Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=30.09.2015&Aktenzeichen=II%20R%2031/13
Timestamp: 2019-08-18 20:39:30
Document Index: 72160477

Matched Legal Cases: ['§ 119', '§ 125', '§ 151', '§ 154', '§ 181', '§ 125', '§ 119', '§ 179', '§ 119', '§ 33', '§ 59', '§ 59', '§ 60']

BFH, 30.09.2015 - II R 31/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,34748
BFH, 30.09.2015 - II R 31/13 (https://dejure.org/2015,34748)
BFH, Entscheidung vom 30.09.2015 - II R 31/13 (https://dejure.org/2015,34748)
BFH, Entscheidung vom 30. September 2015 - II R 31/13 (https://dejure.org/2015,34748)
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§ 119 Abs 1 AO, § 125 Abs 1 AO, § 151 Abs 2 Nr 2 S 1 Halbs 2 BewG 1991 vom 24.12.2008, § 154 Abs 1 BewG 1991 vom 24.12.2008, § 181 Abs 1 S 1 AO
Anforderungen an die Bestimmtheit eines Feststellungsbescheides; Gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes gegenüber einer Erbengemeinschaft; Anforderungen an die Bezeichnung des Adressaten eines Feststellungsbescheides
Anforderungen an die Bestimmtheit eines Feststellungsbescheides
Nichtigkeit des Feststellungsbescheids bei unzureichender Benennung der Inhaltsadressaten
Miterben als zwingende Inhaltsadressaten eines Feststellungsbescheids
BFHE 250, 505
DB 2015, 2917
BStBl II 2016, 637
Nichtig ist er dann, wenn er an einem besonders schwerwiegenden Fehler leidet und dies bei verständiger Würdigung aller in Betracht kommender Umstände offenkundig ist, § 125 Abs. 1 AO (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30. September 2015 II R 31/13, BFHE 250, 505; Söhn in HHSp, § 119 AO Rz 196).
Ist der Inhaltsadressat nicht hinreichend bestimmt angegeben, ist der Verwaltungsakt nichtig, ohne dass der Mangel in der Einspruchsentscheidung geheilt werden könnte (z.B. BFH-Urteil vom 30. September 2015 II R 31/13, BFHE 250, 505, BStBl II 2016, 637, m.w.N.).
Auch Feststellungsbescheide müssen hinreichend deutlich erkennen lassen, für wen sie inhaltlich bestimmt sind (BFH-Urteil in BFHE 250, 505, BStBl II 2016, 637, m.w.N.).
Der Feststellungsbeteiligte ist regelmäßig identisch mit demjenigen, dem der Gegenstand der Feststellung bei der Besteuerung zuzurechnen ist (vgl. § 179 Abs. 2 Satz 1 AO; BFH-Urteil in BFHE 250, 505, BStBl II 2016, 637, m.w.N.).
Ist der Inhaltsadressat im Verwaltungsakt nicht hinreichend bestimmt angegeben, ist der Verwaltungsakt nichtig, ohne dass der Mangel in der Einspruchsentscheidung geheilt werden könnte (BFH-Urteil vom 30. September 2015 II R 31/13, BFHE 250, 505, BStBl II 2016, 637, m.w.N.).
Anwendbarkeit der vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin …
Nachdem sich jenes Verfahren, bei dem die Miterben im Bescheid nicht namentlich genannt waren, im Anschluss an das am 25.11.2015 veröffentlichte Urteil des BFH vom 30.09.2015 II R 31/13 durch Nichtigerklärung des Bescheids durch das FA in der Hauptsache am 14.01.2016 erledigt hatte, wurde das hiesige Verfahren mit Verfügung vom 15.01.2016 wieder aufgenommen.
Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn der Verwaltungsakt inhaltlich nicht hinreichend bestimmt ist (§ 119 Abs. 1 AO) (BFH, Urteil vom 30.9.2015 - II R 31/13 - juris Rn. 10).
Feststellungsbescheide müssen ebenso wie Steuerbescheide hinreichend deutlich erkennen lassen, für wen sie inhaltlich bestimmt sind (BFH-Urteile vom 30.09.2015 II R 31/13, BStBl II 2016, 637;… vom 07.07.2004 II R 77/01, BFH/NV 2005, 73;… vom 02.07.2004 II R 73/01, BFH/NV 2005, 214 und 17.09.1997 II R 49/95, BFH/NV 1998, 417).
Ist der Inhaltsadressat im Verwaltungsakt nicht hinreichend bestimmt angegeben, ist der Verwaltungsakt nichtig (st. Rspr., z. B. BFH-Urteil vom 30.09.2015 II R 31/13, BFHE 250, 505, BStBl. II 2016, 637, Rz 10).
Formalismus und Wortklauberei sind insofern bei der Adressierung unangebracht; entscheidend ist vielmehr, ob sich der Inhaltsadressat sicher identifizieren lässt (BFH-Urteil vom 30. September 2015 II R 31/13, BStBl II 2016, 637, m.w.N.).
Da die vorliegend nur "gesonderten" Feststellungen jedoch beiden Klägern mit identischem Inhalt bekannt gegeben wurden und sich die Klagen gegen denselben Beklagten richten, durften die Kläger die Klagen gegen die sie jeweils betreffenden Feststellungsbescheide zumindest im Wege der objektiven und zugleich subjektiven Klagehäufung (§ 33 FGO, § 59 FGO in Verbindung mit §§ 59, 60 ZPO) gemeinsam erheben, so dass es nicht darauf ankommt, ob nicht rechtlich ohnehin auch für Bewertungsstichtage vor dem 01.01.2016 bereits "einheitliche" Feststellungen zu erfolgen hatten (vgl. Bundesfinanzhof, Urteil vom 30.09.2015 II R 31/13, BFHE 250, 505, BStBl. II 2016, 637; Hessisches Finanzgericht, Beschluss vom 15.10.2015 4 V 2138/14, 4 V 2243/14, EFG 2016, 271) und deshalb die Verbindung sogar entsprechend § 60 Abs. 3 FGO notwendig ist.