Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201974,%201651
Timestamp: 2019-03-20 08:11:49
Document Index: 42687430

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1026', 'BGH', '§ 242', '§ 894', '§ 894', '§ 894', '§ 242', '§ 894', '§ 46', '§ 89', '§ 5', '§ 18', '§ 888', 'BGH', '§ 2', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1974, 1651 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 28.06.1974
Löschung der Eintragung eines Mitbenutzungsrechts an einer Toreinfahrt im Grundbuch - Anforderungen an den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung für den Grundbuchberichtigungsanspruch - Rangverhältnisse der Eintragungen im Grundbuch
MDR 1974, 1007
DNotZ 1976, 22
DB 1974, 2149
JR 1975, 17
Zwar vermag eine solche Verpflichtung den Einwand unzulässiger Rechtsausübung zu begründen (vgl. Senat, Urt. v. 28. Juni 1974, V ZR 131/72, NJW 1974, 1651), die Stadt W. schuldete aber dem Beklagten jedenfalls insoweit keine Eigentumsverschaffung, weil die vorstehenden Überlegungen zur Falschbezeichnung bei Erklärung der Auflassung wegen der Identität von Auflassungs- und Kaufgegenstand in gleicher Weise auch für den zugrundeliegenden Kaufvertrag gelten.
Die von ihr beanspruchte "Option" könnte die Beklagte einem aus § 1026 BGB hergeleiteten Berichtigungsanspruch allenfalls durch den Einwand unzulässiger Rechtsausübung ("dolo facit qui petit quod statim redditurus est") entgegenhalten (vgl. Senat, Urt. v. 28. Juni 1974, V ZR 131/72, NJW 1974, 1651).
Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, daß auch der Grundbuchberichtigungsanspruch der Verwirkung als Sonderfall der im gesamten Privatrecht anerkannten Einwendung unzulässiger Rechtsausübung unterliegen kann (Senatsurteile v. 24. Oktober 1962, V ZR 27/61, BB 1963, 286; v. 5. Februar 1964, V ZR 43/62, nicht veröffentlicht; BGHZ 44, 367, 369 f.; Urt. v. 28. Juni 1974, V ZR 131/72, NJW 1974, 1651; v. 23. März 1979, V ZR 163/75, NJW 1979, 1656;… Staudinger/Schmidt, BGB, 12. Aufl., § 242 Rdn. 482;… BGB RGRK, 12. Aufl., § 894 Rdn. 49;… MünchKomm-BGB/Wacke, 2. Aufl., § 894 Rdn. 30;… Soergel/Stürner, BGB, 12. Aufl., § 894 Rdn. 31;… Soergel/Teichmann, BGB, 12. Aufl., § 242 Rdn. 335;… Erman/Hagen, BGB, 8. Aufl., § 894 Rdn. 10; Wolff/Raiser, Sachenrecht, 10. Bearb., § 46 V;… Westermann, Sachenrecht, 6. Aufl., Bd. II § 89 II 1;… Baur/Stürner, Lehrbuch des Sachenrechts, 16. Aufl., § 5 II 2 u. § 18 c IV 2;… Wolf, Sachenrecht, 10. Aufl., Rdn. 388; a. A. Merkl NJW 1956, 1657, 1659, 1661;… zweifelnd Palandt/Bassenge, BGB, 52. Aufl., Rdn. 16).
Rechtlich zweifelsfrei ist auch, daß der Anspruch aus § 888 BGB dem Verbot mißbräuchlicher Rechtsausübung unterliegt (vgl. Senatsurteil vom 28. Juni 1974, V ZR 131/72 = NJW 1974, 1651), insbesondere in dem Sinn, daß niemand etwas verlangen kann, was er sofort zurückgeben muß.
Namentlich ist nicht weiter zu hinterfragen, ob dem Antragsteller der Einwand einer unzulässigen mit dem Gebot von Treu und Glauben unvereinbaren Rechtsausübung ("dolo facit qui petit quod statim redditurus est"; vgl. zu diesem Einwand etwa BGH, NJW 1974, 1651; WM 2002, 1181; BVerwG, Buchholz 428.2 § 2 VZOG Nr. 9) im Hinblick auf Gegenansprüche der Antragsgegnerin entgegenzuhalten sein könnte.
Dem Beseitigungsbegehren steht unter solchen Umständen der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung entgegen (vgl. Urteil des Senats vom 28. Juni 1974 - V ZR 131/72 -, WM 1974, 949 sowie BGHZ 38, 122, 126).