Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20W%2034/14
Timestamp: 2019-05-20 16:03:45
Document Index: 280241434

Matched Legal Cases: ['§ 355', '§ 1', '§ 355', '§ 355', '§ 357', 'BGH', '§ 355', '§ 355', '§ 355']

OLG Celle, 14.07.2014 - 3 W 34/14 - dejure.org
OLG Celle, 14.07.2014 - 3 W 34/14
https://dejure.org/2014,18486
OLG Celle, 14.07.2014 - 3 W 34/14 (https://dejure.org/2014,18486)
OLG Celle, Entscheidung vom 14.07.2014 - 3 W 34/14 (https://dejure.org/2014,18486)
OLG Celle, Entscheidung vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14 (https://dejure.org/2014,18486)
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Zur Wirksamkeit einer Belehrung über den Beginn der Widerrufsfrist in einem Verbraucherdarlehensvertrag
Zu den Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung beim Verbraucherdarlehensvertrag
BGB § 355 Abs. 2 a. F.
ZIP 2014, 2073
Ob im Sinne einer einheitlichen Belehrung umfassend darüber aufzuklären ist, dass nicht nur der Verbraucher, sondern auch der Unternehmer mit der Pflicht zur Entgeltrückzahlung 30 Tage nach Zugang der Widerrufserklärung ohne Mahnung in Verzug gerät (OLG Stuttgart…, Urteil vom 10.12.2009 - 2 U 51/09, juris Rn. 34; a. A. OLG Celle, Beschluss vom 14.07.2014 - 3 W 34/14, juris Rn. 16; OLG Frankfurt…, Urteil vom 05.08.2015 - 23 U 178/14, juris Rn. 55; OLG Köln…, Urteil vom 24.02.2016 - 13 U 84/15, juris Rn. 65 ff.), oder ob ein solcher Hinweis mit Blick auf § 1 I Nr. 10 BGB-InfoV nur bei Fernabsatzverträgen geschuldet ist (Kammergericht…, Beschluss vom 09.11.2007 - 5 W 276/07, juris Rn. 19), kann dahinstehen.
Gemäß § 355 BGB a.F. habe bereits nicht über die Rechtsfolgen des Widerrufs aufgeklärt werden müssen (OLG Celle, WM 2014, 1421).
Dies hat das OLG Celle für eine wortgleiche Widerrufsbelehrung mit Beschluss vom 14.7.2014 (3 W 34/14 - bei juris) genauso beurteilt:.
Die Beklagte musste die Kläger indes nach den gesetzlichen Vorgaben des § 355 BGB a.F. - mangels Vorliegen eines Haustürgeschäfts - nicht zwingend über die Widerrufsfolgen belehren (…vgl. Palandt-Sprau, 67. Auflage 2008, § 357, Rn 3; vgl. auch OLG Hamm, Urteil vom 02.02.2015, 31 U 126/14, WM 2015, 1007, dort Rn 32; OLG Celle, Urteil vom 14.07.2014, 3 W 34/14, WM 2014, 1421, dort Rn 6).
Zum Fristbeginn sei die hier verwendete Belehrung im entscheidenden Punkt anders gestaltet bzw. formuliert ("... I h r schriftlicher Antrag ...") als in dem vom BGH durch Urteil vom 10.03.2009 (XI ZR 33/08, NJW 2009, 3572) entschiedenen Fall, so dass es einem durchschnittlichen Verbraucher klar sei, dass es um seine eigene Erklärung gehe (OLG Celle, Beschluss vom 14.07.2014, 3 W 34/14, WM 2014, 1421; OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.02.2015, I-17 U 125/14, www.juris.de).
Aus der ausdrücklichen Verwendung der Worte "mein schriftlicher Vertragsantrag" bzw. "meines Vertragsantrages" ist eindeutig zu entnehmen, dass es um das Angebot des Darlehensnehmers und nicht um dasjenige der Bank geht (vgl. OLG Celle ZIP 2014, 2073, 2074 mit zustimmender Anmerkung von Homberger, EWiR 21/2014, 671 f.).
Vielmehr wird eindeutig deutlich, dass es um ein Vertragsangebot des Darlehensnehmers und nicht der Bank geht (OLG Frankfurt…, Urteil vom 5. August 2015 - 23 U 178/14, Juris Rn. 47; OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14, Juris Rn. 11 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 21. Oktober 2015 - 31 U 56/15, Juris Rn. 52 ff.).
Dies bereits deshalb nicht, weil § 355 BGB a.F. die Notwendigkeit eines entsprechenden Hinweises nicht verlangt (OLG Frankfurt…, Urteil vom 5. August 2015 - 23 U 178/14, Juris Rn. 55; OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14, Juris Rn. 16 ff.).
Die Belehrung ist - entgegen der Ansicht der Berufung - jedenfalls nicht irreführend, da sie den Verbraucher zutreffend darüber belehrt, dass im Falle eines wirksamen Widerrufs die beiderseits empfangenen Leistungen zurück zu gewähren sind und ggf. gezogene Nutzungen herauszugeben sind (vgl. OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14, Juris Rn. 16; OLG Hamm…, Urteil vom 21. Oktober 2015 - 31 U 56/15, Juris Rn. 62 ff.).
Die Belehrung ist auch nicht hinsichtlich der Widerrufsfolgen fehlerhaft; dies bereits deshalb nicht, weil § 355 BGB a.F. einen Hinweis auf die Folgen des Widerrufs nicht verlangt (vgl. OLG Frankfurt…, Urteil vom 5. August 2015 - 23 U 178/14, Juris Rn. 55; OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14, Juris Rn. 16 ff.).
Abgesehen davon enthält die Belehrung in Satz 2 des Abschnitts "Widerruf bei bereits ausgezahlten Darlehen" den vom Kläger vermissten Hinweis, dass die beiderseits empfangenen Leistungen zurück zu gewähren und ggf. gezogene Nutzungen herauszugeben sind (vgl. OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14, Juris Rn. 16; OLG Hamm…, Urteil vom 21. Oktober 2015 - 31 U 56/15, Juris Rn. 62 ff.).
Die Passage der Belehrung zum Beginn der Widerrufsfrist entspricht der gesetzlichen Regelung des § 355 BGB a. F. Dies hat der Senat in Übereinstimmung mit dem 23. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (…Urteil vom 05. August 2015 - 23 U 178/14 -, Rn. 44, juris;… Beschluss vom 01.08.2014 - 23 U 288/13 -, Rn. 19, juris) und dem 3. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Celle (OLG Celle, Beschluss vom 14. Juli 2014 - 3 W 34/14 -, Rn. 10, juris) bereits entschieden (Senat, Beschluss vom 25. Januar 2016 - 17 U 243/15; Beschluss vom 28.01.2016 - 17 U 124/15).