Source: http://www.refrago.de/Muss_ein_Hundehalter_eine_Hundehaftpflichtversicherung_abschliessen.frage869.html
Timestamp: 2017-03-30 14:35:33
Document Index: 116661854

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 12', '§ 833', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 1', '§ 37', '§ 1', '§ 8', '§ 1', '§ 3', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 6', '§ 10', '§ 7']

Muss ein Hundehalter eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abschließen? | refrago
Tierrecht und Versicherungsrecht | 06.02.2017
Durch eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung können die Schäden abgedeckt werden, die durch den Hund entstehen können. Es kann daher durchaus ratsam sein, eine solche Versicherung abzuschließen. Ist eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung aber auch zwingend notwendig?
Muss ein Hundehalter eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abschließen?Ob ein Hundehalter eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abschließen muss, richtet sich danach, in welchem Bundesland er wohnt. Die Hunde­haftpflicht­ver­sicherung ist nämlich Länders­ache, so dass jedes Bundesland seine eigene Regelung dazu treffen kann. Es gilt Folgendes:Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem der Abschluss einer Hunde­haftpflicht­ver­sicherung vollständig freiwillig ist. Einen gesetzlichen Zwang gibt es nicht. Berlin, Hamburg, Nieder­sachsen, Sachsen-Anhalt, ThüringenIn den Bundes­ländern Berlin, Hamburg, Nieder­sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es die Pflicht zum Abschluss einer Hunde­haftpflicht­ver­sicherung und zwar unabhängig davon, um was für eine Rasse es sich bei dem Hund handelt.Im Einzelnen gilt Folgendes:BerlinNach § 1 Abs. 6 des Gesetzes über das Halten und Führen von Hunden in Berlin ist für Hunde eine Haft­pflicht­versicherung zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sach­schäden über eine Mindest­deckungs­summe von einer Million Euro je Versicherungs­fall abzuschließen.HamburgIn Hamburg regelt § 12 Abs. 1 des Hunde­gesetzes die Haft­pflicht­versicherung für Hunde. Danach ist der Halter eines Hundes verpflichtet, eine Haft­pflicht­versicherung ohne Selbst­beteiligung oder mit einer Selbst­beteiligung von höchstens 500 Euro zur Deckung der durch den Hund verursachten Schäden mit einer Mindest­ver­sicherungs­summe in Höhe von 1 Million Euro für Personen- und sonstige Schäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten. Die Haft­pflicht­versicherung muss dabei mindestens die Haftung des Tierhalters nach § 833 BGB umfassen.Nieder­sachsenGemäß § 5 Abs. 1 des niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden ist für Hunde ab einem Alter von über sechs Monaten eine Haft­pflicht­versicherung mit einer Mindest­ver­sicherungs­summe von 500.000 Euro für Personen­schäden und von 250.000 Euro für Sach­schäden abzuschließen.Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt hat die Haft­pflicht­versicherung für Hunde in § 2 Abs. 3 des Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren geregelt. Danach ist der Halter eines Hundes verpflichtet, spätestens drei Monate nach der Geburt des Hundes eine Haft­pflicht­versicherung über mindestens eine Million Euro für Personen- und Sach­schäden sowie 50.000 Euro für sonstige Vermögenss­chäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten.ThüringenIn Thüringen wird durch § 2 Abs. 5 des Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tier­gefahren bestimmt, dass eine Haft­pflicht­versicherung zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sach­schäden mit einer Mindest­ver­sicherungs­summe in Höhe von 500.000 Euro für Personen­schäden und in Höhe von 250.000 Euro für sonstige Schäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten ist.alle anderen Bundes­länderAlle anderen Bundes­länder unter­scheiden danach, um welche Rasse es sich bei dem Hund handelt. Ist diese als gefährlich einzustufen, so besteht in der Regel ein gesetzlicher Zwang zum Abschluss einer Haft­pflicht­versicherung. Die Bundes­länder führen dazu Rasselisten.Im Einzelnen gilt Folgendes:Baden-WürttembergIn Baden-Württemberg besteht nur für Kampfhunde ab einem Alter von über sechs Monaten eine Pflicht zum Abschluss einer Haft­pflicht­versicherung, da andernfalls regelmäßig keine Genehmigung zur Haltung des Kampfhundes erteilt werden kann (§ 3 Abs. 1 und 2 Satz 6 der Kampfhunde­verordnung). Welcher Hund als Kampfhund anzusehen ist, regelt § 1 der Verordnung.BayernFür Bayern gilt ähnliches, wie für Baden-Württemberg. Die Erlaubnis zur Haltung eines Kampfhundes kann vom Nachweis des Bestehens einer besonderen Haft­pflicht­versicherung abhängig gemacht werden (§ 37 Abs. 1 und 2 Satz 2 des bayerischen Landesstraf- und Verordnungs­gesetzes). Welcher Hund als Kampfhund anzusehen ist, regelt die Verordnung über Hunde mit ge­steigerter Aggres­sivität und Gefährlichkeit.BrandenburgNur für Halter von gefährlichen Hunden besteht in Brandenburg gemäß § 1 Abs. 4 der Hundehalter­verordnung (HundehV) eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherungs­pflicht. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 8 HundehV.BremenIn Bremen müssen gemäß § 1 Abs. 6 Satz 2 des Hunde­gesetzes die Halter der Hunderassen Pit-Bull-Terrier, Bullterrier, American Stafford­shire Terrier, Stafford­shire Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden eine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abschließen.HessenDas Land Hessen macht die Erlaubnis zum Halten von gefährlichen Hunden gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 7 der Gefahren­abwehr­verordnung über das Halten und Führen von gefährlichen Hunden (HundeVO) vom Abschluss einer Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abhängig. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 2 HundeVO.Nordrhein-WestfalenDas Land Nordrhein-Westfalen macht die Erlaubnis zum Halten von gefährlichen Hunden gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 5 des Landes­hunde­gesetzes (LHundG) ebenfalls vom Abschluss einer Hunde­haftpflicht­ver­sicherung abhängig. Nach § 5 Abs. 5 LHundG ist zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sach­schäden eine Mindest­ver­sicherungs­summe in Höhe von 500.000 Euro für Personen­schäden und in Höhe von 250.000 Euro für sonstige Schäden erforderlich. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 3 LHundG.Rheinland-PfalzDie Halter von gefährlichen Hunden müssen in Rheinland-Pfalz gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 4 des Landes­gesetzes über gefährliche Hunde (LHundG) eine Hunde­haftpflicht nachweisen. Nach § 4 Abs. 2 LHundG ist zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sach­schäden eine Mindest­ver­sicherungs­summe in Höhe von 500.000 Euro für Personen­schäden und in Höhe von 250.000 Euro für sonstige Schäden erforderlich. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 1 LHundG.SaarlandIm Saarland ist gemäß § 2 Abs. 3 Nr. 4 der Polizei­verordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden eine Hunde­haftpflicht mit einer Mindest­deckungs­summe von 1 Million Euro für Personen­schäden und 500.000 Euro für Sach­schäden Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis zur Haltung von gefährlichen Hunden. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 1 der Verordnung.SachsenEine Hunde­haftpflicht­ver­sicherung ist in Sachsen gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 3 des Gesetzes zum Schutze der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden (GefHundG) Voraussetzung für die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 1 GefHundG.Schleswig-HolsteinNach § 6 des Hunde­gesetzes Schleswig-Holstein (HundG) soll für jeden Hund im Alter über drei Monaten eine Haft­pflicht­versicherung mit einer Mindest­ver­sicherungs­summe von 500.000 Euro für Personen­schäden und von 250.000 Euro für Sach­schäden abgeschlossen werden. Es handelt sich dabei aber nicht um einen gesetzlichen Zwang. Dieser besteht gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 HundG nur für Halter von gefährlichen Hunden. Welche Hunde als gefährlich einzustufen sind, regelt § 7 HundG.
http://www.refrago.de/Muss_ein_Hundehalter_eine_Hundehaftpflichtversicherung_abschliessen.frage869.htmlBewertung: 3.7 (max. 5) - 3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
siehe auch:Hund_aggressiv~freegr-pixabay.png
Kein Anspruch auf Versicherungs­leistungen bei nicht bewiesenem Minimalsachverhalt zum Diebstahl (14.03.2017)Leistungsfreiheit der Voll­kasko­versicherung bei Reparaturauftrag und Verkauf des angeblich beschädigten Pkw vor schriftlicher Schadensanzeige (06.03.2017)Anspruch auf Versicherungsschutz durch Wohn­gebäude­versicherung bei Wasserschaden aufgrund ausgetretenen Duschwassers (02.03.2017)Hausrats­versicherung muss nach Einbruch nicht immer auch vollen gestohlenen Bargeldbetrag ersetzen (01.03.2017) Aktuelle Urteile aus dem Tierrecht
Haltung von Wasserbüffeln darf vorläufig nicht untersagt werden (21.03.2017)Katze totgebissen - Rottweiler zu Recht als gefährlich eingestuft (14.03.2017)Tierverein kann gegenüber Katzenzüchter Zurück­behaltungs­recht an Zuchtkatzen ausüben (11.01.2017)Keine Umsiedlung von Feldhamstern (06.01.2017) Sie brauchen Hilfe vom Profi?