Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Befristung_Tarifvertrag_BAG_7AZR136-09.html
Timestamp: 2018-04-20 10:44:10
Document Index: 192477259

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 5', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 256', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 72', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 5']

Schlag­worte: Befristung: Sachgrund, Befristung: Wiedereinstellungszusage
Akten­zeichen: 7 AZR 136/09
Leit­sätze: Die mit ei­ner Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ein­ge­gan­ge­ne Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers ge­genüber ei­nem aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer kann als sons­ti­ger, in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG nicht ge­nann­ter Sach­grund iSv. § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer recht­fer­ti­gen, wenn nach dem In­halt der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge mit der Gel­tend­ma­chung des Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs in ab­seh­ba­rer Zeit ernst­haft zu rech­nen ist und die be­fris­te­te Ein­stel­lung ei­ner Er­satz­kraft ge­eig­net ist, ei­ne Beschäfti­gungsmöglich­keit für den Fall der Wie­der­ein­stel­lung des aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mers frei­zu­hal­ten.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 30.04.2008, 20 Ca 2238/07
2 Sa 36/08
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 17. De­zem­ber 2008 - 2 Sa 36/08 - wird zurück­ge­wie­sen.
fris­tung am 31. Au­gust 2009 ge­en­det hat.
Der Kläger war seit dem 12. Ju­li 2004 auf­grund meh­re­rer be­fris­te­ter Ar
beits­verträge bei der Be­klag­ten beschäftigt. Nach Nr. 8 des Ar­beits­ver­trags vom 12. Ju­li 2004 be­stimm­te sich das Ar­beits­verhält­nis ua. nach den für den Be­trieb gülti­gen re­gio­na­len Ta­rif­verträgen der Me­tall­in­dus­trie in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung. Mit ei­ner am 26. Ju­li 2007 un­ter­zeich­ne­ten An­la­ge zum Ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­ten die Par­tei­en die Verlänge­rung des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zum 31. Au­gust 2009. Als Grund für die Be­fris­tung ist an­ge­ge­ben: „Wei­ter­bil­dungs­maßnah­me H. S“. Auf­grund die­ses Ver­trags wur­de der Kläger ab dem 1. Sep­tem­ber 2007 in der Ab­tei­lung 484 als Mon­teur beschäftigt. Die­se Tätig­keit wird nach Ent­gelt­grup­pe 4 vergütet. In der Ab­tei­lung 484 sind ne­ben dem Schichtführer sie­ben Mon­teu­re tätig. Ei­ner der Mon­teu­re ist als stell­ver­tre­ten­der Schichtführer ein­ge­setzt. Die­se Tätig­keit wird nach Ent­gelt­grup­pe 5 vergütet.
Bis En­de Au­gust 2007 war der Mit­ar­bei­ter S stell­ver­tre­ten­der Schicht-
führer der Ab­tei­lung 484. In der Zeit vom 10. Sep­tem­ber 2007 bis zum 31. Ju­li 2009 ab­sol­vier­te er ei­ne ex­ter­ne Wei­ter­bil­dung zum Tech­ni­ker. Zur Ermög-
li­chung die­ser Aus­bil­dung schlos­sen der Mit­ar­bei­ter S und die Be­klag­te am 6. Ju­li 2007 ei­nen „Auf­he­bungs­ver­trag Wei­ter­bil­dung“. Die­ser lau­tet aus­zugs­wei­se:
„1. Das zwi­schen der Z und dem Mit­ar­bei­ter be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis wird we­gen Teil­nah­me an ei­ner Wei­ter­bil­dungs­maßnah­me zum Tech­ni­ker im bei­der­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men zum 09.09.2007 be­en­det.
4. Der Mit­ar­bei­ter erhält die Zu­sa­ge, dass er nach
Ab­schluss der Wei­ter­bil­dung wie­der bei Z ein­ge­stellt wird. So­weit es die Per­so­nal­si­tua­ti­on zulässt, wird dem Mit­ar­bei­ter bei der Wie­der­ein­stel­lung ein sei­nen er­wor­be­nen Kennt­nis­sen ent­spre­chen­der Ar­beits­platz an­ge­bo­ten. An­dern­falls wird ihm ein Ar­beits­platz zu­ge­wie­sen wer­den, möglichst gleich­wer­tig dem vor Un­ter­bre­chung des Ar­beits­verhält­nis­ses. ... Bei er­folg­rei­chem Ab­schluss erhält der Mit­ar­bei­ter ei­ne Prämie in Höhe von € 2.500,- brut­to als Ein­mal­zah­lung beim Wie­der­ein­tritt ...
