Source: https://www.iwt-law.eu/az/178-b-885-1/
Timestamp: 2019-03-21 06:31:46
Document Index: 240875941

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 46', '§ 473', 'Art. 39']

178 B - 8/85 - Berufungskammer der Zentralkommission (Berufungsinstanz Rheinschiffahrt)
Entscheidungsdatum: 31.10.1985
Aktenzeichen: 178 B - 8/85
Die Bestimmungen der Rheinschiffahrts-Polizeiverordnung, u. a. die Vorschriften für die Reeden auf dem Rhein, gelten für Schiffe, die keinen Sondervorschriften unterliegen, auch im Bereich der Stromhäfen, wie z. B. für die Wasserflächen des Stromhafens Bingen. Wenn im Bereich solcher Stromhäfen nur bestimmte Strecken als Liegestellen zugelassen sind, ist diese Anordnung von der Schiffahrt zu beachten.
Berufungskammer der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt
vom 31. Oktober 1985
(auf Berufung gegen das Urteil des Rheinschifffahrtsgerichts Mainz vom 20. Juni 1984 - 12 Js 15069/83 19 OWi-)
Der betroffene ist verantwortlicher Schiffsführer des Motorgüterschiffes "S" (Heimathafen Oldenburg).
Am 16.11.1982 legte der Betroffene dieses Schiff Rhein-Km 528,100 an der linksrheinischen Ufermauer zur Nachtruhe still. Bei einer Kontrolle durch die Wasserschutzpolizei um 17.30 Uhr legte er trotz deren Verlangen Schiffsattest und Rheinschifferpatent den Beamten nicht vor. Am 5.1.1983 wurde gegen den Betroffenen von der Bußgeldbehörde bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd-West eine Geldbusse wegen Verstoßes gegen §§ 9.10 und 1.10 Abs. 2 RheinSchPV verhängt. Gegen diesen Bußgeldbescheid legte der Betroffene Einspruch ein. In der Hauptverhandlung vor dem Rheinschifffahrtsgericht Mainz am 20.6.1984 verurteilte dieses den Betroffenen wegen Zuwiderhandlung gegen §§ 9.10 und 1.10 Abs. 2 RheinSchPV i.V mit Artikel 5 Abs. 2 Nr. 6 und 57 Rheinschifffahrtspolizeieinführungsverordnung zu einer Geldbusse von DM 150,-. Zugleich wurden ihm die Auslagen des Verfahrens auferlegt.
Gegen dieses Urteil legte der Betroffene Berufung an die Berufungskammer der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt ein, wobei er zur Begründung der Berufung ausführte, dass er im Bereich des Städtischen Stromhafens Bingen und somit an erlaubter Stelle stillgelegen habe. Für diesen Stromhafen könnten die nur für die Reede geltenden Vorschriften keine Anwendung finden. Die Schiffspapiere und sein Rheinschifferpatent habe er den Polizeibeamten am Abend des 16.11.1982 nur deshalb nicht vorgelegt, da er dringend noch vor Ladenschluss seinen Proviant habe ergänzen müssen. Er sei aber bereit gewesen, den Beamten am nächsten Morgen diese Papiere vorzulegen.
Die Berufung des Betroffenen gegen das Urteil des Rheinschifffahrtsgerichts Mainz ist form- und fristgerecht eingelegt und somit zulässig. In der Sache ist sie jedoch nicht begründet.
In Übereinstimmung mit dem Rheinschifffahrtsgericht Mainz ist auch die Berufungskammer der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt zu dem Ergebnis gelangt, dass der Betroffene dadurch, dass er sein Motorschiff über Nacht an der senkrechten Ufermauer des Stromhafens in Bingen bei Rhein-Km 528,100 festmachte, der Bestimmung des § 9.10 der zur Tatzeit gültigen RheinSchPV von 1981 zuwidergehandelt hat. Gemäß § 1. 24 gelten auch auf der Wasserfläche des Stromhafens Bingen bis an die Ufermauer vorrangig die Bestimmungen der RheinSchPV, und zwar die Vorschriften für die Reeden auf dem Rhein (Anlage 12 zur RheinSchPV). Die Bezeichnung eines Uferstreifens von jeweils 35 m bzw. 45 m in dem von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd-West vorgelegten Lageplan (Blatt 60 der Akten) als Kommunalhafen Bingen ist nur für die Abgrenzung der Flussbaulichen Unterhaltungspflicht bezüglich der jeweiligen Wasserflächen zwischen der Betreiberin des Stromhafens einerseits und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung der Bundesrepublik anderseits von Bedeutung, ohne dass sich hierdurch an der Gültigkeit der RheinSchPV für die gesamte befahrbare Wasserfläche etwas ändert.
