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Timestamp: 2016-10-21 09:09:59
Document Index: 22254367

Matched Legal Cases: ['Art. 71', 'Art. 24', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 89', 'Art. 141', 'Art. 100', 'Art. 42', 'Art. 90', 'Art. 92', 'Art. 92', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'BGE', 'in fine', 'Art. 93', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 112', 'Art. 46', 'Art. 71', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 71', 'Art. 70', 'Art. 60', 'Art. 60', 'Art. 79', 'Art. 60', 'Art. 79', 'BGE', 'Art. 73', 'Art. 73', 'Art. 12', 'Art. 81', 'Art. 13', 'Art. 81', 'Art. 81', 'Art. 21', 'Art. 10', 'Art. 60', 'Art. 79', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_1077/2012 2C_1078/2012 � � Urteil vom 24. Mai 2014
Mehrwertsteuer 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 (Ermessenseinsch�tzung),
Mehrwertsteuer 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2009 (Ermessenseinsch�tzung),
Die A.________ (hiernach: die Steuerpflichtige) betreibt in U.________ (TG) unter dem Namen "B.________" ein Unterhaltungslokal bzw. eine "Kontaktbar", wo auch sexuelle Dienstleistungen angeboten werden. Sie ist seit dem 1. Oktober 2005 als Mehrwertsteuerpflichtige eingetragen.
Anl�sslich einer Kontrolle vom 26. und 27. September 2011 stellte die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer (ESTV), fest, dass die Ums�tze aus sexuellen Dienstleistungen in der Buchhaltung nicht enthalten waren. Die darauf geschuldete Steuer ermittelte sie ermessensweise, da keine gen�genden Aufzeichnungen vorlagen. F�r die Bemessung des Umsatzes setzte sie die Zahl der bezogenen sexuellen Dienstleistungen auf zwei Drittel der Anzahl der verkauften "C�pli Hausmarke", die jeweils f�r eine Kontaktaufnahme offeriert werden mussten, fest. Den Ansatz pro sexuelle Dienstleistung sch�tzte sie auf durchschnittlich Fr. 180.--. Da durch den Einbezug dieser Ums�tze zudem die Grenze f�r die Anwendung der Saldosteuersatzmethode �berschritten wurde, entzog sie der Steuerpflichtigen r�ckwirkend ab 1. Januar 2009 die Bewilligung zur Abrechnung nach der Saldosteuersatzmethode und schritt zu einer entsprechenden Vorsteuerkorrektur.
Mit Einsch�tzungsmitteilungen (EM) und Verf�gungen vom 18. Oktober 2011 forderte die ESTV von der Steuerpflichtigen f�r den Zeitraum vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2009 Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. xxx (EM Nr. 360589) und f�r den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. xxx (EM Nr. 360590) nach. Mit zwei Einspracheentscheiden vom 13. Januar 2012 best�tigte die ESTV diese Steuerkorrekturen.
Mit Beschwerden an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Steuerpflichtige, die Steuerkorrekturen seien auf Fr. xxx (EM Nr. 360589) resp. auf Fr. xxx (EM Nr. 360590) festzusetzen und es sei auf dem ermittelten Umsatz der Vorsteuerabzug zu gew�hren. Sie macht geltend, eigene (betriebsinterne) Untersuchungen h�tten gezeigt, dass weniger sexuelle Dienstleistungen als von der ESTV angenommen erbracht worden seien. Deren Sch�tzung sei zudem methodisch nicht vertretbar. Ausserdem sei nicht begr�ndet worden, warum kein statistisches Zahlenmaterial der Branche herangezogen worden sei. Mit zwei Urteilen vom 27. September 2012 hiess das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde der Steuerpflichtigen gut, hob die beiden Einspracheentscheide vom 13. Januar 2012 auf und wies die Sache zur weiteren Abkl�rung und zum Erlass neuer Entscheide an die ESTV zur�ck.
Gegen die beiden Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. September 2010 f�hrt die ESTV mit separaten Eingaben Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Gest�tzt hierauf wurden zwei Verfahren er�ffnet, n�mlich das Verfahren 2C_1078/2009 betreffend die Mehrwertsteuer vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2009 und das Verfahren 2C_1077/2009 betreffend die Mehrwertsteuer vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010. Die ESTV beantragt, die angefochtenen Urteile seien aufzuheben und die Einspracheentscheide vom 13. Januar 2012 zu best�tigen.
1.1.�Das Bundesverwaltungsgericht hat �ber die Mehrwertsteuern der Jahre 2007-2009 und 2010 mit R�cksicht auf das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene neue Mehrwertsteuergesetz zwei Entscheide gef�llt. Da es um den gleichen Sachverhalt geht und sich die gleichen Rechtsfragen stellen, wenn auch teilweise vor dem Hintergrund des ge�nderten Rechts, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren 2C_1077/2009 und 2C_1078/2009 zu vereinigen (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 24 BZP).