Die­ser Ver­ein­ba­rung liegt der Ta­rif­ver­trag zur Qua­li­fi­zie­rung der Me­tall-
und Elek­tro­in­dus­trie Nordwürt­tem­berg/Nord­ba­den vom 19. Ju­ni 2001 (TV Qua­li­fi­zie­rung) zu­grun­de. § 5.1 die­ses Ta­rif­ver­trags lau­tet:
„Beschäftig­te ha­ben ... An­spruch auf ei­ne ein­ma­li­ge ... Aus­schei­dens­ver­ein­ba­rung mit gleich­zei­ti­ger Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge für wei­ter­ge­hen­de Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men im Rah­men der persönli­chen und be­ruf­li­chen Ent­wick­lung. ...
Nach En­de der Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men ha­ben die Beschäftig­ten An­spruch auf ei­nen, dem vor­he­ri­gen Ar­beits­platz ver­gleich­ba­ren, zu­mut­ba­ren gleich- oder höher­wer­ti­gen Ar­beits­platz.
Nach dem Aus­schei­den von Herrn S aus dem Ar­beits­verhält­nis im
Sep­tem­ber 2007 wur­de dem als Mon­teur in der Ab­tei­lung 484 beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter M un­be­fris­tet die Funk­ti­on des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers über­tra­gen. Er erhält seit dem 1. Ja­nu­ar 2008 Vergütung nach Ent­gelt­grup­pe 5.
Mit der am 30. No­vem­ber 2007 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen
Kla­ge hat sich der Kläger ge­gen die Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2009 ge­wandt und ge­meint, die Be­fris­tung sei man­gels ei­nes sie recht­fer­ti­gen­den sach­li­chen Grun­des un­wirk­sam. Der Sach­grund der Ver­tre­tung lie­ge nicht vor, da zwi­schen der Be­klag­ten und dem Mit­ar­bei­ter S während der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit kein Ar­beits­verhält­nis mehr be­stan­den ha­be. Außer­dem könne die Be­klag­te Herrn S nach ei­ner mögli­chen Wie­der­ein­stel­lung nicht die dem Kläger über­tra­ge­ne Tätig­keit als Mon­teur zu­wei­sen, da Herr S vor sei­nem Aus­schei­den in der höher­wer­ti­gen Funk­ti­on des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers beschäftigt ge­we­sen sei.
fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en auf­grund der Be­fris­tung vom 26. Ju­li 2007 nicht be­en­det ist und über den 31. Au­gust 2009 un­be­fris­tet fort­be­steht.
Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und ge­meint, die Kla­ge sei
un­zulässig, da sie vor Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit er­ho­ben wur­de. Im Übri­gen sei die Kla­ge un­be­gründet. Die Be­fris­tung sei durch den Sach­grund der Ver­tre­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt. Sie ha­be bei Ab­schluss der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung mit dem Kläger auf­grund der dem Ar­beit­neh­mer S er­teil­ten Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge mit des­sen Rück­kehr an den Ar­beits­platz rech­nen müssen. Der Kläger ha­be den Mit­ar­bei­ter S hin­sicht­lich der Mon­teurstätig­keit un­mit­tel­bar ver­tre­ten. Die Auf­ga­be des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers sei zwar ei­nem an­de­ren Mit­ar­bei­ter zu­ge­wie­sen wor­den. Es sei ihr als Ar­beit­ge­be­rin je­doch un­be­nom­men ge­we­sen, die Ar­beits­auf­ga­ben in­ner­halb der Grup­pe im We­ge des Di­rek­ti­ons­rechts um­zu­ver­tei­len. Der Sach­grund der Ver­tre­tung er­for­de­re nicht, dass der Ver­tre­ter ge­nau die zu­vor von dem Ver­tre­te­nen aus­geübten Tätig­kei­ten ver­rich­te.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben und fest­ge­stellt, dass
das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund der Be­fris­tung vom 26. Ju­li 2007 am 31. Au­gust 2009 ge­en­det hat. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die hier­ge­gen ge­rich­te­te Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück-
ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag wei­ter. Der Kläger be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.
Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Die Vor­in­stan­zen ha­ben der zulässi­gen
Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge zu Recht statt­ge­ge­ben. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat nicht auf­grund der in dem Verlänge­rungs­ver­trag vom 26. Ju­li 2007 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung am 31. Au­gust 2009 ge­en­det. Die Be­fris­tung ist man­gels ei­nes sie nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen­den sach­li­chen Grun­des un­wirk­sam.
1. Es han­delt sich trotz des nicht aus­sch­ließlich an den Vor­ga­ben des
§ 17 Satz 1 Tz­B­fG ori­en­tier­ten, auf ei­nen all­ge­mei­nen Fest­stel­lungs­an­trag iSv. § 256 Abs. 1 ZPO hin­deu­ten­den letz­ten Halb­sat­zes des in ers­ter In­stanz ge­stell­ten Kla­ge­an­trags aus­sch­ließlich um ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge iSv. § 17 Satz 1 Tz­B­fG, mit der der Kläger die Un­wirk­sam­keit der ver­ein­bar­ten Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2009 gel­tend macht. An­de­re Be­en­di­gungs­tat­bestände oder -zeit­punk­te sind zwi­schen den Par­tei­en nicht im Streit. Dem letz­ten Halb­satz des ursprüng­lich for­mu­lier­ten Kla­ge­an­trags kommt des­halb kei­ne ei­genständi­ge Be­deu­tung zu. In die­sem Sin­ne hat auch das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ver­stan­den und den ihr statt­ge­ben­den Ur­teils­te­nor ent­spre­chend ge­fasst. Hier­ge­gen hat sich der Kläger nicht ge­wandt. Er hat viel­mehr seit der Be­ru­fungs­in­stanz die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung ver­tei­digt und da­mit aus­sch­ließlich ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge gem. § 17 Satz 1 Tz­B­fG ver­folgt.
2. Die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ist ent­ge­gen der in den Vor­in­stan­zen
geäußer­ten Auf­fas­sung der Be­klag­ten nicht des­halb un­zulässig, weil sie be­reits länge­re Zeit vor dem ver­ein­bar­ten Ver­trags­en­de er­ho­ben wur­de. An der Klärung der Fra­ge, ob ei­ne Be­fris­tung wirk­sam ist und zur Be­en­di­gung des
Ar­beits­verhält­nis­ses führt, be­steht in der Re­gel be­reits vor dem Ver­trags­en­de ein recht­li­ches In­ter­es­se der Par­tei­en. Dem­ent­spre­chend wird die - ma­te­ri­ell-recht­li­che - Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG nach ständi­ger Recht­spre­chung des Se­nats auch durch die Er­he­bung ei­ner Kla­ge vor dem Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit ge­wahrt (vgl. et­wa 13. Ok­to­ber 2004 - 7 AZR 654/03 - zu I 1 der Gründe, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 13 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 14; 10. März 2004 - 7 AZR 402/03 - zu I der Gründe, BA­GE 110, 38). Ge­gen­tei­li­ges macht die Be­klag­te mit der Re­vi­si­on nicht mehr gel­tend.
II. Die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ist be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt
hat im Er­geb­nis zu Recht an­ge­nom­men, dass die Be­fris­tung man­gels ei­nes sie recht­fer­ti­gen­den sach­li­chen Grun­des iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG un­wirk­sam ist. Die Be­fris­tung ist we­der durch den Sach­grund der Ver­tre­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG noch durch ei­nen sons­ti­gen Sach­grund gem. § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt.
1. Der in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG nor­mier­te Sach­grund der Ver-
tre­tung recht­fer­tigt die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags der Par­tei­en nicht.
a) Nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG liegt ein sach­li­cher Grund für die
Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags vor, wenn der Ar­beit­neh­mer zur Ver­tre­tung ei­nes an­de­ren Ar­beit­neh­mers beschäftigt wird. Das setzt vor­aus, dass der zu Ver­tre­ten­de während der Dau­er der mit dem Ver­tre­ter ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit (vor­aus­sicht­lich) in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zum Ar­beit­ge­ber steht. Ist dies nicht der Fall, han­delt es sich nicht um die nach der Vor­schrift er­for­der­li­che Ver­tre­tung ei­nes an­de­ren Ar­beit­neh­mers. Das gilt auch dann, wenn ein Ar­beit­neh­mer als Er­satz für ei­nen mit ei­ner Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer be­fris­tet beschäftigt wird. Dies er­gibt die Aus­le­gung des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG.
