Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202010,%201694
Timestamp: 2019-07-22 06:57:09
Document Index: 137703003

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.06.2010 - XI ZR 308/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,15
BGH, 29.06.2010 - XI ZR 308/09 (https://dejure.org/2010,15)
BGH, Entscheidung vom 29.06.2010 - XI ZR 308/09 (https://dejure.org/2010,15)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09 (https://dejure.org/2010,15)
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Vorliegen eines unvermeidbaren Rechtsirrtums über Bestehen und Umfang einer Aufklärungspflicht im Falle eines unterlassenen Hinweises einer Bank über an sie zurückgeflossene Rückvergütungen an einen Kunden
Aufklärungspflicht der Kreditinstitute über Rückvergütungen bereits seit 1990 absehbar
Aufklärungspflicht der Banken über Rückvergütungen für diese aufgrund der seit 1990 fortgeführten Rechtsprechung bekannt
Verletzung der Aufklärungspflicht durch unterlassenen Hinweis auf Rückvergütungen; Kick-back-Zahlungen; Pflichten der Bank und des Anlageberaters; Innenprovisionen
Kick-backs im Kapitalanlagerecht
Für die Zeit nach 1990 kein unvermeidbarer Rechtsirrtum einer Bank über Bestehen und Umfang einer Aufklärungspflicht über Rückvergütungen
Schuldhafte Verletzung der Aufklärungspflicht durch Kreditinstitute über Kick Back Zahlungen bereits seit 1990
Schuldhafte Verletzung der Verpflichtung der Banken zur Aufklärungen über Kick Backs bereits seit 1990
BGB §§ 276, 280, 282 a. F.
Aufklärung über Provisionen für Geldanlage: - Banken sind schon seit Urteilen des BGH von 1989/1990 dazu verpflichtet
Schadensersatzpflicht bei fehlender Aufklärung über Kick-Backs nach 1990
Neuer BGH-Beschluss zu Kick-Backs hilft Bankkunden
Kick-backs verschwiegen
Bankenwelt erschüttert - Banken seit 1990 verpflichtet über Kick-Backs aufzuklären
Banken seit 1990 verpflichtet über Kick-Backs aufzuklären
Kick-Back Rechtsprechung: Haftung weiter ausgeweitet
Kreditinstitute haben Pflicht zur Aufklärung über Rückvergütungen seit 1990 schuldhaft verletzt
Kein Ausschluss der Aufklärungspflicht über Rückvergütungen ("Kick-Backs") ab 1990
Aufklärungspflichten einer Bank bei "Kick-Back"-Vergütungen
Kein unvermeidbarer Rechtsirrtum der Bank über die Aufklärungspflicht bei Rückvergütungen jedenfalls ab 1990
Klarstellender Beschluss zur Kick-Back-Problematik
Für Kreditinstitute besteht schon seit 1990 die Pflicht zur Aufklärung über Rückvergütungen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 29.06.2010, Az.: XI ZR 308/09 (Banken mussten seit 1990 über Kick backs aufklären)" von RAin Dr. Sonja Lang und RAin Mareile Müller-Felsch, original erschienen in: BB 2010, 2329 - 2330.
Kurznachricht zu "Richter und Banken im Rechtsirrtum vereint" von RA Markus Langen, LL.M. und RA Daniel Eckstein, original erschienen in: NZG 2010, 1177 - 1179.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 29.06.2010, Az.: XI ZR 308/09 (Kein Ausschluss der Aufklärungspflicht über Rückvergütungen ("Kick Backs") ab 1990)" von RA Eberhard Ahr, original erschienen in: VuR 2010, 388 - 389.
LG Bochum, 05.02.2009 - 9 O 295/07
NJW 2010, 2339
ZIP 2010, 1335
MDR 2010, 1005
VersR 2011, 1061
WM 2010, 1694
BB 2010, 2327
DB 2010, 1586
NZG 2010, 873
Sie muss daher Interessenkollisionen, die das Beratungsziel in Frage stellen und die Kundeninteressen gefährden, vermeiden bzw. diese offen legen (…Senatsurteil vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 Rn. 23, Beschlüsse vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, WM 2009, 405 Rn. 12 f. und vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5).
Nach § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB muss der Aufklärungspflichtige darlegen und beweisen, dass er eine Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat (…vgl. BGH, Urteile vom 18. Januar 2007 - III ZR 44/06, WM 2007, 542 Rn. 18 …und vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, WM 2009, 1274 Rn. 17; Senatsbeschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 3).
Ein Schuldner muss die Rechtslage sorgfältig prüfen, soweit erforderlich Rechtsrat einholen und die höchstrichterliche Rechtsprechung sorgfältig beachten (BGH, Urteil vom 11. Januar 1984 - VIII ZR 255/82, BGHZ 89, 296, 303; Urteil vom 14. Juni 1994 - XI ZR 210/93, ZIP 1994, 1350, 1351; Urteil vom 4. Juli 2001 - VIII ZR 279/00, WM 2001, 2012, 2014;… Urteil vom 12. Juli 2006 - X ZR 157/05, WM 2006, 2011 Rn. 19;… Urteil vom 25. Oktober 2006 - VIII ZR 102/06, NJW 2007, 428 Rn. 13; Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, ZIP 2010, 1335 Rn. 3).
