Source: https://www.umwelt-online.de/cgi-bin/parser/Drucksachen/drucknews.cgi?id=recht&texte=0259_2D20
Timestamp: 2020-06-04 00:33:02
Document Index: 265437387

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 6', '§ 2']

umwelt-online: Bundesrat: Vierte Verordnung zur Bestimmung von Dopingmitteln und zur Festlegung der nicht geringen Menge
| Info | Jahr 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 | Inhalt Vorgang | | 259/20 (PDF) vom 19.05.20
Die Liste der dem strafbewehrten Erwerbs-, Besitz- und Verbringungsverbot unterliegenden Dopingstoffe im Anhang des Anti-Doping-Gesetzes und die zugehörigen Grenzwerte der nicht geringen Mengen in der Dopingmittel-Mengen-Verordnung müssen an den Stand von Wissenschaft und Technik angepasst werden.
Zudem sollen redaktionelle Anpassungen aufgrund von Umstrukturierungen in den WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020 vorgenommen werden sowie neu in die WADA-Verbotsliste aufgenommene Beispiele für bestimmte Substanzgruppen zur Erleichterung des Vollzugs insbesondere im Bereich der Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktoren-Modulatoren ergänzt werden.
Durch die Verordnung wird eine neue Gruppe (Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktoren-Modulatoren) aufgenommen und werden Ergänzungen in anderen Gruppen und redaktionelle Umstrukturierungen aufgrund geänderter Strukturen der WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020 vorgenommen (Verschiebungen von bestimmten Substanzen in andere Substanzklassen). Dazu wird die Dopingmittel-Mengen-Verordnung vom 8. Juli 2016 (BGBl. I S. 1624) aufgehoben und eine neue Dopingmittel-Mengen-Verordnung erlassen, die diese Änderungen berücksichtigt.
Der festgestellte Erfüllungsaufwand der Verwaltung führt nicht zu Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand.
Der Anstieg der gelisteten Dopingmittel führt bei der Zollverwaltung zu einem Erfüllungsaufwand in Höhe von 0,62 AK mD / 0,38 AK g aufgrund der Erhöhung der Anzahl von Beanstandungen, für die in der Folge die Staatsanwaltschaften zu beteiligen sind. Der Erfüllungsaufwand der Zollverwaltung wird finanziell und stellenmäßig im Einzelplan 08 ausgeglichen.
Der Chef des Bundeskanzleramtes Berlin, 18. Mai 2020
hiermit übersende ich die vom Bundesministerium für Gesundheit zu erlassende Vierte Verordnung zur Bestimmung von Dopingmitteln und zur Festlegung der nicht geringen Menge mit Begründung und Vorblatt.
Auf Grund des § 6 Absatz 1 Satz 1 des Anti-Doping-Gesetzes vom 10. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2210) verordnet das Bundesministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat nach Anhörung von Sachverständigen:
Änderung des Anti-Doping-Gesetzes
Die Anlage (zu § 2 Absatz 3) des Anti-Doping-Gesetzes vom 10. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2210), das zuletzt durch Artikel 26 Absatz 2 des Gesetzes vom 20. November 2019 (BGBl. I S. 1724) geändert worden ist, wird wie folgt gefasst:
1-Androsteron
Andere exogene mit anabolandrogenen Steroiden verwandte Stoffe
II. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Stoffe und Mimetika
Hypoxieinduzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren:
2. Choriongonadotropin (CG), Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Releasingfaktoren
4. Wachstumshormon(-Fragmente), Releasingfaktoren und Releasingpeptide
Somatrem, synonym Somatotropin (methionyl), human Wachstumshormon-Fragmente z.B. AOD-9604, hgH-Fragment 176-191
Somatorelin und Peptide mit gleicher Wirkung, synonym Growth Hormone Releasing Peptides (GHRP)
Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika
5. Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren
Mecasermin, synonym Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor 1, Insulinlike Growth Factor -1 (IGF-1)
IGF-1 Analoga
Mechano Growth Factor (MGF) und MGF-Varianten
Thymosinbeta-4 und seine Derivate
Follistatin und seine Derivate
PPARδ (Peroxisome Proliferator Activated Receptor Delta)-Agonisten, synonym
PPAR-delta-Agonisten
Die nicht geringe Menge der Stoffe im Sinne des § 2 Absatz 3 des Anti-Doping-Gesetzes ist die in der Anlage bestimmte Menge. Die nicht geringe Menge wird für die freie Verbindung des betreffenden Stoffes angegeben.
Androstanolon, synonym Dihydrotestosteron 1 500 mg
1-Androstendiol 3 000 mg
Androstendiol 3 000 mg
1-Androstendion 3 000 mg
Androstendion 3 000 mg
1-Androsteron 3000 mg
Bolasteron 100 mg
Boldenon 1 000 mg
Boldion 3 000 mg
Calusteron 100 mg
- parenterale Darreichungsformen 80 mg
- andere Darreichungsformen 900 mg
Danazol 3 000 mg
Dehydrochlormethyltestosteron 100 mg
Desoxymethyltestosteron 100 mg
Drostanolon 1 015 mg
Fluoxymesteron 100 mg
Formebolon 100 mg
Furazabol 100 mg
Gestrinon 45 mg
4-Hydroxytestosteron 1 500 mg
Mestanolon 100 mg
Mesterolon 1 500 mg
Metandienon 100 mg
- parenterale Darreichungsformen 150 mg
- andere Darreichungsformen 1 500 mg
Methandriol 100 mg
Methasteron 100 mg
Methyldienolon 45 mg
Methyl-1-testosteron 100 mg
Methylnortestosteron 100 mg
Methyltestosteron 100 mg
Metribolon, synonym Methyltrienolon 45 mg
Miboleron 100 mg
19-Norandrostendion 3 000 mg
Norclostebol 1 500 mg
Oxandrolon 100 mg
Oxymesteron 100 mg
Oxymetholon 100 mg
- parenterale Darreichungsformen 144 mg
- andere Darreichungsformen 3 000 mg
Prostanozol 1 500 mg
Quinbolon 1 500 mg
Stenbolon 1 500 mg
1-Testosteron 1 500 mg
- transdermale oder orale Darreichungsformen 1 500 mg
- andere Darreichungsformen 632 mg
Tetrahydrogestrinon 45 mg
Trenbolon 150 mg
Andere exogene mit anabolandrogenen Steroiden verwandte Stoffe 100 mg
- mit 17alpha-Methyl-Struktur 3 000 mg
- mit anderen Strukturen
Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs) 90 mg
Epoetin alfa, beta, delta, omega, theta, zeta und analoge rekombinante humane Erythropoetine 24 000 IE
Darbepoetin alfa (dEPO) 120 µg
Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta, synonym PEG- Epoetin beta, Continuous Erythropoiesis Receptor Activator (CERA) 90 µg
Peginesatid, synonym Hematid 5 mg
Vadadustat (AKB-6548) 7 200 mg
2. Choriongonadotropin (CG) und Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Releasingfaktoren
Buserelin 60 mg
Choriongonadotropin (HCG) 7 500 IE
Choriongonadotropin alfa 250 µg
Deslorelin 4,5 mg
Gonadorelin 40 mg
Goserelin 10,8 mg
Leuprorelin 30 mg
Lutropin alfa 2 250 IE
Nafarelin 24 mg
- Injektionslösung 8604 µg
Corticotropin 1 200 IE
- retardierte parenterale Darreichungsformen 12 mg
- andere parenterale Darreichungsformen 3 mg
4. Wachstumshormon (-Fragmente), Releasingfaktoren und Releasingpeptide
Somatropin, synonym Wachstumshormon human, Growth Hormone (GH) 16 mg
Somatrem, synonym Somatotropin (methionyl), human 16 mg
Wachstumshormon-Fragmente: z.B. AOD-9604, hGH- Fragment 176-191 16 mg
Wachstumshormon Releasingfaktoren, synonym Growth 1,5 mg
Hormone Releasing Hormones (GHRH)
und Peptide mit gleicher Wirkung, synonym Growth Hormone Releasing Peptides (GHRP)
Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika 150 mg
Mecasermin, synonym Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor 1, Insulinlike Growth Factor -1 (IGF-1) 60 mg
IGF-1 Analoga 3 mg
Mechano Growth Factor (MGF) und MGF-Varianten 3 mg
Thymosinbeta-4 und seine Derivate 100 mg
Aminoglutethimid 30 000 mg
Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion, synonym Androstatriendion 3 000 mg
4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo) 6 000 mg
Testolacton 6 000 mg
Raloxifen 1 680 mg
Tamoxifen 600 mg
Toremifen 1 800 mg
Cyclofenil 4 200 mg
Follistatin und seine Derivate 450 mg
Stamulumab 450 mg
Insuline 400 IE
PPARδ (Peroxisome Proliferator Activated Receptor Delta)- Agonisten, synonym PPAR-delta-Agonisten 75 mg
AMPK (PPARδ-AMP-activated protein kinase)-Axis- Agonisten
AICAR 7 000 mg
Meldonium 15 000 mg
SR9009 75 mg
Die Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung vom 8. Juli 2016 (BGBl. I S. 1624) außer Kraft.
