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Timestamp: 2020-06-02 19:13:05
Document Index: 1181545

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 9', '§ 4']

1917 / 227 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger)
1917 / 227 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff
Auf Grund der Verordnungen, betreffend die zwangsweise Verwaltung französisher Unternehmungen, vom 23. November 1914 (RGBl. S. 487) und vom 10. Februar 1916 (RGBl. S. 89) ist für die folgenden Unternehmungen die Zwangsverwaltung angeordnet worden
5953. Liste.
Gesamtvermögen: Das g'smte im Inlande befindl'che Ver- mögen der französishen Staatsan.. töcigen Franz Unton Agnaz Serb und Eh. frau Eiise geb. Ieanty, früher in Cclmar, igt angebltch in der Schweiz lebend, und zrar }owobl das den Chi- leuten gemein\chaftlch mie das jedem dec Etegatten zu Vlleir- eigentum gebörende (Zwang3veiwalter- Fürgerv eitter J'stizrat Diefer b:ch tin Colmar) — Der Grundbéisig der Eheleute Scberd, fúr weihe: nah dem Erlaß vom 3. August 1915 I. A. 13207 ! Sonderzwangsverwal!ung einzericht:t ist, wird v-n der bier an- geordneten Zwanrgsverwaltung über das gesamt- Vermözen erfaßt; die bieheritge Sonuderz vang8verwalturg gelangt hierduch zur Aufh- bung.
Auf Grund der Verordnungen, betreffend die zwang8- weise Verwaltung französisher Unternehmungen, vom 26. November 1914 (RGBl. S. 487) und vom 10. Februar 1916 (RGBl. S. 89) ist für die folgenden Unternehmungen die Zwangsverwaltung angeordnet worden.
554, Liste.
Besondere Vermögenswerte: Die Buckfordernng der frarzö- sischen Staatsangeböuigen Witwe Alfcns Weil, Aline aeb. Drey- fuß, in Paris an die Firma Gebrüder Dreyfuß, Gerberet und Lederfabrik? tn Strafburg, Pflanzbad 16—24 (Zwançc sverwalter : Exzellenz Mandel, Untert1aatssekretär a. D. in Straßburg).
Der Mil(hbäntlerin Katharina Erundl in München, Wirtbstraße 1d, wurde vom stellv. Generalkommando I. b. A.-K. wegen Uagzuverlässigkeit der Handel mit Gegenständendes täglichen Bedarfs untersagt. 2
München, den 19. September 1917.
« Bekanntmachung.
Der Spezereibändlerin Elise Gerstacker in Nürnberg, Hummelsteinerweg 71, wurde gemäß § 1 der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 über die Fernhaliung unzuverlässiger Pe1- L E der Handel mit Lebensmitteln aller Art untersagt. :
Nürnberg, den 14. September 1917. Stadtmagistrat. Bräutigam.
_ Wir bringen hiermit zur öffentliGen Kenntnis, daß durch Ver- fügung vom 17. September 1917 der Frau Ida Theodore M-lanie Hermine E lsa verebel. Gottwald in Leivzig, Aeußere PHallische Straße 9 I1I, der Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbesondere mit hemischen Erzeugnissen, auf Grund des § 1 der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 wegen Uazuverlässigkeit untersagt worden ist.
Leipzio, am 17. September 1917. Der Rat ter Stadt Leipzig. Rolh.
Dem Bücherrevisor Adolf Kimmerle in Fellbachch is der Handel mit Lebensmitteln und Washmitteln auf Grund der Bundeeratèverordnung vom 23. September 1915, betreffend Fern- haltung unzuverlässiger Personen vom Handel, untersagt worden.
Cannstatt, den 29. August 1917.
Königlißes Oberamt. N i ck.
Auf Grund der 88 1 und 2 der Bundesratsverordnung vom 23, September 1915 zur Fernbaltung unzuverlässiger Personen vom Oandel und Ziff. 2 und 4 der bierzu erlassenen Aussührungsanweisung tes Kaiserliten PMeinistertums vom 11. Oktober 1915 wird das Ges&äft des Mèetgers Josef NReitel in Molsheim wegen Zuwider- hantluyg gegen die Vorschriften über Höchstpreise und übermäßige Preissteigeruna ge\schlosien. Zugleid wird dem Geschäftsinhaber der cesamte Betrieb des Megtgergewerbes mit Wti1kung vom Tage der Zustellung des Beschlusses untersagt. — Die durch das Verfahren v: rursahten baren Auslagen, insbesondere die Kosten der Veröffent- Haun Meler Anordnung fallen gemäß Ziffer 8 a. a. O. dem NReitel zur Last.
