Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202004,%20196
Timestamp: 2019-06-24 18:40:57
Document Index: 378191472

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 61', 'Art. 7', '§ 61', '§ 61', '§ 61', '§ 18', '§ 13', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 24', '§ 4']

BFH, 23.10.2003 - V R 48/01 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2339
BFH, 23.10.2003 - V R 48/01 (https://dejure.org/2003,2339)
BFH, Entscheidung vom 23.10.2003 - V R 48/01 (https://dejure.org/2003,2339)
BFH, Entscheidung vom 23. Januar 2003 - V R 48/01 (https://dejure.org/2003,2339)
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UStG 1980/1991/1993 § 18 Abs. 9; UStDV 1980/1991/1993 § 61 Abs. 1 Satz 2; UStR 1988/1992 Abschn. 243 Abs. 5; Richtlinie 79/1072/EWG Art. 7 Abs. 1 Satz 4
Rückwirkende Verlängerung der Frist für den Antrag auf Vorsteuervergütung bei möglichen unbilligen Folgen; Nicht verlängerbare Ausschlussfrist des§ 61 Abs. 1 S. 2 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV 1980/1991/1993); Anordnung, dass der Unternehmer die Vergütung selbst zu berechnen hat; Besondere Vertrauenssituation zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Finanzamt; Gemeinschaftsrechtliche Auslegung des § 61 Abs. 1 S. 2 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV 1980/1991/1993)
Vergütung der Vorsteuerbeträge an im Ausland ansässiger Unternehmer
Vorsteuervergütungsverfahren für im Inland ansässige Unternehmer
Vorsteuervergütungsverfahren in einem anderen Mitgliedstaat für im Inland ansässige Unternehmer
BStBl 2004, 196
Vielmehr wollte der Gesetzgeber die bisherige Regelung des § 61 Abs. 1 Satz 5 UStDV ohne inhaltliche Änderung in § 18 Abs. 9 UStG übernehmen (vgl. Gesetzentwurf zum Jahressteuergesetz 1996, BTDrucks 13/901, 86, 89, 153; BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196, unter II. 2. e).
Diese Auslegung ist auch gemeinschaftsrechtlich geboten (vgl. zur richtlinienkonformen Auslegung der nationalen Vorschriften über das Vorsteuer-Vergütungsverfahren: BFH-Urteile vom 22. Mai 2003 V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819;… vom 22. Oktober 2003 V R 95/01, BFH/NV 2004, 828; in BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196; vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208; FG Köln, Vorlagebeschluss vom 19. Januar 2006 2 K 5044/03, Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 2006, 612).
Derartige Anweisungen stehen konkludent unter dem Vorbehalt einer abweichenden Auslegung der Norm durch die Rechtsprechung (Senatsurteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196, Rz 35) und binden daher die Gerichte nicht (…vgl. BFH-Urteil vom 16. September 2015 XI R 27/13, BFH/NV 2016, 252, Rz 30, m.w.N.).
BFH, 05.07.2007 - VI R 58/05
Keine Lohnsteuererstattung wegen Verlustes des Bezugsrechts bei …
Im Übrigen besteht für den Senat keine Bindung an norminterpretierende Regelungen der Verwaltung (BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196).
Sie stehen konkludent unter dem Vorbehalt einer davon abweichenden Auslegung der Norm durch die Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196, unter II.4.b, Rz 40); darüber, ob die Auslegung einer Rechtsnorm durch die Finanzverwaltung im Einzelfall Bestand hat, entscheidet das Gericht (BFH-Urteil vom 22. Juni 2006 IV R 31-32/05, BFHE 214, 239, BStBl II 2007, 687, unter II.2.c cc(3)(b), Rz 26).
