Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20171220_OGH0002_0070OB00174_17I0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-13 17:50:28
Document Index: 87659849

Matched Legal Cases: ['OGH', '§62', '§ 62', 'Art 5', 'Art 5', '§ 4', 'OGH', 'Art 5', 'Art 5', '§ 4', 'OGH', '§ 62', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 3', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 8', 'Art 12', '§ 6', 'OGH', '§ 6', '§ 6', 'OGH', 'OGH', 'Art 7', 'OGH', 'Art 8', 'OGH', 'Art 7', 'Art 17', 'OGH', 'OGH', 'Art 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 2', '§6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 21', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§503', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art12', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 1', 'Art 1', 'Art 4', '§ 63', 'Art 7', '§ 182', 'Art 1', 'Art 4', 'Art 1', 'Art 12', '§ 63', '§ 66', '§ 62', '§ 63', '§ 62', '§ 62', '§ 63', '§ 63', '§ 66', '§ 66', '§ 66', 'Art 1', 'Art 4', '§ 6', '§ 43', '§ 50', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 7Ob174/17i - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 7Ob77/72 7Ob33/81 7Ob62...
RS0080451
7Ob77/72; 7Ob33/81; 7Ob62/82; 7Ob14/89; 7Ob28/90; 7Ob196/14w; 7Ob63/15p; 7Ob120/15w; 7Ob174/17i
AHVB Art5 III Z4 lita
VersVG §62
Nach § 62 VersVG ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, bei Eintritt des Versicherungsfalles den Schaden möglichst abzuwenden oder zu mindern. Er hat unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Ersatz des Rettungsaufwandes durch den Versicherer. Mit dem Beginn eines Ereignisses, das in seiner Folge wahrscheinlich den Schaden herbeiführen wird, beginnt die Abwendungspflicht und Milderungspflicht (Prölß VersVG 17.Auflage S 287 Anmerkung 1 und die dort bezogenen weiteren Belegstellen). Der Anspruch auf Ersatz des Aufwandes teilt das rechtliche Schicksal des Anspruches auf Ersatz des Grundschadens; der Anspruch auf Rettungsaufwand wird mit dem Hauptanspruch fällig, er verjährt mit diesem und er fehlt, wenn der Versicherer zufolge Risikoausschlusses oder Anspruchsverwirkung leistungsfrei ist (Ehrenzweig Versicherungsvertragsrecht S 277). Für die Wirksamkeit der Ausschlussklausel des Art 5 III Z 4 lit a AHVB ist erforderlich, dass der Sachschaden auf ein allmähliches Einwirken von Feuchtigkeit zurückzuführen ist, wobei unter Feuchtigkeit das Einsickern oder Einwirken geringer Flüssigkeitsmengen zu verstehen ist (vgl Wussow AHB 6.Auflage S 323 bei Kommentierung des in dieser Beziehung vom Art 5 III Z 4 lit a AHVB inhaltlich nicht abweichenden § 4 I Z 4 AHB). (Hier wurde der Anspruch des Versicherungsnehmer auf Ersatz der Kosten verneint, die durch die Entfernung und Wiederaufbringung des Straßenbelages einer Brücke entstanden, welche Arbeiten erforderlich geworden waren, um eine vom Versicherungsnehmer aufgebrachte schadhafte Polyesterschicht zu erneuern, damit die Brückenkonstruktion nicht durch eindringendes streusalzhältiges Niederschlagswasser Schaden leide).
7 Ob 77/72
Entscheidungstext OGH 10.05.1972 7 Ob 77/72
Veröff: SZ 45/62 = EvBl 1972/285 S 552 = VersR 1973,46 = ZVR 1973/204 S 276
nur: Für die Wirksamkeit der Ausschlussklausel des Art 5 III Z 4 lit a AHVB ist erforderlich, dass der Sachschaden auf ein allmähliches Einwirken von Feuchtigkeit zurückzuführen ist, wobei unter Feuchtigkeit das Einsickern oder Einwirken geringer Flüssigkeitsmengen zu verstehen ist (vgl Wussow AHB 6.Auflage S 323 bei Kommentierung des in dieser Beziehung vom Art 5 III Z 4 lit a AHVB inhaltlich nicht abweichenden § 4 I Z 4 AHB). (T1)
Beisatz: Es genügt eine Kausalität im Sinne der Lehre von der adäquaten Verursachung, um die Ausschlussklausel wirksam zu machen. Daraus folgt schon nach allgemeinen Grundsätzen, daß der Sachverhalt, der unter die Ausschlussklausel fällt, nicht die alleinige Ursache oder auch nur die überwiegende Ursache zu sein braucht. Es genügt, wenn diese Ursache im Zusammenwirken mit anderen Ursachen im normalen Geschehensablauf als adäquat für den eingetretenen Schaden angesehen werden muss. (T2)
7 Ob 62/82
Entscheidungstext OGH 14.04.1983 7 Ob 62/82
Auch; nur: Nach § 62 VersVG ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, bei Eintritt des Versicherungsfalles den Schaden möglichst abzuwenden oder zu mindern. Er hat unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Ersatz des Rettungsaufwandes durch den Versicherer. Mit dem Beginn eines Ereignisses, das in seiner Folge wahrscheinlich den Schaden herbeiführen wird, beginnt die Abwendungspflicht und Milderungspflicht (Prölß VersVG 17.Auflage S 287 Anmerkung 1 und die dort bezogenen weiteren Belegstellen). (T3)
nur: Der Anspruch auf Ersatz des Aufwandes teilt das rechtliche Schicksal des Anspruches auf Ersatz des Grundschadens; der Anspruch auf Rettungsaufwand wird mit dem Hauptanspruch fällig, er verjährt mit diesem und er fehlt, wenn der Versicherer zufolge Risikoausschlusses oder Anspruchsverwirkung leistungsfrei ist. (T4)
Veröff: SZ 56/66 = VersR 1985,197
7 Ob 14/89
Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 14/89
Vgl; nur T3; Veröff: EvBl 1991/124 S 566 = VersRdSch 1991,262
7 Ob 196/14w
Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 196/14w
7 Ob 120/15w
Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 120/15w
ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0080451
JJR_19720510_OGH0002_0070OB00077_7200000_001
Rechtssatz für 7Ob195/73 7Ob40/74 7Ob5...
