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Timestamp: 2018-05-27 12:10:13
Document Index: 206684495

Matched Legal Cases: ['§ 246', '§ 211', '§ 263', '§ 223', '§ 253', '§ 306', '§ 25', '§ 25', 'BGH', '§ 263', '§ 263', '§ 263']

Verfasst am: 29 Jul 2005 - 13:30:27 Titel: Strafrecht Großer Schein in FFM
A und B haben dem in der Frankfurter Drogenszene als gewalttätig bekannten D die Lieferung von 2 kg Heroin versprochen und dafür von D eine Anzahlung von 50.000 Euro erhalten. Sie handeln von vornherein in der Absicht, das Geld ohne Gegenleistung zu behalten. Als D nachdrücklich auf die Lieferung des Heroins drängt, beschließen A und B aus Angst vor der Reaktion des D, und, vor allem, um die Anzahlung nicht zurückerstatten zu müssen, den D zu töten. Unter dem Vorwand, das Heroin an einem sicheren Ort übergeben zu wollen, lockt A ihn zu einem abgelegenen Waldweg, wo D von dem dort lauernden B aus dem Hinterhalt erschossen wird.
E, der über Mittelsmänner von dem Geschehen erfahren hat, verlangt von A und B die Zahlung eines „Schutzgeldes“ in Höhe von 100.000 Euro; andernfalls werde ihnen von Seiten der Freunde des D „etwas passieren“. Als A und B sich weigern, legt E, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, am Abend des folgenden Tages in dem Haus, das B zusammen mit seiner Lebensgefährtin L bewohnt, Feuer, indem er im Keller Benzin ausgießt und entzündet. Er geht davon aus, dass es B und L gelingen werde, sich aus dem brennenden Haus zu retten. Tatsächlich sind B und L an diesem Abend nicht zuhause. Bei den Löscharbeiten an dem brennenden Haus, das durch den Brand weitgehend zerstört wird, wird der Feuerwehrmann F von einem herabstürzenden Balken getroffen und lebensgefährlich verletzt.
Wie haben sich A, B und E nach den Bestimmungen des StGB strafbar gemacht?
Strafbarkeit A und B: §§ 246, 25 II wg. der Drogen
§§ 211 II 2.Gruppe 1.Alt,1.Gruppe 3.Alt,212,25 II
§§ 263 I, 25 II
Drogendelikte?Welche?
Strafbarkeit des E: §§ 223, 224 I Nr.3 und 5, 229=> Vorsatzproblem
§§ 253 I
§§ 306 I Nr.1, 306a I Nr.1
Verletzung und Verwertung fremder Privat-
Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich alle in Frage kommenden §§ berücksichtigt habe oder einiges weglassen muss, weil total abwägig.
Problematisch ist, glaube ich, die Heimtücke beim gemeinschaftlichen Mord. Ob´s noch eine Problematik gibt, weiß ich nicht...
Apropos gemeinschaftlicher Mord: muss ich bei jedem Prüfungspunkt § 25 II einbeziehen oder einen eigenständigen Punkt zu § 25 II anführen, bei dem ich dann erläutere, dass gemeinschaftlich begangener Mord vorliegt.
Und ich weiß einfach nicht, wo der Schwerpunkt liegen sollte bzw. liegt.
Ich weiß, das sind Fragen über Fragen und einige werden denken "Weiß die eigentlich überhaupt was?!" Antwort: Ich weiß schon n bissl was, aber ich bin so verwirrt und verunsichert, dass ich eigentlich nichts weiß.
Ich will ja auch keine Lösung, sondern nur Tipps und Anregungen, halt gegenseitiges Austauschen. Vielleicht hatte jmd mal einen ähnlichen Fall oder ist so gut im Fälle lösen, dass er mir helfen mag.
Also, biiiiiiiiiiiiiiitteeeeeeeeeeeee helft mir!
Verfasst am: 29 Jul 2005 - 20:11:35 Titel:
Schlag Dir zumindest schonmal Drogendelikte aus dem Kopf; wie häufiger beschränkt sich die Fallfrage auf Vorschriften des StGB, damit Du das BtMG gerade nicht durchprüfen mußt.
Verfasst am: 31 Jul 2005 - 19:25:45 Titel:
Hab ich´s mir doch gedacht....Danke.
Kann mir wirklich keiner helfen oder will niemand?
Bin grad am gemeinschaftlich begangenem Mord.
Da gibt es bei der Heimtücke anscheinend doch kein Problem: wer sein Opfer in einen Hinterhalt lockt, nutzt dessen Arg- und Wehrlosigkeit auch aus. Poblematisch hätte sein können, dass eine Dauergefahr von D ausgeht (er ist für seine aggressive Art bekannt) und er daher mit Angriffen gegen sich hätte rechnen müssen. Aber indem er an einen bestimmten Ort gelockt wird und plötzlich erschossen wird, war er dennoch arg- und wehrlos. Außerdem steht im SV nichts von einer Vorahnung oder ähnlichem.
