Source: https://www.kobleder.com/de/steuerberater-baden
Timestamp: 2020-02-20 16:01:13
Document Index: 277472590

Matched Legal Cases: ['§ 243', '§ 270', '§ 245', '§ 250', '§ 22', '§ 31']

Bundesabgabenordnung Verfahrensrecht FAQs
Bundesabgabenordnung - Verfahrensrecht FAQs
Von den Finanzämtern werden als abschließende Erledigungen Bescheide erlassen. Wenn Sie mit einer behördlichen Entscheidung nicht einverstanden sind, haben Sie das Recht, gegen Bescheide, welche das Finanzamt erlassen haben, das Rechtsmittel einer Beschwerde zu ergreifen (§ 243 Bundesabgabenordnung – BAO). Bei einer Stattgabe lassen sich damit jene Nachteile, die sich aufgrund des Bescheides ergeben hätten, beseitigen.
Ein wesentlicher Vorteil des Beschwerdeverfahrens ist jener, dass Sie auch neue Tatsachen und Beweise geltend machen sowie neue Anträge stellen können (kein Neuerungsverbot, § 270 Bundesabgabenordnung – BAO). So haben Sie die Möglichkeit, Fehler, die auf Ihr Verschulden zurückzuführen sind, korrigieren zu lassen (z.B. Nachholung vergessener Steuerabsetzposten). Aber: Die Rechtsmittelbehörde kann im Zuge des Rechtsmittelverfahrens den angefochtenen Bescheid nach jeder Richtung abändern. Ein neuer Bescheid kann so zu Ihrem Nachteil erlassen werden (sogenannte "Verböserung").
Zur Einbringung der Beschwerde steht Ihnen ein Monat, gerechnet ab Zustellung des angefochtenen Bescheides, zur Verfügung (§ 245 1 Bundesabgabenordnung – BAO). Die Frist beginnt mit dem Tag der Zustellung des Bescheides zu laufen und endet mit dem Ablauf des Tages im folgenden Monat, der in seiner Zahl dem für den Beginn der Frist maßgebenden Tag entspricht. Fehlt dieser Tag im betreffenden Monat, so endet die Frist mit Ablauf des letzten Tages dieses Monates.
Die Beschwerdefrist ist auf Antrag verlängerbar. Anbringen an das Finanzamt gelten nur dann als wirksam eingebracht, wenn sie schriftlich per Post bzw. Fax oder über FinanzOnline übermittelt werden. Telefonische Anbringen oder Anbringen per E-Mail sind nicht vorgesehen.
Bei der Abfassung der Beschwerdeschrift (Rechtsmittel bedürfen im Allgemeinen der Schriftform!) sind bestimmte Formvorschriften bzw. inhaltliche Erfordernisse einzuhalten (§ 250 Bundesabgabenordnung – BAO). Die Beschwerde muss Folgendes enthalten:
- Die Bezeichnung des Bescheides, gegen den sie sich richtet
-Eine Erklärung, in welchen Punkten der Bescheid angefochten wird
-Eine Erklärung, welche Änderungen beantragt werden
-Eine Begründung
Meldepflicht für Auslandszahlungen
◾Tätigkeiten im Sinne des § 22 EStG, wenn die Tätigkeit im Inland ausgeübt wird, wie z. B. Gehälter und Vergütungen an wesentlich beteiligte Gesellschafter- Geschäftsführer, Einkünfte aus vermögensverwaltender Tätigkeit oder aus freiberuflicher Tätigkeit (Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler, Wissenschaftler),
◾Vermittlungsleistungen, die von unbeschränkt Steuerpflichtigen erbracht werden oder die sich auf das Inland (z. B. inländisches Vermögen) beziehen, und
◾kaufmännische oder technische Beratung im Inland,
Wird die Meldung rechtswidrig unterlassen, so stellt dies eine Finanzordnungswidrigkeit dar, für welche Geldstrafen von bis zu 10 % des mitzuteilenden Betrages (höchstens jedoch EUR 20.000,-) verhängt werden können
• Name (Firma), Anschrift, Ländererkennung. Bei Personenvereinigung ohne eigene Rechtspersönlichkeit oder einer Körperschaft, auch die im Inland maßgeblich auftretende natürliche Person.
• Folgende weitere Daten des Leistungserbringers bzw. der im Inland auftretenden natürlichen Person:
◦ österreichische Steuernummer; falls nicht vorhanden
◦ Versicherungsnummer nach § 31 ASVG; falls nicht vorhanden
◦ Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID-Nummer); falls nicht vorhanden
◦das Geburtsdatum
•Höhe der in diesem Kalenderjahr geleisteten Zahlungen.
•Internationale Ländererkennung des Landes/der Länder, in die Zahlungen erfolgt sind.