Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Kuendigungsschutz_Auslaendischer_Arbeitsvertrag_zaehlt_mit_bei_der_Wartezeit_LAG_Berlin-Brandenburg_18Sa2163-09.html
Timestamp: 2017-03-29 15:15:16
Document Index: 387056017

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 27', 'Art. 30', '§ 8', '§ 66', '§ 1', '§ 1', '§ 23', 'Art 30', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 90', '§ 1', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 36', '§ 53', '§ 1', 'Art. 30', '§ 1', '§ 1', '§ 23', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 23', '§ 23', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 23', '§ 23', '§ 1', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 10', '§ 1', '§ 1', '§ 615', '§ 97', '§ 72', '§ 46']

Verkündet am 03. Ju­ni 2010 Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)
19 Ca 20749/08Ar­beits­ge­richt Ber­lin S., Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le Im Na­men des Vol­kes
In Sa­chen pp hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Kam­mer 18, auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 03. Ju­ni 2010durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt S t . als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter H. und D.
I. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 03. Au­gust 2009 - 19 Ca 20749/08 - un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung im Übri­gen teil­wei­se ab­geändert und aus Klar­stel­lungs­gründen im Te­nor zu II. vollständig neu ge­fasst: Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin Zah­lung von 12.159,73 EUR (zwölf­tau­send­ein­hun­dert­neun­undfünf­zig 73/100) brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­g­an­ge­ner 2.790,00 EUR (zwei­tau­send­sie­ben­hun­dert­neun­zig) net­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz je­weils aus 4.053,24 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur fürAr­beit über­ge­gan­ge­ner 930,00 EUR seit dem 01. Fe­bru­ar 2009, seit dem 01. März 2009 und seit dem 01. April 2009 zu zah­len. II. Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen. III. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen. St. H. D.
Die Par­tei­en strei­ten in der Be­ru­fungs­in­stanz noch darüber, ob ei­ne der Kläge­rin ge­genüber aus­ge­spro­che­ne frist­gemäße Kündi­gung aus be­triebs­be­ding­ten Gründen wirk­sam ist bzw. die Kläge­rin für die Zeit nach Ab­lauf der Kündi­gungs­frist An­spruch auf Ge­halts­zah­lung für Ja­nu­ar bis März 2009 un­ter dem Ge­sichts­punk­ten des An­nah­me­ver­zu­ges hat.
Die P. b. AG ist ei­ne in L. ansässi­ge Bank mit ei­ner im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Zweig­nie­der­las­sung in Ber­lin, in der mehr als 10 Ar­beit­neh­mer beschäftigt sind. Zum wei­te­ren Aus­bau ih­rer wirt­schaft­li­chen Ak­ti­vitäten eröff­ne­te sie am 12. Ju­ni 2008 ei­ne Fi­lia­le in München mit zunächst fünf Mit­ar­bei­tern.
Die am ….. 1976 ge­bo­re­ne le­di­ge Kläge­rin be­warb sich auf ein In­se­rat der P. b. AG für die Stel­le als Kun­den­be­ra­te­rin in der Münch­ner Fi­lia­le und wur­de von die­ser zunächst auf der Grund­la­ge ei­nes in let­ti­scher Spra­che ab­ge­fass­ten Ar­beits­ver­tra­ges vom 06. Mai 2008 für ei­nen Ar­beits­platz in München ein­ge­stellt un­ter Ver­ein­ba­rung ei­ner Pro­be­zeit bis zum 06. Au­gust 2008. Für die Ein­zel­hei­ten des Ver­tra­ges wird auf die An­la­ge K2 (Bl. 34 ff d. A.) so­wie auf die Über­set­zung des Ver­tra­ges (An­la­ge B1, Bl. 76 - 83 d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Un­ter dem Da­tum vom 13. Au­gust 2008 kam es zum Ab­schluss ei­nes auf die Dau­er von ei­nem Jahr be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges in deut­scher Spra­che mit ei­ner 6monatigen Pro­be­zeit, wo­nach die Kläge­rin als Kun­den­be­ra­te­rin in der M. Fi­lia­le ein­ge­stellt wur­de. Un­ter den Schluss­be­stim­mun­gen ver­si­cher­te die Kläge­rin aus­drück­lich, dass zwi­schen ihr und der Ar­beit­ge­be­rin bis­her noch kein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den hat. Für die wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Ar­beits­ver­tra­ges wird auf die An­la­ge K4 (Bl. 40 - 46 d. A.) Be­zug ge­nom­men. Mit Schrei­ben vom 08. De­zem­ber 2008 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin mit der für die Pro­be­zeit vor­ge­se­he­nen
Kündi­gungs­frist von zwei Wo­chen zum 23. De­zem­ber 2008, eben­so wie die Ar­beits­verhält­nis­se von zwei wei­te­ren in der Fi­lia­le in München beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter/in­nen. Das Kündi­gungs­schrei­ben wur­de von der Nie­der­las­sungs­lei­te­rin un­ter­zeich­net, die zum Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung nicht mehr bei der Be­klag­ten beschäftigt war. Mit der vor­lie­gen­den, beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin am 16. De­zem­ber 2008 ein­ge­gan­ge­nen und der Be­klag­ten am 30. De­zem­ber 2008 zu­ge­stell­ten Kla­ge wen­det sich die Kläge­rin ge­gen die­se Kündi­gung, die sie für so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt und da­mit für rechts­un­wirk­sam hält. Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, auf ihr Ar­beits­verhält­nis fin­de das Kündi­gungs­schutz­ge­setz An­wen­dung, weil sie die War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG erfüllt ha­be. Für die Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses sei der Ar­beits­ver­trag vom 06. Mai 2008 ein­zu­be­zie­hen, weil auch auf die­ses Ar­beits­verhält­nis deut­sches Recht an­zu­wen­den sei. Dar­aus fol­ge zu­gleich, dass die Be­klag­te mit der Kündi­gungs­frist von zwei Wo­chen die ihr nach dem Ge­setz zu­ste­hen­de Kündi­gungs­frist nicht ein­ge­hal­ten ha­be. Die Kündi­gung sei nicht auf­grund drin­gen­der be­trieb­li­cher Gründe so­zi­al ge­recht­fer­tigt. Ihr Ar­beits­platz sei nicht weg­ge­fal­len.
