Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=16.12.1981&Aktenzeichen=I%20R%2093/77
Timestamp: 2019-10-18 20:22:27
Document Index: 364198125

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 15', '§ 161', '§ 48', '§ 60', '§ 48', '§ 60']

BFH, 16.12.1981 - I R 93/77 - dejure.org
https://dejure.org/1981,326
BFH, 16.12.1981 - I R 93/77 (https://dejure.org/1981,326)
BFH, Entscheidung vom 16.12.1981 - I R 93/77 (https://dejure.org/1981,326)
BFH, Entscheidung vom 16. Dezember 1981 - I R 93/77 (https://dejure.org/1981,326)
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FGO §§ 48 Abs. 1, 60 Abs. 3; EStG § 15 (Abs. 1) Nr. 2; HGB §§ 161 ff
BFHE 135, 271
NVwZ 1982, 648 (Ls.)
BStBl II 1982, 474
Es ist --jedenfalls solange die Klägerin fortbesteht-- nicht auszuschließen, dass sich die Erhöhung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2000 auf die Verlustfeststellung in künftigen Jahren und auf die (künftige) Gewerbesteuerschuld der Klägerin auswirken kann (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474).
Letzteres ist im Streitfall anzunehmen, nachdem die Eröffnung des Konkursverfahrens am 20. Januar 1983 mangels Masse abgelehnt sowie die WN-GmbH am 18. Januar 1988 im Handelsregister gelöscht wurde und für sie --selbst bei Stattgabe der Klage-- allein im Streitjahr Verluste in Höhe von mehr als 4 Mio. DM festzustellen wären (vgl. BFH-Entscheidungen vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474;… vom 11. Dezember 1986 IV R 334/84, BFH/NV 1987, 312;… vom 4. Mai 1999 VIII B 94/98, BFH/NV 1999, 1483).
Die Beiladung hat jedoch ausnahmsweise zu unterbleiben, wenn die nicht klagenden Gesellschafter (oder ihre Erben) unter keinem denkbaren Gesichtspunkt steuerrechtlich betroffen sind (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1981 I R 93/77 , BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474 ).
Die notwendige Beiladung kann jedoch unterbleiben, wenn die an sich klagebefugten Gesellschafter, die nicht Klage erhoben haben, unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich betroffen sind (BFH-Urteile vom 31. Juli 1974 I R 226/70, BFHE 113, 428, BStBl II 1975, 236; vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474; vom 10. Februar 1988 VIII R 352/82, BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544, …und Urteil des erkennenden Senats in BFH/NV 1989, 707).
Eine notwendige Beiladung der nach § 48 Abs. 1 FGO klagebefugten Person hat jedoch dann zu unterbleiben, wenn sie vom Ausgang des Rechtsstreits unter keinem denkbaren rechtlichen Gesichtspunkt betroffen wird (siehe BFH-Urteil vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474).
Nach Auffassung des Senats gelten diese Grundsätze auch im Streitfall, der vom Sachverhalt her mit dem Urteilsfall in BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474 in den hier wesentlichen Punkten übereinstimmt: Bereits im November 1977 war über das Vermögen der X-KG und der X-GmbH die Sequestration angeordnet worden.
Unter diesen Umständen konnte bei vernünftiger kaufmännischer Beurteilung nicht mehr damit gerechnet werden, daß E seinen Verlustanteil durch künftig zu erwartende Gewinnanteile würde ausgleichen können (vgl. BFH-Urteile vom 26. März 1981 IV R 134/78, BFHE 133, 197, BStBl II 1981, 572, und in BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474).
a) Die Beiladung eines Gesellschafters kann zwar ausnahmsweise dann unterbleiben, wenn er von dem Ausgang des weiteren Verfahrens unter keinem denkbaren Gesichtspunkt betroffen sein kann (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474;… Gräber/Koch, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 60 Rn. 68).
Die Beiladung hat jedoch ausnahmsweise zu unterbleiben, wenn die nicht klagenden Gesellschafter unter keinen steuerrechtlichen Gesichtspunkt betroffen sind (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474).
a) Eine Einschränkung der Klagebefugnis und damit der Beiladungsverpflichtung ergibt sich insbesondere nicht aus dem Rechtssatz, daß eine nach § 48 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 FGO klagebefugte Person nicht zum Verfahren beizuladen ist, wenn sie vom Ausgang des Rechtsstreits unter keinem denkbaren Gesichtspunkt betroffen sein kann (zu dieser Einschränkung BFH-Urteile vom 31. Juli 1974 I R 226/70, BFHE 113, 428, BStBl II 1975, 236; vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474;… vom 10. Dezember 1985 VIII R 41/85, BFH/NV 1986, 404; vom 21. Mai 1987 IV R 283/84, BFHE 149, 523, BStBl II 1987, 601; in BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544; vom 17. Januar 1989 VIII R 370/83, BFHE 156, 103, BStBl II 1989, 563).
Klagt ein einzelner Gesellschafter nach Beendigung der Gesellschaft, so kann eine Beiladung des anderen Gesellschafters (§ 60 Abs. 3 FGO) ausnahmsweise unterbleiben, wenn der nicht klagende Gesellschafter unter keinem denkbaren Gesichtspunkt steuerrechtlich betroffen ist (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474; BFH-Beschluß vom 19. Juni 1990 VIII B 3/89, BFHE 161, 404, 409, BStBl II 1990, 1068).
Ist das Konkursverfahren -wie im Streitfall- bei Aufstellung der Bilanz noch nicht abgeschlossen, so besteht die Möglichkeit, daß im Rahmen der Liquidation Gewinne aus der Realisierung stiller Reserven zu erwarten sind (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1981 I R 93/77, BFHE 135, 271, BStBl II 1982, 474).
Diesen Möglichkeiten muß insbesondere dann nachgegangen werden, wenn der Kläger einen entsprechenden Sachverhalt substantiiert vorträgt (BFHE 135, 271, 274, BStBl II 1982, 474).
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