Source: http://www.aba-fachverband.org/index.php?id=841
Timestamp: 2020-03-31 06:50:52
Document Index: 253285875

Matched Legal Cases: ['§ 80', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 80', '§ 80', '§ 1', '§ 78', '§ 78']

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.: IV.16 Jugendhilfeplanung
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendhilfeplanung
In den neunziger Jahren werden alle Arbeitsfelder der Jugendhilfe zunehmend mit Planungsanforderungen konfrontiert. Immer mehr städtische und Kreisjugendämter betreiben eine systematische Jugendhilfeplanung, die auch die Einrichtungen der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tangiert. Die Fachkräfte aller Einrichtungen, also bei öffentlichen und freien Trägern werden meist im ersten Planungsstadium aufgefordert, Daten weiterzugeben, Daten über ihre Angebotsstruktur und die Nutzung ihrer Einrichtung, also TeilnehmerInnenzahlen. Der erste Verdacht, der folglich in Zeiten wie diesen entsteht, ist, daß die Jugendämter Argumente suchen, die ohnehin schon knappen finanziellen Mittel zu kürzen oder gar ganze Einrichtungen zu schließen. Darum betrachten viele Fachkräfte an der sogenannten Basis die Jugendhilfeplanung außerordentlich skeptisch.
Die Jugendhilfeplanung wurde jedoch nicht in erster Linie eingeführt, um zu sparen, sondern um die Entwicklungen in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe besser zu steuern. Sie eröffnet viele Chancen für eine fachliche und innovative Arbeit, wenn man sie richtig nutzt: Nach § 80 KJHG ist sie eine Pflichtaufgabe für Kommunen und Landkreise. Laut § 79 KJHG soll die Planung helfen, die einzelnen Felder der Jugendhilfe systematisch, innovativ, vorausschauend und zukunftsgerichtet zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Planungsverantwortung liegt ausdrücklich beim jeweiligen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, also dem Stadt- oder Kreisjugendamt (§ 79 Abs.1 KJHG). Die Jugendämter sollen alle Beteiligten in ihre Planungsarbeit einbeziehen. Beteiligte sind:
● freie Träger, die Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anbieten (wie Jugendverbände, Wohlfahrtsverbände, Elterninitiativen et cetera);
● politische Gremien (meist Jugendhilfeausschüsse);
● und auch Betroffene, also Kinder und Jugendliche, für die die Angebote geplant werden.
Alle sollen sich daran beteiligen, Ziele für die Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu formulieren , die Angebote zu beurteilen und Prioritäten für die Weiterentwicklung der Arbeit zu setzen.
Die Stadt- und Kreisjugendämter sollen gewährleisten, "daß die zur Erfüllung der Aufgaben ... erforderlichen und geeigneten Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen ... rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen" (§ 79 Abs. 2 KJHG). Die Planungsvorgaben "erforderlich", "geeignet", "rechtzeitig" und "ausreichend" werden mit dem § 80 KJHG aufgegriffen und konkretisiert. Als Planungsaufgaben gelten demnach "Bestandserhebung", "Bedarfsermittlung" und "Maßnahmenplanung" (§ 80 KJHG). Diese Aufgaben sollen nach den grundsätzlichen Zielvorgaben des KJHG (die in den §§ 1 - 10 beschrieben sind, vergleiche Kapitel 9) und den fachlichen Standards ausgestaltet werden, die für das Arbeitsfeld der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gelten. Zielvorgaben nach dem KJHG sind unter anderem,
● daß die Jugendhilfe im familiären und sozialen Umfeld von Kindern und Jugendlichen ansetzen soll,
● daß sie ein regionbezogenes, vernetztes Angebot machen soll,
● daß junge Menschen und Familien in gefährdeten Lebens- und Wohnbereichen (sozialen Brennpunkten, ghettoisierten Wohngegenden et cetera) besonders gefördert werden sollen,
● und daß Mütter und Väter ihre Aufgaben in der Familie und im Beruf besser miteinander vereinbaren können (Münder u.a. 1993).
Aufgrund dieser Zielvorgaben kann man davon ausgehen, daß die Jugendhilfe sich nicht an Symptomen orientieren und/oder überwiegend reagieren, sondern ihre sozialökologische Orientierung verstärken soll. Eine so verstandene Jugendhilfeplanung ist also ein anspruchsvoller und vielschichtiger Prozeß der Anpassung der Angebote an einen veränderten Bedarf, bei dem es immer auch um eine Weiterentwicklung der Konzeptionen und der Einrichtungen sowie auch der zuständigen Jugendämter geht. In der bisherigen Jugendhilfeplanung lassen sich vier Ansätze unterscheiden:
● Jugendämter, die bereichsorientiert planen, überprüfen die vorhandenen Einrichtungen der Offenen Arbeit mit Kindern daraufhin, ob ihre derzeitigen Angebote (und die der freien Träger) mit Blick auf die Bedürfnisse der betreffenden Kinder und Jugendlichen und deren erkennbare Probleme angemessen sind oder ob sie verbessert beziehungsweise verändert werden sollten.
