Source: https://wirelesslife.de/rechtssichere-webseite/
Timestamp: 2020-04-08 06:15:35
Document Index: 179667655

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 823', '§3', 'Art. 3', 'Art. 40', '§5', '§ 55', '§ 13', '§12', '§3', '§5']

Veröffentlicht am 28. Mai 2015 von Sebastian Kühn
Es ist keine Seltenheit, dass massenhaft Abmahnungen an unwissende Betreiber von Webseiten verschickt werden. Es braucht gar nicht viel, um einen Rechtsverstoß im Internet zu begehen. Die häufigsten Abmahngründe kannst du mit einer rechtssicheren Webseite ganz einfach vermeiden.
Die häufigsten Abmahngründe im Internet sind Verstöße gegen das Urheberrecht (Fotos, Design), Markenrecht (Domains), Wettbewerbsrecht (Meta Tags, Google AdWords), die Preisangabenverordnung, den Datenschutz, eine unvollständige Anbieterkennzeichnung (Impressum) und eine fehlende Widerrufsrechtbelehrung (E-Commerce).
Das hört sich so an, als wenn du als Betreiber einer Webseite schon mit einem halben Bein im Gefängnis stehst oder zumindest Rücklagen für die nächste Schadensersatzforderung bilden solltest, oder?
Ganz und gar nicht. Wenn du die wichtigsten rechtlichen Regelungen für Webseiten beachtest, dann kann dir nicht viel passieren. In diesem Beitrag erfährst du ganz genau, wie du dich gegen 99% aller möglichen Rechtsverstöße absicherst.
Allgemeine Haftung für eigene und fremde Inhalte
Anwendung des deutschen Rechts (auch für ausländische Webseiten)
Anbieterkennzeichnung (Impressum nach TMG und RStV) und Datenschutz
Domainrecht, Urheberrecht und Wettbewerbsrecht
Suchmaschinenmarketing und E-Mail-Marketing
Verkauf digitaler und physischer Produkte (E-Commerce)
Zunächst einmal haftest du oder dein Unternehmen als Diensteanbieter (Content Provider) für alle eigenen Inhalte, die du im Internet veröffentlichst (§ 7 Abs.1 TMG). Das bedeutet, dass du für Verstöße gegen Marken-, Wettbewerbs- und Urheberrecht oder Schäden, die aus deinen veröffentlichten Inhalten entstehen, haftbar gemacht werden kannst.
Anders sieht das aus für fremde Inhalte wie Blogkommentare oder Forenbeiträge (§ 7 Abs. 2 TMG). Du bist nicht dazu verpflichtet, diese fremden Inhalte regelmäßig auf Verstöße hin zu kontrollieren, musst diese aber entfernen, sobald du Kenntnis davon genommen hast.
Du bist beispielsweise dann in der Haftung, wenn du auf einen Kommentar antwortest, der einen Link zu einer Seite mit Kinderpornografie enthält, anstatt diesen zu entfernen. Ein allgemeiner Disclaimer, der die Haftung für fremde Inhalte und Links ausschließt, ist rechtlich gesehen komplett wirkungslos.
Die allgemeine zivilrechtliche Haftung ergibt sich dann durch § 823 BGB, in dem es um die Schadensersatzpflicht bei Verletzung fremder Rechte (Privatsphäre, Eigentum, Gesundheit, Marken, Urheberrecht, …) geht. Diese Verletzung können zu Abmahnungen und Schadensersatzansprüchen führen. Strafrechtlich verfolgt werden Verstöße jedoch nur, wenn du vorsätzlich oder fahrlässig handelst.
Du bist also nicht nur für alle selbst veröffentlichten Inhalte im Internet haftbar, sondern auch für fremde Inhalte auf deiner Webseite, sobald du davon Kenntnis genommen hast.
Anwendung des deutschen Rechts (TMG)
Die gesetzlichen Grundlagen für Webseiten, Blogs oder Online-Shops sind im Telemediengesetz (TMG) geregelt, das für alle “alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste” anwendbar ist.
Nach dem Herkunftslandprinzip §3 TMG erschließt sich, dass sich das deutsche Recht für Telemedien (Impressum) auf alle deutschen Gesellschaften aber auch ausländische Gesellschaften mit einer Niederlassung in Deutschland und solchen, die ihr Angebot direkt an den deutschen Markt richten, bezieht.
Der Serverstandort der gehosteten Webseite spielt absolut keine Rolle für die Impressumspflicht. Auch die TLD (Top-Level-Domain) ist zunächst irrelevant, kann aber einen Hinweis auf den Absatzmarkt geben.
Anbieter in Deutschland: egal ob du deutsche oder fremdsprachige Inhalte anbietest, unterliegst du deutschem Recht und damit auch den Pflichten (u.a. Impressumspflicht) nach dem TMG.
Anbieter im EU-Ausland mit deutschen Inhalten: es gilt für alle kommerziellen Webseiten innerhalb der EU das Herkunftsprinzip nach Art. 3 der E-Commerce-Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr (2000/31/EG). Demnach ist das Recht des Landes anwendbar, in dem der Anbieter ansässig ist. Aber: sobald sich das Angebot an ein deutsches Publikum richtet, muss den Auskunftspflichten nachgekommen werden. Eine rechtskräftige Entscheidung dazu gab es 2003 vom Landgericht Frankfurt am Main unter dem Aktenzeichen 3-12 O 151/02. Zum Schutz der europäischen Verbraucher gilt das Tatortprinzip nach Art. 40 EGBGB, also bei geschäftlichen Aktivitäten in Deutschland das deutsche Recht.
Anbieter im Drittland mit deutschen Inhalten: Wenn der Betreiber der Webseite keinen Sitz in der EU hat, dann gilt das TMG zunächst nicht. Aber auch hier gilt, dass bei einem deutschen Absatzmarkt (z.B. deutsche Kunden und Leser) zum Schutz der Verbraucher und zur Wahrung des Wettbewerbsrechts ein Impressum nötig ist.
Das Angebot einer Webseite richtet sich dann an den deutschen Absatzmarkt, wenn Bedingungen für den Verkauf der Ware in Deutschland aufgeführt, die deutsche Sprache und die TLD “de” verwendet werden. Eine fremdsprachige Webseite ist nicht automatisch von der Impressumspflicht ausgeschlossen, wenn sie auch an deutsche Kunden verkauft.
Wenn der Betreiber einer Webseite ein im Ausland registriertes Unternehmen ist, sich das Angebot aber an deutsche Verbraucher richtet, dann muss neben dem Name und Vertreter der Gesellschaft zumindest angegeben werden, welchem Recht die ausländische Gesellschaft unterliegt und bei welchem ausländischen Register unter welcher Nummer diese registriert ist.
de-Domains: Registrierung bei der DENIC
Für jede in Deutschland registrierte Domain (de-Domain) erfasst die DENIC einen Zustellungsbevollmächtigten mit Wohnsitz im Inland als administrativen und technischen Ansprechpartner sowie die technischen Daten zur Konnektierung der Domain. Das wird besonders wichtig, wenn du nicht im Inland wohnst, sich deine Website aber an deutsches Publikum richtet. Weitere Infos dazu findest du hier.
Als Webmaster unterliegst du Auskunftspflichten. Ausgenommen bist du von diesen Pflichten nur, wenn du deine Webseite ausschließlich für private Zwecke betreibst. Das wird in der Regel nicht der Fall sein, weshalb du im Zweifel immer ein Impressum erstellen solltest. Verstöße gegen diese Auskunftspflichten können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Ein Impressum solltest du auch nicht nur als eine rein rechtliche Verpflichtung sehen, sondern auch um Vertrauen beim Leser oder Käufer zu schaffen. Besucher deiner Webseite wollen schließlich zu recht wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Die erforderlichen Angaben musst du auf einer Seite so einbinden, dass sie von jeder Unterseite deiner Webseite aus mit einem Klick erreichbar sind. Geläufige Bezeichnungen dafür sind “Impressum” oder “Anbieterkennzeichnung”.
Ein Impressum muss nach §5 TMG (Telemediengesetz) die folgenden Angaben enthalten:
ladungsfähige Anschrift (Adresse mit Briefkasten) des Betreibers
Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme (mindestens E-Mail-Adresse, empfohlen wird auch die Angabe einer Telefonnummer)
Vollständiger Name der Gesellschaft mit Rechtsformzusatz, vertretungsberechtigten Personen und Angaben über das Stamm- und Grundkapital
Handelsregisternummer, Registergericht und zuständige Aufsichtsbehörde (wenn vorhanden)
Umsatzsteuer-ID und Wirtschafts-Identifikationsnummer (wenn vorhanden)
Wenn du regelmäßig “redaktionell gestaltete Inhalte” auf deiner Webseite veröffentlichst, dann gelten für dich zusätzlich die Pflichten aus dem Rundfunkstaatsvertrag (RStV). Grundsätzlich trifft das für alle Blogger, Betreiber von Online-Magazinen oder Nachrichtenseiten zu.
