Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20A%202/14
Timestamp: 2018-07-22 14:40:22
Document Index: 204230314

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 18', 'Art 33', '§ 42', '§ 44', '§ 18', 'Art. 33', '§ 78', '§ 18', '§ 34', '§ 34']

Rechtsprechung: 2 A 2/14 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OVG Saarland, 27.05.2014 | OVG Saarland, 03.06.2014
§ 78 BBG, § 18 BBesG, Art 33 Abs 2 GG, § 42 Abs 2 VwGO, § 44a VwGO
Dienstpostenbewertung; Tätigkeitsbeschreibung; Klagebefugnis; Rechtsschutzinteresse; Organisationsgewalt; Funktionsamt; dienstliche Beurteilung; amtsangemessene Beschäftigung; Fürsorgepflicht; Manipulation
Der Streit um die höhere Bewertung des Dienstpostens - und die Klage des Beamten
Dienstpostenbewertung von Beamten: Klage von BND-Beamtem unzulässig
Klagebefugnis bei Dienstpostenbewertung
Ein Beamter kann hinsichtlich einer Dienstpostenbewertung die ihn belastenden Folgewirkungen unmittelbar angreifen und deshalb unmittelbar etwa auf Zahlung einer Zahlung klagen (Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 20.10.2016 - 2 A 2.14 -); einer Manipulation oder Willkür des Dienstherrn zum Nachteil des Beamten bedarf es nicht.
An diese Entscheidungen anknüpfend führt das Bundesverwaltungsgericht mit Beschluss vom 20.10.2016 aus, eine subjektive Rechtsposition des Beamten auf Abänderung der Aufgabenbeschreibung und Neubewertung des Dienstpostens oder auf erneute Entscheidung hierüber folge weder aus § 18 BBesG noch aus Art. 33 Abs. 2 GG, könne sich aber ausnahmsweise aus der Fürsorgepflicht des Dienstherrn (§ 78 BBesG) ergeben, "wenn er eine Manipulation des Dienstherrn oder sonstige Willkür des Dienstherrn zu seinen Lasten geltend macht und diese nicht offensichtlich ausgeschlossen sind (...)." Im Übrigen könne der Beamte hinsichtlich einer Dienstpostenbewertung die ihn belastenden Folgewirkungen unmittelbar angreifen:(- 2 A 2.14 -, juris, Rn. 17 ff., 22).
Ob ein in Anspruch genommenes Recht den Interessen des Antragstellers zu dienen bestimmt ist und die Möglichkeit der Verletzung eigener Rechte danach bestehen kann, ist grundsätzlich bereits in der Zulässigkeitsprüfung zu klären (…BVerwG, Urteile vom 12. April 2018 - 3 A 16.15 [ECLI:DE:BVerwG:2018:120418U3A16.15.0] - Rn. 14 ff., vom 19. November 2015 - 2 A 6.13 - BVerwGE 153, 246 Rn. 15 und vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 [ECLI:DE:BVerwG:2016:201016U2A2.14.0] - BVerwGE 156, 193 Rn. 16).
Die rechtliche Bewertung von Dienstposten, d. h. ihre Zuordnung zu statusrechtlichen Ämtern einer bestimmten Besoldungsgruppe, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Besoldungs- und des Haushaltsrechts steht in der organisatorischen Gestaltungsfreiheit des Dienstherrn (BVerwG…, Urteil vom 24.1.1985 - BVerwG 2 C 4.83 -, juris Rn. 26;… Urteil vom 28.11.1991 - BVerwG 2 C 7.89 -, juris Rn. 19;… Urteil vom 23.5.2002 - BVerwG 2 A 5.01 -, juris Rn. 13;… Urteil vom 3.2.2005 - BVerwG 2 C 11.04 -, juris Rn. 26;… Urteil vom 30.6.2011 - BVerwG 2 C 19.10 -, juris Rn. 28; Urteil vom 20.10.2016 - BVerwG 2 A 2.14 -, juris Rn. 19).
Eine andere rechtliche Beurteilung käme allenfalls dann in Betracht, wenn sich die Bewertung des vom betreffenden Beamten bekleideten Dienstpostens als Missbrauch der organisatorischen Gestaltungsfreiheit des Dienstherrn und damit als Manipulation zum Nachteil des Beamten darstellen würde, wenn sich der Dienstherr also bei der Bewertung des Dienstpostens nicht von sachgerechten Erwägungen hätte leiten lassen, sondern solche Erwägungen nur "vorgeschoben" hätte (BVerwG…, Urteil vom 24.1.1985, a. a. O., Rn. 27;… Urteil vom 28.11.1991, a. a. O., Rn. 20; vgl. auch BVerwG…, Urteil vom 31.5.1990, a. a. O., Rn. 24; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 20.10.2016, a. a. O., Rn. 22).
Damit trägt die Ämterbewertung nach § 18 BBesG den hergebrachten Grundsätzen des Leistungsprinzips, des Alimentationsprinzips und vor allem des hergebrachten Grundsatzes der amtsangemessenen Beschäftigung Rechnung (BVerwG…, Urteil vom 30.6.2011 - BVerwG 2 C 19.10 -, juris Rn. 27; in diesem Sinne auch BVerwG, Urteil vom 20.10.2016 - BVerwG 2 A 2.14 -, juris Rn. 18).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts liegt die rechtliche Bewertung von Dienstposten, d. h. ihre Zuordnung zu statusrechtlichen Ämtern einer bestimmten Besoldungsgruppe, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Besoldungs- und des Haushaltsrechts in der organisatorischen Gestaltungsfreiheit des Dienstherrn (BVerwG…, Urteil vom 24.1.1985 - BVerwG 2 C 4.83 -, juris Rn. 26;… Urteil vom 28.11.1991 - BVerwG 2 C 7.89 -, juris Rn. 19;… Urteil vom 23.5.2002 - BVerwG 2 A 5.01 -, juris Rn. 13;… Urteil vom 3.2.2005 - BVerwG 2 C 11.04 -, juris Rn. 26;… Urteil vom 30.6.2011, a. a. O., Rn. 28; Urteil vom 20.10.2016, a. a. O., Rn. 19).
Die Frage, ob die in Betracht kommenden öffentlichen Interessen untereinander fehlerfrei abgewogen worden sind, berührt deshalb grundsätzlich keine Rechte des Beamten (BVerwG…, Urteil vom 24.1.1985, a. a. O., Rn. 27;… Urteil vom 31.5.1990 - BVerwG 2 C 16.89 -, juris Rn. 23;… Urteil vom 28.11.1991, a. a. O., Rn. 19; Urteil vom 20.10.2016, a. a. O., Rn. 20f.).
Eine andere rechtliche Beurteilung käme allenfalls dann in Betracht, wenn sich die Bewertung des vom betreffenden Beamten bekleideten Dienstpostens als Missbrauch der organisatorischen Gestaltungsfreiheit des Dienstherrn und damit als Manipulation zum Nachteil des Beamten darstellen würde, wenn sich der Dienstherr also bei der Bewertung des Dienstpostens nicht von sachgerechten Erwägungen hätte leiten lassen, sondern solche Erwägungen nur "vorgeschoben" hätte, um den Beamten weiter auf einem Dienstposten zu verwenden, dem der Dienstherr in Wahrheit selbst nicht eine dem statusrechtlichen Amt entsprechende Bedeutung beimisst (BVerwG…, Urteil vom 24.1.1985, a. a. O., Rn. 27;… Urteil vom 28.11.1991, a. a. O., Rn. 20; vgl. auch BVerwG…, Urteil vom 31.5.1990, a. a. O., Rn. 24; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 20.10.2016, a. a. O., Rn. 22).
vgl. BVerwG, Urteile vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 -, a.a.O., Rn. 18, und vom 30. Juni 2011 - 2 C 19.10 -, juris Rn. 27.
vgl. die ständige Rechtsprechung, statt vieler nur: BVerwG, Urteil vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 -, a.a.O., Rn. 19 f., mit zahlreichen weiteren Nachweisen.
Sofern es an einer Dienstpostenbewertung fehlt, kann die Wertigkeit der auf dem Dienstposten wahrgenommenen Aufgaben durch das Gericht festgestellt werden (vgl. BVerwG, Urt. v. 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 -, juris Rn. 26).
Es fehlt einer Dienstpostenbewertung und einem Dienstpostenbewertungskonzept an einer eigenständigen Gestaltungswirkung (ständige Rechtsprechung BVerwG, Urt. v. 20.10.2016 - 2 A 2/14 -, juris; OVG Sachsen, Beschl. v. 12.01.2017 - 9 A 13/16.PL -, ZfPR 2018, 8 ff. - zur Frage der Mitwirkung des Personalrats bei der Änderung eines Dienstpostenrahmenkonzeptes).
Seine weite organisatorische Gestaltungsfreiheit ist demnach erst überschritten, wenn er sich von manipulativen, missbräuchlichen oder sonstigen sachfremden Erwägungen hat leiten lassen (BVerwG, Urt. v. 20.10.2016 - 2 A 2.14 -, juris, Rn. 15 ff., v. 13.12.2012 - 2 C 11.11 -, juris, Rn. 19 ff., und v. 30.06.2011 - 2 C 19.10 -, juris, Rn. 28 f.).
BVerwG, Urteil vom 20.10.2016 - 2 A 2.14 -, Juris, Rdnr. 20 bis 22.
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.04.2018 - 6 A 868/17
Dienstpostenbewertung; Stellenbeschreibung; Willkür
vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 -, BVerwGE 156, 193 = juris Rn. 20 ff.
