Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?execution=e100000s1&segmentId=26295cbf-df71-47c1-a2de-66f11f7f7771
Timestamp: 2019-06-19 11:01:42
Document Index: 81640766

Matched Legal Cases: ['§ 261', 'Art. 204', '§ 2', '§ 184', 'Art. 39', '§ 2', '§ 22', '§ 303', '§ 279', '§ 307', '§ 261', '§ 307', '§ 278', '§ 94']

Bescheidbeschwerde – Einzel – Beschluss des BFG vom 04.02.2019, RV/7100651/2019
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke im Beschwerdeverfahren betreffend die als Beschwerde weiterwirkende Berufung des ***[1]*** ***[2]***, ***[3]*** ***[4]***, ***[5]***, vertreten durch LBG Wirtschaftstreuhand, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater, 7100 Neusiedl, Franz Liszt-Gasse 25-27, vom 11. 1. 2005 gegen die Bescheide des Finanzamts Bruck Eisenstadt Oberwart, 2460 Bruck an der Leitha, Stefaniegasse 2, vom 10. 12. 2004 unter anderem betreffend Umsatzsteuer für die Jahre 1996 bis 1999, alle zur Steuernummer 38 511/5***[6]***, den Beschluss gefasst:
I. Die als Beschwerde weiterwirkende Berufung vom 11. 1. 2005 wird, soweit sie sich gegen die Umsatzsteuerbescheide 1996, 1997, 1998 und 1999 richtet, gemäß § 261 Abs. 2 BAO als gegenstandslos erklärt.
Mit dem im Spruch angeführten Bescheid setzte das Zollamt Wien für Herrn ***[1]*** ***[2]*** gem. Art. 204 Abs. 1 Buchstabe b und Abs. 3 Zollkodex (ZK) iVm § 2 Abs. 1 ZollR-DG die Eingangsabgabenschuld für Waren laut Berechnungsblättern in Höhe von € 2.256.667,63 (Zoll), € 491.678,94 (Einfuhrumsatzsteuer) sowie€ 453.031,47 (Abgabenerhöhung), sohin einen Gesamtbetrag von € 3.201.378,04, fest. Gegen diesen Bescheid brachte Herr ***[1]*** ***[2]*** - in der Folge als Berufungswerber (Bw) bezeichnet - durch seinen damaligen Vertreter Rechtsanwalt Dr. ***[11]*** ***[12]*** mit Eingabe vom 29.8.2003 fristgerecht Berufung ein und begründete diese wie aus der Beilage ersichtlich ist.
Mit weiteren Berufungsentscheidungen UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 und UFS 3. 4. 2013, ZRV/0020-Z1W/12 entschied der Unabhängige Finanzsenat neuerlich über die Beschwerden des (dortigen) Bw gegen Berufungsvorentscheidungen des Zollamts Wien betreffend Eingangsabgaben und Abgabenerhöhung und gab diesen teilweise Folge (Begründungsauszug):
Die Berufungsentscheidung 3. 4. 2013, ZRV/0020-Z1W/12, entspricht inhaltlich weitgehend der vorstehend zitierten.
Die Gesellschaft besteht seit dem ...6.1993
Die Gesellschaft bestand von ...5.1994 - ...1 .1999
Die Gesellschaft besteht seit dem ...6.1997
Mit Bescheiden vom 10. 12. 2004 wurde jeweils die Wiederaufnahme der Verfahren betreffend Umsatzsteuer 1996 bis 1999 sowie betreffend Einkommensteuer 1996 bis 1999 mit jeweils folgender Begründung verfügt:
Selbst wenn die Einkünfte gem. § 184 BAO geschätzt werden, so darf dies zu keiner „Überbesteuerung" führen.
Mit Erkenntnis BFG 22. 6. 2018, RV/7101961/2004 entschied das Bundesfinanzgericht im Leitverfahren, dass die dortigen Bescheide betreffend Umsatzsteuer nicht rechtswidrig gewesen sind. Eine allfällige Eingangsabgabenfreiheit nach Art. 39 Abs. 1 ZBefrVO führe nicht zum Vorliegen eines aus einer Kapitalgesellschaft und einem ihrer Gesellschafter bestehenden einheitlichen Unternehmers i. S. d. § 2 Abs. 1 UStG 1994. Aus von der Kapitalgesellschaft in Ungarn gepachteten landwirtschaftlichen Grundstücken erwirtschafteten Umsätze seien nicht dem österreichischen Landwirt zuzurechnen. Kaufe der österreichische Landwirt von der ungarischen Gesellschaft Landesprodukte, die dieser in Österreich verkaufe, unterlägen diese Umsätze nicht der Pauschalierung nach § 22 UStG 1994.
Die unter anderem angefochtenen Umsatzsteuerbescheide für die Jahre 1996, 1967, 1998 und 1999 vom 10. 12. 2004 ergingen alle im gemäß § 303 Abs. 4 BAO a. F. wiederaufgenommenen Verfahren.
Da mit Beschwerdevorentscheidung vom 14. 12. 2018, nachweislich zugestellt am 19. 12. 2018, die Bescheide vom 10. 12. 2004 betreffend Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich Umsatzsteuer für die Jahre 1996 bis 1999 gemäß § 279 BAO ersatzlos aufgehoben wurden und somit der Bescheidbeschwerde gegen die die Wiederaufnahme des Verfahrens verfügenden Bescheide (§ 307 Abs. 1 BAO) entsprochen wurde, ist gemäß § 261 Abs. 2 BAO die gegen die diesbezüglichen Sachentscheidungen (§ 307 Abs. 1 BAO) gerichtete Bescheidbeschwerde mit Beschluss (§ 278 BAO) als gegenstandslos zu erklären.
Die als Beschwerde weiterwirkende Berufung gegen die übrigen mit Schriftsatz vom 12. 1. 2005 angefochtenen Bescheide wird dadurch nicht berührt.
§ 94 Abs. 1 ZollR-DG, Zollrechts-Durchführungsgesetz, BGBl. Nr. 659/1994
ECLI:AT:BFG:2019:RV.7100651.2019
Findok-Nr: 122488.1, aufgenommen am: 06.03.2019 14:04:13, Dokument-ID: c20f7266-71fb-477f-91c8-4e57ee908b62, Segment-ID: 26295cbf-df71-47c1-a2de-66f11f7f7771