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Timestamp: 2017-04-30 20:37:54
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Matched Legal Cases: ['§ 19', '§19', '§19', '§4', '§ 19', '§19', '§4']

Kleinunternehmer - Was ist ein Kleinunternehmer?
Gründer-Lexikon, Steuer Kleinunternehmer – Was ist ein Kleinunternehmer?
Inhaltsverzeichnis1 Was ist ein Kleinunternehmer?2 Umsatzgrenzen für Kleinunternehmer3 Wie wird die Umsatzsteuergrenze ermittelt?4 Muss man mit der Kleinunternehmerregelung beginnen?5 Gibt es Ausnahmen für den Kleinunternehmer?
Wir begegnen immer wieder Gründern, die uns im Erstgespräch erklären, dass sie ein Kleinunternehmen gründen wollen. Oft bezeichnen sie sich dabei als Kleinunternehmer, weil sie das Unternehmen allein oder nur mit Aushilfen betreiben wollen, schließen also von der Größe ihres Geschäfts auf den Kleinunternehmer.
Dabei gibt es gar keine handelsrechtliche oder gesellschaftsrechtliche Definition eines Kleinunternehmers. Ein Kleinunternehmer ist allein ein Begriff aus dem Steuerrecht, den wir Euch jetzt gern ausführlich erklären wollen.
Ein Kleinunternehmer plant bei seiner Gründung nicht mehr als 17.500 EUR Umsatz im Jahr zu machen. Damit kann er nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und braucht auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und eben auch nicht an das Finanzamt abführen. Ein Kleinunternehmer muss demnach auch monatlich keine Umsatzsteuererklärung bzw. Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.
Umsatzgrenzen für Kleinunternehmer
Wie schon erwähnt sind nach §19 UStG 17.500 EUR Umsatz (nicht Gewinn!) im ersten Jahr entscheidend. Wenn Du nun innerhalb eines Jahres (unterjährig) als Kleinunternehmer gegründet hast, musst Du die Summe Deiner Umsätze durch die Anzahl der Monate teilen, die Du am Markt bist und dann mit 12 Monaten multiplizieren. Wenn Dein Gesamtumsatz dann noch kleiner 17.500 EUR Umsatz ist, bist Du Kleinunternehmer und hast für diesen Zeitraum steuerfreie Umsätze, natürlich nur die Umsatzsteuer betreffend.
Die zweite wichtige Umsatzgröße nach §19 UStG betrifft das Folgejahr. Im Folgejahr darfst Du als Kleinunternehmer nicht mehr als 50.000 EUR Gesamtumsatz haben. Du musst am Anfang des Jahres eine Prognose abgeben, ob Du über die 50.000 EUR Umsatz kommst. Danach wirst Du als Kleinunternehmer eingestuft oder eben nicht. Wenn Du mit Deiner Prognose am Jahresende daneben gelegen hast und die 50.000 EUR überschritten hast, ändert sich nichts mehr an Deiner Einstufung als Kleinunternehmer für das laufende Jahr. Es gibt also keine Differenzbesteuerung für das laufende Jahr oder so etwas.
Wie wird die Umsatzsteuergrenze ermittelt?
Zur Ermittlung der Umsatzsteuergrenze werden die Umsätze, die beim Unternehmer eingegangen sind (Ist-Versteuerung) zusammen gerechnet. Sollten sich in der Ermittlung Umsätze befinden, die aus dem Verkauf von Anlagen (Inventar) resultieren, werden diese heraus gerechnet. Bestimmte Umsätze nach §4 UStG müssen ebenfalls heraus gerechnet werden. Hier musst Du aber im Detail Deinen Steuerberater fragen.
Muss man mit der Kleinunternehmerregelung beginnen?
Klares nein. Du kannst beim Finanzamt die Option zur Regelbesteuerung erklären. Das bedeutet, dass Du von Anfang an, Rechnungen mit Umsatzsteuer ausstellen musst, dafür dann aber auch die Vorsteuer von Rechnungen abziehen kannst, die Du von Lieferanten von Waren und Dienstleistungen bekommst. Die Begriffe Vorsteuer, Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer sind manchmal schwierig auseinander zu halten. Grundsätzlich meinen alle drei Begriffe den gleichen Sachverhalt, also die 19% Aufschlag auf Deine Waren oder Dienstleistungen. Wenn Du eine Lieferantenrechnung bekommst, auf der ebenfalls 19% Umsatzsteuer ausgewiesen ist, so darfst Du diese Steuer im Folgemonat als sogenannte Vorsteuer von Deiner Umsatzsteuerzahllast abziehen. Es erfolgt also eine Differenzbesteuerung zwischen eingenommener Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer.
