Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=524
Timestamp: 2019-02-23 21:50:29
Document Index: 91151764

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 1231', '§ 1232', '§ 1233', '§ 34', '§ 1231', '§ 1232', '§ 1233', '§ 34']

XII haubtstück
landesordnung am a. o. s. 205. Im übrigen sa-
get man: es nimmet kein fleischer dem andern eine
wurst ab. Wurst wieder wurst.
die westfäli-
sche schinken
und würste
schmackhaf-
In Westfalen findet man den besten speck, und
die schmackhaftesten schinken. Ausser Westfalen
taugen die rauchkammern nicht vil. Der rauch
tut es nicht allein, sondern es wird frische zihende
luft dabei erfodert, mithin ist Hofmanns am a. o.
s. 165 befindliche beschreibung einer rauchkammer
Sächsisch, aber nicht Westfälisch. Die schin-
ken-töpfe aus dem Sigenischen und Altenkirchi-
schen eisen gegossen werden von den schlecker-mäu-
lern geprisen.
der speck ge-
dem muß-
adelichen
witben inSachsen.
Speck und speckseiten, auch schmalz gehöret in
Sachsen zum mußteile der adelichen witben,
Barth von der gerade s. 670.
was bei an-
legung der
ställe zu be-
obachten ist?
Der schweine-stall muß mit den andern vihe-
ställen insonderheit der pferde keine nahe nachbar-
schaft haben. Daß diser von des nachbars hau-
se drei schuhe entfernet seyn müsse, ist eine bekann-
te sache. Ob aber wegen des grosen gestankes an
des nachbars hof ein schweine-koben gebauet wer-
den könne? das ist eine bestrittene frage. Jedoch
ist es der nachbar zu leiden nicht schuldig, Stryk
de iure sensuum dissert. V cap. II § 34.
XII haubtſtuͤck
landesordnung am a. o. ſ. 205. Im uͤbrigen ſa-
get man: es nimmet kein fleiſcher dem andern eine
wurſt ab. Wurſt wieder wurſt.
die weſtfaͤli-
ſche ſchinken
und wuͤrſte
ſind die
ſchmackhaf-
teſten.
In Weſtfalen findet man den beſten ſpeck, und
die ſchmackhafteſten ſchinken. Auſſer Weſtfalen
tut es nicht allein, ſondern es wird friſche zihende
luft dabei erfodert, mithin iſt Hofmanns am a. o.
ſ. 165 befindliche beſchreibung einer rauchkammer
Saͤchſiſch, aber nicht Weſtfaͤliſch. Die ſchin-
ken-toͤpfe aus dem Sigeniſchen und Altenkirchi-
ſchen eiſen gegoſſen werden von den ſchlecker-maͤu-
lern gepriſen.
der ſpeck ge-
hoͤret zu
witben inSachſen.
Speck und ſpeckſeiten, auch ſchmalz gehoͤret in
Sachſen zum mußteile der adelichen witben,
Barth von der gerade ſ. 670.
ſchweins-
ſtaͤlle zu be-
obachten iſt?
Der ſchweine-ſtall muß mit den andern vihe-
ſtaͤllen inſonderheit der pferde keine nahe nachbar-
ſchaft haben. Daß diſer von des nachbars hau-
ſe drei ſchuhe entfernet ſeyn muͤſſe, iſt eine bekann-
te ſache. Ob aber wegen des groſen geſtankes an
des nachbars hof ein ſchweine-koben gebauet wer-
den koͤnne? das iſt eine beſtrittene frage. Jedoch
iſt es der nachbar zu leiden nicht ſchuldig, Stryk
de iure ſenſuum diſſert. V cap. II § 34.
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[512/0524] XII haubtſtuͤck landesordnung am a. o. ſ. 205. Im uͤbrigen ſa- get man: es nimmet kein fleiſcher dem andern eine wurſt ab. Wurſt wieder wurſt. § 1231 In Weſtfalen findet man den beſten ſpeck, und die ſchmackhafteſten ſchinken. Auſſer Weſtfalen taugen die rauchkammern nicht vil. Der rauch tut es nicht allein, ſondern es wird friſche zihende luft dabei erfodert, mithin iſt Hofmanns am a. o. ſ. 165 befindliche beſchreibung einer rauchkammer Saͤchſiſch, aber nicht Weſtfaͤliſch. Die ſchin- ken-toͤpfe aus dem Sigeniſchen und Altenkirchi- ſchen eiſen gegoſſen werden von den ſchlecker-maͤu- lern gepriſen. § 1232 Speck und ſpeckſeiten, auch ſchmalz gehoͤret in Sachſen zum mußteile der adelichen witben, Barth von der gerade ſ. 670. § 1233 Der ſchweine-ſtall muß mit den andern vihe- ſtaͤllen inſonderheit der pferde keine nahe nachbar- ſchaft haben. Daß diſer von des nachbars hau- ſe drei ſchuhe entfernet ſeyn muͤſſe, iſt eine bekann- te ſache. Ob aber wegen des groſen geſtankes an des nachbars hof ein ſchweine-koben gebauet wer- den koͤnne? das iſt eine beſtrittene frage. Jedoch iſt es der nachbar zu leiden nicht ſchuldig, Stryk de iure ſenſuum diſſert. V cap. II § 34. Drei-
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 512. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/524>, abgerufen am 23.02.2019.