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Timestamp: 2018-01-24 09:48:41
Document Index: 193617034

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 8', '§ 25', '§ 5', '§ 9', '§ 4', '§ 8', '§ 8', '§ 5', '§ 261', '§ 5', '§ 23', '§ 15']

DRG Geschäftsbericht 1925
über das Geschäftsjahr
(1. Oktober 1924 bis 31. Dezember 1925)
Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft
1. Dr.-Ing. Carl Friedrich von Siemens,
Präsident des Verwaltungsrat, Berlin. 10. Paul Habich, Geh. Bauart, Direktor der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft, Königsberg
2. Dr. Carl Stieler,
Staatssekretär a. D., 1. Vizepräsident, Bebenhausen. 11. Dr. Vitus von Hertel,
Reichsbahndirektionspräsident a. D., Augsburg
3. Maurice Margot, Generalsekretär der
Paris-Lyon-Mittelmeerbahnen, 2. Vizepräsident, Paris. 12. Jules Jadet,
Verwaltungsrat, Brüssel.
4. Dr. Adolf von Batocki, Oberpräsident a. D.,
Wirkl. Geheimer Rat, Bledau (Ostpr.). 13. Dr.-Ing. Peter Klöckner,
Geh. Kommerzienrat, Hartenfels b. Duisburg
5. Carl Bergmann,
Staatssekretär a. D., Berlin 14. H. O. Mance,
Brigadier-General, Lingfield (Surrey)
6. Dr.Guiseppe Bianchini,
Präsident der Assoziazione Bancaria Italiana, Mailand. 15. Dr.-Ing. Oskar von Miller,
Geh. Bauart, Excellenz, München.
7. Dr.-Ing. Otto Blum,
Professor, Hannover 16. Hermann Münchmeyer,
Präses der Handelskammer, Hamburg.
8. Wilhelm Buck,
Kreishauptmann, Ministerpräsident a. D., Dresden. 17. Dr. Franz Ott,
Generaldirektor, Köln-Marienburg.
9. David Fischer,
Staatssekretär, Berlin. 18. z. Zt. unbesetzt
Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft
Dr.-Ing. Oeser, Generaldirektor
Dr.-Ing. Dorpmüller, ständiger Stellvertreter des Generaldirektors.
Vogt, Verkehrs- und Tarifabteilung, Mitglied des Vorstandes.
Kumbier, Betriebs- und Bauabteilung, Mitglied des Vorstandes
Dr.-Ing. Anger, Maschinentechnische Abteilung, Mitglied des Vorstandes.
Jahn, Finanz- und Rechtsabteilung, Mitglied des Vorstandes.
von Frank, Gruppenverwaltung Bayern, Mitglied des Vorstandes.
Wolf, Verwaltungsabteilung.
Dr. Weirauch, Personalabteilung.
Dr.-Ing. Hammer, Einkaufsabteilung.
Eisenbahnkommissar.
Gaston Leverve, Generalsekretär des Internationalen Eisenbahnverbandes.
Unter schweren Verhältnissen ist die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft am 11. Oktober 1924 ins Leben getreten. Die deutsche Wirtschaft lag unter den Folgen des Ruhrkampfes danieder, große und wichtige Teile des Netzes standen unter der Verwaltung der französisch-belgischen Eisenbahnregie. Im Laufe des Geschäftsjahres konnte die Einheit des Unternehmens wiederhergestellt werden. Auch gelang es, dank einer zunächst einsetzenden Besserung der Wirtschaftslage die Verkehrs- und Betriebsleistungen und damit die Einnahmen zu steigern. Trotzdem hatte die Gesellschaft noch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie lagen nicht nur auf finanziellem Gebiete. Für die ungewohnte Form, in der die Deutsche Reichsbahn auf Grund des Gesetztes in der Zukunft zu betreiben ist, mußten auch neue Wege gefunden werden, die vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft und allen Stellen des Reiches und der Länder und allen Kreisen der Wirtschaft sicherstellen. Nur wenn die Gesellschaft das Vertrauen der Öffentlichkeit besitzt, kann sie ihre große und für die Volkswirtschaft so wichtige Aufgabe erfüllen.
Unbeschadet aller Schwierigkeiten haben wir das Ziel verfolgt, eine Gesundung des Unternehmens herbeizuführen und es in die Lage zu versetzen, unter größtmöglicher Schonung der deutschen Wirtschaft die auferlegten Reparationsleistungen zu erfüllen und die gesetzlichen Rückstellungen zu machen. Die Lösung dieser Aufgaben wurde erschwert durch die Krisis der deutschen Wirtschaft, die sich im Verkehr in der letzten Zeit des Geschäftsjahres zeigte und, wachsend in den folgenden Monaten, die Einnahmen verminderte. Nur durch starke Drosselung aller sächlichen Ausgaben, die nicht der Erhaltung der Betriebssicherheit dienen, konnte das Gleichgewicht zwischen Einahmen und Ausgaben gewahrt werden. Eine Vermehrung der Einnahmen durch Erhöhung der Tarife, insbesondere der Gütertarife, glauben wir solange als möglich im Interesse der Wirtschaft vermeiden zu müssen. Wir hoffen, daß noch im Laufe des Geschäftsjahres 1926 eine Besserung eintreten wird, sodaß weitere Maßnahmen außer den bisherigen Einschränkungen nicht nötig werden.
Auf Grund des Reichsbahngesetzes ist der Verwaltungsrat von dem Organisationskomitee zur konstituierenden Sitzung nach Berlin am 27. September 1924 einberufen worden. Zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats waren bestellt von der Reichsregierung die Herren Arnhold, von Batocki, Blum, Buck, Fischer, von Hertel, Klöckner, Ott und C. F. von Siemens, vom Treuhänder der Reparationsschuldverschreibungen die Herren Sir William Acworth, Bergmann, Bianchini, Jadot, Margot, von Miller, Münchmeyer, Sarre und Stieler. Zum Präsidenten wählte der Verwaltungsrat Herrn C. F. von Siemens, zum ersten Vizepräsidenten Sie William Acworth. Zum Eisenbahnkommissar wurde von den ausländischen Mitgliedern des Verwaltungsrats Herr Leverve gewählt. Treuhänder der Reparationsschuldverschreibungen ist Herr Léon Delacroix, Ministerpräsident a. D.
Zum Generaldirektor wurde der bisherige Reichsverkehrsminister Oeser und zu Direktoren und Mitgliedern des Vorstandes die Herren Vogt, Kumbier, Anger, Jahn und Hitzler ernannt und vom Herrn Reichspräsidenten bestätigt. Den Herren Vogt, Kumbier, Anger, Jahn und Hitzler sowie den Herren Wolf, Weihrauch und Hammer - den beiden letztgenannten im Laufe des Jahres - wurde die Leitung je einer Hauptabteilung in der Hauptverwaltung übertragen; Herr von Frank ist Leiter der Gruppenverwaltung Bayern. In der Zeit vom 26. März bis 5. Juli 1925 nahm der erste Vizepräsident des Verwaltungsrats, Herr Stieler, die Geschäfte des erkrankten Generaldirektors wahr. Im Juli 1925 wurde der Präsident der Reichsbahndirektion Essen, Herr Dorpmüller, zum ständigen Stellvertreter des Generaldirektors bestellt und vom Herrn Reichspräsidenten bestätigt. Im Laufe des Jahres schied Herr Hitzler wegen Krankheit aus dem Vorstande aus. Für die Dienste, die er der Reichsbahn geleistet hat, spricht ihm der Verwaltungsrat seinen Dank aus.
Im Geschäftsjahr 1925 hat der Verwaltungsrat die Herren Sarre, Sir William Acworth und Arnhold durch den Tod verloren. In Herrn Sarre (gestorben am 13. November 1925) schied ein hervorragender Eisenbahnfachmann und ausgezeichneter Mitarbeiter von vornehmster Denkungsart von uns. Sir William Acworth (gestorben am 2. April 1925) war ein anerkannter Eisenbahnsachverständiger von internationaler Bedeutung. Seine auf großem Wissen und reichen Erfahrungen beruhende Mitarbeit wird uns unvergessen bleiben. Herr Arnhold (gestorben am 10. August 1925) hat schon Jahrzehnte vor Gründung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in selbstloser Hingabe im Interesse des deutschen Verkehrswesens gearbeitet. In ihm ist einer der besten Kenner des Eisenbahntarifwesens und des gesamten Wirtschaftslebens dahingegangen. Die deutschen Eisenbahnen werden sich seiner Mitarbeit stets dankbar erinnern.
An Stelle von Sir William Acworth ist Herr Mance, für Herrn Sarre Herr Habich als Mitglied berufen worden, während für Herrn Arnhold der Nachfolger noch nicht bestellt ist. Zum zweiten Vizepräsidenten des Verwaltungsrats wurde Herr Margot gewählt.
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ist nach dem Reichsbahngesetz mit 11 Milliarden GM Reparationsschuldverschreibungen belastet, die mit 5 % zu verzinsen und mit 1 % zu tilgen sind. Indessen sind die Jahresleistungen im ersten, zweiten und dritten Reparationsjahr auf 200, 595 und 550 Millionen GM begrenzt, die je zur Hälfte am 28 Februar und am 31. August fällig sind. Nach Verabredung mit dem Generalagenten für die Reparationszahlungen zahlt die Gesellschaft seit dem 1. September 1925 vorläufig bis zum 1. September 1927 die Zinsen unter Diskontabzug in Mindestbeträgen. Die Maßnahme, die im übrigen die gesetzlichen Bestimmungen über die Zahlungstermine unberührt läßt, vermeidet eine Störung des Geldmarktes durch die Entnahme großer Summen an nur zwei Tagen des Jahres. Die im ersten Geschäftsjahr fälligen Reparationszahlungen und die nötigen Rückstellungen sind geleistet worden.
