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Timestamp: 2018-10-20 23:11:05
Document Index: 269290438

Matched Legal Cases: ['Art 133', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art 133', 'Art 133']

Gericht. Entscheidungsdatum. Geschäftszahl. Spruch. Text BVwG W W /23E IM NAMEN DER REPUBLIK! - PDF
Gericht. Entscheidungsdatum. Geschäftszahl. Spruch. Text BVwG W W /23E IM NAMEN DER REPUBLIK!
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1 Gericht BVwG Entscheidungsdatum Geschäftszahl W Spruch W /23E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Thomas Gruber als Vorsitzender sowie DI Dr. Sabine Weniger als fachkundige Laienrichterin der Auftraggeberseite und Dr. Ulrich E. Zellenberg als fachkundiger Laienrichter der Auftragnehmerseite im Nachprüfungsverfahren betreffend das Vergabeverfahren "Digitalfunk BOS Austria, GZ ", der Auftraggeber Republik Österreich (Bund), vertreten durch das Bundesministerium für Inneres (BMI), das Land Steiermark, das Land Tirol, die Stadt und das Land Wien, das Land Niederösterreich, das Land Oberösterreich, das Land Kärnten, das Land Vorarlberg, das Land Burgenland und das Land Salzburg, alle vertreten durch die Bundesbeschaffung GmbH (BBG), Lassallestraße 9b, 1020 Wien, diese vertreten durch die XXXX aufgrund des Antrages der XXXX vertreten durch XXXX vom 1. September 2014 nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am zu Recht erkannt: A) I. Dem Antrag "das Bundesverwaltungsgericht möge die Aufforderung zur Angebotsabgabe vom im gegenständlichen Vergabeverfahren Digitalfunk BOS Austria für nichtig erklären" wird stattgegeben. Die Aufforderung zur Angebotsabgabe vom im gegenständlichen Vergabeverfahren Digitalfunk BOS Austria wird gemäß 312 Abs. 2 Z 2 BVergG 2006 für nichtig erklärt. II. Dem Antrag "den Auftraggebern den Ersatz der von der Antragstellerin entrichteten Pauschalgebühren binnen 14 Tagen zu Handen der Antragstellervertreterin bei sonstiger Exekution" aufzuerlegen wird stattgegeben. Die Auftraggeber haben der Antragstellerin binnen 14 Tagen ab Zustellung dieses Erkenntnisses bei sonstiger Exekution ,-- zu bezahlen. B) Die Revision ist gemäß Art 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig. Text ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang: Mit Schreiben vom , beim BVwG eingelangt am gleichen Tag, begehrte die Antragstellerin die Nichtigerklärung der Aufforderung zur Angebotsabgabe vom in eventu von Teilen davon, die Durchführung einer mündlichen Verhandlung, Akteneinsicht, die Erlassung einer einstweiligen Verfügung und den Ersatz der entrichteten Pauschalgebühren durch die Auftraggeber. Begründend wurde von der Antragstellerin im Wesentlichen folgendes ausgeführt: Seite 1 von 6
2 Ausgeschrieben sei der Abschluss von Rahmenvereinbarungen mit drei Unternehmen nach Durchführung eines Verhandlungsverfahrens mit vorheriger Bekanntmachung im Oberschwellenbereich. Bei dem gegenständlichen Auftrag handle es sich um einen Lieferauftrag. Angefochtene Entscheidung sei die Aufforderung zur Angebotsabgabe vom Bei der Aufforderung zur Angebotsabgabe handle es sich gem 2 Z 16 lit a sublit ii ivm sublit dd BVergG um eine gesondert anfechtbare Entscheidung in einem Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung. Zur Rechtswidrigkeit der Aufforderung zur Angebotsabgabe gab die Antragstellerin zusammengefasst folgendes an: Die Ausschreibung enthalte diskriminierende Festlegungen betreffend die