Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.09.1993&Aktenzeichen=VIII%20B%2038/93
Timestamp: 2020-02-19 10:15:28
Document Index: 108705719

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 76', '§ 76', '§ 62', '§ 80', 'BGH']

BFH, 22.09.1993 - VIII B 38/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,4110
BFH, 22.09.1993 - VIII B 38/93 (https://dejure.org/1993,4110)
BFH, Entscheidung vom 22.09.1993 - VIII B 38/93 (https://dejure.org/1993,4110)
BFH, Entscheidung vom 22. September 1993 - VIII B 38/93 (https://dejure.org/1993,4110)
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Klärungsbedürftigkeit bezüglich der Geltung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Steuerrecht und dessen Voraussetzungen
Abgesehen davon lässt sich dem vom FG insoweit allein angeführten BFH-Beschluss vom 22. September 1993 VIII B 38/93 (BFH/NV 1994, 387, unter 3. b) ein solcher Rechtssatz nicht entnehmen; dort ging es lediglich um die Nichtbeanstandung einer Einzelfallwürdigung der Tatsacheninstanz.
Die Geltung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Steuerrecht und dessen Voraussetzungen sind in ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung geklärt (vgl. BFH-Urteil vom 13. Dezember 1989 X R 208/87, BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274 [BFH 13.12.1989 - X R 208/87]; BFH-Beschluß vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387;… ferner Tipke/Kruse, Abgabenordnung- Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 4 AO 1977 Tz. 57 ff., m. w. N.).
Die Anwendung des Grundsatzes von Treu und Glauben hängt demgegenüber gerade von der Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse im Streitfall ab (BFH-Urteil vom 9. August 1989 I R 181/85, BFHE 158, 31, BStBl II 1989, 990, 991 [BFH 09.08.1989 - I R 181/85]; BFH-Beschlüsse vom 17. September 1974 VII B 112/73, BFHE 113, 409, BStBl II 1975, 196, und in BFH/NV 1994, 387).
Dies gilt aber nicht, sobald in Bezug auf die sachlich-rechtliche Auffassung der Vorinstanz zulässige und begründete Rügen erhoben worden sind (vgl. BFH-Beschlüsse vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387;… vom 10. Dezember 1997 VIII B 17/97, BFH/NV 1998, 1063;… vom 27. Mai 1998 III B 22/98, BFH/NV 1998, 1474).
Bei der Prüfung, ob ein Verfahrensmangel vorliegt, ist nach ständiger Rechtsprechung von dem materiell-rechtlichen Standpunkt der Vorinstanz auszugehen, soweit nicht in bezug auf diesen zulässige und begründete Rügen erhoben worden sind (vgl. BFH-Beschluß vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387;… ferner zur Maßgeblichkeit des materiell-rechtlichen Standpunkts z. B. BFH-Beschluß vom 9. März 1995 V B 85/94, BFH/NV 1995, 949, 950, sowie zu den weiteren Anforderungen an eine Rüge der Verletzung der Amtsermittlungspflicht nach § 76 Abs. 1 Satz 1 FGO BFH-Beschluß vom 9. Februar 1996 X B 199/95, BFH/NV 1996, 620).
Der nach der sachlich-rechtlichen Auffassung der Vorinstanz entscheidungserhebliche (vgl. dazu BFH-Beschluß vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387 m. w. N.) Beweisantrag der Klägerin hätte vom FG berücksichtigt werden müssen, da er weder aus formellen noch aus materiell-rechtlichen Gründen außer acht gelassen werden durfte.
Bei der Prüfung, ob ein Verfahrensmangel vorliegt, ist nach ständiger Rechtsprechung von dem materiell-rechtlichen Standpunkt der Vorinstanz auszugehen, soweit nicht in bezug auf diesen zulässige und begründete Rügen erhoben worden sind (vgl. BFH-Beschluß vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387;… ferner zu den weiteren Anforderungen an eine Rüge der Verletzung der Amtsermittlungspflicht nach § 76 Abs. 1 Satz 1 FGO BFH-Beschluß vom 9. Februar 1996 X B 199/95, BFH/NV 1996, 620).
Dies steht einer Zulassung der Revision entgegen (vgl. BFH-Beschlüsse vom 24. August 1988 I B 108/86, BFHE 154, 486, BStBl II 1989, 104; vom 22. September 1993 VIII B 38/93, BFH/NV 1994, 387, …sowie vom 22. August 1994 V B 192/93, BFH/NV 1995, 372).
BFH, 18.05.1999 - II R 41/98
Grunderwerbsteuer - Schriftsatz des Prozeßbevollmächtigten - …
Dies erfordert grundsätzlich die eigenhändige (handschriftliche) Unterschrift des Rechtsschutzbegehrenden bzw. seines Prozeßbevollmächtigten (vgl. BFH-Beschluß vom 7. September 1993 VII B 179/93, BFH/NV 1994, 387, m.w.N.).
f) Eine Prozessvollmacht ( §§ 62, 155 FGO i.V.m. §§ 80 ff ZPO ) ist aus Gründen der Rechtsklarheit im Zweifel als die bisherigen Instanzen umfassend und nicht nur als Genehmigung einzelner Handlungen auszulegen (B FH vom 22. September 1993 , VIII B 38/93 , BFH/NV 1994, 387); zumal eine Beschränkung im Außenverhältnis grundsätzlich einer ausdrücklichen schriftlichen Erklärung des Vollmachtgebers bedürfte (B FH vom 24. August 1994 , XI R 35/94 , BFHE 175, 507BStBl II 1995, 64 [BFH 24.08.1994 - XI R 35/94] ) und eine Beschränkung auf einzelne Handlungen einer Instanz oder eines - wie hier - vorgeschalteten Verwaltungsverfahrens unwirksam wäre (B GH vom 19. Juli 1984 , X ZB 20/83 , BGHZ 92, 137 Neue Juristische Wochenschrift -NJW- 1987, 130).