Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201978,%20813
Timestamp: 2020-04-05 21:58:40
Document Index: 228266270

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', 'BGH', '§ 399', 'BGH', '§ 185', 'BGH', '§ 184', '§ 399', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', '§ 182', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', '§ 182', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.02.1978 - VIII ZR 232/75 - dejure.org
BGH, 01.02.1978 - VIII ZR 232/75
https://dejure.org/1978,489
BGH, 01.02.1978 - VIII ZR 232/75 (https://dejure.org/1978,489)
BGH, Entscheidung vom 01.02.1978 - VIII ZR 232/75 (https://dejure.org/1978,489)
BGH, Entscheidung vom 01. Februar 1978 - VIII ZR 232/75 (https://dejure.org/1978,489)
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Genehmigung der Abtretung einer kraft Vereinbarung unabtretbar entstandenen Forderung - Abredewidrige Abtretung einer Forderung - Rückwirkung der Genehmigung eines Rechtsgeschäfts - Rückwirkung der Genehmigung einer Abtretung - Pfändung einer abgetretenen Forderung - ...
Keine Rückwirkung der Genehmigung der Abtretung einer zunächst unabtretbaren Forderung
AG Gemünd, 30.08.1972 - 2 M 643/72
BGHZ 70, 299
NJW 1978, 813
MDR 1978, 486
DB 1978, 736
Haben Gläubiger und Schuldner vereinbart, daß die Abtretung einer Forderung der Zustimmung des Schuldners bedarf, ist eine Abtretung ohne solche Zustimmung nicht nur »relativ«, d. h. dem Schuldner gegenüber, sondern vielmehr auch jedem Dritten gegenüber unwirksam (BGHZ 40, 156, 160; 56, 173, 176 und 228, 230; 70, 299, 301).
Genehmigt der Schuldner einer kraft Vereinbarung unabtretbar entstandenen Forderung nachträglich eine abredewidrig vom Forderungsberechtigten vorgenommene Abtretung, wirkt dies nicht auf den Zeitpunkt der Abtretung zurück (BGHZ 70, 299, 303;… a.A. Palandt/Heinrichs, BGB 46. Aufl. § 399 Anm. 4 m. w. Nachw.).
Denn jedenfalls bleibt nach einhelliger Ansicht eine zwischen der Abtretung und der Genehmigung oder Zustimmung des Drittschuldners von einem Gläubiger des Forderungsberechtigten ausgebrachte Pfändung wirksam (BGHZ 70, 299, 303 m. Nachw.).
b) In der Rechtsprechung ist anerkannt, daß eine Abrede über den Ausschluß der Abtretbarkeit einer Forderung (§ 399 BGB) diese von vornherein als ein unveräußerliches Recht entstehen läßt mit der Folge, daß eine der Vereinbarung zuwiderlaufende Abtretungsvereinbarung schlechthin gegenüber jedem Dritten unwirksam ist und keinerlei Gläubigerrechte übertragen kann (BGHZ 40, 156, 160; 70, 299, 303; vgl. a. Senatsurteil 102, 293, 301).
Für eine analoge Anwendung von § 185 Abs. 2 BGB besteht in einem solchen Falle kein Anlaß (BGHZ 70, 299, 303).
Anderenfalls müßte z. B. § 184 Abs. 2 BGB herangezogen werden, obwohl der die Abtretung »genehmigende« Schuldner selbst gar nicht über die Forderung verfügen kann und ihm gegenüber eine Pfändung nicht möglich ist (vgl. Merz LM Nr. 17 zu § 399 BGB = Anm. zu BGHZ 70, 299).
Eine entgegen einem Abtretungsverbot vorgenommene Abtretung wird ab dem Zeitpunkt wirksam, in dem der Schuldner der Abtretung - auch konkludent - zustimmt (BGHZ 70, 299, 303; 108, 172, 176;… BGH, Urt. v. 30. Oktober 1990 - IX ZR 239/89, WM 1991, 554, 556; v. 11. März 1997 - X ZR 146/94, WM 1997, 1258, 1259;… MünchKomm-BGB/Roth 4. Aufl. § 399 Rn. 37).
Ist die Abtretbarkeit einer Forderung vertraglich ausgeschlossen oder an die Zustimmung des Schuldners gebunden, so liegt in dessen Einverständnis mit einer gleichwohl vorgenommenen Abtretung keine Zustimmung (Einwilligung oder Genehmigung) i.S. der §§ 182 ff. BGH, sondern eine vertragliche Aufhebung des Abtretungsverbotes, die dieses für die Zukunft entfallen läßt (vgl. BGHZ 108, 172, 176 f. [BGH 29.06.1989 - VII ZR 211/88]; 70, 299, 303, jew. m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 40, 156, 160; 70, 299, 303) läßt eine Abrede über den Ausschluß der Abtretbarkeit einer Forderung (§ 399 BGB) diese von vornherein als ein unveräußerliches Recht entstehen mit der Folge, daß eine der Vereinbarung zuwiderlaufende Abtretung schlechthin und gegenüber jedem Dritten unwirksam ist und keinerlei Gläubigerrechte übertragen kann.
Die Abtretung eines Rechts, dessen Abtretbarkeit ausgeschlossen ist, ist nämlich absolut unwirksam, weshalb eine Zustimmung oder Genehmigung im Sinne der §§ 182, 184 BGB ausscheidet (BGH NJW 1978, 813, 814; 1990, 109; 1997, 3434, 3435).
BGH, 26.09.1979 - VIII ZB 10/79