2019-10-14 17:58:35
Document Index: 252100555

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 21', '§ 22', '§ 25', '§ 26', '§ 81']

Hilfen für Menschen mit Behinderungen im Beruf | Kreis Steinfurt
⇑ / Hilfen für Menschen mit Behinderungen im Beruf
„Behinderte Menschen im Beruf" - für sie hat der Gesetzgeber vielfältige Möglichkeiten geschaffen.
Die Rechtsgrundlagen befinden sich im zweiten Teil des Sozialgesetzbuches IX „Besondere Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen" und in der „Schwerbehindertenausgleichsabgabeverordnung" (SchwbAV).
Im SGB IX sind Regelungen für verschiedenste Leistungsträger zusammengefasst worden. Neben uns als örtlichen Träger und dem Integrationsamt verweist das SGB IX auf die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit sowie die Berufsgenossenschaften. Über die Zuständigkeiten beraten wir Sie gern.
Ziel der Leistungen ist die dauerhafte Eingliederung schwerbehinderter Menschen in das Berufsleben. Behinderungsbedingte Nachteile sollen hierdurch so weit wie möglich ausgeglichen werden, Fähigkeiten gefördert und geschützt, Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.
Anspruchsberechtigt sind sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.
Die Hilfestellung erfolgt sowohl in Form finanzieller Leistungen als auch gezielte Beratung.
Ausführliche Informationen erhalten Sie auf den Seiten des Amtes für Soziales und Pflege.
Schwerbehinderte sind Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr.
Die Feststellung des Grades der Behinderung erfolgt durch den Kreis Steinfurt, sofern der Antragsteller seinen Wohnsitz im Kreisgebiet hat. Behinderte Menschen mit einem GdB von 30 oder 40 können auf Antrag gleichgestellt werden.
Über die Gleichstellung entscheidet die zuständige Arbeitsagentur. Für die Personen, die ihren Wohnsitz im Kreis Steinfurt haben, ist für die Gleichstellung die Agentur für Arbeit Rheine zuständig.
Die festgestellte Schwerbehinderteneigenschaft bzw. Gleichstellung hat nicht nur Bedeutung für Beschäftigte im Rahmen des besonderen Kündigungsschutzes nach dem SGB IX, sondern insbesondere auch für die Gewährung von finanziellen Hilfen für die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen.
Der Psychosoziale Fachdienst hilft Menschen mit Behinderungen bei Problemen am Arbeitsplatz
Der Psychosoziale Fachdienst ist ein Teil der begleitenden Hilfen im Arbeits- und Berufsleben. Das Beratungsangebot steht schwerbehinderten Arbeitnehmern sowie betrieblichen Interessenvertretungen und Arbeitgebern zur Verfügung, wenn psychosoziale Probleme zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz führen.
Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, einer Behinderung oder seelischen Problemen haben es oft besonders schwer, ihren Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu behaupten.
Im Auftrag des LWL und in Kooperation mit dem IFD Westfalen hat der Fachdienst die Aufgabe, schwerbehinderten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mit psychischen und sozialen Problemen am Arbeitsplatz bei der Sicherung und dem Erhalt ihrer Beschäftigung zu helfen.
Dabei arbeitet der Fachdienst eng mit den Betroffenen, ihren Arbeitgebern und der Fachstelle für behinderte Menschen im Beruf sowie anderen Kontakt- und Bezugspersonen zusammen.
Das Angebot des PSFD umfasst insbesondere:
- Beratung von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Schwerbehindertenvertretung/Betriebsräten
- Beratung und Unterstützung bei seelisch bedingten Problemen am Arbeitsplatz
- Vermittlung bei Konflikten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern
- Unterstützung bei Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer psychischen Erkrankung
- Unterstützung bei Arbeits- und Belastungserprobungen (Wiedereingliederung)
- Inner- und außerbetriebliches Arbeitstraining
- Berufsbegleitende Betreuung
Der Arbeitgeber richtet zu diesem Zweck zunächst einen formlosen begründeten Kündigungsantrag (PDF, 39 KB) an das Integrationsamt.
Technische Arbeitshilfen (§ 19 SchwbAV)
Bei technischen Arbeitshilfen handelt es sich um individuelle, auf die einzelne Behinderung und die Arbeitsplatzsituation abgestimmte Hilfsmittel. So vielfältig wie die verschiedenen gesundheitlichen Einschränkungen und die Arbeitsplatzsituationen sind entsprechend auch die technischen Hilfsmöglichkeiten.
