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Timestamp: 2018-12-15 05:15:09
Document Index: 349637238

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 60', '§ 12', '§ 141', '§ 18', '§ 19']

Einnahmenüberschussrechnung - EÜR einfach erklärt
Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) – einfach und umfassend erklärt
Mit der Einnahmenüberschussrechnung werden die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenübergestellt. Dabei wird die Gewinnermittlung vereinfacht. Deshalb ist sie besonders für kleinere Unternehmen von Vorteil.
Die Einnahmenüberschussrechnung (Abkürzung EÜR) ist eine vereinfachte Art der Gewinnermittlung für kleinere Unternehmen und Freiberufler. Die EÜR wird oft auch ganz einfach 4/3-Rechnung genannt. Das hat nichts mit einer „Vier-Drittel-Regelung” zu tun, sondern resultiert aus der Gesetzesnorm, die die EÜR regelt: § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG).
Diese Vorschrift definiert die EÜR als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Kurz gesagt: Einnahmen minus Ausgaben ist gleich Gewinn. Dabei wird nur das in die Rechnung zur Gewinnermittlung mit aufgenommen, was im betreffenden Wirtschaftsjahr tatsächlich eingenommen oder ausgegeben wurde (Zufluss- und Abflussprinzip). Das ist der entscheidende Unterschied zu dem wesentlich komplizierteren Betriebsvermögensausgleich gemäß § 4 Abs. 1 EStG.
Der Zweck: Wozu dient die EÜR?
Mit der EÜR werden Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenübergestellt. Ist die Differenz positiv, ergibt sich für den Betrieb oder den Unternehmer ein Gewinn. Die EÜR dient also der Gewinnermittlung. Dieser Gewinn ist die entscheidende Grundlage für die Besteuerung eines Unternehmens bzw. eines Freiberuflers. Der Gewinn hat beispielsweise Einfluss auf
die Umsatzsteuer-Zahllast gegenüber dem Finanzamt (Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Umsatzsteuererklärung),
die Höhe der Einkommensteuer,
und Körperschaftssteuer.
Die Einnahmenüberschussrechnung dient vor allem dem Zweck, die Gewinnermittlung für kleinere Betriebe zu erleichtern. Je geringer die Umsätze sind, desto weniger ergibt sich die Notwendigkeit einer Buchhaltung nach den Prinzipien der doppelten Buchführung. Der hauptsächliche Sinn der EÜR liegt also in der Vereinfachung. Dies wird auch dadurch deutlich, dass beispielsweise Unternehmer, die einen Jahresumsatz von weniger als 17.500 € erwirtschaften, keine amtlichen Vorlagen für die EÜR benutzen müssen. Hier reicht eine formlose Aufstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben.
Die EÜR im Gesetz: Rechtsgrundlagen
Jeder staatliche Eingriff benötigt eine gesetzliche Grundlage. Das gilt auch dann, wenn es um Steuern geht. Denn die Besteuerung greift in das Eigentum von natürlichen und juristischen Personen ein. Die EÜR ist ein Hilfsmittel, um den Gewinn, der letztlich besteuert wird, festzustellen. Wichtige gesetzliche Grundlagen für die EÜR sind beispielsweise:
§ 4 Abs. 3 Satz 1 EStG: Diese Norm erlaubt die vereinfachte Gewinnermittlung durch eine EÜR für alle, die nicht zur Buchführung verpflichtet sind (und diese auch tatsächlich nicht betreiben).
§ 4 Abs. 4 EStG: Definition der Betriebsausgaben: betrieblich veranlasste Ausgaben.
§ 60 Abs. 4 EStDV: Die EÜR ist in der Steuererklärung grundsätzlich elektronisch dem Finanzamt zu übermitteln.
§ 12 EStG: Hier sind in den Nummern 1 bis 5 die Einkunftsarten aufgeführt, die vom Einkommen nicht abgesetzt werden dürfen (wichtig zur Abgrenzung zwischen privaten Aufwendungen und betrieblich veranlassten Ausgaben).
§ 141 AO (Abgabenordnung): Diese Vorschrift bestimmt, wer zur Buchführung verpflichtet ist und somit eine Bilanzierung erstellen muss.
