Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%FCsseldorf&Datum=10.09.2008&Aktenzeichen=6%20W%2030%2F08
Timestamp: 2019-04-21 11:18:13
Document Index: 390645806

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 35', '§ 39', '§ 21', '§ 131', '§ 21', '§ 25', '§ 21', '§ 21', '§ 21']

OLG Düsseldorf, 10.09.2008 - I-6 W 30/08 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 10.09.2008 - I-6 W 30/08
Keine Mitteilungspflicht wegen wesentlicher Beteiligung bei Änderung der Firma des Hauptaktionärs
WpHG § 21; WpÜG § 35 Abs. 2; WpÜG § 39
Blockierung der Eintragung eines Hauptversammlungsbeschlusses über ein Squeeze-out durch Anfechtungsklagen und Nichtigkeitsklagen; Rechtmäßigkeit eines von einem börsennotierten Unternehmen mit seiner Mehrheitsaktionärin geschlossenen Beherrschungsvertrags und Gewinnabführungsvertrags; Anforderungen an das Vorliegen eines Squeeze-out; Rechtliche Ausgestaltung des Gebots der Gewährung rechtlichen Gehörs im Freigabeverfahren; Verfassungsmäßigkeit des Ausschlusses von Minderheitsaktionären im Rahmen der Fassung eines Hauptversammlungsbeschlusses
WpHG §§ 21, 22, 28; AktG §§ 131, 319 Abs. 6, 327a ff., 327e
ZIP 2009, 170
NZG 2009, 260
Denn diese Entscheidungen betreffen nicht den hier vorliegenden (oder einen vergleichbaren) Fall, sondern beschäftigen sich damit, ob die im Anfechtungsprozess verklagte Gesellschaft eine sekundäre Darlegungslast trifft, wenn ein anfechtender Aktionär einen Stimmrechtsverlust infolge von Verletzungen der Meldepflicht geltend macht (…vgl. OLG Stuttgart, Urt. v. 15.10.2008, 20 U 19/07, juris Rz. 79 ff. = AG 2009, 124 ff.; OLG Düsseldorf, Beschl. v. 10.09.2008, I-6 W 30/08, juris Rz. 38).
Das Ziel der Mitteilungspflichten aus §§ 21, 22 WpHG besteht darin, die betroffene Gesellschaft sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die Veränderung der maßgeblichen Beteiligungsquoten in Kenntnis zu setzen und die betroffene Gesellschaft sodann in die Lage zu versetzen, ihrer Meldepflicht nach § 25 WpHG nachzukommen (vgl. OLG Düsseldorf NZG 2009, 260, 261;… Schneider in: Assmann/Schneider, WpHG, 5. Aufl., Rdn. 3 zu § 21); so wird Transparenz auf den Kapitalmärkten geschaffen.
Demgemäß besteht kein Anlass, die Meldepflicht bei einer Umfirmierung zu bejahen (vgl. OLG Düsseldorf NZG 2009, 260, 261; LG Krefeld NZG 2009, 265, 266 = AG 2008, 754;… Schneider in: Assmann/Schneider, WpHG, a.a.O., Rdn. 77 zu § 21;… Hirte in: Kölner Kommentar zum WpHG, 2007, Rdn. 151 zu § 21; Nottmeier/Schäfer AG 1997, 87, 89; Segna AG 2008, 311, 313 f.; Klein/Theusinger NZG 2009, 250, 251).
Die Offensichtlichkeit muss nicht sogleich ins Auge springen und bezieht sich daher nicht auf den Prüfungsaufwand, sondern auf das Ergebnis der Prüfung (vgl. Senat, Beschluss vom 10.09.2008, I - 6 W 30/08 = NZG 2009, 260, 261, juris Rn 24;… Beschluss vom 17.01.2011 - I - 6 U AktG 1/10, S. 10 mwN; OLG Hamm, Beschluss vom 22.09.2010, I - 8 AktG 1/10, juris Rn 20, mwN; OLG München, Beschluss vom 10.04.2014, - 7 AktG 1/13, juris Rn 32,0LG Frankfurt a.M., Beschluss vom 06.04.2009, 5 W 8/09, juris Rn.22).
Wie bereits ausgeführt worden ist, rechtfertigen bewertungsbezogene Mängel nicht die Anfechtung des Sqeeze-out (vgl. auch Senat, Beschluss vom 10. September 2008 - I - 6 W 30/08 -, OLG Düsseldorf, 15. ZS., AG 2005, 654 ff.; OLG Frankfurt ZIP 2008, 138 ff.).