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Timestamp: 2016-10-25 01:29:06
Document Index: 322680752

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 16', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 27', 'in casu', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 66', 'Art. 68']

9C_178/2015 (04.05.2016)
9C_178/2015 � � Urteil vom 4. Mai 2016
Die 1953 geborene A.________ meldete sich im September 2001 wegen verschiedener Beschwerden (Depression, Fibromyalgie, Tennisarm, Schmerzen in den F�ssen, Migr�ne und Kniearthrose) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rung der Verh�ltnisse ermittelte die IV-Stelle Luzern anhand der f�r Teilerwerbst�tige anwendbaren gemischten Methode einen Invalidit�tsgrad von 51.13 %. Dabei ging sie davon aus, dass A.________ in der mit 40 % gewichteten Haushaltf�hrung um 8 % (Teilinvalidit�tsgrad von 3.2 %) und in dem mit 60 % gewichteten erwerblichen Bereich um 79.88 % (Teilinvalidit�tsgrad von 47.93 %) eingeschr�nkt sei. Gest�tzt darauf sprach sie der Versicherten r�ckwirkend ab 1. September 2001 eine halbe Invalidenrente zu (Verf�gung vom 11. M�rz 2004).
Am 6. August 2008 erh�hte die IV-Stelle den Anspruch revisionsweise aufgrund eines neu ermittelten Invalidit�tsgrades von 63 % (Teilinvalidit�tsgrad von neu 60 % im [unver�ndert mit 60 % gewichteten] erwerblichen Bereich; Teilinvalidit�tsgrad von unver�ndert 3.2 % im Haushaltbereich) per 1. Januar 2007 auf eine Dreiviertelsrente. Im Rahmen einer im Jahr 2011 durchgef�hrten Revision best�tigte die Verwaltung den Anspruch (Mitteilung vom 11. Juni 2012).
Im August 2012 ersuchte A.________ die IV-Stelle um Erh�hung der Dreiviertelsrente auf eine ganze Rente. Nach Abkl�rungen, insbesondere Einholung eines Haushaltberichts (erstattet am 7. Januar 2013), und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens entschied die Verwaltung in ablehnendem Sinne (Verf�gung vom 14. Februar 2013).
Beschwerdeweise liess A.________ beantragen, die Verf�gung vom 14. Februar 2013 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente (einschliesslich Haushalthilfe) zuzusprechen. Das angerufene Kantonsgericht Luzern gab den Parteien Gelegenheit, sich im Lichte des Bundesgerichtsurteils BGE 131 V 51 zur Sache zu �ussern, wovon sowohl die IV-Stelle (Schreiben vom 13. Januar 2015) als auch A.________ (Schreiben vom 14. Januar 2015) Gebrauch machten. Mit Entscheid vom 2. Februar 2015 hiess das Gericht die Beschwerde gut, soweit darauf einzutreten war, hob die Verf�gung vom 14. Februar 2013 auf und verpflichtete die IV-Stelle, der Versicherten ab 1. August 2012 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Die IV-Stelle erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei hinsichtlich Ziffer 1, soweit diese den Rentenanspruch betrifft, und hinsichtlich Ziffer 2 aufzuheben. Ihre Verf�gung vom 14. Februar 2013 sei zu best�tigen.
A.________ beantragt die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Vorinstanz h�lt an ihrem Entscheid fest.
Es steht fest und ist unbestritten, dass ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Einigkeit besteht auch darin, dass die Beschwerdegegnerin in dem - nach den verbindlichen, da nicht offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Entscheid mit 60 % zu veranschlagenden - erwerblichen Bereich weiterhin vollst�ndig arbeits- und erwerbsunf�hig ist.
3.1.�Nach den verbindlichen vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen f�hrt die Beschwerdegegnerin, die seit 1990 von ihrem Mann getrennt lebt und zwei erwachsene T�chter (geb. 1979 und 1982) hat, einen Einpersonenhaushalt ohne Betreuungsaufgaben. Die Vorinstanz erwog, ein derartiger Einpersonenhaushalt erfordere (auch in einer 4 �-Zimmer-Wohnung) kaum ein 40 %-Pensum und die Beschwerdegegnerin m�sse f�r ihren Haushalt keinen gr�sseren Aufwand t�tigen als eine alleinstehende Person mit einem vollen Arbeitspensum. Zudem habe die Beschwerdegegnerin mehrmals angegeben, sie w�rde im Gesundheitsfall in einem Pensum von 50 bis 60 % arbeiten (Haushaltabkl�rungsberichte vom 7. Februar 2003, 14. Januar 2008 und 7. Januar 2013) bzw. "so viel [...] wie sie m�sste", "einfach noch so viel [...] wie sie zum Leben brauche" (Haushaltabkl�rungsbericht vom 7. Januar 2013). Bei dieser Sachlage w�re die Versicherte neben ihrer Erwerbst�tigkeit nicht noch in einem Aufgabenbereich t�tig und treffe das Verh�ltnis 60 % Erwerbst�tigkeit und 40 % Haushalt nicht mehr zu. Die Invalidit�t sei deshalb ausschliesslich nach der Einkommensvergleichsmethode zu bemessen, und es bestehe kein Raum f�r die Anwendung der gemischten Methode.
