Source: https://rp-giessen.hessen.de/inneres-arbeit/gefahrenabwehr/geldw%C3%A4sche/immobilienmakler
Timestamp: 2020-07-14 23:09:24
Document Index: 117685148

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 1', '§ 4', '§ 10', '§ 10', '§ 11', '§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 10']

Immobilienmakler | Regierungspräsidium Gießen
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Nach § 2 Abs. 1 Nr. 14 des Geldwäschegesetzes (GwG) zählen Immobilienmakler zu den „Verpflichteten“ des Gesetzes. Immobilienmakler im Sinne des Geldwäschegesetzes ist, wer gewerblich den Abschluss von Kauf-, Pacht- oder Mietverträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, gewerbliche Räume oder Wohnräume vermittelt (§ 1 Abs. 11 GwG).
Als Verpflichtete haben sie die Vorschriften des GwG zu beachten und sich so davor zu schützen, von Kriminellen zur Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden. Sie müssen über ein wirksames Risikomanagement - bestehend aus der Risikoanalyse und den sich daraus ableitenden internen Sicherungsmaßnahmen einschließlich gruppenweiter Verfahren verfügen (§ 4 Abs. 4 GwG) und allgemeinen Sorgfaltspflichten erfüllen (§ 10 Abs. 6 Nr. 1 GwG), wenn einer der folgenden Sachverhalte vorliegt:
bei der Vermittlung von Kaufverträgen,
bei der Vermittlung von Miet- oder Pachtverträgen mit einer monatlichen Nettokaltmiete/ -pacht in Höhe von mindestens 10.000 €.
Geldwäscher und Terroristen wollen anonym bleiben. Aus diesem Grund sind die Kundensorgfaltspflichten in Abschnitt 3 (§§ 10 ff) des Geldwäschegesetzes von zentraler Bedeutung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Identifizierung (§ 11 GwG).
Bei der Vermittlung von Kaufverträgen sind die Vertragsparteien des Kaufgegenstandes, gegebenenfalls für diesen auftretende Personen und ein möglicher Weise hinter dem Vertragspartner stehender wirtschaftlich Berechtigter zu identifizieren, sobald der Vertragspartner des Maklers ein ernsthaftes Interesse an der Durchführung des Immobilienkaufvertrages äußert und die Kaufvertragsparteien hinreichend bestimmt sind.
Sind für beide Vertragspartner des Kaufgegenstandes Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 14 GwG tätig, so muss jeder Verpflichtete nur die Vertragsparteien identifizieren, für die er handelt. (§ 11 Abs. 2 GwG).
Bei der Vermittlung von Miet-/Pachtverträgen von mindestens 10.000 € ist der Vertragspartner ggf. für diesen auftretende Personen und wirtschaftlich Berechtigte vor Begründung des Maklervertrages zu identifizieren (§ 11 Abs. 1 GwG), nicht jedoch beide Vertragsparteien des Miet-/Pachtvertrages.
Außerdem müssen Sie nach § 10 Abs. 3 Nr. 2 – 4 GwG in folgenden Fällen die allgemeinen Sorgfaltspflichten erfüllen:
Wenn Sie den Verdacht haben oder wissen, dass beim Kauf einer Immobilie Geld aus einer Straftat „gewaschen“ werden soll oder wenn die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen – auch wenn noch kein ernsthaftes Interesse an der Durchführung des Immobilienkaufvertrages geäußert wird. Die Abgabe einer Geldwäscheverdachtsmeldung ist in derartigen Fällen verpflichtend.
Die Abgabe einer Geldwäscheverdachtsmeldung erfolgt bei der der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU). Voraussetzung für die Abgabe einer Verdachtsmeldung ist die einmalige Registrierung bei goAML. Die Registrierung ist unabhängig von der Abgabe einer Verdachtsmeldung möglich.
Nach ihrer Registrierung erhalten Sie außerdem Zugang zu branchenbezogenen Typologiepapieren, die von der FIU beim Zollkriminalamt veröffentlicht werden.
Fachstudie Geldwäsche im Immobiliensektor (PDF / 390.81 KB)
Transparency_DL_Studie_Geldwäsche_Immobilien_Kurzfassung_Dez 2018.pdf (PDF / 99.09 KB)
Kompakt-Version der Studie „Geldwäsche bei Immobilien in Deutschland“
Transparency_DL_Studie_Geldwäsche_Immobilien_Langfassung_Dez 2018.pdf (PDF / 1.46 MB)
Studie „Geldwäsche bei Immobilien in Deutschland“