Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-02-2002-I_772-2001
Timestamp: 2016-10-26 19:14:33
Document Index: 280534157

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 88', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28']

G.________, 1938, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt J�rg Maron, Zollikerstrasse 4, 8008 Z�rich,
A.- Der 1938 geborene G.________ zog sich am 30. Oktober 1998 bei einem Sturz von der Leiter w�hrend der Arbeit als Maler eine Scaphoidfraktur rechts zu. Er wurde deswegen am 10. M�rz und 25. November 1999 im Spital X.________ operiert. Im M�rz 2000 ersuchte G.________ die Invalidenversicherung um eine Rente. Nach Abkl�rungen sprach ihm die IV-Stelle Luzern mit Verf�gung vom 18. August 2000 f�r die Zeit vom 1. Oktober 1999 bis
31. Mai 2000 eine ganze und ab 1. Juni 2000 eine halbe Rente (Invalidit�tsgrad: 61 %) zu.
B.- In Gutheissung der von G.________ hiegegen eingereichten Beschwerde hob das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 6. November 2001 die Verf�gung vom 18. August 2000 insofern auf, als es auch ab
W�hrend G.________ die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung.
1.- In Bezug auf den Streitgegenstand bildenden Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung (BGE 125 V 413) stellt sich in erster Linie die Frage, inwiefern die Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der zweiten Operation vom 25. November 1999 mit nunmehr zumutbarer Arbeitsf�higkeit von 50 % in leidensangepassten T�tigkeiten sich in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Dabei ist auf Grund der Akten und insoweit unbestritten mindestens bis 31. Mai 2000 der Anspruch auf eine ganze Rente zu bejahen (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Stichtag f�r die Ermittlung des Invalidit�tsgrades zur Quantifizierung der erwerblichen Auswirkungen des verbesserten Gesundheitszustandes ist somit der 1. Juni 2000.
2.- Im angefochtenen Entscheid werden die Grundlagen der Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 104 V 136 f. Erw. 2a und b) sowie mit Bezug auf die rechnerische Bestimmung des trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zumutbarerweise erzielbaren Verdienstes (Invalideneinkommen) im Besonderen die Rechtsprechung zur "K�rzung von Tabellenl�hnen" (BGE 126 V 75) richtig wiedergegeben. Zutreffend sind auch die Ausf�hrungen des kantonalen Gerichts zur r�ckwirkenden Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente. Darauf wird verwiesen.
3.- Die Vorinstanz hat einen Invalidit�tsgrad von 66,9 % ermittelt. Das Valideneinkommen von Fr. 60'268.- entspricht dem Lohn, den der Beschwerdegegner gem�ss Angaben seines letzten Arbeitgebers als Gesunder im Jahre 2000 verdienen w�rde. Diese Einkommensgr�sse ist unbestritten und nicht zu beanstanden. F�r die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens ist das kantonale Gericht vom monatlichen Bruttolohn von M�nnern in einfachen und repetitiven T�tigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor von Fr. 4294.- gem�ss Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1996 des Bundesamtes f�r Statistik (LSE 96 S. 17) ausgegangen. Diesen Betrag hat es entsprechend der �nderung des Landesindexes der Konsumentenpreise auf Fr. 4432. 80 erh�ht. Daraus resultiert bei einer Arbeitsf�higkeit von 50 % in leidensangepassten T�tigkeiten ein Einkommen von j�hrlich Fr. 26'596. 85. Diesen Betrag hat die Vorinstanz in einem n�chsten Schritt um 25 % reduziert. Den Abzug begr�ndet das kantonale Gericht zum einen damit, dass der Versicherte auf Grund der eingeschr�nkten Gebrauchsf�higkeit der dominanten rechten Hand gegen�ber Mitbewerbern ohne physische Einschr�nkungen auf dem Arbeitsmarkt erheblich benachteiligt sei. Zum andern sei zu ber�cksichtigen, dass f�r einfache Arbeit von Teilzeitbesch�ftigten h�ufig ein verh�ltnism�ssig geringerer Lohn bezahlt werde.
Schliesslich sei auch dem fortgeschrittenen Alter des Versicherten Rechnung zu tragen. Somit belaufe sich das trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung zumutbarerweise noch erzielbare Einkommen auf Fr. 19'947. 65, was bei einem Valideneinkommen von Fr. 60'268.- einen Invalidit�tsgrad von 66,9 % (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG) und somit einen Anspruch auf eine ganze Rente ergebe.
4.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrende IV-Stelle beanstandet zu Recht, dass das kantonale Gericht den Tabellenlohn von Fr. 4294.- nicht an die h�here betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit (41, 8 Stunden [Die Volkswirtschaft 10/2001, Aktuelle Wirtschaftsdaten S. 100 Tabelle B9.2] statt 40 Stunden) angepasst hat (vgl. BGE 126 V 77 Erw. 3b/bb). Mit der Verwaltung ist sodann festzustellen, dass der Landesindex der Konsumentenpreise nicht die richtige Gr�sse ist, um der Lohnentwicklung im Zeitraum 1996-2000 Rechnung zu tragen. Damit wird lediglich die Teuerung ber�cksichtigt, nicht hingegen ein daran gemessen allenfalls negativer realer Lohnzuwachs. Vielmehr hat die Anpassung des statistischen Durchschnittslohnes gem�ss LSE 1996 an die Lohnentwicklung nach Massgabe des Nominallohnindexes zu erfolgen (vgl. auch BGE 126 V 81 Erw. 7a). Die entsprechenden �nderungen betragen 0,5 % (1996/97), 0,7 % (1997/ 98), 0,3 % (1998/99) sowie 1,3 % (1999/2000 [Die Volkswirtschaft a.a.O. S. 101 Tabelle B10. 2]). Bei im �brigen unver�nderten Berechnungsfaktoren, insbesondere bei einem von der IV-Stelle ebenfalls bestrittenen Abzug von 25 %, ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 20'763. 30. Dies entspricht einer invalidit�tsbedingten Erwerbseinbusse von Fr. 39'504. 70 (Fr. 60'268.- - Fr. 20'763. 30) oder einem Invalidit�tsgrad von rund 65,5 %. Damit wird der Grenzwert von 66 2/3 % f�r den Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG) nicht erreicht. Zu keinem anderen Ergebnis f�hrt, wenn f�r die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens auf die LSE 98 abgestellt wird. Der Einkommensvergleich ergibt diesfalls bei sonst gleichen Berechnungsfaktoren einen Invalidit�tsgrad von weniger als 66,17 %.