1.2.�Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob auf eine Beschwerde eingetreten werden kann. Gegen Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts �ber die Mehrwertsteuer ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG). Das Beschwerderecht steht gem�ss Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 141 der Mehrwertsteuerverordnung vom 27. November 2009 (MWSTV 2010; SR 641.201) auch der ESTV zu (Urteil 2C_678/2012 vom 17. Mai 2013 E. 1.3). Die beiden Beschwerden wurden durch diese innert der vorgeschriebenen Frist (Art. 100 BGG) und Form (Art. 42 BGG) eingereicht.
1.3.�Die Beschwerde ist zul�ssig gegen End- oder Teilentscheide (Art. 90 und 91 BGG), gegen Vor- oder Zwischenentscheide jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 92 oder 93 BGG.
1.3.1.�Die Vorinstanz hat den Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache an die ESTV zur F�llung eines neuen Entscheids im Sinne der Erw�gungen zur�ckgewiesen. Angefochten ist somit ein R�ckweisungsentscheid. Solche Entscheide sind grunds�tzlich Zwischenentscheide, gegen die nur unter den Voraussetzungen von Art. 92 oder 93 BGG beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden kann, selbst wenn damit �ber materielle Teilaspekte der Streitsache entschieden wird (BGE 134 II 124 E. 1.3; 133 V 477 E. 4.2 und 4.3 S. 481 f.). Wenn jedoch der unteren Instanz, an welche die Sache zur�ckgewiesen wird, kein Entscheidungsspielraum mehr verbleibt und die R�ckweisung nur noch der (rechnerischen) Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient, handelt es sich in Wirklichkeit um einen Endentscheid (BGE 135 V 141 E. 1.1; 134 II 124 E. 1.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_684/2007 vom 27. Dezember 2007 E. 1.1).
Vorliegend hob die Vorinstanz die Einspracheentscheide auf, weil die ESTV mit der ohne hinreichende Begr�ndung vorgenommenen Gleichsetzung von zwei Dritteln der verkauften C�pli mit der Zahl der bezogenen sexuellen Dienstleistungen und dem ebenfalls unbegr�ndeten Ansatz von Fr. 180.-- pro Dienstleistung ihr Ermessen �berschritten habe. Sie habe deshalb eine neue Sch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen durchzuf�hren und ausreichend zu begr�nden. Der ESTV verbleibt damit nicht bloss die (rechnerische) Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten, sondern sie hat den Fall umfassend zu pr�fen und neu zu entscheiden. Beim angefochtenen R�ckweisungsentscheid handelt es sich folglich nicht um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.
1.3.2.�Gegen selbstst�ndig er�ffnete Zwischenentscheide, die weder die Zust�ndigkeit noch den Ausstand betreffen, ist die Beschwerde nur zul�ssig, wenn der Zwischenentscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die selbstst�ndige Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden bildet aus prozess�konomischen Gr�nden eine Ausnahme vom Grundsatz, dass sich das Bundesgericht mit jeder Angelegenheit nur einmal befassen soll (BGE 135 II 30 E. 1.3.2 S. 34; 135 I 261 E. 1.2; 134 III 188 E. 2.2; 133 III 629 E. 2.1). Die Ausnahme ist restriktiv zu handhaben, zumal die Parteien keine Rechte verlieren. Wenn sie einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG nicht selbstst�ndig anfechten, k�nnen sie ihn doch mit dem Endentscheid anfechten, soweit er sich auf dessen Inhalt auswirkt (Art. 93 Abs. 3 BGG; BGE 133 IV 288 E. 3.2). Es obliegt der beschwerdef�hrenden Partei darzutun, dass die Eintretensvoraussetzungen von Art. 93 BGG erf�llt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich ist (vgl. dazu BGE 134 III 426 E. 1.2 in fine; 133 III 629 E. 2.3.1 und 2.4.2).
1.3.3.�Von einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG wird gesprochen, wenn dieser auch durch ein nachfolgendes g�nstiges Urteil nicht oder nicht mehr vollst�ndig behoben werden kann (BGE 137 III 380 E. 1.2.1; 136 II 165 E. 1.2.1 S. 170; 135 I 261 E. 1.2 S. 263 mit Hinweisen). Ein R�ckweisungsentscheid, mit dem eine Sache zu neuer Abkl�rung und Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird, bewirkt in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil, sondern f�hrt bloss zu einer Verl�ngerung des Verfahrens (BGE 137 III 380 E. 1.2.1; 136 II 165 E. 1.2.1 S. 170; 133 V 477 E. 5.2.1 S. 483). Anders verh�lt es sich, wenn eine Beh�rde oder eine Gemeinde durch materielle Anordnungen im R�ckweisungsentscheid gezwungen wird, eine ihres Erachtens rechtswidrige neue Verf�gung zu erlassen, die sie anschliessend nicht mehr anfechten k�nnte (BGE 133 V 477 E. 5.2.4 S. 484). Das ist dann der Fall, wenn der R�ckweisungsentscheid materiellrechtliche Vorgaben enth�lt, welche die untere Instanz bei ihrem neuen Entscheid befolgen muss. Ersch�pft sich der R�ckweisungsentscheid darin, dass eine Frage ungen�gend abgekl�rt und deshalb n�her zu pr�fen sei, ohne dass damit materiellrechtliche Vorgaben verbunden sind, so entsteht der Beh�rde, an die zur�ckgewiesen wird, kein nicht wieder gutzumachender Nachteil (Urteil 2C_742/2013 vom 23. Januar 2013 E. 2.4 mit Hinweis).
Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil ist vorliegend durch die R�ckweisung nicht zu bef�rchten: Wie erw�hnt, wies die Vorinstanz die Angelegenheit an die ESTV zur�ck, damit diese weitere umfassende Abkl�rungen vornehme und neu entscheide. Damit bleibt aber der Ausgang des Verfahrens offen; die von der Vorinstanz geforderte neue Ermessenstaxation kann zu einer tieferen, aber auch zu einer h�heren Umsatzsch�tzung f�hren. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist folglich nicht anwendbar.
1.3.4.�Fraglich ist, ob die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde. In diesem Fall w�re die Beschwerde nach Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG zul�ssig.
Die ESTV hat glaubhaft dargelegt, dass sie durch die R�ckweisung der Sache und die vorinstanzlichen Anordnungen mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert w�re: So sei ihr kein Etablissement bekannt, welches mit dem vorliegend eingesch�tzten Betrieb vergleichbar sei. Entgegen den Ausf�hrungen der Vorinstanz sei es auch nicht m�glich, anhand der Kreditkartenabrechnungen (Postcard, EC- Direkt VISA-Card, Maestro, Mastercard) verl�ssliche R�ckschl�sse auf die H�he der Einnahmen zu ziehen. Auch das Konto 6020 Reinigung und W�sche erlaube keine R�ckschl�sse, da nicht anzunehmen sei, dass die Zimmer nach jedem Gebrauch neu hergerichtet worden seien. Angesichts der Fluktuationen in diesem Gewerbe sei es zudem nicht m�glich, Personen, die in den hier massgebenden Perioden ihre Dienste angeboten h�tten, zu befragen; es sei vielmehr davon auszugehen, die betreffenden Frauen seien inzwischen aus der Schweiz weggezogen. Ohnehin w�rden sich diese - aus direktsteuerlichen Gr�nden - h�ten, ihre Verh�ltnisse offenzulegen.
�Offensichtlich w�rde die ESTV gezwungen, Nachforschungen zu f�hren und Beweise zu erheben, die nach ihrer Ansicht von vornherein nicht zielf�hrend sein k�nnen. Der Aufwand d�rfte zudem erheblich sein, muss die Beschwerdef�hrerin doch gem�ss den Anweisungen der Vorinstanz weitere Ausk�nfte, Nachweise und Belege bei Dritten einholen, Erfahrungszahlen bei vergleichbar strukturierten Betrieben - sofern es solche gibt - erheben und im Lokal besch�ftigte oder ehemals besch�ftigte Frauen, das Reinigungspersonal und die allf�llig weiteren Angestellten befragen und sodann die Einnahmen aus sexuellen Dienstleistungen sch�tzen.
�W�rde demgegen�ber das Bundesgericht vorliegend in Gutheissung der Beschwerde zum Schluss gelangen, die Ermessenseinsch�tzung der ESTV sei - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - nicht zu beanstanden, w�re das Verfahren abgeschlossen und der ESTV bliebe der gesamte weitere Instruktionsaufwand erspart.
�In Anbetracht dieser Umst�nde rechtfertigt es sich, auf die Beschwerde gegen die angefochtenen Zwischenentscheide in Anwendung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG einzutreten (s. auch BGE 134 II 142 E. 1.2.4 S. 144; Urteil 2C_111/2011 vom 7. Juli 2011 E. 1.1.3, in: RDAF 2011 I 594).
1.4.�Mit der Beschwerde k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern der rechtliche Mangel nicht geradezu offensichtlich ist. Die Verletzung von Grundrechten kann es nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; zum Ganzen BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 135 III 397 E. 1.4 S. 400; 133 II 249 E. 1.4.1 f. S. 254 mit Hinweisen).
1.5.�Am 1. Januar 2010 trat das Bundesgesetz �ber die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 (MWSTG; SR 641.20) in Kraft. Dessen Verfahrensbestimmungen finden auf h�ngige Verfahren sofort Anwendung (Art. 113 Abs. 3 MWSTG). In materieller Hinsicht bleiben die bisherigen Vorschriften auf die vor diesem Datum eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverh�ltnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 und 2 MWSTG). Vorliegend finden daher in materieller Hinsicht auf die Mehrwertsteuern der Jahre 2007 bis 2009 das Mehrwertsteuergesetz vom 2. September 1999 (aMWSTG; AS 2000 1300) und die zugeh�rigen Ausf�hrungsbestimmungen Anwendung; f�r die Mehrwertsteuer des Jahres 2010 ist das MWSTG massgebend.
