Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20422/00
Timestamp: 2019-07-20 21:05:06
Document Index: 366007175

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 539', '§ 539', '§ 70', '§ 79', '§ 70', '§ 538', '§ 130', 'BGH', '§ 539', '§ 70', '§ 70', '§ 70', 'BGH', '§ 538', '§ 538', '§ 79', '§ 79', '§ 130', '§ 130', '§ 538', 'BGH', '§ 539', 'BGH', '§ 539', '§ 538', 'BGH', 'BGH', '§ 538', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.09.2002 - VII ZR 422/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1531
BGH, 26.09.2002 - VII ZR 422/00 (https://dejure.org/2002,1531)
BGH, Entscheidung vom 26.09.2002 - VII ZR 422/00 (https://dejure.org/2002,1531)
BGH, Entscheidung vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00 (https://dejure.org/2002,1531)
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Wesentlicher Verfahrensfehler - Verfahren im ersten Rechtszug - Erheblicher Mangel - Ordnungsgemäße Grundlage für instanzbeendende Entscheidung
Zum Begriff des wesentlichen Verfahrensfehlers im Sinne des § 539 ZPO
Verfahrensrecht - Wesentlicher Verfahrensfehler im Sinne des § 539 ZPO
Von einem wesentlichen Verfahrensmangel im Sinne von § 70 Abs. 3 Nr. 2 MarkenG kann - wie bei § 79 Abs. 3 Nr. 2 PatG, dem die Vorschrift nachgebildet ist (…vgl. Begründung zu § 70 MarkenG, BlfPMZ Sonderheft 1994, S. 99; vgl. ferner § 538 Abs. 2 Nr. 1 ZPO, § 130 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) - nur ausgegangen werden, wenn ein so erheblicher Verfahrensverstoß gegeben ist, dass es an einer ordnungsgemäßen Grundlage für eine Sachentscheidung fehlt (vgl. BGH, Urteil vom 24. Oktober 1961 - I ZR 92/58, GRUR 1962, 86, 87 - Fischereifahrzeug, zur entsprechenden Anwendung von §§ 539, 540 ZPO a.F.;… Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy, Gewerblicher Rechtsschutz Urheberrecht Medienrecht, 2. Aufl., § 70 MarkenG Rn. 20;… Fezer, Markenrecht, 4. Aufl., § 70 Rn. 10;… Knoll in Ströbele/Hacker, MarkenG, 9. Aufl., § 70 Rn. 7; vgl. ferner zur Regelung in der ZPO: BGH, Urteil vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131 mwN;… Musielak/Ball, ZPO, 7. Aufl., § 538 Rn. 9;… Zöller/Heßler, ZPO, 28. Aufl., § 538 Rn. 11;… zu § 79 PatG: Benkard/Schäfers, PatG, 10. Aufl., § 79 Rn. 28;… zu § 130 VwGO: Meyer-Ladewig/Rudisile in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, 18. Aufl., § 130 Rn. 7).
Eine Zurückverweisung nach § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO kommt als Ausnahme zu den beschriebenen Verpflichtungen eines Berufungsgerichts nur dann in Betracht, wenn das erstinstanzliche Verfahren an einem so wesentlichen Mangel leidet, dass es keine Grundlage für eine instanzbeendende Entscheidung sein kann (…BGH, Urteile vom 6. November 2000 - II ZR 67/99, aaO unter II 1; vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131 unter II 2 a [jeweils zu § 539 ZPO aF];… vom 1. Februar 2010 - II ZR 209/08, aaO Rn. 11;… vom 20. Juli 2011 - IV ZR 291/10, aaO Rn. 21;… vom 26. Oktober 2011 - VIII ZR 222/10, NJW 2012, 304 Rn. 12;… vom 14. Mai 2013 - VI ZR 325/11, NJW 2013, 2601 Rn. 7).
Von einem solchen ist auszugehen, wenn der Fehler so eindeutig und erheblich ist, dass das Verfahren keine ordnungsgemäße Grundlage für eine instanzbeendende Entscheidung sein kann (vgl. BGH Urteile vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00 - NJW-RR 2003, 131 und vom 22. Mai 2001 - VI ZR 74/00 - NJW 2001, 2550).
Der Bundesgerichtshof hat durch Urteil vom 26. September 2002 (VII ZR 422/00, BauR 2003, 128 = NJW-RR 2003, 131 = ZfBR 2003, 32) das Berufungsurteil mit der Begründung aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen, eine Zurückverweisung an das Landgericht gemäß § 539 ZPO hätte nicht erfolgen dürfen, weil das Verfahren des Landgerichts nicht an einem erheblichen Verfahrensfehler leide.
Ein Verfahrensfehler ist dann wesentlich im Sinne von § 538 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, wenn das Verfahren des ersten Rechtszuges an einem so erheblichen Mangel leidet, dass es keine ordnungsgemäße Grundlage für eine instanzbeendende Entscheidung sein kann (BGH, Urteil vom 26.09.2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131).
Ein wesentlicher Verfahrensfehler liegt vor, wenn das Verfahren des ersten Rechtszuges an einem so erheblichen Mangel leidet, dass es keine ordnungsgemäße Grundlage für eine instanzbeendende Entscheidung sein kann (BGH, Urteil vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131).
Ein Verfahrensfehler ist dann wesentlich im Sinne von § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO, wenn das Verfahren des ersten Rechtszugs an einem so erheblichen Mangel leidet, dass es keine ordnungsgemäße Grundlage für eine instanzbeendende Entscheidung sein kann (BGH, Urteil vom 26.09.2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131).
Der Verfahrensmangel ist wesentlich, weil das Verfahren keine ordnungsgemäße Grundlage für eine Instanz beendende Entscheidung darstellt (BGH, Urteil vom 26. September 2002 - VII ZR 422/00, NJW-RR 2003, 131).
Das Landgericht hat eine notwendige Beweiserhebung unterlassen, so dass das erstinstanzliche Verfahren keine ordnungsgemäße Grundlage für die Entscheidung abgibt (vgl. BGH MDR 2003, 108).