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Timestamp: 2016-10-21 23:56:41
Document Index: 72105067

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE']

A.________, 1991, Beschwerdef�hrer,
handelnd durch seinen Vater B.________, und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Ralph Wiedler Friedmann, Beethovenstrasse 41, 8039 Z�rich,
Mit Verf�gung vom 9. August 2001 lehnte die IV-Stelle Z�rich ein Gesuch um medizinische Eingliederungsmassnahmen zur Behandlung des Psycho-Organischen Syndroms (POS) von A.________ (geb. 19. Dezember 1991) ab.
Die von A.________ und von der Wincare Versicherungen, Krankenkasse von A.________, dagegen erhobenen Beschwerden wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich nach Vereinigung beider Verfahren mit Entscheid vom 16. August 2002 ab.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, die IV-Stelle sei zur Zusprechung medizinischer Massnahmen zu verpflichten.
Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV) schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend die als Mitinteressierte beigeladene Wincare auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Das kantonale Sozialversicherungsgericht hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch Minderj�hriger auf medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 4 Abs. 1, Art. 5 Abs. 2, Art. 8 Abs. 1, Art. 12 und 13 Abs. 1 und 2 IVG; Art. 1 Abs. 1 GgV), namentlich bei einem angeborenen POS (Ziff. 404 GgV Anhang) sowie die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 122 V 113) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier: 9. August 2001) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung des POS. Dieser h�ngt davon ab, ob Diagnosestellung und Behandlungsbeginn vor dem vollendeten 9. Altersjahr des Versicherten, somit vor dem 19. Dezember 2000, erfolgt sind.
2.1 Gem�ss Bericht vom 14. Dezember 2000 hat Frau Dr. phil. W.________, Fachpsychologin f�r Neuropsychologie FSP, den Versicherten am 21. November 2000 neuropsychologisch untersucht. Die Besprechung der Testergebnisse mit den Eltern sei am 1. Dezember 2000 und diejenige mit der Schule am 11. Dezember 2000 erfolgt. Frau Dr. W.________ diagnostizierte das POS somit vor dem 9. Altersjahr. Dr. med. F.________, Spezialarzt f�r Kinder und Jugendliche, untersuchte den Versicherten gem�ss Bericht vom 3. Januar 2001 am 22. Dezember 2000, also erst nach dem kritischen Datum, und best�tigte die Diagnose von Frau Dr. W.________. W�hrend die IV-Stelle die Meinung vertrat, nur ein Arzt oder eine �rztin k�nne die Diagnose rechtsg�ltig stellen, liess die Vorinstanz diese Frage offen, da jedenfalls die Behandlung nicht rechtzeitig begonnen habe.
2.2 Frau S.________, Psychotherapeutin SPV, dipl. Kinder-/Jugendpsychotherapeutin SGST, f�hrt im Bericht vom 8. Oktober 2001 aus, sie behandle den Versicherten seit dem 26. Oktober 1998. Bei Therapiebeginn h�tten ein emotionaler Reifer�ckstand, eine neurotische St�rung mit narzisstischer Problematik sowie Hinweise auf Abwehr einer kindlichen Depression vorgelegen. Mit zunehmendem Vertrauensaufbau seien Hinweise auf Teilleistungsst�rungen im psychomotorischen und neuropsychologischen Bereich beobachtbar geworden, und damit sei die Hypothese POS mit sekund�ren, massiven neurotischen �berlagerungen gereift.
2.3 Aus dem Bericht der Therapeutin ergibt sich, dass sich die Behandlung am Anfang nicht auf ein POS gerichtet hat. Die "Hypothese" eines solchen Leidens hat sich erst im Laufe der Zeit aufgedr�ngt. Dass wirklich ein POS vorlag, stand aber erst mit gestellter Diagnose fest. Danach wurde die Behandlung denn auch eigens auf das POS ausgerichtet: Gem�ss Bericht von Frau Dr. W.________ vom 14. Dezember 2000 sei eine individuell angepasste Sonderschulung wichtig. Zus�tzlich m�ssten die Wahrnehmungsst�rungen angegangen werden. Dabei sei es sinnvoll, die Wahrnehmungstherapie in die bereits laufende Psychotherapie zu integrieren. Laut Bericht von Dr. F.________ vom 3. Januar 2001 ist sodann eine Behandlung mit Ritalin hinzugekommen.
2.4 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass wohl vor dem kritischen 9. Geburtstag bereits Behandlungen stattgefunden haben, die auch bei einem POS ins Auge gefasst werden k�nnen. Indessen mussten diese Therapien nach Feststellung der Diagnose erg�nzt werden. Dass die entsprechenden Umstellungen und Erg�nzungen noch vor dem 19. Dezember 2000 begonnen h�tten, wird nicht geltend gemacht. Deshalb ist die Leistungsvoraussetzung des rechtzeitigen Behandlungsbeginns nicht erf�llt. Was hiegegen vorgebracht wird, hat zwar einiges f�r sich, doch hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in den j�ngsten zum POS ergangenen Urteilen wiederholt betont, dass es aus Gr�nden der Rechtssicherheit nicht angeht, die Begriffe der rechtzeitigen Diagnose und des rechtzeitigen Behandlungsbeginns aufzuweichen (AHI 2002 S. 61 Erw. 1b; Urteil A. vom 13. Januar 2003, I 362/02, mit Hinweisen). Damit kann offen bleiben, ob die rechtzeitig gestellte Diagnose von Frau Dr. W.________ massgebend ist, oder ob es eine solche eines Arztes oder einer �rztin braucht. Denn so oder anders hat die Behandlung nicht rechtzeitig begonnen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Wincare Versicherungen, Winterthur, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, der Ausgleichskasse des Kantons Z�rich und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Die Pr�sidentin der IV. Kammer Der Gerichtsschreiber: