Source: http://kirchenrecht-ekd.de/document/3381
Timestamp: 2017-04-30 16:42:51
Document Index: 46446099

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 7', '§ 7', '§ 9', '§ 10', '§ 11']

8.15 Richtlinie f. d. Weiterbildung z. Paramentiker/in - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
8.15 Richtlinie f. d. Weiterbildung z. Paramentiker/in
.Richtlinien für die Weiterbildungzur Evangelischen Paramentikerin/zum Evangelischen Paramentikergemäß Artikel 9 Buchstabe a) der Grundordnungder Evangelischen Kirche in DeutschlandVom 26. Januar 1989(ABl. EKD 1989 S. 105)Lfd.Nr.Änderndes RechtDatumFundstelleParagrafenArt der Änderungbisher keine Änderungen erfolgtRichtlinienfür die Weiterbildungzur Evangelischen Paramentikerin/zum Evangelischen ParamentikerVom 26. Januar 1989#PräambelEvangelische Paramentik dient dem gottesdienstlichen Handeln der Kirche. Sie hat Anteil am Auftrag der Verkündigung und trägt daher eine besondere Verantwortung.Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, bedarf es einer kirchlichen Ausbildung, die nicht nur eine dem Rang der liturgischen Orte gemäße handwerkliche und künstlerische Fähigkeit vermittelt, sondern auch theologische Kenntnisse, vor allem über Auftrag und Gestalt der Kirche und ihr gottesdienstliches Handeln.###§ 1
Im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland wird als Evangelische Paramentikerin/Evangelischer Paramentiker anerkannt, wer über eine erfolgreich abgeschlossene staatlich anerkannte Ausbildung zum Sticker verfügt, an der Weiterbildung zur Evangelischen Paramentikerin/zum Evangelischen Paramentiker entsprechend diesen Richtlinien teilgenommen und die Prüfung mit Erfolg abgelegt hat.
Träger der Weiterbildung ist die »Marienberger Vereinigung für Evangelische Paramentik e. V.«.#§ 2Die Teilnehmer an der Weiterbildung sollenüber eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung entsprechend dem Ausbildungsplan für Evangelische Paramentikerinnen/Evangelische Paramentiker im Rahmen der staatlich anerkannten Ausbildung zum Sticker verfügen,in einer Evangelischen Paramentenwerkstatt tätig gewesen sein.#§ 3
Zur Weiterbildung zur Evangelischen Paramentikerin/zum Evangelischen Paramentiker kann zugelassen werden, wer von einer Paramentenwerkstatt oder einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland angemeldet wird.
Über den Zulassungsantrag entscheidet der Träger der Weiterbildung.#§ 4Die Weiterbildung zur Evangelischen Paramentikerin/zum Evangelischen Paramentiker erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Jahr und findet, um den Praxisbezug zu gewährleisten, in einer Evangelischen Paramentenwerkstatt statt.#§ 5Der Träger der Weiterbildung stellt einen Rahmenlehrplan auf, in dem u. a. folgende Fächer berücksichtigt werden:1.Bibelkunde1.1kurze Übersicht1.2Grundkenntnisse der Exegese biblischer Texte: Gleichnisse, Bilder, Symbole und Gestalten2.Glaubenslehre3.Kirchen- und Kunstgeschichte3.1Kirche in Geschichte und Gegenwart3.2Epochen der Kunstgeschichte3.3Entwicklung des Kirchbaus4.Gottesdienst4.1Liturgie, Wesen und Formen des Gottesdienstes4.2Geschichte und Bedeutung der liturgischen Orte (Altar, Lesepult, Taufstein, Kanzel)4.3Kirchenjahr: Bedeutung und Gestaltung, Feste und Festzeiten4.4Bedeutung und Gebrauch der vasa sacra5.Paramente5.1Geschichte5.2Liturgische Farben5.3Zeichen und Symbole5.6Liturgische Gewänder#§ 6 1 Während der Weiterbildung ist ein Kollegheft zu führen, das Auskunft gibt über die vermittelten Lerninhalte und über die Fähigkeit, diese Inhalte in angemessener Form zu verarbeiten. 2 Das Kollegheft ist zur Prüfung vorzulegen.#§ 7Die Prüfung besteht aus:der Anfertigung einer Hausarbeiteiner Klausurarbeit aus den Fachbereichen 3, 4 oder 5einer mündlichen Prüfung (Dauer 30 Minuten)#§ 8
Bei der Bewertung der Prüfung ist neben den einzelnen unter § 7 genannten Prüfungsteilen auch das Kollegheft zu berücksichtigen.
Die Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer in jedem der unter § 7 genannten Prüfungsteile eine mindestens ausreichende Leistung erbracht hat.
Eine Prüfung, die nicht bestanden ist, kann wiederholt werden; dabei kann der Prüfungsteilnehmer von den Prüfungsteilen befreit werden, in denen er eine ausreichende Leistung erbracht hat.#§ 9Nach Bestehen der Prüfung ist die Bewerberin/der Bewerber berechtigt, sich als Evangelische Paramentikerin/Evangelischer Paramentiker zu bezeichnen und als solche/solcher in einer kirchlichen Paramentenwerkstatt zu arbeiten.#§ 10
Die Prüfungskommission besteht auseinem Vertreter der Marienberger Vereinigung für Evangelische Paramentik e. V.,einer Werkstattleiterin,einem für die Werkstatt eines Prüflings zuständigen Theologen,einem Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Die unter Absatz (1) a–c genannten Mitglieder der Prüfungskommission werden von der Marienberger Vereinigung für Evangelische Paramentik e. V., das unter Absatz (1) d genannte Mitglied vom Kirchenamt der EKD vorgeschlagen.Die Prüfungskommission wird von der EKD (Kirchenamt) berufen.
Den Vorsitz übernimmt der Vertreter der Marienberger Vereinigung.
An den Sitzungen der Prüfungskommission kann der für den Prüfling zuständige gliedkirchliche Referent als Gast teilnehmen.#§ 11Diese Richtlinien treten mit Wirkung vom 1. März 1989 in Kraft.