1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 08. De­zem­ber 2008 nicht auf­gelöst wor­den ist;
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 12.659,73 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 2.790,00 EUR net­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz je­weils aus 4.219,91 EUR brut­to abzüglich Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 930,00 EUR seit 01. Fe­bru­ar 2009, seit 01. März 2009 und 01. April 2009 zu be­zah­len;
3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie be­gin­nend mit dem 01. Mai 2009 und für je­den Mo­nats­ers­ten 4.219,91 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 930,00 EUR zu zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen,
das Ar­beits­verhält­nis ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung, de­ren Höhe in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, auf­zulösen.
Die Be­klag­te, die schon man­gels Erfüllung der War­te­zeit das Kündi­gungs­schutz­ge­setz nicht für an­wend­bar hält, hat zu den Kündi­gungs­gründen be­haup­tet, sie ha­be am 18. No­vem­ber 2008 u.a. die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung ge­trof­fen, im Be­reich der Kun­den­be­treu­ung in der Fi­lia­le M. ei­nen Ar­beits­platz weg­fal­len zu las­sen. Die Auf­ga­ben der Kläge­rin würden un­ter Be­ach­tung des Kun­den­um­fan­ges mit­tels Um­struk­tu­rie­rung durch die ver­blei­ben­den Mit­ar­bei­ter aus­geführt. Un­ter Berück­sich­ti­gung ei­ner So­zi­al­aus­wahl un­ter den ver­gleich­ba­ren Mit­ar­bei­tern sei der Kläge­rin zu kündi­gen ge­we­sen. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat mit Ur­teil vom 03. Au­gust 2009, auf des­sen Tat­be­stand we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des erst­in­stanz­li­chen Par­tei­vor­brin­gens Be­zug ge­nom­men wird, der Kla­ge im We­sent­li­chen statt­ge­ge­ben. Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt, das Kündi­gungs­schutz­ge­setz sei an­wend­bar, da die War­te­zeit des § 1 KSchG erfüllt sei, denn der Ar­beits­ver­trag vom 06. Mai 2008 sei an­zu­rech­nen. Bei­de Ar­beits­verträge sei­en als Ein­heit zu be­trach­ten, da die­sel­be ju­ris­ti­sche Per­son Ver­trags­part­ner sei und die Ar­beits­verträge un­mit­tel­bar an­ein­an­der an­schlos­sen. Nach Sinn und Zweck der War­te­zeit sei oh­ne Be­lang, dass der ers­te Ar­beits­ver­trag nach let­ti­schem Recht ab­ge­schlos­sen sei, denn auch im Rah­men die­ses Ver­tra­ges sei ei­ne Er­pro­bung möglich ge­we­sen, da die Kläge­rin be­reits seit Mai 2008 in München ge­ar­bei­tet ha­be. Die Kündi­gung sei so­zi­al nicht ge­recht­fer­tigt, da die Be­klag­te die be­haup­te­ten drin­gen­den be­trieb­li­chen Er­for­der­nis­se le­dig­lich schlag­wort­ar­tig dar­ge­legt ha­be. Auf­grund der Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung ha­be sich die Be­klag­te auch in An­nah­me­ver­zug be­fun­den. Der hilfs­wei­se
ge­stell­te Auflösungs­an­trag sei ab­zu­wei­sen ge­we­sen, da die Be­klag­te in­so­weit le­dig­lich oh­ne hin­rei­chen­de Sub­stanz vor­ge­tra­gen ha­be. So­weit die Kläge­rin die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Zah­lung fik­ti­ver Flug­kos­ten so­wie zu künf­ti­ger Leis­tung be­gehrt, sei die Kla­ge un­be­gründet bzw. un­zulässig.
Ge­gen die­ses ihr am 01. Sep­tem­ber 2009 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Be­klag­te mit am 30. Sep­tem­ber 2009 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 30. No­vem­ber 2009 mit am 30. No­vem­ber 2009 ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.
Die Be­klag­te ist wei­ter der Auf­fas­sung, die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung sei wirk­sam.Dies fol­ge be­reits dar­aus, dass das Kündi­gungs­schutz­ge­setz nicht an­wend­bar sei. Vor­aus­set­zung der Erfüllung der War­te­zeit des § 1 Abs. 1 KSchG sei, dass das Ar­beits­verhält­nis deut­schem Recht un­ter­lie­ge, was vor­lie­gend hin­sicht­lich des Ar­beits­ver­tra­ges vom 06. Mai 2008 nicht der Fall sei. Die Ver­trags­par­tei­en hätten un­strei­tig und zulässi­ger­wei­se gemäß Art. 27 EGBGB let­ti­sches Recht gewählt. Die Be­klag­te führt im Ein­zel­nen aus, dass Art. 30 EGBGB die­ser Rechts­wahl nicht ent­ge­gen­ste­he. Auf die dies­bezügli­chen Ausführun­gen der Be­klag­ten un­ter 1.2 bis 1.5 des Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift­sat­zes wird Be­zug ge­nom­men. Die Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts bei­de Verträge als Ein­heit zu be­han­deln, fin­de kei­nen An­halt im Wort­laut des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes und führe des­halb zu er­heb­li­cher Rechts­un­si­cher­heit. Außer­dem wi­derspräche dies dem ein­deu­ti­gen Par­tei­wil­len.
