Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=UR%202000,%20436
Timestamp: 2019-12-13 04:54:50
Document Index: 182726301

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 29', '§ 4', '§ 124', '§ 18', 'EuG', 'Art. 13', '§ 4', '§ 4']

BFH, 13.04.2000 - V R 78/99 - dejure.org
BFH, 13.04.2000 - V R 78/99
https://dejure.org/2000,1297
BFH, 13.04.2000 - V R 78/99 (https://dejure.org/2000,1297)
BFH, Entscheidung vom 13.04.2000 - V R 78/99 (https://dejure.org/2000,1297)
BFH, Entscheidung vom 13. April 2000 - V R 78/99 (https://dejure.org/2000,1297)
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UStG 1973 § 4 Nr. 14
Leistungen eines Heileurythmisten - Heilberufliche Tätigkeit - Steuerbefreiung - Privatpatienten
UStG (1973) § 4 Nr. 14
§ 4 Nr. 14 UStG 1973
Umsatzsteuer; steuerfreie Umsätze eines Heileurythmisten
FG Baden-Württemberg, 27.03.1984 - I 379/80
BFHE 191, 441
BB 2000, 1982
DB 2000, 2048
UR 2000, 436
Hierzu hat der Senat entschieden (Urteil vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441, UR 2000, 436), dass § 4 Nr. 14 UStG 1980 die Entlastung der Sozialversicherungsträger (dazu gehören nach § 29 Abs. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch - Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung --SGB IV-- u.a. die öffentlich-rechtlichen Krankenkassen, vgl. dazu § 4 SGB V) von der Umsatzsteuer bezweckt (vgl. auch BVerfG-Beschluss in BStBl II 2000, 155, UR 1999, 494).
Im Anschluss daran entschied der Senat mit Urteil vom 13. April 2000 V R 78/99 (BFHE 191, 441, UR 2000, 436) im zweiten Rechtsgang, dass Leistungen des Unternehmers durch heilberufliche Tätigkeit, die "in der Regel" von den Sozialversicherungsträgern finanziert werden (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2000, 155, UR 1999, 494), jedenfalls vorhanden sind, wenn sie ihrer Art nach von den Sozialversicherungsträgern für den Patienten bezahlt werden.
Grundlage dafür ist in erster Linie eine Zulassung des jeweiligen Unternehmers oder die regelmäßige Zulassung seiner Berufsgruppe gemäß § 124 Abs. 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) durch die zuständigen Stellen der gesetzlichen Sozialversicherung (BFH-Urteile in BFHE 191, 441, UR 2000, 436; in BFHE 201, 330, BStBl II 2003, 532;… in BFH/NV 2004, 1348, unter II. 2. c;… in BFH/NV 2004, 1198, unter II. 1. c; entspr. bereits Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen --BMF-- vom 28. Februar 2000, BStBl I 2000, 433).
Der Nachweis der beruflichen Befähigung hängt allerdings nicht ausschließlich von einer berufsrechtlichen Regelung und deren Erfüllung ab, z.B. wenn berufsrechtliche Regelungen nur in einzelnen Bundesländern existieren (…BFH-Urteile in BFH/NV 2004, 1348 --Nachfolgeentscheidung Kügler--; in BFHE 201, 330, BStBl II 2003, 532 --Fußpfleger--; vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441 --Heileurythmist--;… vgl. nunmehr auch BFH-Urteil vom 28. August 2003 IV R 69/00, BFHE 203, 429, BFH/NV 2004, 282, § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG).
Entsprechend dem Zweck der Regelung, die Sozialversicherungsträger von der Umsatzsteuer zu entlasten (BVerfG-Urteile in BVerfGE 101, 132, BStBl II 2000, 155; in BStBl II 2000, 158; vom 10. November 1999 2 BvR 2861/93, BStBl II 2000, 160), kann grundsätzlich vom Vorliegen des Befähigungsnachweises ausgegangen werden, wenn die Leistungen des Unternehmers durch heilberufliche Tätigkeit in der Regel von den Sozialversicherungsträgern finanziert werden (BVerfG-Urteil in BVerfGE 101, 132, BStBl II 2000, 155, unter B. II. 2.; BFH-Urteile in BFHE 201, 330, BStBl II 2003, 532; in BFHE 191, 441, BFH/NV 2000, 1431; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen --BMF-- vom 28. Februar 2000, BStBl I 2000, 433).
