Source: https://www.juracademy.de/recht-interessant/article/315d-stgb-teil-4
Timestamp: 2020-01-21 21:09:39
Document Index: 307515403

Matched Legal Cases: ['§ 315', '§ 25', '§ 25', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 25', '§ 25', '§ 3', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315']

Der § 315d StGB - Teil 4 - Jura online lernen
315d Abs. 1 Nr. 1 stellt das Ausrichten und Durchführen nicht erlaubter Kraftfahrzeugrennen unter Strafe.
In der ersten Alternative des Ausrichtens ist Täter jeder Veranstalter eines illegalen Kraftfahrzeugrennens, der als geistiger und praktischer Urheber, Planer und Veranlasser das Rennen vorbereitet, organisiert oder eigenverantwortlich ins Werk setzt.[1]
Das Ausrichten eines Kraftfahrzeugrennens erfasst demnach alle Tätigkeiten des Veranstalters, die der Vorbereitung, Organisation oder Realisierung eines illegalen Kraftfahrzeugrennens dienen.[2]
Anders als der Ausrichter, der im Hintergrund bleibt, ist der Durchführende vor Ort tätig. Selbstverständlich kann der Ausrichter auc
Das Durchführen eines Kraftfahrzeugrennens ist damit das eigenverantwortliche Umsetzen des Ausrichterplanes vor Ort.[3]
Abs. 1 Nr. 1 ist kein eigenhändiges Delikt, weswegen bei beiden Alternativen auch eine Zurechnung von Handlungen eines anderen über die Mittäterschaft gem. § 25 II oder die mittelbare Täterschaft gem. § 25 Abs. 1 Alt. 2 grundsätzlich möglich ist.
Gem. § 315d Abs. 3 ist im Fall des Ausrichtens und Durchführens eines Rennens der Versuch strafbar. Daraus und aus der abstrakten Gefahr, die Strafgrund des § 315d Abs. 1 ist, folgt nach h.M.[4], dass beim Ausrichten und auch beim Durchführen die Vollendung erst mit dem Beginn des Rennens eintritt. Das unmittelbare Ansetzen beim Versuch wiederum liegt erst dann vor, wenn die Tatbeiträge des Täters die Tätersphäre verlassen haben.
A plant zu Hause am Computer das „perfekte Rennen“ durch die Kölner Innenstadt. Streckenverlauf, Teilnahmebedingungen und Preisgeld stehen fest. Dann ereignet sich beim Berliner Rennen der tödliche Unfall, woraufhin A ein schlechtes Gewissen bekommt und die Datei löscht. Hier liegt weder eine Vollendung noch ein Versuch vor. Es handelt sich um eine straflose Vorbereitungshandlung. Wäre das Rennen anberaumt worden und hätte A es dann erfolgreich abgesagt, dann läge ein grundsätzlich strafbarer Versuch vor, von dem A aber zurückgetreten wäre.
315d Abs. 1 Nr. 2 stellt die Teilnahme eines Kraftfahrzeugführers an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen unter Strafe.
Täter ist hier wie in den §§ 315c und 316 nur der Kraftfahrzeugführer, weswegen es sich um ein eigenhändiges Delikt handelt. Eine Zurechnung über die §§ 25 Abs. 1 Alt. 2 und Abs. 2 ist damit nicht möglich.[5] Jedoch können sich mehrere Personen das Führen eines Kfz derart teilen, dass jede von ihnen als Kraftfahrzeugführer anzusehen ist, einer Zurechnung über § 25 Abs. 2 bedarf es dann nicht.[6]
A auf den Fahrersitz und B auf dem Beifahrersitz nehmen in einem Fahrschulwagen an einem Rennen teil. Während A lenkt, betätigt B Gaspedal, Schaltung und Bremse.
Die nicht angepasste Geschwindigkeit bestimmt sich nach der in § 3 Abs. 1 StVO normierten Grundregel, wonach ein Kraftfahrzeugführer „…nur so schnell fahren (darf), dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird.“ Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur ein Indiz. Mit zu berücksichtigen sind auch die Straßen,- Sicht- und Witterungsverhältnisse.[7]
[1] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 5
[2] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 5
[3] Joecks/Jäger StGB § 315d Rn 6
[4] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 5/6; Lindemann, Bauerkamp, Chastenier Ad Legendum 1/2019, 76; a.A. Piper NZV 17, 74 u. Zieschang JA 16, 723 allerdings bezogen auf den früheren Gesetzentwurfs, der keine Versuchsstrafbarkeit vorsah
[5] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 7
[6] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 7
[7] Schönke/Schröder/Hecker StGB § 315d Rn 8
§ 315d StGB verbotene Kraftfahrzeugrennen ausrichten durchführen teilnehmen