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Timestamp: 2016-10-28 00:44:15
Document Index: 157585869

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29']

I 224/06 (03.07.2006)
I 224/06
Pr�sident Ferrari, Bundesrichter Meyer und Seiler; Gerichtsschreiberin Amstutz
A.________, 1977, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch die Beratungsstelle f�r Ausl�nder, Sch�tzengasse 7, 8001 Z�rich,
Mit Verf�gung vom 2. November 2004 verneinte die IV-Stelle des Kantons Z�rich den Anspruch der 1977 geborenen, vom 20. August 2001 bis 30. Juni 2003 als Kassiererin bei der Firma X.________ angestellt gewesenen A.________ auf eine Invalidenrente aufgrund eines rentenausschliessenden Invalidit�tsgrades von lediglich 4 %. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2004 fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde der A.________ mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2004 sei aufzuheben und ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter die Sache zwecks weiterer Abkl�rung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, wies das Sozialversicherungsgericht mit Entscheid vom 24. Januar 2006 ab.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
1.1 Im Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2004 werden die Bestimmungen �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG; vgl. BGE 130 V 345 ff. Erw. 3.1 bis 3.3), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 [in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen Fassung] und 1bis IVG [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2003]; Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung) sowie die f�r die Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen massgebende allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG, [in der seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung] in Verbindung mit Art. 16 ATSG; BGE 130 V 348 f. Erw. 3.4, 128 V 30 Erw. 1) zutreffend dargelegt. Sodann gibt der vorinstanzliche Entscheid die Rechtsprechung zur - nur ausnahmsweise - invalidisierenden Wirkung somatoformer Schmerzst�rungen (BGE 131 V 50 Erw. 1.2, 130 V 352 ff. und 396 ff.; vgl. auch BGE 132 V 70 ff. Erw. 4.2 und 4.3) sowie zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 ff. Erw. 3, 122 V 160 ff. Erw. 1c, je mit Hinweisen) richtig wieder. Auf die entsprechenden Erw�gungen wird verwiesen.
1.2 Erg�nzend ist auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es sich bei depressiven Stimmungslagen in der Regel um (reaktive) Begleiterscheinungen einer somatoformen Schmerzst�rung und nicht um eine selbstst�ndige, vom Schmerzsyndrom losgel�ste psychische Komorbidit�t handelt (vgl. BGE 130 V 358 Erw. 3.3.1), es sei denn, sie lassen sich aufgrund ihres Schweregrades unbestreitbar von der somatoformen St�rung unterscheiden (Urteil D. vom 20. April 2004 [I 805/04] Erw. 5.2.1 mit Hinweisen).
2.1 Das kantonale Gericht ist in einl�sslicher und umfassender W�rdigung der medizinischen Aktenlage zum Schluss gelangt, dass die seit Sommer 2002 an R�ckenbeschwerden leidende Beschwerdef�hrerin (Diagnosen: chronisch rezidivierendes Thoracolumbovertebralsyndrom bei/mit �bergangsanomalie TH12/L1 und Deconditioning-Symptomatik [Bericht des Dr. med. P.________, Spezialarzt FMH f�r Rheumatologie und Innere Medizin, vom 10. April 2003]; chronisches cervico- und lumbovertebrales Syndrom bei thorakolumbaler �bergangsst�rung [Wirbelk�rpermissbildung Th12/L1] und Fehlform/Fehlhaltung der Wirbels�ule [Berichte des Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH f�r Rheumatologie und Innere Medizin, vom 30. September 2003 und der Dres. med. M.________ und G.________ vom 13. Januar 2004]) aus k�rperlicher Sicht f�r leichte bis mittelschwere, wechselbelastende T�tigkeiten, einschliesslich die bisher ausge�bte Funktion als Kassiererin, 100 % arbeitsf�hig ist. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung, welche sich im Wesentlichen auf den einleuchtend und nachvollziehbar begr�ndeten - im Lichte der rechtsprechungsgem�ssen Beweisanforderungen (Erw. 1.1 hievor) vorinstanzlich zu Recht als beweiskr�ftig und �berzeugend eingestuften - Bericht des Dr. med. P.________ vom 10. April 2003 (100 %ige Arbeitsf�higkeit f�r leichtere bis mittlere Arbeit in Wechselpositionen; erneut best�tigt am 17. und 19. Januar 2004) st�tzt, ist entgegen den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einw�nden nicht zu beanstanden. Sie wird nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erw�gungen, worauf verwiesen wird, namentlich durch den Bericht des Rheumatologen Dr. med. E.________ vom 30. September 2003 untermauert, indem auch dieser ein volles Arbeitspensum in leidensangepassten T�tigkeit grunds�tzlich f�r m�glich und zumutbar h�lt. Dr. med. E.________ erachtet zwar eine mehrmonatige Anpassungszeit - im Sinne einer schrittweisen Steigerung des Pensums von 50 % ab Oktober 2003 auf 100 % (in leichten, wechselbelastenden T�tigkeiten ohne Tragen von Lasten, ohne Arbeit in gebeugter Stellung, unter gleichzeitiger Fortf�hrung k�rperlicher Trainingstherapien, medikament�ser Behandlung und psychologischer Unterst�tzung) f�r notwendig. Diese kann aber sp�testens mit der am 17. und 19. Januar 2004 erfolgten Best�tigung einer 100 %igen Arbeitsf�higkeit durch Dr. med. P.________ in leidensadaptierten T�tigkeiten als abgeschlossen gelten.