Im Inland erbrachte Leistungen eines ausländischen Unternehmers Unberechtigter …
Er kann auch nicht bei der Versäumung der Antragsfrist des Vergütungsverfahrens, die Vorsteuerbeträge, die eigentlich dem Vergütungsverfahren unterliegen, stattdessen im Veranlagungsverfahren geltend machen (BFH vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301 ; FG des Saarlandes vom 14. April 2004 1 K 277/00, EFG 2004, 1486 ; FG München vom 4. Februar 2010 14 K 2800/08, EFG 2010, 1267;… ebenso Bülow in Vogel/Schwarz, UStG , § 13b , Rz. 125;… Maunz in Hartmann/Metzenmacher, UStG , § 18 E, Rz. 187;… Stadie in Rau/Dürrwächter, UStG , § 18 , Rz. 603 und 729;… Treiber in Sölch/Ringleb, UStG , § 18 , Rz. 127).
In seiner bisherigen Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof zwar klargestellt, dass der Auslandsunternehmer nicht bei der Versäumung der Antragsfrist des Vergütungsverfahrens, die Vorsteuerbeträge, die eigentlich dem Vergütungsverfahren unterliegen, stattdessen im Veranlagungsverfahren geltend machen (BFH vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301 ).
Umsatzsteuerveranlagung oder Vergütungsverfahren bei Werklieferungen eines …
Er kann auch nicht bei der Versäumung der Antragsfrist des Vergütungsverfahrens (nach § 18 Abs. 9 S. 3 UStG binnen sechs Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Vergütungsanspruch entstanden ist), die Vorsteuerbeträge, die eigentlich dem Vergütungsverfahren unterliegen, stattdessen im Veranlagungsverfahren geltend machen (allgemeine Auffassung im Anschluss an FG Saarland vom 7. Dezember 1984 I 216/83, EFG 1985, 316: BFH vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301;… Bülow in Vogel/Schwarz, Kommentar zum UStG 2002, § 18 Rdn. 265;… Mößlang in Sölch/Ringleb, Kommentar zum UStG 2002, § 18 Rdn. 176;… Stadie in Rau/Dürrwächter , Kommentar zum UStG 2002, § 18 Rdn. 884).
Diese Frist steht aber - wie der BFH eingehend in seinem Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301 dargelegt hat - nicht in Widerspruch zum europäischen Recht, sondern wird zur Verhinderung von Missbräuchen geradezu von diesem gefordert.
FG München, 04.02.2010 - 14 K 2800/08
Verhältnis von Besteuerungs- und Vorsteuervergütungsverfahren
Der Unternehmer hat nach Ablauf eines Kalenderjahres kein Wahlrecht, ob er die Erstattung seiner Vorsteuerbeträge in dem einen oder dem anderen Verfahren verfolgt, wenn lediglich die Voraussetzungen des Vorsteuervergütungsverfahrens im abgelaufenen Jahr vorgelegen haben, so dass er nicht bei der Versäumung der Antragsfrist des Vergütungsverfahrens (nach § 18 Abs. 9 S. 3 UStG binnen sechs Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Vergütungsanspruch entstanden ist), die Vorsteuerbeträge, die eigentlich dem Vergütungsverfahren unterlegen haben, stattdessen im Veranlagungsverfahren geltend machen kann (vgl. BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301).
Den erkennenden Senat trifft als nationaler Richter bei der richtlinienkonformen Auslegung die Verpflichtung, das zur Durchführung der Richtlinie der Europäischen Gemeinschaften (EG-Richtlinie) erlassene Gesetz (hier: § 24 UStG) "unter voller Ausschöpfung des Beurteilungsspielraums, den ihm das nationale Recht einräumt in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Gemeinschaftsrechts auszulegen und anzuwenden (BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BFH/NV 2004, 301).
Davon abgesehen handelt es sich bei Tz. 2.2.2 des AEAStG1994 um eine norminterpretierende Verwaltungsvorschrift, die aufgrund ihres fehlenden Normcharakters das Gericht nicht, auch nicht aus etwaigen Gründen der Gleichbehandlung, bindet (BFH-Urteil vom 23. Oktober 2003 V R 48/01, BStBl II 2004, 196;… Tipke/Kruse, Abgabenordnung/Finanzgerichtsordnung, § 4 AO, Rz. 84, m.w.N.).