Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VG%20Regensburg&Datum=18.07.2013&Aktenzeichen=RN%205%20K%2013.30027
Timestamp: 2019-04-26 15:02:22
Document Index: 87122970

Matched Legal Cases: ['§ 82', '§ 82', '§ 82', '§ 82', '§ 24', '§ 24', 'Art. 20', '§ 71', 'EGMR', 'Art. 20', '§ 71', 'Art. 20', '§ 71']

VG Regensburg, 18.07.2013 - RN 5 K 13.30027 - dejure.org
April 2013, § 82, Rn. 4b m.w.N.; A.A.: VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 25.
Ob die Klage mangels ladungsfähiger Anschrift des Klägers nach § 82 Absatz 1 Satz 1 VwGO unzulässig ist, vgl. VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 24; VG Weimar, Urteil vom 23. November 2011 - 5 K 20196/10 -, juris, S. 4, oder infolge der Überstellung des Klägers nach Belgien ausnahmsweise - mit Blick auf den in Artikel 19 Absatz 4 GG verankerten Grundsatz effektiven Rechtschutzes - die Möglichkeit der Zustellung an die Anschrift seiner Prozessbevollmächtigten genügt, kann dahingestellt bleiben, da es jedenfalls an ihrer Begründetheit fehlt.
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 7. März 2014 - 1 A 21/12.A -, juris, Rn. 28 ff.; Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 2. Oktober 2013 - 3 L 643/12 -, juris, Rn. 21 f.; VG Düsseldorf , Urteil vom 27. Juni 2013 - 13 K 654/14.A -, juris; VG Köln, Urteil vom 27. Mai 2014 - 2 K 2273/13.A -, juris, Rn. 14; VG München, Gerichtsbescheid vom 21. Mai 2014 - M 21 K 14.30286 -, juris, Rn. 15 m.w.N.; VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 19; VG Düsseldorf , Urteil vom 26. April 2013 - 17 K 1777/12.A -, juris, Rn. 14 und Urteil vom 15. Januar 2010, 11 K 8136/09.A, S. 4; VG Hamburg, Urteil vom 15. März 2012, 10 A 227/11, juris, Rn. 16; VG Freiburg (Breisgau), Beschluss vom 2. Februar 2012 - A 4 K 2203/11 -, juris, Rn. 2; VG Weimar, Urteil vom 23. November 2011 - 5 K 20196/10 -, juris, S. 5; VG Trier, Urteil vom 18. Mai 2011, 5 K 198/11.TR, juris, Rn. 16; VG Karlsruhe, Urteil vom 3. März 2010, A 4 K 4052/08, S. 4; VG Ansbach, Urteil vom 16. September 2009 - AN 11 K 09.30200 -, juris, Rn. 22.
Ebenso wenig lässt sich allein aus der fehlenden Erreichbarkeit der Kläger infolge ihrer Überstellung schlussfolgern, dass sie kein Interesse mehr am Ausgang des Verfahrens haben, Ortloff/Riese, in Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand: März 2014, § 82, Rn. 4b m.w.N.; A.A.: VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 25.
Ob die Klage mangels ladungsfähiger Anschrift der Kläger nach § 82 Absatz 1 Satz 1 VwGO unzulässig ist, vgl. VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 24; VG Weimar, Urteil vom 23. November 2011 - 5 K 20196/10 -, juris, S. 4, oder infolge der Überstellung der Kläger nach Spanien ausnahmsweise - mit Blick auf den in Artikel 19 Absatz 4 GG verankerten Grundsatz effektiven Rechtschutzes - die Möglichkeit der Zustellung an die Anschrift ihres Prozessbevollmächtigten genügt, kann dahingestellt bleiben, da es jedenfalls an ihrer Begründetheit fehlt.
