Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.06.2008&Aktenzeichen=VI%20ZR%20223/07
Timestamp: 2019-06-16 18:09:13
Document Index: 393318320

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.06.2008 - VI ZR 223/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,715
BGH, 03.06.2008 - VI ZR 223/07 (https://dejure.org/2008,715)
BGH, Entscheidung vom 03.06.2008 - VI ZR 223/07 (https://dejure.org/2008,715)
BGH, Entscheidung vom 03. Juni 2008 - VI ZR 223/07 (https://dejure.org/2008,715)
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Verkehrssicherungspflicht bei einer Trampolinanlage
Pflicht eines Betreibers einer Sportanlage und Spielanlage zur Vorbeugung aller denkbaren Gefahren; Saltosprünge als übliche und zulässige Übung bei der Benutzung eines Trampolins; Anwendbarkeit des Beweises des ersten Anscheins bei der Verletzung von Verkehrssicherheitspflichten
Trampolinunfall - Verletzung der Verkehrssicherungspflicht
Anforderungen bei einer Trampolinanlage
Folgenschwerer Unfall auf Trampolinanlage
Haftung bei unzureichendem Warnhinweis
Verkehrssicherungspflicht bei Spiel- und Sportanlage
Schadenersatz bei Querschnittlähmung nach Verletzung der Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich eines Sportgerätes
Sturz vom Trampolin
Zusammenfassung von "Verkehrssicherung: Kein Kinderspiel" von Privatdozentin Dr. Sabine Wesser, original erschienen in: NJW 2008, 3761 - 3764.
LG Köln, 05.12.2006 - 5 O 488/05
OLG Köln, 27.02.2009 - 20 U 175/06
LG Köln, 23.06.2015 - 5 O 488/05
NJW 2008, 3775
MDR 2008, 971
VersR 2008, 1083
BGH, 02.10.2012 - VI ZR 311/11
Zur Haftung des Waldbesitzers für Verletzung eines Spaziergängers durch …
Die rechtlich gebotene Verkehrssicherung umfasst diejenigen Maßnahmen, die ein umsichtiger und verständiger, in vernünftigen Grenzen vorsichtiger Mensch für notwendig und ausreichend hält, um andere vor Schäden zu bewahren (Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, VersR 1990, 796, 797;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, VersR 2006, 233 Rn. 9;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, VersR 2007, 659 Rn. 14; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, VersR 2008, 1083 Rn. 9;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, VersR 2008, 1551 Rn. 10;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, VersR 2010, 544 Rn. 5 …und vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, VersR 2011, 546 Rn. 8, jeweils mwN).
Daher reicht es anerkanntermaßen aus, diejenigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf, um andere Personen vor Schäden zu bewahren, und die den Umständen nach zuzumuten sind (…Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, aaO;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04, aaO Rn. 10;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05, aaO Rn. 15; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, aaO;… vom 9. September 2008 - VI ZR 279/06, aaO;… vom 2. März 2010 - VI ZR 223/09, aaO Rn. 6;… vom 15. Februar 2011 - VI ZR 176/10, aaO Rn. 9, jeweils mwN).
a) Der Veranstalter eines Reit- und Springturniers ist verpflichtet, eine geeignete Wettkampfanlage zur Verfügung zu stellen, die keine Gefahren aufweist, die über das übliche Risiko hinausgehen und mit denen die Turnierteilnehmer nicht zu rechnen brauchen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, NJW 2008, 3775, 3776 Rn. 10;… OLG Köln aaO).
Dabei sind diejenigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betreffenden Verkehrskreise für ausreichend halten darf, um andere Personen vor Schäden zu bewahren, und die ihm den Umständen nach zuzumuten sind (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juni 2008 aaO Rn. 9 m.w.N.).
Danach ist derjenige, der eine Gefahrenlage - gleich welcher Art - schafft, grundsätzlich verpflichtet, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um eine Schädigung anderer möglichst zu verhindern (vgl. etwa Senat, Urteile vom 4. Dezember 2001 - VI ZR 447/00 - VersR 2002, 247, 248; vom 15. Juli 2003 - VI ZR 155/02 - VersR 2003, 1319; vom 5. Oktober 2004 - VI ZR 294/03 - VersR 2005, 279, 280; vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04 - VersR 2006, 233, 234; vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05 - VersR 2007, 659, 660; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 - VersR 2008, 1083, Rn. 9, jeweils m.w.N.).
