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Timestamp: 2019-07-16 15:39:21
Document Index: 267248611

Matched Legal Cases: ['Art. 12', '§ 67', '§ 67', '§ 66', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67']

OVG Nordrhein-Westfalen, 05.08.2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 05.08.2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10
https://dejure.org/2010,2159
OVG Nordrhein-Westfalen, 05.08.2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 (https://dejure.org/2010,2159)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 05.08.2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 (https://dejure.org/2010,2159)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 05. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 (https://dejure.org/2010,2159)
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Androhung einer Rufnummernabschaltung als mildestes Mittel durch die Bundesnetzagentur i.R.d. Versendung von Werbefaxschreiben ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung der Adressaten; Androhung der Rufnummernabschaltung vor Ergehen einer Abschaltverfügung gegenüber dem Nutzer der Rufnummer
Abschaltung von Rufnummern bei unerwünschter Faxwerbung
Keine sofortige Rufnummern-Abschaltung bei rechtswidrigen Werbefaxschreiben
Trotz unerlaubter Werbefaxe keine sofortige Mehrwertdienste-Abschaltung
MMR 2010, 862
DVBl 2010, 1390
K&R 2010, 686
DÖV 2010, 946
Auf die dagegen erhobene Beschwerde der Klägerin ordnete das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein- Westfalen (OVG NRW) mit Beschluss vom 05. August 2010 die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die Abschaltungsverfügung an (13 B 691/10).
Zur Begründung bezieht sie sich zum einen auf den Inhalt des Beschlusses des OVG NRW vom 05. August 2010 (13 B 691/10).
Andererseits ist es ihr aufgrund der Ordnungsverfügung nicht mehr möglich, von ihrem Zuteilungsrecht Gebrauch zu machen: da sie ihr Gewerbe insoweit nicht mehr im bisherigen Umfang betreiben kann, ist ein Eingriff in Art. 12 Abs. 1 GG mit berufsregelnder Tendenz und damit die Möglichkeit einer Rechtsverletzung zu bejahen, vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 25. März 2010 - 13 B 226/10 - juris Rn. 6 und vom 05. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 - Rn. 8.
Eine Maßnahme ergeht nicht nur dann im Rahmen der Nummernverwaltung, wenn sie im Hinblick auf den technischen oder rechtsgeschäftlichen Umgang mit der Rufnummer erlassen wird, wie etwa bei der Erbringung eines Dienstes über eine Rufnummer und der Weitergabe von Rufnummern, sondern etwa auch bei der Werbung für einen Dienst im Zusammenhang mit der Rufnummer, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 25. Juni 2008 - 13 B 668/08 -, DVBl. 2008, 1129, Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 13.
Das Merkmal der rechtswidrigen Nutzung einer Rufnummer steht auch im unmittelbaren Zusammenhang mit § 67 Abs. 1 Satz 1 TKG, dessen weiter Wortlaut Ausdruck des gesetzgeberischen Willens ist, jegliche Verstöße bei der Nummernnutzung, insbesondere mit Blick auf Verbraucher- und Kundenschutzbelange zu verfolgen, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 25. Juni 2008 - 13 B 668/08 -, a. a. O.; Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 15; Gesetzesentwurf der Bundesregierung zu einem TKG, BT-Drucks. 15/2316 S. 83 sowie Stellungnahme des Bundesrats vom 19. Dezember 2003, BT-Drucks. 15/2316, S. 119.
Solche Bestimmungen enthält das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Vgl. etwa OVG NRW, vom 26. September 2008 - 13 B 1396/08 -, MMR 2009, 284; Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 17.
Die rechtswidrige Nutzung einer Rufnummer im Sinne des § 67 TKG liegt nicht nur dann vor, wenn über sie Werbung unverlangt zugesandt wird, die Rufnummer an dem Verstoß gegen das UWG also unmittelbar beteiligt ist, sondern auch dann, wenn sie in Werbefaxschreiben beworben und nicht auch zur deren Versendung benutzt wird, vgl. VG Köln, Urteil vom 28. Januar 2008 - 11 K 2929/06 - offen gelassen von OVG NRW, Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 19.
Zutreffend ist zwar, dass die verbraucherschützenden Vorschriften in den §§ 66 a ff TKG wesentlich durch den Anstieg der missbräuchlichen Nutzung von Mehrwertdiensterufnummern motiviert sind, vgl. die Ausführungen hierzu in OVG NRW, Beschluss vom 5. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 - ; BT- Drs.
Vielmehr steht außer Frage, dass sich § 67 Abs. 1 und Abs. 5 TKG insgesamt auf jegliche Verstöße bei der Nummernnutzung erstrecken, und zwar unabhängig davon, ob sie im TKG oder im UWG begründet sind, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 25. Juni 2008 - 13 B 668/08 -, a. a. O.; Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 15; Gesetzesentwurf der Bundesregierung zu einem TKG, BT-Drucks. 15/2316 S. 83 sowie Stellungnahme des Bundesrats vom 19. Dezember 2003, BT-Drucks. 15/2316, S. 119; OVG NRW, vom 26. September 2008 - 13 B 1396/08 -, MMR 2009, 284; Beschluss vom 05. August 2010, a.a.O. Rn. 17.
