Source: https://bankrechtsinstitut.at/info/entscheidungen.php
Timestamp: 2019-03-21 13:47:12
Document Index: 216528059

Matched Legal Cases: ['OGH', '§ 6', 'OGH', '§ 27', '§ 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'OGH', 'OGH', 'BGH', 'EuG', 'Art 8', 'Art 8', 'Art 52', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art. 4', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art 3', 'Art 2', 'EuG', 'Art. 7', 'OGH', 'EuG', 'Art. 15', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 5', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 2', 'Art 7', 'OGH', 'OGH', 'BGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art. 3', 'OGH', 'EuG', 'Art. 45', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'EuG', 'Art. 22', 'Art. 16', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 29', 'Art. 14', 'BGH', 'EuG', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art. 52', 'Art. 4', 'Art. 52', 'EuG', 'Art. 23', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'EuG', 'Art 28', 'Art 114', 'Art 28', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art 12', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 18', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art 22', 'Art 56', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'Art 15', 'Art 15', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'EuG', 'OGH', 'EuG', 'Art 6', 'EuG', 'Art 63', 'EuG', 'Art 6', 'Art 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 271', 'OGH', 'OGH', '§25', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 3', 'OGH', 'OGH', 'Art 42', 'OGH', '§ 25', 'OGH', 'OGH', '§ 48', '§ 48', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 25', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 1333', 'OGH', 'EuG', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 29', '§ 29', 'BGH', 'OGH', 'OGH', '§ 1431', '§ 27', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', '§ 1042', '§ 1431', '§ 1042', 'OGH', '§ 18', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 190', 'OGH', '§ 115', 'OGH', 'OGH', '§ 25', '§ 25', 'OGH', 'OGH', 'EuG', 'OGH', 'OGH', '§ 6', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 27', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 1371', 'OGH', 'OGH', '§ 27', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 32', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 905', 'EuG', 'OGH', '§ 28', 'OGH', 'OGH', '§ 7', '§ 8', 'OGH', 'OGH', '§ 25', '§ 25', 'OGH', 'OGH', '§ 166', 'OGH', 'OGH', '§ 25', 'OGH', '§ 25', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

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zH Frau Univ.-Prof. Dr. Silvia Dullinger
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OGH 21.03.2017 10 Ob 13/17k
Die „typischen“ Parteien eines Verbraucherkreditvertrages sind sich einig, dass der Kreditnehmer als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung der Kreditvaluta laufend Zinszahlungen zu leisten habe. Keinesfalls rechnet der redliche Kreditnehmer damit Zinsen zu erhalten noch ist der redliche Kreditgeber jemals gewillt solche zu leisten. § 6 Abs 1 Z 5 KSchG ist schon von seinem Wortlaut her nicht anwendbar, da er nur Entgelt betrifft, das der Verbraucher dem Unternehmer zu zahlen hat, nicht jedoch umgekehrt.
Der Geschäftswille von konkreten Vertragsparteien – also im Individualprozess – kann aber durchaus auf eine „Negativverzinsung“ gerichtet sein.
Ebenso 1 Ob 4/17w Zak 2017/ 335 = ÖBA 2017/ 2357
OGH 16.03.2017 1 Ob 190/16x
§ 27 KSchG, der ein Rücktrittsrecht des Verbrauchers für „Vorauszahlungskäufe“ unter ganz bestimmten Voraussetzungen vorsieht, ist auf Fremdwährungskredite nicht, auch nicht analog, anwendbar.
E 4 Ob 60/17b (ÖBA 2017/2348 mit krit Anm Koch)
Weder Wortlaut noch Vertragszweck des Kreditvertrages ergeben, dass der Bank Sollzinsen in Höhe der Marge verbleiben sollen. Die Parteien haben Chancen und Risken zukünftiger Schwankungen der Finanzierungskosten bewusst durch die entsprechende Zinsgleitklausel geregelt. Eine Vertragslücke besteht daher nicht.
Ebenso 8 Ob 101/16k
Darüber hinaus widerspreche der Margenerhalt § 6 Abs 1 Z 5 KSchG, weil es an einer entsprechenden Obergrenze fehle. Für die Entgeltlichkeit des Darlehens reiche schon aus, dass am Beginn des Kreditverhältnisses Bearbeitungsgebühr und in den ersten Jahren auch Zinsen bezahlt wurden.
Zur fehlerhaften Beratung und Aufklärung bei der Vermögensanlage:
LG Feldkirch 28. 8. 2015, 5 Cg 18/15z
Verbraucherkredite: Negativzinsen kï¿½nnen nicht abbedungen werden; einseitig festgesetzte Zinsuntergrenze unzulï¿½ssig
OGH 11. 8. 2015, 4 Ob 254/14b
Zur Aufklï¿½rungs- und Warnpflicht der Bank gegenï¿½ber dem Pfandbesteller.
VfGH 3. 7. 2015, G 239/2014-27, G 98/2015-27
Hypo-Sanierungsgesetz verfassungswidrig.
zum ORF Bericht
OGH 25. 6. 2015, 8 Ob 19/15z
Zur Beweislastverteilung bei unberechtigter Inanspruchnahme einer Bankgarantie:
Fï¿½r eine Beweislastumkehr zu Lasten der den (Rest-Kauf-)Preis fordernden Klï¿½gerin besteht keine Veranlassung.
ï¿½ 4 Abs 4 BTVG, der den Bautrï¿½ger verpflichtet, dem Erwerber einen Haftrï¿½cklass von zumindest 2 % des Preises einzurï¿½umen, fï¿½hrt zu keinem anderen Ergebnis. Diese Bestimmung enthï¿½lt keine Regelung ï¿½ber die Beweislast.
OGH 27. 5. 2015, 8 Ob 58/14h - VbR 2015/112 (Fischer/Kaindl)
Eine Website erfï¿½llt die Qualifikation als dauerhafter Datentrï¿½ger, sofern der Kunde die elektronischen Informationen abspeichern und elektronisch wiedergeben bzw ausdrucken kann.
ï¿½bermittelt die Bank eine E-Mail an die (im Rahmen der E-Banking-Website eingerichtete) E-Mail-Box des Kunden, sodass sie der Kunde abrufen sowie speichern und ausdrucken kann, so ist dies ein ï¿½Mitteilen auf einem dauerhaften Datentrï¿½gerï¿½ und nicht bloï¿½ ein ï¿½Zugï¿½nglichmachenï¿½. Aufgrund von unionsrechtlichen Zweifeln wird diese Frage jedoch dem EuGH vorgelegt.
OGH 29. 4. 2015, 9 Ob 7/15t
ZaDiG-widrige Klausel eines Kreditkartenunternehmens.
OGH 28. 4. 2015, 10 Ob 24/15z
Zum richterlichen Mï¿½ï¿½igungsrecht bei Schuldbeitritt.
Wenngleich das Kriterium des krassen Missverhï¿½ltnisses zwischen der Leistungsfï¿½higkeit und der Verpflichtung des Interzedenten in ï¿½ 25d Abs 2 KSchG nicht (nochmals) unmittelbar einbezogen werden kann, hat es doch Einfluss auf die Gesamtbewertung.
BGH 28. 4. 2015, XI ZR 378/13 - ecolex 2015, 729 (Wilhelm)
Aufklï¿½rungspflicht der Bank bei Empfehlung eigener Zins-Swap-Vertrï¿½ge ï¿½ber negativen Marktwert.
EuGH 16. 4. 2015, C-580/13, Coty
Art 8 Abs 3 lit e der Richtlinie 2004/48/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, deren vorbehaltslose Wirkung darin besteht, dass es einem Bankinstitut gestattet ist, eine von ihm nach Art 8 Abs 1 lit c dieser Richtlinie verlangte Auskunft ï¿½ber Name und Anschrift des Inhabers eines Bankkontos unter Berufung auf das Bankgeheimnis zu verweigern. Eine solche Wirkung ist mit der genannten Vorschrift der Richtlinie nur insoweit vereinbar, als sie das Ergebnis einer vorherigen, dem nationalen Gericht obliegenden Beurteilung ist, durch die die Rechtmï¿½ï¿½igkeit der Einschrï¿½nkung der von der fraglichen nationalen Regelung betroffenen Grundrechte nach Maï¿½gabe des Art 52 Abs 1 der Charta der Grundrechte der Europï¿½ischen Union sichergestellt wird.
OGH 23. 3. 2015, 7 Ob 53/15t
Bei einer abstrakten Bankgarantie ist der Garantievertrag vom Bestand der gesicherten Hauptschuld grundsï¿½tzlich unabhï¿½ngig, wobei die Abstraktheit durch Formulierungen der Zahlungspflicht mit etwa ï¿½auf erstes Abfordernï¿½ oder ï¿½ohne Einwendungenï¿½ besonders betont wird. Bei der Abstraktheit der Garantie sind nur solche Einwendungen zulï¿½ssig, die sich aus der Auslegung des Garantietextes selbst ergeben. Es ist gerade der Sinn einer solchen Garantie, dem Begï¿½nstigten eine sichere und durch Einwendungen nicht verzï¿½gerte Zahlung zu gewï¿½hrleisten. Streitigkeiten sollen erst nach der Zahlung abgewickelt werden.
Der Begï¿½nstigte aus einer Bankgarantie ist aber dann nicht schutzwï¿½rdig, wenn er eine Leistung in Anspruch nimmt, obwohl eindeutig feststeht, dass er keinen derartigen Anspruch gegen den Dritten hat und ihm die Inanspruchnahme des Garanten deshalb als Rechtsmissbrauch vorzuwerfen ist. Ist hingegen die Abrufung der Bankgarantie aufgrund einer vertretbaren Auslegung des im Valutaverhï¿½ltnis abgeschlossenen Vertrags erfolgt, liegt kein Rechtsmissbrauch vor.
Fï¿½r den Vorwurf des Rechtsmissbrauchs kommt es auf den Wissensstand bzw die Beweislage im Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Garantie an. Ein Missbrauchsfall liegt nur dann vor, wenn das Nichtbestehen des Anspruchs des Begï¿½nstigten im Valutaverhï¿½ltnis zur Zeit der Inanspruchnahme der Garantie evident erwiesen ist. Hï¿½lt sich der Begï¿½nstigte hingegen aus vertretbaren Grï¿½nden fï¿½r berechtigt, kann ihm kein arglistiges oder rechtsmissbrï¿½uchliches Verhalten vorgeworfen werden.
Die Auslegung der vorliegenden Garantieerklï¿½rungen und die Beurteilung, ob die fï¿½r die Annahme von Rechtsmissbrauch geforderten Voraussetzungen vorliegen oder nicht, sind jeweils Fragen des Einzelfalls.
OGH 12. 3. 2015, 7 Ob 28/15s
Zur Ablehnung eines ï¿½berweisungsauftrages:
Die Bank darf eine ï¿½berweisung ablehnen, wenn das Konto des ï¿½berweisenden nicht ausreichend dafï¿½r gedeckt ist.
OGH 26. 2. 2015, 8 Ob 3/15x
Zur Haftungsbefreiung des Interzedenten nach ï¿½ 25c KSchG
EuGH 26. 2. 2015, C-143/13, Matei
Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass die Ausdrï¿½cke ï¿½Hauptgegenstand des Vertragsï¿½ und ï¿½Angemessenheit zwischen dem Preis bzw. dem Entgelt und den Dienstleistungen bzw. den Gï¿½tern, die die Gegenleistung darstellenï¿½ unter Umstï¿½nden wie denen des Ausgangsverfahrens Arten von Klauseln in Kreditvertrï¿½gen zwischen Gewerbetreibenden und Verbrauchern wie die im Ausgangsverfahren in Rede stehenden, die es zum einen dem Kreditgeber gestatten, unter bestimmten Voraussetzungen den Zinssatz einseitig zu ï¿½ndern, und zum anderen eine von diesem erhobene ï¿½Risikoprovision vorsehen, grundsï¿½tzlich nicht erfassen. Das vorlegende Gericht hat diese Qualifizierung der genannten Vertragsklauseln jedoch unter Berï¿½cksichtigung der Natur, der Systematik und der Bestimmungen der betreffenden Vertrï¿½ge sowie des rechtlichen und tatsï¿½chlichen Kontexts, in den diese eingebettet sind, zu prï¿½fen.
OGH 24. 2. 2015, 5 Ob 20/15z
Zur Aufrechnung gegen eine Forderung der Masse aus einem Kautions-Sparbuch:
Erhï¿½lt der Insolvenzverwalter vom Vermieter des Schuldners nach Beendigung eines Bestandverhï¿½ltnisses ein Kautions-Sparbuch zurï¿½ck, so fehlt zu dem fï¿½r die Aufrechenbarkeit maï¿½geblichen Zeitpunkt der Erï¿½ffnung des Insolvenzverfahrens die Gegenseitigkeit.
Eine Aufrechnung, die gegen das insolvenzrechtliche Aufrechnungsverbot verstï¿½ï¿½t und unzulï¿½ssig ist, hat der Masse gegenï¿½ber keine Wirkung.
Namenssparbuch erfordert Zession und Publizitï¿½t:
Ein auf Namen lautendes Sparbuch (und daher ohne Losungswort) ist ein Rektapapier, das nicht durch ï¿½bergabe, sondern durch Zession ï¿½bertragen wird.
OGH 17. 2. 2015, 4 Ob 199/14i (Ã–BA 2015, 451)
Vorabentscheidungsersuchen zum Begriff des entgeltlichen Zahlungsaufschubs
Dem EuGH werden folgende Fragen vorgelegt:
1. Wird ein InkassobÃ¼ro, das iZm dem gewerbsmÃ¤ÃŸigen Eintreiben von Forderungen im Namen seiner Auftraggeber deren Schuldnern den Abschluss von Ratenvereinbarungen anbietet, wobei es fÃ¼r seine TÃ¤tigkeit Spesen verrechnet, die letztlich von den Schuldnern zu tragen sind, als "Kreditvermittler" iSv Art 3 lit f VKrRL tÃ¤tig?
2. Wenn Frage 1 bejaht wird: Ist eine Ratenvereinbarung, die Ã¼ber Vermittlung eines InkassobÃ¼ros zwischen einem Schuldner und dessen GlÃ¤ubiger geschlossen wird, eine "unentgeltliche Stundung" iSv Art 2 Abs 2 lit j VKrRL, wenn sich der Schuldner darin lediglich zur Zahlung der offenen Forderung sowie von solchen Zinsen und Kosten verpflichtet, die er wegen seines Verzugs ohnehin aufgrund des Gesetzes â€“ also auch ohne solche Vereinbarung â€“ zu zahlen gehabt hÃ¤tte?
EuGH 12. 2. 2015, C-567/13, Baczï¿½/Vizsnyiczai
Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Verfahrensvorschrift nicht entgegensteht, nach der dem ï¿½rtlichen Gericht, das fï¿½r die Entscheidung ï¿½ber die Klage eines Verbrauchers, die die Unwirksamkeit eines Formularvertrags zum Gegenstand hat, zustï¿½ndig ist, fï¿½r einen Antrag dieses Verbrauchers auf Feststellung der Missbrï¿½uchlichkeit von Vertragsklauseln, die in demselben Vertrag enthalten sind, die Zustï¿½ndigkeit fehlt ï¿½ es sei denn, es stellte sich heraus, dass der Umstand, dass dem ï¿½rtlichen Gericht die Zustï¿½ndigkeit entzogen wird, zu Verfahrensnachteilen fï¿½hrt, die geeignet sind, die Ausï¿½bung der dem Verbraucher durch die Rechtsordnung der Europï¿½ischen Union verliehenen Rechte ï¿½bermï¿½ï¿½ig zu erschweren.
OGH 29. 1. 2015, 6 Ob 170/14i
Zur Frage, warum ein Hï¿½lftegesellschafter einer GmbH, der fï¿½r einen von der Bank gewï¿½hrten Kredit als Garant haftet, als Unternehmer und nicht als Verbraucher einzustufen ist und damit ï¿½ 25c KSchG nicht zur Anwendung gelangt.
Zudem zur zulï¿½ssigen Hï¿½he von Verzugszinsen bei Unternehmergeschï¿½ften: Im Kreditvertrag wurde ein Verzugszinssatz von 16,5 % vereinbart. Ein solcher Zinssatz ist nach den Feststellungen bei Unternehmen der hï¿½chste, aber noch ï¿½bliche Zinssatz. Dennoch macht der Beklagte die Sittenwidrigkeit dieser Vereinbarung geltend. Auch diesen Einwand haben die Vorinstanzen in vertretbarer Weise verworfen.
EuGH 28. 1. 2015, C- 375/13, Kolassa
1. Art. 15 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 ï¿½ber die gerichtliche Zustï¿½ndigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen ist dahin auszulegen, dass sich unter Umstï¿½nden wie denen des Ausgangsverfahrens ein Klï¿½ger, der als Verbraucher eine Inhaberschuldverschreibung bei einem beruflich oder gewerblich handelnden Dritten erworben hat, ohne dass zwischen ihm und dem Emittenten dieser Schuldverschreibung ein Vertrag geschlossen worden wï¿½re ï¿½ was zu ï¿½berprï¿½fen Sache des vorlegenden Gerichts ist ï¿½, fï¿½r eine Klage, mit der er den Emittenten aus den Anleihebedingungen, wegen Verletzung der Informations- und Kontrollpflichten sowie aus Prospekthaftung in Anspruch nimmt, nicht auf die in dieser Bestimmung vorgesehene Zustï¿½ndigkeit berufen kann.
2. Art. 5 Nr. 1 Buchst. a der Verordnung Nr. 44/2001 ist dahin auszulegen, dass sich unter Umstï¿½nden wie denen des Ausgangsverfahrens ein Klï¿½ger, der eine Inhaberschuldverschreibung bei einem Dritten erworben hat, ohne dass ihr Emittent ihm gegenï¿½ber freiwillig eine Verpflichtung ï¿½bernommen hï¿½tte ï¿½ was zu ï¿½berprï¿½fen Sache des vorlegenden Gerichts ist ï¿½, fï¿½r eine Klage, mit der er den Emittenten aus den Anleihebedingungen, wegen Verletzung der Informations- und Kontrollpflichten sowie aus Prospekthaftung in Anspruch nimmt, nicht auf die in dieser Bestimmung vorgesehene Zustï¿½ndigkeit berufen kann.
3. Art. 5 Nr. 3 der Verordnung Nr. 44/2001 ist dahin auszulegen, dass er fï¿½r eine Klage, mit der der Emittent eines Zertifikats aus Prospekthaftung und wegen Verletzung sonstiger ihm obliegender Informationspflichten in Anspruch genommen wird, gilt, sofern diese Haftung keine Vertragsangelegenheit im Sinne von Art. 5 Nr. 1 dieser Verordnung ist. Nach Art. 5 Nr. 3 der Verordnung Nr. 44/2001 sind die Gerichte am Wohnsitz des Klï¿½gers in Anknï¿½pfung an die Verwirklichung des Schadenserfolgs fï¿½r eine solche Klage insbesondere dann zustï¿½ndig, wenn sich der behauptete Schaden unmittelbar auf einem Bankkonto des Klï¿½gers bei einer Bank im Zustï¿½ndigkeitsbereich dieser Gerichte verwirklicht.
4. Im Rahmen der Prï¿½fung der Zustï¿½ndigkeit nach der Verordnung Nr. 44/2001 ist nicht erforderlich, zu strittigen Tatsachen, die sowohl fï¿½r die Frage der Zustï¿½ndigkeit als auch fï¿½r das Bestehen des geltend gemachten Anspruchs von Relevanz sind, ein umfassendes Beweisverfahren durchzufï¿½hren. Dem angerufenen Gericht steht jedoch frei, seine internationale Zustï¿½ndigkeit im Licht aller ihm vorliegender Informationen zu prï¿½fen, wozu gegebenenfalls auch die Einwï¿½nde des Beklagten gehï¿½ren.
EuGH 21. 1. 2015, verb Rs C-482/13, C-484/13, C-485/13 und C-487/13, Unicaja Banco & Caixabank - ZFR 2015/58, 115 (N. Raschauer)
Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Vorschrift nicht entgegensteht, wonach das nationale Gericht, das mit einem Hypothekenvollstreckungsverfahren befasst ist, verpflichtet ist, die Betrï¿½ge, die nach der Klausel eines Hypothekendarlehensvertrags, die Verzugszinsen vorsieht, deren Satz das Dreifache des gesetzlichen Zinssatzes ï¿½bersteigt, geschuldet werden, neu berechnen zu lassen, damit der Zinsbetrag diese Schwelle nicht ï¿½berschreitet, sofern die Anwendung dieser nationalen Vorschrift:
ï¿½ der Wï¿½rdigung der Missbrï¿½uchlichkeit einer solchen Klausel durch das nationale Gericht nicht vorgreift und
ï¿½ das Gericht nicht daran hindert, diese Klausel unangewendet zu lassen, wenn es zu dem Ergebnis kommen sollte, dass sie ï¿½missbrï¿½uchlichï¿½ im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 93/13 ist.
