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Timestamp: 2016-10-20 21:30:45
Document Index: 131622873

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine']

8C_721/2011 (11.11.2011)
8C_721/2011
vertreten durch Rechtsanwalt Marc Hofer,
Der 1969 geborene M.________ arbeitete als Chauffeur bei der Firma X.________ AG und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 30. Juli 2007 wurde er auf einer Baustelle zwischen dem Beton-Fahrmischer und einem Umschlagger�t eingeklemmt. Das Kantonsspital A.________, wo er vom 30. Juli bis 20. August 2007 weilte, diagnostizierte im Austrittsbericht vom 28. August 2007 ein stumpfes Thoraxtrauma mit H�mothorax rechts, Pneumomediastinum und Rippenserienfrakturen (1. bis 5. Rippe rechts dorsal, 3. bis 4. Rippe rechts ventral, 2. Rippe links dorsal); Verdacht auf eine Plexusl�sion linksseitig mit/bei axonaler L�sion N. musculocutaneus mit Bizepsschw�che und axonaler L�sion N. ulnaris links; Lungenembolie rechts. Die SUVA erbrachte Heilbehandlung und Taggeld. Ab 1. Juni 2008 arbeitete der Versicherte versuchsweise bei der Firma Y.________ und war bei der SUVA obligatorisch unfallversichert; am 10. Juni 2008 verunfallte er mit dem Beton-Fahrmischer, wobei er k�rperlich unverletzt blieb. Die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS) diagnostizierte im f�r die IV-Stelle Thurgau erstellten Gutachten vom 12. April 2010 unter anderem eine schwere depressive St�rung im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsst�rung. Mit Verf�gung vom 15. Mai 2010 sprach die SUVA dem Versicherten f�r die organisch bedingten Folgen des Unfalls vom 30. Juli 2007 ab 1. Juli 2010 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunf�higkeit von 22 % zu; die psychischen St�rungen seien nicht ad�quat unfallkausal. Seine Einsprache wies sie mit Entscheid vom 23. November 2010 ab, wobei sie erg�nzte, der Unfall vom 10. Juni 2008 gen�ge im Rahmen der Gesamtw�rdigung nicht, um die Unfallad�quanz des psychischen Leidens zu bejahen.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 13. Juli 2011 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte die Aufhebung des kantonalen Entscheides und die Zusprechung einer vollen Invalidenrente ab 1. Juli 2010; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen; f�r das bundesgerichtliche Verfahren sei ihm die unentgeltliche Prozessf�hrung zu gew�hren. Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgef�hrt.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft es grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht offensichtlich sind (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 133 I 249 E. 1.4.1 S. 254).
Streitig und zu beurteilen ist, ob die psychischen Beschwerden des Versicherten ad�quat kausal auf seine Unf�lle vom 30. Juli 2007 und 10. Juni 2008 zur�ckzuf�hren sind.
2.1 Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) sowie die erforderliche Ad�quanz des Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116) und psychischer Sch�digung nach einem Schreckereignis (BGE 129 V 177) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.2 Weiter erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, der Unfall vom 30. Juli 2007 sei nicht als schwer zu qualifizieren. Ob ein mittelschweres Ereignis im engeren Sinn oder im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen vorliege, k�nne offen bleiben. Das Ad�quanzkriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen sei nicht oder h�chstens knapp erf�llt; keinesfalls sei es in ausgepr�gter Weise gegeben. Die weiteren sechs Ad�quanzkriterien seien nicht erf�llt. Damit habe die SUVA den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 30. Juli 2007 und den nat�rlich-unfallkausalen psychischen Einschr�nkungen zu Recht verneint. Hinsichtlich des Unfalls vom 10. Juni 2008 berufe sich der Versicherte auf ein Schreckereignis. Dieses Ereignis sei indessen nicht geeignet gewesen, einen ausserordentlichen psychischen Schock zu verursachen, selbst wenn es nachvollziehbar erscheine, dass die Eindr�cklichkeit des Unfalls f�r den Versicherten im Nachgang zu demjenigen vom 30. Juli 2007 erh�ht gewesen sei. Die SUVA habe daher die ad�quate Unfallkausalit�t der psychischen Beschwerden zu Recht verneint.