Dabei ist unerheblich, ob dieses (zweite) Begründungselement in der Sache trägt; die Beschwerde hätte sich jedenfalls mit dem Rechtskraft-Argument auseinandersetzen und dagegen einen Revisionszulassungsgrund vorbringen müssen (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 - , dort zum Fehlen sowohl der Klagebefugnis als auch des Rechtsschutzbedürfnisses für eine isolierte Klage auf höhere Bewertung eines Dienstpostens gerade mit Blick auf die Möglichkeit - und Pflicht - der Verwaltungsgerichte zur inzidenten Prüfung einer Dienstpostenbewertung z.B. im Rahmen einer Klage auf Gewährung einer Verwendungszulage ).
Erteilung einer Baugenehmigung zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses i.R. sog. Drittwidersprüche; Qualifizierung der "näheren" Umgebung des Baugrundstücks zur Beantwortung der Frage des Einfügens
Wie ist die Frage nach dem "Einfügen" zu beantworten?
Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen stellt in unterschiedlich bebauter Innenbereichslage keinen Fremdkörper dar
Welche Sachlage ist für die Rechtmäßigkeit einer Baugenehmigung maßgeblich? (IBR 2014, 1167)
Beurteilungsmaßstab des Einfügens in die nähere Umgebung (IBR 2014, 1335)
VG Saarlouis, 27.02.2013 - 5 K 551/12
OVG Saarland, 03.06.2014 - 2 A 2/14
Letzteres beurteilt sich im Wesentlichen nach qualitativen Merkmalen und setzt voraus, dass die in Rede stehende Nutzung nach ihrer Qualität völlig aus dem Rahmen der ansonsten in der Umgebung anzutreffenden Bebauung heraus fällt, beispielsweise, wenn eine singuläre Anlage in einem "auffälligen Kontrast" zur übrigen Bebauung steht.(Vgl. OVG des Saarlandes, Urteil vom 27.5.2014 - 2 A 2/14 -, juris) Das landwirtschaftliche Anwesen des Beigeladenen bildet nach dem Eindruck der Örtlichkeit in seiner Umgebung einen natürlichen Mittelpunkt.
vgl. OVG des Saarlandes, Urteil vom 27. Mai 2014 - 2 A 2/14; Bayerischer VGH, Urteil vom 16. März 2004 - 2 B 01.1195 - mit weiteren Nachweisen; zitiert nach juris.
Die Eigentümer von Grundstücken in innerörtlichen Lagen haben hingegen generell keinen Anspruch auf die Vermeidung der Schaffung solcher Einsichtsmöglichkeiten in ihr Grundstück.(vgl. etwa OVG des Saarlandes, Urteil vom 27.5.2014 - 2 A 2/14 -, SKZ 2014, 204, Leitsatz Nr. 34, und bei juris unter Verweis auf Bitz/Schwarz u.a., Baurecht Saarland, 2. Auflage 2005, Kp XI Rn 192, mit Rechtsprechungsnachweisen; Beschlüsse vom 30.3.2012 - 2 A 316/11 -, SKZ 2012, 170, Leitsatz Nr. 20, BauR 2013, Seiten 442 ff., vom 11.8.2010 - 2 B 217/10 -, SKZ 2011, 41, Leitsatz Nr. 23) Die zuvor genannten Beispiele aus der Rechtsprechung des Senats verdeutlichen zudem, dass im konkreten Fall, in dem sich das vom Antragsteller beanstandete "Fensterband" nach den genehmigten Bauvorlagen (10,25 m + 4,05 m =) 14, 30 m von seiner Grundstücksgrenze (Flurstück Nr. ...13) und noch einmal zusätzlich die Breite der dort auf seinem Grundstück vorhandenen Garage von der nordwestlichen Außenwand seines Hauses entfernt befindet, offensichtlich die Annahme einer Rücksichtslosigkeit des Vorhabens aus Sicht des Antragstellers nicht in Betracht kommt.
Ständige Rechtsprechung, vgl. OVG des Saarlandes, Urteil vom 27.05.2014 - 2 A 2/14 - und Beschluss vom 20.05.2010 - 2 A 31/10 -.
(BVerwG…, Beschluss vom 13. Mai 2014 - 4 B 38/13 -, Rn. 7, juris; Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urteil vom 27. Mai 2014 - 2 A 2/14 -, Rn. 41, juris; Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 09. September 2010 - 2 A 508/09 -, Rn. 37, juris;… Battis/Krautzberger/Löhr, BauGB, 12. Aufl., § 34 Rn. 21 ;… Schreiber, Handbuch Immobilienrecht, Öffentliches Baurecht - Bauplanungs- und Bauordnungsrecht, 3. Aufl., Rn. 110;… Schrödter, BauGB, 8. Aufl., § 34 Rn. 30).