2.1.�Im System der Mehrwertsteuer gilt das Selbstveranlagungsprinzip, das heisst, Veranlagung und Entrichtung der Steuer erfolgen grunds�tzlich durch die steuerpflichtige Person selbst. Diese hat gegen�ber der ESTV unaufgefordert innert der gesetzlichen Frist und in der vorgeschriebenen Form �ber die Steuer und die Vorsteuer (Art. 46 aMWSTG) resp. �ber die Steuerforderung (Art. 71 Abs. 1 MWSTG) abzurechnen. Sie hat ihre Gesch�ftsb�cher ordnungsgem�ss zu f�hren und so einzurichten, dass sich daraus die f�r die Feststellung der Steuerpflicht und die Berechnung der Steuer und abziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverl�ssig ermitteln lassen (Art. 58 Abs. 1 aMWSTG; Urteil 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 2.2 f., in: ASA 76 S. 773; 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.1- 3.2, 4.1, in: RDAF 2007 II 318; s. auch Urteil 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.1-2.2, in: StR 67/2012 S. 709 [Zusammenfassung]; so bereits f�r die Warenumsatzsteuer BGE 105 Ib 181 E. 2a).
Daran hat sich unter dem neuen Recht, was die Pflicht der steuerpflichtigen Person zur Berechnung und Abf�hrung der Steuer (Art. 71 Abs. 1 MWSTG) wie auch die Buchf�hrungspflicht (Art. 70 Abs. 1 MWSTG) betrifft, grunds�tzlich nichts ge�ndert (s. dazu Baumgartner/ Clavadetscher/Kocher, Vom alten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, 2010, � 10 Rz. 9 und 39).
2.2.�Die Vorinstanz hat in den angefochtenen Urteilen die prozessualen Besonderheiten der Ermessensveranlagung korrekt dargestellt und - entgegen dem Vorbringen der ESTV - auch keine Praxis�nderung vorgenommen.
Demnach ist die ESTV berechtigt und verpflichtet, eine Sch�tzung der steuerbaren Ums�tze sowie der Steuer und der Vorsteuern nach pflichtgem�ssem Ermessen (sog. Ermessenseinsch�tzung) vorzunehmen, wenn die steuerpflichtige Person ihren Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten nicht nachgekommen ist oder sich aus ihren Gesch�ftsb�chern und Unterlagen die f�r die Bestimmung der Steuer erforderlichen Einzelheiten nicht ergeben oder wenn die Buchhaltung aus anderen (formellen) Gr�nden keine Gew�hr f�r die Richtigkeit bietet (vgl. Art. 60 aMWSTG). In der zweiten Tatbestandsvariante schreibt Art. 60 aMWSTG eine Ermessenseinsch�tzung auch vor, wenn die ausgewiesenen Ergebnisse - selbst bei formell einwandfreien Aufzeichnungen - mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht �bereinstimmen (Urteil 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 5.2, in ASA 77 S. 343, RDAF 2008 II 20; 2A.273/2002 vom 13. Januar 2003 E. 5.3, in: ASA S. 74 S. 234; Urteil 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.3, in: StR 67/2012 S. 709 [Zusammenfassung]; 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.2, in: RDAF 2007 II 318). Daran hat das neue Recht nichts ge�ndert (vgl. Art. 79 Abs. 1 MWSTG).
2.3.�Sind die Voraussetzungen f�r eine Ermessensveranlagung nach einer der beiden Tatbestandsvarianten des Art. 60 aMWSTG bzw. Art. 79 Abs. 1 MWSTG erf�llt, so hat die ESTV bei beiden Tatbestandsvarianten diejenige Sch�tzungsmethode zu w�hlen, die den individuellen Verh�ltnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit als m�glich Rechnung tr�gt, auf plausiblen Annahmen beruht und deren Ergebnisse der wirklichen Situation m�glichst nahe kommen (Urteil 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 4.1, in: RDAF 2007 II 318; Urteil 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2, in: ASA 76 S. 773; 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1; f�r die Warenumsatzsteuer, s. BGE 105 Ib 181 E. 4a).
Die ESTV hat alle Umst�nde zu beachten, von denen sie Kenntnis hat. Wohl hat die Steuerbeh�rde eine vorsichtige Sch�tzung anzustellen, doch ist sie nicht verpflichtet, im Zweifelsfall die f�r die steuerpflichtige Person g�nstigste Annahme zu treffen. Im Gegenteil soll vermieden werden, dass der Steuerpflichtige, der seinen Mitwirkungspflichten gen�gt hat, h�here Steuern zu bezahlen hat als derjenige, bei dem eine Nachpr�fung aus Gr�nden unm�glich ist, die er zu vertreten hat. Die Verletzung von Verfahrenspflichten darf sich nicht lohnen (Urteile 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 4.3; 2C_441/2008 vom 30. Januar 2009 E. 2.2; 2A.53/2003 vom 13. August 2003 E. 4.1, in: NStP 57 S. 139 ff., insb. 144, RDAF 2003 II 581; A.74/1987 vom 30. Oktober 1987 E. 3b, in: ASA 58 S. 673 f. mit Hinweisen). Diese Grunds�tze gelten auch unter dem neuen Recht unver�ndert fort.
