Source: http://www.nds-voris.de/jportal/portal/?quelle=jlink&psml=bsvorisprod.psml&feed=bsvoris-vv&docid=VVND-VVND000041311
Timestamp: 2020-01-18 23:55:40
Document Index: 210015102

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 58', '§ 2', '§ 11', '§ 4', '§ 11', '§ 11', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 58', '§ 11']

VORIS Anhang 2: Tierschutzindikatoren - Empfehlungen für die betriebliche Eigenkontrolle gemäß § 11 Abs. 8 TierSchG | 2018-204.1-42500-184/173 | Verwaltungsvorschrift (Niedersachsen) | Tierschutz; Tierschutzleitlinie für die Mastrinderhaltung | i. d. F. v. 23.10.2018 | gültig ab 23.10.2018 | gültig bis 31.12.2023
Aktenzeichen: 2018-204.1-42500-184/173
Erlassdatum: 23.10.2018
Gültig ab: 23.10.2018
Normen: § 58 AMG 1976, § 2 TierSchG, § 11 TierSchG, § 4 TierSchNutztV
Zum Hauptdokument : Tierschutz; Tierschutzleitlinie für die Mastrinderhaltung
zu Nummer 3 — Tierkontrolle/Nummer 4 —
Gesundheitsvorsoge
Tierschutzindikatoren — Empfehlungen für die betriebliche
Eigenkontrolle gemäß § 11 Abs. 8 TierSchG
Die Tierhalterin oder der Tierhalter hat durch die Erhebung und Bewertung von Tierschutzindikatoren im Rahmen der betrieblichen Eigenkontrolle nach § 11 Abs. 8 TierSchG sicherzustellen, dass die von ihr oder ihm gehaltenen Nutztiere angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht sind und die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt ist, dass den Tieren Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden (§ 2 TierSchG).
Die folgende Tabelle stellt eine Orientierungshilfe für die betriebsindividuelle Auswahl geeigneter Tierschutzindikatoren (= Hinweisgeber auf mögliche Probleme) dar. Die aufgeführten Indikatoren wurden dabei den Anforderungen des § 2 TierSchG (angemessene Ernährung und Pflege, verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung), die abgebildet werden müssen, zugeordnet. Dabei kann ein Indikator Hinweisgeber für mehrere Bereiche sein.
Es wird empfohlen, aus der Liste der hier aufgeführten, direkt am Tier zu erfassenden Indikatoren eine betriebsindividuelle Auswahl zu treffen, die die Anforderungen des § 2 TierSchG wiederspiegeln und diese zeitgleich mindestens zweimal jährlich (z. B. einmal im Sommer und einmal im Winter) auf dem Betrieb zu erheben und zu bewerten. Tierverluste sowie tägliche Zunahmen bzw. Nettozunahmen sollten mindestens einmal jährlich ausgewertet werden. Um die Anforderungen nachweislich zu erfüllen, wird eine Dokumentation der erhobenen Befunde einschließlich Bewertung und erforderlichenfalls getroffener Maßnahmen empfohlen. Dabei können bereits vorhandene Unterlagen, wie z. B. Bestandsbetreuungsprotokolle von Tierärztinnen und Tierärzten oder Beraterinnen und Beratern, die Entsprechendes belegen, Daten aus HIT bzw. ggf. vom Schlachthof zur Erfüllung der Anforderungen ebenfalls genutzt werden (Doppelarbeit vermeiden!).
Die gemäß § 4 TierSchNutztV vorgesehenen täglich durchzuführenden Routinekontrollen von Tieren und Versorgungseinrichtungen sowie die Erfassung von Antibiotika gemäß § 58 AMG bleiben hiervon unberührt.
Tabelle: Tierschutzindikatoren — Empfehlungen für die betriebliche Eigenkontrolle gemäß § 11 Abs. 8 TierSchG:
Indikator (=Hinweisgeber)
der Erhebung
mal jährlich
Gelenkveränderungen
(z. B. Schleimbeutelveränderungen)
Schwanzspitzennekrose
Körperkondition
(insbesondere für Mutterkühe relevant)
tägliche Zunahmen/
Nettozunahme *)
Tierverluste inklusive euthanasierte Fälle
Klauenzustand
Sauberkeit der Tiere
Verhaltensanomalien
(insbesondere artgemäßes Aufsteh- und Abliegeverhalten)
Flächenangebot je Tier in Abhängigkeit vom Körpergewicht (insbesondere für Altbauten relevant)
Ausmessen der
Buchtengröße
Wasserversorgung (Nachflussgeschwindigkeit/Durchflussrate überprüfen; unabhängig von der täglichen Kontrolle auf Funktionsfähigkeit)
Einsatz Antibiotika
Vorgaben)
*) Nettozunahme
Ausschlachtgewicht
Lebenstage.
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