Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/betriebliche-weiterbildung_idesk_PI42323_HI2680624.html
Timestamp: 2020-02-28 16:29:19
Document Index: 370295015

Matched Legal Cases: ['§ 82', '§ 3', '§ 3', '§ 9', '§ 10', '§ 1']

Betriebliche Weiterbildung | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Betriebliche Weiterbildung (Fortbildung) sind alle unmittelbaren und mittelbaren Maßnahmen des Arbeitgebers, die den Kenntnisstand, die Fertigkeiten oder allgemein die berufliche Qualifikation der Mitarbeiter im betrieblichen Kontext weiterentwickeln.
Formen der betrieblichen Weiterbildung sind z. B.
Erwerben einer Zusatzqualifikation,
autodidaktische Weiterbildung,
berufsbegleitende Weiterbildung und
sonstige berufliche Bildungsvorgänge (z. B. am Arbeitsplatz).
Steuerrechtlich ist die Abgrenzung von Fort- bzw. Weiterbildungskosten (Werbungskosten) und Ausbildungskosten (Kosten der privaten Lebensführung) von großer Bedeutung.
Fort- bzw. Weiterbildungskosten sind Aufwendungen für die berufliche Weiter- oder Fortbildung im bereits ausgeübten Beruf. Eine Weiterbildung kann die Erwerbstätigkeit unterbrechen oder einen Berufswechsel fördern.
Hat der Arbeitgeber ein berechtigtes betriebliches Interesse an der Weiterbildung seines Arbeitnehmers, sind die Weiterbildungskosten kein steuerpflichtiger Arbeitslohn und kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt. Ein überwiegendes betriebliches Interesse des Arbeitgebers wird angenommen, wenn die Fortbildungsmaßnahme die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitgebers erhöhen soll. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Zeit der Fortbildung ganz oder teilweise als Arbeitszeit gilt. Aber auch wenn die Bildungsmaßnahme nicht bzw. auch nicht teilweise auf die Arbeitszeit angerechnet wird, kann eine Leistung im überwiegend betrieblichen Interesse vorliegen.
Beteiligt sich der Arbeitgeber an den Kosten für eine Weiterbildung, die durch die Bundesagentur für Arbeit gem. § 82 SGB III gefördert wird, ist diese Kostenübernahme gem. § 3 Nr. 19 EStG ab dem 1.1.2019 steuerfrei. Dies gilt auch für Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers, die der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers dienen.
Lohnsteuer: § 3 Nr. 19 EStG regelt die Steuerfreiheit für berufliche Weiterbildungsleistungen im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses, die durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden oder der allgemeinen Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers dienen. Gemäß R 19.7 LStR führen berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht zu Arbeitslohn. Zur Geltendmachung der Fort- oder Weiterbildungskosten als Werbungskosten s. § 9 EStG, R 9.2 LStR, als Sonderausgaben § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG.
Sozialversicherung: Für steuerfreie Zuwendungen gilt die Beitragsfreiheit gem. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV. Bei nicht steuerbaren Zuwendungen kann auch keine SV-Pflicht entstehen.
Betriebliche Weiterbildung (im ausgeübten Beruf) frei frei
Betriebliche Weiterbildung (die der allgemeinen Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers dient) frei frei