Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-83709-7_6
Timestamp: 2019-08-18 15:15:29
Document Index: 53470528

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 2', 'BGH', '§ 117', 'Art. 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Persönlichkeit, Persönlichkeitssphäre, Persönlichkeitsrecht | Springer for Research & Development
Persönlichkeit, Familie, Eigentum pp 73-104 | Cite as
Persönlichkeit, Persönlichkeitssphäre, Persönlichkeitsrecht
Die Ausbildung der menschlichen Persönlichkeit und ihrer Sphäre ist das Produkt eines kontinuierlichen — teils neurophysiologischen, teils psychonoologischen - Differenzierungsprozesses. Die Anerkennung eines besonderen Persönlichkeits- rechts ist die letzte Konsequenz einer zunehmenden Entfremdung einesteils zwischen den Individuen untereinander, andernteils zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Beides soll im folgenden dargestellt werden.
Vgl. etwa den ältesten Schöpfungsmythos des hinduistischen Rig-Veda, den pelasgischen und den olympischen Schöpfungsmythos, die Theogonie (116, 123) Hesiods, die Darstellung der Genesis in der christlichen Bibel (1. Buch Mose), die Schöpfungsgeschichte der skandinavischen Mythologie usf. Diesen Erklärungen entspricht, daß auch der einzelne Mensch sich aus einem ”Chaos der Empfindungen” auftauchen sieht (vgl. K. Bühler, Die geistige Entwicklung des Kindes, 5. Aufl., 1928, S. 98).Google Scholar
Seneca, Epistulae 107, 11. N_ch in unserem Jahrhundert hat O. Spengler diese Formel zum Motto seines berühmten Buches gewählt (Der Untergang des Abendlandes, 1922, Bd. 2, S. 635).Google Scholar
Platon, Politeia, 509Google Scholar
R. v. Jhering, Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung, Bd. II 1 (5. Aufl., 1894), §§ 30ff. Vgl. auch J. Burckhardt, Griechische Kulturgeschichte (4. Aufl., 1908), Bd. 1, S. 235f.: ”Der Mensch unserer Rasse, sobald er aus der Barberei auftaucht, verlangt neben dem Staatswesen und der Öffentlichkeit noch ein besonderes Dasein, ein ungestörtes Heim und einen unabhängigen Kreis von Gedanken und Gefühlen.”Google Scholar
D. 1, 1, 1, 2.Google Scholar
R. H. Lotze, Microcosmos (6. Aufl., 1923), Bd. 3, S. 409.Google Scholar
F. K. v. Savigny, Vom Beruf unserer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (2. Aufl., 1928), S. 16, 48ff.Google Scholar
BT-Drs. III Nr. 1237 vom 18. 8. 1959Google Scholar
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R. Linton, Gesellschaft, Kultur und Individuum. Interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Grundbegriffe, 1974, S. 80 (amerikanische Originalausgabe: The Cultural Background of Personality, 1945)Google Scholar
Vgl. dazu immerhin L. Kruse, Privatheit als Problem und Gegenstand der Psychologie, 1980, S. 70ff. (im Anschluß an G. Simmel), sowie ihren Beitrag zu dieser Arbeitsgemeinschaft (oben S. 60ff.).Google Scholar
Vgl. H.-J. Klimkeit, Orientalische Alternativen zur abendländischen Personauffassung, in: A. Schawan/B. Weite (Hrsg.), Person und Verantwortung. Zur Bedeutung und Begründung von Personalität, 1980, S. 169ff.Google Scholar
Vgl. dazu noch §§ 32-37 RStGB a. F.Google Scholar
Ob und inwieweit die Normensysteme sozialer Kleingruppen Rechtscharakter besitzen, richtet sich — gemäß den unklaren Abgrenzungskriterien der Praxis — nach den Umständen des Einzelfalles, insbesondere nach der Interessenlage der Beteiligten (vgl. BGHZ 21/102, 107).Google Scholar
Dagegen erscheint mir ausgeschlossen, daß der Staat außer den Grenzen auch den Inhalt der Privatsphäre bestimmt. Diese Bestimmung bleibt vielmehr dem Einzelnen als autonomem Subjekt vorbehalten.Google Scholar
BGHZ 13/334Google Scholar
BGHZ 24/72, 76; 27/284, 285.Google Scholar
Vgl. A. Podlech, Alternativ-Kommentar zum Grundgesetz, 1984, Rz. 20 zu Art. 2: ”informations-orientierte Teilsequenz”.Google Scholar
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G. W. F. Hegel, Rechtsphilosophie, § 117.Google Scholar
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BVerfGE 54/148, 155Google Scholar
BVerfGE a. a. O.Google Scholar
BVerfGE 54/148, 153Google Scholar
Vgl. BVerfGE 6/32, 36: ”Kernbereich, der das Wesen des Menschen als geistig-sittliche Person ausmacht”. Vgl. auch Art. 19 II GGGoogle Scholar
Vgl. BVerfGE 34/269, 281: ”Bereich, in dem er allein zu bleiben, seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen und von Eingriffen jeder Art nicht behelligt zu werden wünscht”.Google Scholar
BGH in NJW 1983/328Google Scholar
Vgl. BVerfGE 6/32Google Scholar
BVerfGE 65/196, 210Google Scholar
BVerfGE 54/143, 146Google Scholar
Vgl. BGH in JZ 1979/811: Anerkennung des Verfolgungsschicksals als Jude.Google Scholar
Vgl. U. Scheuner, Die Religionsfreiheit im Grundgesetz, in DÖV 1967/585, 589.Google Scholar
B. de Spinoza, Theologisch-politischer Traktat, Kap. 16.Google Scholar
BVerfGE 6/32, 41: ”unantastbarer Bereich menschlicher Freiheit, der der Einwirkung der gesamten öffentlichen Gewalt entzogen ist”.Google Scholar
BVerfGE 4/7, 15. Zur Entwicklung ”from Status to Contract” vgl. H. S. Maine, Ancient Law: Its Connection with the Early History of Ideas, and Its Relation to Modern Ideas (3rd American ed., 1879, p. 165).Google Scholar
”Sphärentheorie”, vgl. etwa BGHZ 13/334, 338; BVerfGE 27/1; grundlegend H. Hubmann, Persönlichkeitsrecht (2. Aufl., 1967), S. 268ff.Google Scholar
BGH Ufita 52 (1957) 208.Google Scholar
Von dieser Unterscheidung gehen BVerfGE 6/32, 41 und 34/238 aus.Google Scholar
Die auch hier notwendige Abgrenzung der Persönlichkeitssphäre wird innerhalb von Großgesellschaften durch Sozialnormen geleistet, die freilich mangels rechtlicher Stützung nur eine vage Geltungskraft und zumeist nur einen vagen Geltungsinhalt besitzen.Google Scholar
Lampe EJ. (1987) Persönlichkeit, Persönlichkeitssphäre, Persönlichkeitsrecht. In: Lampe EJ. (eds) Persönlichkeit, Familie, Eigentum. Jahrbuch für Rechtssoziologie und Rechtstheorie, vol 12. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-83709-7_6