Source: https://anwalt-kg.de/insolvenzrecht/regelinsolvenz/
Timestamp: 2018-05-28 08:12:33
Document Index: 330631801

Matched Legal Cases: ['§ 301', '§ 305', '§ 2', '§ 301', '§ 15', '§ 129', '§ 138', '§ 142', '§ 88', '§ 290', '§ 301', '§ 302', '§ 290', '§ 287', '§ 305', '§ 305', '§ 305']

Regelinsolvenzverfahren 2018 - Ablauf, Tipps & Hinweise | Anwalt-KG
Regelinsolvenz: Bundesweite Insolvenzberatung von Selbstständigen vom Fachanwalt
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Selbstständigkeit fortführen ✓ Schuldenfrei in 3, 5 oder 6 Jahren ✓ Pfändungsschutz ✓ Keine Wartezeit ✓ Fachanwalt für Insolvenz ✓
Die Restschuldbefreiung tritt zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein. Wann genau sie erteilt wird, ist von folgenden Faktoren abhängig:
nach 3 Jahren – bei Tilgung von 35 % der Schulden und der Verfahrenskosten
nach 5 Jahren – bei Tragung der Verfahrenskosten
nach max. 6 Jahren – ungeachtet des Status der Schuldenrückzahlung
In der Restschuldbefreiung werden Sie vollständig von Ihren Schulden befreit – Unabhängig davon, wie hoch die Summe Ihrer Schulden ist oder wie viele Gläubiger Sie zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung hatten. Darüber hinaus spielt die Höhe Ihrer bisherigen Rückzahlungen an Ihre Gläubiger nach § 301 InsO keine Rolle.
Eine Regelinsolvenz besteht im Wesentlichen aus 3 Abschnitten: (1) Die Vorbereitung, (2) das Insolvenzverfahren und (3) die Wohlverhaltensperiode.
1. Abschnitt: Vorbereitung – 6 Wochen bis ca. 3 Monate
Die Vorbereitung ist beim Regelinsolvenzverfahren der mit Abstand wichtigste und beratungsintensivste Abschnitt. Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht beginnen wir die Entschuldung mit der Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten und einer umfassenden Beratung über die Restrukturierung Ihrer Unternehmung. Wir weisen Sie ein, wie Sie Ihre Einkünfte vor Pfändungen schützen, eine Auffanggesellschaft gründen oder ihre Betriebseinrichtung behalten und erstellen Ihren auf Sie zugeschnittenen Entschuldungsplan. Danach gilt es, unseren Entschuldungsplan umzusetzen: Sie sollten zuerst ein neues Konto eröffnen. Das Ziel ist, Ihre Zahlungseingänge vor den Pfändungen der Gläubiger zu schützen und eine Kriegskasse anzulegen, aus der Sie sich bis zur Insolvenzeröffnung finanzieren. Anschließend wird eine Auffanggesellschaft gegründet, Ihre bestehende Unternehmung weitergeführt oder eingestellt. Danach sollten Sie rigoros alle Zahlungen an Ihre Gläubiger beenden. Bei Ihrem Wunsch können wir danach auch einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch mit Ihren Gläubigern durchführen. Diese Dienstleistung eröffnet Ihnen die Chance, dass im Vorfeld einer Regelinsolvenz ein gerichtliches Verfahren erspart bleibt. Danach reichen wir Ihren Insolvenzantrag ein. Indem wir Ihren Insolvenzantrag anwaltlich vorbereiten, wird von uns alles erforderliche getan, um die Erteilung Ihrer Restschuldbefreiung bestmöglich sicherzustellen.
Während die Vorbereitung der Privatinsolvenz sechs Wochen in Anspruch nimmt, ist die Vorbereitungszeit einer Regelinsolvenz von Fall zu Fall unterschiedlich. Falls Sie Ihre selbstständige Tätigkeit fortführen wollen und einen monatlichen Umsatz haben, der 1000 Euro überschreitet, empfehlen wir Ihnen die Gründung einer Auffanggesellschaft. Die Vorbereitung dürfte in solchen Fällen etwa drei Monate dauern. Wenn Sie Ihre selbstständige Tätigkeit allerdings einstellen wollen, können Sie mit einer Dauer von sechs Wochen rechnen. Sehen Sie dazu unser Video.
