Source: https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/ba/nost/faq.html
Timestamp: 2019-05-27 10:27:24
Document Index: 87718541

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 23', '§ 19', '§ 22', '§ 57', '§ 11', '§ 78', '§ 2']

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Die neue Oberstufe: FAQ-Liste
Frühwarnsystem, ILB
Semesterzeugnis, Beiblatt zum Semesterzeugnis
Abschließende Prüfungen, Beendigung des Schulbesuchs
Fallbeispiele zur Illustration
© Wolfgang Hoffelner
Was sind die Ziele der neuen Oberstufe?
Die neue Oberstufe stellt ein modernes pädagogisches Gesamtkonzept mit dem Ziel verstärkter Individualisierung und Kompetenzorientierung dar. Sie hat den Anspruch die Motivation der Schüler/innen zu heben, indem positive Leistungen immer anerkannt werden und auch bei Wiederholungen erhalten bleiben. Damit wird die Oberstufe zu höheren Erfolgsquoten und einer Reduktion von Klassenwiederholungen führen.
Wen betrifft die neue Oberstufe?
Alle Klassen ab der 10. Schulstufe in mindestens 3-jährigen Schulformen (6. Klasse AHS und 2. Jahrgang bzw. 2. Klasse an BMHS bzw. BAfEP/BASOP, land- und forstwirtschaftlichen Schulen, sowie 1. Jahrgang Aufbaulehrgang).
Was ändert sich durch die neue Oberstufe?
Es erfolgt eine Neugestaltung der Lehrpläne durch die Einführung von »Kompetenzmodulen«, die u.a. die Bildungs- und Lehraufgabe und den Lehrstoff eines Semesters definieren. Jeder Unterrichtsgegenstand wird pro Semester beurteilt, Lerninhalte für den Leistungsnachweis und die Lern- und Beurteilungszeiträume werden dadurch kürzer.
Positive Leistungen bleiben erhalten, nur Negatives muss ausgebessert werden. Neu ist auch das Angebot der individuellen, freiwilligen Lernbegleitung zur ganzheitlichen Unterstützung bei einem drohenden »Nicht genügend« (nach einem »Frühwarngespräch«). Ziel ist die Verbesserung der gesamten Lernsituation.
Ab der 10. Schulstufe soll in bestimmten Fällen (unter Beachtung personeller und räumlicher Möglichkeiten und pädagogischer Erfordernisse) die Teilnahme am Unterreicht in höheren Semestern mit dem Ziel, Semesterprüfungen vorzuziehen, möglich sein.
Was ändert sich im Frühwarnsystem?
Durch das Schulrechtsänderungsgesetz 2016 gibt es für die Frühwarnung keine zeitliche Beschränkung mehr – die Entscheidung über den Zeitpunkt der Gespräche erfolgt nach pädagogischen Gesichtspunkten. Es ist allerdings darauf zu achten, dass Frühwarnungen nicht zu früh, etwa schon nach der ersten Leistungsfeststellung im September/Oktober oder im Februar/März ausgesprochen werden.
Ist der positive Abschluss eines Pflichtgegenstandes ab November nicht absehbar, erfolgt eine Frühwarnung. Das »Frühwarngespräch« bietet eine erste Gelegenheit, neben den gegenstandsbezogenen Fördermöglichkeiten auch die Möglichkeit der individuellen Lernbegleitung mit den Schüler/innen und Erziehungsberechtigten in Betracht zu ziehen. Hierzu sollte an der Schule ein klarer Prozess festgelegt werden (z. B. Verständigung, »Frühwarngespräch«, ILB-Auswahl und Betrauung, Zeitplan). Es ist wesentlich, dass die individuelle Hilfestellung rasch einsetzt, damit möglichst alle Pflichtgegenstände positiv abgeschlossen werden.
Bedeutet Frühwarnung gleichzeitig ILB?
