Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=27.04.1972&Aktenzeichen=7%20RU%2017/69
Timestamp: 2019-10-16 01:26:23
Document Index: 296401842

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 444', '§ 87', '§ 444', '§ 444', '§ 444', '§ 151', 'BGH', 'BGH', '§ 519', '§ 159', '§ 519', '§ 516']

BSG, 27.04.1972 - 7 RU 17/69 - dejure.org
BSG, 27.04.1972 - 7 RU 17/69
https://dejure.org/1972,1326
BSG, 27.04.1972 - 7 RU 17/69 (https://dejure.org/1972,1326)
BSG, Entscheidung vom 27.04.1972 - 7 RU 17/69 (https://dejure.org/1972,1326)
BSG, Entscheidung vom 27. April 1972 - 7 RU 17/69 (https://dejure.org/1972,1326)
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Erstinstanzliches Urteil - Vernichtung des Zustellungsnachweises - Rechtzeitige Berufungseinlegung - Rechtzeitigkeitsfiktion - Anmeldefristen - Rückwirkende Modifikation
NJW 1973, 535
MDR 1973, 170
vgl. BGH, Urteil vom 1. Februar 1994 - VI ZR 65/93 -, NJW 1994, 1594 = juris Rn. 19; BSG, Urteil vom 27. April 1972 - 7 RU 17/69 -, NJW 1973, 535 = juris Rn. 20; Geimer, in: Zöller, ZPO, 27. Aufl. 2009, § 444 Rn. 1.
LSG Baden-Württemberg, 11.11.2009 - L 6 V 3829/08
Sozialgerichtliches Verfahren - Klagefrist nach § 87 SGG - fehlender …
Liegt ein Zustellungsnachweis nicht vor und lässt sich deshalb urkundlich nicht mehr nachweisen, ob der Rechtsbehelf rechtzeitig eingelegt worden ist, gilt er als rechtzeitig eingelegt, wenn sich aus dem verbliebenen Akteninhalt kein hinreichender Anhalt für das Gegenteil ergibt (BSG, Urteil vom 27.04.1972 - 7 RU 17/69; BFH, Urteil vom 17.12.2003 - XI R 28/03).
Werden Briefumschläge, die fristwahrende Schriftsätze enthalten, nicht aufbewahrt, so darf sich dies nach dem in § 444 der Zivilprozessordnung enthaltenen, allgemein gültigen Rechtsgedanken nicht zu Lasten des Beteiligten auswirken, der den fristgerechten Eingang des Schriftsatzes nachzuweisen hat (vgl. z.B. BVerfG, Beschluss des 2. Senats vom 16. Dezember 1975 2 BvR 854/75, BVerfGE 41, 23, 28; Beschluss der Dritten Kammer des 2. Senats vom 26. März 1997 2 BvR 842/96, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1997, 1770; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 26. April 1960 II C 68.58, BVerwGE 10, 270; BFH-Urteil vom 28. Februar 1978 VII R 92/74, BFHE 124, 487, BStBl II 1978, 390; Urteil des Bundessozialgerichts vom 27. April 1972 7 RU 17/69, NJW 1973, 535).
Die Vorschrift des § 444 ZPO gilt über ihren Wortlaut hinaus nicht nur für Urkunden, die in der Absicht, ihre Benutzung dem Gegner zu entziehen, beseitigt oder untauglich gemacht wurden, sondern gilt nach der Rechtsprechung des BSG auch im Falle der fahrlässigen Vereitelung des Urkundsbeweises (vgl. nur BSG, Urteil vom 27. April 1972 - 7 RU 17/69 -).
Allerdings könnte, wenn das LSG etwa feststellen sollte, daß die Beklagte die von ihr unterhaltenen Postschließfächer am 31. Dezember 1974 nicht zur üblichen Zeit geleert hat, hier möglicherweise zugunsten des Klägers nach dem in § 444 der Zivilprozeßordnung (ZPO) zum Ausdruck gekommenen allgemeinen Rechtsgedanken eine Beweiserleichterung in Betracht kommen (vgl. BSG-Urteil vom 27. April 1972 - 7 RU 17/69 - (SozR Nr. 13 zu § 151 des Sozialgerichtsgesetzes - SGG -).
Der Beklagte trägt im Grundsatz die Beweislast dafür, daß seine Berufungsschrift rechtzeitig beim Berufungsgericht eingegangen ist (…für die Berufungsbegründung BGH Urt. v. 18.04.1977 - VIII ZR 286/75 - VersR 1977, 721;… BGH Urt. v. 28.10.1975 - VI ZR 81/75 = VersR 1976, 192; BAG 22, 119 = AP ZPO § 519 b Nr. 6 = NJW 1969, 2221; AP ZPO § 159 Nr. 1 = NJW 1965, 931;… zu den Einschränkungen dieses Grundsatzes vgl. Grunsky in Stein/Jonas ZPO 20. Aufl. § 519 b Rdn. 1;… Zöller/Schneider ZPO 12. Aufl. § 516 Anm. VI 2; für den Sozialprozeß BSG MDR 1973, 170).
BSG, 31.03.2008 - B 11a AL 152/07 B
8 Insoweit behauptet die Beschwerdebegründung zwar angebliche Rechtssätze, die einerseits dem angefochtenen Urteil des LSG und andererseits den Urteilen des BSG vom 27. April 1972 - 7 RU 17/69 - und vom 22. Juli 1960 - 11 RV 1188/58 - zu Grunde liegen sollen.