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Timestamp: 2018-07-19 09:48:13
Document Index: 37033401

Matched Legal Cases: ['§ 537', '§ 537', '§ 545', '§ 545', '§ 554', '§ 569', '§ 624', '§ 624', '§12', '§ 17', '§ 21', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 1', '§ 1', '§ 28', '§ 12', '§ 12', '§ 2', '§ 10']

Forum Übersicht - Luftschutz in Magdeburg 1938 - 1945 » Luftschutzgesetze
Forum der Fachgruppe Militär- und Garnisonsgeschichte Magdeburg » Magdeburg im Luftkrieg » Luftschutz in Magdeburg 1938 - 1945 » Luftschutzgesetze
#1 | RE: Luftschutzgesetze 10.03.2013 13:01
Luftschutzgesetz.
Vom 26. Juni 1935.
1.	Im § 537 Abs. 1 fallen in der Nr. 5 die Worte
2.	Im § 537 Abs. 1 wird hinter Nr. 5 folgende Nummer eingefügt:
3.	Als § 545 d wird nach § 545 c eingefügt:
4.	Im § 554 c treten hinter "(537 Abs. 1 Nr. 4 a)" die Worte:
5.	Im § 569 b erhält Abs. 1 folgende Fassung:
"Als Jahresarbeitsdienst gilt bei Versicherten, die im Feuerwehrdienst, in Betrieben zur Hilfeleistung bei Unglücksfällen, in hoheitlichen Betrieben des Luftschutzes und in den vom Reichsminister der Luftfahrt anerkannten Luftschutzübungen oder Betrieben zur Luftschutzausbildung beschäftig sind, ohne daß diese Beschäftigung das Erwerbseinkommen, das sie in dem Kalenderjahre vor dem Unfall gehabt haben."
6.	Als § 624 a wird hinter § 624 eingefügt:
Quelle: Reichsgesetzblatt 1935 I, S. 827-828.
#2 | RE: Luftschutzgesetze 10.03.2013 13:01
(Normierung von Feuerlöscheinrichtungen)
Vom 13. Februar 1939 (RGBl. I S. 324)
Auf Grund des §12 des Luftschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (Reichsgesetzbl. I S.827) wird im Einvernehmen mit den zuständigen Reichsministern verordnet:
Wer aus Gründen der Feuersicherheit zum Besitz und zum Bereithalten von Feuerlösch¬einrichtungen verpflichtet ist, hat bei Neu= und Ersatzbeschaffungen solcher Geräte, für die eine vom Deutschen Normenausschuß e. V., Berlin, herausgegebene Norm besteht, diesen Normen entsprechende Geräte zu beschaffen.
Vorhandene Hydranten, die aus Gründen der Feuersicherheit unterhalten werden müssen, und Hinweisschilder auf solche Hydranten sind, sofern sie den Normen des Deutschen Normen¬ausschusses nicht entsprechen, auf normgerechte Ausführung umzustellen. Die Umstellung muß bis zum 31. März 1943 beendet sein.
Vorhandene Schlauchkupplungen, die aus Gründen der Feuersicherheit unterhalten werden müssen, sind, sofern sie den Normen des Deutschen Normen¬ausschusses nicht entsprechen, in normgerechte Ausführungen umzustellen. Die Umstellung muß bis zum 31. März 1943 beendet sein.
Der Ortspolizeiverwalter überwacht die Durchführung dieser Verordnung. Zur Durchführung kann er polizeiliche Verfügungen erlassen und diese mit Zwangsmitteln (Ausführung der zu erzwingenden Handlung auf Kosten des Pflichtigen, Festsetzung von Zwangsgeld – im Nicht¬beitreibungsfalle Zwangshaft – unmittelbarer Zwang) durchsetzen. § 17 und § 21 Abs. 1,2 und 4 der Ersten Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz finden entsprechende Anwendung.
Berlin, den 13. Februar 1939
In Vertretung: Milch
#3 | RE: Luftschutzgesetze 10.03.2013 13:02
Vertriebsgenehmigungspflichtige Luftschutzgegenstände
(1) Geräte oder Mittel für den Luftschutz, deren Vertrieb nach § 8 des Luftschutzgesetzes in der Fassung vom 31. August 1943 (Reichsgesetzbl. I S. 506) genehmigungspflichtig ist, sind diejenigen Geräte, Mittel, Einrichtungen und Verfahren, die nach der Verkehrsanschauung ausschließlich oder vorwiegend für Luftschutzzwecke bestimmt sind oder die von der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz für luftschutzwichtig erklärt werden (Luftschutzgegenstände). Diese entscheidet über Zweifelsfälle. Sie kann auch den Vertrieb von Geräten, Mitteln, Einrichtungen und Verfahren, die nach Satz l Luftschutzgegenstände sind, für genehmigungsfrei erklären.
(2) Vertrieb im Sinne des Abs. l ist auch die kostenlose Abgabe und Verteilung.
(1) Bei der Werbung für Luftschutzgegenstände, deren Vertrieb gemäß § 8 des Luftschutzgesetzes genehmigt worden ist, dürfen ohne besondere Genehmigung nur solche Bezeichnungen, Beschreibungen oder Anpreisungen der Gegenstände verwendet werden, die inhaltlich der erteilten Genehmigung einschließlich etwaiger Bedingungen und Auflagen entsprechen.
(2) Jede Werbung für Luftschutzgegenstände, deren Vertrieb gemäß § 8 des Luftschutzgesetzes noch nicht genehmigt worden ist, bedarf der Zustimmung der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz.
