Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%204,%2020
Timestamp: 2020-03-30 11:13:13
Document Index: 382950349

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 222', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 25', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.01.1953 - 4 StR 417/52 - dejure.org
https://dejure.org/1953,90
BGH, 22.01.1953 - 4 StR 417/52 (https://dejure.org/1953,90)
BGH, Entscheidung vom 22.01.1953 - 4 StR 417/52 (https://dejure.org/1953,90)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 1953 - 4 StR 417/52 (https://dejure.org/1953,90)
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StGB (1953) §§ 222, 230
BGHSt 4, 20
NJW 1953, 1072 (Ls.)
NJW 1953, 551
MDR 1953, 308
(2) Eine Handlungspflicht zur Verhinderung bzw. Erschwerung einer Steuerhinterziehung der Geschäftsleitung durch Offenbarung seines Wissens über die Umstände, die Anknüpfungspunkt für ein Betriebsausgabenabzugsverbot gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 10 EStG wären, könnte sich für den Angeklagten aus einer Garantenstellung unter dem Gesichtspunkt der Ingerenz ergeben (vgl. dazu grundlegend RG, Urteil vom 20. Oktober 1893 - Rep. 2727/93, RGSt 24, 339, 340; BGH, Urteil vom 22. Januar 1953 - 4 StR 417/52, BGHSt 4, 20, 22;… Fischer, StGB, 64. Aufl., § 13 Rn. 47 ff. sowie Ransiek aaO).
Wenn sich jedoch in der Pflichtwidrigkeit des einen auch die Pflichtwidrigkeit des anderen verwirklicht, kann Nebentäterschaft gegeben sein (…vgl. Fischer aaO § 15 Rdn. 16c, vgl. auch BGH, Urt. vom 22. Januar 1953 - 4 StR 417/52 - (BGHSt 4, 20, 21)).
Äußerstenfalls konnte er die Polizei herbeirufen (vgl. BGHSt 4, 20; BGH VRS 6, 447).
»Wer als Gastwirt einem Kraftfahrer Alkohol ausgeschenkt hat, ist regelmäßig nur dann verpflichtet, das Weiterfahren des Gastes mit angemessenen und ihm möglichen Mitteln zu verhindern, wenn der Gast offensichtlich so betrunken ist, daß er sich nach verständiger Beurteilung nicht mehr eigenverantwortlich (§ 16 Abs. 1 Nr. 3 GaststG) verhalten kann (Einschränkung von BGHSt 4, 20).«.
Seine Berufung ist vom Landgericht unter Hinweis auf die Entscheidung BGHSt 4, 20 verworfen worden.
Das Oberlandesgericht in Braunschweig sieht sich an dieser Entscheidung gehindert durch das Urteil des Bundesgerichtshofs BGHSt 4, 20, dem sich das Oberlandesgericht in Düsseldorf (VerkMitt 1960, 17) angeschlossen hat.
In dem Urteil BGHSt 4, 20 hat der Bundesgerichtshof entschieden, ein Gastwirt, der einem Kraftfahrer so viel Alkohol ausschenke, daß dieser "völlig fahrunfähig" sei, müsse die Fortsetzung der Fahrt verhindern, wenn ihm dies möglich sei.
Das Oberlandesgericht in Braunschweig will die Verantwortlichkeit des Gastwirts in einschlägigen Fällen an engere Voraussetzungen knüpfen, als dies in der Begründung des Urteils BGHSt 4, 20 geschehen ist, ohne daß es im einzelnen auf die Tragweite des in BGHSt 4, 20 ausgesprochenen Rechtsgedankens ankommt.
Der Generalbundesanwalt hatte beantragt, an der Entscheidung BGHSt 4, 20 festzuhalten.
Selbst ein Gastwirt, der einem Kraftfahrer Alkohol ausgeschenkt hat, ist regelmäßig im Sinne der strafrechtlichen Verantwortlichkeit nur dann verpflichtet, das Weiterfahren des Gastes mit angemessenen und ihm möglichen Mitteln zu verhindern, wenn der Gast offensichtlich so betrunken ist, dass er sich nach verständiger Beurteilung nicht mehr eigenverantwortlich verhalten kann (…vgl. a. BGH, Urt. v. 13.November 1963 - 4 StR 267/63 - BGHSt 19, 152 ff; s. a. BGH, Urt. v. 22.Januar 1953 - 4 StR 417/52 - BGHSt 4, 20).
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