Source: https://cms.it-recht-kanzlei.de/bewertungsanfragen.html
Timestamp: 2020-04-02 20:07:52
Document Index: 29795558

Matched Legal Cases: ['§ 7', 'BGH', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 241']

News vom 16.03.2020, 17:35 Uhr | 2 Kommentare
Positive Shop-Bewertungen und eine Vielzahl von Produktrezensionen sind eine harte Währung im Online-Business. Je mehr und je positiver, desto besser. Daher haben Betreiber von Webshops ein großes Interesse daran, möglichst viel (und gutes) Feedback von ihren Kunden zu erhalten. Doch Vorsicht: nicht alles, was möglich ist, ist auch erlaubt! Ohne es zu wissen befinden sich gegenwärtig viele Online-Händler im unlauteren Bereich.
5. Bewertungsanfrage durch Werbebeilagen zur Warensendung
7. Bewertungsanfragen per Telefon
8. Bewertungsanfragen in Verbindung mit Werbegeschenken
3. Verweis auf Bewertungen, die im Rahmen anderer Verkaufskanäle erzielt wurden
4. Anmeldung bei Online-Branchendiensten
V. Lösungen durch das Bewertungssystem Shopvote für Shopbetreiber
Einbindung externer Bewerungen mittels der Funktion Allvotes
Immer wieder erreichen uns Fragen der Onlinehändler, gerade von Gründern, wie man überhaupt an Kundenbewertungen gelangen kann.
Die IT-Recht Kanzlei stellt daher einmal die gängigen Methoden vor, mit denen Webshop-Betreiber versuchen, Shop-Bewertungen und Produktrezensionen zu generieren und untersucht sie auf ihre rechtliche Zulässigkeit.
Rechtlich grundsätzlich unproblematisch sind Aufforderungen unmittelbar auf der Webseite des Webshops an die Kunden, die angebotenen Produkte bzw. den Anbieter zu bewerten, solange dies nicht mit unlauteren Mitteln verbunden ist.
Allerdings dürfte es schwierig sein, die Kunden zu Produkt- und Shop-Bewertungen zu bewegen, ohne ihnen dafür irgendeine Gegenleistung zu bieten.
Dies gilt umso mehr, als der Kunde zum Zeitpunkt dieses Hinweises auf die Bewertungsmöglichkeit eigenlich noch gar keine Beurteilungsgrundlage hat. Schließlich kann er in diesem Moment weder über die Ware verfügen und diese im Rahmen einer Produktbewertung beurteilen, noch die Abwicklung durch den Händler im Rahmen einer Verkäuferbewertung beurteilen.
Jedenfalls sollten Webshop-Betreiber dafür sorgen, dass die Kunden die Bewertungen möglichst einfach und bequem vornehmen können. So ist es sinnvoll, eine unmittelbare Eingabemöglichkeit auf der Produktdetail- oder der Bestellabschlussseite einzurichten. Dort könnten die Kunden – ohne die Webseite verlassen zu müssen – Bewertungen abgeben oder Rezensionen schreiben, beispielsweise im Rahmen eines Pop-Up-Fensters, integrierten Textfeldes oder durch sog. One-Click-Bewertungen (z. B. Möglichkeit zur Vergabe von null bis fünf Sternen). Produktnähe und einfaches Handling sind hier die maßgeblichen Erfolgskriterien.
Aus rechtlicher Sicht sind dabei keine Besonderheiten zu beachten.
Eine im Internet häufig angepriesene Variante sind elektronische After Sales-Mails, also E-Mails an Kunden, die (gerade) ein Produkt gekauft haben, entweder unmittelbar nach dem Kauf oder einige Tage oder Wochen später mit der Bitte, das gekaufte Produkte und/oder den Verkäufer zu bewerten. Ein solches Vorgehen hat einige Vorteile, so kann die E-Mail bereits einen Link auf die Bewertungsseite enthalten und die Kosten sind sehr gering. Auf diese Weise wird es dem Kunden leicht gemacht, schnell und unkompliziert zu bewerten. Besteht ein positiver Eindruck von Ware und Händler, dürften viele Kunden zur Abgabe einer Bewertung in Folge eines solchen Hinweises bereit sein.
Rechtlich gesehen ist diese Variante jedoch nicht unproblematisch. Werbung mittels elektronischer Post an Verbraucher ist nach § 7 Absatz 2 Nr. 3 UWG unlauter, wenn der Adressat im Vorhinein nicht ausdrücklich darin eingewilligt hat.
