Source: http://docplayer.org/19766629-Verordnung-des-sbfi-ueber-die-berufliche-grundbildung.html
Timestamp: 2018-10-23 10:24:46
Document Index: 381055247

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 16', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 20', 'Art. 26', 'Art. 27']

1 Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Augenoptikerin/Augenoptiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 10. Mai Augenoptikerin EFZ/Augenoptiker EFZ Opticienne CFC/Opticien CFC Ottico AFC Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 1, gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember (BBG) und auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November (BBV), verordnet: 1. Abschnitt: Gegenstand, und Dauer Art. 1 Berufsbild Augenoptikerinnen auf Stufe EFZ/Augenoptiker auf Stufe EFZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus: a. Sie beraten die Kundschaft beim Kauf von Brillen und Kontaktlinsen. Dabei können sie ihre hohen kommunikativen und fachlichen Fähigkeiten so einsetzen, dass sie zusammen mit den Kundinnen und Kunden Lösungen finden, die die Kundenbedürfnisse optimal befriedigen; b. Sie wickeln den Nachkauf der gebräuchlichsten Kontaktlinsen und Kontaktlinsen-Pflegemittel ab; c. Sie beherrschen die Nutzenargumentation für Ergänzungsprodukte und vergrössernde Sehhilfen und empfehlen kompetent das entsprechende Produkt; d. Sie erledigen die ihnen übertragenen administrativen und werkstattspezifischen Arbeiten zuverlässig und ressourcenschonend. SR Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov (SR ) auf den 1. Jan angepasst. Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen. 2 SR SR
4 5. Abschnitt: Bildungsplan und Allgemeinbildung Art. 10 Bildungsplan 1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt erarbeitet und vom SBFI genehmigt ist. 2 Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4 6 wie folgt näher aus: a. Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung. b. Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird. c. Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus. d. Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System. 3 Der Bildungsplan legt überdies fest: a. die curriculare Gliederung der beruflichen Grundbildung; b. die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation; c. die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz. 4 Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung mit Titel, Datum und Bezugsquelle. Art. 11 Allgemeinbildung Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. 6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung Art. 12 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt: 4 SR
7 verfahren mitgezählt. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. b. Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 2 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. c. Berufskenntnisse, im Umfang von 4 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens 1 Stunde. d. Allgemeinbildung. Der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. 2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen. Art. 20 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung 1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn: a. der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; b. der Qualifikationsbereich «Berufskenntnisse» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und c. die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird; 2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten aus der Summe der Noten der Teilprüfung, der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote. Dabei gilt folgende Gewichtung: a. Teilprüfung: 20 %; b. praktische Arbeit: 20 %; c. Berufskenntnisse: 25 %; d. Allgemeinbildung: 20 %; e. Erfahrungsnote: 15 %. 3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten für: a. den berufskundlichen Unterricht; b. die überbetrieblichen Kurse. 5 SR
9 3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so wird im Notenausweis aufgeführt: a. die Gesamtnote; b. die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 22 Absatz 1, die Erfahrungsnote. 10. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität Art Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität setzt sich zusammen aus: a. 4 6 Vertreterinnen oder Vertretern des Schweizer Optikverbandes SOV; b. 1 2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft; c. je mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter des Bundes und der Kantone. 2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein. 3 Die Kommission konstituiert sich selbst. 4 Die Kommission hat folgende Aufgaben: a. Sie passt den Bildungsplan nach Artikel 10 den wirtschaftlichen, technologischen, ökologischen und didaktischen Entwicklungen laufend, mindestens aber alle 5 Jahre an. Dabei trägt sie allfälligen neuen organisatorischen Aspekten der beruflichen Grundbildung Rechnung. Die Anpassungen bedürfen der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Kantone sowie der Genehmigung durch das SBFI. b. Sie beantragt dem SBFI Änderungen dieser Verordnung, sofern die beobachteten Entwicklungen die Regelungen dieser Verordnung, namentlich die Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4 6, betreffen. 11. Abschnitt: Schlussbestimmungen Art Es werden aufgehoben: Aufhebung bisherigen Rechts a. das Reglement vom 20. April über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung der gelernten Augenoptikerin/des gelernten Augenoptikers; 6 BBl
10 b. der Lehrplan vom 20. April für den beruflichen Unterricht der gelernten Augenoptikerin/des gelernten Augenoptikers. 2 Die Genehmigung des Reglements vom 15. Mai 2000 über die Einführungskurse für gelernte Augenoptikerin/gelernter Augenoptiker wird widerrufen. Art. 26 Übergangsbestimmungen 1 Lernende, die ihre Bildung als Augenoptikerin/Augenoptiker vor dem 1. Januar 2011 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab. 2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Augenoptikerin/Augenoptiker bis zum 31. Dezember 2016 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden. Art. 27 Inkrafttreten 1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2011 in Kraft. 2 Die Bestimmungen über die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art ) treten am 1. Januar 2015 in Kraft. 3 Die Bestimmungen über die Teilprüfung treten am 1. Januar 2013 in Kraft. 10. Mai 2010 Bundesamt für Berufsbildung und Technologie Die Direktorin: Ursula Renold 7 BBl