Source: http://www.medcontrol.de/kinder/mc-kinder-haupt03.htm
Timestamp: 2017-11-20 18:50:24
Document Index: 304114617

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 11', '§ 6', '§5']

MedControl Gesetze und Normen rund um die Erste Hilfe im Kindergarten und in der Schule
MedControl informiert: Gesetze & Normen rund um die Erste-Hilfe im Kindergarten und in der Schule
Die folgende Übersicht gibt Auskunft über die vorgeschriebenen Erste-Hilfe-Materialien und Materialmengen für Schulen und Kindergärten. Im Anschluss an diese Übersicht folgen die entsprechenden Gesetze, Verordnungen und Normen.
In Schulen und Kindergärten sind mindestens ein Verbandkasten nach DIN 13157-C und eine Krankentrage oder eine Liege in einem zentralen Sanitätsraum sowie ggf. eine Löschdecke bereitzustellen >>> Erste-Hilfe im Betrieb.
Für die fachgerechte Versorgung von Verletzungen von Kindern empfehlen wir zusätzlich unsere praktischen Ergänzungsmaterialien für Schulen und Kindergärten >>> Erste-Hilfe-Materialien für Kinder.
Weiterhin wird eine Erste-Hilfe-Ausrüstung für Ausflüge und Sportanlagen benötigt. Hierfür eignen sich z.B. die Sanitätstasche nach DIN 13160 aber auch unsere kindergerechte Spezialausstattungen sowie die vorgeschriebenen Sofort-Kälte-Kompressen >>> Erste-Hilfe-Materialien für Kinder.
Grundlage der notwendigen Erste-Hilfe-Materialien und Materialmengen für Schulen und Kindergärten (Im Weiteren werden nur noch Schulen genannt) sind verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Normen. Ausgangspunkt für die konkrete Ausgestaltung der Erste-Hilfe-Einrichtungen bildet der § 28 Erste Hilfe GUV-V S 1 "Unfallverhütungsvorschrift Schulen".
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für eine wirksame Erste-Hilfe für Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Einrichtungen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Dies ist erreicht, wenn die Hinweise im Merkblatt „Erste Hilfe in Schulen “ (GUV-SI 8065, bisher GUV 20.26) und die entsprechenden Ausführungen in der GUV „Umgang mit Gefahrstoffen im Unterricht“ (GUV-SR 2003, bisher GUV 19.16) sowie in der GUV "Erste-Hilfe bei Schülerwanderungen, Schulfahrten, Schullandheimaufenthalten" (GUV-SI-8047 bisher GUV 57.1.38) beachtet werden.
Die wichtigsten Vorschriften und deren praktische Relevanz haben wir im Folgenden zuammengefasst (Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.unfallkassen.de):
GUV-SI 8065 Erste-Hilfe in Schulen
GUV-SR 2003 Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen im Unterricht
GUV-SI-8047 Erste-Hilfe bei Schülerwanderungen, Schulfahrten, Schullandheimaufenthalten
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an uns (Email: info@medcontrol.de).
Alle Angaben ohne Gewähr · Aktualisiert am 18.10.2015.
Erste Hilfe in Schulen (Auszug aus der GUV-SI 8065)
Erste-Hilfe-Material (§2.3)
Mindestens ein Verbandkasten nach DIN 13 157 Typ C muss an einer zentralen, allen Hilfe Leistenden zugänglichen Stelle im Schulgebäude (z.B. Sanitätsraum, Schulsekretariat) bereitgehalten und je nach Verbrauch ergänzt werden. ... Medikamente und Salben gehören nicht in Verbandkästen.
Weitere Verbandkästen müssen, je nach Größe der Schule, vor allem in Bereichen mit erhöhter Gefährdung der Schülerinnen und Schüler (z.B. Sporthallen, naturwissenschaftliche Unterrichtsräume, Werkräume, Lehrküchen, Werkstätten) vorhanden sein. In Sporthallen und auf Sportplätzen sollten zusätzlich Kältepackungen, Sportsalben/-gel zur Behandlung stumpfer Verletzungen (z.B. Prellungen, Zerrungen) vorhanden sein. Erste-Hilfe-Material muss bei Wanderungen, Exkursionen, Studienfahrten, Wintersportveranstaltungen, Sportveranstaltungen außerhalb der Sporthalle usw. mitgenommen werden.
