Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_2006.html
Timestamp: 2018-06-19 22:10:33
Document Index: 362381965

Matched Legal Cases: ['§ 623', '§ 2', '§ 2', '§ 23', '§ 74', 'EuG', '§ 17']

HENSCHE Arbeitsrecht: Aktuelles Arbeitsrecht 2006: Urteile, Gesetzgebung, Europarecht, Arbeit & Soziales
Ak­tu­el­les Ar­beits­recht 2006: Ur­tei­le, Ge­setz­ge­bung, Eu­ro­pa­recht, Ar­beit & So­zia­les
Auf die­ser Sei­te fin­den Sie ju­ris­ti­sche Be­wer­tun­gen ak­tu­el­ler Ur­tei­le und Ge­set­zes­än­de­run­gen auf dem Ge­biet des Ar­beits- und So­zi­al­rechts im Jahr 2006.
Bei­trä­ge aus an­de­ren Jah­ren fin­den Sie un­ter Ar­beits­recht 2018, Ar­beits­recht 2017, Ar­beits­recht 2016, Ar­beits­recht 2015, Ar­beits­recht 2014, Ar­beits­recht 2013, Ar­beits­recht 2012, Ar­beits­recht 2011, Ar­beits­recht 2010, Ar­beits­recht 2009, Ar­beits­recht 2008, Ar­beits­recht 2007, Ar­beits­recht 2005, Ar­beits­recht 2004, Ar­beits­recht 2003, Ar­beits­recht 2002 und un­ter Ar­beits­recht 2001.
06/21 Arbeitsgericht Hamburg: Keine Kündigung "i.A."
21.12.2006. Die Kündi­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses muss gemäß § 623 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) schrift­lich erklärt wer­den. Die­se ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Form wir nicht ein­ge­hal­ten, wenn ei­ne schrift­li­che Kündi­gung mit "im Auf­trag" bzw. "i.A." un­ter­schrie­ben wird, denn da­mit zeigt der Un­ter­zeich­nen­de, dass er die Kündi­gung als Bo­te ei­nes an­de­ren über­mit­teln möch­te. Der Un­ter­zeich­nen­de ist da­her nicht der­je­ni­ge, der die Kündi­gung erklärt: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 08.12.2006, 27 Ca 21/06.
06/20 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Kündigungsschutz
05.12.2006. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) dient dem eu­ro­pa­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen Schutz von Ar­beit­neh­mern ge­genüber Dis­kri­mi­nie­run­gen im Er­werbs- bzw. Ar­beits­le­ben. Da § 2 Abs.4 AGG deut­lich macht, dass das AGG am be­ste­hen­den Kündi­gungs­schutz­recht nichts ändern soll, fragt sich, ob die­se Vor­schrift ei­nen eu­ro­pa­recht­lich aus­rei­chen­den Schutz vor dis­kri­mi­nie­ren­den Kündi­gun­gen ver­hin­dert. Um dies zu ver­hin­dern, muss § 2 Abs.4 AGG ein­schränkend in­ter­pre­tiert wer­den.
27.11.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat vor kur­zem sei­ne Recht­spre­chung zum The­ma So­zi­al­aus­wahl geändert. Künf­tig führt die feh­ler­haf­te Be­ur­tei­lung der so­zia­len Schutz­bedürf­tig­keit ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer nicht mehr zur Un­wirk­sam­keit al­ler Kündi­gun­gen ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gungs­wel­le: BAG, Ur­teil vom 09.11.2006, 2 AZR 812/05.
06/18 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Mobbing
09.11.2006. Seit dem 18.08.2006 gilt das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG). Das AGG ver­bes­sert den Schutz vor Dis­kri­mi­nie­run­gen mit vie­len neu­en Rechts­vor­schrif­ten, un­ter zu­guns­ten von Ar­beit­neh­mern. Da­her fragt sich, in wel­chen Hin­sich­ten das AGG auch die Chan­cen von Mob­bing­be­trof­fe­nen ver­bes­sert, ih­re Rech­te durch­zu­set­zen.
13.10.2006. Auch langjährig beschäftig­te Ar­beit­neh­mer können in gra­vie­ren­den Fällen se­xu­el­ler Belästi­gun­gen außer­or­dent­lich gekündigt wer­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 27.09.2006, 3 Sa 163/06.
