Source: https://www.kompetenzzentrum-steuerrecht.de/de/llm/Inhalte/Modul_5.php
Timestamp: 2020-07-09 23:50:11
Document Index: 208582072

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 32', '§ 26', '§ 2', '§ 17', '§ 32', '§ 5', '§ 4', '§ 13', '§ 17', '§ 8', '§ 10', '§ 33', '§ 32', '§ 62']

Modul 5 - Kompetenzzentrum Steuerrecht, Ruhr-Universität Bochum
Das Modul 5 - Steuerrecht II umfasst die Vorlesungen Einkommen-, Unternehmen- und Bilanzsteuerrecht sowie Finanzbuchhaltung. Die Vorlesungen im Einkommen- und Bilanzsteuerrecht finden im Wintersemester statt. Die Vorlesung im Unternehmensteuerrecht findet im Sommersemester statt. Als Blockveranstaltung findet die Vorlesung Finanzbuchhaltung vor dem Beginn des Wintersemesters statt.
Abschlussprüfung: Fünfstündige schriftliche Klausur zum Ende des Sommersemesters
Einkommensteuerrecht | Jun.-Prof. Dr. Maria Marquardsen
Die Einkommensteuer wird zu Recht als die wichtigste Steuerart bezeichnet. Ihr Verständnis bildet zugleich die unabdingbare Basis für die direkten Unternehmensteuern. Die Lehrveranstaltung Einkommensteuerrecht arbeitet zunächst die Struktur und Prinzipien des geltenden Einkommensteuergesetzes heraus, wobei besonderes Augenmerk auf das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gelegt wird. Nach einer Einführung in den Tatbestand über die subjektive Steuerpflicht (§ 1 EStG) bekommen die Studierenden einen Überblick über die unterschiedlichen Einkunftsarten (sog. Einkünftekatalog, § 2 I EStG). Es folgt die Darstellung des Einkommensteuertarifs (§ 32a EStG) u.a. in Verbindung mit der Veranlagung von Ehegatten (§ 26 ff. EStG) und eine kurze Erörterung der verschiedenen Einkommensbegriffe. Nach einer systematischen Aufbereitung der verschiedenen Merkmale steuerbarer Einkünfte (objektiver und subjektiver Tatbestand) folgt eine vertiefte Darstellung des Einkünftedualismus (Abgrenzung Gewinn-/Überschusseinkünfte, vgl. § 2 II Nr. 1 und Nr. 2 EStG, detaillierte Behandlung der einzelnen Einkunftsarten) u.a. anhand der Funktionsweise steuerrechtlicher Typusbegriffe erörtert. In diesem Zusammenhang werden auch die verschiedenen Subsidiaritätsklauseln des Einkommensteuerrechts und die damit verbundenen Steuerfolgen behandelt. Gegenstand der Lehrveranstaltung sind ferner die sog. Veräußerungseinkünfte (§§ 17, 20 II Nr. 1, Nr. 2, 23 I Nr. 1, Nr. 2 EStG). Auch hier wird auf das systematische Verhältnis derselben zueinander eingegangen; ebenfalls behandelt wird an dieser Stelle die sog. Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer, §§ 32d, 43 ff. EStG). Schließlich beschäftigt sich die Lehrveranstaltung in ihrem ersten Teil mit der Besteuerung der Alterseinkünfte.
