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Timestamp: 2017-04-26 00:16:59
Document Index: 349596887

Matched Legal Cases: ['Art. 80', 'Art. 196', 'Art. 8', 'Art. 196', 'Art. 8', 'Art. 196', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 27', 'Art. 31', 'Art. 17', '§ 24', 'Art. 19', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 17', 'Art. 14', 'Art. 4', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 48', 'Art. 14', 'Art. 10', 'Art. 6', 'Art. 6', 'in fine']

JAAC 66.57
13. Februar 2002 [2A.150/2001] bestätigt)
Considérant 1.a.-2.d.
ajoutée. Sponsoring de prestations de services culturelles (art. 14
- Constitutionnalité de l'expression «fournies
directement au public» (consid. 3).
- En cas de sponsoring de manifestations
culturelles ou d'un autre type, il y a un échange de prestations relevant de la
taxe sur la valeur ajoutée lorsque la prestation en argent ou en nature du
sponsor fait l'objet d'une contrepartie fournie par la personne sponsorisée. Le
caractère imposable d'une activité ne dépend donc pas des termes utilisés pour
sa désignation (par ex. sponsoring), mais de l'existence d'un échange de
prestations au sens du droit de la taxe sur la valeur ajoutée
(consid. 5a/bb).
- La pratique administrative relative au
sponsoring est justifiée en ce qui concerne les dons offerts par des
entreprises qui sont dirigées selon des critères économiques et pour les personnes
physiques sans relation avec une activité commerciale ou professionnelle. Cette
pratique est en revanche contraire au droit s'agissant des dons en argent
provenant d'associations de soutien d'utilité publique, dont le but est de
subventionner certaines manifestations culturelles (consid. 5a/cc).
- Base de calcul de l'impôt en cas de sponsoring
intégrant des éléments de publicité (consid. 6a) et en cas de sponsoring
en nature (consid. 6b).
- Facturation séparée lors de prestations mixtes
(prestations culturelles et prestations de l'hôtellerie et de la restauration).
En application de la jurisprudence du Tribunal fédéral, l'Administration
fédérale des contributions peut, en cas d'absence de facturation séparée, taxer
la totalité du prix du billet lorsque la composante relative aux prestations de
l'hôtellerie et de la restauration est supérieure à 10% de l'ensemble de la
prestation (consid. 6c).
Mehrwertsteuer. Sponsoring von kulturellen
gemischter Leistung). Bemessungsgrundlage.
- Verfassungsmässigkeit
des Passus «dem Publikum unmittelbar erbracht» (E. 3).
kulturelle oder andere Veranstaltungen gesponsert, liegt ein
mehrwertsteuerlicher Leistungsaustausch vor, wenn der Geld- oder Sachleistung
des Sponsors eine Leistung des Gesponserten gegenübersteht. Bei der Frage nach
der Steuerbarkeit einer Aktivität kommt es daher nicht auf deren
Begriffsbezeichnung (z. B. Sponsoring) an, sondern darauf, ob ein
Leistungsaustausch im Sinne des Mehrwertsteuerrechts gegeben ist
(E. 5a/bb).
Verwaltungspraxis zum Sponsoring ist rechtens bezüglich Zuwendungen von
Unternehmen, die nach wirtschaftlichen Kriterien geführt sind und bezüglich
natürlichen Personen ohne Hinweis auf eine Geschäfts- oder Gewerbetätigkeit.
Rechtswidrig ist die Praxis jedoch betreffend Geldzuwendungen von
gemeinnützigen Fördervereinigungen, deren Zwecksetzung darin besteht, bestimmte
Kulturveranstaltungen zu unterstützen (E. 5a/cc).
beim Sponsoring mit integrierter Werbung (E. 6a) und bei Naturalsponsoring
(E. 6b).
Fakturierung bei gemischten Leistungen (kulturelle und gastgewerbliche). In
Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf die Eidgenössische
Steuerverwaltung bei Unterlassung der separaten Fakturierung den ganzen
Billetpreis veranschlagen, wenn die steuerbare gastgewerbliche Komponente 10%
der ganzen Leistung übersteigt (E. 6c).
- Costituzionalità dell'espressione «fornite
direttamente al pubblico» (consid. 3).
- In caso di sponsorizzazione di manifestazioni
culturali o di altro genere, vi è uno scambio di prestazioni rilevante per
l'imposta sul valore aggiunto se la prestazione in denaro o in natura dello
sponsor genera una controprestazione da parte della persona sponsorizzata. Per
la questione dell'imponibilità di un'attività non è quindi decisivo il termine
utilizzato per definire quest'ultima (ad es. sponsoring), bensì l'esistenza di
uno scambio di prestazioni ai sensi del diritto dell'imposta sul valore
aggiunto (consid. 5a/bb).
- La prassi amministrativa concernente la
sponsorizzazione è giustificata per quanto riguarda i doni offerti da imprese
dirette secondo criteri economici e per le persone fisiche senza relazione con
una attività commerciale o professionale. La prassi è invece illegale per
quanto riguarda i doni in denaro provenienti da associazioni di sostegno di
utilità pubblica, il cui scopo è di sovvenzionare determinate manifestazioni
culturali (consid. 5a/cc).
