Source: http://docplayer.org/529829-Technische-richtlinie-fuer-biogaseinspeisung.html
Timestamp: 2017-12-15 05:24:24
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Technische Richtlinie für Biogaseinspeisung - PDF
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1 Seite: 1 / 10 Technische Richtlinie für Diese Technische Richtlinie wurde im Auftrag des NTK (Netztechnikkreis) der Regionalen Einheit E.ON Deutschland durch die Projektgruppe Biogas in Zusammenarbeit mit der E.ON Ruhrgas AG (in der Funktion als technischer Dienstleister) und Open Grid Europe GmbH erstellt und hat Gültigkeit für die Gesellschaften E.ON Avacon AG Bayernwerk AG E.ON edis AG E.ON Hanse AG E.ON Mitte AG E.ON Westfalen Weser AG. TEN Thüringer Energienetze GmbH. Die E.ON Thüringer Energie AG (in Funktion als Dienstleister der TEN Thüringer Energienetze GmbH) ist für die Pflege sowie Weiterentwicklung der Technischen Richtlinie in Kooperation mit der E.ON edis AG verantwortlich. Mit dieser Richtlinie werden über bestehende Regelungen hinaus technische Festlegungen getroffen.
2 Seite: 2 / 10 Inhaltsverzeichnis 1 Ziel Geltungsbereich Verantwortlichkeiten / Zuständigkeiten Aufbau einer Biogaseinspeiseanlage (BGEA) Geltungsbereich Technische Einrichtungen zum Netzanschluss Gasbeschaffenheit Anforderungen an die Gasbeschaffenheit Grenzwerte der Gasbegleitstoffe Gasabrechnung und Gasmessung Absicherung gegen Störung Anforderung an bauliche Ausführung des Netzanschlusses Abschaltmatrix... 8
3 Seite: 3 / 10 1 Ziel Die Technische Richtlinie (TR) gilt als technischer Standard für die Einspeisung von Biogas in das Netz der vorgenannten Unternehmen von E.ON Deutschland und der Errichtung der Biogaseinspeiseanlage in Abstimmung mit dem Anschlussnehmer der Biogasanlage. Ein möglichst standardisierter Netzanschluss soll ein einheitliches Auftreten von E.ON Deutschland in Verhandlungen mit dem Anschlussnehmer gewährleisten sowie Kosteneinsparungen bei entsprechender, einheitlicher Qualität fördern. Die Standards der TR umfassen die Technischen Mindestanforderungen, die Abschaltmatrix inklusive der Parameter zur Gewährleistung einer sicheren Gasversorgung angeschlossener Gasanlagen und den grundsätzlichen Aufbau einer Biogaseinspeiseanlage. Langfristig soll die TR um Vorgaben für den Betrieb / Instandhaltung der Biogaseinspeiseanlage ergänzt werden. Dies erfolgt nach dem Erlangen ausreichender Erfahrungen mit den im Einsatz befindenden Anlagen und Modulen. In einem weiteren Schritt wird die TR um die sich im Einzelfall aus der ergebende notwendige Rückspeisung ergänzt. 2 Geltungsbereich Die Technische Richtlinie gilt für den Anschluss von Biogasanlagen an die Netze vorgenannter Unternehmen von E.ON Deutschland, die der Versorgung der Allgemeinheit mit Erdgas dienen. Diese TR stellt ein Grundkonzept für den Umgang mit Biogaseinspeisebegehren dar. Jedem vorgenannten Unternehmen von E.ON Deutschland ist es frei gestellt, individuell technisch begründbare Änderungen über die Grundanforderungen hinaus vorzunehmen, insofern mindestens ein gleichwertiger Standard aufgrund aktueller Erkenntnisse (Stand der Technik) gewährleistet wird. 3 Verantwortlichkeiten / Zuständigkeiten Die Führungskräfte der zuständigen Unternehmen von E.ON Deutschland sind in ihrer jeweiligen Organisationseinheit für die vollständige Umsetzung dieser Richtlinie und deren Erfüllung verantwortlich. Die Pflege und Weiterentwicklung erfolgt unter Leitung der E.ON Thüringer Energie AG in Abstimmung mit den vorgenannten Unternehmen von E.ON Deutschland. In bei Bedarf stattfindenden Konsultationen sollen technische Änderungen und Anpassungen an der TR vorgenommen werden. So wird langfristig ein Standard der Bioerdgaseinspeiseanlagen erreicht. Über die Notwendigkeit der Konsultationen entscheidet die E.ON Thüringer Energie AG. Sämtliche Koordinationen erfolgt über dieses Unternehmen. Die Unternehmen von E.ON Deutschland sind verpflichtet, technisch notwendige Änderungen des Grundkonzeptes und der beschränkt funktionalen Ausschreibungsunterlagen an die E.ON Thüringer Energie AG zu kommunizieren. Hierfür stellt ein Unternehmen nach erfolgter Beauftragung jeweils ein Paket, bestehend aus anlagenspezifischen Ausschreibungsunterlagen und der zur Beauftragung dieser Anlage gehörigen Unterlagen anonymisiert zur Verfügung. Vereinbarte Preise können geschwärzt werden. Über Abweichungen von der Beauftragung während der Ausführung berichtet das Unternehmen abschließend. Die E.ON Thüringer Energie AG ist dafür verantwortlich, sämtliche relevanten Änderungen im Konzept und der beschränkt funktionalen Ausschreibungsunterlagen an die Unternehmen von E.ON Deutschland zu verteilen.
