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Timestamp: 2019-12-13 08:23:18
Document Index: 220512002

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

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Überblick: Kostenverteilung in der WEG
6. März 2017 / JAM / 2 Kommentare
Bereits zu Beginn der Verwaltungstätigkeit sollte der Verwalter sich über die im konkreten Fall anzuwendenden Maßstäbe zur Kostenverteilung (Umlageschlüssel) informieren. Das hat den Vorteil, dass er die Buchhaltung und besonders die Sachkonten dann so einrichten kann, dass bei Erstellung der Hausgeldabrechnung keine Umbuchungen mehr erforderlich sind.
Rangordnung der Regelungen zur Kostenverteilung
Das Wohnungseigentumsgesetz geht generell von einer Kostenverteilung nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile aus.01)§ 16 Abs. 2 WEG Hierzu ergänzend oder abändernd können allerdings auch Regelungen zur Kostenverteilung in der Gemeinschaftsordnung getroffen sein.
Seit dem 01.07.2007 haben die Wohnungseigentümer zudem die Möglichkeit, die Kostenverteilung für
Betriebs- und Verwaltungskosten generell 02)§ 16 Abs. 3 WEG und für
Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten je Einzelfall03)§ 16 Abs. 4 WEG
mit Stimmenmehrheit zu ändern. Solche Beschlüsse haben Vorrang vor Regelungen der Gemeinschaftsordnung04)§ 16 Abs. 5 WEG und erst Recht Vorrang vor der gesetzlichen Regelung zur Kostenverteilung nach Miteigentumsanteilen.
Es ergibt sich für den Verwalter also folgendes Prüfungsschema zur Rangordnung:
Besteht seit dem 01.07.2007 ein Beschluss der Wohnungseigentümer zur Kostenverteilung? Falls ja, gilt der Regelungsgehalt des Beschlusses. Falls nein:
Trifft die Gemeinschaftsordnung Regelungen zur Kostenverteilung? Falls ja, gelten die dortigen Bestimmungen. Falls nein:
Dann gelten die gesetzlichen Regelungen zur Kostenverteilung nach Miteigentumsanteilen.
Streitthema: Kosten des Sondereigentums
Vor der WEG-Novelle im Jahr 2007 war unklar, wie mit sogenannten Kosten des Sondereigentums in der Hausgeldabrechnung zu verfahren ist, wenn in Ermangelung individueller Regelungen der Gemeinschaftsordnung auf den gesetzlichen Verteilungsmaßstab zurückgegriffen werden musste. Häufigster Streitpunkt waren dabei die Kosten der Kabelversorgung, die eigentlich unisono als Kosten des Sondereigentums behandelt und dementsprechend nach Anzahl der Anschlüsse verteilt wurden.
Seit dem 01.07.2007 haben die Wohnungseigentümer sowohl für Kosten des gemeinschaftlichen Gebrauchs des gemeinschaftlichen Eigentums, als auch für die Kosten des Gebrauchs des Sondereigentums die Beschlusskompetenz zur Änderung des Abrechnungsmaßstabes.
Per Mehrheitsbeschluss können also – auch abweichend von der Gemeinschaftsordnung – die Kosten des Sondereigentums definiert und der Abrechnungsmaßstab geändert werden. Für die Kosten der Kabelversorgung beispielsweise die Anzahl der Anschlüsse oder für die Kosten der Be- und Entwässerung die erfassten Verbrauchswerte nach Einbau von Kaltwasserzählern.
Sollte die WEG bereits vor dem 01.07.2007 Umlageschlüssel „beschlossen“ haben, die von der Gemeinschaftsordnung oder der gesetzlichen Regelung abweichen, kann sie einen entsprechenden Beschluss jetzt wirksam wiederholen und so die Kostenverteilung für die Zukunft verbindlich regeln.
Wie die Wohnungseigentümer entsprechende Beschlüsse zur Verteilung von Betriebs- und Verwaltungskosten05)§ 16 Abs. 3 WEG bzw. Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten06)§ 16 Abs. 4 WEG fassen kann und welche Konsequenzen das jeweils hat, erläutern wir in den nächsten Beiträgen.
01. ↑ § 16 Abs. 2 WEG
02, 05. ↑ § 16 Abs. 3 WEG
03, 06. ↑ § 16 Abs. 4 WEG
04. ↑ § 16 Abs. 5 WEG
Kosten des SondereigentumsKostenverteilung WEGUmlageschlüssel
Lastschriftverfahren in der WEG
Kostenverteilung Betriebskosten und Verwaltungskosten (WEG)
29. Dezember 2017 at 18:25
die größte Anzahl der Nebenkosten wird in einer Eigentümergemeinschaft über die MEA abgerechnet, werden die Aufwendungen für den Winterdienst ebenfalls per MEA oder pro Eigentumswohnung abgerechnet.
Danke für eine RM.
Jan Arnold-Moßell
30. Dezember 2017 at 08:08
entscheidend ist, was in der Teilungserklärung / Gemeinschaftsordnung steht. Gibt es dort keine Ausnahme zu den Kosten des Winterdienstes, müssen auch diese Kosten nach MEA (sofern das der allgemeine Kostenverteilungsschlüssel ist) verteilt werden.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass es einen Beschluss der Wohnungseigentümer zur Änderung der Kostenverteilung von Betriebskosten gibt. Dann kann sich für die Kosten des Winterdienstes etwas anderes ergeben (steht dann aber im Beschluss).
Beste Grüße, JAM