Source: https://www.scheidung.org/ehegattenunterhalt/
Timestamp: 2020-03-28 23:19:33
Document Index: 188241537

Matched Legal Cases: ['§ 1570', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1574', '§ 1578', '§ 1585', '§ 1585', '§ 1579', '§ 1615']

Ehegattenunterhalt: Wie hoch ist er? •§• SCHEIDUNG 2020
Das Wichtigste in Kürze: Kindesunterhalt
Wie hoch ist der Ehegatten- oder nacheheliche Unterhalt?
Weitere Ratgeber zum Ehegattenunterhalt
Nachehelicher Unterhalt: Nur bei Vorliegen der gesetzlichen Unterhaltstatbestände
Danach richtet sich der nacheheliche Unterhalt
Berechnung des nachehelichen Ehegattenunterhalt: Keine Tabelle
Nachehelicher Unterhalt – wie lange gezahlt werden muss
Wenn der nacheheliche Unterhalt angepasst werden muss
Was sonst beim nachehelichen Unterhalt wissenswert ist
Sowohl während einer Ehe als auch nach einer Scheidung sind Ehegatten dazu verpflichtet, Unterhalt zu zahlen. Doch welche Voraussetzungen müssen beim nachehelichen Ehegattenunterhalt Beachtung finden? Wer hat überhaupt Anspruch darauf? Wie funktioniert die Berechnung? Und wie lange wird Ehegattenunterhalt gezahlt? Informationen finden Sie im Ratgeber.
Beim Ehegattenunterhalt ist zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt (Geschiedenenunterhalt, Scheidungsunterhalt) zu unterscheiden.
Während der Trennungsunterhalt für die Zeit von der Trennung bis zum Eintritt der Rechtskraft der Scheidung verlangt werden kann, besteht der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ab dem Eintritt der der Rechtskraft der Scheidung.
Beide Ansprüche müssen gesondert geltend gemacht werden.
Der Trennungsunterhalt wandelt sich nach der Scheidung also nicht automatisch in den Geschiedenenunterhalt um.
Ausführliche Informationen zum Ehegattenunterhalt erhalten Sie im Folgenden.
Hier können Sie den Unterhalt berechnen:
Unterhalt bei Wiederverheiratung
Mit der Reform des Unterhaltsrechts zum 01.01.2008 sollte u. a. der bis dahin quasi bislang auf Lebenszeit angelegte nacheheliche Unterhalt den geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen und dem damit verbundenen Wertewandel angepasst werden. Als einer der Hauptbestandteile dieser Reform gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung, wonach der unterhaltsberechtigte Ehegatte nach der Scheidung schnellstmöglich wieder eine Erwerbstätigkeit anzunehmen und für seinen Lebensunterhalt selber zu sorgen hat.
Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt kommen daher nur in Betracht, wenn der Ehegatte sich nach der Scheidung nicht selber versorgen kann, was beim Vorliegen einer der gesetzlich geregelten Unterhaltstatbestände der §§ 1570 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) der Fall ist.
Mit der Reform wurde zugleich § 1578b Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) eingeführt, wonach der Unterhaltsanspruch herabgesetzt und/oder zeitlich begrenzt werden kann. Lediglich dann, wenn ehebedingte Nachteile vorliegen, erfolgt in der Regel keine Befristung beim Ehegattenunterhalt.
Ein „neues Gesetz“ bzw. eine Änderung zum 01.01.2013 führte dazu, dass das Merkmal der langen Ehedauer gleichberechtigt und alternativ neben den ehebedingten Nachteilen getreten ist. Damit kann also nicht nur ein ehebedingter Nachteil, sondern bereits alleine das Vorliegen einer Ehe von langer Dauer dazu führen, dass der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt unbefristet ist.
Betreut der geschiedene Ehegatte das gemeinschaftliche oder adoptierte Kind, braucht er laut Familienrecht erst dann einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn das betreute Kind drei alt ist. Werden mehrere Kinder betreut, kommt es auf das Alter des jüngsten Kindes an. Mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des (jüngsten) Kindes muss der betreuende Elternteil eine Erwerbstätigkeit aufnehmen.
Allerdings kann der betreuende Elternteil beim Familiengericht im Einzelfall eine Verlängerung des Betreuungsunterhalts aus Billigkeitsgründen beantragen, wobei er die Gründe darlegen und ggf. beweisen muss. Solche Gründe können sowohl kindesbezogen (etwa Erkrankung, erhöhter Betreuungsbedarf, fehlende Betreuungsmöglichkeiten) als auch elternbezogen (etwa Betreuung mehrerer Kinder) sein. Diese Gründe spielen ebenfalls für die Frage eine Rolle, ob eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung oder aber nur ein Mini-Job ausgeübt werden muss.
Grundsätzlich sollte der betreuende Elternteil damit rechnen, dass er mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des (jüngsten) Kindes eine Erwerbstätigkeit aufnehmen muss. Dabei hängt die konkrete Tätigkeit allerdings davon ab, welches Betreuungsangebot für das Kind vorliegt und ob dieses dem Kind sowie dem betreuenden Elternteil zugemutet werden kann.
Unterhaltsberechtigt ist der geschiedene Ehegatte, der für seinen Lebensunterhalt nicht sorgen und bei dem wegen seines Alters auch keine Erwerbstätigkeit mehr erwartet werden kann. Da keine starren Altersgrenzen bestehen, kommt es auf die berufliche Vorbildung, der früher ausgeübten Erwerbstätigkeit, der Dauer der Unterbrechung, den Chancen der Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt, der Ehedauer, dem Gesundheitszustand sowie den persönlichen Verhältnissen an.
Grundsätzlich besteht die Verpflichtung zur Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung, sofern sich im erlernten Beruf kein Job mehr finden lässt. Das kritische Alter dürfte mit 55 Jahren beginnen, wobei mit 65 Jahren eine Erwerbstätigkeit in der Regel nicht mehr zu erwarten ist.
Der Unterhaltsberechtigte sollte sich ggf. bei der Agentur für Arbeit über einschlägige Fortbildungs-, Umschulungs- oder sonstige Maßnahmen informieren.
Unterhaltsberechtigt ist ebenfalls derjenige, der für seinen Lebensunterhalt nicht sorgen und bei dem wegen Krankheit, Gebrechen oder Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte keine Erwerbstätigkeit mehr erwartet werden kann. Der Unterhaltsanspruch setzt voraus, dass diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereits zum Scheidungszeitpunkt aufgetreten sind.
Eine Krankheit liegt auch bei Alkoholmissbrauch, Drogensucht, Tablettenabhängigkeit oder einer Neurose vor. Bei diesen – teils selbst verschuldeten – Erkrankungen muss der geschiedene Ehegatte aber ärztliche Hilfe beanspruchen und sich ggf. einer Therapie unterziehen, um den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt zu behalten. Wirkt der Erkrankte trotz Aufforderung nicht an einer Genesung mit, entfällt sein Unterhaltsanspruch.
