Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Bestimmtheit-Aenderungskuendigung_ArbG-Duesseldorf_7Ca1010-09.html
Timestamp: 2017-08-17 19:12:31
Document Index: 281074945

Matched Legal Cases: ['§ 301', '§ 1', '§ 2', '§ 155', '§ 133', '§ 623', '§ 2']

Schlag­worte: Kündigung: Änderungskündigung, Änderungsangebot
Akten­zeichen: 7 Ca 1010/09
Im Rah­men ei­ner Ände­rungskündi­gung muss das An­ge­bot hin­rei­chend be­stimmt sein. Soll der Tätig­keits­be­reich des Ar­beit­neh­mers ab­geändert wer­den, so ist die bloße Be­zeich­nung als "Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­na­ger" un­zu­rei­chend. Die Wer­tig­keit der Auf­ga­ben wird nicht hin­rei­chend be­schrie­ben, wenn kei­ne sons­ti­gen An­halts­punk­te zur Be­stimmt­heit des An­ge­bots für den Ar­beit­neh­mer zu er­ken­nen sind. Ei­ne (Wo­chen später) nach­ge­reich­te Stel­len­be­schrei­bung kann den Man­gel nicht mehr hei­len.
Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­ner Ände­rungskündi­gung. Des Wei­te­ren be­gehrt der Kläger noch die Zah­lung va­ria­bler Vergütung.
Der 50-jähri­ge, ver­hei­ra­te­te Kläger, Va­ter von 3 Kin­dern, ist bei der Be­klag­ten seit dem 15.07.2008 auf Grund­la­ge ei­nes schrift­li­chen Ar­beits­ver­tra­ges (Bl. 40 ff. d. A.) als "Re­gio­nal Sa­les Ma­na­ger ITSM" beschäftigt. Das Fest­ge­halt beträgt jähr­lich 90.000,00 €. Hin­zu kommt ein va­ria­bles Ge­halt. Der Kläger hat­te ein Ho­me-Of­fice an sei­nem Sitz in I. und be­treu­te Kun­den. Die Be­klag­te, mit Sitz in G., bie­tet die Ent­wick­lung von Soft­ware und Lösun­gen an, mit de­nen mit­telständi­sche und Großun­ter­neh­men Kun­den­be­zie­hun­gen ver­bes­sern und op­ti­mie­ren können. Der Ver­trieb der Pro­duk­te er­folgt durch Sa­les-Ma­na­ger, die Rei­setätig­kei­ten ausüben. Der Schwer­punkt der Ver­triebstätig­keit liegt in Süddeutsch­land.
Mit Schrei­ben vom 06.02.2009 (Bl. 67 d. A.) kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis aus drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründen zum 31.03.2009. Sie stell­te den Kläger von der Ar­beits­pflicht frei. Mit Schrift­satz vom 01.04.2009 teil­te die Be­klag­te mit, dass sie an der Kündi­gung nicht fest­hal­te. Mit wei­te­rem Schrei­ben vom glei­chen Tag (Bl. 114 d. A.) sprach die Be­klag­te ei­ne Ände­rungskündi­gung zum 30.04.2009 aus. In die­sem Kündi­gungs­schrei­ben heißt es aus­zugs­wei­se:
"Zu­gleich bie­ten wir ih­nen an nach Ab­lauf der Kündi­gungs­frist, das heißt ab dem 01.05.2009, un­ter geänder­ten Be­din­gun­gen wei­ter für uns tätig zu wer­den, und zwar
- als "Ma­na­ger of In­ter­nal CRM (Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­nage­ment)" im In­nen­dienst
- in un­se­ren Be­trieb in G. (H..)
- zu ei­nem Jah­res­brut­to­ge­halt i. H. v. 50.000,00 €. Ei­ne leis­tungs­be­zo­ge­ne va­ria­ble Vergütung ("com­mis­si­on Plan") und ei­ne "Car Al­lo­wan­ce" wer­den nicht ge­zahlt.
Im Übri­gen blei­ben die Ar­beits­be­din­gun­gen un­verändert."
Der Kläger nahm das Ände­rungs­an­ge­bot mit Schrei­ben vom 08.04.2009 (Bl. 115 d. A.) un­ter Vor­be­halt an.
