Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.03.2011&Aktenzeichen=XI%20ZR%20135/10
Timestamp: 2019-06-18 16:17:56
Document Index: 17797903

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 812', '§ 4', '§ 6', '§ 492', '§ 492', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.03.2011 - XI ZR 135/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2508
BGH, 01.03.2011 - XI ZR 135/10 (https://dejure.org/2011,2508)
BGH, Entscheidung vom 01.03.2011 - XI ZR 135/10 (https://dejure.org/2011,2508)
BGH, Entscheidung vom 01. März 2011 - XI ZR 135/10 (https://dejure.org/2011,2508)
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VerbrKrG § 4 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1 Buchst. b Satz 2, § 6 Abs. 2 Satz 2
§ 4 Abs 1 S 5 Nr 1 Buchst b S 2 VerbrKrG, § 6 Abs 2 S 2 VerbrKrG, § 812 S 1 Alt 1 BGB
Verbraucherkredit: Unechte Abschnittsfinanzierung in Form der Verbindung eines endfälligen Festkredits mit einer Investmentfondsbeteiligung als Kredit mit veränderlichen Bedingungen
Vorliegen eines Kredits mit veränderlichen Bedingungen auch bei Verbinden eines endfälligen Festkredits mit einer Investmentfondsbeteiligung durch Aussetzen der Tilgung des Kredits für die Laufzeit des Darlehens und Leisten monatlicher Teilzahlungen auf die Fondsbeteiligung
Pflicht zur Gesamtbetragsangabe im Verbraucherkreditvertrag auch bei unechter Abschnittsfinanzierung (Anlagemodell "EuroPlan")
Vorliegen eines Kredites mit veränderlichen Bedingungen bei Verbindung eines endfälligen Festkredites mit einer Investmentfondsbeteiligung im Rahmen einer unechten Abschnittsfinanzierung
Info zu Kredit mit veränderlichen Bedingungen, "EuroPlan"-Darlehen
VerbrKrG a. F. § 4 Abs. 1 Satz 5, § 6 Abs. 2 Satz 2
Pflicht zur Gesamtbetragsangabe im Verbraucherkreditvertrag auch bei unechter Abschnittsfinanzierung (Anlagenmodell "EuroPlan")
Zum Vorliegen eines Kredits mit veränderlichen Bedingungen
Clerical-Medical-Anleger können Zinsen zurückverlangen, EuroPlan, CMI
Erfordernis einer Gesamtbetragsangabe in Verbraucherdarlehensverträgen bei der sog. unechten Abschnittsfinanzierung im Rahmen komplexer Kapitalanlagemodelle
LG München I, 20.08.2009 - 22 O 23729/08
OLG München, 02.02.2010 - 5 U 4820/09
NJW-RR 2011, 1140
ZIP 2011, 702
MDR 2011, 678
VersR 2012, 1003
WM 2011, 656
BB 2011, 1235
DB 2011, 1579
Eine solche unechte Abschnittsfinanzierung ist ein Darlehen mit "veränderlichen Bedingungen" im Sinne von § 492 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 BGB aF, da die Zinskonditionen und das Vertragsschicksal bei Abschluss des Kreditvertrages noch nicht für die gesamte Laufzeit feststehen (st. Rspr., vgl. zuletzt Senatsurteile vom 1. März 2011 - XI ZR 135/10, WM 2011, 656 Rn. 17 und XI ZR 136/10, juris Rn. 18 mwN).
Eine vorzeitige Fälligkeit des Restschuldbetrages kann mithin nur dann eintreten, wenn der Darlehensnehmer der im Rahmen dieser Verhandlungen von der Beklagten vorgeschlagenen Änderung der Konditionen widerspricht (Senatsurteile vom 1. März 2011 - XI ZR 135/10, WM 2011, 656 Rn. 18 und XI ZR 136/10, juris Rn. 19).
