Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.11.1986&Aktenzeichen=VI%20ZB%2012%2F86
Timestamp: 2020-02-25 13:57:23
Document Index: 165750713

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 250', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', '§ 519', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 140', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 104', '§ 133', 'BGH', '§ 518', '§ 519', 'BGH', '§ 518', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.11.1986 - VI ZB 12/86 - dejure.org
BGH, 25.11.1986 - VI ZB 12/86
https://dejure.org/1986,1402
BGH, 25.11.1986 - VI ZB 12/86 (https://dejure.org/1986,1402)
BGH, Entscheidung vom 25.11.1986 - VI ZB 12/86 (https://dejure.org/1986,1402)
BGH, Entscheidung vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86 (https://dejure.org/1986,1402)
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Umdeutung von Rechtsmittelerklärungen der Parteien - Rechtsmittel gegen ein unechtes Versäumnisurteil - Festsetzung des Werts eines Schadensersatzanspruchs nach freiem Ermessen - Unechtes Versäumnisurteil - Beschwerde - Umdeutung - Berufung
NJW 1987, 1204
MDR 1987, 1204
Auch bei der Einlegung einer Rechtsbeschwerde hindert eine unzutreffende Bezeichnung nicht die Annahme, eine Rechtsbeschwerde sei zulässig eingelegt worden, sofern die Absicht, den angegriffenen Beschluss einer Nachprüfung durch das Rechtsbeschwerdegericht zu unterstellen, hinreichend deutlich wird (vgl. BGH Beschluss vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86 - NJW 1987, 1204).
BGH, 29.03.1990 - III ZB 39/89
Der Schriftsatz enthält die bestimmte und unzweideutige Erklärung des neu bestellten Prozeßbevollmächtigten des Klägers, den "bis heute" unterbrochenen Rechtsstreit fortzusetzen (vgl. Senatsurteil BGHZ 23, 172, 175 und BGH Beschluß vom 6. Juli 1970 - VII ZB 8/70 = LM ZPO § 250 Nr. 6 = NJW 1970, 1790) und das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts vom 16. Dezember 1987 im Wege der Berufung der Nachprüfung durch das höhere Gericht zu unterstellen (vgl. dazu BGH Beschluß vom 21. November 1986 - VI ZB 12/86 NJW 1987, 1204).
Das Berufungsgericht geht im Ausgangspunkt zwar zutreffend davon aus, dass eine Berufungsschrift zweifelsfrei die Absicht erkennen lassen muss, das erstinstanzliche Urteil einer Überprüfung durch die höhere Instanz zu unterstellen (BGH, Beschl. 19. November 1997, XII ZB 157/97, NJW-RR 1998, 507; Beschl. v. 25. November 1986, VI ZB 12/86, NJW 1987, 1204).
Da eine wirksame Berufungsschrift nicht von dem Gebrauch des Wortes "Berufung" abhängt, (BGH, Beschl. v. 25. November 1986, VI ZB 12/86, NJW 1987, 1204), hindert umgekehrt auch eine unzutreffende Bezeichnung nicht die Annahme, eine Berufung sei wirksam eingelegten worden (…vgl. Stein/Jonas/Grunsky, ZPO, 21. Aufl., § 518 Rdn. 16;… MünchKomm-ZPO/Rimmelspacher, 3. Aufl., § 519 Rdn. 11).
Entscheidend ist, dass der Erklärung die Absicht, das erstinstanzliche Urteil einer Nachprüfung durch die höhere Instanz zu unterstellen, eindeutig zu entnehmen ist (…BGH, Beschlüsse vom 17. Juli 2008 - V ZB 151/07, FamRZ 2008, 1926 Rn. 9; vom 23. Juni 2005 - I ZB 15/05, MDR 2006, 110; vom 19. November 1997 - XII ZB 157/97, NJW-RR 1998, 507; vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86, NJW 1987, 1204 unter II).
