Source: http://www.bgbau-medien.de/dguv/314_003/8.htm
Timestamp: 2018-04-21 05:39:57
Document Index: 299831419

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 3', '§ 22', '§ 4', '§ 12', '§ 2', '§ 8', '§ 31', '§ 32', '§ 4']

DGUV Grundsatz 314-003: Prüfung von Fahrzeugen durch Sachkundige, Ergänzungs-Prüfliste C
Ergänzungs-Prüfliste C
"Arbeitssicherheit - Behälterfahrzeuge"
In den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen z.B. nach dem 31. Dezember 1994 in den Verkehr gebrachte
hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hub- und Kippeinrichtungen,
kraftbetriebene Abgabeschlauchtrommeln,
Kompressoren und deren Antriebe.
C 1 Arbeitsplätze auf dem Fahrzeug
Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 1.
Abweichend von Prüfpunkt A 1.9 kann die Knieleiste aus Seilen bestehen.
C 1.1 Behälterfahrzeug ist mit beiderseitigen Laufstegen ausgerüstet, sofern die Arbeitsweise dies erfordert.
Die Arbeitsweise erfordert z.B. beiderseitige Laufstege, wenn die Arbeitsplätze auf den Fahrzeugen an Befüllanlagen von stationären Bühnen aus wechselweise sowohl von der rechten als auch von der linken Seite begangen werden.
C 1.2 Auch bei schrägliegendem oder geneigtem Behälter sind Laufstege durchgehend ohne Neigungswechsel angeordnet.
C 2 Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 2
C 3 bis C 5 Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 3 bis A 5, soweit zutreffend.
C 6 Bewegliche An- und Aufbauteile
Siehe § 22 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 6, anzuwenden insbesondere für
Klapp- und Scherengeländer,
klappbare Leiterteile,
Klappen an Schlauchkästen und Armaturenschränken,
Domwannenabdeckungen.
C 7 Kipp- oder anhebbare Aufbauten
C 7.1 Für anhebbare Ausläufe sind selbsttätig formschlüssig wirkende Sicherungen, z.B. Verriegelungen, gegen unbeabsichtigtes Absinken vorhanden.
C 7.2 Die Sicherungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.
C 8 Prüfpunkte wie Basisprüfliste A 8.
C 9 Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hub- und Kippeinrichtungen
Siehe §§ 3, 5, 6, 8, 9, 12, 14, 17 und 22 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8) und § 22 Abs. 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
C 9.1 Betätigungseinrichtungen für das Kippen des Behälters sind so beschaffen, dass sie beim Freigeben selbsttätig in die Nullstellung zurückgehen.
Der Nullstellungszwang ist auch für die Schnellabsenkeinrichtung des leeren Behälters gewährleistet.
Die Prüfpunkte C 9.1 und C 9.2 gelten nicht für Hubeinrichtungen, die funktionsbedingt eine Schwimm- oder Druckstellung erfordern (im Hydrauliksystem sind alle Arbeitsöffnungen untereinander und mit dem Rückfluss verbunden), sofern durch selbsttätig wirkende Einrichtungen ein unbeabsichtigtes Anheben verhindert wird.
C 10 Gefahrstellen und Gefahrquellen
Siehe §§ 4 und 5 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5).
Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 10, anzuwenden insbesondere für die
Sicherung der Zahnriemen- und Kettentriebe der Abgabeschlauchtrommel,
Zugkraftbegrenzung des Schlauchtrommelantriebs.
Zugkraftbegrenzung wird erreicht durch Rutschkupplungen bzw. Druckbegrenzungsventile.
Diese ist nicht erforderlich, wenn die Stellteile beim Freigeben selbsttätig in Nullstellung zurückgehen.
C 11 bis C 25 Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 11 bis A 25, soweit zutreffend.
C 26 Druckbehälter (Fahrzeugbehälter für flüssige, körnige oder staubförmige Güter)
Siehe Druckbehälterverordnung in Verbindung mit zugehörigen Technischen Regeln Druckbehälter (TRB) der Reihe 400 "Ausrüstung der Druckbehälter", TRB 801 Nr. 23 "Besondere Druckbehälter nach Anhang II zu § 12 DruckbehV - Nr. 23 Fahrzeugbehälter für flüssige, körnige oder staubförmige Güter" und § 2 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1, bisherige VBG 1).
Druckbehälter, die der Druckbehälterverordnung unterliegen, sind entsprechend § 8 Druckbehälterverordnung in sieben Prüfgruppen eingeteilt; die erforderlichen Prüfungen müssen durch Sachverständige (siehe § 31 Druckbehälterverordnung) oder zum Teil durch Sachkundige (siehe § 32 Druckbehälterverordnung) durchgeführt werden.
Fahrzeugbehälter mit einem zulässigen Betriebsüberdruck von mehr als 1 bar sind der Prüfgruppe IV zugeordnet. Für diese Behälter muss ein Prüfbuch vorliegen mit den Bescheinigungen eines Sachverständigen über
erstmalige Prüfung (Vor-, Bau- und Druckprüfung),
äußere Prüfung, wiederkehrend alle zwei Jahre,
innere Prüfung, wiederkehrend alle fünf Jahre,
Druckprüfung, wiederkehrend alle zehn Jahre (sie kann bei Fahrzeugbehältern für körnige und staubförmige Güter entfallen).
C 26.1 Für prüfpflichtige Behälter liegen die erforderlichen Prüfbescheinigungen mit mängelfreiem Ergebnis vor.
C 26.2 Druckbehälter sind durch sicher befestigte und korrosionsbeständige Fabrikschilder gekennzeichnet.
Siehe Technische Regeln Druckbehälter TRB 401 "Ausrüstung der Druckbehälter; Kennzeichnung".
C 26.3 An Transportbehältern, die unter Gasdruck gefüllt oder entleert werden, ist in augenfälliger Beschriftung der zulässige Betriebsdruck und das Datum der nächstfälligen Prüfung angegeben.
Siehe Abschnitt 5.3 der TRB 801 Nr. 23.
C 26.4 Behälter sind ohne gefahrbringende Beschädigungen.
C 26.5 Dichtungen am Behälter, z.B. Domdeckel, Ausläufe, sind funktionsfähig.
C 26.6 Spannschrauben für die Befestigung von Domdeckeln und Ausläufen sind in funktionssicherem Zustand (ohne nennenswerten Verschleiß).
C 26.7 Bei Verschlusselementen an Domdeckeln, die aus klappbaren Spannschrauben und Flügelmuttern bestehen, ist durch konstruktive Maßnahmen sichergestellt, dass die Schraubverbindungen nicht vollständig getrennt werden können.
Dies wird z.B. durch ein als Anschlag ausgebildetes, am Bolzenende befestigtes Sicherungselement erreicht.
Siehe Abschnitt 5.2 der TRB 801 Nr. 23.
C 26.8 Sicherheitsventile (Überdruck) sind in ordnungsgemäßem Zustand und gegen unbefugte Änderung gesichert, z.B. Plombe.
C 26.9 Sicherheitsventile sind so angeordnet oder gestaltet, dass sie beim Ansprechen nicht in Arbeits- oder Verkehrsbereiche abblasen.
C 26.10 Die Unversehrtheit der Dichtelemente und der Gewinde an Verschlußelementen von Domdeckeln, die zum Befüllen oder Entleeren geöffnet werden, und die Funktionsfähigkeit von Sicherheitsventilen werden mindestens einmal monatlich überprüft und die Prüfergebnisse dokumentiert.
C 26.11 Manometer (Betriebsdruck) sind ohne Beschädigungen und mit roter Warnmarke für höchstzulässigen Betriebsüberdruck versehen.
C 26.12 Temperaturmess- und Temperaturbegrenzungseinrichtungen sind ohne Beschädigungen und funktionsfähig. Die zulässige Betriebstemperatur ist durch eine rote Warnmarke gekennzeichnet.
C 26.13 Bei Aluminiumtank: Tankbefestigung auf dem Aufbau ist gegen den Zutritt von Feuchtigkeit (Elektrolyt) geschützt.
C 26.14
Schnelllösbare Blindverschlüsse für Öffnungen an Fahrzeugbehältern, z.B. Kupplungsanschlüsse, die unter Druck geöffnet werden können, sind so gestaltet, dass sich beim Öffnen eine Entspannungsöffnung bilden kann, bevor das Element freigegeben wird.
Schnelllösbare Blindverschlüsse mit Nennweiten ≥ 65 mm sind mit Druckwarneinrichtungen ausgerüstet, die ein Öffnen des Verschlusses erst zulassen, wenn die Druckwarneinrichtung geöffnet ist.
C 27 Abgabeschläuche und Kupplungen
Abhängig von dem fortgeleiteten Produkt, siehe z.B.
Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR),
Druckbehälterverordnung in Verbindung mit zugehörigen Technischen Regeln Druckbehälter (TRB), Technische Regeln Rohrleitungen (TRR) und Technischen Regeln Druckgase (TRG),
Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) mit zugehörigen Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF).
BG-Information: "Schlauchleitungen; Sicherer Einsatz" (BGI 572, bisherige ZH 1/134).
C 27.1 Geeignete Schläuche (produktabhängig) sind vorhanden.
C 27.2 Schläuche befinden sich in einwandfreiem Zustand, d.h. keine Schäden am Schlauchmantel, an Schlaucheinbindungen und Dichtungen.
C 27.3 Kupplungsstücke sind fest und sicher mit den Schläuchen verbunden.
C 27.4 Kupplungsanschlüsse gewährleisten einen sicheren und dichten Anschluss.
C 27.5 Blindverschlüsse sind gegen Verlieren gesichert.
C 28 Persönliche Schutzausrüstungen
Siehe Abschnitt 8.1.5 (bisherige Rn. 10 260) Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) und § 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1, bisherige VBG 1).
C 28.1 In Abhängigkeit von den vom Produkt ausgehenden Gefahren sind für den Fahrzeugführer geeignete, in ordnungsgemäßem Zustand befindliche persönliche Schutzausrüstungen im Fahrzeug vorhanden, z.B.
Körperschutz.
Zum Transport von Bitumen sind folgende persönliche Schutzausrüstungen vorhanden:
Schutzhelm mit vollem Gesichtsschutz und Nackenschutz,
über der Brust geschlossene Arbeitsjacke,
Handschutz mit Stulpen,
Stiefel oder hohe Schuhe.
C 28.2 Werden gefährliche Güter transportiert, sind folgende Ausrüstungen vorhanden:
Geeignete Warnweste oder Warnkleidung für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung,
eine Handlampe für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung,
Atemschutz, sofern erforderlich,
entsprechend den zu befördernden gefährlichen Gütern die Ausrüstung gemäß der schriftlichen Weisungen (Unfallmerkblätter) nach Abschnitt 5.4.3 (bisherige Rn. 10 385) des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).
Webcode: M1485-10