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Timestamp: 2017-06-25 02:14:31
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Jahresfinanzbericht 2008 bwin Interactive Entertainment AG - PDF
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1 Jahresfinanzbericht 2008 bwin Interactive Entertainment AG2 2 bwin auf einen Blick Ausgewählte Kennzahlen nach der At-equity-Methode 1 TEUR, außer Prozent Brutto-Gaming-Erträge davon Bruttoerträge Sportwetten Sportwetten-Marge 8,0 % 8,7 % 8,8 % 8,7 % 9,9 % Total Netto-Gaming-Erträge Sonstige Erträge Aufwendungen EBITDA EBIT Konzernergebnis nach Steuern Bilanzsumme Liquide Mittel (inkl. kfr. Wertpapiere) Eigenkapital Mitarbeiter zum Stichtag Neuregistrierungen Anzahl der Sportwetten in Bei der At-equity-Konsolidierung wird das anteilige Ergebnis der bwin e.k., vermindert um Abschreibungen des im Beteiligungsansatz enthaltenen Firmenwertes und sonstiger anteiliger Zwischengewinne, in einer Zeile in der Ergebnisrechnung (anteiliges Ergebnis von assoziierten Unternehmen) erfasst. Dementsprechend wird der Beteiligungsansatz erhöht oder vermindert. Diese Art der Konsolidierung führt im Allgemeinen zum gleichen Konzernergebnis wie die Vollkonsolidierung. Ausgewählte Kennzahlen in einer pro-forma-konsolidierten Version 1 TEUR, außer Prozent Brutto-Gaming-Erträge davon Bruttoerträge Sportwetten Sportwetten-Marge 8,0 % 8,7 % 8,8 % 8,7 % 9,9 % Total Netto-Gaming-Erträge Sonstige Erträge Aufwendungen EBITDA EBITDA bereinigt EBIT Konzernergebnis vor Steuern Konzernergebnis nach Steuern Konzernergebnis nach Steuern Diese Darstellung bezieht die stille Beteiligung der bwin e.k. in einer pro-forma-konsolidierten Version ein und unterscheidet sich daher vom Konzernabschluss. 2 Exklusive Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen nach IFRS 2. 3 Exklusive der Effekte aus Wertminderungen und Wertaufholungen.3 Inhalt Brief der Vorstandsvorsitzenden 5 Corporate Governance 8 Corporate Governance Kodex 8 Organe der Gesellschaft 10 Bericht des Aufsichtsrates 13 Verantwortung gewinnt 14 Konzernlagebericht 18 Konzernabschluss 30 Konzernbilanz 30 Konzerngewinn- und Konzernverlustrechnung 31 Entwicklung Konzerneigenkapital 32 Konzerngeldflussrechnung 33 Anhang zum Konzernabschluss 34 Bestätigung des Abschlussprüfers 92 Jahresabschluss 95 Lagebericht für das Geschäftsjahr Bilanz 108 Gewinn- und Verlustrechnung 110 Anhang zum Jahresabschluss 111 Entwicklung des Anlagevermögens 114 Beteiligungsspiegel 116 Bericht des Abschlussprüfers 141 Erklärung gesetzlicher Vertreter 142 Serviceangaben 144 Konzerngesellschaften 144 Glossar 145 Websites 146 Aktionärsinformationen 147 Impressum 1494 4 Norbert Teufelberger und Manfred Bodner5 5 Brief der Vorstandsvorsitzenden Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, 2008 stand ganz im Zeichen von Produkt- und Kundenentwicklung in den bereits etablierten europäischen Märkten. Gestützt auf eine starke Marke baute bwin seine Marktposition als weltweit führender Anbieter von Online-Sportwetten aus und etablierte sich nachhaltig als eines der größten europäischen Pokernetzwerke. Zur Kundengewinnung wurden insbesondere die Kommunikationsmöglichkeiten rund um die UEFA EURO 2008 TM erfolgreich genutzt. Und last but not least setzte bwin neue Maßstäbe im Online-Gaming-Zahlungsverkehr. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich während des Geschäftsjahres 2008 um 26,8 % auf über 2,1 Mio., und zurzeit nutzen täglich knapp aktive Kunden das Unterhaltungsangebot von bwin. Die Produktpalette umfasst unter anderem knapp 100 Sportkategorien mit monatlich etwa Live-Events in Web 2.0-Qualität sowie rund 130 Angebote in den Produktbereichen Casino und Games mit bis zu 2,7 Mio. Spielen pro Tag. Mit zu Spitzenzeiten knapp Spielern gleichzeitig an den virtuellen Tischen sowie mehr als 15 Mio. USD (11,5 Mio. EUR) an garantierten Preisgeldern pro Monat genießen bwin Kunden die Vorteile eines der größten Pokernetzwerke. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 konnten die Brutto-Gaming-Erträge im Jahr 2008 von 353,5 Mio. EUR um 19,0 % auf 420,9 Mio. EUR gesteigert werden. Trotz der höheren Aufwendungen für den Ausbau des Produktportfolios stieg das um nicht zahlungswirksame Kosten für aktienbasierte Vergütung bereinigte EBITDA von 62,9 Mio. EUR im Jahr 2007 auf 65,2 Mio. EUR im Jahr 2008 (jeweils pro forma, d.h. inklusive bwin e.k.). Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten verbesserte sich das negative Konzernergebnis nach Steuern (pro forma, d.h. inklusive bwin e.k.) von 9,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,0 Mio. EUR im Jahr Brutto-Gaming-Erträge* in Mio. EUR 353,5 420, * pro forma (d.h. inklusive bwin e.k.) Weltweit führender Anbieter von Online-Sportwetten und eines der größten Pokernetzwerke Europas Exklusive Kundengeldern erhöhte sich die Nettoliquidität von 43,4 Mio. EUR 2007 auf 56,9 Mio. EUR im Jahr Das Unternehmen verfügt damit über eine ausgezeichnete Liquiditätssituation, die angesichts der angespannten Situation an den Finanzmärkten sowohl Kunden als auch Aktionären zusätzliche Sicherheit bietet. Gleichzeitig ist bwin hervorragend positioniert, um das Wachstumspotenzial des Online-Gaming-Marktes optimal zu nutzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr arbeitete bwin konsequent am Ausbau seiner Technologieführerschaft in den Bereichen Sportwetten, Poker und Zahlungsabwicklung. So wurde im Oktober 2008 zunächst in Italien die Pokerplattform P5 