Die Bezeichnung als "Berufungsbegründung" steht der Beurteilung nicht entgegen, dass es sich zugleich um eine Berufungsschrift handelt, da eine wirksame Berufungsschrift nicht davon abhängt, dass sie ausdrücklich als "Berufung" bezeichnet ist (…BGH, Beschlüsse vom 17. Juli 2008 - V ZB 151/07, aaO Rn. 11; vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86, aaO).
Sie sind jedoch analog §§ 133, 157 BGB auszulegen und können analog § 140 BGB sogar umgedeutet werden (vgl. BGH NJW 1987, 1204;… BGHZ 22, 269 - Rdn. 12 zitiert nach Juris;… BGH NJW-RR 2008, 876 und Palandt-Ellenberger 72. Aufl. Überblick vor § 104 BGB Rdn. 37 sowie § 133 BGB Rdn. 4).
BVerwG, 02.08.1995 - 9 B 303.95
Berufung - Einlegung - Gerichtsbescheid - Verwerfung - Mündliche Verhandlung - …
Maßgebend ist, ob der Erklärung die Absicht zu entnehmen ist, die angegriffene Entscheidung einer Nachprüfung durch das höhere Gericht zu unterziehen (BGH, Beschluß vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86 - NJW 1987, 1204).
Denn da keine Partei die mit einer Fristversäumung verbundenen Nachteile in Kauf nehmen will, ist anzunehmen, daß sie eine inhaltlich den Anforderungen des § 518 Abs. 2 ZPO entsprechende Berufungsbegründung zugleich als Berufungseinlegung verstanden wissen will, zumal auch das Gesetz in § 519 Abs. 2 ZPO davon ausgeht, daß beide in einem Schriftsatz enthalten sein können (BGH Beschluß vom 25. November 1986 - VI ZB 12/86 - NJW 1987, 1204, Beschluß vom 10. Februar 1969 - VIII ZB 43/69 - VersR 70, 184;… MünchKomm/Feiber aaO. § 518 Rdn. 11, 19;… Thomas/Putzo aaO. § 518 Rdn. 14).
Ausreichend ist, daß der Wille, Berufung einzulegen, klar zutage getreten ist (vgl. BGH, Beschl. v. 25. November 1986, VI ZB 12/86, NJW 1987, 1204 ).
OLG München, 09.04.2019 - 34 Wx 281/17
Prüfungsumfang des Grundbuchamts - Eintragung einer Zwangssicherungshypothek
Eine Beschwerde liegt nur dann vor, wenn aus einem Schriftstück die Absicht, eine Entscheidung der Nachprüfung durch die höhere Instanz zu unterstellen, deutlich wird (BayObLGZ 1999, 330/334), wobei der Gebrauch des Wortes "Beschwerde" oder "Rechtsmittel" dabei nicht wesentlich ist (BGH NJW 1987, 1204).
LAG Berlin, 20.09.2006 - 15 Sa 2357/03
unechtes Versäumnisurteil; Aufhebung durch das Revisionsgericht; erneuter Termin; …
BGH, 19.11.1997 - XII ZB 157/97
Auslegung einer Erklärung nach Bewilligung von Prozeßkostenhilfe als Berufung
OLG Celle, 24.09.2012 - 2 W 247/12
Gerichtsgebühren: Entstehung einer Verfahrensgebühr bei Widerruf der Absicht zur …
LAG Berlin, 20.09.2006 - 15 Sa 891/06
BayObLG, 07.10.1999 - 1Z BR 122/99
FG Niedersachsen, 03.03.2004 - 9 K 365/01
Widerruf einer Klagerücknahme auch bis zur Einwilligung des Beklagten nicht …
LSG Saarland, 24.01.2006 - L 6 AL 22/04
Zulassungsberufung - Wert des Beschwerdegegenstandes bei Sperrzeit - Umdeutung …
LSG Niedersachsen, 28.03.2002 - L 5 VS 2/02