Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-II-440%3Afr
Timestamp: 2016-10-27 18:45:56
Document Index: 237278100

Matched Legal Cases: ['Art. 27', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 27', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 8', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 8', 'Art. 36', 'Art. 190', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 30', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 1', 'BGH', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 8', 'Art. 38', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 27', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 697', 'Art. 697', 'Art. 730', 'Art. 321', 'Art. 13', 'Art. 727', 'Art. 13', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 545', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 36', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 697', 'Art. 697', 'Art. 730', 'Art. 105', 'Art. 107', 'Art. 545']

138 II 44031. Urteil der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. B. und Mitb. gegen Anwaltskammer des Kantons St. Gallen (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
2C_237/2011 vom 7. September 2012
Art. 27 Cst.; art. 8 al. 1 let. d, art. 12 let. b et art. 13 LLCA; admissibilit� d'une �tude d'avocats organis�e sous la forme d'une personne morale. Signification g�n�rale de l'art. 8 al. 1 let. d LLCA en tenant compte de la doctrine et de la pratique, ainsi que des d�veloppements l�gislatifs en Suisse et � l'�tranger (consid. 3-12). Port�e de la libert� �conomique (art. 27 Cst.) et de l'ind�pendance institutionnelle (art. 8 al. 1 let. d LLCA) en relation avec les soci�t�s d'avocats (consid. 13-22). L'ind�pendance institutionnelle est garantie lorsqu'une telle soci�t� est contr�l�e enti�rement par des avocats enregistr�s (consid. 17); la question n'a pas �t� tranch�e s'agissant des associations multidisciplinaires ("Multidisciplinary Partnerships"; consid. 23). Compatibilit� des soci�t�s d'avocats avec l'exercice par l'avocat de son activit� sous sa propre responsabilit� professionnelle selon l'art. 12 let. b LLCA (consid. 19) et avec le secret professionnel de l'art. 13 LLCA (consid. 20). Mesures prises en vue de garantir l'ind�pendance dans la soci�t� anonyme d'avocats en cause (consid. 23). Faits � partir de page 441
BGE 138 II 440 S. 441
A. Die in der Anwaltskanzlei X. in St. Gallen t�tigen Rechtsanw�ltinnen und Rechtsanw�lte ersuchten am 25. Mai 2010 die Anwaltskammer St. Gallen um Feststellung, dass sie nach der Umstrukturierung ihrer Kanzlei in eine Aktiengesellschaft im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen eingetragen bleiben k�nnen. Die Anwaltskammer lehnte dieses Begehren am 28. Juli 2010 ab und hielt fest, dass die Gesuchsteller nach der vorgesehenen Umstrukturierung im kantonalen Anwaltsregister gel�scht w�rden. Das Kantonsgericht St. Gallen wies am 18. Januar 2011 die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ab.
B. A., die �brigen neun Partner und die Partnerin der Kanzlei X. (St. Gallen) beantragen dem Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, den erw�hnten Entscheid des Kantonsgerichts aufzuheben und festzustellen, dass sie nach der Umstrukturierung ihrer Kanzlei in eine Aktiengesellschaft im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen als deren Angestellte eingetragen bleiben k�nnen. (...) BGE 138 II 440 S. 442
Das Bundesgericht heisst die Beschwerde gut und stellt fest, dass die Beschwerdef�hrer nach der Umstrukturierung ihrer Kanzlei in eine Anwaltsaktiengesellschaft im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen als Angestellte der Anwaltsaktiengesellschaft eingetragen bleiben.
1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob Anw�lte, die bei einer als Aktiengesellschaft organisierten Anwaltskanzlei angestellt sind, ins kantonale Anwaltsregister eingetragen werden k�nnen. Zu beurteilen ist damit gleichzeitig, ob die Aktiengesellschaft als Organisationsform f�r Anwaltskanzleien, die im Monopolbereich t�tig sein wollen, bundesrechtlich zul�ssig ist.
Die Vorinstanz gelangte gest�tzt auf eine Analyse von Art. 8 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) zu einer negativen Antwort. Sie erachtete es mit der genannten Norm grunds�tzlich f�r unvereinbar, dass sich eine Anwaltskanzlei als Aktiengesellschaft konstituiere. Sie lehnte somit die weitere Eintragungsf�higkeit der Beschwerdef�hrer im Anwaltsregister allein wegen der beabsichtigten Rechtsform ihrer Kanzlei ab. Die Abweisung des Gesuchs erfolgte also nicht bloss deshalb, weil die Aktiengesellschaft als Rechtsform f�r Anwaltskanzleien an sich in Betracht k�me, die Kanzlei der Beschwerdef�hrer aber einzelne Anforderungen bei der Wahl dieser Rechtsform nicht erf�llte.
Die Beschwerdef�hrer kritisieren die vorinstanzliche Auslegung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA unter verschiedenen, nachstehend n�her zu pr�fenden Gesichtspunkten. Insbesondere r�gen sie, dass die Interpretation der Vorinstanz zu einer Verfassungsverletzung f�hre. Ein Verbot, Anwaltskanzleien als Aktiengesellschaften zu organisieren, sei mit der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) nicht vereinbar.
2. Zur Beurteilung der aufgeworfenen Streitfrage ist von der allgemeinen Tragweite von Art. 8 BGFA (E. 3-5) und dessen Auslegung in der bisherigen Rechtsprechung auszugehen (E. 6 und 7). Anschliessend sind die bisherige kantonale Praxis zur Zulassung von Anwaltsaktiengesellschaften (E. 8), die heutigen faktischen Verh�ltnisse (E. 9), die in der Lehre vertretenen Auffassungen (E. 10), die Rechtslage in den Nachbarl�ndern (E. 11) und die gegenw�rtigen BGE 138 II 440 S. 443gesetzgeberischen Bestrebungen (E. 12) darzustellen. Vor diesem Hintergrund ist darauf durch Auslegung zu ermitteln, ob Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA die Aktiengesellschaft als Rechtsform f�r Anwaltskanzleien ausschliesst (E. 13-22). Schliesslich ist das konkret gestellte Feststellungsbegehren zu beurteilen (E. 23).
3. Wer als Anwalt in der ganzen Schweiz Parteien vor Gericht vertreten will, muss sich im Anwaltsregister des Kantons, in dem sich seine Gesch�ftsadresse befindet, eintragen lassen (Art. 4 und 6 Abs. 1 BGFA). F�r eine solche Eintragung ist als fachlicher Ausweis ein Anwaltspatent erforderlich (Art. 7 Abs. 1 BGFA). Ausserdem wird ins kantonale Register nur eingetragen, wer bestimmte pers�nliche Voraussetzungen erf�llt (Art. 8 BGFA). Zu diesen z�hlt die Unabh�ngigkeit. Nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA m�ssen Anw�ltinnen und Anw�lte in der Lage sein, den Anwaltsberuf unabh�ngig auszu�ben; sie k�nnen Angestellte nur von Personen sein, die ihrerseits in einem kantonalen Register eingetragen sind.
Die Unabh�ngigkeit, die Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA verlangt, ist institutioneller Natur (ind�pendance institutionnelle). Die Anwaltst�tigkeit muss organisatorisch so strukturiert sein, dass sie unabh�ngig erfolgen kann. Dar�ber hinaus haben die Anw�lte nach Art. 12 lit. b und c BGFA auch in jedem einzelnen Fall f�r eine unabh�ngige und von Interessenkonflikten freie Berufsaus�bung zu sorgen (ind�pendance mat�rielle). Sie sind mithin nicht nur zu institutioneller, sondern auch zu mandatsbezogener Unabh�ngigkeit verpflichtet. W�hrend die Erstere Eintragungs- und damit Zulassungsvoraussetzung f�r die Anwaltst�tigkeit bildet, erscheint die Zweite als Berufsregel, deren Verletzung disziplinarisch zu ahnden ist (vgl. BOHNET/MARTENET, Droit de la profession d'avocat, 2009, N. 1328 f.; WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht [im Folgenden: Anwaltsrecht], 2010, N. 110 ff.; KASPAR SCHILLER, Schweizerisches Anwaltsrecht, 2009, N. 1022 und 1059; STAEHELIN/OETIKER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, Fellmann/Zindel [Hrsg.], 2. Aufl. 2011, N. 31 zu Art. 8 BGFA; MICHEL VALTICOS, in: Commentaire romand, Loi sur les avocats, Valticos/Reiser/Chappuis [Hrsg.], 2010, N. 74 f. zu Art. 12 BGFA).
