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Timestamp: 2016-10-25 08:42:52
Document Index: 364759225

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 14', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

U 189/06 (26.02.2007)
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Talackerstrasse 1, 8152 Opfikon, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, 8907 Wettswil,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Yolanda Schweri, Kasernenstrasse 15, 8004 Z�rich.
Die 1961 geborene T.________ war seit 1. November 1985 als Cellistin bei der X.________ AG angestellt und bei der "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 24. Mai 2002 meldete die Arbeitgeberin der Z�rich, T.________ habe am 23. Mai 2002 den Orchestergraben wegen zu grosser L�rmbelastung mit Schweissausbr�chen und Zittern verlassen m�ssen. Der am folgenden Tag aufgesuchte Dr. med. U.________, Facharzt f�r Kardiologie und Innere Medizin, habe sie wegen chronischer L�rmbelastung und Tinnitus sowie einer psychischen Belastung f�r grosse Opern arbeitsunf�hig geschrieben. Die Z�rich kl�rte in der Folge den medizinischen Sachverhalt ab und holte insbesondere die Berichte der Klinik f�r Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie vom 6. September 2002 und von Frau Dr. med. W.________, Leiterin des Tinnitus-Zentrums, vom 30. Oktober 2002 ein. Zudem liess sie die Versicherte durch Dr. med. M.________, Facharzt f�r Ohren-, Nasen-, und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin der Abteilung Arbeitsmedizin beurteilen (Berichte vom 11. Dezember 2002 und 20. Januar 2003). Gest�tzt darauf teilte sie T.________ am 31. Januar 2003 verf�gungsweise mit, eine Leistungspflicht entfalle, da keine Berufskrankheit vorliege. Nach Beizug einer weiteren Stellungnahme des Dr. med. M.________ vom 20. Juni 2003 und des Gutachtens des Prof. Dr. med. P.________ von der Universit�tsklinik f�r Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 30. September 2004 verneinte sie mit Einspracheentscheid vom 4. Februar 2005 das Vorliegen eines Unfalls oder einer Berufskrankheit.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hiess die von T.________ dagegen erhobene Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid aufhob und die Sache an die Z�rich zur�ckwies, damit sie nach erg�nzenden Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen �ber ihre Leistungspflicht neu verf�ge (Entscheid vom 23. Februar 2006).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt die Z�rich das Rechtsbegehren, der kantonale Gerichtsentscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine Leistungen geschuldet sind.
T.________ schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin nicht an den Folgen eines versicherten Unfalles (Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVV in der bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Fassung) leidet. Aufgrund der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Z�rich nicht mehr zu pr�fen ist auch die von der Vorinstanz mangels eines H�rverlustes verneinte Frage, ob eine Berufskrankheit gem�ss Art. 9 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 14 UVV und Anhang 1 Ziff. 2 lit. a zur UVV vorliegt. In Betracht f�llt als Anspruchsgrundlage einzig Art. 9 Abs. 2 UVG, welche Bestimmung und dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 126 V 183 E. 2b S. 186, 119 V 200 E. 2b S. 201, je mit Hinweisen) die Vorinstanz richtig wiedergegeben hat. Zutreffend dargelegt hat sie auch, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG nicht zur Anwendung kommt, da sich die fraglichen Beeintr�chtigungen des Geh�rs und somit der geltend gemachte Sachverhalt vor diesem Zeitpunkt verwirklicht hat (RKUV 2005 Nr. U 536 S. 57, U 126/04).
3.1 Das kantonale Gericht hat eine ausf�hrliche W�rdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere der Stellungnahmen des Dr. med. M.________ und des Prof. Dr. med. P.________ vorgenommen. Dabei hat es erwogen, sowohl aufgrund der medizinischen Literatur wie auch der Darlegungen der beiden Fach�rzte sei eine Hyperakusis, wie sie bei der Versicherten festgestellt worden sei, auf einen Gesamtprozess verschiedener interagierender Komponenten wie somatische, psychofunktionelle und umweltbedingte Faktoren, zur�ckzuf�hren. W�hrend Prof. Dr. med. P.________ somatischerseits vor allem von einer durch die langzeitliche berufliche T�tigkeit hervorgerufene Besonderheit der auditorischen Verarbeitung im Zentralnervensystem der Berufsmusiker ausgehe, durch die es bei der Versicherten wegen der beruflich bedingten �berm�ssigen Schallexposition zu vegetativen Entgleisungen gekommen sei, halte Dr. med. M.________ eine berufliche Ursache der Hyperakusis f�r unwahrscheinlich, erw�hne jedoch gleichzeitig die Bedeutung einer Abkl�rung der einzelnen Faktoren durch eine psychosomatische Exploration. Aufgrund des auf medizinischer Erfahrung beruhenden Hinweises des Prof. Dr. med. P.________ auf eine stark �berwiegende Verursachung des Leidens durch die berufliche T�tigkeit besteht nach den Darlegungen der Vorinstanz Anlass f�r n�here Abkl�rungen zum Nachweis des qualifizierten Kausalzusammenhangs im Einzelfall. Angesichts der multifaktoriellen Genese der Hyperakusis und des Fehlens von Erhebungen zu den weiteren Aspekten, insbesondere allf�lliger psychosozialer Belastungsfaktoren sowie des Umstandes, dass Dr. med. M.________ mit Bezug auf die Beschwerdegegnerin andere als berufliche Faktoren von Beginn an als relevanter bezeichnet hat und Prof. Dr. med. P.________ diesen offenbar praktisch keine Bedeutung beimisst, vermag diesbez�glich keine der medizinischen Beurteilungen zu �berzeugen. Das kantonale Gericht hat die Sache daher zu Recht zur erg�nzenden Abkl�rung in psychosomatischer und otologisch-audiologischer Hinsicht unter Mitber�cksichtigung der von der SUVA erhobenen Messungen von Schallbelastungen von Orchestermusikern an die Z�rich zur�ckgewiesen. Zu erg�nzen ist, dass die medizinischen Sachverst�ndigen, die sich mit dem Fall befasst haben, nicht gepr�ft haben, ob die Versicherte allenfalls bereits in der Zeit vor ihrer T�tigkeit als Berufsmusikerin an Hyperakusis gelitten hat. Auch dazu werden erg�nzende Erhebungen zu treffen sein.
3.2 An diesem Ergebnis verm�gen die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen nichts zu �ndern. Es kann insbesondere nicht gest�tzt auf eine antizipierte Beweisw�rdigung davon ausgegangen werden, das Beschwerdebild sei nicht stark �berwiegend durch die Schalleinwirkung verursacht worden. Auch kann nicht zum Vornherein gesagt werden, eine Gewichtung der Kausalit�tskette sei medizinisch kaum m�glich.
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen, weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend hat die Z�rich als unterliegende Partei der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 159 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die Beschwerdef�hrerin hat der Beschwerdegegnerin f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.