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Timestamp: 2016-10-22 08:50:46
Document Index: 150474486

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 6', 'in dubio', 'Art. 84', 'Art. 269', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 240', 'in dubio', 'in dubio', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 8', 'in dubio']

6P.124/2002 (06.10.2003)
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecher Hans-J�rg Schl�ppi, Postfach 8057, 3001 Bern,
Beschwerdegegner, beide vertreten durch F�rsprecher Franz M�ller, Casinoplatz 8, Postfach, 3001 Bern 7,
Art. 9, 29 und 32 BV sowie Art. 6 EMRK (Strafverfahren; Willk�r, rechtliches Geh�r, Grundsatz "in dubio pro reo"),
Die 1971 geborene A. X.________ war seit Januar 1995 in Bern mit dem 1944 geborenen Patentanwalt B. X.________ verheiratet. Die Beziehung zwischen den Eheleuten blieb eher oberfl�chlich. In der Folge ging A. X.________ verschiedene Beziehungen zu anderen M�nnern ein. Darunter befanden sich von Sommer 1996 bis Herbst 1997 M.________ sowie ab Februar 1998 ein deutscher Staatsangeh�riger. A. X.________ spielte mit dem Gedanken, sich scheiden zu lassen.
Am 5. Mai 1998, nach 22.00 Uhr, befand sich das Ehepaar X.________ in Bern am Ufer der Aare, als B. X.________ durch drei Sch�sse get�tet wurde. Die Sch�sse waren von N.________ abgegeben worden. Dieser soll vom fr�heren Liebhaber von A. X.________, M.________, und von dessen Bruder, O.________, als T�ter angeworben worden sein. A. X.________ wird vorgeworfen, sie habe die Idee zur T�tung ihres Mannes von M.________ aufgenommen, Zeitpunkt und Ort der Tat mit den anderen Beteiligten abgesprochen, den Ehemann entgegen dessen Gewohnheit zum Spaziergang an der Aare �berredet und die Tat finanziert. Sie hat am fr�hen Nachmittag des 5. Mai 1998 denn auch in einem Umschlag 20'000 Franken, die sie von einem Konto ihres Mannes bei der CS abgehoben hatte, O.________ �bergeben. Am Vormittag desselben Tages hatte sie erfolglos versucht, von einem anderen Konto ihres Mannes bei der UBS 100'000 Franken abzuheben. Dies misslang nur deshalb, weil der Bankbeamte ihren Ehemann verst�ndigte und dieser den Bezug verhinderte.
Das Obergericht des Kantons Bern hatte im Appellationsverfahren, welches vom 14. bis zum 22. November 2001 stattfand, nur �ber die Taten von N.________ und A. X.________ zu befinden. Das Verfahren gegen M.________ war abgetrennt worden, und O.________ hatte sich w�hrend des erstinstanzlichen Verfahrens das Leben genommen.
A. X.________ f�hrt staatsrechtliche Beschwerde und beantragt, das Urteil des Obergerichts vom 22. November 2001 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen. Der Beschwerde sei in Bezug auf den Zivilpunkt die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu gew�hren.
1.1 Mit einer staatsrechtlichen Beschwerde kann die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte der B�rger ger�gt werden (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Die Verletzung eidgen�ssischen Strafrechts ist demgegen�ber mit Nichtigkeitsbeschwerde vorzubringen (Art. 269 Abs. 1 BStP).
Die Begr�ndung der Beschwerde ist nicht in allen Teilen eindeutig und klar. Soweit die Beschwerdef�hrerin z.B. unter Hinweis auf BGE 118 IV 397 geltend macht, ihr "vermeintlicher" Tatbeitrag sei nicht so bedeutend gewesen, dass mit ihm die Tat stehe oder falle (Beschwerde S. 59), ist darauf nicht einzutreten, weil es dabei um die richtige Anwendung des materiellen Strafrechts geht.
