Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/handelsrecht/handelsregister-und-die-amtsermittlung-331932
Timestamp: 2020-04-09 07:44:13
Document Index: 186146039

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 26', 'BGH', 'BGH', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 378', '§ 374']

Han­dels­re­gis­ter und die Amts­er­mitt­lung | Rechtslupe
Handelsregister und die Amtsermittlung
Han­dels­re­gis­ter und die Amts­er­mitt­lung
Eine Pflicht des Regis­ter­ge­richts zur Amts­er­mitt­lung nach §§ 26, 382 FamFG besteht nur dann, wenn ent­we­der die for­ma­len Min­dest­an­for­de­run­gen für eine Ein­tra­gung nicht erfüllt sind oder wenn begrün­de­te Zwei­fel an der Wirk­sam­keit der zur Ein­tra­gung ange­mel­de­ten Erklä­run­gen oder der Rich­tig­keit der mit­ge­teil­ten Tat­sa­chen bestehen.
Das Regis­ter­ge­richt hat die Pflicht, dar­über zu wachen, dass Ein­tra­gun­gen im Han­dels­re­gis­ter den gesetz­li­chen Erfor­der­nis­sen und der tat­säch­li­chen Rechts­la­ge ent­spre­chen 1. Dabei ist es aber nicht ver­pflich­tet, ver­wi­ckel­te Rechts­ver­hält­nis­se oder zwei­fel­haf­te Rechts­fra­gen zu klä­ren 2. Dadurch wür­den die Regis­ter­ge­rich­te über­las­tet und es bestün­de die Gefahr, dass Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gun­gen auf unan­ge­mes­se­ne Zeit blo­ckiert wür­den. Eine Pflicht zur Amts­er­mitt­lung nach §§ 26, 382 FamFG besteht viel­mehr nur dann, wenn ent­we­der die for­ma­len Min­dest­an­for­de­run­gen für eine Ein­tra­gung nicht erfüllt sind oder wenn begrün­de­te Zwei­fel an der Wirk­sam­keit der zur Ein­tra­gung ange­mel­de­ten Erklä­run­gen oder an der Rich­tig­keit der mit­ge­teil­ten Tat­sa­chen bestehen 3.
Zwar steht danach der Umfang der Ermitt­lungs­tä­tig­keit grund­sätz­lich im pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen des Regis­ter­rich­ters und des Beschwer­de­ge­richts. Das Rechts­be­schwer­de­ge­richt kann aber über­prü­fen, ob das vor­in­stanz­li­che Gericht die Gren­zen sei­nes Ermes­sens über­schrit­ten und ins­be­son­de­re ohne berech­tig­ten Grund inhalt­li­che Beden­ken gegen eine Ein­tra­gung gese­hen hat.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Juni 2011 – II ZB 15/​10
Zugang einer Wil­lens­er­klä­rung im Aus­land Ob eine Wil­lens­er­klä­rung einem Emp­fän­ger mit Sitz im Aus­land zuge­gan­gen ist, beur­teilt sich nach dem Orts­recht des Abga­be­orts. Hin­ter­grund die­ser Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs war die…
BGH, Urteil vom 24.06.1982 – III ZR 19/​81, BGHZ 84, 285, 287[↩]
RGZ 127, 153, 158[↩]
vgl. BayO­bLG, DB 1981, 2219 f.; GmbHR 1992, 306; OLG Düs­sel­dorf, GmbHR 2001, 243 f.; OLG Mün­chen, WM 2009, 1038, 1040; Paef­gen in Ulmer/​Habersack/​Win­ter, GmbHG, § 39 Rn. 36 ff.; Alt­mep­pen in Roth/​Altmeppen, GmbHG, 6. Aufl., § 39 Rn. 15 ff.; Oet­ker in Henssler/​Strohn, Gesell­schafts­recht, GmbHG § 39 Rn. 14; Ned­den­Bo­e­ger in SchulteBunert/​Wein­reich, FamFG, 2. Aufl., vor § 378 Rn. 57 ff.; Bahrenfuss/​Steup, FamFG, § 374 Rn. 38 ff.[↩]