Die Be­klag­te ist zu­dem wei­ter der Mei­nung, dass die Kündi­gung aus drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründen ge­recht­fer­tigt sei.Sie trägt vor, sie ha­be im Zu­ge der Eröff­nung ih­rer M. Fi­lia­le im Ju­ni 2008 die Einführung neu­er Pro­duk­te in den Be­rei­chen As­set Ma­nage­ment und Kre­dit­geschäfte vor­ge­se­hen; par­al­lel da­zu sei­en
auch die Auf­ga­ben­be­rei­che und das Ar­beits­vo­lu­men der Mit­ar­bei­ter in München un­ter Berück­sich­ti­gung der ge­plan­ten Geschäfts­er­wei­te­rung ge­plant wor­den. Das un­er­war­te­te Aus­blei­ben des In­ter­es­ses der Kun­den an den be­sag­ten Pro­duk­ten ha­be da­zu geführt, dass die Mit­ar­bei­ter zu kei­nem Zeit­punkt mit ih­ren Auf­ga­ben aus­ge­las­tet ge­we­sen sei­en. Die fünf M. Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten hätten sich mit­hin schon bei Auf­nah­me der Tätig­keit in M. in ei­ner Art „War­te­po­si­ti­on“ be­fun­den, die von un­zu­rei­chen­der Beschäfti­gung und Aus­las­tung ge­prägt ge­we­sen sei. Die Be­klag­te trägt hier­zu Da­ten von Kun­den­fre­quen­zen u. ä. vor. Die Auf­ga­ben der Kläge­rin hätten sich so dar­ge­stellt, dass sie mit 30 % mit der Ak­qui­si­ti­on von Neu­kun­den und der te­le­fo­ni­schen, schrift­li­chen und persönli­chen Be­ra­tung zu Bank­pro­duk­ten, mit 15% mit der Be­treu­ung und Be­ra­tung der Be­stands­kun­den, mit 1% mit dem Ab­schluss von Kun­den­verträgen, mit 8% mit der Eröff­nung und Führung von Kon­ten so­wie der Ausführung von Über­wei­sun­gen, Bar­geld­ein - und aus­zah­lun­gen, mit 3% mit der Pfle­ge von Kun­den­da­ten im un­ter­neh­mens­in­ter­nen Sys­tem und mit 20% mit der Ab­wick­lung al­ler im Zu­sam­men­hang mit der Kun­den­be­treu­ung ste­hen­den Auf­ga­ben, ins­be­son­de­re der Kun­den­an­fra­gen und Kun­den­be­schwer­den beschäftigt ge­we­sen sei. Da­mit ste­he fest, dass sie nur zu ca. 77 % be­zo­gen auf ei­ne Voll­zeit­stel­le aus­ge­las­tet ge­we­sen sei. Hier­vor sei­en durch die Or­ga­ni­sa­ti­onsände­rung nur 43,7 % ver­blie­ben, die sämt­lich ver­teilt wor­den sei­en, wo­bei die­se Ver­tei­lung im Hin­blick auf die Be­las­tung der übri­gen Mit­ar­bei­ter möglich ge­we­sen wäre, was im Ein­zel­nen aus­geführt wird. Der Ar­beits­platz der Kläge­rin sei da­her auf­grund der un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung der Be­klag­ten vollständig ent­fal­len, so dass die be­triebs­be­ding­te Kündi­gung rechts­wirk­sam sei. Auch die So­zi­al­aus­wahl sei ord­nungs­gemäß durch­geführt wor­den. Auf die Dar­stel­lung der So­zi­al­da­ten sämt­li­cher in Deutsch­land täti­ger Kun­den­be­ra­ter in der An­la­ge B19 (Bl. 464 d. A.) wird Be­zug ge­nom­men. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen S. und M. sei­en als be­son­de­re Leis­tungs­träger aus der So­zi­al­aus­wahl aus­zu­neh­men ge­we­sen. Frau S. verfüge über ei­ne deut­sche Bank­aus­bil­dung und spre­che Deutsch als Mut­ter­spra­che. Die Kläge­rin hin­ge­gen verfügen über kei­ne Bank - oder Fi­nanz­aus­bil­dung und be­herr­sche nur sehr un­zu­rei­chend die
deut­sche Spra­che. Es sei je­doch im Be­reich der Kun­den­be­ra­tung für die Be­klag­te wich­tig, dass die­se auf Deutsch und zwar auf ho­hem Ni­veau in Wort und Schrift er­fol­gen könne. Frau M. ha­be ein Stu­di­um In­ter­na­tio­na­les Ma­nage­ment und Aus­lands­han­del ab­ge­schlos­sen, die­se Kennt­nis­se sei­en für die deut­sche Zweig­nie­der­las­sung un­ent­behr­lich. Außer­dem verfüge sie über aus­ge­zeich­ne­te Eng­lisch­kennt­nis­se und wer­de des­halb für die mo­nat­li­che Über­set­zung von Ana­ly­sen der In­vest­ment­fonds ein­ge­setzt. Die Kläge­rin verfüge über kei­ne ver­gleich­ba­re Qua­li­fi­ka­ti­on. Da auch ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung auf ei­nem frei­en Ar­beits­platz nicht möglich ge­we­sen sei, sei die Kündi­gung auch im Fal­le der An­wen­dung des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes wirk­sam. Hilfs­wei­se weist die Be­klag­te dar­auf hin, dass im Te­nor zu II. des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils wohl ver­se­hent­lich im Rah­men des Zins­aus­spru­ches von ei­nem mo­nat­li­chen Zahl­be­trag von 4.219,91 EUR brut­to statt 4.053,24 EUR brut­to aus­ge­ur­teilt wor­den ist.We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens der Be­klag­ten in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf den Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift­satz vom 30. No­vem­ber 2009 und den Schrift­satz vom 27. Mai 2010 nebst An­la­gen ver­wie­sen.
das am 03. Au­gust 2009 verkünde­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin, 19 Ca 20749/08, ab­zuändern, so­weit es der Kla­ge der Kläge­rin statt­ge­ge­ben hat und die Kla­ge (ins­ge­samt) ab­zu­wei­sen; hilfs­wei­se
das am 03. Au­gust 2009 verkünde­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin, 19 Ca 20749/08 ab­zuändern, so­weit die Be­klag­te zur Zah­lung von 12.159,73 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 2.790,00 EUR nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz je­weils aus 4.219,91 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 930,00 EUR seit dem 01. Fe­bru­ar 2009, seit dem 01. März 2009 und dem 01. April 2009 an die Kläge­rin ver­ur­teilt wur­de und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len an die Kläge­rin 12.159,73 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner
2.790,00 EUR nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz je­weils aus 4.053,24 EUR brut­to abzüglich auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit über­ge­gan­ge­ner 930,00 EUR dem 01. Fe­bru­ar 2009, dem 01. März 2009 und dem 01. April 2009 zu zah­len.
Sie ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung und tritt den Ausführun­gen der Be­klag­ten in der Be­ru­fungs­in­stanz ent­ge­gen.Sie ver­tritt wei­ter die Auf­fas­sung, die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung sei un­wirk­sam. Ins­be­son­de­re wer­de die Fi­lia­le M. mit der­sel­ben Per­so­nal­aus­stat­tung wie vor Aus­spruch der Kündi­gung wei­ter­be­trie­ben, nämlich mit vier ak­ti­ven Mit­ar­bei­te­rin­nen, was sie näher dar­legt. Sie be­strei­tet ins­be­son­de­re auch die Ausführun­gen der Be­klag­ten zur Per­so­nal­aus­las­tung vor und nach dem 01. De­zem­ber 2008 so­wie die Über­tra­gung von Auf­ga­ben auf an­de­re Mit­ar­bei­ter. Außer­dem ha­be die Be­klag­te in ih­rer Auf­stel­lung die Beschäfti­gung mit 4% durch Teil­nah­me an in­ter­nen Pla­nungs­tref­fen der Fi­lia­le, mit 1,25% durch die Vor­be­rei­tung die­ser Tref­fen und mit wei­te­ren 5% durch die Zu­sam­men­fas­sung der tägli­chen ak­tu­el­len In­for­ma­ti­ons- und Ar­beits­hin­wei­se der Bank zum Zwe­cke der Kun­den­un­ter­rich­tung nicht berück­sich­tigt.Auch sei die So­zi­al­aus­wahl feh­ler­haft, da Frau S. mit ih­ren 21 Le­bens­jah­ren so­zi­al nicht schützens­wer­ter sei.We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens der Kläge­rin in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf den Be­ru­fungs­be­ant­wor­tungs­schrift­satz vom 04. Ja­nu­ar 2010 nebst An­la­gen ver­wie­sen.
Sie ist gemäß den §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1 und 2 b, c ArbGG statt­haft und frist- und form­ge­recht i.S.d. §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG, 519, 520 ZPO ein­ge­legt und be­gründet wor­den.
Die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat je­doch nur in­so­weit Er­folg als auf ih­ren Hilfs­an­trag der Zins­aus­spruch im Te­nor II. zu kor­ri­gie­ren war.
1. Das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis ist durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 08. De­zem­ber 2008 nicht zum Ab­lauf des 23. De­zem­ber 2008 wirk­sam auf­gelöst wor­den, denn die Kündi­gung ist un­wirk­sam. Sie ist je­den­falls gemäß § 1 Abs. 3 KSchG so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt, da die Be­klag­te die er­for­der­li­che So­zi­al­aus­wahl nicht ord­nungs­gemäß durch­geführt hat.
a) Die streit­ge­genständ­li­che Kündi­gung war auf der Grund­la­ge des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes zu über­prüfen. Die­ses fand auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung, weil es mehr als sechs Mo­na­te in dem Be­trieb oder Un­ter­neh­men be­stan­den hat (§ 1 Abs. 1 KSchG) und die Be­klag­te in ih­rem Be­trieb mehr als 10 Ar­beit­neh­mer beschäftig­te (§ 23 Abs. 1 Satz 3 KSchG). aa) Auf das gekündig­te Ar­beits­verhält­nis ist deut­sches Ar­beits­recht an­zu­wen­den. Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en im Ver­trag ei­ne ent­spre­chen­de Rechts­wahl ge­trof­fen ha­ben. Man­gels ei­ner Rechts­wahl un­ter­liegt die­ser Ver­trag nach Art 30 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB deut­schem Recht, weil die Kläge­rin als Kun­den­be­ra­te­rin für die M. Fi­lia­le ih­re Ar­beit gewöhn­lich in Deutsch­land ver­rich­tet hat. Die Kläge­rin hat für ih­ren, dem deut­schen Ar­beits­recht zu­zu­ord­nen­den Ver­trag, der al­lein Be­zugs­punkt für die Prüfung der An­wend­bar­keit des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes ist, die War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG erfüllt. Für die Erfüllung der War­te­zeit kam es
nicht dar­auf an, ob auch der Ar­beits­ver­trag vom 06. Mai 2008 deut­schem Recht un­ter­lag. Nach § 1 Abs. 1 KSchG muss das Ar­beits­verhält­nis in dem­sel­ben Be­trieb oder Un­ter­neh­men oh­ne Un­ter­bre­chung länger als sechs Mo­na­te be­stan­den ha­ben. Die Re­ge­lung der War­te­zeit in § 1 Abs. 1 KSchG hat den Sinn und Zweck, den Par­tei­en des Ar­beits­verhält­nis­ses die Möglich­keit ei­ner ge­wis­sen Zeit der Prüfung zu eröff­nen, ob sie sich auf Dau­er bin­den wol­len (BAG v. 24. No­vem­ber 2005 - 2 AZR 614/04 - BA­GE 116, 254). Die­ser Zweck gilt un­ge­ach­tet der Tat­sa­che, dass für die Be­rech­nung der War­te­zeit der recht­li­che Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses und nicht die Dau­er der tatsächli­chen Beschäfti­gung aus­schlag­ge­bend ist. Im Fal­le recht­li­cher Un­ter­bre­chun­gen sind auf die War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG Zei­ten ei­nes frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber an­zu­rech­nen, wenn das neue Ar­beits­verhält­nis in ei­nem en­gen sach­li­chen Zu­sam­men­hang mit dem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis steht. Da­bei kommt es ins­be­son­de­re auf den An­lass und die Dau­er der Un­ter­bre­chung so­wie auf die Art der Wei­ter­beschäfti­gung an (vgl. BAG v. 28. Au­gust 2008 - 2 AZR 101/07 - (n.v.; in ju­ris; BAG v. 19. Ju­ni 2007 - 2 AZR 94/06 - AP KSchG 1969 § 1 War­te­zeit Nr. 23 = EzA SGB IX § 90 Nr. 2). Die­sen Maßga­ben ent­spricht das hier vor­lie­gen­de Ver­trags­verhält­nis. Die Kläge­rin stand seit dem 06. Mai 2008 in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit der Be­klag­ten, der P. B. AG. Dass die auf der Ba­sis der Verträge vom. 06. Mai 2008 und vom 13. Au­gust 2008 ab­ge­schlos­se­nen Ver­trags­verhält­nis­se je­weils als Ar­beits­verhält­nis­se zu qua­li­fi­zie­ren sind, ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Die Kündi­gung ging der Kläge­rin am 08. De­zem­ber 2008, al­so nach Ab­lauf von sechs Mo­na­ten, zu. Ei­ne Ände­rung der Ar­beit­ge­ber­stel­lung trat - ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten - nicht mit der Un­ter­zeich­nung des Ver­tra­ges vom 13. Au­gust 2008 ein. Die im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­ne Zweig­nie­der­las­sung der Be­klag­ten war kein an­de­res Un­ter­neh­men i.S.v. § 1 Abs. 1 KSchG. Auch wenn die Re­ge­lun­gen in