Nach § 55 Abs. 1 RStV (Rundfunkstaatsvertrags) muss der Verantwortliche für den Inhalt mit folgenden Angaben benannt werden:
Vollständiger Vor- und Nachname (Ansprechpartner muss seinen Sitz im Inland haben)
ladungsfähige Anschrift im Inland
bei juristischen Personen auch Name und Anschrift des Vertretungsberechtigten
Laut § 13 TMG (Telemediengesetz) müssen alle gewerblichen Webseiten den Besucher über die Art und den Umfang der Erhebung personenbezogener Daten informieren. In aller Regel betrifft dich das, wenn du eine Analysesoftware wie Google Analytics oder Plugins von sozialen Netzwerken verwendest.
Wie das Impressum muss auch die Datenschutzerklärung leicht auffindbar und auf einer separaten Seite zu finden sein. Auch hier gibt es gute Vorlagen von eRecht24.
Namens- und Markenrecht bei der Domainwahl
Bevor du überhaupt loslegst, musst du bei der Wahl deiner Domain verschiedene Gesetze beachten. Im schlimmsten Fall kann es nach einigen Monaten passieren, dass du aufgrund von Marken- oder Namenrechtsverletzungen abgemahnt wirst und hohe Strafen bezahlen musst.
Du verlierst in diesem Fall aber nicht nur deine Webseite und deine E-Mail-Adresse (und damit deine Kontakte), sondern musst auch Visitenkarten, Profile in sozialen Netzwerken und viele weitere Links erneuern.
Vor der Registrierung deiner Domain musst du also schauen, ob du Rechte anderer verletzt. Dabei sind vor allem das Namensrecht und das Markenrecht wichtig:
Namensrecht (§12 BGB): sowohl bürgerliche Namen als auch Firmennamen sind grundsätzlich geschützt. Wenn du eine Domain mit meinem Namen registrierst, selbst aber nicht so heißt, dann kann ich auf Unterlassung und Schadenersatz klagen. Eine einfache Google Suche vorab und im Zweifel die schriftliche Erlaubnis des Namensinhabers schafft hier Sicherheit.
Markenrecht (MarkenG): Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen können als Marke geschützt werden. Eine Recherche kannst in der Datenbank des DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) kostenlos anstellen. Aber auch sogenannte Tippfehler-Domains oder ähnlich klingende Domainnamen können bei Verwechslungsgefahr ein Problem darstellen.
Vorsichtig solltest du bei der Domainwahl immer bei Namen von Marken, Prominenten, Städten und auch Tippfehler-Domains sein. Im Zweifel immer vorher bei dem Rechteinhaber (Person, Unternehmen, Institutionen) nachfragen und dir eine schriftliche Genehmigung erteilen lassen.
Der häufigste Grund für Abmahnungen im Internet sind Urheberrechtsverletzungen. Dazu gehören Texte, Fotos, Grafiken, Designs, Musik und Software. Generell sind alle Inhalte im Internet automatisch urheberrechtlich geschützt. Eine Kennzeichnung wie “Copyright” oder “Alle Rechte vorbehalten” ist dafür unerheblich.
Immer dann, wenn du urheberrechtlich geschützte Inhalte von Dritten verwenden willst, dann benötigst du dafür einen Lizenzvertrag. Durch diesen werden dir kostenfrei oder kostenpflichtig, begrenzt oder unbegrenzt, die Rechte für die Nutzung von digitalen Inhalte eingeräumt.
Bevor du fremde Inhalte auf deiner eigenen Webseite (oder auch in sozialen Netzwerken) verwendest, solltest du dir über Folgendes im Klare sein:
es muss immer eine Nutzungsvereinbarung vorliegen
wenn der digitale Inhalt nicht direkt vom Urheber stammt, dann muss der Vertragspartner (z.B. Fotodatenbank) die entsprechenden Nutzungsrechte besitzen
das Nutzungsrecht muss den richtigen Umfang haben (z.B. kommerzieller Einsatz, Bearbeitung erlaubt)
grundsätzlich können Bilder, auf denen Personen zu sehen sind, nur mit deren Einwilligung veröffentlicht werden
Für deine eigenen Fotos kannst du über die Veröffentlichung und Verwertung frei bestimmen. Du bist für 50 Jahre nach der Erstellung der Urheber, womit deine Werke immer automatisch geschützt sind. Weitere Infos zu Lizenzrechten und der rechtssicheren Verwendung von Fotos auf deiner Webseite findest du in diesem Artikel.
