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Timestamp: 2016-10-23 09:37:20
Document Index: 132146216

Matched Legal Cases: ['Art. 231', 'Art. 52', 'Art. 14', 'Art. 34', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 716', 'Art. 722', 'BGE', 'Art. 717', 'Art. 716', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 115', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 759', 'BGE', 'Art. 759', 'Art. 52', 'Art. 134', 'e contrario', 'Art. 156', 'Art. 135']

H 267/02 (21.01.2004)
H 267/02
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Ferrari und nebenamtlicher Richter Maeschi; Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke
Ausgleichskasse Luzern, W�rzenbachstrasse 8, 6006 Luzern, Beschwerdegegnerin
Die T.________ AG mit Sitz in Kriens war als abrechnungs- und beitragspflichtiger Arbeitgeber der Ausgleichskasse Luzern (nachfolgend: Ausgleichskasse) angeschlossen. Nachdem es ab 1995 zu Liquidit�tsproblemen gekommen war, kam die Gesellschaft ab Mai 1996 ihrer Beitragszahlungspflicht nicht mehr nach. Eine Zahlungsvereinbarung vom 29. November 1996 bez�glich der Beitr�ge f�r die Zeit von April bis November 1996 hielt sie nicht ein. Am 11. Dezember 1997 hinterlegte sie die Bilanz beim Richter und beantragte einen Konkursaufschub bis sp�testens 31. M�rz 1998. Mit Entscheid des Amtsgerichts Luzern-Land vom 15. Dezember 1997 wurde dem Begehren entsprochen und ein Sachwalter eingesetzt. Am ... 1998 er�ffnete der Amtsgerichtspr�sident III von Luzern-Land den Konkurs, was von der Schuldbetreibungs- und Konkurskommission des Obergerichts des Kantons Luzern mit Entscheid vom ... 1998 best�tigt wurde. Mit Konkursanzeige vom 11. September 1998 erhielt die Ausgleichskasse Luzern Kenntnis davon, dass der Konkurs im summarischen Verfahren nach Art. 231 SchKG durchgef�hrt wurde. Am 12. Oktober 1998 reichte sie eine Forderung von Fr. 326'858.30 in den Konkurs ein und reduzierte diese mit Nachtr�gen vom 27. Oktober und 18. Dezember 1998 sowie 5. Januar 1999 schliesslich auf Fr. 278'239.75. Auf eine telefonische R�ckfrage beim Konkursamt vom 15. November 1999 wurde ihr mitgeteilt, dass mit keiner Dividende zu rechnen sei. Mit Verf�gung vom 13. Januar 2000 forderte die Ausgleichskasse vom ehemaligen Verwaltungsratspr�sidenten der T.________ AG, B.________, Schadenersatz f�r entgangene Sozialversicherungsbeitr�ge (einschliesslich Verwaltungskostenbeitr�ge, Mahngeb�hren, Betreibungskosten und Verzugszinsen) aus der Zeit von Mai 1996 bis Februar 1998 in H�he von Fr. 264'212.90. Mit einer weiteren Verf�gung gleichen Datums forderte sie von A.________, welcher bis Ende August 1997 Mitglied des Verwaltungsrates der Gesellschaft gewesen war, den Betrag von Fr. 190'237.25 f�r entgangene Beitr�ge aus der Zeit von Mai 1996 bis Juni 1997. Gegen diese Verf�gungen erhoben die Betroffenen mit separaten Eingaben Einspruch.
Am 9. M�rz 2000 erhob die Ausgleichskasse je getrennt Klage gegen B.________ und A.________ auf Schadenersatz in der je verf�gten H�he.
In Gutheissung der Klage verpflichtete das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern B.________ mit Entscheid vom 13. August 2002, der Ausgleichskasse den Betrag von Fr. 264'212.90 zu bezahlen. Mit einem weiteren Entscheid vom 27. August 2002 verhielt es A.________ zur Bezahlung von Schadenersatz in H�he von Fr. 190'237.25, unter solidarischer Haftbarkeit der Beklagten bis zu diesem Betrag.
A.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei die Klage abzuweisen; eventuell sei die Sache zur Fortsetzung des Beweisverfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern und die Ausgleichskasse schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung. Der als Mitinteressierter beigeladene B.________ hat sich nicht vernehmen lassen.
