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Timestamp: 2016-10-24 16:05:38
Document Index: 69202084

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Die 1977 geborene B.________ war als kaufm�nnische Angestellte der X.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 5. Oktober 2006 einen Verkehrsunfall erlitt. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese jedoch mit Verf�gung vom 24. Juli 2008 und Einspracheentscheid vom 15. Januar 2009 per 31. Juli 2008 ein, da die �ber dieses Datum hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht durch das Unfallereignis vom 5. Oktober 2006 verursacht worden seien.
Die von B.________ und von der CSS Kranken-Versicherung AG hiegegen erhobenen Beschwerden wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 30. September 2009 ab. Auf Beschwerde der Versicherten hin hob das Bundesgericht mit Urteil 8C_993/2009 vom 31. August 2010 diesen Entscheid aus formellen Gr�nden auf. Das kantonale Gericht sistierte daraufhin das Verfahren bis zum Vorliegen eines im IV-Verfahren eingeholten Gutachtens. Am 25. April 2012 f�hrte das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau eine �ffentliche Verhandlung durch; mit Entscheid vom 20. Juni 2012 wies es die Beschwerden erneut ab.
Mit Beschwerde beantragt B.________, ihr seien unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides die gesetzlichen Leistungen auch �ber den 31. Juli 2008 hinaus auszurichten.
In ihrer Eingabe vom 10. Dezember 2012 h�lt B.________ am gestellten Rechtsbegehren fest.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die SUVA zu Recht ihre Leistungen per 31. Juli 2008 eingestellt hat.
3.1 Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Unfallfolgesch�den (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.2 Zu erg�nzen ist, dass das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) die sog. Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden pr�zisiert hat. Im genannten Urteil wurde zun�chst der Grundsatz best�tigt, dass der Fallabschluss und damit verbunden die Ad�quanzpr�fung im Hinblick auf die Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen hat, in dem von der Weiterf�hrung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4). Hinsichtlich der Beurteilung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden medizinischen Abkl�rung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5). Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur Beurteilung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen (vgl. dazu insbesondere SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog der ad�quanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:
besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�ck- lichkeit des Unfalls;
�rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert;
3.3 Weiterhin gilt, dass nicht in jedem Fall der Einbezug s�mtlicher Kriterien in die Gesamtw�rdigung erforderlich ist. Je nach den konkreten Umst�nden kann f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium gen�gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium gen�gen, wenn es in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so m�ssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zuzuordnen ist, m�ssen die weiteren zu ber�cksichtigenden Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein, damit die Ad�quanz bejaht wird. Diese W�rdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien f�hrt zur Bejahung oder Verneinung des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin bringt zun�chst unter Verweis auf das Gutachten des Zentrums Y.________ vom 17. Mai 2011 vor, der Fallabschluss und damit die Ad�quanzpr�fung auf den 31. Juli 2008 hin sei zu fr�h erfolgt, da von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung �ber dieses Datum hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen war. Dieser Ansicht kann indessen nicht gefolgt werden. Auch die Experten des Zentrums Y.________ gehen in ihrem Gutachten davon aus, dass die von ihnen festgestellte Arbeitsunf�higkeit seit dem Jahre 2007 gelte und der Gesundheitszustand seither stabil ist. Somit ist der Fallabschluss per 31. Juli 2008 nicht zu beanstanden.
4.2 Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin nicht an im Sinne der Rechtsprechung organisch hinreichend nachgewiesenen Unfallfolgen leidet. Somit ist die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und diesen Beschwerden speziell zu pr�fen. Die Vorinstanz hat erwogen, die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und den anhaltend geklagten Beschwerden sei nach den Kriterien, die von der Rechtsprechung f�r psychische Unfallfolgesch�den entwickelt wurden (BGE 115 V 133), zu pr�fen. Die Beschwerdef�hrerin macht dagegen geltend, die spezielle Pr�fung der Ad�quanz habe nach den Kriterien der sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109; vgl. E. 2.2 hievor) zu erfolgen. Welche der beiden Rechtsprechungen anwendbar ist, kann indessen offenbleiben, da - wie nachstehende Erw�gungen zeigen - die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges selbst dann zu verneinen w�re, wenn man sie nach der f�r die Beschwerdef�hrerin g�nstigeren Schleudertrauma-Praxis pr�ft.
