Source: https://www.versicherungsbuero-40plus.de/was-kostet-pflege/
Timestamp: 2018-11-20 14:23:36
Document Index: 245637680

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 43', '§ 45', '§ 43', '§ 40', '§ 43']

Versicherungsbüro-40plus Hubert Hoehl - WAS KOSTET PFLEGE ?
Auf jeden Fall einen tiefen Griff ins
eigene Portemonnaie !
Pflegefall zu werden bedeutet ein finanzielles Risiko für Sie und Ihre Familie ! Pflegebedürftig kann jeder werden auf Grund von Krankheit oder Unfall. Pflegebedürftigkeit geht einher mit alters-bedingtem Kräfteverfall (gemeint ist das Nachlassen körperlicher oder geistiger Kräfte).
Pflegebedürftige werden lange gepflegt. Demenzpatienten noch länger !
Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt lediglich einen Teil der Pflegekosten. Der weitaus größere Rest wird aus eigener Tasche finanziert und bedeutet einen tiefen Griff ins eigene Portemonnaie !
Der von Pflegeleistungen abhängige Pflegebedürftige zahlt aus eigener Tasche, solange eigenes verwertbares Einkommen vor-handen ist. Beispielsweise Einkommen aus Alters-Rente, Beamtenpension, Zins- und Mieterträge. Ebenso wird vorhandenes Vermögen zum Beispiel Wertpapiere, Goldmünzen, Schmuck, ver-pfändbares Haus/Wohnung zur Kostendeckung im Pflegefall ver-wertet.
Auch Schenkungen (z. B. Immobilien) der letzten 10 Jahre gehören zum Vermögen und müssen wegen Verarmung des Schenkers (hier: des Pflegebedürftigen) rückabgewickelt werden.
Sind nach dem Tod der pflegebedürftigen Person noch Verbindlichkeiten beim Sozialamt offen, werden die Erben hierfür in Anspruch genommen. Allerdings nur für Kosten der Sozialhilfe, die innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren vor dem Erbfall aufge-wendet worden sind.
Wenn das Vermögen der zu pflegenden Person aufgebraucht ist, wird nach Prüfung des Sozialamts (Sozialamt geht zunächst in Vor-lage der ungedeckten Pflegekosten) der Ehegatte bzw. der Lebenspartner (eingetragene Lebenspartner in einer gleichge-schlechtlichen Lebenspartnerschaft) zur Unterhaltszahlung herangezogen.
Kann der Ehegatte/Lebenspartner den fehlenden Unterhalt nicht mehr aufbringen, werden zum Schluss die Kinder für den fehlenden Unterhalt der ungedeckten Pflegekosten in Haftung genommen, denn Verwandte in gerader Linie, das heißt Großeltern, Eltern, Kinder sind verpflichtet einander Unterhalt zu gewähren. Betroffen sind neben dem laufenden Einkommen der Kinder auch ihre Rücklagen.
bei der Kalkulation des Pflegekostenbedarfs:
Reicht das Haushaltseinkommen im Pflegefall für den verbleibenden Ehepartner/Lebenspartner, um den Lebensstandard zu erhalten ? Gemeint ist der Lebensstandard bezüglich des Haushalts-einkommens, welches vor Eintritt des Pflegefalls zur Deckung der Lebenshaltungskosten der Eheleute oder der Lebenspartner einge-plant war und jetzt im Pflegefall mit den auftretenden Pflegekosten verrechnet wird.
Bei der Höhe der Pflegeabsicherung ist also nicht nur der Pflege-kostenbedarf des Pflegebedürftigen zu berücksichtigen, sondern auch die Lebenshaltungskosten, die für den verbleibenden Ehepartner/Lebenspartner nach wie vor anfallen.
Bitte bedenken Sie, daß im Pflegeheim für persönliche Bedürfnisse und Wünsche des Pflegebedürftigen ein zusätzlicher regelmäßiger Finanzbedarf entsteht beispielsweise für: Telefon, Friseurbesuch, kosmetische Behandlung z. B. für Maniküre (Handpflege) und Pediküre (Fußpflege), Zuzahlungen für Medikamente,Taxidienste, Geschenke für Pflegepersonal, anspruchsvolle Körperpflegemittel, hochwertige Genussmittel, Kleidung, Vorlese-Service, ...