Wenn das Gesetz die Unabh�ngigkeit der Anwaltst�tigkeit angesichts ihrer grossen Bedeutung auf zwei verschiedenen Ebenen sicherstellt, ist die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Arten der Unabh�ngigkeit im Blick zu behalten. Die Pr�fung der institutionellen Seite bezweckt, jene Anw�lte von der Berufsaus�bung auszuschliessen, BGE 138 II 440 S. 444bei denen die Unabh�ngigkeit von vornherein, aus strukturellen Gr�nden fehlt. Auch nach einem Eintrag ins Register bleibt jedoch jeder Anwalt verpflichtet, bei �bernahme jedes einzelnen Mandats allf�llige Interessenkonflikte zu pr�fen und das Unabh�ngigkeitsgebot gem�ss Art. 12 lit. b und c BGFA zu beachten. Wie das Bundesgericht bereits erkannt hat, wirkt sich das auf den Beurteilungsmassstab aus, der an die institutionelle Unabh�ngigkeit zu stellen ist. Die Anforderungen d�rfen hier nicht so hoch angesetzt werden, dass jegliche Beeintr�chtigung der Unabh�ngigkeit schon von vornherein ausgeschlossen erscheint (BGE 130 II 87 E. 5.2 S. 103 f.). Der Eintrag darf deshalb nur demjenigen verweigert werden, bei dem angesichts seines besonderen Status ohne umfangreiche Abkl�rungen mit einiger Wahrscheinlichkeit auf das Fehlen der Unabh�ngigkeit geschlossen werden muss (Urteil 2A.126/2003 vom 13. April 2004 E. 4.3). Auch in der Literatur wird die Auffassung vertreten, die verlangte institutionelle Unabh�ngigkeit sei eng auszulegen, ja sie z�hle nicht zum rechtstaatlich zwingenden Kernbereich des Anwaltsrechts (SCHILLER, a.a.O., N. 1146).
4. Die institutionelle Unabh�ngigkeit schr�nkt als Erfordernis des Registereintrags die Wirtschaftsfreiheit jener ein, die in der ganzen Schweiz als Anwalt im Monopolbereich t�tig sein wollen. Art. 27 Abs. 2 BV gew�hrleistet ausdr�cklich den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen T�tigkeit. Dazu z�hlt auch die Anwaltst�tigkeit im Monopolbereich (BGE 130 II 87 E. 3 S. 92). Einschr�nkungen dieser Freiheit sind nur unter den in Art. 36 BV genannten Voraussetzungen zul�ssig.
In Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA findet das Erfordernis der institutionellen Unabh�ngigkeit eine gen�gende gesetzliche Grundlage. Nach Art. 36 Abs. 2 und 3 BV muss eine Einschr�nkung der Wirtschaftsfreiheit auch durch ein �ffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt sein; sie muss sich �berdies als verh�ltnism�ssig erweisen. Art. 190 BV verwehrt es dem Bundesgericht zwar, Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA aus verfassungsrechtlichen Gr�nden die Anwendung zu versagen. Doch hat es bei der Auslegung die verfassungsrechtliche Bedeutung der Norm mitzuber�cksichtigen. Auch aus diesem Grund ist nach der Rechtsprechung darauf zu achten, dass die Anforderungen an die institutionelle Unabh�ngigkeit nicht �berspannt werden. Die genannte Bestimmung ist so auszulegen, dass patentierten Anw�lten die Parteivertretung vor Gericht nur insoweit verwehrt bleibt, als dies zur Verwirklichung der mit der BGE 138 II 440 S. 445Zulassungsbeschr�nkung verfolgten Zielsetzung notwendig ist (BGE 130 II 87 E. 3 S. 92 f.).
5. Der Sinn der Unabh�ngigkeit anwaltlicher T�tigkeit, die Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA in institutioneller Hinsicht gew�hrleistet, ist unter den Beteiligten unbestritten. Das Bundesgericht hat schon mehrfach dargelegt, die Unabh�ngigkeit bezwecke, dass der Anwalt sich ganz der Wahrung der Interessen seines Klienten widmen k�nne, ohne durch sachfremde Umst�nde beeinflusst zu sein. Er soll Gew�hr daf�r bieten, dass s�mtliche Handlungen, die er in einer Angelegenheit vornimmt, ausschliesslich vom Interesse seines Mandanten geleitet sind. Wer sich an einen Anwalt wendet, soll gewiss sein, dass dieser in keiner Weise an einen Dritten gebunden ist, dessen Interessen den eigenen in irgendeiner Weise entgegenstehen k�nnten. Die Unabh�ngigkeit erscheint so als wesentliche Grundlage des Vertrauens in die Anwaltschaft (BGE 130 II 87 E. 4.1 und 4.2 S. 93 ff. mit Hinweisen).
Die Pflicht zur Unabh�ngigkeit untersagt es dem Anwalt aus diesen Gr�nden, Bindungen einzugehen, die ihn bei der Wahrnehmung der Klienteninteressen beeintr�chtigen. Der Anwalt darf sich deshalb nicht in wirtschaftliche oder sonstige Abh�ngigkeiten zu staatlichen Beh�rden, zu Drittpersonen, aber auch zu seinen Klienten begeben. Er soll vielmehr die Interessen seines Mandanten uneingeschr�nkt und aus objektiver Warte, ohne R�cksichtnahme auf pers�nliche und wirtschaftliche Bindungen, vertreten k�nnen (vgl. BGE 130 II 87 E. 4.2 S. 95). Das Gebot zur Unabh�ngigkeit besteht insbesondere gegen�ber Personen, die ihrerseits nicht in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sind (Art. 10 Abs. 2 der Standesregeln des Schweizerischen Anwaltsverbands vom 10. Juni 2005 [http://www.sav-fsa.ch/Regelwerk-national.769.0.html]; FELLMANN, Anwaltsrecht, a.a.O., N. 268 f.). Der Anwalt hat seine Unabh�ngigkeit nicht nur in geistiger Hinsicht ("independence in mind"), sondern auch bei seinem nach aussen sichtbaren Gesch�ftsgebaren ("independence in appearance") zu wahren (STAEHELIN/OETIKER, a.a.O., N. 33 zu Art. 8 BGFA).
Das Gebot anwaltlicher Unabh�ngigkeit ist zwar allgemein anerkannt; seine Tragweite in den nationalen Rechtsordnungen aber sehr unterschiedlich. So untersagen die L�nder des romanischen Rechtskreises dem Anwalt zus�tzliche Erwerbst�tigkeiten ausserhalb seines Berufs weitgehend. In den Staaten mit angels�chsischer Tradition sind demgegen�ber solche Nebent�tigkeiten in weitgehendem Mass erlaubt, BGE 138 II 440 S. 446w�hrend das deutsche Recht in dieser Frage eine Mittelposition einnimmt (BGE 123 I 193 E. 4a S. 195 f.; BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1310 ff.).
6. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hatte sich bisher bei der Anwendung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA allein mit der Frage zu befassen, in welchem Umfang Angestellte von Personen, die nicht im Anwaltsregister eingetragen sind, als unabh�ngig gelten. Nach dem Wortlaut dieser Norm schliesst jede Anstellung bei einem Nichtanwalt - abgesehen von dem in Art. 8 Abs. 2 BGFA geregelten Sonderfall der Anstellung bei anerkannten gemeinn�tzigen Organisationen - die Unabh�ngigkeit aus. Das Bundesgericht erkannte indessen, dass der Wortlaut zu weit gefasst ist und den Sinn der Bestimmung nicht richtig wiedergibt. Denn eine rein w�rtliche Auslegung h�tte zur Folge, dass auch eine bloss teilzeitliche Anstellung eine selbst�ndige Anwaltst�tigkeit ausschl�sse. Ein solches Ergebnis ist indessen mit der Wirtschaftsfreiheit, die bei der Auslegung mitzuber�cksichtigen ist (vgl. E. 4), nicht zu vereinbaren. Das Erfordernis institutioneller Unabh�ngigkeit untersagt nur Anstellungsverh�ltnisse, welche die Anwaltst�tigkeit selber betreffen und bei denen der Arbeitgeber nicht im Anwaltsregister eingetragen ist. Hingegen steht die verlangte Unabh�ngigkeit einer Anwaltst�tigkeit ausserhalb des Gebiets des Anstellungsverh�ltnisses nicht entgegen (BGE 130 II 87 E. 5.2 S. 102 f.).
Gest�tzt auf diese Auslegung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA hat das Bundesgericht erkl�rt, einem vollzeitlich bei einem Industriebetrieb angestellten Anwalt, der in seiner Freizeit und mit ausdr�cklicher Erlaubnis des Arbeitgebers private Mandate betreue, k�nne der Eintrag im kantonalen Anwaltsregister nicht verwehrt werden. Die Gefahr von Interessenkonflikten sei bei einer solchen Anstellung von vornherein viel kleiner als bei T�tigkeiten in Unternehmen, zu deren Aufgabenkreis die Beratung in Rechts- und Wirtschaftsfragen geh�re (Urteil 2A.111/2003 vom 29. Januar 2004 E. 7). Allerdings erachtete es den Eintrag im kantonalen Anwaltsregister auch bei einem vollzeitlich bei einer Versicherung angestellten Mitarbeiter als zul�ssig, der durch eine vertragliche Vereinbarung jede Vermischung zwischen arbeitsvertraglicher und anwaltlicher T�tigkeit ausgeschlossen hatte (Urteil 2A.124/2005 vom 25. Oktober 2005 E. 2). Umgekehrt sprach das Bundesgericht einem bei einem Medienunternehmen angestellten Anwalt, der Mandate des Arbeitgebers und dessen Mitarbeiter bzw. solche ihm nahestehender Gesellschaften �bernehmen BGE 138 II 440 S. 447wollte, die erforderliche institutionelle Unabh�ngigkeit ab (Urteil 2A.285/2003 vom 7. April 2004 E. 2), ebenso einem Vizedirektor einer Bank und einem Verwaltungsrat einer Treuhandgesellschaft, da diese die erforderliche Entflechtung der Anwaltst�tigkeit von ihrer T�tigkeit als Angestellte nicht hinreichend dargetan hatten (BGE 130 II 87 E. 7 S. 107 f.; Urteil 2A.126/2003 vom 13. April 2004 E. 5.2).
Von den dargestellten Grunds�tzen liess sich das Bundesgericht auch leiten, als es die Vereinbarkeit von T�tigkeiten f�r die �ffentliche Hand mit der Anwaltst�tigkeit mit Blick auf die Unabh�ngigkeit der Justiz (Art. 30 BV) zu beurteilen hatte. Es erkl�rte es als unverh�ltnism�ssig, einer teilzeitlich an einem Aargauer Bezirksgericht angestellten Gerichtsschreiberin eine nebenamtliche T�tigkeit als Anw�ltin f�r das ganze Kantonsgebiet zu untersagen; eine Beschr�nkung der Anwaltst�tigkeit auf Mandate ausserhalb der Zust�ndigkeit des fraglichen Bezirksgerichts sei ausreichend zur Wahrung der Unabh�ngigkeit (Urteil 2P.301/2005 vom 23. Juni 2006 E. 5, in: ZBl 107/2006 S. 586 ff., 589 ff.). Die Rechtsprechung h�lt �berdies - mit Blick auf die richterliche Unabh�ngigkeit - eine Anwaltst�tigkeit mit einem nebenamtlichen Richteramt grunds�tzlich f�r vereinbar (BGE 133 I 1 E. 6.4.1 und 6.4.2 S. 7; kritisch zu dieser Praxis jedoch KIENER/MEDICI, Anw�lte und andere Richter, SJZ 107/2011 S. 373 ff.).
7. Die dargestellte Rechtsprechung betraf stets Anstellungen von Anw�lten bei Arbeitgebern, die nicht im Anwaltsregister eingetragen sind. Dagegen hatte sich das Bundesgericht bis heute nie n�her mit der Unabh�ngigkeit von Anw�lten zu befassen, die bei Anwaltsb�ros angestellt sind. Die bisherigen �usserungen lassen jedoch darauf schliessen, dass es solche Anstellungen f�r unproblematisch h�lt, da in diesem Fall der Arbeitgeber selber die notwendigen Garantien bietet (BGE 130 II 87 E. 4.3.4 S. 99). Das Bundesgericht erkl�rte auch, dass der eingetragene Rechtsanwalt als Arbeitgeber im Gegensatz zu einer Treuhandfirma selber an die Standesregeln gebunden und damit ebenso der Disziplinargewalt unterworfen sei. Er d�rfe deshalb nicht im Interesse eines anderen Klienten Einfluss auf seinen angestellten Kollegen aus�ben, und bei Interessenkonflikten bestehe sowohl beim angestellten als auch bei dem als Arbeitgeber auftretenden Anwalt die Pflicht zur Mandatsniederlegung (Urteil 2P.187/2000 vom 8. Januar 2001 E. 4c, in: Pra 2001 Nr. 141 S. 835 ff., 843 f.).
8. Im Zeitpunkt, als das Anwaltsgesetz erlassen wurde, war das Bed�rfnis bereits absehbar, Anwaltskanzleien als BGE 138 II 440 S. 448Kapitalgesellschaften oder als andere K�rperschaften zu organisieren. Der Bundesrat wollte die Entwicklung in diesem Bereich nicht blockieren und sah bewusst von einer Regelung ab (Botschaft vom 28. April 1999 zum Bundesgesetz �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte, BBl 1999 6013, 6038 Ziff. 172.17 Anm. 44). Auch die Eidgen�ssischen R�te verzichteten auf eine Regelung der Frage. Sie �berwiesen indessen eine Motion von St�nderat Anton Cottier (99.3656), die den Bundesrat beauftragte, die verschiedenen Organisationsformen f�r den Zusammenschluss von Angeh�rigen der freien Berufe abzukl�ren und dem Parlament n�tigenfalls eine geeignete rechtliche Grundlage zu unterbreiten. Die Bearbeitung der Motion wurde in der Folge jedoch zur�ckgestellt. Die in Aussicht genommene gesetzliche Regelung erfolgte bis heute nicht (vgl. E. 12).
Ungeachtet der ausgebliebenen gesetzlichen Regelung werden die kantonalen Aufsichtsbeh�rden seit 2006 mit Eintragungsgesuchen von Anw�lten konfrontiert, die als Angestellte einer als Aktiengesellschaft oder GmbH organisierten Kanzlei t�tig sein wollen. Nach einem ersten positiven Entscheid im Kanton Obwalden stellte die Z�rcher Aufsichtskommission in einem viel beachteten Entscheid am 5. Oktober 2006 fest, dass auch in einer von Anw�lten beherrschten Aktiengesellschaft die von ihr angestellten Anw�lte �ber die erforderliche Unabh�ngigkeit gem�ss Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA verf�gten. Die Aufsichtskommission kn�pfte an die dargestellte bundesgerichtliche Rechtsprechung zur institutionellen Unabh�ngigkeit (E. 6) an und erkl�rte, bei geeigneter Ausgestaltung der Aktiengesellschaft k�nne ausgeschlossen werden, dass nicht im Anwaltsregister eingetragene Personen auf die angestellten Anw�lte Einfluss n�hmen. Subordinationsverh�ltnisse, wie sie bei Anstellungen von Anw�lten bei Treuhand- und Versicherungsgesellschaften oder bei Banken h�ufig best�nden, liessen sich von vornherein vermeiden (Beschluss der Aufsichtskommission �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte vom 5. Oktober 2006, in: ZR 105/2006 Nr. 71 S. 294 ff., 299 f.).
Dieser Auffassung schlossen sich in den Jahren 2007 und 2008 die Aufsichtskommissionen der Kantone Aargau, Basel-Stadt, Bern, Graub�nden, Luzern, Schwyz, Tessin, Uri, Waadt, Wallis und Zug an (vgl. die auf http://www.bgfa.ch unter Rechtsprechung/Kantone gesammelten Entscheide und die n�heren Hinweise bei GAUDENZ G. ZINDEL, Anwaltsgesellschaften in der Schweiz, SJZ 108/2012 S. 249 ff., 253; FELLMANN, Anwaltsrecht, a.a.O., N. 1600 ff.). Im Kanton Genf lehnte BGE 138 II 440 S. 449die Aufsichtskommission die Eintragung aufgrund einer besonderen kantonalen Bestimmung zun�chst ab; doch das Verwaltungsgericht hob diesen Entscheid auf und erlaubte die Eintragung gest�tzt auf das Bundesrecht (vgl. MEIER/REISER, in: Commentaire romand, Loi sur les avocats, 2010, N. 55 zu Art. 8 BGFA). Heute lassen damit 14 Kantone die Organisation von Anwaltskanzleien in der Form einer Kapitalgesellschaft zu (ZINDEL, a.a.O., S. 253). Allerdings gestatten nicht alle Kantone auch branchen�bergreifende Gesellschaften, sog. Multidisciplinary Partnerships (vgl. MEIER/REISER, a.a.O., N. 57 zu Art. 8 BGFA).
Einzig im Kanton St. Gallen lehnte es die Anwaltskammer am 28. Juli 2010 ab, die erw�hnte Praxis zu �bernehmen und Anw�lte, die bei einer Anwaltsaktiengesellschaft angestellt sind, im kantonalen Register einzutragen. Die Vorinstanz best�tigte diesen Entscheid, und das Bundesgericht hat nun erstmals �ber die Zul�ssigkeit von Anwaltsk�rperschaften zu befinden.
9. In den erw�hnten 14 Kantonen ist von der M�glichkeit, Anwaltskanzleien als Kapitalgesellschaften zu organisieren, in reichem Mass Gebrauch gemacht worden. Bereits Ende 2009 hatten sich nach einer Erhebung unter den Mitgliedern des Schweizerischen Anwaltsverbands 80 Kanzleien mit insgesamt 908 Mitgliedern als Anwaltsk�rperschaften organisiert. Dabei w�hlten nicht nur grosse, sondern auch mittlere und kleinere Anwaltsb�ros k�rperschaftliche Rechtsformen. In den meisten F�llen konstituierten sich Anwaltskanzleien als Aktiengesellschaften; vereinzelt kommt aber auch die Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung vor (vgl. BEAT VON RECHENBERG, Die Anwalts-Gesellschaft als Faktum, Anwaltsrevue 2010 S. 190 ff.; ZINDEL, a.a.O., S. 250).