Tipp für lizenzfreie Fotos: Es gibt mittlerweile viele sehr gute Plattformen, auf denen Fotografen ihre Bilder komplett lizenzfrei (Creative Commons Zero) anbieten. Ein ganz neues Tool zum Finden dieser lizenzfreien Bilder ist Zoommy für den Mac (Windows Nutzer bekommen dort zumindest einen Überblick zu den verschiedenen Fotodatenbanken).
Sobald du am “Handel im geschäftlichen Verkehr” teilnimmst, gelten die Richtlinien aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Wenn du eine geschäftsmäßige Webseite betreibst, dann ist dies der Fall. Es reicht dafür schon ein Werbebanner oder ein Affiliate Link.
Im Anhang zum §3 Abs. 3 UWG gibt es vom Gesetzgeber eine Liste mit 30 Sünden im Wettbewerbsrecht. Die wohl häufigsten Verstöße daraus dürften Folgende sein:
Unrechtmäßige Verwendung eines Gütesiegels
Lockangebote, die nicht erfüllt werden können (z.B. wegen unzureichender Mengen)
Unzureichende Kennzeichnung von Werbung (als Information getarnte Werbung)
Anwendung von Schneeball- oder Pyramidensystemen zur Verkaufsförderung
Bewerbung vermeintlicher Gratisangebote, die letztendlich doch Kosten verursachen
Im Zuge der Onpage-Optimierung verwendest du sicher Metatags, Descriptions (Kurzbeschreibungen) und Titel für einzelne Seiten oder Beiträge. Auch hier musst du vorsichtig mit markenrechtlich geschützten Begriffen sein. Neben der Verwendung von Marken solltest du vor allem von der namentlichen Erwähnungen von Wettberwerbern absehen, da dies zu einem Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht fallen kann.
Genau das gleiche gilt für bezahlte Werbung. Wenn du beispielsweise Anzeigen über Google AdWords schaltest, darfst nicht mit Keywords werben, die fremde Marken oder Produktnamen enthalten. Dies wurde in der Vergangenheit mehrfach abgemahnt.
“Das Geld liegt in der Liste” und genauso schnell kann die falsche Verwendung von E-Mail-Marketing auch teuer werden. Um Spammern das Handwerk zu legen, gibt es in Deutschland das Double-Opt-in-Verfahren.
Danach muss nach der Eintragung in eine E-Mail-Liste erst eine Aktivierungsmail versendet werden. Erst nachdem der Nutzer auf den Aktivierungslink klickt, darf seine E-Mail in den Verteiler aufgenommen werden. Alle bekannten Anbieter für E-Mail-Software geben dir die Option zum Double-Opt-in-Verfahren.
Außerdem muss jede versendete E-Mail an deinen Verteiler ein Impressum nach §5 TMG enthalten. In dieser Signatur müssen (wie im Geschäftsbrief) deine Kontaktangaben (Name, Anschrift und E-Mail-Adresse) enthalten sein. Am besten platzierst du diese im Footer der E-Mail.
In jeder versendeten E-Mail enthalten sein, muss auch eine Möglichkeit zur Austragung aus dem Verteiler. Diese geschieht in der Regel durch einen Link “Abmelden” im Footer, kann aber auch per E-Mail oder telefonisch angeboten werden.
Bereits beim Verkauf eines einfachen E-Books gehst du einen Vertrag mit einem Verbraucher ein. Dabei musst du dich an Regelungen zu Preisangaben, Widerrufsrecht und Werberecht halten. Bei physischen Produkten, die über einen Online-Shop verkauft werden, kommen noch weitere Dinge hinzu, die es zu beachten gilt.
Preisangaben: Es müssen beim Verkauf an Endverbraucher im Internet immer die Endpreise angegeben werden. Dazu gehören auch der Umsatzsteueranteil und bei physischen Produkten die Versandkosten (z.B. 99 Euro inkl. MwSt und zzgl. Versandkosten)
Widerrufs- und Rückgabebelehrung: Laut deutschem Gesetz muss dem Verbraucher ein Widerrufsrecht von mindestens 14 Tagen eingeräumt werden. Über dieses Recht muss der Käufer vor dem Kauf informiert werden.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB): Es müssen nicht zwingend AGB’s verwendet werden, denn grundsätzlich gelten die gesetzlichen Regelungen für Fernabsatzverträge. Durch individuelle AGB’s können die gesetzlichen Vorgaben beispielsweise zum Gewährleistungsausschluss, Transportschäden, Gefahrenübergang oder für Preiserhöhungen jedoch angepasst werden. Damit die AGB’s gültig sind, muss der Verbraucher diesen vor dem Kauf zustimmen.