Nein. Die Frühwarnung ist der Anstoß. Schüler/in, Erziehungsberechtigte/r und Klassenvorstand/-vorständin oder Fachlehrer/in haben im Rahmen des »Frühwarngesprächs« (§ 19 Abs. 3a SchUG) pädagogisch zu entscheiden, welche Fördermaßnahmen die sinnvollste und zweckmäßig sind. Bei der Frühwarnung kann es also, muss es aber nicht zur ILB kommen.
Hat die Schülerin/der Schüler Rechtsanspruch auf ILB?
Nein – die ILB ist eine mögliche Unterstützungsmaßnahme, wenn eine Frühwarnung vorliegt.
Ist die ILB wirklich etwas Neues?
Ja, es ist eine Maßnahme, die es bisher nicht gab (§§ 19a und 55c SchUG), bei der eine Schülerin/ein Schüler von einer Lernbegleiterin/einem Lernbegleiter betreut wird. Die ILB soll unterstützend wirken, um im Fachunterricht positive Leistungen zu erzielen. Es geht um eine Verbesserung der gesamten Lernsituation!
Muss die ILB wöchentlich (eine UE pro Woche) stattfinden oder kann sie auch geblockt werden?
Es spricht viel dafür, die ILB-Treffen regelmäßig – einmal pro Woche – zu organisieren, und zwar zu einem fixen Zeitpunkt; ein gewisser Rhythmus ist beim Lernprozess wichtig – so »gewöhnen« sich die Schüler/innen an die ILB.
Wie viele Schüler/innen darf ein/e Lernbegleiter/in insgesamt begleiten?
In der Regel betreut ein/e Lernbegleiter/in eine/n Schüler/in (max. drei Schüler/innen bei gleichen Lernvoraussetzungen).
Gibt es eine sinnvolle Dauer der ILB?
Die Dauer der ILB wird nach Bedarf festgelegt (§ 19a. Abs. 2 SchUG). Sie endet, wenn das vereinbarte Ziel erreicht wurde oder wenn sie wegen zu erwartender Erfolglosigkeit vorzeitig vom Lernbegleiter/von der Lernbegleiterin oder vom Schüler/von der Schülerin abgebrochen wird.
Erreichung der Zielvereinbarung: zum Beispiel Semesterprüfung bestanden
Zu erwartende Erfolglosigkeit: Die Schülerin/der Schüler nimmt die vereinbarten Termine nicht wahr oder erbringt z.B. in einem bestimmten Gegenstand ausschließlich negative Leistungen; es bestehen zu große Lernrückstände oder die Schülerin/der Schüler ist grundsätzlich überfordert.
Ist die ILB eine verpflichtende Funktion der Lehrperson?
Grundsätzlich hat jede Lehrperson Dienstpflichten, die ein pädagogisches Handeln voraussetzen. Zur Übernahme der ILB-Aufgaben kann jedoch keine Lehrperson verpflichtet werden. Allerdings sollte jeder Schulstandort eine gewisse Anzahl von ausgebildeten Lernbegleiter/innen haben.
Wer darf Lernbegleiter/in werden? »Nur« Lehrkräfte im Bundesdienst oder auch nicht im Bundesdienst stehende Personen oder Schulpsychologen/innen, Erzieher/innen?
Es können alle Lehrpersonen, die ein beamtetes oder vertragliches Anstellungsverhältnis zum Bund aufweisen, die ILB übernehmen
Darf ein/e Lernbegleiter/in auch gleichzeitig Förderkurse unterrichten?
Wie viele Jahre müssen die ILB-Aufzeichnungen aufbewahrt werden?
Die Verwaltung der Formulare ist schulintern zu organisieren. Es wird empfohlen, die ILB-Dokumentationsblätter für die Dauer des Schulbesuchs aufzubewahren.
Begründung: Falls zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich eine ILB in Anspruch genommen wird, können Lernbegleiter/innen auf vorhandenen Unterlagen aufbauen.
Wer hat Einsicht in die ILB-Aufzeichnungen?
Dies ist rechtlich nicht verankert und wird am Schulstandort unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen geregelt.
Worin liegt der Unterschied zwischen Bildungs-/Schülerberatung und ILB?
