Source: http://www.kinderschreie-rechtliches.de/fragen/8.htm
Timestamp: 2016-10-27 16:38:50
Document Index: 314742561

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

- SONSTIGE FRAGEN 1. Schwanger - Was nun?
2. Abhängigkeit vom Täter
3. Opferentschädigungs-
gesetz (OEG)
Weitere Infos Erfahrungsbericht
4. Gewalt als Erziehung?
5. Nichtstun - strafbar?
6. Umgang mit kinderporno-
grafischem Material
7. Kinder als Täter
Rechtsnormen für das
Jugendstrafrecht Links zu Beiträgen zum
Jugendstrafrecht 8. Höhe von Schmerzensgeld
9. Antrag / Psychotherapie
Links zu Kliniken
Kleines Lexikon Therapietagebuch der Kinderschreie.de
10. Täter-Opfer-Ausgleich
11. Was tun bei Missbrauch?
NOTRUF,HILFE & BERATUNG
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8. Beispiele für die Höhe von Schmerzensgeldansprüchen
Auf dieser Seite findet ihr Entscheidungen und Beispiele zur H�he von Schmerzensgeldanspr�chen nach Vergewaltigung und/oder sexuellem Missbrauch. An den aufgef�hrten Beispielen kann man erkennen, dass die H�he des Schmerzensgeldes, das einem Opfer unter Umst�nden nach solchen Taten zugesprochen wird, von ganz vielen Faktoren abh�ngt. Um euch einen kleinen Einblick darin zu geben welche Faktoren f�r die Berechnung eine Rolle spielen k�nnen, habe ich diese Beispiele, die in der Rechtszeitschrift "Streit" im April 2000 erschienen sind einmal hier reingesetzt. Deutlich wird in den Folgenden Beispielen auch, dass die Höhe der Schmerzensgeldbeträge die die Strafgerichte in Adhäsionsverfahren und die Zivilgerichte in Schadenersatzverfahren zusprechen deutlich auseinanderklaffen, was daran liegt, dass die Zivilgerichte und die Strafgerichte bestimmte Begebenheiten anders bewerten. In den Beispielen findet ihr erst den Betrag den das Gericht f�r angemessen gehalten hat (in DM) und dann eine kurze Begr�ndung, sowie die Fundstelle des Urteils. Bitte passt auf euch auf, diese Begr�ndungen k�nnen triggern. O.k.? O.k.! 10.000 bei reaktiver Depression nach mehrfachen k�rperlichen Angriffen mit W�rgemalen, Schwellungen und Sch�rfwunden. 1. Einem Langzeit- oder Dauerschaden kommt beim Ausgleich der erlittenen Sch�den und Lebensbeeintr�chtigungen im Rahmen der Schmerzensgeldbemessung besondere Bedeutung zu. 2. Zur H�he des Schmerzensgeldes bei einem Angriff auf eine Frau, die wiederholt an den Haaren nieder gerissen und mit dem Tode bedroht wird, was eine reaktive Depression mit mehr als drei Monaten Arbeitsunf�higkeit zur Folge hat. (Leits�tze des Einsenders) OLG Hamm, 07.06.1993, NJW-RR 1994, 94 10.000 bei sexuellem Missbrauch �ber 2 Jahre durch den Vater. Hat ein Vater �ber einen Zeitraum von ca. 2 Jahren hinweg regelm��ig (hier: in mindestens 50 Einzelf�llen) seine Tochter (beginnend mit deren zw�lftem Lebensjahr) sexuell missbraucht, ist ein Schmerzensgeld in H�he von 10.000 DM angemessen. LG Bonn, 01.06.1992, Az 13 O 114/92, STREIT 1992, 116 f. 10.000 Die Gesch�digte erlitt durch eine gef�hrliche K�rperverletzung und Vergewaltigung eine Prellung am Hinterkopf, Bluterg�sse im Stei�beinbereich, 3 H�matome im Scheidengew�lbe, W�rgemale am Hals und Einblutungen im Auge. Sie hatte Todesangst. 3 Wochen Arbeitsunf�higkeit. Der T�ter wurde zu 3 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
LG Dortmund, 17.01.1990, Az 6 O 168/89; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nummer 19.1140 10.000 Bei brutaler Vergewaltigung eines 16 j�hrigen M�dchens ist ein Schmerzensgeld in H�he von 10.000 DM angemessen. LG Hagen, 25.05.1990; Az 14 O 117/90, in: ZfSch 1990, 301 10.000 bei sexuellem Missbrauch an einer Sch�lerin mit drei- bis viermaligem Oral- bzw. Analverkehr auf die Dauer von 3 bis 4 Monaten.