1.2 An eine staatsrechtliche Beschwerde werden strenge Begr�ndungsanforderungen gestellt. Sie hat die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber zu enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Bundesgericht behandelt nur R�gen, die ausreichend begr�ndet und untermauert worden sind.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist insbesondere kein zweites Appellationsverfahren. Willk�r liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 127 I 54 E. 2b). Auf appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein.
Die mit 71 Seiten ungew�hnlich ausf�hrliche Rechtsschrift entspricht teilweise den Anforderungen einer staatsrechtlichen Beschwerde nicht. Es gen�gt, einige Beispiele von appellatorischer Kritik anzuf�hren, ohne dass das Bundesgericht sich mit allen derartigen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ausdr�cklich befassen m�sste.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, sie sei entgegen ihrem Antrag vor Obergericht nicht pers�nlich einvernommen worden. Eine kurze Befragung "h�tte bereits gen�gt, um zu sehen, wie spontan und un�berlegt die Beschwerdef�hrerin auf ihr gestellte Fragen reagiert und aufgrund dessen nicht in der Lage w�re, eine Tatbeteiligung zu verbergen" (Beschwerde S. 8). Diese Argumentation ist abwegig. Zwar mag es sein, dass eine Befragung ergeben h�tte, die Beschwerdef�hrerin neige dazu, Fragen spontan und un�berlegt zu beantworten. Inwieweit aus diesem Umstand jedoch h�tte auf ihre Unschuld geschlossen werden k�nnen, ergibt sich aus der Beschwerde nicht und ist auch nicht ersichtlich.
Die Beschwerdef�hrerin wirft dem psychiatrischen Gutachter vor, mit seiner Feststellung, einerseits nehme sie schnell und oft ohne nachzudenken in emotionaler Weise Stellung und anderseits denke sie geordnet, systematisch und in logischen Zusammenh�ngen, sei er in einen Widerspruch verfallen (Beschwerde S. 10). Die R�ge ist verfehlt, denn Spontanit�t und logisches Denken schliessen sich nicht aus. Von einem Widerspruch kann nicht die Rede sein.
Die Beschwerdef�hrerin bem�ngelt, dass �ber sie kein Glaubw�rdigkeitsgutachten eingeholt worden ist (Beschwerde S. 10). Dies ist jedoch nur bei Zeugen und auch hier nur beim Vorliegen besonderer Umst�nde m�glich, zumal es grunds�tzlich Sache des Gerichts ist, die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu pr�fen (BGE 129 I 49 E. 4). Diese R�ge ist daher unbegr�ndet, soweit auf sie - unter dem Gesichtspunkt von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG - �berhaupt eingetreten werden kann.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Obergericht sei in Willk�r verfallen, weil es die Frage offen gelassen habe, ob sie ihrem Mann kurz vor der Tat "ich liebe dich" zugefl�stert habe (Beschwerde S. 11). Es ist offensichtlich, dass das Obergericht diese Frage nicht abschliessend pr�fen musste, denn davon, dass das "Liebesgefl�ster" die Unschuld der Beschwerdef�hrerin beweisen w�rde, kann ernstlich nicht die Rede sein.
Das Obergericht geht davon aus, N.________ und O.________ h�tten am 5. Mai 1998 sp�testens um 19.42 Uhr durch die Beschwerdef�hrerin davon Kenntnis erhalten, dass sie, wie abgemacht, mit ihrem Ehemann an der Aare einen Spaziergang unternehmen werde (angefochtener Entscheid S. 69/70). Auf die dagegen erhobene appellatorische Kritik (vgl. Beschwerde S. 11 - 13) ist nicht einzutreten. Von Willk�r kann im �brigen offensichtlich nicht die Rede sein, weil die Beschwerdef�hrerin bei einigen Einvernahmen selber ausgesagt hat, der fragliche Spaziergang sei mit den anderen Beteiligten abgesprochen gewesen (vgl. angefochtener Entscheid S. 37, 162/163, 164, 166, 167/168, 312). Ihr sp�terer Widerruf in dieser Frage ist wenig �berzeugend, zumal mit dem Obergericht davon auszugehen ist, dass die Verteidigung ein unkorrektes Verhalten oder gar unzul�ssige Druckversuche der Polizei ohne Zweifel beanstandet h�tte (vgl. zu diesem Punkt im Einzelnen angefochtener Entscheid S. 288 - 291, 309 - 315).
