Source: http://www.legalprofession.uni-koeln.de/13537.html
Timestamp: 2017-08-17 17:30:01
Document Index: 239731397

Matched Legal Cases: ['Art. 45', 'Art. 45', 'Art. 45', 'Art 45', 'EuG', 'de lege lata']

Europäisches Anwalts- und Notarrecht, Dokumentationszentrum: Tätigkeitsberichte
Auf den Fol­gen­den Sei­ten kön­nen Sie die jähr­lich im Mai er­stell­ten Tä­tig­keits­be­rich­te zu den For­schungs­vor­ha­ben und der Vor­trags- und Ser­vice­tä­tig­keit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ein­se­hen.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2007/Mai 2008
Nach­dem im letz­ten Jahr die uni­ver­si­tä­re Ju­ris­ten­aus­bil­dung einen wich­ti­gen For­schungs­block des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums aus­mach­te, wurde im Be­richts­zeit­raum pri­mär die post-uni­ver­si­tä­re be­rufs­prak­ti­sche Aus­bil­dung in aus­län­di­schen Rechts­ord­nun­gen un­ter­sucht, um in die­sem Be­reich Er­kennt­nis­se für die ak­tu­el­le Dis­kus­si­on hier­zu­lan­de zu ge­win­nen. Einen Über­blick über die eu­ro­päi­schen Ent­wick­lun­gen gab Ki­li­an an­läss­lich einer Ta­gung der deut­schen Rich­ter­aka­de­mie in Wus­trau im Ok­to­ber 2007.
Das aus­län­di­sche An­walts­ge­sell­schafts­recht bil­de­te im Be­richts­zeit­raum 2007/2008 einen Schwer­punkt der For­schung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums. Mit be­son­de­rer Auf­merk­sam­keit wur­den die Neue­run­gen in Fra­gen der Mul­ti­dis­zi­pli­na­ri­tät und ex­ter­nen Ka­pi­tal­be­tei­li­gung in Eng­land und Wales, Dä­ne­mark und Aus­tra­li­en ver­folgt. In­wie­weit For­schung im aus­län­di­schen An­walts­recht für deut­sche Ent­wick­lun­gen nutz­bar ge­macht wer­den kann, il­lus­triert der Vor­trag von Hens­s­ler an­läss­lich der Eu­ro­päi­schen Kon­fe­renz der BRAK im Juni 2007. Hens­s­ler ent­wi­ckel­te einen Re­form­vor­schlag zur Re­ge­lung ex­ter­ner Ka­pi­tal­be­tei­li­gun­gen an An­walts­ge­sell­schaf­ten unter Zu­hil­fe­nah­me der Ana­ly­se von zehn aus­län­di­schen Rechts­ord­nun­gen. Die eng­li­sche Li­mi­ted Lia­bi­li­ty Part­nership und eine neue spa­ni­sche Ge­sell­schafts­form für Frei­be­ruf­ler, die So­cie­dad Pro­fe­sio­nal, waren Ge­gen­stän­de se­pa­ra­ter Un­ter­su­chun­gen.
Die Vor­ar­bei­ten zum Rechts­dienst­leis­tungs­ge­setz und die Neu­re­ge­lung an­walt­li­cher Er­folgs­ho­no­ra­re stan­den letz­tes Jahr im Brenn­punkt an­walts­recht­li­chen In­ter­es­ses. Da das Thema Rechts­dienst­leis­tung auch einen in­ter­na­tio­na­len As­pekt auf­weist, hat Ki­li­an die Zu­läs­sig­keit vor­über­ge­hen­der grenz­über­schrei­ten­der Rechts­dienst­leis­tun­gen durch An­wäl­te und an­de­re Rechts­dienst­leis­ter unter Gel­tung des RDG sowie die Frage der Er­laub­nis­frei­heit von Rechts­dienst­leis­tun­gen im grenz­über­schrei­ten­den Rechts­ver­kehr in zwei Ver­öf­fent­li­chun­gen be­leuch­tet.
Eben­falls im rechts­ver­glei­chen­den Kon­text war Hens­s­ler an der wis­sen­schaft­li­chen Dis­kus­si­on um die Re­form an­walt­li­cher Er­folgs­ho­no­ra­re als Mit­kon­zi­pi­ent der Ta­gung der Bayer Stif­tung für deut­sches und in­ter­na­tio­na­les Ar­beits- und Wirt­schafts­recht zum Thema ?Zu­gang zum Recht? be­tei­ligt. Im Rah­men der Ta­gung wurde das be­reits in ver­schie­de­nen Rechts­ord­nun­gen eta­blier­te an­walt­li­che Er­folgs­ho­no­rar als In­stru­ment der Rechts­zu­gangs­ge­wäh­rung un­ter­sucht.
Zur The­ma­tik ?Zu­gang zum Recht? re­fe­rier­te Ki­li­an im Fe­bru­ar 2008 auf der 36. Eu­ro­päi­schen Prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Wien. In sei­nem Vor­trag griff er aus­län­di­sche For­schungs­an­sät­ze zu der The­ma­tik auf, um da­durch der deut­schen Dis­kus­si­on, die den aus­län­di­schen Ent­wick­lun­gen in vie­ler­lei Hin­sicht hin­ter­her­hinkt, neue Im­pul­se zu geben.
Wich­ti­ge Auf­ga­be des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ist es, der Be­rufs­po­li­tik, den Ge­rich­ten und dem Be­rufs­stand all­ge­mein durch in­ten­si­ve Aus­lands­rechts­kun­de hilf­rei­ches De­tail­wis­sen zum An­walts­recht des Aus­lands zu ver­mit­teln. Ein­bli­cke in das Recht der Me­dia­ti­on des Aus­lands gibt ein Bei­trag von Ki­li­an/Lemke zur Me­dia­ti­on in Spa­ni­en. Neben wei­te­ren al­ter­na­ti­ven Kon­flikt­lö­sun­gen im spa­ni­schen Raum be­schäf­ti­gen sie sich vor allem mit der durch das Ge­setz 15/2005 an­er­kann­ten Me­dia­ti­on in Fa­mi­li­en­sa­chen und deren re­gio­na­len Um­set­zung. In die­sem Rah­men fan­den auch die Aus­bil­dung zum Me­dia­tor und das Me­dia­ti­ons­we­sen im Ju­gend­straf­recht Be­rück­sich­ti­gung.
Der For­schungs­schwer­punkt ?Neue EU-Mit­glieds­staa­ten? hat dazu ge­führt, dass seit 2005 Ge­sprä­che mit den An­walts­kam­mern/Ver­bän­den von acht der zwölf neuen Mit­glieds­staa­ten ge­führt wer­den konn­ten, die je­weils in um­fas­sen­den Pu­bli­ka­tio­nen ge­mün­det sind (Slo­wa­kei, WIRO 2006, 33; Tsche­chi­sche Re­pu­blik, WIRO 2008, 161; Polen, WIRO 2006, 257; Est­land, WIRO 2007, 1; Lett­land, WIRO 2007, 321; Li­tau­en, WIRO 2008, 65; Un­garn, WIRO 2006, 137; Malta, ZZ­PInt 2008, [dem­nächst]). Erste Kon­tak­te sind be­reits nach Bul­ga­ri­en ge­knüpft wor­den, so dass die­ses Pro­jekt fort­ge­setzt wer­den kann.
Das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum führ­te die seit Ja­nu­ar 2007 im deut­schen An­walts­blatt er­schei­nen­de Ko­lum­ne ?Blick ins Aus­land? über Ent­wick­lun­gen im An­walts­recht des Aus­lands fort. Zum Ser­vice­an­ge­bot des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ge­hört fer­ner die In­for­ma­ti­on von aus­län­di­schen An­walt­ver­ei­ni­gun­gen, Wis­sen­schaft­lern und Rechts­po­li­ti­kern durch einen jähr­li­chen, mehr­spra­chi­gen Jah­res­brief, der dies­mal an rund 90 Adres­sa­ten ver­schickt wurde. Über seine Web­site www.​anwaltsrecht.​org in­for­miert das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum die Öf­fent­lich­keit über seine For­schun­gen.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2006/Mai 2007
Wie auch in den Vor­jah­ren hat sich das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum im For­schungs­jahr 2006/2007 durch die Au­to­ren Hens­s­ler, Ki­li­an, De­cken­brock und Dux mit rund 50 Buch­bei­trä­gen, Auf­sät­zen, Be­rich­ten und Ur­teils­be­spre­chun­gen an der wis­sen­schaft­li­chen Dis­kus­si­on zum An­walts­recht be­tei­ligt. Hens­s­ler und Ki­li­an re­fe­rier­ten dar­über hin­aus im In- und Aus­land auf zahl­rei­chen Ta­gun­gen und Kon­gres­sen zu an­walts­recht­li­chen Fra­gen. Die Pu­bli­ka­ti­ons-, Vor­trags- und For­schungs­tä­tig­keit glie­der­te sich ent­spre­chend dem wis­sen­schaft­li­chen Kon­zept des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum in drei Be­rei­che: Das eu­ro­päi­sche An­walts­recht, das deut­sche Be­rufs­recht sowie das An­walts­recht aus­län­di­scher Rechts­ord­nun­gen.
