Source: https://paprice.wordpress.com/2017/02/09/taliban-festgenommen-und-drei-is-mitglieder-angeklagt/
Timestamp: 2017-06-24 08:44:32
Document Index: 9227226

Matched Legal Cases: ['§ 129', '§ 129', '§ 211', '§ 22', '§ 1', '§ 129', '§ 267']

„Taliban“ festgenommen und drei IS-Mitglieder angeklagt | - DEUTSCHLAND -
„Taliban“ festgenommen und drei IS-Mitglieder angeklagt
Veröffentlicht am 9. Februar 2017 von Extrabrief	Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der ausländischen terroristischen Vereinigung „Taliban“
Die Bundesanwaltschaft hat heute (9. Februar 2017) beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den 20-jährigen afghanischen Staatsangehörigen Abdol S. erwirkt. Der Beschuldigte wurde gestern (8. Februar 2017) in Oberbayern festgenommen.
Er ist dringend verdächtig, als Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigung „Taliban“ gemeinsam mit weiteren „Taliban“-Mitgliedern einen Mord begangen und in einem weiteren Fall dies versucht zu haben. Zudem wird ihm in dem Haftbefehl ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz
vorgeworfen (§ 129b Abs. 1, § 129a Abs. 1, §§ 211, 22, 25 Abs. 2, 52, 53 StGB, § 22a Abs. 1 Nr. 6 StGB, §§ 1, 105 JGG).
Die radikal-religiöse Vereinigung „Taliban“ verfolgt das Ziel,
alle ausländischen Kräfte vom Gebiet Afghanistans zu vertreiben und
auf dem Staatsgebiet einen allein auf islamischem Recht (Scharia)
basierenden Gottesstaat zu errichten. Dieses Ziel versuchen die
„Taliban“, durch Selbstmordattentate, Minen- und Bombenanschläge,
Entführungen und Erschießungen zu erreichen. Dabei nehmen sie auch
zivile Opfer in Kauf.
Der Beschuldigte wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der gegen den
Die Bundesanwaltschaft hat am 1. Februar 2017 vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg Anklage gegen den 18-jährigen syrischen Staatsangehörigen Mahir Al-H., den
26-jährigen syrischen Staatsangehörigen Mohamed A. und den 19-jährigen syrischen Staatsangehörigen Ibrahim M. erhoben.
Die Angeschuldigten sind hinreichend verdächtig, sich als Mitglieder an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) beteiligt zu haben (§§ 129a, 129b StGB). Den Angeschuldigten Mohamed A. und Ibrahim M. wird in der Anklageschrift darüber hinaus vorgeworfen, zur Täuschung im Rechtsverkehr eine verfälschte Urkunde gebraucht zu haben, der Angeschuldigte Mahir Al-H. soll dies versucht haben (§§ 267, 22, 23 StGB).
Spätestens Ende September und Anfang Oktober 2015 schlossen sich
Mahir Al-H. sowie Mohamed A. und Ibrahim M. in Raqqa/Syrien dem
sogenannten „Islamischen Staat“ an. Mahir Al-H. erhielt dort zunächst
eine kurze Einweisung in den Umgang mit Waffen und Sprengstoff.
Anfang Oktober 2015 bekamen die drei von dem für Operationen und
Anschläge außerhalb des vom IS beherrschten Gebiets zuständigen
IS-Funktionär den Auftrag, nach Europa zu reisen. Hier sollten sie
entweder einen bereits erhaltenen Auftrag ausführen oder auf weitere
Anweisungen warten. Zu diesem Zweck erhielten sie höhere vierstellige
Bargeldbeträge in amerikanischer Währung sowie Mobiltelefone mit
vorinstalliertem Kommunikationsprogramm. Zudem wurden sie mit teils
verfälschten Reisedokumenten ausgestattet. Mitte November 2015
reisten die Angeschuldigten über die Türkei und Griechenland und von
dort aus weiter über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland. Bei
ihrer Registrierung legten sie ihre Ausweisdokumente vor und wurden
unter den dort enthaltenen Personalien als Asylsuchende erfasst. In
der Folge hielten sie sich hier in Deutschland auf, um entweder den
ihnen bereits in Syrien erteilten Auftrag zu erledigen oder aber
weitere Weisungen entgegen zu nehmen.
Die Angeschuldigten wurden am 13. September 2016 festgenommen und befinden sich seither in Untersuchungshaft
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