Nach dem Reichsbahngesetz verfügt die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft über 2 Milliarden GM Vorzugsaktien; der Erlös von 500 Millionen GM Vorzugsaktien fällt nicht der Gesellschaft, sondern dem Reiche zu. Statt des Erlöses sind 500 Millionen GM Vorzugsaktien selbst dem Reich übergeben worden, weil ihr Verkauf nicht möglich war. Außerdem sind an das Reich im Oktober 1925 124 Millionen GM Vorzugsaktien begeben worden, davon 82 Millionen in Abdeckung einer Schuld. Nach Ablauf eines Geschäftsjahres hat im März 1926 das Reich weitere 100 Millionen GM Vorzugsaktien übernommen; der Erlös der Vorzugsaktien dient zur Bestreitung von Kapitalausgaben. Am 31. Dezember 1925 verfügte die Reichsbahn noch über 1 376 Millionen GM unbegebener Vorzugsaktien.
Die Gesellschaft hat begonnen diejenigen Änderungen einzuführen, die notwendig erscheinen, um die wirtschaftliche und finanzielle Lage besser zu übersehen. Bisher gab es in dem großen Netz nur eine beschränkte wirtschaftliche Unterteilung der Ausgaben, während der Überblick über die Einnahmen und ihre Gliederung nur bei der zentralen Stelle lag. Seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres ist unter den Direktionsbezirken ein Abrechnungsverfahren eingeführt worden, das die Aufstellung von Bezirksbilanzen ermöglicht. Es soll den Verantwortlichen Leitern der Bezirke die bisher fehlenden Unterlagen an die Hand geben, aus denen sie durch Vergleiche ihrer Wirtschaftszahlen mit denen der anderen Bezirke und mit der Zeit durch Vergleiche ihrer Wirtschaftszahlen der einzelnen Jahre einen Maßstab zur genauen Beurteilung des Erfolg ihrer Geschäftsführung gewinnen können. Dadurch wird das Verantwortungsgefühl auch für die finanziellen Ergebnisse gestärkt. Der Vorschlag stellt im Gegensatz zu den früheren Haushaltsplänen heute nur noch eine Richtlinie unter Annahme eines bestimmten Verkehrs dar. Er schließt keine Bindung in sich und muß dauernd den tatsächlich eintretenden Verhältnissen sowohl in personeller wie materieller Beziehung angepaßt werden.
Bei Verwaltung ihrer Gelder und zur Ausführung der Gelddispositionen bedient sich die Gesellschaft in erster Linie der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank, von deren Aktien sie 75 % besitzt. Die Bank, der bereits im Jahre 1923 das Frachtstundungsgeschäft von der Reichsbahnverwaltung übertragen war, betreibt keine allgemeinen Bankgeschäfte und ist in ihrer Tätigkeit an die Richtlinien des Verwaltungsrats der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft gebunden. Mit dem Abbau des während der Kriegs- und Nachkriegszeit über das tatsächliche Bedürfnis eingestellten Personals hatte bereits die Deutsche Reichsbahn begonnen; die dadurch bedingte Vermehrung der Ruhegehalts- und Wartegeldlasten hat die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft zu tragen. Pflichtgemäß hat sie den Abbau weiter durchgeführt, um den Kopfstand auf eine Zahl zu bringen, die den Anforderungen des Verkehrs unter Berücksichtigung des technischen Fortschritts entsprach. Hierbei sind die Interessen des Personals, soweit dies möglich war, gewahrt worden. Die Ersparnisse an Gehältern wurden durch den Zuwachs an Ruhegehältern nicht unwesentlich gemindert. Die finanzielle Belastung durch persönliche Ausgaben erhöhte sich im Laufe des Geschäftsjahres durch Maßnahmen, auf welche die Gesellschaft keinen Einfluß hatte und welche ein auf das Jahr berechnetes Mehr gegenüber dem Anfang des Geschäftsjahres von über 270 Millionen RM ausmachten. Davon wurde weniger als die Hälfte durch Erhöhung der Personentarife ausgeglichen, der Restbetrag mußte an den sächlichen Ausgaben gespart werden.
Der Abbau hat Beunruhigung in die Reihen des Personals getragen. Soweit die Personalvermehrung durch die Kriegs- und Nachkriegsverhältnisse hervorgerufen war, kann der Abbau in fast allen Bezirken als abgeschlossen gelten, ausgenommen bei den Werkstätten.
In der Gehalts- und Lohnpolitik war der innere Zusammenhang zwischen Entlohnung und der allgemeinen Wirtschaftslage zu beachten. Als Glied der Wirtschaft hat die Reichsbahn ihre Arbeiterlöhne an die Löhne vergleichbarer Industriearbeiter anzupassen. Die Bewertung der Qualitätsarbeit soll sich auch in der Entlohnung ausdrücken.
Das Bestreben, die Betriebe rationell zu führen, wird auch in unserem Unternehmen, insbesondere in den Werkstätten gefördert. Zu dem Zwecke müssen gleichartige Arbeiten in größeren Betrieben zusammengefaßt und kleinere, unwirtschaftlich arbeitende Betriebe aufgegeben werden. Nach Durchführung der Umstellungsarbeiten wird die Zeit, in der Fahrzeuge zur Untersuchung und Ausbesserung dem Betrieb entzogen sind, bedeutend verkürzt und die Zahl der dafür erforderlichen Arbeitskräfte erheblich verringert sein.
