Source: http://1020-wien.at/kriminalstatistik2015.php
Timestamp: 2017-12-11 00:18:35
Document Index: 326039326

Matched Legal Cases: ['§ 114', '§127', '§83', '§27', '§88', '§129', '§146', '§107', '§130', '§125', '§88']

Kriminalstatistik Österreich - 2015 - Bundesministeriums für Inneres - BMI - Landespolizeidirektion - Polizeiliche Kriminalstatistik - Anzeigenstatistik
Der gesamte Text auf Kriminalstatistik 2015 (PDF)
http://www.bmi.gv.at/cms/BK/publikationen/krim_statistik/2015 ...
Bildmotiv aus dem Kalender der Polizei Wien - Monat Jänner.
© Bundesministeriums für Inneres (BMI)
Bildmotiv aus dem Kalender der Polizei Wien - Monat November.
Der Bericht SICHERHEIT 2015 zeigt die aktuelle Entwicklung der Kriminalität in Österreich im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahren. Dieser Report wird jährlich vom Bundeskriminalamt (BK) Österreich erstellt. Er zeigt der Öffentlichkeit, wie das BK die aktuelle Kriminalitätslage in Österreich beurteilt und welche Maßnahmen gesetzt wurden. Auch skizziert er die Herausforderungen der Kriminalpolizei für die kommenden Jahre. Zu den Adressaten des Berichts zählen die Öffentlichkeit, die Medien, politische Vertretungen, Behörden, Partnerorganisationen sowie die Polizei.
Die PKS ist eine Anzeigenstatistik. Das bedeutet, dass nur die der Polizei angezeigten und an das Gericht übermittelten Straftaten erfasst werden. Das Dunkelfeld der Kriminalität wird ebenso nicht erfasst wie der Ausgang der Gerichtsverfahren. Einfluss auf die Zahlen der PKS haben das Anzeigeverhalten der Bevölkerung, die polizeiliche Kontrollintensität und gesetzliche Änderungen. Der Zeitraum für die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung ist auf zehn Jahre festgelegt. In der PKS 2015 beginnen die Zeitreihen folglich mit dem Basisjahr 2006.
Bildmotiv aus dem Kalender der Polizei Wien - Monat Oktober.
Mit 517.870 angezeigten Delikten ist die Zahl der Anzeigen in Österreich 2015 wie in den Jahren davor abermals zurückgegangen. Verglichen mit den letzten zehn Jahren wurde 2015 erneut ein Tiefstand erreicht. Die Aufklärungsquote ist gleichbleibend hoch. Die Zahl der Anzeigen wegen Wohnraumeinbruchs ist merkbar zurückgegangen. Die Zahl der Dämmerungseinbrüche in den Wintermonaten konnte durch verstärkte Maßnahmen noch deutlicher als im Jahr 2014 verringert werden. Abermals gesunken ist 2015 die Zahl der Diebstähle von Kraftfahrzeugen. Die gesetzten Schwerpunktmaßnahmen wie zum Beispiel gegen den Dämmerungseinbruch in den Wintermonaten sowie die eigens eingerichteten Einheiten, wie die SOKO Kfz gegen den Kfz-Diebstahl, greifen. Die Zahl der Anzeigen im Bereich der Gewaltkriminalität sind marginal um 0,4 Prozent gestiegen, was auf einen Anstieg der Anzeigen gegen vorsätzliche Körperverletzungen sowie Tötungsdelikte zurückzuführen ist. Anzeigen gegen Delikte der sexuellen Integrität waren 2015 rückläufig.
Bildmotiv aus dem Kalender der Polizei Wien - Monat August.
Die Wirtschaftskriminalität ist 2015 um zwei Prozent gesunken. Bei rund 65 Prozent der Anzeigen handelt es sich um niederschwellige Delikte, wie Betrug, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel.
Aufgrund der weltpolitischen Situation und der daraus resultierenden Flüchtlingsströme hat die Schlepperkriminalität 2015 sehr stark zugenommen und somit das Ergebnis der Kriminalstatistik belastet. Im Jahr 2015 wurden 9.569 Anzeigen wegen Schlepperei (§ 114 Fremdenpolizeigesetz) gemeldet, was einen Anstieg um 84,9 Prozent gegenüber 2014 bedeutet.