06/16 BAG: Kündigungsschutz oder Kleinbetrieb?
04.10.2006. Die Fort­gel­tung des Kündi­gungs­schut­zes auf der Grund­la­ge der bis zum 31.12.2003 gel­ten­den Fas­sung der Klein­be­triebs­klau­sel des § 23 Abs.1 Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) setzt vor­aus, daß am 31.12.2003 min­des­tens sechs Ar­beit­neh­mer im Be­trieb beschäftigt wa­ren und daß die­se Ar­beit­neh­mer auch wei­ter­hin im Be­trieb ver­blei­ben. Sinkt die Stärke der 2003er-Be­leg­schaft auf fünf oder we­ni­ger, fällt der Kündi­gungs­schutz nach der Alt­fall­re­ge­lung weg, auch wenn nach 2003 neue Ar­beit­neh­mer ein­ge­stellt wur­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil 21.09.2006, 2 AZR 840/05.
06/15 Arbeitsgericht Berlin: Fristlose Kündigung wegen Ausländerfeindlichkeit
15.09.2006. Wer Ar­beits­kol­le­gen während der Ar­beit über lan­ge Zeit hin­weg fort­ge­setzt in ras­sis­ti­scher Wei­se be­lei­digt, z.B. mit Schimpfwörtern wie "Po­len­sau" oder mit ähn­li­chen Aus­drücken, muss mit ei­ner frist­lo­sen Kündi­gung rech­nen. Ei­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung ist in sol­chen Fällen nicht er­for­der­lich: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 05.09.2006, 96 Ca 23147/05.
06/14 Arbeitsgericht Hamburg: Drogenkontrollen zulässig
10.09.2006. Bei gefähr­li­chen Ar­bei­ten und auf der Grund­la­ge ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung kann der Ar­beit­ge­ber stich­pro­ben­ar­ti­ge Dro­gen­tests durchführen: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 01.09.2006, 27 Ca 136/06.
06/13 LAG Schleswig-Holstein: Fristlose Kündigung bei KZ-Vergleich
03.09.2006. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Schles­wig-Hol­stein ent­schie­den, dass ein wich­ti­ger Grund für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung vor­liegt, wenn ein Ar­beit­neh­mer be­trieb­li­che Verhält­nis­se mit ei­nem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ver­gleich: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 29.08.2006, 6 Sa 72/06.
06/12 BAG: Verlängerung von Zeitverträgen unter geänderten Arbeitsbedingungen
26.08.2006. Wird ein sach­grund­los be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag verlängert und wer­den da­bei zu­gleich auch an­de­re Ver­trags­be­din­gun­gen geändert, liegt ein Fol­ge-Ar­beits­ver­trag und da­mit ein Neu­ab­schluss vor, der nicht mehr sach­grund­los be­fris­tet wer­den kann. Das gilt auch dann, wenn ei­ne nur ge­ringfügi­ge Loh­nerhöhung von 0,50 EUR ver­ein­bart wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.08.2006, 7 AZR 12/06.
06/10 Sperrzeit bei Aufhebungsverträgen
15.08.2006. Auf­he­bungs­verträge führen nicht stets zur Sperr­zeit: Das In­ter­es­se des Ver­si­cher­ten an ei­ner güns­ti­gen Ge­stal­tung der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ist le­gi­tim, wenn ein Ab­war­ten der an­sons­ten dro­hen­den (rechtmäßigen) Kündi­gung auch zur Ar­beits­lo­sig­keit führen würde: Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Ur­teil vom 12.07.2006, B 11a AL 47/05 R.
06/09 BSG: Keine Sperrzeit bei Kündigung und Abschluß eines Zeitvertrags
01.08.2006. Wer ein si­che­res un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis ge­gen ein un­si­che­res be­fris­te­tes ein­tauscht, um sei­nen Be­ruf zu wech­seln, ver­wirkt kei­ne Sperr­zeit nach Aus­lau­fen des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses. Das ent­schied das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) in ei­nem jetzt be­kannt ge­wor­de­nen Ur­teil vom Ju­li die­ses Jah­res: BSG, Ur­teil vom 12.07.2006, B 11a AL 55/05 R.