RS0081313
7Ob195/73; 7Ob40/74; 7Ob51/74; 7Ob122/74; 7Ob201/74; 7Ob213/75; 7Ob18/76; 7Ob35/76; 7Ob36/76; 7Ob64/76; 7Ob58/76; 7Ob66/76; 7Ob72/76; 7Ob14/77; 7Ob32/77; 7Ob49/77; 7Ob57/77; 7Ob10/78; 7Ob12/78; 7Ob9/78; 7Ob42/78; 7Ob50/78; 7Ob69/78; 7Ob34/79; 7Ob35/79; 7Ob31/79; 7Ob39/79; 7Ob45/79; 7Ob11/80; 7Ob10/80; 7Ob29/80; 7Ob39/80; 7Ob53/80; 7Ob48/80; 7Ob10/81; 7Ob16/81; 7Ob22/81; 7Ob26/81; 7Ob47/81; 7Ob54/81; 7Ob58/81; 7Ob4/82; 7Ob53/81; 7Ob29/82; 7Ob34/82; 7Ob60/82; 7Ob66/82; 7Ob73/82; 7Ob47/82 (7Ob48/82); 7Ob10/83; 7Ob1/83; 7Ob38/83; 7Ob32/83; 7Ob3/84; 7Ob8/84; 7Ob59/83; 7Ob36/84; 7Ob38/84; 7Ob17/85; 7Ob41/85; 7Ob35/86; 7Ob59/86; 7Ob60/86; 7Ob10/88; 7Ob37/88; 7Ob35/88; 7Ob10/89; 7Ob31/89; 7Ob3/90; 7Ob9/90; 7Ob6/90; 7Ob20/92; 7Ob19/93; 7Ob16/94; 7Ob36/95; 7Ob7/94; 7Ob33/95; 7Ob2077/96h; 7Ob2146/96f; 7Ob6/97a; 7Ob158/97d; 7Ob210/98b; 7Ob246/98x; 7Ob238/98w; 7Ob74/00h; 7Ob17/01b; 7Ob319/01i; 7Ob63/02v; 7Ob232/02x; 7Ob222/02a; 7Ob72/03v; 7Ob80/04x; 7Ob113/04z; 7Ob216/04x; 7Ob259/05x; 7Ob45/06b; 7Ob36/06d; 7Ob280/06m; 7Ob27/07g; 7Ob219/07t; 7Ob4/08a; 7Ob152/08s; 7Ob158/08y; 7Ob88/08d; 7Ob157/08a; 7Ob33/09t; 7Ob97/09d; 7Ob23/11z; 7Ob200/11d; 7Ob34/12v; 7Ob66/12z; 7Ob239/12s; 7Ob89/13h; 7Ob150/13d; 1Ob197/13x; 7Ob12/14m; 7Ob40/14d; 7Ob98/14h; 7Ob177/14a; 7Ob210/14d; 7Ob70/15t; 7Ob81/15k; 7Ob119/15y; 7Ob141/15h; 7Ob174/15m; 7Ob1/16x; 7Ob234/15k; 7Ob33/16b; 1Ob37/17y; 7Ob20/17t; 7Ob37/17t; 7Ob110/17b; 7Ob59/17b; 7Ob174/17i; 7Ob209/17m; 7Ob159/18k
AFIB 1993 Art5 Z3.1
AHVB 1993 Art8
AKHB Art8 Abs1 Z1
VersVG §6 Abs3
Der Versicherer braucht nur den objektiven Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung nachzuweisen, während es Sache des Versicherungsnehmers ist, zu behaupten und zu beweisen, dass er die ihm angelastete Obliegenheitsverletzung weder vorsätzlich noch grob fahrlässig begangen habe. Dass - bei grob fahrlässiger Begehung einer Obliegenheitsverletzung - die Verletzung weder auf die Feststellung des Versicherungsfalles noch auf die Feststellung und den Umfang der dem Versicherer obliegenden Leistung einen Einfluss gehabt hat, ist vom Versicherungsnehmer im Verfahren erster Instanz zu behaupten und zu beweisen (Prölß-Martin, VersVG 19.Auflage 98).
7 Ob 195/73
Entscheidungstext OGH 17.10.1973 7 Ob 195/73
Veröff: SZ 46/106 = EvBl 1974/210 S 462 = VersR 1974,871
7 Ob 40/74
Entscheidungstext OGH 21.03.1974 7 Ob 40/74
Veröff: VersR 1975,361
7 Ob 51/74
Entscheidungstext OGH 04.04.1974 7 Ob 51/74
nur: Der Versicherer braucht nur den objektiven Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung nachzuweisen, während es Sache des Versicherungsnehmers ist, zu behaupten und zu beweisen, dass er die ihm angelastete Obliegenheitsverletzung weder vorsätzlich noch grob fahrlässig begangen habe. (T1)
Veröff: VersR 1975,363
7 Ob 122/74
Entscheidungstext OGH 24.10.1974 7 Ob 122/74
Beisatz: Hier ARB (Betrauung eines frei gewählten Rechtsanwaltes). (T2)
Veröff: SZ 47/116 = EvBl 1975/163 S 326 = VersR 1975,961
7 Ob 201/74
Entscheidungstext OGH 07.11.1974 7 Ob 201/74
nur T1; Beis wie T2; Veröff: EvBl 1975/182 S 393 = VersR 1975,962
7 Ob 213/75
Entscheidungstext OGH 06.11.1975 7 Ob 213/75
nur T1; Veröff: VersR 1977,167 = ZVR 1976/329 S 350
Beisatz: Der Versicherungsnehmer muss bei seinen Einwendungen nicht auch Fälle in Betracht ziehen, mit denen im Regelfall nicht im entferntesten zu rechnen ist. (T3)
Veröff: ZVR 1978/267 S 305 (mit zustimmender Anmerkung von Migsch)
7 Ob 35/76
Entscheidungstext OGH 03.06.1976 7 Ob 35/76
nur T1; Veröff: VersR 1977,535 = ZVR 1977/240 S 301
7 Ob 64/76
Entscheidungstext OGH 04.11.1976 7 Ob 64/76
nur T1; Veröff: SZ 49/129 = VersR 1977,755
7 Ob 66/76
Entscheidungstext OGH 18.11.1976 7 Ob 66/76
7 Ob 72/76
Entscheidungstext OGH 13.01.1977 7 Ob 72/76
7 Ob 14/77
Entscheidungstext OGH 03.03.1977 7 Ob 14/77
nur T1; Veröff: ZVR 1978/133 S 194
nur T1; Veröff: VersR 1978/264
nur T1; Veröff: ZVR 1978/200 S 234
7 Ob 57/77
Entscheidungstext OGH 03.11.1977 7 Ob 57/77
7 Ob 12/78
Entscheidungstext OGH 16.03.1978 7 Ob 12/78
nur T1; Beisatz: Hier AFB (T4)
7 Ob 42/78
Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 42/78
nur T1; Veröff: ZVR 1979/55 S 69
7 Ob 50/78
Entscheidungstext OGH 12.10.1978 7 Ob 50/78
7 Ob 69/78
Entscheidungstext OGH 01.02.1979 7 Ob 69/78
nur T1; Veröff: ZVR 1980/30 S 39 = VersR 1979,729
nur T1; Veröff: SZ 52/108
7 Ob 35/79
Entscheidungstext OGH 05.07.1979 7 Ob 35/79
7 Ob 31/79
Entscheidungstext OGH 28.06.1979 7 Ob 31/79
nur T1; Veröff: VersR 1981,666 = ZVR 1980/166 S 270
7 Ob 39/79
Entscheidungstext OGH 13.09.1979 7 Ob 39/79
nur T1; Veröff: VersR 1981,968 = ZVR 1980/258 S 270
7 Ob 45/79
Entscheidungstext OGH 18.10.1979 7 Ob 45/79
Veröff: SZ 52/149 = VersR 1981,1064
7 Ob 11/80
Entscheidungstext OGH 20.03.1980 7 Ob 11/80
nur T1; Beisatz: Art 6 Abs 2 Z 3 AKIB (T5)
7 Ob 10/80
Entscheidungstext OGH 28.02.1980 7 Ob 10/80
nur T1; Veröff: ZVR 1980/351 S 381
7 Ob 29/80
Entscheidungstext OGH 08.05.1980 7 Ob 29/80
7 Ob 39/80
Entscheidungstext OGH 09.10.1980 7 Ob 39/80
Auch; nur T1; Beisatz: Dieser kann daher auch einen weiteren Entlastungsbeweis in Richtung leichter Fahrlässigkeit führen. Der Beweis wird ihm jedoch nur dann gelingen, wenn er Umstände beweisen kann (zum Beispiel dass er gar nicht die Absicht hatte, ein Kraftfahrzeug zu lenken), die sein einleitendes Verhalten in einem milderen Lichte erscheinen lassen. (T6)
Veröff: ZVR 1981/174 S 219
7 Ob 53/80
Entscheidungstext OGH 23.10.1980 7 Ob 53/80
nur T1; Veröff: ZVR 1981/199 S 267
7 Ob 48/80
Entscheidungstext OGH 19.02.1981 7 Ob 48/80
7 Ob 10/81
Entscheidungstext OGH 05.03.1981 7 Ob 10/81
nur T1; Beisatz: Weicht das Verhalten des Versicherten vom Idealverhalten nur geringfügig ab, kann hierin die Erfüllung des Tatbestandes der Obliegenheitsverletzung nicht erblickt werden. (T7)
