Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2039/79
Timestamp: 2020-08-13 15:15:16
Document Index: 18853674

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.03.1980 - VI ZR 39/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,1186
BGH, 18.03.1980 - VI ZR 39/79 (https://dejure.org/1980,1186)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1980 - VI ZR 39/79 (https://dejure.org/1980,1186)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1980 - VI ZR 39/79 (https://dejure.org/1980,1186)
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Pferdeoperation unter Vollnarkose
§ 823 BGB, für Art und Umfang der Aufklärungspflicht eines Tierarztes gelten nicht die gleichen Grundsätze wie in der Humanmedizin
Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung einer Aufklärungspflicht über die Wirkungen und Gefahren einer Narkose - Beauftragung eines Tierarztes zur Durchführung einer Operation an einem Pferd - Anwendung der Grundsätze aus der Humanmedizin im Rahmen der deliktischen ...
Tierarzthaftung, Aufklärungspflicht
NJW 1980, 1904
MDR 1980, 661
VersR 1980, 652
Die im Senatsurteil vom 15. März 1977 angesprochenen wirtschaftlichen Erwägungen spielen - anders als bei der tierärztlichen Aufklärungspflicht (vgl. dazu Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 39/79, VersR 1980, 652, 653) - bei der Frage einer Beweislastumkehr nach einem groben Behandlungsfehler keine Rolle, weil es hier nicht darum geht, dass der Auftraggeber abwägen kann, welche der vorgeschlagenen Behandlungsmaßnahmen für ihn aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen wünschenswert sind und in welche Eingriffe des Tierarztes er demgemäß einwilligen will.
Der Beklagte schuldete der Klägerin aus dem tierärztlichen Behandlungsvertrag eine sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung des Pferdes, die Beratung der Klägerin über die nach den veterinärmedizinischen Kenntnissen und Erfahrungen anzuwendenden therapeutischen Maßnahmen sowie die Durchführung der danach vereinbarten und erforderlichen Therapie (BGH. Urt. v. 18. März 1980 - VI ZR 39/79 - NJW 1980, 1904; BGH…, Urteil vom 12. April 1983 - VI ZR 197/81 -, Rn. 8, juris).
Der Beklagte schuldete der Klägerin aus dem tierärztlichen Behandlungsvertrag die Durchführung der vereinbarten und erforderlichen Therapie (vgl. BGH. Urt. v. 18. März 1980 - VI ZR 39/79 - NJW 1980, 1904; BGH…, Urteil vom 12. April 1983 - VI ZR 197/81 -, Rn. 8, juris).
Die im Senatsurteil vom 15. März 1977 angesprochenen wirtschaftlichen Erwägungen spielen - anders als bei der tierärztlichen Aufklärungspflicht (vgl. dazu Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 39/79, VersR 1980, 652, 653) - bei der Frage einer Beweislastumkehr nach einem groben Behandlungsfehler keine Rolle, weil es hier nicht darum geht, dass der Auftraggeber abwägen kann, welche der vorgeschlagenen Behandlungsmaßnahmen für ihn aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen wünschenswert sind und in welche Eingriffe des Tierarztes er demgemäß einwilligen will (BGH…, Urteil vom 10. Mai 2016 - VI ZR 247/15 -, BGHZ 210, 197-206, Rn. 15).
Der Beklagte schuldete der Klägerin aus dem tierärztlichen Behandlungsvertrag Beratung über die nach den veterinärmedizinischen Kenntnissen und Erfahrungen anzuwendenden therapeutischen Maßnahmen (vgl. BGH. Urt. v. 18. März 1980 - VI ZR 39/79 - NJW 1980, 1904; BGH…, Urteil vom 12. April 1983 - VI ZR 197/81 -, Rn. 8, juris).
Verletzt der Tierarzt diese seine Beratungspflichten und Aufklärungspflichten schuldhaft, dann entstehen gegen ihn vertragliche Schadensersatzansprüche seines Auftraggebers (BGH, Urteil vom 18. März 1980 - VI ZR 39/79 -, Rn. 10, juris).
Dabei kann etwa auch der materielle oder ideelle Wert des Tieres für den Auftraggeber eine Rolle spielen (BGH, Urt. v. 18.03.1980 - VI ZR 39/79; Urt v. 19.01.1982 - VI ZR 281/79; OLG Köln…, Beschluss vom 04.07.2018 - 5 U 26/18, OLG München, Urt. v. 21.12.2016 - 3 U 2405/16).
Aufgrund der für den Beklagten erkennbaren Interessen und dessen besonderer Wünsche, war der Beklagte vorliegend ausnahmsweise verpflichtet über das unwahrscheinliche Risiko eines anaphylaktischen Schocks aufzuklären, hierbei spielte auch der materielle und ideelle Wert des Pferdes für den Auftraggeber eine Rolle (vgl. BGH, Urt. v. 18.03.1980 - VI ZR 39/79; Urt v. 19.01.1982 - VI ZR 281/79; OLG Köln…, Beschluss vom 04.07.2018 - 5 U 26/18, OLG München, Urt. v. 21.12.2016 - 3 U 2405/16).
OLG München, 09.01.2020 - 1 U 3011/19
Art und Umfang der Aufklärungspflicht richten sich im Einzelfall nach den für den Tierarzt erkennbaren Interessen seines Auftraggebers oder nach dessen besonderen Wünschen, wobei auch der materielle oder ideelle Wert des Tieres für den Auftraggeber eine Rolle spielen kann (vgl. BGH, Urt. v. 18.03.1980 - VI ZR 39/79, juris-Rn. 10 f;… OLG München, Urt. v. 09.10.2003 - 1 U 2308/03, juris-Rn. 55;… v. 21.12.2016 - 3 U 2405/16, juris-Rn. 20).
Pflichtverletzung bei der Behandlung eines Reitpferdes - Rechtmäßigkeit der …
Wie der Senat inzwischen ausgesprochen hat (Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 39/79 - NJW 1980, 1904 = Der praktische Tierarzt 1980, 768 ff = VersR 1980, 652), schuldet der Tierarzt seinem Auftraggeber neben der eigentlichen Behandlung auch eine Beratung über deren Vor- und Nachteile und über etwaige Risiken für das Tier.
Im Übrigen gelten für die Aufklärung inhaltlich nicht die strengen Anforderungen der Humanmedizin (vgl. BGH NJW 1980, 1904, wobei dort der aufgestellte Grundsatz im Ergebnis aber nicht recht erkennbar wird).
Die Grundsätze über Art und Umfang der humanärztlichen Aufklärungspflicht können dabei nicht ohne weiteres übertragen werden, da das Selbstbestimmungsrecht des Patienten in der Tiermedizin keine Rolle spielt (BGH, Urteile vom18.3.1980 - VI ZR 39/79, iuris Rdn. 10 f, abgedruckt in NJW 1980, 1904 f. …und vom 19.1.1982 - VI ZR 281/79, iuris Rdn. 9, abgedruckt in NJW 1982, 1327 f.).
Allgemein sind die Anforderungen an die Aufklärung im Bereich der Tiermedizin geringer (BGH, Urteil vom 18.3.1980 aaO Rdn. 11).
Dabei kann auch der materielle oder ideelle Wert des Tieres für den Auftraggeber eine Rolle spielen (BGH NJW 1980, 1904/1905).
Der Bundesgerichtshof hat zwar in BGH NJW 1980, 1904/1905 die Verneinung einer Verletzung der Beratungs- und Aufklärungspflicht eines Tierarztes, der beim Pferd über Narkoserisiken im engeren Sinne nicht aufklärte, durch das OLG Düsseldorf bestätigt.
Jedenfalls schuldete die Klägerin bzw. deren Inhaber dem Beklagten eine sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung und Behandlung des anvertrauten Pferdes unter Einsatz der von einem gewissenhaften Veterinärmediziner zu erwartenden tiermedizinischen Kenntnisse und Erfahrungen (vgl. BGH Urteile vom 18.03.1980 - VI ZR 39/79 = VR 1980, 652; vom 12.04.1983 - VI ZR 197/81 = VR 1983, 665; OLG Düsseldorf VR 1986, 61; OLG München VR 1989, 714; OLG Düsseldorf VR 1990, 867).
BGH, 12.04.1983 - VI ZR 197/81
Anforderungen an die Beratungspflichten eines Tierarztes - Lähmungserscheinungen …
OLG Düsseldorf, 24.05.2012 - 8 U 48/11
OLG Celle, 20.01.2014 - 20 U 12/13
Tierheilpraktikerhaftung - Umfang der Aufklärungspflicht bei einer …