Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2055/11
Timestamp: 2019-04-24 09:06:30
Document Index: 316080513

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 84', '§ 84', '§ 670', '§ 128', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH', 'BGH', '§ 256', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 256', 'BGH', '§ 256', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH']

BGH, 17.07.2012 - II ZR 55/11 - dejure.org
§ 84 Abs 1 S 3 AktG
Aktiengesellschaft: Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds nach einverständlicher Amtsniederlegung
Zulässigkeit der Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds für (höchstens) fünf Jahre nach einverständlicher Amtsniederlegung früher als ein Jahr vor Ablauf der ursprünglichen Bestelldauer
Zulässigkeit der vorzeitigen Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds
Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds für (höchstens) fünf Jahre nach einverständlicher Amtsniederlegung früher als ein Jahr vor Ablauf der ursprünglichen Bestelldauer keine unzulässige Umgehung des § 84 Abs. 1 Satz 3 AktG
Vorstand, Aktiengesellschaft, Aufsichtsrat
Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds
Vorzeitige Wiederbestellung eines oder mehrerer Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft rechtlich nicht zu beanstanden
Zur Aktiengesellschaft - Vorstandsmitglieder können auch vorzeitig wiederbestellt werden
BGB §§ 670, 675 Abs. 1; HGB § 128, 172
Aktienrecht, Aufsichtsrat, Beschlussmängel, Bestellung, Feststellungsklage, Gesellschaftsrecht, Rechtsmissbrauch, Vorstand, wichtiger Grund
Zulässigkeit einer vorzeitigen Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern einer Aktiengesellschaft
Vorzeitige Wiederbestellung von AG-Vorstandsmitgliedern ist grundsätzlich zulässig
Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds für 5 Jahre auch nach einverständlicher Amtsniederlegung zulässig
Vorzeitige Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern einer AG ist zulässig
Vorzeitige Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern einer Aktiengesellschaft ist grundsätzlich zul
Zur vorzeitigen Wiederbestellung von Vorständen einer AG
Vorzeitige Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern ist zulässig
Vorzeitige Wiederbestellung von AG-Vorstandsmitgliedern zulässig
Vorzeitige Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern der Aktiengesellschaft
Kurznachricht zu "Neufestsetzung der Amtszeit von Vorstandsmitgliedern - zugleich Besprechung BGH v. 17.7.2012 - II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750" von Notar a.D. Prof. Dr. Hans-Joachim Priester, original erschienen in: ZIP 2012, 1781 - 1785.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.07.2012, Az.: II ZR 55/11 (Generelle Zulässigkeit der vorzeitigen Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern)" von RAe Dr. Hans-Ulrich Wilsing und Dr. Carsten A. Paul, LL.M., original erschienen in: BB 2012, 2455 - 2459.
Kurznachricht zu "Zur Vereinbarkeit der vorzeitigen Wiederbestellung von Vorständen mit § 84 Abs. 1 Satz 3 AktG" von RA Dr. Dirk Besse und RA Dr. Moritz Heuser, original erschienen in: DB 2012, 2385 - 2387.
Kurznachricht zu "Vorzeitige Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern" von RA Dr. Nikolaos Paschos, LL.M. und RA Dr. Klaus von der Linden, original erschienen in: AG 2012, 736 - 740.
Kurznachricht zu "Die Zulässigkeit einvernehmlicher Aufhebung der Bestellung eines Vorstandsmitglieds bei gleichzeitiger Neubestellung - Der BGH schafft Rechtssicherheit" von RA Dr. Tobias Bürgers und RA Dr. Ingo Theusinger, original erschienen in: NZG 2012, 1218 - 1221.
LG Frankenthal, 22.04.2010 - 2 HKO 89/09
ZIP 2011, 617
ZIP 2012, 1750
MDR 2012, 1174
DNotZ 2013, 65
WM 2012, 1724
BB 2012, 2455
DB 2012, 2036
NZG 2012, 1027
Auch ein Aufsichtsratsmitglied kann ein Interesse an der Feststellung haben, dass ein Beschluss - auch schon vor seiner Amtszeit - nicht wirksam gefasst ist (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2012 - II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750 Rn. 12).
Die Kläger waren am 6. Juli 2007 - wie der erkennende Senat mit seiner Entscheidung vom 17. Juli 2012 (II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750) bestätigt hat - wirksam zu Mitgliedern des Vorstands der Beklagten bestellt worden.
Ein verfahrensrechtlich unter Verletzung zwingenden Gesetzes- oder Satzungsrechts zustande gekommener oder ein inhaltlich gegen derartiges Recht verstoßender Beschluss des Aufsichtsrats ist nichtig und diese Nichtigkeit kann mit der gegen die Gesellschaft gerichteten Feststellungsklage nach § 256 Abs. 1 ZPO geltend gemacht werden (BGH, Urteil vom 17. Juli 2012 - II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750 Rn. 10; Urteil vom 21. April 1997 - II ZR 175/95, BGHZ 135, 244, 247).
Dieses Interesse beruht auf der Organstellung der Aufsichtsratsmitglieder und der sich daraus ergebenden gemeinsamen Verantwortung für die Rechtmäßigkeit der von ihnen gefassten Beschlüsse (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2012 - II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750 Rn. 12; Urteil vom 21. April 1997 II ZR 175/95, BGHZ 135, 244, 248 ff.).
Die Kläger sind am 6. Juli 2007 - wie der erkennende Senat mit seiner Entscheidung vom 17. Juli 2012 (II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750) bestätigt hat - wirksam zu Mitgliedern des Vorstands der Beklagten bestellt worden.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann die Nichtigkeit eines Aufsichtsratsbeschlusses mit einer gesonderten Feststellungsklage nach § 256 ZPO geltend gemacht werden (vgl. etwa BGH 29. Januar 2013 - II ZB 1/11 - Rn. 13; 17. Juli 2012 - II ZR 55/11 -) , sofern die klagende Partei hierfür ein berechtigtes Interesse hat.
Diese Nichtigkeit ist mit der allgemeinen Feststellungsklage nach § 256 Abs. 1 ZPO geltend zu machen (…BGH NJW 1997, S. 1926;… BGH NZG 2013, S. 297, 298; BGH, Urteil vom 17.07.2012, II ZR 55/11, juris Tz. 10).
Das gilt sowohl für Beschlüsse, an denen es selbst mitgewirkt hat und überstimmt wurde als auch für Beschlüsse, die schon vor der Amtszeit gefasst worden sind, aber noch während der Amtszeit Wirkung entfalten (BGH, Urteil vom 17.07.2012, II ZR 55/11, juris Tz. 12;… BGH NJW 1997, S. 1926;… BGH NZG 2013, S. 297, 298).
Das von der Rechtsprechung anerkannte rechtliche Interesse der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder an der Feststellung, dass die im Aufsichtsrat gefassten Beschlüsse wirksam oder unwirksam sind, beruht auf der Organstellung der Aufsichtsratsmitglieder und der sich daraus ergebenden gemeinsamen Verantwortung für die Rechtmäßigkeit der von ihnen gefassten Beschlüsse (…vgl. BGH, Zwischenurteil vom 29.01.2013 - II ZB 1/11 Rn. 13 f.; Urt. vom 17.07.2012 - II ZR 55/11 Rn. 12;… Urt. vom 21.04.1997- II ZR 175/95 = BGHZ 135, 244, 248 ff.).
Im übrigen findet eine Begrenzung des zur Geltendmachung bestimmter Beschlussmängel berechtigten Personenkreises mit Hilfe einer sachgerechten Bestimmung des erforderlichen Rechtsschutzinteresses statt (BGH, Urteil vom 17. Juli 2012 - II ZR 55/11 Rn. 10; Urteil vom 21.04.1997 - II ZR 175/95 = BGHZ 135, 244;… BGH, Zwischenurteil vom 29.01.2013 - II ZB 1/11 Rn. 13 f.;… Urt. vom 17.05.1993 - II ZR 89/92 Rn. 16 = BGHZ 122, 342).
aa) Die genannte Bestimmung will den Aufsichtsrat alle fünf Jahre dazu veranlassen, sich in einer verantwortlichen Beratung über die Weiterbeschäftigung des Vorstandsmitglieds schlüssig zu werden (vgl. BGH…, Urteil vom 11. Juli 1953 - II ZR 126/52, BGHZ 10, 187, zitiert juris Rn. 21; vom 17. Juli 2012 - II ZR 55/11, WM 2012, 1724, zitiert juris Rn. 24; jeweils mwN).
Dieser hat - wie schon ausgeführt - die Personalhoheit, d.h. ihm obliegt die verantwortliche Beratung über die Auswahl und Bestellung der Vorstandsmitglieder und die Ernennung eines Vorstandsmitglieds zum Vorstandsvorsitzenden (§ 84 Abs. 1 S. 1 und 5, Abs. 2 AktG) (vgl. BGH, Urteil vom 17.07.2012, II ZR 55/11, ZIP 2012, 1750 ff., Rn. 27, juris; Urteil vom 11.07.1953, II ZR 126/52, BGHZ 10, 187, 194 f.).
Allerdings ist es im Jahr 2005 eine umstrittene und höchstrichterlich noch nicht entschiedene Rechtsfrage gewesen, ob die vorzeitige Verlängerung einer Vorstandsbestellung im Wege der Niederlegung und der erneuten Bestellung wegen Verstoßes gegen § 84 AktG unwirksam ist (vgl. BGH, Urteil vom 17.07.2012 - II ZR 55/11, Rz. 20 m.w.N.).