Source: https://www.werkswelt.de/index.php?id=padkonzeptkikriki
Timestamp: 2020-02-21 00:50:31
Document Index: 380873525

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 24', '§ 9', '§ 8', 'Art. 14', '§ 34', 'Art. 9']

Pädagogische Konzeption KiKriKi » Studentenwerk Erlangen-Nürnberg
Pädagogische Konzeption KiKriKi
Aktuell »Studieren mit Kind»Kindertagesstätten»KiKriKi»Pädagogisches Konzept KiKriKi
Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) im achten Sozialgesetzbuch, hier besonders: § 22, § 22a, § 24, § 9 und § 8a, das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), sowie der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen (BEP) und die U3-Handreichung zum BEP „Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren“ bilden die gesetzliche Grundlage für unsere Kinderbetreuungsstätten.
In der pädagogischen Arbeit verfolgen wir einen situationsorientierten Ansatz. Unser pädagogisches Handeln orientiert sich an der aktuellen Situation in der Gruppe. Der Fokus des erzieherischen Handelns liegt auf der Situation in der Gruppe. Das pädagogische Personal achtet gezielt auf Signale der Kinder und geht auf deren Fragen und Interessen ein. Jedes einzelne Kind wird mit seinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen angenommen.
In der Kinderkrippe sollen sich Kinder, Eltern und pädagogisches Personal wohlfühlen. Ein liebevolles und respektvolles Miteinander hierfür ist die Basis. VERTRAUEN ist uns sehr wichtig. Wir animieren Ihr Kind nicht, sondern wir unterstützen es darin, eigene Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen.
Durch die Größe der Einrichtung sind die Rahmenbedingungen, zum regen Austausch unter den Eltern, gegeben und so können auch neue Bekanntschaften und Freundschaften entstehen, die auch nicht selten über Jahre andauern.
Zu Beginn des Krippenjahres wird von allen anwesenden Eltern am ersten Elternabend ein Elternbeirat gewählt (Art. 14.3 BayKiBiG). Der Elternbeirat hat beratende Funktion und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Eltern, pädagogischem Personal und dem Träger. Weiterhin wirkt der Elternbeirat bei Festen und Feiern mit.
Die Krippenzeit beginnt mit der Eingewöhnung des Kindes. Wir unterstützen und begleiten diesen ersten großen Übergang liebevoll mit einer ruhigen und individuellen Eingewöhnung. Wir arbeiten dabei nach einem Eingewöhnungskonzept, das sich an das Münchener und Berliner Eingewöhnungsmodell anlehnt. Dieses Konzept wurde vom pädagogischen Team, in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen der Stadt Nürnberg, entwickelt und wird an die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes individuell angepasst.
Der Übergang aus der Familie in eine neue Betreuungssituation stellt für ein Kind und seine Eltern eine Herausforderung dar. Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Zeit, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Es baut Beziehungen zu den neuen Bezugspersonen auf und macht sich mit den Abläufen vertraut. Es erlebt einen neuen Tagesablauf und eine täglich mehrstündige Trennung von den Eltern. Die Eingewöhnung ist eine große Anpassungsleistung für das Kind, aber auch die Eltern müssen sich auf die neue Situation einstellen. Das pädagogische Personal sorgt dafür, dass dieser Wechsel für die Kinder und auch die Eltern so harmonisch wie möglich verläuft.
Die Eingewöhnung, welche bis zu drei Monaten dauern kann, ist erst dann abgeschlossen, wenn sich das Kind in seiner neuen Umgebung sicher und wohl fühlt und Vertrauen zu seinen neuen Bezugspersonen entwickelt hat.
Um den Wechsel in den Kindergarten gut vorzubereiten, bieten wir Gespräche an, in denen wesentliche Punkte thematisiert werden, die zukünftig auf die Kinder zukommen. Der Wechsel in den Kindergarten ist erneut mit Veränderungen und neuen Anforderungen für Kind und Eltern verbunden. Der Übergang bedeutet Abschied nehmen, neue Bezugspersonen, Räumlichkeiten und Regeln akzeptieren, aber auch Neugierde und Vorfreude.
Am Ende der Krippenzeit findet eine Abschiedsfeier statt, bei der die Kinder ein kleines Geschenk und ihr persönliches „Krippenalbum“ erhalten.
