Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=25.03.2014&Aktenzeichen=10%20BV%2013.484
Timestamp: 2019-07-17 21:56:30
Document Index: 165617148

Matched Legal Cases: ['§ 11', 'Art. 28', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 14', 'Art. 28', 'Art. 14', '§ 55', 'EuG']

VGH Bayern, 25.03.2014 - 10 BV 13.484 - dejure.org
https://dejure.org/2014,13446
VGH Bayern, 25.03.2014 - 10 BV 13.484 (https://dejure.org/2014,13446)
VGH Bayern, Entscheidung vom 25.03.2014 - 10 BV 13.484 (https://dejure.org/2014,13446)
VGH Bayern, Entscheidung vom 25. März 2014 - 10 BV 13.484 (https://dejure.org/2014,13446)
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AufenthG §§ 11 I, 55 I, 56 I; RL 2004/38/EG Art. 28 III; Art. 6 GG; Art. 8 EMRK; Art. 14 Abs. 1 ARB 1/80; Art. 28 Abs. 3 Richtlinie 2004/38/EG
Ausweisung eines assoziationsberechtigten türkischen Staatsangehörigen; schwere Gefahr für ein Grundinteresse der Gesellschaft; Prognose der konkreten Wiederholungsgefahr; Grundsatz der Verhältnismäßigkeit; Aktualisierung der Ermessenserwägungen; vierjährige Sperrfrist
Ausgehend von einem differenzierenden Wahrscheinlichkeitsmaßstab (…vgl. BVerwG, U.v. 10.7.2012 - 1 C 19.11 - juris Rn. 16 m.w.N.; BayVGH, U.v. 25.3.2014 -10 BV 13.484 - juris Rn. 27) ist das Erstgericht in rechtlich nicht zu beanstandender Weise zu der Einschätzung gelangt, dass unter Berücksichtigung der Gesamtumstände beim Kläger mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit die Gefahr der Wiederholung entsprechend schwerer Straftaten, insbesondere im Bereich der Körperverletzungsdelikte, bestehe.
Ausgehend von einem differenzierenden Wahrscheinlichkeitsmaßstab (…vgl. BVerwG, U.v. 10.7.2012 - 1 C 19.11 - juris Rn. 16 m.w.N.; BayVGH, U.v. 25.3.2014 - 10 BV 13.484 - juris Rn. 27) ist das Erstgericht in rechtlich nicht zu beanstandender Weise zu der Einschätzung gelangt, dass unter Berücksichtigung der Gesamtumstände beim Kläger mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit die Gefahr der Wiederholung entsprechend schwerer Straftaten im Bereich der Drogenkriminalität bestehe.
Der Verstoß gegen dieses Grundrecht stellt damit einen hinreichend schweren Ausweisungsanlass dar, der über die mit jedem Rechtsverstoß verbundene Störung der öffentlichen Ordnung weit hinausgeht und ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt (vgl. BayVGH, U. v. 25.03.2014 - 10 BV 13.484 - juris Rn. 25).
Angesichts seiner Assoziationsberechtigung darf der Kläger gemäß Art. 14 Abs. 1 ARB 1/80 nur im Ermessenswege nach § 55 AufenthG ausgewiesen werden, wenn sein persönliches Verhalten gegenwärtig eine tatsächliche und hinreichend schwere Gefahr für ein Grundinteresse der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland darstellt und die Maßnahme für die Wahrung dieses Interesses unerlässlich ist (st. Rspr. vgl. BVerwG, U. v. 15.1.2013 - 1 C 10.12 - juris, U. v. 4.10.2012 - 1 C 13.11 - juris, U. v. 10.7.2012 - 1 C 19.11 - juris, jeweils unter Verweis auf EuGH, U. v. 8.12.2011 - Ziebell, C-371/08 - juris; BayVGH, U. v. 25.3.2014 - 10 BV 13.484 - juris).