Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=40&t=281473&p=1833782
Timestamp: 2020-03-28 22:56:30
Document Index: 89160785

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§35', '§6', '§35', '§35', '§35']

Hausneubau steuerliche Absetzbearkeit - Wann Ummelden? im Forum für Steuerrecht u. Steuerstrafrecht
Beitrag von spaceprince » 28.12.18, 11:29
Person A lebt mit Person B in einer eheähnlichen Gemeinschaft.
Sie möchten spätere zu leistende Handwerkerarbeitsleistungen für Ihren Hausneubau steuerlich geltend machen. Ab wann ist dies möglich, bezüglich des Einzugdatums?
Müssen Sie im Jahr vor den nachträglichen Arbeitsleistungen umgemeldet/umgezogen sein oder können diese immer geltend gemacht werden, sofern die Arbeiten nach der Ummeldung gemacht werden?
Müssen sich Person A und B beide umgemeldet haben oder reicht es wenn sich nur eine Person vorher umgemeldet hat.
Beitrag von SusanneBerlin » 28.12.18, 12:17
Man kann die Herstellungskosten (Kosten des Neubaus) einer selbstzubewohnenden Immobilie gar nicht steuerlich absetzen. Auch nicht die Kosten für die Handwerker.
Denn die Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass es sich um "Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen" handelt, was bei einem Neubau nicht der Fall ist.
Die gesetzliche Grundlage finden Sie in § 35a Abs 3 EStG.
Beitrag von ktown » 28.12.18, 12:50
Einzig die Anlage der Außenanlage werden akzeptiert.
Beitrag von spaceprince » 28.12.18, 13:25
Nach der Ummeldung in das neue Heim, kann man die Arbeitsleistung für z.B. Aussenfassade und , wie schon geschrieben Außenfläche, natürlich ansetzen. Dies ist mehrfach belegt und auch nach Einspruch bestätigt wurden. Natürlich kann ich nicht die Arbeitsleistung meines Heizungseinbaues oder des Elektrikers ansetzen, da dies essenzielle Dinge für einen möglichen Einzug in das Haus sind. Also bitte nur Antworten in Bezug auf meine eigentlichen Fragen. Ansonsten ist dies hier Zeitverschwendung.
Beitrag von SusanneBerlin » 28.12.18, 13:32
spaceprince hat geschrieben: Natürlich kann ich nicht die Arbeitsleistung meines Heizungseinbaues oder des Elektrikers ansetzen, da dies essenzielle Dinge für einen möglichen Einzug in das Haus sind. Also bitte nur Antworten in Bezug auf meine eigentlichen Fragen. Ansonsten ist dies hier Zeitverschwendung.
Das ging aus dem Ausgangsbeitrag nicht hervor. Ich kann ja nicht in Ihren Kopf hineinsehen. Vielleicht nehmen Sie sich nächstes Mal mehr Zeit dafür Ihren Beitrag zu formulieren, dann verschwenden Sie nicht die Zeit derer, die Ihnen eine Antwort schreiben.
Beitrag von ktown » 28.12.18, 13:45
spaceprince hat geschrieben: Also bitte nur Antworten in Bezug auf meine eigentlichen Fragen. Ansonsten ist dies hier Zeitverschwendung.
Da muss ich ihnen unumwunden recht geben. Dieser Thread ist Zeitverschwendung, wenn bei nicht passenden Antworten gleich der Sachverhalt verändert wird.
Beitrag von spaceprince » 29.12.18, 01:14
Beitrag von bavarian tax collector » 29.12.18, 10:08
@SusanneBerlin und @ktown
Ehrlich gesagt verstehe ich Eure Aufregung nicht denn die Frage war meines Erachtens nach eindeutig gestellt und kann mit einem Blick in das BMF-Schreiben vom 10.01.2014 leicht beantwortet werden! Denn ob die Leistung tatsächlich unter §35a EStG fallen war doch gar nicht gefragt!
Die Ummeldung spielt schlicht keine Rolle!
