Source: https://blogs.pwc.de/regulatory/tag/net-stable-funding-ratio/
Timestamp: 2019-12-10 00:11:38
Document Index: 2040693

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 416', 'Art 25', 'Art 26', 'Art 128', 'Art 411', 'Art 427', 'Art 429', 'Art 92']

Net Stable Funding Ratio Archives - Regulatory
Schlagwort: Net Stable Funding Ratio
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ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite
Mit den Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements vom 26. Juli 2013 hat die European Banking Authority (EBA) die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen veröffentlicht. Neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP (vgl. dazu Blog-Beitrag: „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co“ vom 30. Juli 2013) enthält der ITS auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses).
Der aktuelle ITS enthält Vorgaben zu den Meldefrequenzen, Abgabefristen, Definitionen und Meldebögen, inklusive des von der EBA entwickelten Data Point Models. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen zeigt dieser Beitrag ( zu den Vorversionen vgl z.B. Blog-Beitrag: „Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS“ vom 06.Februar 2013).
Der ITS stellt klar, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die COREP-Anforderungen der 1. Januar 2014 ist und folglich die erste COREP-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen hat. Zukünftig müssen die Meldungen quartalsweise an die Aufsicht geliefert werden. Die Einzel- und Gruppenmeldungen müssen immer bis zum 30. Arbeitstag nach Meldestichtag an die Aufsicht geliefert werden.
Die EBA fordert nun eine granulare Darstellung des Wertberichtigungsvergleichs, zur separaten Abbildung von ausgefallenen und nicht-ausgefallenen Forderungen (CA 4).
Bei dem Ausweis von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten wird zwischen Staatspapieren der Kategorie AfS und allen anderen unrealisierten Gewinnen bzw. Verlusten differenziert. Darüber hinaus erfolgt ein separater Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus der Fair Value-Bilanzierung derivativer Verbindlichkeiten, die aus dem eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren (Art. 33 (1c) CRR).
Risikopositionen gegenüber KMUs, für die ein privilegiertes Risikogewicht zur Anwendung kommt, sind separat auszuweisen. Darüber hinaus entfällt der in den bisherigen Entwürfen separate Ausweis von Forderungen an den Default Fund eines CCP durch Clearing Member (CA 2).
Halten Institute freiwillig strengere Anforderungen als die Mindestquoten der CRR ein (Art. 3 CRR), so sind diese durch entsprechende Datenfelder abbildbar.
Die EBA hat den 1. Januar 2014 als Erstanwendungszeitpunkt für die Meldung der Leverage Ratio festgelegt. Die erste LR-Meldung hat entsprechend zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Leverage Ratio hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.
Die Meldebogen wurde an die Änderungen in der finalen CRR angepasst, indem:
Neue Meldepositionen zu den außerbilanziellen Positionen, die der Handelsfinanzierung dienen oder durch einen anerkannten Exportversicherer gedeckt sind, und mit einem CCF von 20% bzw. 50% im Gesamtexposure der Leverage Ratio berücksichtigt werden, eingefügt wurden
Der Ausweis des Betrages für Securities Financing Transcations (SFT/Wertpapierfinanzierungsgeschäfte) nach umfassender und einfacher Methode angepasst wurde.
In den finalen ITS wurden weiterhin Vorschläge aus dem Baseler Konsultationspapier zur Leverage Ratio (Revised Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – consultative document vom 26. Juni 2013) übernommen, die auch schon im Basel III Monitoring enthalten sind:
Nachrichtliche Meldung einer Nettingmethode für Securities Financing Transcations (SFT), die eine Verrechnung von Positionen mit Sicherheiten (ohne Berücksichtigung von aufsichtlichen Abschlägen) auf Nettingset- und Einzelgeschäftsebene erlaubt und gemäß des Baseler Vorschlags die maßgebliche Methode für die Add-on Berechnung ist.
Es erfolgt ein zusätzlicher Ausweis des Nominalbetrags von Kreditderivaten (Sicherungsnehmer) mit gleichem Referenztitel und mindestens gleicher Laufzeit wie bei korrespondierenden Sicherungsgeberpositionen, die unter Basel III dem Gesamtexposure hinzugefügt werden.
Die EBA hat eine zusätzliche Tabelle für wesentliche Anteile an Unternehmen, die handelsrechtlich, aber nicht aufsichtsrechtlich konsolidiert werden, eingefügt. Die Aufgliederung erfolgt in drei Sektoren (Financial Entities, Securitisation Entities, Commercial Entities) und nach den im Rahmen der Leverage Ratio abgefragten Geschäftsarten (nur Reporting, keine Berücksichtigung in der Berechnung der Kennziffer wie unter Basel III).
Der ITS enthält unterschiedliche Anwendungszeitpunkte für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die Meldung der NSFR hat ab dem 1. Januar 2014 zu erfolgen. Folglich hat die erste NSFR-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die NSFR hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen. Der Erstanwendungszeitpunkt für die LCR wird auf den 31. März 2014 festgesetzt. Die erste Meldung ist wie bei den anderen Meldungen mit einer einmaligen verlängerten Frist zum 30. April 2014 abzugeben. Zukünftig müssen die Institute die LCR-Meldung monatlich am 15. Kalendertag nach dem Meldestich an die Aufsicht liefern.