● Wenn sie eine zielorientierte Planungsperspektive einnehmen, nehmen sie die Zielvorgaben des KJHG sowie fachliche Ziele der Offenen Arbeit mit Kindern als Prüfsteine für die Planung. Die Fachkräfte in den Einrichtungen müssen dann darüber nachdenken, ob und in welcher Form sie diesen Zielen gerecht werden. (Eine gute und umfassende Übersicht von Zielanforderungen nach dem KJHG findet man bei Jordan, Schone 1992, 124 ff.).
● Spezialisiert sich ein Jugendamt auf eine zielgruppenorientierte Planung, werden zum Beispiel Förderpläne für spezifische Gruppen in den verschiedenen Stadtteilen oder Regionen eines Landkreises (Mädchen, alleinerziehende Mütter, Aussiedlerfamilien) erarbeitet. Eine zielgruppenorientierte Arbeit kann sich auch auf unerwünschte Entwicklungen beziehen (etwa auf die Beeinflussung gewalttätiger oder drogengefährdeter Kinder und Jugendlicher). Solche Pläne werden dann "quer" durch alle Arbeitsfelder realisiert. Dann bekommt auch eine Einrichtung der Offenen Arbeit mit Kindern den Auftrag (und die finanziellen Mittel), Mädchenförderung oder Drogenprävention zu betreiben.
● Konzentriert ein Jugendamt seine Planung hauptsächlich auf Sozialräume, werden alle Stadtteile beziehungsweise alle Regionen eines Landkreises zunächst einmal detailliert analysiert, um differenzierte Informationen über die Sozialstruktur, die Lebenslagen, die Bedürfnisse und Defizite, aber auch die Handlungspotentiale der dort wohnenden Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien zu gewinnen. Diese Informationen werden dann in Beziehung zu den vorhandenen Angeboten gebracht, um die weitere Planung speziell auf die Bedürfnisse dieses Stadtteiles beziehungsweise dieser Region abzustimmen und auch die Betroffenen stärker zu beteiligen (vergleiche Jordan, Schone 1992, 40 ff.).
Diese Planungsperspektiven sind natürlich nur theoretisch so sauber voneinander zu trennen; in der Realität wird jedes Jugendamt eine Mischung vornehmen und dabei Schwerpunkte setzen. Für die Belange von Kindern ist die sozialräumliche Perspektive die angemessenste, da gerade Kinder einen recht kleinen Aktionsradius haben und nur die Angebote nutzen (können), die sie fußläufig oder doch mit dem Fahrrad erreichen können (vergleiche Kapitel 11).
Die Organisation einer Jugendhilfeplanung ist regional verschieden organisiert, daher gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen:
● Die meisten Jugendämter planen bereichsorientiert. Das heißt, sie erarbeiten Teilpläne für ihre verschiedenen Abteilungen (Teilplan Kinder- und Jugendarbeit, Spielstättenplan, Planung der Kindertagesbetreuung). Weil solche Planungen sehr aufwendig sind und auch sozialwissenschaftliche Kenntnisse erfordern, werden oft externe Forschungsinstitute beauftragt, die notwendigen sozialstrukturellen Daten zu erheben und auch Kinder, Jugendliche oder Eltern nach ihren Bedürfnissen zu befragen. Wenn diese Daten vorliegen, werden die Pläne von MitarbeiterInnen der Jugendämter erarbeitet.
● Manche Jugendämter vergeben auch die gesamte Aufgabe der Jugendhilfeplanung an Planungsinstitute.
● Andere stellen erfahrene MitarbeiterInnen für die Planung ganz oder teilweise frei, die dann allein oder mithilfe einer externen wissenschaftlichen Beratung zusammen mit allen Fachkräften (oder zumindest einer ausgewählten Gruppe) die Planung als Prozeß betreiben.
Wie können sich nun Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit an einer Jugendhilfeplanung beteiligen? Im schlechtesten Fall werden die MitarbeiterInnen der Offenen Arbeit mit Kindern lediglich als "DatenlieferantInnen" benötigt. Sie stellen auf Fragebögen oder Datenblättern, manchmal auch in Interviews Daten über ihre Einrichtungen und deren Nutzung, vielleicht auch über Probleme ihrer Region zusammen. Die Ergebnisse der Aktion erfahren sie dann, wenn der gesamte Plan "steht". Im besten Fall werden sie in den gesamten Prozeß der Jugendhilfeplanung einbezogen. Mitwirkungsmöglichkeiten haben sie zum Beispiel
● in Planungsgruppen, die bereichsbezogen arbeiten und in denen alle Schritte der Planung durchgearbeitet werden. Bereiche sind etwa Kinder- und Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehung/Hilfen zur Förderung der Erziehung in der Familie, Tagesbetreuung für Kinder (vergleiche die Aufteilung der Aufgaben nach dem KJHG). Oft sind die Planungsgruppen allerdings allein für MitarbeiterInnen der öffentlichen Jugendhilfe vorgesehen, weil es bei solchen Planungen ja immer auch um die Reformierung des eigenen Amtes geht.
● Dort, wo sozialraumorientiert geplant wird, können Fachkräfte der freien Träger in Regionalkonferenzen mitarbeiten. Regionalkonferenzen beziehen sich auf einen überschaubaren Sozialraum, meistens einen Stadtteil, eine Kleinstadt oder eine ländliche Gemeinde. Alle "ExpertInnen" für Kinder und Jugendliche werden eingeladen, um über die Probleme und den Bedarf dieses Bezirkes zu sprechen. Als ExpertInnen gelten nicht nur die Fachkräfte der öffentlichen und freien Träger, sondern auch LehrerInnen, ErzieherInnen, Eltern, PolitikerInnen, die Polizei, also alle, die sich für sachkundig halten.
● Eine weitere Mitwirkungsmöglichkeit haben die freien Träger nach § 78 KJHG. Dort wird den Jugendämtern vorgeschrieben, Arbeitsgemeinschaften zu gründen, in denen regionübergreifend, also für den gesamten Planungsbereich themenorientiert und konzeptionell gearbeitet werden kann. Es kann zum Beispiel zielgruppenorientierte Arbeitsgemeinschaften geben (Beispiel: Mädchenförderung) oder problemorientierte (Beispiel: sexueller Mißbrauch, ein Problem, das sich in allen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe stellt) oder auch bereichsorientierte (Beispiel: Förderung und Abstimmung der Angebote zur Kinder- und Jugendkulturarbeit). In den Arbeitsgemeinschaften soll es immer darum gehen, "daß die geplanten Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden und sich gegenseitig ergänzen" (§ 78 KJHG).
Andererseits soll auch nicht verhehlt werden, daß ein Jugendamt über die Jugendhilfeplanung besser als bisher in die fachliche Arbeit eines freien Trägers "hineinregieren" kann. Immer wenn in Zukunft aufgrund von Bedarfsanalysen Träger für neue Aufgaben gesucht werden, wenn Förderrichtlinien erarbeitet oder verändert werden, müssen freie Träger ihre Inhalte und den Umfang ihrer Angebote offenlegen und am definierten Bedarf ausrichten. Das bedeutet, daß auch freie Träger ihre Arbeit konzeptionell konsequenter durchdenken (und entsprechend organisieren) müssen. Sie müssen darstellen können, was sie denn eigentlich mit welchem Ergebnis tun, und welchen Stellenwert dieses Tun im Gesamtzusammenhang der Maßnahmen im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat.
Eine Jugendhilfeplanung besteht idealtypisch aus folgenden Schritten, die jeweils aufeinander bezogen werden, nämlich
a) Bestandserhebung,
b) Bedarfsermittlung,
c) Zielentwicklung,
d) Maßnahmenplanung und -durchführung und
Wir stellen diese Elemente nun kurz vor und machen Vorschläge dazu, wie und wo in diesem Prozeß sich auch die Fachkräfte freier Träger einmischen sollten.
Zur Bestandserhebung in der Jugendhilfeplanung wird der Bestand aller Angebote der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufgelistet und an parallel dazu erarbeiteten Maßstäben beurteilt. Solche Maßstäbe sollten aus qualitativen und aus quantitativen Anteilen bestehen:
● Qualitative Maßstäbe sind fachlich begründet. Es wird etwa gefragt, welche institutionellen Sozialisationsangebote Kinder und Jugendliche zur Förderung ihrer individuellen und sozialen Entwicklung brauchen. Wie die Fachliteratur zeigt, gibt es jedoch weder einen Konsens darüber, woran man eine gute individuelle und soziale Entwicklung erkennen kann, noch darüber, welche Angebote dafür unabdingbar sind. Im KJHG bleibt auch unklar, welche Aufgaben im Bereich der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unabdingbar sind (vergleiche Kapitel 9). Daher müssen die Beteiligten für jeden Planungsbezirk neu aushandeln, welche Maßstäbe sie an den Bestand anlegen wollen.
● Einfacher scheint es auf den ersten Blick, quantitative Maßstäbe anzulegen. Da bietet es sich an, nach landesweit geltenden Standards über angemessene "Versorgungsquoten" zu suchen. Doch auch hierzu liegen die politischen Vorstellungen weit auseinander. Warscheinlich wird aber nach der Auslastung der bestehenden Einrichtungen gefragt, und die Fachkräfte müssen angeben, wieviele TeilnehmerInnen ihre Angebote nutzen. Dieses ist die klassische Form der Nutzungsanalyse und wird häufig als einziges Kriterium für "Qualität" akzeptiert. Viele Fachkräfte sind jedoch trotz aller Kritik am Zählen oft selbst sehr auf BesucherInnenzahlen fixiert. Diese Zahlen bilden zwar - zusammen mit der personellen Besetzung einer Einrichtung - ein wichtiges Datum. Bezieht sich eine Analyse jedoch ausschließlich hierauf, gehen wichtige qualitative Informationen verloren. Interessanter und ein Aspekt der qualitativen Analyse ist, die Kinder (und auch die, die Einrichtung nicht besuchen) selbst zu fragen, was für sie die Nutzungsqualität ausmacht.
