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Timestamp: 2017-03-23 12:13:21
Document Index: 222953943

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 15', 'Art. 10', '§ 17', '§ 18']

weideblog.lpv.de | Monatsarchiv: Februar 2014
Bessere Rahmenbedingungen für den Erhalt und die Förderung extensiver Weidenutzung in Deutschland	weideblog.lpv.de
Monatsarchiv: Februar 2014	TEEB DE: Grünland von hoher Bedeutung für den Klimaschutz	Geschrieben am 22.02.2014
Erschienen Deutschland, Hintergrund	Schreibe einen Kommentar
Welchen Beitrag leistet die Natur für Klimaschutz und Klimaanpassung? Setzt die deutsche Klimapolitik an den richtigen Hebeln an? Naturkapital Deutschland – TEEB DE macht durch eine ökonomische Perspektive die Potenziale und Leistungen der Natur sichtbar und erfassbar. In seinem ersten Bericht „Naturkapital und Klimapolitik: Synergien und Konflikte“ unterstreicht das TEEB DE-Team nun die wichtigen Leistungen der Natur für Klimaschutz und Klimaanpassung. Naturkapital Deutschland – TEEB DE ist die deutsche Nachfolgestudie der internationalen TEEB-Studie (TEEB steht für: The Economics of Ecosystems and Biodiversity – Die Ökonomie der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt), die den Zusammenhang zwischen den Leistungen der Natur, der Wertschöpfung der Wirtschaft und dem menschlichen Wohlergehen zum Thema hat.
Auch das Grünland spielt dabei eine wichtige Rolle, wie folgende Hinweise aus dem vorliegenden Berichtsentwurf von Band 1 zeigen:
Grünlandumbruch ist ein Klimakiller: Eine ackerbauliche Nutzung von besonders artenreichem Grünland, in der EU als High Nature Value (HNV) Farmland bezeichnet, würde in Deutschland zu einer Freisetzung von 88 – 187 t CO2 / ha führen. Eine Umwandlung von 5 % der bestehenden HNV-Bestände (52.532 ha) würde zu Klimaschäden im Umfang von 435,8 Mio. Euro jährlich führen. (Weiteren 5 % Grünlandumbruch lassen die EU-Direktzahlungen-VO und der Entwurf des Direktzahlungen-Verpflichtungsgesetzes des Bundes zu).
Die Förderung erneuerbarer Energien hat negative Wirkungen auf die biologische Vielfalt: Diese können sich direkt durch die Umwidmung von Flächen ergeben, z. B. die Umwandlung von Grünland zu Anbauflächen für Energiepflanzen, aber auch indirekt durch eine Intensivierung der Nutzung als Folge einer höheren Nachfrage nach Produkten und Produktionsflächen. Weitere Konflikte mit Ökosystemleistungen können durch einen erhöhten Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft (Gewässerbelastung, Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen), Bodenversiegelung und Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes entstehen.
Grünland ist der Verlierer beim Flächennutzungswandel: Die Landwirtschaftsfläche ist durch Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsflächen zwischen 2000 und 2010 jährlich um über 35.000 Hektar zurückgegangen. Dabei wird der Verlust an Ackerflächen aufgrund neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen seit Mitte der 1990er Jahre durch die Umwandlung von Grünland in Ackerfläche kompensiert.
Erhaltung von Grünland wichtig: Insbesondere extensiv genutztes Grünland wird als wichtige Aufgabe des Natur- und Wasserschutzes der EU-Agrarpolitik und regionalen Vertragsnaturschutzes unterstrichen. Aus Klimasicht ist die Grünlanderhaltung von großer Bedeutung, weil hierdurch eine weitere Freisetzung von CO2 bei einem veränderten Nutzungsregime, wie z. B. bei einer ackerbaulichen Nutzung, verhindert wird.