aa) Der Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG setzt die Ver­tre­tung
ei­nes an­de­ren Ar­beit­neh­mers vor­aus. Die Vor­schrift ver­langt da­her nach ih­rem Wort­laut die Ver­tre­tung ei­ner Per­son, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zum Ar­beit­ge­ber steht. Die be­fris­te­te Beschäfti­gung ei­nes Ar­beit­neh­mers an­stel­le
ei­nes aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­ge­schie­de­nen Mit­ar­bei­ters wird so­mit nicht er­fasst. Die­se Aus­le­gung ent­spricht Sinn und Zweck des in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG nor­mier­ten Sach­grunds. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats ist ein zur Recht­fer­ti­gung der Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags in Be­tracht kom­men­der Ver­tre­tungs­fall ge­ge­ben, wenn der Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beits­kräfte­be­darf, den er durch die Ein­stel­lung des Ver­tre­ters ab­de­cken will, an sich be­reits durch die Beschäfti­gung ei­nes an­de­ren Ar­beit­neh­mers ab­ge­deckt hat, aber we­gen des zeit­wei­li­gen Aus­falls die­ses an­de­ren Ar­beit­neh­mers ein vorüber­ge­hen­der, bis zu des­sen Rück­kehr zeit­lich be­grenz­ter Be­darf an der Ar­beits­kraft des Ver­tre­ters be­steht (1. De­zem­ber 1999 - 7 AZR 449/98 - zu III 2 a der Gründe, BB 2000, 1525). Der Sach­grund der Ver­tre­tung liegt so­mit dar­in be­gründet, dass der Ar­beit­ge­ber be­reits zu ei­nem vorüber­ge­hend we­gen Krank­heit, Be­ur­lau­bung oder aus sons­ti­gen Gründen an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer in ei­nem Ar­beits­verhält­nis steht und mit der Wie­der­auf­nah­me der Tätig­keit durch die­sen rech­net (vgl. et­wa BAG 18. April 2007 - 7 AZR 293/06 - Rn. 11 mwN, AP LPVG NW § 72 Nr. 33). Da der vorüber­ge­hend ab­we­sen­de Ar­beit­neh­mer bei Weg­fall des Ver­hin­de­rungs­grunds auf­grund des fort­be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses so­wohl die Ver­pflich­tung als auch ei­nen An­spruch dar­auf hat, die Ar­beit wie­der auf­zu­neh­men, be­steht an der Beschäfti­gung ei­ner Ver­tre­tungs­kraft von vorn­her­ein nur ein zeit­lich be­grenz­tes Bedürf­nis. Ein Ver­tre­tungs­fall liegt da­her nicht vor, wenn der­je­ni­ge, an des­sen Stel­le der be­fris­tet beschäftig­te Ar­beit­neh­mer ein­ge­stellt wird, bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags noch nicht in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zum Ar­beit­ge­ber steht (BAG 1. De­zem­ber 1999 - 7 AZR 449/98 - zu III 2 b der Gründe, aaO). Eben­so verhält es sich, wenn der Mit­ar­bei­ter, an des­sen Stel­le der be­fris­tet Beschäftig­te ein­ge­stellt wird, im Zeit­punkt der Be­fris­tungs­ab­re­de be­reits aus dem Ar­beits­verhält­nis mit dem Ar­beit­ge­ber aus­ge­schie­den ist.
