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Timestamp: 2018-07-18 01:31:12
Document Index: 372392036

Matched Legal Cases: ['§ 49', '§ 30', '§ 26', '§ 23', 'de lege ferenda', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23']

4. Teil: Aberglaube und Unverstand in der Rücktrittssituation und im Rechtsvergleich : Aberglaube und Unverstand in der Lehre von Versuch und Rücktritt
4. Teil: Aberglaube un...
Die Autorin analysiert Unterschiede und Parallelen zwischen grob unverständigen und irrealen Versuchs- bzw. Rücktrittshandlungen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die gegenwärtige Ungleichbehandlung solcher Irrtümer sachwidrig ist und das geltende Recht keine befriedigende Lösung bietet. Deshalb unterbreitet die Autorin einen eigenen Vorschlag einer Gesetzesänderung, in dem sie sich für eine Entkriminalisierung beim Versuch ausspricht. In der gegenteiligen Rücktrittssituation führt die Gesetzesauslegung zur Versagung einer Strafbefreiung bei beiden Irrtumsarten. Auf diese Weise entwickelt sie ein stimmiges Konzept bei der Strafbegründung und Strafaufhebung, welches zudem mit Blick auf eine künftige Europäisierung des Strafrechts mit einem europäischen Gesamtkonzept kompatibel ist.
978-3-653-95049-6
https://doi.org/10.3726/978-3-653-06744-6
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 335 S.
A. Problemstellung und Ziel der Arbeit
1. Der frühere Rechtszustand
2. Reformentwicklung von 1909 bis 1966
3. Das Strafgesetzbuch von 1975
4. Die dem StGB zugrunde gelegte Versuchstheorie
1. Abgrenzungsprobleme
2. Verstoß gegen Bestimmtheitsgrundsatz
3. Fehlendes Strafbedürfnis
B. Bedeutung der Regelung
a) Ungefährlichkeit
b) Minderung des Unrechts- und Schuldgehalts
c) Generalpräventive Erwägungen
1. Strafwürdigkeitsaspekte
2. Strafbedürftigkeitsaspekte
(1) Objektbedingte Subjektuntauglichkeit
(2) Echte Sonderdelikte
b) Analoge Anwendung bei untauglichen Tatmodalitäten
(1) Die objektiven Versuchstheorien
(2) „Realtaugliche“ und „wahntaugliche“ Versuche
b) Fazit und Bedeutung des Merkmals
(1) Begriffe
dd) Ergebnis der Auslegung
(4) Rechtsdogmatische Gründe
(1) Können „Quantitätsirrtümer“ grob unverständig sein?
(2) Unverstandskomponente im „Insektengift“-Fall
c) Grob unverständige Rechtsbeurteilung
d) Grob unverständige Motivation des Täters – das Merkmal der Konnexität
3. Weit verbreitete Irrtümer
1. Gesetzestext und Meinungsstand
II. Absehen von Strafe
III. Strafrahmen bei der Milderung nach Ermessen, § 49 Abs. 2 StGB
IV. Die Rechtsfolgenwahl – eingeschränkte Ermessensentscheidung
I. Versuch der Beteiligung, § 30 StGB
II. Teilnahme an einem grob unverständigen Versuch, §§ 26, 27 StGB
III. Weitere Vorschläge in der Literatur
G. Ergebnisse des ersten Teils
I. Begriffsanalyse und Verwendung im Schrifttum
II. Begriff des „abergläubischen Versuchs“ in dieser Arbeit
III. Abgrenzung untauglicher – abergläubischer Versuch
a) Die Rechtsprechung – RGSt 33, 321 ff.
(1) Psychologische Erklärungen
aa) Kein verbrecherischer Wille
bb) Generelle Außerrechtlichkeit
(3) Beteiligungslehre
bb) Objektive Zurechenbarkeit
(5) Ergebnis der Vorsatzlösung
c) Kein unmittelbares Ansetzen
d) Straflose Vorbereitungshandlungen und fehlende Verfügungsmacht
e) Wahndelikt
f) Fazit – subjektive Theorie
2. Eindruckstheorie
a) Der rechtspolitische Standpunkt – Schallenberg
b) Ergebnis der Strafzwecktheorie
4. Historische Erklärung – Gewohnheitsrecht
c) Abgrenzungsschwierigkeiten
2. § 23 Abs. 3 StGB ohne Modifizierung
a) Rechtsfolge
b) Beteiligtenstrafbarkeit
c) Straftatbestände des Besonderen Teils des StGB
1. Argumente für und wider die jeweilige Begründungsrichtung
2. Zusammenfassung und Ergebnis
C. Ergebnisse des zweiten Teils
I. Gesetzesmaterialien
II. Strafbedürftige Fälle?
1. Strafgrund des Versuchs
2. Teleologische Erwägungen – „Strafzumessungstheorie“
IV. Teilnahmestrafbarkeit
B. Unterschiedliche Sozialerheblichkeit? – Aberglaube und Gesellschaft
I. Bisherige Erkenntnisse
II. Mögliche Lösungswege
III. Ein Vorschlag de lege ferenda
D. Ergebnisse des dritten Teils
1. Der unbeendete Versuch
a) Die subjektive Ausgangsposition
(1) „Ernsthaft“ als subjektiv-objektiver Begriff
aa) Die herrschende Auffassung – „strenge“ Subjektivierung
bb) „Abgeschwächte“ Subjektivierung
(3) Zusammenfassung und eigene Ansicht
(1) Wortlaut des § 24 Abs. 1 S. 2 StGB
(3) Systematik und strukturelle Parallelität
(4) Sinn und Zweck der Regelung
(5) Ergebnis der Auslegung
(1) Unrechtsgehalt des Gesamtgeschehens – „Strafzumessungstheorie“
(2) Missbrauchsgefahr im Prozess
e) Fazit und abschließende Stellungnahme
II. Freiwilligkeit des Rücktritts
I. Die einzelnen Regelungsmodelle
II. Wertende Rechtsvergleichung
C. Ergebnisse des vierten Teils
5. Teil: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit
4. Teil: Aberglaube und Unverstand in der Rücktrittssituation und im Rechtsvergleich
In diesem Teil der Arbeit werden die bisherigen Feststellungen anhand einer wertenden Gesamtbetrachtung mit dem Rechtsinstitut des Rücktritts vom Versuch (A.) sowie unter rechtsvergleichenden Aspekten (B.) überprüft. Geht man mit der herrschenden Meinung davon aus, dass zwischen der Versuchs- und der Rücktrittsregelung eine gewisse Wechselbeziehung besteht, so müssen die hier gefundenen Ergebnisse in einer Zusammenschau mit der Rücktrittsdogmatik Bestätigung finden. Mit Blick auf die zunehmenden Bestrebungen zur Europäisierung des Strafrechts ist zudem von Interesse zu untersuchen, inwiefern sich die gefundene Lösung in das europäische Bild einfügt. Deshalb ist es notwendig, unseren Gedankengang diesen Bereichen zuzuwenden und dort weiterzuentwickeln.
A. Auswirkungen auf den Rücktritt vom Versuch, § 24 StGB
Schwierigkeiten bereitet der Strafwissenschaft auch die Frage, ob grob unverständige und abergläubische Vorstellungen beim Rücktritt vom Versuch die Straflosigkeit gem. § 24 StGB864 nach sich ziehen können. Diese Problematik kann vor allem bei der Frage nach der zu erbringenden Rücktrittshandlung (I.) sowie bei der Bewertung der Freiwilligkeit des Rücktrittsentschlusses (II.) relevant sein.
1. Teil: Der grob unverständige Versuch
A. Die geschichtliche Entwicklung
I. Die Entstehung des § 23 Abs. 3 StGB
II. Kritik an der Regelung
C. Die Ratio des § 23 Abs. 3 StGB – Grund der Besserstellung
I. Der Meinungsstand
2. Die Sicht der Rechtsprechung und der Strafrechtslehre
II. Analyse und Kritik
III. Die eigene Sicht – „Strafzumessungstheorie“
D. Anwendungsvoraussetzungen des § 23 Abs. 3 StGB
I. Nichtvollendbarkeit
a) Analoge Anwendung bei Untauglichkeit des Tatsubjekts
2. Qualifizierte Untauglichkeit?
a) Abgrenzungskriterien
II. Der „grobe Unverstand“
2. Gegenstand des groben Unverstandes
a) Nomologische und ontologische Irrtümer
b) Qualitative und quantitative Irrtümer
E. Rechtsfolge des § 23 Abs. 3 StGB
I. Fakultative oder obligatorische Rechtsfolgenanordnung?
F. Erweiterter Anwendungsbereich des § 23 Abs. 3 StGB
2. Teil: Der abergläubische oder irreale Versuch
B. Rechtsfolge, Dogmatische Ansätze zur Begründung der Straflosigkeit
I. Abergläubischer Versuch außerhalb der Versuchsregelung
1. Fehlende Versuchsqualität – die subjektive Theorie
b) Vorsatzlösungen
(2) Normative Ansätze
(4) Fehlende Kausalität bzw. Zurechenbarkeit
3. Strafzwecklehre
II. Abergläubischer Versuch als Unterfall des § 23 Abs. 3 StGB
1. Modifizierte Rechtsfolge
3. Folgen der Begründungsrichtung
III. Stellungnahme zum Meinungsstreit
3. Teil: Gründe für Ungleichbehandlung, Konsequenz der Analyse
A. Unterschiedliche Strafwürdigkeit? – Unverstand und Unrecht
III. Unrechtsgehalt grob unverständiger und abergläubischer Versuche
C. Folgerungen für den Untersuchungsgegenstand
I. Die erforderliche Rücktrittsleistung
2. Der beendete Versuch
b) Gegenwärtiger Meinungsstand
(2) Die Gegenmeinung – subjektive Sichtweise
d) Strafwürdigkeitserwägungen und Missbrauchsanfälligkeit
B. Abergläubische und unverständige Versuche in fremden Rechtsordnungen