Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201978,%20271
Timestamp: 2020-03-30 17:40:27
Document Index: 280619617

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BGH, 14.12.1977 - IV ZR 12/76 - dejure.org
https://dejure.org/1977,386
BGH, 14.12.1977 - IV ZR 12/76 (https://dejure.org/1977,386)
BGH, Entscheidung vom 14.12.1977 - IV ZR 12/76 (https://dejure.org/1977,386)
BGH, Entscheidung vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76 (https://dejure.org/1977,386)
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Krankenhaustagegeld - Krankheitskosten - Zahnmedizinische Heilbehandlung - Kostenplan
NJW 1978, 1197
MDR 1978, 563
VersR 1978, 271
Es wird vielmehr zur Bestimmung des Versicherungsfalles ein objektiver, vom Vertrag zwischen Arzt und Patient unabhängiger Maßstab eingeführt (Senatsurteil vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76 - VersR 1978, 271 unter II, 1).
Mit der vorangegangenen ausführlichen Voruntersuchung ist diese Behandlung bereits eingeleitet worden (vgl. BGH, Urteile vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76 - VersR 1978, 271 unter II 1 und 20. Dezember 1956 - II ZR 8/56 - VersR 1957, 55 unter 1).
Als Heilbehandlung ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH Urt. vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76 - VersR 1978, 271, 272 = NJW 1978, 1197 [BGH 14.12.1977 - IV ZR 12/76]) jegliche ärztliche Tätigkeit anzusehen, die durch die betreffende Krankheit verursacht worden ist, sofern die Leistung des Arztes von ihrer Art her in den Rahmen der medizinisch notwendigen Krankenpflege fällt und auf Heilung oder Linderung der Krankheit abzielt.
Dabei sind die Begriffe »ärztliche Leistung« und »medizinisch notwendige Krankenpflege« in einem weiten Sinne zu verstehen, der einerseits dem weit gespannten Leistungsrahmen der MBKK (…BGH Urt. vom 30. November 1977 - IV ZR 69/76 - VersR 1978, 267, 268 unter 11, 1) und andererseits dem allgemeinen Sprachgebrauch Rechnung trägt (…BGH Urt. vom 20. Februar 1956 - II ZR 6/55 - VersR 1956, 186 und vom 14. Dezember 1977 aaO).
Sobald nämlich der Versicherte wegen einer Krankheit einen Arzt einmal in Anspruch genommen hat, hindert ihn die Klausel daran, den Versicherungsfall willkürlich abzubrechen und einen neuen zu einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt zu beginnen, obwohl es sich tatsächlich um die Weiterbehandlung der früheren Krankheit handelt (Senatsurteil vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76, VersR 1978, 271, 272 unter II 1; OLG Hamm VersR 1989, 614 unter 1).
Der Versicherungsfall endet erst dann, wenn nach medizinischem Befund keine Behandlungsbedürftigkeit mehr besteht (Senatsurteil vom 14. Dezember 1977 - IV ZR 12/76, VersR 1978, 271, 272 unter II 1).
Zur "Behandlung" einer Krankheit gehört nicht nur die unmittelbare Heiltätigkeit, sondern auch schon die erste ärztliche Untersuchung, die auf die Erkennung des Leidens abzielt, ohne Rücksicht darauf, ob sofort oder erst nach weiteren Untersuchungen eine endgültige oder richtige Diagnose gestellt und mit den eigentlichen Heilmaßnahmen begonnen worden ist (BGH VersR 1978, 271; BGH VersR 1979, 221OLG Stuttgart VersR 2011, 1506).
Ebenso gehört zur Heilbehandlung die Erstellung eines Heil- und Kostenplans (BGH VersR 1978, 271; VersR 1996, 1224).
Denn für die Frage, ob eine ärztliche Leistung als "Beginn der Heilbehandlung" anzusehen ist, ist der richtige Bezugspunkt nicht der konkrete Auftrag des Patienten an den Arzt, sondern die behandlungsbedürftige Krankheit selbst (BGH VersR 1978, 271 juris- Tz. 21).
(BGH VersR 1978, 271; VersR 1996, 1224; OLG Stuttgart VersR 2011, 1506).
Unter Bezugnahme auf BGH NJW 1978, 1197 verteidigt die Beklagte das Urteil, soweit es die Klage abgewiesen hat, greift im Wege der Anschlussberufung jedoch die zu Ziffer 1 getroffene Feststellung an, dass der Versicherungsvertrag trotz Anfechtungs- und Rücktrittserklärungen der Beklagten fortbestehe.
Dabei gehört nach gesicherter höchstrichterlicher Rechtsprechung bereits die erstmalige Untersuchung zur Klärung, ob eine Erkrankung vorliegt und ob diese ggf. behandlungsbedürftig ist, zur Heilbehandlung im Sinne der obigen Definition des Versicherungsfalls, ebenso die Erstellung eines Heil- und Kostenplans (vgl. BGH NJW 1978, 1197).
Dies bemisst sich nicht nach subjektiven, sondern objektiven Kriterien (BGH VersR 1978, 271, 272, bei Juris Rdnr. 22).
Dieser strafrechtlichen Definition der Heilbehandlung entspricht die zum Begriff der Krankheitskosten im Sinne des § 33 EStG ergangene Rechtsprechung des BFH (…vgl. zuletzt III R 208/81 a.a.O. m. w. N.) und die den kassenärztlichen Heilbehandlungsbegriff festlegende Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - BGH - (Urteile vom 14. Dezember 1977 IV ZR 12/76, Versicherungsrecht - VersR - 1978, 271, 272 und vom 17. Dezember 1986 IV a ZR 78/85, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1987, 703), die gleichermaßen den gezielten, medizinisch indizierten Eingriff zum Zweck der Heilung oder Linderung einer Krankheit voraussetzt.
BGH, 14.12.1994 - IV ZR 3/94
Obliegenheitsverletzung; Versicherungsschutz; Unterscheidung von Risikobegrenzung …
OLG Hamm, 12.08.1988 - 20 W 42/88
Beginn einer Heilbehandlung; Versicherung der Kosten stationärer Behandlung; …
LG Detmold, 02.10.2014 - 12 O 8/14