Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.11.2012&Aktenzeichen=XI%20ZR%20384/11
Timestamp: 2019-07-21 16:04:04
Document Index: 136091479

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 312', '§ 312', '§ 312', 'Art. 267', '§ 312', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.11.2012 - XI ZR 384/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,36659
BGH, 27.11.2012 - XI ZR 384/11 (https://dejure.org/2012,36659)
BGH, Entscheidung vom 27.11.2012 - XI ZR 384/11 (https://dejure.org/2012,36659)
BGH, Entscheidung vom 27. November 2012 - XI ZR 384/11 (https://dejure.org/2012,36659)
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§ 312d Abs 4 Nr 6 BGB
Bankenhaftung bei Kapitalanlageberatung: Widerrufsrecht beim Erwerb von Zertifikaten im Fernabsatz
Begriff des Preises im Sinne von § 312d Abs. 4 Nr. 6
BGB § 312d Abs. 4 Nr. 6; AEUV Art. 267 Abs. 3
Anspruch auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Zertifikaten der inzwischen insolventen Lehman Brothers Treasury Co. B.V.
Kapitalanlagerecht - Widerruf im Fernabsatz
Per Telefon Lehman-Zertifikate gekauft - So ein Geschäft kann der Geldanleger nicht widerrufen wie einen normalen Fernabsatzvertrag
BGB §§ 312d Abs. 4 Nr. 6
Im Fernabsatz erworbene "Lehman-Zertifikate" können nicht widerrufen werden
Widerruf des Erwerbs von "Lehman-Zertifikaten" im Fernabsatz
Zum Widerrufsrecht bei Lehman-Zertifikaten
Kein Widerrufsrecht beim Kauf von nicht börsengehandelten Zertifikaten
LG Mönchengladbach, 01.06.2010 - 3 O 328/09
NJW 2013, 1223
NZG 2013, 426
Dabei ist nach der Rechtsprechung des BGH, Urteil vom 27.11.2012, XI ZR 384/11, juris Rn. 12ff., der Begriff "Preis" weiter auszulegen als bloß als "Entgelt" für die konkrete Finanzdienstleistung (das es vorliegend angesichts der Unentgeltlichkeit des Ordervertrags als Auftrag nicht gab).
Zu den die Beratungspflicht im konkreten Fall bestimmenden Umständen in der Person des Anlegers gehört dessen Wissensstand über die Anlagegeschäfte der vorgesehenen Art. Nicht aufklärungsbedürftig sind deshalb Kunden, die über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen mit den beabsichtigten Geschäften verfügen oder sich als erfahren gerieren (Senatsurteile vom 28. September 2004 - XI ZR 259/03, WM 2004, 2205, 2206, vom 28. Juni 2005 - XI ZR 363/04, BGHZ 163, 311, 320…, vom 27. September 2011 - XI ZR 182/10, BGHZ 191, 119 Rn. 30 und vom 27. November 2012 - XI ZR 384/11, NJW 2013, 1223 Rn. 30 f.).
Die Feststellung einer konkreten früheren Beratung ist aber nicht erforderlich, wenn der Anleger das generelle Gegenparteirisiko bei Zertifikaten unmittelbar aus seinen bisherigen Anlagegeschäften kennt (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 2005 - XI ZR 363/04, BGHZ 163, 311, 320…, vom 27. September 2011 - XI ZR 178/10, WM 2011, 2261 Rn. 32 und vom 27. November 2012 - XI ZR 384/11, NJW 2013, 1223 Rn. 30 f.).
Das allgemeine Emittentenrisiko beschreibt die generelle Abhängigkeit der Rückzahlung von der Bonität des Emittenten (…Senatsurteil vom 27. September 2011 - XI ZR 182/10, BGHZ 191, 119 Rn. 25), während das konkrete Emittentenrisiko im Einzelfall bestehende Anhaltspunkte für die drohende Zahlungsunfähigkeit dieses Emittenten betrifft (…Senatsurteile vom 27. September 2011 - XI ZR 182/10, BGHZ 191, 119 Rn. 24 und vom 27. November 2012 - XI ZR 384/11, NJW 2013, 1223 Rn. 28;… Senatsbeschluss vom 3. Dezember 2013 - XI ZR 301/11, WM 2014, 123 Rn. 7), also eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich das allgemeine Emittentenrisiko bei der konkret betroffenen Kapitalanlage verwirklichen könnte.
Bei diesen Parametern handele es sich um die "sonstigen maßgeblich wertbestimmenden Faktoren", auf welche der BGH in seinem Urteil vom 27.11.2012 (XI ZR 384/11) abgestellt habe.
Anwendbarkeit des Widerrufsrechts auf Verträge über Heizöl durch Bestellung im …
Ausgangspunkt für das Gericht sind dabei die vom BGH in seiner Entscheidung vom 27.11.2012, XI ZR 384/11, Rz. 12 ff. aufgestellten Grundsätze.
Allerdings gehört zu einer vollständigen Risikodarstellung der Anlageform des Zertifikats auf der Grundlage der höchstrichterlichen Rechtsprechung (…vgl. BGH, Urteile vom 27.09.2011, XI ZR 182/10, BGHZ 191, 119, zit. nach juris, Rn. 26, und XI ZR 178/10, WM 2011, 2261, [BGH 27.09.2011 - XI ZR 178/10] zit. nach juris, Rn. 27; BGH, Urteil vom 27.11.2012, NJW 2013, 1223, [BGH 27.11.2012 - XI ZR 384/11] zit. nach juris, Rn. 30), dass der Anleger erkennen kann, dass die Rückzahlung seines Anlagekapitals generell von der Bonität des Emittenten zum Zeitpunkt der Rückzahlbarkeit der Anleihe abhängt (vgl. zum streitgegenständlichen Zertifikat: OLG Frankfurt…, Urteil vom 16.12.2011, 19 U 124/11, MDR 2012, 357 ff., zit. nach juris, Rn. 6 ff.).
Die von den Beklagten angeführten Entscheidungen des BGH zum generellen Gegenparteirisiko bei Zertifikaten betreffen Beratungssachverhalte und sind nicht auf den vorliegenden Sachverhalt zu übertragen (BGH, Urteile vom 27.11.2012 - XI ZR 384/11 und vom 24.02.2015 - XI ZR 202/13).
Sowohl bei Festpreisgeschäften als auch beim Eigenhandel muss die beratende Bank indes über ihre Gewinnmarge nicht aufklären (vgl. BGH Urteil vom 27.11.2012 - XI ZR 384/11, Tz. 26).