Der Beklagte ist der geschiedene Ehemann aus erster Ehe der Mutter der Kl�gerin. Die Kl�gerin entwickelte sich zur Bettn�sserin und zeigte sexuelle Verhaltens weisen, die keineswegs altersgerecht sind. In der schlimmsten Phase hat sich die Kl�gerin b�schelweise Haare aus gerissen und sich Gesicht und H�nde zerkratzt. LG Hannover, 26.07.1993, Az 13 O 121/93; in ADAC Schmerzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nummer 19.1153 10.000 und immaterieller Vorbehalt bei sexueller N�tigung der 13-j�hrigen Tochter. Die sexuellen N�tigungen, verbunden mit Gewaltanwendung und To des an Drohungen, haben die Kl�gerin in nicht unerheblicher Weise belastet und in ihrer Entwicklung gest�rt. Dass die Kl�gerin gerade auch psychisch durch die Taten des Beklagten gesch�digt wurde, zumal sie aus einem islamischen Elternhaus stammt, entspricht allgemeiner Erfahrung. LG K�ln, 27.05.1992, Az 2 O 409/91, in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nummer 19.1160 10.000 bei sexuellem Miss brauch von Schutzbefohlenen.
Der Vater f�hrte innerhalb eines Monats mit seiner minderj�hrigen Tochter 18 bis 20 mal Geschlechtsverkehr aus. LG Mosbach, 05.11.1991, Az 1 O 145/91; in: ADAC Scherzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nummer 19.1167 10.000 Schmerzensgeld f�r das 16 j�hrige Opfer einer versuchten Vergewaltigung, dem nach Schl�gen durch den T�ter die Flucht aus dem dritten Stock gelungen war, wo bei es sich ein stumpfes Bauchtrauma, Wirbels�ulenprellung mit einer Fissur im BWK, Stauchung des linken Handgelenks und der Rippenbogenb�nder so wie mehrere Prellmarken an bei den Ellenbogen zu gezogen hatte. Die Genugtuungsfunktion ist nicht durch die Verurteilung des Beklagten zu einer Freiheitsstrafe entfallen, denn diese Verurteilung dient in erster Linie den Interessen der Gesellschaft und nicht der Genugtuung der Kl�gerin (BGH, NJW 1995, 781 f.). KG Berlin, 13.04.1995, Az 11 U 663/95, KGR Berlin, 1995, 148 f., ADAC Schmerzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1188 12.000 bei mehrfacher, brutaler Vergewaltigung. 1. Vergewaltigt der T�ter das Opfer mehrfach und unter besonders brutalen Begleitumst�nden aus Ver�rgerung �ber eine Trennung nach l�ngerer Beziehung, ist ein Schmerzensgeld in H�he von 12.000 DM keines falls unangemessen. 2. Die Tatsache einer straf rechtlichen Verurteilung des T�ters wegen der gleichen Tat(en) hat f�r die Bemessung des Schmerzensgeldes keinerlei Bedeutung. 3. Die (schlechten) wirtschaftlichen Verh�ltnisse des T�ters und des Opfers sind jedenfalls dann bei der Bemessung des Schmerzensgeldes au�er Betracht zu lassen, wenn das Gericht �ber die Mindestvorstellung der Kl�gerin nicht hin ausgeht und dieser Betrag auch bei Ber�cksichtigung der �brigen Bemessungsgesichtspunkte vertretbar ist. 182 STREIT 4 / 2000 LG Flensburg 29.01.1999, Az 2 O 459/98, NJW 1999, 1640 ff.; VersR 1999, 1378 f. 15.000 bei Vergewaltigung einer 24 j�hrigen Mutter durch den besten Freund des Lebensgef�hrten.
