Source: https://issuu.com/vsstoebund/docs/sozialbroschu__re_2014_druck
Timestamp: 2017-07-22 13:10:43
Document Index: 180039803

Matched Legal Cases: ['§8', '§9', '§140', '§ 22', '§8', '§11']

VSStÖ - Sozialbroschüre 2014 by VSStÖ Bund - issuu
DieSozial
Broschüre„Unsere Verpflichtung gegenüber sozialen
Veränderungen ist unwiderruflich.“
- Camila VallejoVerband Sozialistischer Student_innen
W W W . V S S T O E . ATVImpressum:
Verband Sozialistischer Student_innen Ă&#x2013;sterreichs
ZVR: 687701153
Redaktion: Jessica MĂźller, Susanne Reither
Layout & Satz: Jakob Zerbes, Tatjana Gabrielli[ inhalt ]Allgemeine Unterstützungen
- Familienbeihilfe S. 8
- Studienbeihilfe S. 17
Studiengebühren S. 29
- Selbsterhalter_innenstipendium S. 33
- Studienabschlussstipendium S. 36
- Leistungs- und Förderungsstipendien S. 37
- Beihilfe für ein Auslandssemester/-jahr S. 39
- Mobilitätsstipendium S. 40
- Waisenpension S. 42
- Fahrtkostenzuschuss S. 44
- GIS Befreiung S. 45
Unterhalt S. 47
Barrierefrei Studieren S. 52
Studieren mit Kind S. 55
- Kinderbetreuungsgeld S. 56
- Wochengeld S. 57
- Studienbeihilfe für Studierende mit Kindern S. 58
- sonstige Unterstützungsleistungen S. 59
Studieren und Wohnen S. 62
- Mietrecht S. 63
- Förderungen im Wohnbereich S. 70
- Studierendenheime S. 71
Studieren und Arbeiten S. 74
- Arbeitsverhältnisse S. 74
- Arbeitslosigkeit S. 79
- Kranken- und Sozialversicherung S. 79
Studieren in Ö S. 85
Kontakte S. 90
3Liebe Kollegin, lieber Kollege!Jessica Müller
des VSStÖEin Studium bringt viele finanzielle
Hürden mit sich: Student_innen müssen sich neben einem Wohnplatz, Lernmaterialien und vor allem die Zeit zum
Studieren und immer wieder auch Studiengebühren leisten können. Und das
ist oft nicht so einfach. Warst du schon
in der Versuchung, deine Kontoauszüge oder Rechnungen lieber ungelesen
wegzuwerfen, um der Konfrontation mit
der finanziellen Lage aus dem Weg zu
gehen?Studieren macht arm
Wenn du solche oder ähnliche Situationen
kennst, dann bist du damit keinesfalls alleine. Und was in Erzählungen manchmal lustig
klingt, ist alles andere als heiter. Denn auch,
wenn es auf den ersten Blick oft nicht sichtbar ist: Tatsächlich leben viele Studierende am
Existenzminimum und sind armutsgefährdet –
die Studierendensozialerhebung berichtet mit
jeder Neuauflage noch dramatischere Zahlen.
Nur wenige Studierende können es sich leisten,
während des Studiums nicht zu arbeiten. Die
überwiegende Mehrheit aller Student_innen arbeitet, weil es für das Aufbringen ihres Lebensunterhaltes unbedingt notwendig ist – denn
der finanzielle Aufwand, der durch ein Studium
entsteht, wird durch die durchschnittlichen
staatlichen Transferleistungen nicht gedeckt.
Studierende geraten so in einen Teufelskreis.
Durch unzureichende staatliche Unterstützung
wird das Einkommen durch Erwerbstätigkeit4unverzichtbar, es wird mehr Zeit in die Arbeit
als in das Studium gesteckt. Die negativen
Auswirkungen auf den Studienerfolg führen zu
einem kompletten Verlust der Beihilfen und
Studierende müssen noch mehr arbeiten.
Effektiv verlieren wir als Studierende doppelt:
Einerseits werden die Einkommensgrenzen der
Eltern nicht regelmäßig nach oben revidiert,
was dazu führt, dass bei normaler Lohnentwicklung Jahr für Jahr weniger Beihilfe ausbezahlt wird. Und diese Beihilfe ist aufgrund
der steigenden Preise auch noch Jahr für Jahr
Auch die politischen Maßnahmen sind unzureichend. Die Stipendien wurden in der letzten Gesetzesnovelle nur geringfügig erhöht,
eine allgemeine Valorisierung der Studien- und
Familienbeihilfe mit der Preissteigerungsrate
bleibt nach wie vor aus, die Preise für Wohnen,
Energie und Grundnahrungsmittel schnellen in
ungeahnte Höhen – gleichzeitig wurden die
Mittel für Leistungsstipendien im vollen Vertrauen an neoliberale Anreizprinzipien massiv
erhöht. Es darf nicht sein, dass Studierende
aufgrund des finanziellen Backgrounds ungleich behandelt werden. Auch das Thema Bildung entzieht sich nicht der Frage der Verteilung, deshalb wollen wir durch Umverteilung
gleiche Voraussetzungen für alle schaffen.[ vorwort ]Dazu kommt das brutale Sparpaket 2011:
Die Bezugsdauer der Familienbeihilfe wurde um zwei Jahre gekürzt, der Zuschuss
zur studentischen Selbstversicherung gestrichen und die zentralen Förderungen für
Studi-Heime wurden eingestellt.Your Rights
Umso wichtiger ist es, in dieser Situation
über deine Ansprüche Bescheid zu wissen. Mit dieser Broschüre wollen wir dir
deshalb einen Überblick über Beihilfen,
Zuverdienstgrenzen und diverse Zuschüsse
geben. Auch wollen wir für Studierende
mit Kind/ern, Studierende mit Beeinträchtigung und Studierende, die nicht die österreichische
Staatsbürger_innenschaft
besitzen auf besondere Unterstützungsmöglichkeiten hinweisen.
Darüber hinaus haben wir auch in kompakter Form aktuelle Regelungen des Arbeits- sowie des Wohnrechtes in diese Broschüre aufgenommen um dich in deinemAlltag zu unterstützen. Alle Inhalte wurden dabei im Jänner 2014 auf den neuesten Stand gebracht.Service und Politik
Wir wissen natürlich, dass Service Probleme nur lindern kann und dass wirkliche
Problemlösungen nur auf politischer Ebene angegangen werden können. Wir hoffen, dass euch diese Broschüre Antworten
auf die brennendsten Fragen gibt und dir
im Paragraphen-dschungel sowie im Kampf
um das tägliche Studierendenbrot hilft.
Falls trotzdem Unklarheiten entstehen.
wende dich einfach jederzeit an uns!Susanne Reither
des VSStÖWir wünschen dir ein erfolgreiches, spannendes und hoffentlich weitgehend problemloses Studium.
Lass dich nicht unterkriegen!RVvsstöinfoVSStÖ-Beratungstelefon:
+43 (0) 681 10 11 42 04
Die jeweils aktuellen Beratungszeiten findest du unter www.vsstoe.atSozialberatung per e-Mail:
sozial@vsstoe.atPersönliche Beratung:
(bitte telefonisch Termin vereinbaren)56[ allgemeine unterstützung ]Allgemeine Unterstützung
Im folgenden findest du einen Überblick über
die wesentlichsten staatlichen Unterstützungen,
die Familienbeihilfe und die Studienbeihilfe.
Die Familienbeihilfe wird deinen Eltern gewährt,
wenn du bestimmte Altersgrenzen nicht überschreitest und einen bestimmten Studienerfolg
Diese Beihilfe wird dir gänzlich ohne Prüfung der
sozialen Situation gewährt, das heißt sie ist ganz
unabhängig davon, was deine Eltern verdienen,
gleichzeitig darfst du aber nicht mehr als 10.000
€ im Kalenderjahr verdienen.
Darüber hinaus kannst du Studienbeihilfe beziehen – diese erhältst du allerdings nur, wenn du
„sozial bedürftig“ bist (oder zumindest das, was
der Staat darunter versteht).Seit dem Sommersemester 2013 werden wieder
teilweise Studiengebühren an den Universitäten
eingehoben. Ausländische Studierende müssen die doppelten Studiengebühren zahlen. Der
VSStÖ wird weiterhin für eine Abschaffung der
Studiengebühren, vor allem gegen die diskriminierende Regelung gegenüber ausländischen Studierenden kämpfen. Denn es gibt keine reichen
Studierenden, höchstens reiche Eltern.
Die wichtigsten Infos dazu findest du im Folgenden. Wir hoffen, dir mit den nächsten Seiten einen Überblick über die grundsätzlichen
Förderungsmöglichkeiten in Österreich geben zu
können – insbesondere als Studienanfänger_in
solltest du dich mit den Regelungen vertraut
machen! Förderungen für bestimmte Sonderfälle
findest du im nächsten Kapitel. Für komplizierte
Fälle und bei allgemeinen Fragen kannst du dich
natürlich jederzeit an uns wenden!Außerdem musst du eine vorgesehene Studienzeit
einhalten und musst bestimmte Leistungsnachweise erbringen. Grundsätzlich ist dieses System
sehr löchrig – aus diesem Grund hat der VSStÖ
ein Modell zur sozialen Absicherung aller Studierenden erarbeitet (mehr Infos unter www.vsstoe.
at). Kurzfristig machbar muss jedenfalls sein,
Lücken im Beihilfensystem zu schließen und die
drei größten Problembereiche zu beheben, nämlich die Anhebung der Altersgrenzen und Toleranzsemester für den Beihilfenbezug sowie die
Anhebung der Förderungen auf das Existenzminimum.
Nähere Infos unter: www.vsstoe.at.7Familienbeihilfe
Die Familienbeihilfe ist neben der Studienbeihilfe eine von zwei allgemeinen Unterstützungen. Sie
ist allerdings nicht von der sozialen Lage abhängig, sondern wird an alle verteilt; prinzipiell anspruchsberechtigt sind die Eltern Studierender. Die Familienbeihilfe soll es den Eltern erleichtern, der
Unterhaltspflicht für ihre Kinder nachzukommen. Der Anspruch besteht unabhängig davon, wie viel
die Eltern verdienen.Wer hat Anspruch?»» eine erhebliche Beeinträchtigung vorliegt.Anspruch auf die österreichische Familienbeihilfe
haben grundsätzlich Eltern, die:»» Wer vor Studienbeginn ein „Freiwilliges soziales Jahr“ im Inland absolviert hat, erhält
statt bis zum 24. bis zum 25. Geburtstag Familienbeihilfe.»» österreichische Staatsbürger_innen sind und
die einen Wohnsitz oder ihren ständigen Aufenthalt im Inland haben,
»» sowie ausländische Staatsbürger_innen, die
sich nach §8 und §9 des Niederlassungs- und
Aufenthaltsgesetzes (NAG) rechtmäßig in Österreich aufhalten
»» für ihre minderjährigen Kinder (d.h. bis zum
18. Lebensjahr) und für ihre volljährigen
Kinder, wenn sich diese in Berufsausbildung
(dies ist meist für Studierende relevant) befinden, grundsätzlich bis zum vollendeten
24. Lebensjahr. In bestimmten Fällen kann
für die Kinder auch bis zum vollendeten 25.
Lebensjahr Familienbeihilfe bezogen werden,
nämlich wenn:
»» Präsenz- oder Zivildienst (bei Männern) bzw.
ein Ausbildungsdienst beim Österreichischen
Bundesheer (bei Frauen) geleistet wurde;
»» dieses vor Vollendung des 24. Lebensjahres
ein Kind geboren hat oder am Tag der Vollendung des 24. Lebensjahres schwanger ist;8»» Wer spätestens in dem Kalenderjahr, in das
der 19. Geburtstag fällt, ein Studium beginnt,
das 10 oder mehr Semester Regelstudienzeit
hat, bekommt bei Einhaltung aller anderen
Voraussetzungen die Familienbeihilfe bis zum
25. Geburtstag statt bis zum 24. Geburtstag.
Das gilt freilich nur, wenn sich das Kind auch noch
in Berufsausbildung befindet, und die für die Berufsausbildung maßgeblichen Bestimmungen und
Leistungsnachweise eingehalten wurden (siehe
dazu: Nachweise und Anspruchsdauer).
Darüber hinaus haben auch Konventionsflüchtlinge Anspruch auf Familienbeihilfe. Verheiratete
Studierende haben nur dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn die Eltern noch unterhaltspflichtig sind (z.B. weil der_die Ehepartner_in
sich selbst noch in Ausbildung befindet). Wer
bereits eine ausländische Beihilfe gleicher Art
bezieht, hat keinen Anspruch auf die österreichische Familienbeihilfe, erhält jedoch eine Ausgleichszahlung, falls die österreichische Familienbeihilfe höher wäre als die ausländische.[ familienbeihilfe ]Wo wird die Familienbeihilfe
Im Allgemeinen geht der Familienbeihilfenbezug nach der Schule nahtlos weiter.
Wenn allerdings eine Pause eingetreten ist
(z.B. durch Berufstätigkeit), ist ein Antrag
beim Wohnsitzfinanzamt deiner Eltern zu
»» ausgefülltes Formular „Antrag auf Gewährung der Familienbeihilfe“
»» eine Kopie des Meldezettels
»» eine aktuelle Fortsetzungsbestätigung
»» das letzte Studienbuchblatt
»» (gegebenenfalls) Antrag auf erhöhte
Familienbeihilfebeihilfe/Seiten/Direktauszahlung.aspx).
Aufgrund unterhaltsrechtlicher Bestimmungen, sind die Eltern auch bei einer
Direktauszahlung weiterhin anspruchsberechtigt.
Gemeinsam mit der Familienbeihilfe wird
automatisch der Kinderabsetzbetrag ausbezahlt. Dieser beträgt 58,40 € pro Monat.
Der Kinderabsetzbetrag steht laut derzeitiger Gesetzeslage den Eltern für ihre studierenden Kinder zu.
Der VSSTÖ setzt sich für eine wirkliche direkte Auszahlung der Familienbeihilfe an
alle volljährigen Kinder ein, auch ohne
Unterschrift der Eltern. Nur so können
Studierende finanziell unabhängig sein.An wen wird die Familienbeihilfe überwiesen?
Die Familienbeihilfe erhält grundsätzlich
jener Elternteil, der die überwiegenden
Unterhaltskosten trägt. Als Student_in
kannst du dir die Familienbeihilfe direkt aufs Konto ausbezahlen lassen.
Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung der Eltern bwz. Anspruchsberechtigten und ein Antrag beim Finanzamt.
Du kannst das Formular zur Direktauszahlung der Familienbeihilfe einfach
ausfüllen, von deinen Eltern unterschreiben lassen und beim Wohnsitzfinanzamt
abgeben (https://www.bmwfj.gv.at/Familie/FinanzielleUnterstuetzungen/familien-9Höhe der Familienbeihilfe
Die Höhe der Familienbeihilfe ist von der
Anzahl der Kinder (Geschwister) und vom Alter
»» 1.-3. Lebensjahr: 105,40 €/Monat
»» 3.-10. Lebensjahr: 112,70 €/Monat
»» 10.-19. Lebensjahr: 130,90 €/Monat
»» ab dem 19. Lebensjahr bis zum 24./25. Lebensjahr, wenn sich das Kind in Ausbildung
befindet: 152,70 €/Monat
»» Zuschlag für ein erheblich beeinträchtigtes
Kind: 138,30 €/Monat
»» Zuschlag 2. Kind: 12,80 €/Monat
»» Zuschlag 3. Kind: 47,80 €/Monat
»» Zuschlag 4. Kind: 97,80 €/Monat.
»» Zuschlag jedes weitere Kind: 50,00 €/Monat
»» Kinderabsetzbetrag (wird automatisch mit der
Familienbeihilfe ausgezahlt): 58,40 €/Monat
»» Mehrkindzuschlag (ab dem 3. Kind): 20 €/
Monat. Dies gilt allerdings nur, sofern das zu
versteuernde jährliche Familieneinkommen im
vorangegangenen Jahr 55.000 € nicht überschritten hat: Hier ist die Familienbeihilfe
ausnahmsweise vom Einkommen der Eltern
abhängig. Der Mehrkindzuschlag wird auch
nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss
im Rahmen der Erklärung zur Arbeitnehmer_
innenveranlagung („Jahresausgleich“) beantragt werden.10Altersgrenze und
Wenn du dich in einer Ausbildung befindest, können deine Eltern (oder du selbst) höchstens bis
zu deinem 24. Geburtstag die Familienbeihilfe
beziehen. Das heißt, mit dem Monat, in das dein
24. Geburtstag fällt, endet auch der Anspruch
auf Familienbeihilfe. In den bestimmten weiter
oben angeführten Fällen (Präsenz/Zivildienst/
Freiwilliges soziales Jahr abgeleistet, Kind oder
Schwangerschaft, 50%ige Beeinträchtigung, Studium mit 10 oder mehr Semestern) wird die Familienbeihilfe bis zum 25. Geburtstag ausbezahlt.
Über den 25. Geburtstag hinaus wird die Familienbeihilfe bei jenen Studierenden mit Beeinträchtigung ausbezahlt, die dauernd erwerbsunfähig sind.
In der Praxis ergibt sich jedoch ein anderes
Bild: Der Anspruch auf Familienbeihilfe endet
oft schon vor Erreichen der Altersgrenze, da zusätzlich die Mindeststudienzeit pro Studium bzw.
Studienabschnitt um nicht mehr als zwei bzw.
ein Semester überschritten werden darf, und eine
bestimmte Leistung nachgewiesen werden muss
(siehe nächster Abschnitt).Leistungsnachweis
Nach den ersten zwei Semestern (bei erstmaliger
Zulassung im Sommersemester nach drei Semestern) wird die Studienleistung vom Finanzamt
geprüft. Dazu ist die Vorlage von positiven Lehrveranstaltungszeugnissen im Ausmaß von 16
ECTS oder acht Semesterwochenstunden (bei Zulassung im Sommersemester 24 ECTS oder zwölf
Semesterwochenstunden) notwendig.[ familienbeihilfe ]Gezählt werden nur Pflichtveranstaltungen
oder Wahlfächer, nicht aber Ergänzungsprüfungen (wie zum Beispiel das „Kleine
Latinum“). Eine Teildiplomprüfung oder
ein Teilrigorosum zählt wie 16 ECTS/acht
Wochenstunden.spruchsdauer. Werden die erforderlichen
positiven Nachweise nicht erbracht, ruht
die Familienbeihilfe ab Oktober. Der Anspruch kann wieder erworben werden, indem du erneut die geforderten Leistungsnachweise erbringst.Du kannst alle Prüfungen, die bis zum
31. Oktober abgelegt wurden, einreichen. Wenn diese Leistungen erbracht
wurden, läuft die Familienbeihilfe für
die Mindeststudiendauer des Studienabschnittes und ein Toleranzsemester
weiter (bei Bachelorstudien für die
restliche Mindeststudienzeit plus zwei
Toleranzsemester, bei
für die restliche Mindeststudienzeit
plus ein Toleranzsemester), gerechnet
ab der Aufnahme des Studiums.In den folgenden Semestern ist kein weiterer regelmäßiger Leistungsnachweis
erforderlich. Es kann aber sein, dass das
Finanzamt stichprobenweise einen Leistungsnachweis verlangt. Auf Anfrage
müssen also in jedem Fall eine Fortsetzungsbestätigung und ein Sammelzeugnis
eingereicht werden. Das Sammelzeugnis
muss bestätigen, dass „das Studium ernsthaft und zielstrebig“ betrieben wird.Der Nachweiszeitraum kann aus denselben
Gründen verlängert werden wie die An-vsstöinfoWer sich in Berufsausbildung befindet, hat zumeist Finanzen und Leben alleine und selbstständig zu verwalten.
Oftmals ist es aber der Fall, dass Eltern die Familienbeihilfe nicht an ihre Kinder weitergeben. Der VSStÖ hat daher mehrere Modelle entwickelt, die die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden von ihren Eltern zu garantierten.
Zwei wesentliche Punkte sind eine wirkliche Direktauszahlung der Familienbeihilfe, auch ohne Unterschrift der Eltern, sowie leichtere Durchsetzbarkeit
bei Unterhaltsstreitigkeiten.
Weitere Infos findest du unter www.vsstoe.at.11Anspruchsdauer
Die Anspruchsdauer an den Universitäten beträgt
die vorgesehene Mindeststudienzeit plus ein Toleranzsemester pro Studienabschnitt bzw. zwei
Toleranzsemester für Studien ohne Abschnitte
(sofern die Mindeststudienzeit mehr als sechs Semester beträgt; sonst nur ein Toleranzsemester).
Die Abschnitte werden getrennt betrachtet. Wenn
du deinen Abschnitt in Mindeststudiendauer abgeschlossen hast, kannst du das Toleranzsemester aus diesem Abschnitt in einem weiteren Studienabschnitt verwenden. Wenn du jedoch nicht
innerhalb der Zeit abschließen kannst, wird die
Auszahlung der Familienbeihilfe eingestellt und
beginnt erst mit dem Monat wieder, in dem der
Abschnitt beendet ist.
ACHTUNG Es erfolgt keine Zählung in Semestern
(wie bei der Studienbeihilfe), sondern in Monaten. Darüber hinaus gilt nicht unbedingt die gleiche Anspruchsdauer wie bei der Studienbeihilfe.
Die vorgesehene Anspruchsdauer verlängert sich
je um ein Semester durch:
»» ein unvorhergesehenes oder unabwendbares
Ereignis (z.B. schwere Krankheit) von mindestens drei Monaten;
»» ein Auslandsstudium von mindestens dreimonatiger Dauer;
um eine jeweils vom zugrunde liegenden Verlängerungsgrund abhängige Zeit durch:12»» individuell nachweisbare Studienverzögerungen;
»» Geburt und Pflege eines Kindes;
»» ehrenamtliche Tätigkeit als Studierendenvertreter_in
Studierende können auch individuell nachweisen,
dass Studienverzögerungen auf einem unabwendbaren und unvorhergesehenen Ereignis im Studien- und Prüfungsbetrieb beruhen, um in den Genuss eines weiteren Zusatzsemesters zu kommen.
Dafür notwendig sind Bestätigungen der
Uni, die auf einem Formular, das auf den Finanzämtern aufliegt, zu erbringen sind.
