Source: https://ra-emde.de/blog/
Timestamp: 2019-03-26 18:07:14
Document Index: 95794216

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 75', '§ 87', '§ 87', 'BGH', '§ 15', '§ 4', '§ 13']

Seit dem 14.01.2019 ist das neue Mar­ken­recht gül­tig. Die­ses har­mo­nis­ert die euro­päi­sche Mar­ken­land­schaft. Mit neu­en Mar­ken und Ver­fah­ren. Nun ist es nicht mehr nötig, dass sich die Mar­ke zeich­ne­risch dar­stel­len lässt, son­dern sie muss sich dar­stel­len las­sen, ob in 3D, im Klang oder sonst wie. Hier für erhal­ten die Mar­ken einen QR, der einen Link beinhal­ten wo die Mar­ke dar­ge­stellt bzw. über­mit­telt wird.
Das LG Bonn hat in einer wei­te­ren Ent­schei­dung, die Grund­sät­ze des BGH gestärkt, dass eine Abspra­che zwi­schen Bau­herrn und Bau­un­ter­neh­mer — “ohne Rech­nung” und mit Bar­zah­lung zu arbei­ten, zu wei­te­ren Rech­te­ver­lus­ten beim Bau­herrn führt.
Schwarz­ar­beit darf sich nicht loh­nen.
LG Bonn 18. Zivil­kam­mer, Urteil vom 08.03.2018 — 18 O 250/13
Der Bau­herr hat­te gegen den Archi­tek­ten geklagt und des­sen Haf­tung ver­langt. Das Land­ge­richt hat jedoch die Kla­ge abge­wie­sen, mit dem Ergeb­nis, dass der Bau­herr man­gels Werk­ver­trag — “kei­ne Ansprü­che aus Gewähr­leis­tung” gegen den Bau­un­ter­neh­mer hat und auch kei­ne Ansprü­che gegen den Archi­tek­ten aus Über­wa­chungs­pflich­ten.
Zum 01.01.2019 ist die neue Lan­des­bau­ord­nung in Kraft getre­ten. The­men des neu­en Bau­rechts, wel­ches sich nun an der Mus­ter­Bau­Ord­nung (MBO) ori­en­tiert sind,
die “Digi­ta­li­se­rung des Bau­recht­ord­nungs­rechts”
neue Gebäu­de­klas­sen und Refe­renz­ge­bäu­de
weni­ger Abstand­flä­che (0.4 H)
Bar­rie­re­frei­heit — DIN 18040–2
eine neue Sor­tie­rung und neue Begrif­fe
Es gilt sich auf Neu­es ein­zu­stel­len — für alle Anträ­ge und Sat­zun­gen ab dem 01.01.2019. Zur Zeit arbei­ten wir an einem Ein­füh­rungs­se­mi­nar für Sie.
Zur Mit­te des Jah­res soll auch das Bau­ord­nungs­ne­ben­recht erneu­ert sein und die Ände­rungs­wün­sche, die bereits gesam­melt wur­den umge­setzt wer­den.
Anläß­lich der Ent­schei­dung des OLG Düs­sel­dorf vom 15.02.2018 — I-1 U 160/15 zur Haf­tungs­ver­tei­lung bei einem Ver­kehrs­un­fall zwi­schen PKW und knapp 10-jäh­ri­gem Kind.
Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat­te sich mit dem The­ma der sys­te­ma­tisch geführ­ten Kran­ken­rück­kehr­ge­sprä­che durch den Arbeit­ge­ber zu beschäf­ti­gen. In dem vor­lie­gen­den Fall hat­te die Per­so­nal­ver­tre­tung auf ihr Mit­be­stim­mungs­recht gemäß § 75 BPers­VG, § 87 BetrVG gedrängt und wur­de dar­in durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen bestä­tigt.
