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Timestamp: 2018-01-18 21:54:24
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Matched Legal Cases: ['§35', '§35', '§35', '§35', '§ 35', '§ 35', '§35', '§ 35', '§35', '§35', '§ 35', '§35', '§35']

Lohnkosten absetzbar?
Diskutiere Lohnkosten absetzbar? im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo alle zusammen, wir haben eine Frage an euch und hoffen das ihr uns weiterhelfen könnt. Vorweg, wir haben unsere ETW privat vermietet, denke...
#1 Volker58, 03.05.2007
wir haben eine Frage an euch und hoffen das ihr uns weiterhelfen könnt.
Vorweg, wir haben unsere ETW privat vermietet, denke das macht bei der Frage aber keinen Unterschied.
Wir haben gehört das wir angeblich für die Steuererklärung 2006 einen Nachweis über die Lohnleistung (also reine Lohnkosten) für Reparaturen am und im Haus benötigen um diese irgendwie geltend machen zu können.
Stimmt das? Denn in diesem Fall müßten wir eine derartige Aufstellung bei der Hausverwaltung anfordern.
#2 Martens, 03.05.2007
in der Tat eröffnet der §35a EStG in Verbindung mit dem Schreiben des BFM vom 03.11.2006 (war es glaube ich) dem Wohnungseigentümer und auch dem Mieter interessante Steuersparmöglichkeiten.
Der Steuerpflichtige benötigt dafür eine Aufstellung des Verwalters (auch der Mieter benötigt diese), über die anteiligen Kosten, die gem. §35a EStG anzurechnen sind.
Der Verwalter wird diese Aufstellung fertigen, er sollte das Thema kennen, der Gemeinschaft dafür jedoch eine Gebühr berechnen, da hier einige Zusatzarbeit anfällt, die im Grundhonorar sicherlich nicht kalkuliert sein konnte.
#3 Mac, 04.05.2007
Bereits am 7.4.2006 stimmte der Bundesrat dem endgültigen Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung zu, und wurde daraufhin im Bundesgesetzblatt verkündet.
In diesem Gesetz wird u.a. die Steuerermäßigung bei der Einkommensteuer (§35a EStG -Einkommensteuergesetz) bzgl. Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen neu geregelt. Das Gesetz sieht hier vor, dass o.g. Leistungen, die nach dem 31.12.2005 erbracht werden, eine Steuerermäßigung bei der steuerpflichtigen Privatperson darstellen können. Begrenzt wird die Steuerermäßigung auf 20% der Aufwendungen, maximal EUR 600,00 je Kalenderjahr. Der Abzug gilt zudem nur für Arbeitskosten (zzgl. Umsatzsteuer). Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Handwerkers durch einen Kontoauszug nachgewiesen wird.
Mit Schreiben vom 3.11.2006 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) lediglich zu aufgeworfenen Einzelfragen bzgl. o.g. Steuerermäßigung (unterschiedliche Auffassungen der Finanzverwaltung und der Finanzgerichte) Stellung genommen.
#4 Martens, 04.05.2007
tja, das Bundesgesetzblatt gehört irgendwie nicht zu meiner Morgenlektüre, tut mir ja leid, muß ich übersehen haben...
Die Steuervergünstigung gilt i.ü. nicht nur für Handwerksleistungen sondern auch für die sog. haushaltsnahen Dienstleistungen, als da wären Gartenpflege, Straßenreinigung, Hausreinigung, Wartung von Heizung, Aufzug, Lüftung, Solaranlage und noch ein paar aus dieser Abteilung.
Fakt ist, daß Mieter und Eigentümer eine Aufstellung des Verwalters benötigen, um in den Genuß der Steuerermäßigung zu kommen.
Danach tut sich wohl ein weites Feld für Interpretationen auf.
Fertigt Ihr die Aufstellung generell für alle Eigentümer / Mieter?
Oder nur auf Nachfrage?
Berechnet Ihr für die Aufstellung ein Sonderhonorar?
Oder gehört dies zum Service des Hauses?
#5 RMHV, 04.05.2007
Da es sich um eine recht neue Rechtslage handelt, werden sicher noch einige Streitigkeiten ausgetragen werden müssen...
Grundsätzlich habe ich in der Buchführung getrennte Konten für Arbeitsleistungen und Sachkosten angelegt und splitte die relevanten Rechnungen beim buchen entsprechend. In der Eigentümerabrechnung werden die entsprechend gekennzeichneten Konten dann zusätzlich zur Abrechnung ausgewiesen. Dies erfolgt automatisch für jeden Eigentümer bzw. Mieter. Sondervergütung berechne ich dafür nicht. Sollte sich dieses Verfahren als nicht ausreichend erweisen und darüber hinaus zusätzlicher Aufwand erforderlich werden, wird eine Sondervergütung vereinbart werden müssen.
#6 Martens, 04.05.2007
getrennte Buchungen haben Vor- und Nachteile, sie schaffen eine einheitliche Darstellung, blähen aber die Buchhaltung und die Abrechnung unnötig auf.
Weiterhin war Ende 2006, als die Klarstellung des BMF erschien, die Buchhaltung 2006 bereits überwiegend erledigt.
Übrigens ist auch das Einrichten weiterer Konten und das "Auseinanderbuchen" von Rechnungen natürlich Aufwand, der nicht kalkuliert ist.
Ich habe auch zuerst an eine Verbuchung im System gedacht, dann aber festgestellt, daß es so nicht funktionieren wird.
Manche Dinge lassen sich auch so - zumindest bei uns - nicht vernünftig abbilden, Beispiel Heizungskosten.
Wir haben ein Konto Heizungskosten, da werden die Kosten des Abrechnungsunternehmens XYZ ausgewiesen.
Schornsteinfeger- und Heizungswartungskosten, die in den Heizungskosten enthalten sind, müssen jedoch für die Verwendung gem. §35a EStG separat ausgewiesen werden.
Der "Nachteil" unseres integrierten Systems an dieser Stelle ist, daß alle Konten, die ausgewiesen werden sollen, auch abgerechnet werden.
Ich kann also nicht gleichzeitig die Heizkosten gem. Abrechnung von XYZ UND die Schornsteinfeger- und Wartungskosten in der Abrechnung ausweisen, weil die doppelt ausgewiesenen Kosten dann auch doppelt abgerechnet würden, was falsch wäre.
Also ist Handarbeit angesagt, unter dem Strich effektiver, als das Gehaddel mit dem System.
#7 RMHV, 07.05.2007
Noch mal zurück an den Anfang...
Es macht sogar einen großen Unterschied, ob eine ETW vermietet ist oder selbst genutzt wird.
Das stimmt nur für den Fall der Eigennutzung. Bei Eigennutzung gibt es im Grundsatz keinen Werbungskostenabzug. Es greift nur die Sonderregelung des § 35a EStG.
Wird die Wohnung vermietet, liegen - Gewinnerzielungsabsicht unterstellt - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vor. Dabei werden gegen die Einnahmen aus Miete und Betriebsksotenzahlungen des Mieters sämtliche Werbungskosten verrechnet. Werbundskosten sind sämtliche Kosten, die in der Jahresabrechnung der Gemeinschaft abgerechnet werden sind, mit Ausnahme der Rücklagenzuführung, also angefangen bei den Heizkosten über die Wasserkosten, Versicherungen, Grundsteuer, ... bis zu den Instandsetzungs- und Instandhaltungskosten in voller Höhe und nicht zuletzt auch auch die anteilige Verwaltervergütung.
Die Frage der Abzugsfähigkeit von Lohnkosten nach § 35a EStG stellt sich bei der vermieteten Eigentumswohnung also nicht.
#8 Volker58, 07.05.2007
zuerst ein mal vielen, vielen Dank für eure Antworten.
Noch eine Zusatzfrage, gehören auch die Kosten der Hausverwaltung zu diesen Kosten nach §35a EStG?
Und muß die Bestätigung inkl. MwSt. sein, oder sind es die reinen Lohnkosten? (Denke unser Gärtner ist nur geringfügig beschäftigt somit ohne MwSt.)
#9 Martens, 08.05.2007
dies unbenommen, braucht auch der vermietende Eigentümer diese Aufstellung vom Verwalter, denn sein Mieter wird ihn danach fragen, der will die anteiligen Kosten aus seiner Betriebskostenabrechnung ja auch geltend machen.
die Kosten der Hausverwaltung habe ich in den verschiedenen Aufstellungen darüber, welche Kosten im Einzelnen anrechenbar sind, bisher nicht gefunden.
Es sind grundsätzlich die Bruttokosten ansetzbar, also so, wie sie der Eigentümer auch anteilig zahlt.
Bei Rechnungen von Handwerkern und Dienstleistern inkl. Mehrwertsteuer, bei Lohnkosten inkl. aller Lohnnebenkosten.
#10 RMHV, 08.05.2007
Ds entspricht auch meinem Kenntnisstand...
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