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Timestamp: 2016-10-26 21:25:32
Document Index: 185486076

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 89', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 90', 'Art. 43', 'Art. 36', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 16', 'Art. 8', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 107', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 66', 'Art. 65', 'Art. 68']

1C_452/2011 (21.08.2012)
1C_452/2011
Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Sararard Arquint,
Beschwerde gegen das Urteil vom 28. Juli 2011 des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 1. Kammer.
A.a X.________, wohnhaft in A.________/AG, besitzt seit 2001 den F�hrerausweis der Kategorie B (Personenwagen). Am 4. Dezember 2008 wurde ihm der F�hrerausweis f�r die Dauer von drei Monaten entzogen wegen einer schweren Widerhandlung (insbesondere infolge unvorsichtigen �berholens und ungen�genden Abstands beim Wiedereinbiegen) sowie einer leichten Widerhandlung (wegen Geschwindigkeits�berschreitung) gegen das Strassenverkehrsgesetz.
A.b Am 21. April 2010 um 00.05 Uhr wurde X.________ von der Polizei beobachtet, wie er mit seinem Personenwagen von der Autobahn A2 r�ckw�rts die Autobahneinfahrt Diegten in Richtung Bern/Luzern herabfuhr. Das Bezirksstatthalteramt Waldenburg sprach X.________ mit Strafbefehl vom 8. Juni 2010 der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln durch R�ckw�rtsfahren auf der Autobahneinfahrt schuldig und auferlegte ihm eine Busse von Fr. 150.--.
B.a Mit Verf�gung vom 24. Juni 2010 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau X.________ den F�hrerausweis f�r s�mtliche Kategorien f�r die Dauer von zw�lf Monaten. Zur Begr�ndung wurde im Wesentlichen ausgef�hrt, der Beschwerdef�hrer sei auf der Autobahn und anschliessend auf der Autobahneinfahrt r�ckw�rts gefahren, womit er innert f�nf Jahren zum zweiten Mal eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen habe.
B.b Am 15. Dezember 2010 wies das Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau eine dagegen gerichtete Beschwerde von X.________ ab.
B.c Mit Urteil vom 28. Juli 2011 wies auch das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 1. Kammer, eine Beschwerde von X.________ gegen den Departementsentscheid ab.
X.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht mit dem Hauptantrag, das Urteil des Verwaltungsgerichts aufzuheben und ihn lediglich zu verwarnen; eventuell sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabkl�rung an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
Zur Begr�ndung wird haupts�chlich geltend gemacht, das Verwaltungsgericht habe den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt, indem es namentlich von einem R�ckw�rtsfahren auf der Autobahn selbst ausgegangen sei, und den Anspruch von X.________ auf rechtliches Geh�r verletzt, weil es verschiedenen Beweisantr�gen auf Erg�nzung der Sachverhaltserhebungen nicht stattgegeben habe. �berdies verletze das Gerichtsurteil Bundesrecht, indem es von einer schweren statt einer leichten Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ausgehe.
D.a Das Strassenverkehrsamt, das Departement Volkswirtschaft und Inneres sowie das Verwaltungsgericht das Kantons Aargau verzichteten auf eine Stellungnahme zur Beschwerde.
D.b Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2012 beantragt das Bundesamt f�r Strassen ASTRA, die Beschwerde hinsichtlich der Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Urteils gutzuheissen und den F�hrerausweis von X.________ wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz f�r die Dauer von vier Monaten zu entziehen. Erg�nzend verweist das Bundesamt auf ein neueres Urteil des Bundesgerichts in einem �hnlich gelagerten Fall (Urteil 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011).
D.c X.________ f�hrt dazu aus, die im vom Bundesamt angerufenen Vergleichsfall enthaltenen Sachverhaltsfeststellungen liessen sich nicht unbesehen auf den vorliegenden Fall �bernehmen, in rechtlicher Hinsicht sei dem Entscheid aber insoweit zu folgen, als jedenfalls nicht von einem schweren Gesetzesverstoss ausgegangen werden d�rfe. Das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau macht geltend, das vom Bundesamt beigezogene Urteil lasse sich nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichen, weshalb weiterhin von einer schweren Gesetzeswiderhandlung auszugehen sei. Das Verwaltungsgericht verzichtete erneut auf eine Stellungnahme.