Früher war umstritten, ob Bewertungsanfragen per Email als Werbung im Sinne dieser Vorschrift anzusehen sind. Inzwischen ist die Linie der Rechtsprechung klar. So haben etwa das OLG Dresden, das KG Berlin und auch der BGH bereits entschieden, dass solche Anfragen (auch) dazu dienen, künftig weitere Produkte abzusetzen. Folglich handelt es bei Emails, die eine Anfrage zur Kundenzufriedenhei / Bewertungsabgabe zum Inhalt haben um Werbung, die eben per Email nur nach vorheriger ausdrücklicher Einwilligung versendet werden darf.
Um somit Rechtssicherheit zu bekommen, müssen Online-Händler im Vorfeld – etwa im Rahmen des Registrierungs- oder Bestellprozesses – die ausdrückliche Einwilligung der Verbraucher für elektronische Werbemails einholen.
Tun dies Online-Händler nicht, so können sie von Mitbewerbern oder anderen dazu befugten Personengruppen abgemahnt werden. Auch der Empfänger eine solchen Erinnerungsmail kann den Händler natürlich abmahnen lassen, hat er in deren Erhalt zuvor nicht eingewilligt.
Allerdings wäre das genauso wie bei Bewertungsanfragen in elektronischen After Sales-Mails wegen Verstoßes gegen § 7 Absatz 2 Nr. 3 UWG wettbewerbswidrig, wenn der jeweilige Kunde nicht vorher darin eingewilligt hat.
Zwar sind Online-Händler gesetzlich dazu verpflichtet (und damit auch dazu berechtigt), die Auftragsbestätigung unmittelbar nach dem elektronischen Vertragsschluss an den jeweiligen Käufer zu versenden. Jedoch bedeutet dies nicht, dass sie in der Auftragsbestätigung ungefragt und ohne Einverständnis des Kunden zugleich Werbung machen dürfen. Im Ergebnis wäre diese Lösung also auch nach vorheriger Einwilligung rechtssicher einsetzbar.
Eine andere Möglichkeit – wenn auch etwas aufwendiger und kostspieliger – besteht darin, Verbraucher nach dem Kauf per Postbrief oder Postkarte in Papierform anzuschreiben und um Bewertungen zu bitten. Zur Vereinfachung könnte der Link als QR-Code abgedruckt werden, so dass die Bewertungsseite möglichst unkompliziert erreicht werden kann, z.B. durch ein Abscannen mittels Smartphone.
Diese Variante ist rechtlich gesehen grundsätzlich unproblematisch. Insbesondere gilt § 7 Absatz 2 Nr. 3 UWG nur für elektronische Post und nicht für die klassische Briefpost in Papierform. Daher haben Online-Händler, die diese Variante wählen, keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten, solange die Intensität dieser Werbung nicht belästigend ist (was z.B. bei wiederholtem Versand der Werbung in kurzen Abständen gegeben sein könnte).
Mögliche Einträge in Werbesperrlisten (z.B. Robinson-Liste) sollten allerdings beachtet werden.
Händler, die Waren verkaufen haben eine weitere, kostengünstige Option: Käufer können durch eine werbliche Beilage zur Warensendung an die Abgabe einer Bewertung erinnert werden. Dies kann z.B. durch einen Flyer geschehen, der der Sendung beiliegt. Auch Hinweise auf der Warensendung beiligenden Dokumenten wie etwa dem Lieferschein oder der Rechnung sind denkbar.
Ferner können auch "Giveaways" wie eine Packung Gummibärchen bzw. kleine Aufmerksamkeiten, die der Sendung beigelegt werden, den Käufer zusätzlich zur Abgabe einer Bewertung animieren, etwa mit einem Aufrdruck wie "Wir freuen uns über Ihre Bewertung!".
Juristisch ist diese Vorgehensweise unbedenklich.
Geht es allerdings um Dienstleistungen oder reine Online-Geschäfte wie etwa den Kauf von Musik, Videos, Computerspielen und Software, bei denen die Käufer die Ware nicht auf dem Postweg zugeschickt bekommen, sondern selbst herunterladen, fällt diese Variante freilich weg.
Rechtlich gesehen bewegen sich Online-Händler dabei jedoch auf dünnem Eis. Ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Verbrauchers würde ein solcher Anruf wegen seines belästigenden Charakters gegen § 7 Absatz 2 Nr. 2 UWG verstoßen und wäre somit unlauter (sog. „cold calling“). Mitbewerber und Verbraucherschutzverbände könnten eine solche Geschäftspraxis daher zum Anlass für Abmahnungen nehmen. Von telefonischer Bewertungsgenerierung muss daher abgeraten werden.
Aus rechtlicher Sicht bestehen hiergegen grundsätzlich keine Einwände, solange es sich um „Offline“-Werbegeschenke handelt, diese also auf dem Postweg verschickt werden, und nicht etwa um Online-„Goodies“, wie beispielsweise Wert- oder Rabattgutscheine. Denn für letztere wäre wiederum die vorherige Einwilligung des Verbrauchers erforderlich.
