Source: https://www.strafakte.de/rezension/meyer-gossner-schmitt-strafprozessordnung-stpo/
Timestamp: 2019-03-19 20:50:25
Document Index: 153985765

Matched Legal Cases: ['§ 100', 'BGH', '§ 154', '§ 154', 'EuG', 'EGMR', 'BGH']

» Strafprozessordnung (mit GVG und Nebengesetzen)
von Lutz Meyer-Goßner, Bertram Schmitt
Das Strafprozessrecht ist die „Königsdisziplin“ der Strafverteidigung und hervorragende Kenntnisse im Verfahrensrecht sind praktisch unabdingbar. Der StPO-Handkommentar von Meyer-Goßner / Schmitt ist ein wertvolles und bewährtes Hilfsmittel als Nachschlagewerk für einen schnellen Überblick. Im Dienstzimmer des Staatsanwalts oder Richters ist er (häufig das einzige) Arbeitsmittel, so dass an diesem Standardwerk in der täglichen Praxis kein Weg vorbeiführt. Durch die jährliche Neuauflage (im Frühjahr) bietet er konkurrenzlose Aktualität und berücksichtigt jüngste Entwicklungen in der Rechtsprechung auf dem Stand von März 2015.
Bewährt und stets in Griffweite
Seit der 40. Auflage wird die Strafprozessordnung zuverlässig von Meyer-Goßner erläutert, seit der 54. Auflage zusammen mit Bertram Schmitt. Begründet wurde der Handkommentar wie der zum StGB von Otto Schwarz, mit 23. Auflage wurde er weitergeführt von Theodor Kleinknecht. Seit der Ernennung von Meyer-Goßner zum Richter am Bundesgerichtshof im Jahre 1983 gehörte er dem 4. Strafsenat an, bis Juli 2001 als dessen Vorsitzender.
„Welch eine Herausforderung: Mit einem Gesetzgeber mithalten zu wollen, der einerseits produktiv ist, sich andererseits aber nicht gerade vom Streben nach systematischer Klarheit und Praktikabilität treiben lässt! Wenn das überhaupt gelingen kann, dann dem Verlag und Autoren dieses Werkes!“ schrieb Folker Bittmann in seiner Rezension in NJW 2009, 3499. Die jährliche Neuauflage des Kommentars zur Strafprozessordnung erscheint deshalb fraglos gerechtfertigt.
Ohne Übertreibung ist zu konstatieren, dass der Kommentar größtmögliche Zuverlässigkeit in allen Fragen des Strafprozessrechts liefert. Der systematische Aufbau, wie er auch von anderen Werken der Reihe bekannt ist, erschließt sich dem Nutzer sofort und lässt die Arbeit leicht von der Hand gehen. Meist genügt schon das flüchtige Überfliegen der jeweiligen Kommentierung, um eine Antwort auf die gesuchte Frage zu erhalten. Durch das Verhältnis von Gliederung und Fettdruck fallen die Schlüsselwörter oft sofort ins Auge, bei umfangreichen Kommentierungen hilft ein Blick in die Übersicht vor den Erläuterungen.
Neben der StPO werden in diesem Werk auch vollständig das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG), auszugsweise die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (MRK) und das Gesetz zur Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen (StrEG) kommentiert. Enthalten sind ferner die RiStBV und MiStra sowie Auszüge der AO, des BZRG, JGG und des StVollzG.
Die Neuauflage 2015 berücksichtigt alle aktuellen Entwicklungen im Strafverfahrensrecht für den Zeitraum von Anfang 2014 bis Anfang 2015. Eingearbeitet sind u.a.: das Gesetz zur Änderung des Geschmacksmustergesetzes, das 48. StrafrechtsändG sowie die Modifikationen der §§ 100a, 100c, 255a und 374 durch das 49. StrafrechtsändG zu den Sexual­straftaten. Zahlreiche neue Grundsatzentscheidungen des BGH zum Beweisantragsrecht und zu den Absprachen im Strafprozess sowie die neueste Rechtsprechung zu den Verfahrenseinstellungen nach § 154 StPO und Verfahrensbeschränkungen nach § 154a StPO wurden ebenso berücksichtigt wie die jüngsten Entscheidungen des EuGH zur Vorratsdatenspeicherung und des EGMR zur unzulässigen Tatprovokation. Neu kommentiert wurde die Darstellung zum Anfangsverdacht bei legalem Verhalten.
Fazit: Der Meyer-Goßner/Schmitt ist die Referenz im Strafprozessrecht und für Strafverteidiger, die Richterschaft und Staatsanwälte ein unabdingbarer Begleiter. Die Übersichtlichkeit ist gut, so dass die Arbeit mit dem Werk leicht gelingt. Ein Kommentar wie er sein sollte.
58. Aufl. 2015, 2.442 Seiten, In Leinen – ISBN: 978-3-406-67500-3
4. Juli 2015 um 8:21 Uhr
Tags: BGH, Kommentar, Rechtsprechung, StPO, Strafprozessrecht
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