Source: http://www.jurablogs.com/2016/06/29/durchsuchung-iv-wenn-oberstaatsanwaelte-irren-beweisverwertungsverbot-oder-kein-gesund-beten
Timestamp: 2017-11-17 23:19:18
Document Index: 259469911

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 105', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 81', 'BGH']

Durchsuchung IV: Wenn Oberstaatsanwälte irren, Beweisverwertungsverbot, oder: Kein gesund Beten
In der vergangenen Woche ist der Beitrag: Durchsuchung II: Nichts Neues zum Beweisverwertungsverbot, oder: Gesund beten, zum BGH, Urt. v. 17.02.2016 – 2 StR 25/15 – gelaufen. Dazu passt dann jetzt ganz gut der BGH, Beschl. v. 21.04.2016 – 2 StR 394/15, also auch vom 2. Strafsenat, der anders als der Senat im Beschl. v. 17.02.2015 zu einem Beweisverwertungsverbot kommt.
Das LG hat den Angeklagten u.a. wegen eines Verstoßes gegen das BtM-Gesetz verurteilt. Dazu der BGH:
„Insoweit rügt der Beschwerdeführer zu Recht, dass sich das Landgericht bei seiner Überzeugungsbildung auf Beweise gestützt hat, die es nicht hätte verwerten dürfen, da sie bei einer Durchsuchung gewonnen worden waren, die unter Verstoß gegen den Richtervorbehalt (§ 105 Abs. 1 Satz 1 StPO) durchgeführt wurden und daher rechtswidrig waren.
a) Folgendes liegt zugrunde: Am 14. Oktober 2013 bewahrte der Angeklagte L. E. in seinem in der Nähe seiner Wohnung abgestellten Fahrzeug der Marke Ford Sierra in einer in der Mittelkonsole versteckten Plastiktüte 93,07g Kokain mit einem Kokainhydrochloridanteil von 79,5% auf, das zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt war.
b) Das Landgericht hat seine Überzeugung von diesem Sachverhalt trotz des Widerspruchs des Angeklagten gegen die Beweisverwertung in der Hauptverhandlung im Wesentlichen auf die bei der Durchsuchung des genannten Pkw erlangten Erkenntnisse und auf die Aussage der Ermittlungsbeamten gestützt. Zu dieser Durchsuchung kam es wie folgt:
Nachdem der Angeklagte L. E. am 4. Oktober 2013 vorläufig festgenommen worden war und sich sodann in Untersuchungshaft befand, stießen die Ermittlungsbeamten im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen wegen der am selben Tag begangenen gefährlichen Körperverletzung am 14. Oktober 2013 (Montag) zufällig auf einen weiteren, auf den Angeklagten L. E ...
Durchsuchung II: Nichts Neues zum Beweisverwertungsverbot, oder: Gesund beten
Gemeinschaftliche Körperverletzung, oder das Schwingen mit dem Schlachtermesser
Ergänzung der Verfahrensrüge? – Herr Verteidiger, das klappt i.d.R. nicht
„Durchsuchung war rechtswidrig“, oder: Wenn sich eine Strafkammer von 241 kg Haschisch ...
Erst Mittäter, dann Alleintäter – darauf hinweisen muss das Gericht…
hiesige Meinung (hM):
BGHSt KW 37/2014
BGH zum Beweisverwertungsverbot bei rechtswidriger Durchsuchung
BGH spricht Klartext – Beweisverwertungsverbot bei schwerem Verstoß gegen den Richtervorbehalt
Hypothetisch rechtmäßiger Beweiserlangung
Beweisverwertungsverbot nach staatsanwaltschaftlich angeordneter Durchsuchung
Polizeiliche Fahrzeugdurchsuchung – aber nicht nur zur Identitätsfeststellung
Wegfall tatmehrheitlich angeklagter Delikte durch die Annahme von Tateinheit
Durchsuchungsanordnung rechtswidrig? Noch lange keine erfolgreiche Revision!
BGH-Präsident zu § 81a und zum Richtervorbehalt
BGH: Wert des Einziehungsgegenstandes muss bei der Strafzumessung beachtet werden
Super-BVerfG: Kein zwingendes Beweisverwertungsverbot bei polizeilicher Blutprobenanordnung außerhalb richterlicher Eildienstzeiten!
Veröffentlicht June 29, 2016 7:20am von Detlef Burhoff im Blog Burhoff online Blog.
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Entscheidung, Ermittlungsverfahren, Verfahrensrecht, Bgh, Stpo, Hauptverhandlung, Beweisverwertungsverbot, Durchsuchung, Richtervorbehalt
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