In ihrem zweiten Teil thematisiert die Lehrveranstaltung hauptsächlich das System der Einkünfteermittlung. Einführend werden die verschiedenen Ermittlungsarten für Gewinn- und Überschusseinkünfte (Betriebsvermögensvergleich, §§ 5 I, 4 I EStG; Überschussrechnung, § 4 III EStG; Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen, § 13a EStG; Veräußerungsgewinnrechnung, § 17 II EStG; Überschussrechnung, §§ 8, 9 , 11 EStG) dargestellt und dem jeweils in Frage kommenden Personenkreis zugeordnet. Es folgt eine vertiefende Erörterung der Behandlung von Erwerbsaufwendungen, beginnend mit der Behandlung der Dogmatik des sog. Veranlassungsprinzips bis hin zur Einordnung sog. gemischt-veranlasster Erwerbsaufwendungen (Abgrenzung private/berufliche Sphäre). Darüber hinaus werden die verschiedenen Nichtabzugstatbestände des EStG im Lichte der verfassungsrechtlichen Vorgaben erläutert. Ferner beschäftigt sich die Lehrveranstaltung mit der Problematik des sog. Drittaufwands und dem System des Verlustabzugs/-verrechnung und den diesbezüglichen Einschränkungen. Schließlich behandelt sie noch den Abzug privater Aufwendungen (Sonderausgaben, §§ 10-10c EStG; Außergewöhnliche Belastungen, §§ 33-33c EStG) und den sog. Familienleistungsausgleich (Kinderfreibetrag, § 32 VI EStG; Kindergeld, §§ 62 ff. EStG)
Unternehmensteuerrecht| Prof. Dr. Roman Seer
Bilanz- und Bilanzsteuerrecht| Prof. Dr. Roman Seer
Später behandelt die Lehrveranstaltung ausführlich die Funktionsweise von Entnahmen und Einlagen. Hiernach werden die Bilanzierungsgrundsätze (Realisations-, Anschaffungskosten, Niederstwert- und Imparitätsprinzip) erörtert und in ihren jeweiligen Auswirkungen in der Handels- und Steuerbilanz illustriert. Gegenstand der Lehrveranstaltung ist ferner das Prinzip der wirtschaftlichen Verursachung und das Stichtagsprinzip. Im weiteren Verlauf wird umfassend das „Wirtschaftsgut" erläutert und diesbezügliche Zurechnungsfragen sowie Fragen der Erfolgsneutralität von Anschaffungs-/Herstellungsvorgängen beleuchtet. Bei Fragen um die Aktivierung von Wirtschaftsgütern wird u.a. auch bereits auf die Besonderheiten des sog. Sonderbetriebsvermögens eingegangen. Später wird die Passivierung von Wirtschaftsgütern und damit verbundene Fragen der Rückstellungen und Zurechnung thematisiert. Nachdem den Studierenden vermittelt wurde, ob Wirtschaftsgüter anzusetzen sind, folgt die Darstellung der einschlägigen Bewertungsmaßstäbe (Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Nennwert / Erfüllungsbetrag; Teilwert, Zeitwert, gemeiner Wert; Buchwertverknüpfung). In diesem Zuge wird auch auf mögliche steuerliche Wahlrechte eingegangen. Schließlich gibt die Lehrveranstaltung einen Überblick über Rechnungsabgrenzungsposten.
Finanzbuchhaltung | Dr. Barbara Wischermann
Website Dr. Wischermann
In dieser Lehrveranstaltung wird den Studierenden die Technik der doppelten Buchhaltung vor dem Hintergrund einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Buchhaltung und Bilanz vermittelt. Zunächst werden die grundlegenden gesetzlichen Regelungen besprochen und die Finanzbuchhaltung als Teil des betrieblichen Rechnungswesens in den Zusammenhang der Unternehmensrechnung eingeordnet. Dann erfolgt die Herleitung der Konten und Buchungssätze ausgehend von Inventur und Bilanz. In diesem Zusammenhang werden sowohl erfolgsneutrale als auch erfolgswirksame Buchungssätze und deren Bilanzwirkungen besprochen. Anschließend werden die verschiedenen Spezialfälle der Buchhaltung im Dienstleistungsunternehmen, im Warenhandel und im Produktionsbetrieb erörtert und geübt. Nach einer Darstellung der vorbereitenden Abschlussbuchungen mit den Schwerpunkten Abschreibungen, Zuschreibungen, Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen wird die Lehrveranstaltung mit dem Thema „Erfolgsbuchungen bei ausgewählten Rechtsformen" abgeschlossen. Im organisatorischen Teil der Lehrveranstaltung werden die Bestandteile der Buchhaltung sowie Kontenrahmen und Kontenplan behandelt.