Der Kläger be­haup­tet, trotz der Be­zeich­nung im Ar­beits­ver­trag als "Re­gio­nal Sa­les Ma­na­ger ITSM" sei er für den Be­trieb sämt­li­cher Pro­duk­te der Be­klag­ten zuständig ge­we­sen. Dies ha­be ihm auch sein frühe­rer Vor­ge­setz­ter Herr I. am 20.05.2009 (Bl. 181 d. A.) bestätigt, was un­strei­tig ist. Er sei be­reits im Vor­stel­lungs­gespräch dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass er die ge­sam­te Pro­dukt­pa­let­te zu ver­kau­fen hätte. Er sei ent­spre­chend im Zeit­raum Ju­li bis Ok­to­ber 2008 in Se­mi­na­ren für al­le Pro­dukt­li­ni­en ge­schult wor­den. Ihm sei­en auch ent­spre­chend an­de­re Umsätze zu­ge­wie­sen wor­den, was un­strei­tig ist. Er ha­be sich mit an­de­ren Re­gio­nal Sa­les Ma­na­gern bei Ur­laub oder Krank­heit ver­tre­ten. Sch­ließlich ha­be er die ge­sam­te Pro­dukt­pa­let­te auf ei­ner Mes­se in Ber­lin im No­vem­ber 2008 präsen­tiert. Auch an­de­re Mit­ar­bei­ter sei­en als "Re­gio­nal Sa­les Ma­na­ger ITSM" be­zeich­net wor­den. Der Be­zeich­nung sei kei­ne größere Be­deu­tung zu­zu­mes­sen. Ent­fal­len sei nicht sein Ar­beits­platz, son­dern Ar­beitsplätze als Ver­triebs­in­nen­dienst­mit­ar­bei­ter. Der Kläger meint, die neu­en Ver­trags­be­din­gun­gen sei­en ihm nicht zu­mut­bar. Sein Ge­halt wer­de um mehr als 60 % gekürzt. Sein Auf­ga­ben­ge­biet im In­nen­dienst se­he nun­mehr wie folgt aus:
- Her­aus­su­chen von Adres­sen und Te­le­fon­num­mern neu­er po­ten­ti­el­ler Kun­den aus dem In­ter­net,
- Her­aus­fin­den der ge­eig­ne­ten An­sprech­part­ner der po­ten­ti­el­len Kun­den,
- Ver­vollständi­gung von Adress­da­tei­en in Exel-Ta­bel­len,
- Ter­min­ver­ein­ba­rung für die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter der Ver­triebsteams Nord und Süd bei po­ten­ti­el­len Kun­den.
Im Übri­gen ha­be die Be­klag­te kei­ne ord­nungs­gemäße So­zi­al­aus­wahl durch­geführt. So sei­en 2 Außen­dienst­mit­ar­bei­te­rin­nen erst seit Fe­bru­ar 2009 dort ein­ge­setzt. Zu­vor sei­en die­se Mit­ar­bei­te­rin­nen im In­nen­dienst beschäftigt ge­we­sen, was un­strei­tig ist. Der Kläger meint, das Ände­rungs­an­ge­bot ver­s­toße auch ge­gen das Be­stimmt­heits­ge­bot. Die Auf­ga­ben ei­nes Ma­na­ger of In­ter­nal CRM sei­en un­klar und un­be­stimmt.
Der Kläger macht wei­ter­hin va­ria­ble Vergütung für den Zeit­raum ab Fe­bru­ar 2009 gel­tend. Er ist der Auf­fas­sung, auf­grund der Frei­stel­lung sei es ihm nicht möglich ge­we­sen,
wei­te­ren Um­satz zu ge­ne­rie­ren. Die Be­klag­te be­fin­de sich da­her im An­nah­me­ver­zug. Sein An­spruch be­rech­ne sich auf Grund­la­ge der letz­ten 3 Mo­na­te, al­so von No­vem­ber 2008 bis Ja­nu­ar 2009.
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen durch die Ände­rungskündi­gung der Be­klag­ten vom 01.04.2009, im Ori­gi­nal dem Kläger zu­ge­gan­gen am 01.04.2009 so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt oder aus an­de­ren Gründen rechts­un­wirk­sam ist.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, für den Mo­nat Fe­bru­ar 2009 das va­ria­ble Ge­halt i. H. v. 6.733,62 € brut­to nebst Zin­sen i. H. v. 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 01.03.2009 an den Kläger zu zah­len.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, für den Mo­nat März 2009 das va­ria­ble Ge­halt i. H. v. 7.255,29 € brut­to nebst Zin­sen i. H. v. 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 01.04.2009 an den Kläger zu zah­len.