1.3 In den folgenden Erw�gungen werden nur zul�ssige und hinreichend begr�ndete R�gen behandelt.
Das Verfahren gegen den fr�heren Liebhaber der Beschwerdef�hrerin, M.________, war mit Beschluss vom 26. Juli 1999 vom vorliegenden Verfahren abgetrennt worden (angefochtener Entscheid S. 80). Die Beschwerdef�hrerin hatte im Appellationsverfahren beantragt, das erstinstanzliche Urteil sei aufzuheben und das Verfahren in die Voruntersuchung zur�ckzuweisen zwecks Wiedervereinigung mit dem Verfahren gegen M.________. Obwohl auch das Obergericht die Abtrennung "in der Tat als ung�nstig" bezeichnet, weist es den Antrag ab. Damit hat es nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin ihren Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt (vgl. Beschwerde S. 5 - 8).
Das Obergericht verweist darauf, dass M.________ zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils abwesend war und noch nicht hatte verhaftet werden k�nnen. Folglich sei offen, ob und wann ein erstinstanzliches Urteil gegen ihn ergehen k�nne. Die Beschwerdef�hrerin habe aber einen gesetzlichen und verfassungsm�ssigen Anspruch darauf, dass ihr Fall innert n�tzlicher Frist beurteilt werde (angefochtener Entscheid S. 21). Diese Erw�gung ist offensichtlich nicht zu beanstanden. Art. 240 Abs. 1 StrV/BE sieht denn auch ausdr�cklich vor, dass Straff�lle getrennt werden k�nnen, sofern die vereinigte F�hrung wesentliche Nachteile zur Folge hat. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Mitt�ter in der Schweiz verhaftet und der andere ins Ausland geflohen ist (Thomas Maurer, Das bernische Strafverfahren, Bern 1999, S. 359).
Das Obergericht geht im �brigen zu Gunsten der Beschwerdef�hrerin davon aus, dass es M.________ war, der die Idee zur T�tung des Ehemannes hatte, und er folglich insoweit eine zentrale Rolle spielte (vgl. angefochtener Entscheid S. 321, 343). Folglich ist nicht ersichtlich, inwieweit der Beschwerdef�hrerin aus der Trennung des Verfahrens ein Nachteil erwachsen sein k�nnte. Davon, dass sie wegen der Trennung kein faires Verfahren gehabt h�tte, kann nicht die Rede sein.
Die Beschwerdef�hrerin macht in diesem Zusammenhang noch geltend, das Obergericht widerspreche sich selbst, wenn es an anderer Stelle die Frage, ob M.________ an der Tat beteiligt gewesen sei, offen lasse (Beschwerde S. 52). Die R�ge ist unbegr�ndet. Zwar hat das Obergericht die Frage nach einer Mitt�terschaft von M.________ offen gelassen (angefochtener Entscheid S. 319). Dies war richtig, denn das Obergericht hatte �ber den abwesenden M.________ kein Urteil zu f�llen. Es hatte nur �ber die Beschwerdef�hrerin zu befinden und im Rahmen dieses Entscheids einem m�glichen Mitverschulden M.________s Rechnung zu tragen. Dies hat das Obergericht getan, und ein Widerspruch liegt offensichtlich nicht vor.
Das Obergericht st�tzt sich unter anderem auf einen Informanten der Polizei, der teilweise allerdings nicht selber Erlebtes wiedergab, sondern erz�hlte, was er von einer Drittperson geh�rt hatte. Die Beschwerdef�hrerin bem�ngelt, dass nicht auch die Drittperson einvernommen wurde, zumal die Aussagen des Informanten teilweise offensichtlich unrichtig seien (vgl. Beschwerde S. 16/17).
