Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/78678,140.html
Timestamp: 2019-08-23 18:28:12
Document Index: 146244078

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§ 27', '§ 242', '§ 253', '§ 249', '§ 227', '§ 239', '§ 221', '§ 249', '§ 27', '§ 242', '§ 253', '§ 24', '§ 253', '§ 242', '§ 253', '§ 253', '§ 249', '§ 242', '§ 27', '§ 227', '§ 239']

Verfasst am: 09 Sep 2006 - 21:46:15 Titel:
Im SV steht ganz deutlich, dass das Knebeln und Fesseln geschieht, um endlich die Kasse ungestört leeren zu können. Auch das Gefecht zwischen A und C entsteht allein im Zusammenhang mit dem Kasseninhalt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im SV grundlos so steht. Deshalb bin ich mir im Moment etwas unsicher
Verfasst am: 10 Sep 2006 - 10:27:33 Titel:
Hi Eumeline,
sicher kannst Du für den Versuch von A die 3000€ aus der Kasse zu nehmen, einen Raubversuch annehmen, dieser tritt aber sowieso hinter dem späteren Versuch eines schweren Raubes zurück, denn die Fesselung dient nicht nur zur Geldentnahme, sondern auch zum ungestörten Zusammenraffen von Ersatzteilen und Werkzeugen.
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 10:53:08 Titel:
also mein ganz großes Problem im Moment ist die Frage, inwiefern B wegen Beihilfe oder gar Mittäterschaft dran zu kriegen ist. Er leistet keinen erkennbaren Beitrag, inwiefern er A psychisch bestärkt ist reine Spekulation und für Mittäterschaft reicht seine Tatherrschaft nicht aus. Höchstens nach der subjektiven Theorie könnte man auf Mittäterschaft kommen, aber auch nur mit vager Begründung. Einziger Anhaltspunkt ist der gemeinsame Tatplan eines § 242.
Wenn irgendjemand eine Lösung weiß, ich bin offen für alles!!!!!!
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 11:08:28 Titel:
Also, mir reichts bald. Ich kenn mittlerweile sämtliche Schulbeisp. für psych. Beihilfe aus unserer Rechtsgeschichte und kann unseren Fall (B bleibt in der Wohnung des C) nirgends einordnen.
Ich kann mir auch nicht erklären, warum B i.d. Wohnung bleibt. Es ist doch unlogisch, nach dem Beutezug noch mal zu C zu fahren. Wenn B es schon verbrechermäßig nicht so drauf hat wie A, warum wartet er dann nicht im Auto ? (obwohl der Fall dann nicht einfacher zu lösen wäre...)
Kann sich einer von euch einen Reim drauf machen?
Sonst vernein ich Beihilfe des B zum Diebstahl einfach.
P.S. Ich hab ja schon mal aufgelistet, was ich so prüfe. Kann das vielleicht auch mal ein tapferer Mitstreiter machen? Dann kann man ja mal abchecken, ob man was vergessen hat.
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 11:13:45 Titel:
Hi curuncula,
ich glaub, Mittäterschaft bei B kannst du vergessen. Wenn wir schon grübeln, ob das Warten i.d. Wohnung überhaupt ein förderlicher Beitrag i.S.d. § 27 sein kann, ist Mittäterschaft erst recht ausgeschlossen.
Hast du eigentlich im letzten Tatkomplex (das Geschehen i.d. Werkstatt) noch was geprüft, nach dem schweren Raub mit Todesfolge bezügl. A und der Beihilfe zum Diebstahl bezügl. B ???
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 11:27:59 Titel:
Hallo Mitstreiterin,
A) Entnahme d. 5-Euro-Scheins
A u. B wegen §§ 242 I, 13 I, 27 => (-) wg. fehlender Garantenstellung
B) Wohnung v. C
A u. B wg. §§ 253 I, II, 255, 250 II Nr.1 Var.2, 22, 23 I, 25 II
=> erst nur versuchte Erpressung, dann räuberische wg. Fahrtenmesser
=> B kann Quali von A zugerechnet werden (sukzessive MT)
=> Rücktritt geschieht freiwillig (wobei man das auch anders sehen kann)
I. Strafb. v. A
1. A wg. §§ 249 I, 250 I Nr.1a Var.2, 251, 22, 23 I
=> Knebelung ist leichtfertig u. führt zum Tod
=> Rücktritt scheitert an Freiwilligkeit (Schockzustand)
2. A wg. § 227 I => (+)
3. A wg. § 239 I, IV => (+)
4. A wg. § 221 => (-) weil kein Gefährdungsvorsatz
II. Strafb. v. B wg. §§ 249 I, 250 I Nr.1a Var.2, 251, 22, 23 I, 25 II
=> 251 (-)
=> 249 I, 250 I Nr.1a Var.2 (-)
=> 25 II: wohl (-), da keine Herrschaft u. kein Handeln vor Ort
=> 27: weiß ich noch nicht
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 11:30:00 Titel:
Meine Version steht im Moment bei 17, 5 Seiten. Also, werd ich noch sehr viel kürzen müssen.