bb) Hier­nach liegt ein Ver­tre­tungs­fall auch dann nicht vor, wenn der Ar­beit
ge­ber dem aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer ei­ne Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge er­teilt hat und bis zu ei­ner mögli­chen Wie­der­ein­stel­lung ei­ne Er­satz­kraft be­fris­tet beschäftigt wer­den soll. Zwar muss der Ar­beit­ge­ber in die­sem Fall da­mit
rech­nen, dass der aus­ge­schie­de­ne Ar­beit­neh­mer sei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch gel­tend ma­chen wird. Aus der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge al­lein folgt aber noch kein An­spruch auf tatsächli­che Beschäfti­gung und kei­ne Beschäfti­gungs­pflicht. Sie be­gründet le­dig­lich ei­nen An­spruch auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­trags. Erst die­ser kann die Rechts­grund­la­ge für ei­nen Beschäfti­gungs­an­spruch und ei­ne ent­spre­chen­de Beschäfti­gungs­pflicht bil­den. Der Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags mit ei­ner Er­satz­kraft bis zu ei­ner mögli­chen Wie­der­ein­stel­lung des aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mers dient des­halb nicht der Ab­de­ckung ei­nes Ver­tre­tungs­be­darfs. Er er­folgt viel­mehr we­gen der ge­plan­ten an­der­wei­ti­gen Be­set­zung des Ar­beits­plat­zes mit dem mögli­cher­wei­se wie­der­ein­zu­stel­len­den Ar­beit­neh­mer. Die ge­plan­te an­der­wei­ti­ge Be­set­zung des Ar­beits­plat­zes ist nach der Recht­spre­chung des Se­nats nicht § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG zu­zu­ord­nen, son­dern kann ge­eig­net sein, als sons­ti­ger, in dem Sach­grund­ka­ta­log des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 bis 8 Tz­B­fG nicht ge­nann­ter Sach­grund die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags zu recht­fer­ti­gen (vgl. hier­zu zu­letzt BAG 9. De­zem­ber 2009 - 7 AZR 399/08 - Rn. 16 mwN, NZA 2010, 495). Glei­ches gilt für die be­fris­te­te Beschäfti­gung ei­nes Ar­beit­neh­mers bis zur be­ab­sich­tig­ten Über­nah­me ei­nes Aus­zu­bil­den­den in ein Ar­beits­verhält­nis. Auch die­ser Tat­be­stand ist nicht dem Sach­grund der Ver­tre­tung zu­zu­ord­nen, son­dern kann we­gen des von dem Ar­beit­ge­ber mit der Aus­bil­dung ver­bun­de­nen Auf­wands ge­eig­net sein, die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer bis zur Über­nah­me des Aus­zu­bil­den­den zu recht­fer­ti­gen (BAG 1. De­zem­ber 1999 - 7 AZR 449/98 - zu III 3 c der Gründe mwN, BB 2000, 1525).
b) Hier­nach ist die in dem Verlänge­rungs­ver­trag vom 26. Ju­li 2007 ver­ein
bar­te Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2009 nicht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt. Der Kläger wur­de nicht zur Ver­tre­tung ei­nes vorüber­ge­hend an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­der­ten, wei­ter­hin in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zur Be­klag­ten ste­hen­den Ar­beit­neh­mers beschäftigt. Er wur­de viel­mehr als Er­satz­kraft an­stel­le des aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mers S ein­ge­stellt. Die dem Ar­beit­neh­mer S er­teil­te Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge be­gründe­te kei­nen Ver­tre­tungs­be­darf iSv. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Tz­B­fG.
2. Die Be­fris­tung ist nicht we­gen der dem aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer
S er­teil­ten Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge nach § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt. Die Ab­sicht, den dem Kläger zu­ge­wie­se­nen Ar­beits­platz für den Fall der Wie­der­ein­stel­lung des Mit­ar­bei­ters S frei­zu­hal­ten, könn­te zwar als sons­ti­ger, in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG nicht ge­nann­ter Sach­grund ge­eig­net sein, die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags zu recht­fer­ti­gen. Die Be­klag­te hat je­doch nicht nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt, dass die mit der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ein­ge­gan­ge­ne Ver­pflich­tung für die be­fris­te­te Beschäfti­gung des Klägers kau­sal war.
a) § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG enthält ei­ne Aufzählung sach­li­cher
Gründe, die die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen recht­fer­ti­gen können. Die Aufzählung ist, wie sich aus dem Wort „ins­be­son­de­re“ er­gibt, nicht ab­sch­ließend. Da­durch wer­den we­der an­de­re von der Recht­spre­chung vor In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG an­er­kann­te noch wei­te­re Sach­gründe für die Be­fris­tung aus­ge­schlos­sen (BT-Drucks. 14/4374 S. 18). Al­ler­dings können sons­ti­ge, in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG nicht ge­nann­te Sach­gründe die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags nur recht­fer­ti­gen, wenn sie den in § 14 Abs. 1 Tz­B­fG zum Aus­druck kom­men­den Wer­tungs­maßstäben ent­spre­chen und den in dem Sach­grund­ka­ta­log des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG ge­nann­ten Sach­gründen von ih­rem Ge­wicht her gleich­wer­tig sind (vgl. zu­letzt BAG 9. De­zem­ber 2009 - 7 AZR 399/08 - Rn. 15 mwN, NZA 2010, 495).