KFZ Handfunkgerätehalterung mit GPS-SignaI (Punkt B.115 des Leistungsverzeichnisses). Die Ausschreibung enthalte diskriminierende Festlegungen izm der Möglichkeit der Auswahl von Firmware durch den Anwender (Punkte B.120, C.103 und D.107 des Leistungsverzeichnisses). Die Ausschreibung enthalte diskriminierende Festlegungen betreffend die zeitgleiche Verschlüsselung von Endgeräten (Rz 100 AAB). Die festgelegten Zuschlagskriterien seien rechtswidrig, weil folgendes rechtswidrig sei: a) das Notensystem, b) die Qualitätsbewertung bei einem unmittelbaren Abruf aus der Rahmenvereinbarung, c) die Vorgaben der Bewertung der Konzepte nach den Zuschlagskriterien, d) die Vorgaben der Bewertung durch eine Expertenkommission der Auftraggeber, e) die Nichtbekanntgabe der Identität der Mitglieder der Bewertungskommission, f) die zeitgleiche Verschlüsselung von Endgeräten an mehreren Stellen, g) ein unzulässiger pauschaler Änderungsvorbehalt der Zuschlagskriterien. Die Angebote seien unkalkulierbar. Die Antragstellerin habe ein Interesse am Vertragsabschluss, es drohe ihr ein Schaden und ihre Rechte würden verletzt. Mit Schreiben der Auftraggeber vom gaben diese bekannt, dass Auftraggeber die Republik Österreich (Bund), vertreten durch das Bundesministerium für Inneres (BMI), das Land Steiermark, das Land Tirol, die Stadt und das Land Wien, das Land Niederösterreich, das Land Oberösterreich, das Land Kärnten, das Land Vorarlberg, das Land Burgenland und das Land Salzburg, alle vertreten durch die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) seien. Bei dem gegenständlichen Vergabeverfahren handle es sich um einen Lieferauftrag über die Lieferung von digitalen Funkgeräten mit einem geschätzten Auftragswert von ca. 32 Millionen Euro im Oberschwellenbereich der in einem Verhandlungsverfahren nach vorheriger Bekanntmachung nach dem Bestbieterprinzip vergeben werden solle. Die Bekanntmachung in Österreich sei am , in der EU am erfolgt. Die Teilnahmephase sei am abgeschlossen worden. Die Aufforderung zur Angebotslegung mit Angebotsfrist sei am erfolgt. Mit der 1. Berichtigung am sei eine Erstreckung der Angebotsfrist auf erfolgt. Die Zurücknahme sämtlicher Ausschreibungsunterlagen der 1. Aufforderung zur Angebotslegung inklusive der dazu ergangenen Fragebeantwortungen und Berichtigungen sei am erfolgt. Eine neuerliche Aufforderung zur Angebotslegung sei am erfolgt. Mit Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes vom , W /4E, wurde der Lauf der Frist zur Abgabe von Angeboten für die Dauer des Nachprüfungsverfahrens ausgesetzt. Mit Schreiben der Auftraggeber vom brachten diese soweit entscheidungsrelevant vor, dass es Sache des Auftraggebers sei festzulegen, welche Leistungen er beschaffen wolle und ihm auch die Festlegung des von ihm gewünschten Qualitätsstandards obliege. Grund für die Forderung eines GPS Antenneneinganges in Punkt B. 115 LV sei die Tatsache, dass am gängigen Montageort einer solchen Ladehalterung, nämlich hinter der Windschutzscheibe von Fahrzeugen, oftmals durch Karosserieblechteile, Metallbedampfung der Scheiben oder ähnliche Umstände keine ausreichenden Feldstärken des GPS Satellitensignals zur Verfügung stünden bzw. für eine ausreichend genaue Positionsbestimmung zu wenig GPS Satelliten sichtbar seien. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit externer Antennen mit annähernd 360 Rundumsicht mit dem Montageort am Fahrzeugdach, wobei für die Zuführung des GPS Antennensignals zum Funkgerät dann ein entsprechender Anschluss nötig sei. Es gebe auch GPS Repeater, die das Signal einer Dachantenne verstärken und in das Fahrzeuginnere wieder abstrahlen. Zusätzlich zu den Festlegungen der am zurückgezogenen Ausschreibungsunterlagen werde nunmehr in Punkt B. 115 LV in unbestritten nicht diskriminierender Weise klargestellt, dass auch sämtliche gleichwertigen Techniken zur Schaffung eines entsprechenden Niveaus der Ortungsgenauigkeit die technischen Anforderungen der Ausschreibung erfüllen würden. Somit könnten jedenfalls alle in Frage Seite 2 von 6
3 kommenden Bieter ein Angebot legen, dass den sachlich gerechtfertigten technischen Kriterien der Funkgeräte entspreche. Mit Schreiben der Antragstellerin vom brachte diese soweit entscheidungsrelevant vor, dass die Auftraggeber in Position B. 115 ausschließen würden, dass das Handfunkgerät ohne Außenantenne eine bestimmte Ortungsgenauigkeit erreiche ohne jedoch etwa eine bestimmte Qualität des GPS Empfangs festzulegen. So sei im LV keine bestimmte GPS Empfindlichkeit angegeben, die jedenfalls erfüllt sein müsse oder ein bestimmtes Niveau der Erreichbarkeit an definierten Orten. Vielmehr werde ohne Bezugnahme auf einen konkreten Qualitätsstandard eine technische Lösung vorgegeben, nämlich jene des Mitbewerbers Motorola (Kfz Handfunkgerätehalterung mit Anschlussmöglichkeit für Außenantenne). Alternativ würden auch ähnliche technische Lösungen mit Außenantenne (GPS Repeater) zugelassen. Gleichzeitig würde aber auch eine andere bestimmte technische Lösung, nämlich die von der Antragstellerin angebotene (ausreichend starkes GPS Signal am Gerät selbst unter Verzicht auf Außenantenne) dezidiert ausgeschlossen. Am fand im Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung statt. Die Auftraggeber gaben auf die Frage: "Wenn Sie in einem Angebot eine andere technische Lösung isd Leistungsverzeichnisses B 115 angeboten erhalten, wie stellen Sie fest, dass die "nötige Ortungsgenauigkeit" isd Leistungsverzeichnisses B 115 erreicht wurde?" an, dass das Angebot geprüft würde, ob das Satellitensignal unverfälscht am Funkgerät im KFZ ankommt. Auf den Vorhalt des Leistungsverzeichnisses B 115, in welchem solche Vorgaben nicht vorgesehen sind, gaben die Auftraggeber an, dass sich dieses Erfordernis aus den technischen Gegebenheiten und der Zielsetzung der Ortung in KFZ ergebe. Für jeden verständigen Bieter, der die Ausschreibungsunterlagen isd 914 ABGB auszulegen habe, sei dieses Ergebnis ganz eindeutig. Schon der in Pkt. B 115 des LV verwendete Begriff "GPS Repeater" repräsentiere die Gleichwertigkeit einer Ersatzlösung durch die Begriffsbedeutung Wiederholer. Ein GPS-Repeater gebe ein von einer an einem KFZ montierten Außenantenne empfangenes GPS- Signal an den Innenraum des KFZ weiter und wiederhole ihn in der gleichen Stärke wie von der Dachantenne empfangen. Mit Schreiben der Auftraggeber vom wurde die Durchführung einer weiteren mündlichen Verhandlung beantragt und in eventu ein Antrag auf Teilnichtigerklärung gemäß 325 Abs. 2 BVergG 2006 gestellt. II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen: 1. Feststellungen: Die Republik Österreich, vertreten durch das Bundesministerium für Inneres, das Land Steiermark, das Land Tirol, die Stadt und das Land Wien, das Land Niederösterreich, das Land Oberösterreich, das Land Kärnten, das Land Vorarlberg, das Land Burgenland und das Land Salzburg, alle vertreten durch