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Timestamp: 2016-10-25 03:14:00
Document Index: 242785855

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 43', 'Art. 109', 'Art. 65', 'Art. 64', 'Art. 66']

8C_982/2012 (26.03.2013)
Die 1964 geborene S.________ hatte in den Jahren 1980 bis 1982 in �sterreich eine kaufm�nnische Lehre mit dem F�higkeitsausweis abgeschlossen. Als Mutter dreier 1983, 1991 und 1992 geborener Kinder war sie in der Folge l�ngere Zeit nicht erwerbst�tig. Am 8. Januar 2010 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Nach Abkl�rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verh�ltnisse, namentlich nach Einholung eines Gutachtens der Frau Dr. med. B.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 25. Januar 2012 und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle des Kantons Thurgau das Leistungsbegehren ab mit der Begr�ndung, S.________ sei nach sozialversicherungsrechtlichen Kriterien in der angestammten T�tigkeit und in anderen Besch�ftigungen stets zu 100 % arbeitsf�hig gewesen und dies treffe auch weiterhin zu (Verf�gung vom 30. Mai 2012).
S.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, die Sache sei zur Anordnung zus�tzlicher medizinischer Abkl�rungen, namentlich zur Einholung eines neuen unabh�ngigen psychiatrischen Gutachtens, an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, es seien berufliche Massnahmen in der Form von Berufsberatung und allenfalls Umschulung, mindestens aber in der Form einer Integrationsmassnahme, zu gew�hren, und es sei r�ckwirkend ab Ablauf der Wartefrist von einem Jahr bis zum Antritt der beruflichen Massnahmen eine ganze Invalidenrente auszurichten. Ferner wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Der Eingabe liegt ein Bericht des Dr. med. C.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4. Dezember 2012 bei.
Im angefochtenen Entscheid werden die f�r die Beurteilung wesentlichen Rechtsgrundlagen unter Ber�cksichtigung der intertemporalrechtlichen Fragen, die sich aufgrund der am 1. Januar 2004 und 1. Januar 2008 im Rahmen der 4. und 5. IV-Revision erfolgten Rechts�nderungen stellen (vgl. Urteil 8C_829/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 2.1 mit Hinweisen), zutreffend wiedergegeben. Dies gilt namentlich f�r die Bestimmungen und Grunds�tze zum Begriff der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 ATSG [in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG]), insbesondere bei psychischen Gesundheitssch�den (BGE 132 V 65 E. 3.4 S. 69; 131 V 49 E. 1.2 S. 50; 130 V 396, je mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.1 In W�rdigung der medizinischen Unterlagen, namentlich der Expertise der Frau Dr. med. B.________ vom 25. Januar 2012, gelangt die Vorinstanz zum Schluss, die Beschwerdef�hrerin habe zu keinem Zeitpunkt an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden gelitten. Deshalb habe die IV-Stelle einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint.
3.2.1 Die Tatsachenfeststellungen des kantonalen Gerichts, vorliegend insbesondere die aus den medizinischen Akten gewonnene Erkenntnis, wonach eine 100%ige Arbeitsf�higkeit (sowohl in der angestammten Besch�ftigung als kaufm�nnische Angestellte als auch in anderen Erwerbsbereichen) bestehe, ist im letztinstanzlichen Prozess grunds�tzlich verbindlich. Im Rahmen der eingeschr�nkten Sachverhaltskontrolle (Art. 97 Abs. 1 BGG) ist es nicht Aufgabe des Bundesgerichts, die schon im vorinstanzlichen Verfahren im Recht gelegenen medizinischen Berichte neu zu w�rdigen und die rechtsfehlerfreie Sachverhaltsfeststellung des kantonalen Gerichts hinsichtlich des aus medizinischer Sicht nicht eingeschr�nkten Leistungsverm�gens und des Ausmasses der verbleibenden Arbeitsf�higkeit zu korrigieren (E. 1 hiervor).
3.2.3 Die Kritik der Versicherten am Gutachten der Frau Dr. med. B.________ ist nicht stichhaltig. Die Expertin st�tzt sich auf eine vollst�ndige Anamnese und eigene Untersuchungen. Ihre Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und �berzeugend. Der Einwand, sie sei befangen, weil sie der Beschwerdef�hrerin "alle schlechten Charaktereigenschaften" vorwerfe, ist unhaltbar. Im Gutachten wird in sachlicher Art und Weise er�rtert, dass und aus welchen Gr�nden auf eine neurotische Entwicklung mit Akzentuierung histrionisch-infantiler sowie dependenter Pers�nlichkeitsz�ge zu schliessen sei, aber zu keiner Zeit die ICD-10-Kriterien einer Pers�nlichkeitsst�rung erf�llt gewesen seien. Im Gegensatz zu den abweichenden Einsch�tzungen der behandelnden �rzte der Akut-Tagesklinik Kreuzlingen und des Externen Psychiatrischen Dienstes Frauenfeld setzt sie sich ausf�hrlich mit der Frage auseinander, ob den akzentuierten Pers�nlichkeitsz�gen und der depressiven Reaktion Krankheitswert zukomme, und sie l�sst keine invalidit�tsfremden Gr�nde in ihre Beurteilung einfliessen. Die Vorinstanz durfte deshalb in antizipierter Beweisw�rdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94) - ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz zu verstossen (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. auch Art. 43 Abs. 1 ATSG) - auf weitere medizinische Abkl�rungen verzichten, weil davon keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten waren.
3.3 Die Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift sind allesamt nicht geeignet, die Sachverhaltsfeststellung des kantonalen Gerichts als offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig erscheinen zu lassen. Mangels gesundheitlich bedingter Arbeitsunf�higkeit besteht weder Anspruch auf Integrations- oder Eingliederungsmassnahmen noch auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegr�ndet, weshalb sie im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt wird.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG). Das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege (im Sinne der vorl�ufigen Befreiung von Gerichtskosten und der unentgeltlichen Verbeist�ndung) wird infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Die unterliegende Beschwerdef�hrerin hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).