Auch durch Geburt und Pflege eines Kindes wird
die Anspruchsdauer verlängert, es können sowohl
von der Mutter oder auch vom Vater Toleranzsemester bis zum vollendeten 2. Lebensjahr des Kindes
Wenn du ehrenamtlich Vertretungsarbeit für
Studierende wahrnimmst (z.B. als Mitarbeiter_in der ÖH, Erstsemestrigentutor_in oder
Heimvertreter_in) erwächst dir daraus ebenso ein von der Tätigkeit abhängiger Verlängerungsgrund für den Bezug der Familienbeihilfe.
DENNOCH Die Altersgrenze ist absolut. Ist sie
erreicht, endet der Bezug der Familienbeihilfe.Studienwechsel
Damit es zu keinem Anspruchsverlust kommt, darf
das Studium nur zweimal und nur jeweils nach
höchstens zwei Semestern gewechselt werden.[ familienbeihilfe ]Der Leistungsnachweis muss jedenfalls erbracht
werden. Bei einem zulässigen Wechsel beginnt
die Anspruchsdauer in der Regel von neuem zu
laufen. Wenn du nach einem Semester wechselst,
kannst du den Leistungsnachweis aus beiden Studienrichtungen erbringen. Bei mehreren gleichzeitigen Studien ist dem Finanzamt anzugeben,
welches Studium für den Familienbeihilfenbezug
»» Studienwechsel, die durch ein unabwendbares
Ereignis ohne Verschulden des_der Studierenden herbeigeführt wurden;Verdienstgrenze
Pro Kalenderjahr darfst du neben dem Bezug der
Familienbeihilfe 10.000 € zu versteuerndes Einkommen dazuverdienen.
Wird der Betrag von 10.000 Euro überschritten,
ist seit dem Kalenderjahr 2014 jener Betrag zurückzubezahlen, um den der Gesamtbetrag überschritten wurde, d.h. jeder Euro der über 10.000
Euro verdient wurde. Der VSStÖ hat diese erhebliche Verbesserung für Studierende erreicht.
Zuvor mussten Studierende, die über die 10.000
Euro verdienten, die gesamte Familienbeihilfe
zurückzahlen.»» ein Umstieg auf einen neuen Studienplan;
»» ein Wechsel des Studienorts, wenn die gleiche Studienrichtung studiert wird (Achtung:
Alle Prüfungsleistungen müssen anrechenbar
sein!);
»» ein Wechsel bei dem die gesamte Vorstudiendauer im neuen Studium angerechnet wird.
Wird das Studium ein drittes Mal gewechselt, besteht kein Anspruch mehr auf Familienbeihilfe.
Wird das Studium erst nach dem dritten Semester
gewechselt, besteht erst wieder Anspruch, wenn
du im neuen Studium dieselbe Anzahl an Semestern absolviert hast. Diese „Wartefrist“ kann
sich durch angerechnete Prüfungsleistungen aus
dem vorher belegten Studium verkürzen.13Wann muss die Familienbeihilfe zurückgezahlt werden?wegen Verwaltungsübertretung oder Arrest
bis zu zwei Wochen verhängt werden.1. Fehlender LeistungsnachweisAnspruchsverjährungGrundsätzlich ist die Familienbeihilfe bei
mangelnder Leistung (im Gegensatz zur
Studienbeihilfe) nicht zurückzuzahlen.
Eine Rückzahlung droht nur dann, wenn
offensichtlich ist, dass das Studium überhaupt nicht betrieben wurde, also wenn in
einem Semester überhaupt keine Prüfung
abgelegt wurde. In diesem Fall kann das
zuständige Finanzamt die bereits geleisteten Zahlungen zurückfordern (Was es
aber nicht tun muss).Das Recht auf Auszahlung von Familienbeihilfe aufgrund bescheinigter Ansprüche
verjährt in fünf Jahren gerechnet vom
Ende des Kalendermonats, für den die
Familienbeihilfe gebührt hat. Die Familienbeihilfe wird also höchstens für fünf
Jahre rückwirkend von der Antragstellung
gewährt.2. Überschreiten der Verdienstfrei­
Jeder über der Zuverdienstgrenze verdiente Euro, muss zurückgezahlt werden.
3. Bewusster, unrechtmäßiger Bezug
Zusätzlich zur Rückzahlungsverpflichtung
kann, wenn die Familienbeihilfe vorsätzlich oder grob fahrlässig zu Unrecht bezogen wurde, eine Geldstrafe bis zu 360 €vsstöinfo
14Meldepflicht
Alles, was Auswirkungen auf die Familienbeihilfe haben könnte (z.B. Studienwechsel,
Überschreitung der Verdienstgrenze, etc.)
sowie Änderungen des Namens oder der Anschrift müssen innerhalb eines Monats dem
zuständigen Finanzamt gemeldet werden.
Wenn du nach Abschluss des BachelorStudiums noch einen Master und/oder
PhD dranhängen möchtest oder nach dem
Diplomstudium ein Doktorat, beachte die
Altersgrenze von 24/25 Jahren!Verdienstgrenze
Zu beachten sind die unterschiedlichen Zuverdienstgrenzen von Familienbeihilfe und Studienbeihilfe.
Während du bei der Familienbeihilfe nicht mehr als 10.000 Euro verdienen darfst, sind es bei der Studienbeihilfe nur 8.000 Euro. Jeweils muss jeder zusätzlich verdiente Euro zurückgezahlt werden.Was ist „zu versteuerndes
Einkommen“?
Das zu versteuernde Einkommen berechnet sich
»» Bruttoeinkommen (ausgenommen der 13.
und 14. Monatsbezug)
»» minus Sozialversicherungsbeiträge
»» minus Beiträgen zu gesetzlichen Arbeitnehmer_innenvertretung („Kammerumlage“)
»» minus Werbungskosten (Kosten, die mit der
Berufsausübung in direktem Zusammenhang
stehen und die du im Rahmen der Arbeitnehmer_innenveranlagung geltend machen
»» minus Sonderausgaben (z.B. Steuerberatungskosten, Beiträge für gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften)
»» minus außergewöhnliche Belastungen (z.B.
Krankheitskosten)
»» Pendler_innenpauschaleinfobox[ familienbeihilfe ]Wenn das Ergebnis unter 10.000 € ist, bleibt die
Familienbeihilfe davon unberührt.15Bei der Familienbeihilfe sind folgende Dinge
auf jeden Fall zu beachten:»» Höhe nach gesetzlichen Richtsätzen von
Alter und Kinderanzahl abhängig
»» Keine soziale Bedürftigkeit notwendig
»» bis zum 24. bzw. 25. Lebensjahr
»» Für die Mindeststudiendauer und ein Toleranzsemester pro Abschnitt bzw. zwei Toleranzsemester für Studien ohne Abschnitte
»» Beantragung beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt
»» Nachweispflicht: 16 ECTS oder 8 SWS nach
zwei Semestern, ansonsten: „zielstrebiges
und ernsthaftes Studium“
»» Studienwechsel: 2x nach je maximal zwei
Semestern möglich
»» Zuverdienstmöglichkeiten: max. 10.000 €
pro KalenderjahrDie Kontaktdaten des für dich zuständigen
Wohnsitzfinanzamtes findest du auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen
unter: dienststellen.bmf.gv.at.16shortcutShort-Cut Familienbeihilfe[ studienbeihilfe ]Studienbeihilfe
Das Konzept der Studienbeihilfe ist darauf aufgebaut, dass die Eltern einen Teil der Finanzierung
des Studiums übernehmen sollen und der Teil, den
die Eltern nicht übernehmen können, vom Staat
beigegeben wird. Das heißt also, dass für den Bezug von Studienbeihilfe die soziale Bedürftigkeit
(gemessen am Einkommen der Eltern) zentrale Voraussetzung ist.
Dies wird jedoch dann zum Problem, wenn jener
Teil, der nach staatlicher Berechnung von den Eltern an die Studierenden fließen sollte, ausbleibt.Antrag auf Studienbeihilfe
Das Antragsformular kannst du unter www.stipendium.at oder auch unter www.vsstoe.at downloaden oder in deiner Studienbeihilfenstelle bzw.
im Sozialreferat deiner lokalen HochschülerInnenschaft abholen.
Die notwendigen Formulare stecken gesammelt in
einem Kuvert. Dieses kann auch gleich benutzt
werden, um den Antrag an die Stipendienstelle zu
schicken. Um die Beihilfe für das ganze Semester
zu erhalten, muss der Antrag innerhalb der folgenden Fristen an die Stipendienstelle geschickt
werden, diese sind in jedem Semester gleich und
lauten wie folgt:ACHTUNG Wenn der Antrag außerhalb der Antragsfrist gestellt wird, ist noch nicht alles verloren,
aber die Zuerkennung erfolgt erst ab dem der Antragsstellung folgenden Monat (und nicht mehr
für das ganze Semester). Wenn du knapp vor dem
Ende der Antragsfrist noch nicht alle Unterlagen
beisammen hast, dann schick einfach nur das Datenblatt mit deinen Angaben - die restlichen Unterlagen kannst du noch nachreichen.
WICHTIG Auch wenn du der Meinung bist, dass
deine Eltern zu viel verdienen, stelle jedenfalls
einen Antrag auf Studienbeihilfe. Geschätzt wird,
dass mehrere tausend Student_innen ihren Anspruch auf Studienbeihilfe nicht geltend machen!
Daher ist zu empfehlen, es auf jeden Fall zu versuchen. Sollte dir die Studienbeihilfenstelle einen
negativen Bescheid übermitteln, lässt sich aus
diesem zumindest der Betrag herauslesen, den
deine Eltern zu leisten hätten. Auch das kann interessant sein.
Studienbeihilfe ist eine staatliche Leistung, du
kannst also auch gegen einen negativen Bescheid
Stell auf jeden Fall einen Antrag auf Studienbeihilfe!»» Wintersemester: 20. 9. bis 15. 12.
»» Sommersemester: 20. 2. bis 15. 5.17Wer hat Anspruch?
Grundsätzlichen Anspruch auf Studienbeihilfe
»» Österreichische Staatsbürger_innen
»» Ausländische Staatsbürger_innen und Staatenlose, die vor der Aufnahme des Studiums
mit einem Elternteil zumindest 5 Jahre in
Österreich unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig waren und in Österreich den Lebensmittelpunkt hatten
»» EWR-Staatsbürger_innen, wenn sie „ins österreichische Bildungssystem integriert“ sind
(das heißt hier die Hochschulreife erworben
haben) oder ihre Eltern in Österreich arbeiten
und nicht aus Studienzwecken nach Österreich gekommen sind (das heißt, du musst in
Österreich arbeiten und darfst erst im zweiten
möglichen Semester mit dem Studium beginnen. Falls du selbst kündigst, muss das Studium eine Fortbildung zu deinem Beruf sein),
sowie sich seit 5 Jahren rechtmäßig in Österreich aufhalten18Vor allem die staatliche Studienbeihilfe
sollte uns so ausreichend absichern, dass
wir unser Studium absolvieren können, ohne
nebenher erwerbstätig sein zu müssen. Dafür sind die Stipendien meist aber zu niedrig
und die Zahl der „Gerade-Nicht-Bezieher_innen“ viel zu hoch.»» Soziale Bedürftigkeit (diese wird vom Einkommen des_der Student_in, der Eltern und
des_der Ehepartner_in berechnet, siehe Berechnung)
»» Günstiger Studienerfolg (siehe Leistungsnachweis)
»» Einhaltung der Altersgrenze (30 Jahre bei
Beginn des Studiums, 35 bei Master-Studien,
Studierenden mit Beeinträchtigung und Studierenden mit Kind/ern)Höchststudienbeihilfe
Die Höchststudienbeihilfe beträgt effektiv 475 €
pro Monat und wird 12 Mal im Jahr ausbezahlt.
»» Vollwaisenen
»» Verheiratete Studierende
»» Student_innen, die zur Pflege und ErziehungDer VSStÖ fordert daher eine massive Ausweitung des Bezieher_innenkreises und eine
Anpassung der Höhe der Studienbeihilfe an
die tatsächlichen Lebenserhaltungskosten
von Studierenden.infobox»» KonventionsflüchtlingeGenannte Personengruppen erhal- ten bei Vorliegen der hier aufgezählten Voraussetzungen Studienbeihilfe:[ studienbeihilfe ]mindestens eines Kindes gesetzlich
»» Student_innen, die nicht in der Nähe
der Eltern studieren und am Studienort wohnen, da ein Pendeln zwischen
Wohnort der Eltern und Uni zu aufwändig wäre („Auswärtigkeitsregel“)Prozentsatz multipliziert wird. Durch Freiund Absetzbeträge schränkt sich die Bemessungsgrundlage ein, und somit erhöht
sich die Studienbeihilfe, die du beziehen
kannst.»» Selbsterhalter_innen
Bei diesen Gruppen beträgt die Höchststudienbeihilfe effektiv 679 € monatlich.Wie wird die Studienbeihilfe
berechnet?Zumutbarer Unterhalts­
leistung der Eltern
Die zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern wird vom Einkommen deiner Eltern
berechnet, indem bestimmte Frei- und
Absetzbeträge abgezogen werden, und
diese Bemessungsgrundlage dann mit
einem dem Einkommen entsprechendeninfoboxDie Berechnung der Studienbeihilfe erfolgt nach dem Ausmaß der sozialen Bedürftigkeit. Ihr liegt ein kompliziertes
Schema zu Grunde, das wir hier in den
Grundzügen erläutern wollen. Grundsätzlich steht dir für die Berechnung deiner
individuellen Studienbeihilfe der Stipendienrechner der Arbeiter_innenkammer
unter dem folgenden Link zur Verfügung:
www.stipendienrechner.atDie Berechnung der Studienbeihilfe erfolgt nach dem folgenden
»» Höchststudienbeihilfe
»» minus zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern
»» minus zumutbare Unterhaltsleistung der Ehepartnerin_des Ehepartners
»» minus zumutbare Unterhaltsleistung der_des
»» minus Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag
(wenn sie bezogen wird)
Auf diesen Betrag werden dann noch 12% aufgeschlagen. Ausbezahlt werden Studienbeihilfen jedoch nur, wenn der monatliche Betrag 5 € nicht
unterschreitet. Der Stipendienrechner der ÖH-Bundesvertretung ist ein nützliches Instrument um ungefähr deinen Anspruch auf Studienbeihilfe zu be19
rechnen: http://www.oeh.ac.at/stipendienrechnerFolgende Freibeträge werden vom Einkommen der
Eltern abgezogen:»» 1.890 € zusätzlich für jedes erheblich beeinträchtigte Kind»» 1.650 €, wenn die Eltern (oder der_die Ehepartner_in) Einkünfte aus unselbstständiger
Arbeit beziehenBemessungsgrundlage»» 2.350 €, wenn nur bei einem Elternteil Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit herangezogen werden
»» 1.600 €, wenn der_die Student_in, die Eltern
oder der_die Ehepartner_in ausschließlich
Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit beziehenSind einmal die Frei- und Absetzbeträge abgezogen, ergibt sich die Bemessungsgrundlage. Von
dieser Bemessungsgrundlage ausgehend, wird die
zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern berechnet, auf der dann die Höhe der dir zustehenden
Studienbeihilfe beruht. w
Diese zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern
»» Bis 4.725 € 0%Für jede Person, für die du, ein Elternteil oder
Ehepartner_in kraft Gesetzes Unterhalt leistet,
werden folgende Absetzbeträge vom jeweiligen
Einkommen abgezogen:
»» 2.762 € für jede Person bis zur Vollendung des
6. Lebensjahres»» für die nächsten 4.725 € (bis 9.450 €) 10%
»» für die nächsten 6.195 € (bis 15.645 €)15%
»» für die nächsten 15.315 (bis 30.960 €) 20%
»» über 30.960 € 25 %»» 3.707 € für jede Person nach Vollendung des
6. Lebensjahres bis zur Vollendung des 14.
»» 4.216 € für jede Person nach Vollendung des
14. Lebensjahres bis zur Vollendung des 18.
»» 5.088 € (bei auswärtigen Studierenden 7.272
€) für jede Person nach Vollendung des 18.
Lebensjahres, die sich in Ausbildung befindet20der Bemessungsgrundlage.Zumutbare Unterhaltsleistung
des_der Ehepartner_in
Nach Abzug der Absetz- und Freibeträge ergibt
sich die Bemessungsgrundlage des_der Ehepartner_in. Die zumutbare Unterhaltsleistung beträgt
30% des 3.707 € übersteigen den Betrages seiner_ihrer Bemessungsgrundlage. Diese verringert
ebenfalls die Studienbeihilfe.[ studienbeihilfe ]Zumutbare Eigenleistung der_des
StudierendenGrundlage autonom Gebühren einzuheben, was
aber rechtlich äußerst umstritten ist.Du darfst bis zu 8.000 € im Kalenderjahr (selbstständig oder unselbstständig) vor der Steuer
dazu verdienen. Diese Summe entspricht dem
Bruttoeinkommen minus Sozialversicherungsbeitrag. Jede Summe, die darüber hinaus verdient
wird, fällt in die zumutbare Eigenleistung und
vermindert damit deine Studienbeihilfe. Im Gegensatz zur Familienbeihilfe musst du hier allerdings nicht die gesamte erhaltene Beihilfe zurückzahlen sondern nur den Teil, den du „zu viel“
verdient hast.Nach unserer Rechtsmeinung und Auskunft der
Studienbeihilfenbehörde bleibt der Studienzuschuss (Rückerstattung der Studiengebühren bzw.
Befreiung von den Studiengebühren im Rahmen
der Studienförderung) in seiner bisherigen Form
aufrecht. Der Antrag auf den Studienzuschuss
wird automatisch gleichzeitig mit dem Antrag
auf Studienbeihilfe mitgestellt. Beträgt der errechnete Studienzuschuss weniger als 30 € pro
Semester, wird er nicht ausbezahlt.Zuschläge
Studierende mit Kind erhalten einen Zuschlag von
67 € pro Kind. Studierende mit Beeinträchtigung
erhalten einen Zuschlag, den der_die Bundesminister_in per Verordnung festlegen kann (Im Moment sind dies 160 € pro Monat für Studierende,
die blind, hochgradig sehbeeinträchtigt oder auf
einen Rollstuhl angewiesen sind und 420 € pro
Monat für gehörlose oder hochgradig hörbeeinträchtigte Student_innen).Studienzuschuss
Nicht-Studienbeihilfenbezieher_innen...
konnten bisher einen Studienzuschuss erhalten, mit dem sie die Studiengebühren ganz
oder teilweise refundiert bekamen, wenn sie
aufgrund der finanziellen Situation ihrer Eltern
knapp aus der Studienbeihilfe herausgefallen
sind. Für das Wintersemester 2012 haben einige Universitäten angekündigt, ohne rechtlicheWir halten dich jedenfalls über Neuerungen bezüglich Studiengebühren auf dem Laufenden!Abänderungsantrag
»» erhebliche und längerfristige Verringerung des
Einkommens (z.B. durch Arbeitslosigkeit, Pensionierung)
»» Änderung der familiären Verhältnisse, wie
z.B. Geburt eines Kindes oder VerpartnerungDie Beträge der zumutbaren Unterhaltsleistung wurden
seit Jahren nicht mehr an die Inflation angepasst. Somit fallen Studierende systematisch aus dem Bezieher_
innenkreis. Der VSStÖ setzt sich für eine Valorisierung
der Beträge zur Berechnung der Studienbeihilfe ein.21vsstöinfoWenn du deinen Studienort änderst, aber deine
Studienrichtung gleich bleibt, musst du einen
neuen Antrag stellen, da nun eine andere Stipendienstelle für dich zuständig ist.Anspruchsdauer
Die Anspruchsdauer beträgt bei Bachelorstudien
die Mindeststudiendauer (für das gesamten Studium) sowie ein Toleranzsemester. Bei Diplomstudien beträgt die Anspruchsdauer die Mindeststudiendauer plus ein Toleranzsemester pro
Studienabschnitt. Wer im ersten Abschnitt das
Toleranzsemester nicht verbraucht, kann es in
den zweiten Abschnitt mitnehmen.
Beendest du den 1. Abschnitt nicht in der vorgeschriebenen Zeit, hast du so lange keinen Anspruch, bis du ihn beendest hast und mit dem
zweiten anfängst. Wenn du mehr als die doppelte
Mindeststudiendauer plus ein Semester für den 1.
Abschnitt brauchst, hast du nie wieder Anspruch
auf den Bezug von Studienbeihilfe!Leistungsnachweis – der „günstige Studienerfolg“
Neben der sozialen Bedürftigkeit ist auch ein
günstiger Studienerfolg als Anspruchsvoraussetzung nachzuweisen.
Nach zwei Semestern (im Bachelor- sowie im Diplomstudium) ist ein Nachweis über 30 ECTS oder
14 Semesterwochenstunden zu erbringen („Günstiger Studienerfolg“). Dieser Nachweis muss bis
spätestens zum Ende der Antragsfrist des 3. Semesters erbracht werden.22Für Studien ohne Abschnitte gilt, dass auch nach
dem 6. Semester ein Nachweis über mindestens
90 ECTS oder 42 Semesterwochenstunden zu erbringen ist, um die Studienbeihilfe weiter beziehen zu können (z.B. für das Toleranzsemester im
Bachelor-Studium).
Im Masterstudium (Universität wie FH) müssen
nach zwei Semestern 20 ECTS oder zehn Semesterwochenstunden, in einem Doktoratsstudium
nach zwei Semestern 12 ECTS oder 6 Semesterwochenstunden nachgewiesen werden.
Wird der Leistungsnachweis nicht erbracht, geht
der Anspruch auf Studienbeihilfe vorerst verloren – er kann durch Erbringen des Leistungsnachweises jedoch wieder erworben werden. Der
volle Leistungsnachweis berechtigt dich zum
Weiterbezug der Studienbeihilfe bis zum Ende
der Anspruchsdauer (für den jeweiligen Studienabschnitt). Schaffst du weniger als die Hälfte, ist die Beihilfe zurück zu zahlen!!! (siehe
Rückzahlung)
ACHTUNG Ist der erste Abschnitt erst nach
mehr als der zweifachen Mindeststudiendauer
plus einem Semester abgeschlossen, dann ist
der Anspruch auf ein Stipendium weg! Es gibt
somit kein Stipendium für die darauf folgenden
Abschnitte.Die Voraussetzungen für den Bezug der Studienbeihilfe sind unserer Ansicht nach absolut
Das zeigt sich auch daran, dass mittlerweile
weniger als 15% aller Studierenden Studienbeihilfe zugesprochen bekommen.»» Streichung der Übergangsfristen: Diese Regelung hindert Leute daran, zwischen Abschluss des Bachelor- und Beginn des Masterstudiums Berufserfahrung zu sammeln.Der VSStÖ fordert:»» Die Höchststudienbeihilfe, aber auch die
Klassifizierung der „zumutbaren Unterhaltsleistung der Eltern“ sollte jährlich der
Inflation angepasst werden.»» Höchststudienbeihilfe auf Armutsgefährdungsschwelle anheben.»» Studierende mit Kind besser unterstützen
durch Verdoppelung des Zuschlags.»» In jedem Studium soll es zwei Toleranzsemester geben.»» Stärkere Förderung internationaler Mobilität: Auslandsaufenthalte jeder Dauer sind
entsprechend zu fördern, wenn dort für das
geförderte Studium anrechenbare ECTS erworben wurden. Auch verpflichtende Auslandssemester sollen zu einer Verlängerung
der Anspruchsdauer führen.»» Die Gleichstellung von in Österreich lebenden Ausländer_innen in der Studienförderung.
»» Abschaffung der Auswärtigkeit – gleiche
Höchststudienbeihilfe für alle.
»» Es sollten nur noch jene Zeiten als Vorstudienzeiten betrachtet werden, in denen
auch Studienbeihilfe bezogen wurde, da
die Studierenden auch nur dann auf die
notwendigen Voraussetzungen achten.vsstöinfo[ studienbeihilfe ]»» Doktorats- und PhD-Studien müssen eigenständig geregelt werden.
Langfristig soll das VSStÖ-Modell zur sozialen Absicherung umgesetzt werden. Alle Infos unter www.vsstoe.at»» Es muss zumindest die Wechselfrist von
zwei Semestern wegfallen. Eigentlich
könnte die gesamte Wechselregelung gestrichen werden, weil ohnehin nach jedem
Studienwechsel erneut ein Leistungsnachweis erbracht werden muss.23Leistungsnachweis an
An Pädagogischen Hochschulen müssen nach
zwei Semestern positive Scheine über mindestens
30 ECTS vorgelegt werden. Wer sein Studium noch
vor der Hochschulwerdung der PHs, also an einer
pädagogischen Akademie vor 2007/2008 begonnen hat, kann den Studienerfolg auch nach der
folgenden Methode belegen:
Im 2. Semester müssen Zeugnisse im Umfang
von sieben Wochenstunden aus den Pflichtgegenständen des ersten Semesters, deren Notendurchschnitt nicht schlechter als 2,5 sein darf,
erbracht werden. Nach dem 2. Semester müssen
zehn Wochenstunden aus dem 2. Semester mit 2,5
Notenschnitt und nach dem vierten und sechsten
Semester 20 Wochenstunden (2,5 Notenschnitt)
aus den jeweils vorherigen zwei Semestern nachgewiesen werden, sowie (an den Pädagogischen
Hochschulen) die Zeugnisse über die Lehrübung
mit einem Notenschnitt von maximal 3. Im siebten Semester kann dann noch Studienbeihilfe
bezogen werden, wenn die Akademie eine Bestätigung ausstellt, dass der_die Studierende an der
Diplomarbeit schreibt.Studienwechsel
Das Studium darf zweimal gewechselt werden. Ein
zulässiger Studienwechsel liegt dann vor, wenn du
die vorherige Studienrichtung nicht mehr als zwei
Semester inskribiert warst.24Ein Wechsel zu einem schon einmal betriebenen
Studium gilt auch als Studienwechsel (z.B. JusBWL-Publizistik-Jus: der letzte Wechsel besiegelt
das Ende des Studienbeihilfenanspruchs).
Die Studienwechselregelung wurde insofern entschärft, als dass es möglich ist, auch bei einem
späteren Wechsel nochmals Studienbeihilfe zu
erhalten – nämlich dann, wenn du in der neuen
Studienrichtung gleich viele Semester gemeldet
bist, wie in den zuvor betriebenen.
Angerechnete Lehrveranstaltungen aus dem Vorstudium können diese Wartezeit verkürzen. Bei
einem Studienwechsel nach dem 1. Semester
kann beim geforderten Leistungsnachweis (nach
dem 2. Semester) der Studienerfolg je zur Hälfte
aus beiden Studienrichtungen nachgewiesen werden. Nach den ersten beiden Semestern der neuen Studienrichtung ist der geforderte Leistungsnachweis im vollen Umfang vorzulegen.
Wichtig ist aber, dass du einen neuen Antrag
stellst!
»» die durch ein unabwendbares Ereignis ohne
Verschulden des_der Studierenden zwingend
herbeigeführt wurden (z.B. bleibende Handverletzung bei Klavierstudium, Allergie gegen
bestimmte Laborstoffe bei Chemiestudent_innen);
»» bei denen die gesamten Vorstudienzeiten für
die Anspruchsdauer des nunmehr betriebenen
Studiums berücksichtigt werden.[ studienbeihilfe ]Anspruchsdauer und
Verlängerungsgründewenn das überwiegende Ausmaß der Studienzeitüberschreitung auf einen dieser Gründe zurückzuführen ist.Die Anspruchsdauer wird aus folgenden Gründen
»» Krankheit
»» Unabwendbares oder unvorhersehbares Ereignis (z.B. auch Behinderung im Studienbetrieb)
»» wegen Schwangerschaft und Kinderbetreuungspflichten
»» für Studierende mit mindestens 50%iger Beeinträchtigung
»» bei Ableistung des Präsenz- oder Zivildienstes
während der Anspruchsdauer um je ein Semester für jeweils 6 Monate
»» Bei ehrenamtlicher Tätigkeit als Studierendenvertreter_in (ÖH, Erstsemestrigentutor_in, Heimvertreter_in) um eine von der
Tätigkeit abhängige Zeit, wenn die Tätigkeit
zumindest ein Semester durchgehend ausgeübt wurde.
Die Anspruchsdauer kann durch den_die Leiter_in
der Studienbeihilfenbehörde verlängert werden:
»» bei Auslandsstudien (mit einer Mindestdauer
»» bei besonders aufwändigen
arbeitenAbschluss-ACHTUNG Ein Auslandssemester führt somit
keineswegs automatisch zur Verlängerung des
Anspruches! Sämtliche Verlängerungsansprüche
kannst du nur in der Zeit sammeln, in der Anspruch auf Studienbeihilfe besteht.Rückzahlung der
Diese droht, wenn du nicht einmal die Hälfte
des jeweils geforderten Leistungsnachweises
(„Mindeststudienerfolg“) erbringen kannst. Falls
dir das passiert ist, kannst du um Stundung (bis
zu zwei Jahre) oder um Rückzahlung in Teilbeträgen zu mindestens 70 € monatlich ansuchen.
Die Rückforderung wird, wenn du den Studienerfolg zwar erworben, aber nicht rechtzeitig vorgelegt hast, auf einheitlich 180 € verringert.
Ebenfalls auf 180 € wird die Rückzahlung reduziert, wenn du bis zur Antragsfrist des 5. Semesters wieder einen günstigen Studienerfolg nachweisen kannst.
Im Falle eines nicht zur Gänze erworbenen Studienerfolgs kann die Zahlung in 36 Teilbeträgen zu
mindestens 70 Euro monatlich erbracht werden.
Zurück zu zahlen ist die Studienbeihilfe auch,
wenn sie durch unrichtige oder unvollständige Angaben beim Antrag erwirkt wurde oder
wenn sie trotz Ruhens (z.B. zu hoher Dazuverdienst) oder Eintritt eines gesetzlichen Erlö-25schungsgrunds (z.B. Studienwechsel, Studienabbruch, Studienende) ausbezahlt wurde.Weiterführende Studien und StudienbeihilfeUm eine solche Situation zu vermeiden, melde
bitte jede Änderung und informiere die Behörde
unbedingt über die Leistungsnachweise und den
„günstigen Studienerfolg“.Ein Master- kann bei abgeschlossenem Bachelorstudium unter diesen Voraussetzungen gefördert
werden:Den „günstige Studienerfolg“ musst du erbringen, um weiter Studienbeihilfe zu beziehen. Der
„Mindeststudienerfolg“ ist die Hälfte des günstigen Studienerfolgs. Er bewahrt dich vor einer
drohenden Rückzahlung.
Zahlungsverpflichtungen, die nicht inner halb
von fünf Jahren ab Rechtskraft des „Bescheides
über die Rückzahlung“ geleistet wurden, sind ab
Rechtskraft des Rückzahlungsbescheides mit 4%
zu verzinsen!Verdienstfreigrenzen
Neben dem Bezug von Studienbeihilfe kannst
du 8.000 Euro jährlich dazuverdienen. Achtung!
Bei der Familienbeihilfe ist die Verdienstgrenze
10.000 Euro. Verdienst du mehr als 8.000 Euro,
erhöht dies deine „zumutbare Eigenleistung“ und
vermindert somit die Studienbeihilfe, sie ist aber
nicht zur Gänze verloren. Es ist egal, wie viel du
im Monat verdienst, es zählen nur die Gesamteinkünfte des Kalenderjahres.
ACHTUNG Arbeitslosengeld gilt als Einkommen
und wird zu den Einkünften dazu gezählt. Auch
Wais_innenpension, Kinderbetreuungsgeld, 13.
und 14. Monatsgehalt zählen als Einkünfte!26»» Das Masterstudium muss aufbauend auf ein
Bachelorstudium betrieben werden.
»» Das Masterstudium muss spätestens 24 Monate (Achtung: Nicht vier Semester!) nach
Abschluss des vorangegangenen Studiums
aufgenommen werden, wobei Präsenz- oder
Zivildienstzeiten sowie Mutterschutzzeiten
nicht in die Frist eingerechnet werden.
»» Das Masterstudium muss vor Vollendung des
35. Lebensjahres aufgenommen werden.
»» Die gesetzliche Studienzeit für das Bachelorstudium darf um nicht mehr als drei Semester
überschritten werden.Ein Doktorats-/PhD-Studium kann bei einem abgeschlossenen Diplom- oder Masterstudium unter
folgenden Voraussetzungen gefördert werden.
»» Das Doktorats- oder PhD-Studium muss aufbauend auf ein Diplomstudium, Masterstudium oder einen Fachhochschul-Studiengang
»» Das Doktorats- oder PhD-Studium muss spätestens 12 Monate nach Abschluss des vorangegangenen Studiums aufgenommen werden,[ studienbeihilfe ]shortcutwobei Präsenz-, Zivildienst- oder Mutterschutzzeiten nicht in die Frist eingerechnet werden.Studienbeihilfe
»» Die Höchststudienbeihilfe beträgt 475 €
bzw. 679 € .
»» Soziale Bedürftigkeit und günstiger Studienerfolg notwendig»» Das Doktorats- oder PhD-Studium muss
vor Vollendung des 30. Lebensjahres aufgenommen werden. Ausnahmen (bis 35
Jahre) gelten für Selbsterhalter_innen und
unter bestimmten Umständen für Studierende mit Kind bzw. für beeinträchtigte
Studierende.»» Studium muss vor dem 30. (35.) Lebensjahr begonnen werden»» Die gesetzliche Studienzeit für den ersten
Studienabschnitt eines Diplomstudiums
darf um nicht mehr als das Zweifache
zuzüglich eines weiteren Semesters überschritten werden.»» Beantragung bei der Studienbeihilfenbehörde»» Für die Mindeststudiendauer und 1
Toleranzsemester pro Abschnitt, bzw. bei
Bachelorstudien für die Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester»» Nachweispflicht: 14 SWS/30 ECTS nach
zwei Semestern, ggf. auch 42 SWS/90
ECTS nach 6 Semestern»» Die gesetzliche Studienzeit für den 2. und
3. Abschnitt des Diplomstudiums bzw. für
das Bachelor- und das Masterstudium darf
um nicht mehr als zwei Semester überschritten werden.»» Studienwechsel: 2 mal nach je maximal 2
»» Zuverdienstmöglichkeiten: max. 8.000 €
pro KalenderjahrvsstöinfoDie Altersgrenzen und Übergangsfristen von
12 bzw. 24 Monaten sind gerade in einer Zeit,
in der von der Gesellschaft gefordert wird Berufspraxis zu sammeln, widersinnig.
Der VSStÖ fordert die Streichung der Befristung dieser Übergangszeiten.27Kontaktadressen Stipendienstellen
Hier findest du Kontaktadressen der für dein Bundesland zuständigen Stipendienstellen.
Weitere Adressen findest du im hinteren Teil der Broschüre.Stipendienstelle WienStipendienstelle Klagenfurt(für Studierende an Lehranstalten in
Wien, Niederösterreich und dem Burgenland) Gudrunstraße 179a, 1100 Wien
T. 01 / 601 73
e-mail: stip.wien@stbh.gv.at(für Studierende an Bildungseinrichtungen im Bundesland Kärnten)
T. 0463 / 51 46 97
e-mail: stip.klf@stbh.gv.atStipendienstelle GrazStipendienstelle Linz(für Studierende an Lehranstalten in der
Steiermark sowie für die Expositur der
Universität für Musik und darstellende
Kunst Graz in Oberschützen)
T. 0316 / 81 33 88
e-mail: stip.graz@stbh.gv.at(für Studierende an Bildungseinrichtungen im Bundesland Oberösterreich)
T. 0732 / 66 40 31
e-mail: stip.linz@stbh.gv.atStipendienstelle Innsbruck
(für Studierende an Bildungseinrichtungen in den Bundesländern Tirol und
T.0512 / 57 33 70
e-mail: stip.ibk@stbh.gv.atStipendienstelle Salzburg
(für Studierende an Bildungseinrichtungen
im Bundesland Salzburg und an der Abteilung Musikerziehung des „Mozarteums“ in
Paris-Lodronstraße 2, 5020 Salzburg
T. 0662 / 84 24 39
Alle Öffnungszeiten sowie Formulare:
www.stipendium.at28[ studiengebühren ]Studiengebühren
Die ehemalige schwarz-blaue Bundesregierung
hat trotz mehrmaliger vorheriger entgegenlautender Beteuerungen im Wintersemester 2001 die
unsozialen Studiengebühren eingeführt.
Durch eine im September 2008 mit den Stimmen
von SPÖ, FPÖ und Grünen beschlossene Novelle
des Universitätsgesetzes konnten die Studiengebühren für Studierende an Universitäten und
Pädagogischen Hochschulen jedoch weitgehend
abgeschafft werden. Die komplizierten Ausnahmebestimmungen waren jedoch auch mit vielen
Aufgrund der Formulierung in der bisherigen Studiengebührenregelung, die sich auf die Gliederung eines Studiums in Abschnitte bezieht, hat
der Verfassungsgerichtshof diese Regelung für
verfassungswidrig erklärt und mit Ende Februar
Seit Sommersemester 2013 werden wieder an
allen Universitäten, mit den alten komplizierten
Ausnahmebestimmungen, Studiengebühren eingeführt. Sogenannte Langzeitstudierende müssen
die Studiengebühren in Höhe von 363,36 Euro
zahlen. Ausländische Studierende (mit einzelnen
Ausnahmen) müssen die doppelten Studiengebühren in Höhe von 726,72 Euro bezahlen.Die Studiengebühren­regelung im
Grundsätzlich besteht eine allgemeine Studiengebührenpflicht bestehen, jedoch wird ein Großteil der Studierenden durch Ausnahmeregelungen
Keine Studiengebühren zahlen:
»» EWR-Bürger_innen
»» Gleichgestellte (z.B. Konventionsflüchtlinge,
Schweizer Staatsbürger_innen, Ausländer_innen mit einer Daueraufenthaltsberechtigung
oder einem Anspruch auf Studienbeihilfe)
»» Personen, denen aufgrund eines völkerrechtlichen Vertrages dieselben Rechte für den
Berufszugang zu gewähren sind wie Staatsbürger_innen wenn die Toleranzzeit nicht
überschritten wird.Toleranzzeit
Sogenannte Langzeitstudierende, das heißt wenn
die Toleranzzeit überschritten wird, müssen Studiengebühren zahlen. Bei abschnittlosen Studien
(Bachelor, Master, Doktorat) muss das Studium in
der Mindeststudiendauer plus zwei Toleranzsemester abgeschlossen werden. Bei Studien mit Abschnitten (Diplomstudien) werden an jeden Studienabschnitt zwei Toleranzsemester angehängt.
Werden die Toleranzsemester nicht verbraucht,
kann man sie sich in den nächsten Abschnitt
mitnehmen. Das erfolgt automatisch.29ACHTUNG Die Toleranzzeit wird für jede inskribierte Studienrichtung separat berechnet und
läuft auch parallel. Bei Mehrfachstudien immer
auf die jeweilige Toleranzzeit achten!
Erlass der Studiengebühren für Österreicher_innen und Gleichgestellte, Österreicher_innen,
EU-/ EWR-Bürger_innen und gleichgestellte
Ausländer_innen (siehe oben) können folgende
Gründe für einen Gebührenerlass geltend machen:
»» Eine Beeinträchtigung von mind. 50 Prozent
»» Ableisten des Präsenz- oder Zivil­dienstes
»» Schwangerschaft
»» Schwere Krankheit
»» Bei einem Doppelstudium, wenn mindestens
15 ECTS in jeder Studienrichtung positiv
absolviert wurden
»» Bei Berufstätigkeit, wenn man das 14-fache
der Geringfügigkeitsgrenze des dem Semester
voraus­gehenden Kalenderjahres verdient
(2014: 5.534,34 €)Wir kämpfen weiter!
Die Studiengebührenregelung trifft vor
allem jene, die schon jetzt mit der Finanzierung
kämpfen. Vor allem ausländische Studierende sind stark benachteiligt. Wir
werden weiterhin für einen freien und
offenen Hochschulzugang ohne Studiengebühren kämpfen.30vsstöinfoHöhe
Die Höhe der Studiengebühren beträgt grundsätzlich 363,36 Euro pro Semester. Drittstaatsangehörige müssen die doppelten Studiengebühren
in Höhe von 726,72 Euro pro Semester zahlen.
Für sie gelten – vorausgesetzt sie fallen nicht in
die Gruppe der Gleichgestellten – keine Toleranzzeiten oder Erlassregelungen. Sie müssen bereits
ab dem ersten Semester zahlen! Es gibt jedoch in
der Studienbeitragsverordnung eine Liste an Ländern, denen unter bestimmten Voraussetzungen
die Studiengebühren erlassen/rückerstattet werden können. Eine Rückerstattung kann immer nur
im Nachhinein beantragt werden. Ein Erlass wirkt
Ha­iti
KiribatiKomoren
Laos - Demokrati­
sche Volksrepublik
SambiaSamoa
Su­dan
Zentralafrikanische Republik[ studiengebühren ]Ägypten
Re­publik
Tad­schikistan
TongaIndonesien
Iran - Islamische Nicaragua
Kame­run
Philippi­nen
Korea - Demokra- Rumänien
Mikronesien Surinam
Syrien - AraMoldau
bische Republik
Wallis und
VietnamOrdentliche Studierende dieser Drittstaaten
können eine Rückerstattung der Studiengebühren beantragen, sofern die Zulassung zum
Studium auf Grund eines in Österreich erworbenen österreichischen Reifezeugnisses
erfolgte – Darüber entscheidet das jeweilige
Rektorat:Anguilla
GabunGrenada
Saudi-ArabienSeychellen
VenezuelaStudiengebühren an
An Fachhochschulen gilt eine besondere Situation: Seit
die FHs den Universitäten gleichgestellt sind, können
diese Studiengebühren verlangen, müssen aber nicht.
Auch können bestimmte Regelungen auf landespolitischer Ebene dafür sorgen, dass
FH-Studierende eines bestimmten Bundeslandes keine Studiengebühren zahlen müssen.
Leider sind die rechtlichen Regelungen über den Erlass und die Rückerstattung nicht 1:1 auf den Fachhochschulsektor übertragbar, das heißt auch die
Abschaffung der Studiengebühren bezog sich nur auf
Studierende von Universitäten und Pädagogischen
Hochschulen. Für Fachhochschulen wäre dafür eine
Änderung des Fachhochschul-Studiengesetzes notwendig.
zahlen FH-Studierende an:
»» allen FHs im BurgenlandinfoboxOrdentliche Studierende dieser Drittstaaten
können eine Rückerstattung der Studiengebühren beantragen – Darüber entscheidet das
jeweilige Rektorat:»» allen FHs in Oberösterreich
»» Militärakademie
»» FH Joanneum
»» FH Vorarlberg
»» FH Kärnten3132[ selbsterhalter_innen ]Spezielle Unterstützungen
Auf den folgenden Seiten wollen wir dir bestimmte Unterstützungen vorstellen, die du bei Vorliegen
besonderer Umstände beziehen kannst, so z.B. wenn du vor Beginn deines Studiums gearbeitet hast
und dich über vier Jahre selbst erhalten hast, wenn du vor deinem Studienabschluss stehst, für ein
Semester ins Ausland gehst oder dein ganzes Studium dort absolvieren willst.Selbsterhalter_innenstipendium
Das Selbsterhalter_innenstipendium ist eine Sonderform der Studienbeihilfe, die an Personen ausbezahlt wird, die sich vor Beginn ihres Studiums „zur Gänze selbst erhalten“ haben, sprich ihr eigenes
Einkommen hatten.Wer hat Anspruch?
Als Selbsterhalter_in gilt, wer sich vor der ersten
Zuerkennung von Studienbeihilfe mindestens vier
Jahre (48 Monate) zur Gänze selbst erhalten hat
und die jährlichen Einkünfte zumindest 7.272 €
vor der Steuer – also brutto minus Sozialversicherung, Werbekosten- und Sonderausgabenpauschale – betragen haben.
Eine aliquote Berechnung in Rumpfjahren ist
zulässig (z.B. im Jahr des Beginns der Berufstätigkeit).Als Zeiten des Selbsterhalts gelten auch solche,
in denen du z.B. Arbeitslosengeld, Karenzgeld,
Notstandshilfe oder Krankengeld bezogen hast,
zumindest dann, wenn über das Kalenderjahr zumindest 7.272 € verdient wurden.
Probleme können sich ergeben, wenn du vor Beginn des Studiums, für das du ein Selbsterhalter_innenstipendium beziehen möchtest, schon
einmal inskribiert warst und auch nur einen Antrag auf Studienbeihilfe gestellt hast. Auch beim
Leistungsnachweis kann es bei einer früheren
Inskription zu Problemen kommen.Zeiten des Präsenz- bzw. Zivildienstes gelten
jedenfalls als Zeiten des Selbsterhaltes, unabhängig von der Einkommenshöhe. Lehrzeiten
und Zeiten, in denen Wais_innenpension bezogen wurde, sind dann Zeiten des Selbsterhaltes,
wenn die Einkommensgrenze erreicht wird (z.B.
in manchen Berufen im dritten Lehrjahr).33Altersgrenze? Studienerfolg?
Grundsätzlich muss das Studium vor Vollendung
des 30. Lebensjahres begonnen werden. Diese
Grenze erhöht sich für Selbsterhalter_innen um
ein weiteres Jahr für jedes volle Jahr, in dem sie
sich länger als vier Jahre selbst erhalten haben –
maximal bis zum 35. Lebensjahr.
Für den günstigen Studienerfolg gelten dieselben
Regelungen wie bei der Studienbeihilfe (siehe
Kapitel: Studienbeihilfe), ebenso für einen eventuellen Studienwechsel.Höhe
Der Höchstauszahlungsbetrag für Selbsterhalter_
innen beträgt 679 € pro Monat - wenn die Familienbeihilfe von Selbsterhalter_innen nicht mehr
bezogen wird, gelangt hier der gesamte Betrag
Studierende mit Kind(ern) erhalten einen Zuschlag von 67 € pro Kind und Monat.
Wichtig für die Ermittlung der Auszahlungshöhe
des Selbsterhalter_innenstipendiums ist, dass die
soziale Bedürftigkeit und die finanzielle Situation
der Eltern nicht in die Berechnung mit einbezogen werden.
Grundsätzlich erhalten daher Selbsterhalter_innen die Höchststudienbeihilfe, die nur durch die
folgenden Faktoren vermindert wird:
»» die zumutbare Unterhaltsleistung der Ehepartnerin_des Ehepartners34»» die zumutbare Eigenleistung des_der Studierenden (der „Zuverdienst“)
»» die Familienbeihilfe und der Kinderabsetzbetrag, falls auch noch Anspruch auf die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag besteht (diese werden aber dann an die Eltern
ausgezahlt).Wie viel darf dazu verdient werden?
Was die Verdienstgrenze betrifft, gilt dasselbe
wie für alle Bezieher_innen von Studienbeihilfe.
Es gibt eine Jahresgrenze in Höhe von 8.000 €,
wenn du darüber verdienst fällt das Selbsterhalter_innenstipendium nicht zur Gänze weg, sondern verringert sich um jenen Betrag, den du
zuviel verdient hast.Antrag
Der Antrag erfolgt gleich wie der Antrag auf
„normale“ Studienbeihilfe bei der Studienbeihilfenbehörde, wobei die Unterlagen für Eltern und
Geschwister wegfallen.
Bei der erstmaligen Antragsstellung musst du
zusätzlich ein Formular ausfüllen, in dem du die
Zeiten deines Selbsterhaltes angibst und mit
deiner Unterschrift bestätigst; außerdem musst
du entsprechende Nachweise über die Zeiten des
Selbsterhaltes und dein jährliches Einkommen
vorweisen z.B. durch Lohnzettel, Einkommenssteuerbescheide und ähnliche Bestätigungen.[ selbsterhalter_innen ]Bezieher_innen eines Selbsterhalter_innenstipendiums erhalten so wie alle Bezieher_innen von Studienbeihilfe einen
Studienzuschuss in der Höhe von 363 €
pro Semester, erhalten also die Studiengebühren refundiert, falls sie diese zu zahlen
haben.shortcutStudienzuschussSelbsterhalter_innenstipendium
»» Höhe: max. 679 € pro Monat
»» Student_in muss über 4 Jahre zumindest
jährlich 7.272 € (vor Steuer) verdient haben
»» Günstiger Studienerfolg notwendig
»» Soziale Bedürftigkeit NICHT relevant
»» Studium muss vor dem 30. (35.) Lebensjahr begonnen werden
»» Für die Mindeststudiendauer und ein Toleranzsemester (pro Abschnitt)
»» Beantragung bei der Studienbeihilfenbehörde
»» Nachweispflicht: 30 ECTS/14 SWS nach
zwei Semestern, eventuell auch 90
ECTS/42 SWS nach 6 Semestern
pro Kalenderjahr35[ studienabschluss ]Studienabschlussstipendium
Für berufstätige Studierende, die für die Abschlussphase ihres Studiums die Berufstätigkeit aufgeben
wollen, gibt es die Möglichkeit eines Studienabschlussstipendiums (SAS). Ein Studienabschlussstipendium beträgt monatlich zwischen 600 und 1.040 €.
Bei einer Beschäftigung von 18 Wochenstunden
(Halbtagsbeschäftigung) wird der Mindestbetrag
ausbezahlt, für jede weitere Arbeitswochenstunde erhöht sich das Stipendium um 20 € pro Monat, so dass das Höchststipendium bei 40 Wochenstunden 1040 € beträgt.
Bei Selbständiger Beschäftigung erhöht sich der
Mindestbetrag jeweils um 20 € pro 300 € die du
mehr als 6.000 € pro Jahr verdient hast.
Falls Studiengebühren zu entrichten sind, werden
diese refundiert.
ACHTUNG Wird der Studienabschluss nicht innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Auszahlung
des SAS nachgewiesen, ist das gesamte Studienabschlussstipendium zurückzuzahlen!
Die Voraussetzungen für die Zuerkennung sind,
dass du:
»» das Studium in 18 Monaten abschließen
kannst (dies wird angenommen wenn dir neben der Diplomarbeit/Masterarbeit noch 20
ECTS/10 SWS oder zwei Fachprüfungen fehlen
– wenn keine Abschlussarbeit anzufertigen
ist, verdoppeln sich diese Maßzahlen);36»» in den letzten vier Kalenderjahren zumindest
drei Jahre lang halbtags erwerbstätig warst
(Mutterschutz und Karenz werden angerechnet);
»» in den letzten vier Jahren keine Studienbeihilfe bezogen hast;
»» jede Berufstätigkeit aufgibst und
»» noch kein Studienabschlussstipendium erhalten hast.Förderungsdauer
Ein Studienabschlussstipendium kann längstens
für die folgenden Zeiten bezogen werden:
»» sechs Monate, wenn neben der Abschlussarbeit noch 10 ECTS/5 SWS/eine Fachprüfung
»» 12 Monate wenn neben der Abschlussarbeit
noch 20 ECTS/10 SWS/zwei Fachprüfungen offen sind (auch hier gilt der doppelte Umfang
wenn keine Abschlussarbeit verfasst wird);»» noch kein anderes Studium (Ausnahme: Bachelorstudium) oder eine andere gleichwertige Ausbildung abgeschlossen hast;»» für je weitere sechs Monate, wenn du eine
besonders aufwändige Abschlussarbeit nachweist.»» noch nicht 41 Jahre bist;Der Antrag auf das SAS ist frühestens drei Monate vor und spätestens drei Monate nach Be-[ förderungsstipendium ]ginn des beantragten Zuerkennungszeitpunktes
bei der Studienbeihilfenbehörde einzubringen.
Auf das Studienabschlussstipendium besteht allerdings kein Rechtsanspruch!Leistungs- und
lich und direkt
dungseinrichtungenwerden
jährvon den Bilvergeben.Ein Leistungsstipendium darf 726,72
€ (700 € an den Pädagogischen
unterschreiten und 1.500 € nicht überschreiten.
Studierende von Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen können um ein Leistungsstipendium
5% der Mittel für Studienförderung müssen
beim Bundesministerium für Wissenschaft
und Forschung für Leistungs- und Förderungsstipendien an den Universitäten und
Fachhochschulen bereitgestellt werden.
Für die Leistungsstipendien an den
müssen 2% der Mittel für Studienförderung vom Ministerium für Unterricht,
Kunst und Kultur bereitgestellt werden.Wenn du die Voraussetzungen erfüllst,
kannst du dich einmal jährlich bei deiner
Hochschule um ein Leistungsstipendium
bewerben – die Zuerkennung erfolgt im
Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung
direkt bei deiner Hochschule.Voraussetzungen sind:
»» Die Einhaltung der Mindeststudiendauer plus einem Toleranzsemester
(pro Abschnitt). Es gelten dieselben
Verlängerungsgründe wie bei der Studienbeihilfe.
»» Ein Notendurchschnitt von mindestens
2,0 - Es wird aber meist ein besserer
»» Die Erfüllung der Ausschreibungsbedingungen der jeweiligen Ausbildungsanstalt.37vsstöinfo
LeistungsstipendienAuf Zuerkennung besteht kein
Rechtsanspruch. Darüber hinaus
hängt die Höhe des Leistungsstipendiums auch davon ab, wie viele
andere Studierende dieselbe Studienleistung wie du erbringen und
ebenfalls einen Antrag stellen.Leistungsstipendien sind aus Sicht des
VSStÖ zu kritisieren, weil universitäre
Leistung auch von der sozialen Lage
der Studierenden abhängt (Vollzeitstudent_innen versus Werktätige oder
Studierende mit Kind/ern) und dieser
Aspekt nicht berücksichtigt wird.Förderungsstipendien können zur
Förderung wissenschaftlicher oder
künstlerischer Arbeiten von Studierenden beantragt werden. Ausschreibung, Rechtsanspruch und
Zuerkennung sind gleich geregelt
wie bei den Leistungsstipendien.Abgesehen davon, dass an vielen Universitäten die Leistungsstipendien
nach Gutdünken von Einzelpersonen
vergeben werden und kein Rechtsanspruch darauf besteht.Die Höhe der Förderstipendien beträgt zwischen 700 und 3.600 €
pro Studienjahr. Allerdings ist der
Leistungsnachweis auf die Förderungseignung der wissenschaftlichen Arbeit beschränkt.Die Entwicklung hin zu einer leistungsorientierten Einzelförderung, weg von
einer sozial ausgewogenen Förderung,
ist für den VSStÖ mehr als bedenklich.38[ auslandsstudium ]Beihilfe für ein
Wenn du Studienbeihilfe beziehst, hast du während eines mindestens dreimonatigen (einmonatigen
für Pädagogische Hochschulen) Auslandsaufenthalts zusätzlich zu deiner Studienbeihilfe Anspruch auf
ein Auslandsstipendium.
Du musst dich dazu im zweiten Abschnitt deines
Studiums bzw. wenn du keine Abschnitte hast, im
dritten Semester befinden.
Die zusätzliche Beihilfe ist von den Lebenskosten
in dem Land abhängig in das du gehst und beträgt zwischen 73 € (Slowakei, Slowenien, Tschechien) und 582 € (Japan) pro Monat.
Darüber hinaus wird mit der ersten erhöhten Rate
ein Reisekostenzuschuss ausbezahlt – dieser beträgt je nach Lage des Landes zwischen 22 und
1.129 € (einmalig).
Mit dem Antrag, der spätestens drei Monate
nach Ende deines Auslandsstudiums einzubringen ist, muss die voraussichtliche Dauer angegeben werden, dein Studienprogramm
und eine Bestätigung deiner Universität.
Auch für dieses Stipendium musst du einen Leistungsnachweis über die im Ausland abgelegten
Prüfungen erbringen.Der mindestens zu leistende Studienerfolg ist von
der Dauer des Aufenthalts abhängig und beträgt für:
»»5 Monate: 6 Wochenstunden
16-20 Monate: 24 WochenstundenDer Erfolgsnachweis kann auch dadurch erbracht werden, dass du einen Studienerfolg von 3 ECTS pro Monat für die Dauer
Auslandsstudiums
Wird kein entsprechender Nachweis erbracht, ist
die gesamte erhaltene Auslandsstudienbeihilfe
WICHTIG Während eines Auslandsaufenthaltes im
Rahmen eines Mobilitätsprogramms (z.B. Erasmus) kannst du auch ein Stipendium erhalten,
wenn du kein_e Studienbeihilfenempfänger_in
bist, aber von deiner Heimathochschule im Rahmen eines Austauschprogrammes nominiert worden bist – in diesem Fall ist der Antrag beim zuständigen Erasmus-Referat zu stellen. Auch hier
variieren die Beihilfen je nach Land und auch hier
müssen Leistungsnachweise erbracht werden.39Darüber hinaus bist du – wenn du über ein
Austauschprogramm (z.B. Erasmus) nominiert
wurdest - weiterhin an deiner Heimathochschule inskribiert (kannst also Prüfungen
ablegen) und von den Studiengebühren
befreit (stelle einen Antrag auf Erlass).
Nähere Infos gibt es unter: www.erasmus.atMobilitätsstipendium
Wer sein Studium zur Gänze im Ausland absolvieren will, kann, wenn soziale Bedürftigkeit
vorliegt, im Rahmen eines so genannten „Mobilitätsstipendiums“ Studienbeihilfe erhalten, und
zwar wenn das Diplom-, Bachelor- oder Masterstudium in einem EWR-Land oder in der Schweiz
betrieben wird.»» Der Wohnsitz und der Lebensmittelpunkt waren die letzten fünf Jahre in Österreich.Anspruch haben grundsätzlich:
»» Gleichgestellte Ausländer_innen
»» KonventionsflüchtlingeDer höchstmögliche Auszahlungsbetrag des Mobilitätsstipendiums beträgt 679 € pro Monat.
Eventuelle in- oder ausländische Beihilfen, die
außerdem zum Zweck der Studienförderung bezogen werden, mindern diesen Betrag.Voraussetzungen sind neben jenen Voraussetzungen die auch für die Studienbeihilfe gelten
(Altersgrenze, soziale Bedürftigkeit, usw.):Günstiger Studienerfolg & Anspruchsdauer»» Das Studium soll zur Gänze im Ausland absolviert werden.
»» Die Hochschulreife (Matura, Studienberechtigungsprüfung) wurde in Österreich erworben.40»» Es dürfen noch keine Beihilfen nach dem Studienförderungsgesetz beantragt worden sein.HöheUm das Mobilitätsstipendium weiter beziehen zu können, müssen jährlich 30 ECTS an
werden.[ auslandsstudium ]Der Bezug eines Mobilitätsstipendiums
ist für die Mindeststudiendauer des gesamten Studiums zuzüglich eines Toleranzsemesters möglich.AntragshortcutDie erste Auszahlung erfolgt erst nach
dem erfolgreichen Ablegen von Prüfungen im Ausmaß von 15 ECTS.Mobilitätsstipendium
»» Für ein gänzliches Diplom, Bacheloroder Masterstudium in einem EWR-Staat
»» Höhe: max. 679 € pro MonatDer Antrag auf ein Mobilitätsstipendium ist zwischen 1. März (für das folgende Studienjahr) und 31. Juli (des
laufenden Studienjahres) bei der Studienbeihilfenbehörde
Darüber hinaus muss beim Antrag eine
Erklärung über etwaige weitere Beihilfenbezüge eingereicht werden.»» Soziale Bedürftigkeit und günstiger
Studienerfolg notwendig
»» Auszahlung erst ab einem Erfolg von 15
»» Für die Mindeststudiendauer und ein
»» Nachweispflicht: 30 ECTS pro Studienjahr
»» Studienwechsel: 2x nach je maximal 2
pro Kalenderjahr41Waisenpension
Wenn deine Mutter oder dein Vater verstorben
sind, hast du unter bestimmten Voraussetzungen
Anspruch auf eine Waisenpension.von 16 ECTS/8 SWS pro Studienjahr und der
Einhaltung der Durchschnittsstudiendauer aber
gegeben).Die nachfolgenden Informationen beziehen sich
auf die Waisenpension nach dem Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Das ASVG gilt,
wenn der verstorbene Elternteil unselbständig
beschäftigt war.Anspruchsberechtigt bist du ab dem nächstfolgenden Monatsersten, ausgehend vom
Todestag deines Elternteils. Dein Elternteil muss eine bestimmte Mindestzeit versichert gewesen sein, die verlangten Versicherungszeiten sind nach Alter gestaffelt.Für andere Berufsgruppen (z.B. Selbständige, Beamt_innen) ist die Waisenpension unter Umständen etwas anders geregelt.
Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein,
um Anspruch auf Waisenpension zu erwerben:
»» Tod eines Elternteils
»» Mindestversicherungszeit des Elternteils
»» KindeseigenschaftKindeseigenschaft
Anspruch auf Waisenpension haben nach dem Tod
eines_einer Versicherten die Kinder.
Als Kinder gelten die ehelichen, die unehelichen
und die Wahlkinder des_der Versicherten, sowie
die Stiefkinder, wenn sie in ständiger Hausgemeinschaft mit dem_der Verstorbenen gelebt haben.
Als Student_in kannst du die Waisenpension bis
zu deinem 27. Lebensjahr beziehen, solange du
ein ernsthaftes und zielstrebiges Studium auf
Aufforderung nachweisen kannst (hier gibt es
keine genau definierten Grenzen, grundsätzlich
ist die Ernsthaftigkeit bei einer Studienleistung42Hatte deine Mutter/dein Vater bis zum
Tod bereits Pension beansprucht, gilt
Die Beantragung der Waisenpension erfolgt bei
dem für den verstorbenen Elternteil zuständigen
Versicherungsträger. Die Formulare können unter
www.pensionsversicherung.at heruntergeladen
Deine Pension ist auch von dem Zeitpunkt deiner Antragsstellung (Antragstag) abhängig. Die
Waisenpension wird dir ab dem Tag nach dem Tod
deiner Mutter/deines Vaters zuerkannt, wenn du
den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach
dem Tod stellst.
Bei späterer Antragsstellung ist der Antragstag gleichzeitig auch der Pensionsbeginn.Krankenversicherung
Durch den Anspruch auf Waisenpension bist du
automatisch krankenversichert. Dir entstehen
dadurch keine zusätzlichen finanziellen Belastungen.[ waisenpension ]Höhe der Waisenpension
Die Basis für die Berechnung der Wais_innenpension bildet immer eine 60%ige Witwen- oder
Witwerpension, unabhängig davon, ob bzw. in
welcher Höhe diese tatsächlich anfällt.Für die Familienbeihilfe ist sie jedoch nicht maßgeblich, das heißt eine drohende Rückzahlung
der Familienbeihilfe steht dir jedenfalls – auch
wenn die Waisenpension mehr als 10.000 € pro
Jahr ausmachen sollte – nicht ins Haus.Die Wais_innenpension beträgt somit
»» bei Tod eines Elternteiles 40 Prozent
»» bei Tod beider Elternteile 60 Prozent
des Anspruches der fiktiven oder realen Witwenbzw. Witwerpension.
ACHTUNG Eine Waisenpension gilt als Einkommen im Sinne des Studienförderungsgesetzes,
sie vermindert also – wenn du dadurch mehr als
8.000 € pro Jahr verdienst – ein dir möglicherweise zustehendes Stipendium!43Fahrtkostenzuschuss
Bezieher_innen und von Studienbeihilfe können Fahrtkostenzuschüsse in drei möglichen Varianten
erhalten:1. Ersatz für tägliche Fahrtkosten2. Kosten für die HeimfahrtDie Höhe orientiert sich an den tatsächlichen Kosten auf Basis der begünstigten Student_innentarife in der Kernzone. Es gilt ein Selbstbehalt
von jährlich 50 €. Als Nachweis über die tägliche
Nutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels musst
du der Studienbeihilfenbehörde einen personenbezogenen Fahrausweis bringen.Hier werden Kosten für die Fahrt zwischen Wohngemeinde der Eltern und Studienort ersetzt. Die
Höhe richtet sich nach der Entfernung des Studienorts (wird aber erst ab mindestens 200 km
ausbezahlt).Der Fahrausweis (z.B. Semesterticket) ist im Original vorzulegen. Für Studierende, die außerhalb
ihres Studienortes aber noch innerhalb der Zumutbarkeitsgrenze wohnen, gibt es zusätzlich eine
Unterstützung von einem € pro Kilometer Entfernung und Monat, bis zu 700 € pro Jahr.44»» Über 200 km: 100 €/Jahr
»» Über 300 km: 180 €/Jahr
»» Über 500 km: 260 €/Jahr3. Fahrtkosten für Auslandsstudien
Die Höhe orientiert sich an den Studierendentarifen
für die Bahn oder den Flug in das jeweilige Land
(siehe: Beihilfen für ein Auslandssemester/-jahr).[ gis–befreiung ]GIS-Befreiung
Die Befreiung gilt nur für Studienbeihilfe-Bezieher_innen oder für Bezieher_innen von anderen
Wenn dir diese Zuschussleistung zuerkannt wird,
erwirbst du bei Vorlage des Bescheides über die
Zuerkennung der Zuschussleistung auch das Recht
auf eine Gutschrift auf die monatliche Telefonrechnung in der Höhe von einer Gesprächsstunde.
Neben dem Bezug der Studienbeihilfe ist es notwendig, dass an dem Wohnsitz für den die Gebührenbefreiung gilt, der Hauptwohnsitz der_des
Studierenden angemeldet ist und ein gewisses
Einkommen für den gesamten Haushalt nicht
überschritten wird.Der Antrag auf Befreiung von der Rundfunkgebühr und auf Zuerkennung der Zuschussleistung
des dafür aufgelegten Formulars an die
Über den Antrag entscheidet die GIS mittels
Bescheid, gegen den eine Berufung an den/die
BundesministerIn für Verkehr, Innovation und
Technologie möglich ist.
Unter http://www.orf-gis.at gibt es nähere Informationen und das Antragsformular. Das Formular
erhältst du aber auch in Trafiken und Postämtern.4546[ unterhalt ]Unterhalt
Deine Eltern weigern sich dir dein Studium
weiter zu finanzieren, du bekommst aber auch
nicht die vollen staatlichen Unterstützungen?
In Österreich sind Eltern grundsätzlich verpflichtet, Unterhalt zu leisten, also auch für die Lebenserhaltungskosten ihrer studierenden Kinder
aufzukommen, aber nur dann, wenn diese noch
nicht selbsterhaltungsfähig sind (vgl. §140
ABGB).
Was den Unterhalt betrifft, ist vieles in den Gesetzen nicht klar geregelt, die Rechtssprechung
hat aber gewisse Richtwerte geschaffen.Selbsterhaltungsfähigkeit
Wer nicht selbsterhaltungsfähig ist, hat grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt. Die Selbsterhaltungsfähigkeit wird grundsätzlich mit Abschluss
der Berufsausbildung angenommen. Anspruch
auf eine weiterführende Berufsausbildung (z.B.
