Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=1013
Timestamp: 2019-02-20 05:57:50
Document Index: 241680932

Matched Legal Cases: ['§ 2878', '§ 2879', '§ 2883', '§ 2878', '§ 2879', '§ 2883']

weglichen sachen erfodert, von Pufendorf im anh.
zum 1ten th. der obs. s. 23.
Derjenige, welcher die belehnung binnen jar,man kau sich
verjären.
und tag suchen sollte; gleichwohl solches nicht tut,
versäumet sich daran. Von disem saget man: er
habe sich verjäret, Haltaus sp. 1864 unter dem
worte: sich verjären, verjären. Daher kömmt
es auch: daß bei dem näher-rechte ein jar, nach
den gemeinen teutschen, und longobardischen lehn-
rechten, gesezet sey, welches der abtreiber wahren
soll; widrigen falles wird der käufer, nach ablaufe
des jares von dessen ansprüchen befreiet. Wenn
eine erbschaft keinen herrn, noch erben hat, wird sie
in jar, und tag verjäret; imgleichen ein verlaufe-
nes vih, und die sachen, welche beim schiffbruche
ausgeworfen worden sind.
Nach den teutschen rechten mußte mir so wohlvon der ge-
wärsleistung.
der richter, welcher einem die sache gerichtlich über-
gab, als auch der verkäufer, und herr die gewähr
leisten. Denn wer mir etwas gibet, will haben,
daß ich herr davon seyn solle; mithin muß ich auch
dabei geschüzet werden; folglich kan er mir es nicht
wider nemen, noch nemen lassen.
Jn praxi wollen zwar vile sich bei der verjä-von dem ge-
richtsbrauche
der verjärung
rung zur erlangung einer dem dritten zuständig ge-
wesenen sache nach den kaiserlichen, und päpstlichen
rechten, dafern die sache privat-personen angehet,
richten, und sowohl den guten glauben, als auch ei-
nen rechtmässigen titel erfodern; allein dise zur hül-
fe angenommene rechte haben dennoch nicht aller
weglichen ſachen erfodert, von Pufendorf im anh.
zum 1ten th. der obſ. ſ. 23.
Derjenige, welcher die belehnung binnen jar,man kau ſich
verjaͤren.
und tag ſuchen ſollte; gleichwohl ſolches nicht tut,
verſaͤumet ſich daran. Von diſem ſaget man: er
habe ſich verjaͤret, Haltaus ſp. 1864 unter dem
worte: ſich verjaͤren, verjaͤren. Daher koͤmmt
es auch: daß bei dem naͤher-rechte ein jar, nach
den gemeinen teutſchen, und longobardiſchen lehn-
rechten, geſezet ſey, welches der abtreiber wahren
ſoll; widrigen falles wird der kaͤufer, nach ablaufe
des jares von deſſen anſpruͤchen befreiet. Wenn
eine erbſchaft keinen herrn, noch erben hat, wird ſie
in jar, und tag verjaͤret; imgleichen ein verlaufe-
nes vih, und die ſachen, welche beim ſchiffbruche
ausgeworfen worden ſind.
Nach den teutſchen rechten mußte mir ſo wohlvon der ge-
waͤrsleiſtung.
der richter, welcher einem die ſache gerichtlich uͤber-
gab, als auch der verkaͤufer, und herr die gewaͤhr
leiſten. Denn wer mir etwas gibet, will haben,
daß ich herr davon ſeyn ſolle; mithin muß ich auch
dabei geſchuͤzet werden; folglich kan er mir es nicht
wider nemen, noch nemen laſſen.
Jn praxi wollen zwar vile ſich bei der verjaͤ-von dem ge-
der verjaͤrung
rung zur erlangung einer dem dritten zuſtaͤndig ge-
weſenen ſache nach den kaiſerlichen, und paͤpſtlichen
rechten, dafern die ſache privat-perſonen angehet,
richten, und ſowohl den guten glauben, als auch ei-
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[989/1013] von den verjaͤrungen. weglichen ſachen erfodert, von Pufendorf im anh. zum 1ten th. der obſ. ſ. 23. § 2878 Derjenige, welcher die belehnung binnen jar, und tag ſuchen ſollte; gleichwohl ſolches nicht tut, verſaͤumet ſich daran. Von diſem ſaget man: er habe ſich verjaͤret, Haltaus ſp. 1864 unter dem worte: ſich verjaͤren, verjaͤren. Daher koͤmmt es auch: daß bei dem naͤher-rechte ein jar, nach den gemeinen teutſchen, und longobardiſchen lehn- rechten, geſezet ſey, welches der abtreiber wahren ſoll; widrigen falles wird der kaͤufer, nach ablaufe des jares von deſſen anſpruͤchen befreiet. Wenn eine erbſchaft keinen herrn, noch erben hat, wird ſie in jar, und tag verjaͤret; imgleichen ein verlaufe- nes vih, und die ſachen, welche beim ſchiffbruche ausgeworfen worden ſind. man kau ſich verjaͤren. § 2879 Nach den teutſchen rechten mußte mir ſo wohl der richter, welcher einem die ſache gerichtlich uͤber- gab, als auch der verkaͤufer, und herr die gewaͤhr leiſten. Denn wer mir etwas gibet, will haben, daß ich herr davon ſeyn ſolle; mithin muß ich auch dabei geſchuͤzet werden; folglich kan er mir es nicht wider nemen, noch nemen laſſen. von der ge- waͤrsleiſtung. § 2883 Jn praxi wollen zwar vile ſich bei der verjaͤ- rung zur erlangung einer dem dritten zuſtaͤndig ge- weſenen ſache nach den kaiſerlichen, und paͤpſtlichen rechten, dafern die ſache privat-perſonen angehet, richten, und ſowohl den guten glauben, als auch ei- nen rechtmaͤſſigen titel erfodern; allein diſe zur huͤl- fe angenommene rechte haben dennoch nicht aller orten von dem ge- richtsbrauche der verjaͤrung halber.
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 989. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1013>, abgerufen am 20.02.2019.