Source: https://www.weka.de/elektrosicherheit/grundlagen-der-instandhaltung/
Timestamp: 2016-12-04 22:19:43
Document Index: 361371233

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 15', '§ 209', '§ 3', '§ 49', '§ 49']

Grundlagen der Instandhaltung - WEKA MEDIA
Betriebliche Sicherheit	Elektrosicherheit	Grundlagen der Instandhaltung
Fachbeitrag	| Informieren und Recht	03.06.2015
Der Begriff Instandhaltung hat in den letzten Jahrzehnten wesentlich an Bedeutung gewonnen. Mit der steigenden Bedeutung haben sich auch der Arbeitsbereich und die Anforderungen an das eingesetzte Personal verändert. Zudem regelt eine ganze Reihe von Vorschriften den Ablauf der Instandhaltung.
© AlexRaths/​iStock/​Thinkstock	Definition: Instandhaltung
In der DIN 31051 finden sich folgende Definition und der Aufgabenumfang der Instandhaltung:
„Unter dem Begriff ,Instandhaltung‘ wird
die Kombination aller technischen und administratorischen Maßnahmen sowie
Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Betrachtungseinheit (Teil, Bauelement, Gerät usw., das für sich allein betrachtet werden kann) zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes oder der Rückführung in diesen, sodass sie die geforderte Funktion erfüllen kann
Gemäß DIN 31051 besteht die Instandhaltung aus vier wesentlichen Bestandteilen:
Aus diesen Bestandteilen wird in der Regel eine der folgenden Instandhaltungsstrategien abgeleitet:
korrektive Wartung und Instandhaltung
Im Rahmen der vorausschauenden Instandhaltung werden in der Regel Instandhaltungspläne auf Basis verschiedener erhobener Daten entwickelt. Diese Daten können u.a. die Anzahl und Art der Störungen, diverse Laufzeiten sowie Kosten für Ausfallzeiten und verwendete Ersatzteile sein. Ein gängiges Instandhaltungsmodell ist das sogenannte „Total Productive Maintenance“-System (TPM), in dem Instandhaltungsmaßnahmen, Schulungen und permanente Verbesserungsprozesse auf Basis von Kennzahlen geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
Moderne Instandhaltungssysteme haben den Nachteil, dass sie höhere Kosten für Ersatzteile, Personal und Schulungsmaßnahmen nach sich ziehen. Um jedoch eine optimale Anlagenverfügbarkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Instandhaltungskosten erreichen zu können, sind diese Systeme unabdingbar.
Gesetzliche Verpflichtung zur elektrotechnischen Instandhaltung
Zusätzlich zur Rechtfertigung der Instandhaltung aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht besteht die grundsätzliche Verpflichtung zur Instandhaltung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel gemäß § 3 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 3, begründet in § 15 und § 209 des Siebten Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII).
Es ist selbstverständlich, dass kein Mitarbeiter beim Berühren einer Anlage oder Maschine einen tödlichen elektrischen Schlag erleiden möchte. Aber wie wird dies sichergestellt? Sind alle Sicherheitsmaßnahmen, die bei der Planung und Errichtung der Anlage berücksichtigt wurden, auch noch wirksam? Und kann dies im Schadensfall auch nachgewiesen werden?
Der Unternehmer als Betreiber der Anlage ist nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet, dem Arbeitnehmer nur sichere Anlagen bereitzustellen. Er trägt somit zuerst einmal die volle gesetzliche Verantwortung.
DGUV Vorschrift 3, § 3 Grundsätze
„(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instand gehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden.“
Des Weiteren besteht mit der Verpflichtung zur Einhaltung des Energiewirtschaftsgesetzes in Deutschland auch die Verpflichtung zur Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (§ 49 Abs. 1 f. EnWG). Diese gelten allgemein als eingehalten, sobald unter anderem das DIN-VDE-Regelwerk zur Anwendung kommt.
EnWG, § 49 Anforderungen an Energieanlagen
(2) Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn bei Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von Elektrizität die technischen Regeln des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. eingehalten worden ist.“
Werden diese nicht angewendet, so wird im Einzelfall, z.B. im Falle eines Sach- oder Personenschadens, nachgewiesen werden müssen, dass die zur Anwendung gebrachte Maßnahme gleichwertig oder besser als die in der Norm geforderte war. Dies dürfte – mit Vorsicht gesagt – außerordentlich schwer fallen.
Als Betreiber einer elektrischen Anlage leitet sich sowohl aus versicherungsrechtlicher Sicht als auch aus gesetzlicher Sicht die Verpflichtung zur Einhaltung des Normenwerks ab. Auch wenn hier nicht deutlich die gesetzliche Verpflichtung der jeweiligen Norm genannt wird, so ist die Einhaltung aus o.g. Gründen dennoch verpflichtend.
Instandhaltung: Verpflichtung aus der Norm
Wird das Errichten und Betreiben einer elektrischen Anlage aus normativer Sicht betrachtet, so ist neben der DIN VDE 0100-600 „Erstprüfung und Wiederholungsprüfung von elektrischen Anlagen“ und der DIN VDE 0113 „Elektrische Ausrüstung von Maschinen“ die DIN VDE 0105-100 von wesentlicher Bedeutung.
„4.1.101
Elektrische Anlagen sind den Errichtungsnormen entsprechend in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten.
Elektrische Anlagen müssen in geeigneten Zeitabständen geprüft werden. Wiederkehrende Prüfungen sollen Mängel aufdecken, die nach der Inbetriebnahme aufgetreten sind und den Betrieb behindern oder Gefährdungen hervorrufen können.
5.3.101.6
Die Häufigkeit der wiederkehrenden Prüfung einer Anlage muss bestimmt werden unter Berücksichtigung der Art der Anlage und Betriebsmittel, der Verwendung und des Betriebs der Anlage, Häufigkeit und Qualität der Anlagenwartung und der äußeren Einflüsse, denen die Anlage ausgesetzt ist.“
Anforderungen an das Personal für die Instandhaltung
Ungefähr 20 % aller tödlichen Arbeitsunfälle in der Bundesrepublik Deutschland geschehen während Instandhaltungsarbeiten.
Bild: © AlexRaths/iStock/Thinkstock
Autoren: Jörg Belzer, Mirko Engert Elektrosicherheit
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