Die Gr�nde f�r eine k�rperschaftliche Organisationsform sind vielf�ltig. Im Vordergrund stehen Erleichterungen beim Wechsel in der Partnerschaft und Vorteile bei der Professionalisierung der Kanzlei (namentlich Etablierung der Firma, Festigung des Goodwills, flexiblere Entscheidungsprozesse, Finanz- und Risikokontrolle nach den Standards des K�rperschaftsrechts). Weiter erm�glichen die Kapitalgesellschaften eine Haftungsbeschr�nkung f�r die einzelnen Gesellschafter, die angesichts des erh�hten Schadenspotenzials in einzelnen Bereichen einem zunehmenden Bed�rfnis entspricht. In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass Schweizer Anwaltskanzleien der gleichen organisatorischen M�glichkeiten BGE 138 II 440 S. 450bed�rfen, wie sie im Ausland bestehen, um sie im internationalen Umfeld konkurrenzf�hig zu erhalten, ihnen ein sog. level playing field zu gew�hrleisten (ZINDEL, a.a.O., S. 251 ff.; vgl. auch BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2359; SCHILLER, a.a.O., N. 1247; VALTICOS, a.a.O., N. 123 zu Art. 12 BGFA).
10. Von Seiten der Wissenschaft wird heute die Zulassung von Anwaltsk�rperschaften praktisch einhellig begr�sst. Sie betont, dass die Verfassung den Anw�lten - gleich wie Angeh�rigen anderer Berufe - die Freiheit gew�hre, ihre T�tigkeit ihren Bed�rfnissen entsprechend zu organisieren. Ein Verbot k�rperschaftlicher Kanzleistrukturen sei nicht erforderlich, um die Unabh�ngigkeit und das Berufsgeheimnis zu gew�hrleisten. Es gen�ge, die Beherrschung der Gesellschaft durch registrierte Anw�lte sicherzustellen. Eine solche Organisationsform sei nicht mit Nachteilen f�r die Klienten verbunden (vgl. namentlich BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2401; FELLMANN, Anwaltsrecht, a.a.O., N. 1593 ff.; NATER/RAUBER, Zul�ssigkeit der Anwalts-AG: Stunde der Wahrheit, SJZ 107/2011 S. 212 ff., 214 f.; SCHILLER, a.a.O., N. 1248 ff.; ZINDEL, a.a.O., S. 259).
Allerdings ist nicht zu �bersehen, dass in der Lehre Anwaltsk�rperschaften lange Zeit als unvereinbar mit der Unabh�ngigkeit galten (vgl. etwa RETO SANWALD, Rechtsformen f�r freie Berufe - eine Auslegeordnung, in: Festschrift 100 Jahre Verband bernischer Notare, Ruf/Pf�ffli [Hrsg.], 2003, S. 239 ff., 242). Ein Meinungsumschwung setzte erst vor etwas mehr als zehn Jahren ein, als Marktver�nderungen - insbesondere die verst�rkte internationale Vernetzung - die Anwaltskanzleien vermehrt zu einer �berpr�fung und Anpassung ihrer Organisationsstrukturen zwangen (vgl. BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2359; PETER NOBEL, Rechtsformen der Zusammenarbeit von Anw�lten: Organisationsfreiheit f�r Anw�lte!, in: Schweizerisches Anwaltsrecht, Fellmann und andere [Hrsg.], 1998, S. 339 ff., 369 f.; MICHAEL PFEIFFER, Der Rechtsanwalt in der heutigen Gesellschaft, ZSR 115/1996 II S. 253 ff., 291 ff.; RETO VONZUN, Die Anwalts-Kapitalgesellschaft - Zul�ssigkeit und Erfordernisse, ZSR 120/2001 I S. 447 ff.). Inzwischen wird auch auf die mit Anwaltsk�rperschaften gemachten positiven Erfahrungen verwiesen und festgestellt, dass sich die fr�her ge�usserten Bef�rchtungen nicht bewahrheitet h�tten, ja den Aspekten der Unabh�ngigkeit und des Berufsgeheimnisses aufgrund der durch die Umstrukturierung bewirkten Sensibilisierung sogar verst�rkt Beachtung geschenkt werde (ZINDEL, a.a.O., S. 260). BGE 138 II 440 S. 451
11. Zahlreiche L�nder lassen f�r die Aus�bung des Anwaltsberufs nicht nur Personen-, sondern auch Kapitalgesellschaften zu. So k�nnen sich Anwaltskanzleien in Deutschland, �sterreich, Frankreich und weiteren europ�ischen L�ndern, aber auch in den USA als Gesellschaften mit beschr�nkter Haftung oder als Aktiengesellschaften konstituieren (vgl. BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2345 ff.; SANWALD, a.a.O., S. 273 und 282). Besonders vielf�ltige Rechtsformen f�r Anwaltskanzleien stellt das franz�sische Recht zur Verf�gung; sie k�nnen sich in vier verschiedenen Formen einer soci�t� d'exercice lib�ral (� responsabilit� limit�e, � forme anonyme, par actions simplifi�es, en commandite par actions) organisieren (Art. 1 und 2 der Loi no 90-1258 du 31 d�cembre 1990 relative � l'exercice sous forme de soci�t�s des professions lib�rales soumises � un statut l�gislatif ou r�glementaire ou dont le titre est prot�g� et aux soci�t�s de participations financi�res de professions lib�rales).
Aufschlussreich ist die Entwicklung der Rechtslage in Deutschland, da sie gewisse Parallelen zu jener in der Schweiz aufweist (vgl. dazu VOLKER R�MERMANN, Anwalts-AG - Ein Zwischenruf aus Deutschland, in: Jusletter vom 15. Januar 2007, Rz. 1 ff.). Der Gesetzgeber sah zun�chst bewusst davon ab, eine Regelung �ber Anwaltsgesellschaften zu treffen. Nachdem das Bayerische Oberlandesgericht im Jahr 1994 einer Anwalts-GmbH eine Eintragung im Handelsregister erm�glicht hatte, wurde die Bundesrechtsanwaltsordnung vom 1. August 1959 (BRAO) um die �� 59c-m erg�nzt. Danach k�nnen Rechtsanwaltsgesellschaften als GmbH zugelassen werden (� 59c Abs. 1 BRAO). Der Gesetzgeber hielt fest, er beschr�nke sich auf die Regelung der Rechtsanwaltsgesellschaft mit beschr�nkter Haftung. Im Jahr 2000 liess das Bayerische Oberlandesgericht auch die Aktiengesellschaft als Rechtsform f�r Anwaltskanzleien zu. Der Bundesgerichtshof in Zivilsachen erkl�rte in seinem Beschluss vom 10. Januar 2005 ebenfalls, aus dem Verzicht des Gesetzgebers, den Anwaltskanzleien die Aktiengesellschaft als Rechtsform zur Verf�gung zu stellen, k�nne ein gesetzliches Verbot dieser Gesellschaftsform nicht hergeleitet werden (in: Entscheidungen des Bundesgerichtshofes in Zivilsachen [BGHZ] 161 [2005] S. 376 ff.). Denn f�r die Beurteilung, ob eine Aktiengesellschaft anwaltlich t�tig sein d�rfe, sei es nicht ausschlaggebend, ob es gesetzliche Bestimmungen gebe, die diese T�tigkeit zuliessen. Vielmehr sei umgekehrt zu pr�fen, ob es rechtliche Regelungen gebe, die eine entsprechende Berufsaus�bung verb�ten, und ob solche Regelungen, falls sie best�nden, mit dem Grundrecht auf freie BGE 138 II 440 S. 452Berufsaus�bung gem�ss Art. 12 Abs. 1 des Grundgesetzes vereinbar seien (S. 382 f.).
