Source: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/Prospekte/Vermoegensanlagen/Prospektarten/prospektarten_node.html;jsessionid=E32BA644CAC81563DC25EBD867538C1F.2_cid298
Timestamp: 2018-05-22 13:43:53
Document Index: 334386391

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 11', '§ 10', '§ 11', '§ 7', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 8', '§ 11', '§ 8']

BaFin - Prospektarten und Nachträge
Prospektarten und Nachträge
Grundsätzlich muss der bei der BaFin zu übermittelnde und zu veröffentlichende Vermögensanlagen-Verkaufsprospekt alle nach der Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung (VermVerkProspV) geforderten Angaben enthalten (vollständiger Verkaufsprospekt), es sei denn einzelne Angebotsbedingungen können erst kurz vor dem öffentlichen Angebot festgesetzt werden (unvollständiger Verkaufsprospekt).
Der "vollständige" Verkaufsprospekt
Der "unvollständige" Verkaufsprospekt
Nachzutragende Angaben nach § 10 VermAnlG
Der Nachtrag nach § 11 VermAnlG
Veröffentlichung der nachzutragenden Angaben nach § 10 VermAnlG und des Nachtrags nach § 11 VermAnlG
Um eine zügige Bearbeitung durch die BaFin zu gewährleisten, sollte der Verkaufsprospekt dem bei der BaFin zuständigen Referat WA 54, Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt, auf dem normalen Postweg in dreifacher Ausfertigung (einschließlich einer Textfassung auf CD-ROM) oder über das MVP Portal übermittelt werden. Eine Telefaxhinterlegung (Fax-Nummer 0228-4108-63110) reicht lediglich zur Auslösung der Prüfungsfrist aus, wenn innerhalb von drei Werktagen ein originalunterzeichnetes Exemplar des Prospektes bei der BaFin nachgereicht wird.
Im Folgenden werden die einzelnen Prospektarten kurz dargestellt:
Der "vollständige" Verkaufsprospekt im Sinne des § 7 VermAnlG ist in der Regel der Prospekt für das einmalige öffentliche Angebot einer bestimmten Vermögensanlage. Da die einzelnen Angebotsbedingungen schon festgelegt werden können, sind alle Angaben in den Verkaufsprospekt aufzunehmen.
Der "unvollständige" Verkaufsprospekt im Sinne des § 10 VermAnlG schafft in der Regel das Gerüst für das Angebot vieler gleich strukturierter Vermögensanlagen, bei der einzelne Angebotsbedingungen noch nicht festgesetzt werden können. Diese Prospektform ist grundsätzlich eher für den Bereich der Namensschuldverschreibungen denkbar. Auf Grund des unvollständigen Verkaufsprospektes können noch keine Vermögensanlagen angeboten werden. Dafür muss der Verkaufsprospekt erst mit einem Nachtrag nach § 10 VermAnlG vervollständigt werden.
Die nachzutragenden Angaben nach § 10 VermAnlG ergänzen den "unvollständigen" Verkaufsprospekt um die fehlenden Angaben. Dabei handelt es sich in der Regel z.B. um Angaben zum Volumen, zur Verzinsung, zum Beginn des öffentlichen Angebotes oder ähnliche Angaben. Die Angaben müssen nach § 10 Satz 2 VermAnlG spätestens am Tag des öffentlichen Angebotes veröffentlicht werden. Die nachzutragenden Angaben sind der BaFin nach § 10 Satz 3 VermAnlG spätestens am Tag ihrer Veröffentlichung zu übermitteln. Gemäß § 8b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 10 HGB ist der Anbieter zusätzlich verpflichtet, die Daten der Veröffentlichung an das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) zu übermitteln.
Nach § 11 Abs. 1 Satz 1 VermAnlG ist jeder wichtige neue Umstand oder jede wesentliche Unrichtigkeit in Bezug auf die im Verkaufsprospekt enthaltenen Angaben, die die Beurteilung der Vermögensanlagen oder des Emittenten beeinflussen könnten und die nach der Billigung des Prospekts und während der Dauer des öffentlichen Angebots auftreten oder festgestellt werden, in einem Nachtrag zum Verkaufsprospekt zu veröffentlichen.
Die nachzutragenden Angaben und die gebilligten Nachträge sind unverzüglich zu veröffentlichen. Hierfür bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Zum einen können die Änderungen auf der Internetseite des Anbieters und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Zum anderen können die Änderungen auch auf der Internetseite des Anbieters veröffentlicht und bei den im Verkaufsprospekt benannten Zahlstellen zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten werden; dies ist im Bundesanzeiger bekanntzumachen. In beiden Fällen teilen Sie der BaFin unverzüglich schriftlich den Ort und das Datum der Veröffentlichung mit.
Gemäß § 8b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 10 HGB ist der Anbieter zusätzlich verpflichtet, die Daten der Veröffentlichung an das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) zu übermitteln.
geändert am 17.03.2017
Webcode https://www.bafin.de/dok/7851824