Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20AZR%20125/71
Timestamp: 2020-04-03 21:12:14
Document Index: 4576810

Matched Legal Cases: ['§ 276', '§ 611', '§ 611', '§ 611', '§ 611', '§ 611', '§ 611', '§ 611', '§ 251', '§ 611', '§ 611', '§ 611', 'BGH']

BAG, 18.01.1972 - 1 AZR 125/71 - dejure.org
https://dejure.org/1972,547
BAG, 18.01.1972 - 1 AZR 125/71 (https://dejure.org/1972,547)
BAG, Entscheidung vom 18.01.1972 - 1 AZR 125/71 (https://dejure.org/1972,547)
BAG, Entscheidung vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 (https://dejure.org/1972,547)
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Arbeitnehmerhaftung - grobe Fahrlässigkeit
BGB § 276 § 611 Abs. 1
LAG Baden-Württemberg, 25.02.1971 - 3 Sa 7/70
VersR 1972, 498
DB 1972, 780
Dafür, daß das Handeln des Beklagten durch Umstände beeinflußt worden wäre, die das Betriebsrisiko erhöhen und die die Klägerin sich jedenfalls bei gefahrgeneigter Arbeit trotz grober Fahrlässigkeit des Beklagten entgegenhalten lassen müßte (vgl. BAG Urteil vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 - AP Nr. 69 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers), fehlt es an tatsächlichen Anhaltspunkten.
Deshalb muß er sich die ihm bekannte mangelnde Fahrpraxis des Arbeitnehmers entgegenhalten lassen, soweit ein vom Arbeitnehmer verursachter Schaden auf einen typischen Anfängerfehler zurückzuführen ist (Urteil vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 - AP Nr. 69 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers [zu II 2 der Gründe mit weiteren Nachweisen]).
Das Landesarbeitsgericht ist unter Berücksichtigung der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. etwa BAG Urteile vom 3. März 1960 - 2 AZR 377/58 -, vom 29. Juni 1964 - 1 AZR 434/63 vom 13. März 1968 - 1 AZR 362/67 -, vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 - und vom 20. März 1973 - 1 AZR 337/72 - AP Nr. 22, 33, 42, 69 und 72 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers) davon ausgegangen, daß die Tätigkeit eines Kraftfahrers regelmäßig eine gefahrgeneigte Arbeit darstellt und nur besondere Umstände im Einzelfall eine andere Beurteilung rechtfertigen (vgl. AP Nr. 22 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers, unter II der Gründe;… AP Nr. 42, aaO, unter I der Gründe;… BAG Urteil vom 7. Juli 1970 - 1 AZR 507/69 - AP Nr. 59, aaO, unter I der Gründe).
Es liegt insbesondere keine Verkennung des Rechtsbegriffes der groben Fahrlässigkeit vor, denn das Landesarbeitsgericht hat sowohl objektive als auch subjektive Umstände angemessen berücksichtigt (vgl. BAG AP Nr. 69 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers, zu II 1 a der Gründe).
Bei der Beurteilung des Verschuldensgrades wird das Landesarbeitsgericht u.a. auch die vom Bundesarbeitsgericht zur Bestimmung des Begriffes der groben Fahrlässigkeit ergangene Rechtsprechung zu beachten haben (vgl. etwa BAG Urteile vom 13 März 1968 - 1 AZR 362/67 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 22. Februar 1972 - 1 AZR 223/71 20. März 1973 - 1 AZR 337/72 - und 24. Januar 1974 - 3 AZR '488/72 - AP Nr. 42, 69, 70, 72 und 74 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers).
des Beklagten zu beachten haben, daß auch bei einer groben Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers das Betriebsrisiko des Arbeitgebers als verschuldensunabhängiger Haftungszurechnungsgrund in entsprechender Anwendung des § 251 BGB angemessen zugunsten des Arbeitnehmers zu berücksichtigen ist (vgl. BAG Urteil vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 - AP Nr. 69 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers, zu II 2 der Gründe).
BAG, 20.03.1973 - 1 AZR 337/72
Haftung des Arbeitnehmers - Normale Fahrlässigkeit - Grobe Fahrlässigkeit - …
Wie der Senat in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 18. Januar 1972 - 1 AZR 125/71 - [demnächst] AP Nr. 69 zu § 611 BGB und AP Nr. 70 zu § 611 BGB Haftung des Arbeitnehmers; BGH VersR 68, 668) ausgeführt hat, ist bei der Abgrenzung der groben Fahrlässigkeit von der normalen Fahrlässigkeit davon auszugehen, daß, soweit es sich um den Begriff der normalen Fahrlässigkeit an sich handelt, auf objektive Umstände abzustellen ist, während bei der Prüfung der Frage, ob ein Arbeitnehmer, der seinem Arbeitgeber einen Schaden zugefügt hat, grob fahrlässig gehandelt hat, auch subjektive Umstände zu berücksichtigen sind.