Source: http://elibrary.verlagoesterreich.at/main/e-journals/wbl-wirtschaftsrechtliche-blatter/2016/heft-9/wbl-2016-9.html
Timestamp: 2017-04-30 03:04:31
Document Index: 164157492

Matched Legal Cases: ['Art 101', '§ 870', '§ 871', '§ 872', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 82', 'Art 101', 'Art 101', 'Art 101', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 1', 'Art 2', 'Art 3', 'Art 1', 'Art 2', 'Art 5', 'Art 5', 'Art 5', 'Art 11', 'Art 11', 'EuG', 'EuG', 'Art 49', 'Art 12', 'Art 49', 'Art 12', 'Art 12', 'Art 12', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art 1', 'Art 4', 'Art 1', 'Art 4', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 20', '§ 20', '§ 21', '§ 1152', '§ 49', '§ 1', '§ 22', '§ 82', '§ 83', '§ 82', '§ 82', '§ 83', '§ 83', '§ 83', '§ 125', '§ 125', '§ 1', '§ 1', '§ 39', '§ 516', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 39', '§ 516', '§ 39', '§ 516', '§ 502', '§ 502', 'Art 4', 'Art 19', '§ 2', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 5', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 19', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 52', '§ 17', '§ 28', 'Art 130', '§ 28', 'Art 133', 'OGH', 'OGH', '§ 528', 'Art 133', 'Art 133', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

WBl 2016/9 - Heft 9 - 2016 - wbl- wirtschaftsrechtliche blätter - e-Journals
/ ZFS - Zeitschrift für Stiftungswesen
/ ZFS 2015/2
Volltext Cover Download AufsätzeWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 477–484
Moritz, Wendelin Drittplattformverbote in qualitativ selektiven Vertriebssystemen
Drittplattformverbot, Internetvertrieb, Kartellrecht, Qualitativer Selektivvertrieb, Wettbewerbsbeschränkung, VO (EU) Nr 330/2010 der Kommission vom 20. April 2010 über die Anwendung von Artikel 101 Abs 3 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf Gruppen von vertikalen Vereinbarungen und abgestimmten Verhaltensweisen, WBl 2016, 477, Art 101 Abs 1 AEUV E-Bay, Amazon Marketplace und Co.: Insbesondere kleine Vertragshändler im qualitativen... E-Bay, Amazon Marketplace und Co.: Insbesondere kleine Vertragshändler im qualitativen Selektivvertrieb sind auf bekannte Internetplattformen angewiesen, um potenzielle Kunden in den Weiten des Internet auch tatsächlich zu erreichen. Herstellern (bzw ihren Vertriebsgesellschaften) sind diese Drittplattformen hingegen häufig ein Dorn im Auge, wofür es unterschiedliche Gründe geben kann. Eine Rolle spielen in der Regel das Erscheinungsbild und die Reputation der Drittplattform, die Art der Präsentation der Produkte und der von Drittplattformen intensivierte Preiswettbewerb zwischen den Vertragshändlern („intra brand“). Dieser Beitrag geht der Frage nach, wann ein vertragliches Drittplattformverbot „hält“ und wann es gegen Kartellrecht verstößt. Unter welchen Voraussetzungen darf ein Hersteller die Nutzung von Drittplattformen verbieten? Volltext	AufsätzeWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 485–493
Engelhart, Anna Lisa Anfechtung von Arbeitsverträgen oder Verdrängung durch Auflösung aus wichtigem Grund?
Anfechtung, Arbeitsrecht, Auflösung aus wichtigem Grund, Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Bestandschutz, Dauerschuldverhältnisse, Rückabwicklung, WBl 2016, 485, § 870 ABGB, § 871 ABGB, § 872 ABGB, § 25 AngG, § 26 AngG, § 27 AngG, § 82 lit a GewO 1859 Verträge, die aufgrund fehlerhafter Willenserklärungen abgeschlossen wurden, sind... Verträge, die aufgrund fehlerhafter Willenserklärungen abgeschlossen wurden, sind grundsätzlich anfechtbar. Fraglich ist jedoch, ob dies unbegrenzt auch für Dauerschuldverhältnisse und ganz speziell für Arbeitsverträge gelten kann. Dieser Beitrag untersucht, ob im Arbeitsrecht speziellere Regelungen wie die Auflösung aus wichtigem Grund die Anfechtung verdrängen können und geht dabei insbesondere auch auf den Schutzzweck des Arbeitsrechts und den Bestandschutz ein. Volltext	AufsätzeWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 494–498
WBl 2016, 494 Rechtspflege, Binnenmarkt Rechtspflege, Binnenmarkt Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 499–501
Kartellrecht: Zulässigkeit einer Verpflichtung zur Zahlung einer Gebühr im Fall der Nichtigerklärung des lizenzierten Patents
Rs C-567/14, (Genetech Inc./Hoechst GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH; Berufungsgericht Paris [Frankreich]), WBl 2016, 499, WBl-Slg 2016/165, Art 101 AEUV Art 101 AEUV ist dahin auszulegen, dass er dem nicht entgegensteht, dass dem Lizenznehmer mit... Art 101 AEUV ist dahin auszulegen, dass er dem nicht entgegensteht, dass dem Lizenznehmer mit einer Lizenzvereinbarung wie der des Ausgangsverfahrens die Verpflichtung auferlegt wird, im Fall der Nichtigerklärung oder der Nichtverletzung des lizenzierten Patents während der gesamten Laufzeit der Vereinbarung eine Gebühr für die Verwendung der patentierten Technologie zu zahlen, da der Lizenznehmer diese Vereinbarung mit einer angemessenen Frist kündigen konnte. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 502–503
Verbraucherschutz: Zur Verpflichtung, den Verkaufspreis eines Kraftfahrzeugs einschließlich der zusätzlichen, obligatorisch anfallenden Kosten der Überführung des Fahrzeugs anzugeben
Rs C-476/14, (Citroën Commerce GmbH/Zentralvereinigung des Kraftfahrzeuggewerbes zur Aufrechterhaltung lauteren Wettbewerbs e. V. (ZLW); Bundesgerichtshof [Deutschland]), Art 3 der RL 98/6/EG des EP und des Rates vom 16. Februar 1998 über den Schutz der Verbraucher bei der Angabe der Preise der ihnen angebotenen Erzeugnisse, WBl 2016, 502, WBl-Slg 2016/166 Art 3 der RL 98/6/EG iVm Art 1 und Art 2 lit a dieser RL ist dahin auszulegen, dass die vom... Art 3 der RL 98/6/EG iVm Art 1 und Art 2 lit a dieser RL ist dahin auszulegen, dass die vom Verbraucher zu tragenden Kosten der Überführung eines Kraftfahrzeugs vom Hersteller zum Händler in dem in einer Werbung eines Gewerbetreibenden angegebenen Verkaufspreis dieses Fahrzeugs enthalten sein müssen, wenn diese Werbung unter Berücksichtigung sämtlicher ihrer Merkmale aus der Sicht des Verbrauchers als ein für dieses Fahrzeug geltendes Angebot aufzufassen ist. Es ist Aufgabe des vorlegenden Gerichts, zu prüfen, ob alle diese Voraussetzungen erfüllt sind. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 503–505
Sozialvorschriften im Straßenverkehr: Zur Haftung des Fahrers für Verstöße gegen die Pflicht zur Nutzung eines Fahrtenschreibers
Rs C-287/14, (Eurospeed Ltd/Szegedi Törvényszék; Gericht von Gyula [Ungarn]), Die VO (EG) Nr 561/2006 des EP und des Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und zur Änderung der VO (EWG) Nr 3821/85 und (EG) Nr 2135/98 des Rates sowie zur Aufhebung der VO (EWG) Nr 3820/85, WBl 2016, 503, WBl-Slg 2016/167 Die VO (EG) Nr 561/2006 ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Rechtsvorschrift nicht... Die VO (EG) Nr 561/2006 ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Rechtsvorschrift nicht entgegensteht, die anstelle oder zusätzlich zu dem Verkehrsunternehmen, bei dem der Fahrer angestellt ist, Letzterem die Haftung für von ihm selbst gegen diese VO begangene Verstöße auferlegt. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 505–508
