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Timestamp: 2020-08-13 03:21:39
Document Index: 344215932

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 267', 'Art. 273', 'Art. 287', 'Art. 2', 'Art. 132', 'Art. 213']

EuGH Urteil vom 09.07.2015 - C-144/14 | Haufe Finance Office Premium | Finance | Haufe
EuGH Urteil vom 09.07.2015 - C-144/14
Steuerbarkeit, Grundsatz der Rechtssicherheit, Vertrauensschutz, Vorhersehbarkeit der Steuerpflicht tierärztlicher Leistungen, Rumänien
1. Art. 273 Abs. 1 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem in der durch die Richtlinie 2009/162/EU des Rates vom 22. Dezember 2009 geänderten Fassung verpflichtet die Mitgliedstaaten nicht, einen Steuerpflichtigen allein auf der Grundlage von Steuererklärungen ‐ die sich nicht auf die Mehrwertsteuer beziehen, aber die Feststellung ermöglicht hätten, dass dieser Steuerpflichtige die Grenze für die Mehrwertsteuerbefreiung überschritten hat ‐ von Amts wegen im Hinblick auf die Erhebung der Mehrwertsteuer zu registrieren.
2. Die Grundsätze der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes verbieten es nicht, dass eine Steuerbehörde entscheidet, dass tierärztliche Leistungen unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens der Mehrwertsteuer unterliegen, wenn diese Entscheidung sich auf klare Regeln gründet und die Praxis dieser Behörde nicht geeignet war, in der Vorstellung eines umsichtigen und besonnenen Wirtschaftsteilnehmers vernünftige Erwartungen zu begründen, dass diese Steuer auf solche Leistungen nicht angewandt wird, was zu prüfen Sache des vorlegenden Gerichts ist.
EGRL 112/2006 Art. 273 Abs. 1
Cabinet Medical Veterinar Dr. Tomoiaga Andrei
Directia Generala Regionala a Finantelor Publice Cluj Napoca prin Administratia Judeteana a Finantelor Publice Maramures
Tribunal Maramures (Rumänien) (Beschluss vom 17.10.2013; ABl.EU 2014, Nr. C 212/13)
„Vorlage zur Vorabentscheidung ‐ Mehrwertsteuer ‐ Richtlinie 2006/112/EG ‐ Art. 273 und 287 ‐ Pflicht, einen Steuerpflichtigen von Amts wegen mehrwertsteuerlich zu registrieren ‐ Steuerbarkeit tierärztlicher Leistungen ‐ Grundsatz der Rechtssicherheit ‐ Grundsatz des Vertrauensschutzes“
In der Rechtssache C-144/14
betreffend ein Ersuchen um Vorabentscheidung nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom Tribunal Maramures (Rumänien) mit Entscheidung vom 17. Oktober 2013, beim Gerichtshof eingegangen am 26. März 2014, in dem Verfahren
Direcţia Generală Regională a Finanţelor Publice Cluj Napoca prin Administraţia Judeţeană a Finanţelor Publice Maramures
unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J. C. Bonichot (Berichterstatter) sowie der Richter J. L. da Cruz Vilaça und C. Lycourgos,
‐ des Cabinet Medical Veterinar Dr. Tomoiagă Andrei, vertreten durch Rechtsanwalt R. D. Apan,
‐ der rumänischen Regierung, vertreten durch R.-H. Radu, D. M. Bulancea und A. G. Vacaru als Bevollmächtigte,
‐ der griechischen Regierung, vertreten durch K. Nasopoulou und I. Kotsoni als Bevollmächtigte,
‐ der Europäischen Kommission, vertreten durch R. Lyal und L. Nicolae als Bevollmächtigte,
Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung der Grundsätze der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes sowie die Auslegung von Art. 273 und Art. 287 Nr. 18 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (ABl. L 347, S. 1) in der durch die Richtlinie 2009/162/EU des Rates vom 22. Dezember 2009 (ABl. 2010, L 10, S. 14) geänderten Fassung (im Folgenden: Richtlinie 2006/112).
Dieses Ersuchen ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen dem Cabinet Medical Veterinar Dr. Tomoiagă Andrei (Tierarztpraxis Dr. Andrei Tomoiagă, im Folgenden: Tierarztpraxis) und der Direcţia Generală Regională a Finanţelor Publice Cluj Napoca prin Administraţia Judeţeană a Finanţelor Publice Maramures (Regionale Generaldirektion für öffentliche Finanzen Cluj Napoca, vertreten durch die Kreisverwaltung für öffentliche Finanzen Maramureş, im Folgenden: Steuerbehörde) über die Zahlung von Mehrwertsteuer auf zwischen dem 1. Oktober 2007 und dem 31. Dezember 2010 erbrachte tierärztliche Behandlungen.
Art. 2 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2006/112 sieht vor:
Art. 132 Abs. 1 dieser Richtlinie bestimmt:
b) Krankenhausbehandlungen und ärztliche Heilbehandlungen sowie damit eng verbundene Umsätze, …
In Art. 213 Abs. 1 der Richtlinie heißt es:
„Jeder Steuerp...