Da jede Einrichtung und jedes Amt eine eigene Art und Weise der Statistik über ihre geleisteten Tätigkeiten ausgeprägt hat, sind oft schon Vergleiche der Arbeit der freien Träger mit der eines Jugendamtes schwer möglich. Jugendhilfeplanung soll unter anderem darauf hinwirken, daß über ein einheitliches Berichtswesen (also die Art und Weise, wie ein Bestand etwa auf Datenblättern erfaßt wird) solche und auch interkommunale Vergleiche überhaupt erst möglich werden (vergleiche Kapitel 22).
Es dürfte deutlich geworden sein, daß Bestandserhebung und Nutzungsanalysen auch wichtig für die Selbstdarstellung (und damit die Legitimation) der Offenen Arbeit mit Kindern sind. Wenn die Fachkräfte hier untätig bleiben, laufen sie in der Tat Gefahr, daß ihre Arbeit unangemessen wertgeschätzt wird, was sich durchaus in Zuschußkürzungen oder -streichungen niederschlagen kann.
Um den Bedarf - in unserem Falle an Angeboten der Offenen Arbeit mit Kindern - zu ermitteln, muß man den Bestand vor dem Hintergrund der sozialstrukturellen Daten eines Planungsraumes beurteilen und mit den Bedürfnissen der Betroffenen also der dort lebenden Kinder in Beziehung setzen. Viele Jugendhilfeplanungs-Teams beschäftigen sich sehr intensiv mit der Datensammlung. Die Jugendhilfepläne, die veröffentlicht werden, sind daher ausgesprochen dickleibig. Im Idealfall entstehen auf diese Weise mehr oder weniger kleinräumige Profile der Planungsräume, die ein plastisches Bild der jeweiligen Stadt- oder Ortsteile vermitteln. Die PlanerInnen und auch die Fachkräfte vor Ort können vor diesem Hintergrund die Bedürfnisse und Probleme der Kinder besser interpretieren und ganz differenziert darüber nachzudenken, welche Angebote und Maßnahmen gerade für diesen Ort nötig sind. Ein solcher "Sozialatlas" enthält folgende Datengruppen:
● Topografische Beschreibung des Stadt- oder Ortsteils: Lage (mit Auszug aus dem Stadtplan), Geschichte und Eigenarten (vielleicht Fotos, die die Eigenart des Ortes charakterisieren), Eindrücke beim Durchgehen (Wer ist auf der Straße zu sehen? Wie wirken die Häuser? Gibt es "arme" und "reiche" Bezirke?), Angaben zum Verkehr (Anbindung an den Ortskern, Gefährdungen?).
● Bevölkerungsstruktur: Alterspyramide eines Stadt- oder Ortsteils, Aufteilung der BewohnerInnen nach Nationalitäten (wieviele Kinder gibt es in den für die Offene Arbeit relevanten Altersgruppen?), Prognosen zur weiteren Bevölkerungsentwicklung: (vermutliche Zuzüge und Abwanderungen, Verschiebungen in der Altersstruktur)
● Wohnsituation: Wohnbebauung (Höhe, Größe und Art der Häuser, Wohnungen pro Haus, Einfamilienhäuser), Wohnungsstandard, Wohnungsgrößen, (qm pro Person, Miete pro qm), Einschätzung der Bebauungsdichte (Gibt es genügend Platz für Freiflächen, Spielflächen, Sportplätze?), Zahl und Lage der "Not- oder Übergangswohnungen", geplante Wohnbebauung.
● Erwerbssituation: Im Stadt- oder Ortsteil ansässige Betriebe (Größe und Beschäftigtenzahl). Anzahl der erwerbstätigen Frauen und Männer (Nationalität, Altersstruktur, Qualifikationsstruktur, Vollzeit- und Teilzeitarbeit), bevorzugte Arbeitsstätten außerhalb, Anzahl der Arbeitslosen (differenziert nach Geschlecht, Nationalität, Alter, Qualifikation, Wirtschaftszweig, Dauer der Arbeitslosigkeit), Anzahl der SozialhilfeempfängerInnen im Ortsteil (differenziert nach Altersgruppen), SchulabgängerInnen nach Geschlecht und Abschlußart, Angebot und Nachfrage an Ausbildungsstellen (registrierte Stellen und unterversorgte BewerberInnen).