Die Kl�gerin leidet noch an Depressionen und ist psychisch an geschlagen. LG Augsburg, 07.04.1998, Az 3O 4912/97; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1360 15.000 bei sexuellem Missbrauch �ber 2 � Jahre an einer 11 j�hrigen durch den Stiefvater, mit vielfachem Geschlechtsverkehr mit verschiedenen angewandten Praktiken und vereinzeltem oralen Verkehr. Der �berwiegen de Teil des Lebens der Kl�gerin wird durch die se Erlebnisse gepr�gt sein. Der Beklagte hat das ihm als Stiefvater entgegengebrachte Vertrau en auf das Gr�bste verletzt und sich r�cksichtslos �ber die Gef�hle der unter seiner Obhut stehenden Kl�gerin hinweggesetzt. Die Vielzahl der einzelnen Missbrauchsf�lle, der lange Zeitraum und die verschiedenen sexuellen Praktiken sind von erheblicher krimineller Energie getragen; es kam zu keinen Gewaltanwendungen; die strafrechtliche Verurteilung ist nicht anzurechnen. LG Koblenz, 13.11.1997, Az 1 O 442/95; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1380 20.000 bei Vergewaltigung mit nach folgen der Schwangerschaft. Das Gericht vertritt die Auffassung, dass eine strafrechtliche Verurteilung die wohl dominierende Form der Genugtuung darstellt, verkennt aber nicht, dass auch in dem Ausspruch einer Schmerzensgeldverurteilung dem Opfer regelm��ig Genugtuung zu verschaffen ist. Die wenig g�nstige wirtschaftliche Prognose des Beklagten f�hrte zur Begrenzung auf 20.000 DM. LG Dresen, Az 12 O 350/96; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1497 20.000 bei sexuellem Miss brauch durch den Stiefvater. Einem M�dchen, das ab dem 6. Lebensjahr ca. 3 Jahre lang von seinem - wegen Alkoholismus vermindert schuldf�higen - Stiefvater sexuell missbraucht worden ist, ist ein Schmerzensgeld in H�he von 20.000 DM zu zusprechen. LG Dort mund, 17.02.1992, Az 5 O 204/91, STREIT 1992, 88 20.000 bei Vergewaltigung einer 16 j�hrigen unter Bedrohung mit einem Messer. Die Kl�gerin befand sich 1 � Jahre in nerven�rztlicher Behandlung; nach 2 Jahren er folgte erneut eine psychotherapeutische Behandlung. Die Kl�gerin war �ber Jahre hinweg nicht in der Lage, ihre Rolle als Frau zu akzeptieren. Sie hat insbesondere Angst vor M�nnern und Angst davor, selbst Mutter zu werden. Sie kann kaum einen Beruf ergreifen, indem sie st�ndig mit M�nnern zu tun hat. Es ist noch eine l�ngere nerven�rztliche Behandlung erforderlich.
LG Koblenz, 13.07.1990, Az 2 O 522/87; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1506 20.000 und immaterieller Vorbehalt bei sexueller N�tigung der 12 j�hrigen Tochter. Die Kl�gerin wurde �ber einen Zeitraum von fast 5 Jahren von ihrem Vater ein- bis zwei mal w�chentlich zu sexuellen Handlungen gezwungen, die sich bis zur Vorstufe des Geschlechtsverkehrs steigerten, und zwar unter Gewaltanwendung und Todesdrohungen. LG K�ln, 27.05.1992, Az 2 O 410/91; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1508 20.000 und im materieller Vorbehalt bei Vergewaltigung und sexuellem Miss brauch eines M�dchens, das �ber einen Zeitraum von 5 Jahren vier- bis f�nf - mal sexuell missbraucht wurde und mit dem der Beischlaf vollzogen wurde. Die Kl�gerin ist die Tochter des Beklagten. Ein weiteres Schmerzensgeld kann die Kl�gerin auch beanspruchen, wenn nach Ablauf der n�chsten 5 Jahre immer noch Therapie ma� nahmen notwendig sind. LG M�nster, 30.09.1992, Az 16 O 151/92; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1519 20.000 bei Verhaltensauff�lligkeiten nach sexuellem Missbrauch des Kindes. Missbraucht ein Mann ein Kind (Jungen) �ber einen l�ngeren Zeitraum wiederholt sexuell, so dass es hier nach bei dem Kind zu massiven Verhaltensauff�lligkeiten kommt, ist ein Schmerzensgeld von 20.000 DM angemessen. OLG Koblenz 23.03.1998, Az 5 W 208/98, NJW 1999, 1640; FamRZ 1999, 1064-1065 20.000 bei einer brutalen Vergewaltigung einer im sechs ten Monatschwangeren 28 j�hrigen Frau durch 2 M�nner. LG Ravensburg, 22.08.1996, Az 5 O 958/96; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1521 20.000 bei fortgesetztem sexuellem Missbrauch eines M�dchens. 1. Im Rahmen der Ausgleichsfunktion des Schmerzensgeldes f�r das Opfer eines fortgesetzten sexuellen Missbrauchs ist eine besondere pers�nliche Beziehung zwischen T�ter und Opfer (hier: Vater und Tochter) an gemessen zu ber�cksichtigen; eben so das Verhalten im Ermittlungs- und Strafverfahren (hier: Belastung des Opfers durch eine Zeugenaussage). 2. Eine Verurteilung zu einer empfindlichen Freiheitsstrafe bzw. deren Verb��ung wirken sich grunds�tzlich nicht mindernd auf das Schmerzensgeld aus, da zwischen dem zivilrechtlichen Ausgleichsanspruch und dem Anspruch auf strafrechtliche Verurteilung zu unterscheiden ist. 3. Einer Tochter, die von ihrem Vater zwischen ihrem f�nften und zehnten Lebensjahr mehrfach sexuell missbraucht wurde, einmal in einem besonders schweren Fall (Oral verkehr bis STREIT 4 / 2000 183 zum Samenerguss), steht ein Schmerzensgeldanspruch in H�he von mindestens 20.000 DM zu.
OLG D�sseldorf, 03.01. 1996, Az 10 W 250/95, STREIT 1996, 130 f. 20.000 Wenn ein Kind erstmals im Alter von 10 Jahren von dem T�ter (Lebensgef�hrte der Mutter) sexuell missbraucht und in der Folgezeit regelm��ig mehrmals pro Woche zum Geschlechtsverkehr gezwungen wird, es schwanger und die Schwangerschaft ab gebrochen wird, ist ein Schmerzensgeld in H�he von 20.000 DM zuzusprechen.
LG Hamburg, 20.07.1990, Az 326 O 218/90, STREIT 1991, 42 f. 25.000 bei einer zweifachen Vergewaltigung ohne wesentliche Verletzungsfolgen.
Der Sch�diger setzte die Vergewaltigung fort, obwohl das Opfer bereits zum Tatzeitpunkt in einem erkennbar schlechten Zustand war. Das Leugnen der Tat im Straf verfahren f�hrte zu weiteren psychischen Belastungen und Dem�tigungen, da eine genaue Schilderung des Tathergangs so wie ein psychologisches Glaubw�rdigkeitsgutachten notwendig waren. Der Sch�diger zeigte keinerlei Genugtuungsinteresse. LG Frankfurt/M., 28.04.1994, Az 2/25 O 264/93; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1618 25.000 Die Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes entf�llt nicht bereits des halb, weil der Vergewaltiger bereits zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten verurteilt wurde. Im Hinblick auf die zugef�gten Schmerzen und die ausgestandene Todesangst ist ein Schmerzensgeld in H�he von 25.000 DM angemessen. Hinzu kommt, dass der T�ter an einer Wiedergutmachung nicht interessiert ist.