Durch den Krieg und die Nachkriegszeit sind die Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten, besonders am Oberbau, stark im Rückstand geblieben. Der Erneuerung der Brücken und ihrer Anpassung an die heutigen höheren Beanspruchungen ist besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden; aber erst im Laufe der Jahre können alle rückständigen Arbeiten nachgeholt werden. Der übergroße Bestand an Lokomotiven und Wagen gestattete, die sonst für seine Erneuerung notwendigen Mittel für diese Arbeiten zu verwenden.
Das Geschäftsjahr 1925 hat gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme der Betriebsunfälle im Verhältnis zu den Betriebsleistungen ergeben und damit eine weitere Annäherung der Betriebssicherheit an den Vorkriegsstand gebracht. Der Verbesserung der Betriebssicherheit hat die Gesellschaft ihre besondere Sorge gewidmet. Die eingehenden Versuche mit Vorrichtungen zur Verhütung des Überfahrens von Haltsignalen und Übertragung der Signalstellung auf die Lokomotive wurden fortgesetzt. Sie bedürfen noch weiterer Vervollkommnung, da eine zufriedenstellende Lösung bisher nicht gefunden ist. Es sind 255 km Strecke mit Zugbeeinflussungseinrichtungen nach System van Braam und 74 km nach System Telefunken versuchsweise ausgerüstet worden, außerdem sind 328 km Strecke zur Verhütung des Überfahrens von Vorsignalen bei Nebel mit besonderen Vorbereitungstafeln versehen worden. Es ist ferner auf einer Berliner Vorortstrecke die Einrichtung automatischer Fahrsperren in Ausführung begriffen.
Die Gesellschaft war nicht in der Lage, allen an sie herantretenden Wünschen auf Ermäßigung von Tarifen, darunter vielen, deren Berechtigung sie anerkennen mußte, zu entsprechen. Ihre Hauptaufgabe muß es bleiben, zur Abwendung aller Gefahren für den deutschen Charakter der Bahn die ihr durch das Gesetz auferlegten finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Trotzdem hat sie im Rahmen des Möglichen nicht unwesentliche Erleichterungen gegeben. Bei Beginn des Geschäftsjahres wurden 52% aller Gütermengen zu Ausnahmetarifen befördert. Am Ende des Geschäftsjahres hat sich der Prozentsatz durch Schaffung vieler neuer Ausnahmetarife auf rund 60% erhöht.
Ein Vergleich der heutigen Tarife mit denen der Vorkriegszeit ist in Anbetracht der Systemänderung - Übergang vom Kilometertarif zum Staffeltarif - nicht ohne weiteres möglich. Die durchschnittliche Einnahme der gegen Frachtberechnung beförderten Güter ist gegenüber der Vorkriegszeit - ohne Beförderungssteuer - für den Tonnenkilometer um rund 35% höher, ein Prozentsatz, der unter der allgemeinen Teuerung liegt.
Die Maßnahmen, die im Interesse der Wirtschaftlichkeit auf allen Gebieten getroffen wurden, haben das Verhältnis der Betriebsausgaben zu den Betriebseinnahmen erträglich gestaltet; die Betriebszahl des Berichtsjahres beträgt nach den aus dem Betriebsabschluß ersichtlichen Zahlen 83,56, Unter den Betriebsausgaben befinden sich in diesem Jahre Ausgaben, die sich größtenteils nicht wiederholen werden (Wiederherstellung der Rhein-Ruhrbahnen, rückständige Unterhaltung aus früheren Jahren, Wertberichtigung von Betriebsvorräten u. a.).
Die besonderen Verhältnisse der ersten Geschäftsjahre haben hohe Anforderungen an die Beamten und Arbeiter der Reichsbahn gestellt. Wenn es gelungen ist, ihnen gerecht zu werden, so ist es einer verständnisvollen Zusammenarbeit und der bewährten Pflichttreue des Personals zu verdanken.
Zu den Bilanzen für den 1. Oktober 1924 und 31. Dezember 1925 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1925 ist folgendes zu bemerken:
Die Bilanzen und sämtliche sonstige Abschlußzahlen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft sind in Reichsmark erstellt.
Das Grundkapital der Gesellschaft - Stammaktien und Vorzugsaktien - ist nach dem Reichsbahngesetz in Goldmark ausgedrückt, auch sind die Leistungen auf Grund der Reparationsschuldverschreibungen in Goldmark zu entrichten. Der Ausgleich der Kursschwankungen hat zu einer kleinen Ersparnis an Reichsmark geführt.
(1.Oktober 1924)
Die Eröffnungsbilanz schließt an die Schlußbilanz des Unternehmens "Deutsche Reichsbahn" an, welche durch Beschluß der Reichsregierung vom 7. Oktober 1925 vorbehaltlich der Erledigung etwaiger Prüfungsbemerkungen des Rechnungshofs des Deutschen Reichs genehmigt wurde. Die Schlußbilanz ist im Geschäftsbericht der Reichsbahn für 1923/24 mit Erläuterungen (S. 17ff) abgedruckt.
