Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20BAr%20130/88
Timestamp: 2019-01-23 02:06:40
Document Index: 88640164

Matched Legal Cases: ['§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 132', '§ 160', '§ 72', '§ 160', '§ 160', '§ 72', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 132', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 160', '§ 62', '§ 160']

BSG, 29.11.1989 - 7 BAr 130/88 - dejure.org
Nichtzulassungsbeschwerde - Abweichung - Verkündung
SGG § 160a Abs. 2 S. 3, § 160 Abs. 2 Nr. 2
SG Augsburg, 20.05.1987 - S 15 Al 562/86
Um eine Abweichung iS des § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG zu bezeichnen, hat die Beschwerdebegründung einen Widerspruch im Grundsätzlichen oder ein Nichtübereinstimmen tragender abstrakter Rechtssätze in der Entscheidung des Landessozialgerichts (LSG) einerseits und in einer Entscheidung zB des BSG andererseits aufzuzeigen (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67).
Dabei muss die Beschwerdebegründung deutlich machen, dass in der angefochtenen Entscheidung eine sie tragende Rechtsansicht entwickelt ist und nicht nur etwa ungenaue oder unzutreffende Rechtsausführungen oder Rechtsirrtum im Einzelfall die Entscheidung bestimmen (stRspr, ua BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67; BSG, Beschluss vom 27. Juni 2002 - B 11 AL 87/02 B).
Ist allerdings innerhalb der Begründungsfrist für die Nichtzulassungsbeschwerde (§ 160a Abs. 2 Satz 1, 2 SGG) ein Urteil ergangen, bei dem der Zulassungsgrund der Abweichung (§ 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG) in Betracht kommt, ist dieses Urteil aber vor Ablauf der Begründungsfrist nicht abgesetzt worden, hat die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) Erleichterungen für das Aufzeigen einer Divergenz anerkannt (vgl näher BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67 S 90).
Die Beschwerdebegründung muss deshalb erkennen lassen, dass das LSG dem BSG, dem GmSOGB oder dem BVerfG widersprochen und von den bezeichneten rechtlichen Aussagen des BSG, des GmSOGB oder des BVerfG abweichende, dh mit diesen unvereinbare eigene rechtliche Maßstäbe entwickelt hat (vgl BSG vom 29.9.1975 - 8 BU 64/75 - SozR 1500 § 160a Nr. 14; BSG vom 9.1.1976 - 11 BA 90/75 - SozR 1500 § 160a Nr. 21; BSG vom 21.4.1978 - 1 BJ 12/78 - SozR 1500 § 160a Nr. 29; BSG vom 12.7.1985 - 7 BAr 114/84 - SozR 1500 § 160a Nr. 54; BSG vom 29.11.1989 - 7 BAr 130/88 - SozR 1500 § 160a Nr. 67; BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr. 34; Krasney/Udsching, Handbuch des sozialgerichtlichen Verfahrens, 7. Aufl 2016, 1X.
Nicht die Unrichtigkeit der Entscheidung im Einzelfall, sondern die Nichtübereinstimmung im Grundsätzlichen begründet die Zulassung der Revision wegen Abweichung (BSG in SozR 1500 § 160a Nr. 67).
Vielmehr weicht das LSG nur dann iS von § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG als spezialgesetzlich geregeltem Unterfall der Zulassung wegen grundsätzlicher Bedeutung (vgl BVerwG in Buchholz 310 § 132 Abs. 2 Ziff 2 VwGO Nr. 2) von einer Entscheidung ua des BSG ab, wenn es auch seinerseits zumindest sinngemäß und in scheinbar fallbezogene Ausführungen gekleidet (…BSG in SozR 1500 § 160 Nr. 28; BAG AP Nr. 9 zu § 72a ArbGG 1979 Divergenz) einen abstrakten Rechtssatz aufstellt, der der zum selben Gegenstand gemachten und fortbestehend aktuellen - nicht also etwa von der zwischenzeitlichen Gesetzes- oder Rechtsprechungsentwicklung überholten (…BSG in SozR 1500 § 160a Nrn 58, 61) - abstrakten Aussage des BSG entgegensteht und dem Berufungsurteil tragend zugrunde liegt (BSG in SozR 1500 § 160a Nr. 67; BAG in AP § 72a ArbGG 1979 Nrn 1, 2, 10).
