Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.03.2011&Aktenzeichen=I%20ZR%20170/08
Timestamp: 2019-05-22 05:53:56
Document Index: 127925263

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 5', '§ 3', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.03.2011 - I ZR 170/08 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2612
BGH, 17.03.2011 - I ZR 170/08 (https://dejure.org/2011,2612)
BGH, Entscheidung vom 17.03.2011 - I ZR 170/08 (https://dejure.org/2011,2612)
BGH, Entscheidung vom 17. März 2011 - I ZR 170/08 (https://dejure.org/2011,2612)
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Der "Servicepartner” eines Automobilherstellers darf nicht den Eindruck eines "Vertragshändlers” erwecken
§ 3 UWG, § 5 Abs 1 UWG
Wettbewerbsverstoß: Verwendung des Begriffs "Vertragspartner" als Irreführung - Ford-Vertragspartner
Zur wettbewerbswidrigen Benutzung des Begriffs "Vertragspartner" (Ford-Vertragspartner)
Wettbewerbsrechtlich relevante Irreführung durch Verwendung des Begriffs "Vertragspartner" und dadurch unzutreffend hervorgerufene Vertragshändlereigenschaft
Irreführung durch Verwendung des Begriffs "Vertragspartner" - Ford-Vertragspartner
UWG § 3; UWG § 5 Abs. 1
Irreführende Werbung als "Vertragspartner" einer KfZ-Marke
Wettbewerbswidrige Irreführung durch den Begriff "Vertragspartner" in der Werbung eines Autohändler, der nicht "Vertragshändler" des Autoherstellers ist
Falscher Ford-Händler
Vertragspartner oder Vertragshändler
Ford-Vertragspartner - Irreführung - Firmen / Gewerbe
Zur Irreführung durch die Verwendung des Begriffs "Vertragspartner" (eines Automobilherstellers) durch einen Autohändler
Irreführende Werbung für "Neuwagen"? - Tageszulassung lag fünf Monate zurück: Ein Prospekt im Auto wies darauf hin
Werbung mit "Vertragspartner" für Automobile nur bei tatsächlichem Vorliegen
Darf ein Servicepartner eines Automobilherstellers mit dem Zusatz Vertragspartner werben?
Kurznachricht zu "Werkstätten als Vertragspartner oder scheinbare Vertragshändler? - Zugleich eine Besprechung von BGH v. 17.3.2011, Az.: I ZR 170/08 - Ford-Vertragspartner" von RA Dr. Jürgen Niebling, original erschienen in: WRP 2011, 1416 - 1417.
LG Dresden, 13.05.2008 - 42 HKO 342/07
OLG Dresden, 23.09.2008 - 14 U 976/08
NJW-RR 2011, 1408
MDR 2011, 1369
GRUR 2011, 1050
Damit ist der Tatbestand des Berufungsurteils - was der Senat von Amts wegen zu berücksichtigen hatte (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, juris Rn. 11 mwN) - in Bezug auf den angeblichen Kurseinbruch vom 25. Juli 2007 widersprüchlich und nicht bindend (vgl. schon Senatsurteil vom 15. April 1997 - XI ZR 105/96, NJW 1997, 1917, insoweit nicht in BGHZ 135, 202 abgedruckt; BGH, Urteil vom 9. März 2005 - VIII ZR 381/03, NJW-RR 2005, 962, 963).
Die Werbung für eine höherwertige Ware oder Dienstleistung wird von einem durchschnittlich informierten und verständigen Verbraucher mit entsprechend größerer Aufmerksamkeit wahrgenommen als die Werbung für geringwertige Gegenstände des täglichen Bedarfs, die erfahrungsgemäß eher flüchtig zur Kenntnis genommen wird (vgl. BGH, Urteil vom 13. März 2003 - I ZR 212/00, GRUR 2003, 626, 627 = WRP 2003, 742 - Umgekehrte Versteigerung II; Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, GRUR 2011, 1050 Rn. 24 = WRP 2011, 1444 - Ford-Vertragspartner).
Bei geringwertigen Gegenständen des täglichen Bedarfs oder beim ersten Durchblättern von Werbebeilagen oder Zeitungsanzeigen ist seine Aufmerksamkeit regelmäßig eher gering, so dass er die Werbung eher flüchtig zur Kenntnis nehmen wird (BGH, Urteil vom 20. Oktober 1999 - I ZR 167/97, GRUR 2000, 619, 621 = WRP 2000, 517 - Orient-Teppichmuster; Urteil vom 2. Oktober 2003 - I ZR 150/01, BGHZ 156, 250, 252 f. - Marktführerschaft; Urteil vom 11. Dezember 2003 - I ZR 50/01, GRUR 2004, 605, 606 = WRP 2004, 735 - Dauertiefpreise; Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, GRUR 2011, 1050 Rn. 24 = WRP 2011, 1444 - Ford-Vertragspartner;… BGH, GRUR 2015, 906 Rn. 22 - TIP der Woche).
