Source: https://ra-janbartholl.de/leistungen/erstberatung/erstberatung-fragen-und-antworten/
Timestamp: 2019-06-17 13:27:20
Document Index: 76744092

Matched Legal Cases: ['BGH', '§34', '§34', '§34', 'BGH', '§34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§249', '§91', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§127']

Erstberatung vom Rechtsanwalt für Reiserecht und Flugrecht :: Rechtsanwalt Jan Bartholl – Kanzlei für Reiserecht
Erstberatung – Fragen und Antworten
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Vorliegend finden Sie häufige Fragen von Rechtsuchenden, die im Rahmen unseres Angebotes der Dienstleistung der anwaltlichen Erstberatung zum Reiserecht und Flugrecht immer wieder auftauchen. Klicken Sie auf die jeweilige Frage oder das “+”-Zeichen, um die jeweilige Antwort einzusehen.
1. Was ist eine anwaltliche Erstberatung?
1. Der Bundesgerichtshof definiert eine Erstberatung als "eine pauschale, überschlägige Einstiegsberatung. Dazu gehört nicht, dass sich der Rechtsanwalt erst sachkundig macht oder dass er die Erstberatung schriftlich zusammenfasst" (vgl. BGH, Urt. v. 03.05.2007, Az: I ZR 137/05).
Eine Erstberatung ist somit sowohl das dreiminütige Kurztelefonat, in dem der Rechtsanwalt eine kurze Rechtsfrage beantwortet, als auch das einstündige Beratungsgespräch, das der Rechtsanwalt mit einem Rechtsuchenden führt und in dem die Sach- und Rechtslage ausführlich besprochen wird.
Es ist zu beachten, dass die Erstberatungsgebühr im Sinne des §34 RVG auch im Falle des Abratens eines bestimmten Verhaltens oder Vorgehens anfällt. Ein Rat ist auch ein Abraten. Zudem muss der Rat des Rechtsanwaltes nicht schriftlich erfolgen, sondern kann auch mündlich erteilt werden.
2. Gibt es eine spezielle Erstberatung für Reiserecht-Fälle?
2. Ja. Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl BLS arbeitet als Schwerpunktkanzlei im europäischen Reisevertragsrecht. Rechtsanwalt Jan Bartholl ist Ihr Ansprechpartner für alle Fragen zum Reisevertragsrecht.
Das europäische Reisevertragsrecht umfasst insbesondere Fragen zu Reiseverträgen und Leistungsversprechen von Reiseveranstaltern im Reisekatalog und Ferienhausverträge. Im Rahmen einer Erstberatung beantworten wir Ihre Fragen zur Buchung der Reise (Irrtum bei Buchung im Internet, Flugzeitenänderung oder Flugverlegung oder Reiseänderungen), zu Reisemängeln, zu Ihren Ansprüchen auf Reisepreisminderung, Reisepreisrückzahlung, Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude und nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, zu Verdienstausfall oder Minderung wegen einer Flugverspätung, Stornierung des Fluges oder einer wesentlichen Verlegung der Flugzeiten oder auf Grund eines Gepäckverlustes, einer Gepäckverspätung oder Gepäckbeschädigung.
Wir bieten Rechtsuchenden an, uns bei Fragen zu einem Rechtsproblem ohne vorherige Terminabsprache zu kontaktieren. Ihre Schilderungen und Erfahrungen helfen uns, neue Entwicklungen in der Luftfahrtbranche wahrnehmen, auf Taktiken und neue 'Tricks' der Airlines reagieren und das Vorgehen sogenannter 'Kundenservice'-Abteilungen erwidern zu können. Somit kann Ihre Anfrage auch uns neue Erkenntnisse bringen. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Sach- und Rechtslage auswerten und Möglichkeiten des angemessenen Vorgehens besprechen. Wir freuen uns über Ihre Nachricht!
3. Gibt es eine spezielle Erstberatung für Fluggastrechte (Flugverspätung, Flugannullierung)?
3. Ja. Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl BLS arbeitet als Schwerpunktkanzlei im europäischen Luftverkehrs- und Flugrecht und bietet Rechtsberatung insbesondere zu Passagierrechten der europäischen Fluggastverordnung (EG) Nr. 261/2004 und dem Völkerrecht (Montrealer Übereinkommen, Warschauer Abkommen, u.a.). Rechtsanwalt Jan Bartholl ist Ihr Ansprechpartner für alle Fragen zu europäischen Fluggastrechten.
Die europäischen Fluggastrechte umfassen insbesondere Ansprüche von Fluggästen gegenüber der ausführenden Fluggesellschaft auf Schadensersatz, Entschädigung und ggf. Ausgleichszahlung bis zu 600 EUR pro Person wegen einer wesentlichen (Abflug- oder Ankunfts-) Verspätung des Fluges oder einer Stornierung und Annullierung der Flugbeförderung. Die europäischen Passagierrechte umfassen zudem Sachverhalte wie Flugzeitenverlegung, Umbuchung, Flugverspätung nach Zwischenlandung oder Zwischenstop oder alle Arten der Gepäckverspätung oder des Gepäckverlustes.
4. Gibt es eine spezielle Erstberatung für Gepäckrecht (Gepäckverspätung, Gepäckverlust)?
4. Ja. Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl BLS arbeitet als Schwerpunktkanzlei im Gepäckschadensrecht. Rechtsanwalt Jan Bartholl ist Ihr Ansprechpartner für alle Fragen des Gepäckschadenrechts.
Das Gepäckrecht umfasst insbesondere Fragen zu nicht ordnungsgemäßen Gepäckbeförderungsleistungen, wie Kofferverlust, verspätete Gepäckbeförderung oder Gepäckbeschädigung. Die nicht ordnungsgemäße Gepäckbeförderung (egal ob Gepäckverlust, Gepäckverspätung oder Gepäckschaden) stellt grundsätzlich eine Pflichtverletzung des Luftbeförderungsvertrages dar, für die die Fluggesellschaft haftet. Je nach Schaden (Verlust des Koffers, verspätete Andienung des Reisegepäcks, Beschädigung des Reisekoffers bzw. einzelner Gegenstände aus diesem) ist zwischen der verschuldensunabhängigen Erfolgshaftung (Obhutshaftung) und der Verschuldenshaftung der Airline zu unterscheiden. Im Rahmen einer Pauschalreise können zudem zusätzlich Ansprüche gegen den Reiseveranstalter hinzukommen. Zudem sind die extrem kurzen Anzeigefristen (7 Tage bzw. 21 Tage) in Gepäckschadenssachen zu beachten. Gepäckschadensangelegenheiten sind immer Eilsachen.
5. Ich habe nur eine kurze Frage zu einem Rechtsproblem. Ist die Erstberatung dafür zweckmäßig?
5. Ja. Der Gesetzgeber hat das Beratungsangebot der Erstberatung im Sinne eines "ersten Beratungsgespräches" (gemäß §34 RVG; vgl. Frage 1) vor allem für Situationen geschaffen, in denen Rechtsuchende lediglich eine kurze, überschlägige Bewertung und Rechtsauskunft wünschen.
Vor Einführung der Erstberatung waren Rechtsanwälte gehalten, für derartige kurze Rechtsauskünfte grundsätzlich bereits eine Geschäftsgebühr zu berechnen, was im Einzelfall Kosten von mehreren hundert bis mehreren Tausend Euro zur Folge hatte. Taten Sie dies nicht, setzten Rechtsanwälte sich dem Vorwurf des rechts- und berufswidrigen und zudem wettbewerbsrechtlich unzulässigen Verhaltens aus. Um Rechtsanwälten ein erstes kurzes Beratungsgespräch als Dienstleistungsangebot zu ermöglichen, normierte der Gesetzgeber die Erstberatung in §34 RVG, die gegenüber Verbrauchern nicht mehr als insgesamt EUR 249,90 (EUR 190,00 zzgl. EUR 20,00 Auslagenpauschale zzgl. 19% USt i.H.v. EUR 39,90) kosten darf (vgl. Frage 7).