4 Seite: 4 / 10 4 Aufbau einer Biogaseinspeiseanlage (BGEA) Die Biogaseinspeisestation besteht in der Regel aus folgenden Hauptkomponenten: Gasbeschaffenheits- und Qualitätsmessung die Rückführleitung von der BGEA zur BGAA Gasmengenmessung Gaskonditionierung Druckanpassung (Verdichtung oder Regelung) Sekundärtechnik (insbesondere Leit-, Fernwirktechnik) Odorieranlage Blockschaltbilder Biogaseinspeiseanlage: Bild 1. Blockschaltbild Biogaseinspeiseanlage mit LPG Zumischung
5 Seite: 5 / 10 Bild 2. Blockschaltbild Biogaseinspeiseanlage mit Luftzumischung
6 Seite: 6 / 10 Technische Mindestanforderungen zur Einspeisung von Biogas 5.1 Geltungsbereich Die Technischen Mindestanforderungen gelten ab dem Übergabepunkt (z.b. eingangsseitige Schweißnaht des Eingangsschiebers BGEA oder ausgangsseitige Schweißnaht Rohrformstück BGAA (in Gasflussrichtung)) des aufbereiteten Biogases als Grundlage für die Einspeisung von Gas aus regenerativen Quellen zur leitungsgebundenen Versorgung der Allgemeinheit, gleichsam als Ergänzung zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik, gesetzlichen Bestimmungen, Normen sowie Richtlinien. 5.2 Technische Einrichtungen zum Netzanschluss Für Planung, Fertigung, Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme gilt insbesondere die DVGW-Prüfgrundlage VP Wesentliche Bestandteile des Netzanschlusses ab dem Übergabepunkt des aufbereiteten Biogases sind in der Regel: die Verbindungsleitung zwischen BGAA und BGEA die Gasmengen- und Gasbeschaffenheitsmessung ggf. Anschluss für die Rückführleitung von der BGEA zur BGAA oder einen Fackelanschluss die redundante Druckanpassung mittels Verdichter oder Regelanlage die Konditionierung die Leit- und Fernwirktechnik die Odorieranlage die Verbindungsleitung zum Netz des Einspeisenetzbetreibers Weitere Bestandteile sind im Einzelfall zu spezifizieren. 5.3 Gasbeschaffenheit Anforderungen an die Gasbeschaffenheit Für die Einspeisung des Biogases in das Netz eines Unternehmens von E.ON Deutschland muss die Gasbeschaffenheit den Anforderungen der DVGW-Arbeitsblätter G 260, G 262 und G 685 entsprechen oder ggf. durch Konditionierung den Anforderungen an das lokale Erdgas angepasst werden können. Dabei sind die Gasbeschaffenheiten des lokalen Netzes unter Berücksichtigung der 2. Gasfamilie gemäß Arbeitsblatt G 260 bindend. Das eingespeiste Biogas wird gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 260 als Austauschgas oder Zusatzgas deklariert. Die Einhaltung der Grenzwerte ist durch den Anschlussnehmer nachzuweisen. Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik werden der Realgasfaktor und die Kompressibilitätszahl auf Basis einer Vollanalyse des Erdgases nach AGA8-DC92 oder dem SGERG-88-Verfahren berechnet. Gemäß den DVGW- Arbeitsblättern G 486 und G 486-B2 sind damit die dem Biogas beigemischten Flüssiggasarten auf Propan, Butan und Propan/Butangemischen begrenzt. Die Grenztemperatur des Biogases unmittelbar vor der Gasbeschaffenheitsmessung und nach der Druckanpassung wird durch die verwendeten Werkstoffe und Bauteile bestimmt. In Abhängigkeit davon ist die Grenztemperatur im abgestimmten Netzanschlussvertrag festzulegen.
