Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/saechsische-beamtenbesoldung-abstandsgebot-3124301
Timestamp: 2019-10-19 04:58:10
Document Index: 173132734

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 12', '§ 14', '§ 17', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art 33', 'Art. 3', '§ 73', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 28', '§ 2', '§ 107', '§ 2', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 12', '§ 12', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', 'Art. 74', 'Art. 125', 'Art. 2', '§ 17', 'Art. 2', '§ 17', '§ 17', '§ 14', '§ 84', '§ 85', '§ 71', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 12', '§ 12', 'Art. 12', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 12', '§ 1', '§ 17', '§ 20', '§ 2', '§ 22', '§ 17', '§ 2', '§ 2', '§ 22', '§ 20', '§ 20', '§ 13', '§ 14', '§ 84', '§ 84', '§ 70', '§ 20', '§ 20', 'Art. 2', '§ 20', 'Art. 2', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 20', '§ 20', '§ 14', 'Art. 33', 'Art. 3', '§ 4', '§ 22', 'Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 33', '§ 22', 'Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 33', '§ 23', '§ 92', '§ 90', '§ 20', '§ 12', '§ 14', '§ 17', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 109', 'Art. 143', 'Art. 109', 'Art. 33', 'Art. 109', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 33', '§ 20', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 109', '§ 12', '§ 14', '§ 17', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 74', '§ 73', '§ 22', 'Art. 33', 'Art. 143', 'Art. 109', '§ 22', '§ 73', 'Art. 33', 'Art. 3', 'Art. 74', 'Art. 33', '§ 95', '§ 31', '§ 79', '§ 95', '§ 5', '§ 73', 'Art. 143']

Säch­si­sche Beam­ten­be­sol­dung – und das Abstands­ge­bot | Rechtslupe
Das Abstands­ge­bot stellt einen eigen­stän­di­gen her­ge­brach­ten Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums dar, der in enger Anbin­dung zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und zum Leis­tungs­grund­satz steht.
Das Abstands­ge­bot unter­sagt dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen, soweit der Gesetz­ge­ber nicht in doku­men­tier­ter Art und Wei­se von sei­ner Befug­nis zur Neu­ein­schät­zung der Ämter­wer­tig­keit und Neu­struk­tu­rie­rung des Besol­dungs­ge­fü­ges Gebrauch macht.
Mit die­ser Begrün­dung waren jetzt vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­be­schwer­den zwei­er säch­si­scher Poli­zei­ober­kom­mis­sa­re gegen die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sun­gen für säch­si­sche Beam­te der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts erfolg­reich:
§ 20 Absatz 3 bis 5 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 1 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 für die Besol­dungs­grup­pe A 10 erst mit vier­mo­na­ti­ger Ver­zö­ge­rung vor­se­hen.
§ 12 Absatz 2, § 14 Absatz 3 der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands in Ver­bin­dung mit § 17 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 1 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 betref­fen.
Der Gesetz­ge­ber des Frei­staa­tes Sach­sen hat spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen für die Jah­re 2008 und 2009 zu tref­fen.
Gegen­stand der bei­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den waren ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen zum Aus­lau­fen der "Ost­be­sol­dung". Im Kern ging es um die Fra­ge, ob die – allein für die Besol­dung und Ver­sor­gung aus den Besol­dungs­grup­pen ab A 10 – noch in den Jah­ren 2008 und 2009 bestehen­de "Ost-Absen­kung" der Bezü­ge in Höhe von (zu die­sem Zeit­punkt noch) 7,5 % mit Blick auf Art. 33 Abs. 5 GG und Art. 3 Abs. 1 GG ver­fas­sungs­ge­mäß war. Zudem wand­ten sich die Beschwer­de­füh­rer gegen eine eben­falls an der Schnitt­stel­le der Besol­dungs­grup­pen A 9/​A 10 anset­zen­de zeit­li­che Stu­fung der Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % im Jahr 2008.
Der Frei­staat Sach­sen hat zum 1.01.2008 die Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau für Beam­te der Besol­dungs­grup­pen bis A 9 voll­zo­gen, wäh­rend die abge­senk­te Ost­be­sol­dung für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts erst zum 1.01.2010 aus­lief. Dar­über hin­aus wur­de im Jahr 2008 für die Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts die Über­tra­gung des Tarif­er­geb­nis­ses um vier Mona­te hin­aus­ge­scho­ben. Die ver­zö­ger­te Anglei­chung der Besol­dung und Ver­sor­gung an das West­ni­veau für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts und die ver­zö­ger­te Über­tra­gung der Tarif­er­geb­nis­se durch die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nun als mit Art 33 Abs. 5 GG und Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar erklärt. Ins­be­son­de­re feh­le es hin­sicht­lich bei­der Maß­nah­men an einem sach­li­chen Grund für die Benach­tei­li­gung der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts gegen­über den Beam­ten bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9. Der Gesetz­ge­ber ist ver­pflich­tet, spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 für die Jah­re 2008 und 2009 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Neu­re­ge­lung zu tref­fen.
"Ost­be­sol­dung"
Gestuf­tes Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung 2008/​2009 in Sach­sen
Gestuf­te Besol­dungs­an­pas­sung 2008 in Sach­sen
Aus­wir­kun­gen auf das Besol­dungs­ge­fü­ge
Besol­dungs­an­pas­sun­gen und das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen
Tem­po­rä­re Abstands­ver­kür­zun­gen
Her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums
Abstands­ge­bot als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums
Beam­ten­be­sol­dung und Gleich­heits­grund­satz
Besol­dungs­recht und die Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers
Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen
Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der säch­si­schen Über­gangs­re­ge­lung von der Ost­be­sol­dung
Gesamt­schau bei­der Schlech­ter­stel­lun­gen bei der Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen
Neu­re­ge­lungs­auf­trag an den säch­si­schen Gesetz­ge­ber
"Ost­be­sol­dung"[↑]
Zwei Maß­nah­men des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers – das gestuf­te Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung sowie die zeit­wei­se hin­zu­tre­ten­de gestuf­te Besol­dungs­an­pas­sung 2008 – führ­ten in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 dazu, dass sich der Abstand der Grund­be­zü­ge der Besol­dungs­grup­pen bis A 9 einer­seits und ab A 10 auf­wärts ande­rer­seits – in der Grup­pe der vor­mals Ost-Besol­de­ten – erheb­lich redu­zier­te.
Die Ost­be­sol­dung wur­de in Sach­sen zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 einer­seits und A 10 auf­wärts (sowie den Besol­dungs­ord­nun­gen B, C und R) ande­rer­seits mit einem Zeit­un­ter­schied von zwei Jah­ren abge­schafft.
