Source: https://www.yellingnews.com/thema/personalausweis.html
Timestamp: 2018-02-19 13:38:49
Document Index: 62184654

Matched Legal Cases: ['§8', '§35', '§6', '§1', '§2', '§3', '§4']

Personalausweis beantragen: Kosten, Dauer, Gültigkeit bei der Beantragung des neuen Personalausweis. Wissenswertes rund um den neuen Ausweis im Scheckkartenformat.
Ein Personalausweis wird für alle deutschen Staatsangehörigen ausgestellt. Zuständig ist die jeweilige Personalausweisbehörde des jeweiligen Bürgeramts. Dort kann der neue Personalausweis im Scheckkartenformat beantragt werden. Dabei besteht für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren die Möglichkeit, einen Personalausweis ohne die zusätzlichen Online-Ausweisfunktionen zu beantragen.
Personalausweis beantragen: Welche Behörde ist zuständig?
Für die Beantragung eines Personalausweises werden im Regelfall folgende Unterlagen benötigt: Ein gültiges Identitätsdokument (Reisepass, der alte Personalausweis oder ein Kinderausweis), ein aktuelles Lichtbild und bei Antragstellern unter 16 Jahren der Antrag eines Erziehungsberechtigten und ggf. zusätzlich die Einverständniserklärung von eventuell vorhandenen anderen Erziehungsberechtigten.
Personalausweis beantragen: Zusätzliche Dokumente
Unter bestimmten Umständen kann die Behörde auf die Vorlage einer Abstammungs- oder Geburtsurkunde bestehen. Dies erfolgt jedoch nur dann, wenn der Antragsteller bisher keinen Reisepass oder Personalausweis besessen hat oder wenn die Daten im Personalausweis nicht mit den Daten im Melderegister übereinstimmen. Hier ist es sinnvoll sich noch vor der Beantragung bei der zuständigen Behörde über die notwendigen Unterlagen zu informieren.
Personalausweis beantragen: Das Lichtbild
Der Gesetzgeber stellt momentan folgende Anforderungen an das einzureichenden Lichtbild: Die Aufnahme muss aktuell sein und das Gesicht muss zentriert auf dem Lichtbild erkennbar sein. Dies ist nur bei Frontalaufnahmen gegeben, Halbprofil-Bilder sind nicht erlaubt. Wichtig ist dabei, dass die Augen offen und deutlich sichtbar sein müssen. Zusätzlich schreibt die Richtlinie vor, dass der Mund geschlossen sein muss und ein neutraler Gesichtsausdruck zu wählen ist. Zusätzliche Informationen und anschauliche Bildbeispiele finden sich auf den offiziellen Lichtbild-Mustertafeln der jeweiligen Behörde.
Personalausweis beantragen: Zusätzliche Online-Funktionen
Bei der Beantragung eines neuen Personalausweises im Scheckkartenformat, hat der Antragsteller die Möglichkeit über bestimmte Funktionen und Eigenschaften seines Personalausweises selbst zu entscheiden. So werden die Antragsteller zum Beispiel über die neuen Online-Funktionen informiert und sie erhalten eine Infobroschüre über den Personalausweis. Erst bei der Abholung müssen Sie sich entscheiden, ob sie die neue Online-Ausweisfunktion auch nutzen wollen. Vorsicht: ein nachträgliches freischalten dieser Funktionen ist stets mit Zusatzkosten verbunden!
Personalausweis beantragen: Biometrische Daten
Im Gegensatz zum Reisepass, ist die Speicherung von Fingerabdrücken beim neuen Personalausweis noch freiwillig. Der Antragsteller entscheidet also, ob seine Fingerabdrücke gespeichert werden sollen. Das ist durchaus empfehlenswert, denn nur die Kombination aus Lichtbild und biometrischen Daten ermöglicht staatlichen Stellen eine einwandfreie Zuordnung zwischen Ausweis und Ausweisinhaber, bei hoheitlichen Kontrollen.
Beantragung: Wer ist zuständig und Personalausweis beantragen für Kinder und Jugendliche
Gemäß §8 PAuswG, ist grundsätzlich jenes Einwohnermelde- und Bürgeramt für die Ausweisausstellung zuständig, das für den jeweiligen Hauptwohnsitz des Antragstellers zuständig ist. Wohnungslose haben den Personalausweis bei jener Gemeinde zu beantragen, in der sie sich momentan aufhalten. Von dieser Regelung waren auch zahlreiche Auslandsdeutsche betroffen. Diese mussten ihren Personalausweis, noch bis zum Ende des Jahres 2012, in Deutschland beantragen. Erst seit dem 01. Januar 2013 sind die jeweiligen konsularischen oder diplomatischen Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland (vgl. §35 PAuwG) zuständig. Neu ist auch, dass Personalausweise jetzt auch für Kinder (bereits ab der Geburt) und Jugendliche unter 16 Jahren beantragt werden können. Bei der Beantragung des Personalausweises sind ein eventuell vorhandener Reisepass, Kinderausweis oder eine Geburtsurkunde vorzulegen.
