Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=X%20ZR%20126/13
Timestamp: 2019-06-25 02:45:06
Document Index: 62797333

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', 'Art 12', 'BGH', 'BGH', '§ 651', 'BGH', 'Art. 12', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 50', 'Art. 7', 'BGH', '§ 651', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'EuG', 'BGH']

BGH, 30.09.2014 - X ZR 126/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,27374
BGH, 30.09.2014 - X ZR 126/13 (https://dejure.org/2014,27374)
BGH, Entscheidung vom 30.09.2014 - X ZR 126/13 (https://dejure.org/2014,27374)
BGH, Entscheidung vom 30. September 2014 - X ZR 126/13 (https://dejure.org/2014,27374)
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§ 651d BGB, Verordnung (EG) Nr. 261/2004, Verordnung (EWG) Nr. 295/91, § 651d Abs. 1 BGB, § 651f BGB
§ 651d BGB, Art 12 Abs 1 EGV 261/2004
Flugreisevertrag: Reisepreisminderung wegen großer Verspätung des Rückflugs und Anrechnung eines Ausgleichsleistungsanspruchs auf den Rückzahlungsanspruch
Vorteilsausgleich bei Flugverspätungen
Der verspätete Rückflug - Reisepreisminderung oder Ausgleichszahlung?
Fluggastrechten - Entweder Ausgleichszahlung oder Minderung bei Verspätung
Reiserecht - Kein Nebeneinander von Ausgleichszahlung und Minderung wegen Verspätung des Rückfluges
Anrechnung einer Ausgleichszahlung auf den Anspruch auf Minderung des Reisepreises
Kein Nebeneinander von Ausgleichszahlung und Minderung wegen Flugverspätung
Kein Anspruch des Reisenden auf Ausgleichszahlung und zugleich Minderung wegen Verspätung eines Fluges
Reisende können Fluggesellschaft bei Verpätung nicht doppelt zur Kasse bitten
Reiserecht | Ausgleichszahlung und Minderung wegen Flugverspätung
Anrechnung des Ausgleichsanspruchs aufgrund großer Verspätung nach der FluggastrechteVO auf reiserechtlichen Minderungsanspruch
NJW 2015, 553
NZV 2015, 123
WM 2014, 2384
Die B. muss sich mögliche wirtschaftliche Vorteile aus dem unzulässigen Einsatz von Buddy-Bots aus Rechtsgründen nicht entgegenhalten lassen (zur schadensrechtlichen Vorteilsausgleichung vgl. BGH…, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, NJW 2007, 3130 Rn. 20; Urteil vom 30. September 2014 - X ZR 126/13, NJW 2015, 553 Rn. 14).
Die Entscheidung des BGH zu einer Rückflugkonstellation (NJW 2015, S. 553), wonach ein Ausgleichsanspruch nach der VO (EG) Nr. 261/2004 nach den Grundsätzen der Vorteilsausgleichung auf einen Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises nach § 651d Abs. 1 S. 2, 346 ff. BGB wegen Flugverspätungen anzurechnen sei, sei auch auf die hier vorliegende Hinflugkonstellation übertragbar.
Der BGH hat mit Urteil v. 30.09.2014 - X ZR 126/13, NJW 2015, S. 553 entschieden, dass sich die Passagiere eines verspäteten Rückflugs (Verspätung von 25 Stunden) eine ihnen von der ausführenden Fluggesellschaft gewährte Ausgleichsentschädigung nach der VO (EG) Nr. 261/2004 gem. Art. 12 Abs. 1 S. 2 VO i. V. m. den Grundsätzen zur Vorteilsausgleichung auf einen Reisepreisminderunganspruch nach den §§ 651d Abs. 1 S. 2, 638 Abs. 4, 346 ff. BGB anrechnen lassen müssen, wenn der Mangel der Reiseleistung allein in der Verspätung des Fluges besteht.
Ein solcher Fall lag in dem vom BGH entschiedenen Fall (NJW 2015, S. 553: Verspätung des Rückflugs um 25 Stunden) nicht vor.
Liegt aber auch ein materieller Vermögensschaden vor, dann kommt es, anders als in der vom BGH entschiedenen Rückflugkonstellation (NJW 2015, S. 553) auf die Frage an, ob die Ausgleichsleistungen nach der Fluggastrechteverordnung einen pauschalen Ausgleich nicht nur für immaterielle Schäden (Zeitverlust und Unannehmlichkeiten), sondern auch für sämtliche materiellen Vermögensschäden bereit halten soll.
