Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%20124,%20259
Timestamp: 2019-07-18 20:25:32
Document Index: 296181735

Matched Legal Cases: ['§ 307', 'Art. 12', '§ 157', '§ 307', '§ 615', '§ 242', '§ 242', '§ 611', '§ 611', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 306', 'Art. 12', '§ 315', '§ 315']

BAG, 24.10.2007 - 10 AZR 825/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,7
BAG, 24.10.2007 - 10 AZR 825/06 (https://dejure.org/2007,7)
BAG, Entscheidung vom 24.10.2007 - 10 AZR 825/06 (https://dejure.org/2007,7)
BAG, Entscheidung vom 24. Januar 2007 - 10 AZR 825/06 (https://dejure.org/2007,7)
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Bonuszahlung; Transparenzgebot und Stichtagsklausel
Arbeitgeberseitige Verpflichtung zu einer Bonuszahlung in einem vorformulierten Arbeitsvertrag bei gleichzeitigem Ausschluss eines Rechtsanspruch auf eine Bonuszahlung in einer anderen Vertragsklausel; Vorliegen eines Verstoßes gegen das in § 307 Abs. 1 S. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) verankerte Transparenzgebot; Abhängigkeit eines Anspruches eines Arbeitnehmers auf eine gewinnabhängige und leistungsabhängige Bonuszahlung vom Bestand seines Arbeitsverhältnisses an einem bestimmten Stichtag; Unangemessene Benachteiligung eines Arbeitnehmers durch eine ihn bis zum 30. September des Folgejahres bindende Stichtagsregelung; Zulässigkeit von Stichtagsregeln bei mindestens 25% der Gesamtvergütung eines Arbeitnehmers ausmachenden Sonderzahlungen
Zur Wirksamkeit von Stichtagsklauseln für Sonderzahlungen im Formulararbeitsvertrag
Anspruch auf Bonuszahlung - Widersprüchliche Vertragsklauseln und Transparenzgebot - Stichtagsregelung bei Bonuszahlung - Unwirksamkeit zu weit gefasster Stichtagsregelungen - Voraussetzungen einer ergänzenden Vertragsauslegung
Wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot sowie unangemessener Benachteiligung des Arbeitnehmers unwirksame Bonusklauseln in Arbeitsverträgen eines Finanzdienstleistungsunternehmens
Sonderzahlung, Bonus, Freiwilligkeitsvorbehalt, Gehalt: Bonus
Sonderzuwendung - Im Arbeitsvertrag vereinbartes Bonussystem
GG Art. 12; BGB §§ 157, 242, 305c, 306, 307
Unzulässigkeit einer Stichtagsklausel in vorformulierten Arbeitsbedingungen
kanzleigroll.de (Kurzinformation)
Alle Jahre wieder - die Freiwilligkeit von Bonuszahlungen
Transparenzgebot von Arbeitsvertragsklauseln
Bonuszahlungen müssen eindeutig formuliert werden - Arbeitgeber muss sonst nachzahlen - Stichtagsklausel für Bonuszahlung muss gemäß dem Transparenzgebot klar und verständlich sein
BGB § 307 § 615
Transparenzgebot bei Bonuszahlungen
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 24.10.2007, Az.: 10 AZR 825/06 (Bonuszahlung - Stichtagsklausel und Transparenzgebot)" von RA Dr. Mark Lembke, LL.M., original erschienen in: BB 2008, 168 - 170.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 24.10.2007, Az.: 10 AZR 825/06 (Transparenzgebot - Stichtagsregelung bei Bonuszahlung)" von RA Dr. Boris Dzida, original erschienen in: NJW 2008, 680 - 685.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 24.10.2007, Az.: 10 AZR 825/06 (AGB-Kontrolle von Freiwilligkeitsvorbehalten und Stichtagsregelungen bei Bonuszahlungen)" von RA Dr. Ulrich Boudon, FAArbR, original erschienen in: ArbRB 2008, 39.
Zusammenfassung von "Freiwilligkeits-, Stichtags- und Rückzahlungsregelungen bei Bonusvereinbarungen - was geht noch?" von RA Dr. Stefan Lingemann, FAArbR und RA Dr. Meike Gothman, original erschienen in: NZA 2008, 509 - 513.
Kurznachricht zu "Fallstricke bei der Formulierung von Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalten" von RA Dr. Thomas Müller-Bonanni, LL.M., und RA Dr. Lutz Felix Nimmerjahn, original erschienen in: ArbRB 2008, 114 - 118.
ArbG Frankfurt/Main, 01.11.2005 - 16 Ca 4941/05
NJW 2008, 680
ZIP 2008, 658
MDR 2008, 269
WM 2008, 321
BB 2008, 166
DB 2008, 126
Es ist Ziel des Gesetzes, auf einen angemessenen Inhalt der in der Praxis verwendeten Allgemeinen Geschäftsbedingungen hinzuwirken (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 32, BAGE 124, 259) .
