Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.11.2006&Aktenzeichen=XII%20ZR%20120/04
Timestamp: 2019-05-25 10:20:31
Document Index: 285386219

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 90', '§ 363', 'BGH', 'BGH', '§ 854', '§ 90', 'BGH', '§ 535', 'BGH', 'BGH', '§ 363', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 69', 'BGH', '§ 69', 'BGH', 'BGH', '§ 903', 'BGH', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', '§ 90', 'BGH']

BGH, 15.11.2006 - XII ZR 120/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,247
BGH, 15.11.2006 - XII ZR 120/04 (https://dejure.org/2006,247)
BGH, Entscheidung vom 15.11.2006 - XII ZR 120/04 (https://dejure.org/2006,247)
BGH, Entscheidung vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04 (https://dejure.org/2006,247)
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ASP-Vertrag ist Mietvertrag
Rechtsnatur des Application Service Provider-Vertrages (ASP) als Mietvertrag
Rechtsnatur von ASP-Verträgen
Rechtsnatur der Softwareüberlassung im Rahmen eines Application Service Providing-Vertrages (ASP); Gewährung der Onlinenutzung von Software für eine begrenzte Zeit als vertragliche Pflicht; Auf einem Datenträger verkörperte Standardsoftware als bewegliche Sache; Verkörperung von geistiger Leistung
Rechtsnatur des ASP-Vertrages
Zur Rechtsnatur der Softwareüberlassung im Rahmen eines ASP-Vertrages
Rechtsnatur des Softwareüberlassungsvertrags; Software als Sache (§ 90 BGB); zeitweise Nutzungsüberlassung von Standardsoftware als Mietvertrag ("ASP-Vertrag"); Beweislast für die Mangelhaftigkeit der Mietsache, Bedeutung der "Überlassung" der Mietsache im Rahmen von § 363 BGB
Rechtsnatur der Softwareüberlassung
Urheberrecht - Softwareüberlassung: Welche Rechtsnatur?
heise.de (Pressebericht, 08.01.2007)
Rechtsnatur der Softwareüberlassung im Rahmen eines ASP-Vertrages; Internetrecht
Auf ASP-Verträge Mietrecht anwendbar
ASP-Verträge unterliegen Mietrecht
Software aus der Steckdose, worum geht es bei ASP?
ASP-Verträge als Mietverträge anzusehen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.11.2006, Az.: XII ZR 120/04 (Mietvertragliche Rechtsnatur des ASP-Vertrags)" von RA Dr. Mathias Lejeune, original erschienen in: CR 2007, 77 - 79.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.11.2006, Az.: XII ZR 120/04 (Anwendung von Mietrecht bei Softwareüberlassung im Rahmen eines ASP-Vertrages)" von RA Jan Pohle und RA Dr. Michael Schmeding, original erschienen in: K&R 2007, 385 - 387.
AG Nordhausen, 30.10.2003 - 26 C 1094/01
LG Mühlhausen, 06.05.2004 - 1 S 351/03
NJW 2007, 2394
MDR 2007, 257
NZM 2007, 379
WM 2007, 467
MMR 2007, 243
K&R 2007, 91
Zwar ist nach § 854 Abs. 1 BGB ein Besitz nur an Sachen und somit an körperlichen Gegenständen (vgl. § 90 BGB) möglich, wozu elektronische Vervielfältigungsstücke als solche - anders als deren Verkörperung auf einem Datenträger (vgl. BGH, Urteile vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04, NJW 2007, 2394 Rn. 15; vom 14. Juli 1993 - VIII ZR 147/92, NJW 1993, 2436, 2437 f.; jeweils mwN) - gerade nicht zählen.
Im Vordergrund dieses Vertrages steht die (Online-)Nutzung fremder (Standard-)Software, die in aller Regel nicht nur einem, sondern einer Vielzahl von Kunden zur Verfügung gestellt wird, und somit der Gesichtspunkt der (entgeltlichen) Gebrauchsüberlassung, weshalb dieser Vertrag von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als Mietvertrag im Sinne der §§ 535 ff BGB eingeordnet worden ist (BGH, Urteil vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04 - NJW 2007, 2394 f Rn. 11 ff;… Klett/Pohle aaO S. 203;… für die Einordnung als Dienstvertrag hingegen Redeker aaO Rn. 987 ff).
