Source: http://sl.juris.de/sl/gesamt/NatSGEulenmuehleV_SL_2016.htm
Timestamp: 2019-11-19 03:32:45
Document Index: 387356201

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 3', '§ 4', 'Art 1060', 'Art 1337', 'Art 1044', 'Art 1058', '§ 1']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Eulenmühle/Eulenmühle-Welschwies“ N 6706-307
Fundstelle: Amtsblatt 2016, S. 112
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 92,14 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Eulenmühle/Eulenmühle-Welschwies“ (N 6706-307) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.07.1992 S. 7) in der derzeit geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt im Landkreis Saarlouis, auf Flächen der Gemeinde Wadgassen, Gemarkung Differten sowie in der Gemeinde Überherrn, dort in den Gemarkungen Überherrn und Berus.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in Detailkarten 1:1.500, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung sind, mit Flurstücknummern und Randsignatur, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich jeweils bei den Gemeinden Wadgassen und Überherrn. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
6431 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen Stufe
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore,
der prioritären Art und ihrer Lebensräume:
1078 Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria),
1337 Biber (Castor fiber).
Schutzzweck ist zudem der ausgedehnte Feuchtgebietskomplex der Aue und das ursprünglich, typische Nutzungsmosaik aus Sandäckern und ihren Brachen sowie die extensiv genutzten „Armeria-Sandwiesen“ und „Festuca-Sandweiden“ mit teils seltenen und gefährdeten Arten wie Thymian-Ameisenbläuling (Maculinea arion), Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis), Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) und Sand-Grasnelke (Armeria maritima subsp. elongata).
Ein- und Nachsaaten außerhalb von Lebensraumtypen im erforderlichen Umfang zur Behebung von Wildschäden,
Beweidung, außer auf Flächen mit Lebensraumtypen, nur in Form der ordnungsgemäßen Wanderschäferei ohne Koppelhaltung und unter Beachtung des § 3 Absatz 2 und des § 4 Absätze 1 und 2,
Anpflanzungen mit Obstbäumen sowie Ersatzpflanzungen abgängiger Obstbäume außer auf Flächen des ehemaligen Naturschutzgebiets „Eulenmühle“,
Jagd, und zu diesem Zweck auch die Errichtung von an die Landschaft angepassten Hochsitzen in einfacher Holzbauweise sowie die Unterhaltung bestehender Jagdschneisen und Wildäcker, die Anlage von Jagdschneisen auf Flächen ohne Lebensraumtypen und auf Flächen mit Lebensraumtypen, soweit der günstige Erhaltungszustand nicht beeinträchtigt wird. Ausgenommen sind auf Flächen mit Lebensraumtypen Schwarzwild-Kirrungen, Ablenkungsfütterungen und Luderplätze,
auf Flächen ohne Lebensraumtyp und Vorkommen der Art 1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)
Walzen oder Eggen bis zum 1. April, sofern nicht mehr als 50% der betreffenden Fläche behandelt werden; die Flächenbeschränkung gilt nicht für Maßnahmen zur Beseitigung von Wildschäden,
bei Vorkommen der Art 1337 Biber (Castor fiber)
im Umkreis von 50 Metern um Biberdämme und Biberburgen alle Maßnahmen und Nutzungen, die zu keiner erheblichen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung des im Schutzzweck genannten Bibers führen können; dies gilt auch für die Ausübung der Jagd,
bei Vorkommen der Art 1044 Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)
die Durchführung von Bewirtschaftungsmaßnahmen in der Aue, die sich nicht nachteilig auf den Lebensraum der Art auswirken, unter der Maßgabe, dass kein Umbruch erfolgt,
Mähen der Böschungen im Rahmen der Unterhaltung unter der Maßgabe, dass keine beiderseitige Böschungsmahd erfolgt und kein Mähgut auf der Fläche verbleibt,
im Bereich der Lebensräume der Art 1058 Thymian-Ameisenbläuling (Maculinea arion) die Beweidung mit Schafen und Ziegen als Huteweide unter den Maßgaben, dass
jährlich ein Viertel der Lebensraumfläche von der Beweidung ausgenommen wird,
zwischen dem 15. Mai und dem 15. August keine Hutebeweidung erfolgt,
der Abstand zwischen zwei Weidegängen auf der gleichen Fläche mindestens sechs Wochen beträgt,
keine Fütterung auf der Weidefläche erfolgt,
die Flächen ab dem 1. September gemäht werden.
Düngemittel, Pestizide oder sonstige chemische Mittel zu verwenden,
zu baden und die Wasseroberfläche zu befahren,
zu fischen, Besatzmaßnahmen durchzuführen sowie die Fische zu füttern,
3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitrichio-Batrachion,
Flächen mit dem Lebensraumtyp 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore und zu mähen,
wasserwirtschaftliche oder wasserbauliche Maßnahmen durchzuführen, auch solche, die keiner Anzeige oder Genehmigung bedürfen,
Hunde im Umkreis von 50 Metern um Biberburgen frei laufen zu lassen,
Schwimm- und Tauchblattpflanzen zu mähen oder zu entfernen,
wasserwirtschaftliche oder wasserbauliche Maßnahmen durchzuführen, auch solche, die keiner Anzeige oder Genehmigung bedürfen.
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft. Gleichzeitig treten die Verordnungen über das Naturschutzgebiet „Eulenmühle“ vom 24. Juli 1987 (Amtsbl. S. 940) und über das Naturschutzgebiet „Erweiterung Eulenmühe (Welschwies)“ vom 7. Dezember 1994 (Amtsbl. 1995 S. 54) in den derzeit geltenden Fassungen außer Kraft. Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die „Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Saarlouis“ (Amtsbl. S. 405) vom 31. März 1977 in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.
Anlage zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Eulenmühle/Eulenmühle-Welschwies“ N 6706-307