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Timestamp: 2019-08-24 05:48:43
Document Index: 314446688

Matched Legal Cases: ['§ 60', '§ 17', '§ 60', '§ 15', 'EuG', '§ 61', '§ 61', '§ 2', '§ 1', '§ 61']

BVerwG, 28.12.2009 - 9 B 26.09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,3197
BVerwG, 28.12.2009 - 9 B 26.09 (https://dejure.org/2009,3197)
BVerwG, Entscheidung vom 28.12.2009 - 9 B 26.09 (https://dejure.org/2009,3197)
BVerwG, Entscheidung vom 28. Dezember 2009 - 9 B 26.09 (https://dejure.org/2009,3197)
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BNatSchG §§ 60, 61 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1; FStrG a. F. § 17 Abs. 1
Straßenrechtlicher Planfeststellungsbeschluss; Naturschutzverein; Verbandsklagerecht; Rügebefugnis; Planrechtfertigung; fachplanerische Zielkonformität; Finanzierbarkeit des Vorhabens.;
Straßenrechtlicher Planfeststellungsbeschluss; Naturschutzverein; Verbandsklagerecht; Rügebefugnis; Planrechtfertigung; fachplanerische Zielkonformität; Finanzierbarkeit des Vorhabens.
BNatSchG §§ 60, 61 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1
Straßenrechtlicher Planfeststellungsbeschluss; Naturschutzverein; Verbandsklagerecht; Rügebefugnis; Planrechtfertigung; fachplanerische Zielkonformität; Finanzierbarkeit des Vorhabens.; Einschätzungsprärogative; Finanzierbarkeit; Kollisionsgefahr; Naturschutzverband; Naturschutzverein; Planfeststellungsbeschluss; Planrechtfertigung; Rügebefugnis; Straßenbauvorhaben; straßenrechtliche Planfeststellung; Tötungsrisiko; Tötungsverbot; Verbandsklage; Wildkatze; Zielkonformität
NVwZ 2010, 380
BauR 2010, 367
NuR 2010, 191
Soweit diese Einschätzungsprärogative reicht, bleibt aber eine gerichtliche Kontrolle der konkreten Entscheidung dahin gehend möglich, ob diese vertretbar, d.h. plausibel und stimmig erscheint (BVerwG, Beschl. v. 28.12.2009 - BVerwG 9 B 26.09 -, juris, RdNr. 12).
Der Planfeststellungsbehörde kommt deshalb bei der Bewertung der Eingriffs- wie auch bei der Ersetzungswirkung, insbesondere mit Blick auf deren Quantifizierung eine naturschutzfachliche Einschätzungsprärogative zu (…vgl. hierzu insgesamt BVerwG, Urt. v. 9.6.2004 - 9 A 11.03 - BVerwGE 121, 72;… Urt. v. 18.3.2009 - 9 A 40.07 - NuR 2010, 41;… Guckelberger, in: Frenz/Müggenborg, BNatSchG, 2011, § 15 Rn. 45; Michler/Möller, NuR 2011, 81, 83; zur naturschutzfachlichen Einschätzungsprärogative im Bereich des Habitat- und Artenschutzes vgl. BVerwG, Beschl. v. 28.10.2009 - 9 B 26.09 - NuR 2010, 191;… Urt. v. 9.7.2008 - 9 A 14.07 - BVerwGE 131, 274; kritisch zur naturschutzfachlichen Einschätzungsprärogative Gassner, DVBl 2012, 1479).
Maßgebend für die Beurteilung, ob ein Projekt das betreffende Schutzgebiet in seinen für die Erhaltungsziele bedeutsamen Bestandteilen erheblich beeinträchtigen kann, ist grundsätzlich der Zeitpunkt des Erlasses der Entscheidung, mit der die Durchführung des Projekts genehmigt wird: Zu diesem Zeitpunkt darf aus wissenschaftlicher Sicht kein vernünftiger Zweifel daran bestehen, dass es sich nicht nachteilig auf das betreffende Gebiet als solches auswirkt (…EuGH, Urt. v. 16.2.2012 - C-182/10 - NVwZ 2012, 616;… zur Berücksichtigung nachträglich gewonnener Erkenntnisse vgl. BVerwG, Urt. v. 9.6.2010 - 9 A 20.08 - NVwZ 2001, 177; Beschl. v. 28.12.2009 - 9 B 26.09 - NVwZ 2010, 380;… Urt. v.13.12.2007 - 4 C 9.06 - NVwZ 2008, 563).
Angesichts der Bandbreite von Erscheinungsformen in dem in Rede stehenden Naturraum und der Vielzahl von Arten, die zudem in wechselnden, gemischten oder im Entstehen bzw. Verschwinden befindlichen Erscheinungsformen auftreten können, steht der Planfeststellungsbehörde bei der Erfassung des konkreten Naturraums eine naturschutzfachliche Einschätzungsprärogative zu mit der Folge, dass eine gerichtliche Kontrolle der konkreten Zuordnungsentscheidung nur eingeschränkt dahingehend möglich ist, ob diese vertretbar, d.h. plausibel und stimmig erscheint (…BVerwG, Urt. v. 12.3.2008 - 9 A 3.06 - BVerwGE 130, 299; Beschl. v. 28.12.2009 - 9 B 26.09 - NVwZ 2010, 380).
