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Timestamp: 2020-07-08 03:50:53
Document Index: 172472947

Matched Legal Cases: ['Art. 48', 'Art. 26', 'Art. 31', 'Art. 47', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 293', 'Art. 725', 'Art. 728', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 56', 'Art. 151', 'Art. 70', 'Art. 78', 'Art. 79', 'Art. 86']

Lawbrary | VAG - Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
Gegenstand, Zweck und Geltungsbereich (1 - 2)
Bewilligung (3 - 6)
Voraussetzungen (7 - 14)
Ergänzende Voraussetzungen für ausländische Versicherungsunternehmen (15 - 15)
Finanzielle Ausstattung (16 - 21)
Risikomanagement (22 - 22)
Verantwortlicher Aktuar oder verantwortliche Aktuarin (23 - 24)
Berichterstattung (25 - 26)
Prüfung (27 - 30)
Besondere Bestimmungen für einzelne Versicherungszweige (31 - 39)
Versicherungsvermittler und Versicherungsvermittlerinnen (40 - 45)
Allgemeines (46 - 50)
Sichernde Massnahmen, Liquidation und Konkurs (51 - 54)
Zusätzliche Bestimmungen im Konkurs von Lebensversicherungen (55 - 56)
Zusätzliche sichernde Massnahmen für ausländische Versicherungsunternehmen (57 - 59)
Beendigung der Versicherungstätigkeit (60 - 63)
Besondere Bestimmungen betreffend die Aufsicht über Versicherungsgruppen und Versicherungskonglomerate
Versicherungsgruppen (64 - 71)
Versicherungskonglomerate (72 - 79)
Zusammenarbeit und Verfahren (80 - 85)
Strafbestimmungen (86 - 87)
Schlussbestimmungen (88 - 91)
1Die­ses Ge­setz re­gelt die Auf­sicht des Bun­des über Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und Ver­si­che­rungs­ver­mitt­le­rin­nen und Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler.
2Es bezweckt ins­be­son­de­re den Schutz der Ver­si­cher­ten vor den In­sol­venz­ri­si­ken der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und vor Miss­bräu­chen.
1Der Auf­sicht nach die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen:
schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die Di­rekt­ver­si­che­rung oder die Rück­ver­si­che­rung be­trei­ben;
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz im Aus­land für ih­re Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit in der Schweiz oder von der Schweiz aus, un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der staats­ver­trag­li­cher Be­stim­mun­gen;
Ver­si­che­rungs­ver­mitt­le­rin­nen und -ver­mitt­ler;
Ver­si­che­rungs­grup­pen und Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­ra­te.
2Von der Auf­sicht nach die­sem Ge­setz aus­ge­nom­men sind:
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz im Aus­land, die in der Schweiz nur die Rück­ver­si­che­rung be­trei­ben;
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, so­weit sie von Bun­des­rechts we­gen ei­ner be­son­de­ren Auf­sicht un­ter­stellt sind, im Aus­mass die­ser Auf­sicht; als sol­che gel­ten ins­be­son­de­re die in das Re­gis­ter für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ein­ge­tra­ge­nen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen;
Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler, die in ei­nem Ab­hän­gig­keits­ver­hält­nis zu ei­nem Ver­si­che­rungs­neh­mer ste­hen, so­weit sie nur die In­ter­es­sen die­ses Ver­si­che­rungs­neh­mers und der von die­sem be­herrsch­ten Ge­sell­schaf­ten ver­fol­gen;
Ver­si­che­rungs­ge­nos­sen­schaf­ten, die am 1. Ja­nu­ar 1993 be­stan­den ha­ben, so­fern:
sie ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben,
sie eng mit ei­nem Ver­ein oder ei­nem Ver­band ver­bun­den sind, des­sen Haupt­zweck nicht das Ver­si­che­rungs­ge­schäft ist,
ihr jähr­li­ches Brut­to­prä­mi­en­vo­lu­men seit dem 1. Ja­nu­ar 1993 den Be­trag von 3 Mil­lio­nen Fran­ken nie über­stie­gen hat,
ihr Tä­tig­keits­be­reich seit dem 1. Ja­nu­ar 1993 auf das Ho­heits­ge­biet der Schweiz be­schränkt ist,
sie nur Mit­glie­der des Ver­eins oder des Ver­ban­des ver­si­chern, mit dem sie eng ver­bun­den sind, und
die Ver­si­cher­ten iden­tisch sind mit den stimm­be­rech­tig­ten Mit­glie­dern der Ver­si­che­rungs­ge­nos­sen­schaft und sie auf­grund ih­rer Mit­glied­schaft über die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und Ver­si­che­rungs­prä­mi­en sel­ber be­stim­men kön­nen.
3Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, de­ren Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit von ge­rin­ger wirt­schaft­li­cher Be­deu­tung ist oder nur einen klei­nen Kreis von Ver­si­cher­ten be­trifft, kön­nen von der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) von der Auf­sicht be­freit wer­den, wenn be­son­de­re Um­stän­de es recht­fer­ti­gen.2
4Der Bun­des­rat be­stimmt, was un­ter Aus­übung ei­ner Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit in der Schweiz zu ver­ste­hen ist.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 12. Dez. 2014, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1539; BBl 2014 6271 6315).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
1Je­des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b, das der Auf­sicht un­ter­steht (Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men), be­darf zur Auf­nah­me der Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit ei­ner Be­wil­li­gung der FIN­MA1.
2Fu­sio­nen, Spal­tun­gen und Um­wand­lun­gen von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­dür­fen eben­falls der Be­wil­li­gung.
1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829). Die­se Än­de­rung wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b, das ei­ne Be­wil­li­gung zur Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit er­lan­gen will, hat der FIN­MA ein Ge­such zu­sam­men mit ei­nem Ge­schäfts­plan ein­zu­rei­chen.
2Der Ge­schäfts­plan muss fol­gen­de An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten:
die Sta­tu­ten;
die Or­ga­ni­sa­ti­on und den ört­li­chen Tä­tig­keits­be­reich des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens, ge­ge­be­nen­falls auch der Ver­si­che­rungs­grup­pe oder des Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats, zu de­nen das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­hört;
bei Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit im Aus­land: die Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de oder ei­ne gleich­wer­ti­ge Be­schei­ni­gung;
An­ga­ben zur fi­nan­zi­el­len Aus­stat­tung und zu den Rück­stel­lun­gen;
die Jah­res­rech­nung der letz­ten drei Ge­schäfts­jah­re oder die Er­öff­nungs­bi­lanz ei­nes neu­en Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens;
An­ga­ben über die Per­so­nen, wel­che di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men am Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­tei­ligt sind oder des­sen Ge­schäftstä­tig­keit auf an­de­re Wei­se mass­ge­bend be­ein­flus­sen kön­nen;
die na­ment­li­che Be­zeich­nung der mit der Ober­lei­tung, Auf­sicht, Kon­trol­le und Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen oder, für aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, des oder der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten;
die na­ment­li­che Be­zeich­nung des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin;
die Ver­trä­ge oder sons­ti­gen Ab­spra­chen, durch die we­sent­li­che Funk­tio­nen des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens aus­ge­glie­dert wer­den sol­len;
die ge­plan­ten Ver­si­che­rungs­zwei­ge und die Art der zu ver­si­chern­den Ri­si­ken;
al­len­falls die Er­klä­rung des Bei­tritts zum Na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ro und zum Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds;
An­ga­ben über die Mit­tel zur Er­fül­lung von Bei­stands­leis­tun­gen, so­fern ei­ne Be­wil­li­gung für den Ver­si­che­rungs­zweig «Bei­stands­leis­tung» be­an­tragt wird;
den Rück­ver­si­che­rungs­plan so­wie, für die ak­ti­ve Rück­ver­si­che­rung, den Re­tro­zes­si­ons­plan;
die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten für den Auf­bau des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens;
die Plan­bi­lan­zen und Planer­folgs­rech­nun­gen für die ers­ten drei Ge­schäfts­jah­re;
An­ga­ben zur Er­fas­sung, Be­gren­zung und Über­wa­chung der Ri­si­ken;
die Ta­ri­fe und All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen, wel­che in der Schweiz ver­wen­det wer­den bei der Ver­si­che­rung von sämt­li­chen Ri­si­ken in der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und in der Zu­satz­ver­si­che­rung zur so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung.
3Er­sucht ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das be­reits im Be­sitz ei­ner Be­wil­li­gung für einen Ver­si­che­rungs­zweig ist, um die Be­wil­li­gung für einen wei­te­ren Ver­si­che­rungs­zweig, so muss es die An­ga­ben und Un­ter­la­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-l nur ein­rei­chen, wenn sie ge­gen­über den be­reits ge­neh­mig­ten ge­än­dert wer­den sol­len.
