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Timestamp: 2018-04-22 14:10:22
Document Index: 393983936

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 26', '§ 25', '§ 24']

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Seit jeher ist es ein Bestreben der Menschen, sich vor den Folgen von Naturkatastrophen und anderen Wechselfällen des Lebens zu schützen. Geschichtlich bedingt ist es eine Hauptaufgabe der Versicherungswirtschaft, Versicherungsschutz für den Verlust oder die Beschädigung von Sachwerten zu bieten.
Übersicht Sachversicherungen:
Der Gesamtkomplex der Sachversicherungen ist in unterschiedliche Geschäftsbereiche zu unterscheiden:
privater Geschäftsbereich gewerblicher Geschäftsbereich landwirtschattllcher Bereich industrieller Bereich
Versicherungsschutz für die typischen Risiken wird in Form folgender Produkte angeboten:
Sachversicherungsarten
Privater Geschäftsbereich Gewerblicher Geschäftsbereich
Hausratversicherung Wohngebäudeversicherung Geschäftsinhaltsversicherung Geschäftsgebäudeversicherung
Ein Kriterium unterscheidet also danach, ob Dinge versichert werden sollen, die zum Inhalt oder zum Gebäude selbst gehören. Zur Erläuterung dient folgendes Schaubild über die einzelnen Bedingungswerke, die bereits bei den VU mehr oder weniger stark variieren (vor allem je nach Deckungskonzepten):
Bedingungswerke in der Sachversicherung
VGB 2005
Allgemeine Wohngebäude- Versicherungsbedingungen (F, LW, St/H)
VHB 2005
Allgemeine Hausrat- Versicherungsbedingungen (F, ED, LW, St/H)
Allgemeine Feuer- Versicherungsbedingungen
Allgemeine Bedingungen für die Leitungswasser- Versicherung
Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Sturmschäden
Allgemeine Bedingungen für die Einbruch-, Diebstahl- und Raubversicherung
ZKBU 87
Zusatzbedingungen für die einfache Betriebsunterbrechungs- Versicherung
Unabhängig davon, ob es sich um eine Hausrat-, Wohngebäude- oder Geschäftsversicherung handelt, sind die versicherten Gefahren
im Wesentlichen für alle Produkte gleich definiert. Allerdings nehmen die Abweichungen zwischen den privaten und gewerblichen Sachversicherungen zu. So ist beispielsweise der Begriff Feuer in der Hausratversicherung derselbe wie in der Geschäftsgebäude- oder Geschäftsversicherung, aber in modernen Hausratversicherungen besteht Deckung für Nutzfeuerschäden, ebenfalls ist dort die lmplosion mitversichert usw. ln den letztgenannten Zweigen sind jedoch die Gefahren einzeln versicherbar (gebündelte Versicherung), wohingegen die Hausratversicherung eine Abdeckung aller Gefahren darstellt (kombinierte oder verbundene Versicherung).
Verbundene (kombinierte) und gebündelte Verträge
Gegenüberstellung von kombinierter und gebündelter Versicherung
Kombinierte Versicherung Gebündelte Versicherung
ein Antrag ein Antrag
einheitliche Versicherungsbedingungen verschiedene Versicherungsbedingungen
ein einheitlicher Vertrag mehrere rechtlich selbständige Verträge
ein einheitlicher Prämiensatz mehrere Prämiensätze
insgesamt kündbar einzeln kündbar
Deckung mehrerer Risiken (Feuer-, einbruchdiebtahl-, Leitungswasser, Sturmschäden) in einem Versicherungszweig Deckung mehrerer Risiken durch Zusammenfassung mehrer Versicherungszweige
Verbundene Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung Familienversicherung (Hausrat-, Privathaftpflicht-, Unfallversicherung)
Ziel der Hausratversicherung ist der Schutz des persönlichen Eigentums an den Dingen des Alltags, die im eigenen Haushalt ständig zum Leben benötigt werden. Ihre Beschädigung, Zerstörung oder ihr Verlust bedeuten einen erheblichen Einschnitt. Die Wiederbeschaffung stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar, die mittels Ersparnissen bei größeren Schäden oft nicht zu bewältigen ist. Die Hausratversicherung hilft nun dabei, bei versicherten Schäden so viel Geld zur Verfügung zu stellen, dass die beschädigten oder zerstörten Sachen repariert oder zu den aktuellen Preisen sofort wieder beschafft werden können. Damit besteht der Kundennutzen in der Sicherung des erreichten Lebensstandards.
