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Timestamp: 2016-10-27 22:44:32
Document Index: 329961732

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 156', 'Art. 135', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

I 739/06 (10.04.2007)
I 739/06
B.________, 1951, Beschwerdef�hrerin,
vertreten durch F�rsprecher Edwin Ruesch,
Schiffl�nde 5, 4800 Zofingen,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom
B.________, geboren 1951, arbeitete seit 1990 als Textilarbeiterin mit einem Teilpensum von 82,7 %. Ab Juni 2001 wurde sie vom Hausarzt Dr. med. K.________, Facharzt FMH f�r Allgemeine Medizin, wegen Neurasthenie (ICD-10 F48.0), wiederholten depressiven Episoden und k�rperlichen Ersch�pfungszust�nden sowie Migr�ne zun�chst zu 20 %, dann nach Phasen 50- und 100-prozentiger Arbeitsunf�higkeit ab 17. Oktober 2002 auf Dauer zu 50 % arbeitsunf�hig geschrieben (Arztbericht vom 1. November 2002). Am 4. Oktober 2002 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht sowie im Haushalt lehnte die IV-Stelle Aargau mit Verf�gung vom 11. Januar 2006 den Anspruch auf eine Rente ab, da die gesundheitlichen Beschwerden aus medizinischer Sicht allenfalls sporadische Arbeitsausf�lle bewirkten und keine durchgehende Erwerbseinschr�nkung begr�nden k�nnten. Sie best�tigte dies mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2006.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 5. Juli 2006 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt B.________ erneut die Zusprechung einer halben Invalidenrente, eventualiter R�ckweisung der Sache an die Verwaltung zur Abkl�rung des Grades der Arbeitsunf�higkeit durch einen externen Gutachter und anschliessendem Neuentscheid; zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Vorinstanz, IV-Stelle und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente, insbesondere das Ausmass der Arbeitsunf�higkeit und die H�he der bei der Bemessung des Invalidit�tsgrades massgebenden Vergleichseinkommen.
3.1 Im angefochtenen Entscheid werden die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 IVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) sowie die Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte f�r die Belange der Invalidit�tssch�tzung (BGE 115 V 133 E. 2 S. 134, 114 V 310 E. 3c S. 314, 105 V 156 E. 1 S. 158) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.2 Gest�tzt auf die versicherungspsychiatrische Stellungnahme des Arztes des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. X.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. Oktober 2005, welcher die Beschwerdef�hrerin am 7. Juli 2005 untersucht hatte, gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass die Versicherte in einer leichten T�tigkeit zu 86 % arbeitsf�hig ist. Dabei handelt es sich um eine Sachverhaltsfeststellung, die das Bundesgericht nur mit den erw�hnten Einschr�nkungen (E. 2) �berpr�ft (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398).
3.3 Was die Beschwerdef�hrerin vorbringt, ist nicht geeignet, diese vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig erscheinen zu lassen. Wenn sie beanstandet, das kantonale Gericht habe die Berichte des Hausarztes Dr. med. K.________ und des Dr. med. C.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, nicht ber�cksichtigt und alleine auf die Stellungnahme des Versicherungsarztes Dr. med. X.________ abgestellt, hat die Vorinstanz bereits zutreffend begr�ndet, dass der Bericht von Dr. med. C.________ die an den Beweiswert gestellten Anforderungen nicht erf�llt, weil er zu wenig substanziiert ist, keine Schlussfolgerungen enth�lt und zu wesentlichen Fragen lediglich ausgef�hrt wird, sie seien noch abkl�rungsbed�rftig. Da in erster Linie ein psychisches Krankheitsbild zu beurteilen war, hat das kantonale Gericht zu Recht vorrangig auf die Einsch�tzung des RAD-Psychiaters Dr. med. X.________ abgestellt, und nicht auf die Stellungnahmen des Allgemeinpraktikers Dr. med. K.________. Es hat dabei auch der von der Rechtsprechung anerkannten Erfahrungstatsache Rechnung getragen, wonach Haus�rzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b.cc S. 353). Auch hat es in nachvollziehbarer Weise dargelegt, warum dem Bericht des RAD-Arztes voller Beweiswert zuzuerkennen ist. Dass die gestellten Diagnosen voneinander abweichen, ist nicht entscheidend, weil die von den behandelnden �rzten angegebenen Diagnosen (Neurasthenie [ICD-10 F48.0], wiederholte depressive Episoden, k�rperliche Ersch�pfungszust�nde und Migr�ne) und die vom Versicherungsarzt genannte (aus einer neurasthenischen Konstitution sich entwickelnde, nun verselbstst�ndigte generalisierte Angstst�rung [ICD-10 F41.1]) von der Symptomatik und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit her nahe beieinander liegen. So wird in der ICD-10-Kodifikation die Neurasthenie bei der generalisierten Angstst�rung als einzige Differenzialdiagnose angegeben. Beide Krankheiten liegen damit innerhalb der gleichen Gruppe symptomatisch �hnlicher (oder zum Teil sogar �bereinstimmender) Krankheiten (vgl. Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, zum Begriff "Differenzialdiagnostik"). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung bleibt damit f�r das Bundesgericht verbindlich.
3.4 Bei dem vom kantonalen Gericht somit gest�tzt auf die versicherungspsychiatrische Stellungnahme vom 5. Oktober 2005 korrekt festgestellten Grad der Arbeitsf�higkeit von 86 % ist die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgeworfene Frage nach der H�he der im Einkommensvergleich massgebenden L�hne nicht zu er�rtern; denn selbst bei der Ermittlung nach den Vorgaben der Beschwerdef�hrerin (Validen- und Invalideneinkommen je ausgehend von Fr. 43'281.90, leidensbedingter Abzug von 10 %) erg�be sich nur ein rentenausschliessender Invalidit�tsgrad von 23 %.
4.1 Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 134 Satz 2 OG in der seit 1. Juli 2006 geltenden Fassung). Die Gerichtskosten werden der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei auferlegt (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
4.2 Die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 201 E. 4a S. 202 und 371 E. 5b S. 372, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird F�rsprecher Edwin Ruesch f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen zugestellt.