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Timestamp: 2018-07-16 07:18:24
Document Index: 256646531

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 34', '§ 738', '§ 2', '§ 738', '§ 738', '§ 304', '§ 327', '§ 320', '§ 3', '§ 39', '§ 304', '§ 4', '§ 738']

§ 1 Einführung : Rechtliche Grundlagen und normzweckadäquate Unternehmensbewertung bei Kapitalgesellschaften
§ 1 Einführung : Recht...
Dieses Buch ​widmet sich Rechtsfragen der Unternehmensbewertung. Hierzu gibt die Autorin zunächst einen Überblick über die diversen Unternehmensbewertungsanlässe und Bewertungsverfahren. Ferner stellt sie die Entwicklung der Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung dar. Schließlich untersucht sie anhand von zwei Bewertungsanlässen, ob es eine allgemeingültige, für alle Bewertungsanlässe geeignete Bewertungsmethode gibt. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass es eine solche Bewertungsmethode nicht gibt. Stattdessen ​lasse sich für jeden Bewertungsanlass eine «richtige» Bewertungsmethode festlegen, die dem jeweiligen Normzweck am besten gerecht ​werde.
978-3-631-72196-4
https://doi.org/10.3726/b11087
Die Unternehmensbewertung ist ein Problembereich, der sowohl in der juristischen Literatur als auch der Rechtsprechung für andauernde Diskussionen sorgt und von konträren Auffassungen geprägt ist. Während das Thema Unternehmensbewertung und alle darum rankenden Fragen in der betriebswirtschaftlichen Lehre seit langem diskutiert werden, ist dieses, sich an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaft befindende Thema in der juristischen Rechtsprechung und Literatur noch in vielen Punkten erörterungsbedürftig. Bis heute scheinen sich keine allgemeingültigen Grundsätze zur Bewertung eines Unternehmens entwickelt zu haben, die in der Praxis durchweg zu befriedigenden Ergebnissen führen. Aber auch der Jurist, insbesondere der Wirtschaftsjurist wird immer wieder mit Fragen der Unternehmensbewertung konfrontiert. So machen verschiedenste, sich aus der Rechtsordnung direkt oder indirekt ergebende Anlässe die Durchführung einer Unternehmensbewertung erforderlich.1
Werden z.B. die Anteile eines GmbH-Gesellschafters gemäß § 34 GmbHG eingezogen, so hat der ausscheidende Gesellschafter nach herrschender Meinung gemäß dem in § 738 Abs. 1 S. 2 BGB zum Ausdruck kommenden allgemeinen Rechtsgrundsatz und vorbehaltlich abweichender Satzungsbestimmungen einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung.2 Dem ausscheidenden Gesellschafter ist „dasjenige zu zahlen, was er bei der Auseinandersetzung erhalten würde, wenn die Gesellschaft zur Zeit seines Ausscheidens aufgelöst worden wäre“. Zur Bemessung der Abfindung bedarf es somit einer Bewertung des Unternehmens, aus dem der Gesellschafter ausscheidet.
§ 2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
A. Überblick über die diversen Anlässe der Unternehmensbewertung
I. Personengesellschaft
1. Gründung einer Personengesellschaft und Eintritt von Gesellschaftern in die Gesellschaft
2. Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer Personengesellschaft
a) Gleichbehandlung aller Gesellschafter gemäß § 738 Abs. 1 S. 1 BGB
b) Fortführungs- oder Liquidationswert
c) Schätzung nach § 738 Abs. 2 BGB
d) Schwebende Geschäfte
e) Berücksichtigung der Ausscheidensanlässe
f) Sonderfall: Freiberufliche Praxen
aa) Auswirkungen auf den Abfindungsanspruch
bb) Auswirkungen auf schwebende Geschäfte
cc) Auswirkungen auf die Ermittlung des Unternehmenswertes
(1) Bewertungsverfahren nach der Bewertungspraxis
(2) Bewertungsverfahren nach der Literatur
(3) Bewertungsverfahren nach der Rechtsprechung
(4) Auswirkungen der Ansicht der Rechtsprechung auf die Bewertungspraxis
II. GmbH
3. Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer GmbH
a) Einziehung von Geschäftsanteilen
b) Ausschluss und Austritt
III. Aktiengesellschaft
1. Gründung einer AG
4. Ausgleichszahlung und Abfindung beim Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (§§ 304, 305 AktG)
a) Ausgleichszahlung
5. Squeeze-out (§§ 327a ff. AktG)
6. Eingliederung (§ 320b AktG)
4. Vermögensübertragung
5. Grenzüberschreitende Verschmelzung
6. Gründung und Sitzverlegung bei der Europäischen Aktiengesellschaft
V. Sonstige Anlässe
2. Börseneinführung (IPO)
6. Bilanzrecht
a) Einzelabschluss
aa) Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert
bb) Erwerb einer Unternehmensbeteiligung
b) Konzernabschluss
aa) HGB-Konzernabschluss
bb) IFRS-Konzernabschluss
7. Bilanzsteuerrecht
B. Klassifizierung der Bewertungsanlässe
I. Entscheidungsabhängige und nicht entscheidungsabhängige Bewertungsanlässe