Nach Schätzungen Europols hatten im vergangenen Jahr über 90 Prozent der Migrantinnen und Migranten die Hilfe von Schleppern. Die weitere Analyse möglicher Auswirkungen der Migrationswelle nach Europa und dementsprechende Ermittlungsschritte werden 2016 auch ein Schwerpunkt der kriminalpolizeilichen Arbeit sein.
Entwicklung der Big Five 2006 bis 2015
Unter dem Sammelbegriff Big Five fasst das BK die fünf Kriminalitätsfelder mit dem größten Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Gesellschaft zusammen: Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser, Diebstahl von Kraftfahrzeugen (Krafträder, Lastkraftwägen und Personenkraftwägen), bestimmte Gewaltdelikte sowie Internet- und Wirtschaftskriminalität.
Die Zahl der Anzeigen wegen Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser in Österreich ist 2015 deutlich gesunken. Wurden 2014 noch 17.110 Anzeigen erstattet, so waren es 2015 exakt 15.516 Anzeigen. Das entspricht einem Rückgang von 9,3 Prozent oder 1.594 Anzeigen in absoluten Zahlen. Zum Vergleich: 2006 lag die Fallanzahl noch bei knapp 19.000.
Die Zahl der Kfz-Diebstähle in Österreich ist nunmehr seit sechs Jahren konstant niedrig. Mit 3.326 als gestohlen gemeldeten Kraftfahrzeugen (Lastkraftwägen, Personenkraftwägen und Krafträdern) wurde 2015 ein 10-Jahres-Tiefstand erreicht. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt 0,9 Prozent.
Die Gewaltkriminalität ist insgesamt leicht gestiegen.
Waren es 2014 noch 40.184 Delikte so stieg diese Zahl 2015
um 0,4 Prozent auf 40.333 Anzeigen.
keine Beziehung 36,1 %
unbekannt 2,3 %
Zufallsbekanntschaft 5,7 %
Bekanntschaftsverhältnis 29,3 %
Familie in Hausgemeinschaft 18,1 %
Familie ohne Hausgemeinschaft 8,4 %
Täter-Opfer-Beziehung bei Gewaltdelikten 2015
Nach dem historisch niedrigen Niveau des Jahres 2014 ist die Zahl der Anzeigen bei der vorsätzlichen Tötung um 28 Fälle auf 135 oder 26,2 Prozent gestiegen. 39 Taten wurden vollendet, bei 96 blieb es beim Versuch. Alle vollendeten bzw. 93 der 96 versuchten Tötungsdelikte konnten aufgeklärt werden. Dies bedeutet eine sehr hohe Aufklärungsquote von rund 97,8 Prozent.
Auch die Zahl der vorsätzlichen Körperverletzungen ist 2015 leicht gestiegen. Waren es 2014 noch historisch niedrige 37.659 Anzeigen,
so stieg die Zahl um 0,4 Prozent auf 37.822 Anzeigen.
Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2014 auf knapp unter 9.000 Anzeigen sind die Zahlen im Jahr 2015 wieder gestiegen. Die Zunahme beträgt 11,6 Prozent bzw. 1.047 Anzeigen auf 10.010 gemeldete Fälle.
Im Bereich der Wirtschafts- und Betrugskriminalität wurden insgesamt 48.601 Anzeigen gezählt, was einen Rückgang von etwas mehr als 1.000 Anzeigen gegenüber dem Jahr 2014 bzw. einen Rückgang von zwei Prozent bedeutet.
Auswirkungen der Migrationswelle nach Europa
Das Jahr 2015 stand im Zeichen der weltweiten Migrationsbewegung und ging oftmals mit der Angst vor einer steigenden Kriminalität einher. Eine Analyse der Tatverdächtigen ergibt folgendes Bild: 2015 wurden in Österreich insgesamt 517.870 Fälle zur Anzeige gebracht. Von diesen Anzeigen konnten insgesamt 227.855 Fälle von der Polizei geklärt und 250.618 Tatverdächtige ausgeforscht werden. Unterteilt in die Herkunftsländer der Tatverdächtigen handelt es sich zu 37 Prozent um fremde und zu 63 Prozent um inländische Tatverdächtige. Die Strömungen werden weiterhin genau beobachtet und etwaigen, tendenziellen Entwicklungen wird mit nötigem Ernst begegnet werden. Mit der absoluten Zahl von 92.804 ausgeforschten fremden Tatverdächtigen wurde im Jahr 2015 der höchste Wert der letzten zehn Jahre erzielt. Die Zahl der inländischen Tatverdächtigen lag im Jahr 2015 bei 157.777 und ist im Vergleich zu 2014 um - 5,1 Prozent gesunken.
Im Jahr 2015 wiesen die insgesamt 92.804 fremden Tatverdächtigen in absoluten Zahlen folgende Herkunftsnationen aus:
Rumänien 9 624
Deutschland 9 161
Serbien 8 568
Türkei 6 398
Bosnien-Herzegowina 5 232
Ungarn 4 348
Slowakei 3 573
Afghanistan 3 269
Polen 3 171
Russische Föderation 3 008
Tatverdächtigte in Österreich nach Nationalität im Jahr 2015
Unterteilt in Aufenthaltsstatus gliedern sich
die fremden Tatverdächtigen folgendermaßen:
Arbeitnehmende 25,5 %
Asylwerbende 15,6 %
Familiengemeinschaft mit Österr. 2,2 %
Fremde ohne Beschäftigung 28,6 %
unrechtmäßig Aufhältige 6,4 %
Schülerschaft/Studierende 5,1 %
Selbstständige 4,1 %
Touristinnen und Touristen 12,5 %
Tatverdächtigte in Österreich nach Aufenthaltsstatus im Jahr 2015
In absoluten Zahlen ist die Zahl der Straftaten verursacht durch Asylwerbende in Österreich 2015 um 38,8 Prozent gestiegen. Stellt man jedoch der Gesamtzahl der in Österreich Asylsuchenden die Zahl der tatverdächtigen Asylsuchenden gegenüber, so war diese 2015 in Relation stark rückläufig: waren 2014 von 1.000 Asylwerberinnen und -werbern 371 Personen straffällig, so waren 2015 weniger als die Hälfte davon, nämlich nur noch 161 Personen, tatverdächtig.
Zu den häufigsten Delikten begangen durch fremde Tatverdächtige zählten 2015 der Diebstahl, die Körperverletzung und der Suchmittelmissbrauch.
15.332 fremde Personen waren des Diebstahls (§127 StGB) tatverdächtig.
10.686 fremde Personen waren der Körperverletzung (§83 StGB) tatverdächtig.
9.229 fremde Personen waren wegen des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften (§27 Suchtmittelgesetz) tatverdächtig.
6.608 fremde Personen waren der fahrlässigen Körperverletzung im Straßenverkehr (§88/S StGB) tatverdächtig.
5.809 fremde Personen waren des Einbruchsdiebstahls (§129 StGB) tatverdächtig.
4.777 fremde Personen waren des Betrugs (§146 StGB) tatverdächtig.
4.367 fremde Personen waren der gefährlichen Drohung (§107 StGB) tatverdächtig.
3.615 fremde Personen waren des gewerbsmäßigen Diebstahls (§130 StGB) tatverdächtig.
3.485 fremde Personen waren der Sachbeschädigung (§125 StGB) tatverdächtig.
3.165 fremde Personen waren wegen fahrlässiger Körperverletzung (§88 StGB) tatverdächtig.
Insgesamt betrachtet verstießen fremde Tatverdächtige in erster Linie gegen fremdes Vermögen (42.010 fremde Tatverdächtige), gefolgt von strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben (23.951 fremde Tatverdächtige). 948 fremden Tatverdächtigen wurden im Jahr 2015 strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung zur Last gelegt.
ENTWICKLUNG DER KRIMINALITÄT IN WIEN 2006 BIS 2015
Die Gesamtanzahl der Anzeigen ist von 202.426 im Jahr 2014 auf 195.098 im Jahr 2015, somit um 3,6 Prozent zurückgegangen. Dadurch wurde erstmals seit dem Jahr 2001 die Grenze von 200.000 Anzeigen unterschritten. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote von 34,7 Prozent des Jahres 2014 auf 37,9 Prozent im Jahr 2015 gesteigert werden, was den Höchstwert seit dem Jahr 2001 bedeutet.
Im Bereich Gewaltkriminalität ist die Zahl der Anzeigen von 14.996 auf 15.928 angestiegen. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Anzeigen wegen leichter Körperverletzung zurückzuführen.
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