aa) Nach der Recht­spre­chung des Se­nats kann die für ei­nen späte­ren
Zeit­punkt ge­plan­te an­der­wei­ti­ge Be­set­zung des Ar­beits­plat­zes als sons­ti­ger, in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 8 Tz­B­fG nicht erwähn­ter Sach­grund ge­eig­net sein, die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer zu recht­fer­ti­gen. Dies setzt vor­aus, dass der Ar­beit­ge­ber bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags mit dem an­de­ren, als Dau­er­be­set­zung vor­ge­se­he­nen Ar­beit­neh­mer be­reits ver­trag­lich ge­bun­den ist (vgl. zu­letzt 9. De­zem­ber 2009 - 7 AZR 399/08 - Rn. 16 mwN, NZA 2010, 495). Die­ser Tat­be­stand ent­spricht den Wer­tungs­maßstäben des § 14 Abs. 1 Tz­B­fG. Für die Be­fris­tungs­tat­bestände ist kenn­zeich­nend, dass der Ar­beit­ge­ber ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se an ei­ner nur
zeit­lich be­grenz­ten Beschäfti­gung hat, weil er im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses mit dem be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer auf­grund kon­kre­ter Tat­sa­chen da­mit rech­nen muss, dass er die­sen nur für ei­ne vorüber­ge­hen­de Zeit beschäfti­gen kann. Glei­ches gilt, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beits­platz zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer be­set­zen will, mit dem er be­reits ei­ne ver­trag­li­che Bin­dung ein­ge­gan­gen ist. Auch dann be­steht ein nur zeit­lich be­grenz­tes Bedürf­nis an der Beschäfti­gung des be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mers (BAG 9. De­zem­ber 2009 - 7 AZR 399/08 - Rn. 35 mwN, aaO).
bb) Ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se an ei­ner nur vorüber­ge­hen­den Be
schäfti­gung kann auch dann vor­lie­gen, wenn der Ar­beit­ge­ber den Ar­beits­platz im Fal­le des Aus­schei­dens ei­nes Ar­beit­neh­mers nicht dau­er­haft neu be­set­zen will, weil er dem aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer ei­ne Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge er­teilt hat und nach de­ren In­halt ernst­haft da­mit rech­nen muss, dass der aus­ge­schie­de­ne Ar­beit­neh­mer sei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch in­ner­halb ei­nes über­schau­ba­ren Zeit­raums gel­tend ma­chen wird. Auch dann be­steht für die Beschäfti­gung der Er­satz­kraft we­gen der vom Ar­beit­ge­ber ein­ge­gan­ge­nen recht­li­chen Ver­pflich­tung nur ein zeit­lich be­grenz­ter Be­darf. Die­ser Tat­be­stand ist al­ler­dings nur dann ge­eig­net, die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit der Er­satz­kraft zu recht­fer­ti­gen, wenn zwi­schen der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge und der Ein­stel­lung der Er­satz­kraft ein ursäch­li­cher Zu­sam­men­hang be­steht. In­so­weit verhält es sich nicht an­ders als bei dem Sach­grund der Ver­tre­tung. In bei­den Fällen be­gründet die pro­gnos­ti­zier­te Rück­kehr der vorüber­ge­hend an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­der­ten Stamm­kraft oder des mit ei­ner Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mers den nur vorüber­ge­hen­den Beschäfti­gungs­be­darf. Die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit der Er­satz­kraft ist nur ge­recht­fer­tigt, wenn de­ren Ein­stel­lung ge­ra­de we­gen die­ses vorüber­ge­hen­den Beschäfti­gungs­be­darfs er­folgt. Die er­for­der­li­che Kau­sa­lität zwi­schen der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge und der Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit ei­ner Er­satz­kraft ist zwar nicht nur dann ge­ge­ben, wenn die Er­satz­kraft die Auf­ga­ben wahr­nimmt, die der Wie­der­ein-zu­stel­len­de künf­tig über­neh­men soll. Der Er­satz­kraft können - wie ei­ner Ver-
tre­tungs­kraft - auch an­de­re Tätig­kei­ten über­tra­gen wer­den. Die Beschäfti­gung des be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mers muss je­doch ge­eig­net sein, ei­ne Beschäfti­gungsmöglich­keit für den wie­der­ein­zu­stel­len­den Mit­ar­bei­ter frei­zu­hal­ten. Dies ist vom Ar­beit­ge­ber im Pro­zess dar­zu­le­gen.
