Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202007,%202196
Timestamp: 2019-07-17 03:36:37
Document Index: 393583603

Matched Legal Cases: ['§ 216', '§ 195', '§ 216', '§ 780', '§ 216', '§ 195', '§ 780', '§ 780', '§ 780', '§ 216', '§ 216', '§ 780', '§ 214', '§ 216', 'BGH', 'BGH', '§ 767', '§ 767', '§ 767', '§ 213', '§ 867', '§ 213', '§ 213', 'BGH', '§ 213', '§ 213', '§ 216', '§ 780', '§ 216', '§ 213', '§ 213', '§ 213', '§ 213', '§ 216', '§ 216']

OLG Frankfurt, 11.07.2007 - 23 U 7/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2465
OLG Frankfurt, 11.07.2007 - 23 U 7/07 (https://dejure.org/2007,2465)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 11.07.2007 - 23 U 7/07 (https://dejure.org/2007,2465)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 (https://dejure.org/2007,2465)
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Kreditsicherung; Kredit; Darlehen; Verjährung; Schuldversprechen; Grundschuldbestellungsurkunde; Grundschuld; Kondizierbarkeit; Darlehensrückzahlungsanspruch; Rückzahlung
Vollstreckung aus einem abstrakten Schuldversprechen auch nach Verjährung des gesicherten Darlehensrückzahlungsanspruchs
Zur Frage der analogen Anwendung des § 216 Abs. 2 BGB auf das als Sicherheit dienende Schuldversprechen in notarieller Grundschuldbestellungsurkunde
Schuldversprechen bei notarieller Grundschuldbestellungsurkunden
Als Sicherheit dienendes Schuldversprechen
Betreiben einer Teilvollstreckungsgegenklage gegen die Zwangsvollstreckung aus einem in einer notariellen Urkunde abgegebenen Schuldversprechen; Berufung auf die Verjährung der gesicherten Forderung; Unterbrechung der Verjährung eines Darlehensrückzahlungsanspruchs durch die Zwangsvollstreckung aus einer notariellen Urkunde; Sinn und Zweck des in einer notariellen Urkunde abgegebenen Schuldversprechens als Sicherungsmittel ; Gleichbehandlung eines Schuldversprechens mit der gleichzeitig eingeräumten Sicherungsgrundschuld; Abhängigkeit eines abstrakten Schuldversprechens von einer Grundschuld
BGB §§ 195, 197 Abs. 1 Nr. 4, § 216 Abs. 2, § 780
Verjährung des konkreten Anspruchs? Kein Problem beim abstrakten Schuldanerkenntnis!
BGB § 216 Abs. 2 Satz 1, §§ 195, 197 Abs. 1 Nr. 4, § 780
Schuldversprechen; Rückforderung; Verjährung
Zusammenfassung von "Zur Verjährung von durch Grundschulden gesicherten Darlehen" von RA Dr. Jan Kreikenbohm und RAin Dr. Christina Niederstetter, original erschienen in: WM 2008, 718 - 721.
LG Gießen - 10 O 51/06
LG Wiesbaden, 29.11.2006 - 10 O 51/06
NJW 2008, 379
ZIP 2007, 2350
WM 2007, 2196
In der instanzgerichtlichen Rechtsprechung und in der Literatur wird die Frage nahezu einhellig bejaht (siehe OLG Frankfurt am Main, WM 2007, 2196, 2197 f.; OLG Brandenburg, Beschluss vom 3. April 2009 - 5 W 2/09, [...], Tz. 6;… Bork in jurisPK-BGB, 4. Aufl., § 780 Rn. 12;… MünchKommBGB/Habersack, 5. Aufl., § 780 Rn. 44;… Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl., § 216 Rn. 3;… PWW/Kesseler, BGB, 4. Aufl., § 216 Rn. 3;… Staudinger/Marburger, BGB (2009), § 780 Rn. 17; Cartano/ Edelmann, WM 2004, 775, 779; Deter/Burianski/Möllenhoff, BKR 2008, 281, 285 f.; Hohmann, WM 2004, 757, 763 f.; Kreikenbohm/Niederstetter, WM 2008, 718, 719 f.; a.A. OLG Brandenburg, OLGR Brandenburg 2009, 629, 631; Grothe, WuB IV A § 214 BGB 1.06).
Es besteht auch sonst kein konkreter Anhaltspunkt, dass der Gesetzgeber mit der Fassung des § 216 Abs. 2 BGB eine abschließende und analogiefeindliche Regelung schaffen wollte (vgl. OLG Frankfurt am Main, WM 2007, 2196, 2198).
Eine Parallele zur Bürgschaft lässt sich daher nicht ziehen (vgl. OLG Frankfurt am Main, WM 2007, 2196, 2198).
Eine Parallele zur Bürgschaft lässt sich daher nicht ziehen (siehe auch OLG Frankfurt am Main, WM 2007, 2196, 2198).