Bei den Meldebögen zur LCR wurde die Darstellung der liquiden Aktiva angepasst und noch granularer gestaltet. Insbesondere wurden die Vorgaben zu liquiden Aktiva (Art. 416 CRR) und dem zusätzlichen Reporting nach Anhang III zur CRR klar voneinander getrennt. Hieraus ergeben sich auch Auswirkungen auf die Meldebögen zu Zahlungsmittelzu- und -abflüssen, beispielsweise in Bezug auf die Darstellung von Repogeschäften.
In einem neuen Meldebogen zur LCR erfolgt die Abbildung der Auswirkungen von Collateral Swaps. Die Granularität der Darstellung bleibt jedoch gegenüber dem Meldebogen des Basel III-Monitorings zurück. Die Darstellung der liquiden Aktiva in den Meldebögen zur NSFR wurde an die geänderte Darstellung bei der LCR angepasst. Zudem wurde der Meldebogen zur benötigten stabilen Refinanzierung um die Darstellung der Asset Encumbrance erweitert
Der Erstanwendungszeitpunkt für die Großkreditmeldungen ist der 1. Januar 2014, folglich hat die erste Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen Fristverlängerung zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Großkredite hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.
Die Großkreditmeldung wurde von bisher zwei auf fünf Meldebögen erweitert, wobei der bisherige Meldebogen LE 1 auf zwei Tabellen aufgegliedert und zusätzlich zwei neue Meldebögen eingeführt werden. Während an den bestehenden Formaten nur geringfügige Änderungen vorgenommen wurden, enthalten die beiden vollständig neuen Meldebögen eine sehr granulare Aufgliederung der Exposure je KNE bzw. KN nach Laufzeitbändern.
Nun ist es also offiziell: Das lang erwartete Reformpaket der CRD IV/CRR ist mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) abgeschlossen. Damit ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Über die Kernpunkte der Reformen habe ich Sie bereits laufend in unserem Blog informiert, so dass ich an dieser Stelle nur kurz auf die schon bekannten Änderungen hinweisen möchte.
Kapitalanforderungen (Art 25ff CRR)
Einhergehend mit der neuen Kernkapitalquote von 4,5% werden die Kernkapitalbestandteile (CET 1) anhand von 14 Kriterien neu definiert (Art 26 CRR). Hinzu kommen Eigenkapitalbestandteile des Additional Tier 1 und Tier 2 mit 1,5 % bzw. 2%. Zusätzliche Kapitalpuffer, bestehend aus CET 1, die über die Mindestkapitalquoten hinausgehen, sind nach den Anforderungen der Direktive aufzubauen: Kapitalerhaltungspuffer, antizyklischer Kapitalpuffer, Kapitalpuffer für systemische Risiken, Kapitalpuffer für global und anderweitig systemrelevante Institute (Art 128ff CRD IV)( vgl. auch Blog-Beitrag: „Update: Neue Beschlüsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz“ vom 23.05.2013).
Liquidität – LCR und NSFR (Art 411ff / Art 427ff CRR)
Für die Liquidity Coverage Ratio als Standard zur kurzfristigen Liquiditätsüberbrückung fängt mit Inkrafttreten der CRR die Beobachtungsphase verbunden mit Reporting-Pflichten der Institute an. Die einheitlichen Formate bereitet die EBA vor. Anhand dieser Meldungen der Institute wird die Kommission die endgültigen Details der LCR entsprechend festlegen, um mit der schrittweisen Einführung in 2015 zu beginnen.
Im Hinblick auf die Net Stable Funding Ratio sind die Arbeiten noch nicht so weit fortgeschritten – die Beobachtungsphase wird hier daher länger sein und erst mit Einführung ab 2016 begonnen.
Leverage ratio (Art 429ff CRR)
Zum 01. Januar 2015 müssen Institute ihre Leverage ratio offenlegen. Auf Basis dieser Informationen stellen die Regulatoren weitere Überlegungen an. Nach dem Regelwerk könnte die Leverage Ratio zum 01.01.2018 eingeführt werden.
Boni (Art 92ff CRD IV)
Boni im Bankbereich werden ab 2015 gekappt: variable und fixe Vergütung müssen im gleichen Verhältnis stehen. Nur unter besonderen Voraussetzungen (quotale Zustimmung der Anteilseigner) kann das Verhältnis höher ausfallen.
Während die Capital Requirement Regulation (CRR) als direkt anwendbare Verordnung keiner Umsetzung in nationales Recht mehr bedarf, müssen die Bestimmungen der Capital Requirement Directive (CRD IV) erst noch in nationales Recht transponiert werden. Einige Mitgliedstaaten der EU haben bereits angekündigt, eine Umsetzung der Richtlinie zum 01. Januar 2014 zeitlich nicht bewerkstelligen zu können. In Deutschland ist man mit dem CRD IV- Umsetzungsgesetz auf dem Gesetzgebungsweg weit gekommen, Anfang Juni wurde das CRD IV-Umsetzungsgesetz zwar erneut an den Vermittlungsausschuss verwiesen, zwischenzeitlich wurde hier aber auch eine Einigung erzielt (Beschluss des Vermittlungsausschusses vom 26.06.13 zum CRD IV-Umsetzungsgesetz).
Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt werden die Aktivitäten der European Banking Authority (EBA) noch zunehmen. Zwar hat die EBA bereits einen erheblichen Teil der regulatorischen und technischen Standards vorbereitet, diese müssen aber noch im Hinblick auf den offiziellen Text der CRD IV Reformen finalisiert werden. Hinzu kommen noch zahlreiche ausstehenden Standards, die erst noch erarbeitet und konsultiert werden müssen.