Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20280/79
Timestamp: 2020-01-26 05:05:29
Document Index: 338653251

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 1', 'EuG', '§ 4', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 823']

BGH, 05.05.1981 - VI ZR 280/79 - dejure.org
BGH, 05.05.1981 - VI ZR 280/79
https://dejure.org/1981,543
BGH, 05.05.1981 - VI ZR 280/79 (https://dejure.org/1981,543)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1981 - VI ZR 280/79 (https://dejure.org/1981,543)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1981 - VI ZR 280/79 (https://dejure.org/1981,543)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1981,543) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zur Haftung einer Vertriebsgesellschaft für fehlerhafte Produkte
Vertriebsgesellschaft - Warenhersteller - Haftung - Fehelerhafte Produkte - Herstellungsmängel
NJW 1981, 2250
VersR 1981, 779
BauR 1981, 495
Eigene Gefahrabwendungspflichten können für eine Vertriebsgesellschaft jedoch aufgrund »besonderer Umstände« entstehen (allgemein zur Haftung mit dem Hersteller rechtlich und wirtschaftlich eng verbundener Vertriebsgesellschaften: Senatsurteil vom 5. Mai 1981 - VI ZR 280/79 - Asbestzement-Platten VersR 1981, 779).
Rechtsfehlerfrei hat daher das Berufungsgericht mit Blick auf die drohenden erheblichen Vermögensschäden die Beklagte für verpflichtet gehalten, spätestens im Oktober 1989 mit Warnhinweisen gegenüber ihren Großhandelsabnehmern hervorzutreten, die das Mittel von ihr bezogen hatten (vgl. auch Senatsurteil vom 5. Mai 1981, aaO S. 780 …und vom 5. Juli 1960, aaO, S. 856).
Vielmehr können Produktfehler oder Produktgefahren einer Vertriebsgesellschaft, gleich in welcher Weise sie organisiert ist, grundsätzlich nur dann zugerechnet werden, wenn Personen, für die sie deliktsrechtlich einzustehen hat, ihre Verkehrssicherungs- bzw. Organisationspflichten verletzt haben (BGH NJW 1981, 2250; vgl. auch LG Frankfurt NJW-RR 1991, 225, 226).
Eine solche Vertriebsgesellschaft wird daher z. B. dann, wenn ihr auf diese Weise bekannt wird, daß erforderliche Überprüfungen im Herstellerbetrieb nicht erfolgt sind, selbst entsprechende Prüfungen bzw. Produktkontrollen durchführen müssen (BGH NJW 1981, 2250, 2251).
Daß bereits vor dem "Verkauf" des ...Hauses an den Kläger die Bewohnbarkeit beeinträchtigende Ausdünstungen aus den von der ... Muttergesellschaft verarbeiteten Spanplatten beobachtet bzw. publik geworden sind, ist vom Kläger nicht (substantiiert) dargelegt worden (BGH NJW 1981, 2250, 2251;… Palandt-Thomas, 51. Aufl., § 823 BGB Rdnr. 216).
So ist der Händler regelmäßig nicht ohne besondere Anhaltspunkte verpflichtetet, die Konstruktion des Produkts zu überprüfen (BGH NJW 1981, 2250 - zitiert nach Beck-online).
Lediglich eine fortwirkende vertragliche Treuepflicht kann einem Beklagten gebieten, den Kläger über einen von ihm insoweit veranlassten Irrtum aufzuklären (Senatsurteil vom 5. Mai 1981 - VI ZR 280/79, VersR 1981, 779; vgl. auch Senatsurteil vom 7. Juli 1970 - VI ZR 189/68, BB 1970, 1026).
Allein die Konzernzugehörigkeit macht eine Gesellschaft nicht zum Hersteller im Sinne des § 1 Abs. 1 S. 1 ProdHaftG (vgl. EuGH, Urteil vom 09.02.2006, C-127/04, zitiert nach juris.de;… vgl. Wagner in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Auflage, § 4 ProdHaftG, Rn. 3; vgl. auch BGH, Urteil vom 05.05.1981, VI ZR 280/79, NJW 1981, 2250 zur deliktischen Haftung), eine allgemeine "Konzernvertrauenshaftung" wird zu Recht ganz überwiegend abgelehnt (Rieckers, Die Konzernmutter als Quasihersteller - Haftung für enttäuschtes "Konzernvertrauen"?, VersR 2004, 706, m.w.N.).
Der erkennende Senat hat zwar wiederholt ausgesprochen, daß der Beginn eines Rechtsstreits den Parteien regelmäßig keine besonderen Pflichten zu gegenseitiger Rücksichtnahme auferlegt, insbesondere nicht die Pflicht, sofort auf Bedenken gegen die Passivlegitimation hinzuweisen (vgl. Senatsurteile v. 7. Juli 1970 - VI ZR 189/68 - LM Nr. 13 zu § 138 ZPO; v. 10. November 1970 - VI ZR 83/69 - VersR 1971, 227, 228 und v. 5. Mai 1981 - VI ZR 280/79 - VersR 1981, 779, 780).
Dies gilt selbst dann, wenn - wie hier - zwischen Vertriebshändler/Importeur und Hersteller eine enge kapital- bzw. konzernmäßige Verflechtung besteht (BGH, NJW 1981, 2250; OLG Frankfurt, NJW-RR 2000, 1268, 1269;… Wagner, in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Aufl. 2009, § 823 Rn. 606, Rn. 609 m.w.N.).
Produkthaftung eines Vertriebsunternehmens; Produkthaftung eines Herstellers; …