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Timestamp: 2017-09-19 11:50:18
Document Index: 205426514

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 24', '§ 4', '§ 23', '§ 69', '§ 5', '§ 24']

Lexikon Steuer: Vorsteuerabzug
> Vorsteuerabzug
es muss eine Leistung durch einen anderen Unternehmer erbracht worden sein, ( Vorsteuerabzug - Leistungsbezug )
der Vorsteuerabzug darf nicht ausgeschlossen sein. ( Vorsteuerabzug - Ausschluss )
Darüber hinaus gibt es Sonderregelungen hinsichtlich des Abzugs der Einfuhrumsatzsteuer , der Erwerbsteuer , und des Abzugs von Steuern vor erbrachter Leistung.
Vorsteuerabzug - Vorausrechnungen ,
Vorsteuerabzug - Einfuhrumsatzsteuer ,
Unternehmer können nur einen Vorsteuerabzug geltend machen, soweit sie Leistungen von anderen Unternehmern beziehen, diese können in Lieferungen oder sonstigen Leistungen bestehen. Ein Vorsteuerabzug aus Leistungen von Privatpersonen, die an den Unternehmer etwas verkaufen oder sonstige Leistungen erbringen, ist nicht zulässig. Ebenso wenig kann ein Vorsteuerabzug aus der erhaltenen Arbeitsleistung der eigenen Arbeitnehmer geltend gemacht werden. Kleinunternehmer , die ihre Umsätze nach § 19 Abs. 1 UStG besteuern, werden wie Privatleute angesehen, ein Vorsteuerabzug ist nicht möglich. Landwirte, die unter die Pauschalierung nach § 24 UStG fallen, können als Unternehmer Leistungen erbringen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen.
Der Vorsteuerabzug gilt grundsätzlich nur für Leistungen, die für das Unternehmen erbracht werden. Jeder Unternehmer hat regelmäßig auch eine private Sphäre. In diesem Bereich wird er wie ein Privatmann behandelt, den die Umsatzsteuer endgültig belastet. Eine Ausnahme bilden Erwerbsgesellschaften (AG, GmbH, KG, OHG). Sie besitzen im Regelfall keinen nichtunternehmerischen Bereich, alle bezogenen Leistungen fallen in den Rahmen des Unternehmens. Bei natürlichen Personen berechtigen nur Leistungen, die an das Unternehmen erbracht werden, zum Vorsteuerabzug. Die Entscheidung über die Zuordnung zum Unternehmen trifft grundsätzlich der Unternehmer selbst, es sei denn, es handelt sich um Leistungsbezüge, die eindeutig und unmittelbar dem privaten Bereich zugeordnet werden können. Diese Zuordnungsentscheidung wird im Regelfall durch den Vorsteuerabzug ausreichend dokumentiert. ( Vorsteuerabzug - Zuordnung )
Vorsteuerabzug - Gutschriften .)
Selbst bei Vorliegen aller Voraussetzungen sind Vorsteuern vom Abzug ausgeschlossen, soweit mit Ausgangsleistungen des Unternehmers in mittelbarem oder unmittelbarem Zusammenhang stehen, die den Vorsteuerabzug ausschließen. Dazu gehören wesentliche Bereiche der steuerfreien Umsätze, nämlich die nach § 4 Nr. 8 ff. UStG steuerfreien Umsätze sowie entsprechende Umsätze im Ausland oder unentgeltliche Umsätze, die ansonsten nach den obigen Vorschriften steuerfrei wären. Teilweise kann der Unternehmer den Vorsteuerabzug durch Option , also Verzicht auf die Steuerfreiheit, retten. ( Vorsteuerabzug - Ausschluss )
Das mit dem Steuerentlastungsgesetz seit dem 01.04.1999 eingeführte Abzugsverbot für Vorsteuern aus Reisekosten wurde zwischenzeitlich hinsichtlich der Vorsteuern aus Übernachtungs- und Verpflegungskosten modifiziert ( Vorsteuerabzug - Reisekosten .)
Tätigt ein Unternehmer sowohl Umsätze, die den Vorsteuerabzug zulassen, als auch solche, die ihn ausschließen, wird bei eingehenden Leistungen grundsätzlich entsprechend der wirtschaftlichen Zuordnung über den Vorsteuerabzug entschieden. Bei allgemein verwendeten Leistungen, z.B. für das Büro, ist eine Vorsteueraufteilung vorzunehmen. ( Vorsteuerabzug - Vorsteueraufteilung )
Privatpersonen, die neue Fahrzeuge an Abnehmer in anderen EG-Mitgliedsstaaten liefern, erhalten nur hinsichtlich der Anschaffung des Fahrzeugs einen Vorsteuerabzug, der eine Doppelbelastung wegen der im anderen Mitgliedsstaat erfolgenden Besteuerung des innergemeinschaftlichen Erwerbs ausgleichen soll. Der Vorsteuerabzug ist auf die Steuer begrenzt, die sich ergeben würde, wenn der Verkauf des Fahrzeugs der Umsatzsteuer unterliegt. ( Innergemeinschaftlicher Fahrzeuglieferer )
Der Unternehmer hat Aufzeichnungen über den von ihm geltend gemachten Vorsteuerabzug zu erstellen. Diese Aufzeichnungen ergeben sich in der erforderlichen Form im Regelfall aus der laufenden Geschäftsbuchführung. ( Aufzeichnungspflichten )
Außerdem muss der Unternehmer den Vorsteuerabzug anhand von Belegen nachweisen. Das ist die Orginalrechnung oder der zollamtlicher Beleg für die Einfuhrumsatzsteuer. Der Vorsteuerabzug hinsichtlich der durch den Unternehmer vorzunehmenden Erwerbsbesteuerung entsteht zeitgleich mit der Erwerbsteuer, besondere Belege sind grundsätzlich nicht erforderlich. ( Vorsteuerabzug - Nachweis )
Für bestimmte Unternehmer kann der Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen ermittelt werden. Unter diese Sonderregelung ( §§ 23, 23a UStG ) fallen die in der Anlage zu §§ 69, 70 UStDV aufgeführten Unternehmer sowie die Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG wegen ihrer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienenden Tätigkeit von der Körperschaftsteuer befreit sind und die nicht zur Buchführung und Bilanzerstellung verpflichtet sind. Bei diesen Unternehmern wird der Vorsteuerabzug ganz oder teilweise mit einem bestimmten Prozentsatz des Umsatzes ermittelt. Die Unternehmer haben allerdings die Möglichkeit, auf diesen Durchschnittssatz zu verzichten und die tatsächlichen Vorsteuern nachzuweisen. Für Landwirte ist in § 24 UStG ebenfalls eine Ermittlung der Vorsteuern nach Durchschnittssätzen vorgesehen. Diese Durchschnittssätze entsprechen den besonderen Umsatzsteuersätzen für Landwirte. Dadurch ergibt sich im Regelfall für diese keine Umsatzsteuerbelastung.