4. Die Be­klag­ten wird ver­ur­teilt, für den Mo­nat April 2009 das va­ria­ble Ge­halt i. H. v. 7.255,29 € brut­to nebst Zin­sen i. H. v. 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 01.05.2009 an den Kläger zu zah­len.
Sie be­haup­tet, es ha­be ne­ben dem Kläger noch zwei Sa­les Ma­na­ger für die Re­gio­nen Nord und Mit­te so­wie vier für die Re­gio­nen Süd und ei­nen wei­te­ren für das ge­sam­te Bun­des­ge­biet ge­ge­ben. Sie ha­be sich 2008 ent­schlos­sen, den Ver­trieb des Pro­dukts ITSM her­aus­zulösen, um das Pro­dukt stärker zu eta­blie­ren. Aus die­sem Grun­de sei die Stel­le des Klägers ge­schaf­fen wor­den.
Es ge­be nur ei­nen Ar­beits­ver­trag mit ei­nem "Re­gio­nal Sa­les Ma­na­ger ITSM" sie ha­be An­fang 2009 fest­ge­stellt, dass ih­re Er­war­tun­gen bzgl. der Ver­triebslösung für das Pro­dukt ITSM nicht erfüllt wor­den sei­en. Zu­dem sei die Struk­tur des Außen­diens­tes ab­wei­chend von den tatsächli­chen Ge­ge­ben­hei­ten ge­we­sen. Sie ha­be da­her im Ja­nu­ar 2009 die Ent­schei­dung ge­trof­fen, den Ver­trieb neu zu struk­tu­rie­ren. Die Be­rei­che Nord, Mit­te und Ge­samt sei­en zu­sam­men­ge­legt wor­den. Nun­mehr exis­tier­ten nur noch 2 Be­rei­che: Nord und Süd, was un­strei­tig ist. Das Pro­dukt ITSM sol­le nicht mehr se­pa­rat an­ge­bo­ten, son­dern in das Pro­dukt­port­fo­lio al­ler Ver­triebs­ma­na­ger auf­ge­nom­men wer­den. Ent­spre­chend ha­be sie dem Kläger so­wie zwei wei­te­ren Mit­ar­bei­tern gekündigt, was un­strei­tig ist. Nach Aus­spruch der Kündi­gung ha­be sich dann ei­ne an­de­re Beschäfti­gungsmöglich­keit für den Kläger am Sitz in G. als CRM auf­ge­zeigt. Da­bei han­delt es sich um ei­ne Stel­le im In­nen­dienst, in der es im We­sent­li­chen dar­um ge­he si­cher­zu­stel­len, dass Kun­den­be­zie­hun­gen ge­pflegt wer­den. Die­se Stel­le sei mit 50.000,00 € do­tiert. Der al­te Ar­beits­platz des Klägers sei er­satz­los ent­fal­len. Das Ände­rungs­an­ge­bot sei dem Kläger auch zu­mut­bar. Es han­de­le sich um ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le Stel­le im In­nen­dienst. Die Tätig­keit könne nicht in ei­nem Ho­me-Of­fice aus­geübt wer­den. Der Stel­len­in­ha­ber müss­te während der übli­chen Ar­beits­zei­ten er­reich­bar sein. In­nen­dienst­mit­ar­bei­ter er­hiel­ten bei ihr übli­cher­wei­se le­dig­lich 40.000,00 € brut­to.
Die Be­klag­te macht gel­tend, dem Kläger ste­he gem. IV Abs. 2 S. 2, 2 Alt. des Kom­pen­sa­ti­ons­plans 2009 kei­ne Pro­vi­si­on zu, da er ab Fe­bru­ar 2009 kei­nen Um­satz mehr ge­ne­riert ha­be. Der Aus­zah­lungs­be­trag im De­zem­ber 2008 ha­be Pro­vi­si­on für die Mo­na­te Ok­to­ber und No­vem­ber 2008 so­wie ei­ne Nach­zah­lung ent­hal­ten. Des­we­gen könne nicht auf al­len 3-Mo­nats-Zeit­raum ab­ge­stellt wer­den.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des so­wie den ge­sam­ten wei­te­ren Ak­ten­in­halt wird Be­zug ge­nom­men.
Die Vor­aus­set­zun­gen für den Er­lass ei­nes Teil­ur­teils gem. § 301 ZPO lie­gen vor. Der Kla­ge­an­trag zu 1 war ent­schei­dungs­reif.
Der Kla­ge­an­trag zu 1 ist be­gründet. Die Ände­run­gen der Ar­beits­be­din­gun­gen durch die Ände­rungskündi­gun­gen vom 01.04.2009 sind nicht so­zi­al ge­recht­fer­tigt. Die Ände­rungskündi­gung ist un­wirk­sam.
1. Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fin­det das KSchG An­wen­dung. Der Kläger ist bei der Be­klag­ten länger als 6 Mo­na­te un­un­ter­bro­chen beschäftigt; die Be­klag­te beschäftigt in der Re­gel mehr als 10 Ar­beit­neh­mer (§§ 1, 23 KSchG).
2. Die Ände­rungskündi­gung ist so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt.
a) Nach der Le­gal­de­fi­ni­ti­on in § 2 S. 1 KSchG liegt ei­ne Ände­rungskündi­gung vor, wenn der Ar­beit­ge­ber das Ar­beits­verhält­nis kündigt und im Zu­sam­men­hang mit der Kündi­gung des­sen Fort­set­zung zu geänder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen an­bie­tet. Die Ände­rungskündi­gung ist da­her ein aus zwei Wil­lens­erklärun­gen zu­sam­men­ge­setz­tes Rechts­geschäft. Zur Kündi­gungs­erklärung muss als 2. Ele­ment ein be­stimm­tes bzw. be­stimm­ba­res, so­mit den Vor­aus­set­zun­gen des § 155 BGB ent­spre­chen­des An­ge­bot zur Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu geänder­ten Be­din­gun­gen hin­zu­kom­men (BAG 17.05.2001 - 2 AZR 460/00). Das an­ge­streb­te Rechts­geschäft muss vom Empfänger­ho­ri­zont aus be­ur­teilt in sich verständ­lich und ge­schlos­sen sein (BAG 16.09.2004 - 2 AZR 628/03). Dem gekündig­ten Ar­beit­neh­mer muss er­sicht­lich sein, wel­che (we­sent­li­chen) Ar­beits­be­din­gun­gen künf­tig gel­tend sol­len und wel­chen In­halt das Ar­beits­verhält­nis zukünf­tig ha­ben soll. Nur so kann der Ar­beit­neh­mer sei­ne Ent­schei­dung über das An­ge­bot in Kennt­nis al­ler we­sent­li­chen Ver­trags­be­din­gun­gen bzw. -ände­run­gen tref­fen. Da­bei genügt ei­ne "Be­stimm­bar­keit" des An­ge­bots. Der In­halt der Of­fer­te ist nach den Re­geln der §§ 133, 157 BGB zu in­ter­pre­tie­ren und zu be­stim­men. Ist da­nach das Ände­rungs­an­ge­bot nicht hin­rei­chend be­stimmt oder be­stimm­bar, so führt dies zur Un­wirk­sam­keit der Ände­rungskündi­gung (BAG 16.09.2004 - 2 AZR 628/03).
Der Ar­beit­ge­ber muss da­bei nicht sämt­li­che tatsächli­chen Ein­satz­be­din­gun­gen an­ge­ben, an­dern­falls würde das Di­rek­ti­ons­recht des Ar­beit­ge­bers stark ein­ge­schränkt bzw. ent­fal­len (vgl. da­zu LAG Nürn­berg, 13.09.2005 - 6 SA 902/04). Das Ände­rungs­an­ge­bot muss aber so kon­kret ge­fasst sein, dass es der Ar­beit­neh­mer oh­ne wei­te­res an­neh­men kann. Ihm muss klar sein, wel­che Ar­beits­be­din­gun­gen künf­tig gel­ten sol­len. Dies gilt ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund, dass der Ar­beit­neh­mer von Ge­set­zes we­gen in­ner­halb ei­ner kur­zen Frist auf das An­ge­bot des Ar­beit­ge­bers re­agie­ren und sich ent­schei­den muss. Im In­ter­es­se der Rechts­si­cher­heit ist zu for­dern, dass mit dem Ände­rungs­an­ge­bot zwei­fels­frei klar­ge­stellt wird, zu wel­chen neu­en Ar­beits­be­din­gun­gen das Ar­beits­verhält­nis fort­be­ste­hen soll. Un­klar­hei­ten ge­hen zu Las­ten des Ar­beit­ge­bers. Sie führen im Er­geb­nis zur Un­wirk­sam­keit der Ände­rungskündi­gung (BAG 15.01.2009 - 2 AZR 641/07).
b) Vor die­sem Hin­ter­grund ist das Ge­richt der Auf­fas­sung, dass das An­ge­bot der Be­klag­ten nicht hin­rei­chend be­stimmt ist.
