Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201983,%201850
Timestamp: 2019-11-17 20:27:35
Document Index: 18074636

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BGH, 16.03.1983 - VIII ZR 347/81 - dejure.org
BGH, 16.03.1983 - VIII ZR 347/81
https://dejure.org/1983,1558
BGH, 16.03.1983 - VIII ZR 347/81 (https://dejure.org/1983,1558)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1983 - VIII ZR 347/81 (https://dejure.org/1983,1558)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1983 - VIII ZR 347/81 (https://dejure.org/1983,1558)
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Kein Wegfall der Geschäftsgrundlage des Bürgschaftsvertrages bei Weiterentwicklung des Kreditverhältnisses entgegen der einseitigen Erwartung des Bürgen
Zur Geschäftsgrundlage eines Bürgschaftsvertrages
Verschulden beim Vertragsschluß - Bürgschaft - Einseitige Erwartung - Kreditverhältnis - Geschäftsgrundlage
NJW 1983, 1850
ZIP 1983, 665
Hofft ein Bürge, er werde trotz Zahlungsunfähigkeit des Hauptschuldners aus anderen Gründen nicht oder nur eingeschränkt in Anspruch genommen werden, so braucht sich der Gläubiger auf eine derartige einseitige Erwartung - sogar wenn er sie erkennen kann - nach Treu und Glauben regelmäßig nicht einzulassen, weil sie die gesetzliche Risikoverteilung ohne Ausgleich allein zu seinen Lasten verschieben würde (vgl. BGH, Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, ZIP 1983, 665, 666 f; Senatsbeschl. v. 20. September 1984 - IX ZR 15/84, WM 1984, 1394).
Jedoch ist der Gläubiger wegen der Rechtsnatur der anzubahnenden Verpflichtung nur ausnahmsweise für eine vorvertragliche Aufklärung des Bürgen verantwortlich (vgl. BGH, Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, ZIP 1983, 665, 666); insbesondere ist in aller Regel davon auszugehen, daß der Bürge die Tragweite des von ihm zu übernehmenden Risikos selbst kennt (BGHZ 106, 269, 272 [BGH 19.01.1989 - IX ZR 124/88];… BGH, Urt. v. 17. Oktober 1985 - IX ZR 168/84, WM 1986, 11, 12; v. 9. Oktober 1990 - XI ZR 200/89, NJW-RR 1991, 170; v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, ZIP 1992, 233, 235; vgl. schon RGZ 91, 80, 81; RG HRR 1938 Nr. 1459).
Denn bei solchen Geschäften übernimmt der eine Teil schlechthin und uneingeschränkt das Risiko, daß der Schuldner bei Fälligkeit der Schuld leistungsfähig und leistungswillig ist (BGHZ 88, 185, 191 [BGH 14.07.1983 - IX ZR 40/82]; 107, 92, 104; BGH, Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, WM 1983, 499, 500; v. 4. Juni 1987 - IX ZR 123/86, WM 1987, 1006, 1007).
Denn bei solchen Geschäften übernimmt der eine Teil schlechthin und uneingeschränkt das Risiko, daß der Schuldner bei Fälligkeit der Schuld leistungsfähig ist (BGH, Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, NJW 1983, 1850 = ZIP 1983, 665).
Denn bei solchen Geschäften übernimmt der eine Teil schlechthin und uneingeschränkt das Risiko, daß der Schuldner bei Fälligkeit der Schuld leistungsfähig ist (BGH Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, NJW 1983, 1850 = ZIP 1983, 665).
Eine einseitige, wenn auch für den Gläubiger erkennbare Erwartung des Bürgen über die Weiterentwicklung eines Kreditverhältnisses kann nicht Geschäftsgrundlage der Bürgschaft sein mit dem Ergebnis, daß der Bürge bei Nichteintritt seiner Erwartung frei wird (BGH Urteil vom 16. März 1983 - VIII ZR 347/81 = NJW 1983, 1850 = ZIP 1983, 665).
Er darf vielmehr davon ausgehen, daß der Bürge sich insoweit selbst informiert hat (vgl. z. B. BGH WM 86, 11 f.; NJW 83, 1850 f.).