Source: http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=1.99.3478.6763.10216.11483
Timestamp: 2014-11-28 10:48:40
Document Index: 4277499

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 24', '§ 24', '§ 54', '§ 54', '§ 4', '§ 6', '§ 7', '§ 3', '§ 3', '§ 9', '§ 1', '§ 3', '§ 11', '§ 10', '§ 3', '§ 8']

Bundesärztekammer - Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen
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Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen [PDF] ���
Notwendige Tarifsteigerungen, Deutsches Ärzteblatt 05.08.2013 [PDF]�� Zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, und dem Verband medizinischer Fachberufe e.V., Gesundheitscampus 33, 44801 Bochum, wird folgender Gehaltstarifvertrag abgeschlossen:
(1) Dieser Tarifvertrag gilt für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen[1], die im Bundesgebiet in Einrichtungen der ambulanten Versorgung tätig sind.
(2) Medizinische Fachangestellte[2] im Sinne des Tarifvertrages sind die Angestellten, deren Tätigkeit dem Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin entspricht und die die entsprechenden Prüfungen vor der Ärztekammer bestanden haben. Sprechstundenschwestern und Sprechstundenhelferinnen sowie staatlich geprüfte Kranken- und Kinderkrankenschwestern/Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen sind Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen im Sinne dieses Tarifvertrages gleichgestellt, sofern sie eine solche Tätigkeit ausüben.
§ 2Anwendungsbereich
§ 3Gehälter für voll- und teilzeitbeschäftigte
(1) a) Ab 01.09.2013 gilt folgende Gehaltstabelle für Vollzeitbeschäftigte:
Berufsjahr Tätigkeits- gruppe I (Euro) Tätigkeits- gruppe II (Euro) Tätigkeits- gruppe III (Euro) Tätigkeits- gruppe IV (Euro) Tätigkeits- gruppe V (Euro) Tätigkeits- gruppe VI (Euro) 1. Stufe:1. - 4. 1.634,12 1.756,68 1.838.38 1.960,94 2.124,35 2.451,18 2. Stufe:5. - 8. 1.774,41 1.907,49 1.996,21 2.129,29 2.306,73 2.661,62 3. Stufe:9. - 12. 1.887,27 2.028,82 2.123,18 2.264,72 2.453,45 2.830,91 4. Stufe:13. - 16. 1.940,57 2.086,11 2.183,14 2.328,68 2.522,73 2.910,85 5. Stufe:ab dem 17. 2.146,88 2.307,90 2.415,24 2.576,26 2.790,94 3.220.32 b) Ab 01.04.2014 gilt folgende Gehaltstabelle für Vollzeitbeschäftigte:
Berufsjahr Tätigkeits- gruppe I (Euro) Tätigkeits- gruppe II (Euro) Tätigkeits- gruppe III (Euro) Tätigkeits- gruppe IV (Euro) Tätigkeits- gruppe V (Euro) Tätigkeits- gruppe VI (Euro) 1. Stufe:1. - 4. 1.683,14 1.809,38 1.893,54 2.019,77 2.188,09 2.524,71 2. Stufe:5. - 8. 1.827,64 1.964,72 2.056,10 2.193,17 2.375,93 2.741,46 3. Stufe:9. - 12. 1.943,89 2.089,68 2.186,87 2.332,67 2.527,05 2.915,83 4. Stufe:13. - 16. 1.998,78 2.148,69 2.248,63 2.398,54 2.598,42 2.998,17 5. Stufe:ab dem 17. 2.211,29 2.377,13 2.487,70 2.653,54 2.874,67 3.316,93 (2) Für die Zeit vom 01.04.2013 bis 31.08.2013 gelten die Gehälter für vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte gemäß dem Gehaltstarifvertrag vom 01.03.2012 weiter fort.
(3) Vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen erhalten für die Monate April bis August 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 375 Euro, zahlbar mit dem Gehalt September 2013.
Teilzeitbeschäftigte erhalten die Zahlung anteilig im Verhältnis zu der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit.
Beginnt oder endet das Beschäftigungsverhältnis in der Zeit von April bis August 2013, ist die Einmalzahlung anteilig zu zahlen. In diesem Fall erhält die Medizinische Fachangestellte für jeden vollen Kalendermonat, in dem das Beschäftigungsverhältnis bestanden hat, 1/5tel der Einmalzahlung und für jeden angefangenen Kalendermonat hiervon 1/30stel pro Kalendertag.
(4) Teilzeitbeschäftigte erhalten pro Stunde der mit ihnen vereinbarten Arbeitszeit 1/167stel des jeweiligen Monatsgehaltes für Vollzeitbeschäftigte ihrer Tätigkeitsgruppe.
Bruttogehalt bei Vollzeitbeschäftigung:
167 Stunden pro Monat × Wochenstundenzahl der Teilzeitbeschäftigung × 4,33 = Bruttogehalt der Teilzeitbeschäftigung.
(5) Für die Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen ist vom Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten[3], wie es sich aus der Ausbildungsverordnung ergibt, sowie von den ihr in rechtlich zulässiger Weise übertragenen Tätigkeiten (Delegationsfähigkeit) auszugehen. In diesem Rahmen trägt die Medizinische Fachangestellte die Verantwortung für die fachgerechte Durchführung der ihr übertragenen Aufgaben. Die medizinische wie haftungsrechtliche Gesamtverantwortung des Arztes bleibt dabei unberührt. Unter Zugrundelegung dieses rechtlichen Rahmens gelten für die Eingruppierung folgende Definitionen: Tätigkeitsgruppe I
Weitgehend selbstständiges Ausführen von Tätigkeiten, wobei gründliche und/oder vielseitige Fachkenntnisse vorausgesetzt werden, die durch Aneignung spezialisierter Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in einem Arbeitsbereich erworben wurden. Voraussetzung sind Fortbildungsmaßnahmen von insgesamt mindestens 40 Stunden und/oder entsprechende Berufserfahrung.
Ambulante Versorgung älterer Menschen Wundbehandlung/Wundmanagement Hygienemanagement Qualitätsmanagement Patientenbegleitung und Koordination Datenschutz und Datensicherheit Informations- und Kommunikationstechnik Notfallmanagement/Erweiterte Notfallkompetenz Impfassistenz Disease-Management-Programme Tätigkeitsgruppe III
Weitgehend selbstständiges Ausführen von Tätigkeiten, wobei gründliche und/oder vielseitige Fachkenntnisse vorausgesetzt werden, die durch Aneignung spezialisierter Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in einem oder mehreren Arbeitsbereich(en) erworben wurden. Voraussetzung sind Fortbildungsmaßnahmen von insgesamt mindestens 80 Stunden und/oder entsprechende Berufserfahrung und/oder Tätigkeiten in der Durchführung der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.
Elektronische Praxiskommunikation und Telematik Prävention bei Jugendlichen und Erwachsenen Prävention im Kindes- und Jugendalter Strahlenschutzkurs lt. § 24 (2) Röntgenverordnung(90 Stunden) Tätigkeitsgruppe IV
Ambulantes Operieren Ambulantes Operieren in der Augenheilkunde Augenheilkundlich-technische Assistenz Dialyse Ernährungsmedizin Gastroenterologische Endoskopie Onkologie Palliativversorgung Pneumologie Strahlenschutzkurs lt. § 24 (2) Röntgenverordnung(120 Stunden) Qualitätsmanagement Hygienemanagement Tätigkeitsgruppe V
Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung/Arztfachhelferin gem. § 54 Berufsbildungsgesetz (BBiG) Tätigkeitsgruppe VI
Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen gem. § 54 BBiG (6) a) Die Eingruppierung in eine Tätigkeitsgruppe erfolgt nach den in den Tätigkeitsgruppen I bis VI jeweils genannten Kriterien und soll im jeweiligen Einzelarbeitsvertrag vereinbart werden. In den Tätigkeitsgruppen II bis V können die erforderlichen Fortbildungsstunden auch durch mehrere Fortbildungsmaßnahmen angesammelt werden.
