Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201982,%20951
Timestamp: 2019-03-22 15:16:35
Document Index: 356456598

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 844', '§ 844', '§ 844', '§ 845', 'BGH', 'BGH', '§ 844', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.06.1982 - VI ZR 314/80 - dejure.org
NJW 1982, 2866
VersR 1982, 1192
VersR 1982, 951
Die von der Revision angeführten Senatsentscheidungen betreffen andere Fallgestaltungen (…vgl. Senatsurteile vom 16. September 1986 - VI ZR 128/85, VersR 1987, 70 Rn. 21; vom 8. Juni 1982 - VI ZR 314/80, VersR 1982, 951 Rn. 16 ff. und vom 10. November 1998 - VI ZR 354/97, BGHZ 140, 39, 44).
Zwar hat der Senat mehrfach dargelegt (s. Senatsurteile vom 13. Juli 1971 - VI ZR 31/70 - VersR 1971, 1065 - insoweit in BGHZ 56, 389 nicht abgedruckt - und vom 8. Juni 1982 - VI ZR 314/80 - VersR 1982, 951), daß beim Wegfall einer Person aus einem Mehrpersonenhaushalt die in Abzug zu bringende Arbeitszeit wegen des im Haushalt anfallenden personenunabhängigen Aufwandes nicht einfach durch einen Abzug nach Kopfteilen errechnet werden kann, vielmehr ein geringerer Abzug geboten ist.
Bemessung des Unterhaltsbedarfs der Hinterbliebenen einer getöteten Ehefrau und …
Die Arbeit geber anteile zur Sozialversicherung sind dagegen, wie sich aus der Fußnote 2 zu Tabelle 4 a.a.O. ergibt, entgegen der Meinung des Berufungsgerichts in die Bruttovergütung nicht einbezogen, so daß ein Verstoß gegen die im Senatsurteil vom 8. Juni 1982 (VI ZR 314/80 = VersR 1982, 951) entwickelten Grundsätze nicht zur Erörterung steht.
(Zum Meinungsstand: In der neueren Rechtsprechung haben sich u.a. das OLG Frankfurt/M., VersR 1981, 241; OLG Karlsruhe, VersR 1974, 393, 394; OLG Oldenburg, VersR 1977, 553 und LG Bamberg, VersR 1971, 576, 578 für die Berechnung nach dem Bruttolohn ausgesprochen;… dagegen: OLG Braunschweig, Urt. v. 2. Juli 1971 - 5 U 139/70;… LG München, Urt. v. 31. Januar 1974 - 19 O 591/73;… LG Berlin, DAR 1979, 304 und neuerdings LG Bayreuth, VersR 1983, 66, 67. Im Schrifttum ist zunächst Wussow, NJW 1970, 1393, 1396, - ebenso Wussow/Küppersbusch, Ersatzansprüche bei Personenschaden, 3. Aufl., Rdz. 129 und 274 und Wussow, UHR, 12. Aufl., Rdz. 1083 - gegen eine Einbeziehung der Sozialversicherungsbeiträge eingetreten; im Ergebnis ebenso: Hofmann, VersR 1977, 296, 300 und VersR 1981, 338, 339, sowie VersR 1982, 1192; Fleischmann, Entwicklungstendenzen im Schadensersatzrecht, 20. Deutscher Verkehrsgerichtstag 1982 S. 268 ff; Schlund, DAR 1977, 281, 284 und JR 1977, 288, 289; wohl auch Schacht, FamRZ 1980, 107, 110. Die Bruttovergütung halten im Ansatzpunkt für richtig: Eckelmann, NJW 1971, 355, 358 und Eckelmann/Boos, VersR 1978, 210 - allerdings beschränkt auf den zukünftigen Unterhaltsschaden; Weichlein, Höhe des Schadensersatzes bei Verletzung oder Tötung einer Hausfrau, 1977 S. 130 ff. m.w.Nachw.; Fenn in Anm. AP BGB § 844 Nr. 17; Maier, Schadensersatz bei Tötung oder Verletzung der im Haushalt tätigen ... Ehefrau, 1976 S. 113, 114;… Weyer, DRiZ 1971, 261, 265 und Boujong in RGRK-BGB, 12. Aufl. § 844 Rdz. 61).
Richtig ist allerdings der Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß sich die gesamten Rentenansprüche des Klägers, also auch hinsichtlich der entgangenen Mitarbeit seiner Ehefrau in seinem Taxibetrieb, nach neuem Eheverständnis allein aus § 844 Abs. 2 BGB (und nicht mehr aus § 845 BGB) herleiten (BGHZ 77, 157) und der Kläger nur Ersatz für die ihm entgangene Haushaltsführung verlangen kann; die Versorgung der Getöteten selbst und ihrer beiden Söhne muß außer Betracht bleiben (Senatsurteile vom 14. März 1972 - VI ZR 160/70 = VersR 1972, 743 und vom 8. Juni 1982 - VI ZR 314/80 = VersR 1982, 951).
Hierbei ist es unerheblich, ob sich die Hinterbliebenen zum Zeitpunkt der Entscheidung oder später mit einer Ersatzkraft tatsächlich behelfen (BGH, VersR 82, 951 [hier: I (147) 204 a]; Palandt/Thomas, BGB § 844 Anm. 6 A d).
In diesem Fall sind die Kosten einer »fiktiven« Ersatzkraft zu ermitteln (BGH, VersR 73, 84 [85]; 82, 951).
Bei der Bemessung des Umfangs der Ersatzleistung kann nicht einfach die für den Haushalt erforderliche Arbeitszeit prozentual um die weggefallene Person gekürzt werden, da ein erheblicher Anteil des Zeitbedarfs nicht personenbezogen ist (BGH VersR 82, 951).
Diese Tabelle hat in der Rechtspr. des BGH und in der Literatur breite Zustimmung gefunden (BGH, VersR 82, 951; 84, 79; Drees, VersR 85, 611 m. w. Nachw.).
Von der Revision nicht angegriffen ist die Bewertung der entgangenen Haushaltsführung mit wöchentlich 23 Stunden nach BAT VIII ohne Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (s.Senatsurteil vom 8. Juni 1982 - VI ZR 314/80 - VersR 1982, 951).