Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82260000020.htm
Timestamp: 2018-12-10 09:45:53
Document Index: 293856617

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 64', '§ 4', '§ 4']

2.26.020 Malscher Aue
VO - gilt für die LSG 2.26.020 und 2.15.030
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Malscher Aue" vom 13. Juni 1985 (GBl. v. 28.06.1985, S. 200).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Malsch und Mühlhausen, Landkreis Rhein-Neckar-Kreis und auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Schönborn, Landkreis Karlsruhe, werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Malscher Aue".
(1) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Malscher Aue" hat eine Größe von rund 75 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 24 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 02.Dezember 1981 auf dem Gebiet der
· a) Gemeinde Malsch, Gemarkung Malsch, die Grundstücke Flst.Nrn. 4008, 4016-4019, 4021, 4022, 4023/2, 4023/3, 4025, 4196, 4223-4229, 42314238, 4238/1, 4239, 4240/1, 4240/2, 4241-4252, 4253 (teilweise) , 4254, 4255-4257 (jeweils teilw.), 4262 (teilw.), 4263 (teilw.), 4264/1 (teilw.), 4266 (teilw.), 4268 (teilw.), 4269 (teilw.), 42704277 (jeweils teilw.), 4279-4281 (jeweils teilw.), 4315 (teilw.), 4317-4319, 4321/1, 4322-4324, 4325/1, 4328-4332, 4333/1, 4336-4338, 4340, 4341/1, 4341/2, 4342-4345, 4347, 4348, 4441 (teilw.), 44424446, 4451-4453, 4454 (teilw.), 4528/1 (teilw.), 4529 (teilw.), 4529/1 (teilw.), 4530-4532 (jeweils teilw.), 4533-4538, 4539/1, 4541-4543 (jeweils teilw.), 4545 (teilw.), 4546 (teilw.), 4550-4554, 4555 (teilw.), 4557-4567 (jeweils teilw.), 4569 (teilw.), 4569/2 (teilw.), 4570-4572 (jeweils teilw.), 4573, 4574 (teilw.), 5218 (teilw.), 5219 (teilw.), 5223 (teilw.), 5228 (teilw.), 5230 (teilw.), 5231 (teilw.), 5233/1 (teilw.), 5234-5236 (jeweils teilw.), 5243-5246 (jeweils teilw.), 5253-5256, 5258-5260, 5261/1, 5263-5270, 5272, 5273, 5275, 5276, 5278-5284 und teilweise das Waldgrundstück Nr. 5601 im Gemeindewald Distrikt II Brett;
· b) Gemeinde Mühlhausen, Gemarkung Rettigheim, das Gewann Dornschlagwiesen sowie den Teil des Gemeindewaldes Distrikt III Brett, der durch die Grenzsteine Nr. 1-3 und 40-48 umfaßt wird;
· c) Gemeinde Bad Schönborn, Gemarkung Bad Mingolsheim, westlich der Bundesstraße 3 den Hengstbach auf einer Länge von rund 160 m mit den bergseits davon liegenden Grundstücken Flst. Nrn. 3376-3378 sowie östlich der Bundesstraße 3 die von den parallel zum Hengstbach führenden Wegen eingeschlossene Hengstbachaue und im Anschluß daran entlang der Gemarkungsgrenze zu Malsch den Hengstbach mit den angrenzenden Grundstücken.
(3) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 51 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 02. September 1981 auf dem Gebiet der
· a) Gemeinde Malsch, Gemarkung Malsch, die Grundstücke Flst.Nrn. 41404145 (jeweils teilw.), 4149 (teilw.), 4150 (teilw.), 4151, 4255-4257 (jeweils teilw.), 4258/1, 4260, 4261, 4262 (teilw.), 4263 (teilw.), 4264/1 (teilw.), 4266 (teilw.), 4268-4277 (jeweils teilw.), 4279-4281 (jeweils teilw.), 4283, 4285/1 (teilw.), 4287/1 (teilw.), 4289-4292 (jeweils teilw.), 4294/1, 4295/1 (teilw.), 4295/2 (teilw.), 4296 (teilw.), 4296/1 (teilw.), 4297/1 (teilw.), 4297/2 (teilw.), 4298, 4299 (teilw.), 4301 (teilw.), 4307-4310 (jeweils teilw.), 4315 (teilw.), 4487/1 (teilw.), 4490-4493 (jeweils teilw.), 4507/1 (teilw.), 4508-4511 (jeweils teilw.), 4512-4522, 4524-4526, 4528/1 (teilw.), 4529 (teilw.), 4529/1 (teilw.), 4530-4532 (jeweils teilw.), 4541-4543 (jeweils teilw.), 4545 (teilw.), 4546 (teilw.), 4547-4549, 4555 (teilw.), 4557-4567 (jeweils teilw.), 4568, 4569 (teilw.), 4569/2 (teilw.), 4570-4572 (jeweils teilw.), 4574 (teilw.), 4575-4586, 4586/1-4586/5, 4587-4590 (jeweils teilw.), 4610 (teilw.), 4611 (teilw.), 4613-4615 (jeweils teilw.), 4616/1 (teilw.), 4618 (teilw.), 4620/1 (teilw.), 4621-4623 (jeweils teilw.), 4625 (teilw.), 4626 (teilw.), 4628-4631 (jeweils teilw.), 4635-4638 (jeweils teilw.), 5123 (teilw.), 5124 (teilw.), 5125-5127, 5129, 5130, 5133-5140 (jeweils teilw.), 5160/1 (teilw.), 5161-5166 (jeweils teilw.), 5167, 5168, 5168/2, 5169, 5170, 5171/1, 5171/2, 5172, 5174 (teilw.), 5176 (teilw.), 5177/2 (teilw.), 5178-5180 (jeweils teilw.), 5194-5196 (jeweils teilw.), 5218 (teilw.), 5219 (teilw.), 5220, 5221, 5223 (teilw.), 5224-5227, 5228 (teilw.), 5230 (teilw.), 5231 (teilw.), 5233/1 (teilw.), 5234-5236 (jeweils teilw.), 5237, 5238 (teilw.), 5239-5242, 5243-5246 (jeweils teilw.), 5247 und teilweise das Waldgrundstück Nr. 5601 im Gemeindewald Distrikt II Brett;