In Räumen oder Einrichtungen der Schule, in denen Schülerinnen und Schüler besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind (z.B. naturwissenschaftliche Unterrichtsräume, Werkstätten, Schwimmbäder) müssen zusätzlich zu dem im vorhergehenden Abschnitt genannten Erste-Hilfe-Material entsprechende Rettungsgeräte (z.B. Löschdecken, Handbrausen, Rettungsringe) vorhanden sein.
Meldeeinrichtungen (§ 2.1)
In den Schulen muss während schulischer Veranstaltungen jederzeit bei Unfällen unverzüglich die notwendige Hilfe herbeigerufen werden können, z.B. durch einen amtsberechtigten Fernmeldeanschluss ...
In unmittelbarer Nähe der Meldeeinrichtung müssen die Namen der Ersthelferinnen/ Ersthelfer und der Orte, an denen sie üblicherweise zu erreichen sind, die Rufnummern der nächstgelegenen Arztpraxen, der Durchgangsärztin/des Durchgangsarztes, des Krankenhauses, der Rettungsleitstelle, der Giftzentralen und der Taxizentrale verfügbar sein.
Sanitätsraum (§ 2.2)
In allen Schulen muss mindestens ein Raum vorhanden sein, in dem verletzte Schülerinnen und Schüler betreut werden können („Sanitätsraum“, „Krankenzimmer“, „Schularztzimmer“). Dieser sollte sich zu ebener Erde in zentraler Lage im Gebäudekomplex der Schule, im Bereich der Werkstätten und/oder in der Sporthalle befinden und für den Rettungsdienst gut zugänglich sein.
Dieser Raum muss mindestens mit einem kleinen Verbandkasten nach DIN 13 157 Typ C sowie einer Krankentrage nach DIN 13 024 oder einer Liege ausgerüstet sein. Auch sollte ein Waschbecken mit fließend kaltem und warmem Wasser vorhanden sein.
Kennzeichnung (§ 2.4)
Erste-Hilfe-Einrichtungen sowie Aufbewahrungsorte von Erste-Hilfe-Material, Rettungsgeräten, Rettungstransportmitteln sind deutlich erkennbar und dauerhaft durch ein weißes Kreuz auf quadratischem oder rechteckigem grünen Grund mit weißer Umrandung (Aufkleber „Erste Hilfe“, Bestell-Nr. GUV-I 8577, bisher GUV 38.5) zu kennzeichnen.
Ersthelfer (§ 3.1)
Die Schulleiterin/der Schulleiter ist verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten-Hilfe in ihrer/seiner Schule. Dazu gehört auch, dass ausreichend Ersthelfer ausgebildet sind.
Es ist anzustreben, dass Lehrkräfte, die bei schulischen Veranstaltungen in Situationen gelangen können, die Hilfeleistungen erfordern (z.B. Klassenfahrten, Besichtigungen) adäquat ausgebildet sind.
Dies gilt insbesondere für alle Lehrkräfte des Faches Sport, der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer und der praktischen Ausbildung in beruflichen Schulen sowie für Lehrkräfte, die Klassenfahrten, Besichtigungen etc. durchführen. Darüber hinaus sollten Hausmeister und sonstige Angestellte der Schule (z.B. Schulverwaltungskräfte) ausgebildet werden.
Die Erfahrung zeigt, dass die Kenntnisse und Fertigkeiten aufgefrischt werden müssen. Die Fortbildung soll in angemessenen Zeiträumen erfolgen.
Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen im Unterricht (Auszug aus der GUV-SR 2003)
§ 11 Erste Hilfe
11.1 Erste-Hilfe-Maßnahmen müssen auch auf den Umgang mit Gefahrstoffen ausgerichtet sein. Dies sind z.B. Maßnahmen bei Augen- und Hautverätzungen, Schnittverletzungen, Verbrennungen und Verbrühungen.
