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Timestamp: 2018-06-21 17:57:44
Document Index: 288875757

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 20', '§ 3']

Das Milliardenloch im Wendland - bald neue touristische Attraktion?
Oldoldman am Mi 10 Jul 2013, 18:39
Im sonst so beschaulichen Wendland, wo die Frösche quaken, die Störche kreisen und Biber ihre Burgen bauen, während Kühe gelbe Kreuze angaffen, könnte demnächst ein interessanter Freizeitpark entstehen: das Endlagererkundungsmuseum Gorleben. Gut, die nebenan lagernden Castoren müßten noch umverteilt werden, aber das ist dank des kürzlich auf den Weg gebrachten "Endlagerstättensuchgesetzes" kein größeres Problem. Ab 2031 werden wir dann ein Endlager haben, das aller Voraussicht nach nicht Gorleben heißt. Wie ich darauf komme? Nun, als Atommüllendlagerstätte gibt es gegen den Salzstock Gorleben eine Reihe von technischen Vorbehalten, die nicht von der Hand zu weisen sind, von der Politik in der Vergangenheit gern mißachtet worden sind.
Vgl. dazu den Überblick bei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Atomm%C3%BClllager_Gorleben
Zudem heißt es in dem Gesetzentwurf zum Endlagerstättensuchgesetz zum Bergwerk Gorleben:
Bestehender Erkundungsstandort
(1) Der Salzstock Gorleben wird wie jeder andere in Betracht kommende Standort gemäß den nach dem Standortauswahlgesetz festgelegten Kriterien und Anforderungen in das Standortauswahlverfahren einbezogen.
... [der weitere Text betrifft Gründe, nach denen Gorleben von der weiteren Standortsuche ausgeschlossen ist.]
(2) Die bergmännische Erkundung des Salzstocks Gorleben wird mit Inkrafttreten dieses Gesetzes beendet. Maßnahmen, die der Standortauswahl dienen, dürfen nur noch nach diesem Gesetz und in dem hier vorgesehenen Verfahrensschritt des Standortauswahlverfahrens durchgeführt werden. Das Erkundungsbergwerk wird bis zu der Standortentscheidung nach dem Standortauswahlgesetz unter Gewährleistung aller rechtlichen Erfordernisse und der notwendigen Erhaltungsarbeiten offen gehalten, sofern der Salzstock Gorleben nicht nach Absatz 1 aus dem Verfahren ausgeschlossen wurde. Der Betrieb eines Salzlabors, insbesondere zur standortunabhängigen Forschung zum Medium Salz als Wirtsgestein, ist ab dem Zeitpunkt nach Satz 1 unzulässig.
vgl.: http://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/gesetzesentwurf_standortauswahlg_14.05.2013_kabinett_bf.pdf
Man kann es mit anderen Worten auch so ausdrücken:
Mit Inkrafttreten des Gesetzes, darf Gorleben nicht weiter erkundet werden, selbst die Untersuchung, ob Salz überhaupt ein geeignetes Medium ist, muß eingestellt werden. Damit ist Gorleben als mögliches Endlager "tot". § 21 Abs. 1 Satz 1 des Entwurfes ist lediglich ein Feigenblättchen...
Damit ist der schwarze Peter von der "hohen Politik" und dem Land Niedersachsen auf eine Bund-Länder-Kommission (§ 3 d. E.) verlagert, die dann ein Handlungsempfehlungen (§ 4 d. E.) ausspricht, die dann vom Bundestag als Gesetz beschlossen werden ("Standortauswahlverfahrens- und -kriteriengesetz"). Auf dieser Grundlage setzt das Bundesamt für Strahlenschutz als Vorhabenträger das Auswahlverfahren um (§ 6) und das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung reguliert das Standortauswahlverfahren (§ 7). Natürlich wird viel beteiligt (§§ 8 bis 11) bis dann die Erkundungen und vertieften Erkundungen durchgeführt werden. Schließlich schlägt das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung einen Standort vor, der sodann als Gesetz durch den Bundestag beschlossen wird und als verbindlich im Sinne des Atomgesetzes gilt (§ 20 Abs. 3 d. E.). Dadurch entfällt dann das Erfordernis einer Planfeststellung und das Endlager bedarf nur noch der Genehmigung...
Das nur mal so als Einstieg. Demnächst mehr zu dem Thema. Stay tuned!
Eine Zwischennotiz...
Oldoldman am Fr 12 Jul 2013, 10:15
Nachdem ich vollmundig das Thema aufgezogen habe, wartet nun vielleicht der eine oder andere Leser auf die Fortsetzung. Keine Angst, sie kommt. Nur es gibt zwischendurch auch noch andere Dinge zu tun.
In der Zwischenzeit können sich die Leser mal Gedanken machen, was eigentlich "Atommüllendlagerung" bedeutet. Schutz vor Strahlung? Schutz vor Radionukleiden? Schutz der Menschen? Welche Zeiträume sind zu betrachten?
Da tun sich - unabhängig von Gorleben - eine Reihe von Fragen auf, die bereits jetzt schon zu Mißverständnissen führen. Nur mal so als kleine Anekdote:
Als ich heute im Büro ein Mitbringsel von meinem gestrigen Ausflug in die Tiefe zeigte, kam sofort die Frage, ob das "Ding strahlt". Dabei war es lediglich ein Brocken Steinsalz...
Hallo oldy,und ......
uvondo am Fr 12 Jul 2013, 10:38
moin moin allerseits............
NA…wo haste denn den Brocken her ? Ich kenne diese Art Steinsalz nur aus den Tiefen Berchtengadens. Bin dort mehrmals im Bergwerk bis 700 mtr. in die Tiefe gerauscht. Am interessantes fand ich dabei immer den unterirdischen Salzsee in ???hundert Metern Tiefe. Da wurde man mit einem Boot herumgefahren und auf der anderen Seite des Sees abgesetzt. Ich weiß es gibt auch noch andere Ecken auf dieser Erde, wo es diese Art Steinsalze, die ja nichts anderes als Millionen Jahre alte Meersalze sind, gibt. Aber DU wirst ja nicht mal eben so kurzfristig für einen Tag in die Alpen geflogen sein....???
Ne, uvondo, ich bin nicht in die Alpen geflogen...
Oldoldman am Fr 12 Jul 2013, 11:00
Aber der Brocken stammt aus 830 m Tiefe - zumindest habe ich ihn dort eingesammelt. Ich war gestern unten im Salzstock von Gorleben Und da dieser Besuch zeitlich so ungefähr mit dem Standortsuchgesetz zusammenfällt, habe ich mir dieses Thema ausgesucht. Immerhin kann ich jetzt über das, was da unter Tage ist und geschieht, mitreden, weil ich es mit eigenen Augen gesehen habe
... und bevor die Nachfrage kommt:
Oldoldman am Fr 12 Jul 2013, 11:13
Ja, ich war auch im Zwischenlager. Das war weit weniger spektakulär (mir im übrigen schon vom Zwischenlager Lubmin bekannt): Eine große Halle mit allerlei Meß- und Überwachungstechnik in der zur Zeit 113 Castor-Behälter stehen. Die Halle ist damit knapp zur Hälfte gefüllt. Dann gibt es da natürlich noch eine Kranbahn zum Transport der Behälter und einen Arbeitsplatz, an dem die Behälter zusätzlich verschlossen werden. Also nichts, was einen technisch Interessierten so richtig in Begeisterung versetzen könnte. Aus der Tatsache, daß der Besucher nicht einmal ein Dosi-Meter umgehängt bekommt, kann man zugleich ersehen, daß in dieser Entfernung (halbe Turnhalle) die Strahlung (Gamma-Strahlen und Neutronen, der Rest wird durch die Castoren abgeschirmt) zu vernachlässigen ist.
Sofern ich am WE dazu komme, werde ich einen kleinen Reisebericht verfassen und hier einstellen.
interessant oldy
uvondo am Fr 12 Jul 2013, 11:19
ich weiß nicht ob Du Dich noch daran erinnerst. Ich hatte im alten Forum einmal geschrieben, daß ich vor jetzt 25 Jahren einmal an einer Exkursion in die Tiefen Gorlebens teilgenommen hatte. Ein Kieler Geologe und Prof. an der Kieler Uni (Freund sage ich schon gar nicht mehr...) hatte mich mit seinen Studenten zusammen damals dazu eingeladen. Die Uni hatte von der Bundesregierung damals den Auftrag. ÜBRIGENS, aus seinem Gutachten ging hervor, daß Gorleben nicht geeignet für ein Atommüllager ist. Die Politik ist gleichgültig über dieses Gutachten hinweggegangen, so als wenn es nie geschrieben worden wäre. Das dürfte sich bis heute nichts geändert haben.
Zuletzt von uvondo am Fr 12 Jul 2013, 11:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : hatte Salinen und nicht Tiefen geschrieben, kommt im Gedränge mal vor......)
Auch nicht schlecht, uvondo...
Oldoldman am Fr 12 Jul 2013, 11:36
Da wäre es sehr schön, den Inhalt dieses Gutachtens zu kennen. Kannst Du Deinen Bekannten nicht mal anstubsen, mir das Gutachten zuzuleiten und eventuell mir auch ein paar Fragen zu beantworten?
das hat man davon, wenn man....
uvondo am Fr 12 Jul 2013, 11:55
tschüss ins Wochenende sagt (ich eben unter Vermischtes) und dann nicht gleich geht.
