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Timestamp: 2018-04-22 01:38:11
Document Index: 243910339

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 30', 'Art, 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art 2', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 2', 'Art. 30']

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1 Susanne Prinz-Fuest Beratung AKTUELL 4 MSD - Wegweiser mit Literaturhinweisen Inklusionsberatung am Schulamt MSD für weiterführende Schulen Integrationsfachdienst - Berufsorientierung INDIVIDUELL Berufseinstiegsbegleitung Diagnostik Rechtliche Hinweise zu Notenaussetzung und Übertritt Häufig gestellte Fragen - FAQ Co-Teaching - neu: Teaming Literaturhinweise Weiterentwicklung des MSD an Berufsschulen Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 1
2 Zöbeley Inhaltsverzeichnis Vorwort 3 Inklusion an weiterführende Schulen (Gymnasium, Realschule, FOS/BOS) 4 Anforderung einer sonderpädagogischen Beratung für weiterführende Schulen 10 MSD für weiterführende Schulen im inklusiven Setting 12 Übertritt bei sonderpädagogischem Förderbedarf 15 Beratungsgespräch bzgl. Notenaussetzung bzw. lernzieldifferentem Unterricht 19 FAQs zum lernzieldifferenten Unterricht 20 MSD - Wegweiser 22 Literaturhinweise und Links für MSD - Einsteiger und MSD-Profis 28 Formular für Förderzentrum Geistige Entwicklung: Ergebnisoffene Beratung 31 Formular: Zeitweiliger Verzicht auf Noten aufgrund pädagogischer Gründe 32 Inklusionsberatung an staatlichen Schulämtern in Niederbayern 33 Co-Teaching - Modell Teaming 37 Auf dem Weg in den Beruf: Berufsorientierung Individuell 38 Berufseinstiegsbegleitung 41 Abschlüsse an Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung 43 Rückblick und Ausblick - der MSD bs besteht ein Jahr 45 Diagnostik WNV und AID 3 50 Literaturhinweise 55 Impressum 56 Sonderpädagogische Bausteine - Jakob-Muth-Schule Regensburg 57 Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 2
3 Eltern Berater Lehrer Ausgabe 4 Oktober 2014 Schüler Vorwort In der vierten Ausgabe des Heftes Beratung AKTUELL hat sich die Arbeitsgruppe neue Schwerpunkte gesetzt. Das aktuelle Thema Inklusion beschäftigt auch die weiterführenden Schulen. Diese haben nicht nur die Möglichkeit bei sonderpädagogischem Förderbedarf Nachteilsausgleich zu gewähren, sondern auch sog. Budget-Stunden zu beantragen. Jetzt regelt ein Regierungsschreiben die Anforderung des MSD im Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung. Veröffentlicht wird dazu ein aktualisiertes Formular für die Anforderung des MSD. Eine Beschreibung der speziellen Mobilen Sonderpädagogischen Dienste (KME, Sehen, Autismus) wird vorgestellt. Neu in Niederbayern ist seit Februar 2014 die Inklusionsberatung am Schulamt. Hierzu werden die aktuellen Fakten erklärt und die Inklusionsberatungen vorgestellt Für die Neuanfänger im MSD gibt es ab jetzt einen sog. MSD - Wegweiser, in dem zusammenfassend verschiedene Schwerpunkte verdeutlicht werden. Wir beginnen mit unterschiedlichen Bereichen wie Schweigepflichtentbindung, den Top 10 im MSD und einem Ablaufplan der Beratung und Betreuung. Aus dem Bereich Co- Teaching wird diesmal das Modell Teaming vorgestellt. Ein weiteres Thema umfasst die Möglichkeiten der Vorbereitung auf die Ausbildung und das Berufsleben. Es werden Formen der Unterstützung aufgezeigt, über die auch der MSD im Bereich der Oberstufe informiert sein muss, um weiterhin konkret beraten zu können. Beratung AKTUELL Der Schwerpunkt der häufigen Fragen liegt in Beratung AKTUELL 4 auf Notenaussetzung und den möglichen Konsequenzen für Übertritt und weiterführende Schulen. Vorgestellt wird erneut aktuelle Diagnostik. Außerdem werden wieder interessante Literaturhinweise und neue Links zur Verfügung gestellt. Wer an einer aktiven Mitarbeit im Arbeitskreis Beratung AKTUELL interessiert ist oder Anregungen für Themen weitergeben möchte, melde sich bitte per bei (SG 41) oder unter Die Regierung von Niederbayern bedankt sich herzlich bei der Arbeitsgruppe für den äußerst engagierten Einsatz. Ein besonderer Dank geht an die Gastautoren, die einen Beitrag zur Verfügung gestellt haben. Maria Findelsberger, SoRin Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 3
4 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema S. Zöbely Inklusion an weiterführenden Schulen (Gymnasium, Realschule, FOS/BOS) S. Zöbeley Mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und der Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes vom Juli 2011 wurde der inklusive Unterricht zur Aufgabe aller Schulen (vgl. Art. 2, Abs. 2 BayEUG) und die inklusive Schule zum Ziel der allgemeinen Schulentwicklung (vgl. Art. 30b, Abs.5, Satz 2 BayEUG). Mit dieser Gesetzesänderung wird der grundsätzlich gleichberechtigte Zugang für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu allen Schularten ermöglicht. Die schulartspezifischen Regelungen für die Aufnahme, das Vorrücken, den Schulwechsel und die Durchführung von Prüfungen bleiben an den weiterführenden Schulen unberührt (vgl. Art, 30a, Abs.5, Satz 2 BayEUG). 1 Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Eignung (bzw. der Eignung für eine weiterführende Schule (Realschule, FOS/BOS)) und sonderpädagogischem Förderbedarf werden im Unterricht zielgerichtet unterstützt. 2 Der Mobile Sonderpädagogische Dienst stellt den sonderpädagogischen Förderbedarf fest, berät die Schulen hinsichtlich der Gewährung eines individuellen Nachteilsausgleichs und schlägt pädagogische Fördermaßnahmen vor. Das Staatsministerium unterstützt die Schulen mit zusätzlichen Budgetstunden. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst Nach 25 VSO-F unterstützen die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste auf Anforderung die allgemeinen Schulen. Die Tätigkeit des MSD nach Art. 30a Abs.3 Satz 2 und Art. 30b Abs. 2 Satz 2 i.v. mit Art 2 BayEUG umfasst insbesondere folgende Aufgaben: 1. Unterstützung der inklusiven Schulentwicklung im Sinne einer angemessenen Förderung und Unterrichtung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der allgemeinen Schule; ( ) 1 KMS vom AZ:VI.2 5S5300 6c Inklusion Schüler mit Behinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf an Bayerns Schulen - siehe: Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 4
5 ( ) 4. Unterstützung und Begleitung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Übergang zwischen schulischen Lernorten. Ansprechpartner: Förderschwerpunkt Hören: Fr. Prechtl-Coduro Institut für Hörgeschädigte Auf der Platte Straubing Susanne Prinz-Fuest, SoKRin Förderschwerpunkt Sehen: Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung: Papst-Benedikt-Schule Privates Förderzentrum KME Krankenhausgasse Straubing Autismus-Spektrum-Störung: MSD A für weiterführende Schulen - Fr. O Connor Staatl. Schulberatungsstelle Niederbayern Seligenthalerstr Landshut Fr. Gerber sbz Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern Pater-Setzer-Platz Unterschleißheim Privates Förderzentrum KME Säumerweg Passau Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung Koordination Fr. Reiter Staatl. Schulberatungsstelle - Niederbayern Seligenthalerstr Landshut Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 5
6 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Nachteilsausgleich Die folgenden Informationen sind aus der Handreichung des ISB zum Nachteilsausgleich zusammengefasst: 3 Nach Artikel 3 Abs.3 Satz 2 des Grundgesetzes darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Trotz Unterstützung durch behinderungsspezifisch angepasste technische Hilfen kann eine Gleichbehandlung ohne zusätzliche pädagogische Hilfestellungen oft nicht hergestellt werden. Schulische Hilfestellungen richten sich auf den Unterricht einschließlich der Gewährung eines Nachteilsausgleiches bei Leistungsfeststellungen (BayEUG Art. 30a, Absatz 5, Satz 4). Der Nachteilsausgleich gleicht Nachteile aufgrund des sonderpädagogischen Förderbedarfs einzelner Schüler aus. Damit soll die Chancengleichheit gewahrt, nicht aber Vorteile gegenüber den Mitschülern bezüglich Prüfungsanforderungen gewährt werden. Ein erforderlicher Nachteilsausgleich kann sich auf folgende Bereiche erstrecken (siehe KMS vom VI.8 5 S ): Schulorganisatorische Maßnahmen z.b. geeigneter Sitzplatz, Klassengröße, Schultransport, Tutorensystem Didaktisch-methodische Maßnahmen z.b. Lehrersprache, adaptierte Arbeitsblätter, differenzierte Hausaufgaben, Visualisierung, Kopien von Tafelanschriften Technische Hilfen z.b. Computer, FM-Anlage, Lupe, spezielle Zeichengeräte Unterstützung durch Mobile Sonderpädagogische Dienste (MSD) Nachteilsausgleich bei Leistungserhebungen z.b. Zeitzuschlag, Pausen, andere Prüfungsformen (mündlich statt schriftlich oder umgekehrt), Alternativaufgaben Pädagogische und didaktisch-methodische Maßnahmen, die den Schüler im Unterricht unterstützen, liegen in der pädagogischen Verantwortung der Lehrkraft. Es empfiehlt sich, den zuständigen Mobilen Sonderpädagogischen Dienst beratend hinzuzuziehen. 3 S. Zöbely Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 6