die Bundesbeschaffung GmbH haben einen Lieferauftrag über die Lieferung von digitalen Funkgeräten für Blaulichtorganisationen mit einem geschätzten Auftragswert von ca. 32 Millionen Euro im Wege eines Verhandlungsverfahrens nach vorheriger Bekanntmachung im Oberschwellenwertbereich ausgeschrieben. Die Bekanntmachung in Österreich ist am , in der EU am erfolgt. Die Antragstellerin hat sich um die Teilnahme am Vergabeverfahren beworben und ist am zur Legung eines Erstangebots eingeladen worden. Die Aufforderung zur Angebotslegung mit Angebotsfrist ist am erfolgt. Mit der 1. Berichtigung am ist eine Erstreckung der Angebotsfrist auf erfolgt. Die Zurücknahme sämtlicher Ausschreibungsunterlagen der 1. Aufforderung zur Angebotslegung inklusive der dazu ergangenen Fragebeantwortungen und Berichtigungen ist am erfolgt, nachdem die Antragstellerin einen Nachprüfungsantrag gestellt hatte (GZ: W ). Eine neuerliche Aufforderung zur Angebotslegung ist am erfolgt. (Schreiben der Auftraggeber vom ). Die Position B. 115 des Leistungsverzeichnisses lautet: "Kfz Handfunkgerätehalterung mit Ladefunktion und Antennenanschluss: Ladefunktion und Freisprechfunktion für Handfunkgerät Halterung inklusive Montagewinkel, Einbaukabelsatz für VDC, Anschluss für Außenantenne (TETRA Signal). Jedenfalls muss aber sichergestellt sein, dass im Kfz eine präzise GPS Ortung möglich ist, ohne dass das Gerät an einer bestimmten Stelle im Fahrzeug montiert sein muss. Seite 3 von 6
4 Über die GPS Antenne des Handgerätes alleine kann eine solche Ortungsgenauigkeit nicht erreicht werden. Ist also kein Anschluss für das GPS Signal der Außenantenne vorhanden, ist über eine andere technische Lösung (z.b. GPS Repeater) sicherzustellen, dass die nötige Ortungsgenauigkeit erreicht wird. Benötigte Komponenten sind im Preisblatt unter Position A. 10 anzugeben." (Leistungsverzeichnis) 2. Beweiswürdigung: Dieser Sachverhalt ergibt sich schlüssig aus den in Klammer genannten Quellen, deren inhaltliche Richtigkeit außer Zweifel steht. 3. Rechtliche Beurteilung: Die Ausschreibungsunterlagen sind nach dem objektiven Erklärungswert für einen durchschnittlich fachkundigen Bieter bei Anwendung der üblichen Sorgfalt auszulegen (VwGH , 2006/04/0024). 3. a) Zum Nachprüfungsantrag (Spruchpunkt A) I.): 19 Abs. 1 BVergG 2006 lautet: (1) Vergabeverfahren sind nach einem in diesem Bundesgesetz vorgesehenen Verfahren, unter Beachtung der unionsrechtlichen Grundfreiheiten sowie des Diskriminierungsverbotes entsprechend den Grundsätzen des freien und lauteren Wettbewerbes und der Gleichbehandlung aller Bewerber und Bieter durchzuführen. Die Vergabe hat an befugte, leistungsfähige und zuverlässige Unternehmer zu angemessenen Preisen zu erfolgen. 96 Abs. 1 BVergG 2006 lautet: (1) Die Leistungen sind bei einer konstruktiven Leistungsbeschreibung so eindeutig, vollständig und neutral zu beschreiben, dass die Vergleichbarkeit der Angebote gewährleistet ist. Eine konstruktive Leistungsbeschreibung hat technische Spezifikationen zu enthalten und ist erforderlichenfalls durch Pläne, Zeichnungen, Modelle, Proben, Muster und dergleichen zu ergänzen. Das Urteil des EuGH vom , Rs C-470/99, Universale-Bau, lautet auszugsweise: "91. Denn der Grundsatz der Gleichbehandlung, der den Vergaberichtlinien zugrunde liegt, schließt eine Verpflichtung zur Transparenz ein, die es ermöglichen soll, die Beachtung dieses Grundsatzes zu überprüfen (u. a. Urteile vom 7. Dezember 2000 in der Rechtssache C-324/98, Telaustria und Telefonadress, Slg. 2000, I , Randnr. 