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Timestamp: 2019-05-21 00:51:29
Document Index: 321472941

Matched Legal Cases: ['§ 170', '§ 177', '§ 170', '§ 4', '§ 15', '§ 21', '§ 170', '§ 17', '§ 170', '§ 177', '§ 259', '§ 366']

Autor Thema: 20040219 LANDESGERICHT SALZBURG IM NAMEN DER REPUBLIK 37 Hv 60/02d (Gelesen 7755 mal)
« am: 04 März 2014, 20:20:08 »
1 JPG-DATEI zur Dokumentation und zum Beweis:
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1. Tiefes Mitgefühl an alle Verwandten, Freunde und Bekannten aller Opfer. 2. Danke allen Menschen, die real für die objektive Wahrheit (Realität) arbeiten. 3. Dieser Thread wird bis zur vollständigen Transkription "gesperrt" - eventuell länger. Hilfreiche, objektiv wahre und nachvollziehbare Beweismittel etc sind erwünscht. 4. Texte und Dateien in Arbeit. Bitte um viel Geduld und Verständnis.
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« Letzte Änderung: 23 März 2014, 04:46:10 von Andreas Ranovsky »
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« Antwort #1 am: 04 März 2014, 21:21:18 »
TEILWEISE ANONYMISIERTE "MASCHINELLE TRANSKRIPTION"
"Maschinelle Transkription" PDF-Seite 1-30
Das Landesgericht Salzburg hat durch den Einzelrichter Dr. Manfred Seiss in der Strafsache gegen ...
wegen des Vergehens der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst nach § 170 Abs. 1 und 2, letzter Deliktsfall StGB und des Vergehens der fahrlässigen Gemeingefährdung nach § 177 Abs. 1 und 2 (§ 170 Abs. 2, 1. Deliktsfall) StGB über den von der Staatsanwaltschaft Salzburg am 23.1.2002 zu 5 St 213/01i erhobenen Strafantrag (ON 1172) nach den Hauptverhandlungen vom 18.6.2002, 19.6.2002, 20.6.2002, 21.6.2002, 24.6.2002, 25.6.2002, 28.6.2002, 1.7.2002, 2.7.2002, 4.7.2002, 5.7.2002, 8.7.2002, 9.7.2002, 11.7.2002, 12.7.2002, 15.7.2002, 16.7.2002, 18.7.2002, 19.7.2002, 10.9.2002, 11.9.2002, 23.9.2002, 24.9.2002, 25.9.2002, 30.9.2002, 1.10.2002, 2.10.2002, 7.10.2002, 8.10.2002, 9.10.2002, 14.10.2002, 15.10.2002, 16.10.2002, 21.10.2002, 22.10.2002, 19.11.2002, 20.11.2002, 13.1.2003, 10.3.2003, 24.4.2003, 23.6.2003, 22.8.2003, 14.10.2003, 18.11.2003, 19.11.2003, 25.11.2003, 26.11.2003, 27.11.2003, 1.12.2003, 2.12.2003, 3.12.2003, 9.12.2003, 10.12.2003, 11.12.2003, 16.12.2003, 17.12.2003, 8.1.2004, 20.1.2004, 21.1.2004 und 19.2.2004 am 19.2.2004
in Anwesenheit der Staatsanwältin Dr. Eva Danninger-Soriat,
der Privatbeteiligtenvertreter
Dr. Brigitte Forster-Ascher,
Rechtsanwältin in 5020 Salzburg,
Dr. Anton Frank, Rechtsanwalt in 4600 Wels,
Dr. Ivo Greiter, Rechtsanwalt in 6020 Innsbruck,
Dr. Armin Grünbart, Rechtsanwalt in 4910 Ried im Innkreis,
Dr. Andreas Grundei, Rechtsanwalt in 1010 Wien,
Dr. Herwig Hasslacher, Rechtsanwalt in 9500 Villach,
Dr. Jürgen Hinterwirth, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg,
Mag. Verena Riedherr, Rechtsanwältin in 5020 Salzburg,
Dr. Ägidius Horvatits, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg,
Dr. Werner Scheuer, Rechtsanwalt in D-83022 Rosenheim,
Mag. Elke Kanzl, Rechtsanwältin in 4600 Wels, für
Dr. Ulrich Schwab, Rechtsanwalt in 4600 Wels,
Dr. Johannes Stieldorf, Rechtsanwalt in 1010 Wien,
Michael Witti, Rechtsanwalt in D-10117 Berlin,