§ 53 KWG der inländi­schen Zweig­stel­le ei­nes ausländi­schen Kre­dit­in­sti­tuts ei­ne ge­wis­se recht­li­che Ei­genständig­keit einräum­en, ver­bleibt die Zweig­stel­le Be­stand­teil des ausländi­schen Un­ter­neh­mens als ju­ris­ti­sche Per­son und Ar­beit­ge­ber. So spricht § 53 KWG aus­drück­lich von der inländi­schen Zweig­stel­le ei­nes ausländi­schen Un­ter­neh­mens. So­weit die Zwei­stel­le nach § 53 Abs. 2 a KWG als Toch­ter­un­ter­neh­men an­ge­se­hen wird, ist dies auf die Be­stim­mun­gen des KWG be­zo­gen, nicht aber auf die Fra­ge der Ar­beit­ge­ber­stel­lung im Rah­men des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes. Als ju­ris­ti­sche Per­son wird die Zweig­stel­le nur für die An­wen­dung von § 36 KWG an­ge­se­hen (§ 53 As. 1 Nr. 6 KWG). Für die Erfüllung der War­te­zeit von 6 Mo­na­ten nach § 1 Abs. 1 KSchG kam es nicht dar­auf an, ob der Ar­beits­ver­trag vom 06. Mai 2008 deut­schem Recht un­ter­lag. Der Ar­beits­ver­trag vom 06. Mai 2008 un­ter­lag nicht deut­schem son­dern let­ti­schem Recht. Dies ent­sprach der Rechts­wahl der Par­tei­en im Ver­trag. Die Re­ge­lun­gen in Art. 30 Abs. 2 Nr. 1 und 2 EGBGB stan­den nicht ent­ge­gen, weil die­ses Ar­beits­verhält­nis ei­ne en­ge­re Ver­bin­dung zu dem let­ti­schen Staat auf­weist. Die Zu­ord­nung die­ses Ver­tra­ges zu let­ti­schem Recht hat in­des kei­ne Aus­wir­kung auf die Erfüllung der War­te­zeit. Viel­mehr können auf die War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG auch sol­che Ar­beits­verhält­nis­se an­ge­rech­net wer­den, die ausländi­schem Recht un­ter­lie­gen. Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung von § 1 Abs. 1 KSchG. Bei der Aus­le­gung von Ge­set­zen ist zunächst vom Wort­laut der Re­ge­lung aus­zu­ge­hen. Ab­zu­stel­len ist fer­ner auf den sys­te­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang und den Norm­zweck, so­fern er im Ge­setz er­kenn­ba­ren Aus­druck ge­fun­den hat. Häufig kann nur bei Berück­sich­ti­gung des Ge­samt­zu­sam­men­hangs der Sinn und Zweck zu­tref­fend er­mit­telt wer­den. Im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Aus­le­gung der Vor­zug, die zu ei­ner zweckmäßigen, vernünf­ti­gen und ge­rech­ten Re­ge­lung führt (BAG v. 17. Ja­nu­ar 2008 - 2 AZR 902/06 - AP Nr. 40 zu § 23 KSchG 1969).
- 14 - Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze er­gibt sich, dass für die Erfüllung der War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG auch Ar­beits­verhält­nis­se mit ausländi­schem Ver­trags­sta­tut ein­be­zo­gen wer­den können, so­fern nur das der Prüfung un­ter­zo­ge­ne Ar­beits­verhält­nis deut­schem Recht un­terfällt. Nach dem Wort­laut die­ser Re­ge­lung ist zunächst nur der Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses in dem­sel­ben Un­ter­neh­men oder Be­trieb von mehr als sechs Mo­na­ten er­for­der­lich. Ein sol­ches Ar­beits­verhält­nis kann aber - je­den­falls zunächst - so­wohl un­ter ausländi­schem als auch un­ter deut­schem Recht be­gründet wer­den. Wei­ter­hin dif­fe­ren­ziert § 1 Abs. 1 KSchG zwi­schen Be­trieb und Un­ter­neh­men und er­laubt mit dem Be­zug auf das Un­ter­neh­men ei­ne Ein­be­zie­hung vor­an­ge­gan­ge­ner Ar­beits­verhält­nis­se un­ter an­de­ren Rechts­ord­nun­gen. Es be­steht kein Zwei­fel, dass von die­sem Be­griff so­wohl inländi­sche als auch ausländi­sche Un­ter­neh­men er­fasst wer­den. In­so­fern ist schon in dem Wort­laut der Norm der Be­zug zu ausländi­schem Recht an­ge­legt. Sinn und Zweck der Re­ge­lung spre­chen eben­falls für die Ein­be­zie­hung von Ar­beits­verhält­nis­sen un­ge­ach­tet ih­res Rechts­sta­tuts. Die­ser be­steht bei der War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG dar­in, dass die Par­tei­en in ei­nem Ar­beits­verhält­nis als Dau­er­schuld­verhält­nis ei­ne ge­wis­se Zeit lang prüfen können, ob sie sich auf Dau­er bin­den wol­len (BAG v. 28. Au­gust 2008 - 2 AZR 101/07 - n.v.; v. 24. No­vem­ber 2005 - 2 AZR 614/04 - AP KSchG 1969 § 1 War­te­zeit Nr. 19). Der Ar­beit­neh­mer soll erst durch ei­ne ge­wis­se Dau­er der Zu­gehörig­keit zum Be­trieb oder Un­ter­neh­men das Recht auf ei­ne Ar­beits­stel­le er­wer­ben (BAG v. 20. Au­gust 1998 - 2 AZR 83/98 BA­GE 89, 307 - 316). Die­ser Zweck wird aber mit dem Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses - un­abhängig von des­sen Rechts­wahl - er­reicht. Ein sach­li­cher Grund für den Ar­beit­ge­ber, die­se Prüfung auf ein Ar­beits­verhält­nis un­ter deut­schem Ver­trags­sta­tut zu be­gren­zen, be­steht nicht.