2.1 Im kantonalen Entscheid werden die Rechtsgrundlagen der Arbeitgeberhaftung (Art. 52 AHVG, Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV) und die Rechtsprechung zur subsidi�ren Haftbarkeit der verantwortlichen Organe (BGE 123 V 15 Erw. 5b mit Hinweisen), zur Haftungsvoraussetzung des qualifizierten Verschuldens (BGE 108 V 202 Erw. 3a; ZAK 1985 S. 620 Erw. 3b; vgl. auch BGE 121 V 244 Erw. 4b) und zum erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen der absichtlichen und grobfahrl�ssigen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden (BGE 119 V 406 Erw. 4a mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
2.2 Richtig sind auch die vorinstanzlichen Ausf�hrungen bez�glich der f�r die Geltendmachung der Schadenersatzforderung g�ltigen Fristen (Art. 82 Abs. 1 und 2 AHVV). Zu erg�nzen ist, dass die mit dem Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 auf den 1. Januar 2003 in Kraft getretenen �nderungen (Art. 52 Abs. 3 und 4 AHVG, eingef�gt durch Anhang Ziff. 7 ATSG) auf den vorliegenden Fall nicht Anwendung finden, weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 166 Erw. 4b).
3.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde h�lt der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht daran fest, die einj�hrige Verwirkungsfrist von Art. 82 Abs. 1 AHVV habe bereits mit der Konkurser�ffnung am ... 1998 zu laufen begonnen. Im Falle eines Konkurses besteht praxisgem�ss in der Regel dann ausreichend Kenntnis des Schadens, wenn die Kollokation der Forderungen er�ffnet bzw. der Kollokationsplan (und das Inventar) zur Einsicht aufgelegt wird (BGE 126 V 444 Erw. 3a mit Hinweisen). Dies gilt auch dann, wenn das summarische Konkursverfahren zur Durchf�hrung gelangt, da dessen Anordnung noch keine Kenntnis des Schadens begr�ndet (BGE 126 V 445 Erw. 3b mit Hinweisen). Eine ausnahmsweise Vorverlegung des Zeitpunktes der Schadenskenntnis kann in Betracht fallen, wenn die Ausgleichskasse beispielsweise auf Grund von Angaben bei Gl�ubigerversammlungen ernsthaft mit einem Beitragsverlust rechnen muss (BGE 121 V 240 ff.). Im vorliegenden Fall lag bei Erlass der Schadenersatzverf�gung vom 13. Januar 2000 noch kein Kollokationsplan auf. Am 27. Februar 1999 wurde im Kantonsblatt Luzern jedoch die Auflage der Lastenverzeichnisse als Teilkollokationsplan ver�ffentlicht. Auf eine telefonische Anfrage beim Konkursamt vom 15. November 1999 erhielt die Ausgleichskasse die Auskunft, dass sie voraussichtlich keine Dividende erhalten und mit der gesamten Forderung zu Verlust kommen werde. Die Ausgleichskasse hat die Schadenersatzverf�gung unter diesen Umst�nden zu Recht bereits vor der Auflegung des definitiven Kollokationsplanes erlassen. Im Hinblick darauf, dass die Auflage- und Anfechtungsfrist des Teilkollokationsplanes vom 26. Februar bis 18. M�rz 1999 dauerte (Kantonsblatt Luzern vom 27. Februar 1999, S. 527) und eine zweite Auflage vom 19. bis 29. April 1999 erfolgte (Kantonsblatt Luzern vom 27. M�rz 1999, S. 847), hat sie die einj�hrige Verwirkungsfrist von Art. 82 Abs. 1 AHVV mit der Schadenersatzverf�gung vom 13. Januar 2000 gewahrt, selbst wenn auf das Ende der ersten Auflagefrist abgestellt wird.
3.2 Nicht geh�rt werden kann der Einwand des Beschwerdef�hrers, er habe die Ausgleichskasse bereits am 17. November 1997 �ber die bestehenden Probleme in Kenntnis gesetzt. Abgesehen davon, dass die Ausgleichskasse damit noch keine Kenntnis des Schadens im Sinne von Art. 82 Abs. 1 AHVV erlangt hatte (vgl. BGE 129 V 195 Erw. 2.1 mit Hinweisen), datiert das genannte, in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde als beklagtischer Beleg 1 bezeichnete Schreiben vom 17. November 1999, weshalb der Beschwerdef�hrer daraus nichts f�r sich ableiten kann. Die in diesem Zusammenhang erhobene R�ge einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs durch die Vorinstanz erweist sich damit als unbegr�ndet.
