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Timestamp: 2020-01-27 00:10:08
Document Index: 33795762

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 14', '§ 10', '§ 51', '§ 13', '§ 11', '§ 13', '§ 6', '§ 6', '§ 3', '§ 15', '§ 16', '§ 6', '§ 11', '§ 129']

Weiterbildungsgesetz – WbG 1 – 9 Erstes Gesetz zur Ordnung und
Weiterbildungsgesetz – WbG
zur Ordnung und Förderung der Weiterbildung
geändert durch Gesetz vom 15. Februar 2005
(1) Das Bildungsangebot der Einrichtungen der Weiterbildung umfasst Inhalte, die die Entfaltung der Persönlichkeit fördern, die Fähigkeit zur Mitgestaltung des demokratischen Gemeinwesens stärken und die Anforderungen der Arbeitswelt bewältigen helfen. Es umfasst die Bereiche der allgemeinen, politischen, beruflichen und kulturellen Weiterbildung und schließt
den Erwerb von Schulabschlüssen und Eltern- und Familienbildung ein.
(2) Das in Absatz 1 genannte Bildungsangebot ist nach dem Grundsatz der
Einheit der Bildung zu planen und zu organisieren.
I.Abschnitt
Gesamtbereich der Weiterbildung
Sicherung der Weiterbildung
Stellen, Unterrichtsstunden und Teilnehmertage
(1) Die Sicherstellung eines bedarfsdeckenden Angebots an Lehrveranstaltungen zur Weiterbildung soll durch Einrichtungen der Kreise, kreisfreien Städte, kreisangehörigen Gemeinden (§ 10) sowie anderer Träger
(§ 14) gewährleistet werden.
(3) Zur Sicherung einer bedarfsgerechten Planung und Durchführung von
Lehrveranstaltungen räumt der jeweilige Träger einer Einrichtung der Weiterbildung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Teilnehmerinnen und
Teilnehmern ein Mitwirkungsrecht ein. Art und Umfang dieses Mitwirkungsrechts sind in einer Satzung festzulegen.
von Gemeinden und Gemeindeverbänden
Errichtung und Unterhaltung von Einrichtungen der Weiterbildung
(1) Zum Aufbau eines Systems lebensbegleitenden Lernens arbeiten die
Einrichtungen der Weiterbildung, die Schulen, insbesondere Schulen des
Zweiten Bildungswegs, die Hochschulen und die Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung zusammen.
(3) Der Träger der Pflichtaufgabe (§ 10) soll die Abstimmung der Planung
und die Zusammenarbeit der in seinem Bereich tätigen Weiterbildungseinrichtungen fördern.
in anderer Trägerschaft
Finanzierung von Einrichtungen der Weiterbildung
(1) Einrichtungen der Weiterbildung haben das Recht, staatliche Prüfungen durchzuführen, wenn die vorbereitenden Lehrgänge den entsprechenden staatlichen Bildungsgängen gleichwertig sind. Dies gilt insbesondere
für Prüfungen zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen. Die
Durchführung dieser Prüfungen und der vorbereitenden Lehrgänge unterliegt der Fachaufsicht des zuständigen Ministeriums und der von ihm durch
Rechtsverordnung1a) bestimmten Aufsichtsbehörde.
(2) Das zuständige Ministerium bestimmt durch Rechtsverordnung, inwieweit typisierte und kombinierbare Einheiten von Lehrveranstaltungen den
Erwerb von Zeugnissen und Abschlusszertifikaten in Teilabschnitten ermöglichen.
(3) Für Prüfungen zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen erlässt das für Schulwesen zuständige Ministerium durch Rechtsverordnung2a) Prüfungsordnungen; § 51 Abs. 1 Schulgesetz3a) gilt entsprechend.
Das Land ist nach Maßgabe dieses Gesetzes zur Förderung der Weiterbildung verpflichtet. Es beteiligt sich nach Maßgabe der §§ 13 und 16 an den
Kosten für das hauptamtliche bzw. hauptberufliche pädagogische Personal und für die Maßnahmen, die nach Unterrichtsstunden und Teilnehmertagen berechnet werden.
Weiterförderung von Förderungsmaßnahmen
Förderungsvoraussetzungen und –verfahren
Inkrafttreten,Übergang
(2) Soweit Kenntnisse und Qualifikationen nach Beendigung einer ersten
Bildungsphase in Schule, Hochschule oder Berufsausbildung erworben
werden sollen, haben Einrichtungen der Weiterbildung die Aufgabe, ein
entsprechendes Angebot an Bildungsgängen nach den Vorschriften dieses Gesetzes bereitzustellen.