Zu pr�fen ist als Erstes die ad�quate Unfallkausalit�t zwischen dem Unfall vom 30. Juli 2007 und den psychischen Beschwerden des Versicherten. Die Vorinstanz hat zu Recht BGE 115 V 133 angewandt, was unbestritten ist. F�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs kann je nach den konkreten Umst�nden ein einziges der sieben Ad�quanzkriterien gen�gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium gen�gen, wenn es in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so m�ssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden (BGE 115 V 133 E. 6c S. 140 f.; Urteil 8C_991/2009 vom 6. Mai 2010 E. 4.3 f.).
Im Lichte dieser Rechtsprechung ist der Einwand des Versicherten berechtigt, die Vorinstanz habe nicht offen lassen d�rfen, ob der Unfall vom 30. Juli 2007 als mittelschwer im engeren Sinn oder an der Grenze zu den schweren Ereignissen zu taxieren und ob das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen erf�llt sei.
4.1 Zu kl�ren ist somit die Schwere des Unfalls vom 30. Juli 2007. Dies ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien, die bei der Pr�fung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen Beachtung finden; dies gilt etwa f�r die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzog, aber auch f�r - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls zu pr�fende - �ussere Umst�nde, wie eine allf�llige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall f�r andere Personen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil 8C_82/2011 vom 9. Juni 2011 E. 7.1).
Die Rechtsprechung hat folgende Ereignisse als mittelschwere Unf�lle, die aber nicht zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen sind, qualifiziert: Die versicherte Person wurde zwischen einen beladenen gekippten Gabelstapler und einen Stahltr�ger eingequetscht (Urteil 8C_806/2009 vom 15. Januar 2010 E. 4.1.2 [mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich]); sie wurde zwischen einem Traktor und einem Maish�cksler eingeklemmt (Urteil 8C_981/2009 vom 18. Dezember 2009 Sachverhalt lit. A. und E. 4.2); sie stand zwischen einer Steins�ge und einem an einem Kran h�ngenden, schwankenden Bagger, als dieser sie touchierte und zweimal - im Bereich der rechten Schulter und des Brustkorbes - gegen die Steins�ge dr�ckte (Urteil 8C_387/2007 vom 25. Februar 2008 Sachverhalt lit. A. und E. 5.2); sie wurde auf einem Lastwagenanh�nger eingeklemmt, als acht schwere Schalungselemente von 2,5 m L�nge, 2 m Breite und 10 cm Durchmesser gegen bereits geladene Elemente kippten; sie konnte nach sechs Minuten unter Zuhilfenahme eines Krans befreit werden (Urteil U 38/89 vom 13. November 1989 E. 8a).
4.2 Im Polizeirapport vom 9. Oktober 2007 wurde zum Hergang des Unfalls vom 30. Juli 2007 Folgendes festgehalten: W�hrend sich der Versicherte hinter dem Lastwagen befunden habe und Abladen habe wollen, sei dieser r�ckw�rts gerollt. Er sei zwischen Lastwagen und Umschlagger�t eingeklemmt worden. Aufgrund der Ermittlungen sei davon auszugehen, dass die Feststellbremse nicht angezogen gewesen und der Lastwagen auf dem leicht abfallenden Gel�nde ins Rollen geraten sei. K.________ gab gegen�ber der Polizei als Auskunftsperson an, zwischen dem Lastwagen und dem Umschlagger�t habe ein Abstand von ca. 50 cm bestanden. Der Versicherte sei ausgestiegen und nach hinten gekommen. Der Lastwagenmotor sei gelaufen. Der Versicherte habe hinten an den Schaltern hantiert; es sei nichts geschehen. Der Versicherte habe sich gegen die Lastwagenmitte gekehrt und es noch einmal probiert. Er (K.________) habe pl�tzlich bemerkt, dass der Lastwagen r�ckw�rts rolle, und habe dies dem Versicherten zu gerufen. Dieser sei nerv�s geworden und habe versucht, wegzurennen. Es habe nicht mehr gereicht und er sei eingeklemmt worden. G.________ gab als Auskunftsperson an, ein Kollege habe geschrieben, der Versicherte sei eingeklemmt und ob jemand Lastwagen fahren k�nne. Er sei sofort zur Unfallstelle gelaufen. Der Kollege habe ihm gesagt, er m�sse den Lastwagen wegfahren. Der Lastwagenmotor sei gelaufen. Er sei eingestiegen und weggefahren.
Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass der Lastwagen aufgrund der geringen Distanz von ca. 50 cm zum Umschlagger�t beim Zur�ckrollen keine grosse Geschwindigkeit entwickeln konnte. Auch wenn durch das Gewicht des Lastwagens zweifellos eine nicht geringe Energie auf den Versicherten einwirkte, ist der Unfall im Lichte der dargelegten Rechtsprechung (E. 4.1 hievor) h�chstens als mittelschwer im mittleren Bereich zu qualifizieren. Eine Zuordnung zum mittleren Bereich an der Grenze zu den schweren Unf�llen l�sst sich entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers nicht rechtfertigen. Sein Argument, der Unfall habe t�dliches Potential gehabt, ist beim Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit zu pr�fen (E. 5.1 hienach; vgl. Urteile 8C_806/2009 E. 4.1.3, 8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.1 und U 439/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2.2). Die ad�quate Unfallkausalit�t des psychischen Gesundheitsschadens kann somit nur bejaht werden, wenn drei der sieben Ad�quanzkriterien erf�llt sind oder eines besonders ausgepr�gt vorliegt (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 [8C_897/2009]; Urteil 8C_198/2011 vom 9. August 2011 E. 7).
Der Versicherte beruft sich auf die zwei Kriterien der besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls vom 30. Juli 2007 und der k�rperlichen Dauerschmerzen als Folge desselben.
5.1 Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls erf�llt ist, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgef�hls des Versicherten. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen, die somit noch nicht f�r eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (nicht publ. E. 3.5.1 des Urteils BGE 137 V 199). Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet (Urteil 8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.1). Der nachfolgende Heilungsprozess ist irrelevant (Urteil 8C_456/2011 vom 11. Juli 2011 E. 6.3). Vorliegend ist zu beachten, dass der Versicherte gem�ss dem MEDAS-Gutachten vom 12. April 2010 �ber eine Amnesie betreffend den Unfall vom 30. Juli 2007 berichtete; er kenne ihn nur aufgrund des sp�teren Berichts des Kranf�hrers, der neben ihm gestanden sei. Im Gutachten eines �rztlichen Begutachtungsinstituts vom 11. Januar 2011 wurde ebenfalls festgestellt, der Versicherte k�nne sich an den Unfallhergang nicht erinnern. Hiervon ging auch die Vorinstanz aus, was der Versicherte letztinstanzlich nicht bestreitet. Dem Kriterium der Begleitumst�nde/Eindr�cklichkeit kann daher nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden, wie wenn eine ungetr�bte Erinnerung an den Unfall und die damit verbundenen Begleitumst�nde gegeben w�re. Dem steht nicht entgegen, dass nicht auf das subjektive Erleben des Unfallgeschehens, sondern auf dessen objektive Eignung, bei den Betroffenen psychische Beeintr�chtigungen auszul�sen, abzustellen ist. Das Kriterium ist daher nicht erf�llt (vgl. nicht publ. E. 3.5.1 des Urteils BGE 137 V 199 mit Hinweisen; Urteile 8C_389/2011 vom 7. Oktober 2011 E. 8.3 und U 334/03 vom 15. November 2004 E. 3.2). Dies gilt unter den gegebenen Umst�nden selbst dann, wenn - wie der Versicherte geltend macht - davon ausgegangen wird, der Unfall h�tte auch t�dlich ausgehen k�nnen.
5.2 Die Vorinstanz erwog, das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen sei, wenn �berhaupt, jedenfalls nicht ausgepr�gt erf�llt. Der Versicherte legt dar, dieses Kriterium sei zu bejahen. Umst�nde, die den Schluss nahe legen w�rden, es sei besonders ausgepr�gt gegeben, bringt er indessen nicht vor und sind aufgrund der Akten auch nicht ersichtlich. Letztlich kann demnach offen bleiben, ob es �berhaupt erf�llt ist, da es f�r sich allein in einfacher Form nicht zur Bejahung der Ad�quanz zwischen dem Unfall vom 30. Juli 2007 und den psychischen Beschwerden f�hren kann (E. 4.2 in fine hievor).