3.2.�In �bereinstimmung mit der Vorinstanz geht auch die IV-Stelle im letztinstanzlichen Verfahren davon aus, dass die Bemessung der Invalidit�t im Falle der Beschwerdegegnerin nach der Einkommensvergleichsmethode zu erfolgen hat. Ihrer Auffassung nach besteht der Grund daf�r, weshalb die Versicherte als Teilerwerbst�tige ohne einen Aufgabenbereich zu betrachten ist, darin, dass das Pensum einer versicherten Person, welches Freizeit - also weder Erwerbst�tigkeit noch Aufgabenbereich im Sinne des Gesetzes - darstellt, invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich ist (vgl. dazu BGE 131 V 51; zum von der Vorinstanz ebenfalls angef�hrten, indessen irrelevanten Argument der Haushaltsgr�sse: BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22 f.). Davon ist auch im Folgenden auszugehen.
3.3.�Die Vorinstanz (welcher sich die Versicherte in ihrer Vernehmlassung anschliesst) und die Beschwerde f�hrende IV-Stelle gelangen indessen zu unterschiedlichen Ergebnissen, dies obwohl sie �bereinstimmend von einer vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit, einem hypothetischen Erwerbspensum von 60 % und der Anwendbarkeit der Einkommensvergleichsmethode gem�ss Art. 16 ATSG ausgehen: W�hrend die Vorinstanz einen Invalidit�tsgrad von 100 % ermittelt, resultiert nach der Berechnung der IV-Stelle (entsprechend dem erwerblichen Bereich) ein solcher von 60 %.
F�r die Bemessung der Invalidit�t von erwerbst�tigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird f�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit�t und Durchf�hrung der medizinischen Behandlung und allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen k�nnte, wenn sie nicht invalid geworden w�re (Art. 16 ATSG). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs mit den Untervarianten des Sch�tzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a S. 313) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29; vgl. auch SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009 E. 3 und 4).
Bei nicht erwerbst�tigen Versicherten, die im Aufgabenbereich t�tig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit nicht zugemutet werden kann, wird f�r die Bemessung der Invalidit�t in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unf�hig sind, sich im Aufgabenbereich zu bet�tigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der Invalidit�tsbemessung (Bet�tigungsvergleich).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbst�tig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f�r diesen Teil die Invalidit�t nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t�tig, so wird die Invalidit�t f�r diese T�tigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbst�tigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der T�tigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invalidit�tsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invalidit�tsbemessung (vgl. BGE 137 V 334; vgl. auch BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20 f.). Ob sie weiterhin Bestand hat angesichts des unl�ngst, am 2. Februar 2016 ergangenen, noch nicht endg�ltigen Urteils der zweiten Kammer des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte (EGMR) Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09), welches in ihr eine indirekte Diskriminierung erblickt, ist hier nicht zu entscheiden (offengelassen in den Urteilen 8C_633/2015 vom 12. Februar 2016 E. 4.3 und 8C_116/2016 vom 29. M�rz 2016 E. 4.3).
Gem�ss BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 f. bemisst sich die Invalidit�t bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbst�tigen versicherten Person�
ohne�Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 IVV nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Sch�tzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren). Dabei ist das Valideneinkommen nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausge�bten Teilerwerbst�tigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tats�chlich an Einkommen erzielen w�rde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen k�nnte. W�re sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbst�tig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat daf�r nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit�t und Durchf�hrung allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte. Dabei kann das - �rztlich festzulegende - Arbeitspensum unter Umst�nden gr�sser sein als das ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung geleistete (vgl. auch die Anwendungsf�lle Urteile 8C_504/2014 vom 29. September 2014; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014; 9C_764/2010 vom 4. Februar 2011; 8C_752/2010 vom 27. Januar 2011; I 837/06 vom 13. September 2007; I 1012/06 vom 29. Juni 2007; I 63/06 vom 18. Januar 2007; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 948/05 vom 26. Oktober 2006).
