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Timestamp: 2019-11-21 07:47:03
Document Index: 282359678

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 6', '§ 4', '§ 51', '§ 4', '§ 34']

BMF v. 16.05.2012 - IV D 4 – S 2232/0-01 - NWB Datenbank
BMF v. 16.05.2012 - IV D 4 – S 2232/0-01BStBl 2012 I S. 595
BMF v. 16.05.2012 - IV D 4 – S 2232/0-01 BStBl 2012 I S. 595
Besteuerung der Forstwirtschaft; Auswirkungen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs vom 5. Juni 2008 ( BStBl 2008 II S. 960 und 968) und Anpassung an die Änderungen des Steuervereinfachungsgesetzes 2011
Bezug: BMF v. 2.3.2010 - IV D 4 - S 2232/0
Als Wirtschaftsgut ist beim stehenden Holz der in einem selbständigen Nutzungs- und Funktionszusammenhang stehende Baumbestand anzusehen ( BFH vom 5. Juni 2008, BStBl II S. 960 und vom 5. Juni 2008 , BStBl II S. 968). Dieser ist ein vom Grund und Boden getrennt zu bewertendes Wirtschaftsgut des nicht abnutzbaren Anlagevermögens. Der Umfang der einzelnen Wirtschaftgüter (Baumbestand) ergibt sich vorrangig aus einem amtlich anerkannten Betriebsgutachten oder aus einem Betriebswerk, ansonsten aus den Regelungen zum Anbauverzeichnis nach § 142 AO (vgl. BMF-Schreiben vom 15. Dezember 1981, BStBl I S. 878, Teilziffer 3.3.3).
Ein Baumbestand innerhalb eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs tritt in der Regel nur dann als ein selbständiges Wirtschaftsgut nach außen in Erscheinung, wenn er eine Flächengröße von zusammenhängend mindestens einem Hektar aufweist (vgl. BFH vom 5. Juni 2008, BStBl II S. 960). Baumbestände auf verschiedenen räumlich voneinander entfernt liegenden Flurstücken stehen nicht in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang und sind deshalb auch dann selbständige Wirtschaftsgüter, wenn deren Größe einen Hektar unterschreitet.
Sofern die planmäßige Ernte hiebsreifer Bestände im Einzelfall zu einer weitgehenden Minderung der Substanz und des Wertes des Wirtschaftsgutes Baumbestand führt, kann dies eine Buchwertminderung begründen (vgl. BFH vom 5. Juni 2008 , BStBl II S. 968). Die Buchwertminderung ist begrenzt auf den Unterschied zwischen dem bisherigen Buchwert des jeweiligen Baumbestands und dem Teilwert des verbleibenden Baumbestands. Diese Voraussetzungen und der Teilwert des verbleibenden Baumbestands (§ 6 Absatz 1 Nummer 2 Satz 2 EStG) sind vom Steuerpflichtigen nachzuweisen. Der Betrag, um den der Buchwert gemindert wurde, ist den Herstellungskosten des eingeschlagenen Holzes (Umlaufvermögen) zuzurechnen.
Soweit infolge einer Holznutzung, die keinen Kahlschlag darstellt und die nicht zu einer Buchwertminderung entsprechend Teilziffer B. II. 2. geführt hat, dennoch eine Wiederaufforstungsverpflichtung entsteht, sind die Wiederaufforstungskosten nicht zu aktivieren. Sie sind entsprechend dem Umfang der Verpflichtung und den Wertverhältnissen am Bilanzstichtag in eine Rückstellung einzustellen, wenn die Voraussetzungen für eine Rückstellungsbildung gem. R 5.7 Absatz 4 EStR erfüllt sind (für Rückstellung aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung vgl. BFH vom 13. Dezember 2007 , BStBl 2008 II S. 516). Die Grundsätze von R 6.11 Absatz 1 EStR sind zu berücksichtigen (z. B. Zuschüsse).
Ist dagegen nach Teilziffer B. II. 2. eine Buchwertminderung vorgenommen worden, sind die Wiederaufforstungskosten als nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren, soweit die Aufwendungen für die Wiederaufforstung der gesicherten Kultur den bei der Buchwertminderung zu Grunde gelegten Wert dieser Kultur übersteigen.
Zum Umfang der Wiederaufforstungskosten vgl. Teilziffer B. I. 4., zu den Aufwendungen für Verjüngung und Pflege vgl. Teilziffer B. I. 5.
