Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202003,%20430
Timestamp: 2019-06-26 03:06:56
Document Index: 57507293

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 15', '§ 15', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 17', 'Art. 20', '§ 1', '§ 4', '§ 15', 'EuG', '§ 15', 'EuG', '§ 15', 'EuG', 'EuG', '§ 15', 'EuG', '§ 164', 'EuG', 'EuG', '§ 15', '§ 15', '§ 15', 'EuG', '§ 19']

BFH, 08.03.2001 - V R 24/98 - dejure.org
https://dejure.org/2001,172
BFH, 08.03.2001 - V R 24/98 (https://dejure.org/2001,172)
BFH, Entscheidung vom 08.03.2001 - V R 24/98 (https://dejure.org/2001,172)
BFH, Entscheidung vom 08. März 2001 - V R 24/98 (https://dejure.org/2001,172)
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UStG 1991/1993 § 1 Abs. 1a, § 4 Nr. 9 und 12, § 15, § 15a; Richtlinie 77/388/EWG Art. 5 Abs. 8, Art. 10 Abs. 2, Art. 17, Art. 20
Umsatzsteuer - Vorsteuerabzug - Unternehmereigenschaft - Ausschluss vom Vorsteuerabzug - Lebendes Unternehmen - Unzureichende Sachaufklärung
§ 1 Abs. 1a, § 4 Nr. 9 und 12, §§ 15, 15a UStG
Umsatzsteuer; Entstehung des Vorsteuerabzugsrechts bei Bezug von Bauleistungen
Kein steuerbarer Umsatz der Gesellschaft
BFHE 194, 522
BB 2001, 870
DB 2001, 905
BStBl II 2003, 430
Wie der BFH im Anschluss an das EuGH-Urteil Breitsohl (in UR 2000, 329, UVR 2000, 302) entschieden hat, gilt bei richtlinienkonformer Auslegung des § 15 UStG als (vorsteuerabzugsberechtigter) Unternehmer bereits, wer die durch objektive Anhaltspunkte belegte Absicht hat, eine unternehmerische Tätigkeit auszuüben und erste Investitionsausgaben für diesen Zweck tätigt (BFH-Urteil vom 8. März 2001 V R 24/98, UR 2001, 214).
Nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, müssen deshalb auch zu diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug erfüllt sein (vgl. BFH-Urteil in UR 2001, 214).
Im erstgenannten Fall ist der Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG ausgeschlossen, im letztgenannten Falle nicht (vgl. EuGH-Urteil Schloßstraße in UR 2000, 336, und BFH-Urteil in UR 2001, 214).
BFH, 22.03.2001 - V R 46/00
Dies gilt auch für Leistungsbezüge, die --z.B. wegen Verlusts, Beschädigung oder Projektaufgabe-- gegenständlich in keine Ausgangsumsätze eingehen (sog. Fehlmaßnahmen; Anschluss an Urteile des EuGH vom 8. Juni 2000 Rs. C-396/98, Schloßstraße, UVR 2000, 308, und vom 8. Juni 2000 Rs. C-400/98, Breitsohl, UVR 2000, 302, und des BFH vom 22. Februar 2001 V R 77/96, und vom 8. März 2001 V R 24/98).
Das FG hat aber zu Unrecht bei der Frage, ob der Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 2 UStG ausgeschlossen ist, auf die Rechtsprechung des BFH zurückgegriffen, die durch die Urteile des EuGH vom 8. Juni 2000 Rs. C-396/98, Schloßstraße (Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht --UVR-- 2000, 308) und vom 8. Juni 2000 Rs. C-400/98, Breitsohl (UVR 2000, 302) und die daran anschließenden Urteile des BFH vom 22. Februar 2001 V R 77/96 und vom 8. März 2001 V R 24/98 überholt ist.
Der BFH ist dem unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung gefolgt (BFH-Urteile V R 77/96, V R 24/98 und V R 39/00).
Es reicht aus, dass der Unternehmer die Absicht hat, auf die Steuerfreiheit der Verwendungsumsätze zu verzichten (vgl. für beabsichtigte Grundstücksvermietung BFH-Urteile V R 77/96 und V R 24/98).