6.1.�In Anwendung dieser Grunds�tze hat die Vorinstanz bei der am Recht stehenden Versicherten, die im unver�ndert mit 60 % zu veranschlagenden erwerblichen Bereich weiterhin vollst�ndig arbeitsunf�hig ist, anhand der Einkommensvergleichsmethode (Erwerbsausfall von 100 % unabh�ngig von der H�he des Valideneinkommens angesichts des Invalideneinkommens von Fr. 0.-) einen Invalidit�tsgrad von 100 % ermittelt und ihr gest�tzt darauf mit Wirkung ab 1. August 2012 eine ganze Rente zugesprochen.
6.2.�Dieses Vorgehen steht zwar im Einklang mit der in E. 5 dargelegten Rechtsprechung. Das daraus resultierende Ergebnis ist aber insofern stossend, als es paradoxerweise der Wegfall des Aufgabenbereichs (Haushaltt�tigkeit) und die damit einhergehende Verminderung des versicherten Bereiches von 100 % (Erwerbs- und Aufgabenbereich) auf 60 % (nur Erwerbsbereich) sind, die zu einer Erh�hung des Invalidit�tsgrades (von 63 auf 100 %) f�hren, hat sich doch im allein verbleibenden erwerblichen Bereich nichts - weder dessen Anteil (60 %) noch die diesbez�gliche Einschr�nkung (100 %) - ver�ndert (vgl. E. 2 hiervor). Hinzu kommt, dass in der Vergangenheit (Verf�gung vom 6. August 2008; Mitteilung vom 11. Juni 2012) mit 63 % (Teilinvalidit�tsgrad von 60 % [0.6 x 100 %] im erwerblichen Bereich und von 3.2 % [0.4 x 8 %] im Haushaltbereich) ein geringerer Invalidit�tsgrad resultierte, obwohl damals neben der Einbusse im mit 60 % gewichteten erwerblichen Bereich�
zus�tzlicheine Einbusse im Haushalt zu ber�cksichtigen war. Mit anderen Worten wirkt sich im Falle der Beschwerdegegnerin - nach dem angefochtenen Entscheid, der sich auf die Rechtsprechung gem�ss BGE 131 V 51 st�tzt - allein der Ersatz des versicherten Aufgabenbereichs (Haushaltf�hrung) durch Freizeit, die nach Art. 27 IVV nicht versichert ist, rentenerh�hend aus.
6.3.�Dass die Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei Ausserachtlassung des Aufgabenbereichs nach der erw�hnten Praxis "erstaunlicherweise" regelm�ssig zu einem h�heren Invalidit�tsgrad f�hrt als bei dessen Ber�cksichtigung, stellte auch die Lehre fest (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 96 zu Art. 16 ATSG; Susanne Genner, Invalidit�tsbemessung bei Teilzeiterwerbst�tigen, SZS 2013 S. 446 ff., 449 f.).� KIESER �illustriert die Rechtslage anhand des folgenden Beispieles, welches �hnlich liegt wie der hier zu beurteilende Sachverhalt: Bei einem zu 60 % erwerbst�tigen (Valideneinkommen von Fr. 60'000.-) und zu 40 % mit einem Hobby besch�ftigten Versicherten, der lediglich noch zu 30 % erwerbst�tig sein und daraus ein Einkommen von Fr. 30'000.- (Invalideneinkommen) erzielen kann, resultiert ein Invalidit�tsgrad von 50 % ([60'000 - 30'000] x 100 / 60'000). W�re der Versicherte neben der 60%igen Erwerbst�tigkeit zu 40 % in einem Aufgabenbereich t�tig, m�sste die zus�tzliche Einbusse im Haushalt (angenommen 20 %) ber�cksichtigt werden; diesfalls erg�be sich ein Gesamtinvalidit�tsgrad von lediglich 38 % (30 % [{ (60'000 - 30'000) x 100 / 60'000} x 0.6] aus dem Erwerb und 8 % aus dem Haushalt).
