Source: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Infos-fuer-Reha-Einrichtungen/Klassifikationen-und-Dokumentationshilfen/klassifikationen_dokumentationshilfen.html
Timestamp: 2019-10-19 09:39:21
Document Index: 170686750

Matched Legal Cases: ['§ 97', '§ 15', '§ 67', '§ 67', '§ 78', '§ 28', '§ 69', '§ 301', '§ 301']

DRV - Klassifikationen & Dokumentationshilfen - Klassifikationen & Dokumentationshilfen
Für die stationäre und ambulante medizinische Reha stehen dem medizinischen Personal verschiedene Klassifikationen und Dokumentationshilfen zur Verfügung.
Schlüsselsysteme in der Übersicht
Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF, International Classification of Functioning, Disability and Health) wurde im Jahr 2001 von der WHO verabschiedet. Neben dem diagnosebezogenen medizinischen Dokumentationssystem ICD (International Statistcal Classification of Diseases and Related Health Problems) wurde damit eine Klassifikation eingeführt, der das bio-psycho-soziale Modell von Krankheit und Gesundheit zu Grunde liegt. Danach lassen sich Gesundheit oder Behinderung nicht nur durch medizinisch erfassbare Defizite oder durch Benennen von verbliebenen Funktionen charakterisieren. Für die ganzheitliche Beschreibung von Gesundheit oder Behinderung ebenso wichtig sind die durchführbaren Aktivitäten oder die Möglichkeiten einer Person, trotz eines Gesundheitsproblems am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben.
So ist die ICF ist eine Klassifikation, mit welcher die Funktionsfähigkeit eines Menschen vor dem Hintergrund möglicher Barrieren, welche die Leistung oder Teilhabe erschweren oder unmöglich machen, oder Förderfaktoren, welche die Leistung oder Teilhabe trotz erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen wiederherstellen oder unterstützen, standardisiert dokumentiert werden kann. Die ICF besteht aus verschiedenen Komponenten: dazu gehören die Körperfunktionen und Körperstrukturen, die Aktivitäten und Teilhabe und die Kontextfaktoren, die sich aus Umweltfaktoren und personbezogenen Faktoren zusammensetzen. Die personbezogenen Faktoren sind wegen der weltweit großen soziokulturellen Unterschiede nicht klassifiziert.
Ein wichtiges Ziel der ICF ist es, eine gemeinsame Sprache für die Beschreibung der Funktionsfähigkeit eines Menschen zur Verfügung zu stellen, um die Kommunikation zwischen Fachleuten im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Zudem stellt sie ein Verschlüsselungssystem für Gesundheitsinformationssysteme bereit. Es werden z. B. im Rahmen wissenschaftlicher Fragestellungen Datenvergleiche zwischen Ländern, Disziplinen im Gesundheitswesen, Gesundheitsdiensten sowie im Zeitverlauf ermöglicht.
Bei der Entwicklung des SGB IX wurde die ICF besonders berücksichtigt, beispielsweise fand der Begriff der Teilhabe Eingang in die Sozialgesetzgebung. Konzept und Sprache der ICF haben sich in Deutschland mittlerweile in verschiedenen Bereichen der gesundheitlichen Versorgung etabliert, die Kodierung der ICF findet dagegen eher projektbezogen bzw. dem konkreten Einsatzgebiet entsprechend in modifizierter Form Anwendung.
Für die Rehabilitation und Sozialmedizin ist die ICF z. B. bei der Feststellung des Rehabilitationsbedarfs, bei der funktionalen Diagnostik, der Interventionsplanung und der Evaluation rehabilitativer Leistungen nutzbar.
Die deutsche Übersetzung von ICF steht auf der Internetseite des Deutschen Institutes für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zur Verfügung (http://www.dimdi.de)
Kurze Einführung in die ICF für Leser, die sich über Inhalt und Gegenstand der ICF informieren möchten.
Deutsche Fassung der von der WHO herausgegebenen ICF-Checkliste für klinische Anwendungen (Version 2.1a, medizinisches Formblatt).
ICF-Checkliste
Information über Aktivitäten zur Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), dem Erfahrungsaustausch, der Erörterung offener Fragen sowie der Diskussion von Projekten und deren Ergebnissen.
ICF-Anwenderkonferenzen
Informationen über Fortbildung im Bereich Sozialmedizin und Rehabilitation sowie über Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte
Arbeits- und Leistungsfähigkeitsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen - ein Fallbeispiel
In den vergangenen Jahren hat sich in der sozialmedizinischen Praxis im Bereich der psychischen Erkrankungen das Mini-ICF-APP etabliert. Es handelt sich um ein Fremdbeurteilungsinstrument und beschreibt 13 beruflich und alltagsbezogen bedeutsame psychische Fähigkeitsdimensionen. Es kann zur Unterstützung der fähigkeitsorientierten Befundexploration und zur Gliederung eines Fähigkeitsbefundes genutzt werden.