Das Steuerrecht ist eine rechtkomplizierte gesetzliche Materie. Je höher die Einnahmen eines Betriebes oder Freiberuflers sind, desto eher lohnt es sich, den fachlichen Rat eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen. Für überschaubare Unternehmensgewinne reicht meist schon eine gute Finanzsoftware für die Buchhaltung völlig aus. Leistungsfähige Programme übernehmen auch die Erstellung der Einkommensteuer – inklusive EÜR. Wer beim Eintragen der einzelnen Posten keine Fehler macht, ist auch in puncto Steuern und Buchhaltung auf der sicheren Seite.
Das steckt dahinter: das Zufluss- und Abflussprinzip
Die Grundlage der Einnahmenüberschussrechnung ist das Zufluss- und Abflussprinzip. Dies kann man sich durchaus bildlich vorstellen: Letztlich zählt für diese Art der Gewinnermittlung nur das, was tatsächlich zufließt und tatsächlich abfließt. Sprich: Welche Beträge sind auf das Konto eingegangen oder wurden überwiesen? Welche Beträge wurden bar eingenommen oder bezahlt? Im Gegensatz zur Bilanzierung (doppelte Buchführung) spielt die Entstehung der Verbindlichkeit oder deren Begleichung durch eine Leistung keine Rolle. Deshalb gilt bei der EÜR jedoch auch, dass alle Anzahlungen – sei es als Einnahme oder Ausgabe – steuerlich voll berücksichtigt werden. Lediglich bei der Vorsteuer kann der Unternehmer eine andere Vorgehensweise wählen. In der Einkommensteuererklärung wird regelmäßig das Kalenderjahr als Zeitraum gewählt.
Was man bei der Steuererklärung beachten muss
Die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) hat neben der persönlichen Buchhaltung in erster Linie Bedeutung für die jährliche Steuererklärung. Die Einkommensteuer erfasst viele Einkünfte, die zur Besteuerung herangezogen werden. Deshalb gilt es zu beachten, dass jeder Freiberufler oder Unternehmer nicht nur seine Gewinne besteuern muss, sondern auch übrige Einkunftsarten, die für die Berechnung der Einkommensteuer herangezogen werden. Dies sind zum Beispiel:
Zu dem in der EÜR ermittelten Gewinn werden also die oben genannten Einkünfte (falls solche vorhanden sind) hinzugezählt, um die Grundlage für die Besteuerung zu ermitteln. Der Gesamtbetrag der Einkünfte wird eventuell gemindert durch den Altersentlastungsbetrag oder den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Von diesem Gesamtbetrag rechnet das Finanzamt wiederum andere Ausgaben ab, die das Einkommen ergeben:
Steuerbegünstigungen beispielsweise bei Wohneigentum
Letztlich berechnet sich das zu versteuernde Einkommen unter Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen. Wenn ein Grundfreibetrag nicht überschritten wird, muss überhaupt keine Einkommensteuer gezahlt werden. Nur die Beträge, die über dem Grundfreibetrag liegen, werden besteuert. Für das Jahr 2013 beträgt dieser Grundfreibetrag 8.004 € bei Alleinstehenden, bei Ehepartnern 16.009 €. Man sieht, dass eine Vielzahl von Einkunftsarten bei der Besteuerung eine Rolle spielen. Für die meisten Selbstständigen wird der mit dem Betrieb erwirtschaftete Gewinn dabei den höchsten Einzelposten darstellen. Deshalb ist die Einnahmenüberschussrechnung für die gesamte Einkommensteuererklärung so wichtig.
Besonderheiten der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ergeben sich vor allem aus dem Zufluss- und Abflussprinzip, das den wesentlichen Unterschied zur Buchhaltung nach der doppelten Buchführung darstellt. Es zählt bei der EÜR immer nur das Datum des Zahlungseingangs. Der Grund für die Zahlung (also der Vertrag über eine Dienstleistung oder ein Kaufvertrag) spielt keine Rolle. Wer als Unternehmer im Dezember 2013 eine Ware erhält, diese aber erst im Januar 2014 bezahlt, darf die Zahlung als Betriebsausgabe erst für das Kalenderjahr 2014 gelten lassen. Umgekehrt gilt, dass an den Unternehmer gezahlte Vorschüsse auch dann als Einnahmen gelten, wenn die zugrunde liegende Leistung erst im nächsten Jahr erbracht wird.
Weitere Besonderheiten (Beispiele):
Höherwertige Güter für den Betrieb werden über den Zeitraum der Nutzung abgeschrieben (Absetzung für Abnutzung, AfA).
Zugeflossene Beträge aus Darlehensverträgen sind keine Betriebseinnahmen, Zahlungen für die Tilgung keine Betriebsausgaben.
Zu den Betriebsausgaben gehören nur die gezahlten Zinsen (auch hier nur im Jahr des Abflusses).
Sacheinnahmen sind genau wie Geldzahlungen zu dem Zeitpunkt in die EÜR aufzunehmen, in dem der Sachwert tatsächlich zufließt.
Die Einnahmenüberschussrechnung stellt für die meisten Unternehmer – wenn sie nicht gerade in Buchführung ausgebildet wurden – eine erhebliche Entlastung dar. Das Zufluss- und Abflussprinzip ist unmittelbar einleuchtend und der Aufwand für eine EÜR ist ebenfalls geringer. Doch wer darf überhaupt statt der aufwendigen Buchhaltung nach der einfacheren EÜR vorgehen? Der Grundsatz ist negativ formuliert: Wer nicht zur Bilanzierung verpflichtet ist, darf eine EÜR erstellen – muss es aber nicht. Wer freiwillig eine Bilanzierung erstellt, darf dagegen dem Finanzamt nicht mit einer EÜR seine Gewinne bzw. Verluste vorlegen. Er ist dann auch im Rahmen der Steuererklärung verpflichtet, eine Bilanzierung vorzulegen.
Grundsätzlich besteht das Recht auf Einreichen einer EÜR bei der Einkommensteuererklärung für diesen Personen- bzw. Unternehmenskreis:
Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind
Beispiele: Einzelunternehmer, GbR
Ins Handelsregister einzutragen sind dagegen beispielsweise die GmbH, OHG, KG, UG oder AG
Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 600.000 € bzw. Gewinn bis zu 60.000 €
Achtung: Dabei reicht das Überschreiten einer dieser Grenzen bereits aus, um zur Bilanzierung verpflichtet zu werden.
Freiberufler unabhängig von Gewinn und
Beispiele für freie Berufe sind in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG aufgeführt: Rechtsanwälte, Ärzte, Ingenieure, Architekten, Wirtschaftsberater, Steuerberater, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Journalisten, Übersetzer und ähnliche Berufe.
Achtung: Wer freiwillig eine Bilanzierung erstellt, obwohl er rechtlich dazu nicht verpflichtet ist, darf keine EÜR erstellen!
Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben: Beispiele
Was sind überhaupt Betriebseinnahmen, und was sind Betriebsausgaben? Generell fallen darunter alle Einnahmen und Ausgaben, die im betreffenden Wirtschaftsjahr (meist das Kalenderjahr) für den Betrieb angefallen sind. Am Ende einer Rechnungsperiode werden die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zusammengezogen, um den Gewinn des Unternehmens zu ermitteln, der die Grundlage für die Besteuerung ist.
Typische Betriebseinnahmen
Einnahmen für Leistungen des Betriebes (Dienstleistungen, Warenverkäufe)
Einkäufe von Waren für den Betrieb
Kfz-Kosten für betrieblich genutzte Fahrzeuge
Welche Betriebsausgaben sind betrieblich veranlasst?
Betrieblich veranlasst?
Berufsbekleidung Ja, sofern es sich um typische Bekleidung für einen bestimmten Beruf handelt. In der Regel dient diese Schutz- oder Hygienegründen. Kleidung, die auch privat benutzt werden kann, fällt nicht darunter (Hemden, Anzüge usw.).
Berufsverbände und Ähnliches Ja, wenn ein Bezug zur ausgeführten selbstständigen Tätigkeit besteht (zum Beispiel Journalistenverband, Handwerksinnung, Rechtsanwaltskammer, Bundesverband junger Unternehmer)
Bewirtungskosten Ja, wenn Geschäftspartner zum Essen eingeladen werden, allerdings nur zu 70 Prozent (die Vorsteuer kann jedoch zu 100 Prozent angesetzt werden)
Geschäftsreise (Flug, Übernachtungskosten) Ja. Privatanteile (zum Beispiel Besuch von Freunden, Museen usw.) müssen jedoch anteilig abgezogen werden
Geschenke an Kunden Ja, soweit diese 35 Euro pro Kunde und Jahr nicht überschreiten
Kraftfahrzeug Zu 100 Prozent, wenn das Auto nur für den Betrieb genutzt wird (sonst anteilig)
Versicherungsbeiträge Ja, soweit sie für den Betrieb gelten (Betriebsunterbrechungs-, Betriebshaftpflichtversicherung). Wenn im Schadensfall eine Auszahlung erfolgt, gehört diese zu den Betriebseinnahmen!
