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Timestamp: 2019-12-06 05:28:07
Document Index: 25964747

Matched Legal Cases: ['§ 148', '§ 160', '§ 289', '§ 292', 'Art. 46', 'Art. 1', 'Art. 46', '§ 289', '§ 289', '§ 315', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 275', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', 'Art. 46', '§ 289', '§ 160', '§ 160', 'Art. 5', 'Art. 46', 'Art. 42', '§ 292', '§ 267', '§ 285', '§ 319', '§ 319', '§ 315', '§ 340', '§ 341', '§ 325']

Weiterentwicklung der investororientierten Unternehmensanalyse ... | Hausarbeiten publizieren
Tab. 13: Angaben zu betrieblichen Aufgabenbereichen: Ausprägung und Informationsgehalt
Tab. 15: Angaben zum internen Steuerungssystem: Ausprägung und Informationsgehalt
Tab. 17: Kategorie Internes Steuerungs- und Anreizsystem: Ausprägung und Informationsgehalt
Aus diesem Grund ist das oben stehende Zitat insbesondere für Privatinvestoren bedeutsam, die ihre Anlageentscheidungen - Unternehmensanteile zu kaufen oder zu verkaufen - lediglich auf Basis der von Unternehmen i.d.R. im Geschäftsbericht publizierten Rechnungslegungsinstrumente treffen können. Die seitens der Investoren zu Zwecken von Anlageentscheidungen vornehmlich angewandten Unternehmensbewertungsverfahren sind hierbei die Zukunftserfolgswertverfahren. Diese berücksichtigen die zukünftige Ertragskraft eines Unternehmens, die wiederum die Wertgenerierung des in das Unternehmen investierten Kapitals und des damit verbundenen Risikos determiniert wird. Zur Prognostizierbarkeit der künftigen Ertragskraft eines Unternehmens sind die meist quantitativen, vergangenheitsorientierten und damit retrospektiven Informationen der Jahresabschluss- bzw. Konzernabschlussbestandteile jedoch nicht ausreichend. Selbst der als Ergänzungsinstrument fungierende (Konzern-)Lagebericht wies in der Vergangenheit eine mangelnde Zukunftsbezogenheit sowie Intransparenzen auf und konnte die individuellen Informationsbedürfnisse der Investoren nur partiell erfüllen.
Erstmalig erhielt der Lagebericht in seiner gegenwärtigen Form durch das Aktiengesetz von 1965[149] Eingang in deutsches Recht. Nach § 148 AktG1965hatten Unternehmen der Rechtsform einer AG oder KGaA neben dem Jahresabschluss einen verpflichtenden, aus zwei Teilen bestehenden Geschäftsbericht gem. § 160 AktG1965aufzustellen, der ergänzende Informationen zur Bilanz und GuV liefern sollte. Neben einem in Abs. 2 und 3 normierten Ergänzungsbericht[150] sollte in dem in Abs. 1 normierten allgemeinen Berichtsteil der Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft dargelegt und über Vorgänge besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag berichtet werden.[151]
Vor der Umsetzung dieser Richtlinie ist in 1998 auf nationaler Ebene das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)[171] verabschiedet worden. Mit diesem Gesetz wurden die seit Jahren angestrebten Reformen des Aktien- und Handelsrechts umgesetzt, die aufgrund von Unternehmenskrisen Anfang der neunziger Jahre und der daraus resultierenden Kritik am Überwachungssystem notwendig wurden.[172] Mit dem Zweck, die Transparenz durch verstärkte Unternehmenspublizität zu verbessern, leistet das KonTraG einen Beitrag zur verstärkten Orientierung der Berichterstattung an den Bedürfnissen des Kapitalmarkts.[173] Daher wird mit § 289 Abs. 1 HGBKonTraGdie Verpflichtung normiert, „auch auf die Risiken der künftigen Entwicklung einzugehen“. Folglich erweitert sich die Lageberichterstattung um einen Risikobericht.[174] Dieser und der Begriff des Risikos werden jedoch nicht konkretisiert, so dass es hierfür einer Auslegung bedurfte.[175] Die bereits im Prognosebericht geforderten Inhalte über wahrscheinliche positive und negative Entwicklungen sowie Chancen und Risiken des Unternehmens umfassen die erwartete Entwicklung, während der Risikobericht vielmehr die Risiken hinsichtlich möglicher Abweichungen von diesen Erwartungen verdeutlichen soll.[176] Dies lässt eine Interpretation des Risikobegriffs i.w.S. zu, die sowohl positive Abweichungen (Chancen) als auch negative Abweichungen (Gefahren) ermöglichen würde.[177] Nach h.M. entspricht die Risikoauffassung dem Risikobegriff i.e.S. (Verlustmöglichkeit), da „über mögliche Abweichungen von erwarteten (prognostizierten) Werten (...) zu berichten ist, sofern diese eine Nettovermögensminderung für das Unternehmen bedeuten“[178], so dass der Ersteller dem Anspruch der Investoren an eine Berichterstattung auch über Chancen und Gewinnmöglichkeiten (positive Risiken) nur über eine freiwillige Publizität gerecht werden konnte.[179]
