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Timestamp: 2019-03-22 11:11:36
Document Index: 275663856

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 677', '§ 29', '§ 29', '§ 677', '§ 34', 'BGH', '§ 26', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', '§ 1', '§ 26', '§ 26', '§ 66', '§ 33', '§ 26']

OVG Niedersachsen, 28.10.1998 - 13 L 4668/96 - dejure.org
Rechtsgrundlage; Leistungsbescheid; Kosten eines Feuerwehreinsatzes
NVwZ-RR 1999, 741
Nach der Rechtsprechung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, der die Kammer folgt, fehlt es an der gesetzlichen Ermächtigung, einen gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 NBrandSchG in der bis zum 26.07.2012 geltenden a.F. i.V.m. §§ 677 ff. BGB gegebenen Anspruch gegenüber dem Kostenschuldner hoheitlich durch Leistungsbescheid geltend zu machen (Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 12 ff.).
Dieser Unentgeltlichkeitsgrundsatz wird in den folgenden Sätzen und Absätzen eingeschränkt (…Scholz/Runge, Niedersächsisches Brandschutzgesetz, 8. Aufl. 2014, Erl. § 29, Seite 324, 329; Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 10).
Zu den "allgemeinen Vorschriften" im Sinne des § 29 Abs. 1 Satz 2 NBrandSchG gehören auch die §§ 677 ff. BGB über die Geschäftsführung ohne Auftrag (Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 10 bzw. Parallelentscheidung vom selben Tag: - 13 L 4648/98 - NVwZ-RR 1999, 741 (742);… LT-Drucks. 16/5023, S. 17).
Sie kommt nicht nur im Verhältnis von Trägern öffentlicher Verwaltung zueinander in Betracht, sondern grundsätzlich auch im Verhältnis zwischen Verwaltungsträgern und Bürgern (vgl. BVerwG, Urteil vom 06.09.1988 - 4 C 5.86 -, BVerwGE 80, 170 = juris; Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 13 m.w.N.;… krit: Erichsen/Ehlers, Allgemeines Verwaltungsrecht, 13. Aufl. 2005, § 34 Rn. 13).
Das Gegenteil haben die Beklagten nicht bewiesen (vgl. zum Vorstehenden insgesamt: BGH…, Urteil vom 20.06.1963, a.a.O., Rn. 13-17; Urteil vom 24.10.1974 - VII ZR 223/32 - NJW 1975, 207 [207 f.]; s.a. Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 14, zu der bis zum 26.07.2012 geltenden Vorgängervorschrift des § 26 Abs. 1 Satz 2 NBrandSchG a.F.).
Es liegt zudem außerhalb der gemeindlichen Satzungsautonomie, Aufwendungsersatzansprüche im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Geschäftsführung ohne Auftrag zum Gebührentatbestand zu erheben (Bay. VGH…, Beschluss vom 08.04.1991 - 4 CS 90.3790 -, juris, Rn. 18 m.w.N.; Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn. 16).
Vielmehr müsste die Beklagte gegen den Kläger Leistungsklage bei dem Gericht des zulässigen Rechtsweges erheben (OVG Münster, Beschluss vom 9.12.2013 - 11 A 2226/12 - juris zur Beseitigung einer Ölverunreinigung u.a. auf einer Bundesstraße; vgl. auch Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 - Nds.RPfl 1999, S. 277; OVG Mecklenburg-Vorpommern…, Urteil vom 30.1.2013 - 3 L 93/09 - NordÖR 2013, S. 525).
Ebenso ist ein Rechtsschutzbedürfnis für ein Vorgehen im Wege der Leistungsklage gegeben, da die Klägerin in der hier gegebenen Fallkonstellation nicht ermächtigt ist, einen Leistungsbescheid zu erlassen (Niedersächsisches OVG, Urt. v. 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, Nds.VBl. 1999, 67, juris, Rn. 12 ff;… VG Göttingen, Urt. v. 24.5.2016 - 1 A 122/14 -, juris, Rn. 15).
Es handelt sich hierbei materiell um Gefahrenabwehr (Niedersächsisches OVG, Urt. v. 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, a.a.O., juris, Rn. 4).
Das beschließende Gericht hat etwa die landesgesetzlichen Grundlagen des Kommunalabgabengesetzes als abschließende Spezialregelungen angesehen, die durch eine ergänzende Anwendung der Geschäftsführung ohne Auftrag unterlaufen würden (Urt. v. 25.3.2004 - 11 C 333/03 -, Nds. VBl. 2004, 210 = Nds. Rpfl. 2004, 221 = NVwZ-RR 2004, 777, sowie für Kostenersatz nach Brandeinsätzen das Urt. v. 28.10.1998 - 13 L 4468/96 -, Nds. VBl. 1999, 67 = Nds. Rpfl. 1999, 277 = NVwZ-RR 1999, 741).
