Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F12-05-2015-1C_604-2014
Timestamp: 2016-10-26 19:18:01
Document Index: 376465505

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 99', 'Art. 16', 'Art. 3', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 24', 'Art. 75', 'Art. 1', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 13', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 55', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_604/2014 (12.05.2015)
1C_604/2014 � � Urteil vom 12. Mai 2015
Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Robert F�rer,
Eidgen�ssisches Starkstrominspektorat ESTI.
�Die Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil versorgt einen Teil des Gemeindegebiets von Sirnach mit Strom. Zu ihrem Versorgungsnetz geh�rt die 1969 erbaute Transformatorenstation (TS) Weid in der Landwirtschaftszone von Busswil. Diese wurde von der Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil durch eine neue Station auf der gegen�berliegenden Strassenseite ersetzt (ebenfalls in der Landwirtschaftszone). Die Gemeinde Sirnach hatte daf�r am 21. September 2010 die Baubewilligung erteilt. Sie war davon ausgegangen, es handle sich um einen Ersatzbau, den sie im vereinfachten Verfahren bewilligen k�nne.
�Namens der Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil reichte die A.________ AG, Planungsb�ro f�r Strom und Wasser, am 18. Oktober 2010 beim Eidgen�ssischen Starkstrominspektorat (ESTI) ein Gesuch um Plangenehmigung f�r die neue TS Weid ein. Das ESTI teilte am 26. November 2010 mit, dass die Baubewilligung der Gemeinde nichtig sei und eine Standortbegr�ndung f�r Bauten ausserhalb der Bauzonen fehle. Am 4. April 2011 er�ffnete es das ordentliche Plangenehmigungsverfahren. Am 11. August 2011 stellte es fest, dass die neue TS Weid bereits fertiggestellt und die alte Station entfernt worden war. Nach einem erneuten Schriftenwechsel wies das ESTI am 31. Oktober 2013 das Plangenehmigungsgesuch ab und wies die Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil an, die TS Weid innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Verf�gung zur�ckzubauen.
�Dagegen erhob die Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil am 3. Dezember 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie reichte neue Akten und Berechnungen zu f�nf Standortvarianten ein. Auf Anordnung der Instruktionsrichterin gab sie einen Netz- und einen Kabellageplan f�r den Versorgungsperimeter der TS Weid zu den Akten. Das Gericht f�hrte am 5. Mai 2014 einen Augenschein durch. Am 5. November 2014 wies es die Beschwerde ab.
�Dagegen hat die Elektra-Genossenschaft Hub-Busswil am 12. Dezember 2014 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr Gesuch zu genehmigen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz oder das ESTI zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen zur�ckzuweisen.
�Das Bundesverwaltungsgericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das ESTI und das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
�Die Beschwerdef�hrerin hat auf eine Replik verzichtet.
�Mit Verf�gung vom 15. Januar 2015 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
�Vor Bundesgericht kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht - einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens - ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht wendet das Bundesrecht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat, sofern dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 und Art. 97 Abs. 1 BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel k�nnen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).
�Das Erstellen oder �ndern einer Starkstromanlage wie der hier interessierenden Transformatorenstation bedarf einer Plangenehmigung (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen vom 24. Juni 1902 [Elektrizit�tsgesetz, EleG; SR 734.0] in Verbindung mit Art. 3 Ziff. 29 der Starkstromverordnung vom 30. M�rz 1994 [SR 734.2]). Genehmigungsbeh�rde ist das ESTI (Art. 16 Abs. 2 lit. a EleG) bzw. das Bundesamt f�r Energie (BFE), wenn das ESTI Einsprachen nicht erledigen oder Differenzen nicht ausr�umen konnte (Art. 16 Abs. 2 lit. b EleG). Mit der Plangenehmigung sind s�mtliche nach Bundesrecht erforderlichen Bewilligungen erteilt (Art. 16 Abs. 3 EleG). Kantonale Bewilligungen und Pl�ne sind nicht erforderlich; das kantonale Recht ist zu ber�cksichtigen, soweit es die Betreiberin von Stark- oder Schwachstromanlagen in der Erf�llung ihrer Aufgaben nicht unverh�ltnism�ssig einschr�nkt (Art. 16 Abs. 4 EleG). Diese Bestimmungen wurden mit dem Bundesgesetz �ber die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren (AS 1999 3071 3124) eingef�hrt, das seit 1. Januar 2000 in Kraft ist.
