Source: http://www.juraforum.de/forum/t/auf-dem-fahrradweg-rechts-ueberholen.376392/
Timestamp: 2016-10-01 12:09:03
Document Index: 140617389

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 9', '§ 7', '§ 7', '§ 16', '§ 7', 'BGH', '§ 5']

Auf dem Fahrradweg rechts überholen?? - Straßenverkehrsrecht - JuraForum.de
Auf dem Fahrradweg rechts überholen??
Dieses Thema "Auf dem Fahrradweg rechts überholen?? - Straßenverkehrsrecht" im Forum "Straßenverkehrsrecht" wurde erstellt von MarkoElsass, 24. Oktober 2011.
MarkoElsass
Schnellerer Fahrradfahrer möchte langsameren Radfahrer auf dem gut gekenzeichneten Radweg links überholen. In dem Moment biegt der langsamere links ab - ohne Handzeichen und ohne Schulterblick. Beide gelangen ins Trudeln und nach einer kurzen Ansprache des Überholenden wirft der andere dem ersten vor, dass man auf dem Radweg rechts überholt. von einigen unschönen Beschimpfungen mal abgesehen. Wäre dieser rechts abgebogen, hätte er wahrscheinlich gesagt: Links überholen!
Steht irgendwo in der STVO was von rechts überholen? Und wenn es zu einem Sturz gekommen wäre, hätte man den Radfahrer dafür in die Schuld nehmen dürfen?
Es hätte genug Autofahrer als Zeugen gegeben ... was macht man da. Ruft man die Polizei und sagt: Der hat mich angefahren beim links abbiegen?
AW: Auf dem Fahrradweg rechts überholen??
Was man da macht ? Weiterfahren.
Wollte ich all die Asozialen anzeigen die mich täglich auf der Straße terrorisieren und beleidigen, würde ich wohl halbtags im Amtsgericht als Zeuge verbringen müssen. Doch keine Sorge -- jeder erntet eines Tages, was er selbst gesät hat ...
Der Linksabbieger wird immer rechts überholt (§ 5 VII S. 1 StVO : "Wer seine Absicht, nach links abzubiegen, ankündigt und sich eingeordnet hat, ist rechts zu überholen"). -- Sofern er sich denn überhaupt als solcher rechtzeitig vorher unter sorgfältiger Rückschau kenntlich gemacht hat (§ 9 I S.1 StVO : "(1) Wer abbiegen will, muß dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen."). Daher war sein Gejammer vorliegend völlig fehl am Platze.
Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu Fußgängern und Radfahrern, eingehalten werden.") -> Wenigstens einen Meter, wenn Geschwindigkeit nicht erheblich schneller war; also eine "Teilschuld" würde hier auch ihn treffen.
Bei einer Breite von 1,50 m die ein Radweg haben sollte ist ein Seitenabstand von 1m gar nicht so einfach einzuhalten...
Im Unfallfalle könnte der überholende Radfahrer möglicher Weise vom Richter belehrt werden, dass er vor dem Überholen hätte klingeln müssen.
Akustische Zeichen vor dem Überholen regelmäßig nur außerorts, aber situationsangepasst vielleicht tatsächlich doch auch hier, wenn der Radweg schmal war -- doch dann wäre das Überholen wahrscheinlich ganz unzulässig gewesen.
Und überholen bei nur 1,50 m Breite : Genau. Das ist ja immer das Problem bei Radwegen. Vernünftige Abstände interessieren jedoch oft nur wenige Leute. Es könnte vielleicht noch gesagt werden, dass analog zur Fahrstreifendefiniton des § 7 I S.2 StVO der Radweg sich in mehrere parrallel längs laufende Fahrstreifen teilen lässt, wenn mehrere Radfahrzeuge durchschnittlicher Breite gefahrlos nebeneinander fahren können -- dann hätte vorliegend der Linksabbieger ordentlich in seinen linken Fahrstreifen wechseln können und der überholende Fahrer vielleicht dann doch sogar mit geringerem Abstand als einem Meter auf seinem rechten Fahrstreifen überholen können.
Akustische Zeichen vor dem Überholen regelmäßig nur außerorts,Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Tatsächlich! Rein gedanklich hätte ich das nur dem Kraftfahrzeugverker zugerechnet. Eine interessante Idee wenn ich mal wieder auf dem Radweg con Fußgängern angepflaumt werde: "Hast Du keine Klingel?", "Doch! Aber die darf ich nur außerorts verwenden!" :lacht.
doch dann wäre das Überholen wahrscheinlich ganz unzulässig gewesen.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Den Gedanken möchte ich nicht weiterspinnen.
