Source: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/l/lohnsteueranmeldung/
Timestamp: 2019-08-17 15:21:54
Document Index: 245502790

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 41', '§ 52', 'Art. 3', '§ 87', '§ 51', '§ 150', '§ 164', '§ 168']

Lohnsteueranmeldung ⇒ Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
1 Allgemeines zum Verfahren
2 Abgabe auf elektronischem Weg
3 Verfahrensvorschriften
1. Allgemeines zum Verfahren
Der Bundestag hat am 30.3.2017 das Zweite Bürokratieentlastungsgesetz in 2./3. Lesung Bundestag beschlossen. Nun muss der Bundesrat noch zustimmen, damit das Gesetz in Kraft treten kann. In steuerrechtlicher Hinsicht sieht das Zweite Bürokratieentlastungsgesetz eine Anhebung der oberen Grenze zur vierteljährlichen Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldungen von 4 000 € auf 5 000 € (§ 41a Abs. 2 Satz 2 EStG) vor.
Am 11.7.2014 hat der Bundesrat dem schon am 3.7.2014 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften zugestimmt. Durch das sog. Kroatien-Anpassungsgesetz wird die Grenze für die jährliche Abgabe von Lohnsteueranmeldungen ab 2015 von bislang 1 000 € auf 1 080 € angehoben (§ 41a Abs. 2 Satz 2 EStG). Damit wird der Anhebung der Entgeltgrenze für geringfügig Beschäftigte auf 450 € Rechnung getragen, d.h. in diesen Fällen ist für die Anmeldung der pauschalen Lohnsteuer i.H.v. 20 % (&equals; 90 € × 12 &equals; 1 080 €) künftig nur noch eine jährliche Anmeldung erforderlich. Die Regelung gilt ab dem VZ 2015 (§ 52 Abs. 1 EStG i.d.F. von Art. 3 des StÄndAnpG Kroatien).
abzuführende LSt im Vorjahr
Anmeldungszeiträume ab 2009
Anmeldungszeiträume bis 2008
am 10. Januar des Folgejahres
jeweils am 10. April, 10. Juli, 10. Oktober, 10. Januar
Abb.: Grenzwerte für den Lohnsteueranmeldungszeitraum bis VZ 2014
Die Anhebung der Grenze für die jährliche Abgabe von LSt-Anmeldungen von 800 € auf 1 000 € entlastet insbesondere ArbG einer geringfügig beschäftigten Arbeitskraft, die vom monatlichen Arbeitsentgelt i.H.v. 400 € die LSt mit dem Pauschsteuersatz i.H.v. 20 % erheben (bei einem monatlichen Arbeitsentgelt von 400 € ergibt sich eine pauschale LSt von 80 € &lsqb;20 % von 400 €&rsqb; und eine jährliche LSt von 960 € &lsqb;80 € × 12&rsqb;). In diesen Fällen ist künftig anstelle vierteljährlicher LSt-Anmeldungen nur noch eine LSt-Anmeldung mit dem Jahresbetrag abzugeben bzw. an das FA zu übermitteln.
Für Meldezeiträume seit dem 1.1.2013 sind Lohnsteueranmeldungen mit einem Zertifikat authentifiziert elektronisch abzugeben.
Die elektronische Übermittlung von für das automatisierte Besteuerungsverfahren erforderlichen Daten ist nur zulässig, soweit die Finanzverwaltung hierfür einen Zugang eröffnet hat (§ 87a Abs. 1 Satz 1 AO). Eine aktuelle Übersicht der eröffneten Zugänge wird im Internet unter http://www.eSteuer.de veröffentlicht (→ Elektronische Kommunikation).
Das Vordruckmuster der Lohnsteueranmeldung für Lohnsteuer-Anmeldungszeiträume ab Januar 2016 ist gem. § 51 Abs. 4 Nr. 1 Buchst. d EStG bestimmt worden (Schreiben vom 27.8.2015). Das Vordruckmuster und die »Übersicht über die länderunterschiedlichen Werte in der Lohnsteuer-Anmeldung 2016« werden hiermit bekannt gemacht. Das Vordruckmuster ist auch für die Gestaltung der Vordrucke maßgebend, die mit Hilfe von Datenverarbeitungsanlagen hergestellt werden
Die Lohnsteueranmeldung ist eine Steueranmeldung nach § 150 AO und steht einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung gleich; § 164 AO i.V.m. § 168 AO. Der Vorbehalt der Nachprüfung wird aufgehoben:
nach Abschluss einer Außenprüfung,
kraft Gesetzes mit Ablauf der Verjährungsfrist, die regelmäßig vier Jahre beträgt.
Ein Arbeitnehmer kann die Lohnsteueranmeldung des Arbeitgebers aus eigenem Recht anfechten, soweit sie ihn betrifft, vgl. BFH vom 20.7.2005, VI R 165/01, BStBl II 2005, 890.
→ Elektronische Kommunikation