Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20VRG%2011/52
Timestamp: 2019-12-08 02:59:03
Document Index: 98882524

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 19', 'BGH', 'Art. 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 123', 'BGH', 'BGH', 'Art. 123', 'Art. 129', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.10.1952 - I VRG 11/52 - dejure.org
https://dejure.org/1952,261
BGH, 06.10.1952 - I VRG 11/52 (https://dejure.org/1952,261)
BGH, Entscheidung vom 06.10.1952 - I VRG 11/52 (https://dejure.org/1952,261)
BGH, Entscheidung vom 06. Januar 1952 - I VRG 11/52 (https://dejure.org/1952,261)
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BGHZ 9, 390
Ganz abgesehen davon, daß die AVB als Rechtsverordnung gelten (BGHZ 9, 390) und schon aus diesem Grunde zu ihrer Auslegung die sogenannte "Unklarheitenregel" nicht herangezogen werden kann (vgl. dazu Senatsurteil vom 21. Oktober 1958 - VIII ZR 145/57 = NJW 1959, 38), trägt der Haftungsausschluß in Nr. 11 5 AVB dem Umstand Rechnung, daß die Energieversorgungsunternehmen die ihnen übertragene Aufgabe einer Versorgung der Allgemeinheit mit billigem Strom nur dann erfüllen können, wenn sie möglichst weitgehend von Haftungsrisiken freigestellt werden; diese besondere Aufgabe verlangt eine volle Ausschöpfung der Haftungsfreizeichnung mit der Folge, daß - soweit zulässig - Schadensersatzansprüche in jedem rechtlichen Gewande erfaßt werden (vgl. Senatsurteil vom 9. Juni 1959 - VIII ZR 61/58 = NJW 1959, 1423 = LM BGB § 138 (Cc) Nr. 2).
BGH, 29.01.1957 - VIII ZR 71/56
Sie stellen sich als eine Rechtsverordnung dar (vgl. das Gutachten des Bundesgerichtshofs vom 6. Oktober 1952 - I VRG 11/52 - BGHZ 9, 390).
Die Ersetzung des an sich zuständigen Reichswirtschaftsministers durch den Generalinspektor für Wasser und Energie ist durch den Erlaß vom 29. Juli 1941 (RGBl. I, 467) wirksam erfolgt (BGHZ 9, 390 [393]; OLG Frankfurt NJW 1953, 1306 [1307]).
Soweit etwa einzelne Vorschriften aus anderen Gründen nichtig sein könnten, wie dies z.B. in BGHZ 9, 390 für Nr. 111, 3 angenommen ist, könnte dies keine Wichtigkeit der gesamten Versorgungsbedingungen zur Folge haben, weil diese auch ohne den etwa nichtigen Teil sinnvoll bleiben und angenommen werden kann, daß sie auch ohne ihn erlassen worden wären (BGHZ 16, 192 [198]).
Seither gelten sie als staatlich gesetztes Recht im Range einer Rechtsverordnung und bestimmen damit den Inhalt aller Stromlieferungsverträge zwischen Stromabnehmern und Energie-Versorgungsunternehmen im Sinne des § 6 Abs. 1 EnWG, ohne daß es einer vertraglichen Einbeziehung in den Einzelvertrag bedarf (vgl. BGH, Gutachten vom 6. Oktober 1952 - I VGR 11/52 = BGHZ 9, 390; Senatsurteil vom 29. Januar 1957 - VIII ZR 71/56 = BGHZ 23, 175; seither st. Rspr.).
Das gilt nicht nur hinsichtlich derjenigen Anlagen, die der Stromversorgung des Grundstücks selbst dienen, sondern auch insoweit, als die Versorgung anderer Grundstücke - wie hier - eine Leitungsführung über das in Anspruch genommene Grundstück erforderlich macht; auch in den letztgenannten Fällen findet die unentgeltliche Duldungspflicht des Grundeigentümers ihre Rechtfertigung in dem Umstand, daß er selbst das örtliche Leitungsnetz für die Versorgung gerade dieses Grundstücks in Anspruch nimmt (vgl. BGHZ 9, 390, 399 f; OLG Köln, Rechtsbeilage der Elektrizitätswirtschaft 1972, 24).
Die Energieversorgungsunternehmen sind gemäß Abschnitt II Nr. 5 AVB, einer Bestimmung im Range einer Rechtsverordnung (BGHZ 9, 390 [BGH 06.10.1952 - I VRG 11/52]; 23, 175), [BGH 28.01.1957 - III ZR 131/55]von der Haftung für die aus den typischen Betriebsgefahren der Versorgung mit elektrischer Energie herrührenden Schäden durch Stromunterbrechung und Unregelmäßigkeiten der Stromzuführung befreit.