b) Fortbildungen können z. B. sein:
Maßnahmen auf Basis der (Muster-)Fortbildungscurricula der Bundesärztekammer oder andere gleichwertige Maßnahmen (siehe Beispiele in den Tätigkeitsgruppen) oder
Kurse auf Basis zertifizierter Angebote von Kassenärztlichen Vereinigungen, Kammern, ärztlichen Fachverbänden, des Bildungswerkes für Gesundheitsberufe e.V. und anderen anerkannten Bildungsträgern im Gesundheitswesen. c) Die in Fortbildungsmaßnahmen erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind nur dann vergütungsrelevant, wenn sie arbeitsplatz- und/oder einrichtungsbezogen angewendet werden.
d) Der Zuschlag auf die Vergütung nach Tätigkeitsgruppe I beträgt:
in Tätigkeitsgruppe II 7,5 Prozent in Tätigkeitsgruppe III 12,5 Prozent in Tätigkeitsgruppe IV 20 Prozent in Tätigkeitsgruppe V 30 Prozent in Tätigkeitsgruppe VI 50 Prozent § 4Ausbildungsvergütung
(1) a) Die Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.09.2013
im 1. Jahr monatlich 640 Euro
im 2. Jahr monatlich 680 Euro
im 3. Jahr monatlich 730 Euro.
b) Die Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.04.2014
im 1. Jahr monatlich 670 Euro
im 2. Jahr monatlich 710 Euro
im 3. Jahr monatlich 760 Euro.
c) Die Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.04.2015
im 1. Jahr monatlich 700 Euro
im 2. Jahr monatlich 740 Euro
im 3. Jahr monatlich 790 Euro.
(2) Für die Zeit vom 01.04.2013 bis 31.08.2013 gelten die Ausbildungsvergütungen gemäß dem Gehaltstarifvertrag vom 01.03.2012 weiter fort.
(3) Auszubildende erhalten für die Monate April bis August 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro, zahlbar mit der Zahlung der Ausbildungsvergütung für September 2013.
Beginnt oder endet das Ausbildungsverhältnis in der Zeit von April bis August 2013, ist die Einmalzahlung anteilig zu zahlen. In diesem Fall erhält die Auszubildende für jeden vollen Kalendermonat, in dem das Ausbildungsverhältnis bestanden hat, 1/5tel der Einmalzahlung und für jeden angefangenen Kalendermonat hiervon 1/30stel pro Kalendertag.
§ 6Abrechnung
§ 7Zuschläge
(1) Für Überstunden, Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie Arbeit am 24. und am 31.12. ab 12.00 Uhr sind Zuschläge zu zahlen, die nach Arbeitsstunden berechnet werden. Dabei wird ein Stundensatz von
a) für Überstunden, für Arbeit am Samstag 25 Prozent
b) für Sonn- und Feiertagsarbeit 50 Prozent
c) für Arbeit am 24. und 31. Dezember ab 12.00 Uhr 50 Prozent
d) für Arbeiten am Neujahrstag, dem 1. Mai sowie an den Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeiertagen 100 Prozent
e) für Nachtarbeit 50 Prozent
Wahrung des Besitzstandes/Überleitung
(1) Soweit die Vergütungen nach diesem Gehaltstarifvertrag in einzelnen Berufsjahren geringer als die bisherige Vergütung gemäß § 3 des Gehaltstarifvertrages vom 01.03.2012 sind, gelten diese weiter, bis sich eine Höherstufung auf der Basis dieses Gehaltstarifvertrages ergibt.
(2) Medizinische Fachangestellte, die aufgrund des Gehaltstarifvertrages vom 01.03.2012 in die Tätigkeitsgruppe II bis IV eingestuft sind, sind bei Vorliegen der Voraussetzungen ab dem 01.09.2013 in die Tätigkeitsgruppen III bis VI einzustufen.
(3) Medizinische Fachangestellte, die bei Inkrafttreten dieses Gehaltstarifvertrages in einem Arbeitsverhältnis stehen und in eine der Tätigkeitsgruppen II bis IV eingruppiert sind, dürfen aufgrund dieses Gehaltstarifvertrages nicht herabgruppiert werden, auch wenn die in § 3 (5) genannten Anforderungen für die Tätigkeitsgruppen nicht bzw. nicht mehr erfüllt sind. Änderungen der Eingruppierung aus anderen Gründen bleiben unberührt.
