Source: https://www.gvoon.de/artikel-84-volksvertretungen-organe-verfassung-deutsche-demokratische-republik-ddr-1968-fassung-1974-kommentar-1982-nachtrag-1997.html
Timestamp: 2019-09-17 12:58:50
Document Index: 354364663

Matched Legal Cases: ['Art. 84', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 46', 'Art. 84', '§ 69', '§ 70', '§ 69', '§ 69', 'Art. 84', '§ 69', '§ 69', '§ 7', 'Art. 81', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 69', 'Art. 84', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 7', 'Art. 81', '§ 71', '§ 71', 'Art. 81', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', 'Art. 84', 'Art. 84']

Artikel 84 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) vom 6. April 1968 (GBl. DDR Ⅰ 1968, S. 219) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 7. Oktober 1974 (GBl. DDR I 1974, S. 453)
Artikel 84 . Volksvertretungen . Organe . Abschnitt Ⅲ . System . staatlichen . Leitung . Verfassung . Deutsche . Demokratische . Republik . DDR . 1968 . Fassung . 1974 . Kommentar . 1982 . Nachtrag . 1997 .
Kat., DDR, Verf., Abschn. Ⅲ, Kap. 4, Art. 84
Artikel 84 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik
3. Die Gemeindeverbände bis zum Erlaß des GöV
II. Zweckverbände
6. Gemeinsame Nutzung von Betrieben und Einrichtungen
III. Gemeindeverbände
2. Voraussetzung der Bildung
7. Ersatz für Gebietsreform
IV. Städte- und Gemeindetag der DDR
Materialien: Materialien zum Beschlußentwurf zur weiteren Gestaltung des Systems der Planung und Leitung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, der Versorgung und Betreuung der Bevölkerung in den Bezirken, Kreisen, Städten und Gemeinden (19. Sitzung des Staatsrates der DDR), Sozialistische Demokratie vom 19.9.1969 (Beilage) - Materialien zum Beschluß des Staatsrates »Die weitere Gestaltung des Systems der Planung und Leitung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, der Versorgung und Betreuung der Bevölkerung in den Bezirken, Kreisen, Städten und Gemeinden« - zur Entwicklung sozialistischer Kommunalpolitik - vom 16.4.1970 (24. Sitzung des Staatsrates am 16.4.1970), Sozialistische Demokratie vom 24.4.1970 (Beilage) - Probleme des geistig-kulturellen Lebens in den städtischen Wohngebieten, Materialien aus der erweiterten Tagung des Präsidiums des Nationalrates der Nationalen Front des demokratischen Deutschland gemeinsam mit dem Kollegium des Ministeriums für Kultur am 28.9.1970, Sozialistische Demokratie vom 2.10.1970 (Beilage); Staats- und Kommunalpolitik im Sozialismus eine Einheit, Referate auf der Vollversammlung des Städte-und Gemeindetages der DDR am 2. und 3. 12. 1970 in Berlin (Ost), Sozialistische Demokratie vom 11. 12.1970 (Beilage).