6.4.�Der Fall der Beschwerdegegnerin wie auch das von KIESER angef�hrte Berechnungsbeispiel zeigen auf, dass die geltende Praxis zu einer mit dem Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) nicht zu vereinbarenden Bevorzugung Teilerwerbst�tiger�
ohneeinen anerkannten Aufgabenbereich gegen�ber Teilerwerbst�tigen�
miteinem anerkannten Aufgabenbereich f�hrt. Denn Letztere m�ssen in dem zus�tzlich versicherten Aufgabenbereich (von 40 % bei einer angenommenen Teilerwerbst�tigkeit von 60 %; vgl. dazu BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22 f.) eine entsprechende Einschr�nkung erleiden, um einen mehr als den Anteil des Erwerbspensums (60 %) betragenden Invalidit�tsgrad zu erreichen. Eine Ungleichbehandlung besteht aber auch gegen�ber den Vollerwerbst�tigen, bei denen eine vollst�ndige Einschr�nkung im (zu Vergleichszwecken rein mathematisch separat betrachteten) Teilpensum von beispielsweise 60 % (angenommenes Valideneinkommen in diesem Bereich: Fr. 60'000.-) lediglich zu einem Invalidit�tsgrad von 60 % f�hrt, so dass auch sie sich �ber eine zus�tzliche Beeintr�chtigung in dem bis zu einem Vollpensum (wiederum rein rechnerisch) fehlenden Bereich (d.h. hier in den restlichen 40 %; angenommenes Valideneinkommen in diesem Bereich: Fr. 40'000.-) ausweisen m�ssen, um als zu mehr als 60 % invalid zu gelten. Mit anderen Worten erreichen diese Vollerwerbst�tigen nur dann einen Invalidit�tsgrad von 100 %, wenn sie sowohl im 60 %-Teil, aus welchem sich maximal ein Invalidit�tsgrad von 60 % ([{60'000 - 0} x 100 / 60'000] x 0.6) ergeben kann, als auch im 40 %-Teil, aus welchem sich maximal ein Invalidit�tsgrad von 40 % ([{40'000 - 0} x 100 / 40'000] x 0.4) ergeben kann, vollst�ndig eingeschr�nkt sind.
6.5.�Im Ergebnis f�hrt die Praxis gem�ss BGE 131 V 51 dazu, dass bei der Beschwerdegegnerin als Teilerwerbst�tige (Pensum von 60 %) ohne Aufgabenbereich mit der Ermittlung eines Invalidit�tsgrades von 100 % die gem�ss Art. 28a IVG in Verbindung mit Art. 27 IVV nicht versicherte Freizeit ("Pensum" von 40 %) mitentsch�digt wird. Die IV-Stelle kritisiert dies und macht geltend, bei einer Teilerwerbst�tigkeit von 60 % ohne daneben bestehendem Aufgabenbereich k�nne der Invalidit�tsgrad bei maximaler Leistungseinschr�nkung (100 %) das Pensum der Teilerwerbst�tigkeit von 60 % nicht �bersteigen. Sinngem�ss beantragt die Beschwerdef�hrerin damit, die Rechtsprechung dahingehend zu pr�zisieren, dass auch bei den Teilerwerbst�tigen ohne Aufgabenbereich der aus dem Einkommensvergleich resultierende Invalidit�tsgrad�
proportional�- in casu mit dem Faktor 0.6 entsprechend dem erwerblichen Bereich von 60 % - zu ber�cksichtigen ist.
7.1.�Entsprechend der Zielsetzung der Invalidenversicherung, die wirtschaftlichen Folgen der Invalidit�t zu mildern (vgl. Botschaft des Bundesrats vom 24. Oktober 1958 zum Entwurf eines Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung und eines Bundesgesetzes betreffend die �nderung des Bundesgesetzes �ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung, BBl 1958 II 1137 ff., insbes. 1161 f.; vgl. auch BGE 137 V 334 E. 5.5.3 S. 345), ist das versicherte Risiko in der Invalidenversicherung die Erwerbsinvalidit�t, die von der effektiven, gesundheitlich bedingten Erwerbseinbusse abh�ngt. Eine versicherte Person, welche im Gesundheitsfall ihr wirtschaftliches Potential nicht voll ausn�tzt, indem sie zwar in der Lage w�re, voll erwerbst�tig zu sein, sich aber f�r eine Teilzeitstelle entscheidet, um mehr Freizeit zu haben, begn�gt sich mit einem Teilzeitlohn und verzichtet damit freiwillig auf einen Teil des Lohnes, den sie erzielen k�nnte, wenn sie vollerwerbst�tig w�re. Dass ihr Erwerbseinkommen vermindert ist, stellt die Folge ihrer Wahl dar. Der nicht verwertete Teil ihrer Erwerbsf�higkeit ist damit nicht versichert (BGE 135 V 58 E. 3.4.1 S. 61; 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil 9C_112/2012 vom 19. November 2012 E. 4.6) und ein Ausgleich durch die Invalidenversicherung demzufolge nicht statthaft (BGE 137 V 334 E. 5.5.3 S. 345 f.; 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53). Aus diesen �berlegungen ergibt sich, dass eine teilerwerbst�tige versicherte Person ohne Aufgabenbereich eine gesundheitlich bedingte Erwerbseinbusse lediglich im Rahmen des versicherten Bereiches, welcher dem (hypothetischen) Besch�ftigungsgrad entspricht, erleidet und deshalb auch nur in diesem Umfang ein Ausgleich stattfinden kann. Es verh�lt sich nicht anders als bei den Vollerwerbst�tigen, bei welchen wegen des auf 100 % Bezug nehmenden Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) ebenfalls maximal ein dem versicherten Bereich (100 %) entsprechender Invalidit�tsgrad (mithin maximal 100 %) resultieren kann.
