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Timestamp: 2019-02-22 23:55:10
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Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 249', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 12', 'BGH', 'BGH', '§ 632', 'BGH', '§ 249', 'BGH']

LG Saarbrücken, 10.02.2012 - 13 S 109/10 - dejure.org
StVG § 7 Abs. 1; BGB § 249 Abs. 2 S. 1; ZPO § 287
AG St. Wendel, 29.06.2010 - 4 C 256/10
Auch bei der Beauftragung eines Kfz-Sachverständigen sind dem Geschädigten daher Markterforschung bzw. Preisvergleiche regelmäßig nicht zuzumuten und dürften ohne vorherige Begutachtung wohl auch kaum möglich sein; denn es fehlen -im Unterschied zum Mietwagenersatzgeschäft und zu den Reparaturkosten- einheitliche Abrechnungsmodalitäten bzw. allgemein zugängliche Tarifübersichten oder Preislisten, anhand derer der Kunde sich (zuverlässig) informieren könnte (…BGH Urt. v. 22.07.2014, VI ZR 357/13 = NJW 2014, 3151 ff.;… Urt. v. 11.02.2014, VI ZR 225/13 = NJW 2014, 1947 f.;… Urt. v. 23.01.2007, VI ZR 67/06 = VersR 2007, 560 und NJW 2007, 1450 ff.;… Urt. v. 15.10.1991, VI ZR 314/90 = BGHZ 115, 364, 369 und VI ZR 67/91 = BGHZ 115, 375, 378;… OLG Nürnberg, Urt. v. 03.07.2002, 4 U 1001/02 = VRS 103, 321 ff. = Schaden-Praxis (SP) 2002;… OLG Naumburg, Urt. v. 20.01.2006, 4 U 49/05 = NZV 2006, 546 ff.; LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.2011, 13 S 109/10, Bl. 58 ff. d.A. und LG Saarbrücken, Urt. v. 29.08.2008, 13 S 108/08).
Ferner mag die Abrechnung nach Stundenhonorar im Ergebnis vielleicht nachvollziehbarer sein, günstiger ist sie aber nicht in jedem Falle (wie z.B. vom LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.2011 13 S 109/10 sogar konkret festgestellt).
Ist Letzteres nicht der Fall und duften die Kosten einem verständigen, wirtschaftlich denkendem Geschädigten angemessen erscheinen, sind sie selbst dann erforderlich und vom Schädiger zu ersetzen, wenn sie nicht (voll) der objektiven Erforderlichkeit entsprechen (OLG Köln NZV 1999, 88, 90; OLG Hamm NZV 2001, 433, 434; OLG Nürnberg VRS 103, 321, 322; OLG Naumburg NZV 2006, 546, 548;… Palandt/Grüneberg, BGB, 72, Auflage, § 249 Rdnr. 58;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 41. Auflage, § 12 StVG Rdnr. 50;… ausdrücklich Geigel/Knerr, Der Haftpflichtprozess, 28. Auflage, Kap. 3 Rdnr. 120; fehlende Erforderlichkeit nur, wenn für den Geschädigten erkennbar ist, dass die Kosten geradezu willkürlich angesetzt sind; ebenso LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.2011, 13 S 109/10, Bl. 53 ff, d.A., dort S. 4/5 m.w.N.).
Auch bei der Beauftragung eines Kfz-Sachverständigen sind dem Geschädigten daher Markterforschung oder Preisvergleiche regelmäßig nicht zuzumuten und dürften ohne vorherige Begutachtung wohl auch kaum möglich sein, denn es fehlen -im Unterschied zum Mietwagenersatzgeschäft und zu den Reparaturkosten- einheitliche Abrechnungsmodalitäten bzw. allgemein zugängliche Tarifübersichten oder Preislisten, anhand derer der Kunde sich informieren könnte (…BGH a.a.O.;… OLG Nürnberg, Urt. v. 03.07.02, 4 U 1001/02 = VRS 103, 321 ff.;… OLG Naumburg a.a.O.; LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.11, 13 S 109/10, Bl.58 ff. d.A. und LG Saarbrücken, Urt. v. 29.08.08, 13 S 108/08).
Ferner mag die Abrechnung nach Stundenhonorar im Ergebnis vielleicht nachvollziehbarer sein, günstiger ist sie aber nicht in jedem Falle (wie auch z.B. vom LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.11, 13 S 109/10 konkret festgestellt).
Markterforschung bzw. Preisvergleiche sind dem Geschädigten in diesem Bereich regelmäßig nicht zuzumuten und dürften ohne vorherige Begutachtung wohl auch kaum möglich sein; denn es fehlen -im Unterschied zum Mietwagenersatzgeschäft und im Übrigen auch im Unterschied zu den beklagtenseits ins Felde geführten Reparaturkosten- einheitliche Abrechnungsmodalitäten bzw. allgemein zugängliche Tarifübersichten oder Preislisten, anhand derer der Kunde sich informieren könnte (…BGH a.a.O.;… OLG Nürnberg, Urt. v. 03.07.02, 4 U 1001/02 = VRS 103, 321 ff.;… OLG Naumburg a.a.O.; LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.11, 13 S 109/10, Bl.58 ff. d.A. und LG Saarbrücken, Urt. v. 29.08.08, 13 S 108/08).
Ferner mag die Abrechnung nach Stundenhonorar im Ergebnis vielleicht nachvollziehbarer sein, günstiger ist sie aber nicht in jedem Falle (wie auch z.B. vom LG Saarbrücken, Urt. v. 10.02.11, 13 S 109/10, Bl. 58 ff. d.A., dort Seite 5 unter Ziff. 3 d), Bl. 62 d.A. unter Verweis auf das Verfahren 13 S 109/10 konkret festgestellt).
Zwar ist der Geschädigte nach den schadensrechtlichen Grundsätzen in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung grundsätzlich frei, vgl. LG Saarbrücken, Urteil v. 10.02.2012, 13 S 109/10, Rn. 23. Sie muss jedoch das Wirtschaftlichkeitsgebot beachten.
Im Zusammenhang mit Sachverständigengutachten bedeutet dies, dass Sachverständigenkosten nicht schon deshalb erstattungsfähig sind, weil sie tatsächlich angefallen sind, LG Saarbrücken, Urteil v. 10.02.2012, 13 S 109/10, Rn. 25. Allerdings können sie bei der Schadensschätzung einen Anhaltspunkt für die Bestimmung des zur Herstellung erforderlichen bilden.
LG Saarbrücken, Urteil v. 10.02.2012, 13 S 109/10, Rn. 25. Üblicherweise werden bei Sachverständigengutachten keine derartigen Preisvereinbarungen getroffen, da sich das Honorar des Sachverständigen üblicherweise nach der Höhe des Schadens richtet und genau dieser bei der Beauftragung noch nicht absehbar ist (…AG Nettetal, Urteil v. 20.10.2014, 19 C 134/14, Rn. 5), so dass sich die übliche Vergütung nach § 632 BGB richtet.
Die Rechtsprechung geht allerdings davon aus, dass Nebenkosten dann überhöht sind, wenn sie EUR 100, 00 übersteigen ( BGH, Urteil v. 22.07.2014, VI ZR 357/13, LG Saarbrücken, Urteil v. 10.02.2012, 13 S 109/10, Rn. 38).
Denn hierdurch überschreitet der Sachverständige noch nicht die Grenzen zulässiger Preisgestaltung (vgl. LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az.: 13 S 109/10, S. 6, bei juris Rn. 32).
Nach der aktuellen Rechtsprechung des Berufungsgerichts darf der Geschädigte auch weiterhin jedenfalls dann regelmäßig von der Erforderlichkeit der Grundgebühr der Gutachterkosten ausgehen, wenn diese sich innerhalb des Honorarkorridors bewegen, in dem nach der BVSK-Honorarbefragung 2008/09 - vergleichbares gilt für die BVSK-Honorarbefragung 2010/11 - je nach Schadenshöhe zwischen 40 und 60 % der Honorarmitglieder ihr Honorar berechnen (vgl. LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az.: 13 S 109/10, S. 6 f.).
Denn der BVSK-Honorarkorridor III (2008/09) bzw. V (2010/11) ist geeignet, realistische Aussagen über das "Grundhonorar" auf dem regionalen Markt zu treffen (vgl. LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az.: 13 S 109/10, S. 7, bei juris Rn. 33 ff.).
Fehlen besondere Umstände, die einen gesteigerten Begutachtungsaufwand erforderlich gemacht hätten, darf der Geschädigte - in Fällen, in denen ein Sachverständiger für die Erstellung eines routinemäßigen Schadensgutachtens seine eigentliche Gutachtertätigkeit pauschal abrechnet - nach der o.g. Entscheidung der Berufungskammer Nebenkosten in einer Höhe von bis zu 100 Euro für erforderlich halten (vgl. LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az.: 13 S 109/10, S. 8 ff., bei juris Rn. 38 ff.; vgl. auch AG Lebach, Urteil vom 20.06.2012, Az.: 3B C 474/10 - bestätigt durch LG Saarbrücken, Beschluss vom 29.10.2012, Az.: 13 S 123/12).
Der Geschädigte kann von dem Schädiger erst dann nicht mehr vollständigen Ausgleich gezahlter Aufwendungen bzw. Freistellung hiervon verlangen, wenn für ihn erkennbar ist, dass der Sachverständige sein Honorar quasi willkürlich festsetzt und Preis und Leistung in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen, oder dem Geschädigten selbst ein Auswahlverschulden zur Last fällt oder er offensichtliche Unrichtigkeiten der Begutachtung oder der Honorarberechnung missachtet (vgl. LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az. 13 S 109/10).
Wie das LG Saarbrücken zutreffend ausgeführt hat, sind insoweit maximal 0, 70 EUR je Kilometer erstattungsfähig (LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az. 13 S 109/10).
Wie das LG Saarbrücken zutreffend ausgeführt hat, sind insoweit maximal 1,- EUR je Farbfoto erstattungsfähig (LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, Az. 13 S 109/10).
Der Einwand der Überhöhung des Sachverständigenhonorars führt deshalb nur dann zu einer Kürzung des Anspruchs des Geschädigten, wenn für diesen als Laien erkennbar ist, dass der Sachverständige sein Honorar geradezu willkürlich festsetzt, Preis und Leistungen in einem auffälligen Missverhältnis zueinanderstehen oder dem Geschädigten ein Auswahlverschulden zur Last fällt (vergleiche OLG Düsseldorf, Urteil vom 16. Juni 2008, 1 U2 146/07, zitiert nach juris;vgl. LG Saarbrücken vom 10.2.2012, Az. 13 S 109/10, Rz. 41, 38, zitiert nach juris; AG Brühl, 21 C 364/13).
Je nachdem, ob ein Sachverständiger auf die Pauschalen zurückgreift oder seine "Nebenkosten" nach dem tatsächlichen Anfall berechnet, unterscheiden sich die "Gesamtnebenkosten" stark (LG Saarbrücken, Urteil vom 10. Februar 2012 - 13 S 109/10 -, juris), zumal auch Kombinationsmöglichkeiten zwischen tatsächlichem Anfall und Pauschalen möglich sind.
Die Begutachtung in Routinefällen erfordert in der Regel nur einige wenige Telefonate und Internetverbindungen für Terminvereinbarung, Rücksprache mit Werkstätten, Restwertanfragen usw. Hinzu kommen die Kosten für den Gutachtenversand (vergleiche Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 10. Februar 2012, Aktenzeichen 13 S 109/10, Rz. 63, zitiert nach juris).
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung sind Sachverständigenkosten vom Schädiger gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zu ersetzen, soweit die Begutachtung zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen erforderlich und zweckmäßig ist ( LG Saarbrücken, Urteil vom 10.02.2012, 13 S 109/10 mit Verweis auf BGH, Urteile vom 29. November 1988 - X ZR 112/87, NJW-RR 1989, 953, 956; vom 30. November 2004 - VI ZR 365/03, VersR 2005, 380 f., und vom 23, Januar 2007 - VI ZR 67/06, VersR 2007, 560 f.).
AG Aachen, 30.08.2013 - 103 C 18/13
Erstattungfähigkeit der Kosten einer Gutachtenerstellung
AG Bruchsal, 02.12.2013 - 6 C 26/13
AG Hamburg-St. Georg, 27.11.2013 - 916 C 303/13
AG Saarbrücken, 29.06.2012 - 42 C 81/12
AG Halle/Saale, 30.01.2017 - 104 C 3583/16
AG Hildesheim, 13.07.2012 - 43 C 70/12
AG Merzig, 01.07.2011 - 26 C 265/11