§ 9Inkrafttreten und Laufzeit
(1) Dieser Gehaltstarifvertrag ersetzt den Gehaltstarifvertrag vom 01.03.2012. Er tritt am 01.04.2013 in Kraft.
(2) Dieser Gehaltstarifvertrag kann mit einer Frist von drei Monaten schriftlich gekündigt werden, frühestens zum 31.03.2016.
I. Zu § 1 (2) (Geltungsbereich)
Angestellte ohne Lehrabschlussprüfung in der Tätigkeit von Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen, die am 1. April 1969 das 21. Lebensjahr vollendet hatten und die an diesem Stichtage mindestens fünf Jahre als Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin tätig waren, werden diesen gleichgestellt.
II. Zu § 3 (1) (Berufsjahre)
Die Berufsjahre zählen vom Ersten des Monats an, in dem die Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin bestanden wurde. Die Berufsjahre der Sprechstundenschwestern, Sprechstundenhelferinnen und Krankenschwestern in den neuen Bundesländern werden anerkannt.
Unterbrechen Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen ihre berufliche Tätigkeit wegen Erziehungsurlaub/Elternzeit, so ist diese Zeit zur Hälfte auf die Berufsjahre anzurechnen.
Hat die Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin vor ihrer Ausbildung eine berufsnahe Tätigkeit ausgeübt, so ist diese Zeit zur Hälfte auf die Berufsjahre anzurechnen.
Werden Angestellte ohne Lehrabschlussprüfung gem. Protokollnotiz I Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen gleichgestellt, so sind die ersten zwei Jahre der Berufstätigkeit bei der Ermittlung der Berufsjahre nicht anzurechnen.
Die Berufsjahrberechnung gemäß § 11 (2) Satz 3 des Manteltarifvertrags vom 12.09.1997 gilt für alle Arbeitsverträge, die ab dem 01.11.1997 abgeschlossen werden. Für Arbeitsverhältnisse, die vor dem 01.11.1997 bestanden haben, gelten die Regelungen des § 10 (2) Satz 3 des Manteltarifvertrages vom 16.09.1992.
III. Zu § 3 (5) (Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen)
Bei den Begriffen „allgemeine Anweisung“, „weitgehend selbstständig“ sowie „selbstständig“ im Sinne des Ausführens von Tätigkeiten nach den Tätigkeitsgruppen I bis VI sind die Verordnung der Bundesregierung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006 (BGBl. Jahrgang 2006, Teil I, Nr. 22, S. 1097 bis 1108) sowie die gemeinsame Stellungnahme von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesärztekammer zur „Persönlichen Leistungserbringung – Möglichkeiten und Grenzen der Delegation ärztlicher Leistungen“ vom 29.08.2008 zu berücksichtigen (Dtsch Arztebl 2008; 105[41]: A 2173–7).
IV. Zu § 8 (3) Satz 2 (Wahrung des Besitzstandes/Überleitung)
Die Besitzstandsregelung ist ausschließlich in der neuen Tarifstruktur begründet. Sie gilt nicht bei Änderungen der Vergütung und Eingruppierung aus anderen Gründen. Solche Änderungen aus anderen (betrieblichen, persönlichen oder sonstigen) Gründen können einvernehmlich oder auch einseitig unter Beachtung der gesetzlichen Anforderungen erfolgen.
[1]Wegen der besseren Lesbarkeit wird bei der Verwendung der Begriffe Arzthelferin, Medizinische Fachangestellte, Arbeitgeber und Arzt jeweils die männliche bzw. weibliche Form mitgedacht. [2] Die Berufsbezeichnung Medizinische Fachangestellte umfasst auch Arzthelferinnen. [3] Bis Juli 2006 Berufsbild der Arzthelferin. Bookmarkservice
© Bundesärztekammer · letzte Änderung 09.08.2013