Oldy, er selbst ist vor 3 Jahren verstorben, aber seine Sekrtärin, die das diktierte Gutachten damals geschrieben hat, arbeitet unter dem neuen Inschditutleider (so hieß das Ding bei ihm (Sachse)) weiterhin dort. Die werde ich sicherlich fragen. Und vielleicht stellt sie auch eine Verbindung zum Neuen her.
@uvondo: THX!!!
Oldoldman am Fr 12 Jul 2013, 12:07
Protokoll einer Reise - Teil I
Oldoldman am Mo 15 Jul 2013, 12:10
5:30 h: zu unchristlicher Zeit treffen sich 13 müde Gestalten für die Fahrt nach Gorleben. Schnelle Verteilung auf die Autos.
8:30 h: Ankunft in Gorleben. Mitten in einem Waldstück. Kiefern soweit das Auge reicht. Parkplatz zwischen 2 Werkszufahrten. Auf den Grünflächen Magerrasen. Unspektakuläre Bauten: 2-stöckiges Backsteinhaus als Pförtnerloge mit Empfang und kleinem Konferenzsaal. Weiter hinten diverse Werksbauten, teils geklinkert, teils mit Blechverblendung. Dazu 2 Fördsertürme, die aber die Landschaft und die umliegenden Gebäude nur wenig überragen.
Am Eingang das übliche Werkstor: Stahlgitter in verstärkter Ausführung. Der Werkszaun entsprechend. Der Personeneingang besteht aus einem übermannshohen Drehkreuz. Was dem ganzen einen martialischen Eindruck verleiht, sind die Rollen von Nato-Draht auf Tor, Gitterzaun und Dachrinne des Pförtnergebäudes. Es fehlen eigentlich nur die Schilder "Militärischer Sicherheitsbereich" - könnte aber auch eine Justizvollzugsanstalt sein....
Der Nato-Draht ist eine Forderung des Bundes. Der Betreiber sieht es eigentlich gelassener: wer rein will kommt eben durch ein Loch im Zaun. Er berichtet, daß Demonstranten versucht hätten, das Tor mit dem Trecker wegzuziehen. Hat aber nicht funktioniert. Dann haben sich Demonstranten an der Tor gekettet und so den Zugang blockiert. Es kam niemand rein oder raus. Also hat der Chef kurzerhand ein Zaunsegment am anderen Ende abschrauben lassen...
Eintritt in das Empfangsgebäude. Entgegen den Erwartungen keine große Personenkontrolle.. Das Wichtigste: mit Unterschrift bestätigen, daß man die Sicherheitshinweise gelesen hat. Die betreffen jedoch allein die Unfallverhütung und den Haftungsausschluß, wenn Untertage etwas passiert. Kein Alkohol vor und während des Aufenthaltes im Bergwerk. Untertage ist das Rauchen verboten.
9:00 h: Einführungsvorträge. Ein MA des Bundesamtes für Strahlenschutz und ein Geologe von der Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb
von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE). Der eigentliche Betreiber des Bergwerkes ist das BfS. Es bestimmt, welche Erkundungsmaßnahmen ausgeführt werden. Für die Arbeiten, Unterhaltungsmaßnahmen usw. bedient sich das BfS der DBE, einem Unternehmen der Energiewirtschaft, das von der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), mit der Planung, der Errichtung sowie dem Betrieb von Anlagen des Bundes zur Endlagerung von radioaktiven Abfällen beauftragt ist.
vgl.: http://www.dbe.de/de/das-unternehmen/index.php
Im Jahr 1979 war die DBE zunächst als 100% mittelbares, bundeseigenes Unternehmen gegründet. Im Zuge der Privatisierung bundeseigener Unternehmen haben sich die Gesellschafterverhältnisse geändert. Heute ist die GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH mit 75% an der DBE beteiligt, 25% befinden sich im Eigentum der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH (EWN).
vgl.: http://www.dbe.de/de/das-unternehmen/management/gesellschafter/index.php
Im sog. EWN-Verbund sind insgesamt 4 Gesellschaften zusammengefaßt, die sich die mit dem Rückbau von kerntechnischen Anlagen beschäftigen:
die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor Jülich GmbH (AVR);
die Energiewerke Nord GmbH Greifswald;
die Energiewerke Nord GmbH Rheinsberg;
die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe Rückbau und Entsorgungs- GmbH (WAK GmbH).
Im Ergebnis des Abbaus anfallende radioaktive Reststoffe/Abfälle werden zerlegt, behandelt, zwischengelagert und langfristig dem Bundesendlager zugeführt.
Gesellschafter der AVR und der WAK ist jeweils zu 100% die EWN GmbH, die ihrerseits zu 100% im Eigentum des Bundes steht.
vgl: http://www.ewn-gmbh.de/ewngruppe/avr/gesellschafter-zuwendungsgeber.html
http://www.ewn-gmbh.de/ewngruppe/wak/das-unternehmen/gesellschafter-zuwendungsgeber.html
http://www.ewn-gmbh.de/ewngruppe/ewn/standort-greifswald/gesellschafter-zuwendungsgeber.html
Durch die Energiewerke Nord GmbH (EWN) ist Rechtsnachfolger des ehemaligen Kombinats Kernkraftwerke "Bruno Leuschner". Die Treuhandanstalt wurde 1990 als Gesellschafter eingesetzt. Im Jahre 1995 übernahm die Beteiligungs-Management-Gesellschaft mbH Berlin diese Funktion.
Seit dem 01. Januar 2000 ist das Bundesministerium der Finanzen alleiniger Gesellschafter des Gesamtunternehmens, das sich mit der Stillegung und dem Rückbau der Kernkraftwerke Greifswald (Lubmin) und Rheinsberg sowie mit dem Bau und Betrieb des Zwischenlagers Lubmin (Spitzname "ZwiLaLu") befaßt.
Der andere Gesellschafter der DBE, die GNS hat folgende Gesellschafter:
E.ON Kernkraft GmbH, Hannover 48%
RWE Power Aktiengesellschaft, Essen/Köln 28%
SNE Südwestdeutsche Nuklear-Entsorgungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, (EnBW Kraftwerke AG, E.ON Kernkraft GmbH) 18,5%
Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, Hamburg 5,5%
vgl.: http://www.gns.de/language=de/2024/gesellschafter
Sie ist ihrerseits an folgenden Unternehmen beteiligt:
BLG Brennelementlager Gorleben GmbH, Gorleben (100 %)
BZA Brennelement-Zwischenlager Ahaus GmbH, Ahaus (100 %)
WTI Wissenschaftlich-Technische Ingenieurberatung GmbH, Jülich (100 %)
Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE), Peine (75 %)
Acta Technologien GmbH, Alzenau (100 %)
vgl.: http://www.gns.de/language=de/2026/beteiligungen
Der Vertreter des BfS führte in die Geschichte des Standortes Gorleben ein. An dieser Stelle gebe ich den Inhalt des Referates gekürzt und unkommentiert wieder.
Gorleben sei von der niedersächsischen Landesregierung auf Vorschlag der Kraftwerksbetreiber favorisiert worden. Der eigentliche Kern der Anlage sollte eines Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe sowie eine Anlage zur Aufbereitung und Konditionierung nuklearer Abfälle sein. Die Erkundung, der Bau und der Betrieb eines Endlagers am Standort Gorleben sei ein unwesentlicher Nebenzweck gewesen. Die Wahl Gorleben sei von der Landesregierung in Hannover deswegen unterstützt worden, weil der Standort für die Bundesrepublik seinerzeit ideale Voraussetzungen bot: sehr dünne Besiedelung im Zonenrandgebiet, Aufwertung einer strukturschwachen Region mit damals geschätzten 4000 Arbeitsplätzen in einer Zukunftsindustrie, Förderung der Investitionen mit bis zu 20% aus der Zonenrandförderung. Nach massiven Protesten ließ Niedersachsens Ministerpräsident Albrecht den Plan, eine Wiederaufbereitungsanlage zu errichten, als "politisch nicht durchsetzbar" fallen. So verblieben am Standort Gorleben lediglich die Nebenanlagen des einstmal geplanten nationalen Entsorgungszentrums: das Zwischenlager, die Pilotanlage für die Konditionierung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle und das Erkundungsbergwerk Gorleben.
Der Vertreter der DBE, ein Geologe, führte sodann in die Geologie des Salzstocks und den gegenwärtigen Stand der Erkundung ein.
Vor ca. 260 Mio Jahren kam es zur Austrocknung flacher Meeresgewässer. Dieser Teil des heutigen Europas lag seinerzeit wesentlich näher am Äquator. Durch anschließende erneute Überflutung bildeten sich Sedimente auf dem Salz. Dann kam es erneut zur Austrockung mit Salzbildung. Dieser Vorgang wiederholte sich in diesem Bereich viermal.
In der Folgezeit kam es bedingt durch die Verschiebung der Erdplatten zu Aufstellungen (Harz) und im weiteren Rißbildungen. Das weniger dichte Salz, das sich unter Druck zu Steinsalz verdichtet hatte, drückte nach oben, wobei es die eingelagerten Zwischensedimente seitlich verdrängte und Tropfen oder Kämme nach oben bildete. Der Salzstock von Gorleben zeichnet sich dadurch aus, daß er im Kern einen großen "Tropfen" ungestörten alten Steinsalzes aufweist, umgeben von Schichten gefalteten und teilweise mit Anhydrid gestörten jüngeren Steinsalzes. Der Salzstock von Gorleben hat eine Mächtigkeit von 3000 m, eine Breite von ca. 10 Km bei einer Länge von 40 Km.
