Source: https://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand/SAND-Dateien/ZL_Kruemmel.html
Timestamp: 2018-11-20 23:37:40
Document Index: 148323485

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

ZL_Kruemmel
Chronik: Standort-Zwischenlager Krümmel
Standort 21502 Geesthacht/Krümmel
Betreiber Kernkraftwerk Krümmel GmbH
(Gesellschafter: 50% Vattenfall Europe, 50% E.ON Kernkraft)
Anzahl Lagerplätze für Castoren 80
Behälter-Typ CASTOR V/52
Max. Lagermenge 775 Tonnen Atommüll
Atomrechtlich beantragt 30.11.1999
Atomrechtlich genehmigt 19.12.2003
Baurechtlich genehmigt 29.03.2004
Offizieller Baubeginn 23.04.2004
Inbetriebnahme (Einlagerung des
ersten Atommüll-Behälters) 24.11.2006
Bislang genehmigte Lagerdauer 40 Jahre
(Letzte Aktualisierung: 08.07.2011)
Standort-Zwischenlager Krümmel
BfS: "Auswirkungen der Laufzeitverlängerung auf standortnahe Zwischenlager"
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt auf seiner Website (bfs.de) unter der Überschrift "Auswirkungen der Laufzeitverlängerung auf standortnahe Zwischenlager" mit Stand vom 02.02.11 bekannt: "Die Zwischenlager an den Standorten der Kernkraftwerke sind für genau festgelegte Mengen an abgebrannten Brennelementen (definiert in Tonnen Schwermetall) sowie für eine genau festgelegte Anzahl an Stellplätzen für die CASTOR-Behälter genehmigt."
"Die genehmigten Mengen an Schwermetall bzw. Stellplätze richten sich nach der im Jahr 2002 mit dem Atomausstieg festgelegten Laufzeit der Kraftwerke von maximal 32 Jahren."
Nach Einschätzung des BfS kann die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu Lagerungsengpässen in den Standort-Zwischenlagern führen: "Die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke kann dazu führen, dass die anfallenden hochradioaktiven Abfälle die genehmigten Mengen der Zwischenlager überschreiten."
Das BfS führt dazu näher aus: "Nach derzeitiger Genehmigungslage sind an den Kernkraftwerkstandorten Biblis, Brokdorf, Gundremmingen, Isar, Krümmel und Neckarwestheim ohne weitere Maßnahmen (z.B. verdichtete Aufstellung der Behälter) Engpässe zu erwarten."
"An den Standorten Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Lingen, Philippsburg und Unterweser würden die genehmigten Mengen", nach derzeitiger Prognose des BfS, "voraussichtlich ausreichen. Werden Strommengen von älteren auf jüngere Meiler übertragen, führt das dazu, dass an manchen Standorten der Platzbedarf noch größer ist, an anderen aber niedriger als prognostiziert."
=> Ende 2010 waren im Standort-Zwischenlager Krümmel nach den Angaben des BfS 19 Atommüll-Behälter des Typs CASTOR V/52 mit abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Krümmel eingelagert.
Nach Auffassung des BfS können die Lagerengpässe in den Standort-Zwischenlagern folgende Auswirkungen haben: "Konsequenzen - Die Kraftwerksbetreiber haben bei Engpässen die Möglichkeit, einen Antrag auf Erhöhung der Aufbewahrungskapazität zu stellen. Dies könnte in einigen Jahren nötig werden. In der Genehmigung eines Zwischenlagers ist unter anderem festgelegt, wie viele Behälter aufbewahrt werden können, welche Inventare die Behälter enthalten und in welchem Abstand sie zueinander aufgestellt werden müssen. Der für die Lagerung notwendige Abstand der Behälter leitet sich davon ab, wie viel Wärme sie absondern. Durch Abklingen kann sich die Wärmeabsonderung reduzieren, so dass die Behälter dichter zueinander aufgestellt werden könnten.
Grundsätzlich möglich wäre", laut Aussage des BfS, "auch die bauliche Erweiterung eines Zwischenlagers oder der Transport in Zwischenlager, die zu diesem Zeitpunkt noch über Einlagerungskapazität verfügen." "Alle Varianten bedürften der Genehmigung nach vorheriger teils aufwändiger Prüfung."
"Wie viel zusätzlicher Abfall tatsächlich anfallen wird, kann nicht genau prognostiziert werden." Vom BfS wird dazu erklärt: "Schon heute sind die Kraftwerksbetreiber in der Lage, aus einem Brennelement wesentlich mehr Strom zu gewinnen als früher. Die Ausnutzung des Brennstoffs wird in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich noch steigen."
Zu den in Betrieb befindlichen norddeutschen Standort-Zwischenlagern (SZL) für abgebrannte Brennelemente informiert das BfS:
- SZL Brokdorf: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 28.11.2003 / Baubeginn: 05.04.2004 / Inbetriebnahme: 05.03.2007 / Masse Schwermetall: 1000 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 100 (13) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 106 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): 2030
- SZL Brunsbüttel: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 28.11.2003 / Baubeginn: 07.10.2003 / Inbetriebnahme: 05.02.2006 / Masse Schwermetall: 450 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (6) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 8 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 32 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht
- SZL Grohnde: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 20.12.2002 / Baubeginn: 10.11.2003 / Inbetriebnahme: 27.04.2006 / Masse Schwermetall: 1000 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 100 (13) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 102 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazität etwa ausreichend
- SZL Krümmel: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 19.12.2003 / Baubeginn: 23.04.2004 / Inbetriebnahme: 14.11.2006 / Masse Schwermetall: 775 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (19) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 94 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): 2027
- SZL Lingen: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 06.11.2002 / Baubeginn: 18.10.2000 / Inbetriebnahme: 10.12.2002 / Masse Schwermetall: 1250 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 125 (32) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 14 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 119 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht
- SZL Unterweser: Erteilung 1. Genehmigung nach § 6 AtG: 22.09.2003 / Baubeginn: 19.01.2004 / Inbetriebnahme: 18.06.2007 / Masse Schwermetall: 800 Tonnen / Stellplätze gesamt (Ende 2010 belegt): 80 (7) / Geplante Laufzeit-Verlängerung des KKWs: 8 Jahre / Voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende (maximal): 59 / Durch die Laufzeit-Verlängerung (bei Annahme von Volllast-Jahren) voraussichtliches Erreichen der Kapazitätsgrenze (cirka): Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht
"Die voraussichtliche Menge an Behältern bei Laufzeitende wurde", nach Angaben des BfS, "anhand der zu erwartenden Anzahl abgebrannter Brennelemente und der Kapazitäten der Behälter Castor V/19 (19 Brennelemente) für Druckwasserreaktoren bzw. Castor V/52 (52 Brennelemente) für Siedewasserreaktoren errechnet."
"Volllast-Jahr: Kraftwerksbetrieb mit 100 % Leistung über ein Jahr - Bei Volllast-Jahren wird die erzeugte Strommenge in Jahre umgerechnet - unter der Annahme, dass das Atomkraftwerk in dieser Zeitspanne unter voller Leistung läuft", wird vom BfS erläutert. "Volllast-Jahre sind damit eine fiktive Größe, da ein Atomkraftwerk wegen Betriebsunterbrechungen - etwa bei Revisionen oder Störfällen - nie ein ganzes Jahr durchläuft und zeitweise mit geringerer Leistung betrieben wird."
"Erreichen der Kapazitätsgrenze bedeutet", nach Aussage des BfS", dass die Summe der Brennelemente (neben den im Standort-Zwischenlager befindlichen abgebrannten Brennelementen sind das auch die Brennelemente aus der aktuellen Nutzung im Reaktor sowie aus dem Kühlbecken, welche nach Gebrauch und Abklingzeit ebenfalls im Standort-Zwischenlager in Behältern aufbewahrt werden müssen) so groß ist, dass diese eben noch ohne weitere Maßnahmen (zum Beispiel einer Erweiterung des Zwischenlagers) in das jeweilige Standort-Zwischenlager aufgenommen werden können."
Derzeit 19 Castor-Behälter im Standort-Zwischenlager Krümmel eingelagert
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt in der Veröffentlichung "Anlagen des Brennstoffkreislaufs in Deutschland" vom Dezember 2010 zu dem Standort-Zwischenlager Krümmel bekannt: "Ende 2010 befanden sich 19 Behälter im Zwischenlager."
Derzeit 10 Atommüll-Behälter im Standort-Zwischenlager Krümmel eingelagert
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt in der Veröffentlichung "Anlagen des Brennstoffkreislaufs in Deutschland" vom Juni 2008 zu dem Standort-Zwischenlager Krümmel bekannt: "Ende 2007 befanden sich 10 Behälter im Zwischenlager."
Stellungnahme des BfS zur Abweisung der Klage gegen Standort-Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter hat am 02.02.07 auf seiner Homepage eine Stellungnahme zu der Abweisung der Klage gegen die Standort-Zwischenlager Brunsbüttel und Krümmel ins Netz gestellt. Unter dem Titel "Klagen gegen Standort-Zwischenlager Brunsbüttel und Krümmel abgewiesen - OVG Schleswig verneint Drittschutz im SEWD-Bereich" bezieht das BfS folgenden Standpunkt:
"Das OVG Schleswig hat die Klagen gegen die Genehmigungen von Zwischenlagern zur Aufbewahrung von abgebrannten Brennelementen an den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel abgewiesen."
"Nach Auffassung des Gerichts" (OVG Schleswig) "hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Genehmigungen zu Recht erteilt, weil die Betreiber die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderliche Vorsorge zum Schutz von Mensch und Umwelt getroffen haben. In Bezug auf den gebotenen Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD-Bereich) stellte das Gericht fest, dass die Kläger keinen Anspruch auf im Besonderen ihnen gegenüber zu ergreifende Schutzmaßnahmen haben." Das BfS weiter: "Die einschlägige Regelung im § 6 des Atomgesetzes (AtG) vermittle keinen Drittschutz, die Vorschrift diene allein dem Schutz der Allgemeinheit und nicht einem individualisierbaren Kreis von Personen (Nachbarschaft)."