Nach § 2 Absatz 3 des Anti-Doping-Gesetzes (AntiDopG) ist es verboten, Dopingmittel, die in der Anlage zu diesem Gesetz aufgeführte Stoffe sind oder solche enthalten, in nicht geringer Menge zum Zwecke des Dopings beim Menschen im Sport zu erwerben, zu besitzen oder in oder durch den Geltungsbereich dieses Gesetzes zu verbringen. Die Durchsetzung dieser Regelung erfordert eine laufende Anpassung der betroffenen Stoffe und der dazugehörigen Grenzwerte für die nicht geringe Menge an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Mit dieser Verordnung werden die erforderlichen Anpassungen durch die Neufassung der Anlage zum AntiDopG und durch Erlass einer neuen Dopingmittel-Mengen-Verordnung vorgenommen.
Die Änderungen sind im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und nach Anhörung von Sachverständigen erfolgt.
In der Anlage des AntiDopG sind die Stoffe bestimmt, die dem Besitz-, Erwerbs- und Verbringungsverbot des § 2 Absatz 3 des AntiDopG unterworfen sind. Durch die in Artikel 1 vorgenommene Neufassung der Anlage zum AntiDopG erfolgen Anpassungen an die Listen der verbotenen Dopingmittel in der Anlage des Internationalen Übereinkommens vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport (BGBl. 2007 II S. 354, 355) in den vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bekannt gemachten Fassungen vom 21. Dezember 2016 (BGBl. II S. 1429), vom 19. Dezember 2017 (BGBl. II S. 1566), vom 17. Dezember 2018 (BGBl. II, S. 784) und vom 3. Dezember 2019 (BGBl. II S. 1069) (WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020).
Durch die Verordnung werden Anpassungen an die Struktur der WADA-Verbotslisten vorgenommen. Dazu wird in der Gruppe I.1. (Anabolandrogene Steroide) die Unterteilung in die Untergruppen
a) (Exogene anabolandrogene Steroide und
b) (Endogene anabolandrogene Steroide) aufgehoben.
Zudem werden Überschriften der Gruppen an die Terminologie der WADA-Verbotslisten angepasst. Darüber hinaus wird eine neue Gruppe II.5. (Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktoren-Modulatoren) aufgenommen, sowie Ergänzungen in den Gruppen I.1. (Anabolandrogene Steroide), II.1. Erythropoese stimulierende Stoffe), II.2. (Choriongonadotropin (CG), Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Releasingfaktoren), II.4. (Wachstumshormon(-Fragmente), Releasingfaktoren und Releasingpeptide), III.4. (Myostatinfunktionen verändernde Stoffe) und III.5. (Stoffwechsel-Modulatoren) vorgenommen. Ferner erfolgen redaktionelle Umstrukturierungen aufgrund geänderter Strukturen der WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020 (Verschiebungen von bestimmten Substanzen in andere Substanzklassen).
Die Gesetzgebungskompetenz folgt aus Artikel 74 Absatz 1 Nummer 1 des Grundgesetzes (Strafrecht) und Nummer 19 (Recht der Arzneien). Die Regelungskompetenz folgt aus § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 des AntiDopG.
Die Verordnung ist mit dem Recht der Europäischen Union und mit völkerrechtlichen Verträgen, die die Bundesrepublik Deutschland geschlossen hat, vereinbar.
Bei der Erarbeitung der Verordnung wurden die Ziele und Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie geprüft und berücksichtigt. Die Verordnung erweist sich als vereinbar mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. So sind gemäß Prinzip 3b Gefahren und unvertretbare Risiken für die menschliche Gesundheit zu vermeiden. Die in der Verordnung vorgesehenen Regelungen zur Festlegung der nicht geringen Mengen von Dopingmitteln fördern diese Zielsetzung.
Darüber hinaus dient die Anpassung der Liste der dem strafbewehrten Erwerbs-, Besitz- und Verbringungsverbot unterliegenden Dopingstoffe und der zugehörigen Grenzwerte an den Stand von Wissenschaft und Technik auch dem Prinzip 6 b, nach dem wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen sind.