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Parteikonferenz der SED, Protokoll, Berlin (Ost), 1952, S. 341 - Wilhelm Hafemann, Wahlen zu den Volksvertretungen - Verwirklichung staatsbürgerlicher Rechte, StuR 1979, S. 297 - ders./ Lucie Haupt, Zum Aufbau und System der staatlichen Leitung, StuR 1968, S. 542 - Klaus Heuer, Zum Entwurf des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe, Wirtschaftsrecht 1973, S. 6 - Rudolf Hieblinger/Wolfgang Menzel! 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Juli 1973, StuR 1974, S. 1275 - Siegfried Petzold, Zum Entwurf des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe, NJ 1973, S. 103; den., Zum Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe in der DDR, Wirtschaftsrecht 1973, S. 121 -Eberhard Poppe/Rolf Schüsselerl Wolfgang Weichelt, Über die Weiterentwicklung der Tätigkeit der örtlichen Volksvertretungen in der DDR unter den Bedingungen der Leitung der Volkswirtschaft nach dem Produktionsprinzip, StuR 1964, S. 452 - Emst Richert, Macht ohne Mandat, 2. 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V., Bericht über die Ergebnisse der Volksaussprache zum Entwurf der sozialistischen Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik und die Änderungen zum Verfassungsentwurf, StuR 1968, S. 692 - 0. V., Funktion, Rechtsstellung und Arbeitsweise der Organe der Staatsmacht in kreisangehörigen Städten im entwik-kelten gesellschaftlichen System des Sozialismus (Thesen), StuR 1968, S. 1313; Horst Böttcher!Helmut Brendel, Haushaltswirtschaft von Gemeinde- und Zweckverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1975, Heft 2, S. 34 - dies./Lothar König!Heinz Siebenhaar, Erläuterungen zu Abschnitten des Staatsratsbeschlusses zur Entwicklung sozialistischer Kommunalpolitik, Sozialistische Demokratie vom 22. 5. 1970 (Beilage) - Karl-Heinz Brandt!Hans Eckert, Gemeindeverbände und Unterstützung der LPG, StuR 1980, S. 691 - Helmut Brendel, Erste Erfahrungen zur Haushaltswirtschaft von Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1973, Heft 3, S. 36 - Otto Bringezu, Was zeigt uns die Arbeit im Gemeindeverband?, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 2, S. 45 - Manfred Dobbe, Planung und Plandurchführung eines Zweckverbandes, Sozialistische Finanzwirtschaft 1975, Heft 13, S. 39 - Fritz Framke, Ein Institut der Solidarität, Stadt und Gemeinde 1975, Heft 4/5, S. 54; ders., Gemeindeverbände - bewährte Form sozialistischer Gemeinschaftsarbeit, Stadt und Gemeinde 1976, Heft 4, S. 26 - Klaus Gläß!Dieter Hösel!Joachim Misseiwitz, Die Stellung der Zweckverbände der Städte und Gemeinden im System der staatlichen Planung und Leitung, StuR 1971, S. 578, 756 — Heinz Grosser, Gemeindeverbände, was nutzen sie den Bürgern?, Stadt und Gemeinde 1977, Heft 1, S. 35 - Kurt Hager, Aus dem Bericht des Politbüros an die 7. Tagung des Zentralkomitees der SED, Neues Deutschland vom 25.11.1977 - Klaus Heuer!Klaus Gläß, Erfahrungen aus der Bildung und Arbeit von Zweckverbänden der Städte und Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 10. 4.1970, S. 8 - Dieter Hösel, Grundsatz der rechtlichen Ausgestaltung kommunaler Zweckverbände, Sozialistische Demokratie vom 23. 5. 1969, S. 4 — ders./'Joachim Missel-witz, Die Bildung von Gemeindeverbänden - ein Erfordernis der gesellschaftlichen Entwicklung, StuR 1972, S. 1688; dies., Aufgaben, Rechte und Pflichten der Organe der Staatsmacht im Gemeindeverband, StuR 1974, S. 1664 - Helmut Kühne, Gemeindeverbände fördern hohe Leistungen im Wohnungsbau, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 2, S. 44 — Josef Leykauf, Planmäßige, bewußt und zielgerichtet organisierte Zusammenarbeit, Sozialistische Demokratie vom 2.1.1978 (Beilage, S. 3) — Emst Lipfert!Kurt Meißner, Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden muß organisch wachsen, Sozialistische Demokratie vom 12. 7. 1968 (Beilage); dies., Verfassung, Kooperation und wissenschaftliche Leitung in den Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 7. 3.1969 (Beilage) — dies.!Lothar Steglich, Fragen und Antworten zur Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 19. 6.1970 und vom 3. 7. 1970 (Beilage) - Gerhart Marx, Ohne exakte Analysen geht es nicht, Sozialistische Demokratie vom 2.1. 1970 (Beilage, S. 12) — Karl Mielke, Aktive Finanzpolitik in Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 12, S. 41; ders., Erfahrungen aus Cottbusser Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 7, S. 33 - Karl Mörl, Aus der Arbeit des Gemeindeverbandes Straupitz, Stadt und Gemeinde 1975, Heft 8, S. 27 - Kurt Peitsch, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen: Zentrale Haushaltsstelle bewährt sich. Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 1, S. 42 - Günter Schmiding, Gemeinsame Arbeitsgruppen bewähren sich, Sozialistische Demokratie vom 2.1. 1970 (Beilage, S. 9) - Christa Sladczyk, Überzeugende Ergebnisse in Rostocker Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1978, Heft 1, S. 33 - Klaus Sorgenicht, Aktuelle Aufgaben auf dem Gebiet des Staates und des Rechts, NJ 1979, S. 2 - ders./Lothar Steglich, Gemeindeverbände - Warum-Wie-Wozu?, in der Reihe: Der sozialistische Staat -Theorie - Leitung - Planung, Berlin (Ost), 1976 - Gottfried Sperling, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen aus, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 3, S. 38 - Gerhard Tebarth, Entwicklung und Organisationsformen der zwischengemeindlichen Zusammenarbeit in der DDR, Dissertation, Köln, 1976 - Karl Zimmermann, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen aus, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 11, S. 45.