- Base di calcolo per la sponsorizzazione che
integra elementi pubblicitari (consid. 6a) e per la sponsorizzazione in
natura (consid. 6b).
- Fatturazione separata in caso di prestazioni
miste (prestazioni culturali e prestazioni alberghiere e di ristorazione). In
applicazione della giurisprudenza del Tribunale federale, l'Amministrazione
federale delle contribuzioni può, in caso di assenza di una fatturazione separata,
tassare la totalità del prezzo del biglietto se la componente relativa alle
prestazioni alberghiere e di ristorazione supera il 10% della prestazione
complessiva (consid. 6c).
A. X wurde als Stiftung
im Sinne von Art. 80 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom
10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) errichtet. Zweck von X ist es, auf
ausschliesslich gemeinnütziger Grundlage junge begabteste Musiker aus der
ganzen Welt zu fördern und sie zum gemeinsamen Musizieren auf einem hohen
internationalen Niveau nach Y zu holen, Werke der klassischen und modernen
Musik, besonders Kammermusik, einem breiten internationalen Publikum bekannt zu
machen sowie einem interessierten Laienpublikum den Zugang zur klassischen
Musik zu eröffnen. Zur Erreichung dieses Zweckes kann X selber, oder in Zusammenarbeit
mit anderen Organisatoren und Institutionen, Musikfestivals in Y organisieren, d. h. Konzerte,
Einführungsveranstaltungen und Rahmenprogramme sowie weitere Anlässe, die dem
Stiftungszweck dienen. X kann auch Kompositionsaufträge erteilen. Das
Stiftungsvermögen wird geäufnet durch Zuwendungen des «Vereins X», freiwillige
Zuwendungen Dritter, Sponsorenbeiträge, Erträge aus der Erhebung von
Eintrittsgeldern, Schutzgebühren, Übertragungshonoraren sowie aus weiteren
Tätigkeiten von X und den Erträgnissen des Stiftungsvermögens. X organisiert
jeweils im Sommer ein internationales Musikfestival. X ist seit dem
1. Januar 1995 im von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) geführten
Register für Mehrwertsteuerpflichtige eingetragen.
B. Mit Schreiben vom
30. März 1995 an die ESTV stellte X den Feststellungsantrag, dass sie der
Mehrwertsteuerpflicht grundsätzlich nicht unterliegt. Eventualiter sei festzustellen, dass ihre mehrwertsteuerpflichtigen
Umsätze im Jahre 1994 unter Fr. 75'000.- lagen und dementsprechend nicht
mehrwertsteuerpflichtig waren. Subeventualiter
sei ihr jedenfalls für das laufende Geschäftsjahr die Mehrwertsteuer zu
14. Juni 1995 wies die ESTV den Antrag auf grundsätzliche Ausnahme von der
Steuerpflicht von X ab. Im Weiteren traf sie verschiedene Feststellungen.
Am 15. August 1995 erhob X
dagegen Einsprache mit dem Begehren, es sei festzustellen, dass Erträge von der
Art, wie sie in der Betriebsrechnung 1993/94 unter der Rubrik «Sponsoren»
aufgeführt sind, nicht unter die Mehrwertsteuerpflicht fallen.
Einspracheentscheid vom 22. März 1999 hiess die ESTV die Einsprache
teilweise gut und traf wiederum diverse Feststellungen.
E. Am 30. April
1999 reichte X gegen den Einspracheentscheid der ESTV Beschwerde bei der
Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) ein und beantragte im
Wesentlichen, dass sie für die zur Erreichung des Stiftungszweckes bei Dritten
gesammelten Beträge der Mehrwertsteuer nicht unterliege. Eventuell sei
festzustellen, dass sie für bestimmte Spenden und Geschenke nicht mehrwertsteuerpflichtig
3.a. Art. 196
Ziff. 14 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 (BV, SR 101; Art. 8 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen
[UeB] der bis zum 31. Dezember 1999 in Kraft befindlichen Bundesverfassung
der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 [aBV], BS 1 3) beauftragt den Bundesrat, die
Ausführungsbestimmungen zur Mehrwertsteuer zu erlassen, die bis zum
Inkrafttreten der Bundesgesetzgebung gelten. Lieferungen von Gegenständen und
Dienstleistungen unterliegen nur dann der Steuer, wenn sie gegen Entgelt ausgeführt
werden («einschliesslich Eigenverbrauch»; Art. 196 Ziff. 14
Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 BV, Art. 8 Abs. 2 Bst. a
Ziff. 1 UeB aBV). Kulturelle Leistungen sind ohne Anspruch auf
Vorsteuerabzug steuerbefreit (Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1
Bst. b Ziff. 5 BV; Art. 8 Abs. 2 Bst. b Ziff. 5
UeB aBV).