Was kostet Pflege zu Hause und im Pflegeheim?
1) Pflege zu Hause durch Angehörige !
2) Pflege zu Hause durch Pflegedienst !
3) Vollstationäre Pflege im Heim in Langenfeld !
zu 1) Was kostet Pflege zu Hause
bei Pflege des Pflegebedürftigen
(hier: durchschnittliche monatliche Pflegekosten bei mittlerem Pflegeaufwand in Nordrhein-Westfalen)
In der folgenden Tabelle fehlt Pflegegrad 1 !
Grund: PFLEGEBEDÜRFTIGE mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld von der Pflegekasse, weil sie von Angehörigen zu Hause gepflegt werden. Der Anspruch auf Pflege-geld von der Pflegekasse besteht erst ab Pflegegrad 2 !
PFLEGEBEDÜRFTIGE mit Pflegegrad 1 erhalten allerdings einen Entlastungsbetrag (§ 45 b Absatz 1 Satz 1 SGB XI) in Höhe von 125 Euro monatlich für alle notwendigen Leistungen bei Pflege zu Hause.
Was kostet Pflege zu Hause durch ANGEHÖRIGE ?
Pflegegrade 2 3 4 5
Pflegekosten 597 € 1.061 € 1.459 € 1.605 €
Pflegekasse 316 € 545 € 728 € 901 € = Eigenanteil
Pflegebedürftiger 281 € 516 € 731 € 704 € ==== ==== ==== ====
zu 2) Was kostet Pflege zu Hause
bei Pflege des Pflegegebedürftigen
(hier: durchschnittliche monatliche Pflegekosten bei
mittlerem Pflegeaufwand in Nordrhein-Westfalen)
Grund: PFLEGEBEDÜRFTIGE mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen bzw. häusliche Pflegehilfen durch professionelle ambulante Pflegedienste. Der Anspruch auf Pflegesachleistungen bzw. häusliche Pflegehilfen von der Pflegekasse besteht erst ab Pflegegrad 2 !
Was kostet Pflege zu Hause durch PFLEGEDIENST ?
Pflegekosten 1.212 € 1.868 € 2.594 € 2.852 €
Pflegekasse 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
= Eigenanteil
Pflegebedürftiger 523 € 570 € 982 € 857 €
zu 3) Was kostet Pflege im Pflegeheim
bei vollstationärer Pflege des Pflegebedürftigen in Langenfeld im teuersten bzw. günstigsten Pflegeheim:
Besonderheit: Für vollstationäre Pflege erhalten PFLEGEBEDÜRFTIGE erst ab Pflegegrad 2 Leistungen von der Pflegekasse. PFLEGEVERSICHERTE mit Pflegegrad 1 erhalten lediglich einen Zuschuss bei vollstationärer Pflege (§ 43 Absatz 3 SGB XI) in Höhe von 125 Euro monatlich.
Pflege im teuersten Pflegeheim in Langenfeld
Pflegekosten ca. 3.200 € 3.670 € 4.162 € 4.675 € 4.905 €
Pflegekasse 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €
Heimbewohner 3.075 € 2.900 € 2.900 € 2.900 € 2.900 € ====== ====== ====== ====== ======
Pflege im günstigsten Pflegeheim in Langenfeld ________________________________________________________
Pflegekosten ca. 2.650 € 3.070 € 3.562 € 4.075 € 4.305 €
Heimbewohner 2.525 € 2.300 € 2.300 € 2.300 € 2.300 € ====== ====== ====== ====== ======
Durchschnittliche Pflegekosten aller Pflegeheime
Pflegekosten ca. 2.905 € 3.240 € 3.732 € 4.245 € 4.475 €
Heimbewohner 2.780 € 2.470 € 2.470 € 2.470 € 2.470 €
Pflegebedürftigkeit bei Pflegegrad 1
bei Pflege zu Hause oder im Pflegeheim:
Hilfsbedürftige mit Pflegegrad 1 "mit geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" bewältigen ihr Leben weitgehend selbstständig ! Es handelt sich hier überwiegend um ältere Menschen, die nur geringe Krankheitssymptome oder eine leichte Demenz aufweisen.
PFLEGEVERSICHERTE mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld von der Pflegekasse, weil sie von ihren Angehörigen in häuslicher Umgebung gepflegt werden.