61, und vom 18. Juni 2002 in der Rechtssache C-92/00, HI, Slg. 2002, I-5553, Randnr. 45). 92. Diese dem öffentlichen Auftraggeber obliegende Verpflichtung zur Transparenz besteht darin, jedem potenziellen Bieter einen angemessenen Grad von Öffentlichkeit zu gewährleisten, der den Dienstleistungsmarkt dem Wettbewerb öffnet und die Nachprüfung ermöglicht, ob die Vergabeverfahren unparteiisch durchgeführt wurden (vgl. Urteil Telaustria und Telefonadress, Randnr. 62). 93. Das Verfahren zur Vergabe eines öffentlichen Auftrags muss somit in jedem Stadium und insbesondere auch in dem der Auswahl der Bewerber in einem nicht offenen Verfahren sowohl den Grundsatz der Gleichbehandlung der potenziellen Bieter als auch den Grundsatz der Transparenz wahren, damit alle Betroffenen bei der Abfassung ihrer Teilnahmeanträge oder Angebote über die gleichen Chancen verfügen (in diesem Sinne - in Bezug auf das Stadium des Vergleichs der Angebote - Urteil vom 25. April 1996 in der Rechtssache C-87/94, Kommission/Belgien, Slg. 1996, I-2043, Randnr. 54)." Wie G. Gruber in Gruber/Gruber /Sachs, Europäisches Vergaberecht (2005) 88, zu Recht ausführt, entspricht die Pflicht zur Beachtung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Bieter dem Wesen der Vergaberichtlinien und sie muss zusammen mit der Wahrung des Grundsatzes der Transparenz in jedem Abschnitt des Vergabeverfahrens beachtet werden, damit alle Bieter bei der Erstellung ihrer Angebote die gleichen Chancen haben; wie überhaupt die Grundsätze der Transparenz und der Gleichbehandlung die tragenden Prinzipien des öffentlichen Auftragswesens sind. In Punkt B. 115 des Leistungsverzeichnisses werden grundlegende Anforderungen an alle zu beschaffenden Endgeräte gestellt. Dort wird einerseits gefordert, dass im Kfz eine "präzise GPS Ortung" möglich ist ohne dass Seite 4 von 6
5 das Gerät an einer bestimmten Stelle im Fahrzeug montiert sein muss und andererseits, dass wenn kein Anschluss für das GPS Signal der Außenantenne vorhanden ist, über eine andere technische Lösung sicherzustellen ist, dass die "nötige Ortungsgenauigkeit" erreicht wird. Sowohl die Anforderung der "nötigen Ortungsgenauigkeit" als auch die Anforderung der "präzisen GPS Ortung" ist so intransparent und wenig konkretisiert, dass - würde die Ausschreibung so bestandfest werden und dementsprechend anzuwenden sein - es den Auftraggebern nahezu nach ihrer Willkür frei stehen würde, Angebote von Bietern mit dem Argument, die nötige Ortungsgenauigkeit sei nicht erreicht bzw. die präzise GPS Ortung nicht möglich, auszuscheiden oder vice versa zu bevorzugen. Wie der EuGH in seinem Urteil vom , Rs C-470/99, Universale-Bau, ausgesprochen hat, muss das Verfahren zur Vergabe eines öffentlichen Auftrags in jedem Stadium sowohl den Grundsatz der Gleichbehandlung der potenziellen Bieter als auch den Grundsatz der Transparenz wahren, damit alle Betroffenen bei der Abfassung ihrer Teilnahmeanträge oder Angebote über die gleichen Chancen verfügen. Könnte jedoch wie im gegenständlichen Fall wegen intransparenter Ausschreibungsanforderungen ein Auftraggeber nahezu willkürlich entscheiden, ob er Angebote ausscheiden will oder nicht, sind die im genannten EuGH Urteil geforderten Grundsätze der Gleichbehandlung und Transparenz sowie 19 Abs. 1 BVergG 2006 verletzt und es ist gerade nicht gewährleistet, dass alle Betroffenen bei der