BMF vom 10.01.2014, Rz. 19 hat geschrieben: Der Begriff „im Haushalt" ist nicht in jedem Fall mit „tatsächlichem Bewohnen" gleichzusetzen. Beabsichtigt der Steuerpflichtige umzuziehen, und hat er für diesen Zweck bereits eine Wohnung oder ein Haus gemietet oder gekauft, gehört auch diese Wohnung oder dieses Haus zu seinem Haushalt, wenn er tatsächlich dorthin umzieht. Hat der Steuerpflichtige seinen Haushalt durch Umzug in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus verlegt, gelten Maßnahmen zur Beseitigung der durch die bisherige Haushaltsführung veranlassten Abnutzung (z.B. Renovierungsarbeiten eines ausziehenden Mieters) noch als im Haushalt erbracht. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen in einem engen zeitlichen Zusammenhang zu dem Umzug stehen. Für die Frage, ab wann oder bis wann es sich um einen Haushalt des Steuerpflichtigen handelt, kommt es im Übrigen grundsätzlich auf das wirtschaftliche Eigentum an. Bei einem Mietverhältnis ist deshalb der im Mietvertrag vereinbarte Beginn des Mietverhältnisses oder bei Beendigung das Ende der Kündigungsfrist und bei einem Kauf der Übergang von Nutzen und Lasten entscheidend. Ein früherer oder späterer Zeitpunkt für den Ein- oder Auszug ist durch geeignete Unterlagen (z.B. Meldebestätigung der Gemeinde, Bestätigung des Vermieters) nachzuweisen. In Zweifelsfällen kann auf das in der Regel anzufertigende Übergabe-/Übernahmeprotokoll abgestellt werden.
SusanneBerlin hat geschrieben: Man kann die Herstellungskosten (Kosten des Neubaus) einer selbstzubewohnenden Immobilie gar nicht steuerlich absetzen. Auch nicht die Kosten für die Handwerker.
Diese Aussage ist so nicht ganz richtig! Zwar geht der Gesetzestext -wie zutreffend zitiert wurde- von "Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen" aus, aber diese Begriffe sind gesetzlich nict definiert! Das BMF-Schreiben wiederum sagt eben ausdrücklich nicht, das Herstellungskosten nicht abziehbar sind, sondern "nur" handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme nicht begünstigt sind! Für die Definition der Neubaumaßnahme greift das BMF dabei ausdrücklich nicht auf die Bwertungsvorschrift des §6 EStG mit der Definition von Herstellungskosten zurück, sondern verweis auf H7.4 "Fertigstellung" EStH! Damit ist klar, dass tatsächlich auch Handwerkerleistungen, die qua Deinition zu den Herstellungskosten gehören, nach §35a EStG begünstigt sein können, soweit sie eben nach Fertigstellung im steuerlichen Sinne entstanden sind! Dies e den Stpfl. tatsächlich begünstigende Sichtweise war bereits beim ersten BMF-Schreiben von 2010 stark diskutiert, da sie eigentlich dem Gesetzestext entgegen läuft! Durch die Selbstbindung der Verwaltung durch das BMF-Schreiben, kann sich jeder Stpfl. darauf berufen. Und Klagen dagegen dürfte es kaum geben!
BMF vom 10.01.2014, Rz. 21 hat geschrieben: Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt. Als Neubaumaßnahmen gelten alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen Fertigstellung (vgl. H 7.4 „Fertigstellung" EStH) anfallen.
Und nur zur Vollständigkeit halber wegen ...
spaceprince hat geschrieben: Person A lebt mit Person B in einer eheähnlichen Gemeinschaft.
..sei auf §35a Abs.5 Satz 4 EStG verwiesen ...
§35a Abs.5 Satz 4 EStG hat geschrieben: Leben zwei Alleinstehende in einem Haushalt zusammen, können sie die Höchstbeträge nach den Absätzen 1 bis 3 insgesamt jeweils nur einmal in Anspruch nehmen.
Vgl. auch Beispiele 9-11 des genannten BMF-Schreibens!