(3) Bei der Werbung für Gegenstände, die nicht Luftschutzgegenstände sind, dürfen Bezeichnungen, Beschreibungen oder Anpreisungen, die auf eine ausschließliche oder vorwiegende Eignung für Luftschutzzwecke hinweisen, nicht verwendet werden. Hinweise darauf, daß die Gegenstände neben ihren sonstigen Verwendungszwecken auch für Luftschutzzwecke geeignet sind, sind zulässig; der Gebrauch derartiger Hinweise kann von der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz untersagt oder von der Erfüllung von Bedingungen und Auflagen abhängig gemacht werden.
(4) Die Verbindung der Bezeichnung eines nach § l nicht genehmigungspflichtigen Gegenstands mit den Worten Luftschutz-, Schutzraum- und ähnlichen Zusätzen bedarf der Zustimmung der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz.
(5) Für Werbungen, insbesondere Druckschriften, die über eine Bezeichnung, Beschreibung oder Anpreisung des Gegenstands hinausgehen, gilt § 8 des Luftschutzgesetzes.
(1)Anträge auf Genehmigung zum Vertrieb von Luftschutzgegenständen im Inland und Ausland sind an die Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz zu richten. Diese entscheidet über die Genehmigung.
(2)Dem Antrag sind prüfungsfähige Unterlagen (Zeichnungen, Beschreibungen u. dgl.) beizufügen. Die Genehmigung kann von dem Ergebnis einer Eignungsprüfung, vom Nachweis der geforderten Eigenschaften und von sonstigen Voraussetzungen abhängig gemacht werden. Insbesondere kann die Vorlage von Mustern des Gegenstands und der verwendeten Werkstoffe gefordert werden. Muster und Unterlagen gehen auf Verlangen der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz entschädigungslos in das Eigentum des Reichs über.
(3)Die Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz kann die zur Genehmigung erforderlichen Prüfungen selbst vornehmen oder andere Stellen damit beauftragen. Die Kosten der Prüfung hat der Antragsteller zu tragen.
(4)Gleichzeitig mit dem Antrag auf Genehmigung ist eine Verwaltungsgebühr von 20 Reichsmark zu zahlen.
(5)In Ausnahmefällen kann die Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz die Kosten und die Verwaltungsgebühr ermäßigen oder erlassen.
(i)Die Genehmigung wird widerruflich, unbeschadet der Rechte Dritter und nach freiem Ermessen erteilt. Der Widerruf ist zu begründen. Gegen den Widerruf ist binnen zwei Wochen die Beschwerde an den Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe zulässig.
(2) Die Genehmigung kann unter Bedingungen und Auflagen, insbesondere auch hinsichtlich der Art der Werbung, erteilt werden.
(3) Die Genehmigung erstreckt sich nur auf solche Gegenstände, die mit den zur Prüfung vorgelegten und geprüften Unterlagen völlig übereinstimmen.
Genehmigungsempfänger
(1) Die Genehmigung wird in der Regel nur dem Hersteller erteilt.
(3) Die Genehmigung ist nur mit Zustimmung der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz übertragbar.
(4) Für Luftschutzgegenstände, an die keine besonderen luftschutztechnischen Anforderungen zu stellen sind, kann die Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz allgemeine Vertriebsgenehmigungen erteilen.
(1) Ist die Vertriebsgenehmigung dem Hersteller erteilt, so ist jeder weitere Vertrieb ohne Genehmigung zulässig, soweit nicht im Einzelfall etwas anderes bestimmt wird.
(2) Vor jedem Weitervertrieb muß sich der Vertreibende von dem Hersteller oder Verkäufer eine Abschrift des für den Gegenstand erteilten Genehmigungsbescheids aushändigen lassen und sich davon überzeugen, daß die Gegenstände, deren Vertrieb er beabsichtigt, die in dem Genehmigungsbescheid vorgeschriebene Kennzeichnung tragen. Der Vertreibende ist dafür verantwortlich, daß der Weitervertrieb den gesetzlichen Vorschriften und etwaigen in dem Genehmigungsbescheid niedergelegten Bedingungen und Auflagen der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz entspricht.
(3) Der Weitervertrieb kann von der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz untersagt werden.
(1)Aus der Erteilung, Versagung oder Zurücknahme der Genehmigung können Ansprüche gegen das Reich nicht hergeleitet werden.
(2)Die Vorschriften über die Haftung des Reichs für seine Beamten bleiben unberührt.
(1) Die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung von anderen Stellen als der Reichsanstalt der Luftwaffe für Luftschutz erteilten Inlandsvertriebsgenehmigungen erlöschen mit Ablauf des 1. Mai 1938.
(1) Bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung können die Gegenstände, auf die sich die Zuwiderhandlung bezieht, eingezogen werden, auch wenn sie dem Täter oder einem Teilnehmer nicht gehören.
(3) Die Benutzung der ohne Genehmigung vertriebenen Gegenstände für Luftschutzzwecke kann untersagt werden.
Quelle: Reichsgesetzblatt 1943 Teil 1, vom 31. Aug. 1943, Seite 516 - 517
#4 | RE: Luftschutzgesetze 29.05.2013 18:24
Text eines Merkblattes zum Luftschutz:
Merkblatt über den Schutz der Fensterscheiben bei Luftangriffen
In der Umgebung des Einschlages von Fliegerbomben werden Fensterscheiben auch auf größere
Entfernung hin häufig zerstört. Ein unbedingtes sicheres Schutzmittel gibt es hiergegen nicht.
Jedoch kann das Oeffnen der Fenster und das Schließen der Fenster-, Roll- oder Klappläden oder
der Jalousten eine Zerstörung der Fensterscheiben bei Luftangriffen in vielen Fällen verhindern.
Wegen der großen Bedeutung der Fensterscheiben für die Erhaltung gesunder und
gebrauchsfähiger Wohn- und Arbeitsräume muß jedem Volksgenossen dringend geraten werden,
wenn einmal Luftangriffe kommen, die geeigneten Schutzmaßnahmen für seine Fensterscheiben
wenigstens in den unentbehrlichsten Räume durchzuführen.
