Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.12.2017&Aktenzeichen=XI%20ZR%20796%2F16
Timestamp: 2019-03-26 17:14:31
Document Index: 349906162

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 1', 'Art. 15', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 25', '§ 280', 'Art. 1', 'Art. 15', 'Art 25', '§ 20', 'BGH', 'BGH', 'Art. 25', '§ 20', 'Art. 25', '§ 20', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.12.2017 - XI ZR 796/16 - dejure.org
Art. 1 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 44/2001, Art. 15 Abs. 1 Buchst. c, Art. ... 16 Abs. 1 EuGVVO, Art. 5 Nr. 1 Buchst. a EuGVVO, Art. 25 GG, § 280 Abs. 1 BGB, Art. 1 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1393/2007, Verordnung (EG) Nr. 1348/2000, Art. 15 Abs. 1
Art 25 GG, § 20 Abs 2 GVG
Zulässigkeit einer Klage gegen die Republik Griechenland wegen der Umschuldung von Staatsanleihen: Einwand der Staatenimmunität
Geltendmachung von Rückzahlungansprüchen gegen die Hellenische Republik aus von dieser emittierten Staatsanleihen; Austausch dieser Staatsanleihen gegen andere Staatsanleihen infolge der nachträglich durch Gesetz eingeführten Allgemeinverbindlichkeitserklärung einer Gläubigerentscheidung; Eröffnung der deutschen Gerichtsbarkeit nach den Grundsätzen der Staatenimmunität; Abgrenzung zwischen hoheitlicher und nicht-hoheitlicher Staatstätigkeit
Zum Grundsatz der Staatenimmunität, wenn die Klage auf Rückzahlungsansprüche aus Staatsanleihen gestützt ist, die infolge der nachträglich durch Gesetz eingeführten Allgemeinverbindlichkeitserklärung einer Gläubigerentscheidung gegen andere Staatsanleihen ausgetauscht worden sind (Fortführung von BGH, Urteil vom 8. März 2016 = BGHZ 209, 191 = WM 2016, 734)
GG Art. 25; GVG § 20 Abs. 2
GG Art. 25 ; GVG § 20 Abs. 2
Zuständigkeit deutscher Gerichte bei Streitigkeiten um griechische Staatsanleihen
Unzulässigkeit der auf vertragliche Rückzahlungsansprüche bzw. Ersatzansprüche wegen Nichterfüllung gestützten Klagen von Gläubigern griechischer Staatsanleihen gegen Griechenland aufgrund Staatenimmunität
Grundsatz der Staatenimmunität: Rechtmäßigkeitskontrolle eines ausländischen Gesetzes zum Austausch von Staatsanleihen unzulässig
Kurznachricht zu "Unvereinbarkeit einer Klage wegen Vertragsansprüchen mit Staatenimmunität - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.12.2017" von RA Dr. Matthias J. Müller, original erschienen in: NJW 2018, 854 - 857.
LG Itzehoe, 13.05.2015 - 2 O 170/14
NJW 2018, 854
ZIP 2018, 244
MDR 2018, 692
WM 2018, 223
DB 2018, 1138
Es kommt darauf an, ob der ausländische Staat in Ausübung der ihm zustehenden Hoheitsgewalt und damit öffentlich-rechtlich oder wie eine Privatperson, also privatrechtlich, tätig geworden ist (Bundesgerichtshof, Urteil vom 8. März 2016 - VI ZR 516/14 - Bundesgerichtshof, Urteil vom 19. Dezember 2017 - XI ZR 796/16 - Oberlandesgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 07. Juli 2016 - 5 U 84/15 -).
Gerade dadurch ist aber der Grundsatz der Staatenimmunität unmittelbar berührt (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 19. Dezember 2017 - XI ZR 796/16 -, Rn. 26, juris).
Bereits hieraus wird deutlich, dass die Beklagte nicht wie ein privater Arbeitgeber, dem ein gesetzlicher Eingriff in vertragliche Verpflichtungen unmöglich ist, gehandelt hat (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 19. Dezember 2017 - XI ZR 796/16 -, Rn. 28, juris).
So sind die grundlegenden Fragen zum Umfang der Staatenimmunität durch das Bundesverfassungsgericht bereits geklärt (vgl. die Nachweise im Senatsurteil vom 19. Dezember 2017 - XI ZR 796/16, WM 2018, 223 Rn. 16 f.).
Dabei hat der Senat die Erfolgsaussichten einer Revision des Klägers geprüft und verneint (vgl. Senatsurteile vom 19. Dezember 2017 - XI ZR 796/16, WM 2018, 223, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen, XI ZR 217/16, juris und XI ZR 247/16, juris; BVerfGK 6, 79, 81 ff.; 18, 105, 111 f.; 19, 467, 475).