Ein Unterhaltsanspruch wegen Erwerbslosigkeit besteht, wenn der geschiedene Ehegatte trotz intensiver Bemühungen keine Arbeitsstelle findet und dies weder an einer Kinderbetreuung, seinem Alter oder an einer Krankheit liegt.
Intensiv bemühen bedeutet, dass eine bloße Meldung als arbeitslos nicht genügt, sondern der geschiedene Ehegatte sich ernsthaft und aktiv auf Arbeitsstellen bewirbt. Dazu gehört auch die Verpflichtung, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen oder sich umschulen zu lassen. In der Praxis wird der Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit regelmäßig nach § 1578b BGB herabgesetzt und zeitlich begrenzt.
Der Nachweis der intensiven Bemühungen um einen Arbeitsplatz setzt ca. 20 bis 30 Bewerbungen pro Monat voraus, die dokumentiert sein müssen. Hierzu sollten die entsprechenden Stellenanzeigen gesammelt und ggf. mit Nachweisen über die Bewerbung (etwa Bewerbungsunterlagen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen usw.) abgeheftet werden. Dies gilt ebenso für Internetanzeigen, eigene geschaltete Stellengesuche und Aufzeichnungen über geführte Telefonate.
Der Ehegattenunterhalt kann auch in Form von Aufstockungsunterhalt gezahlt werden.
Reichen die Einkünfte des geschiedenen Ehegatten aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit nicht aus, um den früheren ehelichen Lebensstandard zu halten, kommt ein Anspruch auf Aufstockungsunterhalt – also die Differenz zwischen dem jetzigen eigenen Einkommen und dem während der Ehe zur Verfügung stehenden Einkommen – in Betracht. Dazu muss der Geschiedene die ehebedingten Nachteile darlegen und beweisen oder es muss eine Ehe von langer Dauer vorliegen.
Zudem ist es erforderlich, dass der begehrte Aufstockungsunterhalt mehr als 10% über seinem eigenen bereinigten Nettoeinkommen liegt. Wird Aufstockungsunterhalt gewährt, erfolgt dies regelmäßig ebenfalls nur in begrenzter Höhe und innerhalb einer zeitlichen Befristung.
Speziell in den Fällen, wo der geschiedene Ehegatte sich „gerade über Wasser halten kann“ und der frühere Ehepartner ein komfortables Einkommen erzielt, sollte Aufstockungsunterhalt geltend gemacht werden.
Manchmal führt ein Ehegatte nach der Heirat seine Ausbildung nicht zu Ende oder unterlässt eine Ausbildung oder Fortbildung, um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Scheitert die Ehe, besteht in folgenden Fällen ein Anspruch auf Unterhalt wegen Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung:
Abbruch einer Berufsausbildung vor oder während der Ehe
Unterlassene Berufsausbildung wegen der Ehe
Fortbildung oder Umschulung zum Ausgleich ehebedingter Nachteile
Wesentliche Voraussetzung für diesen Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt ist, dass die Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung zeitnah aufgenommen wird. Der Anspruch, der neben den Ausbildungs-, Fortbildungs- oder Umschulungskosten die laufenden Lebenshaltungskosten umfasst, ist bis zum regulären Abschluss der Maßnahme zeitlich begrenzt.
Wird die Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung nicht oder nicht zeitnah betrieben, wird der geschiedene Ehegatte so behandelt, als sei er arbeitslos und würde sich nicht ausreichend um eine neue Arbeitsstelle bemühen. Dem Unterhaltsberechtigten wird dann das Einkommen angerechnet, was er aus dem mit der Maßnahme möglichen Beruf erzielen könnte. Durch diese fiktive Anrechnung entfällt der Unterhaltsanspruch meistens.
Kann aus sonstigen schwerwiegenden Gründen eine Erwerbstätigkeit des geschiedenen Ehegatten nicht erwartet werden und wäre die Versagung von Unterhalt unter Berücksichtigung der Interessen beider Ehegatten grob unbillig, ist ein Unterhaltsanspruch aus Billigkeitsgründen denkbar.
Typische Fälle sind etwa
die Betreuung von Kindern des anderen Ehegatten, von Enkelkindern oder von Pflegekindern
ein Scheitern des Unterhalts wegen Krankheit oder Gebrechen, weil die gesundheitliche Beeinträchtigung erst nach der Ehe aufgetreten ist
besondere Leistungen oder Vermögensopfer des geschiedenen Ehegatten für den früheren Ehepartner, etwa jahrelange unentgeltliche Tätigkeit in dessen Betrieb, die Pflege von dessen Angehörigen oder die frühere Überlassung von erheblichem Eigenkapital für dessen Selbstständigkeit bzw. Existenzgründung
Liegt ein Billigkeitsgrund vor, sollte der Unteranspruch schnellstmöglich geltend gemacht werden. Denn für die Billigkeitserwägung spielt es eine erhebliche Rolle, wie lange der Unterhaltsanspruch bereits beendet war.
Maßgeblich für die Höhe des nachehelichen Unterhalts sind die ehelichen Lebensverhältnisse zum Zeitpunkt der Scheidung, § 1578 Abs. 1 BGB. Dabei ist aber nur das prägende Einkommen zu berücksichtigen. Standen also etwa 15% des Einkommens des unterhaltspflichtigen Ehegatten während der Ehe nicht zur Verfügung, weil er davon erhebliche Altschulden aus seiner Zeit vor der Ehe beglichen hat und weiterhin begleicht, haben diese Zahlungen die ehelichen Lebensverhältnisse nicht mitgeprägt und sind daher für den Unterhalt nicht zu berücksichtigen.
Der Ehegattenunterhalt soll den gesamten Lebensbedarf umfassen
Der Ehegattenunterhalt umfasst den kompletten Lebensbedarf des berechtigten geschiedenen Ehegatten, § 1578 Abs. 1 BGB. Dazu gehören bei entsprechender Leistungsfähigkeit des anderen früheren Ehegatten
ggf. die Kosten einer Kranken- und Pflegeversicherung, § 1578 Abs. 2 BGB, etwa weil der geschiedene Ehegatte privat versichert oder über den früheren anderen Ehegatten in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert war (bei der Mitversicherung fällt der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenkasse einen Monat nach Rechtskraft der Scheidung weg, wobei der geschiedene Ehegatte drei Monate Zeit hat, sich in eine gesetzlichen Krankenkasse beitragspflichtig freiwillig zu versichern)
ggf. die Kosten einer angemessenen Schul- und Berufsausbildung, Fortbildung oder Umschulung, § 1578 Abs. 2 in Verbindung mit §§ 1574, 1575 BGB
sogenannter Vorsorgeunterhalt für die Alterssicherung und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, sofern der geschiedene Ehegatte Anspruch auf Betreuungsunterhalt, Altersunterhalt, Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen, Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit, Aufstockungsunterhalt oder Unterhalt aus Billigkeitsgründen hat, § 1578 Abs. 3 BGB. Dabei wird der Vorsorgeunterhalt regelmäßig nach der sogenannten Bremer Tabelle berechnet.