Förderfähig sind die Erst- und Ersatzbeschaffung, Wartung und Instandhaltung, die Ausbildung im Gebrauch und die Anpassung an die technische Weiterentwicklung.
Der Zuschuss kann jederzeit beantragt werden, auf jeden Fall aber vor einer Auftragsvergabe bzw. Bestellung.
Eigentümer der Arbeitshilfen wird der schwerbehinderte Mensch. Ein Zuschuss zu den Kosten ist bis zur vollen Höhe möglich.
- Einhandtastaturen für Arbeitsplatzrechner
- Vergrößerungssoftware für sehbehinderte Menschen
Uns gegenüber sind ausschließlich schwerbehinderte Menschen anspruchsberechtigt, die nicht rentenversicherungspflichtig beschäftigt sind.
Angesprochen sind hiermit Beamte sowie Selbständige.
Für den übrigen Personenkreis sind andere Leistungsträger - Agentur für Arbeit, Rentenversicherung oder die Unfallversicherung - zuständig.
Die Einzelheiten für diese Leistung sind verbindlich für alle Leistungsträger in der Kraftfahrzeughilfeverordnung (KfzHV) geregelt.
- zur Beschaffung eines Kraftfahrzeuges
- für eine behinderungsbedingte Zusatzausstattung
Leistungen sind dann möglich:
- wenn Sie in Folge Ihrer Behinderung dauernd auf die Benutzung eines Kraftfahrzeuges angewiesen sind, um Ihren Arbeitsplatz zu erreichen.
- wenn Sie ein Kraftfahrzeug führen können oder gewährleistet ist, dass jemand Drittes dieses für Sie führt.
- wenn nicht bereits ein entsprechendes Fahrzeug vorhanden ist oder dieses wirtschaftlich nicht sinnvoll weiter genutzt werden kann. Dies ist in der Regel bei Fahrzeugen der Fall, die älter als 5 Jahre sind.
Gefördert werden sowohl die Beschaffung von Neufahrzeugen als auch von Gebrauchtfahrzeugen.
Die Fahrzeuge müssen nach Größe und Ausstattung den Anforderungen entsprechen, die sich aus Ihrer Behinderung ergeben.
Gebrauchtwagen können dann gefördert werden, wenn der Verkehrswert mindestens die Hälfte des seinerzeitigen Neuwagenpreises beträgt.
Behinderungsbedingt erforderliche Zusatzausrüstungen werden bis zur vollen Höhe unabhängig vom Einkommen übernommen.
Ein Zuschuss zu den reinen Beschaffungskosten ist bis zur Höhe von maximal 9.500 Euro möglich. Diese Leistung ist einkommensabhängig. Über die Einzelheiten hierzu beraten wir Sie gern.
Der Verkehrswert eines Altwagens ist auf diesen Zuschuss anzurechnen.
Den Antrag müssen Sie immer vor Abschluss eines Kaufvertrages stellen.
Ausnahme: Leistungen zur technischen Überprüfung und Wiederherstellung einer Zusatzausstattung sind spätestens innerhalb eines Monats nach Rechnungsstellung zu beantragen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, uns hierüber vorher zu informieren.
Behinderungsbedingt erforderliche Zusatzausrüstungen (Getriebeautomatik, Umbau von Bremse und Gas auf Handbedienung) werden bis zur vollen Höhe unabhängig vom Einkommen übernommen.
Hilfen zur Gründung und Erhaltung einer selbständigen beruflichen Existenz (§ 21 SchwbAV)
Wir unterstützen Sie ebenfalls bei dem Weg in die Selbständigkeit und bei der Erhaltung Ihrer selbständigen Tätigkeit.
Sie müssen die persönlichen (Erwerbsfähigkeit) und fachlichen (berufliche Kenntnisse, Qualifikationen, einschlägige Berufserfahrung und betriebswirtschaftliche Kenntnisse) Voraussetzungen mitbringen.
Ihr Lebensunterhalt muss im Wesentlichen durch Ihre Tätigkeit dauerhaft sichergestellt werden können.
