Source: https://www.mbmedien.group/blog/socialmedia-kompakt-august
Timestamp: 2020-04-03 21:01:39
Document Index: 280183685

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

André Gotzens - 16 Min. Lesezeit
Social Media Fakten, News & Trends für Unternehmen
In „Social Media kompakt“ gehts um Facebook, Like-Buttons & Plug-ins. Und warum diese nach dem Eu-GH-Urteil sowohl von unseren Webseiten, als auch auf der Facebook-Plattform selbst (auf den Unternehmens(start)seiten) verschwinden werden, ja sogar als KPI irrelevant sind. Dazu gibt es Expertenmeinungen, virale Trends, nützliches und unnützes Wissen, ironische Debatten und spannende Erkenntnisse: zum Beispiel hinsichtlich der Nutzerzahlen auf den bekannten Plattformen, nebst Ausblick auf die neuen Sterne am Social Netzwerkhimmel. Kurz: alles, was Sie jetzt zum Thema Social Media im Business wissen müssen, um mitreden zu können ... (André Gotzens)
Intro: das Ende des Like-Buttons?
Outro: You can't break up the big dogs
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass alle Seitenbetreiber mitverantwortlich für die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen sind, wenn sie das Plug-in von Facebook auf ihren Webseiten einbinden (T-Online).
Das Ende des Like-Buttons auf Ihrer Webseite scheint damit unausweichlich.
„Viele Webseiten setzen auf den sogenannten Like-Button. Hierüber verbindet sich das Zuckerberg'sche Netzwerk mit einer Seite. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) findet dies im Sinne der Verbraucher problematisch. Denn auch diejenigen, die keinen Facebook-Account besitzen, werden so vom kalifornischen Konzern getrackt – auch die Daten dieser Nutzer wandern letztendlich in die riesigen Datenspeicher des US-Konzerns.
Nun gibt der EuGH den schwarzen Peter aber keinesfalls in die USA, vielmehr nimmt er alle Webseiten-Betreiber, die den Like-Button verwenden, in die Pflicht. Mit dem Ergebnis, dass Abmahnvereine jetzt die Sektkorken knallen lassen dürfen. Und die Landes-Datenschützer?
Facebook dürfte dies egal sein. Strafen sind wohl eingepreist und bei stetig steigenden Werbeumsätzen auch zu verkraften. Einzig Unternehmen und Publisher stehen jetzt im Regen. Aber wer soll die Digitalkonzerne regulieren? Wo selbst eine 5 Milliarden Dollar-Geldstrafe, zu der Facebook aufgrund der Cambridge Analytica-Affäre verdonnert wurde, den Konzern nicht sonderlich zu beeindrucken scheint (Süddeutsche), da macht man genauso weiter wie bisher? Empfehlenswert zum Thema ist auch die Netflix-Dokumentation „The Great Hack - explore how a data company named Cambridge Analytica came to symbolize the dark side of social media“.
Welchen Einfluss das EuGH-Urteil auf die Zwei-Klick-Lösung für die Facebook-Einbindung haben wird? Der Europäische Gerichtshof lässt offen, ob Webseiten-Betreiber eine Einwilligung des Seitenbesuchers für die Anwendung des Like-Buttons einholen müssen oder ob ein berechtigtes Interesse nicht doch als Rechtfertigungsgrundlage ausreicht. Dies steht auf dem Prüfstand ...“ kommentiert Nam Kha Pham.
Und Rechtsanwalt Thomas Schwenke schreibt anlässlich der Pressemitteilung (EuGH, 29.07.2019 – C-40/17 “Fashion ID”):
Für eine eingebundene Gefällt-mir-Schaltfläche (bekannt als Like-Button) sind Website-Betreiber neben Facebook nach der DSGVO mitverantwortlich. Diese Entscheidung hat ein enormes Haftungspotential für uns alle, und ihre Folgen können nach meiner Einschätzung so eigentlich nicht gewollt sein. Zugleich hat der EuGH entschieden, dass der Einsatz der Gefällt-mir-Schaltfläche einer Einwilligung und vollständiger Datenschutzinformationen bedarf. Dies gilt auch für andere Plug-ins, Online-Marketing- und Tracking-Tools. Verstöße sind abmahnbar.
Die rechtlichen Hintergründe, die Risken und Empfehlungen, wie Sie sich verhalten sollten, liefert Schwenke aktuell unter datenschutz-generator.de
So beschreibt der Zukunftsforscher, Publizist und Herausgeber von iBusines, Joachim Graf die aktuell entstandene Situation.
Und Facebook selbst? Der Like-Button auf Ihrer Facebook-Unternehmensseite scheint nun ebenfalls Geschichte zu sein: Facebook Likes gehören seit jeher bei vielen Social Media Marketern zu den KPI (basic thinking), über deren Sinnhaftigkeit man – unter Qualitätsaspekten – trefflich streiten sollte. Jetzt testet das soziale Netzwerk die Abschaffung des Like-Buttons auf Facebook-Seiten und zeigt damit: Diese Kennzahl ist irrelevant. Laut ersten Testberichten wird ein Facebook-Nutzer zukünftig also kein Fan mehr, sondern ist „nur“ ein Follower Ihrer Seite. Aus technischer Sicht betrachtet entfällt damit die Option, ein Unternehmen zu liken, ihm jedoch nicht zu folgen (Abonnent der Seite). Daran, dass Unternehmen ihre Follower per Newsfeed erreichen und diese wie gewohnt mit Beiträgen interagieren können, ändert dies laut allfacebook.de nichts.
Die Gründe, warum sich rund 80 Prozent der (vom Deutschen Institut für Marketing befragten) deutschen Firmen in den sozialen Netzwerken tummeln, sind vielfältig. Für die meisten ist Social Media ein elementarer Bestandteil sowohl ihres Marketings, als auch der Kommunikation. Sind nun Social Plugins und das Facebook Pixel zukünftig noch tragbar? Optimierung und Targeting, Conversion Tracking, die Nutzung von Lookalike Audiences (erweitertes Targeting), die Sequenzierung von Werbeanzeigen oder die Messung eines ROI via Facebook Analytics sind doch davon abhängig. Ist Ihre UNTERNEHMENSSEITE BEI FACEBOOK (DSGVO-Tipps & kostenloses Whitepaper) noch legal? Was müssen Unternehmen im Detail beachten? Unser redaktioneller Newsroom hält Sie auf dem Laufenden.
News und Themen-Updates rund um den Datenschutz in den sozialen Netzwerken liefert auch das MBmedien Online Themen-Special DSGVO-KONFORMES MARKETING unter den Gesichtspunkten Compliance, Datenverarbeitung und Kommunikation.
Des Deutschen liebstes Social Media-Netzwerk ...
84 Prozent der Deutschen (mit Internet-Anschluss, ab 16 Jahren) nutzen Social Media.
32 Millionen Deutsche nutzen Facebook mindestens einmal im Monat.
Spitzenreiter der Beliebtheitsskala (Faktenkontor und die Marktforscher von Toluna haben den Social Media-Atlas erstellt und hier 3.500 Onliner repräsentativ befragt) ist jedoch YouTube: 74 Prozent nutzen Googles Video-Plattform (eine geschätzte Zahl, hier gibt es keine Länder-spezifische Aufschlüsselung). Auf Facebook tummeln sich 69 Prozent der deutschen Internet-Nutzer. Facebooks Messenger-Dienst WhatsApp kommt bei 71 Prozent der Onliner zum Einsatz.
Instagram folgt dem Führungs-Trio erst mit deutlichem Abstand (37 Prozent).
Dem Kurznachrichtendienst Twitter (25 Prozent) folgt Xing mit 24 Prozent.
LinkedIn landet laut Social Media-Atlas mit 17 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter Faktenkontor und Social Media-Experte:
Eine geringere Reichweite bedeutet nicht, dass ein Social Media-Dienst für die Unternehmenskommunikation keine Rolle spielt,
denn über diese Kanäle lassen sich bestimmte Zielgruppen besonders fokussiert erreichen. Unternehmen sollten sich auch bewusst sein, dass Social Media-Kommunikation vor allem außerhalb klassischer Bürozeiten erfolgt, und das in ihrer Digitalstrategie entsprechend berücksichtigen.
Und die offiziellen Nutzerzahlen ...
... zu Facebook, WhatsApp und Instagram finden sich alle drei Monate im Börsenbericht. Facebook hat demnach zurzeit (via allfacebook.de) …
2,4 Milliarden aktive Nutzer, davon 385 Millionen in Europa
1,59 Milliarden tägliche Nutzer, davon 286 Millionen in Europa
500 Mio. Menschen verwenden jeden Monat Instagram Explore, den Entdecken-Bereich.
Und wer Facebook kennt, weiß laut Jan Firsching (für futurebiz.de) auch, dass der Nutzeraktivität immer die Anzeigen-Platzierung folgt. Wie er berichtet, basiert die Ausspielung dann auf den gleichen Targeting-Kriterien wie im Instagram Feed oder Stories-Bereich.
