Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=06.10.2003&Aktenzeichen=VII%20B%2012/03
Timestamp: 2019-07-18 16:41:58
Document Index: 186517694

Matched Legal Cases: ['§ 182', '§ 182', '§ 418', '§ 155', '§ 227', '§ 53', '§ 182', '§ 182']

BFH, 06.10.2003 - VII B 12/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,4654
BFH, 06.10.2003 - VII B 12/03 (https://dejure.org/2003,4654)
BFH, Entscheidung vom 06.10.2003 - VII B 12/03 (https://dejure.org/2003,4654)
BFH, Entscheidung vom 06. Januar 2003 - VII B 12/03 (https://dejure.org/2003,4654)
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Zustellung der Ladung zur mündlichen Verhandlung durch Einlegen in den Briefkasten
Widerruf der Bestellung eines Steuerberaters wegen Vermögensverfalls; Versagung rechtlichen Gehörs mangels ordnungsgemäßer Ladung; Zulässigkeit der Ersatzzustellung durch Einwurf in Briefkasten bzw. Hinterlegung an geeignetem Ort; Behauptung des Nichterhalts eines Schriftstücks; Nachweis durch Zustellungsurkunde; Versagung von Akteneinsicht
BFH, 04.12.2003 - VII B 12/03
Dies folgt schon allein daraus, dass es für die Wirksamkeit der Zustellung nicht darauf ankommt, ob und wann er das Dokument seiner Empfangsvorrichtung entnommen und ob er es tatsächlich zu Kenntnis genommen hat (…BFH/NV 2004, 509, 510 m.w.N.; BFH/NV 2004, 497, 498 m.w.N.; BSG…, Beschluss vom 27. Januar 2005 - B 7a/7 AL 194/04 B - juris Rn. 5).
Es bedarf nach § 182 Abs. 2 Nr. 4 ZPO auch keiner Beschreibung, in welchen Briefkasten oder in welche ähnliche Vorrichtung das Schriftstück eingelegt wurde (BFH-Beschluss vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03, BFH/NV 2004, 497).
Ein Gegenbeweis kann nur durch den Beweis der Unrichtigkeit der in der Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen geführt werden (BFH-Urteil vom 2. Juni 1987 VII R 36/84, BFH/NV 1988, 170, m.w.N., ebenso BFH-Beschlüsse vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03, BFH/NV 2004, 497, …und vom 24. April 2007 VIII B 249/05, BFH/NV 2007, 1465).
Wiederum hat es sich zutreffend an der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes orientiert, wonach die Rüge verfahrensfehlerhaft verweigerter Akteneinsicht eine Nichtzulassungsbeschwerde nur dann schlüssig zu begründen vermag, wenn der Beschwerdeführer zumindest vorbringt, welche weiteren möglicherweise entscheidungsrelevanten Umstände sich aus den Akten noch ergeben hätten (BFHE 135, 167 f;… BFH/NV 1994, 380;… BFH/NV 1996, 553, 554;… BFH/NV 1999, 627, 628;… BFH/NV 2001, 918; BFH Beschl. v. 14. Mai 2003 - X B 182/01, [...]; BFH/NV 2004, 497, 499 ; BFH Beschl. v. 24. Mai 2004 - V B 152/02, [...];… BFH/NV 2005, 2216, 2217 ;… BFH/NV 2005, 2222, 2223 ;… BFH Beschl. v. 27. Februar 2007 - X B 20/06, [...], Rn. 8;… Beschl. v. 30. Mai 2007 - IX B 215/06, [...], Rn. 2 f.).
Nach erfolgloser Klage gegen diesen Verwaltungsakt wurde die dagegen erhobene Nichtzulassungsbeschwerde durch Beschluss des VII. Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03 (BFH/NV 2004, 497) als unbegründet zurückgewiesen, so dass der Widerruf mit Zustellung dieses Beschlusses am 6. November 2003 rechtskräftig wurde.
Der Widerruf der Bestellung zum Steuerberater wurde erst mit Zustellung des Beschlusses VII B 12/03 am 6. November 2003 rechtskräftig.
Zwar begründet eine Postzustellungsurkunde als öffentliche Urkunde nach § 182 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 418 Abs. 1 ZPO den vollen Beweis der von ihr bezeugten Tatsachen (vgl. hierzu z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03, BFH/NV 2004, 497; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. November 2005 III ZR 104/05, Neue Juristische Wochenschrift 2006, 150, m.w.N.).
Er begründet jedoch keinen Anspruch darauf, dass sich das Gericht zum Zwecke der Akteneinsicht Akten vorlegen lässt, die es für seine Entscheidung nicht benötigt (vgl. auch Beschluss des BFH vom 6. Oktober 2003 - VII B 12/03, BFH/NV 2004, S. 499 ).
BFH, 24.11.2006 - V B 212/05
Zwar kann der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt werden, wenn trotz Vorliegens eines erheblichen Grundes i.S. des § 155 FGO, § 227 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) ein Termin nicht verlegt wird (vgl. BFH-Beschlüsse vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03, BFH/NV 2004, 497;… vom 15. Juni 2001 IV B 25/00, BFH/NV 2001, 1579).
In diesem Zusammenhang ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich bei der Zustellungsurkunde gem. § 53 Abs. 2 FGO i.V.m. §§ 182 Abs. 1, 418 ZPO um eine öffentliche Urkunde handelt, die den vollen Beweis für die in ihr bezeugten Tatsachten erbringt (BFH Beschluss vom 6. Oktober 2003 VII B 12/03, BFH/NV 2004, 498).
Es bedurfte nach § 182 Abs. 2 Nr. 4 ZPO auch keiner Beschreibung, in welchen Briefkasten oder in welche ähnliche Vorrichtung das Schriftstück eingelegt wurde (vgl. BFH, Beschluss vom 6. Oktober 2003 - VII B 12/03 -, BFH/NV 2004, 497).