Ihr Unternehmen, Ihre Geschäftsidee, muss also Aussicht auf Erfolg haben. Aussagen hierzu gibt ein Geschäftskonzept, eine Rentabilitätsvorschau, der sogenannte „Businessplan", den Sie uns vorlegen müssen. Hierbei helfen Ihnen unsere Wirtschaftsförderung sowie vielfältige andere Institutionen (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Steuer- und Unternehmensberater).
Die Tätigkeit muss im Hinblick auf den Arbeitsmarkt zweckmäßig sein. Eine Aussage hierzu trifft die Agentur für Arbeit.
Sie können Darlehen oder Zinszuschüsse (Unterstützung Ihres Kapitaldienstes) und Zuschüsse zu notwendigen technischen Arbeitshilfen sowie die weiteren Leistungen der begleitenden Hilfen erhalten.
Kosten des laufenden Geschäftsbetriebes (z. B. Mieten für Geschäftsräume und Produktionshallen) können nicht übernommen werden. Die Höhe der Förderung ist immer einzelfallabhängig.
Wohnungshilfen (§ 22 SchwbAV)
Ziel der Leistungen ist es, Menschen mit erheblichen Einschränkungen in ihrer Mobilität zu helfen. Sie sollen ihren Arbeitsplatz selbständig erreichen können.
Gefördert wird in diesem Zusammenhang
- der hindernisfreie Zugang zu Ihrer Wohnung (Beispiel: automatische Türöffner, rollstuhlgerechte Wege)
- der Umzug in eine behinderungsgerechte oder erheblich verkehrsgünstiger zu Ihrem Arbeitsplatz gelegene Wohnung (Umzugskosten)
- die Kosten werden in der Regel bis zur vollen Höhe als Zuschuss getragen.
Hilfen in besonderen Lebenslagen (§ 25 SchwbAV)
Bei besonderen behinderungsbedingten Problemen, die nicht durch die anderen genannten Leistungen abgedeckt sind, ist ebenfalls eine Unterstützung möglich. Es handelt sich immer um besondere Hilfen im Einzelfall.
Beispiel: Mobilitätstraining für stark sehbehinderte Menschen, um den Weg von und zur Arbeit zu bewältigen.
Ausstattung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen mit notwendigen technischen Arbeitshilfen (§ 26 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 SchwbAV)
Grundsätzlich sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsplätze in Ihrem Betrieb behinderungsgerecht zu gestalten und mit den für Ihren Mitarbeiter notwendigen technischen Arbeitshilfen auszustatten (§ 81 Abs. 4 SGB IX).
Die Verpflichtung besteht für Sie jedoch nur so weit, wie dies finanziell zumutbar und mit verhältnismäßigen Mitteln möglich ist.
Hierbei unterstützen wir Sie durch finanzielle Leistungen und Beratung.
Sie können Zuschüsse zu technischen Arbeitshilfen erhalten, wobei alle Arbeitsmittel gefördert werden können, die für eine behinderungsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes erforderlich sind. Weiter können die Wartung und Instandsetzung dieser Arbeitsmittel gefördert werden. Sofern eine Unterweisung Ihres Mitarbeiters im Gebrauch dieser technischen Arbeitshilfen erforderlich sein sollte, ist auch hier eine Unterstützung möglich. Gefördert werden ebenso Ersatzbeschaffungen oder Beschaffungen zur Anpassung an die technische Weiterentwicklung (Beispiel: Hebe- und Transporthilfen, speziell angepasstes Mobiliar, spezielle Soft- bzw. Hardware für sehbehinderte Menschen).
Wir arbeiten hierbei sehr eng mit dem Technischen Beratungsdienst des Integrationsamtes zusammen. Darüber hinaus stehen ein Fachdienst für Hörbehinderte sowie Sehbehinderte beim Integrationsamt zur Verfügung.
Bei Menschen mit seelischen oder geistigen Behinderungen unterstützt Sie unser Psychosozialer Fachdienst.
Tel.: 02551 69-1660
Fax: 02551 69-91660
E-Mail: ferdinand.hagemann@kreis-steinfurt.de
Room Nr.: ST - Zi. D1028
"Amt für Soziales, Gesundheit und Pflege "
Tel.: 02551 69-1662
Fax: 02551 69-91662
E-Mail: christian.lis@kreis-steinfurt.de
Room Nr.: ST - Zi. D1026
Melanie Wonner
Tel.: 02551 69-1663
Fax: 02551 69-91663
E-Mail: melanie.wonner@kreis-steinfurt.de