Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=16.03.2004&Aktenzeichen=1%20W%20120/01
Timestamp: 2019-06-26 23:17:22
Document Index: 261442961

Matched Legal Cases: ['§ 119', '§ 1944', '§ 1954', '§ 1954', '§ 1954', 'BGH', 'BGH', '§ 1944', '§ 1954', '§ 119', '§ 1954', '§ 1954']

KG, 16.03.2004 - 1 W 120/01 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2758
KG, 16.03.2004 - 1 W 120/01 (https://dejure.org/2004,2758)
KG, Entscheidung vom 16.03.2004 - 1 W 120/01 (https://dejure.org/2004,2758)
KG, Entscheidung vom 16. März 2004 - 1 W 120/01 (https://dejure.org/2004,2758)
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§ 119 Abs 2 BGB, § 1944 Abs 2 BGB, § 1954 Abs 1 BGB, § 1954 Abs 2 S 1 BGB
Anfechtung der Erbausschlagung: Anfechtungsgrund des Irrtums über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Nachlasses; Beginn der Anfechtungsfrist bei Erbschaftsausschlagung mehrerer Erben nacheinander
Irrtum über die Zugehörigkeit von Rechten oder Verbindlichkeiten zum Nachlass; Berechtigung zur Anfechtung einer Erbausschlagung wegen Irrtums über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Nachlasses; Beginn der Anfechtungsfrist gemäß § 1954 Abs. 2 S. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); Beginn der Anfechtungsfrist für einen nachrangigen Erben bei Ausschlagung der Erbschaft durch mehrere vorrangige Erben
Zur Anfechtung der Ausschlagung
AG Berlin-Tempelhof/Kreuzberg - 62 VI 14/97
LG Berlin, 20.12.2000 - 87 T 470/00
NJW-RR 2004, 941
FGPrax 2004, 127
FamRZ 2004, 1900
Rpfleger 2004, 490
Das wird bei einem Irrtum darüber angenommen, ob der Nachlass überschuldet ist oder nicht, sofern der Irrtum auf falschen Vorstellungen über das Vorhandensein von Nachlassgegenständen oder -verbindlichkeiten beruht, nicht aber auf einer fehlerhaften Einschätzung des Wertes (Senat, ErbR 2015, 91; FamRZ 2011, 1171; OLG Stuttgart FamRz 2009, 1182; KG NJW-RR 2004, 941; BayObLG NJW 2003, 2016;… Leipold, a.a.O., Rn. 13 f.).
OLG Zweibrücken, 23.02.2006 - 3 W 6/06
Erbschaft: Kenntnis des gesetzlichen Erben von dem Anfall der Erbschaft, …
Fahrlässige Unkenntnis des Erben steht seiner Kenntnis nicht gleich (vgl. zum Ganzen: BGH NJW-RR 2000, 1530; BGH RPfleger 1968, 183; BayObLG FamRZ 1994, 264, 265; BayObLGZ 1968, 68, 74; KG FG-Prax 2004, 127, 129; OLG Brandenburg FamRZ 1998, 1619, 1620;… Staudinger/Otte aaO § 1944 Rdnrn. 10 bis 12).
Da das Gesetz in den §§ 1954 bis 1957 BGB zwar von der Möglichkeit einer Anfechtung ausgeht, jedoch keine besonderen Bestimmungen zu den Gründen enthält, die eine Anfechtung rechtfertigen können, sind insoweit die allgemeinen Vorschriften der §§ 119 ff BGB maßgebend (KG FG-Prax 2004, 127, 128; BayObLG NJW-RR 1999, 590, 591;… Staudinger/Otte aaO § 1954 Rdnr. 2;… Palandt/Edenhofer aaO § 1954 Rdnr. 1).
Weiter wird hierzu gerechnet die Höhe des Erbanteils (OLG Hamm NJW 1966, 1080), die Größe des Nachlasses (KG OLGZ 1993, 1 [Unkenntnis von in früherer DDR gelegenem Immobilienvermögen]), Irrtum über Zugehörigkeit von Rechten oder Verbindlichkeiten zum Nachlass, wenn dieser Irrtum zur Vorstellung einer tatsächlich nicht bestehenden Überschuldung führt (KG NJW-RR 2004, 941).
Es muss ein Zeitpunkt gegeben sein, zu dem vom Erben vernünftigerweise erwartet werden kann, in Überlegungen über die Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft einzutreten (KG, FGPrax 2004, 127).
Dagegen setzt die Kenntnis vom Anfechtungsgrund nicht voraus, dass der Anfechtende auch über sein Anfechtungsrecht als solches unterrichtet ist (KG, Beschluss vom 16. März 2004 - 1 W 120/01 -, NJW-RR 2004, 941 = juris Rdnr. 8 m.w.N.).