Dagegen wird der Verbraucher eine Angabe mit situationsadäquat gesteigerter Aufmerksamkeit zur Kenntnis nehmen, wenn er für die angebotenen Waren oder Dienstleistungen einen erheblichen Preis zu zahlen hat (vgl. BGH, GRUR 2000, 619, 621 - Orient-Teppichmuster; BGH, Urteil vom 19. April 2001 - I ZR 46/99, GRUR 2002, 81, 83 = WRP 2002, 81 - Anwalts- und Steuerkanzlei; BGH, GRUR 2011, 1050 Rn. 24 - Ford-Vertragspartner; BGH…, Urteil vom 21. Juli 2011 - I ZR 192/09, GRUR 2012, 402 Rn. 34 = WRP 2012, 450 - Treppenlift;… Urteil vom 12. September 2013 - I ZR 123/12, GRUR 2014, 403 Rn. 17 = WRP 2014, 435 - DER NEUE).
Der an einem Angebot zum Kauf eines Kraftfahrzeugs interessierte Verbraucher wird von dem Angebot erfahrungsgemäß nur nach reiflicher Überlegung und Prüfung von Vergleichsangeboten Gebrauch machen (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, GRUR 2011, 1050 Rn. 24 = WRP 2011, 1444 - Ford-Vertragshändler, mwN).
Leicht einsehbare Informationen (vgl. BGH GRUR 2011, 1050 - Ford Vertragspartner) hält die Beklagte insoweit auch nicht vor.
Mit einer irreführenden Bezeichnung als "Vertragspartner" (vgl. BGH GRUR 2011, 1050 - Ford Vertragspartner) ist die Bezeichnung "Spezialwerkstatt" nicht zu vergleichen.
Sollte es sich bei der Erstzulassung nicht nur um eine Tageszulassung für lediglich einen oder allenfalls einige wenige Tage gehandelt haben, sondern um eine Zulassung, die seit zehn Monaten ununterbrochen angedauert hat (vgl. BGH…, Urteil vom 14. Januar 2010 - I ZR 4/08, MD 2010, 362 Rn. 11; Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, GRUR 2011, 1050 Rn. 15 = WRP 2011, 1444 - Ford-Vertragspartner), würde dieser erhebliche Zeitraum gegen die Annahme einer nur kurzfristigen Zwischennutzung im Betrieb des Händlers sprechen.
Selbst wenn diese Einschränkung im Tenor nicht ausreichend zum Ausdruck kommen sollte, kommt sie doch in den Entscheidungsgründen, die zur Auslegung des Urteilsspruchs heranzuziehen sind (BGH, Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08 - Ford-Vertragspartner, GRUR 2011, 1050, juris Rn. 17), klar und eindeutig zum Ausdruck.
Die Beweiskraft des Tatbestands und damit auch die Bindung für das Revisionsgericht entfallen, soweit die Feststellungen Widersprüche oder Unklarheiten aufweisen (BGH, Urteil vom 17. Mai 2000 - VIII ZR 216/99, NJW 2000, 3007; Urteil vom 9. März 2005 - VIII ZR 381/03, NJW-RR 2005, 962, 963; Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 170/08, GRUR 2011, 1050 Rn. 11 = WRP 2011, 1444 - Ford-Vertragspartner).
Die von den Antragsgegnern abgegebene Unterlassungserklärung vom 24.09.2013 sei "unbrauchbar", weil dort von einer "Eindrucks-Erweckung" die Rede sei, die mit den Anforderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH, Entscheidung vom 07.03.2011, Az. I ZR 170/08) nicht vereinbar sei.
Deshalb ist die Unterlassungsverpflichtungserklärung der Antragsgegenerin zu 1 vom 24.09.2013 mangels der erforderlichen Bestimmtheit ungeeignet, den Erklärungsadressaten davon zu überzeugen, dass es künftig nicht mehr zu unlauterem Marktverhalten durch den Störer / Gehilfen / Anstifter kommt ( vgl. BGH, Urteil vom 17.03.2011, Az. I ZR 170/08).
Der Mangel der Bestimmtheit des Klageantrags ist in jedem Verfahrensstadium von Amts wegen zu beachten (BGH WRP 2011, 1454 [Tz. 36] - TÜV II ; 2011, 1444 [Tz. 19] - Ford-Vertragspartner ; GRUR 2012, 842 [Tz. 12] - Neue Personenkraftwagen ; 2011, 152 [Tz. 22] - Kinderhochstühle im Internet ).