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Timestamp: 2019-08-19 11:04:07
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 707', '§ 119', '§ 256', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 161', '§ 105', '§ 707', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 256', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 707', 'BGH', '§ 707', '§ 53', '§ 14', '§ 47', 'BGH', 'BGH', '§ 53', '§ 53', '§ 256', 'BGH', '§ 45', '§ 53', '§ 47', 'BGH', 'BGH', '§ 707', 'BGH']

BGH, 05.03.2007 - II ZR 282/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,498
BGH, 05.03.2007 - II ZR 282/05 (https://dejure.org/2007,498)
BGH, Entscheidung vom 05.03.2007 - II ZR 282/05 (https://dejure.org/2007,498)
BGH, Entscheidung vom 05. März 2007 - II ZR 282/05 (https://dejure.org/2007,498)
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BGB § 707; HGB § 119; ZPO § 256
Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses einer Personengesellschaft über Nachschussverpflichtung ohne gesellschaftsvertragliche Grundlage
Wirksamkeit des Beschlusses einer Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft zur Begründung einer Nachschussverpflichtung; Wirksamkeit des Beschlusses gegenüber dem nicht zustimmenden Gesellschafter; Geltendmachung der Unwirksamkeit des Beschlusses gegenüber einzelnen Mitgesellschaftern und der Gesellschaft mittels einer Feststellungsklage
Unwirksamkeit des Gesellschafterbeschlusses über Nachschusspflicht ohne Grundlage im Gesellschaftsvertrag gegenüber dissentierendem Gesellschafter
Unwirksame Nachschußverpflichtung
Grundsätzlich Unwirksamkeit des eine Nachschussverpflichtung begründenden Gesellschafterbeschlusses einer Personengesellschaft ohne gesellschaftsvertragliche Grundlage; Geltendmachung der Unwirksamkeit im Wege der allgemeinen, nicht fristgebundenen Feststellungsklage
Wirksamkeit einer in Gesellschaftsvertrag nicht vereinbarten, gleichwohl beschlossenen Nachschussverpflichtung; Rechtsstellung des nicht zustimmenden Gesellschafters
Nachschusspflicht ohne Grundlage im Gesellschaftsvertrag
Allgemeine Feststellungsklage, antiziperte Zustimmung, Beiträge der Gesellschafter der GmbH & Co. KG, dritte Kategorie, Einwendung im Prozess, Feststellungsinteresse, Gesellschafterbeschluss, Gesellschaftsvertrag, Kapitalbeteiligung, Nachschusspflicht, Personengesellschaft, relative Unwirksamkeit des Gesellschafterbeschlusses
Zur Frage der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses über eine Nachschusspflicht gegenüber dem dissentierenden Gesellschafter
Gesellschafterbeschluss; Feststellungsklage; Nachschussverpflichtung; Zustimmung
Unwirksamkeit eines nicht einstimmig gefassten Gesellschafterbeschlusses über Nachschussverpflichtung
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 5.3.2007, Az.: II ZR 282/05 (Wirksamkeitsanforderungen an den Gesellschafterbeschluss über eine Nachschussverpflichtung)" von RA Dr. Rüdiger Werner, original erschienen in: GmbHR 2007, 535 - 538.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.03.2007, Az.: II ZR 282/05 (Keine Begründung einer Nachschusspflicht ohne Zustimmung des betroffenen Gesellschafters...)" von VorsRiBGH Prof. Dr. Wulf Goette, original erschienen in: DStR 2007, 773.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.03.2007, Az.: II ZR 282/05 (Feststellung der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses zur Nachschusspflicht des dissentierenden Gesellschafters)" von RiBGH Prof. Dr. Markus Gehrlein, original erschienen in: BB 2007, 1019 - 1020.
LG Berlin, 04.12.2003 - 104 O 153/03
KG, 09.09.2005 - 14 U 25/04
NJW-RR 2007, 757
ZIP 2007, 766
MDR 2007, 729
WM 2007, 743
BB 2007, 1019
BB 2007, 902
DB 2007, 853
Unabhängig davon ist der Gesellschafterbeschluss einer Personengesellschaft, durch den eine Nachschussverpflichtung begründet wird, die im Gesellschaftsvertrag keine Grundlage hat, jedenfalls gegenüber dem Gesellschafter grundsätzlich unwirksam, der dem Beschluss nicht zugestimmt hat (§ 161 Abs. 2, § 105 Abs. 3 HGB, § 707 BGB; vgl. BGH, Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Rn. 11, 15;… Beschluss vom 26. März 2007 - II ZR 22/06, ZIP 2007, 1368 Rn. 10).
