Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/verjaehrungsbeginn-eines-bereicherungsanspruchs-320286
Timestamp: 2020-08-11 05:22:07
Document Index: 45712827

Matched Legal Cases: ['§ 199', '§ 812', '§ 195', '§ 199', 'Art. 229', '§ 6', '§ 199', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Verjährungsbeginn eines Bereicherungsanspruchs | Rechtslupe
Verjährungsbeginn eines Bereicherungsanspruchs
Ver­jäh­rungs­be­ginn eines Berei­che­rungs­an­spruchs
Zu den sub­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen des Ver­jäh­rungs­be­ginns gemäß § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB für einen Berei­che­rungs­an­spruch aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung bezo­gen:
Hin­ter­grund der jet­zi­gen Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs war eine Kla­ge gegen eine Bank
Die Regel­ver­jäh­rung des § 195 BGB beginnt mit dem Schluss des Jah­res zu lau­fen, in wel­chem der Anspruch ent­stan­den ist und der Gläu­bi­ger von den den Anspruch begrün­den­den Umstän­den Kennt­nis erlangt oder ohne gro­be Fahr­läs­sig­keit erlan­gen müss­te (§ 199 Abs. 1 BGB), wobei auch in Über­lei­tungs­fäl­len nach Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB für den Frist­be­ginn am 1. Janu­ar 2002 die sub­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB vor­lie­gen müs­sen [1].
Ein Gläu­bi­ger, der einen Berei­che­rungs­an­spruch aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB ver­folgt, hat Kennt­nis von den anspruchs­be­grün­den­den Umstän­den, wenn er von der Leis­tung und den Tat­sa­chen weiß, aus denen sich das Feh­len des Rechts­grun­des ergibt [2]. Der Ver­jäh­rungs­be­ginn setzt grund­sätz­lich nur die Kennt­nis der den Anspruch begrün­den­den Tat­sa­chen vor­aus. Nicht erfor­der­lich ist in der Regel, dass der Gläu­bi­ger aus den ihm bekann­ten Tat­sa­chen die zutref­fen­den recht­li­chen Schlüs­se zieht. Nur aus­nahms­wei­se kann die Rechtsun­kennt­nis des Gläu­bi­gers den Ver­jäh­rungs­be­ginn hin­aus­schie­ben, wenn eine unsi­che­re und zwei­fel­haf­te Rechts­la­ge vor­liegt, die selbst ein rechts­kun­di­ger Drit­ter nicht zuver­läs­sig ein­zu­schät­zen ver­mag. In die­sem Fall fehlt es an der Zumut­bar­keit der Kla­ge­er­he­bung als über­grei­fen­der Vor­aus­set­zung für den Ver­jäh­rungs­be­ginn [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Juni 2010 – XI ZR 309/​09
BGHZ 171, 1, Tz. 23 ff.; 179, 260, Tz. 46 m.w.N.[↩]
BGHZ 175, 161, Tz. 26[↩]
BGHZ 179, 260, Tz. 47 m.w.N.[↩]
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