Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/kapitalanlagerecht/aufklaerungspflichtverletzung-in-der-anlageberatung-und-die-entstehung-des-schadensersatzanspruchs-397283?pk_campaign=feed&pk_kwd=aufklaerungspflichtverletzung-in-der-anlageberatung-und-die-entstehung-des-schadensersatzanspruchs
Timestamp: 2019-08-18 13:52:07
Document Index: 172508247

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 37', '§ 199', 'BGH', '§ 37', '§ 197', '§ 2', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', '§ 37', '§ 37', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH']

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 6 beginnt die tage­genau zu berech­nen­de Ver­jäh­rung nach § 37a WpHG aF im Zeit­punkt des Erwerbs der Wert­pa­pie­re durch den Anle­ger. Mit dem „Erwerb der Wert­pa­pie­re” ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Revi­si­on nicht erst das ding­li­che Aus­füh­rungs­ge­schäft, son­dern bereits der schuld­recht­li­che Ver­trags­schluss gemeint. Dies legt bereits der Wort­laut des § 37a WpHG aF nahe, der im Zusam­men­hang mit der für den Ver­jäh­rungs­be­ginn maß­geb­li­chen Anspruchs­ent­ste­hung an die Bera­tungs­leis­tung und damit an den anschlie­ßen­den schuld­recht­li­chen Erwerbs­vor­gang anknüpft. Bei der gebo­te­nen wer­ten­den Betrach­tung ist der Anle­ger von die­sem Zeit­punkt an nicht ledig­lich dem bei spe­ku­la­ti­ven Wert­pa­pier­an­la­gen erhöh­ten Risi­ko eines Ver­mö­gens­nach­teils aus­ge­setzt, son­dern bereits geschä­digt. Die­ser Beur­tei­lung steht nicht ent­ge­gen, dass die Wert­pa­pie­re mög­li­cher­wei­se zunächst, solan­ge ein Kurs­ver­lust nicht ein­ge­tre­ten ist, ohne Ein­bu­ße wie­der ver­äu­ßert bzw. zurück­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Denn bei einer Bera­tung schul­det das Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men eine auf die Anla­ge­zie­le des Kun­den abge­stimm­te Emp­feh­lung von Pro­duk­ten. Der Erwerb einer die­sen Zie­len nicht ent­spre­chen­den emp­foh­le­nen Wert­pa­pier­ka­pi­tal­an­la­ge lässt auch bei objek­ti­ver Betrach­tung bereits den schuld­recht­li­chen Ver­trags­schluss den kon­kre­ten Ver­mö­gens­in­ter­es­sen des Anle­gers nicht ange­mes­sen und damit als nach­tei­lig erschei­nen 7.
Aus dem – zu § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB 9 ergan­ge­nen – Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 24.03.2011 10 ergibt sich nichts ande­res. Soweit es dort heißt, der Anspruch ent­ste­he „schon mit dem (unwi­der­ruf­li­chen und voll­zo­ge­nen) Erwerb der Anla­ge”, könn­te dies zwar auch wenn dies dort nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich gewe­sen ist als miss­ver­ständ­lich auf­ge­fasst wer­den. Aus der Inbe­zug­nah­me des Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs vom 08.03.2005 ergibt sich aber, dass der BGH damit nicht von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung abwei­chen woll­te. Dies hat der Bun­des­ge­richts­hof mit Urteil vom 30.10.2014 11 klar­ge­stellt. Ent­spre­chen­des gilt in Bezug auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs vom 15.02.2012 12; und vom 11.07.2012 13.
