Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=26%20U%2056/04
Timestamp: 2019-11-19 20:26:01
Document Index: 208582200

Matched Legal Cases: ['§ 640', '§ 641', 'Art. 288', '§ 286', '§ 286', '§ 284', 'BGH', '§ 631', '§ 631']

OLG Frankfurt, 17.02.2005 - 26 U 56/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,3788
OLG Frankfurt, 17.02.2005 - 26 U 56/04 (https://dejure.org/2005,3788)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 17.02.2005 - 26 U 56/04 (https://dejure.org/2005,3788)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 17. Februar 2005 - 26 U 56/04 (https://dejure.org/2005,3788)
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Anspruch eines Zahntechnikers auf Zahlung von Honorar für die Anfertigung von Zahnersatz; Abnahme der Werkleistung des Zahntechnikers durch den Zahnarzt; Definition der werkvertraglichen Abnahme; Voraussetzungen für eine stillschweigende Abnahme; Folgen einer ...
BGB § 640; BGB § 641
Gewährleistungsrecht - Rügen Sie Mängel beim Zahnersatz vor der endgültigen Eingliederung!
Gewährleistungsrecht - Mängel beim ZE vor der Eingliederung rügen!
Gewährleistung - Leistung vom Zahntechniker ist fehlerhaft - was können wir tun?
LG Wiesbaden, 04.08.2004 - 5 O 58/04
NJW-RR 2005, 701
Die erstmalige Zusendung einer Rechnung - selbst mit Angabe eines Zahlungsziels - wurde schon bisher im Verkehr üblicherweise nicht als Mahnung verstanden, ungeachtet dessen, dass das Bürgerliche Gesetzbuch im Gegensatz zum früheren Art. 288 Abs. 2 des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuchs keine entsprechende Vorschrift mehr enthält (vgl. nur OLG Düsseldorf OLG-Report 2002, 296, 297; OLG Frankfurt, Urteil vom 17. Februar 2005 - 26 U 56/04, juris Rn. 34, insoweit in NJW-RR 2005, 701 = MedR 2005, 604 nicht abgedruckt; LG Paderborn MDR 1983, 225;… Erman/Hager, aaO, § 286 Rn. 31;… MünchKomm/Ernst, aaO, § 286 Rn. 49;… abweichend Soergel/Wiedemann, aaO, § 284 Rn. 35; Fahl, JZ 1995, 341, 345; Pressmar, JA 1999, 593, 598 f.; Wilhelm, ZIP 1987, 1497, 1499 f.).
aa) Vor Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetz vom 26.11.2001 (BGBl. I 3138ff) wurde der Vertrag zwischen Zahntechniker und Zahnarzt über die Erstellung von Zahnersatz allgemein als Werkvertrag qualifiziert (vgl. BGH NJW 1975, 305, 306; OLG Düsseldorf, 22. Zivilsenat, Urteil vom 20.03.1992, 22 U 146/91, NJW-RR 1992, 1202, 1203; OLG Frankfurt, Urteil vom 17.02.2005, 26 U 56/04, NJW-RR 2005, 701).
Indem der Zahnarzt die Prothese endgültig einzementiert und damit bewirkt, dass sie nicht mehr entfernt werden konnte, ohne sie zu zerstören, bringt er regelmäßig zum Ausdruck, dass er sie als vertragsgemäß anerkannt hat (vgl. Senat, Urteil vom 13.12.2007, I-5 U 57/07, UA 7 n.v.; OLG Düsseldorf, 22. Zivilsenat, Urteil vom 20.03.1992, 22 U 146/92, NJW-RR 1992, 1202, 1203; OLG Frankfurt, Urteil vom 17.02.2005, 26 U 56/04, NJW-RR 2005, 701, 702).
Auch wenn der Bereich der Schnittstelle zwischen zahnmedizinischer Behandlung von Patienten durch die Beklagten einerseits und Dentallaborprodukten und -leistungen der Klägerin andererseits in Teilbereichen eine etwaige Sensibilität innehaben und es sich bei Dentallaborleistungen - anders als bei einem üblichen Werkvertrag - nicht um die Erbringung rein technischer bzw. mechanischer Handwerksleistungen handeln mag, handelt es sich bei dem Kooperationsvertrag vom 05.04.2001 um einen Werkvertrag (vgl. die Bezeichnung der Dentallaborleistungen der Klägerin als "Werk" gemäß Präambel des Kooperationsvertrages, vgl. auch OLG Koblenz, Urteil vom 05.05.1994, 5 U 1114/93, NJW-RR 1995, 567; OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 17.02.2005, 26 U 56/04, NJW-RR 2005, 701;… Palandt-Sprau, a.a.O., Einf v § 631, Rn 32 mwN), dessen Rechte und Pflichten sich in erster Linie aus seinen vorrangigen individualvertraglichen Regelungen und in zweiter Linie aus dem gesetzlichen Werkvertragsrecht (§§ 631 ff. BGB) ergeben.