Mit Verf�gung vom 25. November 2011 erteilte der Pr�sident der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid �ber eine Administrativmassnahme im Strassenverkehr. Dagegen steht die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG offen; ein Ausnahmegrund liegt nicht vor (Art. 83 BGG). Der Beschwerdef�hrer, der als Adressat und Direktbetroffener zur Anfechtung des vorinstanzlichen Urteils legitimiert ist (vgl. Art. 89 Abs. 1 BGG), r�gt eine offensichtlich unrichtige Feststellung des massgeblichen Sachverhalts sowie die Verletzung der Bundesverfassung und von Gesetzesrecht des Bundes, was zul�ssig ist (Art. 95 lit. a, Art. 97 Abs. 1 BGG). Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.1 In tats�chlicher Hinsicht ging das Verwaltungsgericht gleich wie das Strassenverkehrsamt davon aus, der Beschwerdef�hrer habe sich bereits auf der Autobahn befunden und sei mithin sowohl (zumindest ein kurzes St�ck) auf derselben als auch auf der Autobahneinfahrt r�ckw�rts gefahren. Das Verwaltungsgericht st�tzt sich daf�r insbesondere auf den Polizeirapport vom 27. April 2010, in dem im Zusammenhang mit dem beobachteten R�ckw�rtsfahren auch, wenn auch ohne weitere Konkretisierung, auf die Autobahn und nicht nur auf deren Einfahrt Bezug genommen wird. Demgegen�ber wurde dem Beschwerdef�hrer im Departementsentscheid lediglich vorgeworfen, auf der Autobahneinfahrt r�ckw�rts gefahren zu sein, ohne dass dies allerdings mit einer anderen Rechtsfolge verbunden gewesen w�re.
2.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Entzugsbeh�rde nicht v�llig frei, von einem rechtskr�ftigen Strafurteil in gleicher Sache abzuweichen.
2.2.1 Von den tats�chlichen Feststellungen im Strafurteil darf die Verwaltungsbeh�rde nur dann abweichen,
wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat;
wenn sie zus�tzliche Beweise erhebt, deren W�rdigung zu einem anderen Entscheid f�hrt, oder wenn die Beweisw�rdigung durch den Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar widerspricht; hat sie hingegen keine zus�tzlichen Beweise erhoben, hat sie sich grunds�tzlich an die W�rdigung des Strafrichters zu halten;
wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht s�mtliche Rechtsfragen abgekl�rt, insbesondere die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln �bersehen hat.
Die Verwaltungsbeh�rde hat insbesondere dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit �ffentlicher Verhandlung unter Anh�rung der Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es best�nden klare Anhaltspunkte f�r die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die Verwaltungsbeh�rde n�tigenfalls selbst�ndige Beweiserhebungen durchzuf�hren (BGE 124 II 103 E. 1c/aa S. 106 mit Hinweisen).
2.2.2 H�ngt die rechtliche W�rdigung sehr stark von der W�rdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbeh�rde (was etwa dann der Fall ist, wenn er den Beschuldigten pers�nlich einvernommen hat), so ist die Verwaltungsbeh�rde auch hinsichtlich der Rechtsanwendung an die rechtliche Qualifikation des Sachverhaltes durch das Strafurteil gebunden. Ansonsten bleibt die Verwaltungsbeh�rde bei der rechtlichen Beurteilung des Falles frei (vgl. BGE 124 II 103 E. 1c/bb S. 106 f. mit Hinweisen).