Bera­tungs­pflicht­ver­let­zun­gen in der Anla­ge­be­ra­tung – und… Die Ver­jäh­rungs­vor­schrift des § 37a WpHG aF ist auf vor­sätz­li­che Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflicht­ver­let­zun­gen nicht anwend­bar. Ein vor­sätz­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den liegt vor, wenn ein Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men in Kennt­nis sei­ner Ver­pflich­tung zur Auf­klä­rung es…
Ent­gan­ge­ne Anla­ge­zin­sen – und die Ver­jäh­rung des… Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch auf ent­gan­ge­ne Anla­ge­zin­sen, der auf eine vor dem 1.01.2002 erfolg­te Ver­let­zung eines Kapi­tal­an­la­ge­be­ra­tungs­ver­trags gestützt wird, unter­liegt der kur­zen Ver­jäh­rung nach § 197 BGB in der bis zum 31.12…
Ver­jäh­rung bei der Ver­let­zung meh­re­rer Bera­tungs­pflich­ten Der Grund­satz, dass bei meh­re­ren von­ein­an­der abgrenz­ba­ren Auf­klä­rungs- oder Bera­tungs­feh­lern die Ver­jäh­rung nicht ein­heit­lich, son­dern getrennt für jede ein­zel­ne Pflicht­ver­let­zung zu prü­fen ist, setzt nicht vor­aus, dass die Pflicht­ver­let­zung jeweils…
Ver­jäh­rung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen gegen eng­li­schen… Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te sich aktu­ell mit der Ver­jäh­rung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen wegen unzu­rei­chen­der Auf­klä­rung im Zusam­men­hang mit dem Abschluss einer eng­li­schen Lebens­ver­si­che­rung zu befas­sen. Anlass hier­zu bot die „Invest­ment-Lebens­ver­si­che­rung” eines bri­ti­schen…
Anla­ge­ver­mitt­lung Der Begriff der Anla­ge­ver­mitt­lung ist in § 2 Abs. 3 Nr. 4 WpHG und § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 KWG inhalt­lich gleich zu ver­ste­hen. Er unter­schei­det sich…
Bestä­ti­gung BGH, Urteil vom 08.03.2005 – XI ZR 170/​04, BGHZ 162, 306↩
vgl. dazu BGH, Urtei­le vom 29.04.2014 – XI ZR 130/​13, BGHZ 201, 55 Rn. 17 ff.; und – XI ZR 477/​12↩
vgl. BGH, Urteil vom 19.12 2006 – XI ZR 56/​05, BGHZ 170, 226 Rn. 13, 15↩
BGH, Urtei­le vom 08.03.2005 – XI ZR 170/​04, BGHZ 162, 306, 312; vom 19.12 2006 – XI ZR 56/​05, BGHZ 170, 226 Rn.20; vom 24.09.2013 – XI ZR 204/​12, WM 2013, 2065 Rn. 35; und vom 30.10.2014 – III ZR 493/​13, WM 2014, 2310 Rn. 39; Beschluss vom 27.11.2014 – III ZR 294/​13, WM 2015, 67 Rn. 8↩
BGH, Urteil vom 12.05.2009 – XI ZR 586/​07, WM 2009, 1274 Rn. 16 ff.↩
Urteil vom 08.03.2005 – XI ZR 170/​04, BGHZ 162, 306, 309; sie­he auch BGH, Urteil vom 05.08.2014 – XI ZR 172/​13, WM 2014, 1763 Rn. 9↩
BGH, Urteil vom 08.03.2005 – XI ZR 170/​04, BGHZ 162, 306, 310↩
OLG Cel­le, Urteil vom 20.11.2013 3 U 75/​13 37; OLG Frank­furt am Main, BKR 2014, 515 Rn. 29; BKR 2015, 38 Rn. 24; Urteil vom 15.04.2011 19 U 213/​1019; OLG Köln, WM 2006, 2130, 2131 f.; OLG Mün­chen, Urteil vom 16.04.2012 19 U 2837/​11 15 ff.; OLG Saar­brü­cken, OLGR 2009, 792; OLG Schles­wig, WM 2013, 2258, 2264; LG Düs­sel­dorf, WM 2006, 1386, 1387; LG Müns­ter, Urteil vom 24.07.2007 14 O 491/​05 26; LG Nürn­berg-Fürth, WM 2006, 571, 572; Palandt/​Ellenberger, BGB, 74. Aufl., § 199 Rn. 21; Kol­ler in Assmann/​Schneider, WpHG, 5. Aufl., § 37a Rn. 7, 9; Leisch in Köl­ner Kom­men­tar zum WpHG, 1. Aufl., § 37a Rn. 66, 69; Schä­fer in Fest­schrift Schi­m­an­sky, 1999, S. 699, 710 f.; Simon, EWiR 2012, 787, 788; aA OLG Frank­furt am Main, ZIP 2011, 1506 f.; OLG Mün­chen, ZIP 2012, 2096, 2099 [aus ande­ren Grün­den auf­ge­ho­ben durch BGH, Urteil vom 21.03.2013 – III ZR 182/​12, WM 2013, 836]; LG Wies­ba­den, BKR 2013, 128 Rn. 30; zum ver­gleich­ba­ren Mei­nungs­stand aus der Zeit vor Erlass des BGH, Urteils vom 08.03.2005 – XI ZR 170/​04 sie­he dort BGHZ 162, 306, 309↩
vgl. dazu BGH, Urteil vom 08.04.2014 – XI ZR 341/​12, WM 2014, 1036 Rn. 25↩
BGH, Urteil vom 24.03.2011 – III ZR 81/​10, WM 2011, 874↩
BGH, Urteil vom 30.10.2014 – III ZR 493/​13, WM 2014, 2310 Rn. 30↩
BGH, Urteil vom 15.02.2012 – IV ZR 194/​09, WM 2012, 806 Rn. 31↩
BGH, Urteil vom 11.07.2012 – IV ZR 164/​11, BGHZ 194, 39 Rn. 70↩
vgl. dazu BGH, Urteil vom 22.10.2013 – XI ZR 42/​12, BGHZ 198, 294 Rn. 15 ff.↩
vgl. Palandt/​Ellenberger, BGB, 74. Aufl., § 199 Rn. 21; Grü­ne­berg, WM 2014, 1109, 1112 unter Hin­weis auf BGH, Urteil vom 21.03.2000 – IX ZR 183/​98, WM 2000, 1348, 1349 f.↩