4.1 Gegenstand der Schadenersatzforderung bilden nicht entrichtete Sozialversicherungsbeitr�ge f�r die Zeit von Mai 1996 bis Juni 1997, einschliesslich Verwaltungskostenbeitr�ge, Mahngeb�hren, Betreibungskosten und Verzugszinsen. Der Beschwerdef�hrer war w�hrend dieser Zeit Mitglied des Verwaltungsrates der T.________ AG und hatte damit formelle und materielle Organstellung im Sinne von Art. 52 AHVG und der Rechtsprechung (BGE 114 V 79 Erw. 3 und 213 ff.). Er unterliegt daher der subsidi�ren Organhaftung nach der Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG, von welcher auch im Lichte der bundesr�tlichen Botschaft zur 11. AHV-Revision und des ATSG nicht abzugehen ist (BGE 129 V 11 ff.). Streitig und zu pr�fen ist, ob er den Schaden im Sinne dieser Bestimmung schuldhaft (mit)verursacht hat.
4.2 Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, h�ngt entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person �bertragen wurden. Bei nicht gesch�ftsf�hrenden Verwaltungsratsmitgliedern von Aktiengesellschaften ist entscheidend, ob sie den ihnen obliegenden Kontroll- und Aufsichtspflichten nachgekommen sind. Nach Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR obliegt dem Verwaltungsrat die Oberaufsicht �ber die mit der Gesch�ftsf�hrung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen. Gem�ss dieser Bestimmung hat das Verwaltungsratsmitglied nicht nur die Pflicht, an den Verwaltungsratssitzungen teilzunehmen, sondern sich periodisch �ber den Gesch�ftsgang zu informieren und bei Unregelm�ssigkeiten in der Gesch�ftsf�hrung einzuschreiten (vgl. Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, � 30, N 49). Die Bestimmung entspricht weitgehend dem bis Ende Juni 1992 g�ltig gewesenen Art. 722 Abs. 2 Ziff. 3 OR, wonach die Verwaltung einer Aktiengesellschaft die mit der Gesch�ftsf�hrung beauftragten Personen zu �berwachen und sich regelm�ssig �ber den Gesch�ftsgang unterrichten zu lassen hatte. Wie das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hiezu festgestellt hat, setzt die Sorgfaltspflicht voraus, dass der Verwaltungsrat die ihm unterbreiteten Berichte kritisch liest, n�tigenfalls erg�nzende Ausk�nfte verlangt und bei Irrt�mern oder Unregelm�ssigkeiten einschreitet. Dabei wird es aber einem Verwaltungsratspr�sidenten einer Grossfirma nicht als grobfahrl�ssiges Verschulden angerechnet werden k�nnen, wenn er nicht jedes einzelne Gesch�ft, sondern nur die T�tigkeit der Gesch�ftsleitung und den Gesch�ftsgang im Allgemeinen �berpr�ft und daher beispielsweise nicht beachtet, dass in Einzelf�llen die Abrechnung der Lohnbeitr�ge nicht erfolgt ist. Das Gegenst�ck w�re der Pr�sident des Verwaltungsrates einer Firma, der faktisch das einzige ausf�hrende Organ der Firma ist, oder aber der Verwaltungsratspr�sident einer Firma, dem aus irgendwelchen Quellen bekannt ist oder doch bekannt sein sollte, dass die Abrechnungspflicht m�glicherweise mangelhaft erf�llt wird (BGE 114 V 223 Erw. 4a, 108 V 202 Erw. 3a; ZAK 1985 S. 620 Erw. 3b, je mit Hinweisen).
