Source: https://verlagdrkovac.de/978-3-339-10364-2.htm
Timestamp: 2019-08-24 09:51:12
Document Index: 118234922

Matched Legal Cases: ['de lege lata', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 2']

Pharmakologisches Neuroenhancement aus verfassungsrechtlicher Sicht. Dissertation von Marielen Anna Josefa Wesselmann, Verlag Dr. Kovač 2018, 260 S.
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Marielen Anna Josefa Wesselmann: Pharmakologisches Neuroenhancement aus verfassungsrechtlicher Sicht
Studien zur Rechtswissenschaft, Band 420
ISBN 978-3-339-10364-2 (Print), ISBN 978-3-339-10365-9 (eBook)
Zunächst werden die gängigsten, zur Leistungsverbesserung zweckentfremdeten Arzneimittel aufgeführt, um dann deren Wirksamkeit sowie die Verbreitungsdichte darzustellen. Sodann folgt, nach einer Abgrenzung der Begriffe Neuroenhancement versus Therapie, eine Auseinandersetzung mit den ethischen Kritikpunkten am Neuroenhancement. Dabei wird sich neben der „Natur des Menschen“ unter anderem mit einem möglichen Individualitätsverlust sowie sozialen Ausgrenzungsproblematiken befasst.
Bei der verfassungsrechtlichen Analyse im Hauptteil werden im Anschluss an die Frage, ob Rechtsnormen de lege lata den Umgang mit Neuroenhancement ausreichend regeln, besonders intensiv die grundrechtlichen Interessen behandelt, die den persönlichen Freiraum und die freie Selbstbestimmung schützen. So wird die Zulässigkeit des selbst- und fremdbestimmten Neuroenhancement nicht nur an Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG und Art. 4 Abs. 1 GG, sondern aufgrund der potentiellen Gesundheitsrisiken auch intensiv an Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG geprüft. Besonderen Wert wird dabei auf die schützenswerte Sonderposition Minderjähriger gelegt.
Der Hauptteil endet nach umfassenden Erörterungen zum allgemeinen Gleichheitssatz und zur Frage der Chancengleichheit mit der Prüfung der grundrechtlichen Interessen pharmazeutischer Unternehmer, wobei die Forschungs- und Berufsfreiheit im Fokus stehen.
Abschließend werden die legislativen Möglichkeiten dargestellt, die im Fall der wachsenden Bereitschaft zum Neuroenhancement nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch verbesserungsunwillige Personen vor der erzwungenen Einnahme schützen sollen.