Source: http://docplayer.org/13467565-Verordnung-ueber-die-berufliche-grundbildung.html
Timestamp: 2019-01-24 04:39:34
Document Index: 282688367

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 24']

1 Verordnung über die berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 6. Dezember Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ Agente/Agent d exploitation CFC Operatrice/Operatore di edifici e infrastrutture AFC Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), im Einvernehmen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember (BBG), auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November (BBV) und auf Artikel 50 der Verordnung 1 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz 3 (ArGV 1), verordnet: 1. Abschnitt: Gegenstand, Schwerpunkte und Dauer Art. 1 Berufsbezeichnung, Berufsbild und Schwerpunkte 1 Die Berufsbezeichnung ist Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ oder Fachmann Betriebsunterhalt EFZ. 2 Die Fachleute Betriebsunterhalt EFZ zeichnen sich insbesondere durch folgende Tätigkeiten, Fähigkeiten und Haltungen aus: a. Sie kontrollieren und warten Gebäude sowie Infrastrukturanlagen und halten sie instand. b. Sie pflegen und reinigen die Gebäude, das Betriebsareal sowie die Grünanlagen. c. Sie arbeiten selbstständig, verfügen über praktische technische Geschicklichkeit und interessieren sich für organisatorische sowie planerische Aufgaben. Sie sind flexibel und körperlich belastbar. SR SR SR SR
2 3 Innerhalb des Berufs der Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ oder des Fachmanns Betriebsunterhalt EFZ gibt es folgende Schwerpunkte: a. Hausdienst; b. Werkdienst. 4 Der Schwerpunkt wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten. Art. 2 Dauer und Beginn 1 Die berufliche Grundbildung dauert 3 Jahre. 2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule. 2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen Art. 3 Kompetenzen 1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4 6 beschrieben. 2 Sie gelten für alle Lernorte. Art. 4 Fachkompetenz Die Fachkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a. Reinigung; b. Wartungs- und Kontrollarbeiten; c. baulicher Unterhalt und Reparaturen; d. Grünpflege; e. Abfallbewirtschaftung; f. Arbeitssicherheit und Betriebsorganisation. Art. 5 Methodenkompetenz Die Methodenkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a. Arbeitstechniken und Problemlösen; b. prozessorientiertes, vernetztes Denken und Handeln; c. Lernstrategien; d. Kreativitätstechniken; e. ökologisches Handeln. 2
3 Art. 6 Sozial- und Selbstkompetenz Die Sozial- und Selbstkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a. eigenverantwortliches Handeln; b. lebenslanges Lernen; c. Kommunikationsfähigkeit; d. Konfliktfähigkeit; e. Teamfähigkeit; f. Umgangsformen; g. Belastbarkeit. 3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz Art. 7 1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz ab und erklären sie ihnen. 2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt. 3 In Abweichung von Artikel 47 Buchstaben a ArGV 1 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand herangezogen werden für die Bedienung und den Unterhalt von Betriebseinrichtungen sowie die Handhabung von Werkzeugen und Maschinen, die mit einer erheblichen Unfallgefahr verbunden sind. 4. Abschnitt: Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache Art. 8 Anteile der Lernorte 1 Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an 4 Tagen pro Woche. 2 Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1080 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 120 Lektionen. 3 Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt 16 Tage zu 8 Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt. 3
4 Art. 9 Unterrichtssprache 1 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes. 2 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen. 3 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen. 5. Abschnitt: Bildungsplan und Allgemeinbildung Art. 10 Bildungsplan 1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt erarbeitet und vom BBT genehmigt ist. 2 Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4 6 wie folgt näher aus: a. Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung. b. Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird. c. Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus. d. Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System. 3 Der Bildungsplan legt überdies fest: a. die curriculare Gliederung der beruflichen Grundbildung; b. die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation; c. die Qualifikationsbereiche, die im Notenausweis nach Artikel 21 Absatz 3 genannt werden und für die Wiederholungen nach Artikel 19 zählen; d. die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz. 4 Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung für Fachleute Betriebsunterhalt EFZ mit Titel, Datum und Bezugsquelle. Art. 11 Allgemeinbildung Für den allgemein bildenden Unterricht gilt die Verordnung des BBT vom 27. April über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. 4 SR
5 6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der Bildung im Lehrbetrieb Art. 12 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Die fachlichen Mindestanforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt: a. Betriebspraktikerin/Betriebspraktiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; b. Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; c. Angehörige oder Angehöriger eines einschlägigen Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich der Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ oder des Fachmanns Betriebsunterhalt EFZ und mit mindestens 5 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; d. einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung auf der Tertiärstufe. Art. 13 Höchstzahl der Lernenden 1 In einem Betrieb darf eine lernende Person ausgebildet werden, wenn: a. eine entsprechend qualifizierte Berufsbildnerin oder ein entsprechend qualifizierter Berufsbildner zu 100 Prozent beschäftigt wird; oder b. zwei entsprechend qualifizierte Berufsbildnerinnen oder entsprechend qualifizierte Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigt werden. 2 Tritt eine lernende Person in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung ein, so kann eine weitere lernende Person ihre Bildung beginnen. 3 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von 2 Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden. 4 Als Fachkraft gilt, wer über ein Fähigkeitszeugnis im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt. 5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen. 5
6 7. Abschnitt: Lern- und Leistungsdokumentation Art. 14 Lerndokumentation im Betrieb 1 Die lernende Person führt eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Betrieb festhält. 2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation quartalsweise. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person. 3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält den Bildungsstand der lernenden Person gestützt auf deren Lerndokumentation semesterweise in einem Bildungsbericht fest. Art. 15 Dokumentation der Leistungen in der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus. 8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren Art. 16 Zulassung zu den Qualifikationsverfahren 1 Zum Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat: a. nach den Bestimmungen dieser Verordnung; b. in einer vom Kanton dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder c. ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung gewachsen zu sein. 2 Von der für die Zulassung zu einem Qualifikationsverfahren nach Artikel 32 BBV geforderten beruflichen Praxis müssen mindestens 2 Jahre im Bereich der Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ oder des Fachmanns Betriebsunterhalt EFZ erworben worden sein. Art. 17 Gegenstand, Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens 1 Im Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Kompetenzen nach den Artikeln 4 6 erworben worden sind. 2 In der Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft: 6
7 a. Praktische Arbeit im Umfang von 12 Stunden. Die lernende Person muss im Rahmen einer vorgegebenen Arbeit oder in gestellten Situationen zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfsund situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. b. Berufskenntnisse im Umfang von 3 Stunden. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, nimmt sie höchstens 1 Stunde ein. c. Allgemeinbildung. Die Abschlussprüfung richtet sich nach der Verordnung des BBT vom 27. April über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. Art. 18 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung 1 Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn: a. der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und b. die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird. 2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote. 3 Die Erfahrungsnote ist das Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts. 4 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet: a. praktische Arbeit: doppelt; b. Berufskenntnisse: einfach; c. Allgemeinbildung: einfach; d. Erfahrungsnote: einfach. Art. 19 Wiederholungen 1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV. Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen. 2 Wird das Qualifikationsverfahren ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählt die neue Erfahrungsnote. 5 SR
8 Art. 20 Spezialfall Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung nach dieser Verordnung erworben, so wird statt der Erfahrungsnote der Berufsfachschule im berufskundlichen Unterricht der Qualifikationsbereich Berufskenntnisse doppelt gewichtet. 9. Abschnitt: Ausweise und Titel Art. 21 Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis 1 Wer das Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ). 2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ» zu führen. 3 Im Notenausweis werden aufgeführt: a. die Gesamtnote; b. die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie die Erfahrungsnote; c. der Schwerpunkt. 10. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fachleute Betriebsunterhalt EFZ Art Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fachleute Betriebsunterhalt EFZ setzt sich zusammen aus: a. 5 7 Vertreterinnen oder Vertretern des Verbandes «Schweizer Fachverband Betriebsunterhalt»; b. 2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft; c. je mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter des Bundes und der Kantone. 2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein. 3 Die Kommission fällt nicht in den Geltungsbereich der Kommissionenverordnung vom 3. Juni Sie konstituiert sich selbst. 6 SR
9 4 Die Kommission hat folgende Aufgaben: a. Sie passt den Bildungsplan nach Artikel 10 den wirtschaftlichen, technologischen und didaktischen Entwicklungen laufend, mindestens aber alle 5 Jahre an. Dabei trägt sie allfälligen neuen organisatorischen Aspekten der beruflichen Grundbildung Rechnung. Die Anpassungen bedürfen der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Kantone. b. Sie beantragt dem BBT Änderungen dieser Verordnung, sofern die beobachteten Entwicklungen Regelungen dieser Verordnung, namentlich die Kompetenzen nach den Artikeln 4 6, betreffen. 11. Abschnitt: Schlussbestimmungen Art. 23 Übergangsbestimmungen 1 Lernende, die ihre Bildung als Betriebspraktikerin oder Betriebspraktiker vor dem 1. Januar 2007 nach kantonalem Recht begonnen haben, schliessen sie nach den kantonalen Bestimmungen ab. 2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Betriebspraktikerin oder Betriebspraktiker bis zum 31. Dezember 2011 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem kantonalen Recht beurteilt zu werden. Art. 24 Inkrafttreten 1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2007 in Kraft. 2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art ) treten am 1. Januar 2010 in Kraft. 6. Dezember 2006 Bundesamt für Berufsbildung und Technologie Die Direktorin: Ursula Renold 9