Source: https://www.flugrechte.eu/7208/sun-express-flugverschiebung
Timestamp: 2019-03-20 04:01:58
Document Index: 277630638

Matched Legal Cases: ['§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 308', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§651', '§651']

Sun Express Flugverschiebung - FLUGGASTRECHTE
Guten Tag,Habe in Februar eine Pauschalreise in die Türkei gebucht.Es wurden für diesen Tag 3 Flüge angeboten mit unterschiedlichen Flugzeiten.Habe mich für dem Flug um 9,20 Uhr endschieden.Habe auch mehr bezahlt.Habe nun meine Reiseunterlagen bekommen.Mußte jetzt feststellen das ich erst um 19,40 Uhr fliege.Sun Express wo ich angerufen habe,erklärte mir das die Flugzeit ja vorraussichtlich währen.Frage .Ist es richtig,da es ja am diesen Tag 3 Flüge gab.Warum werden Flugzeiten angegeben,wenn man sich darauf nicht verlassen kann? Mfg Flägel
Bearbeitet 8, Jun 2016 von admin
Hallo Adler 1304,
du hast im Februar eine Pauschalreise in die Türkei gebucht. Im Zuge dessen standen dir drei Flüge mit verschiedenen Flugzeiten zur Auswahl. Da du Wert auf eine angenehme Abreise legtest, hast du dich für den Flug um 9:20 entschieden und für diesen auch mehr bezahlt. Vor kurzem hast du nun deine Reiseunterlagen bekommen und musstest feststellen, dass dein Flug auf 19:40 Uhr verlegt wurde. Du hast dich nun mit Sun Express in Verbindung gesetzt. Von den Mitarbeitern von Sun Express wurde dir gesagt, dass Flugzeitenänderung hinzunehmen wären (?). Du fragst dich nun, ob eine solche Flugzeitenverlegung rechtens ist möchtest wissen, ob du gegen eine solche vorgehen kannst.
Du gibst an bereits Sun Express kontaktiert zu haben, sodass ich hier etwaige Anspruchsgrundlagen im Reisevertragsrecht in den §§ 651 a-m BGB suchen würde. Hier kommt eine Minderung des Reisepreises gemäß § 651 d BGB in Betracht.
1. Du musst eine Pauschalreise gemäß § 651 a BGB gebucht haben. Eine Pauschalreise ist gegeben, wenn der Reisende bei einem Reiseveranstalter eine Gesamtheit von Leistungen gebucht hat. Dieser werden häufig in einer Art Leistungspaket erworben, welches oftmals Flug, -Hotel und Transferbuchungen beinhaltet. Du schreibst, dass du eine Pauschalreise gebucht hast, sodass die Voraussetzung des § 651 a erfüllt ist.
Hier hat das Das Oberlandesgericht der Klage des Verbraucherschutzvereins entsprochen. Es kam zu dem Entschluss, dass die streitgegenständlichen Klauseln für nicht mit § 308 Nr. 4 BGB vereinbar wären. Sie würden der Beklagten das Recht einräumen, die vereinbarten Flugzeiten auch ohne Begründung einseitig zu ändern, sowie darüber hinaus auch Streckenführungen und Zwischenlandungen ermöglichen, was die Kunden unzulässig benachteilige.
Grundsätzlich solltest du daher einen Minderungsanspruch geltend machen können. Da jedoch die Flexibilität des Flugverkehrs gewahrt werden soll, sind geringere Verschiebungen im Allgemeinen als hinnehmbar anzusehen. Je nach den genauen Umständen kann daher eine Verschiebung von 4 bis 8 Stunden noch als zulässig erachtet werden. Von Bedeutung ist, ob die Veränderungen für den Fluggast noch zumutbar sind. Der Begriff der Zumutbarkeit ist jedoch nicht eindeutig definiert, sondern ist viel mehr im Einzelfall zu prüfen. Falls es sich bei deiner Buchung um eine Kurzreise handelt, kann die Unzumutbarkeit meiner Ansicht nach bejaht werden. Falls du jedoch länger verreist, wirst du die Verspätung möglicherweise hinnehmen müssen.
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Beantwortet 9, Jun 2016 von Kaktum (4,860 Punkte)
Wenn man deinen Fall mit den genannten Urteilen vergleicht, lassen sich einige Parallelen erkennen. Durch die Verlegung deiner Abflugzeit wirst du erst 10 Stunden später deinen Zielort erreichen. Eine solche Verlegung ist meiner Ansicht nach als erheblich anzusehen und kann zudem die Nachtruhe stören. Falls eine Störung der Nachtruhe zu bejahen ist, kann sich diese auch noch auf den Erholungsfaktor des nächsten Tages durchschlagen. Ich würde einen Minderungsanspruch daher bejahen. Falls du eine Minderung des Reisepreises einklagen möchtest, musst du zudem folgendes beachten:
Des Weiteren muss der Mangel gemäß 651 d Abs. 2 BGB alsbald (unverzüglich) dem Reiseveranstalter angezeigt werden und ein Abhilfeverlangen gemäß § 651c Abs. 2 BGB ausgesprochen werden. Den Mangel hast du wahrscheinlich bereits angezeigt, indem du dich ei dem Reiseveranstalter beschwert hast. Falls dies noch nicht geschehen ist, solltest du dies schnellstmöglich nachholen. Das Abhilfeverlangen meint, dass ein Reisemangel zunächst am Urlaubsort der Reiseleitung anzuzeigen und Abhilfe zu verlangen ist. Dies ist deinem Fall wenig sinnvoll, da du ja jetzt schon weißt, dass der Mangel vorliegt. Um sicher zu gehen könnte es hilfreich sein sämtlichen Austausch mit dem Reiseveranstalter zu dokumentieren und somit Beweise zu sichern, dass du sofort nach Kenntiserlangung um Abhilfe gebeten hast. In deinem Fall fand es eben nur vor Reiseantritt statt.
Bezüglich der Frage, ob es rechtens ist, dass drei Flüge angeboten werden und dann nachträglich welche davon gestrichen werden, ist zu sagen, dass dies grundsätzlich passieren kann. Der Flugverkehr muss stets flexibel bleiben und sich auf die jeweiligen Situationen einstellen. Aufgrund der aktuellen politischen Verhältnisse und weltweiten Unruhen gehen die Buchungen für Länder wie die Türkei und Ägypten stark zurück. Wegen dieser Buchungsrückganges streichen die Airlines dann ganze Flüge, da nur so die Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden kann. Durch die Minderung des Reisepreises gemäß § 651 d BGB bleiben die Kosten hoffentlich auch für dich wirtschaftlich vertretbar. Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen und wünsche dir viel Erfolg bei deinem weiteren Vorgehen.
Tatsächlich ist es eine übliche Praxis von Airlines bzw. Reiseveranstaltern sich in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen vorzubehalten bei Buchung angegebene Reisezeiten nachträglich noch einmal zu verändern. Dies ist in gewissem Rahmen auch durchaus zulässig. Im Rahmen von Pauschalreisen hat ein Reisender, bei dem nachträglich solche Änderungen vorgenommen werden, nur dann Rechte gegen den Reiseveranstalter, wenn die Änderungen nicht mehr bloß eine Unannehmlichkeit, sondern einen Mangel der Reise im Sinne des § 651c Abs. 1 BGB darstellen. Wann ein solcher Mangel gegeben ist, kann grundsätzlich sowohl § 651c Abs. 1 BGB als auch der Rechtsprechung entnommen werden. In Ihrem Fall ist insbesondere die Rechtsprechung der deutschen Gerichte entscheidend, in der es heißt, dass Flugverschiebung von mind. 8 Std grundsätzlich einen Mangel darstellen. Dies ergibt sich u.a. aus folgenden Urteilen:
AG Hamburg, Urteil v. 05.09.1995, Az: 9 C 1182/95
Diese Urteile können Sie bei Interesse im Internet nachlesen. Hierzu geben Sie einfach für das Urteil des AG Hannovers in die Googlesuche folgendes ein "Reise-Recht-Wiki.de 519 C 7511/08"
Folglich stellt die Flugverschiebung um mehr als 10 Std in ihrem Fall einen Mangel dar. Hieraus ergeben sich für Sie gegenüber dem Reiseveranstalter verschiedene Rechte:
Recht auf Abhilfe des Mangels gem. § 651c BGB, hier insbesondere Umbuchung auf einen Flug, der keinen Mangel darstellt
Recht auf kostenlosen Rücktritt von der gesamten Reise gem. § 651a Abs. 5 BGB
Recht auf Minderung des Reisepreises gem. § 651d BGB, für den Fall, dass Sie den Flug unter den geänderten Bedingungen antreten
Welches dieser Rechte Sie in Anspruch nehmen wollen, ist allein Ihnen überlassen. Entscheidend ist jedoch in allen Fällen, dass Sie unverzüglich dem Reiseveranstalter den Mangel anzeigen und den entsprechenden Anspruch geltend machen.
Guten Tag Adler 1304,
Sie haben eine Pauschalreise in die Türkei gebucht. Die Reiseunterlagen die Sunexpress Ihnen nach der Buchung übersandte entsprachen was die Flugzeiten angeht nicht den Zeiten die Sie gebucht hatten - Sie buchten einen Abflug um 9 Uhr früh, wurden in den Reiseunterlagen aber darüber informiert, dass sie nun um 19:40 abfliegen.
Sie haben Sun Express bereits kontaktiert, aber leider eine negative Reaktion erhalten.
Es sei erst einmal davon auszugehen, dass die Flugzeiten kein fester Vertragsbestandteil sind - dies scheint oft der Fall zu sein.
Ihnen wurde am ersten Reisetag, wie auch am letzten Reisetag, Urlaubszeit durch Verschiebungen Ihrer Flüge genommen. Dies könnte Ihnen, auch unter Berücksichtigung der Dauer Ihrer Reise, sollte es sich eigentlich um eine kurze Reise handeln, vielleicht nicht zumutbar sein.
In diesem Urteil, bei dem es auch eine Kurzreise ging, wurde ein Minderungsanspruch bejaht. Die Verschiebung des Rückfluges ist Ihrem Fall sehr ähnlich - doch handelt es sich wie gesagt um eine Kurzreise, und deshalb um einen gravierenden Eingriff. Es kommt darauf an, wie lange Ihre Reise sein sollte.
Sollte es sich dagegen nicht um eine Kurzreise handeln kann es sein, dass Sie diese Verschiebungen hinzunehmen haben, da Sie im Vergleich zur Dauer Ihrer Reise möglicherweise nicht ausschlaggebend genug sind. Darüber hinaus sind der erste und letzte Tag üblicherweise der Reise zuzuschreiben, und Verschiebungen an nur diesen beiden Tagen oftmals als verkraftbarer anzusehen.
Sollten diese Verschiebungen aber ausreichen um einen Mangel zu begründen - leider ist dies so pauschal nicht zu sagen, und muss immer im Einzelfall abgewogen werden, jede Reise ist ja verschieden - dann könnten Sie die Möglichkeit haben Ihren Reisepreis zu mindern, siehe § 651d BGB, oder die Reise zu kündigen, siehe § 651e BGB. Es steht Ihnen außerdem frei jederzeit gemäß § 651 i BGB vom Vertrag mit Ihrem Reiseveranstalter zurückzutreten. Dann kann der Reiseveranstalter aber womöglich eine Entschädigung von Ihnen verlangen.
Die einfachste Möglichkeit wäre wahrscheinlich die, dass Sie versuchen sich mit Ihrem Reiseveranstalter auf eine günstige Alternative für alle Beteiligten zu einigen. Alternativ können Sie ansonsten auch einen Wunsch der Stornierung äußern, und darauf bestehen, dass dafür ob der drastischen Verschiebung der Flugzeit keine Gebühren anfallen. Als letzten Schritt nach dem Gespräch mit Ihrem Reiseveranstalter können Sie sich selbstverständlich auch an einen Anwalt wenden.
Beantwortet 26, Jun 2016 von Expo (6,500 Punkte)
es handelt sich hier um eine Pauschalereise, in der die Flüge mit inbegriffen sind. Insgesamt verlierst du durch die Verlegung des Fluges um die 10 Stunden deines Urlaubs.
Fluggesellschaften behalten sich immer vor, ihre Flugzeiten zu ändern. Meistens werden die Flüge nur zum voraussichtlichen Termin angegeben, und erst wenn die Buchungen statt finden, schaut die Fluggesellschaft auf die Kapazitäten, wird also ein Flug eher leer werden zwei Flüge zusammengeschoben und es verändert sich gleichzeitig die Flugzeit, das hat Kosten- aber auch Umweltgründe. Mittlerweile ist immer bei sehr früh gebuchten Reisen damit zu rechnen, dass sie die Flugzeiten noch relativ kurzfristig ändern werden, doch es ist nur bis zu einem bestimmten Punkt für die Fluggäste/Reisegäste zumutbar.
Bei Pauschalreisen ist es grundsätzlich so, dass an der Stelle das BGB greift. Insebsondere das Reisevertragsrecht. Betrachtet man dieses, ist in deinem Fall eigentlich klar, dass dir eine Reisepreisminderung zusteht. Es gibt diverse Voraussetzungen, die in dem Fall erfüllt werden müssen:
- Buchung einer Pauschalreise gemäß §651 a BGB
- die Reise ist mangelhaft §651 c BGB
Eine Pauschalreise wird dann mangehalft, wenn ihre Bestandteile nicht mehr dem im Vertrag Unterschriebenen gleichen. Auch die Flüge sind ein fester Bestandteil der Pauschalreise und viele Fluggäste wählen oft bestimmte Reisen vor allem aufgrund der guten Flugzeiten oder Abflugorte. Ändern sich diese plötzlich, ist dies eine große Veränderung des Vertrages und stell ein Mangel dar.
Ein weiterer Aspekt der hier behandelt werden muss, ist die Zumutbarkeit der Änderungen.
In deinem Fall finde ich, dass du dir eine Reisepreisminderung zusteht. Neben der Tatsache, dass du für den früheren Flug extra mehr gezahlt hast, ist zu beachten, dass es sich hier um eine Flugzeitänderung von über 10 Stunden handelt. Man kann klar sagen, dass hier die Zumutbarkeitsgrenzen erreicht wurde.
Es wäre nun für dich wichtig, beim Reiseveranstalter den Mangel zu melden. Zuerst, dass dir die Flugzeiten nicht zusagen, und du mehr gezahlt hast um früher zu fliegen und zuletzt, dass du aus dem Grund eine Entschädigung oder einen anderen Flug erwartest. Nimmst du die Flugzeitänderung einfach an, steht dir keine Entschädigung zu. Am besten du setzt so schnell wie nur möglich den Reiseveranstalter unter Druck und schilderst, warum die Flugzeiten für dich nicht annehmbar sind.