Source: https://www.zip-online.de/heft-29-2010/zip-2010-1397-zur-anrechnung-von-steuervorteilen-auf-den-prospekthaftungsanspruch-eines-anlegers/
Timestamp: 2017-05-27 13:45:28
Document Index: 161095495

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 311', '§ 280', '§ 287', '§ 311', '§ 280', '§ 287', 'BGH', 'BGH', '§ 287']

Zur Anrechnung von Steuervorteilen auf den Prospekthaftungsanspruch eines Anlegers (BGH, Urt. v. 31.05.2010 – II ZR 30/09) – ZIP 2010, 1397
ZIP 2010, 1397RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2010RechtsprechungVertrags- und HaftungsrechtBGB § 311 Abs. 2, § 280 Abs. 1; ZPO § 287Zur Anrechnung von Steuervorteilen auf den Prospekthaftungsanspruch eines AnlegersBGB§ 311BGB§ 280ZPO§ 287BGH, Urt. v. 31.05.2010 – II ZR 30/09 (OLG Frankfurt/M.)BGHUrt.31.5.2010II ZR 30/09OLG Frankfurt/M.Leitsätze des Gerichts:1. Wird in dem Emissionsprospekt eines geschlossenen Immobilienfonds erklärt, die dort prognostizierte, für die Rentabilität des Fonds maßgebliche künftige Entwicklung der Mieten beruhe „auf Erfahrungswerten der Vergangenheit“, obwohl den Prospektverantwortlichen keine Er-ZIP 2010, 1398kenntnisse darüber vorlagen, dass in der Vergangenheit bei vergleichbaren Objekten unter entsprechenden äußeren Umständen Mietzuwächse in der prognostizierten Höhe erzielt werden konnten, rechtfertigt das die Annahme eines zur Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsschluss führenden Prospektfehlers.2. Ein Anleger muss sich im Wege des Vorteilsausgleichs die im Zusammenhang mit der Anlage erzielten, dauerhaften Steuervorteile auf seinen Schaden anrechnen lassen, sofern nicht die Ersatzleistung ihrerseits der Besteuerung unterliegt. Trotz Versteuerung der Ersatzleistung sind die erzielten Steuervorteile demgegenüber aber anzurechnen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Anleger derart außergewöhnliche Steuervorteile erzielt hat, dass es unbillig wäre, ihm diese zu belassen (st. Rspr., vgl. nur Senatsurt. v. 7.12.2009 – II ZR 15/08, ZIP 2010, 176, Rz. 31).3. Die sukzessive Absenkung des Einkommensteuerspitzensatzes von 53 % im Jahr der Zeichnung auf 45 % zum Zeitpunkt des Schadensersatzverlangens begründet für sich genommen keine hinreichenden Anhaltspunkte für solche außergewöhnlichen, dem geschädigten Anleger verbleibenden Steuervorteile, die es ausschließen würden, ihm die in der höchstrichterlichen Rechtsprechung anerkannte, auf § 287 ZPO gestützte pauschalierende Betrachtungsweise von Steuervorteilen und Steuernachteilen zugute kommen zu lassen mit der Folge, dass eine konkrete Berechnung der mit der Anlage verbundenen Steuervorteile vorzunehmen wäre.
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