(2) Leistungen eines Heileurythmisten werden aber nur dann im Sinne des BVerfG-Urteils in BVerfGE 101, 132, BStBl II 2000, 155 und des Senatsurteils vom 13. April 2000 V R 78/99 (BFHE 191, 441) "in der Regel von den Sozialversicherungsträgern finanziert", wenn ein Großteil der Träger gesetzlicher Krankenkassen eine Kostentragung in ihrer Satzung regelt.
BFH, 19.12.2002 - V R 28/00
Wie der Senat bereits in dem zur Befreiung der Umsätze aus der Tätigkeit als Heileurythmist entschieden hat (Urteil vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441, BFH/NV 2000, 1431), ist zu prüfen, für welche Leistungen "ihrer Art nach" die Sozialversicherungsträger die Kosten tragen.
Eine Abweichung von früheren Entscheidungen des V. Senats ist nicht mehr relevant, nachdem der V. Senat seine bisherige Rechtsprechung aufgrund zweier Entscheidungen des BVerfG geändert hat (BFH-Urteile vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441, und in BFHE 201, 330, BStBl II 2003, 532; BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 101, 132, BStBl II 2000, 155, und in BStBl II 2000, 158).
Vielmehr stellt auch der BFH in seiner Entscheidung vom 13. April 2000 V R 78/99 (BFHE 191, 441, BFH/NV 2000, 1431) gerade auf die Entlastung der Sozialversicherungsträger als Normzweck ab.
BFH, 25.11.2004 - V R 44/02
Entsprechend dem Sinn und Zweck der Regelung, die Sozialversicherungsträger von der Umsatzsteuer zu entlasten, kann grundsätzlich vom Vorliegen des Befähigungsnachweises ausgegangen werden, wenn die Leistungen des Unternehmers durch heilberufliche Tätigkeit in der Regel von den Sozialversicherungsträgern finanziert werden (Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. Oktober 1999 2 BvR 1264/90, BStBl II 2000, 155, unter B. II. 2.; BFH-Urteile in BFHE 201, 330, BStBl II 2003, 532; vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441, BFH/NV 2000, 1431; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 28. Februar 2000, BStBl I 2000, 433).
3) Diese von der Klägerin ausgeübte heilberufliche Tätigkeit wurde auch von den Sozialversicherungsträgern in der vom BFH (vgl. Urteile vom 13.4.2000, V R 78/99, BFH/NV 2000, 1431 und vom 19. Dezember 2002, V R 28/00, BFHE 201, 330, BStBl. II 2003, 532) nach den Vorgaben des BVerfG in seinem Beschluss vom 29. Oktober 1999 (2 BvR 1264/90, BVerfGE 101, 132, UR 1999, 494) geforderten Weise finanziert.
Vor dem Hintergrund der vom EuGH geforderten Auslegung der in Art. 13 der 6. EG-Richtlinie geregelten Steuerbefreiungen hat der BFH in seinen Urteilen vom 13.4.2000 (V R 78/99, BFH/NV 2000, 1431) und vom 19. Dezember 2002 (V R 28/00, BFHE 201, 330, BStBl. II 2003, 532) zu § 4 Nr. 14 UStG ausgeführt, dass dies es rechtfertige, nicht sämtliche, sondern nur die Leistungen durch heilberufliche Tätigkeit von der Umsatzsteuer zu befreien, die ihrer Art nach von den Sozialversicherungsträgern finanziert werden.
Damit hängt die Steuerbefreiung nicht davon ab, dass die Sozialversicherungsträger die einzelne Leistung wirklich bezahlt haben, so dass auch Leistungen an Privatpatienten steuerfrei ausgeführt werden, wenn die Sozialversicherungsträger eine entsprechende Leistung für ein Mitglied bezahlen würden (Urteil des BFH vom 13.4.2000, V R 78/99, BFH/NV 2000, 1431).
Eine Abweichung von früheren Entscheidungen des V. Senats ist nicht mehr relevant, nachdem der V. Senat seine bisherige Rechtsprechung aufgrund zweier Entscheidungen des BVerfG geändert hat (BFH-Urteile vom 13. April 2000 V R 78/99, BFHE 191, 441, und vom 19. Dezember 2002 V R 28/00; BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 101, 132, BStBl II 2000, 155, und in BStBl II 2000, 158).
FG Nürnberg, 14.11.2002 - II 179/00
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