Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/der-tarifliche-urlaubsanspruch-und-die-geaenderten-arbeitstage-3173950
Timestamp: 2020-05-31 19:24:24
Document Index: 383989305

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', 'Art. 7', '§ 1', '§ 1', '§ 13', '§ 1', '§ 13', 'EuG']

Der tarifliche Urlaubsanspruch - und die geänderten Arbeitstage | Rechtslupe
Der tarifliche Urlaubsanspruch - und die geänderten Arbeitstage
Nach § 26 Abs. 1 Satz 2 TV‑L beträgt der Urlaubs­an­spruch bei einer Ver­tei­lung der wöchent­li­chen Arbeits­zeit auf fünf Tage in der Kalen­der­wo­che in jedem Kalen­der­jahr 30 Arbeits­ta­ge. Bei einer ande­ren Ver­tei­lung der wöchent­li­chen Arbeits­zeit als auf fünf Tage in der Woche erhöht oder ver­min­dert sich der Urlaubs­an­spruch nach § 26 Abs. 1 Satz 4 TV‑L ent­spre­chend. Ver­bleibt bei der Berech­nung des Urlaubs ein Bruch­teil, der min­des­tens einen hal­ben Urlaubs­tag ergibt, wird die­ser nach § 26 Abs. 1 Satz 5 TV‑L auf einen vol­len Urlaubs­tag auf­ge­run­det; Bruch­tei­le von weni­ger als einem hal­ben Urlaubs­tag blei­ben unbe­rück­sich­tigt. Ruht das Arbeits­ver­hält­nis, ver­min­dert sich die Dau­er des Erho­lungs­ur­laubs nach § 26 Abs. 2 Buchst. c TV‑L für jeden vol­len Kalen­der­mo­nat um ein Zwölf­tel.
Wäh­rend die Tarif­ver­trags­par­tei­en Urlaubs­an­sprü­che, die den von Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/​88/​EG gewähr­leis­te­ten und von §§ 1, 3 Abs. 1 BUr­lG begrün­de­ten Anspruch auf Min­dest­jah­res­ur­laub von vier Wochen über­stei­gen, frei regeln kön­nen [1], ist der Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­ur­laub tarif­ver­trag­li­chen Dis­po­si­tio­nen ent­zo­gen, die sich zuun­guns­ten des Arbeit­neh­mers aus­wir­ken. Sofern der Min­dest­ur­laub nach §§ 1, 3 Abs. 1 BUr­lG unbe­rührt bleibt [2], haben die Tarif­ver­trags­par­tei­en einen wei­ten Spiel­raum bei der Gestal­tung von Urlaubs­fra­gen (vgl. § 13 Abs. 1 Satz 1 BUr­lG).
Ein dar­über hin­aus­ge­hen­der Urlaubs­an­spruch der Klä­ge­rin folgt aller­dings auch nicht aus §§ 1, 3 Abs. 1 BUr­lG. Die tarif­li­chen Bestim­mun­gen ste­hen inso­weit im Ein­klang mit § 13 Abs. 1 BUr­lG.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. März 2019 – 9 AZR 406/​17
vgl. EuGH 3.05.2012 – C‑337/​10 – [Nei­del] Rn. 34 ff. mwN; BAG 22.01.2019 – 9 AZR 149/​17, Rn. 28; 12.04.2011 – 9 AZR 80/​10, Rn. 21, BAGE 137, 328[↩]
vgl. BAG 19.01.2010 – 9 AZR 426/​09, Rn. 13[↩]
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