Source: https://www.brennecke-rechtsanwaelte.de/Einfuehrung-ins-Urheberrecht-Teil-01-Das-Werk_198835
Timestamp: 2020-07-03 20:28:23
Document Index: 161733909

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 2']

2.1 Der Werkbegriff des UrhG
Zentraler Begriff des Urheberrechts ist der des Werkes. Nach § 1 UrhG (Alle §§ im Folgenden ohne Gesetzesangabe sind solche des UrhG) genießen Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst Schutz im Rahmen des UrhG.§ 2 I UrhG zählt hierbei beispielhaft anhand einzelner Werkarten auf, was zu den geschützten Werken gehört. Das Wörtchen „insbesondere“ in § 2 I UrhG besagt, dass es sich hierbei nur um eine nicht abschließende, beispielhafte Aufzählung handelt. Das Urheberrechtsgesetz steht damit auch für neue Werkarten offen.
Die vom Gesetzgeber genannten Beispiele sind Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme, Werke der Musik, pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst, Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke, Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden, Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden und Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.
§ 2 II UrhG besagt, dass Werke im Sinne dieses Gesetzes nur persönliche geistige Schöpfungen sind.
Demnach setzt sich der Werkbegriff aus drei Elementen zusammen:
(1) Es muss sich um eine persönliche Schöpfung handeln, die
(2) einen geistigen Inhalt aufweist,
(3) der in einer gewissen Form zum Ausdruck gelangt.
Diese drei Elemente lassen sich unter dem Begriff der Individualität zusammenfassen.
2.1.1 Persönliche Schöpfung
Nach Maßgabe des § 2 II UrhG muss es sich zunächst um eine persönliche Schöpfung handeln. Voraussetzung ist die schöpferische Tätigkeit eines Menschen. Unerheblich ist, ob ein Kleinkind, ein Mensch in Trance oder Volltrunkenheit, oder ein geistig Behinderter das Werk geschaffen hat. Ebenso wenig ist maßgeblich, ob das Werk durch einen professionellen Künstler oder einen Laien geschaffen worden ist. (Wandtke/Bullinger-Bullinger, § 2, Rn. 18.)
Ein Bild, das von einem Elefanten mit seinem Rüssel gemalt wurde, kann keine persönliche Schöpfung darstellen.
Dieser Beitrag ist entnommen aus dem Buch „Einführung ins Urheberrecht“ von Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Simon Hofmann, wissenschafticher Mitarbeiter, erschienen im Verlag Mittelstand und Recht 2011, ISBN 978-3-939384-12-0
Normen: § 1 UrhG, § 2 UrhG
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