Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=13.05.2005&Aktenzeichen=22%20A%2096.40091
Timestamp: 2020-07-07 06:24:57
Document Index: 24321533

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 16', '§ 15', '§ 16', '§ 91', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 74', '§ 75', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

VGH Bayern, 13.05.2005 - 22 A 96.40091 - dejure.org
https://dejure.org/2005,7902
VGH Bayern, 13.05.2005 - 22 A 96.40091 (https://dejure.org/2005,7902)
VGH Bayern, Entscheidung vom 13.05.2005 - 22 A 96.40091 (https://dejure.org/2005,7902)
VGH Bayern, Entscheidung vom 13. Mai 2005 - 22 A 96.40091 (https://dejure.org/2005,7902)
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Thermoselect-Abfallbehandlungsanlage, immissionsschutzrechtliche Genehmigung, Änderungsgenehmigung vor Errichtung, Alternativenprüfung, Umweltverträglichkeitsprüfung, Öffentlichkeitsbeteiligung, "erhebliche nachteilige Auswirkungen" der Änderung, Immissionsprognose,
Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung im Änderungsgenehmigungsverfahren
Immissionsschutzrecht - Thermoselect-Abfallbehandlungsanlage, immissionsschutzrechtliche Genehmigung, Änderungsgenehmigung vor Errichtung, Alternativenprüfung, Umweltverträglichkeitsprüfung, Öffentlichkeitsbeteiligung, "erhebliche nachteilige Auswirkungen" der Änderung, ...
Voraussetzungen für das Vorliegen einer Neuerrichtung bei Änderungen von Lage, Beschaffenheit oder Betrieb einer genehmigungsbedürftigen Anlage; Bestehen einer genehmigungsbedürftigen Anlage bei baulichen und verfahrenstechnischen Modifikationen einer bereits genehmigten ...
NVwZ-RR 2006, 456
Eine bloße Vermehrung der von der Anlage ausgehenden Emissionen genügt allerdings nicht; entscheidend sind die Einwirkungen (insbesondere Immissionen) auf die Schutzgüter des § 1 BImSchG (BayVGH, Urt. v. 13.05.2005 - 22 A 96.40091 -, NVwZ-RR 2006, 456 [458], RdNr. 60 in juris, m.w.N.).
Im Begriff der "erheblichen nachteiligen Auswirkungen" liegt eine graduelle Verschärfung gegenüber jenen (einfachen) nachteiligen Auswirkungen, die nach § 16 Abs. 1 Satz 1 BImSchG bereits zur Qualifizierung einer Änderung als wesentlich und damit als genehmigungsbedürftig führen (vgl. BayVGH, Urt. v. 13.05.2005, a.a.O., m.w.N.).
Die Vorschriften der §§ 15, 16 BImSchG sind auch auf zwar genehmigte, aber noch nicht errichtete Vorhaben anwendbar (vgl. VGH München Urt. v. 13.05.2005 - 22 A 96.40091 -, NVwZ-RR 2006, 456, 458;… Czajka in: Feldhaus, BImSchR, Stand: 05/15, § 16 BImSchG Rn. 24 f.).
Es kann offen gelassen werden, ob mit dem in der mündlichen Verhandlung gestellten Klageantrag in formeller Hinsicht eine Klageänderung vorliegt oder die schon anhängige Klage sich auf die Erweiterung des Streitgegenstandes erstreckt, da auch die Klageänderung jedenfalls gemäß § 91 Abs. 1 VwGO sachdienlich und damit zuzulassen ist (vgl. zu dieser Frage BayVGH, Urteil vom 13.05.2005 - 22 A 96.40091 -, [...] Rn. 48: bloße Erweiterung des Klagebegehrens; VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 21.11.2000 - 10 S 1322/99 -, [...] Rn. 23 f.: jedenfalls sachdienliche Klageänderung).
vgl. Sellner, in: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, § 16 BImSchG Rn. 133; Czajka, in: Feldhaus, Bundesimmissionsschutzrecht, Kommentar, B 1 § 16 BImSchG Rn. 78 f.; Jarass, BImSchG, 7. Aufl. 2007, § 16 Rn. 53; vgl. auch BayVGH, Urteil vom 13. Mai 2005 22 A 96.40091 , NVwZ-RR 2006, 456 = ZUR 2005, 542.
Denn bei einer - wie hier - ursprünglich zulässigen Untätigkeitsklage kann ein erst danach ergangener Widerspruchsbescheid auch ohne Einhaltung der Klagefrist des § 74 VwGO in das Verfahren einbezogen werden (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 7. November 2018 - OVG 10 B 4.16 -, juris Rn. 35; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13. September 2012 - 9 S 2153/11 -, juris Rn. 7; Bayerischer VGH, Urteil vom 13. Mai 2005 - 22 A 96.40091 -, juris Rn. 48; VG Karlsruhe, Urteil vom 13. November 2014 - 2 K 1061/14 -, juris Rn. 41; VG Weimar, Urteil vom 10. Oktober 2001 - 6 K 2489/00.We -, LKV 2003, 40; Kopp/Schenke, a.a.O., § 75 Rnrn.
Eine Änderung einer Anlage im Sinne der genannten Vorschriften liegt nur vor, wenn die Beschaffenheit der Anlage oder die Art und Weise des Anlagenbetriebs in erheblicher Weise von der vorhandenen Genehmigung abweicht (vgl. BayVGH, Urt. v. 13.05.2005 - 22 A 96.40091 -, juris RdNr. 58; NdsOVG, Beschl. v. 12.12.2013 - 12 ME 194/13 -, juris RdNr. 6).
vgl. Sellner, in: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, § 16 BImSchG Rn. 133; Czajka, in: Feldhaus, Bundesimmissionsschutzrecht, Kommentar, B 1 § 16 BImSchG Rn. 78 f.; Jarass, BImSchG, 7. Aufl. 2007, § 16 Rn. 53; vgl. auch BayVGH, Urteil vom 13. Mai 2005 22 A 96.40091 -, NVwZ-RR 2006, 456 = ZUR 2005, 542.
Soweit diese Synthese Temperaturen von 200° bis 400°C voraussetzen (vgl. BayVGH, Urteil vom 13.05.2005 - 22 A 96.40091) gilt: Die im Bescheid festgesetzte Mindesttemperatur bei der Verbrennung und unter allen anderen Betriebsbedingungen beträgt 850°Celsius (2.9.1.6; 3.6.1.5).