Molsheim, den 19. September 1917. Der Kreisdirektor. Oerle.
Die von heute ab zur Ausaabe gelangende Nummer 165 des Reichs-Gesezblatts enthält unter
Nr. 6042 eine Bekanntmachung über Druckpapier, vom 20. September 1917, unter
Nr. 6043 eine Bekanntmachung über Papier, Karton und Pappe, vom 20. September 1917, unter
Nr. 6044 eine Bekanntmachung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsiß haben, vom 20. September 1917, unter
Nr. 6045 eine Bekannimachung, betreffend die Fristen des Wechsel- und Scheckcechts für Elsaß-Lothringen, vom 20. Sep- tember 1917.
Berlin W. 9, den 21. September 1917.
Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 166 des Reichs-Geseyblatts enthält unter Nr. 6046 eine Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise für Schwefelsäure und Oleum, vom 21. September 1917. Berlin W. 9, den 22. September 1917. Kaiserliches Postzeitungsgamt. Krüer.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den Oberamtmann Grospietsch aus Haigerloch zum Landrat und den Maschinenbauschuloberlehrer Professor Lohmann zum Regierungs- und Gewerbeschulrat zu ernennen.
dem Spezialkommissar, Regierungsrat Rall in Eisenach, dem Landschaftsdirektor Goel dner in Halle a. S. und dem Spezialkommissar, Regierungsrat Hoberg in Recklinghausen den Charakter als Geheimer Regierungsrat ;
dem Ersten Geschäftsführer der Pommerschen Landgesell- schaft, Oekonomierat Kray in Stettin, dem stelloertretenden Vornzenden der Landwirtschaftekammer für die Provinz Schleswig-Holstein, Hofbesizer Jensen in Ausacker, Kreis Flensburg, den Titel als Landesökonomierat; j
dem Direktor der Könialichen Lehranstalt für Obst- und Gartenbau Schindler in Proskau, Landkreis Oppeln, den Charafter als Oekonomierat ; : l i
dem Aerbauschuldirektor Dr. aus'm Weerth in Witt- stock, Kreis Ostprignit, dem Gutsbesißer Ense in Hentrup bei Liesborn, Kreis Beckum, und dem Freiherrlih von Schor- lemershen Güterdirektor Michels in Trier den Titel als Oekonomierat zu verleihen sowie j
dem Generalkommissionssekrelär Wallenborn in Düssel- dorf die zum 1. Oktober 1917 nachgesuchte Entlassung aus seinem Amte mit Pension und unter Verleihung des Charakters als Rechnungsrat zu erteilen.
Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung Seiner Majestät des Königs hat das Staatsministerium infolge der von der Stadtoerordnetenversammlung in Braunsberg getroffenen Wahl den bisherigen besoldeten Beigeordneten Gand y daselbst als Bürgermeister der Stadt Braunsberg für die geseßliche Amts- dauer von zwölf Jahren, , j
infolge der von der wahlberechtigten Bürgerschaft in Schleswig getroffenen Wahl den bisherigen unbesoldeten Bei- geordneten der Stadt Schleswig, Stadtrat, Kaufmann Stehn in Schleswig in gleicher Eigenschaft für eine weitere Amts- dauer von sechs Jahren und
infolge der von der Stadtverordnetenversammlung in Stolberg getroffenen Wahl den Obermeister Greven daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Stolberg für die geseßliche Amtsdauer von sehs Jahren bestätigt.
Jn Ergänzung des Beschlusses des Staat3ministeriums vom 14. Juli d. J. — IIIB 1. 158. C. — wird dem Reichsmilitärfiskus hierdurch das Enteignungsrecht zu öffentlihen Anlagen in der Gemarkung Graudenz auch gegenüber den auf dem anliegenden Plan grün angelegten Grundflächen verliehen.
Auf Gcund Allerhöchster Ermächtigung Seiner Majestät des Königs. Das Staatsministerium. von Breitenbach.
Die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse in Malmedy, Regierungsbezir? Aachen, ist zum 1. November d. J. zu besezen.
Der bisherige Privatdozent in der katholisch - theologischen Fakultät der Universität in Bonn Dr. Neuß, Oberlehrer am Mädchengymnasium in Cöln, ist zum außerordentlichen Pro- fessor in derselben Fakultät ernannt worden.
