Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4226.htm
Timestamp: 2018-12-10 13:44:43
Document Index: 29080986

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5']

4.226 Heuhofer Weg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Heuhofer Weg« vom 16. August 1993 (GBl. v. 30.09.1993, S. 595).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Ehingen, Gemarkung Frankenhofen, Landkreis Alb‑Donau‑Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Heuhofer Weg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 11,8 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Frankenhofen die Flurstücke Nrn. 247, 248, 249, 250/1 und 256/3.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 13. März 1992 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt der großen Kreisstadt Ehingen in Ehingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· der Schutz einer auf Grund wechselnder Nutzungen entstandenen artenreichen Vegetation, die von einem kleinräumigen Mosaik verschiedenster Pflanzengesellschaften geprägt ist;
· die Erhaltung der landschaftsprägenden Schönheit und Eigenart des Gebietes als kulturhistorisch bedeutsamen Bereich, an dem sich die Nutzungsgeschichte dieser Region nachvollziehen läßt;
· der Magerrasen mit der Einzian‑Kammschmielen‑Gesellschaft;
· die eingesprengte Trockenrasenvegetation;
· die Lesesteinriegel mit den Gehölzansiedlungen der Weißdorn‑Schlehen‑Gesellschaft als Brut‑ und Nahrungsraum für zahlreiche Vogelarten sowie den typischen Pflanzen der Saumgesellschaften;
· die durch das artenreiche Vegetationsmosaik bedingte artenreiche Insektenfauna, darunter zahlreiche Tagfalterarten und Widderchen;
16. Dauergrünland in Ackerland umzubrechen; Magerwiesen und Heideflächen zu beseitigen oder zu zerstören;
17. Magerwiesen und Heideflächen zu beseitigen oder zu zerstören;
18. Düngemittel einzubringen;
19. chemische oder biologische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, anzuwenden;
21. Luftfahrzeuge aller Art zu starten, zu landen oder zu betreiben.
§ 5 Zulässige Handlungen:
1.3 keine Hunde abgerichtet werden und Jagdhunde in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni ‑ außer bei der Nachsuche ‑ angeleint geführt werden;
1.4 keine neuen jagdlichen Einrichtungen errichtet werden;
1.5 Wildfütterungen verboten sind;
1.6 Wildkirrungen auf den ökologischen Vorrang- und Extensivierungsflächen (Karte 1:2500) nicht erlaubt sind;
2. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 16 und mit der Maßgabe, daß
2.1 auf den in der Karte gekennzeichneten Vorrang- und Extensivierungsflächen Schafpferche nicht errichtet werden dürfen;
2.2 auf den ökologischen Vorrangflächen (Karte 1:2500) Düngung verboten ist;
2.3 die landwirtschaftliche Nutzung, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war, in ursprünglichem Umfang und Intensität wieder aufgenommen werden darf;
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196) in der jeweils gültigen Fassung bleibt unberührt;
4. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen, Gewässer und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 19;
5. für notwendige Altlastenerkundungen und ‑sanierung;
(1) Die Entwicklungs‑, Schutz‑ und Pflegemaßnahmen haben zum Ziel, die Magerwiesenflora und die daran gebundene Tierwelt zu erhalten und zu entwickeln. Angestrebt wird die Begründung von stabilen Salbei-Trespen-Glatthafer‑, bzw. ‑Goldhaferwiesen auf den vorrangigen Extensivierungsbereichen sowie die Stabilisierung der Restflächen der Kalkmagerrasenflora auf den Vorrangflächen.
(2) Die der ordnungsgemäßen Landwirtschaft vorbehaltenen Bereiche (§ 5 Ziff. 3) dienen als Pufferflächen, auf denen extensive Nutzungsformen anzustreben sind. Hierzu sollen im Rahmen der haushaltsrechtlichen Ermächtigungen gemäß den Landschaftspflegerichtlinien vom 18. Dezember 1990 mit den Nutzungsberechtigten Vereinbarungen über Nutzungsbeschränkungen abgeschlossen werden.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Alb‑Donau‑Kreis über das Landschaftsschutzgebiet »Sommerschafweide am Guckenberg« vom 9.September 1938, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.