Source: http://intelligenzpartei.de/klage-gegen-zwangsbehandlung/
Timestamp: 2018-07-19 18:49:28
Document Index: 311000884

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 1906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1906', '§ 126', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1906', '§ 1906', '§1906', '§ 1906', '§ 1901', '§ 630', '§ 1906', '§ 1906', '§ 630', '§ 1906', '§ 1906', '§ 1906', '§1906', '§ 312', '§ 312', '§ 323', '§ 312', '§ 26', '§1906', '§ 1906', '§ 329', '§ 62', '§ 1906', '§ 62', '§ 62']

Klage gegen Zwangsbehandlung | Intelligenzpartei Parteiprogramm Statuten Verträge Erfolge
Intelligenzpartei Parteiprogramm Statuten Verträge Erfolge
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Ist die Psychiatrie eine terroristische Vereinigung?
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Rechtswidriger Anwaltszwang
Rückführung Pflegefamilie
Wohnungsräumung Beweislast
Intelligenzpartei Deutschland Wahlplakat Wahlwerbung Slogan Udo Pohlmann
An das Amtsgericht (Ort: wo der Gegner seinen Sitz hat)
(Beim Familiengericht gibt es Anwaltszwang)
Entwurf einer Klage zur Abwendung von Körperverletzung durch Irrenhaus-Psychiater.
Antrag auf einstweilige Verfügung mit mündlicher Verhandlung:
Anlage PKH Antrag
Meine Adresse, wohnhaft, geboren ………….
gegen die Klinik / Psychiater /………….
Es wird beantragt, im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes § 1 dem Verfügungsbeklagte aufzugeben, es zu unterlassen, jedwede Gewalt, Drohungen, Zwangsbehandlunge und Einzelhaft gegen den Verfügungskläger / Betroffenen / Untergebrachten, (Name der Person, die misshandelt wird) anzuwenden.
Die Zwangsbehandlung ist eine Körperverletzung und damit eine Straftat.
Hier schildere ich die Taten mit Datum und Täter:
Beweissicherungsverfahren: Anhörung des betroffenen in der Verhandlung samt Untersuchung.
Urkundenvorlegung durch die Verfügungsbeklagte: (Krankenakte)
Beweis: Zeugenaussage: ………(der Verletzte selber)……….
PKH Antrag hier aufrufen:
• BGH v. 10. 1. 2000 (BtPrax 2001, 31): Keine Rechtsgrundlage für ambulante Zwangsbehandlung durch den Betreuer
• BGH v. 1. 2. 2006 (BtPrax 2006, 145): Zwangsbehandlung während einer Unterbringung durch den Betreuer nach § 1906 Abs. 1 Nr. 2 BGB ausnahmsweise zulässig
• BGH v. 23. 1. 2008 (BtPrax 2008, 115): Keine Zwangsbehandlung durch den Betreuer in offener Einrichtung
• BGH v. 20. 6. 2012 (BtPrax 2012, 145): Keine Rechtsgrundlage für Zwangsbehandlung im Betreuungsrecht
• BGH v. 1. 7. 2015 (FamRZ 2015, 1484): Teilweise
Verfassungswidrigkeit des § 1906 Abs. 3 BGB?
Karlsruhe, 4.6.2014: Beschluss des Bundesgerichtshof, dass vor einer Zwangsbehandlung der Überzeugungsversuch ernsthaft, mit dem nötigen Zeitaufwand und ohne Ausübung unzulässigen Drucks durch eine überzeugungsfähige und bereite Person unternommen worden sein muss, was das Gericht in jedem Einzefall festzustellen und in seiner Entscheidung in nachprüfbarer Weise darzulegen hat: XII ZB 121/14
Karlsruhe, 30.10.2013: Beschluss des Bundesgerichtshofs, dass Verfahrensfähigkeit von Betreuten immer gegeben ist, sie also einen Anwalt bevollmächtigen können: XII ZB 317/13
Karlsruhe, 20.2.2013: Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, dass Zwangsbehandlung nach PsychKG in Sachsen illegal ist: 2 BvR 228/12, mehr hier
Potsdam, 4.1.2013: Beschluss des Landgerichts, dass Zwangsbehandlung nicht durch das brandenburgische PsychKG legalisiert werden kann: 20 Vollz 2/12
Köln, 7.09.2012: Das Letzte in der Reihe der Zwangsbehandlungsgesetze ist gefallen: Zwangsbehandlung eines nach § 126a Strafprozessordnung (StPO) Eingesperrten
Karlsruhe, 20.6.2012: zwei Beschlüsse des Bundesgerichtshofs – Zwangsbehandlung nach Betreuungsrecht illegal XII ZB 99/12 und XII ZB 130/12
Karlsruhe, 12.10.2011: Beschluss des Bundesverfassungsgerichts – Zwangsbehandlung nach Unterbringungsgesetz illegal
Karlsruhe, 23.3.2011: Beschluss des Bundesverfassungsgerichts – Zwangsbehandlung in der Forensik illegal
Beschluss des Amtsgericht Spandau 50 XVII T 8890/11 vom 29.3.2011, der bestätigt, dass das Vorliegen einer PatVerfü die Untersuchung und Diagnose, die zur Einrichtung einer Betreuung unerlässlich ist, verhindert
Beschluss des Amtsgerichts Wedding XVII/7201 vom 8.11.2010, der bestätigt, dass das Vorliegen einer PatVerfü die Untersuchung und Diagnose, die zur Einrichtung einer Betreuung unerlässlich ist, verhindert
Urteil OLG Celle vom 10.8.2005: keine Rechtsgrundlage für stationäre Zwangsbehandlung im Betreuungsrecht
– Abhandlung von Prof. Wolf-Dieter Narr und Thomas Saschenbrecker über die Grund- und Menschenrechte bei psychiatrischer Zwangsbehandlung
– Beschluß der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener zu beweisen, daß der Beschluß des BGH vom 1.2.2006 nicht vereinbar mit dem Grundgesetz ist
Hurra, Vera Stein hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen grandiosen Sieg errungen.
OLG Köln, Beschluss v. 22.6.2005 – Anordnung der Betreuung
Urteil vom 9. 1. 2006: Beschluß 2 BvR 443/02: Recht auf Einsicht in Krankenhausunterlagen
Urteil vom 14. 1. 2005: Bundesverfassungsgericht beendet 23 jährigen psychiatrischen Forensik-Terror!
Eine psychische Erkrankung allein rechtfertigt noch nicht die Anordnung der Betreuung
Die Entscheidung, im Betreuungsverfahren ein Gutachten darüber einzuholen, ob der Betroffene an einer psychischen Krankheit leidet, ist für den damit nicht einverstandenen Betroffenen mit der Beschwerde anfechtbar
Die Feststellung einer psychischen Krankheit oder seelischen Behinderung des Betroffenen erfordert deren fachpsychiatrische Konkretisierung
Zwangseinweisung des Betroffenen in ein Altenheim
Urteil des Schweizer Bundesgerichts vom 7. Januar 2004 gegen Zwangsbehandlung aufgrund der Europäischen Menschenrechtskonvention
Urteil des Europäischen Gerichtshof, das Russland verurteilt, seine Gestzte zur Zwangspsychiatrie zu ändern und dem Kläger 3000.-€ Entschädigung zuspricht!
Urteil des Landgericht Offenburg vom 8.7.1996: Die zwangsweise Verbringung eines Betreuten in ein offenes Altenpflegeheim ist unzulässig
Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig vom 3.11.1999 Unterbringung zum Zwecke der Heilbehandlung
BGH · Beschluss vom 4. Juni 2014 · Az. XII ZB 121/14
Bei der Ausgestaltung dieser Voraussetzungen hatte der Gesetzgeber im Blick, dass es sich bei einer solchen Zwangsbehandlung wegen des mit ihr verbundenen erheblichen Eingriffs in das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, das auch das Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich der körperlichen Integrität schützt (Senatsbeschluss BGHZ 192, 337 =FamRZ 2012, 1366 Rn. 33; BVerfG FamRZ 2011, 1128 Rn. 39, 44 mwN und FamRZ 2013, 767 Rn. 49), nur um die ultima ratio handeln darf. Die Anwendung dieses letzten Mittels kommt insbesondere in Situationen drohender erheblicher Selbstgefährdung und nur bei Betroffenen in Betracht, die aufgrund psychischer Krankheit oder geistiger oder seelischer Behinderung selbst einwilligungsunfähig sind (vgl. BT-Drucks. 17/11513 S. 5 ff.). Zudem erfordert der mit einer Zwangsbehandlung regelmäßig verbundene schwerwiegende Grundrechtseingriff eine strikte Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes (vgl. dazu Senatsbeschluss BGHZ 193, 337 = FamRZ 2012, 1366 Rn. 34 mwN).
