Source: https://www.lexware.de/artikel/koerperschaftsteuer-steuererklaerung-2015-korrekt-ausfuellen-1/
Timestamp: 2020-01-27 23:16:00
Document Index: 41664814

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 37', '§ 37', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 14', '§ 14']

Körperschaftsteuer: Welche Steuerformulare gibt es 2017?
Körperschaftsteuer 2017: Steuerformular KSt 1 A
GmbH Steuererklärung: Ausfüllhinweise zum Steuerformular KSt GK
Körperschaftsteuererklärung: Neue Zeile in Anlage OG für Organgesellschaften
Körperschaftsteuererklärung: Anlage WA – vorzulegende Verträge
Körperschaftsteuer: Steuererklärung 2017 korrekt ausfüllen /fileadmin/_processed_/a/0/csm_formular-ausfuellen-frau-240102-2_62bbec3964.jpg 2016-05-31 2016-05-31 Lexware
Körperschaftsteuer: Steuererklärung 2017 korrekt ausfüllen
Füllen Sie die Körperschaftsteuererklärung 2017 selbst aus, gibt es einige unbekannte Steuerformulare, die Sie kennen sollten. Zudem sollten Sie wissen, an welchen Stellen in der Körperschaftsteuererklärung zusätzliche Erläuterungen notwendig sind, um Rückfragen des Finanzamts zu vermeiden. In Teil 1 erfahren Sie, welche Formulare für Sie wichtig sind und was Sie beim Ausfüllen beachten sollten.
Die Steuererklärung zur Körperschaftsteuer ist dem Finanzamt in elektronischer Form zu übermitteln. Neben dem Hauptformular für unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtige Kapitalgesellschaften – dem Formular KSt 1 A – gibt es noch folgende Steuerformulare, die das Finanzamt gegebenenfalls von einer Kapitalgesellschaft erwartet:
Anlage AESt: Hier werden Angaben zur Anrechnung bzw. zum Auszug ausländischer Steuern gemacht.
Anlage AEV: In dieser Anlage sind Eintragungen zu nicht nach einem Doppelbesteuerungsabkommen steuerfreie negative Einkünfte bzw. zu Gewinnminderungen im Sinn des § 2a Abs. 1 EStG zu machen.
Anlage BE: In dieser Anlage werden steuerfreie Bezüge laut Zeile 72 der Anlage GK unter Anwendung des § 8b Abs. 4 Satz 5, 6 und 8 KStG erfasst.
Anlage GK: In dieser Anlage sind Angaben zu außerbilanzmäßigen Korrekturen (nichtabziehbare Geschenke, 30% für Bewirtungsaufwendungen, etc.) und Korrekturen nach § 8b KStG zu machen. Diese Anlage ist das „Herzstück“ zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens.
Anlage OG: Dieses Formular müssen Kapitalgesellschaften ausfüllen, wenn Sie Organgesellschaften im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft sind.
Anlage OT: Dieses Formular müssen GmbHs und AGs ausfüllen, wenn sie im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft als Organträger fungieren und von Organgesellschaften das zu versteuernde Einkommen übernehmen.
Anlage Verluste: In dieser Anlage sind zum 31.12.2016 einzutragen und unter Berücksichtigung des Gewinns bzw. Verlusts 2017 der Endbestand des verbleibenden Verlustvortrags zum 31.12.2017 zu ermitteln.
Anlage WA: Hier werden Angaben zu den Beteiligten an einer Kapitalgesellschaft eingetragen und die Daten, wenn eine Gewinnausschüttung stattgefunden hat.
KSt 1 F: Hier werden Angaben zur gesonderten Feststellung des steuerlichen Einlagekontos vorgenommen.
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Das Körperschaftsteuerformular KSt 1 A ist zwar der Mantelbogen zur Körperschaftsteuererklärung, der unterschrieben werden muss. Doch in diesem Formular werden bis auf wenige Ausnahmen nur die in den anderen Formularen ermittelten Beträge übernommen.
Zeile 49c: Einkünfte aus Gewerbebetrieb: Die Einkünfte aus Gewerbebeitrieb, die Sie in der Anlage GK ermittelt haben, übertragen Sie in Zeile 49c der Anlage KSt 1 A.
Zeilen 50 bis 75: In diesen Zeilen werden der Gesamtbetrag der Einkünfte und das zu versteuernde Einkommen der Körperschaft ermittelt. Das Finanzamt bietet zur Anlage KSt 1 A eine ausführliche Ausfüllanleitung an.