BGH, 08.07.2009 - VIII ZR 200/08
Statthaftigkeit der Klage eines Vermieters im Urkundenprozess auf Zahlung von …
Demgegenüber trägt nach Überlassung der Mietsache gemäß § 363 BGB grundsätzlich der Mieter die Beweislast dafür, dass die Mietsache zum Zeitpunkt der Übergabe mangelhaft war, wenn er die ihm überlassene Sache als Erfüllung angenommen hat (BGH, Urteil vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04, NJW 2007, 2394, Tz. 23 f. m.w.N.; Senatsurteil vom 13. Februar 1985 - VIII ZR 154/84, NJW 1985, 2328, unter II 2 b).
Dabei schließt ein allgemeiner Vorbehalt, dass die Vertragsmäßigkeit der Leistung nicht anerkannt werde, die Annahme als Erfüllung nicht aus (Senatsurteil vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04 - NJW 2007, 2394 Rn. 25).
Bei der Bereitstellung einer auf dem Rechner des Anbieters belassenen Software, die der Nutzer über Datenleitung in ihren Funktionen abrufen konnte, hat der BGH einen Mietvertrag gesehen (BGH NZM 2007, 379 [Tz. 13, 19 und 20]; zeitlich begrenzte Online-Gebrauchsgewährung), wobei er von einer Verkörperung auf Datenträger ausging, gleichgültig, ob die Speicherung auf Diskette, CD, USB-Stick, einer Festplatte oder nur auf einem flüchtigen (stromabhängigen) Speichermedium geschieht.
Bei einem geschützten Programm bedürfe es nur zusätzlich der urheberrechtlich erforderlichen vertraglichen Vereinbarungen, wie der Erlaubnis zur Vervielfältigung, Übersetzung oder Verbreitung gemäß § 69 c UrhG (BGH NZM 2007, 379 [Tz. 17];… Loewenheim in Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, 4. Aufl. [2010], § 69 c, 3).
Bei urheberrechtlich geschützter Software müssen dem Anwender als vertragliche Nebenpflicht die urheberrechtsrelevanten Nutzungsrechte eingeräumt werden, die für die Benutzung des Programms notwendig sind (BGH NZM 2007, 379 [Tz. 17];… Marly in Praxishandbuch Softwarerecht a.a.O. 1543).
Auch wenn auf einen Vertrag zum Erwerb von Daten gegebenenfalls Kaufrecht anwendbar ist (BGH, MMR 2007, 243, 244 - ASP-Vertrag), kann aus sachenrechtlicher Sicht an unkörperlichen Gegenständen kein Eigentum im Sinne des § 903 BGB bestehen (vgl. schon BGH, NJW 1966, 542, 543).
Zivilrechtlich habe der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass auf Software die Sachmängelhaftung entsprechend §§ 459 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) anwendbar sei und ein Datenträger mit dem darin verkörperten Programm eine bewegliche Sache sei (BGH-Urteile vom 4. November 1987 VIII ZR 314/86, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1988, 406; vom 18. Oktober 1989 VIII ZR 325/88, NJW 1990, 320; vom 14. Juli 1993 VIII ZR 147/92, NJW 1993, 2436; vom 15. November 2006 XII ZR 120/04, NJW 2007, 2394).
Wenn der BGH in seinem Urteil in NJW 2007, 2394 die auf einem Datenträger verkörperte geistige Leistung auch als eine Sache i.S. des § 90 BGB ansieht, war ihm sehr wohl bewusst, dass die dem Anwender zur Nutzung des Computerprogramms überlassene Werkverkörperung vom urheberrechtlich geschützten Werk zu trennen ist.
Auch ein Buch, dem unbestritten die Qualität als Sache zukommt, ist das Ergebnis einer schöpferischen Geistestätigkeit und wird ausschließlich wegen seines geistigen Inhalts und nicht wegen seines Informationsträgers --des Papiers-- gehandelt (vgl. dazu BGH-Urteil in NJW 2007, 2394, unter 2. b, m.w.N.).
Vorleistungspflicht des Auftragnehmers bei Erstellung einer Internetepräsenz
Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 15. November 2006 - XII ZR 120/04 - ist für die rechtliche Einordnung des streitbefangenen Vertrages ohne Relevanz.
OLG Hamburg, 15.12.2011 - 4 U 85/11
Internetsystemvertrag zur Gestalltung und Pflege einer Homepage kann wegen …
AG Düsseldorf, 09.12.2009 - 53 C 11867/09
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