Welche Möglichkeiten im einzelnen zum Schutz von Fensterscheiben ergriffen werden müssen,
hängt von den örtlichen Verhältnissen und von der Witterung ab. Wegen der kurzen Zeit zwischen
"Fliegeralarm" und Luftangriff ist es im allgemeinen nicht möglich, alle Schutzmaßnahmen erst bei
"Fliegeralarm" durchzuführen, sie müssen vielmehr rechtzeitig getroffen werden.
Schutz der Fensterscheiben bei Luftangriffen
Kommen folgende Maßnahmen in Betracht:
1. Sofern es die örtlichen Verhältnisse und die Witterung gestatten, möglichst viele Fenster
ständig offen lassen: Wo Doppelfenster vorhanden sind, empfiehlt sich im jedem Falle das
Offenlassen wenigstens der inneren Fenster.
2. Außerdem an möglichst vielen Fenstern die Roll- und Klappläden oder Jalousten dauernd
geschlossen halten. Die Maßnahmen der Nr. 1 und 2 vereint bieten den besten Schutz.
3. Da, wo der Weg zum Luftschutzraum so kurz ist, daß bei "Fliegeralarm" noch Zeit vorhanden
ist, Fenster zu öffnen oder Roll- oder Klappläden zu schließen, kann dies noch bei
"Fliegeralarm" mit der gebotenen Beschleunigung erfolgen. Bei Dunkelheit Verdunkelung
4. Das Bekleben der Fensterscheiben mit Streifen aus Papier, Isolierband, Leukoplast u. ä.
schützt die Scheiben nicht vor dem Zerspringen. Auch ein Herausfallen der gesprungenen
Fensterscheiben kann hierdurch nur in den seltensten Fällen verhütet werden. Derartige
Maßnahmen sind deshalb zwecklos.
5. Es empfiehlt sich, in gewissem Umfange Ersatzfensterscheiben im Keller zu bevorraten oder
wenigstens Holz-, Papp- oder ähnliche Tafeln zurechtzulegen, um zerstörte Fensterscheiben
behelfsmäßig ersetzen zu können.
Im Auftrage des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe
#5 | RE: Luftschutzgesetze 29.05.2013 18:26
Aus dem Stadtmuseum Hof a. d. Saale:
Luftschutz-Merkblatt Nr. 2
Luftschutz-Merkblatt für die Hausfeuerwehr
Für Luftschutz-Uebungen und für den Ernstfall.
Auf starke Pappe aufkleben und gut aufbewahren.
In jeder Luftschutzgemeinschaft sollen als Hausfeuerwehr drei oder mehr Personen eingesetzt werden
Volksgasmaske, Luftschutzhelm, derbe Jake und Hose, derbe Handschuhe, Koppel oder
fester Gurt, Verbandpäckchen, Päckchen Hautentgiftungsmittel, elektrische Taschenlampe.
Aufgabe im Frieden:
Regt die Beschaffung des erforderlichen Feuerlöschgeräts und der Werkzeuge an
(Einstellspritze, evtl. Gartenschlauch mit Anschlußstück für die Hausleitung, Feuerpatsche -
je nach den örtlichen Verhältnissen mit verschiedenen langen Stielen -, Eimer, Wannen,
Tonnen, Einreißharken (auch Bootsharken), Axt, Beil, Laternen, Besen, Steh- oder
Anstelleiter).
Aufgaben nach "Aufruf des zivilen Luftschutzes":
Verteilt die Löschgeräte und gefüllten Wasserbehälter im Treppenhaus auf die einzelnen
Stockwerke, wobei das einmalig vorhandene gerät auf dem Treppenabsatz des obersten
Stockwerkes aufgestellt wird. Sorgt besonders für die Räumung der Böden von allen
brennbaren Gegenständen und für Offenbleiben der Bodenräume:
Legt persönliche Ausrüstung zum sofortigen Gebrauch bereit.
Aufgaben bei "Fliegeralarm":
Legt die persönliche Ausrüstung an. Gasmaske wird noch nicht aufgesetzt.
Prüft das Gerät und die Wasserbehälter.
Nimmt im unteren teil des Treppenhauses oder im Schutzraum Deckung und überprüft von
Zeit zu Zeit den zugewiesenen Grundstücksabschnitt.
Verhaltungsmaßregeln bei einer Brandbekämpfung:
Die Leitung der Brandbekämpfung hat der Luftschutzwart oder sein Stellvertreter. Auf dem
Weg zum Brandherd Türen und Fenster für Abzug des Qualmes öffnen.
Gasmaske erst beim Annähern an den Brandherd aufsetzen, sofort aber beim Verdacht von
Kampfstoffgefahr.
Auf Stichflammengefahr beim Öffnen von Türen achten.
Beim Heranarbeiten an den Brandherd Gesicht am Boden, weil dort die bessere Luft ist.
Mit Wasser sparsam umgehen, stets den Kern des Brandes bekämpfen.
Für Wassernachschub sorgen.
Bei Wassermangel Sand, Erde verwenden.
Brandbekämpfung keinesfalls unterbrechen. An jedem Gebäudeabschnitt erneut
Nach Brandnestern suchen.
Sind chemische Kampfstoffe festgestellt, baldmöglichst Meldung an Luftschutzwart.
Aufgaben nach der "Entwarnung":
Alle Schäden beseitigen.
Brandstelle aufräumen und durch Brandwache sichern.
Geräte wieder an Ort und Stelle bringen.
Material ergänzen (Wasser, Feuerpatsche usw.).
Alles sofort für einen neuen Angriff herrichten.
#6 | RE: Luftschutzgesetze 29.05.2013 18:32
1. 10. DVO vom 01.09.1939 (RGBl. I S. 1570) über luftschutzmäßiges Verhalten bei Luftangriffen.