"Mögliche Terroranschläge wie beispielsweise die gezielten Flugzeugangriffe am 11.09.2001 in den USA richteten sich gegen den Staat und seine Institutionen. Der Staat und der Betreiber müssten mit den ihnen jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln den erforderlichen Schutz der Allgemeinheit sicherstellen." Vom BfS wird dazu ergänzend ausgeführt: "Einen einklagbaren Anspruch Einzelner auf bestimmte Maßnahmen im SEWD-Bereich gibt es nach Auffassung des OVG Schleswig – in Übereinstimmung mit dem jüngsten Urteil des OVG Lüneburg in Sachen Schacht Konrad – nicht."
"In der mündlichen Verhandlung am 31. Januar 2007" vor dem OVG Schleswig "wurden deshalb die in den Klagebegründungen vorgetragenen Terrorszenarien nicht näher erörtert und entsprechende Beweisanträge der Kläger mangels Entscheidungserheblichkeit vom Gericht zurückgewiesen", so das BfS in seiner Stellungnahme. "Das Gericht misst der Auslegung von § 6 AtG jedoch grundsätzliche Bedeutung zu, weshalb die Revision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen worden ist."
"Die Begründung des Urteils des OVG Schleswig wird erst in einigen Wochen vorliegen. Die Kläger müssen innerhalb eines Monats nach Zustellung der Urteilsbegründung entscheiden, ob sie Revision einlegen." In der Erklärung des BfS heißt es weiter: "Das BfS hat ungeachtet der rechtlichen Einordnung des § 6 AtG der Risikoermittlung und Risikobewertungen im SEWD-Bereich immer höchste Bedeutung eingeräumt, ist dessen ungeachtet aber an einer grundsätzlichen Klärung der aufgeworfenen Rechtsfragen auch interessiert."
Das BfS stellt abschließend fest: "Nach dem Atomgesetz sind die Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet, standortnahe Zwischenlager einzurichten. Durch sie wurden die Transporte radioaktiver Abfälle drastisch reduziert. Durch das Zwischenlager-Konzept war es möglich, die Transporte in die ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen seit dem 1. Juli 2005 ganz zu verbieten. Zwischenlager sind nur auf 40 Jahre befristet genehmigt und sollen die Zeit bis zur Einlagerung des radioaktiven Abfalls in einem Endlager überbrücken."
AtomgegnerInnen scheitern vor Gericht - Klage gegen Zwischenlager Krümmel und Brunsbüttel abgewiesen
Von der Dithmarscher Landeszeitung wird am 01.02.07 über den Prozeß am 31.01.07 vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig berichtet:
"Atomgegner scheitern vor Gericht
Klage gegen Zwischenlager Brunsbüttel abgewiesen - Revision möglich
Brunsbüttel (rd/lno) Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig hat eine Klage gegen die atomaren Zwischenlager in Brunsbüttel und Krümmel abgewiesen.
Der Senat sei zu der Auffassung gelangt, dass Castoren für die Langzeitaufbewahrung von radioaktiven Brennelementen 'geeignet und zuverlässig' seien, sagte der Vorsitzende Richter des 4. Senats, Dierk Habermann, gestern in seiner Begründung. Die Revision wurde zugelassen. 'Dass das Gericht sich nicht ganz sicher ist, zeigt, dass es Revision zugelassen hat', betonte der Rechtsanwalt der Kläger. Die Bundesrepublik als Beklagte sowie die Betreiber der Atomkraftwerke hatten bereits die Klage für unzulässig gehalten. (Aktenzeichen: 4 KS 2/04 – Brunsbüttel und 4 KS 6/04 – Krümmel). Klägerin Anke Dreckmann aus Brunsbüttel kündigte an, möglicherweise Revision gegen das Urteil einzulegen. 'Ich habe Recht. Aber das durchzusetzen, ist teuer', sagte sie gestern Abend gegenüber unserer Zeitung.
Die Atomgegner hatten ihre Klage, die Genehmigung für die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen zurückzunehmen, mit fehlender Langzeitsicherheit der Castor-Behälter begründet, die in den Zwischenlagern zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen verwendet werden. Zudem sei der erforderliche Schutz gegen terroristische Angriffe wie einen absichtlichen Flugzeugabsturz oder einen Beschuss mit modernen Panzerfäusten nicht gewährleistet. Richter Habermann betonte, es gebe keinen „individuellen Rechtsanspruch des Einzelnen“, die die Betreiber der Atomkraftwerke zu weiteren Schutzmaßnahmen verpflichte.
Eine wesentliche Rolle in der ursprünglich auf zwei Tage angesetzten Verhandlung spielte die Frage, inwieweit die Betreiber der Atomkraftwerke den Schutz ihrer Nachbarn vor terroristischen Angriffen gewährleisten müssen. Der Senat müsse nicht das Risiko bewerten, wohl aber nachvollziehen können, sagte Habermann. Ziel solcher Angriffe sei die Bevölkerung und der Staat. Der Rechtsanwalt der Kläger kritisierte eine Relativierung der Schutzrechte im Atomrecht.
Die Kläger stellten ein wissenschaftliches Gutachten vor, nach dem moderne Panzerfaust-Waffen die Castor-Behälter problemlos zerstören könnten. Die [Atommüll-]Behälter seien lediglich mit veralteten Waffen getestet worden. Es werde im Terrorfall deutlich mehr radioaktive Strahlung frei als von den Betreibern angenommen. Bereits vor der Verhandlung hatten rund 20 Atomkraftgegner vor dem OVG mit Plakaten und Transparenten für ihr Ansinnen geworben.
Zu Beginn war die generelle Nutzung von Kernenergie verhandelt worden, anschließend die Sicherheit und Reparatur der Castoren. Dabei ging es unter anderem darum, ob im Fall eines undichten Behälters ausreichend dafür gesorgt sei, dass keine radioaktiven Strahlen austreten. Die Atomgegner bezweifelten die Sicherheit sowie die Transportfähigkeit und -erlaubnis der Behälter.
In den Standortzwischenlagern werden Kernbrennstoffe in Castoren bis zu 40 Jahre aufbewahrt. Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente am Atomkraftwerk Brunsbüttel war im vergangenen Jahr in Betrieb genommen worden. Das für rund 30 Millionen Euro errichtete Lager soll bis zur Inbetriebnahme eines noch nicht absehbaren Endlagers für radioaktiven Abfall genutzt werden."
Die taz (Nord Aktuell) berichtet am 01.02.07 über den Prozeßverlauf:
"Gericht verhandelt atomare Zwischenlager
Kläger befürchten, dass Hallen in Krümmel und Brunsbüttel einem Terrorangriff nicht standhalten würden. Am Abend zeichnet sich ab, dass die Klage abgewiesen wird, weil die Anwohner keine Schutzrechte geltend machen können.
Das Oberverwaltungsgericht Schleswig (OVG) hat gestern Abend durchblicken lassen, dass es die Klagen zweier Anwohnerinnen gegen die Atommüll-Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel abweisen werde. So interpretierte der Anwalt Ulrich Wollenteit die Andeutungen des Gerichts. Demnach könnten die beiden Frauen keinen Schutz vor Anschlägen Dritter auf die Lagerhallen einklagen.
'Das ist eine bedauerliche Entscheidung', sagte Wollenteit. Sie widerspreche der Rechtsprechung anderer Gerichte. Nicht zuletzt deshalb würden die Richter wahrscheinlich eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht zulassen. Den Hinweisen des Gerichts zufolge, müssten die Betreiber der Zwischenlager zwar grundsätzlich einen Schutz etwa vor Terroranschlägen gewährleisten, sagte der Anwalt. Den Anwohnern habe der Gesetzgeber aber keine diesbezüglichen Klagerechte eingeräumt.
In dem Prozess geht es um eine Folge des Atomkonsenses zwischen der damaligen rot-grünen Bundesregierung und den vier größten Energiekonzernen. Im Jahr 2000 hatten sie vereinbart, dass ab Juli 2005 keine verbrauchten Brennelemente mehr in die Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague transportiert werden sollten. Stattdessen müssen sie in 'Standort-Zwischenlagern' auf dem Gelände des jeweiligen Kraftwerks aufbewahrt werden, bis die Bundesregierung ein Endlager gefunden hat.
Die Zwischenlager in Brunsbüttel und Krümmel sind seit November 2006 in Betrieb. Es handelt sich um große Stahlbetonhallen mit dicken Wänden. Sie sollen auch Angriffen, wie dem gezielt verursachten Absturz eines Flugzeuges, etwas entgegenzusetzen haben. Die Wände der Brunsbütteler Halle sind 1,2 Meter dick, die Decke 1,3 Meter und der Boden 1,5 Meter.
'Sowohl die mechanischen Belastungen des Aufpralls eines voll betankten Verkehrsflugzeuges als auch das Szenario eines drohenden Kerosinbrandes wurden untersucht', teilte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, bei der Genehmigung mit. 'Eine erhebliche Gefährdung von Leben und Gesundheit infolge Direktstrahlung oder der Freisetzung einer erheblichen Menge radioaktiver Stoffe ist ausgeschlossen.'
Die Klägerinnen sehen das anders. Sie verweisen auf ein Gutachten, das belege, dass das Risiko eines Flugzeugabsturzes nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Auch ein Beschuss der Atommüllbehälter etwa mit einer Panzerfaust sei nicht durchkalkuliert worden.
Wie die Umweltorganisation Robin Wood kritisieren die Klägerinnen, dass die Hallen mit Lüftungsschlitzen ohne Filter gebaut wurden. Sollten die Castoren undicht werden, könnte Radioaktivität nach draußen dringen. Die Langzeitsicherheit der Behälter sei bloß rechnerisch ermittelt worden. Außerdem stünden für Reparaturen an den Atommüllcontainern keine abgeschotteten Reparaturräume zur Verfügung."
