Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=27.07.2016&Aktenzeichen=I%20R%2012/15
Timestamp: 2020-01-25 15:25:26
Document Index: 7104432

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 28', '§ 126', '§ 8', '§ 4', '§ 8', '§ 20', '§ 8', '§ 4', '§ 82', '§ 7', '§ 7', '§ 15', '§ 135', '§ 8', '§ 8', '§ 4', '§ 20', '§ 15', '§ 7', '§ 19', '§ 20', '§ 15', '§ 20', '§ 8', '§ 20']

BFH, 27.07.2016 - I R 12/15 - dejure.org
https://dejure.org/2016,38246
BFH, 27.07.2016 - I R 12/15 (https://dejure.org/2016,38246)
BFH, Entscheidung vom 27.07.2016 - I R 12/15 (https://dejure.org/2016,38246)
BFH, Entscheidung vom 27. Juli 2016 - I R 12/15 (https://dejure.org/2016,38246)
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§ 8 Abs. 3 Satz 2 des Körperschaftsteuergesetzes, § 28 der Verordnung über ... wohnungswirtschaftliche Berechnungen, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG, § 4 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes, § 8 Abs. 1 KStG, § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG, § 8 KStG, § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 82i der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung 1990, § 7i EStG, § 7 EStG, § 15 Abs. 1 Nr. 1 II. BV, § 135 Abs. 2 FGO
§ 8 Abs 1 KStG 2002, § 8 Abs 3 S 2 KStG 2002, § 4 Abs 1 S 1 EStG 2002, § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG 2002, § 15 Abs 1 Nr 1 BVO 2
Verdeckte Gewinnausschüttung, Einfamilienhaus, Kostenmiete, Ortsübliche Miete
BFHE 255, 39
BStBl II 2017, 217
a) Im Streitfall sind die Tatbestandsvoraussetzungen einer vGA erfüllt (dazu z.B. Senatsurteil vom 27. Juli 2016 I R 12/15, BFHE 255, 39, BStBl II 2017, 217, m.w.N.).
Eine vGA ist auch dann gegeben, wenn die Kapitalgesellschaft bereit ist, eine verlustbringende Tätigkeit nicht aus eigenem Gewinnstreben heraus, sondern im eigenen Interesse des Gesellschafters aufrecht zu erhalten (BFH-Urteile in BFHE 255, 39, BStBl II 2017, 217, …und vom 27.7.2016 I R 71/15, BFH/NV 2017, 60).
Speziell für den Fall der Vermietung einer Wohnung von einer Kapitalgesellschaft an einen Gesellschafter, bei der der angemessene Mietzins zu schätzen war, hat der BFH entschieden, dass für den Maßstab des insoweit anzustellenden Fremdvergleichs ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter nur dann bereit sein werde, die laufenden Aufwendungen für den Ankauf, den Ausbau und die Unterhaltung der Immobilie zu tragen, wenn der Gesellschaft diese Aufwendungen in voller Höhe erstattet werden und die Gesellschaft zudem einen angemessenen Gewinnaufschlag erhält (…BFH-Urteile vom 27.7.2016 I R 8/15, BFHE 255, 32, BStBl II 2017, 214, Rz. 10; vom 27.7.2016 I R 12/15, BFHE 255, 39, BStBl II 2017, 217, Rz. 14).
Grundlage der Berechnung der vorgenannten Aufwendungen ist die sog. Kostenmiete, die nach der II. BV vom 12.10.1990 (Bundesgesetzblatt - BGBl - I 1990, 2178) zu berechnen ist (…BFH-Urteile vom 27.7.2016 I R 8/15, BFHE 255, 32, BStBl II 2017, 214, Rz. 20; vom 27.7.2016 I R 12/15, BFHE 255, 39, BStBl II 2017, 217, Rz. 22;… vom 17.11.2004 I R 56/03, BFHE 208, 519, BFH/NV 2005, 793).
Einzubeziehen sind die regulären Absetzungen für Abnutzung - AfA - gem. § 7 EStG und eine Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals nach § 19 Abs. 1 Satz 2, § 20 Abs. 1, und § 15 Abs. 1 Nr. 1 der II. BV (…BFH-Urteile vom 27.7.2016 I R 8/15, BFHE 255, 32, BStBl II 2017, 214, Rz. 20; vom 27.7.2016 I R 12/15, BFHE 255, 39, BStBl II 2017, 217, Rz. 22;… vom 17.11.2004 I R 56/03, BFHE 208, 519, BFH/NV 2005, 793, Rz. 13).
Für den größten Teil der entschiedenen Fälle hat der BFH die für eine vGA im Sinne sowohl des § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG als auch des § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG erforderliche (Mit-)Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis angenommen, wenn die Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter einen Vermögensvorteil zuwendet, den sie bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters einem Nichtgesellschafter nicht gewährt hätte (vgl. BFH-Urteile vom 16. März 1967 I 261/63, BStBl III 1967, 626; vom 8. September 2010 I R 6/09, BStBl II 2013, 186; vom 27. Juli 2016 I R 12/15, BStBl II 2017, 217 m.w.N. und vom 13. Dezember 2006 VIII R 31/05, BStBl II 2007, 393;… Weber-Grellet a.a.O. § 20 Rdnr. 42 m.w.N.).
Der erkennende Senat schließt sich diesen Erwägungen an (vgl. bereits FG Köln, Urteile vom 14.3. 2014 - 10 K 2606/12, EFG 2014, 1141 und vom 22.1.2015 - 10 K 3204/12 mit Anmerkung Hollatz in Der Betrieb, Steuerrecht kompakt, BFH-Az.: I R 12/15).
Es fehlen auch ausreichende Ermittlungen des Finanzamts, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe eine verdeckte Gewinnausschüttung deshalb anzunehmen ist, weil die Mieteinnahmen nicht die Kosten und einen angemessenen Gewinnaufschlag abdecken (vgl. BFH-Urteil vom 27. Juli 2016 I R 12/15, BStBl II 2017, 217).
Hinsichtlich des Ansatzes der Kostenmiete als verdeckte Gewinnausschüttung bestehen ernstliche Zweifel daran, in welcher Höhe hier ggf. eine verdeckte Gewinnausschüttung anzunehmen sein könnte (vgl. anhängige Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof I R 8/12 und I R 12/15).