● Besondere Zielgruppen: Anzahl der Familien mit einem, zwei, drei und mehr Kindern, der alleinerziehenden Mütter und Väter, der Familien, die Sozialhilfe beziehen, der arbeitslosen Väter oder Mütter, der obdachlosen Haushalte (wieviele Kinder betrifft das jeweils?); Anzahl der behinderten, der ausländischen, der Flüchtlingskinder?
● Besondere Probleme: Drogenabhängige, delinquente, gewaltbereite Kinder und Jugendliche, besondere Soziale Brennpunkte, besonders hohe Arbeitslosigkeit.
● Soziale Infrastruktur: Gibt es einen Ortskern? (zentraler Platz mit Treffpunktcharakter); Versorgung des Stadt- oder Ortsteils mit Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangeboten (Post, Bank, welche Ärzte, Krankenhaus, Einrichtungen der Gesundheitshilfe, Apotheke, Sportstätten, Bibliothek), Schulen (evtl. Schülerzahlen, Nationalität,)
● Angebote der Jugendhilfe: Kindertagesbetreuung (differenziert nach Betreuungsform und Träger, auch Schulkindergärten), Angebote für Kinder und Jugendliche (mit Angabe der Raumes und des Trägers), Angebote anderer sozialer Dienstleistungen für Familien (Sprechstunden des ASD), Freiflächen, Spielflächen, Sportplätze
Folgende Datenquellen sind für PlanerInnen wichtig:
● Sie müssen sich ihre Angaben aus den verschiedenen "Datenpools" einer Kommune beziehungsweise eines Landkreises zusammensuchen. Das Einwohnermeldeamt, das Gesundheitsamt, das Planungsamt und auch kommunale und überregionale Rechenzentren sammeln sogenannte "harte", also statistische Daten, die die PlanerInnen dann teilweise in mühsamer Kleinarbeit auf die kleinen Sozialräume (Stadt- oder Ortsteile umrechnen müssen. Viele Daten sind auch schwer oder gar nicht zu bekommen: Manche sind nur für die gesamte Stadt, den Landkreis oder gar das Bundesland ausgewiesen und habe keine Aussagekraft für die Ortsebene. Andere werden erst gar nicht gesammelt (wie etwa Zahlen über behinderte Kinder oder Aussiedlerfamilien), wieder andere können nicht kleinräumig erfaßt werden, weil man sonst die Belange des Datenschutzes verletzen würde (Jordan, Schone 1992, 140 ff.).
● Zum anderen wissen die verschiedensten "ExpertInnen" (Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, LehrerInnen, Hausmeister, Geschäftsleute, auch Eltern, PfarrerInnen usw.) viel über die Anliegen und Probleme der Kinder und Jugendlichen einer Region. Solche "weichen" Daten gewinnt man in ExpertInneninterviews oder auch in Versammlungen (etwa Regionalkonferenzen), in denen Gruppendiskussionen geführt werden können.
● Hinzu kommen die Kinder und Jugendlichen selbst, wobei umstritten ist, ob umfassende regionale Fragebogenaktionen zu deren Freizeit-Bedürfnissen sehr viele neue Erkenntnisse bringen können. Diese Altersgruppe wurde und wird recht gut erforscht, und es liegen verschiedene Kinder- und Jugend-Studien vor, die durchaus als repräsentativ zu bezeichnen sind (vergleiche Teil I dieses Buches). Wichtiger und interessanter sind qualitative Untersuchungen, also solche, die die Kinder und Jugendlichen aktiv mit einbeziehen und über die man Aufschluß über ihre Lebenswelten, ihren Spiel- und Streifraum (also ihren Aktionsradius) sowie ihre Nutzung der bestehenden Angebote erhält. Das können zum Beispiel Zukunftswerkstätten oder Kinder- und Jugendparlamente sein. Es gibt auch eine Reihe von Untersuchungsmethoden zur Lebenswelt und zur Analyse des Spielraumes von Kindern und Jugendlichen, die gleichzeitig als "Methoden" der Kinder- und Jugendarbeit gelten können (Autofotografie, Spielweltpläne).
Einen Bedarf kann man nicht einseitig aus einer Befragung von Kindern und Jugendlichen und auch nicht aus sogenannten objektiven Problemlagen ableiten. "Bedarf" ist ein politischer Begriff und die Verwandlung von subjektiven Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen in politisch akzeptierten Bedarf geschieht in sozial- und kommunalpolitischen Auseinandersetzungen (Merchel 1992). In den politischen Gremien wird auch entschieden, mit welchen Zielsetzungen der Bedarf verknüpft wird. Dabei gibt es eine Reihe von zusätzlichen Einflüssen, nämlich die sozialpolitischen Vorstellungen der jeweiligen politischen Mehrheit, die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Kommune oder eines Landkreises und auch ihr politischer Leistungswille. Hinzu kommen auch überörtliche Entwicklungen und Probleme wie rückläufige Steuereinnahmen oder Veränderungen in der Zuschußpolitik der Länder, die sich stark auf die (finanziellen und organisatorischen) Möglichkeiten einer Kommune oder eines Landkreises auswirken (Gernert 1988).