2. Richtlinien II. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 01.09.1939 (RGBl. I S. 1662), Bekanntmachung
der neuen Fassung der 1. Durchführungsverordnung zum LSchG vom 11.09.1939
(RGBl. I S. 1630).
3. Zweite Ausführungsbestimmung zum § 1 der zweiten Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz
(Sonderbaubestimmungen) vom 2. September 1939 (RGBl. I S. 1581).
4. 3. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 08.9.1939 (RGBl. I S. 1762).
5. Erlaß einer DVO zum Luftschutz auf Schiffen vom 04.10.1939 (RGBl. I S. 2002).
6. Verordnung zum Luftschutz auf Schiffen vom 07.10.1939 (RGBl. I S. 2006).
7. Verstöße gegen die Verdunkelungspflicht. RdErl. d. RMfEuL. v. 08.01.1940 (LwRMBl. 1940, S.
8. Veröffentlichungen über Fragen des Luftschutzes. RdErl. d. RMfEuL. v. 11.01.1940 (LwRMBl.
1940, S. 32).
9. Bestimmungen über Mauerdurchbrüche in bestehenden unmittelbar benachbarten Gebäuden
vom 12.03.1940 (RGBl. I S. 486).
10. Brandmauerdurchbrüche zu Luftschutzzwecken vom 21.03.1940 (RMBl. Nr.10, S. 81).
11. Richtlinien über Art und Umfang bei der Ausführung von Brandmauerndurchbrüchen vom
21.03.1940 (RMBl. Nr. 10, S. 87).
12. Verdunkelung, Mittel zum Abblenden der Lichtaustrittsöffnungen. RdErl. d. RMfEuL. v. 03.04.1940
(LwRMBl. 1940, S. 325).
13. Anweisung für die Durchführung des Luftschutzes in Kirchen vom 12.04.1940 (RMBl. Nr. 13. S.
14. Zweite Ausführungs-Bestimmungen zum § 1 der Zweiten DurchfVO. zum Luftschutzgesetz (Sonderbaubestimmungen)
vom 02.09.1939 - RGBl. I S. 1581 -, RdErl. d. RMfEuL. v. 30.04.1940
(LwRMBl. 1940, S. 407).
15. Verordnung über den RLB vom 14.05.1940 (RGBl. I S. 784).
16. Richtlinien für die Sicherstellung der Wasserversorgung im Luftschutz. RdErl. d. RMfEuL. v.
12.06.1940 (LwRMBl. 1940, S. 672).
17. Satzung des RLB vom 28.06.1940 (RGBl. I S. 992) mit einem Anhang: Formblatt polizeiliches
Führungszeugnis für Amtsträger des RLB.
18. 11. DVO (Disziplinarstrafen für den SHD 1. Ordnung und Luftschutzwarndienst) vom 15.08.1940
(RGBl. I S. 1109).
19. Erste Ausführungsbestimmungen zum § 28 der Achten Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz
vom 01.11.1940, RMBl. Nr. 37, S. 286 (Verdunkelungsverordnung).
20. Erlaß zur Ermächtigung des RdL u. ObdL vom 15.11.1940 (RGBl. I S. 1487).
21. Umwandlung der Bezeichnung "Ziviler Luftschutz" in "Luftschutz". RdErl. d. RMfEuL. v. 22.11.1940
(LwRMBl. 1940, S. 1210).
22. Verhalten im Luftschutzraum, RdErl. d. RFSSuChdDtPol. im RMdI vom 18.03.1941 - O-Kdo 1
RV/L (L 1) 2 Nr. 24/41 11.
23. 4. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 25.03.1941 (RGBl. I S. 168).
24. Zweite Änderung der Zweiten Ausführungsbestimmungen zu § 12 der Ersten Durchführungsverordnung
zum Luftschutzgesetz vom 05.04.1941, RMBl. Nr. 10, S. 73.
25. 5. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 18.04.1941 (RGBl. I S. 212).
26. 6. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 05.11.1941 (RGBl. I S. 695).
27. Brandmauerdurchbrüche in Banken, Erlaß vom 04.11.1941 des RdL.
28. Richtlinien über bauliche Brand- und Luftschutzmaßnahmen in Holzbaracken und ähnlichen Behelfsbauten.
RdErl. d. Gen. Insp. f. Wasser- u. Energie v. 16.01.1942 (LwRMBl. 1942, S. 80)
29. 12.DVO vom 26.02.1942 (RGBI. I S. 98) Tarnverordnung.
30. Verfahren bei der Heranziehung von Angehörigen des öffentlichen Dienstes zum Luftschutz im
Selbstschutz. RdErl. d. RMfEuL. v. 20.04.1942 (LwRMBl. 1942, S. 409).
31. Luftschutz in den Archiven, Richtlinie des Reichsministers des Inneren vom 23.07.1942, VI c
6276/42 II 6080
32. Verpflegung der Luftschutzpolizei. RdErl. d. RMfEuL. v. 1.9.1942 (LwRMBl. 1942, S. 1075).
33. Richtlinien für den baulichen Luftschutz im Städtebau, (Neufassung der Richtlinien vom 28. März
1938.) Reichsarbeitsminister vom 05.09.1942.
34. Sicherung des behördlichen Schriftgutes gegen Luftgefahren. RdErl. d. RMfEuL. v. 03.10.1942
(LwRMBl. 1942, S. 1140).
35. 7. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 15.10.1942 (RGBl. I S. 615).
36. Gewährung von Lebensmittelzulagen an Luftschutzkräfte im Reichsbahndienst. RdErl. d. RMfEuL.
v. 19.02.1943 (LwRMBl. 1943, S. 165).
37. 8. Änderungsverordnung zum Luftschutzrecht vom 15.03.1943 (RGBl. I S. 143).
