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Timestamp: 2018-05-27 09:37:09
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Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 48', '§ 611', '§ 48', '§ 670', '§ 670']

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Ausnutzung durch Probearbeit
Dieses Thema "ᐅ Ausnutzung durch Probearbeit - Arbeitsrecht" im Forum "Arbeitsrecht" wurde erstellt von xzu, 4. November 2007.
xzu Neues Mitglied 04.11.2007, 17:56
Was kann der Schüler machen, wenn er über die Arbeitsagentur einen Minijob in einer Diskothek vermittelt bekommt und der Betreiber dieser Lokalität sich nicht am Telefon zu der Bezahlung äußern will sondern darauf hinweißt, das man dass am Tag seiner Probearbeit bespricht. Doch an seinem Probetag wird, trotz mehrfacher Anfrage auf dieses Gespräch, es vom Arbeitgeber immer weiter Aufgeschoben und dann schließlich auf Ende der Arbeitzeit verlegt. Nach der Arbeitsschicht, in einer Diskothek von 20.00 bis 7.00 ohne Pause, kommt es nun zu diesem Gespräch. Der Arbeitgeber hat sich nun überlegt das der Schüler nicht zum Team passt und möchte ihn deswegen nicht weiterbeschäftigen, weiterhin hat der Schüler von ihm keine Aufwandsentschädigung bzw. Gehalt zu erwarten, da er ja nur Probe-Gearbeitet hat.
Hat der Schüler eine Chance an seine Entlohnung für die 11 Stunden Arbeit zu kommen, da ja vorher über die Vergütung der Dienstleistung keine Absprache gehalten wurde?
Tiger63 V.I.P. 04.11.2007, 20:55
AW: Ausnutzung durch Probearbeit
Soweit mir bekannt ist, ist "Probearbeit" freiwillig und wird tatsächlich nicht bezahlt, wenn der AN nicht eingestellt wird.
daniel-erfurt V.I.P. 04.11.2007, 20:59
Grundsätzlich ist ein Dienstleistungsvertrag mit der Folge des § 611 BGB zustande gekommen. Fraglich insoweit ist, ob es sich ggf. um eine Maßnahme nach §§ 48 ff. SGB III handelte?
Monaco501 V.I.P. 04.11.2007, 21:18
Zitat von xzu:
Hier stehe ich Daniel-Erfurt näher und sehe § 611 BGB oder
11 Stunden in einer Diskothek ist sicherlich keine Probearbeiten mehr, wie vergleichsweise 2-3 Stunden.
Der Gang zum Arbeitsgericht sollte sich lohnen!
Ausgehend von ca. 8 - 9  in der Stunde würde der Richter schnell mal in der Güteverhandlung dem AG eine Zahlung anraten, so ich denke!
daniel-erfurt V.I.P. 04.11.2007, 21:27
Das kann man so pauschal nicht beurteilen. Schließlich können auch Maßnahmen iSd §§ 48 ff. SGB III mehere Tage umfassen.
Monaco501 V.I.P. 04.11.2007, 21:39
Ich lese zunächst Schüler, Minijob, Diskothek und 20 Uhr bis 7 Uhr,
daher denke ich zunächst weder an einen Eignungstest eines Ausbildungsberufes, noch an geförderte Wiedereingliederung.
Dachte eher an einen freiwilligen Taschengeldjob, welcher lediglich durch das AA vermittelt wurde?
Vielleicht äußert sich ja Schüler zum SV nochmal.
daniel-erfurt V.I.P. 04.11.2007, 21:44
Wenn das so ist gebe ich dir vollumfänglich Recht mit der Ausnahme daß man mE nicht gleich das "scharfe Geschütz" des ArbG auffahren sollte. Vielmehr sollte man sich außergerichtlich per Brief nett aber bestimmend einigen können.
Monaco501 V.I.P. 04.11.2007, 21:54
Ja aaaaaber : Gastronomen, ergo Diskothekenbetreiber mit dicken Goldketten und Rolexuhren hängen gewaltig an ihrer Barschaft???
Oder sollte sich da was geändert haben ?
Mark-RE Star Mitglied 04.11.2007, 21:55
Wer arbeitet hat Anspruch auf Lohn:
LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 17.3.2005, Az. 4 Sa 11/05
xzu Neues Mitglied 05.11.2007, 18:32
Es handelt sich hierbei um einen Minijob auf 400 Basis.
Euer Vorschlag eine e-Mail zu senden wäre wohl der beste "erste Schritt", doch wie sollte so ein Mahnungsbrief von dem Schüler aussehen?