4.3 Der Beschwerdef�hrer war in der fraglichen Zeit neben dem Verwaltungsratspr�sidenten und Delegierten B.________ einziges Verwaltungsratsmitglied der T.________ AG. W�hrend er zuvor kollektiv mit dem gesch�ftsf�hrenden Verwaltungsratspr�sidenten unterschriftsberechtigt war, zeichnete er nach einer Statuten�nderung vom ... (Publikation im SHAB vom ...) einzeln. Dass er sich faktisch mit Gesch�ftsf�hrungsaufgaben befasst hat, ist nicht erstellt. Als nicht gesch�ftsf�hrendes Verwaltungsratsmitglied oblagen ihm indessen die allgemeine Sorgfaltspflicht nach Art. 717 Abs. 1 OR und die Aufsichts- und Kontrollpflichten gem�ss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR, an welche angesichts der einfachen Organisationsstruktur der Gesellschaft praxisgem�ss hohe Anforderungen zu stellen sind (BGE 108 V 203 Erw. 3b). Diesen Anforderungen hat der Beschwerdef�hrer nicht gen�gt, weil er es unterlassen hat, rechtzeitig geeignete Massnahmen zur Sicherstellung einer ordnungsgem�ssen Erf�llung der Beitragszahlungspflicht zu treffen, obschon ihm die finanziellen Schwierigkeiten der Gesellschaft bekannt waren. Er hat selbst dann nicht gehandelt, als die Gesellschaft mit der Ausgleichskasse am 29. November 1996 eine ratenweise Zahlung der ausstehenden Beitr�ge f�r die Zeit von April bis November 1996 vereinbart hatte. Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, von dieser Vereinbarung Kenntnis gehabt zu haben. Wenn er geltend macht, die Stundung sei entgegen seinem Willen erfolgt und eine Beitragszahlung w�re ohne weiteres noch m�glich gewesen, so r�umt er ein, dass ihm die Zweckentfremdung der Beitr�ge bekannt war oder er damit jedenfalls rechnen musste. Umso mehr h�tte er Anlass gehabt, sich bez�glich der Einhaltung des Abzahlungsplanes (und der in der Zahlungsvereinbarung ausdr�cklich erw�hnten Pflicht zur ordnungsgem�ssen Bezahlung der laufenden Beitr�ge) zu vergewissern. Entsprechende Bem�hungen vermag er nicht nachzuweisen. Zwar hat er seinen Angaben zufolge wiederholt m�ndlich auf die Pflicht zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeitr�ge hingewiesen. Damit ist er den ihm obliegenden Kontroll- und Aufsichtspflichten indessen nicht hinreichend nachgekommen. Vielmehr h�tte er den Verwaltungsratspr�sidenten und Gesch�ftsf�hrer f�rmlich und n�tigenfalls unter Androhung seiner Demission aus dem Verwaltungsrat zur Einhaltung der Verbindlichkeiten gegen�ber der Ausgleichskasse anhalten m�ssen, zumal es sich um einen sowohl in betraglicher als auch in zeitlicher Hinsicht erheblichen Beitragsausstand handelte. Entsprechende Vorkehren hat er erst am 18. Juli sowie 18. und 25. August 1997 getroffen, bevor er am 2. September 1997 aus dem Verwaltungsrat ausgetreten ist. Indem er bis dahin zugewartet und die Beitragsschuld weiter hat anwachsen lassen, obschon seinen Angaben zufolge noch Mittel zu deren Tilgung vorhanden waren, hat er den eingetretenen Schaden zumindest mitverursacht. Wenn das kantonale Gericht das Verhalten des Beschwerdef�hrers als grobfahrl�ssig qualifiziert hat, so beruht dies weder auf einer mangelhaften Feststellung des Sachverhalts noch verst�sst es sonst wie gegen Bundesrecht. Zu weiteren Abkl�rungen, einschliesslich der beantragten Zeugeneinvernahme des B.________, besteht kein Anlass, weil davon keine neuen entscheidwesentlichen Ergebnisse zu erwarten w�ren (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 95 Erw. 5b, 122 V 162 Erw. 1d, je mit Hinweisen). Es liegt diesbez�glich auch keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 1 BV) durch die Vorinstanz vor.
