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Timestamp: 2020-07-08 03:27:21
Document Index: 103151437

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 120', 'Art. 129', 'Art. 86', 'Art. 59', 'Art. 46', 'Art. 50', 'Art. 49', 'Art. 82', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 37', 'Art. 49', 'Art. 52', 'Art. 82', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 37', 'Art. 49', 'Art. 52', 'Art. 82', 'Art. 85', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 33', 'Art. 85', 'Art. 86', 'Art. 33', 'Art. 85', 'Art. 90', 'Art. 39', 'Art. 85', 'Art. 96', 'Art. 15', 'Art. 93', 'Art. 32', 'Art. 138', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 122', 'Art. 116']

Lawbrary | IPRG - Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
Zuständigkeit (2 - 12)
Anwendbares Recht (13 - 19)
Wohnsitz, Sitz und Staatsangehörigkeit (20 - 24)
Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Entscheidungen (25 - 32)
Natürliche Personen (33 - 42)
Eheschliessung (43 - 45)
Wirkungen der Ehe im Allgemeinen (46 - 50)
Ehegüterrecht (51 - 58)
Scheidung und Trennung (59 - 65)
Eingetragene Partnerschaft (65 - 65)
Entstehung des Kindesverhältnisses durch Abstammung (66 - 70)
Anerkennung (71 - 74)
Adoption (75 - 78)
Wirkungen des Kindesverhältnisses (79 - 84)
Vormundschaft, Erwachsenenschutz und andere Schutzmassnahmen (85 - 85)
Erbrecht (86 - 96)
Sachenrecht (97 - 108)
Intermediärverwahrte Wertpapiere (108 - 108)
Immaterialgüterrecht (109 - 111)
Verträge (112 - 126)
Ungerechtfertigte Bereicherung (127 - 128)
Unerlaubte Handlungen (129 - 142)
Gemeinsame Bestimmungen (143 - 148)
Ausländische Entscheidungen (149 - 149)
Trusts (149 - 149)
Gesellschaftsrecht (150 - 165)
Konkurs und Nachlassvertrag (166 - 175)
Internationale Schiedsgerichtsbarkeit (176 - 194)
Aufhebung und Änderung des geltenden Bundesrechts (195 - 195)
Übergangsbestimmungen (196 - 199)
Referendum und Inkrafttreten (200 - 200)
1Die­ses Ge­setz re­gelt im in­ter­na­tio­na­len Ver­hält­nis:
die Zu­stän­dig­keit der schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den;
das an­zu­wen­den­de Recht;
die Vor­aus­set­zun­gen der An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung aus­län­di­scher Ent­schei­dun­gen;
den Kon­kurs und den Nach­lass­ver­trag;
2Völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge sind vor­be­hal­ten.
Sieht die­ses Ge­setz kei­ne be­son­de­re Zu­stän­dig­keit vor, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Wohn­sitz des Be­klag­ten zu­stän­dig.
II. Not­zu­stän­dig­keit
Sieht die­ses Ge­setz kei­ne Zu­stän­dig­keit in der Schweiz vor und ist ein Ver­fah­ren im Aus­land nicht mög­lich oder un­zu­mut­bar, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Ort zu­stän­dig, mit dem der Sach­ver­halt einen ge­nü­gen­den Zu­sam­men­hang auf­weist.
III. Ar­rest­pro­se­quie­rung
Sieht die­ses Ge­setz kei­ne an­de­re Zu­stän­dig­keit in der Schweiz vor, so kann die Kla­ge auf Pro­se­quie­rung des Ar­res­tes am schwei­ze­ri­schen Ar­re­stort er­ho­ben wer­den.
IV. Ge­richts­stands­ver­ein­ba­rung
1Für einen be­ste­hen­den oder für einen zu­künf­ti­gen Rechtss­treit über ver­mö­gens­recht­li­che An­sprü­che aus ei­nem be­stimm­ten Rechts­ver­hält­nis kön­nen die Par­tei­en einen Ge­richts­stand ver­ein­ba­ren. Die Ver­ein­ba­rung kann schrift­lich, durch Te­le­gramm, Te­lex, Te­le­fax oder in ei­ner an­de­ren Form der Über­mitt­lung, die den Nach­weis der Ver­ein­ba­rung durch Text er­mög­licht, er­fol­gen. Geht aus der Ver­ein­ba­rung nichts an­de­res her­vor, so ist das ver­ein­bar­te Ge­richt aus­sch­liess­lich zu­stän­dig.
2Die Ge­richts­stands­ver­ein­ba­rung ist un­wirk­sam, wenn ei­ner Par­tei ein Ge­richts­stand des schwei­ze­ri­schen Rechts miss­bräuch­lich ent­zo­gen wird.
3Das ver­ein­bar­te Ge­richt darf sei­ne Zu­stän­dig­keit nicht ab­leh­nen:
wenn ei­ne Par­tei ih­ren Wohn­sitz, ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder ei­ne Nie­der­las­sung im Kan­ton des ver­ein­bar­ten Ge­richts hat, oder
wenn nach die­sem Ge­setz auf den Streit­ge­gen­stand schwei­ze­ri­sches Recht an­zu­wen­den ist.
V. Ein­las­sung
In ver­mö­gens­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten be­grün­det die vor­be­halt­lo­se Ein­las­sung die Zu­stän­dig­keit des an­ge­ru­fe­nen schwei­ze­ri­schen Ge­rich­tes, so­fern die­ses nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 3 sei­ne Zu­stän­dig­keit nicht ab­leh­nen kann.
VI. Schieds­ver­ein­ba­rung
Ha­ben die Par­tei­en über ei­ne schieds­fä­hi­ge Streit­sa­che ei­ne Schieds­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen, so lehnt das an­ge­ru­fe­ne schwei­ze­ri­sche Ge­richt sei­ne Zu­stän­dig­keit ab, es sei denn:
der Be­klag­te ha­be sich vor­be­halt­los auf das Ver­fah­ren ein­ge­las­sen;
das Ge­richt stel­le fest, die Schieds­ver­ein­ba­rung sei hin­fäl­lig, un­wirk­sam oder nicht er­füll­bar, oder
das Schieds­ge­richt kön­ne nicht be­stellt wer­den aus Grün­den, für die der im Schieds­ver­fah­ren Be­klag­te of­fen­sicht­lich ein­zu­ste­hen hat.
VII. Wi­der­kla­ge
Das Ge­richt, bei dem die Haupt­kla­ge hän­gig ist, be­ur­teilt auch die Wi­der­kla­ge, so­fern zwi­schen Haupt- und Wi­der­kla­ge ein sach­li­cher Zu­sam­men­hang be­steht.
VIII. Streit­ge­nos­sen­schaft und Kla­gen­häu­fung
1Rich­tet sich ei­ne Kla­ge ge­gen meh­re­re Streit­ge­nos­sen, die nach die­sem Ge­setz in der Schweiz ver­klagt wer­den kön­nen, so ist das für ei­ne be­klag­te Par­tei zu­stän­di­ge schwei­ze­ri­sche Ge­richt für al­le be­klag­ten Par­tei­en zu­stän­dig.
2Ste­hen meh­re­re An­sprü­che ge­gen ei­ne be­klag­te Par­tei, die nach die­sem Ge­setz in der Schweiz ein­ge­klagt wer­den kön­nen, in ei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang, so ist je­des schwei­ze­ri­sche Ge­richt zu­stän­dig, das für einen der An­sprü­che zu­stän­dig ist.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 3 des BB vom 11. Dez. 2009 (Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Lu­ga­no-Über­eink.), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5601; BBl 2009 1777).
IX. Streit­ver- kün­dungs­kla­ge
Für die Streit­ver­kün­dung mit Kla­ge ist das schwei­ze­ri­sche Ge­richt des Haupt­pro­zes­ses zu­stän­dig, so­fern ge­gen die streit­be­ru­fe­ne Par­tei ein Ge­richts­stand in der Schweiz nach die­sem Ge­setz be­steht.
X. Ad­hä­si­ons­kla­ge
Kann ein zi­vil­recht­li­cher An­spruch in ei­nem Straf­pro­zess ad­hä­si­ons­wei­se gel­tend ge­macht wer­den, so ist das mit dem Straf­pro­zess be­fass­te schwei­ze­ri­sche Ge­richt auch für die zi­vil­recht­li­che Kla­ge zu­stän­dig, so­fern be­züg­lich die­ser Kla­ge ein Ge­richts­stand in der Schweiz nach die­sem Ge­setz be­steht.
XI. Rechts­hän­gig­keit1
1Ist ei­ne Kla­ge über den­sel­ben Ge­gen­stand zwi­schen den­sel­ben Par­tei­en zu­erst im Aus­land hän­gig ge­macht wor­den, so setzt das schwei­ze­ri­sche Ge­richt das Ver­fah­ren aus, wenn zu er­war­ten ist, dass das aus­län­di­sche Ge­richt in an­ge­mes­se­ner Frist ei­ne Ent­schei­dung fällt, die in der Schweiz an­er­kenn­bar ist.
2Zur Fest­stel­lung, wann ei­ne Kla­ge in der Schweiz hän­gig ge­macht wor­den ist, ist der Zeit­punkt der ers­ten, für die Kla­ge­ein­lei­tung not­wen­di­gen Ver­fah­rens­hand­lung mass­ge­bend. Als sol­che ge­nügt die Ein­lei­tung des Süh­ne­ver­fah­rens.
3Das schwei­ze­ri­sche Ge­richt weist die Kla­ge zu­rück, so­bald ihm ei­ne aus­län­di­sche Ent­schei­dung vor­ge­legt wird, die in der Schweiz an­er­kannt wer­den kann.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 3 Ziff. 3 des BB vom 11. Dez. 2009 (Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Lu­ga­no-Über­eink.), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5601; BBl 2009 1777).
XII. Vor­sorg­li­che Mass­nah­men2
Zu­stän­dig zur An­ord­nung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men sind:
die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den, die in der Haupt­sa­che zu­stän­dig sind; oder
die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te und Be­hör­den am Ort, an dem die Mass­nah­me voll­streckt wer­den soll.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 18 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 3 Ziff. 3 des BB vom 11. Dez. 2009 (Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Lu­ga­no-Über­eink.), in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5601; BBl 2009 1777).
XIII. Rechts­hil­fe
1. Ver­mitt­lung der Rechts­hil­fe2
Die Rechts­hil­fe zwi­schen der Schweiz und an­de­ren Staa­ten wird durch das Bun­des­amt für Jus­tiz ver­mit­telt.
2. An­wend­ba­res Recht
1Rechts­hil­fe­hand­lun­gen, die in der Schweiz durch­zu­füh­ren sind, wer­den nach schwei­ze­ri­schem Recht vor­ge­nom­men.
2Auf Be­geh­ren der er­su­chen­den Be­hör­de kön­nen auch aus­län­di­sche Ver­fah­rens­for­men an­ge­wen­det oder be­rück­sich­tigt wer­den, wenn es für die Durch­set­zung ei­nes Rechts­an­spruchs im Aus­land not­wen­dig ist und nicht wich­ti­ge Grün­de auf Sei­ten des Be­trof­fe­nen ent­ge­gen­ste­hen.
3Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den kön­nen Ur­kun­den nach ei­ner Form des aus­län­di­schen Rechts aus­stel­len oder ei­nem Ge­such­stel­ler die ei­des­statt­li­che Er­klä­rung ab­neh­men, wenn ei­ne Form nach schwei­ze­ri­schem Recht im Aus­land nicht an­er­kannt wird und des­halb ein schüt­zens­wer­ter Rechts­an­spruch dort nicht durch­ge­setzt wer­den könn­te.
4Bei Rechts­hil­feer­su­chen um Zu­stel­lung oder um Be­weis­er­he­bung in die Schweiz und aus der Schweiz ist die Haa­ger Über­ein­kunft vom 1. März 19542 be­tref­fend Zi­vil­pro­zess­recht an­wend­bar.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang 1 Ziff. II 18 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
3. Kos­ten­vor­schuss und Si­cher­heit für die Par­tei­ent­schä­di­gung
Der Kos­ten­vor­schuss und die Si­cher­heit für die Par­tei­ent­schä­di­gung rich­ten sich nach der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. De­zem­ber 20082 (ZPO).
4. Un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge
Den Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land wird die un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­währt wie den Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 18 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
I. Um­fang der Ver­wei­sung
Die Ver­wei­sung die­ses Ge­set­zes auf ein aus­län­di­sches Recht um­fasst al­le Be­stim­mun­gen, die nach die­sem Recht auf den Sach­ver­halt an­wend­bar sind. Die An­wend­bar­keit ei­ner Be­stim­mung des aus­län­di­schen Rechts ist nicht al­lein da­durch aus­ge­schlos­sen, dass ihr ein öf­fent­lichrecht­li­cher Cha­rak­ter zu­ge­schrie­ben wird.
II. Rück- und Wei­ter­ver­wei­sung
1Sieht das an­wend­ba­re Recht ei­ne Rück­ver­wei­sung auf das schwei­ze­ri­sche Recht oder ei­ne Wei­ter­ver­wei­sung auf ein an­de­res aus­län­di­sches Recht vor, so ist sie zu be­ach­ten, wenn die­ses Ge­setz sie vor­sieht.
