Source: https://welt-der-bwl.de/Umsatzkostenverfahren
Timestamp: 2020-07-09 11:53:33
Document Index: 242089006

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 285']

Umsatzkostenverfahren (UKV) - GuV-Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB | Rechnungswesen - Welt der BWL
Das Umsatzkostenverfahren (kurz: UKV) nach § 275 Abs. 3 HGB ist eine der beiden Darstellungsformen für die Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 Abs. 1 HGB).
Das GuV-Schema nach dem Umsatzkostenverfahren gliedert die betrieblichen Aufwendungen – im Unterschied zum Gesamtkostenverfahren – nicht nach der Aufwandsart (z.B. Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen), sondern nach den Bereichen, in denen die Aufwendungen angefallen sind: Herstellung (Produktion), Vertrieb, Verwaltung.
D.h.: der Personalaufwand muss – i.d.R. mittels einer Einteilung des Unternehmens in Kostenstellen – auf die Funktionsbereiche aufgeteilt werden. Er ist dann in der unten dargestellten Beispiels-GuV in den GuV-Posten Herstellungskosten, Vertriebskosten und Allgemeine Verwaltungskosten enthalten.
Ein Vorteil des Umsatzkostenverfahrens liegt darin, dass die Bruttomarge des Unternehmens ersichtlich wird.
Aus der unten dargestellten Beispiels-GuV lässt sich ablesen, dass die Herstellungskosten 60 % der Umsatzerlöse ausmachen und die Bruttomarge somit 40 % beträgt.
Alternative Begriffe: cost of sales method (englisch).
Eine GuV nach dem Umsatzkostenverfahren nach § 275 Abs. 3 HGB hat (mit beispielhaften Zahlen) folgendes Schema:
Aufbau und Gliederung GuV-Schema nach dem Umsatzkostenverfahren
- 2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 6.000.000
- 13. Steuern vom Einkommen und Ertrag 300.000
= 14. Ergebnis nach Steuern 1.200.000
- 15. Sonstige Steuern 0
= 16. Jahresüberschuss 1.200.000
Der GuV-Posten Nr. 2 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen wird auch kurz als Umsatzkosten bezeichnet.
Das Betriebsergebnis bzw. EBIT ist im gesetzlichen Gliederungsschema des § 275 Abs. 3 HGB nicht vorgesehen, wird hier aber als bedeutsame Kennzahl, die das Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit widerspiegelt, mit angegeben.
Anhangsangabe: Materialaufwand und Personalaufwand
In der GuV nach dem Umsatzkostenverfahren ist nicht ersichtlich, in welcher Höhe Material- oder Personalaufwendungen angefallen sind.
Um diese im Regelfall bedeutenden Aufwandsposten dennoch offen zu legen, fordert § 285 Nr. 8 HGB die Angabe von Materialaufwand und Personalaufwand analog der Gliederung im Gesamtkostenverfahren im Anhang des Jahresabschlusses.
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