In erdgeschichtlicher Sicht weiterhin bedeutsam ist, daß dieser Salzstock während der letzten 30 Mio Jahre nahezu unverändert geblieben ist. Selbst die Eiszeiten haben nur unwesentliche Schichten an der Oberfläche abgetragen. Auf diesen Flächen hat sich neues Hutgestein gebildet, das eine Mächtigkeit von rund 200 m aufweist.
Interessant an diesem Salzstock ist weiterhin, daß er zu keinem Zeitpunkt kommerzielle ausgebeutet wurde (im Gegensatz zur Asse), weshalb er nicht durch ältere Stollen gestört ist.
Die bisherige Erkundung wurde bewußt über die Randbereiche, also über die verfalteten Teil des jüngeren Steinsalzes nach unten betrieben, um sodann in rund 830 m Tiefe zwei Strecken quer durch das alte Steinsalz zu treiben.
Das Salz (sowohl das alte Steinsalz, als auch das jüngere mit seinen Einschlüssen und Verfaltungen) ist derart fest, daß auf den Strecken auf einen Verbau (Verstrebungen, Aussteifungen usw.) verzichtet werden kann. Das beim Vortreiben der Strecken gewonnene Steinsalz wird oberirdisch gelagert und dient später als Material zur Verfüllung der Strecken. Von den Strecken gehen jeweils Erkundungsbohrungen aus, die jedoch so gelegt sein sollen, daß der Kern des Salzstocks nicht durchlöchert wird.
Inzwischen sei der Erkundungsbereich I (im Bereich der Fördertürme) bis in eine Tiefe von rund 900 m gut erkundet, so daß - wie bei einem CT - ein Schichtendiagramm erstellt werden kann. Im Sommer 2012 seien zwei speziell entwickelte Bohranlagen im Berg aufgestellt worden, um durch Tiefbohrungen die Erkundung nach unten fortzusetzen. Diese Arbeiten konnten jedoch nicht begonnen werden, weil das BfS mit Rücksicht auf die Arbeiten am Endlagerstättensuchgesetz die weitere Erkundung untersagte.
Soweit die (stark verkürzten) Einführungsvorträge.
10:00 h: Umkleiden. Die Teilnehmer bekommen roten Overall, Sicherheitsschuhe, Socken gestellt und den guten Rat, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden, da es unter bis zu 30° warm sei bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 30%. Anschließend Empfang der Sicherheitsausrüstung: Helm mit Grubenlampe und einen sog. Selbstretter, eine Art Gasmaske, die die Sauerstoffversorgung im Falle eines Falles sicherstellen soll.
Warten auf die "mittlere Seilfahrtanlage"....
fab Jack am Mo 15 Jul 2013, 19:18
mensch, Oldie!!!
Kommen da noch Fotos von "Unter Tage"? ...
Sehr spannend, Dein Ausflug! Irgendwie schaudert's mir ...
fab Jack
Tiefer Stollen, viele ominöse Behälter?
stringa am Di 16 Jul 2013, 09:03
Das erinnert doch ganz stark an das Ende von Indiana Jones 3, wo die Bundeslade in einem anonymen Riesenkeller mit tausenden von gleich aussehenden Kisten verschwindet. Starke Szene!
Mit meiner Meinung zum Atommüll-Endlager halt ich mich noch zurück, bis dein Bericht durch ist, Oldoldman.
Interessieren würde mich allerdings schon, in welcher Funktion du da hineingekommen bist. Werden da jetzt Besichtigungen angeboten? Oder vertrittst du da jemanden, eine der zahllosen Betreiber-Gesellschaften oder einen der zahllosen Sorgen-Bürger?
Also, Kinners, nur nicht so drängeln...
Oldoldman am Di 16 Jul 2013, 10:15
Selbstverständlich gibt es auch noch Bilder von "unter Tage"... Ich lasse euch auch ein paar Meter mitfahren
Beruflich habe ich mit dem ganzen Kram nichts (mehr) zu tun. Aber ich kenne jemanden, der einen kennt, der...
Nein, jetzt mal im Ernst: Ein Bekannter hat die Tour organisiert und als ich hörte, was da besichtigt werden sollte, habe ich mich angeschlossen. Die Herrschaften in Gorleben sind durchaus auf Besuchergruppen eingerichtet. Ich denke, es bedarf nicht einmal einer "besonderen gesellschaftlichen Stellung", um eine Grubenbefahrung zu erlangen. Wer sich dafür interessiert, kann ja mal nachfragen. Soweit ich es verstanden habe, ist die DBE, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, für die Organisation zuständig. Das BfS muß die Befahrung allerdings genehmigen. Anfragen wären zu richten an:
DBE GmbH
Erkundungsbergwerk Gorleben
Die komischen Behälter bekommt man da allerdings nicht zu sehen. Die stehen ja in einem anderen Betrieb. Ob man über die o. g. Adresse auch den Besuch des Zwischenlagers und/oder der Pilotkonditionierungsanlage "buchen" kann, weiß ich nicht, müßte ich auch erst erfragen...
Das hier habe ich soeben noch auf der Seite der DBE gefunden:
Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt auf dem Bergwerksgelände am Standort Gorleben für interessierte Besucher eine Informationsstelle über die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Das Informationsangebot der Infostelle wird regelmäßig den wechselnden Bedürfnissen der Besucher angepasst und überarbeitet. Einen Termin zur Befahrung des Erkundungsbergwerkes Gorleben vereinbaren Sie bitte unter der Telefonnummer 030 / 18333-1155.
vgl.: http://www.dbe.de/de/die-standorte/gorleben/einblicke/index.php
Protokoll einer Reise - Teil II
Oldoldman am Di 16 Jul 2013, 11:45
10:15 h: es geht abwärts. Um es vorweg zu sagen: die Abfahrt ist nichts für Personen mit Platzangst. Die "mittlere Seilfahrtanlage" ist eine von drei Anlagen innerhalb des Schachtes. Die große Anlage, die zur Beförderung von Materialien und größeren Gruppen (bis 60 Personen) dient, stand an diesem Tag nicht zur Verfügung. Daneben gibt es noch eine kleine Anlage, die jedoch nicht für den Personentransport gedacht ist. Die mittlere Anlage besteht aus einem doppelstöckigen Drahtkorb. Je Etage können bis zu 5 Personen mitfahren. Es ist bei dieser Beladung allerdings so eng, daß man sich kaum rühren kann.
Mit einer Geschwindigkeit von 3 m/sec geht es in die Tiefe. Die Fahrtzeit beträgt ca. 5 Minuten. Mein Eindruck: nicht unangenehm - der Expressaufzug im Empire State Building ist da wesentlich rasanter...
Im Hutgebirge wurde der Schacht mit einem Durchmesser von 12 m angelegt und dann mit Stahl, Asphalt und Stahlbeton verbaut, so daß er jetzt im Betriebszustand einen Durchmesser von 7,5 m aufweist. Diese Bauart wurde nach Auskunft der DBE gewählt, um ein Eindringen von Wasser in den Schacht in jedem Fall zu verhindern.
Natürlich wurde in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem Elbehochwasser gestellt. Die Schachtanlage Gorleben liegt 4 m höher als der Ort Gorleben und insgesamt ca. 14 m über dem mittleren Pegel der Elbe... Auch durch die Überflutungen der Elbe in den Boden gelangende Wässer beeinträchtigen den Salzberg ganz offensichtlich nicht. Sowohl das Hutgebirge als auch das Deckgebirge leiten diese Wässer in den grundwasserführenden Schichten ab, ohne daß es mit dem Salz in Berührung kommt (mit einer kleinen Ausnahme, auf die während der Befahrung nicht hingewiesen wurde und auf die in der Diskussion hier einzugehen sein wird - Stichwort: Gorlebener Rinne). Diese Barrieren sind offenbar seit Jahrtausenden wirksam, wenn man sich vor Augen führt, daß der Salzberg sich unter der Elbe hindurch zieht und damit unterhalb des natürlichen Überflutungsbereiches des Flusses, ohne daß es zu Subrosionen (also Auswaschungen) gekommen ist.
Unten angekommen steht man in einer großen Halle. Von dort zweigen mehrere Wege in den Berg ab.
Um sich einen Eindruck von dem Tunnelsystem zu verschaffen, hier eine Skizze:
Quelle: http://www.dbe.de/de/die-standorte/gorleben/anlagen-ueber-untertage/index.php
Wir sind über Schacht 1 in den Berg eingefahren bis auf die rot markierte Ebene. Unsere Tour ging dann den linken Strang in den Berg hinein, etwa bis zur Hälfte. Dort war der weitere Streckenabschnitt für unser Fahrzeug wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Also ging es zurück, durch das Gewirr der Tunnel der Werkstätten durch die sog. Wetterschleuse in den rechten Strang. Dort - etwa zu Beginn des letzten Drittels - liegt die eingangs erwähnte Tiefbohrstelle, von der aus der Berg bis zu einer Tiefe von 1700 m hätte erkundet werden sollen.
Dieses in der Skizze rot markierte Tunnelsystem hat im Querschnitt etwa die Ausmaße einer Elbtunnelröhre: hier können sich gefahrlos 2 Lastwagen begegnen. Der Verkehr wird mit modifizierten Dieselfahrzeugen, wie sie auch auf Baustellen über Tage üblich sind, abgewickelt. Die Besonderheit der Fahrzeuge besteht in speziellen Abgasfilteranlagen. Für die Besuchergruppen steht ein Pritschenwagen, der mit Sitzen ausgestattet ist, zur Verfügung. Die "Reisegeschwindigkeit" beträgt zwischen 35 und 50 km/h, was einem allerdings wegen der nahen Tunnelwände als sehr rasant vorkommt.