06/08 Keine Rentenversicherungspflicht für GmbH-Geschäftsführer
15.07.2006. Das Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2006, vom 29.06.2006, stellt klar, daß Geschäftsführer von Ein-Mann-Gmb­Hs nicht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung un­ter­lie­gen.
06/07 BAG: Karenzabrede auch bei pauschalem Verweis auf HGB
30.06.2006. Auch ein pau­scha­ler Ver­weis auf die §§ 74 ff. HGB genügt als Ver­ein­ba­rung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung und führt da­mit zur Wirk­sam­keit des Wett­be­werbs­ver­bots, und zwar auch bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses in der Pro­be­zeit, das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) jüngst ent­schie­den, Ur­teil vom 28.06.2006, 10 AZR 407/05.
06/06 BAG: Keine Kündigung eines Leiharbeitnehmers wegen Auftragsmangels
01.06.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass ei­ne Zeit­ar­beits­fir­ma ei­nen Leih­ar­beit­neh­mer nicht aus be­triebs­be­ding­ten Gründen kündi­gen kann, weil ei­ner ih­rer Auf­trag­ge­ber, bei dem der gekündig­te Ar­beit­neh­mer zu­letzt ein­ge­setzt wor­den war, den Auf­trag gekündigt hat. Denn kurz­fris­ti­ge Auf­trtagslücken gehören zum Ri­si­ko des Leih­ar­beit­ge­bers: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil 18.05.2006, 2 AZR 412/05.
29.05.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt bestätigt die Man­gold-Ent­schei­dung des EuGH und ver­sagt Zeit­verträgen, die un­ter Aus­nut­zung der 52er-Re­ge­lung sach­grund­los be­fris­tet wur­den, die Wirk­sam­keit, BAG, Ur­teil vom 26.04.2006, 7 AZR 500/04.
06/05 LAG Köln: Beweislast bei Schmerzensgeldklage wegen Mobbings
28.05.2006. Nach An­sicht des Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln sind Mob­bing­op­fern vor Ge­richt kei­ne Be­wei­ser­leich­te­run­gen zu­zu­ge­ste­hen, LAG Köln, Ur­teil vom 21.04.2006, 12 (7) Sa 64/06.
06/04 BAG urteilt zu Miles and More Bonusmeilen.
05.05.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass "Mi­les and Mo­re"-Bo­nus­mei­len, die aus vom Ar­beit­ge­ber be­zahl­ten dienst­li­chen Flügen re­sul­tie­ren, dem Ar­beit­ge­ber zu­ste­hen. Er kann da­her ver­lan­gen, daß die Bo­nus­mei­len zur Be­zah­lung von Dienstflügen ein­ge­setzt wer­den: BAG, Ur­teil vom 11.04.2006, 9 AZR 500/05.
02.04.2006. §§ 17 und 18 KSchG sind auf­grund eu­ro­pa­recht­li­cher Vor­ga­ben so zu aus­zu­le­gen, daß Ar­beit­ge­ber künf­tig die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge be­reits vor Aus­spruch der Kündi­gun­gen (und nicht erst vor Aus­lau­fen der Kündi­gungs­frist) bei der Ar­beits­agen­tur ab­ge­ben müssen, BAG, Ur­teil vom 23.03.2006, 2 AZR 343/05.
06/02 Sozialgericht Frankfurt - Arbeitsunfall bei Weihnachtsfeier
25.01.2006. Wer zu später St­un­de ge­gen 03:00 Uhr in der Frühe und un­ter er­heb­li­chem Al­ko­hol­ein­fluß auf ei­ner Weih­nachts­fei­er ei­nen Un­fall er­lei­det, steht un­ter dem Schutz der ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung, wenn der Vor­ge­setz­te noch an­we­send war. Das hat das So­zi­al­ge­richt Frank­furt am Main in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung klar­ge­stellt und dem Kläger recht ge­ge­ben: So­zi­al­ge­richt Frank­furt am Main, Ur­teil vom 24.01.2006, S 10 U 2623/03.
06/01 Abfindung und Steuer: Änderungen 2006
03.01.2006. Die Steu­er­vergüns­ti­gung für Ab­fin­dun­gen wur­de mit Wir­kung vom 01.01.2006 ab­ge­schafft. Es gel­ten aber Über­g­angs­fris­ten.