Überdies ginge dem Kläger ansonsten eine Tatsacheninstanz verloren, die mit umfassenden Verfahrensgarantien wie der Verpflichtung zur persönlichen Anhörung gemäß § 24 Abs. 1 Satz 3 AsylVfG und dem Amtsermittlungsgrundsatz gemäß § 24 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG ausgestattet ist (VGH München…, Urteil vom 28. Februar 2014 - 13a B 13.30295 -, juris, Rn. 6) und das Gericht würde im Ergebnis nicht eine Entscheidung der Behörde kontrollieren, sondern sich anstelle der Exekutive erstmals mit dem Antrag sachlich auseinandersetzen und entscheiden, was unter dem Gesichtspunkt der Gewaltenteilung zumindest bedenklich erschiene (VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 20 m. w. N.).
Die Aufhebung des streitgegenständlichen Bescheides reicht also bereits aus, um das Ziel einer Durchführung der Asylverfahren in Deutschland zu erreichen (siehe zum Vorstehenden näher auch Ziffer 3.3 der Entscheidungsgründe;… vgl. ferner etwa BayVGH, U.v. 28.2.2014 - 13a B 13.30295 - juris, Rn. 22;… VG Düsseldorf, U.v. 27.6.2014 - 13 K 654/14.A - juris, Rn. 22 ff. m.w.N.;… VG Regensburg, U.v. 29.4.2014 - RO 4 K 14.50022 - juris, Rn. 25; U.v. 18.7.2013 - RN 5 K 13.30027 - juris, Rn. 19 ff.).
Ungeachtet dessen führte ein "Durchentscheiden" des Gerichts im Ergebnis dazu, dass es nicht eine Entscheidung der Behörde kontrollieren würde, sondern anstelle der Exekutive erstmalig selbst sich mit dem Antrag sachlich auseinandersetzte und entschiede, was im Hinblick auf den Grundsatz der Gewaltenteilung (Art. 20 Abs. 2 GG) und den klaren Wortlaut des Gesetzes in § 71a Abs. 1 a. E. AsylVfG zumindest bedenklich wäre, da eine Entscheidung, die der Gesetzgeber mit dem Asylverfahrensgesetz der Exekutive zur Prüfung zugewiesen hat, ausschließlich vom Gericht getroffen würde (vgl. zum Vorstehenden VG Regensburg, U.v. 18.7.2013 a.a.O.).
Dies gilt ebenfalls für die vom Antragsteller genannten Berichte "Die Situation von Flüchtlingen in Italien" von Pro Asyl von Februar 2011 sowie der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und der norwegischen Hilfsorganisation von Mai 2011 - dieser Bericht wurde vom EGMR in seiner Entscheidung vom 2. April 2013 ebenfalls berücksichtigt (…a.a.O., Rn. 47) und im angegriffenen Bescheid wurde hierauf auch Bezug genommen - und das Gutachten von borderline europe e.V. von Dezember 2012 (hierzu vgl. auch VG Hamburg, Urteil vom 18. Juli 2013, a.a.O., Rn. 36, das insoweit - teilweise sinngemäß - darlegte, dem Gutachten sei zwar zu entnehmen, dass in Italien insbesondere hinsichtlich der Aufnahmebedingungen, der Sicherung des Lebensunterhalts und der Gesundheitsfürsorge der Asylsuchenden (einschließlich der sog. Dublin-Rückkehrer) Missstände auszumachen seien, die Ausführungen in dem Gutachten würden das Gericht aber nicht davon überzeugen, dass es sich bei den aufgezeigten Defiziten und Missständen um einen systemischen Mangel, d. h. um systematische und landesweite Defizite handele, die eine individuelle Gefährdung eines jeden einzelnen oder einer nennenswerten Anzahl von Asylbewerbern im Falle der Abschiebung nach Italien begründeten und von den italienischen Behörden tatenlos hingenommen würden).
Die Aufhebung des streitgegenständlichen Bescheides reicht also bereits aus, um das Ziel einer Durchführung der Asylverfahren in Deutschland zu erreichen (…BayVGH, U. v. 28.2.2014 - 13 a B 13.30295 - juris, Rn. 22;… VG Düsseldorf, U. v. 27.6.2014 - 13 K 654/14.A - juris, Rn. 22 ff. m. w. N.;… VG Regensburg, U. v. 29.4.2014 - RO 4 K 14.50022 - juris, Rn. 25; U. v. 18.7.2013 - RN 5 K 13.30027 - juris, Rn. 19 ff.).
