Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.07.2011&Aktenzeichen=IX%20ZR%20185/10
Timestamp: 2020-04-06 16:03:43
Document Index: 356084716

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', '§ 39', '§ 135', '§ 32', 'Art 3', 'Art 4', '§ 39', '§ 135', '§ 32', 'Art. 3', 'Art. 49', '§ 39', '§ 32', 'Art. 3', '§ 32', '§ 39', '§ 135', '§ 32', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 135', '§ 32', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', '§ 135', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 4', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.07.2011 - IX ZR 185/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2680
BGH, 21.07.2011 - IX ZR 185/10 (https://dejure.org/2011,2680)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2011 - IX ZR 185/10 (https://dejure.org/2011,2680)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10 (https://dejure.org/2011,2680)
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EuInsVO Art. 3, 4; InsO § 39 Abs. 1 Nr. 5 a. F., § 135 a. F.; GmbHG § 32a a. F.
Art 3 EGV 1346/2000, Art 4 EGV 1346/2000, § 39 Abs 1 Nr 5 InsO vom 13.04.2007, § 135 InsO vom 05.10.1994, § 32a GmbHG vom 19.12.1998
Anwendbarkeit der Regelungen über die Nachrangigkeit kapitalersetzender Gesellschafterdarlehen auf in anderen Mitgliedsstaaten der EU gegründete Kapitalgesellschaften
Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 Art. 3, 4; AEUV Art. 49, 54; InsO § 39 a. F.; GmbHG § 32 a a. F.
Bestimmung des Insolvenzstatuts und EuInsVO - Normen über Nachrangigkeit kapitalersetzender Darlehen
Art. 3, 4 EuInsVO
Nachrangigkeit von Gesellschafterdarlehen auch für EU-Auslandsgesellschaften
Anwendung der Regelungen über die Nachrangigkeit kapitalersetzender Gesellschafterdarlehen nach § 32a GmbHG a.F., 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO a.F. auf Kapitalgesellschaften, über deren Vermögen in Deutschland das Hauptinsolvenzverfahren eröffnet worden ist, auch dann, wenn diese ...
Nachrangigkeit kapitalersetzender Gesellschafterdarlehen
Regelungen über die Nachrangigkeit kapitalersetzender Darlehen
InsO a. F. § 39 Abs. 1 Nr. 5, § 135; GmbHG a. F. § 32a; EuInsVO Art. 3, 4
Kurznachricht zu "Deutscher Gläubigerschutz und Europarecht - Lehren aus dem PIN-Fall des BGH" von Prof. Dr. Alexander Schall, original erschienen in: NJW 2011, 3745 - 3748.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.07.2011, Az.: IX ZR 185/10 (Nachrangigkeit von Gesellschafterdarlehen auch für EU-Auslandsgesellschaften)" von Prof. Dr. Christoph Teichmann, original erschienen in: BB 2012, 14 - 19.
BGHZ 190, 364
NJW 2011, 3784
ZIP 2011, 1775
NZI 2011, 818
WM 2011, 1813
BB 2012, 14
DB 2011, 2140
NZG 2011, 1195
NZG 2011, 1222
NZG 2011, 1338
c) Die Bestimmung des § 135 InsO knüpft an die sogenannten Novellenregeln der §§ 32a, 32b GmbHG aF an (BT-Drucks., 16/6140 S. 42; BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, BGHZ 190, 364 Rn. 30;… Schröder, Die Reform des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG, Rn. 345; Spliedt, ZIP 2009, 149, 153).
Die Novellenregeln, zu denen auch der Anspruch aus § 32b GmbHG aF rechnet, waren insolvenzrechtlicher Natur (BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, ZIP 2011, 1775 Rn. 27 ff).
Die zeitliche Grenze für einen solchen Überbrückungskredit betrug längstens drei Wochen (BGH…, Urteil vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 17 mwN; vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, ZIP 2011, 1775 Rn. 67 mwN).
Bei diesen Regeln über die Nachrangigkeit kapitalersetzender Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz handelt es sich um Insolvenzrecht, weil die Novellenregeln erst und ausschließlich in der Insolvenz Bedeutung erlangen (BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, BGHZ 190, 364 Rn. 26 ff;… vom 4. Juli 2013 - IX ZR 229/12, BGHZ 198, 77 Rn. 26).