b. Der Bundesrat hat
diese Vorgaben der Stufe Verfassung wie folgt umgesetzt: Der Steuer unterliegen
gegen Entgelt erbrachte Lieferungen und Dienstleistungen (Art. 4
Bst. a und b der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer
[MWSTV], AS 1994 1464). Von der
Steuer sind ausgenommen die Umsätze, die nicht-gewinnstrebige Einrichtungen mit
u. a. kultureller Zielsetzung ihren Mitgliedern gegen einen statutarisch
festgesetzten Beitrag erbringen (Art. 14 Ziff. 11 MWSTV); ferner die
dem Publikum unmittelbar erbrachten kulturellen Dienstleistungen der in
Art. 14 Ziff. 12 MWSTV aufgeführten Arten, sofern dafür ein
besonderes Entgelt verlangt wird; schliesslich auch kulturelle Dienstleistungen
der Schriftsteller und Komponisten sowie die Dienstleistungen von deren Verwertungsgesellschaften
(Art. 14 Ziff. 13 MWSTV).
c. Wie für jede andere
Aktivität setzt die Steuerbarkeit von Sponsoring also voraus, dass es im
mehrwertsteuerlichen Leistungsaustausch erfolgt. Dem Sponsor muss für seine
Zuwendung ein direkter verbrauchsfähiger Nutzen durch den Gesponserten
zufliessen. Besteht kein Leistungsaustauschverhältnis zwischen Begünstigtem und
Sponsor, ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den
Geltungsbereich der Mehrwertsteuerverordnung.
d. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht zu beanstanden, dass das geltende
Recht die Steuerbefreiung auf kulturelle Dienstleistungen beschränkt, die dem
Publikum unmittelbar erbracht werden. Sinn und Zweck der Befreiungsvorschrift
besteht in der Begünstigung des Bezugs von kulturellen Leistungen aus
kulturpolitischen Gründen. Bereits aus dem - auf Verfassungsstufe vorgegebenen
- Wesen der Steuerbefreiung ohne Berechtigung zum Vorsteuerabzug geht hervor,
dass einzig durch die Nichtbelastung der letzten Umsatzstufe insgesamt eine
geringere Steuerbelastung für den Endverbraucher bewirkt werden soll. Insofern
ist zutreffend, nur die dem Publikum unmittelbar erbrachten kulturellen
Dienstleistungen zu befreien, und nicht etwa auch gewisse Vorleistungen (vgl.
zu dieser Problematik auch den Entscheid der SRK vom 28. Oktober 1997 i.S.
H., E. 4b, in MWST-Journal 1/98, S. 24, geschützt durch das Archiv
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 344 ff. E. 6d/aa;
Entscheid des Bundesgerichts vom 3. März 1999 i.S. K. AG, E. 6a).
Im Übrigen lässt die
bundesgerichtliche Rechtsprechung keine Gelegenheit aus, dem Bundesrat
regelmässig den gleichen politischen Entscheidungsspielraum zuzugestehen wie
dem ordentlichen Gesetzgeber (statt vieler: BGE 125 II 331, BGE 123 II
298 f.). Der Richter hat nicht sein Ermessen an die Stelle des Bundesrates
zu setzen. Er beschränkt sich vielmehr auf die Prüfung der
Verfassungsmässigkeit der in Frage stehenden Regelung. In Auslegung der
Verfassungsnorm, dergemäss kulturelle Leistungen ohne Anspruch auf
Vorsteuerabzug steuerbefreit sind (E. a hievor), hat der Bundesrat mit der
Wendung «dem Publikum unmittelbar erbrachte» in Art. 14 Ziff. 12
MWSTV kein übergeordnetes Recht verletzt. Vorab beachtet sie den von der
Verfassung vorgegebenen Grundsatz der Allgemeinheit der Mehrwertsteuer sowie
die daraus abgeleitete restriktive Handhabung und Auslegung der
Befreiungsvorschriften. Sodann werden keine aus der Verfassung abgeleiteten
übergeordneten Grundsätze verletzt. Zudem beachtet die fragliche Regelung das
Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV, Art. 4 aBV), da alle
vergleichbaren Leistungen von vergleichbaren Leistungserbringern gleich
behandelt werden. Sie hält schliesslich vor Art. 27 BV (Art. 31 aBV)
stand, da die Beschwerdeführerin gleich behandelt wird wie ihre direkten
Konkurrenten im Sinne der Rechtsprechung.
Zusammenfassend gesagt, ist es
nicht unzulässig, wenn die Verordnung die Steuerbefreiung auf jene Leistungen
beschränkt, die direkt und unmittelbar dem Publikum erbracht werden, und nicht
auf jede erdenkliche Art von Aktivitäten im Bereich des Kulturschaffens,
namentlich auf das «Auftreiben der nötigen Finanzmittel» via Sponsoring,
ausweitet, wie die Beschwerdeführerin dafürhält.
4.a. Gemäss Art. 17
Abs. 1 MWSTV ist steuerpflichtig, wer eine mit der Erzielung von Einnahmen
verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, sofern
seine mehrwertsteuerrechtlichen Leistungen im Inland jährlich Fr. 75'000.-
übersteigen. Gewerbliche Tätigkeit setzt voraus, dass Einnahmen erzielt werden.
