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Timestamp: 2019-05-19 11:06:45
Document Index: 268111803

Matched Legal Cases: ['§ 827', '§ 827', '§ 827', '§ 828', '§ 276', '§ 827', '§ 829', '§ 827', '§ 104', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 827', '§ 827', '§ 827', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 20', '§ 827']

Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 827 – Ausschluss und Minderung der Verantwortlichkeit | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 827 – Ausschluss und Minderung der Verantwortlichkeit
§ 827 betrifft die Verschuldensfähigkeit des Schädigers. Die Vorschrift ergänzt (in Kombination mit §§ 828, 829) den objektiven Verschuldensmaßstab des § 276 durch ein subjektives Element. Sie basiert auf dem Grundsatz, dass Handlungen, die nicht von der freien Willensbestimmung getragen werden, keine Verschuldenshaftung begründen können. Die Folgen des § 827 werden durch §§ 829, 832 abgemildert.
Nach § 827 1 führt Unzurechnungsfähigkeit (vgl auch §§ 104 f) zum Ausschluss der Verantwortlichkeit bei der Verschuldenshaftung. Sie ist anzunehmen bei Bewusstlosigkeit, insb Schlaf oder Ohnmacht (BGHZ 23, 90, 98; Saarbr NJW-RR 03, 605 [OLG Saarbrücken 11.12.2002 - 5 U 17/00]), sofern eine Handlung im Rechtssinne vorliegt, und bei Ausschluss der freien Willensbestimmung, zB durch Schock (s. insb BGH VersR 66, 458; zu Einschränkungen beim Unfallschock insb BGH VersR 66, 579 f; 77, 430, 431), äußerste Erregung (BGH NJW 58, 266, 267 [BGH 10.10.1957 - 4 StR 21/57] – zum Strafrecht), panische Schreckreaktionen (Nürnbg VersR 65, 93, 94; s. aber auch BGH VersR 66, 579 f), Psychosen (Karlsr VersR 95, 217, 218), Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinwirkungen (keine feste Promillegrenze, BGH VersR 65, 656 [BGH 17.05.1965 - II ZR 48/63]; 67, 125, 126 f; BeckOK/Spindler § 827 Rz 6; Erman/Schiemann § 827 Rz 2), bei Letzteren ist stets § 827 2 im Blick zu behalten (s. zB LG Berlin 86 O 75/09). Durch die genannten Zustände muss die freie Willensbestimmung in Bezug auf die fragliche Handlung vollständig ausgeschlossen sein; nicht ausreichend ist eine bloße Minderung der Verstandes- und Willenskraft (zB RGZ 108, 86, 90; BGH VersR 65, 949, 950 [BGH 05.07.1965 - II ZR 192/63]; NJW 89, 1612 [BGH 22.02.1989 - IVa ZR 274/87]). Die zu § 20 StGB entwickelten Fallgruppen werden häufig entspr herangezogen (zB NK-BGB/Katzenmeier § 827 Rz 2; BeckOK/Spindler ...