4Die FIN­MA kann wei­te­re An­ga­ben und Un­ter­la­gen ver­lan­gen, so­fern die­se für die Be­ur­tei­lung des Ge­suchs er­for­der­lich sind.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1Än­de­run­gen, wel­che die Ele­men­te des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a, h, k und r be­tref­fen, sind der FIN­MA vor de­ren Um­set­zung zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten. Zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten sind aus­ser­dem Än­de­run­gen des Ge­schäfts­plans, die sich aus Fu­sio­nen, Spal­tun­gen und Um­wand­lun­gen von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men er­ge­ben.1
2Än­de­run­gen, wel­che die Ele­men­te des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b, c, d, f, g, j, l, m, n und q be­tref­fen, sind der FIN­MA mit­zu­tei­len; sie gel­ten als ge­neh­migt, so­fern die FIN­MA nicht in­nert vier Wo­chen ei­ne Prü­fung des Vor­gangs ein­lei­tet.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1Die Be­wil­li­gung wird er­teilt, wenn die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen er­füllt und die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­wahrt sind.
2Ist das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Teil ei­ner aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­grup­pe oder ei­nes aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats, so kann die Be­wil­li­gung vom Be­ste­hen ei­ner an­ge­mes­se­nen kon­so­li­dier­ten Auf­sicht durch ei­ne aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de ab­hän­gig ge­macht wer­den.1
3Die Be­wil­li­gung wird für einen oder meh­re­re Ver­si­che­rungs­zwei­ge er­teilt. Sie be­rech­tigt auch zum Be­trieb der Rück­ver­si­che­rung im be­tref­fen­den Ver­si­che­rungs­zweig. Der Bun­des­rat be­zeich­net die Ver­si­che­rungs­zwei­ge.
4Die FIN­MA ver­öf­fent­licht die er­teil­ten Be­wil­li­gun­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men müs­sen die Rechts­form der Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder der Ge­nos­sen­schaft ha­ben.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz in der Schweiz muss über ein Min­dest­ka­pi­tal ver­fü­gen, das je nach den be­trie­be­nen Ver­si­che­rungs­zwei­gen 3-20 Mil­lio­nen Fran­ken be­tra­gen muss.
2Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über das Min­dest­ka­pi­tal für die ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­zwei­ge.
3Die FIN­MA be­stimmt das im Ein­zel­fall er­for­der­li­che Ka­pi­tal.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss über aus­rei­chen­de freie und un­be­las­te­te Ei­gen­mit­tel be­züg­lich sei­ner ge­sam­ten Tä­tig­kei­ten ver­fü­gen (Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne).
2Bei der Fest­le­gung der Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne ist den Ri­si­ken, de­nen das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­ge­setzt ist, den Ver­si­che­rungs­zwei­gen, dem Ge­schäfts­um­fang, dem geo­gra­fi­schen Wir­kungs­be­reich und den in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Grund­sät­zen Rech­nung zu tra­gen.
3Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel. Die FIN­MA er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­rech­nung und die not­wen­di­ge Hö­he der Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne.
1Ne­ben dem Ka­pi­tal muss ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über einen Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds ver­fü­gen, der es er­laubt, ins­be­son­de­re die Kos­ten der Grün­dung und des Auf­baus oder ei­ner aus­ser­ge­wöhn­li­chen Ge­schäfts­aus­wei­tung zu de­cken. Die Hö­he des Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds ent­spricht bei Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit in der Re­gel bis zu 50 Pro­zent des Min­dest­ka­pi­tals nach Ar­ti­kel 8.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Hö­he, die Be­stel­lung, die Dau­er der Auf­recht­er­hal­tung und die Wie­der­her­stel­lung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds.
3Die FIN­MA legt die Hö­he des Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds im Ein­zel­fall fest.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf ne­ben dem Ver­si­che­rungs­ge­schäft nur Ge­schäf­te be­trei­ben, die da­mit in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang ste­hen.
2Die FIN­MA kann den Be­trieb an­de­rer Ge­schäf­te be­wil­li­gen, wenn die­se die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten nicht ge­fähr­den.
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die di­rek­te Le­bens­ver­si­che­rung be­trei­ben, dür­fen da­ne­ben nur die Un­fall- und die Kran­ken­ver­si­che­rung be­trei­ben.
Wer den Ver­si­che­rungs­zweig der Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht be­trei­ben will, muss dem Na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­bü­ro und dem Na­tio­na­len Ga­ran­tie­fonds nach den Ar­ti­keln 74 und 76 des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. De­zem­ber 19581 bei­tre­ten.
1Fol­gen­de Per­so­nen müs­sen einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten:
die für die Ober­lei­tung, die Auf­sicht und die Kon­trol­le so­wie die für die Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen;
für aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die oder der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te.
2Der Bun­des­rat legt fest, wel­che be­ruf­li­chen Fä­hig­kei­ten die Per­so­nen nach Ab­satz 1 ha­ben müs­sen.
3Bei Aus­glie­de­rung we­sent­li­cher Funk­tio­nen des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens auf an­de­re Per­so­nen gilt Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss.
1Ein aus­län­di­sches Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das be­ab­sich­tigt, in der Schweiz ei­ne Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit auf­zu­neh­men, muss aus­ser­dem:
in sei­nem Sitz­staat zur Aus­übung der Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit be­fugt sein;
in der Schweiz ei­ne Nie­der­las­sung er­rich­ten und als de­ren Lei­te­rin oder Lei­ter ei­ne Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­te be­zie­hungs­wei­se einen Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten be­stel­len;
am Haupt­sitz über ein Ka­pi­tal nach Ar­ti­kel 8 ver­fü­gen und ei­ne Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne nach Ar­ti­kel 9 aus­wei­sen, die auch die Ge­schäftstä­tig­keit in der Schweiz um­fasst;
in der Schweiz über einen Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds nach Ar­ti­kel 10 und ent­spre­chen­de Ver­mö­gens­wer­te ver­fü­gen;
in der Schweiz ei­ne Kau­ti­on hin­ter­le­gen, wel­che ei­nem be­stimm­ten Bruch­teil der auf das in­län­di­sche Ge­schäft ent­fal­len­den Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne ent­spricht. Die FIN­MA legt die­sen Bruch­teil fest und be­stimmt die Be­rech­nung, den Ver- wah­rungs­ort und die an­re­chen­ba­ren Ver­mö­gens­wer­te.
2Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de staats­ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ist ver­pflich­tet, für die ge­sam­te Ge­schäftstä­tig­keit aus­rei­chen­de ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen zu bil­den.
2Der Bun­des­rat legt die Grund­sät­ze zur Be­stim­mung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen fest. Er kann die Re­ge­lung der Ein­zel­hei­ten be­züg­lich Art und Um­fang der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen der FIN­MA über­las­sen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss die An­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen durch ein ge­bun­de­nes Ver­mö­gen si­cher­stel­len.
2Es ist nicht ver­pflich­tet, sei­ne aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stän­de nach Ab­satz 1 si­cher­zu­stel­len, wenn da­für im Aus­land ei­ne gleich­wer­ti­ge Si­cher­heit ge­leis­tet wer­den muss.
Der Soll­be­trag des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens ent­spricht den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 16 und ei­nem an­ge­mes­se­nen Zu­schlag. Die FIN­MA legt die­sen Zu­schlag fest.
1Die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens wer­den für die durch das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen si­cher­zu­stel­len­den An­sprü­che ver­wen­det.
2Bei Über­tra­gung ei­nes Ver­si­che­rungs­be­stan­des auf ein an­de­res Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­hen die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens oder ent­spre­chen­de Wer­te auf das den Ver­si­che­rungs­be­stand über­neh­men­de Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über, so­weit die FIN­MA nichts an­de­res an­ord­net.
Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­stel­lung, Be­le­gen­heit, De­ckung, Ver­än­de­run­gen und Kon­trol­le des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens. Er kann die Re­ge­lung der tech­ni­schen Ein­zel­hei­ten der FIN­MA über­las­sen.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz in der Schweiz, das be­ab­sich­tigt, sich an ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men zu be­tei­li­gen, hat dies der FIN­MA mit­zu­tei­len, wenn die Be­tei­li­gung 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te des an­de­ren Un­ter­neh­mens er­reicht oder über­schrei­tet.
2Wer be­ab­sich­tigt, sich di­rekt oder in­di­rekt an ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz in der Schweiz zu be­tei­li­gen, hat dies der FIN­MA mit­zu­tei­len, wenn die Be­tei­li­gung 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens er­reicht oder über­schrei­tet.