Gemäß den Bestimmungen des Reichsbahngesetzes erscheinen nunmehr auf der Seite des Vermögens und der Verbindlichkeiten diejenigen Beträge, die die Grundlage für den finanziellen Aufbau der Gesellschaft bilden.
Die Gesellschaft hat kein Eigentum an dem Reichseisenbahnvermögen, sondern nur das Betriebsrecht, das ihren wesentlichen Vermögensbestandteil bildet. Das Betriebsrecht ist mit dem Betrage bewertet, der den gesetzlichen Verpflichtungen der Gesellschaft entspricht, also
Stammaktien 13 000 000 000 RM
Reparationsschuldverschreibungen 11 000 000 000 RM
Vorzugsaktien 2 000 000 000 RM
hiervon ab derjenige Teil, dessen Erlös der Gesellschaft zufließt 1 500 000 000 RM 500 000 000 RM
zusammen 24 500 000 000 RM
Dieser Betrag deckt sich mit dem statistischen Anlagekapital der Reichsbahn. Vom Wert des Betriebsrechts von 24 500 000 000 RM unterliegen aber die den Stammaktien entsprechenden 13 000 000 000 RM keiner Abschreibung, weil sie bei Ablauf des Betriebsrechts gegen Rückgabe des Reichseisenbahnvermögens unentgeltlich der Reichsbahn-Gesellschaft zurückzugeben sind. Die übrigen 11 500 000 000 RM sind innerhalb der Dauer des Betriebsrechts abzuschreiben. Entsprechend den Bestimmungen in § 25 Abs. 2 Ziffer I der Gesellschaftssatzung wird diese Abschreibung zeitlich und der Höhe nach in gleichem Maße vorzunehmen sein, wie die Tilgung der Reparationsschuldverschreibungen und die Einziehung von 500 000 000 GM Vorzugsaktien stattfindet, auf deren Erlös das Reich Anspruch hat. Die Tilgung der Reparationsschuldverschreibungen ist durch § 8 der Gesellschaftssatzung geregelt.
Die "Stammaktien", die keinen Kapitalanspruch verkörpern und für deren Einziehung eine Rücklage nicht gebildet werden darf (§ 25 Abs. 2 Ziffer 4c der Gesellschaftssatzung), sind während der Dauer der Gesellschaft unverändert mit 13 000 000 000 RM einzustellen.
Die "Vorzugsaktien" sind mit insgesamt 2 000 000 000 RM auf der Seite der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Gemäß § 5 der Gesellschaftssatzung ist zu unterscheiden zwischen dem Viertel (500 000 000 RM), auf dessen Erlös das Reich und den drei Vierteln, auf deren Erlös die Gesellschaft Anspruch hat. Insoweit diese 1 500 000 000 RM noch nicht begeben sind, ist eine Berichtigungsposten "unbegebene Vorzugsaktien, deren Erlös der Reichsbahn-Gesellschaft zufließt" auf der Vermögensseite eingesetzt. In der Eröffnungsbilanz erscheinen also hier 1 500 000 000 RM. In den späteren Bilanzen wird dieser Berichtigungsposten schon auf der Seite der Verbindlichkeiten abgesetzt.
Der in der Schlußbilanz des Unternehmens "Deutsche Reichsbahn" als Betriebskapital aufgeführte Posten von 756 085 548,72 RM, der das Reinvermögen des Unternehmens darstellte, ist unter der Bezeichnung "Betriebsrücklage" übernommen.
Die Eröffnungsbilanz ist am 3. Dezember 1925 vom Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft genehmigt worden.
II. Jahresabschluß 1925.
Der Abschluß umfaßt:
den Betriebsabschluß,
Betriebsabschluß. Der Betriebsabschluß enthält die Einnahmen und Ausgaben der Betriebsrechnung. Nach § 9 des Reichsbahngesetzes ist die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft verpflichtet, die Reichsbahnanlagen nebst den Betriebsmitteln und dem sonstigen Zubehör nach den Bedürfnissen des Verkehrs und nach dem jeweiligen Stande der Technik gut zu unterhalten und weiter zu entwickeln. In Erfüllung dieser Verpflichtung hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr neben ausreichender Unterhaltung der Bahnanlagen für Erneuerung und Anlagenzuwachs (Neuanlagen, Erweiterungen, Verbesserungen) 998 Millionen RM verausgabt.
Gewinn- und Verlustrechnung. Die Gewinn- und Verlustrechnung bringt auf der Habenseite den "Betriebsüberschuß", wie er sich aus dem Betriebsabschluß ergibt.
Die Posten auf der Sollseite "Dienste der Reparationsschuldverschreibungen" und "Zuweisung zur gesetzlichen Ausgleichsrücklage" entsprechen den Bestimmungen des Reichsbahngesetzes (§ 4) und der Gesellschaftssatzung (§§ 8 und 25). Der Posten "Rückstellung für Betriebsrechtsabschreibung und Verlustgefahren" ist bei Erörterung der Bilanz behandelt.
