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Timestamp: 2019-01-20 09:17:49
Document Index: 390850614

Matched Legal Cases: ['Art 6', 'Art 5', 'Art 89', 'Art 22', 'Art 25', 'Art 35', 'Art. 1', 'Art. 2']

HERAUSFORDERUNG BIG DATA FÜR DIE WIRTSCHAFT - PDF
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1 HERAUSFORDERUNG BIG DATA FÜR DIE WIRTSCHAFT Mag. Stefan Panic Mittwoch, 26. April Mittwoch, 26. April
2 Einleitung Begriff Big Data Ein Sammelbegriff unterschiedliche Rechts- und Problembereiche Big Data und Datenschutz Probleme und Lösungsansätze Voraussetzungen Nichtpersonenbezogene Big Data Herausforderungen Entwicklungsbedarf Mittwoch, 26. April
3 Was ist "Big Data"? Zusammenfassung unterschiedlicher Begriffe unterschiedliche Rechtsfolgen Keine Legaldefinition Kein einheitlicher Begriff Hauptmerkmal Datenmenge Datenmengen, die aufgrund ihrer Größe oder Komplexität mit herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung nicht mehr verarbeitet werden können Verwendung in neuen Bereichen, die zt erst durch Big Data entstehen "V" Volume, Variety, Velocity, Variability, Veracity "next level" der Datenverarbeitung Mittwoch, 26. April
4 Big Data in der Rechtsordnung Personenbezogene Big Data Einschränkung der Verarbeitung durch Beschränkungen in Datenschutzrecht Nichtpersonenbezogene Big Data freie Verarbeitung außerhalb des Datenschutzrechts Aber: Daten als Rechts- und Wirtschaftsgut? Ökonomische Aspekte hinsichtlich (fehlender?) Schutzfähigkeit? Mittwoch, 26. April
5 Anwendungsbereiche von Big Data Breites Spektrum der Sektoren in welchen Big Data eine Rolle spielen könnte oder eine Chance darstellen könnte IT und Technology die "üblichen Verdächtigen" bei der Verarbeitung von Big Data (Amazon, Google, Facebook etc.) "Internet of Things" und "Industrie 4.0" diverse Anwendungen, bei welchen personen- und maschinenbezogene Daten entstehen (Smart Factories, Smart Homes, Verkehrssteuerung, "vernetzte Autos" etc.) Gesundheitssektor Retail kundenbezogene Auswertungen Mittwoch, 26. April
6 Big Data und Datenschutz Personenbezogene Big Data Gesundheitssektor: weitreichende Analysen von Patientendaten IT-Sektor: der "gläserne Nutzer / Kunde" detaillierte Auswertungen von Kunden- und Nutzerdaten im Internet für auf die konkrete Person zugeschnittene Angebote Sonstige personenbezogene Analysen (zb Kaufkraft) Datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen Grundsätzliche Schranken, die aus den Grundprinzipien folgen Weitere spezifische Voraussetzungen für die Datenverarbeitung Praktische Hindernisse Mittwoch, 26. April
7 Datenschutzrechtliche Grundprinzipien (I) Datenminimierung / Wesentlichkeitsgrundsatz Widerspricht weitgehend dem Wesen von Big Data per se Einschränkung der Möglichkeiten der Datensammlung Verbot von "Data Warehousing" und "Data Mining" Datenbeschaffung und -verarbeitung "auf Vorrat" Zweckbezogene Datenminimierung - Lösung durch breit angelegte Zweckbeschreibungen? Zweckbindung Erschwernis der zweckübergreifenden Datenverarbeitung Festlegung des Zwecks vor der Datensammlung Zweckänderung = Datenübermittlung Aufweichung durch DSGVO (Art 6 Abs 4) Zweckänderung auf "verbundene" Zwecke zulässig? Mittwoch, 26. April
8 Datenschutzrechtliche Grundprinzipien (II) Weitere problematische Prinzipien: Richtigkeits- und Aktualitätsgrundsatz Gewährleistung bei größeren Datenmengen unter Umständen schwierig Datensicherheit und Datengeheimnis Datensicherheit muss der Art, dem Zweck und dem Umfang der Verarbeitung entsprechen "big security for big data" Transparenz der Verarbeitung Eventuell negative Beeinflussung durch die Datenmengen Mittwoch, 26. April
9 Datenschutzrechtliche Grundprinzipien Lösungsansätze (I) Verarbeitung aufgrund der Zustimmung der Betroffenen? Informierte Zustimmung notwendig, dh Zwecke und Datenarten müssen identifiziert werden Wirksamkeit Freiwilligkeit Geschäftsfähigkeit Ist nur eine Rechtsgrundlage für die Rechtsmäßigkeit der Verarbeitung, befreit aber nicht von der Einhaltung der Grundprinzipien! Meist keine Lösung sondern eine Voraussetzung (zb Profiling) Anonymisierung und Pseudonymisierung Rechtlich zufriedenstellende Lösung anonymisierte Daten unterliegen nicht der DSGVO Aber: volle Anonymisierung oft technisch schwierig und dem eigentlichen Zweck widersprechend (außer bei "industriellen" Anwendungen) Pseudonymisierung grundsätzlich vorausgesetzt durch die DSGVO Mittwoch, 26. April
