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Timestamp: 2017-12-16 20:43:19
Document Index: 369113554

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 18', '§ 39', '§ 39', '§ 41', '§ 39', '§ 39', '§ 284', '§ 20', '§ 284']

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Aufenthaltsgenehmigung für Au pairs
20.12.2009 14:30 |
Sehr geehrte Damen und Herren, wir, ein älteres Ehepaar ohne kleine Kinder, möchten wieder ein Au pair aufnehmen. Wir benötigen keine billige Haushaltshilfe, aber jemanden, der sich während unserer kleinen und größeren Reisen um Haus und Tiere kümmert. Bisher hatten wir zwei junge Polinnen und eine Japanerin im Haus. Keine Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung. Nun melden sich auf unsere Suche immer mehr junge Damen aus z.B. Usbekistan, Ukraine, Armenien, die sich in ihren Gastfamilien nicht wohl fühlen und wechseln möchten. Das Problem ist jedoch das Visum, das für Au pairs ja auf die Familie ausgestellt ist. - Wir als kinderloses Ehepaar können nach unserem Wissen legal kein Au pair beschäftigen. - Gibt es eine Möglichkeit, eine junge Dame aus den oben genannten Ländern legal bei uns aufzunehmen? Wir haben auch gehört, dass es nun auch älteren, kinderlosen Paaren erlaubt sein soll, Au pairs aufzunehmen. Stimmt das? - Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Informationen.
20.12.2009 | 16:13
Au Pairs müssen vor der Einreise nach Deutschland bei der zuständigen Auslandsvertretung ein nationales Visum beantragen, § 6 Abs. 4 AufenthG, das ihnen die Aufnahme einer entsprechenden Tätigkeit erlaubt. Nationale Visa werden unter den selben Voraussetzungen erteilt wie Aufenthaltstitel. Bei einem Au Pair kommt die Erteilung eines nationalen Visums nach § 18 AufenthG in Betracht. Ein solches Visum darf jedoch nicht ohne die vorherige Beteiligung der Bundesargentur für Arbeit erteilt werden ( § 39 AufenthG). Stellt eine junge Dame aus den von Ihnen erwähnten Ländern also bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf ein Visum zur Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland, so wird die Auslandsvertretung den Visumantrag an die zuständige Ausländerbehörde weterleiten, die ihn dann wiederrum der zuständigen Argentur für Arbeit vorlegen wird. Die Argentur für Arbeit stimmt jedoch einem solchen Visumsantrag nach § 39 Abs. 2 AufenthG nur zu, wenn für die betreffende Tätigkeit keine deutschen Arbeitnehmer oder Arbeitnehmer aus anderen EU - Staaten, die nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU einen gegenüber Staatsangehörigen anderer Staaten privilegierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt haben, zur Verfügung stehen. Für eine junge Frau aus den ehemaligen GUS-Staaten wird es aus den dargelegten Gründen deshalb schwierig werden, ein Visum zum Zwecke der Beschäftigung als Au-Pair zu erhalten.
Personen, die Unionsbürger sind, benötigen für die Einreise und Arbeitsaufnahme in Deutschland kein Visum.Das Gleiche gilt für Staatangehörige von Island, Lichtentein und Norwegen.
Ferner können gemäß § 41 AufenthVO Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Neuseeland und den USA visumsfrei nach Deutschland einreisen im Inland einen Aufenthaltstitel beantragen, der auch zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit berechtigt.
Sie sollten also ein Au Pair aus einem anderen EU-Staat oder den oben genannten Ländern beschäftigen, da anderenfalls im Visusverfahren Probleme zu erwarten sind.
Selbt bei Staatsangehörige der neuen EU-Mitgliedsstatte, wie etwa Bulgarien, Slowakei, Tschechien, Ungarn usw.) kann die Argentur für Arbeit eine Arbeitserlaubnis nur unter erschwerten Bedingungen erteile (siehe § 39 Abs. 6 AufenthG). Dennoch sind auch Staatsangehörige dieser Länder gegenüber Personen aus Drittstaaten, die zur Aufnahme einer Beschäftigung in das Bundesgebiet einreisen wollen, nocht bevorzgt zu behandeln.
Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierng gegeben zu haben. Sie könne mich gerne über die kostenlose Nachfrageoption kontaktieren.
Ergänzung vom Anwalt 20.12.2009 | 18:46
Ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, dass Staatsangehörige der neuen EU - Mitgliedsstaaten (welche das im Einzelnen sind, entnehmen Sie bitte § 39 Abs. 6 AufenthG) nach § 284 SGB III, § 20 Beschäftigungsverordnung unter den dort genannten Vorausetzungen (noch nicht 25 Jahre alt, Grundkenntnisse der deutschen Sprache vorhanden) zur Aufnahme einer Beschäftigung als Au Pair von der Bundesargentur für Arbeit zuglassen werden können, wenn keine arbeitsmarktlichen Bedenken bestehen.
Grunsätzlich besteht diese Möglichkeit auch für Personen aus den von Ihnen genannten Ländern (Usbekistan, Ukraine, Armenien). Die von der Bundesargentur für Arbeit nach §§ 284 Abs. 3, 4 SGB III, 39 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG durchzuführende "Vorrangprüfung" (Fehlen geeigneter Bewerber aus Deutschland, aus dem EU-Ausland, aus den neuen EU-Staaten) wird hier jedoch häufig zu einem negativen Ergebnis führen.
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