Im Übrigen könnte auch ein Anspruch aus Geschäftsführung ohne Auftrag nicht durch Verwaltungsakt geltend gemacht werden, sondern müsste mittels einer gegen den Kläger gerichteten Leistungsklage verfolgt werden (vgl. Nds. OVG, Urt. v. 28.10.1998 - 13 L 4648/98 -, NVwZ-RR 1999, 741; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 09.12.2013 - 11 A 2226/12 -, juris).
Ein Rechtsschutzbedürfnis für ein Vorgehen im Klagewege ist gegeben, da die Klägerin in den Fällen des § 29 Abs. 1 Satz 2 NBrandSchG nicht ermächtigt ist, einen Leistungsbescheid zu erlassen (vgl. OVG Lüneburg, Urteil vom 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, juris, Rn 12 ff.; VG Göttingen…, Urteil vom 24.5.2016 - a. a. O. -).
Das folge aus der besonderen Stellung der Feuerwehr und ihrer im Vordergrund stehenden Aufgabe, gerade in Notfällen jedem betroffenen Dritten Hilfe zu leisten, also auch seine privaten Interessen wahrzunehmen (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.1974 - VII ZR 223/72 -, BGHZ 63, 167-176; Urteil vom 22.5.1970 - IV ZR 1008/68 -, BGHZ 54, 157-165; Urteil vom 20.6.1963 - VII ZR 263/61 -, BGHZ 40, 28-32; Anschluss VG Göttingen…, Urteil vom 24.5.016 - a. a. O. - offen gelassen von OVG Lüneburg, Urteil vom 28.10.1998 - a. a. O. -).
Im übrigen könnte eine entsprechende Forderung mangels gesetzlicher Grundlage auch nicht durch Leistungsbescheid geltend gemacht werden (vgl. Nds OVG, U. v. 28.10.1998 - 13 L 4668/96 -, Juris Rn. 15).
VG Stade, 25.06.2004 - 1 A 2424/03
Kostenersatz für Feuerwehreinsatz im Falle einer Anscheinsgefahr
Denn § 26 Abs. 2 Satz 1 NBrandSchG ermächtigt die Gemeinden lediglich, für andere als die in Absatz 1 NBrandSchG genannten Leistungen Kostenersatz nach Maßgabe einer Satzung zu verlangen (vgl. OVG Lüneburg, Urt. vom 28.10.1998, NVwZ-RR 99, 741).
Diese Grundsätze gelten auch in dem dem Gefahrenabwehrrecht zuzurechnenden Brandschutzrecht (vgl. Nds. OVG, Urteil vom 28.10.1998, NVwZ-RR 1999, 741, 742).
Dabei kann dahinstehen, ob die Kostenerhebung für Feuerwehrpflichtaufgaben der Gemeinden i.S.v. §§ 1 und 2 im NBrandSchG, insbesondere § 26, abschließend (so für Brandeinsätze das Urteil des Nds. OVG v. 28.10.1998 - 13 L 4668/96 - Nds. VBl. 1999, 67 ff) geregelt ist (und notwendige Auslagen für die kostenpflichtige Hinzuziehung Dritter deshalb nur nach Maßgabe einer gemeindlichen Satzung gemäß § 26 NBrandSchG verlangt werden können), oder § 66 NGefAG (vermittelt über die Verweisung in § 33 NBrandSchG) in Ausnahmefällen ergänzend anwendbar ist.
Nach § 26 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 NBrandSchG unberührt bleibende Ansprüche der Beklagten wegen Gefährdungshaftung können nicht durch Leistungsbescheid geltend gemacht werden (vgl. nochmals das Urteil des Nds. OVG v. 28.10.1998, a.a.O.); daher kann dahinstehen, inwieweit dafür die Versicherung des Klägers ersatzpflichtig ist (vgl. Knödler/Schober, BayVBl. 2002, 545 ff).
VG Braunschweig, 19.10.2006 - 1 A 17/06
Kostenerstattung bei nachbarschaftlicher Hilfeleistung einer Feuerwehr
VG Osnabrück, 26.03.2014 - 6 A 184/13
Inanspruchnahme des Grundstückseigentümers auf Kostenersatz für freiwilligen …