Klagen gegen die Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel wurden abgewiesen!
Nach einem aktuellen Bericht auf n-tv.de vom 31.01.07 (abends) sind die Klagen gegen die Atommüll-Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel vom Oberverwaltungsgericht Schleswig abgewiesen worden! - Eine Revision wurde allerdings zugelassen.
"Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig hat eine Klage gegen die atomaren Zwischenlager in Brunsbüttel und Krümmel abgewiesen", so wird von n-tv.de gemeldet. "Der Senat sei zu der Auffassung gelangt, dass Castoren für die Langzeitaufbewahrung von radioaktiven Brennelementen 'geeignet und zuverlässig' seien, sagte der Vorsitzende Richter des 4. Senats, Dierk Habermann, am Mittwoch in seiner Begründung. Eine Revision wurde zugelassen. Die Bundesrepublik als Beklagte sowie die Betreiber der Atomkraftwerke hatten die Klage für unzulässig gehalten (Aktenzeichen: 4 KS 2/04 - Brunsbüttel und 4 KS 6/04 - Krümmel)."
Von n-tv.de wird weiter dazu aktuell berichtet: "Die Atomkraftgegner hatten ihre Forderung, die Genehmigung für die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen zurückzunehmen, mit fehlender Langzeitsicherheit der Castor-Behälter begründet, die in den Zwischenlagern zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen verwendet werden. Zudem sei der erforderliche Schutz gegen terroristische Angriffe wie einen absichtlichen Flugzeugabsturz oder einen Beschuss mit modernen Panzerfäusten nicht gewährleistet. Richter Habermann betonte, es gebe keinen 'individuellen Rechtsanspruch des Einzelnen', die die Betreiber der Atomkraftwerke zu weiteren Schutzmaßnahmen verpflichte."
"Eine wesentliche Rolle in der ursprünglich auf zwei Tage angesetzten Verhandlung spielte die Frage, inwieweit die Betreiber der Atomkraftwerke den Schutz ihrer Nachbarn vor terroristischen Angriffen gewährleisten müssen. Der Senat müsse nicht das Risiko bewerten, wohl aber nachvollziehen können, sagte Habermann" in dem Bericht auf n-tv.de. "Ziel solcher Angriffe seien die Bevölkerung und der Staat. Der Rechtsanwalt der Kläger kritisierte eine Relativierung der Schutzrechte im Atomrecht."
"Die Kläger stellten ein wissenschaftliches Gutachten vor, nach dem moderne Panzerfaust-Waffen die Castor-Behälter problemlos zerstören könnten. Die Behälter seien lediglich mit veralteten Waffen getestet worden. Es werde im Terrorfall deutlich mehr radioaktive Strahlung frei als von den Betreibern angenommen. Zu Beginn war die generelle Nutzung von Kernenergie verhandelt worden, anschließend Sicherheit und Reparatur der Castoren. Dabei ging es unter anderem darum, ob im Fall einer Undichtigkeit ausreichend dafür gesorgt sei, dass keine radioaktiven Strahlen austreten. Die Atomgegner bezweifelten die Sicherheit sowie die Transportfähigkeit und -erlaubnis der Behälter."
Der Bericht von n-tv.de schließt mit den Worten ab: "In den Standortzwischenlagern werden Kernbrennstoffe in Castoren bis zu 40 Jahre aufbewahrt. Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente am Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht (Schleswig-Holstein) war im November 2006 in Betrieb genommen worden."
Klage gegen die Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel vor dem OVG Schleswig (1. Verhandlungstag)
"Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig hat am Mittwoch" (31.01.07) "die Klage gegen die atomaren Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel verhandelt", wird auf NDR.de aktuell berichtet. "Ziel der Atomkraftgegner ist die Rücknahme der Genehmigung zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen. Sie begründen ihre Klage damit, dass es an der Langzeitsicherheit der Castoren fehle. Zudem seien die Lager gegen terroristische Angriffe wie einen Beschuss mit panzerbrechenden Systemen oder auch einen Flugzeugabsturz nicht ausreichend geschützt. Die Bundesrepublik als Beklagte hatte die Klage für unzulässig gehalten."
"Am Vormittag ging es" laut dem Bericht auf NDR.de "zunächst um die Kernenergie als solche, anschließend wurde die Sicherheit und Reparatur der Castor-Behälter erörtert. Dabei ging es um die Frage, ob ausreichend dafür gesorgt sei, dass keine Radioaktivität aus den Behältern austrete, falls diese undicht wären. Die Kläger bezweifelten sowohl die Sicherheit als auch die Transportfähigkeit und -erlaubnis der Castoren. Für die Verhandlung hat das Gericht zunächst zwei Tage angesetzt. Nach Angaben des OVG wird das Thema Terrorschutz voraussichtlich am Donnerstag behandelt. Vor Beginn der Verhandlung hatten etwa 20 Atomkraftgegner vor dem OVG mit Plakaten und Transparenten für ihr Ansinnen geworben."
"In den Zwischenlagern werden Kernbrennstoffe in Castor-Behältern bis zu 40 Jahre lang aufbewahrt. Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente am Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) hatte im November 2006 seinen Betrieb aufgenommen. Das für rund 40 Millionen Euro errichtete Lager soll bis zur Inbetriebnahme eines noch nicht absehbaren Endlagers für radioaktiven Abfall genutzt werden", so NDR.de in seinem Bericht vom 31.01.07 um 16:10 Uhr abschließend.
Robin Wood: Auch dezentral ist katastrophal
Untenstehend dokumentierten wir die Presseerklärung von Robin Wood vom 30.01.07 zu der Verhandlung zweier Klagen gegen die Atommüll- Zwischenlager an den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig:
"OVG Schleswig verhandelt morgen Klagen gegen Atommüll-Zwischenlager an den AKW-Standorten Brunsbüttel und Krümmel
Morgen beginnt vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig die mündliche Verhandlung zweier Klagen gegen die atomaren Zwischenlager an den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel in Schleswig-Holstein. Zwei Anwohnerinnen fechten die Genehmigungen für die beiden Leichtbauhallen an, weil sie keinen ausreichenden Schutz der Bevölkerung vor dem gefährlichen Strahlenmüll sicher stellen. ROBIN WOOD sieht die Klagen als berechtigt an und fordert eine Rücknahme der Betriebsgenehmigungen.
Die beiden Klägerinnen - Anke Dreckmann aus Brunsbüttel und Bettina Boll aus Geesthacht - werden dem Oberverwaltungsgericht unter anderem ein Gutachten vorstellen. Es belegt, dass das Risiko eines Flugzeugabsturzes auf das Zwischenlager oder der Beschuss der CASTOR-Behälter - zum Beispiel mit einer Panzerfaust -- in der Genehmigung für die Errichtung der Zwischenlager nicht genügend berücksichtigt wurde. Durch solche Vorkommnisse könnte es aber zu einer weiträumigen radioaktiven Verstrahlung kommen.
Die Hamburgischen Elektrizitätswerke HEW -- heute Vattenfall - hatten Ende 1999 Anträge zur Errichtung und zum Betrieb der beiden Zwischenlager gestellt. Dagegen gab es insgesamt 8.000 Einwendungen. Seit 2006 sind beide Zwischenlager im Betrieb. ROBIN WOOD hatte in seinen Einwendungen insbesondere die Billigbauweise und die überdimensionierte Größe der Lagerhallen kritisiert:
Die Lagerhallen haben zur Kühlung der CASTOR-Behälter offene Lüftungsschlitze. Sollte es zur Freisetzung radioaktiver Partikel aus den Behältern kommen, könnten diese ungehindert in die Umgebung gelangen. Filteranlagen sind nicht eingebaut worden -- im Vertrauen darauf, dass die eingelagerten Behälter dicht halten werden. Der Langzeitsicherheitsnachweis für die Behälter wurde jedoch nur rechnerisch ermittelt, Praxistests über einen Zeitraum von 40 Jahren gibt es nicht.
Das Reparatur-Konzept ist unzureichend. Bei Versagen eines Primärdeckels würden die erforderlichen Reparaturmöglichkeiten in der Lagerhalle fehlen. Auf den Einbau einer so genannten "heißen Zelle" wurde aus Kostengründen verzichtet.
Die Lagerhallen sind überdimensioniert. Für das Zwischenlager am AKW Brunsbüttel wurde eine Schwermetallmasse von 450 Mg (Megagramm) genehmigt, obwohl bis zur Abschaltung -- wie im Atomgesetz geregelt -- laut Bundesumweltministerium voraussichtlich "nur" 255 Mg anfallen würden. Für das Zwischenlager am AKW Krümmel sieht es ähnlich aus.
"Die Lagerhallen sind für möglichst kleines Geld gebaut worden", so Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Der Schutz vor radioaktiver Strahlung reicht nur so weit, dass er für Vattenfall & Co. finanziell nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Die Größe der Lagerhallen eröffnet den Betreibern dagegen alle Möglichkeiten. Sie haben von vornherein eingeplant, den Atomkonsens zu knacken und Brunsbüttel länger als gesetzlich vorgesehen am Netz zu lassen."
ROBIN WOOD fordert den sofortigen Stopp der Atommüllproduktion. Der weitere Betrieb der Atomkraftwerke stellt ein unkalkulierbares Risiko für Mensch und Umwelt dar. Das Bundesumweltministerium muss endlich die Suche nach einem geeigneten Endlagerstandort für den gefährlichen Atommüll auf den Weg bringen, Gorleben taugt dafür nicht.
Die Klage gegen die Zwischenlager an den AKW-Standorten Brunsbüttel und Krümmel beginnt morgen, am 31.1.07 um 9:30 Uhr im Saal sechs des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, Brockdorff-Rantzau-Str. 13. Angesetzt sind zwei Verhandlungstage."
Klage gegen die Zwischenlager in Krümmel und Brunsbüttel wird am 31.01.07 verhandelt
Von der Dithmarscher Landeszeitung wird am 25.01.07 berichtet: "Das Oberverwaltungsgericht Schleswig verhandelt am kommenden Mittwoch, 31. Januar, eine Klage von Atomkraftgegnern gegen die Zwischenlager in Brunsbüttel und Krümmel."
