Source: http://www.business-best-practice.de/tipps-und-praxiswissen/so-sparen-sie-durch-die-gesundheitsfoerderung-lohnnebenkosten.php
Timestamp: 2017-11-25 00:21:25
Document Index: 141353828

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 20', '§ 20', '§ 3', '§ 3', '§ 20']

So sparen Sie durch die Gesundheitsförderung Lohnnebenkosten
Viele Arbeitgeber legen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben. Sie unterstützen es, wenn z. B. Raucherentwöhnungskurse oder eine Rückenschule besucht werden.
Handbuch für Selbstständige und Unternehmer-Tipp: 500 € pro Jahr und Mitarbeiter bleiben abgabenfrei
Betriebliche Gesundheitsförderung ist bei Kosten von bis zu 500 € jährlich pro Arbeitnehmer steuer- und damit auch sozialabgabenfrei (§ 3 Nr. 34 EStG). Das gilt auch, wenn es sich bei dem Mitarbeiter um Ihren Angehörigen oder eine Aushilfe handelt.
Voraussetzung: Die Leistungen werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Wenn Sie als Arbeitgeber mehr als 500 € pro Jahr und Mitarbeiter ausgeben, sind auf den übersteigenden Betrag Steuern und Abgaben abzuführen (es sei denn, Sie können dann das „überwiegend betriebliche Interesse“ an der Maßnahme darlegen).
Nutzen Sie den neuen Höchstbetrag aus, um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu fördern. Sie haben damit zugleich eine Alternative zu Lohnerhöhungen an der Hand, die für beide Seiten auch finanzielle Vorteile bietet:
Sie als Arbeitgeber können die Kosten für die Gesundheitsprävention als Betriebsausgaben verbuchen und müssen hierauf – anders, als würden Sie dem Mitarbeiter eine Lohnerhöhung gewähren – keine Sozialabgaben entrichten.
Ihr Mitarbeiter muss auf solche Arbeitgeberleistungen keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben zahlen – es kostet ihn also nichts, Ihr Angebot zur Gesundheitsförderung wahrzunehmen
Handbuch für Selbstständige und Unternehmer-Tipp: Welche Maßnahmen begünstigt sind
Bei dem Gehaltsextra nach § 3 Nr. 34 EStG geht es um die vorbeugende Gesundheitsförderung. Nicht begünstigt sind deshalb Maßnahmen, die eine bestehende Erkrankung bekämpfen oder heilen sollen. Heilmaßnahmen sind ausgeschlossen!
Begünstigt sind hingegen Maßnahmen, die künftigen Gesundheitsschäden vorbeugen. Hierzu verweist § 3 Nr. 34 EStG auf die Vorschriften zur Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung in der gesetzlichen Krankenversicherung (§§ 20, 20a SGB V).
Anerkannte Handlungsfelder
Was steuerfrei gewährt werden kann, ergibt sich deswegen ausschließlich aus diesen sozialrechtlichen Vorschriften. Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben hierzu umfangreiche Leitfäden zusammengestellt.
Unerheblich ist, ob Ihr Mitarbeiter Kurse, Seminare, Vorträge, Schulungen etc. bei einem externen Anbieter besucht oder ob Sie solche Maßnahmen in Ihrem Betrieb veranstalten lassen.
Allerdings werden bestimmte Anforderungen an die Inhalte und den Anbieter gestellt: Es muss sich um Maßnahmen handeln, die durch die gesundheitsfachlichen Bewertungen der Krankenkassen anerkannt sind und die von Seminarleitern mit einer staatlich anerkannten Qualifikation in dem betreffenden Bereich veranstaltet werden.
Schicken Sie Mitarbeiter zu Gesundheitskursen, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten oder unterstützt werden, ist das begünstigt (z. B. AOK- „Fit- und Rückentraining“, von den Kassen zertifizierte Rückenschule in einem privaten Fitness-Studio).
Nicht begünstigt sind hingegen „freie“, also nicht nach §§ 20, 20a SGB V zertifizierte Angebote wie ein „Anti-Stress-Training“ einer freiberuflichen Yoga-Lehrerin oder der „vegetarische Kochkurs“ der örtlichen Volkshochschule.
Ebenfalls nicht steuerbegünstigt ist die Übernahme oder die Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitness-Studios.
Schließlich gilt: Nach § 3 Nr. 34 EStG dürfen Sie die Gebühren für die Teilnahme an den Maßnahmen steuerfrei übernehmen, nicht aber etwa die Kosten für Hilfsmittel, um das gewonnene „Gesundheitswissen“ umzusetzen (z. B. Nikotinpflaster, Stöcke für ein Nordic- Walking-Programm.
Handbuch für Selbstständige und Unternehmer- Tipp: Mit Krankenkassen absprechen! Bevor Sie einen Mitarbeiter mit dem Gehaltsextra unterstützen, klären Sie mit seiner Krankenkasse ab, ob die Maßnahme begünstigt ist und ob die Krankenkasse selbst einen Zuschuss gewährt (dann übernehmen Sie nur den Rest der Kosten).
So gestalten Sie das Gehaltsextra prüfungssicher
Sie als Arbeitgeber können die Gebühr für eine begünstigte Gesundheitsmaßnahme direkt an den Anbieter zahlen. Dann ist das eine „Sachleistung“ an den Arbeitnehmer. Sie setzen den Betrag als Betriebsausgabe ab. Wenn Ihr Arbeitnehmer die Maßnahme selbst bucht und bezahlt, können Sie ihm die Kosten hierfür erstatten. In diesem Fall weisen Sie den Betrag in der Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters als „steuerfreie Leistung gemäß § 3 Nr. 34 EStG“ aus.
Führen Sie weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben darauf ab, und setzen Sie den Betrag als Betriebsausgabe ab. Als Nachweis nehmen Sie die Bescheinigung des Anbieters zum Lohnkonto, aus dem sich die Förderfähigkeit als Maßnahme nach §§ 20, 20a SGB V ergibt.
Sie brauchen auch die Bestätigung, dass Ihr Mitarbeiter tatsächlich teilgenommen hat. Ihre Leistung ist nur dann steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird. Die Umwandlung von Teilen des Arbeitslohns in Zuschüsse für Gesundheitsmaßnahmen ist nicht steuerbegünstigt.
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