5.1 Der Vorinstanz ist auch darin beizupflichten, dass keine Entlastungs- oder Rechtfertigungsgr�nde im Sinne der Rechtsprechung gegeben sind. Wie im angefochtenen Entscheid zu Recht festgestellt wird, hing der Fortbestand des Unternehmens nicht von einem vor�bergehenden Nichtbezahlen der Sozialversicherungsbeitr�ge, sondern von weit h�heren zus�tzlichen Mitteln ab. Angesichts der langdauernden Liquidit�tsprobleme der Gesellschaft und des hohen Mittelbedarfs durften die verantwortlichen Organe nicht davon ausgehen, dass es sich um bloss vor�bergehende Zahlungsschwierigkeiten handelte, welche durch das Nichtbezahlen der Sozialversicherungsbeitr�ge �berbr�ckt werden k�nnten (BGE 108 V 183 ff.). Andere Gr�nde, welche die Nichtbezahlung der Sozialversicherungsbeitr�ge als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Fehl geht in diesem Zusammenhang auch die Berufung des Beschwerdef�hrers auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV). Davon, dass die Ausgleichskasse freiwillig jahrelang auf die Durchsetzung ihrer Forderungen verzichtet habe, kann nicht die Rede sein (vgl. Erw. 5.2 hienach). Ebenso wenig vermag der Beschwerdef�hrer aus dem angeblichen Schreiben vom 17. November 1997 an die Ausgleichskasse, welches - wie bereits erw�hnt - vom 17. November 1999 datiert, etwas f�r sich abzuleiten.
5.2 Es liegen sodann keine Umst�nde vor, welche nach der Rechtsprechung zu einer Herabsetzung der Schadenersatzpflicht Anlass zu geben verm�chten (BGE 122 V 189 Erw. 3c). Zwar hat die Ausgleichskasse f�r die Beitr�ge ab Juni zun�chst keine Betreibung eingeleitet und der Gesellschaft mit Zahlungsvereinbarung vom 29. November 1996 eine ratenweise Abzahlung der ausstehenden Beitr�ge gew�hrt. Gem�ss dieser Vereinbarung sollten die ebenfalls noch ausstehenden Beitr�ge f�r April 1996 sofort und diejenigen f�r Mai 1996 im Dezember 1996 bezahlt werden. Der Ausstand f�r Juni bis November 1996 sollte in sechs monatlichen Raten, erstmals per Ende Januar 1997 bezahlt werden. Die Vereinbarung enthielt den Hinweis, dass bei Nichteinhaltung des Abzahlungsplanes oder nicht fristgerechter Bezahlung der laufenden Beitr�ge der Gesamtausstand in Betreibung gesetzt bzw. die bestehenden Betreibungen fortgesetzt w�rden, wobei der Abzahlungsplan als Mahnung diene. Ungeachtet dessen, dass die Zahlungsvereinbarung von der Gesellschaft nicht eingehalten wurde, hat die Ausgleichskasse der Firma am 2. Juni 1997 einen weiteren kurzfristigen Zahlungsaufschub bis Mitte Juni 1997 gew�hrt und ihr am 30. Juli 1997 nochmals Frist bis zum 10. August 1997 gesetzt, um den gesamten Beitragsausstand auszugleichen. F�r die Beitr�ge von Juni 1996 bis April 1997 (sowie die Jahresschlussrechnung 1996) hat sie am 22. August 1997 Betreibungsbegehren gestellt und auf Rechtsvorschlag der Schuldnerin am 26. September 1997 Veranlagungsverf�gungen erlassen. Am 4. Dezember 1997 wurden die Fortsetzungsbegehren auf Pf�ndung gestellt, welche am 4. Dezember 1997 mit einem provisorischen Verlustschein im Sinne von Art. 115 Abs. 2 SchKG endeten. Bez�glich der Beitr�ge f�r Mai und Juni 1997 wurde das Betreibungsbegehren am 21. September 1997 gestellt und die Veranlagungsverf�gung am 7. November 1997 erlassen. Das Fortsetzungsbegehren wurde am 18. M�rz 1998 eingereicht und f�hrte am 7. April 1998 zu einem provisorischen Verlustschein. Der Ausgleichskasse kann unter diesen Umst�nden zum Vorwurf gemacht werden, die ausstehenden Beitr�ge nicht sofort in Betreibung gesetzt zu haben. Nach den gesamten Umst�nden (kurze Dauer der angesetzten Nachfristen, Angaben der Gesellschaft �ber einen unmittelbar bevorstehenden erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken) kann jedoch nicht gesagt werden, dass sie gegen elementare Vorschriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs verstossen hat oder sich auf andere Weise einer groben Pflichtverletzung schuldig gemacht hat. Eine Herabsetzung des Schadenersatzes k�nnte zudem nur erfolgen, wenn und soweit das pflichtwidrige Verhalten der Ausgleichskasse f�r die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens ad�quat kausal gewesen w�re (BGE 122 V 189 Erw. 3c). So verh�lt es sich jedoch nicht, weil nicht anzunehmen ist, dass der Schaden nicht eingetreten oder geringer ausgefallen w�re, wenn die Ausgleichskasse die Beitr�ge nach der Nichteinhaltung der Zahlungsvereinbarung sofort in Betreibung gesetzt h�tte.