Zur Berechnung des nachehelichen Unterhalts für Ehepartner existiert keine Tabelle wie beim Kindesunterhalt. Aus den Richtlinien zur Düsseldorfer Tabelle bzw. den Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL) ergibt sich jedoch, dass der Unterhaltsanspruch
3/7 bzw. 45% des bereinigten Nettoeinkommens aus der Erwerbstätigkeit des früheren anderen Ehegatten beträgt, sofern der geschiedene Ehegatte nicht erwerbstätig ist
3/7 bzw. 45% aus der Differenz des bereinigten Nettoeinkommens aus der Erwerbstätigkeit des früheren anderen Ehegatten zum bereinigten Nettoeinkommens aus der Erwerbstätigkeit des unterhaltsberechtigten Ehegatten beträgt, sofern letzterer erwerbstätig ist
aus allen anderen Einkünften (etwa Vermietung, Verpachtung oder Vermögenserträge) die Hälfte beträgt
Anders als beim Trennungsunterhalt ist sogar ein kompletter Verzicht auf den nachehelichen Unterhalt möglich, sofern davon nicht die Fälle der Not (etwa Arbeitslosengeld II) erfasst sind. Dies gilt ebenso für eine vereinbarte Kapitalabfindung, mit der sämtliche Unterhaltsansprüche abgegolten werden sollen. Derartige Vereinbarungen bedürfen jedoch entweder einer notariellen Beurkundung oder müssen vom Familiengericht protokolliert werden, § 1585c BGB.
Begrenzt wird der nacheheliche Unterhalt jedoch durch die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen früheren Ehegatten. Dazu gehört insbesondere der Selbstbehalt (Eigenbedarf), der dem Pflichtigen zur Sicherung seiner eigenen Lebensgrundlage verbleiben muss. Dieser Selbstbehalt beträgt gegenüber dem geschiedenen Ehegatten 1.200 Euro unabhängig davon, ob der Pflichtige einer Erwerbstätigkeit nachgeht oder nicht (Anmerkungen B IV zur Düsseldorfer Tabelle, Stand: 01.01.2016).
Für die Dauer der Leistungsfähigkeit muss Ehegattenunterhalt gezahlt werden.
Der nacheheliche Unterhalt muss so lange gezahlt werden, wie der unterhaltspflichtige frühere Ehegatte leistungsfähig ist und
einer der gesetzlichen Unterhaltstatbestände vorliegt, wobei zum einen unterschiedliche gesetzliche Unterhaltstatbestände aneinander anknüpfen können und zum anderen in den Fällen ehebedingter Nachteile oder langer Ehe regelmäßig keine Herabsetzung oder zeitliche Befristung des Unterhaltsanspruchs erfolgt sowie
der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nicht verwirkt ist – Verwirkung kann etwa eintreten bei Ehen von kurzer Dauer, einer neuen verfestigten Lebensgemeinschaften des Unterhaltsberechtigten oder bei von diesem begangenen schweren Straftaten gegen den Unterhaltspflichtigen
Weitere Einzelheiten zu der Frage: „Nachehelicher Unterhalt – wie lange?“ finden Sie im Artikel Unterhalt: Wie lange bestehen Ansprüche (Kapitel: Nachehelicher Unterhalt: Wie lange gezahlt werden muss).
Darüber hinaus kann der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt verwirken, wenn er länger als ein Jahr nicht geltend gemacht wird, egal ob der Anspruch tituliert ist (also etwa ein Urteil bzw. Beschluss über den Unterhalt vorliegt) oder nicht (Oberlandesgericht (OLG Hamm), Beschluss vom 17.03.2014, Az.: 6 UF 196/13).
Ist die Ehe geschieden und der nacheheliche Unterhalt geregelt, kann es sein, dass sich die Einkommensverhältnisse ändern. Das gilt sowohl beim unterhaltspflichtigen als auch beim unterhaltsberechtigten geschiedenen Ehegatten.
Verschlechtern sich die Einkommensverhältnisse beim unterhaltspflichtigen geschiedenen Ehegatten aus unvorhergesehenen Gründen (etwa wegen unverschuldeter Arbeitslosigkeit, ggf. verbunden mit einer neuen schlechter bezahlten Arbeitsstelle) und wurde die Höhe des nachehelichen Unterhalts vom Familiengericht festgesetzt, muss der Unterhaltspflichtige eine Abänderungsklage beim Familiengericht einreichen. Voraussetzung für jede unterhaltsrechtliche Abänderungsklage ist aber, dass sich die bisherigen Unterhaltszahlungen um mindestens 10% verringern.
Unverhergesehene Einkommenssteigerungen wirken sich nicht auf den Ehegattenunterhalt aus.
Verbessert sich dagegen das Einkommen des unterhaltspflichtigen geschiedenen Ehegatten, kann der Unterhaltsberechtigte regelmäßig keine Anpassung verlangen. Denn unerwartete Einkommenssteigerungen (etwa der vielfach herbeigesehnte Lottogewinn) waren für die ehelichen Lebensverhältnisse nicht prägend und spielen daher für den Geschiedenenunterhalt keine Rolle.
Demgegenüber waren die vorhersehbaren Einkommenssteigerungen des unterhaltspflichtigen geschiedenen Ehegatten bereits bei der Berechnung für den nachehelichen Unterhalt zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass etwa Regelbeförderungen mit absehbaren Gehaltserhöhungen oder der Wegfall von Unterhaltspflichten oder Hypothekenzinsen bereits in die Bezifferung des Geschiedenenunterhalts mit eingeflossen sind, zumal diese Einkommenssteigerungen eheprägend gewesen wären.
Verschlechtern sich die Einkommensverhältnisse beim unterhaltsberechtigten geschiedenen Ehegatten aus unvorhergesehenen Gründen und geschieht dies kurz nach der Scheidung, kann er im Einzelfall ebenfalls eine Abänderungsklage einreichen.
Bei Einkommenssteigerungen ist dagegen zu unterscheiden: Führen diese zu einem Wegfall des gesetzlichen Unterhaltstatbestandes (etwa Wegfall der Arbeitslosigkeit), entfällt der Unterhaltsanspruch. Eine Abänderungsklage wird jedoch regelmäßig nicht erforderlich sein, da in diesen Fällen der Unterhalt regelmäßig befristet ist. Beruhen dagegen die Einkommenssteigerungen des Unterhaltsberechtigten auf sogenannten überobligatorischen Einkommen (etwa Erwerbstätigkeit der geschiedenen Ehefrau, die aufgrund der Betreuung des Kleinkindes dazu nicht verpflichtet wäre), kommt es auf den Einzelfall an. Werden – wie häufig – die überobligatorischen Einkünfte zur Hälfte auf den nachehelichen Unterhalt angerechnet, können wiederum eine Anpassung der Unterhaltszahlungen und damit eine Abänderungsklage notwendig sein.