Ein Mit­be­stim­mungs­recht des Betriebs­rats ist nach § 87 Abs. 1 Nr.1 BetrVG zu beja­hen, wenn die Arbeit­ge­be­rin Kran­ken­rück­kehr­ge­sprä­che führt, um Infor­ma­tio­nen über Krank­heits­ur­sa­chen zu erhal­ten, die sowohl zur Besei­ti­gung arbeits­platz­spe­zi­fi­scher Ein­flüs­se als auch zur Vor­be­rei­tung indi­vi­du­al­recht­li­cher Maß­nah­men bis zur Kün­di­gung des Arbeits­neh­mers die­nen. Die­se Ziel­rich­tun­gen indi­zie­ren eine Aus­wahl der Arbeit­neh­mer nach abs­trak­ten Merk­ma­len. (Quel­le Leit­satz juris, Boem­ke, juris­PR-ArbR 15/2014 Anm. 1).
Einer­seits wur­den durch den Arbeit­ge­ber An- und Abwe­sen­heits­lis­ten geführt, deren Zustim­mung es nicht bedarf, in denen der Urlaub, Krank­heit und Abwe­sen­heit auf Grund zu betreu­en­der Kin­der fest­ge­hal­ten wer­den, ande­rer­seits wur­den nach krank­heits­be­ding­ter Abwe­sen­heit sog. “Wel­co­me-back-Gesprä­che” geführt.
In die­sen Gesprä­chen wer­den dann die Grün­de die zur Krank­heit führ­ten, ob Pro­ble­me bestehen, bei denen der Arbeit­ge­ber hel­fen kann, erör­tert. Die­se for­ma­li­sier­ten Gesprä­che sind nach dem Urteil des LArbG Mün­chen zustim­mungs­pflich­tig. Die­se Ent­schei­dung befin­det sich auf einer Linie mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG).
LArbG Mün­chen — Urteil v. 12.02.2014 — 3 TaBV 84/13
Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat sich in einer Ent­schei­dung zu den Rah­mend­be­din­gung zu einem ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag in Darm­stadt geäu­ßert. Die Evan­ge­li­sche Kir­che Darm­stadt und die Gewerk­schaft hat­ten ver­sucht durch ein Eil­ver­fah­ren den öffent­li­chen Sonn­tag am 30.03.2014 zu unter­bin­den.
Erst­in­stanz­lich hat­ten sie mit ihrem Antrag Erfolg, der VGH hat jedoch ent­schie­den, dass die Ver­an­stal­tung “Darm­stadt Mobil — die Mobi­li­täts­aus­stel­lung” selbst mit ihrem Rah­men­pro­gramm, Fahr­rad­floh­markt, Live­mu­sik und Kin­der­pro­gramm, eigen­stän­dig dazu geeig­net sei, einen erheb­li­chen Besu­cher­strom in die Stadt zu gene­ri­ern.
Damit sei nach sum­ma­ri­sche Prü­fung die Fest­set­zung einer Sonn­tags­öff­nung der Laden­ge­schäf­te nicht zu bean­stan­den.
Hes­si­scher VGH — v. 27.03.2014 — 8 B 580/14
Die Nut­zung von Büchern auf Lern­platt­for­men ist für Unis und Schu­len begrenzt. Ledig­lich 12% kön­nen bei bestimm­ten Vorraus­set­zung frei genutzt wer­den.
Uni­ver­si­tä­ten und Schu­len ist es erlaubt “klei­ne Tei­le eines Wer­kes”, wel­ches urhe­ber­recht­lich geschützt ist an ihre Stu­den­ten und Schü­ler zum arbi­ten. lesen und spei­chern wei­ter zu rei­chen. Der Bun­des­ge­richts­hof hat in sei­nem Urteil vom 28.11.2013 (I ZR 76/12 — Mei­len­stei­ne der Psy­cho­lo­gie) ent­schie­den, dass eine Uni­ver­si­tät den Teil­neh­mern einer Lehr­ver­an­stal­tung nur dann Tei­le eines urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Wer­kes auf einer elek­tro­ni­schen Lern­platt­form zur Ver­fü­gung stel­len darf, wenn die­se Tei­le höchs­tens 12% des Gesamt­werks und nicht mehr als 100 Sei­ten aus­ma­chen und der Rechts­in­ha­ber der Uni­ver­si­tät kei­ne ange­mes­se­ne Lizenz für die Nut­zung ange­bo­ten hat.