der Beschuldigten ... sowie deren Verteidiger
Univ.Prof.Dr. Wolfgang Brandstetter, Rechtsanwalt in 1010 Wien, und
Dr. Philipp Längle, Rechtsanwaltsanwärter in 6850 Dornbirn für
Dr. Karl Rümmele, Rechtsanwalt in 6850 Dornbirn, für den Erstbeschuldigten,
Dr. Wilfried Haslauer, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, und
Dr. Günther Ramsauer, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Zweitbeschuldigten,
Dr. Klaus Perner, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Drittbeschuldigten,
Dr. Peter Lechenauer, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Viertbeschuldigten,
Dr. René Musey, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Fünftbeschuldigten,
Dr. Wolfgang Schubert, Rechtsanwalt in 1010 Wien, für den Sechstbeschuldigten,
Dr. Karl Schön, Rechtsanwalt in 1080 Wien, für
den Siebtbeschuldigten,
Mag. Sebastian Lesigang, Rechtsanwalt in 1010 Wien, für den Achtbeschuldigten,
Dr. Michael Pallauf, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Neuntbeschuldigten,
Mag. Alexander Heinrich, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Zehntbeschuldigten,
Dr. Walter Riedl, Rechtsanwalt in 1010 Wien, für den Elftbeschuldigten,
Dr. Roman Moser, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Zwölft- und Dreizehntbeschuldigten,
Dr. Martin Morscher, Rechtsanwalt in 4840 Vöcklabruck, für den Vierzehntbeschuldigten,
Dr. Harald Schwendinger, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Fünfzehntbeschuldigten und
Dr. Andreas Schöppl, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, sowie
Mag. Klaus Waha, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, für den Sechzehntbeschuldigten
sowie der Schriftführerin VB Silvia Jörg am 19.2.2004 zu Recht erkannt:
Die Beschuldigten ... werden von dem gegen sie am 23.10.2002 zu 5 St 213/01i erhobenen Strafantrag (ON 1172), wonach sie begangen haben (wörtliche Wiedergabe des Strafantrages):
Durch folgend beschriebene Handlungen bzw. Unterlassungen fahrlässig am 11.11.2000 in Kaprun eine Feuersbrunst verursacht, die dadurch entstanden sei, dass über Undichtigkeiten an der Hydraulikanlage austretendes Hydrauliköl auf die heiße Glühwendel des aktivierten
Heizlüfters gelangen und bei schwergängigem oder blockiertem Lüftermotor das Hydrauliköl entzünden konnte, wobei die Tat den Tod einer größeren Zahl, nämlich von insgesamt 155 Personen, nämlich
Christian Aigner, geb. am 13.8.1974,
Manfred Aigner, geb. am 14.4.1943,
Carrie Baker, geb. am 15.3.1977,
Johann Bratori, geb. am 27.1.1961,
Bianka Bieber, geb. am 7.9.1978,
Hannes Blaimauer, geb. am 14.4.1968,
Roman Böhm, geb. am 27.3.1964,
Gudrun Bruckmair, geb. am 22.1.1960,
Kevin Challis, geb. am 5.12.1959,
Jakob Decker, geb. am 13.10.1966,
Okihiko Deguchi, geb. am 25.8.1958,
Nao Deguchi, geb. am 22.1.1987,
Johann Demmelbauer, geb. am 3.10.1951,
Christopher Denk, geb. am 16.12.1992,
Franz Denk, geb. am 9.12.1966,
Josef Dorner, geb. am 20.2.1957,
Alfred Eidenberger, geb. am 17.4.1932,
Alexander Eismann, geb. am 17.1.1979,
Bettina Emrich, geb. am 30.8.1966,
Petra Falk, geb. am 7.10.1975,
Christian Fellner, geb. am 11.9.1971,
Rastko Ferk, geb. am 5.5.1974,
Franz-Leopold Ferstl, geb. am 17.4.1950,