Ungeachtet dessen führte ein "Durchentscheiden" des Gerichts im Ergebnis dazu, dass es nicht eine Entscheidung der Behörde kontrollieren würde, sondern anstelle der Exekutive erstmalig selbst sich mit dem Antrag sachlich auseinandersetzte und entschiede, was im Hinblick auf den Grundsatz der Gewaltenteilung (Art. 20 Abs. 2 GG) und den klaren Wortlaut des Gesetzes in § 71 a Abs. 1 a.E. AsylVfG zumindest bedenklich wäre, da eine Entscheidung, die der Gesetzgeber mit dem Asylverfahrensgesetz der Exekutive zur Prüfung zugewiesen hat, ausschließlich vom Gericht getroffen würde (vgl. zum Vorstehenden VG Regensburg, U. v. 18.7.2013 a. a. O.).
Die Aufhebung des streitgegenständlichen Bescheides reicht also bereits aus, um das Ziel einer Durchführung der Asylverfahren in Deutschland zu erreichen (…BayVGH, U.v. 28.2.2014 - 13a B 13.30295 - juris, Rn. 22;… VG Düsseldorf, U.v. 27.6.2014 - 13 K 654/14.A - juris, Rn. 22 ff. m.w.N.;… VG Regensburg, U.v. 29.4.2014 - RO 4 K 14.50022 - juris, Rn. 25; U.v. 18.7.2013 - RN 5 K 13.30027 - juris, Rn. 19 ff.).
Ungeachtet dessen führte ein "Durchentscheiden" des Gerichts im Ergebnis dazu, dass es nicht eine Entscheidung der Behörde kontrollieren würde, sondern anstelle der Exekutive erstmalig selbst sich mit dem Antrag sachlich auseinandersetzte und entschiede, was im Hinblick auf den Grundsatz der Gewaltenteilung (Art. 20 Abs. 2 GG) und den klaren Wortlaut des Gesetzes in § 71a Abs. 1 a.E. AsylVfG zumindest bedenklich wäre, da eine Entscheidung, die der Gesetzgeber mit dem Asylverfahrensgesetz der Exekutive zur Prüfung zugewiesen hat, ausschließlich vom Gericht getroffen würde (vgl. zum Vorstehenden VG Regensburg, U.v. 18.7.2013 a.a.O.).
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 7. März 2014 - - 1 A 21/12.A -, juris, Rn. 28 ff.; Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 2. Oktober 2013 - 3 L 643/12 -, juris, Rn. 21 f.; VG Düsseldorf, Urteil vom 27. Juni 2014 - 13 K 654/14.A -, Urteil vom 26. April 2013 - 17 K 1777/12.A -, juris, Rn. 14 und Urteil vom 15. Januar 2010, - 11 K 8136/09.A -, S. 4; VG Köln, Urteil vom 27. Mai 2014 - 2 K 2273/13.A -, juris, Rn. 14; VG München, Gerichtsbescheid vom 21. Mai 2014 - M 21 K 14.30286 -, juris, Rn. 15 m.w.N.; VG Regensburg, Urteil vom 18. Juli 2013 - RN 5 K 13.30027 -, juris, Rn. 19; VG Hamburg, Urteil vom 15. März 2012, - 10 A 227/11 -, juris, Rn. 16; VG Freiburg (Breisgau), Beschluss vom 2. Februar 2012 - A 4 K 2203/11 -, juris, Rn. 2; VG Weimar, Urteil vom 23. November 2011 - 5 K 20196/10 -, juris, S. 5; VG Trier, Urteil vom 18. Mai 2011, - 5 K 198/11.TR - , juris, Rn. 16; VG Karlsruhe, Urteil vom 3. März 2010, - A 4 K 4052/08 -, S. 4; VG Ansbach, Urteil vom 16. September 2009 - AN 11 K 09.30200 -, juris, Rn. 22; Funke-Kaiser, in: GK-AsylVfG, Stand: 101. Erg.lieferg.
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