Die darin durch Bezugnahme auf die AVB enthaltene Haftungsausschlußklausel steht jedoch, wie schon eingangs erwähnt, im Range einer im Verordnungswege erlassenen Rechtsnorm (BGHZ 9, 390 [BGH 06.10.1952 - I VRG 11/52]; 23, 175) [BGH 28.01.1957 - III ZR 131/55].
Verfassungswidrig kann unter diesem Gesichtspunkt ein Steuergesetz nicht aus dem Grunde sein, weil es etwa zu einem enteignungsgleichen Eingriff führe - das kommt nicht in Betracht, weil Steuergesetze ihrer Natur nach alle belasten und keine Sonderopfer im Sinne des Enteignungsrechts (vgl. BGHZ 6, 270 [280]; 9, 390 [400]) auferlegen -, sondern nur dann, wenn durch den Eingriff der Wesensgehalt des Eigentums angetastet wird (Art. 19 Abs. 2 GG; vgl. BFH-Urteile III 237/58 U vom 26. April 1963, BFH 77, 258, BStBl III 1963, 413; III 106/60 U vom 10. Mai 1963, BFH 77, 267, BStBl III 1963, 415).
Der Eingriff in das bestehende Vertragsrecht enthält schon deswegen nur eine Eigentumsbeschränkung und keine Enteignung, weil vom 1. April 1941 an für die Zukunft jedes Wegeeigentum der Gemeinden - abgesehen von der teilweisen Sonderregelung für größere Gemeinden - dahin beschränkt ist, dass für die Überlassung des Sondernutzungsrechtes an Versorgungsunternehmen kein Entgelt gefordert werden darf (vgl. BGHZ 6, 270 [278 ff]; 9, 390 [400 ]; RGZ 129, 146 [149]).
Dies gilt nicht nur für die Angabe des die Einschränkung eines Grundrechtes enthaltenden Artikels (Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GrundG; BVerfGE 2, 121 = NJW 1953, 497; BVerfG Beschluß vom 25. Mai 1956 - 1 , BvR 190/55; BGHZ 5, 46 [54]), sondern für jedes Formerfordernis, unter dem das gesetzte Recht steht (vgl. Gutachten des erkennenden Senats I VRG 11/52, BGHZ 9, 390 [BGH 06.10.1952 - I VRG 11/52] [398]).
Vorkonstitutionelle Rechtsvorschriften, die auf Grund inzwischen erloschener Ermächtigungen ergangen sind, bleiben weiterhin in Kraft, sofern sie im übrigen mit dem Grundgesetz vereinbar sind, Art. 123 Abs. 1 GG (BVerfGE 2, 307 [326]; BVerwGE 7, 114 [123]; BGHZ 9, 390 [BGH 06.10.1952 - I VRG 11/52] [399]; 23, 227 [233]; Bonner Kommentar, Art. 123 Anm. II 6;… Hamann, GG 2. Aufl., Art. 129 Anm. 12).
Auch die Pflicht des Grundstückseigentümers, einen Raum für die Netzstation zur Verfügung zu stellen, habe schon zur Zeit des Vertragsabschlusses aufgrund gesetzlicher Bestimmungen bestanden, nämlich aufgrund der "Allgemeinen Bedingungen für die Versorgung mit elektrischer Energie aus dem Niederspannungsnetz des Elektrizitätsunternehmens" (AVB 1942), die durch Anordnung des Generalinspekteurs für Wasser und Energie und des Reichskommissars für die Preisbildung vom 27. Januar 1942 (RAnz 1942 Nr. 39) für allgemein verbindlich erklärt worden seien und als staatlich gesetztes Recht im Range einer Rechtsverordnung die Rechtsbeziehungen zwischen den Stromabnehmern und den Elektrizitätsversorgungsunternehmen bestimmt hätten (unter Berufung auf BGHZ 9, 390 [BGH 06.10.1952 - I VRG 11/52]; 66, 62, 65 ff und BGH BB 1981, 875).
BGH, 30.04.1957 - VIII ZR 217/56
Kostenersatz bei Netzumstellungen
BGH, 14.03.1979 - VIII ZR 78/78
Anforderungen an die Darlegungspflicht eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens …
BGH, 16.03.1978 - VII ZR 73/77
Zulässigkeit einer pauschalen Festpreisvereinbarung über die nach den genannten …
BGH, 29.09.1959 - VIII ZR 104/58
BGH, 29.10.1956 - II ZR 54/54
BGH, 25.05.1954 - I ZR 24/53