Source: https://gesetze-in-app.de/TzBfG/4
Timestamp: 2019-09-23 01:02:53
Document Index: 372613754

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'EuG', '§ 4', 'EuG', '§ 4', 'Art. 20', '§ 4', '§ 4']

§ 4 TzBfG: Verbot der Diskriminierung
LAG Hamm, Urteil vom 4.0.2011, Az. 17 Sa 1365/10 101In Anlehnung an die Rechtsprechung des EuGH ist eine Ungleichbehandlung im Sinne des § 4 Abs. 1 TzBfG sachlich gerechtfertigt, wenn hierfür objektive Gründe gegeben sind, die einem wirklichen Bedürfnis des Unternehmens dienen und für die Erreichung des Zieles geeignet und erforderlich sind (EuGH 13.05.1986 – 170/84, DB 1986, 1525; BAG 14.10.1986 – 3 AZR 66/83, DB 1987, 994).
LAG Hamm, Urteil vom 2.2.2003, Az. 19 Sa 1098/02 Sollte sich § 4 Abs. 2 TzBfG also - wie das LAG Bremen meint - nicht als einfachgesetzliche Ausprägung des allgemeinen Gleichheitssatzes darstellen, sondern sich im Hinblick auf die mit einer Befristung typischerweise verbundenen Erwägungen als 'absolutes Differenzierungsverbot' auswirken, würde eine Rechtskontrolle der Tarifregelung anhand des erst zu einem Zeitpunkt nach Tarifabschluss in Kraft getretenen TzBfG zu einer nach Art. 20 Abs.3 GG verfassungsrechtlich unzulässigen Rückbewirkung von Rechtsfolgen (echte Rückwirkung) führen (zu dieser Terminologie vgl. BVerfG, Beschl. v. 14.05.1986 - 2 BvL 2/83 -, BVerfGE 72, 200 ff.).
LAG Hamm, Urteil vom 2.2.2003, Az. 19 Sa 1098/02 Damit wurde mit § 4 Abs. 2 TzBfG auch nicht etwa eine verfassungswidrige Lücke im bisherigen System des Befristungsrechts geschlossen, auf dessen Fortbestand zu keiner Zeit hätte vertraut werden dürfen (vgl. dazu BVerfG, Urt. v. 19.12.1961 - 2 BvL 6/59 -, BVerfGE 13, 261 ff., 272).
LAG Hamm, Urteil vom 2.2.2003, Az. 19 Sa 1098/02 78Schließlich belegt auch die Entstehungsgeschichte des TzBfG nicht, dass der hier in Rede stehende § 4 Abs. 2 TzBfG aus zwingenden Gründen des gemeinen Wohls rückwirkend geboten gewesen wäre (vgl. dazu BVerfG, Urt. v. 19.12.1961 - 2 BvL 6/59 -, BVerfGE 13, 261 ff., 272; BVerfG, Beschl. v. 23.03.1971 - 2 BvL 2/66, 2 BvR 168, 196, 197, 210, 472/66 -, BVerfGE, 30, 367 ff., 390 f.).