Urheberrecht: Unzulässigkeit eines staatsfinanzierten Systems des gerechten Ausgleichs für Privatkopien
Rs C-470/14, (Entidad de Gestión de Derechos de los Productores Audiovisuales (EGEDA), Derechos de Autor de Medios Audiovisuales (DAMA), Visual Entidad de Gestión de Artistas Plásticos (VEGAP)/Administración del Estado, Asociación Multisectorial de Empresas de la Electrónica, las Tecnologías de la Información y la Comunicación, de las Telecomunicaciones y de los contenidos Digitales (Ametic); Beteiligte: Artistas Intérpretes, Sociedad de Gestión (AISGE), Centro Español de Derechos Reprográficos (CEDRO), Asociación de Gestión de Derechos Intelectuales (AGEDI), Entidad de Gestión, Artistas, Intérpretes o Ejecutantes, Sociedad de Gestión de España (AIE), Sociedad General de Autores y Editores (SGAE); Oberster Gerichtshof [Spanien]), Art 5 Abs 2 lit b der RL 2001/29/EG des EP und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, WBl 2016, 505, WBl-Slg 2016/168 Art 5 Abs 2 lit b der RL 2001/29/EG ist dahin auszulegen, dass er einem System des gerechten... Art 5 Abs 2 lit b der RL 2001/29/EG ist dahin auszulegen, dass er einem System des gerechten Ausgleichs für Privatkopien entgegensteht, das wie das im Ausgangsverfahren in Rede stehende System aus dem allgemeinen Staatshaushalt finanziert wird, so dass nicht gewährleistet werden kann, dass die Kosten des gerechten Ausgleichs von den Nutzern von Privatkopien getragen werden. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 508–509
Art 11, ferner 8/3 der RL 2004/48/EG des EP und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums:
Rs C-494/15, (Tommy Hilfinger Licensing LLC oa/Delta Center as), Art 11, ferner 8/3 der RL 2004/48/EG des EP und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums, WBl 2016, 508, WBl-Slg 2016/169 Die Bekl betreibt den Marktplatz „Prager Markthallen“, wobei sie dort befindliche... Die Bekl betreibt den Marktplatz „Prager Markthallen“, wobei sie dort befindliche Verkaufsflächen an Händler untervermietet.Einzelne dieser Händler verkauften Fälschungen von Markenerzeugnissen. Dagegen beantragten deren Hersteller bei den Prager Gerichten die Untersagung der Vermietung von Verkaufsflächen an solche Händler durch die Betreiberin des Marktplatzes. Sie stützten diese ihre Forderung mit dem Hinweis auf das Urteil C-324/09 (L‘Oréal ua) vom 12. Juli 2011, in dem der EuGH eine solche Verpflichtung für die Betreiber von Verkaufsportalen im Datennetz ausgesprochen hatte und folgerten, dass eine gleichartige Verpflichtung sinngemäß auch für die Betreiber eines körperlichen Marktplatzes gelten müsse.Dazu erkannte der EuGH über Vorlage zu Recht: Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 509–511
Art 49 AEUV; Art 12, ferner 4/6 der RL 2006/123/EG des EP und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt; 15. Erwägungsgrund der RL 2014/23/EU des EP und des Rates vom 26. Februar 2014 über die Konzessionsvergabe:
Rs C-458/14, Rs C-67/15, (Promoimpresa Srl/Consorzio del comuni della Sponda Bresiana del Lago di Garda e del Lago di Idro ua; Mario Melis ua/Comune di Loiri Portop San Paolo ua), Art 49 AEUV, Art 12, ferner 4/6 der RL 2006/123/EG des EP und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt, 15. Erwägungsgrund der RL 2014/23/EU des EP und des Rates vom 26. Februar 2014 über die Konzessionsvergabe, WBl 2016, 509, WBl-Slg 2016/170 Die DienstleistungsRL enthält in ihrem Art 12 Regelungen für Fälle, in denen die Zahl der... Die DienstleistungsRL enthält in ihrem Art 12 Regelungen für Fälle, in denen die Zahl der für eine bestimmte Dienstleistung verfügbaren Genehmigungen aufgrund der Knappheit der natürlichen Mittel oder verfügbaren technischen Möglichkeiten begrenzt ist. In diesen Fällen können die MS die Ausübung einer Dienstleistung von einer