7 Der Nachteilsausgleich bei Leistungsfeststellungen wird durch die Erziehungsberechtigten bzw. den volljährigen Schüler auf der Basis eines fachärztlichen Befundes und ggf. einer fachlichen Stellungnahme des MSD beantragt und über die Schulleitung an die dienstvorgesetzte Schulbehörde weitergeleitet. In Schulordnungen und Kultusministeriellen Bekanntmachungen bzw. Schreiben (KMS) ist folgendes geregelt: Nach der Gymnasial- und Realschulordnung ( 2 GSO, 53 GSO, 2 RSO) liegt die Zuständigkeit der Entscheidung über den Nachteilsausgleich bei Leistungsnachweisen bei den jeweiligen Ministerialbeauftragten, ggf. nach Abstimmung mit dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst. Für die Beruflichen Oberschulen (FOS/BOS) entscheiden in diesen Fällen die zuständigen Ministerialbeauftragten. Im Übrigen entscheidet über den Ausgleich von Prüfungsnachteilen aufgrund dauernder Behinderung bei Leistungsnachweisen im Laufe des Schuljahres der Schulleiter, ggf. in Abstimmung mit dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst. Bestimmungen für die Realschulen: KMS vom Az. V.2 S KMS vom Az. V/4 S / Bestimmungen für die Gymnasien: ISB - Bayern KMS vom Az. VI.8 5 S KMS vom Az. VI.9-5 S a Bestimmungen für die Beruflichen Oberschulen: KWMBI vom Az. VII.8-5 S Der Nachteilsausgleich ist bei den jeweiligen Leistungsnachweisen zu dokumentieren. Im Zeugnis wird dagegen der Nachteilsausgleich nicht aufgeführt (KMS IV.8-5 S vom 30. Januar 2009 und KMS VI.9-5 S a vom 11. Mai 2012). Eine Ausnahme gilt nur für die Fälle der Legasthenie bzw. Lese- Rechtschreibschwäche (bitte aktuelle Hinweise des KM beachten - Änderung möglich). Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 7
8 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Für den Nachteilsausgleich für hörgeschädigte, körperbehinderte und sehgeschädigte Schüler sowie für Schüler mit Autismus-Spektrum-Störung wurden vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung sehr hilfreiche Bögen zur Erfassung des individuellen Nachteilsausgleichs herausgegeben. Für sonstige Beeinträchtigungen oder Erkrankungen ist die Vorgehensweise dem KMS vom VI.9-5 S a Ergänzende Vollzugshinweise zur Gewährung von Nachteilsausgleich bei Leistungserhebungen zu entnehmen. Budgetstunden Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an weiterführenden Schulen ist laut KMS vom und KMS vom AZ. VI.2 5S5300 6b die Gewährung von sogenannten Budgetstunden möglich. ( ) die Anträge auf Budgetzuschläge bzw. Anrechnungsstunden (Erst- und Folgeanträge) sind bis zum 1. April des jeweiligen Jahres an das Staatsministerium zu richten. Die entsprechenden aktuellen Gutachten (aus dem aktuellen oder dem Vorjahr) des jeweils zuständigen Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes (MSD) sind dem Antrag beizulegen. Bei Neuaufnahmen von Schülern insbesondere in der 5. Jahrgangsstufe ( ) sind die Anträge bis zum 1. Juni des jeweiligen Jahres beim Staatsministerium einzureichen. Wegen der auslastungsbedingt oft langen Fristen bis zum Erhalt des Gutachtens des jeweils zuständigen MSD ist der voraussichtlich durch den MSD bescheinigte Bedarf zugrunde zu legen. Die jeweiligen Gutachten des MSD sind unmittelbar nach Erhalt an das Staatsministerium zu übermitteln. 4 Voraussetzung für die Gewährung ist also die Attestierung und Beschreibung des sonderpädagogischen Förderbedarfs durch den zuständigen MSD in Form eines Förderdiagnostischen Berichts bzw. einer fachlichen Stellungnahme. In das fachliche Urteil der Sonderschullehrkraft wird die Durchführung adäquater und fundierter Diagnostik bzw. die Sichtung bereits vorliegender Unterlagen einbezogen. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Beobachtungen der Lehrkräfte und die Beschreibung aller bereits durchgeführter Maßnahmen sowie die Darstellung des durch die Schule zu leistenden Mehraufwandes. 5 4 KMS vom Az. VI.2 5S5300 6b vgl. Regierungsschreiben vom 12. Mai 2014 Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 8
9 Aufgrund der vor allem im Bereich emotional-soziale Entwicklung sehr zahlreichen Anfragen regelt das unten genannte Regierungsschreiben in Verbindung mit einer Anlage (Anforderung einer sonderpädagogischen Beratung) für diesen Förderschwerpunkt die weitere Vorgehendweise: Die Klassenleitung der weiterführenden Schule beschreibt in Kooperation mit den in der Klasse tätigen Lehrkräften die Auffälligkeiten des betreffenden Schülers und leitet die Anforderung einer sonderpädagogischen Beratung an die Schulleitung weiter. Diese nimmt sofern mehrere Anträge vorhanden sind eine Priorisierung vor und sendet die Anträge gesammelt an die zuständige MB-Dienststelle. Diese wiederum sichtet alle eingegangenen Anträge und leitet die vordringlichsten Fälle an die Staatliche Schulberatungsstelle Landshut weiter. Letztere nimmt mit der Antrag stellenden Schule Kontakt auf und vereinbart einen Beratungstermin zur Planung des weiteren Vorgehens. 6 6 vgl. Regierungsschreiben vom 12. Mai 2014 Hanne Reiter, SoKRin SFZ Landshut-Land und Schulberatungsstelle Auf den folgenden beiden Seiten wird das aktuelle Formular vorgestellt, das weiterführende Schulen bei Verdacht auf einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich emotional-soziale Entwicklung ausfüllen und über die Schulleitung an die MB-Dienststelle und diese an Fr. Reiter (Schulberatungsstelle) weiterleiten. Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 9
10 Schulanschrift Über die Schulleitung und die MB-Dienststelle An die Staatliche Schulberatungsstelle Sonderschulkonrektorin Hanne Reiter Seligenthaler Straße Landshut Formular zur Beantragung von Beratung durch den MSD (ese) Anforderung einer sonderpädagogischen Beratung (Gymnasium, Realschule, FOS/BOS) 1. Angaben zum Schüler: Name des Schülers: Erziehungsberechtigte: Geburtsdatum: Anschrift der Erziehungsberechtigten: Staatsangehörigkeit: Telefonnummer: Schule: Schulanschrift: Telefonnummer: Klassenlehrkraft: Schullaufbahn (Klasse, Schuljahr) GS Meine ausschlaggebenden Beweggründe für die Anforderung der Beratung: 3. Planung des weiteren Vorgehens: Sonderpädagogische Beratung zum Förderbedarf Beratung zum Nachteilsausgleich Erstellung des Förderdiagnostischen Berichts zur Beantragung von Budgetstunden 4. Auswirkungen auf die Schulleistungen: Fach: Fach: Fach: Fach: Beobachtungen: Beobachtungen: Beobachtungen: Beobachtungen:. 2. Seite... Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 10
11 5. Zusätzliche Beobachtungen und Beschreibungen: a) Beobachtungen zum Lern- und Leistungsverhalten: b) Beobachtungen zum Sozialverhalten: c) Konkrete Verhaltensauffälligkeiten: d) Auswirkungen auf den Unterricht Stärken des Schülers Mehraufwand durch die individuelle Förderung: e) Durchgeführte Maßnahmen mit Ergebnisbeschreibung: 1. Schulinterne Maßnahmen (Beratungslehrer, Schulpsychologe) Ergebnis 2. Durchgeführte Maßnahmen im Unterricht Ergebnis 3. Ggf. Medizinische Maßnahmen (z.b. Medikation) Ergebnis 6. Folgende Institutionen waren oder sind bereits mit dem Schüler / der Schülerin befasst: Mit Anlage Mit Anlage Mit Anlage Ort Datum Klassenleiter(in) Schulleiter(in) Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 11
12 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema MSD für weiterführende Schulen im inklusiven Setting 1. MSD-Autismus Inklusive Bildung und sonderpädagogische Förderung ist - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - Aufgabe aller Schulen, so dass auch Lehrkräfte der weiterführenden Schulen aufgefordert sind, Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung einen Bildungsweg zu ermöglichen, der ihrer Begabung entspricht. Angesichts der vielfältigen Ausprägungen eines autistischen Störungsbildes stellt der Umgang sowie die schulische Förderung eines autistischen Schülers aber eine große Herausforderung sowohl für die Schule als auch für jeden einzelnen Lehrer dar. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst Autismus (MSD-A) bietet Schulen, Schülern, Lehrern und Erziehungsberechtigten deshalb Beratung und Unterstützung an. Worin besteht diese? Beratung für Erziehungsberechtigte Beratung und Unterstützung für Lehrerinnen und Lehrer Hospitation im Unterricht Information der Mitschüler über Autismus Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für Schulen Hilfen bei der Erstellung und Umsetzung des Nachteilsausgleichs Unterstützung bei der Antragsstellung am Kultusministerium zur Gewährung von Budgetstunden und zusätzlichen Anrechnungsstunden im Bereich Inklusion Eine Liste aller Ansprechpartner finden Sie unter: Isabell O Connor, OStRin, Schulberatungsstelle Landshut 2. MSD-K (Körperlich-motorische Entwicklung) Im MSD-K an unserer Schule arbeiten ausgebildete Sonderschullehrer der Fachrichtung Körperbehindertenpädagogik. Im Sinne der Inklusion betreuen wir Schüler mit körperlichen und motorischen Handicaps an allen Schularten. Aber auch Kinder mit chronischen Erkrankungen wie z.b. Epilepsie, Asthma, Diabetes, Rheuma werden von unserem Fachdienst in ihren Schulen unterstützt. Wir sind beratend in Realschulen und Gymnasien tätig. Hier ist wichtig, den geeigneten Nachteilsausgleich zu besprechen und eventuell Budgetstunden zu beantragen. In Fortbildungen oder Klassenteams versuchen wir über die individuelle Behinderung aufzuklären und gegebenenfalls Sorgen der Lehrer zu mindern. Wir schauen uns vor Ort die gegebenen Räumlichkeiten an und versuchen, für jeden betreuten Schüler Lösungen zu finden, um diesen erfolgreich an der Realschule/ Gymnasium teilhaben zu lassen. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 12