(2) In eine ärztliche Zwangsmaßnahme, also in die Behandlung gegen den natürlichen Willen des Betroffenen, kann der Betreuer daher nach § 1906Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BGB nur einwilligen, wenn es dem Betroffenen krankheits- oder behinderungsbedingt an der Fähigkeit fehlt, die Notwendigkeit der ärztlichen Maßnahme zu erkennen, oder wenn er trotz Vorliegens einer solchen Einsicht krankheits- oder behinderungsbedingt nicht nach dieser Einsicht handeln kann.
(3) Gemäß § 1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BGB muss die ärztliche Zwangsmaßnahme erforderlich sein, um einen drohenden erheblichen gesundheitlichen Schaden des Betroffenen abzuwenden (vgl. zu diesem Tatbestandsmerkmal etwa Senatsbeschlüsse vom 5. Dezember 2012 –XII ZB 665/11 – FamRZ 2013, 289 Rn. 15 ff.; vom 22. August 2012 – XII ZB 295/12 – FamRZ 2012, 1705 Rn. 3 f. und vom 23. Juni 2010 – XII ZB 118/10 – FamRZ 2010, 1432 Rn. 10 f.; Dodegge NJW 2013, 1265, 1267 f. mwN). Denn die Überwindung des entgegenstehenden natürlichen Willens des Betroffenen im Wege der Zwangsbehandlung kann schon im Ansatz nur dann gerechtfertigt sein, wenn es gilt, gewichtige gesundheitliche Nachteile des Betroffenen zu verhindern (vgl. BT-Drucks. 17/11513 S. 7). Umgekehrt ist der natürliche Wille des Betroffenen zu respektieren, wenn auch bei Unterbleiben der Behandlung keine wesentlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Betroffenen zu erwarten sind.
Auch wenn diese Voraussetzungen vorliegen, ist die Zwangsbehandlung nur verhältnismäßig, sofern der von ihr zu erwartende Nutzen die aus ihr für den Betroffenen folgenden Beeinträchtigungen deutlich überwiegt (§1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BGB; vgl. auch BT-Drucks. 17/11513 S. 7). Dem zu erwartenden Behandlungserfolg sind die mit der Behandlung verbundenen Neben- und Auswirkungen einschließlich der möglichen Komplikationen gegenüberzustellen und Nutzen und Beeinträchtigungen gegeneinander abzuwägen (vgl. zu Einzelheiten etwa Knittel Betreuungsrecht [Stand: 1. Oktober 2013] § 1906 BGB Rn. 152 f.; Dodegge NJW 2013, 1265, 1268).
Der Gesetzgeber hat mit der Regelung an die in § 1901 Abs. 3 Satz 3 BGB enthaltene, den Betreuer treffende Pflicht angeknüpft (BT-Drucks. 17/12086 S. 11), wichtige Angelegenheiten vor ihrer Erledigung mit dem Betroffenen zu besprechen, sofern dies dessen Wohl nicht zuwiderläuft.
Schon danach muss der Betreuer den Betroffenen, um ihm ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, vor Durchführung einer Maßnahme über diese in für den Betroffenen verständlicher Weise informieren (BT-Drucks. 17/11513 S. 6). Zudem wird der Betreuer die ordnungsgemäße Durchführung des Überzeugungsversuchs als Voraussetzung für die Wirksamkeit seiner Einwilligungserklärung am zuverlässigsten beurteilen können, wenn er selbst daran beteiligt war.
Gegen eine – danach folgerichtige – Mitwirkung des Betreuers spricht nicht § 630 c Abs. 2 Satz 1 BGB (anders BeckOK BGB/Müller [Stand: 1. August 2013] § 1906 Rn. 28), der die aus dem Behandlungsvertrag folgende Aufklärungspflicht des behandelnden Arztes gegenüber dem Patienten bei Beginn und im Verlauf der Behandlung regelt. Denn § 1906Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BGB geht mit der Forderung nach einem Überzeugungsversuch über die vertragliche Pflicht zur Aufklärung und Erläuterung hinaus.
Letztgenannte setzt außerdem erst im Zusammenhang mit dem Behandlungsbeginn ein, während der Versuch, den Betroffenen von der Notwendigkeit zu überzeugen, schon allein deshalb deutlich früher erfolgen muss, weil die darauf aufbauenden Betreuereinwilligung und gerichtliche Genehmigung der ärztlichen Aufklärung gemäß § 630 c Abs. 2 Satz 1 BGB und dem Behandlungsbeginn zeitlich vorauszugehen haben (so auch Palandt/Götz BGB 73. Aufl. § 1906 Rn. 26).
Andererseits wird ein Überzeugungsversuch zur Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung regelmäßig nur dann erfolgversprechend sein, wenn er sich auch auf ärztliche Fachkenntnis stützt und der behandelnde Arzt einen vertrauensvollen Zugang zum Betroffenen findet.
Zudem dürfte der Betreuer in der in § 1906 Abs. 3 Satz 2 BGB geregelten Konstellation, also wenn das Betreuungsgericht die Einwilligung wegen Verhinderung des Betreuers im Wege einer einstweiligen Maßregel selbst anordnet, häufig schon im Vorfeld der Einwilligungserteilung als Überzeugungsperson ausfallen (vgl. auch Grotkopp BtPrax 2013, 83, 87). Gleichwohl muss auch in diesem Fall ein Überzeugungsversuch erfolgt sein.
Im Ergebnis vermeidet die offen gehaltene gesetzliche Regelung mithin eine genaue Festlegung, wer im Rahmen des § 1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BGB tätig werden muss. Dies wird regelmäßig der ärztlich beratene Betreuer, kann aber gegebenenfalls auch ein behandelnder Arzt sein (vgl. Lipp FamRZ 2013, 913, 921; Dodegge NJW 2013, 1265, 1267; Grotkopp BtPrax 2013, 83, 87).
In Betracht kommen für den Überzeugungsversuch zudem Vertrauenspersonen des Betroffenen aus seinem Angehörigen- und Freundeskreis (vgl. Knittel Betreuungsrecht [Stand: 1. Oktober 2013] §1906 BGB Rn. 142; Masuch/Gmati NZS 2013, 521, 530). Im Übrigen hängt die Ausgestaltung des Überzeugungsversuchs stark vom jeweiligen Einzelfall mit dem Krankheits- oder Behinderungsbild des Betroffenen ab.
bb) In verfahrensrechtlicher Hinsicht hat der Gesetzgeber durch die Neufassung des § 312 Satz 1 Nr. 1 FamFG die Genehmigung der betreuungsrechtlichen Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme den Unterbringungssachen i.S.d. § 312 FamFG zugeordnet.
Damit gelten für das gerichtliche Verfahren die bereits vor der Gesetzesänderung im zweiten Abschnitt des dritten Buches des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) enthaltenen Vorschriften.
Entgegen einer teilweise vertretenen Auffassung (vgl. Grotkopp BtPrax 2013, 90) handelt es sich hierbei nicht lediglich um einen klarstellenden Ausspruch. Vielmehr wird durch den Beschlusstenor die Rechtmäßigkeit der ärztlichen Zwangsmaßnahme unabhängig von aus dem zivilrechtlichen Behandlungsvertrag folgenden Pflichten daran geknüpft, dass diese Vorgaben erfüllt sind (vgl. auch Keidel/Budde FamFG 18. Aufl. § 323 Rn. 8).
Darüber hinaus gelten Sonderregelungen für die Person des gerichtlichen Gutachters (§§ 312 Abs. 1 Satz 5, 329 Abs. 3 FamFG; vgl. dazu Senatsbeschluss vom 30. Oktober 2013 – XII ZB 482/13 – FamRZ 2014, 29 Rn. 9).
Das Amtsgericht verweist lediglich darauf, die Betroffene sei aktuell zu einer freiwilligen Behandlung auch unter stationären Bedingungen nicht bereit und habe die Einnahme von Haldol in der richterlichen Anhörung dezidiert abgelehnt. Daraus ergibt sich jedoch nur der der Behandlung entgegenstehende natürliche Wille der Betroffenen, ohne den schon keine ärztliche Zwangsmaßnahme vorliegen würde.
Ob von der Betreuerin, Ärzten oder sonstigen Dritten der Versuch unternommen wurde, die Betroffene von der Notwendigkeit der medikamentösen Behandlung zu überzeugen, lässt sich den Vorentscheidungen nicht entnehmen.
(2) Wie die Rechtsbeschwerde zutreffend rügt, ist die Beschwerdeentscheidung auch deswegen rechtsfehlerhaft, weil das Landgericht unter Verstoß gegen § 26 FamFG das Vorliegen der in §1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BGB geregelten Voraussetzung eines deutlichen Überwiegens des zu erwartenden Nutzens gegenüber den zu erwartenden Beeinträchtigungen nicht ausreichend aufgeklärt hat.
Zwar hat das Amtsgericht in rechtlich nicht zu beanstandender Weise auf der Grundlage der detaillierten Ausführungen des gerichtlichen Sachverständigen zu den mit der Behandlung verbundenen Erfolgsaussichten, Nebenwirkungen und Risiken das deutliche Überwiegen gemäß § 1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BGB bejaht. Insbesondere war der Gutachter zu einer “berechtigten Besserungshoffnung” gelangt.
