Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.05.2014&Aktenzeichen=VII%20ZR%20282/12
Timestamp: 2019-05-19 15:41:45
Document Index: 360358268

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 287', '§ 89', '§ 89', '§ 287', '§ 89', '§ 287', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', '§ 5', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 89', '§ 5', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.05.2014 - VII ZR 282/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,11754
BGH, 08.05.2014 - VII ZR 282/12 (https://dejure.org/2014,11754)
BGH, Entscheidung vom 08.05.2014 - VII ZR 282/12 (https://dejure.org/2014,11754)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 2014 - VII ZR 282/12 (https://dejure.org/2014,11754)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2014,11754) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
HGB § 89b a. F.; ZPO § 287
§ 89 Abs 1 S 1 Nr 3 HGB vom 23.10.1989, § 89b HGB vom 23.10.1989, § 287 ZPO
Zur Anrechnung einer durch Beiträge des Unternehmers aufgebauten Altersversorgung auf den Ausgleichsanspruch eines Versicherungs- und Bausparkassenvertreters, der diesen Anspruch auf der Grundlage der zwischen den Spitzenverbänden der betroffenen Wirtschaftszweige und Handelsvertreter vereinbarten "Grundsätze Sach", "Grundsätze Leben", "Grundsätze Kranken" und "Grundsätze Bauspar" berechnet hat
HGB § 89 Abs. 1 S. 1 Nr. 3; ZPO § 287
Spitzenverband-Grundsätze gegenüber Unternehmer nicht vereinbart: Ausgleichsmilderung!
Ausgleichsmindernde Berücksichtigung einer Altersversorgung hinsichtlich eines Ausgleichsanspruchs des Vertreters
BGH bestätigt Ankündigung: Alterversorgung mindert Ausgleichsanspruch gem. § 89 HGB
NJW-RR 2014, 928
WM 2014, 1197
DB 2014, 1425
Allerdings werden nachträglich getroffene Vereinbarungen über eine Anrechnung einer Altersversorgung auf den Ausgleichsanspruch vom Schutzzweck des § 89b Abs. 4 HGB nicht erfasst (vgl. BGH-Urteil vom 8. Mai 2014 VII ZR 282/12, Der Betrieb 2014, 1425, m.w.N.).
Eine unbillige Doppelbelastung des Unternehmers durch die Pflicht zur Leistung sowohl der vollständigen Ausgleichszahlung als auch der von ihm allein aufgebrachten Altersversorgung sollt dadurch vermeiden werden (BGH, Urteil vom 18.02.1982 - I ZR 20/80 - NJW 1982, 1814, beck-online; s. auch BGH, Urteil vom 08. Mai 2014 - VII ZR 282/12 -, juris; OLG München, Urteil vom 05.08.2009 - 7 U 2055/09 - juris;… Löwisch in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB 3. Aufl., § 89b HGB Rn 135;… Baumbach/Hopt/Hopt, 37. Aufl. 2016, HGB § 89b Rn. 39).
Der von der Beklagten noch im Rahmen der Berufungsbegründung angeführte Sinn und Zweck der "Grundsätze Sach", nämlich unter Berücksichtigung ihres Kompromisscharakters (vergleiche BGH, Urteil vom 08.05.2014, VII ZR 282/12, zitiert nach juris), die Höhe des Ausgleichs "global" zu errechnen (vergleiche Einleitung der "Grundsätze Sach"), spricht demgegenüber nicht für die beklagtenseits angewandte Berechnungsmethode, die gegen § 89b Abs. 5 S. 1 HGB verstößt.
An dem Charakter der Freiwilligkeit ändert es insofern nichts, dass sie dem Kläger unter § 5 des Vertrages die Möglichkeit eingeräumt hat, die Aufnahme in die Versorgungseinrichtung für den Außendienst zu beantragen (vgl. BGH, BeckRS 2014, 11252, Rn. 27; OLG Celle, NJOZ 2005, 2588).
Unter Berücksichtigung dieser Zwecksetzung fällt unter die Anrechnungsbestimmungen auch eine Altersversorgung, die der Unternehmer zwar gegenüber dem Vertreter vertraglich zugesagt hat, zu deren Finanzierung er ursprünglich aber (im Gegensatz zur gesetzlichen AV) nicht verpflichtet war (vgl. BGH, NJW-RR 2014, 928, 929).
Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung vom 08.05.2014 - VII ZR 282/12 -, zitiert nach juris, in diesem Sinne betont, dass dann, wenn der Versicherungsvertreter nach Beendigung des Vertragsverhältnisses von der Möglichkeit Gebrauch macht, den Ausgleichsanspruch auf der Basis der "Grundsätze" zu berechnen, für einzelfallbezogene Billigkeitserwägungen im Sinne des § 89 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB kein Raum sei.
Der von der Beklagten angeführte Sinn und Zweck der "Grundsätze Sach", nämlich unter Berücksichtigung ihres Kompromisscharakters (vgl. BGH, Urteil vom 8.5.2014, VII ZR 282/12, zitiert nach juris), die Höhe des Ausgleichs "global" zu errechnen (vgl. Einleitung der "Grundsätze Sach"), spricht demgegenüber nicht für die beklagtenseits angewandte Berechnungsmethode, die gegen § 89 b Abs. 5 Satz 1 HGB verstößt.
An dem Charakter der Freiwilligkeit ändert es insofern nichts, dass sie dem Kläger unter § 5 des Vertrages die Möglichkeit eingeräumt hat, die Aufnahme in die Versorgungseinrichtung für den Außendienst zu beantragen (vgl. BGH , BeckRS 2014, 11252, Rn. 27; OLG Celle , NJOZ 2005, 2588).
Die Freiwilligkeit der Leistungen liegt immer dann vor, wenn der Unternehmer mit der Finanzierung der Altersversorgung - wie hier - eine Aufgabe übernimmt, die an sich dem Vertreter obliegt (BGH, Urteil vom 08.05.2014, VII ZR 282/12, zitiert nach juris).