Informations- und Belehrungspflichten: Diese sind rein vom angebotenen Produkt abhängig. Das kann Dinge wie die Verpackungsordnung, das Textilkennzeichnungsgesetz, Kennzeichnungspflichten für Lebensmittel, Belehrungen zur Batterierücknahme oder der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung betreffen.
Das waren eine ganze Menge Paragraphen, die dich hoffentlich nicht von der Umsetzung deines nächsten Webprojekts abgeschreckt haben.
Wenn du heute beim Surfen durch das Netz mal bewusst auf diese Dinge achtest, dann wirst du schnell merken, dass mindestens jede zweite Webseite nicht rechtssicher ist. Probleme macht das in der Praxis natürlich erst, wenn sich ein übereifriger Leser, ein verzweifelter Wettbewerber oder ein gelangweiltes Anwaltsbüro dazu entscheidet, diese Rechtsverletzung abzumahnen.
In der Regel werden Verstöße auch nicht sofort mit hohen Geldstrafen geahndet, sondern zunächst um Unterlassung gebeten. Solange du die wichtigsten Rechtsvorschriften beachtest und nicht vorsätzlich rechtswidrig handelst, hast du nicht viel zu befürchten.
Wenn du deine Webseite mit einem Kurs inkl. Mustertexten Schritt für Schritt abmahnfrei machen und über rechtliche Neuerungen auf dem Laufenden bleiben willst, dann kann ich dir das Angebot von easyrechtssicher empfehlen. Mit dem Rabattcode wirelessrecht20 erhältst du 20% Rabatt auf alle Angebote.
Wurdest du bereits für einen Rechtsverstoß im Internet abgemahnt?
vielen Dank erstmal für deinen super Artikel! Er ist uns echt eine große Hilfe!
Du hattest zu urheberrechtlich geschützten Inhalten geschrieben, dass man sich u.a. über Folgendes im Klaren sein muss:
– wenn der digitale Inhalt nicht direkt vom Urheber stammt, dann muss der Vertragspartner (z.B. Fotodatenbank) die entsprechenden Nutzungsrechte besitzen
– grundsätzlich können Bilder, auf denen Personen zu sehen sind, nur mit deren Einwilligung veröffentlicht werden
Wenn man nun z.B. bei iStock Bilder kauft oder bei pixabay kostenlos bildet herunterlädt, muss man dann noch extra Einwilligungen von den Personen einholen, die auf den Bildern zu sehen sind? Unter der Lizenz z.B. von pixabay wird das nicht richtig klar . Auf Nachfrage bei pixabay hin, sind Sie unseren Fragen leider eher ausgewichen und wir haben keine richtige Antwort bekommen. Würdest du uns dann davon abraten, diese Bilder zu verwenden? Ist es im Grunde genommen nicht deren Pflicht, Modellfreigabe/ Einwilligungen vorliegen zu haben von Bildern, die Sie veröffentlichen und jedem zur Nutzung frei zur Verfügung stellen?
Müssen wir sonst noch irgend etwas bei diesen Fotodatenbanken beachten?
wenn es eine kostenpflichtige Fotodatenbank ist, dann würde ich davon ausgehen, dass sie alle Rechte an den Bildern besitzen. Bei Pixabay sollte das auch so ein, aber ich würde mich nicht darauf verlassen. Deshalb würde ich die Copyfree Bilder nicht im großen Stil für Werbemaßnahmen oder für Offline Marketing verwenden.
