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Timestamp: 2020-05-26 17:20:21
Document Index: 209763008

Matched Legal Cases: ['Art. 945', 'Art. 620', 'Art. 772', 'Art. 530', 'Art. 530', 'Art. 552', 'Art. 530', 'Art. 544', 'Art. 621', 'Art. 632', 'Art. 773', 'Art. 774']

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Rechtsformen — baselland.ch
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Wie werden die Steuern bemessen?
Um die Steuerbelastung bereits in den ersten Geschäftsjahren möglichst optimal planen zu können, müssen Sie wissen, wie Steuern erhoben werden. Im Zusammenhang mit der Besteuerung von Vermögen und Einkommen sind die folgenden Steuerbegriffe auseinanderzuhalten:
Steuerperiode/Steuerjahr: Dies ist der Zeitraum, für den Sie Bund, Kanton und der Gemeinde eine bestimmte Steuer schulden. Grundsätzlich sind Einkommens- und Vermögenssteuern resp. Ertrags- und Kapitalsteuern immer für das laufende Jahr geschuldet. Die Staatssteuer ist per 30. September des Jahres fällig. Die Gemeinden haben unterschiedliche Fälligkeiten. Die direkte Bundessteuer ist am 31. März des der Veranlagungsperiode folgenden Jahres fällig.
Bemessungsperiode/Bemessungsjahr: Dies ist der Zeitraum, in dem Sie das zu versteuernde Einkommen erzielen, auf dem schliesslich Ihre Steuerrechnung basiert. In der Schweiz wenden die Kantone bei den natürlichen Personen seit dem 1.1.2001 mehrheitlich (Ausnahme Kanton VD,VS, TI) die Postnumerandobesteuerung mit einjähriger Gegenwartsbemessung an:
Bei dieser Methode sind Steuer- und Bemessungsperiode identisch. Das heisst, die Steuer berechnet sich auf dem Einkommen, das im entsprechenden Zeitraum erzielt worden ist.
Veranlagungsperiode: Dies ist der Zeitraum, in dem die Steuerbehörde Ihre Steuern veranlagt. Oder anders gesagt: In dieser Zeit überprüft die Steuerbehörde Ihre Angaben in der Steuererklärung und erstellt darauf die Steuerrechnung.
Aufgrund der Steuerharmonisierung unterliegen juristische Personen seit dem 1. Januar 2001 bei der direkten Bundessteuer und bei der Staatssteuer in allen Kantonen der einjährigen Gegenwartsbemessung.
Erhalte ich als Jungunternehmer/in bei den Steuern Erleichterungen oder einen speziellen Status?
Grundsätzlich ja. Steuererleichterungen und Steuerbefreiungen können in der Regel auch Jungunternehmer/innen zugestanden werden. Diese Fördermassnahmen sind von Kanton zu Kanton verschieden und können sich auf eine Gesamtdauer von bis zu 10 Jahren ausdehnen. Im Kanton Basel-Landschaft z.B. kann der Regierungsrat nach Anhören des Gemeinderates zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Kantons neuen Unternehmen für das Jahr, in dem die Steuerpflicht im Kanton beginnt, und höchstens für die 6 folgenden Jahre Steuererleichterungen gewähren. Gesuche sind zu begründen und entsprechend zu dokumentieren (Planbilanz und -erfolgsrechnung, Investitionsvolumen, Anzahl neuer Arbeitsplätze, keine direkte Konkurrenzierung gleicher Betriebe, etc.)
Wie kann ich als Unternehmer/in meine Steuern optimieren?
Auf diese einfache Fragestellung lässt sich leider keine einfache Antwort geben; die ganze Materie im Bereich Unternehmungssteuern ist sehr komplex und kann deshalb immer nur für Ihre eigene, persönliche Situation beantwortet werden. Wenden Sie sich dafür am besten an gut ausgebildete Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Steuerberatung, Treuhand, Advokatur, Notariat oder Buchhaltung.
Gibt es Besteuerungsunterschiede, je nachdem ob ich eine Einzelfirma, Kollektivgesellschaft, AG oder GmbH gründe?
