Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.12.2007&Aktenzeichen=II%20ZR%20180/06
Timestamp: 2019-11-12 13:52:08
Document Index: 195268784

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 161', '§ 19', '§ 19', '§ 161', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 43', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 19', '§ 19', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.12.2007 - II ZR 180/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,91
BGH, 10.12.2007 - II ZR 180/06 (https://dejure.org/2007,91)
BGH, Entscheidung vom 10.12.2007 - II ZR 180/06 (https://dejure.org/2007,91)
BGH, Entscheidung vom 10. Dezember 2007 - II ZR 180/06 (https://dejure.org/2007,91)
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GmbH § 19; HGB § 161
GmbHG §§ 19, 30, 31
Geltung der allgemeinen Kapitalaufbringungsregeln des GmbH-Rechts bei einer Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG; Notwendigkeit der Anerkennung eines Sonderrechts für die Kapitalaufbringung bei der Komplementär-GmbH im Rahmen einer wirtschaftlichen Einheit beider ...
Kein Sonderrecht der Kapitalaufbringung in der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG
Keine Einlageleistung bei Hin- und Herzahlen in der GmbH & Co. KG
Geltung der allgemeinen Kapitalaufbringungsregeln des GmbH-Rechts auch bei der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG; Unwirksamkeit der Einlagenzahlung an eine Komplementär-GmbH zum Zweck der "Darlehensgewährung" an die von dem Inferenten beherrschte GmbH & Co. ...
Maßgebliches Recht für die Kapitalaufbringung einer Komplementär-GmbH
Geltung der allgemeinen Kapitalaufbringungsregeln
Kapitalaufbringungsregeln des GmbH-Rechts
Einlagenrückgewähr, Gesellschaftsrecht, GmbH&Co.KG, Kapitalaufbringung, Kapitalerhaltung, verdeckte Sacheinlage
Unwirksamkeit der Einlagenzahlung bei der Komplementär-GmbH
GmbH-Gesellschafter können ihre Einlageschuld nicht durch "darlehensweise" Weiterleitung des Betrags an die von ihnen beherrschte KG erfüllen
Unwirksamkeit der Einlagezahlung an eine Komplementär-GmbH
Einlage der Komplementär-GmbH darf nicht an die GmbH & Co. KG übertragen werden
Kapitalaufbringung in der GmbH & Co. KG
GmbHG § 19 Abs. 1; HGB § 161 Abs. 1
Kapitalaufbringung in der Komplementär-GmbH
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Kapitalaufbringung in der Komplementär-GmbH)" von Notar Dr. Roland Suppliet, original erschienen in: NotBZ 2008, 61.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Kapitalaufbringung bei der Komplementär-GmbH)" von RA Dr. Jörn U. Stiller, original erschienen in: ZInsO 2008, 98 - 99.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Keine wirksame Leistung auf Einlageforderung einer Komplementär-GmbH bei Weiterleitung an die KG als "Darlehen")" von RA/StB Dr. Andreas Rohde, original erschienen in: GmbHR 2008, 205 - 206.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 10.12.2007, II ZR 180/06 (Unwirksame Einlagenzahlung an Komplementär-GmbH zwecks "Darlehensgewährung" an von Inferenten beherrschter GmbH & Co. KG)" von RA Dr. Andreas Henkel, original erschienen in: NZI 2008, 322 - ...
Zusammenfassung von "Die Kapitalaufbringung bei der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG - Zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, II ZR 180/06" von RA Dr. Hans Gummert, original erschienen in: DStR 2008, 976 - 983.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Kapitalaufbringungsregeln des GmbH-Rechts)" von RiAG Dr. Philipp Böcker, original erschienen in: DZWIR 2008, 204 - 207.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Anwendung des § 19 GmbHG auf Komplementär-GmbH einer GmbH & Co.KG)" von Prof. Dr. Frank Bayreuther, original erschienen in: JR 2009, 155 - 158.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom10.12.2007, Az.: II ZR 180/06 (Keine Einlageleistung bei Hin- und Herzahlen in der GmbH & Co. KG)" von Priv.-Doz. Dr. Carl-Heinz Witt, LL.M., original erschienen in: BB 2008, 184 - 185.
Kurznachricht zu "Hin- und Herzahlen bei GmbH und Co. KG" von RA/StB Dr. Stefan Simon und RA Dr. Dieter Leuering, original erschienen in: NJW Spezial 2008, 143 - 144.
Zusammenfassung von "Mittelaufbringung und Mittelverwendung bei der GmbH & Co. KG - Funktionelles oder formelles Denken im Recht der Unternehmensfinanzierung?" von Prof. Dr. Karsten Schmidt, original erschienen in: ZIP 2008, 481 - 487.
Zusammenfassung von "Die Kapitalaufbringung in der GmbH & Co. KG" von RA Dr. Lüdiger Theiselmann, LL.M. oec., original erschienen in: GmbHR 2008, 521 - 527.