7.2.�F�r diese Betrachtungsweise spricht auch das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) bzw. eine verfassungskonforme Auslegung (vgl. dazu BGE 140 I 77 E. 5.3 S. 81 mit Hinweisen) der Bestimmung des Art. 28a Abs. 3 Satz 1 IVG. Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung muss die Einbusse, die eine versicherte Person in einem bestimmten (hypothetischen) erwerblichen Teilpensum (hier: 60 %) erleidet, in diesem Bereich zum selben Invalidit�tsgrad f�hren, unabh�ngig davon, ob sie daneben (d.h. in den hypothetisch verbleibenden 40 %) keinen Aufgabenbereich hat (wie die Beschwerdegegnerin im hier zu beurteilenden Zeitraum), in einem Aufgabenbereich t�tig ist (wie dies bei der Beschwerdegegnerin fr�her der Fall war [Verf�gung vom 11. M�rz 2004; Mitteilung vom 11. Juni 2012]), oder ein weiteres erwerbliches Teilpensum hat und damit als vollerwerbst�tig gilt. Eine Gleichbehandlung rechtfertigt sich deshalb, weil die drei genannten Versichertenkategorien bei vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit im erwerblichen Teilpensum von 60 % denselben Einkommensverlust - n�mlich einen solchen von 60 % - erleiden. Es sind keine Gr�nde ersichtlich, bei den teilerwerbst�tigen Versicherten ohne Aufgabenbereich eine sich lediglich im Teilzeitpensum auswirkende Arbeitsunf�higkeit �ber dessen Umfang hinaus (hier mit 100 statt 60 %) zu ber�cksichtigen.
7.3.�Nach dem Gesagten ist die Rechtsprechung gem�ss BGE 131 V 51 dahingehend zu pr�zisieren, dass bei teilerwerbst�tigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) zu ermittelnde Einschr�nkung im allein versicherten erwerblichen Bereich�
proportional�- im Umfang der hypothetischen Teilerwerbst�tigkeit - zu ber�cksichtigen ist. Der Invalidit�tsgrad entspricht der proportionalen Einschr�nkung im erwerblichen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht �bersteigen. Denn andernfalls k�nnte ein das hypothetische erwerbliche Pensum �bersteigender Invalidit�tsgrad resultieren, womit indirekt unzul�ssigerweise eine Einschr�nkung in den weder Erwerbs- noch Aufgabenbereich darstellenden, nicht versicherten Freizeitaktivit�ten mitabgegolten w�rde.
8.1.�Bei der vollst�ndig arbeitsunf�higen Beschwerdegegnerin, deren erwerblicher Bereich 60 % betr�gt, ergibt sich bei proportionaler (dem Umfang der hypothetischen Teilerwerbst�tigkeit entsprechender) Ber�cksichtigung des Ergebnisses des Einkommensvergleichs im Sinne der pr�zisierten Rechtsprechung ein Invalidit�tsgrad von 60 % (0.6 x 100 %).
8.2.�Entsprechend dem Invalidit�tsgrad von 60 % hat die Beschwerdegegnerin weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Der vorinstanzliche Entscheid, mit welchem der Versicherten aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 100 % eine ganze Rente zugesprochen wird, ist demnach aufzuheben. Die eine Rentenerh�hung ablehnende Verf�gung der IV-Stelle vom 14. Februar 2013 ist im Ergebnis zu best�tigen.
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der IV-Stelle steht keine Parteientsch�digung zu (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern, 3. Abteilung, vom 2. Februar 2015 wird aufgehoben, ausgenommen soweit auf die kantonale Beschwerde nicht eingetreten wurde, und die Verf�gung der IV-Stelle Luzern vom 14. Februar 2013 wird best�tigt.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten des vorangegangenen Verfahrens an das Kantonsgericht Luzern zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Luzern, 3. Abteilung, dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen und der Ausgleichskasse Luzern schriftlich mitgeteilt.