Veröff: VersR 1982,611
7 Ob 16/81
Entscheidungstext OGH 09.04.1981 7 Ob 16/81
nur T1; Veröff: ZVR 1982/117 S 88
7 Ob 22/81
Entscheidungstext OGH 25.06.1981 7 Ob 22/81
nur T1; Veröff: VersR 1984,399 = ZVR 1982/363 S 300
7 Ob 26/81
Entscheidungstext OGH 17.09.1981 7 Ob 26/81
Vgl; nur T1; Veröff: ZVR 1982/394 S 341
7 Ob 47/81
Entscheidungstext OGH 01.10.1981 7 Ob 47/81
7 Ob 54/81
Entscheidungstext OGH 10.12.1981 7 Ob 54/81
7 Ob 58/81
Entscheidungstext OGH 14.01.1982 7 Ob 58/81
7 Ob 4/82
Entscheidungstext OGH 11.02.1982 7 Ob 4/82
7 Ob 53/81
Entscheidungstext OGH 11.02.1982 7 Ob 53/81
7 Ob 29/82
Entscheidungstext OGH 24.06.1982 7 Ob 29/82
nur T1; Veröff: RZ 1983/72 S 299 = VersR 1984,1000
7 Ob 34/82
Entscheidungstext OGH 24.06.1982 7 Ob 34/82
7 Ob 60/82
Entscheidungstext OGH 21.10.1982 7 Ob 60/82
7 Ob 66/82
Entscheidungstext OGH 23.11.1982 7 Ob 66/82
7 Ob 73/82
Entscheidungstext OGH 13.01.1983 7 Ob 73/82
7 Ob 47/82
Entscheidungstext OGH 27.01.1983 7 Ob 47/82
7 Ob 10/83
Entscheidungstext OGH 27.01.1983 7 Ob 10/83
nur T1; Veröff: VersR 1984,1183
7 Ob 1/83
Entscheidungstext OGH 14.04.1983 7 Ob 1/83
nur T1; Veröff: ZVR 1984/248 S 247
nur T1; Veröff: VersR 1985,75
7 Ob 32/83
Entscheidungstext OGH 16.02.1984 7 Ob 32/83
7 Ob 3/84
Entscheidungstext OGH 16.02.1984 7 Ob 3/84
Veröff: ZVR 1984/329 S 351
nur T1; Veröff: VersR 1985,579
7 Ob 59/83
Entscheidungstext OGH 19.04.1984 7 Ob 59/83
7 Ob 36/84
Entscheidungstext OGH 18.10.1984 7 Ob 36/84
Vgl auch; nur T1; Beisatz: Wenn der Verdacht der Obliegenheitsverletzung nicht vollständig ausgeräumt werden kann, tritt die Leistungsfreiheit ein. (T8)
Veröff: RdW 1985,372
7 Ob 38/84
Entscheidungstext OGH 22.11.1984 7 Ob 38/84
nur T1; Veröff: VersR 1985,772
7 Ob 17/85
Entscheidungstext OGH 25.04.1985 7 Ob 17/85
7 Ob 35/86
Entscheidungstext OGH 11.09.1986 7 Ob 35/86
7 Ob 59/86
Entscheidungstext OGH 15.01.1987 7 Ob 59/86
7 Ob 60/86
Entscheidungstext OGH 29.01.1987 7 Ob 60/86
Auch; nur T1; Veröff: RdW 1987,229 = VersR 1988,530
7 Ob 10/88
Entscheidungstext OGH 14.04.1988 7 Ob 10/88
Auch; nur T1; Veröff: VersR 1989,424 = ZVR 1989/67 S 107 = VersRdSch 1989,184
nur T1; Veröff: VersR 1989,824
7 Ob 35/88
Entscheidungstext OGH 23.11.1988 7 Ob 35/88
Veröff: VersR 1989,824 = VersRdSch 1989,283
7 Ob 10/89
Entscheidungstext OGH 27.04.1989 7 Ob 10/89
Beis wie T8; Beisatz: Der Versicherungsnehmer muss auch die fehlende Kausalität beweisen. (T9)
Veröff: VersRdSch 1990,82
7 Ob 31/89
Entscheidungstext OGH 19.10.1989 7 Ob 31/89
nur T1; Veröff: VersRdSch 1990,154 = ZVR 1991/27 S 78
7 Ob 3/90
Entscheidungstext OGH 22.02.1990 7 Ob 3/90
nur T1; Veröff: SZ 63/28 = VersR 1991,87
7 Ob 9/90
Entscheidungstext OGH 08.03.1990 7 Ob 9/90
nur T1; Veröff: VersRdSch 1990,284
7 Ob 6/90
Entscheidungstext OGH 08.03.1990 7 Ob 6/90
nur T1; Veröff: VersRdSch 1990,315
nur T1; Veröff: VersRdSch 1993,103 = VersR 1994,123
7 Ob 19/93
Entscheidungstext OGH 30.06.1993 7 Ob 19/93
nur: Der Versicherer braucht nur den objektiven Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung nachzuweisen. (T10)
Beisatz: Hier: Verstoß gegen die "Führerscheinklausel". (T11)
Veröff: EvBl 1993/179 S 740 = VersRdSch 1993,423
7 Ob 16/94
Entscheidungstext OGH 13.04.1994 7 Ob 16/94
7 Ob 36/95
Entscheidungstext OGH 29.11.1995 7 Ob 36/95
nur T1; Beisatz: An den Gegenbeweis sind strenge Anforderungen zu stellen. Nicht erbracht ist der Kausalitätsgegenbeweis mit dem Nachweis, dass ein bestimmter Fahrfehler (hier plötzliches Einschlafen während der Fahrt) auch einem Fahrer mit Lenkerberechtigung unterlaufen kann. (T12)
7 Ob 7/94
Entscheidungstext OGH 20.12.1994 7 Ob 7/94
7 Ob 33/95
Entscheidungstext OGH 31.01.1996 7 Ob 33/95
7 Ob 2077/96h
Entscheidungstext OGH 17.07.1996 7 Ob 2077/96h
7 Ob 2146/96f
Entscheidungstext OGH 17.07.1996 7 Ob 2146/96f
Vgl auch; Beisatz: Durch die Feststellung allein, dass nicht (mit Sicherheit) ausgeschlossen werden kann, dass der Beklagte zum Zeitpunkt seiner Weigerung, sich einem Alkotest zu unterziehen, zurechnungsunfähig war (wenngleich seine Dispositionsfähigkeit und Diskretionsfähigkeit beeinträchtigt war), hat der Beklagte den ihm obliegenden Beweis, dass ihm aufgrund der erlittenen Verletzung die Tragweite seiner Weigerung nicht bewusst war, zwar noch nicht erbracht, weil bei wie hier vom Versicherer nachgewiesener Obliegenheitsverletzung Zweifel zu Lasten des beklagten Versicherungsnehmers gehen. (T13)
7 Ob 6/97a
Entscheidungstext OGH 26.02.1997 7 Ob 6/97a
7 Ob 158/97d
Entscheidungstext OGH 21.05.1997 7 Ob 158/97d
7 Ob 210/98b
Entscheidungstext OGH 19.01.1999 7 Ob 210/98b
Beis wie T9; Beisatz: Hier: Art 3 Abs 2 ABS. (T14)
7 Ob 246/98x
Entscheidungstext OGH 27.01.1999 7 Ob 246/98x
7 Ob 238/98w
Entscheidungstext OGH 23.02.1999 7 Ob 238/98w
Auch; nur: Dass die Verletzung weder auf die Feststellung des Versicherungsfalles noch auf die Feststellung und den Umfang der dem Versicherer obliegenden Leistung einen Einfluss gehabt hat, ist vom Versicherungsnehmer im Verfahren erster Instanz zu behaupten und zu beweisen. (T15)
Beisatz: Der Versicherungsnehmer muss beweisen, dass es ihm bei der Obliegenheitsverletzung am Täuschungsvorsatz mangelte. (T16)
7 Ob 17/01b
Entscheidungstext OGH 14.03.2001 7 Ob 17/01b
nur T10; Beis wie T16
7 Ob 319/01i
Entscheidungstext OGH 30.01.2002 7 Ob 319/01i
Beis wie T16; Beisatz: Der Versicherer hat lediglich darzulegen, welche Maßnahmen er bei Erfüllung der Obliegenheit nach Art 8 Punkt 1.3.4 AHVB 1993 ergriffen und welchen Erfolg er sich davon versprochen hätte; dies hat der Versicherungsnehmer zu widerlegen. (T17)
Beisatz: An den dem Versicherungsnehmer obliegenden Kausalitätsgegenbeweis sind hohe Anforderungen zu stellen beziehungsweise strenge Maßstäbe anzulegen. (T18)
