Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=11.03.2010&Aktenzeichen=10%20S%203090/08
Timestamp: 2020-08-15 08:24:54
Document Index: 210512394

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 33', '§ 33', '§ 2', '§ 3', '§ 31', '§ 33', '§ 22', '§ 2', '§ 33', '§ 3']

VGH Baden-Württemberg, 11.03.2010 - 10 S 3090/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1655
VGH Baden-Württemberg, 11.03.2010 - 10 S 3090/08 (https://dejure.org/2010,1655)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 11.03.2010 - 10 S 3090/08 (https://dejure.org/2010,1655)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 11. März 2010 - 10 S 3090/08 (https://dejure.org/2010,1655)
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Hyaluronsäure-Fertigspritze "GO-ON" zur intraartikulären Anwendung bei Gelenkerkrankungen; Arzneimittel i.S.d. Beihilferechts
§ 30 Abs 1 PostBKKSa, § 33 Abs 1 PostBKKSa, § 33 Abs 3a PostBKKSa, § 2 Abs 3 Nr 7 AMG, § 3 Nr 1a MPG, § 31 Abs 1 S 3 SGB 5
Satzung der PBeaKK § 33 Abs. 3 Buchst. a
Hyaluronsäure-Fertigspritzen (Präparat " GO -ON") zur intraartikulären Anwendung bei Gelenkerkrankungen als Arzneimittel i.S.d. Beihilferechts bzw. des Leistungsrechts der Postbeamtenkrankenkasse; Materielle Zweckbestimmung des Präparats und seine Eignung zur Heilung als ...
Hyaluronsäure-Fertigspritzen (Präparat "GO-ON") zur intraartikulären Anwendung bei Gelenkerkrankungen als Arzneimittel i.S.d. Beihilferechts bzw. des Leistungsrechts der Postbeamtenkrankenkasse; Materielle Zweckbestimmung des Präparats und seine Eignung zur Heilung als ...
VG Stuttgart, 02.09.2008 - 3 K 1066/08
DVBl 2010, 795
DÖV 2011, 163
Der Wirkstoff Hyaluronsäure wirkt weder pharmakologisch noch immunologisch; vielmehr handelt es sich um eine mechanische (physikalische) Wirkungsweise, die charakteristisch für Medizinprodukte ist (ausführl.: VGH Bad.-Württ., Urteil vom 11.3.2010 - 10 S 3090/08 - PharmR 2010, 300).
Entscheidend für die beihilferechtliche und leistungsrechtliche Einordnung als Arzneimittel ist die objektive Zweckbestimmung, also die Eignung des jeweils in Rede stehenden Mittels, durch Einwirkung auf den menschlichen Körper der Heilung, Linderung oder Verhütung bzw. Erkennung eines Krankheitsbildes zu dienen (grundlegend: VGH Bad.-Württ., Urteil vom 11.3.2010 - 10 S 3090/08 - PharmR 2010, 300 m.w. Nachw.; vgl. zuletzt: Senatsurteil vom 1.8.2012 - 2 S 2631/10 -).
dd) Legt man die Regelung in Nr. 9.1 HfVBPOL zugrunde, können die Kosten für Medizinprodukte mit dem Wirkstoff Hyaluronsäure seit Juli 2008 nicht mehr von der Heilfürsorge übernommen werden, da sie sind nach den Bestimmungen des SGB V in Verbindung mit den aktuellen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses nicht verordnungsfähig sind (anders noch zur früheren Rechtslage: VGH Bad.-Württ., Urteil vom 11.3.2010 - 10 S 3090/08 - PharmR 2010, 300).
Auch viele Gerichtsentscheidungen gehen - z.T. nach Einholung eines Sachverständigengutachtens - jedenfalls für die Gonarthrose von einer Eignung dieser Therapie aus (vgl. u.a. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 11.3.2010 - 10 S 3090/08 - PharmR 2010, 300; Bay. VGH, Beschluss vom 12.1.2011 - 14 B 10.1975 - VG Regensburg, Urteil vom 18.2.2008 - RO 8 K 07.1650 - VG des Saarlandes, Urteil vom 21.3.2011 - 6 K 551/10 - jeweils juris; VG Aachen, Urteil vom 3.5.2007 - 1 K 562/06 - BeckRS 2007, 24211).
Der hier vertretenen Auslegung des Begriffs "Arzneimittel" im Sinne von § 22 Abs. 1 Satz 1 BBhV in der bis zum 23. Dezember 2009 geltenden Fassung steht auch nicht das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 11. März 2010 - 10 S 3090/08 -, PharmR 2010, 300 = juris, zur Erstattungsfähigkeit des Präparates "Go-On" entgegen.
vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 11. März 2010 - 10 S 3090/08 -, PharmR 2010, 300 = juris, Rn. 24; Bay. VGH, Beschluss vom 12. Januar 2011 - 14 B 10.1975 -, juris, Rn. 17; VG Stuttgart, Urteil vom 16. Mai 2011 - 12 K 4536/10 -, juris, Rn. 18.
vgl. zum Wirkstoff des Präparats "Go-On" VGH Bad.-Württ., Urteil vom 11. März 2010 - 10 S 3090/08 -, PharmR 2010, 300 = juris, Rn. 24.
