Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_schoenower_heide
Timestamp: 2020-02-28 00:27:11
Document Index: 367934301

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 29', '§ 2']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schönower Heide“
(GVBl.II/00, [Nr. 22], S.382)
geändert durch Artikel 11 der Verordnung vom 8. Dezember 2017
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Barnim wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Schönower Heide“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 533 Hektar. Es liegt im Bereich der Gemeinden Schönwalde, Schönow und Bernau. Eine Kartenskizze ist dieser Verordnung zur Orientierung als Anlage 1 beigefügt. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage 2 beigefügt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nummer 1 aufgeführten vier topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nummer 2 aufgeführten sechs Flurkarten mit den Blattnummern 2.1 bis 2.6.
(3) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Barnim, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des in Teilbereichen ehemals militärisch genutzten Gebietes ist die Erhaltung und Entwicklung
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Nahrungs- und Reproduktionsgebiet verschiedener Vogel-, Amphibien-, Reptilien-, Schmetterlings-, Stechimmen-, Heuschrecken-, Libellen-, Käfer- und Spinnenarten;
wegen der besonderen Eigenart der Schönower Heide als offene Heidelandschaft mit ausgedehnten Besenheide-Flächen, Pionierwäldern und vegetationslosen Sandoffenflächen;
der in Teilbereichen offen liegenden, wandernden Binnendünen als geologisches Zeugnis nacheiszeitlicher Landschaftsentwicklung;
aus ökologischen Gründen, insbesondere
zur Bewahrung beziehungsweise Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushaltes und der
natürlichen Wasserspeicherfähigkeit des Feuchtgebietes Rohrbruch sowie zum Schutz des Moorkörpers als lebendes Zeugnis nacheiszeitlicher Vegetationsgeschichte,
zur langfristigen Sicherung natürlicher Sukzessionsprozesse auf den dafür geeigneten Flächen,
als wesentlicher Bestandteil des überregionalen Biotopverbundsystems im Landschaftsraum Barnim innerhalb des länderübergreifenden Schutzgebietssystems Berlin-Brandenburg,
in seiner Funktion als wichtiges Rückzugs- und Wiederbesiedlungsgebiet sowie als Trittsteinbiotop.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Schönower Heide“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis und Trockenen europäischen Heiden als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes.
wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwick­lungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
§ 4 Abs. 2 Nr. 18, 19 und 21 gelten,
keine Kahlhiebe vorzunehmen sind und nur einheimische, standortgerechte und naturraum-typische Baumarten angebaut werden dürfen;
für den Bereich der Jagd: die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass
die Anlage von Kirrungen nur in einem 50 Meter breiten Streifen am Rande des Naturschutzgebietes, jedoch nicht im Rohrbruch, erfolgt,
die Neuanlage von Ansaatwildwiesen und Wildäckern verboten ist,
jagdliche Einrichtungen nur an Wald- beziehungsweise Gehölzrändern errichtet werden dürfen;
die sonstigen bei In-Kraft-Treten dieser Verordnung auf Grund behördlicher Einzelfallentscheidung
rechtmäßig ausgeübten Nutzungen und Befugnisse in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
die ordnungsgemäße Unterhaltung rechtmäßig bestehender Anlagen einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
der Abriss von Gebäuden einschließlich Flächenentsiegelung im Rahmen der Renaturierung des ehemaligen Kasernengeländes;
(1) Folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden als Zielvorgaben festgelegt:
Durch geeignete Schutz-, Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen sollen die Entwicklung natürlicher und naturnaher Lebensgemeinschaften gesichert, gestörte Lebensgemeinschaften regeneriert und die Biotopvielfalt der heimischen Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden;
der gegenwärtige Wasserhaushalt des Rohrbruches soll gesichert und verbessert werden, um das Feuchtgebiet als Lebensraum gefährdeter Arten zu erhalten und zu entwickeln. Entwässerungsgräben und Drainagen sollen möglichst zurückgebaut werden;
Teilbereiche der aufgelassenen Feuchtwiesen beziehungsweise Seggenriede des Rohrbruches sollen zur Verhinderung einer vollständigen Verbuschung im mehrjährigen Rhythmus gemäht werden, um ein vielfältiges Biotopmosaik in diesem Feuchtgebiet zu erhalten;
die Forstflächen sollen langfristig möglichst durch Naturverjüngung in naturnahe, standortgerechte, sich an der potenziell natürlichen Vegetation orientierende Waldgesellschaften umgebaut werden;
die Offenlandschaft soll durch Landschaftspflegemaßnahmen (Mahd, Entbuschung, Wanderschäferei) unter wissenschaftlicher Begleitung erhalten werden;
munitionsverseuchte Flächen sollen sukzessive in den für die Biotoppflege unbedingt notwendigen Bereichen beräumt werden;
durch Zulassen dynamischer Prozesse, Begünstigung und Förderung natürlicher Entwicklungen soll ein reichstrukturiertes Mosaik unterschiedlicher Sukzessionsstadien bis hin zur potenziell natürlichen Waldgesellschaft entwickelt werden;
zur Lenkung des Besucherverkehrs soll ein Rundwanderweg errichtet werden;
die intensive Bejagung von Füchsen und Schwarzwild wird angestrebt.
(1) Die Aufstellung einer Behandlungsrichtlinie zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzweckes und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
(2) Die Vorschriften dieser Verordnung gehen anderen naturschutzrechtlichen Schutzausweisungen im Bereich des in § 2 ge­nannten Gebietes vor.
Potsdam, den 10. Oktober 2000
Flurstücksliste zum NSG „Schönower Heide“:
Das Naturschutzgebiet beinhaltet folgende Flurstücke der Gemarkungen Schönwalde, Schönow und Bernau:
Gemarkung Schönwalde:
Flur 8: 49 (anteilig zwischen Weg Flurstücke 51 und 55), 50 (anteilig zwischen Weg Flurstücke 51 und 55), 54 - 58;
Flur 9: 56 (anteilig, südlich des Weges Flurstück 55), 56 (anteilig, östlich des Weges Flurstück 54), 57, 58 (anteilig, östlich des Weges Flurstück 54), 60 (anteilig, östlich des Weges Flurstück 59), 61, 62.
Gemarkung Schönow:
Flur 2: 1 - 72, 73/1, 73/2, 73/3, 74 - 77;
Flur 3: 1 - 36;
Flur 4: 1 - 5, 6 (anteilig, bis Verbindung zwischen zwei Messpunkten, siehe Flurkarte), 14 - 16, 19 (anteilig, bis nord­westlicher Messpunkt des Flurstückes 32), 20 - 37.
Gemarkung Bernau:
Flur 4: 21 - 23, 27 - 30 (anteilig, südlich des Weges Flurstück 26), 32 - 35 (anteilig, südlich des Weges Flurstück 26), 67/2 (anteilig, südlich des Flurstückes 102), 67/3, 69 - 97, 99 - 101, 124 - 127.
Titel: Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schönower Heide“
3246-SO unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR)
3247-SW unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
3346-NO unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
3347-NW unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
Titel: Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schönower Heide“
2.1 Schönow 2 2 500 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
2.2 Schönow 3 2 500 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
2.3 Schönow 4 2 500 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
2.4 Bernau 4 5 000 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
2.5 Schönwalde 8 5 000 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR
2.6 Schönwalde 9 5 000 unterzeichnet am 10. Oktober 2000 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 39 des MLUR