Ziele der Bildungs-/Schülerberatung: Aufzeigen von Umstiegsmöglichkeiten bzw. Ausbildungsalternativen, bei Bedarf Vermittlung von Kontakten zu weiterführenden Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, am Ende der Schullaufbahn Information über weitere Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bzw. über Wege ins Berufsleben oder Studium.
Ziele der ILB: Förderung und Begleitung von Schüler/innen mit Lerndefiziten und/oder -hemmnissen (methodisch-didaktische Anleitungen), Steigerung der Lernmotivation, Schaffung und Nutzung von Lernreserven – Verbesserung der gesamten Lernsituation!
Wie erfolgt die Abgeltung der ILB?
Bezahlt wird jede abgehaltene Betreuungsstunde – Aufzeichnungspflicht! Erforderlich ist die Eintragung in UNTIS. Eine genaue Beschreibung der Eingabe und Auswertung der ILB-Stunden sind in der „UNTIS 2015 Broschüre“ nachzulesen (www.upis.at).
Wie lange dauert eine ILB-Stunde?
Eine ILB-Stunde hat den Umfang einer Unterrichtseinheit.
Welche Tätigkeit wird genau bezahlt? Die Gespräche mit den Schüler/innen, den Kolleg/innen, den Erziehungsberechtigten? Was alles umfasst eine ILB-Stunde?
Vergütet wird jede abgehaltene Betreuungsstunde (unabhängig von der Anzahl der Schüler/innen), wobei jegliche Aktivität, die nachweislich der Lernbegleitung dient (zum Beispiel Gespräche mit Erziehungsberechtigten), in die Berechnung einbezogen werden kann. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Beratung und Begleitung der Schülerin/des Schülers.
Welche finanziellen Mittel stehen für die ILB zur Verfügung?
Die zur Verfügung stehenden Mittel betragen max. 40 ILB-Stunden je Klasse und je Schuljahr (Parameter) – siehe Erlass BMBF-690/0003-Präs.C/2016
Wann soll die ILB-Stunde abgehalten werden?
Sie muss in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden.
Ist in der individuellen Betreuungsarbeit bei der Auswahl der Lernbegleiterin/des Lernbegleiters auf geschlechtsspezifische Aspekte Rücksicht zu nehmen?
Grundsätzlich nein. Jedoch sollte bei der Zuteilung einer Lernbegleiterin/eines Lernbegleiters dennoch auf die entwicklungsspezifischen Gegebenheiten der Schülerin/des Schülers geachtet werden, und es sollten diese in die Entscheidung über die Auswahl miteinfließen.
Wird der Mehraufwand für die AdministratorInnen abgegolten?
Nein, es wird allerdings eine Schulverwaltungs-Software zur Verfügung gestellt.
Ist für die ILB die UNTIS-Kompatibilität gegeben?
Ja, die ILB ist im Stundenplan als Gegenstand eingeplant.
Sind alle drei Seminare des ILB-Schulungsprogramms zu besuchen?
Die Absolvierung des 3-teiligen Schulungsprogramms ist pädagogisch erforderlich, um das Kompetenzprofil für die Ausübung der Funktion der Lernbegleiterin/des Lernbegleiters bestmöglich sicherzustellen. Nachweislich erworbene Kompetenzen über die Seminarinhalte 2 und 3 können auch durch die Schulleitung angerechnet werden.
Gibt es eine finanzielle Unterstützung seitens des BMB, damit Lehrkräfte diese Schulung machen können?
Die Seminare sind für die Lehrkräfte kostenfrei, darüber hinaus gehende finanzielle Unterstützungen sind nicht vorgesehen.
Wann findet eine Semesterprüfung statt?
Sollten trotz Fördermaßnahmen und/oder individueller Lernbegleitung Pflichtgegenstände im Semesterzeugnis nicht positiv bzw. nicht beurteilt werden können (»Nicht genügend« oder »Nicht beurteilt«), so hat die Schülerin/der Schüler grundsätzlich die Möglichkeit, die negative Beurteilung bzw. Nichtbeurteilung mittels Semesterprüfung innerhalb von zwei Semestern auszubessern.