Nach­dem die Tä­tig­keit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums zum eu­ro­päi­schen An­walts­recht ur­sprüng­lich von Fra­ge­stel­lun­gen do­mi­niert war, die die Grund­frei­hei­ten und das durch be­rufs­spe­zi­fi­sche Richt­li­ni­en ge­präg­te Se­kun­där­recht be­tra­fen, ist seit 2003 die Schnitt­stel­le zwi­schen eu­ro­päi­schem Kar­tell­recht und na­tio­na­lem Be­rufs­recht in das Zen­trum der For­schungs­tä­tig­keit ge­rückt. Zu die­sen Fra­gen hat das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum im Be­richts­zeit­raum 2006/2007 er­neut pu­bli­ziert. Im Be­reich des na­tio­na­len Be­rufs­rechts be­ein­fluss­ten ver­schie­de­ne Ent­wick­lun­gen die For­schungs­tä­tig­keit: Be­son­de­ren Raum nahm das an­walt­li­che Ver­gü­tungs­recht ein, zum einen auf­grund der zum 1.7.2006 er­folg­ten De­re­gu­lie­rung der Ver­gü­tung im Be­reich Be­ra­tung und Be­gut­ach­tung, zum an­de­ren auf­grund der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zum Ver­bot des an­walt­li­chen Er­folgs­ho­no­rars. Zu bei­den Fra­ge­stel­lun­gen konn­te das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum spe­zi­fisch rechts­ver­glei­chen­de An­sät­ze bei­steu­ern.
Ein wei­te­rer wich­ti­ger For­schungs­block be­traf das unter Re­form­druck ste­hen­de Rechts­dienst­leis­tungs­recht. Neben ver­schie­de­nen Pu­bli­ka­tio­nen zu die­sem The­men­be­reich ist hier ins­be­son­de­re die Stel­lung­nah­me von Hens­s­ler in der An­hö­rung des Rechts­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges zum Recht­dienst­leis­tungs­ge­setz im Mai 2007 zu er­wäh­nen.
Wei­te­re Tä­tig­keits­schwer­punk­te waren die Me­dia­ti­on und die an­walt­li­chen Be­rufs­aus­übungs­ge­sell­schaf­ten. Beide The­men be­glei­tet das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum be­reits seit sei­ner Grün­dung und hat hier­mit früh auf Zu­kunfts­the­men ge­setzt. Stand zum Stich­wort Me­dia­ti­on an­fäng­lich die Er­for­schung des Ver­hält­nis­ses von Be­rufs­recht und Me­dia­ti­on, spä­ter dann von Rechts­dienst­leis­tungs­recht und Me­dia­ti­on im Zen­trum der Be­trach­tun­gen, ist in jün­ge­rer Zeit die ge­richts­na­he Me­dia­ti­on von be­son­de­rem In­ter­es­se. Zu die­sem Thema hat das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum Hin­wei­se aus ? in die­ser Frage weit fort­ge­schrit­te­nen ? aus­län­di­schen Rechts­ord­nun­gen bei­ge­steu­ert.
Der The­men­kom­plex an­walt­li­che Be­rufs­aus­übungs­ge­sell­schaf­ten wurde im Be­richts­zeit­raum unter dem Ge­sichts­punkt zu­kunfts­wei­sen­der, neuer Re­gu­lie­rungs­an­sät­ze un­ter­sucht. Ein­zel­ne Stu­di­en be­tra­fen die Frage der Mit­be­stim­mung in Frei­be­ruf­ler­ge­sell­schaf­ten, die künf­ti­ge Aus­ge­stal­tung der An­walts­ak­ti­en­ge­sell­schaft, die ex­ter­ne Ka­pi­tal­be­tei­li­gung oder die in­ter­dis­zi­pli­nä­re Ver­ge­sell­schaf­tung. Wert­vol­le An­re­gun­gen boten zu die­sen Fra­gen etwa Ent­wick­lun­gen im eng­li­schen, fran­zö­si­schen und spa­ni­schen Recht.
Im drit­ten Tä­tig­keits­feld des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums, der Er­for­schung des aus­län­di­schen An­walts­rechts, wurde zum einen die For­schung zu den neuen, ost­eu­ro­päi­schen Mit­glieds­staa­ten der EU fort­ge­schrie­ben, zum an­de­ren ein neuer For­schungs­schwer­punkt Süd­west­eu­ro­pa (Spa­ni­en, Por­tu­gal, Malta) ge­setzt. Zu die­sem Zweck fan­den im Be­richts­zeit­raum Hin­ter­grund­ge­sprä­che unter an­de­rem mit der est­ni­schen, let­ti­schen, mal­te­si­schen und spa­ni­schen An­walts­kam­mer statt. Die Ar­ti­kel­se­rie des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums zu den ost­eu­ro­päi­schen An­walt­schaf­ten in der Zeit­schrift WiRO ist fort­ge­setzt wor­den.
Be­son­de­res Au­gen­merk galt im Hin­blick auf die um­fas­sen­den Re­form­be­stre­bun­gen wie so häu­fig dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich und dem von der EU-Kom­mis­si­on als Bench­mark ge­se­he­nen Finn­land.
In­ten­si­viert wurde die Au­ßen­dar­stel­lung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums: Nach­dem das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum be­reits seit län­ge­rem eine Ko­lum­ne in der grie­chi­schen An­walts­zeit­schrift be­treut, be­rich­tet es seit 2007 mehr­mals im Jahr auch im deut­schen An­walts­blatt über Ent­wick­lun­gen im An­walts­recht des Aus­lands. Zum Ser­vice­an­ge­bot des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ge­hört fer­ner die In­for­ma­ti­on von aus­län­di­schen An­walt­ver­ei­ni­gun­gen, Wis­sen­schaft­lern und Rechts­po­li­ti­kern durch einen jähr­li­chen, drei­spra­chi­gen Jah­res­brief über Ent­wick­lun­gen im deut­schen An­walts­recht.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2005/Mai 2006
Im For­schungs­jahr 2005/2006 waren wie­der die De­re­gu­lie­rungs­be­stre­bun­gen der EU Kom­mis­si­on ein be­stim­men­des Thema für die Tä­tig­keit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums. Dar­über hin­aus bot auch die Dis­kus­si­on zur Um­set­zung des so ge­nann­ten Bo­lo­gna ? Pro­zes­ses in­ter­es­san­ten Stoff für die For­schungs­tä­tig­keit. Des Wei­te­ren bil­de­te das An­walts­recht der ost-mit­tel­eu­ro­päi­schen Staa­ten einen Schwer­punkt der For­schun­gen.
Das von Hens­s­ler und Ki­li­an im Jahr 2003 für die Sold­an-Stif­tung, BRAK und DAV er­stell­te Po­si­ti­ons­pa­pier zu dem von der EU-Kom­mis­si­on in Auf­trag ge­ge­be­nen IHS-Gut­ach­ten hat nun­mehr Ein­gang in die Ar­beit des CCBE ge­fun­den. Das Po­si­ti­ons­pa­pier, das in über­ar­bei­te­ter Fas­sung An­fang 2005 im An­walts­blatt ver­öf­fent­licht wor­den ist (Hens­s­ler/Ki­li­an, Eu­ro­päi­sche Wett­be­werbs­po­li­tik und die Frei­en Be­ru­fe, AnwBl. 2005, S. 1 ? 9), ist in einer vom CCBE der Kom­mis­si­on un­ter­brei­te­ten Stel­lung­nah­me wie­der­holt zi­tiert wor­den, zum Teil unter Ver­wen­dung wört­li­cher Zi­ta­te aus dem Po­si­ti­ons­pa­pier. Die­ser Bei­trag des DKZ zur De­re­gu­lie­rungs­dis­kus­si­on ist auch im eu­ro­päi­schen Aus­land wahr­ge­nom­men wor­den, wie etwa ak­tu­el­le Re­ak­tio­nen aus den Nie­der­lan­den zei­gen.
Ein Schwer­punkt des er­wähn­ten Po­si­ti­ons­pa­piers war eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der sehr po­si­ti­ven Ein­schät­zung der Ge­ge­ben­hei­ten in Finn­land, das von der Kom­mis­si­on gleich­sam zum eu­ro­päi­schen Klas­sen­pri­mus er­ho­ben wor­den ist. Die vor die­sem Hin­ter­grund be­son­ders wich­ti­gen Stu­di­en zum fin­ni­schen Rechts­dienst­leis­tungs­markt konn­ten durch einen Be­such beim fin­ni­schen An­walts­ver­band sowie im fin­ni­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ver­tieft wer­den. Ein ent­spre­chen­der Be­richt ist vor kur­zem von Ki­li­an ab­ge­schlos­sen wor­den. Er ist zu­gleich Aus­druck der Tat­sa­che, dass sei­tens des DKZ bei der Ana­ly­se ein­zel­ner Rechts­ord­nun­gen seit ei­ni­ger Zeit ein Schwer­punkt auf der Re­gu­lie­rung na­tio­na­ler Rechts­dienst­leis­tungs­märk­te liegt. Ent­spre­chen­de Ein­zel­stu­di­en sind u.a. zu Finn­land, Nor­we­gen, Tai­wan, Est­land, Un­garn und Tsche­chi­en durch­ge­führt wor­den.
