Source: https://www.rz.uni-wuerzburg.de/dienste/it-recht/52a-urhg/
Timestamp: 2018-01-17 11:31:27
Document Index: 203937376

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 52', '§ 52', 'BGH', '§52', 'BGH', 'EuG', '§ 52', '§ 52', '§52', '§ 53']

§ 52a UrhG gestattet die Bereitstellung von Teilen urheberrechtlich geschützter Werke in elektronischen Semesterapparaten für Unterricht und Forschung.
Diese Regelung ist bis zum 28. Februar 2018 maßgeblich!
Die Vergütung der Nutzung des urheberrechtlich geschützten Materials erfolgt derzeit durch Pauschalzahlungen der Länder an die Verwertungsgesellschaften.
Die Hochschulrektorenkonferenz, die Kultusministerkonferenz und die Verwertungsgesellschaft VG Wort haben eine nun eine entgültige Vereinbarung zur Verwendung von Schriftwerken für Lehre und Forschung bis zum 28. Februar 2018 erzielt.
Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferrnz.
Ab dem 1. März 2018 gelten neue Vorschriften, über die wir Sie >hier informieren.
Folgende Übersicht gibt eine erste Orientierung zur Online-Bereitstellung von Materialien.
Möglichkeiten gem. § 52a UrhG
§ 52a UrhG erlaubt Ihnen urheberrechtlich geschütztes Material zur Veranschaulichung im Unterricht zu verwenden.
Schutz dieser Materialien durch Einschreibeschlüssel oder Passwörtern
Bekanntgabe des Einschreibeschlüssel oder der Passwörter nur an Unterrichtsteilnehmer
Das Material dient nicht dazu Ihren Unterricht zu ersetzen
Besteht ein Vorrang angemessener Lizenzangebote?
Nach der Entscheidung des BGH, Urteil vom 28.11.2013 – I ZR 76/12, könnten Materialien nicht nach §52a UrhG zur Verfügung gestellt werden, wenn für die Materialien ein Lizenzangebot unschwer aufzufinden ist und die Verfügbarkeit des Werkes oder der Werkteile schnell und unproblematisch gewährleistet ist.
Ob diese Rechtsprechung noch aufrecht erhalten werden kann, ist stark umstritten, weil in der Entscheidung des BGH die spätere Rechtsprechung des EuGH, Urteil vom 11.9.2014 – C-117/13, noch nicht berücksichtigt.
Die Universitätsbibliothek unterstützt Sie gerne bei der Lizenzierung von E-Books und Datenbanken, die über einzelne Veranstaltungen oder für eine Vielzahl von Studierenden eine Verbesserung des Lehr- und Lernsituation ermöglichen.
Diese Anschaffungsvorschläge können Sie hier einreichen.
Sprachwerke (umfasst auch Abbildungen in Lehrbüchern)
- kleine Teile eines Werkes (≤12% aber nicht ≤ 100 Seiten)
- Werke geringen Umfangs (z.B. ≤ 25 Seiten)
(alle anderen) Abbildungen
Musikstücke (≤ 5 Min.)
Noteneditionen (≤ 6 Seiten)
- Kurze Filme (≤ 5 Min.)
- Längere Filme (≤ 15% aber nicht ≤ 5 Min.)
Materialien jenseits von § 52a UrhG
Soweit Materialien für
einen größen Kreis, als den am Unterricht Teilnehmenden
online bereit gestellt werden, steht § 52a UrhG nicht als Rechtfertigung zur Verfügung.
Eine Einbindung von einzelnen Abbildungen und Textauszügen in eigene Vorlesungsmaterialien als Zitat ist weiterhin möglich.
Wichtig dabei ist, dass in den Vorlesungsskripten/-folien eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem zitierten Werkteil erfolgt und eine korrekte Urheber- und Quellenangabe beigefügt ist.
Das Bereitstellen zusätzlicher Abbildungen/Textauszüge (z. B. als Anhang), mit denen keine Auseinandersetzung mehr stattfindet, ist hingegen nicht zulässig.
Creative Common Lizenzen
Open-Access Materialien
Open Access Inhalte finden sich auch bei (nahezu) allen Verlagen, es empfiehlt sich im Zweifelsfall immer zu überprüfen, ob der Artikel nicht bereits im Open Access erschienen sind.
Datenbanken wie Web of Science und Scopus haben Filter für Open Access Artikel.
PubMed - U.S. National Institutes of Health (NIH) free digital archive of biomedical and life sciences journal literature
Suchmaschine für Open Access Inhalte BASE (Bielefeld Academic Search Engine)
OpenLearnWare - Technische Universität Darmstadt
Open Content-Portal - TU Graz
Wegen der komplexen rechtlichen Situation bei der Rechtewahrnehmung von Abbildungen können diese rechtssicher nur im Rahmen des §52a UrhG, des Zitatrechts , gemeinfreier Werke oder unbedingter Einhaltung der Lizenzbedingungen mit freien Lizenzen verwendet (Open Access, Creative Commons, … ) werden.
Die korrekten Urheber- und Quellenangaben sind stets erforderlich.
Anfertigung von Papierkopien
Kopien dürfen von dem Dozenten nicht für alle Teilnehmer einer Lehrveranstaltung angefertigt werden.
Zulässig sind jedoch nach § 53 Abs. 2 Nr. 1 UrhG Vervielfältigungen für den eigenen wissenschaftlichen Gebrauch, d.h. jeder einzelne Studierende darf für sich selbst Kopien anfertigen.
Die VG-Wort nimmt die Rechte in Deutschland auch von ausländischen Urhebern wahr, soweit Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen worden sind.
Eine Liste der Vertragspartner können Sie hier einsehen: https://www.vgwort.de/international/internationale-vertragsbeziehungen.html
Lizenzwünsche und
Seite: 180142/75