Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Ueberschuldestes-Haus--f379.html
Timestamp: 2016-09-28 08:44:08
Document Index: 374096966

Matched Legal Cases: ['§ 1968', '§ 1942', '§1944', '§1944', '§ 1944', '§ 1975']

Überschuldestes Haus?!? (Erbrecht) - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
www.frag-einen-anwalt.de Erbrecht Überschuldestes Haus?!?
10.09.2004 09:45 | Preis: ***,00 € |
Ich bin lt. Testament Miterbe eines Hauses mit Grundstück. Die andere Hälfte soll eine Nichte der Verstorbenen erben. Die Verstorbene war meine Stiefmutter.
Auf dem Haus/Grudstück lastet eine Grundschuld (lt. Finanzierungsvertrag Grundpfandrecht) von 150.000 EUR. Es existiert eine Risiko-Lebensversicherung von 50.000 EUR. Wer bezugsberechtigt ist, lässt sich aus dem Versicherungsschein nicht entnehmen. Die Bestattungskosten haben die Geschwister der Stiefmutter vorgestreckt und wollen diese baldmöglichst erstattet haben.
Das Haus muss innen renoviert und sollte dann verkauft werden. Jetzt kämen dann Renovierungs-, Gerichts-, Makler- und Bestattungskosten zur Hlfte auf mich zu. Ich habe kein Sparvermögen und habe "Angst" das durch Annahme des Erbes meine Eigentumswohnung drauf geht.
Erbe ausschlagen oder gibt es eine andere Möglichkeit?
Muss ich bei Ausschlagen des Erbes Bestattungskosten übernehmen?
10.09.2004 | 11:09
162 Bewertungen	Sehr geehrter Rechtssuchender, 1. Als Erbe haften Sie grundsätzlich für die Nachlaßbverbindlichkeiten, d.h. sowohl für die Schulden des Erblassers (z.B. Steuerschulden, Prozeßkosten) und die Erbfallschulden. Dazu gehören u.a. gemäß § 1968 BGB auch die Kosten der Beerdigung des Erblassers. Sollten Sie das Erbe annehmen, so haften Sie ab Annahme der Erbschaft außer mit dem Erbschaftsvermögen auch mit Ihrem eigenen Vermögen. Das Gesetz räumt Ihnen aber unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit ein, die Haftung auf den Nachlaß zu beschränken. Dieese Beschränkung hätte zur Folge, daß Sie nicht mehr mit Ihrem eigenen Vermögen haften. Dazu weiter unten mehr. 2. Hínsichtlich der Risiko - Lebensversicherung kann ich Ihnen derzeit nur der Rat geben, sich mit der zuständigen Versicherung schnellstens in Verbindung zu setzen. 3. Gemäß §§ 1942 ff. können Sie die Erbschaft ausschlagen. Gem. §1944 Abs. 1 BGB muß die Ausschlagung innerhalb von 6 Wochen erfolgen. Die Ausschlagungsfrist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grunde der Berufung (zum Erbe) Kenntnis erlangt (§1944 Abs. 2 Satz 1 BGB), wobei bei Ihnen der Fristlauf gem. § 1944 Abs. 2 Satz 2 BGB nie vor der gerichtlichen Verkündung der Verfügung beginnt. Ob eine Ausschlagung Sinn macht, kann von hier - ohne Kenntnis der Umstände - nicht beurteilen. Dazu müßte u.a. das Testament vorliegen. Außerdem müßte geklärt werden, ob weiter Schulden bestehen. Es gibt z.B. die Möglichkeit die Haftung für Nachlaßverbindlichkeiten zu beschränken, in dem eine Nachlaßverwaltung oder die Nachlaßinsolvenz gem. § 1975 beantragt wird. ICh rate Ihnen daher sich dringend an einen Anwalt zu wenden, der die gesamten Umstände kennt. Hier müssen Sie aber die o.g. Fristen beachten. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen
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