2.1.�Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, ist zwar formell keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG erforderlich; dagegen ist der materielle Gehalt dieser Bestimmung als Konkretisierung des Grundsatzes der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet gem�ss Art. 75 Abs. 1 BV und Art. 1 Abs. 1 Satz 1 RPG auch im Plangenehmigungsverfahren zu beachten.
2.2.�Die Vorinstanz verneinte die Zonenkonformit�t der TS Weid in der Landwirtschaftszone gest�tzt auf Art. 16a Abs. 1 RPG und Art. 34 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV, SR 700.1), auch wenn diese ausschliesslich Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone versorge. Dem ist zuzustimmen: Die Landwirtschaftszone soll vor �berbauungen m�glichst freigehalten werden (Art. 16 Abs. 1 RPG); zonenkonform sind Bauten und Anlagen, wenn sie der bodenabh�ngigen Bewirtschaftung oder der inneren Aufstockung dienen (Art. 16a Abs. 1 RPG); sie m�ssen f�r die in Frage stehende Bewirtschaftung n�tig sein und ihnen d�rfen am vorgesehenen Standort keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 34 Abs. 4 lit. a und b RPV). Zwar sind Landwirtschaftsbetriebe auf die Versorgung mit Strom angewiesen; mit Strom versorgt werden aber auch zonenwidrig gewordene Bauten ausserhalb der Bauzone. Die hierf�r erforderlichen Infrastrukturanlagen (wie z.B. Transformatorenstationen) sind soweit m�glich in der Bauzone unterzubringen. Sie gelten daher in der Bauzone als zonenkonform, auch wenn sie ganz oder �berwiegend der Versorgung der Landwirtschaftszone dienen. Sie sind nur dann in der Landwirtschaftszone zu bewilligen, wenn ihr Zweck einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert und keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (entsprechend Art. 24 lit. a und b RPG).
2.3.�Die Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 lit. a RPG ist nach st�ndiger bundesgerichtlicher Praxis zu bejahen, wenn eine Anlage aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gr�nden oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (positive Standortgebundenheit) oder wenn ein Werk aus bestimmten Gr�nden in einer Bauzone ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit) (vgl. BGE 129 II 63 E. 3.1 S. 68; 124 II 252 E. 4a S. 255 f.; 123 II 256 E. 5a S. 261; BERNHARD WALDMANN/PETER H�NNI, Raumplanungsgesetz, Kommentar, 2006, Art. 24 N. 8 ff.). Dabei ist nicht erforderlich, dass �berhaupt kein anderer Standort in Betracht f�llt; es m�ssen jedoch besonders wichtige und objektive Gr�nde vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegen�ber anderen Standorten innerhalb der Bauzone als viel vorteilhafter erscheinen lassen (relative Standortgebundenheit; vgl. BGE 123 II 499 E. 3b/cc S. 509; 115 Ib 472 E. 2d 484; je mit Hinweis; WALTER HALLER/PETER KARLEN, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Aufl., Band I, 1999 S. 195 Rz. 711; WALDMANN/H�NNI, a.a.O., Art. 24 N. 10). Dies setzt eine Interessenabw�gung voraus, die sich mit derjenigen nach Art. 24 lit. b RPG �berschneidet (Urteil 1A.186/2002 vom 23. Mai 2003, in: ZBl 105/2004 S. 103; RDAF 2005 I S. 591, E. 3).
�Es ist unstreitig, dass die Transformatorenstation nicht negativ standortgebunden ist, d.h. grunds�tzlich (unter Einhaltung der Vorgaben der Verordnung vom 23. Dezember 1999 �ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV; SR 814.710]) auch innerhalb einer Bauzone errichtet werden k�nnte. Streitig ist dagegen, ob die Anlage positiv standortgebunden ist, weil ein Standort innerhalb der Bauzone (z.B. an der Rosetstrasse 9, wo bereits eine Verteilkabine steht) mit gewichtigen Nachteilen verbunden w�re.