Big Player der Online-Werbung: der Vergleich von Google, Facebook & Amazon
Das Upload-Magazin formuliert es so: Wenn es um Onlinewerbung geht, führt an Google oder Facebook kaum ein Weg vorbei. Doch müssen sich die zwei Internetgiganten auch darauf gefasst machen, dass Amazon sich nicht so leicht abhängen lässt. Amazon steigert durch stetige Optimierung seiner Werbeplattform Amazon Advertising seine Attraktivität für Werbetreibende. Wanja Ernst und Monika Vo zeigen, was die Anbieter unterscheidet und wo die Stärken und Schwächen liegen…
Merkle Marketing Report (Q2/2019)
Über Social Media kommen wenig Besuche bei gewerblichen Seiten zustande, nur knapp vier Prozent der Aufrufe. Facebook, Instagram oder YouTube haben demnach nur noch eine geringe Referral-Relevanz.
Merkle liefert im Report Zahlen und Bewertungen aus Nordamerika: Die Merkle Group Inc. ist eine datengetriebene Performance Marketing-Agentur mit Sitz in Columbia und gehört zum Dentsu Aegis Network.
Neues Spiel: 5 neue Social Media-Plattformen, die laut HubSpot jeder kennen sollte.
Seit der Fusion der App Musical.ly mit TikTok (2018) bietet man mit über 500 Millionen aktiven monatlichen Nutzern einen Spielplatz für Branchen, die in der Lage sind, ihre Marketing-Taktiken kreativ und visuell umzusetzen. Bspw. tummeln sich hier verstärkt Mode-, Verlags- & Unterhaltungsunternehmen.
... konkurriert direkt mit TikTok. Sie können die Plattform dazu verwenden, kurze Videos mit Filtern und musikalischen Überlagerungen zu erstellen. Perspektivisch wird die App von der Nutzerbasis, den technologischen Ressourcen und der Finanzierung durch Facebook profitieren.
Mit Caffeine.tv (die Plattform wurde von ehemaligen Apple-Mitarbeitern entwickelt) können Sie Live-Videoübertragungen und Ihren Computer- & Fernsehbildschirm streamen. Freunde und Follower können mit Emojis und Kommentaren darauf antworten.
Die Gruppen-Video-Messaging-App ermöglicht Video Chats für jeweils acht Benutzer und fällt zudem durch den Sprung von einer Million auf 20 Millionen Nutzer im Jahr 2018 auf.
Steemit gibt an, über 1 Million Benutzer (über 50.000 monatlich aktive Benutzer) zu haben. Ähnlich wie bei Reddit können Sie Posts teilen, kommentieren oder aktualisieren, wofür Sie als Belohnung eine „Steem“-Münze erhalten. Ein Beispiel dafür, wie Kryptowährung und Social Media aufeinander abgestimmt werden können.
Deloitte's Millennial Survey beschäftigt sich mit der Generation U40 und einem Spannungsfeld irgendwo „zwischen Freund & Feind“. Die Studie betrachtet die kritische Wahrnehmung negativer Social Media-Effekte, die dazu führen, dass mehr als die Hälfte der Millennials und Generation Z zwischenzeitlich meint …
Soziale Plattformen schaden mehr, als dass sie nützen.
Die junge Generation schätzt natürlich die Vorteile neuer Technologie: 71% der Millennials haben auch eine durchaus positive Einstellung zur Nutzung der sozialen Medien. Fast zwei Drittel der Nutzer (64%) denken aber, dass sie körperlich gesünder wären, wenn sie weniger Zeit für Social Media aufwenden würden. Mehr als die Hälfte glaubt, dass sich ihre Lebensqualität ohne Social Media verbessern würde. Sechs von zehn Befragten sagen sogar, dass sie dadurch zufriedener wären. 54% der Millennials und 44% der GenZ können sich vorstellen, komplett auf Social Media zu verzichten.
Übrigens hat ein Viertel der Millennials als Konsument „die Beziehung zu Unternehmen eingeschränkt, weil diese unfähig sind, Daten effektiv zu schützen“.
