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Timestamp: 2019-08-23 09:32:47
Document Index: 232854507

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543', '§ 543', '§ 26', '§ 26', '§ 543', '§ 543', '§ 543', '§ 543', 'BGH', 'BGH']

BGH, VIII ZR 250/03: BGH (zpo, verhandlung, sache, unterlagen, aufhebung, voraussetzung, aufnahme, zulassung, umfang, begehren)
Urteil des BGH vom 25.06.2003, VIII ZR 250/03
VIII ZR 250/03
BGH (zpo, verhandlung, sache, unterlagen, aufhebung, voraussetzung, aufnahme, zulassung, umfang, begehren)
Zpo, Verhandlung, Sache, Unterlagen, Aufhebung, Voraussetzung, Aufnahme, Zulassung, Umfang, Begehren
VIII ZR 250/03 Verkündet am: 24. März 2004 Kirchgeßner, Justizhauptsekretärin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat im schriftlichen Verfahren mit
Schriftsatzfrist bis zum 3. März 2004 durch die Vorsitzende Richterin Dr. Deppert und die Richter Dr. Hübsch, Dr. Leimert, Wiechers und Dr. Wolst
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil der 17. Zivilkammer
des Landgerichts Darmstadt vom 25. Juni 2003 aufgehoben.
Gerichtskosten für das Revisionsverfahren werden nicht erhoben.
über die übrigen Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Die Kläger begehren von den Beklagten Schadensersatz wegen angeblicher Vereitelung ihres Vorkaufrechtes an der von ihnen bewohnten Mietwohnung.
Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen. Der hiergegen gerichteten
Berufung der Kläger hat das Landgericht teilweise stattgegeben. Das Berufungsurteil enthält keinen Tatbestand. Das Berufungsgericht hat den Entscheidungsgründen den Hinweis vorangestellt, von einer Darstellung des Tatbestandes werde gemäß § 543 Abs. 1 ZPO a.F. abgesehen. Die Revision hat das Be-
rufungsgericht "in dem in den Entscheidungsgründen dargelegten Umfang" zugelassen.
Mit ihrer Revision verfolgen die Beklagten weiterhin die völlige Klageabweisung. Die Parteien haben sich mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung einverstanden erklärt.
Das Berufungsurteil ist aufzuheben, weil es keinen Tatbestand enthält
(§ 543 Abs. 2 ZPO a.F.).
Auf das Berufungsverfahren war, wie das Berufungsgericht zutreffend
erkannt hat, das am 31. Dezember 2001 geltende Zivilprozeßrecht anzuwenden, da die mündliche Verhandlung vor dem Amtsgericht vor dem 1. Januar
2002 geschlossen worden ist (§ 26 Nr. 5 EGZPO). Damit war ungeachtet der
Tatsache, daß für das Revisionsverfahren nach § 26 Nr. 7 EGZPO das neue
Verfahrensrecht Anwendung findet, für die Abfassung des Berufungsurteils
noch das alte Recht maßgeblich (vgl. Senat, Urteil vom 19. Februar 2003
- VIII ZR 205/02, NJW-RR 2003, 1006). Danach konnte vorliegend von der Darstellung des Tatbestandes nicht abgesehen werden, weil kraft ausdrücklicher
Zulassung durch das Berufungsgericht die Revision gegen das zweitinstanzliche Urteil statthaft war (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO a.F.). Der Ausnahmetatbestand des § 543 Abs. 2 Satz 2 ZPO a.F. greift nicht ein. Denn eine Bezugnahme auf den Tatbestand des amtsgerichtlichen Urteils ist in der Berufungsentscheidung nicht erfolgt; auch auf weitere der in § 543 Abs. 2 Satz 2 ZPO a.F.
genannten Unterlagen wird nicht verwiesen.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu § 543 ZPO a.F. ist
ein mit der Revision angreifbares Berufungsurteil grundsätzlich aufzuheben,
wenn es keinen Tatbestand enthält (BGH, Urteil vom 18. September 1986
- I ZR 179/84, NJW 1987, 1200 m.w.Nachw.). Allerdings kann von einer Aufhebung und Zurückverweisung aus diesem Grunde abgesehen werden, wenn sich
die notwendigen tatsächlichen Grundlagen der Entscheidung hinreichend deutlich aus den Urteilsgründen ergeben (BGH, Urteil vom 18. September 1986
aaO). Diese Voraussetzung ist jedoch nicht erfüllt. Hiervon abgesehen, enthält
das Berufungsurteil keine Angaben zu den Berufungsanträgen; eine Aufnahme
der Berufungsanträge in das Berufungsurteil ist aber sogar nach neuem Recht
nicht entbehrlich (vgl. Senat, Urteil vom 19. Februar 2003 aaO).
Das angefochtene Urteil ist daher aufzuheben, und die Sache ist zur erneuten
Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückzuverweisen.
In der neuen Berufungsverhandlung wird das Landgericht Gelegenheit
haben, sich mit den Argumenten der Revisionsbegründung auseinanderzusetzen.
Dr. Deppert Dr. Hübsch Dr. Leimert
Wiechers Dr. Wolst