2In Fra­gen des Per­so­nen- oder Fa­mi­li­en­stan­des ist die Rück­ver­wei­sung auf das schwei­ze­ri­sche Recht zu be­ach­ten.
III. Aus­nah­me­klau­sel
1Das Recht, auf das die­ses Ge­setz ver­weist, ist aus­nahms­wei­se nicht an­wend­bar, wenn nach den ge­sam­ten Um­stän­den of­fen­sicht­lich ist, dass der Sach­ver­halt mit die­sem Recht in nur ge­rin­gem, mit ei­nem an­de­ren Recht je­doch in viel en­ge­rem Zu­sam­men­hang steht.
2Die­se Be­stim­mung ist nicht an­wend­bar, wenn ei­ne Rechts­wahl vor­liegt.
IV. Fest­stel­lung aus­län­di­schen Rechts
1Der In­halt des an­zu­wen­den­den aus­län­di­schen Rechts ist von Am­tes we­gen fest­zu­stel­len. Da­zu kann die Mit­wir­kung der Par­tei­en ver­langt wer­den. Bei ver­mö­gens­recht­li­chen An­sprü­chen kann der Nach­weis den Par­tei­en über­bun­den wer­den.
2Ist der In­halt des an­zu­wen­den­den aus­län­di­schen Rechts nicht fest­stell­bar, so ist schwei­ze­ri­sches Recht an­zu­wen­den.
V. Vor­be­halts­klau­sel
Die An­wen­dung von Be­stim­mun­gen ei­nes aus­län­di­schen Rechts, ist aus­ge­schlos­sen, wenn sie zu ei­nem Er­geb­nis füh­ren wür­de, das mit dem schwei­ze­ri­schen Ord­re pu­blic un­ver­ein­bar ist.
VI. Zwin­gen­de An­wen­dung des schwei­ze­ri­schen Rechts
Vor­be­hal­ten blei­ben Be­stim­mun­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts, die we­gen ih­res be­son­de­ren Zweckes, un­ab­hän­gig von dem durch die­ses Ge­setz be­zeich­ne­ten Recht, zwin­gend an­zu­wen­den sind.
VII. Be­rück­sich­ti­gung zwin­gen­der Be­stim­mun­gen ei­nes aus­län­di­schen Rechts
1An­stel­le des Rechts, das durch die­ses Ge­setz be­zeich­net wird, kann die Be­stim­mung ei­nes an­dern Rechts, die zwin­gend an­ge­wandt sein will, be­rück­sich­tigt wer­den, wenn nach schwei­ze­ri­scher Rechts­auf­fas­sung schüt­zens­wer­te und of­fen­sicht­lich über­wie­gen­de In­ter­es­sen ei­ner Par­tei es ge­bie­ten und der Sach­ver­halt mit je­nem Recht einen en­gen Zu­sam­men­hang auf­weist.
2Ob ei­ne sol­che Be­stim­mung zu be­rück­sich­ti­gen ist, be­ur­teilt sich nach ih­rem Zweck und den dar­aus sich er­ge­ben­den Fol­gen für ei­ne nach schwei­ze­ri­scher Rechts­auf­fas­sung sach­ge­rech­te Ent­schei­dung.
I. Wohn­sitz, ge­wöhn­li­cher Auf­ent­halt und Nie­der­las­sung ei­ner na­tür­li­chen Per­son
1Im Sin­ne die­ses Ge­set­zes hat ei­ne na­tür­li­che Per­son:
ih­ren Wohn­sitz in dem Staat, in dem sie sich mit der Ab­sicht dau­ern­den Ver­blei­bens auf­hält;
ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in dem Staat, in dem sie wäh­rend län­ge­rer Zeit lebt, selbst wenn die­se Zeit zum vorn­her­ein be­fris­tet ist;
ih­re Nie­der­las­sung in dem Staat, in dem sich der Mit­tel­punkt ih­rer ge­schäft­li­chen Tä­tig­keit be­fin­det.
2Nie­mand kann an meh­re­ren Or­ten zu­gleich Wohn­sitz ha­ben. Hat ei­ne Per­son nir­gends einen Wohn­sitz, so tritt der ge­wöhn­li­che Auf­ent­halt an die Stel­le des Wohn­sit­zes. Die Be­stim­mun­gen des Zi­vil­ge­setz­bu­ches1 über Wohn­sitz und Auf­ent­halt sind nicht an­wend­bar.
II. Sitz und Nie­der­las­sung von Ge­sell­schaf­ten und Trusts
1Bei Ge­sell­schaf­ten und bei Trusts nach Ar­ti­kel 149a gilt der Sitz als Wohn­sitz.
2Als Sitz ei­ner Ge­sell­schaft gilt der in den Sta­tu­ten oder im Ge­sell­schafts­ver­trag be­zeich­ne­te Ort. Fehlt ei­ne sol­che Be­zeich­nung, so gilt als Sitz der Ort, an dem die Ge­sell­schaft tat­säch­lich ver­wal­tet wird.
3Als Sitz ei­nes Trusts gilt der in den Be­stim­mun­gen des Trusts schrift­lich oder in an­de­rer Form durch Text nach­weis­bar be­zeich­ne­te Ort sei­ner Ver­wal­tung. Fehlt ei­ne sol­che Be­zeich­nung, so gilt als Sitz der tat­säch­li­che Ort sei­ner Ver­wal­tung.
4Die Nie­der­las­sung ei­ner Ge­sell­schaft oder ei­nes Trusts be­fin­det sich in dem Staat, in dem der Sitz liegt, oder in ei­nem der Staa­ten, in dem sich ei­ne Zweignie­der­las­sung be­fin­det.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 20. Dez. 2006 über die Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Haa­ger Über­eink. über das auf Trusts an­zu­wen­den­de Recht und über ih­re An­er­ken­nung, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 2007 2849; BBl 2006 551).
III. Staats­an­ge­hö­rig­keit
Die Staats­an­ge­hö­rig­keit ei­ner na­tür­li­chen Per­son be­stimmt sich nach dem Recht des Staa­tes, zu dem die Staats­an­ge­hö­rig­keit in Fra­ge steht.
IV. Mehr­fa­che Staats­an­ge­hö­rig­keit
1Be­sitzt ei­ne Per­son ne­ben der schwei­ze­ri­schen ei­ne an­de­re Staats­an­ge­hö­rig­keit, so ist für die Be­grün­dung ei­nes Hei­mat­ge­richts­stan­des aus­sch­liess­lich die schwei­ze­ri­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit mass­ge­bend.
2Be­sitzt ei­ne Per­son meh­re­re Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten, so ist, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, für die Be­stim­mung des an­wend­ba­ren Rechts die An­ge­hö­rig­keit zu dem Staat mass­ge­bend, mit dem die Per­son am engs­ten ver­bun­den ist.
3Ist die Staats­an­ge­hö­rig­keit ei­ner Per­son Vor­aus­set­zung für die An­er­ken­nung ei­ner aus­län­di­schen Ent­schei­dung in der Schweiz, so ge­nügt die Be­ach­tung ei­ner ih­rer Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten.
V. Staa­ten­lo­se und Flücht­lin­ge
1Ei­ne Per­son gilt als staa­ten­los, wenn ihr die­se Ei­gen­schaft im Sin­ne des New Yor­ker Über­ein­kom­mens vom 28. Sep­tem­ber 19541 über die Rechts­stel­lung der Staa­ten­lo­sen zu­kommt oder wenn ih­re Be­zie­hung zum Hei­mat­staat so ge­lo­ckert ist, dass dies ei­ner Staa­ten­lo­sig­keit gleich­kommt.
2Ei­ne Per­son gilt als Flücht­ling, wenn ihr die­se Ei­gen­schaft im Sin­ne des Asyl­ge­set­zes vom 5. Ok­to­ber 19792 zu­kommt.
3Ist die­ses Ge­setz auf Staa­ten­lo­se oder Flücht­lin­ge an­zu­wen­den, so gilt der Wohn­sitz an Stel­le der Staats­an­ge­hö­rig­keit.
2 [AS 1980 1718, 1986 2062, 1987 1674, 1990 938 1587 Art. 3 Abs. 1, 1994 1634 Ziff. I 8.1 2876, 1995 146 Ziff. II 1 4356, 1997 2372 2394, 1998 1582. AS 1999 2262 Art. 120 Bst. a]. Heu­te: BG vom 26. Ju­ni 1998 (SR 142.31).
I. An­er­ken­nung
Ei­ne aus­län­di­sche Ent­schei­dung wird in der Schweiz an­er­kannt:
wenn die Zu­stän­dig­keit der Ge­rich­te oder Be­hör­den des Staa­tes, in dem die Ent­schei­dung er­gan­gen ist, be­grün­det war;
wenn ge­gen die Ent­schei­dung kein or­dent­li­ches Rechts­mit­tel mehr gel­tend ge­macht wer­den kann oder wenn sie end­gül­tig ist, und
wenn kein Ver­wei­ge­rungs­grund im Sin­ne von Ar­ti­kel 27 vor­liegt.
2. Zu­stän­dig­keit aus­län­di­scher Be­hör­den
Die Zu­stän­dig­keit aus­län­di­scher Be­hör­den ist be­grün­det:
wenn ei­ne Be­stim­mung die­ses Ge­set­zes sie vor­sieht oder, falls ei­ne sol­che fehlt, wenn der Be­klag­te sei­nen Wohn­sitz im Ur­teils­staat hat­te;
wenn in ver­mö­gens­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten die Par­tei­en sich durch ei­ne nach die­sem Ge­setz gül­ti­ge Ver­ein­ba­rung der Zu­stän­dig­keit der Be­hör­de un­ter­wor­fen ha­ben, wel­che die Ent­schei­dung ge­trof­fen hat;
wenn sich der Be­klag­te in ei­ner ver­mö­gens­recht­li­chen Strei­tig­keit vor­be­halt­los auf den Rechtss­treit ein­ge­las­sen hat;
wenn im Fal­le ei­ner Wi­der­kla­ge die Be­hör­de, die die Ent­schei­dung ge­trof­fen hat, für die Haupt­kla­ge zu­stän­dig war und zwi­schen Haupt- und Wi­der­kla­ge ein sach­li­cher Zu­sam­men­hang be­steht.
3. Ver­wei­ge­rungs­grün­de
1Ei­ne im Aus­land er­gan­ge­ne Ent­schei­dung wird in der Schweiz nicht an­er­kannt, wenn die An­er­ken­nung mit dem schwei­ze­ri­schen Ord­re pu­blic of­fen­sicht­lich un­ver­ein­bar wä­re.
2Ei­ne im Aus­land er­gan­ge­ne Ent­schei­dung wird eben­falls nicht an­er­kannt, wenn ei­ne Par­tei nach­weist:
dass sie we­der nach dem Recht an ih­rem Wohn­sitz noch nach dem am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt ge­hö­rig ge­la­den wur­de, es sei denn, sie ha­be sich vor­be­halt­los auf das Ver­fah­ren ein­ge­las­sen;
dass die Ent­schei­dung un­ter Ver­let­zung we­sent­li­cher Grund­sät­ze des schwei­ze­ri­schen Ver­fah­rens­rechts zu­stan­de ge­kom­men ist, ins­be­son­de­re dass ihr das recht­li­che Ge­hör ver­wei­gert wor­den ist;
dass ein Rechtss­treit zwi­schen den­sel­ben Par­tei­en und über den­sel­ben Ge­gen­stand zu­erst in der Schweiz ein­ge­lei­tet oder in der Schweiz ent­schie­den wor­den ist oder dass er in ei­nem Dritt­staat frü­her ent­schie­den wor­den ist und die­ser Ent­scheid in der Schweiz an­er­kannt wer­den kann.
3Im Üb­ri­gen darf die Ent­schei­dung in der Sa­che selbst nicht nach­ge­prüft wer­den.
II. Voll­stre­ckung
Ei­ne nach den Ar­ti­keln 25-27 an­er­kann­te Ent­schei­dung wird auf Be­geh­ren der in­ter­es­sier­ten Par­tei für voll­streck­bar er­klärt.
1Das Be­geh­ren auf An­er­ken­nung oder Voll­stre­ckung ist an die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Kan­tons zu rich­ten, in dem die aus­län­di­sche Ent­schei­dung gel­tend ge­macht wird. Dem Be­geh­ren sind bei­zu­le­gen:
ei­ne voll­stän­di­ge und be­glau­big­te Aus­fer­ti­gung der Ent­schei­dung;
ei­ne Be­stä­ti­gung, dass ge­gen die Ent­schei­dung kein or­dent­li­ches Rechts­mit­tel mehr gel­tend ge­macht wer­den kann oder dass sie end­gül­tig ist, und
im Fal­le ei­nes Ab­we­sen­heits­ur­teils ei­ne Ur­kun­de, aus der her­vor­geht, dass die un­ter­le­ge­ne Par­tei ge­hö­rig und so recht­zei­tig ge­la­den wor­den ist, dass sie die Mög­lich­keit ge­habt hat­te, sich zu ver­tei­di­gen.
2Im An­er­ken­nungs- und Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren ist die Par­tei, die sich dem Be­geh­ren wi­der­setzt, an­zu­hö­ren; sie kann ih­re Be­weis­mit­tel gel­tend ma­chen.
3Wird ei­ne Ent­schei­dung vor­fra­ge­wei­se gel­tend ge­macht, so kann die an­ge­ru­fe­ne Be­hör­de sel­ber über die An­er­ken­nung ent­schei­den.
IV. Ge­richt­li­cher Ver­gleich
Die Ar­ti­kel 25-29 gel­ten auch für den ge­richt­li­chen Ver­gleich, so­fern er in dem Staat, in dem er ab­ge­schlos­sen wor­den ist, ei­ner ge­richt­li­chen Ent­schei­dung gleich­ge­stellt wird.
V. Frei­wil­li­ge Ge­richts­bar­keit
Die Ar­ti­kel 25-29 gel­ten sinn­ge­mä­ss für die An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung ei­ner Ent­schei­dung oder ei­ner Ur­kun­de der frei­wil­li­gen Ge­richts­bar­keit.
VI. Ein­tra­gung in die Zi­vil­stands­re­gis­ter
1Ei­ne aus­län­di­sche Ent­schei­dung oder Ur­kun­de über den Zi­vil­stand wird auf­grund ei­ner Ver­fü­gung der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de in die Zi­vil­stands­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.
2Die Ein­tra­gung wird be­wil­ligt, wenn die Vor­aus­set­zun­gen der Ar­ti­kel 25-27 er­füllt sind.
3Die be­trof­fe­nen Per­so­nen sind vor der Ein­tra­gung an­zu­hö­ren, wenn nicht fest­steht, dass im aus­län­di­schen Ur­teils­staat die ver­fah­rens­mäs­si­gen Rech­te der Par­tei­en hin­rei­chend ge­wahrt wor­den sind.
1Sieht die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor, so sind für per­so­nen­recht­li­che Ver­hält­nis­se die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Wohn­sitz zu­stän­dig; sie wen­den das Recht am Wohn­sitz an.
2Für An­sprü­che aus Per­sön­lich­keits­ver­let­zung gel­ten die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über un­er­laub­te Hand­lun­gen (Art. 129 ff.).
II. Rechts­fä­hig­keit
1Die Rechts­fä­hig­keit un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
2Be­ginn und En­de der Per­sön­lich­keit un­ter­ste­hen dem Recht des Rechts­ver­hält­nis­ses, das die Rechts­fä­hig­keit vor­aus­setzt.
III. Hand­lungs­fä­hig­keit
Die Hand­lungs­fä­hig­keit un­ter­steht dem Recht am Wohn­sitz. Ein Wech­sel des Wohn­sit­zes be­rührt die ein­mal er­wor­be­ne Hand­lungs­fä­hig­keit nicht.
2. Ver­kehrs­schutz
1Wer ein Rechts­ge­schäft vor­ge­nom­men hat, ob­wohl er nach dem Recht an sei­nem Wohn­sitz hand­lungs­un­fä­hig war, kann sich auf sei­ne Hand­lungs­un­fä­hig­keit nicht be­ru­fen, wenn er nach dem Recht des Staa­tes, in dem er das Rechts­ge­schäft vor­ge­nom­men hat, hand­lungs­fä­hig ge­we­sen wä­re, es sei denn, die an­de­re Par­tei ha­be sei­ne Hand­lungs­un­fä­hig­keit ge­kannt oder hät­te sie ken­nen müs­sen.
2Die­se Be­stim­mung ist auf fa­mi­li­en- und erbrecht­li­che Rechts­ge­schäf­te so­wie auf Rechts­ge­schäf­te über ding­li­che Rech­te an Grund­stücken nicht an­wend­bar.
IV. Na­me
1Der Na­me ei­ner Per­son mit Wohn­sitz in der Schweiz un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht; der Na­me ei­ner Per­son mit Wohn­sitz im Aus­land un­ter­steht dem Recht, auf wel­ches das Kol­li­si­ons­recht des Wohn­sitz­staa­tes ver­weist.
2Ei­ne Per­son kann je­doch ver­lan­gen, dass ihr Na­me dem Hei­mat­recht un­ter­steht.
1Für ei­ne Na­mens­än­de­rung sind die schwei­ze­ri­schen Be­hör­den am Wohn­sitz des Ge­such­stel­lers zu­stän­dig.
2Ein Schwei­zer Bür­ger oh­ne Wohn­sitz in der Schweiz kann bei der Be­hör­de sei­nes Hei­mat­kan­tons ei­ne Na­mens­än­de­rung ver­lan­gen.
3Vor­aus­set­zun­gen und Wir­kun­gen der Na­mens­än­de­rung un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.
3. Na­mens­än­de­rung im Aus­land
Ei­ne im Aus­land er­folg­te Na­mens­än­de­rung wird in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Wohn­sitz- oder im Hei­mat­staat des Ge­such­stel­lers gül­tig ist.
4. Ein­tra­gung in die Zi­vil­stands­re­gis­ter
Der Na­me wird nach den schwei­ze­ri­schen Grund­sät­zen über die Re­gis­ter­füh­rung in die Zi­vil­stands­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.
V. Ver­schol­le­n­er­klä­rung
1. Zu­stän­dig­keit und an­wend­ba­res Recht
1Für die Ver­schol­le­n­er­klä­rung sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am letz­ten be­kann­ten Wohn­sitz der ver­schwun­de­nen Per­son zu­stän­dig.
2Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den sind über­dies für ei­ne Ver­schol­le­n­er­klä­rung zu­stän­dig, wenn hier­für ein schüt­zens­wer­tes In­ter­es­se be­steht.
3Vor­aus­set­zun­gen und Wir­kun­gen der Ver­schol­le­n­er­klä­rung un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.
2. Ver­schol­len- und To­des­er­klä­rung im Aus­land
Ei­ne im Aus­land aus­ge­spro­che­ne Ver­schol­len- oder To­des­er­klä­rung wird in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat des letz­ten be­kann­ten Wohn­sit­zes oder im Hei­mat­staat der ver­schwun­de­nen Per­son er­gan­gen ist.
I. Zu­stän­dig­keit
1Die schwei­ze­ri­schen Be­hör­den sind für die Ehe­schlies­sung zu­stän­dig, wenn die Braut oder der Bräu­ti­gam in der Schweiz Wohn­sitz oder das Schwei­zer Bür­ger­recht hat.
2Aus­län­di­schen Braut­leu­ten oh­ne Wohn­sitz in der Schweiz kann durch die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Ehe­schlies­sung in der Schweiz auch be­wil­ligt wer­den, wenn die Ehe im Wohn­sitz- oder im Hei­mat­staat bei­der Braut­leu­te an­er­kannt wird.
3Die Be­wil­li­gung darf nicht al­lein des­halb ver­wei­gert wer­den, weil ei­ne in der Schweiz aus­ge­spro­che­ne oder an­er­kann­te Schei­dung im Aus­land nicht an­er­kannt wird.
II. An­wend­ba­res Recht
Die Ehe­schlies­sung in der Schweiz un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs- hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).
III. Ehe­schlies­sung im Aus­land
1Ei­ne im Aus­land gül­tig ge­schlos­se­ne Ehe wird in der Schweiz an­er­kannt.
2Sind Braut oder Bräu­ti­gam Schwei­zer Bür­ger oder ha­ben bei­de Wohn­sitz in der Schweiz, so wird die im Aus­land ge­schlos­se­ne Ehe an­er­kannt, wenn der Ab­schluss nicht in der of­fen­ba­ren Ab­sicht ins Aus­land ver­legt wor­den ist, die Vor­schrif­ten des schwei­ze­ri­schen Rechts über die Eheun­gül­tig­keit zu um­ge­hen.1
3Ei­ne im Aus­land gül­tig ge­schlos­se­ne Ehe zwi­schen Per­so­nen glei­chen Ge­schlechts wird in der Schweiz als ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft an­er­kannt.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 1118; BBl 1996 I 1).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 17 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
IV. Un­gül­ti­g­er­klä­rung der Ehe
1Für Kla­gen auf Un­gül­ti­g­er­klä­rung der Ehe sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz ei­nes Ehe­gat­ten oder, wenn ein Wohn­sitz in der Schweiz fehlt, am Ehe­schlies­sungs­ort oder am Hei­mat­ort ei­nes Ehe­gat­ten zu­stän­dig.
2Die Kla­ge un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
3Für vor­sorg­li­che Mass­nah­men und Ne­ben­fol­gen gel­ten die Ar­ti­kel 62-64 sinn­ge­mä­ss.
4Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen, wel­che die Un­gül­tig­keit ei­ner Ehe fest­stel­len, wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat er­gan­gen sind, in dem die Ehe ge­schlos­sen wur­de. Ist die Kla­ge durch einen Ehe­gat­ten ein­ge­reicht wor­den, gilt Ar­ti­kel 65 sinn­ge­mä­ss.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 7. Okt. 1994 (AS 1995 1126; BBl 1993 I 1169). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Mass­nah­men ge­gen Zwangs- hei­ra­ten, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1035; BBl 2011 2185).
Für Kla­gen oder Mass­nah­men be­tref­fend die ehe­li­chen Rech­te und Pflich­ten sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Wohn­sitz oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt ei­nes der Ehe­gat­ten zu­stän­dig.
2. Hei­mat­zu­stän­dig­keit
Ha­ben die Ehe­gat­ten we­der Wohn­sitz noch ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz und ist ei­ner von ih­nen Schwei­zer Bür­ger, so sind für Kla­gen oder Mass­nah­men be­tref­fend die ehe­li­chen Rech­te und Pflich­ten die Ge­rich­te oder Be­hör­den am Hei­mat­ort zu­stän­dig, wenn es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die Kla­ge oder das Be­geh­ren am Wohn­sitz oder am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt ei­nes der Ehe­gat­ten zu er­he­ben.
1Die ehe­li­chen Rech­te und Pflich­ten un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem die Ehe­gat­ten ih­ren Wohn­sitz ha­ben.
2Ha­ben die Ehe­gat­ten ih­ren Wohn­sitz nicht im glei­chen Staat, so un­ter­ste­hen die ehe­li­chen Rech­te und Pflich­ten dem Recht des Wohn­sitz­staa­tes, mit dem der Sach­ver­halt in en­ge­rem Zu­sam­men­hang steht.
3Sind nach Ar­ti­kel 47 die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Hei­mat­ort zu­stän­dig, so wen­den sie schwei­ze­ri­sches Recht an.
2. Un­ter­halts­pflicht
Für die Un­ter­halts­pflicht zwi­schen Ehe­gat­ten gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 2. Ok­to­ber 19731 über das auf die Un­ter­halts­pflich­ten an­zu­wen­den­de Recht.
III. Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men
Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men über die ehe­li­chen Rech­te und Pflich­ten wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat des Wohn­sit­zes oder des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­hal­tes ei­nes der Ehe­gat­ten er­gan­gen sind.
Für Kla­gen oder Mass­nah­men be­tref­fend die gü­ter­recht­li­chen Ver­hält­nis­se sind zu­stän­dig:
für die gü­ter­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung im Fal­le des To­des ei­nes Ehe­gat­ten die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den, die für die erbrecht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zu­stän­dig sind (Art. 86-89);
für die gü­ter­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung im Fal­le ei­ner ge­richt­li­chen Auf­lö­sung oder Tren­nung der Ehe die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te, die hier­für zu­stän­dig sind (Art. 59, 60, 63, 64);
in den üb­ri­gen Fäl­len die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den, die für Kla­gen oder Mass­nah­men be­tref­fend die Wir­kun­gen der Ehe zu­stän­dig sind (Art. 46, 47).
1. Rechts­wahl
1Die gü­ter­recht­li­chen Ver­hält­nis­se un­ter­ste­hen dem von den Ehe­gat­ten ge­wähl­ten Recht.
2Die Ehe­gat­ten kön­nen wäh­len zwi­schen dem Recht des Staa­tes, in dem bei­de ih­ren Wohn­sitz ha­ben oder nach der Ehe­schlies­sung ha­ben wer­den, und dem Recht ei­nes ih­rer Hei­mat­staa­ten. Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2 ist nicht an­wend­bar.
b. Mo­da­li­tä­ten
1Die Rechts­wahl muss schrift­lich ver­ein­bart sein oder sich ein­deu­tig aus dem Ehe­ver­trag er­ge­ben. Im Üb­ri­gen un­ter­steht sie dem ge­wähl­ten Recht.
2Die Rechts­wahl kann je­der­zeit ge­trof­fen oder ge­än­dert wer­den. Wird sie nach Ab­schluss der Ehe ge­trof­fen, so wirkt sie, wenn die Par­tei­en nichts an­de­res ver­ein­ba­ren, auf den Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung zu­rück.
3Das ge­wähl­te Recht bleibt an­wend­bar, bis die Ehe­gat­ten ein an­de­res Recht wäh­len oder die Rechts­wahl auf­he­ben.