Zinsen Ja, soweit sie für betriebliche Verbindlichkeiten bezahlt werden (jedoch nicht Zahlungen für die Tilgung des Kredits)
EÜR und Bilanzierung – die Unterschiede
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Bilanzierung und der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist der Zeitpunkt der Eintragung von Einnahmen und Ausgaben. Bei der EÜR kommt es nach dem Zufluss- und Abfluss-Prinzip im Wesentlichen auf den Zeitpunkt des Geldeingangs an. Wann einzelne Forderungen oder Verbindlichkeiten entstanden sind, spielt hier – ganz im Gegensatz zur Bilanzierung – überhaupt keine Rolle. Die Notwendigkeit einer doppelten Buchführung entfällt damit. Bei der doppelten Buchführung wird jeder Geschäftsvorfall zweifach erfasst (auf verschiedenen Konten im Soll und Haben). Bei der EÜR werden nur Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen erfasst. Lediglich bei den Anschaffungskosten für langlebige Wirtschaftsgüter wird bei der EÜR eine Ausnahme gemacht. Die Kosten werden auf den gesamten (voraussichtlichen) Zeitraum der Nutzungsdauer geltend gemacht. Vorsteuer kann optional auch zum Zeitpunkt der Forderungsentstehung angesetzt werden.
Die aufwendigere Bilanzierung erfordert neben der Aufstellung von Forderungen und Verbindlichkeiten auf Basis der doppelten Buchführung zusätzlich eine regelmäßige Inventur. Die Warenbestände eines Betriebs müssen zu einem bestimmten Stichtag überprüft werden. Bei einem Unternehmen, dass die EÜR verwendet, muss eine Inventur nicht vorgenommen werden. Auch das stellt eine wesentliche Erleichterung für die Buchhaltung dar.
Über längere Zeiträume führen beide Methoden der Gewinnermittlung (Bilanzierung und EÜR) zu denselben Ergebnissen. Die Unterschiede machen sich lediglich in verschiedenen Phasen (zum Beispiel Kalenderjahren) bemerkbar. Die Unterschiede zwischen der EÜR und der Bilanzierung hier noch einmal in der Übersicht:
Bilanzierung: periodengerechte Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen im Wirtschaftsjahr (auf Grundlage der doppelten Buchführung)
EÜR: Zufluss- und Abflussprinzip
Ermittlung des betrieblichen Erfolgs
Bilanzierung: Gegenüberstellung von Forderungen und Verbindlichkeiten sowie eine Gewinn-/Verlustrechnung
Einfache Feststellung Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben
Bei Bilanzierungspflicht erforderlich zu einem bestimmten Stichtag
Für die EÜR nicht erforderlich
Beispiel für eine Einnahmenüberschussrechnung
Hier ist ein kleines Beispiel dafür, wie die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) beispielsweise eines Freiberuflers aussehen könnte. In der Regel stellen die Finanzämter keine überspannten Anforderungen an äußerliche Formalien der EÜR – wichtig ist vor allem, dass die EÜR in sich schlüssig und übersichtlich ist. Wer auf der sicheren Seite sein will, benutzt die in den Einkommensteuererklärungsvordrucken genannten Vorlagen. Denn nach Auffassung des Bundesfinanzhofs können Rechtsverordnungen zur Standardisierung von Steuererklärungen erlassen werden (BFH, Urteil vom 16.11.2011 – X R 18/09). Wenn die Betriebseinnahmen im Wirtschaftsjahr über 17.500 € liegen, ist in jedem Fall die offizielle Anlage EÜR der Einkommensteuererklärung beizufügen. Im Einzelfall liegt es im Ermessen des zuständigen Finanzamts (oder des Sachbearbeiters), ob Einnahmenüberschussrechnungen akzeptiert werden, die nicht den Vorlagen entsprechen, inhaltlich aber klar, verständlich und umfassend sind.