Er­freu­li­chen Nie­der­schlag in Brüs­sel haben auch die für die No­ta­re re­le­van­ten For­schun­gen des DKZ zur Reich­wei­te des Art. 45 EG ge­fun­den. Diese mit Blick auf den ver­wand­ten Beruf des ÖBVI durch­ge­führ­ten For­schun­gen haben mit dazu bei­ge­tra­gen, dass ein von der Kom­mis­si­on gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land an­ge­streng­tes Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren wegen der Re­gu­lie­rung des Be­rufs des ÖBVI nicht wei­ter ver­folgt wird.
Ein An­lie­gen des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ist es, durch die ver­glei­chen­de Ana­ly­se aus­län­di­scher Rechts­ord­nun­gen Ent­wick­lungs­ten­den­zen zu ver­schie­de­nen Ein­zel­the­men auf­zu­zei­gen, um mit den ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­sen den Ho­ri­zont für die auf na­tio­na­ler Ebene ge­führ­ten Dis­kus­sio­nen zu wei­ten. Hier­bei wird sei­tens des DKZ be­son­de­rer Wert auf die Rechts­ver­glei­chung auf der Ma­kro-Ebe­ne ge­legt. Im Zeit­raum 2005/2006 hat das DKZ mit die­sem An­satz u.a. das Thema Ju­ris­ten­aus­bil­dung in Eu­ro­pa, das an­walt­li­che Er­folgs­ho­no­rar, die ge­richts­na­he Me­dia­ti­on und die an­reiz­sys­tem­ge­steu­er­te Re­gu­lie­rung der An­walts­tä­tig­keit in ver­schie­de­nen Rechts­ord­nun­gen in­ter­es­siert. Das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum bie­tet mit die­sen län­der­über­grei­fen­den For­schun­gen zu­neh­mend eine Er­kennt­nis­quel­le, auf die Ver­an­stal­ter in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ter Ta­gun­gen zu­rück­grei­fen. So er­klä­ren sich etwa Ein­la­dun­gen zu in­ter­na­tio­na­len Ta­gun­gen in der Schweiz, Deutsch­land oder den Nie­der­lan­den, auf denen die Stu­di­en des DKZ gleich­sam die Klam­mer um Ge­ne­ral­the­men wie Er­folgs­ho­no­ra­re, Me­dia­ti­on oder Dis­zi­pli­nar­recht legen konn­ten.
Wich­ti­ge Auf­ga­be des DKZ ist es, der Be­rufs­po­li­tik, Ge­rich­ten und dem Be­rufs­stand all­ge­mein durch in­ten­si­ve Aus­lands­rechts­kun­de hilf­rei­ches De­tail­wis­sen zum an­walts­recht des Aus­lands zu ver­mit­teln. Ein Schwer­punkt die­ser Tä­tig­keit ist ak­tu­ell das An­walts­recht der ost­eu­ro­päi­schen Mit­glieds­staa­ten der EU. Es hat sich in­so­fern be­währt, die Recht­s­al­ge zu­nächst wis­sen­schaft­lich zu ana­ly­sie­ren und die ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se so­dann durch Hin­ter­grund­ge­sprä­che vor Ort zu ver­tie­fen. Mit die­sem An­satz sind im Be­richts­zeit­raum An­walts­kam­mern bzw. ?ver­bän­de in Tsche­chi­en, Polen, Est­land, Finn­land und Tai­wan be­sucht wor­den. Die zu Ost­eu­ro­pa ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se wer­den ge­mein­sam mit der im Ver­lag C.H. Beck er­schei­nen­den Zeit­schrift WiRO, die auch über Beck-On­line ab­ruf­bar ist, der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht. Eine ent­spre­chen­de Ar­ti­kel­se­rie hat An­fang 2006 mit einer Ge­samt­dar­stel­lung zum Slo­wa­ki­schen An­walts­recht be­gon­nen, ge­folgt mit einem Län­der­be­richt zu Un­garn. Im Jahr 2006 wer­den noch Auf­sät­ze zu Polen, Est­land und Tsche­chi­en fol­gen, die be­reits fer­tig ge­stellt sind. Für die Zu­kunft sind Stu­di­en zu Lett­land, Li­tau­en und Slo­we­ni­en ge­plant. Ein wenig aus dem ost­eu­ro­päi­schen Rah­men ist eine Stu­die zum tai­wa­ne­si­schen An­walts­recht ge­fal­len. Es ist auf­grund der Be­son­der­hei­ten des dor­ti­gen Aus­bil­dungs­sys­tems und der Re­gu­lie­rung des Rechts­dienst­leis­tungs­mark­tes be­son­ders in­ter­es­sant.
Eine be­son­de­re Be­rei­che­rung der Tä­tig­keit des DKZ im ge­nann­ten Zeit­raum war der ein­jäh­ri­ge For­schungs­auf­ent­halt von Prof. Lau­rel S. Terry von der Di­ck­in­son Law School in Penn­syl­va­nia, eine der füh­ren­den ame­ri­ka­ni­schen An­walts­recht­le­rin­nen. Sie forscht im Rah­men eines von der Fulbright Com­mis­si­on ge­för­der­ten For­schungs­auf­ent­halts in Deutsch­land und hat als Stand­ort für ihre For­schun­gen das DKZ ge­wählt. Frau Terry hat sich in­ten­siv vor allem mit der Re­form der Ju­ris­ten­aus­bil­dung und der eu­ro­päi­schen De­re­gu­lie­rungs­de­bat­te be­schäf­tigt und war in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­schätz­ter An­sprech­part­ner u.a. von CCBE, IBA und DAV.
Im Rah­men der For­schung auf dem Ge­biet des aus­län­di­schen An­walts­rechts und des Rechts der frei­en Be­ru­fe ist auch die von Hens­s­ler be­treu­te Dis­ser­ta­ti­on: "Die bri­ti­sche Li­mi­ted Lia­bi­li­ty Part­nership: eine at­trak­ti­ve Or­ga­ni­sa­ti­ons­form für Frei­be­ruf­ler?" von Ste­phan Bank her­vor­zu­he­ben.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2004/Mai 2005
Im Jahr 2004/2005 war die For­schungs­tä­tig­keit im Be­reich des eu­ro­päi­schen An­walts­rechts von den De­re­gu­lie­rungs­ak­ti­vi­tä­ten der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on und ver­schie­de­ner Mit­glieds­staa­ten ge­prägt.
Das von Hens­s­ler und Ki­li­an für die Sold­an-Stif­tung, BRAK und DAV er­stell­te Po­si­ti­ons­pa­pier zu dem von der EU-Kom­mis­si­on in Auf­trag ge­ge­be­nen IHS-Gut­ach­ten ist in über­ar­bei­te­ter Fas­sung im An­walts­blatt ver­öf­fent­licht wor­den (Hens­s­ler/Ki­li­an, Eu­ro­päi­sche Wett­be­werbs­po­li­tik und die Frei­en Be­ru­fe, AnwBl. 2005, S. 1-9). Mit den Ent­wick­lungs­ten­den­zen auf eu­ro­päi­scher Ebene be­fass­ten sich wei­te­re Bei­trä­ge von Hens­s­ler (Die frei­en Be­ru­fe im Vi­sier eu­ro­päi­scher Wett­be­werbs­hü­ter - Edi­to­ri­al, BB 2004, Heft 22, I; Das Be­rufs­bild des eu­ro­päi­schen Rechts­an­walts - Har­mo­ni­sie­rung durch De­re­gu­lie­rung?, AnwBl. 2004, S. 458-462), wäh­rend Ki­li­an sich in zwei Stu­di­en ins­be­son­de­re mit der De­re­gu­lie­rung des bri­ti­schen Rechts­be­ra­tungs­mark­tes und den hier­aus fol­gen­den Im­pli­ka­tio­nen für das deut­sche Recht aus­ein­an­der ge­setzt hat (Ki­li­an, Die Re­gu­lie­rung von Be­ra­tungs­märk­ten, AnwBl. 2004, S. 389-394; ders., Die De­re­gu­lie­rung des eng­li­schen Rechts­be­ra­tungs­mark­tes, RIW 2004, S. 671-673).
Die Frei­zü­gig­keits­rech­te für Rechts­an­wäl­te sind er­neut un­ter­sucht wor­den, zum einen mit Blick auf das Richt­li­ni­en­sys­tem, zum an­de­ren unter Be­rück­sich­ti­gung des na­tio­na­len Kos­ten­rechts (Ki­li­an, Aus­le­gung na­tio­na­len Kos­ten­rechts im Lich­te des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs im EU-Bin­nen­markt, MDR 2004, S.358-359; ders., The Free Mo­ve­ment of La­wy­ers in The EU, in: An­ka­ra Ba­ro­su, Hukuk Ku­rul­tayi 2004, Bd. 3, S. 369-383).
