Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202000,520
Timestamp: 2019-10-18 03:00:09
Document Index: 385208511

Matched Legal Cases: ['Art. 12', '§ 13', '§ 59', '§ 330', '§ 59', '§ 13', 'Art. 12', '§ 13', '§ 13', '§ 13', 'Art. 12', '§ 13', '§ 59', '§ 337', '§ 13', '§ 59', 'Art. 12', '§ 14', '§ 59', '§ 99']

BVerfG, 14.12.1999 - 1 BvR 1327/98, NJW 2000, 347 = MDR 2000, 175 - dejure.org
BVerfG, 14.12.1999 - 1 BvR 1327/98, NJW 2000, 347 = MDR 2000, 175
https://dejure.org/1999,54
BVerfG, 14.12.1999 - 1 BvR 1327/98, NJW 2000, 347 = MDR 2000, 175 (https://dejure.org/1999,54)
BVerfG, Entscheidung vom 14.12.1999 - 1 BvR 1327/98, NJW 2000, 347 = MDR 2000, 175 (https://dejure.org/1999,54)
BVerfG, Entscheidung vom 14. Dezember 1999 - 1 BvR 1327/98, NJW 2000, 347 = MDR 2000, 175 (https://dejure.org/1999,54)
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Unangekündigt beantragtes Versäumnisurteil
Art. 12 GG, § 13 BORA, § 59b BRAO, §§ 330, 331 ZPO, Grenzen der Satzungsgewalt bei Regelungen mit Außenwirkung, Rechtsanwaltssatzung darf das Versäumnisverfahren nach ZPO nicht abändern;
Grenzen einer verfassungskonformen Auslegung
BRAO § 59b; BORA § 13; GG Art. 12
Verfassungswidrigkeit der anwaltlichen Berufsordnung, soweit diese die Voraussetzungen für die Erwirkung eines zivilgerichtlichen Versäumnisurteils regelt (RABerufsO § 13) - BRAO ermächtigt nicht zu Korrekturen zivilprozessualer Rechte
Vereinbarkeit des § 13 BORA (Berufsordnung der Rechtsanwälte) mit GG (Grundgesetz); Beschränkung der Berufsfreiheit durch Berufsausübungsregelungen in Gestalt von Satzungen öffentlichrechtlicher Berufsverbände; Rechtmäßigkeit der Einengung von Handlungsspielräume der ...
Verfassungswidrigkeit des § 13 BORA; BRAO ermächtigt nicht zu Korrekturen zivilprozessualer Rechte
Berufsordnung der Rechtsanwälte ist im Hinblick auf die Beantragung eines Versäumnisurteils nichtig
BerufsO der Rechtsanwälte im Hinblick auf Beantragung eines Versäumnisurteils nichtig
Art. 12 Abs. 1 GG; § 13 BORA; § 59b BRAO; § 337 ZPO
Berufsordnung der Rechtsanwälte/Beantragung eines Versäumnisurteils
BORA § 13; BRAO § 59b; GG Art. 12
Verfassungswidrigkeit der anwaltlichen Berufsordnung zur Versäumnisurteils-Regelung
AnwG Koblenz, 15.06.1998 - 2 AG 1/98
BVerfG, 20.03.2000 - 1 BvR 1327/98
BVerfGE 101, 312
NJW 2000, 347
MDR 2000, 175
FamRZ 2000, 805
VersR 2000, 520
DVBl 2000, 553
BB 2000, 12
AnwBl 2000, 122
(1) Eröffnen Ermächtigungsnormen einer autonomen Körperschaft Regelungsspielräume für Berufspflichten, die sich über den Berufsstand hinaus auswirken, so reichen sie nur so weit, wie der Gesetzgeber ersichtlich selbst zu einer solchen Rechtsgestaltung den Weg bereitet (vgl. BVerfGE 38, 373, 381 ff.; 101, 312, 323).
Sollen die durch die Zivilprozessordnung ausgeformten Handlungsspielräume der Prozessparteien im Wege des Satzungsrechts eingeschränkt werden, so bedarf es demnach erkennbarer gesetzgeberischer Entscheidungen in der Ermächtigungsnorm, andernfalls sowohl der Grundsatz des Vorbehalts des Gesetzes als auch der des Vorrangs des Gesetzes verletzt sein können (BVerfGE 101, 312, 324, 328 f. mwN).
Demgegenüber ordnet § 14 Satz 1 BORA für den Rechtsanwalt die Berufspflicht an, an der Zustellung mitzuwirken; dies gilt selbst dann, wenn dies wie vorliegend einen Nachteil für seinen Mandanten mit sich bringt und so die primären Verpflichtungen aus dem Mandantenvertrag zurückdrängt (vgl. BVerfGE 101, 312, 328 f.).
(3) Die damit notwendige ausdrückliche und klare gesetzliche Grundlage (vgl. BVerfGE 101, 312, 328) kann dem Wortlaut des § 59 Abs. 2 Nr. 8 BRAO nicht ansatzweise entnommen werden.
Angesichts des Gesetzeswortlauts und des klar erkennbaren Willens des Gesetzgebers kann jedoch dem geltenden § 99 Abs. 2 VwGO eine solche Verfahrensgestaltung selbst durch verfassungskonforme Auslegung nicht entnommen werden (vgl. BVerfGE 101, 312 ).
Die Möglichkeit einer verfassungskonformen Auslegung endet allerdings dort, wo sie mit dem Wortlaut und dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers in Widerspruch träte (vgl. BVerfGE 95, 64 ; 99, 341 ; 101, 312 m.w.N.; stRspr).
Die Möglichkeit einer verfassungskonformen Auslegung endet aber dort, wo sie zu dem Wortlaut und dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers in Widerspruch treten würde (…BVerfG NJW 2015, 1359 Rn. 132 mwN;… NJW 2007, 2977 Rn. 91 mwN; NJW 2000, 347, 349;… Senatsbeschluss vom 1. Juli 2015 - XII ZB 89/15 - FamRZ 2015, 1484 Rn. 35).
Die Möglichkeit einer verfassungskonformen Auslegung endet allerdings dort, wo sie mit dem Wortlaut und dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers in Widerspruch träte (vgl BVerfGE 95, 64, 93; BVerfGE 99, 341, 358; BVerfGE 101, 312, 329 mwN; stRspr).