Zu pr�fen ist schliesslich, ob der Beschwerdef�hrer im Rahmen des Ereignisses vom 10. Juni 2008, bei dem er k�rperlich unverletzt blieb, einem aussergew�hnlichen Schreckereignis ausgesetzt war.
6.1 Die Annahme eines Unfalls im Rechtssinne setzt voraus, dass es sich um ein aussergew�hnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden Vorfall ausgel�st werden und in ihrer �berraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch St�rung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie L�hmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. Diese Rechtsprechung wurde wiederholt best�tigt und dahingehend pr�zisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgr�sse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist. Zugleich wurde relativierend, unter Bezugnahme auf den massgeblichen Unfallbegriff (BGE 118 V 59 E. 2b S. 61 und 283 E. 2a; ferner BGE 122 V 230 E. 1 S. 232), betont, dass sich das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit definitionsgem�ss nicht auf die Wirkung des �usseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, weshalb nicht von Belang sein k�nne, wenn der �ussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 129 V 177 E. 2.1 S. 179; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2 [U 548/06]). An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgel�st haben, an die Aussergew�hnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schock sind strenge Anforderungen zu stellen (SVR 2009 UV Nr. 20 S. 75 E. 2.2 [8C_533/2008]). Nach der Rechtsprechung besteht die �bliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgem�ss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate �berwunden wird (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5). Die Ad�quanz zwischen einem Schreckereignis ohne k�rperliche Verletzung und den nachfolgend aufgetretenen psychischen St�rungen ist nach der allgemeinen Formel (gew�hnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen (BGE 129 V 177 E. 4.2 S. 184 f.; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 120 E. 5.3 in fine [8C_537/2009]; Urteil 8C_159/2011 vom 11. Juli 2011 E. 4.1 f.).
6.2 Aufgrund des Polizeirapports vom 27. Juni 2008 spielte sich das Ereignis vom 10. Juni 2008 wie folgt ab: Der Versicherte habe mit dem Betonmischer eine ca. 3.10 Meter breite Kiesstrasse befahren. Mit den rechten R�dern sei er langsam aber kontinuierlich nach rechts �ber den Fahrbahnrand hinaus geraten. Dabei seien die Reifen in einen parallel zur Fahrbahn fliessenden, mit Gras �berwachsenen Entw�sserungsgraben geraten. In der Folge sei der Lastwagen ohne vorangehende Kollision rechts auf die Seite gekippt. Der Versicherte habe sich anschliessend selbstst�ndig via das Fahrerfenster aus dem umgekippten Lastwagen retten k�nnen.
Als typische Schreckereignisse im Rechtssinne sind etwa Brand- oder Erd- bzw. Seebebenkatastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugungl�cke, eine schwere Autokollision, ein Br�ckeneinsturz, ein Bombenabwurf, ein verbrecherischer �berfall oder eine sonstige pl�tzliche Todesgefahr zu nennen (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 35 E. 4.1 [8C_584/2010]; Urteil 8C_387/2007 E. 5.2.1). Verneint wurde im Rahmen dieser Rechtsprechung die ad�quate Kausalit�t zwischen psychischen Beschwerden und einem Unfall, bei dem die versicherte Person aus der F�hrerkabine eines umkippenden Baggers sprang (Urteil 8C_720/2007 vom 3. September 2008 E. 7.3). Dem Unfall des Versicherten vom 10. Juni 2008 ist zwar eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abzusprechen, und es ist auch nachvollziehbar, dass er ihn - angesichts seines fr�heren Unfalls vom 30. Juli 2007 - subjektiv als bedrohlich empfand. Dennoch kann das Ereignis nach allgemeiner Lebenserfahrung - auch unter Ber�cksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten - nicht als Schreckereignis im Rechtssinne qualifiziert werden.
Rechtsanwalt Marc Hofer, Wil SG, wird als unentgeltlicher Anwalt des Beschwerdef�hrers bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.