Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F24-02-2012-2C_778-2011
Timestamp: 2016-10-26 19:12:22
Document Index: 316891326

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 83', 'Art. 89', 'Art. 100', 'Art. 42', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 63', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 96', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 62', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 8', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_778/2011 (24.02.2012)
2C_778/2011
vertreten durch Rechtsanwalt Ernst Reber,
Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern, Migrationsdienst, Eigerstrasse 73, 3011 Bern,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. August 2011.
X.________ ist Staatsangeh�riger der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Er wurde 1985 geboren und reiste im Jahr 2001 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, wo auch seine Eltern und Geschwister leben. Wenig sp�ter erhielt er von den Fremdenpolizeibeh�rden des Kantons Bern direkt die Niederlassungsbewilligung. Seit Mitte 2010 ist er mit einer gleichaltrigen Schweizerb�rgerin verheiratet.
X.________ ver�bte in der Schweiz Straftaten, die zu folgenden Verurteilungen f�hrten:
Am 14. Dezember 2006 zu 15 Tagen Gef�ngnis, bedingt auf zwei Jahre, und einer Busse von Fr. 500.-- wegen Diebstahls, begangen am 16. November 2006;
am 23. Juli 2007 zu einer Geldstrafe von 15 Tagess�tzen zu Fr. 70.--, bedingt auf drei Jahre, und einer Busse von Fr. 800.-- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 10. Februar 2007;
am 12. Mai 2009 als Zusatzstrafe zum Urteil vom 23. Juli 2007 zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten, abz�glich einem Tag Untersuchungshaft, bedingt auf vier Jahre, und einer Busse von Fr. 1'200.-- wegen einfachen Raubs, begangen am 28. Dezember 2006.
In der Folge widerrief das Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern am 10. Mai 2010 die Niederlassungsbewilligung, verf�gte die Wegweisung aus der Schweiz und setzte X.________ eine Ausreisefrist an. Die Polizei- und Milit�rdirektion wies die hiegegen gerichtete Beschwerde ab, ebenso wie das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, dessen Urteil der Verwaltungsrechtlichen Abteilung am 23. August 2011 erging.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 26. September 2011 l�sst X.________ sinngem�ss beantragen, das vorinstanzliche Urteil vom 23. August 2011 sei aufzuheben, seine Niederlassungsbewilligung sei nicht zu widerrufen und er sei nicht aus der Schweiz zu weisen, eventualiter sei dar�ber hinaus eine Verwarnung auszusprechen, subeventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner sei die aufschiebende Wirkung anzuordnen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde, gleichermassen wie die Polizei- und Milit�rdirektion des Kantons Bern, das Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern und das Bundesamt f�r Migration.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 30. September 2011 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.2 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, der grunds�tzlich mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG). Gegen den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist die Beschwerde praxisgem�ss zul�ssig, da an sich ein Rechtsanspruch auf den Fortbestand dieser Bewilligung besteht (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4; Urteil 2C_389/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 1.1). Mit Blick auf Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG besteht damit kein Ausschlussgrund. Der Beschwerdef�hrer ist gest�tzt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zum Rechtsmittel legitimiert. Auf die frist- (Art. 100 BGG) und formgerecht (Art. 42 BGG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.3.1 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Dabei pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), an sich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
1.3.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil grunds�tzlich den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellungen, soweit rechtserheblich, k�nnen nur ger�gt werden, falls sie offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 97 Abs. 1 BGG). Dies ist dann der Fall, wenn der Sachverhalt willk�rlich ermittelt worden ist (Art. 9 BV) oder die Sachverhaltsfeststellungen unter Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte und Grunds�tze zustande gekommen sind (BGE 135 II 145 E. 8.1 S. 153; Urteil 2C_747/2010 vom 7. Oktober 2011 E. 1.2).
Der Beschwerdef�hrer r�gt die unrichtige Anwendung des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder (AuG; SR 142.20) sowie der EMRK und macht damit die Verletzung von Bundesrecht geltend (Art. 95 lit. a BGG). Er tr�gt insbesondere vor, die Vorinstanz habe den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit unrichtig angewendet und die damit zusammenh�ngende Interessenabw�gung (Art. 96 AuG, Art. 8 Ziff. 2 EMRK) unzutreffend vorgenommen.
3.1 Gem�ss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausl�nderin oder der Ausl�nder zu einer "l�ngerfristigen Freiheitsstrafe" verurteilt worden ist, d.h. praxisgem�ss zu einer solchen von mehr als einem Jahr (BGE 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.; 135 II 377 E. 4.2 S. 381). Dies gilt selbst dann, wenn der Widerruf die Niederlassungsbewilligung von Ausl�nderinnen und Ausl�ndern betrifft, die sich - anders als im vorliegenden Fall - seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufgehalten haben (Art. 63 Abs. 2 AuG). Unerheblich ist, ob die Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1).
3.2 Falls ein Widerrufsgrund gegeben ist, muss sich der Widerruf dar�ber hinaus im konkreten Einzelfall als verh�ltnism�ssig darstellen, damit er angeordnet werden kann (ANDREAS Z�ND/LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausl�nderrecht, 2. Aufl., 2009, N. 8.28 S. 326 und 8.31 S. 328). Eine Interessenabw�gung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in jedem Fall, eine solche aufgrund des V�lkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 EMRK) jedenfalls dann vorzunehmen, soweit die betroffene Person das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK beanspruchen kann. Kommt ausschliesslich das Landesrecht zur Anwendung, sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG; BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteil 2A.451/2002 vom 28. M�rz 2003 E. 2, nicht publ. in: BGE 129 II 215). Im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK sieht dessen Ziff. 2 Einschr�nkungen vor, die weitgehend den Eingriffsvoraussetzungen von Art. 36 BV entsprechen (BGE 126 II 425 E. 5a S. 435). Bei Abw�gung der widerstreitenden Interessen gem�ss Art. 8 Ziff. 2 EMRK muss das �ffentliche Interesse am Widerruf der (Niederlassungs-)Bewilligung das private Interesse an deren Fortbestand in dem Sinne �berwiegen, dass sich der Eingriff in das Privat- und Familienleben als notwendig erweist (BGE 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249).
3.3 Die Praxis hat zur Notwendigkeit des Eingriffs im Fall einer gelebten Ehe eine Reihe von Kriterien entwickelt (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f., unter Hinweis auf das Urteil des EGMR i.S. Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2001 [54273/00], Ziff. 48; dazu CATERINA N�GELI/NIK SCHOCH, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., insb. N. 22.200 S. 1167; weiterf�hrend die sich anschliessenden Urteile i.S. �ner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006 [46410/99], Ziff. 57 ff., i.S. Maslov gegen �sterreich vom 23. Juni 2008 [1638/03], Ziff. 68 ff., i.S. Emre gegen Schweiz vom 22. August 2008 [42034/04], Ziff. 68 ff., i.S. Mutlag gegen Deutschland vom 25. M�rz 2010 [40601/05], Ziff. 54, und i.S. Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [41548/06], Ziff. 55). Zu w�rdigen sind im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten der ausl�ndischen Person w�hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die prim�r betroffene Person sowie deren famili�re Situation. Zudem sind die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte von Bedeutung, welche R�ckschl�sse auf deren Intensit�t zulassen (Geburt und Alter etwaiger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umst�nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie der unmittelbar betroffenen Person in deren Heimat folgen (zum Ganzen: BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; Urteile 2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1; 2C_793/2008 vom 27. M�rz 2009 E. 2.2; 2A.65/2006 vom 23. Juni 2006 E. 2).
4.1 Der Beschwerdef�hrer reiste vor rund zehn Jahren im Alter von 16 Jahren in die Schweiz ein und verf�gt seither �ber die Niederlassungsbewilligung. Seine n�chsten Angeh�rigen leben in der Schweiz, und vor noch nicht zwei Jahren ging er mit einer Schweizerb�rgerin die Ehe ein. Die drei Straftaten, die er zuvor begangen hatte, f�hrten zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten (wegen einfachen Raubs) bzw. 15 Tagen (wegen Diebstahls) und einer Geldstrafe von 15 Tagess�tzen (wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln).
4.2 Die "L�ngerfristigkeit" der ausgesprochenen Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG ist mit Blick auf die zitierte bundesgerichtliche Praxis (E. 3.1 hievor) und die rechtskr�ftige Verurteilung des Beschwerdef�hrers vom 12. Mai 2009 zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten offenkundig gegeben. Dies schafft einen Widerrufsgrund im Sinn der Ausl�ndergesetzgebung. Der Beschwerdef�hrer bringt dagegen vor, die Vorinstanz habe den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit, wie er aus Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff. 2 EMRK hervorgeht, unrichtig angewendet. Heute verheiratet, kann sich der Beschwerdef�hrer auf den Schutz des Familienlebens gem�ss Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen. Bei Abw�gung der widerstreitenden �ffentlichen und privaten Interessen ist die Vorinstanz zum Ergebnis gelangt, das �ffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung des Beschwerdef�hrers aus der Schweiz sei "gewichtig" und �berwiege das private Interesse an der Fortsetzung des Aufenthalts in der Schweiz.