Zusammenfassung von "Die Kapitalaufbringung bei der Komplementär-GmbH" von RA Dr. Rüdiger Werner, FA SteuerR, original erschienen in: NWB 2008, 4705 - 4714.
LG Erfurt, 28.06.2005 - 1 HKO 252/03
BGHZ 174, 370
NJW-RR 2008, 480
ZIP 2006, 1534
ZIP 2008, 174
MDR 2008, 328
DNotZ 2008, 545
NZI 2008, 322
WM 2008, 158
BB 2008, 181
DB 2008, 173
JR 2009, 155
NZG 2008, 143
Zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass eine Zahlung aus dem Vermögen der Kommanditgesellschaft an einen Gesellschafter der Komplementär-GmbH oder einen Kommanditisten eine nach § 30 Abs. 1 GmbHG verbotene Auszahlung ist, wenn dadurch das Vermögen der GmbH unter die Stammkapitalziffer sinkt oder eine bilanzielle Überschuldung vertieft wird (BGH, Urteil vom 29. März 1973 - II ZR 25/70, BGHZ 60, 324, 328 f.; Urteil vom 27. September 1976 - II ZR 162/75, BGHZ 67, 171, 175; Urteil vom 29. September 1977 - II ZR 157/76, BGHZ 69, 274, 279; Urteil vom 24. März 1980 - II ZR 213/77, BGHZ 76, 326, 329; Urteil vom 8. Juli 1985 - II ZR 269/84, BGHZ 95, 188, 191; Urteil vom 25. November 1985 - II ZR 93/85, WM 1986, 447, 448; Urteil vom 6. Juli 1998 - II ZR 284/94, ZIP 1998, 1437, 1438; Urteil vom 10. Dezember 2007 - II ZR 180/06, BGHZ 174, 370 Rn. 10;… Urteil vom 9. Dezember 2014 - II ZR 360/13, ZIP 2015, 322 Rn. 8).
Mittelbar zugute kommt dem Inferenten die Leistung insbesondere, wenn die Zahlung an einen vom Gesellschafter beherrschtes Unternehmen weitergeleitet wird (Senat, BGHZ 153, 107, 111 ; 166, 8 Tz. 18 "Cash-Pool I"; 171, 113 Tz. 8; 174, 370 Tz. 6).
Zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass eine Zahlung aus dem Vermögen der Kommanditgesellschaft an einen Gesellschafter der Komplementär-GmbH oder einen Kommanditisten eine nach § 30 Abs. 1 GmbHG verbotene Auszahlung ist, wenn dadurch das Vermögen der GmbH unter die Stammkapitalziffer sinkt oder eine bilanzielle Überschuldung vertieft wird (BGH, Urteil vom 29. März 1973 - II ZR 25/70, BGHZ 60, 324, 328 f.; Urteil vom 27. September 1976 - II ZR 162/75, BGHZ 67, 171, 175; Urteil vom 29. September 1977 - II ZR 157/76, BGHZ 69, 274, 279; Urteil vom 24. März 1980 - II ZR 213/77, BGHZ 76, 326, 329; Urteil vom 8. Juli 1985 - II ZR 269/84, BGHZ 95, 188, 191; Urteil vom 25. November 1985 - II ZR 93/85, WM 1986, 447, 448; Urteil vom 6. Juli 1998 - II ZR 284/94, ZIP 1998, 1437, 1438; Urteil vom 10. Dezember 2007 - II ZR 180/06, BGHZ 174, 370 Rn. 10).
Ausreichend, aber auch erforderlich ist bei der Weiterleitung der Einlagemittel an einen Dritten, dass der Inferent durch die Leistung der Gesellschaft in gleicher Weise begünstigt wird wie durch eine unmittelbare Leistung an ihn selbst, insbesondere bei der Leistung an ein vom Gesellschafter beherrschtes Unternehmen (Senat, BGHZ 153, 107, 111; 166, 8 Tz. 18 - "Cash-Pool I"; 171, 113 Tz. 8; 174, 370 Tz. 6;… Urt. v. 20. Juli 2009 - II ZR 273/07, ZIP 2009, 1561 Tz. 32, z.V.b. in BGHZ - "Cash-Pool II").
Die Vorschrift findet indes auch Anwendung, wenn die Leistung an ein mit dem Gesellschafter verbundenes Unternehmen erfolgt und der Inferent durch die Weiterleitung des Einlagebetrags bei wirtschaftlicher Betrachtung in gleicher Weise begünstigt wird wie durch eine unmittelbare Leistung an sich selbst, was insbesondere bei der Leistung an ein von dem Inferenten beherrschtes Unternehmen der Fall ist (BGHZ 153, 107, 111; 174, 370 ff Tz. 7;… Scholz/Veil, a.a.O., Nachtrag MoMiG § 19 Rn. 65).
Die Einlageforderung der Komplementär-GmbH ist daher nicht erfüllt, wenn die an sie gezahlten Einlagemittel umgehend als Darlehen an die von dem oder den Inferenten beherrschte KG weiterfließen (BGHZ 153, 107 ; BGHZ 174, 370 ;… Scholz/Veil, a.a.O., Nachtrag MoMiG § 19 Rn. 5); allerdings kann in einem solchen Fall nunmehr unter den weiteren Voraussetzungen des § 19 Abs. 5 GmbHG eine Befreiungswirkung eintreten.
Denn zum einen können der GmbH auch in diesem Fall eigene originäre Verbindlichkeiten, z.B. in Form von Steuerschulden oder aufgrund von Aufwendungen, die von der KG nicht erstattet werden, entstehen (BGHZ 174, 370ff, Tz. 8).
Das widerspricht der Funktion der Komplementär-GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin, deren genuine Aufgabe es keineswegs ist, Finanzmittel aus ihrem gesetzlichen Garantiekapital in die KG als der eigentlichen Betriebsgesellschaft einzubringen und ihr als Darlehen mit mehr oder weniger zweifelhafter Aussicht auf die Rückzahlung zu belassen (BGHZ 174, 370 , Tz. 8).
Die Einlageforderung der Komplementär-GmbH ist daher, wie ausgeführt, nicht erfüllt, wenn die an sie gezahlten Einlagemittel umgehend als Darlehen an die KG weiterfließen (BGHZ 153, 107 ; BGHZ 174, 370 ;… Scholl/Veil, a.a.O., Nachtrag MoMiG § 19 Rn. 5).
In Abgrenzung zur verdeckten Sacheinlage werden hiervon Fälle erfasst, in denen es an einer Bareinlageleistung zu freier Verfügung des Geschäftsführers (§ 8 Abs. 2 GmbHG) fehlt, weil der Einlagebetrag absprachegemäß umgehend wieder an den Einleger, sei es als Darlehen (BGH, Urteil vom 02.12.2002 - II ZR 101/02, BGHZ 153, 107; Urteil vom 21.11.2005 - II ZR 140/04, BGHZ 165, 113; Urteil vom 10.12.2007 - II ZR 180/06, BGHZ 174, 370) oder auch aufgrund einer Treuhandabrede (BGH, Urteil vom 09.01.2006 - II ZR 72/05, BGHZ 165, 352), zurückfließen soll.
b) Ansprüche nach § 43 Abs. 3, § 30 Abs. 1 GmbHG kommen überdies nicht in Betracht, weil keine verbotene Kapitalrückzahlung durch den Geschäftsführer (Kläger), sondern eine unterbliebene Stammeinlage des Gesellschafters (gleichfalls Kläger) vorliegt (BGH, Urt. v. 10. Dezember 2007 - II ZR 180/06, ZIP 2008, 174, 175 Rn. 7, 176 f Rn. 11).
Es mag sein, dass für die Beratungspraxis trotz des höchstrichterlichen Urteils vom 25. November 1985 (…aaO) die Rechtsfrage, zu welcher der Kläger Auskunft wünschte, im Blick auf die GmbH & Co. KG noch nicht abschließend geklärt war, sondern erst durch das spätere Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. Dezember 2007 (II ZR 180/06, ZIP 2008, 174, 175 f) geklärt worden ist.
Die Rechtsprechung zum sog. "Hin- und Herzahlen" in der GmbH & Co. KG (siehe BGH, Urt. v. 10.12.2007 - II ZR 180/06, NJW-RR 2008, 480;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 25.5.2012 - 16 U 39/11, zitiert nach juris, Tz. 32;… Gehrlein/Ekkenga/Simon/ Sirchich von Kis-Sira , GmbHG, 2012, § 19 Rn. 64 jeweils m.w.N.), auf welche der Gesetzgeber durch Schaffung der Regelung in § 19 Abs. 5 GmbHG reagierte, fußt auf der Prämisse, dass der Einlageanspruch fällig und durchsetzbar, insbesondere also nicht verjährt, ist.
Zudem werde die prinzipiell unverzichtbare Einlageforderung entgegen dem Schutzzweck des § 19 Abs. 2 S. 1 GmbHG durch eine in dieser Hinsicht schwächere Darlehensforderung ersetzt (BGH, a.a.O., NJW-RR 2008, 480 f., Tz. 6 f.).
OLG Oldenburg, 04.08.2009 - 1 W 34/09
Kommanditgesellschaft: Leistungsbefreiende Stammeinlageneinzahlung nach "Hin- und …
Der Beschwerdeführer hat in Bezug auf die vom Antragsgegner geschuldeten Zahlungen schlüssig eine vom BGH (Urteil vom 10.12.2007 II ZR 180/06 = DStR 2008, 311 ff.) anerkannte Fallgestaltung des "Hin-und-Herzahlens" vorgetragen, die eine leistungsbefreiende Erfüllung der Verpflichtung eines GmbH-Gesellschafters zur Einzahlung seiner Stammeinlage nicht herbeiführen konnte.