13 Unsere Ansprechpartner vor Ort sind häufig Schulpsychologen und Beratungslehrer. Diese oder Eltern wenden sich bei weiteren Schwierigkeiten an uns. In den weiterführenden Schulen ist es wichtig, Lehrer über die Behinderung(en) und möglichen Folgeerscheinungen aufzuklären. Körperbehinderte Schüler sind durchaus in der Lage, eine weiterführende Schule zu besuchen, wenn die behinderungsspezifischen Maßnahmen besprochen sind und individuelle Lösungen gefunden werden. Auch die Berufsberatung nimmt im MSD-K einen großen Raum ein. Welchen Beruf ein körperbehinderter oder chronisch kranker Schüler erlernen kann, wird mit den Eltern besprochen. Außerschulische Ansprechpartner werden aufgezeigt. Katrin Oswald, StRin FS - Papst-Benedikt-Schule, Straubing 3. MSD-S (Förderschwerpunkt Sehen) Der MSD Förderschwerpunkt Sehen kümmert sich um sehbehinderte und blinde Kinder und Jugendliche, die eine Regelschule in der Nähe ihres Wohnortes besuchen. Als sehbehindert gilt, wer trotz Korrektur normale Sehfunktionswerte nicht erreicht und dessen Sehschärfe in der Ferne und/oder in der Nähe auf 1/3 bis 1/20 der Norm herabgesetzt ist. Das heißt, dass ein Sehbehinderter mit 1/10 Sehkraft aus 1m Entfernung das erkennen kann, was ein Normalsichtiger aus 10m Entfernung sieht. Ebenso können Gesichtsfeldausfälle von entsprechendem Schweregrad eine Sehbehinderung begründen. Als hochgradig sehbehindert gilt, wer eine Herabsetzung der Sehschärfe auf 1/20 bis 1/50 der Norm aufweist. Blindheit liegt vor, wenn das Sehvermögen weniger als 1/50 beträgt. Der Schweregrad einer Sehbehinderung wirkt sich bei Menschen oft unterschiedlich aus. Es ist vor allem im schulischen Bereich sehr wichtig, das individuelle Sehverhalten des einzelnen Schülers unter alltäglichen Bedingungen - Lichtverhältnisse im Klassenzimmer, Entfernung von der Tafel, etc. - zu prüfen. Zum Beispiel kann ein erheblicher Unterschied zwischen dem Sehen im Nahbereich und dem Sehen im Fernbereich beobachtet werden. Die Sehleistung wird beeinflusst vom physischen und psychischen Allgemeinzustand des Schülers, von der Tageszeit, von Helligkeit, Kontrast, Farbgebung u.v.m. Da es in Niederbayern kein Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Sehen gibt, ist der MSD des Sehbehinderten- und Blindenzentrums Südbayern in Unterschleißheim für sehbehinderte und blinde Schülerinnen und Schüler ohne weiteren Förderbedarf in Niederbayern zuständig. Wir unterstützen die Kinder/Jugendlichen und deren Lehrkräfte an weiterführenden Schulen sowie an allen anderen Schularten. An dieser Stelle möchten wir uns kurz vorstellen: Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 13
14 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Prinz-Fuest Im Bezirk Niederbayern unterstützten wir im Schuljahr 2013/14 sechszehn Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen, vier an Gymnasien, sieben an Realschulen, drei an Fachoberschulen und zwei an Berufsschulen. Im Rahmen unserer MSD-Arbeit übernehmen wir folgende Aufgaben: Wir informieren Lehrkräfte und Eltern über die Auswirkungen der Sehschädigung in Schule und Alltag Wir beraten Lehrkräfte hinsichtlich methodisch-didaktischer Notwendigkeiten und Adaptionen von Arbeitsmitteln Wir führen Gespräche mit Lehrkräften und Schülerinnen/Schülern bzgl. der Erschwernisse und geben Empfehlungen zum Nachteilsausgleich Wir unterstützen die Schulen bei der Beantragung von Budgetstunden Wir unterstützen die Jugendlichen und ihre Eltern bei der Auswahl geeigneter Hilfsmittel und adaptierter Arbeitsmittel Wir sensibilisieren Lehrkräfte und Mitschüler für die besondere Situation des /der sehgeschädigten Jugendlichen Wir bieten Fortbildungen für Lehrkräfte an Regelschulen an Wie beantragen Sie den MSD-Sehen für Ihren Schüler/Ihre Schülerin? Auf unserer Homepage MSD stehen die notwendigen Formulare zum Download zur Verfügung. Zusätzlich benötigen wir einen aktuellen augenärztlichen Befund! Maria Gerber, StRin FS, Sehbehinderten-/Blindenzentrum Südbayern München Beratung Aktuell bedankt sich bei den Gastautoren Isabell O Connor, Kathrin Oswald und Maria Gerber. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 14
15 Prinz-Fuest Übertritt bei sonderpädagogischem Förderbedarf Belegstelle: BayEUG Art. 30 a Zusammenarbeit von Schulen, kooperatives Lernen (5) 1 Ein sonderpädagogischer Förderbedarf begründet nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schulart. 2 Schulartspezifische Regelungen für die Aufnahme, das Vorrücken, den Schulwechsel und die Durchführung von Prüfungen an weiterführenden Schulen bleiben unberührt. 3 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf müssen an der allgemeinen Schule die Lernziele der besuchten Jahrgangsstufe nicht erreichen, soweit keine schulartspezifischen Voraussetzungen bestehen. 4 Die Festschreibung der Lernziele der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch einen individuellen Förderplan sowie den Nachteilsausgleich regeln die Schulordnungen. Weitere Hinweise: 1. Alle Schüler/innen der 4. Jahrgangsstufe einer Grundschule erhalten ein Übertrittszeugnis mit einer Schullaufbahnempfehlung, also auch die Schüler mit Notenaussetzung aufgrund von sonderpädagogischem Förderbedarf. (GrSO 25, Abs. 2) Hinweis: Schüler/innen eines Sonderpädagogischen Förderzentrums nur auf Antrag der Erziehungsberechtigten 2. Eine Gesamtdurchschnittsnote kann zwar aus den verbleibenden Fächern (bei Notenaussetzung nur in einem Fach, z.b. nur in Mathematik) berechnet werden. Diese eingeschränkte Gesamtdurchschnittsnote kann im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes jedoch nicht als Kriterium für die Eignung für eine weiterführende Schule herangezogen werden (GrSO 25, Abs. 3,4). 3. Demnach muss die Feststellung der Eignung über den Probeunterricht laufen. An diesem können Schüler auf Antrag der Erziehungsberechtigten unabhängig von den in der Grundschule erreichten Noten - teilnehmen (KMBek 12/2010). Für das erfolgreiche Bestehen des Probeunterrichtes gibt es eindeutige Kriterien: In einem Fach mindestens die Note 3 und im anderen mindestens die Note 4 mit Elternwille in beiden Fächern mindestens die Note 4 (RSO 26, Abs. 4). Laut KMBek ist ein vorheriges verpflichtendes Beratungsgespräch an der aufnehmenden Schule zur Ausübung der Elternverantwortung nicht erforderlich. 4. Somit stellt sich die Frage für die Eltern, ob ihr Kind, für das sie aufgrund eines festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarfs in der Grundschule Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 15
16 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Findelsberger eine Notenaussetzung und damit eine Unterrichtung und Bewertung nach individuellen Lernzielen beantragt hatten, in der Lage sein wird, im Probeunterricht sowohl in Mathematik als auch in Deutsch Leistungen zu zeigen, die mit mindestens "ausreichend" zu bewerten sind. Rechtlich wäre es möglich. 5. Möglich könnte auch diese Alternative sein: Besuch der 5. Jahrgangsstufe der Mittelschule - ohne Notenaussetzung (aufgrund des festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarfs). Die Eignung für den Besuch der Realschule liegt bei einer Gesamtdurchschnittsnote in Deutsch und Mathematik von mindestens 2,5 vor. In nachgewiesenen Härtefällen entscheidet die Lehrerkonferenz über die Eignung. (MSO 32 Abs. 2) Voraussetzungen des Übertritts an die 5. Jahrgangsstufe der Realschule (Quelle: KM) Von der 4. Jahrgangsstufe Grundschule: Die Grundschule spricht eine Empfehlung aus, welche Schulart für das Kind in seiner derzeitigen Lebensphase angebracht ist. Die Grundschule zieht dafür die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht der 4. Jahrgangsstufe heran. Für den Übertritt in die Realschule ist eine Durchschnittsnote von mindestens 2,66 erforderlich. Durch einen erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der aufnehmenden Schulart kann ebenfalls die Eignung festgestellt werden. Probeunterricht Mit einem erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der gewünschten Schulart kann auch eine Eignungsfeststellung erfolgen. Dabei werden in einem dreitägigen Probeunterricht die schriftlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik zentral gestellt. In beiden Fächern werden auch mündliche Noten gebildet. Bestanden hat, wer in dem einen Fach mindestens die Note 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht hat. Eltern entscheiden Die Eltern können sich für einen Übertritt ihres Kindes entscheiden, wenn im Probeunterricht in beiden Fächern jeweils die Note 4 erreicht wurde. Von der 5. Jahrgangsstufe der Mittelschule: Für die Realschule benötigt die Schülerin / der Schüler im Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 5 einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Mittelschule in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens einen Notendurchschnitt von 2,5. In Härtefällen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Eignungsfeststellung durch die Lehrerkonferenz. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 16
17 Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Susanne Prinz-Fuest, SoKRin Von der 5. Jahrgangsstufe Gymnasium Übertritt uneingeschränkt möglich (in der Regel zu Beginn des Schuljahres). Voraussetzungen für Übertritt in die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums (Quelle: KM Juni 2014) Von der 4. Jahrgangsstufe Grundschule: Die Grundschule spricht eine Empfehlung aus, welche Schulart für das Kind in seiner derzeitigen Lebensphase angebracht ist. Die Grundschule zieht dafür die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht der 4. Jahrgangsstufe heran. Für den Übertritt auf das Gymnasium ist eine Durchschnittsnote von mindestens 2,33 erforderlich. Das über ein Schuljahr gezeigte Lern- und Leistungsvermögen des Kindes ist daher für die Übertrittseignung maßgeblich. Durch einen erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der aufnehmenden Schulart kann ebenfalls die Eignung festgestellt werden. Probeunterricht Mit einem erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der gewünschten Schulart kann auch eine Eignungsfeststellung erfolgen. Dabei werden in einem dreitägigen Probeunterricht die schriftlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik zentral gestellt. In beiden Fächern werden auch mündliche Noten gebildet. Bestanden hat, wer in einem Fach mindestens die Note 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht hat. Eltern entscheiden Die Eltern können sich für einen Übertritt ihres Kindes entscheiden, wenn im Probeunterricht in beiden Fächern jeweils die Note 4 erreicht wurde. Von der 5. Jahrgangsstufe der Mittelschule: Das Kind kann auch nach Abschluss der 5. Jahrgangsstufe von der Mittelschule in die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums wechseln. Für den Wechsel auf ein Gymnasium ist eine Durchschnittsnote im Jahreszeugnis von mindestens 2,0 in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik erforderlich. In Härtefällen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Eignungsfeststellung durch die Lehrerkonferenz. Für die Schülerinnen und Schüler staatlich genehmigter Schulen (z. B. Montessori-Schulen) findet ein eigener landesweit einheitlich gestalteter Probeunterricht statt. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 17