Allerdings sollte Online-Händlern klar sein, dass sie durch die Zusendung von Werbegeschenken, Gutscheinen etc. natürlich keinerlei Anspruch auf die Abgabe von Rezensionen und Bewertungen erhalten. Wegen der Regelung in § 241a BGB („Unbestellte Leistungen“) dürfen die Kunden die aus ihrer Sicht unbestellten Werbegeschenke auch dann behalten, wenn sie keinen Finger krumm machen.
Zum Theme Übernahme von Bewertungen aus externen Quellen informieren wir Sie hier umfassend.
Nicht selten starten Händer mit dem Verkauf zunächst auf Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay.
Da dort ein Bewertungssystem meist plattformimmanent ist, werden recht hohe Quoten an abgegebenen Bewertungen erzielt. Viele Händler wünschen sich nach gewisser Zeit Unabhängigkeit von den Plattformanbietern und starten einen eigenen Onlineshop.
Hierbei bietet sich an, wurden auf den Plattformen positive Bewertungen generiert, mittels dieser bei Interessenten die den eigenen Shop besuchen Vertrauen zu erwecken.
Z.B. könnte der Händler in seinem eigenen Shop dann werben "99,8% positive Bewertungen bei eBay.de - bereits über 5.000 Bewertungen bei eBay.de erhalten".
Erfolgt diese Werbung für externe Bewertungen in transparenter und vor allem zutreffender Weise, ist dies rechtlich nicht zu beanstanden. Wichtig hierbei ist, dass die Bewertungen tatsächlich in der beworbenen "Qualität" abgebeben worden sind (fällt die Quote im Beispiel unter 99,8%, muss die Werbung umgehend angepasst werden) und die Bewertungen auch für denselben Anbieter (Problem: verschiedene Rechtsformen auf verschiedenen Kanälen) sowie für ein vergleichbares Warensortiment (Problem: bei eBay.de werden Lebensmittel verkauft, im eigenen Shop Technik) hinterlassen wurden. Ferner sollte auch die Bewertungsquelle sowie die Bewertungsmaßstäbe klar erkennbar sein (etwa durch Verlinkung des entsprechenden Bewertungsprofils bei eBay.de im Beispiel).
Als flankierenden Service bietet die IT-Recht Kanzlei ihren Update-Service-Mandanten die Nutzung des Bewertungssystems Shopvote an – und das kostenfrei. Weitere Infos zum Thema Shopvote finden Sie hier.
Shopvote bietet im Zusammenhang mit Kundenbewertungsanfragen einen entscheidenden Vorteil: Die abmahnsichere Easy-Review-Funktion im Kundenbewertungssystem von ShopVote bietet Händlern eine einfache und automatisierte Möglichkeit Kundenbewertungen zu sammeln.
Diese ist direkt in den Bestellprozess integriert, ohne dass der Händler hier selbst noch Hand anlegen müsste. Kunden werden direkt nach dem Einkauf in Ihrem Onlineshop gefragt, ob sie nach erfolgter Lieferung eine Bewertung zu dieser Transaktion abgeben möchten – und dies datenschutzkonform (DSGVO), rechtssicher und transparent.
Gerade für Händler, die neu mit ihrem eigenen Shop starten und bereits auf Verkaufsplattformen oder sonstigen externen Bewertungsquellen Bewertungen erhalten haben, stellt die Funktion Allvotes eine gute Möglichkeit dar, in ansprechender Weise mit externen Bewertungen zu werben, um zusätzliches Vertrauen zu schaffen.
Zum Thema Allvotes informieren wir Sie hier detailliert.
Der für Update-Service-Mandanten kostenfreie Service von Shopvote bietet Ihnen insgesamt zahlreiche Vorteile:
Tipp: ShopVote beherrscht nun auch Produktbewertungen
Das Bewertungssystem Shopvote, welches Update-Service-Mandanten der IT-Recht Kanzlei mit Premium-Funktionen kostenfrei zur Verfügung steht, bietet hier umfassende Möglichkeiten und technische Erleicherungen für Shopbetreiber, um einen maximalen Erfolg bei der Generierung von Bewertungen zu erzielen.
Gesetzestext bitte bis zu Ende lesen!
11.11.2016, 13:24 Uhr
Kommentar von Günther Kreutzer
Sie haben wohl Ihren eigenen Link nicht gelesen: (3) Abweichend von Absatz 2 Nummer 3 ist eine unzumutbare Belästigung bei einer Werbung unter Verwendung elektronischer Post nicht anzunehmen,...
Selber Inhalt mal legal, mal nicht?
30.05.2016, 17:21 Uhr
Hallo, verstehe ich das richtig, dass absurder Weise der selbe Inhalt per Postbrief legal und als E-Mail illegal ist? Frage ich per Beiblatt oder Brief um eine (ehrliche) Bewertung des Artikels,...