Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/nachtrgliche-herstellungskosten.html
Timestamp: 2018-04-26 17:54:58
Document Index: 226214549

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 9', '§ 11', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

Lexikon Steuer: Nachträgliche Herstellungskosten
Anders als § 10e EStG sieht das Eigenheimzulagengesetz keine Möglichkeit vor, nachträgliche Herstellungskosten auf bereits abgelaufene Jahre des Begünstigungszeitraums zurückzubeziehen.
Fallen im Laufe des Begünstigungszeitraums nachträgliche Herstellungskosten an, hat dies auf die Eigenheimzulage nur Einfluss, wenn die Bemessungsgrundlage bisher noch unter 125.000 EUR (Höchstbemessungsgrundlage) gelegen hat. Sollte tatsächlich ein solcher Fall vorliegen, führen die nachträglichen Herstellungskosten zu einer Änderung der für die Bemessung der Zulage maßgebenden Verhältnisse i.S.d. § 9 EigZulG . Ein solche Änderung führt nach § 11 Abs. 1 EigZulG zu einer Änderung der Zulagenhöhe. Die Eigenheimzulage wird für die Zukunft neu festgesetzt. Anspruch auf die höhere Eigenheimzulage besteht allerdings nur für den noch nicht abgelaufenen Teil des 8-jährigen Förderzeitraums. Eine Anpassung der Zulage für die bereits abgelaufenen Jahre erfolgt nicht.
Förderung nach § 10e EStG
Mit Ausnahme von wenigen Fällen entstehen die im Zusammenhang mit der Herstellung oder der Anschaffung der Wohnung anfallenden Kosten innerhalb eines Kalenderjahres. Insbesondere in Fällen, in denen das Haus in Eigenleistung erstellt oder aber die Wohnung zum Jahreswechsel angeschafft wird, können im darauf folgenden Jahr (oder Jahren) noch Aufwendungen anfallen.
Diese als nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten bezeichneten Aufwendungen sind bei § 10e EStG ebenfalls in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen, wenn sie bis zum Ende des 8jährigen Abzugszeitraum entstehen.
Sie werden steuerlich so behandelt, als wären sie zu Beginn des Abzugszeitraumes entstanden.
Der ledige Steuerpflichtige Schmitz errichtet in 1994 ein selbstgenutztes Einfamilienhaus. Die Herstellungskosten betragen 280.000 DM. 1996 entstehen ihm weitere nachträgliche Herstellungskosten von 20.000 DM.
Ermittlung der Bemessungsgrundlage (ohne Grund und Boden) und der Abzugsbeträge für 1994 bis 1996:
300.000 DM x 6 % = 18.000 DM
a) Bemessungsgrundlage 1994 = 280.000 DM x 6 % = 16.800 DM
b) Bemessungsgrundlage 1995 = 280.000 DM x 6 % = 16.800 DM
c) Bemessungsgrundlage 1996 = 280.000 DM
+ nachträgl.HK 20.000 DM
Da die nachträglichen Herstellungskosten von 20.000 DM steuerlich so behandelt werden, als seien sie zu Beginn des Abzugszeitraumes (hier: 1994) angefallen, sind im Kalenderjahr 1996 nachträglich für die Jahre 1994 und 1995 weitere 2.400 DM (2 x 6 % x 20.000 DM) zusätzlich zu den o.g. 18.000 DM abzuziehen.
Eine Begrenzung auf den Höchstbetrag von 19.800 DM ist für die nachträglichen HK/AK nicht vorzunehmen. D.h. der Abzug nach § 10e EStG beträgt in 1996 18.000 DM + 2 x 1.200 DM = 20.400 DM.
Nachträgliche Herstellungs- und Anschaffungskosten können nur auf solche Veranlagungszeiträume zurückbezogen werden, in denen der Sonderausgabenabzug nach § 10e EStG zulässig ist.
Daher ist für Veranlagungszeiträume, in denen die Einkommensgrenze (Gesamtbetrag der Einkünfte über 120.000 DM; bei verheirateten Steuerpflichtigen 240.000 DM) überschritten ist, ein Zurückbeziehung für die nachträglichen Herstellungsund Anschaffungskosten nicht möglich.
Wie oben, jedoch hat Schmitz in 1995 einen Gesamtbetrag der Einkünfte von 135.000 DM.
Für das Kalenderjahr 1995 kann Schmitz den Abzugsbetrag nach § 10e EStG wegen Überschreiten der Einkommensgrenze nicht in Anspruch nehmen. Eine Zurückbeziehung der nachträglichen Herstellungskosten ist daher für das Jahr 1995 nicht zulässig, sodass 1996 nur für das Kalenderjahr 1994 weitere 1.200 DM (6 % von 20.000 DM) als Sonderausgaben berücksichtigt werden können.