Dem Wunsch vieler Anwender nach Trainingsmöglichkeiten wurde entsprochen, in dem seitens der DRV Bund nun regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Mini-ICF- APP angebotenwerden. Interesse besteht vor allem darin, praxisnahe Fallbeispiele zu sehen.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat dazu eine Broschüre zur Mini-ICF-APP herausgebracht mit dem Titel "Exploration mittels Mini-ICF-APP, Arbeits- und Leistungsfähigkeitsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen - ein Fallbeispiel". In diesem Fallbeispiel wird demonstriert, wie Fähigkeitsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen exploriert werden können. Es wird dargestellt, was die verschiedenen Beeinträchtigungsgrade charakterisiert, und wie man fähigkeitsorientierte Befunde in der sozialmedizinischen Beurteilung verschriftlichen kann.
Wir hoffen, dass dieses Praxisbeispiel für Anwender hilfreich ist. Für Anregungen, Fragen und fachlichen Austausch stehen wir gerne zur Verfügung.
Download: Exploration mittels Mini-ICF-APP
Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (German Edition) ICD-10-GM
Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) ist eine weltweit anerkannte Diagnoseklassifikation und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben. Derzeit gilt die 10. Revision in der Version 2017.
Für Deutschland gibt es eine "German Modification" (ICD-10-GM), nach der in der ambulanten und stationären Versorgung verschlüsselt werden muss. Diese verbindliche Version wird vom Deutschen Institut für Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegeben.
Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des DIMDI:
Eine Online-Kodesuche ist dort auch möglich:
Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) - Kodesuche
Im Webshop des DIMDI kann die Printversion vom ICD-10-GM bestellt werden, welche aber auch im Buchhandel erhältlich ist.
Transparenz der rehabilitativen Versorgung: Für jede Patientin und jeden Patienten die richtige Therapie.
Die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) für die medizinische Rehabilitation wird in der Routine der Reha-Qualitätssicherung der Rentenversicherung eingesetzt, um das therapeutische Leistungsspektrum der Reha-Einrichtungen zu dokumentieren, zu bewerten und auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten zu analysieren. Die KTL gilt sowohl für die stationäre wie auch für die ambulante medizinische Rehabilitation von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern. Die routinemäßig erhobenen und ausgewerteten KTL-Daten werden jährlich an die Reha-Einrichtungen und die Rentenversicherungsträger zurückgemeldet.
Zum 01. Januar 2015 ist die 6. Auflage der Klassifikation (KTL 2015) in Kraft getreten. Seit dem 01. Januar 2016 ist ausschließlich die KTL - Version 2015 zur Verschlüsselung zu verwenden.
Materialien zur KTL 2015:
KTL 2015: Vierstellige Schlüsselnummern
KTL 2015: Schlüssel und Qualitätsmerkmale
Überleitung der KTL 2007 auf KTL 2015
Broschüre KTL 2015
Bewertungskennzahlen und Qualitätspunkte - Berichte zur Reha-Qualitätssicherung - Therapeutische Versorgung (KTL)
Weitere Informationen zur KTL:
Artikel: Aktualisierung der Reha-Qualitätssicherung - Grundlegende Überarbeitung der Klassifikation therapeutischer Leistungen (Schmid et al., 2014)
Artikel: Die Anwenderbefragung zur Aktualisierung der Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) (Schmid et al., 2015)
Musterfall zur KTL-Rückmeldung einrichtungsbezogener Auswertungen für den Berichtszeitraum des Jahres 2017
Der Fachabteilungsschlüssel klassifiziert die medizinische Gebiets- oder Teilgebietsbezeichnung der Abteilung einer Rehabilitationseinrichtung
Leitfaden zum Reha-Entlassungsbericht
Die gesetzliche Rentenversicherung setzt seit 1997 einen einheitlichen Rehabilitationsentlassungsbericht ein. Der Entlassungsbericht dokumentiert den Verlauf der Rehabilitation. Er liefert alle notwendigen Informationen über die Rehabilitation, informiert über die durchgeführten Therapien und das Behandlungsergebnis, gibt Empfehlungen für die weitere Behandlung und bewertet das Behandlungsergebnis aus sozialmedizinischer Sicht. Der Entlassungsbericht ist damit notwendiger Bestandteil der Rehabilitation.
Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden in Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt, die entweder von der Rentenversicherung selbst betrieben werden oder mit denen Belegungsverträge abgeschlossen worden sind (§ 97 SGB X i.V.m. § 15 Abs. 2 SGB VI). Während eigene Rehabilitationseinrichtungen Teil des Rentenversicherungsträgers sind, sind Vertragseinrichtungen datenschutzrechtlich Dritte im Sinne von § 67 Absatz 10 SGB X.
Die Weitergabe des Entlassungsberichts von eigenen Rehabilitationseinrichtungen an die Rentenversicherung ist datenschutzrechtlich eine zulässige Nutzung von Daten nach § 67 Abs. 7 SGB X. Wird der Entlassungsbericht von einer Vertragseinrichtung an die Rentenversicherung übersandt, handelt es sich dagegen um eine zulässige Übermittlung von Daten nach § 78 SGB X, §§ 28, 39 BDSG.
Die Weitergabe von Entlassungsberichten oder Teilen hieraus von der gesetzlichen Rentenversicherung oder den Rehabilitationseinrichtungen an andere Stellen (zum Beispiel Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder andere Sozialleistungsträger) ist dagegen nur mit schriftlicher Einwilligung des Betroffenen zulässig (§§ 69, 76 SGB X). Eine Ausnahme gilt für die gesetzlichen Krankenkassen; hier ist eine Übermittlung des vollständigen Entlassungsberichts auch mit Einwilligung des Betroffenen nicht zulässig.
Der neue Reha-Entlassungsbericht wird ab 2015 eingesetzt.
Hierzu erhalten Interessierte Informationen durch den neuen Leitfaden und in den Präsentationen der vergangenen Informationsveranstaltungen:
Weitergabe des Reha-Entlassungsberichts an Dritte
Informationsveranstaltungen vom 19.11.2014 zur Einführung des neuen Reha-Entlassungsberichtes
Formularpaket: Ärztlicher Entlassungsbericht
Ausführliche Informationen zur LBR inklusive Downloads, FAQ und Videos stehen Ihnen auf folgender Seite zur Verfügung: Qualitätssicherung bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)
Neben Krankenhäusern sind auch Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen verpflichtet sind, den Krankenkassen die erforderlichen Daten zur Abrechnung von Rehabilitationsleistungen maschinenlesbar zu übermitteln. Das Verfahren ist im § 301 Abs. 4 SGB V geregelt.
Technische Anforderungen an medizinische Rehabilitationseinrichtungen
Das Anmeldeformular erhalten Sie über die Hausbetreuer oder EDV Ansprechpartner der beteiligten Pilot RV-Träger/Belegers (siehe Ansprechpartner).
Wenn alle Anforderungen durch die Rehaeinrichtung erfüllt werden und die Rehaeinrichtung am Verfahren teilnehmen möchte, wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner der am Verfahren teilnehmenden federführenden RV-Träger/Beleger. Diese werden Ihnen dann das Anmeldeformular zur Verfügung stellen.
Bei Interesse am Verfahren wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Hausbetreuer oder EDV-Ansprechpartner des am Pilotverfahren beteiligten federführenden RV-Trägers/Belegers.
030 865 41219
030 865 41011
DFÜ-Fachabteilung
Christian-Marcus Gerlach
069 6052-2773
069 6052-2750
Udo Hellenschmidt
06232 17-2660
06232 17-122660
Rene Balzat
0821 500-2507
Musterdatensätze GKV-Schema Version REH 2.0 (zip, 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)
Geschäftsvorfälle GKV-Schema Version REH 3.3.0 (zip, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Die bei der DSRV-DAV eingehenden Datensätze werden auf ihre Plausibilität geprüft. Die Datensätze werden nur weitergeleitet, wenn sie die Prüfungen, die in dem angehängten Prüfkonzept beschrieben sind, durchlaufen haben. Für jeden Datensatz wird eine Quittungsnachricht an die versendende und empfangende Stelle erzeugt. Im Fehlerfall wird der entsprechende Fall gekennzeichnet und die Art des Fehlers beschrieben.
Das Prüfkonzept hat sich aus der engen Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen entwickelt .
Prüfkonzept zum Herunterladen (PDF, 88KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Die aktuellen XML-Schemen, Geschäftsvorfallbeschreibungen, das Schlüsselverzeichnis und die Rahmenvereinbarung sowie weitere Verfahrenshinweise finden Sie auf der Webseite der GKV:
Bund Reha-Kurzbrief und einheitlicher Entlassungsbericht: Implementierungsleitfäden
Bund Buchungssystem für Rehabilitationskapazitäten (EWnet)
Bund Datenaustausch § 301 Absatz 4 SGB V - auf Basis der EDIFACT-Schnittstelle