Im Rahmen der knapp drei Wochen nach der erstinstanzlichen Entscheidung vom Landgericht durchgeführten Anhörung hat die behandelnde Ärztin jedoch geäußert, “eine Veränderung bzw. Verbesserung des Zustands [der Betroffenen] sei zweifelhaft”. Damit aber hätte sich das Landgericht auseinandersetzen und gegebenenfalls weitere Ermittlungen anstellen müssen, weil diese ärztliche Einschätzung darauf hindeutete, dass sich die Erfolgsprognose gegenüber der Situation bei der erstinstanzlichen Beurteilung verschlechtert hatte.
Dies hätte im Bestätigungsfall den von der Zwangsbehandlung zu erwartenden Nutzen vermindert und damit dazu führen können, dass nicht mehr von einem deutlichen Überwiegen ausgegangen werden konnte – was das Landgericht hätte veranlassen müssen, die Genehmigung wegen veränderter tatsächlicher Umstände aufzuheben.
(3) Darüber hinaus verstößt die Genehmigungsentscheidung gegen § 329Abs. 1 Satz 2 FamFG. Statt der bei der erstmaligen Genehmigung zulässigen Höchstfrist von sechs Wochen hat das Amtsgericht die Einwilligung in die ärztliche Zwangsmaßnahme für den Zeitraum 30. Januar 2014 bis 23. April 2014 und damit für einen Zeitraum von fast zwölf Wochen genehmigt.
aa) Die Feststellung, dass ein Betroffener durch angefochtene Entscheidungen in seinen Rechten verletzt ist, kann grundsätzlich auch auf einer Verletzung des Verfahrensrechts beruhen.
Dabei ist die Feststellung nach § 62 FamFG jedenfalls dann gerechtfertigt, wenn der Verfahrensfehler so gravierend ist, dass die Entscheidung den Makel einer rechtswidrigen Freiheitsentziehung hat, der durch Nachholung der Maßnahme rückwirkend nicht mehr zu tilgen ist (Senatsbeschluss vom 29. Januar 2014 – XII ZB 330/13 – FamRZ 2014, 649 Rn. 23 mwN) oder wenn eine Heilung im Nachhinein nicht mehr möglich ist (Senatsbeschluss vom 15. Februar 2012 – XII ZB 389/11 – FamRZ 2012, 619 Rn. 27 mwN).
Aber auch für die ersten sechs Wochen kommt eine Aufhebung und Zurückverweisung zur Nachholung der zu § 1906 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 und 5 BGB fehlenden Feststellungen nicht in Betracht. Zum einen ist bereits fraglich, ob nach der inzwischen verstrichenen Zeit die Prognoseentscheidung zum deutlichen Überwiegen des Nutzens der konkreten ärztlichen Zwangsmaßnahme noch verlässlich zu treffen wäre. Zum anderen ist der Betroffenen die Verfahrensfortsetzung nicht zumutbar. Denn eine solche würde sich nach Erledigung der ärztlichen Zwangsmaßnahme auf erstmalige nachprüfbare Feststellungen zu einer materiellrechtlichen Einwilligungsvoraussetzung richten, die in den Gründen beider Vorentscheidungen gänzlich unbeachtet geblieben ist. Es ist daher davon auszugehen, dass die angegriffenen Entscheidungen auch insoweit auf dem Verfahrensfehler beruhen (vgl. Senatsbeschluss vom 7. August 2013 – XII ZB 691/12 – FamRZ 2013, 1725 Rn. 16).
cc) Das nach § 62 Abs. 1 FamFG erforderliche berechtigte Interesse der Betroffenen daran, die Rechtswidrigkeit der – hier durch Zeitablauf erledigten – Genehmigung der Einwilligung in die ärztliche Zwangsmaßnahme feststellen zu lassen, liegt vor. Wie bei einer freiheitsentziehenden Maßnahme (vgl. Senatsbeschluss vom 29. Januar 2014 – XII ZB 330/13 – FamRZ 2014, 649 Rn. 27 mwN) bedeutet auch die gerichtliche Genehmigung der Einwilligung in eine Zwangsbehandlung stets einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff im Sinn des § 62 Abs. 2 Nr. 1 FamFG.
AG Neustadt am Rübenberge, Entscheidung vom 30.01.2014 – 6 XVII M 13/14 –
LG Hannover, Entscheidung vom 21.02.2014 – 9 T 7/14, 9 T 8/14, 9 T 10/14 –
Merksatz: es gibt keine Psychiatrischen Krankheiten !!
Es gibt Verbrechen in der Verbrecherwelt der Psychiatrie:
Fast 700 Morde !
“Menschen wie Vieh gehalten” – Teil 1
“‘Menschen wie Vieh gehalten‘ – Der Skandal um die Schließung der Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie des Landeskrankenhauses Brauweiler 1978“. So lautet der Titel einer Arbeit über die Misshandlung von Psychiatrie-Patienten in Gebäuden der ehemaligen Abtei Brauweiler, für die die SchülerInnen des Leistungskurses Geschichte unter der Leitung ihres Tutors Jens Tanzmann am Pulheimer Geschwister-Scholl-Gymnasium am 18. Juli im Bonner Haus der Geschichte durch NRW-Jugendministerin Ute Schäfer ausgezeichnet wurden. Wir werden diese Arbeit über einen weitgehend unbekannten Teil Kölner Geschichte in den nächsten Ausgaben veröffentlichen. Zwei Todesfälle erlangten durch eine zu hohe medikamentöse Behandlung besondere
Aufmerksamkeit. Zum einen der Tod der noch minderjährigen Marion Masuhr. Die Patientin
war geistig behindert und besuchte mehrfach das Landeskrankenhaus Brauweiler. In den meisten Fällen wurde Marion Masuhr mit Psychopharmaka still gestellt, aber da die Insassin in
eine tiefe Bewusstseinstrübung fiel wurden die Medikamente abgesetzt. Dies führte zu dem
Tod der Patienten, die laut Totenschein an „zentralem Kreislaufversagen“ verstarb.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16773
Experiment gelungen, Patienten tot !!
In bundesdeutschen Kliniken: Medikamenten-Tests an ahnungslosen Menschen
Mit Millionenaufwand läßt die westdeutsche Pharma-Industrie, exportstärkste der Welt, an Patienten neue Medikamente ausprobieren — zuweilen mit tödlichem Ausgang und oft ohne Nutzen für die Arzneimittel-Sicherheit. Die Versuchspersonen sind über die Risiken der Tests, die Kranke noch kranker machen können, nur selten vollständig informiert; Forschungsberichte lesen sich oft, als hätten Frankensteins Schüler sie verfaßt. Jetzt beschuldigt ein Rechtsprofessor die Experimentatoren krimineller Handlungen. Sein Urteil: “Vorsätzliche Tötung.”
Norddeutsche, die an einem ungeraden Tag mit einem Verletzungsschock in die Klinik gebracht wurden, waren doppelt vom Pech verfolgt: Ihnen — insgesamt 1909 Patienten — wurde ein erfolgversprechendes, vielfach lebensrettendes neues Medikament bewußt vorenthalten.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40605566.html
Folter: Blutiges rotes Badewasser
In der Beruhigungszelle des Kölner Gefängnisses “Klingelpütz” fütterte ein Sanitätsgehilfe einen kranken Häftling — mit dessen eigenen Exkrementen. Ein Anstaltsarzt erfuhr es, aber er hatte — so Ohrenzeugen später vor Gericht — nichts an der Kot-Kost auszusetzen: “Wenn es ihm schmeckt, na, dann laß ihn doch.” Hinter den morschen Mauern des bald 130 Jahre alten Domstadt-Kerkers herrschte mittelalterliche Finsternis: Sadistische Kalfaktoren, meistens verurteilte Gewaltverbrecher, und kaum ausgebildete Wärter marterten, unbehindert von — den Justizbehörden, im Gefängnislazarett (“Psychiatrisch-Neurologisches Krankenhaus”) jahrelang geisteskranke Häftlinge mit Spritzen und Tritten, Lederriemen und Gummiknüppeln zu Tode. In den Kölner Zellen, in denen alle neurotischen und psychisch kranken Gefangenen Nordrhein-Westfalens betreut werden sollen, wurden Häftlinge, die tagelang im eigenen Kot sitzen mußten, mit Handschellen gefesselt, in Badewannen geworfen und, laut Zeugen, geschlagen, bis das Badewasser “sich rot färbte”. Leidende Sträflinge, die nachts — Signalanlagen gab es nicht — leise nach dem Arzt riefen, wurden nicht gehört. Wer aber klopfte oder schrie, galt als “renitent” und wurde von Kalfaktoren-Rollkommandos zusammengeschlagen. Widerstand· wurde mit Elektroschocks oder Apomorphin-Spritzen (“Kotz-Spritzen”) gebrochen, mit denen Lazarett-Helfer “Zielschießen” auf Häftlinge austrugen. Anzeigen gegen Folter-Wärter wanderten in die Ablage; Beschwerden waren nutzlos. Der Rechtsstaat endete am Gefängnistor. 27.11.1967
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46196101.html
Mörder-Psychiater Tür zudrücken
Immer neue Skandale und Affären in nordrhein-westfälischen Landeskrankenhäusern. Diese Woche beginnt der erste Prozeß gegen einen Psychiater – weitere Verfahren folgen.
Wenn Fritz, 53, im Festen Hause das Tatütata der Gemeindefeuerwehr hörte, erklärte er schon mal: “Baader-Meinhof.” Einmal ging er, mit einer Walther 7.65 in der Tasche, in den Keller, suchte dort nach einer Höllenmaschine und rief “Bombenalarm”.
Wenn Werner, 60, gravitätisch bei schönem Wetter vor dem Mitteltrakt auf und ab schritt, kam er den anderen wie “der Sonnengott” vor. Er litt an “maßloser Selbstüberschätzung”. Vor der Tür blieb er oft stehen und wartete, bis ein Pfleger ihm öffnete. Fritz mußte ihn kritisieren, weil er “einem Ausländer nicht die Hand” geben wollte.
Es war wie bei Dürrenmatt. Die sich so verquer gaben, waren nicht Patienten, sondern Ärzte in einem Irrenhaus, Psychiater am Landeskrankenhaus Brauweiler bei Köln.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14324395.html
Menschenversuche in der DDR
Westliche Pharmakonzerne haben in mehr als 50 DDR-Kliniken über 600 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben. Insgesamt dienten nach SPIEGEL-Informationen bis zum Mauerfall über 50.000 Menschen als Testpatienten etwa für Chemotherapeutika und Herzmedikamente – oft ohne es zu wissen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/west-pharmakonzerne-betrieben-menschenversuche-in-der-ddr-a-899306.html
Die Mörder sind noch unter uns
NS-Ärzte: Von der Euthanasie zur Massenvernichtung (IV) / Von Robert Jay Lifton (Für die deutsche Ausgabe: Ernst Klett Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart 1988. Das Buch erscheint im September unter dem Titel “Ärzte im Dritten Reich” ca. 700 Seiten; 48 Mark im Verlag Klett-Cotta.)*
Die medizinische Tötungsmethode par excellence, in Auschwitz ziemlich von Anfang an eingesetzt, war die Phenolspritze. Ein “Patient” wurde in das “Behandlungszimmer” gebracht und erhielt dort ein Medikament durch einen Arzt oder – wie in den meisten Fällen – durch einen Assistenten, der einen weißen Kittel trug und mit einer Spritze die Injektion gab. Im Lagerjargon nannte man den Vorgang “abspritzen”.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528966.html
Doktor Seltsams Todesspritzen
Ein beliebter Hausarzt in Manchester brachte mindestens 15 seiner Patientinnen um. Psychologen rätseln über das Motiv des Killer-Doktors.
Als Richter Thayne Forbes den Angeklagten wegen Mordes in 15 Fällen zu 15-mal lebenslanger Haft verurteilte, kam es im ehrwürdigen Crown Court im nordenglischen Preston zu Gefühlsausbrüchen. Zuschauer weinten, riefen “Yes” oder reckten zornig die Fäuste. “Die Verworfenheit dessen, was Sie getan haben”, begründete Richter Forbes das Strafmaß, “entzieht sich jeder Beschreibung und ist unvorstellbar schockierend.”
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15613877.html
29 Patienten getötet
Von nächster Woche an steht der Sonthofener Krankenpfleger Stephan L., der 29 Patienten getötet haben soll, vor Gericht. Es gibt einen Schlüssel zu den Taten. Von Gisela Friedrichsen
Das Krankenhaus – ist es wirklich das letzte gewaltfreie Reservat in unserer Gesellschaft, ein noch durch ein Tabu geschützter Raum? Ein Ort, an den sich die Hilfsbedürftigen, Schwerstkranken und Moribunden in ihrer Not getrost flüchten können wie in die Kirche, in sicherer Erwartung von Gesundung oder zumindest Erleichterung? Ein Hort, an dem trotz mancher Unzulänglichkeit Ordnung, Harmonie, Moral und Humanität herrschen?
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45624791.html
Patientin waren bereits verstorben
SPIEGEL-Reporterin Gisela Friedrichsen zum Beginn des Prozesses gegen den Krankenpfleger Wolfgang Lange Von Friedrichsen, Gisela
In den Abendstunden des 14. Dezember 1990 wird die Patientin Margarete Pradella, 86, in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie in Gütersloh von der Abteilung für längerfristige Rehabilitation auf die Innere Abteilung I verlegt. Es geht ihr nicht gut. Sie ist blaß. Sie fühlt sich schwach, will nicht essen und nicht aufstehen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680139.html
Mordschwester: Dann gibst ihm halt was !!!
SPIEGEL-Reporterin Gisela Friedrichsen im Prozeß gegen vier Hilfskrankenschwestern in Wien
Am Abend des ersten Verhandlungstages gegen die “Mordschwestern” vom Wiener Großkrankenhaus Lainz sendet das österreichische Fernsehen einen Film über die Abteilung der Klinik, in der die vier Angeklagten gearbeitet haben. Es ist ein Film über den Zustand heute. Man sieht einen nackten Greis, wie er sich in seinem Gitterbett zu waschen versucht, wie der Nachbar nach der Schüssel ruft, eine verwirrte Frau, wie sie sich an der Wand entlang tastet. Krankenschwestern, wie sie rennen, wie es schnell gehen muß bei Notaufnahmen. Hinter schweren Fällen schließen sich die Türen. Der Geruch, der dabei aus den Krankenzimmern strömt, teilt sich über den Bildschirm mit.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13488531.html
Todeskult: Wenn’s ned brav seid’s, kommt’s nach Lainz
Von Riedl, Joachim
SPIEGEL-Reporter Joachim Riedl über die Wiener und ihren besonderen Todeskult
An den lauen Abenden dieser Tage pilgern die Wiener zu den Heurigengärten. Makabre Witze machen die Runde, weinselige Lieder werden angestimmt: “Wann i amal stirb, stirb, stirb”, klingt es aus vollen Kehlen, “spielt’s an Tanz, laut und hell, allweil fidel!”
Im “Alten Weinfassl”, einem Heurigenlokal in Ober St. Veit, geht es hoch her. “Wenn’s ned gleich schön brav seid’s, dann kommt’s auch nach Lainz”, feixt ein grinsender Kellner, als sich eine ältere Tischgesellschaft bei ihm beschwert, daß der spritzige Weißwein viel zu warm sei. An einem anderen Tisch hocken Heurigenphilosophen. “Mildtätige Sterbehelferinnen” seien die mordenden Krankenschwestern aus Lainz, meint ein Zecher. “Ja, aber vom Orden der Barmherzigen Insulinerinnen”, entgegnet sein Nachbar.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494737.html
Massenmord: Wo die Traudl is, wird kräftig gsturbn
Der Massenmord auf der Altenstation im Wiener Krankenhaus Lainz
Totgespritzt mit Insulin, ruhiggestellt mit Schlafmitteln, erstickt mit Wasser – über sechs Jahre konnten vier Hilfsschwestern in Wien alte Patienten auf qualvolle Weise umbringen, ohne Verdacht zu erregen. War es die Tat wahnsinniger Einzelgängerinnen oder ein Symptom für den wachsenden Altenhaß in der modernen Gesellschaft?
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494721.html
Pfleger gesteht Vergiftung von Patienten
Sie mussten Putzmittel trinken, bekamen eine Überdosis Insulin oder einen tödlichen Medikamenten-Cocktail verabreicht: In einem spanischen Altenheim wurden mindestens elf Heimbewohner umgebracht. Ein Pfleger gestand nun die Morde.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/serienmord-in-altenheim-pfleger-gesteht-vergiftung-von-patienten-a-732121.html
Systematisch werden Rücken-, Herz- oder Kniepatienten nutzlosen Verfahren ausgesetzt. Viele Therapieversuche beruhen auf Trugschlüssen oder finanziellen Interessen. Deutlich wird dies, wenn Ärzte zu Patienten werden: Sie lassen sich seltener behandeln als der Rest der Bevölkerung.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41583134.html
Vom Hakenkreuz zum Ehrenkreuz
In Wien beginnt in dieser Woche der vermutlich letzte NS-Mordprozess in Österreich: Der Psychiater Heinrich Gross ist der Kindereuthanasie in neun Fällen angeklagt. Das späte Verfahren gegen den 84-Jährigen blamiert die Ex-Regierungspartei SPÖ, mit deren Segen der Parade-Nazi nach Kriegsende Karriere machte. Von Walter Mayr
Euthanasie-Praxis in den Niederlanden – Schleier der Täuschung
In fast allen Industrieländern regt sich verstärkt der Wunsch nach aktiver ärztlicher Sterbehilfe. Zugleich aber wächst die Kritik an der Euthanasie-Praxis in den Niederlanden – ein US-Wissenschaftler erhebt schwere Vorwürfe gegen die Mediziner im Küsten-Königreich.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8671253.html
Wir haben es mit eiskaltem Mord zu tun
Von Mauz, Gerhard
Gerhard Mauz zum Beginn des Prozesses gegen Michaela Roeder in Wuppertal
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13493778.html
Der Forensiker Norbert Nedopil über Fehldiagnosen in der Psychiatrie
Und die Frage, warum der Fall Mollath eine Wende im Umgang mit psychisch kranken Straftätern auslösen könnte
Patient verübte Mord – Psychiaterin verurteilt
Fahrlässigkeit: Patient verübte Mord – Psychiaterin verurteilt
In Frankreich erregt die Verurteilung einer Psychiaterin großes Aufsehen. Die Frau wurde der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen, weil sie die Gefährlichkeit eines Patienten nicht erkannt hatte. Der paranoide Mann ermordete den Lebensgefährten seiner Großmutter mit einer Axt.
