Source: http://www.pflegefach.de/ausbildung/pflegeschulen.html
Timestamp: 2017-06-25 20:46:25
Document Index: 119589772

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 60', '§ 9', '§ 9', '§ 8', '§ 6', '§ 6', '§ 10', '§ 8', '§ 16']

Pflegeberuf pflegefach.de menu Pflegeausbildung
Ausbildungsziel Zugangsvoraussetzungen Ausbildungsdauer
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Staatliche und staatlich anerkannte Pflegeschulen
Mindestanforderungen an Pflegeschulen
§ 9 Abs. 1 Pflegeberufsgesetz stellt die Mindestanforderungen an Pflegeschulen auf. Sie gelten sowohl für staatliche als auch staatlich anerkannte Pflegeschulen. Dies bisherigen Krankenpflegeschulen und Altenpflegeschulen können sich aufgrund der Übergangs- und Bestandsschutzregelungen des § 60 Pflegeberufsgesetzes auf neuen Anforderungen einstellen. Das vorhandene genießt einen umfassenden persönlichen Bestandsschutz.
Die Schulleitung muss bei einer hauptberuflich tätigen, pädagogisch qualifizierten Person liegen, die über eine abgeschlossene Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau verfügt. Eine abgeschlossene Berufsausbildung im sozialen oder pflegerischen Bereich mit mehrjähriger Berufserfahrung reicht nicht aus. Nach dem Altenpflegegesetz war dies für die Leitung einer Altenpflegeschule noch ausreichend. Besondere pflegerische Fachkenntnisse der Schulleitung werden nicht verlangt, da die Schulleitung Leitungsfunktionen ausübt. Für staatliche Schulzentren, die über mehrere Ausbildungsgänge verschiedener Fachrichtungen verfügen, wäre dies zudem nicht umsetzbar.
Die Pflegeschule muss darüber hinaus eine angemessene Zahl an fachlich und pädagogisch qualifizierten Lehrkräften beschäftigen und nachzuweisen.
Die Lehrkräfte müssen, - soweit sie theoretischen Unterricht erteilen, über eine entsprechende, insbesondere pflegepädagogische, abgeschlossene Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau und,
- soweit sie praktischen Unterricht erteilen, über eine entsprechende, insbesondere pflegepädagogische, abgeschlossene Hochschulausbildung verfügen. Die Anforderungen an die Qualifikationen der Lehrkräfte für den theoretischen Unterricht gehen also über die bisherige Rechtslage in Krankenpflegegesetz und Altenpflegegesetz hinaus, und entsprichen nun dem für die Lehrerbildung üblichen Anforderungsniveau. Die Bundesländer können allerdings durch Landesrecht abweichend regeln, dass die Hochschulausbildung nicht oder nur für einen Teil der Lehrkräfte auf Master- oder vergleichbarem Niveau vorliegen muss. Die geforderte Qualifikation für den praktischen Unterricht entspricht der bisherigen Rechtslage nach dem Krankenpflegegesetz.
Die Zahl der Lehrkräfte muss im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze der Pflegeschule angemessen sein. § 9 Absatz 2 Pflegeberufsgesetz trifft eine Bestimmung nur für die hauptberuflichen Lehrkräfte. An den Pflegeschulen soll mindestens eine hauptberufliche Vollzeitstelle für zwanzig Auszubildende vorhanden sein. Durch diese Vorgabe soll sichergestellt werden, dass den Auszubildenden ein Mindestmaß an hauptberuflichen Lehrkräften als kontinuierliche Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Ein höherer Personalschlüssel kann durchaus erforderlich sein, um den gesetzlich vorgegebenen Bildungsauftrag der Schule zu erfüllen. Der in der Fachdiskussion häufig als vorteilhaft benannte Personalschlüssel von 1:15 unter Einbeziehung von Honorarkräften wird durch die Mindestvorgabe im Pflegeberufsgesetz nicht in Frage gestellt. Die Refinanzierung eines höheren Personalschlüssels ist unter Beachtung der grundsätzlich für alle Finanzierungsregelungen geltenden Wirtschaftlichkeitsvorgabe möglich.
Weitere Mindestanforderungen an Pflegeschulen in § 9 Absatz 3 Pflegeberufsgesetz betreffen die Ausstattung, die vorgehalten werden muss, um die Ausbildung erfolgreich durchzuführen. Den einzelnen Bundesländern ist es unbenommen, die vorgegebenen Mindestanforderungen weiter auszugestalten oder zusätzliche Vorgaben zu regeln.