Moore wiedervernässen: Extensivierung und umweltverträgliche Nutzung von Mooren wird als wesentliche Strategie zur Emissionsreduktion von Moorböden hervorgehoben. Dazu zählt die Umstellung der Landbewirtschaftung auf Moorböden von Ackerbau und Intensivgrünland auf nasses “Pflegegrünland” oder Paludikulturen (Anbau von Moosen, Schilf u.a. Röhrichtarten, Erlen oder Wasserbüffel-Beweidung) bei höheren Wasserständen mit Wasserstandsanhebung durch Verminderung der effektiven Grabentiefe. Alternativ sinnvoll ist eine Renaturierung durch vollständige Wiedervernässung und potenziell flankierende Maßnahmen zum Vegetationsmanagement.
Grünland in Flussauen entwickeln: In Überschwemmungsgebieten sollte die intensive Landwirtschaft in Grünlandnutzung überführt werden. Die Umweltministerkonferenz hat im September 2013 die Erarbeitung eines Nationalen Hochwasserschutzprogramms beschlossen. Dessen Kernstück soll die Schaffung neuer Rückhalte- und Entlastungsräume durch Flüsse sein. Für geeignete Auenabschnitte sind nun Flächen zur Renaturierung zu bestimmen und durch ein langfristig angelegtes Flächenmanagement zu sichern. Das lohnt auch aus volkswirtschaftlicher Sicht: Für eine Deichrückverlegung auf dem Darß (Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern) wurde ermittelt, dass die Ausdeichung und Entwicklung von Salzgrasland günstiger ist als die Sicherung des Status quo durch Verstärkung der bisherigen Deiche (115.880 gegenüber 148.300Euro pro Jahr). Gleiches gilt für die notwendigen landwirtschaftlichen Subventionszahlungen mit 121.900 Euro pro Jahr für extensive Salzgraslandnutzung gegenüber 209.900 Euro pro Jahr für den Erhalt des Status quo. Die Bevölkerung bzw. Touristen zeigen eine Zahlungsbereitschaft für die Wiederherstellung des Salzgraslands in Höhe von 185.000 Euro pro Jahr (bezogen auf 806 ha Fläche).
Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätspolitik nutzen: Hierfür empfehlt der Bericht (1) die Erhaltung von Ökosystemen mit großen Speichern und hohem Senkenpotenzial (Etablierung des “No-net-loss-Prinzips” im Bereich der Kohlenstoffspeichern, insbesondere Moorböden, Wälder, Auen und Grünland); (2) Wiederherstellung degradierter Ökosysteme besonders dort, wo eine hohe Kostenwirksamkeit von Maßnahmen für Klima- und Biodiversitätssschutz als auch synergistische Effekte zu weiteren Ökosystemleistungen bestehen; (3) klimaschutzorientierte Landnutzung.
Quantitatives Ziel für hochwertiges Grünland festlegen: Für die Landwirtschaft fehlt bisher ein umfassendes klimapolitisches Ziel zur Emissionsreduktion, das mit Maßnahmen unterlegt ist. Für die Realisierung von Synergien zwischen Klimaschutz und Biodiversitätsschutz wären insbesondere zwei Zielfestlegungen zu prüfen: Zum einen sollte mit Blick auf die Grünlanderhaltung eine quantitative Zielsetzung für hochwertiges Grünland angestrebt werden, weil dies ein besonders hohes Synergiepotenzial aufweist. Zum anderen sind die Förderpraktiken bei der Bioenergie zu überprüfen.
Agrarreform konsequent umsetzen: Die Ansätze zum “Greening” (und speziell zur Grünlanderhaltung) sind grundsätzlich zu begrüßen. Die Zielfestlegungen müssten allerdings verbindlich sein und daher in das nationale Ordnungsrecht überführt werden, denn ein Verzicht auf Direktzahlungen ermöglicht es Landwirten weiterhin, Grünlandumbruch vorzunehmen. Weiterhin sollte der Vollzug gestärkt werden. Insgesamt sind die Anreize für synergetische klima- und biodiversitätsbezogene Bewirtschaftungsformen weiter zu stärken, um anders gerichteten Marktkräften entgegenzuwirken.
WRRL-Umsetzung stärker nutzen: Instrumente des Gewässerschutzes, vor allem die Maßnahmenprogramme auf Grundlage der EU-Wasserrahmenrichtlinie, stehen für Fließgewässer und Auen zur Verfügung. Die Möglichkeiten zur Deichrückverlegung und Bereitstellung von Überflutungsflächen als Maßnahmen für eine ökonomisch sinnvolle Anpassung an den Klimawandel werden aber derzeit zu wenig berücksichtigt.