Genehmigung abhängig machen.In Italien wurde die Laufzeit von Konzessionen für die Nutzung von im öffentlichen Eigentum stehenden Gütern an Meeren und Seen, insb von Stränden, ohne vorheriges Auswahlverfahren bis zum Jahresende 2020 verlängert. Nicht-staatlichen Fremdenverkehrsunternehmen wurde jedoch von den Behörden die Verlängerung der Konzession verweigert, wogegen jene Klage erhoben. Die mit diesen Verfahren befassten Gerichte stellten dem EuGH die Vorabentscheidungsfrage, ob diese Regelung mit dem Unionsrecht vereinbar ist, der zu Recht erkannte:1. Italien macht geltend, dass sich die streitggst Regelung zum maßgeblichen Zeitpunkt ausschließlich auf Konzessionen für im öffentlichen Eigentum stehende Güter am Meer bezogen habe und das Vorabentscheidungsersuchen aus diesem Grunde unzulässig sei. Die Geltung dieser Bestimmung für Konzessionen, die sich auf Grundstücke an Seen und Flüssen bezögen, sei erst nach dem Erlass der beim vorlegenden Gericht angefochtenen Rechtsakte eingetreten. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 511–514
Artikel 107/1 AEUV:
Rs T-143/12, (Deutschland/Kom), Artikel 107/1 AEUV, WBl 2016, 511, WBl-Slg 2016/171 Die Aktiengesellschaft Deutsche Post ist Rechtsnachfolgerin des staatlichen Postdienstes... Die Aktiengesellschaft Deutsche Post ist Rechtsnachfolgerin des staatlichen Postdienstes Deutsche Bundespost. Als solche musste sie die Postbeamten vom Postdienst übernehmen und für sie von 1995 – 1999 jährliche Beiträge von 2,045 Mrd € jährlich an einen Rentenfonds entrichten. Für die Zeit ab dem Jahr 2000 wurde dieser Beitrag auf 33 % der gesamten Bezüge der bei der Deutschen Post beschäftigten Beamten ersetzt. Die dadurch nicht gedeckten Kosten der Ruhegehälter wurden vom Bund getragen.Mit Beschluss 2012/636/EU stellte die Kom am 25. Jänner 2012 (ABl L 289/12, 1) fest, dass die Tragung der Kosten der Ruhegehälter eine rechtswidrige Beihilfe darstelle, die, soweit ihre Höhe unangemessen sei, nicht mit dem Binnenmarkt vereinbar sei. Sie verlangte deren Rückforderung, u zw hins der seit dem 1. Jänner 2003 gewährten Zuschüsse. Dabei ging sie von einem Gesamtbetrag zwischen 500 Mio und einer Mrd € aus.Der Beginn des Zeitraums, ab dem die Zuwendungen zurückzufordern waren, der 1. Jänner 2003, erklärt sich daraus, dass über die zuvor gewährten Zuschüsse bereits mit der KomE 2002/753/EG vom 19. Juni abgesprochen worden ist. Darin hatte die Kom Deutschland vorgeworfen, der Deutschen Post eine mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbare Unterstützung in Höhe von 572 Mio € gewährt zu haben, mit der diese die Verluste aus dem Paketdienst auszugleichen habe können. Diese E wurden vom EuG mit Urteil T-266/02 (Deutsche Post/Kom) vom 1, Juli 2008 für nichtig erklärt, weil die Kom nicht nachgewiesen habe, dass der Deutschen Post ein Vorteil gewährt worden sei. Insb habe die Kom nicht alle staatlichen Mittel, die Deutscher Post zugeflossen seien und alle Aufwendungen, die diese im Rahmen des Universaldienstes getragen habe, im Einzelnen ermittelt. Das gegen dieses Urteil eingelegte Rechtsmittel wurde vom EuGH mit Urteil C-399/08 vom 2. September 2010 zurückgewiesen. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 514–515
Art 1/3, 5 und 6/1 des Rahmenbeschlusses 2002/584/JI des Rates vom 13. Juni 2002 über den Europäischen Haftbefehl und die Übergabeverfahren zwischen den MS idF des Rahmenbeschlusses 2009/299/JI; Art 4 der Charta der Grundrechte der EU:
verb Rs C-404/15, verb Rs 659/15 PPU, (Pál Aranyosi und Robert C?ld?raru), Art 1/3, 5 und 6/1 des Rahmenbeschlusses 2002/584/JI des Rates vom 13. Juni 2002 über den Europäischen Haftbefehl und die Übergabeverfahren zwischen den MS idF des Rahmenbeschlusses 2009/299/JI, Art 4 der Charta der Grundrechte der EU, WBl 2016, 514, WBl-Slg 2016/172 Der EuGHMR hat Rumänien (Rs Vociu/Rumänien, Nr 22015/10; Bujorean/Rumänien, Nr 13054/12;... Der EuGHMR hat Rumänien (Rs Vociu/Rumänien, Nr 22015/10; Bujorean/Rumänien, Nr 13054/12; Constantin Aurelian Brlacu/Rumänien, Nr 51318/12 und Mihai Laurenju Marin/Rumänien, Nr 79857/12) und Ungarn (Rs Varga ua/Ungarn Nrn 14097/12, 45135/12, 73712/12, 34001/13, 44055/13 und 54586/13) vorgeworfen, aufgrund der Überbelegung ihrer Haftanstalten gegen die Grundrechte verstoßen zu haben.Das Hanseatische Oberlandesgericht wurde mit zwei Europäischen Haftbefehlen befasst: ein von einem ungarischer Ermittlungsrichter ausgestellter Europäischer Haftbefehl betraf einen ungarischen Staatsbürger, dem zwei Einbruchsdiebstähle vorgeworfen wurden; ein rumänisches Gericht beantragte einen Haftbefehl gegen einen rumänischen Staatsbürger wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.Da beide Beschuldigte in Deutschland festgenommen worden waren, war es Sache der deutschen Behörden, die Haftbefehle zu prüfen. Das deutsche Gericht stellte nun dem EuGH die Vorlagefrage, ob unter den vom EuGHMR beanstandeten Umständen die Vollstreckung der europäischen Haftbefehle abgelehnt oder ob weitere Angaben angefordert werden müssen, die es ermöglichen, die Vereinbarkeit der Haftbedingungen in den beiden MS mit den Grundrechten zu überprüfen. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 515–521
Verbot eines islamischen Gesichtsschleiers während der Arbeitszeit zulässig
9 ObA 117/15v, 9 Ra 47/15w-20, 3 Cga 6/14x-15, WBl 2016, 515, WBl-Slg 2016/173, § 16 ABGB, § 17 Abs 1 Z 6 GlBG, § 17 Abs 1 Z 7 GlBG, § 20 Abs 1 GlBG, § 20 Abs 2 GlBG, § 21 Abs 2 GlBG Kündigt der Arbeitgeber (Notar) eine Angestellte, weil sie sich weigert, das an sie... Kündigt der Arbeitgeber (Notar) eine Angestellte, weil sie sich weigert, das an sie ausgesprochene Verbot zu befolgen, während der Arbeitszeit einen islamischen Gesichtsschleier zu tragen, verstößt diese Kündigung nicht gegen das Diskriminierungsverbot wegen der Religion oder des Geschlechts der Arbeitnehmerin.Abfällige Bemerkungen über die religiös motivierte Kleidung (Kopftuch und Abaya) sowie eine deshalb erfolgte Zurücksetzung der Angestellten bei Tätigkeiten mit Klientenkontakt sind verbotene Diskriminierungen bei sonstigen Arbeitsbedingungen, wenn der Arbeitgeber diese Bekleidung vorher mehrere Jahre ohne Beanstandungen toleriert hat.Wird in der Klage eine Diskriminierung aus demselben Grund, aber in verschiedenen Situationen geltend gemacht, ist keine Aufschlüsselung im Klagebegehren erforderlich. Das Begehren auf immateriellen Schadenersatz kann in einer Pauschalsumme bestehen. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 521–522
Entgelt oder Aufwandersatz?
8 ObS 2/16a, 6 Rs 72/156-16, WBl 2016, 521, WBl-Slg 2016/174, § 1152 ABGB, § 49 Abs 3 Z 28 ASVG, § 1 Abs 2 IESG Für den Schutzbereich des IESG ist die Absicht des Arbeitnehmers maßgebend, ein über den... Für den Schutzbereich des IESG ist die Absicht des Arbeitnehmers maßgebend, ein über den bloßen Aufwandersatz hinausgehendes Entgelt für die Bestreitung des Lebensunterhalts zu erzielen. Der Umstand, dass der beitragsfreie Pauschalbetrag für Reiseaufwandsentschädigungen durch Sportvereine nicht überschritten wird, führt nicht zwingend zur Annahme eines Aufwandersatzes. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 522–523
Zur Bucheinsicht
6 Ob 128/16s, 6 R 83/16t, 13 Fr 7919/15x, WBl 2016, 522, WBl-Slg 2016/175, § 22 GmbHG Die Geltendmachung eines Anspruchs auf Auszahlung eines Auseinandersetzungsguthabens bzw... Die Geltendmachung eines Anspruchs auf Auszahlung eines Auseinandersetzungsguthabens bzw Übernahmspreises begründet ein ausreichendes Informationsinteresse des ausgeschiedenen Gesellschafters, das ihm ein Einsichtsrecht gibt.Das Recht auf Bucheinsicht kann nicht nur ein einziges Mal ausgeübt werden und der bloße Umstand, dass einem Gesellschafter früher einmal Einsicht gewährt wurde, macht ein Einsichtsbegehren in der Folge nicht rechtsmissbräuchlich.Die Übermittlung von Kopien und Belegen lässt das Einsichtsrecht nicht entfallen, zumal es dem Gesellschafter freistehen muss, die Übereinstimmung der Kopien mit den Originalbelegen vor Ort zu überprüfen.Ein wiederholtes Einsichtsbegehren ist nur dann missbräuchlich, wenn es dem Gesellschafter überwiegend darum geht, durch exzessive Ausübung seines Einsichtsrechts den Geschäftsablauf beim Gegner möglichst lange und nachhaltig zu stören. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 523–523