psychiaterin-wegen-von-patienten-veruebten-mord
Psychiatrie in Israel: Polizei nimmt Dutzende Klinikangestellte fest
Sexueller Missbrauch, Gewalt, Vernachlässigung: Angestellte einer psychiatrischen Klinik in Israel sind wegen schwerer Vorwürfe festgenommen worden. Kritiker monieren, die Behörden hätten seit Monaten von Missständen gewusst – und dennoch nichts unternommen.
Tel Aviv – Wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, der Gewaltanwendung und Vernachlässigung psychisch kranker Patienten sind in Israel Dutzende Angestellte einer Klinik festgenommen worden. Krankenschwestern und Pfleger kamen ebenso wie Ärzte und Verwaltungspersonal für Befragungen in Gewahrsam, sagte ein Sprecher der israelischen Polizei.
Es handelt sich um Angestellte einer psychiatrischen Klinik nahe der Stadt Petah Tikwa nordöstlich von Tel Aviv. In dem Krankenhaus werden derzeit 155 Patienten behandelt. Die Festnahmen, an denen der Polizei zufolge mehr als 200 Ermittler und Sozialarbeiter beteiligt waren, erfolgten nach einer monatelangen geheimen Untersuchung zu den mutmaßlichen Vorgängen in dem Krankenhaus.
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Unter dem Leichentuch der Notärzte
Pannen in der Justiz und Sorglosigkeit von Ärzten wurden bei den Ermittlungen gegen den Diakon Zimmermann offenbar, der des Mordes an pflegebedürftigen alten Menschen vordächtigt wird.
Seinen BMW hatte er wie einen Notarztwagen ausgerüstet, sein Dienstzimmer im Krankenhaus St. Elisabeth im westfälischen Blankenstein in eine Behandlungsstation umfunktioniert, mit Chirurgenbesteck und Medikamenten, mit Spritzen und Spachteln. In seiner Wohnung in Neviges lagerten Gifte und Betäubungsmittel — alles in allem 270 Ampullen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41722014.html
Mörderische Bomben:PSYCHIATRIE
Tür zudrücken ?
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681292.html
Der Psychiatrie-Gulag
Debile und Schizophrene werden in Kliniken wie Vieh gehalten.
Weder die Wende zur Demokratie noch die Vorbereitungen
zum Eintritt in die EU konnten Bukarest zum Eingreifen veranlassen.
wissen/image/show.html?did=49767433&aref=im
S TR A F J U S T IZ
Von vorn bis hinten erfunden
Nicht Institutionen versagen, wenn Fehlurteile ergehen, sondern Richter, Verteidiger,
Gutachter. In Kassel wurde ein angeblicher Vergewaltiger, der fünf Jahre
verbüßt hat, wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Von Gisela Friedrichsen
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Mengele grausame Experimente
Zwillinge, „Zwerge“ und andere Kuriositäten
￼In dem Film Nichts als die Wahrheit kehrt der „Todesengel von Auschwitz“ nach Deutschland zurück und wird vor Gericht gestellt.
Der Todesengel hatte sieben jüdische Zwerge, die alle von demselben kleinwüchsigen Vater und einer normalwüchsigen Frau abstammten, und drei normalwüchsige Geschwister hatten, die ebenfalls in Auschwitz waren.Mit der ganzen Familie stellte der Todesengel lauter pseudowissenschaftliches Zeug an. So nahm er ihnen mehrmals täglich Blut ab, röntge sie bis zu acht Mal am Tag, riß ihnen gesunde Zähne aus und goß ihnen kochendes und eiskaltes Wasser in die Ohren, streckte sie und zwang sie zum Geschlechtsverkehr mit Normalwüchsigen, um zum Beispiel herauszufinden, was passiert, wenn man Zwerge mit normalen Frauen kreuzt. Doch der Todesengel verzweifelte an seinen Forschungsergebnissen. Wie konnte es sein, daß eine Familie so unregelmäßig Zwerge und Normalwüchsige zur Welt brachte? Was er nämlich nicht wusste war, daß die schlaue Liliputanerfamilie kurzerhand jeden aus ihrem Dorf, der auch in Auschwitz war, zu einem Familienmitglied erklärt hatte, damit allen die Vergünstigungen des Todesengels zugute kamen. Auf diese Weise retteten die Zwerge vielen Menschen das Leben, was man ihnen aber nicht dankte; als sie in ihr Dorf zurückkehrten, mussten sie sich anhören: „Wir haben auch gelitten! Ohne euch ging es uns hier sehr gut! Verschwindet!“
http://de.metapedia.org/wiki/Todesengel_von_Auschwitz
Menschenversuche DDR
Josef Mengele lässt grüßen. Er überwachte die Vergasung der Opfer und führte menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen … wikipedia
Die Pharmaindustrie der BRD hat wohl Geschäfte mit den “Insassen” der ehemaligen DDR gemacht ! Im “3.Reich” waren es die IG-Farben (Höchst) , die in gutem Einvernehmen mit der Nazi-Führung handelten.http://de.wikipedia.org/wiki/Hoechst)
Der Berliner “Tagesspiegel” berichtet nun, dass westdeutsche Pharmakonzerne in den 80er Jahren offenbar an teilweise ahnungslosen DDR-Bürgern Medikamentenversuche vorgenommen haben und es auch zu Todesfällen gekommen sei. Bis zu 860.000 D-Mark (etwa 440.000 Euro) zahlten die West-Unternehmen für eine einzelne Studie. Die Tests wurden in den DDR-Krankenhäusern durchgeführt. Ostdeutsche Politiker zeigen sich empört. Zwischen 1983 bis 1989 sollen 165 Studien durchgeführt und 1989 nach mehreren Todesfällen abgebrochen worden sein. Unions-Fraktionsvize Arnold Vaatz gibt den Behörden der DDR die Hauptschuld.
/medikamentenversuche-in-der-ddr-die-mengele-sind-unter-uns/
osef Mengele wurde am 16. März 1911 als Sohn einer Industriellenfamilie in Günzburg geboren. 1930 studierte er in München, Bonn und Wien Medizin und Anthropologie. Mit zwanzig Jahren schloss er sich dem Kampfbund “Stahlhelm Bund der Frontsoldaten” an. Bei dessen Auflösung wurde er von der SA übernommen, trat jedoch bald darauf wieder aus.
1935 promovierte er an der philosophischen Fakultät der Universität München mit einer “Rassenmorphologischen Untersuchung des vorderen Unterkieferabschnitts bei vier rassischen Gruppen”.
Nach der medizinischen Staatsprüfung praktizierte er ein halbes Jahr lang an der Universitätsklinik in Leipzig.
1937 wurde er Assistent am Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt am Main und wurde NSDAP Mitglied. 1938 promovierte er mit einer medizinischen Dissertation, die den Titel “Sippenuntersuchungen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte” trug.
Mengele heiratete dann 1939 Irene Schönbein.
1940 meldete sich Dr. phil. Dr. med. Josef Mengele freiwillig zur Waffen-SS. Als Bataillonsarzt der SS-Division “Wiking” wurde er 1942 in der Ukraine schwer verwundet und aufgrund seiner dadurch verursachten Untauglichkeit für den Frontdienst nach Berlin versetzt.
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Mengele Erfahrung
Als Ruth Iliav*, 41, in Berichten vom Auschwitz-Prozeß in Frankfurt den Namen Josef Mengele hörte, erlitt sie einen Nervenzusammenbruch. Die aus Mährisch-Ostrau stammende, heute bei Tel Aviv lebende Jüdin war dem Mediziner aus Bayern auf ihrem Weg durch die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz, Ravensbrück und Buchenwald begegnet, einem Weg, auf dem sie ihre Eltern, Geschwister und ihr neugeborenes Kind verlor. Unter dem Schock der Erinnerung schrieb Ruth Iliav ihre Erlebnisse mit Dr. Mengele auf dreieinhalb Seiten Briefpapier.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174854.html
Teufel Mengele
Von Halter, Hans
Erstmals entschuldigen sich deutsche Spitzenforscher für die Kooperation mit den Nazis, für Mord und Menschenversuche.
Dr. med. Dr. phil. Josef Mengele, SS-Hauptsturmführer und von 1943 bis 1945 Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz, galt als gebildet und wissenschaftlich interessiert. An der Rampe des Vernichtungslagers selektierte er die Neuankömmlinge, 90 Prozent kamen gleich in die Gaskammern.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19383828.html
Mengele Niere raus geschnitten
Seit seinem 20. Lebensjahr verweigerte Jitzchak Ganon jeden Arztbesuch. Selbst nach einem Herzinfarkt wehrte sich der Israeli dagegen, ins Krankenhaus gebracht zu werden. Erst nach der Operation nannte er den Grund seiner Panik vor den Männern in Weiß: KZ-Arzt Josef Mengele.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mengele-opfer-der-mann-der-nie-mehr-zum-arzt-wollte-a-665973.html
Nazi-“Euthanasie”: Forscher öffnen Inventar des Schreckens
Rund 200.000 Behinderte fielen im Dritten Reich dem “Euthanasie”-Programm der Nazis zum Opfer. Nach drei Jahren intensiver Arbeit ist es Forschern nun gelungen, die Akten über das monströse Verbrechen in einer zentralen Datenbank zu erfassen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nazi-euthanasie-forscher-oeffnen-inventar-des-schreckens-a-267983.html
Die Mörder sind noch unter uns Ns-Ärzte: Von der Euthanasie
zur Massenvernichtung (I)./ Von Hans Halter _____” Bewältigung der Schuld kann nichts an deres heißen, ” _____” als der Wahrheit ins Auge sehen. Alexander Mitscherlich, ” _____” 1960 ” *
Kreuzelschreiber
Die Direktion hatte einen Hausappell anbefohlen. Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, Sekretärinnen, Putzfrauen und Anstalts-Handwerker waren in Reih und Glied angetreten. Jeder erhielt “aus besonderem Anlaß” eine Flasche Bier. Alsdann marschierte die Belegschaft in den Keller, wo bei Alkohol und angesichts eines aufgebahrten toten Anstaltsinsassen die Verbrennung der zehntausendsten Leiche gefeiert wurde. Ein Amtswalter der Partei drapierte sich mit dem Talar eines Geistlichen und hielt eine Ulk-Predigt. Diese frevelhaften Exequien wurden im August 1941 auf Schloß Grafeneck bei Münsingen in Württemberg – einer als Heil- und Pflegeanstalt getarnten Euthanasie-Tötungsanstalt – arrangiert und gehören zu jenen grausigen Szenen, die bei einem Prozeß wieder lebendig werden dürften, der demnächst in Deutschland kaum geringeres Aufsehen erregen wird als das israelische Eichmann – Verfahren in der übrigen, Welt: in dem Prozeß gegen den Professor Dr. Werner Heyde alias Dr. Fritz Sawade.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43160977.html
DDR NAZI Morde
Euthanasie-Verdacht: DDR-Medizinerin soll für die Nazis getötet haben
Sie kam 1940 als Assistenzärztin an die Thüringische Landesheilanstalt Stadtroda. Die junge Medizinerin galt als tüchtig und bekam bald die Leitung der psychiatrischen Frauenabteilung übertragen. Unter ihrer Führung starben in der Klinik innerhalb von zwei Jahren 159 Frauen und elf Kinder. Allesamt Patienten mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, allesamt Opfer der NS-Euthanasie.
Mehr als 200.000 Menschen töteten die Nazis im Rahmen ihres Mordprogramms. Rosemarie Albrecht soll daran beteiligt gewesen sein. Zur Rechenschaft wurde sie wegen der organisierten Krankentötung bis heute nicht gezogen. In der DDR machte die Ärztin eine steile Karriere, schaffte es bis auf den Stuhl des Dekans der Universität in Jena, wurde sogar als “Verdiente Ärztin des Volkes” geehrt. Die Akten über ihre dunkle Vergangenheit verschwanden 1966 im Giftschrank der Stasi. Jetzt, mehr als 60 Jahre später, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Albrecht. Vorwurf: Mord. Ob der heute 88-Jährigen der Prozess gemacht wird, ist fraglich. Zeugen gibt es längst nicht mehr.
SPIEGEL TV-Reporter Felix Kasten hat die hoch dekorierte Medizinerin mit den Vorwürfen konfrontiert.
http://www.spiegel.de/sptv/a-256908.html
Blitzschlag im Gehirn
Die Elektroschock-Therapie, vor zwei Jahrzehnten totgesagt, ist in modifizierter Form in die Psychiatrie zurückgekehrt. Gleichwohl bleibt sie, besonders in Deutschland, umstritten – ihre Gegner bezeichnen sie als “Folter”, die Befürworter sehen darin eine ungefährliche Hilfe für psychisch schwer gestörte Patienten. Der Patient war rebellisch und wiegelte seine Leidensgenossen im Irrenhaus auf. Gutes Zureden half nicht. Da verpaßten die Ärzte dem Aufsässigen einen Elektroschock – ein schauriger Anblick. Pfleger packten und knebelten den sich sträubenden Mann. Als der Strom sein Gehirn durchpulste, würgte und spuckte er, sein Körper wand sich in heftigen Krämpfen. Ein künstlich ausgelöster epileptischer Krampfanfall zur Heilung – oder eher als folterähnliche Strafmaßnahme? Der Kinofilm “Einer flog über das Kuckucksnest” gibt eine eindeutige Antwort: Die Elektroschock-Behandlung dient der Disziplinierung unbotmäßiger Patienten.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9158937.html
Folter UDSSR
Gesellschaft der Wahnsinnigen
SPIEGEL-Reporter Peter Schille über sowjetische Psychiatrie im Zeitalter von Gorbatschow (III)
Von Schille, Peter
Ohne Aufdecken der Vergangenheit gibt es kein Entdecken der Gegenwart. Wie sie sich vorwärtsboxen, gegeneinander anrennen und ihrem Nächsten in die Rippen stoßen. Wie sie kämpfen, um einen Schritt schneller zu sein. Wie sie nicht sehen wollen, daß der Stein, auf den sie treten, kein Stein, sondern ein Fuß ist. Wie sie mit offenen Augen, aber nach innen gekehrtem Blick von morgens bis abends durch die Straßen pirschen, die Frau neben sich betrügen und den Mann vor sich hassen, einer einsamer als der andere, Millionen Einsame, auf der Jagd nach irgendeiner Beute, und sei es ein Lächeln oder ein freundliches Wort; das höchste Glück sind Dollarscheine und englische Zigaretten. _(* Im Versuchslabor für angewandte ) _(Psycho- und Familientherapie von ) _(Afanassij Kobsin. )
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13500510.html
Folterärzte – US-Militärärzte
Ein US-Wissenschaftler erhebt schwere Vorwürfe gegen amerikanische Militärmediziner im Irak. Sie hätten im berüchtigten Foltergefängnis Abu Ghureib Misshandlungen vertuscht. Gefängnis Abu Ghureib: Vertuschten US-Ärzte die Folter? London – Die US-Militärärzte hätten Totenscheine von Gefangenen gefälscht, behauptet Steven Miles im britischen Fachmagazin “The Lancet”. Auch seien Beweise für Folterungen vertuscht worden. Der amerikanische Medizinprofessor forderte eine offizielle Untersuchung über die Rolle von Ärzten und Sanitätern im Folterskandal. Die Befragungsmethoden im Gefängnis Abu Ghrureib bei Bagdad seien von einem Psychiater und einem weiteren Arzt entworfen und genehmigt worden, sagte Miles, der einen Lehrstuhl an der University of Minnesota hat. In einem Fall sei ein Gefangener nach Schlägen bewusstlos zusammengebrochen. Nach seiner Versorgung durch Pfleger sei er weiter misshandelt worden.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/abu-ghureib-folter-vorwuerfe-gegen-us-militaeraerzte-a-314109.html
Syrien Folter
Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen das Regime von Syriens Machthaber Assad: Der Menschenrechtsorganisation zufolge wurden verletzte Oppositionelle in staatlichen Krankenhäusern gefoltert. Die Kliniken seien “Instrumente der Unterdrückung”.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/gewalt-gegen-oppositionelle-amnesty-wirft-syrischen-aerzten-folter-vor-a-793805.html
Rot-Kreuz-Geheimdossier: Sanitäter halfen CIA beim Foltern
Von Esther Wiemann und Malte Göbel
An der Folter von mutmaßlichen Terroristen durch den US-Geheimdienst CIA war auch medizinisches Personal beteiligt. In New York wurde jetzt ein Rot-Kreuz-Geheimreport veröffentlicht, der dokumentiert, wie die Helfer in Weiß für einen reibungslosen Ablauf der Misshandlung sorgten. New York – Eigentlich sollen sie Leiden lindern – doch bei den Verhören der CIA fungierten Sanitäter und medizinisches Personal offenbar als Folterhelfer. Nach einem Bericht des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) haben sie dem Geheimdienst dabei assistiert, Informationen aus mutmaßlichen Qaida-Terroristen herauszupressen. Der Geheimreport wurde schon im Februar 2007 erstellt, ist aber erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangt.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/rot-kreuz-geheimdossier-sanitaeter-halfen-cia-beim-foltern-a-617845.html
Ärzte wollen Miete verdienen.
