Source: https://www.flugrechte.eu/4767/condor-entsch%C3%A4digung-wegen-versp%C3%A4tung-de4217-nicht-zahlen
Timestamp: 2019-10-17 03:17:45
Document Index: 90754160

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'Art. 7', 'Art.9', 'Art. 7', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'EuG', 'EuG', 'Art. 5']

Condor will Entschädigung wegen Verspätung von Flug DE4217 nicht zahlen - FLUGGASTRECHTE
Unser Rückflug DE4217 mit Condor von Hurghada nach Stuttgar wurde verschoben. Am ärgerlichsten war, dass Condor schon am mittag wusste, dass die uns nicht pünktlich fliegen können und wir überhaupt nicht informiert wurden. So verbrachten wir den ganzen Tag erst im Hotel mit Packen, dann warten auf den Bus, dann wurden wir zum Flughafen gefahren und am Flughafen musste wir über 5 Stunden warten, bis uns gesagt wurde, dass wir heute nicht mehr fliegen, weil das Flugzeug einen Defekt hat.
Das Flugzeug für unseren Condor Flug DE4217 war erst gar nicht aus Deutschland gestartet. Das musste Condor dann ja spätestens am Vormittag gewusst haben. Uns hat aber niemand informiert. Wir wurden im Glauben gelassen, püntklich am frühen Abend nach Stuttgart zu fliegen. Das hat unss erh verärgert. Der ganze Stress zum Flughafen, am Flughafen stundenlang warten, hätte uns erspart bleiben können, wenn Condor einfach nur vorher die Infos gegeben hätte. Am schluss sind wir dann am nächsten Tag gegen Mittag geflogen und mit über 18 Stunden Verspätung angekommen.
Wir wollten von Condor unbedingt die Entschädigung, weil wir uns so über das Verhalten von Condor geärgert haben. Für den ganzen Stress wenigstens 800 EUR zu bekommen ist zwar auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nichts.
Jetzt schreibt uns Condor aber:
Unser Vorgang: CON-
Ihr Ansprechpartner: Frau
E-Mail: condor@
Ihr Flug konnte leider nicht wie geplant stattfinden, obwohl nach Informationen unserer Fachabteilungen alle vertretbaren Maßnahmen ergriffen wurden. Deshalb müssen wir Ihre Forderung leider ablehnen.
condor-kundenbetreuung
condor-eu-rechte
condor-verweigert-entschädigung
condor-verweigert-schadensersatz
Gefragt 11, Nov 2015 in Flugverspätung von Anonym
die von Ihnen geschilderte Situation ist sehr ärgerlich und Sie müssen diese auch nicht einfach so hinnehmen. Sie haben bereits richtig festgestellt, dass sich grundsätzlich bei Flugverspätungen Ansprüche aus der europäischen Fluggastrechteverordnung ergeben.
EuGH, Urteil vom 26.02.2013, Az.: C-452/13 (bei Google einfach zu finden unter " reise-recht-wiki")
Im vorliegenden Fall haben Sie Ihren Zielflughafen in Stuttgart mit einer Verspätung von über 18 Stunden erreicht. Somit würden die Voraussetzungen für die Ausgleichszahlungen grundsätzlich vorliegen. Die Fluggesellschaft muss jedoch keine Ausgleichszahlung leisten, wenn außergewöhnliche Umstände im Sinne des Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung Nr. 261/2004/EG die Ursache der Verspätung waren.
Dazu muss die Fluggesellschaft jedoch beweisen können, dass ein außergewöhnlicher Umstand vorlag. Ein außergewöhnlicher Umstand kann zum Beispiel bei Streik des Bodenpersonals oder bei schlechten Wetterbedingugnen vorliegen.