Soweit Dr. med. G.________ (Hausarzt) im knapp begr�ndeten Bericht vom 13. Januar 2004 eine bloss 50 %ige Leistungsf�higkeit attestiert, ist dem mit der Vorinstanz keine �berwiegende Beweiskraft beizumessen, zumal unklar bleibt, ob diese Angabe allein die k�rperlich-funktionelle Belastbarkeit oder aber auch psychische Faktoren (vgl. Erw. 2.2 hernach) ber�cksichtigt. Mangels jeglicher Begr�ndung g�nzlich beweisuntauglich ist sodann das Zeugnis des Dr. med. G.________ vom 27. April 2004 (50 %ige Arbeitsunf�higkeit ab 1. April 2004 bis auf Weiteres). Entgegen dem Einwand der Beschwerdef�hrerin sprechen schliesslich auch die gescheiterten Arbeitsversuche (April 2003, Juli bis anfangs Oktober 2004) nicht gegen eine aus k�rperlicher Sicht 100 %ige Leistungsf�higkeit in leidensangepasster T�tigkeit. Denn nach Lage der Akten, insbesondere in Anbetracht der �rztlich festgestellten, deutlichen Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiven Beschwerden sowie der in diesem Zusammenhang diagnostizierten somatoformen Schmerzst�rung (Erw. 2.2 hernach) muss davon ausgegangen werden, dass nicht organische, sondern psychische Gr�nde der Aussch�pfung des genannten (k�rperlichen) Leistungspotentials entgegenstanden.
2.2.1 Den psychischen Gesundheitszustand hat das kantonale Gericht unter Mitber�cksichtigung des von der Beschwerdef�hrerin ins Recht gelegten Berichts des Medizinischen Zentrums I.________ vom 22. M�rz 2005 �ber die Ergebnisse einer vom 17. Januar bis 22. M�rz 2005 (mit ferienbedingtem Unterbruch vom 31. Januar bis 4. Februar 2005) - und damit nach dem die zeitliche Grenze der richterlichen �berpr�fungsbefugnis markierenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 10. Dezember 2004 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis; siehe auch BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1, je mit Hinweisen) - durchgef�hrten, intensiven Rehabilitationsbehandlung beurteilt. Dies ist aufgrund des unmittelbaren Sachzusammenhangs der betreffenden Abkl�rungen zum Streitgegenstand beweisrechtlich nicht zu beanstanden (BGE 99 V 102 mit Hinweisen). Der genannte Bericht f�hrt als psychiatrische Diagnose eine "mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)" und eine autonome somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10: F45.4) auf und beziffert die Arbeitsunf�higkeit im Entlassungszeitpunkt auf 50 % mit dem Hinweis, die Anforderungen im Beruf d�rften der an sich motivierten, zu einem psychosomatischen Erkl�rungsmodell ihrer Schmerzsymptomatik allerdings nicht zu gewinnen gewesenen Patientin derzeit noch nicht entsprechen; zudem best�nden psychosoziale Risikofaktoren der Schmerzchronifizierung wie passives Coping, soziale Isolation, depressive Episoden, geringe Ressourcen und Hilflosigkeit, welche prognostisch eher ung�nstig seien.
