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Timestamp: 2019-10-21 17:02:37
Document Index: 317728213

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 18', '§ 44', '§ 18', '§ 18', '§ 35', '§ 18', '§ 13', '§ 18', '§ 18', '§ 18']

VG Hannover, 22.09.2011 - 4 A 1052/10 - dejure.org
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VG Hannover, 22.09.2011 - 4 A 1052/10 (https://dejure.org/2011,27710)
VG Hannover, Entscheidung vom 22.09.2011 - 4 A 1052/10 (https://dejure.org/2011,27710)
VG Hannover, Entscheidung vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 (https://dejure.org/2011,27710)
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Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheides für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen
Streit um die Genehmigung von Windenergieanlagen am Meerberg in der Nähe von Ingeln (Laatzen) erneut vor Gericht
Streit um die Genehmigung von Windenergieanlagen am Meerberg in der Nähe von Ingeln (Laatzen)
Die Entscheidung nach § 18a Abs. 1 Satz 2 LuftVG ist, wie sich insbesondere aus dem Wortlaut von § 18a Abs. 1 Satz 3 LuftVG ergibt, ein unselbstständiger Mitwirkungsakt in einem gestuften Verwaltungsverfahren ohne Außenwirkung, gegen den gemäß § 44a Satz 1 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) Rechtsbehelfe nur gleichzeitig mit der Sachentscheidung - hier der Versagung der beantragten immissionsschutzrechtlichen Genehmigung - geltend gemacht werden können, vgl. VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 - Grabherr/Reidt/Wysk, LuftVG, Stand: 17. EGL Juni 2013, § 18a Rn. 14, 35, 50; Federwisch/Dinter, Windenergieanlagen im Störfeuer der Flugsicherung, in: NVwZ 2014, 403 (404 f.); a.A.: Hüttig/Giemulla u.a.: Flugsicherheitsanalyse der Wechselwirkungen von Windenergieanlagen und Funknavigationshilfen DVOR/VOR der Deutschen Flugsicherung GmbH vom 1. Juni 2014, S. 68 ff.; abrufbar unter:http://www.schleswig-holstein.de/MELUR/DE/Service/Presse/PI/PDF/2014/Gutachten_Windenergie__blob=publicationFile.pdf (im Folgenden: Hüttig/Giemulla).
Die Beigeladenen zu 1. und zu 4. haben nachvollziehbar dargelegt, dass es vertretbar ist, ein maximales Gesamtfehlerbudget der VOR-Anlage in Höhe von ± 3,0° zugrunde zu legen, vgl. auch VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 - offen gelassen: VG Oldenburg, Beschluss vom 5. Februar 2014 - 5 B 6430/13 - a.A.: VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - Weiss, a.a.O., 14 (18); Federwisch/Dinter, a.a.O., 403 (408).
Der Anlagenfehler wiederum setzt sich zusammen aus dem Nordausrichtungsfehler und dem internen Anlagenfehler, also der Ungenauigkeit der Anlage selbst, vgl. auch die Erläuterungen bei VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -.
Diese Unklarheit geht nicht zu Lasten der Beigeladenen zu 4., weil ihr insoweit ein Beurteilungsspielraum zukommt, vgl. a.A.: VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -.
Keinen durchgreifenden Bedenken begegnet es ferner, dass die Beigeladenen zu 1. und zu 4. einen anlageninternen Fehler von ± 2,0° ansetzen und diesen Wert von dem Gesamtwinkelfehlerbudget linear abziehen, vgl. auch VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 - Hüttig/Giemulla u.a., a.a.O., S. 82; a.A.: VG Oldenburg, Beschluss vom 5. Februar 2014 - 5 B 6430/13 - VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - Federwisch/Dinter, a.a.O., 403 (407).
Ein solcher "Anlagenschutzbereich" findet sich weder in § 18 a LuftVG oder nachgeordneten Rechtsvorschriften noch in internationalen Empfehlungen (Europäisches Anleitungsmaterial zum Umgang mit Anlagenschutzbereichen, 2. Ausgabe, 2009 - ICAO EUR DOC 015, vgl. Anlage AST 14, in Beiakte C), die zwar nicht rechtsverbindlich sind, aber der Praxis, den Behörden und den Gerichten als fachliche Orientierungshilfe dienen (vgl. VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -, juris Rndr. 64 oder etwa zu tierökologischen Abstandskriterien: Nds. OVG…, Urteil vom 12. November 2008 - 12 LC 72/07 - juris Rdnr. 67 ff.).
42 Beim ersten Prüfungsschritt hat der Antragsgegner zutreffend beachtet, dass in Anlehnung an die einschlägige Rechtsprechung (VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - nicht rechtskräftig; VG Schleswig, Urteile vom 16. Februar 2012 - 6 A 23/11- nicht rechtskräftig und - 6 A 107/11 - rechtskräftig und in juris) als fachliche Standards für die Beurteilung des Störpotentials die internationalen ICAO-Spezifikationen (Empfehlungen der International Civil Aviation Organisation - ICAO) heranzuziehen sind.