Es mag zutreffen, dass eine Einvernahme der Drittperson vor deren Ausschaffung aus der Schweiz w�nschenswert gewesen w�re, zumal der Informant auf die Drittperson verwies, die "bestimmt mehr dazu sagen k�nne" (angefochtener Entscheid S. 199). Entscheidend ist jedoch, dass die Aussagen des Informanten zu einem erheblichen Teil mit den �brigen Ermittlungsergebnissen �bereinstimmen. Nur in einem Punkt, n�mlich in Bezug auf das von der Beschwerdef�hrerin abgehobene Geld, sind die Aussagen unrichtig, was allerdings auch das Obergericht ausdr�cklich festgestellt hat (angefochtener Entscheid S. 202). Dass in Bezug auf das Geld eine Ungereimtheit besteht, ist jedoch nicht weiter erstaunlich. Der Informant hatte in diesem Punkt ausgesagt, es sei "in Albanerkreisen bekannt", dass die Tat f�r 200'000 Franken h�tte ausgef�hrt werden sollen (angefochtener Entscheid S. 199). Solche auf Ger�chten basierende Zahlenangaben sind jedoch notorisch unzuverl�ssig. Die unrichtige Zahlenangabe musste deshalb f�r sich allen nicht dazu f�hren, dass auf die Angaben des Informanten generell nicht abgestellt werden durfte.
Zur Frage, ob die Beschwerdef�hrerin durch die Beteiligten erpresst worden sein k�nnte, ist weiter unten Stellung zu nehmen. An dieser Stelle ist nur festzuhalten, dass sich aus den Aussagen des Informanten nichts ergibt, was auf eine Erpressung hindeuten k�nnte.
Das Obergericht hat die Glaubw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin in Zweifel gezogen und ihr nicht geglaubt. Sie r�gt, damit sei das Obergericht nicht nur in Willk�r verfallen, sondern habe �berdies den Grundsatz in dubio pro reo verletzt (vgl. Beschwerde S. 35 - 39).
Soweit die Ausf�hrungen sich einmal mehr in appellatorischer Kritik ersch�pfen, ist darauf nicht einzutreten. Im �brigen besagt der Grundsatz in dubio pro reo nicht, dass einfach den Angaben der Beschuldigten zu folgen w�re. Vielmehr sind diese Angaben ein Element unter allen verf�gbaren Beweisen, die das Gericht zu w�rdigen hat. Nur wenn unter W�rdigung aller Beweise nicht zu unterdr�ckende Zweifel an der Schuld der Angeklagten fortbestehen, ist diese freizusprechen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41).
Im vorliegenden Fall bestehen erhebliche Zweifel an der Glaubw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin. Das Obergericht verweist zu Recht darauf, dass sie ihre Darstellung der Ereignisse immer wieder ge�ndert hat (vgl. angefochtener Entscheid S. 286 - 294 mit Hinweis auf S. 141 - 175). Das Aussageverhalten l�sst sich mit einem Schock, den die Beschwerdef�hrerin erlitten haben will, nicht hinreichend erkl�ren. Auch war der Sachverhalt, um den es im vorliegenden Fall geht, relativ einfach, und er verlangte deshalb keine besondere Ged�chtnisleistung. Davon, dass das Obergericht in Bezug auf die Glaubw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin den Grundsatz in dubio pro reo verletzt h�tte, kann nicht die Rede sein.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, es seien Telefongespr�che zwischen ihr und zwei Anw�lten sowie deren Kanzleiangestellten abgeh�rt und aufgezeichnet worden. Diese Protokolle seien aus den Akten nicht ausgesondert worden, wodurch ihr Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt und das entsprechende Beweisverwertungsverbot missachtet worden seien (vgl. Beschwerde S. 65/66).
Sie behauptet jedoch selber nicht, dass das Obergericht auf diese Abh�rprotokolle abgestellt h�tte. Deshalb liegt eine Verletzung des Beweisverwertungsverbotes nicht vor. Mangels Beschwer ist in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten. Immerhin ist anzumerken, dass gem�ss dem heute massgebenden Art. 8 Abs. 3 des Bundesgesetzes �ber die �berwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (B�PF) Dokumente, die von einem Zeugnisverweigerungsrecht erfasste Berufsgeheimnisse enthalten, sofort aus den Strafverfahrensakten auszusondern sind.