Da die Erfahrung zeigt, daß diejenigen Einrichtungen oder Arbeitsfelder, die sich über eine gute Öffentlichkeitsarbeit darstellen, tatsächlich besser gefördert werden (oder pessimistisch formuliert: später geschlossen werden), müssen sich die Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit am politischen Prozeß der Aushandung von Bedarf beteiligen. Neben der wichtigen Vorarbeit der gut nachvollziehbaren Zusammenstellung der wichtigen Daten sollten sie daher in den verschiedenen Planungsgremien mitarbeiten.
c) Zielentwicklung
Die Diskussion über Ziele und die Entwicklung von Zielen ist ein Element der Jugendhilfeplanung, das bei jedem Schritt eine Rolle spielt, Ziele werden gebraucht, wenn man:
● qualitative Maßstäbe zur Beurteilung des Bestandes sucht und nicht nur mit BesucherInnenzahlen aufwarten will,
● den Bedarf begründen will
● konkrete Maßnahmen plant und
● evaluieren will, ob die geplanten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt wurden und was sie gebracht haben.
Auch muß vermittelt werden, daß die Offene Arbeit mit Kindern nicht nur eine (verzichtbare) Kinder"belustigung" ist, sondern daß sie einen eigenständigen Wert und eigenständige Ziele hat. Dieses erreichen die Fachkräfte durch die Vorlage fundierter Konzeptionen, die nicht nur aus einem theoretisch abgeleiteten Zielkatalog bestehen, sondern dezidiert auf eine Analyse der Lebensverhältnisse und auf Bedürfnisse und Probleme der Kinder und Jugendlichen eines Ortsteils aufgebaut sind.
d) Maßnahmenplanung
Die Maßnahmenplanung soll die Umsetzung des Bedarfs anleiten. Da kein öffentlicher Träger der Jugendhilfe gleichzeitig in allen Bereichen eine Reform seiner Arbeit vorantreiben kann, muß ständig neu entschieden werden, welche Maßnahmen Priorität erhalten sollen. Prioritäten können sich ableiten aus:
● dem Grad der sozialen Folgewirkungen (Was würde besser, wenn ein neuer Abenteuerspielplatz eingerichtet würde? Welche negativen Folgen wären mittelfristig zu beobachten, wenn dieser Platz kurzfristig nicht entsteht?);
● der Dringlichkeit der zu bearbeitenden Notlagen (Was passiert, wenn für die Gruppe der gewaltbereiten SchülerInnen keine Streetworkerin eingesetzt wird?);
● dem Grad der gesetzlichen Verpflichtung zur Erbringung von Leistungen (Ist die Kommune beziehungsweise der Landkreis verpflichtet, in jedem Ort geeignete Angebote der Kinderkulturarbeit bereitzuhalten?),
● der erwarteten Effizienz der Maßnahme (Wo und in welcher Höhe werden Folgekosten eingespart, wenn es der Streetworkerin gelingt, die schon erwähnte Clique davon abzuhalten, andere Kinder und Jugendliche zu erpressen oder Telefonzellen und anderes öffentliches Eigentum zu beschädigen?);
● der Intensität der artikulierten Bedürfnisse (Wie eindringlich wird das Anliegen der Teenies nach einem überdachten Treffpunkt vorgetragen?);
● den Realisierungschancen unter den gegebenen Bedingungen (Ist es möglich, bei der derzeitigen Wohnungsnot eine Wohnung anzumieten, die als Treffpunkt für die Teenies dienen kann? Könnte diese Wohnung von diesen selbst verwaltet werden angesichts fehlender Finanzen für hauptamtliche Fachkräfte?).
MitarbeiterInnen der Offenen Arbeit mit Kindern können durchaus dazu beitragen, daß ihre Arbeit auf der Prioritätenliste höher eingestuft wird, wenn sie negative und positive Folgen ihrer Arbeit glaubwürdig und nachvollziehbar darstellen. Oder etwas pessimistischer ausgedrückt: Sie können zumindest den PolitikerInnen, die über Prioritäten entscheiden, eindrücklich vor Augen führen, was sie mit welchen Folgen "wegrationalisieren".
Neben der Setzung von Prioritäten kann man die vorzuschlagenden Maßnahmen aufgrund ihrer vermutlichen Kosten klassifizieren in
● Vorschläge, die keine oder nur geringe finanzielle Aufwendungen erfordern. Beispiele sind: eine bessere Kooperation der Einrichtungen (indem die Fachkräfte prüfen, ob sie etwa die selben Kinder oder Jugendlichen betreuen); eine bessere Koordination (indem sie sich nicht durch gleiche Angebote Konkurrenz machen); die konzeptionelle Anpassung von Angeboten an veränderte Anforderungen, indem sie zum Beispiel ihre Arbeit auf die "Straße" ausdehnen;
● Vorschläge, die kurz- oder mittelfristig größere, relativ genau abschätzbare Aufwendungen an Personal- und Sachkosten erfordern. Beispiele sind: weitere Personalstellen, Förderprogramme für Mädchen, der Bau eines Abenteuerspielplatzes und
● Vorschläge die je nach Ausgestaltung teurer oder preiswerter sein können. Beispiele sind: die strengere Handhabung von Förderrichtlinien oder Kosten-Nutzen-Rechnungen für verschiedene Versionen eines Angebotes (etwa Räume und Personal für Kinder innerhalb eines zentralen Bürgerhauses versus Fahrzeug, Personal und Material für ein Spielmobil versus Kosten einer Streetworkerin).