Die Besol­dungs­dif­fe­renz zwi­schen Beam­ten in west­deut­schen und ost­deut­schen Län­dern geht auf die bun­des­be­sol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lung in der auf § 73 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (BBesG) in der Fas­sung vom 06.02.1991 beru­hen­den Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands – 2. BesÜV – vom 21.06.1991 2 zurück. Deren Rege­lungs­kon­zept beruht auf einer Absen­kung einer­seits sowie einem par­ti­ell gewähr­ten Zuschuss ande­rer­seits und wur­de auch nach Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Län­der fort­ge­führt.
§ 2 der 2. BesÜV regel­te die Absen­kung der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­ge für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die von ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung an im Bei­tritts­ge­biet ver­wen­det wur­den.
Die Vor­schrift lau­tet in ihrer Fas­sung vom 21.06.1991 2:
§ 2 – Bemes­sung der Dienst­be­zü­ge für erst­ma­lig Ernann­te
(1) Für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die von ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung an im Bei­tritts­ge­biet ver­wen­det wer­den, betra­gen die Dienst­be­zü­ge (§ 1 Abs. 2 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz) 60 vom Hun­dert der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­ge; hier­bei gel­ten die Ein­stu­fun­gen nach den Anla­gen 1, 2 und 3. Satz 1 gilt auch, wenn eine frü­he­re Ernen­nung kei­nen Anspruch auf Dienst­be­zü­ge begrün­det hat.
(2) Bei der Fest­set­zung des Besol­dungs­dienst­al­ters sind für die Gleich­stel­lung von Bezü­gen nach § 28 Abs. 2 Satz 4 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes, soweit die Bezü­ge im Bei­tritts­ge­biet zuge­stan­den haben, Zei­ten seit dem 1.07.1991 zu berück­sich­ti­gen.
Die abge­senk­ten Ost-Bezü­ge belie­fen sich im Fol­gen­den – suk­zes­si­ve anstei­gend -
ab 1.07.1991 auf 60 %,
ab 1.05.1992 auf 70 %,
ab 1.12 1992 auf 74 %,
ab 1.07.1993 auf 80 %,
ab 1.10.1994 auf 82 %,
ab 1.10.1995 auf 84 %,
ab 1.09.1997 auf 85 %,
ab 1.09.1998 auf 86,5 %,
ab 1.08.2000 auf 87 %,
ab 1.01.2001 auf 88,5 %,
ab 1.01.2002 auf 90 %,
ab 1.01.2003 auf 91 % und
ab 1.01.2004 auf 92,5 %
der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet jeweils gel­ten­den Dienst­be­zü­ge.
Die Absen­kung – eben­so wie der nach­fol­gend dar­ge­stell­te Zuschuss – setz­te sich bei den Ver­sor­gungs­be­zü­gen fort. § 2 Nr. 2 Satz 1 der auf § 107a Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz (BeamtVG) beru­hen­den Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (BeamtVÜV) in der Fas­sung der Zwei­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands vom 22.12 1992 3 bestimm­te, dass sich die ruhe­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge unter Berück­sich­ti­gung der Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nun­gen bemes­sen:
§ 2 – Maß­ga­ben
Das Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz gilt unbe­scha­det der Rege­lun­gen in Anla­ge I Kapi­tel XIX Sach­ge­biet A Abschnitt III Nr. 9 des Eini­gungs­ver­tra­ges vom 31.08.1990 4 mit fol­gen­den wei­te­ren Maß­ga­ben:
2. Die ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge bemes­sen sich unter Berück­sich­ti­gung der Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nun­gen.
Die­se Dif­fe­ren­zie­rung wur­de in der Ent­schei­dung vom 12.02.2003 – "Beam­ten­be­sol­dung Ost I" – vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gebil­ligt 5.
Gemäß § 4 der 2. BesÜV wur­de Beam­ten, Rich­tern und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 ein ruhe­ge­halt­fä­hi­ger Zuschuss bis zur Höhe des Unter­schieds­be­trags zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen gewährt, wenn sie auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wur­den.
§ 4 – Zuschuß zur Ergän­zung der Dienst­be­zü­ge
Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 erhal­ten, wenn sie auf Grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wer­den, einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuß in Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen. Dies gilt auch für Ernen­nun­gen vor Inkraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung.
Seit der ab 25.11.1997 gül­ti­gen Fas­sung des § 4 der 2. BesÜV 6 trat eine Bedürf­nis­klau­sel hin­zu, wonach ein Zuschuss gezahlt wur­de, wenn Beam­te auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet oder im Aus­land erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wur­den und für die Gewin­nung ein drin­gen­des dienst­li­ches Bedürf­nis bestand.
Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 kön­nen mit Zustim­mung der obers­ten Dienst­be­hör­de und des für das Besol­dungs­recht zustän­di­gen Minis­te­ri­ums einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuß bis zur Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen erhal­ten, wenn sie auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet oder im Aus­land erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wer­den und für die Gewin­nung ein drin­gen­des dienst­li­ches Bedürf­nis besteht.
Die­se die soge­nann­ten Auf­bau­hel­fer hono­rie­ren­de Zuschuss­re­ge­lung wur­de für alle bis zum 24.11.1997 ernann­ten Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten bis zum end­gül­ti­gen Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung (im Bund war dies gem. § 12a Abs. 2 der 2. BesÜV in der ab dem 1.01.2008 gül­ti­gen Fas­sung 7 am 31.03.2008 der Fall, in Sach­sen am 31.12 2009) wei­ter ange­wen­det (§ 12 der 2. BesÜV in der ab dem 25.11.1997 gül­ti­gen Fas­sung). Ein Effekt die­ser Stich­tags­re­ge­lung war, dass vor dem Stich­tag (24.11.1997) im Bei­tritts­ge­biet erst­mals ernann­te Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit über­wie­gend im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen 12 Jah­re lang (wäh­rend der Kalen­der­jah­re 1998 bis 2009) auf "West-Niveau" besol­det wur­den, wäh­rend die nach dem Stich­tag im Bei­tritts­ge­biet erst­mals ernann­ten Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten mit über­wie­gend im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen durch­weg auf abge­senk­tem Niveau besol­det wur­den.
Ent­spre­chend dem oben zu den Ver­sor­gungs­be­zü­gen Dar­ge­stell­ten war auch die­ser Zuschuss gemäß § 2 Nr. 2 Satz 1 BeamtVÜV bei der Bemes­sung der ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge zu berück­sich­ti­gen.
Die­se Dif­fe­ren­zie­rung wur­de in der Ent­schei­dung vom 12.02.2003 – "Beam­ten­be­sol­dung Ost II" – vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eben­falls gebil­ligt 8.
