Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/vernehmung-und-der-fehlende-hinweis-auf-den-anwaltlichen-notdienst-3160828
Timestamp: 2019-12-11 11:18:13
Document Index: 283209073

Matched Legal Cases: ['§ 136', '§ 136', '§ 136', '§ 136', 'BGH', 'BGH', '§ 136', 'BGH', 'BGH']

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits unter Gel­tung der alten Fas­sung von § 136 Abs. 1 StPO, in der das Hin­weis­ge­bot noch nicht aus­drück­lich nor­miert war, einen Hin­weis auf den anwalt­li­chen Not­dienst für ent­behr­lich gehal­ten, wenn der Beschul­dig­te bereits einen bestimm­ten Rechts­an­walt als Ver­tei­di­ger benannt hat­te 1.
Dies hat sich durch die Ein­fü­gung des Hin­weis­ge­bots in § 136 Abs. 1 Satz 4 StPO in der Neu­fas­sung vom 27.08.2017 2 nicht geän­dert. Der Geset­zes­be­grün­dung, die auf frü­he­re Recht­spre­chung zur Erfor­der­lich­keit von ernst­haf­ten Bemü­hun­gen der ver­neh­men­den Per­son ver­weist, den Beschul­dig­ten bei der Kon­takt­auf­nah­me zu einem Ver­tei­di­ger zu unter­stüt­zen, ist zu ent­neh­men, dass die gesetz­li­chen Ergän­zun­gen in § 136 Abs. 1 StPO ledig­lich klar­stel­lend erfolgt sind 3. Die Vor­schrift des § 136 Abs. 1 Satz 4 StPO schützt danach den Beschul­dig­ten, der zwar einen Ver­tei­di­ger befra­gen möch­te, aber kei­nen benennt.
BGH, Beschluss vom 11.08.2005 – 5 StR 200/​05, BGHR StPO § 136 Abs. 1 Ver­tei­di­ger­be­fra­gung 8[↩]
BGBl. I S. 3295[↩]
vgl. BT-Drs. 18/​9534, S. 22 unter Bezug­nah­me unter ande­rem auf BGH, Urteil vom 12.01.1996 – 5 StR 756/​94, BGHSt 42, 15, 19[↩]