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Timestamp: 2018-01-19 02:11:28
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Fallstricke im Internet Social Media und Werbung im Internet Köln, 04. Juli PDF
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1 Fallstricke im Internet Social Media und Werbung im Internet Köln, 04. Juli 2013 Dominik Eickemeier Rechtsanwalt Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
2 Social Media und Werbung im Internet Übersicht Social Media Keyword-Ads (Virales Marketing) 2
3 Social Media und Werbung im Internet Übersicht Social Media Social Plugins Nutzung eines Social Media Profils Keyword-Ads Virales Marketing 3
4 Social Plugins Datenschutz Beispiel Like Button Soziale Netzwerke sammeln vielfältige Informationen über registrierte Mitglieder und nicht registrierte Internet- User Bereits der Umgang mit den Mitgliederdaten seitens Facebook selbst ist aufgrund der fehlenden Transparenz bedenklich 4 Aus Unternehmenssicht bedenklich erscheint auch die Verknüpfung der Unternehmensseite mit sozialen Netzwerken
5 Social Plugins Datenschutz Unkompliziertes Feedback User-Informationen werden beim Aufrufen der Seite an Facebook übermittelt Button wirkt daher als Tracking- Tool 5 Aufmerksamkeit im Netzwerk des Users Reichweite der Nutzung der Möglichkeiten nicht offengelegt
6 Social Plugins Datenschutz Zwei-Klick-Lösung Einige Webseiten-Betreiber folgen bereits der Zwei-Klick-Lösung des Heise Verlages: Deaktivierte Buttons werden eingebettet; erst durch Aktivierung des Buttons durch den User wird die Verbindung zu den sozialen Netzwerken hergestellt; eine Empfehlung des Users kann erst durch einen zweiten Klick (nach Aktivierung des Buttons) an das soziale Netzwerk übermittelt werden; zudem wird eine gesonderte Datenschutzerklärung empfohlen, z.b. durch Banner 6
7 Social Plugins Datenschutz 7
8 Social Plugins Konsequenzen eines Verstoßes - Übersicht Datenschutzrecht Behörde Wettbewerbsrecht Wettbewerber Unterlassung Unterlassung Bußgeld (BDSG/TMG) Schadensersatz 8 Auskunft, Schadensersatz Strafrechtliche Konsequenzen
9 Social Plugins Wettbewerbsrecht Verstoß gegen Datenschutzrecht wettbewerbswidrig? Grundsätzlich können datenschutzrechtliche Vorschriften wettbewerbsrechtlich relevant sein, wenn sie Marktverhaltensregeln sind ( 4 Nr. 11 UWG). Das sind sie dann, wenn sie Verbraucherinteressen schützen. Fälle, in denen Wettbewerbsverstöße angenommen wurden Regelung über die Weitergabe von personenbezogenen Kundendaten zu Werbezwecken an Dritte (OLG Stuttgart MMR 2007, 437) 4a Abs. 1 BDSG ist Marktverhaltensregel im Sinne des 4 Nr. 11 UWG, da Nutzung der Daten zu kommerziellen Zwecken (LG Berlin, K&R 2012, 300) Social Plug-Ins 9 Rechtsprechung: kein Wettbewerbsverstoß bei datenschutzwidriger Verwendung des Like -Buttons bei Facebook (KG Berlin, Beschl. v W 88/11 zu 13 Abs. 1 TMG) ULD: Wettbewerbsverstoß liegt vor, da personenbezogene Daten auch Wirtschaftsgut sind und Datenschutzregelungen generell Marktverhalten regeln.
10 Social Plugins Wettbewerbsrecht LG Hamburg, 327 O 438/11, Urt. v Die Verknüpfung eines Gewinnspiels mit der Teilnahmebedingung, den "Gefällt mir"-button auf der Seite eines Werbenden bei Facebook zu betätigen, führt weder bei dem Gewinnspielteilnehmer noch bei seinen Kontakten zu einer Irreführung. Mit der Bestätigung des "Gefällt mir"-button bei F. kommt nach dem Verkehrsverständnis lediglich eine unverbindliche Gefallensäußerung zum Ausdruck, mit der das Netzwerk des betroffenen Nutzers keine weiteren Erwartungen oder Gütevorstellungen verbindet. Dem Netzwerk bleiben vielmehr das Motiv und die Hintergründe der Gefallensäußerung durch den "Gefällt mir"-button in Ermangelung weiterer Angaben des Nutzers unbekannt. 10 Verschleierung, 4 Nr. 3 UWG?
11 Social Media Profil Rechtliche Einordnung des Profils eines Mitarbeiters Falsche Kennzeichnung hat wettbewerbsrechtliche Auswirkungen Unlauter nach 4 Nr. 3 UWG handelt, wer den Werbecharakter seiner geschäftlichen Handlungen verschleiert Eine kommerzielle Nutzung löst zudem weitere Pflichten aus: Impressumspflicht Datenschutzbestimmungen 11
12 Social Media Profil Rechtliche Einordnung des Profils Wann ist ein Social Media-Auftritt kommerziell / geschäftlich? Praktisch jede Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, Einnahmen zu erzielen oder das geschäftliche Image zu fördern, ist kommerzieller Natur. Dies ist in der Regel gegeben, wenn der Zweck des Auftritts die Absatzforderung von Waren oder Dienstleistungen oder die Imagepflege eines Unternehmens oder eines Freiberuflers ist. 12
13 Social Media Profil Wettbewerbsrecht Und wenn ein Social Media-Auftritt kommerziell / geschäftlich ist?? Schleichwerbung in Social Media Eigene Haftung Unlauter nach 4 Nr. 3 UWG handelt, wer den Werbecharakter seiner geschäftlichen Handlungen verschleiert Eine Verschleierung liegt vor, wenn das äußere Erscheinungsbild einer geschäftlichen Handlung so gestaltet ist, dass der Marktteilnehmer den geschäftlichen Charakter nicht klar und eindeutig erkennen kann (BGH, Urteil vom , Az.: I ZR 157/10). 13
14 Social Media Profil Wettbewerbsrecht Schleichwerbung in Social Media Haftung von Unternehmen für Mitarbeiter 8 Abs. 2 UWG Werden die Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen, so sind der Unterlassungsanspruch und der Beseitigungsanspruch auch gegen den Inhaber des Unternehmens begründet. Zuwiderhandlung Mitarbeiter oder Beauftragter werden nach der Rspr. weit gefasst (BGH GRUR 1995, 605,607 Franchise-Nehmer) 14 Abbildung in Social Media Policies
15 Social Media Profil Wettbewerbsrecht Zuwiderhandlung durch Mitarbeiter oder Beauftragten Förderung des Arbeitgebers Private Meinungsäußerung 15 8 Abs. 2 UWG greift nicht ein, wenn der Anspruch aus 8 Abs. 1 UWG gegen den Mitarbeiter oder Beauftragten nicht entstanden ist.
16 Social Media Profil Transparenzgebot Erfolgshaftung keine Exkulpation möglich Daher ist es für den Unterlassungsanspruch irrelevant, ob es anders lautende interne Weisungen gab der Mitarbeiter wissentlich gegen etwaige Weisungen verstoßen hat das Unternehmen oder Inhaber Kenntnis von dem Verstoß hatte BGH, Beschl. v , Az.: I ZR 103/11: Haftung auch bei Mehrstufigkeit der Beauftragung Ausdrücklichem vertraglichen Ausschluss, Sub s einzuschalten 16 Grenze: Tätigkeit in anderem Geschäftsbereich (des Beauftragten) Anders LG Stuttgart (Urt. v Az.: 12 S 200/12): Haftung bezieht sich nicht auf Spam- s, von denen der Merchant nicht wusste.
17 Social Media Profil Transparenzgebot LG Hamburg, 312 O 715/11, Urt. v Äußert sich ein Mitarbeiter einer Rechtsschutzversicherung in einem Internet-Blog, der sich kritisch mit den Leistungen dieser Rechtsschutzversicherung auseinandersetzt, überaus positiv zu der Rechtsschutzversicherung, dann ist die Äußerung unlauter, wenn er sich als privater Versicherungsnehmer ausgibt und für die Leser des Blogbeitrags nicht erkennbar ist, dass er in Wahrheit für die Rechtsschutzversicherung werben will. ( 4 Nr. 3 UWG) Der Rechtsschutzversicherung wird die Äußerung nach 8 Abs. 2 UWG zugerechnet. 17
18 Social Media Profil Transparenzgebot LG Hamburg, 312 O 715/11, Urt. v überwiegend wahrscheinlich, dass der Blogger R." nicht zu privaten Zwecken gehandelt hat,. Denn R." sendete seinen Beitrag von der Antragsgegnerin, ist also überwiegend wahrscheinlich ein Mitarbeiter Es widerspricht jeder Lebenswahrscheinlichkeit, dass ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitsplatz aus einen Blogbeitrag, der massiv zugunsten seines Arbeitgebers ist, schaltet, und sich dabei rein privat äußert. Die Äußerung ist der Antragsgegnerin nach 8 Abs. 2 UWG zuzurechnen. Dass die Antragsgegnerin ihre Mitarbeiter zu solchen Äußerungen weder angehalten noch sie zu solchen Äußerungen ermächtigt haben mag, steht dem nicht entgegen, weil der Unterlassungsanspruch verschuldensunabhängig (ist). echte Erfolgshaftung. 18
19 Social Media Profil Impressumspflicht Anforderungen des 5 TMG gelten auch bei Social Media Facebook (vgl. LG Regensburg (Urt. v Az.: 1 HK O 1884/12) Noch nicht gänzlich geklärt ist, ob bei Facebook eine Verlinkung der Pflichtangaben über das Feld Info ausreichend ist oder mangels Klarheit gegen 5 TMG verstößt Problem hierbei: Eigener Reiter Impressum mobil nicht abrufbar Haftung des Betreibers ohne Verschulden... und Google+ (LG Berlin (Beschl. v Az.: 16 O 154/13)) 19 wohl auch bei einem Firmenprofil auf XING (geschäftliche Handlung bejaht: LG Heidelberg Urteil vom S 58/11) und auf Ebay-MICH-Seiten (OLG Hamm, Urt. V U 11/09).
20 Social Media und Werbung im Internet Übersicht Social Media Keyword-Ads Virales Marketing 20
21 Keyword-Ads 21
22 Keyword-Ads 22
23 Keyword-Ads 23
24 Keyword-Ads MOST-Pralinen BGH, Urt. v , Az.: I ZR 217/10 Wird Internetnutzern anhand eines mit der Marke identischen oder verwechselbaren Schlüsselworts eine Anzeige eines Dritten angezeigt (Keyword-Advertising), ist eine Beeinträchtigung der Herkunftsfunktion der Marke grundsätzlich ausgeschlossen, wenn 24
25 Keyword-Ads MOST-Pralinen BGH, Urt. v , Az.: I ZR 217/10 die Anzeige in einem von der Trefferliste eindeutig getrennten und entsprechend gekennzeichneten Werbeblock erscheint und selbst weder die Marke noch sonst einen Hinweis auf den Markeninhaber oder die unter der Marke angebotenen Produkte enthält. 25
26 Keyword-Ads MOST-Pralinen BGH, Urt. v , Az.: I ZR 217/10 Der verständige Internetnutzer erwartet in einem von der Trefferliste räumlich, farblich oder auf andere Weise deutlich abgesetzten und mit dem Begriff Anzeigen gekennzeichneten Werbeblock nicht ausschließlich Angebote des Markeninhabers oder mit ihm verbundener Unternehmen. Der Verkehr unterscheidet zwischen den Fundstellen in der Trefferliste und den als solche gekennzeichneten Anzeigen. 26 Ihm ist zudem bekannt, dass regelmäßig auch Dritte bezahlte Anzeigen bei Google schalten.
27 Keyword-Ads Und was ist mit den Anzeigen oberhalb der Suchergebnisse? Vors. Richter beim BGH J. Bornkamm: Diese Anzeigen muss man möglicherweise anders behandeln. In Australien wurde Google (!) wegen unlauterer Werbung aus diesem Grund in 2. Instanz verurteilt (Verfahren noch anhängig). Grund: Die Gestaltung dieser Anzeigen lässt sich kaum noch von den Suchergebnissen unterscheiden. 27
28 Keyword-Ads Ist die Nennung der Marke in der Anzeige denkbar? Hinweis auf die markenrechtskonform vertriebenen Produkte Z.B. Vertrieb von Markenprodukten ( Hier Pirellireifen ) Verwendung der Marke als beschreibende Angabe Z.B. denkbar bei Hotelführern ( XY Hotel ) 28 Vergleichende Werbung?
29 Keyword-Ads OLG Hamm, Urt. v , Az.: I-4 U 71/12 Die Benutzung eines fremden Markennamens für den Vertrieb ähnlicher Waren im Rahmen einer Google-Adwords-Werbung stellt eine Kennzeichenverletzung dar. (?) Wird die Google-Adwords-Werbung durch eine beauftragte Einkaufssuchmaschine betrieben, ist die kennzeichenrechtliche Verletzung dem Auftrag gebenden Unternehmen auch dann zuzurechnen, wenn es von der Kennzeichenverletzung keine Kenntnis erlangt und der Werbung nicht zugestimmt hatte. Denn der Erfolg kommt dem Auftrag gebenden Unternehmen unmittelbar zugute. 29
30 Keyword-Ads OLG Hamm, Urt. v , Az.: I-4 U 71/12 Denn für eine Haftung nach 14 Abs. 7 MarkenG genügt das Handeln von Beauftragten, wenn auf Grund des Vertragsverhältnisses durchsetzbare Einflussmöglichkeiten auf das Werbeverhalten bestehen. Dies entspricht der Merchant/Affiliates-Rechtsprechung des BGH (s.o.). 30
31 Social Media und Werbung im Internet Übersicht Social Media Keyword-Ads Virales Marketing 31
32 Keyword-Ads Gekaufte Landingpages (im Rahmen von SEO/SEM) Verbesserung der Suchmaschinenergebnisse durch Schaffung von Content. Neutraler Content Werbung ohne Nennung des Urhebers Impressum? Verschleierung von Werbung auf den Seiten selbst. 32
33 Kontakt: Dominik Eickemeier Rechtsanwalt Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz Magnusstraße Köln T: 0221/ F: 0221/ E: 33