Die Option zur Regelbesteuerung hat aus unserer Sicht mehrere Vorteile:
Marketing und Image Deines gegründeten Unternehmens: Wenn ich eine Rechnung ohne Umsatzsteuer erhalte, weiß ich, dass mein Geschäftspartner durchschnittlich weniger als 1.458 EUR Umsatz pro Monat macht. Ich frage mich dann, ob er davon nach Abzug aller Kosten leben kann und ob es diesen Geschäftspartner in einem halben Jahr noch gibt. Möglicherweise vergebe ich so keinen Folgeauftrag an den Gründer.
die Umsatzsteuerersparnis betrifft nur private Endkunden: In der Regel kann ein Unternehmen, die an Dich gezahlte Umsatzsteuer wieder als Vorsteuer geltend machen, dass heisst auf meine Umsatzsteuer, die ich dem Finanzamt schulde, werden die Vorsteuern (Umsatzsteuer auf den Rechnungen meiner Lieferanten) wieder abgezogen. Privatkunden müssen die Umsatzsteuer natürlich zahlen und hätten dann erstmal einen 19%-igen Preisvorteil. Aber wie erklärst Du Deinen Preis, wenn Du nicht mehr Kleinunternehmer bist? Privatleute verstehen die Umsatzsteuerregeln des § 19 UStG meist nicht.
Gibt es Ausnahmen für den Kleinunternehmer?
Natürlich. Wir sind im Steuerrecht und da ist keine Regel ohne Ausnahmen 😉 Bitte fragt zu den Ausnahmen, wie zum Beispiel zum innergemeinschaftlichen Erwerb neuer Fahrzeuge, Euren Steuerberater.
So das war es erstmal. Wenn Ihr Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema habt, nutzt wie immer die Kommentar-Funktion.
Die Kleinunternehmer Rechnung Rechnung schreiben – Was ist bei Rechnungen zu beachten? Betriebsprüfung – Was muss ich beachten Quittung – Was ist eine Quittung? §19 UStG, §4 UStG, Finanzamt, Gründer-Lexikon, Kleinunternehmer, Kleinunternehmerregelung, Steuer	20. Januar 2014by Andreas Herzog	Written by Andreas Herzog Hallo ich bin Andreas. Ich habe 2007 start!up consulting gegründet, um Existenzgründer auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Dabei bediene ich mich unkonventioneller Methoden, versuche keinen Berater heraushängen zu lassen und bringe Deine Idee zum Erfolg.
Ich-AG – Gibt es die Ich-AG eigentlich noch?
29. Dezember 2013	Businessplan: Die Top 10 – Fehler beim Schreiben eines Businessplan
21. Januar 2014	Betriebsausgaben – Was sind Betriebsausgaben?
25. Februar 2014	4 Kommentare	Joachim Tuchel 25. März 2015 at 16:34	Antworten	Hallo,
erstmal vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich weiß aus eigener Erfahrung in meinem Umfeld, daß sich viele, die über das Selbständigmachen nachdenken, mit der Kleinunternehmerregelung liebäugeln.
Ich kann die Argumente contra Kleinunternehmerregelung nur unterstreichen.
* Wenn man sein Angebot an Gewerbekunden richtet, wird man als Kleinunternehmer häufig nicht recht ernst genommen, bzw. muss gleich mal mit den Preisen runter, obwohl es dafür bei den Kunden keinerlei Grund gibt
* Wenn am Anfang der Tätigkeit gleich einige Investitionen anstehen (Computer, Büromöbel etc.), kann es ein enormare Liquiditätsvorteil sein, die Vorsteuer nach kurzer Zeit wieder vom Fiskus überwiesen zu bekommen
* Rutscht man aus der 17.500,- Euro-Zone nach oben hinaus, muss man sich komplett umstellen, und den ganzen Papierkram etc. sowieso wieder machen. Dabei können Fehler passieren, und man verschiebt den Aufwand der Einarbeitung in eine Zeit, in der das Wachstum evtl. Energien an ganz anderer Stelle erfordert.
* Die Vorteile bei der Aufzeichnung von Ein- und Ausgaben, die durch die Kleinunternehmerregelung auftreten, sind wesentlich geringer, als man vielleicht meint. Mit modernen Buchführungprogrammen ist das alles wirklich kein Hexenwerk mehr. Es gibt Buchungsassistenten, Buchungsvorlagen und so weiter, mit denen der Einstieg erleichtert wird. Und wenn man vom Kleinunternehmer zum richtigen Unternehmer wird, muss man sich ebenfalls wieder umstellen (siehe oben)
Also ich meine, man sollte sich das sehr gut überlegen.
Andreas Herzog 25. März 2015 at 19:38	Antworten	Hallo Joachim, danke für Deinen interessanten Erfahrungsbericht und die Tipps. Viele Grüße, Andreas
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