3.1.�Die Vorinstanz ging davon aus, das heutige Versorgungsgebiet (Weid) k�nne auch von einem Standort in der nur wenige hundert Meter entfernten Bauzone aus versorgt werden, sofern ein 240 mm
2�- Kabel (statt bisher 150 mm
2�) verwendet werde. Es st�tzte sich hierf�r auf die Berechnungen des ESTI gem�ss Stellungnahme vom 23. Juni 2014. Die gesch�tzten Mehrkosten von Fr. 41'500.-- f�r das neue Kabel seien hinzunehmen und gen�gten nicht, um aus betriebswirtschaftlichen Gr�nden die Standortgebundenheit ausserhalb der Bauzone zu bejahen.
3.1.1.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet zun�chst, die Vorinstanz habe ungepr�ft auf die Ergebnisse des ESTI abgestellt. Sie habe mit der Beschwerde substanziierte Berechnungen der A.________ AG eingereicht; diese zeigten, dass die Spannungshaltung beim Anschluss Weid 1 von der Bauzone aus nicht eingehalten werden k�nnte, auch nicht mit einem Kabel von 240 mm2 Durchmesser.
�Das ESTI st�tzte seine Berechnung auf die erg�nzenden Angaben, die am 20. Mai 2014 vom Planungsb�ro der Beschwerdef�hrerin eingereicht worden waren. Es kam zum Ergebnis, dass die Stromversorgung unter Einhaltung aller Merkmale der Spannungsqualit�t in �ffentlichen Elektrizit�tsversorgungsnetzen von der Bauzone aus m�glich sei. Es bezog sich dabei auf die Norm EN 50160:2010 "Merkmale der Spannung in �ffentlichen Elektrizit�tsversorgungsnetzen", auf die auch die Beschwerdef�hrerin in ihren Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen Bezug nehme. Diese erlaube einen Spannungsverlust ("Spannungsfall") von �10 % der Nennspannung (Punkt 4.2.2.1). Diese Marge werde �berall eingehalten.
�Die Beschwerdef�hrerin hatte Gelegenheit, dazu in ihren Schlussbemerkungen Stellung zu nehmen. Darin kritisierte sie die Berechnung des ESTI nicht und zeigte nicht auf, inwiefern diese falsch sei. Zuvor am Augenschein vom 5. Mai 2014 hatte A.________ auf Frage der Instruktionsrichterin geantwortet, dass die Versorgung des Gebiets Weid - ohne die Versorgung des zus�tzlichen Gebiets Roset - von der Bauzone aus m�glich w�re (Protokoll S. 4).
�Unter diesen Umst�nden hatte die Vorinstanz keine Veranlassung, die Berechnung des ESTI als Fachbeh�rde des Bundes in Zweifel zu ziehen. Sie durfte vielmehr davon ausgehen, dass die Versorgung des Gebiets Weid allein (ohne das Gebiet Roset) von der Bauzone aus gew�hrleistet werden k�nne, sofern ein Kabel mit Durchmesser 240 mm2 verwendet werde.
3.1.2.�Weiter bestreitet die Beschwerdef�hrerin, dass sie die mit der Versorgung aus der Bauzone verbundenen Mehrkosten hinnehmen m�sse. Diese betr�gen nicht nur Fr. 41'500.--, sondern zusammen mit den R�ckbaukosten �ber Franken 100'000.--. Die R�ckbaukosten sind jedoch keine standortbedingten Mehrkosten, sondern wurden durch den vorschnellen Bau der TS Weid ohne Plangenehmigung bedingt (vgl. dazu unten E. 4).
�Die Beschwerdef�hrerin legt auch nicht substanziiert dar, inwiefern die Kosten f�r ein neues Kabel in einem Missverh�ltnis zu den �brigen Investitionskosten st�nden.
�Mit der Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen, dass die Mehrkosten f�r das Kabel allein nicht so hoch sind, dass sie f�r sich allein einen Standort ausserhalb der Bauzone rechtfertigen w�rden. Zu pr�fen ist daher, ob der gew�hlte Standort weitere Vorteile aufweist, die - zusammen mit den Mehrkosten f�r das Kabel - den heutigen Standort als viel vorteilhafter erscheinen lassen.