gestartet. Diese verfügt über eine vollständig modulare Struktur sowie verbesserte Betriebsstabilität und deutlich höhere Skalierung. Damit stärkt bwin seine Position im Pokergeschäft sowohl im B2C- als auch B2B-Bereich. EBITDA* (bereinigt) in Mio. EUR 62,9 65,2 Parallel dazu wurde die Grundlage für eine neue Dimension der Live-Wette geschaffen. Sieben Jahre nachdem bwin 2002 das erste Live-Wetten-Format entwickelt hat, genießen Kunden nunmehr mit dem neuen Live-Wetten-Interface dank verbesserter Videoqualität in einem größeren Format und einer flexiblen Wettoberfläche ein noch intensiveres Live- Erlebnis * pro forma (d.h. inklusive bwin e.k.) und exklusive Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung nach IFRS 26 6 Konzernergebnis nach Steuern* in Mio. EUR ,2-2,0 * pro forma (d.h. inklusive bwin e.k.) und exklusive der Effekte aus Wertminderungen und Wertaufholungen Im März 2008 erhielt bwin eine emoney-lizenz der britischen Financial Services Authority (FSA), die den höchsten Sicherheitsstandards für Zahlungstransaktionen entspricht und es bwin ermöglicht, weitere Zahlungsmethoden anzubieten. So wurden im vergangenen Jahr die Vorbereitungen zur Ausgabe einer Prepaid-Karte, einem in der Gaming-Industrie einzigartigen Service, großteils abgeschlossen. Zu diesem Zweck erhielt bwin von MasterCard den Status eines Principal Member. Darüber hinaus wurden intern die Voraussetzungen geschaffen, um zukünftig auch den Zahlungsverkehr für Dritte abzuwickeln. In Vorbereitung auf die erwartete regulierte Öffnung des französischen Glücksspielmarktes ging bwin eine strategische Partnerschaft mit der französischen Mediengruppe und größtem Sportveranstalter des Landes Amaury ein. Diese Kooperation unterstreicht die Attraktivität von bwin als internationaler Joint-Venture-Partner. Durch eine zeitgemäße Regulierung könnte Europa weiter tonangebend im Online-Gaming sein. Es wäre eine vergebene Chance, die vergleichsweise junge und aufstrebende europäische Online-Gaming-Industrie durch protektionistische Maßnahmen zu beschränken. Eine Vielzahl unabhängiger Studien unterstreicht den Vorteil einer zeitgemäßen Regulierung von Online-Gaming für Konsumenten, Sport und Staatseinnahmen. Großbritannien und Italien zählen beispielsweise schon seit vielen Jahren zu jenen Staaten, die Online-Glücksspiele zugunsten aller beteiligten Stakeholder reguliert öffnen. Italien hat erst kürzlich die Online- Lizenzen auf Pokerturniere ausgeweitet. Auch Staaten wie Spanien und insbesondere Frankreich haben zuletzt angekündigt, private Anbieter unter strengen Auflagen und Kontrollen im Markt zuzulassen. Andere Mitgliedstaaten sind hingegen weiterhin bemüht, auch im Internet ein staatliches Monopol oder sogar ein gänzliches Verbot durchzusetzen. Derartige protektionistische Systeme führen zu erheblicher Rechtsunsicherheit, zahlreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen und einem enormen Grau- oder Schwarzmarkt im Internet. Dabei sind die Konsumenten mangels staatlicher Kontrolle und einheitlicher Standards sehr oft unregulierten und unseriösen Angeboten ausgesetzt. Das Fehlen zugelassener Konkurrenz verhindert zudem die Entwicklung innovativer Verfahren und Praktiken im Glücksspielsektor zum Nachteil des Kunden. Ausblick unterstreicht die solide Geschäftsentwicklung auch in schwierigen Zeiten bwin setzt sich europaweit für eine verantwortungsvolle, sichere und zuverlässige Regulierung der Online-Gaming-Industrie ein. Beim ersten Responsible Gaming Day der European Gaming and Betting Association (EGBA) im Europäischen Parlament appellierte bwin gemeinsam mit anderen Marktteilnehmern an die EU, verstärkt zusammenzuarbeiten, um für Konsumenten mehr Schutz und Sicherheit im Glücksspielbereich zu garantieren. Gemeinsam mit der Fakultät für Suchtforschung der Harvard Medical School setzt bwin seit Jahren Maßstäbe auf dem Gebiet der Suchtforschung. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für verantwortungsvolle Marketingaktivitäten sowie für die Weiterentwicklung von Produkten im Sinne verantwortungsbewussten Spielens wurde diese Kooperation um weitere fünf Jahre verlängert.7 7 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Nach der intensiven Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren steht 2009 im Zeichen der Konsolidierung, die zu einer deutlich verbesserten Ergebnissituation führen soll. Basierend auf geplanten Brutto-Gaming-Erträgen in der Höhe von 430 bis 445 Mio. EUR und bereits eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen wird ein bereinigtes EBITDA von zumindest 100 Mio. EUR erwartet. Gerade angesichts des äußerst unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes reflektiert dieser Ausblick die solide Geschäftsentwicklung von bwin. Somit plant bwin, erstmals für das Geschäftsjahr 2009, nach Zustimmung der Hauptversammlung, eine Ausschüttung an die Aktionäre (Dividende) vorzunehmen. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses wider, der sich zwar dem internationalen Trend nicht gänzlich entziehen konnte, aber eine wesentlich bessere Performance als der Gesamtmarkt verzeichnete, was uns insbesondere auch für unsere Aktionärinnen und Aktionäre freut, denen wir für ihr in bwin gesetztes Vertrauen an dieser Stelle besonders danken möchten. Danken möchten wir außerdem all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement auch im vergangenen Jahr. So konnten wir eines der weltweit innovativsten und umfassendsten Produktportfolios der Branche entwickeln und unsere Prozessabläufe noch leistungsfähiger gestalten. Manfred Bodner Co-CEO Norbert Teufelberger Co-CEO8 8 Corporate Governance Kodex Best-Practice-Grundsätze für Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle Der Österreichische Corporate Governance Kodex schreibt als vertrauensbildende Maßnahme zwischen den Anspruchsgruppen (Stakeholdern) die Grundsätze guter Unternehmensführung fest und definiert die Verteilung der Aufgaben zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und Eigentümern. Der Österreichische Corporate Governance Kodex wurde im Jahr 2002 eingerichtet und basiert auf Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börsen- und Kapitalmarktrechtes sowie den OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Für das Geschäftsjahr 2008 ist der Corporate Governance Kodex in der im Juni 2007 überarbeiteten Fassung (abrufbar unter www. bwin.org) anwendbar. Corporate Governance Kodex Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist ein internationalen Standards entsprechendes Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen. Im Detail umfasst der Österreichische Coporate Governance Kodex insgesamt etwa 80 Regelungen, die in drei Kategorien unterteilt sind: Regeln, die auf zwingenden Vorschriften beruhen, Regeln, bei denen eine Abweichung erklärt werden muss, sowie Regeln mit Empfehlungscharakter. Abweichungen von ausgewählten Kodexempfehlungen bwin bekennt sich seit seiner Einführung zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Bei folgenden ausgewählten Punkten wird aufgrund bereits gelebter erfolgreicher Unternehmensführung von den Regeln des Corporate Governance Kodex abgewichen. Punkt 4: Einberufung der Hauptversammlung Auf Grundlage von 107 AktG sieht die Satzung von bwin vor, dass die Hauptversammlung mindestens zwei Wochen vor dem Termin der Versammlung einzuberufen ist. Diese Frist verlängert sich entsprechend dem Zeitraum, innerhalb dessen die Aktien vor der Hauptversammlung zu hinterlegen sind. Soweit möglich, versucht bwin die Einberufung jedoch bereits drei Wochen vor der Hauptversammlung zu veröffentlichen. Punkt 16: Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden Dieser Punkt widerspricht der erfolgreich gelebten Organisationsstruktur mit zwei Co-CEOs, die seit Beginn gemeinsam für die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens verantwortlich zeichnen. Punkt 18: Einrichtung einer internen Revision Die Funktion der internen Revision wird in den technischen Bereichen durch die Abteilung Corporate Security wahrgenommen, während die interne Revision in wirtschaftlichen Be langen als Teil der Controlling-Tätigkeiten im Ressort des Finanzvorstandes ausgeübt wird. Eine dedizierte Stabsstelle ist im Organigramm der Gesellschaft berücksichtigt und wird im Geschäftsjahr 2009 entsprechend besetzt. Punkt 28: Beschluss der Hauptversammlung über den Employee Stock Option Plan bwin hat bereits im Zuge des Börsenganges der Gesellschaft mit Zustimmung der Hauptversammlung im Februar 2000 ein Employee Stock Option Program (ESOP) eingeführt, um die Mitarbeiter und Führungskräfte an das Unternehmen zu binden und am Erfolg teilhaben zu lassen. Dieses Optionsprogramm wurde seither jeweils mit Zustimmung der Hauptversammlung mehrmals abgeändert bzw. ausgeweitet, zuletzt in der Hauptversammlung vom 27. Jänner Im Rahmen des ESOP werden die Vorstands-Optionen vom Aufsichtsrat und die Mitarbeiter-Optionen vom Vorstand nach erfolgsabhängigen Kriterien zugeteilt. Des9 9 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Weiteren wurden dem Vorstand außerhalb des ESOP im März 2007 Performance-abhängige Aktien-Optionen eingeräumt. Da nach dem AktG die Ausgestaltung der Vorstandsverträge (hinsichtlich der fixen wie auch variablen Bestandteile) in den Zuständigkeitsbereich des Aufsichtsrates fällt, entschied auch in diesem Fall der Aufsichtsrat über die Details der Ausgestaltung sowie die Zuteilung der Performance-abhängigen Optionen. Die mit der Ausübung sämtlicher Optionen in Zusammenhang stehenden Sperrfristen und Ausübungsfenster werden im Rahmen der Compliance-Richtlinie festgelegt und kommuniziert. Punkt 34: Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat von bwin wendet hinsichtlich der einzurichtenden Ausschüsse die Bestimmungen des AktG bzw. des Corporate Governance Kodex unmittelbar an, weshalb die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates hier keine ausdrücklichen Regelungen enthält. Punkt 38: Altersgrenze für Vorstandsmitglieder Die Satzung der bwin Interactive Entertainment AG sieht keine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder vor. Die Bestellung der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft richtet sich ausschließlich nach deren fachlicher und persönlicher Qualifikation. Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex Punkt 41 und 43: Ausschüsse des Aufsichtsrates Da der Aufsichtsrat von bwin nur aus sechs Mitgliedern besteht, sind derzeit kein Nominierungsausschuss und auch kein Vergütungsausschuss eingerichtet. Vielmehr werden diese beiden Funktionen vom Gesamtaufsichtsrat gemeinsam ausgeübt. Punkt 57: Altersgrenze für Aufsichtsräte und Anzahl der Aufsichtsratsmandate Eine Altersgrenze für die Nominierung von Aufsichtsratsmitgliedern ist in der Satzung derzeit nicht vorgesehen und erscheint darüber hinaus aus Unternehmenssicht nicht sinnvoll. Hinsichtlich der Anzahl der Aufsichtsratsmandate werden von den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern die Beschränkungen von 86 AktG beachtet. Punkt 67: Angaben zu Risiken, Riskmanagement und dessen Evaluierung Aus Sicht der Gesellschaft sind Risiken unerwartete Ereignisse sowie mögliche Entwicklungen, die sich nachteilig auf die Erreichung von gesetzten Zielen und die finanzielle Situation der Gesellschaft auswirken können. Die Wettbewerbssituation sowie branchentypische Risiken sind neben den sich aus dem wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld ergebenden Risiken ebenfalls von Relevanz. Die diesbezügliche Analyse im Konzernlagebericht beschränkt sich auf diese Risiken.10 10 Organe der Gesellschaft Vorstand Manfred Bodner Bachelor of Arts in International Studies der Webster University St. Louis Manfred Bodner ist seit 1989 in leitenden Funktionen tätig. So war er von 1989 bis 1995 CEO bei der Trend AG mit Fokus auf Direct-Marketing-Vertrieb in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Er wechselte dann in den Vorstand der Neckermann Handels AG, Osteuropaholding mit Sitz in Wien, wo er bis 1998 diese Position bekleidete. Als Gründungsvorstand ist Manfred Bodner seit Mai 1999 bei bwin Interactive Entertainment AG tätig und von Beginn an für Marketing/Sales sowie Technologie verantwortlich. Per Ende Juni 2001 wurde er zum Co-CEO bestellt. Der Vertrag läuft bis 31. Dezember Norbert Teufelberger Magister der Sozialund Wirtschaftswissenschaften der WU Wien Mag. Norbert Teufelberger ist seit 1989 im nationalen und internationalen Casino- und Wettgeschäft tätig. Er bekleidete u.a. zentrale Funktionen bei Casinos Austria und war Mitbegründer eines börsennotierten US-Casinounternehmens. Im September 1999 wechselte er zur bwin Interactive Entertainment AG und wurde am 19. Jänner 2000 in den Vorstand gewählt, wo er mit den Bereichen Finanzen und Investor Relations betraut wurde. Im Juni 2001 wurde er zum Co-CEO bestellt. Der Vertrag läuft bis 31. Dezember Aufsichtsrat Hannes Androsch Aufsichtsratsvorsitzender, Diplomkaufmann der Hochschule für Welthandel Wien, Doktor der Wirtschaftswissenschaften, WU Wien Der beeidete Wirtschaftsprüfer und Steuerberater DKfm. Dr. Hannes Androsch wurde 1967 als Abgeordneter in den österreichischen Nationalrat berufen. Er war von 1970 bis 1981 Bundesminister für Finanzen und von 1976 bis 1981 Vizekanzler der Republik Österreich. In der Folge war er bis 1988 Generaldirektor der Bank CA-BV. Anschließend war Dr. Androsch im Auftrag der Weltbank für eine entwicklungspolitische Mission in Botswana tätig gründete er die AIC Androsch International Management Consulting GmbH in Wien. Er ist heute als Industrieller tätig und engagiert sich u.a. für Wissenschaft und Forschung (www.androsch.com). Bestelldauer: 16. Mai 2003* bis Hauptversammlung 2011 Weitere Aufsichtsratsmandate: ARC Austrian Research Centers GmbH Seibersdorf, Vorsitzender AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, Vorsitzender FACC Future Advanced Composite Component AG, Präsident FIMBAG Finanzmarktbeteiligung AG des Bundes, Stellvertreter des Vorsitzenden Österreichische Salinen AG, Vorsitzender Salinen Austria AG, Vorsitzender Alexander Knotek Stellvertreter des Vorsitzenden, Doktor der Rechtswissenschaften, Universität Wien Dr. Alexander Knotek ist seit 1979 Rechtsanwalt und Seniorpartner der Rechtsanwaltssozietät AVIA LAW GROUP mit den Standorten Wien, Klagenfurt und Baden. In seiner langjährigen Tätigkeit hat er sich insbesondere auf Gesellschaftsrecht, Liegenschaftsrecht, Insolvenzrecht und Wirtschaftsstrafrecht spezialisiert. Daneben ist Dr. Knotek in verschiedenen Unternehmen als Vorstand bzw. Aufsichtsrat tätig. Bestelldauer: 16. Mai 2003* bis Hauptversammlung 2011 Weitere Aufsichtsratsmandate: Sparkasse Baden Sparkasse Kirchschlag AG11 11 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Mag. Helmut Kern war ab 1996 als Managing Director für Deloitte Consulting Österreich be schäftigt und wurde 1998 zum Global Partner. Als Mitglied der European Telecoms Leadership Group von Deloitte Consulting zeichnete er ab dem Jahr 2000 für zirka 600 Berater verantwortlich. Im Jahr 2003 erfolgten die Übernahme von 100 % der Geschäftsanteile von Deloitte Consulting GmbH, Wien, im Zuge eines Management-Buy-outs und die Umbenennung der Gesellschaft in Beyond Consulting GmbH, der Mag. Kern als geschäftsführender Gesellschafter vorsteht. Bestelldauer: 14. Mai 2004* bis Hauptversammlung 2011 Helmut Kern Magister der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsuniversität Wien Dr. Georg Riedl ist seit 1991 Rechtsanwalt in Wien. Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind Gesellschaftsrecht und M&A, Handelsrecht, Kapitalmarktrecht, Wettbewerbsrecht, IT-Recht, E-Commerce, Domainrecht, Wettbewerbsrecht und Privatstiftungsrecht. Dr. Riedl ist in verschiedenen Privatstiftungen und Gesellschaften Mitglied des Vorstandes oder des Aufsichtsrates. Bestelldauer: 10. Mai 2005* bis Hauptversammlung 2010 Georg Riedl Doktor der Rechtswissenschaften, Universität Wien Weitere Aufsichtsratsmandate: Österreichische Salinen AG und Konzerngesellschaften AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG Porr Allgemeine Baugesellschaft - A. Porr AG und Konzerngesellschaften, Stellvertreter des Vorsitzenden Wiesenthal & Co AG paysafecard.com Wertkarten AG FACC Future Advanced Composite Component AG Mag. Herbert Schweiger begann seine berufliche Karriere 1988 nach dem Abschluss seines Wirtschaftsstudiums im Verkaufsbereich der IBM