Source: https://www.steuba.de/sonderausgaben/entlastungsbetrag-alleinerziehende-hoehe-2018-2019/
Timestamp: 2020-07-13 06:59:14
Document Index: 357670635

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 32', '§ 24', '§ 24', '§ 26', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 32', '§ 24', '§ 32', '§ 14', '§ 65', '§ 32', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24']

Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende: Voraussetzungen und HÃ¶he
Entlastungsbetrag: Wie hoch ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende?
15 Feb Entlastungsbetrag: Wie hoch ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende?
VerÃ¶ffentlicht um: 13:40Uhr in Sonderausgaben	von	Michael Jonas
Was ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende und wie hoch ist dieser?
Was ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende?
Was ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende und wofÃ¼r wurde dieser geschaffen?
Was sind die Voraussetzungen fÃ¼r den Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende?
Wird der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende nur einmal gewÃ¤hrt oder erhalte ich diesen pro Kind?
Was ist wenn ich wÃ¤hrend dem Kalenderjahr heirate? Erhalte ich den Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende anteilig?
Wie hoch ist der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende in 2018 und 2019?
Welches Formular in der EinkommensteuererklÃ¤rung muss ich fÃ¼r den Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende verwenden?
Alleinerziehende Steuerpflichtige haben gemÃ¤ÃŸ Â§ 24b EStG Anspruch auf einen Entlastungsbetrag. Ziel des Entlastungsbetrags ist es, die hÃ¶heren Kosten fÃ¼r die eigene
Lebens- bzw. HaushaltsfÃ¼hrung der Alleinerziehenden abzugelten, die einen gemeinsamen Haushalt nur mit ihren Kindern und keiner anderen erwachsenen Person fÃ¼hren, die tatsÃ¤chlich oder finanziell zum Haushalt beitrÃ¤gt. Ab dem Veranlagungszeitraum 2015 betrÃ¤gt der Entlastungsbetrag jÃ¤hrlich 1.908 Euro und erhÃ¶ht sich fÃ¼r jedes weitere Kind um jÃ¤hrlich 240 Euro (vgl. Artikel 1 des Gesetzes zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags vom 16. Juli 2015, BGBl. I S. 1202).
Der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende wird gemÃ¤ÃŸ Â§ 24b Absatz 1 Satz 1 EStG Steuerpflichtigen gewÃ¤hrt, die
alleinstehend sind und
zu deren Haushalt mindestens ein Kind gehÃ¶rt, fÃ¼r das ihnen ein Freibetrag nach Â§ 32 Absatz 6 EStG oder Kindergeld zusteht.
Alleinstehend i. S. d. Â§ 24b Absatz 1 EStG sind nach Â§ 24b Absatz 3 Satz 1 EStG Steuerpflichtige, die nicht die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung des Splitting-Verfahrens
(Â§ 26 Absatz 1 EStG) erfÃ¼llen oder verwitwet sind und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljÃ¤hrigen Person bilden. Eine Haushaltsgemeinschaft mit einem minderjÃ¤hrigen Kind ist stets unschÃ¤dlich.
Als alleinstehend sind grundsÃ¤tzlich nur Steuerpflichtige anspruchsberechtigt, die nicht die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung des Splitting-Verfahrens erfÃ¼llen (vgl. BFH-Urteil vom 19. Oktober 2006, III R 4/05, BStBl 2007 II S. 637). Nach Â§ 2 Absatz 8 EStG sind die Regelungen des Splitting-Verfahrens auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden.
die wÃ¤hrend des gesamten Veranlagungszeitraums nicht verheiratet/verpartnert sind oder
deren Ehegatte/Lebenspartner im Ausland lebt und nicht unbeschrÃ¤nkt einkommensteuerpflichtig i. S. d. Â§ 1 Absatz 1 oder Absatz 2 oder des Â§ 1a EStG ist.
Weitere Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljÃ¤hrigen Person bildet. Es ist allerdings unschÃ¤dlich, wenn es sich bei der anderen volljÃ¤hrigen Person um ein leibliches Kind, Adoptiv-, Pflege-, Stief- oder Enkelkind handelt, fÃ¼r das dem Steuerpflichtigen ein Freibetrag nach Â§ 32 Absatz 6 EStG oder Kindergeld zusteht.
Eine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljÃ¤hrigen Person liegt vor, wenn der Steuerpflichtige und die andere Person in der gemeinsamen Wohnung gemeinsam wirtschaften. Ein gemeinsames Wirtschaften i. S. v. Â§ 24b Absatz 3 Satz 2 EStG kann sowohl darin bestehen, dass die andere volljÃ¤hrige Person zu den Kosten des gemeinsamen Haushalts beitrÃ¤gt, als auch in einer Entlastung durch tatsÃ¤chliche Hilfe und Zusammenarbeit. Auf den Umfang der Hilfe oder des Anteils an den im Haushalt anfallenden Arbeiten kommt es grundsÃ¤tzlich nicht an (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 2012, III R 26/10, BStBl II S. 815).
Eine Haushaltsgemeinschaft ist insbesondere gegeben bei eheÃ¤hnlichen oder lebenspartnerschaftsÃ¤hnlichen Gemeinschaften, bei Wohngemeinschaften unter gemeinsamer WirtschaftsfÃ¼hrung mit einer sonstigen volljÃ¤hrigen Person, z. B. einem Studierenden, mit volljÃ¤hrigen
Kindern, fÃ¼r die dem Steuerpflichtigen weder ein Freibetrag nach Â§ 32 Absatz 6 EStG noch Kindergeld zusteht, mit anderen Verwandten (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 2012, III R 26/10, BStBl II S. 815), oder bei nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten/Lebenspartnern, wenn keine Ehegatten-/Lebenspartnerbesteuerung in Betracht kommt, z. B. deutsche Ehegatten/Lebenspartner von AngehÃ¶rigen der NATO-StreitkrÃ¤fte.
Mit einer sonstigen volljÃ¤hrigen Person besteht keine Haushaltsgemeinschaft, wenn sie sich tatsÃ¤chlich und finanziell nicht an der HaushaltsfÃ¼hrung beteiligt. Das ist grundsÃ¤tzlich nur dann der Fall, wenn diese einen vollstÃ¤ndig getrennten Haushalt fÃ¼hrt oder wenn – z. B. beim Zusammenleben mit einkommenslosen pflegebedÃ¼rftigen AngehÃ¶rigen – jedwede UnterstÃ¼tzungsleistung durch die andere Person ausgeschlossen erscheint. So fehlt die FÃ¤higkeit, sich tatsÃ¤chlich an der HaushaltsfÃ¼hrung zu beteiligen, bei Personen, bei denen mindestens ein Schweregrad der PflegebedÃ¼rftigkeit i. S. d. Â§Â§ 14, 15 SGB XI (Pflegegrade 1 bis 5, bis einschlieÃŸlich Veranlagungszeitraum 2016: Pflegestufe I, II oder III) besteht oder die blind sind. Der Nachweis des gesundheitlichen Merkmals â€žblindâ€œ richtet sich nach Â§ 65 EStDV.
HaushaltszugehÃ¶rigkeit des Kindes
Weitere Anspruchsvoraussetzung ist, dass ein Kind, fÃ¼r das dem Steuerpflichtigen ein Freibetrag nach Â§ 32 Absatz 6 EStG oder Kindergeld zusteht, zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehÃ¶rt. Ein Kind gehÃ¶rt zum Haushalt des Steuerpflichtigen, wenn es in der Wohnung des Steuerpflichtigen gemeldet, dauerhaft in dessen Wohnung lebt oder mit seiner Einwilligung vorÃ¼bergehend, z. B. zu Ausbildungszwecken, auswÃ¤rtig untergebracht ist.