3Wer be­ab­sich­tigt, sei­ne Be­tei­li­gung an ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit Sitz in der Schweiz un­ter die Schwel­len von 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te her­ab­zu­set­zen oder die Be­tei­li­gung so zu ver­än­dern, dass das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nicht mehr Toch­ter­ge­sell­schaft ist, hat dies der FIN­MA mit­zu­tei­len.
4Die FIN­MA kann ei­ne Be­tei­li­gung un­ter­sa­gen oder an Be­din­gun­gen knüp­fen, wenn die Be­tei­li­gung nach Art und Um­fang das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­fähr­den kann.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss so or­ga­ni­siert sein, dass es ins­be­son­de­re al­le we­sent­li­chen Ri­si­ken er­fas­sen, be­gren­zen und über­wa­chen kann.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über Ziel, In­halt und Do­ku­men­ta­ti­on des Ri­si­ko­ma­na­ge­ments.1
3Die FIN­MA re­gelt die Über­wa­chung der Ri­si­ken durch das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.2
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ha­ben einen ver­ant­wort­li­chen Ak­tu­ar oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin zu be­stel­len und ihm oder ihr Zu­gang zu al­len Ge­schäfts­un­ter­la­gen zu ge­wäh­ren.
2Der ver­ant­wort­li­che Ak­tu­ar oder die ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin muss einen gu­ten Ruf ge­nies­sen, be­ruf­lich qua­li­fi­ziert und in der La­ge sein, die fi­nan­zi­el­len Fol­gen der Tä­tig­keit des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens rich­tig ein­zu­schät­zen. Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che be­ruf­li­chen Fä­hig­kei­ten der ver­ant­wort­li­che Ak­tu­ar oder die ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin ha­ben muss.
3Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men hat der FIN­MA die Ab­be­ru­fung oder De­mis­si­on des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin un­ver­züg­lich an­zu­zei­gen.
1Der ver­ant­wort­li­che Ak­tu­ar oder die ver­ant­wort­li­che Ak­tua­rin trägt die Ver­ant­wor­tung da­für, dass:
die Sol­va­bi­li­täts­s­pan­ne rich­tig be­rech­net wird und das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen den auf­sichts­recht­li­chen Vor­schrif­ten ent­spricht;
sach­ge­mäs­se Rech­nungs­grund­la­gen ver­wen­det wer­den; und
aus­rei­chen­de tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen ge­bil­det wer­den.
2Stellt er oder sie Un­zu­läng­lich­kei­ten fest, so in­for­miert er oder sie un­ver­züg­lich die Ge­schäfts­lei­tung des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens.
3Aus­ser­dem er­stellt er oder sie re­gel­mäs­sig zu­han­den der Ge­schäfts­lei­tung oder, für die aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, zu­han­den des oder der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten einen Be­richt. Zu den fest­ge­stell­ten Un­zu­läng­lich­kei­ten sind im Be­richt die vor­ge­schla­ge­nen Mass­nah­men so­wie die tat­säch­lich er­grif­fe­nen Mass­nah­men an­zu­ge­ben.
4Die FIN­MA er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über die Auf­ga­ben des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin und über den In­halt des Be­richts.
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men er­stel­len jähr­lich auf den 31. De­zem­ber den Ge­schäfts­be­richt, be­ste­hend aus Jah­res­rech­nung, La­ge­be­richt und, wenn das Ge­setz dies vor­schreibt, Kon­zern­rech­nung.1 Ist das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Teil ei­ner Ver­si­che­rungs­grup­pe oder ei­nes Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats, so ist in je­dem Fall ei­ne Kon­zern­rech­nung ein­zu­rei­chen.
2Sie er­stel­len zu­dem jähr­lich einen Auf­sichts­be­richt. Die FIN­MA legt fest, wel­che An­for­de­run­gen die­ser Be­richt er­fül­len muss, und be­zeich­net die bei­zu­le­gen­den In­for­ma­tio­nen und Un­ter­la­gen.
3Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men rei­chen der FIN­MA den Ge­schäfts­be­richt so­wie den Auf­sichts­be­richt über das ab­ge­lau­fe­ne Ge­schäfts­jahr spä­tes­tens am dar­auf fol­gen­den 30. April ein. Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die ein­zig die Rück­ver­si­che­rung be­trei­ben, rei­chen die Be­rich­te spä­tes­tens am 30. Ju­ni ein.
4Die aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men rei­chen für ih­re Ge­schäf­te in der Schweiz einen ge­trenn­ten Ge­schäfts­be­richt so­wie einen ge­trenn­ten Auf­sichts­be­richt über das ab­ge­lau­fe­ne Ge­schäfts­jahr ein.
5Die Jah­res­rech­nung wird im Be­richt der FIN­MA (Art. 48) ver­öf­fent­licht.
6Die FIN­MA kann un­ter­jäh­ri­ge Be­richt­er­stat­tun­gen an­ord­nen. Sie kann zu­dem be­son­de­re An­for­de­run­gen an den Ge­schäfts­be­richt stel­len.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Dez. 2011 (Rech­nungs­le­gungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6679; BBl 2008 1589).
Art. 26 Besondere Bestimmungen betreffend die Rechnungslegung
1Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ha­ben die ge­setz­li­che Ge­winn­re­ser­ve nach Mass­ga­be ih­res Ge­schäfts­pla­nes zu bil­den. Die Auf­sichts­be­hör­de re­gelt die Hö­he der Min­dest­zu­wei­sung.
2 Die Grün­dungs- Ka­pi­tal­er­hö­hungs- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­kos­ten sind im Ge­schäfts­jahr, in dem sie an­fal­len, dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­fonds zu be­las­ten.
3Der Bun­des­rat kann von den Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 über die Buch­füh­rung und Rech­nungs­le­gung ab­wei­chen, wenn die Be­son­der­hei­ten des Ver­si­che­rungs­ge­schäf­tes oder der Ver­si­cher­ten­schutz dies recht­fer­ti­gen und die wirt­schaft­li­che La­ge gleich­wer­tig dar­ge­stellt wird.
4 Er kann die Auf­sichts­be­hör­de er­mäch­ti­gen, in Be­lan­gen von be­schränk­ter Trag­wei­te, na­ment­lich in vor­wie­gend tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu er­las­sen.
5Die Auf­sichts­be­hör­de kann un­ter den Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 3 die An­wen­dung der vom Bun­des­rat an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung im Be­reich der Ver­si­che­run­gen ein­schrän­ken.
5. Abschnitt: Prüfung
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men rich­tet ein wirk­sa­mes in­ter­nes Kon­troll­sys­tem ein, das sei­ne ge­sam­te Ge­schäftstä­tig­keit um­fasst. Zu­dem be­stellt es ei­ne von der Ge­schäfts­füh­rung un­ab­hän­gi­ge in­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le (In­spek­to­rat).1
2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men von der Pflicht, ein In­spek­to­rat zu be­stel­len, be­frei­en.
1 Fas­sung zwei­ter Satz ge­mä­ss An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men hat ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft mit ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 24 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20073 zu be­auf­tra­gen.
2Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss sei­ne Jah­res­rech­nung und ge­ge­be­nen­falls sei­ne Kon­zern­rech­nung von ei­nem staat­lich be­auf­sich­tig­ten Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men nach den Grund­sät­zen der or­dent­li­chen Re­vi­si­on des Ob­li­ga­tio­nen­rechts4 prü­fen las­sen.
Die Prüf­ge­sell­schaft mel­det der FIN­MA un­ver­züg­lich, wenn sie Fol­gen­des fest­stellt:
Straf­ta­ten;
schwer­wie­gen­de Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten;
Ver­stös­se ge­gen die Grund­sät­ze ei­ner ein­wand­frei­en Ge­schäftstä­tig­keit;
Sach­ver­hal­te, die ge­eig­net sind, die Sol­venz des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten zu ge­fähr­den.
1Der Bun­des­rat kann zum Schutz der Ver­si­cher­ten ein­schrän­ken­de Vor­schrif­ten für die ver­schie­de­nen Ver­si­che­rungs­zwei­ge er­las­sen.
2Die­se Re­ge­lung geht der Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 31a vor.1
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5137; BBl 2012 1941).