Personalausweis beantragen: Dauer der Gültigkeit und Kosten
Ein neu ausgestellter Personalausweis ist zehn Jahre lang gültig. Wird dieser vor der Vollendung des 24. Lebensjahrs beantragt, so reduziert sich die Gültigkeit laut §6 PAuswgG auf 6 Jahre. Dabei beträgt die Ausstellungsgebühr momentan 28,80 Euro (der alte Personalausweis kostete ca. 8 Euro). Entgegen ursprünglicher Versprechungen, ist der erste Ausweis für Jugendliche zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr nicht mehr kostenlos. Antragsteller unter 24 Jahren haben eine verminderte Gebühr von 22,80 Euro zu entrichten. Falls der Personalausweis im Ausland beantragt wird, so steigt die Gebühr grundsätzlich um 30 Euro. Gemäß §1 der Personalausweisgebührenverordnung, kann diese Gebühr für Bedürftige jedoch reduziert oder rein theoretisch sogar erlassen werden.
Gültigkeit der alten Personalausweise und Zusatzkosten
Wer sich nicht bereits bei der Beantragung für die Online-Ausweisfunktion entscheidet, der muss gemäß §2 PAuswGebV mit einer Gebühr von 6 Euro rechnen. Diese sechs Euro werden auch dann fällig, wenn der PIN-Code nachträglich geändert werden soll. Für vorhandene Personalausweise besteht zurzeit keine Umtauschpflicht. Die alten Personalausweise bleiben bis zu ihrem aufgedruckten Ablaufdatum gültig. Jedoch gilt es zu beachten, dass einige Kommunen ein Bußgeld erheben, wenn der Personalausweis nicht rechtzeitig vor Ablauf seiner jeweiligen Gültigkeit erneuert wurde.
Personalausweis: Zentrale Herstellung – Dauer und höhere Kosten
Da die neuen Ausweise nunmehr zentral in der Bundesdruckerei hergestellt werden, dauert es mehrere Wochen, bis der beantragte Ausweis abhole bereit ist. Wer den neu beantragten Ausweis sofort benötigt, dem stellen die örtlichen Behörden (auf Basis des §3 PAuswG) einen vorläufigen Personalausweis aus. Dieser ist maximal drei Monate lang gültig (§4-Abs.4 PAuswG) und kostet derzeit zehn Euro (vgl. Gebührenverordnung PAUswG).
Gültigkeit als Reisedokument
Für Reisen (unter 3 Monaten) in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist der Personalausweis mehr als ausreichend. Nur bei längeren Aufenthalten (mehr als 3 Monate) verlangen einige Mitgliedstaaten einen Reisepass. Außerdem akzeptieren folgende Staaten den Personalausweis als vollwertiges Reisedokument: Andorra, Bosnien, Georgien, Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Island, Monaco, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, San Marino und Serbien. Andere Staaten verfügen über diverse Zusatzregelungen und Beschränkungen bei dem Reisen mit einem Personalausweis: Ägypten verlangt zum Beispiel, dass ein liest Bild in einer separaten Begleitkarte mitzuführen ist, während Albanien die Reisedauer für Besucher mit Personalausweis auf 90 Tage beschränkt. Reisende mit Personalausweis dürfen sich maximal 30 Tage lang in Montenegro aufhalten, während ihnen die Türkei volle drei Monate Aufenthalt gewährt. Wer in die Türkei mit dem eigenen Kraftfahrzeug einreisen will, benötigt jedoch einen Reisepass, da die polizeilichen Kennzeichen in diesen eingetragen werden. Tunesien akzeptiert den Personalausweis, im Rahmen von Pauschalreisen per Flugzeug. Der Vatikanstaat hingegen erkennt den deutschen Personalausweis auch als vollwertiges Reisedokument an. Abgesehen von diesen explizit erwähnten Ländern, verlangen die meisten Staaten außerhalb der EU einen Reisepass und viele bestehen auf ein zusätzliches Visum. Hier genügt die Vorlage eines schlichten Personalausweises bei der Einreise nicht.
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