Mit­hin fan­den die Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber drei Grup­pen unter­schied­lich besol­de­ter Beam­ter inner­halb der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe vor: Ers­tens die dem § 2 Abs. 2 2. BesÜV Unter­fal­len­den und daher "Ost­be­sol­de­ten", zwei­tens die dem § 2 Abs. 2 2. BesÜV nicht Unter­fal­len­den und daher "West­be­sol­de­ten" und drit­tens die sowohl dem § 2 Abs. 2 als auch dem § 4 der 2. BesÜV unter­fal­len­den und daher eben­falls (annä­hernd) auf West­ni­veau Besol­de­ten.
Gestuf­tes Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung 2008/​2009 in Sach­sen[↑]
Nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Län­der mit Wir­kung vom 01.09.2006 hin­sicht­lich der Lauf­bah­nen, der Besol­dung und der Ver­sor­gung der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­rer Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG) wur­de das Rege­lungs­kon­zept der "Ost-Absen­kung" in den neu­en Län­dern bei­be­hal­ten, sei es infol­ge nach Art. 125a Abs. 1 GG fort­gel­ten­den Bun­des­rechts, sei es auf­grund gesetz­ge­be­ri­scher Über­nah­me.
Der säch­si­sche Gesetz­ge­ber hat sich das Rege­lungs­kon­zept der abge­senk­ten Besol­dung und Ver­sor­gung nach Art. 2 des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10 mit Wir­kung vom 01.11.2007 – also mit rück­wir­ken­dem Inkraft­tre­ten – zu eigen gemacht. Dazu hat er die Fort­gel­tung der bun­des­recht­li­chen Rege­lun­gen (auch) zur Absen­kung der Bezü­ge "als Lan­des­recht" ange­ord­net (§ 17 Abs. 1 Satz 1 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 28.01.1998 – Sächs­BesG – [GVBl S. 50] zuletzt geän­dert durch Art. 2 des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 [GVBl S. 3] betref­fend Besol­dung; § 17 Abs. 2 Sächs­BesG betref­fend Ver­sor­gung):
§ 17 – Über­lei­tung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes und des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes
(1) Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 12, mit Aus­nah­me von § 14 Abs. 2 bis 4, § 84 Abs. 3 und § 85, sowie die auf­grund des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen gel­ten als Lan­des­recht fort. Die Anla­gen IV bis IX des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 12, gel­ten bis zum 31.12 2007 als Lan­des­recht fort.
(2) Das Gesetz über die Ver­sor­gung der Beam­ten und Rich­ter in Bund und Län­dern (Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz – BeamtVG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.03.1999 13, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 6 des Geset­zes vom 19.07.2006 14, mit Aus­nah­me der §§ 71 bis 73, sowie die auf­grund des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen gel­ten als Lan­des­recht fort.
Für die Zeit ab dem 1.01.2008 hat der säch­si­sche Gesetz­ge­ber die gel­ten­den Beträ­ge gemäß § 20 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Anla­ge 16 Sächs­BesG – den bun­des­ge­setz­li­chen Beträ­gen ent­spre­chend – gere­gelt:
§ 20 – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge
(4) Die ab dem 1.01.2008 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 2 bis 20. Die ab dem 1.05.und 1.09.2008 nach den vor­ste­hen­den Absät­zen erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 21 bis 39.
Die Ost-West-Dif­fe­renz ergibt sich aus einer Zusam­men­schau mit der Anla­ge 2 zu § 20 Abs. 4 Sächs­BesG.
Die Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau – das heißt das Aus­lau­fen der Absen­kung um 7,5 % gegen­über dem West­ni­veau – wur­de für die Besol­dungs­grup­pen bis A 9 bereits zum 1.01.2008 voll­zo­gen, wäh­rend die Ost­be­sol­dung für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts in Sach­sen erst zum 1.01.2010, also zwei Jah­re spä­ter, aus­lief (§ 20 Abs. 4 i.V.m. Anla­ge 2 und 16 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 [GVBl S. 3]).
Eine dif­fe­ren­zier­te Been­di­gung der Ost­be­sol­dung nach den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 einer­seits (West­ni­veau ab 1.01.2008) und den Besol­dungs­grup­pen ab A 10 ande­rer­seits (West­ni­veau ab 1.01.2010) fand sich schon in der bun­des­recht­li­chen Vor­schrift des § 12 Abs. 2 der 2. BesÜV (in der vom 01.01.2003 bis zum 31.12 2009 15 gül­ti­gen Fas­sung).
Der Bun­des­ge­setz­ge­ber rück­te aller­dings – für Bun­des­be­am­te, Sol­da­ten sowie Bun­des­rich­ter – durch die Rege­lung des § 12a Abs. 2 der 2. BesÜV (in der ab dem 1.01.2008 gül­ti­gen Fas­sung 16) von die­ser Dif­fe­ren­zie­rung nur drei Mona­te nach ihrer Umset­zung wie­der ab; die voll­stän­di­ge Anglei­chung an das West-Besol­dungs­ni­veau erfolg­te auf Bun­des­ebe­ne für alle Besol­dungs­grup­pen zum 1.04.2008. Die­se Ände­rung erfolg­te rück­wir­kend durch Art. 12 des Geset­zes vom 29.07.2008 (Gesetz über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen im Bund 2008/​2009 (BBVAn­pG 2008/​2009) vom 29.07.2008 17) und damit zeit­lich nach Erlass des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008.
Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ergänz­te die Rege­lun­gen der § 20 Abs. 4 in Ver­bin­dung mit Anla­gen 2 und 16 Sächs­BesG durch eine Zula­gen­re­ge­lung: Zur Ver­hin­de­rung der Situa­ti­on, dass ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gerin­ge­re Dienst- oder Ver­sor­gungs­be­zü­ge als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9 erhielt, wur­de nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG der Unter­schieds­be­trag – soweit die­ser auf der fort­ge­setz­ten Ost-Absen­kung beruh­te – zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10, 00 € als Zula­ge gewährt. Sofern ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gleich hohe oder aber ledig­lich gering­fü­gig höhe­re Bezü­ge hat­te als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9, wur­de die Zula­ge folg­lich nicht gewährt:
§ 22 – Über­gangs­re­ge­lung aus Anlass der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung
(1) Erhält ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gerin­ge­re Dienst­be­zü­ge als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9, wird der Unter­schieds­be­trag zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10 EUR als Zula­ge gewährt, soweit der Unter­schieds­be­trag auf­grund von § 12 Abs. 2 der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Zwei­te Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung – 2. BesÜV) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 27.11.1997 18, die zuletzt durch Arti­kel 350 der Ver­ord­nung vom 31.10.2006 19 geän­dert wor­den ist, in der am 1.11.2007 gel­ten­den Fas­sung, beruht. Maß­geb­lich für die Ver­gleich­bar­keit nach Satz 1 sind die Stu­fe des Grund­ge­halts sowie die wei­te­ren Dienst­be­zü­ge nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 bis 5 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes, mit Aus­nah­me der Amts­zu­la­ge gemäß Fuß­no­te 3 zur Besol­dungs­grup­pe A 9 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A. Die Zula­ge ist ruhe­ge­halt­fä­hig, soweit sie ruhe­ge­halt­fä­hi­ge Dienst­be­zü­ge aus­gleicht.