Mit der Be­zeich­nung "Ma­na­ger of In­ter­nal CRM (Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­nage­ment)" sind die künf­ti­gen Tätig­kei­ten nicht hin­rei­chend be­schrie­ben. Auch wenn das Ände­rungs­an­ge­bot nicht je­den ein­zel­ne be­ab­sich­tig­te Tätig­keit vor­se­hen muss, um dem Di­rek­ti­ons­recht des Ar­beit­ge­bers ei­nen Raum zu ge­ben, so ist die von der Be­klag­ten ver­wen­de­te Be­zeich­nung nicht hin­rei­chend be­stimmt, ins­be­son­de­re um die Wer­tig­keit der kom­men­den Auf­ga­ben zu be­schrei­ben. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten han­delt es sich bei dem Be­griff "Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­na­ger" nicht um ei­nen in der IT-Bran­che an­er­kann­ten Be­griff. Der Be­griff "Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­nage­ment" (Kun­den­be­zie­hungs­ma­nage­ment oder schlicht­weg Kun­den­pfle­ge) ist in na­he­zu al­len Bran­chen zu fin­den. Die Kun­den­pfle­ge ist ein wei­tes Feld. Es kann um die Ge­win­nung von Neu­kun­den, um die Pfle­ge von Be­stands­kun­den oder um die Re­ak­ti­vie­rung von frühe­ren Kun­den ge­hen. Ent­spre­chend können un­ter­schied­li­che Tätig­kei­ten an­fal­len. Hier­zu können zählen die Pfle­ge von Da­ten­ban­ken, et­wa durch ein­fa­che Ein­ga­be von Da­ten, aber auch die Ana­ly­se der Da­ten und an­sch­ließen­der Ent­schei­dungs­fin­dung. Zur Kun­den­pfle­ge kann auch die ge­ziel­te Kun­den­an­spra­che oder die Er­stel­lung von An­ge­bo­ten zählen. Ent­spre­chend können auch die Wer­tig­kei­ten der Tätig­kei­ten un­ter­schied­lich aus­se­hen.
Dem steht nicht ent­ge­gen, dass et­wa im ursprüng­li­chen Ar­beits­ver­trag der Par­tei le­dig­lich die Be­zeich­nung "Re­gio­nal Sa­les Ma­na­ger ITSM" zu fin­den ist. Ei­ne sol­che kur­ze Be­zeich­nung kann auch in ei­nem Ände­rungs­an­ge­bot aus­rei­chend sein, wenn da­mit ein aus an­de­ren Umständen her­aus be­stimm­tes An­ge­bot zu er­ken­nen ist, das auch i.S.d. Schrift­form (§ 623 BGB) hin­rei­chend An­kla­ge ge­fun­den hat. Die­se kann et­wa dann gel­ten, wenn die Be­klag­te dem Kläger münd­lich die Tätig­kei­ten näher erläutert oder ihm im Vor­feld ei­ne Stel­len­be­schrei­bung über­reicht hätte.
Zum Zeit­punkt des Ver­trags­an­ge­bots am 01.04.2009 stan­den da­her die Ar­beits­be­din­gun­gen als "Ma­na­ger of In­ter­nal CRM (Cust­o­m­er Re­la­ti­ons­hip Ma­nage­ment)" im In­nen­dienst nicht hin­rei­chend fest. Nach dem in­so­weit un­strei­ti­gen Sach­vor­trag des Klägers im Ter­min am 02.06.2009 er­hielt er ei­ne Stel­len­be­schrei­bung erst Mit­te Mai 2009. Aus Gründen der Rechts­si­cher­heit muss für den Empfänger be­reits im Zeit­punkt des Zu­gangs der Kündi­gung das An­ge­bot hin­rei­chend klar be­stimmt sein (BAG 15.01.2009 - 2 AZR 641/07). Es ist da­her un­zu­rei­chend, wenn der Ar­beit­ge­ber durch späte­re Überg­a­be ei­ner Stel­len­be­schrei­bung die Ar­beits­be­din­gun­gen klar­stellt. Dies gilt erst recht, wenn die Stel­len­be­schrei­bung erst nach Ab­lauf der 3-wöchi­gen An­nah­me­frist i. S. d. § 2 S. 2 KSchG über­ge­ben wird.
c) Vor die­sem Hin­ter­grund ist die Ände­rungskündi­gung man­gels Be­stimmt­heit des Ände­rungs­an­ge­bots ins­ge­samt un­wirk­sam.
Der Streit­wert­fest­set­zung lie­gen 2 Mo­nats­gehälter des Klägers zu­grun­de.
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