Zu Beginn der "Befahrung" fällt auf, daß im Bereich der Schachtanlage Pflasterarbeiten im Gange sind. Die auf Nachfrage gegebene Erklärung ist simpel und bei nährem Hinsehen einleuchtend. Durch das intensive Befahren wird der Boden von den Reifen poliert. Zusammen mit dem feinen Salzstaub bildet sich ein "Schmierfilm", der die Fahrzeuge wie bei Glatteis ins Rutschen bringt. Betonpflastersteine, die regelmäßig abgefegt werden können, schaffen hier Abhilfe...
Die Tunnelwände bestehen in der Tat aus Salzstein. Es gibt mit Ausnahme einer Stelle keinerlei Verbau.
Wie man sieht, ist auch im Berg an allzu menschliche Bedürfnisse gedacht... toi toi!(Diese Anmerkung kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen. Ihr kennt vielleicht das Steiger-Lied "Glück auf, Glück auf". Darin heißt es im Refrain: "und er hat sein helles Licht bei der Nacht... wohl angezündt." Daraus wird in bierseeliger Laune gerne: "und dann scheißt so ein Schwein in das Bergwerk hinein....")
Der Vortrieb erfolgt im Sprengverfahren. Dazu werden zunächst in der Mitte der zukünftigen Strecke größere Löcher gebohrt, damit sich der Explosionsdruck nach dorthin entfalten kann. Darum herum werden dann die Löcher für die Sprengschnüre gebohrt und mit dem Sprengstoff gefüllt. Die Zündung erfolgt dann in einer festgelegten Reihenfolge, so daß das Gestein zur Mitte hin weggesprengt wird. Dadurch wird zugleich eine Belastung des umliegenden Salzstockes vermieden.
Dort, wo das alte Steinsalz noch nicht vom Grubenstaub bedeckt ist, leuchtet es im Scheinwerferlicht hellrosa.
vgl.: http://libertalia.forumieren.com/t158-das-milliardenloch-im-wendland-bald-neue-touristische-attraktion#14663
Ursache dafür sind Eisenverbindungen, die in dem Salz eingelagert sind. Insofern ähnelt dieses Salz dem Himalayakristallsalz, das immerhin im Internethandel einen Preis von um die 5 Euro/Kg erzielt. Das jüngere Steinsalz hingegen ist weiß und weist Einschlüsse von Sedimenten aus der Entstehungszeit auf. Während das rosafarbene Salz so, wie es ist, unbedenklich genossen werden kann, müßte das weiße jüngere Steinsalz gereinigt werden. In der kommerziellen Salzgewinnung würde das rosafarbene Salz trocken als Stein abgebaut, während das weiße Salz durch Auslaugung, also im Naßverfahren gewonnen würde, um es in diesem Zustand reinigen und anschließend wieder sieden zu können.
Doch zurück zur Befahrung. Ich habe oben schon die eine Stelle erwähnt, wo ein Verbau stattgefunden hat. Dort befindet sich eine aufgefaltete weiche Schicht - ich meine man sprach von Anhydrit (bin mir aber nicht ganz sicher). Diese Schicht, die sich vom Rand aufsteigend nach innen zum Altsalz aufwölbt und dann wieder nach unten Richtung Rand abfällt, führt zudem Laugenanteile und Erdöl! Es sind keine großen Mengen, aber deutlich sichtbar entstehen an den Rändern braune Schlieren. Überhaupt wird im ganzen Berg, also auch im Altsalz Öl und Gas in ganz feinen Spuren gefunden. Sie sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Erst unter UV-Licht werden die Flecken sichtbar. Diese Kohlenwasserstoffe und Gase sind ein recht buntes Gemisch. Es finden sich langkettige KW, Alkane, sonstige Aromate und bei den Gasen von Methan bis Stickoxide darin. Um einem Mißverständnis vorzubeugen: Es sind keine Blasen im Berg, keine kleinen Kavernen, in denen die KW und Gase eingeschlossen sind. Vielmehr handelt es sich um kleine Mengen, die am Rand der Kristallgitter eingeschlossen und zusammengepresst sind. Erst wenn der Verbund aufgebrochen wird, etwa beim Vortrieb, treten diese Stoffe aus. Es ist etwa so, wie mit einer Flasche Mineralwasser. Das CO2 ist unter Druck im Wasser gelöst. Wird beim Öffnen der Flasche der Druck reduziert, trennt sich das CO2 wieder vom Wasser und tritt aus.
Diese und anderen Phänomene zu untersuchen, ihren Einfluß auf ein etwaiges Endlager abzuschätzen, dazu dient u. a. das Bergwerk. Man muß sich ja vorstellen, daß die Castor-Behälter mit einer Temperatur von ca. 200°C dort eingelagert würden. Einige der gefundenen Gase und KW habe aber eine Entzündungstemperatur, die teilweise unterhalb oder teilweise kurz oberhalb dieser Temperatur liegt. Nun fehlt eigentlich nur der Sauerstoff, damit diese Stoffe reagieren können. Der könnte aus Reaktionen des Castorbehälters (Stahl) mit dem umgebenden Medium Salz entstehen. Auch ist in der Anfangsphase Luft fein verteilt in dem Hohlraum, in dem der Behälter steht, vorhanden. Das läßt sich technisch bei dem vorgesehenen Verschluß nicht vermeiden. Die Kammer mit dem Castor soll nach der Einlagerung pneumatisch mit feinem Salz (gewonnen aus dem Abraum) gefüllt werden. Dadurch befindet sich anfangs immer etwas Luft in der Kammer.
Die Untersuchungen des Berges finden durch Bohrungen statt. Dabei wird von einer Stelle aus in alle möglichen Richtungen eine Kernbohrung getrieben. Die Herrschaften, die diese Arbeit verrichten, sind ausgesprochene Spezialisten, denn es geht darum einen sauberen, unbeschädigten Bohrkern zu erhalten, der sofort entnommen, seine Lage genau kartiert und anschließend sorgfältig verpackt wird. Über Tage erfolgen dann die Auswertungen und Laboruntersuchungen.
In die Bohrlöcher werden dann spezielle Ultraschallgeräte eingeführt. Das Salz hat die angenehme Eigenschaft, daß es sich mit Ultraschall gut "durchleuchten" läßt, was es ermöglicht, die Struktur des Berges zu erkunden, ohne ihn wie einen schweizer Käse zu durchlöchern.
Die so gewonnenen Daten ergeben u. a. ein 3D-Modell des Berges innerhalb des Erkundungsbereiches.
Der hier beschriebene Erkundungsbereich ist im übrigen nur einer von insgesamt 5. Die vier weiteren, mit deren Erkundung noch nicht begonnen worden ist, erstrecken sich dem Salzstock folgend nach Nordosten und sind teilweise deutlich größer, als der Erkundungsbereich 1.
Daß die Erkundung noch nicht weiter vorangekommen ist, liegt unter anderem an der Politik. Mit dem verkündeten Ausstieg aus der Atomwirtschaft seinerzeit unter Schröder wurde 2000 für Gorleben ein auf längstens 10 Jahre befristeter Erkundungsstop verfügt. Diese Frist lief aus, so daß die Arbeiten erst 2011 wieder aufgenommen werden konnten. Dazu zählt auch, eine Tiefbohrung in Richtung auf den Fuß des Berges zu unternehmen. Dafür mußte geeignetes Bohrgerät, das auf der 840-m-Sohle aufgestellt wird, erst kontruiert werden. Im Sommer 2012 konnte das Gerät geliefert und im Berg aufgestellt werden.
Tja, und dann wurde vom BfS auf Geheiß des Ministeriums die Inbetriebnahme untersagt, um die politischen Bemühungen um eine Endlagerstättensuchgesetz nicht zu stören. Und so stehen ein paar Millionen Euro ungenutzt herum:
An dieser Stelle war übrigens deutlich zu merken, daß es im Berg richtig warm ist. Diese Kammer mit dem Bohrgerät wird nur belüftet, wenn dort auch gearbeitet (oder besichtigt) wird. Im übrigen Berg sind die Strecken andauernd mit Frischluft aus dem sog. Wetterschacht durchströmt. Da herrscht eine angenehme Wohlfühltemperatur. In der Bohrkammer allerdings erinnerte das Klima mehr an Großmutters völlig überheiztes Wohnzimmer...
Von dort geht's dann wieder zum Schacht und hinauf in die Sonne
Nach dem Umkleiden ein Mittagessen in der Kantine: "Spaghetti op de Näse mit Partisanenkäse". Ich habe leider versäumt die Portion zu fotografieren - so erschreckt war ich. Es war eine "Bergmanns-Portion", die für einen "Normal-Esser" nicht zu schaffen ist...
13:30 h: Treffen im Konferenzzimmer zur Diskussion und Nachbereitung. Ein paar kritische Fragen, etwa zu den Erdölfunden werden gestellt. Ansonsten ist die Gruppe schlicht von den Eindrücken erschlagen.
14:00 h: Aufbruch in Richtung Infozentrum des Zwischenlagers.
Dazu dann mehr im dritten Teil.
Zuletzt von Oldoldman am Di 16 Jul 2013, 17:43 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : verbesserte Fotos eingebaut)
Korrektur eines Zahlendurcheinanders...