Zugrunde zu legen sind damit nicht die Verständnismöglichkeiten des konkreten, sondern die des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 13, BAGE 124, 259) .
Er hat angenommen, der Arbeitgeber sei auf Grund eines klaren und verständlichen Freiwilligkeitsvorbehalts in einem Formulararbeitsvertrag, der einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf eine Sonderzahlung eindeutig ausschließt, grundsätzlich in seiner Entscheidung frei, ob und unter welchen Voraussetzungen er zum laufenden Arbeitsentgelt eine zusätzliche Leistung gewährt (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - aaO; 26. September 2007 - 10 AZR 569/06 - AP BGB § 242 Gleichbehandlung Nr. 205 = EzA BGB 2002 § 242 Gleichbehandlung Nr. 13; 28. März 2007 - 10 AZR 261/06 - AP BGB § 611 Gratifikation Nr. 265 = EzA BGB 2002 § 611 Gratifikation, Prämie Nr. 21).
Bei dieser wechselseitigen Berücksichtigung und Bewertung rechtlich anzuerkennender Interessen der Vertragspartner sind auch grundrechtlich geschützte Rechtspositionen zu beachten (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - AP BGB § 307 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 26 mwN).
e) Soll ein Freiwilligkeitsvorbehalt in einem vorformulierten Arbeitsvertrag nicht nur so verstanden werden, dass sich der Arbeitgeber "freiwillig" zur Erbringung der Leistung verpflichtet, ohne dazu durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Gesetz gezwungen zu sein (vgl. BAG 23. Oktober 2002 - 10 AZR 48/02 - BAGE 103, 155 mwN), sondern soll er das Entstehen eines Rechtsanspruchs des Zuwendungsempfängers auf zukünftige Zahlungen hindern, muss er klar und verständlich iSv. § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB sein und darf nicht in Widerspruch zu anderen Vereinbarungen der Arbeitsvertragsparteien stehen (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - AP BGB § 307 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 26).
Solche widersprüchliche Klauseln in einem Formulararbeitsvertrag sind nicht klar und verständlich iSv. § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - aaO; Gaul FS Hromadka S. 99, 106).
Soweit auch der mit dem Vertrag verfolgte Zweck einzubeziehen ist, kann das nur in Bezug auf typische und von redlichen Geschäftspartnern verfolgte Ziele gelten (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - AP BGB § 307 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 26 mwN).
Die Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch das Berufungsgericht unterliegt der vollen revisionsrechtlichen Nachprüfung durch das Bundesarbeitsgericht (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - AP BGB § 307 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 26 mwN).
Wer die Möglichkeit nutzen kann, die ihm der Grundsatz der Vertragsfreiheit für die Aufstellung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen eröffnet, muss auch das vollständige Risiko einer Klauselunwirksamkeit tragen (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - aaO mwN).
Das gilt insbesondere für widersprüchliche Klauseln (BAG in st. Rspr. seit 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 14, BAGE 124, 259) .
Der Kläger dürfte sich auf die Wahrung dieser in der vorliegenden Konstellation seinem Schutz dienenden Frist verlassen (vgl. BGH 25. März 1987 - VIII ZR 71/86 - zu B I 2 c der Gründe; 27. Februar 1985 - VIII ZR 328/83 - zu I 1 der Gründe, BGHZ 94, 44; vgl. auch Staudinger/Schlosser (2013) § 306 Rn. 11; im Ergebnis ebenso für unwirksame Freiwilligkeitsvorbehalte bei Sonderzuwendungen BAG in st. Rspr. seit 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 14, BAGE 124, 259) .
Eine solche Bestimmung ist im Zweifel nur als Hinweis zu verstehen, dass der Arbeitgeber Leistungen erbringt, ohne dazu durch andere Regelungen gezwungen zu sein (vgl. BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 17, BAGE 124, 259; 1. März 2006 - 5 AZR 363/05 - Rn. 24 f., BAGE 117, 155) .
Bei der ergänzenden Vertragsauslegung muss die Antwort auf diese Frage innerhalb des durch den Vertrag selbst gezogenen Rahmens gesucht werden (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 -).
Die Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen durch das Berufungsgericht unterliegt der vollen revisionsrechtlichen Nachprüfung (BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 15, BAGE 124, 259) .
Sie verkürzt außerdem in nicht zu rechtfertigender Weise die nach Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Berufsfreiheit des Arbeitnehmers, weil sie die Ausübung seines Kündigungsrechts unzulässig erschwert (vgl. für Bonuszahlungen: BAG 24. Oktober 2007 - 10 AZR 825/06 - Rn. 25 ff., BAGE 124, 259) .
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