Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=10.10.2002&Aktenzeichen=6%20C%207.02
Timestamp: 2019-07-19 22:05:51
Document Index: 163755480

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 19', '§ 5', '§ 194', '§ 31', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 12', '§ 5', '§ 5', 'Art. 12', 'Art. 19', 'Art. 12']

BVerwG, 10.10.2002 - 6 C 7.02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,642
BVerwG, 10.10.2002 - 6 C 7.02 (https://dejure.org/2002,642)
BVerwG, Entscheidung vom 10.10.2002 - 6 C 7.02 (https://dejure.org/2002,642)
BVerwG, Entscheidung vom 10. Januar 2002 - 6 C 7.02 (https://dejure.org/2002,642)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2002,642) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4; DRiG § 5 d Abs. 4; VwGO § 194 Abs. 2; JAG NW § 31 Abs. 4
Anspruch auf Verbesserung der Note für das zweite juristische Staatsexamen - Neue Bewertung einer Hausarbeit - Gebot der Chancengleichheit im Prüfungsrecht - Entfernung alter Korrekturbemerkungen bei Neukorrektur einer Prüfungsarbeit durch neue Prüfer - Erneute Entscheidung eines Prüfungsausschusses - Anspruch auf erneute Durchführung einer mündlichen Prüfung
Prüfer (Bewertungsmängel) - Neubewertung durch neuen Prüfungsausschuss - Korrekturanmerkungen ausgeschiedener Prüfer
Zusammenfassung von "Der Mensch ist eben auch als Prüfer einzigartig" von Dr. Robert Brehm, original erschienen in: NJW 2003, 2808 - 2810.
VG Gelsenkirchen, 02.08.1996 - 3 K 3280/95
OVG Nordrhein-Westfalen, 25.02.2002 - 14 A 4813/96
NJW 2003, 1063
NVwZ 2003, 622 (Ls.)
DÖV 2003, 724
Daher können sie für sich genommen in aller Regel keine Voreingenommenheit begründen (stRspr, vgl. nur BVerwG, Urteil vom 10. Oktober 2002 - 6 C 7.02 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 402 S. 48 f.).
Hier kann das Gebot der Chancengleichheit (Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 GG) nur insoweit zur Geltung kommen, als es die Prüflinge vor einer Verschlechterung der Benotung schützt, die die alten Prüfer vergeben haben (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 24. Februar 1993 - 6 C 38.92 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 314 S. 280 und vom 10. Oktober 2002 - 6 C 7.02 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 402 S. 47 f.).
In dem Urteil vom 10. Oktober 2002 (6 C 7.02) hat das Bundesverwaltungsgericht keinen tragenden Rechtssatz zur Widerlegbarkeit der Unvoreingenommenheit eines Prüfers aufgestellt.
Demgemäß ist nicht jede Möglichkeit des Einflusses auf die Prüferentscheidung als Gefahr für die ordnungsgemäße Erfüllung der Prüferaufgaben zu werten (vgl. nur Urteil vom 9. Oktober 2002 - BVerwG 6 C 7.02 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 402 S. 48).
Denn grundsätzlich gebietet die effektive Gewährleistung der Grundrechte aus Art. 12 Abs. 1 GG, 3 Abs. 1 GG, dass einem Prüfungskandidaten weder ein Vorteil noch ein Nachteil daraus erwachsen darf, dass er eine fehlerfreie Bewertung seiner Leistung mit einem Rechtsbehelf durchsetzen muss (…vgl. BVerwG, Urt. v. 19.12.2001, 6 C 14/01, juris Rn. 26; Urt. v. 10.10.2002, 6 C 7/02, juris Rn. 9;… Beschl. v. 28.10.2004, 6 B 51/04, juris Rn. 20).
Daraus folgt nicht nur, dass bei der Wiederholung von Prüfungsleistungen möglichst vergleichbare Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien herzustellen sind (…vgl. insoweit BVerwG, Urt. v. 19.12.2001, a. a. O.; Urt. v. 10.10.2002, a. a. O.;… Beschl. v. 28.10.2004, a. a. O.;… ebenso BFH, Urt. v. 28.11.2002, VII R 27/02, juris Rn. 10).
Zwar hat ein Prüfungskandidat grundsätzlich auch nach der Neubewertung von Klausuren ein subjektiv-öffentliches Recht darauf, dass der Prüfungsausschuss sein Abweichungsermessen erneut ausübt (…vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 19.12.2001, 6 C 14/01, juris Rn. 32; Urt. v. 10.10.2002, 6 C 7/02, juris Rn. 17;… ferner Beschl. v. 11.7.1996, 6 B 22/96, juris Rn. 9).
BVerwG, Urteile vom 24.2.2003 6 C 22.02 , juris, Rdn. 12, und 10.10.2002 6 C 7.02 , juris, Rdn. 12, sowie Beschluss vom 10.6.1983 7 B 48.82 , juris, Rdn. 14.
BVerwG, Urteil vom 10.10.2002 6 C 7.02 , a. a. O., Rdn. 14.
BVerwG, Urteil vom 10.10.2002 6 C 7.02 , juris, Rdn. 12, und Beschluss vom 10.6.1983 7 B 48.82 , juris, Rdn. 6; Niehues/Fischer, a. a. O., Rdn. 323, 325, 558, 609, jeweils m. w. N.
Demzufolge zieht die Beeinflussung der Bewertungstätigkeit nur dann die Rechtswidrigkeit der Bewertungsentscheidung nach sich, wenn im Einzelfall aufgrund bestimmter tatsächlicher Umstände bei verständiger Betrachtungsweise der Schluss naheliegt, dass ein Prüfer mit dem gebotenen Pflichtbewusstsein daran gehindert ist, frei und unvoreingenommen zu entscheiden (vgl. BVerwG, Urteil vom 10.10.2002 - 6 C 7.02 -, juris).
Da die Abweichungsentscheidung das Prüfungsgeschehen nicht prägt und es sich bei § 5d Abs. 4 DRiG um eine lediglich ergänzende Regelung handelt, muss insbesondere nicht die mündliche Prüfung wiederholt werden, um einen Fehler in der Abweichungsentscheidung heilen zu können (BVerwG, Urt. v. 10.10.2002, 6 C 7/02, juris Rn. 17).
Zu dem Gesamteindruck aller Prüfungsleistungen i.S.d. § 5d Abs. 4 DRiG gehört nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BVerwG, Urt. v. 10.10.2002, 6 C 7/02, juris Rn. 17), der sich die Kammer anschließt, grundsätzlich auch der durch die mündliche Prüfung vermittelte Eindruck.
Es ist vielmehr ausreichend, dass die Prüfung für ihn insgesamt unter Bedingungen stattfindet, die mit denjenigen bei normalem Prüfungsverlauf vergleichbar sind (vgl. BVerwG, Urt. v. 10.10.2002 - 6 C 7/02 -, NJW 2003, 1063).
Entgegen der Auffassung des Klägers stehen weder der Anspruch des Prüflings auf Gewährung effektiven Rechtsschutzes gemäß Art. 12 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG noch sein Anspruch auf Überdenken der Leistungsbewertung gemäß Art. 12 Abs. 1 GG einer "offenen" Korrektur im Überdenkensverfahren entgegen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 18.12.1997 - 6 B 69/97 -, Juris); gleiches gilt für das Gebot der Chancengleichheit im Prüfungsrecht (vgl. BVerwG, Urt. v. 10.10.2002, a. a. O.).
OVG Nordrhein-Westfalen, 07.05.2014 - 14 A 2731/12
Bewertung von Prüfungsleistungen durch den Prüfer allein nach dem absoluten …