“Vorsicht! Operation” heißt ein neues Internetportal, das helfen soll, unnötige Eingriffe zu vermeiden. Der Gründer des Projekts, der Heidelberger Chirurg Hans Pässler, erhebt im Interview schwere Vorwürfe gegen Ärzte: Patienten kämen oft wegen Lappalien unters Messer.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/unnoetige-behandlungen-aerzte-operieren-um-die-miete-reinzubekommen-a-780453.html
Vorsicht Medizin
Nutzlose Pillen, unnötige Operationen, riskante Therapien – viele Maßnahmen der modernen Heilkunde schaden mehr, als sie nützen. Nun warnen Ärzte vor den Gefahren der Übertherapie und fordern ein radikales Umdenken: Weniger Medizin sei gesünder.
Wann immer Ernst König zum Doktor ging, bekam er mehr Medizin: Allopurinol, Ezetimib, Molsidomin, Repaglinid – zwölf verschiedene Tabletten musste er zuletzt jeden Tag schlucken.
“Warum mein Arzt mir die Sachen verschrieben hatte, war mir bald gar nicht mehr klar”, sagt König, 88. Sein Haar leuchtet schneeweiß, dunkle Altersflecken übersäen sein Gesicht. Aus der Schublade des Nachttischs kramt er einen Zettel hervor. Fein säuberlich hat er darauf geschrieben, zu welcher Uhrzeit er welche Pille zu nehmen habe.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79974031.html
Systematisch erfinden Pharma-Firmen und Ärzte neue Krankheiten.
Abschaffung Gesundheit Darmrumoren, sexuelle Unlust oder Wechseljahre ­ mit subtilen Marketingtricks werden Phänomene des normalen Lebens als krankhaft dargestellt. Die Behandlung von Gesunden sichert das Wachstum der Medizinindustrie.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann ein Arzt namens Knock damit, den Menschen die Gesundheit auszutreiben. Der Franzose schuf eine Welt, die nur noch Patienten kannte: “Jeder gesunde Mensch ist ein Kranker, der es noch nicht weiß.”
http://www.spiegel.de/spiegel/a-260671.html
Irrsinn Psychiatrie
Schleichender Irrsinn
Ist Schizophrenie eine Folge der gesellschaftlichen Verhältnisse? Das glauben die Sowjet-Psychiater und sperren politische Dissidenten deshalb in Anstalten ein. *
Was die angeblich Verrückten von den angeblich normalen Menschen unterscheidet, war schon immer umstritten. Heute ist es unter Seelenforschern und Ärzten ungeklärter denn je:
Ob wohl der Geisteskranke erst krank ist, wenn er Schmerzen spürt und Hilfe will, oder schon, wenn er in wilden Phantasien lebt? Ob er sich selbst quält und dies dürfen soll? Ob nur krank ist, wer sich selbst verletzt oder seine Mitmenschen belästigt – oder ob der vermeintlich Kranke einfach nur anders ist als die anderen?
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020901.html
Sanfte Mord
Psycho-Drogen: Ins Nichts gerissen
Eine humane, “offene” Psychiatrie ohne Schocks, Fenstergitter oder Zwangsjacken – das verhieß, in den fünfziger Jahren, eine neue Klasse von Medikamenten. Doch die wahndämpfenden “Neuroleptika”, so zeigte sich inzwischen, lösen schwere, oft tödliche Nebenwirkungen aus; viele Psychiater greifen wieder zum Elektroschock.
In der Nacht, bevor sie starb, war die Patientin heiter gestimmt. Nach Gesang war ihr zumute. Doch ihre Lieder, laut und mißtönend, störten die vorgeschriebene Stille im Pflegeheim. Krankenschwestern eilten herbei, um die Sängerin zum Schweigen zu bringen.
Sie verstummte erst nach schrillem Protest und unter dem Einfluß starker Beruhigungsmittel. Dann schlief sie ein. Am Morgen darauf lag sie tot im Bett: Helga Schilffarth, 50, gestorben an plötzlichem “Herzversagen”, so der Totenschein.
St. Johannesstift in Marsberg: Kinder sollen früher in Psychiatrie sexuell missbraucht worden sein
Das WDR-Magazin “Westpol” erhebt schwere Vorwürfe: Im nordrhein-westfälischen St. Johannesstift sollen Kinder in einer Psychiatrie in den fünfziger und sechziger Jahren geschlagen und sexuell missbraucht worden sein. Ermittlungen blieben damals ohne Folgen – die Opfer litten still weiter.
Köln – In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen Menschen in Not Hilfe finden. Doch bis in die siebziger Jahre wurden junge Patienten im St. Johannesstift im nordrhein-westfälischen Marsberg offenbar Opfer von Gewalt und Missbrauch.
Das WDR-Magazin “Westpol” berichtet von massiven sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche und beruft sich auf die Aussagen damals Betroffener. Nach Jahrzehnten des Schweigens hätten diese von ihren Leiden erzählt: Pfleger und Nonnen hätten sich regelmäßig an ihnen vergangen.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/vorwuerfe-des-kindesmissbrauchs-im-st-johannesstift-a-890602.html
Wann dürfen Menschen gegen ihren Willen behandelt werden? Der Bundestag hat jetzt Zwangsbehandlungen von psychisch Kranken im Notfall gebilligt. Am Donnerstagabend stimmten die Abgeordneten dem Gesetzentwurf mit großer Mehrheit zu. Doch Ärzte müssen sich an einige Bedingungen halten.
Berlin – Psychisch kranke Menschen dürfen in geschlossenen Einrichtungen wieder gegen ihren Willen mit Psychopharmaka behandelt werden. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstagabend eine Regelung, mit der solche Zwangsmaßnahmen auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden. Dies soll für jene Fälle gelten, in denen Patienten eine Behandlung ablehnen und ihnen dadurch ein erheblicher gesundheitlicher Schaden droht.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/israel-polizei-nimmt-angestellte-von-psychiatrischer-klinik-fest-a-864740.html
Pharma-Seelsorger
Ein fragwürdiges Verständnis von Transparenz gibt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zu erkennen. In einer Selbsterklärung sollten 70 Funktionsträger, unter ihnen Mediziner angesehener Hochschulen, bereits vor einem Jahr angeben, inwiefern sie persönliche Honorare etwa für Beratungen von pharmazeutischen Firmen kassieren. Bis April hatten nur 54 von ihnen die Erklärung abgegeben – knapp die Hälfte musste Beziehungen zu Unternehmen einräumen. Inzwischen haben zwar auch die anderen geantwortet, jedoch sind ihre Interessenkonflikte anscheinend so brisant, dass die DGPPN jetzt beschlossen hat, sie auf Wunsch der Mitglieder unter Verschluss zu halten.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82995619.html
Zwangsbehandlung: Richter stärken Rechte psychisch kranker Straftäter
Weil er im Wahn beinahe Frau und Tochter erschlug, musste André P. in die geschlossene Psychiatrie. Dort wehrt sich der 59-Jährige dagegen, Medikamente zu nehmen. Zwingen darf man ihn nicht – entschied jetzt das Bundesverfassungsgericht.
Karlsruhe – Knapp zwölf Jahre ist es her, dass André P. im Alkoholrausch versuchte, seine Frau und seine Tochter umzubringen – weil er meinte, die beiden wollten ihn vergiften. Im Prozess bescheinigte ihm ein Gutachter eine “akute wahnhafte Störung”. Seit 1999 sitzt P. in der Forensischen Psychiatrie des Pfalzklinikums in Klingenmünster. Nach drei Monaten verweigerte er die Behandlung mit Psychopharmaka.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/zwangsbehandlung-richter-staerken-rechte-psychisch-kranker-straftaeter-a-757342.html
OP ohne Grund
Zumindest in einem Punkt gibt es keine Zweifel mehr: Arnold Pier, 54, war ein übler Kurpfuscher. Der ehemalige Chefarzt und Inhaber der Sankt Antonius Klinik in Wegberg bei Mönchengladbach operierte bei Patienten laut Gutachten Organe heraus, die gar nicht krank waren. Er verordnete Giftkuren, die Unsinn waren. Und er traktierte Wunden mit frisch gepresstem Zitronensaft, angeblich zur Desinfektion.
Wegen dieser Taten wird das Landgericht Mönchengladbach nach Informationen des SPIEGEL Pier an diesem Montag wegen Körperverletzung, teilweise mit Todesfolge verurteilen. Die Staatsanwaltschaft hat vier Jahre Gefängnis beantragt. Die Richter werden diesem Strafmaß weitgehend zustimmen, sie wollen die Strafe um bis zu einem Jahr reduzieren, weil das Verfahren so lang dauerte.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/aerztepfusch-das-schreit-zum-himmel-a-753287.html
Hurra! Wir sind irre!