Aus der maßgeblichen Sicht des Darlehensnehmers, dessen Information § 492 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 BGB aF dient, ist es dabei von nachrangiger Bedeutung, ob die Tilgungsraten direkt an den Kreditgeber oder zunächst an eine Versicherung, eine Bausparkasse, eine Fondsgesellschaft oder an sonstige Partner eines Ansparvertrages erbracht werden, wenn nur von vornherein feststeht, dass diese Zahlungen mindestens zur teilweisen Rückzahlung des Kredits verwendet werden sollen (Senatsurteile vom 1. März 2011 - XI ZR 135/10, WM 2011, 656 Rn. 20 und XI ZR 136/10, juris Rn. 21 mwN).
Die Angabe hat vielmehr auch hier auf der Grundlage der bei Abschluss des Darlehensvertrages geltenden Anfangskonditionen zu erfolgen (Senatsurteile vom 1. März 2011 - XI ZR 135/10, WM 2011, 656 Rn. 23 und XI ZR 136/10, juris Rn. 24 mwN).
Wird das Darlehen zum Ende des Finanzierungsabschnitts nicht ohne weiteres fällig, sondern nur, wenn der Darlehensnehmer einer vorgeschlagenen Konditionsänderung widerspricht, ist dies vielmehr gerade kennzeichnend für die Bewertung der Folgevereinbarung als unechte Abschnittsfinanzierung (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2011, XI ZR 135/10, Rn. 16 m.w.N., Urteil vom 08.06.2004, XI ZR 150/03, zitiert nach juris, Rn. 11…, Urteil vom 07.10.1997, XI ZR 233/96, zitiert nach juris, Rn. 27-28;… OLG Köln, Hinweis vom 05.03.2014, 13 U 129/13, zitiert nach juris, Rn. 11).
Die Probleme ergeben sich aus ihrer engen Verbindung und gegenseitigen Abhängigkeit (s. a. BGH, XI ZR 135/10, Urteil vom 1. März 2011, zit. nach juris) und dabei insbesondere aus dem Umstand, dass Ansprechpartner nicht Versicherer oder Bank sind, sondern ein häufig wenig solventer Vertrieb.
Mit Urteil vom 1. März 2011 (XI ZR 135/10) hat sich der BGH zur Frage der Gesamtbetragsangabe in E. P.-Fällen geäußert, eine unechte Abschnittsfinanzierung und weiter angenommen, die Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1. b) VerbrKrG lägen vor.
a) Dabei handelt es sich um Kredite, bei denen dem Verbraucher ein langfristiges Kapitalnutzungsrecht eingeräumt, die Zinsvereinbarung jedoch nicht für den gesamten Zeitraum, sondern zunächst nur für eine bestimmte Festzinsperiode getroffen wird, wobei das Darlehen zum Ende des Finanzierungsabschnitts nicht ohne weiteres fällig wird, sondern nur dann, wenn der Darlehensnehmer der vorgeschlagenen Änderung der Konditionen widerspricht (ständige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 1. März 2011 - XI ZR 135/10, WM 2011, 656-659;… XI ZR 136/10, juris Rn. 18 …und Urt. v. 7. Juni 2011 - XI ZR 212/10, juris Rn. 13).
Eine vorzeitige Fälligkeit des Restschuldbetrages kann mithin nur dann eintreten, wenn der Darlehensnehmer der im Rahmen dieser Verhandlungen vorgeschlagenen Änderung der Konditionen widerspricht (BGH Urt. v. 1. März 2011 - XI ZR 135/10;… XI ZR 136/10, juris Rn. 18 …und Urt. v. 7. Juni 2011 - XI ZR 212/10, juris Rn. 13).
Unechte Abschnittsfinanzierungen sind Kredite, bei denen dem Verbraucher bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses ein langfristiges Kapitalnutzungsrecht eingeräumt worden war, die Zinsvereinbarung jedoch nicht für den gesamten Zeitraum, sondern zunächst nur für eine bestimmte Festzinsperiode getroffen wird, wobei das Darlehen zum Ende des Finanzierungsabschnitts nicht ohne weiteres fällig wird, sondern nur dann, wenn der Darlehensnehmer der vorgeschlagenen Änderung der Konditionen widerspricht (vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2011, Az. XI ZR 135/10).