Jede Sparte der Sachversicherungen definiert positiv, Welche Sachen unter den Versicherungsschutz fallen sollen:
In der Hausratversicherung ist der gesamte Hausrat versichert. Dazu gehören alle Sachen die dem Haushalt des Versicherungsnehmers zur privaten Nutzung dienen. Hausrat kann somit auch wie folgt definiert werden:
Sachen, die im Haushalt dienen ...
- zur Einrichtung (Mobiliar, Gardinen etc.),
- zum Gebrauch (Wäsche, Bekleidung, Geschirr etc.) oder
- zum Verbrauch (Nahrungs- und Genussmittel),
- außerdem Wertsachen und Bargeld.
- private Rundfunk- und Fernsehempfangsanlagen sowie Markisen, die allein zur Wohnung gehören,
- Arbeitsgeräte (Werkzeuge, Personalcomputer u. Ä.), jedoch nicht Warenvorräte,
- vom Mieter auf eigene Kosten in das Gebäude eingefügte Sachen,
- Rasenmäher, Gokarts, Spielfahrzeuge, motorgetriebene Krankenfahrstühle, Kanus, Schlauch-, Falt- und Ruderboote einschließlich ihrer Motoren u. Ä. (iedoch nicht Segelboote), Surfgeräte, Fall- und Gleitschirme, nicht motorisierte Flugdrachen,
- Kleintiere, z. B. Hunde, Katzen, Vögel.
Nicht versicherte Sachen sind u. a.:
- Gebäudebestandteile,
- Kfz und Anhänger (außer genannte),
- Luft- und Wasserfahrzeuge (außer genannte),
- Hausrat von Untermietern,
- gesondert versicherter Schmuck und Pelze.
Fremdes Eigentum ist mit Ausnahme von Sachen eines Untermieters in der Hausratversicherung mitversichert.
Die Entschädigung fürfolgende Wertsachen ist begrenzt, wenn sie sich außerhalb eines 200 kg schweren Stahlschrankes oder außerhalb eines verankerten Stahlwandschrankes befinden:
a) Bargeld:
b) Urkunden (Sparbücher) und sonstige Wertpapiere:
c) Schmuck, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Münzen, Medaillen, Sachen aus Gold oder Platin:
d) Pelze, handgeknüpfte Teppiche, Gobelins, Kunstgegenstände sowie nicht unter c) genannte Sachen aus Silber:
e) Sachen, die über 100 Jahre alt sind (Antiquitäten), mit Ausnahme von Möbelstücken:
Für alle Wertsachen gilt zusammengenommen eine allgemeine Entschädigungsgrenze von 20 % der Versicherungssumme. Diese ist - gegen Beitragszuschlag - im Bedarfsfall zu erhöhen, wobei möglichenNeise besondere Sicherungsvereinbarungen einzuhalten sind.
Bei jeder Entschädigungsbetrachtung wird die Versicherungssumme automatisch um 10 % erhöht (Vorsorge).
Nach § 3 VHB 2005 sind 5 Gruppen von Gefahren und Schäden versichert:
1. Brand, Blitzschlag, Explosion, lmplosion, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung,
2. Einbruchdiebstahl, Raub oder der Versuch einer solchen Tat,
5. Sturm, Hagel.
(§ 4 Nr. 1 VHB 2005)
In den AFB '87 ist der Brandschaden folgendermaßen definiert:
Brand ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und sich aus eigener Kraft auszu breiten vermag.
Unter Feuer ist ein Verbrennungsvorgang zu verstehen, der von einer sichtbaren Lichterscheinung gekennzeichnet ist und durch eine offene Flamme, Glühen oder Glimmen erzeugt wird.
Ein bestimmungsmäßiger Herd ist eine Feuerstelle, die objektiv dazu dient, ein Feuer
zu erzeugen (Feuerzeug),
zu erhalten (Kerze) oder
einzugrenzen (Kamin).
Das Feuer muss eine Eigendynamik aufweisen und sich ausbreiten.
Darüber hinaus ist Brandstiftung ebenso versichert wie ein Feuer als Folge eines Blitzes (auch ohne bestimmungsgemäßen Herd).
Unter Blitzschlag versteht man den unmittelbaren (direkten) Übergang eines Blitzes auf Sachen (§ 4 Nr. 2 VHB 2005).
Der Blitzschlag wird unterschieden in:
zündenden Blitzschlag (mit anschließendem Schadenfeuer),
kalten Blitzschlag (Seng- oder Trümmerschäden, also ohne Schadenfeuer),
Luftdruckschäden.
Im Sinne der VHB 2005 § 4 Nr. 3 sind Explosionsschäden mitversichert.
Eine Explosion ist eine plötzlich verlaufende Kraftäußerung, die auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruht.
Kennzeichnend ist, dass Beginn und Ende der Explosion nicht getrennt wahrnehmbar sind.
Explosion durch Verbrennung ("Initialzündung"),
Behälterexplosion (Druckausgleichsbestrebung durch Erwärmung oder chemische Veränderung).
Nach § 4 Nr. 4 VHB 2005 ist eine Implosion eine plötzliche Zerstörung eines Hohlkörpers durch inneren Unterdruck.
5. Sengschäden,
soweit diese durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion entstanden sind (§ 4 Nr. 5 VHB 2005).
6. Der Aufprall oder Absturz eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder seiner Ladung
Die daraus resultierenden Schäden sind versichert, wenn es sich um ein Luftfahrzeug nach dem Luftverkehrsgesetz handelt.
Einbruchdiebstahl (ED):
Nach § 5 Nr. 1 VHB 2005 liegt ein Einbruchdiebstahl vor, wenn der Dieb ...
in einen Raum eines Gebäudes einbricht, einsteigt oder mittels falscher Schlüssel oder mit Werkzeugen eindringt (Nr. 1 a).
in einem Raum eines Gebäudes ein Behältnis aufbricht oder mit falschem Schlüssel oder mit Werkzeugen öffnet (Nr. 1 b).
aus der verschlossenen Wohnung Sachen entwendet, nachdem er sich dort eingeschlichen oder verborgen hat (Nr. 2 a).
in einem Raum eines Gebäudes angetroffen wird und Mittel des Raubes anwendet, um die gestohlenen Sachen zu behalten (Nr. 2 b)(Räuberischer Diebstahl).
in einem Raum eines Gebäudes ein Behältnis mittels richtiger Schlüssel öffnet, die er durch Einbruchdiebstahl oder Raub an sich gebracht hat (Nr. 1 c).
in einen Raum eines Gebäudes mittels richtiger Schlüssel eindringt, die er durch Raub oder Diebstahl (ohne fahrlässiges Verhalten des Besitzers) an sich gebracht hat (Nr. 1 d).
Ein Gebäude ist ein unbewegliches, allseitig umschlossenes, mit dem Grund und Boden verbundenes Bauwerk, das von Menschen betreten werden kann und Sachen und Menschen schützt.
Einbrechen liegt vor, wenn der Täter Gewalt gegen Sachen ausübt, um die ihm entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen.
Einsteigen liegt vor, wenn der Täter eine für den Zugang nicht vorgesehene Art und Weise der Fortbewegung wählt.
Eindringen liegt vor, wenn der Täter mittels falscher Schlüssel oder anderer nicht zum ordnungsgemäßen Offnen bestimmter Werkzeuge versucht, den Schließmechanismus des Schlosses zu überwinden.
Einschleichen liegt vor, wenn der Täter heimlich Räume - unbemerkt von VN oder einem Dritten - betritt. Zum Zeitpunkt der Wegnahme von Sachen muss die Wohnung verschlossen sein.
Verborgenhalten liegt (z. B.) vor, wenn der Täter sich in Räumen während der Geschäftszeit versteckt und abwartet, bis geschlossen wird.
