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Timestamp: 2020-04-10 20:17:25
Document Index: 98327788

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 24', '§ 20', '§ 24', '§ 24', '§ 34', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

BFH, 29.09.1981 - VIII R 39/79 - dejure.org
https://dejure.org/1981,321
BFH, 29.09.1981 - VIII R 39/79 (https://dejure.org/1981,321)
BFH, Entscheidung vom 29.09.1981 - VIII R 39/79 (https://dejure.org/1981,321)
BFH, Entscheidung vom 29. September 1981 - VIII R 39/79 (https://dejure.org/1981,321)
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EStG 1967 § 20 Abs. 1 Nr. 4
EStG (1967) § 20 Abs. 1 Nr. 4
BFHE 134, 281
NJW 1982, 792
BStBl II 1982, 113
Unerheblich ist es, ob der Überlassung von Kapital ein Darlehensvertrag oder ein anderer Rechtsgrund zugrunde liegt (s. etwa BFH-Urteil in BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, m.w.N.).
Die für vergleichbare Fälle entwickelten Grundsätze der Erfassung von Zinsen als Kapitaleinnahmen (vgl. u.a. Senatsurteile vom 29. September 1981 VIII R 39/79, BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, und in BFHE 130, 451, BStBl II 1980, 570 zu Verzugszinsen bzw. Zinsen für eine Enteignungsentschädigung als Einnahmen aus Kapitalvermögen) finden deshalb auch hier Anwendung.
Der Senat schließe sich nicht der Auffassung des VIII.Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) in dessen Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/79 (BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113) an, wonach Verzugszinsen keine Entschädigung i.S. von § 24 Nr. 1 lit a EStG darstellten.
Ausdrücklich hat der erkennende Senat (BFH-Urteil in BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, sub Ziff.5) darauf hingewiesen, es widerspreche sich, einerseits Verzugszinsen als Einnahmen des Kapitalvermögens i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 4 (jetzt Nr. 7) EStG und gleichzeitig als Entschädigung für entgangene Einnahmen i.S. des § 24 Nr. 1 lit a EStG anzusehen.
Ohne Annahme einer Entschädigung i.S. von § 24 Nr. 1 lit a EStG entfällt die Möglichkeit, den ermäßigten Steuersatz auf außerordentliche Einkünfte anzuwenden (vgl. § 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG; BFH-Urteil in BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113).
Noch während des Veranlagungsverfahrens stellte der Prozeßbevollmächtigte der Kläger unter Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 29. September 1981 VIII R 39/79 (BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113) folgenden Antrag:.
Anzusetzen sind alle Entgelte, die für eine Kapitalüberlassung im weitesten Sinne zugeflossen sind (BFH-Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/79, BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113).
Auch eine nicht freiwillige, sondern erzwungene Kapitalüberlassung kann zu Einnahmen aus Kapitalvermögen führen (BFH-Urteile vom 29. September 1981 VIII R 39/79, BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, und vom 8. April 1986 VIII R 260/82, BFHE 146, 408, BStBl II 1986, 557).
Mit Schreiben vom 28. November 2007 teilte der Beklagte dem Steuerberater mit, dass der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/79, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1982, 113 hinsichtlich Verzugszinsen entschieden habe, dass steuerrechtlich in Zinsform zu leistender Schadenersatz als Zinsentgelt für die erzwungene Kapitalüberlassung und nicht, wie zivilrechtlich, als Entschädigung anzusehen sei.
Der BFH hat in dem Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/78, BStBl. II 1982, 113 ausgeführt, dass bei Verzugszinsen keine ermäßigte Besteuerung in Betracht komme.
Sind die Erstattungszinsen, wie dargelegt, Entgelt i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, kann nicht mehr unterstellt werden, dass die Erstattungszinsen eine Entschädigung für die Zinsen sind, die der Gläubiger bei einer Geldanlage mit dem vorenthaltenen Kapital hätte erzielen können (ebenso zu Verzugszinsen vgl. BFH-Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/78, BStBl. II 1982, 113 [Ziffer 5 der Entscheidungsgründe]).
Für die einkommensteuerrechtliche Erfassung der von den Klägern erzielten Festgeldzinsen als steuerbare Kapitaleinnahmen i. S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG (vgl. schon unter 1.) spielt es keine Rolle, ob die betreffende Kapitalanlage das Ergebnis einer "freien" Entscheidung der Kläger war oder von ihnen gezwungenermaßen - wegen der mit der Ablösung der Grundstücksschulden verbundenen und von den Klägern nicht zu vermeidenden Verzögerung - hingenommen werden mußte (vgl. auch BFH-Urteil vom 29. September 1981 VIII R 39/79, BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, 115, unter 4. der Gründe, betreffend die Steuerbarkeit von Verzugszinsen).
Zinsen sind alle Entgelte, die für eine Kapitalüberlassung im weitesten Sinne aufzubringen sind (vgl. BFH-Urteile vom 29. September 1981 VIII R 39/79, BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, und vom 12. September 1985 VIII R 306/81, BFHE 145, 320, BStBl II 1986, 252).
Der erkennende Senat hat daher auch in anderen Fällen nichtvertraglicher Kapitalüberlassung Zinsen gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 8 EStG erfaßt (Urteile vom 22. April 1980 VIII R 120/76, BFHE 130, 451, BStBl II 1980, 570, betreffend Zinsen für eine Enteignungsentschädigung; vom 20. Mai 1980 VIII R 64/78, BFHE 131, 297, BStBl II 1981, 6, betreffend Zinsen auf Wiedergutmachungsentschädigung; in BFHE 134, 281, BStBl II 1982, 113, betreffend Verzugszinsen).