Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%209,%20237
Timestamp: 2020-07-15 09:55:35
Document Index: 250818924

Matched Legal Cases: ['§ 26', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 3', '§ 55']

BVerfG, 14.04.1959 - 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57 - dejure.org
BVerfG, 14.04.1959 - 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57
https://dejure.org/1959,13
BVerfG, 14.04.1959 - 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57 (https://dejure.org/1959,13)
BVerfG, Entscheidung vom 14.04.1959 - 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57 (https://dejure.org/1959,13)
BVerfG, Entscheidung vom 14. April 1959 - 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57 (https://dejure.org/1959,13)
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Ehegatten-Mitwirkungsverträge
Verfassungsgemäßheit der Einkommensbesteuerung - Getrennte Veranlagung von Ehegatten nach der Neueregelung des Einkommenssteuergesetzes (EStG)
Verfassungsmäßigkeit des § 26a Abs. 1 EStG 1957
FG München, 11.04.1957 - III 9/57
FG München, 30.10.1957 - III 9/57
FG Hessen, 03.12.1957 - III 608/56
BVerfGE 9, 237
NJW 1959, 979
MDR 1959, 459
BB 1959, 438
Gerade im Steuerrecht ist das Bestreben verbreitet und im Grundsatz auch hinzunehmen (vgl. BVerfGE 9, 237 ), die eigenen Rechtsverhältnisse im Rahmen der Privatautonomie so auszugestalten, dass Steuererleichterungen durch entsprechende Gestaltung der relevanten Tatbestandsmerkmale nach Möglichkeit in Anspruch genommen, oder in entsprechender Weise Steuerbelastungen vermieden werden.
Ist die Ehe als Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau auf eine einfachrechtliche Regelung angewiesen, so eröffnet dies keinesfalls für den einfachen Gesetzgeber die uneingeschränkte Befugnis, die Ehe nach den jeweils in der Gesellschaft wirklich oder vermeintlich herrschenden Auffassungen auszugestalten (vgl. BVerfGE 6, 55 ; 9, 237 ; 15, 328 ).
Aus dem Zusammenhang des Beschlusses ergibt sich mit hinreichender Deutlichkeit, daß der vorlegende Richter nicht nur Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der zur Prüfung gestellten Regelung hat, sondern sie wegen Verstoßes gegen das Grundgesetz für nichtig hält (vgl. BVerfGE 9, 237 [240]).
Denn das moderne Einkommensteuerrecht ist auf die Leistungsfähigkeit des einzelnen Steuerpflichtigen hin angelegt (…BVerfG-Beschlüsse vom 17. Januar 1957, 1 BvL 4/54, BVerfGE 6, S. 55, 67, NJW 1957, 417; vom 14. April 1959, 1 BvL 23/57, 1 BvL 34/57, BVerfGE 9, S. 237, 243;… Urteil vom 24. Januar 1962, 1 BvL 32/57, BVerfGE 13, S. 290, 297, NJW 1962, 437;… Beschlüsse vom 3. April 1962, 1 BvL 35/57, BVerfGE 14, S. 34, 41;… vom 2. Oktober 1969, 1 BvL 12/68, BVerfGE 27, S. 58, 64;… vom 9. Februar 1972, 1 BvL 16/69, BVerfGE 32, S. 333, 339, BStBl. II 1972, S. 408;… vom 2. Oktober 1973, 1 BvR 345/73, BVerfGE 36, S. 66, 72, BStBl. II 1973, S. 878;… vom 11. Oktober 1977, 1 BvR 343/73, 1 BvR 83/74, 1 BvR 183/75, 1 BvR 428/75, BVerfGE 47, S. 1, 29, BStBl. II 1978, S. 174).
Überlegungen zur Leistungsfähigkeit fanden in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer zwar schon früh Erwähnung (vgl. nur BVerfGE 9, 237; 13, 290 ; 21, 54 ; 26, 1 ; 34, 103 ; 46, 224 ).