2. Abschnitt: Regelinsolvenzverfahren – 2 bis 3 Jahre
Schon bevor das Regelinsolvenzverfahren eröffnet wird, wird das Insolvenzgericht regelmäßig einen sogenannten vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen, der damit beginnt, Ihr Vermögen im Sinne Ihrer Gläubiger zu sichern. Danach eröffnet das Insolvenzgericht des Regelinsolvenzverfahren. Zu Ihrem Gunsten tritt der Pfändungsschutz ein. Nun wird der vorläufige Insolvenzverwalter regelmäßig zum Insolvenzverwalter ernannt. Er wird Ihr altes Unternehmen verwerten.
Das Kernstück des Insolvenzverfahrens ist die Wohlverhaltensperiode. Sie beginnt an dem Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und endet innerhalb von
nach Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens (Beginn des zweiten Abschnittes). In dieser Zeit kommen Sie mit dem Insolvenzgericht nicht mehr in Berührung. Ihr Kontakt zum Insolvenzverwalter reduziert sich. Da Ihr Vermögen bereits verwertet wurde, müssen Sie auch nicht mehr ausführlich Auskunft über jede erhaltene Zuwendung machen. Nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode kommt es schließlich zur Restschuldbefreiung. Alle Gläubiger verlieren ihre Forderungen und Sie werden von allen Verbindlichkeiten befreit.
Auch bei der Gesamtdauer des Regelinsolvenzverfahrens gibt es eine deutliche Abweichung vom Privatinsolvenzverfahren. Die Verwertung des Unternehmensvermögens ist komplexer und dauert dementsprechend länger. Vor allem untersucht der Insolvenzverwalter Ihre Unterlagen auf anfechtbare Rechtsgeschäfte, was aufgrund der meist komplexen Geschäftsunterlagen zu langen Verzögerungen führt. Ähnliche Problematiken können auch aufgrund der Voraussetzung entstehen, dass sich die Angaben in den Antragsunterlagen mit der vom Insolvenzverwalter ermittelten Vermögenssituation decken müssen. Diese Nachforschungen sind sehr zeitintensiv. Die Dauer des Regelinsolvenzverfahrens beträgt deshalb zwei bis drei Jahre. Die Wohlverhaltensperiode beginnt exakt am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und endet nach sechs Jahren.
Regelinsolvenz Voraussetzungen
Voraussetzungen einer Regelinsolvenz
Die Voraussetzungen einer Regelinsolvenz sind:
Sie sind selbstständig tätig – Anderenfalls ist die sogenannte Privatinsolvenz die richtige Verfahrensart
Aus einer ggf. früher ausgeübten Selbstständigkeit sind mehr als 19 Gläubiger vorhanden (§ 305 Abs. 1 InsO)
Ihr Lebensmittelpunkt befindet sich in Deutschland (§ 2 InsO)
Ein besonders schnelles Handeln ist erforderlich, wenn ein Gläubiger einen Insolvenzantrag stellt (sog. Gläubigerantrag). Mehr zur Einschätzung, ob für Sie ein Privat- oder ein Regelinsolvenzverfahren das richtige Verfahren ist und zur Frage, wie sie richtig auf einen Gläubigerantrag regieren. Hierzu gibt es auch ein Video.
Wie kann man eine Regelinsolvenz anmelden?
Falls Sie eine Regelinsolvenz anmelden wollen, um sicher von Ihren Schulden befreit zu werden, sollten als Grundlage die folgenden Schritte beachtet werden:
Anmeldung der Regelinsolvenz richtig vorbereiten – Nach Erstberatung und Erstellung des Entschuldungsplans wird ein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnet und eine Rücklage gebildet. Eventuell werden nach Beratung erlaubte Maßnahmen der Vermögenssicherung betrieben. Gleichzeitig werden alle Zahlungen an die Gläubiger eingestellt. Hiernach werden die Gläubigerunterlagen strukturell vorbereitet.
Auffanggesellschaft gründen oder mit dem Geschäftsbetrieb Regelinsolvenz anmelden – Entweder wird eine Auffanggesellschaft (UG oder GmbH) gegründet oder eine Regelinsolvenz mit dem laufenden Betrieb vorbereitet. Dazu wird zunächste eine Firmengründung durchgeführt. Danach werden die Gläubiger zur Vorbereitung der Regelinsolvenz angeschrieben.
