Source: https://www.peterlang.com/view/9783653990126/chapter4.html
Timestamp: 2018-02-19 14:38:17
Document Index: 19656679

Matched Legal Cases: ['§ 82', '§ 90', '§ 93', '§ 93', '§ 90', '§ 93', '§ 1093', 'BGH', '§ 313', 'BGH', 'BGH', '§ 818', '§ 818', '§ 818', '§ 822', '§ 528', '§ 529', '§ 529', '§ 529', '§ 534', '§ 534', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 528', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 528', '§ 17', '§ 17', '§ 2', '§ 93', '§ 93', '§ 93', '§ 242', '§ 313', '§ 133', 'Art. 96', '§ 133', '§ 528', '§ 516', '§ 529', '§ 534']

Teil D: Ausblick für die Kautelarpraxis : Sozialhilferegress nach Grundbesitzübertragung in vorweggenommener Erbfolge unter Vorbehalt eines dinglichen Wohnungsrechts
Teil D: Ausblick für d...
Sozialhilferegress nach Grundbesitzübertragung in vorweggenommener Erbfolge unter Vorbehalt eines dinglichen Wohnungsrechts
Ove Reinbender
Zwischen Privat- und Sozialrecht bestehen viele Schnittstellen. Grundbesitzübertragungen und dabei vereinbarte Versorgungsrechte können sich auf Bezug und Höhe von Sozialleistungen auswirken. Gegenstand der Arbeit ist die praxisrelevante Frage, ob dem Sozialhilfeträger ein Regressanspruch zukommt, wenn ein späterer Erblasser zunächst seine Immobilie im Wege der vorweggenommenen Erbfolge unter Vorbehalt eines dinglichen Wohnungsrechts verschenkt hat, dann pflegebedürftig wird und zur Deckung der Pflegeheimkosten Sozialhilfeleistungen in Anspruch nehmen muss. Zu den verschiedenen Aspekten dieses Themas sind viele ober- und höchstgerichtliche Entscheidungen ergangen. Unter Aufbereitung der Judikatur und Einbeziehung der Literaturansichten nimmt der Autor eine eigene Bewertung vor.
9783653990126
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-03991-7
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XII, 208 S.
Teil A: Einleitung und Gang der Arbeit
1. Einkommen, § 82 SGB XII
2. Vermögen, § 90 Abs. 1 SGB XII
3. Bereite Mittel
1. Anspruchsübergang im SGB XII, §§ 93, 94 SGB XII
2. Gegenüberstellung von § 93 SGB XII und § 90 BSHG
aa) Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
bb) Teile der Literatur
b) Rechtmäßigkeit trotz Nichtbestehen des übergeleiteten Anspruchs
c) Begrenzung des Anspruchsübergangs zum Schutz des Dritten, § 93 Abs. 1 Satz 3 SGB XII
4. Rechtsfolgen der Überleitungsanzeige
I. Überleitungsfähigkeit des dinglichen Wohnungsrechts, § 1093 Abs. 1 Satz 1 BGB
a) Auffassung der Rechtsprechung
(1) OLG Köln vom 17.5.1991 – 2 W 76/91 – FamRZ 1991, 1432–1433
(2) OLG Köln vom 6.2.1995 – 2 W 21/95 – MDR 1995, 464–465
(3) OLG Celle vom 13.7.1998 – 4 W 129/98 – NJW–RR 1999, 10–11
(1) OLG Oldenburg vom 3.5.1994 – 12 U 16/94 – FamRZ 1994, 1621–1622
(2) OLG Düsseldorf vom 28.5.2001 – 9 U 242/00 – Rpfleger 2001, 542–543
(3) OLG Hamm vom 9.5.2005 – 5 U 198/04 – RNotZ 2007, 544–546
cc) Bundesgerichtshof
dd) Literatur
(1) Nachträgliche Veränderung der dem Vertrag zugrunde liegenden Umstände
(2) Keine Vorhersehbarkeit
(1) OLG Koblenz vom 6.1.2004 – 5 W 826/03 – MDR 2004, 452–453
(2) BGH vom 9.1.2009 – V ZR 168/07 – NJW 2009, 1348–1349
(3) OLG Hamm vom 28.9.2009 – 5 U 80/07, I-5 U 80/07 – DNotZ 2010, 128–130
(1) Feststellung einer Regelungslücke
(2) Füllung der Regelungslücke
