Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=AG%20G%F6ttingen&Datum=19.11.1999&Aktenzeichen=74%20IK%2040%2F99
Timestamp: 2019-04-21 09:15:39
Document Index: 123518131

Matched Legal Cases: ['§ 290', '§ 305', '§ 290', '§ 290', '§ 287', '§ 287', '§ 287', '§ 305', '§ 290', '§ 290', '§ 302', '§ 309', '§ 304', '§ 304', '§ 304', '§ 304', '§ 290']

AG Göttingen, 19.11.1999 - 74 IK 40/99 - dejure.org
AG Göttingen, 19.11.1999 - 74 IK 40/99
Berücksichtigung von Versagungsgründen nach § 290 Insolvenzordnung (InsO) im Prozesskostenhilfe-Verfahren
NZI 2000, 92
AG Göttingen, 05.05.2000 - 74 IK 108/99
Das erkennende Gericht hat in dem Verfahren 74 IK 40/99 im Beschluß vom 19.11.1999 (NZI 2000, 92 = ZInsO 1999, 724 LS) ausgeführt, daß bereits bei der Prüfung der Bewilligung von Prozeßkostenhilfe für das Schuldenbereinigungsplanverfahren (§§ 305 ff. InsO ) ein Versagungsgrund gem. § 290 InsO berücksichtigt werden kann.
Dies gilt nicht nur für das Restschuldbefreiungsverfahren, sondern auch die vorgelagerten Verfahrensabschnitte, die lediglich ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Restschuldbefreiung sind (NZI 2000, 92, 93 f.).
Liegt jedoch der Versagungsgrund gem. § 290 InsO vor, kann der Prozeßkostenhilfeantrag insgesamt abgelehnt werden, da das Endziel in Form der Restschuldbefreiung nicht erreicht werden kann (NZI 2000, 92, 93).
Es reicht deshalb nicht aus, wenn lediglich der Antrag auf Restschuldbefreiung bis zum Berichtstermin gestellt und die Abtretungserklärung nach diesem Termin nachgereicht wird (…vgl. Nerlich/Römermann, a.a.O., § 287, Rdn. 47 und Smid/Krug/Haarmeyer, InsO, 1999, § 287, Rdn. 7, nach denen die Vorlage der Abtretungserklärung [nur] bis zum Ende des Berichtstermins nachgeholt werden kann;… vgl. auch Ahrens in Frankfurter Kommentar, a.a.O., § 287, Rdn. 17; a.A. wohl LG Münster, Rpfleger 2000, 83 [84] = DZWiR 1999, 474 [475] = ZInsO 1999, 724 [L.]).
Sie entspricht vielmehr einer in der Rechtsprechung überwiegend vertretenen Ansicht, daß auf die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung abzustellen ist (vgl. hierzu allgemein: OLG Celle, ZIP 2000, 802 = NZI 2000, 229; OLG Frankfurt, NZI 2000, 219 = ZInsO 2000, 296; OLG Schleswig, NZI 2000, 164 = ZInsO 2000, 155; LG Dessau, ZIP 2000, 1502; LG Frankfurt, ZIP 2000, 1067 = ZInsO 2000, 290; AG Frankfurt, InVo 1999, 313; AG Köln, NZI 1999, 241 = DZWIR 2000, 80; AG Mönchengladbach, ZInsO 1999, 724 LS).
AG Göttingen, 20.06.2001 - 74 IK 87/01
Verfahrensbeendigung durch Rücknahmefiktion; Zurückweisung eines …
Nach der Rechtsprechung des Insolvenzgerichtes kann allerdings ein Antrag auf Bewilligung von Prozeßkostenhilfe wegen Mutwilligkeit zurückgewiesen werden (AG Göttingen NZI 2000, 92 ).
Anders als in dem Beschluß vom 19.11.1999 - 74 IK 40/99 - (NZI 2000, 92, 94) hat das Insolvenzgericht die Prozeßkostenhilfe nicht insgesamt abgelehnt, sondern nur für den vorliegenden Verfahrensabschnitt des gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanverfahrens gem. §§ 305 ff. InsO .
§ 290 InsO vorliegt (dazu Beschluß des AG Göttingen vom 19.11.1999 - 74 IK 40/99, NZI 2000, 92 ), so ist es nur konsequent, Prozeßkostenhilfe auch zu bewilligen für die Eröffnung eines Unternehmensinsolvenzverfahrens, wenn der Schuldner natürliche Person ist, einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt hat und keine Versagungsgründe ersichtlich sind.
Bedeutsam wäre der Vortrag des Gläubigers zu 3) nur dann, wenn aus ihm ein Versagungsgrund gemäß § 290 InsO folgen würde (AG Göttingen 74 IK 40/99, Beschluß vom 19.11.1999 NZI 2000, 92, 93; 74 IK 82/99, Beschluß vom 04.12.2000) oder es sich um eine Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung handeln würde gemäß § 302 Nr. 1 InsO (AG Göttingen 74 IK 12/99, Beschluss vom 20. Juli 1999, EzInsR InsO § 309 Nr. 3).
Die Entscheidung des Landgerichts steht im Einklang mit der ganz herrschenden Meinung, wonach für die Frage, ob der Schuldner dem Verfahren nach §§ 304 ff. InsO unterfällt, auf die Verhältnisse bei Antragstellung abzustellen ist (vgl. OLG Celle, NZI 2000, 229, 230, 231; OLG Frankfurt a.M., NZI 2000, 219, 220; OLG Frankfurt/Oder, ZInsO 2000, 290, 291; OLG Schleswig, NZI 2000, 164; LG Dessau, ZIP 2000, 1502; AG Köln, NZI 2000, 241; AG Mönchengladbach, ZInsO 1999, 724 (LS); Vallender, ZIP 1999, 128, 129;… Wenzel, in: Kübler/Prütting, InsO, § 304 Rn. 4;… Römermann, in: Nerlich/Römermann, InsO, § 304 Rn. 7;… Hess/Obermüller, Insolvenzplan, Rn. 706; Bork, ZIP, 1999, 301, 303; Vallender, ZIP, 1999, 128, 129; Bork, ZIP 1999, 302, 303; Schulte-Kaubrügger, DZWIR 1999, 95, 96; a.A. AG Göttingen, NZI 2000, 329, 330;… Landfermann, in: Heidelberger Komm. z. InsO, § 304 Rn. 4).
AG Göttingen, 04.12.2000 - 74 IK 82/99
Bislang hat das Insolvenzgericht entschieden, daß im Rahmen der Bewilligung von Prozeßkostenhilfe diese wegen Mutwilligkeit abzulehnen ist, wenn Gründe für die Versagung der Restschuldbefreiung nach § 290 InsO vorliegen (Beschluß vom 19.11.1999 - 74 IK 40/99 - NZI 2000, 92 ; bestätigt von LG Göttingen, Beschluß vom 03.02.2000 - 10 T 4/00, DZWIR 2000, 211 = Nds. Rechtspflege 2000, 145; Beschluß vom 05.05.2000 - 74 IK 108/99).
AG Göttingen, 26.01.2000 - 74 IK 41/99
Für die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen wird man zwar das Vorliegen eines (vollständigen) PKH-Antrages genügen lassen können (Beschluß vom 19.11.1999, 74 IK 40/99 unter IV. NZI 2000, Heft 2 unter V.).