Ein Schlüssel ist falsch, wenn die Anfertigung für das Schloss nicht von einer dazu berechtigten Person veranlasst oder gebilligt worden ist.
Ein Behältnis ist jeder Raum, der geeignet ist, Sachen aufzunehmen und sie allseitig zu umschließen.
Vandalismus (§ 6 VHB 2005) liegt vor, wenn der Täter in die Wohnung
einbricht, einsteigt oder mit falschem Schlüssel oder mit Werkzeugen eindringt (§ 5 Nr. 1 a VHB 2005) oder
mit richtigem Schlüssel, den er durch Raub oder durch Diebstahl an sich gebracht hat, in die Wohnung eindringt (§ 5 Nr. 1 d VHB 2005) und
versicherte Sachen vorsätzlich zerstört oder beschädigt.
Darüber hinaus sind Schäden durch Beraubung mitversichert. Raub liegt vor (§ 5 Nr. 3 VHB 2005), wenn
gegen den VN und dessen AN bzw. volljährige Angehörige Gewalt angewendet wird, um deren Widerstand gegen die Wegnahme versicherter Sachen auszuschalten,
dem VN versicherte Sachen weggenommen werden, weil seine Widerstandskraft durch Unfall oder eine sonstige unverschuldete Ursache ausgeschaltet ist,
der VN innerhalb des Versicherungsortes versicherte Sachen herausgibt, weil eine Gewalttat angedroht wird.
Gewalt ist in diesem Zusammenhang die Anwendung körperlicher oder mechanischer Energie mit dem Ziel, die Widerstandskraft gegen eine Wegnahme auszuschalten.
Unter Leitungswasserschäden im Sinne der Versicherungsbedingungen versteht man bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser aus fest verlegten Rohren oder Einrichtungen der Wasserversorgung oder Heizung.
Der Leitungswasserbegriff
(§ 7 Nr. 1 VHB 2005) Dieses Wasser kann stammen aus ...
den Zu- und Ableitungsrohren der Wasserversorgung und den damit verbundenen Scläuchen
Dem Leitungswasser stehen Wasserdampf und Wärme tragende Kühlmittel (Sole, Öle, Kühl- oder Kältemittel) gleich (§ 7 Nr. 2 VHB 2005).
Versichert sind auch Frostschäden an sanitären Anlagen und leitungswasserführenden Installationen sowie Frost- und Bruchschäden an deren Zu- und Ableitungsrohren, soweit der VN als Mieter diese Sachen beschafft hat.
"Bestimmungswidrig" bedeutet, dass Leitungswasser gegen den Willen des Versicherten oder eines berechtigten Benutzers ausläuft, das gilt für Frischwie Brauchwasser.
Sturm ist eine witterungsbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 (§ 8 VHB 2005).
Nach der Beaufort'schen Skala entspricht dies Windgeschwindigkeiten von 62-74 km/h.
durch die unmittelbare Einwirkung des Sturmes auf die versicherten Sachen,
dadurch, dass der Sturm Gegenstände an oder auf versicherte Sachen wirft,
als Folgen eines Sturmschadens (Beschädigung des Daches durch Sturm, durch Eindringen des Regenwassers werden versicherte Sachen beschädigt).
Schäden durch Hagel sind sinngemäß mitversichert.
Durch den Einschluss weiterer Klauseln können zusätzliche Gefahren und Risiken mitversichert werden.
Klausel 7110 (Fahrraddiebstahl):
Es besteht auch Versicherungsschutz für einfachen Diebstahl, wenn nachweislich
das Fahrrad zurzeit des Diebstahls in verkehrsüblicher Weise durch ein Schloss gesichert war und außerdem
der Diebstahl zwischen 6.00 und 22.00 Uhr verübt wurde oder sich das Fahrrad zurzeit des Diebstahls in Gebrauch oder in einem gemeinschaftlichen Fahrradabstellraum befand.
Die Entschädigung wird üblicherweise begrenzt, z. B. auf 1 % der Versicherungssumme.
Der Versicherte hat Unterlagen über Hersteller, Marke, Rahmennummer nachzuweisen.
