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Timestamp: 2020-02-21 07:22:27
Document Index: 126069550

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 11', '§ 7', '§ 4', '§ 7']

Urlaubsanspruch - Urlaubsgeld BUrlG Wartezeit Arbeitsrecht Forum 123recht.de
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17.4.2008 Thema abonnieren Zum Thema: Anspruch Arbeitsverhältnis Arbeitsvertrag
Frage vom 17.4.2008 | 20:28
Hallo ich habe ein kleines Problem und hoffe ihr könnt helfen:
Habe vom 02.01.2008 bis zum 18.04.2008 einen befristeten Arbeitsvertrag unterschrieben (Probezeit 6 Monate). Diesen Vertrag habe ich per Einschreiben zum 16.03.2008 gekündigt,da ich einen anderen Arbeitgeber gefunden habe.
Nun komme ich zu meiner Frage steht mir Urlaubsgeld zu?
Anspruch Arbeitsverhältnis Arbeitsvertrag
Antwort vom 17.4.2008 | 21:52
Hallo, Urlaubsgeld gibts nur bei entsprechender Vereinbarung. Wenn zwischen dir und dem AG dazu was vereinbart war, wäre der Vertragstext dazu von interesse.
Antwort vom 18.4.2008 | 14:55
Ollioh
der Urlaubanspruch entsteht nach dem Bundesurlaubsgesetz (§ 4 BUrlG ) erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses. Demnach kein Anspruch auf Urlaubsgeld, es sei denn der Arbeitsvertrag trifft hierzu eine Regelung.
Rechtsanwalt ISP Arbeitsrecht
Antwort vom 18.4.2008 | 17:14
@ RA Offermann
Ehrlich gesagt kann man mit dieser Antwort nicht viel anfangen. Zum einen erweckt zudem sie den Eindruck, dass man bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses innehrlab der Wartezeit keinerlei Urlaubsansprüche hat. Und zum anderen ist die Verknüpfung von Wartezeit nach § 4 BUrlG und Urlaubsgeld zur Begründung eines Urlaubsgeldanspruchs bzw. des Nichtbestehens eines solchen Anspruchs nicht zutreffend.
Nach § 4 BUrlG entsteht der volle Urlaubsanspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses. Endet es vor Erfüllung der Wartezeit dann gilt § 5 Abs. 1 b) BUrlG . Der Arbeitnehmer hat dann Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Im Fall der Fragenstellerin sind zwei volle Beschäftigungsmonate erfüllt, so dass ein Anspruch auf 2/12 des Jahresurlaubes besteht.
Zudem hat das BUrlG rein gar nichts mit der Gewährung von Urlaubsgeld zu tun. Das BUrlG regelt nämlich in § 11 nur das Urlaubsentgelt und in § 7 die Urlaubsabgeltung. Urlaubsgeld ist hingegen eine Sonderzahlung, auf die ein Arbeitnehmer nur aufgrund des Arbeitsvertrages, eines Tarifvertrages oder z.B. betrieblicher Übung Anspruch hat. Der Hinweis 'kein Anspruch auf Urlaubsgeld, es sei denn der Arbeitsvertrag trifft hierzu eine Regelung' war daher zum einen nicht ganz vollständig, weil Tarifvertrag und betriebliche Übung fehlten, und zum anderen war die Verknüfung durch das Wörtchen 'demnach' mit der Wartezeit des § 4 BUrlG als Schlussfolgerung 'Wartezeit nicht erfüllt kein Urlaubsgeld' schlicht und ergreifend flasch.
Wenn man das Forum hier regelmäßig verfolgt, dann wird man auch schnell merken, dass die Fragensteller oftmals nicht zwischen Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt oder Urlaubsabgeltung unterscheiden. Was einem juristischen Laien auch wohl kaum vorgeworfen werden kann. Daher
@ Lisa Luft
Meinst du wirklich Urlaubsgeld oder geht es vielleicht darum, dass du keinen Urlaub erhalten hast und du dich nun fragst
a) hatte ich überhaupt einen Urlaubsanspruch
b) bekomme ich Urlaubsabgeltung.
Dass du einen Urlaubsanspruch in Höhe von 2/12 des Jahresurlaubes hast, habe ich ja bereits geschrieben. Der Abgeltungsanspruch ergibt sich aus § 7 Abs. 4 BUrlG , wenn du den Urlaub nicht erhalten hast.
Antwort vom 18.4.2008 | 17:17
Antwort vom 18.4.2008 | 18:18
@chavah sie wäre nicht die erste, die Urlaubsgeld mit Urlaubsentgelt verwechselt.
Es ist eigentlich für den Urlaub auch nicht relevant, ob man bei einem befristeten Vertrag von weniger als einem halben Jahr 6 Monate Probezeit haben kann. (Vielleicht ist das einfach irgendein Formulararbeitsvertrag, wo das schon drin steht und man nur noch Daten ergänzt oder durchstreicht)
Ansonsten hat Eidechse recht.
Antwort vom 18.4.2008 | 18:58
Habe ich anrecht auf bezahlte freie Arbeitstage, wenn ja wieviele?
Antwort vom 18.4.2008 | 19:08
.. lies nochmal, was 'eidechse' geschrieben hat. eine frage könnte sein, dass du zwar am 2. jan. die arbeit aufgenommen hast, dass der vertrag aber schon mit dem 1. jan begonnen hat.
ansonsten: 1/12tel für jeden vollen monat urlaubsanspruch = bezahlte freistellung, weil dein vertrag bereits in der sonst gültigen frist endet.
ausführlich dazu auch stw. 'bundesurlaubsgesetz' auf wickipedia.
-- Editiert von blaubär49 am 18.04.2008 19:10:45
Antwort vom 18.4.2008 | 19:58
[Bezahlte oder unbezahlte] Freistellungen gibt es für bestimmte Ereignisse (Tod nahe Angehörige, eigene Hochzeit o.ä.), wenn vereinbart.
Mit dem normalen Anspruch auf bezahlten Urlaub hat das aber nichts zu tun. Lies dir nochmal genau den Beitrag von Eidechse dazu durch.
Du hast Anspruch auf 2/12 des vereinbarten Jahresurlaubs (ergibt sich aus deiner Angabe zur Beschäftigungszeit). Wenn der Urlaub vor Ausscheiden aus der Firma nicht gewährt werden konnte ist er abzugelten (= auszuzahlen). Diese Abgeltung bzw. die Bezahlung die man für den Urlaub per Gesetz bekommt, heißt 'Urlaubsentgelt '.
'Urlaubsgeld ' - nach dem du gefragt hast - ist was anderes. Es wird nur gezahlt, wenn es zwischen AN und AG vereinbart ist. Und da kommt es dann auf die Vereinbarung dazu an.
Urlaubsanspruch und Anspruch auf Urlaubsgeld im Kündigungsfall
BUrlG?
Urlaubsgeld nach geänderten Arbeitsvertrag
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