38. Richtlinien für bauliche Brand- und Luftschutzmaßnahmen in Holzbaracken und ähnliche Behelfsbauten.
RdErl. d. RMfEuL. v. 29.3.1943 (LwRMBl. 1943, S. 297).
39. Einführen von Fremdwasser in Wasserrohrnetze zu Feuerlöschzwecken im Luftschutz. Erl. d.
GenInsp. f. Wasser- u. Energie v. 15.05.1943 (LwRMBl. 1943, S. 501).
40. Erkennen von Blindgängern und Beseitigen von feindlicher Abwurfmunition durch Luftschutz-
Kräfte, Ablöschen der Leuchtstäbe der britischen Zielmarkierungsbombe 250 LB. RdErl. d.
G.I.W.u.E. vom 09.06.1943.
41. Änderung der Bezeichnung für "getötete" und "verletzte Zivilpersonen bei Luftangriffe, RdErl. des
RM. Speer v. 30.06. 1943.
42. Instandsetzung von Krankenhäusern nach Luftschäden, RdErl. des RM. Speer, Rüstungsausbau
v. 01.07.1943.
43. Bestimmung für den Bau von LS-Stollenanlagen, Fassung Juli 1943, D.R.d.L.u.Ob.d.L. Nr.
21967/43 (L.In. 13/3II Cb), Anlage 1.
44. Richtlinien für den Bau von LS-Stollenanlagen in vereinfachter Ausführung, D.R.d.L.u.Ob.d.L. Nr.
21967/43 (L.In. 13/3II Cb), Anlage 2.
45. Verordnung zur Hebung der baulichen Feuersicherheit vom 20.08.1943 (RGBl. I S 497).
46. Bekanntmachung der neuen Fassung des LSchG und der DVO vom LSchG vom 31.8.1943
(RGBl. I S. 506).
47. LS.-Führerprogramm (Ausweitung) LS.-Deckungsgräben in vereinfachter Bauart, RdErl. des
GB.-Bau vom 01.09.1943.
48. Sofortmaßnahmen bei Bomben- und Brandschäden EdErl. des GB.-Bau vom 16.9.1943 Nr. GB.
8544/43 VIII.
49. Änd. der Ersten AusfBest. Zu § 12 der Ersten DurchfV. vom 15.10.1943 (RMBl. Nr.20 1943).
50. Erfahrungen auf dem Gebiet des baulichen Luftschutzes mit zusätzlichen Verhaltungsregeln für
die Bevölkerung RdErl. des G.I.W.u.E. und des G.I.Straßen vom 26.10.1943 (Mbl. Speer S.139).
51. Richtlinien über Beteiligung an den von den Gemeinschaften des Erweiterten Selbstschutzes und
des Werkluftschutzes durchzuführenden Luftschutzmaßnahmen vom 22. Oktober 1943, RMBl.
1943, S. 93.
52. Heranziehung, Einteilung und Einberufung zum Luftschutzdienst, RdErl. des G.I.W.u.E. und
G.I.Straßen vom 8.11.1943.
53. Einteilung berufstätiger Gefolgschaftsmitglieder zum LS-Bereitschaftsdienst. RdErl. d. RMfEuL. v.
20.05.1944, (LwRMBl. 1944, S. 276).
54. Rundschreiben des Reichsluftschutzbundes Nr. 25/44 vom 12.10.1944.
#7 | RE: Luftschutzgesetze 29.05.2013 18:34
Stadtmuseum Hof:
Merkblatt für die Familie
Alles so vorbereiten, dass die Wohnung sofort verlassen werden kann!
Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen und Löschen immer in Badewannen, Kannen, Töpfen bereithalten.
Lebensmittel nach den Mahlzeiten sofort wieder in abgedichtete Behälter. Behälter immer geschlossen
Nie Licht machen, ehe nicht alle Fenster abgeblendet sind.
Kleidungsstücke nachts griffbereit neben dem Bett.
Zur Mitnahme in den Schutzraum liegen (Ort angeben!)
................: Mäntel, decken, Kissen, elektrische Taschenlampen, Lebensmittel für Kranke, Thermosflasche
mit Kindermilch (Schutzraumgepäck).
Bei Fliegeralarm:
(Ehefrau, Hausgehilfin, erwachsene Tochter): Kinder und Hilfsbedürftige (nachts anziehen!) in den
Schutzraum bringen.
.........................................: Schutzraumgepäck mitnehmen.
.........................................: Prüfen, ob Lebensmittelbehälter dicht verschlossen.
(Ehemann, erwachsener Sohn): Fenster zu, Rolläden, Jalousien herunter!
.........................................: Ofentüren zu! Kleines Feuer löschen!
Kein offenes Feuer zurücklassen!
.........................................: Gas, elektrisches Licht abstellen!
.........................................: Wohnungstür verschliessen!
Nach der Entwarnung:
(Ehemann, erwachsener Sohn): Prüfen, ob Wohnung unbeschädigt und keine Kampfstoffgefahr!
Bei Kampfstoffgeruch oder nasser Flecken von Gelbkreuzspritzern Luftschutz-Hauswart benachrichtigen,
sonst Familie einlassen.
.........................................: Wenn die Umgebung nicht vergiftet, Fenster auf. Nachts kein Licht!
.........................................: Erst Licht machen, wenn Abblendung dicht!
.........................................: Oefen nachsehen!
.........................................: Gas anstellen!
(Ehefrau, Hausgehilfin, erwachsene Tochter): Kinder und Hilfsbedürftige versorgen.
.........................................: Schutzraumgepäck bereitlegen in
..........................................(Angabe des Ortes). Dazu Thermosflasche und Lebensmittel für Kranke.
.........................................: War Giftstoff in Wohnung, dann Essgerät mit kochendem Wasser reinigen.
.........................................: Lebensmittel auf Kampfstoffgeruch prüfen. Wenn vorhanden, nicht geniessen.
Wohnung zum sofortigen Verlassen bereitmachen!