Damit ist die Erstberatung grundsätzlich für eine kurze Rechtsfrage zweckmäßig. Jedoch ist zu beachten, dass es "kurze Rechtsfragen" praktisch nicht gibt. Fachleute und Experten mögen mit ihrer Expertise und ihrem Hintergrundwissen grundsätzlich prägnante und punktgenaue Rechtsfragen, z.B. zum Gerichtsstand einer Klage aus der FluggastVO (EG) Nr. 261/2004, stellen können. Dies ist Rechtsuchenden und Laien grundsätzlich nicht möglich. Da die Einzelheiten des europäischen Reisevertragsrechts und Luftverkehrsrechts derart kompliziert, verschachtelt und schwierig sind, wird die Kanzlei Bartholl BLS auch von vielen Rechtsanwälten und Kollegen mit der Interessenwahrnehmung betraut.
Häufig konsultieren Rechtsuchende Rechtsanwälte mit scheinbar einfachen Fragen, die sich aus rechtlicher Sicht höchst kompliziert darstellen. So verlockend ein kurzer Anruf beim Rechtsanwalt auch sein mag, so unmöglich ist eine rechtssichere und fundierte Antwort auf vermeintlich einfache Rechtsfragen. Ein kompetenter Fachmann ist auf Grund seiner Sorgfaltspflicht gehalten, eine verbindliche Rechtsauskunft ausschließlich nach einer "ausführlichen Anamnese", Untersuchung und Analyse des Sachverhaltes zu geben.
Wir bieten Rechtsuchenden an, uns bei Fragen zu einem Rechtsproblem zu kontaktieren. Ihre Schilderungen und Erfahrungen helfen uns, neue Entwicklungen in der Luftfahrtbranche wahrnehmen, auf Taktiken und neue 'Tricks' der Airlines reagieren und das Vorgehen sogenannter 'Kundenservice'-Abteilungen erwidern zu können. Somit kann Ihre Anfrage auch uns neue Erkenntnisse bringen. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Sach- und Rechtslage auswerten und Möglichkeiten des angemessenen Vorgehens besprechen. Wir freuen uns über Ihre Nachricht!
6. Gibt es auch eine kostenlose Erstberatung bzw. kostenlose Rechtsberatung?
6. Ja. Es ist Rechtsanwälten aus berufs- und wettbewerbsrechtlichen Gründen jedoch grundsätzlich untersagt, mit einer kostenlosen Erstberatung zu werben und eine kostenlose Erstberatung anzubieten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist Rechtsanwälten grundsätzlich untersagt. Lediglich in besonderen Ausnahmefällen im Rahmen "familiärer, nachbarschaftlicher oder ähnlich enger persönlicher" Beziehungen dürfen Rechtsanwälte eine kostenlose Rechtsberatung anbieten.
Die Rechtsanwaltskanzlei BARTHOLL BLS bietet hilfsbedürftigen Rechtsuchenden die Möglichkeit der kostenfreien Rechtsberatung und/oder Beratungshilfe.
Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl BLS bietet insbesondere gemeinnützigen Vereinen, Hilfsorganisationen und Hilfsbedürftigen die kostenlose Erstberatung und Pro-Bono-Rechtsberatung in besonderen Einzelfällen an, das bedeutet, dass wir die Kosten der Rechtsberatung übernehmen. Sollten Sie die kostenlose Rechtsberatung wünschen, bitten wir, dies vorab mitzuteilen, damit wir überprüfen können, ob die besonderen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Soweit Sie als Betroffener von der Berliner Stadtmission e.V. oder dem Landesverband Berlin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an uns verwiesen wurden, teilen Sie dies bitte im Rahmen Ihrer Anfrage mit.
