Source: https://www.arbeitssicherheit.de/spiele/quiz/gefahrstoffverordnungs-quiz.html
Timestamp: 2020-02-22 06:20:12
Document Index: 192146316

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 6', '§ 14', '§ 6', '§ 6', '§ 14', '§ 16', '§ 6', '§ 6', '§ 13', '§ 11', '§ 7']

Gefahrstoffverordnungs-Quiz | arbeitssicherheit.de
Welche Gefährdungen durch Gefahrstoffe sind in der Praxis besonders häufig und welche Dokumentationspflicht besteht gemäß der Gefahrstoffverordnung? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Gefahrstoffverordnungs-Quiz!
Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist in der aktuellen Fassung vor allem eine Arbeitsschutzvorschrift für den Umgang mit Chemikalien. Sie greift in erheblichem Maße auf EU-Vorschriften zurück, vor allem auf die REACH- und die CLP-Verordnung sowie auf die EU-Gefahrstoffrichtlinie 98/24/EG und die Krebsrichtlinie 2004/37/EG. Zusätzlich integriert sie weitere EU-Regelungen und auch Übereinkommen der IAO, eine Unterorganisation der UNO speziell zum Arbeitsschutz. Dieser umfassende Ansatz sowie die historische Pionierrolle Deutschlands beim Arbeitsschutz bringen einige Besonderheiten mit sich wie die Verbindung von Einstufung und Kennzeichnung, Verbote und Beschränkungen und abgestufte Schutzmaßnahmenkonzepte. Finden Sie sich in diesen Regelungsbereichen zweifelsfrei zurecht?
Die GefStoffV ist eine wichtige Arbeitsschutzvorschrift. Gilt sie dennoch auch zum Schutz der Umwelt oder von Personen im Privathaushalt?
Ja, denn sie ist rechtlich auch auf das Chemikaliengesetz abgestützt.
Nein, denn die Aufsichtsbehörden haben im Privatbereich keine Befugnisse.
Richtig! Anders als die meisten anderen Arbeitsschutzverordnungen enthält die GefStoffV auch Anforderungen an den Schutz der Umwelt und gilt zudem im Privathaushalt soweit letzteres ausdrücklich angegeben ist. Dies ist etwa bei Anhang II Nummer 1 Absatz 4 der Fall. Hier spiegelt sich noch der ursprüngliche Gedanke einer umfassenden chemikalienrechtlichen Regelung für die Umwelt und den Menschen wieder. Der Anwendungsbereich in § 1 GefStoffV ist daher etwas komplizierter abgefasst als in anderen Verordnungen.
Bei Gefahren durch Chemikalien denken viele zuerst an Gifte. Welche Gefährdungen sind aber in der betrieblichen Praxis oftmals häufiger und in ihren Auswirkungen sogar existenzbedrohend für den Betrieb?
Reizend, ätzend und sensibilisierend.
Brennbar und explosionsfähig.
Richtig. Die Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter mit giftigen oder ätzenden Stoffen besonders vorsichtig umgehen, denn schon die Gefahrensymbole haben eine deutliche Warnwirkung. Anders sieht es aus, wenn brennbare Flüssigkeiten (entzündlich, leicht- und hochentzündlich) gehandhabt werden oder bei der Tätigkeit brennbare Stäube auftreten. Hier werdend oft die Gefahren unterschätzt, die bei Bränden oder gar Explosionen entstehen und bis hin zur Vernichtung einer Fabrikationsanlage reichen können.
Zwischen der Herstellung von Gefahrstoffen und deren spätere Verwendung beim Käufer liegen als wichtige Vorgänge das Lagern und der Versand. Für beide Tätigkeiten gilt die GefStoffV …
nicht, denn hierfür gelten ausschließlich die Vorschriften des Gefahrgutrechts.
auch zusätzlich zu den Vorschriften des Gefahrgutrechts.
Richtig, vgl. § 1 Abs. 3 S. 3 GefStoffV. Die Vorschriften des Gefahrgutrechts gelten zunächst während des Transports und bei transportbedingter Zwischenlagerung. Dies führte in der Vergangenheit häufig zu Problemen beim Übergang vom Herstellerbetrieb zur Spedition und weiter zum Verwenderbetrieb. In § 2 Abs. 6 GefStoffV ist daher eine Regelung getroffen, die beide Seiten ausgewogen berücksichtigt. Zusätzlich enthalten vor allem die TRGS 509, 510 und 520 konkrete Hilfestellungen für die Lagerung. Beachte: Für das innerbetriebliche Befördern gilt nur die GefStoffV.
Neben der Kennzeichnung auf dem Etikett gibt es als eine weitere wichtige Sicherheitsinformation das Sicherheitsdatenblatt. Der Arbeitgeber …
sollte dieses für den Betrieb auswerten und die Informationen den Mitarbeitern zugänglich machen.
kann, muss dieses aber nicht beim Lieferanten anfordern.
Antwort 1 ist richtig. Die Kennzeichnung auf dem Etikett ist eine augenfällige Erstinformation für den Beschäftigten. Für die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung und die Anfertigung einer Betriebsanweisung reicht sie jedoch nicht aus. Hierzu muss der Arbeitgeber nach § 6 GefStoffV die Informationen berücksichtigen, die im Sicherheitsdatenblatt enthalten sind oder die er sich anderweitig beschafft hat. § 14 GefStoffV Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 legt zudem fest, dass die Beschäftigten Zugang zu den Informationen der Sicherheitsdatenblätter haben müssen.
Zentrales Element aller Arbeitsschutzvorschriften ist die Gefährdungsbeurteilung. Neben den üblichen Gesichtspunkten gibt es bei Gefahrstoffen einige Besonderheiten zu beachten. So kann z.B. der Arbeitgeber …
sich auf die toxischen Gefahren bei Gefahrstoffen als Schwerpunkt ausrichten.
bei seiner Bewertung weder die Gefährdungen durch Brände/Explosionen noch durch die Arbeitsmittel außer Acht lassen.
Korrekt! Weil in der Vergangenheit oftmals nur auf die giftigen oder sonst gesundheitsschädlichen Eigenschaften geachtet wurden, ist in der aktuellen GefStoffV in § 6 Abs. 4 GefStoffV vorgeschrieben, dass auch die Brand- und Explosionsgefährdungen eingehend zu betrachten sind. In Abs. 5 ist vorgegeben, dass auch die Arbeitsverfahren und die Arbeitsmittel einzubeziehen sind. Abs. 6 sieht darüber hinaus vor, dass drei Gefahrengruppen zunächst unabhängig zu bewerten und danach ihre Wechselwirkungen miteinander zu betrachten sind. Diese Einzelvorgaben sollen helfen einseitige oder unvollständige Beurteilungen zu vermeiden.
An mehreren Stellen der GefStoffV sind Dokumentationspflichten vorgeschrieben. Dazu gehören die Gefährdungsbeurteilung, das Explosionsschutzdokument, die Betriebsanweisung und andere. In Anbetracht dieser umfangreichen Dokumentationen kann der Arbeitgeber …
nicht darauf verzichten, die Beschäftigten arbeitsplatzbezogen zu unterweisen.
auf eine zusätzliche mündliche Unterweisung der Beschäftigten verzichten.
Antwort 1 ist richtig. § 6 Abs. 10 GefStoffV lässt zwar zu, dass der Arbeitgeber unter bestimmten Umständen auf eine detaillierte Dokumentation verzichtet. § 14 Abs. 1 GefStoffV enthält nur allgemeine Vorgaben zum Inhalt einer Betriebsanweisung, aber sagt nichts zu deren Umfang. Schon seit Jahrzehnten ist es deshalb in Deutschland üblich, die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz und in einer für sie verständlichen Weise über die dort auftretenden Gefahren zu unterrichten. Zu dieser Unterweisung gehören auch Informationen über andere Rechtsvorschriften, vor allem zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.
Hersteller und Verwender müssen nach der REACH-Verordnung Vorgaben für das Inverkehrbringen und bei der späteren Verwendung beachten. Für den Unternehmer besonders einschneidend sind Verbote und Beschränkungen von Stoffen, Gemischen und Erzeugnissen. Solche finden sich auch in der GefStoffV. Diese gelten für …
Herstellung und Verwendung in Deutschland.
die Vermarktung innerhalb der EU und die Verwendung in Deutschland.
