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Timestamp: 2013-05-20 21:27:59
Document Index: 30164936

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 12', '§ 1', '§ 1', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 2', '§ 7', '§ 9', '§ 11', '§ 3', '§ 4', '§ 47']

HESSISCHER-VGH - 24.08.2006, 3 N 2489/05 - JuraForum.de
JuraForum.de > Urteile > HESSISCHER-VGH > Urteil vom 24.08.2006, Aktenzeichen: 3 N 2489/05 HESSISCHER-VGH – Aktenzeichen: 3 N 2489/05Urteil vom 24.08.2006
Leitsatz:Ein Bebauungsplan verletzt gemäß § 1 Abs. 4 BauGB die Anpassungspflicht an die Ziele der Raumordnung, wenn er ohne das hierfür erforderliche Abweichungsverfahren gemäß § 12 des Hessischen Landesplanungsgesetzes - HLPG - einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb in einem Unterzentrum ausweist, obgleich derartige Betriebe Ober- und Mittelzentren vorbehalten sind und eine regionalplanerisch vorgesehene Ausnahme nicht vorliegt.
Auch bei einer Regel- /Ausnahmefestlegung in einem Regionalplan kann es sich um ein Ziel der Raumordnung handeln, wenn der Plangeber die tatbestandlichen Ausnahmevoraussetzungen hinreichend bestimmt festgelegt hat.
Ein Bebauungsplan verletzt das Anpassungsgebot des § 1 Abs. 4 BauGB, wenn er nur einzelne Tatbestandselemente einer Ausnahme von einem regionalplanerischen Ziel abarbeitet (hier: interkommunale Abstimmung), andere Tatbestandselemente jedoch unberücksichtigt lässt (hier: mittel- und oberzentrenbezogene Flächenknappheit und Verkehrsentlastung).
Regionalpläne können zulässigerweise die Ausnahmevoraussetzungen für die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe in Unter- und Kleinzentren enger als der Landesentwicklungsplan festlegen.
Es ist nicht zu beanstanden, dass der Regionalplan gegenüber dem Landesentwicklungsplan differenziertere und ggfs. auch striktere Festlegungen enthält als dieser, da er eine feingliedrigere Planungsstufe bedient und unter Einhaltung der dort formulierten Ziele die Festlegungen der Landesenttwicklungsplanung lediglich zu beachten hat.
Soweit der Landesentwicklungsplan weitergehende Ausnahmetatbestände als der Regionalplan enthält, wird dem Beachtenserfordernis auch dadurch genügt, dass im Rahmen eines möglichen Abweichungsverfahrens auch die Ziele und Grundsätze der Landesplanung zu beachten sind.
Einem im Regionalplan formulierten Ziel kann nicht entgegen seinem Wortlaut wegen Festlegungen im Landesentwicklungsplans ein anderer Inhalt beigemessen werden als von der Regionalversammlung beschlossen.Rechtsgebiete:BauGB, HLPG, ROG, VwGOVorschriften:BauGB § 1 Abs. 4, HLPG § 10, HLPG § 11, HLPG § 12, HLPG § 2, HLPG § 7, HLPG § 9, ROG § 11, ROG § 3, ROG § 4, VwGO § 47, Stichworte:Abweichung, Ausnahme, großflächiger Einzelhandel, Landesentwicklungsplan Hessen, Regionalplan Mittelhessen, Ziele, VolltextUm den Volltext vom HESSISCHER-VGH – Urteil vom 24.08.2006, Aktenzeichen: 3 N 2489/05 anzusehen, müssen Sie die Einzelentscheidung kaufen.Volltext der Entscheidung kaufen	Weitere Entscheidungen der Gerichte
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