Die Gewerbeassessoren Ahrens in Bohum und Hockel- mann in Dillenburg sind zu Gewerbeinspektoren ernannt worden.
Dem Ragierung3- und Gewerbeschulrat Professor Loh- mann ist die planmäßige Stelle eines Negierungs- und R E Ga bei der Regierung in Oppeln übertragen worden.
Den Gewerbeassessoren Szczepan ski in Duisburg und Husemann in Oels i. Schl. sind planmäßige Hilfsarbeiter- stellen verliehen worden.
Auf Grund der Verordnungen, betreffend die zwangs- weise Verwaltung französischer Unternehmungen, vom 26. November 1914 (RGBl. S. 487) und 10. Februar 1916 (RGBl. S 89) ist nah Zustimmung des Herrn Reichs- on über die Vermächtnisgansprüche der Ehefrau Eugène Collin, geb. Boisacq, und des Richard Boisacq in Paris an den Nachlaß der verstorbenen Rentner Franz Nobert Richard Brend’amourschen Eheleute in Düsseldorf die Zwangsverwaltung angeordnet. (Verwalter: Rechtsanwalt Dr. Bechstein, Düssel- dorf, Kreuzstr. 25.)
Der Minister für Handel und Gewer be. J. A.: Huber.
Dem Landrat Grospietsch ist das Landratsamt im Kreise Groß Strehliß übertragen worden.
___ Dem Oberlandesgerihtsrat, Geheimen Justizrat Dudek in Breslau, dem Landgerichtsdirektor, Geheimen Justizrat Pfeffer in Koblenz, den Amtsgerichtsräten, Geheimen Justiz- räten Citron bei dem Amtsgeriht Berlin-:Wedding und Thiemann in Wittenberg sowie dem Amtsgerichtsrat Zeige in Charlottenburg ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension erteilt.
Verseßt sind: der Amtsgerichtsrat Becker in Kolmar i P. nah Krotoschin und der Amtsgerichtsrat Fischer in Krotoschin nah Kolmar i. P.
Den Staatsanwaltschaftsräten Dunkel in Duisburg und Koeppel in Torgau ist die nahgesuhte Dienstentlassung mit Pension erteilt. R S i
Der Siaatzanwalt Begrich in Danzig ist an die Ober- staaisanwaltschaft in Marienwerder verseßt. i
Jn der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht die Rechts- anwälte: Justizrat Hagemann bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Naumburg a. S., Dr. Schocke in Charlotten- burg bei dem Landgericht ITT in Berlin, Wicke bei dem Land- geriht in Breslau, Dr. Ellger bei dem Amtsgericht in Berlin- Pankow und Haase bei dem Amtsgericht in Stallupönen.
Mit der Löschung des Justizrats Hagemann in Naum- burg a. S. in der Rechtsanwaltsliste ist zugleich sein Amt als Notar erloschen. - :
In die Lisle der Rechtsanwälte sind eingetragen: der Rechtsanwalt Bathmann vom Landgericht IT bei dem Land- geriht I in Berlin, der Rechtsanwalt Stolte aus Boppard bei dem Amtsgericht in Berncastel-Cues, der Gerichtsassessor Dr. Heinrih Steinmeß bei dem Amtsgericht und dem Land» gericht Cassel, der Gerichtsassessor Dr. Magen bei dem UAmtsgeridt, und dem Landgericht in Altona, der Bürgermeister a. D. Jsenfee bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Greifswald und der frühere Gerichtsassessor Dr. Michelsohn bei dem Amtsgersht und dem Landgericht in Bromberg.
Dem Tierarzt Dr. Kurt Neumann, bisher Leiter der Veterinärklinik an der Universität in Jena, ist die kommissarische Verwaltung der Kreizstierarztstelle in Johannisburg übertragen worden.
Dem kier wobnhast-n Herrn Irgenieur Alexander Klehbe- geboren am 26. April 1873 in Frankfurt a. Mair, habe ih auf Grund des § 2 Absayz 2 der Bundesratcvero1dnung vom 23. Sep- tember 1915 üver de Fernhaltung unzuverläjsiger Personen vom Handel die Wt?-derausnahme des ibm durch Verfügung / vom 19. Februar 1917 untersagten Handels mit sämtlichen Gegen- ständen des Kriegsbedarfs wieder gestattet.
Düsseldorf, den 16. Septembec 1917.
Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. I. V.: Du. Thelemann.
Yuf Grund der Bundesrattverordnung vom 23. September 1915 zur Fernbaltung unzurverlässizer Personen vom Handel (RSBI. S. 603) (st der Händlerin Wilhelmine König, in Zoppot, Seehraße Nr. 13, wodnhaft, der Handel mit Gegenständen des täglihen Hedarfs wegen Unzuverlässigkeit bis auf weiteres untersagt wo:den.
Zoppot, den 20. September 1917.
Die Poltzelverwaltung. Dr. Laue.
Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 zur Fernbaltung unzuverläisizer Personen vom Handel (RGBI. S. 603) habe ih dem Kaurmann Robert Silbermann, hier, Wilhelm Stolzestr. 36, durch Verfügung vom heutigen Tage jeden Han del mit sämtlichen Gegenständen des täglthen Be- darfs wegen Unzuverlässizkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.
Berlin-Schöneberg, den 20. September 1917.
Der Polizeipräfident zu Berlin. Krieg8wucherant. I. V.: Machatius.
Auf Grund des &§ 1 der Bundesratsverordnurg vom 23 Sep- tember 1915 (RBBl. S.0603), betreffend Fernbaltung unzuverlässiger Personen vom Handel, habe ih dem Schlähtermeister Julius Löther in Putliy den Betrieb setner Fleisherei ver- boten und ihm das Handeln mit Gegenständen des täg- lihen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit untersagt. — Die Kojten dieser Bekanntmachung hat Löther zu tragen.
Perleberg, den 17. September 1917.
Der Landrat des Kreises Westprignig. von Graevenig.
Auf Grund der Bundesratsverordnung zur Fernbaltuna unzju- verlässizer Personen vom Handel vom 23. Septembec 1915 ( Reis- Geseßbl. S. 603) is dem Friedrich Bartholomati in Rem- \cheid, Honsbergerstraße 45, der Handel mit Lebensmitteln una Auferlegung dec Kojten der Veröffentlihung untersagt worden.
Nemwscheid, den 19. September 1917.
Der Oberbürgermeisier. I. V.: Hertwig. E
Preußen. Berlin, 24, September 1917.
Seine Majestät der Kaiser und König hat am 18. September eine Reise angetreten, um die Truppen an der rumänischen Front zu besuchen und Sich gleichzeitig ein Bild von der mwirtschaftlihen Lage des Landes zu machen. Wie „Wolffs Telearaphenbüro“ meldet, machte Seine Majestät in Budapest während eines kurzen Aufenthalts eine Fahrt durh die Stadt und wurde von der Bevölkerung mit stürmishem Jubel begrüßt. Die erste Stadt, die auf rumänishem Boden berührt wurde, war Curtea de Arges, wo Seine Mojestät der lezten Ruhestätte Jhrer Majestäten des Königs Carl und der Königin Elisabeth - einen Be- suh abstattete und Kränze auf den Gräbern des Königs- paares niederlegte. Am 21. September fuhr Seine Majetät auf einem ungarischen Dampfer von Giurgiu donauabwärts nah Cernavoda. Hier traf er mit Seiner Majestät dem Könige von Bulgarien, der begleittt war von Zhren Königlichen YOllen dem Kronprinzen und dem Prinzen Cyrill, ausammen. | sturmkompagnie blieben die Majestäten zu längerer Besprechung beieinander. Jm Anschluß hieran begleitete König Ferdina Seine Majestät den ‘Kaiser über die 13 km längeBrüce von Cernavoda auf das linke Donauufer, wo der Eisenbahnzug bestiegen
ah Abschreiten der Front einér deutschen Lands
yurde. Vorgestern durhfuhr Seine Majestät die S
U Buzaru, Rimnicul Sarat und Focjani; hier ne cdnunaen der Truppen, die im Herbst 1916 an dem Sieges3zu
durh Siebenbürgen und Ramänien teilgenommen hatten vat jegt an der Kampffront in der Moldau stehen. Seine Majestät sprach von der großen weltgeschichtlihen Bedeutung dieser Kimpfe, die auch wirtschaftlih für die Heimat von so hohem Perte seien, und {loß mit den Worten, daß, wenn der Krieg weiterginge, dies nicht Deutschlands Schuld sei. Jm Laufe des fnámittags ves p, iiesi A r ae Odebesti nord- estlih Focsani, der einen weiten Ueberblick über , felder der leßten Wochen bietet. ia
Jhre Majestät die Kaiserin und Königin empfi vorgestern m t e eg ci Polsbam den Justizminister Dr. Spahn, den Minister des Innern Dr. Drews, den Kultus- minister Dr. Schmidt, den Finanzminister Hergt und den Chef des Kriegsamts Generalmajor S heu.
