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Timestamp: 2018-11-16 04:10:01
Document Index: 119568251

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', '§ 53', '§ 53', 'BGE', 'Art. 88', 'Art. 29', 'Art. 34', 'Art. 34', '§ 53', 'Art. 82', '§ 53', '§ 53', '§ 66', 'BGE', 'Art. 42', '§ 53', '§ 53', '§ 66', 'Art. 29', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 88', '§ 51', '§ 7', 'BGE', '§ 51', '§ 53', '§ 53', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 88', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 88', '§ 53', '§ 53', 'Art. 29', 'Art. 88', 'BGE', '§ 53', '§ 53', '§ 53', 'BGE', '§ 53', 'Art. 29', 'Art. 88', 'Art. 88', '§ 53', '§ 53', '§ 53', 'Art. 82', 'Art. 88', '§ 53', 'Art. 82', 'Art. 34', 'Art. 88', 'Art. 130', '§ 53', '§ 53', 'Art. 88', 'Art. 89', 'Art. 101', 'Art. 42', '§ 66', '§ 66', '§ 50', '§ 51', '§ 7', '§ 51', 'Art. 5']

Modification de la loi sur les élections et les votations du canton de Schwyz; recours en matière de droits politiques; contrôle abstrait des normes; art. 29a Cst., art. 82 let. c et art. 88 al. 2 LTF.
Lorsque, dans une procédure de contrôle abstrait des normes, il est allégué qu'un arrêté viole, dans la définition du contenu et de l'étendue des droits politiques, des droits de rang supérieur, le recours en vertu de l'art. 82 let. c LTF prévaut sur le recours de l'art. 82 let. b LTF. La qualité pour recourir et les voies de droit sont régies par les règles spécifiques du recours en matière de droits politiques (consid. 1).
Conformément à l'art. 29a Cst. et aux objectifs de la LTF, les cantons doivent instituer une autorité judiciaire comme instance de recours au sens de l'art. 88 al. 2, 1re phrase, LTF dans les affaires cantonales de droits politiques. L'exception de l'art. 88 al. 2, 2e phrase, LTF, en vertu de laquelle les cantons ne doivent pas nécessairement prévoir une voie de droit contre les actes du parlement et du gouvernement dans les affaires cantonales de droits politiques, ne vaut pas pour les décisions sur recours (confirmation de jurisprudence; consid. 3.1).
Selon la réglementation du canton de Schwyz, un recours auprès du Tribunal administratif cantonal est en principe exclu contre les décisions du Conseil d'Etat ou du Grand Conseil prises sur opposition dans le cadre des élections cantonales populaires. Cela ne présente aucun problème dès lors que le Conseil d'Etat ou le Grand Conseil réexamine ses propres décisions ou actes matériels sur demande de réexamen. Cette réglementation peut également être interprétée de façon conforme au droit fédéral dans les autres cas de figure dans lesquels une voie de droit cantonale doit être prévue auprès d'une instance judiciaire en vertu du droit fédéral (consid. 3.2-3.4).
BGE 143 I 426 S. 428
B. Nachdem gegen die Revision des Wahl- und Abstimmungsgesetzes das Referendum ergriffen worden war, wurde die Änderung vom 25. März 2015 in der kantonalen Volksabstimmung vom 5. Juni 2016 angenommen (vgl. Amtsblatt des Kantons Schwyz Nr. 23 vom 10. Juni 2016, S. 1336). Am 16. November 2016 stellte der Regierungsrat des Kantons Schwyz fest, dass gegen das
BGE 143 I 426 S. 429
Abstimmungsergebnis keine Beschwerde eingegangen war. Gleichzeitig beschloss er, dass die Änderung des WAG/SZ vom 25. März 2015 per 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt wird (vgl. Amtsblatt des Kantons Schwyz Nr. 47 vom 25. November 2016, S. 2674).
