Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%2042/06
Timestamp: 2020-02-17 10:37:33
Document Index: 346097203

Matched Legal Cases: ['§ 315', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 1', 'BGH', '§ 4']

Rechtsprechung: 5 U 42/06 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Bremen, 13.04.2007
https://dejure.org/2007,2193
OLG Bremen, 16.11.2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,2193)
OLG Bremen, Entscheidung vom 16.11.2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,2193)
OLG Bremen, Entscheidung vom 16. November 2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,2193)
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Wirksamkeit von Preisänderungsbestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Gasversorgungsunternehmen; Unwirksamkeit einer allgemeinen Geschäftsbedingung als Folge einer nicht transparenten Preisänderungsbestimmung durch ein Energieversorgungsunternehmen; ...
Zu Preisanpassungsklauseln in AGB eines Gasversorgungsunternehmens ("Gaspreise")
Zur Unwirksamkeit einer Preisanpassungsklausel in AGB eines Erdgaslieferungsvertrages
AGB-Klauseln über Gaspreiserhöhung der Stadtwerke Bremen sind unwirksam - Preisanpassungsklauseln sind unklar und nicht nachvollziehbar
123recht.net (Pressemeldung, 16.11.2007)
Gaspreiserhöhungen für unwirksam erklärt // Anpassungsklausel für Kunden nicht transparent
BGB §§ 315, 306, 307, 310; AVBGasV §§ 4, 32 Abs. 2
Unwirksamkeit von Preisanpassungsklauseln eines Gasversorgungsunternehmens ohne Angabe der Bezugsfaktoren und deren Gewichtung ("Gaspreise")
ZIP 2008, 28
Das Landgericht (LG Bremen, ZIP 2006, 1301) hat festgestellt, dass die genannten Erhöhungen des Arbeitspreises Erdgas unwirksam seien.
Die dagegen gerichtete Berufung der Beklagten hat das Oberlandesgericht (OLG Bremen, ZIP 2008, 28) zurückgewiesen.
Auf Sonderkunden findet die AVBGasV keine unmittelbare Anwendung (BGH, Urteil vom 29. April 2008 - KZR 2/07 S. 13, 15. OLG Bremen vom 16.11.2007 - 5 U 42/06 = Bd. III Bl. 68, 83 d.A.
Im Übrigen scheitert eine ergänzende Vertragsauslegung auch daran, dass verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Ausfüllung der vertraglichen Regelungslücke in Betracht kommen und kein Anhaltspunkt dafür besteht, welche Regelung die Parteien getroffen hätten (OLG Bremen vom 16. November 2007 - 5 U 42/06).
Auch im Fall des OLG Bremen BeckRS 2007 19172 = RdE 2008, 53 vom 16.11.2007 - 5 U 42/06 ging es nicht um Industriekunden o.ä., sondern um Haushaltskunden, die einen günstigeren, als Sondervertrag bezeichneten Tarif vereinbart hatten.
Denn die Beklagte kann die Verträge kündigen und auf eine neue Grundlage stellen (…BGH aaO; OLG Bremen BeckRS 2007 19172 = ZIP 2008, 28 = OLGR 2008, 1).
Sie hat zudem die Möglichkeit, die Verträge - und sei es im Wege einer vorhergehenden Kündigung (§ 32 Abs. 1 AVBGasV mit § 1 Ziff. 2 Satz 2 AGB) - künftig anzupassen und eine den Anforderungen des Bundesgerichtshofs genügende Erhöhungsklausel vorzusehen (OLG Bremen BeckRS 2007 19172 = ZIP 2008, 28 = OLGR 2008, 1).
Damit steht fest, dass die Regelungen der AVBGasV zu diesem Punkt nicht zum Zuge kommen sollten (so auch Hanseatisches Oberlandesgericht Bremen, Urteil vom 16.11.2007 - 5 U 42/06) .
Die Inhaltskontrolle der AGB ist dabei jedoch insoweit zu berücksichtigen, dass der in der für unwirksam befundenen Klausel manifestierte Wille des Verwenders für die Vertragsdurchführung keine Bedeutung mehr erlangen darf (Hanseatisches Oberlandesgericht Bremen, Urteil vom 16.11.2007 - 5 U 42/06).
Wann und aus welchem Grund der Beklagten eine Preisänderung möglich sein soll, lässt die Klausel völlig offen; insbesondere fehlt es (noch weitgehender als im Fall des OLG Bremen, OLGR 2008, 1 = ZIP 2008, 28) an der Angabe jeglicher Anhaltspunkte, aus denen der Verbraucher bei Vertragsabschluss die Voraussetzungen der auf ihn zukommenden Preissteigerungen erkennen und die Berechtigung einer vom Verwender sodann vorgenommenen Erhöhung überprüfen kann.
Es bedarf daher einer möglichst konkreten Festlegung der Voraussetzungen, unter denen das Preisänderungsrecht entsteht (OLG Bremen, Urteil vom 16.11.2007 - 5 U 42/06, ZIP 2008, 28).
Es bedarf daher einer möglichst konkreten Festlegung der Voraussetzungen, unter denen das Preisänderungsrecht entsteht (OLG Bremen, Urteil vom 16.11.2007 - 5 U 42/06, ZIP 2008, 28;… OLG Oldenburg a.a.O.).
Hanseatisches OLG Bremen, 5 U 42/06, Urteil vom 16.11.2007 in juris Rn 52, bestätigt durch den BGH, VIII ZR 320/07 - Urteil vom 28.10.2009).
Hinzu kommt, dass sich eine ergänzende Heranziehung von § 4 AVBGasV als Umgehung des Verbots der geltungserhaltenden Reduktion von vorformulierten Vertragsbedingungen darstellen würde, wenn diese Vorschrift oder deren Regelungsgehalt an die Stelle von Ziffer 4 treten würde (dazu: Hans. OLG in Bremen, Urteil vom 16. November 2007, 5 U 42/06, Seite 15).
Es bedarf daher einer möglichst konkreten Festlegung der Voraussetzungen, unter denen das Preisänderungsrecht entsteht (Oberlandesgericht Frankfurt, 1. Kartellsenat, Urteil vom 5.5.2009, 11 U 61/07, OLGR Frankfurt 2009, 765-768; Oberlandesgericht Bremen, Urteil vom 16.11.2007 - 5 U 42/06, ZIP 2008, 28).".
https://dejure.org/2007,36969
OLG Bremen, 13.04.2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,36969)
OLG Bremen, Entscheidung vom 13.04.2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,36969)
OLG Bremen, Entscheidung vom 13. April 2007 - 5 U 42/06 (https://dejure.org/2007,36969)
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Verfahren über Billigkeitskontrolle bei Preiserhöhung wird bis zum Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes vertagt.
Die Berufung ist anhängig beim OLG Bremen unter dem Az. 5 U 42/06.