Die bei uns betreuten Kinder lernen zentrale Elemente der christlich-abendländischen Kultur, wie z.B. das Weihnachtsfest, kennen. Wir vermitteln den Kindern, dass sie sinn- und werteorientiert auf andere religiöse Überzeugungen zugehen, während sie ihre eigene religiöse und weltanschauliche Identität leben dürfen.
Wir fördern Nächstenliebe sowie freiheitlich-demokratische, sittliche und soziale Werthaltungen und fördern so die Integrationsbereitschaft von Familien mit ausländischer Herkunft.
Auf der Grundlage des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) ergeben sich Bildungsfelder, welche die Kinder während ihrer gesamten Krippenzeit begleiten.
Wir unterstützen die Kinder dabei welt- und wertoffen aufeinander zuzugehen und eigene Werte und Meinungen zu entwickeln. Sie sollen lernen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln, als auch gegenüber anderen zu übernehmen.
Jedes Kind wird als einzigartig und besonders wahrgenommen und geachtet. Wir unterstützen es in seinem Selbstwertgefühl und in seiner Selbstbestimmung. Eine Grundhaltung, die Individualität und Verschiedenheit auch im Bezug auf religiös-weltanschauliche Zugehörigkeit als wertvoll erachtet, ermöglicht es, anderen sowie sich selbst mit Achtung zu begegnen. Wir unterstützen Kinder und Eltern aus anderen Kulturen sich bei uns zu orientieren und zurechtzufinden.
In der Einrichtung feiern wir mit Kindern und Eltern christliche Feste, wie Weihnachten, Ostern, Nikolaus und St. Martin. Zu diesen Anlässen werden mit Hilfe der Kinder die Räumlichkeiten geschmückt, Lieder gesungen, Bilder angeschaut und Geschichten vorgelesen.
Zu Festen werden traditionelle Speisen angeboten, z. B. Weihnachtsplätzchen, Kinderpunsch u. ä., aber auch Köstlichkeiten aus anderen Ländern und Kulturen werden gerne probiert.
In unserem Speiseplan werden Sonderwünsche der Eltern, z. B. fleischlose Ernährung, respektiert und beachtet.
Ein Tag in der Woche wird in der Regel als Bewegungstag angeboten. Zu diesem Zweck animieren wir die Kinder gezielt zur Bewegung, sei es mit verschiedenen Parcours, Hüpfen, Kriechen oder Tanzen.
Bio-Lebensmittel bilden den Großteil der Ernährung unserer Kinder. Vor allem frisches Obst, Gemüse und Rohkost stehen täglich auf unserem Speiseplan. Das Mittagessen wird von einem Bio-Caterer täglich frisch geliefert.
Das Frühstück und die Zwischenmahlzeiten werden von der hauswirtschaftlichen Kraft eingekauft und vom Personal selbst, mit Unterstützung der Kinder, zubereitet. Bei der Verarbeitung der Lebensmittel erklären wir den Kindern anschaulich, wie z.B. die Karotte wächst, welche soeben kleingeschnitten wird.
Möglichst selbständiges Händewaschen gehört zu unserem Alltag. Die Sauberkeitserziehung (aufs Töpfchen/auf die Toilette gehen) findet individuell in Absprache mit den Eltern statt. Wir sind täglich draußen und bewegen uns sehr viel an der frischen Luft.
In unserer Kinderkrippe stehen Bilder- und Vorlesebücher frei zur Verfügung. Die Kinder dürfen und sollen nach individuellem Interesse diese auswählen und sich damit beschäftigen können.
Das Kinderkino „Kamishibai“ ermöglicht den Kindern auf eine außergewöhnliche Art Bilder-Bücher anzuschauen. Es vertieft nicht nur die Freude an Bilder-Büchern sondern unterstützt die Sprachförderung und dient der Wortschatzerweiterung.
Visuelle und digitale Medien halten aber auch immer mehr Einzug in die Welt der Krippenkinder. Der im Eingangsbereich der Krippe angebrachte digitale Bilderrahmen weckt täglich aufs Neue das Interesse der Kinder.
Mathematische Inhalte und Technik
Die Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten und Gesetzmäßigkeiten vermittelt den Kindern die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit. Sie lernen geometrische Formen mit allen Sinnen zu erfassen und zu benennen.
