Source: https://www.zeitbuero.fom.de/moderne-arbeitszeitgestaltung/glossar.html
Timestamp: 2020-02-28 02:54:09
Document Index: 222557541

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 8', '§ 7', '§ 16', '§ 5', '§ 5', '§9', '§10', '§ 16', '§ 2']

Glossar: Die wichtigsten Fachbegriffe zur Arbeitszeit
Die Fachbegrifflichkeiten der Arbeitszeitforschung und der Thematik Arbeitszeitgestaltung sind nicht immer selbsterklärend. Hier finden Sie eine Sammlung von Fachbegriffen, die zur Diskussion von modernen Arbeitszeitmodellen hilfreich sind. Wir haben für Sie die wichtigsten Definitionen auf einen Blick zusammengestellt.
Abkürzung für das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen
Die flexible Arbeitszeit wird vor allem durch die Variabilität der Dauer und Lage sowie durch den Dispositionsspielraum von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestimmt und ist somit grundsätzlich die Abweichung der durchschnittlich vereinbarten Arbeitszeit.
Die Funktionszeit ist eine Erweiterung des Gleitzeitmodells. Sie enthält anstatt einer Kernzeit, bei der eine Anwesenheitspflicht für alle Beschäftigten besteht, betrieblich vereinbarte Funktionszeiten. Diese legen grundsätzlich den zeitlichen Rahmen für die Funktionsfähigkeit der unterschiedlichen Arbeitsbereiche eines Unternehmens fest. In Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen kann – entsprechend der betrieblichen Belange – die Lage und Verteilung der Arbeitszeit im Rahmen der Funktionszeit selbst bestimmt werden.
Bei der Gleitzeit handelt es sich um eine Arbeitszeitform, bei der im betrieblich vorgegebenen Rahmen die Arbeitszeit bzgl. Lage und Verteilung eigenverantwortlich von den Beschäftigten festgelegt werden kann. Man unterscheidet zwischen klassischer Gleitzeit, Funktionszeit und erweiterter Funktionszeit. Siehe auch Kernzeit.
Das Günstigkeitsprinzip greift dann, wenn eine arbeitsvertragliche Regelung für die Beschäftigten objektiv günstiger ist als die entsprechende Regelung im Tarifvertrag. Einzelvertragliche Abmachungen gehen in diesem Fall der tariflichen Regelung vor (§ 4 Abs. 3 Tarifvertragsgesetz).
Bei Arbeitszeitkonten mit längeren Laufzeiten werden erhebliche Umfänge an Geld oder Zeit angespart. Im Falle einer Unternehmensinsolvenz gehen diese Werte, die den jeweiligen Beschäftigten zustehen, verloren. Daher sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, sowohl bei Altersteilzeit als auch bei Langzeitkonten die Arbeitszeitguthaben gegen Insolvenz zu sichern (siehe § 8a ATG und § 7 d SGB IV).
Basis der Jahresarbeitszeit sind die vertraglich zu erarbeitenden Nettoarbeitsstunden, die auf der Grundlage der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeitdauer berechnet werden. Entsprechend der betrieblichen Belange und der Interessen der Beschäftigten wird die vertragliche Arbeitszeit im Durchschnitt eines Jahres erreicht, während das Gehalt monatlich konstant gezahlt wird.
Jahresarbeitsvolumen, das durchschnittlich unterhalb des vergleichbaren Vollzeitvolumens für ein Jahr liegt und unterschiedlich verteilt sein kann. Beispielsweise durch Monate mit Vollzeitarbeit und Freimonaten oder entsprechend wochenweise Wechsel, wobei sich die vertragliche Jahresteilzeit ergibt.
Beim Job-Sharing werden eine oder mehrere Arbeitsplätze durch zwei oder mehrere Teilzeit-Beschäftigte besetzt. So können sich zwei Beschäftigte z. B. eine Stelle teilen. Dauer und Lage der Arbeitszeit können zwischen den Stellenteilenden oft individuell abgesprochen werden.
Ein Vollzeitarbeitsplatz wird in zwei voneinander unabhängige Teilzeitstellen aufgeteilt.
