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Timestamp: 2020-07-09 01:40:28
Document Index: 47516415

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 19', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 41', 'Art. 47', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 53', 'Art. 55', 'Art. 56', 'Art. 58', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 65', 'Art. 68', 'Art. 69', 'Art. 71', 'Art. 79', 'Art. 75', 'Art. 77', 'Art. 81', 'Art. 88', 'Art. 91', 'Art. 93', 'Art. 96', 'Art. 98', 'Art. 111', 'Art. 111', 'Art. 125']

Lawbrary | AVO - Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
Allgemeines (3 - 5)
Mindestkapital (6 - 10)
Organisationsfonds (11 - 11)
Gewährsvorschriften (12 - 14)
Ergänzende Vorschriften für ausländische Versicherungsunternehmen
Generalbevollmächtigter oder Generalbevollmächtigte (16 - 20)
Allgemeine Bestimmungen (21 - 22)
… (23 - 23)
Geforderte Solvabilitätsspanne für Versicherungsunternehmen, welche die Schadenversicherung betreiben (27 - 32)
Verfügbare Solvabilitätsspanne (37 - 40)
Zielkapital (41 - 46)
Risikotragendes Kapital (47 - 50)
Modelle (50 - 50)
Weitere Bestimmungen (50 - 53)
Grundsätze (54 - 54)
Lebensversicherung (55 - 66)
Schadenversicherung (68 - 69)
Allgemeines (70 - 75)
Bestellung (76 - 83)
Zulassung und Kontrolle (84 - 87)
Bewertung der Werte (88 - 95)
Übrige Vorschriften zur Ausübung der Versicherungstätigkeit
Risikomanagement (96 - 98)
Verantwortlicher Aktuar oder verantwortliche Aktuarin (99 - 99)
Einsatz derivativer Finanzinstrumente (100 - 109)
Rechnungslegung (110 - 111)
… (112 - 112)
Weitere Grundsätze zur Ausübung der Versicherungstätigkeit (117 - 119)
Bestimmungen für einzelne Versicherungszweige
Tarifierung (120 - 126)
Abfindung und Rückkauf (127 - 129)
Anforderungen an Lebensversicherungsverträge (130 - 132)
Restschuldversicherungsverträge (133 - 135)
Vorschriften betreffend die Überschüsse in der Lebensversicherung ausserhalb der beruflichen Vorsorge (136 - 138)
Jährliche Betriebsrechnung und Informationspflichten (139 - 140)
Überschussbeteiligung (141 - 154)
Kranken- und Unfallversicherung (155 - 160)
Allgemeine Bestimmungen (161 - 163)
Schadenregelungsunternehmen (164 - 165)
Form und Inhalt des Rechtsschutzversicherungsvertrages (166 - 170)
Versicherte Schäden und Deckungsumfang (171 - 176)
Prämien und Statistiken (177 - 181)
Versicherungsvermittler und Versicherungvermittlerinnen (182 - 190)
Versicherungsgruppen und Versicherungskonglomerate
Organisation, Gruppenstruktur und gruppeninterne Vorgänge (191 - 194)
Risikomanagement (195 - 197)
Solvabilität (198 - 203)
Konkurs (203 - 203)
Versicherungskonglomerate (204 - 206)
… (207 - 209)
… (215 - 215)
Übergangs- und Schlussbestimmungen (216 - 218)
1Ei­ne Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit in der Schweiz liegt, un­ab­hän­gig von der Art und vom Ort des Ver­trags­schlus­ses vor, wenn:
ei­ne in der Schweiz do­mi­zi­lier­te na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son zu den Ver­si­che­rungs­neh­mern oder Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen oder zu den Ver­si­cher­ten ge­hört; oder
in der Schweiz ge­le­ge­ne Sa­chen ver­si­chert wer­den.
2Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz im Aus­land oh­ne Nie­der­las­sung in der Schweiz un­ter­ste­hen nicht der Ver­si­che­rungs­auf­sicht, wenn sie in der Schweiz aus­sch­liess­lich fol­gen­de Ver­si­che­rungs­ge­schäf­te tä­ti­gen:
De­ckung von Ver­si­che­rungs­ri­si­ken im Zu­sam­men­hang mit Hoch­see­schiff­fahrt, Luft­fahrt und grenz­über­schrei­ten­den Trans­por­ten;
De­ckung für im Aus­land ge­le­ge­ne Ri­si­ken;
De­ckung von Kriegs­ri­si­ken.
3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten für die Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lung sinn­ge­mä­ss.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
1Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) er­teilt die Be­wil­li­gung zum Ge­schäfts­be­trieb für einen oder meh­re­re Ver­si­che­rungs­zwei­ge nach An­hang 1.1
2Die Be­wil­li­gung zum Be­trieb ei­nes Scha­den­ver­si­che­rungs­zweigs er­mäch­tigt auch zum Be­trieb der Ver­si­che­rungs­zwei­ge B1-B13, B16 und B18, so­fern die zu­ge­rech­ne­ten Ri­si­ken:
im Zu­sam­men­hang mit dem Hauptri­si­ko ste­hen oder den Ge­gen­stand be­tref­fen, der ge­gen das Hauptri­si­ko ver­si­chert ist; und
durch den glei­chen Ver­trag ge­deckt wer­den, der das Hauptri­si­ko deckt.
3Das dem Ver­si­che­rungs­zweig B17 zu­ge­rech­ne­te Ri­si­ko darf un­ter den Be­din­gun­gen von Ab­satz 2 oh­ne be­son­de­re Be­wil­li­gung ge­deckt wer­den, so­fern die­ses Ri­si­ko:
im Zu­sam­men­hang mit den dem Ver­si­che­rungs­zweig B18 zu­ge­rech­ne­ten Ri­si­ken steht; oder
sich auf Strei­tig­kei­ten oder An­sprü­che be­zieht, die aus dem Ein­satz von Schif­fen auf See ent­ste­hen oder mit die­sem Ein­satz ver­bun­den sind.
4Die Be­wil­li­gung zum Be­trieb der Ver­si­che­rungs­zwei­ge A1, A3, A4 und A5 so­wie B1 und B2 er­mäch­tigt auch zum Be­trieb der In­va­li­di­täts­ver­si­che­rung.
5Die Be­wil­li­gung zum Be­trieb der Di­rekt­ver­si­che­rung er­mäch­tigt auch zum Be­trieb der Rück­ver­si­che­rung in den be­wil­lig­ten Ver­si­che­rungs­zwei­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
1Die FIN­MA1 er­teilt die Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 VAG, wenn der Schutz der Ver­si­cher­ten, ins­be­son­de­re der Schutz vor In­sol­venz­ri­si­ken des über­neh­men­den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens und vor Miss­bräu­chen, ge­währ­leis­tet ist.
2Bei Fu­sio­nen, Spal­tun­gen und Um­wand­lun­gen ha­ben die be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men si­cher­zu­stel­len, dass be­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se un­ver­än­dert fort­ge­führt wer­den.
3Fu­sio­nen, Spal­tun­gen und Um­wand­lun­gen dür­fen erst beim Han­dels­re­gis­ter zur Ein­tra­gung an­ge­mel­det wer­den, wenn die Be­wil­li­gung vor­liegt.
4Wur­den Fu­sio­nen, Spal­tun­gen oder Um­wand­lun­gen nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 VAG oh­ne Be­wil­li­gung der FIN­MA im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen, ver­an­lasst die­se die zur Wie­der­her­stel­lung des recht­mäs­si­gen Zu­stan­des er­for­der­li­chen Mass­nah­men auf Kos­ten der be­tei­lig­ten Ge­sell­schaf­ten.
1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 11 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
Än­de­run­gen des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 VAG sind der FIN­MA in­nert vier­zehn Ta­gen ab Ein­tritt des be­tref­fen­den Sach­ver­hal­tes mit­zu­tei­len.
Art. 5a Zusatzversicherungen von Krankenkassen
Kran­ken­kas­sen nach Ar­ti­kel 2 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sep­tem­ber 20142 (KVAG) dür­fen Zu­satz­ver­si­che­run­gen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 KVAG be­trei­ben, so­bald ih­nen die FIN­MA die Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 3 VAG da­für er­teilt hat.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).
1Um­fasst die Tä­tig­keit ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens meh­re­re Zwei­ge oder meh­re­re Ri­si­ken, so ist für die Fest­set­zung des Min­dest­ka­pi­tals der Zweig oder das Ri­si­ko mit dem höchs­ten Be­trag mass­ge­bend.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4425).
Das Min­dest­ka­pi­tal be­trägt für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Le­bens­ver­si­che­rung be­trei­ben:
5 Mil­lio­nen Fran­ken für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge A2.1, A2.4 und A7 so­wie für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge A3.3, A3.4 und A6, so­fern le­dig­lich To­des­fall­schutz oder Prä­mi­en­be­frei­ung ver­si­chert wird;
8 Mil­lio­nen Fran­ken für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge A2.2, A2.3, A2.5, A2.6, A3.1, A3.2, A4 und A5 so­wie für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge A3.3, A3.4 und A6, so­fern über To­des­fall­schutz und Prä­mi­en­be­frei­ung hin­aus Ka­pi­tal­schutz mit Zins­ga­ran­tie oder wei­te­re Ga­ran­ti­en ab­ge­ge­ben wer­den;
10 Mil­lio­nen Fran­ken für den Ver­si­che­rungs­zweig A1;
12 Mil­lio­nen Fran­ken für den Ver­si­che­rungs­zweig A1, so­fern Voll­schutz ge­währt wird (Füh­rung Spar­pro­zess in der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, mit Ka­pi­tal­schutz, Min­dest­zins­satz- und Ren­ten­um­wand­lungs­satz­ga­ran­tie).
Das Min­dest­ka­pi­tal be­trägt für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Scha­den­ver­si­che­rung be­trei­ben:
8 Mil­lio­nen Fran­ken für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge B1-B8 und B10-B15;
3 Mil­lio­nen Fran­ken für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge B9, B16, B17 und B18.
Das Min­dest­ka­pi­tal be­trägt für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Rück­ver­si­che­rung be­trei­ben:
10 Mil­lio­nen Fran­ken für die Ver­si­che­rungs­zwei­ge C1 und C2;
3 Mil­lio­nen Fran­ken für den Ver­si­che­rungs­zweig C3.
Un­ter be­son­de­ren Ver­hält­nis­sen, na­ment­lich wenn die Ri­si­ko­ex­po­si­ti­on des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens und der ge­plan­te Ge­schäfts­um­fang dies recht­fer­ti­gen, kann die FIN­MA in­ner­halb der ge­setz­li­chen Li­mi­ten nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 VAG von den Be­trä­gen nach den Ar­ti­keln 7-9 ab­wei­chen.
1Der Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds be­trägt in der Re­gel 20 Pro­zent des Min­dest­ka­pi­tals. Er darf frü­he­s­tens drei Jah­re nach sei­ner Be­stel­lung und nur mit Zu­stim­mung der FIN­MA für an­de­re als die in Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 VAG ge­nann­ten Zwe­cke ver­wen­det wer­den.
2Für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die zum Be­trieb des Ver­si­che­rungs­zweigs C3 er­mäch­tigt sind, be­trägt der Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds min­des­tens 300 000 Fran­ken.
3Die FIN­MA kann die Er­hö­hung oder die Wie­der­be­stel­lung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds ver­lan­gen, wenn sich in der Jah­res­rech­nung ein Ver­lust ab­zeich­net oder das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ei­ne aus­ser­ge­wöhn­li­che Ge­schäfts­aus­wei­tung plant.
Art. 12 Verwaltungsrat
1Der Ver­wal­tungs­rat muss so zu­sam­men­ge­setzt sein, dass er die Be­auf­sich­ti­gung und Ober­lei­tung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ein­wand­frei wahr­neh­men kann. Im Ver­wal­tungs­rat muss ins­be­son­de­re aus­rei­chen­des Ver­si­che­rungs­wis­sen vor­han­den sein.
2Je­des Ver­wal­tungs­rats­mit­glied muss über das für sei­ne Auf­ga­be not­wen­di­ge Fach­wis­sen und über aus­rei­chend Zeit für de­ren Er­fül­lung ver­fü­gen.
3Für je­des neue Mit­glied ist der FIN­MA in­nert 14 Ta­gen nach sei­ner Er­nen­nung das Cur­ri­cu­lum Vi­tae zu­zu­stel­len.
Art. 13 Doppelfunktionen
1Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes dür­fen nicht zu­gleich Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung sein.
2Die Funk­ti­on des in­ter­nen Re­vi­sors oder der in­ter­nen Re­vi­so­rin ist mit der­je­ni­gen des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin un­ver­ein­bar.
3Die FIN­MA kann dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men be­wil­li­gen und die­se an Be­din­gun­gen knüp­fen.
1Die für die Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen müs­sen über die für die Lei­tung der ih­nen un­ter­stell­ten Be­rei­che des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens er­for­der­li­chen Kennt­nis­se ver­fü­gen.
2Für je­des neue Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung ist der FIN­MA in­nert vier­zehn Ta­gen nach sei­ner Er­nen­nung das Cur­ri­cu­lum Vi­tae zu­zu­stel­len.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 11 der Re­vi­si­ons­auf­sichts­ver­ord­nung vom 22. Aug. 2007, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 3989).
1Der oder die Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te des aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ist in der Schweiz wohn­haft und hat die tat­säch­li­che Lei­tung der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft in­ne.
2Er oder sie muss über die er­for­der­li­chen Kennt­nis­se zum Be­trieb des Ver­si­che­rungs­ge­schäf­tes ver­fü­gen.
3Vor der Ein­set­zung ei­nes oder ei­ner neu­en Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten sind der FIN­MA das Cur­ri­cu­lum Vi­tae und die Voll­macht der Ge­schäfts­lei­tung zu­zu­stel­len.
1Der oder die Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te ver­tritt das aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­gen­über der FIN­MA und ge­gen­über Drit­ten in al­len An­ge­le­gen­hei­ten, wel­che die Aus­füh­rung der Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz- ge­bung be­tref­fen. Ins­be­son­de­re hat er oder sie fol­gen­de Pflich­ten und Be­fug­nis­se:
Er­werb oder Ver­äus­se­rung von Ver­mö­gens­wer­ten auf Rech­nung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens zum Zwe­cke der Be­stel­lung oder Ver­än­de­rung der Kau­ti­on oder des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens nach den Wei­sun­gen des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens oder nach den Ver­fü­gun­gen der FIN­MA;
Auf­be­wah­rung der Ak­ten an der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft und die Füh­rung der Bü­cher und Re­gis­ter (Art. 19);
Ab­ga­be von bin­den­den Er­klä­run­gen zu den Re­gis­tern und Grund­bü­chern zur Durch­füh­rung der Rechts­hand­lun­gen nach Buch­sta­be a;
Ab­ga­be von Er­klä­run­gen über die in der Schweiz zu ver­wen­den­den Ta­ri­fe und üb­ri­gen Ver­si­che­rungs­ma­te­ria­li­en.
2Er oder sie ver­tritt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men vor den schwei­ze­ri­schen Ge­rich­ten und Be­trei­bungs- und Kon­kurs­be­hör­den und nimmt Zu­stel­lun­gen und Mit­tei­lun­gen zu­han­den des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ver­bind­lich ent­ge­gen.
3Nicht in sei­ne oder ih­re Kom­pe­ten­zen fal­len Er­klä­run­gen über:
die Er­wei­te­rung der Be­wil­li­gung;
den Ver­zicht auf die Be­wil­li­gung;
Än­de­run­gen des Ge­schäfts­pla­nes des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 1 Buch­sta­be d;
die Jah­res­rech­nung für das Ge­samt­ge­schäft des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens;
die frei­wil­li­ge Über­tra­gung des schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stan­des.
1In der Voll­macht sind die Rech­te und Pflich­ten nach Ar­ti­kel 17 zu um­schrei­ben.
2Die Er­nen­nung des oder der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten und das Er­lö­schen der Voll­macht wer­den im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt ver­öf­fent­licht.
1Der oder die Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te be­wahrt die Un­ter­la­gen des schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stan­des an der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft auf und führt die ent­spre­chen­den Bü­cher und Re­gis­ter.