Das Prinzip zur Erhebung der Steuern ist abhängig von der Rechtsform. Da bei Einzelfirmen und Kollektivgesellschaften juristisch nicht zwischen privatem und geschäftlichem Vermögen unterschieden wird, gibt es auch nur eine einzige gesamte steuerliche Erfassung. Wer aber eine AG oder GmbH gründet, trennt sein Vermögen als Privatperson von der "juristischen Person", nämlich z.B. der AG oder GmbH. Damit kann das Geschäft getrennt vom Privaten steuerlich erfasst werden, und Sie müssen sowohl für die AG/GmbH wie für sich selbst (als Privatperson) eine Steuererklärung ausfüllen.
Muss ich mich bei den Steuerbehörden melden, wenn ich eine Firma gründe?
Ja. Weil bei Selbständigen, Inhaber/innen einer Einzelfirma oder Kollektivgesellschaft, nicht zwischen privatem und geschäftlichem Vermögen getrennt wird, bemisst sich die Steuerpflicht aus dem Ertrag des Betriebs, den sonstigen privaten Einkünften und dem Vermögen. Die Firma als solche ist nicht steuerpflichtig
Was muss ich bezüglich Einkommens- und Vermögenssteuern als Selbständige/r besonders beachten?
Sie sollten unbedingt eine Buchhaltung/Aufzeichnungen führen, weil Sie Ihren Gewinn (nicht nur für Steuerzwecke!) ausweisen müssen. Kommen Sie Ihren Buchführungs- oder Aufzeichnungspflichten nicht nach, laufen Sie Gefahr, von den Steuerbehörden "amtlich veranlagt zu werden" d.h. Sie werden nach Ermessen taxiert, was dazu führen kann, dass Sie mehr Steuern zahlen müssen und gebüsst werden. Da es sich um ein komplexes Thema handelt, empfehlen wir Ihnen, sich an Spezialistinnen und Spezialisten aus den Gebieten Steuerberatung, Treuhand, Advokatur, Notariat oder Buchhaltung zu wenden
Welche Rechtsform ist für mich als Jungunternehmer/in die richtige?
Die Wahl der geeigneten Rechtsform ist eine der wichtigsten Entscheidungen eines Jungunternehmers. Die meisten Firmen in der Schweiz haben die Form der Einzelfirma, der Kollektivgesellschaft, der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder der Aktiengesellschaft (AG).
Sie müssen sich bewusst sein, dass jede Rechtsform auch ihre Vor- und Nachteile hat und Ihre Wahl immer auf der individuellen Gewichtung der Vor- und Nachteile basiert.
Überblick über mögliche Rechtsformen, die für eine unternehmerische Tätigkeit zur Verfügung stehen:
Einzelfirma (Art. 945 ff. OR)
Aktiengesellschaft [AG] (Art. 620 ff. OR)
Gesellschaft mit beschränkter Haftung [GmbH] (Art. 772 ff. OR)
Weitere Ausführungen erhalten Sie z.B. im Internet unter www.admin.ch
Welche Kriterien geben den Ausschlag für die richtige Rechtsformwahl meiner Firma?
Als wichtige Entscheidungshilfen gelten:
Unternehmungsnachfolgeplanung
Darf ich meine Firma in der Rechtsform der einfachen Gesellschaft führen?
Die einfache Gesellschaft (Art. 530 ff. OR) findet immer dann Anwendung, wenn für eine Personenvereinigung nicht die Voraussetzungen einer anderen Gesellschaftsform gegeben sind (Art. 530 Abs. 2 OR).
Es ist grundsätzlich nicht zulässig, in der Form einer einfachen Gesellschaft ein kaufmännisches Gewerbe zu betreiben. Falls eine einfache Gesellschaft dies dennoch tut, so gilt sie von Gesetzes wegen als Kollektivgesellschaft (Art. 552 ff. OR). Eine Ausnahme gilt unter bestimmten Voraussetzungen für die freien Berufe (es wird kein Gewerbe betrieben), wo Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten etc. häufig Büro- oder Praxisgemeinschaften in Form einer einfachen Gesellschaft betreiben.
Wo die einfache Gesellschaft zulässig ist, da besteht einer ihrer Vorteile in der einfachen und unkomplizierten Entstehung: Es genügt, dass sich zwei oder mehrere Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschliessen und mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln auf dieses Ziel hinarbeiten (vgl. Art. 530 Abs. 1 OR).