Die Kernzeit ist innerhalb der gleitenden Arbeitszeit der Zeitraum, in dem alle betreffenden Beschäftigten am Arbeitsplatz anwesend sein müssen und die vereinbarte Arbeitsleistung erbringen.
Die klassische Gleitzeit besteht aus einer Kernarbeitszeit mit allgemeiner Anwesenheitspflicht und so genannten Gleitzeitspannen. Innerhalb dieser Spannen können die Beschäftigten den Beginn und das Ende ihrer täglichen Arbeitszeit selbst festlegen.
Kontinuierliche Schichtarbeit (auch Konti-Schicht) umfasst sowohl Nacht- als auch Samstags- und Sonntagsarbeit. Die Betriebszeit beträgt 24 Stunden am Tag, also 168 Stunden pro Woche.
Kurzeitkonten sind Arbeitszeitkonten, bei denen kurzfristige Schwankungen, z. B. bezüglich des Auftragseingangs, des Prozessablaufs oder bei individuellen Interessen, innerhalb eines vereinbarten Zeitraumes (Monat, Quartal, Kalenderjahr) ausgeglichen werden.
Die Lage der Arbeitszeit bezieht sich auf den Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit. Diese kann täglich, wöchentlich oder monatlich unterschiedlich sein wie z. B. bei der Schichtarbeit, bei der die Lage der Arbeitszeit zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht wechseln kann.
Über ein Langzeitkonto wird über mehrere Jahre hinweg ein Guthaben an Arbeitszeit aufgebaut, das für eine längere Freistellungsphase, z.B. ein Sabbatical genutzt werden kann. Langzeitkonten sollen die Arbeitszeit für Unternehmen und Beschäftigte über das ganze Erwerbsleben flexibilisieren.
Das Unternehmen legt eine Gesamtlebensarbeitszeit fest, die in unterschiedlichen Arbeitszeiträumen abzuleisten ist. Das Modell ermöglicht eine gleitende Eintrittsphase ins Erwerbsleben, Unterbrechungen und schließlich einen flexiblen Übergang in den Ruhestand.
Von Leerzeit (oder Stillstandzeit) wird gesprochen, wenn in einem Betrieb die Betriebsmittel nicht genutzt werden bzw. keine Dienstleistung erbracht wird.
Die Überschreitung der gesetzlich festgelegten Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich bzw. 48 Stunden wöchentlich wird als Mehrarbeit bezeichnet. Diese zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden sind gem. § 16 Abs. 2 ArbZG aufzeichnungspflichtig und innerhalb eines vereinbarten Zeitraumes auszugleichen, sodass die durchschnittliche werktägliche Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten wird.
Minusstunden entstehen durch Unterschreitung der vereinbarten Arbeitszeitdauer.
Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden einhalten (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Zum Beispiel kann in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen die Ruhezeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn die Verkürzung durch entsprechende Verlängerung einer anderen Ruhezeit ausgeglichen wird (§ 5 Abs. 2 ArbZG).
Unter Nachtarbeit wird im Sinne des Arbeitszeitgesetzes jede Arbeit verstanden, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst. Dies ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien die Zeit von 22 bis 5 Uhr.
Von Normalarbeitszeit wird gesprochen, wenn eine Vollzeitbeschäftigung mit einer Arbeitszeit von 35 bis 40 Stunden pro Woche vorliegt. Die Arbeit wird dabei i. d. R. ohne zu variieren von Montag bis Freitag geleistet.
Permanentes Schichtsystem
Im Rahmen der Schichtarbeit liegt ein permanentes Schichtsystem vor, wenn die Beschäftigten nur eine bestimmte Schicht übernehmen, z. B. die Dauernachtschicht.
Ein Tarifvertrag, der die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten regelt. Im April 2006 wurde für die Metall- und Elektroindustrie in NRW der Tarifvertrag zur Qualifizierung (TVQ) vereinbart, der den Beschäftigten einen Anspruch auf ein persönliches Qualifizierungsgespräch einräumt. Bei veränderten Anforderungen an den eigenen Arbeitsplatz schreibt der Tarifvertrag zudem einen Qualifizierungsplan vor, der in Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat zu erstellen ist.