Die Beschwerdeführer richten ihre Beschwerde gegen § 53 und § 53a des am 25. März 2015 revidierten WAG/SZ (vgl. Sachverhalt
BGE 143 I 426 S. 430
Lit. A), welche den Rechtsschutz im Zusammenhang mit kantonalen Volkswahlen betreffen. Sie rügen, die genannten Bestimmungen stünden im Widerspruch zu übergeordnetem Recht, namentlich zu Art. 88 BGG i.V.m. Art. 29a BV. Die Garantie der politischen Rechte verlangt einen wirksamen Rechtsschutz (vgl. GEROLD STEINMANN, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N. 8 und N. 29 zu Art. 34 BV; PIERRE TSCHANNEN, in: Basler Kommentar, Bundesverfassung, 2015, N. 13 zu Art. 34 BV) und die §§ 53 und 53a WAG/SZ stehen in unmittelbarem Zusammenhang zu den politischen Rechten der Wählerinnen und Wähler. Die Beschwerde ist als Beschwerde in Stimmrechtssachen gemäss Art. 82 lit. c BGG entgegenzunehmen.
Soweit die Beschwerdeführer rügen, § 53 und § 53a WAG/SZ stünden im Widerspruch zu § 66 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Schwyz vom 24. November 2010 (KV/SZ; SR 131.215), fehlt es an
BGE 143 I 426 S. 431
einer Begründung in der Beschwerdeschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG. Die in diesem Zusammenhang in der Replik vom 28. Februar 2017 nachgereichten Vorbringen sind verspätet, zumal dazu nicht erst die Vernehmlassung des Regierungsrats vom 31. Januar 2017 Anlass gab. Auf die Rüge, § 53 und § 53a WAG/SZ stünden im Widerspruch zu § 66 Abs. 2 KV/SZ, ist nicht einzutreten.
3.1 Gemäss Art. 29a BV hat jede Person bei Rechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche Behörde, wobei Bund und Kantone die richterliche Beurteilung in Ausnahmefällen durch Gesetz ausschliessen können. Nach Art. 88 Abs. 2 Satz 1 BGG sehen die Kantone gegen behördliche Akte, welche die politischen Rechte der Stimmberechtigten in kantonalen Angelegenheiten verletzen
BGE 143 I 426 S. 432
können, ein Rechtsmittel vor. Gemäss Art. 88 Abs. 2 Satz 2 BGG erstreckt sich diese Pflicht nicht auf Akte des Parlaments und der Regierung.
3.2 Im Kanton Schwyz können Verfügungen und Entscheide des Regierungsrats grundsätzlich mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden (§ 51 lit. a VRP/SZ). Zu den grundsätzlich mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbaren Entscheiden gelten auch Einsprache- und Rechtsmittelentscheide (vgl. § 7 VRP/SZ). Verfügungen und Entscheide anderer Instanzen sind beim Verwaltungsgericht anfechtbar, sofern dies durch einen
BGE 143 I 426 S. 433
Rechtssatz vorgesehen ist (§ 51 lit. b VRP/SZ). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist ausnahmsweise unzulässig, wenn eine Verfügung oder ein Entscheid durch einen Rechtssatz ausdrücklich als endgültig erklärt wird (§ 53 Abs. 1 lit. a VRP/SZ). Dieser Ausschlussgrund gilt allerdings nicht, soweit übergeordnetes Recht eine gerichtliche Beurteilung durch eine kantonale Gerichtsinstanz zwingend verlangt (§ 53 Abs. 3 VRP/SZ).
Allerdings sind an der Vorbereitung und Durchführung der kantonalen Wahlen (inklusive Ständeratswahlen) weitere, dem Kantonsrat bzw. dem Regierungsrat untergeordnete Behörden beteiligt, namentlich die Staatskanzlei, kantonale Departemente sowie kommunale Behörden. Soweit im Rahmen von solchen Wahlen Verfügungen und Entscheide von kommunalen oder untergeordneten kantonalen
BGE 143 I 426 S. 434
Behörden angefochten werden, erweist sich ein Ausschluss der Beschwerde ans Verwaltungsgericht mit Blick auf Art. 29a BV i.V.m. Art. 88 Abs. 2 BGG als unzulässig (vgl. zit. Urteil 1C_45/2016 / 1C_147/2016 E. 3.2), was der Regierungsrat anerkennt. Das Gleiche gilt für die Anfechtung von Realakten im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung kantonaler Wahlen, welche nicht dem Kantonsrat oder dem Regierungsrat zuzuordnen sind, sondern einer kommunalen oder einer untergeordneten kantonalen Behörde. Der Regierungsrat scheint davon auszugehen, dass gegen solche Verfügungen, Entscheide oder Realakte von kommunalen oder untergeordneten kantonalen Behörden nicht direkt die Beschwerde ans Verwaltungsgericht offensteht, sondern dass dagegen zunächst eine Einsprache nach § 53 bzw. § 53a WAG/SZ an den Regierungsrat bzw. den Kantonsrat zu erheben ist (vgl. Ziff. 4 der Stellungnahme des Regierungsrats vom 14. März 2007). Wenn die Einsprache nach § 53 bzw. § 53a WAG/SZ in diesen Fällen möglich sein soll, handelt es sich beim entsprechenden Entscheid des Regierungsrats oder des Kantonsrats allerdings nicht um einen eigentlichen Einspracheentscheid im Sinne eines Wiedererwägungsentscheids (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 S. 411 f.), sondern um einen Rechtsmittelentscheid einer anderen Instanz, gegen den die Beschwerde ans Verwaltungsgericht mit Blick auf Art. 29a BV i.V.m. Art. 88 BGG nicht ausgeschlossen werden kann (vgl. E. 3.1 hiervor).
3.4 Nach dem Ausgeführten wird die Anwendung von § 53 und § 53a WAG/SZ mit Blick auf Art. 29a BV i.V.m. Art. 88 BGG keine Probleme bieten, wenn der Regierungsrat oder der Kantonsrat einen
BGE 143 I 426 S. 435
eigenen Entscheid oder Realakt auf Einsprache hin in Wiedererwägung zieht. Wie der Regierungsrat zu Recht vorbringt und nachfolgend aufzuzeigen ist, werden sich § 53 und § 53a WAG/SZ aber auch in den weiteren bereits skizzierten Konstellationen bundesrechtskonform auslegen lassen.
3.4.2 Entscheidet der Kantonsrat anlässlich von Kantons- oder Regierungsratswahlen nach § 53 Abs. 2 und 3 WAG/SZ über einen angefochtenen Akt des Regierungsrats, weil die Zuständigkeit auf
BGE 143 I 426 S. 436
den Kantonsrat übergegangen ist oder weil sich eine Einsprache gegen das Ergebnis der Wahl auch gegen einen vorausgegangenen Akt des Regierungsrats richtet, gelangt ebenfalls § 53 Abs. 3 VRP/SZ zur Anwendung, sodass die Beschwerde ans Verwaltungsgericht möglich ist, zumal Art. 29a BV i.V.m. Art. 88 BGG eine gerichtliche Beurteilung durch eine kantonale Gerichtsinstanz zwingend verlangt.
ATF: 136 I 376, 136 I 241, 142 I 99, 140 I 2 suite... , 134 I 199, 131 V 407
Article: art. 29a Cst., Art. 88 BGG, §§ 53 und 53a WAG, § 53 und § 53a WAG suite... , art. 88 al. 2 LTF, Art. 82 lit. c BGG, Art. 88 Abs. 2 Satz 2 BGG, § 53 Abs. 3 VRP, art. 82 let, art. 82 let. b LTF, Art. 82 BGG, Art. 34 BV, Art. 88 Abs. 2 Satz 1 BGG, Art. 130 Abs. 3 BGG, § 53 Abs. 1 lit. a VRP, § 53 Abs. 2 und 3 WAG, art. 88 al. 2, 1re, Art. 88 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BGG, Art. 89 Abs. 3 BGG, Art. 101 BGG, Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, § 66 Abs. 2 KV/SZ, § 66 Abs. 1 KV/ SZ, §§ 50 ff. VRP, § 51 lit. a VRP, § 7 VRP, § 51 lit. b VRP, Art. 5 Abs. 1 BV