Bie­tet somit der Rech­te­inha­ber (zumeist ein Ver­lag) die Nut­zung zu ange­mes­sen Prei­sen an, ist auch die 12%-Regel nicht anzu­wen­den. Damit müs­sen Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten, sich mit den Ver­la­gen bzw. Recht­in­ha­bern, im Vor­feld eini­gen, ob und im wel­chen Umfang die Nut­zung unent­gelt­lich bzw. ent­gelt­lich, statt­fin­den kann.
BGH, Urteil vom 28.11.2013 — I ZR 76/12 — Mei­len­stei­ne der Psy­cho­lo­gie
Das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver hat­te sich mit der Fra­ge zu beschäf­ti­gen, ob die gewähr­ten För­der­gel­der für eine Meis­ter Aus­bil­dung, (im Wege des BAföG), gerecht­fer­tigt ist, wenn die geför­der­te Per­son am Unter­richt aus arbeits­recht­li­chen Grün­den nicht immer teil­neh­men konn­te.
Die geför­der­te Arbeit­neh­mer war von ihrem Arbeit­ge­ber ange­wie­sen wor­den Sams­tags zu arbei­ten. In die­ser Zeit fand eben­falls der Unter­richt für die Meis­ter­prü­fung statt. Die­se Fehl­stun­den hat die För­der­bank zum Anlass genom­men, die För­der­gel­der zurück zu for­dern. Das Ver­wal­tungs­ge­richt sa dies für unrecht­mä­ßig an, da es dem Arbeit­neh­mer nicht zuge­mu­tet wer­den kann, sich arbeits­ver­trags­wid­rig zu Ver­hal­ten.
Das Ver­al­tungs­ge­richt hat die Beru­fung zum OVG und die Sprung­re­vi­si­on zu BVerwG, wegen der rechts­grund­sätz­li­chen Bedeu­tung zuge­las­sen.
VG Han­no­ver v. 17.03.2014 — Az. 3 A 4605/12
Am 18.02.2104 hat das Land­ge­richt Frank­furt ein wei­te­res Urteil zur rechts­si­che­ren Nut­zung von Tracking­tools, wie Goog­le Ana­ly­tics, Piwik und ande­ren erlas­sen. Es stellt in sei­nem Urteil fest, dass § 15 Abs. 3 TMG eine Markt­ver­hal­tens­re­gel im Sin­ne von § 4 Nr. 11 UWG dar­stellt, und der Ver­wen­der die­ses Tools, den Nut­zer der Web­sei­te zu Beginn direkt auf die Wider­spruchs­mög­lich­keit hin­zu­wei­sen hat.
Neben den bekann­ten not­wen­di­gen Daten­schutz­er­klä­run­gen, in denen über die Nut­zung eines sol­chen Anayl­se­tools aus­führ­lich infor­miert wer­den muss, ist das Wider­spruchs­recht im Sin­ne des § 13 Abs. 1 TMG dem Nut­ze­er mit­zu­tei­len. Bei dem in der Ent­schei­dung in Fra­ge ste­hen­den Web­ana­ly­se­tool Piwik, reicht es, nach Ansicht des Gerichts nicht aus, dass ledig­lich die Ein­stel­lung zur Anony­mi­sie­rung der IP ver­wen­det wird, da Piwik über wei­te­re Daten eines Nut­zers wie Bild­schirm­auf­lö­sung, Brow­ser, Betriebs­sys­tem etc. immer noch eine Ver­bin­dung her­stel­len kann.
Dem Nut­zer muss es mög­lich sein sich der Erfas­sung zu ent­zie­hen, und hier­über direkt infor­miert zu wer­den.
In die­sem Zusam­men­hang erläu­tern wir Ihnen ger­ne, die mitt­ler­wei­se umfang­rei­chen Maß­nah­men, die zur rechts­si­che­ren Nut­zung von Ana­ly­se­tools not­wen­dig sind.
LG Frank­furt v. 18.02.2014 — 3–10 O 86/12