Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_18_01_2011_3_StR_467_10_Schwere_sexuelle_Noetigung_durch-d4229530.html
Timestamp: 2016-12-09 19:51:50
Document Index: 17669210

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1', '§ 349', '§ 349', '§ 177', '§ 177', '§ 249', '§ 253', '§ 823', '§ 823', '§ 349', 'BGH', 'BGH']

BundesgerichtshofBeschl. v. 18.01.2011, Az.: 3 StR 467/10Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 18.01.2011Referenz: JurionRS 2011, 10474Aktenzeichen: 3 StR 467/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG Hannover - 16.08.2010Rechtsgrundlagen:§ 1 S. 1 ProstG§ 349 Abs. 2 StPO§ 349 Abs. 4 StPO§ 177 Abs. 1 StGB§ 177 Abs. 3 Nr. 2 StGB§ 249 BGB§ 253 BGB§ 823 Abs. 1 BGB§ 823 Abs. 2 S. 1 BGBFundstellen:JuS 2011, 944JZ 2012, 100-101Kriminalistik 2011, 703NStZ 2011, 278-279NStZ 2012, 211-213StraFo 2011, 238StV 2011, 416-417Verfahrensgegenstand:Schwere sexuelle Nötigung u.a. Redaktioneller Leitsatz:1.Wird eine Prostituierte zur Vornahme sexueller Handlungen gezwungen, so erwachsen ihr hieraus, wie jedem Opfer einer sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung, Ansprüche auf Ersatz des ihr durch die Tat entstandenen materiellen und immateriellen Schadens.2.Die Erpressung einer Prostituierten in der Form, dass ihr der Verzicht auf das vereinbarte Entgelt abgenötigt wird, kommt erst dann in Betracht, wenn die abgesprochene sexuelle Handlung einvernehmlich vorgenommen worden ist.Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 18. Januar 2011 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen: Tenor:1.Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hannover vom 16. August 2010 im Schuldspruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte der schweren sexuellen Nötigung schuldig ist; im Strafausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugehörigen Feststellungen aufrechterhalten. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. 2.Die weitergehende Revision wird verworfen. BGH, 18.01.2011BGH, 18.01.2011