2. Feh­len ei­ner Rechts­wahl
1Ha­ben die Ehe­gat­ten kei­ne Rechts­wahl ge­trof­fen, so un­ter­ste­hen die gü­ter­recht­li­chen Ver­hält­nis­se:
dem Recht des Staa­tes, in dem bei­de gleich­zei­tig ih­ren Wohn­sitz ha­ben, oder, wenn dies nicht der Fall ist,
dem Recht des Staa­tes, in dem bei­de Ehe­gat­ten zu­letzt gleich­zei­tig ih­ren Wohn­sitz hat­ten.
2Hat­ten die Ehe­gat­ten nie gleich­zei­tig Wohn­sitz im glei­chen Staat, so ist ihr ge­mein­sa­mes Hei­mat­recht an­wend­bar.
3Hat­ten die Ehe­gat­ten nie gleich­zei­tig Wohn­sitz im glei­chen Staat und ha­ben sie auch kei­ne ge­mein­sa­me Staats­an­ge­hö­rig­keit, so gilt die Gü­ter­tren­nung des schwei­ze­ri­schen Rechts.
b. Wan­del­bar­keit und Rück­wir­kung bei Wohn­sitz­wech­sel
1Ver­le­gen die Ehe­gat­ten ih­ren Wohn­sitz von ei­nem Staat in einen an­de­ren, so ist das Recht des neu­en Wohn­sitz­staa­tes rück­wir­kend auf den Zeit­punkt der Ehe­schlies­sung an­zu­wen­den. Die Ehe­gat­ten kön­nen durch schrift­li­che Ver­ein­ba­rung die Rück­wir­kung aus­sch­lies­sen.
2Der Wohn­sitz­wech­sel hat kei­ne Wir­kung auf das an­zu­wen­den­de Recht, wenn die Par­tei­en die Wei­ter­gel­tung des frü­he­ren Rechts schrift­lich ver­ein­bart ha­ben oder wenn zwi­schen ih­nen ein Ehe­ver­trag be­steht.
3. Form des Ehe­ver­tra­ges
Der Ehe­ver­trag ist form­gül­tig, wenn er dem auf den Ehe­ver­trag an­wend­ba­ren Recht oder dem Recht am Ab­schlus­sort ent­spricht.
4. Rechts­ver­hält­nis­se mit Drit­ten
1Die Wir­kun­gen des Gü­ter­stan­des auf das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen ei­nem Ehe­gat­ten und ei­nem Drit­ten un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem die­ser Ehe­gat­te im Zeit­punkt der Ent­ste­hung des Rechts­ver­hält­nis­ses sei­nen Wohn­sitz hat.
2Hat der Drit­te im Zeit­punkt der Ent­ste­hung des Rechts­ver­hält­nis­ses das Recht, dem die gü­ter­recht­li­chen Ver­hält­nis­se un­ter­stan­den, ge­kannt oder hät­te er es ken­nen müs­sen, so ist die­ses an­zu­wen­den.
III. Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über gü­ter­recht­li­che Ver­hält­nis­se wer­den in der Schweiz an­er­kannt:
wenn sie im Wohn­sitz­staat des be­klag­ten Ehe­gat­ten er­gan­gen sind oder wenn sie dort an­er­kannt wer­den;
wenn sie im Wohn­sitz­staat des kla­gen­den Ehe­gat­ten er­gan­gen sind oder dort an­er­kannt wer­den, vor­aus­ge­setzt, der be­klag­te Ehe­gat­te hat­te sei­nen Wohn­sitz nicht in der Schweiz;
wenn sie im Staat, des­sen Recht nach die­sem Ge­setz an­wend­bar ist, er­gan­gen sind oder wenn sie dort an­er­kannt wer­den, oder
wenn sie Grund­stücke be­tref­fen und am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che er­gan­gen sind oder dort an­er­kannt wer­den.
2Für Ent­schei­dun­gen über gü­ter­recht­li­che Ver­hält­nis­se, die im Zu­sam­men­hang mit Mass­nah­men zum Schutz der ehe­li­chen Ge­mein­schaft oder in­fol­ge Tod, Nich­ti­g­er­klä­rung, Schei­dung oder Tren­nung er­gan­gen sind, rich­tet sich die An­er­ken­nung nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über das Ehe-, Ehe­schei­dungs- oder Erbrecht (Art. 50, 65 und 96).
Für Kla­gen auf Schei­dung oder Tren­nung sind zu­stän­dig:
die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten;
die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Klä­gers, wenn die­ser sich seit ei­nem Jahr in der Schweiz auf­hält oder wenn er Schwei­zer Bür­ger ist.
Ha­ben die Ehe­gat­ten kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz und ist ei­ner von ih­nen Schwei­zer Bür­ger, so sind die Ge­rich­te am Hei­mat­ort für Kla­gen auf Schei­dung oder Tren­nung der Ehe zu­stän­dig, wenn es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die Kla­ge am Wohn­sitz ei­nes der Ehe­gat­ten zu er­he­ben.
Schei­dung und Tren­nung un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
III. Vor­sorg­li­che Mass­nah­men
1Das schwei­ze­ri­sche Ge­richt, bei dem ei­ne Schei­dungs- oder Tren­nungs­kla­ge hän­gig ist, kann vor­sorg­li­che Mass­nah­men tref­fen, so­fern sei­ne Un­zu­stän­dig­keit zur Be­ur­tei­lung der Kla­ge nicht of­fen­sicht­lich ist oder nicht rechts­kräf­tig fest­ge­stellt wur­de.
2Die vor­sorg­li­chen Mass­nah­men un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.
3Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über die Un­ter­halts­pflicht der Ehe­gat­ten (Art. 49), die Wir­kun­gen des Kin­des­ver­hält­nis­ses (Art. 82 und 83) und den Min­der­jäh­ri­gen­schutz (Art. 85) sind vor­be­hal­ten.
IV. Ne­ben­fol­gen
1Die für Kla­gen auf Schei­dung oder Tren­nung zu­stän­di­gen schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te sind auch für die Re­ge­lung der Ne­ben­fol­gen zu­stän­dig. Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Min­der­jäh­ri­gen­schutz (Art. 85) blei­ben vor­be­hal­ten.1
1bisFür den Aus­gleich von Vor­sor­gean­sprü­chen ge­gen­über ei­ner schwei­ze­ri­schen Ein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge sind sie aus­sch­liess­lich zu­stän­dig.2
2Die Ne­ben­fol­gen der Schei­dung oder Tren­nung un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.3 Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Na­men (Art. 37-40), die Un­ter­halts­pflicht der Ehe­gat­ten (Art. 49), das ehe­li­che Gü­ter­recht (Art. 52-57), die Wir­kun­gen des Kin­des­ver­hält­nis­ses (Art. 82 und 83) und den Min­der­jäh­ri­gen­schutz (Art. 85) sind vor­be­hal­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013 (El­ter­li­che Sor­ge), in Kraft seit 1. Ju­li 2014 (AS 2014 357; BBl 2011 9077).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
V. Er­gän­zung oder Ab­än­de­rung ei­ner Ent­schei­dung
1Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te sind für Kla­gen auf Er­gän­zung oder Ab­än­de­rung von Ent­schei­dun­gen über die Schei­dung oder die Tren­nung zu­stän­dig, wenn sie die­se selbst aus­ge­spro­chen ha­ben oder wenn sie nach Ar­ti­kel 59 oder 60 zu­stän­dig sind. Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Min­der­jäh­ri­gen­schutz (Art. 85) sind vor­be­hal­ten.
1bisFür den Aus­gleich von Vor­sor­gean­sprü­chen ge­gen­über ei­ner schwei­ze­ri­schen Ein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te aus­sch­liess­lich zu­stän­dig. Fehlt ei­ne Zu­stän­dig­keit nach Ab­satz 1, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Sitz der Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu­stän­dig.1
2Die Er­gän­zung oder Ab­än­de­rung ei­nes Tren­nungs- oder Schei­dungs­ur­teils un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.2 Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Na­men (Art. 37-40), die Un­ter­halts­pflicht der Ehe­gat­ten (Art. 49), das ehe­li­che Gü­ter­recht (Art. 52-57), die Wir­kun­gen des Kin­des­ver­hält­nis­ses (Art. 82 und 83) und den Min­der­jäh­ri­gen­schutz (Art. 85) sind vor­be­hal­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Vor­sor­ge­aus­gleich bei Schei­dung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 2313; BBl 2013 4887).
VI. Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über die Schei­dung oder Tren­nung wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat des Wohn­sit­zes, des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts oder im Hei­mat­staat ei­nes Ehe­gat­ten er­gan­gen sind oder wenn sie in ei­nem die­ser Staa­ten an­er­kannt wer­den.
2Ist je­doch die Ent­schei­dung in ei­nem Staat er­gan­gen, dem kein oder nur der kla­gen­de Ehe­gat­te an­ge­hört, so wird sie in der Schweiz nur an­er­kannt:
wenn im Zeit­punkt der Kla­ge­ein­lei­tung we­nigs­tens ein Ehe­gat­te in die­sem Staat Wohn­sitz oder ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat­te und der be­klag­te Ehe­gat­te sei­nen Wohn­sitz nicht in der Schweiz hat­te;
wenn der be­klag­te Ehe­gat­te sich der Zu­stän­dig­keit des aus­län­di­schen Ge­richts vor­be­halt­los un­ter­wor­fen hat, oder
wenn der be­klag­te Ehe­gat­te mit der An­er­ken­nung der Ent­schei­dung in der Schweiz ein­ver­stan­den ist.
3a. Kapitel: Eingetragene Partnerschaft
I. An­wen­dung des drit­ten Ka­pi­tels
Die Be­stim­mun­gen des drit­ten Ka­pi­tels gel­ten für die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft sinn­ge­mä­ss, mit Aus­nah­me von Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2.
II. Zu­stän­dig­keit am Ein­tra­gungs­ort bei Auf­lö­sung
Ha­ben die Part­ne­rin­nen oder Part­ner kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz und ist kei­ne oder kei­ner von ih­nen Schwei­zer Bür­ger, so sind für Kla­gen oder Be­geh­ren be­tref­fend Auf­lö­sung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Ein­tra­gungs­ort zu­stän­dig, wenn es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die Kla­ge oder das Be­geh­ren am Wohn­sitz ei­ner der Per­so­nen zu er­he­ben.
III. An­wend­ba­res Recht
1Kennt das nach den Be­stim­mun­gen des drit­ten Ka­pi­tels an­wend­ba­re Recht kei­ne Re­geln über die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft, so ist schwei­ze­ri­sches Recht an­wend­bar; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 49.
2Zu­sätz­lich zu den in Ar­ti­kel 52 Ab­satz 2 be­zeich­ne­ten Rech­ten kön­nen die Part­ne­rin­nen oder Part­ner das Recht des Staa­tes wäh­len, in dem die Part­ner­schaft ein­ge­tra­gen wor­den ist.
IV. Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men des Ein­tra­gungs­staats
Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn:
sie im Staat er­gan­gen sind, in dem die Part­ner­schaft ein­ge­tra­gen wor­den ist; und
es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar war, die Kla­ge oder das Be­geh­ren in ei­nem Staat zu er­he­ben, des­sen Zu­stän­dig­keit in der Schweiz ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen des drit­ten Ka­pi­tels an­er­kannt ist.
Für Kla­gen auf Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des oder am Wohn­sitz der Mut­ter oder des Va­ters zu­stän­dig.
Ha­ben die El­tern kei­nen Wohn­sitz und das Kind kei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz, so sind die Ge­rich­te am schwei­ze­ri­schen Hei­mat­ort der Mut­ter oder des Va­ters für Kla­gen auf Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses zu­stän­dig, wenn es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die Kla­ge am Wohn­sitz der Mut­ter oder des Va­ters oder am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des zu er­he­ben.
1Die Ent­ste­hung des Kin­des­ver­hält­nis­ses so­wie des­sen Fest­stel­lung oder An­fech­tung un­ter­ste­hen dem Recht am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des.
2Ha­ben je­doch we­der die Mut­ter noch der Va­ter Wohn­sitz im Staat des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­hal­tes des Kin­des, be­sit­zen aber die El­tern und das Kind die glei­che Staats­an­ge­hö­rig­keit, so ist ihr ge­mein­sa­mes Hei­mat­recht an­zu­wen­den.
2. Mass­ge­bli­cher Zeit­punkt
1Für die Be­stim­mung des auf die Ent­ste­hung, Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses an­wend­ba­ren Rechts ist der Zeit­punkt der Ge­burt mass­ge­bend.
2Bei ge­richt­li­cher Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses ist je­doch der Zeit­punkt der Kla­ge­er­he­bung mass­ge­bend, wenn ein über­wie­gen­des In­ter­es­se des Kin­des es er­for­dert.
Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen be­tref­fend die Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­hal­tes des Kin­des, in des­sen Hei­mat­staat oder im Wohn­sitz- oder im Hei­mat­staat der Mut­ter oder des Va­ters er­gan­gen sind.
1Für die Ent­ge­gen­nah­me der An­er­ken­nung sind die schwei­ze­ri­schen Be­hör­den am Ge­burts­ort oder am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des, so­wie die Be­hör­den am Wohn­sitz oder am Hei­mat­ort der Mut­ter oder des Va­ters zu­stän­dig.