Freispiel – spielerisches Lernen
Dinge ordnen und aufzuräumen
auf sich stolz zu sein
ein Bild von sich selbst aufzubauen
ihre Sinne zu gebrauchen
Gefühle mitzuteilen und sich auszudrücken
Soziales Lernen findet bei uns immer statt. Die Kinder lernen miteinander zu spielen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Auch die gemeinsamen Ausflüge oder das gemeinsame Feiern von Festen, wie Geburtstage oder Weihnachten unterstützt dies.
Wir legen Wert auf eine gewisse Esskultur am Tisch, d. h., dass wir den Tisch gemeinsam mit den Kindern liebevoll dekorieren und eindecken.
Siehe hierzu auch „themenbezogene Förderung“.
Ein konstruktiver Umgang mit Beschwerden ist für uns unumgänglich. Eine Beschwerde drückt Unbehagen und Unmut aus. Je nach Alter der Kinder äußern sich Beschwerden im Krippenbereich über unterschiedliche Ausdrucksformen. Egal ob Rückzug, Aggression oder Weinen, wir nehmen die Kinder wahr und ernst. Die Kinder lernen, dass sie sich über Situationen, die ihnen missfallen, beschweren dürfen und sollen. In den anschließenden Aushandlungsprozessen zwischen Kind und Erwachsenen erfahren sie Selbstwirksamkeit.
Das Team notiert regelmäßig Beobachtungen zu jedem einzelnen Kind. Diese Dokumentationen werden u.a. in Teamsitzungen besprochen und dienen auch als Grundlage für Entwicklungsgespräche.
Unmittelbar nach der Eingewöhnung findet ein „Eingewöhnungsgespräch“ statt, in dem die Eingewöhnungszeit des Kindes gemeinsam mit den Eltern zusammengefasst und reflektiert wird.
Des Weiteren findet in der Regel gegen Ende des Krippenjahres ein ausführliches Entwicklungsgespräch statt. Bei Bedarf kann ein weiteres Entwicklungsgespräch unter dem Jahr stattfinden. Das Gespräch wird individuell gestaltet und in der Form eines Dialogs mit den Eltern geführt. Dabei werden folgende Fähigkeiten des Kindes fokussiert:
Am Ende der Krippenzeit erhält jedes Kind ein Portfolio in Form eines Krippenalbums mit kommentierten Fotos. Die Bilder sind eine schöne Erinnerung an die besonderen Momente während der Krippenzeit und gleichzeitig dokumentieren sie die einzelnen Entwicklungsschritte des Kindes. Zusätzlich zu den Alben erhalten die Kinder eine Mappe, in der ihre „Kunstwerke“ gesammelt wurden.
Vorlage Nachweis über Impfberatung (§ 34 Abs. 10a Infektionsschutzgesetz (IfSG))
Bestätigung der Teilnahme des Kindes an der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung (Art. 9b Kinderschutz BayKiBiG)
„(2) 1Bei der Anmeldung zum Besuch einer Kindertageseinrichtung oder bei Aufnahme eines Kindes in die Tagespflege haben die Eltern eine Bestätigung der Teilnahme des Kindes an der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung vorzulegen. 2Die Nichtvorlage einer Bestätigung ist für die Förderung nach diesem Gesetz unschädlich. 3Der Träger ist verpflichtet, schriftlich festzuhalten, ob vonseiten der Eltern ein derartiger Nachweis vorgelegt wurde.“
Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Schutzkonzept.
Im Jahr 2019 erfolgt die Teilnahme am Projekt des LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) "ÖkoKids - KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT". Es wird z.B. ein Hochbeet angelegt, um zu sehen wie unser Gemüse wächst, und weitere Aktionen zur nachhaltigen Entwicklung durchgeführt.
In der Kinderkrippe ist es uns wichtig, dass ein fester Rahmen für die Kinder besteht. Dieser gibt Sicherheit und schafft Raum und Gelegenheit für unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten.
Der nachfolgend dargestellte Tagesablauf beschreibt, wie ein typischer Tag in unserer Kinderkrippe KiKriKi aussehen könnte.
Die Konzeption wurde am 21.03.2019 vom pädagogischen Team des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg AöR erstellt.