Soweit in der Rechtsprechung des Senats zu nachträglichen Beitragserhöhungen eine eindeutige Regelung im Gesellschaftsvertrag gefordert wird, die Ausmaß und Umfang einer möglichen zusätzlichen Belastung der Gesellschafter erkennen lassen muss (st. Rspr., vgl. nur BGH…, Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562 Rn. 18ff.; Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Rn. 13;… Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 231/07, ZIP 2009, 864 Rn. 14 f.), geht es nicht um die formelle Legitimation des Beschlusses über die Beitragserhöhung, sondern darum, dass ein Gesellschafter nicht ohne eigene Zustimmung mit zusätzlichen Beitragspflichten belastet werden kann und eine grundsätzlich mögliche antizipierte Zustimmung zu einer nachträglichen Beitragserhöhung durch Mehrheitsbeschluss eine eindeutige gesellschaftsvertragliche Bestimmung voraussetzt, die Ausmaß und Umfang der möglichen zusätzlichen Belastung erkennen lässt.
Die fehlende Zustimmung für eine Beitragserhöhung stellt eine besondere, nur gegenüber dem Gesellschafter, der seine Zustimmung verweigert hat, wirkende Kategorie eines Beschlussmangels dar, der auch dann selbstständige Bedeutung behält, wenn der gefasste Beschluss im Übrigen nicht zu beanstanden oder eine im Gesellschaftsvertrag für die Geltendmachung von Beschlussmängeln vereinbarte Frist abgelaufen ist (vgl. BGH, Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Rn. 15;… Urteil vom 19. Oktober 2009 - II ZR 240/08, BGHZ 183, 1 Rn. 12 mwN - Sanieren oder Ausscheiden).
Vielmehr stellt die fehlende Zustimmung eine "dritte Kategorie" von Mängeln des Beschlusses dar, die im Wege der allgemeinen, nicht fristgebundenen Feststellungsklage gemäß § 256 ZPO bzw. durch Einwendung im Prozess geltend gemacht werden kann (Sen. Urt. v. 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Tz. 15 f.; v. 9. Februar 2009 - II ZR 213/07, ZIP 2009, 864 Tz. 16; v. 25. Mai 2009 - II ZR 259/07, ZIP 2009, 1373 Tz. 17; Sen. Beschl. v. 26. März 2007 - II ZR 22/06, ZIP 2007, 1368 Tz. 10).
Die Versäumung der gesellschaftsvertraglich vorgesehenen Anfechtungsfrist ersetzt diese Zustimmung nicht (Sen. Urt. v. 5. März 2007 aaO mit Anm. Goette in DStR 2007, 773).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat der Gesellschafter einer Personengesellschaft grundsätzlich ein Feststellungsinteresse im Sinn von § 256 Abs. 1 ZPO an der Feststellung der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1991 - II ZR 211/90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 7. Juni 1999 - II ZR 278/98, ZIP 1999, 1391, 1392; Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, NJW-RR 2007, 757, 758; vgl. auch BGH, Urteil vom 25. November 2002 - II ZR 69/01, ZIP 2003, 116, 118 zur GmbH).
Zwar ist für Mehrheitsentscheidungen über eine nachträgliche Erhöhung der Beitragspflichten im Sinn von § 707 BGB eine entsprechende eindeutige Legitimationsgrundlage im Gesellschaftsvertrag erforderlich, die Ausmaß und Umfang einer möglichen zusätzlichen Belastung der Gesellschafter erkennen lassen muss, weil es sich hierbei um eine antizipierte Zustimmung handelt (st. Rspr., vgl. nur BGH…, Urteil vom 23. Januar 2006 - II ZR 306/04, ZIP 2006, 562 Rn. 18 ff.; Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Rn. 13;… Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 231/07, ZIP 2009, 864 Rn. 14 f.).
a) Der Beschluss, der den Gesellschaftern einer Personengesellschaft Nachschusspflichten auferlegt, ist den Gesellschaftern gegenüber unwirksam (§ 707 BGB), die dieser Vermehrung ihrer Beitragspflichten nicht - auch nicht antizipiert (…vgl. z.B. Sen. Urt. v. 21. Mai 2007 - II ZR 96/06, ZIP 2007, 1458 Tz. 13 ff.; v. 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Tz. 13, 16 f.) - zugestimmt haben.