Ist die Semesterprüfung innerhalb oder außerhalb des Unterrichts durchzuführen?
Die Semesterprüfungen finden grundsätzlich im Unterricht statt, können aber auch außerhalb des Unterrichts abgehalten werden. Semesterprüfungen im Unterricht sind vom jeweiligen Prüfer oder von der jeweiligen Prüferin zweck­mäßigerweise so in den Unterricht einzubauen, dass auch andere Schüler und Schülerin­nen davon profitieren können. Wenn es dem Prüfer bzw. der Prüferin in Hinblick auf die Unterrichtsarbeit oder den Prüfungsablauf zweckmäßig erscheint, können Semesterprüfungen auch außerhalb des Unterrichts stattfinden. Sofern die Prüfung außerhalb des Unterrichts stattfindet, kann es sich als sinnvoll erweisen, dass neben der prüfenden Lehrperson und der Prüfungskandidatin/dem Prüfungskandidaten mindestens eine weitere Person im Prüfungsraum ist.
Wie oft darf zu einer Semesterprüfung angetreten werden?
Pro negativ oder nicht beurteiltem Pflichtgegenstand sind grundsätzlich drei Antritte (Semesterprüfung + zwei Wiederholungen der Semesterprüfung) innerhalb der folgenden zwei Semester möglich. In höchstens drei Pflichtgegenständen der 10. bis einschließlich der vorletzten Schulstufe ist ein vierter Antritt (zwischen Beurteilungskonferenz der letzten Schulstufe und dem Beginn der Klausurprüfungen sowie an den für die Durchführung der Wiederholungsprüfungen vorgesehenen Tagen) möglich.
Im Sommersemester der Abschlussklasse sind nur ein Antritt (zwischen Beurteilungskonferenz und dem Beginn der Klausurprüfungen) sowie eine Wiederholung (an den Wiederholungsprüfungstagen) möglich. Antreten zu Semesterprüfungen ist grundsätzlich nur auf Antrag der Schülerin bzw. des Schülers möglich.
Wie läuft eine Semesterprüfung ab?
Die Prüfung ist in »Nicht-Schularbeitsfächern« mündlich bzw. grafisch (15 bis 30 Minuten) oder schriftlich (max. 50 Minuten) abzuhalten, in »Schularbeitsfächern« mündlich oder schriftlich bzw. mündlich + schriftlich – abhängig von den laut Beiblatt nicht abgeschlossenen Kompetenzbereichen des Lehrstoffs (Dauer: mündlich 15 bis 30 Minuten, schriftlich mind. 50 Minuten, jedoch nicht länger als die längste Schularbeit). Fachpraktische Prüfungen können bis zu 300 Minuten dauern.
Prüfer/in ist die/der zuletzt unterrichtende Lehrer/in oder eine von der Schulleitung bestellte, fachkundige Lehrperson. Ab der zweiten Wiederholung der Semesterprüfung haben die Schüler/innen ein Vorschlagsrecht, wer ihre Prüferin bzw. ihr Prüfer sein soll.
Wie wird die Semesterprüfung beurteilt?
Eine positive Beurteilung ersetzt die bisherige Semesterbeurteilung, wobei entsprechend § 23a Abs. 6 SchUG die Leistungsbeurteilung über das Semester einzubeziehen ist und die neue Beurteilung im besten Fall auf »Befriedigend« lautet. Dies bedeutet, dass die Semesterprüfung mit sämtlichen Noten beurteilt werden kann, die neue Gesamtbeurteilung ist jedoch auf die Noten »Befriedigend«, »Genügend« bzw. »Nicht genügend« beschränkt.
Kann eine Schülerin/ein Schüler auch zu einer Semesterprüfung antreten, ohne eine Fördermaßnahme in Anspruch genommen zu haben?
Grundsätzlich ja, es wird allerdings in vielen Fällen zweckmäßig sein, vorher eine nachweisbare Fördermaßnahme gemäß § 19 Abs. 3a SchUG in Anspruch genommen zu haben.