Antrag auf Regelinsolvenz erstellen lassen – Der Antrag auf Regelinsolvenz wird von uns samt allen Nebenaträgen (Eröffnung, Stundung, Restschuldbefreiung) vollständig erstellt. Danach wird die Regelinsolvenz angemeldet.
Vorteile der Regelinsolvenz
Vorteile Regelinsolvenz
Es besteht ein Irrglaube, dass eine Insolvenz das Ende einer selbstständigen Tätigkeit bedeuten muss. Richtig ist: Falls Ihre Unternehmung ohne die Schulden profitabel ist und sowohl sich selbst als auch Ihren Lebensunterhalt trägt, können Sie Ihre selbstständige Tätigkeit trotz Regelinsolvenz fortführen. Die selbstständige Tätigkeit wird entweder vom Insolvenzverwalter freigegeben. Sie führen einen festen Betrag an die Gläubiger ab und betreiben Ihr Unternehmen weiter. Eine andere Lösung ist die Auffanggesellschaft. Eine Vertrauensperson – meist ein Familienmitglied – gründet eine UG oder GmbH. Sie werden eingestellt und arbeiten auf Ihrem Gebiet als angestellter Geschäftsführer weiter.
Sicher Schuldenfrei
Vielen Unternehmern wachsen die Schulden über den Kopf. Sie können Ihren Lieferanten, Partnern, Banken und anderen Gläubigern keine weiteren Zahlungen anbieten – weil die Einnahmen auch bei einer reduzierten Ratenzahlung nach einem Vergleich nicht ausreichen oder unkalkulierbar schwankend sind. Insbesondere bei saisonalen Geschäften können viele Selbstständige nicht mit immer gleich bleibenden Einnahmen kalkulieren. In diesem Fall ist ein Regelinsolvenzverfahren aufgrund der Restschuldbefreiung ein Ausweg. Sie verlieren Ihre Schulden sicher und unabhängig von der Rückzahlung an die Gläubiger, ihrer Anzahl oder der Schuldenhöhe.
Die Regelinsolvenz bringt in unserer Schuldnerberaterpraxis einen finanziellen Vorteil. Viele Schuldner zahlen vor der Regelinsolvenz – oder während eines Vergleichs – mehr Geld an die Gläubiger, als sie es in einer Regelinsolvenz tun. Das Regelinsolvenzverfahren führt durch die Freigabe der Selbstständigkeit und das an die gesetzlichen Pfändungsschutzbeträge angelehnte „fiktive Einkommen“ oftmals zu höheren zur Verfügung stehendem Einnahmen eines Selbstständigen. Der Insolvenzverwalter verhindert dabei während der Regelinsolvenz jede Vollstreckung oder Pfändung durch die Gläubiger.
Keine "bösen Briefe" Ihrer Gläubiger
„Böse Briefe“ Ihrer Gläubiger hören schnell auf: oftmals mit dem ersten Anschreiben durch uns und spätestens mit der Eröffnung der Regelinsolvenzverfahrens. Sie müssen nicht mehr mit Ihren Gläubigern kommunizieren – wir schreiben alle Gläubiger an und bestellen uns als Anwaltskanzlei zum Verfahrensbevollmächtigten. Ab diesem Zeitpunkt wenden sich die meisten Gläubiger an uns.
Keine wesentliche Einschränkung der Lebensführung
Schufa 3 Jahre nach Restschuldbefreiung bereinigt
Nach dem Ablauf des 3 Jahres nach der Restschuldbefreiung der Regelinsolvenz werden alle bis zur Eröffnung bestehenden Schufa Einträge gelöscht.
Die Restschuldbefreiung einer Regelinsolvenz befreit Sie von allen Schulden – egal ob sie privat oder in Ihrem Unternehmen entstanden sind, welcher Art der Gläubiger ist, wie hoch sie sind oder wie viele Gläubiger Sie haben. Der Umfang der Restschuldbefreiung ist sehr weit. Sie werden von allen Schulden befreit, die vor der Regelinsolvenz bestanden haben (§ 301 InsO). So ist es egal, ob die Schulden bei Privatpersonen, Firmen, Lieferanten, Banken, Institutionen wie Krankenkassen oder Behörden wie dem Finanzamt bestehen.