Beisatz: Jede verbleibende Unklarheit über den Unfallshergang beziehungsweise dessen Ursache geht zu Lasten desjenigen, der den Kausalitätsgegenbeweis zu führen hat. Der Nachweis einer Wahrscheinlichkeit des Unfallherganges genügt daher noch nicht. (T19)
Auch; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Art 12 BW 1/95. (T20)
Beisatz: Eine nur leichte Fahrlässigkeit bleibt demnach ohne Sanktion. Gelingt dem Versicherungsnehmer der Beweis der leichten Fahrlässigkeit nicht, so steht ihm nach § 6 Abs 3 VersVG auch bei schlicht vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung der Kausalitätsgegenbeweis offen. (T21)
7 Ob 232/02x
Entscheidungstext OGH 30.10.2002 7 Ob 232/02x
Vgl auch; Beisatz: Sowohl bei grob fahrlässiger, als auch bei (schlicht: 7 Ob 35/95) vorsätzlicher Obliegenheitsverletzung wird dem Versicherungsnehmer gemäß § 6 Abs 3 VersVG der sogenannte Kausalitätsgegenbeweis eröffnet und ist nur dann ausgeschlossen, wenn er die Obliegenheit mit Schädigungsvorsatz oder Verschleierungsvorsatz beziehungsweise Täuschungsvorsatz verletzt. (T22)
Auch; Beis wie T6; Beis wie T20; Beis wie T21; Beisatz: Hier: Die Obliegenheitsverletzung besteht im Verschweigen, dass ein von der Versicherung geforderter Nachweis einer ausländischen Firma über den Erwerb des versicherten Gutes vom Versicherungsnehmer selbst produziert wird, weil er auch Inhaber dieser Firma ist. (T23)
nur T1; Beis wie T22 nur: Sowohl bei grob fahrlässiger, als auch bei (schlicht: 7 Ob 35/95) vorsätzlicher Obliegenheitsverletzung wird dem Versicherungsnehmer gemäß § 6 Abs 3 VersVG der sog. Kausalitätsgegenbeweis eröffnet. (T24)
Beis wie T18; Veröff: SZ 2004/95
nur T1; Veröff: SZ 2006/91
7 Ob 36/06d
Entscheidungstext OGH 21.06.2006 7 Ob 36/06d
7 Ob 280/06m
Entscheidungstext OGH 08.03.2007 7 Ob 280/06m
Auch; nur T10; Beisatz: Hier: Art 7 Pkt 2.2. AKKB 1996. (T25)
7 Ob 27/07g
Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 27/07g
nur T1; Beis wie T12 nur: An den Gegenbeweis sind strenge Anforderungen zu stellen. (T26)
Beisatz: Hier: Art 8 Punkt 1.1. AHTB. (T27)
7 Ob 219/07t
Entscheidungstext OGH 17.10.2007 7 Ob 219/07t
Auch; nur T10; Beis wie T25; Beis wie T26; Beisatz: Hier: Durch die Negativfeststellung, dass nicht (mit Sicherheit) ausgeschlossen werden kann, dass sich der Lenker den Fahrzeugschlüssel des Versicherungsnehmers unbemerkt angeeignet hat, hat der Versicherungsnehmer den ihm obliegenden Gegenbeweis des Ausschlusses einer (möglichen) Überlassung seines Fahrzeugs an einen gemäß Art 7.2.1 und 2 nicht geeigneten Lenker gerade nicht erbracht. (T28)
Auch; Beis wie T8; Beis wie T28; Beisatz: Hier: Art 17 ARB 2002. (T29)
7 Ob 152/08s
Entscheidungstext OGH 11.09.2008 7 Ob 152/08s
7 Ob 158/08y
Entscheidungstext OGH 27.08.2008 7 Ob 158/08y
Auch; Beisatz: Hier: Art 9.2.2 AEKHB. (T30)
Auch; Beisatz: Hier: Vorlage von Tachografenscheiben durch den Masseverwalter erst im Verfahren. (T31)
7 Ob 89/13h
Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 89/13h
Auch; Beisatz: Den Versicherer trifft die Beweislast für das Vorliegen des objektiven Tatbestands einer Obliegenheitsverletzung. Im Fall eines solchen Nachweises ist es dann Sache des Versicherungsnehmers, zu behaupten und zu beweisen, dass er die ihm angelastete Obliegenheitsverletzung weder vorsätzlich noch grob fahrlässig begangen hat. (T32)
nur T1; Veröff: SZ 2015/69
Vgl; Beis wie T18; Beis wie T26
7 Ob 1/16x
Entscheidungstext OGH 27.01.2016 7 Ob 1/16x
7 Ob 234/15k
Entscheidungstext OGH 27.01.2016 7 Ob 234/15k
7 Ob 209/17m
Entscheidungstext OGH 24.01.2018 7 Ob 209/17m
Auch; Beis wie T12; Beis wie T18
ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0081313
JJR_19731017_OGH0002_0070OB00195_7300000_003
Rechtssatz für 7Ob59/82 7Ob44/83 7Ob7/...
RS0080003
7Ob59/82; 7Ob44/83; 7Ob7/88; 7Ob45/89; 7Ob2073/96w; 7Ob2094/96h; 7Ob2351/96b; 7Ob372/98a; 7Ob74/00h; 7Ob78/02z; 7Ob289/02d (7Ob290/02a); 7Ob157/03v; 7Ob67/04k; 7Ob101/04k; 7Ob48/05t; 7Ob191/06y; 7Ob72/09b; 7Ob210/09x; 7Ob149/09a; 7Ob237/09t; 7Ob130/10h; 7Ob197/11p; 7Ob208/11f; 7Ob76/13x; 7Ob122/13m; 7Ob67/15a; 7Ob206/16v; 7Ob174/17i; 7Ob211/17f; 7Ob161/18d; 7Ob115/19s
ARB 2003 Art 2.1
VersVG §6 D
Der Versicherungsnehmer, der eine Versicherungsleistung beansprucht, muss die anspruchsbegründende Voraussetzung des Eintrittes des Versicherungsfalls beweisen.
7 Ob 59/82
Entscheidungstext OGH 16.12.1982 7 Ob 59/82
Veröff: VersR 1985,100
7 Ob 44/83
Entscheidungstext OGH 13.10.1983 7 Ob 44/83
Veröff: SZ 56/145 = RZ 1984/75 S 234
7 Ob 7/88
Entscheidungstext OGH 25.02.1988 7 Ob 7/88
Veröff: VersRdSch 1988,302
7 Ob 45/89
Entscheidungstext OGH 22.02.1990 7 Ob 45/89
Auch; Veröff: VersR 1990,1040 = VersRdSch 1990,282
7 Ob 2073/96w
Entscheidungstext OGH 15.05.1996 7 Ob 2073/96w
7 Ob 2094/96h
Entscheidungstext OGH 26.06.1996 7 Ob 2094/96h
7 Ob 2351/96b
Entscheidungstext OGH 15.01.1997 7 Ob 2351/96b
Auch; Veröff: SZ 72/83
7 Ob 78/02z
Entscheidungstext OGH 07.05.2002 7 Ob 78/02z
7 Ob 157/03v
Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 157/03v
7 Ob 48/05t
Entscheidungstext OGH 30.03.2005 7 Ob 48/05t
7 Ob 72/09b
Entscheidungstext OGH 02.09.2009 7 Ob 72/09b
Beisatz: Hier: § 21 VersVG; Eintritt des Versicherungsfalls vor Rücktritt des Versicherers. (T1)
7 Ob 210/09x
Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 210/09x
7 Ob 149/09a
Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 149/09a
7 Ob 237/09t
Entscheidungstext OGH 18.11.2009 7 Ob 237/09t
7 Ob 197/11p
Entscheidungstext OGH 30.11.2011 7 Ob 197/11p
7 Ob 208/11f
Entscheidungstext OGH 30.11.2011 7 Ob 208/11f
7 Ob 161/18d
Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 161/18d
ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0080003
JJR_19821216_OGH0002_0070OB00059_8200000_001
Rechtssatz für 7Ob18/90 7Ob7/91 7Ob24/...
