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Timestamp: 2016-10-28 14:23:22
Document Index: 115387116

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

8C_396/2011 (21.09.2011)
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 17. M�rz 2011.
W.________, geboren 1970, arbeitete seit 1. Februar 1997 als Polizist und war damit bei der AXA Versicherungen AG, Winterthur (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 13. Oktober 2007 bei Gartenarbeiten st�rzte und sich dabei eine Distorsion der Lendenwirbels�ule (LWS) zuzog. Gem�ss Zeugnis des behandelnden Arztes Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH f�r Innere Medizin, vom 2. November 2007, wurde die entsprechende Behandlung am 31. Oktober 2007 abgeschlossen.
Am 12. Januar/24. Februar 2009 wurden erneute Beschwerden im Bereich der LWS gemeldet, wof�r die Versicherung die Behandlungskosten �bernahm. Mit Verf�gung vom 21. August 2009, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2009, verneinte die AXA ihre Leistungspflicht f�r die �ber den 1. Februar 2009 hinaus geltend gemachten Anspr�che mangels Kausalzusammenhang und stellte die Leistungen ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 17. M�rz 2011 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst der Versicherte beantragen, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten, namentlich Heilungskosten.
W�hrend die AXA auf Abweisung der Beschwerde schliessen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung. Der Versicherte h�lt in einer erg�nzenden Stellungnahme am Beschwerdeantrag fest.
Fest steht und ist unbestritten, dass die R�ckenbeschwerden des Versicherten erstmals nach dem Unfall vom 13. Oktober 2007 auftraten und die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht diesbez�glich anerkannte. Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer aus diesem Unfallereignis �ber den 31. Januar 2009 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Zu kl�ren ist dabei die Frage, ob die ab Februar 2009 noch bestehenden Beschwerden �berwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. W�hrend der Versicherte dies bejaht, verneinen Unfallversicherer und Vorinstanz den nat�rlichen Kausalzusammenhang.
3.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf die Ausf�hrungen zum Wegfall des urs�chlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine vel ante und zu den sich dabei stellenden Beweisfragen (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, U 355/98, 1994 Nr. U 206 S. 328, U 180/93; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b in fine S. 264). Darauf wird verwiesen. Das Gleiche gilt hinsichtlich der praxisgem�ssen Grunds�tze zum Beweiswert und zur W�rdigung medizinischer Berichte und Stellungnahmen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.), insbesondere versicherungsinterner Berichte (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. mit Hinweisen) und zu dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen, vgl. auch 134 V 109 E. 9.5 S. 125).
3.2 Wie die Vorinstanz �berdies zutreffen festh�lt, kann nach derzeitigem medizinischem Wissensstand das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allf�llige richtunggebende Verschlimmerung r�ntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters�blichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbels�ule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, sp�testens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 354/04 vom 11. April 2005, E. 2.2, mit Hinweisen auch auf die medizinische Literatur; vgl. diesbez�glich ferner neuere Urteile 8C_1009/2009 vom 4. Mai 2010 E. 3.1.1 und 8C_523/2009 vom 1. Oktober 2009 E. 2.2 je mit Hinweisen).
Was den Einwand des Beschwerdef�hrers betrifft, mangels erforderlichem Fallabschluss k�men bei der Pr�fung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht die Regeln �ber den R�ckfall zur Anwendung, sondern die Regeln �ber einen laufenden Fall, womit die Beschwerdegegnerin die Beweislast f�r den Wegfall des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem urs�chlichen Ereignis und den noch bestehenden Beschwerden trage, ist darauf nicht weiter einzugehen, nachdem das kantonale Gericht von einer Leistungseinstellung durch die AXA per 31. Januar 2009 ausgegangen ist. Zudem gilt festzustellen, dass die sowohl im Grundfall als auch bei R�ckf�llen und Sp�tfolgen geltende Regel, wonach der Unfallversicherer und nicht die versicherte Person die Beweislast f�r das �berwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der Unfallkausalit�t tr�gt, erst Platz greift, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) und der Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die �berwiegende Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2, 8C_354/2007), was vorliegend nicht zutrifft.
5.1 Das kantonale Gericht hat nach korrekter Wiedergabe der medizinischen Aktenlage gest�tzt auf die Stellungnahme des Dr. med. F.________, medizinischer Dienst, AXA Versicherungen (vom 7. Mai 2009) und den erg�nzenden Bericht des Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH Chirurgie, beratender Arzt der AXA (vom 4. Dezember 2009), erkannt, es sei mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass die am 24. Februar 2009 gemeldeten Beschwerden nicht mehr in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 13. Oktober 2007 st�nden und die Beschwerdegegnerin den Fall daher zu Recht per Ende Januar 2009, also mehr als 1 1/4 Jahre nach dem Unfallereignis abschliessen konnte. Die beratenden �rzte h�tten den nat�rlichen Kausalzusammenhang unter Verweis auf die geringe Schwere des Unfallereignisses, die kurze Behandlungsdauer und den R�ntgenbefund, der keine strukturellen Sch�den zeigte, verneint, was nachvollziehbar sei und in �bereinstimmung mit der Rechtsprechung stehe. Zudem spreche f�r ein banales Geschehen ohne schwere Verletzungen auch die Tatsache, dass sich der Beschwerdef�hrer erst f�nf Tage nach dem Unfallereignis in �rztliche Behandlung begeben habe. Diesen Erw�gungen der Vorinstanz ist beizupflichten.
5.2 Die Einwendungen des Beschwerdef�hrers verm�gen nicht zu einem andern Ergebnis zu f�hren. Insbesondere sind sie nicht geeignet, eine �nderung der Rechtsprechung basierend auf der medizinische Erfahrungstatsache, wonach das Erreichen des status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden kann, wogegen eine allf�llige richtungsgebende Verschlimmerung r�ntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters�blichen Progression abheben muss (vgl. E. 3.2 hievor), zu bewirken (vgl. zu den Voraussetzungen f�r eine Praxis�nderung BGE 135 I 79 E. 3 S. 82, 134 V 72 E. 3.3 S. 76). Zudem kann auf Berichte versicherungsinterner �rzte rechtsprechungsgem�ss abgestellt werden, wenn keine Zweifel an der Zuverl�ssigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7 S. 471). Der Einwand des Beschwerdef�hrers, den Stellungnahmen der Vertrauens�rzte komme kein Beweiswert zu, da es sich um reine Aktengutachten handle, kann mit der Vorinstanz nicht geh�rt werden, nachdem weder die Diagnose noch die Befunderhebung, welche zudem auf den Angaben des behandelnden Arztes Dr. med. C.________ selbst basieren, umstritten sind und es lediglich um die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis geht, was rechtsprechungsgem�ss in einem Aktengutachten er�rtert werden kann (Urteil 8C_540/2007 vom 27. M�rz 2008 mit Hinweisen). Eine eigene Untersuchung durch die beratenden �rzte war bei dieser Ausgangslage nicht erforderlich. Beide �rzte kommen aufgrund der medizinischen Unterlagen, insbesondere der im �brigen unbestrittenen R�ntgenbefunde, zum Schluss, dass keine strukturellen Sch�digungen nachgewiesen sind, die in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. Von einer derartigen Sch�digung ist auch in den Ausf�hrungen des behandelnden Arztes nirgends die Rede. Zudem konnte die Behandlung gem�ss dessen Angaben bereits zwei Wochen nach dem Unfallereignis abgeschlossen werden, womit in �bereinstimmung mit Dr. med. F.________ die initiale Symptomatik wenig gravierend gewesen sein muss. Daf�r spricht auch die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer bereits am 21. Oktober 2007 wieder zu 100 % als Polizist t�tig sein konnte. Ob die Beschwerden zwischenzeitlich tats�chlich vollkommen abgeklungen waren oder persistierten - wie geltend gemacht wird - braucht nicht weiter gepr�ft zu werden. Mit Blick auf die geltende Rechtsprechung (vgl. E. 2.3) ist der Vorinstanz beizupflichten, dass bei der gezeigten Ausgangslage die nach dem 1. Februar 2009 bestehenden R�ckenbeschwerden in keinem nat�rlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 13. Oktober 2007 mehr stehen. Die Ausf�hrungen des behandelnden Arztes, wonach die Beschwerden im Bereich des LWS trotz Analgetika und Physiotherapie sowie eigenen Bewegungs�bungen und Auswechseln der Matratze persistieren bzw. rezidivieren und der Versicherte vor dem Unfall keinerlei Probleme im Bereich der LWS sowie des Sakrums aufwies, verm�gen an der Kausalit�tsbeurteilung nichts zu �ndern. Bleibt darauf hinzuweisen, dass die Argumentation "post hoc ergo propter hoc" unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nicht zul�ssig ist, sofern der Unfall - wie hier - keine strukturellen L�sionen an der Wirbels�ule und namentlich keine Wirbelk�rperfrakturen verursacht hat (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06; Urteile 8C_46/2010 vom 26. April 2010 E. 4.3 und 8C_590/2007 vom 6. Oktober 2008 E. 7.2.4).
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem unterliegenden Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).