2.3 Im vorliegenden Fall erging das Strafurteil im Strafbefehlsverfahren. Gem�ss der Mitteilung vom 25. Mai 2010 �ber die Er�ffnung eines Untersuchungsverfahrens erstreckte sich dieses auf die Verletzung der Verkehrsregeln "durch R�ckw�rtsfahren auf einer Autobahn und anschliessend auf der Autobahneinfahrt". Mit dem Strafbefehl vom 8. Juni 2010 wurde der Beschwerdef�hrer demgegen�ber einzig der Verletzung der Verkehrsregeln durch R�ckw�rtsfahren auf der Autobahneinfahrt schuldig gesprochen und verurteilt, und auch in der entsprechenden Sachverhaltsschilderung wurde lediglich ausgef�hrt, der Beschwerdef�hrer habe die Autobahnauffahrt r�ckw�rts fahrend verlassen. Der zust�ndige Bezirksstatthalter erachtete es offenbar nicht als erwiesen, dass der Beschwerdef�hrer sich bereits auf der Autobahn selbst befunden hatte und dort r�ckw�rts gefahren war. Die Verwaltungsbeh�rden und auch das Verwaltungsgericht haben dazu keine erg�nzenden Abkl�rungen getroffen, sondern st�tzen ihre Entscheide in tats�chlicher Hinsicht einzig auf die Unterlagen, die auch dem Bezirksstatthalter vorlagen, namentlich auf den insoweit allerdings auch nicht eindeutigen Polizeirapport. Die Vorinstanzen beziehen sich nicht auf weitere, dem Bezirksstatthalter unbekannte oder von ihm nicht beachtete Umst�nde oder von ihm �bersehene Verkehrsregeln. Es besteht mithin kein gen�gender Anlass, um von den tats�chlichen Feststellungen im Strafurteil abzuweichen. Hingegen bindet das Strafurteil die Entzugsbeh�rden in rechtlicher Hinsicht nicht, h�ngt die rechtliche W�rdigung doch nicht derart von der W�rdigung von Tatsachen ab, die der Bezirksstatthalter besser kennt als die Entzugsbeh�rden. Das gilt unabh�ngig davon, dass sich der Bezirksstatthalter Waldenburg rein geografisch n�her am Ort der Begehung des fraglichen Gesetzesverstosses befindet als die aargauischen Beh�rden, hat doch auch er keinen Augenschein durchgef�hrt oder sonstige Beweise abgenommen, die auf besondere Kenntnisse hinweisen w�rden.
2.4 Der Beschwerdef�hrer r�gt sodann eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz sowie die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV sowie eventuell Art. 6 EMRK.
2.4.1 Der Beschwerdef�hrer macht dazu geltend, die Annahmen der Vorinstanz zur Streckenanlage sowie zur daraus abgeleiteten Un�bersichtlichkeit liessen sich anhand der vorliegenden Akten nicht �berpr�fen und seien daher willk�rlich. Ohne weitere Abkl�rungen sei insbesondere nicht absch�tzbar, welche Sichtm�glichkeiten f�r den Beschwerdef�hrer und f�r m�gliche heranfahrende Autofahrer bestanden h�tten. Die Vorinstanz h�tte daher nach Ansicht des Beschwerdef�hrers seinen entsprechenden Beweisantr�gen auf eigene Befragung, Vornahme eines Augenscheins sowie Befragung der protokollierenden Polizisten stattgeben m�ssen.
2.4.2 Indessen vermochte sich die Vorinstanz auf den Polizeirapport und die entsprechenden Feststellungen der unteren Instanzen zu st�tzen. Der Beschwerdef�hrer behauptet bloss, daraus liessen sich keine weiteren Schlussfolgerungen ziehen, vermag jedoch nicht nachvollziehbar zu erkl�ren, weshalb dies so sein sollte. Aufgrund der aktenkundigen Dokumente bestand vielmehr eine gen�gende Grundlage f�r die fraglichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts. Ob diese in jedem Detail zutreffend sind, ist nicht massgeblich, denn jedenfalls sind sie insgesamt nicht unvollst�ndig oder offensichtlich unrichtig bzw. willk�rlich. Dass ein Augenschein oder die Befragung der Polizisten, die den Rapport erstellt hatten, weitere massgeblichen Erkenntnisse gebracht h�tten, ist nicht anzunehmen, so dass das Verwaltungsgericht in antizipierter Beweisw�rdigung darauf verzichten konnte, weitere Beweise abzunehmen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148 mit Hinweis). Es ist daher davon auszugehen, dass die vorliegenden Akten f�r eine sachgerechte W�rdigung des Falles gen�gten. �berdies vermochte sich der Beschwerdef�hrer vor allen Instanzen im Rahmen des ihm gew�hrten rechtlichen Geh�rs bzw. der von ihm eingereichten Beschwerdeschriften selbst zur Sache zu �ussern. Weshalb er zus�tzlich noch m�ndlich h�tte befragt werden m�ssen, ist nicht ersichtlich. Ein Anspruch darauf bestand im vorliegenden Administrativverfahren jedenfalls nicht.
2.5 Demnach ist in tats�chlicher Hinsicht im Sinne des Beschwerdef�hrers davon auszugehen, dass er lediglich auf der Autobahnauffahrt und nicht auch auf der Autobahn selbst r�ckw�rts gefahren ist. Im �brigen hat das Verwaltungsgericht weder den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt noch den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r verletzt.
