Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202016,%2053
Timestamp: 2019-06-20 16:29:48
Document Index: 137168631

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

https://dejure.org/2015,17153
BGH, 10.07.2015 - V ZR 169/14 (https://dejure.org/2015,17153)
BGH, Entscheidung vom 10.07.2015 - V ZR 169/14 (https://dejure.org/2015,17153)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 2015 - V ZR 169/14 (https://dejure.org/2015,17153)
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Mietrecht - Zweckwidrige Nutzung eines Ladens als Gaststätte in einer Wohnungseigentumsanlage
DNotZ 2015, 824
NZM 2015, 787
ZMR 2015, 947
bb) Bei nächstliegender Auslegung kann zwar schon eine schlichte Bezeichnung des Sondereigentums als Zweckbestimmung zu verstehen sein ("Kellerraum", vgl. Senat…, Beschluss vom 4. Dezember 2014 - V ZB 7/13, NJW-RR 2015, 645 Rn. 9 f. mwN, oder "Ladenraum", vgl. Senat, Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 169/14, NZM 2015, 787 Rn. 18).
Da die Wohnungseigentümer auch nach dem Ansichziehen ihrer Ansprüche durch den Verband materiell-rechtlich weiter Inhaber des Anspruchs bleiben (vgl. Senat, Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 169/14, NJW 2016, 53 Rn. 9), steht es ihnen frei, mit dem Verwalter hinsichtlich ihres Anspruchs entsprechende Verzichtsvereinbarungen zu treffen; diesen muss der Verband bei der Klageerhebung Rechnung tragen.
Nach den in § 9 Abs. 4 und § 12 Abs. 1 TE getroffenen Regelungen, die der Senat in vollem Umfang ohne Bindung an die Auslegung durch das Berufungsgericht selbst auslegen kann, wobei die Auslegung "aus sich heraus" objektiv und normativ zu erfolgen hat (vgl. Senat, Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 169/14, NJW 2016, 53 Rn. 19 mwN;… Urteil vom 15. Dezember 2017 - V ZR 275/16, WuM 2018, 236 Rn. 11), sind für die Verteilung der gemeinschaftlich zu tragenden Kosten und für die Berechnung der Stimmenanteile der Miteigentümer in der Eigentümerversammlung die Wohnflächen zu Grunde zu legen.
Bei nächstliegender Auslegung kann allerdings schon eine schlichte Bezeichnung in dem Teilungsvertrag als Zweckbestimmung zu verstehen sein (vgl. Senat…, Beschluss vom 4. Dezember 2014 - V ZB 7/13, NJW-RR 2015, 645 Rn. 9 f. mwN "Kellerraum"; Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 169/14, NZM 2015, 787 Rn. 18 "Ladenraum").
Bei der Auslegung des Beschlusses habe das Landgericht die ständige Rechtsprechung des BGH übergangen, wonach ein Mehrheitsbeschluss über gemeinschaftsbezogene Individualansprüche der Wohnungseigentümer im Zweifel im Sinne einer Klagebefugnis der WEG auszulegen sei (BGH vom 10.7.2015, V ZR 169/14, zitiert nach juris Rn. 5, NJW 2016, 53 ff.).
Mit Urteil vom 10.7.2015 (V ZR 169/14, NJW 2016, 53 f.) hat der BGH darüber hinaus ausgesprochen, dass Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft im Zweifel eine Ausübungsbefugnis des Verbandes begründen sollen (…juris Rn. 5).
LG München, 14.02.2019 - 36 S 5297/18