Über die Verteilung des "Reingewinns" ( 156 080 638,93 RM) hat der Verwaltungsrat wie folgt Beschluß gefaßt:
7% "Vorzugsdividende" auf die an das Reich begebenen Vorzugsaktien, soweit nicht eine Aufrechnung von Zinsen stattzufinden hat, mit 2 965 666,67 RM.
Der Rest ist auf neue Rechnung vorzutragen mit 153 114 972,26 RM.
Bilanz für den 31.Dezember 1925. "Betriebsrecht am übernommenen Reichseisenbahnvermögen", "Stammaktien", "Reparationsschuldverschreibungen" sowie "Betriebsrücklage" erscheinen in gleicher Höhe wie in der Eröffnungsbilanz.
Als "Betriebsrecht am Anlagenzuwachs" sind 239 007 602,02 RM eingesetzt. Es handelt sich hierbei um Aufwendungen, durch die eine Vermehrung der Anlagen herbeigeführt worden ist.
Die Gesellschaft ist verpflichtet, die Reichseisenbahnanlagen auf ihre Kosten weiter zu entwickeln. Solche Vermehrungen und Verbesserungen bilden eine Erweiterung des Reichseisenbahnvermögens. Das Betriebsrecht an diesem Anlagenzuwachs bedeutet eine Vermehrung des Vermögens der Gesellschaft und ist daher auf der Vermögensseite anzusetzen. Bei der Liquidation der Gesellschaft müßte an sich dieser Posten abgeschrieben sein. Dies ist jedoch insoweit nicht erforderlich, als dann Schulden bestehen, die gemäß § 8 (2) des Reichsbahngesetztes das Reich zu übernehmen hat.
Über die "Vorzugsaktien" ist zu bemerken:
a) Durch ein Abkommen mit dem Reichsminister der Finanzen sind diejenigen Vorzugsaktien, auf deren Erlös das Reich gemäß § 5 der Gesellschaftssatzung Anspruch hat (500 000 000 GM), an das Reich unmittelbar begeben worden. Die Vorzugsdividende für diese Aktien beträgt 7%, die Dividendenberechtigung läuft vom 1. Juli 1926 ab. Die Gesellschaft hat 5 Jahre lang, laufend vom 1. August 1925, das Recht, die auf Grund dieses Abkommens abgetretenen Vorzugsaktien zurückzuerwerben. Dieses Recht kann jedoch nur für Beträge von mindestens je 100 000 000 GM ausgeübt werden. Das Abkommen hat die Zustimmung aller beteiligten Stellen gefunden.
b) Die Gesellschaft hat weitere 124 000 000 GM 7%ige Vorzugsaktien zum Ausgabekurs von 96,77 v. H. an das Reich freihändig begeben. In Verrechnung gegen diese Vorzugsaktien wurde eine vom Unternehmen Deutsche Reichsbahn übernommene Schuld in Höhe von 82 000 000 RM ausgeglichen. Ein weiterer Betrag von 38 000 000 RM ist am 2. Januar 1926 bar ausgezahlt worden. Die Dividendenverpflichtung für diese Vorzugsaktien läuft vom 1. Juli 1925.
Demgemäß ist in der Bilanz auf der Seite der Verbindlichkeiten unter "Vorzugsaktien" vorgetragen:
1. diejenigen Vorzugsaktien, auf deren Erlös das Reich Anspruch hat, mit 500 000 000 RM
2. diejenigen, auf deren Erlös die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft Anspruch hat, mit 1 500 000 000
abzüglich der ungegebenen mit 1 376 000 000 124 000 000 RM
Der bei Schluß des Geschäftsjahres 1925 noch nicht gezahlte Betrag von 38 000 000 RM ist gleichfalls auf der Vermögensseite unter Forderungen "aus der freihändigen Hergabe von Vorzugsaktien an das Reich" eingesetzt.
Die "Betriebsvorräte" erscheinen on Höhe von 485 364 452,64 RM. Sie stellen den Wert des Bestandes an Betriebsstoffen, Oberbau- und Baustoffen, Werkstoffen und Ersatzstücken bei Schluß des Geschäftsjahres 1925 dar. Die Wertbemessung ist vorsichtig und unter Anwendung des Grundsatzes des § 261 Ziffer I HGB vorgenommen.
Zu den Posten "Kasse" und "Bankguthaben" ist wegen ihrer Höhe zu bermerken, daß die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft für ihre laufenden Verpflichtungen ständig größere Beträge flüssig halten muß, da die Kurve der Einnahmen und der Ausgaben sich nicht deckt. Sie hat auf Grund besonderer Vereinbarungen die Reparationszahlungen in monatlichen Raten zu leisten, sie hat ferner große Summen notwendig für Abdeckung von Verpflichtungen an Lieferer und muß ihre 15 000 Kassen mit dem nötigen Bargeld versehen.
