Source: http://www.verkehrslexikon.de/Texte/NAWohnMobil01.php
Timestamp: 2019-05-21 15:59:11
Document Index: 306085809

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Siehe auch Nutzungsausfall bei der Beschädigung von Wohnmobilen und Stichwörter zum Thema Ausfallentschädigung - Nutzungsausfall und Mietwagenkosten
Für Wohnmobile kann eine Nutzungsausfallentschädigung verlangt werden, wenn diese wie ein Pkw laufend benutzt werden.
Nur bei dieser Nutzungsart ist die vom BGH geforderte Voraussetzung erfüllt, dass Nutzungsentschädigung für den Entzug von Sachen in Frage kommt, auf deren ständige Verfügbarkeit der Geschädigte für eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise angewiesen ist (BGH DAR 1986, 350; Splitter DAR 1995, 133; LG Kiel DAR 1988, 169; OLG Hamm NZV 1989, 230).
Zwar hat das OLG Düsseldorf (Urteil vom 28.08.2000 - 1 U 157/99) entscheiden:
"Der unfallbedingte Ausfall eines Wohnmobils (Reisemobils) stellt einen ersatzfähigen Vermögensschaden dar. Der Schadenseintritt ist nicht davon abhängig, dass das Fahrzeug wie ein Pkw oder Kombi als Transportmittel im Alltag genutzt wurde. Die konkreten Nutzungsgewohnheiten des Geschädigten haben lediglich auf die Höhe der "abstrakten" Nutzungsausfallentschädigung Einfluss, nicht auf den Schaden als solchen."
Jedoch hat diese Betrachtungsweise in der sonstigen obergerichtlichen Rechtsprechung eher Ablehnung erfahren, vgl. beispielsweise OLG Hamm (Urteil vom 26.01.1989 - 6 U 253/88):
Ein Wohnmobil gehört in der Regel nicht zu den Gegenständen, deren Nutzungswert zu entschädigen ist (vergleiche BGH, 1982-12-15, VIII ZR 315/80, BGHZ 86, 128 und BGH, 1986-07-09, GSZ 1/86, BGHZ 98, 212). Entschädigung nach dem Tabellenwert der Nutzungsausfalltabelle Sanden-Danner für eine Pkw der unteren Preisklasse kann jedoch dann verlangt werden, wenn das Wohnmobil gleich einem Pkw im täglichen Leben, etwa für Fahrten zur Arbeit beansprucht wird.
Und auch der BGH (Urteil vom 10.06.2008 - VI ZR 248/07) ausgeführt:
Anders als bei einem für den alltäglichen Gebrauch vorgesehenen Pkw ist die jederzeitige Benutzbarkeit des Wohnmobils für den Kläger nach seinem eigenen Vortrag zwar ein die Lebensqualität erhöhender Vorteil, der jedoch keinen ersatzfähigen materiellen Wert darstellt. Die Wertschätzung des Wohnmobils stützt der Kläger auf die Möglichkeit, seine Freizeit aufgrund der besonderen Mobilität besonders intensiv gestalten zu können. Dieser Gesichtspunkt betrifft indes nicht die alltägliche Nutzbarkeit zur eigenwirtschaftlichen Lebensführung und entzieht sich einer vermögensrechtlichen Bewertung. Entgegen der Auffassung der Revision ist die vorliegende Interessenlage durchaus mit der im sogenannten Sportmotorbootfall vergleichbar (Senat, BGHZ 89, 60, 64).