18 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Von der 5. Jahrgangsstufe Realschule: Nach Abschluss der 5. Jahrgangsstufe an der Realschule kann das Kind in die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums wechseln. Hierfür benötigt es eine Vorrückungserlaubnis und im Jahreszeugnis eine Durchschnittsnote von mindestens 2,50 in den beiden Fächern Deutsch und Mathematik. In Härtefällen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Eignungsfeststellung durch die Lehrerkonferenz. Für die Schülerinnen und Schüler staatlich genehmigter Schulen (z. B. Montessori-Schulen) findet ein eigener landesweit einheitlich gestalteter Probeunterricht statt. Weitere Quellen: KMBek zur Gelenkklasse / erweiterten Übertrittsphase vom GrSO, 32 MSO, RSO, GSO Sibylle Sporkert, Beratungsrektorin SFZ Regen Susanne Prinz-Fuest, SoKRin - SFZ Pfarrkirchen Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 18
19 Inhalte des Gesprächs: Die individuellen Leistungen des Schülers / der Schülerin entsprechen nicht den Lernzielen der besuchten Jahrgangsstufe. Die schulischen Leistungen aus den lernzieldifferent unterrichteten Fächern werden im Zwischen- und Jahreszeugnis verbal beschrieben. Im Zeugnis erscheint die Bemerkung: Auf Grund eines sonderpädagogischen Förderbedarfs wird/wurde im Fach / in den Fächern auf eine Bewertung der Leistungen durch Noten verzichtet. Im Zeugnis der 8./9./10. Klasse: "Im Fach/in den Fächern wird/ wurde auf eine Bewertung der Leistungen durch Noten verzichtet." Bei Notenaussetzung ist das Vorrücken in die nächste Jahrgangsstufe zu ermöglichen, wenn zu erwarten ist, dass sich die individuellen Lernziele des Förderplans auch in der nächsthöheren Jahrgangsstufe erfolgreich verwirklichen lassen. (GrSO 40 Abs. 5 bzw. MSO 49 Abs. 5) Die Zugangsvoraussetzungen für den Übertritt an eine weiterführende Schule werden durch diese Maßnahme in der Regel nicht erfüllt. Im Übertrittszeugnis kann bei Notenaussetzung im Fach / in den Fächern Mathematik, Deutsch und / oder Heimat und Sachunterricht keine Gesamtdurchschnittsnote errechnet werden. Die Eignung für die weiterführende Schule kann somit nur über den Probeunterricht an der betreffenden Schule festgestellt werden. Die besonderen Zugangsvoraussetzungen für weiterführende Schulen werden durch die lernzieldifferente Unterrichtung in der Mittelschule in der Regel nicht erfüllt. Beratungsgespräch mit den Erziehungsberechtigten bzgl. Notenaussetzung / Lernzieldifferenten Unterricht aufgrund festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarfs GrSO 38 Abs. 3 bzw. MSO 47 Abs. 3 Ein Regelabschluss an der Mittelschule ist bei Notenaussetzung in der Abschlussklasse nicht möglich, da keine Gesamtdurchschnittsnote aller Vorrückungsfächer berechnet werden kann. (MSO 54 Abs. 1) Die Notwendigkeit der Notenaussetzung / lernzieldifferenten Unterrichtung soll jährlich mit den Erziehungsberechtigten erörtert werden. Es muss ein Förderplan erstellt werden; die Lernziele im Förderplan sind mindestens jährlich fortzuschreiben. (GrSO 39 Abs. 5 bzw. MSO 49 Abs. 5) Zusammenfassung: Sibylle Sporkert, BRin-Schulpsychologin, SFZ Regen Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 19
20 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Aus der Praxis Für die Praxis Zum Lernzieldifferenten Unterricht Susanne Prinz-Fuest, SoKRin - SFZ Pfarrkirchen Frequently Asked Questions 1. Wie verhält es sich mit der Informationsweitergabe bei einem Schulwechsel? Sachverhalt: Ein Mädchen mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Sprache, Lernen und sozial-emotionale Entwicklung wird notenbefreit und lernzieldifferent unterrichtet. Ein Förderplan wird regelmäßig erstellt. Die Erziehungsberechtigten wollen das Kind an einer Montessori-Schule anmelden, möchten jedoch den Förderbedarf dort unerwähnt lassen und keinen Antrag auf Notenbefreiung und lernzieldifferente Unterrichtung mehr stellen. Frage: Kann/ muss dem Wunsch der Eltern entsprochen werden, auch wenn der MSD weiß, dass sehr hoher sonderpädagogischer Förderbedarf besteht? Antwort: Die emotionale Befindlichkeit und Sorge des MSD Mitarbeiters um das Wohl der Schülerin muss in diesem Fall außen vor bleiben. Der Förderdiagnostische Bericht des Vorjahres befindet sich im Schülerakt. Er beschreibt den festgestellten Förderbedarf, zeigt die Förderziele auf und verweist u.a. auf einen differenzierten Förderplan. So kann und muss die Initiative auf Unterstützung durch den MSD von der Montessori-Schule ausgehen. Diskussion und Antwort: Hanne Reiter, SoKRin SFZ Landshut-Land, Sibylle Sporkert, BRin SFZ Regen, Susanne Prinz-Fuest, SoKRin SFZ Pfarrkirchen 2. Welche Konsequenzen ergeben sich bei einer Befreiung von Ziffernnoten für die Schullaufbahn? Sachverhalt: Ein Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen wird in der 3. Jahrgangsstufe von den Noten befreit und soll lernzieldifferent unterrichtet werden. Bei der Antragstellung nach BayEUG, Artikel 52, Abs. 2 und GrSO 38 Abs. 3 bzw. MSO 47 Abs. 3 werden die Erziehungsberechtigten vorab über die Konsequenzen für die Schaulaufbahn beraten. Frage: Welche langfristigen Konsequenzen ergeben sich genau? Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 20
21 S. Prinz-Fuest Antwort: Konsequenz 1 ( weiterführende Schulen): Bei einer Notenbefreiung in der 4. Jahrgangsstufe kann keine Gesamtdurchschnittsnote berechnet werden. Somit ist ein Übertritt an eine weiterführende Schule nur über einen erfolgreich bestandenen Probeunterricht möglich. Siehe auch Seiten Konsequenz 2 (Mittelschulen): Wird dieser Weg (Notenbefreiung u. lernzieldifferente Beschulung) konsequent bis zur 9. Jahrgangsstufe gegangen, so folgt ein veränderter Abschluss in der Mittelschule. Denn nach BayEUG Art. 30a, Absatz 5 erhalten...schüler und Schülerinnen, die aufgrund ihres sonderpädagogischen Förderbedarfes die Lernziele der Mittelschulen und Berufsschulen nicht erreichen,... ein Abschlusszeugnis ihrer Schule mit einer Beschreibung der erreichten individuellen Lernziele sowie eine Empfehlung über Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung und zum weiteren Bildungsweg. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang ein Elterngespräch über die Angebote der Agentur für Arbeit für die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Reha - Berater, Berufsbildungswerke,...). Zudem besteht die Möglichkeit einer externen Teilnahme an den Abschlüssen am SFZ. Diskussion und Antwort: Hanne Reiter, SoKRin SFZ Landshut-Land, Susanne Prinz-Fuest, SoKRin SFZ Pfarrkirchen 3) Ersetzt die Inklusionsberatungsstelle am Schul- amt den MSD/MSH? Antwort: Nein, auf keinen Fall. Die Inklusionsberatungsstelle ist ein ergänzendes Angebot zu anderen Beratungs- und Fördereinrichtungen. Sie befindet sich an einem neutralen Ort (z.b. dem staatlichen Schulamt), bietet offene Beratungen an und verweist an weitere Fachstellen. Im Gegensatz zum MSD/MSH findet keine Diagnostik, Förderung und über einen längeren Zeitraum begleitende Elternberatung statt. Nur der MSD/MSH kann Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte/Erzieher vor Ort an ihrer Einrichtung unterstützen. Die Inklusionsberatungsstelle hingegen koordiniert verschiedene Fachdienste, Beratungsstellen, Ämter sowie Schulen und verweist auf mögliche Kooperationspartner (vgl. S. 33). Antwort: Marion Huber, SoKRin SFZ Deggendorf Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 21
22 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema S. Prinz-Fuest Prinz-Fuest - Wegweiser Ab Herbst 2014 werden wir regelmäßig Artikel vorstellen, die zu einem sog. MSD-Wegweiser für Studienräte im Förderschuldienst, die neu im MSD arbeiten, genutzt werden können. 1) Diagnostik 2) Förderung 1. Allgemeine Hinweise zum MSD Die Tätigkeit im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst ist in Artikel 21 BayEUG grundgelegt und in vier wesentliche Aufgabengebiete unterteilt: 3) Beratung von Lehrkräften, Schülern und Schülerinnen, Erziehungsberechtigten 4) Fortbildung In der VSO-F wird in 25 noch differenzierter auf das Tätigkeitsprofil eingegangen und inhaltlich folgendermaßen beschrieben: Der MSD unterstützt die inklusive Schulentwicklung, leistet die sonderpädagogische Arbeit am Kind im schulischen Kontext und bezieht dabei das Kindesumfeld mit ein. Auch begleitet und unterstützt er Kinder und Jugendliche im Übergang zwischen Lernorten. Des Weiteren ist der MSD zuständig für die Erstellung des Förderdiagnostischen Berichtes. Er berät die allgemeine Schule bei Zurückstellungen, bei der Förderplanung, bei der Erstellung individueller Abschlusszeugnisse und unterstützt die Beratung beim Übergang von Schule in den Beruf. Die Arbeit im MSD erfordert also ein hohes Maß an fachlicher Qualifikation in allen Gebieten der sonderpädagogischen Arbeit und ist nur bedingt mit der Tätigkeit als Klassen- oder Fachlehrer in einem Sonderpädagogischen Förderzentrum zu vergleichen. Als Neuling in diesem Arbeitsfeld steht man vor einer ganz besonderen Herausforderung, da man sich nur schwer vorstellen kann, wie die Arbeit aussehen wird. Mit Informationen, fachlichen Beiträgen und Kommentaren aus der Praxis wollen wir nun in jeder Ausgabe speziell die MSD-Anfänger ansprechen und sie auf Ihre Tätigkeit vorbereiten, begleiten und qualifizieren. Susanne Prinz-Fuest, SoKRin SFZ Pfarrkirchen 2. Schriftwesen des MSD Jedes Förderzentrum hat im Laufe der Zeit ein individuell ausgeprägtes Schriftwesen entwickelt, welches den Betreuungsvorgang eines jeden Schülers begleitet Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 22