Studium) hast du, wenn du die Voraussetzungen
erworben hast (z.B. Matura, Studienberechtigungsprüfung).
Die Eltern müssen ihren Kindern alle notwendigen Ausgaben während der Ausbildung bezahlen;
zwar abhängig von ihren Einkommens- und Lebensverhältnissen, aber unabhängig vom sozialen Status oder der eigenen Ausbildung. Die Unterhaltspflicht endet nicht mit einer bestimmten
Altersgrenze, sondern mit der Selbsterhaltungsfähigkeit. Diese liegt eigentlich erst mit Ende des
Studiums vor.Eignung zum Studium
Mit einer Reife- oder Studienberechtigungsprüfung wird die Eignung zum Studium angenommen. Unterhaltsberechtigt (also nicht selbsterhaltungsfähig) bist du nur dann, wenn das
Studium „ernsthaft und zielstrebig“ betrieben
wird. Auch hier gibt es keine genauen Stundenzahlen die vorgeschrieben sind, jedoch wird von
der Rechtssprechung grundsätzlich die „durchschnittliche Studiendauer“ zur Beurteilung verwendet.Studienwechsel
Ein einmaliger Studienwechsel wird von der
Rechtssprechungspraxis toleriert und schmälert
nicht den Anspruch auf Unterhalt. Ein mehrmaliger Studienwechsel wird jedoch nicht akzeptiert, außer es liegen besondere Rechtfertigungsgründe vor.
Studienwechsel, die für die Familienbeihilfe und
die Studienbeihilfe als „schädlich“ gelten, (also
nach mehr als zwei Semestern) wirken sich auch
negativ auf den Unterhaltsanspruch aus. In diesem Fall werden dann die bereits verbrauchten
Semester von der Anspruchsdauer abgezogen.
Du wechselst nach zwei Semestern Jus auf BWL
– die durchschnittliche Studiendauer von BWL beträgt 11 Semester – der Unterhaltsanspruch bleibt
nach dem Wechsel noch 11 Semester aufrecht.47Beispiel 2:
Du wechselst nach vier Semestern Jus auf BWL
– in diesem Fall werden die zwei Semester, die
bereits „überschüssig“ verbraucht wurden, von
der Anspruchsdauer abgezogen. Bei einer durchschnittlichen Studiendauer von 11 Semestern
bleibt der Unterhaltsanspruch also nur mehr 9
Semester aufrecht.Höhe der Unterhaltsverpflichtung
Die Höhe des Unterhalts ist im Gesetz nicht geregelt. Die Rechtssprechung hat aber auch hier Grundsätze für die Berechnung der Höhe entwickelt.
Dazu ist zunächst zwischen dem Naturalanspruch
und dem Geldanspruch zu unterscheiden.
Naturalanspruch:
Der Unterhalt wird bei gemeinsamem Haushalt
(sprich: du wohnst bei den Eltern/einem Elternteil) grundsätzlich in Naturalien geschuldet
(also: du darfst dort wohnen, bekommst Essen,
saubere Wäsche etc.).Geldanspruch
»» 0 und 6 Jahren 16%
»» zwischen 6 und 10 Jahren 18%
»» zwischen 10 und 15 Jahren 20%
»» über 15 Jahren 22% (für Studierende relevant)48des Einkommens des_der Unterhaltsschuldner_in
(also des Elternteils, der nicht im gemeinsamen
Haushalt lebt) zu. Dieser Prozentsatz verringert
sich, wenn der_die Unterhaltsschuldner_in noch
andere Unterhaltsverpflichtungen (andere Kinder
oder Ehepartner_in) hat:
»» um je 1 % für Kinder unter 10 Jahren
»» um je 2 % für Kinder über 10 Jahren
»» um 1-3 % für Ehepartner_innen – abhängig
von der Berufstätigkeit.
Die Höhe des Unterhalts wird normalerweise
mit dem 2,5-fachen „Regelbedarf“ (ein vom Finanzamt bestimmter Finanzbedarf für ein Durchschnittskind einer bestimmten Altersklasse. Im
Moment ca. 1.300 € für Studierende über 19 Jahren) begrenzt.
Die Unterhaltspflicht ist eine primäre Verpflichtung der Eltern. Das heißt: Zuerst müssen sie
Unterhalt bezahlen, dann erst andere Verpflichtungen (zum Beispiel Kredite).Eigenes Einkommen
Während des Studiums besteht keine Verpflichtung, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die
Eltern können ihr studierendes Kind grundsätzlich nicht zwingen zu arbeiten und sich damit
den Unterhalt selbst zu verdienen.
Jedoch hat sich in der Rechtssprechung die Praxis ergeben, dass je nach dem Einkommen der Eltern für Studierende aus einfachen Verhältnissen
Erwerbsarbeit (z.B. in den Sommermonaten) als
zumutbar gilt.[ unterhalt ]Wenn ein eigenes Einkommen erzielt wird, kann
dieses den Unterhalt vermindern. Durch den eigenen Verdienst verringert sich nämlich der Bedarf,
den du gegenüber den Eltern geltend machen
Selbsterhaltungsfähigkeit und somit gänzlicher
Verlust irgendwelcher Unterhaltsansprüche wird
bei einem Verdienst über dem Ausgleichszulagenrichtsatz (857,73 € - Stand 2014) angenommen.Folgen von Heirat oder
Die Hochzeit wird leider immer noch oft als Argument verwendet, keinen Unterhalt mehr zu zahlen: Der Brautvater eröffnet seinem Kind, nach
der Heirat keinen Unterhalt mehr zahlen zu wollen, denn wer eine Ehe führt, sei erwachsen und
müsse sich selbst ernähren.
Prinzipiell geht tatsächlich nach einer Heirat die
Unterhaltsverpflichtung der Eltern auf den_die
Partner_in über. Dies aber nur dann, wenn er_sie
über ein entsprechendes Einkommen verfügt und
somit ausreichenden Unterhalt leisten kann.
Dies ist dann der Fall, wenn der Anspruch auf
Familienbeihilfe infolge der Heirat (wenn der_die
Ehepartner_in ein zu hohes Einkommen hat)
Wenn beide Eheleute studieren, ist dies in der
Regel nicht der Fall, damit bleibt die Unterhaltsverpflichtung der Eltern aufrecht.Grundsätzlich besteht während des Präsenz-/
Zivildienstes kein Anspruch auf Unterhalt,
da davon ausgegangen wird, dass in diesem
Fall der Staat die Unterhaltskosten deckt.
Dies ist natürlich in Wahrheit nicht der Fall, kein
Präsenzdienstleistender kann sich mit knapp 300
€ und einer Unterkunft in einer Kaserne selbst
erhalten.Recht auf eine eigene Wohnung?
Ab Erreichen der Volljährigkeit hast du die Möglichkeit zu leben wo und wie du willst. Die Eltern
sind aber nur dann zur Zahlung der Mehrleistung
(Miete deiner eigenen Wohnung) verpflichtet,
wenn du nicht im gemeinsamen Haushalt leben
kannst, da z.B. die tägliche Anreise zum Studienort nicht zumutbar ist.Auszahlung
Der Unterhalt (sofern es sich um einen Geldanspruch handelt) muss direkt an das volljährige
Kind überwiesen werden – nur bei Minderjährigen
ist eine Auszahlung an den_die gesetzliche_n
Vertreter_in möglich.Verzicht auf Unterhalt
Unterhaltsansprüche des Kindes sind unverzichtbare Ansprüche. Unterhaltsfragen sind meist
schwierig zu klären, weil es nicht nur um Geld,
sondern auch um die eigene familiäre Situation
geht, die oftmals (vor)belastet ist.49shortcut
»» Höhe: abhängig von den Einkommen und
Lebensverhältnissen der Eltern, max. das
2,5-fache des Regelsatzes
»» Studienberechtigung und ernsthaft betriebenes Studium notwendig
»» Keine Altersgrenze
»» Für die jeweilige Durchschnittsstudiendauer
»» Zuverdienstmöglichkeiten: max. Ausgleichszulagenrichtsatz pro Monat
»» Nicht während Präsenz-/Zivildienst
»» Ehe schmälert Anspruch nicht, wenn kein
ausreichendes Einkommen vorliegt50[ unterhalt ]Barrierefreiheit
51Studieren mit Beeinträchtigung
Studierende mit gewissen schweren Beeinträchtigungen erhalten je nach Grad der Beeinträchtigung einen Zuschlag zur Studienbeihilfe. Ebenfalls
von der jeweiligen Beeinträchtigung abhängig
können für mindestens zwei zusätzliche Semester
Studienbeihilfe bezogen werden, wenn du zu 50%
beeinträchtigt oder chronisch krank bist.
Außerdem kannst du ein Studium bis zum 35.
Lebensjahr und nicht wie gewöhnlich bis zum
30. Lebensjahr beginnen, ohne den Anspruch auf
Studienförderung zu verlieren.Ausbildungsbeihilfe
Diese kann vom Bundessozialamt gewährt werden, wenn nachweislich schon um Studienbeihilfe angesucht wurde. Wenn du Ausbildungsbeihilfe
und Studienbeihilfe beziehst, wird die Ausbildungsbeihilfe um die gewährte Studienbeihilfe gekürzt.
Die Höhe beträgt maximal 627 € pro Monat, aber
nur, wenn du einen situations- oder beeinträchtigungsbedingten Mehraufwand für deine Ausbildung nachweisen kannst.Erhöhte Familienbeihilfe
Rechtsanspruch auf die erhöhte Familienbeihilfe
besteht für Kinder mit einer mindestens 50%igen
Beeinträchtigung. Diese ist durch eine Bestätigung des Bundessozialamtes nachzuweisen. Die
erhöhte Familienbeihilfe beträgt 138,30 € pro
Monat und wird zusätzlich zur Familienbeihilfe
ausbezahlt.52Die erhöhte Familienbeihilfe kann bis zum 25.
Lebensjahr gewährt werden. Falls bei Studierenden vor dem 25. Lebensjahr eine dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt, wird die Familienbeihilfe zeitlich unbegrenzt genehmigt.
Antragsformulare liegen bei jedem Finanzamt
Sie kann bis zu 5 Jahre rückwirkend beantragt
werden und sie ist nicht zum Einkommen des_der
Studierenden zu zählen. Somit vermindert sie
nicht den zivilrechtlichen Unterhaltsanspruch
des_der Studierenden (Allgemeine Infos dazu im
Kapitel: Allgemeine Unterstützungen - Familienbeihilfe)Pflegegeld
»» Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen
einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung bzw. einer Sinnesbeeinträchtigung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird.
»» ständiger Pflegebedarf von monatlich mehr
als 60 Stunden.
»» Gewöhnlicher
Österreich, wobei auch die Gewährung von
Pflegegeld im EWR Raum unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.[ barrierefrei ]DauerleistungUnterstützungsfondsBei Arbeitsunfähigkeit besteht enweder Anspruch
auf Invaliditätspension (I-Pension) oder die Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS). Für die
I-Pension ist die Pensionsversicherungsanstalt
zuständig – für die BMS die Bezirkshauptmannschaften bwz. die Magistrate.Aus diesem Fonds werden an Personen Zuwendungen gewährt, die durch ein insbesondere mit
ihrer Beeinträchtigung in Zusammenhang stehendes Ereignis in eine soziale Notlage geraten sind
(§ 22 des Bundesbehindertengesetzes).Steuerliche Freibeträge
Wer durch eine Körperbeeinträchtigung außergewöhnliche und spezielle Ausgaben tätigen muss,
kann diese Beträge von der Steuer absetzen.
Hierfür wird ein Pauschalbetrag angenommen,
der zwischen 75 € und 726 € im Jahr liegen kann,
abhängig vom Grad der Beeinträchtigung.
Der Beeinträchtigungsgrad muss durch eine
amtliche Bescheinigung nachgewiesen werden.
Hilfsmittel, die nicht regelmäßig anfallen, z.B.
ein Rollstuhl, ein Hörgerät etc. werden zusätzlich
Auch Heilbehandlungen können ohne Kürzung
durch den Selbstbehalt berücksichtigt werden.
Zusätzlich kann ein Freibetrag zwischen 42 € und
70 € pro Monat für Krankendiätverpflegung geltend gemacht werden.
Wer auf Grund einer körperlichen Beeinträchtigung ein Privatauto braucht, kann einen Freibetrag von 190 Euro im Monat geltend machen (Bei
Taxifahrten bis zu 153 Euro).
Als Nachweis gilt der Zusatzeintrag „Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel“
oder „Blindheit“ im Behindertenpass.Anträge sind beim zuständigen Bundessozialamt
einzubringen. Diese können formlos eingebracht
werden, sollten aber Kopien von Beilagen und
eine gute Begründung beinhalten.ÖH-Sozialfonds
Die ÖH-Bundesvertretung kann für Studierende mit Behinderung gegen Vorlage entsprechender Rechnungen bis zu 4.000 €
pro Studienjahr an Unterstützung leisten.
Anträge sind im Sozialreferat der ÖH-Bundesvertretung zu stellen, Infos unter www.oeh.ac.at.Studienbezogene Infrastruktur
An vielen österreichischen Universitäten gibt es
spezielle Blindenleseplätze. Dort kann Lern-material in entsprechender Form angefordert werden
(z.B. Großdruck, Brailledruck, Kassettenaufnahmen usw.).
Hörbeeinträchtigte oder gehörlose Student_innen
können am Bundessozialamt einen Antrag auf
Kostenübernahme für eine_n Gebärdensprachdolmetscher_in stellen.53Pflegegeld
»» ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist
»» zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich
sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu
erbringen sind oder
»» die dauernde Anwesenheit einer
Pflegeperson während des Tages
und der Nacht erforderlich ist,
weil die Wahrscheinlichkeit einer
»» keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit
funktioneller Umsetzung möglich
»» ein gleich zu achtender Zustand
vorliegt54PflegestufeBetrag in €
5154,20 €
902,30 €61.260,00 €71.655,80 €[ barrierefrei ]Studieren mit Kind55Kinderbetreuungsgeld
Im Gegensatz zum früheren Karenzgeld ist das
Kinderbetreuungsgeld keine Versicherungsleistung. Die vorangegangene Berufstätigkeit ist
somit nicht mehr notwendig – allerdings ist der
Bezug des Kindergeldes an bestimmte Voraussetzungen gebunden:
»» das Kind muss im selben Haushalt wohnen
»» für das Kind wird Familienbeihilfe oder eine
gleichartige ausländische Leistung bezogen
»» die Einkommensgrenze von 16.200 € pro Jahr
»» Eltern und Kind haben ihren Lebensmittelpunkt in Österreich und halten sich rechtmäßig in Österreich auf bzw. sind nach §8
Asylgesetz subsidiär schutzbedürftig und erwerbstätig.
Die Einkommensgrenze von 16.200 € bezieht sich
auf die Bruttoeinkünfte über das ganze Kalenderjahr. Wer über die Grenze kommt, verliert nicht
das gesamte Kindergeld, sondern muss nur den
Teil, der zuviel verdient wurde, zurückzahlen.
ACHTUNG Wenn der Anspruch auf Kindergeld
nicht das ganze Jahr über besteht, verringert
sich die Einkommensgrenze aliquot.
Es gibt fünf verschiedene Modelle des Kinderbetreuungsgeldes, vier Pauschalmodelle und ein
einkommensabhängiges.56Einkommensabhängiges
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 80% des letzten
Nettoeinkommens (mindestens 1.000 € und maximal 2.000 €) und wird bis zum vollendeten 12.
Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 14. Lebensmonat).
Es ist erlaubt, neben dem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes geringfügig zu arbeiten (monatlicher
Maximalverdienst: 395,31 Euro, Stand 2014).12 + 2 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 33 Euro pro
Tag (ca. 1.000 Euro monatlich)und wird bis zum
vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes gewährt
(wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 14.
Lebensmonat).15 + 3 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 26,60 Euro pro
Tag (ca. 800 Euro monatlich) und wird bis zum
vollendeten 15. Lebensmonat des Kindes gewährt
(wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 18.
Lebensmonat).20 + 4 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 20,80 Euro pro
Tag (ca. 624 Euro monatlich) und wird bis zum
vollendeten 20. Lebensmonat des Kindes gewährt
(wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 24.
Lebensmonat).[ studieren mit kind ]30 + 6 MonateBeantragungDas Kinderbetreuungsgeld beträgt 14,53 Euro pro
Tag (ca. 436 Euro pro Monat) monatlich und wird
bis zum vollendeten 30. Lebensmonat des Kindes
gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis
zum 36. Lebensmonat).Beantragt wird das Kinderbetreuungsgeld bei der
zuletzt zuständigen Krankenkasse.Zuverdienst und Zuschuss bei einkommensunabhängigen VariantenAnspruch auf Wochengeld haben weibliche Erwerbstätige während der Mutterschutzfrist. In
dieser Frist besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot.Es ist erlaubt, neben dem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes 16.200 € pro Jahr (oder maximal
60% des bisherigen Einkommens) dazuzuverdienen. Ein Zuschuss zum Kinderbetreuungsgeld
von 6,06 Euro pro Tag (ca. 181 Euro pro Monat)
wird geleistet, wenn das jährliche Einkommen
des_der Bezieher_in unter 6.100 Euro liegt und
der zweite Elternteil nicht mehr als 16.200 € im
Jahr verdient.WochengeldSie beginnt acht Wochen vor der voraussichtlichen Geburt und endet acht Wochen nach der
Geburt des Kindes (bei einer Früh-, Mehrlingsoder Kaiserschnittgeburt wird die Frist nach der
Geburt auf 12 Wochen verlängert).Anspruch
Anspruch auf Wochengeld haben:
»» unselbstständig erwerbstätige Frauen
»» freie Dienstnehmer_innen
»» geringfügig beschäftigte Selbstversicherte
»» Bezieher_innen von Arbeitlosen- oder Kinderbetreuungsgeld
Selbstständig erwerbstätige Frauen erhalten „Betriebshilfe“.
Die Höhe des Wochengeldes richtet sich nach
dem Einkommen der letzten Monate.57Studienbeihilfe für Studierende
Die Studienbeihilfe für Studierende mit Kind/ern
wird genau gleich berechnet wie für Studierende
ohne Kinder. Studierende mit Kind/ern erhalten
jedoch einen Zuschuss von 67 € pro Kind und Monat zur Studienbeihilfe. Bei Geburt eines Kindes
ist – um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen
– ein Abänderungsantrag bei der Studienbeihilfenbehörde notwendig.Freibeträge und Altersgrenzen
Grundsätzlich kannst du bei Studienbeihilfenbezug 8.000 € pro Jahr dazuverdienen, ohne dass
sich die Studienbeihilfe schmälert. Pro Kind zwischen 0 und 6 Jahren, für das du während des
Studiums Unterhalt leisten musst, steht allerdings ein Freibetrag in dir der Höhe von 2.762
bis 4.216 € pro Jahr pro unterhaltsberechtigtem
Kind, je nach Alter des Kindes/der Kinder. Das
heißt, die Einkommensgrenze verschiebt sich um
diesen Betrag nach oben.Verlängerung der Anspruchsdauer
Wenn du Studienbeihilfe beziehst und während der
Anspruchsdauer ein Kind bekommst/erziehst, verlängert sich die Anspruchsdauer auf Studienbeihilfe, da du an der Studiertätigkeit gehindert wirst.
Für die Pflege und Erziehung eines Kindes bis
zum 6. Lebensjahr verlängert sich die Anspruchsdauer (wenn eine gesetzliche Verpflichtung vorliegt) um max. zwei Semester pro Kind.58Die Zeiten der Pflege und Erziehung eines
Kindes können nur dann geltend gemacht
werden, wenn eine gesetzliche Verpflichtung dazu besteht. Für Väter unehelicher
Kinder trifft dies im Normalfall nicht zu.
Durch eine Schwangerschaft wird die Anspruchsdauer um ein Semester verlängert. Der günstige
Studienerfolg (nach den ersten zwei Semestern)
muss aber trotz Schwangerschaft oder Kindererziehung nachgewiesen werden können, damit
Anspruch auf Studienbeihilfe besteht.
Wochen-, Karenz- und Kindergeld gelten als
Einkommen im Sinne des Studienförderungsgesetzes, das heißt auch sie können – wenn
gesamt zuviel verdient wird – die Studienbeihilfe reduzieren. Grundsätzlich musst du
Selbsterhalter_innen)
Studium vor dem 30. Lebensjahr beg_innen, um Studienbeihilfe beziehen zu können.
Für Studierende, die Kinder erziehen müssen,
kann diese Altersgrenze um maximal zwei Jahre
pro Kind - insgesamt um max. fünf Jahre (also bis
zum 35. Lebensjahr) - angehoben werden.[ studieren mit kind ]Sonstige Unterstützungsleistungen
Zur Erleichterung der Aufnahme einer Beschäftigung gewährt das Arbeitsmarktservice aus Mitteln der Arbeitsmarktförderung unter bestimmten
Voraussetzungen Beihilfen zur Kinderbetreuung.
Die Beihilfe wird jeweils für ein halbes Jahr gewährt. Der Antrag muss vor Arbeitsaufnahme und
vor Unterbringung des Kindes in der Betreuungseinrichtung beim zuständigen Arbeitsmarktservice gestellt werden.Studienunterstützung des Wissenschaftsministeriums
Wer einen günstigen Studienerfolg nachweisen
kann und eine soziale Notlage durchlebt oder
durchlebt hat, kann um Gewährung einer Studienunterstützung zum Ausgleich von studienbezogenen Kosten beim BMWF ansuchen.
Sie wird ausschließlich österreichischen oder
diesen im Sinne des Studienförderungsgesetzes
1992 gleichgestellten ausländischen Staatsangehörigen gewährt.
Der Studienabschluss darf höchstens zwei Semester zurückliegen. Es kann natürlich auch während des Studiums angesucht werden.Nähere Informationen:
Bundesministerium für Wissenschaft und
Tel. 01/53 120-0Familienhärteausgleich
Die Notlage muss durch ein besonderes Ereignis
ausgelöst worden sein. Zum Beispiel durch einen
Unfall, eine Naturkatastrophe, etc.
Bevor dieser Fonds etwas auszahlt, müssen andere gesetzliche Unterstützungen (wie z.B. bedarfsorientierte Mindestsicherung) angesprochen
Konsument_innenschutz
Stubenring 1, 1010 WienEine Notlage kann sich zum Beispiel daraus ergeben, dass die Studienbeihilfenbehörde die zugesprochene Studienbeihilfe falsch berechnet hat.