2.2.2 Nach der Rechtsprechung ist - wie im kantonalen Entscheid richtig ausgef�hrt - bei diagnostizierten somatoformen Schmerzst�rungen in der Regel von der Zumutbarkeit einer Schmerz�berwindung auszugehen und hievon nur bei Vorliegen besonderer Umst�nde, welche die Schmerzbew�ltigung intensiv und konstant behindern, abzuweichen (BGE 131 V 50 Erw. 1.2, 130 V 352 ff. und 396 ff.; vgl. auch BGE 132 V 70 ff. Erw. 4.2 und 4.3). Mit der Vorinstanz sind solche qualifizierten Umst�nde im Falle der Beschwerdef�hrerin zu verneinen. Namentlich hat das kantonale Gericht mit Recht der im Gutachten des Medizinischen Zentrums I.________ diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode den Charakter eines von der somatoformen St�rung losgel�sten Leidens im Sinne einer psychischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer abgesprochen. Im Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte daf�r, dass die - nebst den bekannten organischen R�ckenbefunden - diagnostizierten Erkrankungen wie Adipositas (ICD-10: E66), Kopfschmerzen (ICD-10: G43), Asthma bronchiale und Allergien die Beschwerdef�hrerin in ihrer Alltags- und Schmerzbew�ltigung in besonderem Masse behindern. Das in den Akten dokumentierte Verhalten der Versicherten - etwa auch im Rahmen von Gruppentherapien, welche sie w�hrend der Rehabilitationsbehandlung gern und oft besuchte - l�sst sodann nicht auf einen sozialen R�ckzug in allen Belangen des Lebens schliessen. Ebenfalls nicht ausgewiesen sind ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") und das Scheitern einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung, konnten doch im Medizinischen Zentrum I.________ durchaus gewisse therapeutische Erfolge (namentlich in der Stress- und Schmerzbew�ltigung) festgestellt werden, und ist doch die Beschwerdef�hrerin nach Einsch�tzung der �rzte auch willens und f�hig, den (psycho)therapeutischen Weg aktiv weiter zu verfolgen. Schliesslich ist in der psychiatrischen Beurteilung vom 22. M�rz 2005 zwar davon die Rede, dass die �ber nur geringe Introspektionsf�higkeit verf�gende Versicherte - bei unstrittig vorhandener psychosozialer Belastungs-, bisweilen auch �berforderungssituation - Schwierigkeiten habe, auf ihren aktuellen Ressourcen aufzubauen bzw. eigene Ressourcen zu aktivieren. Gleichzeitig wird aber die soziale Unterst�tzung der drei Stiefkinder als grosse Ressource bezeichnet und im �brigen festgehalten, dass die Patientin w�hrend des Rehabilitationsaufenthalts motiviert war und die intensiven Therapien trotz Schmerzen regelm�ssig besuchte. Insgesamt lassen diese Angaben den R�ckschluss zu, dass die vorhandenen psychischen Ressourcen der Beschwerdef�hrerin nicht derart eingeschr�nkt sind, dass ihr eine ad�quate Schmerzbew�ltigung und -�berwindung - zwecks Realisierung der verbleibenden Arbeitsf�higkeit in k�rperlich angepassten T�tigkeiten - unter entsprechender Willensanstrengung nicht (mehr) m�glich und zumutbar ist. Aus rechtlicher Sicht ist mithin der diagnostizierten somatoformen Schmerst�rung eine invalidisierende Wirkung abzusprechen. Ein abweichendes Ergebnis verm�gen entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin weder die Zeugnisse des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 13. Januar und 27. April 2004 (siehe Erw. 2.1 hievor) noch der zu Handen der Beratungsstelle f�r Ausl�nder erstellte, vorinstanzlich ins Recht gelegte Bericht des Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, speziell Wirbels�ulenleiden, vom 21. Oktober 2005 zu begr�nden. Letzterem fehlt es an Aussagekraft f�r den hier massgebenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2004 ("zurzeit bis auf Weiteres" 100 %ige Arbeitsunf�higkeit f�r jegliche T�tigkeit); zum andern kann auf die auch psychisch begr�ndete Arbeitsunf�higkeitseinsch�tzung des Dr. med. H.________ mangels entsprechender fach�rztlicher Qualifikation nicht abgestellt werden.
2.2.3 Nach dem Gesagten ist sp�testens ab Januar 2004 von einer vollen Arbeitsf�higkeit in leidensangepassten T�tigkeiten auszugehen (vgl. Erw. 2.1. hievor) und eine nach Ablauf des Wartejahres (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; hier: fr�hestens Ende November 2003) eingetretene, voraussichtlich dauerhafte Invalidit�t von rentenbegr�ndendem Ausmass mit der Vorinstanz zu verneinen.