Source: https://www.abrechnung-zahnmedizin.de/abrechnungs-tipps/sNews/professionelle-reinigung-eines-herausnehmbaren-zahnersatzes.html
Timestamp: 2019-10-21 16:03:08
Document Index: 91262380

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 8']

Professionelle Reinigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes | Abrechnungs-Tipps | abrechnung-zahnmedizin.de |
Auch wenn Zahnersatz täglich gründlich gereinigt wird, können durch Kaffee, Tee oder Nikotin Verfärbungen an der Prothese entstehen. Reinigt der Zahnarzt die Prothese im Praxislabor oder schickt er sie zur Reinigung in ein zahntechnisches Labor, fallen Kosten an, welche auch angemessen honoriert werden sollten. Die richtige Berechnung der professionellen Reinigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes finden Sie in diesem Beitrag.
Grundsätzlich stehen drei Abrechnungsmöglichkeiten der professionellen Reinigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes zur Verfügung:
1. Abrechnungsmöglichkeit - Analogberechnung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
Für die professionelle Prothesenreinigung ist weder in der GOZ noch in der GOÄ eine Gebühr vorhanden. Die Voraussetzungen für des § 6 Abs. 1 GOZ sind zu beachten, dies sind:
Die Maßnahme ist weder in der GOZ noch im für die Zahnärzte geöffneten Bereich der GOÄ als Gebühr vorhanden.
Es muss sich um eine selbstständige Leistung handeln, d. h. die erbrachte Leistung darf nicht bereits ein Leistungsbestandteil einer anderen berechneten Gebühr aus GOZ/GOÄ sein.
Der Zahnarzt wählt als Analogleistung eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertige Gebühr aus der GOZ aus.
Die herangezogene Gebühr muss mit einem „a“ gekennzeichnet werden, verständlich beschrieben werden und dem Hinweis entsprechend (verbindet neue Leistung mit ursprünglichem Leistungstext!) enthalten.
Die Bewertung der herangezogenen Gebühr darf nicht verändert werden. Die Analogleistung gilt als vollwertige GOZ-Gebühr.
Oft verweigern Versicherungen eine Erstattung einer Analogleistung mit der Begründung, dass es sich um eine nicht notwendige Leistung handelt. Dem ist entgegenzusetzen, dass der Zahnersatz die medizinische Notwendigkeit feststellt, nicht die Versicherung. Eine genaue Beschreibung der Analogleistung, aus der der Leistungsumfang genau hervorgeht und eine medizinische Notwendigkeit abgeleitet werden kann, ist jedoch hilfreich.
Mögliche Leistungsbeschreibung der Analogleistung:
Der Zahnarzt wählt sich selbst nach Art, Kosten und Zeitaufwand eine Gebühr aus der GOZ, deshalb wird hier auf einen Vorschlag einer zu heranziehenden Gebührennummer verzichtet und mit „xxxxa“ benannt.
GOZ-Nr. xxxxa Professionelle Reinigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes, einschließlich Entfernung harter und weicher Beläge mit anschließender Desinfektion zur Reduktion der Keimbesiedelung - entsprechend Leistungstext der herangezogenen GOZ-Gebühr gemäß § 6 Abs. 1 GOZ.
2. Abrechnungsmöglichkeit - Eigenlabor gemäß § 9
Erfolgt die Berechnung der Reinigung des herausnehmbaren Zahnersatzes als Eigenlaborleistung gemäß § 9 GOZ, so sind z. B. folgende Leistungen berechnungsfähig:
beb 97-Nr. 8123 - Prothese säubern und polieren
BEB ZT®-Nr. 8.06.01.0 - Prothese aufbereiten mechanisch
BEB ZT®-Nr. 8.06.02.0 - Prothese aufbereiten manuell
§ 9 GOZ setzt nicht die Berechnung gemäß beb 97 oder BEB ZT® voraus. Möglich ist auch eine eigene Beschreibung der zahntechnischen Leistung. Die Preisfindung der zahntechnischen Leistung erfolgt gemäß eigener betriebswirtschaftlicher Berechnung.
3. Abrechnungsmöglichkeit - Leistung auf Verlangen gem. § 1 Abs. 2 GOZ mit einer Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 3 GOZ
Handelt es sich um eine nicht notwendige Verlangensleistung, so muss vor Behandlungsbeginn eine Vereinbarung gem. § 2 Abs. 3 GOZ erfolgen:
Eine schriftliche Vereinbarung (Heil- und Kostenplan) muss zwischen Zahnarzt und Patient (Zahlungspflichtigen) vor Leistungserbringung getroffen werden.
Die einzelnen Leistungen sind aufzuführen. Ist in der GOZ/GOÄ keine Gebühr für die geplante Maßnahme vorhanden, so ist dafür eine Analogleistung aufzuführen.
Die Vereinbarung muss den Hinweis enthalten, dass es sich um Leistungen auf Verlangen handelt und eine Erstattung möglicherweis nicht gewährleistet ist.
Sowohl Zahnarzt als auch Patient (Zahlungspflichtiger) müssen die Vereinbarung unterschreiben.
Der Patient (Zahlungspflichtige) muss einen Abdruck der Ausfertigung erhalten.
Auf der Rechnung muss der Hinweis erfolgen, dass es sich um eine Verlangensleistung handelt.
Für GKV-Versicherte gilt:
Weder im BEMA noch BEL II ist die Leistung "Professionelle Reinigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes, einschließlich Entfernung harter und weicher Beläge mit anschließender Desinfektion zur Reduktion der Keimbesiedelung" vorgesehen. Das bedeutet, dass auch für GKV-Patienten die Berechnung gemäß GOZ erfolgt, die Voraussetzung dafür ist eine schriftliche Privatvereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z.