Source: http://balanceonline.org/enzyklopaedie/Arbeitszeit
Timestamp: 2018-02-22 08:25:50
Document Index: 48813550

Matched Legal Cases: ['§ 134', '§ 18', '§ 4', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

Arbeitszeit | BALANCEonline
3. Funktion des Arbeitsschutzes: Eine Überbeanspruchung des Arbeitnehmers durch überlange Arbeitszeiten soll verhindert werden. Im Arbeitszeitgesetz sowie zahlreichen bes. Schutzgesetzen und Verordnungen (Jugendarbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz, Seemannsgesetz, Ladenschlussgesetz des Bundes, Ladenschlussgesetze der Länder, Feiertagsgesetze der Länder, Sondervorschriften über die Lenk-, Ruhe- und Schichtzeiten des Fahrpersonals bes. EWG-Verordnung Nr. 3820/85 über die Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr vom 20.12.1985, die Europäische Richtlinie 2002/15/EG zur Regelung der Arbeitszeit von Fahrpersonal im Straßenverkehr u.a.) sind Höchstgrenzen oder andere Einschränkungen für die zulässige Arbeitszeit festgelegt. Bei Überschreiten dieser Grenzen sind vertragliche Abreden nach § 134 BGB nichtig. In Folge der in den letzten Jahrzehnten erfolgten tariflichen Arbeitszeitverkürzung bleibt die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers oft hinter den durch das Arbeitszeitrecht bestehenden Grenzen zurück.
4. Rechtslage nach dem Arbeitszeitgesetz: Das Arbeitszeitgesetz vom 6.6.1994 (BGBl I 1170) m.spät.Änd. ist die allgemeine Rechtsgrundlage für die maximal zulässige Arbeitszeit.
Ausgenommen sind leitende Angestellte (§ 18 ArbZG mit weiteren Ausnahmen spezieller Gruppen). Für den öffentlichen Dienst, Luftfahrt, See- und Binnenschifffahrt gelten die speziellen Regelungen. Für Personen unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz vom 12.4.1976 (BGBl I 965) m.spät.Änd.
c) Pausen- und Ruhezeiten: Nach spätestens sechs Stunden ist die Arbeitszeit durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mind. 30 Minuten (bei Arbeitszeit von neun Stunden: 45 Minuten) zu unterbrechen. Die Ruhepausen können auch in Viertelstunden aufgeteilt werden (§ 4 ArbZG). Die Ruhepausen zählen - außer im Bergbau - nicht zur Arbeitszeit (§ 2 I ArbZG) und sind deshalb nicht zu vergüten, wenn tariflich oder arbeitsvertraglich nichts anderes bestimmt ist. Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit müssen Arbeitnehmer eine ununterbrochene Ruhezeit von mind. elf Stunden haben (§ 5 I ArbZG). Abweichende Regelungen sind für Krankenhäuser, im Beherbergungsgewerbe, Verkehrsbetriebe, Rundfunk, Landwirtschaft und Tierhaltung möglich (§ 5 II, III ArbZG). Für Kraftfahrer gelten die Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft, soweit sie kürzere Ruhezeiten zulassen (§ 5 IV ArbZG).
Andresen, Maike (2009): Das (Un-)Glück der Arbeitszeitfreiheit eine ökonomisch-psychologische Analyse und Bewertung. Wiesbaden: Gabler.
Brandl, Sebastian (2008): Arbeitszeitpolitik im Lebenslauf. Ambivalenzen und Gestaltungsoptionen in deutscher und europäischer Perspektive. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung.
Hahn, Claudia M. (2009): Flexible Arbeitszeit. Der rechtliche Entscheidungsrahmen zur Variabilisierung von Dauer, Lage und Verteilung der betrieblichen Arbeitszeit.
Klein-Schneider, Hartmut (2007): Flexible Arbeitszeit – Vertrauensarbeitszeit. Betriebs- und Dienstvereinbarungen ; Analyse und Handlungsempfehlungen. Frankfurt am Main, Bund-Verl.
Gross, Hermann, Schwarz, Michael (2010): Arbeitszeit, Altersstrukturen und Corporate Social Responsibility. Eine repräsentative Betriebsbefragung. Wiesbaden: VS.
Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Arbeitszeit, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54196/arbeitszeit-v9.html (Stand: 29.02.2012)
Projekte und Fokusgruppen zum Thema Arbeitszeit
Benutzer, denen das Thema Arbeitszeit gefällt
Verfasst von admin-dominik am 17 März, 2012 - 23:57