"Dabei gehe es um die 'Anfechtung der Genehmigung zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen', teilte das Gericht mit." Die Dithmarscher Landeszeitung in der Meldung: "Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente am Atomkraftwerk Brunsbüttel ist vergangenes Jahr in Betrieb genommen worden. In dem Lagergebäude aus Stahlbeton sollen 80 Castor-V-Behälter (je 32 Brennelemente) Platz finden. Das Lager soll bis zur Inbetriebnahme eines noch nicht absehbaren Endlagers für radioaktiven Abfall genutzt werden."
Anmerkung: An dieser Stelle ist der Dithmarscher Landeszeitung ein (redaktioneller) Fehler unterlaufen, denn die CASTOR V/52-Behälter enthalten nicht je 32 sondern max. 52(!) abgebrannte Brennelemente.
=> Nach der am 28.11.03 durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilten "Genehmigung zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen im Standort-Zwischenlager in Brunsbüttel der Kernkraftwerk Brunsbüttel GmbH & Co. oHG" sind diese "Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR® V/52 mit maximal 52 Siedewasserreaktor-Brennelementen der Typen SVEA 96 und SVEA 64 beladen. Zur Aufbewahrung kommen Uran-Brennelemente und Sonder-Brennelemente."
=> Nach der am 19.12.03 vom BfS erteilten "Genehmigung zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen im Standort-Zwischenlager in Krümmel der Kernkraftwerk Krümmel GmbH & Co. oHG" sind die "Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR® V/52 mit maximal 52 Siedewasserreaktor-Brennelementen der Typen 9-9Q, 9-9QA, 9x9-5, GE 11 und SVEA 96 oder mit maximal 32 Siedewasserreaktor-Brennelementen dieser Typen und 20 Dummy-Brennelementen beladen. Zur Aufbewahrung kommen Uran-Brennelemente oder Sonderbrennelemente als Uran-Hochabbrand-Brennelemente beziehungsweise Mischoxid-Brennelemente." - Mischoxid-Brennelemente (MOX) enthalten bekanntlich auch Plutonium.
"Die beiden Atomkraftgegner aus Brunsbüttel und aus Krümmel haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, nach dem das Risiko eines Flugzeugabsturzes oder eines Beschusses für beide Standorte nicht genügend berücksichtigt worden sei", so die Dithmarscher Landeszeitung weiter. "Bei einem gezielt herbeigeführten Flugzeugabsturz könne es zu einer weiträumigen Verstrahlung der Region kommen, hieß es weiter. Zudem gebe es heute stärkerer Waffen, als sie 1992 bei einem Test mit Castor-Behältern verwendet wurden, argumentieren die Kläger. Für die Verhandlung sind mindestens zwei Termine angesetzt."
Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlager Krümmel - Erste sechs Castor-Behälter eingelagert
Das Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel bei Geesthacht ist am 24.11.06 in Betrieb genommen worden. Dabei wurden wurden sechs Atommüll-Behälter mit jeweils 52 abgebrannten Brennelementen aus dem auf dem Werksgelände befindlichen Interimslager in das neue Zwischenlager eingelagert. Dies wird von Vattenfall Europe in einer Pressemitteilung vom 24.11.06 bekannt gegeben.
"Mit der Einlagerung von sechs Castor-Behältern ist das Zwischenlager auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel in Betrieb genommen worden. Die mit jeweils 52 abgebrannten Brennelementen gefüllten Behälter wurden aus dem direkt angrenzenden Interimslager in das neue Zwischenlager transportiert."
Das neue Atommüll-Zwischenlager soll laut Vattenfall auch gegen Einwirkungen von außen sicher sein
Laut Vattenfall Europe war das "atomare Zwischenlager" am AKW Krümmel im "Juli dieses Jahres" 2006 nach "rund zweijähriger Bauzeit für rund 34 Millionen Euro fertiggestellt" worden. Der Leiter des AKW Krümmel, Hans-Dieter Lucht, äußerte sich zufrieden mit den Worten: "Nach unseren abschließenden Prüfungen und der Zustimmung der Behörde haben wir die Einlagerung der ersten Behälter nun erfolgreich abgeschlossen."
Die neue Atommüll-Lagerhalle ist 88 Meter lang, 27 Meter breit und 23 Meter hoch. Durch die "massive Bauweise mit 1,20 Meter dicken Stahlbetonwänden und einem 1,30 Meter starken Dach" ist das Gebäude nach Ansicht von Vattenfall Europe "gegen Ereignisse wie Erdbeben, Brand und sogar den Aufprall eines großen Verkehrsflugzeugs geschützt".
Vattenfall Europe in der Pressemitteilung weiter: Für eine (bisher) "genehmigte Betriebsdauer von 40 Jahren können insgesamt 80 Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem Betrieb des Kernkraftwerks Krümmel darin aufbewahrt werden".
"Im Juli dieses Jahres war das atomare Zwischenlager nach rund zweijähriger Bauzeit für rund 34 Millionen Euro fertiggestellt worden. „Nach unseren abschließenden Prüfungen und der Zustimmung der Behörde haben wir die Einlagerung der ersten Behälter nun erfolgreich abgeschlossen“, sagte Kraftwerksleiter Hans-Dieter Lucht. Die Lagerhalle ist 88 Meter lang, 27 Meter breit und 23 Meter hoch. Durch die massive Bauweise mit 1,20 Meter dicken Stahlbetonwänden und einem 1,30 Meter starken Dach ist das Gebäude gegen Ereignisse wie Erdbeben, Brand und sogar den Aufprall eines großen Verkehrsflugzeugs geschützt. Für eine genehmigte Betriebsdauer von 40 Jahren können insgesamt 80 Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus dem Betrieb des Kernkraftwerks Krümmel darin aufbewahrt werden."
Von Vattenfall Europe wird gegenüber der Öffentlichkeit die Errichtung des "Zwischenlagers" in Krümmel mit der "Änderung des Atomgesetzes" gerechtfertigt: "Seit dem 1. Juli 2005 ist der Transport abgebrannter Brennelemente in die Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich untersagt. Deshalb werden an allen deutschen Kernkraftwerken Zwischenlager errichtet."
"Der Bau des Zwischenlagers war durch eine Änderung des Atomgesetzes notwendig geworden: Seit dem 1. Juli 2005 ist der Transport abgebrannter Brennelemente in die Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich untersagt. Deshalb werden an allen deutschen Kernkraftwerken Zwischenlager errichtet."
Das Interimslager am AKW Krümmel soll aufgelöst werden
Das sogenannte Interimslager am AKW Krümmel wurde laut Vattenfall Europe "im Jahr 2004" in Betrieb genommen, darin wurden bis zur Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers insgesamt sechs Atommüll-Behälter mit abgebrannten Brennelementen "aufbewahrt". Dieses jetzt leere Interimslager soll nun "aufgelöst" werden.
"Bis zur Fertigstellung des Zwischenlagers Krümmel waren die Castor-Behälter im Interimslager aufbewahrt worden. Das Interimslager in Krümmel wurde im Jahr 2004 in Betrieb genommen. Nach der Umlagerung der Behälter ins Zwischenlager wird es aufgelöst."
Dr. Bruno Thomauske, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH (VENE), fordert Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager!
=> Bevor Dr. Bruno Thomauske Geschäftsführer bei Vattenfall wurde, war er als "Leiter der Projektgruppe beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, in deren Hand die Genehmigung geplanter Atommüll-Zwischenlager an den AKW-Standorten liegt" beschäftigt. Thomauske genehmigte bei seiner Tätigkeit beim BfS "sieben Atommüll-Zwischenlager". - "Ein ganz normaler Wechsel", so wurde dies vom BfS-Sprecher Volker Schäfer seinerzeit kommentiert. ... (taz vom 30.09.03)
In der Pressemitteilung von Vattenfall Europe betont Dr. Bruno Thomauske die Dringlichkeit eines Endlagers für Atommüll in Gorleben mit den Worten: "Wir brauchen bis zum Jahr 2030 ein betriebsbereites Endlager, damit die Zwischenlager vor Ablauf ihrer Betriebsgenehmigungen geräumt werden können". "Erreicht werden könne dies nur, wenn die Bundesregierung die Standorterkundung und -bewertung zügig vorantreibe. Es gibt auch nach Feststellung der Bundesregierung keine Gründe, die gegen die Eignung des Salzstockes Gorleben als Endlager sprechen. Mit Genehmigungs- und Vorbereitungsphasen könnte er etwa 2022 als Endlager zur Verfügung stehen. Eine neue Standortsuche würde die Lösung der Endlagerfrage hingegen um mindestens weitere 30 Jahre hinauszögern und damit auf zukünftige Generationen verschieben".
"Während die Zwischenlagerung am Kernkraftwerk Krümmel damit gesichert ist, gibt es über ein deutsches Endlager für hochradioaktive Abfälle noch keine Entscheidung. Die Erkundung des Salzstockes Gorleben ist derzeit auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. „Wir brauchen bis zum Jahr 2030 ein betriebsbereites Endlager, damit die Zwischenlager vor Ablauf ihrer Betriebsgenehmigungen geräumt werden können“, betonte Dr. Bruno Thomauske, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH (VENE). Erreicht werden könne dies nur, wenn die Bundesregierung die Standorterkundung und -bewertung zügig vorantreibe. „Es gibt auch nach Feststellung der Bundesregierung keine Gründe, die gegen die Eignung des Salzstockes Gorleben als Endlager sprechen. Mit Genehmigungs- und Vorbereitungsphasen könnte er etwa 2022 als Endlager zur Verfügung stehen. Eine neue Standortsuche würde die Lösung der Endlagerfrage hingegen um mindestens weitere 30 Jahre hinauszögern und damit auf zukünftige Generationen verschieben“, so Thomauske."