11.2 Es ist dafür zu sorgen, dass Erste-Hilfe-Material in ausreichender Menge bereitgehalten wird und eine handbrause nach Abschnitt 6.2.2 vorhanden ist.
§ 6.2.2 In Räumen, in denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird (z.B. Chemiefachräume), oder zumindest im Nebenraum, muss ein Waschbecken mit Handbrause (Kaltwasseranschluss), Seifenspender und Einmalhandtüchern vorhanden sein.
11.3 Mit Gefahrstoffen verunreinigte Kleidungsstücke sind zu entfernen und die betroffenen Körperstellen gründlich abzuwaschen. Reichen Erste-Hilfe-Maßnahmen wegen Art und Schwere der Verletzung für die Versorgung des Verletzten nicht aus, muss dieser in ärztliche Behandlung gebracht werden.
11.4 Bei anhaltenden Beschwerden ist der Betroffene dem Arzt vorzustellen.
Erste Hilfe bei Schülerwanderungen, Schulfahrten, Schullandheimaufenthalten (Auszug aus der GUV-SI 8047)
§5 Sicherheit und Gesundheit in Schulen und Kindertageseinrichtungen
Bei allen schulischen Veranstaltungen ist geeignetes Erste-Hilfe-Material bereitzuhalten, das gilt auch für Ausflüge und sonstige schulische Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes.
Als geeignetes Erste-Hilfe-Material gilt z. B. die Sanitätstasche nach DIN 13 160 (siehe GUV-Information „Erste Hilfe in Schulen“, GUV-SI 8065, bisher GUV 20.26). Sportmediziner empfehlen als Sofortmaßnahme bei Verstauchungen, Verrenkungen, geschlossenen Frakturen, Quetschungen, Blutergüssen, Muskelzerrungen und Muskelrissen eine sofortige Kühlung. Deshalb sollte das Erste-Hilfe-Material um einen so genannten Kältepack ergänzt werden (Keine Kältesprays!).
Medikamente zur inneren oder äußeren Anwendung gehören nicht zur Erste-Hilfe-Ausstattung. Es kann jedoch nötig sein, für bestimmte Schüler (z.B. Diabetiker, Allergiker) Medikamente bereitzuhalten. Hierfür ist vorherige schriftliche Beauftragung durch die Eltern dringend zu empfehlen.
Bei Wanderungen und Schullandheimaufenthalten muss der Lehrer oder eine begleitende Person ausreichende Kenntnisse der Ersten-Hilfe besitzen. Ausreichende Kenntnisse der Ersten Hilfe besitzt man in der Regel nur dann, wenn man in den vergangenen drei Jahren einen 8 Doppelstunden umfassenden Ersthelferlehrgang „Grundausbildung in Erster Hilfe“ besucht hat.
Weitere Maßnahmen nach einem Unfall
Muss nach einem Unfall ein Arzt aufgesucht werden, so ist dem behandelnden Arzt oder dem Krankenhaus mitzuteilen, dass ein Schulunfall vorliegt und welcher Unfallversicherungsträger zuständig ist. Bei Schüler-Unfällen rechnet der Arzt oder das Krankenhaus unmittelbar mit dem Unfallversicherungsträger ab (kein Krankenschein, keine Privatrechnung).
Die Schule ist verpflichtet, dem Unfallversicherungsträger baldmöglichst eine Unfallanzeige zuzustellen.
Jede Erste-Hilfe-Leistung im Schulbetrieb ist aufzeichnungspflichtig, sofern kein Arztbesuch stattfindet. Hierfür kann z.B. der Notizblock in der Verbandtasche verwendet werden. Die Aufzeichnung sollte später in einem Verbandbuch, das bei den Unfallversicherungsträgern unter der Bestell-Nr. GUV-I 511-1 (bisher GUV 40.6) erhältlich ist, in der Schule nachgetragen werden.