RS0043728
7Ob18/90; 7Ob7/91; 7Ob24/93; 7Ob43/95; 7Ob43/98v; 7Ob17/01b; 7Ob102/01b; 7Ob63/02v; 7Ob105/02w; 7Ob222/02a; 7Ob72/03v; 7Ob80/04x; 7Ob41/04m; 7Ob259/05x; 7Ob152/08s; 7Ob88/08d; 7Ob157/08a; 7Ob256/08k; 7Ob33/09t; 7Ob97/09d; 7Ob23/11z; 7Ob200/11d; 7Ob34/12v; 7Ob66/12z; 7Ob109/12y; 7Ob239/12s; 7Ob150/13d; 1Ob197/13x; 7Ob12/14m; 7Ob239/13t; 7Ob40/14d; 7Ob98/14h; 7Ob177/14a; 7Ob210/14d; 7Ob9/15x; 7Ob70/15t; 7Ob81/15k; 7Ob119/15y; 7Ob141/15h; 7Ob190/15i; 7Ob174/15m; 7Ob1/16x; 7Ob234/15k; 7Ob33/16b; 1Ob37/17y; 7Ob20/17t; 7Ob110/17b; 7Ob174/17i; 7Ob159/18k
ZPO §503 E4c22
Der Versicherer muss die objektive Verletzung der Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer (oder eine Person, für die er haftet), der Versicherungsnehmer - nachdem diese bewiesen worden ist - mangelndes Verschulden (oder einen geringeren Schuldgrad als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz) sowie mangelnde Kausalität beweisen.
Veröff: VersRdSch 1990,346 = VersR 1991,571
nur: Der Versicherer muss die objektive Verletzung der Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer beweisen. (T1)
Veröff: VersRdSch 1992,23 = VersR 1992,728
Auch; Beisatz: Für die mangelnde Kausalität der Obliegenheitsverletzung für das Unfallgeschehen ist der Versicherte beweispflichtig. (T2)
Veröff: SZ 67/49
7 Ob 43/95
Entscheidungstext OGH 10.01.1996 7 Ob 43/95
7 Ob 43/98v
Entscheidungstext OGH 10.03.1998 7 Ob 43/98v
Vgl auch; nur: Der Versicherer muss die objektive Verletzung der Obliegenheit durch den Versicherungsnehmer, der Versicherungsnehmer mangelndes Verschulden (oder einen geringeren Schuldgrad als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz) beweisen. (T3)
7 Ob 102/01b
Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 102/01b
Auch; nur T3; Beisatz: Eine nur leichte Fahrlässigkeit bleibt demnach ohne Sanktion. (T4)
Auch; Veröff: SZ 2004/104
Auch; Beisatz: Es ist Sache des Versicherers, den objektiven Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung nachzuweisen. (T5)
Auch; Beisatz: Vorlage von Tachografenscheiben durch den Masseverwalter erst im Verfahren. (T6)
7 Ob 239/13t
Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 239/13t
7 Ob 9/15x
Entscheidungstext OGH 12.03.2015 7 Ob 9/15x
nur T1; Beis wie T4; Beis wie T5; Veröff: SZ 2015/69
7 Ob 190/15i
Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 190/15i
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0043728
JJR_19900425_OGH0002_0070OB00018_9000000_001
Rechtssatz für 7Ob63/02v 7Ob222/02a 7O...
RS0116978
7Ob63/02v; 7Ob222/02a; 7Ob72/03v; 7Ob256/08k; 7Ob34/12v; 7Ob150/13d; 7Ob12/14m; 7Ob40/14d; 7Ob98/14h; 7Ob97/14m; 7Ob177/14a; 7Ob70/15t; 7Ob81/15k; 7Ob141/15h; 7Ob174/15m; 7Ob33/16b; 7Ob37/17t; 7Ob110/17b; 7Ob59/17b; 7Ob174/17i; 7Ob209/17m
BW 1/95 Art12
Obliegenheiten nach dem Versicherungsfall dienen dem Zweck, den Versicherer vor vermeidbaren Belastungen und ungerechtfertigten Ansprüchen zu schützen. Die Drohung mit dem Anspruchsverlust soll den Versicherungsnehmer motivieren, die Verhaltensregeln ordnungsgemäß zu erfüllen; ihr kommt eine generalpräventive Funktion zu.
7 Ob 97/14m
Entscheidungstext OGH 10.09.2014 7 Ob 97/14m
Veröff: SZ 2015/69
ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116978
JJR_20020708_OGH0002_0070OB00063_02V0000_001
Entscheidungstext 7Ob174/17i
ecolex 2019/95 S 222 (Ertl) - ecolex 2019,222 (Ertl)
7Ob174/17i
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Senatspräsidentin Dr. Kalivoda als Vorsitzende und die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Höllwerth, Dr. E. Solé, Mag. Malesich und MMag. Matzka als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M***** H*****, vertreten durch Dr. Gunther Huber, Rechtsanwalt in Traun, gegen die beklagte Partei W***** AG *****, vertreten durch Dr. Herbert Laimböck, Rechtsanwalt in Wien, wegen 6.070,25 EUR sA, über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Landesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 7. Juni 2017, GZ 14 R 93/17w-14, womit das Urteil des Bezirksgerichts Linz vom 23. März 2017, GZ 10 C 855/16p-10, bestätigt wurde, zu Recht erkannt:
Die Urteile der Vorinstanzen werden teilweise abgeändert, sodass die Entscheidung insgesamt zu lauten hat:
„Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei den Betrag von 4.987,08 EUR samt 4 % Zinsen seit 13. 10. 2015 binnen 14 Tagen zu zahlen.
Das Mehrbegehren, die beklagte Partei sei weiters schuldig, der klagenden Partei den Betrag von 1.083,17 EUR samt 4 % Zinsen seit 13. 10. 2015 zu zahlen, wird abgewiesen.“
Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit 3.998,85 EUR (darin enthalten 450,40 EUR an USt und 1.277,56 EUR an Barauslagen) bestimmten Kosten des Verfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Zwischen den Streitteilen besteht ein Gebäudeversicherungsvertrag, dem die „10T-Allgemeine Bedingungen für die Sachversicherung (ABS) Fassung 1995“, „Allgemeine Bedingungen für Versicherungen gegen Leitungswasserschäden/AWB“, „12T-Allgemeine Bedingungen für die Sturmschadenversicherung (AStB)“ und die „Besonderen Bedingungen für die Eigenheimversicherung System Plus“ zugrunde liegen. Die maßgeblichen Bestimmungen lauten:
Allgemeine Bedingungen für Versicherungen gegen Leitungswasserschäden (AWB)
1. Der Versicherer bietet Versicherungsschutz gegen Schäden, die an den versicherten Sachen dadurch entstehen, dass Wasser aus Zu- oder Ablaufleitungsrohren oder angeschlossenen Einrichtungen von Wasserleitungs-, Warmwasserversorgungs- oder Zentralheizungsanlagen sowie aus Etagenheizungen austritt. Zu ersetzen sind Schäden, die in der Zerstörung oder Beschädigung der versicherten Sachen bestehen, wenn sie auf der unmittelbaren Einwirkung von ausgetretenem Leitungswasser beruhen und die unvermeidliche Folge eines solchen Ereignisses sind.
2. Bei der Versicherung von Gebäuden umfasst der Versicherungsschutz ferner:
d) Suchkosten; darunter sind Aufwendungen zur Auffindung der Schadensstelle an den versicherten Rohren anlässlich eines ersatzpflichtigen Schadens zu verstehen.
4. Mitversichert sind:
a) Aufräumungskosten; darunter sind Aufwendungen für das Ausräumen der Schadenstätte und für die Abführung des Schuttes und nicht mehr verwendbarer Reste bis zur nächsten geeigneten und gestatteten Ablagerungsstätte zu verstehen, soweit sie die versicherten Sachen betreffen
b) Abbruchkosten; darunter sind die Kosten für einen im Schadenfall notwendig werdenden Abbruch stehengebliebener Teile versicherter Sachen und deren Abführung bis zur nächsten geeigneten und gestatteten Ablagerungsstätte zu verstehen
c) Reinigungs- und Abdeckkosten; unter Reinigungskosten sind Aufwendungen zur Schlussreinigung an den versicherten Sachen, unter Abdeckkosten Aufwendungen zur Vermeidung von Verunreinigungen oder Verschmutzungen anlässlich der Behebung eines versicherten Schadens zu verstehen
d) De- und Remontagekosten; darunter sind Aufwendungen für die unvermeidbare Entfernung und Wiedermontage von Einrichtungen zur Behebung eines entschädigungspflichtigen Schadens zu verstehen
1. Die Versicherung erstreckt sich nicht auf
d) Schäden durch Grundwasser, Hochwasser, Wasser aus Witterungsniederschlägen oder dadurch verursachten Rückstau
2. Der Versicherungsnehmer hat alle schriftlichen und mündlichen Angaben im Zuge der Schadenerhebung dem Versicherer richtig und vollständig zu machen
3. Verletzt der Versicherungsnehmer eine der vorstehenden Obliegenheiten, so ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei, es sei denn, dass die Verletzung weder auf Vorsatz noch auf grober Fahrlässigkeit beruht.
Allgemeine Bedingungen für die Sturmschaden-Versicherung (AStB)
1. Der Versicherer gewährt nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen Versicherungsschutz gegen Schäden durch Sturm, Hagel, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch
7. Der Versicherer haftet nicht
e) für Schäden, die dadurch entstanden sind, dass sich die versicherten Gebäude in einem baufälligen Zustand befanden bzw ganz oder teilweise mangelhaft instandgehalten wurden oder dass im Zuge von Umbauten Baubestandteile aus der üblichen Verankerung oder Befestigung gelöst wurden oder noch nicht entsprechend mit dem sonstigen Bauwerk verbunden worden sind; diese Ersatzpflicht des Versicherers besteht aber, wenn der Versicherungsnehmer nachweist, dass der Schaden mit diesen Mängeln in keinem ursächlichen Zusammenhang steht.
Ergänzung zu Art 3 ABS:
Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die versicherten Gebäude, vor allem das Dach laufend instand zu halten.
Diese Sicherheitsvorschrift gilt als vereinbarte Sicherheitsvorschrift iSd Art 3 ABS.“
Besondere Bedingungen für die Eigenheimversicherung System Plus
7.2 Erweiterung des Versicherungsschutzes (Dichtungsschäden an Rohren, Schäden an angeschlossenen Einrichtungen und Armaturen, Verstopfungsschäden)
Erweiterter Elementargefahrenschutz
12. Schäden durch Überschwemmung, Oberflächenwasser, Vermurung, Rückstau, Lawinen- und Lawinenluftdruck sowie Erdbeben.
12.1 Schäden am Gebäude
In Erweiterung von Art 1 AStB sind Schäden durch Überschwemmung, Oberflächenwasser, Vermurungen und Rückstau als Folge von Witterungsniederschlägen und Hochwasser, Lawinen- und Lawinenluftdruck sowie durch Erdbeben mitversichert.“
Im September/Oktober 2014 wurden beim Waschbecken im Kinderbadezimmer ein neuer Mischer, eine neue Ablaufgarnitur und ein neuer Siphon montiert.
Im April 2015 bemerkte die Klägerin einen Wasserschaden im Mansardenbereich des Gebäudes, und zwar in der Diele, im Kinderzimmer, im Bereich der Mauer vor dem Kinderbad und im Parterre im Bereich der Schleuse zwischen Garage und Dach des Wohnhauses.
Unmittelbar nach Schadenseintritt wurden die Wasserschäden von einem Professionisten begutachtet. „Es kann nicht festgestellt werden, ob der Siphon im Kinderbadezimmer gelockert war und in weiterer Folge fixiert wurde.“
Danach wurde über Auftrag der Klägerin das Dach überprüft und repariert, die Fenster wurden ausgeputzt, Lüfter und Garage abgedichtet, wofür die Klägerin 1.083,17 EUR leistete.
Ab 2. 6. 2015 beauftragte die Klägerin eine Leckortung, anlässlich der drei Druckproben im Badezimmer durchgeführt wurden, die Druckverluste im Rohrsystem ergaben.
Zur Feststellung des Schadens und zur Schadensbewertung wurde in der Folge von der Beklagten die S***** GmbH (in weiterer Folge: S GmbH) beigezogen.
Am 12. 6. 2015 erfolgte eine weitere Besichtigung, bei welcher auch ein Sachverständiger der S GmbH und die Klägerin anwesend waren. Sie schloss diesem gegenüber aus, dass Ursache für die Wasserschäden ein Fehler am Flachdach der Garage sein könnte. Die Klägerin teilte auch nicht mit, dass nach Eintritt des Wasserschadens eine Überprüfung des Flachdachs erfolgt und Abdichtungsarbeiten durchgeführt worden waren. Zur Ermittlung der Schadensursachen wurden „dabei“ zerstörende Maßnahmen zur Freilegung der Rohrleitungen im Kinderbadezimmer durch die S GmbH angeordnet. Nachdem Rohrleitungen und Dusche freigelegt waren, fanden am 18. Juni 2015 erneut Leckortungsarbeiten statt. Bei einer Druckprobe der Wasserleitungen wurde kein Druckverlust festgestellt. Im Bereich des Mischers der Dusche wurden erhöhte Feuchtigkeitswerte gemessen. An den restlichen Mauerwerken im Bereich um das Kinderbadezimmer konnte ein Rückgang der Feuchtigkeit festgestellt werden. Das Flachdach der Garage wurde ebenfalls überprüft, wobei keine Fehlerquellen gefunden wurden.
Am 6. Juli 2015 fanden erneut Feuchtigkeitsmessungen statt, wobei ein Rückgang der Feuchtigkeit verzeichnet wurde. Lediglich im Bereich des Mischers der Dusche und im Mauerwerk des Kinderbadezimmers waren die Feuchtigkeitswerte höher.
Am 14. Juli 2015 wurden weitere Rohrleitungen im Kinderbadezimmer, welche zuvor freigelegt worden waren, überprüft. Diese waren frei von Mängeln. Die Feuchtigkeitswerte bei den in weiterer Folge durchgeführten Feuchtigkeitsmessungen waren weiterhin rückläufig.
Mit Rechnungsprüfungsbericht vom 12. Juli 2016 teilte die S GmbH der Beklagten mit, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mängel an der Verblechung des Garagenflachdachs ursächlich für den Wassereintritt aufgrund Niederschlags in das Kinderbadezimmer gewesen seien und andere Schadensursachen ausgeschlossen würden.
„Es kann nicht festgestellt werden, welches Ereignis für den Eintritt des Wasserschadens im Bereich des Kinderbadezimmers ursächlich war.“
Im Mai 2016 wurde das Kinderbadezimmer „saniert“. Die Kosten dafür betrugen 4.987,08 EUR und wurden von der Klägerin beglichen.
Das Erstgericht traf diese Feststellungen ohne Einholung von Sachverständigengutachten und ohne Begründung dazu, warum es dem Beweisantrag der Klägerin nicht folgte.
Die Klägerin begehrt die Zahlung von 6.070,25 EUR sA. Im Frühjahr 2015 sei in ihrem Wohnhaus ein Wasserschaden aufgrund ausgetretenen Leitungswassers aufgetreten. Im Oktober 2014 seien die Armaturen im Bad erneuert worden, weshalb sie als Schadensursache ein gelockertes Anschlussrohr unterhalb des Waschbeckens vermutet habe. Nach Kontaktierung einer Sanierungsfirma und nach Besichtigung durch diese sei das Anschlussrohr mit Dichtmaterial fixiert worden. Als mögliche weitere Schadensursache sei der Klägerin ein Wassereintritt über das Dach genannt worden. Die Klägerin habe sodann die Durchsicht des Dachs beauftragt. Dabei seien Stellen im Bereich des Hauptdachs und des Garagenflachdachs nachsilikoniert und Lüfter abgedichtet worden. Die Kosten dafür hätten 1.083,17 EUR betragen. In weiterer Folge seien zur Leckortung Dusch- und Brausetasse demontiert und Rohrleitungen freigelegt worden. Nachdem bis zur letzten Überprüfung am 13. Juli 2015 alle Feuchtigkeitswerte rückläufig gewesen seien und kein Rohrgebrechen habe festgestellt werden können, seien die Leckorter von einem einmaligen Wassereintritt über das Dach nach Niederschlägen ausgegangen. Hilfsweise liege daher ein Elementarschaden durch Oberflächenwasser infolge Witterungsschäden vor. Die Sanierung und Wiederherstellung des zerstörten Duschbereichs samt Wandverfliesung und Wandanstrich habe 4.987,08 EUR gekostet. Die Beklagte habe für diese Kosten einzustehen. Es liege kein die Leistungsfreiheit begründender Risikoausschluss und keine schuldhafte Obliegenheitsverletzung vor.
