Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+8,+390
Timestamp: 2018-11-16 04:25:56
Document Index: 11218486

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 242', '§ 259', '§ 47', '§ 49', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 252', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.01.1956 - 5 StR 399/55 - dejure.org
Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme i.R.e. Mitwirkung durch Zusage bzw. Durchführung der Verwertung von Diebesbeute
StGB § 242, § 259, § 47, § 49
BGHSt 8, 390
NJW 1956, 477
Die Strafkammer hat - entgegen den Anführungen der Revision zur Tat auf Grund aller Umstände wertend ermittelt (vgl. dazu BGHSt 8, 390, 391, 393, 396) und ist dabei ohne Rechtsirrtum zu dem Ergebnis gelangt, das eigene Interesse des Angeklagten L, daß H zu dem von ihm erstrebten Gelde kam, lasse sein Tun nicht bloß als Förderung des Tuns des H erscheinen, sondern als eine Ergänzung dessen Tatanteils.
Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgesprochen hat, ist die innere Einstellung jedes Beteiligten zur Tat auf Grund aller Umstände wertend zu ermitteln, die von seiner Vorstellung umfaßt waren (vgl. BGHSt 8, 390, 391, 393, 396).
Ob ein Beteiligter dieses enge Verhältnis zur Tat hat, ist auf Grund der gesamten Umstände wertend zu ermitteln; wesentliche Anhaltspunkte dafür können sein der Grad des eigenen Interesses am Erfolg der Tat, der Umfang der Tatbeteiligung und die Tatherrschaft (vgl. dazu BGH MDR 1955, 529; BGHSt 8, 390, 391 ff; 16, 12, 14 f; 18, 87, 89 f; BGH, Urteil vom 23. September 1969 - 1 StR 336/69).
Liegen diese Voraussetzungen vor, dann kann Mittäterschaft selbst dann gegeben sein, wenn der Täter unter dem Einfluß eines anderen (BGHSt 8, 390, 393) oder gar unter dem Druck des Haupttäters gehandelt hat (BGH, Urteil vom 30. September 1958 - 1 StR 272/58).
Ein Diebstahl ist abgeschlossen und damit beendet, wenn der Täter den Gewahrsam an der Beute gefestigt und gesichert hat (BGHSt 8, 390, 391; 20, 194, 196;… BGHR StGB § 252 frische Tat 2;… Heimann-Trosien in LK StGB 9. Aufl. § 242 Rdn. 80).
Daß der Angeklagte zuvor schon "alles für die Übergabe des Pkw in Polen perfekt gemacht hatte" (UA 18 zu Fall II. 12.), machte ihn nicht zum Mittäter der Vortat (vgl. BGHSt 8, 390, 392).
Ob sich der Angeklagte in den Fällen der gewerbsmäßig begangenen Bandenhehlerei an den Vortaten als Anstifter oder Gehilfe beteiligt hat (vgl. BGHSt 7, 134; 8, 390; 33, 44, 46 f. [BGH 03.10.1984 - 2 StR 166/84]), kann dahinstehen; es beschwert den Angeklagten jedenfalls nicht, daß ihn das Landgericht nicht auch deshalb verurteilt hat.
BGH, 02.07.1996 - 1 StR 305/96
Konkurrenzen - Hehlerei - Diebstahlsbeihilfe
BGH, 02.04.1980 - 2 StR 12/80
Abgrenzung von Mittäterschaft und Beihilfe - Kriterien für das Vorliegen eines …
BGH, 04.07.1980 - 2 StR 263/80
Maßgebliche Kriterien zur Abgrenzung zwischen Beihilfe und Täterschaft
BGH, 10.07.1956 - VI ZR 87/55
BGH, 09.01.1958 - 4 StR 604/57