Beim Reichskanzler Dr. Michael is fand vorgestern abend ein Empfang statt, an dem die in Berlin anwesenden Staatssekretäre und die preußischen Minister nebst den leitenden Persönlichkeiten aus den Reichsämtern dia und einige Vertreter militärisher Stellen teil- nahmen.
Die deutsche Regierung hat dem argentinischen Ge- sandten in Beantwortung der Mitteilung, daß Graf Luxburg wegen des Jnhalts seiner Telegramme nicht mehr persona grata sei, laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüroz“ erklärt, daß sie das Geschehene lebhaft bedauere; die in den betreffenden Telegrammen ausgedrückten Ansichten des Grafen Wrburg seien seine persönlichen Ansichten und hätten auf die Entschließungen und Versprechungen der deutschen Regierung keinerlei Einfluß ausgeübt.
Auf Grund der Bekanntmachung Nr. Bst. 600/6. 17 KRA., betreffend Bestanderhebung von Holzspänen aller Art, vom 27. Juni 1917 steht die Meldepflicht hin- sichtlich der am 1. September 1917 (Stichtag) vorhandenen Bestände an meldepflichtigen Gegenständen bevor. Um Jrrtümer bei der Meldung vorzubeugen, wird durch „Wolffs Telegraphenbüro“ auf folgendes. nahdrücklich hingewiesen :
Die Verwendung der Späne ist auf die Mel de- pflicht ohne Einfluß. Die am Stichtage unmittelbar zu Feuerung8zwecken verbrauchten Mengen sind, gleichviel, in welcher Weise sie den Feuerunagsanlagen zugeführt werden, ebenfalls in der Meldung als Vorrat anzugeben. Für die Meldung der verfeuerten Mengen genügen gewissenhaft er- mittelte Durchschnittszahlen.
Der Oberbefehlshaber in den Marken, Generaloberst von Kessel hat auf Gcund des § 9b des Gesezes über den Be- lgerung8zusiand für das Gebiet der Stadt Berlin und der provinz Brandenburg folgende Bekanntrnachung erlassen:
8 1. Fahrzeuge, die Ladung einncbwepr, sind, dem jeweiligen Vasserstard entsprechend, rur fo tief ¡u belaten, daß die Neise Uw Bestimmungkort ohne Kufenthalt durchgeführt werten kann. Die Wosserstände, Fahrwassertiefen und Nietrigwasservorkeisagen (leßtere ohne Gemäbr _siad bet der zuständigen Hafenbeb örde zu erfragen.
« Schiffsführer, die während d-r Fahrt w-gen zu tiefer Ne- ladung ihres Kahnes anzubalten gezwungen sind, haben unrerzü, lih durh Ableichtern die Tauchtiefe ihres Fahrzeuges so zu verringern, daß die Neise zum Bejtimmungsoite beendet werden kann. Sollten Kühne zum Ableichtein aus dem sreien Markte nit zu haben tein, so haben ih Schiffsetaner oder -führer unverzüglich, späteitens inner- halb 3 Tagen nah Ankunft, an ihrem Liegeort an die Siffah1ts- abteilung Leim Chef des Feldeisenbahnn ejens oder an deren zuständigen Veau|\tragten zu wenden.
3. Zuwiderhanolungeu werden mit Gefängvis b's zu esnem Jahre bestraft. Sind mildernde Umsläade vorhanden, so kann auf De odex auf Geldsirafe bis zu fünfzehnhundezt Maik erkannt
§ 4. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 24. September 1917 in Kraft. Mit dem gleichen Tage tiitt mcine für den Kieis West- priqriy erlaffene Bekanntmachung gleichen Inhalts vom 26. Juli 1917 — O. Nr. 194 102 — außer Kra}t. :
Verlin, 22. September, Abends. (W. T. B.)
Der Feuerkampf in Flandern dauert an. q În der Verfolgung der weichenden Russen wurde von Uwenhof flußabwärts überall die Düna erreicht.