Gabriele Fiedler, geb. am 19.9.1965,
Heinrich Fiedler, geb. am 31.5.1963,
Benjamin Filkil, geb. am 30.4.1985,
Paul Filkil, geb. am 22.7.1954,
Markus Fink, geb. am 10.8.1977,
Ingeborg Fördermayr, geb. am 4.3.1947,
Christian Franz, geb. am 14.5.1964,
Helmut Freilinger, geb. am 29.10.1938,
Erika Friedl, geb. am 3.3.1939,
Primoz Galjot, geb. am 21.3.1967,
Rok Galjot, geb. am 12.4.1968,
Sebastian Geiger, geb. am 18.6.1986,
Michael Goodridge, geb. am 17.12.1992,
Kyle Goodridge, geb. am 13.2.1995,
Michael Goodridge, geb. am 12.1.1964,
Jennifer Goodridge, geb. am 1.12.1964,
Markus Graßler, geb. am 28.8.1979,
Barbara Guggenbichler, geb. am 1.4.1987,
Sonja Hager, geb. am 6.7.1978,
Heinz Hallwirth, geb. am 30.1.1956,
Jens Heuckerroth, geb. am 2.4.1964,
Markus Hirtl, geb. am 12.10.1984,
Daniel Hochreiter, geb. am 16.6.1987,
Christian Hulka, geb. am 29.5.1968,
Josef Humer, geb. am 14.2.1954,
Nina Humer, geb. am 29.4.1979,
Karl Huttegger, geb. am 1.1.1976,
Elke Innerhuber, geb. am 17.5.1941,
Ernst Jenewein, geb. am 5.4.1963,
Judith Jindra, geb. am 9.3.1981,
Herbert Kaar, geb. am 9.8.1962,
Stefan Kaippel, geb. am 30.11.1981,
Ayaka Katoono, geb. am 20.5.1986,
Wolfgang Käufl, geb. am 20.9.1959,
Erich Kern, geb. am 29.8.1975,
Kurt Kiemeswenger, geb. am 30.6.1965,
Petra Kiemeswenger, geb. am 14.10.1967,
Dr. Ursula Kipper, geb. am 13.10.1956,
Matthias Kirnbauer, geb. am 3.12.1982,
Martin Klapper, geb. am 24.12.1964,
Maximilian Klapper, geb. am 14.1.1995,
Patrick Klapper, geb. am 17.1.1985,
Horst Konrad, geb. am 26.10.1971,
Karin Konrad, geb. am 2.8.1971,
Gerhard Lausch, geb. am 19.11.1961,
Roman Leitner, geb. am 8.7.1973,
Katja Levart, geb. am 21.2.1977,
Robert Lindner, geb. am 30.7.1980,
Clemens Lueger, geb. am 20.4.1985,
Paul Lueger, geb. am 4.4.1983,
Dr. Franz Lueger, geb. am 22.10.1957,
Andreas Maier, geb. am 28.7.1983,
Claudia Maijer, geb. am 24.2.1978,
Barbara Mayerhofer, geb. am 16.12.1983,
Karl Mayerhofer, geb. am 13.8.1963,
Sandra Mayr, geb. am 15.3.1978,
Ilona Mensikova, geb. am 14.5.1980,
Rudolf Mihailovic, geb. am 9.11.1963,
Peter Mildner, geb. am 25.9.1960,
Gabriele Mildner, geb. am 15.7.1961,
Saori Mitsumoto, geb. am 19.6.1978,
Peter Mitterberger, geb. am 30.10.1967,
Stefan Mohr, geb. am 24.9.1983,
Sandra Mülleder, geb. am 23.7.1983,
Johann Mülleder, geb. am 19.10.1958,
Patrick Mülleder, geb. am 18.8.1991,
Ryoko Narahara, geb. am 9.4.1978,
Rudolf Neumair, geb. am 8.6.1992,
Maria Neumann, geb. am 23.11.1941,
Wolfgang Neumann, geb. am 5.6.1941,
Martin Niederberger, geb. am 26.7.1976,
Ingrid Novak, geb. am 3.9.1954,
Karl Heinz Novak, geb. am 19.3.1948,
Tobias Ohner, geb. am 22.12.1981,
Masanobu Onodera, geb. am 16.9.1986,
Hirokazu Oyama, geb. am 14.8.1976,
Cornelia Papouschek, geb. am 27.3.1964,
Otto Johann Parobek, geb. am 2.4.1966,
Radomir Pavlovic, geb. am 8.12.1977,
Christian Petermandl, geb. am 13.11.1958,
Brigitte Plössner, geb. am 12.11.1957,
Günther Plössner, geb. am 9.1.1953,
Dr. Josef Ponzer, geb. am 31.8.1941,
Martin Prohaczka, geb. am 26.11.1974,
Andreas Putschögl, geb. am 13.6.1981,
Kurt Rehak, geb. am 18.11.1929,
Harald Matthias Reiser, geb. am 17.3.1987,
Martin Riha, geb. am 2.4.1973,
Massimo Danilo Stelio Roiatti, geb. am 28.4.1987,