Österreich wechselte Mag. Schweiger nach mehreren nationalen und internationalen Zwischenstationen bei IBM zu Compaq Österreich. Ab 1999 war Mag. Schweiger Geschäftsführer von Compaq Österreich, 2003 kehrte er zu IBM Österreich zurück, wo er den Geschäftsbereich Mittelstand übernahm. Von Februar 2004 bis Februar 2008 war er Geschäftsführer der Microsoft Österreich GmbH. Mit März 2008 übernahm Herr Mag. Schweiger die Geschäftsführung der Berndorf Band GmbH. Bestelldauer: 22. Mai 2007* bis Hauptversammlung 2012 Herbert Schweiger Magister der Betriebswirtschaft, Universität Wien Per Afrell wurde 1957 geboren und war ab 2005 der Vorsitzende des Aufsichtsrates bei bwin Games AB (ehemals Ongame e-solutions AB). Herr Afrell hat langjährige Erfahrung im Finanzwesen und bekleidete verschiedene leitende Positionen in der Finanzwirtschaft. Er ist Vorsitzender und Mitbegründer des Immobilienfonds Profi Management AB sowie seit 2001 ein Mitglied des Notierungsausschusses der Stockholmer Börse. Neben seiner Tätigkeit als Referent bei der Stockholm School of Economics war er Wertpapierkolumnist bei Schwedens führender Zeitung Dagens Nyheter ( ), Leiter der Nordic Products bei UBS Warburg ( ) und Gründer der Findata Finansiell Infomation ( ). Bestelldauer: 22. Mai 2007* bis Hauptversammlung 2012 Per Afrell Vorsitzender des Immobilienfonds Profi Management AB * jeweils Datum der Erstbestellung12 12 Ausschüsse des Aufsichtsrates Da der Aufsichtsrat von bwin nur aus sechs Mitgliedern besteht, sind derzeit kein Nominierungsausschuss und kein Vergütungsausschuss eingerichtet. Vielmehr werden diese beiden Funktionen vom Gesamtaufsichtsrat ausgeübt. Prüfungsausschuss Am 3. April 2009 hat der Prüfungsausschuss getagt. Es wurden in dieser Sitzung Jahresabschluss und Lagebericht sowie Konzernabschluss und Konzernlagebericht überprüft, dem Aufsichtsrat die Feststellung des Jahresabschlusses empfohlen und der Vorschlag des Vorstandes für die Ergebnisverwendung des Geschäftsjahres 2008 (Vortrag des Bilanzergeb nisses auf neue Rechnung) zur Kenntnis genommen. Zusammensetzung des Aufsichtsrates bwin hat einen Streubesitz von rund 80 %. Es gibt kein Mitglied, das Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % ist.13 13 Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2008 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2008 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von vier Sitzungen wahrgenommen. Zusätzlich hat eine Sitzung des Prüfungsausschusses stattgefunden. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat laufend schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft sowie der Konzernunternehmen berichtet und Auskunft gegeben. Der Jahresabschluss gemäß den österreichischen handelsrechtlichen Vorschriften samt Lagebericht der bwin Interactive Entertainment AG und der Konzernabschluss gemäß International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, samt Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2008 wurden von dem nach 270 UGB gewählten Abschlussprüfer, der KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Prüfung ergab, dass der Jahresabschluss und der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2008 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2008 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermitteln. Die Prüfung hat nach ihrem abschließenden Ergebnis zu keinen Einwendungen geführt, daher hat der Abschlussprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Lagebericht bzw. Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss bzw. dem Konzernabschluss. Ohne den Bestätigungsvermerk einzuschränken, verweist der Abschlussprüfer auf die im Anhang bzw. Konzernanhang (Abschnitt Sonstige Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten ) und im Lagebericht bzw. Konzernlagebericht angeführten Risiken, die aus Rechts- und Steuerverfahren gegen Unternehmen und Lizenz- und Kooperationspartner der bwin Gruppe resultieren. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2008 gebilligt und erklärt sich mit dem Lagebericht einverstanden. Der Jahresabschluss 2008 ist damit gemäß 125 Aktiengesetz festgestellt. Der Aufsichtsrat erklärt sich mit dem Konzernabschluss sowie dem Konzernlagebericht einverstanden. Des Weiteren billigt der Aufsichtsrat den Vorschlag für die Ergebnisverwendung (Vortrag des Bilanzergebnisses auf neue Rechnung). Wien, im April 2009 Der Aufsichtsrat Dkfm. Dr. Hannes Androsch14 14 Verantwortung gewinnt: Jedes Spiel braucht Regeln bwin bietet nicht nur spannendes Online-Gaming, sondern kann mithilfe der Technologie des Web 2.0 erstmals in der Geschichte eine wirkliche Verantwortlichkeit für das Spielgeschehen übernehmen. Gemeinsam mit Forschungsinstitutionen, Verbänden und Therapieeinrichtungen erarbeitet bwin Maßnahmen für den Spielerschutz und setzt sich europaweit für einen verantwortungsvollen, sicheren und zuverlässigen Rahmen für Online-Gaming ein. Die Dimensionen verantwortungsvollen Spielens Responsible Gaming Bei bwin spiegelt sich Verantwortung nicht nur in der Entwicklung der Produkte und der Prozesse wider, sondern auch im entsprechenden Umgang mit den Menschen, die diese gestalten und konsumieren. Sicherheit des Spielers bwin sieht den Ausschluss Minderjähriger sowie den Schutz von Daten der Privatsphäre, insbesondere bei der Zahlungsabwicklung, als wesentlich für den Schutz der Spieler. Die Registrierungserfordernisse sowie Datensicherungsmaßnahmen entsprechend der europäischen E-Commerce-Richtlinie gewährleisten dies. Darüber hinaus kontrollieren unabhängige Stellen Fairness und Zufälligkeit der Angebote. Ein faires Spielangebot verspricht nur, was es halten kann. Daher stehen bei bwin Sport, Spannung und Unterhaltung statt Reichtum und Luxus im Mittelpunkt des Marketings. Für die Qualität des Spielerschutzes garantiert das Audit der unabhängigen Non-Profit-Organisation ecogra (e-commerce Online Gaming Regulation and Assurance). Schutz vor Spielsucht Mit der Division on Addictions (DOA), Cambridge Health Alliance, a teaching affiliate of Harvard Medical School, hat bwin einen Pionier auf dem Fachgebiet der Suchtforschung als Forschungspartner. Als weltweit erste Forschungseinrichtung untersucht die DOA umfassend das Spielverhalten bei Online-Gaming. Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse kommen der internationalen Forschergemeinschaft zugute und fließen bei bwin in Services und Richtlinien für Kunden (Limits, Sperren, Selbsthilfe-Toolkit, Aufklärungsangebote etc.) sowie in die Schulung der Mitarbeiter ein. Sicherheit des Spielangebotes bwin schützt seine User durch spielerische Benutzbarkeit vor Fehlern wie ungewollten Wetten oder Spieleinsätzen. Des Weiteren sorgen das bwin Online-Monitoring zur Verhinderung von Wettmanipulation und Geldwäsche sowie die Kontrolle der Buchmacher für Sicherheit. Zu diesem Zweck arbeitet das Unternehmen mit der European Sports Security Association (ESSA) sowie der European Gaming and Betting Association (EGBA) zusammen. EGBA und ESSA wurden als Non-Profit-Organisationen durch bwin mitbegründet. EGBA (www.egba.eu) setzt sich europaweit für einen verantwortungsvollen, sicheren und zuverlässigen Rahmen für lizenzierte Online-Gaming-Anbieter ein, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu schaffen. Im Sinne der Entscheidungsfreiheit der Konsumenten in einem regulierten Online-Glücksspielmarkt wurden verbindliche Regeln festgelegt, deren Einhaltung jährlich überprüft wird. ESSA (www.eu-ssa.org) verfolgt das Anliegen des Fair Play und hat durch vernetzte Datenbanken ein Frühwarnsystem eingerichtet, um unmittelbar auf unregelmäßige Wettmuster zu reagieren und diese sofort an Sportorganisationen wie FIFA, UEFA oder EPFL weiterzugeben. Dadurch wird den Kunden ein faires Sportwettenangebot gesichert.15 15 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben Eine einzigartige Kooperation: DOA der Harvard Medical School und bwin Die Division on Addictions (DOA), Cambridge Health Alliance, a teaching affiliate of Harvard Medical School, untersucht in Kooperation mit bwin seit 2005 das Spielverhalten bei Sportwetten, Casino, Poker und anderen Spielangeboten im Internet. Aus der einzigartigen Kooperation mit der seit 30 Jahren international renommierten Institution in Sachen Suchtforschung ist eine empirische Pionierarbeit entstanden nie zuvor hat eine Forschungseinrichtung kontinuierlich über anonymisierte Datensätze im Zusammenhang mit Online-Spielverhalten untersucht. Dabei zeigt sich einmal mehr der wesentliche Vorteil des Online-Gaming: Das Internet macht jeden Schritt des Kunden nachvollziehbar. Die wissenschaftliche Analyse sowie die Resultate haben einen Paradigmenwechsel in der Suchtforschung eingeleitet, indem diese nun das tatsächliche Spielverhalten betrachtet und nicht den Selbsteinschätzungen der Spieler vertraut. Online-Gaming führt demnach im Vergleich zum Offline-Gaming zu keinerlei erhöhtem Problem- und Suchtrisiko. Bei Sportwetten liegt es nach repräsentativen Studien gleichauf bei rund 1 %. Den einzigartigen Charakter der Forschung beschreibt Howard J. Shaffer, Ph. D. und Asso ciate Professor an der Harvard Medical School, Director, The Division on Addictions, Cambridge Health Alliance, a teaching affiliate of Harvard Medical School, folgendermaßen: A matter of fact is that the vast majority of people according to recent surveys wants to gamble and they would like to gamble online and in a democratic society that values liberty. Most people think they should have the opportunity to gamble. The very first thing we have learned is that the overwhelming majority of gamblers gamble online in a very moderate and mild way. Wesentliche Initiativen im Geschäftsjahr 2008 Vor dem Hintergrund der bisherigen Ergebnisse und Erfolge der Partnerschaft haben bwin und DOA im November 2008 die Verlängerung des Projektes um weitere fünf Jahre beschlossen. Von dieser Zusammenarbeit profitiert auch die internationale Wissenschaft auf dem Gebiet der Erforschung von Suchtverhalten: Das Transparency Project (www.thetransparencyproject.org), eine Kooperation zwischen bwin und DOA, bietet Forschern erstmals freien Zugang zu privat finanzierten Online-Gaming-Daten. Im Herbst 2008 wurde mit der DOA das Mitarbeiterschulungsprogramm EMERGE vorgestellt. Mit diesem Tool gewährleistet bwin als einziges Online-Gaming-Unternehmen, dass jeder Mitarbeiter Kenntnis über Sucht und deren Entstehung besitzt und dieses Wissen in seine Arbeit einfließen lässt sei es in der Serviceentwicklung, im Marketing oder in der Kundenkommunikation. Seine Position als verantwortungsvoller Anbieter von Online-Gaming stärkte bwin beim ersten Responsible Gaming Day der EGBA im Europäischen Parlament in Brüssel. Dabei appellierte bwin mit anderen Marktteilnehmern an die EU für eine stärkere Kooperation, um ein sicheres und geschütztes Online-Gaming-Umfeld zu gewährleisten.16 1617 Konzernabschluss für das Geschäftsjahr Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Organe