2Er­folgt die An­er­ken­nung im Rah­men ei­nes ge­richt­li­chen Ver­fah­rens, in dem die Ab­stam­mung recht­s­er­heb­lich ist, so kann auch der mit der Kla­ge be­fass­te Rich­ter die An­er­ken­nung ent­ge­gen­neh­men.
3Für die An­fech­tung der An­er­ken­nung sind die glei­chen Ge­rich­te zu­stän­dig wie für die Fest­stel­lung oder An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses (Art. 66 und 67).
1Die An­er­ken­nung in der Schweiz kann nach dem Recht am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des, nach des­sen Hei­mat­recht, nach dem Recht am Wohn­sitz oder nach dem Hei­mat­recht der Mut­ter oder des Va­ters er­fol­gen. Mass­ge­bend ist der Zeit­punkt der An­er­ken­nung.
2Die Form der An­er­ken­nung in der Schweiz un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
3Die An­fech­tung der An­er­ken­nung un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
III. Aus­län­di­sche An­er­ken­nung und An­fech­tung der An­er­ken­nung
1Die im Aus­land er­folg­te An­er­ken­nung ei­nes Kin­des wird in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie nach dem Recht am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des, nach des­sen Hei­mat­recht, nach dem Recht am Wohn­sitz oder nach dem Hei­mat­recht der Mut­ter oder des Va­ters gül­tig ist.
2Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über die An­fech­tung ei­ner An­er­ken­nung wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie in ei­nem der in Ab­satz 1 ge­nann­ten Staa­ten er­gan­gen sind.
IV. Le­gi­ti­ma­ti­on
Für die An­er­ken­nung ei­ner im Aus­land er­folg­ten Le­gi­ti­ma­ti­on gilt Ar­ti­kel 73 sinn­ge­mä­ss.
1Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Wohn­sitz der ad­op­tie­ren­den Per­son oder der ad­op­tie­ren­den Ehe­gat­ten sind zu­stän­dig, die Ad­op­ti­on aus­zu­spre­chen.
2Für die An­fech­tung der Ad­op­ti­on sind die glei­chen Ge­rich­te zu­stän­dig wie für die Fest­stel­lung oder die An­fech­tung des Kin­des­ver­hält­nis­ses (Art. 66 und 67).
Ha­ben die ad­op­tie­ren­de Per­son oder die ad­op­tie­ren­den Ehe­gat­ten kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz und ist ei­ner von ih­nen Schwei­zer Bür­ger, so sind die Ge­rich­te oder Be­hör­den am Hei­mat­ort für die Ad­op­ti­on zu­stän­dig, wenn es un­mög­lich oder un­zu­mut­bar ist, die Ad­op­ti­on an ih­rem Wohn­sitz durch­zu­füh­ren.
1Die Vor­aus­set­zun­gen der Ad­op­ti­on in der Schweiz un­ter­ste­hen schwei­ze­ri­schem Recht.
2Zeigt sich, dass ei­ne Ad­op­ti­on im Wohn­sitz- oder im Hei­mat­staat der ad­op­tie­ren­den Per­son oder der ad­op­tie­ren­den Ehe­gat­ten nicht an­er­kannt und dem Kind dar­aus ein schwer­wie­gen­der Nach­teil er­wach­sen wür­de, so be­rück­sich­tigt die Be­hör­de auch die Vor­aus­set­zun­gen des Rechts des be­tref­fen­den Staa­tes. Er­scheint die An­er­ken­nung auch dann nicht als ge­si­chert, so darf die Ad­op­ti­on nicht aus­ge­spro­chen wer­den.
3Die An­fech­tung ei­ner in der Schweiz aus­ge­spro­che­nen Ad­op­ti­on un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht. Ei­ne im Aus­land aus­ge­spro­che­ne Ad­op­ti­on kann in der Schweiz nur an­ge­foch­ten wer­den, wenn auch ein An­fech­tungs­grund nach schwei­ze­ri­schem Recht vor­liegt.
III. Aus­län­di­sche Ad­op­tio­nen und ähn­li­che Ak­te
1Aus­län­di­sche Ad­op­tio­nen wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat des Wohn­sit­zes oder im Hei­mat­staat der ad­op­tie­ren­den Per­son oder der ad­op­tie­ren­den Ehe­gat­ten aus­ge­spro­chen wor­den sind.
2Aus­län­di­sche Ad­op­tio­nen oder ähn­li­che Ak­te, die von ei­nem Kin­des­ver­hält­nis im Sin­ne des schwei­ze­ri­schen Rechts we­sent­lich ab­wei­chen­de Wir­kun­gen ha­ben, wer­den in der Schweiz nur mit den Wir­kun­gen an­er­kannt, die ih­nen im Staat der Be­grün­dung zu­kom­men.
1Für Kla­gen be­tref­fend die Be­zie­hun­gen zwi­schen El­tern und Kind, ins­be­son­de­re be­tref­fend den Un­ter­halt des Kin­des, sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des oder am Wohn­sitz oder, wenn ein sol­cher fehlt, am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des be­klag­ten El­tern­teils zu­stän­dig.
2Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Na­men (Art. 33, 37-40), den Schutz Min­der­jäh­ri­ger (Art. 85) und das Erbrecht (Art. 86-89) sind vor­be­hal­ten.
Hat we­der das Kind noch der be­klag­te El­tern­teil Wohn­sitz oder ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz und ist ei­ner von ih­nen Schwei­zer Bür­ger, so sind die Ge­rich­te am Hei­mat­ort zu­stän­dig.
3. An­sprü­che Drit­ter
Die nach Ar­ti­kel 79 und 80 zu­stän­di­gen schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te ent­schei­den eben­falls:
über An­sprü­che von Be­hör­den, die für den Un­ter­halt des Kin­des Vor­schuss ge­leis­tet ha­ben;
über An­sprü­che der Mut­ter auf Un­ter­halt und Er­satz der durch die Ge­burt ent­stan­de­nen Kos­ten.
1Die Be­zie­hun­gen zwi­schen El­tern und Kind un­ter­ste­hen dem Recht am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kin­des.
3Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Na­men (Art. 33, 37-40), den Schutz Min­der­jäh­ri­ger (Art. 85) und das Erbrecht (Art. 90-95) sind vor­be­hal­ten.
1Für die Un­ter­halts­pflicht zwi­schen El­tern und Kind gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 2. Ok­to­ber 19731 über das auf Un­ter­halts­pflich­ten an­zu­wen­den­de Recht.
2So­weit das Über­ein­kom­men die An­sprü­che der Mut­ter auf Un­ter­halt und Er­satz der durch die Ge­burt ent­stan­de­nen Kos­ten nicht re­gelt, gilt es sinn­ge­mä­ss.
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen be­tref­fend die Be­zie­hun­gen zwi­schen El­tern und Kind wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat er­gan­gen sind, in dem das Kind sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder der be­klag­te El­tern­teil sei­nen Wohn­sitz oder ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat.
2Die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über den Na­men (Art. 39), den Schutz Min­der­jäh­ri­ger (Art. 85) und das Erbrecht (Art. 96) sind vor­be­hal­ten.
5. Kapitel: Vormundschaft, Erwachsenenschutz und andere Schutzmassnahmen
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 15 des BG vom 21. Dez. 2007 über in­ter­na­tio­na­le Kin­desent­füh­rung und die Haa­ger Über­ein­kom­men zum Schutz von Kin­dern und Er­wach­se­nen, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 3078; BBl 2007 2595).
1Für den Schutz von Kin­dern gilt in Be­zug auf die Zu­stän­dig­keit der schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den, auf das an­wend­ba­re Recht so­wie auf die An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung aus­län­di­scher Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 19. Ok­to­ber 19962 über die Zu­stän­dig­keit, das an­zu­wen­den­de Recht, die An­er­ken­nung, Voll­stre­ckung und Zu­sam­men­ar­beit auf dem Ge­biet der el­ter­li­chen Ver­ant­wor­tung und der Mass­nah­men zum Schutz von Kin­dern.
2Für den Schutz von Er­wach­se­nen gilt in Be­zug auf die Zu­stän­dig­keit der schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den, auf das an­wend­ba­re Recht so­wie auf die An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung aus­län­di­scher Ent­schei­dun­gen oder Mass­nah­men das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 13. Ja­nu­ar 20003 über den in­ter­na­tio­na­len Schutz von Er­wach­se­nen.
3Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den sind aus­ser­dem zu­stän­dig, wenn es für den Schutz ei­ner Per­son oder von de­ren Ver­mö­gen un­er­läss­lich ist.
4Mass­nah­men, die in ei­nem Staat er­gan­gen sind, der nicht Ver­trags­staat der in den Ab­sät­zen 1 und 2 er­wähn­ten Über­ein­kom­men ist, wer­den an­er­kannt, wenn sie im Staat des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts des Kin­des oder des Er­wach­se­nen er­gan­gen sind oder dort an­er­kannt wer­den.
1Für das Nach­lass­ver­fah­ren und die erbrecht­li­chen Strei­tig­kei­ten sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am letz­ten Wohn­sitz des Erb­las­sers zu­stän­dig.
2Vor­be­hal­ten ist die Zu­stän­dig­keit des Staa­tes, der für Grund­stücke auf sei­nem Ge­biet die aus­sch­liess­li­che Zu­stän­dig­keit vor­sieht.
1War der Erb­las­ser Schwei­zer Bür­ger mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Hei­mat­ort zu­stän­dig, so­weit sich die aus­län­di­sche Be­hör­de mit sei­nem Nach­lass nicht be­fasst.
2Sie sind stets zu­stän­dig wenn ein Schwei­zer Bür­ger mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land sein in der Schweiz ge­le­ge­nes Ver­mö­gen oder sei­nen ge­sam­ten Nach­lass durch letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung oder Erb­ver­trag der schwei­ze­ri­schen Zu­stän­dig­keit oder dem schwei­ze­ri­schen Recht un­ter­stellt hat. Ar­ti­kel 86 Ab­satz 2 ist vor­be­hal­ten.
3. Zu­stän­dig­keit am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che
1War der Erb­las­ser Aus­län­der mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che für den in der Schweiz ge­le­ge­nen Nach­lass zu­stän­dig, so­weit sich die aus­län­di­schen Be­hör­den da­mit nicht be­fas­sen.
2Be­fin­det sich Ver­mö­gen an meh­re­ren Or­ten, so sind die zu­erst an­ge­ru­fe­nen schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den zu­stän­dig.
4. Si­chern­de Mass­nah­men
Hin­ter­lässt der Erb­las­ser mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land Ver­mö­gen in der Schweiz, so ord­nen die schwei­ze­ri­schen Be­hör­den am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che die zum einst­wei­li­gen Schutz der Ver­mö­gens­wer­te not­wen­di­gen Mass­nah­men an.
1. Letz­ter Wohn­sitz in der Schweiz
1Der Nach­lass ei­ner Per­son mit letz­tem Wohn­sitz in der Schweiz un­ter­steht schwei­ze­ri­schem Recht.
2Ein Aus­län­der kann je­doch durch letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung oder Erb­ver­trag den Nach­lass ei­nem sei­ner Hei­mat­rech­te un­ter­stel­len. Die­se Un­ter­stel­lung fällt da­hin, wenn er im Zeit­punkt des To­des die­sem Staat nicht mehr an­ge­hört hat oder wenn er Schwei­zer Bür­ger ge­wor­den ist.
2. Letz­ter Wohn­sitz im Aus­land
1Der Nach­lass ei­ner Per­son mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land un­ter­steht dem Recht, auf wel­ches das Kol­li­si­ons­recht des Wohn­sitz­staa­tes ver­weist.
2So­weit nach Ar­ti­kel 87 die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te oder Be­hör­den am Hei­mat­ort zu­stän­dig sind, un­ter­steht der Nach­lass ei­nes Schwei­zers mit letz­tem Wohn­sitz im Aus­land schwei­ze­ri­schem Recht, es sei denn, der Erb­las­ser ha­be in der letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung oder im Erb­ver­trag aus­drück­lich das Recht an sei­nem letz­ten Wohn­sitz vor­be­hal­ten.
3. Um­fang des Erb­sta­tuts und Nach­lass­ab­wick­lung
1Das auf den Nach­lass an­wend­ba­re Recht be­stimmt, was zum Nach­lass ge­hört, wer in wel­chem Um­fang dar­an be­rech­tigt ist, wer die Schul­den des Nach­las­ses trägt, wel­che Rechts­be­hel­fe und Mass­nah­men zu­läs­sig sind und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen sie an­ge­ru­fen wer­den kön­nen.
2Die Durch­füh­rung der ein­zel­nen Mass­nah­men rich­tet sich nach dem Recht am Ort der zu­stän­di­gen Be­hör­de. Die­sem Recht un­ter­ste­hen na­ment­lich die si­chern­den Mass­nah­men und die Nach­lass­ab­wick­lung mit Ein­schluss der Wil­lens­voll­stre­ckung.
1Für die Form der letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 5. Ok­to­ber 19611 über das auf die Form letzt­wil­li­ger Ver­fü­gun­gen an­wend­ba­re Recht.
2Die­ses Über­ein­kom­men gilt sinn­ge­mä­ss auch für die Form an­de­rer Ver­fü­gun­gen von To­des we­gen.
5. Ver­fü­gungs­fä­hig­keit
Ei­ne Per­son kann von To­des we­gen ver­fü­gen, wenn sie im Zeit­punkt der Ver­fü­gung nach dem Recht am Wohn­sitz oder am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder nach dem Recht ei­nes ih­rer Hei­mat­staa­ten ver­fü­gungs­fä­hig ist.
6. Erb­ver­trä­ge und ge­gen­sei­ti­ge Ver­fü­gun­gen von To­des we­gen
1Der Erb­ver­trag un­ter­steht dem Recht am Wohn­sitz des Erb­las­sers zur Zeit des Ver­trags­ab­schlus­ses.
2Un­ter­stellt ein Erb­las­ser im Ver­trag den gan­zen Nach­lass sei­nem Hei­mat­recht, so tritt die­ses an die Stel­le des Wohn­sitz­rechts.
3Ge­gen­sei­ti­ge Ver­fü­gun­gen von To­des we­gen müs­sen dem Wohn­sitz­recht je­des Ver­fü­gen­den oder dem von ih­nen ge­wähl­ten ge­mein­sa­men Hei­mat­recht ent­spre­chen.
4Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über die Form und die Ver­fü­gungs­fä­hig­keit (Art. 93 und 94).
III. Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen, Mass­nah­men, Ur­kun­den und Rech­te
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen, Mass­nah­men und Ur­kun­den, die den Nach­lass be­tref­fen, so­wie Rech­te aus ei­nem im Aus­land er­öff­ne­ten Nach­lass wer­den in der Schweiz an­er­kannt:
wenn sie im Staat des letz­ten Wohn­sit­zes des Erb­las­sers oder im Staat, des­sen Recht er ge­wählt hat, ge­trof­fen, aus­ge­stellt oder fest­ge­stellt wor­den sind oder wenn sie in ei­nem die­ser Staa­ten an­er­kannt wer­den, oder
wenn sie Grund­stücke be­tref­fen und in dem Staat, in dem sie lie­gen, ge­trof­fen, aus­ge­stellt oder fest­ge­stellt wor­den sind oder wenn sie dort an­er­kannt wer­den.
2Be­an­sprucht ein Staat für die in sei­nem Ge­biet lie­gen­den Grund­stücke des Erb­las­sers die aus­sch­liess­li­che Zu­stän­dig­keit, so wer­den nur des­sen Ent­schei­dun­gen, Mass­nah­men und Ur­kun­den an­er­kannt.
3Si­chern­de Mass­nah­men des Staa­tes, in dem Ver­mö­gen des Erb­las­sers liegt, wer­den in der Schweiz an­er­kannt.
1. Grund­stücke
Für Kla­gen be­tref­fend ding­li­che Rech­te an Grund­stücken in der Schweiz sind die Ge­rich­te am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che aus­sch­liess­lich zu­stän­dig.
2. Be­weg­li­che Sa­chen
1Für Kla­gen be­tref­fend ding­li­che Rech­te an be­weg­li­chen Sa­chen sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Be­klag­ten zu­stän­dig.
2Über­dies sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che zu­stän­dig.1
3. Kul­tur­gut
Für Kla­gen auf Rück­füh­rung von Kul­tur­gut nach Ar­ti­kel 9 des Kul­tur­gü­ter­trans­fer­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 20032 ist das Ge­richt am Wohn­sitz oder Sitz der be­klag­ten Par­tei oder am Ort, an dem das Kul­tur­gut sich be­fin­det, zu­stän­dig.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 32 Ziff. 3 des Kul­tur­gü­ter­trans­fer­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Ju­ni 2005 (AS 2005 1869; BBl 2002 535).
1Ding­li­che Rech­te an Grund­stücken un­ter­ste­hen dem Recht am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che.
2Für An­sprü­che aus Im­mis­sio­nen, die von ei­nem Grund­stück aus­ge­hen, gel­ten die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über un­er­laub­te Hand­lun­gen (Art. 138).
1Er­werb und Ver­lust ding­li­cher Rech­te an be­weg­li­chen Sa­chen un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem die Sa­che im Zeit­punkt des Vor­gangs, aus dem der Er­werb oder der Ver­lust her­ge­lei­tet wird, liegt.
2In­halt und Aus­übung ding­li­cher Rech­te an be­weg­li­chen Sa­chen un­ter­ste­hen dem Recht am Ort der ge­le­ge­nen Sa­che.
b. Sa­chen im Tran­sit
Rechts­ge­schäft­li­cher Er­werb und Ver­lust ding­li­cher Rech­te an Sa­chen im Tran­sit un­ter­ste­hen dem Recht des Be­stim­mungs­staa­tes.
c. Sa­chen, die in die Schweiz ge­lan­gen
1Ge­langt ei­ne be­weg­li­che Sa­che in die Schweiz und ist der Er­werb oder der Ver­lust ei­nes ding­li­chen Rechts an ihr nicht be­reits im Aus­land er­folgt, so gel­ten die im Aus­land ein­ge­tre­te­nen Vor­gän­ge als in der Schweiz er­folgt.
2Ge­langt ei­ne be­weg­li­che Sa­che in die Schweiz und ist an ihr im Aus­land ein Ei­gen­tums­vor­be­halt gül­tig be­grün­det wor­den, der den An­for­de­run­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts nicht ge­nügt, so bleibt der Ei­gen­tums­vor­be­halt in der Schweiz noch wäh­rend drei Mo­na­ten gül­tig.
3Dem gut­gläu­bi­gen Drit­ten kann der Be­stand ei­nes sol­chen Ei­gen­tums­vor­be­halts nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.
d. Ei­gen­tums­vor­be­halt an Sa­chen, die aus­ge­führt wer­den
Der Ei­gen­tums­vor­be­halt an ei­ner zur Aus­fuhr be­stimm­ten be­weg­li­chen Sa­che un­ter­steht dem Recht des Be­stim­mungs­staa­tes.
e. Rechts­wahl
1Die Par­tei­en kön­nen den Er­werb und den Ver­lust ding­li­cher Rech­te an be­weg­li­chen Sa­chen dem Recht des Ab­gangs- oder des Be­stim­mungs­staa­tes oder dem Recht un­ter­stel­len, dem das zu­grun­de­lie­gen­de Rechts­ge­schäft un­ter­steht.
2Die Rechts­wahl kann Drit­ten nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.
3. Be­son­de­re Re­geln
a. Ver­pfän­dung von For­de­run­gen, Wert­pa­pie­ren und an­de­ren Rech­ten
1Die Ver­pfän­dung von For­de­run­gen, Wert­pa­pie­ren und an­de­ren Rech­ten un­ter­steht dem von den Par­tei­en ge­wähl­ten Recht. Die Rechts­wahl kann Drit­ten nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.
2Fehlt ei­ne Rechts­wahl, so un­ter­steht die Ver­pfän­dung von For­de­run­gen und Wert­pa­pie­ren dem Recht am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Pfand­gläu­bi­gers; die Ver­pfän­dung an­de­rer Rech­te un­ter­steht dem auf die­se an­wend­ba­ren Recht.
3Dem Schuld­ner kann nur das Recht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, dem das ver­pfän­de­te Recht un­ter­steht.
b. Wa­ren­pa­pie­re
1Das in ei­nem Wa­ren­pa­pier be­zeich­ne­te Recht be­stimmt, ob das Pa­pier die Wa­re ver­tritt. Ist im Pa­pier kein Recht be­zeich­net, so gilt das Recht des Staa­tes, in dem der Aus­stel­ler sei­ne Nie­der­las­sung hat.
2Ver­tritt ein Pa­pier die Wa­re, so un­ter­ste­hen die ding­li­chen Rech­te am Pa­pier und an der Wa­re dem Recht, das auf das Wa­ren­pa­pier als be­weg­li­che Sa­che an­wend­bar ist.
3Ma­chen ver­schie­de­ne Par­tei­en ding­li­che Rech­te an der Wa­re gel­tend, die einen un­mit­tel­bar, die an­de­ren auf­grund ei­nes Wa­ren­pa­piers, so ent­schei­det über den Vor­rang das auf die Wa­re selbst an­wend­ba­re Recht.
c. Trans­port­mit­tel
Die Be­stim­mun­gen an­de­rer Ge­set­ze über ding­li­che Rech­te an Schif­fen, Luft­fahr­zeu­gen und an­de­ren Trans­port­mit­teln sind vor­be­hal­ten.
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über ding­li­che Rech­te an Grund­stücken wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie im Staat, in dem sie lie­gen, er­gan­gen sind oder wenn sie dort an­er­kannt wer­den.
2Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über ding­li­che Rech­te an be­weg­li­chen Sa­chen wer­den in der Schweiz an­er­kannt:
wenn sie im Staat er­gan­gen sind, in dem der Be­klag­te sei­nen Wohn­sitz hat; oder
wenn sie im Staat, in dem die Sa­che liegt, er­gan­gen sind, so­fern der Be­klag­te dort sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat­te.
1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 3. Okt. 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens über die auf be­stimm­te Rech­te an in­ter­me­di­är­ver­wahr­ten Wert­pa­pie­ren an­zu­wen­den­de Rechts­ord­nung, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 6579; BBl 2006 9315).
7a. Kapitel: Intermediärverwahrte Wertpapiere
I. Be­griff
Un­ter in­ter­me­di­är­ver­wahr­ten Wert­pa­pie­ren sind Wert­pa­pie­re zu ver­ste­hen, die bei ei­nem In­ter­me­di­är im Sin­ne des Haa­ger Über­ein­kom­mens vom 5. Ju­li 20061 über die auf be­stimm­te Rech­te an in­ter­me­di­är­ver­wahr­ten Wert­pa­pie­ren an­zu­wen­den­de Rechts­ord­nung ver­wahrt wer­den.
1Für Kla­gen be­tref­fend in­ter­me­di­är­ver­wahr­te Wert­pa­pie­re sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt zu­stän­dig.
2Für Kla­gen be­tref­fend in­ter­me­di­är­ver­wahr­te Wert­pa­pie­re auf­grund der Tä­tig­keit ei­ner Nie­der­las­sung in der Schweiz sind über­dies die Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung zu­stän­dig.
Für in­ter­me­di­är­ver­wahr­te Wert­pa­pie­re gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 5. Ju­li 20061 über die auf be­stimm­te Rech­te an in­ter­me­di­är­ver­wahr­ten Wert­pa­pie­ren an­zu­wen­den­de Rechts­ord­nung.
IV. Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen
Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen über in­ter­me­di­är­ver­wahr­te Wert­pa­pie­re wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie:
im Staat er­gan­gen sind, in dem der Be­klag­te sei­nen Wohn­sitz oder sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat­te; oder
im Staat er­gan­gen sind, in dem der Be­klag­te sei­ne Nie­der­las­sung hat­te, und sie An­sprü­che aus dem Be­trieb die­ser Nie­der­las­sung be­tref­fen.
1Für Kla­gen be­tref­fend die Gül­tig­keit oder die Ein­tra­gung von Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­ten in der Schweiz sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten zu­stän­dig. Hat der Be­klag­te kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Ge­schäfts­sitz des im Re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Ver­tre­ters oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen am Sitz der schwei­ze­ri­schen Re­gis­ter­be­hör­de zu­stän­dig.
2Für Kla­gen be­tref­fend Ver­let­zung von Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­ten sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts­ort zu­stän­dig. Über­dies sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Hand­lungs- und Er­folgs­ort so­wie für Kla­gen auf­grund der Tä­tig­keit ei­ner Nie­der­las­sung in der Schweiz die Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung zu­stän­dig.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Auf­ge­ho­ben durch Art. 3 Ziff. 3 des BB vom 11. Dez. 2009 (Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Lu­ga­no-Über­eink.), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5601; BBl 2009 1777).
1Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­te un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, für den der Schutz der Im­ma­te­ri­al­gü­ter be­an­sprucht wird.
2Für An­sprü­che aus Ver­let­zung von Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­ten kön­nen die Par­tei­en nach Ein­tritt des schä­di­gen­den Er­eig­nis­ses stets ver­ein­ba­ren, dass das Recht am Ge­richts­ort an­zu­wen­den ist.
3Ver­trä­ge über Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­te un­ter­ste­hen den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über das auf ob­li­ga­tio­nen­recht­li­che Ver­trä­ge an­zu­wen­den­de Recht (Art. 122).
1Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen be­tref­fend Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­te wer­den in der Schweiz an­er­kannt, wenn sie:
im Staat er­gan­gen sind, in dem der Be­klag­te sei­nen Wohn­sitz hat­te; oder
am Hand­lungs- oder Er­folgs­ort er­gan­gen sind und der Be­klag­te kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz hat­te.1
2Aus­län­di­sche Ent­schei­dun­gen be­tref­fend Gül­tig­keit oder Ein­tra­gung von Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­ten wer­den nur an­er­kannt, wenn sie im Staat er­gan­gen sind, für den der Schutz be­an­sprucht wird, oder wenn sie dort an­er­kannt wer­den.