HaushaltszugehÃ¶rigkeit erfordert ferner eine Verantwortung fÃ¼r das materielle (Versorgung, UnterhaltsgewÃ¤hrung) und immaterielle Wohl (FÃ¼rsorge, Betreuung) des Kindes. Eine Heimunterbringung ist unschÃ¤dlich, wenn die WohnverhÃ¤ltnisse in der Familienwohnung die speziellen BedÃ¼rfnisse des Kindes berÃ¼cksichtigen und es sich im Haushalt des Steuerpflichtigen regelmÃ¤ÃŸig aufhÃ¤lt (vgl. BFH-Urteil vom 14. November 2001, X R 24/99, BStBl 2002 II S. 244). Die HaushaltszugehÃ¶rigkeit ist gemÃ¤ÃŸ Â§ 24b Absatz 1 Satz 2 EStG selbst dann anzunehmen, wenn das Kind in der Wohnung des Steuerpflichtigen gemeldet ist, aber tatsÃ¤chlich in einer eigenen Wohnung lebt. Diese Vermutung ist unwiderlegbar (vgl. BFH-Urteil vom 5. Februar 2015, III R 9/13, BStBl II S. 926). Ist das Kind hingegen nicht in der Wohnung des Steuerpflichtigen gemeldet, trÃ¤gt der Steuerpflichtige die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen der HaushaltszugehÃ¶rigkeit.
Der Entlastungsbetrag wird jÃ¤hrlich nur einmal (auch bei mehreren Kindern) zusÃ¤tzlich zum Kindergeld beziehungsweise zu den FreibetrÃ¤gen fÃ¼r Kinder gewÃ¤hrt. Er wird damit auch nicht berÃ¼cksichtigt bei der Vergleichsrechnung zwischen Kindergeld und FreibetrÃ¤gen fÃ¼r Kinder, sondern von der Summe der (steuerpflichtigen) EinkÃ¼nfte abgezogen.
Heiratet eine Alleinerziehende, entfÃ¤llt fÃ¼r das gesamte Kalenderjahr der Entlastungsbetrag. Es findet keine Verteilung auf bestimmte Monate statt. Denn der Gesetzeswortlaut erfordert, dass im Jahr die Voraussetzungen fÃ¼r denÂ SplittingtarifÂ nicht gegeben sind. Es spielt keine Rolle, ob die Eltern eineÂ EinzelveranlagungÂ oder getrennte Veranlagung in derÂ SteuererklÃ¤rungÂ wÃ¤hlen. Anmerkung: Eheleute kÃ¶nnen seit dem Jahr 2013 nur noch zwischen einerÂ EinzelveranlagungÂ und einerÂ ZusammenveranlagungÂ wÃ¤hlen.
Beispiele fÃ¼r den Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende von 1.908 Euro erhÃ¶ht sich gemÃ¤ÃŸ Â§ 24b Absatz 2 EStG um jeweils 240 Euro fÃ¼r jedes weitere zum Haushalt gehÃ¶rende Kind. Er ist ein Jahresbetrag, der in jedem Veranlagungszeitraum insgesamt nur einmal in Anspruch genommen werden kann. Eine Aufteilung zwischen den Haushalten alleinerziehender Elternteile ist nicht mÃ¶glich.
FÃ¼r jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen fÃ¼r die Inanspruchnahme des Entlastungsbetrages dem Grunde nach nicht vorgelegen haben, ermÃ¤ÃŸigt sich der Betrag zeitanteilig um ein ZwÃ¶lftel (Â§ 24b Absatz 4 EStG).
Die alleinstehende Mutter M bringt im April ihr erstes Kind zur Welt. Sie lebt in ihrem Haushalt mit keiner weiteren volljÃ¤hrigen Person zusammen. Ab April kann M den Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende zeitanteilig in HÃ¶he von (1.908 Euro x 9/12 =) 1.431 Euro in Anspruch nehmen.
Entsprechend ermÃ¤ÃŸigt sich fÃ¼r jeden Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen fÃ¼r die Inanspruchnahme des ErhÃ¶hungsbetrages nicht vorgelegen haben, der ErhÃ¶hungsbetrag zeitanteilig.
Die alleinstehende Mutter M bringt im Juni ihr zweites Kind zur Welt. Sie lebt in ihrem Haushalt mit keiner weiteren volljÃ¤hrigen Person zusammen. FÃ¼r den Veranlagungszeitraum kann M einen Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende in HÃ¶he von 2.048 Euro (1.908 Euro + 240 Euro x 7/12) in Anspruch nehmen.
