Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.09.2012&Aktenzeichen=VI%20ZR%2092%2F11
Timestamp: 2019-01-21 17:04:17
Document Index: 15780119

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 27', '§ 27', '§ 830', 'BGH', 'BGH']

Es genügt, dass sich der Handelnde dieser Kenntnis bewusst verschließt, was dann anzunehmen ist, wenn die Unkenntnis auf einem gewissenlosen oder grob fahrlässigen (leichtfertigen) Handeln beruht, etwa Berufspflichten in solchem Maße leichtfertig verletzt wurden, dass das Verhalten als bedenken- und gewissenlos zu bezeichnen ist (vgl. BGH, Urteil vom 11. September 2012 - VI ZR 92/11 [unter II 1 a cc (2)]; Urteil vom 3. Dezember 2013 - XI ZR 295/12 [unter II 2 b bb (2) (b)]).
Hilfeleistung in diesem Sinne ist nach gesicherter höchstrichterlicher Rechtsprechung (zuletzt etwa: BGH, Urteil vom 11.09.2012, VI ZR 92/11, juris, Tz. 24 m.w.N.) und herrschender Meinung in der Literatur (…Fischer, Kommentar zum Strafgesetzbuch, 57. Auflage 2010 § 27 Rn. 14;… Schönke/Schröder, Kommentar zum Strafgesetzbuch, § 27 Rn. 8;… Staudinger, BGB (beck-online), § 830, Rn. 43 ff.) grundsätzlich jede Handlung, die die Herbeiführung des Taterfolges durch den Haupttäter objektiv fördert oder erleichtert.
26 (2) Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11.09.2012 (VI ZR 92/11, juris, Tz. 31) ist Voraussetzung für die Bejahung eines bewussten Verschließens vor der Kenntnisnahme von Tatumständen, dass die Unkenntnis auf einem gewissenlosen oder grob fahrlässigen (leichtfertigen) Handeln beruht.
Als Hilfeleistung ist jede Handlung anzusehen, welche die Herbeiführung des Taterfolges durch den Haupttäter objektiv fördert oder erleichtert (…BGH, Urt. v. 15.10.2013 - VI ZR 124/12 - NJW 2014, 1380; BGH, Urt. v. 11.09.2012 - VI ZR 92/11 - VersR 2012, 1525).