Eine Endlagerung des Atommülls wird dagegen in Krümmel befürchtet
Nach einer Meldung auf ndr.de vom 24.11.06 wird jedoch von der Bevölkerung rund um Krümmel eine "Endlagerung in Krümmel" befürchtet. "Umweltpolitiker verschiedener Parteien" in Schleswig-Holstein kritisierten demnach, daß "nach Brunsbüttel nun auch Krümmel die Verantwortung für Atommüll an kommende Generationen weitergebe". "Ein Zwischenlager sei pragmatisch, dürfe aber keine endgültige Lösung sein, hieß es übereinstimmend bei den Landtagsfraktionen in Kiel".
"Anwohner befürchten Endlagerung in Krümmel - Offen ist nach wie vor, ob aus dem Zwischenlager ein Endlager wird, wie es die Bevölkerung rund um Krümmel fürchtet. Im Juli mahnte die Landesregierung den Bund an, ein Bundesendlager zu schaffen. Umweltpolitiker verschiedener Parteien kritisierten, dass nach Brunsbüttel nun auch Krümmel die Verantwortung für Atommüll an kommende Generationen weitergebe. Ein Zwischenlager sei pragmatisch, dürfe aber keine endgültige Lösung sein, hieß es übereinstimmend bei den Landtagsfraktionen in Kiel."
Standort-Zwischenlager Krümmel ist fertig gestellt
Die Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren) gibt in ihrer Pressemitteilung vom 20.07.06 bekannt: Das Standort-Zwischenlager Krümmel ist "Fertig gestellt", die "Bauarbeiten sind nun abgeschlossen".
Die für die Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht kommentierte in der Pressemitteilung die Fertigstellung der Atommüllagerhalle in Krümmel mit den Worten: "Abgebrannte Brennelemente müssen dauerhaft und sicher endgelagert werden. Die oberirdische Zwischenlagerung ist eine Zwischenlösung. Die Sorgen der Bevölkerung, aus Zwischenlagern könnten Endlager werden, müssen ernst genommen werden!"
Die schleswig-holsteinische Ministerin begrüßte, daß "die Zwischenlagerung auf dem Kraftwerksgelände die heftig umstrittenen CASTOR-Transporte quer durch Deutschland überflüssig mache". Dr. Gitta Trauernicht "erinnerte den Bund jedoch auch an seine atomgesetzliche Verpflichtung, ein Bundesendlager zu schaffen". "Der vom Bund eingesetzte 'Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandort (AkEnd)' habe seinen Abschlussbericht bereits Ende 2002 vorgelegt, so die Ministerin weiter. Trauernicht begrüßte in der Mitteilung, daß "Bundesumweltminister Gabriel sich ausdrücklich zur 'nationalen Verantwortung' für die sichere Endlagerung bekannt und angekündigt habe, 'die Lösung dieser Frage zügig und ergebnisorientiert' anzugehen".
Die Landesregierung Schleswig-Holstein weiter: In dem Atommüll-Zwischenlager, das sich auf dem Gelände des AKW Krümmel befindet, dürfen aufgrund der "atomrechtlichen Genehmigung bis zu 80 Behälter vom Typ CASTOR V/52 mit einem Fassungsvermögen von derzeit jeweils 52 abgebrannten Brennelementen aufbewahrt werden. Die Genehmigung ist auf maximal 40 Jahre befristet". Die "atomrechtliche Genehmigung" für die Atommüllagerhalle war vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am 19.12.03 erteilt worden, "die Bauarbeiten sind nun abgeschlossen".
Vattenfall: Erster Atommüll-Behälter wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres eingelagert
Von dem Betreiber Vattenfall Europe des Standort-Zwischenlagers Krümmel (und des AKW Krümmel) wird in einer Pressemitteilung am 20.07.06 die Fertigstellung der Atommüllagerhalle bestätigt: "Das atomare Zwischenlager am Kernkraftwerk Krümmel ist errichtet und wurde am Donnerstag schlüsselfertig übergeben."
Laut Vattentall Europe wird "der erste Castor-Behälter mit abgebrannten Brennstäben voraussichtlich im Herbst dieses Jahres eingelagert". "Zuvor sind noch abschließende Prüfungen durch Sachverständige und behördliche Zustimmungen erforderlich". Nach den Planungen von Vattenfall werden in der Atommüllagerhalle Krümmel "zuerst die sechs Castor-Behälter eingelagert, die sich derzeit im direkt angrenzenden Interimslager auf dem Kraftwerksgelände befinden. Sie werden dort unter Abschirmelementen aus Stahlbeton aufbewahrt. Anschließend wird das Interimslager aufgelöst".
"'Das Zwischenlager Krümmel hat sich bereits bei der so genannten Kalterprobung bewährt', äußerte AKW-Leiter Hans-Dieter Lucht in der Vattenfall-Pressemitteilung. "Dabei war das Procedere der Einlagerung mit einem leeren Castor-Behälter getestet worden. 'Die einzelnen Schritte der Kalterprobung wurden ebenso wie die komplette Errichtungsphase von der Reaktorsicherheitsbehörde und Gutachterorganisationen begleitet und intensiv überwacht.'" Diese 'Kalterprobung' war demnach im Mai 2006 durchgeführt worden.
Nach Aussage von Vattenfall Europe über die Sicherheit der Lagerhalle "bestehen die massiven Wände aus 1,20 Meter starkem Stahlbeton. Das Dach ist 1,30 Meter dick, die Bodenplatte hat eine Stärke von 1,50 Meter. Die Bauweise bietet auch Sicherheit gegen den Aufprall eines großen Verkehrsflugzeuges". - "Insgesamt können innerhalb der 40-jährigen Betriebsdauer des Zwischenlagers 80 Castor-Behälter mit jeweils bis zu 52 abgebrannten Brennelementen eingelagert werden".
Die Antragstellung nach dem Atomgesetz für das Standort-Zwischenlager Krümmel erfolgte laut Vattenfall am 30.11.1999, die Erteilung nach dem Atomgesetz am 19.12.2003. Am 21.03.2000 wurde der Antrag auf Baugenehmigung gestellt, die Erteilung der Baugenehmigung erfolgte am 29.03.2004. Offizieller Baubeginn war am 23.04.2004, die Fertigstellung des Gebäudes und Richtfest am 21.02.2005. Im Mai 2006 wurde die 'Kalterprobung' durchgeführt. Die Fertigstellung der Einrichtungen und Systeme und Übergabe des Lagers an den Betriebsleiter erfolgte am 12.07.2006. Die Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers Krümmel ist ab Herbst 2006 geplant.
Zusammenfassung: Standort-Zwischenlager Krümmel
Nach der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am 19.12.03 ausgesprochenen atomrechtlichen Genehmigung 'Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente in Zwischenlagern' dürfen in der Atommüllagerhalle auf dem AKW-Gelände von Krümmel bis zu 80 CASTOR V/52-Behälter mit jeweils 52 abgebrannten Brennelementen abgestellt werden. Insgesamt dürfen dort 775 Tonnen Atommüll ( 800Tonnen sollen nicht überschritten werden) für erstmal(?) maximal 40 Jahre lagern. - Ursprünglich hatten die Betreiber (Vattenfall Europe) sogar die Einlagerung von 1500 Tonnen Atommüll beantragt.
Gegen das Zwischenlager Krümmel wurden 5700 Einwendungen erhoben.
Die atomrechtliche Genehmigung gilt ausdrücklich auch für Atommüll, der aus Mischoxid-Brennelementen (MOX-Brennelemente) besteht!
Zusammenfassung: Interimslager Krümmel
Am 20.06.03 hatte das BfS die atomrechtliche Genehmigung für das Interimslager am AKW Krümmel erteilt. In dem Interimslager in Krümmel dürfen nach nach dessen Fertigstellung und Inbetriebnahme insgesamt 120 Tonnen radioaktiver Atommüll in 12 Castoren vom Typ CASTOR V/52 abgestellt werden. Diese Genehmigung ist auf maximal fünf Jahre ab dem Zeitpunkt der ersten Einlagerung eines beladenen Transport- und Lagerbehälters in das Interimslager Krümmel befristet.
Nach aktueller Aussage von Vattenfall Europe vom 20.07.06 befinden sich derzeit sechs Atommüll-Behälter in dem Interimslager. Der erste Castor wurde dort am 05.08.04 abgestellt.
Gegen das Interimslager Krümmel wurden 5844 Einwendungen erhoben.
Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlager Krümmel für den Sommer 2006 angekündigt
Nach einem Bericht in den Kieler Nachrichten vom 08.02.06 soll nach Angaben von Vattenfall Europe das Standort-Zwischenlager Krümmel den Betrieb im Sommer 2006 aufnehmen. (Laut dem Sozialministerium in Kiel soll das Standort-Zwischenlager Brokdorf "frühestens Anfang 2007" in Betrieb gehen.)
"Im Sommer soll laut Betreiber Vattenfall Europe das Zwischenlager in Krümmel seinen Betrieb aufnehmen, während der Standort Brokdorf (E.ON) laut Sozialministerium frühestens Anfang 2007 mit der Einlagerung beginnt."
Richtfest für das Standort-Zwischenlager Krümmel
Nach einem Bericht auf VERIVOX vom 22.05.05 wurde am 21.02.05 das Richtfest für das Standort-Zwischenlager Krümmel "gefeiert". Vor rund 300 geladenen Gästen stellte Dr. Bruno Thomauske dabei fest: "Sein Unternehmen [Vattenfall] werde künftig wohl im Ausland in Kernkraftwerke investieren, weil die Energieform in Deutschland politisch nicht mehr gewollt sei". Weiter übte er Kritik an der Ministerpräsidentin Simonis, "weil sie die Technik der Kernkraftwerke als veraltet darstellen würde".