(1) Der Gesamtbereich der Weiterbildung ist gleichberechtigter Teil des
(2) Einrichtungen der Weiterbildung im Sinne dieses Gesetzes sind Bildungsstätten in kommunaler Trägerschaft und anerkannte Bildungsstätten
in anderer Trägerschaft, in denen Lehrveranstaltungen zur Fortsetzung
und Wiederaufnahme organisierten Lernens unabhängig vom Wechsel
des pädagogischen Personals und der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
geplant und durchgeführt werden. Diese Einrichtungen decken einen Bedarf an Bildung neben Schule oder Hochschule sowie der Berufsausbildung und der außerschulischen Jugendbildung. Als Bedarf im Sinne dieses Gesetzes gelten sowohl die Vertiefung und Ergänzung vorhandener
Qualifikationen als auch der Erwerb von neuen Kenntnissen, Fertigkeiten
(3) Zu den Einrichtungen der Weiterbildung im Sinne dieses Gesetzes gehören nicht Bildungsstätten, die überwiegend der Weiterbildung der Mitglieder des Trägers im Bereich der freizeitorientierten und die Kreativität
fördernden Bildung oder die überwiegend der Weiterbildung der Bediensteten des Trägers dienen oder die überwiegend Lehrveranstaltungen in
einem Spezialgebiet planen und durchführen.
(1) Die Beteiligung des Landes an den Kosten für das hauptamtliche bzw.
hauptberufliche pädagogische Personal bemisst sich nach Stellen. Eine
Stelle gilt als besetzt, wenn auf ihr eine vollzeitlich beschäftigte Person
oder in entsprechendem Umfang mehrere teilzeitbeschäftigte Personen
(3) Bei mehrtägigen Lehrveranstaltungen mit einer Mindestdauer von zwölf
Unterrichtsstunden bilden sechs Unterrichtsstunden bezogen auf eine teilnehmende Person einen Teilnehmertag. Je Tag kann ein Teilnehmertag
(4) An den geförderten Unterrichtsstunden müssen im Jahresdurchschnitt
mindestens zehn Personen teilnehmen, die in Nordrhein-Westfalen wohnen oder arbeiten. Bei den geförderten Teilnehmertagen darf der Anteil der
Personen, die nicht in Nordrhein-Westfalen wohnen oder arbeiten, jährlich
15 vom Hundert der geförderten Teilnehmertage nicht übersteigen.
An Hochschulen werden die Voraussetzungen für Forschung, Lehre und
Studium auf dem Gebiet der Organisation und Didaktik der Weiterbildung
(1) Voraussetzung für die Förderung der Einrichtungen aus Mitteln des
Landes ist die Anerkennung durch die zuständige Bezirksregierung oder
für Einrichtungen der Weiterbildung, die nach ihrer Bezeichnung dem Bereich der Eltern- und Familienbildung angehören und zumindest zu drei
Vierteln ihres Lehrprogramms in diesem Bereich tätig sind, das zuständige
(2) Die Anerkennung einer Bildungsstätte ist auf Antrag auszusprechen,
wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
1. Sie muss nach Art und Umfang ihrer Tätigkeit die Gewähr der Dauer
2. Sie muss ein Mindestangebot auf dem Gebiet der Weiterbildung von
2.800 Unterrichtsstunden jährlich in ihrem Einzugsbereich innerhalb
des Landes Nordrhein-Westfalen durchführen. Als Einrichtungen der
Weiterbildung mit Internatsbetrieb anerkannte Bildungsstätten, die bereits im Jahr 1999 eine Förderung nach dem Weiterbildungsgesetz erhalten haben, können das in Satz 1 genannte Mindestangebot auch mit
2.600 durchgeführten Teilnehmertagen nachweisen.
5. Ihr Angebot an Lehrveranstaltungen darf nicht der Gewinnerzielung
6. Der Träger muss sich verpflichten, der zuständigen Bezirksregierung
oder dem zuständigen Landesjugendamt auf Anfrage Auskunft über
die Lehrveranstaltungen zu geben.
8. Der Träger muss zur Kontrolle seines Finanzgebarens in Bezug auf die
Bildungsstätte durch die zuständige Bezirksregierung oder das zuständige Landesjugendamt bereit sein.
9. Der Träger muss die Gewähr für die ordnungsgemäße Verwendung der
Förderungsmittel bieten.