Zum Verbot der Einlagenrückgewähr
6 Ob 72/16f, 7 R 153/15v, 210 C 7/15g, WBl 2016, 523, WBl-Slg 2016/176, § 82 GmbHG, § 83 GmbHG Der Tatbestand der verbotenen Einlagenrückgewähr (§ 82 Abs 1 GmbHG) enthält keine... Der Tatbestand der verbotenen Einlagenrückgewähr (§ 82 Abs 1 GmbHG) enthält keine subjektiven Tatbestandsmerkmale; entscheidend ist das Vorliegen eines objektiven Missverhältnisses zwischen der vom Gesellschafter erbrachten Leistung und der bezogenen Gegenleistung.Die Pflicht zur Rückerstattung unrechtmäßig erlangter Zahlungen ist weit auszulegen (§ 83 Abs 1 S 1 GmbHG) und korrespondierend dazu die gesetzliche Enthaftung gutgläubiger Gesellschafter eng zu verstehen (§ 83 Abs 1 S 2 GmbHG).Eine Aufrechnung mit angeblichen Gegenforderungen gegen Ansprüche aus der verbotenen Rückgewähr von Einlagen ist unzulässig, weil der Zweck des § 83 GmbHG darin liegt, der Gesellschaft das ihr entzogene Kapital alsbald wieder zu verschaffen. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 523–524
Zur passiven Vertretungsbefugnis
8 Ob 133/15i, 60 R 94/14z, 1 C 385/13v, WBl 2016, 523, WBl-Slg 2016/177, § 125 Abs 2 UGB Zur Annahme einer Willenserklärung, die sich gegen eine Offene Gesellschaft richtet, ist... Zur Annahme einer Willenserklärung, die sich gegen eine Offene Gesellschaft richtet, ist jedenfalls jeder Gesellschafter (der nicht im Gesellschaftsvertrag von der Gesamtvertretung ausgeschlossen wurde) für sich allein passiv vertretungsbefugt (§ 125 Abs 2 letzter Satz UGB).Mit dem Wort „jedenfalls“ wollte der Gesetzgeber klarstellen, dass die passive Vertretungsmacht jedem einzelnen zur Vertretung befugten Gesellschafter immer auch alleine zukommen muss und davon abweichende Vereinbarungen oder Satzungsbestimmungen aus Gründen des Verkehrsschutzes unzulässig sind.Diese Regelung ist zwingend, die passive Einzelvertretungsmacht bezieht sich sowohl auf rechtserhebliche Erklärungen tatsächlicher Art, wie die Mitteilung von einem Zahlungsverzug, als auch auf die Empfangnahme von Kündigungen. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 524–526
Schuhmacher, Wolfgang | Sonnberger, Marcus W. A. Zulässige Kinderwerbung
4 Ob 126/16g, „medizini“, GZ 2 R 16/16m-14, GZ 39 Cg 55/14b-10, UWG Anh Z 28, WBl 2016, 524, WBl-Slg 2016/178 Dieser Tatbestand ist, wenn zwar nicht unbedingt eng, jedenfalls aber nicht extensiv auszulegen,... Dieser Tatbestand ist, wenn zwar nicht unbedingt eng, jedenfalls aber nicht extensiv auszulegen, zumal ohnedies § 1a UWG und die große Generalklausel als Auffangtatbestände vorliegen. Die Aufforderung an Kinder zur Teilnahme an einem Preisausschreiben, bei dem für den Teilnehmer ein Briefporto von 0,70 EUR oder pauschal kalkulierte Telefonkosten von 0,50 EUR anfallen, erfüllt nicht den Tatbestand des UWG Anh Z 28. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 526–528
Zur vertretbaren Rechtsansicht, die Bezeichnung „Verteidiger in Strafsachen“ zu führen
4 Ob 119/16b, „Verteidiger in Strafsachen“, GZ 6 R 61/16g-11, GZ 38 Cg 18/16h-7, WBl 2016, 526, WBl-Slg 2016/179, § 1 Abs 1 Z 1 UWG, § 39 Abs 3 StPO aF, § 516 Abs 4 StPO § 1 Abs 1 Z 1 UWG:Ein Verstoß gegen eine nicht dem Lauterkeitsrecht im engeren Sinn... § 1 Abs 1 Z 1 UWG:Ein Verstoß gegen eine nicht dem Lauterkeitsrecht im engeren Sinn zuzuordnende generelle Norm ist nicht als unlautere Geschäftspraktik oder als sonstige unlautere Handlung iSv § 1 Abs 1 Z 1 UWG zu werten, wenn die Norm mit guten Gründen in einer Weise ausgelegt werden kann, dass sie dem beanstandeten Verhalten nicht entgegensteht.§ 39 Abs 3 zweiter Satz StPO aF, § 516 Abs 4 StPO:Wegen der vertretbaren Rechtsansicht, dass nach der Rechtslage vor der StPO-Reform 2008 eine Eintragung als „Nur-Verteidiger“ durch eine Eintragung als Rechtsanwalt gem § 39 Abs 3 zweiter Satz StPO aF nicht wirkungslos wurde, ist die darauf aufbauende Rechtsansicht vertretbar, dass § 516 Abs 4 StPO die Eintragungen auch jener Verteidiger in Strafsachen perpetuiert, die am Stichtag 31.12.2007 (darüber hinaus auch noch) ausübende Rechtsanwälte waren. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 528–529