EuGH, Urteil vom 22.12.2008, Az.: C 549/07(einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
AG Köln, Urt. v. 5.4.2006 - 118 C 595/05 (einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
AG Rüsselsheim, Urt. v. 7.11.2006 – 3 C 717/06 (32)- (einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
AG Frankfurt a.M., 3. 2. 2010 - 29 C 2088/09-(einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
AG Rüsselsheim, 20.7.2011 – 3 C 739/11 (36)- (einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
Eine behauptete mögliche Störung der Triebwerke fällt in die betriebliche Sphäre des Luftfahrtunternehmens und liegt in dessen Verantwortungsbereich.
Weiterhin haben Sie bereits richtig die Höhe der Ausgleichzahlungen ermittelt. Bei einer Entfernung von Hurghada nach Stuttgart stehen Ihnen je Fluggast 400 Euro zu.
Bei dem Schreiben das Sie von Condor erhalten haben, handelt es sich um ein Standartschreiben, dass an alle Flugpassagiere verschickt wird. Da ein technischer Defekt keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt, gibt es keinen Grund warum Condor Ihnen die Ausgleichszahlungen verweigern könnte. Bleiben Sie dran, wenden Sie sich nochmals schriftlich an Condor und setzten Sie Ihnen eine Frist.
Bearbeitet 13, Nov 2015 von George
in einer solchen Situation haben Sie regelmäßig Ansprüche aus der europäischen Fluggastrechteverordnung.
Aus Art. 7 der Verordnung ergibt sich ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen, wenn der Flug annulliert wurde. Eine endgültige Verspätung von 18 Stunden fällt eindeutig unter diesen Terminus.
Somit ergeben sich je nach Strecke ...
Da Condor sich aber auf das Vorliegen von außergewöhnlichen Umständen beruft, könnte es sein, dass Condor diese Ausgleichszahlungen nicht zahlen muss. Dazu muss die Fluggesellschaft allerdings beweisen können, dass Sie alle möglichen Maßnahmen zur Verhinderung des Auftreten dieser Umstände ergriffen haben. Nun muss aufgezeigt werden, was genau der Grund für die Annullierung war. Laut Ihrer Schilderung war die Ursache ein technischer Defekt. In den meisten Fällen ist ein solcher technischer Defekt allerdings nicht als Ausschlussgrund für die Zahlung von Ausgleichszahlungen anzusehen, da das Verhindern solcher technischer Defekte in der Macht- und Umgangssphäre des Luftfahrtunternehmens liegt. Auch kann Condor sich nicht rausreden, dass kein Ersatzflugzeug zur Verfügung stand. Aus dem Betriebsbedingten Umlaufverfahren darf nämlich kein Nachteil für die Flureisende entstehen.
Dementsprechend können Sie die entsprechenden Ausgleichszahlungen von Condor verlangen.
Gem. Art.9 VO haben Sie ein Anrecht auf eine kostenfreie Hotelübernachtung, den Transfer und die Verpflegung für die Wartezeit. Haben Sie solche Aufwendungen bezogen, müssen auch diese von der Airline zurückgezahlt werden.
Wenden Sie sich abermals an die Airline, mit dem Hinweis auf die Ausführungen zum Thema "technischen Defekt".
Beantwortet 30, Nov 2015 von Cockpit1 (21,990 Punkte)
der geschilderte Sachverhalt ist äußerst ärgerlich, zumal man Ihnen nicht Bescheid gegeben hat.
Bei der verspäteten Startzeit hätte der Fluggast nach der europäischen Fluggastrechteverordnung einen Ausgleichsanspruch gegen das Luftfahrtunternehmen. Jedoch könnte die Fluggesellschaft sich auf einen außergewöhnlichen Grund berufen und somit von ihrer Zahlungspflicht befreit werden. Die Richter des Amtsgerichts in Rüsselsheim hatten einen Fall zu entscheiden, in dem ein Passagier aus dem „übernächsten“ Flug aufgrund der Verspätung seinen Anspruch geltend machen wollte (vgl. AG Rüsselsheim, Urt. v. 05.07.2013 – 3 C 145/13 (37), siehe auch AG Rüsselsheim, Urt. v. 02.11.2012 – 3 C 855/12 (37)). Der vorangegangene Flug war wegen Flugsicherungsanlagen bzw. Kapazitätsbeschränkungen ausgefallen.