Wie viele Prüfungen dürfen an einem Tag stattfinden?
Pro Tag und Kandidat/in können bis zu zwei Semesterprüfungen oder deren Wiederholungen durchgeführt werden. Der Prüfungstermin ist den Kandidat/innen mindestens eine Woche vorher bekannt zu geben.
Gibt es noch eine Schulnachricht?
Eine Schulnachricht ist in der Oberstufe nur mehr bis zum Wintersemester der 9. Schulstufe auszustellen.
Was steht im Semesterzeugnis?
Das Semesterzeugnis wird nach jedem Winter- und Sommersemester ausgestellt.
Der Inhalt des Semesterzeugnisses richtet sich nach den Bestimmungen des § 22a SchUG bzw. der Zeugnisformularverordnung. Im Falle einer Schulstufenwiederholung zählt die jeweils bessere Beurteilung; im Semesterzeugnis erfolgt ein entsprechender Vermerk (= Klausel). Bei Unterrichtsgegenständen, von denen die Schülerin/der Schüler befreit wurde, erfolgt ein Vermerk. Die Software »Sokrates Bund«, die seit dem Schuljahr 2014/15 an allen Bundesschulen im Einsatz ist, berücksichtigt bereits sämtliche Änderungen.
Was steht im Beiblatt?
Nicht bestandene bzw. nicht beurteilte Pflichtgegenstände werden auf dem dafür vorgesehenen Beiblatt zum Semesterzeugnis dokumentiert. Die Lehrkraft hat jene Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoffbereiche im Beiblatt zum Semesterzeugnis festzuhalten, die zu der negativen Beurteilung bzw. Nichtbeurteilung geführt haben. Dieses Beiblatt bildet den »Stoffumfang« für die Semesterprüfung und deren Wiederholung(en).
Wer ist zum Aufsteigen berechtigt?
Zum Aufsteigen sind Schüler/innen mit nicht mehr als zwei negativen Semesterbeurteilungen bzw. Nichtbeurteilungen in den beiden Semestern der betreffenden Schulstufe berechtigt. Es ist allerdings eine einmalige Ausnahme eines Aufsteigens mit drei negativ bzw. nicht beurteilten Pflichtgegenständen mit Klassenkonferenzbeschluss möglich.
Wer bildet die Klassenkonferenz?
Die Beurteilungskonferenz wird aus den Lehrer/innen der Klasse gebildet (§ 57 Abs. 2 SchUG). Die Lernbegleiterin/der Lernbegleiter ist berechtigt, an Konferenzen mit Stimmrecht teilzunehmen.
Wann findet die Klassenkonferenz statt?
Im Wintersemester in der letzten Unterrichtswoche vor den Semesterferien, im Sommersemester zwischen Mittwoch und Freitag der vorletzten Schulwoche.
Wann muss eine Klasse/ein Jahrgang wiederholt werden?
Ein Aufsteigen ist mit max. zwei »Nicht genügend« oder Nichtbeurteilungen in den beiden Semesterzeugnissen möglich; einmalig mit drei »Nicht genügend« oder Nichtbeurteilungen, wenn es die Klassenkonferenz beschließt. Andernfalls ist die Schulstufe zu wiederholen. Alle positiven Beurteilungen bleiben erhalten, aber jede Note kann im Rahmen der Schulstufenwiederholung verbessert werden. Weiters besteht die Möglichkeit zur Befreiung von bereits erfolgreich absolvierten Gegenständen zwecks Teilnahme an anderen schulischen Angeboten (z.B. Besuch eines Gegenstandes, der Schwierigkeiten bereitet, in einer Parallelklasse).
Darf eine Klasse freiwillig wiederholt werden?
Ja, im Rahmen der Höchstdauer des Schulbesuchs, z.B. bei einer fünfjährigen Schulform dürfte der Schulbesuch maximal sieben Jahre dauern.
Welche Möglichkeiten ergeben sich für begabte Schüler/innen?
Einzelne Unterrichtsgegenstände können durch Ablegung von Semesterprüfungen vorgezogen bzw. sodann nach Maßgabe der organisatorischen Möglichkeiten übersprungen werden. Damit wird auch ein früherer Antritt zur Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung im jeweiligen Pflichtgegenstand ermöglicht.
In welchen Fällen kann die Schülerin/der Schüler vom Unterricht befreit werden?
Wenn eine positive Absolvierung einer Semesterprüfung in einem Pflichtgegenstand vorliegt, kann der/die Schüler/in vom Pflichtgegenstand befreit werden. Zeitweises Fernbleiben vom Unterricht ist möglich, um zur Vorbereitung einer Semesterprüfung am Unterricht in einem anderen Semester teilzunehmen.
Wann dürfen Schüler/innen zur abschließenden Prüfung antreten?
Prüfungskandidaten/innen dürfen zur abschließenden Prüfung antreten, wenn alle Pflichtgegenstände ab der 10. Schulstufe positiv absolviert wurden. Weiters haben alle verbindlichen Übungen ab der 10. Schulstufe einen Teilnahmevermerk aufzuweisen. Die im Lehrplan vorgesehenen (Pflicht-)praktika müssen grundsätzlich absolviert worden sein (Ausnahme: § 11 Abs. 10 SchUG findet Anwendung).
Wodurch kommt es zur Beendigung des Schulbesuchs?
Neben der Überschreitung der Höchstdauer des Schulbesuchs (Regelung wie bisher) kommt es in der neuen Oberstufe insbesondere auch dann zur Beendigung des Schulbesuchs, wenn
die letztmögliche Wiederholung einer Semesterprüfung nicht bestanden wurde
ein Pflichtgegenstand negativ oder NB ist sowie die entsprechende Semesterprüfung und die beiden Wiederholungen nicht geschafft wurden und eine negative Beurteilung aus demselben Pflichtgegenstand bereits aus einem früheren Semester „mitgenommen“ wurde (d. h., in einem Pflichtgegenstand liegen 2 NG/NB ohne Möglichkeit des Ausbesserns vor)
mehr als drei negativ oder nicht beurteilte Pflichtgegenstände der 10. bis vorletzten Schulstufe vor der Klausurprüfung „offen“ sind (d. h. der maximale Rahmen für eine weitere Antrittsmöglichkeit bereits ausgeschöpft ist)
Wechsel aus dem NOST-Schulversuch-System (nach § 78c SchUG) in das (Regel-) NOST-System (nach dem Schulrechtsänderungsgesetz 2016)[1]
Fallbeispiel/Frage: Verliert eine Schülerin/ein Schüler alle positiven Leistungen bzw. mitgenommene „Nicht Genügend“, wenn sie/er aus dem NOST-Schulversuch wieder­holen muss und in die (Regel-)NOST eintritt?
Antwort: Nein, die Schülerin/der Schüler verliert weder die positiven Noten noch die „Nicht Genügend“ am sogenannten „Parkplatz“ (auch wenn die Schülerin/der Schüler z. B. zwei „Nicht Genügend“ aus Mathematik mit­ge­nommen hat). Sie/Er beginnt somit keine neue Karriere. Ab nun gelten alle Regelungen der (Regel-)NOST, auch wenn die Schülerin/der Schüler in einem NOST-Schulversuch be­gonnen hat.
Frage: Wenn eine Schülerin/ein Schüler im Zuge der Begabungsförderung bereits Gegen­stände abgeschlossen hat, muss sie/er dann den Unterricht be­suchen (Unterrichtspflicht) und darf keinen „anderen“ Begabungen – z. B. Angeboten außerhalb der Schule wie der Schüleruniversität – nach­gehen?
Antwort: Nein, es besteht in diesem Fall keine Unterrichtspflicht. Die Schülerin/Der Schüler kann anderen Begabungen nachgehen. Hingewiesen wird noch auf die Ausführungen im Aufsichts­­erlass 2005 [betreffend § 2 Abs. 4 der Schulordnung].
[1] Dieser Fall kann erst ab Herbst 2017 eintreten.