Problematisch ist aber die scheinbare Verdeckungsabsicht. In derartigen Fällen gibt es wohl einen Streit darüber, ob Verdeckungsabsicht anzunehmen ist oder das Merkmal der niedrigen Beweggründe. Nach der h.L. ist letzteres anzunehmen. Aber kann man niedrige Beweggründe auch neben Habgier prüfen, weil im Gesetzestext doch "aus Mordlust, Habgier, Befriedigung des Geschlechtstriebs oder sonst niedrigen Beweggründen" steht...
Ach, ich weiß net....ob dat alles so stimmt....
Verfasst am: 01 Aug 2005 - 16:28:44 Titel:
Was ich auch prüfen würde wäre Betrug bezüglich 50000 Euro die die beiden bekamen um Drogen zu besorgen, hatten aber nie die Absicht.. Was denkt ihr?
Verfasst am: 01 Aug 2005 - 19:06:30 Titel:
Jip...Gemeinschaftlich begangener Mord zu lasten des D ist auf den ersten Blick unproblematisch gegeben, wobei man sich mit dem Betrug bei sittenwidrigen Geschäften genauer befassen müsste um zu sehen, ob diese auch erfasst werden.
Ich könnte mir noch Untreue vorstellen...
Verfasst am: 02 Aug 2005 - 15:46:54 Titel:
Beim Betrug wird der Vermögensschaden problematisch sein. Es müssen dann die verschiedenen Vermögensbegriffe erörtert werden. Was mir aber im kopf geblieben ist, dass der BGH keinen rechtsfreien Raum im Strafrecht duldet d.h. dass auch das Vermögen für oder von illegalen Geschäften strafrechtlich geschützt sei...
Ich werde nächste Woche mit der HA beginnen, wie kommst du voran?
Verfasst am: 03 Aug 2005 - 17:20:17 Titel:
Also, mit dem ersten Tatkomplex "Der Drogendeal" komme ich ganz gut voran. Es gibt viel Literatur genau zu dem Fall. Problematisch ist - wie bereits erwähnt - beim Mord Heimtücke, Verdeckungsabsicht und beim Betrug der Begriff des Vermögensschadens. Eigentlich ganz schön viel...Bin noch am Auswerten der Lit.
Beim zweiten Tatkomplex, weiß ich net...Das ist so viel an prüfbaren Straftatbeständen...
Was ist denn deiner Meinung nach Schwerpunkt der HA?
Verfasst am: 04 Aug 2005 - 12:21:44 Titel:
Werde die HA in StrafR auch schreiben. Vielleicht bekommen wir ja ein paar Leute hier im Forum zusammen, so dass wir über die HA diskutieren können.
Ganz kurz schon mal eine Frage. Prüft ihr § 263 in Bezug auf A und B zusammen, d.h. §§ 263, 25 II StGB oder getrennt?
Verfasst am: 04 Aug 2005 - 13:59:38 Titel:
Pixie hat folgendes geschrieben:
Aber kann man niedrige Beweggründe auch neben Habgier prüfen, weil im Gesetzestext doch "aus Mordlust, Habgier, Befriedigung des Geschlechtstriebs oder sonst niedrigen Beweggründen" steht...
Hm? Habgier IST ein niederer Beweggrund;) Mit der Formulierung sind lediglich noch weitere, nicht ausdrücklich genannte niedere Beweggründe umschlossen. Und natürlich können auch mehrere unterschiedlich gelagerte Mordmerkmale vorliegen und geprüft werden.
Verfasst am: 04 Aug 2005 - 19:48:53 Titel:
@ Lord Pride
Aha.Dass mehrere Mordmerkmale nebeneinander geprüft werden können weiß ich ja, aber das mit den niedrigen Beweggründen war mir nicht ganz klar. Merci
@ stud.iur.
Also, ich prüfe §§ 263, 25 II. hatte aber bisher nicht viele Fälle mit Mittäterschaft. Wie baut man die Prüfung denn genau auf, wenn Mittäterschaft vorliegt?
Manche püfen die beiden Täter zusammen, andere prüfen die Täter getrennt. Deshalb bin ich etwas verwirrt...
Der ertse Teil der HA ist in zahlreicher Literatur vertreten und diskutiert.
Was ist mit dem zweiten Teil? gibt es da irgenwelche problematischen Punkte???Ist zufällig schon jmd so weit???
Ich würde mich auch freuen, wenn sich mehr Juris beteiligen würden damit wir alle die Ha bestehen. In diesem Zusammenhang DANKE an alle, die bis jetzt schon mitgemacht haben.