Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%20160/86
Timestamp: 2020-04-02 18:30:24
Document Index: 120086649

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 33', '§ 57', 'BGH', '§ 10']

Rechtsprechung: VIII R 160/86 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 14.08.1992
https://dejure.org/1993,1123
BFH, 07.12.1993 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1993,1123)
BFH, Entscheidung vom 07.12.1993 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1993,1123)
BFH, Entscheidung vom 07. Dezember 1993 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1993,1123)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1993,1123) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Personengesellschaft - Tod eines Gesellschafters - Verlustabzug
Gewerbesteuer; Berücksichtigung des Gewerbeverlustes gem. § 10a GewStG nach dem Tod eines Gesellschafters und Übergang des Verlustabzugs durch Gesamtrechtsnachfolge
BFH, 14.08.1992 - VIII R 160/86
BFHE 173, 371
BB 1994, 706
DB 1994, 564
BStBl II 1994, 331
In seinem zu § 10a des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) ergangenen Urteil vom 7. Dezember 1993 VIII R 160/86 (BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331) hat der VIII. Senat offen gelassen, ob es gerechtfertigt sei, dass mit der Rechtsprechung zu § 10d EStG der Grundsatz durchbrochen werde, wonach der Abzug des Verlustes nur demjenigen zustehe, der ihn erlitten habe.
a) Das Einkommensteuerrecht beruht auf den Grundsätzen der Individualbesteuerung und der Besteuerung nach der persönlichen "Leistungsfähigkeit des einzelnen Steuerpflichtigen" (vgl. BVerfG-Beschluss vom 10. November 1998 2 BvL 42/93, BVerfGE 99, 246, 260, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331; BVerfG-Beschluss vom 29. Mai 1990 1 BvL 20, 26, 84, 4/86, BVerfGE 82, 60, 86).
Die (Gesamt-)Rechtsnachfolge allein hat der BFH schon bisher nicht als Grund für den Übergang des Rechts zum Verlustabzug angesehen (BFH-Urteil in BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331, m.w.N., bestätigt durch BFH-Beschluss vom 26. Juni 1997 VIII B 70/96, BFH/NV 1997, 897, und BVerfG-Kammerbeschluss vom 26. Mai 1998 1 BvR 1651/97, Steuer-Eildienst 1998, 547).
Dementsprechend hat der erkennende Senat auch in diesem Fall einen partiellen Unternehmerwechsel angenommen (Urteil vom 7. Dezember 1993 VIII R 160/86, BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331, m.w.N.).
Darüber hinaus ist für das Vorliegen eines partiellen (Mit)Unternehmerwechsels und damit für die anteilige Kürzung des Fehlbetrags nach § 10a GewStG ohne Bedeutung, ob der bisherige Gesellschafter auf der Grundlage eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts aus der Gesellschaft ausscheidet oder ob der Anteil - wie beispielsweise bei vorweggenommener Erbfolge oder im Erbfall - unentgeltlich übergeht (vgl. BFH-Urteile vom 7. Dezember 1993 VIII R 160/86, BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331; vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
- Der Verweis des Beklagten auf die Entscheidung des BFH vom 07. Dezember 1993, VIII R 160/86 (BStBl. II 1994, 331) biete für den vorliegenden Fall keine Begründung der Beklagtenauffassung.
Diese Auffassung werde durch die Entscheidung des BFH vom 07.12.1993 VIII R 160/86 (BStBl. II 1994, 331) gestützt, wonach beim Tod eines Gesellschafters der auf ihn anteilig entfallene Fehlbetrag nicht auf den Erben übergehe.
Ebenso entfällt beim Tod eines Gesellschafters einer Personengesellschaft der Verlustabzug gemäß § 10 a GewStG, soweit der Fehlbetrag anteilig auf den ausgeschiedenen Gesellschafter entfällt (BFH-Urteil vom 07. Dezember 1993 VIII R 160/86, BFHE 131, 371, BStBl II 1994, 331).
Dies gilt umso mehr, als die wirtschaftsberatende Tätigkeit ohnehin zum Berufsbild des Steuerberaters gehört (…vgl. Gehre, Komm. z. StBG, 4. Aufl., Einleitung Anm. 16 f.; § 33 Anm. 11 f.; § 57 Anm. 102), und zwar einschließlich der Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen, Fragen der Rationalisierung und Fragen der Personalberatung (Gehre, a.a.O. unter Hinweis auf Mittelsteiner DStR 1994, 614; BGHZ 1990, 266; Böttcher DStR 1974, 539), weshalb wirtschafts- und steuerberatende Tätigkeiten häufig gar nicht zu trennen sein werden.
Das gilt für die partielle Betriebseinstellung bei Übertragung des Anteils an einer Personengesellschaft entsprechend (allgemein zum partiellen Unternehmerwechsel BFH-Beschluß vom 3. Mai 1993 GrS 3/92, BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616, und bei Ausscheiden eines Gesellschafters durch Tod BFH-Urteil vom 7. Dezember 1993 VIII R 160/86, BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331, m. w. N.).
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH, die seit den grundlegenden Entscheidungen des Großen Senats (Beschluss vom 03.05.1993 GrS 3/92, BFHE 171, 246 = BStBl II 1993, 616 ) und dem Urteil des 8. Senats vom 07.12.1993 ( VIII R 160/86, BFHE 173, 371 = BStBl II 1994, 331) unverändert fortgeführt wird, erfordert die Nutzung eines Gewerbeverlustes nach § 10 a GewStG sowohl Unternehmens - als auch Unternehmeridentität.
https://dejure.org/1992,31761
BFH, 14.08.1992 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1992,31761)
BFH, Entscheidung vom 14.08.1992 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1992,31761)
BFH, Entscheidung vom 14. August 1992 - VIII R 160/86 (https://dejure.org/1992,31761)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1992,31761) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.