Source: https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/sozwiss/forum/viewtopic.php?f=7&t=559&p=8482
Timestamp: 2019-03-27 02:43:35
Document Index: 42460724

Matched Legal Cases: ['§92', '§ 16', '§ 17', '§ 16', '§ 19', '§ 22', '§ 9', '§ 10']

Plagiate - Forum des Instituts für Sozialwissenschaften
N.Göttling
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Beitrag von N.Göttling » 3. Juli 2007, 09:28
an dieser Stelle sollen einige Hinweise und Erklärungen stehen, die über das Thema Plagiate als solches und dessen Umgang am Institut Auskunft geben.
Als Plagiat wird – zusammenfassend aus den Positionen verschiedener Institute in Deutschland – die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes verstanden. Eine Hausarbeit vollständig oder teilweise zu kopieren, aber auch Textpassagen zu paraphrasieren sowie Argumente und Fakten zu übernehmen, ohne den Ursprung der Quellen im Einzelnen anzugeben, stellt ein solches Plagiat dar. Ein Plagiat anstelle einer selbständig erstellten Seminararbeit abzugeben, ist kein "Kavaliersdelikt", sondern stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen wissenschaftliche Grundregeln dar und erfüllt den Tatbestand der Täuschung. Es ist unter konkreten Voraussetzungen strafbar und verpflichtet den Plagiator zu Schadenersatz. Ebenso ist der Tatbestand der Täuschung erfüllt, wenn eine Hausarbeit zur Erlangung eines Leistungsnachweises abgegeben wird, die vollständig oder teilweise bereits in einer anderen Veranstaltung des Fachs Politikwissenschaft oder in einem anderen Fach eingereicht wurde. Dies bedeutet, dass Sie:
1. keine fremde Hausarbeit einreichen dürfen,
2. keine eigene bereits geschriebene Hausarbeit nochmals zu einem späteren Zeitpunkt im selben Fach einreichen dürfen,
3. eine Hausarbeit, die Sie bereits in einem anderen Fach geschrieben und eingereicht haben, erneut einreichen.
Ein Plagiat ist nicht zu verwechseln mit dem Zitat, das (immerhin in dem wissenschaftlichen Bereich) durch Quellenangaben auf den Urheber verweist und in aller Regel von begrenztem Umfang ist. Zur Abgrenzung sagt das Urheberrecht:
Die freie Benutzung eines urheberrechtlich geschützten Werkes ist zulässig, um ein frisches selbständiges Werk hervorzubringen. Das frische Werk muss aber selbst sämtliche Voraussetzungen eines geistigen Werkes aufweisen und die schöpferische Leistung des benutzten Werks zu einem gewissen Maße verdrängen.
In der Wissenschaft wird anders als in der Literatur bereits die Paraphrasierung eines Textes oder die nicht gekennzeichnete Übernahme einer Argumentation ohne Quellenangabe als Plagiat verstanden.
2. Hochschulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen
§92 Absatz 7
Die Hochschulen und die staatlichen Prüfungsämter können von den Prüflingen eine Versicherung an Eides Statt verlangen und abnehmen, dass die Prüfungsleistung von ihnen selbständig und ohne unzulässige fremde Hilfe erbracht worden ist. Wer vorsätzlich
2. gegen eine entsprechende Regelung einer staatlichen Prüfungsordnung verstößt, handelt ordnungswidrig.
Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Zuständige Verwaltungsbehörde für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach Satz 2 Buchstabe a) ist die Kanzlerin oder der Kanzler sowie nach Satz 2 Buchstabe b) das staatliche Prüfungsamt. Im Falle eines mehrfachen oder sonstigen schwerwiegenden Täuschungsversuches kann der Prüfling zudem exmatrikuliert werden.
3. Möglichkeiten des sozialwissenschaftlichen Instituts bei der Entdeckung von Plagiaten
Bei Aufdeckung eines Täuschungsversuchs kann von Seiten des Instituts ein amtliches Verfahren eingeleitet werden. Dafür wird das Prüfungsamt mit einer Anhörung und dem Verhängen eines Bußgeldes in Höhe von mindestens 250€ beauftragt, wobei die Bemessung nach Umfang und Schwere der Täuschung erfolgt und demnach empfindlich höher ausfallen kann.
4. Umgang mit geistigem Eigentum
Bereits das Anfertigen von Referaten bedeutet, eigenständig zu arbeiten, denn auch hier gilt es nicht als selbstverständlich, fremde Arbeit als die eigene auszugeben.
Es ist auch in Ihrem Interesse als zukünftige Wissenschaftler, den eigenen Beitrag später nicht an anderer Stelle unter anderem Namen wieder zu finden, denn dies bedeutet nichts anderes, als Ihren Aufwand beim Erstellen der Arbeit und dessen wissenschaftlicher Leistung zu missachten.
Zuletzt geändert von N.Göttling am 2. April 2008, 13:46, insgesamt 3-mal geändert.
Beitrag von evamei » 21. September 2012, 00:07
Wie verhält sich das denn eigentlich mit Arbeiten, die ein Ghostwriter für einen verfasst hat? Nein, ich habe sowas nicht gemacht, aber als Plagiat gilt das doch nicht, oder? Auch wenn es objektiv eine fremde Arbeit ist.
Beitrag von Philipp.H » 21. September 2012, 13:47
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/ ... /plagiate/
"Nach § 16 (10) bzw. § 17 (9) der Bachelor-PO, nach § 16 (9) bzw. § 19 (9) der Master-PO und nach § 22 (8) der Magister-PO ist der jeweiligen Arbeit eine Versicherung beizufügen, dass die Arbeit selbstständig verfasst und dass keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt wurden. "Die Stellen der Arbeit, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen sind, müssen in jedem Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht werden. Die Versicherung selbständiger Erstellung ist auch für gelieferte Datensätze, Zeichnungen, Skizzen oder graphische Darstellungen abzugeben.""
"Das Akademische Prüfungsamt prüft den Sachverhalt und verhängt beim Ergebnis "nicht ausreichend wegen eines Plagiats" ohne weitere Aufforderung ein Bußgeld gegen die Autorin bzw. den Autor. Es liegt in der Regel bei ca. 200-250€."
Ich würd's nicht drauf anlegen
Beitrag von Philipp.H » 11. Februar 2013, 15:30
Die Promotionsordnung ist da doch mehr als eindeutig:
§ 9(2) "Die Dissertation ist die schriftliche Darstellung einer selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit. [...] Mit ihr stellt die Verfasserin bzw. der Verfasser die Fähigkeit zu selbstständiger Forschung und angemessener Darstellung der Ergebnisse unter Beweis."
§ 10(3) "Der Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren ist schriftlich an die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Promotionsausschusses zu richten.
1. Die Dissertation in drei gebundenen oder gehefteten Exemplaren. Am Ende ist ein kurzer Lebenslauf anzufügen.
2. Folgende Versicherung:
"Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit ohne Hilfe Dritter und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe; die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder ähnlicher Form keiner Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht."
Andere Personen die eigene Arbeit verfassen oder ausarbeiten zu lassen, seien es nun professionelle Ghostwriter, Freunde oder Verwandte, steht dazu doch eindeutig in Widerspruch.
Wobei mich langsam der Verdacht beschleicht, dass es dir vor allem darum geht, hier Werbung für diese Seite zu machen, die bereits zum zweiten Mal von dir verlinkt wurde.