Source: https://www.zv-forum.de/viewtopic.php?f=2&t=886
Timestamp: 2020-03-30 13:06:41
Document Index: 116789858

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§10', '§ 10']

Zwangsversteigerung – Forum - Sanierungspflichten aus EnEV 2014 auch bei ersteigerten Immobilien?
Sanierungspflichten aus EnEV 2014 auch bei ersteigerten Immobilien?
Registriert: 27.12.2019, 17:28
Beitragvon Lemmy » 27.12.2019, 17:40
ich interessiere mich für eine Immobilie aus den frühen 70ern, die derzeit aber nicht von innen besichtigt werden kann. Abgesehen von den üblichen Risiken frage ich mich, inwieweit die Sanierungspflichten
im Rahmen der EnEV bei Gebäuden aus einer Zwangsversteigerung greifen, also Modernisierung der Heizung, Dämmung des obersten Geschoßes, Dämmung der Rohrleitungen usw.
Für Eigentümer, die schon vor Februar 2002 in einem von der Sanierungspflicht betroffenen Gebäude wohnen, gibt es eine Ausnahme. Bei Veräußerungen durch Kauf müsste der Käufer aber innerhalb von 2 Jahren dann die jeweiligen Sanierungen vornehmen oder mit Geldbußen rechnen.
Gilt dies auch im Falle eines Zuschlags im Rahmen einer Zwangsversteigerung? Ich finde leider nur Hinweise, dass die "Besitzübernahme durch einen hoheitlichen Akt" wie dem der Zwangsversteigerung von der Vorlage eines Energieausweises befreit, aber nicht, ob die EnEV-2-Jahresfrist dann für den erfolgreichen Bieter gilt.
Wäre dem so, müsste man aufgrund der unbekannten Situation vor Ort mit einem erheblichen Abschlag für ebendiese Modernisierungen rechnen. Freue mich über hilfreiche Antworten.
Re: Sanierungspflichten aus EnEV 2014 auch bei ersteigerten Immobilien?
Beitragvon Addi » 27.12.2019, 18:39
§ 16aEnergieeinsparverordnung (EnEV)
Gilt dies auch im Falle eines Zuschlags im Rahmen einer Zwangsversteigerung?
Sind wir jetzt gem. § 16 a EnEV doch gezwungen, Engergiekennwerte in den Immobilienanzeigen zu veröffentlichen?
§ 16 a Abs. 1 Satz 1 EnEV:
Wird in Fällen des § 16 Absatz 2 Satz 1 vor dem Verkauf eine Immobilienanzeige in kommerziellen Medien aufgegeben und liegt zu diesem Zeitpunkt ein Energieausweis vor, so hat der Verkäufer sicherzustellen, dass die Immobilienanzeige folgende Pflichtangaben enthält:.........
Das Vollstreckungsgericht verkauft ja nicht, wie sie richtig festgestellt haben. Die Zwangsversteigerung ist kein Verkauf.
§ 16 a Abs. 2 EnEV:
Das Vollstreckungsgericht ist kein Vermieter, Verpächter und Leasinggeber und Zwangsversteigerung kann nicht mit Vermietung, Verpachtung, Verleasung gleichgesetzt werden.
Beitragvon Lemmy » 27.12.2019, 19:52
Danke für die rasche Antwort. Diese beschäftigt sich aber doch nur mit dem Energieausweis, der mich in diesem Zusammenhang weniger interessiert.
Daher nachfolgend §10, der mir weitaus mehr Sorgen bereitet. Hier wird in (4) eine Ausnahme erteilt, die von der Wohndauer des Eigentümers abhängt. Im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1. Februar 2002 müssen die Nachrüstungsanforderungen vom neuen Eigentümer erfüllen werden.
Die Frage bleibt, ob bei Eigentumsübergang mittels Zwangsversteigerung diese Ausnahme bestehen bleibt. Es geht auch gar nicht darum, wie sinnhaftig es wäre, derart alte Anlagen weiter zu betreiben. Aber die enge Frist von 2 Jahren nebst den Investitionskosten ist aus meiner Sicht nicht zu vernachlässigen.
EnEV 2014, § 10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden
Beitragvon Addi » 28.12.2019, 10:50
Da hier von „generellen“ Eigentumswechsel“ die Rede ist, stellt sich im Grunde nicht die Frage, ob dies auch im Fall des Eigentumswechsels durch den Zuschlagsbeschluss in einer ZV gilt.
Eine Unterscheidung im Falle eine ETWechsels durch Verkauf oder ZV hat der Gesetzgeber bewußt nicht vorgenommen.
Wird eine ältere Immobilie erworben macht es Sinn auch die Heizungsanlage gegebenenfalls auszutauschen.