Gestört: Facebook’s unfreiwilliger Einblick
Wie Facebook's Künstliche Intelligenz die Bilder seiner Nutzer taggt - Facebook setzt maschinelles Lernen ein, um Fotos auszulesen – zeigt uns t3n.de. Durch einen technischen Ausfall bedingt konnten die Bilder eine Zeit lang nicht dargestellt werden und wurden daher durch Tags ersetzt. In blauer Schrift waren daher die Details der erkannten Inhalte beschrieben, etwa „Bild enthält: Bierglas“ oder „Bild enthält: Mann lächelt, Bier“. Na dann, Prost!
Nützlich zu wissen vs. unnützes Wissen
Hilfreich kann es sein, wenn man weiß, wie eine KI-Bilderkennung auszutricksen ist. Neben der reinen Erkennung deuten Algorithmen Emotionen auch. Deep Learning macht demnach alle Anstalten, den menschlichen Sinnen den Rang abzulaufen. Aber Lead Digital zeigt, dass die Technologie überlistet werden kann.
Ein Netzwerk ist für mich die schönste Form der Wertschätzung.
So treffend formulierte es Tijen Onran auf tectag.de: Follower, Likes und Reichweite bedeuten Einfluss. Ein dynamisches soziales und geschäftliches Umfeld, in dem man wachsen kann. Immer dann, wenn ich beruflich oder auch persönlich Rat brauche oder anderen auch weiterhelfen kann, kommt mein Netzwerk ins Spiel. Indem man diese Netzwerke eben nicht rein als digitale Adressbücher nutzt, sondern als das, was sie sonst auch bieten: Content-Plattformen. Indem ich mein Netzwerk regelmäßig auf dem Laufenden halte, mit was ich mich gerade inhaltlich beschäftige, pflege ich automatisch mein Netzwerk …
Tijen Onaran ist Mitglied des Handelsblatt-Expertenrates, Autorin der Netzwerkbibel, Podcasterin „How to Hack“ (BusinessPunk) und Gründerin der Community „Global Digital Women“ (GDW) und twittert unter @TijenOnaran.
Corporate Influencer, der Mitarbeiter ist ein Markenbotschafter in der Unternehmenskommunikation. Viele Mitarbeiter sind laut eines Zielbar-Artikels unsicher, wie sie sich online im Sinne eines Unternehmens verhalten sollen, können oder sogar müssen. Social Media Policies – Guidelines werden als Fundament für eine vertrauensvolle Kommunikation dringend benötigt ... (Anna Carla Springob twittert unter @pintawohl).
Vorsicht, dieser Beitrag enthält womöglich Spuren von Ironie! Die Anwendung Faceapp erobert die sozialen Netzwerke im Sturm. Und wo wir uns in ganz Europa noch über Videoüberwachung und Gesichtserkennung, die im großen Stil ausgebaut werden sollen, empören, ja gerne Zeter & Mordio schreien (netzpolitik.org zum ersten und zum zweiten), da verwundert es mich doch, wie viele meiner Freunde und Kollegen – sogar ein paar echte Digital-Experten sind darunter – aus „Spaß an der Freud“ per FaceApp öffentlich altern, dies mit Begeisterung verbreiten und wider jede Vernunft leichtfertig einen hohen Preis für die kostenlose Aufmerksamkeit in der eigenen Timeline zahlen.
Einfach weil es doch alle tun, gewähren Sie einer russischen App – bzw. dem völlig unbekannten Unternehmen aus Sankt Petersburg, welches hinter der App steht – Zugriff auf ihr Privatestes: auf ihr „Personal Device“ Smartphone: IP-Adresse, Gerätekennung, Suchverhalten, alle Bilder, Mikrofon und Kamera …
Scheiß drauf? Schaltet lieber endlich euer Gehirn an oder redet nicht mehr von Privatsphäre!
… so kommentiert es auch Christian Erxleben von BT – basic thinking – im Blog, dort wo der Name Programm ist. Übrigens hat er später noch ergänzt: „ich würde das auch so vertreten, wenn es sich um eine deutsche oder US-amerikanische App handelte …“.
Naja, wir wissen, leichter gesagt als getan ist „reden vs. (um)denken“.
In diesem Sinne, machen Sie’s besser.
Themen: Kundendaten, Business-to-Business, Business Marketing, datenbasiertes Marketing, Potentialanalysen, datengetriebenes Marketing, Marktanalysen, Zielgruppenanalysen, Kundendialog, EU-DSGVO, DSGVO, Web Tracking, User Tracking, Datenschutz-Grundverordnung, Datenschutz, Customer Sales Cycle, Künstliche Intelligenz, Datenintelligenz, Social Media, KPI-Entwicklung, Content-Strategie, SEO, Data Mining, Smart Data