Auf die Studienunterstützung besteht kein
Rechtsanspruch.59Kinderbetreuungszuschuss bei
Wer sich in der Abschlussphase seines Studiums
befindet und für Kinder zu sorgen hat, kann bei
der zuständigen Stipendienstelle einen Kinderbetreuungszuschuss beantragen.
Der Zuschuss zur Finanzierung der Kinderbetreuungskosten richtet sich nach den tatsächlichen
Ausgaben. Er beträgt höchstens 150 € je vollem
Monat, in dem das Kind während des Studiums
gegen Entgelt betreut wurde. Die Auszahlung
erfolgt gegen Nachweis der Kosten aber erst im
Nachhinein. Es besteht kein Rechtsanspruch.Sozial- und Kinder­
betreuungsfonds der ÖH
Für alle Studierenden, die Mitglied der ÖH sind
und sich in einer besonderen finanziellen Notlage
befinden, besteht die Möglichkeit eine einmalige
Unterstützung aus diesem Sozialfonds zu erhalten.
Diese Notlagen können entstanden sein durch
plötzlich erhöhte Wohnkosten, Kosten fürs Studium, Ausgaben für Versorgung und Betreuung
von eigenen Kindern, einmalige Ausgaben für
medizinische Behandlungen oder andere Notsituationen, die unverschuldet entstanden sind.
Voraussetzungen für eine Unterstützung aus
einem der Fonds sind, dass der oder die Studierende im Sinne der Richtlinien sozial bedürftig
ist, nicht bei den Eltern wohnt, keine Studienbeihilfe bezieht und einen ausreichenden Studienerfolg nachweist.60Wichtig ist, dem Antrag alle notwendigen Unterlagen (in Kopie) beizulegen, dann kann die
Bearbeitung schneller erfolgen.
Der Antrag ist an das Sozialreferat der ÖH-Bundesvertretung zu richten.
Für studierende Eltern, die durch die Kosten für
die Betreuung ihrer Kinder am Studium gehindert
werden, können auch Anträge an den Kinderbetreuungsfonds gestellt werden.[ studieren mit kind ]Wohnen und Studieren
61Studieren und Wohnen
Wer studiert muss auch wohnen. Jede_r Studierende gibt einen erheblichen Betrag der ihm_ihr
zur Verfügung stehenden Mittel für Wohnraum
Die Möglichkeiten sind dabei vielfaltig: Studierendenheime und WGs können Vorteile und vor allem
kostensparendes Wohnen bieten. Irgendwann beginnt auf jeden Fall für alle die Wohnungssuche,
der Kontakt mit Makler_innen, Vermieter_innen
und Immobilientreuhänder_innen und spätestens
dann auch die Gefahr, dass Grundbedürfnisse von
Geschäftemacher_innen ausgenutzt werden.
Zeitgemäßes, sicheres und leistbares Wohnen
ist ein unabdingbares Menschenrecht!
Gerade Studierende sind jedoch sehr oft die Verlierer_innen am Wohnungsmarkt, da sie über wenig Erfahrung verfügen. Deswegen ist es immer
von Vorteil, vor der Unterzeichung eines Mietvertrages fachkundige Beratung in Anspruch zu
nehmen. Bei Vermittlung von Wohnungen wird
oft sehr bewusst Druck ausgeübt („Entscheiden
Sie sich schnell, es warten noch viele andere!“ oder ähnliches), um dich dazu zu bringen,
für dich nachteilige Verträge zu unterzeichnen.vsstöinfo62Meist befindest auch du dich bei der Wohnungssuche unter Zeitdruck und glaubst daher, dass du
zu einem schnellen Abschluss kommen musst.
Die Erfahrung lehrt, dass diese Drucksituation
von den auf dem Wohnungsmarkt wirtschaftlich
Stärkeren zumeist schamlos ausgenutzt wird.
Darüber ist das Mietrecht ebenso wie die Wohnbauförderung eine sehr komplexe Materie.
Es empfiehlt sich daher auch auf jeden Fall die Dienste von Mieter_innenorganisationen in Anspruch zu nehmen.
Wir möchten dir auf den kommenden Seiten einen
kleinen Überblick über deine Rechte als Mieter_in
geben und danach auch auf Wohnbauförderung,
Formen des geförderten Wohnbaus sowie Besonderheiten von Studierendenheimen eingehen.Im Sparpaket 2010/11 wurden die Förderungen für Heimbetreiber_innen gestrichen.
Diese sind jetzt gezwungen Heimplätze zu schließen oder die Preise drastisch zu erhöhen. Der VSStÖ setzt sich für den Ausbau der Förderungen für Studierendenwohnheime
ein, um Wohnen wieder allen leistbar zu machen.
Tipp: Wenn du eine Wohnung suchst, hilft dir die Job-/Wohnen- und Praktikabörse der
ÖH-Bundesvertretung: www.schwarzesbrett-oeh.at[ studieren und wohnen ]Mietrecht
Wenn der_die Hauptmieter_in ihrerseits_seinerseits einen Mietvertrag mit einem_r weiteren
Wohnungssuchenden eingeht, so liegt ein Untermietvertrag vor.Doch Vorsicht ist geboten: Viele Regelungen
greifen nur dann, wenn du einen Mietvertrag
mit einem_r gewerblichen Vertragspartner_in
abschließt.ACHTUNG In den meisten Mietverträgen ist ein
Untermietsverbot enthalten – dies gilt allerdings
laut §11 Mietrechtsgesetz (MRG) nur in bestimmten Fällen (z.B. wenn es mehr Untermieter_innen als Räume in der Wohnung gibt oder der_die
Hauptmieter_in die Wohnung komplett und auf
Dauer verlässt). Im Normalfall kannst du eine
Wohnung oder ein WG-Zimmer zumindest während eines Auslandssemesters – trotz Untermietsverbot – problemlos untervermieten.Was ist ein Mietvertrag?
Ein Mietvertrag ist eine Vereinbarung zwischen
einem_r Vermieter_in und einem_r Wohnungssuchenden. Der Mietvertrag unterliegt grundsätzlich der Vertragsfreiheit und kann schriftlich wie
mündlich abgeschlossen werden. Befristungen
(das heißt das Eingehen eines Mietverhältnisses
auf eine nicht unbestimmte Zeit) müssen jedoch
schriftlich fixiert werden.Du hast immer das Recht, einen Mietvertrag vor
Unterzeichnung von Expert_innen überprüfen zu
lassen. Wenn die Vermieter_innenseite dich zu einer schnellen Entscheidung (Unterschrift) drängt,
dann ist meistens Vorsicht geboten!infoboxTrotz vieler, für Mieter_innen nachteiliger. Reformen und Novellen ist das Mietrechtsgesetz in
seinen Grundzügen ein starkes Schutzrecht für
die Mieter_innenseite.Du musst darüber hinaus keinen Cent für die Vermittlung bezahlen, bevor du den Wohnungsschlüssel und den von der Vermieter_innenseite unterschriebenen Mietvertrag in Händen hast.63Kosten beim Abschluss des Mietvertrages
Beim Abschluss eines Mietvertrages fallen unter
Umständen bestimmte finanzielle Belastungen
an, und zwar:Vergebührung des Mietvertrages
Schriftliche Mietverträge unterliegen der Gebührenpflicht. In der Praxis hat sich durchgesetzt,
dass diese Gebührenpflicht zur Gänze auf die Mieter_innen übergewälzt wird. Wird keine Regelung
getroffen, müssen Vermieter_in und Mieter_in
die Gebühr gemeinsam entrichten.
Die Vergebührung beträgt bei unbefristeten Mietverträgen und bei befristeten Mietverträgen über
3 Jahre 1% des dreifachen Bruttojahresmietzinses, bei Verträgen mit kürzerer Laufzeit 1%
des Bruttomietzinses für die gesamte Vertragsdauer.Kaution
Üblicherweise wird bei der Mietvertragsunterzeichnung die Zahlung einer Kaution in einer Höhe
von meist drei Bruttomonatsmieten gefordert, es
gibt allerdings keine gesetzliche Regelung dafür.
Die Kaution wird nach dem Ende des Mietverhältnisses wieder zurückgezahlt. Bei einem
Rückstand der Mietzahlung kann die Kaution einbehalten werden, ebenso wenn die Wohnung in
einem schlechteren Zustand zurückgegeben wird.64Wichtig: Gewöhnliche Abnutzungserscheinungen
hat der_die Vermieter_in zu tragen. Insbesondere
bei möblierten Wohnungen ist es ratsam, den Zustand der übernommenen Stücke zu kontrollieren
und wenn nötig Fotos anzufertigen.Ablöse
Ablösen sind einmalige Zahlungen, die sehr oft
unzulässig sind. Wer eine Ablöse leistet (z.B. für
Möbel oder Kücheneinrichtung), sollte sich auf
jeden Fall die Übergabe des Geldes quittieren lassen. Außerdem ist es ratsam, eine_n Zeug_in zur
Übergabe mitzunehmen. Jede Ablöse, für die keine gleichwertige Gegenleistung geboten wird, ist
unzulässig. Zum Beispiel kommt es vor, dass eine
Ablöse gezahlt werden soll, bloß um die Wohnung überhaupt zur Miete zu bekommen.
zehnZahlungen, egal an wen sie gewurden, können innerhalb von
werden.Im Streitfall sind die Bezirksgerichte bzw. die
Schlichtungsstelle zuständig. Wichtig ist, dass
eine verbotene Ablöse natürlich auch nicht von
dem_der Nachmieter_in eingefordert werden
kann.Makler_innenprovision
Wurde der Vertragsabschluss durch eine_n Makler_in vermittelt, so ist diese_r berechtigt eine
Provision zu verrechnen und zwar in der maximalen Höhe von einer Bruttomiete bei Mietverträgen bis zu drei Jahren und zwei Bruttomieten
bei längeren Mietverträgen. Auf die Bruttomieten
wird dann noch 20% Umsatzsteuer aufgeschlagen.vsstöinfo[ studieren und wohnen ]Wichtig: Die Provision berechnet sich aus
der Nettomiete + Betriebskosten. Heizkosten oder die 10%ige Umsatzsteuer auf die
Nettomiete dürfen für die Berechnung der
Provision nicht herangezogen werden.Mietvertragserrichtungskosten
Dieser Betrag wird von manchen Hausverwaltungen bei der Mietvertragsaufsetzung
verlangt. Da dieser Aufwand bereits in den
Betriebskosten abgegolten wird, ist eine
solche Forderung verboten, wenn das Haus
vor Ende des 2. Weltkriegs errichtet wurde
und der Vertrag durch den_die Vermieter_in
aufgesetzt wurde.Wohnen macht arm. Dieser Satz stimmt leider allzu oft, der Markt verlangt übertrieben hohe Mieten; Strom-, Gas- und Heizkosten tun das Ihrige
Ein besonderes Problem stellen die oben angeführten Kosten dar, die schon bei Beginn des
Mietverhältnisses anfallen – hier wird des öfteren ganz bewusst die zeitliche Not des_der Wohnungssuchenden ausgenutzt, das dazu führt, dass
sich der wirtschaftlich stärkere Part ungeniert bereichert: Es sind bis zu 6 Monatsmieten für Kaution, meist 2 Monatsmieten Makler_innenprovision
und eventuelle notwendige Investitionen aufzubringen. Hinzu kommen immer wieder (unberechtigte) Ablöseforderungen.
»» Makler_innenprovision sind vom Vermieter_
der Vermieterin zu tragen
»» die Abschaffung der Vergebührung der Mietverträge
»» gesetzlich klar definierte Mietzinsobergrenzen65Laufende Wohnkosten
»» Hauptmietzins
»» Betriebskosten (Müllabfuhr, Grundsteuer,
Wasser, Versicherung, etc.)
»» Anteil für allfällige besondere Aufwendungen
(Aufzug, etc.)
»» Entgelt für mitvermietete Gegenstände
»» 10% Mehrwertsteuer (bzw. 20% bei mitvermieteten Gegenständen)
Nicht im Mietzins enthalten – jedoch von dem_
der Mieter_in zu begleichen - sind im Normalfall
die Kosten für Strom, Gas und Heizung. Dazu
kommen noch eventuelle Haushaltsversicherungen.
Der Mietzins ist in der Regel am 1. jedes Kalendermonats zu entrichten. In den meisten Mietverträgen wird vereinbart, dass der_die Mieter_in die
Miete pünktlich am Ersten des Monats an den_die
Vermieter_in zu zahlen hat. Das bedeutet, dass
am Ersten jedes Monats das Geld auf dem Konto
des_der Vermieter_in angekommen sein muss.
Wenn du den Zins mittels Zahlschein auf das Konto des_der Vermieter_in zahlst, musst du sicherstellen, dass die Miete rechtzeitig ankommt. Da
die Zahlscheine ein wichtiger Beweis sind, dass
du deine Miete gezahlt hast, solltest du sie sorgfältig sammeln und aufbewahren - am Besten die
ganze Mietdauer hindurch!66Die Höhe des Mietzinses ist von sogenannten Kategorien abhängig: Es gibt die Kategorien A, B,
C, D und D unbrauchbar.
Mindestens 30m2, es muss ein Zimmer, einen
Vorraum, eine Küche oder eine Kochnische, ein
WC Innen und eine zeitgemäße Badegelegenheit,
eine Zentralheizung und Warmwasser geben.
Es muss ein Zimmer, eine Küche oder Kochnische,
Vorraum, WC Innen und zeitgemäße Badegelegenheit geben.
Eine Wohnung im brauchbaren Zustand, eine Wasserentnahmestelle und ein WC Innen. Wenn z.B.
das Bad in der Küche ist, wird dies als Kategorie
C gewertet.
Eine Kategorie D Wohnung, die über unzeitgemäße elektrische Leitungen verfügt.[ studieren und wohnen ]Höhe der MieteDeine Miete erscheint dir zu hoch?Für Kategorie D-Wohnungen gelten die Kategoriemietzinsregelungen und es darf auch kein Aufschlag verrechnet werden.In diesen Fällen ist es sehr ratsam, eine Mieter_innen-Organisation aufzusuchen (Kontaktadressen im Anhang) und dich beraten zu lassen.
In sehr vielen Fällen werden überhöhte Mieten
verlangt. Die Vermieter_innen wissen sehr gut
darüber Bescheid und riskieren bewusst, geklagt
zu werden. Meistens kommen sie gut weg, weil
sich die Mieter_innen entweder nicht trauen zu
klagen oder nicht informiert sind.Handelt es sich nicht um eine Wohnung der Kategorie D, wird der Richtwertmietzins zur Berechnung der zulässigen Miethöhe herangezogen. Der
Richtwert ist von Bundesland, Lage und Ausstattung der Wohnung abhängig.
Verfügt die Wohnung über bestimmte Annehmlichkeiten, wie z.B. Balkon, Fahrradabstellraum,
Aufzug oder andere Vorteile, können Aufschläge
verrechnet werden. Für gute Lagen (Ruhelagen,
Anbindung an den öffentlichen Verkehr) können
auch bestimmte Aufschläge verrechnet werden.
Wenn es sich um eine B oder C-Wohnung handelt,
muss der Richtwert vermindert werden und zwar
bei Kategorie B um 25% (also nur 75% der Kategorie A) und bei Kategorie C um 50%.
Bei befristeten Mietverträgen ist jedenfalls
ein Befristungsabschlag von 25 % vom Mietzins abzuziehen!
Leider ist die Verrechnung von hohen Aufschlägen durchaus marktüblich, daher entfernen sich
die realen Mieten beträchtlich von den Richtwerten, die auch an die Teuerungsraten gebunden sind. Infolge der immensen Teuerungen in
den letzten Jahren bedeutet dies, dass Wohnen
immer intensiver zum Kostenfaktor wird.67Kündigung
KündigungsschutzKündigungsfristenDein Mietvertrag kann nicht einfach vor Ablauf
der ausgemachten Fristen gekündigt werden,
sondern nur bei Eintreten bestimmter gesetzlicher Kündigungsgründe.Unbefristete Mietverträge können jederzeit, meist
mit der normalen, gesetzlichen Kündigungsfrist
von einem Monat aufgekündigt werden.
Allerdings ist zu beachten, dass eventuell im
Mietvertrag vereinbarte andere Kündigungszeiten
(3 oder 6 Monate) ebenso bindend sind.Diese sind:
»» Nichtbenützung der Wohnung
»» Gänzliche Untervermietung
»» Untervermietung gegen ein übermäßiges EntgeltBei befristeten Verträgen sind beide Seiten eines
solchen Vertrages an den Endtermin gebunden.
Gilt das MRG kannst du als Mieter_in das befristete Mietverhältnis nach Ablauf eines Jahres,
danach jederzeit, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten, jeweils zum Letzten
eines Monats aufkündigen.»» Tod des_der Hauptmieter_in
»» Nichtbezahlung der Miete (ab einem Rückstand
von 8 Tagen, die Kündigung ist aber abzuweisen, wenn die Miete bis zum Ende der Gerichtsverhandlung erster Instanz bezahlt ist)
»» Nachteiliger Gebrauch des Mietgegenstandes
(z.B. grobe Vernachlässigung, Verwendung für
strafbare Handlungen)
»» Eigenbedarf des_der Vermieter_in nach gerichtlicher Prüfung
»» Baubehördliche Bewilligung zum Abbruch
eines Hauses (in diesem Fall muss eine Ersatzwohnung beschafft werden)
»» Verhinderung der Verbesserung einer Kategorie-D-Wohnung68Vorsicht: Gilt das MRG nicht, so gibt es kein gesetzliches Kündigungsrecht und es muss im Mietvertrag ausverhandelt werden.
Hervorzuheben ist, dass es Befristungen nur
geben kann, wenn diese schriftlich vereinbart
worden sind, ansonsten handelt es sich um unbefristete Mietverträge – somit sind mündliche
Verträge immer unbefristete.[ studieren und wohnen ]69Förderungen im Wohnbereich
Unterstützungen und Förderungen von Mieter_innen sind in Österreich Ländersache. Dementsprechend findest du nähere Informationen
über Wohnbeihilfen und wie du diese bekommen
kannst auf der Homepage der jeweiligen Landesregierung bzw. in Wien des Magistrats.Mietzinsbeihilfe des Finanzamtes
Die Mietzinsbeihilfe des Finanzamtes kann dann
beantragt werden, wenn:
»» die Miete durch eine Entscheidung der
Schlichtungsstelle erhöht wurde
»» der_die Hauseigentümer_in eine Mietzinsvorschreibung einhebt
»» Bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden
Die Beantragung erfolgt beim jeweils zuständigen Wohnsitzfinanzamt. Dein für dich zuständiges Finanzamt findest du auf der Homepage des
Bundesministeriums für Finanzen, unter: dienststellen.bmf.gv.atGeförderter Wohnbau
Viele Städte und Gemeinden stellen sehr günstige
Wohnungen zur Verfügung. Die Voraussetzungen
um sich vormerken zu lassen variieren aber stark.
Um sich für eine Gemeindewohnung anzumelden
muss ein Vormerkgrund bestehen! Diese sind von
Gemeinde zu Gemeinde verschieden, hängen aber70meist mit Alter, Einkommenssituation und Dauer
des Hauptwohnsitzes zusammen.Genoss_innenschaftswohnungen
Auch für den Bezug einer Genoss_innenschaftswohnung gelten einige Auflagen. Du darfst sie
nicht als Zweitwohnung benutzen und es gibt
eine Höchstgrenze für dein Einkommen. Zu zahlen ist immer ein Baukostenanteil, der 12,5 % der
Baukosten ausmacht und einmal zu entrichten
ist (die Baukosten betragen ca. 700-1500 € pro
Quadratmeter). Um für diese Summe aufkommen
zu können, kannst du Förderungen in Anspruch
Die Mieten in Genoss_innenschaften sind billiger
als am freien Markt und du bekommst den Genoss_innenschaftsbeitrag beim Auszug (vermindert um 1% pro Jahr) zurück.
Nähere Informationen und auch konkrete Mietangebote findest du auf den Internetseiten der
jeweiligen Genoss_innenschaften oder bei ihrem
T. 01 505 58 24 - 0
www.gbv.at[ studieren und wohnen ]Studierendenheime
Studierendenheime bieten insbesondere zu Beginn des Studiums eine preisgünstige Variante
des Wohnens, die heute auch nicht mehr allzu
unkomfortabel ist. Darüber hinaus bietet ein Student_innenheim die Möglichkeit schnell und einfach soziale Kontakte zu schließen, das gerade
bei einem Studium in einer neuen Stadt außerordentlich hilfreich sein kann.»» Empfänger_innen von Stipendien öffentlichrechtlicher Körperschaften.Viele Studierendenheime werden vom Bund und
den Ländern getragen, eine Übersicht über die
Heimträger_innen und deren Kontaktadressen
findest du im Anhang dieser Broschüre.
Um einen Platz in einem Studierendenheim zu ergattern ist zunächst eine Bewerbung notwendig,
die meistens über die Homepage des_der jeweiligen Heimträgers_innen erfolgt.Also sind Bezieher_innen von Studienbeihilfen bei
der Aufnahme vor anderen Studierenden aufzunehmen, sofern die Entfernung zum Heimatort dies
rechtfertigt. Bei der Bewerbung werden daher regelmäßig Einkommensbescheide der Eltern verlangt.Nach erfolgreicher Bewerbung kommt der
Abschluss des schriftlichen Benützungsvertrages mit dem jeweiligen Studierendenheimträger, wobei folgendes zu beachten ist:
Als Studierende gemäß Studierendenheimgesetz
»» alle ordentlichen Hörer_innen österreichischer Universitäten und Universitäten der
Künste sowie Studierende von FachhochschulStudiengängen, (Berufs-) Pädagogischen Akademien, Akademien für Sozialarbeit und ähnlichen Einrichtungen;
»» außerordentliche Studierende, die sich auf
die Studienberechtigungsprüfung vorbereiten
oder einen Universitätslehrgang mit dem Ziel, ein
ordentliches Studium zu beginnen, absolvieren;Plätze in Heimen, die durch Mittel des Bundes
gefördert werden, müssen unter Bedachtnahme
auf die soziale Bedürftigkeit, den Studienerfolg
und die Entfernung vom Heimatort des_der Studierenden vergeben werden.In einem nicht ausgelasteten Studierendenheim
können darüber hinaus bis zum Ende eines Studienjahres kurzfristige Gastverträge auch mit
Personen, die nicht als Studierende gelten, abgeschlossen werden
Im Benützungsvertrag müssen Angaben über
den Heimplatz, den Vertragszeitraum, Kündigungsfristen, Höhe des Entgelts, Kaution und die
Schlichtungsklausel enthalten sein.