23 S. Prinz-Fuest, SoKRin - SFZ PAN Prinz-Fuest und fixiert. Je nach sachlicher Ausgangslage und neben persönlicher Ausprägung eines jeden Mitarbeiters sollte das Schriftwesen jedoch unbedingt enthalten: Anforderung des MSD mit Unterschrift der Eltern, des Schulleiters und des Klassenleiters Differenzierte Beschreibung des Förderbedarfs durch den Klassenlehrer Diagnostik Schweigepflichtentbindung Förderplan des GS/MS-Lehrer bzw. des MSD Auflistung fortlaufend durchgeführter Maßnahmen Gesprächsprotokolle, eventuell mit unterschriebenen Gesprächsvereinbarungen Förderdiagnostischer Bericht (Kopie) Kopien von Gutachten Kopien von Nachteilsausgleichen Kopien von Lernzielkontrollen Das Schriftwesen verbleibt auch nach Beendigung der Betreuung bei dem MSD- Mitarbeiter oder am jeweiligen Sonderpädagogischen Förderzentrum. Eine Weitergabe von Informationen, Schriftstücken oder Testergebnissen an externe Stellen darf nur mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten erfolgen. Gerda Bauer, StRin FS SFZ Landshut-Land, Franz Weinzierl, SoKR SFZ Landau, Susanne Prinz-Fuest, SoKR SFZ Pfarrkirchen 3. Ablaufplan einer Beratung und Betreuung Im Rahmen der Tätigkeit im MSD werden Ihnen viele unterschiedliche Problemstellungen begegnen, dabei wird sich jede Beratung und Betreuung anders gestalten. Auch wird jedes Sonderpädagogische Förderzentrum die Tätigkeit ein wenig anders definieren und individuell gefärbt in die Praxis umsetzen. Dennoch ergibt sich ein in den Grundsätzen einheitliches Ablaufschema, das sich an vielen Schulen bewährt hat. Es muss jedoch bei der folgenden Darstellung darauf hingewiesen werden, dass dies nur ein Grundraster ist und kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird. A) Die Regelschule meldet anhand eines Anforderungsformulars den Schüler und beschreibt neben den persönlichen Daten und der bisherigen Schullaufbahn das vorliegende Problem in Stichpunkten. Der MSD-Mitarbeiter prüft diese Anmeldung auf Vollständigkeit. Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 23
24 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema (Die schriftliche Information der Erziehungsberechtigten ist nötig; lt. Gesetzgeber ist ein Einverständnis nicht mehr unbedingt nötig). B) Der MSD-Mitarbeiter nimmt Kontakt mit der Regelschule und den Erziehungsberechtigten auf und vereinbart einen Gesprächstermin. Ob das Erstgespräch gleichzeitig mit Lehrer und Eltern geplant wird oder vorerst getrennt, hängt von der momentanen Situation ab. Scheint die Situation bereits sehr angespannt, empfiehlt es sich, Einzelgespräche zu führen. C) Zum Termin des Erstgespräches an der Schule ist es wichtig, den Schulleiter kurz über den Beginn der Betreuung und die nächsten geplanten Schritte zu informieren. D) Bei den gemeinsam oder getrennt stattfindenden Gesprächen versucht der MSD-Mitarbeiter sachliche und emotionale Informationen über den Schüler, die Problematik, die bisherigen Interventionsversuche und die Zielorientierung der Beratung zu erhalten und ohne Wertung aufzunehmen. Am Ende des Gespräches erfolgt in der Regel eine Vereinbarung darüber, wie weiter gearbeitet werden soll (an welchem Tag kommt der MSD-Mitarbeiter, welche Diagnostik wird eingesetzt, welche Aufgaben übernimmt der Klassenlehrer, welche externen Stellen suchen die Eltern in der nächsten Zeit auf,...). Um einen Überblick und eine inhaltliche Absicherung zu erhalten, empfiehlt es sich, diese Vereinbarungen schriftlich in einem Gesprächsprotokoll zu fixieren. Diese Planung ist für alle Beteiligten möglichst transparent und im Einverständnis aller zu realisieren. Dabei muss der MSD-Mitarbeiter unbedingt darauf achten, dass er selber nur Aufgaben übernimmt, die er auch tatsächlich zeitlich schaffen kann und auch übernehmen darf (Der MSD-Mitarbeiter ist Pädagoge, kein Arzt oder Psychologe!). Auch hier empfiehlt es sich, die Planung der nächsten Wochen kurz mit dem Schulleiter zu besprechen. E) In den nächsten Wochen beginnt die diagnostische Phase, d.h. der Mitarbeiter arbeitet mit dem Schüler persönlich und führt diverse Tests durch (Begabungsdiagnostik, Schulleitungsdiagnostik, Teilleistungsdiagnostik,...), hospitiert bei Bedarf im Unterricht und tauscht sich mit externen Stellen aus. In diesem Zeitraum ist es sehr wichtig, genau und differenziert zu arbeiten. Auf folgende Punkte muss dabei unbedingt geachtet werden: Die beabsichtigten diagnostischen Instrumentarien müssen mit den Eltern abgesprochen werden. Für die Durchführung von Intelligenztests muss unbedingt eine gesonderte schriftliche Einverständniserklärung eingeholt werden. Eine Hospitation im Unterricht soll nur im Einverständnis mit dem Regel- Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 24
25 Susanne Prinz-Fuest schullehrer erfolgen. Dabei soll unbedingt abgeklärt werden, dass den MSD-Mitarbeiter nur das Arbeitsverhalten des Schülers interessiert. Der Kollege soll sich auf keinen Fall beobachtet fühlen und damit unter Druck geraten. Der Informationsaustausch mit externen Stellen (Kinderärzte, Therapeuten,...) ist unter Umständen sehr wichtig, um später dann auch eine differenzierte Förderung beginnen zu können. Das Vorliegen einer Schweigepflichtentbindung ist unbedingt notwendig, das persönliche Gespräch mit den Eltern über jegliche Schritte in der Betreuung auch. Protokolle sollten über jedes Gespräch angefertigt werden. Bei Elterngesprächen empfiehlt sich ein unterschriebenes Gesprächsprotokoll. E) Nach diesem Zeitraum, der sich mehr oder weniger lange gestaltet, vereinbart man sich wieder zu einem Gespräch, in dem dann die diagnostischen Ergebnisse vorgestellt werden und man erste Zielvereinbarung trifft, wie es weitergehen soll. Wichtig ist hierbei, alle Beteiligten in die Förderplanung mit einzubeziehen. Gerade für MSD-Anfänger ist es wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass man alleine nur sehr selten das vorliegende Problem lösen kann. Eine Beratung hinsichtlich einer Förderortentscheidung ist grundsätzlich ergebnisoffen zu gestalten. F) Die Betreuung eines Kindes an der Regelschule kann sich sehr vielfältig gestalten. Regelmäßige zielorientierte Förderplanbesprechungen sind sehr wichtig, um auf hohem fachlichem Niveau weiter zu arbeiten. G) Jede Betreuung muss auch irgendwann ein Ende finden und für Lehrer, Schüler und Eltern transparent gestaltet werden. Dieser Abschnitt gestaltet sich vor allem bei weniger erfolgreichen Betreuungen schwierig. Ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten und dem Klassenlehrer ist ratsam. Auch der Schulleiter muss über die Beendigung und dem momentanen Ist-Stand informiert werden. H) Der Betreuungsakt wird vervollständigt und verbleibt beim MSD Mitarbeiter oder an der Schule. Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Susanne Prinz-Fuest, SoKR SFZ Pfarrkirchen Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 25
26 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Prinz-Fuest Top 10 im 1) Freuen Sie sich auf Ihre neue Tätigkeit und gehen Sie mit Neugier und Motivation an sie heran. Die Arbeit im MSD ist sehr interessant, vielfältig und abwechslungsreich. 2) Noch nie ist ein Meister vom Himmel gefallen. Niemand erwartet von Ihnen am Anfang eine komplexe und mit anderen Stellen vernetzte Beratung. Beginnen Sie mit linearen Sachverhalten, die sie exemplarisch vorbereiten können. 3) Lassen Sie sich Zeit, das neue Arbeitsfeld kennen zu lernen. Begleiten Sie einen erfahrenen Mitarbeiter zu ausgewählten Terminen, dann können Sie durch Beobachten und einem direkten Austausch vor Ort die Tätigkeit besser kennen lernen. 4) Stellen Sie sich nach telefonischer Terminvereinbarung unbedingt bei den Schulleitern der Ihnen zugewiesenen Regelschulen vor und machen Sie sich auch bspw. während einer Pause im Lehrerzimmer bei den Kollegen bekannt. 5) Stellen Sie ein für sich persönlich passendes Ordnungssystem zusammen, nach dem Sie arbeiten möchten. Jederzeit können Sie dieses ergänzen und erweitern. Es lohnt sich auch, bei erfahrenen Kollegen das Schriftwesen anzusehen. 6) Suchen Sie Kontakt zu erfahrenen Kollegen und fragen Sie ohne Scheu. Holen Sie auch bei scheinbar einfachen Sachverhalten die notwendigen Informationen und fragen Sie immer wieder. Das ist keineswegs peinlich, sondern zeigt, dass Sie Ihre Arbeit ernstnehmen und mögliche Probleme erkennen. 7) Unterbrechen Sie bei Unsicherheit Ihren momentanen Arbeitsgang, auch dann wenn Sie mitten in einem Beratungsgespräch sind. Erkundigen Sie sich nach der Richtigkeit Ihres Vorhabens bei Ihren Kollegen, recherchieren Sie rechtliche Grundlagen und arbeiten Sie dann erst wieder weiter. Dies ist besonders bei Schullaufbahnberatungen wichtig, die einer rechtlichen Grundlage unterliegen. 8) Nehmen Sie die Schweigepflichtentbindung ernst. Holen Sie diese auf alle Fälle ein, auch wenn der Arbeitsvorgang eilt und Sie mit anderen Personen Informationen austauschen müssen. Sprechen Sie mit den Erziehungsberechtigten über alle notwendigen Schritte und sichern Sie sich erst ihr Einverständnis. 9) Seien Sie ehrlich zu sich selbst, wenn Sie sich einen Fall nicht zutrauen. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen, holen Sie sich Unterstützung für die nächsten Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 26
