Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=04.07.2007&Aktenzeichen=VIII%20R%2068/05
Timestamp: 2019-12-11 00:03:23
Document Index: 289654912

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 39', '§ 17', '§ 17', '§ 39', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 39', '§ 118', '§ 39', '§ 17', '§ 17']

BFH, 04.07.2007 - VIII R 68/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1491
BFH, 04.07.2007 - VIII R 68/05 (https://dejure.org/2007,1491)
BFH, Entscheidung vom 04.07.2007 - VIII R 68/05 (https://dejure.org/2007,1491)
BFH, Entscheidung vom 04. Juli 2007 - VIII R 68/05 (https://dejure.org/2007,1491)
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EStG § 17 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1; AO § 39 Abs. 2 Nr. 1
Grundsätzlich kein wirtschaftliches Eigentum an Kapitalgesellschaftsanteilen nur aufgrund einer Erwerbsoption - Ermittlung der Veräußerungspreise i.S. von § 17 Abs. 2 Satz 1 EStG bei in unterschiedlicher Höhe vereinbarten Entgelten für die Übertragung von Aktienpaketen
Zur Ermittlung des Veräußerungsgewinns bei rechtlich, wirtschaftlich und zeitlich verbundenen Erwerben von Aktienpaketen zu unterschiedlichen Entgelten
EStG § 17 Abs. 1, 2 S. 1; AO § 39 Abs. 2 Nr. 1
Grundsätzlich kein wirtschaftliches Eigentum an Kapitalgesellschaftsanteilen nur aufgrund einer Erwerbsoption; Ermittlung der Veräußerungspreise i.S. von § 17 Abs. 2 Satz 1 EStG bei in unterschiedlicher Höhe vereinbarten Entgelten für die Übertragung von Aktienpaketen ...
Grundsätzlich kein wirtschaftliches Eigentum an Kapitalgesellschaftsanteilen nur aufgrund einer Erwerbsoption; Ermittlung des Veräußerungspreise i.S. von § 17 Abs. 2 Satz 1 EStG bei in unterschiedlicher Höhe vereinbarten Entgelten für die Übertragung von Aktienpaketen ...
Begründung wirtschaftlichen Eigentums bei einer durch ein notariell beurkundetes Verkaufsangebot erlangten Option auf den Erwerb von Aktien; Erforderlichkeit der Aufteilung des Kaufpreises für einzelne rechtlich, wirtschaftlich und zeitlich verbundene Erwerbe von ...
EStG § 17 Abs. 1, 2 Satz 1; AO § 39 Abs. 2 Nr. 1
Kaufoption führt noch nicht zu wirtschaftlichem Eigentum an Kapitalgesellschaftsanteilen
Zusammenfassung von "Anmerkung zu BFH vom 04.07.2007, Az.: VIII R 68/05 (Abspalten eines nachträglichen Entgelts für Bezugsrechte aus einem hohen, späteren Erlös für die Altaktien)" von Dipl.-Fw. Bernhard Paus, original erschienen in: AG 2007, 861 - 863.
BFHE 218, 299
ZIP 2007, 2267
BB 2007, 2326
DB 2007, 2348
BStBl II 2007, 937
(ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 4. Juli 2007 VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937, und vom 11. Juli 2006 VIII R 32/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296, m.w.N.).
bb) Das nach diesen Maßstäben zu würdigende Gesamtbild des jeweiligen Einzelfalls (vgl. dazu BFH-Urteil in BStBl II 2007, 937, unter II.2.a) hat das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise geprüft und ist zu dem möglichen und den BFH nach § 118 Abs. 2 FGO bindenden Ergebnis gelangt, dass die GmbH im Streitjahr noch nicht wirtschaftliche Eigentümerin der Anteile geworden ist.
In diesem Sinne spricht der BFH von Substanzabspaltung der jungen Aktien aus den alten Aktien (ständige Rechtsprechung, BFH-Urteile vom 21. Januar 1999 IV R 27/97, BFHE 188, 27, BStBl II 1999, 638; vom 22. Mai 2003 IX R 9/00, BFHE 202, 309, BStBl II 2003, 712; vom 4. Juli 2007 VIII R 68/05, BFHE 218, 299, BStBl II 2007, 937, jeweils m.w.N.).