Erlassen werden auch Schulden bei Gläubigern, die Sie vergessen und nicht auffinden können. Taucht ein vergessener Gläubiger im Regelinsolvenzverfahren oder nach dessen Abschluss auf, obwohl wir alle geforderten Nachforschungsversuche unternommen (insbesondere Abfragen bei der Schufa und ICD), werden Sie auch von diesen Forderungen befreit.
Dasselbe gilt auch bei nicht endgültig feststehenden Forderungen wie einer Immobilienfinanzierung bei einem noch nicht versteigertem Haus oder einem noch nicht fälligen Studentenkredit.
Bevor Sie als Unternehmer Regelinsolvenz beantragen, sollten Sie sich genügend Zeit lassen, um Ihre Entschuldung sorgfältig zu planen. Gehen Sie keinesfalls mit Ihrem laufenden Betrieb in die Insolvenz. Sie sind dazu im Gegensatz zu GmbH Geschäftsführern (§ 15a Abs. 1 InsO) nicht verpflichtet. Sie würden so das Risiko eingehen, Ihren Betrieb zu verlieren und in der Anfangsphase des Insolvenzverfahrens keine finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben. Dies wird verhindert, wenn Sie zu gegebener Zeit mit der Vorbereitung beginnen. Es gilt in 6 Schritten sicherzustellen, dass Ihr Vermögen innerhalb der rechtlichen Grenzen vor dem Regelinsolvenzverfahren bewahrt wird.
1. Schritt: Eröffnen Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank unter Ihrem eigenen Namen
Beginnen Sie die Vorbereitung, indem Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank unter Ihrem eigenen Namen eröffnen, nicht auf den Ihres Betriebs. Das vorhandene Guthaben überweisen Sie sofort auf Ihr neues Konto. Ihren Partnern oder Kunden, die Ihnen Geld schulden, teilen Sie das neue Konto mit. Nur ein neues Konto schützt Sie vor Pfändungen Ihrer Gläubiger, weil Sie als Selbstständiger keinen Pfändungsschutz genießen und die Pfändungsfreigrenzen bei Kontopfändungen nicht beachtet werden. Sollten Sie zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung aufgefordert werden, geben Sie natürlich Ihr neu eröffnetes Konto an. Aber eröffnen Sie sofort danach einfach ein weiteres Konto bei einer dritten Bank. Sie sollten genug Guthaben bilden, um bis zur Einreichung Ihres Antrags auf Insolvenz die Rechnungen bezahlen zu können, die der Vorbereitung der Regelinsolvenz dienen.
Das neue Konto darf nicht bei einer Bank eröffnet werden, die mit Ihrer alten Bank oder einem Ihrer Schuldner in Verbindung steht (z. B. ein Konto bei der Comdirekt Bank, wenn Sie bei der Commerzbank waren oder Schulden bei dieser haben – denn die Comdirekt Bank gehört zur Commerzbank)!
Neben der Eröffnung eines neuen Kontos sollten Sie beginnen, eine Rücklage zu bilden. Behalten Sie alle eingehenden Gelder und trennen Sie diese von Ihren Schulden. Bedenken Sie, dass der Insolvenzverwalter mit Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens die Guthaben all Ihrer Konten zur Insolvenzmasse ziehen wird. Er wird Ihnen kein Geld für Ihren Lebensunterhalt belassen. Sie müssen genug Geld besitzen, um im Zeitraum von der Antragstellung bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können und das Insolvenzverfahren zu finanzieren. Dieser Zeitraum beträgt im Regelfall zwei bis drei Monate.
Sie haben als Selbstständiger zwei Möglichkeiten, in die Insolvenz zu gehen: entweder Sie gehen in die Regelinsolvenz bei laufendem Geschäftsbetrieb oder es wird eine Auffanggesellschaft gegründet. Die erste Möglichkeit kann das Aus für Ihre Unternehmung bedeuten. Nur wenn Sie einen wohlgesonnenen Insolvenzverwalter bekommen, können Sie den Betrieb weiterführen. Es besteht eine gewisse Möglichkeit, Einfluss auf die Wahl eines fachkundigen und fortführungswilligen Insolvenzverwalters zu nehmen. In vielen Fällen wird der Insolvenzverwalter entweder
Ihnen eine sogenannte Freigabe erteilen. Sie können dann Ihre Unternehmung fortführen. Leider sind Sie dann verpflichtet, an den Insolvenzverwalter monatlich einen festen Betrag abzuführen – unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Unternehmung. Dieser kann unter Umständen hoch ausfallen. Außerdem könnten neue Schulden entstehen, die nicht von der Restschuldbefreiung umfasst werden.
Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Regelinsolvenz bei laufendem Geschäftsbetrieb oder der Gründung einer Auffanggesellschaft, dem Ablauf der Insolvenz mit einer Auffanggesellschaft und der Einschätzung, welche der beiden Möglichkeiten Sie wählen sollten…
Eine Auffanggesellschaft wird möglichst früh vor der Insolvenz von einer Vertrauensperson gegründet. Sie werden von der Auffanggesellschaft eingestellt. Als Arbeitnehmer beantragen Sie dann die Insolvenz. Der Weg über eine Auffanggesellschaft erspart Ihnen eine Menge Frust. Er stellt sicher, dass Sie Ihren Betrieb behalten und gleichzeitig Ihr Einkommen kalkulierbar bleibt. Gleichzeitig muss er sehr bedacht beschritten werden, weil er einige juristische Hürden bereithält. Gehen Sie diesen Schritt nur mit juristischer Begleitung an! Mehr zu der Gründung einer Auffanggesellschaft…
Sichern Sie vor allem Ihr privates Vermögen vor der Verwertung. Bei der Entnahme von Sachen oder Vermögen aus Ihrem Betrieb sollten Sie besonders vorsichtig sein. Zum einen gehören viele Betriebsgegenstände manchmal gar nicht Ihnen. Sie sind oft geleast oder stehen in fremdem Sicherungseigentum. Zum anderen können Entnahmen schnell zur Anfechtung nach der InsO führen (§§ 129 ff. InsO). Dies kann nicht nur Sie, sondern auch den Empfänger der Zuwendung in Schwierigkeiten bringen. Es gibt eine Faustformel: Überweisen Sie niemals Geld an eine nahestehende Person von Ihrem Geschäfts- oder Privatkonto. Das sind beispielsweise Ihr Ehegatte, Ihr Lebenspartner, Ihre Verwandten, aber auch Personen in Ihrer häuslichen Gemeinschaft oder eine Gesellschaft, bei der sie gewisse Funktionen wahrnehmen (§ 138 InsO). Eine Möglichkeit, Geld zu entnehmen, bieten sogenannte Bargeschäfte (§ 142 InsO). Dabei können Sie auch kurz vor dem Insolvenzverfahren für eine erbrachte Leistung bar bezahlen.
5. Schritt: Trennen Sie Ihr Vermögen von Ihern Schulden
Eines sollten Sie strikt beachten: Trennen Sie sowohl Ihr Vermögen von Ihren Schulden. Zur Trennung Ihres Vermögens eröffnen Sie ein neues Konto und bilden eine Rücklage.
Trennen Sie auch das Vermögen Ihres Ehegatten von Ihren Schulden. Sie verhindern so, dass sich Ihr Ehegatte ebenfalls verschuldet. Dies kann z.B. durch einen gemeinsam aufgenommenen Kredit geschehen, den die Bank im Laufe des Verfahrens kündigt.
6. Schritt: Stellen Sie die Zahlungen an alle Gläubiger ein
Nachdem Sie ein neues Konto eröffnet und Ihre Vermögenswerte gesichert haben, beenden Sie auf der Stelle alle weiteren Zahlungen an Ihre Insolvenzgläubiger. Das sollten Sie sowohl gegenüber Ihren geschäftlichen als auch den privaten Gläubigern tun. Dies ist rechtlich unbedenklich (z.B. OLG Oldenburg ZVI 2003, 483). Bezahlen Sie nur noch an die Gläubiger, die Ihre Lebensversorgung sicherstellen. Dazu gehören vor allem Ihr Vermieter, Ihr Stromversorger, Ihr privater Internetprovider oder ähnliche. Es werden nun Pfändungen kommen, die Sie aushalten müssen. Sobald das Privatinsolvenzverfahren eröffnet wird, werden aber alle Zwangsvollstreckungen wirkungslos (§§ 88, 89 InsO).