Bei vielen Vorschlägen sind verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten denkbar, also sowohl kostensparende, als auch kostenneutrale als auch mit Mehrkosten verbundene. Die Fachkräfte selbst sollten solche Überlegungen nicht den KämmerInnen überlassen, sondern die Handlungsalternativen mit ihren unterschiedlichen Vor- und Nachteilen herausarbeiten und zunächst selbst bewerten, wobei sie natürlich immer pädagogische und finanztechnische Notwendigkeiten berücksichtigen müssen.
Lange Zeit war die Planung neuer Maßnahmen gleichzusetzen mit der Planung neuer Einrichtungen oder doch zumindest einer Aufstockung von Personal. Diese Zeiten sind bekanntlich vorbei. Im Zusammenhang von Jugendhilfeplanung gibt es aber auch andere Möglichkeiten der Veränderung. Auch Fachkräfte eines Abenteuerspielplatzes oder eines Kinderhauses müssen von Zeit zu Zeit überprüfen, ob ihre Arbeit noch an den Bedürfnissen der Kinder im Stadtteil oder in der Region ausgerichtet ist, ob Angebote oder Öffnungszeiten verändert werden müssen oder ob eine Ausdehnung der pädagogischen Arbeit auf die Straße angezeigt ist. Manchmal hat auch peu á peu die Zielgruppe gewechselt oder die Kinder oder Jugendlichen bleiben überhaupt weg.
Das kann verschiedene Ursachen haben; es gibt vielleicht zu wenig Kinder der in Frage kommenden Altersgruppe im näheren Umkreis, die Einrichtung ist schwer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen, die Angebote sind auf die Bedürfnisse von deutschen Kindern der Mittelschicht abgestimmt; es kommen aber zunehmend mehr türkische Kinder oder Kinder von Aussiedlerfamilien, es kommen nur noch Jungen oder gar solche Kinder, die in einer ausgesprochen problembelasteten Lebenswelt zu Hause sind.
In solchen Fällen müssen die Fachkräfte ihre in ihrer grundsätzlichen Notwendigkeit unbestrittenen Angebote quantitativ und qualitativ an die veränderten Bedarfe anpassen:
● Manchmal müssen sie aufgrund aktueller fachlicher Erfordernisse neue Arbeitskonzepte entwickeln, etwa eine sozialräumliche Ausrichtung der Arbeit, reflektierte Jungenarbeit (vergleiche Teil III dieses Buches).
● Manchmal müssen sie auch die gesamte Einrichtung umstrukturieren oder umprofilieren, etwa wenn ältere Kinder mangels Masse wegbleiben, dafür aber vielleicht sehr viele Vorschulkinder im Stadtteil wohnen, oder wenn Kinder eine Übermittagsbetreuung brauchen, die auch eine Aufsichtspflicht einschließt.
● Darüber hinaus ist auch denkbar, neue Angebote zu planen: So stellt sich zum Beispiel angesichts der Berufstätigkeit vieler Mütter die Frage nach einer Übermittagsbetreuung für Schulkinder in neuer Qualität. Hier sind verschiedene Formen denkbar, angefangen von Schulkinderhäusern bis hin zu der Frage, ob nicht auch klassische Kinder- und Jugendzentren ihre Struktur so verändern, daß sie diese Kindergruppen versorgen können.
Wenn Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden, sollten JugendhilfeplanerInnen und auch die Fachkräfte in den Einrichtungen nicht vergessen, die Umsetzung zu evaluieren. Das heißt, daß sie in angemessenen Abständen untersuchen, ob sie ihre neu beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt haben und die Aktionen auch mit Blick auf ihren Erfolg bewerten.
Wenn sie sich beispielsweise für eine Anpassung ihrer Konzeption an neue Bedarfslagen entschieden haben, müssen sie zunächst nach neuen Zielen und Arbeitsformen suchen. Sie müssen nicht alles neu "erfinden", sondern können auch auf anderswo praktizierte Modelle zurückgreifen und diese für die eigene Situation umändern. Für die Umsetzung müssen sie dieses Modell in seine Bestandteile zerlegen und in Arbeitsprinzipien und Handlungsanweisungen übersetzen, die sie dann in den beruflichen Alltag einführen. Denn sonst besteht die Gefahr, daß sie zwar eine neue Konzeption schreiben, diese aber im Alltag nicht oder nur unvollständig umsetzen.