Vielmehr setzt die Darlegung einer Abweichung voraus, dass das Berufungsurteil die höchstrichterliche Rechtsprechung im angefochtenen Urteil in Frage stellt, was nicht der Fall ist, wenn eine höchstrichterliche Entscheidung in ihrer Tragweite für den entschiedenen Fall vom LSG verkannt sein sollte (vgl Senatsbeschluss vom 29. November 1989, SozR 1500 § 160a Nr. 67 mwN).
2 1. Um eine Abweichung iS des § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG zu bezeichnen, sind tragende rechtliche Aussagen in dem angefochtenen Urteil und der in Bezug genommenen höchstrichterlichen Rechtsprechung herauszuarbeiten (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67 mwN; Kummer, Die Nichtzulassungsbeschwerde, 1990, RdNr 163 ff mwN) und darzustellen, dass die angefochtene Entscheidung auf dieser Abweichung beruht.
Ungenaue oder unzutreffende Rechtsausführungen oder Rechtsirrtum im Einzelfall - für die hier nicht einmal ein Anhaltspunkt besteht - machen die Tätigkeit des Revisionsgerichts nicht erforderlich, weil durch Begründungsmängel oder Rechtsirrtum die einheitliche Rechtsanwendung nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird (st Rspr: BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67; BSG Beschluss vom 20. Februar 2002 - B 11 AL 189/01 B; Kummer, Die Nichtzulassungsbeschwerde, 1990, RdNr 156 mwN).
Das FG muß die Rechtsfrage entschieden und darf sie nicht etwa - wie im Streitfall - übersehen haben (Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 23. August 1976 III B 2.76, Buchholz, Sammel- und Nachschlagewerk der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, 310, § 132 VwGO Nr. 147; Beschluß des Bundessozialgerichts - BSG - vom 29. November 1989 7 BAr 130/88, SozR 1500 § 160 a SGG Nr. 67).
Eine Divergenz liegt nur dann vor, wenn die tragenden Rechtssätze, die zwei Urteilen zugrunde gelegt worden sind, nicht übereinstimmen (so schon BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67).
Um eine Abweichung iS des § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG zu bezeichnen, hat die Beschwerdebegründung einen Widerspruch im Grundsätzlichen oder ein Nichtübereinstimmen tragender abstrakter Rechtssätze in der Entscheidung des LSG einerseits und in einer Entscheidung des BSG, des GmSOGB oder des BVerfG andererseits aufzuzeigen (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67) und die in Bezug genommene Entscheidung so zu kennzeichnen, dass sie ohne Weiteres aufzufinden ist (…BSG SozR 1500 § 160a Nr. 14) .
Dabei muss die Beschwerdebegründung deutlich machen, dass in der angefochtenen Entscheidung eine sie tragende Rechtsansicht entwickelt und nicht etwa nur ungenaue oder unzutreffende Rechtsausführungen oder Rechtsirrtum im Einzelfall für die Entscheidung bestimmen (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67; BSG 27. Juni 2002 - B 11 AL 87/02 B -) .
Um eine Abweichung iS des § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG in einer den Anforderungen des § 160a Abs. 2 Satz 3 SGG genügenden Weise zu bezeichnen, hat die Beschwerdebegründung einen Widerspruch im Grundsätzlichen oder ein Nichtübereinstimmen tragender abstrakter Rechtssätze in der Entscheidung des LSG einerseits und in einer Entscheidung des BSG oder des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes oder des Bundesverfassungsgerichts andererseits aufzuzeigen (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67) .
Dabei muss die Beschwerdebegründung deutlich machen, dass in der angefochtenen Entscheidung eine sie tragende Rechtsansicht entwickelt worden ist und nicht etwa nur ungenaue oder unzutreffende Rechtsausführungen oder ein Rechtsirrtum im Einzelfall die Entscheidung bestimmen (BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67;… SozR 3-1500 § 160 Nr. 26;… SozR 4-1500 § 62 Nr. 9 RdNr 6; stRspr) .
Über die Richtigkeit der Entscheidung in der Sache ist aber im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde nicht zu befinden (vgl BSG SozR 1500 § 160a Nr. 67; stRspr) .
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