Hallo Sebastian, ich bin gestern auf deine Webseite aufmerksam geworden und bin beeindruckt. Sie ist mehr als informativ und extrem hilfreich. Wirklich klasse! Vielen Dank erstmal dafür! Ich denke auf deiner Seite werde ich noch so einige Zeit verbringen. Ich habe eine etwas spezielle Frage, bei welcher ich nicht weiß, ob dies in deinen Themenbereich fällt, aber vielleicht kannst du mir dennoch helfen. Es geht um ein Impressum bei der Veröffentlichung von Amazon-E-Books. Die deutschen Gesetze sind sehr umfangreich, wie du es auch hier in diesem Blogeintrag für Webseiten beschrieben hast. Andere Länder scheinen schon wieder andere Bestimmungen zu haben. Meine Situation ist nun folgende. Ich bin deutsche Staatsangehörige und in Deutschland gemeldet, wohne und arbeite derzeit in Neuseeland und möchte nun englische Bücher über Amazon.com (US-Markt) vermarkten. Diese Bücher sind dann aber auch auf dem europäischen und weltweitem Amazon-Markt verfügbar. Nach welchen Bestimmungen muss ich mich nun richten? Neuseeländisches, deutsches oder amerikanisches Recht? Auch wenn meine zweite Frage nicht direkt auf diesen Blogeintrag passt, dachte ich mir sie direkt anzuschließen. Ich arbeite derzeit noch Vollzeit in einem Büro und bin erst vor kurzem auf das online Business aufmerksam geworden. Ich stehe nun in den Anfängen Bücher über Amazon zu… Mehr lesen »
Zur ersten Frage: du musst dich im Internet in der Regel an die nationalen Gesetze deines Absatzmarktes richten. Bedeutet also, wenn du das Buch auf Deutsch über Amazon.de verkaufst, musst du die deutschen Gesetze befolgen. Wenn das Buch primär auf englisch auf Amazon.com angeboten wird, würde ich denken (ohne hier eine rechtsbindende Auskunft geben zu können), dass du dich nur an die amerikanischen Bestimmungen halten musst.
Zur zweiten Frage: ob du für deinen Blog als Privatperson oder Marke auftrittst, hängt davon ab, wie persönlich das Thema ist und ob du später in der Lage sein willst, dich etwas aus dem Blog herauszunehmen. Mit einer Marke bist du sehr viel flexibler und kannst später auch andere Leute auf dem Blog schreiben lassen. Wenn du als Person auftrittst, wirkst du authentischer, bist aber sehr daran gebunden.
Zur Gewerbeanmeldung: ein Gewerbe solltest du dann anmelden, wenn du Geld mit dem Verkauf der Bücher verdienst (spätestens 3 Monate nach dem Beginn deiner Tätigkeiten als Autorin.
Hi Sebastian, vielen Dank für deine hilfreiche Antwort. LG
Bist Du Dir wirklich sicher, dass man zu Mitbewerbern keine Adwords Anzeigen schalten darf? Soweit ich weiß darf man das – nur muss deutlich sein, dass es nicht ein und dieselbe Firma ist. Sprich wenn Nike zu Adidas Schuhen anzeigen schaltet, muss deutlich sichtbar sein dass man eben Nike Schuhe bewirbt. Ich bin mir nicht 100 % sicher – aber so ziemlich 🙂
meiner Meinung nach darfst du keine geschützten Marken als Keywords in Anzeigen verwenden. Ob dann ein Longtail Keyword wie “Adidas Sneaker für Frauen” einen Verstoß darstellt oder nur “Adidas” hängt wohl vom Einzelfall ab.
Absolut wahnsinnige Zusammenfassung!
Danke Sebastian, mal wieder eine tolle Zusammenfassung eines komplexen Themas.
Du schreibst, dass Firmen außerhalb Deutschlands mit deutschen Inhalten ein Impressum bereit stellen müssen. Weiterhin, dass der inhaltlich Verantwortliche nach Rundfunkstaatsvertrags einen Sitz im Inland haben muss. Wie ist das denn in der Praxis zu handhaben, zum Beispiel für einen Blogger, der seinen Firmensitz / Wohnsitz ins Ausland verlegt hat und von dort aus einen deutschen Markt bedient?
eigentlich ist das totaler Wahnsinn. Nach meinem Verständnis wird dir damit zunächst untersagt, ohne Wohnsitz in D redaktionelle Inhalte für Deutsche zu erstellen. Am Ende ist das aber alles nur eine Haftungsfrage, die über einen Admin-C gelöst werden kann. Also eine Person deines Vertrauens, die du über deinen Hoster festlegen kannst, und die dann bei Haftungsanfragen im Inland ansprechbar ist. Das ist meine beste Lösung bisher. Vielleicht finden sich im Zuge dieses Artikels noch bessere Alternativen?
Dankeschön für diese super Anleitung!
Wirklich wichtig, dass man das alles weiß. Leider gibt es immer noch zu viele Blogger, die ohne Impressum bloggen.