Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.10.1991&Aktenzeichen=II%20ZR%20194/90
Timestamp: 2019-12-15 15:59:00
Document Index: 82120550

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', '§ 242', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.10.1991 - II ZR 194/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1372
BGH, 07.10.1991 - II ZR 194/90 (https://dejure.org/1991,1372)
BGH, Entscheidung vom 07.10.1991 - II ZR 194/90 (https://dejure.org/1991,1372)
BGH, Entscheidung vom 07. Januar 1991 - II ZR 194/90 (https://dejure.org/1991,1372)
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Vertragspartner - Persönliches Vertrauensverhältnis - Lebensunerfahrenheit - Geschäftsunerfahrenheit - Aufklärungspflicht
Aufklärungspflicht eines Gesellschafters gegenüber seinen unerfahrenen Neffen als Mitgesellschafter bei Änderung des Gesellschaftsvertrages
BGB § 123, § 242, § 276
NJW 1992, 300
ZIP 1991, 1489
MDR 1992, 139
DNotZ 1992, 172
WM 1991, 1988
DB 1991, 2588
Der Annahme einer Aufklärungspflicht des Beklagten steht das Senatsurteil vom 7. Oktober 1991 (II ZR 194/90, NJW 1992, 300, 302) nicht entgegen.
Eine Offenbarungspflicht besteht, "wenn Treu und Glauben nach der Verkehrsauffassung das Reden erfordern, der andere Teil nach den Grundsätzen eines reellen Geschäftsverkehrs eine Aufklärung erwarten durfte" (RGZ 111, 233, 234), wobei vorliegend die bereits seit längerem bestehende Vertragsbeziehung zwischen H. und der Beklagten das Maß der zu leistenden Aufklärung eher noch erhöhte (s. a. BGH NJW 1992, 300, 302).
Aufklärungspflichten ergeben sich daher oft kraft besseren Wissens (BGHZ 47, 207, 211) und aus einem besonderen Vertrauensverhältnis heraus (vgl. z.B. BGH NJW 1992, 300).
Eine Aufklärungspflicht kann sich zudem auch aus der besonderen Stellung des Befragten bzw. Erklärenden im Wirtschaftsverkehr ergeben, so insbesondere beim einem Gebrauchtwagenhändler (…vgl. Palandt-Ellenberger, a.a.O., § 123, Rn 5c; § 311, Rn 66 mwN), erst recht wenn dieser wie ein Fachberater (vgl. LG Berlin, Urteil vom 17.10.1988, 51 S 287/87, NJW-RR 1989, 504) gegenüber einem unerfahrenen Kaufinteressenten auftritt (vgl. BGH, Urteil vom 07.10.1991, II ZR 194/90, NJW 1992, 300).
Entsprechendes gilt für die Bindung des Abschiebehaftgerichts an die Entscheidung der Ausländerbehörde über die Abschiebung (BGH NJW 1992, 300; 1986, 3024, 3025).
Auch sind keine Anhaltspunkte für ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragsparteien ersichtlich - auch in einem solchen Fall, z.B. bei familiärer oder persönlicher Verbundenheit (BGH NJW 1992, 300, 302), langjähriger vertrauensvoller Geschäftsbeziehung oder einem Dauerschuldverhältnis mit engem persönlichen Kontakt (…Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 123 BGB, Rdz. 5c), kann eine Aufklärungspflicht bestehen.
Das setzt allerdings das Vorliegen besonderer Umstände voraus, aus denen sich ein besonderes Vertrauensverhältnis der Vertragsparteien ergibt (…Cramer, a.a.O., Rn. 22;… Tröndle/Fischer, a.a.O., Rn. 26; OLG Frankfurt NJW 1971, 527; BGH NJW 1992, 300, 302; BGHZ 39, 392, 401).
Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um besonders wichtige Umstände handelt, die für die Willensbildung des anderen Teils offensichtlich von ausschlaggebender Bedeutung sind (vgl. BGH NJW 1971, 1795) oder zwischen den Parteien ein besonderes Vertrauensverhältnis vorliegt (vgl. BGH NJW 1992, 300) und zu Lasten einer Partei ein Informationsgefälle besteht (vgl. BGH NJW 1992, 300; OLG Brandenburg NJW-RR 1996, 724).
OLG München, 24.06.2009 - 20 U 4882/08
Anfechtung eines Erbauseinandersetzungsvertrages: Arglistige Täuschung durch …
Zudem besteht auch im Hinblick auf die familiäre Verbundenheit ein Vertrauensverhältnis, welches eine Aufklärungspflicht begründet (BGH, Urteil vom 07.10.1991, II ZR 194/90, NJW 92, 300 m. w. N.).