Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/berliner-mietspiegel-2-396695
Timestamp: 2020-08-04 00:41:59
Document Index: 255959965

Matched Legal Cases: ['§ 558', '§ 558', '§ 287', 'Art. 103', '§ 558', '§ 558']

Berliner Mietspiegel | Rechtslupe
Der Ber­li­ner Miet­spie­gel 2013 ist nach Ansicht des Land­ge­richts Ber­lin als ein­fa­cher Miet­spie­gel hin­rei­chen­de Schät­zungs­grund­la­ge für die Ermitt­lung der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te.
In dem hier ent­schie­de­nen Fall hat das Land­ge­richt Ber­lin die Fra­ge offen gelas­sen, ob es sich bei dem Ber­li­ner Miet­spie­gel 2013, den die Ver­mie­te­rin zur Begrün­dung ihrer Miet­erhö­hung vor­ge­richt­lich her­an­ge­zo­gen hat­te, um einen qua­li­fi­zier­ten Miet­spie­gel im Sin­ne von § 558 d Abs. 3 BGB mit der sich dar­aus erge­ben­den Ver­mu­tungs­wir­kung für die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te han­de­le. Trotz der erho­be­nen metho­di­schen und sta­tis­ti­schen Ein­wän­de gegen den Ber­li­ner Miet­spie­gel 2013 kön­ne die orts­üb­li­che Mie­te allein anhand des Miet­spie­gels ohne Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens ermit­telt wer­den. Denn im Hin­blick auf die Erstel­lungs- und Ver­öf­fent­li­chungs­his­to­rie bie­te er als ein­fa­cher Miet­spie­gel im Sin­ne von § 558 c Abs. 1 BGB hin­rei­chen­de Grund­la­ge für die Zivil­ge­rich­te, die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te gemäß § 287 ZPO zu schät­zen.
Das Land­ge­richt Ber­lin ver­tritt damit eine ande­re Rechts­auf­fas­sung als das Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg in einem ande­ren, noch nicht rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Erhö­hungs­rechts­streit [1].
Nach Ansicht des Land­ge­richts Ber­lin ist auch die vom Amts­ge­richt Mit­te [2] vor­ge­nom­me­ne Ein­ord­nung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Miet­woh­nung in den Miet­spie­gel nicht zu bean­stan­den. Die Lage der Woh­nung im Orts­teil Prenz­lau­er Berg sei nicht wohn­wert­er­hö­hend als "bevor­zug­te City­la­ge" zu berück­sich­ti­gen, da es sich beim Orts­teil Prenz­lau­er Berg um kei­nen zen­tral gele­ge­nen Teil­raum Ber­lins han­de­le und es des­halb bereits räum­lich an einer City­la­ge feh­le.
Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 6. Juli 2015 – 67 S 120/​15
AG Char­lot­ten­burg, Urteil vom 11.05.2015 – 235 C 133/​15; Beru­fung anhän­gig beim LG Ber­lin – 18 S 183/​15[↩]
AG Mit­te, Urteil vom 11.02.2015 – 17 C 291/​14[↩]
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