Folgende Punkte beim nachehelichen Unterhalt sind noch wissenswert:
Es kann nicht oft genug gesagt werden: Der Trennungsunterhalt und der nacheheliche Unterhalt sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Beide Unterhaltsansprüche müssen jeweils eigenständig geltend gemacht werden. Selbst wenn der Trennungsunterhalt tituliert wurde (also ein Urteil bzw. Beschluss darüber besteht), gilt dies nicht für den nachehelichen Unterhalt. Es gibt keinen automatischen Unterhalt nach dem Trennungsjahr oder im Anschluss an den Trennungsunterhalt.
Wird die Scheidung eingereicht, kann der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt zusammen mit der Scheidung im sogenannten Scheidungsverbund eingereicht werden. Dies ist zu empfehlen, wenn zu erwarten ist, dass der unterhaltspflichtige frühere Ehegatte den Unterhalt nicht zahlen wird. Der nacheheliche Unterhalt kann aber auch im isolierten Verfahren beantragt werden, also in einem eigenen, gesonderten Verfahren außerhalb des Scheidungsverbundes.
Kommen Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt in Betracht, sollten diese schnellstmöglich geltend gemacht werden. Andernfalls besteht die dringende Gefahr, dass diese Ansprüche für die Vergangenheit nicht mehr durchgesetzt werden können.
Der geschiedene Ehegatte, der den nachehelichen Unterhalt verlangt, kann im Einzelfall für den Unterhalt bis zur Höhe von einem Jahresbetrag – bei besonderen Umständen auch über diese Höhe hinaus – eine Sicherheitsleistung, fordern. Das gilt aber nur dann, wenn er darlegen und beweisen kann, dass sein Unterhaltsanspruch ansonsten gefährdet wäre und der Unterhaltspflichtige dadurch nicht unbillig belastet wird, § 1585a BGB.
Nachehelicher Unterhalt für die Vergangenheit kann nur verlangt werden, wenn der unterhaltspflichtige frühere Ehegatte in Verzug gesetzt wurde, also zu Unterhaltszahlungen ab einem bestimmten Zeitpunkt aufgefordert wurde. Dies gilt aber nur für den rückständigen Unterhalt von bis zu einem Jahr.
frank sagt: 12. September 2015 um 5:51 Uhr
Ist alles gut erklärt und ich habe gute erste Informationen was auf mich zukommt.
Danke,wenn der Rest, warum
Trennung? sich auch so gut erklären ließe ?
Bibi sagt: 21. Juli 2016 um 8:01 Uhr
Ich bin seit etwas mehr als zwei Jahren verheiratet. Mein Mann hat ein Alkoholproblem und dadurch ist viel kaputt gegangen zwischen uns. Ich möchte die Scheidung allerdings möchte ich auch nicht, dass er für mich bezahlen muss. Denn dass würde unser Verhältnis noch mehr kaputt machen. Ich habe einen 8 Jährigen Sohn aus einer anderen Beziehung und arbeite 75% mehr geht momentan noch nicht. Gibt es eine Möglichkeit auf Unterhalt zu verzichten, so dass ich zB Wohnbeihilfe beantragen kann? Und für die Zukunft auch keine Nachteile habe wie zB die Mindestsicherung usw.
Geschiedenenunterhalt muss beantragt werden. Wird dies unterlassen, entstehen auch keine Zahlungsverpflichtungen. Dasselbe gilt für den Trennungsunterhalt. Ob Sozialämter im Einzelfall darauf bestehen, dass Sie Ihr Einkommen auf diese Weise aufstocken, können wir jedoch nicht beurteilen.
Viola sagt: 5. September 2016 um 19:56 Uhr
Hallo, mein Noch-Mann befindet sich in einem BEM Programm seines Betriebes und bekommt von der Rentenkasse das Geld als Übergangsgeld, ist nicht gekündigt. Zählt das Geld der Rentenkasse zum Erwerbseinkommen und bedeutet das, das mein Mann erwerbstätig ist? Hier geht es um unterhaltsrelevante Fragen,er sagt, er sei nicht erwerbstätig, weil er Übergangsgeld bekommt. Er hat eine Übernahmegarantie des gleichen Betriebes und bekommt im Juni 2017 da eine neue Stelle /statt Handwerk, dann Büro/ zugeteilt.
Scheidung.org sagt: 12. September 2016 um 9:45 Uhr
in diesem Fall gilt Ihr Noch-Mann wohl als erwerbslos, allerdings wird dieses Übergangsgeld dennoch als Einkommen gewertet und ist damit bei den Unterhaltszahlungen zu berücksichtigen. Bei Erwerbslosen liegt der Selbstbehalt bei 880 Euro.
Emma sagt: 30. September 2016 um 10:44 Uhr
Hallo, ich habe eine Frage zum Ehegattenunterhalt.
Mein Freund ist seit 20 Jahren verheiratet. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Die Ehefrau hat einen Sohn in die Ehe gebracht, den mein Freund zu 100% unterhalten hatte. Die Ehefrau ist aktuell 55 Jahre alt, hat seit etwa 18 Jahren nicht gearbeitet. Mein Freund hat immer sehr gut verdient, so dass ihr durch die Trennung etwa 300.000 EUR zustehen würden. Hat sie trotzdem noch Ansprüche auf Unterhalt? Man kann ja durchaus davon ausgehen, dass sie mit 300.000 EUR nicht bedürftig ist! Anzumerken ist, dass mein Freund nicht mehr so viel verdient und mit seinem „Restgehalt“ keine neue Familie ernähren könnte.
Scheidung.org sagt: 4. Oktober 2016 um 9:44 Uhr
der Anspruch auf Trennungsunterhalt kann nicht ausgeschlossen werden, dieser ist auch nicht zwingend an Bedürftigkeit gebunden, sondern soll die ehelichen Lebensverhältnisse aufrecht erhalten. Anders verhält es sich mit nachehelichem Unterhalt: Hier kommt die sogenannte Erwerbsobliegenheit zum Tragen, nach der der Unterhaltsbedürftige sich darum bemühen muss, den Lebensunterhalt selbstständig zu erwirtschaften. Ist er hierzu nachweislich nicht in der Lage, kann auch nach der Scheidung ein Unterhaltsanspruch geltend gemacht werden.
Raten Sie Ihrem Partner dazu, einen Rechtsanwalt aufzusuchen.
