Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201974,%20410
Timestamp: 2019-09-17 22:16:42
Document Index: 281210627

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 5', 'EuG', 'OGH', 'Art. 5', 'EuG', '§ 29', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 32', '§ 1', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 269', 'BGH', '§ 269', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.11.1973 - VI ZR 199/71 - dejure.org
BGH, 06.11.1973 - VI ZR 199/71
https://dejure.org/1973,121
BGH, 06.11.1973 - VI ZR 199/71 (https://dejure.org/1973,121)
BGH, Entscheidung vom 06.11.1973 - VI ZR 199/71 (https://dejure.org/1973,121)
BGH, Entscheidung vom 06. November 1973 - VI ZR 199/71 (https://dejure.org/1973,121)
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Positive Vertragsverletzung - Unterlassungspflicht - Erfüllungsort
NJW 1974, 1045 (Ls.)
NJW 1974, 410
VersR 1974, 197
WM 1974, 182
DB 1974, 427
DB 1974, 428
JR 1974, 149
Dementsprechend erfasst der Gerichtsstand des Erfüllungsortes einer Primärverbindlichkeit auch Klagen auf Schadensersatz wegen Nicht- oder Schlechterfüllung von Haupt- und Nebenpflichten (BGH, Urteile vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71, WM 1974, 182 unter B II 2, 3; vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 154/95, BGHZ 134, 201, 205 mwN [zu Art. 5 Nr. 1 EuGVÜ]; österr. OGH, Beschluss vom 29. März 2004 - 5 Ob 313/03w, RIS-Justiz RS0117841 mwN [zu Art. 5 EuGVÜ]; OLG Saarbrücken, NJW 2000, 670, 671;… Musielak/Heinrich, aaO, § 29 Rn. 16 mwN).
Der Kläger kann dann unter diesem Gesichtspunkt bei dem hierfür zuständigen Gericht erneut klagen (BGHZ 98, 362, 366 f; BGH, Urteile vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 - NJW 1974, 410, 411; vom 4. Februar 1986 - VI ZR 220/84 - NJW 1986, 2436, 2437; vom 11. Februar 1988 - I ZR 201/86 - NJW 1988, 1466, 1467;… Thomas/Putzo aaO. vor § 12 Rdn. 8 und § 32 Rdn. 5 und 6;… Stein/Jonas/Schumann aaO. § 1 Rdn. 10 f und vor § 12 Rdn. 24;… derselbe 20. Aufl. Einleitung Rdn. 295, 351;… Jauernig Zivilprozeßrecht 23. Aufl. S. 38;… Schellhammer Zivilprozeßrecht 5. Aufl. Rdn. 1450, 1451).
Eine unrichtige rechtliche Beurteilung oder rechtliche Zweifel beeinflussen den Lauf der Verjährungsfrist daher grundsätzlich nicht (vgl. BGH, Urteil vom 18. Januar 1972 - VI ZR 204/70 - VersR 1972, 394 unter II 2 c; OLG Stuttgart NJW 2000, 2680, 2681 unter Verweis auf BGH, Urteil vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 - DB 1974, 427 unter A II m.w.N.).
Wäre das ausländische Recht allerdings für den Kläger günstiger - hier also das Recht des Bundesstaates Delaware der USA, in welchem die Erstbeklagte ihren Sitz hat - so könnte der Kläger seine Ansprüche auch aus dieser Rechtsordnung herleiten (Senatsurteile vom 23. Juni 1964 - VI ZR 180/63 = a.a.O. undvom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 = VersR 1974, 197).
Dieses günstigere Recht hat der Richter an sich grundsätzlich von Amts wegen zu ermitteln (Senatsurteilevom 23. Juni 1964 - VI ZR 180/63 = a.a.O. undvom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 = aaO;… Kropholler, aaO).
Eine solche Vereinbarung kann sich - ebenso wie diejenige über die Anwendbarkeit des Rechts auf vertragliche Ansprüche - als stillschweigende aus dem Prozeßverhalten der Parteien ergeben(Senatsurteil vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 = a.a.O. m.w.Nachw.).