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, nur ein Standort ausserhalb der Bauzone erm�gliche es, k�nftig auch das ausserhalb der Bauzone liegende Gebiet Roset von der TS Weid aus zu versorgen. Dieses werde heute vom Elektrizit�tswerk (EW) Sirnach mittels einer 940 m langen Freileitung ab der TS Hauweg versorgt.
�Gem�ss � 7 Abs. 2 des Thurgauer Einf�hrungsgesetzes vom 27. Januar 2010 zum Bundesgesetz �ber die Stromversorgung (RB 734.1; im Folgenden: EG Stromversorgung) strebe der Kanton eine effiziente Versorgungsstruktur mit h�chstens einem Netzbetreiber pro Gemeinde an. Der Zusammenschluss der EW Sirnach mit der Beschwerdef�hrerin sei daher nur eine Frage der Zeit. Die Statuten der Genossenschaft seien bereits am 2. Mai 2012 ge�ndert worden, um eine Aufl�sung oder Fusion zu erleichtern, und der Vorstand der Beschwerdef�hrerin werde sp�testens Ende 2017 zur�cktreten, damit das EW Sirnach die Beschwerdef�hrerin - sofern deren Genossenschafter zustimmen - zum 1. Januar 2018 �bernehmen k�nne.
�Ab dem Zusammenschluss w�re es sinnvoll, das Gebiet Roset �ber die TS Weid zu versorgen, um die Versorgungsdistanz auf 500 m zu verk�rzen. Das EW Sirnach t�tige daher keine Investitionen mehr in sein bestehendes Niederspannungs-Freileitungsnetz; zudem seien bereits Leerrohre zwischen Weid und Roset verlegt worden. Es mache keinen Sinn, eine neue Transformatorenstation in der Bauzone zu erstellen und die TS Weid abzubrechen, wenn diese bereits nach wenigen Jahren zur Versorgung des Gebiets Roset wieder neu errichtet werden m�sste.
3.2.1.�Das Bundesverwaltungsgericht ging davon aus, es sei an der Beschwerdef�hrerin, die k�nftigen Entwicklungen zu beweisen, auf die sie sich berufe. Dies sei ihr jedoch nicht gelungen, insbesondere seien keine konkreten Umsetzungsschritte belegt worden. Damit erscheine der Zusammenschluss mit dem EW Sirnach zwar nicht ganz unwahrscheinlich; dies gen�ge aber nicht, um von einem gr�sseren Versorgungsgebiet auszugehen, als zurzeit von der TS Weid versorgt werde. Anzumerken sei, dass selbst im Falle eines Zusammenschlusses der beiden Stromversorgungen die beiden Gebiete Weid und Roset nicht unbedingt oder jedenfalls nicht sofort von der gleichen Transformatorenstation aus versorgt werden m�ssten; diese Pl�ne m�ssten relativ konkret ausgereift sein, um ber�cksichtigt werden zu k�nnen.
3.2.2.�Da die Lebensdauer einer Transformatorenstation 30 bis 40 Jahre betr�gt, erscheint es grunds�tzlich geboten, bei der Standortbeurteilung vorhersehbaren k�nftigen Bed�rfnissen und Entwicklungen Rechnung zu tragen, auch wenn noch kein konkretes Projekt vorliegt. Allerdings trifft die Beschwerdef�hrerin insofern eine Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG) und die objektive Beweislast.
� 7 EG Stromversorgung enth�lt keine Fristen f�r den Zusammenschluss; vielmehr wird (in Abs. 1) lediglich bestimmt, dass freiwillige Netzzusammenschl�sse oder Zusammenschl�sse in der Betriebsf�hrung vom Kanton beratend unterst�tzt werden k�nnen. Insofern h�ngt ein k�nftiger Zusammenschluss wesentlich vom EW Sirnach bzw. dessen Genossenschaftern ab.
�Am Augenschein der Vorinstanz f�hrte B.________, Gesch�ftsf�hrer des EW Sirnach, aus, dass es aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und der steigenden Anforderungen eine gewisse Wahrscheinlichkeit eines Zusammenschlusses beider Stromversorgungsunternehmen gebe, die jedoch nicht in Prozenten festlegbar sei.