Da Ich am z.B. Samstag telefonisch zu einer Probearbeit in ihrer Discothek xx-lala, ohne vorherige Absprache über Vergütung, eingeladen wurde und auch an diesem Tage von 20.00 Uhr abends bis 7.00 Uhr morgens ohne Pause tätig war, fordere ich eine Entschädigung nach dem üblichen Studensatz der Branche. Ich hoffe auf eine außergerichtliche Einigung, da ich einen rechtmäßigen Anspruch auf eine Entlohnung habe:
Ich bitte Sie hiermit die 120 auf mein Konto innerhalb von 14 Tagen nach erhalt dieser e-Mail zu überweisen, sowie eine Bestätigung zu senden.
Mit freundlichen Grüßen, Lalala xxxx
oder sollte er sich noch auf andere/keine Pragraphen berufen?
XyX V.I.P. 05.11.2007, 19:41
Euer Vorschlag eine e-Mail zu senden ...
xzu Neues Mitglied 05.11.2007, 19:47
lesen bildet, aber kann der schüler den brief so absenden?
Monaco501 V.I.P. 05.11.2007, 21:35
so nicht, auch nicht per E-Mail
Einschreiben + Rückschein! oder vor Zeugen persönlicher Einwurf!!!!!!!!
hiermit zeige ich an, dass ich Ihnen gegenüber die Fahrtkosten aufgrund Ihrer Einladung zur Bewerbung vom .......... über Km....... a´ 0,30 , bzw. Bahnkarte zu  ......? geltend mache (§ 670 BGB)
Ferner den geschuldeten Arbeitslohn für ein-und angewiesene Tätigkeiten in Ihrem Hause vom Sa., .......... 19:50 Uhr bis 7:00 Uhr (ohne Arbeitspause) nach den gesetzlichen Vorschriften
Wie mündlich vereinbart setze ich somit 11 Stunden a´  09,50 (netto) in Rechnung.
Hin-und Rückfahrt (lt. Einladung zur Bewerbung) XXX Km a´ 0,30  = .....,.... 
11 Std. vereinbarter Nettoarbeitslohn a´ 9,50  = 104,50 
Total ........,.... 
Für Ihre Zahlungseingang auf u.g. Konto setze ich Ihnen eine Frist bis zum ................. (ca. 5 - 8 WT)
Sofern sie die Ihnen gesetzte Frist außer acht lassen, werde ich unverzüglich über einen RA Klage einreichen lassen. Weitere Kosten hätten Sie sich sodann selbst zuzuschreiben.
Vorsorglich weiße ich auf § 670, 612, etc., wie auch auf LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 17.3.2005, Az. 4 Sa 11/05 hin.
Kevin-Detlef Mustermann
rtzbild Forum-Interessierte(r) 06.11.2007, 13:39
Hallo Monaco501,
Du magst in Deiner Kanzlei recht haben, wenn Du derartige Schriftwerke an die Gegenseite verfasst, allerdings gebe ich in diesem Falle zu bedenken, dass es sich bei dem TE um einen jungen Menschen "Schüler", vermutlich mitten in den Abi-Vorbereitunmgen handelt.
Ein derartiger Brief von einem Anwalt würde mich schnell handeln lassen, ist der Absender jedoch ein mir persönlich bekannter Bewerber, würde ich (auch wenn der Inhalt rechtlich einwandfrei ist) schallend loslachen.
IMHO könnte man den ganzen Sachverhalt etwas "privater" gestalten, wir wollen ja auch nicht, dass sich der Gastronom bedroht vorkommt, oder? ;o)
Denke mal, dass man das ganze erstmal etwas lockerer handhabt, schließlich will der Jung' vielleicht ja nochmal dort 'ne Cola trinken...
Später kann man dann die juristische Keule rausholen.
Pro V.I.P. 06.11.2007, 17:10
Wie alt ist denn der Schüler? Wie sah denn die Vermittlung aus? Wobei ich keine Vermittlung der Agentur für Arbeit kenne die einem Schüler angeboten wird und dann im Rahmen eines 400,00 Eurojobs.
Hier in einem Link der dazugehörige Fall.
http://www.vetcontact.com/de/art.php?a=3269&t=
Als Schüler hat man eh nicht viel Geld und sollte demnach Prozeßkostenbeihilfe beantragen und einen Anwalt konsultieren. Bitte nicht vergessen, der AN sollte auch beweisen können das er gearbeitet hat.
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