Sollten Sie in der Anlage KSt 1 A versehtnlich abweichende Beträge von den anderen Steuerformularen übernehmen, ist das kein Problem. Das Finanzamt verwendet zur Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte und zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nur die Beträge, die Sie in den einzelnen Formularen ermittelt haben.
Ist eine GmbH oder eine AG an einer anderen Kapitalgesellschaft beteiligt, müssen Sie neben dem Hauptvordruck zur Körperschaftsteuererklärung auch die Anlage GK ausfüllen.
In der Anlage GK tragen Sie den Steuerbilanzgewinn ein und ermitteln durch außerbilanzmäßige Zu- und Abrechnungen, Korrekturen wegen einer verdeckten Gewinnausschüttung sowie Korrekturen nach § 8b KStG bei Beteiligungen an anderen Körperschaften ein.
Zeile 11: Steuerbilanzgewinn ermitteln und eintragen
In Zeile 11 tragen Sie den Steuerbilanzgewinn ein. Ergeben sich keine Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz, tragen Sie hier den Handelsbilanzgewinn 2017 ein, der dann dem Steuerbilanzgewinn 2017 entspricht. Bei Abweichingen zwischen Handels- und Steuerbilanz tragen Sie in diese Zeile den ermittelten Steuerbilanzgewinn ein und fügen der Anlage GK eine Überleitungsrechnung von der Handels- zur Steuerbilanz bei.
Zeilen 33 bis 43: Nicht abziehbare Aufwendungen
Insbesondere den Zeilen 33 bis 43 der Anlage GK schenken die Sachbearbeiter der Finanzämter besondere Aufmerksamkeit. Bei Ermittlung der nicht abziehbaren sind nämlich folgende Besonderheiten zu beachten.
Musste eine GmbH 2017 Zinsen auf Körperschaftsteuer oder auf Gewerbesteuer bezahlen, sind diese Zinsen wie die Steuern selbst nicht abziehbar und werden durch Erfassung in der Anlage A dem Einkommen der GmbH wieder hinzugerechnet. Bei Erstattungszinsen zur Körperschaftsteuer und zur Gewerbesteuer gelten völlig andere Vorgaben. Diese sind stets zu versteuern. In der Anlage A sind Erstattungszinsen also nicht einzutragen. Auch die Saldierung von Erstattungs- und Nachzahlungszinsen ist nicht zulässig.
Praxis-Tipp: Betreffen Nachzahlungszinsen Steuern, die abziehbar sind (z.B. Zinsen zur Umsatzsteuer), sind diese nicht in Anlage GK zu erfassen. Das Finanzamt erwartet allerdings, dass diese Nachzahlungszinsen bei Ermittlung des Gewerbeertrags nach § 8 Nr. 1a GewStG hinzuzurechnen sind.
Pauschalsteuer nach § 37b EStG auf Geschenke
Hat eine GmbH für 2017 Aufwendungen für Geschenke, die nicht abziehbar sind, teilt die Pauschalsteuer nach § 37b EStG, die von der GmbH ans Finanzamt abgeführt wurde, das Schicksal dieser Geschenkaufwendungen. Das bedeutet im Klartext: Neben den nichtabziehbaren Geschenkaufwendungen ist in der Anlage GK auch die auf diese nichtabziehbaren Geschenkaufwendungen entfallende Pauschalsteuer als nicht abziehbarer Aufwand zu behandeln.
Zeilen 65 und 66: Veräußerungskosten und nachträgliche Kaufpreisänderungen
Hat eine GmbH Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft verkauft, ist der Gewinn aus dieser Veräußerung nach § 8b Abs. 2 KStG zu neutralisieren. Sind für den Verkauf bereits 2016 Veräußerungskosten angefallen (z.B. Due-Diligence-Kosten, Provisionen für die Vermittlung eines Verkäufers), sind diese Veräußerungskosten in Zeile 65 einzutragen. Das hat zur Folge, dass diese Veräußerungskosten in 2016 bei Ermittlung des nach § 8b Abs. 2 KStG steuerfreien Veräußerungsgewinns erfasst werden. Korrespondierend wird der Körperschaftsteuerbescheid 2014 geändert (BMF, Schreiben v. 24.7.2015, Az. IV C 2 – S 2750-a/07/10002:002).
Die XY-GmbH hat 2017 eine Beteiligung an der A-GmbH verkauft (Buchwert 100.000 Euro; Verkaufspreis 300.000 Euro). Im Zusammenhang mit dieser Veräußerung fielen bereits 2016 Due-Diligence-Kosten in Höhe von 50.000 Euro an.