Conny sagt: 16. Oktober 2016 um 12:04 Uhr
eine Frage zum nachehelichen Unterhalt: meine Schwester (50) ist seit knapp zwei Jahren unbefristet voll erwerbsunfähig berentet. Der Scheidungsantrag wurde (von ihrem Mann) im August gestellt. Erfüllt eine Erwerbsunfähigkeit den Unterhaltstatbestand nach 1572 BGB?
scheidung.org sagt: 17. Oktober 2016 um 9:16 Uhr
wir können keine Einzelfälle bewerten, bitte wenden Sie sich an einen Anwalt.
Joachim,F. sagt: 22. Oktober 2016 um 13:45 Uhr
Meine Freundin lebt in Scheidung.Bekommt von ihm auch Unterhalt.Meine frage.Wenn ich zu meiner freundin ziehe,wird dann mein Einkommen mitberechnet??
scheidung.org sagt: 24. Oktober 2016 um 9:21 Uhr
der Anspruch auf Ehegattenunterhalt entfällt in der Regel, sobald der Unterhaltsberechtigte eine neue feste Beziehung eingeht (vgl. § 1579 BGB). Das Einkommen des neuen Partners kann eine Rolle spielen, wenn dieses besonders hoch ist. Hier muss das Familiengericht entscheiden.
Simone sagt: 11. Dezember 2016 um 21:27 Uhr
Hallo liebes Scheidungs.org-Team.
Ich lebe seit 1,5 Jahren getrennt und bekomme Ehegattenunterhalt. Jetzt wollen mein Noch-Ehemann und ich die Scheidung einreichen … und wollen selbstständig auch den nachehelichen Unterhalt selbst festlegen. Hier zwei Fragen: a) Wie lange müssen wir verheiratet sein, um unbefristeten Unterhalt zu bekommen und b) gibt es eine Empfehlung, wie lange die Übergangsdauer ist, um den Unterhalt „rauszuschleichen“? …
scheidung.org sagt: 12. Dezember 2016 um 9:54 Uhr
ein Anspruch auf unbefristeten nachehelichen Unterhalt wird in nur sehr seltenen Fällen gewährt. Dies kann beispielsweise bei einer Langzeitehe der Fall sein, in welcher beide Ehegatten sich kurz vor der Rente befinden und ein Ehegatte seinem Job jahrelang nicht nachgegangen ist, da er sich um Haushalt und Kinder gekümmert hat. Sie können sich bezüglich Ihres Falles an einen Anwalt wenden.
Sylvia sagt: 26. Januar 2017 um 3:06 Uhr
Hallo. Wir haben uns im Dezember getrennt. heute teilte mir mein Mann überraschend mit, dass ihm zum Juni gekündigt wird. Aktuell leben beide Kinder bei mir. Muss ich ihm dann Unterhalt bezahlen? denn dann könnten wir uns unsere Wohnung nicht mehr leisten.
Aktuell haben wir brutto große Unterschiede. Da er Schichtzuschläge bekommt. sind es netto kaum 200 Euro. richtet sich der Unterhalt dann nach brutto oder netto?
scheidung.org sagt: 30. Januar 2017 um 9:45 Uhr
das kommt ganz darauf an, wie viel Sie verdienen und wie viel Arbeitslosengeld Ihr Mann bekommt. Zudem fließen die Ansprüche auf Kindesunterhalt für Ihre beiden Kinder in die Berechnung mit ein. Kontaktieren Sie zur genauen Berechnung am besten einen Rechtsanwalt.
Alex sagt: 27. Februar 2017 um 12:01 Uhr
Momentan, leben wir getrennt und mein Frau kriegt Trennungsunterhalt von mir, ich habe erfahren das sie jetzt „non stop“ ärzten besucht, damit sie nach ein Jahr später nachehelichen Unterhalt kriegen kann. Sie ist erst 30 jahre alt, haben ein tochter 3 jahre alt die schon kindergarten besucht und wahren 4 jahren verheiratet.
Jürgen G. sagt: 2. März 2017 um 18:00 Uhr
Meine Frau hatte über einen längeren Zeitraum eine Affäre, sie arbeitet zur Zeit täglich 5 Std. Und erzielt hiermit 20% unseres monatlichen Einkommens.
Unsere Kinder ( 3 ) sind alle volljährig und haben auch alle eine eigene Wohnung.
Hat meine Frau Anspruch auf Unterhalt ?
Scheidung.org sagt: 6. März 2017 um 11:32 Uhr
ein Anspruch auf Trennungsunterhalt kann durch unangemessene Härte auch verwirkt sein. Gleiches gilt für den nachehelichen Unterhalt. Grundsätzlich können solche Ansprüche jedoch bei Trennung und Scheidung anfallen.
Wenden Sie sich an einen Anwalt, um die Sachlage in Ihrem Fall genauer zu beleuchten.
Andrea sagt: 3. März 2017 um 15:03 Uhr
wir sind jetzt 3 Monate rechtskräftig geschieden. Wir haben auf Unterhalt verzichtet und dies , auch ein Wohnrecht im geteilten Haus auch mit Notarvertrag geregelt. Mein Exmann machte während der Trennung ein BEM – Programm, was jetzt im Sommer beendet wird, danach wird er übernommen. Während des Programms wurde er gut von der Rentenkasse bezahlt und bekommt mit Fahrtkosten über 2.000 Euro netto steuerfrei.
Seine neue Freundin redet ihm ständig ein ,Ehegattenunterhalt zu fordern, da ich als EXFrau 900 Euro mehr verdiene, als er von der Rentenkasse bekommt. Er wäre angeblich bedürftig, da er als erwerbslos während der Scheidung galt. Ansprüche hat er vor und während der Scheidung nicht geltend gemacht, da er bis vor kurzem , auch nach Scheidung bei mir wohnte. Nun will er selber eine Wohnung, obwohl in der Vereinbarung steht, dass er hier seine Haushälfte nutzen kann. Das ist mir auch nicht wichtig, nur die Frage ob er im Nachgang Unterhalt von mir fordern kann, obwohl er soviel Geld schon von der Rentenversicherung bekommt und die Frage ob ich ihn versorgen muss, wenn er keine Übernahme im Sommer bekommt.
Scheidung.org sagt: 6. März 2017 um 11:24 Uhr
nachehelicher Unterhalt ist an das Vorliegen eines der im BGB benannten Unterhaltstatbestände gebunden (Erwerbsloigkeit, -unfähigkeit usf.). Die Gründe müssen dabei in der Regel bereits zum Zeitpunkt der Scheidung vorgelegen haben. Wenden Sie sich an einen Anwalt, um die möglichen Ansprüche Ihres Ex-Mannes genau prüfen zu lassen.
Karin D. sagt: 20. März 2017 um 23:24 Uhr
Frage. Ich bin jetzt seit dem 8.3.17 geschieden. Muss ich ein Nachehelichen Unterhalt beantragen? Also über den Anwalt.
Scheidung.org sagt: 27. März 2017 um 9:06 Uhr
normalerweise wird dies im Scheidungsverfahren geregelt. Wenden Sie sich nun an einen Anwalt, der Ihren Anspruch überprüfen kann.