Zur erheblichen Rechtsfrage iSd § 502 ZPO
4 Ob 116/16m, „itikat/öz itimat“, GZ 34 R 10/16i-3, WBl 2016, 528, WBl-Slg 2016/180, § 502 ZPO Unterschiedliche E zweier oder mehrerer Rechtsmittelsenate desselben Gerichtshofs auf der Ebene... Unterschiedliche E zweier oder mehrerer Rechtsmittelsenate desselben Gerichtshofs auf der Ebene der Landes- und Oberlandesgerichte über identische Sachverhalte, die Ausdruck eines Wertungsspielraums nach höchstgerichtlichen Leitlinien sind, werfen für sich betrachtet keine erhebliche Rechtsfrage auf.Insofern ist nur bedeutsam, wie sich die jeweilige E des Rekursgerichts zur höchstgerichtlichen Rsp verhält; eine gegenteilige E eines Gerichts zweiter Instanz kann die Erheblichkeit der Rechtsfrage daher nicht begründen.Das Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage kann auch dann verneint werden, wenn ein identischer Sachverhalt von den Zweitgerichten unterschiedlich gelöst wurde. Wenngleich in solchen Fällen zwar nur eine der E richtig sein kann, können die jeweiligen Umstände des Einzelfalls einer gegenteiligen E in vertretbarer Weise als Stütze dienen, ohne dass jeweils die Grenzen des angesprochenen Beurteilungsspielraums überschritten werden. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 529–532
Zum Begriff der „verantwortlichen Person“ iSd KosmetikVO
4 Ob 4/16s, „PAUL MITCHELL“, GZ 5 R 133/15p-13, GZ 39 Cg 75/14v-8, Art 4 der VO (EG) Nr 1223/2009 über kosmetische Mittel (KosmetikVO), WBl 2016, 529, WBl-Slg 2016/181, Art 19 Abs 1 lit 1 KosmetikVO, § 2 Abs 5 UWG Art 4 der VO (EG) Nr 1223/2009 über kosmetische Mittel (KosmetikVO):Die verantwortliche Person... Art 4 der VO (EG) Nr 1223/2009 über kosmetische Mittel (KosmetikVO):Die verantwortliche Person hat die Einhaltung der in der KosmetikVO aufgeführten, einschlägigen Verpflichtungen zu garantieren (Art 4 Abs 2), die vor allem in Art 5 konkretisiert werden. Verantwortliche Person ist grundsätzlich der in der Gemeinschaft ansässige Hersteller, wenn das kosmetische Mittel in der Gemeinschaft hergestellt und nicht aus- und wieder eingeführt wurde (Art 4 Abs 3). Ist der Hersteller nicht in der Gemeinschaft ansässig, so muss er mit schriftlichem Mandat eine in der Gemeinschaft ansässige verantwortliche Person benennen (Art 4 Abs 4), ansonsten steht ihm dies frei (Abs 3). Der Händler ist nach Art 4 Abs 6 nur dann verantwortliche Person, wenn er ein kosmetisches Mittel unter seinem eigenen Namen und seiner eigenen Marke in Verkehr bringt oder ein Produkt, das sich bereits in Verkehr befindet, so ändert, dass die Einhaltung der geltenden Anforderungen berührt sein kann.Art 19 Abs 1 lit a KosmetikVO:Eine Verpflichtung, die Angaben zur verantwortlichen Person mit dem ausdrücklichen Hinweis „Verantwortliche Person“ zu kennzeichnen besteht nicht.Ein Händler hat grundsätzlich nur zu prüfen, ob die erforderlichen Angaben „vorliegen“. Zur Überprüfung deren Richtigkeit ist der Händler erst verpflichtet, wenn er Grund zur Annahme hat, die Kennzeichnungsinformationen seien mangelhaft.§ 2 Abs 5 UWG:Dass die KosmetikVO nicht im Anhang II der RL-UGP aufgeführt ist, steht nicht der Annahme entgegen, dass es sich dabei um jedenfalls wesentliche Informationen iSd § 2 Abs 5 UWG handelt, enthält der Anhang doch nur eine demonstrative Aufzählung. Zumal die Kennzeichnungsvorschriften der KosmetikVO als Marktverhaltensregeln dem Schutz der menschlichen Gesundheit und damit dem Verbraucherschutz dienen, unterfallen sie § 2 Abs 5 UWG. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 532–536