Die Forderungen "aus der Abrechnung der Verkehrseinnahmen" rühren insbesondere davon her, daß die Einnahmen aus dem Verkehr mit fremden Eisenbahnen bis zum Jahresschluß alljährlich nicht völlig abgerechnet werden können.
Bei den "sonstigen Forderungen" handelt es sich in erster Linie um Darlehen (Baudarlehen, Arbeitgeberdarlehen usw.). Die Darlehen, die die Gesellschaft von Dritten erhalten hat, z. B. von öffentlichen Körperschaften für die Fortsetzung begonnener Bauten, erscheinen unter "sonstige Schulden". Die Posten sind entsprechend ihrem Werte eingesetzt.
Als "Beteiligungen" sind gemäß §§ 5 und 6 des Reichsbahngesteztes nur diejenigen aufzuführen, die nach dem 1. Oktober 1924 von der Gesellschaft erworben wurden. Sie sind vorsichtig bewertet. Die aus der früheren Betriebsführung der deutschen Reichseisenbahnen herrührenden Beteiligungen bilden einen Teil des Vermögens des Reiches (Reichseisenbahnvermögen) und werden ebenso wie die Reichseisenbahnanlagen von dem Betriebsrecht mit umfaßt.
Um für die Abschreibung des Betriebsrechts am übernommenen Reichseisenbahnvermögen im Rahmen des § 23 der Gesellschaftssatzung und des Betriebsrechts zu treffen und um ferner etwaige durch die Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse eintretende Verluste ausgleichen zu können, erscheint es notwendig, eine besondere "Rückstellung für Betriebsrechtsabschreibung und Verlustgefahren" in Höhe von 150 000 000 RM vorzunehmen.
Die "Schulden" sind nach der oben erwähnten Tilgung der Kredite des Reichsministers der Finanzen stark zurückgegangen.
Die "Pfand- und Verwahrgelder" rühren aus dem laufenden Geschäftsbetrieb her.
Die Reichsbahn-Gesellschaft hat in zweiten Reparationsjahr, also beginnend mit dem 1. September 1925, gemäß § 15 des Reichsbahngesetzes die Beförderungssteuer an den Generalagenten für Reparationszahlungen abzuliefern. Die Höhe des Betrages der bei Schluß des Geschäftsjahrs noch nicht abgeführten Beförderungssteuer erklärt sich aus den über die Zahlungstermine getroffenen Vereinbarungen zwischen dem Generalagenten und der Reichsfinanzverwaltung.
Die gesamten Rechnungsunterlagen, die Abschlußziffern einschließlich der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind vom Hauptprüfungsamt der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft geprüft und für richtig befunden worden. Ferner ist von den Herren Direktor Otto Meyer iin Berlin und Professor Dr. Schmalenbach in Köln als Sachverständigen des Verwaltungsrats die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung hinsichtlich der bilanzmäßigen Behandlung nach den Bestimmungen des Reichsbahngesetzes und der Gesellschaftssatzung geprüft und für richtig befunden worden.
Unmittelbar nach Abschluß unseres Berichtes erhalten wir die Nachricht, daß Generaldirektor Oeser verschieden ist.
Tieferschüttert stehen wir an der Bahre eines Mannes, dessen Name auf das engste mit der Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens verknüpft ist.
Als letzter Preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten hat der Verstorbene den Wiederaufbau der durch den Krieg geschwächten Preußisch-Hessischen Staatseisenbahnen umsichtig und zielbewußt ins Werk gesetzt; bei der folgenden Überführung der Ländereisenbahnen auf das Reich hat er hervorragend mitgewirkt. Im Jahre 1923 trat er als Reichsverkehrsminster an die Spitze der Reichsbahn, als diese infolge der Inflation ihrer stärksten Belastungprobe ausgesetzt war. Als die Umstellung der Reichsbahn erfolgen sollte, war es ein ganz besonderes Verdienst, daß sie im Eigentum des Deutschen Reiches verblieb.
Die ihm nach der Gründung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft gestellte Aufgabe, die Reichsbahn dem Gesetze entsprechend in die Gesellschaftsform zu überführen, hat er mit sicherer Hand gelöst. Seinem verantwortungsvollen Amt als Generaldirektor hat er sich, obschon zuletzt schwer leidend, mit voller Hingebung gewidmet in dem Bewußtsein, damit dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen. Menschlich im wahren Sinne des Wortes, brachte er den Sorgen des Personals stets ein warmes Verständnis entgegen.
Das Andenken an seine bedeutende Persönlichkeit und an sein gemeinnütziges, umfassendes Wirken wird bei uns immer fortleben.