- 15 - Aus dem sys­te­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang er­ge­ben sich kei­ne An­halts­punk­te für ei­ne an­der­wei­ti­ge Aus­le­gung. An­ders als § 23 KSchG, der nach der Recht­spre­chung des BAG (vgl. BAG v. 17. Ja­nu­ar 2008 - 2 AZR 902/06 - AP Nr. 40 zu § 23 KSchG 1969) nur sol­che Be­trie­be er­fasst, die in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land lie­gen, stellt § 1 Abs. 1 KSchG wei­ter­ge­hend nicht nur auf den Be­trieb, son­dern auch auf das Un­ter­neh­men ab. Ei­ne un­zulässi­ge Aus­deh­nung des Gel­tungs­be­reichs deut­scher Vor­schrif­ten auf ausländi­sche Sach­ver­hal­te liegt in der An­rech­nung von Ar­beits­verhält­nis­sen nach ausländi­schem Recht für die War­te­zeit nicht. Der Gel­tungs­be­reich des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes wird erst da­durch eröff­net, dass der Ver­trag, um des­sen wirk­sa­me Be­en­di­gung es geht, - wie hier - deut­schem Recht un­terfällt. Ob die Vor­aus­set­zun­gen des deut­schen Kündi­gungs­rechts aber erfüllt sind, weil auf die War­te­zeit auch sol­che Ar­beits­verhält­nis­se an­ge­rech­net wer­den können, die nach ih­rem Ver­trags­sta­tut un­ter ein an­de­res Recht fal­len, be­trifft nicht die Fra­ge der Durch­set­zung ei­ner inländi­schen Norm im Aus­land, son­dern nur die Fra­ge, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die­se inländi­sche Norm im In­land an­zu­wen­den ist (Strau­be, DB 2009, 1406; Gra­ven­horst RdA 2007, 283, 286). Aus die­sen Gründen können bei der Be­rech­nung der War­te­zeit nach § 1 Abs. 1 KSchG auch sol­che Ar­beits­verhält­nis­se berück­sich­tigt wer­den, die un­ter ausländi­schem Recht ab­ge­schlos­sen wur­den. Der hier vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung von § 1 Abs. 1 KSchG steht die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum be­trieb­li­chen Gel­tungs­be­reich des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes nach § 23 KSchG für in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land be­le­ge­ne Be­trie­be nicht ent­ge­gen (vgl. BAG v. 23. März 2009 - 2 AZR 883/07 - DB 2009, 1409 ff.; BAG v. 17. Ja­nu­ar 2008 - 2 AZR 902/06 - AP Nr. 40 zu § 23 KSchG 1969). Ab­ge­se­hen da­von, dass der Ge­setz­ge­ber in § 1 Abs. 1 KSchG für die War­te­zeit oh­ne­hin zwi­schen Be­trieb und Un­ter­neh­men un­ter­schie­den hat, ver­bleibt es hier bei der in § 23 KSchG ge­re­gel­ten Be­triebs­be­zo­gen­heit des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes. An­knüpfungs­punkt für die­ses ist der Ver­trag vom 09. Ju­ni 2008, der un­zwei­fel­haft be­zo­gen auf den in
Deutsch­land ge­le­ge­nen Be­trieb ab­ge­schlos­sen wur­de und in­so­fern den Re­ge­lun­gen des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes un­ter­liegt, so­fern des­sen sons­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen wie die er­for­der­li­che War­te­zeit erfüllt sind. Nur ergänzend ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Kläge­rin für die­sen in Deutsch­land ge­le­ge­nen Be­trieb länger als sechs Mo­na­te tätig war, nämlich je­den­falls seit dem 20. Mai 2008. Dies wird auch von der Be­klag­ten ein­geräumt, auch wenn sie sei­nen Ein­satz auch ab die­sem Zeit­punkt noch als vorüber­ge­hend be­zeich­net, oh­ne dies al­ler­dings näher nach Zeiträum­en und Un­ter­bre­chun­gen näher dar­zu­le­gen. Die rein recht­li­che, nicht je­doch tatsächli­che Un­ter­bre­chung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der un­ter­schied­li­chen Verträge war unschädlich. bb) Die Be­klag­te un­terfällt auch dem An­wen­dungs­be­reich nach § 23 Abs. 1 KSchG. Sie beschäftigt in ih­rem in Deutsch­land ge­le­ge­nen Be­trieb mehr als 10 Ar­beit­neh­mer (§ 23 Abs. 1 Satz 3 KSchG). Bei der Zahl der Beschäftig­ten wa­ren die Ar­beit­neh­mer der Fi­lia­le mit den Ar­beit­neh­mern der Zweig­stel­le zu­sam­men zu rech­nen, da die­se zu ei­nem ein­zi­gen Be­trieb der Be­klag­ten gehörten. Ein Be­trieb ist die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit, in­ner­halb de­rer der Ar­beit­ge­ber mit sei­nen Ar­beit­neh­mern durch Ein­satz tech­ni­scher und im­ma­te­ri­el­ler Mit­tel be­stimm­te ar­beits­tech­ni­sche Zwe­cke fort­ge­setzt ver­folgt, die sich nicht in der Be­frie­di­gung von Ei­gen­be­darf erschöpfen. Von Be­trie­ben zu un­ter­schei­den sind Be­triebs­tei­le, die ge­genüber dem Haupt­be­trieb or­ga­ni­sa­to­risch un­selbständig sind und ei­ne Teil­funk­ti­on von des­sen ar­beits­tech­ni­schem Zweck wahr­neh­men. Die­se zeich­nen sich da­durch aus, dass sie über ei­nen ei­ge­nen Ar­beit­neh­mer­stamm, ei­ge­ne tech­ni­sche Hilfs­mit­tel und ei­ne durch die räum­li­che und funk­tio­na­le Ab­gren­zung vom Haupt­be­trieb be­ding­te re­la­ti­ve Selbständig­keit verfügen. An­de­rer­seits fehlt ih­nen aber ein ei­genständi­ger Lei­tungs­ap­pa­rat. Ein Be­trieb im kündi­gungs­schutz­recht­li­chen Sinn setzt kei­ne räum­li­che Ein­heit vor­aus (std. Rspr. vgl. z.B. BAG v. 15. März 2001 - 2 AZR 151/00 - EzA § 23 KSchG Nr. 23; BAG v. 21. Ju­ni 1995 - 2 AZR 693/94 - EzA § 23 KSchG Nr. 14 je­weils m.w.N.).
