Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3251.htm
Timestamp: 2018-12-11 23:09:53
Document Index: 184117494

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 24', '§ 4', '§ 4']

3.251 Hüttenberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Hüttenberg« vom 23. März 1999 (GBl. v. 29.04.1999, S. 170).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Bärenthal, Landkreis Tuttlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hüttenberg«.
(2) Das Gebiet liegt nordöstlich der Gemeinde Bärenthal und umfasst nach dem Stand vom 22. März 1996 auf dem Gebiet der Gemeinde Bärenthal, Gemarkung Bärenthal, die Grund­stücke Flst. Nrn. 585/6 (teilweise), 834 (teilweise), 840, 841/1, 843/1 (teilweise), 1147 bis 1150, 1246/1 (teilweise), 1252, 1253/3 (teilweise), 1259/2, 1272 (teilweise), 1468/2 (teilweise), 1470.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 (Stand März 1999) mit durchgezogener roter Linie sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 (Stand Juni 1998) mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie, eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg und beim Landratsamt Tuttlingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck des Naturschutzgebiets ist die Erhaltung des Hüttenbergs als
1. einzigartiges erd - und landschaftsgeschichtliches Dokument mit seinen landschaftsprägenden Felsbildungen;
2. Standort seltener Pflanzengesellschaften wie Seggen - Buchenwälder, Blaugras- Buchenwälder, Schlucht- und Blockschuttwälder, Blaugrashalden, Felsfluren und Magerrasen;
3. Lebensraum für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Pflanzen - und Tierarten.
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
4. wild lebende Tiere an ihren Nist- , Brut- , Wohn - oder Zufluchtsstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;
3. im Gebiet außerhalb befestigter Wege zu reiten,
6. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Gleitsegel, Hängegleiter, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen,
7. die Bereiche der Felsen und Felsschutthalden zu betreten und an den Felsen zu klettern.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass
1. die Grundstücke Flst. - Nrn. 585/6, 1253/3 und 1259/2 nur als Schafweide ohne Düngung, Koppeln und Pferchen genutzt werden;
2. die Bodengestalt nicht verändert wird;
4. Pflanzenschutzmittel nicht verwendet werden.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass
1. im Bereich der Felsen, Schutthalden und Blaugrashalden auf eine Förderung des Baumbewuchses verzichtet wird;
2. in den Seggen - Buchenwäldern ein ungleichaltriger Baumbestand mit lichtem Kronenschluss angestrebt wird,
3. in den Waldgersten - Buchenwäldern auf weiteres Einbringen gebiets- und standortsfremder Baumarten verzichtet wird, bei Durchforstungen standortsgemäße, einheimische Waldbaumarten gefördert werden und der Nadelholzanteil reduziert wird;
4. in den Blaugras- Buchenwäldern, in den Ahorn - Linden - Eschen - Schluchtwäldern, in den Ahorn - Linden - Blockwäldern sowie in den weiteren nicht regelmäßig genutzten Waldbeständen nur Nutzungen im Rahmen von Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der auf diesen Standorten typischen Bestandesstrukturen und Baumartenzusammensetzungen durchgeführt werden;
5. Fichtenbestände langfristig in standortgerechte Buchenwald - Gesellschaften überführt werden.
2. keine Wildäcker und Futterstellen angelegt werden; Kirrungen nur außerhalb von nach § 24a NatSchG geschützten Biotopen angelegt werden;
4. das Schutzgebiet im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd nur bei Bedarf und nur auf Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird.
(4) Für das Klettern am Rabenfels gelten die Verbote des § 4 nicht unter der Voraussetzung, dass
1. nur in der Zeit vom 1. August bis 3 1. Dezember jeden Jahres geklettert wird;
2. nur der als Zone 1 bezeichnete linke Felsteil (Routen 1 - 7) sowie der als Zone III bezeichnete rechte Felsteil (Routen 14 - 3 1) beklettert wird.
Grundlage der Routenbezeichnung ist der »Kletterführer Schwäbische Alb«, Band 3, Ausgabe 1991 von Ralph Stöhr (Panico Alpinverlag/Köngen);
3. die bestehenden Zuwegungen benutzt und keine neuen Zuwegungen erschlossen werden;
4. nur bei Tageslicht geklettert wird.
(5) Für erforderliche Einrichtungen der kommunalen Wasserversorgung gelten die Verbote des § 4 nicht.
(2) Gleichzeitig tritt im Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamtes Tuttlingen über das Landschaftsschutzgebiet »Bäratal« vom 4. Juli 1991 außer Kraft.
FREIBURG I. BR., den 23. März 1999
DR. VON UNGERN - STERNBERG