(2) Der Absatz 1 gilt für Ver­sor­gungs­emp­fän­ger ent­spre­chend.
Die­se Maß­nah­men betra­fen glei­cher­ma­ßen Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen (vgl. § 17 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 4 Satz 1 Sächs­BesG i.V.m. § 2 2. BesÜV; § 22 Abs. 1 Sächs­BesG) wie Ver­sor­gungs­emp­fän­ger (vgl. § 17 Abs. 2 Sächs­BesG i.V.m. § 2 Nr. 2 Satz 1 BeamtVÜV, § 2 2. BesÜV; § 22 Abs. 2 Sächs­BesG).
Gestuf­te Besol­dungs­an­pas­sung 2008 in Sach­sen[↑]
Zusätz­lich zu dem um zwei Jah­re spä­te­ren Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung wur­de wie­der­um für alle Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 um 2,9 % vom 01.05.2008 – dem Tag des Inkraft­tre­tens für die Besol­dungs­grup­pen bis A 9 (vgl. § 20 Abs. 3 Satz 1 Sächs­BesG) – auf den 1.09.2008, also um vier Mona­te, hin­aus­ge­scho­ben (§ 20 Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG):
(1) Um 2,9 Pro­zent wer­den erhöht
die Grund­ge­halts­sät­ze,
der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist.
Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.
(3) Die Erhö­hun­gen nach den Absät­zen 1 und 2 gel­ten ab dem 1.05.2008. Für Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen der Besol­dungs­ord­nung A ab Besol­dungs­grup­pe A 10 sowie der Besol­dungs­ord­nun­gen B, C, R und W gel­ten die Erhö­hun­gen ab dem 1.09.2008.
(5) Bei Ver­sor­gungs­emp­fän­gern gilt die Erhö­hung nach Absatz 1 ent­spre­chend für die dort und die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le, soweit sie der Berech­nung der Ver­sor­gungs­be­zü­ge zugrun­de lie­gen. Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine all­ge­mei­ne Anpas­sung der Ver­sor­gung im Sin­ne von § 70 BeamtVG. Absatz 3 gilt ent­spre­chend.
(6) Ver­sor­gungs­be­zü­ge, die in fes­ten Beträ­gen fest­ge­setzt sind, wer­den um 2, 8 Pro­zent erhöht. Absatz 3 gilt ent­spre­chend.
Auch die­se Maß­nah­me betraf Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen (§ 20 Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG) wie Ver­sor­gungs­emp­fän­ger (vgl. § 20 Abs. 5 Satz 3, Abs. 6 Satz 2 Sächs­BesG) glei­cher­ma­ßen.
Die dar­auf­fol­gen­de Besol­dungs­an­pas­sung 2009 mit einer Erhö­hung der Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € und wei­te­re 3 % erfolg­te ab dem 1.03.2009 unter­schieds­los zuguns­ten aller Besol­dungs­grup­pen (gem. Art. 2 Nr. 4 [betrifft § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 3 Sächs­BesG] des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 20). Ver­sor­gungs­be­zü­ge wur­den zur glei­chen Zeit ledig­lich line­ar um 3 % erhöht (gem. Art. 2 Nr. 4 [betrifft § 20 Abs. 4 Sächs­BesG] des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 20).
Aus­wir­kun­gen auf das Besol­dungs­ge­fü­ge[↑]
Auf das Besol­dungs­ge­fü­ge hat­ten die bei­den ange­grif­fe­nen Maß­nah­men fol­gen­de Aus­wir­kun­gen:
Vor dem maß­geb­li­chen Zeit­raum der Kalen­der­jah­re 2008 und 2009, also bis zum 31.12 2007, beweg­te sich der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) zwi­schen 7,75 % (Stu­fe 2) und 12,58 % (End­grund­ge­halt Stu­fe 11) und lag im Mit­tel bei 10,66 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies 223,75 €; Bezugs­punkt ist vor­lie­gend durch­gän­gig die nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pe, also Besol­dungs­grup­pe A 9 in der der jewei­li­gen Geset­zes­la­ge ent­spre­chen­den Höhe).
Durch die gestaf­fel­te Anglei­chung der Ost-Absen­kung sank der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) auf Wer­te zwi­schen ‑0,33 % (Stu­fe 2) und 4,14 % (Stu­fe 11); im Mit­tel lag damit der Abstand bei ledig­lich 2,36 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies 55,88 €).
In der Stu­fe 2 wur­den somit Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 10 (Ost) im Grund­ge­halt um 6,33 € schlech­ter, in der Stu­fe 3 nur um 8,37 € bes­ser besol­det als in der Besol­dungs­grup­pe A 9. Aus­ge­blen­det wird hier­bei die Zula­gen-Rege­lung des § 22 Abs. 1 Sächs­BesG, weil sie nicht nur schwer abs­trakt zu kal­ku­lie­ren ist, son­dern vor allem mit einem nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers ledig­lich 10 € betra­gen­den Zuschlag mar­gi­nal aus­fällt.
Durch die – zusätz­li­che – um vier Mona­te gestaf­fel­te Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 sank der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) im Zeit­raum vom 01.05.bis 31.08.2008 auf Wer­te zwi­schen ‑3,14 % (Stu­fe 2) und 1,21 % (Stu­fe 11), im Mit­tel damit auf ‑0,52 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies ‑9,03 €).
Besol­dungs­an­pas­sun­gen und das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen[↑]
Maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers und ihre jewei­li­gen Aus­wir­kun­gen auf die Abstän­de zwi­schen den ent­spre­chen­den Stu­fen unter­schied­li­cher Besol­dungs­grup­pen las­sen sich mit Blick auf das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen zuein­an­der all­ge­mein in drei Fall­grup­pen sys­te­ma­ti­sie­ren: In linea­re Erhö­hun­gen, in abso­lu­te Erhö­hun­gen und in Ein­mal­zah­lun­gen. Die ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Maß­nah­men zei­ti­gen die Wir­kung tem­po­rä­rer Abstands­ver­kür­zung durch nach Besol­dungs­grup­pen zeit­lich dif­fe­ren­zie­ren­de linea­re Erhö­hun­gen.
Linea­re Erhö­hun­gen
Erhö­hun­gen um den glei­chen Pro­zent­satz über alle Besol­dungs­grup­pen hin­weg (linea­re Erhö­hun­gen) sind abstands­wah­rend; sie ver­än­dern bestehen­de (in Pro­zent­wer­ten aus­ge­drück­te) Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen nicht.