Abgeschlossen wird jeweils auf ein Jahr (Ausnahme: zwei Jahre zu Studienanfang auf Verlangen
des_der Studierenden).
Bis zum Ende der durchschnittlichen Studiendauer
des gewählten Studiums kann also bei Nachweis
der sozialen Bedürftigkeit und eines günstigen
Studienfortganges (zielstrebiges, ernsthaftes
Studieren) immer um ein Jahr verlängert werden.
Eine weitere Verlängerung bei Glaubhaftmachen
des baldigen Abschlusses ist allerdings möglich.71Außerdem wird die Benützungsdauer für Student_
innen- bzw. Heimvertreter_innen für je zwei Jahre dieser Tätigkeit um ein Semester verlängert.
Das Entgelt für deinen Heimplatz wird nach dem
Grundsatz der Kostendeckung bemessen, das
heißt nichts anderes, als dass das Heim durch
das Benützungsentgelt versucht, die Betriebs-,
Verwaltungs- und Erhaltungskosten mehr oder
weniger genau zu decken.Unbeschränkbare Rechte
Das Recht eines_einer Studierenden, den Heimplatz verschlossen zu halten und nach Maßgabe
der Heimordnung Besuch zu empfangen (egal ob
hausangehörig oder -fremd) bzw. den Heimplatz
zu verändern, kann durch den Benützungsvertrag
nicht beschränkt werden.Heimvertretung und
Besonders wichtig für die Vertretung deiner Interessen vor Ort ist die Heimvertretung, die neben
der Gestaltung eines aktiven gesellschaftlichen
Lebens im Heim auch zahlreiche andere Aufgaben
und Rechte hat und dich als Bewohner_in gegenüber dem_der Heimträger_in vertritt.
Die Bewohner_innen eines Studierendenheimes
haben aus allen Bewohner_innen für das kommende Studienjahr eine Heimvertretung (mind.
drei Personen) und deren Vorsitzende_n zu wählen.Sie beschließt die Heimordnung, kann Einsicht in
die Reihung der Ansuchen auf Aufnahme und in72die für die Festsetzung des Benützungsentgelts
maßgeblichen Unterlagen nehmen und hat darüber hinaus vor allem bei der Kündigung eines_einer Bewohner_in Zustimmungs- und Anhörungsrechte.
Andererseits kann sie auch beim Heimträger einen Antrag auf Kündigung eines_einer Heimbewohner_in stellen. Die Tätigkeit als Heimvertreter_in wirkt sich auch als Verlängerungsgrund auf
den Bezug der Studien- und Familienbeihilfe aus.[ studieren und wohnen ]Studieren und Arbeiten73Arbeiten und Studieren
Rund zwei Drittel aller Student_innen arbeiten neben dem Studium, um sich ihren Lebensunterhalt
zu finanzieren. Für viele Studierende reicht auch
eine geringfügige Beschäftigung nicht mehr aus.
Sie müssen zumindest Teilzeitbeschäftigungen
nachgehen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Tendenz zu sogenannten „Teilzeitstudent_
innen“ ist steigend.In vielen Fällen kann es auch für Student_innen
notwendig werden, sich von den Gewerkschaften
oder der Arbeiter_innenkammer vertreten zu lassen.
Zunächst einmal ist es immer wichtig zu wissen
in welcher Art von Arbeitsverhältnis du dich befindest und welche Auswirkungen dies auf deine
Kranken- und Sozialversicherung hat.Student_innen stellen daher am Arbeitsmarkt einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar. Meistens werden sie nicht fix angestellt, erhalten also
auch kein 13. und 14. Monatsgehalt oder müssen
ohne Zuschläge an Wochenenden arbeiten.Arbeitsverhältnisse
Ein echter Dienstvertrag (der sozusagen das
„normale“/klassische“ Arbeitsverhältnis darstellt) liegt vor, wenn auf die persönliche und
wirtschaftliche Abhängigkeit des_der Dienstnehmer_in abgezielt wird.
Das heißt, hinsichtlich Arbeitsort und –zeit unterliegst du den Weisungen des_der Dienstgeber_
in. Außerdem werden die Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt. Die Arbeitsleistung ist auf Zeit
gerichtet und nicht auf einen bestimmten Erfolg.
Ob dein Arbeitsverhältnis den Bestimmungen
eines echten Dienstvertrags unterliegt, ist nicht
von der Bezeichnung des Vertrages abhängig,74sondern von der Ausgestaltung des Dienstverhältnisses.
Wenn beispielsweise ein Vertrag als Werkvertrag
bezeichnet ist, die Inhalte jedoch auf einen
Dienstvertrag hinweisen, hast du vollen arbeitsrechtlichen Schutz.
Das bedeutet, dass arbeitsrechtliche Bestimmungen, wie zum Beispiel Regelungen über Überstunden, technischen Arbeitsschutz etc. voll auf
dich angewendet werden müssen.
Zwingende arbeitsrechtliche Bestimmungen können/dürfen sehr wohl zu deinen Gunsten, aber
nicht zu deinem Nachteil abgeändert werden.[ arbeiten und studieren ]Der_die Dienstgeber_in ist verpflichtet, dich im
Falle eines echten Dienstvertrages bei der Krankenkasse anzumelden bzw. bei Beendigung des
Arbeitsverhältnisses abzumelden. Die Sozialversicherungsbeiträge werden von der_dem Arbeitgeber_in abgeführt. Von deinem Bruttolohn werden
also im Regelfall 18,20% (bei Arbeiter_innen)
und 18,07 % (bei Angestellten) bzw. 17,62% (bei
freien Dienstnehmer_innen) direkt einbehalten
und an die Krankenkasse abgeführt.Freier Dienstvertrag
Der freie Dienstvertrag unterscheidet sich vom
Arbeitsvertrag dadurch, dass die persönliche Abhängigkeit zum_zur Arbeitgeber_in fehlt: Es gibt
keine fixen Arbeitszeiten oder einen festgelegten
Arbeitsort. Vom Werkvertrag unterscheidet er sich
dadurch, dass kein bestimmter Erfolg geschuldet
wird. Es liegt also eine Arbeitsleistung auf Zeit vor.
Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass du deine
Dienstleistungen „im wesentlichen selbst“ erbringen musst und über keine wesentlichen eigenen
Betriebsmittel verfügst. Im Grunde ist das Arbeitsverhältnis dem echten Dienstverhältnis recht ähnlich, die meisten arbeitsrechtlichen Normen sind
auf den freien Dienstvertrag aber nicht anwendbar.
Arbeitnehmer_innen sind dadurch, Kranken-, Unfall-,
Pensions-, Arbeitslosen- und Insolvenzversichert.
Außerdem sind die Arbeitgeber_innen seit 1. 1. 2008
verpflichtet 1,53% des Gehalts für die Abfertigung in
eine betriebliche Vorsorgekasse einzuzahlen.Werkvertrag –
Hier schuldest du ein bestimmtes Werk oder einen bestimmten Erfolg. Das Risiko trägst in diesem Fall du. Auf Grund dieser Selbstständigkeit
besteht auch keine persönliche Abhängigkeit,
keine Einbindung in den Betrieb oder fixe Arbeitszeiten.
Es existiert kein arbeitsrechtlicher Schutz. Auch
um Versicherungsangelegenheiten musst du dich
zur Gänze selbst kümmern (siehe: Krankenversicherung).
Das Groteske an der Sache:
Du giltst als Werk­vertragsnehmer_in bzw.neue_r
Selbst­­ständige_r nicht als Arbeitnehmer_in sondern als Selbstständige_r und musst dich dementsprechend nicht bei der GKK sondern bei der
Wirtschaft versichern lassen.
Die Versicherungspflicht besteht ab einem Jahreseinkommen von 6.453,36 Euro, wenn du
durchgehend nur selbstständig gearbeitet hast,
bzw. 4.743,72 Euro (Stand 2014), wenn du auch
unselbstständiger Arbeit nachgegangen bist.
Es herrscht derzeit große Unsicherheit bezüglich
der Einordnung von Arbeitsverhältnissen. Die
Übergänge sind fließend, und auch hier gilt: Die
Bezeichnung des Arbeitsvertrages ist egal, wesentlich ist die tatsächliche Ausgestaltung des
Dienstverhältnisses.75Merkmale
versicherung76Werkvertrag
(mit oder ohne
Gewerbeschein)Echter
DienstvertragFreier
DienstvertragDauerschuldverhältnis:
Geschuldet wird das
Bemühen, nicht ein
bestimmter ErfolgDauerschuld-verhältnisZielschuldverhältnis: Geschuldet wird ein
bestimmtes Werk, ErfolgsgarantiePersönliche Abhängigkeit (weisungsgebunden)Geringe persönliche
AbhängigkeitKeine persönliche AbhängigkeitWirtschaftliche AbhängigkeitGeringe wirtschaftliche
AbhängigkeitKeine wirtschaftliche AbhängigkeitDie Arbeitsmittel stellt
der_die Arbeitgeber_in
zur VerfügungArbeitsmittel werden
im Wesentlichen von
dem_der Arbeitgeber_in
gestelltVerwendung eigener ArbeitsmittelPersönliche ArbeitspflichtErbringt die Leistungen im Wesentlichen
persönlichKeine persönliche Arbeitspflicht
(Vertretung möglich)Eingliederung in die Organisation des BetriebsKeine Eingliederung in
BetriebsKeine Eingliederung in die Organisation des BetriebsGebietskrankenkasseGebiets­krankenkasseSozialversicherung der Gewerblichen
WirtschaftLohnsteuerEinkommensteuer
UmsatzsteuerEinkommensteuer
Umsatzsteuer[ arbeiten und studieren ]Es ist jedenfalls Vorsicht geboten beim Abschluss
eines Vertrages. Die Tendenz bei den Arbeitgeber_innen geht in die Richtung, sämtliche Arbeitsverhältnisse als selbständig zu definieren,
um Kosten (Sozialversicherung, 13./14. Gehalt)
zu sparen, sprich: Um soziale Kosten auf dich zu
überwälzen.
Die Bewertung deines Vertrages nimmt in letzter
Konsequenz die jeweilige Gebietskrankenkasse
(GKK) vor. Bist du unsicher, in welche Kategorie
dein Vertrag fällt, dann kannst du ihn von den
GPA-Student_innen bewerten lassen, wobei es
die Erstberatung auch gratis für Nicht- Gewerkschaftsmitglieder gibt.
Infos unter www.jugend.gpa-djp.at bzw. 05 03 01
21 510.Geringfügige Beschäftigung bei
echtem oder freiem Dienstvertrag
Wenn dein Verdienst unter der so genannten
„Geringfügigkeitsgrenze“ bleibt, bist du nur
unfallversichert, wobei die Unfallversicherung
von dem/der DienstgeberIn abgeführt wird.
Dies bedeutet für dich, dass von deinem Bruttolohn nichts abgezogen wird. Eine etwaige
Mitversicherung bei den Eltern bleibt bestehen.
Wer mehr verdient, ist voll versichert, dies
gilt auch dann, wenn du mehrere geringfügige
Dienstverhältnisse eingehst und im gesamten
über die Grenze kommst. Allerdings musst du
in diesem Fall die Sozialversicherungsbeiträge
selbst entrichten.Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt (Stand 2014):
395,31 Euro pro Monat bzw. 30,35 Euro pro Tag,
wenn das Beschäftigungsverhältnis für eine geringere Dauer als einen Monat besteht.Ferialarbeit
Ferialjobs weisen kein eigenes Beschäftigungsverhältnis auf, sondern auch hier ist auf Grund der
jeweiligen Arbeitsbeschreibung zu beurteilen, ob
du als echte_r Dienstnehmer_in, freie_r Dienstnehmer_in oder Werkvertragsnehmer_in giltst.
Da Ferialjobs allerdings nur in einer bestimmten
Zeit ausgeübt werden, kann es sein, dass dir die
Lohnsteuer vom Gehalt abgezogen wird, die du
aber im Jahresschnitt gar nicht zahlen müsstest.
Für diese Fälle gibt es das Instrument der Arbeitnehmer_innenveranlagung (siehe Steuerrecht).Praktika und Volontariate
Immer mehr Betriebe nutzen Praktikant_innen
und Volontär_innen leider nicht mehr im Rahmen
ihres eigentlichen Zwecks, der Berufsvorbildung,
sondern als billige Arbeitskräfte. Als Praktikant_
innen gelten Schüler_innen und Student_innen,
die aufgrund ihres Lehr- oder Studienplans ein
Praktikum absolvieren müssen. Als Volontär_innen gelten Personen, die sich im Betrieb aufhalten um Kenntnisse und Fertigkeiten für eine
andere Beschäftigung zu erlernen.
In beiden Fällen bist du lediglich unfallversichert. Während Volontär_innen keinen Entgeltanspruch haben, kann bei Praktikant_innen ausgemacht werden, ob ein Entgelt bezahlt wird oder77nicht. In einigen Berufssparten (z.B. Hotel- und
Gastgewerbe) gibt es außerdem auch für Praktikant_innen ein kollektivvertraglich festgesetztes
Mindestentgelt.vsstöinfoDie Entwicklung hin zu neuen Selbstständigen ist eine höchst problematische.
Nicht nur, dass soziale Kosten auf die
Arbeitnehmer_innen abgewälzt werden,
auch das Versicherungsrisiko wird zur Gänze von den Arbeitnehmer_innen getragen,
das dazu führt, dass der Wirtschaft billige
Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die
Arbeitnehmer_innen aber im Extremfall
weder kranken- noch pensionsversichert
Darüber hinaus wird die Wahrnehmung des
ursprünglichen Ausbeutungsverhältnisses
zwischen Arbeit und Kapital verwässert!
Da neue Selbstständige nicht als Arbeitnehmer_innen gelten, fallen sie (theoretisch) auch nicht in die gesetzliche
Zuständigkeit der Arbeiter_innenkammer
(AK) und haben daher (für Österreich einzigartig) keine gesetzliche Interessenvertretung!
Grundsätzlich versuchen die Arbeitnehmer_innenvertretungen (AK und Gewerkschaften) jedoch auch die Interessen dieser Beschäftigten wahrzunehmen.78done that:
Der VSStÖ hat in der ÖH-Bundesvertretung
das Projekt „Gütesiegel Praktikum“ ins Leben
gerufen. Betriebe, die ein faires und sinnvolles Praktikum anbieten, sind mit diesem
Mittlerweile sind es über 30 Unternehmen,
die sich an diesem Projekt beteiligen. Nähere
Infos unter: www.oeh.ac.at/guetesiegel[ arbeiten und studieren ]Arbeitslosigkeit
Grundsätzlich sieht das Gesetz vor, dass bei echten Dienstverträgen (unselbständige Erwerbstätigkeit mit einem Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze)
Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben wird,
wenn du innerhalb der letzten 24 Monate mindestens 52 Wochen gearbeitet hast bzw. falls du
jünger als 25 Jahre bist und innerhalb der letzten 12 Monate mindestens 26 Wochen gearbeitet
Bei wiederholter Arbeitslosigkeit (also wenn du
schon einmal Arbeitslosengeld in Anspruch genommen hast) ist die Anwartschaft erfüllt, wenndu innerhalb der letzten 12 Monate insgesamt
mindestens 28 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt warst.
Studierende haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, außer du erfüllst die
oben genannten Kriterien.
Die Geltendmachung des Arbeitslosengeldes
muss persönlich bei der zuständigen regionalen
Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice erfolgen.
Die Adressen der Geschäftsstellen findest du unter www.ams.or.atKranken- und Sozialversicherung
Wer ehrenamtlich arbeitet, zum Beispiel bei der
ÖH und dafür eine Aufwandsentschädigung erhält, muss aufpassen, da auch diese Einkünfte zu
versteuerndes Einkommen sind.
Die auszahlende Körperschaft muss dem Finanzamt eine Mitteilung über ausbezahlte Aufwandsentschädigungen zukommen lassen. Die
Mitteilung kann unterbleiben, wenn das einer
Person im Kalenderjahr insgesamt geleistete Entgelt (einschließlich Reisekostenersatz)
nicht mehr als 900 € und das Entgelt (einschließlich Reisekostenersatz) für jede einzelne Leistung nicht mehr als 450 Euro beträgt.Prinzipiell gibt es in Österreich keinen allgemeinen Zwang sich zu versichern. Das heißt, jede_r
(Studierende) ist selbst verantwortlich eine
Krankenversicherung zu haben.
Es ist also falsch, dass sowieso immer irgendwie
eine Sozial-/Krankenversicherung vorliegt! Wer
nicht versichert ist, muss allein in voller Höhe
die Behandlungskosten bezahlen, und ein Spitalsaufenthalt kann ganz schön teuer werden!
Daher unbedingt immer darauf achten, dass du
Die meisten Studierenden sind bei ihren Eltern
mitversichert. Daneben besteht die Möglichkeit,
sich bei dem_der Lebensgefährt_in oder der_dem79Ehepartner_in mitzuversichern, allerdings können dafür Beiträge anfallen. Wer diese Möglichkeiten nicht hat, sollte sich freiwillig selbst versichern.Mitversicherung in der
(Angehörigeneigenschaft)
Die Mitversicherung ist entweder bei den (Groß-)
Eltern oder bei den Adoptiveltern möglich.
Um mitversichert zu sein, muss entweder die
Familienbeihilfe bezogen werden oder im ersten
Abschnitt nach jedem Studienjahr ein Leistungsnachweis von acht Wochenstunden erbracht
werden. Anfänglich aber genügt einmal die Aufnahme als ordentliche_r Hörer_in als Versicherungsvoraussetzung.
Grundsätzlich gibt es keine Semesterbindung.
Bei vollständiger Studienbehinderung von jeweils
drei Monaten oder infolge eines unabwendbaren,
unvorhergesehenen Ereignisses (z.B. Krankheit)
oder eines nachgewiesenen Auslandsstudiums
gibt es eine Verlängerung des Nachweiszeitraums
um ein Semester.
Die Mitversicherung läuft mit Vollendung des 27.
An Akademien und Fachhochschulen genügt
zunächst die Aufnahmebestätigung an die Akademie oder die Fachhochschule. Ab dann muss
in jedem Ausbildungsjahr eine Bestätigung über
den weiteren Verbleib in der Einrichtung abgeliefert werden. Mitversichert wird nur bis zum 27.
Lebensjahr. Ein positiver Leistungsnachweis wird
nicht gefordert.80Die Mitversicherung bei dem_der Lebensgefährt_
in ist möglich, wenn seit mindestens zehn Monaten ein gemeinsamer Haushalt besteht.Studentische
Eine Student_innenselbstversicherung
derzeit im Monat 52,68 € (Stand 2014).kostetDie Höhe der studentischen Selbstversicherung
wird jährlich inflationsangepasst.
Außerdem ist diese Versicherung nur möglich,
»» du noch kein Studium absolviert hast (außer
du hast keine oder nur geringe Einkünfte)
»» du das Studium nicht öfter als zweimal oder
zu spät gewechselt hast
»» dein jährliches Einkommen nicht höher als
8.000 € ist und
»» du die Mindeststudienzeit plus ein Semester
(unter Umständen pro Abschnitt) um nicht
mehr als vier Semester überschritten hast
(auch hier werden Schwangerschaft und Kindererziehung etc. als wichtige Gründe berücksichtigt, sodass du diese Selbstversicherung
auch länger in Anspruch nehmen kannst).
Das Antragsformular erhältst du bei den Gebietskrankenkassen oder unter: www.sozialversicherung.at[ arbeiten und studieren ]Du musst dieses Formular mitnehmen, alle Studienblätter, die den Studienverlauf dokumentieren, eine Fortsetzungsbestätigung des laufenden
Semesters sowie deinen Meldezettel. Studierende, die eine studentische Selbstversicherung
abgeschlossen haben, können auch ihr Kind auf
Antrag beitragsfrei mitversichern. Die jeweilige
Krankenkasse muss nur rechtzeitig davon in
»» mit dem Wegfall der Voraussetzungen (Beginn
einer Pflichtversicherung)
»» mit Ende des Kalendermonats, in dem der Austritt erklärt wurde
»» sobald zwei fällig gewordene Beiträge nicht
»» nach Ende des dritten Kalendermonats, nach
dem das Studium nicht rückgemeldet wurde.Freiwillige Selbst­versicherung in
Wenn für dich weder Mitversicherung noch studentische Selbstversicherung in Frage kommen,
kannst du eine freiwillige Selbstversicherung
abschließen. Kinder können auch mitversichert
werden. Diese kostet derzeit 377,85 € im Monat
(Stand 2014).
Es ist aber möglich, eine Verminderung dieses Betrages zu erreichen, wenn deine wirtschaftliche
Situation nachweislich schwierig ist. Der Antrag
auf Herabsetzung muss gleichzeitig mit dem An-trag auf freiwillige Krankenversicherung gestellt
werden, da sonst automatisch der Höchstsatz herangezogen wird.Freiwillige Selbst­versicherung für
Wenn du unter der Geringfügigkeitsgrenze
(395,31 Euro pro Monat bwz. 30,35 Eruo täglich
– Stand 2014) verdienst, hast du die Möglichkeit, dich außerhalb der Unfallversicherung auch
in der Kranken- und Pensionsversicherung, aber
nicht in der Arbeitslosenversicherung selbst zu
Zuständig ist die Gebietskrankenkasse. Der monatliche Beitrag liegt derzeit bei 55.79 €. Kinder
können mitversichert werden. Diese Versicherung
ist eine gute Alternative für Student_innen, die
die Kriterien der Studentischen Selbstversicherung nicht (mehr) erfüllen. Bei der freiwilligen
bist du nämlich pensionsversichert!Freiwillige Selbst­versicherung für
Wenn deine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit pro Jahr unter bestimmten Grenzen bleibt
(6.453,36 Euro (Stand 2014) im Jahr wenn du
dein Einkommen nur aus selbstständiger Arbeit
beziehst, 4.743,72 Euro (Stand 2014) bei gemischten Einkünften), entsteht keine Pflichtversicherung, aber du kannst dich freiwillig bei
der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen
Wirtschaft versichern. Kinder können mitversichert werden. Übst du deine selbständige Tätig-81keit als wirkliche_r Selbstständige_r aus – also
mit Gewerbeschein – entsteht die Pflichtversicherung durch die Gewerbeanmeldung.Pflichtversicherung
Besteht eine Pflichtversicherung auf Grund einer unselbständigen Beschäftigung, eines freien
Dienstvertrages oder eines Werkvertrages, so bis
du für die Dauer der Beschäftigung auch krankenversichert. Kinder können beitragsfrei mitversichert werden.
