Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F30-05-2013-6B_632-2012
Timestamp: 2016-10-23 22:19:59
Document Index: 336915956

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 15', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 33', 'Art. 17', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 68', 'Art. 68']

6B_632/2012 6B_653/2012 6B_654/2012 � � Urteil vom 30. Mai 2013
vertreten durch Rechtsanwalt J�rg Federspiel, Privatkl�ger,
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich, Florhofgasse 2, 8001 Z�rich, Beschwerdef�hrerin 3.
Versuchte vors�tzliche T�tung in Notwehrexzess, Vergehen gegen das Waffengesetz, willk�rliche Beweisw�rdigung,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Strafkammer, vom 14. September 2012.
�Das Bezirksgericht Dielsdorf sprach X.________ am 24. November 2011 von den Vorw�rfen der versuchten vors�tzlichen T�tung zum Nachteil von Y.________ und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz frei.
Auf Berufung s�mtlicher Parteien best�tigte das Obergericht des Kantons Z�rich am 14. September 2012 den Freispruch vom Vorwurf der versuchten vors�tzlichen T�tung in Anwendung von Art. 16 Abs. 2 StGB und verurteilte X.________ wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren.
�Nach den Sachverhaltsfeststellungen des Obergerichts wurde X.________ seit Monaten von Y.________ bedroht. Hintergrund bildete der Vorwurf, dass X.________ mit der Schw�gerin von Y.________ ein Verh�ltnis hatte. Die Vorw�rfe wegen dieses - freilich nicht erstellbaren - Verh�ltnisses arteten in einen Streit aus, der zu �bergriffen und (Todes-) Drohungen zwischen den Familien von Y.________ und X.________ f�hrte. Laut X.________ seien er und seine Ehefrau am 4. Januar 2010 von Y.________, dessen Bruder und dem Schwager geschlagen worden. Der Bruder habe Anfang Februar 2010 zum Beispiel auch versucht, ihn auf einem Parkplatz mit dem Auto zu �berfahren. Gem�ss Obergericht ist erstellt, dass Y.________ am 12. April 2010 X.________ �berraschend an dessen Arbeitsplatz aufsuchte, mit einem Radschl�ssel bedrohte und ihm einen Fusstritt gegen die rechte H�fte verpasste. Dabei fiel X.________ seine Waffe zu Boden. Als er sich b�ckte oder wieder aufrichtete, gab er einen Schuss Richtung Oberk�rper/Kopfbereich von Y.________ ab.
�X.________ (Verfahren 6B_653/2012), Y.________ (Verfahren 6B_654/2012) und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich (Verfahren 6B_632/2012) erheben Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. X.________ begehrt, er sei vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen. Eventualiter sei die Sache im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Y.________ verlangt, X.________ sei wegen versuchter vors�tzlicher T�tung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu verurteilen. Eventualiter sei dieser wegen versuchter vors�tzlicher T�tung in Notwehrexzess schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Letzteren Antrag stellt auch die Oberstaatsanwaltschaft. Y.________ ersucht zudem um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
�X.________ (Beschwerdef�hrer 1) beantragt, die Beschwerden der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich (Beschwerdef�hrerin 3) und von Y.________ (Privatkl�gerschaft; Beschwerdef�hrer 2) seien abzuweisen. Der Beschwerdef�hrer 2 beantragt die Abweisung der Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1. Die Beschwerdef�hrerin 3 verzichtet auf eine Vernehmlassung.