Durch den Anstieg der gelisteten Dopingmittel ergibt sich eine analoge Erhöhung der Beanstandungen durch die Zollverwaltung um rund 15 %, d.h. etwa 400 zusätzliche Verfahren p.a. Diese Verfahren sind in der Regel durch die Straf- und Bußgeldstellen zu bearbeiten, die im Weiteren die Abgabe der Verfahren an die Staatsanwaltschaften vornehmen. Dies führt bei der Zollverwaltung zu einem Erfüllungsaufwand in Höhe von 0,62 AK mD / 0,38 AK gD, der finanziell und stellenmäßig im Einzelplan 08 ausgeglichen wird.
Die Verordnung hat keine erkennbaren gleichstellungspolitischen Auswirkungen. Weibliche und männliche Personen sind von den Vorschriften in gleicher Weise betroffen.
Eine Befristung der Regelung erfolgt nicht. Eine Evaluierung ist nicht vorgesehen.
Zu Artikel 1 (Änderung des Anti-Doping-Gesetzes)
In der Anlage des AntiDopG sind die Stoffe bestimmt, die dem Besitz-, Erwerbs- und Verbringungsverbot des § 2 Absatz 3 des AntiDopG unterworfen sind. Durch die in Artikel 1 vorgenommene Neufassung der Anlage zum AntiDopG erfolgen Anpassungen an die Listen der verbotenen Dopingmittel in der Anlage des Internationalen Übereinkommens vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport (BGBl. 2007 II S. 354, 355) in den vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bekannt gemachten Fassungen vom 21. Dezember 2016 (BGBl. II S. 1429), vom 19. Dezember 2017 (BGBl. II S. 1566), vom 17. Dezember 2018 (BGBl. II, S. 784) und vom 3. Dezember 2019 (BGBl. II S. 1069) (WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020). Es wird in der Gruppe I.1. (Anabolandrogene Steroide) die Unterteilung in die Untergruppen
Zudem werden Überschriften der Gruppen an die Terminologie der WADA-Verbotslisten angepasst. Darüber hinaus wird aufgrund von Erfahrungen aus der Praxis und um Unsicherheiten im Vollzug zu begegnen eine neue Gruppe II.5. (Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktoren-Modulatoren) aufgenommen, sowie Ergänzungen in den Gruppen I.1. (Anabolandrogene Steroide), II.1. Erythropoese stimulierende Stoffe), II.2. (Choriongonadotropin (CG), Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Releasingfaktoren), II.4. (Wachstumshormon(-Fragmente), Releasingfaktoren und Releasingpeptide), III.4. (Myostatinfunktionen verändernde Stoffe) und III.5. (Stoffwechsel-Modulatoren) vorgenommen. Ferner erfolgen redaktionelle Umstrukturierungen aufgrund geänderter Strukturen der WADA-Verbotslisten 2017, 2018, 2019 und 2020 (Verschiebungen von bestimmten Substanzen in andere Substanzklassen).
Zu Artikel 2 (Dopingmittel-Mengen-Verordnung)
Die neue Dopingmittel-Mengen-Verordnung soll die Dopingmittel-Mengen-Verordnung vom 8. Juli 2016 (BGBl. I S. 1624) ablösen. Die Änderungen betreffen die Anlage der Verordnung und sind im Hinblick auf die Änderungen und Ergänzungen in der Anlage des AntiDopG und aufgrund von Erfahrungen aus der Praxis erforderlich. Sie werden im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und nach Anhörung von Sachverständigen vorgenommen. Hinsichtlich der Methodik der Festlegung der nicht geringen Menge wird auf die Begründung zu der Verordnung zur Bestimmung von Dopingmitteln und zur Festlegung der nicht geringen Menge (Bundesrat-Drucksache 612/10 (PDF) vom 5. Oktober 2010, Seite 14) verwiesen.
Ziffer I Anabole Stoffe
In der Gruppe der anabolen Stoffe wird die Untergruppierung in exogene anabolandrogene Steroide und endogene anabolandrogene Steroide in Anpassung an die Struktur der WADA
Verbotsliste aufgegeben. Zudem werden in Anpassung an die WADA
Verbotslisten 2017, 2018,2019 und 2020 Streichungen und Verschiebungen vorgenommen.