Drit­te Säule der For­schung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums war die Ana­ly­se der An­walt­schaft und ihrer Re­gu­lie­rung in ver­schie­de­nen Mit­glieds­staa­ten. Be­son­de­res In­ter­es­se fan­den hier­bei neben Nor­we­gen die neuen EU-Mit­glieds­staa­ten Tsche­chi­en, Slo­wa­kei und Un­garn, nach­dem zuvor Polen Ge­gen­stand in­ten­si­ve­rer Be­fas­sung war. Es wur­den per­sön­li­che Be­su­che beim nor­we­gi­schen An­walts­ver­band und den Rechts­an­walts­kam­mern in Tsche­chi­en, der Slo­wa­kei und in Un­garn un­ter­nom­men. Diese per­sön­li­che Kon­takt­pfle­ge er­weist sich immer wie­der als un­er­läss­lich, um zum einen ein bes­se­res Ver­ständ­nis für die Ent­wick­lun­gen in ein­zel­nen Mit­glieds­staa­ten zu ge­win­nen, zum an­de­ren aber auch die Un­ter­stüt­zung aus­län­di­scher Or­ga­ni­sa­tio­nen si­cher­zu­stel­len. Vor die­sem Hin­ter­grund er­klärt sich die Teil­nah­me von Ki­li­an an den vom BAV ver­an­stal­te­ten In­ter­na­tio­na­len An­walts­ta­gen im No­vem­ber 2004 in Ber­lin.
Die rechts­ver­glei­chend ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se flie­ßen vor­ran­gig in die In­ter­net­prä­senz des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ein, die um Län­der­sei­ten zu Polen, Tsche­chi­en, die Slo­wa­kei und Un­garn er­gänzt wor­den ist. Für die Zu­kunft ist ge­plant, den nächs­ten Schwer­punkt auf die Ana­ly­se der drei bal­ti­schen Staa­ten zu legen.
Im Zen­trum der pro­jekt­be­zo­ge­nen For­schung zum No­tar­recht stan­den Ar­bei­ten zur eu­ro­pa­recht­li­chen Ein­ord­nung der Wahr­neh­mung ho­heit­li­cher auf­ga­ben durch Pri­va­te. Vor dem Hin­ter­grund des den No­ta­ren dro­hen­den Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wegen der ho­heit­li­chen Aus­ge­stal­tung des deut­schen No­ta­ri­ats er­klärt sich die in­ten­si­ve Be­fas­sung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums mit der Norm des Art. 45 EG, durch wel­che die Aus­übung ho­heit­li­cher Ge­walt von den Frei­zü­gig­keits­rech­ten aus­ge­klam­mert wird. Neben einer Grund­la­gen­stu­die zu die­sem Pro­blem (Hens­s­ler/Ki­li­an, Die Aus­übung ho­heit­li­cher Ge­walt im Sinne des Art. 45 EG, Eu­ro­pa­recht 2005, S. 192-212) sind die ge­fun­de­nen Er­geb­nis­se auch auf den dem Notar in man­cher­lei Hin­sicht ähn­li­chen Beruf des ÖBVI über­tra­gen wor­den (Hens­s­ler, Die Tä­tig­keit Öf­fent­lich be­stell­ter Ver­mes­sungs­in­ge­nieu­re und die Aus­übung Öf­fent­li­cher Ge­walt im sinne des Art 45 EG, Forum 2004, S. 382-392 (Teil 1) und S. 460-466 (Teil 2)).
Er­wäh­nens­wert ist zudem, dass die von Hens­s­ler be­treu­te Dis­ser­ta­ti­on "Der Notar in Eu­ro­pa" von Schüt­zen­berg in der Schrif­ten­rei­he des In­sti­tuts für An­walts­recht er­schie­nen ist.
Ver­schie­de­ne aus­län­di­sche Pu­bli­ka­tio­nen haben um Bei­trä­ge aus dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum ge­be­ten. So sind in tür­ki­schen, grie­chi­schen, eng­li­schen und nie­der­län­di­schen Zeit­schrif­ten Bei­trä­ge zu so un­ter­schied­li­chen Fra­gen wie dem an­walt­li­chen Ge­sell­schafts­recht (Hens­s­ler, Se­arch for a model on legal prac­tice part­nership, in An­ka­ra Ba­ro­su, Hukuk Ku­rul­tayi 2004, Bd. 3 S. 527-537), den an­walts­spe­zi­fi­schen EU-Richt­li­ni­en (Ki­li­an, The free mo­ve­ment of la­wy­ers in the EU, in: An­ka­ra Ba­ro­su, Hukuk Ku­rul­tayi 2004, Bd. 3 S. 369-383), Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen, Pro­zess­kos­ten­hil­fe (Ki­li­an/Regan, Legal Ex­pen­ses In­suran­ce And legal aid - Two Sides Of The Same Coin? [2004] 11 Jour­nal Of The Legal pro­fes­si­on 3, S. 233-356) und zur Ent­wick­lung des deut­schen Be­rufs­rechts (Ki­li­an/Kera­me­os, Teleu­tai­es exeli­xeis sto ger­ma­ni­ko di­ki­go­ri­ko epaggel­ma, Syn­i­go­ros 2004, S. 144-145) er­schie­nen.
Eine zu­neh­men­de Be­deu­tung hat auch die Be­ra­tung aus­län­di­scher Kam­mern. So berät etwa Ki­li­an re­gel­mä­ßig die nie­der­län­di­sche An­walts­kam­mer zu ver­schie­dens­ten an­walts­recht­li­chen Fra­gen, zu­letzt etwa zu An­walts­ho­no­ra­ren, der pro­zess­kos­ten­hil­fe und zur Pro­ble­ma­tik der Geld­wä­sche durch Rechts­an­wäl­te. Dar­über hin­aus hat er die tsche­chi­sche An­walts­kam­mer zur Frage der an­walt­li­chen Fort­bil­dung be­ra­ten. Des­wei­te­ren hat das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum im Be­richts­zeit­raum wie­der zahl­rei­che Ser­vice­leis­tun­gen ge­gen­über in- und aus­län­di­schen In­ter­es­sen­ten (Rechts­an­wäl­ten und Wis­sen­schaft­lern) sowie aus­län­di­schen Ver­bän­den und In­sti­tu­tio­nen er­bracht, die sich mit An­fra­gen zu kon­kre­ten Fra­gen des deut­schen oder aus­län­di­schen Be­rufs­rechts an das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum wand­ten.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2003/Mai 2004
Die For­schungs­tä­tig­keit stand im Jahr 2003/2004 unter dem Ein­fluss ver­schie­de­ner In­itia­ti­ven der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on und der EU-Ost­erwei­te­rung.
Als Re­ak­ti­on auf die In­itia­ti­ve des EU-Wett­be­werbs­kom­mis­sars Monti zur kri­ti­schen Über­prü­fung der Re­gu­lie­rung der frei­en Be­ru­fe im Lich­te des eu­ro­päi­schen Wett­be­werbs­rechts be­auf­trag­te die Hans-Sold­an-Stif­tung das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum mit der Er­stel­lung eines Po­si­ti­ons­pa­piers zu der Stu­die des Wie­ner In­sti­tuts für Hö­he­re Stu­di­en. Die Au­to­ren des Po­si­ti­ons­pa­piers Hens­s­ler und Ki­li­an be­fas­sen sich mit der The­ma­tik auch wei­ter­hin in Ver­öf­fent­li­chun­gen (Hens­s­ler, BB 2004, Edi­to­ri­al zu Heft 22) und Fach­vor­trä­gen. Die Re­form­dis­kus­si­on über die Re­gu­lie­rung von Be­ra­tungs­märk­ten hat über die Mon­ti-In­itia­ti­ve hin­aus Nie­der­schlag in der For­schungs­tä­tig­keit ge­fun­den. So ist die ge­gen­wär­ti­ge Re­form­dis­kus­si­on in Groß­bri­tan­ni­en, be­kannt ge­wor­den unter dem Stich­wort ?Cle­men­ti-Re­view?, auf­grund der Be­deu­tung des bri­ti­schen Rechts­be­ra­tungs­mark­tes von er­heb­li­cher Re­le­vanz für die Si­tua­ti­on der in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen deut­schen Rechts­an­wäl­te. Eben­falls be­leuch­tet wur­den die Aus­wir­kun­gen des US-ame­ri­ka­ni­schen Sar­ba­nes-Ox­ley-Acts auf das deut­sche Recht, die nicht zu­letzt die Be­ra­tungs­tä­tig­keit der gro­ßen deut­schen Be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten be­tref­fen.
Be­reits seit gut zwei Jah­ren be­glei­tet uns der Richt­li­ni­en­vor­schlag über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen, zu dem Hens­s­ler vom Eu­ro­päi­schen Par­la­ment als Gut­ach­ter ge­hört wor­den ist. Ver­stärk­te Auf­merk­sam­keit wird in der kom­men­den Zeit der Vor­schlag über eine neue ho­ri­zon­ta­le Dienst­leis­tungs­richt­li­nie fin­den, der in Deutsch­land bis­lang nur zö­ger­lich wahr­ge­nom­men wird (vgl. Hens­s­ler, BB 2004, Edi­to­ri­al zu Heft 22).
Eine wich­ti­ge künf­ti­ge Auf­ga­be des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums wird die wis­sen­schaft­li­che Be­glei­tung der EU-Ost­erwei­te­rung sein. Be­reits im Be­richts­zeit­raum be­schäf­tig­te sich das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum mit der Auf­ar­bei­tung des An­walts­rechts der Bei­tritts­län­der. Be­glei­tet wur­den diese Ak­ti­vi­tä­ten von der In­ten­si­vie­rung per­sön­li­cher Kon­tak­te. So war Hens­s­ler be­reits Gast des slo­we­ni­schen An­walts­ta­ges, Ki­li­an hat Ende Juni auf einer Ost­eu­ro­pa­ver­an­stal­tung des CCBE in Bu­da­pest ge­spro­chen. Die ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se wer­den suk­zes­siv auf der Home­page des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums in Form neuer Län­der­sei­ten ver­öf­fent­licht.
