Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/bfh-urteil-vom-31052017-i-r-3715-veroeffentlicht-am-25102017_idesk_PI42323_HI11283881.html
Timestamp: 2020-07-10 17:31:49
Document Index: 66039627

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 2', '§ 8', '§ 17', '§ 49', '§ 2', '§ 8', '§ 49', '§ 17', '§ 8', '§ 8', '§ 126', '§ 126', '§ 152']

BFH Urteil vom 31.05.2017 - I R 37/15 (veröffentlicht am 25.10.2017) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BFH Urteil vom 31.05.2017 - I R 37/15 (veröffentlicht am 25.10.2017)
Steuerfreiheit des Gewinns aus der Veräußerung von Anteilen an inländischen Kapitalgesellschaften; keine Betriebsausgabenfiktion gemäß § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG ohne inländische Betriebsstätte
KStG 2002 § 2 Nr. 1, § 8b Abs. 2 S. 1, Abs. 3 S. 1; EStG 2002 § 17 Abs. 1 S. 1, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. e Doppelbuchst aa
Hessisches FG (Urteil vom 28.04.2015; Aktenzeichen 4 K 1366/14; EFG 2016, 315)
Der Körperschaftsteuerbescheid wird dahin abgeändert, dass die Körperschaftsteuer für 2006 auf 0 € festgesetzt wird.
Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt --FA--) sah jenen Anteil als gemäß § 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 Satz 1 des Körperschaftsteuergesetzes in der für das Streitjahr geltenden Fassung (KStG) i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. e Doppelbuchst. aa und § 17 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der für das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) der beschränkten Körperschaftsteuerpflicht unterfallenden mittelbaren Veräußerungsgewinn an, der aber nach § 8b Abs. 2 Satz 1 KStG steuerfrei sei. 5 % des Veräußerungsgewinns (... €) qualifizierte das FA jedoch nach Maßgabe von § 8b Abs. 3 Satz 1 KStG als Ausgaben, die nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen. Es setzte im Hinblick auf diesen Betrag in einem geänderten (Sammel-)Bescheid für das Streitjahr Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie einen Verspätungszuschlag fest.
II. Die Revision ist im Hinblick auf die Festsetzung der Körperschaftsteuer und des Verspätungszuschlags begründet und führt insoweit zur Aufhebung des FG-Urteils. Der Körperschaftsteuerbescheid ist dahin abzuändern, dass die Körperschaftsteuer für das Streitjahr auf 0 € festgesetzt wird; der Bescheid über die Festsetzung des Verspätungszuschlags ist aufzuheben (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Hinsichtlich des Solidaritätszuschlags ist die Revision unbegründet und daher gemäß § 126 Abs. 2 FGO zurückzuweisen.
2. Somit kann auch die Festsetzung des Verspätungszuschlags keinen Bestand haben. Die Festsetzung eines Verspätungszuschlags gemäß § 152 der Abgabenordnung ist nicht zulässig, wenn die Steuererklärung, wegen deren verspäteter Abgabe ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden soll, zu einer Steuerfestsetzung von 0 € führt (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs vom 27. Juni 1989 VIII R 73/84, BFHE 158, 103, BStBl II 1989, 955; vom 26. Juni 2002 IV R 63/00, BFHE 198, 399, BStBl II 2002, 679).
Haufe-Index 11283881
BFH/NV 2017, 1680
BFH/PR 2018, 4
BFHE 2017, 484
BB 2019, 2267
DStR 2017, 2374
DStRE 2017, 1402
HFR 2017, 1142