Die Beklagte beantragt die Abweisung des Klagebegehrens. Die Klägerin habe der Beklagten einen Gebäudeschaden durch Niederschlagswasser gemeldet, welcher sich am 12. Juni 2015 ereignet haben soll. Der von der Beklagten beauftragte Sachverständige habe festgestellt, dass kein Schaden an Druckleitungen oder dem Ablauf des Duschbereichs vorgelegen habe. Ursache für die Feuchtigkeitsschäden sei vielmehr eine Undichtheit des Flachdachs gewesen. Schadenskausal sei nicht ein Leitungsrohrgebrechen oder Oberflächenwasser, sondern das baufällige oder mangelhafte Dach der Klägerin. Es bestehe daher Leistungsfreiheit aufgrund des Risikoausschlusses gemäß Art 1.7e AStB oder aufgrund der grob schuldhaften Verletzung der Instandhaltungspflicht gemäß Art 4 AStB. Im Übrigen sei die Beklage leistungsfrei, weil die Klägerin ihre Auskunftsobliegenheit im Zuge der Schadenerhebung schuldhaft verletzt habe, indem sie den Sachverständigen der Beklagten nicht über die bereits am Dach durchgeführten Sanierungsarbeiten in Kenntnis gesetzt habe.
Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Die Beweislast für die anspruchsbegründende Voraussetzung des Eintritts des Versicherungsfalls treffe den eine Versicherungsleistung beanspruchenden Versicherungsnehmer. Die Negativfeststellung zum Schadenereignis gehe zu Lasten der Klägerin.
Das Berufungsgericht bestätigte dieses Urteil. Die Klägerin habe das Vorliegen eines Versicherungsfalls nicht unter Beweis gestellt. Soweit die Klägerin die Kosten für die Durchführung der Arbeiten am Dach als Aufwendungen im Sinne der §§ 63 Abs 1 und 66 Abs 1 VersVG ersetzt wissen möchte, scheitere dies daran, dass der Anspruch auf Ersatz dieses Aufwands – sollte ein solcher tatsächlich vorliegen – das rechtliche Schicksal des Anspruchs auf Ersatz des Grundschadens teile. Im Übrigen habe die Klägerin dem Sachverständigen der Beklagten nicht mitgeteilt, dass nach Eintritt des Wasserschadens und vor dem Besichtigungstermin am 12. Juni 2015 bereits eine Überprüfung des Flachdachs der Garage und Abdichtungsarbeiten durchgeführt worden seien. Damit habe sie ihre Obliegenheit gemäß Art 7.2 AWB schuldhaft verletzt. Die Nichterwähnung der Reparatur des Dachs sei wesentlich für die weiteren Anordnungen des Sachverständigen gewesen.
Das Berufungsgericht erklärt die Revision nachträglich für zulässig. Die Klägerin werfe dem Berufungsgericht einen Verstoß gegen die Bestimmungen der §§ 182, 182a ZPO insoweit vor, als es einen falschen Maßstab an die Bestimmtheitserfordernisse eines Antrags auf Einholung eines Sachverständigengutachtens angelegt haben soll.
Die Revision ist aus Gründen der Rechtssicherheit zulässig, sie ist teilweise berechtigt.
1. Die Gebäudeversicherung umfasst hier eine Elementarschaden- und eine Leitungswasserschadenversicherung. Die Klägerin geht vorrangig vom Eintritt eines Schadens durch austretendes Leitungswasser aus; hilfsweise von einem in der Elementarschadenversicherung gedeckten Eintritt von Oberflächenwasser nach Niederschlägen über das Dach. Die Beklagte hält dem entgegen, Ursache des Schadenfalls sei ein Wassereintritt aufgrund einer Undichtheit des Dachs gewesen, wofür nach Art 1.7e bzw Art 4 AStB kein Deckungsschutz bestehe.
2.1 Die Vorinstanzen wiesen das Klagebegehren ab, weil die zum Schadenereignis getroffene Negativfeststellung zu Lasten des Versicherungsnehmers gehe, den die Beweislast für die anspruchsbegründenden Voraussetzungen des Eintritts des Versicherungsfalls treffe.
2.2 Nach ständiger Rechtsprechung wird eine Rechtssache unrichtig beurteilt, wenn der Entscheidung unzulässige überschießende Feststellungen zugrunde gelegt werden (RIS-Justiz RS0040318 [T2]; RS0036933 [T10, T11, T12]; RS0037972 [T11]; RS0112213 [T1, T4]). Das Gericht darf grundsätzlich die bei einer Beweisaufnahme hervorgekommenen Umstände nur soweit berücksichtigen, als sie im Parteivorbringen Deckung finden. Darüber hinausgehende „überschießende“ Feststellungen dürfen nur dann berücksichtigt werden, wenn sie sich im Rahmen des geltend gemachten Klagsgrundes oder der erhobenen Einwendungen halten (RIS-Justiz RS0037972 [T9]; RS0036933 [T7]).
2.3 Das Prozessvorbringen im vorliegenden Fall beinhaltet den Schadenseintritt durch Leitungswasser (Klägerin) oder durch den Eintritt von Niederschlagswasser über das Dach (Beklagte; hilfsweise auch die Klägerin). Soweit damit die Negativfeststellung des Erstgerichts auf die Möglichkeit einer weiteren, von diesem Parteivorbringen der Streitteile nicht umfassten, und auch gar nicht indizierten anderen Ursache abzielt, ist dies als überschießend nicht zu berücksichtigen. Damit kommt der „Negativfeststellung“ des Erstgerichts lediglich die Bedeutung zu, dass der Schadensfall entweder durch den Austritt von Leitungswasser oder durch über das Dach eintretendes Niederschlagswasser verursacht wurde.
3. Der Versicherungsnehmer, der eine Versicherungsleistung beansprucht, muss die anspruchsbegründenden Voraussetzungen des Eintritts des Versicherungsfalls beweisen (RIS-Justiz RS0080003).
Dies ist der Klägerin hier insoweit gelungen, als sie bewiesen hat, dass entweder der Versicherungsfall nach Art 1.1 AWB oder jener nach Art 12.1 der Besonderen Bedingungen für die Eigenheimversicherung System Plus eingetreten ist. Der vorliegende Fall ist dadurch gekennzeichnet, dass die Klägerin vor dem Hintergrund des Bestehens des Versicherungsschutzes für beide in Frage kommenden Risiken bei nicht eindeutiger Schadensursache Such- und Kontrolltätigkeiten entfaltete.
4. Zu diesem Zweck beauftragte sie eine Firma mit der Überprüfung des Dachs. Dabei wurde dieses kontrolliert, repariert, die Fenster ausgeputzt, Lüfter und Garage abgedichtet, wofür sie 1.083,17 EUR aufwendete.
Erkennend, dass aufgrund der Bedingungslage in der Elementarschadenversicherung für derartige Aufwendungen keine Deckungspflicht vereinbart wurde, begründet die Klägerin ihren Ersatzanspruch hier mit § 63 Abs 1 VersVG (Rettungskosten) oder § 66 Abs 1 VersVG (Ermittlungs- und Feststellungskosten).