Die Grund­la­gen­pro­ble­ma­tik des Zu­gangs zum Recht wurde im Be­richts­zeit­raum wei­ter ge­pflegt. Ki­li­an sprach im Juni 2003 zur The­ma­tik in Har­vard/USA. Ent­spre­chen­de Ab­hand­lun­gen be­fass­ten sich mit rechts­ver­glei­chen­den Ar­bei­ten zur Rechts­schutz­ver­si­che­rung in Schwe­den (Regan/Ki­li­an, IJLP 2004, dem­nächst), zur sog. Af­ter-The-Event-Rechts­schutz­ver­si­che­rung in Eng­land (Ki­li­an, Vers­RAI 2003, S. 38 ff.) sowie zu der Re­form der Legal Aid in Eng­land und Wales (Ki­li­an/Buck, ZVer­gl­RWiss 2003, S. 425 ff.).
Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wurde auch das An­walts­recht ein­zel­ner Rechts­ord­nun­gen in sei­ner Ge­samt­heit un­ter­sucht und auf­ge­ar­bei­tet. Ent­spre­chen­de Ver­öf­fent­li­chun­gen im An­walts­blatt zu Frank­reich (Kera­me­os/Wie­l­gosz, AnwBl. 2004, [dem­nächst]) und Polen (Wie­l­gosz, AnwBl. 2004, [dem­nächst]) do­ku­men­tie­ren diese kon­ti­nu­ier­li­che For­schungs­tä­tig­keit. Auch Ein­zel­as­pek­te des aus­län­di­schen Rechts wur­den er­neut un­ter­sucht: Auf An­fra­ge der Ar­beits­ge­mein­schaft An­walt­me­dia­ti­on im DAV hat das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum eine 50-sei­ti­ge Stu­die zur ge­richts­na­hen Me­dia­ti­on an­ge­fer­tigt, in der die Rechts­la­ge in 18 ver­schie­de­nen Rechts­ord­nun­gen un­ter­sucht wor­den ist (Ki­li­an/Wie­l­gosz, Ge­richts­na­he Me­dia­ti­on, 2004).
In­ten­si­viert wurde die seit 2001 ge­pfleg­te For­schungs­tä­tig­keit auf dem Ge­biet des No­tar­rechts. Eine erste rechts­ver­glei­chen­de Dis­ser­ta­ti­on (Jost Schüt­ze­berg, Der Notar in Eu­ro­pa ? Eine rechts­ver­glei­chen­de Un­ter­su­chung des deut­schen, fran­zö­si­schen, nie­der­län­di­schen und eng­li­schen no­ta­ri­el­len Be­rufs­rechts) wurde fer­tig­ge­stellt. Ers­tes Zwi­schen­er­geb­nis die­ser Un­ter­su­chung ist eine auf der In­ter­net­sei­te des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ver­öf­fent­lich­te Ein­ord­nung der be­rufs­po­li­ti­schen Ta­gung der DNotV vom Ja­nu­ar 2003. Eine zwei­te Dok­tor­ar­beit, die sich vor allem mit dem eng­li­schen No­ta­ri­at be­fas­sen wird, konn­te mitt­ler­wei­le ver­ge­ben wer­den. Rechts­ver­glei­chen­de Ar­bei­ten be­fass­ten sich mit dem No­ta­ri­at in Eu­ro­pa und in Frank­reich.
Wei­ter­hin wur­den in der An­walts­blatt-Ko­lum­ne ?Aus dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum? Ge­samt­dar­stel­lun­gen oder Ein­zel­fra­gen des aus­län­di­schen An­walts­rechts ab­ge­druckt.
Fort­ge­führt wurde auch die In­for­ma­ti­on der grie­chi­schen An­walt­schaft durch die re­gel­mä­ßi­ge Ko­lum­ne von Hens­s­ler, Kera­me­os und Ki­li­an in der grie­chi­schen An­walts­zeit­schrift ?Syn­i­go­ros?.
Das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum hat im Be­richts­zeit­raum wie­der zahl­rei­che Ser­vice­leis­tun­gen ge­gen­über in- und aus­län­di­schen In­ter­es­sen­ten (Rechts­an­wäl­ten und Wis­sen­schaft­lern) sowie aus­län­di­schen Ver­bän­den und In­sti­tu­tio­nen er­bracht, die sich mit An­fra­gen zu kon­kre­ten Fra­gen des deut­schen oder aus­län­di­schen Be­rufs­rechts an das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum wand­ten.
Wei­ter aus­ge­baut wor­den ist auch die In­ter­net­prä­senz des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums, die durch zwei neue Län­der­sei­ten zu Frank­reich und Spa­ni­en be­rei­chert wurde.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2002/Mai 2003
Die For­schung im Eu­ro­päi­schen An­walts­recht und der Rechts­ver­glei­chung war in die­sem Zeit­raum von den lange er­war­te­ten Ent­schei­dun­gen des EuGH in den Ver­fah­ren Wou­ters und Ar­dui­no ge­prägt. Die zum nie­der­län­di­schen und ita­lie­ni­schen Sat­zungs­recht er­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen haben in Deutsch­land - wenig über­ra­schend - zu einer hef­ti­gen Kon­tro­ver­se über die Frage ge­führt, wel­che Aus­wir­kun­gen auf das deut­sche Recht zu be­sor­gen sind.
Nach­dem die Um­set­zun­gen der Richt­li­nie 98/5/EG zum gro­ßen Teil er­folgt sind - und die Ent­wick­lung wegen Ver­säum­nis­sen ei­ni­ger Mit­glied­staa­ten wei­ter ver­folgt wird - be­schäf­tigt be­reits ein neuer Richt­li­ni­en­ent­wurf der Kom­mis­si­on das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum. Der Vor­schlag für eine Richt­li­nie über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen (KOM 2002/119) hat, auch wenn so­wohl die No­ta­re als auch die Rechts­an­wäl­te in der ge­gen­wär­ti­gen Ent­wurfs­fas­sung vom sach­li­chen An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie aus­ge­nom­men sind, mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die Dienst- und Nie­der­las­sungs­frei­heit je­den­falls der Rechts­an­wäl­te. Vor die­sem Hin­ter­grund hat Hens­s­ler auf Ein­la­dung des eu­ro­päi­schen Par­la­ments im Ok­to­ber 2002 als un­ab­hän­gi­ger wis­sen­schaft­li­cher Ex­per­te zu dem Ent­wurf Stel­lung ge­nom­men und Kri­tik geübt. Die ent­spre­chen­den Über­le­gun­gen sind Ge­gen­stand in einer Ab­hand­lung (Hens­s­ler, EuZW 2003, 229-233).
Ein wei­te­rer die Kom­mis­si­on ge­gen­wär­tig be­schäf­ti­gen­der Pro­blem­kom­plex ist der Zu­gang zum Recht im eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt. Der Richt­li­ni­en­ent­wurf zu ent­spre­chen­den Ge­währ­leis­tun­gen bei der Kos­ten­hil­fe spie­gelt die­sen Trend wider. Ki­li­an hat sich ent­spre­chen­den Fra­gen durch Pu­bli­ka­tio­nen zur Recht­schutz­ver­si­che­rung (Ki­li­an, [2003] 30 Jour­nal Of Law And So­cie­ty 31ff.; ders., in: Moorhead/Plea­sence (ed.), After Uni­ver­sa­lism, Ox­ford 2003), und zum an­walt­li­chen Ver­gü­tungs­recht (ZRP 2003, 90 ff.) ge­wid­met.
Ein wei­te­rer Schwer­punkt der wis­sen­schaft­li­chen Tä­tig­keit lag auf der Ge­win­nung von Er­kennt­nis­sen zum an­walt­li­chen Ge­sell­schafts­recht an­de­rer Rechts­ord­nun­gen. Vor dem Hin­ter­grund der an­ste­hen­den ge­setz­li­chen Re­ge­lung der An­walts-AG sind ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen be­son­ders ge­winn­brin­gend, sind doch viele Pro­ble­me des an­walt­li­chen Ka­pi­tal­ge­sell­schafts­rechts an­dern­orts be­reits durch­dacht. In Ver­öf­fent­li­chun­gen auf­ge­grif­fen wur­den aus die­sem Grund die Re­ge­lun­gen des US-ame­ri­ka­ni­schen und des aus­tra­li­schen Rechts.
Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wurde auch das An­walts­recht ein­zel­ner Rechts­ord­nun­gen in sei­ner Ge­samt­heit un­ter­sucht und auf­ge­ar­bei­tet. Ent­spre­chen­de Ver­öf­fent­li­chun­gen im An­walts­blatt zu Por­tu­gal (Ki­li­an, AnwBl. 2002, 47 ff.), den USA (Hens­s­ler, AnwBl. 2002, 557) und Aus­tra­li­en (Ki­li­an, AnwBl. 2002, 686 ff.) sind Aus­druck die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Do­ku­men­ta­ti­ons­ar­beit un­se­rer For­schungs­ein­rich­tung.
