Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BayObLG&Datum=15.07.1996&Aktenzeichen=1%20ObOWi%20427/96
Timestamp: 2019-11-17 14:36:01
Document Index: 213332194

Matched Legal Cases: ['§ 77', '§ 79', '§ 345', '§ 79', '§ 345', '§ 77', '§ 267', '§ 77', '§ 267', '§ 77', '§ 267', '§ 77']

BayObLG, 15.07.1996 - 1 ObOWi 427/96 - dejure.org
https://dejure.org/1996,4233
BayObLG, 15.07.1996 - 1 ObOWi 427/96 (https://dejure.org/1996,4233)
BayObLG, Entscheidung vom 15.07.1996 - 1 ObOWi 427/96 (https://dejure.org/1996,4233)
BayObLG, Entscheidung vom 15. Juli 1996 - 1 ObOWi 427/96 (https://dejure.org/1996,4233)
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OWiG § 77b, § 79 Abs. 3 Satz 1; StPO § 345 Abs. 1
NStZ-RR 1997, 247
NZV 1997, 244
BayObLGSt 1996, 101
Bringt er nachträglich die Urteilsgründe zu den Akten, so setzt die Zustellung des mit Gründen versehenen Urteils die Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde in Lauf (§ 79 Abs. 3 OWiG i.V.m. § 345 Abs. 1 Satz 2 StPO; vgl. BayObLGSt 1996, 101 ff.).
Der Staatsanwaltschaft ist (ebensowenig wie einem Betroffenen in Fällen des seit dem 1.3.1998 geltenden § 77 b Abs. 1 Satz 3 OWiG ) nicht zuzumuten, schon nach Zustellung der bloßen Urteilsformel eine Begründung abzugeben, die durch die anschließende Zustellung einer begründeten Entscheidung gegenstandslos wird (vgl. BayObLGSt 1996, 101/102).
OLG Düsseldorf, 21.08.2002 - 1 Ws (OWi) 296/02
Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz ; Ingangsetzen der Frist zur …
In der Rechtsprechung ist daher anerkannt, dass im Falle einer notwendigen Urteilsergänzung nach § 267 Abs. 4 S. 3 StPO (Düsseldorf JMBlNW 1982, 139 ff.) oder nach § 77b Abs. 2 OWiG (BayObLG NStZ-RR 1997, 247) erst die Zustellung des ergänzten Urteils die Begründungsfrist in Lauf setzt.
Soweit aber der Tatrichter in Ausübung des ihm zustehenden Ermessens von der Möglichkeit des § 267 Abs. 4 Satz 1 und 2 StPO, § 77 b Abs. 1 OWiG - wie hier - keinen Gebrauch macht, sondern ein Urteil mit (vollständigen) Gründen aus den internen Gerichtsbereich hinaus gibt, ist - unbeschadet der Möglichkeit einer Ergänzung im Wege der Urteilsberichtigung (vgl. zum Beginn der Rechtsmittelbegründungsfrist in diesem Fall BayObLG NStZ-RR 1997, 247 und NStZ-RR 1999, 140 m.w.N.) - für eine Urteilsergänzung aufgrund des § 267 Abs. 4 Satz 3 StPO, § 77 b Abs. 2 OWiG kein Raum.
Erforderlich ist ein Verstoß von denkbar geringer Bedeutung und minimalem Handlungsunwert (OLG Frankfurt/M, Beschluss vom 17.04.2000, 2 Ws (B) 190/00; BayObLG NZV 1997, 244).