Source: https://umsatzsteuer.digital/margenbesteuerung-tousismus-reiseleistungen/
Timestamp: 2019-10-16 15:06:08
Document Index: 19969365

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 12', 'EuG', 'EuG', 'Art. 306', 'Art. 306', 'Art. 98', '§ 25']

Margenbesteuerung § 25 UStG - Tourismus Reiseleistungen
Reiseleistungen: Anwendung des ermäßigten Steuersatzes bei der Margenbesteuerung
Die Margenbesteuerung für Reiseleistungen ist eine Sonderregelung für die Tourismus- und Reisebranche. Sie dient der Vereinfachung. Auf die entsprechenden Umsätze ist immer der Regelsteuersatz anzuwenden, ungeachtet des Leistungsinhalts. Damit ist auch bei der Vermietung von Ferienwohnungen der Regelsteuersatz anzuwenden, obwohl bei der direkten Anwendung nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG der ermäßigte Steuersatz anzuwenden ist. Der BFH äußert daher in einem aktuellen Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH Zweifel daran, ob auch bei der Vermietung einer Ferienwohnung die Sonderregelung für Reisebüros anzuwenden ist. Ggf. muss auch im Rahmen der Margenbesteuerung der ermäßigte Steuersatz angewendet werden.
Rufen Sie das hier besprochene Urteil kostenfrei in der NWB Datenbank auf: BFH, Urteil vom 3.8.2017 – V R 60/16
1. Unterliegt eine Leistung, die im Wesentlichen in der Überlassung einer Ferienwohnung besteht und bei der zusätzliche Leistungselemente nur als Neben- zur Hauptleistung anzusehen sind, entsprechend dem EuGH-Urteil Van Ginkel vom 12.11.1992 – Rs. C-163/91 (EU:C:1992:435) der Sonderregelung für Reisebüros nach Art. 306 MwStSystRL?
2. Bei Bejahung der Frage zu 1.: Kann diese Leistung neben der Sonderregelung für Reisebüros nach Art. 306 MwStSystRL zusätzlich auch der Steuersatzermäßigung für die Beherbergung in Ferienunterkünften i. S. von Art. 98 Abs. 2 MwStSystRL in Verbindung mit Anhang III Nummer 12 unterliegen?
Die Klägerin vermietete im Streitjahr 2011 im eigenen Namen Ferienhäuser sowohl im Inland als auch in Österreich und Italien an Privatkunden. Sie mietete die Objekte für die Zeiträume der eigenen Vermietung von dem jeweiligen Eigentümer an. Die Kundenbetreuung vor Ort erfolgte durch die jeweiligen Eigentümer oder ggf. deren Beauftragte. Zu den Leistungen der Klägerin gehörte neben der Bereitstellung der Unterkunft typischerweise auch die Reinigung der Unterkunft sowie gegebenenfalls ein Wäsche- und Semmelservice.
Die Klägerin wendete für ihre Umsätze die Margenbesteuerung nach § 25 UStG an und versteuerte ihre Umsätze mit dem Regelsteuersatz. Im Jahre 2013 beantragte sie die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht lehnten dies ab.
aus: USt direkt digital 19/2017 S. 4 [DAAAG-59213]
By NWB Redaktion|2017-11-24T09:43:26+02:00Oktober 12th, 2017|Rechtsprechung, Reiseleistungen, Steuersatz|