7. Was kostet eine Erstberatung beim Rechtsanwalt?
7. Der Rechtsanwalt kann grundsätzlich frei über den Preis der angebotenen Dienstleistungen entscheiden. Jedoch ist dem Rechtsanwalt verboten, die Erstberatung und/oder Rechtsdienstleistung zu einem "unangemessen niedrigen Honorar" anzubieten (vgl. BGH, Urt. v. 03.05.2007, Az: I ZR 137/05). Gegenüber Verbrauchern gilt zudem eine Höchstgrenze des Honorars i.H.v. EUR 190,00 (zzgl. 20 EUR Auslagenpauschale und 39,90 EUR Umsatzsteuern). Gegenüber Unternehmern gilt diese (Höchst-) Grenze nicht.
Jedoch sind Rechtsanwälte in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die Kosten der angebotenen Dienstleistungen "in einem angemessenen Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko" zu liquidieren. Was dies im Einzelfall bedeutet, ist gesetzlich nicht festgelegt. Jedoch hat die Instanzrechtsprechung in Deutschland bereits geurteilt, dass Angebote wie: "Beratungen in sämtlichen Angelegenheiten für 20 Euro" (OLG Düsseldorf, Urt. v. 17.07.2007, Az: I-20 U 54/07; LG Ravensburg, Urt. v. 28.07.2006, Az: 8 O 89/06 KfH 2) und "Beratung zum Pauschalpreis für 50 EUR" berufs- und wettbewerbswidrig sind. Die Gerichte haben Erstberatungen von 10-50 EUR somit grundsätzlich als Dumping-Rechtsberatung verboten, da diese Preise "letztlich zu einem ruinösen Wettbewerb führen" (LG Ravensburg, Urt. v. 28.07.2006, Az: 8 O 89/06 KfH 2) würden.
Was letztendlich ein "angemessenes Honorar" für eine Erstberatung und ein erstes kurzes Beratungsgespräch ist, hat der Rechtsanwalt im Einzelfall zu bestimmen. Der Rechtsanwalt "bestimmt (...) die Gebühr im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, vor allem des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, der Bedeutung der Angelegenheit sowie der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers, nach billigem Ermessen" (Erstberatung in §34 RVG). Die vom Rechtsanwalt festgesetzten Gebühren einer Schwellengebühr unterliegen einem Toleranzspielraum, den Gerichte nicht eigenhändig korrigieren können (vgl. BGH, Urt. v. 08.05.2012, Az: VI ZR 273/11; BGH, Urt. v. 13.01.2011, Az: IX ZR 310/10). Ist eine Angelegenheit einfach gelagert und weist keine größeren Rechtsprobleme besonderer Art auf, kann eine Erstberatungsgebühr ab EUR 50,00 im Einzelfall angemessen sein. In reisevertragsrechtlichen und insbesondere europäischen Fluggastangelegenheiten werden nahezu immer europäische und völkerrechtliche Luftverkehrsnormen berührt, so dass eine solche Angelegenheit grundsätzlich umfassend und von besonderer Schwierigkeit sein wird.
8. Muss die Gegenseite die Kosten der Erstberatung zahlen?
8. Grundsätzlich sind alle Kosten für die Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts als Aufwendungs- und Schadensersatz von der Gegenpartei auszugleichen (vgl. BGH, Urt. v. 10.01.2006, Az: VI ZR 43/05).
Der Betroffene kann von der Gegenpartei Befreiung und Ersatz aller kausal ursächlichen entstandenen Kosten verlangen. Seit römischen Rechtszeiten gilt in Kontinentaleuropa das Ausgleichsprinzip und Unterliegensprinzip mit dem Gebot der Totalreparation.
Nach dem Ausgleichsprinzip kann der Geschädigte vom Schädiger Befreiung und Ersatz aller entstandenen Kosten verlangen. Nach dem Ausgleichsprinzip hat der Haftpflichtige den Geschädigten so zu stellen, als wenn das Schadensereignis nicht eingetreten wäre (vgl. §249 BGB, Anspruch auf Schadloshaltung). Der Haftpflichtige hat nach deutschem Recht demnach für einen vollständigen Schadensausgleich zu sorgen.