Quelle: Naturkapital Deutschland – TEEB DE (2014): Naturkapital und Klimapolitik – Synergien und Konflikte. Kurzbericht für Entscheidungsträger. Technische Universität Berlin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig.
Entwurf des DirektZahlDurchfG: Umsetzung der EU-Agrarreform ignoriert wichtige Umweltziele	Geschrieben am 22.02.2014
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Angesichts der laufenden Verhandlungen zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland fordert der NABU von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis für eine naturverträglichere Agrarpolitik. Zuletzt hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Entwurf für das sogenannte Direktzahlungen-Durchführungsgesetz vorgelegt, das die wichtigsten finanziellen und umweltrelevanten Fragen regelt. „Der Entwurf ist aus Sicht des NABU gänzlich ungeeignet, den dramatischen Verlust an Vielfalt in den Agrarlandschaften aufzuhalten. Bei der Ausgestaltung der ökologischen Vorrangflächen und beim Schutz des Grünlands muss dringend nachgebessert werden. Nur so können artenreiche und ökologisch sensible Flächen besser erhalten werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Nach Ansicht des NABU widerspricht der Gesetzentwurf grundlegend den Brüsseler Reformbeschlüssen zur Ökologisierung der Agrarpolitik. Vor allem der umwelt- und klimapolitisch problematische Grünlandumbruch muss künftig stärker eingeschränkt werden. Ziel muss es sein, die Obergrenze des möglichen Grünlandumbruchs von fünf auf ein Prozent zu reduzieren. Ökologisch besonders wichtige Standorte wie Moorböden, Überschwemmungsflächen oder erosionsgefährdete Hanglagen müssen als Tabuflächen definiert und von jeglichem Umbruch ausgeschlossen werden. Auch im Hinblick auf ökologische Vorrangflächen muss der Gesetzentwurf erheblich nachgebessert werden.
Darüber hinaus erinnerte der NABU die Bundesregierung an ihre Ankündigung, zusätzliche 200 Millionen Euro jährlich für Natur-, Umwelt- und Tierschutzleistungen zur Verfügung zu stellen. Das bislang vorgesehene Budget und die zum Teil ineffizienten Förderprogramme reichten bei Weitem nicht aus, die anspruchsvollen Umweltziele von EU, Bund und Ländern umzusetzen. Sollte eine Budgeterhöhung nicht möglich sein, muss stattdessen die Mittelumschichtung in den Bereich der ländlichen Entwicklung verdoppelt werden. „Nur durch eine ausreichende Mittelausstattung für ländliche Entwicklungsprogramme und durch vernünftige ordnungspolitische Vorgaben kann der anhaltende Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt werden“, so NABU-Agrarexperte Florian Schöne.
Download: gemeinsame Stellungnahme von NABU und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) zum Entwurf des DirektZahlDurchfG
Quelle: “NABU: Umsetzung der EU-Agrarreform ignoriert wichtige Umweltziele”, Pressemitteilung des NABU vom 13.02.2014
Foto: Grünlandumbruch in einem Natura-2000-Gebiet, © Gerd Ostermann/NABU
Dünger bringt das Gleichgewicht von Wiesen und Weiden ins Wanken	Geschrieben am 22.02.2014
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Düngemittel steigern zwar kurzzeitig den Ertrag, schwächen aber langfristig den stabilisierenden Effekt der Artenvielfalt auf Ökosysteme. Das zeigt eine internationale Studie unter der Leitung eines Ökologen des Instituts für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich. Erstmals wurden dazu umfassende Daten von natürlichen Standorten auf allen fünf Kontinenten erhoben.