Dabei ist anerkannt, dass auch eine Teilvollstreckungsgegenklage grundsätzlich möglich ist (vgl. z.B. BGH…, Beschluss vom 2. Februar 1962 - V ZR 70/60 -, NJW 1962, S. 806 ; BGH…, Beschluss vom 2. Juli 2009 - V ZB 40/09 -, NJW-RR 2009, S. 1431 ; OLG Frankfurt, Urteil vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 -, juris, Rn. 15 m.w.N.;… Spohnheimer, in: Wieczorek/Schütze, ZPO, 4. Aufl. 2016, § 767 Rn. 4 und 6;… Herget, in: Zöller, ZPO, 32. Aufl. 2018, § 767 Rn. 1 und 21;… Baumbach/Lauterbach/Albers/ Hartmann, ZPO, 76. Aufl. 2018, § 767 Rn. 46).
Abgelehnt wurde hingegen eine Anwendung des § 213 BGB auf das Verhältnis zwischen einem abstrakten Schuldversprechen einerseits und einem Darlehensvertrag andererseits (OLG Frankfurt 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 -) , da die Ansprüche nur erfüllungsmäßig funktionell miteinander verknüpft seien.
Die Vollstreckung aus der persönlichen Vollstreckungsunterwerfung und den hierfür erwirkten Zwangssicherungshypotheken (durch Einleitung der Zwangsversteigerung, s. § 867 Abs. 3 ZPO) hat den Lauf der Verjährungsfrist für die Darlehensforderung nicht berührt; § 213 BGB gilt insoweit nicht, weil die Ansprüche aus dem Darlehen und aus der persönlichen Vollstreckungsunterwerfung nicht "aus demselben Grunde gegeben" sind (s. OLG Frankfurt am Main, NJW 2008, S. 379, 380).
Auch insoweit handelt es sich gegenüber dem Anspruchsgrund der Garantievereinbarung um einen unterschiedlichen Streitgegenstand (vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 Rn. 17 - zitiert nach juris).
aa) Für die Frage, ob ein von § 213 BGB erfasster Fall der Erstreckung der Verjährungshemmung auf nicht streitgegenständliche Ansprüche vorliegt, kommt es allein darauf an, ob das Gesetz dem Gläubiger an sich mehrere, einander ausschließende Ansprüche zur Wahl stellt (…BGH a.a.O., Rn. 27 - zitiert nach juris; OLG Frankfurt…, Urteil vom 15. April 2008 - 8 U 238/06 Rn. 39 - zitiert nach juris; OLG Frankfurt, Urteil vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 Rn. 17 - zitiert nach juris).
Andererseits fällt etwa die Alternativität von Ansprüchen aus einem Darlehensvertrag und einem abstrakten Schuldversprechen nicht unter § 213 BGB (OLG Frankfurt, Urteil vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 Rn. 17 - zitiert nach juris), weil bei ihr das Nebeneinander der Forderungen nicht gesetzlich vorgesehen ist, sondern auf vertraglicher Vereinbarung beruht (…vgl. jurisPK/Lakkis - BGB, 7. Auflage, § 213 Rn. 6).
Eine analoge Anwendung des für Realsicherheiten konzipierten § 216 BGB auf Ansprüche, die durch Personalsicherheiten, namentlich durch ein Schuldversprechen aus § 780 BGB gesichert sind, scheidet aus (entgegen OLG Frankfurt, 11. Juli 2007, 23 U 7/07).
Eine Restriktion der Gegenausnahme des Abs. 3 bei analoger Anwendung der Abs. 1 oder Abs. 2 des § 216 BGB auf personalgesicherte Ansprüche vertritt auch das OLG Frankfurt/Main nicht in seiner von der Beklagten herangezogenen Entscheidung (OLGR Frankfurt 2007, 940).
Eine Unterbrechung der Verjährung der gesicherten Forderung durch die Vollstreckung des titulierten Sicherungsrechts ist abzulehnen (vgl. dazu OLG Frankfurt, Urteil vom 11. Juli 2007 - 23 U 7/07 - NJW 2008, 379; a.A. Deter/Burianski/Möllenhoff, Verjährungsprobleme bei der Immobilienfinanzierung, BKR 2008, 281 mit weiteren Nachweisen).
§ 213 BGB setzt daher voraus, dass der Anspruch, auf den sich die Verjährungshemmung erstrecken soll, von Gesetzes wegen an die Stelle des Anspruchs getreten ist, dessen Verjährung gehemmt ist (ebenso: OLG Frankfurt, Urteil vom 11.07.2007, 23 U 7/07, NJW 2008, 379 (380);… Grothe, in: Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 1, 6. Aufl. 2012, § 213 Anm. 4; vgl. auch Peters/Jacoby, § 213 Anm. 6, die davon sprechen, mit der Formulierung "an seiner Stelle" werde der Übergang vom Primäranspruch zum Sekundäranspruch und umgekehrt erfasst;… a.A. wohl Palandt/Ellenberger, Bürgerliches Gesetzbuch, 71. Aufl. 2012, § 213 Anm. 3: Die Ansprüche müssen auf das gleiche Interesse gerichtet sein).
OLG München, 03.04.2009 - 5 U 5240/08
Insoweit ist zunächst auf die analoge Anwendbarkeit des § 216 Abs. 2 BGB zu verweisen sowie auf die vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Urteil vom 11.7.2007 (NJW 2008, 379, 380) in einem gleichgelagerten Fall angestellten Erwägungen, die eine entsprechende Anwendung des § 216 Abs. 2 BGB geboten erscheinen lassen.