Denn die weiteren Gesellschafterrechte - wie insbesondere das Stimmrecht (vgl. dazu BFH BStBl II 2007, 937, 939 (= BFHE 218, 299); 2007, 296, 298 (= BFHE 214, 326); 2005, 46, 47 (= BFHE 205, 426); BFH DStRE 2002, 687, 689) - sind offensichtlich bei den Gesellschaftern N. und W. verblieben.
Nach ständiger Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 4. Juli 2007 VIII R 68/05, BFHE 218, 299, BStBl II 2007, 937; vom 11. Juli 2006 VIII R 32/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296, m.w.N.) wird der Erwerber von Anteilen an Kapitalgesellschaften wirtschaftlicher Eigentümer, wenn er.
Gegenstand des wirtschaftlichen Eigentums können damit auch Anteile an Kapitalgesellschaften (BFH, Urteile vom 11.07.2006 VIII R 32/04, BStBl II 2007, 296 ; vom 04.07.2007 VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937 ) und somit auch Aktien (BFH, Urteil vom 15.12.1999 I R 29/79, BStBl II 2000, 527 ) sein.
Wirtschaftliches Eigentum bei der Übertragung von Anteilen an Kapitalgesellschaften ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 10.03.1988 IV R 226/85, BStBl II 1988, 832 ; vom 11.07.2006 VIII R 32/04, BStBl II 2007, 296 ; vom 04.07.2007 VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937 ; vom 22.07.2008 IX R 74/06, Betriebs Berater - BB - 2008, 2442 ) dann anzunehmen, wenn (1.) der Käufer aufgrund eines (bürgerlich-rechtlichen) Rechtsgeschäfts bereits eine rechtlich geschützte, auf den Erwerb des Rechts gerichtete Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann, und (2.) die mit dem Anteil verbundenen wesentlichen Rechte sowie (3.) das Risiko einer Wertminderung und die Chance einer Wertsteigerung auf ihn übergegangen sind.
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es für die Besteuerung nicht auf die äußere Gestaltung ankommt, sondern auf die tatsächlichen Verhältnisse, also auf das wirtschaftlich Gewollte und tatsächlich auch Bewirkte (BFH, Urteile vom 11.07.2006 VIII R 32/04, BStBl II 2007, 296 ; vom 04.07.2007 VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937 ).
- das Risiko einer Wertminderung und die Chance einer Wertsteigerung auf ihn übergegangen sind (…vgl. BFH-Urteil vom 20.07.2010 IX R 38/09, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidung des BFH, BFH/NV 2011, 41; BFH vom 11.07.2006 VIII R 32/04, BStBl II 2007, 296; BFH vom 04.07.2007 VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937).
Demgegenüber hat der BFH in Urteilen vom 04.07.2007 (VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937) und vom 11.07.2006 (VIII R 32/04, BStBl II 2007, 296) den Übergang des Gewinnbezugsrechts nicht als zwingend angesehen.
Allerdings ist in dem Urteil des BFH vom 04.07.2007 (VIII R 68/05, BStBl II 2007, 937) die Entbehrlichkeit der Übertragung des Gewinnbezugsrechts deswegen angenommen worden, weil dem Gewinnbezugsrecht im Streitfall keine besondere Bedeutung zukam.
Zunächst ist dieses Recht nicht allein ausschlaggebend für die Zurechnung wirtschaftlichen Eigentums, sondern es ist - wie bereits erwähnt - eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen (BFH-Urteil vom 04. Juli 2007 VIII R 68/05, BFHE 218, 299, BStBl II 2007, 937;… Fischer in: Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, 254. Lieferung 08.2019, § 39 AO Rn. 183), bei welcher im vorliegenden Fall gerade der Beteiligung an der Wertentwicklung hohe Bedeutung zuteil wird (siehe dazu oben).
Nach Maßgabe dieser Rechtsprechung (vgl. etwa BFH-Urteile vom 11.7.2006 VIII R 32/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296; vom 4.7.2007 VIII R 68/05, BFHE 218, 299, BStBl II 2007, 937) ist wirtschaftliches Eigentum dann anzunehmen, wenn der Käufer des Anteils:.
Denn die vom Kläger aufgeworfene Frage des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums bei einer Doppeloption ist in der Rechtsprechung des BFH geklärt (vgl. BFH-Urteile vom 11. Juli 2006 VIII R 32/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296, unter II.4., und vom 4. Juli 2007 VIII R 68/05, BFHE 218, 299, BStBl II 2007, 937, unter II.2.a (3)).
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