Dünger hat einen negativen Einfluss auf die Ökosysteme von Wiesen und Weiden der Erde. Er destabilisiert diese, absichtlich eingebracht oder unabsichtlich als Nebenprodukt aus Industrie und Landwirtschaft, global. Das zeigt ein internationales Forschungsteam um Yann Hautier vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich mit Daten aus einem einzigartigen weltweiten Netzwerk von Forschungsstandorten, dem so genannten «Nutrient Network». Die Studie ist das erste Experiment in dieser Größenordnung, das natürliche Ökosysteme auf allen fünf Kontinenten einbezieht. Bisherige Experimente wurden hauptsächlich in künstlichen Systemen im Gewächshaus oder Versuchsgarten durchgeführt.
“Unsere Resultate sind den Ergebnissen aus Studien in künstlichen Systemen ähnlich. Das weist darauf hin, dass sich anhand künstlicher Systeme die Entwicklung von natürlichen Wiesen und Weiden prognostizieren lässt”, erläutert Studienleiter Yann Hautier, derzeit Marie Curie Fellow an der University of Minnesota. Die Studie, an der aus der Schweiz auch Anita Risch und Martin Schütz von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL beteiligt sind, ist nun im Wissenschaftsjournal “Nature” publiziert.
Die Forschenden fanden heraus, dass artenreiche Ökosysteme viel weniger stark auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren als artenarme – und damit langfristig stabiler bleiben. Verantwortlich dafür ist das sogenannte asynchrone Wachstum der Pflanzen: Wächst unter gewissen Bedingungen eine Art weniger gut, kompensiert eine andere Art den Verlust mit besserem Wachstum. Das ist vergleichbar mit dem “Portfolio-Effekt”, wie er aus der Wirtschaft bekannt ist: Verteilt man seine Investitionen auf mehrere Anlagen, wird die Reaktion auf die Bewegungen in der Gesamtwirtschaft ausgeglichener erfolgen, als wenn man nur auf wenige Anlagen setzt.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass sich die Vielfalt und Stabilität in Wiesen und Weiden verringert, wenn Dünger zugegeben wird. Düngemittel werden absichtlich eingesetzt, um die Produktivität von Nahrungs- und Futtermitteln zu erhöhen. Sie gelangen aber auch unabsichtlich in den Stoffkreislauf, da Stickstoff durch die Landwirtschaft, Industrie und die Verbrennung von fossilen Brennstoffen in die Atmosphäre gelangt und über die Niederschläge auf Wiesen und Weiden fällt. Dort verändern sich dadurch das Wachstum und die Vielfalt der Pflanzenarten: Je mehr Nährstoffe in das System gelangen, desto stärker geht der stabilisierende Effekt der Artenvielfalt verloren und das Ökosystem kann aus dem Gleichgewicht geraten.
Der Grund dafür ist gemäss Autorenschaft der Verlust des “Portfolio-Effekts”, da durch den Nährstoff-Eintrag weniger Arten wachsen und diese gleich, also synchron, auf Umweltveränderungen reagieren. Die Studie zeigt die Effekte von Diversität und Düngung auf die Stabilität von Ökosystemen auf: “Man sollte nicht nur berücksichtigen, wie produktiv Ökosysteme im Moment sind, sondern auch wie stabil sie langfristig sein werden. Die biologische Vielfalt ist dabei entscheidend, wenn die Stabilität von Ökosystemen langfristig erhalten werden soll”, erklärt Martin Schütz von der WSL.
Die Ergebnisse liefern wichtige Argumentationshilfe für die Notwendigkeit eines Düngeverzichts im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen. Nicht analysiert wurden indessen dosierte Stallmist-Gaben, die – wie andere Untersuchungen zeigen – durchaus wichtig für den langfriostigen Erhalt der Artenvielfalt sein können.
Literatur: Yann Hautier, Eric W. Seabloom, Elizabeth T. Borer et al. Europhication weakens stabilizing effects of diversity in natural grasslands. Nature, February 16, 2014. Doi: 10.1038/nature13014
Quelle: Pressemitteilung der Universität Zürich, “Dünger bringt global das Gleichgewicht von Wiesen und Weiden ins Wanken”, 18.02.2014, idw-online
Natura-2000-Grünland: Ziele nur mit Kooperation zu lösen	Geschrieben am 22.02.2014
Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. hat davor gewarnt, die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz in Natura-2000-Gebieten in Frage zu stellen. „Dies würde den jahrelangen gemeinsamen Anstrengungen im Naturschutz vor Ort nicht gerecht werden und die bisherigen Erfolge gefährden“, so der Vorsitzende des DVL, Josef Göppel MdB. Der DVL reagierte damit auf Äußerungen aus dem Deutschen Bauernverband, wegen des geplanten Umbruchverbots von Grünland im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 die Zusammenarbeit vor Ort in Frage zu stellen.
