Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DAR%202004,%20387
Timestamp: 2018-10-16 17:43:15
Document Index: 18875968

Matched Legal Cases: ['§ 286', '§ 513', '§ 529', '§ 546', '§ 7', '§ 286', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 7', '§ 286', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

KG, 11.03.2004 - 12 U 285/02 - dejure.org
§ 286 ZPO, § 513 Abs 1 ZPO, § 529 Abs 1 Nr 1 ZPO, § 546 ZPO, § 7 Abs 5 StVO
Berufung im Verkehrsunfallprozess: Bindung des Berufungsgerichts an die Tatsachenfeststellungen des Erstgerichts; Alleinhaftung des Anfahrenden vom Fahrbahnrand bei einer Kollision mit einem Fahrstreifenwechsler
Beanstandung der Beweiswürdigung durch das Gericht wegen der Ablehnung der Anhörung eines Zeugen; Bindung des Richters an Denkgesetze und Naturgesetze sowie an Erfahrungssätze bei der freien Beweiswürdigung; Voraussetzung für die Bindung des Richters an gesetzliche Beweislastregelungen; Bestimmung der Sorgfaltspflichten bei einem Anfahren am Fahrbahnrand
KG Berlin v. 11.03.2004: Der vom Fahrbahnrand Anfahrende darf nicht darauf vertrauen, dass der rechte Fahrstreifen, in den er sich einordnen will, frei bleibt
LG Berlin, 15.08.2002 - 17 O 253/01
NZV 2004, 632
DAR 2004, 387
Dies ist nicht der Fall, wenn sich das Gericht des ersten Rechtszuges bei der Tatsachenfeststellung an die Grundsätze der freien Beweiswürdigung des § 286 ZPO gehalten hat und das Berufungsgericht keinen Anlass sieht, vom Ergebnis der Beweiswürdigung abzuweichen (siehe Senat, Urteil vom 11. März 2004 - 12 U 285/02 - DAR 2004, 387; NZV 2004, 632; Urteil vom 8. Januar 2004 - 12 U 184/02 - KGR 2004, 269, vgl. auch BGH, Urteil vom 9. März 2005 - VIII ZR 266/03 - NJW 2005, 1583).
Dies ist nicht der Fall, wenn sich das Gericht des ersten Rechtszuges bei der Tatsachenfeststellung an die Grundsätze der freien Beweiswürdigung des § 286 ZPO gehalten hat und das Berufungsgericht keinen Anlass sieht, vom Ergebnis der Beweiswürdigung abzuweichen (siehe Senat, Urteil vom 11. März 2004 - 12 U 285/02 - DAR 2004, 387; NZV 2004, 632; Urteil vom 8. Januar 2004 - 12 UU 184/02 - KGR 2004, 269, vgl. auch BGH, Urteil vom 9. März 2005 - VIII ZR 266/03 - NJW 2005, 1583).
Eine Strecke von 10 - 15 m zwischen Anfahren und Kollision wahrt den räumlichen und zeitlichen Zusammenhang (…OLG Köln, a. a. O.; Senat, Urteil vom 11. März 2004 - 12 U 285/02 - KGR 2004, 382 = DAR 2004, 387).
Kommt es in unmittelbarem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Anfahren vom Fahrbahnrand zu einer Kollision mit einem Fahrzeug des fließenden Verkehrs, das nach rechts den Fahrstreifen wechselt, ohne den Anfahrenden rechtzeitig erkennen zu können, so haftet der Anfahrende allein, denn der Schutzzweck des § 7 Abs. 5 StVO dient nicht dem ruhenden Verkehr oder dem vom Fahrbahnrand Anfahrenden (Senat, Urteil vom 11. März 2004 - 12 U 285/02 - DAR 2004, 387= NZV 2004, 632; OLG München, Urteil vom 25. März 1994 - 10 U 4856/93 - NJW-RR 1994, 1442).
Dies ist nicht der Fall, wenn zwar der Berufungskläger die Beweiswürdigung des Gerichts des ersten Rechtszuges angreift, dieses sich bei der Tatsachenfeststellung aber an die Grundsätze der freien Beweiswürdigung des § 286 ZPO gehalten hat und das Berufungsgericht keinen Anlass sieht, vom Ergebnis der Beweiswürdigung abzuweichen (Senat, Urteil vom 11. März 2004 - 12 U 285/02 - DAR 2004, 387 = VRS 106, 443 = KGR 2004, 282 = NZV 2004, 632; Senat, Urteil vom 8. Januar 2004 - 12 U 184/02 -KGR 2004, 269).
OLG Köln, 16.04.2015 - 19 U 189/14
Ein solcher Verstoß gegen § 10 StVO wiegt in der Regel so schwer, dass dahinter die Betriebsgefahr des Fahrzeugs des Unfallgegners zurücktritt (vergleiche OLG Köln, Urteil vom 13.07.2011, 5 U 26/11; KG Berlin, Urteil vom 11.03.2004, 12 U 285/02, zitiert nach juris; OLG Brandenburg, Urteil vom 06.03.2002, 14 U 119/01, zitiert nach beck-online;… Burmann in Burmann/Heß/Jahnke/Janker, aaO, § 10 StVO Rn. 12;… König in Hentschel/König/Dauer, aaO, § 10 StVO Rn. 11, jeweils m.w. Nachweisen).