Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.02.2009&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20118/07
Timestamp: 2020-02-24 06:20:11
Document Index: 131653444

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 307', '§ 558', 'BGH', '§ 558', 'BGH', 'BGH', '§ 558', 'BGH', '§ 558']

BGH, 11.02.2009 - VIII ZR 118/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2326
BGH, 11.02.2009 - VIII ZR 118/07 (https://dejure.org/2009,2326)
BGH, Entscheidung vom 11.02.2009 - VIII ZR 118/07 (https://dejure.org/2009,2326)
BGH, Entscheidung vom 11. Februar 2009 - VIII ZR 118/07 (https://dejure.org/2009,2326)
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Wirksamkeit einer in einem Formularmietvertrag enthaltenen Klausel über laufende Schönheitsreparaturen unter Berücksichtigung des § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB; Vorgegebener Fristenplan für Schönheitsreparaturen als starre, nicht lediglich für den Regelfall des tatsächlichen ...
BGB § 307 Abs. 2; BGB § 558 Abs. 1 S. 1
Anspruch des Vermieters auf Mieterhöhung wegen Unwirksamkeit einer formularvertraglich vereinbarten Übernahme der Schönheitsreparaturen
Noch einmal: Kein Mietzuschlag wegen unwirksamer Schönheitsreparaturklausel
Kein Mietzuschlag bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel! (IMR 2009, 1009)
LG Karlsruhe - 8 C 540/05
AG Karlsruhe, 06.07.2006 - 8 C 540/05
ZMR 2009, 514
Der Senat hat für preisfreien Wohnraum, bei dem die Verpflichtung zur Vornahme von Schönheitsreparaturen wegen Unwirksamkeit einer formularmäßigen Abwälzungsklausel bei dem Vermieter verblieben war, entschieden, dass der Vermieter nicht berechtigt ist, von dem Mieter eine Mieterhöhung in Form eines Zuschlags zur ortsüblichen Vergleichsmiete zu verlangen (…Senatsurteile vom 9. Juli 2008 - VIII ZR 181/07, BGHZ 177, 186 Rn. 10 ff., und VIII ZR 83/07, WuM 2008, 487 Rn. 13 ff.; vom 11. Februar 2009 - VIII ZR 118/07, WuM 2009, 240 Rn. 10).
Dies habe der Bundesgerichtshof in Urteilen von 2008 und 2009 bereits entschieden (…Urt. v. 09.07.2008, Az. VII! ZR 181/07 und Urt. v. 11.02.2009, Az. VIII ZR 118/07).
Den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs von 2008 und 2009 (…Urt. v. 09.07.2008, Az. VIII ZR 181/07; Urt. v. 11.02.2009, Az. VIII ZR 118/07, Juris) lagen jeweils andere Sachverhaltskonstellationen zugrunde, nämlich jeweils ein Mietverhältnis, in dem die Verpflichtung zur Ausführung von Schönheitsreparaturen auf den Mieter abgewälzt war.
Es fehle hierfür an einer rechtlichen Grundlage (Urt. v. 11.02.2009, Az. VIII ZR 118/07, OS Juris).
LG Berlin, 27.01.2015 - 16 O 442/14
Die Berücksichtigung eines Aufschlags auf die ortsübliche Vergleichsmiete für den Fall, dass die vereinbarte Übernahme der Schönheitsreparaturen durch den Mieter unwirksam ist, ist mit dieser Regelung nicht vereinbar, denn gemäß § 558 Abs. 1 Satz 1 BGB kann der Vermieter lediglich die Zustimmung zur Erhöhung der Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete und nicht darüber hinaus verlangen; danach bilden die Marktverhältnisse den Maßstab für die Berechtigung einer Mieterhöhung und nicht die Kosten für die Vornahme von Schönheitsreparaturen (BGH, Urteil vom 11.02.2009 - VIII ZR 118/07 - juris).
Auch die jüngeren Entscheidungen des BGH, in denen die Möglichkeit der Erhebung eines Zuschlags für nicht wirksam auf den Mieter übertragene Schönheitsreparaturen im Rahmen von Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete gemäß §§ 558 ff. BGB verneint wird (Urteile vom 09.07.2008 - VIII ZR 181/07 und 11.02.2009 - VIII ZR 118/07) bieten keinen Anhalt dafür, dass der Bundesgerichtshof an dieser grundlegenden Bewertung nicht festhalten will.
Diese Bestimmungen sollen sicherstellen, dass sich das zu zahlende Entgelt für die Wohnung nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhöht (vgl. BGH, WuM 09, 240 - VIII ZR 118/07).
Demgegenüber sind die von dem Kläger zur Begründung der Unzulässigkeit des Zuschlags herangezogenen Entscheidungen des Bundesgerichtshof vom 11.02.2009 (NJW 2009, 1410) und vom 09.07.2008 (NZM 2008, 641) vorliegend nicht einschlägig.
Darüber hinaus entspricht ein derartiges Vorgehen nicht dem System der §§ 558 ff. BGB, da - wie der Bundesgerichtshof in dem Urteil vom 09.07.2008 - VIII ZR 83/07 - ausdrücklich festgehalten hat - kostenbasierte Zuschläge zur Begründung eines Mieterhöhungsverlangens nicht in Betracht kommen (ebenso Urteil vom 09.07.2008 - VIII ZR 181/07 - sowie prägnant nochmals Urteil vom 11.02.2009 - VIII ZR 118/07 -).