Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=05.08.2010&Aktenzeichen=11%20CS%2010.1188
Timestamp: 2019-10-16 15:58:56
Document Index: 171934054

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 28', '§ 28', 'Art. 11', 'Art. 18', 'Art. 11', 'Art. 8']

VGH Bayern, 05.08.2010 - 11 CS 10.1188 - dejure.org
https://dejure.org/2010,70080
VGH Bayern, 05.08.2010 - 11 CS 10.1188 (https://dejure.org/2010,70080)
VGH Bayern, Entscheidung vom 05.08.2010 - 11 CS 10.1188 (https://dejure.org/2010,70080)
VGH Bayern, Entscheidung vom 05. August 2010 - 11 CS 10.1188 (https://dejure.org/2010,70080)
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Inlandsungültigkeit einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis unter Geltung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie
Damit hat sich durch die 3. EU-Führerschein-Richtlinie für ab dem 19.01.2009 ausgestellte Führerscheine die Rechtslage insoweit nicht zum davor geltenden Recht (vgl. hierzu EuGH NJW 2006, 2173; BVerwG NJW 2009, 1689) geändert; § 28 Abs. 4 Nr. 3 FeV bleibt weiterhin für Fälle, in denen die ausländische Fahrerlaubnis erst nach Ablauf der Sperrfrist erworben wurde, nicht anwendbar (OLG München NZV 2012, 553; OLG Hamm NStZ-RR 2013, 113, 114;… Dauer in Hentschel/König/Dauer, StVR, 43. Aufl., FeV § 28 Rn. 40; a.A. noch BayVGH, Beschl. v. 05.08.2010 - 11 CS 10.1188, juris Rn. 18; Mosbacher/Gräfe NJW 2009, 801, 804).
Da Art. 11 Abs. 4 Satz 2 der Richtlinie 2006/126/EG seinerseits als zwingende Vorschrift formuliert ist, ergibt sich unter Berücksichtigung des Art. 18 Satz 2 dieser Richtlinie ein Anwendungsvorrang des Art. 11 Abs. 4 Satz 2 gegenüber den Bestimmungen der Richtlinie 91/439/EWG und somit auch gegenüber Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG (BayVGH, Beschluss vom 5.8.2010 - 11 CS 10.1188).
Dafür spricht auch der Erwägungsgrund 15 der Richtlinie 2006/126/EG, wonach die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aus Gründen der Verkehrssicherheit die Möglichkeit haben sollen, ihre innerstaatlichen Bestimmungen über den Entzug, die Aussetzung, die Erneuerung und die Aufhebung einer Fahrerlaubnis auf jeden Führerscheininhaber anzuwenden, der seinen ordentlichen Wohnsitz in ihrem Hoheitsgebiet begründet hat (vgl. Bundesrats-Drucksache, 851/08 sowie BayVGH, B.v. 05.08.2010, Az: 11 CS 10.1188).