VG Stuttgart, 16.05.2011 - 12 K 4536/10
Erstattung von Aufwendungen für ein Medizinprodukt durch Postbeamtenkrankenkasse
Maßgeblich ist dabei die zum Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen geltende Fassung (so auch VGH Bad.-Württ., Urt. v. 11.3.2010, PharmR 2010, 300; Beschl. v. 16.6.2003, IÖD 2003, 199).
Das ergibt sich allerdings nicht, wie die Beklagte in ihrer Klageerwiderung darlegt, aus den Ausführungen des Verwaltungsgerichtshofs in seinem Urteil vom 11.3.2010 (a.a.O.) oder jenen der 9. Kammer des Verwaltungsgerichts in ihrem Urteil vom 5.11.2010 - 9 K 2361/09 -, da beide anderslautende ältere Satzungsfassungen betreffen.
Obwohl der Wirkstoff Hyaluronsäure ein Stoff bzw. eine Zubereitung aus Stoffen ist, die dazu bestimmt ist, durch Anwendung am oder im menschlichen Körper Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen, stellt sie im formellen Sinne kein Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz dar, weil sie als arzneimittelähnliches Medizinprodukt dem Ausschlusstatbestand des § 2 Abs. 3 Nr. 7 AMG unterfällt (so auch VGH Bad.-Württ., Urt. v. 11.3.2010, a.a.O.).
Es entspricht aber einhelliger Auffassung, dass der Arzneimittelbegriff in § 33 Abs. 1 Satz 1 der Satzung der Beklagten (und in beihilferechtlichen Bestimmungen) weiter ist und auch solche arzneimittelähnlichen Medizinprodukte umfasst (…so VG Stuttgart, 12. Kammer, Urt. v. 4.12.2008 - 12 K 6410/07 - ; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 11.3.2010, a.a.O.).
Zum anderen ist nach Sinn und Zweck der Beihilfevorschriften entscheidend nicht auf eine formelle Einordnung im arzneimittelrechtlichen Sinne, sondern auf den materiellen Zweckcharakter bzw. darauf abzustellen, ob nach objektiven Maßstäben von dem Mittel eine therapeutische Wirkung zu erwarten ist (vgl. BayVGH, Urteil vom 28.04.1993 - 3 B 92.3836 -, ZBR 1993, 347; Urteil des Senats vom 11.03.2010 - 10 S 3090/08 - PharmR 2010, 300).
Soweit sich der Kläger auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 11. März 2010 (- 10 S 3090/08 -, juris) beruft, ist darauf hinzuweisen, dass jener Entscheidung ein Begehren auf Gewährung von Kassenleistungen nach einer Satzung zugrunde lag.
Die Eigenschaft von Hyaluronsäure-Fertigspritzen als Medizinprodukt folgt auch daraus, dass § 3 Nr. 1 MPG auf die Zweckbestimmung durch den Hersteller abstellt (vgl. hierzu auch VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 11.03.2010 - 10 S 3090/08 -, PharmR 2010, 300; und vom 02.01.2008 - 9 S 2089/06 -, AZR 2008, 77).
2.1.3 Dem hier vertretenen Verständnis steht auch nicht das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 11.03.2010 (10 S 3090/08 - a.a.O.) zur Erstattungsfähigkeit des hyaluronsäurehaltigen Präparates "Go-On" entgegen.
Als angemessen sind ärztliche Leistungen schon dann anzusehen, wenn der vom Arzt in Rechnung gestellte Betrag bei objektiver Betrachtung einer vertretbaren Auslegung der einschlägigen ärztlichen Gebührenordnung entspricht und der Dienstherr nicht rechtzeitig für Klarheit über seine Auslegung gesorgt hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 16.12.2009 - 2 C 79/08 -, NVwZ-RR 2010, 365, m.w.N.; Senatsurteil vom 11.03.2010 - 10 S 3090/08 -, PharmR 2010, 300).
VG Stuttgart, 09.07.2012 - 12 K 441/12
Zur Beihilfefähigkeit von Medizinprodukten, die Arzneimittel im Sinne des …
VG München, 12.01.2011 - M 17 K 10.4886
Medizinprodukt; Hyaluronsäure
VG München, 29.07.2010 - M 17 K 09.3233
Verfassungswidrigkeit der Beihilfebeschränkung für Medizinprodukte
VG München, 14.09.2010 - M 17 K 10.3414
Hyaluronsäurepräparat