M. frank sagt: 22. März 2017 um 1:33 Uhr
Hallo. Ich lebe seit 6.1.17 in Trennung und werde zum 1.7.17 aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Muss ich meiner Nochfrau Trennungs bzw. Ehegattenunterhalt zahlen? Ich habe 2280€ netto und sie €1400. Sie erhält aber ab dem Zeitpunkt des Auszuges von mir €281 Kindesunterhalt plus €192 Kindergeld. Zu berücksichtigen wäre noch der in der ehe aufgenommen kredit in höhe von monatlich €590. Den habe ich für uns damals alleine aufgenommen weil sie eine schlechte bonität hatte und sie haftet nur im Innenverhältniss zur Hälfte. Wenn ich die hälfte der Kreditsumme €295 einklage muss ich angeblich für sie knapp 411€ unterhalt zahlen? Stimmt das? Sie hat selber noch eigene Verbindlichkeiten von monatlich 380€. Sobald ich aber ausziehe, zieht ihr neuer Partner schon mit ein. Besteht da überhaupt Anspruch ihrerseits? wenn ja wie lang. Sie meint das es sich um keine lebensgemeinschaft handelt und frühestens erst nach 2 jahren als solche anerkannt wird. Ich habe aber etwas von paragraph 1579 grober Unbilligkeit gehört wo ich das doch anfechten kann. Ich kann doch sie soweit belangen bis sie den selbstbehalt erreicht hat oder?
Scheidung.org sagt: 27. März 2017 um 10:13 Uhr
prinzipiell steht Ihrer Frau während des Trennungsjahres Trennungsunterhalt zu. Ggf. können Sie davon den Kreditanteil Ihrer Frau abziehen. Der Unterhaltsanspruch kann allerdings versagt sein, wenn Ihre Frau mit Ihrem neuen Lebenspartner zusammenwohnt. Dann ist von einer verfestigten Lebensbeziehung auszugehen. Lassen Sie sich hierzu von einem Anwalt beraten.
Christian M. sagt: 28. März 2017 um 10:13 Uhr
ich bin seit 2 Jahren gescheidet. Wir beiden sind berufstätig und ich verdiene mehr. Und habe einige Frage über die Ehegattenunterhalt.
1. Bei Kalkulation der Ehegattenunterhaltung, was ist Nettoeinkommen ( muss bezahlte Kinderunterhaltung zuerst abgezogen werden ) ?
2. Ist eine Vereinbarung über Ehegattenunterhaltung, die von beiden Ehepaaren gesetzlich abgestimmt wurde ( von Notar anerkannt ) immer gültig ? z.b. vor 2 Jahren haben wir vereinbart, monatlich zahle ich neben Kinderunterhalt noch 500euro als Ehegattenunterhaltung. Jetzt verdiene ich mehr, darf meine Ex-Frau mehr verlangern ?
3. Bis wann muss ich Kinderunterhalt und Ehegattenunterhalt bezahlen
Scheidung.org sagt: 3. April 2017 um 12:21 Uhr
1. Bei der Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens können Unterhaltsleistungen für vorrangig berechtigte in Abzug gebracht werden.
2. Nachträgliche Veränderungen beim Einkommen können auch eine Nachberechnung folgen lassen. Es bedarf jedoch der Begründung der höheren Ansprüche.
3. Der Kindesunterhalt ist in der Regel bis zur ersten abgeschlossenen Berufsausbildung/absolvierten Erststudium zu entrichten. Die Dauer der Zahlung des Ehegattenunterhalts richtet sich nach dem jeweiligen Einzelfall.
Wenden Sie sich an einen Anwalt, um sich umfassend beraten zu lassen.
Franz sagt: 9. Mai 2017 um 12:03 Uhr
Hallo, hier der Sachverhalt und meine anschliessende Frage.
Ich bin Selbständig, meine Ex Frau ist Angestellte und arbeitet aktuell Halbtags, ausserdem hat sie eine Teilselbständige Tätigkeit angemeldet aus der sie auch noch Einnahmen generiert. Wir haben ein gemeinsames Kind (8 Jahre alt und geht am Sept.in die 2.Klasse). Wir waren 3 Jahre verh. und sind seit 2013 geschieden. Ich bezahle ganz normal Kindesunterhalt sowie immernoch Unterhalt für meine Ex Frau. Unser Kind ist gesund und auch sonst nicht Pflegebedürftig oder sonstiges, ebenso sind die Eltern meiner Ex Frau Rentner und haben sozusagen Zeit.
Nun zu meiner Frage: Wie lange hat meine Ex Frau noch Anspruch auf Ihren Unterhalt?
Gibt es eine Regelung wo beschrieben wird was genau von nöten ist damit sie weiter Unterhalt erhält?
Vielen Dank für Ihre Auskunft/Antwort.
Scheidung.org sagt: 15. Mai 2017 um 9:03 Uhr
es kommt darauf an, was Sie bei der Scheidung miteinander vereinbart haben. Ansonsten wenden Sie sich an einen Anwalt, der den Bedarf Ihrer Exfrau nochmals prüft.
R. Ursula sagt: 5. Juni 2017 um 18:27 Uhr
Hallo,bin seit 7 Jahren geschieden mein Exmann ist unterhaltspflichtig jetzt hätte ich eine Frage: Wenn ich mit meinem Freund zusammenziehe der nur 1000 Pension hat wird mein Unterhalt von 800 dann gestrichen? danke
Scheidung.org sagt: 6. Juni 2017 um 8:28 Uhr
wohnen Sie mit Ihrem Lebensgefährten zusammen, spricht man von einer verfestigten Lebensgemeinschaft. Regelmäßig kann der Unterhaltsanspruch dann verwirkt sein.
Bobby sagt: 9. August 2017 um 18:31 Uhr
Hallo, ich hab mal eine Frage – Zählt bei Scheidung, Trennungsunterhalt und dem dann folgenden nachehelichem Unterhalt (Ehefrau ist 64 Jahre und nicht mehr arbeitsfähig) bei einem europäischen Beamten als Unterhaltspflichtigen ein anderes Scheidungs- oder Unterhaltsrecht ? Oder wird nach deutschen Recht verhandelt wenn beide Parteien deutsche Staatsbürger sind.
Scheidung.org sagt: 14. August 2017 um 10:28 Uhr
die Rechtswahl innerhalb der Europäischen Union im Falle einer Scheidung richtet sich nach der Rom-III-Verordnung. Wird dabei keine einvernehmliche Wahl des anzuwendenden Rechts getroffen, findet das Familienrecht des Landes Anwendung, in dem beide Ehegatten Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben oder zuletzt hatten bzw. dessen Staatsangehörigkeit einer oder beide Ehegatten besitzen.
Wenden Sie sich für eine umfassende rechtliche Bewertung und die Scheidungsberatung bitte an einen Anwalt.