2.6 Was die Feststellungen im vom Bundesamt angerufenen �hnlich gelagerten Urteil des Bundesgerichts 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 betrifft, das denselben Autobahnabschnitt betrifft und zu dem sich der Beschwerdef�hrer �ussern konnte, so k�nnen die dortigen Feststellungen insoweit nicht unbesehen �bernommen werden, als sie auf ver�nderbaren Faktoren wie Jahreszeit, Tageszeit, Lichtverh�ltnisse, Vegetation, konkretes Fahrverhalten usw. beruhen. Auf Feststellungen zu grunds�tzlich unver�nderten Umst�nden wie die Streckenf�hrung der Autobahnauffahrt kann aber zur�ckgegriffen werden, wenn nicht besondere Gr�nde dagegen sprechen. Der Beschwerdef�hrer vermag erneut nicht darzutun, inwiefern die entsprechenden Feststellungen, wie er behauptet, teilweise unzutreffend und daher nicht massgeblich sein sollten.
3.1 Auf Autobahnen ist das R�ckw�rtsfahren untersagt (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962, VRV; SR 741.11). Der Fahrzeugf�hrer darf Pannenstreifen nur f�r Nothalte ben�tzen (Art. 36 Abs. 3 VRV). Das gilt nach der Rechtsprechung auch f�r Autobahnauffahrten (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 und 6B_819/2009 vom 14. Januar 2010). Der Beschwerdef�hrer wurde gest�tzt auf Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 SVG und Art. 36 Abs. 1 VRV wegen Verstosses gegen diese Verkehrsregeln strafrechtlich rechtskr�ftig verurteilt.
3.2 Nach Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz ausgeschlossen ist, wird der F�hrerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr f�r die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr f�r die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Eine schwere Widerhandlung liegt vor, wenn durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernsthafte Gefahr f�r die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).
3.3 Nach der Rechtsprechung stellt die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b SVG einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a SVG und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c SVG gegeben sind. Die Annahme einer leichten Widerhandlung setzt voraus, dass kumulativ eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden vorliegen (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 f. S. 141 mit Hinweisen). Die strafrechtliche Qualifikation einer Verkehrsregelverletzung als einfach im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG schliesst die Annahme einer mittelschweren oder schweren Widerhandlung im Administrativverfahren nicht aus. Eine schwere Widerhandlung setzt kumulativ eine qualifizierte (ernsthafte) objektive Gef�hrdung sowie ein qualifiziertes (schweres) Verschulden voraus (Urteil des Bundesgerichts 1C_355/2009 vom 21. Dezember 2009 E. 2.2).
3.4 Eine Gefahr f�r die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 16a-16c SVG ist bei einer konkreten oder auch bei einer erh�hten abstrakten Gef�hrdung zu bejahen. Eine erh�hte abstrakte Gefahr besteht, wenn die M�glichkeit einer konkreten Gef�hrdung oder Verletzung naheliegt. Ob eine solche Gef�hrdung vorliegt, h�ngt von den jeweiligen Verh�ltnissen des Einzelfalls ab (Urteil 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 2.4.2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.5 Soweit der vorliegende Fall mit dem im Entscheid des Bundesgerichts 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 beurteilten vergleichbar ist, lassen sich daraus auch in rechtlicher Hinsicht R�ckschl�sse ziehen. Das Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 Abs. 1 BV verlangt, dass bei vergleichbarer Ausgangslage eine unterschiedliche Behandlung sachlich zu rechtfertigen w�re, andernfalls das Gleichbehandlungsgebot zu beachten ist.
3.6 Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers hat er mit seinem Verhalten jedenfalls eine massgebliche erh�hte abstrakte Gef�hrdung anderer Verkehrsteilnehmer hervorgerufen bzw. in Kauf genommen. Auch wenn nach dem einschl�gigen Polizeirapport keine besonders grosse konkrete Gefahr f�r andere Verkehrsteilnehmer bestand, war eine Kollisionsgefahr nicht ausgeschlossen oder unwahrscheinlich. Zwar ereignete sich der Verkehrsregelverstoss in der Nacht, die Sichtverh�ltnisse waren jedoch gut, wie auch das Strassenverkehrsamt in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht bestreitet. Die Gefahr, die der Beschwerdef�hrer mit seinem Verhalten begr�ndete, ist daher weder als gering im Sinne einer leichten Widerhandlung, wie er selbst geltend macht, noch als ernsthaft im Sinne einer schweren Widerhandlung einzustufen, wovon die Vorinstanz ausging. Was das Verschulden des Beschwerdef�hrers betrifft, so wirkt seine Rechtfertigung, er habe ein �berhitzen des Motors bef�rchtet und daher von einem Befahren der Autobahn absehen wollen, als wenig glaubw�rdig, nachdem er dieses Argument nachgeschoben und nicht bereits gegen�ber den ihn bei der Regelverletzung anhaltenden Polizisten ge�ussert hatte. Wie es sich damit verh�lt, kann aber offen bleiben, da ohnehin weder alle Voraussetzungen einer leichten noch einer schweren Widerhandlung vorliegen, womit es sich unabh�ngig von der Schwere des Verschuldens um eine mittelschwere Widerhandlung gem�ss Art. 16b Abs. 1 SVG handelt. Damit stimmt die Beurteilung des vorliegenden Falles mit derjenigen im Urteil 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 �berein. Die beiden F�lle erscheinen insofern auch durchaus vergleichbar, gibt es doch trotz gewisser (praktisch immer bestehender) Unterschiede keine offenkundigen sachlichen Gr�nde, die eine differenzierende Behandlung zu rechtfertigen verm�chten.