In dem Standort-Zwischenlager in Krümmel können max. 775 Tonnen hochradioaktiver Atommüll in max. 80 Castor-Behältern vom Typ CASTOR V/52 bis zu 40 Jahre abgestellt werden. Die atomrechtliche Genehmigung erlaubt ausdrücklich auch die Einlagerung von plutonium-haltigem Atommüll aus abgebrannten MOX-Brennstäben. Das 41 Millionen Euro teure Zwischenlager soll im Sommer 2006 in Betrieb gehen. Nach der 'Zwischenlagerung' soll der radioaktive Abfall in ein noch vom Bund zu bauendes Endlager kommen.
Baubeginn für das Standort-Zwischenlager in Krümmel
Keine Castor-Transporte mehr aus Krümmel nach La Hague oder Sellafield
Nach einer Pressemitteilung der HEW (Vattenfall Europe) vom 23.04.04 ist mit dem Bau für das Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel begonnen worden: "Am heutigen Tag [23.04.04] wird um 15:00 Uhr der erste symbolische Spatenstich für den Bau des Standort-Zwischenlagers des Kernkraftwerks Krümmel getätigt."- Von der Landeszeitung Lüneburg wird am 24.04.04 gemeldet, daß mit dem eigentlichen Bauarbeiten am 26.04.04 begonnen wird: "Die Planungsphase ist vorbei, ab Montag [26.04.04] beginnen die Arbeiten für den Bau des Zwischenlagers am Kernkraftwerk Krümmel. Symbolisch begonnen hat die Errichtung der gigantischen Halle aus Stahlbeton für hochradioaktiven Müll schon gestern [23.04.04]."
Die Baubehörde in Geesthacht hatte dem AKW-Betreiber Vattenfall Europe Nuclear Power GmbH die Baugenehmigung am 29. März diesen Jahres erteilt. Die für den Betrieb erforderliche atomrechtliche Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz liegt bereits seit dem 19. Dezember 2003 vor.
In dem Standort-Zwischenlager in Krümmel können max. 775 Tonnen hochradioaktiver Atommüll in max. 80 Castor-Behältern vom Typ CASTOR V/52 bis zu 40 Jahre abgestellt werden. Die atomrechtliche Genehmigung erlaubt ausdrücklich auch die Einlagerung von plutonium-haltigem Atommüll aus abgebrannten MOX-Brennelementen. - Im Sommer 2006 soll die Lagerhalle in Betrieb genommen werden.
Nach Aussage der HEW (Vattenfall Europe) macht das Zwischenlager "den Betrieb des Kernkraftwerkes [Krümmel] unabhängig von Abtransporten in zentrale Zwischenlager oder in die Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich" ... "Bundesweit werden 12 Standort-Zwischenlager errichtet. Die atomrechtlichen Genehmigungsverfahren wurden im Jahr 2003 abgeschlossen. Für die meisten Standorte liegt inzwischen auch die baurechtliche Genehmigung vor. Mit der Errichtung der Zwischenlager wurde in Brunsbüttel, Brokdorf und an anderen Kernkraftwerksstandorten bereits begonnen."
Aus dem AKW Krümmel wird kein Atommüll mehr in die Plutonium-Fabriken in La Hague und Sellafield transportiert, melden die Lübecker Nachrichten am 24.04.04: "Ziel ist es, die häufig von Protesten begleiteten Transporte mit abgebrannten Brennelementen nach England und Frankreich überflüssig zu machen. Schon jetzt wird in Krümmel darauf verzichtet, vom 1. Juli 2005 an verbietet sogar ein Gesetz diese Touren."
Gegen den Bau des Standort-Zwischenlager Krümmel ist inzwischen Klage eingericht worden. - Die Lübecker Nachrichten vom 24.04.04 berichten darüber: "Die Atomkraftgegner um die Geesthachterin Bettina Boll fordern einen sofortigen Atomausstieg und das Abschalten des Krümmeler Reaktors. Die Umweltschützerin hat eine Klage gegen das Zwischenlager eingereicht. Sie und ihre Mitstreiter sehen die Gefahr, das radioaktive Strahlung freigesetzt werde, etwa bei einem gezielten Flugzeugabsturz durch Terroristen. 'Zurzeit können wir an dem Bauprojekt nicht viel ändern', sagt Bettina Boll. 'Die Klage ist eingereicht, jetzt geht die Sache ihren Weg.' Durch Spenden sind bereits 5000 Euro zusammengekommen. Sollte der Prozess verloren gehen, würde das 30 000 Euro kosten. 'Es ist erstaunlich, wie viele junge Menschen uns auch unterstützen, das hat es zuvor nicht gegeben', freut sich die Geesthachterin."
Bevor die eigentliche Errichtung der Atommüll-Lagerhalle in Krümmel beginnen kann, muß dort erst einmal im großen Maßstab Bodenaustausch erfolgen: Früher befand sich dort eine Sprengstoffabrik, durch die das Erdreich mit Produktions-Rückständen verunreinigt worden ist: "Doch ehe die Errichtung der Halle beginnt, stehen zunächst massive Erdarbeiten an. Hintergrund: Der Boden ist mit Schadstoffen belastet und muss zum Teil als Sondermüll entsorgt werden. Die Verschmutzung rührt noch aus den Zeiten, als Alfred Nobel seine Sprengstofffabrik in Krümmel betrieb und Salpeter sowie Schwefelsäure produzierte", so die Landeszeitung Lüneburg am 24.04.04. - Die HEW (Vattenfall Europe) werden dazu von den Lübecker Nachrichten am 24.04.04 wie folgt zitiert: "'Es waren immer Meilensteine der Forschung und Technik, die die Entwicklung des Standortes Krümmel geprägt haben', sagte Häge [Vorstand Vattenfall Europe AG]. 1865 hatte Alfred Nobel auf dem Gelände an der Elbe die weltweit erste Dynamitfabrik gebaut und ein Verfahren entwickelt, das den Umgang mit Spreng-Öl sicherer machte. 1974 begann der Bau des Kraftwerkes, das am 14. September 1983 in Betrieb ging. Der schwedische Vattenfall-Konzern, zu dem die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) als Betreiber gehören, führe die Tradition des Schweden Nobel gewissermaßen weiter, sagte Häge."
Baurechtliche Genehmigung für Standort-Zwischenlager Krümmel erteilt
Mit der Errichtung soll unverzüglich begonnen werden!
Am 29.03.04 ist von der Unteren Bauaufsichtsbehörde der Stadt Geesthacht die baurechtliche Genehmigung für das Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel erteilt worden. Mit dessen Errichtung soll nun "unverzüglich begonnen" werden. Es ist daher damit zu rechnen, daß die Bauarbeiten in aller Kürze beginnen werden.
Vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein wurde zur baurechtlichen Genehmigung vom Standort-Zwischenlager Krümmel am 29.03.04 eine Pressemitteilung abgegeben:
"Das als Reaktorsicherheitsbehörde für die Beaufsichtigung zuständige Sozialministerium teilte am 29. März in Kiel mit, dass mit dem Bau des atomaren Zwischenlagers Krümmel begonnen werde."
"Die für den Betrieb des Zwischenlagers erforderliche atomrechtliche Genehmigung war von dem für die Genehmigung zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz am 19. Dezember 2003 erteilt worden. Die zur Errichtung erforderliche Baugenehmigung ist von der zuständigen Unteren Bauaufsichtsbehörde, der Stadt Geesthacht, am 29. März erteilt worden."
"Nach den Planungen der Betreiberin [HEW / Vattenfall Europe] des Zwischenlagers soll mit der Errichtung nun unverzüglich begonnen werden. ... Die erste Einlagerung wird voraussichtlich im Jahre 2006 erfolgen."
Von den HEW wurde in einer Pressemitteilung vom 29.03.04 zum Baubeginn ausgesagt:
"Wir werden voraussichtlich im April mit den Bauarbeiten beginnen. Das Zwischenlager soll nach etwa 22 Monaten Bauzeit fertig gestellt sein und im Sommer 2006 seinen Betrieb aufnehmen." Und zur Sicherheit der atomaren Lagerhalle: " Gutachter haben darüber hinaus bestätigt, dass die Sicherheit auch bei einem gezielten Absturz eines großen Verkehrsflugzeuges gewährleistet ist."
Baubeginn für das Standort-Zwischenlager in Krümmel wird im 2.Quartal 2004 erwartet!
Für das Standort-Zwischenlager in Krümmel ist eine baurechtliche Genehmigung bislang nicht erteilt worden, der Bauantrag wird zur Zeit im zuständigen Bauamt noch bearbeitet. Sie dürfte in Kürze erteilt werden, denn bereits im zweiten Quartal sollen die Bauarbeiten beginnen.
In den Kieler Nachrichten vom 12.03.04 wird unter dem Titel "Geesthachter Bürgerinitiative macht gegen das geplante Zwischenlager mobil" dazu berichtet: "Im städtischen Bauamt wird zurzeit der Bauantrag bearbeitet. Im zweiten Quartal sollen die Arbeiten beginnen. Die Kraftwerksbetreiber von E.on und Vattenfall Europe wollen die ersten abgebrannten Brennstäbe bereits 2006 in die neue Riesenhalle am Geesthang bringen. 40 Millionen Euro kostet das ganze Projekt, acht Millionen allein der Bau."
BfS genehmigt Standort-Zwischenlager in Krümmel
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 19.12.03 am AKW-Standort Krümmel die atomrechtliche Genehmigung für die "Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente in Zwischenlagern" erteilt.
Gemäß der erteilten Genehmigung dürfen in der Lagerhalle auf dem AKW-Gelände bis zu 80 Transport- und Lagerbehältern der Bauart CASTOR V/52 mit bis zu 775 Tonnen Atommüll ("Schwermetallmasse") für maximal 40 Jahre lagern. - Gegen das Zwischenlager Krümmel wurden 5700 Einwendungen erhoben.
Das BfS begründet in einer Pressemitteilung vom 19.12.03 die erteilte atomrechtliche Genehmigung u.a. mit: "Die Antragsteller haben den Nachweis erbracht, dass sie die gesetzlich erforderliche Vorsorge gegen Schäden und die vom radioaktiven Abfall ausgehenden Gefahren mit unterschiedlichen Konzepten erfüllen." ... "Die Aufbewahrung des radioaktiven Inventars konnte nach meinem Verständnis [BfS-Präsident Wolfram König] der Rolle einer Genehmigungsbehörde nur zugelassen werden, wenn auch terroristische Anschläge wie ein gezielter Flugzeugangriff in die Prüfungen einbezogen werden." "Sowohl die mechanischen Belastungen des Aufpralls eines voll betankten Verkehrsflugzeugs vom Typ Boeing 747 oder Airbus 340 als auch das Szenario eines drohenden Kerosinbrandes wurden untersucht. Hier musste insbesondere nachgewiesen werden, dass die Behälter auch dann in der Lage sind, das radioaktive Material sicher einzuschließen. Dass Ergebnis für alle Verfahren lautet: Eine erhebliche Gefährdung von Leben und Gesundheit infolge Direktstrahlung oder der Freisetzung einer erheblichen Menge radioaktiver Stoffe ist ausgeschlossen. Die Eingreifrichtwerte für den Katastrophenschutz werden unterschritten. Nachdem selbst bei diesen extremen Bedingungen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren, hat das BfS die Genehmigungen erteilt."
[Desweiteren hat am 19.12.03 das BfS an zwei weiteren AKW-Standorten Philippsburg (152 Castoren, 1600 Tonnen Atommüll), und Gundremmingen (192 Castoren, 1850 Tonnen Atommüll) die atomrechtliche Genehmigung für ein Standort-Zwischenlager erteilt.- Damit sind an allen 12 AKW-Standorten, bei denen Standort-Zwischenlager beantragt worden sind, die atomrechtlichen Genehmigungen erteilt! ]
Kernkraftwerk Krümmel GmbH beantragt Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel
Nach Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 25.06.01 hatte die Kernkraftwerk Krümmel GmbH am 30.11.1999 ein Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel atomrechtlich beantragt.
Der (ursprüngliche) Antrag umfaßte die "vorübergehende Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Krümmel, die Aufbewahrung von leeren, innenkontaminierten Lagerbehältern sowie die Aufbewahrung von Behältern mit defekten, in Köchern gekapselten Brennstäben“ mit bis zu 1500 Tonnen Atommüll ("Schwermetall") in bis zu 150 Transport- und Lagerbehältern der Bauarten CASTOR V/52, TN 900 und NAC-STC(B).
"Die Lagerzeit soll 40 Jahre je Behälter nicht überschreiten", wurde vom BfS versichtert.
Vom 06.02. bis 05.04.01 lagen die Antragsunterlagen öffentlich aus. Nach Darstellung des BfS gab es "insgesamt 5717 Einwenderinnen und Einwender mit 34 unterschiedlichen Einwendungen“. Der Erörterungstermin fand in Geesthacht ab dem 25.06.01 mit dem Verhandlungsleiter Dr. Bruno Thomauske (für das BfS) statt.
Chronik: Interimslager Krümmel
Anzahl Lagerplätze für Castoren 12
Max. Lagermenge 120 Tonnen Atommüll
Atomrechtlich beantragt 15.08.2000
Atomrechtlich genehmigt 20.06.2003
Baurechtlich genehmigt ?
Offizieller Baubeginn Anfang Mai 2004
ersten Atommüll-Behälters) 05.08.2004
Bislang genehmigte Lagerdauer 5 Jahre
(Letzte Aktualisierung: 20.12.2008)
Interimslager Krümmel
Interimslager in Krümmel wurde außer Betrieb genommen
Das Interimslager am AKW Krümmel (12 Stellplätze für Atommüll-Behälter des Typs CASTOR/V52 mit insgesamt 120 Tonnen hochradioaktiven Atommüll) wurde, nach Aussage des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dessen Website mit Stand vom 24.07.08, am 23.11.2006 außer Betrieb genommen.
Das BfS gibt in der Veröffentlichung "Anlagen des Brennstoffkreislaufs in Deutschland" vom Juni 2008 bekannt: "Anfang 2006 befanden sich 5 Behälter im Interimslager. Die Behälter wurden 2006 in das Standort-Zwischenlager überführt. Der Betrieb des Interimslagers wurde am 23.11.2006 beendet."
Das Interimslager in Krümmel soll aufgelöst werden
"Innerbetrieblicher Transport eines Brennelement-Transport- und Lagerbehälters"
Von der Meßstation am Interimslager Krümmel (Krümmel KKK Interimslager KKK.1002.IMK) wurde vom 20.11.06 (11:00 Uhr) bis zum 21.11.06 (16:00 Uhr) erhöhte radioaktive Strahlung detektiert. Dies geht aus den Daten der Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein eindeutig hervor. - Die Landesregierung Schleswig-Holstein veröffentlicht regelmäßig unter der Rubrik "Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein - Messwerte - Tagesmittelwerte - KKW Krümmel" aktuelle Daten im Netz.
In der "Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein" werden die Meßwerte für Radioaktivität an der Meßstation "Krümmel KKK Interimslager KKK.1002.IMK" wie folgt kommentiert:
20.11.2006 11h
21.11.2006 16h
Innerbetrieblicher Transport eines Brennelement-Transport- und Lagerbehälters
Im Zeitraum vom 14.11.06 (11:00 Uhr) bis zum 15.11.06 (13:00 Uhr) wurde von der Meßstation am Interimslager Krümmel (Krümmel KKK Interimslager KKK.1002.IMK) erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Dies ist aus den Daten der Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein eindeutig ersichtlich. - Die Landesregierung Schleswig-Holstein veröffentlicht regelmäßig unter der Rubrik "Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein - Messwerte - Tagesmittelwerte - KKW Krümmel" aktuelle Daten im Netz.
In der "Kernreaktorfernüberwachung Schleswig-Holstein" werden die Meßwerte für Radioaktivität an der Meßstation "Krümmel KKK Interimslager KKK.1002.IMK" wie unten aufgeführt kommentiert:
14.11.2006 11h
15.11.2006 13h
Im Standort-Zwischenlager Krümmel sind bislang sechs Atommüll-Behälter eingelagert worden
Zu einer Kleinen Anfrage der PDS/DIE LINKE im Bundestag zu den Standort-Zwischenlagern wurde in der Drucksache 16/2876 vom 06.10.06 von der Bundsregierung mitgeteilt:
Am 31.08.06 befanden sich im Standort-Zwischenlager Krümmel in Atommüll-Behältern (Typ: CASTOR/V52) 312 abgebrannte Brennelemente.
Dies entspricht einer Anzahl von sechs Castor-Behältern.
Nach Beendigung der Revision soll ein zweiter Castor-Behälter im Interimslager Krümmel abgestellt werden
Nach einem Artikel in der Landeszeitung (Lüneburg) vom 28.08.04 sind bislang sechs der zwölf Beton-Garagen für die Castor-Behälter in dem Interimslager Krümmel fertig gestellt worden. - Am 05.08.04 ist dort der erste Atommüll-Behälter eingelagert worden. Noch in diesem Jahr soll ein zweiter Castor im Interimslager abgestellt werden:
"Einer der Castoren steht schon seit Anfang August im Interimslager, umhüllt von einer 40 Zentimeter dicken Betonplatte und abgedeckt mit einem ebenso mächtigen Deckel aus Beton. Noch in diesem Jahr soll ein zweiter Castor dort Platz finden. 'Dieser steht fertig gepackt mit abgebrannten Brennelementen im Maschinenhaus, das zum Kontrollbereich gehört', so Joachim Kedziora, Leiter des Informationszentrums am Kernkraftwerk Krümmel."
"Sobald 1000 Monteure aus ganz Deutschland die demnächst beginnende Revision, den Austausch von 128 Elementen des Reaktors im Atomkraftwerk sowie Instandsetzungsarbeiten, beendet haben und das dafür abgeschaltete Werk wieder angefahren wird, ist der Castor an der Reihe, wird ins Interimslager verfrachtet."
"Unterdessen läuft der Bau des 40 Millionen Euro teuren Zwischenlagers für 80 Castor-Behälter auf Hochtouren. Langsam ist die Dimension des Giganten aus Stahl und Beton zu erahnen - es entsteht eine 88 Meter lange, 27 Meter breite und 23 Meter hohe Halle neben dem Atomkraftwerk. 'Wir liegen gut im Zeitplan. Bisher sind 4000 von 14 000 Kubikmetern Beton verbaut worden', berichtet Kedziora. Bis zu 40 polnische Bauarbeiter sind im Dauereinsatz, schieben wochentags acht Stunden Schicht."
Inbetriebnahme vom Interimslager Krümmel - Erster Castor ist eingelagert worden
Von der Landesregierung Schleswig-Holstein (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz) ist am 05.08.04 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben worden, daß das "atomare Interimslager Krümmel“ am 05.08.04 in Betrieb genommen worden ist.
"Die Atomaufsicht über diese [Atommüll-]Lager hat das Land Schleswig-Holstein. Vor der ersten Einlagerung musste die Betreiberin dem Sozialministerium noch nachweisen, dass das Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Krümmel für Reparaturmaßnahmen an Brennelementtransport- und Lagerbehältern, die im Interimslager Krümmel aufbewahrt werden, zur Verfügung steht. Nach eingehender Prüfung hat das Ministerium der Betreiberin am 4. August die entsprechende atomrechtliche Genehmigung erteilt."
Nach einem Posting auf der Homepage der Kernkraftwerk Krümmel GmbH (Betreibergesellschaft vom AKW Krümmel, die zu Vattenfall Europe/HEW gehört) ist am 05.08.04 der erste Castor-Behälter vom Typ Castor V/52 im Interimslager Krümmel abgestellt worden:
"Heute [05.08.04] wurde mit der Einlagerung des ersten Castor-Behälters das Interimslager am Standort des Kernkraftwerks Krümmel in Betrieb genommen."
