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Timestamp: 2016-10-21 16:37:32
Document Index: 189040988

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 265/98 (22.02.2001)
Bundesrichter Borella, R�edi und Bundesrichterin Leuzinger; Gerichtsschreiber Kr�henb�hl
H.________, 1959, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Jakob Maag, Seefeldstrasse 116, Z�rich,
A.- Am 23. Februar 1995 erteilte ein Gabelstaplerfahrer der 1959 geborenen H.________ eine heftige Ohrfeige auf die linke Gesichtsh�lfte. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) anerkannte ihre Haftung f�r diesen Vorfall, kam f�r die Heilungskosten auf und richtete Taggelder aus. Mit Verf�gung vom 14. Juni 1995 stellte sie ihre Leistungen r�ckwirkend per 31. Mai 1995 ein, da keine organischen Unfallfolgen mehr vorl�gen. Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 1995 hielt sie an ihrem Standpunkt fest, wobei sie zus�tzlich feststellte, dass zwischen der psychischen Beeintr�chtigung und dem versicherten Unfallereignis kein ad�quater Kausalzusammenhang bestehe.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 14. August 1998 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst H.________ wie schon im kantonalen Verfahren weitere Versicherungsleistungen, insbesondere Taggelder auf Grund einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit ab 1. Juni 1995 beantragen; eventuell seien erg�nzende medizinische Abkl�rungen durchzuf�hren, "u.a. ein medizinisches (organisches) sowie ein neuropsychologisches und ein psychologisch-psychiatrisches Gutachten" einzuholen.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat
1.- a) Das kantonale Gericht hat die Begriffe der f�r die Leistungspflicht der Unfallversicherung vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und ad�quaten (BGE 125 V 461 f. Erw. 5a mit Hinweisen) Kausalit�t eines versicherten Unfallereignisses f�r eine darauf zur�ckgef�hrte gesundheitliche Sch�digung zutreffend dargelegt. Zu erg�nzen ist, dass das Vorhandensein eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs als Tatfrage - auch bei Beschwerdebildern ohne organisch nachweisbare Befunde nach Schleudertraumata der Halswirbels�ule (BGE 119 V
335) - mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein muss, w�hrend die blosse M�glichkeit eines Zusammenhangs f�r die Begr�ndung eines Leistungsanspruches nicht gen�gt (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Um die Beantwortung einer Rechtsfrage geht es demgegen�ber bei der Ad�quanz von Unfallfolgen (BGE 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweis). Hinsichtlich der Kriterien bei der Beurteilung der ad�quaten Kausalit�t von nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausf�lle zur�ckzuf�hrenden Unfallfolgen nach erlittenem Schleudertrauma der Halswirbels�ule, schleudertrauma�hnlichen Einwirkungen oder Sch�del-Hirntraumata mit vergleichbaren Folgen (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6, 382 ff. Erw. 4) ist den vorinstanzlichen Ausf�hrungen nichts beizuf�gen. Dasselbe gilt bez�glich der Ad�quanzpr�fung bei im Vordergrund stehenden psychischen Folgesch�den (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 und 141 f. Erw. 7; vgl. auch BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen).
b) Hinsichtlich des beweisrechtlichen Stellenwerts medizinischer Berichte von vom Versicherungstr�ger besch�ftigten �rzten kann ebenfalls auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. In BGE 125
V 352 ff. Erw. 3b findet sich �berdies eine Zusammenfassung der vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht in Erg�nzung zum massgebenden Prinzip der freien Beweisw�rdigung (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) erarbeiteten Richtlinien f�r die beweisrechtliche Auswertung bestimmter Formen medizinischer Unterlagen (Gerichtsexpertisen, von Unfallversicherern eingeholte Gutachten externer Spezial�rzte, Berichte versicherungsinterner �rzte, Parteigutachten, haus�rztliche Stellungnahmen).
2.- Nach dem Vorfall vom 23. Februar 1995 traten bei der Beschwerdef�hrerin Kopf-, Nacken- und Kieferschmerzen auf. Des Weiteren wurden Konzentrations- und Aufmerksamkeitsst�rungen, Erbrechen, Schwitzen, unbeabsichtigtes Kopfanstossen und Geschirrzerschlagen, Seh- und Schlafst�rungen, L�rmempfindlichkeit, Schwindelerscheinungen sowie starke Erm�dbarkeit angegeben. W�hrend die SUVA davon ausgeht, dass im Zeitpunkt der erfolgten Leistungseinstellung keine organischen Unfallfolgen mehr vorlagen, will die Beschwerdef�hrerin das geschilderte Leidensbild auf ein zufolge der ihr widerfahrenen T�tlichkeit erlittenes Sch�del-Hirntrauma mit Distorsionstrauma der Halswirbels�ule zur�ckf�hren.
a) Wie dem Bericht des Dr. med. L.________ �ber die
kreis�rztliche Untersuchung vom 17. Mai 1995 zu entnehmen ist, ergaben die im Spital X.________ noch am Unfalltag vorgenommenen radiologischen Abkl�rungen der Halswirbels�ule, des Sch�dels und der Kiefergelenke keine Anhaltspunkte f�r oss�re L�sionen. Der erstbehandelnde Arzt soll lediglich eine Kontusion des Gesichtssch�dels mit leichtem H�matom unterhalb des linken Auges diagnostiziert haben. F�r die geklagten Schmerzen in Nacken, Kopf, rechtem Kiefergelenk und der Halswirbels�ule konnte Dr. med. L.________ anl�sslich seiner Untersuchung kein somatisches Substrat ausmachen. Dr. med. V.________ von der Abteilung Unfallmedizin der SUVA hielt es in seiner im Rahmen des Einspracheverfahrens eingeholten Stellungnahme vom 21. November 1995 zwar f�r m�glich, dass die Beschwerdef�hrerin eine leichte Distorsion der Halswirbels�ule erlitten hatte; eine solche w�re aber nicht vergleichbar mit einer klassischen Beschleunigungsverletzung der Halswirbels�ule bei einem Verkehrsunfall, bei welcher wesentlich h�here Energien freigesetzt w�rden. Laut Dr. med. V.________ l�sst sich der aktuelle Zustand rein somatogen organisch-unfallbedingt nicht mehr plausibel erkl�ren.