Außerdem ist der Diebstahl unverzüglich der Polizei anzuzeigen und ein Nachweis zu beschaffen, dass das Fahrrad nicht innerhalb von drei Wochen wiedergefunden wurde.
Für lose am Fahrrad befestigte Sachen besteht nur Versicherungsschutz, wenn diese mit dem Fahrrad entwendet werden.
Klausel 7111 (Überspannungsschäden durch Blitz):
Der Versicherer ersetzt auch Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen, wenn sie durch Blitzfernwirkung entstehen. Die Entschädigung ist begrenzt, z. B. auf 5 % der Versicherungssumme.
Überspannungsschäden bei direktem Blitzeinschlag in das Gebäude sind ohne Klausel mitversichert.
Klausel 7212 (in das Gebäude eingefügte Sachen):
Die im Vertrag besonders aufgeführten Sachen, z. B. Einbaumöbel, Bodenbeläge, lnnenanstriche und Tapeten, sind auch versichert, soweit sie Gebäudebestandteile sein könnten. Versichert sind auch sanitäre Anlagen und Leitungswasser führende Installationen gegen Frostschäden an diesen Sachen sowie Frost- und Bruchschäden an deren Zu- und Ableitungsrohren.
Diese Klausel ist bei Wohnungseigentümern einzuschließen.
Klausel 7712 (kein Abzug wegen Untenıersicherung = Unterversicherungsverzichtsklausel):
Der Versicherer wird bei Vorliegen von Unterversicherung keinen Abzug vornehmen. Beide Vertragspartner können diese Klausel unter einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Kündigt der Versicherer, so kann der Versicherungsnehmer seinerseits den Gesamtvertrag innerhalb einer Frist von einem Monat nach Zugang der Kündigung zum Ende des laufenden Versicherungsjahres kündigen.
Die meisten Versicherer gewähren diese Klausel heute ab einer Mindestversicherungssumme von 650,00 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche.
Grundsätzlich werden versicherte Sachen entschädigt, die durch die Einwirkung der versicherten Gefahren zerstört oder beschädigt werden oder infolge eines solchen Ereignisses abhanden kommen (= Einwirkungsschäden).
Gleichfalls sind aber auch solche Schäden mitversichert, die eine unmittelbare Folge dieses Einwirkungsschadens sind. Am bekanntesten ist der über die Gefahr "Brand" mitversicherte als Brandfolgeschaden.
Nicht versicherte Gefahren und Schäden (§ 3 Nr. 2 VHB 2005):
Wie in allen Sachsparten ist die vorsätzliche oder grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalles ausgeschlossen. Dies gilt ebenso für Schäden durch Kriegsereignisse, innere Unruhen oder Erdbeben sowie durch Kernenergie.
- Sengschäden sind ausgeschlossen, es sei denn, sie sind Brandfolgeschäden.
- Ebenfalls ausgeschlossen sind Kurzschluss- und Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen mit oder ohne Feuererscheinung, es sei denn, sie sind Folgeschäden.
- Die geraubten Sachen müssen sich am Ort des Raubes befinden, dürfen nicht herbeigeschafft worden sein.
- Ausgeschlossen sind Schäden durch Plansch- oder Reinigungswasser.
- Ebenso ausgeschlossen sind Schäden durch Grundwasser, stehendes oder fließendes Gewässer sowie durch Hochwasser, Witterungsniederschläge, Rückstau.
- Nicht versichert sind Schäden durch Erdsenkung oder Erdrutsch sowie durch Schwamm.
- Nicht versichert sind Schäden durch Sturmflut, Lawinen und Schneedruck.
- Ausgeschlossen bleibt auch das Eindringen von Witterungsniederschlägen durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster, Außentüren oder andere Öffnungen, es sein denn, die Öffnungen sind durch Sturm oder Hagel als Gebäudeschäden entstanden.