Korrekt! Die national geltenden Verbote und Beschränkungen der Herstellung und Verwendung sind in §§ 16 und 17 GefStoffV zusammengefasst. Die Verbote in der ChemVerbotsV gelten national für das Inverkehrbringen und die Abgabe. Die Verbote und Beschränkungen in den EU-Verordnungen gelten EU-weit. Soweit hierauf in GefStoffV und ChemVerbotsV verwiesen wird ist dieser Verweis deklaratorisch, denn die EU-Verordnungen gelten unmittelbar.
Die Einstufungs- und Kennzeichnungspflichten nach der CLP-Verordnung und die Sicherheitsinformationen nach REACH sind für den Arbeitgeber eine entscheidende Hilfe bei der Gefährdungsbeurteilung. Hat er diese Informationen nicht, dann …
darf er auch ohne weitere Prüfungen mit möglichen Gefahrstoffen umgehen.
muss er bei eigenen Gefahrstoffen selbst die Gefährdungen ermitteln.
Richtig! Fehlen dem Arbeitgeber entscheidende Informationen für die Gefährdungsbeurteilung muss er bei nicht selbst hergestellten Chemikalien nach § 6 Abs. 14 GefStoffV bestimmte Gefährdungen unterstellen und seine Maßnahmen daran ausrichten. Dies darf aber kein Dauerzustand sein. Der Arbeitgeber muss sich die Informationen unverzüglich besorgen oder die Prüfungen selbst vornehmen. Bei selbst hergestellten Chemikalien muss er nach § 6 Abs. 3 GefStoffV selbst eine Einstufung durchführen oder anderweitig die Gefährdungen ermitteln.
Zu einem großen Problem in vielen Unternehmen kann der nicht bestimmungsgemäße Betrieb werden. Dies reicht von kleineren Betriebsstörungen über Unfälle und Notfälle bis zu Störfällen. Während bei größeren Anlagen und Ereignissen die Störfall-Verordnung als Umwelt- und Arbeitsschutzvorschrift greift, sind bei kleineren Ereignissen …
vor allem die Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Erste Hilfe (VBG 109) zu beachten.
gelten Sonderregelungen in der GefStoffV.
Antwort 2 ist richtig. Die VBG 109 gibt es nicht mehr. Sie ist jetzt inhaltlich in der BGV A 1 enthalten. Für Betriebsstörungen gibt es hingegen mit § 13 GefStoffV entsprechende Vorgaben in der GefStoffV. Da häufig auch Arbeitsmittel betroffen sind, findet sich in § 11 BetrSichV eine entsprechende Regelung auch für Arbeitsmittel. Die Bestimmungen sind aufeinander abgestimmt, aber nicht inhaltsgleich.
Einige Arbeitsschutzverordnungen werden durch technische Regeln konkretisiert. Einige Arbeitgeber freuen sich darüber, andere sehen darin eine zusätzliche bürokratische Last, die ihre Arbeit erschwert. Technische Regeln …
müssen genauso befolgt werden wie Verordnungen und Gesetze.
sind Arbeitshilfen zur Anwendung von Verordnungen.
Korrekt! Es war lange unklar, welchen Stellenwert technische Regeln im Rahmen der Rechtsnormen haben. Inzwischen wird dies bei allen Arbeitsschutz-Verordnungen einheitlich gehandhabt. In § 7 Abs. 2 GefStoffV finden sich die entsprechenden Festlegungen. Hält der Arbeitgeber die technischen Regeln ein, kann er davon ausgehen, dass er die Anforderungen der GefStoffV erfüllt (positive Vermutungswirkung zugunsten des Arbeitgebers). Will er davon abweichen, muss er andere gleichwertige Maßnahmen treffen und deren Wirksamkeit auch belegen.
Sie haben von 10 Fragen ( Prozent) korrekt beantwortet.
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Sie verfügen über solides Grundwissen in Bezug auf die Gefahrstoffverordnung. Bauen Sie Ihr Wissen weiter aus, das kann nicht schaden!
Sie sind sattelfest, wenn es um Fragen bezüglich der Gefahrstoffverordnung geht. Schön!
Respekt! Sie haben alle Fragen korrekt beantwortet. Sie sind ein echter GefStoffV-Experte!