Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.10.2011&Aktenzeichen=XI%20ZR%20368/09
Timestamp: 2020-08-06 13:24:33
Document Index: 133358301

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 684', '§ 133', '§ 684', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.10.2011 - XI ZR 368/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,342
BGH, 25.10.2011 - XI ZR 368/09 (https://dejure.org/2011,342)
BGH, Entscheidung vom 25.10.2011 - XI ZR 368/09 (https://dejure.org/2011,342)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2011 - XI ZR 368/09 (https://dejure.org/2011,342)
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BGB § 684 Satz 2; InsO § 133 Abs. 1
§ 684 S 2 BGB, § 133 Abs 1 InsO
Konkludente Genehmigung von Einzugsermächtigungslastschriften bei vereinbarter Führung des Kontos auf Guthabenbasis; Einwand der Vorsatzanfechtung bei Genehmigung von Einzugsermächtigungslastschriften
Zur konkludenten Genehmigung von Einzugsermächtigungslastschriften bei Führung des Kontos auf Guthabenbasis
Zur konkludenten Genehmigung von Einzugsermächtigungslastschriften bei vereinbarter Führung des Kontos auf Guthabenbasis; zur Vorsatzanfechtung bei Genehmigung von Einzugsermächtigungslastschriften
Konkludente Genehmigung einer Lastschrift; Vorsatzanfechtung gegenüber dem Angewiesenen
AG Lippstadt, 27.03.2009 - 6 C 119/08
NJW-RR 2012, 243
ZIP 2011, 2398
MDR 2011, 1486
NZI 2012, 182
WM 2011, 2316
DB 2011, 2906
Als Zahlstelle ist die Bank auch in diesem Fall - sofern nicht gesetzliche Verbotsregeln eingreifen - zur Einlösung der ihr vorgelegten Lastschrift verpflichtet, falls für die konkrete Buchung ausreichende Deckung vorhanden ist (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 17 mwN).
Zur Frage einer konkludenten Genehmigung bereits gebuchter Einzugsermächtigungslastschriften bei Zuführung neuer Liquidität durch den Schuldner (…Fortführung der Senatsurteile vom 26. Juli 2011, XI ZR 36/10, NZI 2011, 679 Rn. 17 und vom 25. Oktober 2011, XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 15).
Aus der maßgeblichen Sicht der kontoführenden Bank können nämlich wiederkehrende Lastschriften aus Dauerschuldverhältnissen oder laufenden Geschäftsbeziehungen im unternehmerischen Verkehr nach Ablauf einer angemessenen Überlegungsfrist grundsätzlich nur dann die berechtigte Erwartung begründen, auch eine neue Belastungsbuchung solle Bestand haben, wenn sich diese innerhalb der Schwankungsbreite bereits zuvor genehmigter Lastschriftbuchungen bewegt oder diese nicht wesentlich über- oder unterschreitet (…Senatsurteile vom 1. März 2011 - XI ZR 320/09, WM 2011, 743 Rn. 13…, vom 27. September 2011 - XI ZR 328/09, WM 2011, 2259 Rn. 22, vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 13 …und vom 8. November 2011 - XI ZR 158/10, WM 2011, 2358 Rn. 20 sowie BGH…, Urteil vom 1. Dezember 2011 - IX ZR 58/11, WM 2012, 160 Rn. 11).
Wie der Senat nach Erlass des Berufungsurteils entschieden hat, liegt eine konkludente Genehmigung durch Maßnahmen der Liquiditätsschaffung für vorausgegangene Abbuchungen dann nahe, wenn der Kontoinhaber aufgrund einer Absprache mit der kontoführenden Bank gehalten war, das betreffende Konto auf Guthabenbasis zu führen (…Senatsurteile vom 26. Juli 2011 - XI ZR 36/10, NZI 2011, 679 Rn. 17 und vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 15).
Sie wird bei wiederkehrenden Leistungen gleicher Größenordnung an denselben Gläubiger von einem Unternehmer regelmäßig bereits konkludent vor Ablauf der Widerspruchsfrist des Nr. 7 Abs. 3 AGB-Banken erklärt (BGH…, Urteil vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, BGHZ 186, 269 Rn. 48;… vom 21. Oktober 2010, aaO Rn. 8;… vom 3. Mai 2011 - XI ZR 152/09, WM 2011, 1267 Rn. 11;… vom 27. September 2011 - XI ZR 328/09, WM 2011, 2259 Rn. 15 f; vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, ZIP 2011, 2398 Rn. 13; vom 1. Dezember 2011 - IX ZR 58/11 unter III. 1., zVb).
b) Schon die Auffassung des Berufungsgerichts, es müsse sich um eine Reihe gleichbleibender Zahlungen handeln, um eine konkludente Genehmigung annehmen zu können, ist mit der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht zu vereinbaren (vgl. zuletzt BGH…, Urteil vom 27. September 2011 - XI ZR 328/09, WM 2011, 2259 Rn. 22; vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, Rn. 13 z.V.b.).
Diese Rechtsprechung hat der Bundesgerichtshof in der Folge mehrfach konkretisiert und dabei klargestellt, dass eine Reihe gleichbleibender Zahlungen für eine konkludente Genehmigung nicht erforderlich ist (…vgl. BGH, Urteile vom 27.09.2011 - XI ZR 328/09, WM 2011, 2259 Rn. 22; vom 25.10.2011 - XI ZR 368/09, Rn. 13 z.V.b.;… vom 01.12.2011 - IX ZR 58/11 -, juris Rn. 11).
Zwar ist auch ein vorläufiger Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt, wie hier der Beklagte zu 3), in der Lage, eine Genehmigung der Lastschriften durch den Schuldner und den Eintritt der Genehmigungsfiktion zu verhindern, indem er solchen Belastungsbuchungen widerspricht bzw. die Genehmigung förmlich versagt (vgl. die bereits zitierten Urteile des BGH vom 20.07.2010 …und vom 25.01.2011, XI ZR 171/09, WM 2011, 454 Rn. 11 und vom 25.10.2011, XI ZR 368/09, WM 2011, 23169 Rn. 9).
36 (1) Ein vorläufiger Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt ist in der Lage, eine Genehmigung der Lastschrift durch den Schuldner und den Eintritt der Genehmigungsfiktion zu verhindern, indem er - wie der Streithelfer am 12. August 2009 - solchen Belastungsbuchungen widerspricht (…BGH, Urteile vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, BGHZ 186, 269 Rn. 11…, vom 23. November 2010 - XI ZR 370/08, WM 2011, 63 Rn. 13…, vom 25. Januar 2011 - XI ZR 171/09, WM 2011, 454 Rn. 11 und vom 25. Oktober 2011 - XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 9).
Ein Widerruf des Insolvenzverwalters bleibt jedoch wirkungslos, soweit zuvor Lastschriftbuchungen von dem Lastschriftschuldner genehmigt worden sind (…BGH, Urteile vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, BGHZ 186, 269 Rn. 41…, vom 22. Februar 2011 - XI ZR 261/09, WM 2011, 688 Rn. 11 und vom 25. Oktober 2011 XI ZR 368/09, WM 2011, 2316 Rn. 9).
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Entscheidung des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (BGH, Urt. v. 25.10.2011, XI ZR 368/09, Tz. 17f.).
Mit dieser Genehmigung war die Widerspruchsmöglichkeit der Zahlungspflichtigen (= Franchisenehmerin) ausgeschlossen Dabei besteht in Rechtsprechung und Literatur Einigkeit, dass die Genehmigung auch stillschweigend erteilt werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2011, Az.: IX ZR 368/09 = NJW-RR 2012, 243 ff.).