Folge: Im Jahr 2017 ermittelt sich der nach § 8b Abs. 2 KStG steuerfreie Veräußerungsgewinn folgendermaßen:
Verkaufspreis 300.000 Euro
- Buchwert 100.000 Euro
- Veräußerungskosten 50.000 Euro
= Korrektur nach § 8b Abs. 2 KStG 150.000 Euro
+ Nicht abziehbare Betriebsausgaben nach § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG (5%) 7.500 Euro
= Außerbilanzmäßige Abrechnung 2017 gesamt -142.500 Euro
Zusätzlich sind die bisher als Betriebsausgaben verbuchten Veräußerungskosten in Höhe von 50.000 Euro im Jahr 2016 nachträglich außerbilanzmäßig durch eine Zurechnung zu korrigieren.
In Zeile 66 tragen Sie Aufwendungen ein, die Veräußerungskosten für einen bereits stattgefundenen Verkauf von GmbH-Anteilen im Jahr 2018 darstellen. In diesem Fall werden die Veräußerungskosten 2017 bereits nach § 8b Abs. 2 KStG neutralisiert (sprich außerbilanzmäßig hinzugerechnet).
Zeilen 67 bis 70: Dividenden und Gewinnausschüttungen
In Zeile 67 geben Sie den Gesamtbetrag der in 2017 bezogenen Dividenden und Gewinnausschüttungen der Kapitalgesellschaften an die GmbH oder AG an. Diese Gewinnausschüttungen werden zu 100% vom Einkommen abgezogen. 5% dieser Gewinnausschüttungen stellen jedoch nichtabziehbare Betriebsausgaben dar, die dem Einkommen wieder zuzurechnen sind.
Zeile 77: Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen
Hier sind Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften einzutragen. Wichtig: Bei Ermittlung des Gewinns müssen Sie angefallene Veräußerungskosten (z.B. Due-Diligence-Kosten, Vermittlungsprovision) und zusätzlich werden nach § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG weitere 5% als nicht abziehbare Betriebsausgaben behandelt.
Zeile 83: Darlehen oder Forderungen
Haben Sie Darlehen oder Forderungen gegenüber Kapitalgesellschaften, an denen Sie mehr als 25% beteiligt sind, wertberichtigt, abgeschrieben oder erlassen, müssen Sie diese Beträge hier angeben. Diese Gewinnminderungen sind dem zu versteuernden Einkommen der GmbH oder AG nach § 8 Abs. 3 Satz 4 ff. KStG wieder hinzuzurechnen.
Bei der Ermittlung von Sachverhalten nach § 8b KStG, die in Anlage GK erfasst und zu Hinzu- oder Abrechnungen beim zu versteuernden Einkommen führen, empfiehlt es sich, die Berechnung der eingetragenen Beträge detailliert schriftlich mitzuteilen. Andernfalls wird das Finanzamt die Berechnungen anfordern.
Ist die GmbH oder AG, für die Sie die Körperschaftsteuererklärung 2017 ausfüllen, eine Organgesellschaft im Rahmen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft, müssen Sie in der Anlage OG die neuen Zeilen 21a und 21b beachten. Die Angaben, die Sie dort machen, gehen in die so genannte gesonderte und einheitliche Feststellung des Einlagekontos nach § 14 Abs. 5 KStG ein. Einzutragen sind in diese Zeilen Mehr- und Minderabführungen, die ihre Ursache in organschaftlicher Zeit haben (§ 14 Abs. 4 KStG).
Bei vertraglichen Vereinbarungen zwischen der GmbH oder AG und ihren Anteilseignern und diesen nahestehenden Personen prüft das Finanzamt meist sehr genau, ob diese Vereinbarungen dem Fremdvergleich standhalt oder ob gegebenenfalls eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt. Angaben zu solchen Vereinbarungen müssen Sie in der Körperschaftsteuererklärung den Zeilen 28 bis 32 der Anlage WA machen.
Eine unaufgeforderte Erklärungspflicht besteht 2017 nur noch für folgende Vereinbarungen bzw. Verträge:
Bei anderen Verträgen (z.B. bei Kaufverträgen) behält sich das Finanzamt weiterhin vor, diese anzufordern.
Auch hier gilt. Je offener Sie sind, desto geringer ist das Misstrauen des Finanzamts. Mit anderen Worten: Hat ein Anteilseigner neben den verpflichtend vorzulegenden Verträgen weitere Vereinbarungen mit der GmbH oder der AG getroffen, sollten Sie diese Verträge freiwillig dem Finanzamt zusenden. Das signalisiert Transparenz und dass Sie sich sicher sind, dass die Vereinbarungen fremdüblich sind.
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