Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Sachsen&Datum=06.05.1993&Aktenzeichen=1%20S%20104%2F93
Timestamp: 2019-04-25 23:01:16
Document Index: 120755700

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 123', '§ 191', '§ 70', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 123', '§ 15', '§ 15']

OVG Sachsen, 06.05.1993 - 1 S 104/93 - dejure.org
OVG Sachsen, 06.05.1993 - 1 S 104/93
VwGO § 56 Abs. 2, § 123; ZPO § 191 Nr. 4; SächsBO § 70
Zustellungsurkunde; Zustellungsempfänger; Rechtsmittelfrist; Einstweilige Anordnung; Baugenehmigung; Vorwegnahme der Hauptsache
Keine Baugenehmigung im Eilverfahren (II) (IBR 1994, 168)
NJW 1994, 675 (Ls.)
NVwZ 1994, 81
Entgegen der Auffassung der Antragsgegnerin ist das Begehren der Antragstellerin nicht auf die Erteilung einer "vorläufigen Baugenehmigung" gerichtet, die dem materiellen Recht fremd ist (in diesem Sinne vgl. auch SächsOVG, Beschl. v. 06.05.1993 - 1 S 104/93 - SächsVBl 1993, 207).
Damit scheidet auch die Erteilung einer vorläufigen Genehmigung im Wege der einstweiligen Anordnung aus (vgl. OVG Niedersachsen, Beschluss vom 1. September 2003 - 7 ME 156/03 -, juris; Fielitz/Grätz, PBefG, Kommentar, Stand 11/2006, Bd. 1, § 15 RdNr. 10; vgl. Bidinger, Personenbeförderungsrecht, Kommentar, Stand 5/2007, Bd. 1, B § 15 PBefG, RdNr. 73 unter Hinweis auf OVG Sachsen, Beschluss vom 6. Mai 1993 - 1 S 104/93 -, NVwZ 1994, 81 (zur Baugenehmigung); a. A. Fromm/Fey, Personenbeförderungsrecht, § 15 PBefG, RdNr. 7).
Auf einen solchen Antrag kann ein Bauherr - zudem - zumutbarerweise nicht verwiesen werden, denn für eine auf Erteilung eines Vorbescheides gerichtete einstweilige Anordnung dürfte in aller Regel der erforderliche Anordnungsgrund fehlen, der im Hinblick auf eine Vorwegnahme der Hauptsache strengen Anforderungen unterliegt (Vorliegen eines "zwingenden" Grundes: vgl. VGH Kassel, Beschl. v. 22.05.2003, 9 TG 1187/03, NVwZ-RR 2003, 814; OVG Bautzen, Beschl. v. 06.05.1993, 1 S 104/93, juris; OVG Berlin, Beschl. v. 14.03.1989, 2 S 35.88, BRS 49 Nr. 162).
OVG Niedersachsen, 01.09.2003 - 7 ME 156/03
Kein Anspruch auf Erteilung einer vorläufigen widerruflichen …
Damit dürfte dieses Verbot, vorläufige Genehmigungen oder Genehmigungen mit einem Widerrufsvorbehalt zu erteilen, auch die Erteilung einer Genehmigung im Wege der einstweiligen Anordnung nach § 123 VwGO ausschließen (vgl. Bidinger, Personenbeförderungsrecht, Bd. 1, B § 15 PBefG, Rn. 73 unter Hinweis auf OVG Bautzen, Beschl. v. 6.5. 1993 - 1 S 104/93 -, NVwZ 1994, 81 (zum Baurecht);… Finkelnburg/Jank, Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsstreitverfahren, 4. Aufl., Rn. 263;… a.A. Fromm u.a., Personenbeförderungsrecht, § 15 PBefG, Rn. 7).
OVG Sachsen, 20.04.2011 - 4 B 311/10
Einstweilige Anordnung, Eintragung in Architektenliste, Vorwegnahme der …
Dem steht schon entgegen, dass dem Sächsischen Architektengesetz eine derartige vorläufige Eintragung fremd ist (vgl. zum Fall der vorläufigen Baugenehmigung: SächsOVG, Beschl. v. 6. Mai 1993 - 1 S 104/93 -, SächsVBl. 1993, 207).
OVG Sachsen, 16.02.2017 - 1 B 225/16
Vorläufige Baugenehmigung; vorläufiges Fiktionszeugnis; einstweilige Anordnung
Der Senat hat im Beschluss vom 6. Mai 1993 - 1 S 104/93 -, SächsVBl.
OVG Rheinland-Pfalz, 07.12.1995 - 1 B 13193/95
Baurecht ; Einstweilige Anordnung ; Gestattung einer Nutzungsänderung
Eine derartige Ausnahmekonstellation im Baurecht halten auch andere Obergerichte für möglich (vgl. OVG Berlin…, Beschluß vom 11. März 1991 a.a.O.; OVG Lüneburg, Beschluß vom 26. Oktober 1979, BRS 35 Nr. 174; VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 13. Dezember 1991, VBl BW 1992, 179; OVG Bautzen, Beschluß vom 06. Mai 1993, NVwZ 1994, 81; Bayerischer VGH, Beschluß vom 14. März 1977, VerwRspr. 29, 253).
Dagegen wenden sich vor allem der Hessische VGH (BRS 27 Nr. 150), das Sächsische OVG (SächsVBl. 1993, 207) und der VGH Baden-Württemberg (VGH BW LS 1992, Beilage 7, B 3).
Teilweise wird die Auffassung vertreten, daß eine derartige Verpflichtung der Baugenehmigungsbehörde grundsätzlich unzulässig ist, und zwar insbesondere deswegen, weil im Falle der Verpflichtung der Behörde in unzulässiger Weise die Hauptsache vorweggenommen würde (so HessVGH, Beschl. v. 18.9.1973 - IV TG 42/73 -, BRS 27 Nr. 150; BayVGH, Beschl. v. 2.4.1976 - Nr. 21 I 76 -, BRS 30 Nr. 130; OVG Bautzen, Beschl. v. 6.5.1993 - 1 S 104/93 -, NVwZ 1994, 81; tendenziell ähnlich OVG Berlin, Beschl. v. 14.3.1989 - 2 S 35/88 -, BRS 49 Nr. 162 u. Beschl. v. 11.3.1991 - 2 S 1/91 -, NVwZ 1991, 1198).
Dabei kann dahinstehen, ob eine Verpflichtung der Behörde zur Erteilung einer Baugenehmigung im vorläufigen Rechtsschutzverfahren wegen des Verbots der Vorwegnahme der Hauptsache schlechthin unzulässig ist (vgl. Tendenz des OVG Berlin…, Beschluss vom 11. März 1991 - OVG 2 S 1.91 -, juris Rn. 16; OVG Bautzen, Beschluss vom 06. Mai 1993 - 1 S 104/93 -, juris 2. Orientierungssatz).