Gesamthaft gesehen beruht die Verurteilung der Beschwerdef�hrerin auf einer Reihe von Indizien, die das Obergericht insbesondere auf den Seiten 320 und 321 des angefochtenen Entscheids zusammengefasst hat. Zun�chst hatte die Beschwerdef�hrerin ein Motiv, da eine Scheidung zu einer erheblichen Verschlechterung ihrer finanziellen Lage gef�hrt h�tte. Weiter sprach sie den Tatort und die Tatzeit mit den anderen Beteiligten ab und brachte ihren Ehemann entgegen dessen Gewohnheit dazu, sich zu n�chtlicher Stunde mit ihr an den Tatort an der Aare zu begeben. Und schliesslich hob sie von einem Konto ihres Mannes 20'000 Franken ab und �bergab diese an O.________.
Die Beschwerdef�hrerin hatte im kantonalen Verfahren am 6. Mai 1998 zun�chst geltend gemacht, ihr Mann sei durch ihr unbekannte Personen vermutlich wegen gesch�ftlicher Angelegenheiten erpresst worden (vgl. angefochtener Entscheid S. 146 - 148). Ab dem 3. Juni 1998 behauptete sie demgegen�ber, sie sei von M.________, mit dem sie ein Verh�ltnis gehabt habe, und O.________ bedroht und erpresst worden und habe O.________ deswegen am 5. Mai 1998 100'000 Franken geben wollen und tats�chlich 20'000 Franken gegeben (vgl. angefochtener Entscheid S. 158 - 163, 296). An dieser Version h�lt die Beschwerdef�hrerin vor Bundesgericht fest (vgl. Beschwerde S. 40 - 46). Das Obergericht hat sich damit einl�sslich befasst, worauf hier verwiesen werden kann (vgl. angefochtener Entscheid S. 296 - 306).
Das Obergericht geht ausdr�cklich von der M�glichkeit aus, dass M.________ die Beschwerdef�hrerin bedroht und unter Druck gesetzt haben k�nnte (angefochtener Entscheid S. 296). Es sei aber weder nachgewiesen noch plausibel, dass er sie mittels der Drohungen zur Zahlung von Geld habe veranlassen wollen oder veranlasst habe. Die Beweisw�rdigung f�hre zum Schluss, dass die Beschwerdef�hrerin nicht aus Angst vor M.________ und O.________ die 20'000 Franken bezahlt habe bzw. die 100'000 Franken habe zahlen wollen (angefochtener Entscheid S. 306).
Mit dem Obergericht ist festzuhalten, dass die Aussagen der Beschwerdef�hrerin in Bezug auf die angeblichen Drohungen merkw�rdig vage sind (vgl. angefochtener Entscheid S. 298/299). Ihre immer wieder wechselnden, teilweise recht wirren Angaben sprechen nicht f�r deren Glaubhaftigkeit; denn wer zu Recht behauptet, bedroht oder erpresst worden zu sein, vermag diesen Sachverhalt klar und ohne Widerspr�che zu schildern. Es ist denn auch nicht so recht ersichtlich, aus welchem Grund die Beschwerdef�hrerin in ihrer staatsrechtlichen Beschwerde auf ihre Version vom 6. Mai 1998 zur�ckkommt, wonach es ihr Ehemann gewesen sein soll, der bedroht worden sei (Beschwerde S. 19). Anzeichen daf�r, dass eine solche Bedrohung ihres Ehemannes bestanden h�tte, gibt es nicht (vgl. angefochtener Entscheid S. 267 - 272).
Auffallend ist auch, dass die Beschwerdef�hrerin von der Bedrohung ihrem Ehemann nichts sagte, wohl aber ihren neuen Liebhaber ins Vertrauen zog und diesem �berdies die nur schwer nachvollziehbare L�ge auftischte, sie habe ihren Ehemann informiert (angefochtener Entscheid S. 196, 294, 302).
