Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20A%20445/09
Timestamp: 2019-03-23 21:39:12
Document Index: 214319452

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 78', '§ 1', '§ 9', 'BGH', '§ 9']

OVG Sachsen, 14.10.2010 - 2 A 445/09 - dejure.org
BBG a F § 78 Abs. 1
Beamter - Schadensersatzpflicht wegen grober Fahrlässigkeit
BBG § 78; StVO § 1 Abs. 2; StVO § 9 Abs. 5
VG Chemnitz, 25.04.2008 - 3 K 315/07
Dieser Rechtsprechung hat sich der Senat angeschlossen (Urt. v. 14. Oktober 2010 - 2 A 445/09 -, juris; Beschl. v. 28. November 2011 - 2 A 518/10 -, juris).
Das macht nicht zuletzt der Umstand deutlich, dass die Entscheidung des Senats vom 14. Oktober 2010 - 2 A 445/09 - ausführlich zustimmend referiert wird.
Etwas anderes kann ausnahmsweise dann gelten, wenn dem Fahrer die örtlichen Verhältnisse aufgrund wiederholter Nutzung des Parkplatzes bekannt waren (Senatsbeschl. v. 14. Oktober 2010 - 2 A 445/09 -, juris Rn. 17;… Senatsbeschl. v. 28. November 2011 - 2 A 518/10 -, juris Rn. 8;… vgl. auch OVG NRW, Beschl. v. 13. Januar 2000 - 6 A 2016/99 -, juris Rn. 7).
Die erhöhten Sorgfaltspflichten sollen insbesondere im Falle von Sichteinschränkungen die Inanspruchnahme eines Einweisers erforderlich machen und damit Unfälle vermeiden (vgl. OVG Lüneburg…, Beschluss vom 15.07.2005, a.a.O.; Sächsisches OVG, Urteil vom 14.10.2010 - 2 A 445/09 - juris Rn. 17).
Im Gegensatz zum rein objektiven Maßstab bei einfacher Fahrlässigkeit sind bei grober Fahrlässigkeit auch subjektive Umstände zu berücksichtigen (…st.Rspr., vgl. BVerwG v. 06.08.2009 a.a.O.;… BGH v. 29.01.2003 a.a.O.; SächsOVG v. 14.10.2010 a.a.O.).
Denn das Rückwärtsfahrmanöver stellt einen atypischen Verkehrsvorgang dar, dem wegen der vom Normalbetrieb abweichenden technischen Handhabung des sich rückwärts fortbewegenden Fahrzeugs erhöhte Gefährlichkeit anhaftet (SächsOVG v. 14.10.2010 a.a.O.; NdsOVG v. 15.07.2005, Az: 2 LA 1172/04, DÖD 2006, 160, juris RdNr. 7; v. 15.12.2004, Az: 2 LA 943/04, NVwZ/RR 2005, 329; juris RdNr. 8 m.w.Nachweisen zur verkehrsrechtlichen Rechtsprechung; Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, RdNr. 51 zu § 9 StVO).
Dieser Rechtsprechung hat sich der Senat angeschlossen (etwa Urt. v. 14. Oktober 2010 - 2 A 445/09 - , juris).
Denn das Rückwärtsfahrmanöver stellt einen atypischen Verkehrsvorgang dar, dem erhöhte Gefährlichkeit anhaftet (NdsOVG, Beschl. vom 15. Juli 2005 - 2 LA 1172/04 -, juris; vgl. zum Ganzen Urt. d. Senats v. 14. Oktober 2010 a. a. O.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. etwa Beschl. v. 6. August 2009 - 2 B 9.09 -, juris), des Bundesgerichtshofs (…vgl. z. B. Urt. v. 29. Januar 2003, NJW 2003, 1118) sowie des Senats (vgl. z. B. Urt. v. 14. Oktober 2009 - 2 A 445/09 -, juris) verhält sich derjenige grob fahrlässig, der die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt, der nicht beachtet, was im gegebenen Fall jedem einleuchten muss, oder der die einfachsten ganz naheliegenden Überlegungen nicht anstellt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. etwa Beschl. v. 6.8.2009 - 2 B 9.09 -, juris), des Bundesgerichtshofs (…vgl. z. B. Urt. v. 29.1.2003, NJW 2003, 1118) sowie des Senats (vgl. z. B. Urt. v. 14.10.2009 - 2 A 445/09 -, juris) verhält sich derjenige grob fahrlässig, der die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt, der nicht beachtet, was im gegebenen Fall jedem einleuchten muss, oder der die einfachsten ganz naheliegenden Überlegungen nicht anstellt.