Die Verpflichtung zum Ausweis eines Wertansatzes für die einzelnen Wirtschaftsgüter Baumbestand (vgl. Teilziffer A.) besteht auch für Baumbestände, die vor der Veröffentlichung der BFH-Urteile vom 5. Juni 2008 ( BStBl II S. 960 und 968) am 31. Dezember 2008 angeschafft oder hergestellt wurden. Dabei ist es regelmäßig nicht zu beanstanden, wenn die Aufteilung eines bisher einheitlichen Wertansatzes auf die einzelnen Wirtschaftsgüter Baumbestand nach dem Umfang der entsprechenden Flächen vorgenommen wird.
Ein bisher für mehrere Wirtschaftgüter Baumbestand ausgewiesener einheitlicher Wertansatz kann so lange fortgeführt werden, bis sich eine ertragsteuerrechtliche Auswirkung ergibt. In einem solchen Fall sind die bisher bestehenden Wertansätze insgesamt auf die einzelnen Wirtschaftsgüter nach dem Verhältnis der einzelnen Teilwerte im Zeitpunkt der Anschaffung bzw. Herstellung aufzuteilen. Aus Vereinfachungsgründen kann regelmäßig eine Aufteilung eines bisher einheitlichen Wertansatzes nach dem Umfang der entsprechenden Flächen vorgenommen werden. Für die übrigen Wirtschaftsgüter Baumbestand kann der Wertansatz weiterhin einheitlich ausgewiesen werden, bis sich bei diesen eine ertragsteuerrechtliche Auswirkung ergibt.
Rechtslage für Wirtschaftsjahre, die vor dem 1. Januar 2012 beginnen
Im Falle eines Kahlschlags (vgl. Teilziffer B. I. 1.) ist der Buchwertabgang mit dem jeweiligen Pauschsatz abgegolten und die Wiederaufforstungskosten sind als Herstellungskosten in dem nach § 4 Absatz 3 Satz 5 EStG laufend zu führenden Verzeichnis auszuweisen. Dabei sind der Umfang des Kahlschlags und die Höhe der Wiederaufforstungskosten nachzuweisen.
Rechtslage für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen
Buchwertminderungen und Buchwertabgänge beim Wirtschaftsgut Baumbestand sind neben den jeweiligen Pauschsätzen nach § 51 EStDV als Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Soweit Wiederaufforstungskosten Herstellungskosten darstellen, sind sie in dem nach § 4 Absatz 3 Satz 5 EStG laufend zu führenden Verzeichnis auszuweisen. Zur Behandlung der Wiederaufforstungskosten vgl. Teilziffer B. I. 4. und II. 3.
Buchwertminderungen im Sinne der Teilziffer B. und die sofort als Betriebsausgaben abziehbaren Wiederaufforstungskosten (Teilziffer B. II. 3.) gehören zu den anderen Betriebsausgaben im Sinne des § 34b Absatz 2 Nummer 2 EStG.
Für die Teilziffern F. und H. gelten die darin getroffenen Anwendungsregelungen.
Dieses Schreiben tritt an die Stelle des BMF-Schreibens vom 2. März 2010 (BStBl I S. 224).
BMF v. 16.05.2012 - IV D 4 – S 2232/0-01
LfSt Niedersachsen 14.2.2019 - S 2239
OFD Frankfurt/M. 23.5.2018 - S 2232 A
BMF 18.5.2018 - S 2232
BMF 10.11.2015 - S 2149/1
BFH 18.2.2015 - IV R 35/11
BFH 18.2.2015 - IV R 37/11
BStBl 2012 I Seite 595
DB 2012 S. 2906 Nr. 51
DStR 2012 S. 1137 Nr. 23
EStB 2012 S. 261 Nr. 7
KSR direkt 2012 S. 12 Nr. 7
StBW 2012 S. 589 Nr. 13
Ubg 2012 S. 477 Nr. 7
WPg 2013 S. 43 Nr. 1
QAAAE-10751
zu Ortenburg/zu Ortenburg, Forstwirtschaftliche Aspekte bei der Bestimmung des Wirtschaftsguts „Baumbestand“, NWB 27/2015 S. 1993
Track 09 | Tipps zur Einkommensteuer-Erklärung 2012 für Land- und Forstwirte: Besteuerung von Holznutzungen, Abgabefrist der Steuererklärung, Steuern mobil 3/2013
EStH Einkommensteuer-Hinweise (2012) H 13.3
H. 34b.1 EStH
EStR 2012 R 13.3
EStR 2012 R 34b.1
BFH 19.7.2011 - IV R 10/09
BMF v. 16.05.2012 - IV D 4 – S 2232/0-01 ablegen in?