Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202015,%20216
Timestamp: 2018-08-18 04:57:23
Document Index: 341821735

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 261', '§ 15', '§ 212', '§ 224', '§ 15', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212']

BGH, 13.01.2015 - 5 StR 435/14 - dejure.org
§ 261 StPO; § 15 StGB; § 212 StGB; § 224 StGB
Rechtsfehlerhafte Beweiswürdigung zum Tötungseventualvorsatz (voluntatives Element: spontane Tatbegehung, unfreiwilliger Tatabbruch als zu erörterndes Indiz, gruppendynamische Situation, fremdenfeindliche Motivation; Gewalterfahrenheit, Vorsatz bzgl. lebensgefährdender Behandlung)
§ 15 StGB, § 212 StGB
Totschlag: Anforderungen an die Beweiswürdigung bei der Prüfung eines bedingten Vorsatzes
Anforderungen an die Feststellung eines bedingten Tötungsvorsatzes
Bedingter Tötungsvorsatz - und der fremdenfeindliche Hintergrund
Kein freiwilliges Beenden von Misshandlung hat hohen Indizwert für bedingten Tötungsvorsatz
Abgrenzung bedingter Vorsatz und bewusste Fahrlässigkeit
Verneinung eines bedingten Tötungsvorsatzes erfordert Berücksichtigung aller tatsächlichen Umstände
Kurznachricht zu "Praxiskommentar zum Urteil des BGH vom 13.01.2015 - 5 StR 435114" von Dr. Elisa Hoven, original erschienen in: NStZ 2015, 217 - 218.
LG Berlin, 18.03.2014 - 234 Js 309/13
NStZ 2015, 216
Ihre Bejahung oder Verneinung kann nur auf der Grundlage einer Gesamtbetrachtung aller objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls erfolgen (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2015 - 5 StR 435/14, NStZ 2015, 216; Beschluss vom 9. Oktober 2013 - 4 StR 364/13, StV 2014, 345, 346;… Urteil vom 22. März 2012 - 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183 Rn. 26), in welche insbesondere die objektive Gefährlichkeit der Tathandlung, die konkrete Angriffsweise des Täters, seine psychische Verfassung bei der Tatbegehung und seine Motivationslage einzubeziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 2013 - 3 StR 45/13, NStZ 2013, 581, 582).
Ihre Bejahung oder Verneinung kann nur auf der Grundlage einer Gesamtbetrachtung aller objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls erfolgen (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2015 - 5 StR 435/14, NStZ 2015, 216; Beschluss vom 9. Oktober 2013 - 4 StR 364/13, StV 2014, 345, 346; Urteil vom 22. März 2012 - 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183, 187), in welche insbesondere die objektive Gefährlichkeit der Tathandlung, die konkrete Angriffsweise des Täters, seine psychische Verfassung bei der Tatbegehung und seine Motivationslage einzubeziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 2013 - 3 StR 45/13, NStZ 2013, 581, 582).
Bedingter Tötungsvorsatz - und die erforderliche Gesamtwürdigung
Die auf der Grundlage der dem Täter bekannten Umstände zu bestimmende objektive Gefährlichkeit der Tathandlung ist dabei ein wesentlicher Indikator für das Vorliegen beider Elemente des bedingten Tötungsvorsatzes (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2015 - 5 StR 435/14, NStZ 2015, 216).
Die Prüfung, ob bedingter Vorsatz vorliegt, erfordert bei Tötungsdelikten insbesondere dann, wenn das Tatgericht allein oder im Wesentlichen aus äußeren Umständen auf die innere Einstellung eines Angeklagten zur Tat schließen muss, eine Gesamtschau aller objektiven und subjektiven Tatumstände (vgl. insbesondere zur Würdigung des voluntativen Vorsatzelements BGH, Urteile vom 18. Oktober 2007 - 3 StR 226/07, NStZ 2008, 93 f.; vom 27. Januar 2011 - 4 StR 502/10, NStZ 2011, 699, 702;… vom 22. März 2012 - 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183, 188 Rn. 29; vom 13. Januar 2015 - 5 StR 435/14, NStZ 2015, 216 und vom 14. Januar 2016 - 4 StR 84/15, NStZ-RR 2016, 79, 80, jeweils mwN), wobei schon eine Gleichgültigkeit gegenüber dem zwar nicht erstrebten, wohl aber hingenommenen Tod des Opfers die Annahme bedingten Tötungsvorsatzes rechtfertigt (BGH, Urteil vom 19. April 2016 - 5 StR 498/15, NStZ-RR 2016, 204;… MüKoStGB/Schneider, 2. Aufl., § 212 StGB Rn. 67 mwN).