Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%206/63
Timestamp: 2019-01-21 23:05:01
Document Index: 87935635

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.06.1965 - II ZR 6/63 - dejure.org
Anspruch von Gesellschaftern auf Erhöhung von Tätigkeitsvergütungen bei günstiger Geschäftsentwicklung - Möglichkeit einer ergänzenden Vertragsauslegung oder die Anwendung des Wegfalls der Geschäftsgrundlage für eine Erhöhung der Tätigkeitsvergütung - Voraussetzungen für das Vorliegen einer Vertragslücke - Notwendigkeit einer Neufestsetzung einer Tätigkeitsvergütung für leitende Angestellte bei Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse - Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Pflicht zur Zustimmung zur Erhöhung der Tätigkeitsvergütung unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Treuepflicht
BGHZ 44, 40
NJW 1965, 1960
MDR 1965, 732
DB 1965, 1134
Der Gesichtspunkt der gesellschafterlichen Treuepflicht rechtfertigt es nicht, in eine sachlich nicht unvertretbare gesellschaftsvertragliche Regelung ändernd einzugreifen, nur weil dies für angemessener erachtet wird (vgl. BGH, Urteil vom 10. Juni 1965 - II ZR 6/63, BGHZ 44, 40, 42).
Eine Zustimmungspflicht kann unter besonderen Umständen auch zur Erhöhung der gesellschaftsvertraglich zugesagten Vergütung für die Tätigkeit des geschäftsführenden Gesellschafters in Betracht kommen (BGHZ 44, 40, 41 f.) [BGH 10.06.1965 - II ZR 6/63].
Dieser Ansicht steht die Entscheidung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 10. Juni 1965 (II ZR 6/63 - NJW 1965, 1960) nicht entgegen.
Im übrigen ist anerkannt, daß die Gesellschafter auch schon aufgrund ihrer Treuepflicht gehalten sein können, einer Erhöhung der Tätigkeitsvergütung von Gesellschafter-Geschäftsführern zuzustimmen, wenn eine Anpassung der Vergütung an die veränderten Verhältnisse für eine verständige Weiterführung des Gesellschaftszwecks geboten erscheint (vgl. Sen., BGHZ 44, 40;… Hachenburg/Stein, GmbH, 8. Aufl., 35 Rdn. 203;… Baumbach/Hueck/Zöllner aaO § 35 Rdn. 101 jeweils m.w.N.).
Es handelt sich dabei um Fälle, bei denen für eine verständige Weiterverfolgung des Gesellschaftszwecks eine Anpassung an veränderte Verhältnisse dringend geboten ist, beispielsweise zur Erhaltung gemeinsam geschaffener Werte (BGH, Urteile vom 10. Juni 1965 - II ZR 6/63 -, iuris Rn. 13 …und Urteil vom 28. April 1975 - II ZR 16/73 -, iuris Rn. 30).
Demzufolge ist der Gewinn zugleich Gegenwert für die Kapitaleinlage wie für die Arbeitsleistung, aber auch ein Äquivalent für die Übernahme der unbeschränkten persönlichen Haftung (BGHZ 44, 40 ff [BGH 10.06.1965 - II ZR 6/63]).
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