Source: https://www.blechonline.de/das-ohr-vergisst-nichts
Timestamp: 2020-07-06 09:25:02
Document Index: 395036065

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Das Ohr vergisst nichts!
Foto: Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)
Pro Jahr erleiden über 6.000 Menschen eine berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt Tipps, wie das Gehör geschützt werden kann.
Lärm im Beruf, aber auch in der Freizeit stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Umso wichtiger ist es, sein Gehör vor möglichen Schäden zu schützen. Darauf verweist die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW).
Hörschäden durch den Beruf
Vier bis fünf Millionen Beschäftigte in Deutschland sind gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt und mehr als 6.000 Menschen erleiden jährlich eine berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit.
„Dauerlärm mit einer Belastung von mehr als 85 Dezibel schädigt die Haarsinneszellen im Innenohr und kann zu einer Lärmschwerhörigkeit führen“, erklärt Dr. med. Peter Schiefen, Arbeitsmediziner bei der BGHW. Das entspricht in etwa dem Lärm einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße oder eines Benzin-Rasenmähers.
Lärmschwerhörigkeit entwickelt sich meist schleichend und anfänglich unbemerkt. Betroffene geben an, sich an Maschinen- und Umgebungslärm bereits gewöhnt zu haben. Dies sei jedoch ein fataler Irrglaube, warnt Schiefen, denn das Gehör ist zu diesem Zeitpunkt meist schon geschädigt. Was viele nicht wissen: Auch kurzzeitige Schallspitzen, zum Beispiel der Knall einer Spielzeugpistole oder eines Luftballons am Ohr, können das Gehör irreparabel schädigen.
Zusätzlich wirkt sich Lärm auf die Psyche, die Schlafqualität und das Herz-Kreislaufsystem aus. Beschäftigte nehmen dann Signale und Warngeräusche bei der Arbeit schlechter wahr, und das erhöht wiederum die Unfallgefahr.
Die BGHW berät Betriebe und Versicherte
Die gute Nachricht: Lärm ist oftmals vermeidbar oder kann wirkungsvoll reduziert werden. So wollen es die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung sowie die Arbeitsstättenverordnung. Arbeitgeber und Beschäftigte können einiges tun, um sich zu schützen. Dazu erhalten sie Hilfestellung von der BGHW, die Bandbreite reicht hier von Printmedien über die Beratung vor Ort bis zu Schulungen.
In den Betrieben müssen grundsätzlich alle Gefährdungen für die Beschäftigten erfasst und beurteilt werden. Beim Lärm wird anhand des so genannten Tages-Lärmexpositionspegels beurteilt. Bei Erreichen oder Überschreiten bestimmter Werte heißt es handeln. Technische Maßnahmen umfassen zum Beispiel den Einsatz lärmarmer Arbeitsgeräte oder die Minderung der Schallübertragung, zum Beispiel durch Kapselung von lauten Maschinen. Hilfreich sind auch spezielle Wand- und Deckenmaterialen oder Akustikbilder für das Büro, weil sie den Schall „schlucken“. Darüber hinaus gilt es, Lärmbereiche zu kennzeichnen, arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten und Beschäftigte durch Unterweisung auf Gesundheitsgefahren aufmerksam zu machen.
Die Beurteilung des Lärms
Lärm im Beruf, aber auch in der Freizeit stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Umso wichtiger ist es, sein Gehör vor möglichen Schäden zu schützen, so die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW).