Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.03.1994&Aktenzeichen=IX%20ZR%20102/93
Timestamp: 2020-01-23 17:49:15
Document Index: 232633911

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 520', '§ 520', 'BGH', '§ 520', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 559', '§ 553', '§ 519', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.03.1994 - IX ZR 102/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,486
BGH, 17.03.1994 - IX ZR 102/93 (https://dejure.org/1994,486)
BGH, Entscheidung vom 17.03.1994 - IX ZR 102/93 (https://dejure.org/1994,486)
BGH, Entscheidung vom 17. März 1994 - IX ZR 102/93 (https://dejure.org/1994,486)
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Bürgschaft - Überraschende Klausel - Erstinstanzliches Urteil - Berufung - Hauptforderung - Prüfung des Zinsanspruchs
Unwirksamkeit der formularmäßigen Erstreckung einer Bürgschaft auf die gesamte Geschäftsverbindung bei vorheriger Erklärung des Bürgen nur für einen bestimmten Kredit
AGBG § 3; BGB § 765 Abs. 2
Formularmäßige Erstreckung einer Bürgschaft auf alle Forderungen aus bankmäßiger Geschäftsverbindung
Bürgschaft; umfassende Einstandsklausel bei mündlich erklärter begrenzter Haftungsbereitschaft
NJW 1994, 1656
ZIP 1994, 697
MDR 1994, 769
WM 1994, 784
BB 1994, 892
Der Sachvortrag des Beklagten zu 3), dem insoweit die Beweislast obliegt (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 1994 - IX ZR 102/93, WM 1994, 784, 786), ist hierdurch aber nicht widersprüchlich oder unsubstantiiert.
Der Zinsausspruch ist von ihr aber vollständig angegriffen allein schon durch den Berufungsantrag auf vollständige Abweisung der Widerklage und damit insbesondere desjenigen auf Zahlung von Abfindung, hinsichtlich dessen eine ordnungsgemäße Berufungsbegründung vorliegt (vgl. BGH, NJW 1994, 1656, 1657; BGH, NJW 1997, 314;… Rimmelspacher , in: Münchener Kommentar zur ZPO, 4. Aufl., § 520 Rn. 58;… Musielak/ Ball , ZPO, 11. Aufl., § 520 Rn. 39;… a. A. jedoch offenbar BGH, Urt. v. 12.04.1995 - XII ZR 104/94 - Tz. 12;… Zöller/ Heßler, ZPO, 31. Aufl., § 520 Rn. 38).
Die von der Revision aufgeworfene Frage, ob eine Bürgschaftshaftung der Beklagten gemäß §§ 3, 4 AGBG auf den Kredit der Klägerin für den Hauskauf der Hauptschuldner zu beschränken sei (vgl. dazu BGH, Urt. v. 17. März 1994 - IX ZR 102/93, WM 1994, 784, 785 f [BGH 17.03.1994 - IX ZR 102/93]; v. 1. Juni 1994 - XI ZR 133/93, NJW 1994, 2145 f [BGH 01.06.1994 - XI ZR 133/93]), stellt sich beim derzeitigen Sachstand nicht.
Erfasst ein substantiierter Angriff - wie hier - die gesamte Hauptforderung, so hat das Berufungsgericht, wenn der Klage ganz oder teilweise stattzugeben ist, ohne weitere Rüge auch den Zinsanspruch von sich aus zu prüfen (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 1994 - IX ZR 102/93, NJW 1994, 1656 unter III 2 [juris Rn. 29]).
Da nämlich die Revision die Aufhebung des angefochtenen Urteils insgesamt begehrt und ihre Rüge zum Fehlen eines Gesellschafterbeschlusses als materieller Klagvoraussetzung den geltend gemachten Anspruch insgesamt erfaßt, ist dessen revisionsrechtliche Nachprüfung ohne Bindung an die erhobenen Sachrügen uneingeschränkt eröffnet (vgl. § 559 Abs. 2 Satz 1 ZPO;… Musielak/Ball, ZPO § 553 Rdn. 12;… Rosenberg/Schwab/Gottwald, Zivilprozeßrecht 15. Aufl. S. 870;… zu § 519 ZPO vgl. Sen.Urt. v. 8. April 1991 - II ZR 35/90, NJW-RR 1991, 1186 f. zu 1.; BGH, Urt. v. 17. März 1994 - IX ZR 102/93, NJW 1994, 1656 f. zu III 2.).
c) An einer Übertragung der Grundsätze zum überraschenden Charakter formularmäßig weiter Zweckerklärungen bei Sicherungsgrundschulden auf vorformulierte Bürgschaftserklärungen, die aus Anlaß eines Tilgungsdarlehens abgegeben werden, ist der Senat durch die Entscheidungen des IX. Zivilsenats vom 6. Dezember 1984 - IX ZR 115/83 (WM 1985, 155 ff.), vom 7. November 1985 - IX ZR 40/85 (WM 1986, 95 ff.), vom 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91 (WM 1992, 391 ff.) und vom 17. März 1994 - IX ZR 102/93 (WM 1994, 784 ff. [BGH 17.03.1994 - IX ZR 102/93]) nicht gehindert.
Der IX. Zivilsenat hat darin die Ansicht vertreten, die Erstreckung einer Bürgschaft in einer vorformulierten Erklärung, die ein Bürge aus Anlaß eines betragsmäßig limitierten Kontokorrentkredits unterzeichne, auf alle bestehenden und künftigen Ansprüche einer Bank gegen den Hauptschuldner aus der - bankmäßigen Geschäftsverbindung ohne betragsmäßige Beschränkung sei grundsätzlich nicht überraschend im Sinne des § 3 AGBG (zu einem Ausnahmefall s. das Urteil vom 17. März 1994 - IX ZR 102/93, WM 1994, 784, 785 f.) [BGH 17.03.1994 - IX ZR 102/93].
Der für die Anwendung des § 3 AGBG vorausgesetzte Überrumpelungseffekt kann sich auch daraus ergeben, daß der Vertragspartner nach den individuellen Begleitumständen des Vertragsschlusses vernünftigerweise nicht mit einer solchen Klausel rechnen mußte (BGHZ 102, 152, 159; 109, 197, 201; 130, 150, 154; BGH, Urt. v. 17. März 1994 - IX ZR 102/93, NJW 1994, 1656, 1657).
Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die Klausel wesentlich von dem abweicht, was der Vertragspartner des Verwenders als seine Vorstellungen und Absichten bei den Verhandlungen zum Ausdruck gebracht hat, ohne daß ihm darin widersprochen wurde (BGH, Urt. v. 17. März 1994 - IX ZR 102/93, aaO).
Beginn der Verjährung von Ansprüchen des Vermächtnisnehmers bei Anhängigkeit …