Einnahmen (umsatzsteuerpflichtig) 90.000 €
Einnahmen (umsatzsteuerfrei) 10.000 €
Vereinnahmte Umsatzsteuer 17.100 €
Vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer (-)
Summe Betriebseinnahmen 117.100 €
Waren, Rohstoffe 10.000 €
Personalkosten 1.000 €
Telekommunikationskosten 1.000 €
Gezahlte Vorsteuerbeträge 2.280 €
An das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer 14.200 €
Summe Betriebsausgaben 28.480 €
Einnahmen minus Ausgaben 88.620 €
Die Umsatzsteuer ist auch in der EÜR ein wichtiger Posten – dies wird von Anfängern oft vergessen. Die auf Leistungen oder Waren von Kunden bezahlte Umsatzsteuer (7 oder 19 Prozent) wird als eigener Posten in der EÜR als Einnahme verbucht. Analog wird gezahlte Vorsteuer für betriebliche Anschaffungen als Ausgabenposten vermerkt. Nicht vergessen: Die auf der Umsatzsteuererklärung gegenüber dem Finanzamt resultierenden Zahlungen werden ebenfalls als Betriebsausgaben in einem speziellen Posten vermerkt – Gleiches gilt für Umsatzsteuer-Erstattungen vom Finanzamt. Für die Vorsteuer gibt es zwei Möglichkeiten der Anrechnung: entsprechend dem Zufluss- und Abflussprinzip nach dem Zeitpunkt der Zahlung oder davon abweichend nach dem Rechnungsdatum. Bei der zweiten Variante muss beachtet werden, dass im Folgejahr bezahlte Vorsteuer nicht doppelt angerechnet wird. Dazu dient das Konto „Nicht abzugsfähige Vorsteuer”. Aus Vereinfachungsgründen sollten kleinere Unternehmer für die EÜR den Zeitpunkt der Zahlung ansetzen.
Kleinunternehmer, die selbst nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind und auf ihre Leistungen keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen (§ 19 UStG), müssen für alle Betriebsausgaben die Brutto-Beträge (also inklusive bezahlter Mehrwertsteuer) anrechnen. Für die Vorsteuer gibt es hier also keinen gesonderten Posten – ebenso wenig wie für die Umsatzsteuer bei den Einnahmen.
Professionelle Finanzsoftware macht die EÜR zum Kinderspiel
Steuerberater sind teuer. Kleine Unternehmen und Freiberufler wissen ein Lied davon zu singen. Weil Finanzen und Steuern für viele Selbstständige ein Buch mit sieben Siegeln ist, wird die Buchführung oft komplett dem Steuerberater überlassen. Das rechnet sich, wenn die in die Buchhaltung investierte Zeit für das Geschäft genutzt wird und ein entsprechend hoher Umsatz erzielt werden kann. Noch besser ist es aber, über Grundkenntnisse der EÜR zu verfügen und die einzelnen Berechnungen von einer guten Steuer- bzw. Finanzsoftware erledigen zu lassen. In diesem Fall kann auf die Leistungen eines Steuerberaters komplett verzichtet oder diese auf das Notwendigste beschränkt werden – so lässt sich noch mehr Geld sparen. Und noch etwas kommt hinzu: Als Freiberufler oder kleiner Unternehmer mit überschaubaren Einnahmen und Ausgaben behält man selbst immer einen guten Überblick über die aktuelle Geschäftslage.
Gute Finanzsoftware ist ein Allround-Hilfsmittel und kann für die gesamte Buchhaltung eines Unternehmens umfassend genutzt werden. Mithilfe einer Steuersoftware kann meist auch automatisch eine Steuererklärung erstellt werden, die gleichzeitig das Erstellen der EÜR übernimmt. Sind bei der Eingabe der einzelnen Posten keine Fehler gemacht worden, ist auch die von dem Programm erstellte Einnahmenüberschussrechnung korrekt. Diese Software erspart viel Mühe und gibt Selbstständigen die notwendige Zeit für die täglichen Aufgaben des Kerngeschäfts.
Die meisten Steuerprogramme verfügen über Schnittstellen zu Elster. Das ist sehr wichtig, weil die Finanzverwaltung mit diesem System arbeitet. Damit können alle Erklärungen für die Finanzverwaltung elektronisch übermittelt werden. Beispielsweise sind dies
und die Zusammenfassende Meldung.
Wer sich über die Anschaffung einer Steuersoftware Gedanken macht, sollte dabei immer berücksichtigen, dass die eingesparte Zeit für die Buchhaltung und Erstellung einer Steuererklärung inklusive EÜR für die Erwirtschaftung neuer Gewinne genutzt werden kann. Und auch Steuern können durch den intelligenten Einsatz von Software gespart werden. So können sich die Kosten für professionelle Finanzsoftware schon für eine einzige Einkommensteuererklärung bezahlt machen.