b) Da­nach ist die mit dem Kläger ver­ein­bar­te Be­fris­tung nicht we­gen der
dem aus­ge­schie­de­nen Mit­ar­bei­ter S er­teil­ten Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ge­recht­fer­tigt.
aa) Die Be­klag­te muss­te zwar im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses mit dem
Kläger am 26. Ju­li 2007 ernst­haft da­mit rech­nen, dass der aus­schei­den­de Mit­ar­bei­ter S nach der Be­en­di­gung der zweijähri­gen Wei­ter­bil­dung sei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch gel­tend ma­chen würde. Das Ar­beits­verhält­nis wur­de zur Ermögli­chung der Wei­ter­bil­dung be­en­det. Außer­dem wur­de dem Mit­ar­bei­ter S in dem Auf­he­bungs­ver­trag für den Fall des er­folg­rei­chen Ab­schlus­ses der Wei­ter­bil­dung und den Wie­der­ein­tritt in das Un­ter­neh­men ei­ne Prämie in Höhe von 2.500,00 Eu­ro zu­ge­sagt und da­mit ein An­reiz für die Gel­tend­ma­chung des Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs ge­schaf­fen.
bb) Die be­fris­te­te Beschäfti­gung des Klägers war aber nicht ge­eig­net, ei­ne
Beschäfti­gungsmöglich­keit für den Mit­ar­bei­ter S frei­zu­hal­ten. Die Be­klag­te hat kei­ne im Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung der Be­fris­tung mit dem Kläger be­ste­hen­de Kon­zep­ti­on dar­ge­legt, aus der sich er­ge­ben könn­te, dass die be­fris­te­te Beschäfti­gung des Klägers da­zu die­nen konn­te, im Fal­le ei­ner Wie­der­ein­stel­lung ei­ne der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ent­spre­chen­de Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers S zu ermögli­chen.
(1) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die zwi­schen der Be­klag­ten und dem
Mit­ar­bei­ter S ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen in dem „Auf­he­bungs­ver­trag Wei­ter­bil­dung“ da­hin aus­ge­legt, dass sich die Be­klag­te ver­pflich­tet hat­te, die­sem im Fal­le der Wie­der­ein­stel­lung ei­nen dem vor­he­ri­gen zu­min­dest gleich­wer­ti­gen Ar­beits­platz an­zu­bie­ten. Die­se Aus­le­gung ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den.
(a) Nach Nr. 4 des Auf­he­bungs­ver­trags soll­te dem Mit­ar­bei­ter S im Fal­le
der Wie­der­ein­stel­lung - so­weit es die Per­so­nal­si­tua­ti­on zu­ließ - ein sei­nen Kennt­nis­sen ent­spre­chen­der Ar­beits­platz an­ge­bo­ten wer­den. An­dern­falls soll­te ihm ein dem bis­he­ri­gen möglichst gleich­wer­ti­ger Ar­beits­platz zu­ge­wie­sen wer­den. Die­se Ver­ein­ba­rung al­lein hätte es ermöglicht, dem Ar­beit­neh­mer S die vom Kläger aus­geübte Tätig­keit als Mon­teur - oh­ne die Funk­ti­on des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers - zu über­tra­gen. Ein An­spruch auf die Zu­wei­sung ei­ner „möglichst“ gleich­wer­ti­gen Tätig­keit um­fasst je­den­falls auch die Über­tra­gung ei­ner un­we­sent­lich ge­rin­ger­wer­ti­ge­ren Tätig­keit.
(b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat aber bei der Aus­le­gung des Auf­he­bungs
ver­trags zu Recht § 5.1 TV Qua­li­fi­zie­rung berück­sich­tigt, der nach sei­nen Fest­stel­lun­gen dem Auf­he­bungs­ver­trag zu­grun­de liegt. Da­nach ha­ben Beschäftig­te An­spruch auf ei­ne ein­ma­li­ge Aus­schei­dens­ver­ein­ba­rung mit gleich­zei­ti­ger Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge für wei­ter­ge­hen­de Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men. Nach de­ren En­de be­steht ein An­spruch auf ei­nen dem vor­he­ri­gen Ar­beits­platz ver­gleich­ba­ren, zu­mut­ba­ren, gleich- oder höher­wer­ti­gen Ar­beits­platz. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat da­her die For­mu­lie­rung in dem mit dem Mit­ar­bei­ter S ge­schlos­se­nen Auf­he­bungs­ver­trag, ihm sol­le im Fal­le der Wie­der­ein­stel­lung ein dem vor­he­ri­gen möglichst gleich­wer­ti­ger Ar­beits­platz zu­ge­wie­sen wer­den, rechts­feh­ler­frei im Sin­ne der Ta­rif­be­stim­mung aus­ge­legt. So hat of­fen­sicht­lich auch die Be­klag­te die von ihr er­teil­te Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ver­stan­den. Dies zei­gen ih­re Ausführun­gen auf Sei­te 6 der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt in Be­zug ge­nom­me­nen Be­ru­fungs­be­gründung.
