Source: http://lexbrowser.provinz.bz.it/doc/20120911/de/dpgp-2001-38/dekret_des_landeshauptmanns_vom_4_juli_2001_nr_38.aspx?view=1
Timestamp: 2020-04-05 08:59:05
Document Index: 284585859

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7']

Lexbrowser - e) DEKRET DES LANDESHAUPTMANNS vom 4. Juli 2001, Nr. 381)
Landesgesetzgebung Landwirtschaft Nahrungsmittelhygiene DEKRET DES LANDESHAUPTMANNS vom 4. Juli 2001, Nr. 38
e) DEKRET DES LANDESHAUPTMANNS vom 4. Juli 2001, Nr. 381)
Durchführungsverordnung über die Kennzeichnung von gentechnikfreien Produkten
Kundgemacht im A.Bl. vom 31. Juli 2001, Nr. 31.
(1) Diese Verordnung regelt die Kennzeichnung von gentechnikfreien Produkten und die gentechnikfreie Fütterung. Sie führt somit das Landesgesetz vom 22. Januar 2001, Nr. 1, über die Kennzeichnung gentechnikfreier Produkte durch.
Art. 2 (Produkte aus Südtirol)
(1) Als Produkte aus Südtirol gelten jene Produkte, die zur Gänze in Südtirol hergestellt worden sind oder ihre letzte wesentliche Be- und Verarbeitung in Südtirol erfahren haben und aus einem bedeutenden Anteil an Rohprodukten Südtiroler Herkunft bestehen.
Art. 3 (Kennzeichen)
(1) Die Produkte können mit dem Kennzeichen oder mit dem Schriftzug, wie in Anlage A) dieser Verordnung beschrieben ist, gekennzeichnet werden.
(2) Das Kennzeichen wird vom Komitee für gentechnikfreie Produkte nur den Personen zuerkannt, welchen laut Artikel 5 des Landesgesetzes vom 22. Januar 2001, Nr. 1, das Kennzeichnungsrecht verliehen worden ist. 2)
Art. 3 wurde ersetzt durch Art. 1 des D.LH. vom 22. Mai 2006, Nr. 24.
Art. 4 (Futtermittelzusammenstellung)
(1) Um gentechnikfreie Lebensmittel tierischer Herkunft im Sinne des Landesgesetzes vom 22. Januar 2001, Nr. 1, zu erhalten müssen den Tieren gentechnikfreie Futtermittel zugeführt und außerdem die in Anlage B) festgelegte Futtermittelzusammenstellung eingehalten werden.
(vorgesehen in Artikel 3) 3)
(1) Das Kennzeichen ist kreisförmig. In der Mitte steht ein Pflänzchen, das aus der Erde hervorsprießt, und im Kreisring die Aufschrift: "gentechnikfrei geneticamente non modificato LP LG 1/2001" (Vorlage a). Die Farbe des Kennzeichens ist grün.
(2) Der Schriftzug kann in einer oder mehrerer der in Vorlage b) angeführten Formen verwendet werden.
Die Anlage A wurde ersetzt durch Art. 1 des D.LH. vom 22. Mai 2006, Nr. 24.
Futtermittelzusammenstellung (Artikel 4)
(1) Jeder, der Milch, Fleisch oder Eier produziert, die in reiner oder in verarbeiteter Form im Sinne des Landesgesetzes vom 22. Januar 2001, Nr. 1, in den Handel kommen, muss die nachfolgenden Normen beachten.
(2) Es sind nur die in den Anhängen B1, B2, B3 und B4 angeführten Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe erlaubt. Dabei muss bei zusammengesetzten Futtermitteln immer die halboffene Deklaration (die enthaltenen Einzelfuttermittel werden in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile angegeben ) zur Anwendung kommen.
(3) Alle Futtermittel (Grundfuttermittel, Einzel- und Ergänzungsfuttermittel, Vormischungen und Futterzusatzstoffe) müssen unverdorben, unverfälscht und von handelsüblicher Beschaffenheit sein. Sie dürfen keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen und dürfen nicht in irreführender Weise in Verkehr gebracht werden.
(4) Alle Futtermittel (Grundfuttermittel, Einzel- und Ergänzungsfuttermittel), Vormischungen oder Zusatzstoffe dürfen nicht durch Ranzigkeit und Schimmelbefall geschädigt oder verdorben, mit Toxinen kontaminiert, von Parasiten befallen, mit Herbiziden, Insektiziden oder Schwermetallen belastet, radioaktiv verseucht sein, usw.
Rinder-, Pferde-, Schaf-, Ziegen-, und Kaninchenfütterung
Art. 2 (Grundfutterration)
(1) Grundlage der Futterration für die Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft sollen lokal produzierte Grundfuttermittel sein, die einen Bezug der Produkte zum Gebiet, aus dem sie kommen, gewährleisten und wiederspiegeln.
(2) In jedem Fall müssen die eingesetzten Futtermittel in der Tierernährung aus gentechnikfreier Produktion stammen, um daraus Lebensmittel herstellen zu können, welchen das Prädikat "gentechnikfrei" verliehen werden kann.
(3) Bei Leistungstieren wird die Grundfutterration mit Ergänzungsfuttermitteln und Vormischungen nährstoffmäßig ausgeglichen, um ein ausgewogenes Energie-, Eiweiss, Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminverhältnis in der Ernährung der Tiere zu gewährleisten.