6.1 Die H�he des eingeklagten Schadens ist auf Grund der von der Ausgleichskasse mit der Klage eingereichten Unterlagen ausgewiesen. Der Beschwerdef�hrer bringt diesbez�glich keine substantiierten Einwendungen vor, weshalb es bei dem von der Vorinstanz best�tigten und im Rahmen von Art. 105 Abs. 2 OG f�r das Eidgen�ssische Versicherungsgericht verbindlich festgestellten Schadensbetrag von Fr. 190'237.25 zu bleiben hat.
6.2 Zu bejahen ist auch der f�r die Haftung vorausgesetzte ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem schuldhaften Verhalten und dem eingetretenen Schaden (BGE 119 V 406 Erw. 4a mit Hinweisen). Zwar fehlt es an einem ad�quaten Kausalzusammenhang, wenn auch ein pflichtgem�sses Verhalten den Schaden nicht h�tte verhindern k�nnen (Forstmoser, Die aktienrechtliche Verantwortlichkeit, 2. Aufl. Z�rich 1987, S. 100 N 272). Indessen vermag die blosse Hypothese, der Schaden w�re auch bei pflichtgem�ssem Verhalten eingetreten, die Ad�quanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten w�re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Forstmoser, a.a.O. S. 100 N 273; Oftinger, Schweiz. Haftpflichtrecht, Band I, 4. Aufl. Z�rich 1975, S. 124 f.; Kramer, Die Kausalit�t im Haftpflichtrecht: neue Tendenzen in Theorie und Praxis, ZbJV 123/1987 S. 304; AJP 2003 S. 1460 mit Hinweis). Im vorliegenden Fall sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, weil nicht anzunehmen ist, dass auch ein pflichtgem�sses Verhalten des Beschwerdef�hrers den Schaden nicht h�tte verhindern k�nnen. Nach dem Gesagten l�sst sich die Kausalit�t auch mit einem pflichtwidrigen Verhalten der Ausgleichskasse nicht verneinen. Ebenso wenig kann sich der Beschwerdef�hrer darauf berufen, der w�hrend des Konkursaufschubes gerichtlich eingesetzte Sachwalter habe es unterlassen, die Beitragsausst�nde zu beheben. Prim�re Ursache des Beitragsverlustes bildet das pflichtwidrige Verhalten der verantwortlichen Gesellschaftsorgane. Die Kausalit�t wird nicht dadurch aufgehoben, dass der Sachwalter sp�ter die ausstehenden Beitr�ge nicht bezahlt. Zudem bleibt die Beitragszahlungspflicht w�hrend des Konkursaufschubes und der Nachlassstundung vorbeh�ltlich gegenteiliger Anordnungen des Konkursrichters Sache des Schuldners (RDAT 1999 I Nr. 71 S. 278; nicht ver�ffentlichtes Urteil D. vom 6. Januar 1998, H 99/95). Zur beantragten Zeugeneinvernahme des Sachwalters besteht daher kein Anlass. Was schliesslich den Hinweis des Beschwerdef�hrers auf die differenzierte Solidarit�t nach Art. 759 OR betrifft, ist festzustellen, dass das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatzpflichtigen nur dann als inad�quat f�r den eingetretenen Schaden gelten kann, wenn das Verschulden des Dritten oder des Gesch�digten dermassen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hintergrund tritt und damit nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der Lebenserfahrung nicht mehr als ad�quate Schadensursache erscheint (BGE 127 III 457 oben mit Hinweisen). Dies trifft hier nicht zu. Zudem kann Art. 759 Abs. 1 OR im Rahmen von Art. 52 AHVG nicht Anwendung finden, um eine Herabsetzung der Schadenersatzpflicht zu begr�nden (vgl. AHI 1996 S. 291).
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 134 OG e contrario). Entsprechend dem Ausgang des Prozesses gehen die Kosten zu Lasten des Beschwerdef�hrers (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Abgaberechtliche Abteilung, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung und B.________ zugestellt.