�Die drei Beschwerden richten sich gegen denselben Entscheid und betreffen �hnliche Rechtsfragen. Es rechtfertigt sich, sie gemeinsam zu behandeln und die Verfahren zu vereinigen.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer 2 r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung der Vorinstanz. Sie habe nicht auf seine Aussagen, sondern auf diejenigen des Beschuldigten abgestellt und dadurch den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgehalten. Sie habe die Aussagen inhaltlich falsch gew�rdigt. Er habe das Kerngeschehen stets identisch geschildert. Die vorinstanzlichen Einw�nde gegen seine Aussagen betr�fen nur Nebenpunkte. Diese Ungenauigkeiten erkl�rten sich mit seinen psychischen Problemen, mit denen er seit dem Unfall k�mpfe. Er habe den Beschwerdef�hrer 1 unbewaffnet an dessen Arbeitsplatz aufgesucht und ihn zur Rede stellen wollen. Dieser habe auf seinen Kopf gezielt und geschossen. Der von ihm angeblich mitgef�hrte Radschl�ssel sei nie gefunden worden. Auch der Zeuge Basha Nazim habe kein Werkzeug bei ihm gesehen. Zudem st�tze das Schusswaffengutachten seine Sachverhaltsschilderung. Die Aussagen des Beschwerdef�hrers 1 wiesen hingegen L�gensignale auf. Im Kerngeschehen seien sie lebensfremd und voller Widerspr�che. Er habe immer wieder neue Versionen der Schussabgabe vorgebracht, die allesamt dem Schusswaffengutachten widerspr�chen. Deshalb sei auch seine Behauptung nicht glaubhaft, dass er (der Beschwerdef�hrer 2) eine Eisenstange mit sich gef�hrt habe (Beschwerde, S. 4-9).
2.2.�Die Vorinstanz erachtet die Aussagen des Beschwerdef�hrers 1 zum Fusstritt und Radschl�ssel als glaubw�rdig. Es seien keine �bertreibungen ersichtlich. Vielmehr habe er zur�ckhaltend und differenziert ausgesagt. Es w�re leicht gewesen, ein naheliegenderes Angriffsmittel, wie etwa ein Messer, zu bezeichnen. Er habe zudem nicht zutreffende Aussagen des Beschwerdef�hrers 2 auch zu seinem Nachteil umgehend korrigiert (Urteil, S. 10 f.). Die indirekten Zeugenaussagen zum Tatgeschehen best�tigten, dass der Beschwerdef�hrer 2 einen Radschl�ssel mit sich gef�hrt habe (Urteil, S. 13 ff.).
Die Aussagen des Beschwerdef�hrers 2 seien demgegen�ber unglaubhaft. Wohl habe er konstant bestritten, einen Radschl�ssel oder ein �hnliches Instrument mitgenommen und damit den Beschwerdef�hrer 1 bedroht oder ihn getreten zu haben. Seine Schilderungen des Tathergangs seien aber widerspr�chlich und wiesen mehr als die bei schnellen Geschehensabl�ufen zu erwartenden Ungenauigkeiten auf. Er habe etwa w�hrend der Hauptverhandlung zun�chst ausgesagt, der Beschwerdef�hrer 1 habe unvermittelt auf ihn geschossen, um nur wenig sp�ter zu erkl�ren, dieser habe ihn zuvor beschimpft. Kurz darauf sei er wieder zu seiner urspr�nglichen Aussage zur�ckgekehrt (Urteil, S. 11 ff.).
2.3.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zu Grunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; Art. 105 Abs. 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 137 III 226 E. 4.2 mit Hinweisen; zum Begriff der Willk�r BGE 138 I 49 E. 7.1; 136 III 552 E. 4.2; je mit Hinweisen). Eine entsprechende R�ge muss klar und substantiiert begr�ndet werden (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 I 65 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Auf eine rein appellatorische Kritik tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 II 489 E. 2.8; je mit Hinweisen).
2.4.�Ob die vorinstanzliche Beweisw�rdigung in der Sache zutreffend ist, kann das Bundesgericht nur unter dem beschr�nkten Blickwinkel der Willk�r im Sinne von Art. 9 BV �berpr�fen. Es ist aus dieser Sicht nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf die Aussagen des Beschwerdef�hrers 1 zum Tathergang abstellt. Insoweit der Beschwerdef�hrer 2 die Sachverhaltsfeststellungen in Frage stellt, vermag er keine Willk�r an den vorinstanzlichen Erw�gungen darzutun. Auf seine appellatorische Darstellung, wie sich aus seiner Sicht die Tat abgespielt hat, ist nicht einzutreten.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer 2 kritisiert, der Beschwerdef�hrer 1 habe sich gem�ss Anklage und entgegen der Vorinstanz nicht in einer Notwehrsituation befunden. Er habe bewusst und gewollt auf ihn geschossen. Er stellt auch in Abrede, dass der Beschwerdef�hrer 1 in einem entschuldbaren Affekt gehandelt hat. Diesem sei vielmehr eine rechtswidrige �berschreitung der Notwehr vorzuwerfen (Beschwerde, S. 9 f.).