2Auf be­grün­de­tes Be­geh­ren kann die FIN­MA die Auf­be­wah­rung be­stimm­ter Ak­ten an ei­nem an­de­ren Ort ge­stat­ten.
1Aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die von der Schweiz aus nur das Aus­land­ge­schäft be­trei­ben, müs­sen den Nach­weis er­brin­gen, dass sie im Sitz­staat zur Aus­übung der Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit be­fugt sind und die Sitz­staats­auf­sichts­be­hör­de mit der Er­rich­tung der Nie­der­las­sung in der Schweiz ein­ver­stan­den ist.1
2Die Be­stim­mun­gen über den Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten oder die Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te gel­ten sinn­ge­mä­ss.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 11 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).
Die fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit be­misst sich nach der Sol­va­bi­li­tät und den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen.
Art. 22 Methoden zur Bestimmung der Solvabilität
1Die Sol­va­bi­li­tät der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men wird nach dem Schwei­zer Sol­venz­test (Swiss Sol­ven­cy Test, SST) be­ur­teilt. Wo staats­ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen es ver­lan­gen, wird sie zu­sätz­lich nach Sol­va­bi­li­tät I be­ur­teilt.
2Mit dem SST wer­den die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel nach Mass­ga­be der Ri­si­ken fest­ge­legt, de­nen das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­ge­setzt ist (Ziel­ka­pi­tal), und der an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel (ri­si­ko­tra­gen­des Ka­pi­tal).
3Mit der Sol­va­bi­li­tät I wer­den die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel nach Mass­ga­be des Ge­schäfts­um­fangs (ge­for­der­te Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne) und der an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel (ver­füg­ba­re Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne) fest­ge­legt.
Art. 22a Risikoabsorbierende Kapitalinstrumente
1Ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te, ins­be­son­de­re Hy­brid­ka­pi­tal, kön­nen un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen und nach Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA in der ver­füg­ba­ren Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne nach Sol­va­bi­li­tät I an­ge­rech­net und ent­we­der im ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal oder im Ziel­ka­pi­tal nach SST be­rück­sich­tigt wer­den:
Sie sind tat­säch­lich ein­be­zahlt und nicht mit Ver­mö­gens­wer­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens si­cher­ge­stellt.
Sie kön­nen nicht mit For­de­run­gen des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ver­rech­net wer­den.
Es ist un­wi­der­ruf­lich fest­ge­legt, dass sie ge­gen­über den For­de­run­gen al­ler üb­ri­gen Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen im Fall der Li­qui­da­ti­on, des Kon­kur­ses oder Nach­lass­ver­tra­ges des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens nach­ge­hen oder nach dem Ein­tre­ten von Be­din­gun­gen in sta­tu­ta­ri­sches Ei­gen­ka­pi­tal ge­wan­delt wer­den.
Im Ver­trag ist fest­ge­legt, dass das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­rech­tigt oder un­ter ge­wis­sen Be­din­gun­gen ver­pflich­tet ist, die Zah­lung fäl­li­ger Schuld­zin­sen auf­zu­schie­ben oder aus­fal­len zu las­sen.
Im Ver­trag ist fest­ge­legt, dass die Schuld und die un­be­zahl­ten Zin­sen einen Ver­lust mit­tra­gen, oh­ne dass das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zur Ein­stel­lung der Ge­schäftstä­tig­keit ge­zwun­gen ist.
Der Ver­trag ent­hält kei­ne Klau­seln, wo­nach die Schuld un­ter an­de­ren Um­stän­den als im Fal­le der Li­qui­da­ti­on des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens vor dem ver­ein­bar­ten Rück­zah­lungs­ter­min zu­rück­zu­zah­len ist.
Sie kön­nen nicht auf In­itia­ti­ve des In­ha­bers oder der In­ha­be­rin und nur mit vor­he­ri­ger Ge­neh­mi­gung der FIN­MA vor­zei­tig zu­rück­be­zahlt wer­den. Die Ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach­weist, dass die Rück­zah­lung nicht zu ei­ner Ge­fähr­dung der Sol­venz führt.
2Die FIN­MA kann die Kri­te­ri­en für die An­rech­nung von ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­den Ka­pi­ta­l­in­stru­men­ten aus­füh­ren, na­ment­lich zur Be­ur­tei­lung der Qua­li­tät der In­stru­men­te, zu de­ren recht­li­cher Durch­setz­bar­keit, zur Fun­gi­bi­li­tät des Ka­pi­tals so­wie zum Aus­fall­ri­si­ko des Leis­tungs­er­brin­gers.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
Art. 22b Beschränkung der Anrechenbarkeit unter SST
1Ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te kön­nen höchs­tens so weit be­rück­sich­tigt wer­den, als die Sum­me der sich er­ge­ben­den be­trags­mäs­si­gen Aus­wir­kun­gen im Ziel­ka­pi­tal und im ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal nicht mehr als das Kern­ka­pi­tal be­trägt.
2Für die Be­rück­sich­ti­gung der ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­den Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te im ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal oder im Ziel­ka­pi­tal gel­ten des Wei­te­ren die Be­schrän­kun­gen nach den Ar­ti­keln 47 und 49.
Art. 22c Beschränkung der Anrechenbarkeit unter Solvabilität I
1Für die An­rech­nung der ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­den Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te un­ter Sol­va­bi­li­tät I gel­ten fol­gen­de Be­schrän­kun­gen:
Ver­bind­lich­kei­ten kön­nen ge­samt­haft bis zu ei­ner Höchst­gren­ze von 50 Pro­zent der ver­füg­ba­ren oder der ge­for­der­ten Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne an­ge­rech­net wer­den, wo­bei der nied­ri­ge­re der bei­den Be­trä­ge mass­ge­bend ist.
Ver­bind­lich­kei­ten mit fes­ter Lauf­zeit kön­nen bis zu ei­ner Höchst­gren­ze von 25 Pro­zent der ver­füg­ba­ren oder der ge­for­der­ten Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne an­ge­rech­net wer­den, wo­bei der nied­ri­ge­re der bei­den Be­trä­ge mass­ge­bend ist.
2Die An­rech­nung von Ver­bind­lich­kei­ten mit fes­ter Lauf­zeit wird in den letz­ten fünf Jah­ren der Lauf­zeit um jähr­lich 20 Pro­zent des ur­sprüng­li­chen No­mi­nal­be­tra­ges re­du­ziert.
3Wird dem Gläu­bi­ger oder der Gläu­bi­ge­rin ein Kün­di­gungs­recht ein­ge­räumt, so gilt die frü­hest­mög­li­che Rück­zah­lung als mass­ge­bli­ches En­de der Lauf­zeit. Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men zu­las­sen.
1Die ge­for­der­te Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne be­rech­net sich ent­we­der nach den jähr­li­chen Brut­to­prä­mi­en (Art. 28) oder nach der mitt­le­ren Scha­den­be­las­tung für die drei letz­ten Ge­schäfts­jah­re (Art. 29). Das hö­he­re der bei­den Rech­nungs­er­geb­nis­se ist mass­ge­bend.
2Bei ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das im We­sent­li­chen nur Kre­dit-, Sturm-, Ha­gel- oder Frost­ri­si­ken über­nimmt, be­rech­net sich die mitt­le­re Scha­den­be­las­tung nach den letz­ten sie­ben Ge­schäfts­jah­ren.
1Der Prä­mien­in­dex er­rech­net sich an­hand der ver­buch­ten oder der ver­dien­ten Brut­to­prä­mi­en. Es ist vom hö­he­ren Be­trag aus­zu­ge­hen.
2Las­sen sich die Prä­mi­en der Ver­si­che­rungs­zwei­ge B11, B12 und B13 nicht ge­nau be­stim­men, so kann ih­re Zu­wei­sung mit Zu­stim­mung der FIN­MA an­hand sta­tis­ti­scher Ver­fah­ren er­fol­gen. Die Be­trä­ge der Prä­mi­en die­ser Ver­si­che­rungs­zwei­ge wer­den in je­dem Fall um 50 Pro­zent er­höht.
3Der Prä­mien­in­dex wird wie folgt er­mit­telt:
Von der Sum­me der im Di­rekt­ver­si­che­rungs­ge­schäft und im Rück­ver­si­che­rungs­ge­schäft im Lau­fe des letz­ten Ge­schäfts­jah­res ein­ge­nom­me­nen Brut­to­prä­mi­en, ein­sch­liess­lich Ne­ben­ein­nah­men, wer­den zu­erst der Prä­mi­en­stor­no und die di­rekt mit den Prä­mi­en über­wälz­ten Steu­ern und Ge­büh­ren ab­ge­zo­gen;
Von den ers­ten 80 Mil­lio­nen Fran­ken des Be­trags nach Buch­sta­be a wer­den 18 Pro­zent und vom dar­über hin­aus­ge­hen­den Be­trag 16 Pro­zent ge­rech­net und ad­diert;
Das Zwi­schen­er­geb­nis nach Buch­sta­be b wird mul­ti­pli­ziert mit dem Quo­ti­en­ten der drei letz­ten Ge­schäfts­jah­re, der sich aus dem Be­trag der Schä­den, die nach Ab­zug der rück­ver­si­cher­ten Schä­den zu Las­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ge­hen, und dem Brut­to­scha­den­be­trag er­gibt, min­des­tens aber mit 0,5.
1Der Scha­den­in­dex be­rech­net sich auf­grund der Scha­den­zah­lun­gen, die wäh­rend der Zeiträu­me nach Ar­ti­kel 27 im Di­rekt- und im Rück­ver­si­che­rungs­ge­schäft aus­ge­rich­tet wur­den, zu­züg­lich der Rück­stel­lun­gen für schwe­ben­de Schä­den, die am En­de des letz­ten Ge­schäfts­jah­res in den bei­den Ge­schäfts­be­rei­chen ge­bil­det wur­den.
2Las­sen sich die Schä­den, Rück­stel­lun­gen oder Rück­grif­fe der Ver­si­che­rungs­zwei­ge B11, B12 und B13 nicht ge­nau be­stim­men, so kann ih­re Zu­wei­sung mit Zu­stim­mung der FIN­MA an­hand sta­tis­ti­scher Ver­fah­ren er­fol­gen. Die Be­trä­ge für Schä­den, Rück­stel­lun­gen oder Rück­grif­fe die­ser Ver­si­che­rungs­zwei­ge wer­den in je­dem Fall um 50 Pro­zent er­höht.
3Der Scha­den­in­dex wird wie folgt er­mit­telt:
Vom Be­trag nach Ab­satz 1 wer­den die Ein­nah­men aus Rück­grif­fen der Zeiträu­me nach Ar­ti­kel 27 so­wie die Rück­stel­lun­gen für schwe­ben­de Schä­den im Di­rekt- und im Rück­ver­si­che­rungs­ge­schäft ab­ge­zo­gen, die zu Be­ginn des Ge­schäfts­jah­res, das dem letz­ten ab­ge­schlos­se­nen Ge­schäfts­jahr um zwei Jah­re vor­an­geht, ge­bil­det wur­den. Be­trägt der Zeit­raum sie­ben Jah­re, so ent­spricht der ab­zu­zie­hen­de Be­trag den Rück­stel­lun­gen, die zu Be­ginn des Ge­schäfts­jah­res ge­bil­det wur­den, das dem letz­ten ab­ge­schlos­se­nen Ge­schäfts­jahr um sechs Jah­re vor­an­geht;
Vom Jah­res­durch­schnitt des sich er­ge­ben­den Be­tra­ges wer­den von den ers­ten 56 Mil­lio­nen Fran­ken 26 Pro­zent und vom dar­über hin­aus­ge­hen­den Be­trag 23 Pro­zent ge­rech­net und ad­diert. Dar­aus re­sul­tiert das Zwi­schen­er­geb­nis;
Das Zwi­schen­er­geb­nis wird mit dem Quo­ti­en­ten der drei letz­ten Ge­schäfts­jah­re mul­ti­pli­ziert, der sich aus dem Be­trag der Schä­den, die nach Ab­zug der rück­ver­si­cher­ten Schä­den zu Las­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ge­hen, und dem Brut­to­scha­den­be­trag er­gibt, min­des­tens aber mit 0,5.
1Ist die ge­for­der­te Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne, die sich aus den Be­rech­nun­gen nach den Ar­ti­keln 27-29 er­gibt, nied­ri­ger als die ge­for­der­te Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne des Vor­jah­res, so ent­spricht die neue ge­for­der­te Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne min­des­tens der­je­ni­gen des Vor­jah­res, mul­ti­pli­ziert mit dem Quo­ti­en­ten aus dem Be­trag der Rück­stel­lun­gen für schwe­ben­de Schä­den am En­de des letz­ten Ge­schäfts­jah­res und dem Be­trag der Rück­stel­lun­gen für schwe­ben­de Schä­den zu Be­ginn des letz­ten Ge­schäfts­jah­res, höchs­tens aber mit 1.
2Bei der Be­rech­nung der Rück­stel­lun­gen wird die Rück­ver­si­che­rung aus­ser Be­tracht ge­las­sen.
Die Pro­zent­sät­ze nach den Ar­ti­keln 28 Ab­satz 3 Buch­sta­be b und 29 Ab­satz 3 Buch­sta­be b wer­den für Kran­ken­ver­si­che­run­gen, die nach Art der Le­bens­ver­si­che­rung be­trie­ben wer­den, auf einen Drit­tel ge­kürzt, wenn:
auf der Grund­la­ge von Wahr­schein­lich­keits­ta­feln nach ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­schen Grund­sät­zen be­rech­ne­te Prä­mi­en er­ho­ben wer­den;
ei­ne Al­ters­rück­stel­lung ge­bil­det wird;
ein an­ge­mes­se­ner Si­cher­heits­zu­schlag er­ho­ben wird; und
das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men spä­tes­tens nach Ab­lauf des drit­ten Ver­si­che­rungs­jah­res den Ver­trag nicht mehr kün­di­gen kann.
Beim Ver­si­che­rungs­zweig B18 ent­spricht die Sum­me der Scha­dens­zah­lun­gen, wel­che in die Be­rech­nung des Scha­den­in­de­xes ein­geht, den Kos­ten, die dem Un­ter­neh­men aus der er­brach­ten Bei­stands­leis­tung er­wach­sen.
1Als Ei­gen­mit­tel an­re­chen­bar sind:1
das ein­be­zahl­te Ka­pi­tal;
ein all­fäl­li­ges Par­ti­zi­pa­ti­ons­schein­ka­pi­tal;
die ge­setz­li­chen, sta­tu­ta­ri­schen und frei­en Re­ser­ven;
der Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds;
der Ge­winn­vor­trag des Vor­jah­res;
der Ge­winn des ab­ge­schlos­se­nen Ge­schäfts­jah­res;
2Auf be­grün­de­ten An­trag des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens kann die FIN­MA die An­rech­nung wei­te­rer Ele­men­te als Ei­gen­mit­tel zu­las­sen, ins­be­son­de­re:
Rück­stel­lun­gen für künf­ti­ge Ver­pflich­tun­gen und Ver­lus­te, die nicht ein­deu­tig ei­nem be­stimm­ten Ge­schäfts­fall zu­zu­ord­nen sind;
Be­wer­tungs­re­ser­ven als Dif­fe­renz zwi­schen den bi­lan­zier­ten Buch­wer­ten und den ent­spre­chen­den Markt­wer­ten für al­le Wer­te mit Aus­nah­me der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen und der fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­re nach Ar­ti­kel 110 Ab­satz 1, wo­bei min­des­tens 50 Pro­zent der ge­for­der­ten Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne mit an­de­ren Ei­gen­mit­teln ge­deckt sein müs­sen;
ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te, so­fern die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 22a-22c er­füllt sind.
3Von den an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­teln ab­zu­zie­hen sind:
im­ma­te­ri­el­le Ver­mö­gens­wer­te;
der Ver­lust­vor­trag des Vor­jah­res;
der Ver­lust des ab­ge­schlos­se­nen Ge­schäfts­jah­res; und
die vor­ge­se­he­nen Di­vi­den­den und Ka­pi­tal­rück­zah­lun­gen.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
Für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Scha­den­ver­si­che­rung oder die Scha­den­rück­ver­si­che­rung be­trei­ben und ih­re ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ab­zin­sen oder re­du­zie­ren, wird die ver­füg­ba­re Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne um die Dif­fe­renz zwi­schen den nicht ab­ge­zins­ten oder nicht re­du­zier­ten ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen und den ab­ge­zins­ten oder re­du­zier­ten ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen er­mäs­sigt. Ei­ne An­pas­sung für die Ab­zin­sung der in den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ent­hal­te­nen Ren­ten ist nicht not­wen­dig.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­auf­tragt ei­ne in­ter­ne Stel­le mit der Kon­trol­le der ver­füg­ba­ren Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne. Die­se er­stellt je­weils am En­de des Ge­schäfts­jah­res einen Be­richt und un­ter­brei­tet ihn der Ge­schäfts­lei­tung und der FIN­MA in­nert drei Mo­na­ten.
2In be­son­de­ren Si­tua­tio­nen kann die FIN­MA ei­ne un­ter­jäh­ri­ge Be­richt­er­stat­tung an­ord­nen.
Art. 41 Begriff
1Das Ziel­ka­pi­tal ent­spricht dem ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal (Art. 47-49), das zu Be­ginn des Jah­res vor­han­den sein muss, da­mit der Durch­schnitt der mög­li­chen Wer­te des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals, die un­ter ei­nem be­stimm­ten Schwel­len­wert (Va­lue at Risk) lie­gen (Ex­pec­ted Short­fall nach An­hang 2), En­de des Jah­res grös­ser oder gleich dem Min­dest­be­trag nach Ab­satz 3 ist.
2Der Schwel­len­wert des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals ist der­je­ni­ge Wert, der vom ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal höchs­tens mit ei­ner be­stimm­ten Wahr­schein­lich­keit un­ter­schrit­ten wird. Die FIN­MA setzt den Wert die­ser Wahr­schein­lich­keit fest und kün­digt Än­de­run­gen spä­tes­tens zwölf Mo­na­te vor dem Stich­tag an, auf den sich die ers­te SST-Er­mitt­lung be­zieht, die von die­ser Än­de­rung be­trof­fen ist.
3Der Min­dest­be­trag ist der Ka­pi­tal­auf­wand für das ri­si­ko­tra­gen­de Ka­pi­tal, das wäh­rend der Dau­er der Ab­wick­lun­gen der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ver­pflich­tun­gen zu stel­len ist.
1Die Er­mitt­lung des Ziel­ka­pi­tals be­ruht auf:
ei­nem Mo­dell zur Quan­ti­fi­zie­rung der re­le­van­ten Ri­si­ken;
der Aus­wer­tung ei­ner Rei­he von Sze­na­ri­en, und
ei­nem Ag­gre­ga­ti­ons­ver­fah­ren, wel­ches die Re­sul­ta­te des Mo­dells und der Sze­na­rio­aus­wer­tung ver­ei­nigt.
2Die FIN­MA legt die re­le­van­ten Ri­si­ken fest; da­zu ge­hö­ren auf je­den Fall Markt-, Kre­dit- und Ver­si­che­rungs­ri­si­ken.1
1Die FIN­MA de­fi­niert hy­po­the­ti­sche Er­eig­nis­se oder die Kom­bi­na­ti­on von Er­eig­nis­sen (Sze­na­ri­en), mit de­ren Ein­tritt in­nert Jah­res­frist mit ei­ner be­stimm­ten Wahr­schein­lich­keit zu rech­nen ist und die sich in be­stimm­tem Aus­mass un­güns­tig auf das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­wir­ken.1
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men de­fi­niert ei­ge­ne Sze­na­ri­en, die sei­ner in­di­vi­du­el­len Ri­si­ko­si­tua­ti­on Rech­nung tra­gen.
3Bei be­son­de­ren Ri­si­ko­si­tua­tio­nen stellt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der FIN­MA An­trag auf Mo­di­fi­ka­ti­on der vor­ge­ge­be­nen Sze­na­ri­en.
Die FIN­MA legt fest, wie die Er­geb­nis­se der Aus­wer­tung der Mo­del­le zur Quan­ti­fi­zie­rung der Ri­si­ken und die Er­geb­nis­se der Aus­wer­tung der Sze­na­ri­en ag­gre­giert wer­den. Für in­ter­ne Mo­del­le kann sie auf An­trag an­de­re Ag­gre­ga­ti­ons­ver­fah­ren ge­neh­mi­gen.
Art. 46 Verfahren zur Ermittlung
1Bei der Er­mitt­lung des Ziel­ka­pi­tals sind, so­fern sie we­sent­lich sind, zu be­rück­sich­ti­gen:
in Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen ein­ge­bet­te­te Op­tio­nen und Ga­ran­ti­en;
wei­te­re Ga­ran­ti­en so­wie Even­tual­ver­pflich­tun­gen.
2Bei der Er­mitt­lung des Ziel­ka­pi­tals wer­den die Rück­ver­si­che­rung und die Re­tro­zes­si­on von Ri­si­ken im Rah­men des quan­ti­fi­zier­ten Ri­si­kotrans­fers voll­um­fäng­lich an­er­kannt. Das Aus­fall­ri­si­ko von Rück­ver­si­che­run­gen ist bei der Ziel­ka­pi­tal­be­rech­nung zu be­rück­sich­ti­gen.
3Wei­te­re Ka­pi­tal- und Ri­si­kotrans­fer­in­stru­men­te, ins­be­son­de­re emp­fan­ge­ne Ga­ran­ti­en oder ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te ge­mä­ss den Ar­ti­keln 22a und 22b, kön­nen un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen ziel­ka­pi­tal­min­dernd be­rück­sich­tigt wer­den:
Die Ka­pi­tal- und Ri­si­kotrans­fer­in­stru­men­te wer­den im Ein­klang mit den Be­wer­tungs- und Ri­si­ko­quan­ti­fi­zie­rungs­grund­sät­zen die­ses Ab­schnitts mo­del­liert.
So­fern Leis­tungs­emp­fän­ger und Leis­tungs­er­brin­ger Ein­hei­ten ei­ner un­ter FIN­MA-Auf­sicht ste­hen­den Ver­si­che­rungs­grup­pe sind, wer­den die Ka­pi­tal- und Ri­si­kotrans­fer­in­stru­men­te kon­sis­tent mit dem Mo­dell für den Grup­pen-SST nach den Ar­ti­keln 198a-198c mo­del­liert.
4Nach Ab­satz 3 ziel­ka­pi­tal­min­dernd be­rück­sich­tig­te In­stru­men­te kön­nen nicht gleich­zei­tig an das er­gän­zen­de Ka­pi­tal an­ge­rech­net wer­den.
5In­stru­men­te, wel­che nicht un­ter die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 22a-22c fal­len, kön­nen ge­samt­haft bis zu ei­ner Höchst­gren­ze von 50 Pro­zent des Kern­ka­pi­tals zu Be­ginn des Jah­res be­rück­sich­tigt wer­den.
Art. 47 Begriff und Anrechenbarkeit
1Das ri­si­ko­tra­gen­de Ka­pi­tal dient der Be­de­ckung des Ziel­ka­pi­tals. Es ist gleich der Sum­me aus Kern­ka­pi­tal und er­gän­zen­dem Ka­pi­tal.
2Er­gän­zen­des Ka­pi­tal kann im ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal bis höchs­tens 100 Pro­zent des Kern­ka­pi­tals an­ge­rech­net wer­den. Un­te­res er­gän­zen­des Ka­pi­tal nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 2 kann je­doch nur bis höchs­tens 50 Pro­zent des Kern­ka­pi­tals an­ge­rech­net wer­den.
3Die FIN­MA kann auf An­trag Aus­nah­men von die­sen Be­gren­zun­gen zu­las­sen. Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss ins­be­son­de­re dar­le­gen, wie die Ri­si­ken, die Si­cher­heit und die Ver­füg­bar­keit der Be­stand­tei­le des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals ab­ge­bil­det wer­den.
Art. 48 Kernkapital
1Für die Be­rech­nung des Kern­ka­pi­tals wird die Dif­fe­renz zwi­schen dem markt­na­hen Wert der Ak­ti­ven und dem markt­na­hen Wert des Fremd­ka­pi­tals (An­hang 3) zum Min­dest­be­trag nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 3 ad­diert. Da­von ab­ge­zo­gen wer­den:
vor­ge­se­he­ne Di­vi­den­den und Ka­pi­tal­rück­zah­lun­gen;
die im un­mit­tel­ba­ren Be­sitz des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­find­li­chen ei­ge­nen Ak­ti­en, die auf ei­ge­nes Ri­si­ko ge­hal­ten wer­den;
la­ten­te Lie­gen­schafts­steu­ern, in dem Um­fang, in dem kei­ne Ver­rech­nung mög­lich ist.
2Das Kern­ka­pi­tal wird auf der Grund­la­ge ei­ner Markt­wert­bi­lanz er­mit­telt, die sämt­li­che öko­no­misch re­le­van­ten Po­si­tio­nen be­rück­sich­tigt (Ge­samt­bi­lan­zan­satz). Die FIN­MA er­lässt Vor­schrif­ten über die Er­stel­lung der Markt­wert­bi­lanz.
Art. 49 Ergänzendes Kapital
1Als obe­res er­gän­zen­des Ka­pi­tal gel­ten ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 oh­ne fes­ten Rück­zah­lungs­ter­min.
2Als un­te­res er­gän­zen­des Ka­pi­tal gel­ten ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­de Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 mit ei­ner ur­sprüng­li­chen Lauf­zeit von min­des­tens fünf Jah­ren.
3Für die An­rech­nung der ri­si­ko­ab­sor­bie­ren­den Ka­pi­ta­l­in­stru­men­te nach Ab­satz 2 gel­ten fol­gen­de Be­schrän­kun­gen:
In den letz­ten fünf Jah­ren der Lauf­zeit re­du­ziert sich der an­re­chen­ba­re Be­trag um jähr­lich 20 Pro­zent des ur­sprüng­li­chen No­mi­nal­be­trags.
Wird der Gläu­bi­ge­rin oder dem Gläu­bi­ger ein Kün­di­gungs­recht ein­ge­räumt, so gilt die frü­hest­mög­li­che Rück­zah­lung als mass­ge­bli­ches En­de der Lauf­zeit. Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men zu­las­sen.
3. Abschnitt: Modelle
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­stimmt sei­ne Sol­va­bi­li­tät nach ei­nem Stan­dard­mo­dell der FIN­MA.
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann sei­ne Sol­va­bi­li­tät teil­wei­se oder ganz nach ei­nem ei­ge­nen Mo­dell (in­ter­nes Mo­dell) be­stim­men, wenn die­ses von der FIN­MA ge­neh­migt ist.
1Die FIN­MA er­ar­bei­tet oder be­zeich­net Stan­dard­mo­del­le, wel­che die Ri­si­ko­pro­fi­le der meis­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ab­bil­den.
2Sie ent­schei­det, wel­ches Stan­dard­mo­dell ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zu ver­wen­den hat.
3Sie kann ver­lan­gen, dass das Stan­dard­mo­dell an­zu­pas­sen oder ein an­de­res Stan­dard­mo­dell oder ein in­ter­nes Mo­dell nach Ar­ti­kel 50c zu ver­wen­den ist, falls das ver­wen­de­te Stan­dard­mo­dell der spe­zi­fi­schen Ri­si­ko­si­tua­ti­on ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens nicht ent­spricht.
Die FIN­MA ge­neh­migt ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Ver­wen­dung ei­nes in­ter­nen Mo­dells, wenn:
die Stan­dard­mo­del­le die spe­zi­fi­sche Ri­si­ko­si­tua­ti­on nicht ge­nü­gend wi­der­spie­geln wür­den; und
die qua­li­ta­ti­ven, quan­ti­ta­ti­ven und or­ga­ni­sa­to­ri­schen An­for­de­run­gen der FIN­MA er­füllt sind.
1Wahl, Wech­sel und we­sent­li­che Än­de­run­gen des Mo­dells sind von der FIN­MA ge­neh­mi­gen zu las­sen. Die FIN­MA kann bis zur Ge­neh­mi­gung die Ver­wen­dung ei­nes an­ge­pass­ten in­ter­nen Mo­dells oder ei­nes Stan­dard­mo­dells an­ord­nen.
2Sie ge­währt im Ein­zel­fall an­ge­mes­se­ne Über­gangs­mo­da­li­tä­ten und -fris­ten für den Wech­sel von ei­nem in­ter­nen Mo­dell zu ei­nem Stan­dard­mo­dell und be­rück­sich­tigt da­bei die kos­ten­mäs­si­ge Be­las­tung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens, ins­be­son­de­re die Be­las­tung durch Ka­pi­tal­kos­ten.
3Das Mo­dell ist re­gel­mäs­sig durch das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zu über­prü­fen und ge­ge­be­nen­falls an­zu­pas­sen.
Art. 50e Vereinfachungen
Die FIN­MA kann für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ver­ein­fa­chun­gen bei der Durch­füh­rung des SST ver­fü­gen, wenn be­son­de­re Um­stän­de, na­ment­lich der klei­ne Ge­schäfts­um­fang, die ge­ring­fü­gi­ge Kom­ple­xi­tät oder die un­pro­ble­ma­ti­sche Ri­si­ko­si­tua­ti­on, dies recht­fer­ti­gen.
Art. 50f Aufschläge auf dem Zielkapital und Abschläge auf dem risikotragenden Kapital
Die FIN­MA kann der Ri­si­ko­si­tua­ti­on an­ge­mes­se­ne Ka­pi­tal­auf­schlä­ge auf dem Ziel­ka­pi­tal oder Ka­pi­tal­ab­schlä­ge auf dem ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tal ver­fü­gen:
bei un­zu­rei­chen­der Mo­del­lie­rung;
zur Ab­de­ckung wei­te­rer, nicht be­rück­sich­tig­ter Ri­si­ken, ins­be­son­de­re ope­ra­tio­nel­ler Ri­si­ken und Kon­zen­tra­ti­ons­ri­si­ken.
Art. 51 Häufigkeit der Ermittlung
1Das Ziel­ka­pi­tal und das ri­si­ko­tra­gen­de Ka­pi­tal sind jähr­lich zu er­mit­teln.
2So­fern die Ri­si­ko­si­tua­ti­on ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens dies er­for­dert, kann die FIN­MA die Fre­quenz der Er­mitt­lung er­hö­hen. Sie kann in die­sem Fall auch ei­ne nä­he­rungs­wei­se Be­stim­mung des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals oder des Ziel­ka­pi­tals zu­las­sen.
Art. 52 Datenerhebung
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men er­hebt und er­fasst die re­le­van­ten Da­ten so, dass das Ziel­ka­pi­tal, das ri­si­ko­tra­gen­de Ka­pi­tal so­wie der markt­na­he Wert der Ver­si­che­rungs­ver­pflich­tun­gen be­rech­net wer­den kön­nen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­fasst über die Be­rech­nung des Ziel­ka­pi­tals und des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals jähr­lich einen Be­richt. Die­ser ist von der Ge­schäfts­lei­tung zu un­ter­zeich­nen und der FIN­MA ein­zu­rei­chen. Die FIN­MA kann häu­fi­ge­re In­for­ma­tio­nen ein­for­dern, so­fern die Ri­si­ko­si­tua­ti­on dies ge­bie­tet.1
2Der SST-Be­richt ent­hält al­le re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen, die zum Ver­ständ­nis der Be­rech­nung des Ziel­ka­pi­tals und des ri­si­ko­tra­gen­den Ka­pi­tals so­wie zur Ri­si­ko­si­tua­ti­on des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens not­wen­dig sind.
3Die FIN­MA legt den Ter­min für die Ein­rei­chung jähr­lich un­ter An­set­zung ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist fest.
Art. 53a Stresstests
Die FIN­MA kann zu­sätz­lich zum SST-Be­richt na­ment­lich für Markt­ver­glei­che SST-Be­rech­nun­gen so­wie stan­dar­di­sier­te Stress­tests ver­lan­gen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­fügt über aus­rei­chen­de ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen.
2Es löst nicht mehr be­nö­tig­te ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen auf.
3Es nennt im Ge­schäfts­plan die Be­din­gun­gen der Bil­dung und der Auf­lö­sung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen. Es do­ku­men­tiert die ver­wen­de­ten Rück­stel­lungs­me­tho­den und die Be­wer­tung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ver­bind­lich­kei­ten.
4Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten be­züg­lich Art und Um­fang der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen.
Art. 55 Arten versicherungstechnischer Rückstellungen
Ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen sind:
Rück­stel­lun­gen, die nach den Ta­rif­grund­la­gen der lau­fen­den Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge oder nach vor­sich­ti­ge­ren Grund­la­gen be­rech­net wer­den;
Rück­stel­lun­gen, die zur Bil­dung aus­rei­chen­der Rück­stel­lun­gen er­for­der­lich sind;
Rück­stel­lun­gen, die nach ak­tua­ri­el­len und im Ge­schäfts­plan fest­ge­hal­te­nen Me­tho­den ge­bil­det wer­den, um die Er­füll­bar­keit der Ver­pflich­tun­gen aus den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen wei­ter zu er­hö­hen.
Art. 56 Sollbetrag des gebundenen Vermögens
1Der Soll­be­trag des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens setzt sich zu­sam­men aus:
den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 55 Buch­sta­ben a und b;
den Ver­bind­lich­kei­ten aus Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit ge­gen­über Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und -neh­mern;
dem Zu­schlag nach Ar­ti­kel 18 VAG.
2Von den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be a kön­nen in Ab­zug ge­bracht wer­den:
Po­li­cen­dar­le­hen;
vor­aus­be­zahl­te Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen;
aus­ste­hen­de Prä­mi­en, so­weit die­se mit Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ver­rech­net wer­den kön­nen.
1Be­treibt ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ne­ben der Le­bens­ver­si­che­rung auch die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung, so be­rech­net sich die Hö­he des Soll­be­tra­ges für die­se bei­den Zwei­ge nach den Re­geln des Soll­be­tra­ges für die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung.
Art. 58 Grundsatz der Einzelberechnung
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­rech­net die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 55 Buch­sta­be a für je­den ein­zel­nen Ver­trag.
2Nicht in­di­vi­dua­li­siert, son­dern un­ter Be­rück­sich­ti­gung al­ler Ver­trä­ge zu be­rech­nen sind die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 55 Buch­sta­ben b und c.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men bil­det al­le ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen oh­ne Be­rück­sich­ti­gung ei­ner all­fäl­li­gen Rück­ver­si­che­rung. Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men zu­las­sen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, mit­Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
Art. 62 Verstärkung versicherungstechnischer Rückstellungen
1Die FIN­MA kann dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Be­wil­li­gung zur plan­mäs­si­gen Ver­stär­kung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen über einen Zeit­raum von höchs­tens zehn Jah­ren er­tei­len.
2Die Ver­stär­kun­gen der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen sind in­di­vi­du­ell pro ver­si­cher­te Per­son zu füh­ren, so­fern sie die­ser bei ih­rem Aus­schei­den aus dem Kol­lek­tiv mit­ge­ge­ben wer­den müs­sen.
3Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len zu­sätz­li­che Ver­stär­kun­gen der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen an­ord­nen.
Art. 63 Deckung der Abfindungswerte
Die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ab­züg­lich der Be­trä­ge all­fäl­li­ger ak­ti­vier­ter Ab­schluss­kos­ten müs­sen die Ab­fin­dungs­wer­te je­der­zeit de­cken.
Art. 65 Zillmerung versicherungstechnischer Rückstellungen und Aktivierung nicht getilgter Abschlusskosten
1Die Zill­me­rung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ist nicht zu­läs­sig. Da­von aus­ge­nom­men sind die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen der Nie­der­las­sun­gen schwei­ze­ri­scher Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in Staa­ten, in de­nen die Zill­me­rung auf­sichts­recht­lich zu­ge­las­sen ist.
2Die Ak­ti­vie­rung noch nicht ge­tilg­ter Ab­schluss­kos­ten ist grund­sätz­lich zu­läs­sig. Die FIN­MA er­lässt Richt­li­ni­en be­tref­fend den Um­fang und die Mo­da­li­tä­ten der Ak­ti­vie­rung. Sie kann in be­grün­de­ten Fäl­len die Ak­ti­vie­rung ver­bie­ten.
Art. 68 Sollbetrag des gebundenen Vermögens
den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 69;
den Ver­bind­lich­kei­ten aus der Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit ge­gen­über Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und -neh­mern;
2Die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen wer­den oh­ne Be­rück­sich­ti­gung der Rück­ver­si­che­rung ge­bil­det. Die FIN­MA kann auf An­trag die rück­ver­si­cher­ten An­tei­le der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ganz oder teil­wei­se zur Be­stel­lung des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens zu­las­sen.
3Aus­ste­hen­de Prä­mi­en kön­nen von den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen in Ab­zug ge­bracht wer­den, so­weit kei­ne Ver­si­che­rungs­de­ckung be­steht oder so­weit die aus­ste­hen­den Prä­mi­en mit Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ver­rech­net wer­den kön­nen.
Art. 69 Arten versicherungstechnischer Rückstellungen
1Ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen sind:
die Prä­mi­en­über­trä­ge;
die Scha­den­rück­stel­lun­gen;
die Si­cher­heits- und Schwan­kungs­rück­stel­lun­gen;
die Al­te­rungs­rück­stel­lun­gen;
die Rück­stel­lun­gen für ver­trag­li­che Über­schuss­be­tei­li­gun­gen;
die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen für Ren­ten;
al­le üb­ri­gen Rück­stel­lun­gen, die zur Bil­dung aus­rei­chen­der Rück­stel­lun­gen er­for­der­lich sind.
2Schwan­kungs­rück­stel­lun­gen in der Kre­dit­ver­si­che­rung wer­den nach der Me­tho­de Nr. 2 des An­hangs Nr. 5 zum Ab­kom­men vom 10. Ok­to­ber 19892 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der EWG be­tref­fend die Di­rekt­ver­si­che­rung mit Aus­nah­me der Le­bens­ver­si­che­rung ge­bil­det.
3Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Kre­dit­ver­si­che­rung be­trei­ben, sind von der Bil­dung von Schwan­kungs­rück­stel­lun­gen be­freit, so­fern ih­re zum Soll ge­stell­ten Prä­mi­enein­nah­men in die­sem Ver­si­che­rungs­zweig we­ni­ger als 4 Pro­zent der Ge­samt­sum­me der zum Soll ge­stell­ten Prä­mi­enein­nah­men aus­ma­chen und we­ni­ger als 4 Mil­lio­nen Fran­ken be­tra­gen.
Das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen be­trägt bei sei­ner Be­stel­lung min­des­tens:
750 000 Fran­ken für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Le­bens- ver­si­che­rung be­trei­ben;
100 000 Fran­ken für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Scha­den- ver­si­che­rung be­trei­ben.
Art. 71 Ermittlung des Sollbetrags des gebundenen Vermögens
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­rech­net den Soll­be­trag für je­des ge­bun­de­ne Ver­mö­gen ge­son­dert auf­grund der je­weils ak­tu­el­len ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen.
2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len un­ter­jäh­rig fun­dier­te Schät­zun­gen der ak­tu­el­len ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen zu­las­sen.
1In­nert drei Mo­na­ten nach Ab­schluss des Rech­nungs­jah­res teilt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der Prüf­ge­sell­schaft den per En­de des Rech­nungs­jah­res be­rech­ne­ten Soll­be­trag für je­des ge­bun­de­ne Ver­mö­gen zu­sam­men mit dem Ver­zeich­nis der De­ckungs­wer­te mit. In­nert vier Mo­na­ten nach Ab­schluss des Rech­nungs­jah­res er­stat­tet das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der FIN­MA Be­richt.1
2Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz in der Schweiz müs­sen zu­dem Be­richt er­stat­ten über je­den aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stand, für den sie im Aus­land Si­cher­heit leis­ten müs­sen.
Als aus­län­di­scher Ver­si­che­rungs­be­stand nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 VAG gilt die Ge­samt­heit der Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge mit im Aus­land do­mi­zi­lier­ten Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und Ver­si­che­rungs­neh­mern.
1Der Soll­be­trag muss je­der­zeit durch Ak­ti­ven (Art. 79) ge­deckt sein.
2Stellt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ei­ne Un­ter­de­ckung fest, so hat es das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen un­ver­züg­lich zu er­gän­zen. Die FIN­MA kann in be­son­de­ren Fäl­len ei­ne Frist zur Er­gän­zung ein­räu­men.
Art. 75 Effektenleihe und Pensionsgeschäft
Die FIN­MA er­lässt Vor­schrif­ten über die Ef­fek­ten­lei­he (Se­cu­ri­ties Len­ding) und das Pen­si­ons­ge­schäft (Re­po, Re­ver­se Re­po) durch Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re über:
die Mo­da­li­tä­ten der Si­cher­stel­lung;
die Aus­ge­stal­tung der Ver­trä­ge;
de­ren Um­fang.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­stellt das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen durch Zu­wei­sung von Ver­mö­gens­wer­ten. Es er­fasst und kenn­zeich­net die­se Wer­te so, dass es je­der­zeit oh­ne Ver­zug nach­wei­sen kann, wel­che Wer­te zum ge­bun­de­nen Ver­mö­gen ge­hö­ren und dass der Soll­be­trag des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens ge­deckt ist.
2Die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens sind in ers­ter Li­nie un­ter dem Ge­sichts­punkt der Si­cher­heit, der tat­säch­li­chen fi­nan­zi­el­len La­ge so­wie der Struk­tur und der zu er­war­ten­den Ent­wick­lung des Ver­si­che­rungs­be­stan­des aus­zu­wäh­len.
3Im Üb­ri­gen ist ein markt­ge­rech­ter Er­trag bei zweck­mäs­si­ger Di­ver­si­fi­ka­ti­on an­zu­stre­ben und der vor­aus­seh­ba­re Be­darf an flüs­si­gen Mit­teln je­der­zeit si­cher- zu­stel­len.
Art. 77 Separate gebundene Vermögen
1Je ein se­pa­ra­tes ge­bun­de­nes Ver­mö­gen ist ins­be­son­de­re zu be­stel­len für:
die Ver­si­che­run­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge;
die Ver­si­cher­ten­an­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2.1, A2.2, A2.3 und A6.1;
die Ver­si­cher­ten­an­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2.4, A2.5, A2.6 und A6.2.
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann für wei­te­re spe­zi­el­le So­li­dar­ge­mein­schaf­ten wei­te­re se­pa­ra­te ge­bun­de­ne Ver­mö­gen be­stel­len, na­ment­lich für:
Ver­trä­ge des schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stan­des, die in frem­den Wäh­run­gen aus­ge­stellt sind;
Ver­trä­ge ei­nes aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stan­des, für die im Aus­land kei­ne gleich­wer­ti­ge Si­cher­heit ge­stellt wer­den muss.
3Die FIN­MA kann die Bil­dung se­pa­ra­ter ge­bun­de­ner Ver­mö­gen für wei­te­re spe­zi­el­le So­li­dar­ge­mein­schaf­ten an­ord­nen, wenn dies für die Si­cher­stel­lung der An­sprü­che aus den be­tref­fen­den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen nö­tig ist.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­fügt über:
ei­ne An­la­ge­stra­te­gie;
ein An­la­ge­re­gle­ment, wel­ches die Ein­hal­tung der Grund­sät­ze für Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ar­ti­kel 76 ge­währ­leis­tet;
ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, die si­cher­stellt, dass die mit der Ver­wal­tung und Kon­trol­le be­trau­ten Per­so­nen über die da­zu er­for­der­li­chen Kennt­nis­se ver­fü­gen;
ein Ri­si­ko­ma­na­ge­ment, das dem Ge­schäfts­um­fang und der Kom­ple­xi­tät der An­la­ge­tä­tig­keit an­ge­passt ist.
2Die Ge­schäfts­lei­tung legt die An­la­ge­stra­te­gie fest und un­ter­brei­tet sie dem Ver­wal­tungs­rat zur Ge­neh­mi­gung.
1Dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen kön­nen fol­gen­de Ver­mö­gens­wer­te zu­ge­wie­sen wer­den:
Ba­r­ein­la­gen, na­ment­lich Bank­gut­ha­ben, so­wie Fest­gel­der und sons­ti­ge Geld­markt­an­la­gen;
For­de­run­gen, die auf einen fes­ten Geld­be­trag lau­ten, na­ment­lich An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen und Op­ti­ons­an­lei­hen so­wie Wan­del­an­lei­hen mit Ob­li­ga­tio­nen­cha­rak­ter;
struk­tu­rier­te An­la­ge­pro­duk­te, ver­brief­te For­de­run­gen und Kre­dit­de­ri­va­te;
an­de­re Schuld­an­er­ken­nun­gen;
Ak­ti­en, Ge­nuss­schei­ne, Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne, Wan­del­an­lei­hen mit Ak­ti­en- cha­rak­ter, An­teil­schei­ne von Ge­nos­sen­schaf­ten und ähn­li­che Wert­schrif­ten, wenn die Wer­te an ei­nem re­gu­lier­ten Markt ge­han­delt wer­den und kurz­fris­tig ver­äus­ser­bar sind;
in­län­di­sche Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser, die sich im Ei­gen­tum des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­fin­den, so­wie Be­tei­li­gun­gen an Ge­sell­schaf­ten, de­ren Ge­schäfts­zweck ein­zig der Er­werb und Ver­kauf so­wie die Ver­mie­tung und die Ver­pach­tung ei­ge­ner Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser ist (Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten), so­fern die­se Be­tei­li­gun­gen mehr als 50 Pro­zent be­tra­gen;
For­de­run­gen, die durch ein in der Schweiz ge­le­ge­nes Grund­stück pfand­ge­si­chert sind;
al­ter­na­ti­ve Fi­nanz­an­la­gen wie Hed­ge-Funds und Pri­va­te Equi­ty;
de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, die der Ab­si­che­rung die­nen und kei­ne He­bel- wir­kung auf das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen ha­ben, falls die Ba­sis­wer­te im ge­bun- de­nen Ver­mö­gen vor­han­den sind und de­ren An­rech­nung die Schwan­kun­gen des Mark­tes nach­voll­zieht;
An­teil­schei­ne an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen und Ein­an­le­ger­fonds.
2Un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen und in ei­nem be­stimm­ten Um­fang kön­nen dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen auch de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, die zum Zwe­cke der Er­werbs­vor­be­rei­tung, Er­trags­ver­meh­rung und der Ab­si­che­rung von Zah­lungs­strö­men aus ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ver­pflich­tun­gen, ge­hal­ten wer­den, zu­ge­wie­sen wer­den. Die FIN­MA legt Um­fang und Vor­aus­set­zun­gen fest.2
3Die FIN­MA kann auf An­trag zu­las­sen, dass wei­te­re Ver­mö­gens­wer­te dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen zu­ge­wie­sen wer­den, so­fern da­durch die Si­cher­heit nicht be­ein­träch­tigt wird.3
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
Art. 81 Zulässige Werte für anteilgebundene Lebensversicherungen
1Das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen für die Ver­si­cher­ten­an­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2.1, A2.2, A2.3 und A6.1 muss durch die den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen zu­grun­de lie­gen­den Ver­mö­gens­wer­te be­stellt wer­den.
2Das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen für die Ver­si­cher­ten­an­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2.4, A2.5 A2.6 und A6.2 darf un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen mit den Wer­ten nach Ar­ti­kel 79 be­stellt wer­den:
Sind die Leis­tun­gen di­rekt an den Wert ei­nes in­ter­nen An­la­ge­be­stan­des ge­bun­den, so muss das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen durch die ent­spre­chen­den An­tei­le oder, so­weit kei­ne An­tei­le ge­bil­det wer­den, durch die zu­grun­de lie­gen­den Ver­mö­gens­wer­te be­stellt wer­den.
Sind die Leis­tun­gen an einen In­dex oder an einen an­de­ren Be­zugs­wert ge­bun­den, so muss das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen durch Ver­mö­gens­wer­te be­stellt wer­den, die den Wer­ten ent­spre­chen, auf de­nen der spe­zi­fi­sche Be­zugs­wert be­ruht.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann An­teil­schei­ne an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen an das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen an­rech­nen, so­fern:
die­se ei­ner wirk­sa­men Auf­sicht zum Schutz der An­le­ger un­ter­ste­hen; und
die An­teils­schei­ne in ei­nem ge­re­gel­ten, li­qui­den Markt ge­han­delt wer­den oder je­der­zeit ver­äus­ser­bar sind.
2An­teil­schei­ne an Ein­an­le­ger­fonds kön­nen an das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen an­ge­rech­net wer­den, so­fern die­se Ein­an­le­ger­fonds:
ei­ner wirk­sa­men Auf­sicht un­ter­ste­hen;
zu 100 Pro­zent vom Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­hal­ten wer­den;
den Durch­griff auf die Ein­zel­an­la­ge der Fonds je­der­zeit ge­währ­leis­ten;
An­la­gen nach Ar­ti­kel 79 vor­neh­men; und
die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 87 er­fül­len.
3Die Or­ga­ni­sa­ti­ons­form der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen und der Ein­an­le­ger­fonds muss be­züg­lich Fest­le­gung der An­la­ge­richt­li­ni­en, Kom­pe­tenz­re­ge­lung, An­teil­ser­mitt­lung so­wie Kauf und Rück­nah­me der An­tei­le so ge­re­gelt sein, dass die In­ter­es­sen der be­tei­lig­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­wahrt sind.
4Be­tei­li­gun­gen an In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten, wel­che nicht ko­tiert sind, kön­nen ans ge­bun­de­ne Ver­mö­gen an­ge­rech­net wer­den, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 oder 2 er­fül­len.
Die FIN­MA kann für ein­zel­ne An­la­ge­ka­te­go­ri­en Be­gren­zun­gen fest­le­gen.
1Die FIN­MA ent­schei­det über die Eig­nung der Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens. Für den Er­satz von Wer­ten, die sie als un­ge­eig­net be­ur­teilt, setzt sie ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
2Die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens müs­sen un­be­las­tet sein. Ver­bind­lich­kei­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens dür­fen nicht mit For­de­run­gen, die zum ge­bun­de­nen Ver­mö­gen ge­hö­ren, ver­rech­net wer­den. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 91 Ab­satz 3 (de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te).1
2bisDie FIN­MA kann Aus­nah­men zu­las­sen, so­fern da­durch die Si­cher­heit des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens nicht be­ein­träch­tigt wird.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
1Die FIN­MA prüft jähr­lich we­nigs­tens ein­mal, ob:
der Soll­be­trag rich­tig be­rech­net ist;
die dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen zu­ge­wie­se­nen Wer­te:
vor­han­den sind,
vor­schrifts­ge­mä­ss zu­ge­wie­sen und ver­wahrt wer­den,
min­des­tens dem Soll­be­trag ent­spre­chen,
den auf­sichts­recht­li­chen An­la­ge­vor­schrif­ten ge­nü­gen.
2Sie kann die Kon­trol­le auf Stich­pro­ben be­schrän­ken.
3Sie kann bei der Kon­trol­le auch die Er­geb­nis­se ei­ner Kon­trol­le durch in­ter­ne Or­ga­ne des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens oder durch be­auf­trag­te Drit­te be­rück­sich­ti­gen. Für die Kon­trol­le fremd­ver­wahr­ter Wer­te kann sie sich auf das Ver­zeich­nis des Ver­wah­rers stüt­zen.
4Sie kann mit der Kon­trol­le teil­wei­se oder voll­stän­dig Drit­te be­auf­tra­gen.
1Die dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen zu­ge­wie­se­nen be­weg­li­chen Ver­mö­gens­wer­te kön­nen am Sitz in der Schweiz des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­zie­hungs­wei­se am Ort der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft ver­wahrt (Ei­gen­ver­wah­rung) oder in Fremd­ver­wah­rung ge­ge­ben wer­den.
2Die Wer­te in Ei­gen­ver­wah­rung sind ge­son­dert von den üb­ri­gen Ver­mö­gens­wer­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens zu ver­wah­ren und als sol­che zu kenn­zeich­nen. Bei Ver­wah­rung im Tre­sor ge­nügt ei­ne La­ge­rung in ge­son­der­ten Schliess­fä­chern.
3Wer Wer­te in Fremd­ver­wah­rung auf­be­wahrt, führt ein Ver­zeich­nis die­ser Wer­te und kenn­zeich­net sie als zum ge­bun­de­nen Ver­mö­gen ge­hö­rend.
4Die FIN­MA kann aus wich­ti­gen Grün­den je­der­zeit einen Wech­sel des Ver­wah­rungs­or­tes, der Hin­ter­le­gungs­stel­le oder der Ver­wah­rungs­art ver­fü­gen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mel­det der FIN­MA Ver­wah­rungs­ort, Hin­ter­le­gungs­stel­le und Ver­wah­rungs­art so­wie de­ren Än­de­run­gen.
2Die Fremd­ver­wah­rung ist nur zu­läs­sig, wenn der Ver­wah­rer in der Schweiz ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men für die Er­fül­lung der Ver­wah­rer­pflich­ten haf­tet.
3Die Fremd­ver­wah­rung im Aus­land ist zu­läs­sig, so­fern das Vor­rang­pri­vi­leg des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens ent­spre­chend dem Schwei­zer Recht ge­währ­leis­tet bleibt.1
4Die FIN­MA kann bei Vor­lie­gen ge­eig­ne­ter Si­cher­stel­lun­gen wei­te­re Aus­nah­men zu­las­sen.2
1Für fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re, die auf einen be­stimm­ten Zeit­punkt zu­rück­be­zahlt oder amor­ti­siert wer­den müs­sen und auf ei­ne fes­te Wäh­rung lau­ten, aus­ge­nom­men Grund­pfand­ti­tel, be­stimmt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men den ma­xi­mal an­re­chen­ba­ren Wert nach der wis­sen­schaft­li­chen oder der li­nea­ren Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de.
2Liegt der Markt­wert ei­ner Wan­del­an­lei­he deut­lich über dem No­mi­nal­wert, so kann die FIN­MA ei­ne Be­wer­tung höchs­tens zum Markt­wert zu­las­sen. An­lei­hen, wel­che zwin­gend in Ak­ti­en ge­wan­delt wer­den, dür­fen höchs­tens zum Markt­wert an­ge­rech­net wer­den.
3Mit fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren ver­gleich­ba­re struk­tu­rier­te Pro­duk­te oder Kom­bi­na­tio­nen von Fi­nan­z­in­stru­men­ten kön­nen höchs­tens zum Wert nach der wis­sen­schaft­li­chen oder li­nea­ren Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de an­ge­rech­net wer­den. Die FIN­MA re­gelt Um­fang und Rah­men­be­din­gun­gen für die An­rech­nung.1
Art. 88a Marchzinsen
Bei der Be­wer­tung der Ka­pi­tal­an­la­gen wer­den auch die Mar­ch­zin­sen be­rück­sich­tigt.
1Bei der wis­sen­schaft­li­chen Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de ist die Dif­fe­renz zwi­schen An­schaf­fungs­wert und Rück­zah­lungs­wert wäh­rend der Rest­lauf­zeit des Ti­tels je­weils am Bi­lanz­stich­tag so weit ab­zu­schrei­ben oder auf­zu­wer­ten, dass der an­fäng­li­che in­ter­ne Zins­satz (Ver­falls­ren­di­te) bei­be­hal­ten wer­den kann.
2Bei der li­nea­ren Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de ist die Dif­fe­renz zwi­schen An­schaf­fungs­wert und Rück­zah­lungs­wert je­weils auf den Bi­lanz­stich­tag in gleich- mäs­si­gen Be­trä­gen als Ab­schrei­bung oder als Auf­wer­tung über die Rest­lauf­zeit zu ver­tei­len.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men rech­net Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser, die ihr Ei­gen­tum sind, höchs­tens zum Markt­wert an. Die FIN­MA legt das Ver­fah­ren für die Be­stim­mung des Markt­werts fest.
2Für Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, an de­nen das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zu mehr als 50 Pro­zent be­tei­ligt ist, legt die FIN­MA den An­rech­nungs­wert fest. Sie geht da­bei vom Schat­zungs­wert der vor­han­de­nen Lie­gen­schaf­ten aus und be­rück­sich­tigt all­fäl­li­ge Ver­pflich­tun­gen.
1De­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 1 Buch­sta­be i dür­fen höchs­tens zum Markt­wert an­ge­rech­net wer­den. Sind sie nicht bör­sen­ko­tiert, so wird ei­ne marktüb­li­che Be­wer­tungs­me­tho­de an­ge­wen­det.
2Bei de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 legt die FIN­MA den An­rech­nungs­wert fest.
3Die Ver­rech­nung (Net­ting) al­ler un­ter ei­nem Rah­men­ver­trag ab­ge­schlos­se­ner De­ri­vat­ge­schäf­te ist nur dann zu­läs­sig, wenn für je­des ein­zel­ne ge­bun­de­ne Ver­mö­gen ein sol­cher Rah­men­ver­trag se­pa­rat ab­ge­schlos­sen wird. Ne­ga­tiv­pos­ten, die aus sol­chen Ver­trä­gen ent­ste­hen, sind vom ge­bun­de­nen Ver­mö­gen in Ab­zug zu brin­gen. Be­züg­lich der Aus­ge­stal­tung der Rah­men­ver­trä­ge kann die FIN­MA Auf­la­gen ma­chen.
Art. 91a Bestellung von Sicherheiten
1Beim Ab­schluss von De­ri­vat­ge­schäf­ten ist es zu­läs­sig, die Si­cher­hei­ten mit Ver­mö­gens­wer­ten aus dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen zu be­stel­len. Dies gilt so­wohl für Er­stein­schuss­zah­lun­gen als auch für Nach­schuss­zah­lun­gen.
2Die Si­cher­hei­ten kön­nen be­stellt wer­den in Form ei­nes re­gu­lä­ren Pfand­rechts oder ei­nes ir­re­gu­lä­ren Pfand­rechts nach Schwei­zer Recht oder ei­nem dem schwei­ze­ri­schen Recht ver­gleich­ba­ren Recht, so­fern:
die Er­stein­schuss­zah­lung un­ter voll­stän­di­ger Se­gre­ga­ti­on bei ei­nem un­ab­hän­gi­gen Dritt­ver­wah­rer de­po­niert ist; und
ver­trag­lich si­cher­ge­stellt ist, dass die Er­stein­schuss­zah­lung im Kon­kurs­fall je­der der Ver­trags­par­tei­en nur zu ih­rer Ver­rech­nung mit of­fe­nen For­de­run­gen ge­gen­über dem Ver­si­che­rer aus von die­sem ab­ge­schlos­se­nen über die zen­tra­le Ge­gen­par­tei oder den Clea­ring Bro­ker ab­ge­wi­ckel­ten De­ri­vat­ge­schäf­ten dient.
3Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten über die Zu­wei­sung und An­rech­nung sol­cher Ver­mö­gens­wer­te. Sie kann die Be­stel­lung von Si­cher­hei­ten be­gren­zen oder in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men da­von zu­las­sen.
1Kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ar­ti­kel 82 Ab­satz 1 dür­fen höchs­tens zum Markt­wert oder, wenn die An­teil­schei­ne nicht ko­tiert sind, zum Net­to­in­ven­tar­wert an­ge­rech­net wer­den.
2Bei Ein­an­le­ger­fonds nach Ar­ti­kel 82 Ab­satz 2 müs­sen die ein­zel­nen Ti­tel des Fonds­ver­mö­gens im ge­bun­de­nen Ver­mö­gen auf­ge­führt wer­den und ana­log den di­rek­ten An­la­gen nach den Vor­schrif­ten die­ses Ab­schnit­tes be­wer­tet wer­den.
1An­la­gen nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 1 Buch­sta­ben c, e und h so­wie Geld­markt­buch­for­de­run­gen und die Wert­pa­pie­re mit va­ria­blem Zins­satz oh­ne fes­ten Ver­fall wer­den höchs­tens zum Markt­wert an­ge­rech­net. Sind sie nicht bör­sen­ko­tiert, so wird ei­ne marktüb­li­che Be­wer­tungs­me­tho­de an­ge­wen­det.
2Al­le an­de­ren Wer­te, ein­sch­liess­lich der Grund­pfand­for­de­run­gen und der Fest­gel­der wer­den un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Si­cher­heit und des Er­tra­ges höchs­tens zum Nenn­wert be­wer­tet.
Art. 93a Anlagen zur Sicherstellung anteilgebundener Verträge
An­la­gen, die der Si­cher­stel­lung von Ver­pflich­tun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2, A6.1 oder A6.2 die­nen, dür­fen höchs­tens zum Markt­wert an­ge­rech­net wer­den.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf die auf frem­de Wäh­rung lau­ten­den Wer­te höchs­tens zum De­vi­sen-Mit­tel­kurs im Zeit­punkt der Be­wer­tung in Schwei­zer­fran­ken um­rech­nen.
1Die FIN­MA ent­schei­det über die Be­wer­tung der Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens.
2Sie kann für ein­zel­ne An­la­ge­wer­te und -ka­te­go­ri­en tiefe­re An­rech­nungs­wer­te fest­set­zen, wenn dies aus Grün­den des Ver­si­cher­ten­schut­zes ge­bo­ten er­scheint.
3Sie kann je­der­zeit ei­ne Be­wer­tung der Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens an­ord­nen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men stellt durch ein sei­nen Ge­schäfts­ver­hält­nis­sen an­ge­mes­se­nes Ri­si­ko­ma­na­ge­ment und durch in­ter­ne Kon­troll­me­cha­nis­men si­cher, dass früh­zei­tig:
Ri­si­ko­po­ten­zia­le er­kannt und be­ur­teilt wer­den, und
Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung oder Ab­si­che­rung er­heb­li­cher Ri­si­ken und Ri­si­ko­ku­mu­la­tio­nen ein­ge­lei­tet wer­den.
2Das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment um­fasst ins­be­son­de­re:
die Fest­le­gung und re­gel­mäs­si­ge Über­prü­fung der Stra­te­gi­en und Mass­nah­men hin­sicht­lich al­ler ein­ge­gan­ge­nen Ri­si­ken durch die Lei­tungs­gre­mi­en;
ei­ne Ab­si­che­rungs­po­li­tik, wel­che den Aus­wir­kun­gen der Ge­schäftss­tra­te­gie Rech­nung trägt und ei­ne an­ge­mes­se­ne Ka­pi­tal­aus­stat­tung bein­hal­tet;
ge­eig­ne­te Ver­fah­ren, die si­cher­stel­len, dass die Ri­si­ko­über­wa­chung in die Ge­schäfts­or­ga­ni­sa­ti­on in­te­griert sind;
die Iden­ti­fi­ka­ti­on, die Über­wa­chung, die Quan­ti­fi­zie­rung und die Steue­rung al­ler we­sent­li­chen Ri­si­ken;
ein in­ter­nes Be­richts­sys­tem zur Er­mitt­lung, Be­ur­tei­lung und Kon­trol­le der Ri­si­ken und Ri­si­ko­kon­zen­tra­tio­nen wie auch der da­mit ver­bun­de­nen Ge­schäftspro­zes­se.
3Die in­ter­nen Kon­troll­me­cha­nis­men um­fas­sen ei­ne wirk­sa­me Com­plian­ce-Funk­ti­on und wirk­sa­me Com­plian­ce-Pro­zes­se. Sie stel­len in ih­rer Ge­samt­heit si­cher, dass die Rechts­nor­men und die in­ter­nen Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wer­den.2
4Die Ri­si­ko­ma­na­ge­ment-Funk­ti­on und die Com­plian­ce-Funk­ti­on müs­sen un­ab­hän­gig sein. Sie sind nach Mass­ga­be der Grös­se, der Ge­schäfts- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­kom­ple­xi­tät und der Ri­si­ken des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens aus­zu­stat­ten.3
Art. 96a Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nimmt min­des­tens jähr­lich vor­aus­schau­end ei­ne Be­ur­tei­lung vor:
der Ri­si­ken, de­nen es aus­ge­setzt ist, ein­sch­liess­lich der si­gni­fi­kan­ten Ri­si­ko­kon­zen­tra­tio­nen und grup­pen­wei­ten Ri­si­ken (Ge­sam­tri­si­ko­pro­fil);
des ge­sam­ten Ka­pi­tal­be­darfs;
der Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen an die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen und an das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen;
der An­ge­mes­sen­heit und Wirk­sam­keit des Ri­si­ko­ma­na­ge­ments.
2Die­se Selbst­be­ur­tei­lung der Ri­si­ko­si­tua­ti­on und des Ka­pi­tal­be­darfs sind in der Ge­schäftss­tra­te­gie und der Ge­schäfts­pla­nung zu be­rück­sich­ti­gen.
3Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men er­stat­tet der FIN­MA jähr­lich Be­richt über die Er­geb­nis­se der Selbst­be­ur­tei­lung.
4Die FIN­MA kann ei­ne Be­richt­er­stat­tung in kür­ze­ren Ab­stän­den an­ord­nen, wenn dies auf­grund der Ri­si­ko­si­tua­ti­on an­ge­zeigt ist. Sie kann in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men von der Be­richt­er­stat­tungs­pflicht zu­las­sen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men hält sein Ri­si­ko­ma­na­ge­ment in ei­ner Do­ku­men­ta­ti­on fest. Die­se ist lau­fend zu ak­tua­li­sie­ren.
2Die Do­ku­men­ta­ti­on um­fasst ins­be­son­de­re fol­gen­de Punk­te:
Be­schrieb der Or­ga­ni­sa­ti­on des un­ter­neh­mens­wei­ten Ri­si­ko­ma­na­ge­ments so­wie der dies­be­züg­li­chen Kom­pe­ten­zen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten;
An­for­de­run­gen an das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment;
Ri­si­ko­po­li­tik ein­sch­liess­lich Ri­si­ko­to­le­ranz;
Ver­fah­ren zur Iden­ti­fi­ka­ti­on der we­sent­li­chen Ri­si­ken so­wie Dar­stel­lung der Me­tho­de, In­stru­men­te und Pro­zes­se zu de­ren Mes­sung, Über­wa­chung und Steue­rung;
Dar­stel­lung der gel­ten­den Li­mi­ten-Sys­te­me für Ri­si­ko­ex­po­si­tio­nen so­wie der Kon­troll­me­cha­nis­men;
un­ter­neh­mensin­ter­ne Richt­li­ni­en zum Ri­si­ko­ma­na­ge­ment und der da­mit ver­bun­de­nen Pro­zes­se.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men er­fasst und be­ur­teilt die ope­ra­tio­nel­len Ri­si­ken in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung.
2Die FIN­MA be­spricht die Er­geb­nis­se die­ser Be­ur­tei­lung pe­ri­odisch mit dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.
3Sie kann zur Un­ter­stüt­zung der Selbst­be­ur­tei­lung Fra­ge­bö­gen ab­ge­ben. Die­se sind ihr in­nert drei Mo­na­ten nach Jah­res­ab­schluss, ver­se­hen mit der Un­ter­schrift der Ge­schäfts­lei­tung, aus­ge­füllt zu­rück­zu­sen­den.
4Zei­gen sich bei der Selbst­be­ur­tei­lung Ri­si­ken, die zu ei­ner un­ge­nü­gen­den Sol­va­bi­li­tät füh­ren könn­ten, so kann die FIN­MA ins­be­son­de­re die Kon­troll­tä­tig­keit beim Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in­ten­si­vie­ren.1
5Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sam­melt und ana­ly­siert die Da­ten zu Schä­den aus ope­ra­tio­nel­len Ri­si­ken.
Art. 98a Liquiditätsanforderungen
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss je­der­zeit über so viel Li­qui­di­tät ver­fü­gen, dass es sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen auch in Stress­si­tua­tio­nen nach­kom­men kann (quan­ti­ta­ti­ve Li­qui­di­täts­an­for­de­run­gen).
2Es muss zu­dem fol­gen­de qua­li­ta­ti­ve Li­qui­di­täts­an­for­de­run­gen er­fül­len:
Es ver­fügt über ad­ver­se Sze­na­ri­en und führt ent­spre­chen­de Stress­tests zur Er­mitt­lung sei­ner Li­qui­di­täts­po­si­ti­on durch. Es be­rück­sich­tigt da­bei ins­be­son­de­re Li­qui­di­täts­flüs­se aus aus­ser­bi­lan­zi­el­len Ge­schäfts­vor­gän­gen und an­de­ren Even­tual­ver­bind­lich­kei­ten.
Es ver­fügt über ein Not­fall­kon­zept mit wirk­sa­men Stra­te­gi­en im Um­gang mit Li­qui­di­täts­eng­päs­sen. Es legt die Zu­stän­dig­kei­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge und die in Be­tracht ge­zo­ge­nen Mass­nah­men fest.
1Der ver­ant­wort­li­che Ak­tu­ar oder die ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin müs­sen über den Ti­tel «Ak­tu­ar SAV» oder einen gleich­wer­ti­gen Ti­tel ver­fü­gen.
2Die FIN­MA kann auf An­trag auch ei­ne ent­spre­chen­de fach­li­che Aus­bil­dung ver­bun­den mit ei­ner min­des­tens fünf­jäh­ri­gen Be­rufs­er­fah­rung als Ak­tu­ar oder Ak­tua­rin als Nach­weis der be­ruf­li­chen Fä­hig­kei­ten an­er­ken­nen.
3Der ver­ant­wort­li­che Ak­tu­ar oder die ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin muss mit den schwei­ze­ri­schen Ge­ge­ben­hei­ten (Ge­setz­ge­bung, Auf­sichts­richt­li­ni­en, Ver­si­che­rungs­markt) ver­traut sein.
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men dür­fen de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te nur ein­set­zen, um die Ri­si­ken auf den Ka­pi­tal­an­la­gen oder auf ih­ren Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über den Ver­si­cher­ten zu ver­min­dern oder um die Ka­pi­tal­an­la­gen ef­fi­zi­ent zu be­wirt­schaf­ten.
2Sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen, wel­che sich aus de­ri­va­ti­ven Fi­nanz­trans­ak­tio­nen er­ge­ben kön­nen, müs­sen ge­deckt sein.
Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te ein­set­zen, müs­sen ei­ne An­la­ge­stra­te­gie für die­se In­stru­men­te fest­le­gen. Die Ge­schäfts­lei­tung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens er­ar­bei­tet die An­la­ge­stra­te­gie, un­ter­brei­tet sie dem Ver­wal­tungs­rat zur Ge­neh­mi­gung und über­wacht de­ren Um­set­zung.
1In der An­la­ge­stra­te­gie müs­sen die Rah­men­be­din­gun­gen für den Ein­satz de­ri­va­ti­ver Fi­nan­z­in­stru­men­te fest­ge­legt wer­den, ins­be­son­de­re die Gren­zen der Ri­si­ko­ex­po­si­ti­on und die Grund­sät­ze der Ri­si­ko­ana­ly­se.
2Die An­la­ge­stra­te­gie muss aus­ser­dem die üb­li­chen Grund­sät­ze für Ka­pi­tal­an­la­gen be­fol­gen, ins­be­son­de­re in Be­zug auf Si­cher­heit, Li­qui­di­tät, Ren­ta­bi­li­tät, Mi­schung und Streu­ung.
Die Gren­zen der Ri­si­ko­ex­po­si­ti­on sind ent­spre­chend der fi­nan­zi­el­len und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ka­pa­zi­tä­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens fest­zu­le­gen.
1Die Ge­gen­par­tei­ri­si­ken müs­sen vor dem Ein­satz de­ri­va­ti­ver Fi­nan­z­in­stru­men­te be­rück­sich­tigt wer­den.
2Die Ri­si­ken müs­sen ana­ly­siert wer­den, so oft es die Si­tua­ti­on er­for­dert, min­des­tens aber ein­mal pro Wo­che für Mark­tri­si­ken und ein­mal pro Mo­nat für Kre­di­tri­si­ken.
3Die Ana­ly­se der Markt- und Kre­di­tri­si­ken be­steht un­ter an­de­rem dar­in, die of­fe­nen Po­si­tio­nen zu be­wer­ten und sie mit den fest­ge­leg­ten Gren­zen der Ri­si­ko­ex­po­si­ti­on zu ver­glei­chen.
4Das Re­sul­tat der Ri­si­ko­ana­ly­se ist der Ge­schäfts­lei­tung vor­zu­le­gen, so oft es die Si­tua­ti­on er­for­dert, min­des­tens aber ein­mal pro Mo­nat für Mark­tri­si­ken und min­des­tens ein­mal al­le drei Mo­na­te für Kre­di­tri­si­ken.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­ches de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te ein­setzt, ver­fügt über ei­ne da­für ge­eig­ne­te Or­ga­ni­sa­ti­on; es be­ach­tet ins­be­son­de­re die Ar­ti­kel 106-108.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss den mit der Ver­wal­tung be­auf­trag­ten Per­so­nen de­tail­lier­te Richt­li­ni­en er­tei­len, ins­be­son­de­re zur Ri­si­ko­ana­ly­se.
2Es ver­fügt über ein Kon­troll­sys­tem, das dem Ge­schäfts­um­fang und der Kom­ple­xi­tät der de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te an­ge­passt ist.
3Die Ver­wal­tung der de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te und die Kon­trol­le müs­sen je­weils durch von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Per­so­nen aus­ge­führt wer­den.
Wer mit der Ver­wal­tung und der Kon­trol­le be­traut ist, ver­fügt über die für die Auf­ga­be er­for­der­li­chen be­son­de­ren Kennt­nis­se und Qua­li­fi­ka­tio­nen.
Dem Ver­wal­tungs­rat muss min­des­tens al­le sechs Mo­na­te ein Tä­tig­keits­be­richt über den Ein­satz von de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten un­ter­brei­tet wer­den.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men stellt der FIN­MA jähr­lich einen Be­richt über die Ge­schäf­te mit de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten zu.
1Die in­län­di­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men dür­fen die fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­re, die auf ei­ne fes­te Wäh­rung lau­ten und zu ei­nem zum Vor­aus be­stimm­ten Zeit­punkt rück­zahl­bar sind oder amor­ti­siert wer­den kön­nen, höchs­tens zum Wert nach der wis­sen­schaft­li­chen oder li­nea­ren Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de nach Ar­ti­kel 89 in die Bi­lanz ein­stel­len. Mit fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren ver­gleich­ba­re struk­tu­rier­te Pro­duk­te oder Kom­bi­na­tio­nen von Fi­nan­z­in­stru­men­ten sind höchs­tens zum Wert nach der wis­sen­schaft­li­chen oder li­nea­ren Kos­ten­a­mor­ti­sa­ti­ons­me­tho­de zu bi­lan­zie­ren.
2Bei An­teil­schei­nen an Ein­an­le­ger­fonds nach Ar­ti­kel 82 Ab­satz 2 wer­den die Di­rekt­an­la­gen des Fonds­ver­mö­gens nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ar­ti­kels bi­lan­ziert.
4Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kön­nen mit Ge­neh­mi­gung der FIN­MA die zu aus­län­di­schen Ge­schäfts­ge­bie­ten ge­hö­ren­den Wert­pa­pie­re nach den auf­sichts­recht­li­chen Be­wer­tungs­vor­schrif­ten in den ein­zel­nen Län­dern be­wer­ten.
5An­la­gen, die der Si­cher­stel­lung von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2, A6.1 und A6.2 die­nen, sind zum Markt­wert zu bi­lan­zie­ren.2
6Die am Bi­lanz­stich­tag of­fe­nen de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten dür­fen:
un­ter vor­sich­ti­gen An­nah­men für die Be­wer­tung der Ba­sis­wer­te be­rück­sich­tigt wer­den, oder
in der Bi­lanz selb­stän­dig auf­ge­führt wer­den. In die­sem Fall müs­sen sie un­ter vor­sich­ti­gen An­nah­men be­wer­tet wer­den, höchs­tens aber zum Markt­wert. Für die de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te, die kei­nen Markt­wert ha­ben, darf die Be­wer­tung den auf der Grund­la­ge an­er­kann­ter Be­wer­tungs­mo­del­le er­mit­tel­ten Wert nicht über­stei­gen.
1Ist die Wert­hal­tig­keit ei­nes Wert­pa­piers ge­fähr­det, so muss dies bei sei­ner Be­wer­tung mit­be­rück­sich­tigt wer­den.
2Bei der Be­wer­tung von Wert­pa­pie­ren, die von im Aus­land do­mi­zi­lier­ten Schuld­nern aus­ge­ge­ben wer­den, ist den Schwie­rig­kei­ten Rech­nung zu tra­gen, die bei der Über­wei­sung von Ka­pi­tal oder Zin­sen ent­ste­hen kön­nen.
3Die nach Ar­ti­kel 110 Ab­satz 6 er­mit­tel­ten Wer­te sind ent­spre­chend dem Ri­si­ko, ins­be­son­de­re be­züg­lich Han­del­bar­keit, An­nul­la­ti­ons- und Er­fül­lungs­kos­ten, Kre­di­tri­si­ko oder Um­fang der ei­ge­nen Po­si­tio­nen im Ver­hält­nis zum Markt­vo­lu­men, an­ge­mes­sen zu kor­ri­gie­ren.
Art. 111a Bericht über die Finanzlage
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­öf­fent­li­chen im Rah­men der Auf­sichts­be­richt­er­stat­tung min­des­tens jähr­lich einen Be­richt über ih­re Fi­nanz­la­ge.
2Der Be­richt über die Fi­nanz­la­ge ent­hält quan­ti­ta­ti­ve und qua­li­ta­ti­ve In­for­ma­tio­nen und be­schreibt ins­be­son­de­re:
die Ge­schäftstä­tig­keit;
den Un­ter­neh­mens­er­folg;
das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment und des­sen An­ge­mes­sen­heit;
das Ri­si­ko­pro­fil;
die Grund­la­gen und Me­tho­den, auf de­nen die Be­wer­tung ins­be­son­de­re der Rück­stel­lun­gen be­ruht;
das Ka­pi­tal­ma­na­ge­ment;
die Sol­va­bi­li­tät.
3Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­öf­fent­li­chen den Be­richt über die Fi­nanz­la­ge je­weils spä­tes­tens am 30. April auf ih­rer In­ter­netsei­te.
4Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die über kei­ne ei­ge­ne In­ter­netsei­te ver­fü­gen, stel­len auf An­fra­ge den Be­richt un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung.
5Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Sie kann ins­be­son­de­re Aus­nah­men von der Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht vor­se­hen.
Art. 111b Mindestgliederung der Jahresrechnung
1Die FIN­MA er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur Min­dest­glie­de­rung der Jah­res­rech­nung.
2Sie kann Ab­wei­chun­gen von den Ar­ti­keln 959a Ab­sät­ze 1 und 2, 959b Ab­sät­ze 2 und 3 so­wie 959c Ab­sät­ze 1 und 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 vor­se­hen, so­weit sich dies aus den Be­son­der­hei­ten des Ver­si­che­rungs­ge­schäfts er­gibt. Die Min­dest­glie­de­rung muss ins­be­son­de­re:
ei­ne stan­dar­di­sier­te Dar­stel­lung von Bi­lanz und Er­folgs­rech­nung auf­wei­sen;
einen Ver­gleich der Ka­pi­tal­an­la­gen mit den ent­spre­chen­den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen er­mög­li­chen.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 11 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).
1Als Miss­brauch im Sinn von Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 Buch­sta­be f VAG gel­ten Be­nach­tei­li­gun­gen von Ver­si­cher­ten oder An­spruchs­be­rech­tig­ten, wenn sie sich wie­der­ho­len oder einen brei­ten Per­so­nen­kreis be­tref­fen könn­ten, na­ment­lich:
ein Ver­hal­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens be­zie­hungs­wei­se des Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lers oder der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­le­rin, das ge­eig­net ist, Ver­si­cher­te oder An­spruchs­be­rech­tig­te er­heb­lich zu schä­di­gen;
die Ver­wen­dung von Ver­trags­be­stim­mun­gen, die ge­gen zwin­gen­de Nor­men des Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­set­zes oder ge­gen zwin­gen­de Nor­men an­de­rer Er­las­se, die auf den Ver­trag an­wend­bar sind, ver­stos­sen;
die Ver­wen­dung von Ver­trags­be­stim­mun­gen, wel­che ei­ne der Ver­trags­na­tur er­heb­lich wi­der­spre­chen­de Ver­tei­lung von Rech­ten und Pflich­ten vor­se­hen.
2Als Miss­brauch gilt auch die Be­nach­tei­li­gung ei­ner ver­si­cher­ten oder an­spruchs­be­rech­tig­ten Per­son durch ei­ne ju­ris­tisch oder ver­si­che­rungs­tech­nisch nicht be­gründ­ba­re er­heb­li­che Un­gleich­be­hand­lung.
1Bei Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen mit War­te­frist er­hebt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kei­ne Prä­mi­en mehr, so­bald der Ver­si­cher­te kei­ne Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen mehr er­war­ten kann.
2Die­se Be­stim­mung gilt nicht für die Prä­mi­en­be­frei­ung und für Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen aus Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­trä­gen.
Der To­tal­be­trag der vom Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men pro Ver­si­che­rungs­neh­me­rin oder Ver­si­che­rungs­neh­mer ge­führ­ten Prä­mi­en­de­pots darf die Sum­me der künf­ti­gen Prä­mi­en nicht über­stei­gen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das die Le­bens­ver­si­che­rung be­treibt, ist ver­pflich­tet, für die Ta­ri­fie­rung sei­ner Ver­trä­ge ri­si­ko­ge­rech­te bio­me­tri­sche und ka­pi­tal­markt­be­ding­te Grund­la­gen und Be­rech­nungs­me­tho­den zu ver­wen­den. Im Ge­schäfts­plan sind für die ver­wen­de­ten Grund­la­gen und Be­rech­nungs­me­tho­den ver­bind­li­che Gül­tig­keits­pe­ri­oden aus­zu­wei­sen.
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über­prüft die Ta­ri­fie­rungs­grund­la­gen jähr­lich an­hand sta­tis­ti­scher Aus­wer­tun­gen auf ih­re Zu­läng­lich­keit hin. Er­wei­sen sich die Ta­ri­fie­rungs­grund­la­gen als un­ge­nü­gend, so dür­fen sie für neue Ver­trä­ge nicht mehr ver­wen­det wer­den.
1Ent­hal­ten Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ei­ne Zins­ga­ran­tie, so darf der tech­ni­sche Zins­satz, der für die Ta­ri­fie­rung aus­ser­halb der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ver­wen­det wird, 60 Pro­zent des rol­len­den Zehn­jah­res­mit­tels des Re­fe­renz­zins­sat­zes nicht über­schrei­ten. Die FIN­MA be­zeich­net den Re­fe­renz­zins­satz.
2In be­grün­de­ten Fäl­len kann die FIN­MA die­se Li­mi­te än­dern.1
3Wer­den Ga­ran­ti­en ab­ge­ge­ben, de­ren Ta­ri­fie­rung sich auf an­de­re ka­pi­tal­markt­be­ding­te Grund­la­gen als auf tech­ni­sche Zins­sät­ze stützt, so sind die­se Grund­la­gen nach Mass­ga­be der Ga­ran­ti­en vor­sich­tig fest­zu­le­gen.
1Für die Ta­ri­fie­rung der Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ver­wen­det das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men von der FIN­MA an­er­kann­te Ster­be­ta­feln und an­de­re eben­falls an­er­kann­te sta­tis­ti­sche Grund­la­gen. Es darf die aus dem ei­ge­nen Ver­si­cher­ten­be­stand er­mit­tel­ten sta­tis­ti­schen Da­ten mit ei­nem ge­eig­ne­ten, von der FIN­MA an­er­kann­ten Ver­fah­ren ein­be­zie­hen.
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über­ar­bei­tet die ei­ge­nen für die Ta­ri­fie­rung ver­wen­de­ten sta­tis­ti­schen Grund­la­gen re­gel­mäs­sig und passt sie min­des­tens al­le zehn Jah­re den neues­ten Er­kennt­nis­sen an.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf die Ein­tei­lung der ver­si­cher­ten Ri­si­ken in Ta­rif­klas­sen so­wie die Ta­ri­fie­rung nach der ver­trag­s­in­di­vi­du­el­len Scha­den­er­fah­rung (Er­fah­rungs­ta­ri­fie­rung) nur an­wen­den, wenn dies mit dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin ver­ein­bart ist.
2Prä­mi­en­än­de­run­gen, die sich aus der Ein­tei­lung in ei­ne an­de­re Ta­rif­klas­se oder aus der Er­fah­rungs­ta­ri­fie­rung er­ge­ben, sind nur zu­läs­sig, wenn mit dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin ver­ein­bart ist, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die Her­auf- oder Her­ab­stu­fung er­folgt.
3Wen­det das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ta­rif­klas­sen oder Er­fah­rungs­ta­ri­fie­rung an, so muss für die Prä­mi­en­be­stim­mung ne­ben der in­di­vi­du­el­len Scha­den­er­fah­rung auch die kol­lek­ti­ve Scha­den­er­fah­rung an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt wer­den.
4Die Ta­ri­fie­rung muss nach an­er­kann­ten ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­schen Me­tho­den er­fol­gen.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf für die Ta­ri­fie­rung von Rest­schuld- ver­si­che­run­gen Prä­mi­en­be­rech­nungs­me­tho­den, die nicht nach Al­ter und Ge­schlecht dif­fe­ren­zie­ren (Durch­schnittsprä­mi­en­me­tho­den), ver­wen­den, so­fern die nach­fol­gen- den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Es han­delt sich um einen Kol­lek­tiv­ver­trag, in dem pro ver­si­cher­te Per­son ei­ne ein­heit­li­che Höchst­ver­si­che­rungs­s­um­me vor­ge­se­hen wird;
Das Ein­tritts­al­ter der Ver­si­cher­ten ist auf höchs­tens 65 Jah­re be­grenzt;
Die Durch­schnittsprä­mi­en­sät­ze wer­den min­des­tens al­le drei Jah­re über­prüft und ge­ge­be­nen­falls an­ge­passt.
Be­treibt ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die In­va­li­di­täts­ver­si­che­rung im Rah­men der Le­bens­ver­si­che­rung, so gel­ten die Vor­schrif­ten der Le­bens­ver­si­che­rung auch für die In­va­li­di­täts­ver­si­che­rung.
Art. 125a Anteilgebundene Lebensversicherung
Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge in den Ver­si­che­rungs­zwei­gen A2.1, A2.2, A2.3 und A6.1 müs­sen an of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ge­bun­den sein, die un­ter das Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20062 fal­len.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin das Recht ein­räu­men, die Ver­si­che­rungs­de­ckung wäh­rend der Lauf­zeit des Ver­tra­ges oh­ne neue Ge­sund­heits­prü­fung zu er­hö­hen (Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie).
2Falls das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ei­ne Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie ein­räumt, so hat es die Er­hö­hun­gen der Ver­si­che­rungs­de­ckung zu be­schrän­ken und da­bei fol­gen­de Fra­gen ver­trag­lich zu re­geln:
die Be­schrän­kung der ein­zel­nen Er­hö­hung;
die Be­schrän­kung der Ge­samt­heit der mög­li­chen Er­hö­hun­gen;
das Al­ter, bis zu wel­chem Er­hö­hun­gen mög­lich sind;
die zeit­li­chen In­ter­val­le, wäh­rend de­rer ei­ne Er­hö­hung gel­tend ge­macht wer­den kann, oder die Er­eig­nis­se, wel­che das An­recht auf ei­ne Er­hö­hung be­grün­den.
3Die Vor­aus­set­zun­gen der Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie müs­sen im Ge­schäfts­plan ent­hal­ten sein.
1Ab­fin­dungs­wer­te sind der FIN­MA vor ih­rer Ver­wen­dung zur Ge­neh­mi­gung vor­zu­le­gen. Aus­ge­nom­men sind Ab­fin­dungs­wer­te, die das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men frei­wil­lig ge­währt.
2Die Ab­fin­dungs­wer­te wer­den un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen ge­neh­migt:
Sie sind an­ge­mes­sen;
Sie rich­ten sich nach den In­ven­tar­de­ckungs­rück­stel­lun­gen, die mit den tech­ni­schen Grund­la­gen des ent­spre­chen­den Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges be­rech­net wur­den.
Ab­zü­ge von den In­ven­tar­de­ckungs­rück­stel­lun­gen sind nur zu­läs­sig für das Zins­ri­si­ko und für nicht amor­ti­sier­te Ab­schluss­kos­ten.
Die um­ge­wan­del­te Ver­si­che­rung muss glei­cher Art sein wie die ur­sprüng­li­che Le­bens­ver­si­che­rung; weicht das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men hier­von ab, so hat es dies zu be­grün­den;
Der Zill­mer­satz, der dem Ab­zug für nicht amor­ti­sier­te Ab­schluss­kos­ten zu­grun­de liegt, darf die von der FIN­MA be­stimm­ten Pro­zent­sät­ze nicht über­schrei­ten. Die­se Pro­zent­sät­ze tra­gen der Un­ter­schied­lich­keit der ver­trag­li­chen De­ckun­gen Rech­nung;
Die FIN­MA gibt die Pro­zent­sät­ze nach Buch­sta­be e und die Ba­sis, auf der sie be­rech­net wer­den, in ge­eig­ne­ter Wei­se be­kannt;
Der ge­sam­te Ab­zug für Zins­ri­si­ko und nicht amor­ti­sier­te Ab­schluss­kos­ten darf einen Drit­tel der In­ven­tar­de­ckungs­rück­stel­lun­gen nicht über­schrei­ten, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin die Prä­mi­en für drei Jah­re be­zahlt hat.
3Die FIN­MA kann sich für die Ge­neh­mi­gung auf einen Be­richt des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin stüt­zen.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. März 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1147).
Ge­währt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ei­ne Ka­pi­ta­l­op­ti­on, so ist die Ka­pi­tal­leis­tung in den Ver­trags­grund­la­gen fest­zu­hal­ten. Da­bei darf das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kei­ne Rück­kaufsab­zü­ge vor­neh­men.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf Dar­le­hen nur auf rück­kaufs­fä­hi­gen Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen ge­wäh­ren (Po­li­cen­dar­le­hen).
2Die Sum­me der Po­li­cen­dar­le­hen, wel­che das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ei­nem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder ei­ner Ver­si­che­rungs­neh­me­rin ge­währt, darf den ak­tu­el­len Rück­kaufs­wert des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges nicht über­stei­gen.
Wird ein An­recht auf Über­schuss­be­tei­li­gung vor­ge­se­hen, so weist das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men in den Ver­trags­grund­la­gen ins­be­son­de­re hin:
auf die Mo­da­li­tä­ten der Über­schuss­zu­tei­lung, ins­be­son­de­re auf den An­teil, der jähr­lich und der erst bei Ver­trags­ab­lauf zu­ge­wie­sen wird;
auf den Zeit­punkt, in dem die ers­te Über­schuss­zu­tei­lung er­folgt;
dar­auf, ob die Über­schuss­zu­tei­lung vor- oder nach­schüs­sig er­folgt;
auf die Ver­wen­dung des jähr­lich zu­ge­teil­ten An­teils;
auf die Tat­sa­che, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin jähr­lich über die Zu­tei­lung und den Stand der ihm oder ihr zu­ge­teil­ten Über­schussan­tei­le ori­en­tiert wird;
auf die Mo­da­li­tä­ten ei­ner Än­de­rung des be­ste­hen­den Über­schuss­sys­tems wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit und die Pflicht, ei­ne sol­che Än­de­rung vor­gän­gig der FIN­MA mit­zu­tei­len.
1Stirbt ein im Rah­men ei­ner To­des­fall­ver­si­che­rung oder Un­fall­tod­zu­satz­ver­si­che­rung ver­si­cher­tes Kind, be­vor es zwei Jah­re und sechs Mo­na­te alt ist, so darf das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ein To­des­fall­ka­pi­tal von höchs­tens 2500 Fran­ken aus­be­zah­len. Stirbt das Kind, be­vor es das zwölf­te Le­bens­jahr vollen­det hat, so darf das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus sämt­li­chen bei ihm be­ste­hen­den Ver­si­che­run­gen auf das Le­ben des Kin­des ein To­des­fall­ka­pi­tal von höchs­tens 20 000 Fran­ken aus­be­zah­len.
2Ist die Sum­me der Prä­mi­en, auf­ge­zinst um 5 Pro­zent, die für das Kind ge­leis­tet wur­den, hö­her als die To­des­fall­sum­me nach Ab­satz 1, so ist die auf­ge­zins­te Prä­mi­en­sum­me zu­rück­zu­er­stat­ten.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf die Prä­mi­en ei­nes lau­fen­den Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges nur dann an neue Ge­ge­ben­hei­ten an­pas­sen, wenn dies in den Ver­trags­grund­la­gen aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist.
2Es darf kei­ne Prä­mi­enan­pas­sungs­klau­sel vor­se­hen, die Ta­rif­ga­ran­ti­en auf­hebt.
3Es darf kei­ne An­pas­sun­gen bei lau­fen­der Ren­te vor­se­hen.
4Prä­mi­enan­pas­sun­gen kön­nen nur vor­ge­nom­men wer­den, wenn sich die der Prä­mi­en­be­rech­nung zu­grun­de lie­gen­den Ver­hält­nis­se er­heb­lich ge­än­dert ha­ben.
Als Rest­schuld­ver­si­che­run­gen gel­ten tem­po­rä­re Ver­si­che­run­gen auf den To­des­fall zur Si­cher­stel­lung pe­ri­odi­scher Ra­ten im Zu­sam­men­hang mit Kauf-, Kre­dit-, Miet-, Lea­sing- oder In­vest­ment­ver­trä­gen (Ein­zel­ver­trä­ge). Das Ri­si­ko der Er­werbs­un­fä­hig­keit kann mit­ver­si­chert wer­den.
1Der Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­trag und die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Ein­zel­ver­trä­ge ent­hal­ten al­le für die Ver­si­cher­ten re­le­van­ten Be­stim­mun­gen be­züg­lich ih­rer Rech­te und Pflich­ten. Sie re­geln ins­be­son­de­re, wel­che Aus­wir­kun­gen der Ab­lauf, die vor­zei­ti­ge Be­en­di­gung oder ei­ne Sus­pen­si­on des Kol­lek­tiv­ver­tra­ges so­wie die vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung der Rest­schuld und ei­ne Hand­än­de­rung auf das ein­zel­ne Ver­trags­ver­hält­nis ha­ben.
2Im Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­trag und in den da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Ein­zel­ver­trä­gen ist aus­ser­dem fest­zu­hal­ten, dass:
der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin den Ver­si­cher­ten höchs­tens die ihm oder ihr vom Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­rech­ne­ten Prä­mi­en­be­trä­ge in­klu­si­ve Stem­pel über­wälzt;
der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin sich den An­spruch des Ver­si­cher­ten oder der Ver­si­cher­ten auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen höchs­tens im Um­fan­ge der je­wei­li­gen Rest­schuld ab­tre­ten las­sen kann;
nicht ver­brauch­te Prä­mi­en­an­tei­le nach Ar­ti­kel 135 an den Ver­si­cher­ten oder die Ver­si­cher­te zu­rück­ver­gü­tet wer­den, so­weit die­ser oder die­se an die nicht- ver­brauch­te Prä­mie Bei­trä­ge ge­leis­tet hat;
die Rest­schuld des Ver­si­cher­ten oder der Ver­si­cher­ten im Um­fang der Leis­tun­gen des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens an den Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin als ge­tilgt gilt.
1Bei vor­zei­ti­ger Be­en­di­gung des Ein­zel­ver­tra­ges er­stat­tet das Ver­si­che­rungs- un­ter­neh­men dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin die nicht ver­brauch­ten Prä­mi­en­an­tei­le zu­rück.
2Die Rück­er­stat­tung er­folgt di­rekt an den Ver­si­cher­ten oder die Ver­si­cher­te, so­fern sich das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men im Kol­lek­tiv­ver­trag da­zu ver­pflich­tet hat.
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men bil­den für den Teil aus­ser­halb der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge einen Über­schuss­fonds. Der Über­schuss­fonds ist ei­ne ver­si­che­rung­stech- ni­sche Bi­lanz­po­si­ti­on zur Be­reit­stel­lung der den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen zu­ste­hen­den Über­schussan­tei­le.
2Im Über­schuss­fonds wird der dem Ver­si­cher­ten­kol­lek­tiv zu­ge­wie­se­ne Teil des er­wirt­schaf­te­ten Jah­res­über­schus­ses the­sau­riert.
3Über­schussan­tei­le an die Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen dür­fen nur dem Über­schuss­fonds ent­nom­men wer­den.
4Jähr­lich sind dem Über­schuss­fond min­des­tens 20 Pro­zent der dar­in an­ge­sam­mel­ten Über­schüs­se zu ent­neh­men und den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen zu­zu­tei­len.
5Fehl­be­trä­ge dür­fen dem Über­schuss­fonds nur ent­nom­men wer­den, wenn die Er­trä­ge des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens für die ge­schäfts­plan­mäs­si­ge Be­stel­lung der tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen nicht aus­rei­chen.
1Die Über­schuss­zu­tei­lung ist nach an­er­kann­ten ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­schen Me­tho­den und un­ter Ver­mei­dung miss­bräuch­li­cher Un­gleich­be­hand­lun­gen vor­zu- neh­men.
2So­bald die Über­schussan­tei­le den ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen zu­ge­teilt sind, gel­ten sie als ge­schul­det. Sie sind den An­spruchs­be­rech­tig­ten ent­spre­chend den ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen aus­zu­schüt­ten oder, falls die ver­zins­li­che An­samm­lung der Über­schussan­tei­le ver­ein­bart wur­de, in ei­ner ei­gens da­für ge­schaf­fe­nen ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Bi­lanz­po­si­ti­on aus­zu­wei­sen.
3Das Sys­tem der Über­schuss­be­tei­li­gung darf wäh­rend der Lauf­zeit ei­nes Ver­tra­ges nicht zu Un­guns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin ge­än­dert wer­den.
1Sieht der Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag einen Schluss­über­schussan­teil vor, so ist da­für ei­ne ge­son­der­te, ver­trag­s­in­di­vi­du­el­le Rück­stel­lung zu bil­den und jähr­lich zu ali­men­tie­ren. Der Schluss­über­schussan­teil darf nicht nur aus der Er­trags­si­tua­ti­on beim Ab­lauf des Ver­trags ab­ge­lei­tet wer­den.
2Der An­teil der Rück­stel­lun­gen für den Schluss­über­schussan­teil, der bei voll­stän­di­ger oder teil­wei­ser Auf­lö­sung des Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges vor Ver­trags­ab­lauf in­fol­ge Tod oder Rück­kauf frei wird, ist dem Über­schuss­fonds gut­zu­schrei­ben, so­fern er nicht dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin aus­be­zahlt wird.
3Ist der Schluss­über­schussan­teil die wich­tigs­te Über­schuss­kom­po­nen­te des Ver­tra­ges, so muss das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin bei Tod oder Rück­kauf einen an­ge­mes­se­nen Teil des an­ge­sam­mel­ten Schluss­über­schussan­teils ver­trag­lich zu­si­chern.
1Für die Ver­si­che­run­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ist ei­ne ge­son­der­te Be­triebs­rech­nung zu füh­ren. Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens für die Ver­si­che­run­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge sind als Be­stand­teil in der Be­triebs­rech­nung auf­zu­füh­ren.
2Ver­mö­gens­wer­te kön­nen nur zum Buch­wert von der Be­triebs­rech­nung für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge zu der­je­ni­gen für das üb­ri­ge Ge­schäft über­tra­gen wer­den und um­ge­kehrt. Die Dif­fe­renz zwi­schen Buch­wert und Markt­wert wird in der Be­triebs­rech­nung für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge als Ge­winn be­zie­hungs­wei­se als Ver­lust ver­bucht. Fehlt ein Markt­wert, so be­stimmt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die markt­na­he Be­wer­tung. Die FIN­MA muss die Be­wer­tungs­me­tho­de ge­neh­mi­gen.
Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über­gibt den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen in­ner­halb von fünf Mo­na­ten nach dem Bi­lanz­stich­tag:
die Be­triebs­rech­nung für die Ver­si­che­run­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge;
die An­ga­ben zur Er­mitt­lung der Über­schuss­zu­wei­sung und -zu­tei­lung, und
al­le wei­te­ren In­for­ma­tio­nen, wel­che die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und Ver­si­che­rungs­neh­mer zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen In­for­ma­ti­ons­pflich­ten be­nö­ti­gen.
1Die Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen ha­ben An­spruch auf Über­schussan­tei­le ge­mä­ss die­sem Ab­schnitt.
2Die Über­schussan­tei­le sind un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 152 Ab­satz 3 erst­mals nach Ab­lauf des ers­ten Ver­si­che­rungs­jahrs zu­zu­tei­len.
1Die Über­schuss­zu­wei­sung ist auf der Grund­la­ge der Be­triebs­rech­nung zu er­mit­teln. Da­bei sind die Er­folgs­po­si­tio­nen nach Spar-, Ri­si­ko- und Kos­ten­pro­zess auf­zu­tei­len.
2Die Über­schuss­zu­wei­sung ist min­des­tens ein­mal jähr­lich zu er­mit­teln.
1Der Spar­pro­zess bein­hal­tet:
die Äuf­nung des Al­ters­gut­ha­bens;
die Um­wand­lung des Al­ters­gut­ha­bens in Al­ters­ren­ten;
die Ab­wick­lung lau­fen­der Al­ters­ren­ten und da­mit ver­bun­de­ner Pen­sio­nier­ten­kin­der­ren­ten.
2Der Er­trag im Spar­pro­zess (Spar­kom­po­nen­te) ent­spricht den Ka­pi­tal­er­trä­gen in der Be­triebs­rech­nung ab­züg­lich der Ka­pi­tal­an­la­ge- und Ka­pi­tal­ver­wal­tungs­kos­ten (Net­to­ka­pi­tal­er­trag).
3Der Auf­wand im Spar­pro­zess ent­spricht den Auf­wen­dun­gen für die tech­ni­sche Ver­zin­sung zum ga­ran­tier­ten Zins­satz und für die Ab­wick­lung lau­fen­der Al­ters­ren­ten und Pen­sio­nier­ten­kin­der­ren­ten so­wie für die Ab­wick­lung von Frei­zü­gig­keits­po­li­cen.
1Der Ri­si­ko­pro­zess bein­hal­tet:
die Aus­zah­lung von To­des­fall­leis­tun­gen und de­ren Ab­wick­lung in Form von Ka­pi­tal­leis­tun­gen, Wit­wen-, Wit­wer- und Wai­sen­ren­ten;
die Aus­zah­lung von In­va­li­di­täts­leis­tun­gen und de­ren Ab­wick­lung in Form von In­va­li­di­täts­ka­pi­tal, In­va­li­di­täts­ren­ten, In­va­li­den­kin­der­ren­ten und Prä­mi­en­be­frei­ung, und
die Ab­wick­lung der mit lau­fen­den Al­ters­ren­ten ver­bun­de­nen An­wart­schaf­ten und der sich dar­aus er­ge­ben­den Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten.
2Der Er­trag im Ri­si­ko­pro­zess (Ri­si­ko­kom­po­nen­te) ent­spricht den an­ge­fal­le­nen Ri­si­ko­prä­mi­en.
3Der Auf­wand im Ri­si­ko­pro­zess ent­spricht den Auf­wen­dun­gen im Zu­sam­men­hang mit Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und Scha­den­be­ar­bei­tung, ins­be­son­de­re den Auf­wen­dun­gen für die Bil­dung des De­ckungs­ka­pi­tals von neu­en In­va­li­den- und Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten, für die Ab­wick­lung lau­fen­der In­va­li­den- und Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten so­wie für den Ein­be­zug des Rück­ver­si­che­rungs­er­geb­nis­ses.
1Der Kos­ten­pro­zess bein­hal­tet die Auf­wen­dun­gen für Ver­wal­tung und Ver­trieb von Ver­si­che­rungs­lö­sun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge. Die Ab­wick­lung lau­fen­der Al­ters-, Hin­ter­blie­be­nen- und In­va­li­di­täts­ren­ten wird nicht im Kos­ten­pro­zess ge­führt.
2Der Er­trag im Kos­ten­pro­zess (Kos­ten­kom­po­nen­te) ent­spricht den an­ge­fal­le­nen Kos­ten­prä­mi­en oh­ne Ein­be­zug der Ka­pi­tal­an­la­ge- und Ka­pi­tal­ver­wal­tungs­kos­ten so­wie oh­ne Ein­be­zug der Ren­tenex­kas­so- und Ab­wick­lungs­kos­ten für lau­fen­de Ren­ten.
3Der Auf­wand im Kos­ten­pro­zess ent­spricht den Ver­wal­tungs- und Be­triebs­kos­ten der Ver­si­che­run­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge.
1Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge oder Tei­le da­von, für wel­che ge­son­der­te Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­rech­nun­gen ver­ein­bart wor­den sind, wer­den für die Er­mitt­lung der Kom­po­nen­ten nach den Ar­ti­keln 143-145 nicht be­rück­sich­tigt.
2Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge oder Tei­le da­von, für wel­che die Über­tra­gung des Ka­pi­tal- an­la­ge­ri­si­kos auf den Ver­si­che­rungs­neh­mer oder die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin ver­ein­bart wor­den ist, wer­den für die Er­mitt­lung der Spar­kom­po­nen­te nach Ar­ti­kel 143 nicht be­rück­sich­tigt.
3Rei­ne Stop Loss-Ver­trä­ge wer­den für die Er­mitt­lung der Ri­si­ko- und der Kos­ten­kom­po­nen­te nach den Ar­ti­keln 144 und 145 nicht be­rück­sich­tigt.
4Die Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1-3 sind in der Be­triebs­rech­nung für die ent­spre­chen­den Pro­zes­se se­pa­rat aus­zu­wei­sen.
5Für die­se Ver­trä­ge gel­ten die Ar­ti­kel 152 Ab­satz 3 und 153 Ab­satz 1 zwei­ter Teil­satz nicht.
1Ein Teil der Kom­po­nen­ten nach den Ar­ti­keln 143-145 muss zu Guns­ten der Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen ver­wen­det wer­den (Aus­schüt- tungs­quo­te). Die Aus­schüt­tungs­quo­te muss min­des­tens 90 Pro­zent der Kom­po­nen­ten um­fas­sen (Min­dest­quo­te).
2Ent­spre­chen die Spar­kom­po­nen­te 6 Pro­zent oder mehr des De­ckungs­ka­pi­tals und der nach Ar­ti­kel 15 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge (BVG) fest­ge­leg­te BVG-Min­dest­zins­satz zwei Drit­tel oder we­ni­ger die­ses Sat­zes in Pro­zen­ten, so sind die Über­schüs­se wie folgt zu ver­tei­len:
der Net­to­ka­pi­tal­er­trag auf der Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne zu Guns­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens;
90 Pro­zent des Er­geb­nis­ses zu Guns­ten der Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und 10 Pro­zent zu Guns­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens. Un­ter Er­geb­nis ist der po­si­ti­ve Ge­samt­sal­do nach Ar­ti­kel 149 Ab­sät­ze 1 und 3 ab­züg­lich der ge­schäfts­plan­mäs­sig vor­ge­se­he­nen Bil­dung von Rück­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 149 Ab­satz 1 Buch­sta­be a zu ver­ste­hen.
3Braucht ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zur Er­fül­lung der Sol­venzan­for­de­run­gen zu­sätz­li­che Ei­gen­mit­tel oder steht der An­teil an der Dif­fe­renz zwi­schen der Sum­me der Kom­po­nen­ten und der Aus­schüt­tungs­quo­te, der dem Ei­gen­ka­pi­tal zu­ge­wie­sen wird, in ei­nem Miss­ver­hält­nis zur Zu­wei­sung an den Über­schuss­fonds, so hat es dies der FIN­MA zu mel­den. Die­se kann auf An­trag oder von Am­tes we­gen ei­ne von den Ab­sät­zen 1 und 2 ab­wei­chen­de Re­ge­lung ver­fü­gen.
4Die Aus­schüt­tungs­quo­te ist zu­sam­men mit dem Nach­weis der Ver­wen­dung zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
1Die Aus­schüt­tungs­quo­te wird zu­erst für die Auf­wän­de im Spar-, Ri­si­ko- und Kos­ten­pro­zess ver­wen­det.
2Der Ge­samt­sal­do ent­spricht der Aus­schüt­tungs­quo­te ab­züg­lich der Auf­wän­de im Spar-, Ri­si­ko- und Kos­ten­pro­zess.
1Ein po­si­ti­ver Ge­samt­sal­do wird nach Mass­ga­be des Ge­schäfts­plans des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens her­an­ge­zo­gen zur:
Bil­dung von Rück­stel­lun­gen für:
das Lang­le­big­keits­ri­si­ko,
künf­ti­ge De­ckungs­lücken bei Ren­ten­um­wand­lung,
ge­mel­de­te, aber noch nicht er­le­dig­te Ver­si­che­rungs­fäl­le ein­sch­liess­lich De­ckungs­ka­pi­tal­ver­stär­kun­gen für In­va­li­den- und Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten,
ein­ge­tre­te­ne, aber noch nicht ge­mel­de­te Ver­si­che­rungs­fäl­le,
Scha­den­schwan­kun­gen,
Wert­schwan­kun­gen der Ka­pi­tal­an­la­gen,
Zins­ga­ran­ti­en,
Ta­rif­um­stel­lun­gen und -sa­nie­run­gen;
De­ckung der Kos­ten für zu­sätz­li­ches, mit Zu­stim­mung der FIN­MA auf­ge­nom­me­nes Ri­si­ko­ka­pi­tal;
Spei­sung des Über­schuss­fonds.
2Nicht mehr be­nö­tig­te Rück­stel­lun­gen, die nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ge­bil­det wor­den sind, sind dem Über­schuss­fonds zu­zu­wei­sen.
3Ri­si­ko­ka­pi­tal nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b darf nur mit Zu­stim­mung der Auf­sichts­be­hör­de auf­ge­nom­men wer­den; es kann zur Er­fül­lung auf­sichts­recht­li­cher Vor- schrif­ten oder, im In­ter­es­se der Ver­si­cher­ten, zur Ver­bes­se­rung des Ka­pi­tal­an­la­ge­er­trags ein­ge­setzt wer­den.
Bei ne­ga­ti­vem Ge­samt­sal­do sind nach­ein­an­der fol­gen­de Mass­nah­men zu tref­fen, bis der Fehl­be­trag ge­deckt ist:
Nicht mehr be­nö­tig­te Rück­stel­lun­gen sind auf­zu­lö­sen;
Die Aus­schüt­tungs­quo­te muss er­höht wer­den;
Der rest­li­che Fehl­be­trag wird höchs­tens im Um­fang des vor­han­de­nen Über­schuss­fonds vor­ge­tra­gen und im Fol­ge­jahr mit dem Über­schuss­fonds ver­rech­net;
Der rest­li­che Fehl­be­trag wird aus den frei­en Ei­gen­mit­teln ge­deckt.
1Der Über­schuss­fonds ist ei­ne ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Bi­lanz­po­si­ti­on zur Be­reit- stel­lung der den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen zu­ste­hen­den Über­schussan­tei­le.
2Die dem Über­schuss­fonds gut­ge­schrie­be­nen Be­trä­ge dür­fen un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 150 Buch­sta­be c aus­sch­liess­lich zur Zu­tei­lung von Über­schussan­tei­len an die Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen ver­wen­det wer­den.
1Die Über­schussan­tei­le für die Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen sind aus­sch­liess­lich dem Über­schuss­fonds zu ent­neh­men.
2Mit­tel, die dem Über­schuss­fonds zu­ge­wie­sen wer­den, sind spä­tes­tens in­nert fünf Jah­ren den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen zu­zu­tei­len.
3Bei ei­nem ne­ga­ti­ven Ge­samt­sal­do dür­fen für das be­tref­fen­de Jahr kei­ne Über­schuss- an­tei­le zu­ge­teilt wer­den.
1Die im Über­schuss­fonds an­ge­sam­mel­ten Über­schussan­tei­le sind nach an­er­kann­ten ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Me­tho­den zu­zu­tei­len, je­doch pro Jahr im Um­fang von höchs­tens zwei Drit­teln des Über­schuss­fonds.
2Die Zu­tei­lung der Über­schussan­tei­le an die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen er­folgt ent­spre- chend dem an­tei­li­gen De­ckungs­ka­pi­tal, dem Scha­den­ver­lauf der ver­si­cher­ten Ri­si­ken und dem ver­ur­sach­ten Ver­wal­tungs­auf­wand so­wie un­ter Be­rück­sich­ti­gung von Ar­ti­kel 68a BVG1.
3Die FIN­MA kann aus be­son­de­ren Grün­den Ab­wei­chun­gen von der Zwei-Drit­tel­Re­gel in Ab­satz 1 ver­fü­gen.