Zu diesem Thema empfehle ich auch einen Blick auf diese Website: http://www.passagierrechte.org/Vorflug
Die Beweislast dafür, dass ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, liegt bei dem ausführenden Luftfahrtunternehmen. Die Airline muss substantiiert vortragen, dass technische Defekt Auslöser für die Verspätung war und es keine andere Möglichkeit gab, Ihren Flug auf andere Weise durchzuführen.
Ihr Flug von Hurghada nach Stuttgart wurde verlegt. Sie sind letzendlich mit einer Verspätung von 18 Stunden an Ihrem Zielflughafen angekommen. Bei einer so erheblichen Änderung der ursprünglichen Flugzeit spricht man bereits von einer Annullierung Ihres Fluges.
Sie haben im Falle einer Annullierung zunächst Ansprüche auf Betreuungs- und Unterstützungsleistungen aus Artikel 8 und Artikel 9 der europäischen Fluggastrechte Verordnung.
Sie könnten außerdem einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung haben. Die Höhe ergibt sich aus Artikel 7 der Verordnung:
. Bei einer Verspätung von 4 oder mehr Stunden auf einer Strecke außerhalb der EU von 3500km oder mehr: 600€
Die Entfernung zwischen Hurghada und Stuttgart beträgt ungefähr 3.193 km. Damit würden Ihnen 600 Euro pro Fluggast zustehen.
Beachten Sie jedoch, dass eine Fluggesellschaft in bestimmten Fällen davon befreit werden kann, Ausgleichszahlungen leisten zu müssen. Das ist immer dann der Fall, wenn ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Außergewöhnliche Umstände sind solche, die außerhalb des Machtbereiches der Fluggesellschaft stehen und auf die diese somit keinen Einfluss hat. Ein außergewöhnlicher Umstand kann schlechtes Wetter sein oder ein Streik des Bodenpersonals. Sie geben als Grund für die Verspätung einen technischen Defekt an. Ein technischer Defekt ist in der Regel jedoch kein außergewöhnlicher Umstand im Sinne der europäischen Fluggastrechte Verordnung.
Beantwortet 31, Jan 2016 von Stephan (16,210 Punkte)
Bearbeitet 30, Jan 2016 von Stephan
Sie hatten mit der Fluggesellschaft Condor Flugdienst GmbH einen Flug mit der Flugnummer DE 4217 von HRG nach STR gebucht. Dabei konnte Condor die festgelegte Abflugzeit nicht einhalten, sodass Sie erst mit einer Verspätung von 18 Stunden in Stuttgart landeten.
Ganz allgemein steht Ihnen meiner Ansicht nach ein Anspruch auf Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 der Fluggastrechte Verordnung zu. Dem könnte sich die Fluggesellschaft jedoch gemäß Art. 5 Abs. 3 VO entziehen.
Aufgrund Ihrer Ausführungen und der Tatsache, dass die Condor sich auf einen Haftungsausschluss gemäß Art. 5 Abs. 3 der Fluggastrechteverordnung beruft, möchte ich besonders auf das Tatbestandsmerkmal des außergewöhnlichen Umstandes eingehen.
Haftungsausschluss nach Art. 5 Abs. 3 VO
Demnach entfällt der Anspruch, wenn die Fluggesellschaft nachweisen kann, dass die große Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätte vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären.
In Ihrem Fall wird als außergewöhnlicher Umstand ein technischer Defekt am Flugzeug angegeben.
1. Die Nachweispflicht liegt bei der Fluggesellschaft.
Dies bedeutet, dass die Fluggesellschaft vortragen und nachweisen muss, dass sie den technischen Defekt nicht hätte verhindern können.