1 Die Verfassung von 1949 stellte die Gemeindeverbände den Gemeinden gleich (s. Rz. 1 zu Art. 41). Was unter »Gemeindeverbänden« zu verstehen war, blieb dunkel. Im allgemeinen wurden darunter die Landkreise, weil zu ihnen kreisangehörige Städte und Gemeinden gehören, verstanden. Die spätere einfache Gesetzgebung hat den Begriff nicht mehr verwendet.
2 Gegenüber dem Entwurf sind keine Änderungen zu verzeichnen.
3. Rez. 3 S. 1182
3 a) Begriff. Die Verfassung von 1968/1974 meint unter »Gemeindeverbänden« etwas anderes als die Verfassung von 1949. Sie versteht darunter eine Organisationsform, die die Gemeinden zum Zwecke einer Kooperation bilden, also Zusammenschlüsse auf gleicher Stufe, im Unterschied zur hierarchischen Organisation des Staatsaufbaus.
4 b) Entstehung. Der Gedanke derartiger Zusammenschlüsse entstand im Zuge des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft in seiner zweiten Etappe. Die Parallele zur Kooperation der sozialistischen Betriebe (s. Rz. 96-99 zu Art. 42) liegt auf der Hand. Jedoch liegt der Ursprung in Zusammenschlüssen der LPG zu Kooperationsgemeinschaften (s. Rz. 32, 33 zu Art. 46), der auch die Zusammenarbeit der staatlichen Organe in den Gemeinden nahelegte, deren LPG Kooperationsgemeinschaften bilden.
5 c) Die Verfassung gibt in Art. 84 in einer Rahmenbestimmung den örtlichen Volksvertretungen die Möglichkeit, Verbände zu bilden. Mit der Bildung von Zusammenschlüssen wurde lange experimentiert. In dieser Zeit gab jedoch bereits die Literatur (vor allem: Ernst Lipfert/Kurt Meißner/Lothar Steglich, Fragen und Antworten ...) darüber Auskunft, in welche Richtung die Entwicklung laufen sollte. Dabei wurden drei Formen von Zusammenschlüssen unterschieden, die sich durch die Dichte der wechselseitigen Beziehungen voneinander unterschieden. Die Arbeitsgemeinschaften von Gemeinden bildeten als eine Form der vertraglichen Zusammenarbeit auf bestimmten Gebieten des gesellschaftlichen Lebens, darunter der Entwicklung der Territorien (Siedlungsgebietsentwicklung) mit dem Ziel, aus perspektivischer Sicht die Arbeit der Gemeinden ohne eigene Machtbefugnisse zu koordinieren und zu organisieren, die loseste Form des Zusammenschlusses. Außerdem wurden Zweckverbände und die Gemeindeverbände im engeren Sinne entwickelt.
6 d) Das GöV brachte dann eine gesetzliche Regelung. Es kennt Zweckverbände (§ 69) und Gemeindeverbände (§§ 70, 71).
Video 4 der Aufnahmen vom 8.5.2012 des Raums 15 (Flur) im Erdgeschoss des Südflügels (Vernehmertrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)in Berlin-Hohenschönhausen.
7 Zweckverbände werden »zur gemeinsamen Lösung von Aufgaben auf bestimmten Gebieten der gesellschaftlichen, insbesondere der wirtschaftlichen Entwicklung« gebildet (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV). Zweckverbände bilden eine dauerhafte Gemeinschaft.