LG Stuttgart, 13.01.1999, Az 10 O 282/98, STREIT 1999, 22 f. 25.000 bei sexuellem Missbrauch eines 12 j�hrigen M�dchens mit 25 bis 30 Wiederholungen. Ein Schmerzensgeld von 25.000 DM ist angemessen, wenn ein 12 j�hriges M�dchen von seinem Stiefvater �ber einen l�ngeren Zeitraum wiederholt sexuell missbraucht bzw. bedroht wurde. Mittels Schl�gen zwang er das M�dchen es zu dulden, dass er sie an Br�sten und Scheide anfasste und streichelte. Infolge der Misshandlung unternahm das M�dchen einen Selbstmordversuch. Es kam zu Entwicklungsst�rungen, die schulischen Leistungen wurden schlechter, schlie�lich hat sie jetzt keinen Kontakt mehr zur Mutter und ihren Geschwistern. Der Sch�diger wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren ohne Bew�hrung verurteilt. Sowohl im Strafprozess wie auch im zivilrechtlichen Verfahren provozierte der Sch�dier 2 Begutachtungen des M�dchens, wo durch sie erneut mit den zu r�ckliegenden Vorg�ngen konfrontiert wurde. Die Gesch�digte leidet noch immer unter Konzentrations- und Merkst�rungen als Ausdruck einer Depression. LG Augsburg, 21.08.1992, Az 3 O 4463/90; in ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1611 25.000 und immaterieller Vorbehalt bei sexuellem Missbrauch eines 14 j�hrigen M�dchens �ber die Dauer von 2 Jahren.
LG K�ln, 21.08.1995, Az 2 O 203/95; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1624 30.000 bei Vergewaltigung nach Bet�ubung. Die Kl�gerin wurde schwanger und gebar ein Kind. Die Kl�gerin ist eine scheue, sexuell zur�ckhaltende und streng religi�se Frau. Zu dem ist sie eine psychisch labile Frau, der allein das Bewusstsein, sexuell missbraucht und dabei geschw�ngert worden zu sein, in ganz besonderer Weise zusetzen muss. Eine straf rechtliche Verurteilung des T�ters ist bei der Bemessung des Schmerzensgeldes nicht zu ber�cksichtigen.
LG K�ln, 27.11.1992, Az 17 O 508/90, VersR 1993, 980 ADAC Schmerzensgeld Betr�ge 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1711 30.000 und immaterieller Vorbehalt bei sexuellem Miss brauch durch den Vater vom 8. bis zum 18. Lebensjahr.
1. Einem M�dchen, das seit dem 8. Lebensjahr �ber die Dauer von 9 Jahren regelm��ig, zum Teil t�glich, von seinem Vater sexuell missbraucht worden ist und da durch schwerste Pers�nlichkeitssch�den erlitten hat, ist - auch unter Ber�cksichtigung der ihm zu gef�gten Schmerzen - ein Schmerzensgeld in H�he von 30.000 DM zuzusprechen. 2. Ist mit massiven Sp�tfolgen zu rechnen, die psychiatrische bzw. psychotherapeutische Hilfe notwendig machen werden, ist ferner fest zustellen, dass der Verletze auch s�mtlichen materiellen und immateriellen Zukunftsschaden zu ersetzen hat, so weit er nicht auf Sozialhilfetr�ger oder sonstige Dritte �ber geht. LG K�ln, 26.10.1992, Az 32 O 155/92, STREIT 1993, 108 f. 30.000 und immaterieller Vorbehalt bei sexuellem Missbrauch eines 11 Jahre und 10 Monate alten M�dchens; innerhalb von 8 Monaten 42 F�lle sexuellen Missbrauchs. LG Saarbr�cken, 14.10.1997, Az 12 O 241/96; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1725 35.000 und immaterieller Vorbehalt wegen sexuellen Missbrauchs eines zu Beginn 11 j�hrigen M�dchens in mindestens 24 F�llen �ber einen Zeitraum von 4 Jahren. Mit 13 Jahren kam es mehrfach zum - zum Teil ungesch�tzten - Geschlechtsverkehr mit Defloration. Das M�dchen erlitt dauerhafte psychische Sch�den, leidet an Schuldgef�hlen und erlebt ihre eigene Sexualit�t als gest�rt. Die Verurteilung des Beklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 6 Jahren wirkte sich nicht auf die Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes aus, weil der staatliche Strafanspruch in erster Linie dem Interesse der Allgemeinheit diene, den T�ter strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.