Abb. 1: KonTraG: Umfang des Risikoberichts [184]
Im Zuge des KapCoRiLiG wird zudem der Unternehmenskreis zur Anwendung des befreienden Konzernabschlusses und -lageberichts nach § 292a HGB erweitert.[191]
Der Ausgangspunkt der Lageberichtsreform sind die auf europäischer Ebene erlassene Modernisierungsrichtlinie[192] und die Fair Value-Richtlinie[193], deren inhaltliche Ausgestaltung sich im Folgenden insbesondere auf die Neuerungen für die Lageberichterstattung beschränkt.
Die Modernisierungsrichtlinie aktualisiert, harmonisiert und internationalisiert das bis zu diesem Zeitpunkt gültige europäische Bilanzrecht und bezweckt damit eine Verbesserung der Informationsqualität sowie eine Erhöhung der Vergleichbarkeit und Aussagekraft von in der EU publizierten Lageberichten.[194] Mit dieser Richtlinie wurde die bereits in Deutschland durch das KonTraG eingeführte Risikoberichterstattung in das europäisches Bilanzrecht eingeführt. Gem. Art. 46 Abs. 1 (a) stellt der Lagebericht „zumindest den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Gesellschaft so dar, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild entsteht, und beschreibt die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen sie ausgesetzt ist“. Damit wurde eine im Richtlinienvorschlag empfohlene gemeinsame Risiko- und Prognoseberichterstattung nicht in die Richtlinie übernommen.[195] Aus dieser Normierung resultiert für die handelsrechtliche Gesetzgebung in Deutschland jedoch aufgrund der Interpretationsauslegungen des Begriffs der Ungewissheit kein direkter Anpassungsbedarf.[196]
Eine ausgewogene und umfassende Analyse dieser Darstellung soll nach Art. 1 Nr. 14, der Art. 46 Abs. 1a) und b) der Richtlinie 78/660/EWG ändert, dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entsprechen. Dabei soll sich die Analyse nicht rein auf eine finanzielle Perspektive beschränken, sondern darüber hinaus auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigen, sofern diese für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses oder der Lage der Gesellschaft von Bedeutung sind. Die Modernisierungsrichtlinie normierte eine Umsetzung ihrer Vorgaben bis zum 1. Januar 2005.[197]
Die Fair Value-Richtlinie beinhaltet Bewertungsvorschriften für (derivative) Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert sowie damit zusammenhängende erforderliche umfangreiche Anhangs- und Lageberichtsangaben. Damit soll sie vor allem dazu beitragen, „die Kohärenz zwischen IAS 39 (revised 2000) Financial Instruments: Recognition and Measurement und den Rechnungslegungsrichtlinien sowie der Bankbilanzrichtlinie bei der Bewertung von Finanzaktiva und -passiva [herzustellen]“, um eine Angleichung von EU-Abschlüssen an internationale Entwicklungen zu ermöglichen.[198] Aufgrund des Charakters von Rechnungslegungsrichtlinien als Rahmenvorschrift und der Dynamik in der Entwicklung innovativer Finanzinstrumente wurde in der Fair Value-Richtlinie auf eine Definition des Begriffs und die Nennung einzubeziehender Finanzinstrumente verzichtet. Vielmehr wird in Anlehnung an IAS 39 (revised) durch eine Kategorisierung die Fair Value-Bewertungsfähigkeit von Finanzinstrumenten vorgeschrieben. In der Lageberichterstattung müssen Gesellschaften im Zusammenhang mit der Verwendung von Finanzinstrumenten „über Risikomanagementziele und -methoden (…), einschließlich ihrer Methoden zur Absicherung aller wichtigen Arten geplanter Transaktionen, die im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften verbucht werden, sowie Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflowrisiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist“ informieren, „sofern dies für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Belang ist“.[199]
Die Fair Value-Richtlinie eröffnete den Mitgliedstaaten bei der Umsetzung in nationales Recht weitreichende Wahlrechte hinsichtlich des Geltungsbereichs[200] und erforderte eine Umsetzung in nationales Recht bis zum 1. Januar 2004.