- 17 - Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze war die Fi­lia­le der Be­klag­ten in München nur als Be­triebs­teil an­zu­se­hen. Auch wenn ihr ein Fi­li­al­lei­ter vor­stand, fehl­te es dort an ei­nem ei­genständi­gen Lei­tungs­ap­pa­rat, um ins­be­son­de­re in per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten die we­sent­li­che Ent­schei­dun­gen selbständig tref­fen zu können. Schon aus dem von der Be­klag­ten ein­ge­reich­ten Or­ga­ni­gramm er­gibt sich, dass die Lei­tung in Ber­lin ansässig war. Dies wird auch durch den Vor­trag der Be­klag­ten zur un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung, den be­haup­te­ten Um­or­ga­ni­sa­tio­nen, dem Be­schluss der Zweig­stel­len­lei­te­rin vom 18. No­vem­ber 2008 und den Ent­schei­dun­gen zur Kündi­gung der Kläge­rin und von zwei wei­te­ren Mit­ar­bei­ter/in­nen der Fi­lia­le in München be­legt. Al­le die­se Ent­schei­dun­gen wur­den in Ber­lin ge­trof­fen. Dass bei ei­ner Zu­sam­men­rech­nung der Fi­lia­le in M. mit der Zweig­stel­le in Ber­lin und der Fi­lia­le in H. bei der Be­klag­ten mehr als 10 Ar­beit­neh­mer beschäftigt sind, ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. (vgl. zu a), LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 06. Ok­to­ber 2009 - 7 Sa 569/09)
b) Die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung ist so­zi­al nicht ge­recht­fer­tigt, da die Be­klag­te je­den­falls die er­for­der­li­che So­zi­al­aus­wahl nicht ord­nungs­gemäß durch­geführt hat. Nach Auf­fas­sung der er­ken­nen­den Be­ru­fungs­kam­mer ist Frau S. so­zi­al we­ni­ger schutz­bedürf­tig als die Kläge­rin.
aa) Frau S. war nicht gemäß § 1 Abs. 3 S. 2 KSchG von der so­zia­len Aus­wahl aus­zu­neh­men.Auf Grund­la­ge des Vor­tra­ges der Be­klag­ten konn­te nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Wei­ter­beschäfti­gung von Frau S. ins­be­son­de­re we­gen ih­rer Kennt­nis­se, Fähig­kei­ten und Leis­tun­gen im be­rech­tig­ten be­trieb­li­chen In­ter­es­se lag.Die Be­klag­te führt in­so­weit als maßgeb­li­che Kri­te­ri­en an, dass Frau S. im Ge­gen­satz zur Kläge­rin über ei­ne deut­scher Bank­aus­bil­dung und mut­ter­sprach­li­che Deutsch­kennt­nis­se verfügt, die für die Tätig­keit im Be­reich der Kun­den­be­ra­tung wich­tig sei­en.
- 18 - Die­se Ausführun­gen über­zeu­gen nicht. Die Be­klag­te hat die Kläge­rin in Kennt­nis ih­rer nicht vor­han­de­nen Bank - bzw. Fi­nanz­aus­bil­dung und in Kennt­nis ih­rer nicht mut­ter­sprach­li­chen nach den Be­haup­tun­gen der Be­klag­ten nur sehr un­zu­rei­chen­den Deutsch­kennt­nis­se mit Ver­trag vom 06. Mai 2008 für die Fi­lia­le in M. als Kun­den­be­ra­te­rin ein­ge­stellt und mit ihr am 13. Au­gust 2008 ei­nen wei­te­ren Ver­trag für ih­ren Ein­satz als Kun­den­be­ra­te­rin in M. ge­schlos­sen. Da die Be­klag­te nicht vor­ge­tra­gen hat, dass sich seit die­sem Ver­trags­schluss im Beschäfti­gungs­be­reich als Kun­den­be­ra­te­rin die An­for­de­run­gen verändert ha­ben mit der Fol­ge, dass nun­mehr mut­ter­sprach­li­che Deutsch­kennt­nis­se und ei­ne Bank­aus­bil­dung im Ge­gen­satz zum Zeit­punkt der Ein­stel­lung im be­trieb­li­chen In­ter­es­se lie­gen, konn­te die er­ken­nen­de Be­ru­fungs­kam­mer die von der Be­klag­ten an­geführ­ten Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten der Frau S. nicht als Leis­tungs­träger­ge­sichts­punk­te im Sin­ne des § 1 Abs. 3 S. 2 KSchG an­er­ken­nen.
bb) Frau S. ist nach den maßgeb­li­chen So­zi­al­kri­te­ri­en des § 1 Abs. 3 S. 1 KSchG - Dau­er der Be­triebs­zu­gehörig­keit, Le­bens­al­ter, Un­ter­halts­pflich­ten und Schwer­be­hin­de­rung - nicht so­zi­al schutzwürdi­ger als die Kläge­rin.Nach den von der Be­klag­ten dar­ge­leg­ten So­zi­al­da­ten sind bei­de zwar hin­sicht­lich der Kri­te­ri­en Dau­er der Be­triebs­zu­gehörig­keit, Un­ter­halts­pflich­ten und Schwer­be­hin­de­rung im We­sent­li­chen gleich zu be­trach­ten. Ein Un­ter­schied liegt aber im Le­bens­al­ter. Während Frau S. am ….. 1987 ge­bo­ren ist und da­mit am Stich­tag dem 01. No­vem­ber 2008 21 Jah­re alt war, ist die Kläge­rin, die am 03. April 1978 ge­bo­ren ist 32 Jah­re alt ge­we­sen.Das So­zi­al­kri­te­ri­um „Le­bens­al­ter“ kann trotz der Re­ge­lun­gen des AGG her­an­ge­zo­gen wer­den. Die hier­in lie­gen­de an das Al­ter an­knüpfen­de un­ter­schied­li­che Be­hand­lung ist nach § 10 S. 1, S. 2 AGG ge­recht­fer­tigt.Die in § 1 Abs. 3 Satz 1 KSchG vor­ge­se­he­ne Berück­sich­ti­gung des Le­bens­al­ters führt in der Ten­denz zu ei­ner Be­vor­zu­gung älte­rer und da­mit zu­gleich zu ei­ner Be­nach­tei­li­gung jünge­rer Ar­beit­neh­mer. Die Ab­sicht des Ge­set­zes be­steht je­doch dar­in, älte­re Ar­beit­neh­mer, die we­gen ih­res Al­ters ty­pi­scher­wei­se schlech­te­re Chan­cen auf dem