12. Auf Bundesebene stimmte das Parlament im Jahr 2011 der vom Bundesrat beantragten Abschreibung der in E. 8 erw�hnten Motion von Anton Cottier zu. Der Bundesrat erkl�rte, aus heutiger Sicht bestehe kein Handlungsbedarf mehr, da die Praxis Wege gefunden habe, das Anliegen der Motion umzusetzen. Die kantonalen Aufsichtsbeh�rden w�rden unter bestimmten standesrechtlichen (recte: berufsrechtlichen) Voraussetzungen die Aktiengesellschaft und die Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung als Organisationsformen f�r Anwaltskanzleien zulassen (Bericht vom 4. M�rz 2011 �ber Motionen und Postulate der gesetzgebenden R�te im Jahre 2010, Auszug: Kapitel I, BBl 2011 2641, 2656). Dieser Beurteilung wird von Anwaltsseite zugestimmt (vgl. BEAT VON RECHENBERG, Anwaltsk�rperschaft - Wohin f�hrt der Weg?, Anwaltsrevue 2010 S. 425 f.). Allerdings wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass eine gesetzgeberische Regelung auf Bundesebene zur Rechtsklarheit und Rechtssicherheit beitr�ge und deshalb weiterhin w�nschenswert erscheine (BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2356; MEIER/REISER, a.a.O., N. 56 und 58 zu Art. 8 BGFA; SCHILLER, a.a.O., N. 1425; ZINDEL, a.a.O., S. 259).
In der Zwischenzeit hat der Schweizerische Anwaltsverband Vorarbeiten unternommen, um das Anwaltsrecht auf gesamtschweizerischer Ebene vollst�ndig zu vereinheitlichen. Er hat einen Entwurf f�r ein Schweizerisches Anwaltsgesetz ausgearbeitet und im Februar 2012 der Bundesverwaltung eingereicht (vgl. ERNST STAEHELIN, Der Entwurf zum neuen Schweizerischen Anwaltsgesetz, Anwaltsrevue 2012 S. 68 ff.). Dieser sieht in Art. 38-42 auch eine ausdr�ckliche Regelung f�r Anwaltsgesellschaften vor. Danach k�nnten sich Anwaltskanzleien in allen im schweizerischen Recht zul�ssigen Rechtsformen und damit insbesondere auch in einer AG oder GmbH organisieren. Dabei w�ren bestimmte Voraussetzungen zu beachten, die sich an der bisherigen Praxis der kantonalen Aufsichtsbeh�rden orientieren. Neu sieht der Entwurf eine Meldepflicht f�r Anwaltsgesellschaften mit ausschliesslich registrierten Gesellschaftern bzw. eine Genehmigungspflicht f�r Gesellschaften mit registrierten und nicht registrierten Gesellschaftern vor (vgl. n�her zum Entwurf ZINDEL, a.a.O., S. 256 ff.). Zudem ist eine Motion von Nationalrat Karl Vogler zum Erlass eines umfassenden Anwaltsgesetzes h�ngig (12.3372). Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion. BGE 138 II 440 S. 453
13. Die dargestellte Ausgangslage ist bei der Beurteilung der Frage, ob Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA eine Anstellung von Anw�lten bei einer Anwaltsaktiengesellschaft von vornherein ausschliesse, in verschiedener Hinsicht mitzuber�cksichtigen. Das Bundesgericht hat sich jedoch bei seinem Entscheid auf die Auslegung und Anwendung der erw�hnten geltenden Bestimmung zu beschr�nken und nicht rechtspolitisch t�tig zu werden. Es hat sich insbesondere an die in seiner Rechtsprechung aufgestellten Auslegungsgrunds�tze zu halten.
Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet danach der Wortlaut der massgeblichen Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen m�glich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wobei alle Auslegungselemente zu ber�cksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung, die dem Text zugrunde liegenden Wertungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Die Entstehungsgeschichte ist zwar nicht unmittelbar entscheidend, dient aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Namentlich bei neueren Texten kommt ihr eine besondere Bedeutung zu, weil ver�nderte Umst�nde oder ein gewandeltes Rechtsverst�ndnis eine andere L�sung weniger nahelegen. Vom Wortlaut darf abgewichen werden, wenn triftige Gr�nde daf�r bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Sind mehrere Auslegungen m�glich, ist jene zu w�hlen, die der Verfassung am besten entspricht. Allerdings findet auch eine verfassungskonforme Auslegung ihre Grenzen im klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung (BGE 137 III 217 E. 2.4.1 S. 221 f.; BGE 131 II 697 E. 4.1 S. 702 f.).
14. Nach dem Wortlaut von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA k�nnen die Anw�lte, die sich im kantonalen Register eintragen lassen wollen, Angestellte nur von Personen sein, die ihrerseits in einem kantonalen Register eingetragen sind. Da K�rperschaften nicht eintragungsf�hig sind, schliesst die Vorinstanz, k�nnten auch die bei ihnen angestellten Anw�lte nicht ins Register eingetragen werden.
Der Wortlaut der Norm ist jedoch nur vordergr�ndig klar. Wie das Bundesgericht bereits fr�her erkannt hat, kommen der Rechtssinn der Norm und namentlich auch der Wille des Gesetzgebers im Wortlaut nur unklar zum Ausdruck (BGE 130 II 87 E. 5.1 und 5.2 S. 99 ff.). So schliessen nicht alle Anstellungen bei nicht registrierten Personen von vornherein eine Eintragung als Anwalt aus (vgl. E. 6). Vielmehr begr�ndet der zweite Teilsatz von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA eine BGE 138 II 440 S. 454widerlegbare Vermutung fehlender Unabh�ngigkeit bei (nicht von Anw�lten) angestellten Anw�lten (BGE 130 II 87 E. 5.1.1 S. 100). Noch nicht zu pr�fen hatte das Bundesgericht bislang, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen die Vermutung fehlender Unabh�ngigkeit bei k�rperschaftlich organisierten Anwaltskanzleien widerlegt werden kann (vgl. E. 7).
Mit Blick auf die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichts, mit der sich die Vorinstanz nicht n�her auseinandersetzt, kommt dem Wortlaut f�r die aufgeworfene Auslegungsfrage keine ausschlaggebende Bedeutung zu.
15. Der angefochtene Entscheid misst bei der Auslegung der erw�hnten Norm der Entstehungsgeschichte ein besonderes Gewicht zu. Das entspricht der erw�hnten Rechtsprechung, welche bei j�ngeren Gesetzen verst�rkt auf die Materialien abstellt (E. 13).
Wie bereits ausgef�hrt wollte der Bundesrat bei Erlass des Anwaltsgesetzes auf eine Regelung der zul�ssigen Organisationsformen von Anwaltskanzleien verzichten (E. 8 am Anfang). Der St�nderat folgte dagegen in seiner ersten Beratung einem Antrag der vorberatenden Kommission und nahm in Art. 11 lit. b E-BGFA (= Art. 12 lit. b BGFA) den Zusatz auf, dass Anw�lte in der rechtlichen Organisation ihrer Kanzleien frei seien (vgl. AB 1999 S 1170 ff.). Bei der Beratung im Nationalrat beantragte die Mehrheit der vorberatenden Kommission, diesen Zusatz wieder zu streichen; eine Minderheit wollte die st�nder�tliche Fassung in modifizierter Weise �bernehmen (vgl. AB 2000 N 41). Der Nationalrat folgte unter Verweis auf die bereits erw�hnte Motion Cottier (E. 8) dem Antrag der Kommissionsmehrheit. Der Regelungsbedarf war zwar unbestritten, doch war die Mehrheit der Auffassung, mit dem Erlass einer Norm solle zugewartet werden, bis in Erf�llung der Motion Cottier die Anschlussfragen gen�gend abgekl�rt seien. Die Voten im Nationalrat zeugen davon, dass man die Frage vorerst offenlassen wollte (vgl. AB 2000 N 42 ff.). Der St�nderat schloss sich dem Nationalrat an und verwies darauf, dass damit die geltende Rechtslage weitergef�hrt werde (vgl. AB 2000 S 239).
Dabei f�llt auf, dass der St�nderat die Organisationsfreiheit der Anw�lte losgel�st von der Formulierung des heutigen Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA (= Art. 7 lit. e E-BGFA) diskutierte. So sprach sich der St�nderat in erster Beratung gleichzeitig f�r die Organisationsfreiheit der Anw�lte (Art. 11 lit. b E-BGFA) und eine weit strenger gefasste Fassung der institutionellen Unabh�ngigkeit aus, als sie heute gilt (vgl. BGE 138 II 440 S. 455AB 1999 S 1164 ff.). Gem�ss st�nder�tlichem Beschluss h�tte Unabh�ngigkeit nur vorgelegen, "wenn keine Bindungen bestehen, welche die Anw�ltin und den Anwalt bei der Berufsaus�bung irgendwelchem Einfluss von Dritten, die nicht in einem kantonalen Register eingetragen sind, aussetzen" (AB 1999 S 1164). Der Nationalrat sprach sich f�r eine enger gefasste Umschreibung der institutionellen Unabh�ngigkeit aus und f�gte das Kriterium "Anstellung" ein, welches letztlich auch vom St�nderat �bernommen wurde (vgl. AB 2000 N 38 ff.; AB 2000 S 234 ff.). Unvereinbar mit dem Unabh�ngigkeitsgebot sollte - in Fortf�hrung des Status quo - nur eine eigentliche Anstellung bei einem Nichtanwalt sein; Nebenbesch�ftigungen eines Anwalts sollten dagegen weiterhin m�glich sein, soweit sie seine Berufsaus�bung nicht beeinflussen (vgl. insb. die Voten von Nationalrat Erwin Jutzet, AB 2000 N 38, und St�nderat Rolf Schweiger, AB 2000 S 235).
Daraus ergibt sich, dass die institutionelle Unabh�ngigkeit nach dem Willen des Gesetzgebers darauf abzielt, Anstellungsverh�ltnisse bei nicht registrierten Personen auszuschliessen, soweit damit die Gefahr einer Beeinflussung durch Dritte bei der anwaltlichen Berufsaus�bung einhergeht (vgl. BGE 130 II 87 E. 5.2 S. 103). Der Gesetzgeber beabsichtigte jedoch nicht, mit Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA Anwaltsk�rperschaften auszuschliessen, sondern er fasste lediglich ins Auge, den Fragenkreis allenfalls in einem sp�teren Zeitpunkt n�her zu regeln (ebenso BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2343; FELLMANN, Anwaltsrecht, a.a.O., N. 1593; MEIER/REISER, a.a.O., N. 56 zu Art. 8 BGFA; STAEHELIN/OETIKER, a.a.O., N. 55c zu Art. 8 BGFA; VONZUN, a.a.O., S. 459 f.).
16. Die Vorinstanz begr�ndet ein Verbot von Anwaltsk�rperschaften nach dem geltenden Recht auch mit allgemeinen Erw�gungen. Nach ihrer Auffassung w�rde die mit dem Anwaltsgesetz beabsichtigte - teilweise - Vereinheitlichung des Anwaltsrechts wieder r�ckg�ngig gemacht, wenn die Bestimmung der zul�ssigen Organisationsformen f�r Anwaltskanzleien der kantonalen Praxis �berlassen w�rde. Ausserdem bedinge die Zulassung von Anwaltsk�rperschaften die gleichzeitige Festlegung der Voraussetzungen, die dabei einzuhalten seien. Trotz des Vers�umnisses des Gesetzgebers, die Motion Cottier zu erf�llen und eine Regelung zu erlassen, komme ein richterliches Eingreifen - gewissermassen als Ersatzgesetzgeber - nicht in Betracht. Eine richterliche Gesetzeskorrektur bzw. das F�llen sog. unechter L�cken sei nicht zul�ssig. BGE 138 II 440 S. 456
Diese Argumentation geht von der Vorstellung aus, dass der Gesetzgeber alle wesentlichen Belange der Anwaltst�tigkeit regeln sollte und neue Organisationsformen erst zul�ssig sind, wenn entsprechende gesetzliche Bestimmungen vorliegen. Damit wird jedoch �bersehen, dass die Aus�bung und Organisation der Anwaltst�tigkeit den Schutz der Wirtschaftsfreiheit geniesst und sie deshalb grunds�tzlich erlaubt ist, soweit sie nicht durch eine gesetzliche Regelung eingeschr�nkt wird, die den Anforderungen von Art. 36 BV gen�gt (SCHILLER, a.a.O., N. 1222; vgl. auch E. 4). Die Wirtschaftsfreiheit erstreckt sich auch auf die Befugnis, dar�ber zu entscheiden, in welcher Rechtsform die Anwaltst�tigkeit ausge�bt wird (BGE 131 I 223 E. 1.1 S. 226). Die Beschwerdef�hrer machen deshalb zu Recht geltend, dass nicht danach zu fragen ist, ob es gesetzliche Bestimmungen gibt, welche die Anwaltsk�rperschaft zulassen, sondern umgekehrt zu pr�fen ist, ob Normen bestehen, die eine solche Rechtsform verbieten (vgl. ZINDEL, a.a.O., S. 254, sowie das in E. 11 zitierte Urteil des deutschen Bundesgerichtshofs).
Die Zul�ssigkeit von Anwaltsk�rperschaften h�ngt demnach allein davon ab, ob Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA eine solche Organisationsform untersagt; sie setzt indessen entgegen der vorinstanzlichen Auffassung nicht voraus, dass der Bundesgesetzgeber sie ausdr�cklich gestattet. Mit der Garantie der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) und der Pflicht zu institutioneller Unabh�ngigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA) umschreibt das Bundesrecht den Rahmen zur Organisation der Anwaltst�tigkeit f�r die ganze Schweiz einheitlich. Soweit erforderlich obliegt es dem Bundesgericht, die Tragweite von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA f�r die k�rperschaftliche Organisationsform von Anwaltskanzleien zu kl�ren. Die Gefahr einer Rechtszersplitterung erscheint damit nicht gr�sser als in anderen bundesrechtlich geregelten Gebieten, die durch die Kantone vollzogen werden.
17. Nach dem Ausgef�hrten kommt bei der Auslegung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA weder dem Wortlaut noch der Entstehungsgeschichte ein ausschlaggebendes Gewicht zu. Ebenso wenig f�hren die erw�hnten allgemeinen Erw�gungen der Vorinstanz zu einem eindeutigen Ergebnis. Abzustellen ist unter diesen Umst�nden auf den Sinn und Zweck der Norm. Dabei ist auch ihre verfassungsrechtliche Tragweite mitzuber�cksichtigen (vgl. E. 4).
Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA bezweckt, die Unabh�ngigkeit der anwaltlichen T�tigkeit sicherzustellen. Die Norm will diejenigen BGE 138 II 440 S. 457Beeinflussungen ausschliessen, die sich aus einer Anstellung ergeben (vgl. E. 5 und 15). Der Gesetzgeber erachtet allerdings nicht alle Anstellungsverh�ltnisse als unvereinbar mit der Unabh�ngigkeit. Das zeigt Art. 8 Abs. 2 BGFA, der Anstellungen bei anerkannten gemeinn�tzigen Organisationen erlaubt, aber auch Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA selber, der Anstellungen bei Personen zul�sst, die ihrerseits in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sind. Diese letzte Ausnahme entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach Anstellungen von Anw�lten bei anderen Anw�lten dem Erfordernis der Unabh�ngigkeit nicht entgegenstehen (vgl. E. 7). Das Bundesgericht legt Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA �berdies im Lichte des Gesetzeszwecks einschr�nkend aus; Anstellungen, welche die Anwaltst�tigkeit nicht ber�hren und die Unabh�ngigkeit nicht gef�hrden, werden von der Bestimmung nicht erfasst (vgl. E. 6).
Der Kreis der Personen, bei denen eine Anstellung nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA zul�ssig erscheint, ist ebenfalls mit Blick auf den Gesetzeszweck zu bestimmen. Wie erw�hnt gef�hrdet eine Anstellung bei registrierten Anw�lten die Unabh�ngigkeit nicht. Nicht anders ist es indessen, wenn die Anstellung nicht bei den registrierten Anw�lten selber, sondern bei einer k�rperschaftlich organisierten Anwaltskanzlei erfolgt, die vollst�ndig von diesen Anw�lten beherrscht wird. Das formale Argument, dass juristische Personen selber nicht im Anwaltsregister eingetragen werden k�nnen, erscheint mit Blick auf die Unabh�ngigkeit ohne Bedeutung. Die Wirkung der Anstellung ist unter diesem Gesichtspunkt dieselbe, wie wenn sie direkt bei einem registrierten Anwalt erfolgt (vgl. SCHILLER, a.a.O., N. 1257 f.; STAEHELIN/OETIKER, a.a.O., N. 37 zu Art. 8 BGFA). Ob die Unabh�ngigkeit gegeben ist, h�ngt nicht von der Rechtsform einer Anwaltskanzlei, sondern von deren konkreter Organisationsstruktur ab. Ist diese so ausgestaltet, dass lediglich registrierte Anw�lte auf die Anstellung Einfluss nehmen k�nnen, ist die erforderliche Unabh�ngigkeit gewahrt. Diese Voraussetzung kann auch bei K�rperschaften erf�llt werden. Der Zweck von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA erfordert demnach nicht, k�rperschaftliche Rechtsformen von Anwaltskanzleien generell zu untersagen.
18. Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA eine weiterreichende Bedeutung zu geben, verbietet sich auch aus verfassungsrechtlichen Gr�nden. Da die Wahl der Rechtsform f�r die Anwaltst�tigkeit den Schutz der Wirtschaftsfreiheit geniesst, darf sie nur in dem Umfang eingeschr�nkt werden, als es zur Wahrung �ffentlicher Interessen erforderlich ist. BGE 138 II 440 S. 458
Von keiner Seite - auch nicht von der Vorinstanz - wird indessen geltend gemacht, dass zur Wahrung der institutionellen Unabh�ngigkeit Anwaltsk�rperschaften generell untersagt werden m�ssten. Auch bei der Beratung von Art. 8 BGFA in den Eidgen�ssischen R�ten vertrat niemand diesen Standpunkt. Die breite Zulassung k�rperschaftlicher Rechtsformen im Ausland (vgl. E. 11) und die bisher in der Schweiz gemachten Erfahrungen mit Anwaltsk�rperschaften (vgl. E. 10) belegen, dass keine Notwendigkeit besteht, solche Rechtsformen im Interesse der Unabh�ngigkeit generell zu verbieten. Wenn die Vorinstanz erkl�rt, eine Zulassung von Anwaltsk�rperschaften komme erst in Betracht, wenn der Bundesgesetzgeber die dabei zu beachtenden Rahmenbedingungen n�her umschrieben habe, verkennt sie, dass die Wirtschaftsfreiheit die Wahl der Rechtsform anwaltlicher T�tigkeit sch�tzt und diese nur eingeschr�nkt ist, soweit daf�r eine gesetzliche Grundlage besteht. Der Gesetzgeber hat zwar die M�glichkeit, die Anforderungen an die Anwaltsk�rperschaften detaillierter festzulegen als in Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA. Solange eine solche n�here Regelung fehlt, findet die Wirtschaftsfreiheit ihre Grenzen allein in der zuletzt genannten Norm (vgl. E. 16).
Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA schliesst demnach Anwaltsk�rperschaften nicht von vornherein aus. Diese sind jedoch nur in dem Umfang zul�ssig, als die Unabh�ngigkeit der angestellten Anw�lte in gleicher Weise sichergestellt ist, wie dies bei einer Anstellung durch registrierte Anw�lte selber der Fall ist.
19. Nach Auffassung der Vorinstanz ist eine Zulassung von Anwaltsk�rperschaften allerdings neben der Unabh�ngigkeit auch mit weiteren Berufspflichten des Anwalts nicht zu vereinbaren. Dieser Umstand m�sse bei der Auslegung von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA mitber�cksichtigt werden.
Zun�chst bezieht sich die Vorinstanz auf Art. 12 lit. b BGFA. Danach �bt der Anwalt seinen Beruf in eigenem Namen aus. Daraus den Schluss zu ziehen, dass damit ein direktes Mandat zwischen dem Anwalt und dem Klienten vorausgesetzt werde, wie dies die Vorinstanz annimmt, geht zu weit. Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA l�sst ausdr�cklich zu, dass Anw�lte in einem Anstellungsverh�ltnis bei anderen registrierten Anw�lten t�tig sind. In diesem Fall besteht zwischen dem angestellten Anwalt und dem Klienten kein Auftragsverh�ltnis; das Mandat wird vielmehr mit dem Anwalt, der Arbeitgeber des angestellten Anwalts ist, abgeschlossen. Gleich verh�lt es sich bei BGE 138 II 440 S. 459Mandaten, die mit Anwaltskanzleien abgeschlossen werden, die als Kollektivgesellschaften organisiert sind. Die Aufsichtsbeh�rden haben soweit ersichtlich in einem solchen Vorgehen nie einen Verstoss gegen Art. 12 lit. b BGFA gesehen.
Die genannte Norm bezieht sich offensichtlich nicht auf das Auftragsverh�ltnis mit dem Klienten, sondern allein auf die berufsrechtliche Stellung des Anwalts, der das Mandat ausf�hrt. Er handelt insofern in eigenem Namen, als er das Mandat unter eigener fachlicher Verantwortung erf�llt und dabei selber die spezifisch anwaltsrechtlichen Berufsregeln einzuhalten hat, auch wenn er angestellt ist. Er tritt auch allein vor Gericht auf und untersteht selber der disziplinarischen Aufsicht. Art. 12 lit. b BGFA steht Mandaten mit Anwaltsk�rperschaften nicht entgegen (ebenso BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2408; FELLMANN, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz [im Folgenden: Kommentar], 2. Aufl. 2011, N. 62 zu Art. 12 BGFA; SCHILLER, a.a.O., N. 1261 ff.; VALTICOS, a.a.O., N. 125 ff. zu Art. 12 BGFA; VONZUN, a.a.O., S. 468 f.).
20. Aus den gleichen Gr�nden schliesst Art. 12 lit. b BGFA eine k�rperschaftliche Organisation von Anwaltskanzleien auch nicht aus, soweit er eine Berufsaus�bung auf eigene Verantwortung verlangt. Diese Vorschrift bezieht sich ebenfalls allein auf die fachliche Verantwortung f�r die Einhaltung der Berufsregeln; dagegen verlangt sie nicht eine pers�nliche Haftung des Anwalts auf der zivilrechtlichen Ebene (vgl. BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2413; FELLMANN, Kommentar, a.a.O., N. 63 zu Art. 12 BGFA; SCHILLER, a.a.O., N. 1276). Andernfalls erg�be sich der bereits erw�hnte Widerspruch zu Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA, der eine Anstellung eines Anwalts bei einem anderen Anwalt zul�sst, obwohl der Erstere gegen�ber dem Klienten zivilrechtlich nicht pers�nlich haftet. Eine pers�nliche Haftung der Anw�lte verm�chte im �brigen auch den Klienten im Allgemeinen keinen besseren Schutz zu gew�hren, als er bei Einschaltung einer K�rperschaft besteht. Denn die Zahlungsf�higkeit h�ngt nicht von der gew�hlten Rechtsform, sondern von den vorhandenen Mitteln ab (BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2414, die darauf hinweisen, dass die Verm�genssituation von Aktiengesellschaften f�r Aussenstehende transparenter ist als bei Einzelpersonen und zudem Schutzvorschriften bei �berschuldung bestehen).
Die Vorinstanz erw�gt diese Gesichtspunkte zwar auch. Sie gelangt aber zu einem anderen Schluss, weil sie bef�rchtet, dass der Ausschluss der pers�nlichen Haftung das Verantwortungsbewusstsein BGE 138 II 440 S. 460der Anw�lte und damit das Vertrauen in die Anwaltschaft generell schm�lern k�nnte. So sporne die Gefahr, pers�nlich haften zu m�ssen und allenfalls sogar wegen der Ausstellung von Verlustscheinen den Beruf nicht mehr aus�ben zu k�nnen (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA), zur Sorgfalt bei der Berufsaus�bung an. Dieses Argument vermag nicht zu �berzeugen. Wie die Vorinstanz selbst einr�umt, zeigt die berufsrechtliche Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung (Art. 12 lit. f BGFA), dass dem Gesetzgeber die Sicherstellung eines ausreichenden Haftungssubstrats und weniger die unbeschr�nkte pers�nliche Haftung des Anwalts wichtig war (SCHILLER, a.a.O., N. 1276; ZINDEL, a.a.O., S. 253). So reduziert sich mit dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung das Risiko eines Konkurses (und damit von Verlustscheinen) erheblich.
Die vorinstanzliche Argumentation blendet weiter aus, dass angestellte Anw�lte bei Fehlern der K�rperschaft gegen�ber haftbar werden k�nnen und auch f�r sie das Risiko besteht, wegen Verlustscheinen die Berufsaus�bungsbewilligung zu verlieren. Dar�ber hinaus haben die Angestellten und namentlich die Gesellschafter einer Anwaltsk�rperschaft ein eigenes wirtschaftliches Interesse daran, dass die Gesellschaft ertragreich arbeitet und ein Konkurs, nicht zuletzt aufgrund des damit einhergehenden Reputationsschadens, unter allen Umst�nden vermieden wird.
Dies zeigt, dass die mit der Wahl der K�rperschaftsform zweifellos angestrebte Haftungsbegrenzung das Verantwortungsbewusstsein jedenfalls nicht in einem Mass einschr�nkt, dass dadurch das Vertrauen in die Anwaltschaft ernsthaft Schaden nehmen k�nnte.
21. Schliesslich sieht die Vorinstanz in Art. 13 BGFA, der die Anw�lte zur Wahrung des Berufsgeheimnisses verpflichtet, ein Hindernis f�r die Zulassung von Anwaltsk�rperschaften. Sie verweist darauf, dass die bei einzelnen K�rperschaften vorgeschriebene Revisionsstelle kein Hilfsorgan im Sinne von Art. 13 Abs. 2 BGFA darstelle und daher nicht zur Wahrung des Anwaltsgeheimnisses verpflichtet werden k�nne. Allerdings r�umt sie ein, dass das Berufsgeheimnis durch die gegen�ber Steuerbeh�rden �bliche Anonymisierung auch gegen�ber Revisoren gewahrt werden k�nne; doch gelte dies nicht mehr bei einer aktienrechtlichen Sonderpr�fung.