Andre sagt: 16. August 2017 um 7:20 Uhr
Meine Frauist ausgezogen unddas wasi sie mit in die ehe gebracht hat hat sie mitgenommen. Sie will das Trennungsjahr veröängern und ist bei einer Freundin untergekommen da sie sich keine eigene Wohnung leisten kann. Sie hat nämlich keinen Job. Rechnet sich ein gemeinsamer Anwalt ? Außerdem verdiene 1800 netto und zahle inkl aller Nebenkosten 750 Miete . Muss ich Unterhalt zahlen da ich auch noch diverse Versicherungen laufen habe
Scheidung.org sagt: 21. August 2017 um 10:39 Uhr
ein Anwalt kann im Falle einer Scheidung nicht beide Ehegatten vertreten, sondern immer nur einen. Im Falle einer einvernehmlichen Scheidung genügt es in der Regel aber, dass der Antragsteller einen Anwalt mit der Vertretung beauftragt. Nichtsdestotrotz sollten sich stets beide zunächst über die Trennungs- und Scheidungsfolgen beraten lassen.
Ein Anspruch auf Trennungs- und nachehelichen Unterhalt kann bestehen, wenn der Anspruchsteller bedürftig und der Unterhaltsschuldner leistungsfähig ist. Auch hier kann ein Anwalt mögliche Ansprüche prüfen.
H. sagt: 21. August 2017 um 15:20 Uhr
Meine Scheidung ist schon etwas länger her..02.12.2003…da steht..
Ich stehe in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft,habe keine Erwerbstätigkeit…..dies vorausgeschickt verzichten dir erschienenen gegenseitig auf Trennungs als auch auf Geschiedenenunterhalt auch fütr den fall der not und nehmen diesen verzicht an..dies gilt jedoch nicht für den fall das ein Ehegatte vom anderen Unterhalt wegen Krankheit derzeit nach $1572 BGB verlangen kann.bezüglich Grund und Höhe eines etwaigen unterhaltsanspruch gelten die gesetzlichen Bestimmungen….der unterhalt ist nur solange zu zahlen wie die Voraussetzungen des $1572 NGB vorliegen..
Meine Frage….hätte man immer noch einen Anspruch darauf?
Scheidung.org sagt: 28. August 2017 um 9:31 Uhr
sofern sich im Nachgang ein Unterhaltsanspruch aufgrund von Krankheit oder Gebrechen ergibt, kann dieser ggf. noch geltend gemacht werden, wenn dieser nicht ausgeschlossen wurde. Wenden Sie sich an einen Anwalt, um den Sachverhalt prüfen zu lassen.
Sabine sagt: 27. August 2017 um 14:59 Uhr
Wie sieht es denn aus, wenn die Ehefrau einen Freund hat, mit diesem aber nicht zusammen lebt, sondern ihn nur meist am we sieht.
Wird der nacheheliche Unterhalt gestrichen oder von der Zeit her gekürzt?
Scheidung.org sagt: 28. August 2017 um 7:47 Uhr
in aller Regel entfällt ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt erst wieder bei Wiederverheiratung des Unterhaltsberechtigten, nicht bereits bei Bestehen einer Partnerschaft. Bitte wenden Sie sich im Zweifel an einen Anwalt.
Gaby sagt: 4. September 2017 um 19:18 Uhr
Ich habe ein ganz spezielles Problem von dem ich leider in der Form noch nichts im Netz gelesen habe.
Wir sind seit 12/2006 geschieden. Ich habe auf Unterhalt verzichtet, da ich immer gearbeitet habe. Nun ist mein Exmann seit ca. 1,5 Jahren ein Pflegefall (Demenz) und in einem Heim untergebracht. Als ehemaliger Freiberufler hat er nicht für seine Rente gesorgt und verfügt meines Wissens nach über Max. 450 €. Nun hat mich die Bezirksregierung angeschrieben und mir mitgeteilt, dass ich mich an den Kosten beteiligen muss. 1200 € sei mein Freibetrag. Altersversorgung und Evtl. Versicherungen könnte ich noch in Abzug bringen. Den Rest müsste Ich zahlen oder es erfolgt eine Gehaltspfändung. Ich bin sprachlos, ich Falle in ein soziales Loch, wenn ich das alles zahlen soll und das völlig zu Unrecht. Hab immer gearbeitet trotz Kinder. Ich habe
eine Tochter in Ausbildung, die bei mir wohnt. Sie wurde auch angeschrieben, was ich nachvollziehen kann. Dann habe ich noch einen Sohn, der noch zur Schule geht und bei mir wohnt , er hat noch 1 Jahr bis zum Abi. Für beide Kinder hat mein Ex so gut wie nie Unterhalt gezahlt, außer ca. 1,5 Jahre. Da wurde sein Gehalt gepfändet. Aktuell hat er noch Unterhaltsschulden i.H.v. ca. 28.000 €. Und nun soll ich für das Heim zahlen? Das kann doch nicht richtig sein oder? Wir sind seit fast 11 Jahren geschieden. Ich bin sprachlos.
Scheidung.org sagt: 11. September 2017 um 13:02 Uhr
eine Unterhaltspflicht kann auch nach rechtskräftiger Ehe bestehen und entstehen. Bitte wenden Sie sich in Ihrem Fall an einen Anwalt, um die Berechnung der Bezirksregierung unter Berücksichtigung der einzelnen Aspekte prüfen zu lassen. Wir können an dieser Stelle hierzu leider keine rechtliche Bewertung abgeben.
Mogo sagt: 10. Oktober 2017 um 8:53 Uhr
Heirat 2006 und Trennung 2017
bin seit 9 Jahren eu Rentnerin und seit 2016 eu Rentnerin bis zur Altersrente .
bekomme zur zeit trennungsunterhalt. mein noch Ehemann ist Beamter.
Sein gehalt ca 2800 euro und meine rente 940 euro
bekomme ich nach der Scheidung auch unterhalt ?
Scheidung.org sagt: 17. Oktober 2017 um 10:53 Uhr
auch nach der rechtskräftigen Scheidung kann ein Unterhaltsanspruch fortbestehen. Dies richtet sich nach einem der Unterhaltstatbestände (z. B. Erwerbsunfähigkeit wegen Krankheit oder Alter). Wenden Sie sich an Ihren Anwalt, um Ihre Ansprüche prüfen zu lassen.
Daniela sagt: 12. Oktober 2017 um 10:17 Uhr
mein Partner hat seine Frau verlassen. Das Trennungsjahr ist bereits erfolgt und die Scheidung eingereicht. Die Kinder sind 5 und 8 Jahre alt. Seine Frau möchte weiterhin Unterhalt haben, obwohl die Kinder in der Nachmittagsbetreuung sind und sie ohne Probleme ihren Job als Beamten aufstocken kann. Kann sie trotzdem fordern, dass ihr Ex-Mann noch weiter zahlen muss. Laut Aussage der Kinder hat sie einfach keine Lust mehr zu arbeiten und möchte weiterhin nur 50% arbeiten.