Ziffer II Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Stoffe und Mimetika
In der Gruppe der Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Stoffe und Mimetika werden aufgrund von Vorkommnissen im Vollzug in der Untergruppe 1. (Erythropoese stimulierende Stoffe) Hypoxieinduzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren (Dapodustat (GSK1278863), Molidustat (BAY 85-3934), Roxadustat (FG-4592) und Vadaudustat (AKB-6548) aufgenommen. Bei diesen neuen Stoffen, die sich bisher keiner der bestehenden Gruppen eindeutig zuordnet ließen, handelt es sich um Stoffe, die zu Dopingzwecken im Sport geeignet sind und deren Anwendung bei nicht therapeutischer Bestimmung gefährlich ist.
In der Untergruppe 2 (Choriongonadotropin (CG), Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Releasingfaktoren) werden in Anpassung an die WADA
Verbotslisten 2017 und 2018 Anpassungen vorgenommen. Zum einen wird die Bezeichnung der Gruppe auf die Releasingfaktoren erweitert. Ferner werden die Substanzen Buserelin, Deslorelin, Gonadorelin, Goserelin, Leuprorelin, Nafarelin und Triptorelin- Injektionslösung neu aufgenommen. Bei diesen Substanzen handelt es sich um Stoffe, die zu Dopingzwecken im Sport geeignet sind und deren Anwendung bei nicht therapeutischer Bestimmung gefährlich ist. Für die Festlegung der nicht geringen Mengen wurden dabei bestehende Zulassungen mit den jeweiligen Angaben zur therapeutischen Menge herangezogen.
In der Untergruppe 4 (Wachstumshormon(-fragmente), Releasingfaktoren und Releasingpeptide) wird aufgrund von Vorkommnissen in der Praxis und damit verbundenen Problemen im Vollzug die Bezeichnung der Gruppe ergänzt, sowie folgende Substanzen neu aufgenommen: Wachstumshormon-Fragmente (z.B. AOP-9604, hGH-Fragment 176-191), Tesamorelin, Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimentika Anamorelin, Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin, Ibutamoren (MK-677), Tabimorelin. Diese Substanzen, die teilweise im Vollzug gefunden wurden, konnten bisher nicht eindeutig einer bisherigen Gruppe zugeordnet werden. Deshalb ist ihre Aufnahme erforderlich. Bei diesen Substanzen handelt es sich um Stoffe, die zu Dopingzwecken im Sport geeignet sind und deren Anwendung bei nicht therapeutischer Bestimmung gefährlich ist.
Es wurde zudem eine neue Untergruppe 5 (Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren) aufgenommen mit den bis jetzt noch in der Untergruppe 4 aufgeführten Substanzen Mecasermin, synonym Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor 1, Insulinlike Growth Factor-1 (IGF-1), IGF-1 Analoga, sowie den jetzt neu aufgenommenen Substanzen Mechano Growth Factor (MGF) und MGF-Varianten sowie Thymosinbeta-4 und seine Derivate. Die neu hinzugefügten Substanzen, die teilweise im Vollzug gefunden wurden, konnten bisher nicht eindeutig einer Gruppe zugeordnet werden. Deshalb ist ihre Aufnahme erforderlich. Bei den Substanzen dieser Untergruppe handelt es sich um Stoffe, die zu Dopingzwecken im Sport geeignet sind und deren Anwendung bei nicht therapeutischer Bestimmung gefährlich ist.
Ziffer III Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren
In der Gruppe III (Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren) wurden Ergänzungen in den Untergruppen 4 (Myostatinfunktionen verändernde Stoffe) und 5 (Stoffwechsel-Modulatoren) vorgenommen. In der Untergruppe 4 wurde in Anpassung an die WADA
Verbotsliste 2019 die Substanz Follistatin und seine Derivate aufgenommen. Die Untergruppe 5 wurde um die Substanz SR9009 ergänzt. Bei diesen Substanzen handelt es sich um Stoffe, die zu Dopingzwecken im Sport geeignet sind und deren Anwendung bei nicht therapeutischer Bestimmung gefährlich ist.
Die Vorschrift regelt das Inkrafttreten und bestimmt, dass mit dem Erlass der Verordnung die Dopingmittel-Mengen-Verordnung vom 8. Juli 2016 (BGBl. I S. 1624) außer Kraft tritt.
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1. Anabol-androgene ..
II. Peptidhormone, ..
1. Erythropoese stimulierende ..
2. Choriongonadotropin ..
4. Wachstumshormon(-Fragmente), ..
5. Wachstumsfaktoren ..
4. Myostatinfunktionen ..
4. Wachstumshormon ..
Ziffer II Peptidhormone, ..
Ziffer III Hormone ..