Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2083/51
Timestamp: 2019-08-20 09:13:41
Document Index: 114038027

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 844', '§ 249', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 242', '§ 241', '§ 242', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.12.1951 - III ZR 83/51 - dejure.org
BGH, 13.12.1951 - III ZR 83/51
https://dejure.org/1951,289
BGH, 13.12.1951 - III ZR 83/51 (https://dejure.org/1951,289)
BGH, Entscheidung vom 13.12.1951 - III ZR 83/51 (https://dejure.org/1951,289)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 1951 - III ZR 83/51 (https://dejure.org/1951,289)
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BGB § 844 Abs. 2, § 249, § 254 Abs. 2
Schadensminderungspflicht der Witwe des Getöteten
BGHZ 4, 170
NJW 1952, 299
DB 1952, 269
JR 1952, 161
Die Schadensminderungsobliegenheit des § 254 Abs. 2 BGB ist ein Anwendungsfall des allgemeinen Grundsatzes von Treu und Glauben, der dann eingreift, wenn der Geschädigte Maßnahmen unterlässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Schadensabwendung oder Minderung ergreifen würde (BGH, Urteil vom 13. Dezember 1951 - III ZR 83/51, BGHZ 4, 170, 174;… Palandt/Grüneberg, BGB, 70. Aufl., § 254 Rn. 36).
Der danach gebotene Abgrenzungsmaßstab ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (BGH, Urteil vom 13. Dezember 1951, aaO, S. 176;… Palandt/Grüneberg, aaO, § 254 Rn. 36).
Insbesondere sind bei der Frage der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit seine Persönlichkeit (Alter, Leistungsfähigkeit, seelische und körperliche Anpassungsfähigkeit, Bildungsgang, Kenntnisse und Fähigkeiten), seine bisherige Erwerbsstellung, die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, in der die Ehegatten lebten, und die Dauer der Ehe zu berücksichtigen (BGHZ 4, 170, 176 [BGH 13.12.1951 - III ZR 83/51] mit Rechtsprechungsnachweisen des Reichsgerichts; Senatsurteile vom 6. November 1954 - VI ZR 70/54 - VersR 1955, 38; vom 25. September 1973 - VI ZR 97/71 - VersR 1974, 142 …und vom 6. April 1976 a.a.O. sowie BGH Urteil vom 29. Oktober 1959 - III ZR 154/58 - VersR 1960, 320, 321).
Der Umstand, daß eine Witwe tatsächlich und trotz ihres noch zu versorgenden Kindes einer Erwerbstätigkeit nachgeht, rechtfertigt es dann, wenn sie damit eine überobligationsmäßige Leistung erbringt, nicht, das erzielte Entgelt auf den Schadensersatzanspruch anzurechnen (BGHZ 4, 170, 177 [BGH 13.12.1951 - III ZR 83/51];… Senatsurteil vom 11. Februar 1969 a.a.O.).
Eine etwaige Schadensminderungspflicht, die niemals aus § 249 BGB hergeleitet werden kann, läßt indessen, was das Berufungsgericht verkannt hat, den Zurechnungszusammenhang unberührt (vgl. BGHZ 4, 170, 174) [BGH 13.12.1951 - III ZR 83/51].
Entscheidendes Kriterium ist insoweit der Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. BGH BGHZ 4, 170-182 [juris Tz. 10];… Palandt - Grüneberg , BGB, 70. Aufl. 2011, § 254 Rn. 36).
Er beinhaltet vielmehr in einem weiteren, uneigentlichen Sinn den vorwerfbaren Verstoß gegen Gebote des eigenen Interesses, d.h. die Verletzung einer sich selbst gegenüber bestehenden Obliegenheit als "Verschulden gegen sich selbst" (vgl. BGH, Urteil vom 27.11.2008, VII ZR 206/06, NJW 2009, 582, dort Rn 30), d.h. das Unterlassen solcher Maßnahmen zur Schadensabwendung bzw. -minderung, die ein ordentlicher und verständiger Mensch ergreifen würde (vgl. BGH, Urteil vom 13.12.1951, III ZR 83/51, NJW 1952, 299) im Sinne einer weiteren gesetzlichen Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben (§ 242 BGB) und des daraus entwickelten Verbots eines widersprüchlichen Verhaltens ("venire contra factum proprium", vgl. BGH, Urteil vom 18.04.1997, V ZR 28/96, NJW 1997, 2234; BGH…, Urteil vom 14.03.1961, VI ZR 189/59, NJW 1961, 655, Palandt-Grüneberg, BGB, 70. Auflage 2011, § 254, Rn 1/8, 36 mwN; § 242, Rn 55 mwN; zum Begriff der Obliegenheit: Vor § 241, Rn 13 mwN;… hinsichtlich des Rückgriffs auf § 242 BGB z.T. kritisch: Münchener Kommentar-Oetker, BGB, 5. Auflage 2007, § 254, Rn 4 mwN).
Der danach gebotene Abgrenzungsmaßstab ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (BGHZ 4, 170, 176;… Palandt, § 254 Rn. 36).
Wenn sie nur darum weiter arbeitete, weil sie sich durch den Tod ihres Ehemannes in schlechterer finanzieller Situation befand, würde es sich um eine überobligationsmässige Leistung handeln, die dem Schädiger nach ständiger Rechtsprechung nicht zugute kommt (RGZ 154, 236; BGHZ 4, 170, 176 [BGH 13.12.1951 - III ZR 83/51]; Senatsurteil vom 25. September 1973 - VI ZR 97/71 - VersR 1974, 142; zuletzt BGHZ 91, 357, 362).
BGH, 03.10.1960 - III ZR 93/59
BGH, 10.03.1952 - III ZR 292/51
BGH, 08.12.1959 - VI ZR 219/58
BGH, 24.04.1956 - VI ZR 1/55