Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20255/53
Timestamp: 2019-11-16 23:38:22
Document Index: 377701896

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', '§ 833', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', '§ 833', '§ 833', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.11.1954 - VI ZR 255/53 - dejure.org
BGH, 24.11.1954 - VI ZR 255/53
https://dejure.org/1954,1039
BGH, 24.11.1954 - VI ZR 255/53 (https://dejure.org/1954,1039)
BGH, Entscheidung vom 24.11.1954 - VI ZR 255/53 (https://dejure.org/1954,1039)
BGH, Entscheidung vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 (https://dejure.org/1954,1039)
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VersR 1955, 116
So hat der Senat Pferde eines aus Liebhaberei betriebenen Rennstalls nicht als privilegierte Nutztiere angesehen (Urteil vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53, VersR 1955, 116; vgl. auch OLG Celle, OLGR Celle 1996, 247, 248 zur hobbymäßigen Pferdezucht).
Ob bei einem Haustier eine derart umfangreiche wirtschaftliche Nutzung vorliegt, die es zum Nutztier im Sinne des § 833 Satz 2 BGB werden läßt, ist zwar grundsätzlich vom Tatrichter nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalles zu beurteilen (vgl. Senatsurteile vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116; vom 23. Juni 1959 - VI ZR 83/58 - VersR 1959, 853 f.; vom 16. März 1965 - VI ZR 276/63 - VersR 1965, 572 ff.; vom 25. Mai 1965 - VI ZR 15/64 - VersR 1965, 719 ff. und vom 26. November 1985 - VI ZR 9/85 - VersR 1986, 345 ff.;… Kreft in: BGB-RGRK, 12. Aufl., 833 Rdn. 79, 80).
Bei solchen kommt es darauf an, welchem Zweck die Tiere objektiv dienstbar gemacht werden und konkludent gewidmet sind (vgl. Senatsurteile vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116 und vom 19. Juni 1962 - VI ZR 227/61 - VersR 1962, 807, 808;… Wagner in MünchKomm, BGB 4. Aufl., § 833 Rdn. 37 f.).
Der Aspekt des Handels auf eigene Gefahr greift bei der Tierhalterhaftung nur ausnahmsweise ein, wenn sich der Verletzte bewußt Risiken aussetzt, die über die normale Tiergefahr hinausgehen (vgl. Senatsurteil vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116).
Im Übrigen geht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung von einem haftungsausschließenden "Handeln auf eigene Gefahr" dann aus, wenn der Geschädigte sich im Bewusstsein der Gefährdung einer besonderen, erhöhten Tiergefahr ausgesetzt hat, die über die gewöhnliche Tiergefahr hinausgeht (BGH, Urt. v. 24.11.1954 - VI ZR 255/53, VersR 1955, 116; BGH, Urt. v. 13.11.1973 - VR 152/72, NJW 1974, 234, juris Rn. 9 f.; BGH, Urt. v. 14.07.1977 - VI ZR 234/75, NJW 1977, 2158 f., juris Rn. 12 f.; BGH, Urt. v. 19.11.1991 - VI ZR 69/91, NJW 1992, 907, juris Rn. 14 f.; BGH, Urt. v. 03.05.2005 - VI ZR 238/04, NJW-RR 2005, 1183, juris Rn. 21; BGH, Urt. v. 20.12.2005 - VI ZR 225/04, NJW-RR 2006, 813, juris Rn. 12; ebenso OLG Düsseldorf, Urt. v. 11.02.2000 - 22 U 170/98, NJW-RR 2001, 390 f., juris Rn. 33; OLG Hamm, Urt. v. 20.09.2000 - 13 U 78/98, NJW-RR 2001, 390; LG Itzehoe, Urt. v. 28.05.1991 - 1 S 28/91, NJW-RR 1991, 1500; Geigel/Haag, Haftpflichtprozess, 26. Aufl. 2011, 18.
Der Bundesgerichtshof hat darum in ständiger Rechtsprechung (so schon in den Senatsurteilen vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116 und vom 18. September 1964 - VI ZR 21/64 - VersR 1964, 1197 und fortlaufend, zuletzt im Urteil vom 26. November 1985 - VI ZR 9/85 - VersR 1986, 345) auch die Reitpferde zu den privilegierten Haustieren im Sinne von § 833 Satz 2 BGB gerechnet, wenn sie dem Berufe, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt sind.
Pferde eines aus Liebhaberei betriebenen Rennstalls hat der Senat im Urteil vom 24. November 1954 (VI ZR 255/53 = VersR 1955, 116) nicht als Haustiere angesehen, die der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt waren.
Das kann dann der Fall sein, wenn das Tier erkennbar böser Natur war (Senatsurt. v. 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116) oder erst zugeritten werden mußte (vgl. RGZ 58, 410, 412 und RG JW 1905, 143), oder wenn der Ritt als solcher eigentümlichen Gefahren unterlag, wie beim Dressurreiten, Springen, bei der Fuchsjagd (vgl. LG Landau VersR 1976, 103).
Auch der Senat hat in einem Fall, in dem es um Ersatzansprüche eines Jokeys aus§ 833 BGB ging, den Gesichtspunkt des Handelns auf eigene Gefahr erörtert(Urt. v. 24. November 1954 - VI ZR 255/53 = VersR 1955, 116).
Ob eine derart umfangreiche wirtschaftliche Nutzung vorliegt, hängt von denUmständen des jeweiligen Einzelfalles ab (Senatsurteil vom 24. November 1954 - VI ZR 255/53 - VersR 1955, 116;… Kreft in BGB-RGRK, 12. Aufl. § 833 Rdn. 79) und ist deshalb eine Frage tatrichterlicher Beurteilung.
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