4.3.1 Zur Ermittlung des �ffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung des Beschwerdef�hrers aus der Schweiz unterzieht die Vorinstanz insbesondere das strafrechtliche Verschulden des Beschwerdef�hrers, die H�ufigkeit der Delinquenz sowie die R�ckfallgefahr einer vertieften Pr�fung.
4.3.2 Die Vorinstanz folgt unter dem Gesichtspunkt des strafrechtlichen Verschuldens dem Strafurteil, wenn dieses festh�lt, dass der Beschwerdef�hrer und seine Mitt�ter anl�sslich des einfachen Raubs vom 28. Dezember 2006 hochwertige G�ter gef�hrdet h�tten. Dies komme dadurch zum Ausdruck, dass die Tat, gemessen an der "Referenzstrafe" von zw�lf Monaten, zu einer sp�rbar erh�hten Freiheitsstrafe gef�hrt habe. Der Beschwerdef�hrer entgegnet, die Vorinstanz habe zu Unrecht ausser Acht gelassen, dass er "am Angriff des Opfers pers�nlich nicht beteiligt" gewesen sei, obwohl dies schon im Strafverfahren zu einer Strafminderung von 20 Prozent gef�hrt habe. Im vorliegenden ausl�nderrechtlichen Verfahren sei eine "Beurteilung im Einzelfall" am Platz, weswegen auch Elemente einzubeziehen seien, die nicht unmittelbar in die strafrechtliche Beurteilung eingeflossen seien. So sei es ein Fakt, "dass der Beschwerdef�hrer davon ausging, dass eine alte Frau �berfallen werde", w�hrend es sich dann tats�chlich um ein anderes, j�ngeres Opfer gehandelt habe.
Die Argumente, die der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, sind nicht stichhaltig. Das Strafurteil, in dessen Rahmen die massgebenden Fragen nach Tatbeitrag, Vorgehensweise, Wissen bzw. Unwissen, Wollen und Nichtwollen allein zu beantworten waren, ist in Rechtskraft erwachsen. Wenn der Beschwerdef�hrer nun seinen damaligen Tatbeitrag relativiert und sein Verhalten insgesamt in einem f�r ihn milderen Licht schildert, ist dies zwar nachvollziehbar, aber unbehelflich, steht diese Darstellung doch in offensichtlichem Kontrast zur verh�ngten Sanktion (Freiheitsstrafe von 23 Monaten, bedingt auf vier Jahre, und Busse von Fr. 1'200.--). Die "Referenzstrafe" h�tte sich, wie gesagt, auf zw�lf Monate belaufen. Ist im rechtskr�ftigen Verdikt, worauf der Beschwerdef�hrer hinweist, eine Strafminderung im Umfang von 20 Prozent ber�cksichtigt, l�sst sich unschwer erahnen, welch hohe kriminelle Energie seinem Tatbeitrag innegewohnt haben muss. Bringt der Beschwerdef�hrer weiter vor, dass nicht, wie geplant, die "alte Frau", sondern letztlich deren Sohn beraubt worden sei, mutet dies eigenartig an. Inwiefern er hieraus etwas f�r sich ableiten k�nnte, bleibt unerfindlich. Vom Strafgericht ist er f�r die Tat bestraft worden, zu welcher er einen Beitrag gesetzt hat. Tatsache ist so oder anders, dass gem�ss Strafurteil der Tipp zum Berauben der "alten Frau", die er zuvor kennengelernt hatte und bei der er Bargeld vermutete, vom Beschwerdef�hrer ausgegangen war. Er war es auch, der seinen Bruder und die beiden Mitt�ter mit dem Auto bis in die N�he des Tatortes bef�rderte. Auch unter dem hier massgebenden ausl�nderrechtlichen Gesichtspunkt stellen sich Tatbeitrag und Verschulden des Beschwerdef�hrers als ganz erheblich dar.