Dies kann sich jedoch auch als Nachteil erweisen: Die einfache Gesellschaft entsteht formlos, weswegen sich die beteiligten Parteien oft gar nicht darüber im Klaren sind, dass sie eine solche überhaupt gegründet haben. Diese Unwissenheit kann in Haftungsfällen zu einem bösen Erwachen führen: Die Mitglieder einer einfachen Gesellschaft haften unbeschränkt und solidarisch mit ihrem Privatvermögen für entstandene Gesellschaftsschulden (Art. 544 Abs. 3 OR).
Was sind die Vorteile einer AG oder einer GmbH gegenüber einem Einzelunternehmen?
Die Vorteile einer AG oder GmbH sind:
Sie beschränken Ihre Haftung als Unternehmer/in auf das Gesellschaftskapital. Die Aktiengesellschaft muss ein Mindestkapital von Fr. 100'000.-- aufweisen, wobei Fr. 50'000.-- schon bei Gründung beigebracht werden müssen (Art. 621 und Art. 632 Abs. 2 OR). Die GmbH weist ein Mindestkapital von Fr. 20'000.-- auf, wovon Fr. 10'000.-- bei Gründung der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden müssen (Art. 773 und Art. 774 Abs. 2 OR). Die Haftungsbeschränkung kann in der Startphase, die mit gewissen Risiken verbunden ist, sinnvoll sein. Sowohl bei der AG als auch bei der GmbH muss das anlässlich der Gründung eingesetzte Kapital auf Aufforderung des Verwaltungsrates oder der Geschäftsführer nachbezahlt werden.
Weitere Vorteile der AG bilden die hohe Flexibilität bei der Beteiligung von strategischen Partnern und von Mitarbeitern. Die GmbH bietet Ihnen in diesem Bereich nicht dieselbe Flexibilität wie die AG. Dafür sind die Verwaltungskosten der GmbH tiefer.
Auch hier gilt es jedoch, Ihre persönliche Situation genau zu analysieren und sich erst dann - am besten nach einer Beratung durch eine Fachperson - für eine Rechtsform zu entscheiden.
Was sind die Vor- und Nachteile einer AG und die einer GmbH?
Welche der beiden Ihre optimale Rechtsform ist, hängt von Ihren individuellen Zielen und Prioritäten ab:
Das Mindestkapital beträgt bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) Fr. 20'000.-- und bei der Aktiengesellschaft AG Fr.100'000.--
Wenn Sie planen, strategische Partner oder Mitarbeiter zu beteiligen, dann ist die AG eher zu favorisieren.
Obwohl die GmbH vom Markt immer besser akzeptiert wird, haben Sie mit der AG immer noch einen gewissen imagemässigen Vorteil.
Mit der maximalen Kapitalgrösse von zwei Millionen Schweizer Franken sind der GmbH und damit der Entwicklung Ihres Unternehmens Grenzen gesetzt.
Bei beiden Gesellschaftsformen wird eine Ertrags- und Kapitalsteuer erhoben.
Achtung! Das GmbH-Recht wird momentan überarbeitet.
Hat die Wahl der Rechtsform Konsequenzen auf meine steuerliche Belastung?
Beim Geschäftsinhaber wird das Geschäfts- und Privateinkommen sowie das Geschäfts- und Privatvermögen addiert und zusammen versteuert.
Kollektivgesellschaft und Kommanditgesellschaft
Bei jedem unbeschränkt haftenden Gesellschafter werden das Geschäfts- und Privateinkommen sowie das Geschäfts- und Privatvermögen addiert und zusammen versteuert.
In diesen Fällen ist die Gesellschaft das Steuersubjekt, welches Gewinn und Kapital versteuert. Zusätzlich sind aber bei den Aktionären und Gesellschaftern anfallende Dividenden und Gewinnausschüttungen nebst dem ausbezahlten Lohn als Angestellter dieser Gesellschaften als Einkommen zu versteuern. Es wird daher in diesem Zusammenhang von einer steuerlichen "Doppelbelastung" gesprochen.
Kann ich die Rechtsform meines Unternehmens spontan wechseln?
Die Rechtsform kann jederzeit wieder geändert werden. Dieser Wechsel ist in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ausserdem kann der Wechsel steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen.