Source: https://psychiatrielager.blogspot.de/2016/11/
Timestamp: 2017-10-22 15:26:45
Document Index: 36921935

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 6', 'Art_12', 'Art. 1', 'Art 1', '§ 3', '§ 4']

Psychiatrielager: November 2016
Dringend zur Lektüre empfohlen:
von Prof. Eckhard Rohrmann
Zur Lage von Behinderten im Lichte der Abschließenden Bemerkungen des UN-Komitees für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum ersten Staatenbericht der Bundesrepublik zum Art. 12 der UN-Behindertenrechtskonvention
Prof. Eckhard Rohrmann ist einer der bekanntesten und profiliertesten auf Behindertenpädagogik spezialisierten Hochschullehrer, der am Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg lehrt.
In seiner hier veröffentlichten Stellungnahme konzentriert sich der Autor auf die Ausführungen zur Umsetzung des Art. 12 sowie die damit korrespondierender Artikel der Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in den Abschließenden Bemerkungen des UN-Fachausschuss für die Behindertenrechtskonvention.
In dem zentralen Art. 12 bekräftigen
„die Vertragsstaaten ..., dass Menschen mit Behinderungen das Recht haben, überall als Rechtssubjekt anerkannt zu werden“ (Abs. 1), „anerkennen, dass Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen gleichberechtigt mit anderen Rechts- und Handlungsfähigkeit genießen“ (Abs. 2) und stellen sicher, dass „der Wille und die Präferenzen der betreffenden Person geachtet werden“ (Abs. 4, Hervorhebungen ER).
Art. 12 der UN-BRK ist eine auch bereits in Art. 16 des Zivilpaktes der UN vorgenommene Konkretisierung des Art. 6 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN:
„Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden“.
Was das durch die UN-BRK bedeutet, und wie Buchstabe und Geist der Konvention in diesem zentralen Bereich in Deutschland schlicht ignoriert bzw. missachtet, die Menschenrechte gebeugt werden (siehe auch hier), das beschreibt Prof. Rohrmann detailliert.
Er setzt damit einen Standard in der deutschsprachigen Literatur zu diesem Thema. Dieser Text ist für jede/n in diesem Bereich Aktiven ein Muss.
Die Stellungnahme ist hier im Internet zu finden: http://www.die-bpe.de/Stellungnahme_Rohrmann_zu_Art_12.htm
oder kann hier: als PDF heruntergeladen werden.
Eingestellt von Alena S-R um 06:34 Links zu diesem Post
http://opposition24.com/massregelvollzug-debatte-im-hessischen-landtag/297681
Eingestellt von Alena S-R um 06:20 Links zu diesem Post
Warum erleben Betroffene so häufig psychiatrische Gutachten als belastend und entwürdigend?
Von Argeo Bämayr: Das psychiatrische Gutachten:
Eine subjektive unwissenschaftliche Werteinschätzung auf dem Prüfstand der Menschenrechte
https://www.amazon.de/psychiatrische-Gutachten-unwissenschaftliche-Werteinsch%C3%A4tzung-Menschenrechte/dp/3865152406
Die Idee für dieses Buch erwuchs im Laufe einer jahrzehntelangen Tätigkeit und Erfahrung des Autors als niedergelassener Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. In dieser Zeit beobachtete er, dass psychiatrische Gutachten immer häufiger und immer folgenschwerer Menschen aller Bevölkerungsschichten beeinträchtigen. Es stellte sich die Frage:
Warum werden so viele psychiatrische Gutachten von so vielen Institutionen in Auftrag gegeben?
Was bewirken psychiatrische Gutachten beim Einzelnen und in der Gesellschaft?
Kann eine psychiatrische Begutachtung unter Einhaltung der Menschenrechte überhaupt gelingen oder ist sie nahezu immer eine moderne Form der Inquisition zur Durchsetzung sozialer und wirtschaftlicher Unterwerfung?
Der Autor vertritt wie wir die Meinung: Liegt eine Patientenverfügung vor, die eine psychiatrische Begutachtung ausschließt (insbesondere die besonders eindeutige und detaillierte PatVerfü), der/die Betroffene eine solche Begutachtung also rechtswirksam ablehnt, so darf gegen dessen/deren Willen keine Begutachtung stattfinden. Hierzu aus der Seite 106 - Zitat:
"Einwilligung zur psychiatrisch/psychologischen Begutachtung"
Das informationelle Selbstbestimmungsrecht ist laut Bundesverfassungsgericht Ausfluss des Grundgesetzes (GG Art. 1 und 2). Ein Verstoß gegen GG Art 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist grundsätzlich unzulässig. Hieraus resultiert, dass die Erhebung von Daten ausschließlich nur dann zulässig ist, wenn die Datenoffenbarung freiwillig erfolgt. Grundvoraussetzung für jede medizinische Begutachtung ist folglich die „freie Einwilligung“ eines Betroffenen in die Begutachtung entsprechend dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Danach werden „Daten über die Gesundheit“ als „besondere Arten personenbezogener Daten“ eingestuft (§ 3 Abs. 9 BDSG), deren „Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung“ einer „ausdrücklichen Einwilligung“ bedarf (§ 4 a Abs. 3 BDSG).