Abso­lu­te Erhö­hun­gen
Hin­ge­gen schmel­zen Erhö­hun­gen der monat­li­chen Bezü­ge um den­sel­ben Betrag (abso­lu­te Erhö­hun­gen) bestehen­de rela­ti­ve Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen ab, da ein glei­cher Betrag für höhe­re Besol­dungs­grup­pen zu einer rela­tiv gerin­ge­ren Stei­ge­rung als bei nied­ri­ge­ren Besol­dungs­grup­pen führt.
Die­sen Effekt hat­te etwa die (hier nicht unmit­tel­bar ver­fah­rens-gegen­ständ­li­che) Besol­dungs­an­pas­sung zum 1.03.2009, soweit sie eine Grund­ge­halts­er­hö­hung um 40 € (neben der Grund­ge­halts­er­hö­hung um 3 %) vor­sah. Die in Pro­zent­wer­ten aus­ge­drück­ten Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen wur­den durch die abso­lu­te Erhö­hung in allen Besol­dungs­grup­pen um den Betrag von monat­lich 40 € leicht redu­ziert.
Unge­ach­tet des­sen wird ein ein­mal auf­ge­tre­te­ner Abschmel­zungs­ef­fekt dau­er­haft im Besol­dungs­ge­fü­ge kon­ser­viert. Vor­lie­gend blieb der redu­zier­te Abstand auch über den 1.01.2010 – der West-Anglei­chung auch für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 – erhal­ten. Dies ist auch der Grund, war­um die bis zum 31.12 2007 gege­be­nen Abstän­de ab dem 1.01.2010 – nach in allen Besol­dungs­grup­pen erfolg­ter West-Anglei­chung – nicht wie­der erreicht wur­den, son­dern der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) im Mit­tel (Stu­fe 2 bis 11) bis zum 31.12 2007 10,66 % und ab dem 1.01.2010 zwi­schen A 9 (West) und A 10 (West) ledig­lich noch 10,48 % betrug.
Anders als abso­lu­te Erhö­hun­gen der monat­li­chen Bezü­ge haben Ein­mal­zah­lun­gen kei­ne nach­hal­ti­ge Wir­kung; die ein­ma­li­ge Aus­zah­lung von bestimm­ten Beträ­gen in allen Besol­dungs­grup­pen tan­giert bestehen­de Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen nur vor­über­ge­hend. Schon des­halb las­sen sich Ein­mal­zah­lun­gen wegen ihres punk­tu­el­len Cha­rak­ters nicht als Besol­dungs­er­hö­hun­gen im eigent­li­chen Sin­ne bezeich­nen, wenn man den Begriff der Besol­dungs­er­hö­hung als fort­lau­fen­de Bes­ser­stel­lung ver­steht.
Tem­po­rä­re Abstands­ver­kür­zun­gen[↑]
Bei den bei­den ange­grif­fe­nen Maß­nah­men – dem gestuf­ten Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung und der gestuf­ten Besol­dungs­an­pas­sung 2008 – des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 han­delt es sich jeweils um abstands­neu­tra­le linea­re Erhö­hun­gen. Aller­dings kann sich die Wahl unter­schied­li­cher Zeit­punk­te für die jewei­li­ge Besol­dungs­er­hö­hung (um 7,5 % einer­seits, um 2,9 % ande­rer­seits), wie vor­lie­gend, tem­po­rär erheb­lich abstands­ver­kür­zend aus­wir­ken. Für bestimm­te Besol­dungs­grup­pen ver­scho­be­ne linea­re Erhö­hun­gen wir­ken wie wie­der­hol­te Ein­mal­zah­lun­gen für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen.
Auf­grund der dar­ge­stell­ten besol­dungs­recht­li­chen Situa­ti­on wur­den die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) wäh­rend der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Kalen­der­jah­re 2008 und 2009 deut­lich ver­kürzt. Für Emp­fän­ger von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen nach A 10 (Ost) wur­de die Ver­kür­zung in den Mona­ten Mai bis August 2008, in denen die bei­den dif­fe­ren­zie­ren­den Maß­nah­men zusam­men­fie­len, noch ver­schärft.
Außer­dem führ­te die im Rah­men der (hier nicht unmit­tel­bar ver­fah­rens-gegen­ständ­li­chen) Besol­dungs­an­pas­sung 2009 zum 1.03.2009 für alle Besol­dungs­grup­pen gewähr­te abso­lu­te Erhö­hung um 40 € zu einer zwar ledig­lich gering­fü­gi­gen, jedoch dau­er­haf­ten Abschmel­zung der Besol­dungs­ab­stän­de. Hier­von sind die (ledig­lich line­ar um 3 % und nicht auch abso­lut ange­ho­be­nen) Ver­sor­gungs­be­zü­ge nicht betrof­fen.
Die Beschwer­de­füh­rer sind bezie­hungs­wei­se waren Poli­zei­ober­kom­mis­sa­re der Besol­dungs­grup­pe A 10 im Frei­staat Sach­sen. Der Beschwer­de­füh­rer in dem zwei­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren 21 ist zum 31.12 2007 in den Ruhe­stand getre­ten.
Seit ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung und Ver­wen­dung im Bei­tritts­ge­biet erhiel­ten sie die auf 92,5 % abge­senk­ten Bezü­ge. Für den zum 31.12 2007 in den Ruhe­stand getre­te­nen Beschwer­de­füh­rer in dem zwei­ten Ver­fah­ren 21 setz­te sich die Absen­kung in des­sen Ver­sor­gungs­be­zü­gen fort. Die Ost­ab­sen­kung ist für bei­de Poli­zei­be­am­ten ab dem 1.01.2010 ent­fal­len.
Die in § 22 Abs. 1 Sächs­BesG vor­ge­se­he­ne Zula­ge, die bei Absin­ken der Bezü­ge von Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 10 unter die Bezü­ge von Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 gezahlt wer­den soll­te und die gemäß § 22 Abs. 2 Sächs­BesG für Ver­sor­gungs­emp­fän­ger, also auch den Beschwer­de­füh­rer in dem Ver­fah­ren 2 BvR 905/​14, ent­spre­chend galt, wur­de dem Beschwer­de­füh­rer in dem Ver­fah­ren 2 BvR 883/​14 nach des­sen Vor­trag tat­säch­lich nur für einen Teil des strei­ti­gen Zeit­raums – bis April 2009 – gezahlt. Nach Anga­ben des im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­ten Frei­staa­tes Sach­sen über­stie­gen anschlie­ßend sei­ne Bezü­ge nach Besol­dungs­grup­pe A 10 (Ost) die der Besol­dungs­grup­pe A 9.
Bei­de Poli­zei­be­am­te betraf neben der Ost­ab­sen­kung in Höhe von 7,5 % zusätz­lich die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 um vier Mona­te (§ 20 Abs. 3, § 20 Abs. 5 Satz 3, Abs. 6 Satz 2 Sächs­BesG).
