Source: https://www.wiegand-buchhaltung.de/blog/neue-rechnungspflichtangaben/
Timestamp: 2019-01-23 03:46:31
Document Index: 211308530

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 25', '§ 25', '§ 14', '§ 14', '§ 14']

Neue Rechnungspflichtangaben - Lothar Wiegand Buchhaltung
Künftig muss eine Gutschrift, mit der über eine Leistung abgerechnet wird, ausdrücklich als solche bezeichnet werden, das (ggf. elektronische) Dokument muss also die wörtliche Angabe "Gutschrift" enthalten.
Die im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnete Stornierung oder Korrektur der ursprünglichen Rechnung als Gutschrift (sog. kaufmännische Gutschrift) ist keine Gutschrift im umsatzsteuerrechtlichen Sinne. Wird in einem solchen Dokument der Begriff „Gutschrift“ verwendet, obwohl keine Gutschrift im umsatzsteuerrechtlichen Sinne nach § 14 Abs. 2 Satz 2 UStG vorliegt, ist dies weiterhin umsatzsteuerrechtlich unbeachtlich. Die Bezeichnung „Gutschrift“ führt allein nicht zur Anwendung des § 14c UStG, also der Pflicht, falsch ausgewiesene Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen zu müssen.
Wo bisher in der Rechnung ein Hinweis auf die Sonderregelungen genügte, muss künftig
bei Reiseleistungen (§ 25 UStG) die Formulierung "Sonderregelung für Reisebüros"
bei der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG (je nach Sachverhalt) die Formulierung "Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung" bzw. "Kunstgegenstände/Sonderregelung" bzw. "Sammlungsstücke und Antiquitäten/Sonderregelung"
zwingend verwendet werden.
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen (RCV)
Die Formulierung, mit der auf die Übertragung der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger hingewiesen wird, ist künftig verbindlich vorgegeben. Bislang musste der Unternehmer in seiner Rechnung auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers "hinweisen". Für diesen Hinweis kamen diverse Formulierungen infrage. Künftig muss eine entsprechende Rechnung zwingend die Angabe "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" enthalten.
Ausländischer Unternehmer rechnet über RCV im Inland ab
Werden Reverse-Charge-Leistungen in Deutschland erbracht, aber von einem (EU-) ausländischen Unternehmer, sind für die Rechnungserteilung künftig die Vorschriften des ausländischen EU-Mitgliedstaates anzuwenden (§ 14 Abs. 7 UStG n.F.). Diese Regelung gilt nicht, wenn mit Gutschrift abgerechnet wird. In diesem Fall muss der deutsche Leistungsempfänger in seiner Gutschrift die deutschen Vorgaben (§ 14 Abs. 4 UStG) beachten.
Inländischer Unternehmer rechnet über RCV im EU-Ausland ab
Rechnet ein inländischer Unternehmer über eine Reverse-Charge-Leistung ab, die er im EU-Ausland erbracht hat, muss seine Rechnung die Angabe "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" enthalten (§ 14a Abs. 1 UStG n.F). Dies gilt nicht, wenn an dem Umsatz eine Betriebsstätte in dem betreffenden EU-Mitgliedstaat beteiligt ist oder eine Abrechnung mittels Gutschrift vereinbart wurde. Außerdem muss die Rechnung – wie schon bisher – die USt-Identifikationsnummer. sowohl des leistenden Unternehmers als auch die des Leistungsempfängers enthalten.
E-Mail: oMnOxs-g18nFx8HOxI3C1cPIyMHM1NXOx47ExQ@nospam