Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/guerschingstenger-bewertungsrecht-bewgerbstg-bewg-ii-mischverfahren-bis-ende-2002_idesk_PI16039_HI13114648.html
Timestamp: 2019-08-18 21:20:43
Document Index: 146589418

Matched Legal Cases: ['§ 147', '§ 147', '§ 145', '§ 146', '§ 146', '§ 147', '§ 147', '§ 43', '§ 147']

Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht - BewG/ErbStG , BEWG ... / II. Mischverfahren bis Ende 2002 | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht - BewG/ErbStG , BEWG ... / II. Mischverfahren bis Ende 2002
Die Finanzverwaltung hat ...
Die Finanzverwaltung hat sich in Rz. 5 der gleich lautenden Erlasse v. 16.6.1997 bei bebauten Grundstücken, deren Gebäude zum Teil nach dem Ertragswertverfahren und zum Teil nach § 147 BewG zu bewerten wären, für das Mischverfahren ausgesprochen. Mit den ErbStR 2003 ist die Finanzverwaltung von der Mischbewertung abgerückt.
Bei dem bis Ende 2002 angewandten Mischverfahren ergibt sich der Grundstückswert aus dem Wert des Grund und Bodens, ermittelt nach § 147 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 145 Abs. 3 BewG, dem ertragsteuerlichen Wert für die Gebäude oder Gebäudeteile, für die sich keine übliche Miete ermitteln lässt, und dem Ertragswert für die Gebäude oder Gebäudeteile, die entweder vermietet sind oder für die sich eine übliche Miete bestimmen lässt, gekürzt um den darin anteilig enthaltenen Wert des Grund und Bodens.
1. Ansatz des Grund und Bodens
Der Wert des Grund und Bodens war unter Ansatz der Grundstücksfläche, dem Bodenrichtwert, ggf. unter Anpassung an die bauliche Nutzungsmöglichkeit des zu bewertenden Grundstücks, zu ermitteln.
Bei Gebäuden oder Gebäudeteilen, die im Ertragswertverfahren zu bewerten sind, war die durchschnittliche Miete, entweder abgeleitet aus der tatsächlich vereinbarten Miete oder der üblichen Miete, mit 12,5 zu vervielfachen und um eine Alterswertminderung zu kürzen (§ 146 Abs. 2 bis 4 BewG). Befand sich auf dem Grundstück ein Gebäude, das ausschließlich Wohnzwecken diente und nicht mehr als zwei Wohnungen enthielt, kam für dieses Gebäude kein Zuschlag i.H.v. 20 % nach § 146 Abs. 5 BewG in Betracht. Denn das Grundstück diente aufgrund der gewerblichen oder freiberuflichen Nutzung der anderen Gebäude nicht ausschließlich Wohnzwecken. Die Finanzverwaltung verzichtete auf den Mindestwert als untersten Wert für eine Bewertung im Ertragswertverfahren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Grund und Boden unter Ansatz des Bodenrichtwerts in den Grundstückswert einfließt.
2. Vermeidung der Doppelbewertung
3. Ansatz der Gebäude und Gebäudeteile
Gebäude oder Gebäudeteile, die nach § 147 BewG zu bewerten sind, wurden mit dem ertragsteuerlichen Wert im Bewertungsstichtag angesetzt. War ein Teil des Gebäudes nach § 147 BewG und der restliche Gebäudeteil im Ertragswertverfahren zu bewerten, so war bei Anwendung des Mischverfahrens der in der Steuerbilanz für das gesamte Gebäude ausgewiesene Wert auf die beiden Gebäudeteile aufzuteilen, und zwar nach den ertragsteuerlichen Grundsätzen, die für Gebäudeteile mit unterschiedlichem Nutzungs- und Funktionszusammenhang gelten. I.d.R. geschah dies im Verhältnis der Nutzflächen der einzelnen Gebäudeteile, wobei die Nutzflächen in sinngemäßer Anwendung der §§ 43 und 44 II. Berechnungsverordnung oder der Wohnflächenverordnung zu ermitteln waren. Da für die Ertragsbewertung die Nutzfläche des Gebäudeteils benötigt wurde, der nach der Miete bewertet wurde, stand ein Teilergebnis für die Aufteilung bereits fest. Das zweite Teilergebnis, also die Nutzfläche des nach § 147 BewG zu bewertenden Gebäudeteils, war jedoch zusätzlich zu ermitteln.
Die Summe aus dem Wert des Grund und Bodens und dem Wert der Gebäude oder Gebäudeteile ergab nach Abrundung auf einen durch 500 EUR ohne Rest teilbaren Betrag den Grundstückswert.
4. Verwaltungsregelungen zum Mischverfahren
Zur Ermittlung des ...