Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%20176/77
Timestamp: 2020-01-25 20:03:46
Document Index: 303213069

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 20', '§ 181', '§ 339', '§ 4', '§ 181', '§ 339', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1']

BFH, 19.12.1979 - I R 176/77 - dejure.org
https://dejure.org/1979,245
BFH, 19.12.1979 - I R 176/77 (https://dejure.org/1979,245)
BFH, Entscheidung vom 19.12.1979 - I R 176/77 (https://dejure.org/1979,245)
BFH, Entscheidung vom 19. Dezember 1979 - I R 176/77 (https://dejure.org/1979,245)
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EStG § 4 Abs. 4, § 20 Abs. 1 Nr. 1; BGB §§ 181, 723, 1909; HGB §§ 339, 340
EStG §§ 4, 20; BGB §§ 181, 723, 1909; HGB §§ 339, 340
Abzugsfähigkeit von Gewinnanteilen stiller Gesellschafter als Betriebsausgaben bei Verträgen zwischen Eltern und Kindern
Abzugsfähigkeit von Gewinnanteilen - Stiller Gesellschafter - Betriebsausgaben - Vertrag zwischen Eltern und Kindern
BFHE 129, 475
DB 1980, 1051
BStBl II 1980, 242
Nach ständiger Rechtsprechung bedürfen langfristige Ausleihungen, zu denen jedenfalls Kredite mit einer Laufzeit von mehr als 4 Jahren zu rechnen sind, auch bei günstigen Vermögensverhältnissen des Darlehensnehmers im Zeitpunkt der Kreditgewährung grundsätzlich einer werthaltigen und den Kapitalstamm umfassenden verkehrsüblichen Besicherung (BFH-Urteile vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242; in BFHE 163, 49, BStBl II 1991, 291; vom 18. Dezember 1990 VIII R 290/82, BFHE 163, 423, BStBl II 1991, 391;… vom 29. Juni 1993 IX R 44/89, BFH/NV 1994, 460).
aa) Insbesondere kann die Vereinbarung eines gewinnabhängigen Darlehensentgelts eine solche Ausnahme nicht begründen (ständige Rechtsprechung;… vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 1990, 163; in BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242; in BFHE 163, 49, BStBl II 1991, 291).
Bereits in seinem Urteil in BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242 hat der BFH ausgesprochen, daß eine langfristige Kapitalhingabe ohne Bestellung von Sicherheiten im Rahmen einer stillen Beteiligung zwischen Fremden unüblich ist.
Gegenteiliges ergebe sich nicht aus dem Vertrauen auf das "Negativattest" des Amtsgerichts (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242).
Selbst wenn das Schreiben wie eine Entscheidung des Vormundschaftsgerichts als Negativattest gewertet würde, wird hierdurch die Wirksamkeit des Vertrages nicht beeinflußt (vgl. den Sachverhalt und Nr. 1 der Entscheidungsgründe des BFH-Urteils in BFHE 129, 475, 478, BStBl II 1980, 242; ferner Bundesgerichtshof - BGH -, Urteil vom 30. November 1965 V ZR 58/63, BGHZ 44, 325).
In der bisherigen Rechtsprechung finden sich als solche Kriterien etwa --ohne dass dies allerdings in jedem Falle die Anerkennung des Vertragsverhältnisses zur Folge gehabt hätte-- die ausdrückliche Erwähnung der beabsichtigten Unternehmensnachfolge im Gesellschaftsvertrag (BFH-Urteile vom 17. Oktober 1951 IV 83/50 U, BFHE 55, 548, BStBl III 1951, 223; in BFHE 113, 361, BStBl II 1975, 34; vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242;… in BFH/NV 1986, 327) oder die bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestehende hauptberufliche Mitarbeit des Kindes im Unternehmen (BFH-Urteil in BFHE 115, 232, BStBl II 1975, 569).
Wird ihnen nicht genügt, so kann sich daraus ergeben, daß das Gesellschaftsverhältnis im ganzen, dem Grunde nach, nicht berücksichtigt wird oder daß nur der Vereinbarung über die Gewinnverteilung nicht zu folgen ist (BFH-Entscheidungen vom 22. August 1951 IV 246/50 S, BFHE 55, 449, BStBl III 1951, 181; vom 29. Mai 1972 GrS 4/71, BFHE 106, 504, BStBl II 1973, 5; vom 20. Februar 1975 IV R 62/74, BFHE 115, 232, BStBl II 1975, 569; vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242).
In diesem Zusammenhang ist danach zu fragen, ob auch ein Dritter sich unter den gegebenen Verhältnissen mit einer Einlage an der KG beteiligt hätte, wie dies die Kinder des Klägers mit den ihnen zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Mitteln getan hatten (vgl. BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242).
Werden die einzulegenden Mittel dem Kinde durch den Geschäftsinhaber oder durch einen Dritten unter der Auflage gewährt, sie für die Einlage in der stillen Gesellschaft zu verwenden, ist das Geschäft wegen der mit dieser Auflage verbundenen Handlungspflicht für das Kind nicht allein rechtlich vorteilhaft, so daß die Bestellung eines Pflegers erforderlich wird (vgl. BFH-Urteile vom 28. November 1973 I R 101/72, BFHE 111, 85, BStBl II 1974, 289; vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242; Beschluß des Bayerischen Obersten Landesgerichts - BayObLG - vom 22. Mai 1974 2 Z 20/84, Der Deutsche Rechtspfleger - Rpfleger - 1974, 309).
Wie andere vertragliche Vereinbarungen, kann auch die Eingehung einer stillen Gesellschaft zwischen Familienangehörigen steuerlich nur Berücksichtigung finden, wenn die Vereinbarung in der gesetzlich vorgeschriebenen Form zustandegekommen ist und sowohl nach ihrer Gestaltung als auch nach ihrer Durchführung dem zwischen Fremden Üblichen entspricht (BFH-Urteile vom 20. Februar 1975 IV R 62/74, BFHE 115, 232, BStBl II 1975, 569; vom 8. August 1974 IV R 101/73, BFHE 113, 361, BStBl II 1975, 34; vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242).
Der Unterbeteiligungsvertrag mit den damals noch minderjährigen Klägern zu 2 und 3 wurde insbesondere unter Mitwirkung eines Pflegers (§ 1.909 des Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB -) geschlossen (vgl. BFH-Urteil vom 19. Dezember 1979 I R 176/77, BFHE 129, 475, BStBl II 1980, 242), notariell beurkundet (vgl. BFH-Urteil vom 8. März 1984 I R 31/80, BFHE 141, 158, BStBl II 1984, 623) und vormundschaftsgerichtlich genehmigt (§§ 1.643 Abs. 1, 1.822 Nr. 3 BGB).
BFH, 27.10.1982 - I R 173/79