Ebenso: BVerwG, Urteile vom 17. Januar 2007 - 9 A 20.05 -, BVerwGE 128, 1 (13), und vom 12. März 2008 - 9 A 3.06 -, BVerwGE 130, 299 (317 f.), sowie Beschluss vom 28. Dezember 2009 - 9 B 26.09 -, Buchholz 406.400 § 61 BNatSchG 2002 Nr. 10, S.15 ff., jeweils m. w. N.".
In seinem Beschluss vom 28. Dezember 2009 hat er aber klargestellt, dass ein Zusammenhang mit Rechtsvorschriften mit naturschutzrechtlicher Zweckbestimmung bestehen muss (9 B 26.09, SächsVBl. 2010, 89, Rn. 7 f.).
Ebenso: BVerwG, Urteile vom 17. Januar 2007 - 9 A 20.05 -, BVerwGE 128, 1 (13), und vom 12. März 2008 - 9 A 3.06 -, BVerwGE 130, 299 (317 f.), sowie Beschluss vom 28. Dezember 2009 - 9 B 26.09 -, Buchholz 406.400 § 61 BNatSchG 2002 Nr. 10, S.15 ff., jeweils m. w. N.
Dieser im Planfeststellungsrecht anerkannte Grundsatz (so BVerwG in ständiger Rechtsprechung, vgl. z.B. BVerwG vom 28.12.2009 NVwZ 2010, 380/382) gilt auch für planfeststellungsersetzende Bebauungspläne zumindest dann, wenn im Bebauungsplanverfahren die notwendigen Erhebungen durchgeführt und zu den naturschutzfachlichen Fragen sachverständige Begutachtungen eingeholt worden sind, die planende Gemeinde also ihrer umfassenden Ermittlungspflicht (§ 2 Abs. 3 BauGB 2008) nachgekommen ist.
Hierzu zählt etwa der Einwand, die Planrechtfertigung liege nicht vor, weil das Vorhaben weit überwiegend der Deckung des lokalen Verkehrsbedarfs diene und damit die Zielsetzung des § 1 Abs. 1 FStrG verfehle (vgl. Beschluss vom 28. Dezember 2009 - BVerwG 9 B 26.09 - Buchholz 406.400 § 61 BNatSchG 2002 Nr. 10 Rn. 7 f.).
Der Planfeststellungsbehörde steht bei der Frage, ob ein artenschutzrechtlicher Verbotstatbestand erfüllt ist oder aber die Voraussetzungen für eine Legalausnahme gegeben sind, eine naturschutzfachliche Einschätzungsprärogative zu, so dass in diesem Rahmen getroffene, auf fachgutachterliche Stellungnahmen gestützte Annahmen einer gerichtlichen Überprüfung nur dahin unterliegen, ob sie im Einzelfall naturschutzfachlich vertretbar sind und nicht auf einem Bewertungsverfahren beruhen, das sich als unzulängliches oder gar ungeeignetes Mittel erweist, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden (…BVerwG, Urt. v. 09.07.2008 - 9 A 14/07 -, BVerwGE 131, 274 Rn. 64; Beschl. v. 28.12.2009 - 9 B 26/09 -, NuR 2010, 191 Rn. 18).
vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 28.12.2009 - 9 B 26.09 -, NVwZ 2010, 380, vom 23.11.2007 - 9 B 38.07 -, NuR 2008, 176 und vom 2.10.2002 - 9 VR 11.02 -, juris Rn. 8.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 28.12.2009 - 9 B 26.09 -, a.a.O., und Urteil vom 12.3.2008 - 9 A 3.06 -, BVerwGE 130, 199, juris Rn. 73 und 74.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts fehlt einem Vorhaben die Planrechtfertigung auch dann, wenn es wegen mangelnder Finanzierbarkeit objektiv nicht realisierungsfähig ist und sich daher als unzulässige "verfrühte Planung" erweist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 20. Mai 1999 - 4 A 12/98 -, UPR 1999, 355 und juris, Rn. 44 f;… Urteil vom 15. Januar 2004 - 4 A 11/02 -, BVerwGE 120, 1 und juris, Rn. 24;… Beschluss vom 21. März 2006 - 9 B 18/05 -, juris, Rn. 2 f sowie Beschluss vom 28. Dezember 2009 - 9 B 26/09 -, NuR 2010, 191 und juris, Rn. 4, m.w.N.).
BVerwG, 28.12.2009 - 9 VR 6.09
Ortsumfahrung Waake der B 27 östlich von Göttingen kann gebaut werden