Art. 31a Vereinbarung zwischen Versicherungsunternehmen
Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kön­nen ei­ne Ver­ein­ba­rung ab­sch­lies­sen, in wel­cher die Te­le­fon­wer­bung, den Ver­zicht auf Leis­tun­gen der Call Cen­ters und die Ein­schrän­kung der Ent­schä­di­gung der Ver­mitt­ler­tä­tig­keit ge­re­gelt wird.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­ches die Rechts­schutz­ver­si­che­rung gleich­zei­tig mit an­de­ren Ver­si­che­rungs­zwei­gen be­trei­ben will, muss:
die Er­le­di­gung von Scha­den­fäl­len des Zwei­ges Rechts­schutz ei­nem recht­lich selbst­stän­di­gen Un­ter­neh­men (Scha­den­re­ge­lungs­un­ter­neh­men) über­tra­gen; oder
den Ver­si­cher­ten das Recht zu­ge­ste­hen, die Ver­tei­di­gung ih­rer In­ter­es­sen, so­bald sie das Tä­tig­wer­den des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens auf Grund des Ver­si­che­rungs­ver­trags ver­lan­gen kön­nen, ei­nem un­ab­hän­gi­gen Rechts­an­walt oder ei­ner un­ab­hän­gi­gen Rechts­an­wäl­tin ih­rer Wahl oder, so­weit der an­wend­ba­re Ver­fah­renser­lass es ge­stat­tet, ei­ner an­de­ren Per­son zu über­tra­gen, wel­che die vom er­wähn­ten Er­lass ge­for­der­te Qua­li­fi­ka­ti­on er­füllt.
2Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­hält­nis zwi­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und Scha­den­re­ge­lungs­un­ter­neh­men. Er er­lässt fer­ner Vor­schrif­ten über Form und In­halt des Rechts­schutz-Ver­si­che­rungs­ver­trags, na­ment­lich über das Ver­fah­ren, das zu be­fol­gen ist, wenn sich das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder das Scha­den­re­ge­lungs­un­ter­neh­men mit der ver­si­cher­ten Per­son nicht ei­ni­gen kann über die Mass­nah­men, die zur Re­ge­lung des Scha­den­fal­les ge­trof­fen wer­den sol­len.
1Ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men darf für in der Schweiz ge­le­ge­ne Ri­si­ken das Feu­er­ri­si­ko nur de­cken, wenn es die De­ckung von Ele­men­tar­schä­den in die Feu­er­ver­si­che­rung ein­sch­liesst.
2De­ckungs­um­fang und Prä­mi­en­ta­rif der Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung sind für al­le Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ein­heit­lich und ver­bind­lich.
3Die FIN­MA prüft auf Grund der von den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men vor­ge­leg­ten Ta­ri­fe und der ent­spre­chen­den Be­rech­nungs­un­ter­la­gen, ob die dar­aus ab­ge­lei­te­ten Prä­mi­en ri­si­ko- und kos­ten­ge­recht sind.
4Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über:
die Grund­la­gen für die Be­rech­nung der Prä­mi­en;
den Um­fang der Ele­men­tar­scha­den­de­ckung und de­ren Leis­tungs­gren­zen;
Art und Um­fang der von den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men zu er­stel­len­den Sta­tis­ti­ken.
nö­ti­gen­falls die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen fest­set­zen;
zur Er­rei­chung des Aus­gleichs der Scha­den­be­las­tung un­ter den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die not­wen­di­gen Mass­nah­men er­grei­fen, ins­be­son­de­re den Bei­tritt in ei­ne von den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men selbst be­trie­be­ne pri­vat­recht­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on an­ord­nen.
Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, wel­che die Mo­tor­fahr­zeug-Haft­pflicht­ver­si­che­rung be­trei­ben, müs­sen der FIN­MA Na­men und Adres­se des von ih­nen in je­dem Staat des Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raums be­nann­ten Scha­den­re­gu­lie­rungs­be­auf­trag­ten nach Ar­ti­kel 79b des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. De­zem­ber 19581 be­kannt ge­ben.
1Auf Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die aus­sch­liess­lich die Rück­ver­si­che­rung be­trei­ben, sind die Ar­ti­kel 15, 17-20, 32-34, 36, 37, 55-59 und 62 nicht an­wend­bar.
2Die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen fin­den sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.
1Für Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die di­rek­te Ein­zel- oder Kol­lek­tiv­le­bens­ver­si­che­rung be­trei­ben und Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge mit Zins­ga­ran­tie er­fül­len müs­sen, er­lässt der Bun­des­rat Vor­schrif­ten zur Be­stim­mung des ma­xi­ma­len tech­ni­schen Zins­sat­zes.
2Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che die di­rek­te Ein­zel- oder Kol­lek­tiv­le­bens­ver­si­che­rung be­trei­ben und Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge mit Über­schuss­be­tei­li­gung er­fül­len müs­sen, ha­ben den Ver­si­cher­ten jähr­lich ei­ne nach­voll­zieh­ba­re Ab­rech­nung über die Über­schuss­be­tei­li­gung ab­zu­ge­ben. Aus die­ser muss ins­be­son­de­re her­vor­ge­hen, auf wel­chen Grund­la­gen die Über­schüs­se be­rech­net und nach wel­chen Grund­sät­zen sie ver­teilt wur­den.
3Der Bun­des­rat kann für die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach Ab­satz 2 Vor­schrif­ten er­las­sen über:
die Art und Wei­se, wie die In­for­ma­tio­nen, die aus der Ab­rech­nung her­vor­ge­hen müs­sen, aus­zu­wei­sen sind;
die Grund­la­gen der Be­rech­nung der Über­schüs­se;
die Grund­la­gen und das Aus­mass der Ver­tei­lung der Über­schüs­se.
1Die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die das Ge­schäft der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge be­trei­ben, er­rich­ten für ih­re Ver­pflich­tun­gen im Rah­men der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge ein be­son­de­res ge­bun­de­nes Ver­mö­gen.
2Sie ha­ben für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ei­ne ge­trenn­te jähr­li­che Be­triebs­rech­nung zu füh­ren. Die­se weist ins­be­son­de­re aus:
die all­fäl­li­ge Ent­nah­me aus der Rück­stel­lung für künf­ti­ge Über­schuss­be­tei­li­gung;
die Prä­mi­en, auf­ge­teilt in Spar-, Ri­si­ko- und Kos­ten­prä­mi­en;
die Leis­tun­gen;
all­fäl­li­ge den Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und Ver­si­che­rungs­neh­mern im Vor­jahr ver­bind­lich zu­ge­teil­te, im Be­richts­jahr aus­ge­schüt­te­te Über­schussan­tei­le;
die Ka­pi­tal­er­trä­ge so­wie die nicht rea­li­sier­ten Ge­win­ne und Ver­lus­te auf Ka­pi­tal­an­la­gen;
die Kos­ten und Er­trä­ge der ein­ge­setz­ten de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te;
die nach­ge­wie­se­nen Ab­schluss- und Ver­wal­tungs­kos­ten;
die nach­ge­wie­se­nen Kos­ten der Ver­mö­gens­ver­wal­tung;
die Prä­mi­en und Leis­tun­gen aus der Rück­ver­si­che­rung von In­va­li­di­täts-, Sterb­lich­keits- und an­de­ren Ri­si­ken;
die Bil­dung und Auf­lö­sung nach­ge­wie­se­ner tech­ni­scher Rück­stel­lun­gen und nach­ge­wie­se­ner zweck­ge­bun­de­ner Schwan­kungs­re­ser­ven.
3Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über:
die Art und Wei­se, wie die In­for­ma­tio­nen, die aus der ge­trenn­ten Be­triebs­rech­nung her­vor­ge­hen müs­sen, aus­zu­wei­sen sind;
die Grund­la­gen der Er­mitt­lung der Über­schuss­be­tei­li­gung;
die Grund­sät­ze der Ver­tei­lung der er­mit­tel­ten Über­schuss­be­tei­li­gung.
4Die aus­ge­wie­se­ne Über­schuss­be­tei­li­gung be­trägt min­des­tens 90 Pro­zent der nach Ab­satz 3 Buch­sta­be b er­mit­tel­ten Über­schuss­be­tei­li­gung.
5Weist die Be­triebs­rech­nung einen Ver­lust aus, so darf für das be­tref­fen­de Ge­schäfts­jahr kei­ne Über­schuss­be­tei­li­gung aus­ge­rich­tet wer­den. Der aus­ge­wie­se­ne Ver­lust ist auf das Fol­ge­jahr zu über­tra­gen und dann­zu­mal für die Er­mitt­lung der Über­schuss­be­tei­li­gung zu be­rück­sich­ti­gen.