Maki Sakakibara, geb. am 19.1.1975,
Stefan Sakrausky, geb. am 18.7.1982,
Gerald Sandmayr, geb. am 21.7.1967,
Britta Sandmayr, geb. am 16.12.1965,
Tomohisa Saze, geb. am 10.1.1986,
Dietmar Scharwitzl, geb. am 8.5.1979,
Josef Schaupper, geb. am 3.8.1963,
Dieter Hubert Schmid, geb. am 22.6.1968,
Manfred Schmitt, geb. am 8.2.1954,
Marianne Schmitt, geb. am 14.3.1955,
Sandra Schmitt, geb. am 26.4.1981,
Manfred Schönhuber, geb. am 29.4.1957,
Thomas-Georg Schönl, geb. am 28.7.1967,
Siegfried Schwabl, geb. am 4.4.1974,
Nikodemus Seilern-Moy, geb. am 1.11.1985,
Patrik Sieger, geb. am 28.4.1976,
Andrea Singer, geb. am 18.11.1971,
Patrik Smejda, geb. am 15.4.1977,
Alexander Smrcek, geb. am 23.11.1971,
Katrin Specht, geb. am 17.6.1983,
Barry Stadmann, geb. am 19.7.1974,
Lorenz Stangl, geb. am 31.7.1979,
Michael Steffo, geb. am 11.5.1972,
Roswitha Steiner, geb. am 7.10.1941,
Florian Steinl, geb. am 8.3.1978,
Matthäus Stieldorf, geb. am 31.7.1982,
Sebastian Stöckl, geb. am 18.5.1969,
Hilde Christa Strasser, geb. am 20.12.1942,
Helmut Strasser, geb. am 31.7.1941,
Jens Verhorst, geb. am 4.10.1976,
Gerald Voithofer, geb. am 26.8.1986,
Hildegard Wagner, geb. am 23.11.1965,
Tomoko Wakui, geb. am 24.9.1986,
Arthur Warias, geb. am 21.10.1974,
Franz Weber-Unger, geb. am 10.3.1982,
Anita Monika Wiesnet, geb. am 18.4.1975,
Simone Barbara Wildenauer, geb. am 15.8.1977,
Daniel Gunar Wilhelm, geb. am 29.7.1980,
Willi Wurzinger, geb. am 22.9.1961,
Hermann Wurzinger, geb. am 14.1.1959,
Dr. Ernst Zauner, geb. am 14.11.1956,
Josef Zeilinger, geb. am 26.11.1939, und
Ingeborg Zeilinger, geb. am 28.4.1940,
zur Folge gehabt habe, und zwar:
I.) Ing. MM als technischer Direktor der Gletscherbahnen Kaprun AG - zur Vereinfachung in
weiterer Folge als GBK bezeichnet - (Betreiber des Eisenbahnunternehmens), indem er
a) es beim Neubau der Wagenaufbauten 1993/94 unterließ, für deren sichere Bauweise und Ausstattung nach dem Stand der technischen Entwicklung zu sorgen und die solcherart mangelhaft ausgeführten Garnituren ohne brandschutztechnische Vorbeugemaßnahmen im Juli 1994 in Betrieb gehen ließ,
b) es trotz regelmäßiger Benützung der Standseilbahn unterließ, für eine Wartung/Überprüfung des verunreinigten Heizkörpers bzw. eine Behebung der Verunreinigungen zu sorgen, die augenscheinlich waren und ihm nicht verborgen bleiben konnten,
c) im Jahr 1999 nicht für eine ordnungsgemäße Arbeitsplatzevaluierung im Sinne des § 4 (wohl gemeint ArbeitnehmerInnenschutzgesetz), Bundesgesetzblatt Nr. 450/94, sorgte, wodurch vorhandene Gefahren am Arbeitsplatz, insbesondere in den Fahrbetriebsmitteln (keine Brandschutzmaßnahmen, (wohl gemeint keine) Sicherheitseinrichtungen; räumliches Naheverhältnis einer Zündquelle zu brennbaren Materialien etc., fehlende Fluchtwege) nicht ermittelt und beurteilt wurden,
d) im November 2000 als Verantwortlicher der Betreiberfirma und in seiner Funktion als eine gem. § 15 Eisenbahngesetz verzeichnete Person die Bahn in Betrieb gehen ließ, ohne für die Erfüllung der in Punkt 19) des baubehördlichen Bewilligungsbescheides der Gemeinde Kaprun vom 19.10.1999 (Zahl 173/99) erteilten Auflagen
