Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20U%20236/93
Timestamp: 2020-06-07 02:41:52
Document Index: 59970279

Matched Legal Cases: ['§ 254', '§ 254', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH', 'BGH', '§ 254']

OLG Hamm, 24.11.1994 - 6 U 236/93 - dejure.org
OLG Hamm, 24.11.1994 - 6 U 236/93
https://dejure.org/1994,2655
OLG Hamm, 24.11.1994 - 6 U 236/93 (https://dejure.org/1994,2655)
OLG Hamm, Entscheidung vom 24.11.1994 - 6 U 236/93 (https://dejure.org/1994,2655)
OLG Hamm, Entscheidung vom 24. November 1994 - 6 U 236/93 (https://dejure.org/1994,2655)
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BGB §§ 254 833
Verletzung eines Hundehalters durch spielenden fremden Hund
Hundehalter; Tiergefahr; Anspruchsminderung; Zurechnung
Treffen zwei Hundehalter zusammen und wird einer von ihnen, während die Hunde miteinander spielen, von dem fremden Hund umgerannt und verletzt
Ausflug mit Hunden endet im Krankenhaus - Zur Verteilung der Haftung
Hundehalterin hat nach Sturz mit schwerer Knieverletzung infolge des Spielens ihres Hundes mit fremdem Hund Anspruch auf Schmerzensgeld - Mitverschulden der Hundehalterin aufgrund Tiergefahr ihres eigenen Hundes
LG Essen, 11.10.1993 - 6 O 152/93
NJW-RR 1995, 598
VersR 1996, 115
Für die entsprechend § 254 Abs. 1 BGB vorzunehmende Abwägung der Verursachungsbeiträge der beiden Tierhalter kommt es sodann darauf an, mit welchem Gewicht konkret sich das in den Tieren jeweils verkörperte Gefahrenpotential in der Schädigung manifestiert hat (…Senatsurteil vom 5. März 1985 - VI ZR 1/84, aaO, 666; OLG Hamm, VersR 1996, 115, 116).
Diese Umstände können allerdings bei der Bildung der Haftungsquoten von Bedeutung sein (vgl. OLG Hamm, VersR 1996, 115, 116; OLG Frankfurt, NJW-RR 2007, 748, 749; OLG Koblenz, BeckRS 2014, 00768).
Gegebenenfalls kann eine Tiergefahr aufgrund dieser Abwägung sogar gänzlich zurücktreten (OLG Oldenburg, Urteil vom 15.01.2001, Az.: 13 U 104/00, u.a. in: ZfSch 2001, Seite 539; OLG Hamm, Urteil vom 24.11.1994, Az.: 6 U 236/93, u.a. in: NJW-RR 1995, Seiten 598 f.; OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 27.05.1999, Az.: 1 U 37/98, u.a. in: NJW-RR 1999, Seite 1255).
Für die entsprechend § 254 Abs. 1 BGB dann vorzunehmende Abwägung der Verursachungsbeiträge der beiden Tierhalter kommt es sodann darauf an, mit welchem Gewicht konkret sich das in den Tieren jeweils verkörperte Gefahrenpotenzial in der Schädigung manifestiert hat (BGH, Urteil vom 31.05.2016, Az.: VI ZR 465/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2737 f.; BGH, Urteil vom Urteil vom 05.03.1985, Az.: VI ZR 1/84, u.a. in: NJW 1985, Seiten 2416 f.; OLG Hamm, Urteil vom 24.11.1994, Az.: 6 U 236/93, u.a. in: NJW-RR 1995, Seiten 598 f.).
OLG Frankfurt, 12.01.2007 - 19 U 217/06
Tierhalterhaftung: Verletzung eines der Tierhalter beim herumtollenden mehrerer …
Dies rechtfertigt es, den Beklagten mit einer höheren Quote zu belasten als die beiden anderen Hundehalter (vgl. auch OLG Hamm VersR 1996, 115, 116).
OLG Köln, 13.08.2002 - 9 U 185/00
[Kein] Schadensersatz und Schmerzensgeld für die Verletzung durch ein Tier wegen …
Bei zwei beteiligten Tieren verschiedener Halter bestimmt sich die Ersatzpflicht nach dem Gewicht, mit dem die Tiergefahr beider Tiere im Verhältnis zueinander wirksam geworden ist (vgl. BGH, NJW 1985, 2416; OLG Hamm, NJW-RR 1995, 598), wobei die Haftung einer Seite ganz zurücktreten kann (vgl. OLG Frankfurt, NJW-RR 1999, 1255).
Allein in dem Umstand, dass die Beklagte zu 2) in dem freien Gelände den Hund hat frei herumlaufen lassen, kann ein Verschulden nicht gesehen werden (vgl. OLG Hamm, NJW-RR 1995, 598;… Staudinger - Belling/Eberl-Borges, a.a.O., § 833, Rn 170), zumal davon ausgegangen wurde, dass der Hund sich friedlich verhalten würde.
Im Fall des OLG Hamm (NJW-RR 1995, 598) spielten zwei Hunde miteinander, was hier unstreitig nicht der Fall war.
Von einem derartigen "Jagdspiel" oder Gerangel der Hunde (BGH VersR 2016, 1068; OLG Hamm VersR 1996, 115), bei dem sich die Tiergefahr beider Hunde verwirklicht, weil es letztlich vom Zufall abhängt, welchem Tier ausgewichen werden sollte, konnte sich der Senat vorliegend nicht überzeugen.
OLG Koblenz, 09.12.2019 - 12 U 249/18
Da auch ihre eigenen Hunde an dem "Getümmel" beteiligt waren und dieses "Getümmel" letztlich die Ursache für den Sturz der Klägerin war, muss sich die Klägerin die von ihren eigenen Hunden ausgehende mitursächliche Tiergefahr Anspruchs mindernd anrechnen lassen (BGH VersR 1976, 1090; OLG Koblenz 7 U 1572/82, Urteil vom 25.05.1983, juris; OLG Hamm in NJW-RR 1995, 598; OLG Celle 9 U 28/80, Urteil vom 18.07.1980, juris).
Bei mitwirkender Verursachung des Schadens durch die vom eigenen Tier des Geschädigten ausgehende Tiergefahr muss sich der Geschädigte seine eigene Tierhalterhaftung entsprechend § 254 BGB anrechnen lassen (vgl. OLG Hamm v. 24.11.1994 - 6 U 236/93).
OLG Frankfurt, 27.05.1999 - 1 U 37/98
OLG Koblenz, 10.02.2020 - 12 U 249/19
LG München I, 27.03.2015 - 20 O 10380/13
Mitverschulden gegenüber der Tierhalterhaftung bei Hundesprung
LG München I, 13.02.2015 - 20 O 10380/13
Zum Schadensersatz bei einer Verletzung während des Spielens mit einem fremden …