Pflicht zur Entscheidung in der Sache
Ra 2016/03/0027, WBl 2016, 532, WBl-Slg 2016/182, § 52 Abs 1 AVG, § 17 VwGVG, § 28 VwGVG, Art 130 Abs 4 B-VG In einem antragsbedürftigen Verwaltungsverfahren bestimmt in erster Linie der Antragsteller,... In einem antragsbedürftigen Verwaltungsverfahren bestimmt in erster Linie der Antragsteller, was Gegenstand des Verfahrens ist. Eine andere als die beantragte Trassenführung kann nicht Gegenstand des Verwaltungsverfahrens sein, weshalb alternative Streckenführungen, die den Rahmen des Antrags überschreiten, nicht zu prüfen sind.In § 28 VwGVG ist ein prinzipieller Vorrang der meritorischen Entscheidungspflicht der Verwaltungsgerichte vorgesehen. Von der Möglichkeit der Zurückverweisung kann nur bei krassen bzw besonders gravierenden Ermittlungslücken Gebrauch gemacht werden.Der Kreis der Amtssachverständigen, der einem Verwaltungsgericht zur Verfügung steht, muss analog zu dem Kreis gesehen werden, der der vor ihr belangten Verwaltungsbehörde grundsätzlich zur Verfügung steht. Volltext	RechtsprechungWBl 2016/9, Jahrgang 2016, Heft 9, S. 536–536
Auslegung zivilrechtlicher Normen durch den VwGH
Ra 2015/07/0176, WBl 2016, 536, WBl-Slg 2016/183, Art 133 Abs 4 B-VG Der OGH hat in seinem Beschluss vom 17. November 2015, 4 Ob 183/15h, unter Hinweis auf seine... Der OGH hat in seinem Beschluss vom 17. November 2015, 4 Ob 183/15h, unter Hinweis auf seine bereits bestehende Rsp die Ansicht vertreten, bei der Auslegung von nicht in die Kompetenz der ordentlichen Gerichte fallenden Rechtsmaterien komme ihm keine Leitfunktion zu; er sei zur Fällung grundlegender Entscheidungen auf dem Gebiet des Verwaltungsrechts nicht berufen, sodass die Auslegung verwaltungsrechtlicher Normen auch keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 528 Abs 1 ZPO begründen könne, solange den Vorinstanzen dabei keine krasse Fehlentscheidung unterlaufen sei (vgl ua den Beschluss vom 27. April 2000, 5 Ob 99/00w). Eine derartige Unvertretbarkeit sei in der Regel dann auszuschließen, wenn die Vorinstanzen eine verwaltungsrechtliche Vorfrage im Einklang mit der Rsp der Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts gelöst hätten (vgl den Beschluss vom 6. Juli 2010, 1 Ob 86/10v).Dies gilt umgekehrt auch für den VwGH und dessen vor dem Hintergrund des Art 133 Abs 4 B-VG zu verstehende Prüfungsbefugnis. Bei der Auslegung von nicht in die Kompetenz der Verwaltung fallenden Rechtsmaterien kommt dem VwGH keine Leitfunktion zu; er ist zur Fällung grundlegender Entscheidungen auf dem Gebiet des Zivilrechts nicht berufen, sodass die Auslegung zivilrechtlicher Normen auch keine erhebliche Rechtsfrage iSd Art 133 Abs 4 B-VG begründen kann, solange den Verwaltungsgerichten dabei keine krasse Fehlentscheidung unterlaufen ist. Eine derartige Unvertretbarkeit ist in der Regel dann auszuschließen, wenn die Verwaltungsgerichte eine zivilrechtliche Vorfrage im Einklang mit der Rsp des OGH gelöst haben.Das Landesverwaltungsgericht hat sich bei der Beurteilung des Eigentums am Grenzüberbau (auch) begründet auf die näher genannte Rsp des OGH zum Eigentumserwerb bei geringfügiger Überbauung gestützt, die unredliche Bauführung problematisiert, den in der oberstgerichtlichen Rsp als relevant erachteten Schikaneeinwand näher behandelt und vor diesem Hintergrund die Ansicht vertreten, es wäre angesichts der Geringfügigkeit und Geringwertigkeit der überbauten Fläche im vorliegenden Einzelfall auch unter Berücksichtigung dieser Rsp des OGH einem unredlichen Bauführer das Eigentum am geringfügigen Grenzüberbau zugewachsen. Von einer krassen Fehlentscheidung bei der Beurteilung der zivilrechtlichen Vorfrage kann im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden. Auch der Hinweis in der Revision auf angeblich gegenteilige Rsp des OGH zeigt eine solche krasse Fehlbeurteilung nicht auf. Volltext	Fachgebiete