Die FIN­MA prüft im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren auf Grund der von den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men vor­ge­leg­ten Ta­rif­be­rech­nun­gen, ob sich die vor­ge­se­he­nen Prä­mi­en in ei­nem Rah­men hal­ten, der ei­ner­seits die Sol­venz der ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen und an­der­seits den Schutz der Ver­si­cher­ten vor Miss­brauch ge­währ­leis­tet. Ar­ti­kel 33 Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, de­nen das Ei­gen­tum an den Ver­mö­gens­wer­ten der von ih­nen er­rich­te­ten und wirt­schaft­lich oder or­ga­ni­sa­to­risch ab­hän­gi­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen über­tra­gen wur­de, ha­ben min­des­tens die Leis­tun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen be­ruf­li­chen Vor­sor­ge zu er­brin­gen.
Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen sind, un­ab­hän­gig von ih­rer Be­zeich­nung, Per­so­nen, die im In­ter­es­se von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder an­de­ren Per­so­nen Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge an­bie­ten oder ab­sch­lies­sen.
Es ist Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lern und -ver­mitt­le­rin­nen un­ter­sagt, ei­ne Tä­tig­keit zu Guns­ten von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­zuü­ben, die dem vor­lie­gen­den Ge­setz un­ter­ste­hen, aber nicht zur Aus­übung von Ver­si­che­rungs­tä­tig­kei­ten er­mäch­tigt sind.
1Die FIN­MA führt ein Re­gis­ter der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen (Re­gis­ter).
2Das Re­gis­ter ist öf­fent­lich.
1Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen, die we­der recht­lich noch wirt­schaft­lich noch auf an­de­re Wei­se an ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ge­bun­den sind, müs­sen sich in das Re­gis­ter ein­tra­gen las­sen.
2Die üb­ri­gen Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen ha­ben das Recht, sich in das Re­gis­ter ein­tra­gen zu las­sen.
1Ins Re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird nur, wer:
sich über aus­rei­chen­de be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen aus­weist oder, im Fall ju­ris­ti­scher Per­so­nen, nach­weist, dass ge­nü­gend sei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter die­se Qua­li­fi­ka­tio­nen be­sit­zen; und
ei­ne Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen oder gleich­wer­ti­ge fi­nan­zi­el­le Si­cher­hei­ten ge­leis­tet hat.
2Der Bun­des­rat be­stimmt die er­for­der­li­chen be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen und legt die Min­dest­hö­he der fi­nan­zi­el­len Si­cher­hei­ten fest. Er kann die Re­ge­lung der tech­ni­schen Ein­zel­hei­ten der FIN­MA über­las­sen.
1So­bald Ver­mitt­ler und Ver­mitt­le­rin­nen mit Ver­si­cher­ten Kon­takt auf­neh­men, müs­sen sie die­se min­des­tens über Fol­gen­des in­for­mie­ren:
ih­re Iden­ti­tät und ih­re Adres­se;
ob die von ih­nen in ei­nem be­stimm­ten Ver­si­che­rungs­zweig an­ge­bo­te­nen Ver­si­che­rungs­de­ckun­gen von ei­nem ein­zi­gen oder von meh­re­ren Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men stam­men und um wel­che Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men es sich han­delt;
ih­re Ver­trags­be­zie­hun­gen mit den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, für die sie tä­tig sind, so­wie die Na­men die­ser Un­ter­neh­men;
die Per­son, die für Nach­läs­sig­keit, Feh­ler oder un­rich­ti­ge Aus­künf­te im Zu­sam­men­hang mit ih­rer Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit haft­bar ge­macht wer­den kann;
die Be­ar­bei­tung der Per­so­nen­da­ten, ins­be­son­de­re Ziel, Um­fang und Emp­fän­ger der Da­ten so­wie de­ren Auf­be­wah­rung.
2Die In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 1 sind auf ei­nem dau­er­haf­ten und für die Ver­si­cher­ten zu­gäng­li­chen Trä­ger ab­zu­ge­ben.
1Die FIN­MA hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie wacht dar­über, dass die Ver­si­che­rungs- und die Auf­sichts­ge­setz­ge­bung ein­ge­hal­ten wer­den.
Sie prüft, ob die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten.
Sie wacht über die Ein­hal­tung des Ge­schäfts­plans.
Sie wacht dar­über, dass die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sol­vent sind, die tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen vor­schrifts­ge­mä­ss bil­den und die Ver­mö­gens­wer­te ord­nungs­ge­mä­ss ver­wal­ten und an­le­gen.
Sie über­wacht den ord­nungs­ge­mäs­sen Voll­zug der Scha­den­re­gu­lie­rung, die in den Be­stim­mun­gen des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. De­zem­ber 19581 über die Mo­tor­fahr­zeug­haft­pflicht­ver­si­che­rung ge­re­gelt ist.
Sie schützt die Ver­si­cher­ten ge­gen Miss­bräu­che der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen.
Sie schrei­tet ge­gen Miss­stän­de ein, wel­che die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­fähr­den.
3Der Bun­des­rat er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über die ein­zel­nen Auf­ga­ben.
Art. 47 Prüfungsbefugnisse und Auskunftspflicht bei Ausgliederung von Funktionen
1Die FIN­MA kann je­der­zeit Prü­fun­gen vor­neh­men.
2Glie­dert ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men we­sent­li­che Funk­tio­nen auf an­de­re na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen aus, so un­ter­ste­hen die­se der Aus­kunfts- und Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 29 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 18 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
1Die FIN­MA ver­öf­fent­licht re­gel­mäs­sig Ent­schei­de be­tref­fend das Ver­si­che­rungs­recht.
2Die schwei­ze­ri­schen Ge­rich­te ha­ben der FIN­MA ge­büh­ren­frei ei­ne Ko­pie al­ler Ur­tei­le aus­zu­hän­di­gen, wel­che Be­stim­mun­gen des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts be­tref­fen.
2. Abschnitt: Sichernde Massnahmen, Liquidation und Konkurs
Art. 51 Sichernde Massnahmen
1Kommt ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­zie­hungs­wei­se ein Ver­mitt­ler oder ei­ne Ver­mitt­le­rin den Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes, ei­ner Ver­ord­nung oder An­ord­nun­gen der FIN­MA nicht nach oder er­schei­nen die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten an­der­wei­tig ge­fähr­det, so trifft die FIN­MA die si­chern­den Mass­nah­men, die ihr zur Wah­rung der In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten er­for­der­lich er­schei­nen.
2Sie kann ins­be­son­de­re:
die freie Ver­fü­gung über Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens un­ter­sa­gen;
die Hin­ter­le­gung oder die Sper­re der Ver­mö­gens­wer­te an­ord­nen;
den Or­ga­nen ei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens zu­ste­hen­de Be­fug­nis­se ganz oder teil­wei­se auf ei­ne Dritt­per­son über­tra­gen;
den Ver­si­che­rungs­be­stand und das zu­ge­hö­ri­ge ge­bun­de­ne Ver­mö­gen auf ein an­de­res Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mit des­sen Zu­stim­mung über­tra­gen;
die Ver­wer­tung des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens an­ord­nen;
die Ab­be­ru­fung der mit der Ober­lei­tung, Auf­sicht, Kon­trol­le oder Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen oder des oder der Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten so­wie des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars oder der ver­ant­wort­li­chen Ak­tua­rin ver­lan­gen und ih­nen die Aus­übung je­der wei­te­ren Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit für höchs­tens fünf Jah­re un­ter­sa­gen;
einen Ver­mitt­ler oder ei­ne Ver­mitt­le­rin aus dem Re­gis­ter nach Ar­ti­kel 42 strei­chen;
Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen bis zur Hö­he des Soll­be­trags nach Ar­ti­kel 18 zu­ord­nen;
bei Vor­lie­gen ei­ner In­sol­venz­ge­fahr die Stun­dung und den Fäl­lig­keits­auf­schub an­ord­nen.
3Sie sorgt für ei­ne an­ge­mes­se­ne Pu­bli­ka­ti­on der Mass­nah­men, wenn dies zu de­ren Durch­set­zung oder zum Schutz Drit­ter er­for­der­lich ist.4
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
Art. 52 Liquidation
Ent­zieht die FIN­MA ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Be­wil­li­gung zur Ge­schäftstä­tig­keit, so be­wirkt dies des­sen Auf­lö­sung. Die FIN­MA be­zeich­net den Li­qui­da­tor und über­wacht sei­ne Tä­tig­keit.
1Be­steht be­grün­de­te Be­sorg­nis, dass ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men über­schul­det ist oder ernst­haf­te Li­qui­di­täts­pro­ble­me hat, und be­steht kei­ne Aus­sicht auf Sa­nie­rung oder ist die­se ge­schei­tert, so ent­zieht die FIN­MA dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Be­wil­li­gung, er­öff­net den Kon­kurs und macht die­sen öf­fent­lich be­kannt.
