Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Ss%20169/03
Timestamp: 2018-12-10 01:11:42
Document Index: 74134295

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 73', '§ 81', '§ 73', '§ 81', 'Art. 103']

OLG Köln, 22.05.2003 - Ss 169/03 (Z), Ss 169/03 - dejure.org
OLG Köln, 22.05.2003 - Ss 169/03 (Z), Ss 169/03
OLG Hamm, 27.02.2012 - 3 RBs 386/11
Bevollmächtigung aller/mehrerer Rechtsanwälte einer Kanzlei; …
Hat der Betroffene eine alle Rechtsanwälte der Kanzlei bzw. Sozietät erfassende Verteidigervollmacht unterzeichnet und haben sich indes höchstens drei dieser Anwälte im Verfahren zum Verteidiger bestellt, können Zustellungen wirksam und mit verjährungsunterbrechender Wirkung an die Anwaltskanzlei bzw. -sozietät als solche adressiert werden (Anschluss an OLG Hamm, MDR 1980, 513; OLG Köln, Beschluss vom 22.05.2003 - Ss 169/03 - ; OLG Stuttgart, Beschluss vom 30.01.2002 - 4b Ss 431/01 - ; a.A. AG Stadthagen, BeckRS 2009, 06724).
- Ss 169/03 - ; OLG Stuttgart, Beschluss vom 30. Januar 2002.
Die Zustellung des Bußgeldbescheides konnte deshalb wirksam im Sinne von §§ 46 Abs. 1 OWiG, 145a Abs. 1 StPO unter der Adressierung der Rechtsanwaltskanzlei an einen der bis dahin einzigen Verteidiger erfolgen (zu vgl. SenE v. 22.05.2003 - Ss 169/03 (Z) - m.w.N.).
Der Tatrichter hat nämlich dem Antrag nach § 73 Abs. 2 OWiG stattzugeben, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Entbindung vorliegen, wenn sich also der Betroffene zur Sache geäußert oder erklärt hat, er werde sich in der Hauptverhandlung nicht äußern, und seine Anwesenheit zur Sachverhaltsaufklärung nicht erforderlich ist (SenE v. 22.05.2003 - Ss 169/03 Z - BayObLG DAR 2001, 371 [372]; BayObLG DAR 2002, 133 [134]; BayObLG zfs 2002, 597; OLG Dresden zfs 2003, 209).
Anhaltspunkte für eine solche Fallgestaltung - wie etwa die mögliche Überleitung des Bußgeldverfahrens in ein Strafverfahren (§ 81 OWiG; vgl. SenE v. 22.05.2003 - Ss 169/03 Z - m. w. Nachw.) - sind nicht erkennbar.
OLG Köln, 21.10.2008 - 83 Ss OWi 97/08
Verwerfung des Einspruchs gegen den Bußgeldbescheid wegen Fernbleibens des …
Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Artikel 103 Abs. 1 GG liegt unter anderem dann vor, wenn der Tatrichter den Antrag des Betroffenen auf Entbindung von der Pflicht zum persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandlung ablehnt, ohne hierfür nachvollziehbare Gründe darzulegen (ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur SenE v. 22.05.2003 Ss 169/03 Z = VRS 105, 207 m.w.N.).
Der Tatrichter hat einem solchen Antrag zu entsprechen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Entpflichtung vorliegen (ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur SenE v. 22.05.2003 Ss 169/03 Z = VRS 105, 207).
Der Tatrichter hat nämlich dem Antrag nach § 73 Abs. 2 OWiG stattzugeben, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Entbindung vorliegen, wenn sich also der Betroffene zur Sache geäußert oder erklärt hat, er werde sich in der Hauptverhandlung nicht äußern, und seine Anwesenheit zur Sachverhaltsaufklärung nicht erforderlich ist (OLG Köln, Beschluss vom 22. Mai 2003 - Ss 169/03 Z - BayObLG DAR 2001, 371 [372]; BayObLG DAR 2002, 133 [134]; BayObLG zfs 2002, 597; OLG Dresden zfs 2003, 209).
Anhaltspunkte für eine solche Fallgestaltung - wie etwa die mögliche Überleitung des Bußgeldverfahrens in ein Strafverfahren (§ 81 OWiG; vgl. OLG Köln, Beschluss vom 22. Mai 2003 - Ss 169/03 Z -mwN) - sind hier nicht erkennbar.
Nach ständiger Senatsrechtsprechung hat der Tatrichter diesem Antrag zu entsprechen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Entbindung vorliegen (vgl. SenE v. 08.05.2001 - Ss 170/01 Z - SenE v. 24.01.2003 - Ss 538/02 B - SenE v. 18.03.2003 - Ss 70/03 Z - SenE v. 31.03.2003 - Ss 82/03 Z - SenE v. 22.05.2003 - Ss 169/03 Z - = VRS 105, 207 [208 f.]; SenE v. 29.09.2003 - Ss 400/03 Z - SenE v. 02.01.2004 - Ss 554/03 Z - SenE v. 14.01.2004 - Ss 570/03 B - BayObLG DAR 2001, 371 [372]; BayObLG DAR 2002, 133 [134]; BayObLG zfs 2002, 597; OLG Dresden zfs 2003, 98 u.
Die Entscheidung steht nicht im Ermessen des Gerichts (vgl. SenE vom 18.03.2003 - Ss 70/03 Z - SenE vom 31.03.2003 - Ss 82/03 Z - SenE vom 22.05.2003 - Ss 169/03 Z - SenE vom 28.04.2003 - Ss 134/03 Z - OLG Brandenburg NZV 2003, 432;… OLG Dresden a. a. O. und zfs 2003, 374).
OLG Hamm, 01.07.2008 - 5 Ss OWi 415/08
Entbindung; Erscheinen; Anwesenheit; Hauptverhandlung; Begründung; …
Die Einspruchsverwerfung stellt sich damit gleichzeitig als eine Verletzung des Rechts der Betroffenen auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) dar, auf der die angefochtene Entscheidung beruht (vgl. OLG Hamm VRS 113, 362; Beschluss vom 04. Dezember 2006 - 4 SsOWi 804/06 - Beschluss vom 20. September 2005 - 3 SsOWi 626/05 - OLG Köln VRS 105, 207).
Insoweit besteht für das Amtsgericht kein Ermessensspielraum (vgl. OLG Köln VRS 105, 207 ff. m.w.N.).