Nach erfolg­lo­sen Wider­sprü­chen blie­ben auch die auf vol­le Besol­dung bezie­hungs­wei­se Ver­sor­gung gerich­te­ten Kla­gen bei­der Beschwer­de­füh­rer in allen drei Instan­zen erfolg­los.
Das Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz wies die Kla­gen der Beschwer­de­füh­rer mit Urtei­len vom 25.02.2010 22 und vom 24.08.2010 23 ab. Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dun­gen mit Urtei­len vom 18.09.2012 24.
Mit Urteil jeweils vom 12.12 2013 25 wies das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die Revi­sio­nen der Beschwer­de­füh­rer zurück.
ie Ent­schei­dung des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers, im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum die von ihm vor­ge­fun­de­ne bun­des­ge­setz­li­che Rege­lung bei­zu­be­hal­ten, die zwi­schen der Besol­dung bei Beam­ten mit einem Amt bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9 einer­seits und bei Beam­ten und Rich­tern mit einem höhe­ren Amt ande­rer­seits dif­fe­ren­zie­re, und die­se Rege­lung auch mit ihren Frik­tio­nen bis zum Ablauf des in § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV bereits bestimm­ten Über­gangs­zeit­raums fort­zu­füh­ren, sei im Ergeb­nis mit dem Grund­ge­setz noch ver­ein­bar. Die um zwei Jah­re hin­aus­ge­scho­be­ne dif­fe­ren­zier­te Anglei­chung sei durch die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on gerecht­fer­tigt, in der sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber im Jahr 2008 gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit befun­den habe 26.
Dau­er und Umfang der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung sei­en hier schwer­wie­gend (zwei Jah­re; 7,5 %). Eine ange­spann­te Haus­halts­la­ge für sich allei­ne kön­ne eine Ungleich­be­hand­lung zu Las­ten ein­zel­ner Besol­dungs­grup­pen nicht recht­fer­ti­gen. Dar­an ände­re auch nichts, dass sich die besol­dungs­recht­li­che Rege­lung an Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen eines Tarif­ver­tra­ges anleh­ne, in dem für die Anpas­sung des Ent­gelts der Tarif­be­schäf­tig­ten des Lan­des Sach­sen an das West­ni­veau nach Ent­gelt­grup­pen dif­fe­ren­ziert wer­de. Zwar sei­en die Rege­lun­gen eines Tarif­ver­tra­ges ein maß­geb­li­cher Indi­ka­tor bei der Fra­ge, ob eine Abkopp­lung des Besol­dungs­ni­veaus von der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu besor­gen sei. Wegen der struk­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen dem Tarif­ver­trags- und dem Besol­dungs­recht (dort von den Tarif­ver­trags­par­tei­en frei aus­ge­han­del­te Ent­gel­te, hier Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers in Erfül­lung grund­ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen) könn­ten Tarif­ver­trä­ge aber dann nicht als Richt­schnur für Besol­dungs­an­pas­sun­gen die­nen, wenn sie ihrem Inhalt nach mit Struk­tur­prin­zi­pi­en des Besol­dungs­rechts kol­li­dier­ten, wie hier mit der Not­wen­dig­keit eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Tarif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen könn­ten ein Abrü­cken von den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung nicht recht­fer­ti­gen 27.
Auch die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der Beam­ten kön­ne grund­sätz­lich nicht als Recht­fer­ti­gung für die Ungleich­be­hand­lung höhe­rer Besol­dungs­grup­pen her­an­ge­zo­gen wer­den. Zwar kön­ne bei unter­schied­li­cher wirt­schaft­li­cher Leis­tungs­fä­hig­keit eine Ungleich­be­hand­lung im Bereich des beam­ten­recht­li­chen Für­sor­ge­grund­sat­zes zuläs­sig sein. Im Besol­dungs­recht jedoch kön­ne die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit im Hin­blick auf das Abstands­ge­bot ledig­lich kurz­zei­ti­ge Ver­schie­bun­gen von Besol­dungs­er­hö­hun­gen für ein­zel­ne Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen, wie im vor­lie­gen­den Fall die vier­mo­na­ti­ge Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10. Bei län­ge­ren oder sub­stan­ti­el­len Ver­schie­bun­gen – wie hier bei einem Pro­zent­satz von 7,5 % für zwei Jah­re – kom­me eine Recht­fer­ti­gung allen­falls dann in Betracht, wenn davon nur die Spit­zen­äm­ter im höhe­ren Dienst betrof­fen sei­en. Eine Ver­schie­bung um zwei Jah­re sei weder kurz­zei­tig, noch sei­en Besol­dungs­grup­pen ab A 10 höhe­re Besol­dungs­grup­pen oder gar Spit­zen­äm­ter in die­sem Sinn.
Die hier ange­grif­fe­ne Ungleich­be­hand­lung der Besol­dungs­emp­fän­ger ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 sei viel­mehr nur im Hin­blick auf die beson­de­re, ein­ma­li­ge Situa­ti­on, in der sich der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber im Jah­re 2008 befun­den habe, noch mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber habe bei Über­gang der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für das Besol­dungs­recht die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Abstu­fung der Besol­dungs­an­glei­chung vor­ge­fun­den. Er habe vor der Wahl gestan­den, ent­we­der die Besol­dung für alle Besol­dungs­grup­pen zum 1.01.2008 auf das im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet gel­ten­de Niveau anzu­he­ben oder die Anglei­chung für alle Besol­dungs­grup­pen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt vor­zu­neh­men oder schließ­lich die bereits bun­des­recht­lich vor­ge­se­he­ne gestuf­te Anglei­chung bei­zu­be­hal­ten. Im ers­ten Fall hät­te er sich neue finan­zi­el­le Las­ten auf­ge­bür­det. Im zwei­ten Fall wäre den gerin­ger besol­de­ten Beam­ten bis Besol­dungs­grup­pe A 9 die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Anglei­chung ver­sagt geblie­ben. Im drit­ten Fall, den er gewählt habe, habe er die vor­über­ge­hen­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stan­des zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen in Kauf neh­men müs­sen. Dass er sich in die­ser Situa­ti­on für die drit­te Vari­an­te ent­schie­den habe, sei von sei­nem beson­ders gro­ßen Gestal­tungs­spiel­raum bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen der deut­schen Ein­heit gedeckt.
