Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4211.htm
Timestamp: 2018-12-10 02:46:41
Document Index: 177906952

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

4.211 Igelsee
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Igelsee« vom 1 Oktober 1992 (GBl. v. 11.12.1992, S. 733).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neukirch, Gemarkung Neukirch, Landkreis Bodenseekreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Igelsee«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 16,86 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Neukirch
· die Flurstücke 199/1 teilweise (tw), 801, 802, 812 tw, 993, 998/1, 998/3, 998/4, 1211/1 tw, 1225 tw, 1226, 1227, 1229, 1230, 1231, 1232, 1234,1236,1240.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 4. Mai 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Flach- und des Hangquellmoores mit seinen umliegenden Streuwiesen und Wiesenflächen. Zur Erhaltung und ökologischen Verbesserung dieses Lebensraumes ist die Schaffung von Pufferzonen und die Durchführung von anderen Schutz‑ sowie von Pflegemaßnahmen notwendig.
17. auf Grünland weniger als einen Schnitt oder mehr als zwei Schnitte im Jahr vorzunehmen, wobei das Mähgut jeweils entfernt und ordnungsgemäß verwertet werden muß;
19. Flach‑ und Hangquellmoorbereiche, Streu‑ und Feuchtwiesen sowie Schilfröhricht zu beseitigen oder zu zerstören.
1.2 neue jagdliche Einrichtungen nur im unbedingt notwendigen Umfang unter Beachtung des Landschaftsbildes und mit Zustimmung des Regierungspräsidiums errichtet werden;
1.3 die Schilfzone zwischen dem 1. März und dem 31. Juli nur zur Nachsuche betreten werden darf;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, wobei im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung eine Umstellung auf standortgerechte und naturnahe Waldbestände erfolgen sollte; § 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196) in der jeweils gültigen Fassung bleibt unberührt;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang außerhalb des in der Schutzgebietskarte (1:2500) als ökologische Vorrangfläche dargestellten Bereichs, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3 bis 5,7 und 18 mit der Maßgabe, daß entlang des kartierten Feuchtgebietes in einem 10 m breiten Pufferstreifen nicht gedüngt und keine Chemikalien verwendet werden dürfen; § 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. I S. 1196) in der jeweils gültigen Fassung bleibt unberührt;
4. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen mit der Maßgabe, daß keine chemischen oder biologischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, angewendet werden dürfen;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑insbesondere Entwässerungsanlagen ‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle ‑ im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ veranlaßt werden;
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs.2 Nr.4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Nr. 1 die Jagd ausübt.
TÜBINGEN, 1. Oktober 1992