Source: http://netzwerk-regenbogen.de/akwass200402.html
Timestamp: 2020-05-29 09:00:58
Document Index: 208211547

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

BUND fordert schnelle Bergung des Atommülls aus Asse II______________________________________
Berlin (LiZ). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die "schnellstmögliche" Bergung des Atommülls aus dem sogenannten Versuchs-Endlager Asse II. Im Jahr 2008 hatte der seit 2005 amtierende Atom-Minister Sigmar Gabriel eingestanden, daß Asse II die "problematischste Nuklearanlage in ganz Europa" sei. Doch erst 2010 versprach er die Bergung des Atommülls. Und zehn weitere Jahre verstrichen, bis die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am 27. März ein 146-seitiges Konzept für die Bergung vorlegte. Der BUND hat nun seinerseits ein von unabhängigen Fachleuten erarbeitetes Positionspapier zum Umgang mit dem Atommüll vorgelegt.
Nach Ansicht des BUND findet ein "ein Wettlauf mit der Zeit statt" - von der "Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt". Tatsächlich jedoch ist ein Behörden-Mikado zu beobachten, das bekanntlich nach der Regel gespielt wird: "Wer sich zuerst bewegt, hat verloren." An diesem Spiel beteiligt sind unter anderen die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und das niedersächsische "Umwelt"-Ministerium (NMU). Nach Messung von erhöhten Radioaktivitätswerten in einer der unterirdischen Kammern von Asse II hatte das BASE im März 2017 die BGE aufgefordert, "Maßnahmen zur Ursachenermittlung" zu ergreifen. Das BGE reichte einen entsprechenden Antrag beim BASE ein, zog ihn aber schon kurz darauf wieder zurück. Ein Jahr darauf stellte die BGE beim NMU den Antrag auf Installation einer Kamera zur Inspizierung der betreffenden Kammer. Das NMU erklärte zu diesem BGE-Antrag, der im September 2018 hereinflatterte, nötig seien "vollständige und zeitnah eingereichte" Unterlagen. Wiederum ein Jahr später, 2019, reichte die BGE eine überarbeitete Antragsunterlage ein. Die BGE verwies auf Gesetzesänderungen, die berücksichtigt werden müßten.
"Die Asse ist einer der größten Atomskandale. Die damals politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen haben dort gegen jede Vernunft und ohne unabhängige wissenschaftliche Expertise leicht- und mittelradioaktiven Strahlenmüll eingelagert," erklärt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. "Das BUND-Papier belegt klar: Schnelles Handeln unter größtmöglichen Sicherheitsstandards und Strahlenschutz­anforderungen ist zwingend erforderlich."