2.4.�Die ESTV kann im Rahmen einer Ermessensveranlagung zur Kl�rung des Sachverhalts nach Massgabe von Art. 73 Abs. 1 und 2 MWSTG auch auskunftspflichtige Drittpersonen befragen und Unterlagen herausverlangen, die bei der steuerpflichtigen Person nicht erh�ltlich sind (Art. 73 Abs. 1 und 2 MWSTG). Sie stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 12 VwVG, der neuerdings gem�ss Art. 81 MWSTG direkt Anwendung findet). Dabei ist aber die steuerpflichtige Person zur Mitwirkung verpflichtet (vgl. Art. 13 VwVG). Obschon das Selbstveranlagungsprinzip nicht mehr gilt, wenn die Beh�rden aktiv werden und Verf�gungen erlassen (was Art. 81 Abs. 1 MWSTG nunmehr ausdr�cklich klarstellen soll, vgl. Botschaft vom 25. Juni 2008 zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer, BBl 2008 7004 ad Art. 81 E-MWSTG), bleibt der Steuerpflichtige zur Mitwirkung verpflichtet.
2.5.�Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erf�llt, �berpr�ft das Bundesgericht derartige Sch�tzungen nur mit Zur�ckhaltung auf offensichtliche Fehler und Irrt�mer hin, wobei es dem Steuerpflichtigen obliegt, die Unrichtigkeit der Sch�tzung zu beweisen. Der Beschwerdef�hrer darf sich somit nicht darauf beschr�nken, die Kalkulationsgrundlagen der Ermessensveranlagung allgemein zu kritisieren; er muss vielmehr anhand von Belegen nachweisen, dass die von der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung vorgenommene Sch�tzung offensichtlich falsch ist (Urteile 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3; 2C_831/2013 vom 26. Februar 2014 E. 6.4 mit weiteren Hinweisen).
3.1.�Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdegegnerin die Ums�tze aus den sexuellen Dienstleistungen nicht verbuchte und �ber diese bei der Mehrwertsteuer nicht abgerechnet hatte. Es ist auch nicht mehr bestritten, dass im Sinne der Rechtsprechung zum Begriff der Selbst�ndigkeit gem�ss Art. 21 Abs. 1 aMWSTG (jetzt Art. 10 Abs. 1 lit. a und b MWSTG) die Ums�tze aus diesen Dienstleistungen mehrwertsteuerrechtlich der Beschwerdegegnerin zuzurechnen sind (vgl. Urteile 2C_518/2007, 2C_519/2007 vom 11. M�rz 2008 E. 3, in ASA 77 S. 567; 2C_261/2012 vom 23. Juni 2012 E. 4). Da die Beschwerdegegnerin diese Ums�tze nicht verbuchte und dar�ber auch keinerlei Aufzeichnungen f�hrte, beispielsweise in Form eines Kassabuchs, wie das f�r einen bargeldintensiven Betrieb unerl�sslich ist, musste die ESTV eine Sch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen vornehmen (Art. 60 aMWSTG, Art. 79 Abs. 1 MWSTG). Die Voraussetzungen f�r eine Ermessensveranlagung sind unstreitig erf�llt.
3.2.�Die ESTV legte den Umsatz aus sexuellen Dienstleistungen aufgrund der ihr zur Verf�gung stehenden (unvollst�ndigen) Unterlagen nach Ermessen fest. Die Vorinstanz hob die Ermessensveranlagung auf. Sie erwog, in Aus�bung ihres pflichtgem�ssen Ermessens habe die Verwaltung diejenige Sch�tzungsmethode zu w�hlen, die den individuellen Verh�ltnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit als m�glich Rechnung trage, auf plausiblen Angaben beruhe und deren Ergebnisse der wirklichen Situation m�glichst nahe kommen. In Betracht fielen einerseits Methoden, die auf eine Erg�nzung oder Rekonstruktion der ungen�genden Buchhaltung hinausliefen, andererseits Umsatzsch�tzungen aufgrund unbestrittener Teil-Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungss�tzen. Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandenen Belege seien soweit als m�glich bei der Sch�tzung mitzuber�cksichtigen. Sie k�nnten durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (angefochtenes Urteil E. 2.3.3 f.). Im vorliegenden Fall habe die ESTV keine der zwei m�glichen Sch�tzungsmethoden angewandt. Einzig die Zahl der verkauften "C�pli-Hausmarke" habe sie der Buchhaltung entnommen. Im �brigen habe sie Annahmen getroffen (vgl. sogleich E. 3.4), bei denen mit den zur Verf�gung stehenden Unterlagen nicht �berpr�fbar sei, ob sie der Wahrheit auch nur ansatzweise nahe k�men. Der Sch�tzung ermangle es an plausiblen Berechnungsgrundlagen und damit an einer zul�ssigen Basis (angefochtenes Urteil E. 3.5.1).