LG Mainz, 12.07.1999, Az 9O 240/98, STREIT 2000,122ff. 40.000 F�r das stundenlange Martyrium einer �u�erst brutalen Vergewaltigung einer 17j�hrigen ist ein Schmerzensgeld von 40.000 DM an gemessen. OLG Koblenz, 02.10.1998, Az 8 U 1682/97, NJW 1999, 1639 40.000 und immaterieller Vorbehalt. Hat ein Vater seine Tochter (beginnend mit deren vierzehnten Lebensjahr) mindestens einmal w�chentlich unter Gewaltanwendungen und Drohungen zun�chst �ber einen Zeitraum von vier Jahren zur Duldung von sexuellen Handlungen und dann �ber einen weiteren Zeitraum von mehr als vier Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen, ist ein Schmerzensgeld in H�he von 40.000 DM an gemessen. LG K�ln, 27.05.1992, Az 2 O 358/91, STREIT 1992, 114 f. 40.000 bei Entf�hrung und mehrfacher Vergewaltigung einer 17 j�hrigen. 1. Ein Schmerzensgeld in H�he von 40.000 DM ist angemessen, wenn ein t�rkisches M�dchen gewaltsam entf�hrt und (mit Defloration) �ber Tage hinweg mehrfach vergewaltigt worden ist. 2. Bei der Bemessung ist ins besondere ber�cksichtigt worden, dass die traumatische Erfahrung des erzwungenen Geschlechtsverkehrs bei dem zuvor offenen und lebensfrohen Opfer �ngste und Depressionen ausgel�st hat, die ihre Lebensqualit�t erheblich beeintr�chtigen: durch Vermeidung von Freizeitkontakten au�erhalb des Familienverbandes, durch den Verlust des Gef�hls der Geborgenheit im islamischreligi�s gepr�gten Umfeld und die Angst vor sexuellen Kontakten, die der Vollziehung einer zwischenzeitlich eingegangenen Ehe entgegen steht. Ebenso ist das Verhalten des T�ters bei den gerichtlichen Verfahren (Strafverfahren und Schadensersatzprozess) von Bedeutung, der die Betroffene zus�tzlich verletzt und erniedrigt hat, indem er ihr (wahrheitswidrig) wechselnden Geschlechtsverkehr mit verschiedenen M�nnern vorgeworfen hat, was in der durch t�rkischislamische Tradition gepr�gten Umgebung der Betroffenen als besonders ehrenr�hrig angesehen wird (red. Leitsatz und Gr�n de) OLG Hamm, 11.07.1991, Az 6 U 9/91, STREIT 1992, 85 ff. 40.000 bei sexuellem Missbrauch eines 6 j�hrigen Jungen durch brutale Erzwingung des Analverkehrs. Eine dauerhafte psychische Sch�digung ist zu er warten. OLG Stuttgart, 02.04.1997, Az 1 U 148/96; in ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1891 40.000 bei fortgesetztem sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen. Bei fortgesetztem sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen durch den Stiefvater (vom 12. bis zum 15. Lebensjahr) ist ein Schmerzensgeld von 40.000 DM angemessen.
LG Dort mund, 14.09.1995, Az 7 O 522/92, STREIT 1996, 22 40.000 bei besonderer Tat schwere und schweren psychischen Belastungen des Opfers. 1. �ber den Schmerzensgeldanspruch des Opfers einer Vergewaltigung kann ein Teilurteil �ber ein Mindestschmerzensgeld (hier 75 %) ergehen, wenn die H�he des Schmerzensgeldes wegen des noch nicht gekl�rten Ausma�es der psychischen Sch�den des Opfers streitig ist.
