Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20C%201.70
Timestamp: 2020-04-01 21:52:44
Document Index: 244333291

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 29', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', 'BGH', '§ 35']

BVerwG, 20.10.1972 - IV C 1.70 - dejure.org
BVerwG, 20.10.1972 - IV C 1.70
https://dejure.org/1972,469
BVerwG, 20.10.1972 - IV C 1.70 (https://dejure.org/1972,469)
BVerwG, Entscheidung vom 20.10.1972 - IV C 1.70 (https://dejure.org/1972,469)
BVerwG, Entscheidung vom 20. Januar 1972 - IV C 1.70 (https://dejure.org/1972,469)
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Öffentlicher Belang der Abwehr der Gefährdung der Wasserwirtschaft als bloße Verweisung auf das Landesrecht - Berücksichtigung von Rechtsänderungen im Revisionsverfahren - Schutzzweck des § 35 Bundesbaugesetz (BBauG) - Vorbescheid zu einzelnen Fragen des Bauvorhabens
DÖV 1973, 203
BauR 1973, 35
§ 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB gewährleistet ein Mindestmaß an bundesrechtlich eigenständigem, von landesrechtlicher Regelung unabhängigem Denkmalschutz; die Vorschrift hat im Verhältnis zu den denkmalrechtlichen Vorschriften, die nach § 29 Abs. 2 BauGB unberührt bleiben, eine Auffangfunktion (Urteile vom 20. Oktober 1972 - BVerwG 4 C 1.70 - BRS 25 Nr. 84 S. 170 und vom 12. April 2001 - BVerwG 4 C 5.00 - BRS 64 Nr. 94 S. 406, dort jeweils zu § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 BauGB).
§ 35 BauGB ist eine bodenrechtliche Regelung, die in ihrem dritten Absatz auf bestimmte Belange lediglich Rücksicht nimmt; eine solche Rücksichtnahme ist unabhängig davon unzulässig, ob dem Bundesgesetzgeber auch die Kompetenz zusteht, die fraglichen Belange einer ins einzelne gehenden Regelung zu unterwerfen (Urteil vom 20. Oktober 1972 a.a.O.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Oktober 1972 - 4 C 1.70 -, BRS 25 Nr. 84.
vgl. BVerwGE, Urteil vom 20. Oktober 1972, a.a.O., Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, Lose-Blatt-Kommentar, Stand: 1. Januar 2003, § 35 Rn. 102; Röser, in: Berliner Kommentar zum Baugesetzbuch, 3. Auflage 2002, § 35 Rn. 83; Dürr, in: Brügelmann, Baugesetzbuch, Lose-Blatt- Kommentar, Stand: Dezember 2002, § 35 Rn. 96.
Diese Überlegungen knüpfen an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 BauGB - Gefährdung der Wasserwirtschaft - (BVerwG, Urt. v. 20.10.1972 - IV C 1.70 -, Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 100;… Urt. v. 12.4.2001 - 4 C 5.00 -, NVwZ 2001, 1048) und bereits zuvor zu Nr. 5 der Vorschrift - Beeinträchtigung der Eigenart der Landschaft - (Beschl. v. 29.4.1968 - IV B 77.67 -, Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 66 und v. 30.5.1968 - IV B 175.67 -, Buchholz 406.11, § 35 BBauG Nr. 67) an.
§ 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 BauGB gewährleiste demnach mit dem Verbot, die Wasserwirtschaft zu gefährden, ein Mindestmaß an bundesrechtlich eigenständigem und daher von landesrechtlicher Regelung unabhängigem Trink- und Grundwasserschutz (Urt. v. 20.10.1972 - IV C 1.70 -, Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 100).
Sein Zweck ist es, unabhängig von wasserrechtlichen Normierungen und Planungen ein Mindestmaß an Gewässerschutz zu gewährleisten (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Oktober 1972 - BVerwG 4 C 1.70 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 100).
VGH Bayern, 03.07.2007 - 14 CS 07.966
Verfüllung in der Tongrube Oberniederndorf muss beseitigt werden
Die Vorschrift hat einen eigenständigen städtebaulichen Regelungswert und zielt darauf ab, unabhängig von wasserrechtlichen Regelungen - namentlich wasserschutzrechtlichen Verbotsvorschriften - eine Gefährdung der Wasserwirtschaft vor allem durch Grundwasserverunreinigungen zu verhindern und damit ein Mindestmaß an Gewässerschutz zu gewährleisten (vgl. BVerwG vom 12.4.2001 BayVBl 2002, 245/247; vom 20.10.1972 DÖV 1973, 203;… vgl. auch: Krautzberger in: Battis/Krautzberger/Löhr, BauGB, 10. Aufl. 2007, RdNr. 66 zu § 35).
Die Vorschrift gewährt Grundwasserschutz allerdings nur insoweit, als "grobe Verstöße" in Frage stehen (BVerwG, Urt. v. 20.10.1972 - BVerwG IV C 1.70 -, DÖV 1973, 203, RdNr. 9 im juris;… BayVGH, Urt. v. 31.03.2001, a.a.O).
Sein Zweck ist es, unabhängig von wasserrechtlichen Normierungen und Planungen ein Mindestmaß an Gewässerschutz zu gewährleisten (vgl. BVerwG, Urt. v. 20.10.1972 - BVerwG 4 C 1.70 -, Buchholz 406.11 [BBauG] § 35 Nr. 100).
Zwar enthält die Vorschrift nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteil vom 20.10.1972 DÖV 1973, 203 = Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 100) keine Verweisung auf das Landrecht, sondern hat bundesrechtlich einen eigenständigen Regelungswert.
Vielmehr genügt es bei einem Empfangsbekenntnis, wenn - wie hier - ein zugelassener Rechtsanwalt mit einem anwaltlichen Schriftsatz bestätigt, zu einem bestimmten Zeitpunkt das entsprechende Schriftstück erhalten zu haben (BVerwG, Urt. v. 7.1.1972 - IV C 1.70 -, NJW 1972, 1435; ebenso BGH, Urteile v. 16.3., 19.4. und 3.5.1954, NJW 1994, 2295 bis 2297).
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