Rotierendes Schichtsystem
Ein rotierendes Schichtsystem liegt vor, wenn Beschäftigte im Wechsel in verschiedenen Schichten arbeiten. Dabei kann es sich um Zweischichtsysteme (Früh- und Spätschicht) oder um Dreischichtsysteme (Früh-, Spät-, Nachtschicht) handeln.
In Rufbereitschaft sind die Beschäftigten dazu verpflichtet, jederzeit erreichbar zu sein und auf Abruf unverzüglich die Arbeit aufnehmen zu können. Im Gegensatz zum Bereitschaftsdienst sind die Beschäftigten in der Wahl des Aufenthaltsortes frei. Es zählt nur die Zeit zur Arbeitszeit, in der die Beschäftigten tatsächlich zur Arbeit herangezogen werden.
Ruhepausen müssen im Voraus festgelegt werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden müssen die Ruhepausen insgesamt mindestens 30 Minuten betragen, bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit insgesamt mindestens 45 Minuten. Die Pausen können zusammenhängend oder in Blöcken von min. 15 Minuten genommen werden. Ruhepausen zählen nicht zur Arbeitszeit.
Siehe Mindestruhezeit
Unternehmen und Beschäftigte können arbeitsvertraglich eine Sabbaticalregelung festlegen. Durch zusätzlich geleistete Arbeitszeit können die Beschäftigten ein Zeitguthaben aufbauen und dieses für eine längere bezahlte Freistellung von der Arbeit verwenden. Genutzt werden diese Freistellungen z. B. für Langzeiturlaub, Familienphase, Bildungsmaßnahmen oder andere individuelle Vorhaben. Die Dauer eines Sabbaticals kann je nach angespartem Zeitguthaben bis zu einem Jahr lang sein.
Von Schichtarbeit wird dann gesprochen, wenn zu unterschiedlichen Zeiten gearbeitet wird, z. B. Früh-, Spät-, Nachtschicht oder regelmäßig zu von der Normalarbeitszeit abweichenden Zeiten,
z. B. Dauernachtschicht.
Bei selbstbestimmter Arbeitszeit können die Beschäftigten unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange und der rechtlichen Rahmenbedingungen die Lage und Verteilung ihrer vereinbarten Wochenarbeitszeit selbst bestimmen (siehe Funktionszeiten).
Sonn- und Feiertage sind grundsätzlich arbeitsfrei. Ausnahmen sind für bestimmte Tätigkeiten möglich (§9 und §10 ArbZG).
siehe Leerzeit
Teilzeitarbeit ist jede vertragliche Arbeitszeit, die geringer ist als die betriebliche Regelarbeitszeit für vergleichbare Vollzeitkräfte. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei Teilzeit nicht nur um eine so genannte Halbtagsstelle handeln muss. Auch Vollzeitstellen, die um
10 Prozent oder 25 Prozent reduziert sind, spiegeln das Spektrum von Teilzeitarbeit wider.
Bei der Telearbeit befindet sich der Arbeitsort räumlich entfernt vom Unternehmen. Die Arbeitszeit wird relativ regelmäßig außerhalb des Unternehmens wahrgenommen. Telearbeit wird durch den Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien wie Telefon, Fax, PC, Online-Verbindung zum Unternehmen, Internet und/oder E-Mail möglich.
Der Betrieb mietet die von einem privaten oder öffentlichen Dienstleister bereitgestellte technische und räumliche Büroinfrastruktur - oft zeitlich befristet (stunden-, wochen-, monatsweise). Telearbeitszentren befinden sich meist an verkehrstechnisch günstig gelegenen Standorten wie in Bahnhofsnähe oder unmittelbar an Autobahnausfahrten.
Der Begriff Teleheimarbeit bezeichnet die Form der Telearbeit, bei der die Telebeschäftigten ausschließlich zu Hause arbeiten. Als Rechtsform sind ein normales Arbeitsverhältnis, Heimarbeit nach dem Heimarbeitsgesetz oder berufliche Selbstständigkeit möglich.
Überstunden entstehen durch Überschreitung der tarifvertraglich oder arbeitsvertraglich vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit (für die Woche dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich festgesetzte Arbeitsstunden). Je nach Tarifvertrag sind für geleistete Überstunden Zuschläge zu zahlen.
