Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1246.htm
Timestamp: 2018-11-12 23:16:21
Document Index: 298525611

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§28', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§64', '§ 4', '§ 40', '§ 4', '§ 5']

1.246 Beiberg-Buchberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Beiberg-Buchberg« vom 24. August 2001 (GBl. v. 25.09.2001, S. 535).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) und §28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBl. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen, Ostalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Beiberg-Buchberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 20,8 ha.
(2) Nach dem Stand vom August 1998 umfasst das Naturschutzgebiet auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen, Gemarkung Bopfingen Flur 2 (Flochberg), die Flurstücke Nrn. 396, 699, 700, 704 und 705 ganz sowie das Flurstück Nr. 412 teilweise.
(3) Das Naturschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 2. Juli 2001 im Maßstab 1:25000 flächig rot angelegt und mit einer durchgezogenen roten Linie umgrenzt sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 2. Juli 2001 im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, rot angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist der Erhalt und die Förderung eines landschaftlich herausgehobenen, vielfältigen, artenreichen Lebensraumkomplexes mit insbesondere Kalkmagerrasen, Heideflächen, Felsen, Felswänden, Geröllfluren, Wiesen, Hecken und Gebüsch als
1. Lebensräume vieler selten gewordener Tier- und Pflanzenarten, insbesondere eine seltene Felsen- und Trockenrasenvegetation;
2. typischem Relikt der historischen Kulturlandschaft mit ihrem charakteristischen Landschaftsbild:
3. besonders abwechslungsreiches, reizvolles Landschaftsbild eines für die Erholung hochwertigen und schutzbedürftigen Raumes.
2. Standorte besonders geschützter Pflanzen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweiligen geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;
6. im Bereich der Kalkmagerrasen zu pferchen sowie land- oder forstwirtschaftliche Produkte zu lagern.
1. das Gebiet außerhalb befestigter Wege mit Fahrrädern zu befahren;
2. die Felsbereiche zu betreten oder dort zu klettern;
4. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Art zu befahren, ausgenommen Kranken­fahrstühle;
6. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von motorbetriebenen Flugmodellen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Grundwasser nicht in seiner chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass:
4. Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Chemikalien nicht verwendet werden;
5. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume, Magerrasen nicht gerodet und nicht beeinträchtigt werden;
6. im Bereich der Kalkmagerrasen nicht gepfercht wird sowie land- oder forstwirtschaftliche Produkte dort nicht gelagert werden.
(2) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass:
1. Hochsitze nur außerhalb von trittempfindlichen Bereichen (insbesondere Kalkmagerrasen und Felsbereiche) und nur landschaftsgerecht aus naturbelassenen Hölzern errichtet werden;
2. keine Wildäcker und keine Futterstellen, Ablenkungsfütterungen und Kirrungen nur mit Zustimmung des Regierungspräsidiums angelegt werden;
3. das Schutzgebiet nur im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf befestigten Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird, es sei denn, das Verlassen befestigter Wege ist zu Transportzwecken unumgänglich und erfolgt unter Berücksichtigung des Schutzzwecks.
(3) Einmal jährlich kann ein Sonnwendfeuer auf einem Seitengipfel in bisheriger Art und in bisherigem Umfang angelegt werden unter der Voraussetzung, dass etwaiger Müll weggeräumt wird.
(4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
(5) Ortsübliche Freizeitaktivitäten (z.B. Schlittenfahren, Drachensteigenlassen) im bisher üblichen Umfang sind weiterhin zulässig.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnungen der höheren Naturschutzbehörde festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des §64 Abs. l Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 2 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung für den Landkreis Aalen vom 5.Dezember 1968 (Gemeinsames Amtsblatt für den Landkreis Aalen, die Städte Aalen und Ellwangen vom 20. Dezember 1968) sowie die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet »Sandberg mit Breitwang, Buchberg, Beiberg und Umgebung« vom 13. Oktober 1987 (Amtsblatt des Ostalbkreises vom 16. Oktober 1987) für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
stuttgart, den 24. August 2001