Der Psychiater Manfred Lütz hat einen erstaunlichen Bestseller über Geisteskrankheiten geschrieben, in dem nicht die Verrückten das Problem sind, sondern die Normalen. Von Matthias Matussek
Die Bestsellerei ist ein undurchsichtiges Geschäft, doch eines ist sicher: Bestseller erfassen schlagwortartig die Diskurs-Strömungen und Sehnsüchte einer Gesellschaft. An den Platzierungen der Bestsellerliste lässt sich ablesen, was in den Köpfen vieler vorgeht.
Offenbar hatten sehr viele Käufer vor geraumer Zeit Lust, sich mit Hape Kerkeling auf die Wanderschaft nach innen zu begeben. Offenbar waren sie darauf beunruhigt über ihre Identität und lasen “Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?”. Derzeit sind sie auf Glück und Gelächter mit Eckart von Hirschhausen aus. Und offenbar, das ist erstaunlich, wollen gleichzeitig viele derzeit wissen, ob sie irre sind, und wenn ja, wie sehr.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67964004.html
Unnötiges Neuroleptika
Gehirnwäsche bei der Ärzteschaft
Der Psychopharmakologe Bruno Müller-Oerlinghausen, 73, ehemaliger Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, über den unnötigen Einsatz von Neuroleptika
SPIEGEL: Sie haben, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, ein Memorandum verfasst, in dem Sie kritisieren, dass viel zu viele Neuroleptika verschrieben würden.
Müller-Oerlinghausen: In der Tat. Neuroleptika wurden ja vor allem für die Behandlung von Schizophrenen entwickelt. Heute sind sie Blockbuster, echte Verkaufsschlager. Seroquel, das beliebteste dieser Medikamente, steht auf der Liste der am häufigsten verschriebenen Arzneimittel bereits auf Platz elf – und zudem ist der Umsatz von Seroquel im Vergleich zum Vorjahr um ganze 30 Prozent gestiegen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67036867.html
Wenn Opfer von Behandlungsfehlern sich wehren, werden sie oft ein zweites Mal Opfer. Vor deutschen Gerichten bekommen Geschädigte schwer recht, eine unrühmliche Rolle spielen Gutachter.
Das Leben hat es nicht besonders gut gemeint mit Gerhard Rose, 55. Der Sauerländer bekam mit 30 Jahren Tuberkulose. Die Krankheit zerstörte Lungenbläschen, Ärzte behandelten dieses Lungenemphysem daraufhin mit Cortison. Vom Cortison bekam er Arthrose und Osteoporose und davon schreckliche Schmerzen. Das war Schicksal.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-60135151.html
Gehirn unter dem brutalen Eispickel der Massenmörder- Psychiatrie
Im Januar 1946 erprobt Freeman erstmals die “transorbitale” Lobotomie. Einer 29-jährigen Frau, die unter manischen Schüben und Depressionen leidet, schiebt er den Eispickel am Augapfel vorbei ins Stirnhirn. Dann schwingt er das Instrument hin und her, um Nervenbahnen zu durchtrennen. Die Patientin scheint schlagartig geheilt; zwar wirkt sie in ihrem ganzen Wesen auffallend gedämpft, kann aber wieder als Krankenschwester arbeiten.
Diesmal hat Freeman nicht in einem Krankenhaus operiert, sondern in seinem Büro – das spart Zeit und Geld. Auch die Betäubungsmethode ist unkonventionell: Freeman versetzt seine Patienten durch Elektroschocks in ein kurzes Koma. Nach dem Aufwachen schickt er sie im Taxi nach Hause. Er operiert ohne sterile Handschuhe, ohne Gesichtsmaske und Arztkittel, alles soll schnell gehen.
Die transorbitale Methode ist lebensgefährlich
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fruehe-neurochirurgie-hirn-op-mit-dem-eispickel-a-562025-3.html
In der Psychiatrie erstickt
Berlin – Eine Nachtschwester der Station 16 hatte nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gegen 4.25 Uhr die Leiche der Frau entdeckt und die Polizei informiert. Die Zimmergenossin der Toten, Angela L., machte demnach einen vollkommen verwirrten und aggressiven Eindruck.
Der Klinikkonzern Vivantes, zu dem das Wenckebach-Krankenhaus im Stadtteil Tempelhof gehört, teilte mit, man könne derzeit wegen des laufenden Verfahrens keine Auskünfte geben. “Wir unterstützen die Ermittlungen der Polizei mit allen Kräften, um zu einer möglichst schnellen und lückenlosen Aufklärung beizutragen”, so ein Sprecher.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/berliner-klinik-53-jaehrige-in-psychiatrie-erstickt-a-545011.html
Vorgegaukelte Wirksamkeit der Psychiatrie
Einseitig somatisch fixiert
Nr. 10/2008, Medikamente: Wirkungslose Antidepressiva – Ratlosigkeit in der Psychiatrie
Eine Studie, die zeitgleich zur Kirsch-Studie im “New England Journal of Medicine” erschienen ist, zeigt, dass von den bei der Food and Drug Administration registrierten Antidepressiva-Studien zwar mit einer Ausnahme alle 37 mit positivem Ergebnis publiziert wurden, dagegen nur 3 der 33 Studien mit negativem oder fraglichem Ergebnis. Es wird also eine Wirksamkeit der Medikamente vorgegaukelt, die nicht gegeben ist. Diese skandalöse Situation führt alle Bemühungen um eine evidenzbasierte psychiatrische Behandlung ad absurdum.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56240552.html
Sechs Jahre in der Psychiatrie wegen Fehldiagnose
Sie wurde mit Psychopharmaka ruhig gestellt und häufig an Bett, Stuhl oder Heizung gefesselt: Aufgrund einer Fehldiagnose saß eine 49-Jährige sechs Jahre lang in der Psychiatrie. Jetzt klagt sie vor dem Frankfurter Oberlandesgericht auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.
Frankfurt/Main – Die Frau war wegen Hebephrenie, einer Form von jugendlicher Schizophrenie, als 15-Jährige eingewiesen worden. Nach Überzeugung eines Psychiatrieprofessors aus Hannover war diese Diagnose aber falsch. Sie sei jahrelang nicht geprüft worden, obwohl es schon seinerzeit üblich war, bei einem Klinikwechsel Patienten zu untersuchen und neu zu diagnostizieren. Auch seien der Frau zu hoch dosierte Medikamente verabreicht worden.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/prozess-sechs-jahre-in-der-psychiatrie-wegen-fehldiagnose-a-528786.html
Gutachten der Psychiatrie sind Glücksache
Psycho-Gutachten ist Glückssache
Stress im Job kann krank und depressiv machen. Manchmal so sehr, dass Betroffene nicht mehr arbeiten können. Doch ob man als arbeitsunfähig gilt und Anrecht auf Frührente hat, hängt von einem wohlwollenden Gutachter ab, wie eine Studie zeigt.
Krank oder gesund? Arbeitsunfähig oder belastbar? Wenn ein Arbeitnehmer an einer Depression erkrankt, kann es passieren, dass er total ausfällt. Dann hat er die Möglichkeit Frührente zu beantragen. Ob er Anspruch darauf hat, beurteilt der Rentenversicherer. Eine entscheidende Rolle spielen dabei psychiatrische Gutachten, die die Rentenversicherer bei externen Gutachtern in Auftrag geben.
Psychische Gewalt wie Folter
Drohungen, Einschüchterungen und der Entzug von Zuwendung haben einer Studie zufolge ähnliche psychische Folgen wie körperliche Folter. Experten warnen vor den dramatischen Folgen – nicht nur für erwachsene Opfer in Krisengebieten, sondern auch für Kinder in friedlichen Ländern.
Von Hardinghaus, Barbara
Seit Jahren kämpft ein inzwischen 92-jähriger Mann um die Würde seiner Frau und gegen die Zustände in Pflegeheimen. Sie stürzte so oft, bis sie ins Koma fiel. Der Fall beleuchtet die Lage der 650 000 Heimbewohner und zeigt die Hilflosigkeit einer älter werdenden Gesellschaft. Von Barbara Hardinghaus
Er nimmt die Cordmütze vom Haken, schließt die Wohnungstür, steigt die Treppe hinab, läuft die Straße unter den großen Bäumen entlang bis zur S-Bahn, er steigt die Treppe hinauf, setzt sich in den letzten Wagen, fährt zu seiner Frau Erika, seit 16 Jahren jeden Tag.
“Hallihallo”, sagt Hans Behrens, 92 Jahre alt, als er in das Zimmer tritt auf Station fünf in der “Parkresidenz”, einem Seniorenheim in Hamburg-Poppenbüttel, mit Empfangshalle und Kaminzimmer. Sie liegt im Bett, gelbe Decke, blaues Nachthemd, sie umgreift ein Taschentuch, sie antwortet nicht, sie bewegt sich nicht. Erika Behrens ist oft auf den Fußboden gestürzt, zwölfmal in zwei Jahren, oben in Etage fünf.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-49976942.html