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Timestamp: 2017-03-23 08:50:01
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Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', '§ 216', 'BGH', 'BGH', '§ 34', '§ 1901', '§ 1896']

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Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Selbstbestimmung am Lebensende 6. Petersberger Gesundheitssymposium.
Veröffentlicht von:Raginwald Drey
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Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Selbstbestimmung am Lebensende 6. Petersberger Gesundheitssymposium 28.06.2007
Selbstbestimmung … das Band, das jahrhundertealte Traditionen des Nachsinnens, des Entwerfens, des Hoffens und des Träumens zusammenhält (Hassemer, Selbstbestimmung – noch zeitgemäß?, Münchener Vortrag vom 20. Juli 2005) Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
von der guten Ordnung zum vorstaatlichen Freiheitsversprechen von der selbstverschuldeten Unmündigkeit zur naturgegebenen Subjekthaftigkeit Art. 1 GG Herrenchiemseer Entwurf (1948): Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen. Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
Autonomie ist essentieller Teil dessen, was es heißt, das Leben als wertvoll anzusehen.. […] (John Harris, Der Wert des Lebens, 1995) Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
Lebensende Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Zustand vielfältiger Fremdbestimmung
Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Selbstbestimmung ärztliches Gewissen Fürsorge insbes. Schädigungsverbot
I.Einführung II.Selbstbestimmung im Gesamtgefüge der medizinethischen Wertprinzipien III.Selbstbestimmung – Ideal und Realität IV.Folgerungen V.Ausblick Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
II. Selbstbestimmung im Gesamtgefüge der medizinethischen Wertprinzipien
Art. 2 I GG Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
verbindliche Koexistenzordnung durch das Recht Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen GewährleistungBegrenzung Selbstbestimmung der
Begrenzungsdimension: kategorisches Verbot der Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB) aktiv-direkte Sterbehilfe Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
Gewährleistungsdimension: Vetorecht des Patienten gegen lebensverlängernde / lebenserhaltende Maßnahmen passive Sterbehilfe Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
Gefährdung: Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Für eine Einwilligung des Betreuers in eine lebensverlängernde oder -erhaltende Behandlung ist von vornherein kein Raum, wenn ärztlicherseits eine solche Behandlung nicht angeboten wird – sei es, daß sie nach Auffassung der behandelnden Ärzte von vornherein nicht indiziert, sinnlos geworden oder aus sonstigen Gründen nicht möglich ist. (BGH NJW 2003, 1588, 1593)
Problematik der indirekten Sterbehilfe: -Begriff -rechtliche Begründung? BGHSt 42, 301, 305: … kann das zu einer Lebensverkürzung führende Handeln des Arztes jedenfalls nach der Notstandsregelung des § 34 StGB gerechtfertigt sein. … Denn die Ermöglichung eines Todes in Würde und Schmerzfreiheit gemäß dem erklärten oder mutmaßlichen Patientenwillen ist ein höherwertiges Rechtsgut als die Aussicht, unter schwersten, insbesondere sog. Vernichtungsschmerzen noch kurze Zeit länger leben zu müssen. Richtig: (mutmaßliche) Einwilligung Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
III. Selbstbestimmung – Ideal und Realität Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
mutmaßliche Einwilligung – Alleinentscheidung des Arztes Betreuerentscheidungen (§§ 1901 II, 1902 BGB) Gesundheitsbevollmächtigung (§§ 1896 II S. 2, 1904 II BGB) Patientenverfügung authentische Erklärung in der Entscheidungssituation nach Aufklärung (informed consent) Erscheinungsformen:
defizitäre Selbstbestimmung Instrumentarium rechtlicher Kompensation: Form Verfahren Genehmigung / allg. Mißbrauchskontrolle Altersgrenzen Aufklärung Freiheitsvorsorge Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
Höherwertigkeit medizinischer Vernunft? Vetorecht des Patienten (s. o.) Sonderfall: Patientenverfügung Kompensationsinstrumentarium? Zielrichtung: Förderung selbstbestimmter Entschei- dungen Reichweitenbeschränkung: tödlich irreversibler Verlauf des Grundleidens Motiv: Zweifel an Selbstbestimmungsfähigkeit Problem: keine Korrelation zwischen Selbstbestimmungs- fähigkeit und Entscheidungsstadium Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
IV. Folgerungen Vorsorgeplan statt ad-hoc-Entscheidungen therapeutische Partnerschaft statt isoliertem Nebeneinander von höchstpersönlichem Wertehorizont und medizinischer Sachkunde ganzheitliche Debatte statt rechtspolitische Insellösungen Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
V. Ausblick Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können. (Cicely Saunders) Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
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