2Die Be­stim­mun­gen über das Nach­lass­ver­fah­ren (Art. 293-336 des BG vom 11. April 1889 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs, SchKG2), über das ak­ti­en­recht­li­che Mo­ra­to­ri­um (Art. 725 und 725a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts3) und über die Be­nach­rich­ti­gung des Ge­richts (Art. 728c Abs. 3 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts) sind auf Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nicht an­wend­bar.
3Die FIN­MA er­nennt einen oder meh­re­re Kon­kurs­li­qui­da­to­ren. Die­se un­ter­ste­hen der Auf­sicht der FIN­MA und er­stat­ten ihr auf Ver­lan­gen Be­richt.
Art. 54 Durchführung des Konkurses
1Die An­ord­nung des Kon­kur­ses hat die Wir­kun­gen ei­ner Kon­kurser­öff­nung nach den Ar­ti­keln 197-220 SchKG2.
2Der Kon­kurs ist un­ter Vor­be­halt der nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 221-270 SchKG durch­zu­füh­ren.
3Die FIN­MA kann ab­wei­chen­de Ver­fü­gun­gen und An­ord­nun­gen tref­fen.
Art. 54a Forderungen aus Versicherungsverträgen
1For­de­run­gen von Ver­si­cher­ten, die sich mit­tels der Bü­cher des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens fest­stel­len las­sen, gel­ten als an­ge­mel­det.
2Aus dem Er­lös des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens wer­den vor­weg For­de­run­gen aus den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen, für die nach Ar­ti­kel 17 Si­cher­stel­lung ge­leis­tet wird, ge­deckt. Ein Über­schuss fällt in die Kon­kurs­mas­se.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
Art. 54b Gläubigerversammlung und Gläubigerausschuss
1Der Kon­kurs­li­qui­da­tor kann der FIN­MA be­an­tra­gen:
ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­set­zen und de­ren Kom­pe­ten­zen so­wie die für die Be­schluss­fas­sung not­wen­di­gen Prä­senz- und Stim­men­quo­ren fest­zu­le­gen;
einen Gläu­bi­ge­raus­schuss ein­zu­rich­ten so­wie des­sen Zu­sam­men­set­zung und Kom­pe­ten­zen fest­zu­le­gen.
2Die FIN­MA ist nicht an die An­trä­ge des Kon­kurs­li­qui­da­tors ge­bun­den.
Art. 54c Verteilung und Schluss des Verfahrens
1Die Ver­tei­lungs­lis­te wird nicht auf­ge­legt.
2Nach der Ver­tei­lung le­gen die Kon­kurs­li­qui­da­to­ren der FIN­MA einen Schluss­be­richt vor.
3Die FIN­MA trifft die nö­ti­gen An­ord­nun­gen zur Schlies­sung des Ver­fah­rens. Sie macht die Schlies­sung öf­fent­lich be­kannt.
Art. 54d Ausländische Insolvenzverfahren
Für die An­er­ken­nung aus­län­di­scher Kon­kurs­de­kre­te und In­sol­venz­mass­nah­men so­wie die Ko­or­di­na­ti­on mit aus­län­di­schen In­sol­venz­ver­fah­ren gel­ten die Ar­ti­kel 37f und 37g des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19342 sinn­ge­mä­ss.
Art. 54e Beschwerde
1Im Kon­kurs­ver­fah­ren kön­nen die Gläu­bi­ger und Eig­ner ei­ner Ver­si­che­rung oder ei­ner we­sent­li­chen Grup­pen- oder Kon­glo­me­rat­s­ge­sell­schaft le­dig­lich ge­gen Ver­wer­tungs­hand­lun­gen Be­schwer­de füh­ren. Die Be­schwer­de nach Ar­ti­kel 17 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18892 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs ist aus­ge­schlos­sen.
2Be­schwer­den im Kon­kurs­ver­fah­ren ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Die In­struk­ti­ons­rich­te­rin oder der In­struk­ti­ons­rich­ter kann die auf­schie­ben­de Wir­kung auf Ge­such hin er­tei­len.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 15 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
3. Abschnitt: Zusätzliche Bestimmungen im Konkurs von Lebensversicherungen
1Ent­ge­gen der Vor­schrift des Ar­ti­kels 37 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 2. April 19081 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag wer­den die durch das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen si­cher­ge­stell­ten Le­bens­ver­si­che­run­gen durch die Kon­kurser­öff­nung nicht auf­ge­löst.
2Die FIN­MA kann für die Ver­si­che­run­gen nach Ab­satz 1:
den Rück­kauf und die Be­leh­nung so­wie Vor­aus­zah­lun­gen und im Fal­le des Ar­ti­kels 36 des Bun­des­ge­set­zes vom 2. April 1908 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag die Aus­zah­lung des De­ckungs­ka­pi­tals un­ter­sa­gen; oder
dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men für sei­ne Ver­pflich­tun­gen so­wie den Ver­si­che­rungs­neh­mern und Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen für die Prä­mi­en­zah­lung Stun­dung ge­wäh­ren.
3Wäh­rend der Stun­dung der Prä­mi­en­zah­lung kön­nen Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge nur auf schrift­li­ches Be­geh­ren des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin hin auf­ge­ho­ben oder in ei­ne bei­trags­freie Ver­si­che­rung um­ge­wan­delt wer­den.
Art. 56 Konkursmässige Verwertung des gebundenen Vermögens
1Trifft die FIN­MA kei­ne be­son­de­ren Mass­nah­men, ist ins­be­son­de­re kei­ne Über­tra­gung des Ver­si­che­rungs­be­stan­des nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 Buch­sta­be d mög­lich, so ord­net sie die Ver­wer­tung des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens an.
2Mit der An­ord­nung der Ver­wer­tung er­lö­schen die Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge. Die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und Ver­si­che­rungs­neh­mer und die An­spruchs­be­rech­tig­ten kön­nen in der Fol­ge die An­sprü­che aus Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 des Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­set­zes vom 2. April 19082 so­wie die An­sprü­che auf fäl­li­ge Ver­si­che­run­gen und gut­ge­schrie­be­ne Über­schussan­tei­le gel­tend ma­chen.
Für aus­län­di­sche Un­ter­neh­men gel­ten die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens so­wie der Kau­ti­on von Ge­set­zes we­gen als Pfand für For­de­run­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen des auf Grund die­ses Ge­set­zes si­cher­zu­stel­len­den Ver­si­che­rungs­be­stan­des. Die­se Wer­te kön­nen nur dann zur Er­fül­lung der For­de­run­gen Drit­ter die­nen, wenn die An­sprü­che der Ver­si­cher­ten voll­um­fäng­lich be­frie­digt wor­den sind.
1Ein aus­län­di­sches Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ist für For­de­run­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen des auf Grund die­ses Ge­set­zes si­cher­zu­stel­len­den Ver­si­che­rungs­be­stan­des am Ort der schwei­ze­ri­schen Nie­der­las­sung auf Pfand­ver­wer­tung zu be­trei­ben (Art. 151 ff. SchKG1). Gibt die FIN­MA ein Grund­stück zur Ver­wer­tung frei, so ist die Be­trei­bung dort fort­zu­set­zen, wo das Grund­stück liegt.
2Wird ein Pfand­ver­wer­tungs­be­geh­ren ge­stellt, so teilt das Be­trei­bungs­amt dies der FIN­MA in­ner­halb von drei Ta­gen mit.
3Weist das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nicht in­ner­halb von 14 Ta­gen nach Ein­gang des Pfand­ver­wer­tungs­be­geh­rens nach, dass es den Gläu­bi­ger oder die Gläu­bi­ge­rin voll­stän­dig be­frie­digt hat, so teilt die FIN­MA nach An­hö­ren des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens dem Be­trei­bungs­amt mit, wel­che Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens und ei­ner et­wai­gen Kau­ti­on zur Ver­wer­tung frei­ge­ge­ben wer­den.
Hat die Auf­sichts­be­hör­de des Sitz­staa­tes des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens die freie Ver­fü­gung über Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens ein­ge­schränkt oder un­ter­sagt, so kann die FIN­MA auf de­ren An­trag ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die glei­chen Mass­nah­men für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft tref­fen.
1Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das auf die Be­wil­li­gung ver­zich­tet, hat der FIN­MA einen Ab­wick­lungs­plan zur Ge­neh­mi­gung vor­zu­le­gen.