Der suk­zes­si­ve Auf­bau einer kom­ple­men­tä­ren no­tar­recht­li­chen Kom­pe­tenz des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums spie­gelt sich in einer von Hens­s­ler be­treu­ten Dok­tor­ar­beit wie­der, die die un­ter­schied­li­chen No­ta­ri­ats­sys­te­me in Eu­ro­pa und die Aus­wir­kun­gen des Eu­ro­pa­rechts auf das No­ta­ri­at un­ter­sucht: Jost Schüt­ze­berg, Der Notar in Eu­ro­pa ? Eine rechts­ver­glei­chen­de Un­ter­su­chung des deut­schen, fran­zö­si­schen, nie­der­län­di­schen und eng­li­schen no­ta­ri­el­len Be­rufs­rechts. Wei­te­re no­tar­recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen, die be­han­delt wur­den, be­tra­fen zu­läs­si­ge Ne­ben­tä­tig­kei­ten von No­ta­ren und die An­wend­bar­keit des Richt­li­ni­en­ent­wur­fes 2002/119 der Kom­mis­si­on auf No­tar­tä­tig­kei­ten.
Im Be­richts­zeit­raum wur­den die in­ter­na­tio­na­len Kon­tak­te des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums wei­ter ge­pflegt und aus­ge­baut. Für die Öf­fent­lich­keit nutz­bar ge­macht wur­den die ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se u.a. in der Be­richts­rei­he "Aus dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum" des An­walts­blatts.
Aus­druck der in­ter­na­tio­na­len Aus­rich­tung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ist auch die ei­gen­stän­di­ge Ru­brik, die der For­schungs­ein­rich­tung in der grie­chi­schen An­walts­zeit­schrift "Syn­i­go­ros" ein­ge­räumt wird. In Ko-Au­to­ren­schaft mit der Mit­ar­bei­te­rin Frau Kera­me­os haben Herr Hens­s­ler und Herr Ki­li­an vier Ar­ti­kel "unter der Flag­ge" des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ver­fasst.
Wei­ter aus­ge­baut wor­den ist auch die In­ter­net­prä­senz des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2001/Mai 2002
Das Jahr 2001 hat eine Er­wei­te­rung des Krei­ses der of­fi­zi­el­len Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ge­bracht. Neben den Deut­schen An­walt­Ver­ein und die Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer, die das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum seit sei­ner Grün­dung 1996 un­ter­stüt­zen, ist die Bun­des­no­tar­kam­mer ge­tre­ten. Die neu struk­tu­rier­te Trä­ger­schaft wird die Mög­lich­keit bie­ten, neue For­schungs­be­rei­che zu er­schlie­ßen. Die Er­wei­te­rung trägt der Tat­sa­che Rech­nung, dass eine strik­te Tren­nung der An­walts- und Not­ar­be­ru­fe nicht in allen Rechts­ord­nun­gen be­kannt ist und durch eine Kon­zen­tra­ti­on der rechts­ver­glei­chen­den Stu­di­en im Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum Syn­er­gie­ef­fek­te ge­nutzt wer­den kön­nen.
Mit der Ver­öf­fent­li­chung des von Hens­s­ler/Streck her­aus­ge­ge­be­nen "Hand­buch des So­zie­täts­rechts" wurde ein wich­ti­ges Zwi­schen­ziel bei der Auf­ar­bei­tung der grenz­über­schrei­ten­der Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men der An­walt­schaft und der Rechts­ver­glei­chung des An­walts­ge­sell­schafts­rechts er­reicht. In einem von Hens­s­ler be­treu­ten Ka­pi­tel wer­den die un­ter­schied­li­chen Rechts­for­men an­walt­li­cher Zu­sam­men­ar­beit in ver­schie­de­nen eu­ro­päi­schen und über­see­ischen Rechts­ord­nun­gen do­ku­men­tiert, in einem von Ki­li­an ver­fa­ß­ten Ka­pi­tel die aus der grenz­über­schrei­ten­den Tä­tig­keit von So­zie­tä­ten re­sul­tie­ren­den Fra­gen er­ör­tert. Prof. Hens­s­ler ist zudem Mit­glied der BRAK-Ar­beits­grup­pe "In­ter­na­tio­na­le So­zie­tä­ten", die im Auf­trag der BRAK-Haupt­ver­samm­lung kon­ti­nu­ier­lich recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen ana­ly­siert und be­wer­tet, die sich aus der Glo­ba­li­sie­rung der Rechts­be­ra­tung aus Sicht des deut­schen Be­rufs­rechts er­ge­ben. Die Über­trag­bar­keit aus­län­di­scher Mo­del­le der an­walt­li­chen Be­rufs­aus­übung auf das deut­sche Recht wurde von Prof. Hens­s­ler in einem Bei­trag in der RiW un­ter­sucht ("Ge­sell­schafts- und Be­rufs­recht der US- ame­ri­ka­ni­schen Law-Firms und An­walts­ko­ope­ra­tio­nen", RIW 2001, 572ff.). Aus­druck der in­ten­si­ven Be­fas­sung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum mit die­sen Fra­gen ist auch, daß zum Pro­blem­kreis erst­mals in einer aus­län­di­schen Pu­bli­ka­ti­on Stel­lung be­zo­gen wurde (Hens­s­ler / Terry, "La­wy­ers Wi­thout Fron­tiers - A View From Ger­ma­ny", Di­ck­in­son Jour­nal of In­ter­na­tio­nal Law 2001, Vol. 19, 269ff.).
Wenn­gleich das in den letz­ten Jah­ren die Ar­beit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums do­mi­nie­ren­de Thema der Dienst- und Nie­der­las­sungs­frei­heit für Rechts­an­wäl­te im eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt durch den Ab­lauf der Um­set­zungs­frist der Nie­der­las­sungs­richt­li­nie 98/5/EG im April 2000 etwas in den Hin­ter­grund ge­tre­ten ist, wird die wei­te­re Recht­ent­wick­lung durch das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum kon­ti­nu­ier­lich be­glei­tet. Im An­walts­blatt wurde im Rah­men von Län­der­be­rich­ten zum na­tio­na­len An­walts­recht in knap­per Form über die Um­set­zung der Richt­li­ni­en­tri­as der Richt­li­ni­en 77/249/EWG, 89/48 EG und 98/5 EG in Schwe­den, Lu­xem­burg, Grie­chen­land und Dä­ne­mark be­rich­tet. Für die Zu­kunft sind aus­führ­li­che­re Ana­ly­sen zur Rechts­la­ge in aus­ge­wähl­ten Rechts­ord­nun­gen eben­so ge­plant wie eine Auf­ar­bei­tung von Pro­ble­men der An­wen­dung des EuRAG in Deutsch­land.
Ein wei­te­rer Schwer­punkt der For­schung lag auf Fra­gen der Rechts­be­ra­tung unter dem Ge­sichts­punkt des Zu­gangs zum Recht. Die in der be­rufs­recht­li­che Dis­kus­si­on leb­haft dis­ku­tier­te Frage nach der Zu­kunft des Rechts­be­ra­tungs­ge­set­zes hat in jün­ge­rer Zeit einen rechts­ver­glei­chen­den Ein­schlag er­hal­ten. Diese Tat­sa­che fand Nie­der­schlag in einem Vor­trag von Prof. Hens­s­ler auf dem An­walts­tag 2001 in Bre­men, in dem rechts­ver­glei­chen­de Be­zü­ge her­ge­stellt wur­den (Hens­s­ler, AnwBl. 2001, 525ff.). Ki­li­an re­fe­rier­te zur The­ma­tik des Zu­gangs zum Recht in Deutsch­land u.a. im Juni 2001 auf einer Ver­an­stal­tung des Law In­sti­tu­te of Vic­to­ria in Mel­bourne, Aus­tra­li­en. Un­ter­sucht wurde auch die Frage der Rechts­be­ra­tung im In­ter­net durch Rechts­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me, die auf­grund ihrer tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten der Frage der grenz­über­schrei­ten­den Rechts­be­ra­tung eine neue Di­men­si­on geben (Hens­s­ler/Ki­li­an, Rechts­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me im In­ter­net, Com­pu­ter und Recht 2001, 682ff.)
Auch im Jahr 2001 wur­den die in­ter­na­tio­na­len Kon­tak­te des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums ge­pflegt und aus­ge­baut. Wäh­rend Prof. Hens­s­ler im Rah­men eines Be­suchs der An­walts­kam­mer Mai­land Kon­tak­te zur ita­lie­ni­schen An­walt­schaft ge­pflegt hat, be­such­ten Mit­ar­bei­ter des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums im Be­richts­zeit­raum u.a. die Law So­cie­ty of Hong­kong, das Law In­sti­tu­te of Vic­to­ria (Aus­tra­li­en) und die Law So­cie­ty of New South Wales. Für die Öf­fent­lich­keit nutz­bar ge­macht wer­den die ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se u.a. in der Be­richts­rei­he "Aus dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum" des An­walts­blatts. Im Jahr 2001 sind ent­spre­chen­de Ab­hand­lun­gen zu Dä­ne­mark, Lu­xem­burg, Schwe­den, Grie­chen­land und Ita­li­en er­schie­nen (AnwBl 2001, 49 ff., 349ff., 354ff., 431, 678ff.). Be­sucht wurde das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum im Jahr 2001 u.a. von einer ja­pa­ni­schen An­walts­de­le­ga­ti­on, die sich in Köln über das deut­sche An­walts­recht in­for­mier­te.
