Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20159/78
Timestamp: 2019-02-19 01:53:59
Document Index: 176923398

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 196', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 196', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.07.1979 - VII ZR 159/78 - dejure.org
Verjährung des Anspruchs auf das einheitlich für Grundstücksanteil und Eigentumswohnung vereinbarte Entgelt in den Fällen, in denen sich der Veräußerer eines Grundstücksanteils, der Kaufmann ist, in dem Vertrag zugleich zur Herstellung einer Eigentumswohnung verpflichtet - Grundsatz der Einheitlichkeit von Vergütungsansprüchen - Aufteilung des Entgelts in einen Grundstückskaufpreis und einen Werklohn bei Vereinbarung eines einheitlichen Entgelts für beide Leistungsanteile - Beurteilung von Mischverträgen nach dem Vertragsanteil der den überwiegenden Anteil ausmacht
Verjährung des Anspruchs auf das einheitlich für Grundstücksanteil und Eigentumswohnung vereinbarte Entgelt in den Fällen, in denen sich der Veräußerer eines Grundstücksanteils, der Kaufmann ist, in dem Vertrag zugleich zur Herstellung einer Eigentumswohnung verpflichtet; Grundsatz der Einheitlichkeit von Vergütungsansprüchen; Aufteilung des Entgelts in einen Grundstückskaufpreis und einen Werklohn bei Vereinbarung eines einheitlichen Entgelts für beide Leistungsanteile; Beurteilung von Mischverträgen nach dem Vertragsanteil der den überwiegenden Anteil ausmacht
Bauträger: Verjährung des Vergütungsanspruches
NJW 1979, 2193
DNotZ 1980, 33
DB 1979, 2224
JR 1980, 15
BauR 1979, 523
e) Für die rechtliche Einordnung eines Mischmietverhältnisses als Wohnraum- oder Gewerberaummietverhältnis ist - wie auch bei sonstigen Mischverträgen (…vgl. BGH, Urteile vom 12. Oktober 1978 - VII ZR 288/77, aaO mwN; vom 12. Juli 1979 - VII ZR 159/78, NJW 1979, 2193 unter 2 a;… OLG Hamm, aaO) - entscheidend, welche Nutzungsart überwiegt (Senatsurteile vom 30. März 1977 - VIII ZR 153/75, NJW 1977, 1394 unter II 2;… vom 15. November 1978 - VIII ZR 14/78, aaO unter 2 b; vom 16. April 1986 - VIII ZR 60/85, NJW-RR 1986, 877 unter 3 c cc;… OLG Schleswig, aaO S. 49 f.;… OLG Hamm, aaO;… OLG Stuttgart, aaO; MDR 2008, 1091; OLG Celle, MDR 1986, 324;… OLG Karlsruhe, aaO; WuM 2012, 666, 668; OLG Hamburg, NJW-RR 1997, 458; OLG Düsseldorf, GE 2006, 647; MDR 2012, 20, 21;… OLG München, aaO; OLG Saarbrücken, MDR 2012, 1335, 1336; KG, GE 2001, 1466; ZMR 2010, 956; jeweils mwN;… aA AG Fürth (Bayern), aaO; Rinke, ZMR 2003, 13 ff.).
a) Daß die Ansprüche der Klägerin auf Erstattung der umlagefähigen Erschließungskosten der zweijährigen Verjährungsfrist nach § 196 Abs. 1 Nr. 1 BGB unterlagen (…vgl. BGH, Urt. v. 23. Juni 1981 - V ZR 148/80, NJW 1982, 325; ferner BGHZ 72, 229, 233; 74, 273, 275 [BGH 10.05.1979 - VII ZR 97/78]; 102, 167, 169 [BGH 05.11.1987 - VII ZR 364/86]; BGH, Urt. v. 12. Juli 1979 - VII ZR 159/78, NJW 1979, 2193; v. 12. März 1981 - VII ZR 117/80, NJW 1981, 1665, 1666), zieht die Revision allerdings nicht in Zweifel.
Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, daß auf den Vergütungsanspruch eines Bauträgers, der sich zur Veräußerung eines Grundstücks oder Grundstücksanteils und zugleich zur Errichtung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung verpflichtet hat, ausschließlich Werkvertragsrecht und damit die kurze Verjährungsfrist des § 196 Abs. 1 Nr. 1 BGB anzuwenden ist, wenn die Vertragspartner für beide Leistungsteile ein einheitliches Entgelt vereinbart hatten (Senatsurteile BGHZ 72, 229, 233; NJW 1979, 2193; 1981, 1665).
Es besteht auch kein Bedürfnis für eine solche Aufspaltung zur Anwendung unterschiedlicher Verjährungsvorschriften, zumal es häufig an klaren Abgrenzungskriterien für die Aufteilung des Entgelts in einen Grundstückskaufpreis und einen Werklohn fehlt (BGH NJW 1979, 2193, juris Rdn. 11;… NJW 1988, 483, juris Rdn. 7).
Wie bei anderen Mischverträgen ist der einheitliche Vergütungsanspruch auch hinsichtlich der Verjährungsvorschriften einheitlich nach den Leistungen zu beurteilen, die bei weitem überwiegen und dem Vertragsverhältnis sein charakteristisches Gepräge geben (BGH NJW 1979, 2193, juris Rdn. 12, NJW 1988, 483, juris Rdn. 7).
Hierbei ist weder ausschlaggebend, wie die Parteien den Vertrag bezeichnen, denn dies mag steuerliche oder sonstige Gründe haben, noch dass der Vertrag insgesamt nach § 311b BGB notariell beurkundungspflichtig ist, weil jedenfalls auch das Eigentum an einem Grundstück übertragen wird (BGH NJW 1979, 2193, juris Rdn. 15).
Das hat der Senat bereits für Fälle ausgesprochen, in denen sich der Veräußerer eines Grundstücksanteils in dem Vertrag zugleich zur Herstellung einer Eigentumswohnung (BGHZ 72, 229) oder der Veräußerer eines Grundstücks in dem Vertrag zugleich zur Errichtung eines Einfamilienhauses verpflichtet (BGH NJW 1979, 2193).