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Timestamp: 2019-01-17 01:00:40
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Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 84', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 86', 'Art. 87', 'Art. 86', 'Art. 87', 'Art. 75', 'Art. 87', 'Art. 8', 'Art. 38', 'Art. 33', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 37', 'Art. 87', 'Art. 108', 'Art. 65', 'Art. 66']

II. offentiich-rechtiiche AbteiIung - PDF
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1 8undesgericht Tribunal Tribunale Tribunal federal federale federal 2C t 3/201 5 Urteil vom 14. Januar 2015 II. offentiich-rechtiiche AbteiIung Besetzung Bundesrichter Zund, Prasident, Gerichtsschreiber Feller. Verfahrensbeteiligte Beschwerdefuhrer, gegen Gemeinde Burchen, Haselstrasse 42, 3935 Burchen. Gegenstand Reglement zur Forderung der Bewirtschaftung von Zweitwohnungen, Beschwerde gegen das Reglement zur Forderung der Bewirtschaftung von Zweitwohnungen der Gemeinde Burchen vom 9. Dezember 2014.
2 Erwagungen: An der Urversammlung vom 9. Dezember 2014 stimmten die Stimmburger der Walliser Gemeinde Burchen als Nachtrag zum Bauund Zonenreglement der Gemeinde dern vom Gemeinderat unterbreiteten Reglement zur Forderung der Bewirtschaftung von Zweitwohnungen zu; das Reglement stutzt sich ausdrucklich auf das Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 uber die Raumplanung (RPG; SR 700), das Walliser Gesetz vom 23. Januar 1987 zur Ausfuhrung des Bundesgesetzes uber die Raumplanung (Ausfuhrungsgesetz RPG, AG-RPG) sowie auf die kantonale Baugesetzgebung. Gemass seinem Art. 2 soll mit dern neuen Reglement cine intensivere Nutzung der Zweitwohnungen und cine bessere Auslastung sowie Aufrechterhaltung der Qualitat der bestehenden Gemeinde- und Tourismusinfrastrukturen erreicht werden. Art. 5 Reglement sieht cine jahrlich geschuldete Zweitwohnungs-Abgabe von 1,2 % des Katasterwertes pro Wohnung per 31. Dezember des Vorjahres, maximal Fr. 1' (maximal pro Wohnung), vor; die Abgabe reduziert sich durch die vom Eigentumer und seinen Gasten bezahlte Kurtaxe (Kurtaxenbeitrage sind voll abziehbar). 1.2 haben ihren Wohnsitz im Kanton~; eie verfugen in Burcben Qber aine Zweitwobnung. Am 7. Januar 2015 (Postaufgabe) haben sie beim Bundesgericht cine (mit den Daten 7. und 8. Januar 2015 versehene) ustaatsrechtliche Beschwerde" gegen das am 9. Dezember 2014 beschlossene Reglement erhoben; sie beantragen dessen Aufhebung. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden Die Beschwerdefuhrer bezeichnen ihr Rechtsmittel als staatsrechtliche Beschwerde. Mit diesem Rechtsmittel konnten gemass Art. 84 ff. des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 uber die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz, OG [BS 3 531]) kantonale Erlasse oder Verfugungen angefochten werden, soweit die behauptete Rechtsverletzung nicht sonst wie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesgericht angefochten werden konnte. Das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 uber das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR ) hat mit seinem Inkrafttreten am 1. Januar 2007 das OG ersetzt; die staatsrechtliche Beschwerde als bundesrechtliches Rechtsmittel gibt es nicht mehr. Seite 2