7 Seite: 7 / Grenzwerte der Gasbegleitstoffe Wassergehalt Der maximale Wassergehalt des Biogases am Einspeisepunkt in das Netz des Unternehmens von E.ON Deutschland wird maßgeblich in den DVGW Arbeitsblättern G 260 und G 262 festgelegt. In Abhängigkeit der Druckstufe des Netzanschlusspunktes der Biogaseinspeiseanlage ist der maximale Wassergehalt vom Anschlussnehmer wie folgt einzuhalten: Einspeisung in Gasnetze mit maximalen Betriebsdruck (MOP) 10 bar: 200 mg/m n ³ Einspeisung in Gasnetze mit maximalen Betriebsdruck (MOP) > 10 bar: 50 mg/m n ³ Sauerstoffgehalt Bei Einspeisung in Netze mit Übergabepunkten zu Gasspeichern und ggf. an Grenzübergabepunkten mit einem maximalen Betriebsdruck (MOP) 16 bar ist der Sauerstoffanteil unter Beachtung von Mischeffekten soweit zu reduzieren, dass der Anteil von 0,001 Mol% Tagesmittelwert nicht überschritten wird. Die technische Notwendigkeit ist vom Netzbetreiber nachzuweisen. Ist die technische Notwendigkeit nicht gegeben, gelten die Grenzwerte aus dem DVGW Arbeitsblatt G 260. Zusätzliche Gasbegleitstoffe dürfen nicht enthalten sein. Weitere Begleitstoffe, die den Bestand des Netzes oder die Betriebssicherheit gefährden, die nicht Bestandteil der DVGW-Arbeitsblätter G 260 und G 262 sind, werden nur zugelassen, wenn sie schriftlich im abgestimmten Netzanschlussvertrag festgelegt wurden. 5.4 Gasabrechnung und Gasmessung Um die eingespeiste Gasmenge gemäß DVGW Arbeitsblatt G 685 nach ihrem Energiegehalt abrechnen zu können, müssen der Brennwert sowie das Betriebsvolumen gemessen, auf Normzustand gerechnet und registriert werden. Soweit möglich, sind beim Ausfall von Messgeräten zeitlich begrenzt Ersatzwerte zu verwenden. Dabei sind das Eichgesetz und die Eichordnung zu berücksichtigen. 5.5 Absicherung gegen Störung Bei Abweichung des einzuspeisenden Gases von den vereinbarten Werten wird die Einspeiseanlage automatisch vom Netz getrennt. Das Verfahren der Wiederinbetriebnahme der Biogaseinspeiseanlage ist vor der Erstinbetriebnahme der verbindlich schriftlich festzulegen. 5.6 Anforderung an bauliche Ausführung des Netzanschlusses Der Netzanschluss inkl. seiner Komponenten muss den allgemein anerkannten Regeln der Technik, gesetzlichen Bestimmungen, Normen sowie Richtlinien und insbesondere den Anforderungen des technischen Regelwerkes des DVGW sowie ggf. der GasHDrLtgV entsprechen. Für den Fall der Verletzung von Grenzwerten sind Einrichtungen vorzuhalten, mit denen die Biogaseinspeiseanlage und Anschlussleitung ordnungsgemäß gespült und normgerechtes Gas bis zum Netzanschlusspunkt gebracht werden kann.