Kosten, die nach einem Versicherungsfall entstehen können, sind in der Hausratversicherung umfangreicher versichert als in anderen Sparten. Über die dort beschriebenen Regelungen hinaus sind versichert:
Transport- und Lagerkosten von versicherten Sachen nach einem versicherten Schaden,
Reparaturkosten für Gebäudebeschädigungen (nach einem ED- oder Vandalismusschaden),
Hotelkosten bei Unbewohnbarkeit der Wohnung nach einem Versicherungsfall,
Aufräumungskosten, beispielsweise Abtransport und Beseitigung von zerstörten Sachen,
Reparaturkosten für provisorische Maßnahmen,
Reparaturkosten in Mietwohnungen, um Leitungswasserschäden an Bodenbelägen, lnnenanstrichen oder Tapeten zu beseitigen.
Nicht versichert sind Kosten durch Leistungen der Feuerwehr/ des THW, die im öffentlichen interesse erbracht werden (Feuerlöschen).
Versicherungsort ist die Wohnung des VN, dazu gehören - sofern er allein Zugang hat - auch:
Keller-, Speicherräume,
Räume in Nebengebäuden auf dem Grundstück,
Terrassen, Balkone, Veranden,
Rundfunk- und Fernsehantennen, Markisen auf Versicherungsgrundstück,
Versicherungsschutz besteht auch innerhalb von in der Nähe der Wohnung befindlichen, privat genutzten verschließbaren Garagen.
Kein Versicherungsschutz besteht also in gewerblich genutzten Räumen und in Gemeinschaftsräumen, wie Fahrrad- oder Wäschekeller (mit Ausnahme der Waschmaschine), Treppenhaus sowie beim Camping.
Bei Umzug des VN ist dem Versicherer der Wohnungswechsel (und die neue Wohnfläche) anzuzeigen. Für die Zeit des Umzugs besteht sodann Versicherungsschutz für beide Wohnungen. Für die alte Wohnung endet er nach zwei Monaten ab Beginn des Umzugs.
Wenn der Umzug in eine andere Tarifzone fällt, so wird auch die Prämie ab Umzugsbeginn entsprechend neu festzusetzen sein (§ 10 Nr. 4 VHB 2005).
Erhöht sich die Prämie, so kann der Versicherungsnehmer mit einer Frist von einem Monat innerhalb von einem Monat nach Zugang der Erhöhungsmitteilung den Vertrag kündigen (§ 10 Nr. 4 2005).
Zieht der Versicherungsnehmer bei einer Trennung der Ehegatten aus und bleibt der andere in der bisherigen Wohnung zurück, so gelten als Versicherungsort die neue Wohnung des Versicherungsnehmers und die bisherige Ehewohnung. Für die bisherige Wohnung besteht Versicherungsschutz bis zu einer Vertragsänderung, längstens bis zu drei Monaten nach der nächsten Prämienfälligkeit (§ 10 Nr. 5 2005).
Sind beide Ehegatten zugleich Versicherungsnehmer, so gilt die gleiche Regelung, anschließend erlischt aber der Versicherungsschutz für die neue Wohnung.
Der Bezug einer Zweitwohnung gilt nicht als Wohnungswechsel. Für dieses Risiko ist ein zusätzlicher Vertrag abzuschließen, wobei der Beitrag aufgrund des gestiegenen Risikos wesentlich höher als der für ständig bewohnte Wohnungen ausfällt.
Grundsätzlich ruht der Versicherungsschutz in der Sachversicherung bei Entfernung der versicherten Sachen vom Versicherungsort.
In der Hausratversicherung besteht jedoch im Rahmen der Außenversicherung Versicherungsschutz Weltweit, wenn sich die versicherten Sachen vorübergehend, d. h. bis max. drei Monate, außerhalb des Versicherungsortes befinden. Die Entschädigungsleistung ist begrenzt auf 10 % der Versicherungssumme, max. 10.000,00 EUR.
Urlaub des VN ereignet sich ein Feuer- oder Einbruch-Diebstahl-Schaden im gemieteten Hotelzimmer.
Als vorübergehend gilt auch, wenn sich ein Versicherter zur Ausbildung, zum Wehr- oder Zivildienst außerhalb der Wohnung befindet und keinen eigenen Haushalt gegründet hat.
