Source: http://www.rechtslupe.de/allgmeines/die-haftung-des-insolvenzverwalters-und-der-quotenschaden-des-glaeubigers-3108279?pk_campaign=feed&pk_kwd=missbrauch-berufsbezeichnungen-nazi
Timestamp: 2016-09-29 11:49:39
Document Index: 209907235

Matched Legal Cases: ['§ 92', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 92', '§ 92', 'BGH']

Die Haftung des Insolvenzverwalters – und der Quotenschaden des Gläubigers | Rechtslupe
Rechtslupe » Allgemeines » Zivilrecht » Insolvenzrecht » Die Haftung des Insolvenzverwalters – und der Quotenschaden des Gläubigers
Die Haftung des Insolvenzverwalters – und der Quotenschaden des Gläubigers	18. April 2016 | Allgemeines, InsolvenzrechtGeschätzte Lesezeit: 2 Minuten	Wird durch ein pflichtwidriges Verhalten des Verwalters die Masse geschmälert, handelt es sich um einen Schaden, welcher der Gläubigergemeinschaft zur Last fällt und durch Zahlung in die Masse auszugleichen ist (§ 92 InsO).
Ein derartiger Gesamtschaden kann nicht durch einen einzelnen Gläubiger eingeklagt werden.
Dies wäre mit dem Grundsatz der gemeinschaftlichen und gleichmäßigen Gläubigerbefriedigung nicht zu vereinbaren. Das der Gemeinschaft zugewiesene Verwaltungs- und Verfügungsrecht muss durch einen Sonderverwalter oder neu bestellten Verwalter geltend gemacht werden. Die Verkürzung der Masse schmälert allerdings regelmäßig zugleich auch die Dividende (Quote) eines jeden Insolvenzgläubigers. Der Quotenschaden ist jeweils ein Einzelschaden.
Der Anspruch auf Ersatz des Quotenschadens steht jedem an der Verteilung der Masse teilnehmenden Insolvenzgläubiger selbst und nicht der Gemeinschaft der Insolvenzgläubiger zu1.
Während der Dauer des Insolvenzverfahrens kann der Insolvenzgläubiger seinen Quotenschaden jedoch nicht durchsetzen; ihm fehlt die Einziehungs- und Prozessführungsbefugnis2.
Erst nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens kann der einzelne Gläubiger Schadensersatz in Höhe der auf ihn entfallenden Quote verlangen3.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 3. März 2016 – IX ZR 119/15
BGH, Urteil vom 22.04.2004 – IX ZR 128/03, BGHZ 159, 25, 26 f; Beschluss vom 14.05.2009 – IX ZR 93/08, WM 2009, 1982 Rn. 7↩
BGH, Urteil vom 22.04.2004, aaO S. 29↩
BGH, Urteil vom 22.04.2004, aaO S. 28; Beschluss vom 14.05.2009, aaO; Uhlenbruck/Hirte, InsO, 14. Aufl., § 92 Rn. 25; MünchKomm-InsO/Brandes/Gehrlein, 3. Aufl., § 92 Rn. 5; vgl. auch BGH, Urteil vom 22.02.1973 – VI ZR 165/71, WM 1973, 642, 644↩
Weitere Informationen:Aufhebung des Insolvenzverfahrens – und der Vorbehald…Die Versteigerung eines sicherungsübereigneten Gegenstands…Klage auf Feststellung zur Insolvenztabelle – und die…Nachtragsverteilung nach Einstellung des InsolvenzverfahrensTabellenfeststellungsklage – und ihr StreitwertHaftungsforderungen der Gesellschaftsgläubiger – und…	Weiterlesen auf der Rechtslupe:
Themenseiten zu diesem Artikel: Insolvenzverwalter, Insolvenzverwalterhaftung, Prozessführungsbefugnis, Quotenschaden	Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Allgemeines | Zivilrecht | Insolvenzrecht
Leser dieses Artikels lasen auch:Haftungsforderungen der Gesellschaftsgläubiger – und… Die Einziehungsbefugnis des Insolvenzverwalters umfasst sämtliche Haftungsforderungen der Gesellschaftsgläubiger, die ihre Forderungen im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft angemeldet haben, selbst wenn die Insolvenzforderungen…