Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201980,%20180
Timestamp: 2020-04-06 02:16:03
Document Index: 163001112

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 81', '§ 15', 'BGH', '§ 61', '§ 61', '§ 277', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH']

BGH, 19.12.1979 - IV ZR 91/78 - dejure.org
BGH, 19.12.1979 - IV ZR 91/78
https://dejure.org/1979,289
BGH, 19.12.1979 - IV ZR 91/78 (https://dejure.org/1979,289)
BGH, Entscheidung vom 19.12.1979 - IV ZR 91/78 (https://dejure.org/1979,289)
BGH, Entscheidung vom 19. Dezember 1979 - IV ZR 91/78 (https://dejure.org/1979,289)
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Um grobe Fahrlässigkeit anzunehmen muss der Versicherungsnehmer wissen, dass sein Verhalten geeignet ist, den Eintritt des Versicherungsfalls zu fördern
Leistungsfreiheit des Versicherers - Öffentlicher Parklatz - Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers
NJW 1980, 887
MDR 1980, 387
VersR 1980, 180
DB 1980, 539
Ist ein Verhalten erst ab einem bestimmten Zeitpunkt grob fahrlässig, ist eine Verursachung des Schadens durch grobe Fahrlässigkeit nur anzunehmen, wenn er ab diesem Zeitpunkt eingetreten ist (vgl. BGH, Urteil vom 19. Dezember 1979 - IV ZR 91/78 - VersR 1980, 180 unter II 1 a und 2; OLG Hamm VersR 2001, 1234; OLG Karlsruhe VersR 2002, 1550 f.).
Grobe Fahrlässigkeit liegt nahe, wenn der Versicherungsnehmer wusste (bewusste Fahrlässigkeit) oder durch einfachste und naheliegende Überlegungen hätte erkennen können (unbewusste Fahrlässigkeit), dass sein Verhalten geeignet war, den Eintritt des Versicherungsfalls zu fördern (vgl. BGH, VersR 1980, 180; SaarlOLG, VersR 1996, 580;… MünchKomm(VVG)-Looschelders, aaO., § 81 VVG, Rdn. 70).
Die für § 15 Abs. 2 AKB erforderliche grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls setzt indes voraus, daß das Verhalten des Versicherungsnehmers oder des berechtigten Fahrers zumindest grob fahrlässig den Eintritt des Versicherungsfalls gefördert hat (vgl. BGH, Urteil vom 19. Dezember 1979 - IV ZR 91/78 - VersR 1980, 180, 181; OLG München, VersR 1986, 585;… Römer/Langheid, Versicherungsvertragsgesetz, 2. Aufl., § 61 Rdn. 43 m.w.N.).
Im Urteil vom 19. Dezember 1979 (IV ZR 91/78 - VersR 1980, 180 = LM VVG § 61 Nr. 18) ist sie nur als Möglichkeit einer solchen Wertung angesprochen, indem unter II 1 b der Entscheidungsgründe jeweils die Einschränkung "allenfalls" gemacht wurde und unter II 1 c für den Fall längerer Untätigkeit, also für das Parken ohne jede Kontrolle über einen längeren Zeitraum hinweg gesagt wurde, grobe Fahrlässigkeit "käme ... in Betracht", für den Vorwurf grober Fahrlässigkeit bedürfte es "gegebenenfalls" noch tatrichterlicher Feststellungen.
Die Annahme grober Fahrlässigkeit setzt auf der subjektiven Seite voraus, daß die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch ein auch subjektiv unentschuldbares Verhalten in hohem Maße außer Acht gelassen worden ist (…BGB-RGRK/Alff, 12. Aufl. § 277 Rdn. 4; BGH Urteile vom 11. Juli 1967 - VI ZR 14/66 = VersR 1967, 909; vom 19. Dezember 1979 - IV ZR 91/78 = NJW 1980, 887, 888 und ständig).
Die zweifelhafte Frage, ob überhaupt schon das Abstellen auf einem frei zugänglichen unbewachten Parkplatz den Vorwurf einer groben Fahrlässigkeit trägt (verneinend Staudinger/Caspers, BGB, 2014, § 276 Rd.100 Stichwort "Diebstahl" m.w.N.), und zwar selbst an einer gefährdeten Stelle (verneinend etwa: BGH WM 1997, 587 sogar für einfache Fahrlässigkeit; BGH NJW 1980, 887f. für 3 Wochen an einem Bahnhof; OLG Frankfurt ZfS 1982, 53 für ein Wohngebiet;… vgl. ferner MüKo/Grundmann, aaO., § 276 Rd.102 m.w.N.), bedarf deshalb vorliegend keiner Vertiefung.
Sie könnten sich gegen derartige Fälle durch eine entsprechende Vertragsgestaltung angemessen absichern (BGH VersR 1980, 180).
OLG Hamm, 04.12.1998 - 20 U 149/98
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LG Karlsruhe, 25.07.1991 - 11 O 48/91
Nicht immer ist der Auffahrende Schuld!