Allerdings ist in einzelnen höchstrichterlichen Entscheidungen eine entschuldbar unrichtige rechtliche Beurteilung oder eine rechtliche Unklarheit als für den Beginn des Laufs der Verjährungsfrist erheblich erachtet worden (vgl. die Nachweise bei BGH VersR 1972, 394, 395 und BGH DB 1974, 427, 428).
Nicht jede zweifelhafte Rechtsfrage schließt den Beginn des Laufs der Verjährungsfrist nach § 852 BGB aus (BGH DB 1974, 427, 428).
Zweifel, zu welchem Ergebnis die rechtliche Würdigung eines im wesentlichen bekannten Sachverhalts anhand von feststehenden Rechtsnormen führen mußte, reichen jedenfalls nicht aus (BGH DB 1974, 427, 428).
Erforderlich ist eine besonders verwickelte und zweifelhafte Rechtslage (BGH DB 74, 427, 428).
Eine solche besonders verwickelte und zweifelhafte Rechtslage liegt dagegen nicht vor, wenn ein bekannter Sachverhalt anhand von feststehenden Rechtsnormen zu prüfen ist und lediglich zweifelhaft ist zu welchem Ergebnis die rechtliche Würdigung führen wird (BGH DB 1974, 427, 428 m.w.N.).
Nur bei besonders verwickelten und unklaren Rechtslagen können auch erhebliche rechtliche Zweifel bis zu ihrer Klärung die Kenntnis des Geschädigten im Sinne des § 852 BGB ausschließen (vgl. dazu Senatsurteil vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 - VersR 1974, 197, 198); eine solche Situation wurde hier durch die Einschaltung der von allen Beteiligten bewußt lediglich nach außen vorgeschobenen Frhr.v.Sch. Weingüterverwaltung GmbH nicht herbeigeführt.
Bei einer solchen Fallgestaltung kann jedoch die klagende Partei ihre Ansprüche aus der Rechtsordnung herleiten, die sie dafür am geeignetsten hält (BGH. Urt. v .â- 6.11,1973 VI ZR 199/71, NJW 1974, 410 m.w.N.).
Dieser setzt nicht das Fehlen aller Risiken und die unbedingte Sicherheit voraus, im Prozeß zu obsiegen (BGH VersR 1962, 289, 291; BGH VersR 1974, 197, 198;… MünchKomm-Stein aaO Rn. 9;… Staudinger-Schäfer aaO Rn. 7 mwN).
Eine solche Rechtswahl ist zulässig und macht die Ermittlungen des sonst nach dem Tatort anzuwendenden Deliktsstatuts entbehrlich (vgl. BGH Urteile vom 17. März 1981 - VI ZR 268/78 = NJW 19.01.1606 unter II 2 b; vom 6. November 1973 - VI ZR 199/71 = NJW 1974, 410 [BGH 06.11.1973 - VI ZR 199/71]; BGHZ 42, 385, 389).
Maßgebend ist in soweit wiederum § 269 Abs. 1 BGB (BGH, NJW 1974, 410, juris Rn. 31 f;… NJW 1985, 561, juris Rn. 15).
Kommt unter diesen Umständen eine bei Vertragsabschluss nicht überschaubare Zahl von Erfüllungsorten in Deutschland in Betracht, ist nach dem Grundsatz des § 269 Abs. 1 BGB auf den Sitz des Schuldners abzustellen (BGH, NJW 1974, 410, juris Rn. 33), mithin auf den Ort in den Niederlanden.
Denn auch ein auf die Verletzung der vertraglichen Unterlassungspflicht gestützter Schadensersatzanspruch würde auf einer freiwillig eingegangenen Unterlassungsverpflichtung beruhen und er wäre somit ein Anspruch aus einem Vertrag und nicht ein solcher aus einer unerlaubten Handlung (BGH, NJW 1974, 410, juris Rn. 24;… WM 1976, 1230, juris Rn. 14).
Denn die internationale Zuständigkeit eines deutschen Gerichts für den auf eine unerlaubte Handlung der Beklagten gestützten Schadensersatzanspruch begründet nicht zugleich die Zuständigkeit für den Schadensersatzanspruch auf vertraglicher oder vertragsähnlicher Grundlage (BGH, NJW 1974, 410, juris Rn. 24;… WM 1976, 1230, juris Rn. 14).
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