�Insofern durfte das Bundesverwaltungsgericht davon ausgehen, dass der Zusammenschluss zwar nicht unwahrscheinlich, aber auch nicht konkret ausgereift und belegt sei. Vor Bundesgericht hat die Beschwerdef�hrerin zwar den Zeitplan des Zusammenschlusses aus ihrer Sicht dargelegt; Vereinbarungen oder schriftliche Absichtserkl�rungen des EW Sirnach zu dieser Frage fehlen aber weiterhin.
3.2.3.�N�her zu pr�fen ist, ob - wie die Beschwerdef�hrerin behauptet - bereits Leerrohre f�r die k�nftige Versorgung des Gebiets Roset von der TS Weid verlegt worden sind, die als erste konkrete Umsetzungsschritte f�r die Ausweitung des Versorgungsgebiets betrachtet werden k�nnten.
�Dies wurde vom Planungsb�ro der Beschwerdef�hrerin erstmals in den Schlussbemerkungen vom 14. Juni 2014 vorgebracht, ohne n�heren Beleg. Im angefochtenen Entscheid wird dieses neue Vorbringen zwar erw�hnt (S. 11 vorletzter Absatz), es fehlen aber verbindliche Feststellungen dazu. Auch im bundesgerichtlichen Verfahren werden hierf�r keine Beweismittel eingereicht. Aus den Akten des ESTI (insbesondere dem Schreiben von A.________ vom 28. Februar 2012) geht hervor, dass im Zusammenhang mit Tiefbauarbeiten der Gemeinde f�r ein neues Reservoir in Roset Synergien genutzt und die f�r den Ersatz der TS Weid notwendigen Rohranlagen erstellt werden konnten. Leerrohre zwischen Weid und Roset werden jedoch nicht erw�hnt. W�ren tats�chlich bereits Leerrohre f�r eine k�nftige Versorgung des Gebiets Roset von der TS Weid verlegt worden, w�re es unverst�ndlich, weshalb dieser Umstand weder im Plangenehmigungsgesuch, noch in der Beschwerdeschrift ans Bundesverwaltungsgericht noch am Augenschein vorgebracht wurde.
3.2.4.�Insofern durfte das Bundesverwaltungsgericht davon ausgehen, dass die Beschwerdef�hrerin den ihr obliegenden Nachweis k�nftiger Entwicklungen, welche den gew�hlten Standort als viel vorteilhafter erscheinen liessen als einen Standort in der Bauzone, nicht erbracht hat.
3.3.�Zwar l�ge es im Interesse des Landschaftsschutzes und der Freihaltung der Landwirtschaftszone von Infrastrukturbauten, die bestehende Freileitung zwischen dem EW Sirnach und Roset durch eine unterirdische Versorgungsleitung ab der TS Weid zu ersetzen. Sollte die Freileitung dagegen l�ngerfristig bestehen bleiben oder eine neue Transformatorenstation ausserhalb der Bauzone f�r die Versorgung des Gebiets Roset ab dem EW Sirnach gebaut werden, w�re die TS Weid nicht standortgebunden, sondern w�rde eine zus�tzliche und unn�tige �berbauung der Landwirtschaftszone bedeuten.
�Voraussetzung f�r eine Bewilligung der TS Weid ausserhalb der Bauzone w�re daher, dass im Plangenehmigungsverfahren sichergestellt wird, dass die TS Weid innert absehbarer Zeit zur Versorgung des Gebiets Roset verwendet und gleichzeitig die bestehende Freileitung (ganz oder teilweise) abgebaut wird, z.B. durch eine gemeinsame Absichtserkl�rung der Beschwerdef�hrerin und des EW Sirnach und einer entsprechenden Auflage in der Plangenehmigungsverf�gung des ESTI. Dies setzt den Einbezug des EW Sirnach in das Plangenehmigungsverfahren voraus. Im Gesuch m�sste zudem nachgewiesen werden, dass die TS Weid f�r die Versorgung des Gebiets Roset gen�gt und dieses nicht von der Bauzone aus versorgt werden kann (beides wurde bisher nicht berechnet).
