Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=22%20U%20149/03
Timestamp: 2019-09-16 17:18:16
Document Index: 101335181

Matched Legal Cases: ['§ 535', '§ 935', '§ 936', '§ 888', '§ 134', 'Art. 229', '§ 5', '§ 8', '§ 535', '§ 305', 'BGH', '§ 888']

KG, 17.07.2003 - 22 U 149/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,4791
KG, 17.07.2003 - 22 U 149/03 (https://dejure.org/2003,4791)
KG, Entscheidung vom 17.07.2003 - 22 U 149/03 (https://dejure.org/2003,4791)
KG, Entscheidung vom 17. Juli 2003 - 22 U 149/03 (https://dejure.org/2003,4791)
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§ 535 Abs 1 BGB, § 935 ZPO, § 936 ZPO
Geschäftsraummiete: Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Durchsetzung einer vereinbarten Ladenbetriebspflicht
Allgemeine Geschäftsbedingungen; Unmöglichkeit der Erfüllung ; Vereinbarung einer Betriebspflicht; Auferlegung einer Sortimentsbindung; Versagung einer Konkurrenzschutzklausel; Unwirksamkeit einer Verpflichtung zur Begehung unlauteren Wettbewerbs; Vertretenmüssen des ...
§§ 888, 935, 940 ZPO; §§ 134, 275, 305 BGB; Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB; § 8 Abs. 6 Nr. 2 UWG
Vereinbarung einer Betriebspflicht in Gewerberaummietvertrag
LG Berlin, 23.04.2003 - 29 O 198/03
MDR 2004, 84
Bei der Betriebspflicht des Mieters handelt es sich nämlich um eine unvertretbare Handlung (OLG Hamm NJW 1973, 1135; KG Berlin, Urteil vom 17.07.2003 - 22 U 149/03 - Rn. 16; OLG Frankfurt…, Urteil vom 10.12.2008 - 2 U 250/08 -, Rn. 33).
Bei Betriebspflichten von Mietern von Räumlichkeiten in einem Einkaufscenter ist dies regelmäßig anzunehmen (vgl. KG Berlin, Urteil vom 17.07.2003 - 22 U 149/03 - Rn. 15;… Ghassemi-Tabar in Ghassemi-Tabar/Guhling/Weitemeyer, Gewerberaummiete, § 535 Rn. 564).
a) Zwar ist in Übereinstimmung mit dem Landgericht davon auszugehen, dass die formularmäßige Vereinbarung der Betriebspflicht in Ziff. 10.1 des Mietvertrages trotz des in Ziff. 2.2 (ebenfalls formularmäßig) vereinbarten Ausschlusses des Konkurrenz- und Sortimentsschutzes wirksam war (…so zuletzt OLG Rostock, Urt. v. 8.3.2004, 3 U 118/03, MietRB 2004, 227 = OLG Report Rostock 2004, 268;… vgl. auch OLG Hamburg, Urt. v. 3.4.2002, 4 U 236/01, OLG Report Hamburg 2003, 201 = ZMR 2003, 254 m. w. N; KG, Urt. v. 17.7.2003, 22 U 149/03, KG Report Berlin 2003, 315;… a. A.: Sternel, Mietrecht, 3. Aufl., II Rn. 274; OLG Schleswig, Beschl. v. 2.8.1999, 4 W 24/99, OLG Report Schleswig 1999, 385).
Insoweit bestand auch ein Anspruch der Klägerin darauf, dass die Beklagte nicht gegen die ihr obliegende Betriebspflicht verstieß, so dass die von ihr mit dem Antrag vom 16.1.2004 gewählte - auf Unterlassung eines Verstoßes gegen die Betriebspflicht lautende - Antragsformulierung der Rechtslage entsprach; auf die in der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Vollstreckung einer auf Einhaltung der Betriebspflicht gerichteten einstweiligen Verfügung vertretenen unterschiedlichen Auffassungen zur Unzulässigkeit eines hierauf gerichteten Antrags (vgl. einerseits OLG Naumburg, Beschl. v. 2.1.1996, 2 W 14/97, OLG Report Naumburg 1999, 312 - unzulässig - , andererseits OLG Celle, Beschl. v. 2.1.1996, 2 W 80/95, OLG Report Celle 1996, 176; KG, Urt. v. 17.7.2003, 22 U 149/03, KG Report Berlin 2003, 315; OLG Düsseldorf, Beschl. v. 21.10.2003, I - 10 W 64/03, GuT 2004, 17: zulässig) kommt es daher hier nicht an.
Denn anders, als in dem vom 22. Zivilsenat des KG entschiedenen Fall (Urt. v. 17.7. 2003, 22 U 149/03, KG Report Berlin 2003, 315), in dem potentielle Mietinteressenten wegen des bereits vorhandenen Leerstandes von Geschäftsräumen von einer Anmietung Abstand genommen hatten, trägt die Klägerin hier nur Befürchtungen über mögliche Folgen der Betriebseinstellung durch die Beklagte vor.
Sinn der Vereinbarung einer Betriebspflicht bei Einkaufszentren der vorliegenden Art ist, das Einkaufszentrum durch ein möglichst großes und vielfältiges Angebot an Geschäften für Kunden attraktiv zu halten (vgl. KGR Berlin 2003, 315).
Die Vereinbarung einer Betriebspflicht in einem Mietvertrag über Gewerberäume ist, auch wenn es sich bei den Bestimmungen in dem Mietvertrag um Allgemeine Geschäftsbedingungen im Sinne von § 305 BGB handelt, nach ständiger obergerichtlicher Rechtsprechung und ganz herrschender Meinung zulässig (BGH, NJW-RR 1992, 1032; KG, KGR Berlin 2003, 315; Bieber/Eupen, Mietrecht in Einkaufszentren und anderen Spezialimmobilien, 2010, B.V., Rdnr.11 m.w.N.).
Die in Ziffer 1 des Tenors titulierte Betriebspflicht kann gemäß § 888 ZPO mittels eines Zwangsgeldes durchgesetzt werden, da es sich um eine Handlung handelt, die ausschließlich von dem Gewerbemieter erbracht werden kann und von dessen Willen abhängt (OLG Frankfurt, ZMR 2009, 446; KG, KGR Berlin 2003, 315; OLG Hamm, NJW 1973, 1135; a.A. OLG Naumburg, NJW-RR 1998, 873).
LG Bochum, 05.07.2017 - 3 O 165/17
Anspruch auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Aufrechterhaltung der …
Dabei verkennt die Kammer nicht, dass das Interesse des Betreibers eines Einkaufszentrums, eine vereinbarte Betriebspflicht im Wege der einstweiligen Verfügung durchzusetzen, um kurzfristigen Leerstand einzelner Geschäftsräume zu verhindern, in der obergerichtlichen Rechtsprechung vereinzelt Anerkennung gefunden hat (vgl. OLG Celle, Beschluss v. 03.07.2007 - 2 W 56/07; KG Berlin, KG Berlin, Urteil v. 17.07.2003 - 22 U 149/03).