Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/prozessunfaehig-wegen-betreuung-3102468
Timestamp: 2020-02-22 07:37:47
Document Index: 75465517

Matched Legal Cases: ['§ 62', '§ 1903', '§ 1896', '§ 1903', '§ 1903', '§ 154', '§ 1903', '§ 154', '§ 62']

Pro­zess­un­fä­hig wegen Betreu­ung | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Pro­zess­un­fä­hig wegen Betreu­ung
Nach § 62 Abs- 2 VwGO ist ein geschäfts­fä­hi­ger Betreu­ter bei Bestehen eines Ein­wil­li­gungs­vor­be­halts nach § 1903 BGB, der den Gegen­stand des Ver­fah­rens betrifft, nur inso­weit zur Vor­nah­me von Ver­fah­rens­hand­lun­gen fähig, als er nach den Vor­schrif­ten des bür­ger­li­chen Rechts ohne Ein­wil­li­gung des Betreu­ers han­deln kann oder durch Vor­schrif­ten des öffent­li­chen Rechts als hand­lungs­fä­hig aner­kannt ist.
Im hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall hat­te das zustän­di­ge Amts­ge­richt nach § 1896 Abs. 1 BGB für die Antrag­stel­le­rin einen Betreu­er u.a. mit dem Auf­ga­ben­kreis "Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten" bestellt und gemäß § 1903 Abs. 1 Satz 1 BGB ange­ord­net, dass sie zu Wil­lens­er­klä­run­gen auch in sol­chen Ange­le­gen­hei­ten (grund­sätz­lich) der Ein­wil­li­gung des Betreu­ers bedarf.
Die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen die Antrag­stel­le­rin nach den Vor­schrif­ten des bür­ger­li­chen Rechts den von ihr anhän­gig gemach­ten Rechts­be­helf ohne Ein­wil­li­gung des Betreu­ers ein­le­gen könn­te, waren hier nicht erfüllt. Zwar bedarf der Betreu­te nach § 1903 Abs. 3 Satz 1 BGB trotz eines ange­ord­ne­ten Ein­wil­li­gungs­vor­be­halts nicht der Ein­wil­li­gung des Betreu­ers, wenn die Wil­lens­er­klä­rung dem Betreu­ten ledig­lich einen recht­li­chen Vor­teil bringt. Weder eine Anhö­rungs­rü­ge noch eine etwai­ge Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gehö­ren jedoch zu sol­chen Wil­lens­er­klä­run­gen, weil deren Ein­le­gung mit einem Kos­ten­ri­si­ko nach § 154 Abs. 2 VwGO ver­bun­den ist 1. Vor­schrif­ten des öffent­li­chen Rechts, die die Antrag­stel­le­rin hin­sicht­lich des hier in Rede ste­hen­den Rechts­be­helfs als hand­lungs­fä­hig aner­ken­nen, sind nicht ersicht­lich.
Mit­hin hät­te die Antrag­stel­le­rin zur wirk­sa­men Ein­le­gung des Rechts­be­helfs (hier: der Anhö­rungs­rü­ge) der Ein­wil­li­gung ihres Betreu­ers bedurft (§ 1903 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB). Die­ser hat weder eine ent­spre­chen­de Ein­wil­li­gung erteilt noch erklärt, dass er inso­weit zustim­me. Obwohl die Antrag­stel­le­rin hin­sicht­lich der Ein­le­gung einer Anhö­rungs­rü­ge und einer etwai­gen Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nicht pro­zess­fä­hig ist, begrün­det deren Ein­le­gung ein begrenz­tes Pro­zess­rechts­ver­hält­nis, in dem das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt eine Ent­schei­dung über die Zuläs­sig­keit mit der sich aus § 154 VwGO erge­ben­den Kos­ten­fol­ge zu tref­fen hat 2.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 1. Sep­tem­ber 2015 – 5 C 372015 -
vgl. BVerwG, Beschluss vom 26.01.1996 – 5 B 219.95, Buch­holz 310 § 62 VwGO Nr. 24 S. 2[↩]