Gewinnstrebigkeit ist jedoch nicht erforderlich (Ernst Höhn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Band I,
Bern/Stuttgart/Wien 1997, § 24 Rz. 16; Stephan Kuhn/Peter Spinnler, Mehrwertsteuer, Muri/Bern 1994,
Unter gewissen Umständen können
Leistungserbringer von der subjektiven Steuerpflicht ausgenommen werden (s.
Art. 19 MWSTV). Bei der Befreiungsvorschrift von Art. 14 MWSTV
namentlich deren Ziff. 12, handelt es sich demgegenüber nicht um eine
subjektive Steuerbefreiung, sondern es werden lediglich gewisse Tätigkeiten
(objektiv) befreit. Jemand, der vorwiegend kulturelle Leistungen erbringt im
Sinne von Art. 14 Ziff. 12 MWSTV, ist demnach nicht automatisch für
alle seine Tätigkeiten von der Steuer befreit. Zu prüfen ist jeweils, ob er aus
andern Gründen die Voraussetzungen von Art. 17 MWSTV erfüllt.
Beschwerdeführerin bringt mehrfach vor, sie sei gemeinnützig, nicht
gewinnorientiert und deshalb steuerbefreit. Eine subjektive Steuerbefreiung
wegen Gemeinnützigkeit sieht das geltende Recht jedoch nicht vor (E. a
hievor). Aber auch Art. 14 Ziff. 12 MWSTV knüpft nicht an ein
Tatbestandsmerkmal «Gemeinnützigkeit» an. Die Beschwerdeführerin behauptet
ferner, mit ihrer Tätigkeit wolle sie keine Einnahmen erzielen. Das ist falsch.
Laut Art. 4 der Stiftungsurkunde nimmt sie zur Erreichung ihres Zweckes
Zuwendungen des «Vereins X», freiwillige Zuwendungen Dritter,
Sponsorenbeiträge, Erträge aus der Erhebung von Eintrittsgeldern, aus
Schutzgebühren, aus Übertragungshonoraren sowie aus weiteren Tätigkeiten der
Stiftung entgegen. Die Beschwerdeführerin macht auch verschiedentlich geltend,
als Stiftung sei sie eine von der Steuer ausgenommene nicht gewinnstrebige
Einrichtung mit kultureller Zielsetzung nach Art. 14 Ziff. 11 MWSTV.
Auch diesem Argument ist entgegenzuhalten, dass Art. 14 Ziff. 11
MWSTV keine subjektive Steuerbefreiung normiert, sondern lediglich gewisse
Leistungen befreit (E. a hievor). Im Übrigen kann die Beschwerdeführerin
ohnehin nichts aus dieser Bestimmung für sich ableiten, da es dort - anders als
beim vorliegend zu beurteilenden Sponsoring - um Leistungen geht, die an
(Vereins-)Mitglieder erbracht werden.
5.a.aa. Nach Verwaltungspraxis
unterliegen Werbe- und Bekanntmachungsleistungen für Sponsoren der Steuer
(Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige[133], Rz. 261; Branchenbroschüre Karitative Organisationen, Juli
1995, S. 17). Eine Gegenleistung liege bereits vor, wenn der Sponsor oder
Spender vom Empfänger in einem Mitteilungsblatt oder Klubheft, in Programmen,
aber auch in Form von Lautsprecherdurchsagen unter Hinweis auf seine
berufliche, gewerbliche, unternehmerische oder andere Tätigkeit namentlich
genannt wird (Wegleitung, Rz. 432i). Die Erwähnung von Privatpersonen ohne
jeglichen Hinweis auf eine geschäftliche Tätigkeit stelle keine Werbeleistung
dar und sei nicht steuerbar (Branchenbroschüre Sport, Juli 1995, S. 36;
Branchenbroschüre Karitative Organisationen, S. 17). Keine Gegenleistung
des Zuwendungsempfängers werde angenommen bei der ein- oder mehrmaligen Nennung
im offiziellen Berichtsteil eines Jahres- und/oder Rechenschaftsberichtes.
Bemessungsgrundlage der Steuer bilde der gesamte Sponsorbetrag. Bestehe das
Sponsoring in der Zuwendung von Naturalien, sei Steuerbemessungsgrundlage der
Preis, der einem unabhängigen Dritten der gleichen Abnehmerkategorie für die
Lieferung der Naturalien in Rechnung gestellt würde (Wegleitung, Rz. 432l;
Branchenbroschüre Sport, S. 24).
Die ein- oder mehrmalige Nennung
von Privatpersonen mit Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnung, von juristischen
Personen, Personengesellschaften, Personengesamtheiten ohne
Rechtspersönlichkeit und von Anstalten des privaten Rechts (Verein, Stiftung,
Genossenschaft, AG, Kommanditaktiengesellschaft, GmbH, Kommanditgesellschaft,
Kollektivgesellschaft, einfache Gesellschaft, Verband usw.) in anderen
Publikationen als Geschäfts- oder Rechenschaftsberichten stelle daher eine
Werbe- oder imagefördernde Bekanntmachungsleistung dar, so dass der entsprechende
Sponsorenbeitrag der Steuer unterliege.
bb. Werden kulturelle
oder andere Veranstaltungen gesponsert, liegt ein mehrwertsteuerlicher
Leistungsaustausch vor, wenn der Geld- oder Sachleistung des Sponsors eine
Leistung des Gesponserten gegenübersteht. Bei der Frage nach der Steuerbarkeit
einer Aktivität kommt es daher nicht auf deren Begriffsbezeichnung (z. B.