Die Lehre erachtet demgegen�ber das Berufsgeheimnis auch in Anwaltsk�rperschaften als gewahrt, da Revisoren und Sonderpr�fer selber einer Geheimhaltungspflicht unterst�nden (vgl. f�r die BGE 138 II 440 S. 461Aktiengesellschaft Art. 697d Abs. 4, Art. 697e Abs. 1 und Art. 730b Abs. 2 OR in Verbindung mit Art. 321 StGB), die mindestens gleichwertig sei wie das anwaltliche Berufsgeheimnis (BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 2409 f.; FELLMANN, Anwaltsrecht, N. 1636; NATER/ZINDEL, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 39 f. zu Art. 13 BGFA; VONZUN, a.a.O., S. 467 f.; gleicher Meinung, aber mit teilweise anderer Begr�ndung SCHILLER, a.a.O., N. 1348 ff.). Die Beschwerdef�hrer machen ausserdem geltend, dass nach Art. 727a Abs. 2 OR bei kleinen Aktiengesellschaften auf eine Revisionsstelle verzichtet werden k�nne. Da viele Anwaltsgesellschaften von dieser M�glichkeit Gebrauch machen k�nnten, erg�ben sich bei ihnen von vornherein keine Konflikte mit dem Berufsgeheimnis.
Es er�brigt sich, zu den von der Vorinstanz aufgeworfenen Fragen abschliessend Stellung zu nehmen. Ausschlaggebend ist, dass Art. 13 BGFA gegen�ber den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen �ber die Revision und Sonderpr�fung nicht den Vorrang beanspruchen kann. Zwar wird das Berufsgeheimnis des Anwalts in der Rechtsordnung besonders gesch�tzt, weil es f�r die anwaltliche Berufsaus�bung und damit f�r eine ordnungsgem�sse Rechtspflege unerl�sslich ist (Urteil 2P.187/2000 vom 8. Januar 2001 E. 4c, in: Pra 2001 Nr. 141 S. 835 ff., 843). Doch gilt es nicht absolut, sondern ist in die Rechtsordnung eingebunden und wird durch sie ausgestaltet. Bereits aus Art. 13 Abs. 2 BGFA geht hervor, dass eine absolute Wahrung des Berufsgeheimnisses aus praktischen Gr�nden nicht m�glich und daher auch nicht vorgeschrieben ist (VONZUN, a.a.O., S. 467). Aus diesem Grund kann aus dem Umstand, dass das Berufsgeheimnis bei einer k�rperschaftlichen Organisation einer Anwaltskanzlei allenfalls gewisse Relativierungen erf�hrt, nicht auf die Unzul�ssigkeit von Anwaltsk�rperschaften geschlossen werden.
Offenbleiben kann, ob die Revisoren und Sonderpr�fer nicht insoweit zu den Hilfspersonen (der registrierten Anw�lte) zu z�hlen sind, als die Bekanntgabe von vertraulichen Informationen an sie aus (kanzlei-)organisatorischen Gr�nden notwendig ist (vgl. SAVERIO LEMBO, L'exercice de la profession en soci�t� de capitaux, in: D�fis de l'avocat au XXIe si�cle, Jeanneret/Hari [Hrsg.], 2008, S. 365 ff., 382). Unabh�ngig davon kann jedenfalls angesichts der erw�hnten strengen Geheimhaltungspflichten von Revisoren und Sonderpr�fern keine Rede davon sein, dass der zur anwaltlichen Berufsaus�bung notwendige Vertraulichkeitsschutz durch die Wahl einer k�rperschaftlichen BGE 138 II 440 S. 462Rechtsform ernsthaft gef�hrdet w�rde. Zudem weisen die Beschwerdef�hrer zu Recht darauf hin, dass vergleichbare Relativierungen auch bei anderen T�tigkeiten m�glich sind, die Berufs- und Gesch�ftsgeheimnisse zu wahren haben und die h�ufig als K�rperschaften organisiert sind (Spit�ler, Krankenversicherungen, Revisionsgesellschaften und Banken).
22. Die von der Vorinstanz genannten Berufspflichten lassen demnach Anwaltsk�rperschaften ebenfalls nicht von vornherein als unzul�ssig erscheinen. Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als bundesrechtswidrig und ist aufzuheben.
Bei diesem Ergebnis verlieren die Beschwerdef�hrer ihre Eintragungsf�higkeit im kantonalen Anwaltsregister nicht bereits dadurch, dass sie ihre Anwaltskanzlei in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Dasselbe w�rde auch bei Wahl einer anderen Rechtsform gelten, solange die Unabh�ngigkeit der angestellten Anw�lte in gleicher Weise sichergestellt ist, wie dies bei einer Anstellung durch registrierte Anw�lte selber der Fall ist (vgl. E. 18).
23. Die Beschwerdef�hrer sind der Auffassung, dass ihre Unabh�ngigkeit bei der vorgesehenen Umwandlung ihrer Kanzlei in eine Aktiengesellschaft gen�gend sichergestellt ist. Sie beantragen deshalb neben der Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch die Feststellung, dass sie nach der Umstrukturierung ihrer Kanzlei in eine Aktiengesellschaft im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen eingetragen bleiben k�nnen.
Da der Sachverhalt aus den eingereichten Dokumenten �ber die neue Organisationsstruktur (Statuten, Organisationsreglement, Aktion�rbindungsvertrag und Arbeitsvertr�ge mit Gesellschaftern und mitarbeitenden Rechtsanw�lten) eindeutig hervorgeht, rechtfertigt es sich, dass das Bundesgericht die erforderlichen Feststellungen selber trifft und auch das erw�hnte Begehren beurteilt (Art. 105 Abs. 2 und Art. 107 Abs. 2 BGG).
Die Leitung der Anwalts-AG, in welche die Beschwerdef�hrer ihre Kanzlei �berf�hren wollen, liegt ganz in den H�nden von registrierten Anw�lten. Das ist bereits im Zweck der Gesellschaft angelegt ("Erbringen von Rechtsdienstleistungen im In- und Ausland durch in der Schweiz registrierte Anw�ltinnen und Anw�lte") und wird durch die Statuten und einen Aktion�rbindungsvertrag abgesichert. Mit Letzterem schliessen sich die Aktion�re zu einer einfachen Gesellschaft zusammen, �ber welche die Aktion�re/Gesellschafter BGE 138 II 440 S. 463s�mtliche Aktien gesamth�nderisch halten. Alle Gesellschafter m�ssen in der Schweiz registrierte Anw�lte sein. Bei Austritt eines Gesellschafters (insb. infolge Verlustes des Registereintrags, K�ndigung, Todes oder der �brigen in Art. 545 OR genannten Gr�nde) f�hren die Verbleibenden die Gesellschaft weiter. Statutarisch sind die Aktien vinkuliert und der Verwaltungsrat muss die �bertragung (wie auch die Bestellung einer Nutzniessung) verweigern, wenn der Erwerber kein in der Schweiz registrierter Anwalt ist. In der Generalversammlung ist eine Vertretung nur durch andere Aktion�re zul�ssig. Der Verwaltungsrat setzt sich aus Aktion�ren zusammen. Die Gesch�ftsf�hrung kann delegiert werden, wobei auch die Delegierten Aktion�re der Anwalts-AG sein m�ssen.
Die genannten vertraglichen und statutarischen Massnahmen gew�hrleisten, dass die Anwalts-AG vollst�ndig durch in der Schweiz registrierte Anw�lte beherrscht wird. Damit ist das gesetzliche Erfordernis der institutionellen Unabh�ngigkeit erf�llt (Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA) und das Feststellungsbegehren gutzuheissen. Weitere Vorkehren, wie sie vorliegend auf Stufe Organisationsreglement und Arbeitsvertrag getroffen werden, sind keine Eintragungsvoraussetzung, sondern sichern die Einhaltung der Berufsregeln des Art. 12 BGFA innerhalb der Anwaltsk�rperschaft ab. Das Treffen solcher Vorkehren liegt - bei k�rperschaftlich wie anders organisierten Anwaltskanzleien - in der Verantwortung der einzelnen Anw�lte, die daf�r berufsrechtlich einzustehen haben (vgl. Urteil 2P.187/2000 vom 8. Januar 2001 E. 4c, in: Pra 2001 Nr. 141 S. 835 ff., 843 f.).
Nicht zu befinden ist an dieser Stelle dar�ber, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen auch eine branchen�bergreifende Organisationsform (Multidisciplinary Partnership), an der neben registrierten Anw�lten auch Nichtanw�lte bzw. nicht registrierte Anw�lte Gesellschaftsanteile besitzen, mit dem Unabh�ngigkeitsgebot von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA vereinbar ist.
133 I 1,
137 III 217 suite... ,
Art. 8 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61),
art. 12 let. b et art. 13 LLCA,
Art. 12 BGFA suite... ,
art. 13 LLCA,
Art. 12 lit. b und c BGFA,
Art. 13 Abs. 2 BGFA,
Art. 4 und 6 Abs. 1 BGFA,
Art. 7 Abs. 1 BGFA,
Art. 36 Abs. 2 und 3 BV,
Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA,
Art. 12 lit. f BGFA,
Art. 697d Abs. 4, Art. 697e Abs. 1 und Art. 730b Abs. 2 OR,
Art. 105 Abs. 2 und Art. 107 Abs. 2 BGG,
Art. 545 OR