Source: https://lms.beuth-hochschule.de/mod/page/view.php?id=269585
Timestamp: 2018-06-25 05:44:17
Document Index: 298269483

Matched Legal Cases: ['§52', 'BGH', '§52', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Beuth Berlin: Hinweise zum Urheberrecht
Hinweise zum Thema Urheberrecht im E-Learning-Bereich
Urheberrechtlich geschützte Materialien dürfen prinzipiell nur mit Genehmigung des Rechteinhabers genutzt werden. Der §52a des Urheberrechtgesetzes regelt Ausnahmen, die für Lehrzwecke prinzipiell etwas größere Freiheiten in der Verwendung von Materialien erlauben. So dürfen kleine Teile eines geschützten Werkes (maximal 12% bzw. nicht mehr als 100 Seiten) einer abgegrenzten Nutzergruppe zur Verfügung gestellt werden, bspw. in einem passwortgeschützten Moodlekurs. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass die bereit gestellten Materialien der Veranschaulichung der Lehre dienen. Dabei gilt selbstverständlich, dass die Quellen genannt werden müssen. Nach Beendigung der Lehrveranstaltung müssen die geschützten Materialien wieder entfernt werden.
Ein Urteil des BGH schränkt die Anwendbarkeit des §52a UrhG jedoch weiter ein. Der BGH hat in seinem Urteil vom 28.11.2013 festgelegt, dass die Ausnahmen des Urheberrechts für Lehrzwecke nur dann gelten, wenn der Rechteinhaber - in den meisten Fällen sind dies Verlage - keine angemessenen Lizenzen zur Verfügung stellt. Vor der Veröffentlichung von Materialien zu Lehrzwecken muss nach diesem Urteil zunächst geprüft werden, ob der Rechteinhaber eine Lizenz für die Nutzung anbietet. Ist dies der Fall, müssen die Nutzungsrechte von dem anbietenden Verlag gekauft werden.
Was bedeutet das für die Lehrenden und Studierenden?
Da die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material durch das BGH-Urteil verkompliziert wurde, müssen alle Materialien, die elektronisch bereitgestellt werden, sorgfältig geprüft werden. Von dem Urteil sind Scans aus Lehrbüchern oder Zeitschriftenartikeln ebenso betroffen, wie von der Lehrkraft selbst verfasste Skripte, Foliensätze oder Vorlesungsaufzeichnungen. Bitte prüfen Sie als Lehrkraft vor der Veröffentlichung, ob diese frei von Materialien sind, an denen Dritte Verwertungsrechte haben. Sind im Skript oder Foliensatz z.B. Bilder/Grafiken enthalten, die Sie aus Büchern, Zeitschriftenartikeln oder dem Internet entnommen haben, dann reicht es in der Regel nicht aus, wenn Sie die Quellen nennen (also zitieren). Sondern Sie benötigen eine Lizenz für diese Bestandteile Ihres Materials. Falls Sie die entsprechenden Lizenzen nicht kaufen können oder möchten, ersetzen Sie bitte unbedingt die entsprechenden Materialien durch alternative Materialien. Diese können bspw. unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht worden sein. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie z.B. Bilder, Grafiken oder Aufzeichnungen durch einen Quellenhinweis ersetzen, so dass Ihre Studierenden sich die entsprechenden Materialien selbst beschaffen müssen.
Für Studierende bedeutet das BGH-Urteil, dass in Zukunft deutlich weniger Materialien in Moodle zur Verfügung gestellt werden. Das macht das Lernen weniger komfortabel, da z.B. Originalquellen von Grafiken, o.ä., aus mehreren Büchern und/oder Zeitschriften zusammengesucht werden müssen.
Quelle Universität Ulm
Vielen Dank für Ihr Verständnis & mit freundlichen Grüßen,
Zuletzt geändert: Freitag, 9. September 2016, 14:21
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