2Der Ab­wick­lungs­plan muss An­ga­ben ent­hal­ten über:
die Ab­wick­lung der fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen aus den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen;
die da­für be­reit­ge­stell­ten Mit­tel; und
die für die­se Auf­ga­be ver­ant­wort­li­che Per­son.
3Hält sich das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nicht an den ge­neh­mig­ten Ab­wick­lungs­plan, so ist Ar­ti­kel 61 Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
4Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das auf die Be­wil­li­gung ver­zich­tet hat, darf in den frag­li­chen Ver­si­che­rungs­zwei­gen kei­ne neu­en Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ab­sch­lies­sen; be­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge dür­fen we­der ver­län­gert noch in Be­zug auf den De­ckungs­um­fang er­wei­tert wer­den.
5Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, das die Pflich­ten aus dem Auf­sichts­recht er­füllt hat, wird aus der Auf­sicht ent­las­sen und er­hält die Kau­tio­nen zu­rück.
1Die FIN­MA kann ei­nem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Be­wil­li­gung zur Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit für ein­zel­ne oder al­le Ver­si­che­rungs­zwei­ge ent­zie­hen, wenn es seit mehr als sechs Mo­na­ten sei­ne Ge­schäftstä­tig­keit ein­ge­stellt hat.
2Sie trifft beim Ent­zug der Be­wil­li­gung nach die­sem Ge­setz oder nach Ar­ti­kel 37 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 al­le Mass­nah­men, na­ment­lich die­je­ni­gen nach Ar­ti­kel 51, die er­for­der­lich sind, um die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten zu wah­ren.
3Nach Ent­zug der Be­wil­li­gung darf ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kei­ne neu­en Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ab­sch­lies­sen; be­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge dür­fen we­der ver­län­gert noch in Be­zug auf den De­ckungs­um­fang er­wei­tert wer­den.
1Über­trägt ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sei­nen schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stand ge­stützt auf ei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung ganz oder teil­wei­se auf ein an­de­res Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, so be­darf dies der Be­wil­li­gung durch die FIN­MA. Die FIN­MA be­wil­ligt die Über­tra­gung nur, wenn die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ins­ge­samt ge­wahrt wer­den.
2Ver­fügt die FIN­MA ei­ne Be­stan­des­über­tra­gung, so legt sie die Be­din­gun­gen fest.
3Das über­neh­men­de Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ist ver­pflich­tet, die über­nom­me­nen Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und Ver­si­che­rungs­neh­mer in­ner­halb von 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung der Be­wil­li­gung in­di­vi­du­ell über die Be­stan­des­über­tra­gung so­wie über das Kün­di­gungs­recht zu in­for­mie­ren. Die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin oder der Ver­si­che­rungs­neh­mer hat das Recht, den Ver­si­che­rungs­ver­trag in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach der in­di­vi­du­el­len In­for­ma­ti­on zu kün­di­gen.
4Die FIN­MA kann den Aus­schluss des Kün­di­gungs­rechts ver­fü­gen, wenn die Be­stan­des­über­tra­gung in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht nicht zu ei­nem Wech­sel des Ver­trags­part­ners der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin oder des Ver­si­che­rungs­neh­mers führt.
1Die FIN­MA ver­öf­fent­licht auf Kos­ten des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens einen Ver­zicht auf die Be­wil­li­gung zur Ge­schäftstä­tig­keit oder de­ren Ent­zug.
2Sie ver­öf­fent­licht auf Kos­ten des über­neh­men­den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens die Ge­neh­mi­gung ei­ner Be­stan­des­über­tra­gung.
Zwei oder meh­re­re Un­ter­neh­men bil­den ei­ne Ver­si­che­rungs­grup­pe, wenn:
min­des­tens ei­nes ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ist;
sie in ih­rer Ge­samt­heit haupt­säch­lich im Ver­si­che­rungs­be­reich tä­tig sind; und
sie ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den oder auf an­de­re Wei­se durch Ein­fluss oder Kon­trol­le mit­ein­an­der ver­bun­den sind.
1Die FIN­MA kann ei­ne Ver­si­che­rungs­grup­pe, der ei­ne Un­ter­neh­mung in der Schweiz an­ge­hört, der Grup­pen­auf­sicht un­ter­stel­len, wenn die Ver­si­che­rungs­grup­pe:
tat­säch­lich von der Schweiz aus ge­lei­tet wird;
tat­säch­lich vom Aus­land aus ge­lei­tet wird, dort aber kei­ner gleich­wer­ti­gen Grup­pen­auf­sicht un­ter­stellt ist.
2Be­an­spru­chen gleich­zei­tig aus­län­di­sche Be­hör­den die voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Auf­sicht über die Ver­si­che­rungs­grup­pe, so ver­stän­digt sich die FIN­MA, un­ter Wah­rung ih­rer Kom­pe­ten­zen und in Be­rück­sich­ti­gung ei­ner all­fäl­li­gen Kon­glo­me­rat­s­auf­sicht, mit die­sen über Zu­stän­dig­kei­ten, Mo­da­li­tä­ten und Ge­gen­stand der Auf­sicht. Sie kon­sul­tiert vor ih­rem Ent­scheid die­je­ni­gen Un­ter­neh­men der Ver­si­che­rungs­grup­pe, die ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben.
Die Grup­pen­auf­sicht ge­mä­ss die­sem Ab­schnitt er­folgt in Er­gän­zung zur Ein­zelauf­sicht über ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.
Für Per­so­nen, die für die Ober­lei­tung, die Auf­sicht, die Kon­trol­le und die Ge­schäfts­füh­rung der Ver­si­che­rungs­grup­pe ver­ant­wort­lich sind, so­wie für das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment der Ver­si­che­rungs­grup­pe gel­ten die Ar­ti­kel 14 und 22 sinn­ge­mä­ss.
Die FIN­MA kann Vor­schrif­ten zur Über­wa­chung grup­pen­in­ter­ner Vor­gän­ge und grup­pen­wei­ter Ri­si­ko­kon­zen­tra­ti­on er­las­sen.
1Der Bun­des­rat be­stimmt die grup­pen­weit an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel.
2Die FIN­MA legt die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel fest. Sie stützt sich da­bei auf die im Ver­si­che­rungs­be­reich be­ste­hen­den in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Grund­sät­ze und be­rück­sich­tigt die Be­deu­tung der üb­ri­gen Ge­schäfts­be­rei­che so­wie die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken.
Art. 70 Prüfgesellschaft
Ver­si­che­rungs­grup­pen ha­ben ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft mit ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 24 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20073 zu be­auf­tra­gen. Ar­ti­kel 28 gilt sinn­ge­mä­ss.
Ge­hö­ren Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ver­si­che­rungs­grup­pen an, so gilt die Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 47 für al­le Un­ter­neh­men der Grup­pe.
1Für ei­ne Grup­pen­ge­sell­schaft mit Sitz in der Schweiz, die für die be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Tä­tig­kei­ten we­sent­li­che Funk­tio­nen er­füllt und nicht im Rah­men der Auf­sicht über das Ein­zel­in­sti­tut nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen nach Ar­ti­kel 1 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 (Fi­nanz­markt­ge­set­ze) der Kon­kurs­zu­stän­dig­keit der FIN­MA un­ter­liegt (we­sent­li­che Grup­pen­ge­sell­schaft), gel­ten die Ar­ti­kel 53-54e die­ses Ge­set­zes sinn­ge­mä­ss.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Kri­te­ri­en zur Be­ur­tei­lung der We­sent­lich­keit.
3Die FIN­MA be­zeich­net die we­sent­li­chen Grup­pen­ge­sell­schaf­ten und führt dar­über ein Ver­zeich­nis. Die­ses ist öf­fent­lich zu­gäng­lich.
Zwei oder meh­re­re Un­ter­neh­men bil­den ein Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rat, wenn:
min­des­tens ei­nes ei­ne Bank oder ein Ef­fek­ten­händ­ler von er­heb­li­cher wirt­schaft­li­cher Be­deu­tung ist;
1Die FIN­MA kann ein Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rat, dem ein Un­ter­neh­men in der Schweiz an­ge­hört, der Kon­glo­me­rat­s­auf­sicht un­ter­stel­len, wenn es:
tat­säch­lich vom Aus­land aus ge­lei­tet wird, dort aber kei­ner gleich­wer­ti­gen Kon­glo­me­rat­s­auf­sicht un­ter­stellt ist.
