Source: https://www.lecturio.de/jura/erstes-staatsexamen/verfaelschen-einer-echten-urkunde.vortrag
Timestamp: 2020-02-18 10:14:37
Document Index: 337227577

Matched Legal Cases: ['§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 274', '§ 267', '§ 274', '§ 267', '§ 267']

Verfälschen einer echten Urkunde § 267 StGB – Online lernen | Lecturio
Urkundenfälschung (§ 267 I S. 1 Var. 2 StGB): Verfälschen einer echten Urkunde
Urkundenfälschung (§ 267 I S. 1 Var. 2 StGB): Verfälschen einer echten Urkunde von RA Stefan Koslowski
Der Vortrag „Urkundenfälschung (§ 267 I S. 1 Var. 2 StGB): Verfälschen einer echten Urkunde“ von RA Stefan Koslowski ist Bestandteil des Kurses „1. Staatsexamen | von Lilien & Kraatz | Studio-Rep“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
Verfälschen einer echten Urkunde
Definition von Verfälschen
Zwei Hauptprobleme
Fallbeispiel: Die Quittung
Wann liegt ein Verfälschen i.S.d. § 267 I S. 1 Var. 2 StGB vor?
Verfälschen ist jede unbefugte, nachträgliche Veränderung des gedanklichen Inhalts einer Urkunde durch die der Anschein erweckt wird, dies sei die ursprüngliche Erklärung des Ausstellers.
Verfälschen ist jede befugte Veränderung des gedanklichen Inhalts einer Urkunde durch die der Anschein erweckt wird, dies sei die ursprüngliche Erklärung des Ausstellers.
Verfälschen ist jede unbefugte, nachträgliche Veränderung des gedanklichen Inhalts einer Urkunde.
Verfälschen ist jede Änderung des Inhalts einer Urkunde dergestalt, dass der Inhalt nicht mehr den wahren Tatsachen entspricht.
Wann kommt ein "Verfälschen" bei Schriftstücken in Betracht?
Bei nachträglichen textlichen Änderungen (nach Entzug der Dispositionsbefugnis)
Bei nachträglichen textlichen Änderungen (nach Entzug der Dispositionsbefugnis), wenn die in der Urkunde enthaltenen Tatsachen dann nicht mehr der Wahrheit entsprechen
Bei schriftlichen Urkunden ist ein "Verfälschen" nicht möglich
Nur wenn Erklärungen von einer Person hinzugefügt oder entfernt werden, die nie Dispositionsbefugt war, kann ein "Verfälschen" vorliegen
Wenn die in der Urkunde enthaltenen Tatsachen nach Änderung nicht mehr der Wahrheit entsprechen
Wann kommt ein "Verfälschen" bei zusammengesetzten Urkunden in Betracht?
Bei Bei Austauschen des Bezugsobjektes.
Bei textlichen Änderungen
Bei Hinzufügen oder Entfernen von Erklärungen
Bei textlichen Änderungen nach Anzug der Dispositionsbefugnis
Bei Austauschen des Hauptteils im Verbund
Wann kommt ein "Verfälschen" bei Gesamturkunden in Betracht?
Bei Hinzufügen oder Entfernen von Erklärungen nach Verlust der Dispositionsbefugnis
Bei Hinzufügen oder Entfernen von Erklärungen nach Verlust der Dispositionsbefugnis, sofern der Inhalt dann keine wahren Tatsachen mehr enthält
Bei Austauschen des Bezugsobjektes
Bei Austauschen des Verbundobjektes
Was ist bei der Abgrenzung von einem "Verfälschen" einer echten Urkunde zur Urkundenunterdrückung zu beachten?
Zu beachten ist, dass lediglich die Veränderung des ursprünglichen Beweisinhalts von einem "Verfälschen" i.S.d. § 267 I S. 1 Var. 2 StGB erfasst wird
Die Urkunde darf durch die Tat ihre Beweiseignung und Urkundenqualität nicht völlig verlieren ansonsten kommt nur § 274 I Nr. 1 StGB in Betracht
Für die Verwirklichung des § 267 I S. 1 Var. 2 ist es unerheblich, ob die Urkunde durch Tat ihre Beweiseignung und Urkundenqualität verliert
Zu beachten ist, dass bei jeder Verwirklichung des § 274 I Nr. 1 StGB auch gleichzeitig § 267 I S. 1 Var. 2 StGB verwirklicht wird, der dann aber im Wege der Konsumtion zurücktritt
Kann nach h.M. der Aussteller selbst die Verfälschungsalternative erfüllen?
Ja, nach der herrschenden Bestandsschutzlehre kann der Aussteller einer Urkunde diese dann verfälschen, wenn er die Dispositionsbefugnis über sie nicht mehr selbst besitzt
Nein, nach der herrschenden Meinung kann der Aussteller selbst nie die Verfälschungsalternative erfüllen.
Ja, nach der herrschenden Bestandsschutzlehre kann der Aussteller einer Urkunde diese auch immer verfälschen.
Ja, nach der herrschenden Echtheitsschutzlehre kann der Aussteller einer Urkunde diese dann verfälschen, wenn er die Dispositionsbefugnis über sie nicht mehr selbst besitzt
Dozent des Vortrages Urkundenfälschung (§ 267 I S. 1 Var. 2 StGB): Verfälschen einer echten Urkunde