Auch eine Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO 1977) lässt dies nicht zu (EuGH-Urteil Schloßstraße in UVR 2000, 308 RandNr. 52; vgl. BFH-Urteile in BFHE 194, 533, BStBl II 2003, 433; vom 8. März 2001 V R 24/98, BFH/NV 2001, 876).
Aufgrund der Rechtsprechung des EuGH (vgl. etwa Urteile vom 8. Juni 2000 C-400/98 --Breitsohl--, Slg. 2000, I-4321, BStBl II 2003, 452, UR 2000, 329, und C-396/98 --Schlossstrasse--, Slg. 2000, I-4279, BStBl II 2003, 446, UR 2000, 336) ist § 15 Abs. 1 UStG richtlinienkonform so zu verstehen, dass ein Leistungsempfänger bereits bei Leistungsbezug das Recht auf Vorsteuerabzug als Unternehmer hat, wenn er die durch objektive Anhaltspunkte belegte Absicht hat, eine wirtschaftliche --und steuerpflichtige-- Tätigkeit (d.h. Umsätze gegen Entgelt) mit diesen Leistungsbezügen auszuüben und erste Investitionsausgaben für diese Zwecke tätigt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 8. März 2001 V R 24/98, BFHE 194, 522, BStBl II 2003, 430; vom 25. April 2002 V R 58/00, BFHE 200, 434, BStBl II 2003, 435;… vom 28. November 2002 V R 51/01, BFH/NV 2003, 515).
Dabei ist jeweils der Zeitpunkt des Leistungsbezugs maßgeblich, zu dem das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht (BFH-Urteil in BFHE 194, 522, BStBl II 2003, 430).
Dabei steht dem Leistungsempfänger bereits bei Leistungsbezug das Recht auf Vorsteuerabzug zu, wenn er die ernsthafte, durch objektive Anhaltspunkte belegte Absicht hat, eine wirtschaftliche Tätigkeit (d.h. Umsätze gegen Entgelt) mit diesen Leistungsbezügen auszuüben (vgl. BFH-Urteile vom 25. April 2002 V R 58/00, Umsatzsteuer-Rundschau --UR-- 2002, 472; vom 8. März 2001 V R 24/98, BFHE 194, 522, BFH/NV 2001, 876, m.w.N.).
Die tatsächliche oder bei Leistungsbezug beabsichtigte Verwendung des Gegenstands oder der sonstigen Leistung zur Ausführung besteuerter Umsätze bestimmt auch den Umfang des Vorsteuerabzugs (vgl. § 15 Abs. 2 UStG) und ist ggf. Grundlage für eine Vorsteuerberichtigung gemäß § 15a UStG in sog. Folgejahren (vgl. BFH, Urteile vom 8. März 2001 V R 24/98, BFH/NV 2001, 876, BFHE 194, 522, …und vom 22. Februar 2001 V R 77/96, BFH/NV 2001, 994, BFHE 194, 498; im Anschluss an EuGH-Urteil vom 8. Juni 2000 Rs. C-396/98 - Schloßstraße, Umsatzsteuer-Rundschau --UR-- 2000, 336, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuerrecht --UVR-- 2000, 308).
Wie lange ggf. auf eine erklärte Verwendungsabsicht bei Ausbleiben einer tatsächlichen Folgeverwendung abzustellen ist, braucht im Streitfall (der nur das Jahr 1992 betrifft) nicht entschieden zu werden (vgl. auch BFH in BFH/NV 2001, 876, BFHE 194, 522).
BFH, 11.12.2003 - V R 48/02
BFH, 21.03.2002 - V R 62/01
BFH, 06.06.2002 - V R 27/00
BFH, 22.03.2001 - V R 39/00
BFH, 21.04.2008 - V B 231/07
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FG München, 18.01.2011 - 14 K 3690/09
Vorsteuerabzug eines Land- und Forstwirts - Vorsteuerabzug für Aufwendungen für …
FG Köln, 27.04.2001 - 10 K 1165/97
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