Versicherungswert/ Versicherungssumme
In der Hausratversicherung gilt als Versicherungswert ausnahmslos der Neuwert zum Wiederbeschaffungspreis. Das heißt, dass die Versicherungssumme jederzeit den Wiederbeschaffungspreisen der versicherten Sachen entsprechen muss. Allein durch inflationsbedingte Preissteigerungen kann im Laufe der Zeit also eine Unten/ersicherung entstehen. Dem wird durch die automatische Anpassung der Versicherungssumme gemäß dem "Preisindex der Lebenshaltungskosten aller privaten Haushalte" entgegengewirkt (einem vom Statistischen Bundesamt ermittelten Prozentsatz). Man spricht von der dynamischen Hausratversicherung mit Summenanpassungsklausel.
Außerdem verzichtet der Versicherer auf den Einwand der Unterversicherung, wenn dem Vertrag eine Mindestversicherungssumme zugrunde gelegt wird.
Versicherungssumme = Wohnfläche* in qm x 650,00 EUR (dieser Wert kann je nach Versicherer variieren)
* Wohnfläche = Grundfläche der Wohnung einschl. Hobbyräume, ausschl. Treppen, Keller-, Speicherräume, Balkone, Loggien, Terrassen etc.
Wird die so ermittelte Summe dem Vertrag zugrunde gelegt, hat das für den VN den Vorteil, dass im Teilschadenfall eine Überprüfung des Versicherungswertes und die Anrechnung einer etwaigen Unten/ersicherung nicht erfolgt (Unterversicherungsverzicht). Beachte aber: Bei dieser Summenermittlungsmethode kann dennoch Unterversicherung entstehen, mit der Wirkung, dass Schadenteile über der Versicherungssumme nicht mehr entschädigt werden.
Unterversicherung wird jedoch generell vermieden, wenn Versicherungswert und Versicherungssumme übereinstimmen (\/ollwertversicherung), was nur mit einer exakten Wertermittlung erreichbar ist. Alle Versicherer bieten dafür Summenermittlungsbögen als lnventurhilfe an.
Risikomerkmale und Tarifaufbau und -anwendung:
1. Grundbeitrag:
Er ist abhängig vom Versicherungsort des Hausrates in
ständig bewohnten Wohnungen,
nicht ständig bewohnten Wohnungen in einem nicht ständig beZ wohnten Gebäude,
vorübergehend in Lagerhäusern/Speditionen.
Die Versicherungsorte werden in unterschiedliche Tarifzonen von I bis VI je nach regional unterschiedlichen Schadeneintrittswahrscheinlichkeiten für die einzelnen Gefahren eingeordnet.
2. Beiträge für Zusätze:
Der Einschluss, z. B. von Klauseln, bedeutet eine Erweiterung des Versicherungsschutzes und muss sich somit auch äquivalent in zusätzliche Beitragsanteile umsetzen.
Für größere Risiken werden Zuschläge erhoben, z. B. für
Gefahrerhöhung wegen Unbewohntseins (länger als 60 Tage hintereinander),
Gefahrerhöhung wegen feuergefährlicher Betriebe im Gebäude (Gaststätte).
4. Anbündelungen von Elementarschaden-Deckungen und Haushaltsglasversicherungen:
Hier werden natürlich gesonderte Beiträge entsprechend dem Tarif des Versicherers fällig.
5. Ratenzuschläge:
Bei unterjähriger Zahlweise werden für vierteljährliohe Zahlung 5 %, für halbjährliche 3 % Ratenzuschlag fällig. immer öfter ist auch Monatszahlung möglich (gegen 5 % Zuschlag mit Pflicht zum Lastschriftverfahren).
6. Versicherungssteuer:
In der Hausratversicherung wird eine Versicherungssteuer von 19 % erhoben.
Der Beitrag ist dann das Produkt aus der Versicherungssumme multipliziert mit dem Beitragssatz (inklusive aller Zusätze) zuzüglich Ratenzuschläge und Versicherungssteuer.
Aufbau und inhalt der Anträge entsprechen den konkreten Versichererbeispielen.
