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Timestamp: 2016-10-23 18:12:33
Document Index: 159140524

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 135', 'Art. 159']

A.- Der 1945 geborene G.________ war von 1981 bis 29. Februar 1996 bei der Y.________ AG als Bauarbeiter angestellt. Seither ist er keiner Erwerbst�tigkeit mehr nachgegangen. Am 25. M�rz 1996 meldete er sich wegen R�cken-, Knie- und Fussbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte Berichte des Dr. med. M.________, Arzt f�r Allgemeine Medizin FMH, vom 13. April und 29. Dezember 1996 ein und liess den Versicherten in der Klinik X.________, Rheuma- und Rehabilitationszentrum, durch Dr. med. K.________, Chefarzt Rheumatologie, begutachten (Expertise vom 15. April 1997). Zudem kl�rte sie die Verh�ltnisse in erwerblich-beruflicher Hinsicht ab. Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens sprach sie ihm mit Verf�gung vom 3. Oktober 1997 gest�tzt auf eine Erwerbsunf�higkeit von 60 % eine halbe Invalidenrente ab 1. M�rz 1997 zu.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gut und sprach G.________ f�r die Zeit ab 1. M�rz 1997 eine ganze Rente zu (Entscheid vom 23. November 1999).
C.- Die IV-Stelle f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; eventualiter sei die Angelegenheit zur erg�nzenden Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
G.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen; ferner ersucht er um unentgeltliche Verbeist�ndung. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen.
1.- a) Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig ist ferner, dass f�r die Invalidit�tsbemessung nicht die Arbeitsunf�higkeit im bisherigen Beruf (Berufsunf�higkeit) massgebend ist, sondern die Erwerbsunf�higkeit, verstanden als das Unverm�gen, auf dem gesamten f�r die versicherte Person in Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 121 V 331 Erw. 3b mit Hinweisen).
b) Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen F�cher verschiedenartiger Stellen offen h�lt. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die M�glichkeit hat, ihre restliche Erwerbsf�higkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b; vgl. auch AHI 1998 S. 287).
2.- a) Vorliegend steht nach den Akten, insbesondere auf Grund des Gutachtens des Dr. med. K.________ vom 15. April 1997, fest, dass der Beschwerdegegner an einem chronischen lumbosakralen Schmerzsyndrom bei anlagebedingten ung�nstigen statischen Verh�ltnissen, einer Hypermobilit�t L3/4, geringen bis mittelm�ssigen degenerativen Ver�nderungen der unteren LWS, einem Verdacht auf eine seronegative Spondylathropathie mit Befall der Finger- und Zehengelenke beidseits sowie der rechten Ferse, einem Status nach Trauma im Bereich des MCP II-Gelenks links, einem Status nach Radiusfraktur loco classico links (inapparent) sowie Spreizf�ssen beidseits leidet.
b) Unbestrittenermassen ist der Versicherte infolge seiner gesundheitlichen Beeintr�chtigungen nicht mehr in der Lage, seine bisherige T�tigkeit als Bauarbeiter auszu�ben. Gem�ss den seitens der Parteien anerkannten gutachtlichen Ausf�hrungen kann der Beschwerdegegner auf Grund seiner "gesicherten Ver�nderungen an den H�nden, den F�ssen und im lumbosakralen Bereich" f�r Arbeiten im Freien in stehender Arbeitshaltung mit mittelschweren Hebe- und Trageleistungen sowie in mindestens einem Drittel der Arbeitszeit notwendigerweise vorzunehmenden Zwangshaltungen nicht l�nger eingesetzt werden. Einfache Hilfsarbeiten ohne Zwangshaltungen und Belastungen, die �ber das leichte Mass von Hebe- und Trageleistungen hinausgehen, sind dem Versicherten halbtags zumutbar, wobei die M�glichkeit eines Haltungswechsels empfohlen wird, da auch sitzende T�tigkeiten �ber mehrere Stunden eine Kniebelastung darstellen und rezidivierende Kniegelenkserg�sse bereits fr�her aufgetreten sind. Dr. med. K.________ sch�tzte die Arbeitsf�higkeit f�r ganz einfache Montagearbeiten - er spricht von "knapp durchschnittlichen feinmotorischen Belastbarkeiten" -, die der Versicherte trotz seiner Sprachschwierigkeiten verstehen und ohne Zwangshaltung durchf�hren k�nnte, auf 50 %. Auf die Angaben des Dr. med. M.________, welcher in seinem Arztbericht vom 13. April 1996 angab, der Versicherte habe "Anrecht auf eine volle IV-Rente", um demgegen�ber im �rztlichen Zwischenbericht vom 29. Dezember 1996 zu vermerken, f�r leichte Hilfst�tigkeiten (vorwiegend sitzend, gelegentliches Aufstehen m�glich) bestehe eine uneingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit, ist auf Grund ihrer Widerspr�chlichkeit nicht abzustellen.
Streitig und zu pr�fen ist demnach, ob der Beschwerdegegner die ihm �rztlicherseits noch f�r zumutbar erachtete - leidensangepasste - Arbeitsleistung von 50 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich verwerten kann.
3.- a) Grunds�tzlich folgt aus der Definition des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, dass nicht relevant ist, ob eine invalide Person unter den konkreten gegenw�rtigen Arbeitsmarktverh�ltnissen vermittelt werden kann, sondern ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen k�nnte, wenn die verf�gbaren Arbeitspl�tze dem Angebot an Arbeitskr�ften entsprechen w�rden (vgl. Erw. 1b hievor). Diese Betrachtungsweise wird indes dort sinnwidrig und unsachgerecht, wo die dem Versicherten noch zumutbare T�tigkeit nicht mehr Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder nur in so eingeschr�nkter Form m�glich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt bzw. sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen des Arbeitgebers m�glich w�re (ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Z�rich 1997, S. 215 mit Hinweisen).
b) Vorliegendenfalls ist - wie bereits dargelegt - davon auszugehen, dass dem Beschwerdegegner lediglich noch einfache Hilfsarbeiten wie beispielsweise Montaget�tigkeiten ohne Zwangshaltungen und Belastungen, die �ber das leichte Mass von Hebe- und Trageleistungen hinausgehen, haltags zumutbar sind. Hiebei w�re indes zus�tzlich die Gelegenheit zu Haltungswechseln zu gew�hrleisten, da auch sitzende T�tigkeiten �ber mehrere Stunden eine Kniebelastung darstellten. Ferner erlauben es die sich in zunehmenden Masse verst�rkenden R�ckenschmerzen dem Beschwerdegegner gem�ss eigenen Angaben nicht, l�nger als dreissig Minuten zu sitzen, zu gehen oder zu stehen. Einzig in liegender Position werden die Beschwerden als einigermassen ertr�glich beschrieben.
Wie das Eidgen�ssische Versicherungsgericht anerkannt hat, werden m�nnliche Hilfsarbeiter, welche vor Eintritt der Behinderung manuell t�tig waren, in der Regel f�r Handlangerarbeiten oder andere k�rperliche T�tigkeiten eingestellt (SVR 1999 IV Nr. 6 S. 15 Erw. 2b/aa; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 215). F�r solche Arbeiten kommen gesundheitlich Beeintr�chtigte, die wie der Beschwerdegegner nur unter verschiedenen Einschr�nkungen und mithin sehr bedingt leistungsf�hig sind, gemeinhin nicht in Frage. Namentlich erscheint eine - von der Verwaltung vorgeschlagene - T�tigkeit im Bereich von einfachen Kleinmontagearbeiten in der kunststoffverarbeitenden Produktion angesichts der multiplen k�rperlichen Leiden des Beschwerdegegners sowie der dadurch notwendigen Wechselbelastung nicht ausf�hrbar, zumal realistischerweise kaum ein Arbeitgeber bereit w�re, einen an Fuss-, Knie-, Hand- und R�ckenbeschwerden leidenden, in feinmotorischer Hinsicht knapp durchschnittlich belastbaren Arbeitnehmer anzustellen. Daraus folgt, dass eine Arbeitsgelegenheit, wie sie dem Versicherten im Lichte der �rztlichen Einsch�tzung zur Arbeitsf�higkeit noch zumutbar ist, auf dem ihm offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt nach den in Erw. 3a genannten Kriterien nicht besteht. Damit kann der Beschwerdegegner auch bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt die ihm zumutbare verbliebene Arbeitsf�higkeit wirtschaftlich nicht mehr verwerten. Es muss daher bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass der Beschwerdegegner Anspruch auf eine ganze Rente hat, deren Beginn am 1. M�rz 1997 unbestritten ist.
Anzumerken bleibt einzig, dass der Beschwerdef�hrerin insofern zuzustimmen ist, als bei der Ermittlung des massgeblichen Invalideneinkommens - auch im Falle von teilzeitiger Erwerbst�tigkeit - der leidensbedingte Abzug vom statistischen Lohn unter Ber�cksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt h�chstens 25 % begrenzt ist (BGE 126 V 75).
4.- Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die IV-Stelle dem Beschwerdegegner eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 2 OG). Das Begehren um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung erweist sich damit als gegenstandslos.