Das Berufungsgericht hat verkannt, dass durch eine verfahrensrechtliche Regelung im Gesellschaftsvertrag das mitgliedschaftliche Grundrecht eines Gesellschafters, nicht ohne seine Zustimmung mit weiteren Beitragspflichten beschwert zu werden, nicht ausgehebelt werden darf (Sen. Beschl. v. 26. März 2007 - II ZR 22/06, ZIP 2007, 1368 Tz. 10; Sen. Urt. v. 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Tz. 13, 16 f.).
a) Der Gesellschafterbeschluss einer Personengesellschaft, durch den eine Nachschussverpflichtung begründet wird, die im Gesellschaftsvertrag keine Grundlage hat, ist jedenfalls gegenüber dem Gesellschafter grundsätzlich unwirksam, der dem Beschluss nicht zugestimmt hat (Bestätigung Sen.Urt. v. 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766).
Der Senat hat nach Erlass des Berufungsurteils mit Urteil vom 5. März 2007 (II ZR 282/05, Tz. 15 ff., z.V.b.) entschieden, dass der Gesellschafter die jedenfalls relative Unwirksamkeit des Beschlusses gegenüber der Klage der Gesellschaft auf Zahlung des Nachschusses einwenden kann, ohne an Fristen gebunden zu sein.
Der Senat folgt im Übrigen der Auffassung, dass ein Stimmrechtsausschluss stets der Zustimmung aller betroffener Gesellschafter bedarf (…so etwa Priester in Scholz, GmbHG, 11. Auflage 2015, § 53 Rdn. 47 und Seibt in Scholz, GmbHG, 11. Auflage 2012, § 14 Rdn. 37 sowie K. Schmidt in Scholz, GmbHG, 11. Auflage 2014, § 47 Rdn. 11; von diesem Verständnis geht auch der Bundesgerichtshof erkennbar aus, vgl. dazu BGH, Urt. v. 5.11.1984, II ZR 111/84, Rdn. 9, 10 ff. und BGH, Urt. v. 5.03.2007, II ZR 282/05, NZG 2007, S. 381 Rdn. 15 f.;… anders etwa Harbarth in Münchener Kommentar zum GmbHG, 2. Auflage 2016, § 53 Rdn. 100 und Ulmer in Ulmer/Habersack/Winter, GmbHG, 2008, § 53 Rdn. 69: "vorbehaltlich eines wichtigen Grundes").
Solange der Schwebezustand währt, kann unter den Voraussetzungen des § 256 ZPO auf Feststellung der Unwirksamkeit geklagt werden (BGH, Urt. v. 5.03.2007, II ZR 282/05, NZG 2007, S. 381 Rdn. 16;… K. Schmidt in Scholz, GmbHG, 11. Auflage 2014, § 45 Rdn. 59;… Priester in Scholz, GmbHG, 11. Auflage 2015, § 53 Rdn. 97;… Zöllner in Baumbach/Hueck, GmbHG, 20. Auflage 2013, Anh § 47 Rdn. 22); dies gilt auch für den betroffenen Gesellschafter, der festgestellt wissen will, dass er nicht zugestimmt hat und der Beschluss ihm gegenüber unwirksam ist (BGH, Urt. v. 5.03.2007, II ZR 282/05, NZG 2007, S. 381 Rdn. 16;… vgl. auch BGH, Urt. v. 27.10.1986, II ZR 240/85, Rdn. 6, 17 ff.).
Erfordert eine Mehrheitsentscheidung ihrem Inhalt nach die Zustimmung jedes einzelnen Gesellschafters, wie es beispielsweise bei Beschlüssen über nachträgliche Beitragserhöhungen (vgl. § 707 BGB) der Fall ist, führt ungeachtet sonstiger Beschlussmängel schon die fehlende Zustimmung eines Gesellschafters dazu, dass der Beschluss ihm gegenüber unwirksam ist (BGH, Urteil vom 5. März 2007 - II ZR 282/05, ZIP 2007, 766 Rn. 15;… Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 231/07, ZIP 2009, 864 Rn. 16).
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