�Sollte ein entsprechendes Plangenehmigungsgesuch der Beschwerdef�hrerin unter Mitwirkung des EW Sirnach vor Ablauf der Wiederherstellungsfrist eingereicht werden, so w�re dies ein Grund, die angefochtene Verf�gung in Wiedererw�gung zu ziehen. Art. 58 VwVG st�nde dem nicht entgegen, weil ein ver�nderter Sachverhalt vorl�ge ( ANDREA PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Z�rich 2009, Art. 58 N. 14).
�Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung des Verfassungsgrundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV). Sie macht geltend, das ESTI habe in langj�hriger Praxis kommunale Baubewilligungen f�r Transformatorenstationen in raumplanerischer Hinsicht akzeptiert; die Erteilung der Planbewilligung sei blosse Formsache gewesen, sofern die technischen Voraussetzungen erf�llt gewesen seien. Erst im Sommer 2010 habe das ESTI auf Druck des ARE seine Praxis ge�ndert und die Kantone mit Schreiben vom 15. Juli 2010 dar�ber informiert. Von dieser Praxis�nderung h�tten aber weder die Beschwerdef�hrerin bei Einreichung des Baugesuchs am 20. Juli 2010 noch die Gemeinde bei Erteilung der Baubewilligung am 21. September 2010 Kenntnis gehabt. Im Vertrauen auf die alte Praxis habe die Beschwerdef�hrerin mit den Bauarbeiten f�r den Ersatz der alten TS Weid begonnen. Erst nach Fertigstellung der neuen Station, am 26. November 2010, habe das ESTI mitgeteilt, dass es die kommunale Baubewilligung nicht akzeptiere.
�Diese Vorbringen verm�gen keine gen�gende Vertrauensgrundlage zu belegen. Der Beschwerdef�hrerin war bekannt, dass f�r ihr Vorhaben eine Plangenehmigung des ESTI n�tig war, hat sie doch selbst am 18. Oktober 2010 ein Plangenehmigungsgesuch eingereicht. Sie musste auch wissen, dass es nach Art. 55 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 EleG unter Strafandrohung verboten war, ohne rechtsg�ltige Plangenehmigung mit dem Bau zu beginnen. Dieses Verbot war zu beachten, selbst wenn die Beschwerdef�hrerin darauf vertraute, das ESTI werde den Standort der Transformatorenstation ausserhalb der Bauzone akzeptieren. H�tte sie rechtm�ssig gehandelt, so h�tte sie rechtzeitig vor Baubeginn von der neuen restriktiveren Praxis f�r Bauten ausserhalb der Bauzone Kenntnis erlangt.
�Im �brigen w�re auch nicht die Gemeinde, sondern das kantonale Amt f�r Raumplanung f�r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung f�r das Bauen ausserhalb der Bauzone zust�ndig gewesen (Art. 25 Abs. 2 RPG; � 53 Abs. 3 der Thurgauer Verordnung vom 18. September 2012 zum Planungs- und Baugesetz und zur Interkantonalen Vereinbarung �ber die Harmonisierung der Baubegriffe (RB 700.1). Auch eine Bewilligung oder positive Stellungnahme dieses Amtes lag noch nicht vor, als die Beschwerdef�hrerin mit dem Bau der neuen TS Weid begann.
�Streitig ist schliesslich noch die Verh�ltnism�ssigkeit des angeordneten Abbruchs.
5.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht in erster Linie geltend, das �ffentliche Interesse am R�ckbau der TS Weid sei gering, weil deren Volumen im Vergleich zu den Wohn- und �konomiegeb�uden in der Umgebung klein sei; zudem habe sich schon bisher eine auff�lligere Transformatorenstation an der Rosetstrasse befunden. Demgegen�ber seien die privaten Interessen der Beschwerdef�hrerin erheblich. Ihr entst�nden Mehrkosten von �ber Fr. 100'000.--: Fr. 41'500 f�r die Verst�rkung des Kabels und Fr. 70'000.-- f�r den R�ckbau. Ihr werde zudem ein wesentlicher Verhandlungsvorteil beim geplanten Zusammenschluss mit dem EW Sirnach genommen, weil die TS Weid von einem Standort in der Bauzone aus k�nftig den Weiler Roset nicht mitversorgen k�nne.