10 Datenschutzrechtliche Grundprinzipien Lösungsansätze (II) Privilegierung wissenschaftlicher oder geschichtlicher Forschung und Statistik Ausdrückliche Ausnahme vom Zweckbindungsprinzip (Art 5 Abs 1 lit (b) DSGVO) Enger Anwendungsbereich in der Privatwirtschaft außerhalb der Forschungseinrichtungen Konkrete Regelungen weitgehend offen (Art 89 Abs 2 DSGVO) Mittwoch, 26. April
11 Anwendbare Regelungen rechtliche Voraussetzungen (I) Eine Reihe von spezifischen Voraussetzungen zusätzlich zu den Grundprinzipien Schwierigkeiten bei der Feststellung der Grundlagen für die Rechtmäßigkeit bei Datenmengen von Big Data und unbestimmten Zwecken Zustimmung als mögliche Grundlage; aber Bestimmtheit Überwiegende berechtigte Interessen Automatisierte Einzelentscheidungen und Profiling (Art 22 DSGVO) Zustimmung wird oft vorausgesetzt sein! "Privacy by design and default" (Art 25 DSGVO) Konkretisierung der Grundprinzipien, welche zur Pseudonymisierung und Datenminimierung "zwingen" Mittwoch, 26. April
12 Anwendbare Regelungen rechtliche Voraussetzungen (II) Folgeabschätzung (DPIA Art 35ff DSGVO) Anwendbar bei "systematischer und umfassender Bewertung persönlicher Aspekte natürlicher Personen, die sich auf automatisierte Verarbeitung einschließlich Profiling, gründet" Anwendungsfall Big Data Verpflichtender Datenschutzbeauftragter? Bei Verarbeitung von sensiblen Daten (zb Gesundheitssektor) Ansonsten: nur wenn die Kerntätigkeit "eine umfangreiche regelmäßige und systematische Überwachung von betroffenen Personen" erforderlich macht Mittwoch, 26. April
13 Weitere praktische Hindernisse Großflächige Datenweitergaben oft eine Notwendigkeit bei großen Datenmengen (Server-Platz / Speicherung in der Cloud) Voraussetzungen für Datenweitergaben ins (nicht-ewr) Ausland großes Netz von Verträgen Erleichterungen durch die DSGVO im Vergleich zum DSG (formale Voraussetzungen) Ausgebaute Betroffenenrechte praktische Schwierigkeiten bei größeren Daten- und damit Betroffenenmengen Dasselbe Problem bei einem allfälligen Data Breach Mittwoch, 26. April
14 Big Data außerhalb des Datenschutzrechts Großer praktischer Anwendungsbereich in der Industrie und Technologie "Internet-of-Things" Smart Homes Smart Factories / Monitoring Daten sind weitgehend nicht personenbezogen bzw. steht der Personenbezug nicht im Fokus Anonymisierung leichter durchführbar Allerdings: Verarbeitungspotential von Daten in personenbezogener Form? (etwa Fahrverhalten?) Weitere Erleichterung durch DSGVO unternehmensbezogene Daten sind nicht mehr personenbezogene Daten Mittwoch, 26. April
15 Daten als Rechtsgut? Außerhalb des Datenschutzes ergeben sich andere Fragen insbesondere die der Schutzfähigkeit der erzeugten Daten Daten als Rechts- und Wirtschaftsgut Überlegung zum "Daten-Schutz" Daten und nicht der Betroffene im Mittelpunkt? Rechtsordnung sieht keine Hindernisse vor, aber auch keinen Schutz Kollision mit dem Datenschutz wenn Daten doch mit Personenbezug einen Wert haben Mittwoch, 26. April
16 Lösungsansätze für Schutz von Daten Urheberrechtlicher Schutz? nur für Datenbanken, aber nicht für einzelne Datensätze Eingeschränkter Schutz bei wesentlichen Entnahmen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse? Weiter Sachbegriff des ABGB sachenrechtlicher Schutz? UWG und sonstiger deliktischer Schutz? Rechtspolitische Überlegung ist der Schutz von Daten sinnvoll? Notwendigkeit? Grenzen des Schutzes? Mittwoch, 26. April
17 VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT! Mittwoch, 26. April
18 Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung! Mag. Stefan Panic DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte GmbH Schottenring Wien Telefon: +43 (0) Fax: +43 (0) Mittwoch, 26. April
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