1. Wohn­sitz und Nie­der­las­sung1
1Für Kla­gen aus Ver­trag sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt zu­stän­dig.
2Für Kla­gen auf­grund der Tä­tig­keit ei­ner Nie­der­las­sung in der Schweiz sind über­dies die Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung zu­stän­dig.
2. Er­fül­lungs­ort
Ist die für den Ver­trag cha­rak­te­ris­ti­sche Leis­tung in der Schweiz zu er­brin­gen, so kann auch beim schwei­ze­ri­schen Ge­richt am Er­fül­lungs­ort die­ser Leis­tung ge­klagt wer­den.
3. Ver­trä­ge mit Kon­su­men­ten
1Für die Kla­gen ei­nes Kon­su­men­ten aus ei­nem Ver­trag, der den Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 ent­spricht, sind nach Wahl des Kon­su­men­ten die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te zu­stän­dig:
am Wohn­sitz oder am ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt des Kon­su­men­ten, oder
am Wohn­sitz des An­bie­ters oder, wenn ein sol­cher fehlt, an des­sen ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt.
2Der Kon­su­ment kann nicht zum vor­aus auf den Ge­richts­stand an sei­nem Wohn­sitz oder an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt ver­zich­ten.
4. Ar­beits­ver­trä­ge
1Für Kla­gen aus Ar­beits­ver­trag sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder am Ort zu­stän­dig, wo der Ar­beit­neh­mer ge­wöhn­lich sei­ne Ar­beit ver­rich­tet.
2Für Kla­gen des Ar­beit­neh­mers sind über­dies die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te an sei­nem Wohn­sitz oder an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt zu­stän­dig.
3Für Kla­gen be­züg­lich der auf die Ar­beits­leis­tung an­zu­wen­den­den Ar­beits- und Lohn­be­din­gun­gen sind zu­dem die Schwei­zer Ge­rich­te am Ort zu­stän­dig, an den der Ar­beit­neh­mer für einen be­grenz­ten Zeit­raum und zur Ver­rich­tung auch nur ei­nes Teils sei­ner Ar­beit aus dem Aus­land ent­sandt wor­den ist.1
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 8. Okt. 1999 über die in die Schweiz ent­sand­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, in Kraft seit 1. Ju­ni 2004 (AS 2003 1370; BBl 1999 6128).
a. Rechts­wahl
1Der Ver­trag un­ter­steht dem von den Par­tei­en ge­wähl­ten Recht.
2Die Rechts­wahl muss aus­drück­lich sein oder sich ein­deu­tig aus dem Ver­trag oder aus den Um­stän­den er­ge­ben. Im Üb­ri­gen un­ter­steht sie dem ge­wähl­ten Recht.
3Die Rechts­wahl kann je­der­zeit ge­trof­fen oder ge­än­dert wer­den. Wird sie nach Ver­trags­ab­schluss ge­trof­fen oder ge­än­dert, so wirkt sie auf den Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlus­ses zu­rück. Die Rech­te Drit­ter sind vor­be­hal­ten.
b. Feh­len ei­ner Rechts­wahl
1Bei Feh­len ei­ner Rechts­wahl un­ter­steht der Ver­trag dem Recht des Staa­tes, mit dem er am engs­ten zu­sam­men­hängt.
2Es wird ver­mu­tet, der engs­te Zu­sam­men­hang be­ste­he mit dem Staat, in dem die Par­tei, wel­che die cha­rak­te­ris­ti­sche Leis­tung er­brin­gen soll, ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat oder, wenn sie den Ver­trag auf­grund ei­ner be­ruf­li­chen oder ge­werb­li­chen Tä­tig­keit ge­schlos­sen hat, in dem sich ih­re Nie­der­las­sung be­fin­det.
3Als cha­rak­te­ris­ti­sche Leis­tung gilt na­ment­lich:
bei Ver­äus­se­rungs­ver­trä­gen die Leis­tung des Ver­äus­se­rers;
bei Ge­brauchs­über­las­sungs­ver­trä­gen die Leis­tung der Par­tei, die ei­ne Sa­che oder ein Recht zum Ge­brauch über­lässt;
bei Auf­trag, Werk­ver­trag und ähn­li­chen Dienst­leis­tungs­ver­trä­gen die Dienst­leis­tung;
bei Ver­wah­rungs­ver­trä­gen die Leis­tung des Ver­wah­rers;
bei Ga­ran­tie- oder Bürg­schafts­ver­trä­gen die Leis­tung des Ga­ran­ten oder des Bür­gen.
2. Im Be­son­de­ren
a. Kauf be­weg- li­cher kör­per­li­cher Sa­chen
1Für den Kauf be­weg­li­cher kör­per­li­cher Sa­chen gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 15. Ju­ni 19551 be­tref­fend das auf in­ter­na­tio­na­le Kauf­ver­trä­ge über be­weg­li­che kör­per­li­che Sa­chen an­zu­wen­den­de Recht.
2Ar­ti­kel 120 ist vor­be­hal­ten.
b. Grund­stücke
1Ver­trä­ge über Grund­stücke oder de­ren Ge­brauch un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem sich die Grund­stücke be­fin­den.
2Ei­ne Rechts­wahl ist zu­läs­sig.
3Die Form un­ter­steht dem Recht des Staa­tes, in dem sich das Grund­stück be­fin­det, es sei denn, die­ses Recht las­se die An­wen­dung ei­nes an­de­ren Rechts zu. Für ein Grund­stück in der Schweiz rich­tet sich die Form nach schwei­ze­ri­schem Recht.
c. Ver­trä­ge mit Kon­su­men­ten
1Ver­trä­ge über Leis­tun­gen des üb­li­chen Ver­brauchs, die für den per­sön­li­chen oder fa­mi­li­ären Ge­brauch des Kon­su­men­ten be­stimmt sind und nicht im Zu­sam­men­hang mit der be­ruf­li­chen oder ge­werb­li­chen Tä­tig­keit des Kon­su­men­ten ste­hen, un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem der Kon­su­ment sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat:
wenn der An­bie­ter die Be­stel­lung in die­sem Staat ent­ge­gen­ge­nom­men hat;
wenn in die­sem Staat dem Ver­trags­ab­schluss ein An­ge­bot oder ei­ne Wer­bung vor­aus­ge­gan­gen ist und der Kon­su­ment in die­sem Staat die zum Ver­trags­ab­schluss er­for­der­li­chen Rechts­hand­lun­gen vor­ge­nom­men hat, oder
wenn der An­bie­ter den Kon­su­men­ten ver­an­lasst hat, sich ins Aus­land zu be­ge­ben und sei­ne Be­stel­lung dort ab­zu­ge­ben.
2Ei­ne Rechts­wahl ist aus­ge­schlos­sen.
d. Ar­beits­ver­trä­ge
1Der Ar­beits­ver­trag un­ter­steht dem Recht des Staa­tes, in dem der Ar­beit­neh­mer ge­wöhn­lich sei­ne Ar­beit ver­rich­tet.
2Ver­rich­tet der Ar­beit­neh­mer sei­ne Ar­beit ge­wöhn­lich in meh­re­ren Staa­ten, so un­ter­steht der Ar­beits­ver­trag dem Recht des Staa­tes, in dem sich die Nie­der­las­sung oder, wenn ei­ne sol­che fehlt, der Wohn­sitz oder der ge­wöhn­li­che Auf­ent­halt des Ar­beit­ge­bers be­fin­det.
3Die Par­tei­en kön­nen den Ar­beits­ver­trag dem Recht des Staa­tes un­ter­stel­len, in dem der Ar­beit­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat oder in dem der Ar­beit­ge­ber sei­ne Nie­der­las­sung, sei­nen Wohn­sitz oder sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat.
e. Ver­trä­ge über Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­te
1Ver­trä­ge über Im­ma­te­ri­al­gü­ter­rech­te un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem der­je­ni­ge, der das Im­ma­te­ri­al­gü­ter­recht über­trägt oder die Be­nut­zung an ihm ein­räumt, sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat.
3Ver­trä­ge zwi­schen Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern über Rech­te an Im­ma­te­ri­al­gü­tern, die der Ar­beit­neh­mer im Rah­men der Er­fül­lung des Ar­beits­ver­tra­ges ge­schaf­fen hat, un­ter­ste­hen dem auf den Ar­beits­ver­trag an­wend­ba­ren Recht.
3. Ge­mein­sa­me Be­stim­mun­gen
a. Schwei­gen auf einen An­trag
Schweigt ei­ne Par­tei auf einen An­trag zum Ab­schluss ei­nes Ver­tra­ges, so kann sie sich für die Wir­kun­gen des Schwei­gens auf das Recht des Staa­tes be­ru­fen, in dem sie ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat.
1Der Ver­trag ist form­gül­tig, wenn er dem auf den Ver­trag an­wend­ba­ren Recht oder dem Recht am Ab­schlus­sort ent­spricht.
2Be­fin­den sich die Par­tei­en im Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlus­ses in ver­schie­de­nen Staa­ten, so ge­nügt es, wenn die Form dem Recht ei­nes die­ser Staa­ten ent­spricht.
3Schreibt das auf den Ver­trag an­wend­ba­re Recht die Be­ach­tung ei­ner Form zum Schutz ei­ner Par­tei vor, so rich­tet sich die Form­gül­tig­keit aus­sch­liess­lich nach die­sem Recht, es sei denn, die­ses las­se die An­wen­dung ei­nes an­de­ren Rechts zu.
c. Er­fül­lungs- und Un­ter­su- chungs­mo­da­li- tä­ten
Er­fül­lungs- und Un­ter­su­chungs­mo­da­li­tä­ten un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem sie tat­säch­lich er­fol­gen.
d. Stell­ver­tre­tung
1Bei rechts­ge­schäft­li­cher Ver­tre­tung un­ter­steht das Ver­hält­nis zwi­schen dem Ver­tre­te­nen und dem Ver­tre­ter dem auf ih­ren Ver­trag an­wend­ba­ren Recht.
2Die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ei­ne Hand­lung des Ver­tre­ters den Ver­tre­te­nen ge­gen­über dem Drit­ten ver­pflich­tet, un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, in dem der Ver­tre­ter sei­ne Nie­der­las­sung hat oder, wenn ei­ne sol­che fehlt oder für den Drit­ten nicht er­kenn­bar ist, dem Recht des Staa­tes, in dem der Ver­tre­ter im Ein­zel­fall haupt­säch­lich han­delt.
3Steht der Ver­tre­ter in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis zum Ver­tre­te­nen und be­sitzt er kei­ne ei­ge­ne Ge­schäfts­nie­der­las­sung, so be­fin­det sich der Ort sei­ner Nie­der­las­sung am Sitz des Ver­tre­te­nen.
4Das nach Ab­satz 2 an­wend­ba­re Recht gilt auch für das Ver­hält­nis zwi­schen dem nicht er­mäch­tig­ten Ver­tre­ter und dem Drit­ten.
Für Kla­gen aus un­ge­recht­fer­tig­ter Be­rei­che­rung sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts­ort zu­stän­dig. Über­dies sind für Kla­gen auf­grund der Tä­tig­keit ei­ner Nie­der­las­sung in der Schweiz die Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung zu­stän­dig.
1An­sprü­che aus un­ge­recht­fer­tig­ter Be­rei­che­rung un­ter­ste­hen dem Recht, dem das be­ste­hen­de oder das ver­meint­li­che Rechts­ver­hält­nis un­ter­stellt ist, auf­grund des­sen die Be­rei­che­rung statt­ge­fun­den hat.
2Be­steht kein Rechts­ver­hält­nis, so un­ter­ste­hen die An­sprü­che aus un­ge­recht­fer­tig­ter Be­rei­che­rung dem Recht des Staa­tes, in dem die Be­rei­che­rung ein­ge­tre­ten ist; die Par­tei­en kön­nen ver­ein­ba­ren, dass das Recht am Ge­richts­ort an­zu­wen­den ist.
1Für Kla­gen aus un­er­laub­ter Hand­lung sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Wohn­sitz des Be­klag­ten oder, wenn ein sol­cher fehlt, die­je­ni­gen an sei­nem ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts­ort zu­stän­dig. Über­dies sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Hand­lungs- oder Er­folgs­ort so­wie für Kla­gen auf­grund der Tä­tig­keit ei­ner Nie­der­las­sung in der Schweiz die Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung zu­stän­dig.
1Ist durch ei­ne Ker­n­an­la­ge oder beim Trans­port von Kern­ma­te­ria­li­en Scha­den ver­ur­sacht wor­den, so sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te des Or­tes zu­stän­dig, an dem das schä­di­gen­de Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist.
2Kann die­ser Ort nicht er­mit­telt wer­den, so sind:
wenn der In­ha­ber ei­ner Ker­n­an­la­ge haf­tet, die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te des Or­tes zu­stän­dig, in dem die Ker­n­an­la­ge ge­le­gen ist;
wenn der In­ha­ber ei­ner Trans­port­be­wil­li­gung haf­tet, die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te des Or­tes zu­stän­dig, an dem der In­ha­ber der Trans­port­be­wil­li­gung sei­nen Wohn­sitz oder sein Ge­richts­do­mi­zil hat.