Weiter ist nicht recht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdef�hrerin ihre m�glicherweise gef�hrdeten Kinder in der Tatzeit ohne weiteres alleine zu Hause liess (angefochtener Entscheid S. 305). In der Beschwerde wird dazu wenig �berzeugend ausgef�hrt, die Kinder seien "logischerweise" allein zu Hause am besten gesch�tzt gewesen und im �brigen geh�re dies "im Rahmen eines normalen Familienlebens auch dazu" (Beschwerde S. 40). Mit derartigen abwegigen Ausf�hrungen kann eine staatsrechtliche Beschwerde nicht begr�ndet werden.
Zudem stellt sich die Frage, weshalb die angeblich bedrohte Beschwerdef�hrerin mit ihrem Mann ausgerechnet sp�t abends am Ufer der Aare spazieren ging. H�tten sie oder ihr Mann mit einem Zusammentreffen mit Erpressern gerechnet und sich tats�chlich bedroht gef�hlt, so h�tten sie wohl einen weniger gef�hrlichen Ort zum Spazieren gew�hlt.
In einem Punkt weist die Beschwerdef�hrerin allerdings zu Recht auf eine Ungereimtheit in den Aussagen von O.________ hin (Beschwerde S. 46). Dieser hatte vor der ersten Instanz auf die Frage, ob die Tat auch ausgef�hrt worden w�re, wenn die Beschwerdef�hrerin den ganzen Betrag - d.h. nicht nur 20'000 Franken - bezahlt h�tte, geantwortet, "ich glaube nein" (KA act. 16967). Da diese Bemerkung im Kontext der �brigen Aussagen, die O.________ an der Verhandlung gemacht hatte (vgl. insbesondere KA act. 16939 - 16949), jedoch �berhaupt keinen Sinn ergibt, handelt es sich dabei offensichtlich um ein Missverst�ndnis. Es ist folglich nicht willk�rlich, wenn das Obergericht nicht auf diese offensichtlich unrichtige Aussage abgestellt hat.
Nachdem konkrete nachvollziehbare Hinweise daf�r, dass die von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachte Erpressungsgeschichte stimmen k�nnte, fehlen und demgegen�ber eine Vielzahl von Indizien f�r eine Beteiligung der Beschwerdef�hrerin sprechen, ist das Obergericht mit seiner Schlussfolgerung nicht in Willk�r verfallen. Auch hat es den Grundsatz in dubio pro reo nicht verletzt. Unterl�sst es eine Angeschuldigte, angeblich entlastende Tatsachen umfassend, logisch stimmig und in einer Weise zu offenbaren, die eine Nachpr�fung erm�glicht, und �ndert sie �berdies dauernd ihre Vorbringen, so begr�ndet die bloss theoretische M�glichkeit entlastender Tatsachen jedenfalls dann keine hinreichenden Zweifel an ihrer Schuld, wenn gen�gend Indizien gegen die Version der Angeschuldigten sprechen.
Im Zivilpunkt verweist die Beschwerdef�hrerin auf ihre Ausf�hrungen zum Schuldpunkt (Beschwerde S. 68/69). Da diese nach dem oben Gesagten unbegr�ndet sind, ist die Beschwerde aus denselben Gr�nden auch im Zivilpunkt unbegr�ndet.
Die Beschwerdef�hrerin stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Es ist ohne weiteres davon auszugehen, dass sie bed�rftig ist. Die Beschwerde war �berdies nicht in allen Teilen von vornherein aussichtslos. Das Gesuch kann deshalb bewilligt werden.
Den Beschwerdegegnern muss keine Entsch�digung ausgerichtet werden, weil sie vor Bundesgericht keine Umtriebe hatten.
Der Vertreter der Beschwerdef�hrerin, F�rsprecher Hans-J�rg Schl�ppi, wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 3'000.-- entsch�digt.
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, den Beschwerdegegnern, dem Generalprokurator des Kantons Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.