Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2051/78
Timestamp: 2020-03-31 23:48:38
Document Index: 196292714

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 80', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'Art. 14']

BGH, 08.11.1979 - III ZR 51/78 - dejure.org
BGH, 08.11.1979 - III ZR 51/78
https://dejure.org/1979,2495
BGH, 08.11.1979 - III ZR 51/78 (https://dejure.org/1979,2495)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1979 - III ZR 51/78 (https://dejure.org/1979,2495)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1979 - III ZR 51/78 (https://dejure.org/1979,2495)
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Vorliegen eines zu entschädigenden Eingriffs in die Eigentumsrechte des Erblassers - Anforderungen an einen enteignungsgleichen Eingriff - Voraussetzungen für eine zulässige Bestimmung des Eigentumsinhalts - Entschädigung wegen einer von der Stadt vorgenommenen ...
MDR 1980, 560
WM 1980, 658
Solche Rechtssetzung durch die Exekutive (Art. 80 GG) kann - bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen - grundsätzlich einen Entschädigungsanspruch wegen enteignungsgleichen Eingriffs eröffnen (vgl. Senatsurteile vom 30. Januar 1975 - III ZR 18/72 = VersR 1975, 737, 738 = WM 1975, 630; vom 8. November 1979 - III ZR 51/78 = WM 1980, 658, 659, betr. Bebauungsplan).
Ein enteignungsgleicher Eingriff ist hiernach z.B. bejaht worden, wenn eine den Inhalt des Eigentums bestimmende (untergesetzliche) Rechtsnorm die Grenzen des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GGüberschreitet und dadurch in den durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützten Bereich der Baufreiheit eingreift (Senatsurteil vom 8. November 1979 aaO).
BGH, 20.03.2003 - III ZR 217/02
Höhe der Besitzeinweisungs-Entschädigung für die Inanspruchnahme von Grundstücken …
In solchen Fällen hat die Entschädigung nicht die Funktion, die fehlende Nutzungsmöglichkeit hinsichtlich der noch nicht ausgezahlten Substanzentschädigung auszugleichen, sondern die, den vorübergehenden Entzug der Möglichkeit der Nutzung des Grundstücks abzugelten, etwa in Form einer "Bodenrente" - bei einem zeitlich begrenzten Bauverbot für ein bisher unbebautes Grundstück (vgl. Senatsurteile vom 19. Juni 1972 - III ZR 106/70 - WM 1972, 1226, 1229 und vom 8. November 1979 - III ZR 51/78 - WM 1980, 658, 660) - oder (bei der vorübergehenden Inanspruchnahme eines Gebäudes) in der Gestalt eines angemessenen Mietzinses (vgl. Senatsurteile vom 1. Oktober 1962 - III ZR 188/61 - NJW 1963, 248, allerdings im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme eines Grundstücks nach dem Bundesleistungsgesetz, und vom 24. November 1975 - III ZR 113/73 - LM LandbeschG Nr. 24 = MDR 1976, 474).
Diese Voraussetzungen für eine Entschädigung wegen vorübergehenden Bauverbots (vgl. Senatsurteile BGHZ 57, 278, 285 [BGH 20.09.1971 - III ZR 18/70]; 58, 124, 130; vom 12. Juni 1975 - III ZR 127/72 = WM 1975, 956, 958; vom 19. Juni 1972 - III ZR 106/70 = WM 1972, 1226, 1228) gelten auch für den hier vorliegenden Fall eines unerkannt nichtigen Bebauungsplans (…vgl. in diesem Zusammenhang die Senatsurteile vom 19. Juni 1972 a.a.O. und vom 8. November 1979 - III ZR 51/78 = WM 1980, 658, 660).
Aus dem Senatsurteil vom 8. November 1979 (III ZR 51/78 = WM 1980, 658, 660) - das die Revision anführt - kann nichts anderes hergeleitet werden.
Die wesentlichen Rechtsfragen, die der Fall aufwirft, sind durch die beiden in dieser Sache ergangenen Senatsurteile vom 30. Januar 1975 - III ZR 18/72 (LM Art. 14 [Ce] GG Nr. 48 = WM 1975, 630 = BauR 1975, 270) und vom 8. November 1979 - III ZR 51/78 (LM Art. 14 [Ea] GG Nr. 104 - WM 1980, 652) hinreichend geklärt.