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Timestamp: 2016-09-30 06:38:42
Document Index: 297765212

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 69', '§ 20', '§ 2', '§ 11', '§ 2', '§ 13', '§ 11', 'BGH', '§ 13', '§ 69', '§ 11']

Rechtslupe » Verwaltungsrecht » Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis – nach einmaliger Trunkenheitsfahrt
Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis – nach einmaliger Trunkenheitsfahrt	4. März 2016 | VerwaltungsrechtGeschätzte Lesezeit: 19 Minuten	Im auf Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis gerichteten Verfahren gebietet § 13 S. 1 Nr. 2 lit. d) i.V.m. lit. a) FeV die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung bereits dann, wenn die Fahrerlaubnis wegen einer einmaligen Alkoholfahrt mit einem Alkoholisierungsgrad unterhalb der in § 13 S. 1 Nr. 2 lit. c) FeV genannten Schwellenwerte entzogen wurde. Die auf § 69 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 Nr. 2 StGB gestützte strafgerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis entfaltet insoweit Tatbestandswirkung1.
Nach § 20 Abs. 1 FeV gelten für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis nach vorangegangener Entziehung die Vorschriften für die Ersterteilung. Gem. § 2 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 StVG i.V.m. §§ 11ff. FeV ist die Fahrerlaubnis zu erteilen, wenn der Bewerber, der auch die übrigen Erteilungsvoraussetzungen erfüllt, zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist, d.h. wenn er die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen hat (§ 2 Abs. 4 S. 1 StVG). Nach § 13 S. 1 Nr. 2 FeV ordnet die Fahrerlaubnisbehörde an, dass zur Klärung von Eignungszweifeln ein medizinisch-psychologisches Gutachten im Sinne des § 11 Abs. 3 FeV beizubringen ist, wenn nach dem ärztlichen Gutachten zwar keine Alkoholabhängigkeit, jedoch Anzeichen für Alkoholmissbrauch vorliegen oder sonst Tatsachen die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen (lit. a),
Anschluss an VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15; sowie Abgrenzung zu VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10↩
vgl. BVerwG, Beschluss vom 24.06.2013 – 3 B 71.12 –, NJW 2013, 3670 6; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15, m.w.N.↩
vgl. BR-Drs. 443/98 S. 261, unter Verweis auf Nr. 8.1 der Anlage 4 zur FeV↩
vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15; Beschluss vom 15.01.2014 – 10 S 1748/13; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 22.05.2013 – 1 M 123/12, ZfSch 2013, 595 14ff.; VG Berlin, Beschluss vom 22.12.2014 – 4 L 298.14; VG München, Beschluss vom 19.08.2014 – M 6b E 14.2930, DAR 2014, 712, Rdnr. 27ff.; offen gelassen von OVG NRW, Beschluss vom 21.01.2015 – 16 B 1374/14; BayVGH, Beschluss vom 08.10.2014 – 11 CE 14.1776, DAR 2015, 35 19; Beschluss vom 28.11.2014 – 11 CE 14.1962; a.A. VG München, Urteil vom 09.12.2014 – M 1 K 14.2841, DAR 2015, 154; VG Würzburg, Beschluss vom 21.07.2014 – W 6 E 14.606, DAR 2014, 541; VG Regensburg, Beschluss vom 12.11.2014 – RO 8 K 14.1624; sowie stellvertretend für weitere Stimmen in der Literatur Mahlberg, DAR 2014, 419; und Zwerger, jurisPR-VerkR 5/2015 Anm. 1↩
vgl. BGH, Beschluss vom 27.04.2005 – GSSt 2/04, NJW 2005, 1957 27↩
vgl. zum Ganzen VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15, m.w.N.↩
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15↩↩
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10, m.w.N.↩
vgl. VG Berlin, Beschluss vom 22.12.2014 – 4 L 298.14↩
vgl. zu den Voraussetzungen des § 13 S. 1 Nr. 2 lit. a) FeV in Fällen einer einmaligen Alkoholfahrt, die nicht zur Entziehung der Fahrerlaubnis geführt hatte: VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10↩
so aber z.B. VG München, Urteil vom 09.12.2014 – M 1 K 14.2841; sowie Mahlberg, DAR 2014, 419; und Zwerger, jurisPR-VerkR 5/2015 Anm. 1↩
vgl. BVerwG, Urteil vom 21.05.2008 – 3 C 32/07, BVerwGE 131, 163 15 unter Verweis auf BR-Drs. 443/98 (Beschluss), S. 6↩
vgl. Heuchemer, in: BeckOK-StGB, Stand 10.09.2015, § 69 Rn. 42ff. sowie zu konkreten Einzelfällen etwa LG Wuppertal, Urteil vom 29.04.2014 – 27 Ns 8/14, 27 Ns – 922 Js 227/13 – 8/14, 27 Ns-922 Js 227/13- 8/14, Rn. 9 7ff.; und LG Kaiserslautern, Urteil vom 07.04.2014 – 6070 Js 8485/13 – 3 Ns , m.w.N.↩
vgl. zur Bedeutung der Sperrfrist im Wiedererteilungsverfahren BVerwG, Urteil vom 20.02.1987 – 7 C 87/84, BVerwGE 77, 40 15↩
so aber z.B. VG München, Urteil vom 09.12.2014 – M 1 K 14.2841, unter Verweis auf die (damalige) Verwaltungspraxis bayrischer Verwaltungsbehörden, die Fahreignung erst bei Anlasstaten mit mindestens 1,1 ‰ in Zweifel zu ziehen↩
vgl. zu dieser Problematik Mahlmann, DAR 2014, S. 419 und 421; sowie allgemein VG Regensburg, Beschluss vom 12.11.2014 – RO 8 K 14.1624↩
vgl. KG Berlin, Beschluss vom 14.07.2015 – (3) 121 Ss 96/15 (75/15) ↩
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10↩
vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10↩
vgl. BVerwG, Beschluss vom 24.06.2013 – 3 B 71/12↩
a.A. VG Würzburg, Beschluss vom 21.07.2014 – W 6 E 14.606↩
vgl. BVerwG, Urteil vom 05.07.2001 – 3 C 13.01, NJW 2002, 78 20; Urteil vom 09.06.2005 – 3 C 25.04, NJW 2005, 3081 19; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15↩
vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15, m.w.N.↩
vgl. zu den Folgen eines Verstoßes gegen die in § 11 Abs. 6 S. 2 Hs. 2 FeV geregelte Unterrichtungs- und Informationspflicht VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 03.09.2015 – 10 S 778/14↩
vgl. Schubert/Schneider/Eisenmenger/Stephan, Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung, Kommentar, 2. Aufl.2005, S. 130. Vgl. zur Rechtmäßigkeit vergleichbarer Fragestellungen bei konkreten Anzeichen für generell problematisches Trinkverhalten aber VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.07.2015 – 10 S 116/15; und Beschluss vom 10.12.2010 – 10 S 2173/10↩
vgl. zur fehlenden Anlassbezogenheit einer solchen Fragestellung VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 10. 12.2013 – 10 S 2397/12↩
vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 30.06.2011 – 10 S 2785/10↩
vgl. zur Verpflichtung zur Neubescheidung im Fall fortbestehender Eignungszweifel bei fehlerhafter Gutachtensanordnung VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2012 – 10 S 452/10↩
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