dd) Überleitungsfähigkeit eines Gestattungsanspruchs
ee) Durchsetzbarkeit des Gestattungsanspruchs trotz fehlender Überleitungsfähigkeit
c) Keine Vermietungsberechtigung
aa) Keine Legaldefinition
bb) Eine die Existenz teilweise begründende Wirtschaftseinheit als Vertragsobjekt
b) Wegfall der Geschäftsgrundlage, § 313 Abs. 1 BGB
(1) BGH vom 19.1.2007 – V ZR 163/06 – NJW 2007, 1884–1887
(2) OLG Oldenburg vom 11.10.2007 – 14 U 86/07 – NJW–RR 2008, 399–400
(3) OLG Schleswig vom 7.12.2007 – 14 U 57/07 – NJW–RR 2008, 1705–1706
(4) BGH vom 9.1.2009 – V ZR 168/07 – NJW 2009, 1348–1349
(5) OLG Hamm vom 28.9.2009 – 5 U 80/07, I-5 U 80/07 – DNotZ 2010, 128–130
(1) Kein Zahlungsanspruch i. H. d. fiktiven Miete bei Eigennutzung
(2) Kein Anspruch auf Auskehr des Mieterlöses bei Fremdvermietung
1. Regelungsprinzipien
aa) Vermögensminderung auf Seiten des Schenkers
bb) Vermögensmehrung auf Seiten des Beschenkten
cc) Unentgeltlichkeit der Zuwendung
b) Zeitliche Voraussetzung: Vollziehung der Schenkung
c) Sachliche Voraussetzung: Notbedarf des Schenkers
d) Mehrere Beschenkte
a) Naturalrestitution, § 818 Abs. 1 BGB
b) Wertersatz, § 818 Abs. 2 BGB
c) Entreicherung, § 818 Abs. 3 BGB
d) Anwendbarkeit des § 822 BGB
a) Abwendungsbefugnis, § 528 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB
aa) Schuldhafte Herbeiführung der eigenen Bedürftigkeit, § 529 Abs. 1, 1. Alt. BGB
bb) Zehnjahresfrist, § 529 Abs. 1, 2. Alt. BGB
cc) Gefährdung des angemessenen Unterhalts des Beschenkten, § 529 Abs. 2 BGB
aa) Pflichtschenkung, § 534, 1. Alt. BGB
bb) Anstandsschenkung, § 534, 2 Alt. BGB
aa) OLG Düsseldorf vom 24.5.1984 – 18 U 220/83 – FamRZ 1984, 887–891
bb) BGH vom 20.12.1985 – V ZR 66/85 – BGHZ 96, 380–384
b) Geltendmachung vor dem Tode des Schenkers
(1) OLG Düsseldorf vom 24.5.1984 – 18 U 220/83 – FamRZ 1984, 887–891
(2) OLG Stuttgart vom 22.9.1984 – 12 W 27/ 84 – BWNotZ 1985, 70–71
(3) OLG Celle vom 7.9.1992 – 20 W 7/92 – NdsRpfl 1993, 11–13
(4) OLG Frankfurt a. M. vom 1.12.1993 – 21 U 196/92 – NJW 1994, 1805–1806
(1) LG Karlsruhe vom 5.8.1993 – 5 S 115/93 – NJW 1994, 137–138
(2) OLG Karlsruhe vom 18.3.1994 – 15 U 251/93 – NJW–RR 1995, 571–572
(3) BGH vom 14.6.1995 – IV ZR 212/94 – NJW 1995, 2287–2288
d) Sicherstellung des Unterhalts durch einen privaten Dritten
6. Durchsetzung des übergeleiteten Anspruchs aus § 528 Abs. 1 Satz 1 BGB
I. Sozialrechtlich bedingte Sittenwidrigkeit, § 138 Abs. 1 BGB
a) BGH vom 21.9.2001 – V ZR 14/01 – ZEV 2002, 116–117
b) BGH vom 23.1.2003 – V ZB 48/02 – ZEV 2003, 211–212
c) BGH vom 6.2.2009 – V ZR 130/08 – NJW 2009, 1346–1348
aa) Erlöschensklauseln
bb) Einseitige Verzichtsklauseln in Gestalt von Entschädigungsklauseln
cc) Ruhendvereinbarungen
b) Behandlung von „Altfällen“
I. Ergebnisse zu den sozialhilferechtlichen Grundlagen (Teil B):
II. Ergebnisse zum dinglichen Wohnungsrecht (Teil C/I.–II.):
III. Ergebnisse zum Anspruch aus § 528 BGB (Teil C/III.):
IV. Ergebnisse hinsichtlich der Vertragsgestaltung (Teil D):
Teil D: Ausblick für die Kautelarpraxis
Der Übergabevertrag unter Vorbehalt eines dinglichen Wohnungsrechts zählt zum Alltag in der kautelarjuristischen Praxis. Er dient als Beleg für eine wachsende Bedeutung des Sozialrechts in der generellen Gestaltung von Rechtsgeschäften.807