Bei dem Vergleich der rechtlichen Stellung des Anfechtungsgegners vor und nach dem 1. November 2008 sind schließlich auch die Rechtsprechungsregeln (analog §§ 30, 31 GmbHG aF) hinzuzuziehen, obwohl der Bundesgerichtshof die Rechtsprechungsregeln dem Gesellschaftsrecht zugeordnet haben mag (BGH, Urteil vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 168; vom 21. Juli 2011, aaO Rn. 31).
Nach den Rechtsprechungsregeln wurden Gesellschafterdarlehen in der Krise der Gesellschaft wie haftendes Eigenkapital und nicht als rückzahlbares Darlehen behandelt (BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, BGHZ 190, 364 Rn. 28).
Sie blieben aber hinter diesen zurück, weshalb der Bundesgerichtshof zur Vermeidung von Schutzlücken die Rechtsprechungsgrundsätze für weiter anwendbar erklärte (BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, BGHZ 190, 364 Rn. 29).
Die unionsrechtlich verbürgte Niederlassungsfreiheit kann nur auf diese Weise gewährleistet werden (vgl. BGH 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10 - Rn. 22, BGHZ 190, 364) .
Deswegen bestand im Blick auf die Rückführung von Gesellschafterfinanzierungsleistungen ein zweistufiges Schutzsystem (…Michalski/Heidinger, GmbHG, 1. Aufl., 2010, §§ 32a, 32b aF Rn. 19; vgl. BGH, Urteil vom 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10, BGHZ 190, 364 Rn. 26), das einmal durch das Eigenkapitalersatzrecht und zum anderen durch § 135 InsO aF verkörpert wurde.
Nach Art. 103d Satz 1 EGInsO sind nur für die vor Inkrafttreten des MoMiG am 1. November 2008 eröffneten Insolvenzverfahren die bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Vorschriften maßgeblich (vgl. BGH 4. Juli 2013 - IX ZR 229/12 - Rn. 24, BGHZ 198, 77; 28. Juni 2012 - IX ZR 191/11 - Rn. 10, BGHZ 193, 378; 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10 - Rn. 20, BGHZ 190, 364) .
Der Gesetzgeber hat die Aufhebung dieser Bestimmungen durch Art. 1 Nr. 22 MoMiG damit begründet, die Regelungen zu den Gesellschafterdarlehen würden in das Insolvenzrecht verlagert, wo sie systematisch hingehörten (vgl. BT-Drucks. 16/6140 S. 42; BGH 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10 - Rn. 30, BGHZ 190, 364) .
Demgegenüber gilt innerhalb der europäischen Union nach neuerer Rechtsauffassung, dass sich das Gesellschaftsstatut solcher Gesellschaften, die in einem Mitgliedsstaat der europäischen Gemeinschaft gegründet worden sind, nicht nach dem Verwaltungssitz, sondern nach dem Gründungsort richtet (vgl. BGH, Urteil vom 21.07.2011, Az. IX ZR 185/10-juris).
Nach dem deutschen internationalen Privatrecht sind Regelungen über die Rechtsfolgen eigenkapitalersetzender Darlehen gesellschaftsrechtlich zu qualifizieren und unterliegen daher dem Gesellschaftsstatut (BGH vom 21 07.2011, Az. IX ZR 185/10-juris, MüKo/Reinhart. InsO, 2, Aufl. 2008, Art. 4 EulnsVO Rn. 6;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG 10. Aufl. 2006, §§ 32 a, 32 b Rn. 8).
dass sich das GeseIIschaftsstatut solcher Gesellschaften, die in einem Mitgliedsstaat der europäischen Gemeinschaft gegründet worden sind, nicht nach dem Verwaltungssitz, sondern nach dem Gründungsort richtet (vgl. BGH, Urteil vom 21 07.2011, Az. IX ZR 185/10-juris).
Nach allgemeiner Auffassung, die sich auf die Entscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Union in den Sachen Centros (9. März 1999 - C-212/97 - Slg. 1999, I-1459) , Überseering (5. November 2002 - C-208/00 - Slg. 2002, I-9919) und Inspire Art (30. September 2003 - C-167/01 - Slg. 2003, I-10155) stützt, richtet sich das Gesellschaftsstatut von Gesellschaften, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gegründet worden sind, nicht nach ihrem Verwaltungssitz, sondern nach ihrem Gründungsort, weil nur so die europarechtlich verbürgte Niederlassungsfreiheit gewährt werden kann (vgl. BGH 21. Juli 2011 - IX ZR 185/10 - Rn. 22, BGHZ 190, 364) .