Gesamtverantwortung der Pflegeschule für die Pflegeausbildung
Die Pflegeschule obliegt die Gesamtverantwortung für die Koordination des theoretischen und praktischen Unterrichts mit der praktischen Ausbildung. Überprüfung des Ausbildungsplans des Trägers
Die Pflegeschule muss prüfen, ob der Ausbildungsplan, den der Träger der praktischen Ausbildung unter Berücksichtigung der Vorgaben des Lehrplans der Pflegeschule zu erstellen hat, tatsächlich dessen Anforderungen entspricht. Ist dies nicht der Fall, muss der Träger der praktischen Ausbildung den Ausbildungsplan anpassen. Theorie-Praxis-Verzahnung
Zwischen Unterricht und praktischer Ausbildung sollen möglichst korrespondierender Ausbildungsinhalte festgelegt werden. Dadurch soll erreicht werden, dass zu den Lerninhalten des Unterrichts Praxisbezug hergestellt wird und dass eine optimale inhaltliche und zeitliche Theorie-Praxis-Verzahnung während der Ausbildung gewährleistet ist.
Die in der Pflegeschule erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sollen den Auszubildenden bei der Umsetzung seiner Aufgaben in den Einrichtungen unterstützen. Darüber hinaus kann die Pflegeschule durch die Verzahnung, die Erfahrungen und Fertigkeiten des Auszubildenden aus der Praxis durch theoretische Grundlagen vertiefen und durch Einordnung in einen Gesamtkontext abstrahieren sowie bei der Reflexion helfen.
Die Pflegeschule ist auch während der praktischen Ausbildung Ansprechpartner für die Auszubildenden. Über die von ihr zu gewährleistende Praxisbegleitung hält sie Kontakt zu den Auszubildenden. Sie ist Vermittler, falls Schwierigkeiten bei der Durchführung der praktischen Ausbildung entstehen. Einhaltung des Ausbildungsplans Sie überprüft anhand des Tätigkeitsnachweises der Auszubildenden, ob die praktische Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsplans durchgeführt wird. Wird die praktische Ausbildung nicht anhand des Ausbildungsplans durchgeführt, hat die Pflegeschule unterschiedliche Möglichkeiten der Handhabe: - Besteht Trägeridentität mit dem Träger der praktischen Ausbildung, sind innerorganisatorische Maßnahmen zu ergreifen. - Hat die Pflegeschule mit dem Träger der praktischen Ausbildung nach § 8 Absatz 2 Nummer 2 einen Vertrag geschlossen, sollte dieser die Konsequenzen im Innenverhältnis regeln. - Sind an der praktischen Ausbildung weitere Einrichtungen beteiligt, sind auch diese nach Maßgabe des § 6 Absatz 4 über Kooperationsverträge mit der Pflegeschule verbunden. Primärer Ansprechpartner für die Pflegeschule wird allerdings in der Regel der Träger der praktischen Ausbildung sein, da dieser die Verantwortung für die Durchführung der praktischen Ausbildung trägt.
Zugang der Praxisbegleitung zu den Einrichtungen
Bei Durchführung der Praxisbegleitung wird die Pflegeschule durch die an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen unterstützt. Hierzu gehört insbesondere, dass die Einrichtungen den Lehrkräften der Pflegeschulen, die die Praxisbegleitung wahrnehmen, Zugang gewähren. Die Einzelheiten sind in den Kooperationsverträgen nach § 6 Absatz 4 zu regeln.
Stellung der Pflegeschule
Die Regelung des § 10 Pflegeberufsgesetz muss im Zusammenhang mit den weiteren, die Stellung der Pflegeschule beschreibenden Regelungen betrachtet werden: Ohne Vertrag mit einer Pflegeschule kann ein Ausbildungsbetrieb nach § 8 Absatz 2 nicht Träger der praktischen Ausbildung sein. Ohne Zustimmung der Pflegeschule kann der Träger der praktischen Ausbildung nach § 16 Absatz 6 keinen Ausbildungsvertrag abschließen. Finanziert wird die Pflegeschule unabhängig vom Träger der praktischen Ausbildung über ein eigenes Budget.