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Timestamp: 2016-10-26 11:27:05
Document Index: 33444073

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 132', 'BGE']

U 173/06 (04.12.2006)
Pr�sident Ferrari, Bundesrichter Lustenberger und Seiler; Gerichtsschreiberin Durizzo
S.________, 1963, Beschwerdef�hrer, vertreten durch lic. iur. Max S. Merkli, Praxis f�r Sozialversicherungsrecht, Schaffhauserstrasse 345, 8050 Z�rich,
S.________, geboren 1963, leidet seit einem Sportunfall am 6. Juli 1990 an Kniebeschwerden. Am 6. Juli 1999 brach er sich bei einem Sturz das linke Handgelenk. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gew�hrte ihm deshalb mit Verf�gung vom 12. Mai 2004 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 20 % ab 1. Mai 2004 sowie eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 15 %. Auf Einsprache hin erh�hte sie die Invalidenrente gest�tzt auf einen Invalidit�tsgrad von 24 % (Einspracheentscheid vom 11. August 2004).
S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei ihm eine Rente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 50 % zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zu weiteren Abkl�rungen und neuem Entscheid an die SUVA zur�ckzuweisen.
Streitig ist, in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer noch arbeitsf�hig ist und welches Invalideneinkommen er dabei zu erzielen verm�chte. Die Vorinstanz hat die diesbez�glich massgebenden Bestimmungen �ber die Invalidit�t (Art. 8 ATSG) und die Ermittlung des Invalidit�tsgrades (Art. 16 ATSG) sowie die Grunds�tze zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc [Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/01]) zutreffend dargelegt; darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass hier die am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bestimmungen des Bundesgesetzes �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 zur Anwendung gelangen, da eine ab 1. Mai 2004 auszurichtende Invalidenrente zu beurteilen ist (BGE 130 V 445, 130 V 329).
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die medizinischen Berichte seien widerspr�chlich bez�glich der Einsatzf�higkeit seiner linken Hand.
2.1 Gem�ss Austrittsbericht der Rehaklinik X.________ vom 26. Juni 2003 war die Funktion der linken, adominanten Hand nach einer Handgelenksarthrodese schmerzbedingt stark vermindert, die Feinmotorik indessen ordentlich erhalten. Die Schmerzen seien einer �berlastung zuzuschreiben. Leichte Arbeiten, die mehrheitlich mit der rechten Hand ausgef�hrt werden k�nnten und bei denen die linke Hand nur zeitweilig als leichte Hilfs- und Haltehand eingesetzt werden m�sse, seien ganztags zumutbar. Nicht zuzumuten seien T�tigkeiten mit repetitiven Umwendbewegungen des linken Unterarms, mit Schl�gen oder Vibrationen auf das linke Handgelenk sowie kraftvolles Halten und Manipulieren von Gegenst�nden links.
2.2 Nach seiner Abschlussuntersuchung berichtete SUVA-Kreisarzt Dr. med. L.________ am 11. November 2003, die Fingerfunktion sei in der Motilit�t nicht eingeschr�nkt, intrinsische Motorik und Sensibilit�t seien zur Zeit der Untersuchung nicht gest�rt. Der Feingriff sei gezielt und einwandfrei. Eine Dreipfundhantel k�nne ohne weiteres gefasst und hochgehoben, mit h�ngendem Arm auch die 5 kg-Hantel gefasst und getragen werden. Es bestehe jedoch eine starke Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des Trapezium beziehungsweise radial im distalen arthrodesierten Carpus. Zudem best�nden Schmerzhaftigkeiten auf Druck ulnar im Bereich des Styloid, die nicht ohne weiteres zu erkl�ren seien. Durch die persistierende Schmerzhaftigkeit sei die Belastbarkeit der linken Hand eindeutig eingeschr�nkt, k�nne aber zumindest f�r Feingriffe und als Hilfshand f�r Gegenhalten ohne weiteres eingesetzt werden. Eine leidensangepasste T�tigkeit sei ganztags zumutbar.
2.3 Dr. med. B.________, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, welcher am 14. M�rz 2002 die formelle Handgelenksarthrodese vorgenommen hatte und den Versicherten seither betreute, berichtete am 4. Februar 2004, dass vom objektivierbaren, handchirurgischen Standpunkt aus eine ganzt�gige Pr�senz am Arbeitsplatz zumutbar sei, sofern f�r den linken Arm nur leichte Verrichtungen anfallen.
2.4 Aus der Aktennotiz der Ergotherapeutin (Spital Y.________, Ergotherapie-Institut) vom 24. M�rz 2004, die auf einer l�ngeren Behandlungsperiode mit Evaluation der funktionellen Leistungsf�higkeit beruht, ergibt sich, dass das Tragen (im Training ein Plasticsack mit einem Gewicht von 0,5-1,5 kg) zeitlich nur sehr limitiert m�glich war und eine Steigerung zu keiner Erh�hung der Belastbarkeit f�hrte, da eine Schwellung und Schmerzverst�rkung eintrat. Auch wenn die linke Hand nur f�r sehr leichte und sehr kurzzeitige Halte- und Hilfst�tigkeiten eingesetzt wurde, nahm die Schmerzintensit�t schon nach 5-15 Minuten zu und es zeigte sich im Bereich der Operationsnarbe eine Schwellung. Die Ergotherapeutin ging deshalb davon aus, dass eine mehrst�ndige verwertbare Arbeitsleistung in einer bimanuellen T�tigkeit nicht erreicht werden k�nne.
2.5 Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers zeigt sich mit diesen Berichten kein widerspr�chliches Bild. Eine 100%ige Erwerbst�tigkeit ist ihm gest�tzt auf diese Angaben durchaus zuzumuten. So bezieht die Ergotherapeutin ihre Aussage, eine mehrst�ndige verwertbare Arbeitsf�higkeit k�nne nicht erreicht werden, ausdr�cklich auf bimanuelle T�tigkeiten. Indessen ist zu ber�cksichtigen, dass die linke adominante Hand nur recht reduziert eingesetzt werden kann. Dies schr�nkt den Versicherten bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ein und verlangt ein besonderes Entgegenkommen des Arbeitgebers. Dies ist jedoch nicht f�r den Umfang der zumutbaren T�tigkeit, die keine weiteren medizinischen Abkl�rungen erfordert, massgebend, sondern im Rahmen des leidensbedingten Abzuges vom hypothetischen Invalideneinkommen in Rechnung zu stellen. Gleiches gilt bez�glich der Kniebeschwerden, was im �brigen unbestritten ist.
2.6 Zu erg�nzen ist in diesem Zusammenhang, dass Dr. med. A.________, Spital Y.________, am 29. Juni 2005 bei der SUVA um Kostengutsprache f�r eine weitere Operation ersucht hat. Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die SUVA diesen Bericht als R�ckfallmeldung entgegengenommen und ihrem Kreisarzt vorgelegt. In der Folge stellte sich jedoch bei weiteren Abkl�rungen heraus, dass vorerst doch keine Operation geplant sei.
3.1 Nachdem der Beschwerdef�hrer keiner Erwerbst�tigkeit mehr nachgeht, hat die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen zu Recht gest�tzt auf die Tabellenl�hne gem�ss der vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1; 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Streitig ist der leidensbedingte Abzug.
Nach der Rechtsprechung h�ngt die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass Tabellenl�hne herabzusetzen sind, von s�mtlichen pers�nlichen und beruflichen Umst�nden des konkreten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad), welche nach pflichtgem�ssem Ermessen zu sch�tzen sind. Der maximal zul�ssige Abzug betr�gt 25 % (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b). Verwaltung und Vorinstanz haben einen Abzug vom Tabellenlohn in der H�he von 15 % gew�hrt. Dies erscheint angesichts der oben (Erw. 2) ausgef�hrten betr�chtlichen Einschr�nkungen bez�glich der linken, adominanten Hand und der durch einen fr�heren Unfall bedingten Kniebeschwerden eher wenig. Andere Faktoren, die im Rahmen des Abzugs vom Tabellenlohn zu ber�cksichtigen w�ren, sind indessen nach Lage der Akten nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Insgesamt ist die von der Verwaltung (im Einspracheentscheid) gew�hrte und von der Vorinstanz best�tigte 15%ige Reduktion im Rahmen der Angemessenheitskontrolle (Art. 132 lit. a OG; BGE 126 V 81 Erw. 6 mit Hinweisen), die nur zur�ckhaltende Korrekturen zul�sst, insbesondere aber auch mit Blick auf vergleichbare F�lle (Urteile H. vom 6. September 2006, U 454/05; Z. vom 4. Mai 2006, U 309/05; R. vom 16. Januar 2006, I 180/05; S. vom 30. August 2005, U 122/05, und dort genannte Pr�judizien; B. vom 19. November 2004, I 348/04; N. vom 5. November 2003, U 147/00), nicht zu beanstanden.
3.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde macht der Beschwerdef�hrer des Weiteren geltend, Verwaltung und Vorinstanz h�tten ein zu tiefes Valideneinkommen angenommen, seien ihm doch in fr�heren Jahren zus�tzlich Boni ausbezahlt worden. Dies trifft zwar zu. Indessen sind entsprechende Zahlen - in unterschiedlicher H�he - nur f�r die Jahre 1998 und 1999 ausgewiesen. Nach Angaben der vormaligen Arbeitgeberin vom 12. Januar 2004 h�tte er seit dem Jahr 2000 Anspruch auf 13 Monatsgeh�lter gehabt; Boni werden nicht erw�hnt und k�nnen hier daher nicht ber�cksichtigt werden. Damit bleibt es bei dem von Verwaltung und Vorinstanz angenommenen Valideneinkommen von Fr. 65'000.- gem�ss Auskunft der Arbeitgeberin.