Fraglich ist zunächst, ob und inwieweit die Gefahr eines Sozialhilferegresses den Bereich notarieller Beurkundung berührt. Jeder Notar wird in der täglichen Beratungs- und Beurkundungspraxis mit Fragen nach den sozialrechtlichen Konsequenzen von Grundbesitzübertragungen und den dabei möglicherweise vereinbarten Versorgungsleistungen konfrontiert.808 Das Hauptaugenmerk der Vertragspartner ist dabei nur allzu oft auf die Vermeidung eines Sozialhilferegresses gerichtet.809 Der Notar ist gehalten, „sein Möglichstes dazu beizutragen, ohne dabei in einen Konflikt zwischen den Interessen (der Parteien des Übergabevertrags) und denen der Allgemeinheit zu geraten“810. Ebenso wird ihm aber daran gelegen sein, keine leistungseinschränkenden Klauseln in den Übergabevertrag aufzunehmen, die der rechtlichen Überprüfung nicht standhalten und mitunter einen Haftungstatbestand erfüllen.811 Von der notariellen Belehrungspflicht nach § 17 Abs. 1 Satz 1 BeurkG wird aber grundsätzlich nur die rechtliche Tragweite des Rechtsgeschäfts umfasst. Gegenstand der Belehrung über die rechtliche Tragweite ist die Belehrung, ob und unter welchen Voraussetzungen der erstrebte rechtliche Erfolg eintritt und welche unmittelbaren Rechtswirkungen sich an ihn knüpfen.812 Die Amtspflicht des Notars nach § 17 Abs. 1 Satz 1 BeurkG bezieht sich nicht auf die wirtschaftliche oder steuerliche Tragweite des beurkundeten Geschäfts.813 Sozialrechtliche Konsequenzen von Grundbesitzübertragungen stellen regelmäßig mittelbare wirtschaftliche und rechtliche Folgen des Rechtsgeschäfts dar, auf die ← 163 | 164 → sich...
Teil B: Sozialhilferechtliche Grundlagen
I. Nachrang der Sozialhilfe, § 2 SGB XII
II. Überleitung sonstiger Ansprüche auf den Sozialhilfeträger, § 93 SGB XII
3. Überleitungsanzeige, § 93 Abs. 2 Satz 1 SGB XII
a) Rechtmäßigkeit trotz zu Unrecht erfolgter Leistungserbringung
Teil C: Überleitungsfähige Ansprüche des Leistungsberechtigten nach § 93 SGB XII
II. Schicksal des dinglichen Wohnungsrechts bei Unterbringung in einem Pflegeheim
1. Kein Erlöschen des dinglichen Wohnungsrechts
2. Anspruch auf Gestattung der Vermietung
a) Treu und Glauben, § 242 BGB, und Wegfall der Geschäftsgrundlage, § 313 Abs. 1 BGB
aa) Anspruchsbejahende obergerichtliche Entscheidungen
bb) Anspruchsverneinende obergerichtliche Entscheidungen
b) Ergänzende Vertragsauslegung, §§ 133, 157 BGB
3. Herleitung eines Zahlungsanspruchs
a) Leibgedingsvertrag i. S. d. Art. 96 EGBGB
c) Ergänzende Vertragsauslegung, §§ 133, 157 BGB
III. Rückforderungsanspruch wegen Verarmung des Schenkers, § 528 BGB
a) Schenkung i. S. d. § 516 Abs. 1 BGB
4. Einschränkungen des Rückforderungsanspruchs
b) Ausschluss des Rückforderungsanspruchs, § 529 BGB
c) Pflicht und Anstandsschenkungen i. S. v. § 534 BGB
5. Fortbestand des Anspruchs nach dem Tode des Schenkers
a) Überleitung durch den Sozialhilfeträger vor dem Tode des Schenkers
c) Überleitung durch den Sozialhilfeträger nach dem Tode des Schenkers
aa) Erlöschen mit dem Tode des Schenkers
bb) Kein Erlöschen mit dem Tode des Schenkers
II. Wegzugsklauseln
1. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes
2. Folgen für die Kautelarpraxis
a) Vorsorgende Vertragsgestaltung
Teil E: Untersuchungsergebnisse