3.3.�Nach den verbindlichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz stellte die Beschwerdegegnerin nebst einem Unterhaltungsprogramm mit Darbietungen 12 Zimmer zur Verf�gung, in denen die jeweils 15-20 im Lokal besch�ftigten Sexarbeiterinnen Dienstleistungen anboten. Die Zimmer wurden von der Beschwerdegegnerin zur Verf�gung gestellt; als Gegenleistung mussten die Sexarbeiterinnen bei den verschiedenen Darbietungen im Lokal mitwirken. Zur Kontaktanbahnung musste der Kunde oder Freier der auserw�hlten Dame ein "C�pli Hausmarke" offerieren. Dessen Preis betrug Fr. 25.--. Die Anzahl der verkauften C�pli ist aus den Tagesabrechnungen der Beschwerdegegnerin zuverl�ssig bestimmbar. Die Preise f�r die sexuellen Dienstleistungen lagen bei Fr. 150.-- f�r eine halbe und Fr. 300.-- f�r eine volle Stunde. Diese Einnahmen standen den Sexarbeiterinnen zu.
3.4.�Zur Vornahme ihrer Sch�tzung standen der ESTV die Aufzeichnungen �ber die t�glichen Einnahmen aus dem C�pli-Verkauf sowie die monatlichen Abrechnungen �ber den Einkauf von Kondomen zur Verf�gung. Sie nahm an, dass die Zahl der verkauften C�pli in einer bestimmten Relation mit der Anzahl sexueller Dienstleistungen stehe. Diese Relation liess sich aber nicht genau bestimmen, da die Beschwerdegegnerin �ber die erfolgten Dienstleistungen resp. �ber die diesbez�glichen Einnahmen keine Aufzeichnungen f�hrte. Die ESTV traf daher die nicht weiter belegte Annahme, dass im Durchschnitt auf drei abgerechnete "C�pli-Hausmarke" zwei sexuelle Dienstleistungen entfielen. Sie ging ferner davon aus, dass 80 % der Besucher eine halbe Stunde � Fr. 150.-- und 20 % der Besucher eine ganze Stunde � Fr. 300.-- in Anspruch nahmen. Den gemittelten Wert daraus berechnete sie auf Fr. 180.-- pro Dienstleistung.
Weitere unbelegte Annahmen hat die ESTV - entgegen der Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts - aber keine getroffen; weder hat sie angenommen, genau zwei Drittel der C�pli seien von den Sexarbeiterinnen konsumiert worden, noch hat sie festgehalten, nach jedem von einer Sexarbeiterin konsumierten C�pli sei eine sexuelle Dienstleistung erbracht worden oder Dienstleistungen seien auch ohne vorg�ngige Konsumation erfolgt. F�r derartige Feststellungen l�gen keinerlei Anhaltspunkte tats�chlicher Art vor.
Ausgehend von der verbuchten Anzahl "C�pli Hausmarke" ergaben sich nach der Berechnung der ESTV - unter Zugrundelegung der genannten beiden Annahmen - f�r das Jahr 2007 durchschnittlich pro Tag 19 Dienstleistungen (� Fr. 180.--), f�r 2008 t�glich 28 Dienstleistungen und f�r 2009 deren 33.
F�r das Jahr 2009 (365 Tage) ergaben sich somit 12'045 sexuelle Dienstleistungen. Diese Zahl (12'045 Dienstleistungen) stellte die ESTV in Relation zur Anzahl der eingekauften Kondome. Im Jahr 2009 kaufte die Beschwerdegegnerin 21'000 und im Jahr 2010 22'200 Kondome ein. Die ESTV schloss daraus, dass ihre Umsatzannahme den wirklichen Verh�ltnissen nahe kommt.
3.5.�Wenig plausibel erscheint demgegen�ber die Sch�tzung der Beschwerdegegnerin, die von 17 sexuellen Dienstleistungen pro Tag ausgeht, was 6'205 Dienstleistungen pro Jahr erg�be. Diese Zahl steht in einem offensichtlichen Missverh�ltnis zu den �ber 20'000 pro Jahr eingekauften Kondomen. Ihr Einwand, Ende 2009 sei noch ein grosser Bestand an Kondomen vorhanden gewesen, steht im Widerspruch zur Tatsache, dass sie bereits am 8. Januar 2010 und erneut am 22. und 23. Januar 2010 wiederum 2'200 Kondome, also rund 1/10 des Jahresbedarfs, eingekauft hatte, und erweist sich als blosse Schutzbehauptung.
3.6.�Die Vorinstanz hat mit einem gewissen Recht auf die Schw�chen der beh�rdlichen Umsatzsch�tzung hingewiesen; diese beruht zum einen auf Annahmen, denen etwas Zuf�lliges anhaftet, zum andern erweist sich der Versuch der Plausibilisierung mit Hilfe des Umsatzes von Kondomen als wenig genau. Allerdings erscheinen die alternativen Berechnungsmethoden, auf welche die Vorinstanz hinweist (vgl. vorn E. 3.2), kaum zielf�hrend. Eine Rekonstruktion der unvollst�ndigen Buchhaltung kommt schon deshalb nicht in Frage, weil die zu sch�tzenden Ums�tze gerade nicht verbucht worden sind. Welche anderen "brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandener Belege" als jene, welche die ESTV bereits ber�cksichtigt hat, zus�tzlich h�tten herangezogen werden k�nnen, ist nicht ersichtlich. Inwiefern hier aufgrund weiterer Teilbetriebsergebnisse oder Teilrechnungsergebnisse auf die Anzahl sexueller Dienstleistungen hochgerechnet werden k�nnte, legt die Vorinstanz ebenfalls nicht dar. Der gastgewerbliche Umsatz steht - mit Ausnahme der "C�pli Hausmarke" - nicht in einem direkten, unmittelbaren Kausalzusammenhang mit den sexuellen Dienstleistungen und kommt als Bezugsgr�sse nicht in Frage. Was das Konto 6020 Reinigung und W�sche anbelangt, geht daraus hervor, dass keine externe Reinigungsfirma beauftragt worden war, bei der Ausk�nfte h�tten eingeholt werden k�nnen.