(3) Die Anerkennung ist zu widerrufen, wenn ihre Voraussetzungen nicht
(1) Kreisfreie Städte, Große kreisangehörige Städte und Mittlere kreisangehörige Städte sind verpflichtet, Einrichtungen der Weiterbildung zu errichten und zu unterhalten. Sie können die Einrichtungen auch in einer
Rechtsform des privaten Rechts führen. Dabei muss sichergestellt sein,
dass die Gemeinde oder der Gemeindeverband die bestimmenden Entscheidungsbefugnisse behält.
(2) Mittlere kreisangehörige Städte können diese Aufgabe auf den Kreis
(3) Für den Bereich der übrigen kreisangehörigen Gemeinden ist der Kreis
verpflichtet, Einrichtungen der Weiterbildung zu errichten und zu unterhalten, soweit nicht mehrere Gemeinden mit zusammen mindestens 25.000
Einwohnerinnen und Einwohnern diese Aufgabe nach den Vorschriften
des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit gemeinsam wahrnehmen.
(1) Die Grundversorgung mit Weiterbildungsangeboten wird durch das
Pflichtangebot der Volkshochschulen sichergestellt.
(2) Das Pflichtangebot der Volkshochschulen umfasst Lehrveranstaltungen der politischen Bildung, der arbeitswelt- und berufsbezogenen Weiterbildung, der kompensatorischen Grundbildung, der abschluss- und schulabschlussbezogenen Bildung, Angebote zur lebensgestaltenden Bildung
und zu Existenzfragen einschließlich des Bereichs der sozialen und interkulturellen Beziehungen sowie Angebote zur Förderung von Schlüsselqualifikationen mit den Komponenten Sprachen und Medienkompetenz.
Zur Grundversorgung gehören auch Bildungsangebote, wie sie im Kinderund Jugendhilfegesetz der Familienbildung zugewiesen sind. 1)
Finanzierung von Einrichtungen
der Weiterbildung in anderer Trägerschaft
(1) Die Träger der anerkannten Einrichtungen der Weiterbildung haben
Anspruch auf Bezuschussung durch das Land.
(2) Das Land gewährt dem Träger einen Zuschuss zu den von der Einrichtung in den in § 11 Abs. 2 genannten Bereichen durchgeführten Unterrichtsstunden und Teilnehmertagen sowie je geförderte 1.400 Unterrichtsstunden bzw. 1.300 Teilnehmertage zu den Kosten einer mindestens im
Umfang von 75 vom Hundert besetzten Stelle.
(4) Die Bezuschussung erfolgt nach Durchschnittsbeträgen in Höhe von 60
vom Hundert der Durchschnittsbeträge gemäß § 13 Abs. 3. Der Durchschnittsbetrag für den Teilnehmertag wird jährlich im Haushaltsgesetz festgesetzt.
(5) Der Landeszuschuss darf insgesamt den im Jahr 1999 für die Einrichtung möglichen Höchstförderbetrag nicht übersteigen. Neu anerkannte
Einrichtungen erhalten eine jährliche Förderung höchstens in Höhe von
2.800 Unterrichtsstunden und für zwei Stellen.
(6) Nach dem 31. Dezember 2004 neu anerkannte Einrichtungen erhalten
Förderung mit Beginn des fünften Haushaltsjahres nach ihrer Anerkennung.
(7) Für die kommunalen Familienbildungsstätten gelten die Absätze 1 bis
5 entsprechend.
1. pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Planung und
Durchführung von Lehrveranstaltungen,
(3) Die Einrichtungen der Weiterbildung werden von einer hauptamtlichen
oder hauptberuflichen pädagogischen Mitarbeiterin oder einem hauptamtlichen oder hauptberuflichen pädagogischen Mitarbeiter geleitet.
(4) Die Durchführung von Lehrveranstaltungen kann auch entsprechend
vorgebildeten pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übertragen werden, die nebenamtlich oder nebenberuflich für die Einrichtung der
(1) Das Land erstattet dem Träger die im Rahmen des Pflichtangebots entstehenden Kosten für Unterrichtsstunden sowie für je 1.600 Unterrichtsstunden die Kosten einer pädagogisch hauptberuflich bzw. hauptamtlich
besetzten Stelle.
(3) Die Kostenerstattung erfolgt nach Durchschnittsbeträgen, die jährlich
im Haushaltsgesetz festgesetzt werden.
(4) Der auf Unterrichtsstunden gemäß Absatz 1 entfallende Zuweisungsbetrag wird als Pauschale in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen der
Stellenförderung gemäß Absatz 1 und dem Gesamtbetrag der im Jahre
1999 der Volkshochschule gezahlten Landesmittel zugewiesen. Der Gesamtbetrag der Zuweisung wird um einen Betrag in Höhe von 5 Millionen €
gekürzt, der für die besondere Finanzierung von Lehrgängen gemäß § 6
(1) Die besondere Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen der entsprechenden außerschulischen Jugendbildung, der politischen Bildung,
der beruflichen Fort- und Weiterbildung und der Familienbildung durch das
Land bleibt unberührt.
(2) Einrichtungen der Weiterbildung erhalten für Lehrgänge zum Nachholen von Schulabschlüssen gemäß § 6 eine zusätzliche Förderung, sofern
sie bereits im Jahr 2002 ein solches Angebot durchgeführt haben.
(2) Einrichtungen der Weiterbildung, die nach ihrer Bezeichnung dem Bereich der Eltern- und Familienbildung angehören und zumindest zu drei
(2) Das Angebot an Lehrveranstaltungen dieser Einrichtungen kann die in
§ 3 genannten Inhalte und Bereiche umfassen.
Vierteln ihres Lehrprogramms in diesem Bereich tätig sind, beantragen
den Zuschuss beim zuständigen Landesjugendamt. Die anderen Träger
beantragen den Zuschuss bei der zuständigen Bezirksregierung. Der Zuschuss wird für die Dauer eines Haushaltsjahres festgesetzt. Dem Zuschussantrag sind beizufügen:
1) Die Angaben über die für die Landesförderung maßgeblichen Unterrichtsstunden und Teilnehmertage und
2. eine Aufstellung über die zur Förderung beantragten Stellen und die Erklärung, dass sie mit sozialversicherungspflichtigen bzw. beamteten
Bediensteten besetzt sind, die ausschließlich für die Einrichtung der
Weiterbildung eingesetzt werden.
(3) Der Träger und die Einrichtung sind verpflichtet, die zur Festsetzung
des Zuschusses erforderlichen Auskünfte zu erteilen und Nachweise zu
(1) Zur Unterstützung der Neustrukturierung der Weiterbildung in der Region findet mindestens einmal jährlich eine Regionalkonferenz statt. Sie
dient der Überprüfung der Wirksamkeit des Gesetzes und soll die Weiterbildungsangebote und deren Förderung sichern.
(2) Die Bezirksregierungen laden hierzu die in ihrem Bezirk tätigen Träger
und Einrichtungen der Weiterbildung und das zuständige Landesjugendamt ein. Die Teilnahme ist freiwillig.
(1) Das Gesetz tritt am 1. Januar 1975 in Kraft. 2)
(2) Abweichend von § 15 Abs. 2 Nr. 2 können sich am 1. Januar 2000 bereits anerkannte Einrichtungen bis zum 31. Dezember 2005 zu entsprechend großen Einrichtungen zusammenschließen oder vergleichbare Kooperationen eingehen. Während dieser Übergangszeit werden abweichend von § 16 Abs. 5 keine zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31.
Dezember 2004 neu anerkannten Einrichtungen gefördert.
Aufsichtsbehörde ist die für den entsprechenden staatlichen Bildungsgang zuständige
obere Schulaufsichtsbehörde (Verordnung zur Ausführung des Weiterbildungsgesetzes Zuständigkeitsverordnung nach § 6 Abs. 1 - vom 28. September 1979 (GV. NRW. S. 648)
2a) s. BASS 19 – 22 Nr. 1
3a) s. BASS 1 – 1
Die nicht kursiven Fußnoten 1 und 2 sind Teil des WbG:
1) Das Änderungsgesetz vom 19. Oktober 1999 (GV. NRW. S. 574) tritt am 1. Januar in
Kraft, geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 27. Januar 2004 (GV. NRW. S. 30).
Abweichend davon tritt § 11 Abs. 2 am 1. Januar 2006 in Kraft.
2) Die Bestimmung betrifft das Inkrafttreten des Gesetzes in der Fassung vom 31. Juli 1974.
Die vom Inkrafttreten bis zur Bekanntmachung der Neufassung eingetretenen Änderungen ergeben sich aus der vorangestellten Bekanntmachung (hier nicht abgedruckt).
Die Änderung aufgrund von § 129 Nr. 4 Schulgesetz NRW vom 15. Februar 2005 (GV.
NRW. S. 102) sind am 1. 8. 2005 in Kraft getreten.
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