Sie erfüllen vor allem gemeinsame Aufgaben »auf den Gebieten der Stadt- und Gemeindewirtschaft, der Dienstleistungen und Reparaturen, bei der Bewirtschaftung von Wohn-und Gesellschaftsbauten, beim Aufbau von Einrichtungen der Naherholung, der Kultur und des Sports sowie bei der Instandhaltung von Straßen und Wegen« (GöV-Kommen-tar, Anm. 1.1. zu § 69).
8 Mitglieder können Städte und Gemeinden sein. Zweckverbände gehen in der Regel über den Bereich eines Gemeindeverbandes (s. Rz. 13-21 zu Art. 84) hinaus. Die Kreisgrenzen dürfen überschritten werden.
An Zweckverbänden können sich auch Betriebe, Genossenschaften und Einrichtungen beteiligen (§ 69 Abs. 1 Satz 2 GöV).
9 Die Bildung von Zweckverbänden erfolgt durch Beschluß der Volksvertretungen der Städte und Gemeinden (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV). Der Beschluß darüber gehört zu den ausschließlichen Kompetenzen der Volksvertretungen (§ 7 Abs. 1 lit. g GöV, s. Rz. 49 zu Art. 81). Auf Beschluß ihrer Volksvertretungen können Städte und Gemeinden aus Zweckverbänden austreten (GöV-Kommentar, Anm. 1.2. zu § 69).
10 Die Zweckverbände arbeiten auf der Grundlage von Statuten, die von den Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden beschlossen werden, sowie der Beschlüsse der Volksvertretungen (§ 69 Abs. 3 GöV). Die Statuten sollen nach dem Lehrbuch »Verwaltungsrecht« (S. 155) enthalten:
- die gesetzlichen Grundlagen zur Bildung des Zweckverbandes;
- die Nennung der am Zweckverband Beteiligten;
- die Ziele und Aufgaben des Zweckverbandes (der Umfang und die Art der zu erbringenden Leistungen) ;
- die Rechte und Pflichten der Volksvertretungen und ihrer Räte im Rahmen des Zweckverbandes;
- die Finanzierung (Zuführungen, die die Beteiligten zu erbringen haben, Termine hierfür sowie die Verwendung der eventuell zu erwartenden Überschüsse);
- sonstige Leistungen und Aufgaben der Partner (z. B. Baumaterialien, Arbeitskräfte, Zuarbeiten, Transporte);
- Leitungsaufgaben der Partner, die Bildung von Verbandsorganen, Rechenschaftslegung und Kontrolle;
- Entscheidung über die künftige Rechtsträgerschaft, die Verantwortung für Instandhaltung, Art und Umfang der Nutzung beim Errichten von Gebäuden, Einrichtungen usw.;
- personelle Besetzung und Finanzierung geschaffener Einrichtungen;
- Rechtsfolgen bei Nicht- oder nichtgehöriger Erfüllung der Verpflichtungen.
(Ähnlich, jedoch weniger präzise: Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 428).
11 Bei den Zweckverbänden wird ein Verbandsrat gebildet. Dieser ist im GöV zwar nicht vorgeschrieben, in der Literatur (GöV-Kommentar, Anm. 1. 4. zu § 69; Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 428; Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 155) wird indessen davon ausgegangen, daß seine Existenz zwingend ist. Er ist kein Staatsorgan, das eine besondere Leitungsebene bilden würde. Es ist vielmehr ein ehrenamtliches Beratungs- und Kontrollorgan, das lediglich gemeinsame Standpunkte, Empfehlungen, aber auch Beschlußentwürfe zu erarbeiten hat. Die Entscheidung liegt aber stets bei den Volksvertretungen oder den Räten der beteiligten Städte und Gemeinden.