Haftungsbegründend wird eine Gefahr erst dann, wenn sich für ein sachkundiges Urteil die nahe liegende Möglichkeit ergibt, dass Rechtsgüter anderer verletzt werden (vgl. Senat, Urteile vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04 - vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05 - vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 -, jeweils aaO).
Es sind vielmehr nur die Vorkehrungen zu treffen, die geeignet sind, die Schädigung anderer tunlichst abzuwenden (vgl. Senat, Urteile vom 15. Juli 2003 - VI ZR 155/02 - vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04 - vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05 - vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 -, jeweils aaO).
Der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt (§ 276 Abs. 2 BGB) ist genügt, wenn im Ergebnis derjenige Sicherheitsgrad erreicht ist, den die in dem entsprechenden Bereich herrschende Verkehrsauffassung für erforderlich hält (vgl. Senat, Urteile vom 15. Juli 2003 - VI ZR 155/02 - vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04 - vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05 - vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 -, jeweils aaO).
Daher reicht es anerkanntermaßen aus, diejenigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf, um andere Personen vor Schäden zu bewahren, und die ihm den Umständen nach zuzumuten sind (…vgl. Senat, Urteile vom 15. Juli 2003 - VI ZR 155/02 - aaO;… vom 8. November 2005 - VI ZR 332/04 - aaO; vom 16. Mai 2006 - VI ZR 189/05 - VersR 2006, 1083, 1084;… vom 6. Februar 2007 - VI ZR 274/05 - aaO; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 - aaO).
Die Verkehrssicherungspflicht erfordert jedoch regelmäßig den Schutz vor Gefahren, die über das übliche Risiko bei der Anlagenbenutzung hinausgehen, vom Benutzer nicht vorhersehbar und für ihn nicht ohne weiteres erkennbar sind (vgl. Senat, Urteile vom 25. April 1978 - VI ZR 194/76 - VersR 1978, 739; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 - aaO, Rn. 10; BGH, Urteil vom 12. Juni 2007 - X ZR 87/06 - NJW 2007, 2549, 2551; OLG Köln, VersR 2002, 859, 860; OLG Celle, NJW 2003, 2544).
Welche Maßnahmen zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht erforderlich sind, hängt von den tatsächlichen Umständen des Einzelfalls ab (vgl. Senat, Urteile vom 21. März 2000 - VI ZR 158/99 - VersR 2000, 984 f.; vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07 - aaO, Rn. 18).
Nach diesen ist derjenige, der eine Gefahrenlage - gleich welcher Art - schafft, grundsätzlich verpflichtet, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zur Vermeidung einer Schädigung Anderer zu treffen (BGH, Urteil v. 03.06.2008 - VI ZR 223/07 -, Rn. 9, juris;… BGH, Urteil v. 06.02.2007 - VI ZR 274/05 -, Rn. 14, juris;… BGH, Urteil v. 08.11.2005 - VI ZR 332/04 -, Rn. 9f., juris;… OLG Hamm, Urteil v. 25.11.2015 - I-12 U 62/14, Rn. 21ff., juris; jeweils m.w.N.).
Zu treffen sind die Sicherheitsvorkehrungen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf und die ihm den Umständen nach zuzumuten sind (vgl. etwa: BGH NJW 2008, 3775, juris Tz. 9; 2006, 610, juris Tz. 9 f.; 2006, 2326, juris Tz. 6 f.).
OLG Hamm, 15.03.2013 - 9 U 187/12
Verkehrssicherungspflicht: Baumarktbetreiber müssen die Fußböden ihrer …
Kann festgestellt werden, dass sich zur Zeit des Unfalls eine Flüssigkeit auf dem Boden befand und dass die Klägerin an dieser Stelle gestürzt ist, so streitet der Anscheinsbeweis dafür, dass die auf der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht beruhende Glätte eine Bedingung für den Sturz der Klägerin war, es bei Beachtung der Verkehrssicherungspflicht also nicht zu dem Unfall gekommen wäre (vgl. insoweit BGH, r + s 2012, 460ff; BGH, NJW 2008, 3775ff; BGH, NJW 1994, 945f; OLG Koblenz, NJW-RR 1995, 158f).
a) Die Haftungsverteilung im Rahmen des § 254 BGB kann im Revisionsverfahren darauf überprüft werden, ob alle in Betracht kommenden Umstände vollständig und richtig berücksichtigt und der Abwägung rechtlich zulässige Erwägungen zugrunde gelegt worden sind (BGH, Urteil vom 3. Juni 2008 - VI ZR 223/07, NJW 2008, 3775 m.w.N.).