Der Verlauf der Kämpfe am 21. September, dem ¡weiten Angriffstag in Fiandern, verstärkt den Eindruck eines \hweren englihen Mißerfolges. Troydem das klare
etter die Engländer begünstigte, kam es zu keinem einheit- lichen starken Angriff mehr. Am Vormittage s\eyten die ngländer lediglich zwei Teilangriffe zwishen Lange- marck und Frezeaberg an. Tanks, die auf St. Julien vor- fuhren, wurden niedergekämpft. Von Mittag an ver- stärkte sich das englische Feuer erheblih. Um 6 Uhr Abends seßte auf der ganzen Kampffront shlagartig Trommelfeuer ein. Nachdem es eine Stunde getobt hatte, griffen die Engländer wischen Langemarck und Frezenberg an. Jn Gegend Lange- marck brach der Angriff bereits 50 Meter vor den deutschen Stellungen blutig - zusammen. Oestlicy St. Julien wurden sie im Gegenangriff wieder geworfen. Nur am Strombek verblieb ihnen ein Grabénnest, doh auch dieses gelangte während der
aht wieder in deutshen Besiy. Von Zonebeeke bis westlich Geluvelt kam der englishe Angriff im deutschen trnihtungsfeuer nicht zur Durchführung. Nur einzelne eute kamen bis an die weiter südlich bis in Gegend Hollebeke wurde der An- griff durh Feuer niedergehalten. Mit Einbruch der Nacht aren die Engländer überall wieder zurückgeworfen. Um , Uhr Abends trat auf der ganzen Armeefront verhältnis- mäßige Ruhe ein. Erst später nahmen die Engländer das er wieder auf, das sie dur zahlreihe Bombenwürfe unter- E bten. Zwischen 4 und 5 Uhr begannen sie wieder zu trommeln. 8 folgten jedo nur örtliche Angriffe, die überall scheiterten. el dem klaren Wetter konnte man hinter der englischen Front
und preußischen.
deutshen Gräben. Auch *
zahlreihe Verwundetenautos und Trägertrupps mit der Noten Kreuzflagge bemerken, die damit beschäftigt waren, die gewaltige Zahl englischer Verwundeter zu bergen und zurückzutransportieren.
Die bisherigen Erfolge der dritten Flandernschlacht bleiben noch weit hinter denen der zweiten und ersten zurü. Da es den Engländern nicht gelang, auch die kleinste Ortschaft zu nehmen, hilft sich der britishe Heeresberiht damit, die lokalen Benennungen einzelner genommener Gräben oder Stüßpunkte, wie sie auf den Generalstabskarten üblich sind, aufzuzählen.
Jm Osten ist die Eroberung von Jacobstadt ein erneuter Beweis, in welchem Maße die deutshe Führung sih die völlige Freiheit des Handelns troy aller Ententeangriffe im Westen bewahrt. Der Brückenkopf, den die Russen hier noch auf dem westlihen Dünaufer hielten, wurde von den Deutschen in raschem, erfolgreichen Angriff genommen. Nachdem die russischen Linien nordwestlih Jacobstadt durchbrohen waren, wurde am Nachmittag der Sussei-Abschnitt überschritten und im weiteren Verlauf der Kämpfe Jacobstadt besezt. Der ganze Brückenkopf ist in deutscher Hand, die Beute noh nicht zu übersehen.
Großes Hauptquartier, 23. September. (W. T. B.) Wesstliher Kriegs schauplag. __ Heere8gruppe Kronprinz Rupprecht.
Ein englisher Monitor besho|) mit Fliegerbeobach- tung gestern morgen Ostende. Einige Granaten trafen die Kathedrale, in der Frühmesse gehalten wurde. Sieben Belgier wurden getötet, vierundzwanzig shwer verwundet. Der Monitor wurde durch Feuer unserer Küstenbatterien vertrieben.
An der flandrischen Landfront blieb das Artillerie- feuer nah Abschluß der örtlihen Frühkämpfe wecselnd stark. Gegen Abend verdichtete sih die feindlihe Wirkung wieder nordöstlih von Ypern zum Trommelfeuer. Es folgten starke Teilangriffe der Engländer südöstlich von St. Julien; der Feind wurde zurücgeworfen.
Nachts bei nachlassendem Feuer keine Jnfanterietätigkeit. M Eine bei Monchy, südöstlich von Arras, nach heftigem Feuerstoß in unsere Gräben dringende englishe Kompagnie wurde im Nahkampf vertrieben. ia
Bei Vorseldgefehten südlich der Straße Cambrai— Bapaume sowie an der Somme und Oise blieben Ge- fangene in unserer Hand.
„Längs der Ais3ne, am Brimont und in einigen Ab- schnitten der Champagne kam es zeitweilig zu lebhafter Kampftätigkeit der Artillerien.
Bei zahlreihen Erkundungsvorstößen, die vielfah unsere Sturmtrupps bis in die hinteren Linien der französishen Kampf- anlagen führten, konnten Gefangene gemaht werden, obwohl der Feind fast überall flüchtete. Unsere Grabenbesaßungen wiesen an einigen Stellen französishe Aufflärer ab.
Gi rag Verdun {woll Nachmittags das Feuer zu größcrer ärfe an.
Die Gegner verloren gestern 14 Flugzeuge und 1 Fesselballon.
Oberleutnant Berthold errang den 23. Luftsieg, Vize- feldwebel Thom schoß wiederum 2 feindliche Flieger im Lust-
kampf ab. Oestlicher Kriegsschauplaz.
Jm Brückenk opf von Jacobstadt wurde in den hastig verlasjsenen russishen Stellungen umfangreihes Kriegsgerät vorgefunden.
In Pinsk entstanden durch russishe Beschießung Brände.
Bei großer Hiße — in der Sonne bis 65 Grad — O Gefechtshandlungen nur westlich des Ohrida-Sees tatt. Dort wurde den Franzosen eine Höhe bei Kreova durch deutsche und österreichisch-ungarishe Truppen im Sturm
entrissen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff.
Berlin, 23. September. (Abends ) (W. T. B.) Außer lebhaftem Artilleriekampf in Flandern ist bisher nichts Be- sonderes von den Fronten gemeldet.
Der dritte Tag der neuen Flandernschlacht ist vorübergegangen, ohne daß cs zu weiteren englishen Groß- angriffen fam. Am 22. September blieb das Artilleriefeuer bis 10 Uhr Vormittags auf der ganzen Kampffront mäßia und verstärkte sih erst von da ab zwischen Langemarck und Hollebeeke. Um 5 Uhr Nachmiltaas war nordöstlich Ypern eine neuerlihe Verstärkung des Feuers zu bemerken, das um 6 Uhr zum Trommelfeuer anshwoll. Augenscheinlich war eine größere Angriffsaktion geplant. Jnfolge der erfolgreichen deutshen Abwehrwirkung kam es jedoch nur östlich St. Julien zu Teilangrifsen, die überall ab- gewiesen wurden. Um 10 Uhr Abends flaute auch das Artilleriefeuer überall wieder ab. Wenn die englishen Be- richte voll davon sind, daß es nunmehr gelungen sei, der deutschen Verteidiaungsmethode durch ein neues wirksames Angriffssystem zu begeanen, so stehen die äußerst geringen positiven englishen Erfolge zu dieser Behauptung in selt- samem Gegensay. Die Fliegertätigkeit war außerordentlich rege. Deutsche Geschwader brachten unter anderem bei Poperinghe einen Munitionszug sowie mehrere Schuppen durch Bombenabwürfe zur Explosion. i
Jm Artois und bei St. Quentin herrschte lebhafte Artillerie- und Patrouillentätigkeit. Mehrfah brachten die deutschen. Patrouillen Gefangene ein. Bei Bernot an der Oise bewarfen feindlihe Flieger ein Lazarett mit Bomben. Mehrere Soldaten und eine Schwester wurden getötet oder verwundet.
An der A isne beiderseits Reims und in der Cham- agne war die Feuertätigkeit zeitweise lebhafter. Deutschen
atrouillen gelangen zahlreihe Vorstöße. Unter anderem stieß westlih der Champagne-Ferme ein deutscher Stoßtrupp bis weit in die französis Gräben vor und j as mit 15 Ee und einem Schnelladegewehr zurück. An der Verdunfront hat dié Feuertäligfeit wieder zugenommen, Die Abwehrvtätigkeit
der deutschen Batterien und Luftgeshwader fügte den „Franzojent \hwere Verluste zu. Jn und hinter den französischen Stellungen wurden zahlreihe Brände und Explosionen _beobachtet. Ein deutsches Bombengeshwader seßte den großen frarzöfishen Munitions- und Pionierpark bei Landrecourt ia Brand.
Großes Hauptquartier, den 24. September (W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplaßz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprechf.
In Flandern erreichte der Artilleriekampf Nach=- mittags an der Küste und vom Walde von Houthoulst bis Westhoek wieder große Stärke. An der Schlachtfront blieb die Kampftätigkeit auch Nachts und am frühen Morc en ge- steigert, ohne doß bisher neue englishe Angrisse erfolgten. Gute Wirkung unserer artilleristishen Abwehr ließ fic) am Verhalten der von uns beschossenen Batterien und an der Ver- nictung zahlreiher Munitionsstapel feststellen. :
Bei Lens und St. Quentin, an dessen Kathedrale die Franzosen dur neue Beschießung ihr Zerstörungswerk fort- seßten, lebte die Feuertätigkeit auf.
Jn mehreren Abschnitten der Aisne-Front und der Champagne schwoll mehrfaches Feuer zu großer Heftigkeit an. Bei Erkundungsgefechten hatte der Gegner Verluste.
Vor Verdun war der Feuerkampf Nachmittags und während der Nacht sehr lebhaft. Auch heute morgen herrschte rege Gefecht3tätigfeit auf dem Ostufer der Maas.
14 feindliche Flugzeuge sind -abgeshossen worden. Leut- nant Wüsthoff errang den 20. Luftsieg, Leutnant Kissen- herth brachte 2 @egner im Luftkampf zum Absturz.
Oestlicher Kriegsschauplagz. Front des Generalfeldmarsch2[lls d Prinz Leopold von Bayern.
Untêr der im Brücenkopf von Jacobstadt eingebrachten Beute von 55 Geschüßen befinden sich eine bespannte Batterie und 5 {were Geschüße von 26 bis 28 cm Kaliber. Jn der Stadt selbst fielen reichlihe Vorräte, au an Brot und Mehl, in unsere Hand. |
Nördlich von Baranowitschi und westlich von Luck ent- faltete die russische Artillerie lebhafte Tätigkeit.
Heeresgruppe Mackensen.
Jn den Bergen nordwestlich von Focsani und ‘am Sereth vielfah rege Feuertätigkeit und Vorfeldgefechte. Bahnhof Gala wurde mit beobachtetem Erfolg beschossen.
Oesterreichish-ungarischer Bericht. Wien, 22. September. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet : Südöstlicher Kriegsschaupla gy.
Westlih vom Ohrida-See haben österreichish-ungarische und deutsche Truppen einen starken französishen Angriff in shwerem Kampfe abgewiesen.
Oestlicher Kriegsschauplag. Bei den österreichish-ungarischen Truppen keine besonderen
Ereignisse. Ftalienisher Kriegsschaupla 8. Unverändert. Der Chef des Generalstabes.
Wien, 23. September. (W. T. B.) Amilich wird gemeldet :
Oestlicher Kriegsschauplay. In der Bukowina wurden feindlihe Aufklärungs- abteilungen abgewiesen. Sonst nur geringe Gefechtstätigkeit.
Ftalienisher Kriegsschauplaß.
Der Südteil der Hochfläche von Bainsizza und der Monte San Gabriele standen unter lebhafiem Artillerie»
feuer. Südöstlicher Kriegsschaupla gy.
Im Skumbi-Gebiet haben wir die Franzosen von einer Höhe verdrängt.
Einer schneidig geführten österreichish-ungarishen Abteilung gelang es, hinter die feindlichen Linien vorzudringen und dort eine stärkere Reserve zu zersprengen.
Sofia, 22. September. (W. T. B.) Generalstab3bericht vom 22. September. Mazedonischè Front. Oestlih vom Prespa-See und
nördlih von Bitolia lebhaftes Artilleriefeuer. Jm Cerna- bogen bei dem Dorfe Makovo Trommelfeuer. Deutsche Sturmtrupps drangen in die feindlihen Gräben ein und brachten französishe und italienische Gefangene zuüdck. Jn der Gegend von Moglena bei dem Dorfe Nonte wurde eine feindlihe Erkundungsabteilung durch Feuer verjagt. Südlich von Dojran lebhaftes Feuer. An der unteren Struma Patrouillentätigkeit.
Rumänische Front. Bei Tulcea, Jsaccea und Galayz Artilleriefeuer. '
Sofia, 23. September. (W. T. B.) Géêneralstabsbericht.
Mazedonishe Front. Jm Cernabogen und auf dem Dobropolie lebhaftes Feuer. QDestlih der Cerna er- folgreihe Unternehmen unserer Erkundungsabteilungen. Süd- lih von Huma und südlich von Doiran ziemlich lebhaftes Artilleriefeuer. Ein feindlihes Schiff beschoß erfolglos von u A von Orfano aus unsere Stellungen an der Struma- - mündung.
Rumänishck& Front. Eine feindlihe Erkundungs2 abteilung versuchte sich unserem Ufer bei Tulcea zu nähern, wurde aber verjagt.