ACHTUNG Wenn du eine studentische Selbstversicherung hast oder bei anderen mitversichert
bist und nebenbei geringfügig arbeitest, kann
es dazu kommen, dass dir durch Auszahlungsverschiebungen in einem Monat mehr als die Geringfügigkeit ausbezahlt wird und du daher in eine
Pflichtversicherung hineinrutschst. Das kann dir
auch nach einem Ferienjob passieren. Eigentlich
ist das nicht weiter schlimm, nur bist du nicht
automatisch wieder student_innenversichert,
bzw. mitversichert, wenn du wieder auf geringfügig eingestuft wirst. Das heißt, du musst dann
die studentische Selbstversicherung neu beantragen, sonst bis du nicht mehr versichert, ohne es
zu bemerken!Waisenpension, Waisenrente, Kinderbetreuungsgeld
Bezieher_innen von Waisenpension, Waisenrente und Kinderbetreuungsgeld sind durch deren
Bezug krankenversichert und können ihre Kinder
ebenfalls mitversichern.82ÖH-Unfallversicherung
Mit deinem ÖH-Beitrag bist du automatisch im
Unibetrieb unfall- und haftpflichtversichert, und
zwar bis zu 57.000 € im Falle einer dauernden Invalidität und bis zu 18.500 € an Unfallkosten. Die
Haftpflichtversicherungssumme für Personen und
Sachschäden beträgt fünf Millionen € – Infos erhältst du auf der Homepage der Österreichischen
HochschülerInnenschaft: www.oeh.ac.atSteuerpflichtigkeit, Arbeitnehmer_innenveranlagung
Wenn du mehr als 11.945 € unselbstständige Einkünfte (bzw. 11.000 € pro Jahr bei selbstständigen Einkünften) erzielt hast, musst du von dieser Summe Lohnsteuer bezahlen. Grundsätzlich
wird die Lohnsteuer direkt bei der Auszahlung
einbehalten. Da die 11.945 € für ein Kalenderjahr gelten, kann es passieren, dass dir Lohnsteuer von deinem Gehalt abgezogen wird, die
du eigentlich gar nicht zahlen müsstest, weil du
auf das Kalenderjahr gerechnet weniger als die
Verdienstgrenze verdient hast – dies ist insbesondere bei Ferialtätigkeit oft der Fall.
Wenn du in einem Jahr Lohnsteuer gezahlt hast,
stelle auf jeden Fall nach Ende des Jahres bei deinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt den Antrag
auf „Durchführung der Arbeitnehmer_innenveranlagung“ (im Volksmund auch „Jahresausgleich“
genannt). Du erhältst dann die zuviel bezahlte
Lohnsteuer vom Finanzamt zurück, außerdem
kannst du Werbungskosten, aber auch Beiträge
an Religionsgemeinschaften oder Gewerkschaftsbeiträge geltend machen.[ arbeiten und studieren ]Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit,
auch die entrichteten Sozialversicherungsbeiträge teilweise erstattet zu bekommen.
Diese Negativsteuer wird dann ausbezahlt, wenn zwar Sozialversicherung, aber
keine Lohnsteuer bezahlt wurde.
Das Formular für die Arbeitnehmer_innenveranlagung findest du auf der Homepage
des Finanzministeriums (www.bmf.gv.at)
unter „Formulare“. Dort findest du auch
das für dich zuständige Wohnsitzfinanzamt.83Überblick EinkommensgrenzenVerminderung der
(ab einem Einkommen von...)Echter
DienstvertragWerkvertrag ohne
GewerbescheinWerkvertrag mit
Gewerbeschein10.000 € im Jahr10.000 € im Jahr10.000 € im Jahr10.000 € im Jahr8.000 € im Jahr8.000 € im Jahr8.000 € im Jahr8.000 € im JahrAusschließlich
6.453,36 € im
Jahr. Gemischte
4.743,72 €
im JahrPflichtversicherung beginnt mit
(Ausnahme bei
Einkünften möglich)ACHTUNG
(ab einem Einkommen von...)84Sozialversicherungspflicht
(ab einem Einkommen von...)395,31 €
monatlichEinkommen
(Steuerfrei bis...)11.945 € im Jahr 11.000 € im Jahr 11.000 € im Jahr 11.000 € im Jahr395,31 €
monatlich[ studieren in Ăśsterreich ]Studieren in Ă&#x2013;sterreich85Studieren in Österreich für
Studierende aus EWR-Ländern sowie aus der
Schweiz benötigen keine Aufenthaltserlaubnis,
wenn sie in Österreich studieren wollen. Alle anderen ausländischen Studierenden müssen einen
Antrag auf Aufenthaltserlaubnis für ein Studium
stellen. Der Erstantrag ist bei der Botschaft im
Heimatland zu stellen. Verlängerungsanträge
werden in Österreich gestellt.Der Erstantrag
Der Erstantrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis ist aus dem Ausland bei einer zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde vor der
Einreise zu stellen.
»» Vollständiges ausgefülltes und unterschiebenes Antragsformular für Aufenthaltsbewilligung
»» Biometrisches Passfoto (nicht älter als sechs
»» Gültiger Reisepass (Kopien aller Seiten mit
Eintragungen und Stempel)
»» Geburtsurkunde (Kopie)
»» Zulassungsbescheid (Aufnahmebestätigung)
der Hochschule oder sonstigen Bildungseinrichtungen
»» Polizeiliches Führungszeugnis (wo verfügbar)
nicht älter als sechs Monate
»» Angaben zur Finanzierung des Aufenthalts:86Studierende bis zum 24. Lebensjahr müssen
462,60 Euro für jeden Aufenthaltsmonat,
ab dem 24. Lebensjahr 837,63 Euro für jeden Monat - jedoch maximal für 12 Monate
im Voraus - nachweisen (Stand 2014). Zum
Beispiel durch Guthaben auf einem Sparbuch
oder Konto bei einer österreichischen Bank
oder einer Haftungserklärung oder eines Unterhaltsvertrages einer in Österreich lebenden
Person, Bestätigung über eine zukünftige Unterhaltsleistung aus dem Herkunftsland sind
grundsätzlich möglich, der Nachweis ist allerdings aufwendiger oder Nachweis des Ankaufs
von Traveller Cheques in entsprechendem
Ausmaß oder durch Bestätigung über ein Stipendium.
»» Übersteigt die Unterkunftsmiete 267,64 Euro
pro Monat, so sind entsprechende zusätzliche
Mittel nachzuweisen (Stand 2014).
»» Nachweis des Rechtsanspruchs auf eine Unterkunft wie durch Mietvertrag, Wohnrechtsvereinbarung oder Reservierungsbestätigung für
die Dauer von 12 Monaten
»» Krankenversicherungsnachweis (ob die Reisekrankenversicherung akzeptiert wird hängt
von der jeweiligen Niederlassungsbehörde
ab“) von der erwarteten Genehmigung des
Antrages bis zur Aufnahme des Studiums in
Österreich oder bis zur Anmeldung zur Studierendenselbstversicherung. Die Anmeldung
zur Studierendenselbstversicherung bei der
Gebietskrankenkasse ist auf Aufforderung der
Inlandsbehörde nachzuweisen.[ studieren in österreich ]Alle nicht deutschsprachigen Dokumente sind mit
beglaubigter deutscher Übersetzung vorzulegen.
Im Regelfall wird die Aufenthaltserlaubnis ein
Semester befristet erteilt.
ACHTUNG Studienbewerber_innen für Universitäten künstlerischer Richtung und Fachhochschul-Studiengängen können befristet für das
Studium zugelassen werden um bereits für die
Aufnahmeprüfung eine Aufenthaltserlaubnis zu
bekommen. Damit die Aufenthaltserlaubnis auch
zugestellt werden kann, muss der Fremdenpolizei
die Wohnadresse bekannt gegeben werden!Die Verlängerung der AufenthaltserlaubnisDer Nachweis über die Sicherung des
Lebensunterhalts ist eine Schikane,
die ausländischen Studierenden das
Leben unnötig schwer macht. Denn
welche_r inländische Studierende verfügt schon über so viel Geld?
Der VSStÖ fordert daher, den legalen
Aufenthalt in Österreich von der finanziellen Situation unabhängig zu machen und zur Sicherung der Existenz
die Möglichkeit zu legaler Erwerbsarbeit durch Arbeitserlaubnis!vsstöinfoDie Aufenthaltserlaubnis muss vor Ablauf ihrer
Gültigkeit verlängert werden.Was ist dazu notwendig?
»» Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels
»» Fortsetzungsbestätigung einer Hochschule
(oder anderen Bildungseinrichtung) in Österreich
»» Meldezettel
»» Kopie der beschrieben Seiten des Reisepasses
»» Nachweis über die Sicherung des Lebensunterhalts
»» Unterkunft mit Rechtsanspruch für die Dauer
von 12 Monaten (gültiger Mietvertrag, Studentenheimvertrag oder ein ähnliches Dokument)
»» Nachweis über die Höhe der Mietbelastung
bzw. der Betriebskosten der Unterkunft
»» Eine umfassende Krankenversicherung (StudentInnenvesicherung)
»» Ein Studienerfolgsnachweis von acht Semesterwochenstunden oder 16 ECTS-Punkten pro
Jahr (Ausnahme unter bestimmten Voraussetzungen möglich, z.B. längere Krankheit)
»» Nachweis über allfällige Kreditbelastungen
(z.B. durch einen aktuellen Auszug aus der
Evidenz eines staatlich anerkannten Kreditverbandes)
Ausländische Dokumente müssen den Hochschulen im Original oder in beglaubigter Abschrift vorliegen. Für fremdsprachige Dokumente
brauchst du beglaubigte Übersetzungen.87Was bedeuten ausreichende Mittel für die Sicherung des Lebensunterhalts?
Dieser Betrag (Stand 2014) liegt im Moment bei
814,82 € pro Monat für Studierende über 24 Jahren und 450 € pro Monat für Studierende unter 24
Jahren – es muss jedoch der Betrag für das ganze
Jahr nachgewiesen werden!
»» Kontoauszug eines Kontos mit regelmäßigen
Eingängen und ausreichender Deckung in Österreich.
»» eine beglaubigte Bestätigung der_des Unterhaltsverpflichteten oder Dritter
»» StipendienzusagePolizeiliche Meldung
Nach dem Bundesgesetz über das polizeiliche Meldewesen besteht in Österreich für
alle Personen die Pflicht, sich nach der Einreise oder bei einem Quartierwechsel innerhalb von drei Tagen (es zählen nur Werktage)
bei der Meldebehörde anzumelden. Für ausländische Studierende, die vorübergehend in
Jugendherbergen, Hotels oder Pensionen lo-88[ studieren in österreich ]gieren, wird die Anmeldung vom_von der
Gastgeber_in vorgenommen.
Wer in ein Privatquartier zieht, muss selber
darauf achten, sich innerhalb der vorgesehenen Frist von drei Tagen bei der Meldebehörde anzumelden. Der Meldezettel ist
in jeder Trafik erhältlich. Dieser muss von
der_dem Heimleiter_in, Hausbesitzer_in
oder Hauptmieter_in unterschrieben wer-den. Auch wer umzieht, muss sich von der
alten Adresse abmelden und sich offiziell
an der neuen anmelden. Den alten Meldezettel sorgfältig aufbewahren! In Wien
ist das Meldeservice der Bezirksämter für
die Anmeldung zuständig. In den anderen
Bundesländern ist das Meldeservice des
Gemeindeamts bzw. Magistrats zuständig.89VSStÖ vor Ort
VSStÖ Bundesorganisation
1050 WienVSStÖ Salzburg
Paris-Lodron-Straße 8b
5020 SalzburgÖH Bundesvertretung
1040 Wient. (01) 526 89 86
w. www.vsstoe.at
m. vsstoe@vsstoe.att. (0662) 424 500 104
w. salzburg.vsstoe.at
m. salzburg@vsstoe.att. (01) 310 88 80 - 43
w. www.oeh.ac.at
m. sozial@oeh.ac.atVSStÖ Wien
Bartensteingasse 4/6
1010 WienVSStÖ Kärnten
9020 KlagenfurtUniversität Wien
1090 Wien, Spitalgasse 2,
Hof 1, Trakt 2B,EGt. (01) 40 60 782
w. www.vsstoe-wien.at
m. office@vsstoe-wien.att. (0650) 877 86 35
w. www.vsstoe-kaernten.at
m. office@vsstoe-kaernten.att. (01) 4277/19553
w. www.oeh.univie.ac.at
m. sozialreferat@oeh.univie.ac.atVSStÖ Graz
Elisabethstraße 28/2
8010 GrazVSStÖ Leoben
Rosseggerstraße 10
8700 LeobenTU Wien
1040 Wienw. www.vsstoegraz.atw. www.vsstoe-leoben.att. (01) 588 01-49510m. contact@vsstoegraz.atm. vsstoe-leoben@vsstoe.atw. www.htu.at
m. sozial@htu.atVSStÖ Innsbruck
t. (0512) 53 66 15
w. ibk.vsstoe.at
m. ibk@vsstoe.at
t. (0732) 24 38 58
w. linz.vsstoe.at
m. office@linz.vsstoe.at90ÖH SozialreferateWU Wien
t. (01) 313 36-5400
w. www.oeh-wu.at
m. beratung@oeh-wu.at
t. (01) 476 54-2004
w. oeh.boku.ac.at
m. sozial@oeh.boku.at[ kontaktadressen ]ÖH Sozialreferate
1210 WienMed Uni Graz
8010 GrazMed Uni Innsbruck
Schöpfstrasse 24
6020 Innsbruckt. (01) 250 77-1700
w. hvu.vu-wien.ac.at
m. sozial@hvu.vetmeduni.ac.att. (0316) 385 73080
w. http://oeh.meduni-graz.at
m. oeh-sozial@medunigraz.att. (0512) 9003 7067 0
w. www.skalpell.at
m. oeh-sozref@i-med.ac.atMed Uni Wien
6M-NAKH Währinger Gürtel 18-20
1090 WienMontanuniversität Leoben
8700 Leobent. (01) 4016071000
w. www.uv-medizin.at
m. soziales@uv-medizin.att. 0680 144 99 25
w. http://oeh.unileoben.ac.at
m. soa@oeh.unileoben.ac.atUniversität Linz
4040 LinzUniversität Klagenfurt
9020 Klagenfurtt. (0732) 24 68-9372t. (0463) 27 00/8800w. oeh.jku.at/gruppe/sozialreferat
m. sozialreferat@oeh.jku.atw. www.oeh.aau.at
m. servicecenter@oeh-klagenfurt.atUniversität Graz
Schubertstraße 6a/I
8010 GrazUniversität Salzburg
5020 Salzburgt. (0316) 380-2955
w. soziales.oehunigraz.at
m. soziales@oehunigraz.att. (0662) 80 44-6000
w. www.oeh-salzburg.at
m. sozial@oeh-salzburg.atTU Graz
8010 GrazUniversität Innsbruck
6020 Innsbruckt. (0316) 873-5111
w. htu.tugraz.at
m. soziales@htu.tugraz.att. (0512) 507/4904
w. http://www.oehweb.at
m. sozial@oeh.cc91MietrechtStudi-Heim-Träger_innenMietervereinigung Österreichs
1010 WienÖsterreichische Studenten­
förderungsstiftung
1090 WienWirtschaftshilfe der Studenten
Egger-Lienz-Gasse 3
5020 Salzburgt. 050 447 111
w. www.home4students.at
m. office@home4students.att. (0662) 2063 - 19
w. www.wist-salzburg.com
m. office@wist-salzburg.comWirtschaftshilfe der Arbeiter­
1060 WienWirtschaftshilfe für Studierende
8010 Grazt. (01) 597 06 62
w. www.wihast.at
m. info@wihast.att. (0316) 836666 - 0
w. www.wist.vc-graz.ac.at
m. verwaltung@wist.vc-graz.ac.att. (01) 5232315Wirtschaftshilfe der Studenten
Fürstenweg 174Akademikerhilfe
1080 Wienw. www.mieterschutzverband.at6020 Innsbruckt. 050 195
w. www.mietervereinigung.at
m. zentrale@mietervereinigung.at
t. (01) 319 44 86
w. www.mieterinnen.org
m. office@mieterinnen.org
1070 WienDarüber hinaus ist die Homepage
der AK Wien (Bereich: Wohnen)
wien.arbeiterkammer.att. (0512) 22 08-80
w. www.wist.at
m. info@wist.at
Wirtschaftshilfe der Studenten
t. (0732) 25 15 33
w. wiki.wist.uni-linz.ac.at
m.wist.verwaltung@wist.uni-linz.ac.at92t. (01) 40176 - 99
w. www.akademikerhilfe.at
t. (01) 597 97 35 - 0
w. www.oejab.at
m. office@oejab.at[ kontaktadressen ]Studi-HeimTräger_innen
Österreichisches Kolpingwerk
t. (01) 587 35 42 - 0
w. www.kolping.at
m. office@kolping.at
Werdertorgasse 9, Postfach 99
t. (01) 533 34 14
w. www.wbv-gpa.at
m. office@wbv-gpa.atArbeitnehmer_innenvertretungen
1040 WienAK Tirol
6010 Innsbruckt. (01) 50165 - 0
w. www.akwien.at
m. akmailbox@akwien.att. 0800 22 55 22
w. www.ak-tirol.com
m. ak@tirol.comAK Niederösterreich
1060 WienAK Vorarlberg
6800 Feldkircht. 05 7171
w. noe.arbeiterkammer.at
m. mailbox@aknoe.att. 050 25 80
w. www.ak-vorarlberg.at
m. kontakt@ak-vorarlberg.atAK Burgenland
7000 EisenstadtAK Steiermark
8020 Grazt. (02682) 740 - 0t. (05) 7799-0w. bgld.arbeiterkammer.at
m. akbgld@akbgld.atw. www.akstmk.at
m. info@akstmk.atAK Oberösterreich
4020 LinzAK Kärnten
9021 Klagenfurtt. 050 6906 - 0
w. www.arbeiterkammer.com
m. info@akooe.att. 050 477
w. kaernten.arbeiterkammer.at
m. arbeiterkammer@akktn.atAK Salzburg
Markus-Sittikus-Str.10
5020 SalzburgÖsterreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wient. (0662) 86 87 - 0
w. www.ak-salzburg.at
m. kontakt@ak-salzburg.att. (01) 534 44 - 0
w. www.oegb.at
m. oegb@oegb.at93Krankenkassen
Gewerkschafts­jugend
t. (01) 534 44 - 39060
w. www.oegj.at
m. jugend@oegb.at
Privat­angestellten
t. 050 301 301
w. www.gpa-djp.at
m. service@gpa-djp.at
GPA Student_innen
1034 WienGKK Wien
1100 WienGKK Kärnten
9021 Klagenfurtt. (01) 601 22 - 0
w. www.wgkk.at
m. office@wgkk.att. 050 58 55 - 1000
w. www.kgkk.at
m. kaerntner.gkk@kgkk.atGKK Niederösterreich
3100 St. PöltenGKK Tirol
Klara Pölt Weg 2
6020 Innsbruckt. 050899 6100
w. www.noegkkat
m. info@noegkk.at
7000 Eisenstadtt. 05 91 60
w. www.tgkk.at
m. tgkk@tgkk.att. (02682) 608-0
w. www.bgkk.at
m. bgkk@bgkk.att. 05 03 01 301-215 10
w. www.jugend.gpa-djp.at
m. jugend@gpa-djp.atGKK Steiermark
Josef Pongratz-Platz 1
t. (0316) 80 35 - 0
w. www.stgkk.at
m. service@stgkk.at
Gruberstraße 77,
t. 05 780 70
w. www.ooegkk.at
m. ooegkk@ooegkk.at94GKK Salzburg
Engelbert-Weiß-Weg 109
t. (0662) 88 89 - 0
w. www.sgkk.at
m. sgkk@sgkk.at
GKK Vorarlberg
t. 050 84 55
w. www.vgkk.at
m. vgkk@vgkk.at
der gew. Wirtschaft
t. 050 80 80
w. www.sva.or.at[ vsstö info ]VSStÖ
« Politik heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen. »
VSStÖ, das sind Student_innen, die sich an einer
Hochschule engagieren. Warum wir das tun?
Weil wir uns nicht darauf verlassen, dass andere
schon die richtigen Entscheidungen für uns treffen werden.Wirtschaftssystem und für eine Gesellschaft, in
der niemand aufgrund von Herkunft, Geschlecht,
Weltanschauung oder sexueller Orientierung diskriminiert wird ein.Weil wir der Ansicht sind, dass es an der Hochschule, in der Bildungspolitik und in unserer Gesellschaft eine Reihe von Ungerechtigkeiten gibt,
gegen die es sich zu kämpfen lohnt.Werde aktiv!Und vor allem weil wir überzeugt sind, dass es
nicht ausreicht sich über diese zu beschweren,
sondern es darum geht sich aktiv für Veränderungen einzusetzen: Für eine fortschrittliche
Gesellschaft, in der sich jede_r einzelne frei entfalten kann und unabhängig von Geschlecht, finanziellen Möglichkeiten, sexueller Orientierung,
Religion oder sozialen Hintergrund gleiche Möglichkeiten hat.Wenn du mehr über uns und unsere Arbeit wissen
möchtest, besuch uns doch auf unserer Homepage unter www.vsstoe.at.
Und falls du Lust bekommen hast dich bei
uns zu engagieren, bei unserer Zeitung mitzuschreiben oder einfach die Menschen aus
der VSStÖ Gruppe an deiner Hochschule kennen zu lernen, schreib uns doch ein Mail an:
vsstoe@vsstoe.at oder schau einfach beim
VSStÖ in deiner Stadt vorbei.Die Bezugspunkte für unser politisches Handeln
sind dabei unsere Grundwerte Freiheit, Gleichheit,
Gerechtigkeit und Solidarität. Daraus resultierend
treten wir gegen jede Form von Rechtsextremismus oder Sexismus, für ein menschengerechtes95R
96[ notizen ]R
97Ich will …
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