5.1 Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 3.1). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.1.2). Die Vorinstanz wertete das Unfallereignis vom 5. Oktober 2006 als im engeren Sinne mittelschwer. Selbst wenn man mit der Beschwerdef�hrerin von einer kollisionsbedingten Geschwindigkeits�nderung (?v) zwischen 22 und 29 km/h ausgeht, rechtfertigt es sich nicht, das Ereignis als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen zu qualifizieren. Eine solche Qualifikation k�me erst bei h�heren einwirkenden Kr�ften in Frage (vgl. etwa Urteile 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.2.2 und 8C_129/2009 vom 15. September 2009 E. 5.2). Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
5.2 Der Ber�cksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umst�nde geeignet sind, bei der betroffenen Person w�hrend des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abl�ufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein k�nnen. Dabei sind objektive Massst�be anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies �berhaupt zuverl�ssig feststellen liesse -, soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumst�nde, bei Betroffenen psychische Vorg�nge der genannten Art auszul�sen. Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist (Urteil 8C_584/2010 vom 11. M�rz 2011 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen). Vor diesem Hintergrund erf�llt das Geschehen vom 5. Oktober 2006 das Kriterium nicht (vgl. auch Urteil 8C_624/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 4.3.1).
5.3 Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127 f. seine Rechtsprechung best�tigt, wonach die Diagnose einer Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) f�r sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung gen�gt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese k�nnen beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgesch�digte Wirbels�ule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1, U 39/04 E. 3.4 und Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4). Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorsch�digung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunf�hig war (Urteile 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_544/2012 vom 5. Dezember 2012 E. 5.4).
Es trifft zu, dass die Versicherte bereits vor dem Unfall vom 5. Oktober 2006, am 21. Dezember 2003, eine HWS-Distorsion erlitten hat. Gem�ss den Angaben des Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 18. Oktober 2006 war die Beschwerdef�hrerin indessen unmittelbar vor dem zweiten Unfall wieder 100 % arbeitsf�hig. Somit ist nicht davon auszugehen, dass sie am 21. Dezember 2003 eine solch massive Vorsch�digung der HWS erlitten hat, dass deswegen das Kriterium bez�glich des Ereignisses vom 5. Oktober 2006 als erf�llt zu gelten h�tte.
5.4 Direkt nach dem Unfall war die Versicherte bis zum 11. Oktober 2006 im Kantonsspital Z.________ hospitalisiert, vom 21. November bis zum 24. Dezember 2006 weilte sie station�r in der RehaClinic W.________. Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde sind im massgeblichen Zeitraum zwischen dem Unfallereignis vom 5. Oktober 2006 und dem Fallabschluss am 31. Juli 2008 keine weiteren station�ren Hospitalisierungen aktenkundig. Die sonstigen durchgef�hrten Therapiemassnahmen waren f�r die Beschwerdef�hrerin nicht �berdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung; praxisgem�ss werden an das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung deutlich h�here Anforderungen gestellt (vgl. Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4). Das Kriterium ist somit zu verneinen.
5.5 Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, was auf eine �rztliche Fehlbehandlung im Sinne des einschl�gigen Kriteriums schliessen liesse. Insbesondere kann nicht gesagt werden, die behandelnden �rzte oder die beteiligten Versicherungen h�tten das Leiden der Versicherten nicht ernst genommen. Somit ist auch dieses Kriterium zu verneinen.
5.6 Zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen bedarf es besonderer Gr�nde, die die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteil 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.8). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich; das Kriterium ist zu verneinen.
5.7 Was die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben w�ren.
5.8 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt erachten w�rde, die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben sind, ist die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 5. Oktober 2006 und den geklagten, im Sinne der Rechtsprechung organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu verneinen. Somit haben Vorinstanz und Beschwerdegegnerin zu Recht eine Leistungspflicht f�r diese Beschwerden verneint; die Beschwerde der Versicherten ist abzuweisen.