· b) Gemeinde Mühlhausen, Gemarkung Rettigheim, teilweise das Waldgrundstück Nr. 2272 im Gemeindewald Distrikt III Brett;
· c) Gemeinde Bad Schönborn, Gemarkung Bad Mingolsheim, die Grundstücke Flst.Nrn. 2309 (teilw.), 2310/1, 2310/2, 2311, 2312, 2312/1, 2314-2319, 2361-2366, 2366/1, 2367-2373, 2386-2392 (jeweils teilw.), 3230 (teilw.), 3231 (teilw.) und 3232 (teilw.) sowie westlich der Bundesstraße 3 die Grundstücke Flst.Nrn. 4171 und 4172.
(4) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 5000 und in fünf Detailkarten im Maßstab 1 : 1 500 eingetragen. Darin sind die Grenzen des Naturschutzgebietes mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie, die des Landschaftsschutzgebietes mit durchgezogener grüner und mit einer durch bandartige Punktierung hervorgehobenen Linie gekennzeichnet. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Karlsruhe und beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(5) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 4 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
(1) Schutzzweck für das Naturschutzgebiet ist die Erhaltung der Bachaue entlang des Hengstbaches bei Malsch mit ihren letzten zusammenhängenden Schilf-, Seggen- und Hochstaudenflächen, ihrer Buschvegetation sowie ihren Hecken- und Waldrandbereichen als Feuchtgebiet von regionaler Bedeutung und als Lebensraum von zum Teil erheblich gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.
(2) Schutzzweck für das Landschaftsschutzgebiet ist die Sicherung eines für das Naturschutzgebiet notwendigen Ergänzungsraumes mit seinen zum Teil feuchten Wiesen und Gehölzbeständen.
§ 4 Verbote für das Natur- und Landschaftsschutzgebiet
4. Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern können, insbesondere zu drainieren, die Quellbereiche zu fassen, die Abflußverhältnisse zu verändern oder Fischteiche anzulegen;
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn-, oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
10. Schilf-, Seggen- und Hochstaudenfluren zu beweiden oder darin zu pferchen;
11. Maschinen oder Geräte zu lagern oder abzustellen;
12. zu baden, zu zelten, zu lagern oder Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Stände aufzustellen;
13. Feuer anzumachen oder zu unterhalten;
17. die Wege zu verlassen;
18. die Wege mit Fahrzeugen aller Art (ausgenommen Fahrräder ohne Hilfsmotor und Rollstühle) zu befahren;
19. schwimmende Anlagen zu verankern oder zu betreiben sowie Stege zu errichten;
20. Flugmodelle oder Modellboote zu betreiben;
21. Dauergrünland, Schilf-, Seggen- oder Hochstaudenflächen in Ackerland umzubrechen;
22. außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden;
23. Gehölze, Hecken und Gebüsch zu beseitigen oder zu zerstören.
(1) Im Landschaftsschutzgebiet bedürfen Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, der schriftlichen Erlaubnis der höheren Naturschutzbehörde.
4. Abbauen, Entnehmen oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder das Verändern der Bodengestalt auf andere Weise;
7. Anlegen oder Verändern von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;
8. Anlegen oder Verändern von Flugplätzen einschließlich Modellfluggeländen;
9. Betreiben von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;
10. Aufstellen von Wohnwagen oder Ständen außerhalb der zugelassenen Plätze und mehrtägiges Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;
11. Verankern von schwimmenden Anlagen und das Errichten von Stegen;
12. Anlegen, Beseitigen oder Ändern von fließenden oder stehenden Gewässern;
14. Neuaufforstungen, Anlegen von Baumschulen und Kleingärten oder das wesentliche Ändern der Bodennutzung auf andere Weise;
16. Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüsch, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen.
(1) § 4 Abs. 1 und 2 gelten in dem Naturschutzgebiet nicht:
2. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Nrn. 1-5, 9-11 und 21-23;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang (Grabenunterhaltung im Einvernehmen mit der Naturschutzverwaltung);
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15 und 16, wobei es für das Zurückschneiden von Gehölzen zur ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung keiner Erlaubnis nach § 5 bedarf;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen festgelegt.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer
1. in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt,
2. in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen §§ 4 und 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die dem Charakter des Gebietes oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Karlsruhe, den 13. Juni 1985