Bund und Länder dürften aber vor dem rasanten Artenrückgang auf Grünland nicht die Augen verschließen. Es drohten schließlich auch finanzielle Anlastungen von Seiten der EU. Ein Umbruchverbot sei deshalb richtig. Göppel kritisierte in diesem Zusammenhang die ungenügende Ausstattung der Naturschutzförderprogramme in der 2. Säule der Agrarförderung. „Gerade die Förderprogramme, die Landwirte entschädigen und die für freiwillige Kooperationen zwischen Landwirten und Naturschutz von elementarer Bedeutung sind, werden gekürzt.“ So sei die UImsetzung des Wahlversprechens, zusätzliche 200 Mio. € Bundesmittel zur Verfügung zu stellen, in weiter Ferne. Auch die 4,5 % umgeschichteten Mittel aus der 1. Säule in die 2. Säule wollten die meisten Bundesländer nicht für eine bessere Unterstützung der Landwirte in Natura-2000-Gebieten verwenden. „Wir können doch nicht die Naturschutzförderung immer weiter kürzen und uns wundern, dass wir die EU-Vorgaben beim Artenschutz nicht erfüllen!“, so Göppel.
Eine attraktive Förderung von Natura 2000 sei die Grundlage für eine funktionierende Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Innerhalb der 145 Landschaftspflegeverbände, die im DVL organisiert sind, arbeiteten zum Beispiel 10.000 Landwirte mit Naturschützern und Kommunalpolitikern als Partner zusammen. 76 % aller Landschaftspflegeverbände kümmerten sich vor Ort direkt um die Natura-2000-Umsetzung. Bundesländer wie Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein reagierten auf ihre rechtliche Verpflichtung, die Arten und Lebensräume in Natura-2000-Gebieten zu erhalten, mit dem weiteren Ausbau dieser Verbände. Die Landschaftspflegeverbände schafften den Spagat: einerseits die Schutzziele von Natura 2000 im Auge zu behalten und auf die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Landwirte einzugehen. Diese Zusammenarbeit habe sich deutschlandweit bewährt. Das Vertrauen dafür basiert auf einer langfristigen und guten Ausstattung der Naturschutzförderprogramme.
In Natura-2000-Gebieten müsse gehandelt werden. Nach neuesten Zahlen aus dem Bundesamt für Naturschutz hätten alle landwirtschaftlich geprägten Natura-2000-Gebiete in Deutschland an Arten verloren. Ausgerechnet das Grünland nehme einen traurigen Spitzenplatz ein. Ob Salzwiesen im Norden oder Bergmähwiesen im Süden, seit 2007 habe sich der Zustand flächendeckend verschlechtert. Aus Sicht von Naturschutzfachleuten sei deshalb die generelle Einstufung von Natura-2000-Grünland als umweltsensibles Grünland notwendig. Dies mache ein Umbruchverbot innerhalb der Natura-2000-Kulissen notwendig, denn auch ein Pflegeumbruch mit Neueinsaat würde den Verlust der zu schützenden Arten bedeuten. Eine flächenscharfe Festlegung artenreicher Flächen innerhalb des Natura-2000-Netzes sei nach Einschätzung der Verwaltung wegen fehlender Daten kaum umsetzbar und fachlich nicht sinnvoll. So nutzten zum Bespiel hochbedrohte Wiesenvögel für Brut und Nahrungssuche jeweils die gesamte Wiesenkulisse in Natura-2000-Gebieten.