zu sorgen bzw. sich an diese Auflagen zu halten, sodass die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort sowie unter Punkt B. beschriebenen Folgen eintreten konnten;
II.) Ing. GB als verantwortlicher Betriebsleiter der Gletscherbahnen Kaprun AG,
a) indem er beim Neubau der Wagenaufbauten 1993/94 es unterließ, für deren sichere Bauweise und Ausstattung nach dem Stand der technischen Entwicklung zu sorgen und die solcherart ohne brandschutztechnische Vorbeugemaßnahmen mangelhaft ausgeführten Garnituren im Juli 1994 in Betrieb gehen ließ,
b) zwischen 1995 bis September 2000 nur unzureichend für einen betriebssicheren und ordnungsgemäßen Zustand der Bahn sorgte (§ 21 der Betriebsvorschrift) und die jährlich vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen nur unzureichend durchführte, indem er nicht für eine brandsichere Trennung zwischen den an der Rückwand des Heizkörpers verlaufenden Hydraulikmessleitungen und dem Heizkörper und für eine Entfernung der bewilligungswidrig eingebrachten Holzbretter sorgte und die jährlich empfohlene Wartung bzw. Reinigung des Heizkörpers nicht vornahm oder veranlasste, vielmehr überhaupt keine Überprüfungen des Heizkörpers und insbesondere auch keine nach dem Heizkörperaustausch im Februar/März 2000 im Bergwagen vornahm, sodass die sich bereits seit längerer Zeit abzeichnenden brandauslösenden Spuren am Heizkörper und im Umgebungsbereich unentdeckt blieben,
c) im November 2000, nachdem über seine Anordnung der Verriegelungs- bzw. Schließmechanismus bei den Brandschutzschiebetüren nicht eingebaut wurde, die Bahn in Betrieb gehen ließ, ohne für die Erfüllung der in Punkt 19) des baubehördlichen Bewilligungsbescheides der Gemeinde Kaprun vom 19.10.1999 (Zahl 173/99) erteilten Auflage zu sorgen bzw. sich an diese Auflage zu halten, sodass die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort sowie unter Punkt B. beschriebenen Folgen eintreten konnten;
III.) Ing. TS als Betriebsleiterstellvertreter der Gletscherbahnen Kaprun AG am 10.6.1999, indem er sich auf die Evaluierung des Arbeitsplatzes der GBK II ohne entsprechende Ausbildung hiefür einließ, sodass Gefahren für Arbeitnehmer am Arbeitsplatz nicht ermittelt und beurteilt wurden und damit die unter Punkt A. beschriebene Entwicklung und die dort beschriebenen Folgen eintreten konnten;
IV.) Ing. RV und Ing. GP von 1993 bis 6.7.1994 als Verantwortliche der Firma Swoboda Karosserie- und Stahlbau GesmbH, indem sie bei der Planung, Herstellung und Montage der Wagenaufbauten der GBK II in den Führerstand der Unglücksbahn einen aus Kunststoff hergestellten und nicht für den Einbau und den Betrieb in Fahrzeugen zugelassenen Heizkörper des Fabrikates “Fakir Hobby TLB” einbauten und zudem keinen bzw. einen nur unzureichenden Abstand zu den an der Gehäuserückwand des Heizkörpers verlaufenden Hydraulikmessleitungen einhielten bzw. keine brandsichere Trennung der Zündquelle von den brennbaren Materialien
vornahmen bzw. keinen Heizkörper aus Metallgehäuse installierten bei der Ausführung der Wagenaufbauten brandschutztechnische Anforderungen an Materialien nicht bzw. unzureichend beachteten, keine Sicherheitseinrichtungen für Brand- bzw. Störfälle vorsahen, sodass die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort beschriebenen Folgen eintreten konnten;
V.) HP, JD und MG als Verantwortliche der Firma Mannesmann-Rexroth, indem sie es zwischen dem 17.5. und 6.7.1994 bei der Verlegung und Montage der aus Kunststoff gefertigten flexiblen Hydraulikmessleitungen an der Rückwand des Heizstrahlers unterließen, trotz augenscheinlich wahrnehmbarer Beschaffenheit des Heizkörpers aus Kunststoff für einen entsprechenden Abstand oder eine brandsichere Trennung zu bzw. von dem dort installierten Heizkörper zu sorgen, sodass die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort beschriebenen Folgen eintreten konnten;
VI.) die verantwortlichen Beamten des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie,
1.) MR Dipl.-Ing. Dr. PS und Ing. EH, indem sie am 5. und 6.7.1994 die im Rahmen der Vorerhebungen zum eisenbahnrechtlichen Bewilligungsverfahren durchgeführte Begutachtung und visuelle Besichtigung der Wagenaufbauten der GBK II nur unzureichend durchführten, sodass ihnen der Einbau eines für Kraftfahrzeuge ungeeigneten Heizstrahlers aus Kunststoff und die räumlich unzulässig nahe Verlegung der Hydraulikmessleitungen an der Rückwand des
Heizkörpers nicht auffiel, sie ferner die Einhaltung der Auflagen der eisenbahnrechtlichen Baugenehmigung nur unzureichend prüften und ihnen deshalb auch abweichende Ausführungen der Wagenaufbauten nicht auffielen, sie überdies die noch ausständigen Unterlagen aus dem (wohl gemeint eisenbahnrechtlichen) Baugenehmigungsbescheid und zudem brandschutztechnische Vorbeugemaßnahmen nicht einforderten sowie die Ausschöpfung des Sachverständigenpotenzials auf dem Gebiet des Brandschutzes nicht veranlassten und insgesamt eine Prüfung nach dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung nicht vornahmen, sodass die brandverursachenden Fehler unentdeckt blieben und die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort beschriebenen Folgen eintreten konnten;
2.) MR Ing. Dr. MS am 8.7.1994, indem er die eisenbahnrechtliche Betriebsbewilligung unter Außerachtlassung der Sicherheit des Betriebes und insbesondere des technischen Standes der Entwicklung auf der Basis unzureichender Unterlagen ohne Ausschöpfung des Sachverständigenpotenzials für brandschutztechnische Vorbeugemaßnahmen und ohne Vorschreibung auch nur einer der in Punkt II. beschriebenen Sicherheitseinrichtungen erteilte, sodass brandverursachende Fehler unentdeckt bleiben und die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort beschriebene Folge eintreten konnte;
VII.) Dipl.-Ing. PP und Ing. TK als Verantwortliche des Technischen Überwachungsvereines Österreich, (TÜV), indem sie Überprüfungen am 11., 12. und 24.6.1997 nur unzureichend vornahmen,
sodass ihnen der Einbau eines für Kraftfahrzeuge ungeeigneten Heizstrahlers aus Kunststoff und die räumlich unzulässig nahe Verlegung der Hydraulikmessleitungen an dessen Rückwand sowie beim Vergleich des Ist-Zustandes mit dem eisenbahnrechtlich bewilligten Zustand die bereits im Winter 1994/95 eingebrachten Lärchenholzbretter samt Steinwolle im unmittelbaren Nahbereich des Heizkörpers nicht auffiel, sodass die unter Punkt A. geschilderte Entwicklung und die dort beschriebene Folge eintreten konnte.