3.7 Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers liegt mithin kein leichter Fall nach Art. 16a SVG vor, und es kommt auch keine Verwarnung gem�ss Art. 16a Abs. 3 SVG in Frage. Der angefochtene Entscheid verst�sst jedoch insofern gegen Bundesrecht, als er den F�hrerausweisentzug auf Art. 16c statt auf Art. 16b SVG st�tzt. Die Beschwerde ist daher in diesem Sinne teilweise gutzuheissen, und das Urteil des Verwaltungsgerichts muss insoweit aufgehoben werden. Nach Art. 107 Abs. 2 BGG kann das Bundesgericht diesfalls in der Sache selbst entscheiden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erf�llt sind. Das trifft hier zu, da alle massgeblichen Umst�nde erstellt sind.
3.8 Nach Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG wird der F�hrerausweis nach einer mittelschweren Widerhandlung f�r mindestens vier Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen war. Diese Voraussetzungen sind beim Beschwerdef�hrer erf�llt, dessen Ausweis bereits einmal am 4. Dezember 2008 wegen einer schweren Widerhandlung f�r die Dauer von drei Monaten entzogen wurde. Massgeblich f�r den Beginn der Zweijahresfrist ist weder das Datum des Verkehrsregelverstosses (hier der 14. Dezember 2005) noch der Entzugsverf�gung (hier der 4. Dezember 2008, was im vorliegenden Fall allerdings bereits gen�gen w�rde), sondern der letzte Tag des Entzugs (vorliegend der 31. M�rz 2009; vgl. BGE 136 II 447 E. 5.3 S. 455). Nachdem der hier fragliche Verkehrsregelverstoss am 21. April 2010 stattfand, ist die Frist von zwei Jahren noch nicht abgelaufen. Erschwerende Umst�nde, welche ein Abweichen von der Mindestentzugsdauer von vier Monaten rechtfertigen w�rden, liegen nicht vor, was auch der Einsch�tzung der Vorinstanzen entspricht, die den Entzug ebenfalls auf die Mindestdauer, allerdings nach ihrer Auffassung von zw�lf Monaten gem�ss Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG, festgelegt hatten. Damit ist dem Beschwerdef�hrer der F�hrerausweis f�r vier Monate zu entziehen.
4.1 Demnach ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Dem Beschwerdef�hrer ist der F�hrerausweis f�r vier Monate zu entziehen, und das Strassenverkehrsamt ist anzuweisen, den Beginn der Entzugsdauer nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids festzusetzen. Im �brigen muss die Beschwerde abgewiesen werden.
4.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist dem nur teilweise obsiegenden Beschwerdef�hrer eine reduzierte Gerichtsgeb�hr aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1, Art. 65 BGG). Der Kanton Aargau hat dem Beschwerdef�hrer �berdies f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 BGG).
4.3 Die Sache geht zur�ck an das Verwaltungsgericht zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen im vorinstanzlichen Verfahren.
1.1 Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 28. Juli 2011 wird aufgehoben.
1.2 Dem Beschwerdef�hrer wird der F�hrerausweis f�r die Dauer von vier Monaten entzogen.
1.3 Das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau wird angewiesen, den Beginn der Entzugsfrist nach Rechtskraft dieses Urteils festzusetzen.
1.4 Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Dem Beschwerdef�hrer wird eine reduzierte Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'000.-- auferlegt.
Der Kanton Aargau hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- zu entrichten.
Die Sache geht an das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen im vorinstanzlichen Verfahren.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, dem Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 1. Kammer, und dem Bundesamt f�r Strassen ASTRA schriftlich mitgeteilt.