Source: http://www.123recht.net/Sex-mit-Jugendlichem-Opferidentitaet-unbekannt-__f104218.html
Timestamp: 2017-08-19 22:38:42
Document Index: 202737339

Matched Legal Cases: ['§ 182', '§ 170', '§182', '§182', '§ 170', '§ 160', '§ 169', '§ 170']

Sex mit Jugendlichem - Opferidentität unbekannt Strafrecht Forum 123recht.net
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Ich glaube das Problem in diesem Fall liegt auch darin, dass die Ermittlungen durch das Jugendamt ausgelöst wurden, denen ein anonymer Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung duch den jetzt strafrechtlich Beschuldigten zuging. Die Identität des Jugendlichen blieb jedoch verborgen, so dass das Jugendamt hilflos war und eine Anzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) bei der Polizei stellte, wohl mit der Hoffnung, diese möge mit ihren Mitteln die Identität des Opfers ermitteln. Es gibt also eine Reihe von Beteiligten, die auf Ermittlung des Opfers drängen, weil man eine akute Gefährdung dieses Jugendlichen vermutet.
O.K. mit dem vorigen Beitrag ist meine Frage ja bereits beantwortet. Ich bleibe dabei: Ohne Geschädigten und oder eindeutigem Geständnis des Beschuldigten (z.B. 'ich habe einer mir namentl. unbekannten 15jährigen Person 100,00 € für Sex bezahlt') wird es hier m.E. nur eine Einstellung geben können.
Eine einvernehmliche Beziehung zu einer 15-jährigen ist idR nicht strafbar. Rechtsgrundlage ist hierfür § 182 StGB .
Wobei 'In diesem Fall' heisst, dass ein hinreichender Verdacht (iSv. § 170, Abs. 1 StPO ) dahingehend vorliegen muß, dass eben eine Zwangslage ausgenutzt wird, oder ein Entgelt gezahlt wird, oder die Fehlende Fähigkeit... ausgenutzt wird. Ohne einen solchen Verdacht gibt es auch keine Einzelfallprüfung.
Richtig, es bedarf im Prinzip eines Anfangsverdachtes i.S. d. §182 StGB . Hierzu genügt nicht schon alleine das jugendliche Alter des Betroffenen. Es müssen zusätzliche strafqualifizierende merkmale hizukommen (Entgelt, Zwangslage, fehlende Fähigkeit zur sex. Selbstbest.). Wie man aber an dem mir vertrauten Fall ersieht, werden Ermittlungen "einfach mal so" eingeleitet, ohne dass überhaupt irgendeine Kenntnis über derlei Merkmale bekannt sein können, da das Tatopfer der Polizei ja nicht einmal bekannt ist.
Richtig, es bedarf im Prinzip eines Anfangsverdachtes i.S. d. §182 StGB . Hierzu genügt nicht schon alleine das jugendliche Alter des Betroffenen.
Der Anfangsverdacht reicht nicht einmal (habe ich in meinem obigen Posting noch verbessert). Der Anfangsverdacht reicht um ein polizeiliches Ermittlungsverfahren in Gang zu setzen. Zur beschriebenen Einzelfallprüfung hinsichtlich der 'fehlenden Fähigkeit' kommt es aber erst bei Gericht. Zum Gericht kommt die Sache erst nach Anklageerhebung und Zulassung derselben, also unter den Voraussetzungen des § 170, Abs. 1 StPO :
Die Ermittlungsbehörde ist der Objektivität verpflichtet, so dass nicht nur belastende, sondern möglicherweise auch entlastende Umstände (vgl. § 160 StPO ) für die Entscheidung über den Fortgang des Verfahrens zu berücksichtigen sind.
Das Ermittlungsverfahren endet gem. § 169a StPO erst mit Erhebung der öffentlichen Anklage oder aber mit der Verfahrenseinstellung nach § 170 Abs. 2 StPO .
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