Nachdem der Fortbestand Ihres Betriebs und Ihr Vermögen gesichert worden ist, beginnt die Einleitung des Insolvenzverfahrens. Lassen Sie sich vor einem Regelinsolvenzverfahren unbedingt qualifiziert betreuen. Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht beraten wir Sie juristisch und schätzen Ihre Entschuldungsaussichten ein. Ihrem Fall entsprechend erstellen wir für Sie Ihren individuellen Entschuldungsplan. Dadurch wissen Sie zu jeder Zeit, wie Sie Ihren Antrag strategisch angehen.
Wir arbeiten für unsere Mandanten einen Vergleichsvorschlag an die Gläubiger aus
Nachdem Sie den Fortbestand Ihres Betriebs und Ihr Vermögen gesichert haben, beginnt die Einleitung des Regelinsolvenzverfahrens. Wenn wir auch hierzu beauftragt werden, arbeiten wir für Sie einen Schuldenbereinigungsplan für eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern aus. Ein außergerichtlicher Vergleichsversuch ist eine Dienstleistung, die von unserer Anwaltskanzlei regelmäßig durchgeführt wird, um eine außergerichtliche Lösung Ihrer Entschuldung zu erreichen.
Durch einen Insolvenzantrag durch einen Fachanwalt für Insolvenzrecht reduzieren Sie das Risiko einer Versagung der Restschuldbefreiung
Anschließend stellen wir Ihren Insolvenzantrag. Wir begleiten Ihren Antrag um sicherzustellen, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Sollte es also zu Beanstandungen des Insolvenzgerichts kommen, stellen wir Ihnen eine Begleitung durch eine fachanwaltliche Begleitung bis zur endgültigen Eröffnung des Verfahrens zur Verfügung. Durch die Beauftragung eines Fachanwalts für Insolvenzrecht vermeiden Sie unnötige Fehler in Ihrem Antrag. Diese können im Regelinsolvenzverfahren leicht zur Versagung der Restschuldbefreiung führen (§ 290 InsO), weil die Gläubiger keine Gelegenheit auslassen werden, diese zu beantragen. Mehr zu Ihren Vorteilen einer anwaltlichen Antragstellung, der Vermeidung der Versagung der Restschuldbefreiung und unserer Arbeitsweise. Hierzu gibt es auch ein Video.
Sehen Sie hierzu ein Video zum Thema Pfändungsschutz.
Nach dem Insolvenzverfahren wird die Wohlverhaltensperiode eingeleitet. Sie beginnt drei bis vier Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Sie endet mit dem gesamten Verfahren drei, fünf oder sechs Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens. In dieser Zeit kommen Sie nicht mehr mit dem Insolvenzgericht in Berührung und auch ihr Kontakt zum Insolvenzverwalter reduziert sich. Ihr Vermögen wird nicht mehr verwertet und Sie müssen auch nicht mehr ausführlich Auskunft über jede Zuwendung geben. Zudem können Sie wieder Geld ansparen.
Viele Mandanten fragen uns regelmäßig, welche Erleichterungen die Wohlverhaltensphase für Sie bereithält. Zum einen haben die Mandanten wenig Kontakt zum Treuhänder: nur noch ein jährlicher Fragebogen muss ausgefüllt werden. Der Treuhänder hat nun das Vermögen – falls vorhanden – verwertet und verteilt, deshalb reduziert sich Ihr Kontakt mit ihm auf ein Minimum. Außerdem muss der Treuhänder nunmehr nur noch einmal jährlich dem Insolvenzgericht Bericht erstatten, inwieweit Sie den Obliegenheiten nachkommen.
Nach Abschluss der Wohlverhaltensperiode tritt die Restschuldbefreiung ein. Das Ende der Wohlverhaltensperiode – und damit der Eintritt der Restschuldbefreiung – kann nach:
oder höchstens 6 Jahren – vollkommen unabhängig von jeglicher Schuldenrückzahlung.
nach Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens eintreten. Im Zuge der Restschuldbefreiung werden Sie restlos von allen Schulden befreit. Hierbei ist es nach § 301 InsO irrelevant, wie viele Gläubiger Sie zu Verfahrensbeginn hatten oder wie hoch Ihre Schulden waren.
Sehen Sie hierzu ein Video zum Thema Restschuldbefreiung.
Davon gibt es allerdings Ausnahmen: wenn Ihre Schulden aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen oder Bußgeldern und ähnlichen staatlichen Forderungen stammen, können sie nicht von der Restschuldbefreiung erfasst sein (§ 302 InsO). Mehr zu den Ausnahmen von der Restschuldbefreiung.
