Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-04-07/ix-zr-118_10
Timestamp: 2017-09-23 22:30:19
Document Index: 91230296

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 28', '§ 28', 'BGH', 'BGH', '§ 28', '§ 129', 'BGH', '§ 563', '§ 131', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.04.2011 - IX ZR 118/10 - Die Zahlung der Arbeitnehmeranteile zu den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen ist als mittelbare Zuwendung an die Einzugsstelle im Insolvenzverfahren des Arbeitgebers über dessen Vermögen anfechtbar | anwalt24.de
Urt. v. 07.04.2011, Az.: IX ZR 118/10
Die Zahlung der Arbeitnehmeranteile zu den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen ist als mittelbare Zuwendung an die Einzugsstelle im Insolvenzverfahren des Arbeitgebers über dessen Vermögen anfechtbar
Referenz: JurionRS 2011, 14996
Aktenzeichen: IX ZR 118/10
AG Düsseldorf - 06.10.2009 - AZ: 23 C 6279/09
LG Düsseldorf - 11.06.2010 - AZ: 22 S 286/09
§ 28e Abs. 1 S. 2 SGB IV
DB 2011, 1107
MDR 2011, 693-694
NZI 2011, 456-457
NZS 2011, 783
ZInsO 2011, 916-917
ZIP 2011, 966
Auf die Rechtsmittel des Klägers werden die Urteile des Amtsgerichts Düsseldorf vom 6. Oktober 2009 und der 22. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf vom 11. Juni 2010 aufgehoben.
Die Zahlung der Arbeitnehmeranteile auf Gesamtsozialversicherungsbeiträge kann ungeachtet der Regelung des § 28e Abs. 1 Satz 2 SGB IV als Rechtshandlung des Arbeitgebers im Insolvenzverfahren über dessen Vermögen als mittelbare Zuwendung an die Einzugsstelle angefochten werden (BGH, Urteil vom 5. November 2009 - IX ZR 233/08, BGHZ 183, 86 Rn. 13). § 28e Abs. 1 Satz 2 SGB IV steht der Annahme einer Gläubigerbenachteiligung im Sinne des § 129 Abs. 1 InsO nicht entgegen. Der Senat hat diese Rechtsprechung zwischenzeitlich bestätigt (BGH, Urteil vom 30. September 2010 - IX ZR 237/09, ZIP 2010, 2209). Die Ausführungen des Berufungsgerichts geben mangels neuer Argumente keine Veranlassung, die Rechtsfrage anders zu entscheiden.
Der Senat kann die Sache selbst entscheiden (§ 563 Abs. 3 ZPO). Die Aufhebung des Urteils erfolgt wegen Rechtsverletzung bei Anwendung des Gesetzes auf das festgestellte Sachverhältnis. Die Sache ist zur Endentscheidung reif. Die Voraussetzungen des § 131 Abs. 1 Nr. 2 InsO sind unstreitig gegeben. Zinsen sind ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu zahlen (BGH, Urteil vom 1. Februar 2007 - IX ZR 96/04, BGHZ 171, 38).