Lagebericht Konzernabschluss Glossar Konzernlagebericht 16 Konzernabschluss 28 Konzernbilanz 28 Konzerngewinn- und Konzernverlustrechnung 29 Entwicklung Konzerneigenkapital 30 Konzerngeldflussrechnung 31 Anhang zum Konzernabschluss 32 Bestätigung des Abschlussprüfers 9018 18 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2008 Marktentwicklung Weltweiter Online-Gaming-Markt nach Regionen 2009e* 1 Europa 48,8 % 2 Nordamerika 26,3 % 3 Asien 15,3 % 4 Rest 9,4 % Die Entwicklung von Unterhaltungsprodukten für verantwortungsvolles Online-Gaming auf höchstem technischem und inhaltlichem Niveau sowie die Positionierung als House of Games wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich fortgesetzt. In einer Zeit, in der andere Branchen mit starken Nachfragerückgängen konfrontiert waren, hat bwin die Grundlagen für eine gezielte Ausschöpfung des erheblichen Marktpotenzials geschaffen Der weltweite Online-Gaming-Markt verzeichnete im Jahr 2008 ein Wachstum von 27,5 % auf 15,5 Mrd. EUR und erreichte damit einen Anteil am gesamten Glücksspielmarkt (offline und online) von 5,8 %. Während der Offline-Gaming-Markt zwischen 2008 und 2012 lediglich ein Durchschnittswachstum (Compound Annual Growth Rate) von 2,9 % p.a. erwarten lässt, wird für den Online-Gaming-Markt im selben Zeitraum ein Wachstum von 11,3 % p.a. prognostiziert. Für das Jahr 2012 sieht das Beratungsunternehmen H2 Gambling Capital Online-Gaming-Erträge in der Höhe von 23,7 Mrd. EUR vor. Dies entspricht einem Anteil von rund 7,8 % am gesamten für 2012 prognostizierten Glücksspielmarkt (offline und online). * Quelle: H2 Gambling Capital Basierend auf Schätzungen von H2 Gambling Capital ist Europa mit einem Anteil von knapp 50 % am weltweiten Online-Gaming-Markt im Jahr 2009 und einem Volumen von 6,4 Mrd. EUR (8,4 Mrd. EUR inklusive Lotterien) der bedeutendste Markt. Online-Sportwetten dominieren mit 38,7 % (2009e: 2,5 Mrd. EUR) den europäischen Online-Gaming-Markt, gefolgt von Casino (2009e: 1,6 Mrd. EUR) und Poker (2009e: 1,3 Mrd. EUR) mit 25,5 % bzw. 20,8 %. Das Volumen im Bereich Games in der Höhe von 1,0 Mrd. EUR entspricht einem Anteil von rund 15,2 %. Für den Zeitraum 2008 bis 2012 schätzt H2 Gambling Capital ein jährliches Wachstum des europäischen Online-Gaming-Marktes von 14,6 %. 2 Überdurchschnittliches Wachstum des Online-Gaming- Marktes Regulatorisches Umfeld Das regulatorische Umfeld für Online-Glücksspiel in der Europäischen Union ist weiterhin durch eine sehr unterschiedliche Glücksspielpolitik der einzelnen Mitgliedstaaten geprägt. Immer mehr EU-Länder erkennen, dass sich Unterhaltung in Form von Online-Glücksspielen zunehmender Beliebtheit erfreut, womit eine zeitgemäße Regulierung von Online-Glücksspiel unerlässlich wird. Großbritannien und Italien zählen beispielsweise seit vielen Jahren zu jenen Staaten, die Online-Glücksspiele im Interesse der Konsumenten, des Sports und der Staatseinnahmen reguliert haben. Italien erweiterte erst kürzlich seine Online-Lizenzierung auf Pokerturniere und hat darüber hinaus die Vergabe von weiteren Online-Lizenzen angekündigt. Auch Frankreich und Spanien wollen private Anbieter unter strengen Auflagen und Kontrollen zum Markt zulassen. Eine Reihe von Mitgliedstaaten verfolgt weiterhin die Linie, auch im Internet monopolistische Strukturen oder Verbote durchzusetzen. Damit verbunden sind eine erhebliche Rechtsunsicherheit, zahlreiche gerichtliche Auseinandersetzungen und ein enormer Grau- bzw. Schwarzmarkt im Internet. Dadurch sind Konsumenten mangels staatlicher Kontrolle und einheitlicher Standards sehr oft unregulierten und unseriösen Angeboten ausgesetzt. So19 19 Brief der Vorstandsvorsitzenden Corporate Governance Verantwortung gewinnt Konzernlagebericht Konzernabschluss Serviceangaben planen beispielsweise Österreich, Holland, Norwegen und Finnland verschiedene Initiativen, um Konkurrenz vom Markt fernzuhalten. Die österreichische Regierung hat im Herbst 2008 einen Gesetzesvorschlag veröffentlicht, mit dem die Strafbestimmungen im Glücksspielgesetz verschärft sowie die Durchführung von Finanztransaktionen für EU-lizenzierte Glücksspielanbieter unter Strafe gestellt werden soll. Darüber hinaus sollen EU-lizenzierte Internet-Casinos im Vergleich zu den nationalen Monopolbetreibern einer unsachlich hohen Einsatzbesteuerung unterliegen. Nach Auffassung von Rechtsexperten ist eine solche Ungleichbehandlung weder mit Gemeinschafts- noch mit Verfassungsrecht vereinbar. Zeitgemäße Regulierung von Online-Glücksspiel ist unerlässlich Auch die deutschen Bundesländer haben mit dem am 1. Jänner 2008 in Kraft getretenen Staatsvertrag zum Glücksspielwesen das staatliche Monopol für Sportwetten bestätigt. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag hat zu zahlreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen über seine Zulässigkeit geführt, die von den deutschen Gerichten sehr unterschiedlich bewertet wird. Die Europäische Kommission hat bereits im Jänner 2008 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen unzulässiger Beschränkungen des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs eingeleitet. Die deutschen Behörden versuchen dennoch, das Internetverbot mithilfe von Untersagungsverfügungen und Vollstreckungsmaßnahmen gegen bwin und andere private Anbieter durchzusetzen. Eine weitere Klärung der Rechtslage ist vom deutschen Bundesgerichtshof (BGH) in einem von der Westdeutschen Lotterie GmbH & Co OHG (Westlotto) gegen bwin International Ltd. eingeleiteten Zivilverfahren zu erwarten. Westlotto hat bwin International Ltd. auf Unterlassung der Veranstaltung, Vermittlung und Bewerbung von Sportwetten, Casino- und Lotteriespielen in Deutschland geklagt. Der Klage wurde in erster und zweiter Instanz stattgegeben, und das Oberlandesgericht Köln hat das noch nicht rechtskräftige Urteil für vollstreckbar erklärt. Die bwin e.k., die das Angebot unter betreibt und über eine Erlaubnis der ehemaligen DDR verfügt, ist nicht Partei des Verfahrens beim BGH. Eine Harmonisierung der Rechtslage für Online-Glücksspiel ist trotz Initiativen im Europäischen Rat und Europäischen Parlament in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die EU-Kommission hat mehrfach betont, dass sie eine Harmonisierung in diesem Bereich in Anbetracht der unterschiedlichen Ansichten der Mitgliedstaaten nicht beabsichtigt. Die EU-Kommission ist stattdessen bemüht, die den privaten Anbietern nach dem EG-Vertrag zustehenden Rechte (insbesondere Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit) durchzusetzen. Zu diesem Zweck hat die EU-Kommission seit April 2006 bereits gegen zehn Mitgliedstaaten Vertragsverletzungsverfahren wegen nationaler Glücksspielgesetze eingeleitet, die nach Auffassung der EU-Kommission gegen Gemeinschaftsrecht verstoßen. Die Verfahren gegen Frankreich, Ungarn, Schweden, Finnland, Dänemark, Griechenland und Holland befinden sich in der zweiten Stufe, in der die Mitgliedstaaten mit einer so genannten begründeten Stellungnahme zur Änderung ihrer gemeinschaftswidrigen Vorschriften aufgefordert wurden. Die Fortführung dieser Vertragsverletzungsverfahren hat sich in jüngster Zeit verzögert. In Anbetracht der zahlreichen beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) bereits anhängigen von nationalen Gerichten vorgelegten Verfahren ist aber dennoch sehr bald mit einer20 20 weiteren Klärung der Rechtslage zu rechnen. Derzeit sind 17 Vorlageverfahren über nationale Beschränkungen des grenzüberschreitenden Glücksspieles beim EuGH anhängig. Die Vorlagen stammen von Gerichten aus Portugal, Österreich, Deutschland, Frankreich, Holland, Belgien, Schweden und Griechenland. Im portugiesischen Vorlageverfahren (C 42-07), in dem bwin als Partei des Ausgangs verfahrens beteiligt ist, hat der Generalanwalt am 14. Oktober 2008 seine Schlussanträge veröffentlicht. In diesem Verfahren prüft der EuGH die Zulässigkeit des portugiesischen Sportwetten- und Lotteriemonopols. Mit einer Entscheidung des EuGH wird noch im ersten Halbjahr 2009 gerechnet. In den USA mehren sich die Stimmen, die eine Regulierung von Online-Gaming befürworten, nachdem das generelle Verbot durch den Safe Port Act lediglich zum Rückzug seriöser Anbieter und zu einem zunehmenden Grau- und Schwarzmarkt geführt hat. So hat das US- Justizministerium Bereitschaft signalisiert, sich mit Online-Gaming-Unternehmen zu einigen, die nach dem 2006 in Kraft getretenen UIGEA (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) nicht mehr in den USA aktiv waren. Geschäftsverlauf Verteilung Brutto-Gaming- Erträge nach Produkten Sportwetten 55,9 % 2 Poker 22,4 % 3 Casino 16,6 % 4 Games 5,1 % 4 3 Entwicklung der Brutto-Gaming-Erträge Dank der positiven Entwicklung in allen Produktbereichen steigerte bwin den Brutto- Gaming-Ertrag (Wetteinsatz abzüglich Wettgewinn) auf 420,8 Mio. EUR gegenüber 353,6 Mio. EUR im Jahr Dies entspricht einem Anstieg von 19 % und ist im Wesentlichen auf den konsequenten Ausbau des Produktportfolios, erfolgreich genutzte Kommunikationsmöglichkeiten rund um die UEFA EURO 2008 sowie auf die starke Marke und ein effizientes Kundenbindungsprogramm zurückzuführen. 2 1 Die Brutto-Gaming-Erträge abzüglich Vertriebsprovisionen, Wettabgaben, Lizenzgebühren und Boni ergeben die Netto-Gaming-Erträge, die sich um 18,5 % von 280,3 Mio. EUR im Jahr 2007 auf 332,1 Mio. EUR steigerten. 2 Sportwetten Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 stieg der Bruttoertrag aus dem Bereich Sportwetten im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 % auf 235,4 Mio. EUR (2007: 194,3 Mio. EUR). Der Umsatz (Wetteinsatz) bei Sportwetten wurde sogar um 31,4 % auf 2.927,4 Mio. EUR im Vergleich zu 2007 erhöht. Dieser Rekordumsatz konnte insbesondere durch das Großereignis UEFA EURO 2008 im zweiten Quartal 2008, eine sehr starke Entwicklung im vierten Quartal 2008 sowie die Ausweitung des Produktangebotes insbesondere im Live-Wetten-Segment erreicht werden. Das Angebot bei Sportwetten umfasst knapp 100 Sportarten mit etwa Live-Events pro Monat. Mithilfe eines erweiterten Video-Formates sowie einer flexiblen Wettoberfläche zur individuellen Bildschirmgestaltung wird den Kunden ein noch intensiveres Wetterlebnis im neuen Live-Wetten-Interface geboten. Mehr als Seiten an Spezifikationen sowie Programmierungszeilen waren zur Erstellung dieses Interface nötig, das zu den drei weltweit größten Applikationen im Flash-Format zählt. Sportwetten Möglichkeiten des Web 2.0 werden für das Wachstum im Live-Wetten- Bereich genützt. Die steigende Beliebtheit von Live-Wetten verschiebt zunehmend das Umsatzverhältnis von klassischen Sportwetten zu Live-Wetten, sodass die strukturell niedrigere Marge bei Live- Wetten immer deutlicher in der Gesamt-Marge zum Ausdruck kommt. Für 2008 lag die Sportwetten-Marge bei 8,0 %. Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einer Bandbreite zwischen 7 % und 9 %. Mehr anzeigen
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