25 In dem Veranlagungszeitraum, in dem Ehegatten bzw. Lebenspartner sich trennen (Verlassen der gemeinsamen Wohnung, Scheidung), ist eine zeitanteilige Inanspruchnahme des Entlastungsbetrages nicht mÃ¶glich, wenn fÃ¼r das Jahr grundsÃ¤tzlich die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung des Splitting-Verfahrens gegeben sind. Entsprechendes gilt in FÃ¤llen der Einzelveranlagung (bis einschlieÃŸlich Veranlagungszeitraum 2012: in FÃ¤llen der getrennten Veranlagung im Jahr der EheschlieÃŸung) sowie in dem Jahr der EheschlieÃŸung oder des Eingehens einer Lebenspartnerschaft. Abweichend hiervon kÃ¶nnen verwitwete Steuerpflichtige nach Â§ 24b Absatz 4 EStG den Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende erstmals zeitanteilig fÃ¼r den Monat des Todes des Ehegatten oder Lebenspartners beanspruchen.
Im Fall des Zusammenlebens mit einer anderen volljÃ¤hrigen Person ist der Entlastungsbetragzeitanteilig fÃ¼r volle Kalendermonate zu kÃ¼rzen, in denen eine Haushaltsgemeinschaft mit der anderen volljÃ¤hrigen Person besteht.
Der Entlastungsbetrag liegt seit 2015 bei 1.908 Euro im Kalenderjahr (also 159 Euro monatlich). Bis 2014 betrug er nur 1.308 Euro (monatlich 109 Euro). Im Laufe des Jahres 2015 hat der Gesetzgeber auÃŸerdem eine Staffelung des Entlastungsbetrags eingefÃ¼hrt. Ab dem zweiten Kind erhÃ¶ht sich dieser um weitere 240 Euro fÃ¼r jedes weitere Kind.
Staffelung des Entlastungsbetrags fÃ¼r Alleinerziehende:
mit einem Kind: 1.908 Euro
mit zwei Kindern: 2.148 Euro
mit drei Kindern: 2.388 Euro
mit vier Kindern: 2.628 Euro
Der Entlastungsbetrag wird jÃ¤hrlich nur einmal im Jahr zusÃ¤tzlich zum Kindergeld oder zum Kinderfreibetrag gewÃ¤hrt â€“ also spÃ¤testens mit derÂ EinkommensteuererklÃ¤rung. Dort mÃ¼ssen Sie in der Anlage Kind die entsprechenden Felder zum Entlastungsbetrag ausfÃ¼llen. Dann reduziert der Entlastungsbetrag die Summe der steuerpflichtigen EinkÃ¼nfte. Da Alleinerziehende in der Regel jedoch jeden Euro benÃ¶tigen, warten sie besser nicht auf die SteuerrÃ¼ckerstattung.
Wer als Alleinstehender ein Kind erzieht, sollte beim Finanzamt dieÂ Steuerklasse IIÂ beantragen. Dann wird der Entlastungsbetrag automatisch beim monatlichen Lohnsteuerabzug berÃ¼cksichtigt. In voller HÃ¶he galt dies aber nur fÃ¼r Arbeitnehmer mit einem Kind.
Wer zwei Kinder hat, sollte daher einenÂ LohnsteuerermÃ¤ÃŸigungsantragÂ abgeben und einen Freibetrag eintragen lassen. So erhalten Sie den Zuschlag zum Entlastungsbetrag in HÃ¶he von 240 Euro ab dem zweiten Kind. FÃ¼r jedes weitere Kind gibt es jeweils diesen Zuschlag, der 2015 eingefÃ¼hrt wurde. Ãœber den LohnsteuermÃ¤ÃŸigungsantrag sichern Sie sich diesen Freibetrag fÃ¼r zwei Jahre.
Beispiele Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende Einkommensteuer Entlastungsbetrag Entlastungsbetrag fÃ¼r Alleinerziehende HÃ¶he Entlastungsbetrag Voraussetzungen Entlastungsbetrag