Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201976,%20152
Timestamp: 2020-01-19 02:33:44
Document Index: 327072264

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 18', '§ 1', '§ 2', '§ 18', '§ 18']

BFH, 23.10.1975 - VIII R 60/70 - dejure.org
https://dejure.org/1975,349
BFH, 23.10.1975 - VIII R 60/70 (https://dejure.org/1975,349)
BFH, Entscheidung vom 23.10.1975 - VIII R 60/70 (https://dejure.org/1975,349)
BFH, Entscheidung vom 23. Januar 1975 - VIII R 60/70 (https://dejure.org/1975,349)
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Veräußerungsabsicht - Grundstückskauf - Architekt - Vorbereitung der Bebauung - Erwirkung von Vorbescheiden - Baubehörde - Parzellierung - Einzelparzellen - Makler - Architektenbindung - Einkünfte aus Gewerbebetrieb - Anschaffung - Risiko des Architekten - Gewinnung von ...
EStG § 15 § 18; GewStDV § 1 Abs. 1; GewStG § 2
Zur Trennung von Gewinnen aus Grundstücksgeschäften und Architektenleistungen bei sog. gemischter Tätigkeit
BFHE 117, 360
DB 1976, 368
BStBl II 1976, 152
BStBl II 1976, 153
FG Münster, 30.11.2005 - 1 K 6112/02
Dabei ist nicht jede Tätigkeit eines Architekten für sich gesehen bereits als eine freiberufliche i.S.d. § 18 Abs. 1 Satz 2 EStG anzusehen (BFH-Urteil vom 23.10.1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152).
Diese Definitionen sind auch für die Gewerbesteuer maßgebend (BFH-Urteil vom 23.10.1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360; BStBl II 1976, 152).
Das Berufsbild des Architekten wird durch Planung, Überwachung und Leitung der Baumaßnahmen von Bauherren aufgrund persönlicher Kenntnisse und Fähigkeiten des Architekten geprägt (so etwa BFH-Urteil vom 23.10.1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152, Niedersächsisches FG, Urteil vom 12.2.1992, Az. VIII 454/87, EFG 1992, 681).
Entscheidend bleibt allein die Art der Tätigkeit (so auch BFH-Urteil vom 23.10.1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152).
Mit Urteil vom 23. Oktober 1975 VIII R 60/70 (BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152) hat der BFH ausgesprochen, daß der laufende Erwerb und die laufende Veräußerung unbebauter Grundstücke durch einen Architekten nicht mehr Teil der freiberuflichen Tätigkeit eines Architekten (und auch keine Form der privaten Vermögensverwaltung) ist, sondern gewerblichen Charakter hat, weil eine solche Betätigung auf den für einen Gewerbebetrieb kennzeichnenden "häufigen und kurzfristigen marktmäßigen Umschlag erheblicher Sachwerte" angelegt ist (ähnlich Urteil vom 17. März 1981 VIII R 149/78, BFHE 133, 44, BStBl II 1981, 522, für den Erwerb und die Veräußerung von Mietwohngrundstücken).
Die Veräußerung land- und forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke ist somit kein Hilfsgeschäft eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs, sondern Gegenstand eines selbständigen gewerblichen Unternehmens, wenn ein Landwirt wiederholt innerhalb eines überschaubaren Zeitraums land- und forstwirtschaftliche Grundstücke oder Betriebe in Gewinnabsicht veräußert, die er bereits in der Absicht der alsbaldigen Weiterveräußerung erworben hat (vgl. Urteil in BFHE 117, 360, 365, BStBl II 1976, 152).
Für die Abgrenzung einer gemischten gewerblichen und selbständigen Berufstätigkeit i. S. von § 18 EStG hat die Rechtsprechung das bereits mehrfach ausgesprochen (z. B. BFH-Urteile vom 23. Oktober 1956 I 116/55 U, BFHE 64, 46, BStBl III 1957, 17; vom 29. Januar 1970 IV R 78/66, BFHE 98, 176, BStBl II 1970, 319, mit weiteren Hinweisen; Urteil vom 23. Oktober 1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152).
Ob die Aktivitäten eines Landwirts im Zusammenhang mit Grundstücksveräußerungen zu einer gewerblichen Tätigkeit führen oder ob sie als landwirtschaftliche Hilfsgeschäfte einzustufen sind, ist nach der Rechtsprechung des BFH nach denselben Grundsätzen zu beurteilen, die von der Rechtsprechung zur Abgrenzung eines gewerblichen Grundstückshandels von der privaten Vermögensverwaltung entwickelt worden sind (vgl. BFH-Urteile vom 28. Juni 1984 IV R 156/81, BStBl II 1984, 798;… vom 5. Oktober 1989 IV R 35/88, BFH/NV 1991, 317;… vom 28. September 1987 VIII R 306/84, BFH/NV 1988, 301 und vom 8. November 2007 IV R 34/05, BStBl II 2008, 231; vgl. auch FG Münster, Urteil vom 12. November 2003, 8 K 1326/02, EFG 2004, 326; vgl. schließlich auch zu einem freiberuflichen Architekten BFH-Urteil vom 23. Oktober 1975 VIII R 60/70, BStBl II 1976, 152).
Denn erstens binden die Gewinnfeststellungen bezüglich der Einkunftsart nicht gewerbesteuerlich und zweitens besteht wegen der gewerblichen Qualifizierung Rechtsschutz mittels der (hier gleichzeitig erhobenen) Klagen gegen den Gewerbesteuermessbescheid - und gegen den gewerbesteuerlichen Haftungsbescheid - (vgl. Urteile des FG Baden-Württemberg vom 7. Dezember 2000 14 K 186/96, Juris, Datev; des BFH vom 29. Juli 1981 I R 107/78, Juris; vom 23. Oktober 1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360 , BStBl II 1976, 153; vom 22. Mai 1974 I R 169/72, BFHE 113, 340 , BStBl II 1975, 37).
Dabei kann die Entscheidung der Frage dahinstehen, ob die mit der Errichtung, Nutzung und späteren Veräußerung des Gebäudes zusammenhängenden Aktivitäten des Klägers als gewerbliche Betätigung zu beurteilen sind; jedenfalls gehören Grundstücksgeschäfte, obwohl äußerlich mit der Berufsausübung des Architekten verknüpft, nicht zum Berufsbild des Architekten, Bauingenieurs oder Sachverständigen, das durch Leistungen im Rahmen der Betreuung von Bauvorhaben, insbesondere durch Planung, Überwachung und Leitung der Baumaßnahmen von Bauherren aufgrund persönlicher Kenntnisse und Fähigkeiten geprägt ist (BFH-Urteil vom 23. Oktober 1975 VIII R 60/70, BFHE 117, 360, BStBl II 1976, 152).