Sponsoring) an, sondern darauf, ob ein Leistungsaustausch im Sinne des
Mehrwertsteuerrechts gegeben ist. Mit dieser Einschränkung ist den nachfolgenden
Ausführungen der ESTV durchaus zu folgen:
Wird das Sponsoring einer mehr oder
weniger breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht, steht der Zuwendung eine Werbe-
und/oder imagefördernde Leistung durch den Gesponserten an den Sponsor
gegenüber. Der Beitrag an eine kulturelle Veranstaltung fördert unter Umständen
den Bekanntheitsgrad, die Anerkennung, das Ansehen oder das gute Image des
Sponsors. Bei diesem mehrwertsteuerlichen Leistungsaustauschverhältnis steht
also der Werbe- oder imagefördernden Bekanntmachungsleistung durch den
Gesponserten ein Entgelt in Form der Zuwendung durch den Sponsor gegenüber.
Alles, was der Sponsor aufwendet, um diese Leistung des Gesponserten zu
erhalten, bildet Bestandteil der Bemessungsgrundlage (Art. 26 Abs. 2
cc. Aufgrund dieser
Kriterien ist die Verwaltungspraxis rechtens, dergemäss die Zuwendungen der in
den beschwerdeführerischen Festivalprogrammen als Sponsoren aufgelisteten, nach
wirtschaftlichen Kriterien geführten Unternehmungen mehrwertsteuerlich zu
veranschlagen sind. Durch das Sponsoring erhoffen sich diese Firmen eine
Verbesserung ihrer Marktposition, zumindest eine positive Wirkung auf ihre
«Public Relations». Das Engagement für die Kulturveranstaltung soll sich
günstig auf das Unternehmensimage auswirken. Der Unterstützung liegt eine
geschäfts-, gewinn- und umsatzorientierte Motivation zugrunde. Der
Sponsor erhofft sich einen wirtschaftlichen Nutzen von der Leistung des
Gesponserten. In der Bekanntmachung des Sponsors gegenüber dem Publikum besteht
die mehrwertsteuerliche Leistung des Gesponserten (entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin macht es keinen Unterschied, ob diese
Bekanntmachungsleistung nun Kommunikations- oder Informationsleistung zu nennen
ist). Die Imageförderung für den nach wirtschaftlichen Kriterien geführten
Betrieb steht im Vordergrund, auch wenn eine untergeordnete, uneigennützige
Spendenabsicht des Sponsors nicht immer auszuschliessen ist. Insoweit ist die
Praxis der ESTV zum Sponsoring nicht zu beanstanden.
Ebenfalls durchaus gerechtfertigt
ist, wenn die ESTV in der namentlichen Nennung einer natürlichen Person (ohne
Hinweis auf Geschäfts- oder Gewerbetätigkeit) in der Programmzeitschrift der
Beschwerdeführerin noch keine steuerbare Leistung erblickt. Unter diesen
Umständen geht sie zu Recht davon aus, dass die Privatperson ihren Beitrag
aufgrund eines persönlichen Bezugs zur kulturellen Veranstaltung, um der Sache
willen, mäzenatisch leistet. Sie erhofft sich nicht in erster Linie eine
Imageförderung oder gar einen wirtschaftlichen Vorteil. Sie will mit ihrem
Beitrag vielmehr das Kulturschaffen fördern und die Konzertveranstaltung
überhaupt ermöglichen. Insofern erwartet sie keine Leistung durch die Beschwerdeführerin.
Es kann unter diesen Umständen auch nicht gesagt werden, die Beschwerdeführerin
erbringe - einzig durch die Namensnennung der Privatperson - eine
imagefördernde Bekanntmachungsleistung im Sinne der voranstehenden Erwägungen.
In diesen Fällen handelt es sich um eine Spende, bei der der Zuwender keine
mehrwertsteuerliche Leistung erhält, ein mehrwertsteuerlicher Leistungsaustausch
mithin fehlt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 25. August 2000 i.S.
S., E. 8a).
Verwaltung verhält es sich gleich im Falle etwa von gemeinnützigen
Fördervereinigungen, deren Zwecksetzung darin besteht, Kulturveranstaltungen
wie jene der Beschwerdeführerin zu unterstützen. Ihr Engagement ist nicht in
erster Linie durch Werbung oder Imageförderung, schon gar nicht in der Hoffnung
eines wirtschaftlichen Nutzens, motiviert. Es besteht vielmehr in einer
uneigennützigen Förderung und Unterstützung der kulturellen Veranstaltung. Die
Fördervereinigung leistet ihren Beitrag, um die kulturellen Veranstaltungen des
Empfängers oft überhaupt erst zu ermöglichen. Der Unterstützungsgedanke und
damit der Spendencharakter steht im Vordergrund. Auch wenn eine gewisse
Imagepflege der Fördervereinigung durch die Natur der Sache (sie unterstützt!)