Ent­schei­dend dafür sei, dass die Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­glei­chung für die Besol­dungs­grup­pen höher als A 9 zwar weder gering­fü­gig noch kurz­fris­tig, aber immer­hin nur vor­über­ge­hend gewe­sen sei. Sie habe ins­be­son­de­re nicht zu einer gerin­ge­ren Basis für spä­te­re Besol­dungs­er­hö­hun­gen geführt; die Beam­ten und Rich­ter die­ser Besol­dungs­grup­pen sei­en nach Aus­lau­fen der Absen­kung in die bereits bestehen­de und für die Besol­dung der aus dem frü­he­ren Bun­des­ge­biet stam­men­den Beam­ten und Rich­ter sowie der Beam­ten und Rich­ter mit Anspruch auf einen Zuschuss nach § 4 der 2. BesÜV maß­geb­li­che Anla­ge 21 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz inte­griert wor­den. Die vor­über­ge­hen­de, wenn auch gra­vie­ren­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stands habe sich letzt­lich nicht auf das dau­ern­de Besol­dungs­ge­fü­ge aus­ge­wirkt und wie­ge damit weni­ger schwer als etwa die teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen 28.
Zudem habe der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit der Zula­gen­re­ge­lung in § 22 Sächs­BesG ein Absin­ken der – noch nicht ange­gli­che­nen – nach der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten unter die Besol­dung der – schon ange­gli­che­nen – ver­gleich­ba­ren nach der Besol­dungs­grup­pe A 9 besol­de­ten Beam­ten ver­hin­dert. Eine höhe­re Zula­ge sei in die­ser Über­gangs­pha­se nicht ver­fas­sungs­recht­lich zwin­gend gebo­ten gewe­sen, zumal sie – wenn sie dem Abstands­ge­bot sub­stan­zi­ell hät­te Rech­nung tra­gen wol­len – in die Nähe der voll­stän­di­gen Anglei­chung schon zum 1.01.2008 hät­te kom­men müs­sen 29.
Mit ihren im Wesent­li­chen gleich lau­ten­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den rügen die Beschwer­de­füh­rer eine Ver­let­zung ihrer Rech­te aus Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG. Sie wen­den sich gegen die jewei­li­gen drei Gerichts­ent­schei­dun­gen und ver­tre­ten die Auf­fas­sung, die ange­wen­de­ten Nor­men sei­en mit Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­ein­bar.
Den Beschwer­de­füh­rern sei kei­ne nach dem Amt abge­stuf­te Besol­dung gewährt wor­den. Dies gel­te zum einen hin­sicht­lich des "unsub­stan­zi­el­len" Abstands von letzt­lich 10 € zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 nach § 22 Sächs­BesG, zum ande­ren für die unter­schied­li­che Besol­dung, die in Abhän­gig­keit vom Zeit­punkt der Beför­de­rung inner­halb der Besol­dungs­grup­pe A 10 gewährt wor­den sei.
Hin­zu kom­me, dass auch die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung 2008 mit Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­ein­bar sei. Gemes­sen an den im Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 23.10.2001 30 auf­ge­stell­ten Grund­sät­zen lie­ge kein Spar­bei­trag eines "Emp­fän­gers einer höhe­ren Besol­dung" vor; das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt habe selbst zugrun­de gelegt, dass ein Amt der Besol­dungs­grup­pe A 10 nicht zu den höhe­ren Besol­dungs­grup­pen gehö­re.
Die maß­geb­li­chen Nor­men sei­en nicht Bestand­teil einer Reform des Besol­dungs­rechts gewe­sen, wes­halb sich die Fra­ge nicht stel­le, ob und in wel­chem Umfang von der aus Art. 33 Abs. 5 GG resul­tie­ren­den Pflicht zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on im Fal­le eines Sys­tem­wech­sels abge­wi­chen wer­den kön­ne.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind zuläs­sig. Ins­be­son­de­re sind sie hin­rei­chend sub­stan­ti­iert im Sin­ne von § 23 Abs. 1 Satz 2 1. Halb­satz, § 92 BVerfGG. Die Beschwer­de­füh­rer begrün­den die behaup­te­te Ver­let­zung ihrer Rech­te im Sin­ne von § 90 Abs. 1 BVerfGG mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Argu­men­ten und set­zen sich sowohl mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben als auch mit den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen hin­rei­chend aus­ein­an­der.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind begrün­det.
Die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen des § 20 Abs. 3 bis Abs. 5 Sächs­BesG sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 Sächs­BesG und § 12 Abs. 2, § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV in Ver­bin­dung mit § 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Sächs­BesG sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 Sächs­BesG sowie die hier­auf beru­hen­den, unmit­tel­bar ange­grif­fe­nen gericht­li­chen Ent­schei­dun­gen ver­sto­ßen gegen Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG.
Her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums[↑]
Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gemeint, die all­ge­mein oder doch ganz über­wie­gend wäh­rend eines län­ge­ren, tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raums, min­des­tens unter der Reichs­ver­fas­sung von Wei­mar, als ver­bind­lich aner­kannt und gewahrt wor­den sind 31. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 32.
Nicht jede Rege­lung des Beam­ten­rechts, die sich als her­ge­bracht erweist, wird von der insti­tu­tio­nel­len Garan­tie erfasst. Bezugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das gewach­se­ne Berufs­be­am­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum. Geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung auch das Wesen des Berufs­be­am­ten­tums antas­ten wür­de. Dies ergibt sich bereits aus dem Wesen einer Ein­rich­tungs­ga­ran­tie, deren Sinn gera­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en – mit­hin die Grund­sät­ze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kön­nen, ohne dass damit zugleich die Ein­rich­tung selbst in ihrem Cha­rak­ter grund­le­gend ver­än­dert wür­de – dem gestal­ten­den Gesetz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben. Bei die­sen Grund­sät­zen ver­langt Art. 33 Abs. 5 GG nicht nur "Berück­sich­ti­gung", son­dern auch "Beach­tung" 33. Sub­stan­zia­li­tät und Tra­di­tio­na­li­tät sind dem­nach zwei Vor­aus­set­zun­gen, die für die Qua­li­fi­ka­ti­on als her­ge­brach­ter Grund­satz kumu­la­tiv erfüllt sein müs­sen 34.
Zu den das Beam­ten­ver­hält­nis bestim­men­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen zäh­len unter ande­rem das Ali­men­ta­ti­ons- 35 (hier­zu aa), das Leis­tungs- sowie das Lauf­bahn­prin­zip 36 und damit eng zusam­men­hän­gend das Abstands­ge­bot.
Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Beam­ten und sei­ne Fami­lie lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienst­rang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Damit wird der Bezug der Besol­dung sowohl zu der Ein­kom­mens- und Aus­ga­ben­si­tua­ti­on der Gesamt­be­völ­ke­rung als auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen, das heißt zu der sich in der Situa­ti­on der öffent­li­chen Haus­hal­te aus­drü­cken­den Leis­tungs­fä­hig­keit des Dienst­herrn, her­ge­stellt 37. Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu einer dem Amt ange­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Gesetz­ge­ber die Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auch für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen 38.