1. Entscheidungsabhängige Bewertungsanlässe
2. Nicht entscheidungsabhängige Bewertungsanlässe
II. Dominierte und nicht dominierte Bewertungsanlässe
1. Dominierte Bewertungsanlässe
2. Nicht dominierte Bewertungsanlässe
III. Einteilung in Typ „Kauf/Verkauf“ bzw. Typ „Fusion“
1. Bewertungsanlässe vom Typ „Kauf/Verkauf“
2. Bewertungsanlässe vom Typ „Fusion“
C. Die Bestimmung des Unternehmenswerts
I. Unternehmensbewertung als Tat- oder Rechtsfrage
1. Unternehmensbewertung als Tatfrage
2. Unternehmensbewertung als Rechtsfrage
II. Objektiver vs. subjektiver Wert
1. Objektiver Wert
2. Subjektiver Wert
III. Entwicklung der Unternehmensbewertung
1. Der „Wert“ des Unternehmens
a) Objektive Bewertungslehre
b) Subjektive Bewertungslehre
c) Funktionale Bewertungslehre
aa) Funktionen der Unternehmensbewertung
(1) Hauptfunktionen
(a) Beratungsfunktion
(b) Vermittlungs- und Schiedsgutachterfunktion
i) Lösung nach der Literatur
ii) Lösung nach der Praxis
(c) Argumentationsfunktion
(d) Gutachterfunktion
bb) Nebenfunktionen
(1) Vertragsgestaltung
(2) Informationsfunktion
(3) Steuerbemessungsfunktion
2. Abgrenzung des Unternehmenswerts zum „Preis“ eines Unternehmens
IV. Bewertungsverfahren
1. Substanzwertorientierte Verfahren
b) Liquidationswertverfahren
c) Buchwertverfahren
b) Überblick über die Methodik
aa) Die Ertragswertermittlung
(1) Vergangenheitsanalyse
(2) Kapitalisierungszeitraum
(3) Berücksichtigung nicht betriebsnotwendigen Vermögens
(4) Berücksichtigung von Steuereffekten
bb) Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes
(1) Basiszins
(2) Risikozuschlag
(3) Geldentwertungsabschlag
3. Discounted Cashflow-Verfahren
b) Ausprägungen des DCF-Verfahrens
aa) Der Weighted Average Cost of Capital Ansatz (WACC)
bb) Adjusted Present Value-Ansatz
cc) Equity-Ansatz
dd) Gemeinsamkeiten der DCF-Methoden
(1) Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
(2) Kritik am CAPM
4. Mittelwertmethoden
b) Beispiele einzelner Mittelwertmethoden
aa) Übergewinnmethode
bb) Stuttgarter Verfahren
5. Orientierungshilfen
a) Multiplikatorenverfahren
b) Vergleichswertmethode
c) Börsenwert
6. Zusätzliche Bewertungsfaktoren
a) Stichtagsprinizip
b) Berücksichtigung von Synergieeffekten
aa) Echte Synergieeffekte
bb) Unechte Synergieeffekte
§ 3 Die Entwicklung der Unternehmensbewertung nach der Rechtsprechung
B. Grenzen der Ertragswertmethode
I. Abfindung beim übernahmerechtlichen Squeeze-out (§§ 39a, 39b WpÜG)
II. Börsenkurs als Grenze
1. Abfindungs- und Ausgleichsansprüche gemäß §§ 304, 305, 320b AktG
2. Börsenkurs als untere Grenze der Unternehmensbewertung auch bei Abfindungsfällen im Umwandlungsrecht?
III. Pflicht zur Meistbegünstigung?
IV. Gewährleistung eines effektiven Rechtsschutzes
V. Liquidationswert als Wertuntergrenze des Unternehmenswertes
C. Anwendung sonstiger Bewertungsmethoden
I. DCF-Verfahren
II. Substanzwertmethode
III. Mittelwertverfahren
1. Verfahren der Übergewinnkapitalisierung
2. Stuttgarter Verfahren
D. Die Rolle des IDW S 1
§ 4 Anwendbarkeit einer einheitlichen Bewertungsmethode bei verschiedenen Bewertungsanlässen
A. Abfindung eines ausscheidenden GmbH-Gesellschafters im Fall der Einziehung
I. Schutzzweck des Bewertungsanlasses
II. Objektiver Wert im Sinne des Verkehrswerts
III. Der Verkehrswert – eine geeignete Bewertungskategorie?
IV. Normzweckadäquate Abfindungsbemessung anhand des Verkehrswertes
1. Vorgaben der Rechtsordnung
a) Vorgaben des BGB
b) Vorgaben von § 738 Abs. 1 S. 2 BGB analog
V. Typisierung des fiktiven Unternehmenserwerbers
VI. Beachtung der Grundprinzipien des Gesellschaftsrechts
VII. Auswirkungen auf die Wahl der Bewertungsmethode
2. Ertragswertmethode
a) Ertragswertermittlung und vorhandenes Unternehmenskonzept
aa) Informationsstand
bb) Entwicklungskonzept
cc) Liquidationswert als Untergrenze
dd) Berücksichtigung von Synergieeffekten
ee) Kapitalisierungszins
ff) Nicht betriebsnotwendiges Vermögen
B. Unternehmensbewertung bei Sacheinlagen in Kapitalgesellschaften
II. Objektiver Wert im Sinne des Zeitwerts
III. Normzweckadäquate Bewertung des als Sacheinlage zu qualifizierenden Unternehmens
cc) Berücksichtigung von Steuereffekten
dd) Eigen- und Fremdkapitalquote
ee) Liquidationswert als Untergrenze
ff) Berücksichtigung von Synergieeffekten
b) Kapitalisierungszins
c) Nicht betriebsnotwendiges Vermögen
IV. Exkurs: Bewertung eines ertragsschwachen Unternehmens
1. Unternehmen mit negativer Fortführungsprognose
a) Mögliche Konstellationen
b) Besonderheiten bei der Bewertung
aa) Negative Fortführungsprognose
bb) Berücksichtigung einer späteren Insolvenz des Unternehmens
2. Unternehmen mit negativem Unternehmenswert