Abfassung ihrer Teilnahmeanträge oder Angebote über die gleichen Chancen verfügen. Dass diese oben genannten Überlegungen nicht nur theoretischer Natur sind zeigen auch die Aussagen der Auftraggeber in der mündlichen Verhandlung vom Die Auftraggeber gaben auf die Frage: "Wenn Sie in einem Angebot eine andere technische Lösung isd Leistungsverzeichnisses B 115 angeboten erhalten, wie stellen Sie fest, dass die "nötige Ortungsgenauigkeit" isd Leistungsverzeichnisses B 115 erreicht wurde?" an, dass das Angebot geprüft würde, ob das Satellitensignal unverfälscht am Funkgerät im KFZ ankommt. Das Erfordernis, dass das Satellitensignal unverfälscht am Funkgerät im Kfz ankommen muss, ist jedoch den Ausschreibungsunterlagen nicht zu entnehmen. Die beiden intransparenten Ausschreibungsanforderungen der "nötigen Ortungsgenauigkeit" und der "präzisen GPS Ortung" führen auch dazu, dass die erforderliche Vergleichbarkeit der Angebote nicht gewährleistet ist; weiters ist die in 96 Abs. 1 BVergG 2006 geforderte eindeutige Beschreibung der Leistung nicht gegeben (vgl VwGH , 2008/04/0077; VwGH , 2006/04/0030). Die Antragstellerin ist somit durch die angefochtene gesondert anfechtbare Entscheidung in den von ihr geltend gemachten Rechten verletzt worden. Diese Rechtswidrigkeit ist isd 325 Abs. 1 BVergG 2006 für den Ausgang des Vergabeverfahrens von wesentlichem Einfluss. Es erübrigte sich daher ein Eingehen auf die weiteren Beschwerdepunkte. 4. Gebührenersatz (Spruchpunkt A) II.): 319 Abs 1 und 2 BVergG 2006 lautet: " 319. (1) Der vor dem Bundesveraltungsgericht wenn auch nur teilweise obsiegende Antragsteller hat Anspruch auf Ersatz seiner gemäß 318 entrichteten Gebühren durch den Auftraggeber. Der Antragsteller hat ferner Anspruch auf Ersatz seiner gemäß 318 entrichteten Gebühren, wenn er während des anhängigen Verfahrens klaglos gestellt wird. (2) Ein Anspruch auf Ersatz der Gebühren für einen Antrag auf einstweilige Verfügung besteht nur dann, wenn 1. dem Nachprüfungsantrag (Hauptantrag) stattgegeben wird und 2. dem Antrag auf einstweilige Verfügung stattgegeben wurde oder der Antrag auf einstweilige Verfügung nur wegen einer Interessenabwägung abgewiesen wurde." Die Antragstellerin hat für den Nachprüfungsantrag sowie den Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung Pauschalgebühren in der Höhe von insgesamt ,-- entrichtet. Die reduzierten Gebührensätze gem. 3 Abs 1 BVwG-Pauschalgebührenverordnung Vergabe, BGBl. II Nr. 491/2013, kamen nicht zur Anwendung, da es sich gegenständlich nicht um Anträge auf Nachprüfung der Ausschreibungs- oder Wettbewerbsunterlagen oder der Aufforderung zur Abgabe eines Teilnahmeantrages handelt. Da dem Hauptantrag stattgegeben wurde, besteht ein Anspruch auf Ersatz der Gebühren durch die Auftraggeber. B) Revision: Seite 5 von 6
6 Gemäß 25a Abs 1 VwGG hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Art 133 Abs 4 B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen. Die Revision ist gemäß Art 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab (vgl. VwGH , 2008/04/0077; VwGH , 2006/04/0030; VwGH , 2006/04/0024), noch fehlt es an einer Rechtsprechung; weiters ist die vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Die Rechtslage ist eindeutig, weshalb keine die Zulässigkeit einer Revision begründende Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vorliegt (VwGH , Ro 2014/07/0053). European Case Law Identifier ECLI:AT:BVWG:2014:W Seite 6 von 6