LG Darmstadt, Urteil vom 01.12.2010, 7 S 66/10, (ganz einfach zu finden, wenn Sie bei Google „LG Darmstadt 7 S 66/10 Reise-Recht-Wiki.de eingeben“)
Folglich kann sich die Fluggesellschaft solange nicht der Haftung entziehen, bis sie genauestens nachweisen kann, warum das Auftreten des technischen Defektes nicht vermeidbar gewesen wäre. Die alleinige Aussage „ es lag ein technischer Defekt vor“, ist dabei keineswegs ausreichend.
2. Bestehen außergewöhnlicher Umstände
Ein außergewöhnlicher Umstand kann grundsätzlich immer dann angenommen werden, wenn ein Vorkommnis nicht dem gewöhnlichen Lauf der Dinge entspricht, sondern sich außerhalb dessen bewegt, was üblicherweise mit dem Ablauf der Personenbeförderung im Luftverkehr verbunden ist oder verbunden sein kann. Ein technischer Defekt an einem Flugzeug stellt dabei regelmäßig keinen außergewöhnlichen Umstand dar.
AG Köln, Urteil vom 05.04.2006, Az. 118 C 595/05 (einfach zu finden bei Google unter "AG Köln 118 C 595/05 reise-recht-wiki")
EuGH vom 22.12.2008, C 549/07 (einfach zu finden bei Google unter "EuGH C 549/07 reise-recht-wiki")
Hier hat das Gericht entschieden, dass ein auftretendes technisches Problem am Flugzeug, nur dann unter den Begriff der "außergewöhnlichen Umstände" zu subsumieren seien, wenn das Problem auf Vorkommnisse zurückgeht, die aufgrund ihrer Natur oder Ursache nicht Teil der normalen Ausübung
Es dürfte häufig kein leichtes Unterfangen für die Fluggesellschaft sein nachzuweisen, dass ein technischer Defekt kein Teil der normalen Ausübung ist, da an einem Flugzeug naturgemäß technische Probleme auftreten können.
3. Vermeidbarkeit des Umstandes
Der außergewöhnliche Umstand hätte nicht vermeidbar gewesen sein dürfen. Eine Vermeidbarkeit eines technischen Defekts wird regelmäßig bejaht, wenn es sich bei diesem um ein typisches und in Ausübung der betrieblichen Tätigkeit zu erwartendes Vorkommnis handelt. Von einer Unvermeidbarkeit ist hingegen auszugehen, wenn der Defekt nicht im Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft liegt und für diese auch nicht beherrschbar ist.
Die Instandhaltung und Reparatur von Flugzeugen liegt im Verantwortungsbereich des Luftfahrtunternehmens, sodass ein technischer Defekt in der Regel als beherrschbar anzusehen ist.
4. Zumutbarkeit der Maßnahmen
Die Maßnahme ist zumutbar, wenn sie für das Luftfahrtunternehmen nicht in untragbarer Weise belastend ist und die Ausführung der Maßnahme für dieses generell möglich ist, da diese in ihrem Machtbereich liegt.
Nicht zumutbar ist beispielsweise ein technischer Defekt, welcher durch einen Vogelschlag ausgelöst wird.
Abschließend ist daher noch einmal darauf hinzuweisen, dass ein technischer Defekt nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen einen außergewöhnlichen Umstand darstellt. Meiner Ansicht nach berufen sich viele Fluggesellschaften schon auf Routine auf den Haftungsausschluss des Art. 5 Abs. 3 VO, was viele Fluggäste abschreckt und verunsichert. Der Rat eines Anwaltes ist dann oft hilfreich. In der Regel bedarf es dann einer einzelfallbezogenen Gerichtsentscheidung oder eines Vergleiches mit der jeweiligen Airline.
Beantwortet 29, Mär 2016 von Kylie (9,480 Punkte)