27 Prinz Schritte und zweifeln Sie nicht an sich selbst, wenn Sie die Beratung abgeben oder mit Ihrem Kollegen neu einteilen. 10) Trauen Sie sich zu, eigene Wege einzuschlagen. Wie auch in der Arbeit als Klas- senlehrer, kennzeichnen Sie Ihre Arbeit durch Ihre Persönlichkeit. Dass Sie sich dabei im Spielfeld der gesetzlichen Bestimmungen bewegen müssen, gilt als selbstverständlich. Susanne Prinz-Fuest, SoKRin SFZ Pfarrkirchen Entbindung von der Die Schweigepflichtentbindung muss immer dann erfolgen, wenn Informationen über den Schüler an andere Personen erfolgen sollen, z.b. an Ärzte, Therapeuten, andere Schulen oder dergleichen. Die Schweigepflicht beruht auf strafrechtlichen, arbeitsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Rechtsnormen. Aber schon aus dem Berufsethos folgt das Gebot einer besonderen Verschwiegenheit unter der Wahrung der Würde, des Selbstbestimmungsrechtes und der Privatsphäre desjenigen, der dem professionell Tätigen von Berufs wegen anvertraut ist bzw. der sich vertrauensvoll an sie (ihn) gewandt hat. (Wikipedia) Alle Schulen, die im MSD tätig sind, haben bereits vorgefertigte Formulare. Diese sollten unbedingt mit den Erziehungsberechtigten besprochen und in ihrem Beisein ausgefüllt werden. Dabei kann besprochen werden, wen man (und warum) kontaktieren möchte. Bei Unsicherheit der Eltern ist dann sofort eine sachliche Klärung möglich. Die Weitergabe eines Sonderpädagogischen Gutachtens muss schriftlich von den Eltern bestätigt werden. Lehnen die Erziehungsberechtigten grundsätzlich einen Austausch mit anderen Personen ab, ist dies aber notwendig für die Arbeit, so erscheint eine Prüfung der Betreuung und ggf. eine Beendigung des MSD notwendig. Bevor der Mitarbeiter also z.b. Kontakt mit einem Kinderarzt aufnimmt, kann er die Schweigepflichtentbindung in die Praxis faxen und von der Sprechstundenhilfe vorlegen lassen. Dies gilt für alle externen Stellen. Die Schweigepflicht muss unbedingt ernst genommen werden und eingehalten werden, auch wenn es den Informationsfluss zeitlich bremst. Susanne Prinz-Fuest, SoKRin SFZ Pfarrkirchen Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 27
28 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Literaturhinweise zum Thema Einsteiger im MSD Antonia Elter, BRin - SFZ Eggenfelden Interventionen bei Lernstörungen Förderung, Training und Therapie in der Praxis Hrsg.: G.W. Lauth, M. Grünke*, J.C. Brunstein Hogrefe, Göttingen 2. überarbeitete Auflage (2014) ISBN ,95 Mit der Neuauflage Interventionen bei Lernstörungen haben die Herausgeber Lauth u.a. ihr umfassendes, interdisziplinäres Werk von 2004 überarbeitet und wieder zahlreiche effektive Möglichkeiten der Lernförderung aufgeführt. Bekannte Expertinnen und Experten stellen Interventionen jeweils mit einer empirisch gut belegten Wirksamkeit dar, so dass sie im (Förder-) Unterricht, im Training und in Therapien leicht umgesetzt werden können. Im ersten Teil des Buches geht es um die wichtigsten Formen von Lernstörungen, es werden Arten, Klassifikation sowie Entstehungsbedingungen erläutert. Die Erörterungen reichen dabei von underachievement über Rechenschwäche und Lese-Rechtschreibschwäche bis hin zu Lernschwächen mit Entwicklungsretardierungen. Der zweite Teil enthält Informationen über Interventionen zur Förderung spezifischer Lernleistungen. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass nicht nur Wege zur Defizitbehebung aufgezeigt werden, sondern dass darüber hinaus viele Strategien aus der Praxis aufgezeigt werden, wie Kinder zu selbstständigem Lernen angeleitet werden können. Die Beiträge reichen dabei von exekutiver Kontrolle, Informationsverarbeitung und - auswertung, phonologischer Bewusstheit bis zu Unterrichtsbeteiligung. Im dritten Teil werden bereichsübergreifende Techniken präsentiert, die sich bei der Behandlung von Lernschwierigkeiten als nützlich erwiesen haben. Die Beiträge folgen einer einheitlichen Gliederung und zeigen jeweils konkret und verständlich auf, wie eine bestimmte Intervention zu planen und durchzuführen ist. Den Abschluss der Kapitel des zweiten und dritten Teils bilden Hinweise zur organisatorischen Umsetzung der Förderung sowie Angaben zu ihrer Effektivität. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 28
29 Fazit: Das Buch vermittelt eine große Fülle aktueller wie umfangreicher Fachinformationen, die verschiedenen Kapitel sind dabei übersichtlich gestaltet und leserfreundlich verfasst. * Prof. Dr. Matthias Grünke, Universität zu Köln, sprach auf dem 1. Ndb. Förderschultag das Hauptreferat mit dem Thema Was ist guter Unterricht? Interessante Downloads für MSD-Einsteiger u. -Profis 1. Verschiedene Hinweise zu Nachteilsausgleich, anderen Förderschwerpunkten, Infobrief bei Epilepsie, MSD-Autismus sowie MSD-Info NEWS 2. MSD-Rahmenkonzepte und Qualitätsmerkmale f_rderschulen_msd_rahmenkonzept-1.pdf 3. Bereits aus dem Jahr 2003 aber immer noch interessant ist das Konzept von Dr. Laschkowski (Reg. Mittelfranken) Arbeitshilfen für den MSD Zu Bestellen: Sonderpädagogische Bausteine per Fax: 0941 / siehe weitere Hinweise siehe S. 57f Interessante Bilder- und Kinderbücher zum Thema Behinderung Einer für Alle Alle für Einen! Brigitte Weninger, Eve Tharlet MINEDITION; Auflage: 1 ISBN ,90 Die sehr liebevoll aquarellierten Bilder zeigen die Akteure der Geschichte, einen Maulwurf, eine Maus, eine Amsel, einen Igel und einen Frosch in sehr menschlicher Gestik und Mimik. Eine lahmende Maus, die aber ein pfiffiger Denker ist, ein Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 29
30 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema halbblinder Maulwurf, der sich aber gut riechend orientieren kann, ein schlecht hörender Frosch, der aber sportlich wahre Wunder vollbringt, ein ängstlicher Igel, der ein guter Beschützer ist und eine Amsel, die für alle spricht. Jeder wird von den anderen so angenommen wie er ist, Akzeptanz und Toleranz sind das Fundament ihrer Freundschaft. Eine Besonderheit des Buches ist zudem noch die beigefügte DVD, die sehr bedienungsfreundlich mit vielen Unterfunktionen die Erzählung mit animierten Bildern darstellt. Es ist so möglich, die Geschichte abschnittsweise mit und ohne Untertiteln laufen zu lassen. Die Wiedergabe der Erzählung ist auch in unterschiedlichen Sprachen möglich. Auf Deutsch, Türkisch, Englisch und Französisch kann man so die Geschichte von Personen original gesprochen hören. Fazit: Die Einzigartigkeit jeder Figur ist sehr schön herausgearbeitet, ein gut durchdachtes Bilderbuch für eine gelungene Integration von Menschen, die unterschiedliche Sprachen sprechen und mit ihren großen und kleinen Handicaps zurechtkommen müssen. Bist du krank, Rolli-Tom? Matthias Sodtke Lappan; Auflage: 1 (2011) ISBN ,95 Nulli und Priesemut aus der Sendung mit der Maus bekommen Besuch von Rolli- Tom. Noch nie in ihrem Leben haben sie einen Rollstuhl gesehen und denken zunächst, er käme in einem Zauberstuhl daher. Nulli, der Hase, weiß nicht, was das bedeutet und zieht Tom kurzerhand aus seinem Stuhl, um mit ihm ein paar Hacken zu schlagen. Dieser versucht den beiden deutlich zu machen, dass seine Beine schlafen und er nicht mehr laufen könne. Nulli reagiert mit übertriebener Fürsorge: Er schiebt ihn aus der Sonne, bringt ihm ein Getränk in einem Schnabelbecher und ein weiches Kissen für seinen kaputten Rücken. Irgendwann reicht es Tom und er fordert Nulli auf, mit diesem Verhalten aufzuhören, denn ihm fehle nichts, er sei nicht krank, er könne nur nicht laufen! Fazit: Das Buch sensibilisiert auf kindgerechte Weise hervorragend dafür, dass Menschen mit Behinderungen von ihrer Umwelt "normal" behandelt werden wollen. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 30
31 Nachtrag Beratung Aktuell 3 - Formular für FZ GE Ergebnisoffene Beratung über mögliche Förderorte für das Schuljahr... Name Vorname geb. am Klasse Die Beratung über mögliche Förderorte für das Schuljahr ist durchgeführt worden am: Datum:... Anwesend: Als mögliche Förderorte wurden besprochen: Ort, Datum Unterschrift der Lehrkraft Nach sorgfältiger Überlegung haben wir uns für folgenden Förderort entschieden: Ort, Datum Unterschrift der Erziehungsberechtigten Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Formular erstellt von Veronika Lohmaier, StRin FS - für St. Notker-Schule, Deggendorf Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 31
32 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Zeitweiliger Verzicht auf eine Bewertung der Leistungen Nur bei kurzfristigem Notenverzicht z.b. bei Krankheit durch Noten aus pädagogischen Gründen nach GrSO 38 Abs. 2 und MSO 47 Abs. 2 Hiermit beantrage/n ich/wir als Erziehungsberechtigte für Name des Schülers/der Schülerin: Erziehungsberechtigte: Geburtsdatum: Anschrift der Erziehungsberechtigten: Telefonnummer: Klasse: Klassenlehrkraft: Schulbesuchsjahr: den Verzicht auf eine Bewertung der Leistungen durch Noten aus pädagogischen Gründen für den Zeitraum von bis : für das Fach die Fächer Datum: Darstellung der pädagogischen Gründe: Gesprächsteilnehmer: Zeugnisbemerkung: Aus pädagogischen Gründen wird (bzw. wurde) zeitweilig im Fach / in den Fächern auf eine Bewertung der Leistungen durch Noten verzichtet. Ort, Datum Unterschrift Erziehungsberechtigte: Ort, Datum Unterschrift Klassenlehrkraft: Durch Abstimmung in der Lehrerkonferenz vom wurde dem Antrag der Eltern auf den zeitweiligen Verzicht einer Bewertung der Leistungen durch Noten aus pädagogischen Gründen stattgegeben. nicht stattgegeben. Auf die Erteilung von Zeugnisnoten wird verzichtet. Auf Anfrage wird das Formular per zugesandt! Ort, Datum Unterschrift Schulleitung: Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 32