Nach dem für die Reede Bingen geltenden § 4.02 der Vorschriften für die Reeden auf dem Rhein sind für Fahrzeuge, die keinen Sonderbestimmungen unterliegen - also auch für das Schiff des Betroffenen - nur die Strecken bis Rhein-Km 527,97 und ab Rhein-Km 528,20 als Liegestellen zugelassen, und zwar in den nach Ziffer E 5.2 der Anlage 7 zur RheinSchPV vorgeschriebenen Breiten zwischen 80 und 125 m bzw. 80 bis 140 m vom Aufstellungsort der Tafelzeichen.
Der Liegeplatz, den der Betroffene mit seinem Schiff unmittelbar an der Ufermauer bei Rhein-Km 528,100 einnahm, war somit nicht als allgemeiner Liegeplatz zugelassen. An dieser Stelle hätte der Betroffene sein Schiff gemäß § 9.10 Ziff. 2 b RheinSchPV nur zum Zwecke des Ladens oder Löschens stilllegen dürfen. Da ihm der Liegeplatz auch nicht von der zuständigen Stelle, im vorliegenden Falle vom Städtischen Hafenamt bzw. vom Hafenmeister zugewiesen worden war, hat der Betroffene der auch für ihn bei Aufwand der erforderlichen Sorgfalt erkennbaren Liegeplatzregelung des § 9.10 RheinSchPV schuldhaft zuwidergehandelt.
Der Betroffene vermochte auch keine Gründe vorzubringen, die seine Weigerung, die Schiffspapiere und sein Rheinschifferpatent auf Verlangen den zuständigen Beamten vorzulegen, rechtfertigen könnten.
Die von dem Betroffenen vorgebrachte Erklärung, er habe noch dringend vor Ladenschluss einkaufen müssen, reicht hierzu nicht aus, sodass ein Schuldhafter Verstoß gegen § 1.10 Ziff. 2 vorliegt. Die von dem Rheinschifffahrtsgericht Mainz verhängte Geldbusse von DM 150,- für die beiden Verstöße erscheint schuldangemessen und ausreichend.
Die Kostenentscheidung folgt aus § 46 Abs. 1 des deutschen Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten in Verbindung mit § 473 der deutschen Strafprozessordnung und Art. 39 der Revidierten Rheinschifffahrtsakte.
Es war deshalb für Recht zu erkennen:
Die Berufung des Betroffenen gegen das Urteil des Rheinschifffahrtsgerichts Mainz vom 20.6.1984 (AZ 12 Js 15069/83 - 19 OWi) wird zurückgewiesen und das Urteil des Rheinschifffahrtsgerichts Mainz bestätigt.
Die Kosten des Berufungsverfahrens, die gemäß Artikel 39 der Revidierten Rheinschifffahrtsakte vom Rheinschifffahrtsgericht Mainz festzusetzen sind, fallen dem Betroffenen zur Last.
Der Stellvertretende Gerichtskanzler: Der Vorsitzende:
(gez.) A. Bour (gez.) P. P. Vreede
du 31. 10.1985
(rendu en appel d’un jugement du Tribunal de la navigation du Rhin de Mayence du 20 juin 1984 - 12 Js 15069/83 19 OWi -)
Le prévenu est conducteur responsable de l’automoteur "S" (port d’immatriculation: Oldenburg).
Le 16 novembre 1982 le prévenu amarra son bâtiment auprès du p.k. 528,100 au droit du mur situé à la rive gauche du Rhin. Lors d’un contrôle par la police fluviale aux environs de 17 h 30 il n’obtempéra pas à la demande des agents en ne présentant pas le certificat de visite du bateau et la patente de batelier du Rhin. Le 5 janvier 1983 une amende fut infligée par la Direction des eaux et de la navigation Süd-West pour violation des articles 9.10 et 1.10 alinéa 2 du RPNR. Le prévenu fit opposition à cet avis d’amende. A l’issue des débats devant le Tribunal pour la Navigation du Rhin de Mayence le 20 juin 1984, le prévenu fut condamné à une amende de 150 DM outre les frais de procédure pour violation des articles 9.10 et 1.10 alinéa 2 du RPNR en liaison avec l’article 5 alinéa 2 n°6 et 57 du Règlement d’introduction du RPNR.
Le prévenu interjeta appel de ce jugement auprès de la Chambre des Appels de la Commission Centrale pour la Navigation du Rhin, faisant valoir qu’il avait mouillé dans le secteur du port fluvial de la ville de Bingen, c’est-à-dire à un endroit autorisé. Les dispositions qui ne concernent que les rades du Rhin ne sauraient trouver application à un tel port fluvial. Il n’avait pas présenté aux agents de police, dans la soirée du 16 novembre 1982, les papiers de son bâtiment ainsi que la patente de batelier, au motif qu’il devait de toute urgence compléter son approvisionnement de bord avant la fermeture des magasins. Il aurait cependant été prêt à présenter ces papiers, aux agents de police, le lendemain matin.
L’appel du prévenu contre le jugement du Tribunal de la Navigation du Rhin de Mayence est régulier en la forme et les délais et est recevable. Il est cependant mal fondé.
Comme le Tribunal pour la Navigation du Rhin de Mayence, la Chambre des Appels de la Commission Centrale pour la Navigation du Rhin parvient à la conclusion que le prévenu, en amarrant son automoteur au cours de la nuit, au droit du mur vertical du port fluvial de Bingen, près du p.k. 528,100, a contrevenu aux dispositions de l’article 9.10 du RPNR de 198 1 en vigueur au moment des événements. Conformément à l’article 1.24 trouvent application, en priorité sur le plan d’eau du port fluvial de Bingen et jusqu’au mur de la rive, les dispositions du RPNR, spécialement les prescriptions concernant les rades du Rhin (annexe 12 du RPNR). La description d’une bande de rive de 35 m, respectivement 45 m de part et d’autre inscrite dans le plan de situation (page 60 du dossier) présenté par la WSD Süd-West en tant que port communal de Bingen ne vaut que pour la délimitation géographique, distinguant les plans d’eau ressortant de la responsabilité de l’utilisatrice du port fluvial d’une part et de l’administration des eaux et de la navigation de la République fédérale d’autre part, portant sur l’obligation d’entretien relatif à l’aménagement du fleuve, sans que cela modifie en quoi que ce soit le champ d’application du RPNR sur l’ensemble de la voie d’eau navigable.
D’après les prescriptions de l’article 4.02 concernant les rades du Rhin applicables à la rade de Bingen pour les bâtiments qui ne sont pas soumis à des dispositions particulières, ce qui est le cas du bateau du prévenu, seuls les secteurs situés jusqu’au p.k. 527,97 et après le p.k. 528,20 sont autorisés comme aire de stationnement et ce entre les distances prescrites par le chiffre E.5.2 de l’annexe 7 du RPNR, de 80 - 125 m, respectivement de 80 - 140 m à partir de l’emplacement du panneau.
L’aire de stationnement choisie par le prévenu, le long de la digue située près du p.k. 528,100 n’était en conséquence aucunement autorisée comme aire de stationnement ordinaire. Seul était autorisé à cet endroit, conformément à l’article 9.10 2b du RPNR, le stationnement pour le chargement ou le déchargement du bateau. Comme l’aire de stationnement ne lui a pas davantage été désignée par les services compétents, en l’occurrence les services portuaires de la ville, c’est-à-dire le capitaine du port, le prévenu a contrevenu fautivement, même en appliquant avec toute l’attention requise les dispositions de l’article 9.10 du RPNR.
Le prévenu ne daigna pas davantage faire connaître les motifs l’ayant conduit à refuser de présenter les documents de son bateau ainsi que sa patente de batelier, à la demande des autorités compétentes.
La déclaration du prévenu selon laquelle il aurait encore dû effectuer des achats avant la fermeture des magasins est insuffisante de sorte que le prévenu se trouve en infraction à l’article 1.10 chiffre 2. L’amende de 150 DM infligée par le Tribunal pour la Navigation du Rhin de Mayence pour les deux contraventions est appropriée à la faute commise.
La décision sur les frais découle de l’article 46 alinéa 1 de la loi allemande sur les infractions d’ordre administratif en liaison avec l’article 473 du Code de procédure pénale allemand et de l’article 39 pour la Convention révisée pour la Navigation du Rhin.
Par ces motifs, il est statué:
1. L’appel du prévenu contre le jugement du Tribunal pour la Navigation du 20.6.1984 ( AZ 12 js 15069/83 - 19 OWi) est rejeté et le jugement du Tribunal pour la Navigation du Rhin de Mayence est confirmé.
2. Les frais de la procédure d’appel, à liquider conformément à l’article 39 de la Convention révisée pour la Navigation du Rhin par le Tribunal pour la Navigation du Rhin de Mayence, sont à la charge du prévenu.