nicht auszuschliessen ist, erweist sich dieser Aspekt gegenüber dem Spendencharakter
der Zuwendung als klar untergeordnet. Die Imagepflege besteht wohl zu einem
grossen Teil lediglich darin, dass die Vereinigung gegen aussen hin
manifestiert, sie verwende die ihr durch die Mitglieder oder Stifter zur
Verfügung gestellten Mittel auch tatsächlich gemäss ihrer Zwecksetzung. Die
gemeinnützige Fördervereinigung erwartet keine Gegenleistung von der
Beschwerdeführerin. Unter diesen Umständen erbringt die Beschwerdeführerin nur
durch die Nennung der Fördervereinigung im Programmheft - nicht anders als bei
der Privatperson - keine steuerbare Leistung. Wohl auch von solchen oder
ähnlichen Überlegungen hat sich die ESTV leiten lassen, wenn sie nach
Inkrafttreten des neuen Rechts Zahlungen von gemeinnützigen Fördervereinen, die
von den direkten Bundessteuern befreit sind, als Spenden behandelt (vgl.
Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer[134], Rz. 418). Insoweit ist der angefochtene Einspracheentscheid
b. Betreffend
Steuerbarkeit der noch strittigen Zahlungen von im Festivalprogramm
aufgeführten Geldgebern ist somit folgendes festzustellen:
aa. Bei den nachfolgenden
Fällen handelt es sich um steuerbares Sponsoring gemäss E. a/cc hievor:
bb. Da es die ESTV
unterliess, im vorliegenden Fall einen Leistungsentscheid zu fällen, wird sie
nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides gehalten sein, in Zusammenarbeit
mit der Steuerpflichtigen die geschuldete Steuer für das Sponsoring zu
ermitteln. Dabei hat sie der Beschwerdeführerin die Beweisgelegenheit
einzuräumen, bei den nachfolgend aufgeführten Geldgebern handle es sich um
gemeinnützige Fördervereinigungen im Sinne der E. a/cc hievor bzw. im
Sinne der neuen Praxis der ESTV:
Nur wenn der Beschwerdeführerin der
geforderte Nachweis gelingt, handelt es sich jeweils nicht um einen steuerbaren
Sponsoringtatbestand.
Beschwerdeführerin erhebt weitere Einwände gegen den Einspracheentscheid
betreffend die Problematik Sponsoring (E. a und b hienach) und anderer
Rechtsfragen (E. c und d hienach):
a. Zunächst hält sie
dafür, sie habe der K. und der P. AG als Gegenleistung für die Geldzahlung zwar
Werbefläche im Festivalprogramm, auf Plakaten usw. zur Verfügung gestellt. Der
Wert dieser Werbung betrage jedoch allerhöchstens 10% der jeweiligen
Geldzahlung. Die Zuwendung sei daher aufzusplitten in einen nichtsteuerbaren
und einen werberelevanten, steuerbaren (10%) Teil. Bei anderen
Kulturinstitutionen habe die ESTV ein Splitting mit einem steuerbaren Teil von
20% akzeptiert. Schon aus Gründen der Rechtsgleichheit dürfe sie nicht anders
behandelt werden (100% statt 20%).
Bei der Werbeleistung mittels Inserat/Logo
usw. handelt es sich um einen Bestandteil der Bekanntmachungsleistung als
Ganzes an diese beiden Sponsoren, zumal die Insertion auch nicht gesondert in
Rechnung gestellt worden ist. Ein Splitting wäre nur dann sinnvoll und
angebracht, wenn einem Teil der Geldzahlung keine Gegenleistung der
Beschwerdeführerin gegenüberstehen würde. Dies wäre beispielsweise dann der
Fall, wenn anzunehmen wäre, dass nur ein Teil der Sponsorzahlung die
Bekanntmachungsleistung zur Abgeltung bringt, ein erheblicher Teil aber
Spendencharakter aufweist. Dies ist aber bei den unter E. 5b/aa hievor
aufgeführten Sponsoren, mitunter bei der K. und der P. AG, ausgeschlossen (vgl.
E. 5a/cc hievor).
Die Beschwerdeführerin beruft sich
sinngemäss auf eine Gleichbehandlung im Unrecht. Sie kann keinerlei Beweis
dafür vorlegen, dass die ESTV in vergleichbaren Fällen ein solches Splitting
angewendet hat. Die ESTV wehrt sich gegen die beschwerdeführerische Behauptung
und erklärt, vergleichbare Leistungen gleich zu behandeln. Ihre einheitliche
Praxis sei ja in Branchenbroschüren niedergeschrieben. Aus dem Grundsatz einer
Gleichbehandlung im Unrecht, was allerdings voraussetzen würde, dass die ESTV
tatsächlich vergleichbare Sachverhalte abweichend behandelt hat, könnte die
Beschwerdeführerin ohnehin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn die
Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des Grundsatzes sind nicht gegeben, sind
doch keinerlei Anzeichen dafür ersichtlich, dass die ESTV eine rechtswidrige
Praxis aufrechterhalten will (zu den Voraussetzungen einer Gleichbehandlung im
Unrecht: BGE 122 II 451 f., BGE 115 Ia 83, je mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung und auf Literatur). Wie bereits erwähnt, versichert sie
vielmehr, vergleichbare Leistungen anderer Kulturschaffenden würden ebenfalls
mit Mehrwertsteuer belastet.
