Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=02.04.2014&Aktenzeichen=B%206%20KA%2019%2F13%20R
Timestamp: 2019-03-23 15:40:58
Document Index: 96528694

Matched Legal Cases: ['§ 293', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 12', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 12', '§ 295', '§ 295', '§ 85', '§ 106', '§ 295']

BSG, 02.04.2014 - B 6 KA 19/13 R - dejure.org
§ 293 Abs 4 S 2 Nr 1 SGB 5, § 295 Abs 2 S 1 Nr 2 SGB 5, § 295 Abs 3 SGB 5
Verpflichtung der KZÄV zur Übermittlung von Abrechnungsdaten - hier: unverschlüsselte Zahnarztnummer
SGB V § 295 Abs. 2
Angelegenheiten des Vertragszahnarztrechts und Angelegenheiten der Vertragsärzte
dzw.de (Kurzinformation)
Pseudonymisierung von Zahnarztdaten bei Kassenabrechnung rechtswidrig
dzw.de (Entscheidungsanmerkung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BSG vom 2.4.2014 - B 6 KA 19/13 R" von Prof. Dr. Ingo Heberlein, original erschienen in: SGb 2015, 270 - 279.
SG München, 07.07.2009 - S 38 KA 5148/07
LSG Bayern, 17.10.2012 - L 12 KA 5021/09
Bei dem Streit zwischen KK und KZÄV um die Übermittlung von Abrechnungsdaten, der die Außenrechtsbeziehungen der KZÄV und nicht lediglich interne Angelegenheiten der Vertragszahnärzte (s insoweit § 12 Abs. 3 S 2 SGG) betrifft, handelt es sich um eine Streitigkeit des Vertragszahnarztrechts (BSG Urteil vom 2.4.2014 - B 6 KA 19/13 R - SozR 4-2500 § 295 Nr. 3 RdNr 13) .
Hierüber kann im Gleichordnungsverhältnis zwischen den Körperschaften KK und KZÄV ein Verwaltungsakt nicht ergehen (BSG Urteil vom 2.4.2014 - B 6 KA 19/13 R - SozR 4-2500 § 295 Nr. 3 RdNr 14;… s auch BSG Urteil vom 22.4.2015 - B 3 KR 2/14 R - aaO RdNr 9) .
Ungeachtet dessen berechtigt der in § 295 Abs. 3 (S 1) Nr. 4 SGB V enthaltene Auftrag zur Vereinbarung näherer Einzelheiten über die Erfüllung der Pflichten der K(Z)ÄVen nach Abs. 2 (…aaO) die Partner der Bundesmantelverträge ohnehin nicht dazu, den Umfang der Daten, soweit er gesetzlich vorgegeben ist, zu begrenzen oder die Verwertbarkeit der übermittelten Daten einzuschränken (BSG Urteil vom 2.4.2014 - B 6 KA 19/13 R - SozR 4-2500 § 295 Nr. 3 RdNr 42 ff).
Das hat der Senat bereits im Urteil vom 2.4.2014 (B 6 KA 19/13 R - SozR 4-2500 § 295 Nr. 3 RdNr 26 ff, 36 f) näher ausgeführt und hält daran fest.
§ 12 DTA-Vertrag aF/nF ist deshalb nichtig, soweit er die gesetzlichen Vorgaben abändert (vgl auch BSG Urteil vom 2.4.2014 - B 6 KA 19/13 R - SozR 4-2500 § 295 Nr. 3 RdNr 41 ff, 46).
Im Übrigen habe das BSG im Urteil vom 2. April 2014 (B 6 KA 19/13 R) festgestellt, dass die Regelungen des DTA-Vertrages rechtswidrig seien.
33 Jedoch zielt der Zweck der Datenübermittlung nach § 295 Abs. 2 SGB V nicht nur auf die Abrechnung im Sinne der Bildung der Gesamtvergütung gemäß § 85 SGB V. Der Begriff der Abrechnung im Sinne der Vorschrift ist weit zu fassen; er bezieht die nachträgliche Überprüfung der Leistungsabrechnung der Vertragsärzte gemäß § 106a SGB V ein (BSG vom 02.04.2014 - B 6 KA 19/13 R - SozR 4 - 2500 § 295 Nr. 3 - Rn. 26).
Zwar verweist die Beklagte zu Recht auf den Grundsatz der Datensparsamkeit, der im Interesse eines wirksamen Datenschutzes berücksichtigt werden muss (vgl. dazu auch BSG vom 02.04.2014 - aaO - Rn. 34).
Ob eine derartige abweichende und den Anspruch der Krankenkassen einschränkende Vereinbarung rechtmäßig wäre, war hier nicht zu entscheiden (vgl. BSG vom 02.04.2014 - aaO - Rn. 41).
Sprachlich verunglückt meint "für die Abrechnung der Vergütung" somit jedenfalls die Prüfung der von den Vertragsärzten vorgenommenen Abrechnung durch die Krankenkassen (vgl. Bayer. LSG, Urteil vom 17. Dezember 2012, Az.: L 12 KA 5021/09, juris - Revision beim BSG anhängig unter B 6 KA 19/13 R; SG Düsseldorf, Urteil vom 10. Februar 2010, Az.: S 2 KA 4/08, juris).