Source: http://die-petition.de/petitionstext/
Timestamp: 2013-05-19 09:47:53
Document Index: 155063853

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 6', 'Art. 19', 'Art. 24']

Petitionstext | die-Petition.de #Beschneidung
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Der Deutsche Bundestag möge beschließen, zunächst für zwei Jahre keine gesetzlichen Schritte zur Legalisierung der Beschneidung von Jungen in Deutschland zu ergreifen. Weiterhin möge der Deutsche Bundestag die Einsetzung eines Runden Tisches mit Sachverständigen der betroffenen Religionsgemeinschaften und Fachgebiete beschließen, um das Thema Beschneidung wissenschaftlich fundiert zu diskutieren und Lösungen zu erarbeiten, welche alle Interessen, vor allem aber die Belange des Kindeswohls, berücksichtigt.
Die Petenten erkennen, dass in der durch das Urteil des LG Köln ausgelösten notwendigen Debatte über die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Jungen einseitig das Thema Religionsfreiheit dominiert. Sie verstehen die Reaktionen von muslimischen und jüdischen Verbandsvertretern, die eine lange Tradition in Frage gestellt sehen, und sie haben Verständnis dafür, dass diese sich für ein Festhalten an ihren Bräuchen und Traditionen einsetzen.
Der Dialog und das Miteinander des Staates und der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften ist ein hohes und wichtiges Gut, das sich in Art. 4 GG wiederfindet. Gleiches gilt für das Erziehungsrecht der Eltern aus Art. 6 II 1 GG. Doch gelten beide Rechte trotz ihres Verfassungsranges nicht vorbehaltlos und müssen sich der Abwägung mit anderen Grundrechten stellen. Hier gilt es die bisher im Diskurs vollständig vernachlässigten Belange der Kinder, rechtlich normiert in Art. 2 GG, Art. 6 II 2 GG und Art. 19 I und Art. 24 III der UN-Kinderrechtskonvention, zu berücksichtigen.
Mediziner haben klar und sachlich deutlich gemacht, dass eine Beschneidung ein gravierender und irreparabler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes ist. Psychologen befürchten Traumata. Bei ca. 10% der sachgerecht durchgeführten Beschneidungen treten Komplikationen auf. Zudem existieren zahlreiche Studien, die keine Evidenz für eine Gesundheitsdienlichkeit als mögliche Rechtfertigung dieses Eingriffes im Sinne des Kindeswohls zeigen konnten.
Ein Runder Tisch bestehend aus Sachverständigen der betroffenen Religionen, muslimischen und jüdischen Befürwortern und Gegnern der Beschneidung, den Fachbereichen Psychologie, Pädiatrie, Urologie, Kinderchirurgie, Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe soll das Thema Beschneidung in Deutschland wissenschaftlich fundiert diskutieren und eine Strategie erarbeiten, welche alle Interessen, vor allem aber die Belange des Kindeswohls, berücksichtigt.
HomeMitzeichnenPetitionstextUnterstützerArgumentePressemappeBundespressekonferenz: Beschneidungsdebatte aus Perspektive des KinderschutzesStatement von Eran Sadeh, Gründer von Protect the Child, IsraelProfessor Dr. Matthias Franz: Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt seinStellungnahme DAKJ und BVKJ zur Beschneidung von minderjährigen JungenStellungnahme der Deutschen Kinderhilfe: Gemeinsam für KinderschutzTERRE DES FEMMES: Für die körperliche Unversehrtheit von KindernStellungnahme MOGiS e.V. - Eine Stimme für BetroffeneKontaktEnglish
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