Beschwerdeführerin führt im Festivalprogramm eine Liste von Hotels und erwähnt
ausdrücklich, diese hätten Naturalleistungen erbracht. Diese Hotels beherbergen
Künstler des Festivals gratis. Die ESTV bezeichnet diese Leistungen als
Naturalsponsoring. Der Steuerberechnung für ihre Bekanntmachungsleistungen an
die Hotels habe die Beschwerdeführerin jenen Preis zugrunde zu legen, den
unabhängige Dritte für die Sach- oder Dienstleistung zu bezahlen hätten. Die Beschwerdeführerin
wendet ein, der Beruf ihres Präsidenten (Rechtsanwalt) werde sicher im
Zusammenhang mit dem Musikfestival erwähnt, was nach der Argumentation der ESTV
zur Folge hätte, dass seine dabei verdankte Gratisarbeit (Naturalleistung) zum
Preis für unabhängige Dritte zu versteuern wäre. Dies sei absurd.
Besteht die Sponsorleistung nicht
in einer Geldzahlung, sondern in einer Sachleistung wie die Beherbergungs- oder
Bewirtungsleistung des Hotels, liegt ein tauschähnlicher Umsatz vor. Der
Bekanntmachungsleistung der Beschwerdeführerin steht die Naturalleistung des
Hotels gegenüber. Bei tauschähnlichen Umsätzen gilt der Wert jeder Leistung als
Entgelt für die andere Leistung (Art. 26 Abs. 4 MWSTV). Demnach legt
die ESTV bei der Berechnung der Steuer für die Bekanntmachungsleistung der
Beschwerdeführerin zu Recht den Wert der Hotelleistung zugrunde, mithin den
Preis, den ein unabhängiger Dritter für die Beherbergungs- oder Bewirtungsleistung
zu bezahlen hätte.
Die Beschwerdeführerin verkennt mit
ihrem angeführten Beispiel, dass ihr Präsident als solcher für die Stiftung (in
deren Namen) handelt, und damit nicht gleichzeitig eine mehrwertsteuerliche
Leistung an sie erbringen kann. Die Beschwerdeführerin erbringt keine
mehrwertsteuerrelevanten Leistungen an sich selbst. Anders verhielte es sich
nur, wenn der Präsident in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und damit als
von der Beschwerdeführerin unabhängiges Steuersubjekt - und nicht als Präsident
der Beschwerdeführerin - eine Leistung an diese erbringen würde. Diesfalls
richtete sich die Berechnungsgrundlage aber nach der allgemeinen Regel.
Beschwerdeführerin macht ferner geltend, sie habe lediglich aus
Praktikabilitätsgründen mittels Eintrittskarte den Buffetbeitrag zusammen mit
dem Konzertpreis einkassiert. Der Preis des Buffets bedeute für sie lediglich
einen Durchlaufposten. Es handle sich um ein reines Inkasso, ein Mandat für den
Buffetbetreiber.
Gemäss Verwaltungspraxis sind
kulturelle Dienstleistungen nur dann von der Steuer ausgenommen, wenn die
verkauften Karten ausschliesslich zum Zutritt zur kulturellen Dienstleistung
berechtigen. Seien im Eintrittspreis steuerbare Leistungen wie beispielsweise
gastgewerbliche Leistungen enthalten, und werden die entsprechenden
wertmässigen Anteile auf dem Billett bzw. auf der Rechnung nicht separat
ausgewiesen, so sei wie folgt zu unterscheiden:
Nach konstanter Rechtsprechung der
SRK ist für Unternehmen, die eine gemischte Tätigkeit ausüben, die teilweise
unecht befreit und teilweise steuerpflichtig ist, eine Aufteilung dieser
Leistungsarten (in den Fakturen) für eine ordnungsgemässe Mehrwertsteuerabrechnung
(Ermittlung der geschuldeten Steuer sowie der berechtigten Vorsteuerabzüge)
absolut unerlässlich (Entscheid der SRK vom 25. September 1998, VPB 63.75,
E. 6a/aa). In einem weiteren konkreten Fall hat die SRK festgestellt, dass
dies gleichzeitig bedeutet, dass die Verwaltung umgekehrt verlangen dürfe, die
unter die Befreiungsvorschrift von Art. 14 Ziff. 7 MWSTV fallenden
Leistungskomponenten seien pauschal - und eben nicht separat - zu fakturieren
(Entscheid der SRK vom 3. Februar 1999, E. 4e, in MWST-Journal 1/99,
S. 29 f.). Indes hat die SRK mit ausführlicher Begründung die
Verwaltungspraxis nicht geschützt, sofern sie als Rechtsfolge einer allfälligen
separaten Fakturierung von Leistungskomponenten des Art. 14 Ziff. 7
MWSTV deren volle Versteuerung zum massgebenden Satz vorschreibt. Unterlasse
der Beschwerdeführer pflichtwidrig, separat zu fakturieren, sei die ESTV
verpflichtet, den Anteil der steuerpflichtigen bzw. unecht befreiten
Komponenten nach pflichtgemässem Ermessen gemäss Art. 48 MWSTV zu
schätzen. Der Einbezug des unecht befreiten Umsatzes in die
Berechnungsgrundlage der steuerpflichtigen Leistungen bei pflichtwidrigem Verhalten
des Beschwerdeführers entbehre der gesetzlichen Grundlage (Entscheid der SRK
vom 3. Februar 1999, E. 4e, in MWST-Journal 1/99,
S. 30 f.). Das Bundesgericht ist mit dieser Betrachtungsweise nicht
einverstanden und hat ohne auf die ausführliche Begründung der Vorinstanz
einzugehen, festgestellt, die Anordnung der Verwaltung sei sachlich geboten, da
der betroffene Steuerpflichtige ein Unternehmen betreibe, das teilweise von der
Steuer ausgenommene und teilweise unter die Steuer fallende Leistungen erbringt
(Entscheid des Bundesgerichts vom 25. August 2000 i.S. S., E. 5).