33 Susanne Prinz-Fuest Prinz-Fuest Inklusionsberatung an den staatlichen Schulämtern Antonia Elter, BRin - Schulpsychologin, SFZ Eggenfelden in Niederbayern Die Umsetzung der UN-BRK von 2009 ist im schulischen Bereich im BayEUG 2011 festgeschrieben. Ausgangspunkt ist dort vor allem die Feststellung, dass die Umsetzung der Inklusion Aufgabe aller Schularten sei. Art. 2 Abs. 2 Satz 1 BayEUG Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen. Art. 30b Abs. 1 BayEUG Die inklusive Schule ist ein Ziel der Schulentwicklung aller Schulen. Inklusive Bildung ist damit der Auftrag an alle Schulen und an alle Lehrkräfte, Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten und entsprechend ihren Begabungen individuell zu fördern. Zur Umsetzung dieser Vorgaben setzt das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf ein vielfältig differenziertes und durchlässiges Schulwesen, das jedem Kind und Jugendlichen einen passgenauen Weg für seine individuelle Entwicklung ermöglicht bei einem starken Wahlrecht der Erziehungsberechtigten bzw. der volljährigen Schüler. So können Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf nach bestimmten Vorgaben gemeinsam an allgemeinen Schulen lernen. Darüber hinaus gibt es Schulen mit Schulprofil Inklusion sowie Förderzentren als Kompetenzzentren für Sonderpädagogik. (aus: ISB: Inklusion in Bayern. Informationen für Beratungslehrkräfte und Schulpsychologen. S. 4) Der Freistaat hat ein umfangreiches schulisches Beratungsangebot. Dabei soll es auch bleiben. Insbesondere die Schulen vor Ort (Regelschulen) sind die ersten und wichtigsten Ansprechpartner für die Eltern. [ ] Es gibt aber auch Eltern, die eine überschulische Beratung wünschen.[ ] Ferner kann im Einzelfall Bedarf an Unterstützung durch die Eingliederungs- und Jugendhilfe bestehen oder die Klärung von Fragen der Schülerbeförderung notwendig werden. Gerade in diesen Fällen ist es wichtig, Ansprechpartner für eine umfassende [regionale] Beratung im Bereich Inklusion anbieten zu können. (MRin Tanja Götz, Bay. Staatsministerium für Unterricht und Kultus.,IV.8-5 S a.88246). Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 33
34 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Grafik: A..Elter Die Inklusionsberatung ist organisatorisch angebunden an das staatliche Schulamt. Sie ist eine überörtliche, interdisziplinäre, neutrale und vernetzte Beratungsstelle für den Bereich der Grund- und Mittelschulen bzw. Förderschulen. Sie stellt demnach eine weitere unabhängige Anlaufstelle für Eltern/ Erziehungsberechtigte, Lehrpersonen verschiedener Schularten, pädagogisches Fachpersonal, Fachkräfte aus Therapie, Medizin, Schulpsychologie sowie Mitarbeitern der Jugendhilfe und der Schulaufwandsträger. Sie ist eine kostenfreie und offene Beratungsmöglichkeit, die ein ergänzendes Angebot zu anderen Beratungsund Fördereinrichtungen, vor allem im Übergangsbereich darstellt. Die Beratung erfolgt dabei ergebnisoffen und nach den Grundsätzen der Kurzzeitberatung. Susanne Prinz-Fuest, SoKRin, SFZ Pfarrkirchen Die Inklusionsberatungsstellen am Schulamt bündeln Informationen über schulische und außerschulische Fördermöglichkeiten und über die verschiedenen inklusiven Angebote im konkreten Landkreis. Im Bereich der Realschulen, Gymnasien und der beruflichen Schulen soll weiterhin das etablierte Beratungsnetz aus Schule, staatlicher Schulberatungsstelle und Schulaufsicht als beratende Struktur unverändert als Ansprechpartner erhalten bleiben. Aber auch hier kann im Übergang von Grund-, Mittel- bzw. Förderschule an eine weiterführende Schule die Beratungsstelle für alle Beteiligten im konkreten Fall Ansprechpartner sein. Je Schulamt arbeiten zwei Lehrkräfte mit jeweils fünf Unterrichtspflichtstunden (eine UPZ-Std. entspricht ca. 1,5 Zeitstunden) interdisziplinär zusammen. Das Team beseht aus einer Lehrkraft aus dem Bereich der Grund- bzw. Mittelschule mit zusätzlicher Erfahrung als ausgebildete Beratungslehrkraft oder Schulpsychologin und einer Lehrkraft aus dem Bereich der Sonderpädagogik, die Erfahrung im Bereich des MSD bzw. als Beratungslehrkraft hat. Bereits im vergangenen Schuljahr 2013/14 wurden die entsprechenden Personalressourcen für die Regierungsbezirke ausgewiesen. In Niederbayern wurden hierbei zunächst drei Beratungsstellen eingeplant. Im Schuljahr 2014/15 kommen drei weitere Beratungsstellen hinzu. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 34
35 Inklusionsberatung Deggendorf Amanstr. 21 a, 1.Stock, Zi Deggendorf Telefon: Inklusionsberatung Rottal-Inn Inklusionsberatung Freyung-Grafenau Passauer Straße 8a, 1. OG Freyung Telefon: Inklusionsberatung Straubing im Gebäude der GS St. Peter, 2. Stock Schulgasse Straubing Telefon: Fax: im Gebäude der MS Eggenfelden Schulgasse Eggenfelden Telefon: Inklusionsberatung am Staatlichen Schulamt Regen Poschetsrieder Straße Regen Tel.: Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Grafiken entnommen aus den Flyern der Inklusionsberatungen Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 35
36 Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 36 Download möglich in PDF über Publikationsshop der Bayer. Staatsregierung (über Suchfeld: Inklusionsberatung am Schulamt ) Plakat
37 Erneut stellen wir hier eine weitere Möglichkeit aus dem CO-TEACHING vor: Teaming Modell TEAMING (Modell Team-Bildung) Literatur: Co-Teaching Handbook, Utah September 2011 Download in Englisch möglich unter: Beide Lehrkräfte unterrichten dasselbe Thema zur selben Zeit. Einige Lehrkräfte beschreiben es als wechselndes Unterrichten. Die meisten Lehrkräfte aber betrachten diese Herangehensweise als eine sehr komplexe, aber befriedigende Form des gemeinsamen Unterrichts. Teaming ist die schwierigste Lehrmethode innerhalb des Co-Teachings. Durchführung Beide Lehrkräfte arbeiten gleichzeitig an der Erfüllung des Unterrichtsauftrags. Beide sind verantwortlich für die Klassenführung und das Verhalten / die Verhaltenssteuerung der Schüler. Chancen / Vorteile Das Teaming ermöglicht die Erweiterung der Inhalte des Lehrplans durch eine Vielzahl von verschiedenen Strategien. Das Modell ermöglicht die unterstützende Zusammenarbeit. Beide Lehrkräften können auch individuelle Kompetenzen zeigen. Die Lehrkräfte können das Unterrichtsthema sorgfältig vorbereiten. Herausforderungen / Schwierigkeiten Beide Lehrer benötigen ausreichendes Wissen. Die Lehrkräfte müssen ihre Beiträge so abschätzen können, dass ein Fortgang im Unterricht gelingt. Sie sollen über eine gute Zeitplanung verfügen. Sie müssen intensiv und positiv zusammenarbeiten. Es ist nötig, dass beide Lehrkräfte auf die Bedürfnisse der Schüler eingehen. Den größten Anteil erfordern Vertrauen und Einsatz beider Lehrkräfte. Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Freie Übersetzung: Maria Findelsberger, SoRin, Reg. v. Niederbayern Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 37
38 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Zusätzliche Hilfe für Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in den Beruf: Die Berufsorientierung Individuell Im Jahr 2011 gaben Bundesregierung, Länder, die Bundesagentur für Arbeit und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen den gemeinsamen Startschuss für die Initiative Inklusion. Im Rahmen dieser Initiative sollen u.a. Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung und/oder Förderbedarf bessere Chancen für die Teilnahme am Arbeitsleben eröffnet werden. Zielgruppe sind SchülerInnen aller Schularten, die in den letzten zwei Jahren vor dem geplanten Schulabschluss stehen und bei denen Hindernisse auf dem Weg ins Berufsleben zu erwarten sind. Die Maßnahme mit dem Namen Berufsorientierung Individuell wird durch die Integrationsfachdienste (IFD) durchgeführt, die seit 15 Jahren bundesweit flächendeckend im Bereich der beruflichen Sicherung und Vermittlung von Menschen mit Handicap tätig sind und ihre Kompetenzen und Betriebskontakte in die Arbeit mit SchulabgängerInnen einbringen können. Die Integrationsfachdienste nehmen Kontakt zu Regierungsstellen, Schulämtern und Schulleitungen auf, um ihr Angebot vor Ort vorzustellen. Wenn eine Schule Bedarf an zusätzlicher Hilfe im Bereich der Berufsorientierung und Anbahnung des beruflichen Einstieges anmeldet, können die Mitarbeiter des regional zuständigen IFD unbürokratisch und ohne Kosten für Schule, Schulaufwandsträger und Eltern tätig werden: Die Maßnahme ist bis zum Ende des Schuljahres 2015/16 durch die Projektbeteiligten finanziert und bietet bayernweit Betreuungsmöglichkeiten für 1500 SchülerInnen pro Schuljahr. Der größte Bedarf an unserer Dienstleistung besteht im Bereich der Förder- und Mittelschulen, resümiert Joachim Kaeber, Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes Niederbayern, die Erfahrungen der vergangenen Monate. Uns erreichen allerdings auch immer mehr Anfragen aus anderen Schularten wie etwa den Gymnasien. Die steigende Zahl von InklusionsschülerInnen macht sich bemerkbar. Doch nicht ausschließlich SchülerInnen mit festgestellter Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf können betreut werden auch wenn Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich bestehen, Lern- oder Aufmerksamkeitsstörungen vorliegen oder SchülerInnen trotz bereits erfolgter Bemühungen der Schule noch nicht in der Lage waren, sich beruflich zu orientieren, können die Integrationsberater tätig werden. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 38