B. Durch die nachfolgend beschriebenen Handlungen bzw. Unterlassungen anders als durch eine der in §§ 170, 172 und 174 StGB mit Strafe bedrohten Handlungen fahrlässig eine Gefahr für Leib oder Leben einer größeren Zahl von Menschen herbeigeführt, wobei die Tat den Tod von 3 Personen, nämlich des ... zur Folge gehabt habe, und zwar:
I.) FL am 8.9.2000 als Verantwortlicher der Firma ATS GesmbH (ATS), indem er bei der Montage der Brandschutzschiebetür im Bereich des Alpincenters nach Entfernung der elektromagnetischen Verriegelung es unterließ, eine Steuerung einzubauen, die nach Öffnung selbsttätig einen weiteren Schließvorgang vornimmt, wodurch es durch die unter Punkt A. beschriebene Feuersbrunst infolge fehlender Brandabschnittsbildung zu einer Verqualmung des Alpincenters und zu der unter Punkt B. beschriebenen Entwicklung und Folge kommen konnte;
II.) Bmst.Dipl.Htl.Ing. KA als von der Gletscherbahn Kaprun AG mit der Bauabwicklung und Bauaufsicht beauftragte und verantwortliche Person dadurch, dass er in Kenntnis der zu Punkt B.I. beschriebenen Mängel nicht für eine ordnungsgemäße Ausführung der Brandschutzschiebetüre gemäß behördlichem Auftrag sorgte, vielmehr am 28.9.2000 eine Abnahmebescheinigung ausstellte und trotz dieser Mängel am 29.10.2000 eine Vollendungsanzeige gem. § 17 Baupolizeigesetz an die Gemeinde Kaprun ausstellte und die Bahn in Betrieb gehen ließ, sodass durch die unter Punkt
A. beschriebene Feuersbrunst die zu Punkt B. geschilderte Entwicklung und Folge eintreten konnte;
III.) Ing. JP als Prüftechniker des Zivilingenieurbüros Dipl.- Ing. HP am 3.10.2000, indem er die in der Ausgangsschleuse der Bergstation eingebaute und behördlich vorgeschriebene Brandschutzschiebetüre trotz der unter Punkt B. I.) beschriebenen Mängel abnahm, sodass durch die unter Punkt A. beschriebene Feuersbrunst die zu Punkt B. geschilderte Entwicklung und Folge eintreten konnte und es haben hiedurch begangen Ing. MM, Ing. GB, Ing. TS, Ing. RV, Ing. GP, FHP, JD, MG, MR Dipl.- Ing. Dr. PS, Ing. EH, MR Ing. Dr. MS, Dipl.- Ing. PP und Ing. TK
zu A.: das Vergehen der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst nach § 170 Abs. 1 und 2, letzter Deliktsfall StGB (hinsichtlich Ing. MM und Ing. GB auch durch die zu Punkt B. geschilderten Tathandlungen), sowie
FL, Baumeister Dipl.-(HTL) Ing. KA und Ing. JP zu B.: das Vergehen der fahrlässigen Gemeingefährdung nach §§ 177 Abs. 1 und 2 (170 Abs. 2, 1. Deliktsfall) StGB, gem. § 259Z 3StPO
In Anbetracht dieses freisprechenden Erkenntnisses werden die nachstehend genannten Privatbeteiligten mit ihren Entschädigungsansprüchen gem. § 366 Abs. 1 StPO auf den Zivilrechtsweg verwiesen, und zwar folgende Privatbeteiligte:
Gletscherbahnen Kaprun AG,
UNIQA Sachversicherungs AG,
Versicherungsanstalt der Österreichischen Eisenbahnen,
Magistrat der Stadt Wels,
Magistrat der Stadt Wien, ...
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« Letzte Änderung: 12 März 2014, 05:09:07 von Andreas Ranovsky »