PFLEGEVERSICHERTE mit Pflegegrad 1 haben auch keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen (häusliche Pflegehilfen) von der Pflegekasse durch professionelle ambulante Pflegedienste.
PFLEGEVERSICHERTE mit Pflegegrad 1 erhalten einen Entlastungsbetrag (§ 45 b Absatz 1 Satz 1 SGB XI) in Höhe von 125 Euro monatlich für alle notwendigen Leistungen bei Pflege zu Hause (Pflege des Pflegebedürftigen zu Hause durch Angehörige oder Pflegedienste.)
PFLEGEVERSICHERTE mit Pflegegrad 1 erhalten einen Zuschuss bei vollstationärer Pflege (§ 43 Absatz 3 SGB XI) in Höhe von 125 Euro monatlich.
Pflegekassen können finanzielle Zuschüsse bis zu 4.000 Euro (§ 40 Absatz 4 Satz 2 SGB XI) je Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Hilfsbedürftigen mit Pflegegrad 1 gewähren. Ziel ist die häusliche Pflege zu ermöglichen bzw. wesentlich zu erleichtern oder eine selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wieder herzustellen. Verwendungsmöglichkeiten der Zuschüsse bis zu 4.000 Euro sind beispielsweise der Einbau einer -bodengleichen Dusche: Der hohe Rand der Duschtasse beim Ein- und Austeigen in die Dusche entfällt und ermöglicht somit einen barrierefreien Zugang zum ebenerdigen Duschbereich. -Türverbreiterungen gewähren freien Zugang zu allen Zimmern der Wohnung mit dem Rollstuhl oder Rollator, -Einbau eines Treppenliftes, um die Etagen im eigenen Haus überwinden zu können.
Eigenanteil bei stationärer Pflege im Pflegeheim !
Eigenanteil =
Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) für pflegerische Leistung plus Kosten für Unterkunft und Verpflegung plus Investitionskosten.
Seit 1. Januar 2017 ist die Pflegereform durch das zweite Pflege-stärkungsgesetz in Kraft getreten. Seit dem setzt sich der oben genannte Eigenanteil bei stationärer Pflege im Pflegeheim wie folgt zusammen: Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) für pflegerische Leistung in der stationären Pflege. Dies bedeutet, daß jedes Pflegeheim bezüglich der Gesamtheit aller Heimbewohner einen durchschnittlichen Eigenanteil für die pflegerische Leistung kalkuliert. Somit zahlt jeder Pflegebedürftige, und zwar unabhängig von seinem individuellen Pflegegrad (je nach Einstufung in Pflege-grad 2 bis 5), den gleichen (!) einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE). Dies gilt allerdings nicht für Pflegegrad 1 bei stationärer Pflege im Pflegeheim. Erst ab Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige Leistungen von der Pflegekasse für die stationäre Pflege. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 sind somit Selbstzahler bzw. zahlen aus eigener Tasche. Sie erhalten einen Zuschuss bei vollstationärer Pflege (§ 43 Absatz 3 SGB XI) in Höhe von 125 Euro monatlich.
Weiterer Bestandteil des Eigenanteils bei Pflegegrad 2 bis 5 sind die Kosten für Unterkunft (Zimmer oder Appartement) und Verpflegung (Mahlzeiten) sowie Investitionskosten. Investitionskosten betreffen das Gebäude und die technischen Anlagen des Pflegeheims. Beispielsweise Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, Umbau- und Ausbaumaßnahmen, Gebäudemieten oder Finanzierungskosten die der Betreiber des Pflegeheims aufwendet.
Unabhängig vom Eigenanteil sind die Leistungen der
Pflegekasse zu betrachten, das heißt, je höher der
Pflegegrad des Pflegebedürftigen ist, desto höher ist
die Zahlung der Pflegekasse an das Pflegeheim.
Bei Pflegegrad 2 und vollstationärer Pflege erhält das Pflegeheim von der Pflegekasse 770 Euro monatlich.
Bei Pflegegrad 3 und vollstationärer Pflege erhält das Pflegeheim von der Pflegekasse 1.262 Euro monatlich.
Bei Pflegegrad 4 und vollstationärer Pflege erhält das Pflegeheim von der Pflegekasse 1.775 Euro monatlich.
Bei Pflegegrad 5 und vollstationärer Pflege erhält das Pflegeheim von der Pflegekasse 2.005 Euro monatlich.