(2) Nach die­sem In­halt der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge konn­te die be­fris­te­te
Beschäfti­gung des Klägers nicht da­zu die­nen, dem Mit­ar­bei­ter S ei­ne ver­trags­ge­rech­te Beschäfti­gungsmöglich­keit frei­zu­hal­ten. Die Be­klag­te hat die er­for­der­li­che Kau­sa­lität zwi­schen der mit der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tung und der be­fris­te­ten Beschäfti­gung des Klägers nicht dar­ge­legt. Sie hat zwar vor­ge­tra­gen, anläss­lich des Aus­schei­dens des Mit­ar­bei­ters S die Ar­bei­ten in der Ab­tei­lung 484 um­ver­teilt und dem Kläger die zu­vor von dem Mit­ar­bei­ter S wahr­ge­nom­me­ne Mon­teurstätig­keit so­wie dem Ar­beit­neh­mer M
die Funk­ti­on des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers über­tra­gen zu ha­ben. Da­mit hat sie zwar die Ursächlich­keit des Aus­schei­dens des Mit­ar­bei­ters S für die Ein­stel­lung des Klägers dar­ge­tan, nicht je­doch die Kau­sa­lität der dem Ar­beit­neh­mer S er­teil­ten Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge für die Be­fris­tung des mit dem Kläger ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trags. Aus dem Vor­brin­gen der Be­klag­ten er­gibt sich nicht, dass die nur be­fris­te­te Beschäfti­gung des Klägers ge­eig­net war, ei­ne ver­trags­ge­rech­te Ein­satzmöglich­keit für den Ar­beit­neh­mer S frei­zu­hal­ten. Auf­grund der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge war die Be­klag­te ver­pflich­tet, dem Mit­ar­bei­ter S zu­min­dest ei­ne Tätig­keit als Mon­teur in der Funk­ti­on ei­nes stell­ver­tre­ten­den Schichtführers der Ent­gelt­grup­pe 5 zu­zu­wei­sen. Der Kläger war je­doch le­dig­lich als Mon­teur der Ent­gelt­grup­pe 4 ein­ge­setzt. Die­se Tätig­keit al­lein konn­te die Be­klag­te dem Mit­ar­bei­ter S nicht über­tra­gen, da sie der bis­he­ri­gen Tätig­keit nicht gleich- oder höher­wer­tig ist. An der Zu­wei­sung der Funk­ti­on des stell­ver­tre­ten­den Schichtführers an den Mit­ar­bei­ter S war die Be­klag­te ge­hin­dert, da sie die­se Funk­ti­on dem Mit­ar­bei­ter M un­be­fris­tet über­tra­gen hat­te und die­sem im We­ge des Di­rek­ti­ons­rechts nicht mehr ent­zie­hen konn­te. Es fehlt da­her an der Dar­le­gung ei­ner im Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung der Be­fris­tung be­ste­hen­den nach­voll­zieh­ba­ren Kon­zep­ti­on hin­sicht­lich ei­ner nach der Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge in Be­tracht kom­men­den Ein­satzmöglich­keit für den Mit­ar­bei­ter S und der sich hier­aus er­ge­ben­den nur zeit­lich be­grenz­ten Beschäfti­gungsmöglich­keit für den Kläger. Nach dem Vor­brin­gen der Be­klag­ten in der Be­ru­fungs­be­gründung gab es ei­ne der­ar­ti­ge Kon­zep­ti­on nicht. Hier­nach wa­ren die künf­ti­gen Ein­satzmöglich­kei­ten für den Mit­ar­bei­ter S bei Ver­trags­schluss mit dem Kläger noch nicht ab­seh­bar.
zur Übersicht 7 AZR 136/09