Source: https://www.diewegweiser-nordkirche.de/ru-in-der-nordkirche/rechtliche-grundlagen.html
Timestamp: 2020-07-04 17:18:02
Document Index: 302558082

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art.2', 'Art.4', 'Art. 7']

Begegnungswochenende #2, 19.-21.6.
Religion ist ordentliches Lehrfach
Religionsunterricht ist Unterricht in einem werteorientierten Fach, das den Lernenden vielfältige Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Orientierung in Lebens- und Glaubensfragen bietet. Der Evangelische Religionsunterricht erfüllt als ordentliches Lehrfach in der Schule den Auftrag des Grundgesetzes, den Schülerinnen und Schülern zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (Art. 2, 1 GG) zu verhelfen und sie zu befähigen, ihre Gewissens- und Religionsfreiheit wahrzunehmen (Art. 4 GG).
Da es sich bei diesem Unterricht nach dem Grundgesetz nicht um neutrale Religionskunde handelt, der Staat aber seine weltanschauliche Neutralität wahren muss, übernehmen die Religionsgemeinschaften die inhaltliche Verantwortung für diesen Unterricht. Der Staat (das jeweilige Bundesland) ist zuständig für die unternehmerischen Aufgaben wie Personal, Räume und Unterrichtsmaterialien. Damit ist der Religionsunterricht eine so genannte "res mixta", ein Unterrichtsfach also, das vom Staat und von der Religionsgemeinschaft gemeinsam getragen wird. Daher werden die Religionslehrkräfte vom Staat mit der staatlichen Unterrichtserlaubnis (Master/2. Staatsexamen) und von der Kirche mit der Kirchlichen Unterrichtserlaubnis (Vokation) für diesen Unterricht beauftragt.
Das Fach wird nach evangelischer Auffassung „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ (Art. 7,3 GG) erteilt, wenn der evangelische Standpunkt der Lehrkraft gesichert ist. Weiterhin wird der Evangelische Religionsunterricht an der öffentlichen Schule in seinen Inhalten von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland mitverantwortet (Staatskirchenvertrag).
Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.(Art.2,1 GG)
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. (Art.4, 1+2 GG)
Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen. (Art. 7,3 GG)
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