Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsggoernersee_1996/2
Timestamp: 2019-09-22 17:21:28
Document Index: 66696834

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 4', '§ 11', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 29', '§ 2']

(GVBl.II/96, [Nr. 35], S.726)
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Görne, Haage und Friesack (Landkreis Havelland)werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Görner See".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 226 Hektar. Es umfaßt folgende Flächen in den Gemarkungen
Görne Flur 1 Flurstücke 42/2, 43/2, 54-77, 197/2, 198-203, 205-208, 209 anteilig (ohne Garten), 210-223, 224/1, 225, 226, 230/1;
Flur 7 Flurstücke 28, 30/1, 32-41;
Haage Flur 7 Flurstück 1 anteilig;
Flur 8 Flurstück 1 (zu Senzke gehörig);
Friesack Flur 14 Flurstück 9, folgende Waldteile der Oberförsterei Friesack: Staatlicher Wald, Abteilung: 7231 b2 anteilig, c1, c2,7232 b7, d1-d3, 7233 b1-b10, 7234 b1-b3, d1-d3, 7235 a1, a2, d1, d2, f1, f2, 7236 a1, a2, b, c, e, g, Privatwald Abteilung: 7234 a1, a2, c1-c3,7235 b1-b4, c1-c3, e, g1, g2, 7236 f.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer topographischen Karte im Maßstab 1 : 10.000 mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Karte kann beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam und beim Landkreis Havelland, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wild wachender Pflanzengesellschaften, insbesondere der an den Ufern befindlichen, breiten Röhrichtgürtel und den angrenzenden Bruchwaldgesellschaften, grundwassernahen Erlen-, Eschen-, Stieleichen- und Hainbuchenwaldgesellschaften sowie den Feuchtwiesen;
als Lebensraum bestandsbedrohter und vom Aussterben bedrohter Tierarten, insbesondere als Laichplatz verschiedener seltener Amphibien- und Reptilienarten sowie als Brut-, Nahrungs- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten;
mit seinen Uferbereichen als Lebensraum für zahlreiche gefährdete Pflanzenarten.
mit Wasserfahrzeugen näher als 20 Meter an den Schilfbereich heranzufahren;
zu lagern, Feuer zu verursachen, zu zelten oder Wohnwagen abzustellen;
außerhalb der Wege und Rückergassen mit Fahrzeugen Holz zu rücken;
Forstwirtschaftswege neu anzulegen oder vorhandene zu erweitern;
vom 1. März bis 15. August eines jeden Jahres im Umkreis von 300 Meter um die Kranichnistplätze Pflegemaßnahmen durchzuführen und die Jagd auszuüben;
wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist- und Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
für die Wiederaufforstung nichtheimische Baumarten zu verwenden oder anderweitig standortfremde Pflanzen einzubringen;
Wildfütterungen, Kirrungen und Wildäcker anzulegen;
Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel anzuwenden, mineralische Düngemittel auszubringen sowie die chemische Behandlung von Holz vorzunehmen.
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig genutzten Flächen mit der Maßgabe, daß
auf dem Grünland lediglich die Phosphat-Kali-Erhaltungsdüngung zulässig ist,
auf Grünland eine Tierbestandsdichte von 1,5 Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschritten wird;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung unter Beachtung der Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 8, 9, 12, 14 und 17 dieser Verordnung;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Ordnungsgemäße Fischereiwirtschaftliche Flächennutzung - auf den bisher rechtmäßig genutzten Flächen mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Nr. 3 gilt;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd unter Beachtung der Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 12 und 15 mit der Maßgabe, daß jagdliche Einrichtungen auf das notwendige Maß zu beschränken und in das Landschaftsbild einzupassen sind;
die sonstigen bei Inkrafttreten der Verordnung auf Grund behördlicher Einzelfallentscheidungen rechtmäßig ausgeübten Nutzungen und Befugnisse in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastverdachtsflächen und Maßnahmen der Altlastensanierung im Einvernehmen mit der obersten Naturschutzbehörde. Der Herstellung des Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
die Rekonstruktion der zum Gut gehörenden Parkanlage (Gemarkung Görne, Flur 1, Flurstück 42/2) im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 oder den Maßgaben des § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(1) Der Erlaß von Behandlungsrichtlinien zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzweckes und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes richten sich nach §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
(2) Soweit nichts anderes bestimmt ist, gehen die Vorschriften dieser Verordnung anderen Schutzgebietsausweisungen im Bereich des in § 2 genannten Gebietes vor.
Potsdam, den 16. April 1996