F�r eine zuverl�ssige Sch�tzung des Umsatzes der Beschwerdegegnerin k�me wohl, wie die Vorinstanz zu Recht annimmt, amehesten ein Vergleich mit �hnlichen Betrieben in Frage. Allerdings praktiziert die Beschwerdegegnerin gem�ss den - unbestritten gebliebenen - Ausf�hrungen der ESTV in ihrer Beschwerdeschrift insofern ein spezielles Gesch�ftsmodell, als weder die Kunden ein Eintrittsgeld f�r den Besuch der Kontaktbar zu entrichten haben, noch die Sexarbeiterinnen einen Teil ihrer Entsch�digung abliefern m�ssen; stattdessen finanziert sich die Beschwerdegegnerin offenbar mit den Konsumationen, u.a. der C�pli, die vor dem Bezug einer sexuellen Dienstleistung zu bestellen sind. Vor diesem Hintergrund erscheint der Einwand der ESTV plausibel, sie verf�ge �ber keine Zahlen von einem Betrieb vergleichbarer Art, zumal in der Erotikbranche ohnehin grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Betrieben bestehen, wie die ESTV dargelegt hat (Kombinationen der sexuellen Dienstleistungen mit Bar, Show, Massage, Poolben�tzung etc. sowie unterschiedliche Regelung der Eintrittspreise). Aus der Frequentierung anderer Betriebe auf die Anzahl Besuche im Betrieb der Beschwerdegegnerin zu schliessen, w�re angesichts dieser Umst�nde kaum m�glich.
3.7.�Die Vorinstanz ist der Auffassung, die ESTV h�tte bei dieser Ausgangslage weitere Beweise erheben m�ssen. Insbesondere h�tte sie im Rahmen des Zumutbaren weitere Ausk�nfte, Nachweise und Belege bei Dritten einholen und namentlich die im Lokal arbeitenden Frauen, die weiteren Angestellten (insb. Reinigungspersonal) oder Betreiber und Angestellte anderer Betriebe befragen sollen. F�r den vorliegenden Fall erscheinen diese Beweismassnahmen allerdings wenig tauglich. Gewiss w�ren wahrheitsgem�sse Aussagen von Sexarbeiterinnen, die im interessierenden Zeitraum in der Kontaktbar t�tig waren, ein zuverl�ssiges Beweismittel. Die ESTV weist allerdings zu Recht auf das Problem hin, dass diese in der Regel nur wenige Monate in der Schweiz arbeiten und anschliessend aus ausl�nderrechtlichen Gr�nden wieder ausreisen; eine Befragung dieser Personen k�me somit wohl bloss mit grenz�berschreitender polizeilicher Unterst�tzung in Frage. Diese Schwierigkeiten m�gen bei einer Befragung der Angestellten der Kontaktbar weniger zutreffen, doch d�rften diese Personen kaum zu pr�zisen Angaben in der Lage sein, und ihre Aussagen w�ren dar�ber hinaus aufgrund ihrer N�he zur Beschwerdegegnerin nur von geringer Beweiskraft. Wie weiter oben bereits aufgezeigt wurde, ist auch nicht ersichtlich, welche weiteren Ausk�nfte oder Belege geeignet w�ren, den mehrwertsteuerlichen Umsatz genauer zu beziffern, und auf das Fehlen von Vergleichsbetrieben wurde weiter oben ebenfalls bereits hingewiesen.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass vorliegend eine Ermessenstaxation im Streite liegt, welche notwendig wurde, weil die Beschwerdegegnerin ihr zurechenbare Ums�tze nicht verbucht hat und ihren Pflichten im Rahmen der Selbstveranlagung insoweit nicht nachgekommen ist. Sie hat sich auch im weiteren Verfahren darauf beschr�nkt, die sachverhaltlichen Annahmen der ESTV zu kritisieren, ohne aber ihrerseits sachdienliche Informationen zu liefern. Bei dieser Ausgangslage hiesse es die Pflichten der ESTV zu �berdehnen, wollte man von ihr aufw�ndige oder aber wenig aussichtsreiche Beweiserhebungen verlangen, sofern eine zwar anfechtbare, aber nicht unplausible Sch�tzung vorliegt. Angesichts der besonderen Umst�nde gen�gt deren Ermessenstaxation daher dem von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung richtigerweise formulierten Erfordernis, wonach auch eine Veranlagung nach pflichtgem�ssem Ermessen gewissen - wenn auch nicht allzu hohen - Anforderungen bez�glich der Berechnungsgrundlage und der Begr�ndungsdichte gen�gen muss. Nach der zutreffenden Ansicht der Vorinstanz muss die Ermessenseinsch�tzung - zumindest ansatzweise - auch validierbar sein. Das hat die ESTV erreicht, indem sie ihre Sch�tzung auf nachvollziehbare �berlegungen st�tzt, diese im Ergebnis richtiger erscheint als das von der Beschwerdegegnerin aufgrund "betriebsinterner Beobachtungen" pr�sentierte Resultat und - trotz der erheblichen Unsch�rfe der angewandten Methode - keine tauglichere, pr�zisere Sch�tzung ersichtlich ist, die mit vern�nftigem Aufwand durchgef�hrt werden k�nnte.