#8 | RE: Luftschutzgesetze 16.08.2013 08:51
aus: Handbuch für Luftschutzlehrer, Stand 01.09.1939
Vom Luftschutzlehrer wird erwartet, dass er das Stoffgebiet völlig auch in der Theorie beherrscht, um mit selbstverständlicher Sicherheit allen Fragen, die von den Zuhörern aufgeworfen werden können, gewachsen zu sein. Die Luftschutzdienstpflichtigen sind Menschen verschiedenartigster Bildung und jeden Alters, Frauen und Männer, die tagsüber meist in ihrem Beruf oder in der Hausarbeit tätig gewesen sind. Sie denganzen Lehrgang hindurch zu fesseln und in den wenigen Stunden zu pflichtbewussten und einsatzbereiten Selbstschutzkräften zu machen, ist eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe.
Persönliche Haltung muß vorbildlich sein. Bestimmtes, soldatisches, aber niemals schroffes oder überhebliches Auftreten; Peinliche Ausnutzung der verfügbaren Zeit; Pünktlicher Beginn - pünktlicher Schluß; Kein Zuspätkommen der Teilnehmer dulden; Kein Zeitverlust durch Teilnehmerkontrolle.
Das deutsche Volk ist luftgefährdet, da es rings von in der Luft hochgerüsteten Staaten umgeben ist. Die Flugleistungen der Kampfflugzeuge ermöglichen die Überfliegung des deutschen Hoheitsgebietes von allen Seiten. Jeder deutsche Ort ist von den Militärflugplätzen der Nachbarstaaten aus in kurzer Zeit - der grenzfernste in etwa 2 ½ Flugstunden- zu erreichen.
Anweisung für den LS-Lehrer: Die Begriffe Luftgefährdung und Luftempfindlichkeit sind mit Hilfe einer Deutschlandkarte (politische Karte!) anschaulich zu machen.
Luftschutzdienstpflicht - Ehrenpflicht
Auf Grund § 2 des Luftschutzgesetzes ist jeder Deutsche, gleichgültig ob Mann oder Frau luftschutzpflichtig , er kann zu Dienst- und Sachleistungen herangezogen werden: Entrümpelung, Verdunkelung, Teilnahme an Übungen nach den Weisungen des Luftschutzwartes oder den Anordnungen der Polizei, Bereitstellung von Geräten aus dem eigenen Besitz für den Selbstschutz des Hauses. Die Luftschutzdienstpflicht umfaßt einen engeren Personenkreis; nämlich alle diejenigen, die für Zwecke der Kriegsführung nicht anderweitig benötigt werden und körperlich wie geistig für die Aufgaben des Selbstschutzes brauchbar sind. Der Kreis der Luftschutzdienstpflichtigen ist in § 10 I. DVO (Durchführungsverordnung) genau festgelegt. Verstöße werden polizeilich und eventuell gerichtlich geahndet. Darüber hinaus aber bedeutet die Luftschutzdienstpflicht eine Ehrenpflicht für jeden durch Sie Erfassten, ähnlich wie die Wehrpflicht für den deutschen Mann: die selbstverständliche Einordnung der Person in die Forderungen der Gemeinschaft. Die gegenseitige Hilfeleistung in Zeiten der Not ist im Sinne der nachbarlichen Hilfe nichts Neues. Es kommt nur darauf an, diese Hilfsmaßnahmen durch eine zweckvolle Organisation zur höchsten Auswirkung zu bringen: Vorbereitung der Luftschutzmaßnahmen im Hause und Ausbildung der Pflichten in der zweckmäßigsten Form der Gefahrenbekämpfung.
#9 | RE: Luftschutzgesetze 16.08.2013 08:52
aus: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1936
Luftschutz der Lager brennbarer Flüssigkeiten (wie z.B. BRABAG Rothensee)
Von Dr.-Ing. Paul Kalaß, Oberregierungsbaurat im Reichsluftfahrtministerium 1)
Ein wesentlicher Schutz wird durch möglichste Verteilung der Öllager über das ganze Land hin erreicht.
Unterirdische Lagerung bietet erhöhten Schutz, dabei ist weitgehende Aufteilung in Einzelbehälter zweckmäßig. Zusätzlicher Schutz wie Betonummantelungen, Trennmauern zwischen den Behältergruppen, Stahlplatten u. a. sind zweckmäßig. Bei oberirdischen Lagern kann man durch hohe Umwallungen, Unterteilung der umwallten Räume, Tarnung und andere Maßnahmen die Mineralölverluste durch Luftangriffe möglichst gering halten. Zur Abwehr unmittelbar drohender Gefahren ist Einrichtung eines Werkluftschutzes auf Lagerplätzen notwendig.
Die ständige Zunahme des motorischen Antriebes in Industrie, Verkehr und Wehrmacht hat einen sich fortlaufend steigernden Bedarf an flüssigen Brennstoffen sowie an Speicherraum für diese und Zapfstellen zur Folge. Für die meisten europäischen Staaten, die nicht in der glücklichen Lage sind, über ausreichende Erdölgewinnungsstätten im eigenen Lande zu verfügen, entsteht dabei die wichtige Aufgabe, sich Mineralölvorräte planmäßig und in bestimmtem Umfang anzulegen. Diese sollen im Frieden Schwankungen am Mineralölmarkt und in der Wirtschaft ausgleichen und im Kriege die Wehrmacht und die Rüstungsindustrie bei der Unterbrechung der Einfuhr in ausreichendem Maß versorgen.
Man muß damit rechnen, daß die Lager brennbarer Flüssigkeiten gegnerischen Angriffen durch die Luftwaffe in besonderem Maße ausgesetzt sein werden, da durch ihre Zerstörung die Wirtschaft und die Kriegführung entscheidend betroffen und Brände größten Ausmaßes hervorgerufen werden können. Die Mineralölanlagen bedürfen daher eines besonderen weitgehenden Luftschutzes 2).