Oldoldman am Di 16 Jul 2013, 12:35
Während ich eingangs von 830 m Tiefe gesprochen habe, schreibe ich in meinem letzten Posting von "840-m-Sohle". Das muß natürlich korrigiert werden, nachdem ich die Daten nochmals nachgelesen habe. Die Ebene, die in der Skizze rot markiert ist, befindet sich 840 m unterhalb der Erdoberfläche und 820 m unter NN.
Protokoll einer Reise - Teil III (der Schluß)
Oldoldman am Di 16 Jul 2013, 15:52
Das Infozentrum der BLG Brennelementlager Gorleben GmbH (100 %-ige Tochter der GNS, vgl.: http://www.gns.de/language=de/2026/beteiligungen) liegt in der Mitte des Ortes Gorleben. Ein altes Haus, hübsch renoviert und gepflegt unterhalten. Die Image-Kampagne stimmt insoweit. Im Inneren ist es vollgestopft mit Exponaten von Brennelementen über Modellen der verschiedenen kerntechnischen Anlagen bis zu Teilen der Castor-Behälter und den Transportbehältern für Glaskokillen. Und natürlich gibt es auch einen Vortragsraum, in dem dann "Filmchen" über die die Castor-Behälter usw. gezeigt werden.
Auch hier ist es - wie im Erkundungsbergwerk - so, daß, wer sich nicht vorher umfassend informiert hat, von einer Flut von Informationen "erschlagen" wird und schnell der "Faszination Technik" erliegt. Eine kritische Distanz zu wahren, auf Schwachpunkte in der Darstellung (wie auch Auslassungen) zu reagieren, fällt da schwer.
Glücklicherweise sind wir im Zeitverzug - der Besuch des Zwischenlagers ist minutiös geplant - und glücklicherweise stellt der Mitarbeiter schnell fest, daß wir wenig Interesse an einer Multimedia-Show rund um den Castor haben, so daß sich sein Vortrag auf das Wesentliche unter Einbeziehung einiger Exponate beschränkt.
Im Schnelldurchlauf gibt es die notwendigen Erklärungen zum 'Kernbrennstoff' Uran. Es wird in kristallinen Gesteinen gefunden, wo es sich in feinen Äderchen gelb abzeichnet. Es besteht überwiegend aus dem Isotop Uran 238 und nur zu 0,7% aus dem spaltbaren Uran 235. Das Urangemisch wird in Flußsäure gelöst (Uranhexfluorid) und anschließend über eine Art Zentrifuge geführt, wodurch sich der Anteil von Uran 235 auf 3% erhöht. Anschließend wird das Uran als Urandioxid ausgefällt und zu kleinen Tabletten verarbeitet, die dann in die Brennstäbe gefüllt werden. Die Brennstäbe haben einen Durchmesser von ca. 11 mm und eine Länge von knapp 5 m. Sie sind am Kopfende mit Druckfedern versehen, die die Pellets zusammendrücken und einen Hohlraum am Kopfende entstehen lassen, in dem sich Gase, die bei der Spaltung entstehen, sammeln können. Nach dem Befüllen werden die Stäbe sauber (hoffentlich!) verschweißt. Mehrere dieser Stäbe, die Zahl variiert von Reaktor zu Reaktor, werden zu einem Brennelement so zusammgefaßt, daß sie von Kühlmittel (in der Regel Wasser) umspült werden. Weiter gibt es in dem Element Führungshülsen, in denen im Betrieb die sog. Steuerstäbe laufen.
Neben diesen Urandioxid-Pellets kommen auch sog. MOX-Pellets zum Einsatz. Sie bestehen aus dem eingangs erwähnten Isotopen-Gemisch von Urandioxid und einem Anteil von bis zu 30% aus Plutoniumdioxid. Höhere Anteile von Plutonium lassen sich in herkömmlichen KKW's nicht einsetzen, weil sie eine spezielle Kühlung verlangen. Sie kommen in sog. Hochtemperaturreaktoren zum Einsatz, in denen Natrium als Kühlmedium zum Einsatz kommt. Diese Reaktoren haben sich als extrem gefährlich erwiesen, weil am Wärmetauscher zwischen dem Primärkreislauf (Natrium) und dem Sekundärkreislauf (Turbinenwasser) ständig die Gefahr eines Zusammentreffens beider Medien besteht. Den feurigen Effekt beim zusammentreffen von Wasser und elementarem Natrium kennen wir ja noch aus der Schule....
Nach etwa 4 Jahren des Betriebs in einem KKW ist der Anteil des spaltbaren Materials (U235) auf 0,7% gesunken. Das ist für eine sich selbst erhaltende Kernreaktion zu wenig. Die Brennstäbe sind abgebrannt. Sie müssen entweder entsorgt oder aufbereitet werden. Bevor dies geschehen kann, müssen die Elemente noch über Jahre abklingen. Die beim Zerfall der Radionukleide entstehende Strahlung erhitzt die Elemente auf deutlich über 300° C. Daher werden sie beim Wechsel in sog. Abklingbecken versetzt und dort weiter gekühlt. Wer die Berichterstattung rund um die Katastrophe von Fukushima verfolgt hat, wird sich an die Probleme dort u. a. mit dem Abklingbecken erinnern.
Für die Betrachtung des Zwischenlagers ist nun zu unterscheiden:
Abfälle aus der Aufbereitung von Kernbrennstäbe und die Entsorgung von abgebrannten Brennelementen.
Letztere werden nach dem Abklingen in die Castor-Behälter eingefüllt und der Behälter unter Unterdruck verschlossen. Diese Castor-Behälter wurden als Transportgefäß entwickelt. Sie bestehen aus einem Zylinder aus Gußeisen mit Kugelgraphit mit einer Wandstärke von 45 cm, in den nachträglich die Kühlrippen außen geschnitten werden. Im Inneren befinden sich Führungen für die Brennelemente, so daß sie beim Transport ihre Lage nicht ändern können. Während des Transportes sind Kopf und Fuß des Castors zudem mit einem zusätzlichen Aufprallschutz versehen. Der derzeit gebräuchliche Typ hat einen Durchmesser von 2,5 m und eine Höhe von 6 m. Im beladenen Zustand wiegt so ein Behälter ca. 117 t.
Bei der Aufarbeitung von Brennelementen entstehender Abfall wird in Glas eingeschmolzen (sog. Glaskokillen). Diese Glaskokillen werden in Stahlzylinder eingefüllt, die dann ihrerseits in den Castor wandern.
Wenn die Castoren ins Zwischenlager gelangen, weisen sie noch eine Oberflächentemperatur von 300° C auf und müssen für die Endlagerung je nach Art der Endlagerstätte (Salz, Ton oder Granit) noch 10 bis 20 Jahre zwischengelagert werden, damit die Oberflächentemperatur für das Wirtsgestein verträglich ist.
Zu dem ganzen vergl. u. a. http://de.wikipedia.org/wiki/Castor_(Kerntechnik)
Ja, ja, ich höre ja schon auf mit den technischen Dingen... Das gibt aber den wesentlichen Inhalt der Erläuterungen des Mitarbeiters der BLG wieder und bläht diesen Beitrag etwas auf, weil der Rest unspektakulär und schnell erzählt ist.
15:30 h: Eintreffen am Zwischenlager. Das Gelände, das ebenfalls im Wald liegt, ist von Außen kaum zu erkennen, weil es mit einem begrünten Erdwall umgeben ist, dem sog. "Albrecht-Wall". Seine Errichtung soll auf den nds. Ministerpräsidenten Albrecht zurückgehen, der gemeint habe, so eine Industrieanlage mitten im Wald sehe nicht so schön aus... Vielleicht kann Ursula dazu noch etwas beitragen Dahinter folgt der eigentliche Drahtgitterzaun mit dem obligaten Nato-Draht als Krönung. Natürlich steht hier eine Festbeleuchtung und natürlich gibt es reichlich Kameras. Schon um auf den Parkplatz zu gelangen, muß man durch das Werkstor I und wird kontrolliert. Da der Mitarbeiter der BLG für uns "gutsagt", dürfen wir rein. Hinter dem Parkplatz das Empfangsgebäude, das zugleich als Personalschleuse dient. Rechts neben dem Gebäude das eigentliche Werkstor, eine Art Schleusenanlage: das äußere Tor wird geöffnet, Fahrzeug fährt bis zum inneren Tor, äußeres Tor wird geschlossen, inneres Tor wird...
Der Empfang ist geradezu herzlich. Anstehen am Counter, Abgabe der Ausweispapiere, Ausleeren der Taschen. Fotoapparate, Handys u. dergl. sind im Zwischenlager strengstens verboten.
Um das Zwischenlager zu besichtigen, muß man sich mindestens 2 Wochen vorher unter Beifügung einer Ausweiskopie anmelden. Dann findet bei der BLG und / oder BfS eine Sicherheitsüberprüfung der Person statt. Was die da wie auch immer überprüfen, bleibt geheim. Ob erklärte Atomkraftgegner diese Überprüfung überstehen???
Durch die Detektorschleuse geht es in einem Nebenraum zur hochnotpeinlichen Leibesvisitation. Da wird jede Gürtelschnalle und jede Niete der Jeans genau registriert.
Warten auf die Guides. Es können maximal 6 Personen gleichzeitig das Zwischenlager besichtigen - in Begleitung von 2 Sicherheitsleuten. Warten auf dem Werksgelände ist nur kurzzeitig und nur in Anwesenheit einer Sicherheitsperson für je 3 Wartende gestattet. Also ab in den Warteraum, in dem ein Film über die Sicherheit der Castor-Behälter gezeigt wird. Er kommt mir vor wie die Werbung für ein Haarspray:
Hamburg, Wind - die Frisur hält.
Frankfurt, Regen - die Frisur hält.
Rom, Sonne - die Frisur hält.
Der Castor wird beschossen, mit Diesel getränkt und angezündet, fällt aus 40 m Höhe auf Beton, ein Zug rast dagegen... und jedesmal folgt der Satz: "Der Castor hält!"
Dann geht es endlich los. Da die erste Gruppe noch nicht aus dem Gebäude ist, kurzes Warten vor dem Gebäude. Ein dunkler Mercedes G-Klasse, schußsichere Scheiben und gepanzert, umrundet fortwährend im Schneckentempo das Gebäude. Mal rechtsherum, mal links. Auf Nachfrage: im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
Das Gebäude ist eine schmucklose Industriehalle. Nach meinem Eindruck auch nicht baulich sonderlich verstärkt. Kein Vergleich etwa zum Reaktorkerngebäude von Krümmel mit seinen meterdicken Betonwänden. Eine Besonderheit, die am Rande auffällt, die Fluchtleiter, die vom Dach herabführt, endet 10 m über dem Boden. Nicht das jemand auf die Idee käme, mit einer normalen Auszugsleiter hierüber das Dach zu erklimmen...
Am Rande erfahren wir, daß der Betreiber die Auflage erhalten hat, zusätzlich um das Gebäude noch eine 10 m hohe Mauer zu errichten.
Dann geht es in das Gebäude mehrere Treppen hoch, vorbei an der Kontroll- und Schaltanlage, die den Charme der Siebziger atmet. Völlig veraltete, aber erprobte Technik. Das ist im übrigen eine Philosphie, die mir bei diesem Ausflug mehrfach begegnet ist. In diesem Wirtschaftszweig darf nur erprobte Technik zum Einsatz gelangen. Und wenn sie dann erprobt ist, dann ist sie eben mindestens 15 Jahre alt...
Auffällig auch, daß wir kein Dosi-Meter umgehängt bekommen. Zur Erklärung wird uns mitgeteilt, die Strahlenbelastung am Aussichtspunkt in der Halle entspreche lediglich der eines Transatlantikfluges.
Die Halle selbst ist wie eine zu groß geratene Turnhalle. An den Längsseiten verläuft eine Kranbahn, über die ein Portalkran fährt, der die Behälter an ihren Standort verbringt. Im hinteren Teil stehen die Castor-Behälter. Derzeit sind es 113 Stück, überwiegend mit Abfällen aus der Wiederaufbereitung, da für die Zwischenlagerung inzwischen Plätze an den jeweiligen Kraftwerksstandorten vorgeschrieben sind. Die Halle, die für 240 Castoren ausgelegt ist, ist damit nur knapp zur Hälfte gefüllt. An mehreren Standorten in der Halle befinden sich Überwachungskameras. Sie gehören teils zum Betrieb und teils zum Überwachungssystem der Internationalen Atomenergiebehörde. Links von der Aussichtsplattform befindet sich ein Arbeitsplatz zur Vorbereitung der Castoren.
Die Behälter werden dort von dem Aufprallschutz befreit. Am Kopfende wird ein weiterer Deckel mit einer Aluminiumdichtung aufgeschraubt. In den Zwischenraum zwischen der Abdichtung des Castors und diesem zweiten Deckel kommt Stickstoff unter Überdruck. In dem zweiten (äußeren) Deckel befindet sich ein Manometer. Wird der innere Deckel undicht dringt der Stickstoff in den Castor ein, der Druck fällt und das Manometer schlägt Alarm. Ebenso, wenn der äußere Deckel undicht wird. Zudem werden Temperatursensoren außen am Behälter angebracht.
In der Halle selbst befinden sich auf dem Boden Kreuze, die die Standorte für die Castoren markieren. Daneben sind Steckdosen, an die die Meßgeräte angeschlossen werden. Von dort gelangen die Meßdaten an den Kontrollraum.
Auf dem ungenutzten Teil der Halle lagern die aus dem Fernsehen bekannten Transportbrücken, jene weißen Container, die beim Transport per LKW vom Bahnhof Dannenberg nach Gorleben sichtbar sind.
Das war's schon. Mehr ist nicht zu sehen. Zur Strahlenbelastung erfahren wir noch, daß es sich im wesentlichen um Gamma-Strahlen und Neutronen handelt. Alpha- und Betastrahlen werden durch den Castor absorbiert. Direkt am Castor selber sei eine deutlich erhöhte Strahlung meßbar. Sie nimmt aber mit zunehmender Entfernung exponentiell ab. In der Halle komme als zusätzliches Element eine von den Wänden gestreute Strahlung hinzu.
Noch ein letzter Blick auf die Castoren, dann geht es über die Treppen vorbei an der alten Technik zurück ins Freie und weiter ins Empfangsgebäude, wo sich der Rest der Gruppe königlich über den Werbefilm amüsiert... "... die Frisur hält!"
16:45 h: Rückfahrt (3 Stunden) mit dem üblichen zähfließenden Verkehr am Dreieck Nordwest.
patagon am Mi 17 Jul 2013, 02:23
Die von Dir erwähnten Leute sind für mich alles Extremisten, die ihren Zorn gegen irgendetwas entladen. Mit der eigentlichen Sache hat das in den wenigsten Fällen zu tun. Siehe Deine letzten Worte in Deinem Posting.........: >was ist mit den Gefahren....NA UND???.< Solche Menschen kotzen mich an, diese "Weltverbesserer" demonstrieren auf Verdacht gegen alles und jeden, Hauptsache man ist dabei.
So, genaugenommen hätte ich das drüben bei oldy schreiben müssen, aber ich warte erstmal ab, was oldy weiterhin zu seinem Text hinzuzufügen hat, wobei es mir unter den Fingernägeln brennt, etwas dazu zu schreiben. Ich will seinen "Redefluss" nicht unterbrechen, damit der Zusammenhang erkennbar bleibt. So wie ich es bei früheren Themen im alten Forum immer mal wieder angedeutet hatte, Themen die dann immer wieder von Torfköpfen, die für´s weltweite Publikum schreiben, verwässert wurden. Ich hoffe oldy verzeiht mir, daß ich diesen Weg einschlage......"
uvogast
Nein, lieber Uvo,
Die Leute sind absolut keine Extremisten. Ich kenne sie gut.
Sie sind in der Mitte der Gesellschaft. Alle sind etabliert und halt einfach älter gewordene 68er. Dabei sind sie aber jünger als die Original 68er.
Was sie gemeinsam haben mit den meisten Deutschen, ist, dass sie alle geschieden sind, die meisten kinderlos, oder nur ein Kind haben und viele von ihnen haben ein paarmal geheiratet. Viele sind aus der Kirche ausgetreten.
Sie sind nicht zynisch geworden und der Spruch "na und?" verrät eher Resignation. Was sollen sie denn sonst tun?
Wohin denn mit dem Atommüll?
Ich wollte dir eigentlich sofort antworten, hatte aber Besuch und viel zu tun.
Ich denke, im letzten Jahrhundert hatten viele Menschen doch noch zum großen Teil die Einstellung, dass sich bis dahin, technische Lösungen finden und man alles riskieren sollte. So nach dem Motto "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" und "kommt Zeit, kommt Rat".
Das denken heuite wahrscheinlich nicht mehr so viele.
Das was du beschreibst, Oldy, ist so ähnlich wie die Video Überwachung an Bahnhöfen. Sie verhindert Überfälle nicht, hilft höchstens der Polizei hinterher die Täter zu schnappen.
Aber Hauptsache, du hattest einen schönen Tag.
Ja, ja, der Zauberlehrling - und wo ist der Meister?
Oldoldman am Mi 17 Jul 2013, 12:16
patagon, 17.07.2013, 02:23 h, schrieb: Aber Hauptsache, du hattest einen schönen Tag.
vgl.: http://libertalia.forumieren.com/t158-das-milliardenloch-im-wendland-bald-neue-touristische-attraktion#14681
Nun, patagon, schöne Tage kann man natürlich auch anders verbringen ;)Der entscheidende Punkt ist, daß dieser Ausflug die Komplexität des Themas wieder deutlich vor Augen geführt hat.
Der "sorglose" Ausbau der Kernenergie in den 70ern, der die Lösung des Abfallproblems in die Zukunft verlagert hat (obwohl es in der Fachpresse schon zu jener Zeit heiß diskutiert wurde), ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen. Angesichts der Gefahren, die von kerntechnischen Anlagen ausgehen (3-Miles-Island, Tschernobyl, Fukushima und die 'kleinen' Störungen in anderen Kraftwerken und den Aufbereitungsanlagen in La Hague u. Sellafield) kann man berechtigt davon sprechen, daß es unverantwortlich war, sich dieser Technologie zu bedienen und sie auch noch derart auszubauen.
Doch, wie sagt der Engländer: "It's no use crying over spoilt milk." Der Müll ist da und er wird in den nächsten Jahren noch zunehmen, kommen doch noch die verstrahlten Teile der abzubauenden Reaktoren hinzu.
Und auch das scheint mir sicher zu sein: überall regiert das St.-Florians-Prinzip. Ich will es niemandem verdenken, daß er nicht gerade begeistert von der Idee ist, daß vor seiner Haustür ein Zwischenlager, eine Konditionierungsanlage oder ein Endlager entsteht.
Aber man sollte sich auch vor Augen führen, daß viele, wenn nicht sogar die meisten Menschen (auch unter den Kernkraftgegnern) in der Vergangenheit recht gedankenlos den Strom aus eben jenen KKW's in Anspruch genommen haben: "Kernkraftwerke? - Brauch ich nicht; bei mir kommt der Strom aus der Steckdose..." Daraus erwächst meines Erachtens die Verantwortung (Verpflichtung?), eine Entscheidung für einen Standort auch zu akzeptieren, die Suche nach einem Standort zu unterstützen und nicht lediglich auf eine angebliche Ungeeignetheit der eigenen Region zu verweisen. Der "billige" Strom und die Anlagen zur Nach- und Entsorgung sind eben zwei Seiten einer Medaille.
Und dann ist da die Politik. Am Anfang hat sie auf die Wähler geschielt: Versorgungssicherheit beim Strom unabhängig von Ölscheichs; Wirtschaftsförderung im strukturschwachen Wendland bzw. Bay. Wald. Dann kommen die heftigen Proteste und die Politik weicht zurück. Dann wird eben nichts entschieden. In Gorleben wird 'heimlich' erkundet und weniger heimlich zwischengelagert. Dann kommt der (erste) Ausstiegsbeschluß. Populär und durchaus vernünftig. Doch, warum das 10-jährige Moratorium für die Erkundung des Salzstocks von Gorleben? Ja, ja, es sollen in Gorleben keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, keine praktischen Zwänge. Dabei ist das Erkundungsbergwerk eine einmalige Versuchsanstalt, mit der sich gerade die Bedingungen einer Endlagerung im Medium Salz erforschen lassen. Erkenntnisgewinne, die sich auf andere Standorte übertragen lassen. Stattdessen macht die Politik einen großen Bogen um dieses Symbol der Anti-Atomkraftbewegung und verfügt ein 220 Mio Euro verschlingendes Moratorium. Abgesehen davon: Spezialisten, Wissenschaftler, die mit der Erkundung beschäftigt waren, sind abgewandert. Und in der Zwischenzeit sind die Schweden und Finnen vorangeschritten, so daß sie demnächst mit der Einlagerung in tiefen geologischen Schichten beginnen wollen.
Nun, das alles wäre ja noch zu verschmerzen gewesen, wenn die Politik die Standortsuche für ein Endlager in jener Zeit forciert hätte. Tatsächlich ist aber nichts geschehen. Bereits 2002 lagen die Empfehlungen des Arbeitskreises "Auswahlverfahren Endlagerstandorte" vor.
vgl.: http://www.bfs.de/de/endlager/faq/langfassung_abschlussbericht_akend.pdf
Basierend hierauf gibt es sogar eine Karte, die die Gegenden mit möglichen Endlagerstandorten, sortiert nach Wirtsgesteinen aufzeigt:
vgl.: http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Endlagerung/Downloads/Karten/Karte_Wirtsgesteinsformationen_Dtl.pdf
Konkrete Untersuchungsaufträge zur Erkundung der alternativen Standorte sind aber von der Politik nicht erteilt worden. Man wollte es sich wohl nicht mit den Schwaben oder den Sachsen verderben...
Und jetzt? Ein erneutes Moratorium für Gorleben mit den schon einmal gehabten Folgen. Und ein erneuter Arbeitskreis, die sog Bund-Länder-Kommission, die - nein, nicht den Standort bestimmen soll - Kriterien für das Verfahren zur Auswahl der Standorte für eine Erkundung festlegen soll (vgl. § 3 d. E.). Es wird also das Rad neu erfunden. Da nun aber Kirchen, Umweltverbände, Gewerkschaften, Wirtschaft (je 2 Vertreter) zusammen mit 4 Vertretern der Wissenschaft und 12 Politikern beraten, wird ja alles besser. Als ob die Vertreter der Umweltverbände und der Kirchen in der Lage wären, das St.-Florians-Prinzip wirksam außer Kraft zu setzen. So werden Jahre der Debatten ins Land gehen, es werden Gruppen diese Kommission verlassen, weil sie sich nicht durchsetzen können, und derweil wird Castor um Castor zwischengelagert. Sowohl in Gorleben (Abfälle aus La Hague und Sellafield), als auch an den Kraftwerksstandorten (die eigenen Brennelemente). Die dezentrale Lagerung macht es ja ungefährlicher und effizienter...
Und ganz nebenbei bemerkt: seit dem Jahre 2002 gibt es einen 2007 vom BVerwG abgesegneten Planfeststellungsbeschluß zum Bau des Endlagers für schwach- und mittelradioaktiven Abfälle im Schacht Konrad. Voraussichtliche Fertigstellung: 2019.
vgl.: http://www.endlager-konrad.de/
Warts nur ab, Oldoldman,
stringa am Mi 17 Jul 2013, 15:10
bis sich der Schacht Konrad ins Bewußtsein der breiteren Öffentlichkeit vorgearbeitet hat und ein paar Leithammel voranmarschieren, wie schnell sich dann die Herde der Wutbürger auf den Weg macht.
Aber ein wunderbar sachlicher und informativer Bericht von dir, danke !
Das einzige, was mich auch eein bißchen nachdenklich stimmen würde, sind die fehlenden Dosimeter. Eigentlich könnten sie doch Besucher, zumal kritische, durch nichts besser überzeugen, daß hier ordentlich gearbeitet wird, als durch solche Demonstrationen.
Versicherungen, daß die Strahlung diesen oder jenen Grenzwert nicht übersteigt, erübrigen sich doch völlig, dafür gibts zu viele davon (Versicherungen, meine ich)
Und du hast völlig recht, natürlich müssen die Kastoren irgendwo hin, und zwar nach einer sachlich geführten Überlegung. Eigentlich dürftenn sich Politiker gar nicht mit so einer Frage befassen (Ironie off).
Wenn es stimmt, was Politiker ja zuweilen selbst behaupten, Politik sei die Kunst des Möglichen und der Kompromisse, dann wären sie hier völlig fehl am Platz.
Bei der Frage, wo ist der sicherste Platz, gibts nun mal leider keinen Kompromiß, entweder er ist sicher oder nur ein bißchen, bzw. gar nicht.
Ich persönlich habe eine völlig andere Sicht zur Atomkraft als der Mainstream. Ich denke, daß es auf Dauer die einzige Möglichkeit sein wird, unsern Energiebedarf zu decken, jedenfalls bis die Wissenschaftler herausgefunden haben, wie man direkt an Sonnenenergie herankommt.
Anstatt also so ein Tabu darum herum zu veranstalten, sollte lieber mehr in die Forschung investiert werden, man könnte auch mehr in Forschung zur kalten Fusion investieren.
Ich bin kein Naturwissenschaftler, von denen ja viele behaupten, so etwas gäbe es nicht und könnte es niemals geben, aber das haben die mittelalterlichen Gelehrten auch zu da Vinci gesagt.
Und vielleicht läuft der Wissenschaftler, der die Unschädlichmachung der abgelaufenen Brennstäbe entdecken wird, schon herum, wenn auch vielleicht nur grade eben, weil er das Laufen lernen muß
Beim Dosi-Meter geht es schon los...
Oldoldman am Mi 17 Jul 2013, 17:07
stringa, 17.07.2013, 15:10 h, schrieb: Das einzige, was mich auch eein bißchen nachdenklich stimmen würde, sind die fehlenden Dosimeter. Eigentlich könnten sie doch Besucher, zumal kritische, durch nichts besser überzeugen, daß hier ordentlich gearbeitet wird, als durch solche Demonstrationen.
vgl.: http://libertalia.forumieren.com/t158-das-milliardenloch-im-wendland-bald-neue-touristische-attraktion#14683
Tja, stringa, wenn es denn so schön einfach wäre. Ich habe hinsichtlich der Strahlung innerhalb des Zwischenlagers bewußt die Aussagen des Betreibers wiedergegeben. In Wirklichkeit ist die Sache weitaus komplizierter.
Richtig ist, daß Alpha- und Betastrahlen im Zwischenlager keine Rolle spielen, da sie durch den Castor abgeschirmt werden. Bleiben noch Gammastrahlen und Neutronen. Bei dem im Verhältnis nur kurzzeitigen Aufenthalt im Gebäude ist die Belastung des Menschen höchstwahrscheinlich unterhalb der Meßgrenzen. Aber da geht es schon los. Was wird eigentlich gemessen. Ich habe keine wirkliche Ahnung, was ein Dosi-Meter mißt. Ich nehme mal an, es geht um die Ortsdosis am Einwirkungsort "Mensch". Diese müßte dann in der Einheit Sievert angegeben sein. Doch die Einheit Sievert besagt noch nicht alles:
Die Stärke des Effekts kann auf verschiedene Weise gemessen und quantifiziert werden. Eine einfache Messgröße ist die Energiedosis, die angibt, wie viel Energie aus dem Strahlungsfeld auf jedes Kilogramm des Absorbermaterials übertragen wird. Die zugehörige Einheit lautet 1 Gray (1 Gy), was als Abkürzung für ein Joule pro Kilogramm (1 J/kg) steht. Dabei bezeichnet generell der Begriff „Dosis“ eine integrale, über eine bestimmte zeitliche Dauer aufsummierte Strahlungsmenge, wogegen der Begriff „Dosisleistung“ eine differentielle Dosis pro Zeiteinheit (z.B. Sekunde) angibt. Die zugehörige Einheit lautet Gy/sec bzw. Watt/kg.
Für die biologische bzw. gesundheitliche Wirkung von Strahlung kommt es jedoch nicht nur darauf an, wie viel Energie die Strahlung insgesamt im durchstrahlten Gewebe abgibt, sondern auch darauf, ob sie dies in lokal konzentrierter oder aber in weiträumig verteilter Form tut – was von Art und Energie der Strahlung abhängt. Um die unterschiedlichen biologischen Strahlungswir-kungen greifbar zu machen, wird für jede Strahlungsart bestimmter Energie die jeweilige „Relative Biologische Wirksamkeit“ (RBW) über einen sogenannten Qualitätsfaktor bzw. Strahlungswichtungsfaktor quantifiziert. Diese Faktoren wurden experimentell bestimmt und durch internationale Vereinbarung einheitlich festgelegt (internationale Kommissionen ICRU und ICRP, vgl. Krieger 2007 oder Grupen 2010). Gewichtet man die Einzelbeiträge verschiedener Strahlungsarten zur Energiedosis mit diesen Wichtungsfaktoren, so gelangt man durch anschließende Summation zur sog. Äquivalentdosis als neuer Messgröße, die für den Strahlenschutz aussagekräftiger ist als die Energiedosis. Da die Gewichtungsfaktoren reine Zahlen ohne Einheit sind, lautet die Einheit der Äquivalentdosis wiederum J/kg. Um jede Verwechslung mit der Energiedosis auszuschließen, wird dies jedoch nicht mehr als „Gray“, sondern als „Sievert“ (1 Sv) abgekürzt. Wird eine Messergebnis also in der Einheit Sievert angegeben, so kann man daran erkennen, dass Wichtungsfaktoren bei der Auswertung der Messung bereits berücksichtigt wurden.
Es existieren weitere Kenngrößen, so insbesondere die sog. Effektive Dosis, in die andere Wichtungsfaktoren einfließen, die die unterschiedliche Strahlensensibilität verschiedener Gewebe und Organe des menschlichen Körpers beziffern (zu Details vgl. Krieger 2007). Die Summation über alle Organe und Körperteile führt hier zur sogenannten Körperdosis. Auf der anderen Seite wird im Bereich der Äquivalentdosis weiter unterschieden zwischen der Ortsdosis (die an einem fixen Punkt durch ein ortsfestes Messgerät bestimmbar ist) und der Personendosis (der eine Person auf ihrem Weg durch ein Strahlungsfeld ausgesetzt ist, und die über ein mitgeführtes Messgerät bestimmbar ist). Bei der Ortsdosis kann noch weiter unterschieden werden zwischen der Richtungs-Äquivalentdosis (die nach Einfallsrichtungen der Strahlung differenziert) einerseits und der Umgebungs-Äquivalentdosis (die alle Einfallsrichtungen gleichermaßen berücksichtigt) andererseits. Alle diese Dosisgrößen werden ebenfalls in der Größe Sievert gemessen, was zu Verwechslungen führen kann. Um diese zu vermeiden, sei klargestellt, dass es sich bei den im Folgenden wiedergegebenen Messwerten durchweg um Umgebungs-Äquivalentdosen bzw. Ortsdosisleistungen handelt.
Strahlungsmessungen am Transportbehälterlager Gorleben
Zur Einordnung bisher bekannt gewordener Messwerte
Daniel Lübbert; Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, WD 8 – 3010 – 144/2011; Ziffer 2.2, S. 6f.
vgl.: http://webarchiv.bundestag.de/cgi/show.php?fileToLoad=2588&id=1205
Spätestens an diesem Punkt sind beim Normalbürger sämtliche Klarheiten restlos beseitigt. Wer den Artikel bis zuende liest, wird feststellen, daß Gamma- und Neutronenstrahlen bis auf das Gelände außerhalb des Zaunes gelangen und dort meßbar sind. Allerdings: was davon "Hintergrundrauschen" ist, was eventuell Sekundärstrahlung, ob und in welchem Maße Sekundärstrahlung dem Verursacher Zwischenlager zuzurechnen ist, ist unter den Beteiligten dann wiederum umstritten.
Mit dem bloßen Umhängen eines Dosi-Meters als "vertrauensbildende Maßnahme" ist es nicht getan. Und der Schuß kann auch nach hinten gehen, denn wo man zu solchen Maßnahmen greift, da muß doch was zu befürchten sein...
stringa, aaO., schrieb: Versicherungen, daß die Strahlung diesen oder jenen Grenzwert nicht übersteigt, erübrigen sich doch völlig, dafür gibts zu viele davon (Versicherungen, meine ich)
Es geht ja auch nicht um "Versicherungen" oder gar um "Ehrenworte"... Das oben angedeutete Beispiel zeigt, daß selbst Meßergebnisse der Interpretation zugänglich sind.
Nur um einen Anhaltspunkt zu liefern, habe ich mal Meßergebnisse aus einem Bericht des BfS (Nr. 24-97) über die Abstandsabhängigkeit der Ortsdosis herausgenommen. Die Messungen stammen aus dem Jahr 1995 mit den seinerzeit gängigen Instrumenten und den seinerzeit geltenden Strahlungsgewichtungsfaktoren. Schon damals wurde darauf hingewiesen, daß die Umstellung bei den Faktoren zu einer Zunahme des Wertes um 50% führt. Leider habe ich mir die Datei nur runtergeladen und den Link nicht notiert.
stringa, aaO., schrieb: Bei der Frage, wo ist der sicherste Platz, gibts nun mal leider keinen Kompromiß, entweder er ist sicher oder nur ein bißchen, bzw. gar nicht.
Und selbst darüber streiten die Fachleute. Und dieser Streit wird umso heftiger geführt, je mehr das Denken von der Zielsetzung (z. B. "Gorleben muß kommen" vs. "Gorleben muß auf jeden Fall verhindert werden") bestimmt wird. So gibt es Dinge im Zusammenhang mit dem Berg in Gorleben, die von Seiten des Erkunders (DBE) gern verharmlost werden, und solche, die von der Gegenseite gern überbewertet werden. Vielleicht ergibt sich hier ja die Möglichkeit, auf diese Dinge etwas näher einzugehen, insbesondere, wenn es uvondo gelingt, mir Zugang zu dem Gutachten seines (verstorbenen) Bekannten zu verschaffen.
Nun ja, Oldoldman
stringa am Mi 17 Jul 2013, 17:35
streiten sich die Fachleute wirklich oder streiten sie sich, weil sie von verschiedenen Seiten bezahlt werden ?
Ich könnte mir vorstellen, daß es viel eher zum Konsens, auch unter Fachleuten kommen könnte, wenn die unabhängig wären.
Ja, ich weiß, ist Wunschdenken, aber die Vorstellung, man gibt so ein Gutachten nur in die Hände von Leuten, deren Zugehörigkeit zur einen oder anderen Gruppe nicht feststellbar ist, hätte doch was .
patagon am Mi 17 Jul 2013, 17:51
Uvo hatte mal das Thema Magnetismus angesprochen und was es da an kleinen Modellen schon gibt, scheint wirklich so eine Art perpetuum mobile zu sein. Solar Energie und andere natürliche Quellen sind auch nach menschl. Ermessen unendlich. Energie geht ja nicht verloren. Das Einfangen, Speichern und Weiterleiten ist einfach nur teuerer. Es lässt sich halt das schnelle Geld damit nicht machen.
Was die Politik angeht, nicht einmal die Grünen, die ja seit Jahren die Gefahren heraufbeschwören, waren in der Lage ein Gesetz anzustoßen, dass die Profiteure riskanter Unternehmungen (vor Erteilung von Genehmigungen) dazu verpflichtet, die Geschädigten im Fall des Falles ausreichend zu entschädigen. Nicht einmal bei kleineren Projekten wie Staudämmen, Flughäfen, Bergbau usw.... Geschweige denn bei Kriegen.
Es gab und gibt immer schon Menschen die bei Zeiten erkannten wohin dies und jenes führt. Die Mahner in der Wüste. Aber was man mit ihnen macht, ist ja auch bekannt.
Ich kann meine Bekannten aus Ffm. nicht verdammen wie Uvo. Sie dachten halt, sie könnten was ändern. Jetzt denken sie das eben nicht mehr.
Klar ist ein Typ wie Demo nicht gerade immer sehr sympathisch. Aber hat er deswegern immer unrecht? Und sollte man ihn sperren?
Es gibt genug wirkliche offene Fragen. Die Kleiderordnung ist doch das geringste Problem.
uvondo am Mi 24 Jul 2013, 11:01
ich komme leider heute erst dazu, Dir kurz zu antworten, weil ich eine Woche lang mein Weib auf Sylt pflegen musste. Haste vielleicht schon mitbekommen........ Ich hatte nicht explizit Deine Bekannten verdammt, ich meinte überhaupt Menschen, die gegen alles Sturm laufen. Wenn man die dann konkret anspricht, bekommt man entweder keine oder nur ausweichende Antworten. Nehmen wir z.B. die Atomkraft, frag doch einmal einen Demonstranten ob er überhaupt weiß was ein Atom ist. Uran, der Grundstoff ist ein Naturprodukt, es muss nur richtig gehandthabt werden. Alle die gegen Atomstrom sind, schreien jetzt, weil die alternativen Energien zu teuer sind. Ich weiß, war mal wieder alles in Kurzform, wenn ich etwas mehr Zeit hätte, würde ich es ausführlicher schreiben. Spätestens anfang nächster Woche........
Re: Das Milliardenloch im Wendland - bald neue touristische Attraktion?