Es ist höchstrichterlich nicht geklärt, ob die zu einer Rückflugkonstellation ergangene Entscheidung des BGH zur Anrechnung einer Ausgleichsleistung nach der VO (EG) Nr. 261/2004 auf einen reisevertraglichen Minderungsanspruch (NJW 2015, S. 553) auch auf einen verspäteten Hinflug übertragbar ist, welcher dazu führt, dass der Reisende Leistungen des Reiseveranstalters vor Ort nicht wahrnehmen kann und hierdurch über den reinen Zeitverlust und die immateriellen Unannehmlichkeiten hinaus auch eine Störung des Äquivalenzverhältnisses des Reisevertrages eintritt.
Zum anderen ist aber auch aufgrund von im Rahmen des Vorteilsausgleichs allgemein zu berücksichtigender Wertungsgesichtspunkte (…vgl. BGH KZR 75/10 Rn. 58 - ORWI; BGH X ZR 126/13, MDR 2015, 13, Rn. 14;… BGH VII ZR 81/06 = BGHZ 173, 83, Rn. 18 m. w. N.;… Topel, in: Wiedemann, Handbuch des Kartellrechts, 3. Aufl. 2016, § 50, Rn. 101;… die Anwendung solcher Wertungsgesichtspunkte ist auch in anderen europäischen Ländern anerkannt, so für die Niederlande Hoge Raad, Urt. v. 08.07.2016, ECLI:NL:HR:2016:1483, Nr. 4.4.3 - TenneT/ABB und für das Vereinigte Königreich CAT, Urt. v. 14.07.2016, CAT 11, Az. 1241/5/7/15 Rn. 484(5) - Sainsbury's/Mastercard.) der Weiterwälzungseinwand hier ausgeschlossen.
Eine solche Überkompensation würde sich aber einstellen, wenn ein Fluggast wegen des Sachverhalts, der ihn bereits zur Geltendmachung des Ausgleichsbetrages nach Art. 7 Fluggastrechte-Verordnung berechtigt, eine weitere Entschädigung gemäß einer anderen (nationalen) Rechtsgrundlage beanspruchen könnte (vgl. BGH, Urteil vom 30. September 2014, X ZR 126/13).
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass der reiserechtliche Minderungsanspruch nach § 651d I BGB als "weiter gehender Schadensersatz" im Sinne des Art. 12 der Fluggastrechte-Verordnung zu qualifizieren ist (BGH, Urteil vom 30. September 2014, X ZR 126/13, RRa 2015, 17).
LG Berlin, 20.01.2015 - 55 S 2/14
Ausgleichsanspruch des Fluggasts für Flugverspätung: Anrechnung der vom …
13 In Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 30. September 2014 - X ZR 126/13 = WM 2014, 2384) hat das Amtsgericht die grundsätzliche Anrechnungsmöglichkeit einer Minderung nach Art. 12 VO (EG) Nr. 261/2004 bejaht.
Dieser liegt gerade darin, die kumulative Geltendmachung von Ansprüchen, die auf einer Verzögerung der Beförderung beruhen, auszuschließen (vgl. insoweit auch BGH Urteil vom 30. September 2014 - X ZR 126/13, aaO.).
Nach der Rechtsprechung des BGH ist auch ein auf eine Flugverspätung gestützter Minderungsanspruch nach § 651 d Abs. 1 BGB ein weiter gehender Anspruch im Sinne der Verordnung und im Wege der Vorteilsausgleichung anzurechnen (BGH, RRa 2015, 17).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH Urteil vom 30.04.2014 - X ZR 126/13) handelt es sich bei einem Rückzahlungsanspruch wegen Minderung des Reisepreises um einen Anspruch, auf den gem. Art. 12 der Verordnung die gewährten Ausgleichsleistungen anzurechnen seien.
Für die Berechnung der Verspätung kommt es allein auf das Endziel an (…EuGH, Urt. v. 26.02.2013, C-11/11, RRa 2013, 78 - Folkerts/Air France;… Urt. v. 18.09.2014 - C-487/12, RRa 2014, 291 - Henning/ Germanwings; BGH, Beschl. v. 30.07.2013 - X ZR 111/12, RRa 2013, 237; Beschl. v. 30.09.2014 - X ZR 126/13, RRa 2015, 19).