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Timestamp: 2016-10-21 09:01:51
Document Index: 41068624

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 25', 'Art. 36', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE']

U 112/04 (09.11.2004)
J.________, 1947, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Vogler, Seefeldstrasse 9a, 8630 R�ti ZH,
Die 1947 geborene J.________ erlitt am 8. August 1998 bei einer Auffahrkollision ein Distorsionstrauma der Halswirbels�ule (HWS). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als zust�ndiger obligatorischer Unfallversicherer erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Am 12. Juni 2001 verf�gte sie unangefochten eine ab 1. Juni 2001 laufende Invalidenrente bei einer Erwerbsunf�higkeit von 50 %. Sodann sprach sie der Versicherten mit Verf�gung vom 16. August 2002 eine Integrit�tsentsch�digung auf der Basis einer Integrit�tseinbusse von 20 % zu. Die von J.________ hiegegen erhobene Einsprache mit dem Antrag, die Leistung auf der Grundlage eines Integrit�tsschadens von 40 % festzusetzen, wies der Unfallversicherer ab (Einspracheentscheid vom 7. April 2003).
J.________ reichte gegen den Einspracheentscheid vom 7. April 2003 Beschwerde ein, welche das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 20. Februar 2004 abwies.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst J.________ ihr einsprache- und beschwerdeweise gestelltes Rechtsbegehren erneuern.
Streitig und zu pr�fen ist das Ausmass der auf das versicherte Ereignis vom 8. August 1998 zur�ckzuf�hrenden, dem Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung zugrunde zu legenden Integrit�tseinbusse.
Der weitere Verkehrsunfall vom 23. Januar 2003 bildete nicht Gegenstand der Verf�gung vom 16. August 2002 und des Einspracheentscheides vom 7. April 2003. Das Ereignis wurde auch in der dagegen gef�hrten Beschwerde nicht angesprochen und im angefochtenen Entscheid nicht behandelt. Weiterungen zu diesem Unfall er�brigen sich, nachdem die Versicherte auch letztinstanzlich darauf nicht Bezug genommen und namentlich keine Auswirkungen auf den hier allein streitigen Leistungsanspruch geltend gemacht hat.
Das kantonale Gericht hat die - mit In-Kraft-Treten des Bundesgesetzes �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und der Verordnung hiezu (ATSV) am 1. Januar 2003 unver�ndert gebliebenen - Bestimmungen �ber die Voraussetzungen f�r den Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV, je in der bis 31. Dezember 2003 in Kraft gewesenen Fassung), deren Bemessung nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG; Art. 36 Abs. 2 UVV in Verbindung mit Anhang 3 zur UVV) und die Festsetzung der Leistung nach der gesamten Beeintr�chtigung beim Zusammenfallen mehrerer k�rperlicher oder geistiger Integrit�tssch�den aus einem oder mehreren Unf�llen (Art. 36 Abs. 3 UVV in der bis 31. Dezember 2003 in Kraft gewesenen Fassung) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Erw�gungen �ber die Bedeutung der von der medizinischen Abteilung der SUVA erarbeiteten weiteren Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster; BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweis), den Beweiswert von Berichten und Gutachten versicherungsinterner und -externer �rzte (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3) sowie den Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung bei psychogenen Unfallfolgen (BGE 124 V 29). Darauf wird verwiesen.
Die Integrit�tsentsch�digung, welche der Unfallversicherer der Beschwerdef�hrerin aus dem versicherten Ereignis vom 8. August 1998 zugesprochen hat, beruht auf einer mit 20 % bewerteten Integrit�tseinbusse wegen einer unfallbedingten St�rung des Gleichgewichtsfunktionsystems. Die Versicherte vertritt die Auffassung, es seien zus�tzlich neuropsychologische Defizite zu ber�cksichtigen, womit sich ein Integrit�tsschaden von gesamthaft 40 % ergebe. Die SUVA bestreitet eine h�here Integrit�tseinbusse und wird darin vom kantonalen Gericht best�tigt.
3.1 Dass die Beschwerdef�hrerin seit der Auffahrkollision vom 8. August 1998 auch an neuropsychologischen Ausf�llen (Konzentrationsst�rungen, mnestische Defizite, emotionale Labilit�t) leidet, steht nach Lage der medizinischen Akten fest und ist unbestritten. Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten zun�chst in der Frage, ob diese Symptomatik auf eine objektivierbare organische Sch�digung zur�ckzuf�hren ist. Unfallversicherer und Vorinstanz haben dies verneint. Diese Beurteilung st�tzt sich auf die Ergebnisse eingehender, auch mit bildgebenden Verfahren durchgef�hrter medizinischer Untersuchungen und ist nicht zu beanstanden. Es kann auf die einl�ssliche Darstellung und �berzeugende W�rdigung der erhobenen Befunde im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Mit dem kantonalen Gericht ist auch auf weitere Sachverhaltsabkl�rungen zu verzichten, da hievon keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse erwartet werden k�nnen (antizipierte Beweisw�rdigung; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4 mit Hinweisen, 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c mit Hinweis).
Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, f�hrt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Die sinngem�sse Aussage, f�r jede neuropsychologische Auff�lligkeit m�sse ein nachweisbares organisches Korrelat bestehen, entbehrt einer nachvollziehbaren wissenschaftlich gesicherten Grundlage und findet auch keine St�tze in dem aufgelegten Zeitungsinterview mit einem Spezialarzt f�r Psychosomatik. Dessen Ausf�hrungen l�sst sich ebenfalls nicht entnehmen, dass eine organische Gesundheitssch�digung als Ursache f�r die hier gegebenen neuropsychologischen Einschr�nkungen mittels neuer diagnostischer Methoden nachweisbar w�re. Es kann im �brigen davon ausgegangen werden, dass die verschiedenen Fach�rzte und Kliniken, welche Bericht erstattet und eine den neuropsychologischen St�rungen zugrunde liegende organische L�sion �bereinstimmend verneint haben, �ber den aktuellen Stand der verl�sslichen medizinischen Untersuchungsverfahren informiert sind und diese, soweit erforderlich, auch angewendet haben.
3.2 Fehlt es nach dem Gesagten an einem organischen Korrelat f�r die bestehenden neuropsychologischen Defizite, beurteilt sich die f�r den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung vorausgesetzte Dauerhaftigkeit der Beeintr�chtigung gem�ss den f�r die Beurteilung der Ad�quanz psychischer Unfallfolgen geltenden Grunds�tzen (BGE 124 V 29). Danach wird der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischem Gesundheitsschaden bei banalen oder leichten Unf�llen in der Regel ohne weiteres verneint und bei schweren Unf�llen in der Regel bejaht; im mittleren Bereich bedarf es besonderer, objektiv erfassbarer Umst�nde, damit die Ad�quanz bejaht werden kann (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6).
3.2.1 Soweit die Beschwerdef�hrerin die sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359) angewendet haben will, nach welcher, anders als bei psychischen Fehlentwicklungen, die bei der Ad�quanz mittelschwerer Unf�lle mit zu ber�cksichtigenden Kriterien ohne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten gepr�ft werden (BGE 117 V 367 Erw. 6a), kann ihr nicht gefolgt werden. Die besagte Rechtsprechung beschl�gt die Ad�quanzbeurteilung in Bezug auf die - f�r Taggeld- und Invalidenrenten vorausgesetzte - Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit (BGE 117 V 361 Erw. 5a, 364 Erw. 5d/aa in fine). Da es dabei um die Gesamtheit der Beeintr�chtigung durch den schleudertrauma-typischen Beschwerdenkomplex geht, ist f�r die Ad�quanzfrage in der Tat nicht entscheidend, ob die Leiden eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 367 Erw. 6a). Anders verh�lt es sich hinsichtlich einer mit psychogenem Gesundheitsschaden begr�ndeten Integrit�tseinbusse, wie sie hier zur Diskussion steht.
3.2.2 Sodann f�hrt entgegen der Auffassung der Versicherten die Zusprechung einer Invalidenrente durch die SUVA und eines Invalidit�tskapitals durch die Insassen-Unfall-Versicherung nicht ohne weiteres auch zur Bejahung der Dauerhaftigkeit eines beim n�mlichen Unfall erlittenen Integrit�tsschadens. Der Anspruch auf eine Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung bestimmt sich in weiten Teilen nach anderen Anspruchsvoraussetzungen und Bemessungskriterien als derjenige auf eine Integrit�tsentsch�digung. Dies gilt, wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat, namentlich auch hinsichtlich des f�r letztere Leistung geltenden Kriteriums der Dauerhaftigkeit. Abweichende Anspruchsgrundlagen gelten ebenfalls f�r die (private) Insassen-Unfall-Versicherung.
3.3 Wie die vom kantonalen Gericht nach den rechtsprechungsgem�ssen Regeln vorgenommene Pr�fung gezeigt hat, liegen die beim gegebenen mittelschweren Unfall f�r die Ad�quanzbeurteilung zus�tzlich in Betracht zu ziehenden Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) weder in geh�ufter oder auffallender Weise vor, noch ist eines davon in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt. Damit fehlt es an der f�r die Begr�ndung eines h�heren Anspruchs auf Integrit�tsentsch�digung vorausgesetzten Dauerhaftigkeit des Integrit�tsschadens.