Ar­beits­markt ha­ben, et­was bes­ser zu schützen. Dar­in liegt ein le­gi­ti­mes Ziel. Das Ge­setz legt für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung ob­jek­ti­ve und an­ge­mes­se­ne Kri­te­ri­en fest, in­dem es das Le­bens­al­ter als ei­nes von vier gleich­ge­wich­tig zu berück­sich­ti­gen­den Merk­ma­len der so­zia­len Aus­wahl vor­schreibt.Die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels sind so­wohl in der abs­trak­ten Fest­le­gung als auch in der kon­kre­ten An­wen­dung an­ge­mes­sen und er­for­der­lich.Die Berück­sich­ti­gung des Le­bens­al­ters als So­zi­al­da­tum ist zur Ein­be­zie­hung in­di­vi­du­el­ler Ar­beits­markt­chan­cen ge­eig­net und er­for­der­lich. Ein mil­de­res Mit­tel ist nicht er­sicht­lich. Dass die Ar­beits­markt­chan­cen auf die­se Wei­se ty­pi­sie­rend und nicht rein in­di­vi­du­ell berück­sich­tigt wer­den, ist letzt­lich, will man die Ar­beits­markt­chan­cen über­haupt ein­be­zie­hen, un­ver­meid­bar: Je­de mögli­che Aus­sa­ge über Chan­cen muss sich na­tur­gemäß an Wahr­schein­lich­kei­ten ori­en­tie­ren, die ih­rer­seits nicht oh­ne Berück­sich­ti­gung von Er­fah­rungs­wer­ten be­ur­teilt wer­den können. Wenn al­so, was un­strit­tig ist, ein Er­fah­rungs­wert da­hin be­steht, dass mit stei­gen­dem Le­bens­al­ter die Ver­mitt­lungs­chan­ce ge­ne­rell zu sin­ken pflegt, so könn­te die­ser Um­stand auch bei strikt in­di­vi­du­el­ler Be­wer­tung von Ar­beits­markt­chan­cen nicht außer Be­tracht blei­ben.(vgl. BAG, Ur­teil vom 06. No­vem­ber 2008 - 2 AZR 523/07 - m.w.N., zi­tiert nach ju­ris)
Dies führt je­doch nach Auf­fas­sung der er­ken­nen­den Be­ru­fungs­kam­mer nicht da­zu, dass das Kri­te­ri­um „ Le­bens­al­ter“ nur dann im Rah­men der So­zi­al­aus­wahl den Aus­schlag zu Guns­ten des älte­ren Ar­beit­neh­mers ge­ben kann, wenn im Ein­zel­fall durch den Al­ters­un­ter­schied tatsächlich die Ar­beits­markt­rus­sen sind. Das ge­setz­li­che Kri­te­ri­um „Le­bens­al­ter“ ist al­so nach Auf­fas­sung der er­ken­nen­den Be­ru­fungs­kam­mer nicht im Lich­te der von wei­te­ren Kri­te­ri­en abhängi­gen Ar­beits­markt­chan­cen in­di­vi­du­ell zu be­wer­ten.Der Un­ter­schied im Le­bens­al­ter von 11 Jah­ren im vor­lie­gen­den Fall ist nach Auf­fas­sung der Kam­mer der, dass die Ent­schei­dung der Be­klag­ten für die tödli­chen Bohr­ar­bei­ten in­ne­ren S. nicht mehr vom Be­ur­tei­lungs­spiel­raum der Ar­beit­ge­be­rin im Rah­men der So­zi­al­aus­wahl ge­deckt ist.
Aber auch wenn man die in­di­vi­du­el­len Ar­beits­markt­chan­cen mit­berück­sich­tigt, er­gibt sich hier­aus vor­lie­gend kein an­de­res Er­geb­nis.Zwar be­fin­den sich bei­de Ar­beit­neh­me­rin­nen noch in ei­nem Le­bens­al­ter bei dem man noch nicht von ei­nem gra­vie­ren­den Ein­fluss des Al­ters auf die Ar­beits­markt­chan­cen aus­ge­hen kann. Auf­grund des Um­stan­des je­doch, dass Frau S. im Ge­gen­satz zur Kläge­rin über ei­ne (Bank-) Aus­bil­dung verfügt und im Ge­gen­satz zur Kläge­rin deut­sche Staats­an­gehöri­ge und Deutsch Mut­ter­sprach­le­rin ist, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die zu­dem jünge­re Frau S. deut­lich bes­se­re Chan­cen auf dem (hie­si­gen) Ar­beits­markt hat.
c) Bei die­ser Sach­la­ge konn­te da­hin­ge­stellt blei­ben, ob die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung i.S.d. § 1 Abs. 1 KSchG durch drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe, die ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung der Kläge­rin ent­ge­gen­ste­hen be­dingt ist.
2. Die Kläge­rin hat ge­gen die Be­klag­te gemäß § 615 BGB An­spruch auf Ge­halts­zah­lung für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis März 2009 in Höhe von je­weils 4.053,24 EUR brut­to abzüglich 930,00 EUR net­to, mit­hin in ei­ner Ge­samthöhe von 12.159,72 EUR brut­to abzüglich 2.790,00 EUR net­to, nebst Zin­sen auf je­weils 4.053,24 EUR brut­to abzüglich 930,00 EUR net­to.
Der dies­bezügli­che Aus­spruch im Ur­teil ers­ter In­stanz ist von der Be­klag­ten le­dig­lich in­so­weit an­ge­grif­fen wor­den, als das Ge­richt ers­ter In­stanz - wohl ver­se­hent­lich - dem Zins­an­spruch ei­nen um 166,67 EUR brut­to mo­nat­lich, al­so um die rechts­kräftig ab­ge­wie­se­nen fik­ti­ven Flug­kos­ten, erhöhten mo­nat­li­chen Brut­to­be­trag zu­grun­de ge­legt hat.Dies war zu kor­ri­gie­ren.
Nach al­le­dem war die Be­ru­fung der Be­klag­ten mit der Maßga­be der aus dem Te­nor er­sicht­li­chen Kor­rek­tur des Te­nors zu II. mit der Kos­ten­fol­ge des § 97 ZPO zurück­zu­wei­sen.
Ge­gen die­se Ent­schei­dung war gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG die Re­vi­si­on zu­zu­las­sen.
Die Re­vi­si­ons­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Re­vi­si­on ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­ses Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­de. Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als sol­che sind außer Rechts­anwälten nur fol­gen­de Stel­len zu­ge­las­sen, die zu­dem durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­deln müssen:• Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,• ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i.S.d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de. St.
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