Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202008,%20801
Timestamp: 2019-04-25 15:05:57
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 91', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.03.2008 - VI ZB 72/06 - dejure.org
Anspruch auf Erstattung von Kosten eines vorprozessual beauftragten Privatsachverständigen; Allgemeine Betriebskosten eines Privatsachverständigen und einem damit verbundenen Kostenaufwand bei einer konkreten Klageandrohung; Erforderlichkeit einer ausschließlichen Ausrichtung des ursprünglichen Gutachtenauftrags auf den konkreten Prozess
Privatgutachten (außergerichtliches) - Kostenerstattung
Kosten für Privatgutachten nur ausnahmsweise im Kostenfestsetzungsverfahren zu berücksichtigen
Zur Erstattungsfähigkeit von vorgerichtlichen Sachverständigenkosten
Verfahrensrecht - Erstattungsfähigkeit der Parteigutachterkosten?
Unfallschadensregulierung - Kostenerstattung bei Privatgutachten?
Kostenerstattung für Unfallgutachten
Parteigutachten für konkreten Rechtsstreit: Kosten sind erstattungsfähig!
Verkehrsunfallprozess - Enge Voraussetzungen für Kostenerstattung bei Privatgutachten
Parteigutachten für konkreten Rechtsstreit: Kosten sind erstattungsfähig! (IBR 2008, 302)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 4.3.2008, Az.: VI ZB 72/06 (Kosten eines am Unfalltage herangezogenen Privatgutachters)" von VorsRiLG Heinz Hansens, original erschienen in: RVGreport 2008, 191 - 192.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 4.3.2008, Az.: VI ZB 72/06 (Kosten eines am Unfalltage herangezogenen Privatgutachters)" von Heinz Hansens, original erschienen in: ZfS 2008, 345 - 346.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.03.2008, Az.: VI ZB 72/06 (Enge Voraussetzungen für Kostenerstattung bei Privatgutachten)" von der Redaktion, original erschienen in: PA 2008, 123 - 124.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH v. 04.03.2008, Az.: VI ZB 72/06 (Erstattungsfähigkeit der Kosten eines vorprozessual eingeholten Gutachtens)" von Ass. F. Roland A. Richter, original erschienen in: SVR 2008, 258 - 259.
AG Berlin-Mitte, 29.03.2006 - 111 C 3190/05
LG Berlin, 04.10.2006 - 82 T 261/06
NJW 2008, 1597
MDR 2008, 622
NZV 2008, 340
VersR 2008, 801
Rpfleger 2008, 536
BauR 2008, 1180
Dazu können nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats auch die Kosten für die Einholung eines Privatsachverständigengutachtens gehören, wenn sie unmittelbar prozessbezogen sind (vgl. Senat, Beschlüsse vom 17. Dezember 2002 - VI ZB 56/02, BGHZ 153, 235 f.;… vom 23. Mai 2006 - VI ZB 7/05, VersR 2006, 1236 Rn. 6; vom 4. März 2008 - VI ZB 72/06, VersR 2008, 801 Rn. 6 …und vom 18. November 2008 - VI ZB 24/08, VersR 2009, 563 Rn. 6).
Dazu können nach der ständigen Rechtsprechung des Senats auch die Kosten für die Einholung eines Privatsachverständigengutachtens gehören, wenn sie unmittelbar prozessbezogen sind (vgl. Senatsbeschlüsse vom 17. Dezember 2002 - VI ZB 56/02, BGHZ 153, 235 f.;… vom 20. Dezember 2011 - VI ZB 17/11, BGHZ 192, 140 Rn. 10;… vom 23. Mai 2006 - VI ZB 7/05, VersR 2006, 1236 Rn. 6; vom 4. März 2008 - VI ZB 72/06, VersR 2008, 801 Rn. 6 …und vom 18. November 2008 - VI ZB 24/08, VersR 2009, 563 Rn. 6).
Zu den erstattungsfähigen Kosten können ausnahmsweise die Kosten für die Einholung eines Privatsachverständigengutachtens gehören, wenn sie unmittelbar prozessbezogen sind (BGH…, Beschluss vom 20. Dezember 2011 - VI ZB 17/11, aaO Rn. 10;… Beschluss vom 18. November 2008 - VI ZB 24/08, VersR 2009, 563 Rn. 6; Beschluss vom 4. März 2008 - VI ZB 72/06, NJW 2008, 1597 Rn. 6).