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin 3 r�gt, die Vorinstanz sei zu Unrecht von einer entschuldbaren Affekthandlung des Beschwerdef�hrers 1 ausgegangen. Dieser habe aus k�rzester Distanz auf den Beschwerdef�hrer 2 geschossen. Um einen entschuldbaren Affekt zu begr�nden, h�tte er wegen der sehr grossen Gef�hrlichkeit seiner Abwehr ganz erheblich erregt sein m�ssen. Dies sei nicht der Fall gewesen. Der Beschwerdef�hrer 2 habe ihn lediglich leicht getreten und den Radschl�ssel nur als Drohmittel eingesetzt. Der Beschwerdef�hrer 1 habe Zeit gehabt, sich wegen der zu Boden gefallenen Tatwaffe zu b�cken, diese aufzuheben und danach den Schuss abzugeben. Der schwelende Konflikt zwischen den Familien der Beschwerdef�hrer 1 und 2 rechtfertige auch keinen gezielten Schuss aus kurzer Distanz Richtung Oberk�rper- und Kopfbereich. Der Beschwerdef�hrer 1 habe die Waffe zum Schutz vor bef�rchteten �bergriffen des Beschwerdef�hrers 2 bereits vor der Tat getragen. Habe er aber mit Angriffen gerechnet, liege keine (entschuldbare) Affekthandlung vor (Beschwerde, S. 5 f.).
3.3.�Die Vorinstanz bejaht eine Notwehrsituation. Sie geht aber von einem Notwehrexzess aus, da der Beschwerdef�hrer 1 den Angriff in nicht angemessener Weise abgewehrt und dadurch die Grenzen der erlaubten Notwehr �berschritten habe. Es w�re ihm zumutbar gewesen, einen Warnschuss oder einen Schuss in Richtung Beine des Beschwerdef�hrers 2 abzugeben (Urteil, S. 21-23).
Die Vorinstanz erw�gt, der Notwehrexzess sei entschuldbar, wenn die Entstehung des Affekts aus Sicht eines objektiv wertenden Betrachters als menschlich begreiflich bzw. verst�ndlich und die Schuld des T�ters als vermindert erscheine. Der Beschwerdef�hrer 1 habe sich seit mehreren Monaten wegen t�tlicher Angriffe und mehrerer Drohungen, unter anderem auch mit dem Tode, vor dem Beschwerdef�hrer 2 gef�rchtet. Er habe seine Wohnung praktisch nur noch f�r die Arbeit verlassen, habe keine Kaffeepausen mehr gemacht und habe an Angstzust�nden (unter anderem mit Herzst�rungen und Schwindel) gelitten. Der Beschwerdef�hrer 1 sei am Arbeitsplatz vom Beschwerdef�hrer 2 in einem Treppenhaus �berrascht worden und habe nicht fliehen k�nnen. Da sie sich dort allein aufgehalten h�tten, sei er ihm schutzlos ausgeliefert gewesen. Die bereits vorbestehende Angst habe sich dadurch drastisch verst�rkt. Seine Handlung sei entsprechend als verzweifelter Befreiungsversuch oder Panikreaktion zu werten. Obwohl sich mehrere Patronen im Magazin befunden h�tten, habe er nur einmal geschossen. Er habe das in seiner Wahrnehmung mildeste Mittel gew�hlt. Da er selbst mit schweren Verletzungen habe rechnen m�ssen, erscheine der Notwehrexzess insgesamt als nachvollziehbar und verst�ndlich (Urteil, S. 23-28).
3.4.�Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB, rechtfertigende Notwehr). �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr nach Artikel 15, so mildert das Gericht die Strafe. �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 StGB, entschuldbare Notwehr).
3.5.�Nach der Rechtsprechung muss die Abwehr in einer Notwehrsituation nach der Gesamtheit der Umst�nde als verh�ltnism�ssig erscheinen. Eine Rolle spielen vor allem die Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsg�ter, die Art des Abwehrmittels und dessen tats�chliche Verwendung. Die Angemessenheit der Abwehr ist aufgrund jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Es d�rfen nicht nachtr�glich allzu subtile �berlegungen dar�ber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen h�tte begn�gen k�nnen und sollen (BGE 136 IV 49 E. 3.2 mit Hinweisen). Besondere Zur�ckhaltung ist bei der Verwendung von gef�hrlichen Werkzeugen zur Abwehr (Messer, Schusswaffen etc.) geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar t�dlicher Verletzungen mit sich bringt (BGE 136 IV 49 E. 3.3).
3.6.�Gest�tzt auf ihre Sachverhaltsfeststellungen schliesst die Vorinstanz zu Recht auf eine Notwehrsituation. Sie erw�hnt, der Beschwerdef�hrer 1 w�re zu besonderer Zur�ckhaltung verpflichtet gewesen und h�tte den Gebrauch der Waffe ank�nden m�ssen. Ebenso w�re ihm ein Warnschuss oder ein Schuss Richtung Beine des Beschwerdef�hrers 2 m�glich gewesen (Urteil, S. 22). Der Beschwerdef�hrer 1 wehrte damit den Angriff in nicht angemessener Weise ab, weshalb er die Grenzen der erlaubten Notwehr �berschritt. Die Vorinstanz hat die Handlung des Beschwerdef�hrers 1 zutreffend als Notwehrexzess eingestuft.
3.7.�Ein Notwehrexzess ist gem�ss Art. 16 Abs. 2 StGB entschuldbar, wenn die Aufregung oder die Best�rzung des T�ters allein oder zumindest vorwiegend auf den rechtswidrigen Angriff zur�ckzuf�hren ist. �berdies m�ssen Art und Umst�nde des Angriffs derart sein, dass sie die Aufregung oder die Best�rzung entschuldbar erscheinen lassen. Nicht jede geringf�gige Erregung oder Best�rzung ist straflos (Urteil 6B_810/2011 vom 30. August 2012 E. 5.3.2 mit Hinweisen). Der Richter hat einen umso strengeren Massstab anzulegen, je mehr die Reaktion des T�ters den Angreifer verletzt oder gef�hrdet. Erforderlich ist, dass es dem T�ter aufgrund der Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff nicht m�glich war, besonnen und verantwortlich zu reagieren (vgl. Urteil 6S.734/1999 vom 10. April 2001 E. 4 zum Einsatz von Schusswaffen). Insoweit besteht trotz der absoluten Formulierung ein gewisses Ermessen (BGE 102 IV 1 E. 3b).
3.8.�In welchem Zustand sich die angegriffene Person befand, ist eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob dieser Zustand eine entschuldbare Aufregung oder Best�rzung im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB begr�ndet (Urteil 6S.38/2007 vom 14. M�rz 2007 E. 2). Die Vorinstanz beschreibt den Zustand des Beschwerdef�hrers 1 ausf�hrlich und nimmt eine Gesamtw�rdigung der wesentlichen Umst�nde vor. Sie begr�ndet eingehend, weshalb er sich bereits mehrere Monate vor der Tat vor dem Beschwerdef�hrer 2 gef�rchtet hat und seine Erregung umso gr�sser war, als dieser ihn im verlassenen Treppenhaus �berraschte, er dort wegen der �rtlichen Gegebenheiten nicht fliehen konnte und dem Angreifer schutzlos ausgeliefert war.
Sie schliesst daraus allerdings zu Unrecht, dass der Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB entschuldbar war. Wer sich bereits seit Monaten wegen t�tlicher Angriffe und mehrerer Drohungen, unter anderem auch mit dem Tode, vor dem Beschwerdef�hrer 2 gef�rchtet (Angstzust�nde, Herzst�rungen, Schwindel) und entsprechende Schutzvorkehren (das Haus nur zur Arbeit verlassen) getroffen hat, kann sich nicht erfolgreich auf entschuldbaren Notwehrexzess berufen. Seine Aufregung bzw. Best�rzung �ber die Begegnung im Treppenhaus mit dem Beschwerdef�hrer 2 war nicht allein oder zumindest nicht vorwiegend auf den rechtswidrigen Angriff zur�ckzuf�hren, sondern auf die bedrohliche Situation der vergangenen Monate. Ein entschuldbarer Notwehrexzess liegt nicht vor.
4.1.�Der Beschwerdef�hrer 1 r�gt, die Vorinstanz habe die Bestimmungen des Waffengesetzes verletzt. Sie verkenne die Bedrohungslage in der vorliegenden Situation und den Sinn der verletzten Strafnorm, wenn sie feststelle, es h�tten gen�gend legale Verteidigungsmittel zur Verf�gung gestanden. Er habe sich im Wissen um seine Lebensgefahr entschlossen, eine Waffe zu tragen. Die mehrfach kontaktierte Polizei habe ihn und seine Familie nicht vor den �bergriffen sch�tzen k�nnen oder wollen. Er habe daher nur die M�glichkeit einer Waffe zur Abschreckung gesehen. Ein Pfefferspray, Alarmsirenen oder ein nicht unter das Waffengesetz fallendes Messer h�tten nichts bewirken k�nnen, wenn der Beschwerdef�hrer 2 mit einem oder mehreren Kollegen bei ihm aufgetaucht w�re. Er habe niemanden provoziert, sondern die Pistole rein defensiv getragen, um das Schlimmste abzuwehren. Es sei im �brigen widerspr�chlich, wenn die Vorinstanz eine Notwehrsituation bejaht und den Gebrauch der Waffe zul�sst, ihn jedoch daf�r bestrafe, dass er diese auf sich getragen habe (Beschwerde, S. 5 ff.).
4.2.�Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer 1 sei gest�ndig, die Pistole ohne Berechtigung mitgef�hrt und damit gegen das Waffengesetz verstossen zu haben. Sie verneint eine Notstandssituation, da die Subsidiarit�t nicht gegeben sei. Trotz der unmittelbaren Gefahr w�re es dem Beschwerdef�hrer 1 unbenommen gewesen, zu seinem Schutz ein legales Verteidigungsinstrument bei sich zu tragen (Urteil, S. 28 f.).
4.3.�Wer vors�tzlich ohne Berechtigung Waffen tr�gt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1997 �ber Waffen, Waffenzubeh�r und Munition (WG; SR 514.54).
Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um ein eigenes oder das Rechtsgut einer anderen Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu retten, handelt rechtm�ssig, wenn er dadurch h�herwertige Interessen wahrt (Art. 17 StGB).
4.4.�Die Vorinstanz erw�hnt zutreffend, dass dem Beschwerdef�hrer 1 andere - legale - Verteidigungsmittel zur Verf�gung gestanden w�ren, und die vom Beschwerdef�hrer 2 ausgehende Gefahr anders als mit einer Pistole abwendbar gewesen w�re. Es ist nicht ersichtlich, weshalb ein Pfefferspray oder eine Alarmsirene nicht auch geeignet gewesen w�ren. Die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer 1 sich seit l�ngerem bedroht f�hlte, kann nicht dazu f�hren, dass er ein nicht notwendiges Verteidigungsmittel mitf�hren durfte. Vielmehr ist - in �bereinstimmung mit der Vorinstanz - gesondert zu pr�fen, ob die Gefahr im Sinne des Subsidiarit�tsprinzips nicht anders abgewehrt werden kann. Nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erw�gungen w�re dies vorliegend m�glich gewesen. Die Verurteilung des Beschwerdef�hrers 1 wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verletzt kein Bundesrecht.
5.1.�Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1 ist abzuweisen. Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 2 ist teilweise gutzuheissen. Im �brigen ist sie abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Beschwerde der Beschwerdef�hrerin 3 ist gutzuheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 14. September 2012 ist aufzuheben und zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
5.2.�Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden der Beschwerdef�hrer 1 ganz und der Beschwerdef�hrer 2 teilweise kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Soweit der Beschwerdef�hrer 2 obsiegt, wird sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos. Im �brigen ist sein Gesuch abzuweisen, da die Beschwerde aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Seiner finanziellen Lage ist mit herabgesetzten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
5.3.�Der Beschwerdef�hrer 1 hat dem Beschwerdef�hrer 2 eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdef�hrerin 3 wird keine Entsch�digung zugesprochen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1 wird abgewiesen. Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 2 wird teilweise gutgeheissen. Im �brigen wird sie abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. Die Beschwerde der Beschwerdef�hrerin 3 wird gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 14. September 2012 wird aufgehoben und zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers 2 um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.
Dem Beschwerdef�hrer 1 werden Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- auferlegt. Dem Beschwerdef�hrer 2 werden Gerichtskosten von Fr. 400.-- auferlegt.
Der Beschwerdef�hrer 1 hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers 2, Rechtsanwalt J�rg Federspiel, Z�rich, eine Entsch�digung von Fr. 750.-- auszurichten.