Denn das moderne Einkommensteuerrecht ist auf die Leistungsfähigkeit des einzelnen Steuerpflichtigen hin angelegt (BVerfGE 6, 55 (67); 9, 237 (243); 13, 290 (297); 14, 34 (41); 27, 58 (64); 32, 333 (339); 36, 66 (72); 47, 1 (29)).
Das Schutzgebot der Verfassung gewährleistet die Institution der Ehe nicht abstrakt, sondern in der Ausgestaltung, wie sie den herrschenden, in der gesetzlichen Regelung maßgebend zum Ausdruck gelangten Anschauungen entspricht (vgl. BVerfGE 6, 55 [82]; 9, 237 [242 f.]; 15, 328 [332]).
In diesem Sinne hat das Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach davon gesprochen, daß der allgemeine Gleichheitssatz durch die speziellen Wertentscheidungen der Verfassung konkretisiert wird, aus ihnen aktuellen Gehalt empfängt (vgl. z. B. BVerfGE 3, 225 [240]; 6, 55 [71]; 9, 237 [248] und 12, 151 [163]).
Nun ist es ein allgemeines Rechtsprinzip, daß die generelle Norm zurücktritt falls das Gesetz für die Beurteilung des Sachverhalts eine spezielle Norm zur Verfügung stellt Dem entspricht es, wenn das Bundesverfassungsgericht in ständiger Rechtsprechung zum Ausdruck gebracht hat, daß für eine Prüfung am Maßstab der allgemeinen Gewährleistungen von Freiheit und Gleichheit in Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 GG kein Raum mehr sei wenn die zu prüfende einfache Gesetzesnorm einer speziellen Grundrechtsnorm zuwiderlaufe (zu Art. 2 Abs. 1: BVerfGE 4, 52 [57]; 9, 73 [77]; 9, 83 [88]; 10, 185 [199]; 11, 234 [238]; zu Art. 3 Abs. 1: BVerfGE 6, 55 [71,82]; 9, 237 [248, 249]; vgl. auch für das Verhältnis von Art. 6 Abs. 5 zu Art. 3 Abs. 3: BVerfGE 8, 210 [221]).
Die Einkommensteuer ist als umfassende Steuer von den Einkünften der Person auf die Leistungsfähigkeit des einzelnen hin angelegt (BVerfGE 9, 237 [243]), wie das am deutlichsten in Tarifstaffelung und Freibeträgen zum Ausdruck kommt.
Dabei kommt es allein auf die Tatsache der Benachteiligung, nicht darauf an, mit welchen Mitteln der Eingriff erfolgt (vgl. zum vorstehenden BVerfGE 3, 225 [240]; 6, 55 [71 f., 77]; 6, 273 [280]; 9, 237 [247 f.]; 10, 59 [73]; 12, 11 [25]; 12, 151 [163 ff., 167]).
Die verschiedene steuerrechtliche Behandlung knüpft an die verschiedene zivilrechtliche Gestaltung an, die zu wählen Ehegatten freisteht wie allen anderen Personen (BVerfGE 9, 237 [249 f.]).
Im übrigen können auch an den Beweis des Abschlusses und der ernstlichen Durchführung von Verträgen zwischen Ehegatten besondere Anforderungen gestellt werden, um Mißbräuchen entgegenzuwirken (vgl. BVerfGE 6, 55 [83, 84]; 9, 237 [245]).
Der Mißbrauch zivilrechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten zwischen Ehegatten darf nicht überbewertet werden (BVerfGE 9, 237 [244]): Die gewerbesteuerpflichtigen Unternehmer arbeiten regelmäßig mit fremden Arbeitskräften, die naturgemäß darüber Bescheid wissen, wer im Betrieb tatsächlich mitarbeitet und was er leistet.
Es findet sich hiernach kein einleuchtender sachlicher Grund dafür, bei der Feststellung der Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer einem ernstgemeinten und faktisch erfüllten Arbeitsvertrag mit dem Ehegatten des Unternehmers die Anerkennung zu versagen und dadurch für den Bereich des Gewerbesteuerrechts den allgemeinen Grundsatz der Anerkennung schuldrechtlicher Ehegattenverträge auch im Steuerrecht (BVerfGE 9, 237 [244]) zu durchbrechen.
BVerfG, 04.05.1960 - 1 BvL 17/57
Verfassungsmäßigkeit der Haftungsprivilegierung der Nutztierhaltung
BFH, 25.06.1981 - IV R 61/78
Zur Frage der Mitunternehmerschaft von stillen Gesellschaftern
BVerfG, 03.04.1962 - 1 BvL 35/57
Verfassungsmäßigkeit der Einreihung getrennt veranlagter Ehegatten in …
FG Köln, 28.02.2002 - 15 K 4557/99
Umzugskosten: Fahrzeitersparnis bei Ehegatten
BFH, 20.10.1983 - IV R 116/83
Zur Anerkennung von Arbeitsverträgen zwischen einer Personengesellschaft und …
FG Rheinland-Pfalz, 02.10.1987 - 6 K 179/85
BFH, 29.01.1976 - IV R 102/73
Familien-Personengesellschaft - Einkommensteuerrechtliche Anerkennung - …
BFH, 06.10.1961 - VI 244/61 U
Gewährung einer Steuerermäßigung bei Beschäftigung einer Mutter im Haushalt ihrer …
BVerfG, 21.05.1968 - 1 BvR 610/60
Verfassungswidrigkeit des § 55 Absatz 2 der Zehnten Durchführungsverordnung über …
Gesundheitsschädigungen durch Schädigungsfolgen; Begründung eines …
BFH, 19.02.1960 - I 170/59 S
Mitunternehmerschaft zwischen Ehegatten - Einbringung der Arbeitskraft in eine …
BVerwG, 19.09.1962 - IV C 72.61
Möglichkeit eines stillschweigenden Erwerbs von rechtlichem oder wirtschaftlichem …
BFH, 09.04.1968 - I 157/65
Steuerliche Anerkennung eines Ehegatten-Arbeitsverhältnisses
BFH, 07.07.1960 - IV 350/59 U
Voraussetzungen für eine steuerrechtliche Anerkennung eines Arbeitsverhältnisses …
BPatG, 30.11.2004 - 6 W (pat) 705/02
BFH, 21.10.1966 - IV R 83/66
Anforderungen an den Nachweis von Verträgen unter Ehegatten
BVerwG, 13.05.1964 - IV C 46.63
Anforderungen an das Vorliegen eines Vertreibungsschadens wegen Verlustes eines …
BFH, 16.02.1960 - I 233/59 U
Mitwirkung im Rahmen der Mitunternehmerschaft des Ehemannes - …
BFH, 09.07.1959 - IV 99/58 U
Vorraussetzungen zur Anerkennung einer vertraglichen Festlegung und tatsächlichen …
SG Landshut, 27.11.2008 - S 1 KR 122/07
BFH, 07.03.1961 - I 289/60 U
Vorliegen einer klaren, eindeutigen und abschliessenden Vereinbarung als …
BPatG, 16.12.2004 - 6 W (pat) 705/02
FG Saarland, 22.01.1982 - I 312/80
VG Berlin, 15.01.1980 - 16 A 249.79
Zahlung von Anwärterverheiratetenzuschlag zum Grundbetrag bei erhöhtem …
BFH, 22.09.1961 - VI 253/59 U
Zulässigkeit eines Antrags auf gleichmäßige Verteilung erzielter Einkünfte auf …
BFH, 05.07.1961 - I 68/61 U
Anforderungen an die Anerkennung der Mitunternehmerschaft zwischen Ehegatten
BFH, 27.11.1959 - VI 174/59 U
Beantragung der Zusammenveranlagung durch die Ehegatten - Verfassungsmäßigkeit …
BPatG, 13.01.2005 - 6 W (pat) 704/02
BPatG, 16.12.2004 - 6 W (pat) 704/02
BVerfG, 14.04.1959 - 1 BvL 34/57
BFH, 22.11.1962 - IV 38/61