2Be­an­spru­chen gleich­zei­tig an­de­re aus­län­di­sche Be­hör­den die voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Auf­sicht über das Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rat, so ver­stän­digt sich die FIN­MA, un­ter Wah­rung ih­rer Kom­pe­ten­zen und in Be­rück­sich­ti­gung ei­ner all­fäl­li­gen Grup­pen­auf­sicht, mit die­sen über Zu­stän­dig­kei­ten, Mo­da­li­tä­ten und Ge­gen­stand der Auf­sicht. Sie kon­sul­tiert vor ih­rem Ent­scheid die­je­ni­gen Un­ter­neh­men des Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats, die ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben.1
Die Kon­glo­me­rat­s­auf­sicht ge­mä­ss die­sem Ab­schnitt er­folgt in Er­gän­zung zur Ein­zelauf­sicht und zur Auf­sicht über ei­ne Ver­si­che­rungs- oder Fi­nanz­grup­pe durch die je­weils zu­stän­di­gen Auf­sichts­be­hör­den.
Für Per­so­nen, die für die Ober­lei­tung, die Auf­sicht, die Kon­trol­le und die Ge­schäfts­füh­rung des Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats ver­ant­wort­lich sind, so­wie für das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment des Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats gel­ten die Ar­ti­kel 14 und 22 sinn­ge­mä­ss.
Die FIN­MA kann Vor­schrif­ten zur Über­wa­chung kon­glo­me­rats­in­ter­ner Vor­gän­ge und kon­glo­me­rat­s­wei­ter Ri­si­ko­kon­zen­tra­ti­on er­las­sen.
1Der Bun­des­rat be­stimmt die kon­glo­me­rat­s­weit an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel.
2Die FIN­MA legt die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel fest. Sie stützt sich da­bei auf die im Ver­si­che­rungs- und Fi­nanz­be­reich be­ste­hen­den in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Grund­sät­ze und be­rück­sich­tigt die Be­deu­tung die­ser Ge­schäfts­be­rei­che so­wie die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken.
Art. 78 Prüfgesellschaft
Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­ra­te ha­ben ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft mit ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 24 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20073 zu be­auf­tra­gen. Ar­ti­kel 28 gilt sinn­ge­mä­ss.
Ge­hö­ren Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­ra­ten an, so gilt die Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 47 für al­le Un­ter­neh­men des Kon­glo­me­rats.
Art. 79bis Konkurs
1Für ei­ne Kon­glo­me­rat­s­ge­sell­schaft mit Sitz in der Schweiz, die für die be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Tä­tig­kei­ten we­sent­li­che Funk­tio­nen er­füllt und nicht im Rah­men der Auf­sicht über das Ein­zel­in­sti­tut nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen der Kon­kurs­zu­stän­dig­keit der FIN­MA un­ter­liegt (we­sent­li­che Kon­glo­me­rat­s­ge­sell­schaft), gel­ten die Ar­ti­kel 53-54e sinn­ge­mä­ss.
3Die FIN­MA be­zeich­net die we­sent­li­chen Kon­glo­me­rat­s­ge­sell­schaf­ten und führt dar­über ein Ver­zeich­nis. Die­ses ist öf­fent­lich zu­gäng­lich.
2Die FIN­MA und die Auf­sichts­be­hör­de nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 26. Sep­tem­ber 20142 ko­or­di­nie­ren ih­re Auf­sichtstä­tig­kei­ten. Sie in­for­mie­ren sich ge­gen­sei­tig, so­bald sie von Vor­komm­nis­sen Kennt­nis er­hal­ten, die für die an­de­re Auf­sichts­be­hör­de von Be­deu­tung sind.3
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 15 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483). Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 17. Fe­br. 2016, ver­öf­fent­licht am 15. März 2016 (2016 921).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5137; BBl 2012 1941).
1Im Bun­des­blatt wird mit­ge­teilt, wenn ei­ne Ta­rif­ver­fü­gung er­geht, die lau­fen­de Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge be­rührt. Die Mit­tei­lung ent­hält ei­ne sum­ma­ri­sche Dar­stel­lung des Ge­gen­stan­des und des In­halts der Ver­fü­gung und gilt für die Ver­si­cher­ten als Er­öff­nung der Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 36 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
2Ei­ne Be­schwer­de ist in­nert 30 Ta­gen nach Mit­tei­lung der Ver­fü­gung ein­zu­rei­chen.
3Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen über Ta­ri­fe ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
1Pri­vat­recht­li­che Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder zwi­schen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und Ver­si­cher­ten ent­schei­det das Ge­richt.
2und 3…1
1 Auf­ge­ho­ben ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 31 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Art. 86 Übertretungen
1Mit Bus­se bis zu 500 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
ge­gen ei­ne Pflicht nach Ar­ti­kel 13 ver­stösst;
ge­gen ei­ne Mit­tei­lungs­pflicht nach Ar­ti­kel 21 ver­stösst;
den Ge­schäfts­be­richt und den Auf­sichts­be­richt nach Ar­ti­kel 25 nicht in­ner­halb der ge­setz­li­chen Frist ein­reicht;
die auf­sichts­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen oder im Ein­zel­fall ge­neh­mig­ten tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen nicht bil­det;
ei­ne der In­for­ma­ti­ons­pflich­ten nach Ar­ti­kel 45 ver­letzt;
ge­gen den ord­nungs­ge­mäs­sen Voll­zug der Scha­den­re­gu­lie­rung in der Mo­tor­fahr­zeug­haft­pflicht­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 79c Ab­satz 1 des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. De­zem­ber 19582 ver­stösst.
2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 150 000 Fran­ken be­straft.
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 15 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
für ein in der Schweiz zur Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit nicht zu­ge­las­se­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ab­sch­liesst oder ver­mit­telt;
Än­de­run­gen des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 nicht zur Ge­neh­mi­gung vor­legt be­zie­hungs­wei­se Än­de­run­gen des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 der FIN­MA nicht mit­teilt;
aus dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen Wer­te aus­schei­det oder be­las­tet, so dass der Soll­be­trag nicht mehr ge­deckt ist;
an­de­re Hand­lun­gen vor­nimmt, wel­che die Si­cher­heit der Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens ver­min­dern.
2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken be­straft.
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 15 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
1Der Bun­des­rat wird mit dem Voll­zug des vor­lie­gen­den Ge­set­zes be­auf­tragt.1
2Vor dem Er­lass von Vor­schrif­ten hört der Bun­des­rat die in­ter­es­sier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen an.
3Den Kan­to­nen bleibt vor­be­hal­ten, über die Feu­er­ver­si­che­rung po­li­zei­li­che Vor­schrif­ten zu er­las­sen. Sie kön­nen den Feu­er­ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men für den schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stand mäs­si­ge Bei­trä­ge für den Brand­schutz und die Prä­ven­ti­on von Ele­men­tar­schä­den auf­er­le­gen und von ih­nen zu die­sem Zweck An­ga­ben über die auf ihr Kan­tons­ge­biet ent­fal­len­den Feu­er­ver­si­che­rungs­s­um­men ein­ho­len.
1Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, wel­che un­ter bis­he­ri­gem Recht ei­ne Be­wil­li­gung für den Be­trieb von Ver­si­che­rungs­zwei­gen er­gän­zend zu an­de­ren Zwei­gen er­hal­ten ha­ben, kön­nen die­se mit In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes und in des­sen Gren­zen un­ab­hän­gig be­trei­ben.
2Die Fris­ten zur Ein­rei­chung der Be­richt­er­stat­tung nach Ar­ti­kel 25 sind erst­mals für das Ge­schäfts­jahr zu be­ach­ten, wel­ches auf das Da­tum des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes folgt.
3Die Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und -ver­mitt­le­rin­nen nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 ha­ben sich in­nert sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der FIN­MA für den Ein­trag ins Re­gis­ter an­zu­mel­den.
4Der Bun­des­rat kann zum Er­werb der be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen für die Per­so­nen nach den Ar­ti­keln 23, 28 und 44 ei­ne Über­gangs­frist vor­se­hen.
5Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die über ein ge­rin­ge­res Ka­pi­tal ver­fü­gen als in Ar­ti­kel 8 vor­ge­schrie­ben, müs­sen es in­ner­halb von zwei Jah­ren ab In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes er­hö­hen.
6Wer von der Schweiz aus tat­säch­lich ei­ne Ver­si­che­rungs­grup­pe oder ein Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rat lei­tet, oh­ne in der Schweiz die Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit aus­zuü­ben, hat sich in­nert drei Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der FIN­MA zu mel­den.
7Be­ste­hen­de Ver­si­che­rungs­grup­pen oder Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­ra­te ha­ben sich in­nert zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes den neu­en Vor­schrif­ten an­zu­pas­sen.
8Die FIN­MA kann die Fris­ten nach den Ab­sät­zen 5, 6 und 7 auf be­grün­de­tes Ge­such hin ver­län­gern.