Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%2066/84
Timestamp: 2019-09-19 16:02:23
Document Index: 372619131

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 768', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 31.01.1985 - IX ZR 66/84 - dejure.org
BGH, 31.01.1985 - IX ZR 66/84
https://dejure.org/1985,1004
BGH, 31.01.1985 - IX ZR 66/84 (https://dejure.org/1985,1004)
BGH, Entscheidung vom 31.01.1985 - IX ZR 66/84 (https://dejure.org/1985,1004)
BGH, Entscheidung vom 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84 (https://dejure.org/1985,1004)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1985,1004) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Einwand des Bürgen hinsichtlich der zeitlichen Begrenzung der Verpflichtung - Voraussetzungen einer unbefristeten Bürgschaft - Akzessorietät der Bürgschaftsverpflichtung - Ansprüche aus einer Gewährleistungsbürgschaft - Sicherung des Anspruchs auf Gewährleistung durch ...
Zulässige Inanspruchnahme eines Bürgen aufgrund urkundlich unbefristeter Bürgschaft mit Klausel "Zahlung auf erste Anforderung"
BGB § 765, § 768; VOB/B § 17 Nr. 4
Bürgschaft auf erstes Anfordern; zeitliche Begrenzung
NJW 1985, 1694
ZIP 1985, 470
MDR 1985, 492
BauR 1985, 461
Die Rechtsprechung hat jedoch darüber hinaus Streitigkeiten um Einzelpunkte der Bürgschaftsverpflichtung, etwa die Fragen, ob oder bis wann die Bürgschaft zeitlich begrenzt ist oder ob die Voraussetzungen der Einstandspflicht nachträglich entfallen sind, ebenfalls grundsätzlich in den Rückforderungsprozeß verwiesen (BGH, Urt. v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, ZIP 1985, 470, 471; v. 13. Juli 1989 - IX ZR 223/88, ZIP 1989, 1108, 1109; v. 14. Dezember 1995 - IX ZR 57/95, WM 1996, 193, 195).
-IX ZR 66/84, ZIP 1985, 470; BGHZ 95, 375 [BGH 19.09.1985 - IX ZR 16/85]; v. 11. Dezember 1986.
Die Vertragsbestimmung entspricht der Klausel, "auf erstes Anfordern" zu zahlen, die auch bei einer Bürgschaft möglich ist; sie hat zur Folge, daß Einwendungen gegen die materielle Berechtigung des Bürgschaftsanspruchs grundsätzlich erst nach der Zahlung durch Rückforderungsklage gegen den Bürgschaftsgläubiger geltend gemacht werden können (BGHZ 74, 244, 248; Senatsurteile v. 24. November 1983 - IX ZR 2/83, WM 1984, 44 f; v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, WM 1985, 511, 512).
Entsprechendes gilt bei einem Streit der Parteien über Einzelpunkte der Bürgschaftsverpflichtung, etwa dazu, ob oder bis wann eine Bürgschaft zeitlich begrenzt ist und die Voraussetzungen der Einstandspflicht wieder entfallen sind (BGH, Urt. v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, ZIP 1985, 470, 471; v. 13. Juli 1989 - IX ZR 233/88, ZIP 1989, 1108, 1109).
Der Einwand des Rechtsmißbrauchs setzt deshalb voraus, daß die materielle Berechtigung des Gläubigers aus der Bürgschaft nach deren Bedingungen oder wegen Nichtbestehens der Hauptschuld offensichtlich fehlt (Senat, NJW 1985, 1694 (1695) = LM § 765 BGB Nr. 39).
Der Berufungsrichter geht, wie auch die Revision nicht bezweifelt, rechtlich zutreffend davon aus, daß eine solche Bürgin, jedenfalls grundsätzlich, ihre Inanspruchnahme mit der bestrittenen Einwendung, die Hauptschuld oder die Bürgschaftsschuld sei erloschen, nicht verhindern, sondern solche Einwendungen erst im Rückforderungsverfahren geltend machen kann (BGHZ 74, 244, 247; Senatsurt. v. 24. November 1983 - IX ZR 2/83, ZIP 1984, 32; v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, NJW 1985, 1694; v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, NJW 1988, 2610 m.w.N.; ständig).
Nur so kann der Zweck der Bürgschaft auf erstes Anfordern erreicht werden, dem Gläubiger - ähnlich wie durch das früher im internationalen Handelsverkehr übliche "Bardepot" - sofort liquide Mittel zuzuführen, wenn er den materiellen Bürgschaftsfall für eingetreten hält (Senatsurt. v. 24. November 1983 - IX ZR 2/83, NJW 1984, 923; v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, ZIP 1985, 470; v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, NJW 1988, 2610).
Das gilt auch dann, wenn Gläubiger und Bürge sich darüber streiten, ob oder bis wann eine Bürgschaft zeitlich begrenzt ist und deshalb die materielle Bürgschaftsverpflichtung entstanden oder nicht entstanden ist (vgl. Senatsurt. v. 31. Januar 1985 aaO).
Dies gilt nicht nur für Streitfragen, welche die Begründetheit der Hauptforderung betreffen (…dazu BGH aaO.); auch ein Streit darüber, ob und unter welchen Voraussetzungen der materielle Anspruch aus der Bürgschaft entsteht, hindert die Verurteilung zur Zahlung nicht, wenn die formalen Voraussetzungen der Pflicht zur Zahlung gegeben sind (BGH NJW 1985, 1694 f.; BauR 1989, 618, 620; NJW 1996, 717, 718).
BGH, 21.04.1988 - IX ZR 113/87
Einwand der unzulässigen Rechtsausübung gegenüber einer Bürgschaft auf erstes …
Nur wenn die materielle Berechtigung des Gläubigers offensichtlich fehlt, steht dem Bürgen der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung zu (Senatsurt. v. 31. Januar 1985 - IX ZR 66/84, ZIP 1985, 470, 471;… Horn a.a.O. S. 2156).
OLG Hamburg, 10.10.1985 - 6 U 90/85