Berlin, den 3. Juni 1926
Der Präsident des Verwaltungsrats Für den Generaldirektor
C. F. v. Siemens Dorpmüller
Betriebsrecht 24 500 000 000,00 Stammaktien 13 000 000 000,00
Ungegebene Vorzugsaktien, deren Erlös
der Reichsbahn-Gesellschaft zufließt 1 500 000 000,00 Vorzugsaktien
Betriebsvorräte 631 595 828,80 a) auf deren Erlös der Reichsminister
der Finanzen Anspruch hat 500 000 000,00
b) deren Erlös der Reichsbahn-Gesellschaft zufließt,
noch ungegeben 1 500 000 000,00
an die Kleiderkasse
1 512 475,06
Reparationsschuldverschreibungen 11 000 000 000,00
an die Arbeiterpensionskasse
522 946,43
Betriebsrücklage 756 085 548,72
an die Spar- und Darlehenskassen
920 273,42
sonstige Vorschüssen
69 674 476,42
Wechsel 13 946 250,00
Kasse und Bankguthaben 162 826 164,46 Kredite des Reichsministers der Finanzen 85 000 000,00
Rentenmarkdarlehen
zur Notgeldeinlösung
zur Verkehrssteuernablösung
an fremde Verwaltungen und an Beförderungssteuer
aus den Verkehrseinnahmen
6 506 483,20
12 020 365,87
an Verwahrgeldern
1 481 583,93
an Pfandgeldern
510 506,41
an die Betriebskrankenkasse
2 450 769,98
an die Verbandskrankenkasse
557 183,14
an die Beamtenkassen
95 382,48
aus der Betriebsführung von Kleinbahnen
412 872,69
an den Eisenbahntöchterhort
5 433,19
an den Eisenbahnknabenhort
zusammen 26 867 052 164,59 zusammen 26 867 052 164,59
Berlin, den 22. Dezember 1925
Der Präsident des Verwaltungsrats Generaldirektor
C. F. v. Siemens Oeser
II. Jahresabschluß 1925
Betriebsabschluß der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1925
Einnahmen der Betriebsrechnung. RM
Personenverkehr 1 710 992 983,84
Güterverkehr 3 536 888 629,76
Sonstige Einnahmen 420 800 905,78
zusammen 5 668 682 519,38
Ausgaben der Betriebsrechnung.
a. Persönliche Ausgaben.
Besoldung der Beamten 1 300 577 030,35
Bezüge der Angestellten und Betriebsarbeiter 430 427 574,26
Löhne der Bahnunterhaltungsarbeiter 172 901 844,87
Löhne der Werkstättenarbeiter 329 737 695,94
Ruhegehalt, Wartegeld, Hinterbliebenenbezüge 493 513 438,02
Sonstige persönliche Ausgaben 287 052 610,74
Summe a: Persönliche Ausgaben 3 014 210 194,18
b. Sächliche Ausgaben.
Ausstattungsgegenstände und Betriebsstoffe 540 177 604,98
Unterhaltung und Erneuerung der baulichen Anlagen 606 913 642,99
Unterhaltung und Erneuerung der Fahrzeuge und maschinellen Anlagen 571 202 589,57
Sonstige sächliche Ausgaben 117 415 338,34
Summe b: Sächliche Ausgaben 1 835 709 173,88
Zusammen a und b: Ausgaben der Betriebsrechnung 4 849 919 370,06
Mithin Überschuß 818 763 149,32
Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1925
Dienst der Reparationsschuldverschreibungen 399 308 860,00 Betriebsüberschuß 818 763 149,32
Zuweisung zur gesetzlichen Ausgleichsrücklage 113 373 650,39
Rückstellung für Betriebsrechtsabschreibung
und Verlustgefahren 150 000 000,00
Reingewinn 156 080 638,93
2 965 666,67
153 114 972,26
818 763 149,32 818 763 149,32
Bilanz der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1925
Betriebsrecht am übernommenen Reichseisenbahnvermögen 24 500 000 000,00 Stammaktien 13 000 000 000,00
Betriebsrecht am Anlagenzuwachs 239 007 602,02 Vorzugsaktien
Betriebsvorräte 485 364 453,64 a) auf deren Erlös das Reich Anspruch hat 500 000 000,00
Kasse 144 170 997,07 b) deren Erlös der Reichsbahn-Gesellschaft zufließt
124 000 000,00
Bankguthaben 344 584 323,28 hiervon ungegeben
1 376 000 000,00
Forderungen 118 274 284,50 Reparationsschuldverschreibungen 11 000 000 000,00
aus der Abrechnung der Verkehrseinnahmen
20 798 170,57
Gesetzliche Ausgleichsrücklage 113 373 650,39
aus der freihändigen Hergabe von Vorzugsaktien
an das Reich
an Versicherungs- und Wohlfahrtseinrichtungen
919 928,54
Rückstellungen für Betriebsrechtsabschreibungen
58 556 185,39
Schulden 38 361 822,47
Beteiligungen 6 500 000,00 Pfand- und Verwahrgelder
2 754 317,01
noch nicht abgeführte Beförderungssteuer
25 868 385,82
Versicherungs- und Wohlfahrtseinrichtungen
5 717 448,96
4 021 670,68
Gewinn: 156 080 638,93
Dividende auf neue Rechnung
zusammen 25 837 901 660,51 zusammen 25 837 901 660,51
Goldmarkbeträge sind eingesetzt mit 1 Goldmark = 1 RM
Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft.
Der Präsident des Verwaltungsrates
C. F. v. Siemens Für den Generaldirektor
Thomas Noßke 2008 www.epoche2.de