4.1 Nach § 62 VersVG ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, bei Eintritt des Versicherungsfalls den Schaden möglichst abzuwenden oder zu mindern. Er hat unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Ersatz des Rettungsaufwands durch den Versicherer. Mit dem Beginn eines Ereignisses, das in seiner Folge wahrscheinlich den Schaden herbeiführen wird, beginnt die Abwendungs- und Minderungspflicht (RIS-Justiz RS0080451 [T3]). Nach § 63 Abs 1 VersVG fallen dem Versicherer auch erfolglose Aufwendungen des Versicherungsnehmers gemäß § 62 VersVG zur Last, soweit sie der Versicherungsnehmer den Umständen nach für geboten halten durfte. Voraussetzung für die Anwendung der §§ 62 ff VersVG ist aber, dass der Versicherungsfall unmittelbar bevorstand oder der Versicherungsnehmer subjektiv dies annehmen durfte, wofür stets den Versicherungsnehmer die Beweislast trifft (7 Ob 307/00y).
In der Regel nicht zu den Rettungskosten iSd § 63 VersVG zählen demgegenüber Sacherhaltungs- bzw Schadensverhütungskosten, die vom Versicherungsnehmer nicht in Kontext mit der Abwehr (oder zumindest Minderung) eines der versicherten Sache unmittelbar drohenden Schadens aufgewendet werden. Dies hat die Ursache darin, dass derartige Aufwendungen vom – grundsätzlich auf den Ersatz des Primärschadens gerichteten – Versicherungsschutz nicht umfasst sind (Vonkilch in Fenyves/Schauer VersVG § 63 Rz 22).
Die Klägerin hat nicht dargetan, inwieweit die von ihr getätigten Aufwendungen geboten waren, um einen unmittelbar bevorstehenden Schaden abzuwenden oder sie dies annehmen durfte, sodass ein Ersatz als Rettungskosten nicht in Betracht kommt.
4.2 Nach § 66 Abs 1 VersVG hat der Versicherer die Kosten, die durch die Ermittlung und Feststellung des ihm zur Last fallenden Schadens entstehen, dem Versicherungsnehmer insoweit zu ersetzen, als die Aufwendungen den Umständen nach geboten waren.
Ermittlung bedeutet die Erforschung des Schadens als technischen Sachverhalt; Feststellung ist dagegen auf den Schaden im Hinblick auf die Entschädigungspflicht bezogen und umfasst insbesondere jede Tätigkeit, die auf die Konstatierung der Schadenshöhe gerichtet ist (Beckmann in Honsell Berliner Kommentar zum Versicherungsvertragsgesetz § 66 Rn 6 mwN; vgl auch Ertl in Fenyves/Schauer VersVG § 66 Rz 9). Typische Ermittlungs- und Feststellungskosten sind Auslagen für Sachverständige oder Spesen für die Beschaffung von Urkunden (Ertl aaO Rz 10).
Inwieweit die geltend gemachten Aufwendungen, für die die Klägerin hier Ersatz begehrt, der Ermittlung bzw der Feststellung dienten, lässt der bloße Verweis auf die Gesetzesstelle nicht erkennen. Eine Ersatzpflicht der Beklagten wurde auch hier nicht dargelegt.
4.3 Der Ersatz der Aufwendungen in Höhe von 1.083,17 EUR gebührt demnach nicht, sodass es einer weiteren Prüfung des Vorliegens der geltend gemachten Ausschlusstatbestände des Art 1.7e und Art 4 AStB nicht bedurfte.
5.1 Anders verhält es sich mit den Aufwendungen im Zusammenhang mit den Leckortungen und der De- und Remontage des Kinderbadezimmers in Höhe von 4.987,08 EUR. Diese Kosten stehen im Zusammenhang mit der Suche nach einer Schadensstelle an den versicherten Rohren, wobei die Durchführung der mit diesen Aufwendungen verbundenen Tätigkeiten über ausdrückliche Weisung der Beklagten erfolgte. Dass diese Kosten grundsätzlich vom Versicherungsschutz umfasst sind, wird von der Beklagten auch nicht bezweifelt.
5.2 Die Beklagte beruft sich aber darauf, dass die Klägerin ihre Auskunftsobliegenheit im Zuge der Schadenerhebung verletzt habe, indem sie den Sachverständigen nicht auf bereits erfolgte Arbeiten am Dach hingewiesen, sondern vielmehr einen Fehler am Dach als Ursache für den Wassereintritt sogar ausgeschlossen habe.
5.3 Obliegenheiten nach dem Versicherungsfall dienen dem Zweck, den Versicherer vor vermeidbaren Belastungen und ungerechtfertigten Ansprüchen zu schützen. Die Drohung mit dem Anspruchsverlust soll den Versicherungsnehmer motivieren, die Verhaltensregeln ordnungsgemäß zu erfüllen; ihr kommt eine generalpräventive Funktion zu (RIS-Justiz RS0116978). Der Versicherer braucht nur den objektiven Tatbestand einer Obliegenheitsverletzung nachzuweisen, während es Sache des Versicherungsnehmers ist, zu behaupten und zu beweisen, dass er die ihm angelastete Obliegenheitsverletzung weder vorsätzlich noch grob fahrlässig begangen habe. Dass – bei grob fahrlässiger Begehung einer Obliegenheitsverletzung – die Verletzung weder auf die Feststellung eines Versicherungsfalls noch auf die Feststellung und den Umfang der dem Versicherer obliegenden Leistungen Einfluss gehabt hat, ist vom Versicherungsnehmer im Verfahren erster Instanz zu behaupten und zu beweisen (RIS-Justiz RS0081313). Eine nur leichte Fahrlässigkeit bleibt demnach ohne Sanktion (RIS-Justiz RS0043728 [T4]). Gelingt dem Versicherungsnehmer der Beweis der leichten Fahrlässigkeit nicht, so steht ihm nach § 6 Abs 3 VersVG auch bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung der Kausalitätsgegenbeweis offen. Unter Kausalitätsgegenbeweis ist der Nachweis zu verstehen, dass die Obliegenheitsverletzung weder auf die Feststellung des Versicherungsfalls noch auf die Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht des Versicherers einen Einfluss gehabt hat. Dies kann für den Gesamtschaden oder einen Teil des Schadens gelingen (RIS-Justiz RS0116979).
5.4 Die Revision zieht die vom Berufungsgericht bejahte Verletzung der Auskunftsobliegenheit nicht in Zweifel, sie verweist jedoch darauf, dass die Obliegenheitsverletzung auf leichter Fahrlässigkeit beruhe.
Der Versicherungsnehmer kann davon ausgehen, dass ein Versicherer, dem das Weisungsrecht zukommt, gerade bei nicht eindeutiger Schadensursache – wie hier – selbst entscheidet, welche Kontroll- und Suchtätigkeiten er entfalten will und er sich dabei nicht auf die laienhafte Meinung des Versicherungsnehmers oder auf Meinungen oder Handlungen von nicht von ihm beauftragten Handwerkern verlassen wird, ohne sich selbst über die Situation eine Meinung durch seine Sachverständigen zu bilden. Das heißt, es war zu erwarten, dass der Versicherer das Dach kontrollieren lässt, wenn er dort die Schadensursache vermutet, unabhängig davon, ob ihm die Klägerin die vermisste Aufklärung erteilt hat oder nicht. Der Versicherer muss entscheiden, was er aufgrund der jederzeit zu begutachtenden unklaren Situation für zweckmäßig hält. Ordnet er daher von sich aus an, dass zuerst Abbrucharbeiten im Kinderbadezimmer zur Leckortung vorgenommen werden sollen, bevor er das Dach kontrollieren lässt, dann kann das Unterbleiben der Aufklärung nur leichte Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers begründen.
5.5 Die geltend gemachte Leistungsfreiheit infolge Obliegenheitsverletzung ist daher zu verneinen, die Beklagte hat den Betrag von 4.987,08 EUR zu ersetzen.
6. Der Revision ist damit teilweise Folge zu geben, ein Eingehen auf die geltend gemachte Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens erübrigt sich.
7. Die Kostenentscheidung gründet sich hinsichtlich des erstgerichtlichen Verfahrens auf § 43 Abs 1 ZPO, hinsichtlich des Rechtsmittelverfahrens auf die §§ 50, 43 Abs 1 ZPO. Die Klägerin obsiegte mit 82 %. Sie erhält 64 % ihrer Kosten ersetzt. Die Gerichtsgebühren sind im Ausmaß des tatsächlichen Obsiegens zu ersetzen.
E120446
ECLI:AT:OGH0002:2017:0070OB00174.17I.1220.000
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