EuGH 18. 12. 2014, C-449/13, CA Consumer Finance - RdW 2015/92, 92
1. Die Vorschriften der Richtlinie 2008/48/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 ï¿½ber Verbraucherkreditvertrï¿½ge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates sind dahin auszulegen, dass
ï¿½ sie zum einen einer nationalen Regelung entgegenstehen, nach der die Beweislast fï¿½r die Nichterfï¿½llung der Verpflichtungen nach den Art. 5 und 8 der Richtlinie 2008/48 dem Verbraucher obliegt, und
ï¿½ sie zum anderen dem entgegenstehen, dass der Richter aufgrund einer Standardklausel annehmen muss, dass der Verbraucher die korrekte und vollstï¿½ndige Erfï¿½llung der dem Kreditgeber obliegenden vorvertraglichen Verpflichtungen bestï¿½tigt hat, und diese Klausel daher eine Umkehr der Beweislast fï¿½r die Erfï¿½llung dieser Verpflichtungen nach sich zieht, die die Effektivitï¿½t der aus der Richtlinie 2008/48 resultierenden Rechte gefï¿½hrden kï¿½nnte.
2. Art. 8 Abs. 1 der Richtlinie 2008/48 ist dahin auszulegen, dass er zum einen einer Bewertung der Kreditwï¿½rdigkeit des Verbrauchers einzig auf Grundlage der von diesem erteilten Auskï¿½nfte nicht entgegensteht, vorausgesetzt, dass diese Auskï¿½nfte ausreichen und einfachen Angaben des Verbrauchers Belege beigefï¿½gt sind, und dass er zum anderen den Kreditgeber nicht dazu verpflichtet, die Richtigkeit der vom Verbraucher erteilten Auskï¿½nfte systematisch zu ï¿½berprï¿½fen.
3. Art. 5 Abs. 6 der Richtlinie 2008/48 ist dahin auszulegen, dass er zwar der Erteilung angemessener Erlï¿½uterungen durch den Kreditgeber an den Verbraucher vor Bewertung der finanziellen Situation und der Bedï¿½rfnisse des Verbrauchers nicht entgegensteht, sich aber herausstellen kann, dass die Bewertung der Kreditwï¿½rdigkeit des Verbrauchers eine Anpassung der erteilten angemessenen Erlï¿½uterungen erfordert, die dem Verbraucher rechtzeitig, vor Unterzeichnung des Kreditvertrags, mitzuteilen sind, ohne dass jedoch ein spezifisches Dokument zu erstellen wï¿½re.
OGH 15. 12. 2014, 6 Ob 195/14s - ï¿½BA 2015/2112, 381
Nach stï¿½ndiger Rechtsprechung haftet der Bï¿½rge mangels ausdrï¿½cklicher ï¿½bernahme nicht fï¿½r die Verzugsfolgen des Schuldners. Anderes gilt jedoch, wenn solche Folgen bereits auf einem eigenen Verzug des Bï¿½rgen beruhen. Wenn die Vorinstanzen in Anbetracht des Wortlauts der Erklï¿½rung der Beklagten, sie ï¿½bernehme fï¿½r die ï¿½Vertragserfï¿½llungï¿½ die volle Haftung, den Ersatz von Prozesskosten als davon nicht umfasst beurteilt haben, haben sie den ihnen hier zukommenden Beurteilungsspielraum nicht ï¿½berschritten.
Daran vermag auch der Umstand nichts zu ï¿½ndern, dass die Beklagte ausdrï¿½cklich die Haftung als Bï¿½rgin und Zahlerin ï¿½bernommen hat. Auch bei einer Haftung als Bï¿½rge und Zahler sind mit Ausnahme des Subsidiaritï¿½tsgrundsatzes die Bï¿½rgschaftsregeln anzuwenden, was bedeutet, dass eine eigentliche Solidarschuld von Bï¿½rge und Zahler sowie Hauptschuldner nicht besteht.
OGH 27. 11. 2014, 1 Ob 88/14v - RdW 2015/207, 224
Zur Unzulï¿½ssigkeit diverser Klauseln in Bank-AGB.
OGH 19. 11. 2014, 6 Ob 157/14b - RdW 2015/220, 235; ZFR 2015/108, 219
Das Bankgeheimnis kann im Fall der Klagsfï¿½hrung des klagenden Kreditinstituts gegen seine vormaligen Aktionï¿½re und Organwalter aus Schadenersatz nicht entgegenstehen: Es muss - auch und gerade im Interesse seiner Kunden - dem Kreditinstitut wie jedem anderen Rechtssubjekt mï¿½glich sein, unter den sonstigen Anspruchsvoraussetzungen Schadenersatz von Schï¿½digern zu verlangen und gerichtlich durchzusetzen. Die Meinung, das Kreditinstitut kï¿½nne im Prozess alle Umstï¿½nde, deren Offenbarung das Bankgeheimnis entgegensteht (wie zB alle notleidenden Kreditverhï¿½ltnisse), eben nicht vortragen und beweisen, brï¿½chte das Kreditinstitut in einen derartigen Notstand, dem Gesetz gemï¿½ï¿½ vorzubringen (ï¿½ï¿½ 178, 182 ZPO), und in einen derartigen Beweisnotstand, dass eine sinnvolle Klagsfï¿½hrung unmï¿½glich wï¿½re und die Bank somit diese Schadenersatzansprï¿½che nicht verfolgen kï¿½nnte. Dieses Ergebnis stï¿½nde im Hinblick auf die Ungleichbehandlung des klagenden Kreditinstituts unter dem Verdacht, gleichheitswidrig und damit verfassungswidrig zu sein (Art 2 StGG, Art 7 B-VG). Ein solches wohl verfassungswidriges Auslegungsergebnis ist aber zu vermeiden
Um dem Kreditinstitut die Verfolgung seiner Ansprï¿½che und gleichzeitig die Einhaltung des Bankgeheimnisses gegenï¿½ber der ï¿½ffentlichkeit zu ermï¿½glichen, ist es aber notwendig, die ï¿½ffentlichkeit von den Verhandlungen auszuschlieï¿½en. Die Behauptung und Bescheinigung durch das Kreditinstitut, dass von den Kunden keine Entbindung vom Bankgeheimnis zu erlangen gewesen sei, ist dafï¿½r keine Bedingung.
OGH 19. 11. 2014, 3 Ob 180/14p - ï¿½BA 2015/2109, 378
Zur Zulï¿½ssigkeit einer Verdachtspfï¿½ndung:
Die Anfï¿½hrung der Kontonummer ist fï¿½r die Spezifizierung der Forderung nicht erforderlich. Auch die Angabe der Hï¿½he der in Exekution gezogenen Forderung ist kein Erfordernis fï¿½r die Konkretisierung, weil eine ohne Einschrï¿½nkung bewilligte Exekution eben die gesamte Forderung erfasst.
Auch die Inanspruchnahme von 12 Bankinstituten als Drittschuldner steht der Exekutionsbewilligung nicht entgegen.
OGH 29. 10. 2014, 7 Ob 106/14k - RdW 2015/160, 165; ZFR 2015/65, 130
Zur Unzulï¿½ssigkeit der Kï¿½ndigung eines Kreditvertrages aus wichtigem Grund seitens des Kreditinstituts.
BGH 23. 10. 2014, IX ZR 290/13 - ZFR 2015/85, 171
Wird eine Kreditkarte als Barzahlungsersatz eingesetzt, richtet sich die Deckungsanfechtung in der Insolvenz des Karteninhabers gegen das Vertragsunternehmen und nicht gegen den Kartenaussteller.
OGH 23. 10. 2014, 2 Ob 224/13z - JBl 2015, 48; ï¿½BA 2015/2082, 144; RdW 2015/158, 163 - ecolex 2015/225 (Buchleitner)
Ausfï¿½hrlich zur Frage, ob nach Inkrafttreten des ZaDiG bei einer fehlerhaften Inlandsï¿½berweisung die Empfï¿½ngerbank weiterhin zur ï¿½berprï¿½fung der ï¿½bereinstimmung von Kontonummer und Kontowortlaut (Bezeichnung des Empfï¿½ngers) verpflichtet ist, sowie zur Frage nach der Haftung bei einer derartigen Fehlï¿½berweisung.
OGH 22. 10. 2014, 1 Ob 173/14v - JBl 2015, 180; RdW 2015/22, 22; ZFR 2015/66, 134 (Baier)
Zur Frage der Haftung fï¿½r nach Einlï¿½sung wieder in Umlauf gelangte Inhaberschuldverschreibungen.
OGH 21. 10. 2014, 4 Ob 133/14h - ï¿½BA 2015/2100, 292; RdW 2015/153, 159; ZFR 2015/109, 223
Ausfï¿½hrlich zur Frage der Verteilung des Risikos des Drittmissbrauchs einer Kreditkarte zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen bei Chip-mit-PIN-Transaktionen sowie zur Verteilung der diesbezï¿½glichen Beweislast.
OGH 9. 10. 2014, 6 Ob 155/14h - ï¿½BA 2015/2094, 225; RdW 2015/159, 165; ZFR 2015/67, 138
Zur Frage der Zulï¿½ssigkeit der gerichtlichen Hinterlegung von Wertpapieren gem ï¿½ 1425 im Zusammenhang mit dem Depotgeschï¿½ft.
OGH 29. 9. 2014, 8 Ob 86/14a - ï¿½BA 2015/2097, 279 (P. Bydlinski/J. Wï¿½hl); ZFR 2015/11, 32
Zur Frage, ob ein Verstoï¿½ gegen die Sorgfaltspflicht des Glï¿½ubigers im Sinn des ï¿½ 1364 ABGB nur Schadenersatzansprï¿½che des Bï¿½rgen begrï¿½ndet oder ob er zum Wegfall des Bï¿½rgschaftsanspruchs fï¿½hrt, sowie allgemein zu Obliegenheiten des Glï¿½ubigers einer besicherten Verbindlichkeit.
OGH 26. 9. 2014, 5 Ob 4/14w - ZFR 2014/46, 91
Ausfï¿½hrlich zur Frage, ob das auï¿½erordentliche Kï¿½ndigungsrecht in Ergï¿½nzungskapitalbedingungen wirksam ausgeschlossen werden kann und ob dieser Ausschluss auch dann wirksam bleibt, wenn der Ergï¿½nzungskapitalschuldner durch Einstellung des Bankbetriebs und Zurï¿½cklegung der Bankkonzession nachtrï¿½glich aus dem Anwendungsbereich des BWG fï¿½llt.
OGH 18. 9. 2014, 1 Ob 37/14v - ï¿½BA 2015/2098, 282; RdW 2015/91, 91
Zur Frage, ob die Voraussetzungen des ï¿½ 28a Abs 1 KSchG auch dann vorliegen, wenn der Unternehmer nach der Unwirksamerklï¿½rung einer Klausel in seinen allgemeinen Geschï¿½ftsbedingungen diese Klausel unter Berufung auf ergï¿½nzende Vertragsauslegung im Ergebnis weiterhin anwendet.
OGH 17. 9. 2014, 4 Ob 120/14x - ï¿½BA 2015/2075, 70; ZFR 2015/107, 219
Zur rechtsmissbrï¿½uchlichen Inanspruchnahme einer Bankgarantie im Falle der Abtretung der Rechte aus jener Bankgarantie.
EuGH 17. 9. 2014, C-441/12, Almer Beheer und Daedalus Holding - ZFR 2015/34, 67
Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2003/71/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 betreffend den Prospekt, der beim ï¿½ffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei deren Zulassung zum Handel zu verï¿½ffentlichen ist, und zur ï¿½nderung der Richtlinie 2001/34/EG in der durch die Richtlinie 2008/11/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 11. Mï¿½rz 2008 geï¿½nderten Fassung ist dahin auszulegen, dass die Pflicht zur Verï¿½ffentlichung eines Prospekts vor jedwedem ï¿½ffentlichen Angebot von Wertpapieren nicht fï¿½r eine Zwangsversteigerung von Wertpapieren wie die im Ausgangsverfahren in Rede stehende gilt.
OGH 17. 9. 2014, 6 Ob 123/14b - ï¿½BA 2015/2102, 297; ZFR 2015/12, 33; RdW 2015/32, 28
Zur Frage nach dem Ende des gemï¿½ï¿½ ï¿½ 20 Abs 4 BWG eingetretenen Ruhens der Stimmrechte von Beteiligungen, wenn nach dem Erwerb einer qualifizierten Beteiligung ein Teil der Beteiligung aufgegeben und dadurch der Schwellenwert fï¿½r eine qualifizierte Beteiligung unterschritten wurde.
EuGH 11. 9. 2014, C-88/13, Gruslin - wbl 2014/231, 692; ZFR 2014/235, 369
Die in Art. 45 der Richtlinie 85/611/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen fï¿½r gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) in der durch die Richtlinie Nr. 95/26/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 1995 geï¿½nderten Fassung vorgesehene Verpflichtung, nach der ein Organismus fï¿½r gemeinsame Anlagen in Wertpapieren, der seine Anteile in einem anderen als dem Mitgliedstaat vertreibt, in dem er ansï¿½ssig ist, die Zahlungen an die Anteilinhaber im Mitgliedstaat des Vertriebs sicherstellen muss, ist dahin auszulegen, dass sie nicht die Aushï¿½ndigung an Anteilinhaber von Zertifikaten ï¿½ber Anteile einschlieï¿½t, die auf ihren Namen in das vom Emittenten gefï¿½hrte Verzeichnis der Anteilinhaber eingetragen sind.
OGH 28. 8. 2014, 6 Ob 108/13w - ï¿½BA 2015/2069, 53 (Seeber); wbl 2015/36, 106; ZFR 2015/14, 35; RdW 2015/30, 26
Umfassend (ua) zum Schutzzweck der ï¿½ï¿½ 22 ff BWG:
Nicht das Kreditinstitut selbst soll vor allfï¿½lligen Verlusten geschï¿½tzt werden; es soll vielmehr sichergestellt werden, dass der Kapitalmarkt stabilisiert wird und funktioniert. Dass sich die diesbezï¿½glichen Bestimmungen im Wege einer bloï¿½en Reflexwirkung auch zugunsten des Kreditinstituts auswirken, ï¿½ndert nichts daran, dass die ï¿½ï¿½ 22 ff BWG kein Schutzgesetz zugunsten des Kreditinstituts darstellen.
OGH 25. 8. 2014, 8 Ob 39/14i - ï¿½BA 2015/2091, 222
Zur Aussonderung einer Forderung samt Sicherheiten bei Konkurs des Treuhï¿½nders.
OGH 25. 7. 2014, 5 Ob 118/14k - ï¿½BA 2015/2096, 227
Zur Unzulï¿½ssigkeit der Verbï¿½cherung von Wertsicherungsklauseln.
OGH 24. 7. 2014, 1 Ob 105/14v - ï¿½BA 2015/2089, 211 (Knyrim); RdW 2015/19, 19; ZFR 2014/250, 387
Zur Unzulï¿½ssigkeit diverser Klauseln in den AGB eines Kreditkartenunternehmens.
OGH 23. 7. 2014, 3 Ob 113/14k - ï¿½BA 2015/2093, 223
Zum rechtsmissbrï¿½uchlichen Abruf einer Bankgarantie durch den Zessionar.
OGH 17. 7. 2014, 4 Ob 51/14z - ï¿½BA 2015/2086, 151
Zur Abtretung von Forderungen aus einer Bankgarantie.
OGH 15. 7. 2014, 10 Ob 21/14g - ï¿½BA 2015/2090, 218
Zur internationalen Zustï¿½ndigkeit bei grenzï¿½berschreitenden Verbraucherkreditvertrï¿½gen.
OGH 15. 7. 2014, 10 Ob 31/14b - ï¿½BA 2015/2084, 149
Zu Fragen im Zusammenhang mit der Vermï¿½gensanlage Minderjï¿½hriger.
OGH 25. 6. 2014, 3 Ob 57/14z - ZFR 2014/248, 384
Zur Unzulï¿½ssigkeit zweier Klauseln in Bank-AGB wegen Intransparenz bzw grï¿½blicher Benachteiligung (Vereinbarung eines Entgelts fï¿½r eine Restschuldbestï¿½tigung bzw Vorschreibung eines Kontoschlieï¿½ungsentgelts fï¿½r einen Rahmenkredit).
OGH 25. 6. 2014, 9 Ob 13/14y - ï¿½BA 2014/2061, 931 (Mechtler/Spies)
Zu Fragen im Zusammenhang mit der Abgabenschuld des wirtschaftlichen Eigentï¿½mers nach dem EU-Quellensteuergesetz und der Begleichung dieser iSd ï¿½ 1358 ABGB fremden Schuld durch die Bank als Zahlstelle.
OGH 17. 6. 2014, 10 Ob 27/14i - JBl 2014, 655 (P. Bydlinski); ï¿½BA 2014/2049, 760; ZFR 2014/212, 342
Zur Unzulï¿½ssigkeit der Einhebung von "Zahlscheingebï¿½hren" (vgl EuGH 9. 4. 2014, C-616/11, T-Mobile Austria).
BGH 13. 5. 2014, XI ZR 405/12 - ZFR 2015/85, 171
Die in den Allgemeinen Geschï¿½ftsbedingungen eines Kreditinstituts fï¿½r den Abschluss von Privatkreditvertrï¿½gen enthaltene Bestimmung "Bearbeitungsentgelt einmalig 1%" unterliegt nach ï¿½ 307 Abs 3 Satz 1 BGB der richterlichen Inhaltskontrolle und ist im Verkehr mit Verbrauchern gem ï¿½ 307 Abs 1 Satz 1, Abs 2 Nr 1 BGB unwirksam.
BGH 13. 5. 2014, XI ZR 170/13 - ZFR 2015/85, 171
1. Eine Bestimmung ï¿½ber ein Bearbeitungsentgelt in einem Darlehensvertrag zwischen einem Kreditinstitut und einem Verbraucher ist auch dann vorformuliert iSv ï¿½ 305 Abs 1 Satz 1 BGB, wenn das Bearbeitungsentgelt nicht in bestimmter Hï¿½he in einem Preisaushang oder einem Preis- und Leistungsverzeichnis ausgewiesen ist. Ausreichend ist, dass das Bearbeitungsentgelt wie hier beim Abschluss eines Online-Darlehensvertrages zum Zwecke kï¿½nftiger wiederholter Einbeziehung in Vertragstexte "im Kopf" des Kreditinstituts als Klauselverwender gespeichert ist, anhand der Daten des individuellen Darlehensvertrages nach bestimmten Vorgaben errechnet und sodann in den Vertrag einbezogen wird.
2. Eine solche Bestimmung unterliegt nicht anders als der Inhalt eines Preisaushangs oder eines Preis- und Leistungsverzeichnisses als Allgemeine Geschï¿½ftsbedingung der richterlichen Inhaltskontrolle (ï¿½ 307 Abs 3 Satz 1 BGB) und ist im Verkehr mit Verbrauchern gem ï¿½ 307 Abs 1 Satz 1, Abs 2 Nr 1 BGB unwirksam.
LG St. Pï¿½lten 28. 5. 2014, 23 R 223/14p - iFamZ 2014, 256 (Parapatits)
Ein Bankinstitut ist gegenï¿½ber dem Sachwalterschaftsï¿½gericht auch ohne Vorlage der Urkunde verpflichtet, bestimmte Auskï¿½nfte ï¿½ber Kleinbetragssparbï¿½cher unter 15.000 Euro zu erteilen, wenn das Sparbuch ursprï¿½nglich fï¿½r die betroffene Person errichtet wurde. Es ist Auskunft darï¿½ber zu geben, wann das Sparbuch unter welcher Bezeichnung errichtet wurde, ob es innerhalb eines gewissen Zeitraums noch Bewegungen auf dem Sparbuch gegeben hat und, wenn ja, ob Auszahlungen an die betroffene Person oder allenfalls eine (nicht zu nennende) dritte Person erfolgt sind.
VwGH 23. 5. 2014, Ro 2014/02/0040 - ï¿½BA 2015/169, 153
Zur Frage nach der Rechtswidrigkeit bei fehlender rï¿½umlicher Trennung sowie Nutzung eines gemeinsamen Computersystems durch die Kundenhandels- und die Eigenhandelsabteilung einer Bank.
OGH 20. 5. 2014, 4 Ob 227/13f - ZFR 2014/252, 391
Zur (fehlenden) Staatenimmunitï¿½t bei Klagen von Anleiheglï¿½ubigern.
OGH 20. 5. 2014, 4 Ob 17/14z - ï¿½BA 2014/2050, 762
Ausfï¿½hrlich zur Frage, wie Zahlungen eines Interzedenten, die er aufgrund einer Vereinbarung mit dem Glï¿½ubiger vor Fï¿½lligkeit mit dem Ziel der Entlassung aus der Haftung leistet, auf die Hauptforderung anzurechnen sind.
