Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.07.2004&Aktenzeichen=IXa%20ZB%2044/04
Timestamp: 2019-06-26 23:22:40
Document Index: 156991909

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 55', '§ 829', '§ 835', '§ 850', '§ 55', '§ 55', '§ 829', '§ 835', '§ 850', '§ 55', '§ 829', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 55', '§ 766', '§ 55', 'BGH', 'BGH', '§ 55', 'BGH', 'BGH', '§ 850', '§ 55', 'BGH']

BGH, 16.07.2004 - IXa ZB 44/04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,717
BGH, 16.07.2004 - IXa ZB 44/04 (https://dejure.org/2004,717)
BGH, Entscheidung vom 16.07.2004 - IXa ZB 44/04 (https://dejure.org/2004,717)
BGH, Entscheidung vom 16. Juli 2004 - IXa ZB 44/04 (https://dejure.org/2004,717)
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SGB I § 55 Abs. 4; ZPO § 829, § 835, §§ 850 ff.
Pfändung von Sozialleistungen; Anordnung des Vollstreckungsgerichts bei Erlass eines Pfändungsbeschlusses und Überweisungsbeschlusses, dass Geldinstitute als Drittschulder den verlängerten Pfändungsschutz beachten müssen; Erfordernis der gesonderten gerichtlichen Entscheidung über die Geltung des verlängerten Pfändungsschutzes für Dritte; Unpfändbarkeit von Sozialleistungen die auf das Konto des Berechtigten bei einem Geldinstitut überwiesen werden
Keine Verpflichtung des Kreditinstituts als Drittschuldner, die Pfändungsfreigrenze für Sozialleistung unabhängig von gerichtlicher Entscheidung zu beachten
Unzulässigkeit der Anordnung des Vollstreckungsgerichts gegenüber dem Drittschuldner (Kreditinstitut) zur Beachtung des verlängerten Pfändungsschutzes für Sozialleistungen nach Ablauf der Schonfrist
Kein vorweggenommener Pfändungsschutz im Pfändungs- und Überweisungsbeschluß
Unzulässigkeit der beim Erlass eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses vom Vollstreckungsgericht getroffenen Anordnung, das Geldinstitut als Drittschuldner habe den verlängerten Pfändungsschutz des § 55 Abs. 4 SGB I ohne gesonderte gerichtliche Entscheidung zu beachten
SGB I § 55 Abs. 4; ZPO § 829 § 835 § 850 ff
Verlängerter Pfändungsschutz
SGB I § 55 Abs. 4; ZPO §§ 829, 835, 850 ff
Unzulässigkeit der Anordnung des Vollstreckungsgerichts gegenüber dem Drittschuldner (Kreditinstitut) zur Beachtung des verlängerten Pfändungsschutzes für Sozialleistung nach Ablauf der Schonfrist
uni-mannheim.de , S. 3 (Leitsatz)
Kein Pfändungsschutz für Sozialleistungen ohne Herbeiführung einer Entscheigung des Vollstreckungsgerichts durch den Schuldner
Zur Pfändung von Solzialleistungen
AG Tostedt, 21.08.2003 - 9 M 4066/03
AG Tostedt, 23.09.2003 - 9 M 4066/03
Rpfleger 2004, 713
BGH erleichtert die Durchsetzung des Pfändungsschutzes für …
Der Bundesgerichtshof hat im bereits erwähnten Beschluss vom 16. Juli 2004 (IXa ZB 44/04, aaO) ausgeführt, dass dem Geldinstitut die Ermittlung des pfändungsfreien Betrags nicht zumutbar ist, weil es - im Gegensatz zu einem Arbeitgeber oder dem Träger der Sozialversicherung - regelmäßig nicht über ausreichende Informationen verfügt, um die Pfändungsfreigrenze sicher ermitteln zu können.
Diese Vorschrift enthält eine echte Unpfändbarkeitsbestimmung (BGHZ 162, 349, 353), die keinen Schuldnerantrag voraussetzt (…BGHZ 170, 236, 240 Rn. 15; BGH, Beschl. v. 16. Juli 2004 - IXa ZB 44/04, NJW 2004, 3262, 3263).
LG Itzehoe, 30.03.2010 - 1 S 145/09
Anspruch auf Auszahlung des auf dem gemeinsamen Konto der Eheleute befindlichen …
Erforderlich ist vielmehr, dass der Vollstreckungsschuldner nach Ende der Schonfrist nach § 55 I SGB I beim Vollstreckungsgericht im Wege der Vollstreckungserinnerung gem. § 766 ZPO eine Abänderung des Pfändungsbeschlusses dahingehend erwirkt, dass ihm der in § 55 IV SGB I genannte Betrag bis zum nächsten Zahlungstermin pfandfrei belassen wird (BGH NJW 2004, 3262, 3263).
LG Hagen, 09.03.2006 - 3 T 135/06
Diese Rechtsanwendung entspricht auch den neueren Rechtsprechungen des BGH, der hinsichtlich der Kindergeldzahlungen unabhängig von der zugrunde liegenden Rechtsgrundlage von einer Anwendbarkeit des § 55 SGBI ausgeht (vgl. BGH NJW 2004, 3262 - 3264).
LG Hamburg, 08.10.2009 - 319 T 55/09
Kontopfändung: Berechnung des pfandfreien Betrags durch den Schuldner; …
Dies steht auch nicht im Widerspruch zur BGH-Rechtsprechung (NJW 2004, 3262ff), wonach die Freigabe des pfandfreien Betrages dem Vollstreckungsgericht obliegt, denn aus dem Beschluss des Amtsgerichts Hamburg-Altona vom 16. August 2009 (Az.: 322 M 498/09) ergibt sich eindeutig, welche Beträge der Schuldnerin als unpfändbar zu belassen sind.
Da hier aber Sozialleistungen auf dem gepfändeten Konto eingehen und sich § 850k ZPO auf Sozialleistungen nicht anwenden lässt, gilt der Schutz des § 55 SGBI als Spezialvorschrift (LG Braunschweig Nds.Rpfl. 1998, 150, 151; BGH, Beschl. v. 16.7.2004 - IXa ZB 44/04, ZVI 2004, 458 = ZIP 2004, 1978 = Rpfleger 2004, 713).