Es kann auch passieren, daß verschiedene Rahmenbedingungen in der Praxis die Umsetzung der Konzeption so beeinflussen, daß die Arbeit völlig andere Wirkungen zeitigt, als theoretisch gedacht. Es kann sein, daß das nötige Geld fehlt, daß eine neue Konzeption (wie Mädchenförderung) nicht in die politische Landschaft paßt oder am Widerstand der männlichen Kollegen scheitert, daß eine Ausdehnung der Arbeit auf den Stadtteil nicht durchzuführen ist, weil die Fachkräfte Präsenzpflicht im Hause haben. Eine Evaluation kann also zeigen, welche Wirkungen die neuen Maßnahmen haben, in welchem Ausmaß sie umgesetzt wurden oder an welchen Schwierigkeiten die Einführung scheiterte (vergleiche dazu ausführlich Kapitel 22).
Fachkräfte der Offenen Arbeit mit Kindern sollten nach unserer Auffassung ihre Zurückhaltung gegenüber Planungsprozessen aufgeben und die gesetzliche Verpflichtung zur Jugendhilfeplanung als Chance zu sehen, die eigene Arbeit fachlich und methodisch besser zu gestalten. Es ist leider immer noch so, daß viele Fachkräfte an der sogenannten Basis alles, was "vom Amt" kommt, mißtrauisch betrachten und abwehren.
Die Jugendhilfeplanung räumt auch kleinen freien Trägern und Initiativen Mitwirkungsmöglichkeiten ein, zumindest, wenn sie im Sinne des Gesetzgebers organisiert wird. Diese Möglichkeiten gehen über die traditionellen Beteiligungsformen wie Jugendring und Jugendhilfeausschuß, die die "großen" freien Träger unter sich aufteilen, weit hinaus.
Eine Beteiligung an der Planung schärft auch den Blick für strukturelle Ursachen der Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen, die über die individuellen Defizite und die Einzelfamilie hinausgehen. Man gewinnt eine umfassendere, strukturelle und auch quantitative Sichtweise, die nicht nur bei Planungsprozessen hilft, sondern auch in der Auseinandersetzung mit dem Jugendamt und den PolitikerInnen.
Nicht zuletzt weisen wir darauf hin, daß das methodische Vorgehen der Jugendhilfeplanung im Prinzip dem methodischen Arbeiten gleicht, das wir im Teil V dieses Buches für das Arbeiten in den Einrichtungen empfehlen. Das eine kann das andere sinnvoll ergänzen.
Das übersichtlichste Handbuch zur Jugendhilfeplanung ist nach unserer Auffassung:
● Jordan, Erwin; Schone, Reinhold: Jugendhilfeplanung - aber wie? Eine Arbeitshilfe für die Praxis.
Die Perspektive freier Träger hebt hervor:
● Merchel, Joachim, Kooperative Jugendhilfeplanung. Eine praxisbezogene Einführung. Opladen 1994
Erfahrungen und Anregungen für eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Jugendhilfeplanung findet man bei:
● Nikles, Bruno W.; Kordfelder, Angelika; Iffland, Ulrich; Szlapka, Marco: Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Jugendhilfeplanung. Bericht über einen Modellversuch. Gesamthochschule Essen 1994. Bezug über: Neue Deutsche Schule Verlagsgesellshaft mbH, Nünningstr. 11, 45141 Essen
Ihre Erfahrungen aus Projekten bezüglich der Einbeziehung von Kindern in die Stadtplanung dokumentieren in zahlreichen Arbeitspapieren und Veröffentlichungen die MitarbeiterInnen der
● Gesellschaft für freie Sozialarbeit, Planungsgruppe Stadt-Kinder, Plutostraße 4, 44651 Herne
Beiträge zur Wahrung der spezifischen Belange von Mädchen in der Stadtplanung sammelten:
● Flade, Antje; Kustor-Hüttl, Beatrice (Hrsg.): Mädchen in der Stadtplanung. Bolzplätze - und was sonst? Weinheim 1993
Die Literatur zur kindgerechten Stadtplanung ist zahlreich. Neben den zahlreichen Tagungsdokumentationen wir empfehlen hauptsächlich die Lektüre der Zeitschrift
● Spielraum und Freizeitwert. Organ des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V., der Arbeitsgemeinschaft Spielraum und des Arbeitskreises Freizeitberatung. In den Heften 4 bis 6, 1994 sowie 1, 1995 findet man zum Beispiel die Dokumentation des Modellversuchs "Stadt für Kinder, Stadt für alle", den eine Beratungsgruppe des DKHW in vier Städten durchführte.
Interessante Beiträge gibt es auch im Sammelband:
● Harms, Gerd; Mannkopf, Lutz (Hrsg.): Spiel- und Lebensraum Großstadt. Berlin 1989