Die Restschuldbefreiung wird versagt, wenn einer der 7 Versagungsgründe vorliegt (§ 290 InsO):
Sie haben innerhalb von 3 Jahren vor dem Antrag falsche schriftliche Angaben über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gegenüber Banken oder Behörden gemacht,
Sie haben gegen Ihre Auskunfts- und Mitwirkungspflichten verstoßen,
Sie sind Ihrer Erwerbsobliegenheit (§ 287b InsO) nicht nachgekommen.
Sehen Sie hierzu ein Video zum Thema Versagungsgründe im Insolvenzverfahren.
Hier lesen sie mehr zu den 7 Versagungsgründen.
Regelinsolvenz Kosten
Das Regelinsolvenzverfahren ist in der Regel kostenpflichtig. Dabei muss der Insolvenzschuldner grundsätzlich sowohl für die Gerichtskosten , als auch für die Gebühren der anwaltlichen Vorbereitung und Begleitung des Privatinsolvenzantrags aufkommen. Die Gerichtskosten hängen vom Wert der Insolvenzmasse ab und können nicht pauschal angegeben werden. Sie sind deshalb von Fall zu Fall unterschiedlich.
Für die anwaltliche Vorbereitung und Begleitung Ihrer Regelinsolvenz entstehen Gebühren. Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht begleiten Ihren Insolvenzantrag kostenfrei, sofern Sie Beratungshilfe in Anspruch nehmen. Dies wird möglich, wenn eine Auffanggesellschaft gegründet wird und Sie Privatinsolvenz beantragen.
Die besten Aussichten auf Beratungshilfe haben Sie, wenn Sie sich von einer öffentlichen Schuldnerberatung schriftlich bestätigen lassen, dass Sie auf einen Beratungstermin länger als sechs Monate warten müssen. Die öffentlichen Schuldenberatungen freuen sich meistens darüber, Ihnen diese Bestätigung auszustellen, weil sie dadurch etwas entlastet werden.
Grundsätzlich bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit einer Ratenzahlung.
Bei einer Entschuldung sollten Sie auf Merkmale unseriöser Schuldnerberatung achten. Sehr oft nutzen „scharze Schafe“ die besondere Drucksituation von Schuldnern aus. Sie spielen mit der Hoffnung auf eine vermeintlich leichte und sichere Entschuldung „ohne Insolvenz“. Die Konsequenz ist ein oftmals sehr kostenaufwändiger Beratatervertrag mit einer beständig hohen monatlichen Rate (ohne definiertes Mandatsende) oder eine Einmalzahlung im mehrfachen-tausend-Euro-Bereich. Eine Entschuldung wird oft nicht erreicht.
Ein Schuldnerberater sollte die Entschuldung selbstständig erbringen können. Dazu sollte er entweder als Anwalt eine „geeignete Person“ nach § 305 InsO sein oder ein Zertifikat zur Befugnis als „geeignete Stelle“ nach § 305 InsO haben. Für eine Spezialisierung spricht zudem der Titel „Fachanwalt für Insolvenzrecht“ – nicht zuletzt aufgrund der vorgeschriebenen fortlaufenden Fortbildung von jährlich 15 Stunden.
Ein Schuldnerberater sollte selbst die Bescheinigung nach § 305 InsO ausstellen und einen Regelinsolvenzantrag erstellen können. Verweist er auf einen anderen Rechtsanwalt, entstehen Ihnen zusätzliche Kosten, die direkt oder indirekt auf Sie als Schuldner umgelegt werden. Außerdem übernimmt der Schuldnerberater in solchen Fällen keine Verantwortung. Achten Sie auf eine Formulierung wie: „Die (…) GmbH übt keinerlei Rechtsberatung aus und erbringt ausschließlich Dienstleistungen kaufmännischer und wirtschaftlicher Art.“
Es ist gut, wenn ein Schuldnerberater alle Entschuldungswege selbstständig und aus einer Hand anbietet – von der Insolvenz über den Vergleich bis hin zum Insolvenzplan. Die Insolvenz ist oftmals der einzige Ausweg für Schuldner, die keine Möglichkeit haben, aus eigener Kraft aus ihren Verbindlichkeiten zu kommen. Oftmals ist eine Insolvenz auch trotz Leistungsfähigkeit aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten die bessere Alternative. Falls Sie merken, dass diese Punkte kaum angesprochen werden und Ihnen ein Vergleich ohne reelle Aufzeigung von Alternativen empfohlen wird, sollten Sie stutzig werden. Wird die Regelinsolvenz trotz Freigabemöglichkeit ausschließlich negativ dargestellt, ist eine Schuldnerberatung aus unserer Sicht gänzlich unseriös.
Falls sie merken, dass Sie zu einem schnellen Abschluss eines Beratervertrags unter Druck gesetzt fühlen, sollten Sie stutzig werden. Ein seriöser Schuldnerberater lässt seine Mandanten in Ruhe alle Unterlagen sichten und eine bedachte Entscheidung treffen.
Ein seriöser Berater wird Ihnen von Anfang an sagen, wie viel seine Dienstleistung kostet und woraus sich der Preis ergibt. Lassen Sie sich nicht mit vagen Aussagen hierzu abspeisen – vor allem bei einer unklaren Dauer der Dienstleistung sollten Sie stutzig werden. Ein gängiges Modell ist es, eine „monatliche Gesamtrate“ von meistens 300 – 600 € in den Vertrag zu schreiben. Ein Ende der Vergleichsverhandlungen wird in den Verrag natürlich nicht aufgenommen. Auf diese Weise lohnt es sich für den Schuldnerberater, die Vergleichsverhandlungen sehr lange zu betreiben. Oft kommt es zu keinerlei Verhandlungen oder Einigung. Ein solcher Schuldnerberater wird so lange sein Honorar bekommen, bis ein Schuldner entnervt aufgibt und einen Insolvenzantrag anstrebt. Achten Sie darauf, dass von Anfang an ein pauschaler Festpreis ausgemacht wird, der sich an objektiven Merkmalen wie Gläubigeranzahl orientiert.
Neuerungen der Regelinsolvenz 2018
Die wichtigsten Neuerungen der Regelinsolvenz im Jahre 2018 ergeben sich aus den bisherigen Reformen des Insolvenzrechtes – sie werden Ihnen nachfolgend vorgestellt:
Die stärksten Veränderungen des Regelinsolvenzverfahrens sind durch die Reform des Insolvenzrechtes 2014 erfolgt. Sie trat als sogenannte 2. Stufe der Insolvenzrechtsreform am 01.07.2014 in Kraft. Ihre wichtigsten Vorteile für Schuldner sind:
Verkürzung der Regelinsolvenz auf 3 Jahre
Möglichkeit des Insolvenzplans im Regelinsolvenzverfahren
Die Europäische Kommission hat – weitesgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit – am 8. März 2016 einen Fahrplan eines einheitlichen europäischen Insolvenzrechts vorgelegt. Vom 23.03.2016 bis zum 14.06.2016 fanden daraufhin Konsultationen zu einem neuen europäischen Insolvenzrecht statt. Bezüglich der Regelinsolvenz wird die Möglichkeit einer in allen Mitgliedstaaten gültigen einheitliche Regelung zur Schuldentilgung nach drei Jahren diskutiert.
Durch eine Regelinsolvenz verlieren Sie Ihre Schulden unabhängig von ihrer Höhe oder der Anzahl Ihrer Gläubiger. Wenn Sie diese Möglichkeit nutzen möchten, sollten Sie unsere Tipps zur beachten:
Selbstständigkeit in der Insolvenz erhalten
Sichern Sie Ihr Vermögen vor der Verwertung
Keine weiteren Schulden machen
Übertragen Sie keine Vermögensbestandteile an Verwandte
Sofern Sie eine Entschuldung innerhalb eines Jahres bewirken wollen: denken Sie an den Insolvenzplan
Hier können Sie unsere 11 Tipps zur Entschuldung durch eine Regelinsolvenz nachlesen
Antrag auf Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens – wir unterstützen Sie dabei
Als spezialisierte Kanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht können wir sie gerne dabei unterstützen, ein Regelinsolvenzverfahren einzuleiten. Um für Sie tätig werden zu können, benötigen wir die Auftragsunterlagen ausgefüllt zurück.
Ihre Fragen und unsere Antworten zur Regelinsolvenz
25 Mai 2018/0 Kommentare/in Regelinsolvenz