Nach dem Unterliegensprinzip (§91 ZPO = Unterliegenshaftung oder sog. loser-pays-principle) hat die Gegenseite im Falle des Unterliegens vor Gericht alle Kosten- und damit auch die Rechtsanwaltskosten gem. RVG- zu tragen. Das Unterliegensprinzip hat den Hintergrund, dass angenommen wird, dass der Unterliegende nicht Recht hatte und daher der Veranlasser des Rechtsstreits ist. Die Kostenregelungen der deutschen Verfahrensgesetze werden von dem Gedanken der Billigkeit beherrscht, insbesondere dem Veranlasserprinzip. Der Grundsatz, dass bei streitigen Verfahren die Prozesskosten von der unterlegenen Partei zu tragen sind, ist daraus abgeleitet, denn wer unterliegt, hat die Vermutung gegen sich, zum Streit Anlass gegeben zu haben (vgl. BGH, Beschl. v. 30.05.2006, Az: VI ZB 64/05).
Bezüglich des Schadensersatzes wird rechtlich unterschieden zwischen der Haftungsbegründung und der Haftungsausfüllung. Im Rahmen der Haftungsausfüllung gilt der Grundsatz der Totalreparation, der besagt, dass ein auf haftungsbegründende Weise entstandener Schaden (unabhängig von Fragen des Verschuldens oder der Rechtswidrigkeit) grundsätzlich vollständig zu ersetzen ist. Darunter fallen auch Rechtsverfolgungskosten und somit Kosten für die Erstberatung, Interessenvertretung oder Prozessvertretung durch einen Rechtsanwalt  (vgl. BGH, Urt. v. 10.01.2006, Az: VI ZR 43/05; OLG Hamm, Urt. v. 27.03.2000, Az: 3 U 212/99; AG Halle (Saale), Urt. v. 27.04.2012, Az: 91 C 1781/11; AG Schorndorf, Annerkenntnisurt. v. 10.05.2012, Az: 6 C 166/12; AG Nürnberg, Urt. v. 08.05.2012, Az: 15 C 10493/11). Dies gilt auch für besonders hohe ausgelöste Rechtsverfolgungskosten und Kosten eines Selbstbehaltes oder einer Selbstbeteiligung, die in einem Versicherungsvertrag mit einem Rechtsschutzversicherer vereinbart worden sind (AG Bayreuth, Urt. v. 14.10.2004, Az: 9 C 277/04; LG Aachen, Urt. v. 14.07.2011, Az: 2 S 61/11; AG Köln, Urt. v. 05.07.2006, Az: 137 C 157/06; AG Rostock, Urt. v. 26.11.2008, Az: 46 C 349/08). Den Schuldner trifft die volle Einstandspflicht für alle ursächlich kausal verursachten Aufwendungen, Kosten und Schäden. Eine anfallende Selbstbeteiligung im Rahmen eines Rechtsschutzversicherungsvertrages steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schadensursache und ist damit als Schadensposition von der Haftung umfasst.
Auch Unternehmer und Firmen ohne eigene Rechtsabteilung können anfallende Rechtsanwaltskosten als Schadensposition ersetzt verlangen (AG Coburg, Urt. v. 22.09.2005, Az: 15 C 828/05). Zu den ersatzpflichtigen Aufwendungen des Geschädigten zählen grundsätzlich auch die durch das Schadensereignis erforderlich gewordenen Rechtsverfolgungskosten. Ist es aus Sicht des Geschädigten erforderlich, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, so sind anfallende Anwaltskosten eine ersatzfähige Schadensposition (LG Karlsruhe, Urt. v. 03.09.2009, Az: 2 O 18/09). Rechtlich stellen Rechtsverfolgungskosten keine 'Schäden', sondern 'Aufwendungen' dar, denn die Einschaltung des Rechtsanwaltes beruht auf dem freien Willensentschluss des Geschädigten und nicht auf dem Schadensereignis.
Ein betroffener Reisender oder Fluggast kann zudem Anspruch auf vollständige Befreiung von anfallenden Rechtsverfolgungskosten geltend machen, wenn die Gegenpartei in Verzug ist. Und 'last but not least' können Rechtsanwaltskosten nach einem Grundsatzurteil des Bundesfinanzhofes zudem von den Steuern abgesetzt werden.
Daher gibt es in Deutschland- im Gegensatz zu vielen anderen Staaten- viele Möglichkeiten, sich als Geschädigter gegenüber dem Schädiger bezüglich aller ausgelösten Kosten (und damit auch den Rechtsanwaltskosten) schadlos zu halten.
9. Muss die Gegenseite auch eine Selbstbeteiligung der Rechtsschutzversicherung bezahlen?
9. Ja. Nach dem Unterliegens- und Veranlasserprinzip hat der Veranlasser des Rechtsstreits alle Kosten grundsätzlich vollständig zu ersetzen ist. Darunter fallen auch Kosten eines Selbstbehaltes oder einer Selbstbeteiligung, die in einem Versicherungsvertrag mit einem Rechtsschutzversicherer vereinbart worden sind (vgl. AG Bayreuth, Urt. v. 14.10.2004, Az: 9 C 277/04; AG Coburg, Urt. v. 22.09.2005, Az: 15 C 828/05; BGH, Urt. v. 10.01.2006, Az: VI ZR 43/05; OLG Hamm, Urt. v. 27.03.2000, Az: 3 U 212/99; AG Halle (Saale), Urt. v. 27.04.2012, Az: 91 C 1781/11; AG Schorndorf, Annerkenntnisurt. v. 10.05.2012, Az: 6 C 166/12; AG Nürnberg, Urt. v. 08.05.2012, Az: 15 C 10493/11).
Ist es aus Sicht des Geschädigten erforderlich, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, so sind anfallende Anwaltskosten auch ersatzfähige Schadensposition (LG Karlsruhe, Urt. v. 03.09.2009, Az: 2 O 18/09). Rechtlich stellen Rechtsverfolgungskosten keine 'Schäden', sondern 'Aufwendungen' dar, denn die Einschaltung des Rechtsanwaltes beruht auf dem freien Willensentschluss des Geschädigten und nicht auf dem Schadensereignis.
10. Ich bin rechtsschutzversichert. Darf ich einen Rechtsanwalt meiner Wahl beauftragen?
10. Ja. Dieser Grundsatz steht zudem in den meisten Versicherungsverträgen eines Rechtsschutzversicherers: Der Versicherungsnehmer ist berechtigt, den Rechtsanwalt, der seine Interessen wahrnehmen soll, frei zu wählen (vgl. auch §127 Abs. 1 VVG).
Wenn Sie Zweifel haben, ob ihr Rechtsschutzversicherer die Kosten einer Erstberatung durch einen Rechtsanwalt für Reisevertragsrecht und europäisches Luftverkehrsrecht übernimmt, sollten Sie Ihren Versicherer telefonisch kontaktieren und um Kostenzusage für eine Erstberatung bitten. Ihr Versicherer wird Ihnen eine Schadensnummer mitteilen, die Sie dem Rechtsanwalt vor der Erstberatung mitteilen können. Mit dieser Schadensnummer kann der Rechtsanwalt die Kosten der Erstberatung direkt gegenüber dem Versicherer abrechnen.
11. Rechnet der Rechtsanwalt direkt mit meinem Rechtsschutzversicherer ab?
11. Sie können dem Rechtsanwalt die Schadennummer in Verbindung mit der Versicherungsscheinnummer Ihres Rechtsschutzversicherungsvertrages mit der Bitte einreichen, die ausgelösten Kosten und Gebühren zunächst direkt gegenüber dem Rechtsschutzversicherer abzurechnen.
Der Rechtsanwalt wird dann nach Beendigung der Tätigkeit und des Mandats die Kostennote(n) im Namen des Mandanten mit der Bitte an den Versicherer senden, den Versicherungsnehmer von den Kostenforderungen freizustellen.
12. Ich wünsche eine Erstberatung. Was sollte ich tun?
12. Sie können uns ohne Terminabsprache unter den Telefonnummern +49 (0) 30 / 5770 3983-0 oder +49 (0) 173 / 771 22 22 kontaktieren. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Sach- und Rechtslage auswerten und Möglichkeiten des angemessenen Vorgehens besprechen.
In umfassenderen Angelegenheiten und allen Angelegenheit zu Flugverspätungen, Flugannullierungen, Flugzeitenänderungen, Umbuchungen und Gepäckschäden (Gepäckverlust und Gepäckverspätung) empfiehlt es sich,  bewertungserhebliche Dokumente und Unterlagen vorab in Verbindung mit einer detaillierten Schilderung des Sachverhaltes einzureichen. Sie helfen uns damit, den Vorfall besser nachvollziehen und Ihnen somit eine fundierte, rechtsverbindliche und hilfreiche Rechtsauskunft geben zu können. Schildern Sie den Sachverhalt am besten chronologisch, so dass die Abfolge und die Vorfälle nachvollzogen werden können. Die Erfahrung zeigt, dass eine Anfrage umso besser und zielführender beantwortet werden kann, je optimaler und gründlicher die Unterlagen aufbereitet werden. Wichtig sind vor allem die Tatsachen und Schilderungen des Vorfalles. Rechtsgrundlagen, Gesetzesvorschriften oder rechtliche Schlüsse können außen vor bleiben. Diese wird der Rechtsanwalt für den konkreten Sachverhalt analysieren. Sie können uns direkt eine E-Mail unter info (at) ra-janbartholl.de schreiben oder die besonderen Kontaktformulare für Sachverhalte zu einer Flugverspätung, Flugannullierung, Gepäckschaden nutzen.
13. Ist für die Erstberatung ein Termin erforderlich?
13. Nein. Sie können uns ohne Terminabsprache unter den Telefonnummern +49 (0) 30 / 5770 3983-0 oder +49 (0) 173 / 771 22 22 kontaktieren. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Sach- und Rechtslage auswerten und Möglichkeiten des angemessenen Vorgehens besprechen.
14. Bieten Sie die Erstberatung bundesweit an?
14. Ja. Die Erstberatung wird ortsunabhängig bundes- und europaweit angeboten.
Sie können uns ohne Terminabsprache unter den Telefonnummern +49 (0) 30 / 5770 3983-0 oder +49 (0) 173 / 771 22 22 kontaktieren. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Sach- und Rechtslage auswerten und Möglichkeiten des angemessenen Vorgehens besprechen.
15. Was passiert, wenn ich nach der Erstberatung keine weitere Vertretung wünsche?
15. Sollte die Erstberatung ergeben, dass keine Ansprüche in der geschilderten Angelegenheit begründet sind, ist die Sache mit Beendigung des ersten Beratungsgespräches beendet. Sie sind nicht verpflichtet, den im Rahmen einer Erstberatung kontaktierten Rechtsanwalt mit der Interessenwahrnehmung oder Prozessvertretung zu beauftragen. Wenn Sie nach der Erstberatung keine weitere Rechtsberatung und/oder Vertretung wünschen, können Sie dies dem Rechtsanwalt mitteilen.
16. Was passiert, wenn ich nach der Erstberatung die Interessenvertretung wünsche?
16. Sollte die Erstberatung ergeben, dass Ansprüche in der geschilderten Angelegenheit begründet sind, können Sie entscheiden, ob Sie den Rechtsanwalt mit der Interessenwahrnehmung beauftragen. Der Rechtsanwalt wird Ihnen mitteilen, welche Unterlagen, Dokumente oder Belege er für die weitere Interessenvertretung benötigt.
Die Rechtsanwaltskanzlei Bartholl BLS vertritt Fluggäste und Reisende BUNDESWEIT!
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