Darüber hinaus muss sich das Privatgutachten auf den konkreten Rechtsstreit beziehen und gerade mit Rücksicht auf ihn eingeholt worden sein (vgl. BGH, NJW 2008, 1597, 1598; OLG Karlsruhe, Beschl. v. 16.03.2010 - 15 W 97/09, zitiert nach juris; OLG Koblenz, MDR 2009, 471; OLG Hamm, Beschl. v. 19.06.2009 - I-25 W 171/09, zitiert nach juris).
Zu den erstattungsfähigen Kosten können ausnahmsweise die Kosten für die Einholung eines - sei es auch vorprozessual erstatteten - Privatsachverständigengutachtens gehören, wenn sie unmittelbar prozessbezogen sind (BGH…, Beschluss vom 1. Februar 2017 - VII ZB 18/14 Rn. 12, BauR 2017, 913 = NZBau 2017, 276;… Beschluss vom 7. Februar 2013 - VII ZB 60/11 Rn. 24, NJW 2013, 1820 Rn. 24 = BauR 2013, 990;… Beschluss vom 26. Februar 2013 Rn. 4 f.- VI ZB 59/12, Rn. 4 f., NJW 2013, 1823;… Beschluss vom 24. April 2012 - VIII ZB 27/11 Rn. 3, GuT 2012, 271;… Beschluss vom 20. Dezember 2011 - VI ZB 17/11 Rn. 10, BGHZ 192, 140; Beschluss vom 4. März 2008 - VI ZB 72/06 Rn. 6, NJW 2008, 1597;… Urteil vom 13. April 1989 - IX ZR 148/88, NJW 1990, 122, juris Rn. 16).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, NJW 2008, 1597 f. = juris Rn 6 mit Hinweis auf BGHZ 153, 235 und NJW 2006, 2415 f.) können die Kosten für ein vorprozessual erstattetes Privatgutachten nur ausnahmsweise als "Kosten des Rechtsstreits" im Sinne des § 91 Abs. 1 ZPO angesehen werden.
Deshalb sind diejenigen Aufwendungen, die veranlasst werden, bevor sich der Rechtsstreit einigermaßen konkret abzeichnet, regelmäßig nicht erstattungsfähig (BGH, NJW 2008, 1597 f. = juris Rn 6).
Der Bundesgerichtshof führt zur Begründung weiter aus (NJW 2008, 1597 f. = juris Rn 7): "Damit soll verhindert werden, dass eine Partei ihre allgemeinen Unkosten oder prozessfremde Kosten auf den Gegner abzuwälzen versucht und so den Prozess verteuert.
Insoweit genügt es nicht, wenn das Gutachten irgendwann in einem Rechtsstreit verwendet wird, Voraussetzung hierfür ist vielmehr, dass sich das Gutachten auf den konkreten Rechtsstreit bezieht und gerade mit Rücksicht auf den konkreten Prozess in Auftrag gegeben worden ist (BGH, Beschl. v. 04.03.2008 - VI ZB 72/06, NJW 2008, 1597, 1598 Rn. 6).
Die Aufwendungen, die veranlasst werden, bevor der Rechtsstreit sich einigermaßen konkret abzeichnet, sind aus diesem Grund - in einem "einfachen" Kostenfestsetzungsverfahren - regelmäßig nicht erstattungsfähig (…OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 11.01.2018 - 12 W 63/17, NJW-RR 2018, 512 Rn. 3; BGH, Beschl. v. 17.12.2002 - VI ZB 56/02, NJW 2003, 1398, 1399; Beschl. v. 04.03.2008, a.a.O. Rn. 6 f.).
Zwar ist eine ausschließliche Ausrichtung des Gutachtenauftrags auf den konkreten Prozess nicht erforderlich (vgl. BGH, Beschl. v. 04.03.2008, a.a.O. Rn. 9;… Beschl. v. 17.12.2002, a.a.O.), dies betrifft aber nur die Frage, ob mit dem Gutachten noch andere Zwecke verfolgt werden können, als nur die Position des Auftraggebers in dem bereits hinreichend konkretisierten Rechtsstreit stützen.