bundesgerichtlichen Feststellung ist umso mehr eine Verwaltungspraxis zu
schützen, die im Unterlassungsfall der Aufteilung der Leistungsarten in den
Fakturen oder auf den Eintrittskarten die Steuerbefreiung uneingeschränkt
zulässt, wenn die steuerpflichtige (hier gastgewerbliche) Komponente 10% der
ganzen Leistung nicht übersteigt, und die Steuerbefreiung gänzlich verwehrt,
wenn dieser Anteil 10% des gesamten Eintrittspreises übersteigt. Eine solche
Pauschale kommt bei einer gemischten Leistung der Wirklichkeit in jedem Falle
näher als die durch das Bundesgericht geschützte Praxis der Verwaltung zu
Art. 14 Ziff. 7 MWSTV. Die beanstandete Verwaltungspraxis ist
folglich ebenfalls zu schützen. Allerdings sei am Rande bemerkt, dass die ESTV
aus Gründen der Rechtsgleichheit für eine einheitliche Praxis in solchen und
vergleichbaren Fällen zu sorgen hat.
Mit dem Einwand, sie habe nur im
Auftrag des Buffetbetreibers das Inkasso übernommen, macht die
Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, es handle sich mit Bezug auf die
gastgewerbliche Komponente um ein reines Vermittlungsgeschäft bzw. um direkte
Stellvertretung. Sie verkennt, dass sie - was hier nicht der Fall ist -
ausdrücklich im Namen und für Rechnung des Buffetbetreibers hätte handeln
müssen (Art. 10 Abs. 1 MWSTV).
Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, was unter dem Titel
«Übertragungsrechte» an sie bezahlt worden sei, sei nichts anderes als eine
Spende des Radios. Der Spender erwarte keinerlei wirtschaftliche oder
Imagevorteile. Für Übertragungen zeitgenössischer Musik müsse der betreffende
Künstler nicht selten sogar etwas bezahlen. Selbst namhafte Interpreten würden
nicht selten von ihren Schallplattenfirmen um einen Unkostenzuschuss gebeten.
So sei es auch hier, im Grunde genommen müssten Radio und Fernsehen vom
Festival für die Übertragung von erfahrungsgemäss nicht sehr populären modernen
Stücken ein Entgelt verlangen, um überhaupt Sendezeit zur Verfügung zu halten.
Die Beschwerdeführerin verkennt,
dass es hier nicht um die Vermittlung von Imagevorteilen geht. Der
Dienstleistungstatbestand der Mehrwertsteuer ist umfassend (s. Art. 6
Abs. 1 MWSTV). Eine Dienstleistung liegt auch vor, wenn immaterielle
Rechte überlassen werden (Art. 6 Abs. 2 Bst. a MWSTV). Darunter
fällt zweifelsfrei die Veräusserung von Übertragungsrechten an einem Konzert.
Auf die beschwerdeführerische Behauptung, die Rechte an der Übertragung ihrer
Musik seien nicht lukrativ, kommt nichts an. Entscheidend für das Vorliegen
eines mehrwertsteuerlichen Leistungsaustausches ist, dass der
Beschwerdeführerin für die Übertragungsrechte unbestrittenermassen finanzielle
Mittel zugeflossen sind.
7. Die Beschwerde ist
im Sinne der vorangehenden Erwägungen teilweise gutzuheissen (namentlich
E. 5a/cc in fine und
E. 5b/bb), im Übrigen jedoch abzuweisen (…).
[133] Die alten Texte zur MWSTV
sind zu beziehen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Hauptabteilung
Mehrwertsteuer, CH - 3003 Bern.
[134] Zu beziehen beim Bundesamt
für Bauten und Logistik (BBL), CH - 3003 Bern. Auf Internet abrufbar:
http://www.bbl.admin.ch oder bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung:
http://www.estv.admin.ch/data/mwst/ unter: Dokumentation / Drucksachen.