Quelle: Pressemitteilung des DVL vom 21.02.2014
Direktzahlungen-Durchführungsgesetz bedarf der Nachbesserung	Geschrieben am 18.02.2014
Alle Spielräume zu nutzen, welche die EU bei der Umsetzung der Agrarreform in Deutschland bietet, haben der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) gefordert. In einem gemeinsamen Papier nehmen sie Stellung zum Entwurf des Gesetzes zur Durchführung der Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe im Rahmen von Stützungsregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik – Direktzahlungen-Durchführungsgesetz (DirektZahlDurchfG). Ihre zentralen Forderungen:
Dauergrünland-Definition (§ 2): Die Ergänzung der Definition um „Flächen, die abgeweidet werden können und einen Teil der etablierten lokalen Praktiken darstellen, wo Gras und andere Grünfutterpflanzen traditionell nicht in Weidegebieten vorherrschen“, wird ausdrücklich begrüßt. Dieses reicht als Präzisierung für eine zweifelsfreie Anwendung in der Praxis jedoch nicht aus. Hier müssen die Inhalte des Definitionsvorschlags des Ad-hoc-AK der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) vom 16.08.2013 integriert werden.
Umschichtung von Mitteln (§ 5): Nach Auffassung von DVL und NABU ist ein deutlich höherer Prozentsatz zur Umschichtung von Mitteln erforderlich, um wichtige Zusagen des Bundes zur Finanzierung insbesondere von Umwelt- und Tierschutzleistungen in der Landwirtschaft zu gewährleisten. Denn bislang fehlen nach wie vor 200 Millionen Euro jährlich für den Umwelt- und Tierschutz.
Dauergrünland in bestimmten Gebieten (§ 15, “umweltsensibles Grünland”):
Der Stichtag 15. Mai 2015 ist ungeeignet und kontraproduktiv, da die Gefahr besteht, dass Dauergrünland bzw. Grünland in den unten genannten Kulissen bewusst umgebrochen wird.
DVL und NABU begrüßen, dass sämtliches Dauergrünland innerhalb der Schutzgebietskulisse von Natura 2000 als umweltsensibel definiert wird. Es fehlt aber das in Kohärenzflächen gemäß Art. 10 der Richtlinie 92/43/EWG liegende Dauergrünland.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Gesetz das BMEL lediglich ermächtigt, weitere sensible Gebiet zu bestimmen. Dieses muss mit dem vorliegenden Gesetzentwurf bereits konkret geregelt werden, und zwar für organische Böden, potenzielle Überschwemmungsflächen in den Auen (HQ100) und für erosionsgefährdete Flächen – alle die Kategorien sind flächenscharf verortbar.
Ermächtigungen zur Beibehaltung des Dauergrünlandanteils (§ 17): Spätestens ab 1 % weiterem Grünlandverlust muss eine Einzelfallprüfung stattfinden und aus Umwelt- und Naturschutzgründen eine Umbruchgenehmigung versagt werden.
Flächennutzung im Umweltinteresse (§ 18): Zwischenfrucht-Anbau, Pflanzenschutzmittel-Einsatz und mineralische Düngung sind von Ökologischen Vorrangflächen auszuschließen, damit sie ihren Zweck zur Förderung der Biodiversität erfüllen.
Download der Stellungnahme NABU-DVL DirektZahlDurchfG, 11.02.2014
Tagung “Biodiversität und Leader”	Geschrieben am 07.02.2014
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Ansätze der Realisierung von Biodiversitätsprojekten über Leader wird eine internationale Expertentagung „Biodiversität & Leader“ am 03. April 2014 in Wien vorstellen. Zudem werden Fachleute einen Einblick in den aktuellen Status von Leader in der neuen Finanzierungsperiode 2014-2020 geben und Biodiversitäts-Themen präsentiert, die relevant für LAGs und lokale Entwicklungsstrategien sind. Die Tagung dient dem internationalen Ideen- und Erfahrungsaustausch und zielt gleichzeitig darauf ab, erfolgreiche Beispiele aus ganz Europa zu bewerben. Veranstalter ist die österreichische Umweltdachverband GmbH in Kooperation mit der ÖAR Regionalberatung GmbH. Die Tagung wird in englischer Sprache abgehalten. Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldungen sind bis 20. März 2013 möglich. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.
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