Die zu­neh­men­de Zahl von An­fra­gen aus dem In- und Aus­land im Jahr 2001 hat be­legt, daß sich die Wahr­neh­mung des In­sti­tuts in der An­walt­schaft zu­neh­mend ver­bes­sert. Um den Zu­gang zu den In­for­ma­ti­ons­an­ge­bo­ten wei­ter zu ver­bes­sern, ist die Home­page des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums seit 1.12.2001 unter der ein­präg­sa­men URL "www.​anwaltsrecht.​org" ab­ruf­bar. Die In­hal­te der Web­site sind im Be­richts­zeit­raum er­heb­lich aus­ge­wei­tet wor­den. So ent­hält die Web­site nun­mehr ei­ge­ne Län­der­sei­ten für die wich­tigs­ten Rechts­ord­nun­gen, auf denen sich Be­rich­te, Ge­set­zes­ma­te­ria­li­en sowie Links zur Ver­bän­den, Da­ten­ban­ken und aus­län­di­schen An­walts­such­diens­ten fin­den. Spe­zi­ell für aus­län­di­sche Nut­zer, die sich für eine an­wal­ti­che Tä­tig­keit in Deutsch­land in­ter­es­sie­ren, ist die Län­der­sei­te Deutsch­land in eng­li­scher Spra­che ver­fa­ßt wor­den. Daß sich das Web­an­ge­bot des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum auf dem rich­ti­gen Weg be­fin­det, zeigt die lo­ben­de Er­wäh­nung der Home­page u.a. im Web­gui­de des An­walts­re­ports des Ver­lags Dr. Otto Schmidt. Mit­tel­fris­tig ist ge­plant, die meis­ten In­hal­te der Web­site auch in eng­li­scher und fran­zö­si­scher Spra­che ver­füg­bar zu ma­chen.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 2000/Mai 2001
Die For­schungs­tä­tig­keit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums stand im For­schungs­jahr 2000/2001 im Zei­chen von zwei im Be­reich des in­ter­na­tio­na­len An­walts­rechts wich­ti­gen Er­eig­nis­sen:
Der Ab­lauf der Um­set­zungs­frist der Nie­der­las­sungs­richt­li­nie 98/5/EG am 14. März 2000 brach­te als Tä­tig­keits­schwer­punkt die Do­ku­men­ta­ti­on der Im­ple­men­tie­rung der die An­walt­schaft be­tref­fen­den Trias der Richt­li­ni­en 77/249, 89/48 und 98/5 und ihre Aus­wir­kun­gen auf das na­tio­na­le Recht mit sich. Eine ent­spre­chen­de Stu­die zur Schweiz ist be­reits ver­öf­fent­licht (Ki­li­an, ZEuP 2000,601ff.), wei­te­re zu Dä­ne­mark sowie Eng­land und Wales sind ab­ge­schlos­sen. Ge­plant ist, die Ge­währ­leis­tung der an­walt­li­chen Frei­zü­gig­keit in den wich­tigs­ten Rechts­ord­nun­gen zu do­ku­men­tie­ren. Eben­falls un­ter­sucht wur­den Kol­li­si­ons­pro­ble­me des deut­schen Be­rufs­rechts mit den eu­ro­pa­recht­li­chen Richt­li­ni­en­vor­ga­ben (Ki­li­an, NJW 2001).
Das zwei­te die Ar­beit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums prä­gen­de Er­eig­nis war die am 1.1.2000 kul­mi­nie­ren­de Fu­si­ons­wel­le eng­li­scher und deut­scher Kanz­lei­en und die damit ein­her­ge­hen­de Glo­ba­li­sie­rung der Rechts­be­ra­tung. Zur Be­hand­lung der aus sol­chen Kon­zen­tra­ti­ons­ten­den­zen fol­gen­den In­ter­es­sen­kon­flik­te de lege lata und de lege fe­ren­da ist in­ten­siv ge­forscht wor­den (vgl. Ki­li­an, WM 2000, 1366ff.). Der ent­spre­chen­de In­for­ma­ti­ons­be­darf auf Sei­ten der An­walt­schaft war sehr hoch und der Di­rek­tor des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums, Prof. Dr. Mar­tin Hens­s­ler, ist wie­der­holt um sach­ver­stän­di­ge Stel­lung­nah­men ge­be­ten wor­den. Aus­druck der zu­neh­men­den Be­deu­tung der in­ter­na­tio­na­len Be­ra­tungs­tä­tig­keit ist auch, dass in dem von Hens­s­ler/Streck her­aus­ge­ge­be­nen Hand­buch des So­zie­täts­rechts ein von Ki­li­an ver­fass­tes, um­fang­rei­ches Ka­pi­tel den Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men der grenz­über­schrei­ten­den An­walts­tä­tig­keit ge­wid­met sein wird. Auf­grund der Ver­schrän­kung der an­walts­recht­li­chen Pro­ble­me mit Fra­gen des aus­län­di­schen Ge­sell­schafts­rechts gilt ein be­son­de­res In­ter­es­se dem Ge­sell­schafts­recht der Frei­be­ruf­ler in an­de­ren Rechts­ord­nun­gen (vgl. Ki­li­an, NZG 2000, 1008 ff.; Ki­li­an, RiW 2000, S. 896 ff.).
Wei­te­re Pro­jek­te be­fass­ten sich mit den Er­fah­run­gen mit der Me­dia­ti­on im Aus­land (Ki­li­an, VersR 2000,942ff.; Ki­li­an, FamRZ 2000, 1006ff.). Fort­lau­fend be­ob­ach­tet wird die um­fas­sen­de Um­ge­stal­tung des eng­li­schen Rechts­sys­tems und seine Aus­wir­kun­gen auf die An­walt­schaft (Ki­li­an, JZ 2000, 195f.; Ki­li­an, AnwBl. 2000, 248ff.).
Im Rah­men eines For­schungs­auf­ent­halts an der Uni­ver­si­tät Ber­ke­ley hat der Di­rek­tor des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums, Prof. Dr. Mar­tin Hens­s­ler, im Ok­to­ber/No­vem­ber 2000 um­fas­sen­de rechts­ver­glei­chen­de Stu­di­en zu Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men der ame­ri­ka­ni­schen An­walt­schaft be­trie­ben. Ab­hand­lun­gen u.a. zu den bei Frei­be­ruf­ler­ge­sell­schaf­ten be­lieb­ten Rechts­for­men­der Li­mi­ted Lia­bi­li­ty Com­pa­ny (LLC) und der Re­gis­te­red Li­mi­ted Lia­bi­li­ty Part­nership (RLLP) wer­den im Jahr 2001 eben­so ver­öf­fent­licht wer­den wie eine all­ge­mei­ner an­ge­leg­te Stu­die zu Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren des ame­ri­ka­ni­schen Rechts­be­ra­tungs­mark­tes.
Ge­pflegt wur­den im Jahr 2000 auch die in­ter­na­tio­na­len Kon­tak­te des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums. Wiss. Mit­ar­bei­ter Mat­thi­as Ki­li­an ist Mit­glied meh­re­rer in­ter­na­tio­na­ler Ar­beits­grup­pen, die Stu­di­en für die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on und die So­cie­ty of Ad­van­ced Legal Stu­dies durch­füh­ren, und hat in die­ser Funk­ti­on an ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen u.a. in Eng­land, Spa­ni­en und Ita­li­en teil­ge­nom­men. Be­währt hat sich die Knüp­fung wei­te­rer per­sön­li­cher Kon­tak­te zu den eu­ro­päi­schen An­walts­ver­bän­den. Im Jahr 2000 konn­ten u.a. Be­su­che beim dä­ni­schen Ad­vo­kat­sam­fund, beim Cole­gio des Aboga­dos in Ma­drid, bei der lu­xem­bur­gi­schen An­walts­kam­mer, dem schwe­di­schen Ad­vo­kat­sam­fund sowie ein Ge­dan­ken­aus­tausch mit dem por­tu­gie­si­schen Ordem dos Ad­vo­ga­dos rea­li­siert wer­den. Aus­druck die­ser viel­fäl­ti­gen Kon­tak­te ist die im An­walts­blatt 4-2000 be­gon­ne­ne lose Reihe "Aus dem Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum", in der über im Aus­land­dis­ku­tier­te ak­tu­el­le be­rufs­recht­li­che Fra­gen dis­ku­tiert wird. Ent­spre­chen­de Ab­hand­lun­gen zu Eng­land, Schott­land und Dä­ne­mark sind be­reits er­schie­nen (Ki­li­an, AnwBl 2000, 248 ff., 363 ff. und 2001, 49ff. ent­spre­chend). Als nächs­te Bei­trä­ge der Reihe sind Be­rich­te aus Schwe­den, Lu­xem­burg, Por­tu­gal, Grie­chen­land ge­plant.