OGH 15. 5. 2014, 6 Ob 167/13x - ï¿½BA 2015/2071, 63; ZFR 2014/249, 384
Ausfï¿½hrlich zu einer mittels Bank-AGB erfolgenden Pfandrechtseinrï¿½umung.
OGH 15. 5. 2014, 6 Ob 68/14i - ï¿½BA 2015/2076, 71; ZFR 2014/208, 339
Zur Zinsanpassung bei Unternehmerkrediten.
EuGH 15. 5. 2014, C-359/12, Timmel - ï¿½BA 2015/60, 73; RdW 2014/366, 333; ZFR 2014/138, 218; zu den Schlussantrï¿½gen des Generalanwalts vgl RdW 2014/39, 24; ZFR 2014/77, 129; Zib, Basisprospekt, endgï¿½ltige Bedingungen und Prospektnachtrag ï¿½ zu EuGH C-359/12 (Timmel), ï¿½BA 2015, 333
1. Art. 22 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 809/2004 der Kommission vom 29. April 2004 zur Umsetzung der Richtlinie 2003/71/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates betreffend die in Prospekten enthaltenen Informationen sowie das Format, die Aufnahme von Informationen mittels Verweis und die Verï¿½ffentlichung solcher Prospekte und die Verbreitung von Werbung ist dahin auszulegen, dass gemï¿½ï¿½ Abs. 1 dieser Vorschrift zwingend aufzunehmende Informationen, die zwar zum Zeitpunkt der Verï¿½ffentlichung des Basisprospekts nicht bekannt waren, jedoch zum Zeitpunkt der Verï¿½ffentlichung eines Nachtrags zu diesem Prospekt bekannt sind, in den Nachtrag aufzunehmen sind, wenn es sich bei den Informationen um einen wichtigen neuen Umstand oder eine wesentliche Unrichtigkeit oder Ungenauigkeit, die die Beurteilung der Wertpapiere beeinflussen kï¿½nnten, im Sinne von Art. 16 Abs. 1 der Richtlinie 2003/71/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 betreffend den Prospekt, der beim ï¿½ffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei deren Zulassung zum Handel zu verï¿½ffentlichen ist, handelt; dies zu beurteilen ist Sache des vorlegenden Gerichts.
2. Die Verï¿½ffentlichung eines Basisprospekts ohne die zwingend notwendigen Informationen gemï¿½ï¿½ Art. 22 Abs. 1 der Verordnung Nr. 809/2004, insbesondere die in Anhang V dieser Verordnung aufgefï¿½hrten Angaben, genï¿½gt nicht den Anforderungen von Art. 22 der Verordnung, wenn sie nicht durch die Verï¿½ffentlichung der endgï¿½ltigen Bedingungen ergï¿½nzt wird. Damit die Informationen, die gemï¿½ï¿½ Art. 22 Abs. 1 der Verordnung Nr. 809/2004 im Basisprospekt enthalten sein mï¿½ssen, in die endgï¿½ltigen Konditionen eingefï¿½gt werden kï¿½nnen, mï¿½ssen im Basisprospekt die Informationen angegeben werden, die in die endgï¿½ltigen Konditionen aufzunehmen sind, und diese Informationen mï¿½ssen die in Art. 22 Abs. 4 der Verordnung genannten Anforderungen erfï¿½llen.
3. Art. 29 Abs. 1 Nr. 1 der Verordnung Nr. 809/2004 ist dahin auszulegen, dass das Erfordernis der leichten Zugï¿½nglichkeit eines Prospekts bei Aufrufen der Webseite, auf der er verï¿½ffentlicht wird, nicht erfï¿½llt ist, wenn auf der Website eine mit einer Haftungsausschlussklausel und der Pflicht zur Bekanntgabe einer E‑Mail-Adresse verbundene Registrierungspflicht besteht, wenn dieser elektronische Zugang kostenpflichtig ist oder wenn die kostenlose Abrufbarkeit von Prospektteilen auf zwei Dokumente pro Monat begrenzt ist.
4. Art. 14 Abs. 2 Buchst. b der Richtlinie 2003/71 ist dahin auszulegen, dass der Basisprospekt dem Publikum sowohl am Sitz des Emittenten als auch bei den Finanzintermediï¿½ren zur Verfï¿½gung gestellt werden muss.
BGH 13. 5. 2014, XI ZR 170/13 und XI ZR 405/12
Zur Unwirksamkeit von Bearbeitungsentgelten fï¿½r Privatkredite in Banken-AGB.
EuGH 30. 4. 2014, C-26/13, Kï¿½sler/Kï¿½slernï¿½ Rï¿½bai - ï¿½BA 2014/59, 956; RdW 2014/361, 330; Zak 2014/303, 162; ZFR 2014/139, 219; zu den Schlussantrï¿½gen des Generalanwalts vgl ZFR 2014/78, 129
1. Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. April 1993 ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass
ï¿½ der Begriff ï¿½Hauptgegenstand des Vertragesï¿½ eine in einem Vertrag ï¿½ber ein Fremdwï¿½hrungsdarlehen zwischen einem Gewerbetreibenden und einem Verbraucher enthaltene und nicht im Einzelnen ausgehandelte Klausel wie die im Ausgangsverfahren in Rede stehende, nach der der Verkaufskurs dieser Wï¿½hrung bei der Berechnung der Zahlungen zur Darlehenstilgung Anwendung findet, nur dann erfasst, wenn festgestellt worden ist ï¿½ was das vorlegende Gericht unter Berï¿½cksichtigung der Natur, der Systematik und der Bestimmungen des Vertrags sowie seines rechtlichen und tatsï¿½chlichen Kontexts zu prï¿½fen hat ï¿½, dass die betreffende Klausel eine Hauptleistung dieses Vertrags festlegt, die ihn als solche charakterisiert;
ï¿½ bei einer solchen Klausel aus der mit ihr verbundenen finanziellen Verpflichtung fï¿½r den Verbraucher, im Rahmen der Darlehenstilgung die sich aus dem Unterschied zwischen dem Verkaufs- und dem Ankaufskurs der auslï¿½ndischen Wï¿½hrung ergebenden Differenzbetrï¿½ge zu entrichten, nicht geschlossen werden kann, dass sie ein ï¿½Entgeltï¿½ umfasst, dessen Angemessenheit als Gegenleistung fï¿½r eine vom Darlehensgeber erbrachte Leistung nicht Gegenstand einer Beurteilung der Missbrï¿½uchlichkeit aufgrund von Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 93/13 sein kann.
2. Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 93/13 ist dahin auszulegen, dass das Erfordernis, dass eine Vertragsklausel klar und verstï¿½ndlich abgefasst sein muss, bei einer Vertragsklausel wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden so zu verstehen ist, dass die betreffende Vertragsklausel nicht nur in grammatikalischer Hinsicht fï¿½r den Verbraucher nachvollziehbar sein muss, sondern dass der Vertrag auch die konkrete Funktionsweise des Verfahrens zur Umrechnung der auslï¿½ndischen Wï¿½hrung, auf die die betreffende Klausel Bezug nimmt, und das Verhï¿½ltnis zwischen diesem und dem durch andere, die Auszahlung des Darlehens betreffende Klauseln vorgeschriebenen Verfahren in transparenter Weise darstellen muss, damit der betroffene Verbraucher in der Lage ist, die sich fï¿½r ihn daraus ergebenden wirtschaftlichen Folgen auf der Grundlage genauer und nachvollziehbarer Kriterien einzuschï¿½tzen.
3. Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 93/13 ist in einer Situation wie der des Ausgangsverfahrens, in der ein Vertrag zwischen einem Gewerbetreibenden und einem Verbraucher nach Wegfall einer missbrï¿½uchlichen Klausel nicht mehr durchfï¿½hrbar ist, dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung nicht entgegensteht, die es dem nationalen Gericht ermï¿½glicht, der Nichtigkeit der missbrï¿½uchlichen Klausel dadurch abzuhelfen, dass es sie durch eine dispositive Vorschrift des nationalen Rechts ersetzt.
OGh 29. 4. 2014, 2 Ob 84/13m - RdW 2014/435, 405
Zu den Fragen, ob bei einer nominellen Kapitalherabsetzung auch die Zustimmung der Inhaber von Partizipationsscheinen erforderlich ist und ob vor einer solchen nominellen Kapitalherabsetzung die Haftrï¿½cklage eines Kreditinstituts aufgelï¿½st werden muss.
VwGH 29. 4. 2014, 2012/17/0554, 0555 - ï¿½BA 2014/151, 627 (Zahradnik); ZFR 2014/200, 321
Zur Bekanntgabepflicht bezï¿½glich einer Insider-Information gem ï¿½ 48d Abs 1 Bï¿½rseG iVm ï¿½ 48a Abs 1 Z 1 lit a Bï¿½rseG.
OGH 28. 4. 2014, 8 Ob 25/14f - RdW 2014/576, 525
Zur Marktmanipulation nach ï¿½ 48a Abs 1 Z 2 lit c Bï¿½rseG sowie zur Empfehlung iSd ï¿½ 48f Abs 1 Z 3 Bï¿½rseG.
OGH 10. 4. 2014, 6 Ob 1/14m - ï¿½BA 2014/2045, 689
Zur Frage nach dem Zustandekommen eines Beratungsvertrages bei Abschluss eines (Fremdwï¿½hrungs-)Kredits zur Umschuldung.
OGH 10. 4. 2014, 6 Ob 56/14z - ï¿½BA 2014/2034, 545; RdW 2014/630, 580
Zu Fragen iZm der Kreditgewï¿½hrung: Rï¿½ckzahlungspflicht des Geschï¿½ftsunfï¿½higen (nur) im Umfang seiner Bereicherung; keine Haftung der Bank wegen Verletzung einer Aufklï¿½rungspflicht.
EuGH 9. 4. 2014, C-616/11, T-Mobile Austria - RdW 2014/276, 256; wbl 2014/86, 266
1. Art. 52 Abs. 3 der Richtlinie 2007/64/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 13. November 2007 ï¿½ber Zahlungsdienste im Binnenmarkt, zur ï¿½nderung der Richtlinien 97/7/EG, 2002/65/EG, 2005/60/EG und 2006/48/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 97/5/EG ist dahin auszulegen, dass er auf die Nutzung eines Zahlungsinstruments im Rahmen des Vertragsverhï¿½ltnisses zwischen einem Mobilfunkbetreiber als Zahlungsempfï¿½nger und seinem Kunden als Zahler Anwendung findet.
2. Art. 4 Nr. 23 der Richtlinie 2007/64 ist dahin auszulegen, dass es sich sowohl bei dem Verfahren zur Erteilung eines ï¿½berweisungsauftrags durch einen vom Zahler eigenhï¿½ndig unterschriebenen Zahlschein als auch bei dem Verfahren zur Erteilung eines ï¿½berweisungsauftrags im Onlinebanking um Zahlungsinstrumente im Sinne dieser Bestimmung handelt.
3. Art. 52 Abs. 3 der Richtlinie 2007/64 ist dahin auszulegen, dass er den Mitgliedstaaten die Befugnis einrï¿½umt, Zahlungsempfï¿½ngern generell zu untersagen, vom Zahler fï¿½r die Nutzung eines Zahlungsinstruments ein Entgelt zu verlangen, sofern die nationale Regelung insgesamt der Notwendigkeit Rechnung trï¿½gt, den Wettbewerb und die Nutzung effizienter Zahlungsinstrumente zu fï¿½rdern, was zu prï¿½fen Sache des vorlegenden Gerichts ist.
EuGH 27. 3. 2014, C-565/12, Le Crï¿½dit Lyonnais - RdW 2014/287, 261; ZFR 2014/105, 164; ï¿½BA 2014/57, 695 (Foglar-Deinhardstein)
Zur Unterlassung einer Bonitï¿½tsprï¿½fung beim Verbraucherkredit:
Art. 23 der Richtlinie 2008/48/EG des Europï¿½ischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 ï¿½ber Verbraucherkreditvertrï¿½ge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates ist dahin auszulegen, dass er der Anwendung einer nationalen Sanktionsregelung entgegensteht, nach der ein Kreditgeber, der seiner vorvertraglichen Verpflichtung zur Prï¿½fung der Kreditwï¿½rdigkeit des Kreditnehmers durch Abfrage einer entsprechenden Datenbank nicht nachgekommen ist, seinen Anspruch auf die vertraglich vereinbarten Zinsen verwirkt, jedoch kraft Gesetzes Zinsen zum gesetzlichen Satz verlangen kann, die ab der Verkï¿½ndung der gerichtlichen Entscheidung fï¿½llig sind, mit der der betreffende Kreditnehmer zur Zahlung der ausstehenden Betrï¿½ge verurteilt wurde, und auï¿½erdem um fï¿½nf Punkte erhï¿½ht werden, wenn der Kreditnehmer nach Ablauf einer Frist von zwei Monaten ab dem Tag der Verkï¿½ndung dieser Entscheidung seine Schuld nicht beglichen hat, sofern das vorlegende Gericht feststellt, dass in einem Fall wie dem des Ausgangsverfahrens, in dem der noch geschuldete Hauptbetrag aufgrund des Zahlungsverzugs des Kreditnehmers sofort fï¿½llig geworden ist, die an den Kreditgeber infolge der Anwendung der Sanktion der Verwirkung des Zinsanspruchs tatsï¿½chlich zu zahlenden Betrï¿½ge nicht wesentlich geringer sind als diejenigen, die ihm zustï¿½nden, wenn er seiner Verpflichtung zur Prï¿½fung der Kreditwï¿½rdigkeit des Kreditnehmers nachgekommen wï¿½re.
OGH 25. 3. 2014, 10 Ob 14/14b - ï¿½BA 2014/2052, 767
Zum Rechtsmissbrauch beim Garantieabruf.
VwGH 24. 3. 2014, 2012/17/0118 - ï¿½BA 2014/150, 625 (Zahradnik); ZFR 2014/201, 324
Zum Zeitpunkt des Vorliegens einer Insider-Information wï¿½hrend laufender Verhandlungen.
OGH 24. 3. 2014, 8 Ob 17/14d - ï¿½BA 2014/2054, 769
Zur missbrï¿½uchlichen Inanspruchnahme einer Bankgarantie.
OGH 19. 3. 2014, 7 Ob 22/14g - ï¿½BA 2014/2053, 769
Zur Auslegung eines Kreditvertrags.
VwGH 24. 2. 2014, 2012/17/0004 - ï¿½BA 2014/149, 548
Zur Marktmanipulation gem ï¿½ 48c iVm ï¿½ 48a Abs 1 Z 2 lit a Bï¿½rseG.
OGH 21. 2. 2014, 5 Ob 103/13b - ï¿½BA 2014/2025, 454; RdW 2014/503, 457
Der Anwendungsbereich des ï¿½ 25c KSchG beschrï¿½nkt sich auf Mitschuldner, die einer materiell fremden Verbindlichkeit (ï¿½bernahme einer Haftung fï¿½r Rechnung eines anderen und im fremden Interesse) beitreten. Personen, die gemeinsam und im gemeinsamen Interesse eine Verbindlichkeit als echte Mitschuld eingehen, sind vom Anwendungsbereich des ï¿½ 25c KSchG hingegen nicht erfasst.
Fï¿½r die Klï¿½rung der Frage, ob eine materiell fremde Schuld besichert oder eine ï¿½echteï¿½ Mitschuld eingegangen werden soll, ist das dem Glï¿½ubiger bekannte oder von ihm leicht erforschbare Innenverhï¿½ltnis der beiden Schuldner maï¿½geblich. Dabei lï¿½sst sich eine materiell fremde Schuld dadurch charakterisieren, dass dem Interzedenten im Fall seiner Inanspruchnahme ein Regressanspruch gegenï¿½ber dem Schuldner zustï¿½nde. Um dies zu beurteilen, ist der Parteiwille maï¿½geblich, der, wenn er nicht ausdrï¿½cklich erklï¿½rt wird, aus den Umstï¿½nden beim Vertragsabschluss zu erschlieï¿½en ist.
Liegt die Aufnahme einer Verbindlichkeit von Ehegatten - hier die Aufnahme eines Kredits zum Erwerb einer Liegenschaft und Errichtung eines Hauses darauf als Familienwohnsitz - im gemeinsamen Interesse von Eheleuten und wird dieser Zweck bei der Kreditaufnahme offengelegt, wird dadurch eine ï¿½echteï¿½ Mitschuld begrï¿½ndet. Wird bei gemeinsamer Kreditaufnahme von Ehegatten zur Schaffung eines gemeinsamen Hauses nichts Gegenteiliges geï¿½uï¿½ert, ist schon nach dem zugrunde zu legenden Verstï¿½ndnis einer aufrechten Ehe als Solidargemeinschaft (ï¿½ 94 ABGB: ï¿½nach Krï¿½ftenï¿½) jedenfalls nicht von einer Anstrengung der Ehegatten fï¿½r diese Aufwendungen ï¿½nach Kopfteilenï¿½ und gegenseitigen Regresspflichten im Sinn des ï¿½ 896 ABGB auszugehen.
OGH 20. 2. 2014, 6 Ob 19/14h - ï¿½BA 2014/2027, 457
Zum Anwendungsbereich des ï¿½ 25c KSchG sowie zum Sorgfaltsmaï¿½stab und den Prï¿½fpflichten gem dieser Bestimmung.
OGH 20. 2. 2014, 6 Ob 229/13i - ï¿½BA 2014/2035, 546
Zur Wuchergrenze beim Kreditvertrag.
OGH 29. 1. 2014, 9 Ob 56/13w - RdW 2014/360, 329
Zur (Un-)Zulï¿½ssigkeit dreier Klauseln in Kreditkartenvertrï¿½gen zugrunde liegenden AGB.
OGH 29. 1. 2014, 7 Ob 235/13d - ï¿½BA 2014/2028, 458; RdW 2014/281, 258
Zur Frage, ob der Kreditgeber mehrere endfï¿½llige Kredite im Fall einer Verschlechterung oder Gefï¿½hrdung der Vermï¿½gensverhï¿½ltnisse des Kreditnehmers aus wichtigem Grund auflï¿½sen kann:
Dauerschuldverhï¿½ltnisse kï¿½nnen durch einseitige Erklï¿½rung vorzeitig aufgelï¿½st werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, der die Fortsetzung des Vertragsverhï¿½ltnisses fï¿½r einen der Vertragsteile unzumutbar erscheinen lï¿½sst. Als wichtige Grï¿½nde kommen insbesondere Vertragsverletzungen, der Verlust des Vertrauens in die Person des Vertragspartners oder schwerwiegende ï¿½nderungen der Verhï¿½ltnisse in Betracht, welche die Fortsetzung der vertraglichen Bedingungen nicht mehr zumutbar erscheinen lassen. Maï¿½gebend fï¿½r die Beendigung der Geschï¿½ftsverbindung aus wichtigen Grï¿½nden, insbesondere wegen Eintritts einer wesentlichen Verschlechterung der Vermï¿½genslage, und die sofortige Fï¿½lligstellung der Salden ist, dass dem Kreditinstitut nach Abschluss der einzelnen Darlehens- oder Kreditvertrï¿½ge Umstï¿½nde bekannt wurden, die das Vertrauen erschï¿½ttern. Es kommt nicht gerade darauf an, dass sich die Entwicklung von einem ganz bestimmten Tag auf einen anderen bestimmten Tag ï¿½ndert, sondern es ist die Gesamtentwicklung von Bedeutung. Bei der die Vertrauenswï¿½rdigkeit des Bankkunden beeintrï¿½chtigenden beispielhaft aufgezï¿½hlten Tatsachen der wesentlichen Verschlechterung des Vermï¿½gens und der erheblichen Vermï¿½gensgefï¿½hrdung sind nicht so sehr streng juristische Maï¿½stï¿½be, sondern wirtschaftliche Gesichtspunkte und die Verkehrsauffassung bestimmend.
Das Berufungsgericht hat diese oberstgerichtliche Rechtsprechung richtig wiedergegeben. Welche schwerwiegenden Grï¿½nde im Einzelfall die Unzumutbarkeit der Fortsetzung eines Dauerschuldverhï¿½ltnisses bewirken und zu dessen Auflï¿½sung berechtigen, ist eine Frage der Abwï¿½gung im Anlassfall und kann nur aus einer umfassenden Sicht aller dafï¿½r und dagegen sprechenden Gegebenheiten des Einzelfalls beantwortet werden.
OGH 22. 1. 2014, 3 Ob 251/13b - ï¿½BA 2015/2104, 299
Der Kreditvertrag kann, soweit er ein Dauerschuldverhï¿½ltnis begrï¿½ndet, bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gelï¿½st werden, wenn einer Partei die Fortsetzung des Vertragsverhï¿½ltnisses billigerweise nicht zugemutet werden kann. Ein ï¿½allgemeiner Vertrauensverlustï¿½ reicht nicht aus. Vielmehr ist Voraussetzung, dass aufgrund einer wesentlichen Verschlechterung der Vermï¿½genslage des Kreditnehmers die Kreditrï¿½ckzahlung gefï¿½hrdet ist.