8 Seite: 8 / Abschaltmatrix Die Abschaltmatrizen (nur Tabelle 1 Bestandteil des Netzanschlussvertrages) regeln Grundanforderungen zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit und technischer Sicherheit für die Anlagen der Versorgung der Allgemeinheit mit Gas und angeschlossenen Letztverbrauchern. Ein Abweichen von diesen Parametern führt zur Abschaltung der Biogaseinspeiseanlage und zur Trennung vom Einspeisenetz. Die Messintervalle der geeichten Gasbeschaffenheitsmessung erfordern die Installation einer kontinuierlichen Wobbeindex- oder Methankonzentrationsmessung. Die Unterschreitung folgender Methankonzentrationen bzw. Wobbeindizes nach der Konditionierung führen zur sofortigen Abschaltung der Biogaseinspeiseanlage: Einspeisung in L-Gas Netze: CH 4 < 84 Vol % / W s,n 11,035 kwh/m³ Einspeisung in H-Gas Netze: CH 4 < 88 Vol % / W s,n 13,572 kwh/m³ Die Grenzwerte dienen nicht der Einhaltung eichrechtlicher Vorschriften und der Abrechnung nach DVGW- Arbeitsblatt G 685, sondern einzig zur Gewährleistung des sicheren Betriebes der nachgelagerten Netzanlagen.
9 Stand: März 2012 Seite: 9 / 10 Tabelle 1: Abschaltmatrix am Übergabepunkt (Leerfelder sind um netzspezifische Parameter durch den Netzbetreiber zu ergänzen) Parameter Erläuterungen / Datenquelle Einheit Wert aus techn. Mindestanforderungen Voralarm min. Ausschaltung bei min. Voralarm max. Ausschaltung bei max. Nenndruck (DP) am Netzanschlusspunkt bar Übergabedruck Biogaseinspeiser (Datenerfassungsblatt des Antrages) bar Wobbe - Index W S,n kwh/m³ Brennwert H S,n Methangehalt CH 4 zul. Temperaturbereich kwh/m³ H-Gas (ggf. höhere Anforderungen in hochkalorischen H- Gas-Netzen), rechnerisch ermittelt Mol.-% > 95 95,5 - - L-Gas, rechnerisch ermittelt > 90 90,5 - - Grenzwert Rohrleitungswerkstoff PE C Grenzwert Rohrleitungswerkstoff St C max. zul. Sauerstoffgehalt O 2 gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 260 / G 262, TMA Vol.-% max. zul. Wasserstoffgehalt H 2 gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 262 Vol.-% - - Gesamtschwefel G 260, ohne Odoriermittel mg/m³ < 30, ,0 30,0 Gesamtsilizium G 262 mg/m³ < 5, ,0 5 Feuchte- bzw. Wassergehalt (gemäß DVGW-Arbeitsblatt G262) max. zul. Betriebsdruck (MOP) am Anschlusspunkt 10 bar < mg/m³ max. zul. Betriebsdruck (MOP) am Anschlusspunkt > 10 bar < mg/m³ < 5,0 Schwefelwasserstoff H 2S Grenzwert G 260 ppm 3,5 L Gas Grenzwert G 262 < 10 Kohlenstoffdioxid CO 2 Mol.-% H Gas Grenzwert G 262 < Ammoniak Grenzwert G 262 technisch frei Nebel, Staub, Flüssigkeiten Grenzwert G 260 technisch frei 4,5 5 3,3 3, Halogenverbindungen Pilze, Sporen Viren, Keime technisch frei technisch frei technisch frei
10 Stand: März 2012 Seite: 10 / 10 Tabelle 2: Abschaltmatrix vor der Einspeisung in das nachgelagerte Netz (Leerfelder sind um netzspezifische Parameter durch den Netzbetreiber zu ergänzen) Parameter Einheit Wert aus techn. Mindestanforderungen Voralarm min. Ausschaltung bei min. Voralarm max. Ausschaltung bei max. Netzdruck bar Wobbe - Index W S,n kwh/m³ Brennwert H S,n Methangehalt CH 4 bei konditioniertem Gas kwh/m³ H-Gas (ggf. höhere Anforderungen in hochkalorischen H- Gas-Netzen) Vol.-% > 88 88, L-Gas > 84 84, LPG-Anteil Mol.-% gemäß DVGW Arbeitsblatt G 486 B2 zur Einhaltung G 685 zul. Temperaturbereich Grenzwert Rohrleitungswerkstoff PE C zul. Temperaturbereich Grenzwert Rohrleitungswerkstoff St C