Verfasst am: 11 Sep 2006 - 14:58:57 Titel:
Hey curuncula, sehr brüderlich von dir!!! Ich habs nahezu auch so.
Nur bei der Strafbarkeit des B im letzten Tatkomplex: Da darfst du nicht Beihilfe zum schweren Raub mit Todesfolge prüfen, sondern nur Beihilfe zu dem Delikt, das sich B vorgestellt hat (steht im Leipziger Kommentar, § 27, Rn 51): §§ 242, 243 I, S. 2, Nr.2.
(Kein Einbruchsdiebstahl nach Nr.1, da weder Einbruch, noch Einstieg, noch Verborgenhalten, noch falscher Schlüssel)
Denn das Fesseln, Knebeln (also das, was aus dem Diebstahl den Raub macht), davon hat B ja keine Ahnung, also kannst du ihm das natürlich auch nicht zurechnen (was du ja im Endeffekt auch nicht gemacht hast). Aber du darfst nicht Beihilfe zu einem Delikt anprüfen, von dessen Verwirklichung B keine Ahnung hatte. Es weicht ja auch heftig vom Tatplan ab.
Ich hab jetzt die Beihilfe bezügl. B verneint, er bleibt im letzten Tatkompley straflos, falls mir nicht noch was einfällt.
Was meint ihr, Ritter der Strafrechtsrunde?
Verfasst am: 12 Sep 2006 - 10:36:32 Titel:
Bezüglich der 150 Euro hab ich differenziert: Die einfache, erste Erpressung nach § 253 (gib uns die 150 Euro oder wir petzen beim Chef) ist natürlich fehlgeschlagen, daher § 24 (-)
Die zweite, qualifizierte Erpressung nach §§ 253, 255 (entweder du holst uns das Geld, wie du es vorgeschlagen hast, aus der Kasse, oder wir schneiden dir die Hand ab)(fieses Lachen) ist nicht fehlgeschlagen, sondern freiwilliger Rücktritt vom unbeendeten Versuch. Daher Strafbefreiung.
Insgesamt hab ich es jetzt so:
1. Tatkomplex: Das Beobachten des Diebstahls
Strafbarkeit von A und B: §§ 242, 27, 13 (-) mangels Garantenstellung
2. TK: In der Wohnung des C
Strafbarkeit von A und B: §§ 253, 255, 250 II Nr.1, 22, 23, 25 II
hier differenzier ich nun die erste Drohung (Petzen) von der zweiten Drohung (Handabschneiden), wobei sich A und B nur wegen der ersten Drohung nach § 253 strafbar machen, da zwar Rücktritt, aber vom fehlgeschlagenen Versuch.
3. TK: Das Geschehen in der Werkstatt
Strafbarkeit des A bezüglich Fesseln, Knebeln, Niederschlagen, Erstickungstod:
§§ 249, 250 I, Nr. 1a, 22, 23, 251
Tatbestand erfüllt, dann Rücktritt, aber unfreiwillig, daher volle Strafbarkeit.
Strafbarkeit des B bezügl. des Wartens in der Wohnung:
§§ 242, 243 I S.2, Nr. 2, 22, 23, 27
(-) mangels Tatbeitrag i.S.d. § 27
Dazu kommen jetzt noch die Konkurrenzen, die muss ich noch machen.
Bin für neue Anregungen offen, tapfere Kriegsbrüder und -schwestern.
Verfasst am: 12 Sep 2006 - 10:38:24 Titel:
also § 227 und § 239 würd ich eher in den Konkurrenzen abhandeln. Bei 11 Seiten Gutachten stürz ich mich eher auf die Streitstände.