Source: http://www.bagbbw.de/service/lexikon/eintraege/technischearbeitshilfen/
Timestamp: 2017-09-24 04:51:18
Document Index: 211094834

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 81', '§ 33', '§ 102', '§ 19', '§ 33', '§ 34']

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke ~ Technische Arbeitshilfen
> Technische Arbeitshilfen
Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes im Allgemeinen umfassen Hilfen zur Berufsausübung (darunter auch Technische Arbeitshilfen), Kraftfahrzeughilfe, Mobilitätshilfen, Trainingsmaßnahmen, Wohnungshilfe sowie Arbeitsassistenz als Teil der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX. Das Ziel der Förderung ist, einen vorhandenen Arbeitsplatz zu sichern oder behinderte Menschen in die Lage zu versetzen, einen neuen Arbeitsplatz zu erlangen und dessen Anforderungen zu erfüllen.
Technische Arbeitshilfen im Speziellen
sollen vorhandene Fähigkeiten von behinderten Mitarbeitern fördern, Restfähigkeiten nutzen, unterstützen und gleichzeitig schützen, aber auch ausgefallene Fähigkeiten zumindest teilweise ersetzen (bei bestimmten Behinderungen soll die Arbeitstätigkeit überhaupt erst ermöglicht werden) Arbeitsbelastungen verringern und die Arbeitssicherheit gewährleisten.
Technische Arbeitshilfen sind zumeist Bestandteil einer umfassenden ergonomischen und behinderungsgerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes und seines Umfelds. Über ihren Einsatz wird zum Beispiel mit Hilfe der Profilmethode entschieden. Die Beratung der Arbeitgeber, der behinderten Menschen und/oder des betrieblichen Integrationsteams über den Einsatz technischer Arbeitshilfen ist eine Schwerpunktaufgabe der Beratenden Ingenieure der Integrationsämter.
Technische Arbeitshilfen sind entweder persönliche Hilfsmittel (zum Beispiel orthopädische Sicherheitsschuhe, spezielle Hör- und Sehhilfen) oder mobile technische Arbeitshilfen (zum Beispiel Sitzhilfen, Hebevorrichtungen), die als Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen gewährt werden können, wenn diese spezielle, für sie entwickelte Hilfsmittel am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz benötigen, um eine dauerhafte Eingliederung zu erreichen und zu sichern.
Die schwerbehinderten oder gleichgestellten behinderten Beschäftigten haben gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf behinderungsgerechte Arbeitsplatzausstattung (§ 81 Absatz 4 Nummer 5 SGB IX). Eine solche kann als Leistung an Arbeitgeber erbracht werden, wenn betriebs- und standortgebundene Arbeitshilfen wie Umbauten (Auffahrrampen für Rollstuhlfahrer, Treppenlifte, behinderungsgerechte Sanitäranlagen) oder fest installierte Arbeitseinrichtungen im Betrieb und Einrichtungen für eine barrierefreie Mobilität am Arbeitsplatz notwendig sind.
Voraussetzung: Hilfen zur Berufsausübung bzw. technischen Arbeitshilfen müssen wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen erforderlich sein und dabei die Folgeerscheinungen einer Behinderung ausschließlich für die Verrichtung bestimmter beruflicher Tätigkeiten oder die Durchführung anderer Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ausgleichen. Es genügt nicht, dass eine Beeinträchtigung lediglich in medzinischer Hinsicht beseitigt oder gemindert wird.
Kostenträger ist im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben der zuständige Rehabilitationsträger (§§ 33, 34 SGB IX) oder im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben das Integrationsamt (§ 102 SGB IX in Verbindung mit § 19 der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung).
Die Förderung von persönlichen Hilfsmitteln kommt nicht in Betracht, wenn hierfür von vorneherein eine Verpflichtung des Arbeitgebers besteht (beispielsweise bezüglich einer Bildschirmarbeitsbrille). Ferner ist in Bezug auf feste Betriebseinrichtungen eine Leistungserbringung durch einen Rehabilitationsträger ausgeschlossen, wenn sie aufgrund anderer Rechtsgrundlagen (zum Beispiel EU-Richtlinien, Bauordnung) auch für die Öffentlichkeit behinderungsgerecht und barrierefrei durch den Arbeitgeber bereitgehalten werden müssen.
Leistungen zur Förderung der Arbeitsaufnahme kommen auch nach erfolgreich abgeschlossenenen Qualifizierungs- oder Bildungsmaßnahmen in Betracht, wenn im Anschluss die Vermittlung eines entsprechenden Arbeitsplatzes erreicht, die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme unterstützt und der Erhalt nachhaltig gesichert werden soll.
§ 33 Sozialgesetzbuch IX: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
§ 34 Sozialgesetzbuch IX: Leistungen an Arbeitgeber
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