Die auf den konkreten Umstï¿½nden des Einzelfalls beruhende Beurteilung des Berufungsgerichts, dass das zugunsten der Klï¿½gerin auf der Liegenschaft des Beklagten im ersten Rang einverleibte Pfandrecht in Hï¿½he von 258.620 EUR im Hinblick auf den Verkehrswert der Liegenschaft von 505.100 EUR die prognostizierte Unterdeckung der Tilgungstrï¿½ger zum Endfï¿½lligkeitszeitpunkt in Hï¿½he von 238.211,47 EUR voll besichert, weshalb jedenfalls derzeit die Erfï¿½llung der Verbindlichkeiten des Beklagten gegenï¿½ber der Klï¿½gerin nicht gefï¿½hrdet erscheint, ist vertretbar.
Hier ist im ï¿½brigen - anders als im Anlassfall der Entscheidung 1 Ob 230/12y - nicht strittig, dass der Beklagte den vereinbarten Tilgungstrï¿½ger bis zuletzt ordnungsgemï¿½ï¿½ bediente.
Mit einer Verletzung der kreditvertraglichen Verpflichtung, bei Nichterreichen der fï¿½r die Tilgungstrï¿½ger prognostizierten durchschnittlichen Wertsteigerungen zusï¿½tzliche Zahlungen zu leisten bzw weitere Sicherheiten beizustellen, kann die Klï¿½gerin die Kreditfï¿½lligstellung nicht begrï¿½nden, weil der Beklagte eine solche Verpflichtung nach den Feststellungen nicht ï¿½bernahm.
EuGH 22. 1. 2014, C-270/12, Vereinigtes Kï¿½nigreich/Rat und Parlament - RdW 2014/72, 57; ZFR 2014/43, 77; wbl 2014/71, 216; Weismann, Neues zur Delegationsproblematik: Das Urteil des EuGH in der Rs C-270/12 und seine mï¿½glichen Auswirkungen, ZFR 2014/76, 123
Die in Art 28 der Verordnung Nr. 236/2012 vom 14. Mï¿½rz 2012 ï¿½ber Leerverkï¿½ufe und bestimmte Aspekte von Credit Default Swaps normierte Befugnis der Europï¿½ischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehï¿½rde (ESMA), in dringlichen Fï¿½llen auf den Finanzmï¿½rkten der Mitgliedstaaten einzugreifen, um Leerverkï¿½ufe zu regeln oder zu verbieten, ist mit dem Unionsrecht vereinbar. Die Ausï¿½bung dieser Befugnis ist an verschiedene Kriterien und Bedingungen geknï¿½pft, die den Handlungsspielraum dieser Behï¿½rde einschrï¿½nken, und lï¿½sst die im AEUV vorgesehene Regelung der ï¿½bertragung von Befugnissen unberï¿½hrt.
Art 114 AEUV bildet fï¿½r den Erlass von Art 28 VO (EU) 236/2012 eine geeignete Rechtsgrundlage.
OGH 22. 1. 2014, 2 Ob 195/13k - ï¿½BA 2014/2036, 546
Zur Inventarisierung von Bankguthaben im Verlassenschaftsverfahren.
OGH 19. 12. 2014, 8 Ob 87/14y
Zur Abgrenzung zwischen Effektiv- und sog Valutierungsklauseln bei der Bankgarantie sowie zur Unwirksamkeit der Garantie bei Abweichungen von einer derartigen Valutierungsklausel.
EuGH 19. 12. 2013, C-174/12, Hirmann - RdW 2014/38, 23; wbl 2014/23, 87; ZFR 2014/198, 314
Die Art 12, 15, 16, 18, 19 und 42 der Zweiten RL 77/91/EWG des Rates vom 13. 12. 1976 sind dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung nicht entgegenstehen, die im Rahmen der Umsetzung der Prospekt-, der Transparenz- und der Marktmissbrauchsrichtlinie (RL 2003/71/EG, RL 2004/109/EG und RL 2003/6/EG) zum einen die Haftung einer Aktiengesellschaft als Emittentin gegenï¿½ber einem Erwerber von Aktien dieser Gesellschaft wegen Verletzung von Informationspflichten gem den genannten Richtlinien vorsieht und zum anderen die Verpflichtung der Aktiengesellschaft beinhaltet, aufgrund dieser Haftung dem Erwerber den dem Erwerbspreis der Aktien entsprechenden Betrag zurï¿½ckzuzahlen und die Aktien zurï¿½ckzunehmen.
OGH 17. 12. 2013, 5 Ob 9/13d - ï¿½BA 2014/2063, 940 (vgl dazu Kellner, Konvertierungsklauseln und -orders beim Fremdwï¿½hrungskredit, ï¿½BA 2014, 920); RdW 2014/362, 331; ZFR 2014/151, 239
Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen bei Vorliegen einer Verlustbegrenzungsvereinbarung eine Konvertierung eines Fremdwï¿½hrungskredits durch die Bank zulï¿½ssig ist.
OGH 11. 12. 2013, 7 Ob 201/13d
Zur Systematik der gesetzlichen Tilgungsregelung gem ï¿½ï¿½ 1415, 1416 ABGB.
VwGH 29. 11. 2013, 2013/17/0242 - ï¿½BA 2014/141, 215; RdW 2014/163, 133; ZFR 2014/110, 173
Zur Frage, ob mit der Entgegennahme von Darlehen von Kunden und Mitarbeitern Bankgeschï¿½fte iSd ï¿½ 1 Abs 1 Z 1 zweiter Fall BWG (Einlagengeschï¿½ft) ausgefï¿½hrt werden: ausfï¿½hrlich zum Einlagenbegriff gem ï¿½ 1 Abs 1 Z 1 BWG sowie zur Definition der ï¿½gewerblichen Durchfï¿½hrungï¿½ von Einlagengeschï¿½ften.
VwGH 29. 11. 2013, 2013/17/0199 - ï¿½BA 2014/140, 134; RdW 2014/ 166, 135; ZFR 2014/141, 222
Zum (teilweisen) Erlï¿½schen einer Bankkonzession ex lege wegen Nichtzugehï¿½rigkeit auf Grund Ausscheidens aus der Sicherungseinrichtung (ï¿½ 93 BWG).
VwGH 29. 11. 2013, 2012/17/0585 - ï¿½BA 2014/139, 131; RdW 2014/165, 135; ZFR 2014/170, 268
Zur Rï¿½cknahme der Bankkonzession seitens der FMA wegen Zweifeln an der Zuverlï¿½ssigkeit iSd ï¿½ 5 Abs 1 Z 3 BWG.
OGH 21.11.2013, 1 Ob 157/13i - ï¿½BA 2014/2008, 283; ecolex 2014/93, 240; EvBl‑LS 2014/37; VbR 2014/34, 55 (Foglar‑Deinhardstein)
Der Anwendungsbereich des ï¿½ 25b Abs 2 IO ist derart zu reduzieren, dass er eine Vertragsklausel, wonach der zum Zweck der Sanierung des Schuldners erklï¿½rte Verzicht eines Glï¿½ubigers auf fï¿½llige unbesicherte Forderungen auflï¿½send bedingt durch die Erï¿½ffnung eines Insolvenzverfahrens ï¿½ber das Vermï¿½gen des Schuldners bzw eines Unternehmens seiner Gruppe sein soll, nicht unzulï¿½ssig macht.
OGH 14. 11. 2013, 2 Ob 207/12y
Ausfï¿½hrlich zur Einziehung fremder Forderungen durch einen Scheinglï¿½ubiger.
OGH 29. 10. 2013, 3 Ob 194/13w - RdW 2014/151, 127; ï¿½BA 2014/2013, 294
Sowohl fï¿½r die Annahme der Sittenwidrigkeit von Bï¿½rgschaften naher Angehï¿½riger gemï¿½ï¿½ ï¿½ 879 Abs 1 ABGB als auch fï¿½r die Anwendung des ï¿½ 25d KSchG ist das Vorliegen eines unbilligen Missverhï¿½ltnisses zwischen Haftungsumfang und wirtschaftlicher Leistungsfï¿½higkeit des Interzedenten Grundvoraussetzung. Eine behauptete ï¿½verdï¿½nnte Entscheidungsfreiheitï¿½ des Interzedenten kï¿½nnte daher nur dann eine Rolle spielen, wenn ein unbilliges Missverhï¿½ltnis vorgelegen wï¿½re.
Ob aber ein solches Missverhï¿½ltnis vorliegt, hï¿½ngt von den Umstï¿½nden des Einzelfalls ab.
Hier steht fest, dass der Interzedent zum Zeitpunkt des Abschlusses des Bï¿½rgschaftsvertrags 1.700 EUR netto monatlich verdiente. Er war (und ist) Alleineigentï¿½mer einer Liegenschaft, deren Wert von der Klï¿½gerin bei Vertragsabschluss mit 100.000 bis 120.000 EUR geschï¿½tzt wurde und auf der eine mit rund 70.000 EUR aushaftende Verbindlichkeit pfandrechtlich sichergestellt ist. Die monatliche Kreditrate, die der Kreditnehmer vereinbart hatte, betrug bei einer Kreditsumme von 58.000 EUR 587,44 EUR.
Eine ï¿½ber auï¿½erordentliche Revision aufzugreifende Fehlbeurteilung des Berufungsgerichts liegt hier nicht vor:
Der von der Revision offenbar gewï¿½nschte Schluss, dass jedes Verhï¿½ltnis zwischen Haftungsumfang und Nettoeinkommen, das fï¿½r den Interzedenten ungï¿½nstiger ist als jenes, das den Entscheidungen 7 Ob 261/99d und 4 Ob 195/10w zugrunde lag, zwingend zur Bejahung eines unbilligen Missverhï¿½ltnisses fï¿½hren mï¿½sste, lï¿½sst sich aus diesen Entscheidungen, die jeweils ein unbilliges Missverhï¿½ltnis verneinten, nicht ziehen.
OGH 29. 10. 2013, 3 Ob 183/13b - ï¿½BA 2014/2065, 948
Ausfï¿½hrlich zur kollisionsrechtlichen Frage, ob ï¿½ 1409 Abs 1 ABGB im Hinblick darauf anwendbar ist, dass die klagende Darlehensgeberin eine Gesellschaft mit Sitz in Irland ist.
OGH 28. 10. 2013, 8 Ob 101/13f - ï¿½BA 2014/2011, 291
Zum Grundsatz der formellen Wechselstrenge, wenn die Ziffernangabe in der gï¿½ltigen Landeswï¿½hrung (Euro) und im Betrag eindeutig bestimmt ist, wobei im Wechselformular die Bezeichnung ï¿½ATSï¿½ als ï¿½nicht zutreffendeï¿½ Wï¿½hrung durchgestrichen ist und eindeutig die Wï¿½hrungsbezeichnung ï¿½ï¿½ï¿½ als gï¿½ltig bestimmt wurde und der Geldbetrag in Buchstaben mit jenem in Ziffern ï¿½bereinstimmt, jedoch vor dem Geldbetrag in Buchstaben der Formularvordruck ï¿½Schillingï¿½ stehen geblieben ist.
OGH 16. 10. 2013, 7 Ob 154/13t - JBl 2014, 177; RdW 2014/83, 64; ZFR 2014/55, 90
Zur grï¿½blichen Benachteiligung durch eine im Wesentlichen nicht ausverhandelte, sondern vielmehr nur in den von der Kreditgeberin vorformulierten Kreditvertrï¿½gen enthaltenen Vertragsbestimmung, mit der dem Kreditgeber bei einem befristeten Kreditvertrag mit einem Unternehmer ein ordentliches Kï¿½ndigungsrecht eingerï¿½umt wurde (Rechtslage vor dem DaKRï¿½G 2010).
VwGH 7. 10. 2013, 2013/17/0592 - ï¿½BA 2014/148, 547
Zu diversen Fragen iZm der verwaltungsstrafrechtlich Verantwortung fï¿½r das Entgegennehmen fremder Gelder zur Verwaltung (ï¿½ 1 Abs 1 Z 1 BWG), ohne die erforderliche Konzession zu besitzen.
VwGH 7. 10. 2013, 2012/17/0238 - ï¿½BA 2014/143, 296; wbl 2014/41, 120; ZFR 2014/84, 138 (Wolfbauer)
Zur Verletzung der Meldepflicht gem ï¿½ï¿½ 74 Abs 3 Z 1 iVm 98 Abs 2 Z 8 BWG:
Die Unvollstï¿½ndigkeit der Meldung einer bestimmten Groï¿½veranlagung kann als Sonderform der Unrichtigkeit angesehen werden. Neben der Unvollstï¿½ndigkeit der Meldung bleibt fï¿½r die Begehungsform der unrichtigen Meldung ein Anwendungsbereich etwa fï¿½r die Fï¿½lle der Meldung eines falschen Betrages. Auf die Frage, ob ein wiederholter Verstoï¿½ fï¿½r beide Begehungsweisen, nï¿½mlich die unrichtige und die unvollstï¿½ndige Meldung erforderlich ist, braucht hier nicht nï¿½her eingegangen zu werden.
Dass die wiederholte Begehung auf unterschiedliche Ursachen zurï¿½ckzufï¿½hren sein mï¿½sste, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. ï¿½ 98 Abs 2 Z 8 BWG stellt nicht auf den Grund fï¿½r die unrichtige Meldung ab, sodass nach seinem eindeutigen Wortlaut auch durch die Wiederholung ein und desselben Verstoï¿½es das Tatbild der genannten Strafbestimmung verwirklicht wird.
OGH 23. 9. 2013, 4 Ob 105/13i
Zur Rechnungslegungspflicht des Vermï¿½gensverwalters, der im Rahmen eines mit seinem Kunden abgeschlossenen Ansparvertrags fï¿½r diesen in eigener Verantwortung Wertpapiere anzuschaffen und zu verkaufen hat.
OGH 19. 9. 2013, 1 Ob 161/13b - ï¿½BA 2014/1999, 127
OGH 31. 7. 2013, 9 Ob 41/12p - JBl 2013, 663; ï¿½BA 2013/1964, 823; RdW 2013/639, 657; Zak 2013/657, 359
Eine vom Bï¿½rgen eigenhï¿½ndig unterschriebene Bï¿½rgschaftserklï¿½rung, die er dem Glï¿½ubiger per Telefax ï¿½bermittelt, erfï¿½llt die Voraussetzungen des Formgebots des ï¿½ 1346 Abs 2 ABGB. Der Zweck dieses Formgebots, der im Schutz des Bï¿½rgen vor ï¿½bereilten Haftungserklï¿½rungen liegt, ist unabhï¿½ngig davon gewahrt, ob dem Glï¿½ubiger das Originaldokument oder die elektronische Kopie zugeht.
OGH 18. 9. 2013, 7 Ob 44/13s - RdW 2014/90, 68; ï¿½BA 2014/2041, 677 (Writze)
Zur Unzulï¿½ssigkeit einer Klausel, die die nï¿½heren Umstï¿½nde der Vinkulierung und Verpfï¿½ndung der Ansprï¿½che aus einer ï¿½freiwilligenï¿½ Versicherung zur Besicherung eines Kredites regelt.
OGH 18. 9. 2014, 3 Ob 131/14g - RdW 2015/90, 91
Nach der hï¿½chstgerichtlichen Rechtsprechung muss einem Anleger, dem ein aktueller Wertverlust erkennbar wird, auch klar sein, dass er entgegen einer ihm erteilten Beratung sein Geld fï¿½r ein ï¿½riskantesï¿½ Wertpapier ausgegeben hat.
Dass die beklagte Bank eine Kreditausweitung an die Bedingung des Verkaufs der Liegenschaft durch die Klï¿½gerin knï¿½pfte, ist noch keine Drohung iSd ï¿½ 870 ABGB, weil sie keinen ungerechtfertigten Zwang ausï¿½bte. Die Beklagte drohte kein ï¿½ï¿½belï¿½ an, sondern stellte Bedingungen fï¿½r die Gewï¿½hrung einer Kontoï¿½berziehung. Der Klï¿½gerin blieb die Freiheit, das von der beklagten Partei im Zusammenhang mit ihrem Wunsch nach Kontoï¿½berziehung abgegebene Angebot auszuschlagen und die Liegenschaft nicht zu verkaufen.
VwGH 9. 9. 2013, 2009/17/0079 - ï¿½BA 2014, 129 (Stï¿½ger); ZFR 2014/108, 168
Zum Eigenhandel mit Wertpapieren durch eine juristische Person als konzessionspflichtiges Effektengeschï¿½ft, wenn dieser Handel gewerblich erfolgt.
VwGH 9. 9. 2013, 2011/17/0336 - ï¿½BA 2014/142, 294; ZFR 2014/13, 24
Zur Identifizierung mittels eines abgelaufenen Reisepasses:
Aus dem PassG ergibt sich zwar, dass lï¿½nger als fï¿½nf Jahre abgelaufene Reisepï¿½sse keine gï¿½ltigen Reisedokumente mehr darstellen, jedoch wird ihnen damit noch nicht deren Eignung zum Identitï¿½tsnachweis genommen. Vielmehr ergibt sich aus dem Umstand, dass lï¿½nger als fï¿½nf Jahre abgelaufene Reisepï¿½sse nicht mehr zu entziehen, vorzulegen oder deren Wiedererlangen nach Verlust zu melden sind, dass sie der Inhaber behalten darf, diese Dokumente weiterhin von Bedeutung sein kï¿½nnen und damit auch als Identitï¿½tsausweis dienen kï¿½nnen.
Die Vorlage eines aktuell gï¿½ltigen Reisepasses ist nicht zwingend erforderlich, um die Informationen ï¿½ber die Person des Kunden auf den neuesten Stand zu bringen, wenn es solche ï¿½nderungen nicht gab. Dies gilt selbst bei festgestellten Abweichungen im Schriftbild der Signatur des Kunden, wenn die belangte Behï¿½rde daraus nicht den Schluss zog, dass es sich daher um eine andere Person handle, und wenn aktuelle Unterschriften des Kunden ohnedies aufgrund der neuen Kontoerï¿½ffnungsdokumente vorlagen, sodass diese Schriftbilder fï¿½r eine allfï¿½llige Strafverfolgung wegen Geldwï¿½sche oder Terrorismus zur Verfï¿½gung gestanden wï¿½ren.
Eine bloï¿½e Verletzung der bankinternen Anweisung an die Mitarbeiter, sich von Kunden nach ï¿½berschreiten des Ablaufdatums einen aktuellen Lichtbildausweis vorlegen zu lassen, ist zweckmï¿½ï¿½ig, aber - wie der hier zu beurteilende Einzelfall zeigt - nicht immer erforderlich und stellt keinen von den Verwaltungsstrafbehï¿½rden zu ahndenden Tatbestand dar.
VwGH 9. 9. 2013, 2011/17/0187 - ZFR 2014/83, 134 (Wolfbauer)
Zur Rechtswidrigkeit des Dekonsolidierungsauftrags und der Vorschreibung von Abschï¿½pfungszinsen an eine ï¿½sterreichische Bank.
OGH 29. 8. 2013, 2 Ob 131/12x - ï¿½BA 2013/1974, 910; Riss, Mechanismen der Vertragsanpassung im Massengeschï¿½ft mit Verbrauchern - Gedanken zu OGH 11.4.2013, 1 Ob 210/12g und OGH 29.8.2013, 2 Ob 131/12x, ï¿½BA 2014, 419; Linder, Zustimmungsfiktion in Banken-AGB - Anmerkung zu OGH 2 Ob 131/12x und 1 Ob 210/12g, ZFR 2014/74, 116
Zur Unzulï¿½ssigkeit von Erklï¿½rungsfiktionsklauseln im Verkehr mit Verbrauchern (unter Berufung auf OGH 1 Ob 210/12g).
OGH 29. 8. 2013, 2 Ob 15/13i - RdW 2014/88, 66; ï¿½BA 2014/2012, 292
Zu den Voraussetzungen der Mï¿½ï¿½igung gem ï¿½ 25d KSchG.
OGH 29. 8. 2013, 8 Ob 85/13b - ï¿½BA 2014/2007, 215
Zu Fragen iZm einer Wechselbï¿½rgschaft.
OGH 28. 8. 2013, 5 Ob 79/13y - ï¿½BA 2014/2006, 214
Zur auï¿½erordentlichen Kï¿½ndigung eines Kreditvertrags.
OGH 27. 8. 2013, 4 Ob 92/13b - ï¿½BA 2014/2005, 212
Zur Auslegung einer Bï¿½rgschaft.
OGH 23. 7. 2013, 10 Ob 24/13x - ï¿½BA 2014/1993, 121
Zu den Auswirkungen einer Gerichtsstandsvereinbarung im Kreditvertrag auf eine Bï¿½rgschaft.
OGH 23. 7. 2013, 10 Ob 23/13z - RdW 2013/641, 658; ï¿½BA 2013/1975, 914; ZFR 2014/17, 33; Zak 2013/578
Verneinung der Zahlungspflicht des Kreditkartenunternehmens mangels Einhaltung der Abwicklungsregeln durch den Vertragshï¿½ndler.
OGH 17. 7. 2013, 3 Ob 109/13w - RdW 2013/644, 659
Zur Wiederholungsgefahr bei der Verbandsklage sowie zur Unzulï¿½ssigkeit einer Klausel in Bank-AGB betreffend einen LIBOR-Aufschlag wegen Intransparenz.
OGH 17. 7. 2013, 3 Ob 113/13h - ï¿½BA 2013/1965, 829
Zu Fragen betreffend die ï¿½ï¿½ 1415 und 1416 ABGB:
Auf welche von mehreren Verbindlichkeiten eine Zahlung, die zur Gesamterfï¿½llung nicht ausreichend ist, angerechnet wird, richtet sich gem ï¿½ 1415 S 2 ABGB nach der Vereinbarung der Parteien oder der - vom Glï¿½ubiger nicht widersprochenen - Widmung des Schuldners. Mangels Vereinbarung oder Widmung greift die gesetzliche Tilgungsregel des ï¿½ 1416 ABGB ein. Jene Partei, die sich auf eine Abweichung von der gesetzlichen Regel beruft, trifft die Beweislast fï¿½r das Vorliegen einer entsprechenden Vereinbarung oder Widmung.
Die gesetzliche Tilgungsregel des ï¿½ 1416 ABGB basiert auf einer Reihung der Kapitalforderungen primï¿½r nach dem Kriterium, bei welcher Forderung die Geltendmachung in der Abfolge Einmahnung, Einklagung und Zwangsvollstreckung weiter vorangeschritten ist. Es ist zunï¿½chst auf die Zinsen aus dem erstrangigen Kapital, dann auf das erstrangige Kapital, dann auf die Zinsen aus dem zweitrangigen Kapital, dann auf das zweitrangige Kapital und so fort anzurechnen.
Durch die Einklagung und Titulierung einer Teilforderung entsteht ein selbststï¿½ndiger Schuldposten iSd ï¿½ 1415 S 2 bzw ï¿½ 1416 ABGB; die Frage, ob eine Zahlung des Schuldners auf die Titelforderung oder auf die nicht eingeklagte Restforderung angerechnet wird, ist daher nach diesen Bestimmungen zu beurteilen.
OGH 17. 7. 2013, 3 Ob 50/13v - ï¿½BA 2014/1983, 52; GesRZ 2013, 356; RdW 2013/708, 723
Zur Frage, wie sich die Nichtigkeit eines Kreditvertrags wegen Verstoï¿½es gegen ï¿½ 82 GmbHG auf Mithaftungen auswirkt; darï¿½ber hinaus zu Fragen betreffend Interzession und ï¿½ï¿½ 25c, 25d KSchG im Zusammenhang mit der Finanzierung eines Anteilserwerbs an einer GmbH.
VfGH 28. 6. 2013, G10/2013 ua, V4/2013 ua - ï¿½BA 2013/38, 927; ï¿½BA 2014/38, 127; Zahradnik/Zosis, Zur Verwendung unbestimmter Gesetzesbegriffe im WAG 2007 - Entscheidungsbesprechung zu VfGH 28.6.2013 G10/2013, ï¿½BA 2014, 84
Die vom Verfassungsgerichtshof im Prï¿½fungsbeschluss vom 11. Dezember 2012 geï¿½uï¿½erten Bedenken ob der Verfassungsmï¿½ï¿½igkeit des ï¿½ 35 Abs 1, 2 und 3 WAG 2007 konnten im Zuge des Gesetzesprï¿½fungsverfahrens zerstreut werden: Die Bestimmungen des ï¿½ 35 Abs 1, 2 und 3 WAG 2007 widersprechen nicht dem Bestimmtheitsgebot des Art 18 B-VG und des Art7 EMRK und sind daher nicht als verfassungswidrig aufzuheben.
OGH 27. 6. 2013, 1 Ob 95/13x - ï¿½BA 2014/1987, 60; RdW 2014/16, 12
Sehen die AGB eines Kreditkartenunternehmens vor, dass der Hauptkarteninhaber gemeinsam mit dem Inhaber der Zusatzkarte als Gesamtschuldner fï¿½r die Zahlung aller durch die Benutzung der Zusatzkarte entstandenen Verbindlichkeiten haftet, und hat sich der Zusatzkarteninhaber mit diesen Bedingungen einverstanden erklï¿½rt, indem er seinen Antrag auf Ausstellung einer Zusatzkarte unterfertigte, so trifft den Inhaber der Zusatzkarte fï¿½r damit in Anspruch genommene Vorfinanzierungen (neben der Mithaftung des Hauptkarteninhabers) eine primï¿½re Zahlungspflicht.
In den Entscheidungsgrï¿½nden lehnt der OGH das Argument der Zusatzkarteninhaberin, mit ihr sei kein Vertragsverhï¿½ltnis zustande gekommen, ebenso ab wie den angestellten Vergleich mit Personen, denen bloï¿½ eine Zeichnungsberechtigung auf fremden Konten zukommt, sowie das Vorbringen, die Ausstellung einer Zusatzkarte sei im Zweifel bloï¿½e Bevollmï¿½chtigung.
OGH 25. 6. 2014, 3 Ob 57/14z - ï¿½BA 2014/2062, 937 (Kriegner); RdW 2014/561, 518
Zur Unzulï¿½ssigkeit zweier AGB-Klauseln beim Verbraucherkredit betreffend ein fï¿½r die Ausstellung einer Restschuldbestï¿½tigung bzw ein fï¿½r die Kontoschlieï¿½ung vereinbartes Entgelt.
VwGH 25. 6. 2013, 2011/17/0257 - ï¿½BA 2013/135, 929; ZFR 2013/189, 322
Zur Ablehnung eines Antrags auf Erteilung einer Bankenkonzession.
VwGH 25. 6. 2013, 2009/17/0039 - ï¿½BA 2014/137, 60; ZFR 2014/14, 25
Zur ï¿½bernahme von Garantien, zu geeigneten Kontroll- und Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf elektronische Datenverarbeitung sowie zum Handel auf eigene oder fremde Rechnung mit Finanzterminkontrakten.
OGH 19. 6. 2013, 3 Ob 34/13s - ï¿½BA 2013/1978, 921
Ausfï¿½hrlich zusammenfassend zur Frage, ob bzw inwieweit die ï¿½ï¿½ 25c, 25d KSchG auf GmbH-Gesellschafter anzuwenden sind; darï¿½ber hinaus zu den Voraussetzungen der Anwendbarkeit des ï¿½ 25d KSchG.
OGH 19. 6. 2013, 7 Ob 68/13w - ï¿½BA 2013/1976, 916; RdW 2014/27, 17
Umfassend zum Zustandekommen eines Garantievertrags bzw einer Garantieerweiterung (va hinsichtlich Fragen der Verbraucher- bzw Unternehmereigenschaft des Garanten).
HG Wien 17. 6. 2013, 16 Cg 96/12k (nicht rechtskrï¿½ftig)
Klï¿½rt ein Vermittler ï¿½ber die Nachteile eines Gesamtkonzeptes aus Fremdwï¿½hrungskredit, Lebensversicherung und Devisenmanagament nicht auf, haftet er fï¿½r den Schaden zum Laufzeitende.
EuGH 25. 4. 2013, C-212/11, Jyske Bank Gibraltar - ZFR 2013, 166
Art 22 Abs 2 der RL 2005/60/EG zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwï¿½sche und der Terrorismusfinanzierung ist dahin auszulegen, dass er einer Regelung eines Mitgliedstaats nicht entgegensteht, die von Kreditinstituten verlangt, dass sie die zur Bekï¿½mpfung der Geldwï¿½sche und der Terrorismusfinanzierung erbetenen Auskï¿½nfte unmittelbar der zentralen Meldestelle dieses Mitgliedstaats ï¿½bermitteln, wenn diese Institute ihre Tï¿½tigkeiten im Inland im Rahmen des freien Dienstleistungsverkehrs ausï¿½ben, sofern diese Regelung nicht die praktische Wirksamkeit dieser RL und des Beschlusses 2000/642/JI ï¿½ber Vereinbarungen fï¿½r eine Zusammenarbeit zwischen den zentralen Meldestellen der Mitgliedstaaten beim Austausch von Informationen beeintrï¿½chtigt.
Art 56 AEUV ist dahin auszulegen, dass er einer solchen Regelung eines Mitgliedstaats nicht entgegensteht, wenn sie durch einen zwingenden Grund des Allgemeininteresses gerechtfertigt ist, wenn sie geeignet ist, die Erreichung des mit ihr verfolgten Ziels zu gewï¿½hrleisten, wenn sie nicht ï¿½ber das hinausgeht, was zur Erreichung dieses Ziels erforderlich ist, und wenn sie in nichtdiskriminierender Weise angewandt wird; dies zu ï¿½berprï¿½fen, ist Sache des nationalen Gerichts, das dabei folgende Erwï¿½gungen zu berï¿½cksichtigen hat:
- eine solche Regelung ist geeignet, das Ziel der Verhinderung von Geldwï¿½sche und Terrorismusfinanzierung zu erreichen, wenn sie dem betreffenden Mitgliedstaat ermï¿½glicht, verdï¿½chtige Finanztransaktionen von Kreditinstituten, die ihre Dienstleistungen im Inland erbringen, zu ï¿½berwachen und wirksam zu unterbinden sowie gegebenenfalls gegen die Verantwortlichen vorzugehen und diese zu bestrafen;
- die durch diese Regelung geschaffene Verpflichtung der Kreditinstitute, die ihre Tï¿½tigkeiten im Rahmen des freien Dienstleistungsverkehrs erbringen, kann in angemessenem Verhï¿½ltnis zur Verfolgung dieses Ziels stehen, wenn zu dem im Ausgangsverfahren maï¿½geblichen Zeitpunkt ein wirksamer Mechanismus fehlt, der eine vollstï¿½ndige und lï¿½ckenlose Zusammenarbeit der zentralen Meldestellen gewï¿½hrleistet.
VwGH 24. 4. 2013, 2011/17/0193 - ZFR 2013/188, 319
Zu Einlagengeschï¿½ft und Genussscheinen.
OGH 23. 4. 2014, 5 Ob 233/13w - ï¿½BA 2014/2038, 615 (P. Bydlinski); RdW 2014/566, 520; Wolkerstorfer, RdW 2014/555, 507
Zur Verpfï¿½ndung durch Zeichen gem ï¿½ 452 (insb zu den Rechtsfolgen der Entfernung eines Pfandzeichens).
OGH 16. 4. 2013, 3 Ob 27/13m - ZFR 2014/54, 90
Abweisung einer ï¿½ an sich schlï¿½ssig begrï¿½ndeten ï¿½ Schadenersatzklage ï¿½ber eine Fehlberatung zum Finanzbedarf einer Umschuldung, bei der sich die aufgenommene Kreditsumme als nicht zur Abdeckung des alten Kredits hinreichend herausstellte:
Allein in der Empfehlung des Beraters, eine Umschuldung durch Aufnahme eines Bauspardarlehens bei der Bausparkasse anzustreben, und der Herstellung dieses Kontakts kann noch kein rechtswidriges Verhalten des Beraters erblickt werden, sodass schon deshalb ein haftungsbegrï¿½ndendes Fehlverhalten zu verneinen ist.
Wenn die Klï¿½ger als Folge der nicht vom Berater zu verantwortenden ï¿½Sinnlosigkeitï¿½ der Ersatzfinanzierung vom Bauspardarlehen wieder zurï¿½cktraten, besteht daher auch keine Haftung der Beklagten fï¿½r den damit verbundenen Aufwand, der den Gegenstand der Schadenersatzklage bildet. Vielmehr ist dieser offenkundig Folge einer von anderen zu vertretenden mangelhaft durchgefï¿½hrten Umschuldung ohne ausreichende Prï¿½fung des gegebenen Finanzierungserfordernisses.
OGH 11. 4 . 2013, 1 Ob 210/12g - JBl 2013, 436; Dullinger, Zur Zulï¿½ssigkeit von Vertragsï¿½nderungen durch Zustimmungsfiktion in AGB - Anmerkung zu OGH 1 Ob 210/12g = JBl 2013, 436, JBl 2013, 609; Csoklich/Foglar-Deinhardstein, Die Inhaltskontrolle von Erklï¿½rungsfiktionsklauseln in Verbrauchervertrï¿½gen, JBl 2013, 629; ï¿½BA 2013/1973, 906; Koch, Erklï¿½rungsf(r)iktionen, ï¿½BA 2013, 898; Riss, Mechanismen der Vertragsanpassung im Massengeschï¿½ft mit Verbrauchern - Gedanken zu OGH 11.4.2013, 1 Ob 210/12g und OGH 29.8.2013, 2 Ob 131/12x, ï¿½BA 2014, 419; RdW 2013/704, 720; ZFR 2014/19, 34; VbR 2013/7, 20; Haghofer, Stï¿½rkung des Vertragsprinzips - Die Erklï¿½rungsfiktion des ï¿½ 6 Abs 1 Z 2 KSchG nach 1 Ob 210/12g, VbR 2013/19, 30; Spitzer, Ein Schelm, wer Bï¿½ses dabei denken kï¿½nnte - Die Erklï¿½rungsfiktion des ï¿½ 6 Abs 1 Z 2 KSchG nach 1 Ob 210/12g, VbR 2013/20, 31; Linder, Zustimmungsfiktion in Banken-AGB - Anmerkung zu OGH 2 Ob 131/12x und 1 Ob 210/12g, ZFR 2014/74, 116
Zur Frage der Unzulï¿½ssigkeit bzw den Voraussetzungen einer mï¿½glichen Zulï¿½ssigkeit einer in Bank-AGB vereinbarten Erklï¿½rungsfiktion im geschï¿½ftlichen Verkehr mit Verbrauchern.
OGH 5. 4. 2013, 8 Ob 66/12g - JBl 2013, 727; EvBl 2013/130, 922 (Cach); ï¿½BA 2014/2037, 609 (Schopper); RdW 2013/664, 671; ZFR 2014/20, 37; VbR 2013/11, 22; G. Graf, Der zu Unrecht empfohlene Fremdwï¿½hrungskredit ï¿½ Kritische Analyse der E 8 Ob 66/12g, VbR 2013/3, 4; Schopper, Aufrechnung bei Fremdwï¿½hrungskrediten, VbR 2014/26, 40
Umfassend zu Fragen im Zusammenhang mit Fremdwï¿½hrungskrediten und Umschuldungen:
Feststellungsinteresse, realer/rechnerischer Schaden, Aufklï¿½rungspflichten etc.
OGH 19. 3. 2013, 4 Ob 232/12i - RdW 2013/645, 660; ZFR 2013/191, 326; Zak 2013, 239; Harrer, Gesellschafter als Bï¿½rgen: Unternehmer oder Verbraucher? Zak 2013, 227
Zur teleologischen Reduktion des ï¿½ 25d KSchG:
Ein Kommanditist einer KG ist - ebenso wie der Komplementï¿½r - zunï¿½chst nicht als Unternehmer im Sinne des UGB, sondern als Verbraucher im Sinne des KSchG anzusehen. Eine ï¿½wirtschaftlicheï¿½ Betrachtungsweise ist auf dieser Ebene nicht anzustellen. In weiterer Folge ist jedoch aufgrund der Umstï¿½nde des Einzelfalls zu prï¿½fen, ob bestimmte Normen des KSchG aufgrund teleologischer Erwï¿½gungen auf ihn nicht anzuwenden sind.
ï¿½ 25d KSchG soll dem Richter ein Mï¿½ï¿½igungsrecht zur Lï¿½sung der Probleme durch unertrï¿½gliche persï¿½nliche Haftungen in die Hand geben. Die Norm enthï¿½lt selbst bereits ein bewegliches System, das auf die Schutzwï¿½rdigkeit des Verbrauchers abstellt.
Der Gemeinschuldner war atypischer Kommanditist, weil er gemeinsam mit seinem Bruder auch die Geschï¿½fte fï¿½hrte. Er war damit - entgegen der gesetzlichen Vorstellung - nicht auf die Kapitalbeteiligung und damit Vermï¿½gensverwaltung beschrï¿½nkt, sondern nahm (weil der einzige Komplementï¿½r die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen den beiden Kommanditisten ï¿½berlassen hat) aktiv an den Entscheidungen der Gesellschaft teil und fï¿½hrte diese mit seinem Bruder sogar ï¿½berwiegend ohne Komplementï¿½r alleine. Im Anlassfall wurde die Bï¿½rgschaft ï¿½berwiegend zur Erhaltung des unternehmerischen Betriebs aufgenommen und steht somit im Zusammenhang mit der Gesellschaft.
Der Nutzen des interzedierenden Gemeinschuldners ist augenfï¿½llig. Die fï¿½r die Gesellschaft aufgenommenen Mittel dienten dazu, den Fortbetrieb des Unternehmens sicherzustellen, was sich auf das Einkommen und den Gewinnanteil des Gemeinschuldners auswirkt. Auch traf den Gemeinschuldner ein gewisses Verschulden an den den Rï¿½ckgriff der Bank auslï¿½senden Umstï¿½nden: Als Geschï¿½ftsfï¿½hrer hï¿½tte er wissen mï¿½ssen, dass die finanzielle Situation der Gesellschaft angespannt war und die Rï¿½ckzahlung des Kredits nicht gewiss ist. Auch kann er sich als Geschï¿½ftsfï¿½hrer gerade nicht auf geschï¿½ftliche Unerfahrenheit berufen. Er selbst hat die Entscheidung der Kreditaufnahme fï¿½r die Gesellschaft als deren Geschï¿½ftsfï¿½hrer gemeinsam mit seinem Bruder getroffen und ist somit dafï¿½r verantwortlich.
Unter diesen Umstï¿½nden kann das Mï¿½ï¿½igungsrecht des ï¿½ 25d KSchG aufgrund einer teleologischen Reduktion auf den Gemeinschuldner nicht angewendet werden, ohne dass es in diesem Zusammenhang auf eine bestimmte Hï¿½he der Beteiligung an der Gesellschaft ankï¿½me.
EuGH 14. 3. 2013, C-419/11, Ceskï¿½ sporitelna - ï¿½BA 2013/51, 841
Der bloï¿½e Umstand, dass der Wechselbï¿½rge eine natï¿½rliche Person ist, genï¿½gt nicht, um seine Eigenschaft als Verbraucher iSv Art 15 Abs 1 VO (EG) 44/2001 (Zustï¿½ndigkeit bei Verbrauchersachen) zu belegen.
Nicht als Verbraucher iSd Art 15 Abs 1 VO (EG) 44/2001 kann eine natï¿½rliche Person angesehen werden, die mit einer Gesellschaft beruflich oder gewerblich eng verbunden ist - etwa als deren Geschï¿½ftsfï¿½hrer oder Mehrheitsbeteiligter -, wenn sie eine Wechselbï¿½rgschaft fï¿½r einen Wechsel ï¿½bernimmt, der als Garantie fï¿½r die Verbindlichkeiten dieser Gesellschaft aus einem Kredit begeben wurde.
OGH 19. 2. 2014, 3 Ob 216/13f - ï¿½BA 2014/2039, 620
Ausfï¿½hrlich zur Haftung der Bank bei Missachtung eines gerichtlichen Drittverbotes.
OGH 31. 1. 2013, 1 Ob 230/12y - ï¿½BA 2013/1953, 761; RdW 2013/451, 459
Fï¿½r die Frage der Berechtigung zur Auflï¿½sung eines Dauerschuldverhï¿½ltnisses aus wichtigem Grund ist primï¿½r entscheidend, ob im Zeitpunkt der Erklï¿½rung der Vertragsauflï¿½sung das unverï¿½nderte Aufrechterhalten des Kreditverhï¿½ltnisses fï¿½r den Kreditgeber unzumutbar wï¿½re, insbesondere dadurch, dass objektiv eine vermï¿½gensrechtliche Gefï¿½hrdung zu befï¿½rchten ist, weil der Kredit voraussichtlich nicht ordnungsgemï¿½ï¿½ bedient werde. Auch Umstï¿½nde, die fï¿½r sich allein genommen noch keinen wichtigen Grund fï¿½r die sofortige Vertragsbeendigung darstellen wï¿½rden, kï¿½nnen allerdings ausreichen, wenn bereits in der Vergangenheit wiederholt massive Vertragsverletzungen geschehen sind, die so geartet waren, dass die nun eingetretenen weiteren Umstï¿½nde eine (unverï¿½nderte) Weiterfï¿½hrung des Dauerschuldverhï¿½ltnisses objektiv nicht mehr zumutbar machen.
OGH 24. 1. 2013, 2 Ob 154/12d - ï¿½BA 2013/1950, 756
Zur Verbrauchereigenschaft von kreditaufnehmenden Vermietern.
OGH 24. 1. 2013, 2 Ob 22/12t - RdW 2013/279; ï¿½BA 2013/1918, 364
Es stellt einen Verstoï¿½ gegen ï¿½ 6 Abs 2 Z 3 KSchG dar und hat daher Nichtigkeit zur Folge, wenn bei einer einen Fremdwï¿½hrungskredits betreffenden, nicht im Einzelnen ausgehandelten Vertragsï¿½nderung durch Festlegung eines ï¿½Stop-loss-Limitsï¿½ von 15 % fï¿½r die automatisierte Konvertierung in Euro nicht auf eine konkrete Erfï¿½llungsgefï¿½hrdung der Bank abgestellt wird (keine sachliche Rechtfertigung).
OGH 23. 1. 2013, 7 Ob 224/12k - ecolex 2013/167
Zu den Voraussetzungen der ï¿½ï¿½ 25c und 25d KSchG.
OGH 19. 12. 2012, 3 Ob 203/12t - RdW 2013/201; ï¿½BA 2013/1925, 448; JBl 2013, 376
Zur Frage der Formpflicht bei Bï¿½rgschaften sowie zu Fragen hinsichtlich Beweislast und Voraussetzungen der ï¿½ï¿½ 1355 f ABGB.
OGH 19. 12. 2012, 7 Ob 64/12f - RdW 2013/280; ï¿½BA 2013/1917, 362
Zur Unzulï¿½ssigkeit zweier AGB-Klauseln betreffend ï¿½Kapitalsparbuchï¿½-Vertrï¿½ge wegen Verstoï¿½es gegen die relativ zwingenden Bestimmungen der ï¿½ï¿½ 32 Abs 7 und 8 BWG.
OGH 19. 12. 2012, 3 Ob 195/12s - ï¿½BA 2013, 287
Verneinung der Rechts- und Sittenwidrigkeit einer zur Zahlung monatlicher Kreditaufwendungen geschlossenen Zessionsvereinbarung zwischen Kreditnehmerin und Bank.
OGH 17. 12. 2012, 10 Ob 53/12k - RdW 2013/265
Der Glï¿½ubiger einer Geldforderung ist nach jï¿½ngerer Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs gemï¿½ï¿½ ï¿½ 1415 erster Satz ABGB nicht berechtigt, der Tilgung dienende Teilzahlungen des Schuldners im Zahlungsverkehr durch ï¿½berweisungen auf Bankkonten zurï¿½ckzuweisen, wenn mit deren Annahme (wie etwa im Fall der ï¿½berweisung weniger grï¿½ï¿½erer Betrï¿½ge im Verhï¿½ltnis zur Gesamtschuld) weder nennenswerte Mï¿½hen noch besondere Aufwendungen verbunden sind. Solche Zahlungen wirken teilweise schuldbefreiend.
Aufgrund teleologischer Reduktion des ï¿½ 1415 erster Satz ABGB betreffend Teilzahlungen von Geldschulden im bargeldlosen Zahlungsverkehr ï¿½ber Bankkonten (vgl dazu 3 Ob 58/06k) ist das Zurï¿½ckweisungsrecht des Glï¿½ubigers dann, wenn ihm die Leistungsannahme keine nennenswerte Mï¿½he bereitet, nicht durch das Schikaneverbot beschrï¿½nkt, sondern der Glï¿½ubiger ist zur Annahme von Teilzahlungen verpflichtet.
Leistung unter einer im Vertrag nicht vorgesehenen Bedingung ist freilich keine Erfï¿½llung, sodass die Verbindlichkeit nicht erlischt. Wenn der Leistende also nur gegen den Verzicht auf weitere Ansprï¿½che oder unter bestimmten Bedingungen leisten will, muss die Teilzahlung (doch) nicht entgegengenommen werden.
OGH 26. 11. 2012, 9 Ob 34/12h - JBl 2013, 243; ï¿½BA 2013/1897; RdW 2013/147; ZFR 2013/43; Apathy, Abtretung einer Kreditforderung und ï¿½ 38 BWG, ï¿½BA 2013, 794
Es stellt einen Verstoï¿½ gegen das Bankgeheimnis nach ï¿½ 38 BWG dar, wenn ein Kreditinstitut ohne Zustimmung des Kunden eine nicht titulierte Kreditforderung an einen nicht dem Bankgeheimnis unterliegenden Zessionar abtritt, ohne dass mit der Abtretung nach dem BWG anerkannte besonders geschï¿½tzte Interessen verfolgt werden. Eine solche Abtretung ist nichtig.
EuGH 22. 11. 2012, E-17/11
Zum Begriff der Einlage iSd Richtlinie 94/19/EG des Rates ï¿½ber Einlagensicherungssysteme sowie zu damit zusammenhï¿½ngenden Fragen betreffend Interbankkredite.
OGH 20. 11. 2012, 5 Ob 123/12t - RdW 2013/142; EvBL-LS 2013/44 (Brenn)
Zur Verjï¿½hrung von Schadenersatzansprï¿½chen von am kartellgerichtlichen Verfahren nicht beteiligten Unternehmern gegen die Beklagte, die mit Unternehmen, die Bankomatkassen als Service fï¿½r ihre Kunden bereitstellten, Vertrï¿½ge geschlossen und in diesen nach Ansicht der Kartellbehï¿½rden ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hat:
Die Verjï¿½hrungsfrist beginnt erst ab der Entscheidung des Kartellobergerichts zu laufen, da die Geschï¿½digten erst mit dieser in die Lage versetzt wurden, den relevanten Sachverhalt, der den Grund auch ihres Schadenersatzanspruchs darstellt, zu erfassen.
OGH 16. 11. 2012, 6 Ob 240/11d - ï¿½BA 2013/1904
Die Klausel in einem Garantievertrag, wonach die Glï¿½ubigerrechte erst dann auf den Garanten ï¿½bergehen, wenn die Bank wegen ihrer sï¿½mtlichen Forderungen und Ansprï¿½che gegenï¿½ber dem Kreditnehmer vollstï¿½ndig befriedigt ist, ist nach 6 Ob 212/09h als nichtig iSd ï¿½ 879 Abs 3 ABGB anzusehen. Die Nichtigkeit dieser Klausel ist jedoch nur ï¿½ber Einwendung (in erster Instanz) wahrzunehmen, da diese weder Allgemeininteressen noch die ï¿½ffentliche Ordnung oder Sicherheit betrifft.
Die Rechtsprechung des EuGH, wonach ein nationales Gericht verpflichtet ist, die Missbrï¿½uchlichkeit einer Vertragsklausel von Amts wegen zu prï¿½fen, sobald es ï¿½ber die hierzu erforderlichen rechtlichen und tatsï¿½chlichen Grundlagen verfï¿½gt, bezieht sich nur auf Verbrauchervertrï¿½ge. Verbraucher kï¿½nnen nur natï¿½rliche Personen sein.
OGH 16. 11. 2012, 6 Ob 176/12v - ï¿½BA 2013/1959, 767
Zur Rï¿½ckzahlung eines Mehrbetrags beim Kreditvertrag.
OGH 15. 11. 2012, 1 Ob 153/12z - JBl 2013, 370 (Dullinger); ï¿½BA 2013/1908
Zur Schadenstragung beim Verbraucherbetrug:
Nach den Feststellungen der Vorinstanzen hat der Klï¿½ger dem vermeintlichen Verkï¿½ufer des Kraftfahrzeugs den eingescannten ï¿½berweisungsbeleg und seinen Behindertenausweis gemailt und diesem dadurch all jene Informationen in die Hand gegeben, die eine unbekannt gebliebene Person in die Lage versetzten, mit Hilfe eines gefï¿½lschten oder verfï¿½lschten Dokuments und der Angabe der korrekten MTCN (Money Transfer Control Number), des zu erwartenden Betrags und des Landes, aus welchem der Betrag kommen solle, den vom Klï¿½ger auf seinen Namen ï¿½berwiesenen Betrag zu beheben. Erst die Handlung des Klï¿½gers ermï¿½glichte damit die missbrï¿½uchliche Empfangnahme des Geldbetrags. Bei dieser Sachlage ist es nicht zu beanstanden, wenn das Berufungsgericht zum Ergebnis gelangte, dass der Klï¿½ger den durch seine Sorglosigkeit verursachten Schaden zur Gï¿½nze selbst zu tragen hat.
OGH 14. 11. 2012, 3 Ob 198/12g - ï¿½BA 2013/1907; RdW 2013/267
Zum Anwendungsbereich von ï¿½ 25c KSchG (Verneinung der - analogen - Anwendbarkeit auf eine zugunsten einer Bank abgegebene Vorrangseinrï¿½umung bzw auf den Verzicht auf vorrangige bï¿½cherliche Sicherstellung von Ansprï¿½chen):
Mit der Zustimmung zum Zurï¿½cktreten von Rechten hinter die sodann erstrangig zur Eintragung kommende Hypothek einer Bank wird nicht die Haftung fï¿½r eine materiell fremde Verbindlichkeit ï¿½bernommen. Der Zurï¿½cktretende ist daher nicht als Interzedent anzusehen, dem ï¿½ 25c KSchG zugute kommt.
Die Situation, dass die Klï¿½gerin die bï¿½cherliche Sicherheit fï¿½r ihre Ansprï¿½che aus dem ï¿½bergabsvertrag partiell aufgibt und letztlich im Zwangsversteigerungsverfahren verliert, ist nicht mit der ï¿½bernahme einer Haftung fï¿½r eine fremde Schuld vergleichbar, sodass der Anwendungsbereich des ï¿½ 25c KSchG weder unmittelbar noch analog erï¿½ffnet ist. Aus diesem Grund kommen Informationspflichten der Bank gegenï¿½ber der Klï¿½gerin entsprechend dieser Gesetzesstelle nicht in Betracht.
OGH 23. 10. 2012, 10 Ob 30/12b - ï¿½BA 2013/1900; RdW 2013/121; wbl 2013/58; Graf, Dispositionsbefugnis beim Oder-Depot berechtigt nicht zu Verpfï¿½ndung! Grundsï¿½tzliches zur Verfï¿½gungsermï¿½chtigung beim Oder-Depot aus Anlass der Entscheidung 10 Ob 30/12b, ZFR 2015/3, 13
Zur Reichweite der Einzelverfï¿½gungsberechtigung im Rahmen eines Oder-Depots:
Bei einem Oder-Gemeinschaftsdepot ist unabhï¿½ngig von den tatsï¿½chlichen Eigentumsverhï¿½ltnissen jeder Depotmitinhaber ï¿½ber die im Depot verwahrten Wertpapiere alleine verfï¿½gungsberechtigt. Die Einzelverfï¿½gungsberechtigung deckt auch die Verpfï¿½ndung der Wertpapiere.
Wenn ï¿½alle derzeit und in Zukunft auf einem bestimmten Wertpapierdepot erliegenden Wertpapiereï¿½ verpfï¿½ndet werden, ist der Pfandgegenstand iSd pfandrechtlichen Spezialitï¿½tsprinzips ausreichend bestimmt.
OGH 15. 10. 2012, 6 Ob 180/12g - RdW 2013/146; ï¿½BA 2013, 288
Zur Beratungspflicht der Akkreditivbank sowie zur Rolle der Zweitbank beim Dokumentenakkreditiv.
OGH 15. 10. 2012, 6 Ob 158/12x - JBl 2013, 321; ï¿½BA 2013/1887; ecolex 2013/160; EvBl-LS 2013/22 (Rohrer); NZ 2013/42
Zur Frage, welche Maï¿½nahmen ein Kreditgeber zum Schutz des Bï¿½rgen zu ergreifen hat, wenn sich wï¿½hrend eines aufrechten Bï¿½rgschaftsverhï¿½ltnisses die wirtschaftliche Situation des Hauptschuldners in einem Maï¿½e verschlechtert, das die Inanspruchnahme des Bï¿½rgen als wahrscheinlich erscheinen lï¿½sst, und erst nach dieser Verschlechterung eine Auszahlung aus dem besicherten Kreditverhï¿½ltnis zu erfolgen hat; sowie dazu, inwieweit die Beklagten, die die Bï¿½rgschaftsverpflichtung ausschlieï¿½lich im Wege der Universalsukzession ï¿½bernommen haben, sich die Kenntnisse ï¿½ber das Bï¿½rgschaftsrisiko des Erblassers bei Eingehung der Bï¿½rgschaftsverpflichtung anrechnen lassen mï¿½ssen.
Die Aufkï¿½ndigung des Kreditvertrags bei Nichteinhaltung der vereinbarten Rï¿½ckzahlungsraten ist primï¿½r ein Recht, nicht aber eine Pflicht der Bank. Nur wenn diese zum Nachteil des Bï¿½rgen unterblieben wï¿½re, kann die Unterlassung der Aufkï¿½ndigung eine Obliegenheitsverletzung gegenï¿½ber dem Bï¿½rgen darstellen.
VwGH 25. 9. 2012, 2012/17/0135 ï¿½ RdW 2012/762
Zum Begriff des Depotgeschï¿½fts iSd BWG.
OGH 19. 9. 2012, 3 Ob 154/12m - ï¿½BA 2013/1906
ï¿½ 40 BWG dient der Unterstï¿½tzung der Aufsichts- und Strafbehï¿½rden bei der Bekï¿½mpfung von Geldwï¿½scherei und Terrorismusfinanzierung und damit nur Allgemeininteressen; die Bestimmung stellt daher keine Schutznorm zugunsten einzelner Geschï¿½digter dar. Ein allfï¿½lliger Verstoï¿½ gegen die Verpflichtung zur Identitï¿½tsprï¿½fung fï¿½hrt nicht zu einer Nichtigkeit des abgeschlossenen Kontoerï¿½ffnungsvertrags.
OGH 13. 9. 2012, 8 Ob 90/12m - ï¿½BA 2013/1905
Zur Verjï¿½hrung der Haftung des Wechselbï¿½rgen.
OGH 13. 9. 2012, 6 Ob 107/12x
Zur Lï¿½schungsverpflichtung bzw zum Widerspruchsrecht nach ï¿½ 28 DSG 2000.
OGH 11. 9. 2012, 6 Ob 24/11i - Zak 2012, 396; Bollenberger, RdW 2012, 385; ï¿½BA 2012, 833
OGH 20. 11. 2012, 10 Ob 92/11v
Fï¿½gt der Verwender oder der Empfehler von Allgemeinen Geschï¿½ftsbedingungen seiner nach Abmahnung gemï¿½ï¿½ ï¿½ 28 Abs 2 KSchG abgegebenen Unterlassungserklï¿½rung neu formulierte Ersatzklauseln bei, liegt auch dann keine vollstï¿½ndige Unterwerfung unter den Anspruch einer gemï¿½ï¿½ ï¿½ 29 KSchG klageberechtigten Einrichtung vor, die die Wiederholungsgefahr beseitigt, wenn die neuen Klauseln im Verhï¿½ltnis zu den beanstandeten Klauseln nicht ï¿½sinngleichï¿½ sind.
OGH 1. 8. 2012, 1 Ob 244/11f - RdW 2012/763; ZFR 2012/170
OGH erklï¿½rt 16 von 17 inkriminierten Klauseln der ABB, die das ZaDiG umsetzen sollen, fï¿½r rechtswidrig.
VwGH 20. 7. 2012, 2008/17/0226 ï¿½ ZFR 2012/164
Zur inhaltlichen Rechtswidrigkeit der Abweisung eines Antrags auf Prospektbilligung nach ï¿½ 8a KMG durch die FMA.
OGH 10. 7. 2012, 4 Ob 183/11g - RdW 2013/21
Zur Inkassozession.
EuGH 12. 7. 2012, C-602/10
Der EuGH prï¿½zisiert den Umfang des Verbraucherschutzes bei Kreditvertrï¿½gen im Hinblick auf die Umsetzung der VerbraucherkreditRL.
OGH 14. 6. 2012, 3 Ob 76/12s
Zur Auslegung des "Bankarbeitstages" in Fonds-Bedingungen.
EuGH 14. 6. 2012, C-618/10 - JBl 2012, 434 - RdW 2012/421, 402 = Zak 2012/435, 222; Leupold/Ramharter, Die ergï¿½nzende Auslegung von Verbrauchervertrï¿½gen im Lichte des Europarechts, ï¿½BA 2015, 16
Verzugszinsenklausel in Verbraucherkreditvertrag:
Art 6 Abs 1 der RL 93/13/EWG ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, wonach das nationale Gericht, wenn es die Nichtigkeit einer missbrï¿½uchlichen Klausel in einem Vertrag zwischen einem Gewerbetreibenden und einem Verbraucher feststellt, durch Abï¿½nderung des Inhalts dieser Klausel den Vertrag anpassen kann.
EuGH 7. 6. 2012, C-39/11 - wbl 2012/162, 444
Zur Unvereinbarkeit der ï¿½sterreichischen Regelung (ï¿½ 30 Abs 2 Z 5 lit a BMSVG), wonach die Anlage durch eine Betriebliche Vorsorgekasse in Kapitalanlagefonds, die in einem anderen Mitgliedstaat errichtet sind, nur dann zulï¿½ssig sein soll, wenn diese Fonds im Inland zum Vetrieb ihrer Anteile zugelassen sind, mit Art 63 AEUV.
EuGH 15. 3. 2012, C-453/10 - ï¿½BA 2012/41, 480 - wbl 2012/96, 276 = ZFR 2012/60, 119
Fehlerhafte Angabe eines effektiven Jahreszinssatzes:
* Art 6 Abs 1 der RL 93/13/EWG ï¿½ber missbrï¿½uchliche Klauseln in Verbrauchervertrï¿½gen ist dahin auszulegen, dass sich das angerufene Gericht bei der Beurteilung der Frage, ob der Verbrauchervertrag, der eine oder mehrere missbrï¿½uchliche Klauseln enthï¿½lt, ohne diese Klauseln bestehen kann, nicht ausschlieï¿½lich auf die etwaige Vorteilhaftigkeit der Nichtigerklï¿½rung des betreffenden Vertrages in seiner Gesamtheit auf eine der Parteien, im vorliegenden Fall den Verbraucher, stï¿½tzen kann. Diese RL hindert allerdings einen Mitgliedstaat nicht daran, im Einklang mit dem Unionsrecht vorzusehen, dass ein solcher Verbrauchervertrag in seiner Gesamtheit nichtig ist, wenn sich erweist, dass dadurch ein besserer Schutz des Verbrauchers gewï¿½hrleistet wird.
* Eine Geschï¿½ftspraxis, die darin besteht, in einem Kreditvertrag einen geringern als den realen effektiven Jahreszins anzugeben, ist als "irrefï¿½hrend" iSv Art 6 Abs 1 der RL 2005/29/EG ï¿½ber unlautere Geschï¿½ftspraktiken von Unternehmern gegenï¿½ber Verbrauchern einzustufen, sofern sie den Durchschnittsverbraucher tatsï¿½chlich oder voraussichtlich zu einer geschï¿½ftlichen Entscheidung veranlasst, die er ansonsten nicht getroffen hï¿½tte.
OGH 30. 5. 2012, 7 Ob 115/11d - ï¿½BA 2012, 842
Zur analogen Anwendbarkeit des ï¿½ 25c KSchG.
OGH 30. 5. 2012, 8 Ob 49/12g - ï¿½BA 2012/1840; ZFR 2012/168
Zur Frage der Unwirksamkeit der Z 47, 48 und 75 der ABB.
OGH 24. 5. 2012, 6 Ob 78/12g - Zak 2012/451, 236
Bei einem offenen (Vollrechts-)Treuhandkonto ist ausschließlich der Treuhänder gegenüber der Bank berechtigt und verpflichtet, während die Bank mit dem Treugeber in keiner das Konto betreffenden Vertragsbeziehung steht.
OGH 24. 5. 2012, 6 Ob 79/12d
Mit der Entscheidung, dass ein Bankguthaben in die Verlassenschaft fällt, wird noch nicht über die Berechtigung am Guthaben entschieden.
OGH 24. 5. 2012, 1 Ob 95/12w - ÖBA 2012, 854
Dass die kl Bank als künftige Hypothekargläubigerin nicht vom Schutzzweck der unterlassenen Bestellung eines Kollisionskurators für Minderjährige erfasst ist, ergibt sich schon aus dem Wortlaut des § 271 ABGB.
OGH 25. 4. 2012, 7 Ob 41/12y
Zur Frage der Sittenwidrigkeit einer Haftungserklärung.
OGH 25. 4. 2012, 7 Ob 59/12w
Bei der Frage, ob ein unbilliges Missverhältnis iSd §25d KSchG vorliegt, ist auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des Eingehens der Verbindlichkeit des Interzedenten abzustellen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Interzedenten zum Zeitpunkt seiner Inanspruchnahme sind insoweit beachtlich, als sie den Umfang der Mäßigung maßgeblich beeinflussen.
OGH 24. 4. 2012, 8 Ob 44/12x
Die Interzessionsregeln gelangen nicht zur Anwendung, wenn die Haftenden die Verbindlichkeiten als echte Mitschuldner eingegangen sind und gegebenenfalls dem Kreditgeber das (abweichende) Innenverhältnis zwischen mehreren für den Kredit haftenden Personen weder bewusst noch erkennbar ist. Die Frage, ob eine die Interzession ausschließende echte Mitschuld vorliegt, hängt von der Auslegung des zwischen der kreditgebenden Bank und dem Haftungsübernehmer geschlossenen Vertrags ab.
OGH 24. 4. 2012, 2 Ob 169/11h
Zur Abgrenzung der Verbraucher- und der Unternehmereigenschaft eines geschäftsführenden GmbH-Gesellschafters und Anwendung des KSchG auf den Bürgschaftsvertrag.
OLG Graz 17. 7. 2012, 2 R 108/12p
LG für ZRS Graz 23. 4. 2012, 14 Cg 102/11g
Zur Frage der Zulässigkeit einer ABB-Klausel, die eine Änderung von Vertragshauptpunkten mittels Erklärungsfiktion vorsieht.
OGH 28. 3. 2012, 2 Ob 51/11f - ÖBA 2012/1834, 560
Das Kreditinstitut trifft mangels (deklarativ) anerkannten Saldos die Behauptungs- und Beweislast dafür, wie sich der von ihr geltend gemachte kausale Saldo errechnet.
OGH 28. 3. 2012, 8 Ob 31/12k - Zak 2012/343, 174
Zur Auslegung einer Zinsanpassungsklausel in einem Unternehmerkreditvertrag.
OGH 20. 3. 2012, 5 Ob 245/11g - Zak 2012/436, 222
Die vom Eigentümer begehrte Herausgabe von Aktien, die sich im Wertpapierdepot eines Treuhänders befinden, kann von der Depotbank nicht unter Berufung auf den Verwahrungsanspruch des Treuhänders als Depotinhaber verweigert werden.
VwGH 15. 3. 2012, 2006/17/0155 - ZFR 2012/64, 127
Zur Frage des Vorliegens eines Finanzkonglomerats.
OGH 14. 3. 2012, 3 Ob 13/12a
Zur Auslegung eines Konsortialvertrages als abstrakte Zahlungsverpflichtung.
LG Klagenfurt 14. 3. 2012, 27 Cg 101/11y
Zusätzlicher Refinanzierungsaufschlag bei Fremdwährungskredit (über den LIBOR hinaus) ist unzulässig.
LG für ZRS Graz 8. 3. 2012, 18 Cg 183/11y
Änderung der Entgelte und des Leistungsumfangs über fingierte Zustimmung unzulässig.
VwGH 29. 2. 2012, 2008/13/0068 - RdW 2012/249, 251
USt-Befreiung für Bank bei Eintreibung von still zedierten Forderungen.
OGH 28. 2. 2012, 4 Ob 170/11w - ÖBA 2012/1826, 540 (Apathy) = Zak 2012/219, 114 = ZFR 2012/70, 133
Zur Qualifikation von Kleinbetragssparbüchern als Inhaberpapiere.
Zur Frage der Aufrechnung gegen den Auszahlungsanspruch des Sparbuchinhabers.
Zur Frage, ob das Vertrauen Dritter auf den Sparbuchstand geschützt ist.
OLG Wien 24. 2. 2012, 15 R 32/12d
Unzulässige Zinsberechnungsklauseln bei vorzeitiger Auflösung von Kapitalsparbüchern.
OLG Wien 1. 2. 2012, 4 R 569/11t
OLG Innsbruck 25. 11. 2011, 3 R 183/11b
Zu unzulässigen AGB-Klauseln in Fremdwährungskrediten.
OGH 31. 1. 2012, 1 Ob 257/11t - ÖBA 2012/1813, 399 = RdW 2012/417, 400 = Zak 2012/180, 94
Dass die Bank den Auftrag zu einem Bargeldtransfer nicht im eigenen Namen, sondern als Agentin iSd § 3 Z 20 ZaDiG für einen anderen Zahlungsdienstleister übernimmt, hat sie vor der Auftragserteilung in ausreichendem Maß offenzulegen, ansonsten sie selbst Auftragnehmerin ist.
OGH 22. 12. 2011, 1 Ob 173/11i - ÖBA 2012/1807, 328 = JusGuide 2012/05/9631
Zur Formpflicht des Garantieauftrages eines Verbrauchers.
OGH 21. 12. 2011, 9 Ob 39/11t - ÖBA 2012/1806, 326 = JusGuide 2012/04/9621
Art 42 2. Fall EGZPO schafft einen eigenen privatrechtlichen Anspruch auf Angabe des Vermögens.
Wenn der Kreditkunde glaubhaft macht, dass er seine Unterlagen wegen Verlustes nicht mehr besitzt, muss die Bank erneut Mitteilungen über die betreffenden Kontobewegungen machen. Dieser Anspruch geht auch auf den Erben als Rechtsnachfolger über, ohne das diesem das Bankgeheimnis entgegengehalten werden könnte, weil es sich um keinen "Dritten" handelt.
OGH 21. 12. 2011, 6 Ob 44/11f - ÖBA 2012/1819, 465 - JBl 2012, 308
(vgl Besprechungsaufsatz Graf, Gegenüber welchen Mitschuldnern gelten die §§ 25c und 25d KSchG, ZFR 2012/95, 165)
Dem Solidarschuldner, der teilweise Interzedent ist, kommt eine Teilzahlung des Hauptschuldners erst zugute, wenn dadurch die Restschuld unter dem nicht von der Interzession betroffenen Teil der Forderung fällt.
Bei Verbindlichkeiten, die die Hafenden gemeinsam und im gemeinsamen Interesse als "echte Mitschuldner" eingehen, sind die Interzessionsregeln nicht anzuwednen, wenn dem Kreditgeber das Innenverhältnis zwischen mehreren für den Kredit Haftenden weder bewusst noch erkennbar ist.
VfGH 14. 12. 2011, B 886/11 - ÖBA 2012/31, 259 = ZFR 2012/36, 77
(Vgl Besprechungsaufsatz Loser/Urtz, Kritische Analyse des VfGH-Erkenntnisses zur "Bankensteuer")
Die Stablitätsabgabe für Banken ist nicht verfassungswidrig.
OGH 14. 12. 2011, 3 Ob 187/11p - EvBl 2012/59 (Schmögl)
Verjährung von Zinsen in der Insolvenz gehemmt.
OGH 14. 12. 2011, 3 Ob 213/11m
Bei der abstrakten Bankgarantie ist der Garantievertrag vom Bestand der gesicherten Hauptschuld grundsätzlich unabhängig. Das Gemeinsame aller abstrakten Ansprüche besteht darin, dass bei ihrer Inanspruchnahme die Frage der endgültigen materiellen Berechtigung erst in einem Nachverfahren geprüft werden soll.
VfGH 29. 11. 2011, B 1175/11, B 1176/11 - ZFR 2013/184, 312
Die Strafnorm gem § 48a Abs 1 Z 2 lit a iVm § 48c BörseG beruht auf der RL 2003/6/EG vom 28. 1. 2003, ABl L 96, 16, die sich gegen Insider-Geschäfte und Marktmanipulation (Marktmissbrauch) wendet und daher den Zweck der Strafnorm hinreichend verdeutlicht. Der VfGH bleibt ungeachtet der Beschwerdeausführungen dabei, dass die Norm sich an einen Personenkreis wendet, der aufgrund welcher Umstände immer beurteilen können muss, ob bestimmte Verhaltensweisen geeignet sind, falsche oder irreführende Signale in Bezug auf Finanzinstrumente zu geben und damit den Markt zu manipulieren. In solchen Fällen verstößt der Gesetzgeber nicht gegen das verfassungsrechtliche Determinierungsgebot, wenn er sich damit begnügt, das geforderte Verhalten und die korrespondierende Strafbestimmung lediglich im Hinblick auf einen bestimmten Erfolg zu umschreiben, weil davon ausgegangen werden kann, dass der betroffene sachkundige Personenkreis eine im Wesentlichen übereinstimmende Auffassung über den Inhalt des gebotenen Verhaltens hat.
OGH 24. 11. 2011, 1 Ob 206/11t - ÖBA 2012/1811, 392 (Heinrich) = ZFR 2012/69, 132
Zur Haftung für unrichtige Bonitätsauskunft.
HG Wien 22. 11. 2011, 39 Cg 118/10m
AGB-Klauseln zur Zinsberechnung bei Kapitalsparbüchern unzulässig.
OGH 8. 11. 2011, 10 Ob 31/11y
OGH leitet Vorabentscheidungsverfahren zur Frage der Zulässigkeit von Zahlscheingebühren nach dem ZaDiG ein.
OGH 8. 11. 2011, 10 Ob 91/11x - ÖBA 2012/1789, 186
Zur Beurteilung eines Interzessionsvertrages vor Inkrafttreten von § 25c KSchG.
OGH 24. 10. 2011, 8 Ob 11/11t - RdW 2012/152, 147
Zum Zins-Swap-Geschäft eines SV-Trägers.
OGH 20. 10. 2011, 2 Ob 204/10d - ÖBA 2012/1810, 388 (Dullinger) = RdW 2012/87, 83
Zur Rechtslage beim Überweisungsauftrag im zweipersonalen Verhältnis und zur Frage der Zulässigkeit einer Aufrechnung der Bank gegen eine Spareinlage des Kunden.
OGH 12. 10. 2011, 7 Ob 68/11t - ÖBA 2012/1797, 249 = RdW 2012/213, 212
Zum Verstoß gegen das Bankgeheimnis und gegen § 6 Abs 1 Z 3 KSchG in AGB-Klauseln eines Leasingunternehmens.
OGH 29. 9. 2011, 8 Ob 91/11g - ÖBA 2012/1792, 188
Zur Auslegung einer Bankgarantie.
OLG Wien 15. 9. 2011, 2 R 207/10s
17 Klauseln in ABB verstoßen gegen ZaDiG.
OGH 14. 9. 2011, 5 Ob 112/11y - ÖBA 2012/1790, 187
Zur Antragslegitimation für die Anmerkung des Kautionsbandes.
OGH 31. 8. 2011, 7 Ob 57/11z - ÖBA 2012/1791, 187
Schickt der Überweisende an die bekl Bank ein E-Mail, in der er sie ermächtigt und beauftragt, eine Abbuchung von seinem Konto und eine Gutbuchung auf ihrem Konto (jeweils bei der Kl) vornehmen zu lassen und steht fest, dass die erfolgte Überweisung vom Willen des Überweisenden getragen war, haben der Überweisende und die Bank jedenfalls konkludent vereinbart, von den allfälligen Formvorschriften im konkreten Geschäftsfall abzusehen.
OGH 24. 8. 2011, 3 Ob 117/11v - ÖBA 2012/1782, 123 = Zak 2011/661, 354
Zur Ausdehnung einer Bürgschaftserklärung auf von der Hauptschuldnerin geschuldete gesetzliche Verzugszinsen.
Die Höhe der gesetzlichen Verzugszinsen richtet sich aber nach dem von der Bürgschaft gesicherten Grundgeschäft. Da die Hauptschuldnerin Kaufmann bzw Unternehmer kraft Rechtsform war, schuldet sie nach § 1333 Abs 2 ABGB idF ZinsRÄG (BGBl I 2002/118) Verzugszinsen iHv 8 %-Punkten über dem Basiszinssatz. Darauf, ob die Übernahme der Bürgschaft ein Verbrauchergeschäft war oder nicht, kommt es in diesem Zusammenhang nicht an.
OGH 9. 8. 2011, 4 Ob 123/11h - ÖBA 2011/1761, 902
Bei der Prüfung der Sittenwidrigkeit rechtsgeschäftlicher Haftungserklärungen volljähriger Familienangehöriger ohne jedes oder jedenfalls ohne zulängliches Einkommen und Vermögen hat das Gericht eine auf den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bezogene Gesamtabwägung aller objektiven und subjektiven Umstände vorzunehmen.
Zur Abwägung der für und gegen die Sittenwidrigkeit sprechenden Umstände.
LG Innsbruck 27. 7. 2011, 17 Cg 35/11f
Das LG Innsbruck erklärt vier Klauseln in (Fremdwährungs-)Krediten als rechtswidrig. Bei den inkriminierten Klauseln ging es insb um die Besicherungslage des Kredites, die Folgen einer Kursverschlechterung beim Fremdwährungskredit und die Folgen einer vorzeitigen Rückzahlung.
EuGH 7. 7. 2011, C-445/09, IMC Securities
Für die Annahme der Beeinflussung des Kurses eines oder mehrerer Finanzinstrumente durch Erzielung eines anormalen oder künstlichen Kursniveaus ist es nicht erforderlich, dass dieser Kurs über einen gewissen Zeitraum hinaus auf einem anormalen oder künstlichen Kursniveau bleibt.
OGH 7. 7. 2011, 5 Ob 95/11y - ÖBA 2012/1781, 122
Die mangelnde Fälligkeit der gesicherten Forderung begründet für sich allein noch nicht den Vorwurf der rechtsmissbräuchlichen Inanspruchnahme einer Bankgarantie. Die Tatsache, dass der Auftraggeber der Auszahlung der Garantiesumme widerspricht, berechtigt die Bank ebenfalls noch nicht, dem Begünstigten die Leistung zu verweigern.
OGH 6. 7. 2011, 3 Ob 113/11f - ecolex 2011/383, 998 = Zak 2011/586, 316
Zu Anforderungen an den Buchvermerk als Publizitätsakt für eine Sicherungszession.
OGH 6. 7. 2011, 3 Ob 107/11y - ÖBA 2012/1768, 53 (Koch) = EvBl 2012/5 (Fichtinger) = RdW 2012/19, 17 = Zak 2011/549, 296
Bei Verbraucherpreis-Indexklauseln, die eine automatische Entgeltanpassung (für Girokonten) vorsehen, muss die Vorgehensweise des § 29 Abs 1 ZaDiG eingehalten werden, insb muss die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung des Kunden eingeholt werden. Eine einseitige Änderung lässt § 29 Abs 2 S 1 ZaDiG nur mehr bei Wechselkursen und Zinssätzen zu.
HG Wien 4. 7. 2011, 30 Cg 197/10p
Die Klauseln Z 47, Z 48 und Z 75 Satz 3 1. Fall der ABB sind gesetzwidrig.
VfGH 16. 6. 2011, G 18/11
Verfassungswidrigkeit der unzureichend bemessenen neunmonatigen Legisvakanz für die durch die Neukonzeption der Kapitalertragsteuer für Wertpapiere erforderlichen unternehmensinternen Anpassungen der antragstellenden Kreditinstitute; keine Bedenken gegen die Steuer an sich sowie gegen die den Banken durch die Verpflichtung zur Einhebung der Steuer entstehenden Kosten.
BGH 7. 6. 2011, XI ZR 388/10 - NJW 2011, 2640 = Zak 2011/567, 302
Kontoführungsgebühr in AGB für Kreditverträge wegen unangemessener Benachteiligung des Kreditnehmers unwirksam.
OGH 7. 6. 2011, 5 Ob 42/11d - ÖBA 2012/1802, 312 (Riss) = RdW 2012/22, 18
Generelle Haftungsfreizeichnung für Fahrlässigkeit in Bankbedingungen gesetzwidrig.
OGH 7. 6. 2011, 5 Ob 103/11z - ÖBA 2011/1753, 823 = Zak 2011/741, 394
Wenn die Bankgarantie zu Unrecht oder gar missbräuchlich abgerufen wird, steht dem Auftraggeber die Leistungskondiktion analog § 1431 ABGB gegen den Leistungsempfänger zu. Dieser Bereicherungsanspruch verjährt erst nach 30 Jahren.
HG Wien 1. 6. 2011, 18 Cg 6/11p
Auch bei Versicherungen widerspricht Zahlscheinentgelt der Bestimmung des § 27 Abs 6 ZaDiG.
OGH 31. 5. 2011, 10 Ob 37/11f - ÖBA 2012/1794, 189
Zu den Voraussetzungen einer Anscheinsvollmacht einer Bankangesetllten.
OGH 24. 5. 2011, 1 Ob 4/11m - ÖBA 2012/1795, 189
Zur Haftung für den grundlosen Abbruck von Vertragsverhandlungen über einen Fremdwährungskredit.
VwGH 16. 5. 2011, 2009/17/0185
Bank ist kein "verantwortlicher Beauftragter" iSv § 9 VStG.
OGH 5. 5. 2011, 2 Ob 157/10t - ÖBA 2011/1752, 820
Grundsätzlich ist an einen Verwendungsanspruch der Kl nach § 1042 ABGB gegenüber der Erstbekl zu denken, als die Kl durch die Belastung ihres Kontos infolge der Abrufung der Bankgarantie eine Aufwand hatte, den letztlich die Erstbekl hätte machen müssen, nämlich den Kredit an die Zweitbekl zurückzuzahlen.
Es ist allerdings jene Auffassung zu bejahen, die von einer Konkurrenz zwischen der (allenfalls analog gewährten) Kondiktion nach § 1431 ABGB gegen den Empfänger der Leistung und dem Verwendungsanspruch nach § 1042 ABGB gegen den, der sich - wenn auch nur vorläufig - durch die Leistung des Verkürzten selbst einen Aufwand erspart hat, ausgeht. Dabei sind beide Bekl Solidarschuldner.
LG Salzburg 4. 5. 2011, 22 R 127/11x - jusIT 2011/65, 135 (Janisch)
Zum Widerruf einer Online-Banking-Überweisung im Betrugsfall.
OGH 12. 4. 2011, 4 Ob 53/11i
Der Kreditnehmer hat die Kosten für ein von der betreibenden Bank im Rahmen der Zwangsversteigerung beigezogenes Immobilienbüro zu tragen, wenn der Machthaber bei pflichtgemäßer Sorgfalt die Aufwendung zu diesem Zeitpunkt für die von ihm geschuldete Geschäftsbesorgung erforderlich und zweckmäßig halten durfte. Für die Beurteilung, ob der getätigte Aufwand notwendig und nützlich war, ist auf den Zeitpunkt der Aufwendung abzustellen. Auf den tatsächlichen Erfolg kommt es nicht an.
VwGH 11. 4. 2011, 2011/17/0048 - ÖBA 2011/110, 832 = RdW 2011/498, 471 = wbl 2011/214, 573
Compliance gem WAG - Auslegung einer Bestellung zum verantwortlichen Beauftragten für die Einhaltung des § 18 WAG.
OGH 30. 3. 2011, 9 Ob 39/10s - ÖBA 2011/1734, 592 = Zak 2011/636, 193
Es entspricht der Verkehrssitte, den Wortlaut der Bankgarantie genau zu beachten. Wird aber vom Begünstigten die vorgeschriebene Formulierung gebraucht, dann sind nur mehr solche Einwendungen zulässig, die sich aus der Auslegung des Garantietextes selbst ergeben.
Der für die Bankgarantie typische Ausschluss von Einwendungen aus dem Valutaverhältnis und dem Deckungsverhältnis darf auch nicht auf Umwegen umgangen werden. Die Tatsache allein, dass der Auftraggeber der Auszahlung der Garantiesumme widerspricht, berechtigt die Bank nicht, dem Begünstigten die Leistung zu verweigern.
OLG Wien 29. 3. 2011, 4 R 327/10b
Irreführende Werbung für den Zinssatz beim Bauspardarlehen.
OLG Wien 15. 3. 2011, 2 R 200/10m
Einseitige Entgelterhöhungen der Banken aufgrund der sog Index-Klausel in den AGB nach dem ZaDiG unzulässig.
VfGH 4. 3. 2011, G 105/10
Der VfGH hat jene Bestimmung im BörseG aufgehoben, die vorsieht, dass ein Unternehmen, das Mitglied der Börse ist, automatisch von der Börsemitgliedschaft ausgeschlossen ist, wenn dessen Geschäftsleiter wegen Marktmanipulation verurteilt worden ist und sich das Unternehmen nicht von diesem Geschäftsleiter trennt. Diese Regelung führt zu einem unverhältnismäßigen Eingriff in das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Erwerbsfreiheit und verstößt gegen den Gleichheitssatz.
OGH 1. 3. 2011, 10 Ob 12/11d - ÖBA 2011/1745, 665
Zu Art und Umfang von Aufklärungs- und Beratungspflichten der Bank im Kreditgeschäft.
VwGH 28. 2. 2011, 2009/17/0205-0209 - ÖBA 2011/113, 837
Zum System des gemeinsamen Liquiditätsausgleichs.
OGH 23. 2. 2011, 3 Ob 155/10f - ÖBA 2011/1718, 401 (Wolkerstorfer) = JBl 2011, 508 (Wiesinger) = Zak 2011/282, 155
(Vgl Besprechungsaufsatz: Riedler, Sicherungszession: 3 Ob 155/10f - Neue Leitentscheidung zum Inhalt des Buchvermerks, Zak 2011, 143)
Die bloße Möglichkeit einer nachträglichen Veränderung eines Zessionsvermerks (Buchvermerks) in einer EDV-Buchhaltung unter Löschung der ursprünglichen (historischen) Daten führt trotz der Buchführungsvorschrift des § 190 Abs 5 UGB nicht zur Unwirksamkeit der Sicherungszession.
Erst eine tatsächlich durchgeführte Veränderung kann die Wirksamkeit des Publizitätsakts beseitigen, dies aber nur mit Wirkung ex nunc.
Die Datierung der Setzung des Buchvermerks auf demselben ist zwar zum Nachweis des Zeitpunkts des Rechtsübergangs zweckmäßig, aber kein Erfordernis für die Wirksamkeit der Sicherungszession.
OGH 22. 2. 2011, 8 Ob 5/11k - ÖBA 2011/1738, 598
Den verschiedenen Interzessionsformen liegt die Haftung eines persönlich haftenden Interzedenten für eine materiell fremde Schuld zugrunde. Diese Voraussetzung ist nicht gegeben, wenn mehrere Personen gemeinsam und im gemeinsamen Interesse eine Verbindlichkeit eingehen und dementsprechend echte Mitschuldner sind. In diesem Sinn liegt eine materiell fremde Schuld dann vor, wenn dem zahlenden Interzedenten im Innenverhältnis ein Regressanspruch gegen den Hauptschuldner zusteht.
VfGH 21. 2. 2011, A 7/10 - RdW 2011/503, 476
Der VfGH ist zur Behandlung einer Klage auf Herausgabe eines gerichtlich beschlagnahmten Sparbuchs nicht zuständig. Die Überprüfung der der Beschlagnahme zugrunde liegenden einstweiligen Verfügung (§ 115 StPO) hat durch Entscheidung eines Gerichts zu erfolgen.
OGH 9. 2. 2011, 5 Ob 12/11t
Lockt ein Kreditnehmer unter wahrheitswidrigen Angaben von einem Dritten eine Bürgschaftserklärung für einen Kredit heraus und veranlasst der Filialleiter den Kreditnehmer (bloß), die Geldbeträge zur Deckung der Bankverbindlichkeiten zu verwenden, hat der Filialleiter in keiner Form eine Beitragstäterschaft zum vorangegangenen schweren Betrug geleistet.
OGH 28. 1. 2011, 6 Ob 249/10a - ÖBA 2011/1739, 599
Eine analoge Anwendung der §§ 25c, 25d KSchG auf Pfandbesteller kommt nicht in Betracht. Außerhalb des Anwendungsbereiches des § 25c KSchG ist eine Bank aber nur ausnahmsweise zur Warnung eines Interzedenten verpflichtet, wenn sie weiß, dass der Hauptschuldner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zur Rückzahlung des Kredits in der Lage sein wird und wenn sie zudem damit rechnen muss, dass dem Interzedenten dieser Umstand nicht bewusst ist. Die Anforderungen an die Bank dürfen insb dann nicht überspannt werden, wenn der Interzedent in einer Nahebeziehung zum Hauptschuldner steht und von diesem selbst alle notwendigen Auskünfte fordern und erlangen kann.
OGH 18. 1. 2011, 4 Ob 195/10w - ÖBA 2011/1723, 421
Ob Interzession oder echte Mitschuld vorliegt, hängt von der Auslegung der Haftungszusage ab. Maßgeblich ist das dem Gläubiger bekannte oder von ihm leicht erforschbare Innenverhältnis seiner beiden Schuldner.
OGH 18. 1. 2011, 4 Ob 151/10z - ÖBA 2011/1711, 337
Zum Begriff "Patronatserklärung"; der Grundsatz der Vertragsfreiheit gilt auch bei Rechtsgeschäften, die die Parteien als "Patronatserklärung" bezeichnen. Zu Informationspflichten aus einer weichen Patronatserklärung.
EuGH 16. 11. 2010, C-76/10 (Pohotovost) - ÖBA 2011/37, 840 (Zeiringer)
Zur gerichtlichen Kontrolle der Missbräuchlickeit von Klauseln in Verbraucherkreditverträgen
OGH 17. 12. 2010, 6 Ob 142/10s - ÖBA 2011/1740, 656 (Bollenberger/Kellner)
Zur Abgrenzung zwischen Garantie und Bürgschaft.
VwGH 11. 11. 2010, 2008/17/0168 - RdW 2011/150, 150
Zum Zeitpunkt der Anzeige einer Satzungsänderung eines Kreditinstituts an die FMA.
OGH 29. 9. 2010, 7 Ob 35/10p
Eine allgemeine Erkundigungs- und Prüfpflicht der kreditgebenden Bank besteht nicht für alle Fälle denkmöglicher Einlagenrückgewähr, sondern ist nur dort zu fordern, wo sich der Verdacht schon so weit aufdrängt, dass er nahezu einer Gewissheit gleichkommt.
HG Wien 7. 9. 2010, 22 Cg 11/10a
Eine Klausel zur Überwälzung von erhöhten Refinanzierungskosten in Fremdwährungskreditverträgen verstößt gegen § 6 Abs 1 Z 5 KSchG, weil die Klausel nicht zweiseitig formuliert ist, die für eine Entgeltänderung maßgeblichen Umstände nicht ausreichend genau beschrieben sind und zudem auch vom Willen des Unternehmers abhängige Umstände eine Refinanzierungskostenüberwälzung auslösen können.
OGH 1. 9. 2010, 6 Ob 146/10d - RdW 2011/151, 151
Das Rechtsverhältnis zwischen der garantierenden Bank und dem Begünstigten entsteht erst mit dem Zugang des Garantieofferts bzw der Übermittlung der Garantieurkunde, ohne dass es idR einer besonderen Annahme bedarf. Eine Aufklärungspflicht besteht idR nur dann, wenn der andere Teil nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs eine Aufklärung erwarten durfte. Im Allgemeinen bestehen im Zusammenhang mit einer Bankgarantie keine besonderen Warnpflichten, weil es sich dabei um eine im Handelsverkehr gebräuchliche Sicherungsform handelt, sodass die Bank idR davon ausgehen kann, der Auftraggeber und der Begünstigte würden hinreichende Sachkenntnis besitzen.
OGH 19. 5. 2010, 8 Ob 145/09w
OGH 22. 7. 2010, 8 Ob 166/09h
OGH 28. 7. 2010, 9 Ob 75/09h
Zum Schutzzweck der Geldwäschevorschriften des BWG.
OGH 13. 7. 2010, 4 Ob 94/10t
Eine Bank hat dem Begünstigten in Befolgung ihrer vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten unverzüglich die Beanstandung der fehlerhaften Inanspruchnahme einer Garantie mitzuteilen, wenn dieser dadurch noch die Möglichkeit hätte, die Garantie formgerecht und rechtzeitig in Anspruch zu nehmen.
OGH 13. 7. 2010, 4 Ob 35/10s
Zur Haftung der Bank bei fehlerhaft ausgefülltem Überweisungsbeleg und Mitverschulden des Kunden.
OGH 30. 6. 2010, 7 Ob 232/09g - ZFR 2011/71, 131
Ist der Abruf einer Bankgarantie vereinbarungsgemäß außer von einer Abrufungserklärung auch von der Vorlage der Originalurkunde abhängig, liegt keine formgerechte Inanspruchnahme vor, wenn das Original wegen Verlustes nicht vorgelegt werden kann.
OGH 24. 6. 2010, 6 Ob 60/10g - JBl 2010, 659
Relevanter Zeitpunkt für vorsätzliche Täuschung; Selbsteintritt der Bank als Kommissionär durch einseitiges Rechtsgeschäft.
OGH 11. 5. 2010, 9 Ob 85/09d
Zur Ermittlung des Schadens bei fehlerhafter Vermögensverwaltung.
OLG Wien 6. 7. 2011, 2 R 223/10v
OLG Wien 21. 3. 2011, 30 R 58/10k
OLG Wien 25. 1. 2011, 4 R 209/10z
HG Wien 4. 10. 2010, 22 Cg 8/10k
HG Wien 27. 8. 2010, 30 Cg 29/10g
OLG Wien 7. 5. 2010, 2 R 18/10x
Die Zahlscheingebühr verstösst gegen § 27 Abs 6 ZaDiG.
OLG Wien 29. 4. 2010, 1 R 42/10v
Zu unzulässigen AGB-Klauseln bei der Vermögensverwaltung.
OGH 20. 4. 2010, 4 Ob 205/09i - ÖBA 2010/1650, 610 (Apathy) = JBl 2010, 509 (Faber/Lukas) = RdW 2010/572, 570 = Zak 2010/406, 237
Vgl Bruchbacher, Formpflicht für den sicherungsweisen Schuldbeitritt, Zak 2011/571, 303
OGH fordert nunmehr auch für einen Schuldbetritt das Formerfordernis der Schriftform.
VwGH 15. 4. 2010, 2007/17/0208
Zum Wertpapierhandel ohne Bankenkonzession.
VwGH 26. 3. 2010, 2009/17/0142
Das Interesse einer Person, die bei der FMA - zur Durchsetzung allfälliger Schäden vor den Zivilgerichten - eine Auskunft beantragt, kann nicht (generell) weniger wiegen als das Interesse der Parteien der (verwaltungsstrafrechtlichen) Verfahren an der Geheimhaltung.
OGH 24. 3. 2010, 3 Ob 246/09m
Die Zession einer noch nicht fälligen Forderung des späteren Gemeinschuldners gegenüber seinem Vertragspartner (eines Bauträgervertrags) an einen Werkunternehmer, der mit seinem im Auftrag des Zedenten hergestellten Werk erst das einredefreie und werthaltige Entstehen der abgetretenen Forderung bewirkt, ist nicht den Regeln der Sicherungszession zu unterwerfen, weil es vorrangiger Zweck der Vereinbarung war, die Werklohnforderung des Zessionars zu befriedigen.
OGH 11. 3. 2010, 4 Ob 28/10m - ecolex 2010/239
Haftung des Vermögensverwalters wegen falscher Beratung während aufrechten Vermögensverwaltungsvertrags.
OGH 3. 3. 2010, 9 Ob 8/10g
Im Fall des evidenten Missbrauchs eines Garantieabrufs kann der Garant selbst - ausnahmsweise - einen Rückzahlungsanspruch direkt gegen den Begünstigten geltend machen.
OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 258/09s - ecolex 2010/190 (Friedl) = RdW 2010/506, 503 = Zak 2010/300, 175
Wird einer für den Liegenschaftseigentümer einschreitenden Bank eine umfassende Vollmacht zur Vorbereitung und Durchführung des privaten Verkaufs einer Liegenschaft erteilt, die der hypothekarischen Sicherung eines gewährten Kredits dient, deutet das bereits auf die Umgehung der Verbotsnorm des § 1371 ABGB hin.
OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 206/09v; OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 259/09p - ecolex 2010/151, 448
Aus dem völlig eindeutigen Wortlaut des § 27 Abs 1 u 2 GBG folgt, dass die Angabe der Firmenbuchnummer nur dann dieser Regelung entspricht, wenn sie in der die Eintragungsgrundlage bildenden Urkunde selbst erfolgt. Die Angabe der Firmenbuchnummer im Beglaubigungsvermerk in der Löschungsurkunde reicht dagegen grundsätzlich nicht aus.
OLG Graz 4. 2. 2010, 3 R 183/09w
Zu AGB-Klauseln in Fremdwährungskrediten.
OGH 14. 1. 2010, 6 Ob 114/09x - ÖBA 2012/1788, 184
Zum notwendigen Inhalt der schriftlichen Bürgschaftserklärung.
OGH 17. 12. 2009, 6 Ob 212/09h - ecolex 2010/113, 344 (Rabl)
Zu AGB-Klauseln in einem Bürgschaftsvertragsformular.
OGH 19. 11. 2009, 8 Ob 37/09p - ecolex 2010/149, 446 (Friedl) = wbl 2010/57, 150
Gem § 32 Abs 4 Z 2 BWG muss bei Namenssparbüchern und den sog "Großbetragssparbüchern" der Erwerber der Spareinlagenforderung, wenn er Auszahlung begehrt, seinen Erwerb (und damit seine materielle Berechtigung) nachweisen oder zumindest bescheinigen. Die Bank trifft daher die Verpflichtung, sich von einer Person die nicht mit dem identifizierten Kunden ident ist, bescheinigen zu lassen, dass die Rechtsnachfolge oder die Bevollmächtigung in der Person gründet, die zuletzt zu diesem Sparbuch identifiziert wurde.
OGH 17. 11. 2009, 1 Ob 81/09g - ÖBA 2010/1620, 314
OGH 17. 11. 2009, 1 Ob 131/09k - ÖBA 2010/1621, 319 = ecolex 2010/114, 346
Vgl für beide E: Bollenberger, ÖBA 2010, 304.
Zu gesetzwidrigen AGB-Klauseln beim Leasingvertrag.
OGH 12. 11. 2009, 6 Ob 218/09s - ecolex 2010/115, 348
OGH 8. 9. 2009, 4 Ob 90/09b - ÖBA 2010/1610, 191 = JBl 2010, 253 = ecolex 2010/50, 154 (Aspöck)
Zur Auslegung von § 905 ABGB im Lichte der Zahlungsverzugs-RL und der EuGH-E C-306/06 vom 24. 5. 2008.
OGH 13. 10. 2009, 5 Ob 138/09v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 193 = RdW 2010/36, 26 = ecolex 2010/76, 243 = ZFR 2010/42, 81
Nullverzinsungsklausel in Spareinlagenvertrag nichtig
Unterlassungserklärung (§ 28 Abs 2 KSchG) bei Vorlage neu formulierter Ersatzklauseln unwirksam
OGH 18.9.2009, 6 Ob 128/09f - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 194 = ÖBA 2010/1607, 186 = ecolex 2010/6, 42 = RdW 2010/21, 19
Verbandsklage gegen AGB für Spareinlagenvertrag
LG Klagenfurt, 18. 9. 2009, 21 Cg 38/09m
Gesetzwidrige Klauseln bei Fremdwährungskrediten; vor allem zu Konvertierungsmöglichkeiten und Kostenüberwälzungen seitens der Bank.
OGH 5. 8. 2009, 6 Ob 86/09d - ecolex 2010/19, 55 = RdW 2010/37, 27 = ZFR 2010/16, 39
Die Bank hat auf den Konten des Klägers Zinsgutschriften - ohne Gegenbuchung von EU-Quellensteuer - gutgebucht. Zu einer verspäteten Abbuchung der EU-Quellensteuer war sie aufgrund § 7 Abs 2 Z 1, § 8 EU-QuStG nicht mehr berechtigt. Die von ihr aus dem Titel "EU-Quellensteuer für 2005 und 2006" vorgenommenen Belastungsbuchungen erfolgten somit zu Unrecht, weshalb der Kläger einen Anspruch auf Stornierung der unrichtigen Belastungsbuchungen hat.
OGH 30. 6. 2009, 1 Ob 221/08v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 144 = ÖBA 2009/1580, 825 = RdW 2009/816, 846 = ZFR 2010/15, 37
Zur bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung zwischen der vermeintlich angewiesenen Bank und dem Empfänger bei einem gefälschten Scheck.
OGH 23. 6. 2009, 3 Ob 1/09g - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151 = ÖBA 2010/1591, 55 = JBl 2009, 715 = ecolex 2009/405, 1053
Ob eine Interzession im Sinne des § 25c KSchG oder eine diese ausschließende echte Mitschuld vorliegt, hängt von der Auslegung des zwischen der kreditgebenden Bank und dem Haftungsübernehmer geschlossenen Vertrags ab. Ein Eigeninteresse an der Kreditaufnahme ist bloß Indiz für den Vertragswillen auf Begründung einer echten Mitschuld.
Wenn die Bank im von ihr verfassten Vertragsformular eine Bürgenhaftung verlangt und die Frage eines möglichen Eigeninteresses gar nicht erörtert wird, reicht ein tatsächlich bestehendes Eigeninteresse nicht aus, eine Interzession auszuschließen.
In einem solchen Fall obliegt es der Bank, Umstände zu behaupten und zu beweisen, dass der Vertragswille auf die Begründung einer echten Mitschuld gerichtet war, bei der keine Informationspflicht nach § 25c KSchG besteht.
OGH 29. 4. 2009, 7 Ob 13/09a - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 157 = ÖBA 2009/1582, 829 = ecolex 2009/297, 762 = ZIK 2009/269, 176
Im Fall einer Sicherungszession, die zugleich auch die Funktion einer Zession zahlungshalber erfüllt, muss sich der Zessionar ernstlich um die Eintreibung der zedierten Forderungen bemühen, bevor er auf die gesicherte Forderung gegen den Zedenten zurückgreifen darf.
OGH 16. 4. 2009, 6 Ob 287/08m - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 136, 139 = EF-Z 2010/51, 79 (Dullinger) = ÖBA 2009/1583, 830 = JBl 2009, 725 = ecolex 2009/223, 591 (Verweijen)
Zur Auskunftspflicht der Bank nach § 166 Abs AußStrG.
OGH 25. 3. 2009, 3 Ob 278/08s - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 146 = ecolex 2009/213, 582 (Graf) = RdW 2009/586, 585
Zu Z 75 der ABB.
OGH 26. 2. 2009, 1 Ob 31/09d - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151 = ÖBA 2010/1590, 53 = Zak 2009/335, 217. Vgl dazu Kellner, Zak 2009, 207.
Zu "fremde Verbindlichkeit" iSd § 25c KSchG.
OGH 24. 2. 2009, 4 Ob 14/09a - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151
Eine Bank ist auch außerhalb des Anwendungsbereichs von § 25c KSchG ausnahmsweise zur Warnung eines Interzedenten verpflichtet, wenn sie weiß, dass der Hauptschuldner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zur Rückzahlung des Kredits in der Lage sein werde, und wenn sie zudem damit rechnen muss, dass dem Interzedenten dieser Umstand nicht ebenfalls bewusst ist. Die Anforderungen an die Bank dürfen insbesondere dann nicht überspannt werden, wenn der Interzedent in einer Nahebeziehung zum Hauptschuldner steht und von diesem selbst alle notwendigen Auskünfte fordern und erlangen kann.
OGH 19. 2. 2009, 2 Ob 107/08m - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 140 = ÖBA 2009/1551, 457 (P. Bydlinski) = EvBl 2009/98 (Perner) = ecolex 2009/216, 586. Vgl dazu Graf, ecolex 2009, 577.
OGH 24. 2. 2009, 9 Ob 3/08v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 140 = ÖBA 2009/1564, 595 = ecolex 2009/216, 586
Im Fall einer "Phishing"-Attacke ist die Zurechnung von Willenserklärungen des unberechtigt handelnden nach den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht abzulehnen. Selbst wenn man die (fahrlässige) Ermöglichung des Zugriffs auf seine persönlichen Kenndaten als ein den Rechtsschein begründendes Verhalten des Kontoinhabers anerkennen wollte, wird es der Bank bei Zugang des Überweisungsauftrags regelmäßig an der Kenntnis hievon fehlen.
OGH 28. 1. 2009, 10 Ob 70/07b - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 167 = ÖBA 2009/1588, 922 = RdW 2009/355, 401
Der OGH erklärt in Verbandsprozess folgende Klauseln in VISA-Kreditkartenverträgen für unzulässig:
OGH 27. 1. 2009, 8 Ob 137/08t - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 164 = ecolex 2009/177, 480 = ÖBA 2010/1600, 130 = bbl 2009, 118
Einwendungen aus dem Valuta- und dem Deckungsverhältnis dürfen auch durch Umwege nicht in die Prüfung des Abrufs der Garantie eingebracht werden, soweit diese nicht als Bedienung der Garantie festgelegt wurden.
OGH 20. 1. 2009, 4 Ob 188/08p - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 184 = MR 2009, 92 (Heidinger) = ecolex 2009/274, 694 = RdW 2009/367, 407
Zum Unterlassungsanspruch wegen irreführender Geschäftspraktiken in der Werbung für Wertpapiere.
Zur Rückforderung überhöhter Kreditzinsen
Verbraucherkredite:
OGH 7 Ob 190/04y; 10 Ob 23/04m; 9 Ob 62/04i; 4 Ob 73/03v; 2 Ob 106/03g; 3 Ob 280/02a; 3 Ob 234/04i; 3 Ob 148/04t; 7 Ob 222/04d; 2 Ob 98/03f, 1 Ob 68/05i;1 Ob 162/05p; 7 Ob 204/05h; 6 Ob 172/05w; 3 Ob 236/05k; 4 Ob 10/06h; HG Wien 1 R 248/05z; 9 Ob 23/07h; 8 Ob 98/09h
Unternehmerkredite:
10 Ob 125/05p; 10 Ob 145/05d
vgl dazu jüngst Klauser/Gaugg, ecolex 2006, 740
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