4.3.3 Die Aneinanderreihung von Diebstahl, Raub und grober Verletzung der Verkehrsregeln l�sst die Vorinstanz auf "eine gewisse Einsichtslosigkeit und Unbelehrbarkeit" schliessen. Der Beschwerdef�hrer wendet ein, seine Taten h�tten sich auf eine "kurze Zeitspanne" beschr�nkt, zudem habe er die Strafurteile nicht angefochten, sondern sie jeweils hingenommen. Dies mache deutlich, dass er weder unbelehrbar noch uneinsichtig sei, zumal er sich seit dem Verkehrsregeldelikt rechtsgetreu verhalten habe. Es ist jedenfalls nicht falsch, wenn die Vorinstanz die Chronologie in Erinnerung ruft. So wurde der Beschwerdef�hrer f�r den Diebstahl vom 16. November 2006 bereits am 14. Dezember 2006 zu 15 Tagen Gef�ngnis bestraft, was ihn nicht davon abhielt, schon am 28. Dezember 2006, w�hrend der Dauer der eben erst angebrochenen zweij�hrigen Probezeit, an einem Raub mitzuwirken, ehe er, wiederum wenig sp�ter, am 10. Februar 2007 mit deutlich �bersetzter Geschwindigkeit in eine Verkehrskontrolle geriet. Die wiederholte Straff�lligkeit kann nicht streitig sein.
4.3.4 Ob vom Beschwerdef�hrer eine R�ckfallgefahr ausgeht, ist ein im Rahmen der Gesamtabw�gung zu ber�cksichtigender Umstand, der aber nicht ausschlaggebend sein muss (vgl. dazu allgemein BGE 136 II 5 E. 4 S. 19 ff.; 130 II 176 E. 3 S. 179 ff.; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz �ussert sich dazu wie folgt: Habe der Beschwerdef�hrer im Strafverfahren nicht geradezu den Eindruck vermittelt, als �bern�hme er f�r sein Handeln die volle Verantwortung und sehe er die Schwere seiner Verfehlung nicht ein, berge dies, so die Vorinstanz, die Gefahr des R�ckfalls in die Straff�lligkeit. Auch diese �berlegung ist nachvollziehbar. Der Beschwerdef�hrer r�umt zwar ein, er habe im Strafverfahren eine gewisse Kooperationsbereitschaft vermissen lassen, begr�ndet dies indessen mit einer "legitimen Verteidigungsstrategie" und stellt in Abrede, dass aus der "relativ langen Probezeit" auf eine konkrete R�ckfallgefahr geschlossen werden d�rfe. Vielmehr habe das Strafgericht dem "Beschwerdef�hrer noch einmal eine (letzte) Chance geben [wollen], was ihm anl�sslich der m�ndlichen Urteilsbegr�ndung auch explizit so mitgeteilt wurde". Aus angeblichen Ausf�hrungen der Strafgerichtsbeh�rden kann die vom Widerruf einer ausl�nderrechtlichen Bewilligung gef�hrdete Person von vornherein nichts f�r sich ableiten. Dass er dies so aufgefasst haben k�nnte, ist umso weniger plausibel, als der Beschwerdef�hrer im Strafverfahren anwaltlich vertreten war. Tatsache ist, dass er w�hrend der zweij�hrigen Probezeit, die im Strafmandat vom 14. Dezember 2006 ausgesprochen worden war, wiederholt delinquierte. Vor diesem Hintergrund kann mit der Vorinstanz nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass weitere Straftaten folgen.
4.4 Was das private Interesse des Beschwerdef�hrers an der Fortsetzung des Aufenthalts in der Schweiz anbelangt, verweist die Vorinstanz auf eine Integration, die "nicht rundum" gelungen sei, wenngleich durchaus gewisse Aspekte f�r eine erfolgte Assimilierung spr�chen (Arbeitst�tigkeit trotz fehlender Berufsausbildung, Zahlungsmoral, Unabh�ngigkeit von Sozialhilfeleistungen, mehrj�hrige Beziehung zu seiner Freundin bzw. heutigen Gattin). Trotz der "verh�ltnism�ssig langen" Aufenthaltsdauer von zehn Jahren reiche die Integration freilich nicht "�ber das Mass hinaus, das bei entsprechender Aufenthaltsdauer erwartet werden darf". Vertrautheit mit Land und Leuten in Mazedonien erm�glichten es ihm ohne Weiteres, in seiner Heimat bald Fuss zu fassen. Im Fall der schweizerischen Ehefrau des Beschwerdef�hrers ber�cksichtigt die Vorinstanz, dass die Beziehung "im Wissen um die Straff�lligkeit und den drohenden Widerruf der Niederlassungsbewilligung eingegangen" worden sei. Ungeachtet der m�glicherweise fehlenden Sprachkenntnisse sei es ihr, die das Land aufgrund einer Ferienreise schon einmal gesehen habe, durchaus zuzumuten, das eheliche Zusammenleben in Mazedonien fortzusetzen.