In der Rechtsprechung ist noch nicht abschließend geklärt, ob für VOR-Signale ein maximaler Winkelfehler von + 3° (VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 23/11 - bzw. - 6 A 107/11 - in juris) oder + 3,5° (so VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - juris) gilt.
Nimmt man mit dem VG Hannover (Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - a.a.O., Rdnr. 77;… a.A. VG Schleswig, Urteile vom 16. Februar 2012 - 6 A 23/11 - bzw. - 6 A 107/11 - a.a.O., Rdnr. 41) an, dass beim anlageneigenen Fehler nicht das zulässige Höchstbudget von + 2°, sondern der ggf. tatsächlich niedrigere Fehlerwert der konkret zu betrachtenden Funknavigationsanlage anzusetzen ist - wozu die Kammer neigt - erhöht sich der Prognosespielraum zu Gunsten der Beigeladenen zu 1) nochmals bedeutsam.
Im Übrigen seien dem streitgegenständlichen Bescheid der Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg vom 05. Februar 2014 - 5 B 6430/13 - sowie das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - zugrunde gelegt worden.
Bei der hier zugrundeliegenden Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung handelt es sich gerade nicht um eine Maßnahme mit unmittelbarer Rechtswirkung nach außen, mithin nicht um einen Verwaltungsakt i.S.d. § 35 S. 1 VwVfG (…vgl. OVG Lüneburg a.a.O., juris-Rn. 18 f.; VG Frankfurt…, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 8 K 3509/13 -, juris-Rn. 37;… VG Düsseldorf a.a.O., juris-Rn. 33; VG Schleswig…, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 -, juris-Rn. 28; VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -, juris-Rn. 59;… Meyer/Wysk, a.a.O., Rn. 35;… Giemulla a.a.O., Rn. 4 a.E.; a.A.: Hendler, ZNER 2015, 501, 502), sodass eine die Entscheidung nach § 18a Abs. 1 S. 2 LuftVG konzentrierende Wirkung der Genehmigung des Beklagten nach § 13 BImSchG ausscheidet.
Er trägt vor, dem streitgegenständlichen Bescheid sei der Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg vom 05. Februar 2014 - 5 B 6430/13 - sowie das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 - zugrunde gelegt worden.
Entsprechendes gilt für die Grenzen von Vorranggebieten im Regionalen Raumordnungsprogramm (VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10).
Der Klägerin oder dem Beklagten steht insoweit kein Beurteilungsspielraum zu (…vgl. Meyer/Wysk a.a.O. Rdnr. 52 zu § 18a; Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 13. April 2011 - 12 ME 8/11 - zitiert nach juris, VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 a.a.O.).
Wenn auch bislang in Rechtsprechung und Schrifttum, vgl. VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -, ; VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 - (unveröffentlicht); Meyer/Wysk , Bundesrechtliche Determinanten in bauaufsichtlichen Zulassungsverfahren, NVwZ 2013, 319 ff., 323, allein die technische Störung von Navigationsanlagen (als sog. Winkelfehler) diskutiert worden ist, sind nach Auffassung der Kammer auch die vorliegend in Rede stehenden Effekte einer Überblendung (von den Beteiligten diskutiert als "Verschattung") der von Luftfahrzeugen erzeugten Radarbilder und damit eine Störung eines Flugsicherungsradars ohne weiteres von der Vorschrift erfasst.
Erforderlich ist vielmehr, dass nicht nur hypothetisch, sondern mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in überschaubarer Zukunft mit einem Schadenseintritt (Kollision, gefährliche Annäherung) zu rechnen ist, wobei in die Prognose auch künftige Entwicklungen (wie bereits konkretisierte Ausbaupläne eines Flughafens oder konkretisierte Modernisierungsmaßnahmen, wie hier der Aufbau einer digitalen Radaranlage spätestens im Jahr 2015) einzustellen sind, vgl. - beide zu § 18a LuftVG -: VG Schleswig, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 A 107/11 - (unveröffentlicht); VG Hannover, Urteil vom 22. September 2011 - 4 A 1052/10 -, ; vgl. zur Berücksichtigung künftiger Entwicklungen: BVerwG, Urteil vom 16. Juli 1965 - IV C 30.65 -, .
Der Alignmentfehler wiederum setzt sich zusammen aus dem Nordausrichtungsfehler und dem Anlagenfehler, also der Ungenauigkeit der Anlage selbst (zum Vorstehenden: VG Hannover, U. v. 22.09.2011 - 4 A 1052/10 -, juris).
Vielmehr muss auch die vom Rotor überstrichene Fläche die äußeren Grenzen der Vorrangfläche einhalten (…vgl. BVerwG, Urt. v. 21.10.2004 - 4 C 3/04 -, juris Rdnr. 40; VG Hannover, Urt. v. 22.09.2011 - 4 A 1052/10 -, juris).
Für die Frage der hinreichenden Wahrscheinlichkeit einer Störung im Sinne von § 18 a LuftVG kann auf das Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt (ICAO-Abkommen) vom 07. Dezember 1944 zurückgegriffen werden (vgl. Urteil des VG Hannover vom 22.09.2011, Az.: 4 A 1052/10, Blatt 174 ff. der Gerichtsakte).
VG Schleswig, 16.02.2012 - 6 A 107/11