Source: http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/StArnNatSchGebV_SL_2015.htm
Timestamp: 2019-07-20 19:58:36
Document Index: 226128039

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 4', 'Art 1060']

(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 38,5 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „St. Arnualer Wiesen“ (N 6708-308) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.07.1992 S. 7) in der derzeit geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt in der Stadt Saarbrücken, Gemarkungen St. Arnual und Brebach, im ehemaligen Saarbogen.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte, die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in einer Detailkarte 1:2.000 mit Flurstücknummern und Randsignatur, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung ist, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Stadt Saarbrücken. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
und des Lebensraumes der Art:
Schutzzweck ist zudem die Erhaltung und Entwicklung des stadtnahen, unbebauten Landschaftsraumes mit seinem Mosaik zahlreicher Vegetationseinheiten verschiedenster Sukzessionsstadien, als Lebensraum teils seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, wie z. B. zahlreiche Orchideenvorkommen, und zur Frischluftproduktion und als Frischluftschneise für die Innenstadt und die angrenzenden Stadtteile.
landwirtschaftliche Bodennutzung unter Beachtung des § 3 Absatz 2 und des § 4 Absätze 1 und 2 und zu diesem Zweck auch das Ausbringen von Pflanzen oder Tieren und unter der Maßgabe, dass Mähwiesen nicht vor dem 15. Juni gemäht werden,
Beweidung auf bisher beweideten Flächen unter Beachtung des § 3 Absatz 2 und des § 4 Absätze 1 und 2,
Anpflanzungen mit Obstbäumen und Ersatzpflanzungen abgängiger Obstbäume; auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
Ein- und Nachsaaten im erforderlichen Umfang zur Behebung von Wildschäden,
Nutzung und, soweit erforderlich, zweckgebundene Beschilderung rechtmäßig bestehender Leitungen und Einrichtungen,
Betreten des Schutzgebietes sowie Rad fahren und Reiten auf vorhandenen Wegen; § 4 Absatz 1 bleibt unberührt,
die Nutzung des Schutzgebietes zur Erholung, soweit dies nicht mit lärm- oder lichtintensiven Aktivitäten verbunden ist.
auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen, (Erhaltungszustand C)
Knaul-Gras
auf allen Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen sowie allen Grünlandflächen ohne Lebensraumtyp und Vorkommen der Art 1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht Steckbriefe der unter der Nummer 1 genannten Arten mit Bildern und Beschreibungen auf seiner Homepage. Auf Wunsch werden diese auch in Druckform zur Verfügung gestellt.
auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 91E0 Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwald die Bewirtschaftung unter Beachtung folgender Maßgaben:
ein angemessener Anteil an stehendem und liegendem Biotopholz (Bruch- und Totholz) in Höhe von mindestens 5 % des Durchschnittsvorrats je Hektar Holzbodenfläche wird gewährleistet,
auf den flächenhaften Chemieeinsatz wird verzichtet,
Auf den in der Detailkarte gekennzeichneten Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „St. Arnualer Wiesen“, das mit Inkrafttreten dieser Verordnung außer Kraft getreten ist, weiterhin die forstwirtschaftliche Bodennutzung unten den folgenden Maßgaben:
ein Biotopholzanteil (Bruch- und Totholz) von mindestens 10 % des Holzvorrates der Waldbestände verbleibt auf der Fläche,
standortfremde Bestände werden bei Bewirtschaftung in naturnahe Bestände umgewandelt,
die Nutzung erfolgt einzelstammweise.
Eingriffe in den Wasserhaushalt vorzunehmen, insbesondere Flächen trocken zu legen, einschließlich dem Bau von Drainagen,
zu angeln oder zu jagen,
Pestizide anzuwenden sowie Dünger (einschließlich Klärschlamm oder Gülle) auszubringen,
auf Flächen mit im Schutzzweck aufgeführten Lebensraumtypen Wanderschafherden zu pferchen,
Freilauf von Hunden, ausgenommen sind Hütehunde im Rahmen der Weideführung oder, soweit erforderlich, Diensthunde im Einsatz; Hundekot ist aufzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen,
das Schutzgebiet mit motorgetriebenen Fahrzeugen zu befahren, ausgenommen sind der land- und forstwirtschaftliche Verkehr sowie der Wartungsdienst für Ver- und Entsorgungsanlagen,
bauliche oder sonstige Anlagen zu errichten, auch solche, die baurechtlich verfahrensfrei sind,
auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut- oder Froschbiss-Gesellschaften
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Naturschutzgebiet „St. Arnualer Wiesen“ vom 12. August 2004 (Amtsbl. S. 1854) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.
Saarbrücken, den 4. November 2015