Die Gegenargumente des Beschwerdef�hrers verm�gen die Erw�gungen der Vorinstanz nicht zu zerstreuen. Diese sind zutreffend, sodass insofern auf sie verwiesen werden kann. Hier einzugehen ist nur auf die �berlegungen des Beschwerdef�hrers was die "Reneja-Praxis" anbelangt. Nach dieser Praxis des Bundesgerichts m�sste selbst die Unzumutbarkeit der Ausreise f�r die Angeh�rigen der betroffenen Person nicht notwendigerweise zur Unzul�ssigkeit des Widerrufs f�hren. Das Bundesgericht geht in langj�hriger Rechtsprechung davon aus, dass die Grenze, von der an in der Regel dem ausl�ndischen Gatten auch dann keine ausl�nderrechtliche Bewilligung mehr erteilt wird, wenn seiner schweizerischen Ehefrau die Ausreise aus der Schweiz unzumutbar oder nur schwer zumutbar ist, bei zwei Jahren Freiheitsstrafe liegt (BGE 135 II 377 E. 4.4 S. 382 mit Hinweisen; grundlegend BGE 110 Ib 201). Dabei hat das Bundesgericht stets betont, dass es sich bei der "Zweijahresregel" um keine feste Grenze handelt, die nicht �ber- oder unterschritten werden d�rfte. Entscheidend ist vielmehr die Abw�gung der widerstreitenden �ffentlichen und privaten Interessen im Einzelfall (BGE 135 II 377 E. 4.4 S. 383; 120 Ib 6 E. 4b S. 14). Vorliegend f�llt ins Gewicht, dass die Ehe erst geschlossen wurde (24. Juni 2010), nachdem die erstinstanzliche Widerrufsverf�gung ergangen war (10. Mai 2010). Es verh�lt sich also nicht derart, dass die Widerrufsverf�gung in ein bestehendes Eheleben eingriff; vielmehr gingen die Ehegatten die Ehe erst ein, als die Bewilligung bereits widerrufen worden war. Die Ehefrau musste im Zeitpunkt des Eheschlusses damit rechnen, dass das Eheleben nicht in der Schweiz m�glich sein w�rde. In solchen F�llen kann auch nach der Praxis des EGMR die Ausweisung des ausl�ndischen Familienmitglieds nur unter aussergew�hnlichen Umst�nden Art. 8 EMRK verletzen (Urteil des EGMR i.S. Darren Omoregie gegen Norwegen vom 31. Oktober 2008 [265/07], Ziff. 57, m.H.).
4.5 Die Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung f�hrt im vorliegenden Fall zum Ergebnis, dass das �ffentliche Interesse an der Wegweisung bzw. Fernhaltung des Beschwerdef�hrers klarerweise st�rker ins Gewicht f�llt als dessen verst�ndliches privates Interesse, sein Leben in der Schweiz fortzusetzen. Zul�ssigerweise darf bei dieser Abw�gung auch generalpr�ventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. Urteile 2C_13/2011 vom 22. M�rz 2011 E. 2.2; 2C_36/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 2.1). Der Eingriff in das Privat- und Familienleben erweist sich denn auch als notwendig im Sinne der Rechtsprechung (BGE 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249), verm�gen die kurze Ehedauer mit einer Schweizerb�rgerin, das Wohlverhalten seit der letzten Verurteilung und die geordneten finanziellen Verh�ltnisse die wiederholt ge�usserte kriminelle Energie doch keineswegs aufzuwiegen. Es besteht ein legitimes, merklich �berwiegendes Interesse der �ffentlichkeit an der Fernhaltung des Beschwerdef�hrers.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind dem Beschwerdef�hrer die Kosten des Verfahrens vor Bundesgericht aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 i.V.m. Art. 65 BGG). Dem obsiegenden Kanton Bern steht keine Parteientsch�digung zu (Art. 68 Abs. 3 BGG).