Luftschutz durch Verteilung der Mineralölanlagen
Ein wesentlicher Schutz der Mineralölanlagen wird durch ihre Auflockerung und Verteilung erreicht. Nicht in kostspieligen bombensicheren Bauten liegt der Erfolg des Luftschutzes, sondern in der weitgehenden Untergliederung und Auseinanderziehung der besonders luftgefährdeten Anlagen. Dies gilt für alle Mineralölgewinnungs-, Verarbeitungs- und Lagerstätten.
Große und stark zusammengeballte Anlagen bilden ein „lohnendes Fliegerziel", dessen Zerstörung empfindlichen
Verlust und schwere Schädigung der Kriegführung bedeutet und daher für den Angreifer den rücksichtslosen Einsatz großer Luftstreitkräfte gerechtfertigt erscheinen läßt. Bei einer Aufteilung einer großen Anlage jedoch in mehrere kleine, die zudem im Lande weit verstreut sind, verlieren die Einzelanlagen an Bedeutung für den Angreifer; ihr Verlust wird für die angegriffene Seite leichter zu ertragen sein.
Die Aufteilung der Ölmengen soll bereits bei der Einfuhr der Mineralöle beginnen. Die über See kommenden Mengen dürfen nicht in einen einzigen Hafen geleitet und hier, wenn auch nur vorübergehend, auf einer einzigen Stelle auf Lager gepumpt werden. Vielmehr ist anzustreben, das eingeführte Öl möglichst gleichmäßig auf alle im Lande vorhandenen Seehäfen zu lenken. Sinngemäß sollen die auf Flußschiffen und auf Eisenbahn- Kesselwagen hereinkommenden Mengen verteilt werden.
Nach dem gleichen Grundsatz sollen die großen Zwischenlager, die Verteilerlager und schließlich auch die Tankstellen behandelt werden
Luftschutz der unterirdischen Lager
Für die Vorrathaltung ist die unterirdische Lagerungsart 2) allen anderen aus folgenden Gründen vorzuziehen :
Die unterirdischen Behälter sind der Fliegersicht völlig entzogen, während die zugehörigen oberirdischen Abfüll- und Lagereinrichtungen sich ohne Schwierigkeiten ausreichend tarnen lassen. Die Behälter sind bei Bombeneinschlägen in der Nachbarschaft durch die Erddeckung hinreichend gegen Splitterwirkung geschützt. Bei Volltreffern in die Behälter wird voraussichtlich das Mineralöl aus den Sprengtrichtern heraus abbrennen, ohne die Umgebung wesentlich zu gefährden; Löschmaßnahmen sind in solchen Fällen verhältnismäßig leicht auszuführen. .
Große unterirdische Lager werden zur Verringerung von Verlusten durch Treffer zweckmäßig in Einzelbehälter untergliedert, die man zu Behältergruppen zusammenfassen kann. Die einzelnen Behältergruppen werden dabei zweckmäßig in größeren Abständen voneinander angelegt.
Zusätzlichen Schutz gegen Bombenwirkung bieten: Stärkere Erddeckungen, sog. Zerschellschichten aus Bruchstein-Packlagen, Beton-Ummantelungen, Trennmauern zwischen den Behältergruppen, Eisenbetondecken, Stahlplatten u. a.
Eine vorbeugende Maßnahme besteht darin, daß man die Lager nicht in der Nähe feuergefährlicher Betriebe und Lager, z. B. Holzplätze, errichtet.
Bild l und 2 zeigen eine unterirdische Lagerstelle, bei der Luftschutz - Gesichtspunkte berücksichtigt sind.
Luftschutz der oberirdischen Lager
Oberirdische Lager mit ihren hohen, hellgestrichenen, dünnwandigen Stahlblechbehältern bilden ein weithin sichtbares und sehr leicht zu verletzendes Ziel. Bei den bisher in Friedenszeiten vorgekommenen Bränden wurde fast in allen Fällen durch den inneren Gasdruck die Behälterdecke aufgerissen, so daß der Inhalt wie eine Fackel aus dem offenen Behälter abbrannte, ohne die Nachbarschaft unmittelbar zu gefährden.
Bei Luftangriffen kann aber damit gerechnet werden, daß die Wände der Behälter verletzt oder zerstört werden, so daß das Mineralöl brennend ausfließt, sich in die Gruben, die die Behälter umschließen, ergießt und die noch unbeschädigten Behälter zerstört. Da die Gruben nach der zur Zeit geltenden Polizeiverordnung über den Verkehr mit brennbaren Flüssigkeiten nur 50 bis 75 % der größten Lagerflüssigkeit aufzunehmen imstande sind, wird das brennende Öl auch über die Umwallungen treten und sich verheerend in der Nachbarschaft ausbreiten können.
Derartige oberirdische Lager vor den Wirkungen von Luftangriffen zu schützen, erscheint als eine außerordentlich schwere Aufgabe. Dennoch lassen sich Maßnahmen mit dem Ziel treffen, die Brände auf engem Raum zu beschränken, die Mineralölverluste gering zu halten und die Sichtbarkeit herabzusetzen.
