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Timestamp: 2013-05-18 11:12:34
Document Index: 328321711

Matched Legal Cases: ['§242', '§242', '§ 903', '§ 917', '§ 917', '§ 917', '§ 918', '§242', '§ 242', '§ 242', '§ 918', '§ 823', '§ 1024', '§ 912', '§242']

BGB §242 Treu und Glauben bzgl. Maßnahmen zweier Grundstücksvorbesitzer Nachbarschaftsrecht
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| 22.08.2008 15:40 | Preis: ***,00 € |
22.08.2008 | 15:55
ich bedanke mich für die eingestellte Frage, die ich Ihnen gerne aufgrund des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte: Grundsätzlich gilt gemäß § 903 BGB, dass der Eigentümer einer Sache mit dieser nach Belieben im Rahmen der Gesetze verfahren kann. Eine Einschränkung, die das Gesetz für Grundstücke macht, ist das sog. "Notwegerecht" gemäß §§ 917, 918 BGB. Da es in Ihrem Bundesland keine entsprechenden nachbarrechtlichen Vorschriften gibt, finden die vorgenannten Normen Anwendung (vgl. Palandt, § 917 Rn.1). Danach kann in Ihrem Fall Nachbar B von Nachbar A die Duldung der Benutzung dessen Grundstücks verlangen, wenn seinem Grundstück die zur ordnungsmäßigen Benutzung notwendige Verbindung mit dem öffentlichen Versorgungsnetz fehlt. Ihrem Sachverhalt liegt jedoch eine Konstellation zugrunde, die meines Erachtens nicht durch das Notwegerecht gem. § 917 BGB gedeckt ist. Denn: Es gibt zwar bislang keine direkte Verbindung des Nachbargrundstücks zum Abwassersystem. Allerdings sind die Voraussetzungen hierfür gleichwohl nunmehr geschaffen. Hierauf müsste Nachbar B sich verweisen lassen. Argumentativ würde ich an Ihrer Stelle auch die Vorschrift des § 918 BGB analoge heranziehen. Denn: Die Verbindung des eigenen Grundstücks des Nachbarn B ist vermutlich einzig aus Kostengründen nicht erfolgt. Diesbezüglich ist Ihr eigentumsrecht meines Erachtens jedoch höher einzustufen, so dass die vorgenannte Folge eintritt.
Dies beantwortet leider noch nicht meine Frage bzgl. des §242 BGB nach Treu und Glauben bzg. Handlungen der Vorbesitzer. Können Sie dies bitte noch ausführen?
26.08.2008 | 09:41
eine Berufung auf § 242 BGB scheidet aufgrund der spezielleren gesetzlichen Regelung wohl aus, da die Vorschrift im Sachenrecht nur sehr eingeschränkt Anwendung findet. Zudem ist die Anwendung des § 242 BGB nicht immer unproblematisch, da es sich um eine sehr "schwammige" Norm handelt. § 918 BGB ist aufgrund des Wortlauts nicht direkt anwendbar. Dies dürfte unstreitig sein. Gleichwohl sollten Sie diesen analog heranziehen bei der Argumentation gegenüber dem Nachbarn. Es ist insoweit auf den Rechtsgedanken der Vorschrift abzustellen.
Die Eingangsfrage wurde nicht beantwortet, aber weitere Hinweise zu den wichtigeren Gesetzen gegeben.
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