Art. 3 (Grundfuttermittel)
(1) Die frisch gemähten Grünfuttermittel müssen von guten und stabilen Naturwiesen oder eingesäten Wiesen geerntet werden. Sie sollen gleich nach dem Schnitt verabreicht werden.
(2) Rauhfutter, boden- oder künstlich getrocknet, muss die Basis für eine artgerechte Tierernährung sein.
(3) Die Grundfuttermittel (Anhang B1) müssen garantiert aus gentechnikfreien Samen gewonnen werden.
Art. 4 (Einzel- und Ergänzungsfuttermittel)
(1) Alle eingesetzten Einzel- und Ergänzungsfuttermittel (Anhang B2) müssen geeignet für eine artgerechte Tierernährung sein und aus einer garantiert gentechnikfreien Produktion stammen.
Art. 5 (Futterzusatzstoffe)
(1) Um eine ausgewogene Ernährung der Tiere im Wachstums- und Erhaltungsstoffwechsel sowie vor allem in der Leistungsperiode zu erzielen, sind bestimmte im Anhang B3 angeführte Futterzusatzstoffe, die natürlicherweise in den einzelnen Rohstoffen nicht in ausgewogenem Verhältnis vorhanden sind, zugelassen.
Art. 6 (Jungtierfütterung)
(1) Die Jungtierfütterung betrifft vor allem die Milchphase und die anschließende Aufzuchtphase. Die artspezifische Fütterung ist eine wesentliche Voraussetzung für diese Ernährungsperiode. Jungtiere brauchen in dieser Phase, vor allem bei frühzeitigem Abspänen von der Muttermilch, ein hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiss- und Energiesubstitut, um den Protein- und Energiebedarf des wachsenden Organismus zu decken. Darum sind in dieser Fütterungsphase Milchaustauscher, welche von der tierischen Herkunft her nur Nachprodukte aus der Milchverarbeitung enthalten, zugelassen.
Schweine- und Geflügelfütterung
Art. 7 (Allgemeines)
(1) Eine art- und leistungsgerechte Fütterung dieser Tierarten hat Priorität. Dabei gelten in Bezug auf die für die Tierernährung verwendeten Rohstoffe die Grundsätze von Abschnitt I.
(2) Zusätzlich sind für diese Tiergruppen die in Anhang B4 angeführten Futtermittel zulässig.
Grundfuttermittel (Artikel 3)
- Frisch gemäht:
Gras aus natürlichen und eingesäten Wiesen, Luzerneklee, Kleegras, Grünroggen, Grüngerste, Grünhafer, gehäckselter Grünmais
- Durch Boden- oder Lufttrocknung konserviertes Futter:
Heu, Grummet, Pofel, ..
- Ganzpflanzensilagen (GPS):
Mais, Roggen, Hafer, Gerste
- Grassilagen
- Kartoffeln, Futterrüben und Rohnen sowie deren Nebenprodukte
- Durch Heißluft getrocknete Grundfutter:
Mais-, Gras- und Luzernecobs
- Maiskörner- und Maiskolbensilage (Corn-Cob-Mix)
- Biertreber (nur frisch oder siliert)
- Obsttrester (nur frisch oder siliert)
- Almgang
Einzel- und Ergänzungsfuttermittel (Artikel 4)
- Getreide (ganz, gemahlen, geschrotet, gequetscht, geflockt [wo zutreffend], extrudiert [wo zutreffend]):
Gerste, Mais, Weizen, Roggen, Hafer, Hirse, Triticale
- Getreidenachprodukte:
Kleien, Nachmehle, Expeller, Keime, Stärken, Quellstärke Malz, Keimextraktionsschrot, Keimkuchen, Kleberfutter, Kleber, Keimkleie
Vollbohnen, Flocken, Bohnen geschält, Extraktionsschrot, Kuchen, spezialbehandelte Bohne, Schalen, Öl
- Lein:
Vollsamen, Extraktionsschrot, Expeller, Kuchen, Leinöl
- Raps:
Vollsamen, Extraktionsschrot, Expeller, Kuchen, Rapsöl
- Sesam:
Extraktionsschrot, Expeller, Kuchen
- Sonnenblumen:
Samenextraktionsschrot, Vollsamen
- Trockenschnitzel (Zuckerrüben)
- Ackerbohnen
- Futtererbsen
- Cobs:
Luzerne, Gras, Mais
- Melasse und Nebenprodukte aus der Rohrzucker- und Zuckerrübenverarbeitung
- Glukoplastische Substanzen in der gesetzlich zugelassenen Form und Dosierung
- Johannisbrot und Nebenprodukte
- Bierhefe getrocknet
- Biertreber getrocknet
- Obsttrester getrocknet
- Obstessig
Futterzusatzstoffe (Artikel 5)
- Natürliche Carotinoide
- Antioxidantien, nur in Vitaminvormischungen und Milchaustauscher
- Zeolite - Montmorillonite
- Aktive Bierhefe
- Zugelassene Lebendbakterien und Hefen
- Puffer-Substanzen
Zusätzliche Futtermittel für Schweine und Geflügel (Artikel 7)
- Speisereste, thermisch behandelt gemäß Dekret des Präsidenten der Republik vom 8. Februar 1954, Nr. 320
- Nachprodukte aus der Milchverarbeitung z.B. Molke
- Kartoffeln und Futterrüben sowie deren Nachprodukte
- Fallobst und dessen Nebenprodukte
- Corn-Cob-Mix
(vorgesehen in Artikel 3)