Durch die In­ten­si­vie­rung in­ter­na­tio­na­ler Kon­tak­te wird das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum auch ver­stärkt von aus­län­di­schen Kol­le­gen als An­sprech­part­ner ge­nutzt. So konn­te etwa Prof. Lau­rel S. Terry von der Penn State Uni­ver­si­ty bei Ver­öf­fent­li­chun­gen zu Fra­gen der in­ter­pro­fes­sio­nel­len Tä­tig­keit (z.B. Terry, Ger­man MDPs: Les­sons To Learn, [2000] 84 Min­ne­so­ta Law Re­view, S. 1547ff.) eben­so un­ter­stützt wer­den wie Prof. Det­lev Vagts von der Har­vard Law School bei einer Stu­die zu kol­li­si­ons­recht­li­chen Fra­gen des an­walt­li­chen Be­rufs­rechts (Vagts, TheIn­ter­na­tio­nal Law Of Pro­fes­sio­nal Re­s­pon­si­bi­li­ty, [2000] George­town Jour­nal of Legal Ethics, [dem­nächst]). Für das CI­CE­RO-Pro­jekt der Eu­ro­päi­schen Union zu Fra­gen der Ju­ris­ten­aus­bil­dung in Eu­ro­pa hat das Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum einen Be­richt zu "Legal Edu­ca­ti­on for Spe­cia­li­sa­ti­on in Ger­ma­ny" bei­ge­steu­ert. Neben diese um­fang­rei­che­ren Ser­vice­leis­tun­gen tritt die Be­ant­wor­tung all­täg­li­cher An­fra­gen, die von der Über­set­zung des Be­griffs "Syn­di­kus­an­walt" für die Ge­stal­tung eines Brief­bo­gens bis hin zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten tsche­chi­scher Ju­ris­ten zum Nie­der­las­sungs­recht rei­chen.
Tä­tig­keits­be­richt Mai 1999/Mai 2000
Im For­schungs­jahr 1999/2000 konn­te eine Reihe von For­schungs­vor­ha­ben ab­ge­schlos­sen wer­den, deren Er­geb­nis­se zum Teil be­reits ver­öf­fent­licht sind.
Schwer­punkt der For­schun­gen in der Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­stand wei­ter­hin lau­fen­der Un­ter­su­chun­gen ist das EU-An­walts­recht, na­ment­lich die Richt­li­ni­en 77/249, 89/48 und 98/5. In Er­gän­zung zu einer frü­he­ren, um­fas­sen­den Stu­die zur Um­set­zung der Hoch­schul­di­plo­man­er­ken­nungs­richt­li­nie 89/48 in der EU (Hens­s­ler, Anw­Bl1996, 353ff. sowie ZEuP 1999, S.1000ff. und ZZP 1999, S.380ff.) ist 1999 eine Un­ter­su­chung zur neuen Nie­der­las­sungs­richt­li­nie für An­wäl­te (RiLi 98/5) zur Ver­öf­fent­li­chung ge­kom­men (Hens­s­ler, ZEuP 1999, 689ff.). Die Um­set­zung die­ser Richt­li­nie, die in den EU-Mit­glieds­staa­ten bis März 2000 zu er­fol­gen hat, wird künf­tig einer der Ar­beits­schwer­punk­te des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums sein. Die Rechts­la­ge in der Schweiz, die als Nicht-EU-Mit­glie­dauf­grund eines bi­la­te­ra­len Per­son­ver­kehrs­ab­kom­mens mit der EU die Richt­li­ni­en­tri­as als ers­ter eu­ro­päi­scher Staat um­ge­setzt hat, ist be­reits do­ku­men­tiert und ana­ly­siert wor­den. Eine Ge­samt­dar­stel­lung der an­walt­li­chen Frei­zü­gig­keitfür Aus­bil­dungs­zwe­cke wird dem­nächst ver­öf­fent­licht wer­den (Ki­li­an, JA 2000).
Zwei in der ZVer­s­Wiss ver­öf­fent­lich­te Ab­hand­lun­gen haben das Ver­hält­nis von Rechts­an­walt­schaft und Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen im eu­ro­päi­schen Kon­text un­ter­sucht und hier­bei für die An­walt­schaf­ten re­le­van­te Rah­men­be­din­gun­gen des Tä­tig­wer­dens wie Fra­gen des Ge­büh­ren­we­sens, der Be­ra­tungs­mo­no­po­le und der Kos­ten­er­stat­tung be­leuch­tet (Hens­s­ler, ZVer­s­Wis­s1999, 1ff.; Ki­li­an, ZVer­s­Wiss 1999, 23ff.).
Ge­gen­stand eines wei­te­ren Pro­jekts war die Er­for­schung der Stel­lung des An­walts in Me­dia­ti­ons­ver­fah­ren in an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern. Er­kennt­nis­se aus Ir­land, Schott­land, Frank­reich und Eng­land sind hier­bei in das im De­zem­ber 1999 er­schie­ne­ne Hand­buch Me­dia­ti­on von Hens­s­ler/Koch ein­ge­flos­sen (Hens­s­ler, An­walt­li­ches­Be­rufs­recht und Me­dia­ti­on, in Hens­s­ler/Koch, Hand­buch Me­dia­ti­on, S.87ff.).
Die Neu­ge­stal­tung des schwei­ze­ri­schen An­walts­rechts durch das Bun­des­ge­setz über die Frei­zü­gig­keit für An­wäl­te (BGFA) ist in einer wei­te­ren Stu­die nach­ge­zeich­net wor­den. Durch das BGFA wird die Schweiz nicht nur die in­ter­kan­to­na­le Frei­zü­gig­keit der An­wäl­te neu re­geln, son­dern auch erst­mals ein ein­heit­li­ches Bun­des­an­walts­recht er­hal­ten (Ki­li­an, BRAK-Mitt. 1999, 249ff.).
Der Trend hin zu An­walts­ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten hat mitt­ler­wei­le auch die Nach­bar­staa­ten er­fa­ßt. Durch die Be­rufs­rechts­no­vel­le 1999 ist in Ös­ter­reich u.a. die Zu­läs­sig­keit der An­walts-GmbH in der RAO fest­ge­schrie­ben wor­den. Eine Stu­die hat die Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schie­de der deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen Lö­sung er­forscht (Ki­li­an, AnwBl 2000).
Näher un­ter­sucht wor­den sind zudem das Be­rufs­recht der grie­chi­schen Rechts­an­wäl­te sowie ein­zel­ne As­pek­te des na­tio­na­len Be­rufs­rechts der Nie­der­lan­de (An­walt­schaft und Rechts­schutz­ver­si­che­rung) und Groß­bri­tan­ni­ens (Jus­tiz­re­form und An­walt­schaft).
Die Ana­ly­se und Be­wer­tung der Be­hand­lung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten bei der in­ter­na­tio­na­len Rechts­be­ra­tung sowie die be­rufs­recht­li­chen Be­son­der­hei­ten, die bei Fäl­len eines So­zie­täts­wech­sels und der Fu­si­on von So­zie­tä­ten zu be­ach­ten sind, stel­len einen Schwer­punkt der For­schungs­tä­tig­keit im Jahr 2000 dar. Wei­te­re rechts­ver­glei­chen­de Stu­di­en be­zie­hen sich auf die Be­ur­tei­lung des an­walt­li­chen Be­rufs­ge­heim­nis­ses in Eu­ro­pa, die an­walt­li­chen Rechts­be­ra­tungs­mo­no­po­le, die ver­schie­de­nen For­men des an­walt­li­chen Ge­büh­ren­rechts und die mono- und in­ter­pro­fes­sio­nel­len Ko­ope­ra­ti­ons­for­men für Rechts­an­wäl­te.
Im Jahr 1999 wurde die Kon­takt­pfle­ge zu Ver­bän­den und In­sti­tu­tio­nen im eu­ro­päi­schen Aus­land durch Be­suchs­rei­sen er­heb­lich ver­bes­sert. Auf diese Weise konn­ten Kon­tak­te zur ÖRAK, zur Law So­cie­ty of Eng­land And Wales, der Law So­cie­ty of Scot­land, der Law So­cie­ty of Ire­land, dem Ge­ne­ral Coun­cil of the Bar of Eng­land And Wales, dem bri­ti­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um, dem bri­ti­schen Legal Aid Board (LAB), dem Nort­hern Ire­land Courts Ser­vice und ver­schie­de­nen aka­de­mi­schen Ein­rich­tun­gen wie der Uni­ver­si­ty Of West­mins­ter, dem Lon­do­ner Po­li­cy Stu­dies­In­sti­tu­te (PSI) und der So­cie­ty of Ad­van­ced Legal Stu­dies (SALS) ge­pflegt und in­ten­si­viert wer­den.
In Er­gän­zung zur un­mit­tel­ba­ren For­schungs­tä­tig­keit des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums be­treu­en die Di­rek­to­ren des In­sti­tuts für An­walts­recht eine An­zahl von Dis­ser­ta­tio­nen mit einer rechts­ver­glei­chen­den bzw. eu­ro­pa­recht­li­chen The­men­stel­lung. 1999 ab­ge­schlos­sen wurde eine um­fas­sen­de Dis­ser­ta­ti­on zum "Syn­di­kus­an­walt in Eu­ro­pa". Lau­fen­de Pro­mo­ti­ons­vor­ha­ben be­tref­fen das ita­lie­ni­sche, bel­gi­sche, por­tu­gie­si­sche und chi­ne­si­sche An­walts­recht, mul­ti­dis­zi­pli­nä­re Part­ner­schaf­ten­in der EG, die eu­ro­päi­sche Part­ner­schafts­ge­sell­schaft und Auf­ga­ben und Selbst­ver­ständ­nis von An­walts­or­ga­ni­sa­tio­nen in Eu­ro­pa.
Erstellt am: 8. Februar 2017, zuletzt geändert am: 15. März 2017