"Das Interimslager Krümmel (ILK) ist das erste Zwischenlager Schleswig-Holsteins. Der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy, Dr. Bruno Thomauske, freut sich über die Erfolge bei der Zwischenlagerung. 'Die Rohbauarbeiten für die Zwischenlagerhalle in Krümmel machen gute Fortschritte, in der letzten Woche haben wir das Richtfest für das Standort-Zwischenlager in Brunsbüttel gefeiert und heute nehmen wir das Interimslager Krümmel in Betrieb. Dies macht uns unabhängig von Transporten abgebrannter Brennelemente. Dadurch haben wir die Entsorgung des Kernkraftwerks Krümmel auf eine neue Grundlage gestellt und leisten damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz', erklärte Thomauske." ...
Bevor Dr. Bruno Thomauske Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy geworden ist,
war er "als Leiter der Projektgruppe beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter,
in deren Hand die Genehmigung geplanter Atommüll-Zwischenlager an den AKW-Standorten liegt"
beschäftigt! - Er genehmigte bei seiner Tätigkeit beim BfS "sieben Atommüll-Zwischenlager". -
"Ein ganz normaler Wechsel", so wurde dies vom BfS-Sprecher Volker Schäfer seinerzeit
kommentiert. ... (taz vom 30.09.2003)
"Im Interimslager Krümmel sollen auf einer 1.000 m2 großen Lagerfläche maximal 12 Castor-Behälter mit jeweils bis zu 52 abgebrannten Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Krümmel zwischengelagert werden, bis das eigentliche Standort-Zwischenlager fertig gestellt ist. Zur Abschirmung und als Witterungsschutz wird jeder einzelne Behälter unter einer Umhausung aus Stahlbeton aufbewahrt. Das Interimslager Krümmel ist das kleinste nukleare Zwischenlager Deutschlands. Das Interimslager und das künftige Standort-Zwischenlager Krümmel sind jeweils eigenständige kerntechnische Anlagen."
"Das Standort-Zwischenlager Krümmel wird gegenwärtig als massive Stahlbeton-Halle errichtet. Baubeginn war im April 2004, die erste Einlagerung ist für Sommer 2006 geplant. Die Behälter werden dann vom Interimslager in das Standort-Zwischenlager überführt. Dort sollen sie für maximal 40 Jahre bleiben, bevor sie in ein nationales Endlager transportiert werden."
"In Schleswig-Holstein sind fünf Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente vorgesehen: Die Interimslager in Krümmel und Brunsbüttel und Standort-Zwischenlager in Krümmel, Brunsbüttel und Brokdorf. Die Betreiber kommen mit der Neuschaffung der Nuklearanlagen dem Willen der Bundesregierung nach, die die Errichtung dezentraler Zwischenlager gesetzlich vorgeschrieben und Transporte in die Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und England ab Mitte 2005 gesetzlich verboten hat."
"An den Standorten Neckarwestheim, Philippsburg und Biblis sind Interimslager bereits seit 2001 bzw. 2002 in Betrieb."
=> Castor-Transporte aus dem AKW Krümmel in die Plutonium-Fabriken von Sellafield oder La Hague
wird es daher zukünftig mit Sicherheit nicht mehr geben!
Baubeginn für das Interimslager in Krümmel
Erster Castor soll bereits im Juni dieses Jahres dort abgestellt werden
Anfang Mai 2004 ist auch mit dem Bau für das Interimslager am AKW Krümmel bei Geesthacht begonnen worden. Drei von zwölf Atommüll-Garagen für die Castoren sind dort schon aufgestellt worden. (Bereits am 23. April 2004 erfolgte der Baubeginn für das Standort-Zwischenlager in Krümmel.)
Von den Kieler Nachrichten ist dazu am 06.05.04 berichtet worden: "Östlich des Kernkraftwerkes Krümmel haben jetzt auch die Bauarbeiten für das so genannte 'Interimslager' begonnen." ... "Auf Tiefladern wurden die ersten drei Fundamente und Boxen in Krümmel angeliefert und mit einem großen Autokran an ihre Plätze gehievt. Ein 1000 Quadratmeter großes Gelände im Freien ist für die Stahlbetonboxen reserviert. Die Kraftwerksbetreiber gehen davon aus, dass nur die Hälfte der genehmigten Boxen wirklich benötigt wird. Dafür muss der Baufortschritt für das Zwischenlager nebenan aber reibungslos laufen."
Das Interimslager in Krümmel wurde am 15.08.2000 von der Kernkraftwerk Krümmel GmbH beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) atomrechtlich beantragt. - Die atomrechtliche Genehmigung wurde vom BfS am 20.06.2003 erteilt.
Nach dem atomrechtlichen Genehmigungsbescheid vom 20.06.2003 dürfen in dem Interimslager Krümmel maximal 12 Castor-Behälter vom Typ CASTOR V/52 mit maximal 120 Tonnen Atommüll "aufbewahrt" werden. - Diese Genehmigung beinhaltet interessanterweise nicht die Einlagerung von plutoniumhaltigem Atommüll aus abgebrannten MOX-Brennstäben!
Schon "in den nächsten Tagen" wird der erste Leerbehälter in Krümmel erwartet. Er soll zunächst im AKW Krümmel und danach in einer der "mobilen Behausungen", wie die Abstellgaragen für die Castoren offiziell benannt worden sind, "erprobt" werden. - Bereits im Juni soll der erste Castor "eingelagert" werden! "In den nächsten Tagen soll der erste leere Castor in Krümmel eintreffen. Er wird zunächst im Kraftwerk und danach in einer der "mobilen Behausungen", wie die Boxen offiziell heißen, erprobt werden. Im Juni soll dann der erste Castor vom Typ V/52 eingelagert werden." ... "Nach der Fertigstellung des Zwischenlagers, das in 18 Monaten stehen soll, werden dann die Boxen des Interimslagers aufgelöst und deren Inhalt in die neue Lagerhalle umgesetzt. Hier können bis zu 80 Behälter mit 750 Tonnen strahlendem Material Platz finden." Dieses berichten die Kieler Nachrichten am 06.05.04.
Von den Kieler Nachrichten wird am 06.05.04 auch gemeldet, daß aus dem AKW Krümmel keine Castor-Transporte in die Plutonium-Fabriken von La Hague und Sellafield mehr zu erwarten sind: "Bis zu zwölf Betonboxen hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den Kraftwerksbetreibern sozusagen als Zwischen-Zwischenlager genehmigt. So soll sichergestellt werden, dass bis zur Inbetriebnahme des ebenfalls seit gut einer Woche im Bau befindlichen eigentlichen Zwischenlagers 2006 keine Castor-Transporte aus Krümmel in die Wiederaufbereitungsanlagen in England und Frankreich mehr rollen müssen."
AKW Krümmel - Interimslager atomrechtlich genehmigt
Bereits am 15.08.2000 hatte die Kernkraftwerk Krümmel GmbH (KKK) einen Antrag für ein Interimslager am AKW Krümmel gestellt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am 20.06.2003, dieses Interimslager genehmigt!
In dem Interimslager in Krümmel dürfen nach nach dessen Fertigstellung und Inbetriebnahme insgesamt 120 Tonnen radioaktiver Atommüll in 12 Castoren "zwischengelagert" werden. Das BfS definiert den Begriff Interimslager als "vorübergehende Aufbewahrung geeigneter Behälter in mobilen Umhausungen (liegend), auf 5 bis 8 Jahre befristet".
Die Kernkraftwerk Krümmel GmbH hatte schon am 30.11.1999 einen Antrag für ein dezentrales Standort-Zwischenlager am AKW Krümmel gestellt. Darin sollen 800 Tonnen radioaktiver Atommüll in 80 Castor-Behältern gelagert werden. Das Genehmigungsverfahren zu dem Standort-Zwischenlager läuft noch.
[Background-Info:
Genehmigt sind Interimslager bereits am AKW Biblis am 20.12.2001 (Ergänzungsgenehmigung: 16.04.2003) für 28 Castoren, AKW Neckarwestheim am 10.04.2001 (Ergänzungsgenehmigung: 20.12.2002) für 24 Castoren und AKW Philippsburg am 31.07.2001 (Ergänzungsgenehmigung:17.02.2003). - Ein weiteres Interimslager am AKW Brunsbüttel befindet sich noch im Genehmigungsverfahren.
Standort-Zwischenlager sind bislang genehmigt am AKW Grafenrheinfeld am 12.02.2003 für 88 Castoren, AKW Grohnde am 20.12.2002 für 100 Castoren, AKW Emsland (Lingen) am 06.11.2002 für 125 Castoren, AKW Unterweser (Esenshamm) am 22.09.2003 für 80 Castoren, AKW Biblis am 22.09.2003 für 135 Castoren, AKW Neckarwestheim am 22.09.2003 für 151 Castoren und AKW Isar (Ohu) am 22.09.2003 für 152 Castoren. - Das Standortzwischenlager in Lingen wurde bereits in Betrieb genommen. - Für fünf weitere AKW-Standorte (mit Ausnahme vom AKW Stade) befinden sich die beantragten Standortzwischenlager noch in der Genehmigungsphase.]
Kernkraftwerk Krümmel GmbH beantragt Interimslager am AKW Krümmel
Nach Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 20.06.01 hatte die Kernkraftwerk Krümmel GmbH am 15.08.2000 ein Interimslager am AKW Krümmel atomrechtlich beantragt.
Der Antrag umfaßte die "vorübergehende Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Krümmel“ mit bis zu 120 Tonnen Atommüll ("Schwermetall") in bis zu 12 Transport- und Lagerbehältern der Bauart CASTOR V/52.
"Die beantragte Nutzungsdauer ist auf 6 Jahre befristet", wurde vom BfS versichtert.
Vom 06.02 bis 05.04.01 lagen die Antragsunterlagen öffentlich aus. Nach Darstellung des BfS gab es "insgesamt 5854 Einwenderinnen und Einwender mit 28 unterschiedlichen Einwendungen“. Der Erörterungstermin fand in Geesthacht ab dem 20.06.01 mit dem Verhandlungsleiter Dr. Bruno Thomauske (für das BfS) statt.
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