3.8.�Die ESTV hat folglich ihr Ermessen pflichtgem�ss ausge�bt und den ihr zustehenden Spielraum nicht �berschritten, indem sie die fraglichen Annahmen getroffen und anhand der Anzahl verkaufter "C�pli Hausmarke" und der Dienstleistungspreise auf die H�he des mutmasslichen Umsatzes geschlossen hat. Eine genauere Sch�tzung war wegen unzureichender Aufzeichnungen und fehlender Mitwirkung der Gegenpartei nicht m�glich. Es ist daher zu pr�fen, ob der Beschwerdegegnerin der Nachweis gelungen ist, dass die Veranlagung offensichtlich unrichtig ist (vgl. vorn E. 2.5).
Das ist zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, die Ermessensveranlagung sei entsprechend ihrer eigenen Berechnung vorzunehmen. Dass diese Berechnung angesichts der Betriebsgr�sse und weiteren Faktoren erheblichen Zweifeln unterliegt, wurde bereits dargelegt (vorn E. 3.5 ). F�r diese Berechnung hat die Beschwerdegegnerin im �brigen auch gar keine Nachweise erbracht. Die Berechnung der Beschwerdegegnerin ist daher nicht geeignet, diejenige der ESTV als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen. Deren Ermessenseinsch�tzung ist folglich zu best�tigen.
4.1.�Im Rahmen der Ermessensveranlagung hat die ESTV auch alle Vorsteuern im Zusammenhang mit Getr�nken, Unterhaltskosten und Aufwendungen f�r die Liegenschaft ber�cksichtigt, soweit diese aus den Unterlagen ersichtlich waren. Im Einspracheverfahren verlangte die Beschwerdegegnerin, dass auch alle Vorsteuern im Zusammenhang mit den Erotik-Dienstleistungen zu ber�cksichtigen seien; sie sei nicht im Besitz dieser Belege, weshalb die Vorsteuern ermessensweise zu bestimmen seien. F�r die ESTV war dieses Begehren unverst�ndlich, zumal sie anhand aller verf�gbaren Belege die in Frage kommenden Vorsteuern bereits ber�cksichtigt hat. Im vorinstanzlichen Verfahren pr�zisierte die Beschwerdegegnerin, dass es sich um die Auslagen der Frauen f�r Tanzkost�me handle. Diese Auslagen seien eindeutig unternehmerisch begr�ndet.
4.2.�Soweit Auslagen f�r Berufs- und Arbeitskleidung des Arbeitnehmers von diesem selbst get�tigt werden, stellen sie dessen Privatauslagen dar. Das Umsatzgesch�ft - der Leistungsaustausch - findet ausschliesslich zwischen dem Arbeitnehmer und dem Lieferanten statt. Das gilt selbst dann, wenn ihm diese Kosten durch den Arbeitgeber, z.B. in Form einer Spesenentsch�digung, ganz oder teilweise ersetzt werden. Kleidung, welche die Frauen f�r die Aus�bung ihres Berufes privat gekauft haben, stellen daher keine Eingangsums�tze dar und berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug bei der Beschwerdegegnerin.
Nach dem Gesagten sind die beiden Beschwerden begr�ndet. Die angefochtenen Urteile sind aufzuheben und die Einspracheentscheide der ESTV zu best�tigen.
Die Kosten der bundesgerichtlichen Verfahren sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Anspruch auf Parteientsch�digung besteht seitens der Beschwerde f�hrenden Verwaltung nicht (Art. 68 Abs. 3 BGG).
�ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens hat die Vorinstanz neu zu befinden.
Die Beschwerde 2C_1077/2012 wird gutgeheissen, das Urteil A- 849/2012 des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. September 2012 aufgehoben und der Einspracheentscheid der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung betreffend Mehrwertsteuer 1. und 2. Semester 2010 vom 13. Januar 2012 best�tigt.
Die Beschwerde 2C_1078/2012 wird gutgeheissen, das Urteil A- 852/2012 des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. September 2012 aufgehoben und der Einspracheentscheid der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung betreffend Mehrwertsteuer 1. Semester 2007 bis 2. Semester 2009 vom 13. Januar 2012 best�tigt.
�ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens hat die Vorinstanz in einem Zusatzurteil zu diesem Urteil zu befinden.