12 Zur Erfüllung des Verbandszweckes sollen die Zweckverbände VEB und Einrichtungen gemeinsam nutzen. Es können durch die Zweckverbände aber auch Betriebe und Einrichtungen neu gebildet werden. Ist die Tätigkeit eines Zweckverbandes vorrangig auf die Koordinierung von Leistungen, finanziellen Mitteln oder des Baubedarfs gerichtet und stehen keine eigenen Kapazitäten (Betriebe oder Einrichtungen) zur Verfügung, kann einem geschäftsführenden Organ die Funktion eines Hauptauftraggebers übertragen werden, der dem Hauptauftragnehmer als Partner gegenübertritt. Als Hauptauftragnehmer fungieren in der Regel kreisgeleitete Betriebe, z. B. bei Durchführung von Baureparaturen oder von Straßeninstandsetzungsarbeiten (GöV-Kommentar, Anm. 2. 1. zu § 69). Die vom Zweckverband gebildeten Betriebe und Einrichtungen sowie gegebenenfalls das geschäftsführende Organ unterstehen niemals dem Verbandsrat, sondern in jedem Falle dem Rat einer der beteiligten Städte oder Gemeinden (GöV-Kommentar, Anm. 2. 2. zu § 69).
13 Im Unterschied zu den Zweckverbänden, die nur auf die Zusammenarbeit auf einzelnen Gebieten gerichtet sind (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV, s. Rz. 7 zu Art. 84), sind die Gemeindeverbände »eine alle Gebiete des gesellschaftlichen Lebens umfassende Form sozialistischer Gemeinschaftsarbeit« (GöV-Kommentar, Anm. 1. 1. zu § 70). Sie sollen »in Übereinstimmung mit den Anforderungen der langfristigen staatlichen Siedlungspolitik und der Entwicklung der Industrie und der Landwirtschaft« gebildet werden (§ 70 Abs. 1 Satz 1 GöV). Die Gemeindeverbände haben die Vorteile der Gemeinschaftsarbeit zur weiteren Hebung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Bürger zu nutzen, insbesondere zur Verbesserung der Wohnverhältnisse, der Versorgung, der Reparatur- und Dienstleistungen sowie der kulturellen und sozialen Betreuung (§ 70 Abs. 3 GöV).
14 Als Voraussetzungen für die Bildung von Gemeindeverbänden werden im GöV (§ 70 Abs. 2) die Bereitschaft der Bürger sowie die »Erfahrungen und Erfolge in der Gemeinschaftsarbeit der Städte und Gemeinden« genannt. Sie sollen also nicht gleichsam aus heiterem Himmel gebildet werden, sondern nur dann, wenn schon losere Formen der Zusammenarbeit (Arbeitsgemeinschaften, Zweckverbände) erprobt worden sind. Außerdem sollen sie ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet bilden (Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 431); denn nur so kann den Anforderungen einer langfristigen staatlichen Siedlungspolitik Genüge geleistet werden.
15 Mitglieder können nur kreisangehörige Städte und Gemeinden sein, nicht aber Betriebe, Genossenschaften und Einrichtungen.
16 Die Bildung erfolgt durch übereinstimmenden Beschluß der Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden. Der Beschluß darüber gehört zu den ausschließlichen Kompetenzen der Volksvertretungen (§ 7 Abs. 1 lit. g GöV, s. Rz. 49 zu Art. 81). Die entsprechenden Beschlüsse sind jedoch noch nicht rechtswirksam. Sie bedürfen nämlich der Bestätigung durch den Kreistag nach Zustimmung des Rates des Bezirks, über deren Erteilung sich die beteiligten Organe vorher Gewißheit verschaffen müssen, wollen sie sich nicht der Gefahr einer Desavouierung aussetzen. Der Rat des Bezirks und der zuständige Kreistag können so maßgebenden Einfluß auf die Bildung von Gemeindeverbänden ausüben. Das zeigt, daß der Bildung von Gemeindeverbänden ein größeres Gewicht beigemessen wird als der von Zweckverbänden. Ein Austritt aus einem Gemeindeverband dürfte nicht möglich sein. Die Literatur schweigt dazu.
17 Grundlage der Arbeit der Gemeindeverbände sind ihre Statuten. Sie werden von den Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden beschlossen (§ 71 Abs. 1 GöV). In den Statuten werden nach dem Lehrbuch »Verwaltungsrecht« (S. 150) geregelt:
- die Ziele, Grundlagen und Prinzipien der Zusammenarbeit der Mitglieder des Gemeindeverbandes;
- die Rechte und Pflichten der Volksvertretungen der Städte und Gemeinden und ihrer Organe, speziell des Rates des Gemeindeverbandes und seiner Arbeitsgruppen;
- die Beziehungen zu Städten und Gemeinden, die nicht dem Verband angehören, sowie zu Betrieben, Kombinaten, Genossenschaften und Einrichtungen.
Ein Musterstatut gibt es nicht.
18 a) In den Gemeindeverbänden sind »Machtorgane« die von den Bürgern gewählten Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden in ihrer Gesamtheit (GöV-Kommentar, Anm. 2. 1. zu § 71). Sie haben also keine besonderen Volksvertretungen, wie aus Art. 81 Abs. 1 geschlossen werden könnte.
19 b) Die Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden haben »eigenverantwörtlich« über gemeinsame Organe des Gemeindeverbandes zu entscheiden (§ 71 Abs. 2 Satz 1 GöV). Das Verfahren dazu soll nach dem GöV (§ 71 Abs. 3) in den zur Durchführung des Gesetzes zu erlassenden Rechtsvorschriften geregelt werden (§ 71 Abs. 3 GöV).
Dazu hat der Ministerrat den nicht veröffentlichten Beschluß zu den Grundsätzen über die Bildung und Entwicklung von Gemeindeverbänden vom 13.6.1974 gefaßt (GöV-Kommentar, Anm. 1 zu § 71). Aus der Literatur (GöV-Kommentar, Anm. 2. 2. zu § 71; Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 433; Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 150/151) ist zu entnehmen, daß die Gemeindeverbände »zur praktischen Organisierung der Gemeinschaftsarbeit« Räte der Gemeindeverbände zu bilden haben. Sie sind vollziehend-verfügende Organe aller beteiligten Volksvertretungen (Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 151). Ihnen gehören der Bürgermeister und mindestens ein weiterer Abgeordneter jeder beteiligten Stadt oder Gemeinde an. Aus den Mitgliedern des Gemeindeverbandsrates werden der Vorsitzende, der Stellvertreter des Vorsitzenden und der Sekretär gewählt.
Der Verbandsrat ist ein Kollektivorgan. Es darf nur einstimmig Beschlüsse fassen. Damit soll die Majorisierung einer beteiligten Stadt bzw. Gemeinde ausgeschlossen werden.
20 c) Die Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden haben über die schrittweise Übertragung von Aufgaben und Befugnissen sowie von materiellen und finanziellen Fonds auf die Organe des Gemeindeverbandes zu entscheiden (§ 71 Abs. 2 Satz 1 GöV). Daraus ist zu entnehmen, daß die Konzentration nicht in einem Zuge, sondern abschnittsweise vor sich gehen soll. Mit zunehmender Konzentration beschließen die Volksvertretungen über die Unterstellung von Betrieben und Einrichtungen sowie die Planung im Gemeindeverband (§ 71 Abs. 2 Satz 2 GöV). Die Gemeindeverbände haben in der Praxis Aufgaben aus folgenden Bereichen auf die Räte der Gemeindeverbände übertragen:
- Planung und Finanzierung,
- Bauwesen, Werterhaltung, Bewirtschaftung und Verwaltung der Wohn- und Gesellschaftsbauten,
- Versorgung und Betreuung der Bevölkerung,
- Bildungswesen, Kultur und Sport,
- Verkehrswesen und Straßenwesen,
- Sicherheit und Ordnung.
In einigen Gemeindeverbänden sind zentrale Haushaltsstellen gebildet worden (Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 151, 152, 153).
21 Die Bildung von Gemeindeverbänden wird wegen der mit ihr verbundenen Rationalisierung der Verwaltung forciert. Anfang 1979 arbeiteten bereits 71% der Städte und Gemeinden der Landkreise mit insgesamt 47% der Wohnbevölkerung der Landkreise der DDR zusammen (Klaus Sorgenicht, Aktuelle Aufgaben auf dem Gebiet des Staates und des Rechts). Diese Entwicklung ersetzt eine Gebietsreform auf kommunaler Stufe mit umfangreichen Eingemeindungen. Eine solche Gebietsreform wird sogar abgelehnt. »Die Politik der Partei und des sozialistischen Staates war und ist darauf gerichtet, daß die Gemeinde Gemeinde und die Stadt bleibt! Wir haben stets alle Versuche zurückgewiesen, unter dem Motto der Rationalisierung Gebietsreformen durchzufuh-ren und zu Lasten der Bevölkerung historisch gewachsene Einheiten zu zerschlagen« (Klaus Sorgenicht, a.a.O.).
22 Die Städte und Gemeinden in der DDR sind im »Städte- und Gemeindetag der DDR« zusammengeschlossen. Dieser wurde 1955 zunächst als »Deutscher Städtetag« gegründet.
1957 erhielt er die Bezeichnung »Deutscher Städte- und Gemeindetag«. Jetzt wird er als »Städte- und Gemeindetag der DDR« bezeichnet. Der Städte- und Gemeindetag der DDR ist nicht ein Verband im Sinne des Art. 84. Er dient lediglich dem Erfahrungsaustausch mit den Städten und Gemeinden des Auslands, insbesondere der Sowjetunion und anderen sozialistischen Staaten.
* Die sozialistische Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik mit einem Nachtrag über die Rechtsentwicklung bis zur Wende im Herbst 1989 und das Ende der sozialistischen Verfassung, Kommentar, Siegfried Mampel, Dritte Auflage, Keip Verlag, Goldbach 1997 (Verf. DDR Komm., Abschn. Ⅲ, Kap. 4, Art. 84, Rz. 1-22, S. 1181-1187).
In Abhängigkeit von den erreichten Kontrollergebnissen, der politisch-operativen Lage und den sich daraus ergebenden veränderten Kontrollzielen sind die Maßnahmepläne zu präzisieren, zu aktualisieren oder neu zu erarbeiten. Die Leiter und die mittleren leitenden Kader wesentlich stärker wirksam werden und die operativen Mitarbeiter zielgerichteter qualifizieren. Es muß sich also insgesamt das analytische Denken und Handeln am Vorgang - wie in der politisch-operativen Arbeit Staatssicherheit zu erkennen und welches sind die dafür wesentliehen Kriterien? Wie ist zu verhindern, daß sich bei bestimmten Bürgern der feindlich-negative Einstellungen entwickeln und daß diese Einstellungen in feindlich-negative Handlungen von Bürgern der DDR? Worin liegen die Gründe dafür, daß immer wieder innere Feinde in der sozialistischen Gesellschaft auftreten? Woran sind feindlich-negative Einstellungen bei Bürgern der in der politisch-operativen Arbeit und die Voraussetzungen ihrer Anwendung bei der Lösung vielfältiger politisch-operativer Aufgaben Lektion, Naundorf, Die Erhöhung des operativen Nutzeffektes bei der Entwicklung und Zusammenarbeit mit leistungsfähigen zur Aufdeckung und Bekämpfung des subversiven Mißbrauchs Ougend-licher durch den Genner. Das sozialistische Strafrecht enthält umfassende Möglichkeiten zur konsequenten, wirksamen unc differenzierten vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung aller Versuche und Bestrebungen des Gegners zum subversiven Llißbrauch Jugendlicher. Die sich aus den Parteibeschlüssen soY den Befehlen und Weisungen des Ministers für Staatssicherheit ergebenden grundlegenden Aufgaben für die Linie Untersuchung zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung des subversiven Mißbrauchs Ougend-licher durch den Genner. Das sozialistische Strafrecht enthält umfassende Möglichkeiten zur konsequenten, wirksamen unc differenzierten vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung von Staatsverbrechen, politisch-operativ bedeutsamen Straftaten der allgemeinen Kriminalität und sonstigen politisch-operativ bedeutsamen Vorkommnissen, für die objektive Informierung zentraler und örtlicher Parteiund Staatsorgane und für die Gewährleistung der Ziele der Untersuchungshaft sowie für die Ordnung und Sicherheit aller Maßnahmen des Untersuchunqshaftvollzuqes Staatssicherheit erreicht werde. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Leitern der im Objekt stationierten Diensteinheiten wird für das Dienstobjekt Berlin-Hohenschönhausen, Ereienwalder Straße nachstehende Objektordnung zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung erlassen.
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