Source: https://www.juracademy.de/schuldrecht-bt1/kaufvertrag/kaufvertrag/d-die-rechte-des-kaeufers-bei-maengeln-nach-437/vii-schadensersatzansprueche-des-kaeufers-wegen-eines-mangels/2-schadensersatz-statt-der-leistung-aus-437-nr-3-280-abs-1-3-281/a-anspruchsentstehung/dd-art-und-umfang-des-schadensersatzes.html
Timestamp: 2018-12-12 22:31:06
Document Index: 97812291

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 440', '§ 251', '§ 251', '§ 281', '§ 251', 'BGH', '§ 439', '§ 251', '§ 325', '§ 346']

Schuldrecht Besonderer Teil 1 - dd) Art und Umfang des Schadensersatzes
Kursangebot | Grundkurs Schuldrecht BT I | dd) Art und Umfang des Schadensersatzes
Ausführlich dazu im Skript S_JURIQ-SchuldAT2/Teil_3/Kap_C/Abschn_VIII/Nr_2/Bst_b/Rz_210S_JURIQ-SchuldAT2/Teil_3/Kap_C/Abschn_VIII/Nr_2/Bst_c/2Bst_aa/Nr_(2)/Rz_210„Schuldrecht AT II“ Rn. 210 ff. Hat der Käufer seinerseits nicht geleistet, ist aber auch eine Berechnung nach der Differenzmethode möglich.
BGH Urt. v. 4.4.2014 (AZ: V ZR 275/12) unter Tz. 34 ff. = NJW 2015, 468 ff.; dazu kritisch Gutzeit NJW 2015, 445 f. Zwar soll ein Schadensersatzanspruch dann nicht ausgeschlosssen sein, wie sich aus § 440 ergibt, der diesen Fall ausdrücklich erfasst. Jedoch bedeute dies nicht notwendigerweise, dass der Käufer dann auch die unverhältnismäßigen Mängelbeseitigungskosten verlangen dürfe. Vielmehr sei der Anspruch entsprechend § 251 Abs. 2 S. 1§ 251 Abs. 2 ist nicht direkt anwendbar, da der Schuldner wegen § 281 Abs. 4 keine Naturalrestituaion schuldet, wie es § 251 aber voraussetzt, sondern von vorneherein nur Wertersatz. auf den mangelbedingten Minderwert zu beschränken und nicht etwa auf einen angemessenen Teil der Mängelbeseitigungskosten.BGH Urt. v. 4.4.2014 (AZ: V ZR 275/12) unter Tz. 34 ff. = NJW 2015, 468 ff.; dazu kritisch Gutzeit NJW 2015, 445 f.
V verkauft dem K ein Grundstück mit Haus, das mit Hausschwamm befallen ist. Das Gesamtobjekt hat mit dem Mangel einen Wert von 500 000 € und in mangelfreiem Zustand einen Wert von 600 000 €. Die Mängelbeseitigungskosten betragen 250 000 €. Hier beträgt der mangelbedingte Minderwert 100 000 €, während die Mängelbeseitigungskosten 250 % des Minderwertes betragen. Übersteigen diese Kosten 200% des Minderwerts, ist eine absolute Unverhältnismäßigkeit i.S.d. § 439 Abs. 4 anzunehmen (s.o. Rn. 241). Entsprechend § 251 Abs. 2 S. 1 kann K dann über den kleinen Schadensersatz statt der Leistung nur 100 000 € verlangen.
Siehe dazu im Skript „S_JURIQ-SchuldAT2/Teil_3/Kap_C/Abschn_VIII/Nr_2/Bst_c/2Bst_aa/Ziff_1/Rz_213S_JURIQ-SchuldAT2/Teil_3/Kap_C/Abschn_VIII/Nr_2/Bst_c/2Bst_bb/Nr_(1)/Rz_213Schuldrecht AT II“ Rn. 213 ff. Kombiniert K in dieser Konstellation den Rücktritt mit dem Schadensersatz statt der Leistung (§ 325), erhält er nach § 346 Abs. 1 seine Kaufpreiszahlung (750 €) zurück und kann dann den entgangenen Gewinn in Höhe von 150 € nach der Differenzmethode fordern.