Source: https://www.fahrerflucht.org/nachschulung/
Timestamp: 2019-07-18 13:37:18
Document Index: 73736540

Matched Legal Cases: ['§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70']

Die MPU-Nachschulung – Was Sie darüber wissen sollten
You are here: Home / Die MPU-Nachschulung – Der Kurs nach § 70 FeV
Die MPU-Nachschulung – Der Kurs nach § 70 FeV
Nicht selten wird einem Verkehrssünder nach einem Straßenverkehrsdelikt, welches im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen steht, eine sogenannte Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (kurz: MPU) auferlegt. In diesem Kontext fällt immer wieder auch der Begriff der MPU-Nachschulung.
Eine Nachschulung wird häufig empfohlen, wenn die MPU nicht eindeutig ausgefallen ist.
Doch was genau hat es mit dem Kurs zur Nachschulung nach der MPU genau auf sich? In welchen Fällen ist er vonnöten und wie gestaltet sich die Nachschulung eigentlich? Im Folgenden haben wir einige wichtige Informationen rund um das Thema für Sie beantwortet.
Inhalt: Die MPU-Nachschulung – Der Kurs nach § 70 FeV
Wofür bedarf es einer MPU?
Wann kommt es zur Empfehlung zur Nachschulung nach der MPU?
An wen richtet sich die Empfehlung zur Nachschulung?
Voraussetzungen zur Teilnahme an der Nachschulung
Was wird im Rahmen der Nachschulung gemacht?
Der MPU-Test dient dem Zwecke, die Fahreignung des Betroffenen nach der Entziehung der Fahrerlaubnis erneut zu überprüfen. Nur wenn diese erfolgreich abgeschlossen wurde, kann sie wieder beantragt werden.
Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist nicht zu verwechseln mit dem Fahrverbot. Nach einem Fahrverbot muss die Fahrerlaubnis nicht erneut beantragt werden.
In einigen Fällen ist die MPU alleine jedoch nicht ausreichend. Immer wieder kommt es vor, dass zusätzlich ein sogenannter Kurs zur Wiederherstellung der Fahreignung empfohlen wird. Umgangssprachlich ist oft auf die Rede vom § 70- Kurs nach der MPU.
Die Teilnahme an einem Kurs zur Nachschulung ist freiwillig.
Eine Nachschulung im Anschluss an eine MPU – umgangssprachlich häufig auch als „Idiotentest“ bezeichnet – wird in Fällen empfohlen, in denen die MPU nicht eindeutig positiv ausgefallen ist. Die Fahrerlaubnisbehörde hat, trotz positiver Ansätze, weiterhin Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen. Gesetzlich geregelt ist die Nachschulung in § 70 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV).
Durch die Teilnahme an der Nachschulung haben Kraftfahrer dann die Chance, die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen, ohne einen erneuten MPU-Kurs machen zu müssen. Durch die Teilnahme haben sie ihre Kraftfahreignung dann entsprechend belegt.
Wird eine Empfehlung zur Nachschulung ausgesprochen, ist die Teilnahme daran nicht verpflichtend. Ohne Absolvieren des Kurses wird dann allerdings auf der Basis des MPU-Gutachtens entschieden. Wer an dem Kurs zur Nachschulung nicht teilnimmt, hat dann in der Regel nur geringe Chancen, seine Fahrerlaubnis wiederzuerlangen. Immerhin gab die MPU ja Grund zum Zweifeln.
Die Kurse zur Teilnahme an der Nachschulung werden von Seiten der Fahrerlaubnisbehörde Kraftfahrern empfohlen, die im Straßenverkehr wegen des Konsums von Alkohol und/oder Drogen aufgefallen sind. Wenn dann das Gutachten zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung nicht eindeutig ausfällt, wird dem Betroffenen die Empfehlung zur Nachschulung ausgesprochen.
Eine Nachschulung verhilft zur Wiedererlangung der Fahreignung.
Wenn dies der Fall ist, kann durch den Kraftfahrer die Teilnahme am § 70-Kurs beantragt werden. Dabei hat der Betroffene eine entsprechend vorgegebene Frist einzuhalten, innerhalb derer er sodann an der Nachschulung teilnehmen kann. Diese beträgt in der Regel einen Monat.
Wer an der Nachschulung teilnehmen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Für Drogenabhängige gilt ein strikter Verzicht auf illegale Substanzen. Für alkoholauffällige Fahrer ist ein verantwortungsvoller Konsum Voraussetzung.
Alkoholabhängige und Personen mit unzureichender Sprachkompetenz dürfen an der Nachschulung nicht teilnehmen.
Die psychologische Nachschulung dient dazu, Verhaltensregeln zu erlernen, die die auffällig gewordenen Kraftfahrer davon abhalten sollen, erneut im Rauschzustand am Straßenverkehr teilzunehmen. Der erneute Rückfall in alte Gewohnheiten soll so präventiv vermieden werden. Die Kurse finden in der Regel in kleineren Gruppen statt, in denen dann auch die Ursachen für die Alkohol- oder Drogenfahrten ergründet werden sollen.
Die Teilnehmer der Kurse leisten mithilfe der Nachschulung einen entscheidenden Beitrag zur Wiederherstellung ihrer Kraftfahreignung. Am Ende der Nachschulung wird den Teilnehmern eine Abschlussbescheinigung ausgestellt. Sodann wird ihnen ihre Fahrerlaubnis wiedererteilt.
Sämtliche Inhalte der Kurse unterliegen der Schweigepflicht. Die Kursteilnehmer werden vor Beginn der Nachschulung dazu aufgefordert, eine Erklärung darüber abzugeben.
Die Kurse zur Nachschulung können gegenwärtig bei den folgenden Anbietern durchgeführt werden:
Impuls Institut für medizinisch-psychologische Unternehmensleistung und Schulung GmbH
TÜV Thüringen Anlagetechnik GmbH & Co. KG
Wer aus gesundheitlichen Gründen an der Teilnahme der Nachschulung verhindert ist, sollte sich unbedingt ein ärztliches Attest beschaffen. Bei entschuldigtem Fehlen ermöglichen die Träger im Regelfall die kostenlose Wiederholung der Nachschulung. Fehlt der Kursteilnehmer hingegen unentschuldigt, muss der Kurs erneut beantragt werden.
Die Kosten für eine Nachschulung belaufen sich in etwa auf einen Betrag in Höhe von 400 Euro. Sollten Sie sich für einen Abend- oder Wochenendkurs entscheiden, können die Kosten gegebenenfalls auch höher ausfallen.
Wird eine Empfehlung zur Nachschulung ausgesprochen, sollten Sie diese auch wahrnehmen.
Andernfalls bestehen geringe Chancen, dass auf Grundlage des MPU-Gutachtens zu Ihren Gunsten entschieden wird.