b) Auf Grund dieser von den �rzten, insbesondere von Dr. med. V.________, �berzeugend begr�ndeten Feststellungen ist entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin mit der SUVA davon auszugehen, dass sich weder eine Hirnsch�digung noch eine Verletzung der Halswirbels�ule organisch nachweisen lassen, welche als Ursache der vorhandenen Leiden in Frage kommen k�nnten. Eine davon abweichende Betrachtungsweise l�sst sich auch gest�tzt auf den im vorliegenden Verfahren neu aufgelegten Bericht des Neurologen Dr. med. H.________ vom 15. September 1998 nicht rechtfertigen, h�lt der Arzt darin doch lediglich einen gegen�ber dem am 28. Juni 1995 erhobenen Befund praktisch gleich gebliebenen Status fest. Ebenso wenig vermag das aus dem gegen den Gabelstaplerfahrer gef�hrten Strafverfahren stammende Attest des Dr. med. E.________ vom 22. Februar 1998 eine organische Sch�digung zu belegen, die auf das Unfallgeschehen zur�ckzuf�hren w�re.
Wie Dr. med. V.________ in seiner Expertise vom 21. November 1995 des Weiteren schl�ssig darlegt, sind von zus�tzlichen Abkl�rungen ebenfalls keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass davon abzusehen ist. Insbesondere besteht mangels konkreter Anhaltspunkte wie anf�nglicher Bewusstlosigkeit, Amnesie und computertomo- oder elektroenzephalographisch auff�lliger Befunde kein Anlass zu weiteren auf das Vorliegen einer organischen Hirnsch�digung ausgerichteten medizinischen Erhebungen. Was die Ergebnisse der am 24. November 1995 im Institut f�r Nuklearmedizin des Spitals Y.________ erfolgten Abkl�rung mittels der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect) anbelangt, ist festzuhalten, dass diese bisher auch wissenschaftlich nicht anerkannte Untersuchungsmethode nach der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts gem�ss Urteil Z. vom 2. Juni 2000 (U 160/98) nicht geeignet ist, um im Rahmen der Pr�fung der nat�rlichen Kausalit�t von Unfallfolgen den Beweis f�r das Vorliegen hirnorganischer Sch�digungen zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 = SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1).
ganisch aber nicht erkl�rbaren Befunden entspricht zwar teilweise dem nach Schleudertraumata der Halswirbels�ule nicht selten beobachteten und insofern typischen Beschwerdebild. Obschon Dr. med. V.________ eine durch den Schlag ins Gesicht erlittene Distorsion der Halswirbels�ule nicht ausschliesst und insofern allenfalls ein zumindest in seinen Auswirkungen mit einem Schleudertrauma vergleichbares Ereignis angenommen werden k�nnte, ist nicht zu verkennen, dass im Vordergrund eindeutig eine psychische Entwicklung in Form einer Fehlverarbeitung des Erlebten steht. Unter diesen Umst�nden haben SUVA und Vorinstanz die Kausalit�tsfrage aber zu Recht nach Massgabe der gem�ss BGE 115 V 133 bei psychischen Folgesch�den anwendbaren Regeln gepr�ft (BGE 123 V 98).
a) Bei der Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der
Arbeits- und Erwerbsf�higkeit ist nach der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts vom Unfallereignis auszugehen (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6). Die Frage, ob sich das Unfallereignis und eine psychisch bedingte Arbeits- resp. Erwerbsunf�higkeit im Sinne eines ad�quaten Verh�ltnisses von Ursache und Wirkung entsprechen, ist u.a. im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der Versicherten auf Grund einer objektivierten Betrachtungsweise zu pr�fen. Entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist deshalb bei der der Ad�quanzpr�fung zu Grunde liegenden Unterteilung in leichte, mittlere und schwere Unf�lle vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen. F�r die von SUVA und Vorinstanz vorgenommene Zuordnung des Vorfalles vom 23. Februar 1995 zu den mittelschweren, eher in der N�he der leichteren Unf�lle liegenden F�lle - gegen welche im �brigen nichts einzuwenden ist - waren deshalb weder die strafrechtliche Beurteilung noch die Schwere der erlittenen Pers�nlichkeitsverletzung noch die subjektive Einsch�tzung des Erlebnisses zu ber�cksichtigen.
b) Einer eingehenden Pr�fung unterzogen und gest�tzt darauf zu Recht best�tigt hat die Vorinstanz die zuvor durch die SUVA vorgenommene Verneinung der Ad�quanz des Kausalzusammenhanges zwischen der psychogenen Fehlentwicklung mit den dadurch ausgel�sten Beeintr�chtigungen und dem Vorfall vom 23. Februar 1995. Diesbez�glich ist den �berzeugenden Ausf�hrungen im sorgf�ltig begr�ndeten kantonalen Entscheid nichts beizuf�gen.