Thurgauer Psychiatrie: Noch viel mehr Drogenexperimente mit Kindern in der Schweiz
http://www.nzz.ch/schweiz/thurgauer-psychiatrie-medikamententests-umfangreicher-als-angenommen-ld.125318
Die Aufarbeitung der unfreiwilligen Drogentests bei der Erfindung des ersten Antidepressivums geht in der Schweiz weiter. Wie die Pharmakologin Sylvia Wagner über die Menschenversuche in den 60er Jahren in Deutschland berichtete (siehe Blog-Eintrag zuvor), so hat die psychiatrische Klinik in Münsterlingen mehr Drogen an mehr Patienten getestet, als bisher vermutet. Die Präparate waren nicht zugelassen. Hier hatten wir über Münsterlingen bereit am 13.2.2014 berichtet:
http://www.zwangspsychiatrie.de/2014/02/schweiz-aufarbeitung-illegaler-medizinischer-versuche-geht-weiter
Eingestellt von Alena S-R um 03:15 Links zu diesem Post
Die Forschung verweist auf die gravierenden Fehler klinischer Gewaltprognosen,
Es ist ein alter Menschheitstraum, das Verhalten von Menschen vorhersagen zu können. Und da hängt sich die Gesellschaft an die Vorstellung, es gäbe speziell dafür ausgebildete und berufserfahrene Personen, deren Vorhersagen da wesentlich besser wären als die von anderen Leuten.
Hier eine Studie über Kriminalprognose http://www.uni-bielefeld.de/ikg/jkg/1-2003/albrecht.pdf
auf Seite 99
"Die Forschung verweist auf die gravierenden Fehler klinischer Gewaltprognosen, insbesondere auf den hohen Anteil „falsch Positiver“, also solcher Probanden, denen zu Unrecht Gefährlichkeit attestiert wird. Die Prozentwerte an „falsch positiv Prognostizierten“ liegen im Ausnahmefall zwischen 54 und 61%, in der Regel jedoch deutlich über 80%, bei falsch negativen Werten in derselben Größenordnung (vgl. Monahan 1981; Lab 1988, 101). Man verdächtigt also sehr viele Probanden zu Unrecht, potentieller Gewalttäter zu sein, gleichzeitig gelingt es sehr schlecht, die tatsächlichen Gewalttäter zu identifizieren."
"Erschreckend sind die Befunde, dass die Variablen, die für das tatsächliche Auftreten späterer Gewalt kausal sind, nicht diejenigen sind, die für die Risikoeinschätzung durch die Prognostiker relevant sind (zwischen der Risikoprognose und der tatsächlichen Rückfallgewalt bestehen praktisch keine relevanten Beziehungen) und dass die Prognosen der Kliniker insgesamt nicht besser waren als die der Nicht-Kliniker; eher im Gegenteil. Insgesamt war die Prognose offensichtlich ein einziger Reinfall, obwohl die Rückfallrate (Basisrate) so hoch war, dass es eigentlich zu besseren Prognosen hätte kommen können. Es zeigte sich aber auch nur eine sehr schwache Beziehung zwischen vermeintlichen aktuarialen und klinischen Risikofaktoren auf der einen und tatsächlichen Schäden durch Rückfall auf der anderen Seite, wodurch Autoren, die die großen Probleme der Prognose von Gewalt hervorgehoben hatten, bestätigt werden."
Und hier geht es um die Vorhersage gefährlichen Verhaltens in der Allgemeinpsychiatrie http://apy.sagepub.com/content/18/5/398
Eingestellt von Alena S-R um 02:29 Links zu diesem Post
Fixierungen von Patienten über viele Stunden oder sogar Tage hinweg gehören in der forensischen Psychiatrie
http://web.archive.org/…/psychiatrie-transparenz-fixierung-…
--- Im Klinikum Taufkirchen an der Vils südlich von Landshut sind Straftäterinnen untergebracht, di...
Black Box Forensik: Patienten in Fesseln | BR.de
Fixierungen von Patienten über viele Stunden oder sogar Tage hinweg gehören in der forensischen Psychiatrie in Taufkirchen an der Vils nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks zum Alltag.
web.archive.org|Von Eva Achinger und Carola Brand, Bayerischer Rundfunk
Kölnische Rundschau Region Bonn Justizirrtum: Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie Justizirrtum Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie – Quelle: http://www.rundschau-online.de/248348 ©2016
Justizirrtum: Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie
Justizirrtum Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie
– Quelle: http://www.rundschau-online.de/248348 ©2016
– Quelle: http://www.rundschau-online.de/248348 ©2016 Kölnische Rundschau Region Bonn Justizirrtum: Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie Justizirrtum Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie – Quelle: http://www.rundschau-online.de/248348 ©2016
Eingestellt von Alena S-R um 01:01 Links zu diesem Post
Eingestellt von Alena S-R um 00:49 Links zu diesem Post