2. Bei einer Vergewaltigung, die wegen der darauffolgenden Geburt eines Kindes und des Verhaltens des T�ters bei- und nach der Tat (Missbrauch des narkotisierten, widerstandsunf�higen Opfers durch den ihm bekannten T�ter, Leugnen der Tat und Gegenanzeige wegen falscher Anschuldigung, Verweigerung von Unterhalts- und Schmerzensgeldzahlungen) zu ganz besonders schwerwiegenden psychischen Belastungen der depressiv vorgesch�digten Frau gef�hrt hat, kann ein Schmerzensgeld in H�he von ins gesamt 40.000 DM gerecht fertigt sein, wobei die strafgerichtliche Verurteilung nicht zu ber�cksichtigen ist.
LG K�ln, 27.11.1992; Az 17 O 508/90, VersR 1993, 980 f. 50.000 bei brutaler Vergewaltigung mit erheblichen Verletzungen, u.a. traumatischer Leberruptur, multiplen H�matomen, W�rgemalen am Hals, Kratzwunden und schwerem Schock. Es waren 10 Tage Intensivstation mit 3 Tagen k�nstlicher Beatmung erforderlich. Die Kl�gerin unterzog sich 25 therapeutischen Behandlungen und unterliegt der st�ndigen Kontrolle der Leberwerte. Sie musste wegen des Leberschadens ihre gesamte Lebensweise umstellen, leidet an den kaum nach vollziehbaren Schmerzen. Der Beklagte ist verm�genslos; die 4 j�hrige Jugendstrafe f�llt nicht nennenswert ins Gewicht. Die Leberverletzung der Kl�gerin k�nnte sich verschlechtern. LG Duisburg, 14.07.1993, Az 3 O 501/92; in: ADAC Schmerzensgeld Betr�ge, 1999/2000, Lfd. Nr. 19.1936 50.000 bei sexuellem Missbrauch einer Minderj�hrigen durch die Eltern. Eine Minderj�hrige hat gegen ihre Eltern einen Schmerzensgeldanspruch von insgesamt 50.000 DM, wenn die se sich wegen der F�rderung sexueller Handlungen Minderj�hriger, des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung der Tochter strafbar gemacht haben.
LG D�sseldorf, 05.03.1998, Az 8 O 123/97, FamRZ 1998, 1426 f. STREIT 4 / 2000 185 60.000 bei Entf�hrung, Vergewaltigung und K�rperverletzung einer 17- j�hrigen. Ein Schmerzensgeld in H�he von 60.000 DM ist angemessen, wenn ein 17 j�hriges M�dchen �ber mehrere Tage entf�hrt, (mit Defloration) wiederholt vergewaltigt und verletzt wird. Bei der Bemessung wurde ins besondere ber�cksichtigt, dass das Opfer unter starken Depressionen und Schlafst�rungen leidet, die �ffentlichkeit meidet und die Aufnahme sexueller Kontakte in seiner nach der Tat geschlossenen Ehe ablehnt. OLG Hamm, 03.02.1992, Az 6 U 9/91, ZfSch 1992, 156 70.000 bei brutal ausgef�hrter Vergewaltigung eines 11 j�hrigen M�dchens. Ein Schmerzensgeld f�r eine Elfj�hrige in H�he von 70.000 DM ist angemessen, wenn der Sch�diger sie brutal vergewaltigt und dadurch der Minderj�hrigen nicht nur gravierende seelische Sch�den, sondern neben Unterleibsverletzungen auch noch durch die zur Bet�ubung ein gesetzte Chemikalie eine Vergiftung zu gef�gt hat, die zu einer schweren Lebersch�digung mit nicht auszuschlie�enden Sp�tsch�den f�hrte. Als m��igender Umstand ist dabei die Verm�genslosigkeit des T�ters ber�cksichtigt worden.