Dabei trifft grundsätzlich den Schuldner das Risiko, die Rechtslage zu verkennen (BGH, Urteil vom 21. Dezember 1995 - V ZB 4/94, BGHZ 131, 346, 353; Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, ZIP 2010, 1335 Rn. 3).
Wie der Senat bereits mit Beschluss vom 29. Juni 2010 (XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5 ff. mwN) entschieden und eingehend begründet hat, kann sich eine anlageberatende Bank jedenfalls für die Zeit nach 1990 hinsichtlich ihrer Aufklärungspflicht über Rückvergütungen nicht auf einen unvermeidbaren Rechtsirrtum berufen.
Er handelt deshalb schuldhaft, wenn er mit der Möglichkeit rechnen muss, dass das zuständige Gericht einen anderen Rechtsstandpunkt einnehmen wird (Senatsbeschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 3 mwN).
Der Senat hat zwar entschieden, dass sich Banken für die Zeit nach 1990 nicht auf einen unvermeidbaren Rechtsirrtum über Bestehen und Umfang einer Aufklärungspflicht über Rückvergütungen berufen können (Beschlüsse vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5 ff. …und vom 19. Juli 2011 - XI ZR 191/10, WM 2011, 1506 Rn. 12).
Den Fahrlässigkeitsvorwurf bezüglich der Aufklärungspflicht über Rückvergütungen für die Zeit nach 1990 hat der Senat (Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5) im Ausgangspunkt maßgeblich auf die Senatsurteile vom 28. Februar 1989 (XI ZR 70/88, WM 1989, 1047) und vom 6. Februar 1990 (XI ZR 184/88, WM 1990, 462) gestützt.
bb) Zu Recht hat das Berufungsgericht weiter angenommen, dass die Beklagte aus dem Beratungsvertrag verpflichtet war, den Zedenten über an sie fließende Rückvergütungen aus Vertriebsprovisionen aufzuklären (…vgl. Senatsurteile vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 Rn. 22 f.;… vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, WM 2009, 1274 Rn. 11 …und vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 = ZIP 2009, 2380 Rn. 31;… Senatsbeschlüsse vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, WM 2009, 405 Rn. 13 und vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5).
Schließlich hat das Berufungsgericht rechts- und verfahrensfehlerfrei ein Verschulden der Beklagten angenommen (vgl. nur Senatsbeschlüsse vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5 ff. …und vom 19. Juli 2011 - XI ZR 191/10, WM 2011, 1506 Rn. 10 ff. sowie Senatsurteil vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 25, jeweils mwN).
Zur schuldhaften Verletzung der Pflicht der anlageberatenden Bank, über Rückvergütungen aufzuklären (Festhalten an Senatsbeschluss vom 29. Juni 2010, XI ZR 308/09, WM 2010, 1694).
Wie der Senat mit Beschluss vom 29. Juni 2010 (XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5 ff. mwN) entschieden und eingehend begründet hat, kann sich eine anlageberatende Bank jedenfalls für die Zeit nach 1990 hinsichtlich ihrer Aufklärungspflicht über Rückvergütungen nicht auf einen unvermeidbaren Rechtsirrtum berufen.
Entgegen der Ansicht der Revision gab es keine Rechtsprechung, die das Verheimlichen von Rückvergütungen erlaubt hätte, so dass keine rückwirkende Rechtsprechungsänderung vorliegt (Senatsbeschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 11).
Er handelt mithin schuldhaft, wenn er mit der Möglichkeit rechnen musste, dass das zuständige Gericht einen anderen Rechtsstandpunkt einnimmt (Senatsbeschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 3).
b) Auf die vom Berufungsgericht zur Begründung der Revisionszulassung formulierte Frage, ob sich aus der Senatsrechtsprechung zu den Aufklärungspflichten einer anlageberatend tätigen Bank über Innenprovisionen und von ihr vereinnahmte Rückvergütungen (…Senatsurteile vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 Rn. 22 f., vom 25. September 2007 - XI ZR 320/06, BKR 2008, 199 Rn. 11 ff. und vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 Rn. 31 sowie Senatsbeschlüsse vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, WM 2009, 405 Rn. 12 f., vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5 ff. …und vom 9. März 2011 - XI ZR 191/10, WM 2011, 925 Rn. 22 ff., jeweils mwN) auch in Fällen der vorliegenden Art eine Aufklärungspflicht der Bank ergibt, kommt es danach nicht an.
Der Schuldner hat die Rechtslage sorgfältig zu prüfen, soweit erforderlich, Rechtsrat einzuholen und die höchstrichterliche Rechtsprechung sorgfältig zu beachten (BGH, Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, ZIP 2010, 1335 Rn. 3;… Beschluss vom 15. Januar 2013 - II ZR 44/12, juris Rn. 12).
Gehörsverletzung wegen eines unterlassenen gerichtlichen Hinweises; Ordnungsgeld …
OLG Düsseldorf, 09.10.2017 - 15 U 105/16
Verwirkung einer Vertragsstrafe durch Feilbieten von künstlichen Weihnachtsbäumen …
OLG Frankfurt, 10.12.2015 - 1 U 20/14
Fehlerhafte Anlageberatung bei Beteiligung an geschlossenem Fonds