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Timestamp: 2016-10-22 23:48:09
Document Index: 271495708

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Pr�sident Borella, Bundesrichterin Leuzinger und Bundesrichter Kernen; Gerichtsschreiberin Riedi Hunold
B.________, 1959, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Dr. Michel B�guelin, Dufourstrasse 12, 2502 Biel,
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Generaldirektion Schweiz, Rechtsdienst, Alfred-Escher-Strasse 50, 8022 Z�rich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Rolf P. Steinegger, Laupenstrasse 19, 3008 Bern,
A.- B.________ (geboren 1959) war seit 1. Mai 1991 bei der Wohnst�tte A.________ als Koch t�tig und durch seine Arbeitgeberin bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 2. Juni 1993 erlitt er einen Autounfall, bei welchem ein anderer Fahrer von rechts kommend seinen Vortritt missachtete und mit ihm kollidierte. Nach einer 24-st�ndigen Beobachtung in der Notfallaufnahme des Spitals X.________ sowie einer Nachuntersuchung am 14. Juni 1993 wurde er mit der Diagnose HWS-Schleudertrauma und Verdacht auf commotio cerebri in die Nachbehandlung bei seinem Hausarzt entlassen.
In ihrem Gutachten vom 26. November 1993 kamen PD Dr. med. M.________, stellvertretender Chefarzt, und Dr. med. C.________, Assistenzarzt, Neurologisch-Neurochirurgische Klinik der Universit�t Y.________, Spital F.________, zum Schluss, B.________ leide an einem HWS-Schleudertrauma, chronischen Lumbalgien sowie chronischen Schulterschmerzen nach AC-Arthritis, wobei die Schulterschmerzen nicht in Zusammenhang mit dem Unfall st�nden; aus medizinischer Sicht rechtfertige sich eine Arbeitsunf�higkeit nicht. Am 25. April 1994 erstatteten Dr. med. S.________, Chefarzt, und Dr. med. D.________, Assistenzarzt, Abteilung f�r Orthop�dische Chirurgie, Spital X.________, ein Gutachten, welches ein Schleudertrauma der HWS, eine schmerzhafte, skoliotische Fehlhaltung der LWS, eine �bergangsanomalie L5/S1 mit fehlendem Bogenschluss S1 sowie unklare Restschmerzen der rechten Schulter bei Status nach einer AC-Resektion im August 1992 festhielt; die Arbeitsunf�higkeit betrage unfallbedingt 100 %. Im polydisziplin�ren Gutachten der Klinik E.________ vom 25. Oktober 1994 diagnostizierten die �rzte einen Zustand nach Distorsionsverletzung der HWS durch ein Beschleunigungstrauma mit chronischen, therapieresistenten und teilweise invalidisierenden Schmerzen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich, einer mittelschweren neuropsychologischen Funktionsst�rung sowie Chronifizierung der Beschwerden infolge psycho-sozialer Faktoren und einer Pers�nlichkeitsvariante; als Koch sowie auch in anderen �hnlichen und zumutbaren T�tigkeiten bestehe eine Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit von 50 %.
Die Z�rich erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verf�gung vom 8. Februar 1995 sprach sie B.________ eine �bergangsrente bei einer Invalidit�t von 50 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 48'600.-- zu. Nachdem die Z�rich vom parallel gef�hrten Zivilprozess Kenntnis erhalten und Einsicht in diese Unterlagen genommen hatte, gab sie ein weiteres unfalltechnisches Gutachten in Auftrag. Am 4. Juni 1997 zog sie ihre Verf�gung vom 8. Februar 1995 in Wiedererw�gung und stellte die Rentenzahlungen infolge fehlendem ad�quatem Kausalzusammenhang per 30. Juni 1997 ein; von der R�ckforderung der bereits geleisteten Betreffnisse wurde abgesehen. Nachdem B.________ hatte Einsprache einreichen lassen, verneinte die Z�rich auch den nat�rlichen Kausalzusammenhang und hielt im �brigen an ihrer Verf�gung vom 4. Juni 1997 fest (Einspracheentscheid vom 1. September 1997).
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 6. M�rz 2000 ab.
C.- B.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, es seien der kantonale Entscheid aufzuheben, ihm eine Invalidenrente per 1. M�rz 1998 und eine Integrit�tsentsch�digung auszurichten sowie die Sache an die Vorinstanz zur Festlegung der H�he der Invalidenrente und der Integrit�tsentsch�digung zur�ckzuweisen.
1.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Begriff des Unfalls (Art. 9 Abs. 1 UVV; BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen) und den Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung (Art. 18 UVG) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Leistungsvoraussetzung des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen), insbesondere die Grunds�tze bei Verletzungen der Halswirbels�ule ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle (BGE 117 V 359 und die hiezu ergangene Rechtsprechung: BGE 122 V 415; RKUV 1999 Nr. U 341 S. 407, 1998 Nr. U 297 S. 243, 1997 Nr. U 272 S. 167, je mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.- Wie die Vorinstanz richtig dargelegt hat, geht es bei der Verf�gung vom 4. Juni 1997 nicht um die Wiedererw�gung der �bergangsrente, sondern um die erstmalige Zusprechung einer definitiven Rente. Streitig ist somit der Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung.
Soweit der Beschwerdef�hrer die Ausrichtung einer Integrit�tsentsch�digung verlangt, ist festzuhalten, dass eine solche bereits mit Verf�gung vom 8. Februar 1995 zugesprochen wurde, die Z�rich in ihrer Verf�gung vom 4. Juni 1997 auf die Integrit�tsentsch�digung nicht zur�ckkommt und auf die R�ckforderung von zu viel bezahlten Leistungen verzichtet, weshalb die Frage einer Integrit�tsentsch�digung nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Auf den entsprechenden Antrag ist somit nicht einzutreten.
3.- F�r die Beurteilung der Gesetzm�ssigkeit einer Verwaltungsverf�gung ist in der Regel der Sachverhalt zur Zeit des Einspracheentscheides massgebend (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a), mithin der 1. September 1997.
Der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Bericht vom 4. April 2000 des Dr. med. G.________, Facharzt f�r Rheumatologie und Physikalische Medizin, den der Versicherte seit 25. November 1998 konsultiert, vermag somit nichts �ber den hier massgeblichen Sachverhalt auszusagen.
4.- Die Vorinstanz hat zu Recht den ad�quaten Kausalzusammenhang anhand der f�r Schleudertraumata der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle entwickelten Kriterien beurteilt (BGE 117 V 359). Zwar h�lt Dr. med. Z.________, Facharzt f�r Neurologie, im neurologischen Teilgutachten vom 13. September 1994 eine organische Hirnsch�digung f�r wahrscheinlich; allerdings m�ssten die angegebenen Defizite fremdanamnestisch noch erh�rtet und mit fr�heren Befunden verglichen werden. Frau Dr. phil. W.________, Psychologin, schreibt in ihrem Bericht vom 10. Oktober 1994, dass die Befunde auf eine organische L�sion hinweisen w�rden; eine eindeutige Feststellung einer organischen Sch�digung erfolgt jedoch nicht. Auf Grund der �brigen Teilgutachten und gest�tzt auf die Anamnese wurde denn auch in der abschliessenden Beurteilung eine organische Hirnverletzung ausgeschlossen (Gutachten vom 25. Oktober 1994). Dies stimmt mit dem Gutachten des PD Dr. med. M.________ und des Dr. med. C.________ �berein, welche keine organische Hirnsch�digung erw�hnen (Bericht vom 26. November 1993).
5.- a) Das kantonale Gericht ist von einem leichten Unfall ausgegangen. Dies ist nicht zu beanstanden, da sich der Unfall nicht unter aussergew�hnlichen Verh�ltnissen abspielte, der Versicherte den Aufprall kommen sah und darauf gefasst war sowie noch eine Bremsung einleiten konnte, sodass beide beteiligte Fahrzeuge im Kollisionszeitpunkt eine geringe Geschwindigkeit aufwiesen. Obwohl der Unfall als leicht einzustufen ist, zeitigte er unmittelbare Folgen, welche nicht offensichtlich unfallunabh�ngig sind, sodass die f�r mittelschwere Unf�lle entwickelten Kriterien herbeizuziehen sind, welche f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs jedoch in geh�ufter Weise gegeben sein m�ssen (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243).
b) Gem�ss dem im straf- und zivilrechtlichen Verfahren erstellten Ablauf des Geschehens liegt kein besonders eindr�cklicher Unfall vor. Auch sind entgegen der Auffassung des Versicherten keine Verletzungen besonderer Art gegeben, zumal die angebliche Hospitalisation lediglich in einer Beobachtung von 24 Stunden bestand und die erlittenen Verletzungen keine Operationen erforderlich machten; die Diagnose eines Schleudertraumas vermag f�r sich allein keine besondere Art der Verletzungen zu begr�nden. Die Dauer der �rztlichen Behandlung ist als nicht besonders lang zu beurteilen. Daran �ndert auch der Umstand nichts, dass der Versicherte nach wie vor einen Arzt konsultiert. Denn der Beschwerdef�hrer hat sich wiederholt jeglichem therapeutischen Ansatz gegen�ber ablehnend gezeigt, sodass gar keine Behandlung im eigentlichen Sinne erfolgen konnte bzw. die angefangenen Therapien abgebrochen werden mussten. Hingegen kann das Vorliegen von Dauerschmerzen bejaht werden. Unbestrittenermassen liegt weder eine �rztliche Fehlbehandlung noch ein schwieriger Heilungsverlauf vor. Zu bejahen ist jedoch das Kriterium betreffend Grad und Dauer der Arbeitsunf�higkeit, da �ber zwei Jahre nach dem Unfall noch eine Arbeitsunf�higkeit von 50 % attestiert wurde (Gutachten vom 25. Oktober 1994).
c) Nach dem Gesagten sind lediglich zwei der sieben m�glichen Kriterien als erf�llt zu betrachten, weshalb die f�r den ad�quaten Kausalzusammenhang notwendige H�ufung nicht gegeben ist. Bei diesem Ergebnis kann die Frage des nat�rlichen Kausalzusammenhangs offen gelassen werden, da es bereits am ad�quaten fehlt.