Source: https://www.asyl.net/themen/bildung-und-arbeit/ausbildungsfoerderung/geduldete/
Timestamp: 2019-08-25 08:09:36
Document Index: 220973242

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 49', '§ 54', '§ 51', '§ 59', '§ 75', '§ 130', '§ 59', '§ 76', '§ 59', '§ 8', '§ 132', '§ 59']

Informationsverbund Asyl & Migration - Geduldete
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Menschen mit Duldung haben wie Asylsuchende auch Zugang zu verschiedensten Arbeitsförderungsmaßnahmen. Sie können ohne besondere ausländerrechtliche Voraussetzungen an Maßnahmen der Berufsorientierung (siehe § 48 SGB III), der Berufseinstiegsbegleitung (siehe § 49 SGB III) sowie der Einstiegsqualifizierung (siehe § 54 SGB III) teilnehmen.
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (siehe § 51 SGB III) stehen Geduldeten erst nach sechsjährigem Voraufenthalt offen oder aber unter den besonderen Bestimmungen des § 59 Abs. 3 SGB III, d.h. wenn sie sich selbst vor Beginn der Ausbildung insgesamt fünf Jahre in Deutschland aufgehalten haben und in dieser Zeit rechtmäßig erwerbstätig waren oder zumindest ein Elternteil sich während der letzten sechs Jahre insgesamt drei Jahre im Inland aufgehalten hat und in dieser Zeit erwerbstätig war.
Daneben ist zudem die Teilnahme an ausbildungsbegleitenden Hilfen (siehe § 75 SGB III) sowie an der assistierten Ausbildung (siehe § 130 SGB III) nach 12-monatiger Aufenthaltszeit ohne besondere Voraussetzungen möglich; innerhalb der ersten 12 Monate nur unter den Voraussetzungen des § 59 Abs. 3 SGB III (s.o.). Für die Teilnahme an der außerbetrieblichen Berufsausbildung (siehe § 76 SGB III) gelten zwingen die Voraussetzungen des § 59 Abs. 3 SGB III.
Finanzielle Unterstützung neben der Ausbildung können Geduldete nach 15-monatigem Aufenthalt über die Bundesausbildungsförderung (BAFöG) erhalten. Vor Ablauf dieser 15 Monate ist eine Förderung nur dann möglich, wenn die geduldete Person sich bereits seit fünf Jahren in Deutschland aufhalten und in dieser Zeit rechtmäßig erwerbstätig waren oder aber ein Elternteil während der letzten sechs Jahre für insgesamt drei Jahre diese Voraussetzung erfüllt hat (siehe § 8 Abs. 3 BAföG). Ähnliches gilt für die Berufsausbildungsbeihilfe. Nach 12 monatigem Aufenthalt – nicht mehr wie bisher nach 4 Jahren - haben Geduldete einen Anspruch darauf während einer betrieblichen Ausbildung; nach sechsjährigem Aufenthalt sogar während einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (siehe § 132 Abs. 2 SGB III). Vor Ablauf dieser 12 Monate gelten erneut die Bestimmungen des § 59 Abs. 3 SGB III.
Daneben können sie auch etwaige weitere Unterstützungsangebote der Agenturen für Arbeit sowie der Jugendämter in Anspruch nehmen.
Sozialgesetzbuch Teil 3 (SGB III)
Arbeitshilfe des Paritätischen Gesamtverbands zur Sicherung des Lebensunterhalts während einer Ausbildung für Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung (Stand: April 2018).
Übersicht der GGUA Flüchtlingshilfe zum Zugang zur Ausbildungsförderung für Asylsuchende und Geduldete (Stand: Juni 2018).
Übersicht der Bundesagentur für Arbeit zum Zugang zu Förderinstrumenten des SGB III und SGB II für Asylsuchende und Flüchtlinge (Stand: Mai 2016).
Link zur Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum „BAFöG für Migranten und Geflüchtete“.