Das am 10. Dezember 2004 in Kraft getretene Bilanzrechtsreformgesetz ist neben dem Bilanzkontrollgesetz (BilKoG)[201] Instrument zur Stärkung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes im Rahmen der Umsetzung des 10-Punkte-Programms der Bundesregierung.[202] Mit den zentralen Punkten wie der Fortentwicklung der Inter­nationalisierung, dem Bürokratieabbau für KMU und der Stärkung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers bezweckt das BilReG, einen Beitrag zur Verbesserung der Transparenz und Vertrauensbildung in den Finanzmarkt Deutschland zu leisten.[203] Während das BilKoG die Einrichtung eines zweistufiges Enforcement-Verfahrens zur Kontrolle der Rechtmäßigkeit von Unternehmensabschlüssen einführt, gleicht das BilReG das nationale Recht an die IAS-Verordnung, die Schwellenwertrichtlinie[204] und die den Lagebericht betreffende Modernisierungs- und Fair Value-Richtlinie an.[205]
Aus dieser Anpassung folgt im Rahmen der bisher größten Reform der Lageberichterstattung eine sowohl quantitative als auch qualitative Aufwertung des Lageberichts durch die Ausweitung der Berichtspflichten und Präzisierung der handelsrechtlichen Normen §§ 289 und 315 HGB, die den Gehalt an entscheidungsrelevanten Informationen im Lagebericht erhöhen.
Durch das BilReG wurden zahlreiche Änderungen in das nationale Handelsrecht implementiert.[206] Aufgrund des Bezugs dieser Arbeit wird im Folgenden lediglich auf die Neuerungen der die (Konzern-)Lageberichterstattung betreffenden Normen § 289 HGB und § 315 HGB eingegangen. Zur Verdeutlichung der Weiterentwicklung der handelsrechtlichen Lageberichterstattung werden die durch das BilReG erweiterten Normen absatzweise der bis dahin gültigen Fassung gegenübergestellt.
In Abb. 2 werden die den § 289 Abs. 1 HGB betreffenden Inhalte der alten Fassung und der Fassung des BilReG gegenübergestellt:
Abb. 2: BilReG: Darstellung der Änderungen in § 289 Abs. 1 HGB [207]
Nach § 289 Abs. 1 Satz 1 HGB wird entsprechend der Modernisierungsrichtlinie eine das Geschäftsergebnis einschließende Darstellung des Geschäftsverlaufs gefordert. Mangels Definition sollte hier im Interesse der Investoren eine Angabe und Aufschlüsselung des Jahresergebnisses i.S.d. § 275 HGB mit den darin eingeflossenen Ergebniskomponenten, -strukturen und -trends erfolgen sowie andere zur Unternehmenssteuerung verwendete Ergebniskennzahlen (EBIT, EBITA, EBITDA) oder Steuerungsgrößen (DCF, MVA, EVA) angegeben werden.[208] Der Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft sind nach § 289 Abs. 1 Satz 2 HGB ausgewogen, umfassend und entsprechend dem Umfang und der Komplexität der individuellen Geschäftstätigkeit zu analysieren.[209] Die Analyse soll gem. § 289 Abs. 1 Satz 3 HGB wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren in Form von Rentabilitätskennzahlen (z.B. ROCE, ROI, GK-/EK-Rentabilität) oder Ergebniskomponenten (Zins-, Beteiligungs-, Wechselkursergebnis), Liquiditätskennzahlen (dynamischer Verschuldungsgrad) oder Kennzahlen zur Kapitalstruktur (z.B. EK-Quote, Verschuldungsgrad) berücksichtigen, die entsprechend zu definieren, bezüglich der Jahresabschlussangaben zu erläutern und stetig zu publizieren sind sowie einen Vergleich mit Vorjahreswerten zulassen.[210] Mit der Formulierung einer „ausgewogene[n] und umfassende[n], dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit entsprechende[n] Analyse“ ermöglicht § 289 Abs. 1 HGB, darüber hinaus freiwillige Angaben in einem Zusatzbericht in die Lageberichterstattung aufzunehmen:[211] Durch Umwelt-, Sozial- oder Nachhaltigkeitsberichte sowie Wertschöpfungsrechnungen ließen sich Informationsasymmetrien zwischen dem Management und Investoren weiter reduzieren und Ansätze des Value Reporting umsetzen.[212]
Neben den Risiken wird mit § 289 Abs. 1 Satz 4 HGB nun explizit eine Einbeziehung von Chancen in die Beurteilung und Erläuterung der voraussichtlichen Entwicklung gefordert, deren zugrunde liegenden Annahmen zu Plausibilitätszwecken transparent zu machen sind. Damit werden nun wesentliche positive und negative Risiken berücksichtigt, die mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit „in Zukunft zu einem Abweichen von der erwarteten Entwicklung führen können“.[213] Darüber hinaus erhält die Berichtsintensität durch das Ersetzen von „eingehen auf“ mit „beurteilen und erläutern“, was eine über die reine Darstellung hinausgehende Erklärung und Verdeutlichung der Zusammenhänge, Sachverhalte und Umstände impliziert, eine Aufwertung mit Bewertungs- und Kommentierungscharakter.[214]
Die Einschätzung der voraussichtlichen Entwicklung, die für die Vermögens- Finanz- und Ertragslage darzustellen und zu erläutern ist, soll alle für die Kapitalgesellschaft bedeutsamen unternehmensinternen und -externen Einflussfaktoren berücksichtigen: Die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Konjunktur, Steuerrecht, Kapitalkosten), der Branche, der unternehmensinternen Aufbau- und Ablauforganisation (geplante Unternehmensgründungen, Restrukturierungen oder Ausgliederungen) und des Human Kapitals.[215] Zur Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen wird für die Beurteilung der voraussichtlichen Entwicklung zwar ein Prognosezeitraum von 2 Jahren als sinnvoll erachtet, jedoch kann dieser in Abhängigkeit der Unternehmensumstände oder durch Festlegung der Unternehmensführung variieren.[216] Insbesondere bei längeren Prognosezeiträumen ist aufgrund der damit einhergehenden Unsicherheit und geringeren Zuverlässigkeit der im Lagebericht enthaltenen Informationen ausdrücklich ein Hinweis darüber aufzunehmen.[217]
Mit der Aufnahme der Chancen geht eine erhebliche Aufwertung der Prognoseberichterstattung einher, die über die Anforderungen der Modernisierungsrichtlinie hinaus geht. Die Publizität der Chancen sollte dabei analog, aber separat zur Risikoberichterstattung vorgenommen werden: Bericht über alle Chancen und Risiken, Beschreibung der Ursachen und Wirkungsweise, Offenlegung beabsichtigter und bereits initiierter (Gegen-)Maßnahmen, Negativausschluss nicht berichtswürdiger Chancen und Risiken und eine abschließende Beurteilung der Gesamtrisikolage bzw. des Chancen-Risiko-Verhältnisses.[218] In der Literatur wird die Notwendigkeit detaillierter Prognoserechnungen, Planbilanzen oder Finanzpläne bei der Chancenberichterstattung abgelehnt, weil verbale, um Zahlenangaben ergänzende Erläuterungen für die Berichterstattung in diesem Zusammenhang als ausreichend erachtet werden.[219] Aus der Integration des zuvor in Abs. 2 HGB normierten Prognoseberichts in Abs. 1 HGB resultiert eine Aufhebung der formalen Trennung vom Risikobericht.[220]
Die im Regierungsentwurf des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG-E) in § 289 Abs. 1 Satz 4 HGB verlangten Angaben über wesentliche Ziele und Strategien wurde im Gesetz mit der Begründung, dass Unternehmen entsprechende Informationen eh nicht konkretisiert hätten, gestrichen.[221] Darüber hinaus merkt Ballwieser an, dass „der Verweis auf die übergeordnete Unternehmensstrategie und die Entscheidungsrelevanz für die Adressaten eine Leerformel [sei]“, da diese über zahlreiche Nebenbedingungen konkretisiert wird, deren Berichterstattung unterbleibt.[222]
In § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB wurde durch das BilReG laut Abb. 3 der nun in § 289 Abs. 1 HGB implementierte Prognosebericht durch die zur Umsetzung der Fair Value-Richtlinie erforderlichen Vorschriften zu der Finanzinstrumente betreffenden Risikoberichterstattung im Lagebericht ersetzt. Hierbei wurde der Inhalt des Art. 46 Abs. 2f) der Richtlinie mit wenigen sprachlichen Änderungen[223] übernommen. „Der Umfang der Berichterstattung nach § 289 Abs. 2 Nr. 2a HGB über das Risikomanagement in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten ist grds. abhängig von (...) der individuellen Risikoexposition des Unternehmens.“[224]
[151] Vgl. Sahner/Kammers 1984, S. 2310. Der Geschäftsverlauf sollte eine historische Übersicht umfassen und Angaben über Rahmenbedingungen sowie die Branchen- und Unternehmenssituation enthalten. Darüber hinaus wurde eine zum Wohle der BRD oder eines ihrer Länder erforderliche zu unterbleibende Berichterstattung mit Hilfe einer Schutzklausel in § 160 Abs. 2 und 3 AktG1965normiert.
[154] Vgl. Selch 2000, S. 359. Die zuvor für den Geschäftsbericht nach § 160 AktG1965geltende Schutzklausel findet nur noch Anwendung auf den Anhang.
[191] Vgl. Zwirner 2002, S. 92.
[192] Richtlinie 2003/51/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2003 zur Änderung der Richtlinien 78/660/EWG, 83/349/EWG, 86/635/EWG und 91/647/EWG über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen, von Banken und anderen Finanzinstituten sowie von Versicherungsunternehmen.
[193] Richtlinie 2001/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2001 zur Änderung der Richtlinien 78/660/EWG, 83/349/EWG und 86/635/EWG des Rates im Hinblick auf die im Jahresabschluss bzw. im konsolidierten Abschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen und von Banken und anderen Finanzinstituten zulässigen Wertansätze.
[194] Vgl. Kirsch/Scheele 2004, S. 4. Auf Schwächen der Informationsqualität publizierter Lageberichte deutscher Gesellschaften hatten bereits verschiedene empirische Untersuchungen hingewiesen (vgl. bspw. Kajüter 2001, S. 111, Küting/Heiden 2002, S. 935-937, Kajüter/Winkler 2003, S. 226 oder Hans Böckler Stiftung 2004, S. 61). Die Modernisierungsrichtlinie umfasst über die Lageberichtsneuerungen hinausgehende Regelungen zum Bestätigungsvermerk sowie strengere Transparenzanforderungen für Kapitalmarktunternehmen.
[195] Vgl. Kirsch/Scheele 2005, S. 1150.
[196] Vgl. Kirsch/Scheele 2005, S. 1150.
[197] Vgl. Richtlinie 2003/51/EG, Art. 5.
[198] Vgl. Kirsch 2005, S. 14.
[199] Art. 46 Abs. 2 f) der 4. EG-Richtlinie.
[200] Es ist den Mitgliedstaaten freigestellt, ob alle Gesellschaften oder Gesellschaftsgruppen eine Bewertung von Finanzinstrumenten zum Fair Value durchführen müssen, ob diese als Pflicht- oder Soll-Vorschrift in nationales Recht implementiert wird und ob diese Regelungen lediglich auf konsolidierte Abschlüsse beschränkt werden soll (vgl. Art. 42a Abs. 1).
[201] Gesetz zur Kontrolle von Unternehmensabschlüssen (Bilanzkontrollgesetz - BilKoG) vom 15.12.2004.
[202] Vgl. BMJ 2004a und BMJ 2004b.
[203] Vgl. zum vollständigen Maßnahmenkatalog des 10-Punkte-Programms BMJ 2003.
[204] Richtlinie 2003/38/EG des Rates vom 13. Mai 2003 zur Änderung der Richtlinie 78/660/EWG über den Jahresabschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen hinsichtlich der in Euro ausgedrückten Beträge.
[205] Auf nationaler Ebene wurde der Umsetzungspflicht der Fair Value-Richtlinie bis zum 1. Januar 2004 nicht fristgerecht nachgekommen. Durch den bis zur Umsetzung des BilReG gültigen § 292a HGB und der damit einhergehenden Anwendung der IAS wurde jedoch eine Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Konzernabschlüssen bereits ermöglicht.
[206] Neben der Erweiterung der Lageberichterstattung wurden insbesondere die Schwellenwerte des § 267 HGB erhöht, die Anhangsangaben gem. § 285 HGB erweitert und die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers durch Änderungen in § 319 HGB und die Neuaufnahme des § 319a HGB gestärkt. Mit der Umsetzung der IAS-Verordnung werden kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen sowie unabhängig von ihrer Rechtsform und Größe Kreditinstitute und Versicherungen verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse gem. § 315a HGB bzw. § 340i HGB und § 341i HGB nach IAS/IFRS aufzustellen. Gem. § 325 Abs. 2a HGB wird großen Kapitalgesellschaften das Wahlrecht eingeräumt, neben ihrem nach handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellenden Jahresabschluss zusätzlich zu Informationszwecken einen Einzelabschluss nach IAS/IFRS auf freiwilliger Basis aufzustellen und offenzulegen.
[207] Eigene Darstellung in inhaltlicher Anlehnung an Kaiser 2005, S. 406.
[208] Vgl. IDW 2005b, S. 1234 sowie IDW 2006b, Abschn. F, Tz. 867.
[209] In Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit kann die Analyse entsprechend unterschiedlich detailliert gestaltet werden (vgl. IDW 2006b, Abschn. F, Tz. 865).
[210] Vgl. IDW 2005b, S. 1234.
[211] Vgl. Coenenberg 2005, S. 916.
[212] Vgl. Baetge/Prigge 2006, S. 402.
[213] Kajüter 2004a, S. 429.
[214] Vgl. Kajüter 2004a, S. 430 und Ellrott 2006, Tz. 39.
[215] Vgl. Kaiser 2005, S. 411.
[216] Der Prognosezeitraum kann bedingt durch die Unternehmensgröße, die Branche oder den Berichtsgegenstand deutlich länger sein (vgl. Fink/Keck 2005, S. 144).
[217] Vgl. Kaiser 2005, S. 412.
[218] Vgl. Wolf 2005, S. 442. Die Saldierung soll unterbleiben, da die Saldierungsgröße (Restchancen/
-risiken) wegen mangelnder Transparenz und Aussagefähigkeit nicht gesetzeszweckmäßig wäre (vgl. Lange 2004, S. 984).
[219] Vgl. IDW 2006b, Abschn. F, Tz. 884.
[220] Durch die Verankerung des Prognose- und Risikoberichts in unterschiedlichen Absätzen waren diese im HGB vor der Einführung des BilReG klar voneinander abgegrenzt (vgl. Kirsch/Scheele 2005, S. 1151-1152). Durch die Zusammenführung werden Schwierigkeiten bei der inhaltlichen Abgrenzung dieser Lageberichtsteile beseitigt.
[221] Vgl. Kaiser 2005, S. 412. Die Übernahme der Ziele und Strategien in das BilReG hätte eine Ausweitung des Prognosezeitraums (z.B. 5 Jahre) bewirkt.
[222] Vgl. Ballwieser 2005, S. 7. Beispielhaft hingegen kritisieren die Streichung im Gesetz Freidank/
Steinmeyer 2005, S. 2514 oder Kajüter 2004a, S. 429.
[223] Beispielsweise wurden „Cashflowrisiken“ durch „Risiken aus Zahlungsstromschwankungen“ ersetzt.
[224] IDW 2006b, Abschn. F, Tz. 891. Die Darstellung der Ziele bezieht auch deren Methoden zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung des Risikos mit ein (vgl. Winnefeld 2006, Rz. 61).
Weiterentwicklung Unternehmensanalyse Reform Lageberichterstattung
Stefanie Utesch (Autor), 2007, Weiterentwicklung der investororientierten Unternehmensanalyse durch die Reform der Lageberichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/86987