Derartige Maßnahmen sind u. a.:
a) Die Umwallungen oder Ummauerungen sollen so hoch geführt werden, daß die größte zu lagernde Flüssigkeitsmenge restlos von der Lagergrube aufgenommen wird.
b) Der umwallte Raum soll durch Wälle oder Spundwände so unterteilt werden, daß für jeden Behälter ein eigener Raumabschnitt geschaffen wird.
c) Die Lager sollen nicht in dichtbebauten Ortsteilen und in der Nähe anderer feuergefährlicher Betriebe errichtet werden. Anzustreben ist die Errichtung an der Abwindseite der Orte oder der Nachbarbetriebe.
d) Ein Splitterschutz der Behälterwandungen kann durch Mantelumkleidungen aus Leichtsteinplatten, Stahlblechen, Eisenbeton, auch durch Erdschüttungen bis zum oberen Rande erreicht werden.
e) Schutz gegen Sicht kann in gewissem Umfange erreicht werden durch Anstrich der Behälter in der Farbtönung der Umgebung, durch überhängen von Stoffbahnen, die entsprechend bemalt sind, durch Bepflanzen der umliegenden Flächen mit schwerbrennbaren Bäumen, z. B. Laubbäumen, und Strauchwerken, durch Überbauen der Behälter mit leichten, nicht brennbaren Dächern usw.
f) Zum Schutz gegen strahlende Hitze und zur Brandbekämpfung sollen Wasserberieselungs-, Schaumlösch- und Hydrantenanlagen angelegt werden, wie sie zum Teil in der Polizeiverordnung bereits vorgeschrieben sind, deren Wasserversorgung -aber durch zwei voneinander unabhängige Quellen und durch Ringleitungen sicherzustellen wäre. Alle Rohrleitungen, sowohl für die Öl- als auch für die Wasserförderung, sollen zum Schutze gegen Feuer und Bombensplitter in oben offenen oder nur leicht abgedeckten gemauerten Rohrkanälen verlegt werden, die durch Schottwände zu unterteilen wären.
Einrichtung des Werkluftschutzes auf Lagerplätzen
Außer den baulichen Sicherungen der Mineralöllager müssen auch Maßnahmen persönlicher und organisatorischer Art zur Abwehr unmittelbarer Gefahren auf den Lagerplätzen vorbereitet werden 3). Darunter sind u. a. zu verstehen: Einrichtung des Werkalarmes, Vorbereiten der Verdunkelung, Bau von Schutzräumen für die Gefolgschaft, Aufstellen und Ausbilden von Feuerlöschtrupps, Störungstrupps, Sanitätstrupps usw.
Die Bereitstellung der für den Luftschutz notwendigen Zahl von Personen wird oft Schwierigkeiten bereiten, da auf den Lagerplätzen im allgemeinen nur wenig Menschen tätig sind. Hier sind mit der örtlichen Luftschutzleitung im Einvernehmen mit der Feuerwehrführung alle Einzelheiten zu beraten und vorzubereiten.
Auf die Warnmeldung „Fliegeralarm" sind u. a. folgende wichtige Vorkehrungen zu treffen: Einstellen des Umfüllbetriebes, Schließen der Entwässerungsschieber für die Umwallungen, Schließen der etwa in Gasbehälterleitungen vorhandenen Entgasungsventile, Schließen der Hauptventile an allen oberirdischen Behältern, Stillegen der für die Abwehr der Wirkung des Luftangriffs nicht unbedingt notwendigen Teile der Gas-, Dampf- und Elektrizitätsanlagen, Öffnen der Tore, Bereitmachen der Be- schäumungs- und Berieselungsanlagen zum Einsatz.
1)Nach einem Vortrag auf der Tagung des Reichsvereins Deutscher Feuerwehringenieure in Dresden 1935.
2)Vgl. hierzu a. R. vom Feld, Z. VDI Bd. 78 (1934) S. 1146.
') Derartige Maßnahmen sind im einzelnen in den Merkblättern für Werkluftschutz von der Reichsgruppe Industrie auf Veranlassung des Reichsluftfahrtministeriums zusammengestellt. Vor allem sei auf das Sondermerkblatt „Luftschutz der Lager brennbarer Flüssigkeiten" hingewiesen.
#10 | RE: Luftschutzgesetze 20.08.2013 17:16
Bei der zur Verfügung stehenden Zeitspanne zwischen Fliegeralarm und Einsetzen des Luftangriffes wird zumeist ein sehr hoher Prozentsatz der Fuhrwerke und Fahrzeuge - insbesondere jedoch die meisten Kraftfahrzeuge - dadurch von der Straße zu entfernen sein, dass sie die für sie zuständigen Garagen und Stallungen noch erreichen können.
Es geht ganz besonders in den Verkehrszentren der Städte unter keinen Umständen an, dass etwa Fahrzeuge nach dem Grundsatz „Rette sich, wer kann!" unter Nichtbeachtung der üblichen Verkehrsvorschriften ihre Garagen oder Stallungen zu erreichen suchen.
Quelle: Die Sirene - 1934; Heft 16
#11 | RE: Luftschutzgesetze 06.02.2015 14:56 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2015 15:07)
2005 haben wir in unserem Dorf eine Ausstellung zum Ende des zweiten Weltkriges gemacht. Dabei war natürlich auch der Luftschutz ein Beitrag. Bei uns gab es [[File:008 Luftschutz auf dem Lande.doc]]keine Luftschutzkeller und ähnliches. Darum möchte ich einige Bilder hier einstellen, worauf der Bauer zu achten hatte.
Wüste Gobi hat folgende Dateien an diesen Beitrag angehängt
#12 | RE: Luftschutzgesetze 06.02.2015 16:02
Interessant, gab es da auch Anweisungen wie das zu bewerkstelligen war?
#13 | RE: Luftschutzgesetze 07.02.2015 15:24
Ich hab nach Richtlinien gesucht, aber nichts gefunden
#14 | RE: Luftschutzgesetze 07.02.2015 15:34 (zuletzt bearbeitet: 07.02.2015 15:34)
Da in den verschiedenen Luftschutzgesetzen, die ich einsah, keine speziellen §§ für die Landwirtschaft zu finden sind, gehe ich davon aus, dass hier auch die allgemeinen Anweisungen galten.
#15 | RE: Luftschutzgesetze 07.02.2015 16:25
Bin doch noch fündig geworden. Hier auch Landwirtschaft betreffend.
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