39 Aufgaben im Rahmen der Berufsorientierung Individuell können sein: Kompetenz- und Potentialanalyse Erstellen eines Neigungsprofils Berufskundliche Information mit Reflexion der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten (Passung und Profiling) Strategieentwicklung, Erarbeiten möglicher Berufs- und Ausbildungswege Stärkung der Selbst- und Sozialkompetenz, Realitätserprobung Bewerbungstraining, Vorbereitung auf Praktika Akquise von Praktikumsplätzen, Praktikumsbegleitung und -auswertung Unterstützung beim Aufbau eines Netzwerks, Informationsmanagement Begleitung beim Übergang in das Berufsleben Die Leistungen können individuell erbracht, aber auch in Kleingruppen erarbeitet werden (besonders Berufskunde und Bewerbungstraining). Wir stellen uns darauf ein, dass an jeder Schule bereits Angebote zur beruflichen Orientierung bestehen, so Kaeber. Besonders der persönliche Einsatz vieler Lehrkräfte und Schulleitungen ist bewundernswert. Daher stellen die IFD- Mitarbeiter ihre Tätigkeit auf den konkreten Bedarf an der jeweiligen Schule ab und beziehen dabei die bereits gewonnenen Erfahrungen ein. Uns ist die Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Schulpsychologen und MSD sowie den Eltern sehr wichtig, betont Kaeber. Ebenso arbeiten wir mit den Berater/innen der Arbeitsagentur, der Integrationsämter und den Schulsozialarbeiter/innen und Berufseinstiegsbegleiter/innen zusammen, um das bestmögliche Ergebnis für die jungen Menschen zu erzielen. Die Maßnahme Berufsorientierung Individuell steht damit nicht in Konkurrenz zu bestehenden Unterstützungsangeboten, sondern ergänzt diese individuell in Absprache mit allen Beteiligten. Der zeitliche Umfang der Betreuung beträgt im Regelfall sechs Monate, die nicht aufeinander folgen müssen. Daher können zum Beispiel ausgehend von den Vorgaben des schulischen Ablaufes ein berufsorientierender Maßnahme-Teil in der Vorabschlussklasse und eine Hinführung zur Ausbildung erst in der Abschlussklasse erfolgen. Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 39
40 Landkreis Deggendorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Stadt Straubing Stadt und Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Kelheim Landkreis Rottal-Inn Stadt und Landkreis Passau Landkreis Freyung-Grafenau Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Ansprechpartner/ Dienstort Koordination: Hans-Gerd Baumgartner Deggendorf Joachim Kaeber Landshut Irmgard Biereder Passau Zuständigkeit Beratung Aktuell bedankt sich beim Gastautor Joachim Kaeber, der den Integrationsfachdienst Berufsorientierung Individuell vorgestellt hat. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 40
41 S. Prinz-Fuest, SoKRin Berufseinstiegsbegleitung Mittlerweilen ist an vielen Schulen Niederbayerns die Berufseinstiegsbegleitung installiert, ein Projekt der Bundesagentur für Arbeit. Diese Maßnahme ist für Schülerinnen und Schüler gedacht, die Schwierigkeiten in der Schule haben und deren Schulabschluss gefährdet ist. Sie ist für Jugendliche und deren Eltern kostenlos. Dank der Berufseinstiegsbegleitung, das können Sozialpädagogen, Meister oder andere Fachkräfte mit Erfahrung im Umgang mit Auszubildenden sein, werden die Schülerinnen und Schüler intensiver auf die Berufswahl vorbereitet und bekommen Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Teilnehmen können die Schüler der Förder- und Mittelschulen in der Regel ab der Vorabgangsklasse. Die Betreuung endet meist nach dem ersten Halbjahr der Ausbildung. Die Berufseinstiegsbegleiter arbeiten an den Schulen, stimmen sich eng mit den Lehrkräften, auch dem MSD, ab und leisten intensive Elternarbeit. Sie unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei folgenden Aufgaben: 1. Erfolgreicher Schulabschluss: Klären der Ursachen von schulischen Schwierigkeiten Kompetenzanalyse Organisation von individueller Unterstützung (z.b. Nachhilfe) Verbesserung des Kontaktes Elternhaus Schule Elternarbeit und Hilfe bei Problemen 2. Berufsorientierung und Berufswahl Klären der individuellen Lage Begleitung bei der Berufswahl Anleitung zur aktiven Gestaltung der Berufswahl Susanne Prinz-Fuest Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 41
42 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema Susanne Prinz-Fuest Prüfen der persönlichen Fähigkeiten und Neigungen Erarbeiten von Strategien zur Umsetzung der beruflichen Orientierung Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche 3. Finden einer Ausbildung Erstellen von professionellen Bewerbungsunterlagen Informationen über den regionalen Arbeitsmarkt Strategien zum Finden einer passenden Ausbildungsstelle Bewerbungstraining Sicheres Telefonieren bei der Ausbildungssuche 4. Stabilisierung der Ausbildung Hilfe bei Konflikten im Betrieb Training Fit für den Job Sucht- und Gewaltprävention Hilfen im Alltag Artikel erstellt von Gerda Bauer, StRin FS, SFZ Landshut-Land Hinweis der Regierung für die Förderzentren: Folgende Förderzentren sind bereits im Modus Berufseinstiegsbegleitung vertreten: Schule Teilnehmende Schüler SFZ Landshut-Stadt 10 Schule am Weinberg, Regen 10 Don-Bosco-Schule, Grafenau 10 Da in Zukunft Berufseinstiegsbegleitung an Förderschulen über die Mittelschulverbünde abgerechnet werden, kann es möglich sein, dass auch andere SFZ in besonderen Fällen noch versorgt werden. Bitte sprechen Sie im Einzelfall mit dem Leiter des Mittelschulverbundes in Ihrem Sprengel. Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 42
43 Prinz-F. Abschlüsse an Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung An den Förderberufsschulen können bei Vorliegen der entsprechenden Leistungen die regulären Abschlüsse der Berufsschule erworben werden: erfolgreicher Abschluss der Berufsschule, erfolgreicher Abschluss des Berufsgrundschuljahres, erfolgreicher Abschluss des Berufsvorbereitungsjahres. Mit dem erfolgreichen Abschluss der BS kann auch die Berechtigung des erfolgreichen Abschlusses der Mittelschule erlangt werden. Bei Vorliegen der besonderen Voraussetzungen kann auch der Mittlere Schulabschluss erreicht werden. Im Einzelnen: An den Förderberufsschulen gibt es nach 2 Abs. 1 der Schulordnung für die Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung folgende Angebote: Die Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung unterrichtet, erzieht und fördert nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die 1. in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach 4 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) sowie nach 25 der Handwerksordnung (HWO) ausgebildet werden Abschluss der Berufsschule, Mittlerer Schulabschluss, Qualifizierter Beruflicher Bildungsabschluss 2. in Berufen nach 42m der Handwerksordnung oder 66 BBiG ausgebildet werden Abschluss der Berufsschule, Abschluss der Mittelschule 3. berufliche Grundbildung in vollzeitschulischer Form als Berufsgrundschuljahr erhalten Abschluss der Berufsschule, Abschluss der Mittelschule Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 43
44 Inklusion Diagnostik Aktuell Thema S. Prinz-Fuest 4. ein Berufsvorbereitungsjahr in vollzeitschulischer Form zur Vorbereitung auf eine angestrebte Berufsausbildung im Sinn der Nrn. 1 und 2 (Abschluss der Berufsschule Abschluss der Mittelschule, bei mind. Note 4 in allen Fächern) oder zur Arbeitsqualifizierung besuchen (ggf. Abschluss der Berufsschule), 5. eine berufsvorbereitende Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit besuchen Abschluss der Berufsschule / bei 15 Wochenstunden Unterricht pro Woche Abschluss der Mittelschule 6. ohne Ausbildungsverhältnis sind und a) in einem geregelten Beschäftigungsverhältnis stehen oder b) keine Förderung nach den Nrn. 3 bis 5 erhalten. Die in Nr. 2 genannten Ausbildungen sind solche zu Fachpraktikern. Das sind Helferberufe in den einzelnen Fachrichtungen, aber auf einem einfacheren Niveau. Für folgende Fachklassen hat das ISB erst jüngst die Lehrpläne vorgelegt: Fachpraktiker für Holzverarbeitung Fachpraktiker für Metallbau Fachpraktiker für Verkauf Fachpraktiker für Zerspanungsmechanik Fachpraktiker Küche Werker im Gartenbau Fachpraktiker für Bürokommunikation Die Ausbildungszeit kann je nach individueller Begründung passgenau verlängert werden. Beratung Aktuell bedankt sich bei der Gastautorin StRin FS Corina Sperr-Baumgärtner, ISB Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 44
45 Rückblick und Ausblick - MSD bs besteht ein Jahr Im Schuljahr 2013/2014 wurden der BS St. Erhard von der Regierung von Niederbayern für den neu geschaffenen MSD bs (Mobiler Sonderpädagogischer Dienst für berufliche Schulen) 20 Sonderschullehrerstunden zur Verfügung gestellt. Diese wurden zu je 10 Stunden auf folgende zwei Projekte aufgeteilt: Die Schaffung einer Sonderpädagogischen Beratungsstelle für den beruflichen Bereich und die Kooperation mit der Kaufmännischen Berufsschule in Deggendorf im Rahmen eines inklusiven Projektes in der Verkäuferausbildung. Grund genug, nun nach dem ersten Jahr ein Resümee zu beiden Projekten zu ziehen: Sonderpädagogische Beratungsstelle Beruflicher Bereich Die Idee war, eine zentrale Anlaufstelle für sonderpädagogische Fragen, die den beruflichen Bereich betreffen, zu gründen, an die sich insbesondere alle im Übergangsbereich von Schule und Beruf mitwirkenden Institutionen und Einrichtungen (z.b. Agentur für Arbeit, Berufsbildungszentren, Lehrerinnen und Lehrer der Abschlussklassen an Förderzentren und Mittelschulen, JaS usw.) wenden können. Auf der Homepage der BS St. Erhard wurde und wird die Beratungsstelle mit folgendem Angebot beworben: Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 gibt es neben den bestehenden Sonderpädagogischen Beratungsstellen an den Förderzentren auch eine Sonderpädagogische Beratungsstelle für den beruflichen Bereich. Diese Beratungsstelle soll Sie in Ihrer konkreten Arbeit mit einzelnen Schülerinnen und Schülern bei allen sonderpädagogischen Fragen zur beruflichen Bildung unterstützen. Mögliche sonderpädagogische Beratungsaspekte im Arbeitsbereich der Mittelschulen und JaS: Aufnahme in die Förderberufsschule für Schüler aus Mittelschulen Vermittlung von Schul-Praktika an der Berufsschule zur Klärung der berufsfachlichen Eignung für bestimmte Ausbildungsberufe Theoriereduzierte Ausbildung für weniger leistungsstarke Schüler Berufliche Bildung für Schüler, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben Thema Aktuell Diagnostik Inklusion Regierung von Niederbayern Beratung Aktuell Heft 4 - Seite 45