3Kla­gen zur Durch­set­zung des Aus­kunfts­rechts ge­gen den In­ha­ber ei­ner Da­ten­samm­lung kön­nen bei den in Ar­ti­kel 129 ge­nann­ten Ge­rich­ten oder bei den schwei­ze­ri­schen Ge­rich­ten am Ort, wo die Da­ten­samm­lung ge­führt oder ver­wen­det wird, ein­ge­reicht wer­den.1
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Ju­ni 1992 über den Da­ten­schutz, in Kraft seit 1. Ju­li 1993 (AS 1993 1945; BBl 1988 II 413).
3. Un­mit­tel­ba­res For­de­rungs­recht
Für Kla­gen auf­grund ei­nes un­mit­tel­ba­ren For­de­rungs­rechts ge­gen den Haft­pflicht­ver­si­che­rer sind die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te am Ort der Nie­der­las­sung des Ver­si­che­rers oder die­je­ni­gen am Hand­lungs- oder am Er­folgs­ort zu­stän­dig.
Die Par­tei­en kön­nen nach Ein­tritt des schä­di­gen­den Er­eig­nis­ses stets ver­ein­ba­ren, dass das Recht am Ge­richts­ort an­zu­wen­den ist.
1Ha­ben Schä­di­ger und Ge­schä­dig­ter ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt im glei­chen Staat, so un­ter­ste­hen An­sprü­che aus un­er­laub­ter Hand­lung dem Recht die­ses Staa­tes.
2Ha­ben Schä­di­ger und Ge­schä­dig­ter ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt nicht im glei­chen Staat, so ist das Recht des Staa­tes an­zu­wen­den, in dem die un­er­laub­te Hand­lung be­gan­gen wor­den ist. Tritt der Er­folg nicht in dem Staat ein, in dem die un­er­laub­te Hand­lung be­gan­gen wor­den ist, so ist das Recht des Staa­tes an­zu­wen­den, in dem der Er­folg ein­tritt, wenn der Schä­di­ger mit dem Ein­tritt des Er­fol­ges in die­sem Staat rech­nen muss­te.
3Wird durch ei­ne un­er­laub­te Hand­lung ein zwi­schen Schä­di­ger und Ge­schä­dig­tem be­ste­hen­des Rechts­ver­hält­nis ver­letzt, so un­ter­ste­hen An­sprü­che aus un­er­laub­ter Hand­lung, un­ge­ach­tet der Ab­sät­ze 1 und 2, dem Recht, dem das vor­be­ste­hen­de Rechts­ver­hält­nis un­ter­stellt ist.
a. Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le
Für An­sprü­che aus Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­len gilt das Haa­ger Über­ein­kom­men vom 4. Mai 19711 über das auf Stras­sen­ver­kehrs­un­fäl­le an­wend­ba­re Recht.
b. Pro­duk­te­män­gel
1An­sprü­che aus Män­geln oder man­gel­haf­ter Be­schrei­bung ei­nes Pro­duk­tes un­ter­ste­hen nach Wahl des Ge­schä­dig­ten:
dem Recht des Staa­tes, in dem der Schä­di­ger sei­ne Nie­der­las­sung oder, wenn ei­ne sol­che fehlt, sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat, oder
dem Recht des Staa­tes, in dem das Pro­dukt er­wor­ben wor­den ist, so­fern der Schä­di­ger nicht nach­weist, dass es in die­sem Staat oh­ne sein Ein­ver­ständ­nis in den Han­del ge­langt ist.
2Un­ter­ste­hen An­sprü­che aus Män­geln oder man­gel­haf­ter Be­schrei­bung ei­nes Pro­duk­tes aus­län­di­schem Recht, so kön­nen in der Schweiz kei­ne wei­ter­ge­hen­den Leis­tun­gen zu­ge­spro­chen wer­den, als nach schwei­ze­ri­schem Recht für einen sol­chen Scha­den zu­zu­spre­chen wä­ren.
c. Un­lau­te­rer Wett­be­werb
1An­sprü­che aus un­lau­te­rem Wett­be­werb un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, auf des­sen Markt die un­lau­te­re Hand­lung ih­re Wir­kung ent­fal­tet.
2Rich­tet sich die Rechts­ver­let­zung aus­sch­liess­lich ge­gen be­trieb­li­che In­ter­es­sen des Ge­schä­dig­ten, so ist das Recht des Staa­tes an­zu­wen­den, in dem sich die be­trof­fe­ne Nie­der­las­sung be­fin­det.
3Ar­ti­kel 133 Ab­satz 3 ist vor­be­hal­ten.
d. Wett­be­werbs­be­hin­de­rung
1An­sprü­che aus Wett­be­werbs­be­hin­de­rung un­ter­ste­hen dem Recht des Staa­tes, auf des­sen Markt der Ge­schä­dig­te von der Be­hin­de­rung un­mit­tel­bar be­trof­fen ist.
2Un­ter­ste­hen An­sprü­che aus Wett­be­werbs­be­hin­de­rung aus­län­di­schem Recht, so kön­nen in der Schweiz kei­ne wei­ter­ge­hen­den Leis­tun­gen zu­ge­spro­chen wer­den als nach schwei­ze­ri­schem Recht für ei­ne un­zu­läs­si­ge Wett­be­werbs­be­hin­de­rung zu­zu­spre­chen wä­ren.
e. Im­mis­sio­nen
An­sprü­che aus schä­di­gen­den Ein­wir­kun­gen, die von ei­nem Grund­stück aus­ge­hen, un­ter­ste­hen nach Wahl des Ge­schä­dig­ten dem Recht des Staa­tes, in dem das Grund­stück liegt, oder dem Recht des Staa­tes, in dem der Er­folg ei­ner Ein­wir­kung ein­tritt.
f. Per­sön­lich­keits­ver­let­zung
1An­sprü­che aus Ver­let­zung der Per­sön­lich­keit durch Me­di­en, ins­be­son­de­re durch Pres­se, Ra­dio, Fern­se­hen oder durch an­de­re In­for­ma­ti­ons­mit­tel in der Öf­fent­lich­keit un­ter­ste­hen nach Wahl des Ge­schä­dig­ten:
dem Recht des Staa­tes, in dem der Ge­schä­dig­te sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat, so­fern der Schä­di­ger mit dem Ein­tritt des Er­fol­ges in die­sem Staat rech­nen muss­te;
dem Recht des Staa­tes, in dem der Ur­he­ber der Ver­let­zung sei­ne Nie­der­las­sung oder sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat, oder
dem Recht des Staa­tes, in dem der Er­folg der ver­let­zen­den Hand­lung ein­tritt, so­fern der Schä­di­ger mit dem Ein­tritt des Er­fol­ges in die­sem Staat rech­nen muss­te.
2Das Ge­gen­dar­stel­lungs­recht ge­gen­über pe­ri­odisch er­schei­nen­den Me­di­en rich­tet sich aus­sch­liess­lich nach dem Recht des Staa­tes, in dem das Drucker­zeug­nis er­schie­nen ist oder von dem aus die Ra­dio- oder Fern­seh­sen­dung ver­brei­tet wur­de
3Ab­satz 1 ist auch an­wend­bar auf An­sprü­che aus Ver­let­zung der Per­sön­lich­keit durch das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten so­wie aus Be­ein­träch­ti­gung des Rechts auf Aus­kunft über Per­so­nen­da­ten.1
3. Be­son­de­re Be­stim­mun­gen
a. Mehr­fa­che Haft­pflich­ti­ge
Sind meh­re­re Per­so­nen an ei­ner un­er­laub­ten Hand­lung be­tei­ligt, so ist für je­de von ih­nen das an­wend­ba­re Recht ge­son­dert zu be­stim­men, un­ab­hän­gig von der Art ih­rer Be­tei­li­gung.
b. Un­mit­tel­ba­res For­de­rungs­recht
Der Ge­schä­dig­te kann sei­nen An­spruch di­rekt ge­gen den Ver­si­che­rer des Haft­pflich­ti­gen gel­tend ma­chen, wenn das auf die un­er­laub­te Hand­lung oder auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag an­wend­ba­re Recht es vor­sieht.
4. Gel­tungs­be­reich
1Das auf die un­er­laub­te Hand­lung an­wend­ba­re Recht be­stimmt ins­be­son­de­re die De­likts­fä­hig­keit, die Vor­aus­set­zun­gen und den Um­fang der Haf­tung so­wie die Per­son des Haft­pflich­ti­gen.
2Si­cher­heits- und Ver­hal­tens­vor­schrif­ten am Ort der Hand­lung sind zu be­rück­sich­ti­gen.
I. Mehr­heit von Schuld­nern
1. An­sprü­che ge­gen meh­re­re Schuld­ner
Hat der Gläu­bi­ger An­sprü­che ge­gen meh­re­re Schuld­ner, so un­ter­ste­hen die Rechts­fol­gen dar­aus dem Recht, dem das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen dem Gläu­bi­ger und dem in An­spruch ge­nom­me­nen Schuld­ner un­ter­stellt ist.
2. Rück­griff zwi­schen Schuld­nern
1Ein Schuld­ner kann auf einen an­de­ren Schuld­ner un­mit­tel­bar oder durch Ein­tritt in die Rechts­stel­lung des Gläu­bi­gers in­so­weit Rück­griff neh­men, als es die Rech­te zu­las­sen, de­nen die ent­spre­chen­den Schul­den un­ter­ste­hen.
2Die Durch­füh­rung des Rück­griffs un­ter­steht dem glei­chen Recht wie die Schuld des Rück­griffs­ver­pflich­te­ten. Fra­gen, die nur das Ver­hält­nis zwi­schen Gläu­bi­ger und Rück­griffs­be­rech­tig­tem be­tref­fen, un­ter­ste­hen dem Recht, das auf die Schuld des Rück­griffs­be­rech­tig­ten an­wend­bar ist.
3Ob ei­ner Ein­rich­tung, die öf­fent­li­che Auf­ga­ben wahr­nimmt, ein Rück­griffs­recht zu­steht, be­stimmt sich nach dem auf die­se Ein­rich­tung an­wend­ba­ren Recht. Für die Zu­läs­sig­keit und die Durch­füh­rung des Rück­grif­fes gel­ten die Ab­sät­ze 1 und 2.
II. Über­gang ei­ner For­de­rung
1. Ab­tre­tung durch Ver­trag
1Die Ab­tre­tung ei­ner For­de­rung durch Ver­trag un­ter­steht dem von den Par­tei­en ge­wähl­ten Recht oder, wenn ein sol­ches fehlt, dem auf die For­de­rung an­zu­wen­den­den Recht. Die Rechts­wahl ist ge­gen­über dem Schuld­ner oh­ne des­sen Zu­stim­mung un­wirk­sam.
2Für die Ab­tre­tung ei­ner For­de­rung des Ar­beit­neh­mers ist die Rechts­wahl nur in­so­weit wirk­sam, als Ar­ti­kel 121 Ab­satz 3 sie für den Ar­beits­ver­trag zu­lässt.
3Die Form der Ab­tre­tung un­ter­steht aus­sch­liess­lich dem auf den Ab­tre­tungs­ver­trag an­wend­ba­ren Recht.
4Fra­gen, die nur das Ver­hält­nis zwi­schen den Par­tei­en des Ab­tre­tungs­ver­tra­ges be­tref­fen, un­ter­ste­hen dem Recht, wel­ches auf das der Ab­tre­tung zu­grun­de­lie­gen­de Rechts­ver­hält­nis an­wend­bar ist.
2. Über­gang kraft Ge­set­zes
1Der Über­gang ei­ner For­de­rung kraft Ge­set­zes un­ter­steht dem Recht des zu­grun­de­lie­gen­den Rechts­ver­hält­nis­ses zwi­schen al­tem und neu­em Gläu­bi­ger oder, wenn ein sol­ches fehlt, dem Recht der For­de­rung.
2Vor­be­hal­ten sind die Be­stim­mun­gen des Rechts der For­de­rung, die den Schuld­ner schüt­zen.
III. Wäh­rung
1Was un­ter ei­ner Wäh­rung zu ver­ste­hen ist, be­stimmt das Recht des Staa­tes, des­sen Wäh­rung in Fra­ge steht.
2Die Wir­kun­gen ei­ner Wäh­rung auf die Hö­he ei­ner Schuld un­ter­ste­hen dem Recht, das auf die Schuld an­wend­bar ist.
3In wel­cher Wäh­rung zu zah­len ist, rich­tet sich nach dem Recht des Staa­tes, in dem die Zah­lung zu er­fol­gen hat.
IV. Ver­jäh­rung und Er­lö­schen ei­ner For­de­rung
1Ver­jäh­rung und Er­lö­schen ei­ner For­de­rung un­ter­ste­hen dem auf die For­de­rung an­wend­ba­ren Recht.
2Bei der Ver­rech­nung un­ter­steht das Er­lö­schen dem Recht der For­de­rung, de­ren Til­gung mit der Ver­rech­nung bezweckt ist.
3Die Neue­rung, der Er­lass- und der Ver­rech­nungs­ver­trag rich­ten sich nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über das auf Ver­trä­ge an­wend­ba­re Recht (Art. 116 ff.).