Scheidung.org sagt: 16. Oktober 2017 um 17:07 Uhr
auch über das Trennungsjahr hinaus kann ein Unterhaltsanspruch bestehen bleiben. Raten Sie Ihrem Partner zum Besuch bei einem Anwalt, dieser kann einschätzen, ob sich Minderungsgründe ergeben könnten. Wir dürfen und können Einzelfälle an dieser Stelle nicht rechtlich einschätzen.
Norbert sagt: 11. November 2017 um 12:32 Uhr
Hallo liebes Team. Ich bin seit 2010 geschieden. Meine Frau zahlt laut Beschluss Amtsgericht monatlich Unterhalt. Wir möchten Unterhaltszahlung beenden und Abfindung in Einvernehmen pauschal vereinbaren. Gibt es ein Formular, das mit dem Notariell beurkunden kann ?
Scheidung.org sagt: 15. November 2017 um 18:06 Uhr
ein Formular gibt es für die Beurkundung soweit hier bekannt nicht. Eine entsprechende Vereinbarung kann bei Vorlage bei einem Notar beurkundet werden.
Hildegard sagt: 22. Dezember 2017 um 18:03 Uhr
Hallo liebes Team, ich finde überall nur Auskünfte für noch junge Menschen. Ich bin eine Frau, 66 Jahre und seit Sept. 17 geschieden. Ich erhalte noch Unterhalt aus einer einstweiligen Anordnung während der Trennung und auch das Hauptsacheverfahren ist nicht abgeschlossen, was jetzt aber von der Richterin gewünscht wird. Ich wollte die Scheidung nicht, konnte aber auch nichts dagagen unternehmen. Ich bekomme nur eine kleine Rente, 700 Euro, dann demnächst noch 370 € dazu als Versorgungsausgleich. Mein Ex-Mann hat eine Rente von 2800 €. Ich vermute ziemlich sicher, das ich einen nachehelichen Unterhaltsanspruch habe. Bis zu diesem Zeitpunkt ist für mich das weitere vorgehen sehr verwirrend und ich fühle mich von meinem Anwalt sehr allein gelassen. Eine weitere Frage ist: Was ist, wenn mein Ex-Mann vor mir versterben sollte mit dem nachehelichen Unterhalt? Welche Möglichkeiten gibt es da für mich? Hinzufügen möchte ich noch: Für die Scheidung hatte ich Verfahrenskostenhilfe erhalten und mein Anwalt kannte also meine finanzielle Situation und hat trotzdem den nachehelichen Unterhalt nicht mit einbezogen. Nun macht er den Vorschlag einer außergerichtlichen Regelung. Das müsste ich ja dann selbst bezahlen? Wie soll ich weiter vorgehen??
Scheidung.org sagt: 3. Januar 2018 um 17:58 Uhr
bitte beachten Sie, dass wir an dieser Stelle keine Rechtsberatung erteilen dürfen. Den Rat eines Anwalts können wir somit nicht ersetzen. Allgemein können wir insofern antworten:
1. Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt kann bestehen, wenn einer der Unterhaltstatbestände erfüllt ist. Wie lange und in welcher Höhe, richtet sich nach dem jeweiligen Einzelfall.
2. Der Unterhaltsanspruch erlischt gemäß § 1615 Absatz 1 BGB in der Regel mit dem Tode des Verpflichteten (oder Berechtigten).
3. Die Kosten für eine außergerichtliche Einigung fallen häufig geringer aus, da hierfür keine Gerichtskosten sowie Verfahrensgebühren sowie Terminsgebühren entstehen. Zudem müssen Folgesachen wie der Unterhalt nicht gerichtlich entschieden werden. Die Ehegatten dürfen hierin einvernehmliche Einigungen auch ohne gerichtliche Entscheidung herbeiführen.
Wenden Sie sich für eine umfangreiche Beratung bitte an Ihren Anwalt.
S. sagt: 15. Januar 2018 um 14:20 Uhr
Anpassung des nachehelichen Unterhalt. Seit 2013 habe ich keine Anpassung erhalten, mein EX-Mann kümmert sich nicht drum und ich komme mit den Berechnungen nicht klar, wo kann ich genau ersehen was mir zusteht als Anpassung des nachehelichen Unterhalt von 2013-2017, nach Düsseldorfer Tabelle oder gibt es die nicht mehr lt. Steuerberater meines EX-Mann. Danke für eine Mitteilung
Scheidung.org sagt: 15. Januar 2018 um 16:04 Uhr
die Düsseldorfer Tabelle gibt es nach wie vor. Diese wird jedoch für die Berechnung des Kindesunterhalts herangezogen und enthält nur in den Anmerkungen Vorgaben zum Ehegattenunterhalt.
Beim nachehelichen Unterhalt kann der Unterhaltsberechtigte häufig 3/7 der Einkommensdifferenz einfordern. Veränderungen bei den Einkünften können hier also eine Veränderung bedeuten. Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt, um Ihre Ansprüche genau prüfen zu lassen und Ihrem Mann gegenüber die Auskunft nachdrücklich einzufordern. beide Parteien sind verpflichtet, Auskunft zu erteilen.
Rita sagt: 18. Januar 2018 um 11:12 Uhr
Entfällt nach dem Tod des Unterhaltspflichtigen die Zahlung des nachehelichen Unterhaltes ?
Scheidung.org sagt: 24. Januar 2018 um 18:36 Uhr
der nachehliche Unterhalt kann ggf. an die Erben des verstorbenen Unterhaltsschuldners übergehen, wenn die Grundsätze der Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit erfüllt sind. Dabei ist der Unterhaltsanspruch jedoch regelmäßig begrenzt (in der Regel auf den kleinen Pflichtteil). Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt, um Ihre möglichen Ansprüche im Einzelnen prüfen und beziffern zu lassen.
Kate sagt: 7. November 2019 um 13:07 Uhr
Guten Tag. Ich bin seit 8 Jahre verheiratet, habe Tochter 16 Monate alt. Seit ca 1 Monat wir wohnen von meinem Mann getrennt. Der zahlt uns nix, nicht für Tochter nicht für mich. Ich arbeite nicht. Wir wollten uns einvernehmlich scheiden lassen. Aber mein Mann will, daß ich auf Unterhalt für mich verzichten soll, da er es mir nicht zahlen will und kann. Da er Kredite und Schulden hat. Sein Einkommen liegt ca bei 2150 Euro Netto. Kann ich auf das Unterhalt für mich verzichten, oder wird es dann problematisch für mich mindestsicherung zu bekommen? Weil aktuell bekommen wir kein Cent von ihm und so lange wie ich nicht geschieden bin, ich habe auf nix anspruch. Danke für die Antwort.