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Timestamp: 2019-05-26 14:56:57
Document Index: 221514996

Matched Legal Cases: ['§ 129', '§ 264', '§ 8', '§ 13', '§ 2', '§ 43']

Prüfung des Jahresabschlusses: Abschlussprüfung nach Han ... / 4.1 Vereidigte Buchprüfer und Wirtschaftsprüfer | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Der freie Beruf des vereidigten Buchprüfers (vBP) entwickelte sich aus dem Berufsstand der Bücherrevision. Der Berufsstand der Bücherrevision fand erstmals in entsprechenden Vorschriften der Hansestädte Lübeck, Hamburg und Bremen (1887–1889) seinen gesetzlichen Niederschlag. Nachdem der Zugang zu der Berufsgruppe der vBP 1961 geschlossen wurde, führte 1986 das BiRiLiG zu einer Neueröffnung. Die Bestellung zum vBP war danach allein Steuerberatern und Rechtsanwälten vorbehalten, sofern sie das berufsqualifizierende Examen erfolgreich abgeschlossen hatten und den Nachweis über gesetzlich definierte praktische (Prüfungs-)Erfahrungen erbringen konnten. Im Interesse der Einheitlichkeit des Prüferberufes führte die 5. WPO-Novelle (WPRefG) zum 31.12.2004 zur erneuten Schließung dieses Berufsstandes. In diesem Zusammenhang sind Übergangsregelungen zu beachten. Bereits bestellte vBP können ihre Tätigkeit weiterhin ausüben. Darüber hinaus bestand während eines Übergangszeitraumes die Möglichkeit für vBPs, durch Ablegung einer verkürzten Prüfung die Berufsqualifikation des Wirtschaftsprüfers zu erwerben.
Die berufliche Tätigkeit der vBP wird in § 129 WPO definiert und unterliegt im Gegensatz zum Wirtschaftsprüfer Beschränkungen. Sie können ausschließlich bei mittelgroßen GmbHs und Personengesellschaften i. S. d. § 264a HGB Abschlussprüfer sein.
Die Qualifikation zur Ausübung des Berufes des Wirtschaftsprüfers kann laut Wirtschaftsprüferordnung (WPO) wie folgt erworben werden:
durch das Vollexamen, bei dem 7 Klausuren aus den Fachgebieten wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht, Angewandte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht sowie eine mündliche Prüfung, die sich auf alle genannten Fachgebiete bezieht, vorgeschrieben sind.
durch das Examen nach § 8a der WPO (akkreditierter Studiengang), mit dem Ziel, die Klausuren in den Fächern Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Wirtschaftsrecht im Rahmen des Studiums zu schreiben.
durch das Examen nach § 13b der WPO (Anerkennung einzelner Studienleistungen), mit dem Ziel der Anerkennung einzelner Studienleistungen der Fächer Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Wirtschaftsrecht.
durch eine Eignungsprüfung für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft, wenn diese bereits in einem Mitgliedstaat der EU die Zulassung zur Durchführung von Pflichtprüfungen besitzen.
Gemäß § 2 WPO umfasst das Berufsbild des Wirtschaftsprüfers die Prüfungstätigkeit, die Steuerberatung, die Gutachter-/Sachverständigentätigkeit, die Unternehmensberatung und in Angelegenheiten, mit denen der Wirtschaftsprüfer beruflich befasst ist, auch die Rechtsberatung.
Im Rahmen der Wirtschaftsprüfertätigkeit sind gem. den §§ 43, 43a, 44 und 49 WPO bestimmte Berufsgrundsätze (wie etwa die Grundsätze der Unabhängigkeit, der Befangenheit, der Verschwiegenheit, der Gewissenhaftigkeit, der Eigenverantwortung und des berufswürdigen Verhaltens) zu beachten.