Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3261.htm
Timestamp: 2018-12-15 03:18:50
Document Index: 65235376

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§4', '§ 6', '§ 64', '§ 4']

3.261 Gifitzenmoos
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Gifitzenmoos« vom 09.11.2001 (GBl. v. 21.12.2001, S. 697).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Mönchweiler, Sehwarzwald-Baar-Kreis. Regierungsbezirk Freiburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Gifitzenmoos«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe um rund 7 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet liegt nördlich der Ortslage von Mönchweiler zwischen den Sportanlagen und dem Waldrand. Es bildet ungefähr ein Quadrat von rund 300 Meter auf 300 Meter. Die Abgrenzung verläuft im wesentlichen im Norden entlang des Traufweges, im Osten entlang eines mit einer Reithalle bebauten Grundstücks und dann entlang eines Weges, im Süden zwischen der Eisbahn und den Tennisplätzen durch bis zu einem Weg und von dort zweimal rechtwinklig abknickend rund 100 Meter weiter nach Westen und im Westen in nahezu gerader Linie nach Norden bis zum Traufweg.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 sowie m einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg und beim Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis in Villingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(4) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den m Absatz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann wahrend der Sprechzeiten niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung eines strukturreichen Feuchtgebiets mit Nasswiesen Gehölzen, Kleingewässern u. a. als Lebensraum zahlreicher seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung. Veränderung oder nachhaltigen Störung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können, insbesondere sind die in den Absätzen (2) bis (6) genannten Handlungen verboten.
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, sie zu verletzen oder zu töten oder Puppen. Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
4. wild lebende Tiere an ihren Nist-, Brut-. Wohn- oder Zufluchtsstätten durch Aufsuchen. Fotografieren. Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;
4. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderung.
5. zu zelten, zu lagern. Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;
6. Wasserflächen mit Ausnahme des »Eisweihers« zu nutzen;
7. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel. Ultraleichtflugzeuge Sprungfallschirme, Fallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen.
3. Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen:
4. das Gebiet mit Motorfahrzeugen zu befahren.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß im Sinne des Naturschutzgesetzes erfolgt mit den Maßgaben, dass:
1. das Aufbringen von Düngemitteln und Pestiziden jeglicher Art untersagt ist und eine Mahd nicht vor dem 1. Juli jeden Jahres erfolgen darf;
2. das Koppeln und Pferchen von Schafen nicht zulässig ist;
3. der Umbruch von Dauergrünland und das Auffüllen von Geländemulden untersagt ist.
(2) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des §4 nicht, wenn sie
1. in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß im Sinne des Naturschutzgesetzes erfolgt;
2. die Anlage von Wildäckern. Fütterungen und Kirrungen sowie die Fallenjagd unterbleibt;
3. die Errichtung von Ansitzeinrichtungen nur landschaftsangepasst und in einfacher Bauweise im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erfolgt.
(3) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen An und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
§ 6 Schulz- und Pflegemaßnahmen
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutz gebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.
Freiburg i. Br., den 9. November 2001