Besonders ist auf die richtige Ermittlung der Versicherungssumme zu achten (Unterversicherungsproblematik), aber auch auf die korrekte Einschätzung des Wertsachenanteils sowie der Zusatzversicherungen durch Klauseln.
Folgende Obliegenheiten hat der Versicherungsnehmer nach dem Versicherungsfall (§ 26 VHB 2005):
1. Unverzügliche Anzeigepflicht. Bei Schäden durch Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Raub ist die polizeiliche Anzeige erforderlich mit der Vorlage einer Stehlgutliste. Beim Versicherer sind deckungsgleiche Angaben zu machen.
2. Sperrfähige Urkunden sind sofort zu sperren, für Wertpapiere ist das Aufgebotsverfahren einzuleiten.
3. Der Versicherte hat den Schaden möglichst abzuwenden bzw. so gering wie möglich zu halten.
4. Er hat dem Versicherer jede zur Schadenregulierung notwendige Auskunft zu erteilen und geeignete Belege vorzuweisen.
Nach § 25 VHB 2005 hat der Versicherungsnehmer
1. alle gesetzlichen, behördlichen oder vereinbarten Sicherheitsvorschriften zu beachten,
2. in der kalten Jahreszeit entweder die Wohnung ausreichend zu beheizen oder alle Wasser führenden Anlagen und Einrichtungen zu entleeren und entleert zu halten.
Bei Verletzung kann der Versicherer nach Kündigung leistungsfrei sein.
Diese liegt in der Hausratversicherung nach § 24 VHB 2005 u. a. vor, wenn
sich bei Wohnungswechsel risikorelevante Umstände geändert haben,
die Wohnung länger als 60 Tage unbewohnt bleibt,
vereinbarte Sicherungen vermindert oder beseitigt werden.
Nach WG kann der Versicherer zur Kündigung berechtigt sein und leistungsfrei werden.
Haushaltsglasversicherung nach AGIB
Der Versicherer haftet für Bruchschäden an den im Versicherungsschein aufgeführten fertig eingesetzten Scheiben einschließlich einer erforderlichen Notverglasung.
Unter Bruchschäden versteht man Schäden, die durch die gesamte Dicke der Scheibe gehen (auch Risse oder Sprünge). Kratzer, also reine Oberflächenschäden, sind demgegenüber nicht ersatzpflichtig.
Versichert sind beispielsweise Gebäude- und Mobiliarverglasungen.
Nur durch besondere Vereinbarung versicherbar sind:
Aquarien, Terrarien,
künstlerisch bearbeitete Glasscheiben und Verglasungen,
Kunststoffplatten, -scheiben oder -kuppeln,
Kosten für Anstriche, Malereien, Schriften, Gerüste, Kräne sowie die Beseitigung von Hindernissen.
Nicht versicherbar sind Hohlgläser (Trinkgläser), Beleuchtungskörper (Lampen) sowie optische Gläser (Brillen etc.).
Ausgeschlossen sind Schäden, die verursacht werden durch
innere Unruhe, insbesondere Landfriedensbruch, Erdbeben oder Kernenergieunfälle,
Brand, Blitzschlag, Explosion, Lösch- oder Rettungsmaßnahmen,
Entfernen der Scheiben vom bestimmungsgemäßen Platz (auch während des Ausbaus bzw. danach).
Folgende Sicherheitsvorschriften sind vom Versicherungsnehmer einzuhalten:
1. Befrorene Scheiben dürfen nicht durch Verwendung von Wärme erzeugenden Gegenständen oder durch warmes Wasser aufgetaut werden.
2. Gas- und elektrische Lampen müssen 20 cm von den Scheiben entfernt sein.
3. Bei vermieteten Räumen hat der VN den Mieter über diese Vereinbarungen zu unterrichten.
Grundsätzlich kann der Versicherer wählen, wie der Ersatz zu leisten ist:
Ersatzleistungsarten in der Glasversicherung
Barzahlung Naturalersatz
Bezahlung der entstandenen Kosten
Wiederherstellung des vorherigen Zustands durch Erteilung eines Reparaturauftrags an eine Glaserei (Lieferung und Einsatz der beschädigten Gegenstände)
Unterversicherung wird geltend gemacht.