5.2.�Die Vorinstanz bejahte die Verh�ltnism�ssigkeit des R�ckbaus zur Durchsetzung des Prinzips der Trennung von Bau- und Nichtbauzone. Angesichts der unz�hligen Transformatorenstationen, die in der Schweiz erforderlich seien, h�tte der Verzicht auf die Wiederherstellung eine enorme pr�judizielle Wirkung. Es handle sich auch nicht um eine leichte Rechtsverletzung, weil die neue Station zwar besser in die Landschaft eingegliedert sei als die fr�here Station, aber immer noch freistehend und deutlich sichtbar sei.
5.3.�Diese Erw�gungen �berzeugen. Die Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet geh�rt zu den wichtigsten Prinzipien des Raumplanungsrechts (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 40 mit Hinweis). Ins Gewicht f�llt auch das �ffentliche Interesse an einem ordentlichen Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts durch die Kantone und den Bund (Urteil 1C_397/2007 vom 27. Mai 2008, in: URP 2008 S. 590; RDAF 2009 I S. 521, E. 3). Die Beschwerdef�hrerin war bei der Erstellung der neuen Station b�sgl�ubig, weil sie wusste, dass sie mit dem Bau erst nach Vorliegen einer rechtsg�ltigen Plangenehmigung beginnen durfte (oben E. 4). Zwar kann sie sich trotzdem auf den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit berufen; die Beh�rden d�rfen jedoch aus grunds�tzlichen Erw�gungen, n�mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung erh�htes Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse ber�cksichtigen (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 39 f.; 123 II 248 E. 4a S. 255). W�rde aufgrund der geringen Gr�sse der Baute auf die Wiederherstellung verzichtet, k�nnte dies als Signal verstanden werden, dass Transformatorenstationen und andere Kleinbauten folgenlos ausserhalb der Bauzone errichtet werden k�nnen, trotz fehlender Bewilligung und Standortabkl�rung. Dies gilt es zu vermeiden.
5.4.�Anders w�re nur zu entscheiden, wenn die Notwendigkeit eines Standorts der TS Weid ausserhalb der Bauzone f�r die k�nftige Versorgung des Weilers Roset in einem Wiedererw�gungsgesuch belegt werden k�nnte (oben E. 3.3). Zwar ist dem ESTI zuzustimmen, dass auch ausserhalb der Bauzone weitere Alternativstandorte h�tten gepr�ft werden m�ssen, und es aus raumplanerischer Sicht vorzuziehen w�re, die TS Weid in ein bestehendes Geb�ude zu integrieren (z.B. Hof Taneweid) oder daran anzubauen. Der Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet w�re aber in diesem Fall nicht verletzt und die negative Pr�judizwirkung entfiele aufgrund des neuen Gesuchs. Insgesamt w�rde die Landschaft durch den Abbau der Freileitung entlastet. Unter diesen Umst�nden w�re es unverh�ltnism�ssig, auf dem Abbruch der bestehenden TS Weid zu beharren; es w�rde vielmehr gen�gen, in der Plangenehmigungsverf�gung festzuhalten, dass der Standort im Fall eines Ersatzes oder einer wesentlichen �nderung neu zu pr�fen sei.
5.5.�Die angesetzte Frist von einem Jahr ab Rechtskraft der Verf�gung beginnt erst mit dem heutigen Entscheid zu laufen, weshalb es sich er�brigt, sie zu verl�ngern. Sie l�sst der Beschwerdef�hrerin gen�gend Zeit, um ein neues Plangenehmigungsgesuch einzureichen, sei es f�r eine neue Station innerhalb der Bauzone oder (zusammen mit dem EW Sirnach) f�r ein Wiedererw�gungsgesuch am selben Standort.
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinne der Erw�gungen abzuweisen. Die Beschwerdef�hrerin wird damit kostenpflichtig (Art. 66 BGG) und hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Eidgen�ssischen Starkstrominspektorat ESTI, dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, und dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.