OLG Stuttgart, 01.08.1997, Az 2 U 75/97, NJW-RR 1998, 534/535 100.000 bei zahlreichen brutalen k�rperlichen und seelischen Misshandlungen und Vergewaltigungen. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Verurteilung zu 10 Jahren Freiheitsstrafe die Genugtuungsfunktion nicht v�llig aufhebe. Das Strafverfahren k�nne aufgrund seiner Eigenarten nur unvollkommen zur Verarbeitung und Bew�ltigung des Geschehens beitragen. Bei mehrfacher Vergewaltigung, begleitet von lebensbedrohlich grausamer, sadistischer Gewaltanwendung mit schweren physischen und psychischen Folgen f�r das Opfer kann ein Schmerzensgeld von 100.000 DM angemessen sein. LG Frank furt/M., 24.02.1998, Az 2/26 O 564/96, NJW 1998, 2294/2295; STREIT 1999, 22 Anmerkung In die Auswertung wurden Entscheidungen ab 1990 auf genommen. In dem aus gewerteten Zeitraum von 1990 bis Im Jahre 2000 gab es nur 5 (!) ver�ffentlichte Entscheidungen, die ein Schmerzensgeld unter 10.000 DM zu sprachen. Davon stammten 2 Urteile aus dem Jahr 1992 (2.000 DM wegen Vergewaltigung der Ehefrau, 5.000 DM wegen Vergewaltigungsversuch), eins aus 1993 (3.000 DM wegen sexueller N�tigung eines Kindes), eins aus 1995 (5.000 DM wegen sexueller N�tigung einer 18 j�hrigen Frau; das Urteil er ging im Adh�sionsverfahren) und eins aus 1996 (5.000 DM wegen sexueller N�tigung einer Sch�lerin, Amtsgericht Radolfzell). Angesichts des Rechercheergebnisses, dass die Gerichte (Zivil- und Strafgerichte) in F�llen von Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch in der Regel Schmerzensgelder nicht unter 10.000 DM zu sprechen, wurde die Auswertung auf Schmerzensgeldurteile ab 10.000 DM aufw�rts beschr�nkt. Innerhalb des unter 1. und 2 genannten Auswertungsrahmens wurden nur Zivilurteile ausgewertet, weil die von der Rechtsprechung der Zivilsenate des BGH abweichende Rechtsprechung der Strafsenate des BGH die T�ter beg�nstigt und zu einer ungerechtfertigten Benachteiligung der Gesch�digten f�hrt. Die in Adh�sionsverfahren ergehenden Schmerzensgeldurteile der Strafgerichte legen in der Regel die Rechtsprechung der Strafsenate des BGH zugrunde, wonach der Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes durch Verh�ngung einer empfindlichen Freiheitsstrafe Rechnung getragen wird, so dass das Schmerzensgeld entsprechend zu reduzieren ist (BGH 30.10.1992, NStZ 1993,145; 30.04.1993, StV 1993,460; anders und bisher unver�ffentlicht neuerdings der 1. Strafsenat, 24.03.1998 - 1 StR 23/98). Au�erdem stellen die Strafsenate ma�geblich auf die finanziellen Verh�ltnisse des verurteilten T�ters ab, und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass die H�he des Schmerzensgeldes nicht zu einer unbilligen H�rte f�r den T�ter f�hren darf (BGH 30.10.1992, NStZ 1993,145; 09.06.1993, BGHR StPO � 403 Anspruch 4; 13.12.1995, StV 1996,473). Die Zivilgerichte folgen dagegen in der Regel der Rechtsprechung der Zivilsenate des BGH, wonach sich die strafrechtliche Verurteilung des T�ters bei vors�tzlichen Straftaten auf die Genugtuungsfunktion des Schmerzensgeldes und auf des sen Bemessung grunds�tzlich nicht auswirkt (BGH, 29.11.1994, BGHZ 128,117; 16.01.1996, NJW 1996,1591). Diese Rechtsprechung erm�glicht es den Zivilgerichten, den Opfern einen an gemessenen Schmerzensgeldbetrag zu zusprechen, ohne sie durch sachfremde Erw�gungen zu benachteiligen. Worin sollte denn auch die Genugtuung f�r ein vergewaltigtes Kind liegen, das ein langes, belastendes und zuweilen zus�tzlich traumatisierendes Strafverfahren als Hauptbelastungszeugin durch gestanden hat und dann statt 40.000 DM nur 20.000 DM Schmerzensgeld zugesprochen bekommt, weil der T�ter zu 4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde? Diese Frage muss man sich durchaus ernsthaft stellen und lässt an den Ansätzen der Strafsenate zweifeln.