Source: https://www.juracademy.de/bgb-allgemeiner-teil2/wirksamkeitshindernisse-134-138-und-anfechtung/3-teil-allgemeine-wirksamkeitshindernisse-von-rechtsgeschaeften/d-nichtigkeit-wegen-verstosses-gegen-die-guten-sitten-138/ii-wucher-138-abs-2/1-objektiver-tatbestand/b-auffaelliges-missverhaeltnis-zwischen-leistung-und-gegenleistung.html
Timestamp: 2019-02-22 17:31:33
Document Index: 89340400

Matched Legal Cases: ['§ 138', 'BGH', '§ 138', '§ 10', '§ 138', '§ 138', '§ 138']

b) Auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
BGB Allgemeiner Teil 2 - b) Auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
Kursangebot | Grundkurs BGB AT II | b) Auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
Ein „auffälliges Missverhältnis“ zwischen Leistung und Gegenleistung i.S.d. § 138 Abs. 2 liegt vor, wenn die vom Schuldner zu erbringende Leistung um 100 % oder mehr über dem Wert der Gegenleistung liegt (sog. „Grenze des Doppelten“).
BGH Urt. v. 18.12.2007 (Az: XI ZR 324/06) unter Tz. 31 = NJW-RR 2008, 1436, 1438 und vom 29.6.2007 (Az: V ZR 1/06) unter Tz. 16 = NJW 2007, 2841 f; Palandt-Ellenberger § 138 Rn. 67; Faust AT § 10 Rn. 3.
V verkauft dem K ein Grundstück, dessen Verkehrswert 100 000 € beträgt, für 210 000 €. Würde der Verkehrswert des Grundstücks nach Vertragsschluss steigen (z.B. auf 150 000 €), ändert dies an dem Tatbestand des auffälligen Missverhältnisses nichts, da es auf die Umstände bei Vertragsschluss ankommt. Andernfalls bestünde stets eine nur schwebende Unwirksamkeit, die aber von § 138 Abs. 2 gerade nicht angeordnet wird.
Palandt-Ellenberger § 138 Rn. 66; Medicus Allgemeiner Teil des Rn. 691. Vielmehr führt § 138 Abs. 2 (Wirksamkeitshindernis!) zur endgültigen Unwirksamkeit eines Rechtsgeschäfts.