Zu treffen sind die Sicherheitsvorkehrungen, die ein verständiger, umsichtiger, vorsichtiger und gewissenhafter Angehöriger der betroffenen Verkehrskreise für ausreichend halten darf und die ihm den Umständen nach zuzumuten sind (vgl. dazu insgesamt: BGH NJW 2008, 3775, juris Tz. 9; NJW 2006, 610, juris Tz. 9 f.; NJW 2006, 2326, juris Tz. 6 f.).
OLG Hamm, 13.09.2016 - 9 U 158/15
Steht fest, dass der Geschädigte im Bereich einer abhilfebedürftigen Gefahrenstelle gestürzt ist, spricht nach ständiger Rechtsprechung (vgl. BGH U.v. 14.12.1993 - VI ZR 271/91 - juris, NJW 1993, 945 u.v. 03.06.2008 - VI ZR 223/07 - juris, MDR 2008, 971) der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass sich hier die Vernachlässigung der Verkehrssicherungspflicht im Sinne der Kausalität zwischen Pflichtverletzung und Schadenereignis ausgewirkt hat.
Genickbruch nach Trampolinsprung - 70 % Schadenersatz für querschnittsgelähmten …
LG Düsseldorf, 17.10.2017 - 5 O 95/16
Schadensersatzanspruch und Schmerzensgeldanspruch wegen der Verletzung einer …
OLG München, 18.03.2015 - 20 U 3360/14
Mitverschulden, Schadensersatz und Schmerzensgeld
OLG Saarbrücken, 13.02.2019 - 5 U 77/18
OLG Saarbrücken, 27.10.2009 - 4 U 96/09
Verkehrssicherungspflichten des Straßenbaulastträgers bei Ausbesserung eines …
LG Ellwangen/Jagst, 06.11.2015 - 2 O 24/15
Verkehrssicherungspflichten in einem Shopping-Center: Anforderungen an die …
LG Coburg, 22.07.2014 - 22 O 107/14
Wer sich wissentlich in Gefahr begibt, kann keinen Schadensersatz verlangen!
OLG Hamm, 17.07.2017 - 6 U 18/17
LG Münster, 21.11.2008 - 11 O 207/07
Geltendmachung von Schadensersatz für einen im Rahmen einer Turnierteilnahme …
OLG Hamm, 23.07.2010 - 11 U 145/08
OLG Celle, 17.06.2010 - 8 U 25/10
Verkehrssicherungspflichtverletzung: Sicherung eines Dampfausströmers in einer …
LG Aachen, 15.01.2019 - 12 O 124/18
Verkehrssicherungspflicht eines Waldbesitzers für Unfall eines Mountainbikers
OLG Braunschweig, 03.04.2018 - 9 U 1/18
Keine Haftung aus Verkehrssicherungspflicht nach Sturz über eine gut sichtbare …
OLG Brandenburg, 17.01.2012 - 6 U 96/10
Verkehrssicherungspflichtverletzung: Schadenersatz- und Schmerzensgeldanspruch …
OLG Oldenburg, 29.04.2011 - 6 U 17/11
Amtshaftung, Verkehrssicherungspflicht, Fahrbahnschäden durch Frost
OLG Hamm, 27.04.2010 - 7 U 98/09
LG Münster, 18.11.2009 - 12 O 287/09
Anspruch auf Schadensersatz und Zahlung von Schmerzensgeld gegen einen Betreiber …
LG Düsseldorf, 24.04.2014 - 1 O 263/12
Vorliegen einer dem Betreiber eines Indoor-Spielparks anzulastenden …
OLG München, 26.06.2013 - 3 U 479/13
Bootsunfall - Verkehrssicherungspflicht, Verletzung der- 180-Grad-Wende
LG Coburg, 04.03.2014 - 22 O 619/13
Ausgehängte Tür wird beiseite geschoben und stürzt um: Kein Schadensersatz!
LG Paderborn, 09.12.2013 - 4 O 505/12
Geltendmachung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen auf Grund eines …
OLG Hamm, 05.12.2011 - 13 U 34/11
Verkehrssicherungspflichten des Betreibers einer Reithalle hinsichtlich einer …
LG Magdeburg, 03.05.2016 - 11 O 1912/15
Haftung des Straßenbahnbetreibers: Sturz eines stehenden Fahrgastes bei einer …
LG Hannover, 16.11.2012 - 14 O 141/09
LG Detmold, 12.01.2011 - 10 S 108/10
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Schadensersatz für Verletzungen durch den …