3 Das angefochtene Reglement beschlagt offentliches Recht. Gemass Art. 82 BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Angelegenheiten des offentlichen Rechts (lit. a) sowie gegen kantonale (einschliesslich kommunale) Erlasse (lit. b). Das angefochtene Reglement kann, vorbehaltlich eines hier nicht gegebenen Ausnahmetatbestandes gemass Art. 83 BGG, mit Beschwerde in offentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht angefochten werden, soweit die ubrigen Voraussetzungen erfullt sind. 2.2 Die Beschwerde in offentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zulassig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen, bei denen es sich, vorbehaltlich hier nicht gegebener Ausnahmen, um obere Gerichte handeln muss (Art. 86 Abs. 1 lit. d sowie Abs. 2 und 3 BGG). Gegen kantonale Erlasse ist gemass Art. 87 Abs. 1 BGG unmittelbar die Beschwerde zulassig, sofern kein kantonales Rechtsmittel ergriffen werden kann; soweit das kantonale Recht ein Rechtsmittel gegen Erlasse vorsieht, findet Art. 86 Anwendung (Art. 87 Abs. 2 BGG). Die Beschwerdefuhrer sehen kein kantonales Rechtsmittel, welches gegen das als Erlass zu qualifizierende Gemeindereglement (oder gegen einen noch ausstehenden diesbezuglichen Genehmigungsbeschluss des Staatsrats) ergriffen werden konnte (s. dazu etwa Art. 75 lit. a des Walliser Gesetzes vom 6. Oktober 1976 uber das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege). Nach ihrer Auffassung kann das Reglement in Anwendung von Art. 87 BGG daher unmittelbar beim Bundesgericht angefochten werden. 2.3 Das streitige Reglement regelt Fragen des Raumplanungsrechts (vgl. Art. 8a Abs. 2 und 3, Art. 38 RPG). Damit kommt, insbesondere in verfahrensrechtlicher Hirisicht, das kantonale Ausfuhrungsgesetz RPG zur Anwendung. Das angefochtene Reglement fallt dabei unter Art. 33 ff. AG-RPG. Es ist gemass Art. 36 Abs. 2 AG-RPG von der Urversammlung der Gemeinde angenommen worden und ist nach Massgabe von Art. 36 Abs. 3 AG-RPG offentlich aufzulegen. Gemass Art. 37 Abs. 1 AG-RPG unterliegt der Entscheid der Urversammlung der Beschwerde an den Staatsrat, dessen Entscheid der Beschwerde an das Kantonsgericht unterliegt (Art. 37 Abs. 4 AG-RPG). Dies ist ubrigens auch der Weg, der im kantonalen Verfahren eingeschlagen wurde, der dern von den Beschwerdefuhrern zitierten Urteil 2C 88/2009 vom 19. Marz 2010 (Val d'llliez) vorausging (E. 1 des dort Gegenstand der Beschwerde in offentlich-rechtlichen Angelegenheiten bildenden Urteils des Kantonsgerichts vom 19. Dezember 2008). Seite 3
4 Da mithin das kantonale Recht ein Rechtsmittel gegen das Reglement vorsieht (Art. 87 Abs. 2 BGG), entfallt die Moglichkeit einer direkten Anfechtung beim Bundesgericht. 2.4 Auf die offensichtlich unzulassige Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. 2.5 Die Beschwerdefuhrer haben Zweifel uber den massgeblichen Akt, der die Frist zur Anfechtung des Reglements auslost. Daruber ist nicht zu entscheiden. Es rechtfertigt sich unter diesen Umstanden indessen, ihre Rechtsschrift vom 7. Januar 2015 mitsamt Beilagen vorsorglich dern Staatsrat des Kantons Wallis zur Kenntnis zu bringen. 2.6 Die Gerichtskosten sind den Beschwerdefuhrern nach Massgabe von Art. 65 sowie Art. 66 Abs. 1 und Abs. 5 BGG) aufzuerlegen. Seite 4
5 Demnach erkennt der Prasident: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Rechtsschrift vom 7. Januar 2015 mitsamt Beilagen wird dern Staatsrat des Kantons Wallis zugestellt. 3. Die Gerichtskosten von Fr werden den Beschwerdefuhrern unter solidarischer Haftung auferlegt. 4. Dieses Urteil wird den Beschwerdefuhrern, der Gemeinde Burchen und dern Staatsrat des Kantons Wallis schriftlich mitgeteilt. Lausanne, 14. Januar 2015 Im Namen der II. offentlich-rechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts Der Prasident: schreiber: Zund Seite 5
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