Unregelmäßige Schichtsysteme
Innerhalb einer Schicht variiert die Anzahl der Beschäftigten sowie die Anzahl der Beschäftigten in sich eventuell überschneidenden Schichten. Dies wird nach dem vorhersehbaren, tageszeitabhängigen Arbeitsanfall entschieden (z. B. im Einzelhandel mehr Beschäftigte zwischen 15.00 und 18.00 Uhr als zwischen 12.00 und 14.00 Uhr).
Beschäftigte können über Dauer und Lage der Arbeitszeit selbst bestimmen. Es gibt keine Kernzeiten mit reiner Anwesenheitspflicht.
Bei der Verteilung der Arbeitszeit wird das arbeitsvertraglich vereinbarte Stundenvolumen gleichmäßig oder ungleichmäßig auf die einzelnen Tage einer Woche, einzelne Wochen eines Monats oder einzelne Monate eines Jahres verteilt.
Vertrauensarbeitszeit ist eine hochflexible Arbeitszeitform, die durch eine stark ergebnisorientierte Arbeitsweise gekennzeichnet. Die Dokumentation der geleisteten Arbeitszeit ist eine Arbeitgeberpflicht und kann an den Arbeitnehmer delegiert werden (§ 16 ArbZG). Die Art der Dokumentation ist nicht vorgeschrieben, sie muss jedoch mindestens die Abweichungen der werktäglichen Arbeitszeit von 8 Stunden aufzeichnen.
Der Zusammenschluss von rechtlich unabhängigen und räumlich getrennten Selbstständigen oder Kleinunternehmern - auf Dauer oder auch nur für die Abwicklung eines Projekts - zu einem virtuellen Unternehmen, das dann unter einem eigenen Firmennamen agiert, ist ein virtuelles Unternehmen. Die Durchführung der Geschäftsprozesse erfolgt oft mittels Telekooperation.
In Vollarbeit stehen Arbeitnehmer – beispielsweise im Gegensatz zur Arbeitsbereitschaft – in vollem Umfang dem Arbeitgeber zur Erledigung der Arbeitsaufgabe zur Verfügung.
Bei der Wahlarbeitszeit wird die Besetzungsstärke in Abhängigkeit vom Kundenverhalten wöchentlich, täglich und stündlich unterschiedlich geplant. Das sich daraus ergebende Besetzungsprofil wird für alle Beschäftigten sichtbar ausgehängt, damit diese ihren Arbeitseinsatz je nach den persönlichen Zeitbedürfnissen und dem vertraglich vereinbarten Zeitvolumen in den Einsatzplan eintragen. Dabei sprechen sich die Arbeitskräfte untereinander oder mit der Führungskraft ab. Die Wahlarbeitszeit ist besonders für Teilzeitinteressierte attraktiv. Sie ist auch als Bauklotz- bzw. Modulsystem bekannt, weil der Arbeitseinsatz bausteinartig verplant wird.
Im Rahmen der Schichtarbeit spricht man von Wechselschicht, wenn zwischen Früh-, Spät- oder Nachtschicht gewechselt wird.
Wegezeit vom Wohnort zur Arbeitsstätte und zurück zählt nicht zur Arbeitszeit, dagegen sind betriebsbedingte Wegezeiten vom Betrieb zu außerhalb gelegenen Betriebsstätten grundsätzlich Arbeitszeit (§ 2 ArbZG).
Die werktägliche Arbeitszeit der Beschäftigten darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann bis auf zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Werktage sind alle Kalendertage, die nicht Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind.
Mit einem Zeitkonto werden die tatsächlich geleisteten (Ist-Zeit) oder die von der vertraglichen Regelarbeitszeit abweichenden Stunden (Soll-Zeit) registriert. Es stellt ein zentrales Steuerungsinstrument in flexiblen Arbeitszeitsystemen dar.
Eine Form der Insolvenzsicherung von Langzeitkonten, das zuerst bei VW entwickelt wurde: Die Beschäftigten zahlen ihre Arbeitszeitguthaben aus Mehrarbeit, aber auch Teile des Gehalts wie Weihnachtsgeld oder Prämien auf ein Konto ein. Die Zeit wird in Geld umgerechnet und als verzinsliches Zeitwertpapier in Form eines Rentenfonds angelegt.