Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/missbrauch-von-schutzbefohlenen-und-das-zusammenleben-in-haeuslicher-gemeinschaft-3109211
Timestamp: 2019-12-16 04:36:12
Document Index: 378823929

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 174', '§ 177', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 174', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 174', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 174', '§ 174', '§ 174']

Miss­brauch von Schutz­be­foh­le­nen – und das Zusam­men­le­ben in häus­li­cher Gemein­schaft | Rechtslupe
Missbrauch von Schutzbefohlenen - und das Zusammenleben in häuslicher Gemeinschaft
Miss­brauch von Schutz­be­foh­le­nen – und das Zusam­men­le­ben in häus­li­cher Gemein­schaft
Der Tat­be­stand des § 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB setzt vor­aus, dass zwi- schen Täter und Opfer ein Ver­hält­nis besteht, kraft des­sen eine Per­son unter 16 Jah­ren dem Täter zur Erzie­hung, zur Aus­bil­dung oder zur Betreu­ung in der Lebens­füh­rung anver­traut ist. Das Zusam­men­le­ben in häus­li­cher Gemein­schaft genügt hier­für nicht 1.
Erfor­der­lich ist viel­mehr ein Ver­hält­nis, in wel­chem einer Per­son das Recht und die Pflicht obliegt, die Lebens­füh­rung des Jugend­li­chen und damit des­sen geis­tig­see­li­sche Ent­wick­lung zu über­wa­chen und zu lei­ten 2.
Ent­schei­dend ist inso­weit nicht, von wem und auf wel­che Wei­se der Betreu­er bestellt wor­den ist 3. Es kann genü­gen, dass ein Jugend­li­cher selbst sich einem Erwach­se­nen zur Betreu­ung in der Lebens­füh­rung gemäß § 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB anver­traut 4.
Erfor­der­lich ist jedoch stets ein Abhän­gig­keits- ver­hält­nis im Sin­ne der Unter- und Über­ord­nung, die den per­sön­li­chen, all­ge- mein mensch­li­chen Bereich umfasst 5. Ob ein sol­ches Obhuts­ver­hält­nis besteht und wel­chen Umfang es hat, ist nach den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen des jewei­li­gen Ein­zel­falls zu beur­tei­len 6.
Jedoch steht die feh­len­de Fest­stel­lung, ob das Betreu­ungs­ver­hält­nis auf län­ge­re Dau­er ange­legt war, der Annah­me des Anver­traut­seins im Sin­ne der genann­ten Vor­schrift nicht ent­ge­gen 7.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2015 – 2 StR 200/​15
Kin­des­miss­brauch und sexu­el­le Nöti­gung – unter Aus­nut­zung… Für eine Anwen­dung des § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB reicht es nicht aus, dass der Täter die Abwe­sen­heit schutz­be­rei­ter Drit­ter, also der Mut­ter…
BGH, Urteil vom 02.06.1999 – 5 StR 112/​99, NStZ-RR 1999, 321[↩]
BGH, Urteil vom 20.09.1988 – 1 StR 383/​88, BGHR StGB § 174 Abs. 1 Obhuts­ver­hält­nis 1[↩]
BGH, Beschluss vom 31.01.1967 – 1 StR 595/​65, BGHSt 21, 196, 201; BGH, Urteil vom 05.11.1985 – 1 StR 491/​85, 33, 341, 344[↩]
BGH, Beschluss vom 21.04.1995 – 3 StR 526/​94, BGHSt 41, 137, 139[↩]
BGH, Beschluss vom 21.04.1995 – 3 StR 526/​94, aaO; BGH, Urteil vom 02.07.1997 – 2 StR 205/​97, BGHR StGB § 174 Abs. 1 Obhuts­ver­hält­nis 10[↩]
BGH, Beschluss vom 05.11.1985 – 1 StR 491/​85, BGHSt 33, 340, 344[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 03.04.1962 – 5 StR 74/​62, BGHSt 17, 191, 193; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 174 Rn. 6; aA LK-Hörn­le, StGB, 12. Aufl., § 174 Rn. 11; Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 174 Rn. 6[↩]
Häusliche GemeinschaftMißbrauchMissbrauch von Schutzbefohlenen