Es könnte vielleicht noch gesagt werden, dass analog zur Fahrstreifendefiniton des § 7 I S.2 StVO der Radweg sich in mehrere parrallel längs laufende Fahrstreifen teilen lässt, wenn mehrere Radfahrzeuge durchschnittlicher Breite gefahrlos nebeneinander fahren könnenKlicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
"Mehrspuriges Fahrzeug" wäre in dem Sinne also z.B. ein Fahrrad mit Linderhänger? Wie breit sind die? 75cm oder breiter? Dann kann man aus dem Standardradweg keine mehrspurige Fahrradautobahn machen.
Ach VanNille !
Klingeln darfst, ja musst Du auch innerorts, um andere Verkehrsteilnehmer vor einer Gefahrenlage zu warnen (§ 16 I Ziff 2 StVO).
Außerdem meinte ich ja extra "analog" zu § 7 I S.2 StVO. So, wie das Auto regelmäßig mehrspurig, ist das Fahrrad regelmäßig einspurig (daran ändert auch der doppelstöckige Kindersammeltransportanhänger nix). Ein derart normales Fahrrad weist regelmäßig eine Breite von etwa 0,5 Metern auf; zzgl. einem Seitenabstand von minimal wenigstens 0,5 Metern zum gleichgerichteten Verkehr ähnlich geringer Geschwindigkeit, wäre auf einem 1,5 Meter- Radweg tatsächlich Überholen möglich. Allerdings würden dann auch wieder keine Seitenabstände zu den angrenzenden Flächen eingehalten werden können ... ... ach manno, am Besten Zuhause bleiben.
Weil ich doch gerade was gefunden habe:
Radfahrer untereinander brauchen beim Überholen nicht einen Sicherheitsabstand von 1,50 bis 2 m einzuhalten, wie er beim Überholen von Radfahrern durch Kfz erforderlich ist. auf einem 1,70 m breiten Radweg darf ein Radfahrer jedenfalls dann überholen, wenn er seine Überholabsicht durch Klingeln angezeigt und der Vorausfahrende dies wahrgenommen hat (OLG Frankfurt/M., 17 U 129/88).Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Wo überholen Kfz-Führer regelmäßig Radfahrer mit einem Abstand von 1,5..2,0m? :augenreib
Und der ADFC weiß:
So urteilte der Bundesgerichtshof schon 1967 (BGH, Verkehrsmitteilungen 1967, 9). Zuwiderhandlungen werden - auch wenn niemand verletzt wurde - als Nötigung oder gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr verfolgt.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Radfahrer sind aber auch verpflichtet, nachfolgenden, schnelleren Fahrzeugen das Überholen zu ermöglichen. Wenn dies nicht anders möglich ist, muss dazu an geeigneter Stelle angehalten oder weit rechts gefahren werden. Dazu müssen jedoch mindestens drei Fahrzeuge aufgeschlossen haben und es muss absehbar sein, dass ein Überholen ansonsten für längere Zeit nicht möglich ist.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Also muss man sich den Daumen nicht unbedingt wund bimmeln. Die Trantute muss aber aufpassen und mitzählen, bis da drei genervte Raser beisammen sind, und die dann vorbeifahren lassen.
http://www.fahrschule.de/fragenkatalog/dt.asp?A=NEWCOURSE&KAT=1.1.06&FILTR=ALL&ID=31480
Abgesehen vom Lob für die Recherche :
-> Leider fast nur in der Fahrschule und im Gerichtssaal.
Radfahrer müssen übrigens auch auf der KFZ- Fahrbahn immer einer Anzahl nachfolgender schnellerer Fahrzeuge das Überholen ermöglichen : "Der Führer eines langsameren Fahrzeugs muß seine Geschwindigkeit an geeigneter Stelle ermäßigen, notfalls warten, wenn nur so mehreren unmittelbar folgenden Fahrzeugen das Überholen möglich ist." (§ 5 VI S.2 StVO). Aber das wissen wir ja alle nicht...
Straßenverkehrsrecht 26. Dezember 2013
Straßenverkehrsrecht 16. Mai 2013
Auf Radweg innerorts rechts überholen
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