Auf die dagegen erhobene Beschwerde der Klägerin ordnete das Oberverwaltungsgericht mit Beschluss vom 5. August 2010 - 13 B 690/10 und 13 B 691/10 - die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die Abschaltungsverfügung an.
5. August 2010 - 13 B 883/10 -, juris, sowie Beschluss vom 5. August 2010 - 13 B 690/10 u.a. -, MMR 2010, 862; siehe auch BVerfG, Beschluss vom.
vgl. zum Ganzen OVG NRW, Beschlüsse vom 25. März 2010 - 13 B 226/10 -, a. a. O., vom 25. Juni 2008 - 13 B 668/08 -, DVBl. 2008, 1129, und vom 5. August 2010 - 13 B 690/10 und 13 B 691/10 -, a. a. O.; Büning/Weißenfels, in: Beck'scher TKG-Kommentar, 3. Auflage 2006, § 67 Rn. 7; Brodkorb, in: Säcker, Berliner Kommentar zum TKG, 2. Aufl. 2009, § 67 Rn. 9; Herchenbach-Canarius/Thoma, in: Arndt/Fetzer/Scherer, TKG, § 67 Rn. 6, 8.
Der Senat hat hierzu im parallelen Eilverfahren im Beschluss vom 5. August 2010 - 13 B 690/10 und 13 B 691/10 - ausgeführt:.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 5. August 2010 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, MMR 2010, 862.
vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 5. August 2010 13 B 690/10, 13 B 691/10 - und 13 B 883/10 , jeweils a. a. O.
Hierzu ausführlich OVG NRW, Beschlüsse vom 5. August 2010 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, und 13 B 883/10 , jeweils a. a. O.
vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 25. Juni 2008 - 13 B 668/08 -, juris, Rn. 10, vom 5. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, MMR 2010, 862 = juris, Rn. 14, und vom 5. August 2010 - 13 B 883/10 -, juris, Rn. 11.
Auf die von der Beschwerde angeführte Senatsrechtsprechung zur Anwendung des § 67 Abs. 1 Satz 5 TKG bei Verstößen gegen das UWG, vgl. dazu OVG NRW, Beschlüsse vom 5. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, und vom 11. Dezember 2013 - 13 A 701/13 -, jeweils juris, an denen die Rufnummer beteiligt ist, kommt es nicht an, weil hier ein unmittelbarer Verstoß einer Nummernnutzung gegen telekommunikationsrechtliche Bestimmungen vorliegt.
vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 5. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, juris, Rn. 36, und vom 11. Dezember 2013 - 13 A 701/13 -, juris, Rn. 45.
Soweit die Antragstellerin schließlich meint, dass sich die Unerlässlichkeit ihrer vorherigen Anhörung aus den Ausführungen im Beschluss des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen - OVG NRW - vom 05. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 - (MMR 2010, 862) ergebe, kann dem nicht beigetreten werden.
Eine Maßnahme ergeht u.a. dann im Rahmen der Nummernverwaltung, wenn sie im Hinblick auf den technischen oder rechtsgeschäftlichen Umgang mit der Rufnummer erlassen wird, 18 vgl. z.B. OVG NRW, Beschlüsse vom 05. August 2010 - 13 B 883/10 -, Juris, Rn. 9, vom 05. August 2010 - 13 B 690/10, 13 B 691/10 -, MMR 2010, 862 = Juris, Rn. 12, vom 25. März 2010 - 13 B 226/10 -, MMR 2010, 501 = Juris, Rn. 11.
OVG NRW, Beschluss vom 05. August 2010 - 13 B 690/10 -, Juris, Rn. 35.
OVG NRW, Beschluss vom 05. August 2010 - 13 B 690/10 -, Juris, Rn. 36.
Die Antragstellerin verweist in diesem Zusammenhang auf den Beschluss des Senats vom 5. August 2010 (-13 B 690/10, 13 B 691/10 -, MMR 2010, 862), wonach die Bundesnetzagentur in Verfahren mit Zuwiderhandlungen gegen das UWG, aber ohne Verstoß gegen telekommunikationsrechtliche Vorschriften aus Gründen der Verhältnismäßigkeit vor Ergehen einer Abschaltverfügung den Nutzer der Rufnummer auf die Rechtswidrigkeit seines Tuns hinzuweisen und ihm die Rufnummernabschaltung anzudrohen habe.
Schließlich kann die Antragstellerin in diesem Zusammenhang nicht mit Erfolg auf den Beschluss des Senats vom 5. August 2010 (-13 B 690/10, 13 B 691/10 -, MMR 2010, 862) Bezug nehmen, wonach die Bundesnetzagentur in Verfahren mit Zuwiderhandlungen gegen das UWG, aber ohne Verstoß gegen telekommunikationsrechtliche Vorschriften aus Gründen der Verhältnismäßigkeit vor Ergehen einer Abschaltverfügung den Nutzer der Rufnummer auf die Rechtswidrigkeit seines Tuns hinzuweisen und ihm die Rufnummernabschaltung anzudrohen habe.
Abschaltung von Rufnummern durch die Bundesnetzagentur bei Kenntnis der …