Die­sen Kri­te­ri­en muss der Gesetz­ge­ber sowohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Besol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he über die Jah­re hin­weg im Wege einer Gesamt­schau der hier­bei rele­van­ten Kri­te­ri­en und anhand einer Gegen­über­stel­lung mit jeweils in Betracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen Rech­nung tra­gen 39.
Was die Mög­lich­keit anbe­langt, den Beam­ten Spar­las­ten auf­zu­bür­den, ist nicht nur auf den bereits oben zitier­ten grund­sätz­li­chen "Bezug der Besol­dung […] auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen" hin­zu­wei­sen 40. Der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on als Teil der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen ver­bun­de­nen insti­tu­tio­nel­len Garan­tie des Art. 33 Abs. 5 GG ist, soweit er mit ande­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Wert­ent­schei­dun­gen oder Insti­tu­ten kol­li­diert, – wie dies auch sonst der Fall ist – ent­spre­chend dem Grund­satz der prak­ti­schen Kon­kor­danz im Wege der Abwä­gung zu einem scho­nen­den Aus­gleich zu brin­gen 41. Das gilt nament­lich für das Ver­bot der Neu­ver­schul­dung in Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG (ein­ge­führt durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes [Arti­kel 91c, 91d, 104b, 109, 109a, 115, 143d] vom 29.07.2009 42). Der in Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG ange­leg­ten Vor­wir­kung des Ver­bots der struk­tu­rel­len Net­to­kre­dit­auf­nah­me hat der Haus­halts­ge­setz­ge­ber auch bei der Anpas­sung der Bezü­ge der Beam­ten Rech­nung zu tra­gen. Unge­ach­tet der Ver­schär­fung der Regeln für die Kre­dit­auf­nah­me durch die Neu­fas­sung des Art. 109 Abs. 3 GG 43ver­mö­gen indes allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken. Andern­falls lie­fe die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re 44. Auch das beson­de­re Treue­ver­hält­nis ver­pflich­tet Beam­te nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen. Eine Ein­schrän­kung des Grund­sat­zes der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung aus rein finan­zi­el­len Grün­den kann zur Bewäl­ti­gung einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in Ansatz gebracht wer­den, wenn die betref­fen­de gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me aus­weis­lich einer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ist 45. Dar­über hin­aus erscheint es mög­lich, dass in die­sem Rah­men auch sozia­le Belan­ge, die dem Sozi­al­staats­prin­zip ent­sprin­gen, Berück­sich­ti­gung fin­den kön­nen.
Das Leis­tungs­prin­zip zählt eben­so wie das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip zu den vom Gesetz­ge­ber zu beach­ten­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne von Art. 33 Abs. 5 GG 46. Es bezeich­net in sei­nem Kern zunächst das Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se, wie es aus­drück­lich in Art. 33 Abs. 2 GG ver­an­kert ist 47. Das Leis­tungs­prin­zip betrifft nicht nur den erst­ma­li­gen Zugang zu einem öffent­li­chen Amt beim Ein­tritt in das Beam­ten­ver­hält­nis, son­dern beinhal­tet auch die Aner­ken­nung und recht­li­che Absi­che­rung des Beför­de­rungs­er­fol­ges, den der Beam­te bei der Bes­ten­aus­le­se auf­grund von Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung erlangt hat 47. Über das Sta­tus­recht ist das Besol­dungs­recht mit­tel­bar leis­tungs­be­zo­gen, indem Leis­tung mit Beför­de­rung hono­riert wird 48.
Die mit­tel­ba­re Ver­wirk­li­chung des Leis­tungs­prin­zips im Besol­dungs­recht – über das Sta­tus­recht einer­seits sowie über das her­kömm­li­che Sys­tem der Dienst­al­ters­stu­fen bei der Bemes­sung des Grund­ge­halts ande­rer­seits – schließt aller­dings den Ein­satz unmit­tel­bar von der indi­vi­du­el­len Leis­tung der Beam­ten abhän­gi­ger Besol­dungs­be­stand­tei­le nicht aus. Inso­weit kommt es zu einer Über­schnei­dung des Leis­tungs­prin­zips mit dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, das schon vor Ein­fü­gung der Fort­ent­wick­lungs­klau­sel in Art. 33 Abs. 5 GG eine ste­te Wei­ter­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts und des­sen Anpas­sung an ver­än­der­te Umstän­de der Staat­lich­keit ermög­lich­te 49. Eine stär­ke­re Berück­sich­ti­gung des Leis­tungs­ge­dan­kens stellt einen zuläs­si­gen Aspekt der Besol­dungs­ge­setz­ge­bung dar 50.
Dane­ben ist auch das Lauf­bahn­prin­zip vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums aner­kannt wor­den. Inhalt des Lauf­bahn­prin­zips ist zumin­dest, dass für die Ein­stel­lung und das beruf­li­che Fort­kom­men des Beam­ten, Rich­ters oder Sol­da­ten Lauf­bah­nen mit jeweils typi­sier­ten Min­dest­an­for­de­run­gen bestehen 51.
Das Lauf­bahn­prin­zip – wie auch der Auf­bau des Ämter­ge­fü­ges – ist zudem Aus­druck des Leis­tungs­prin­zips 52. Inso­fern sind bei­de Prin­zi­pi­en eng mit­ein­an­der ver­knüpft.
Die Orga­ni­sa­ti­on der öffent­li­chen Ver­wal­tung stellt dar­auf ab, dass in den höher besol­de­ten Ämtern die für den Dienst­herrn wert­vol­le­ren Leis­tun­gen erbracht wer­den. Des­halb muss im Hin­blick auf das Leis­tungs- und das Lauf­bahn­prin­zip mit der orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Glie­de­rung der Ämter eine Staf­fe­lung der Gehäl­ter ein­her­ge­hen. Ver­glei­che sind dabei nicht nur inner­halb einer Besol­dungs­ord­nung, son­dern gera­de auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Besol­dungs­ord­nun­gen gebo­ten 53.
Abstands­ge­bot als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums[↑]
Auch das Abstands­ge­bot stellt einen eigen­stän­di­gen her­ge­brach­ten Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums dar, der aller­dings in enger Anbin­dung zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und zum Leis­tungs­grund­satz steht.
Aus dem Leis­tungs­grund­satz in Art. 33 Abs. 2 GG und dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip in Art. 33 Abs. 5 GG folgt ein Abstands­ge­bot, das dem Gesetz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums unter­sagt, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen 54. Jedem Amt ist eine Wer­tig­keit imma­nent, die sich in der Besol­dungs­hö­he wider­spie­geln muss. Die Wer­tig­keit wird ins­be­son­de­re durch die Ver­ant­wor­tung des Amtes und die Inan­spruch­nah­me des Amts­in­ha­bers bestimmt. Die "amts"angemessene Besol­dung ist damit eine not­wen­di­ger­wei­se abge­stuf­te Besol­dung 55.
Das Abstands­ge­bot gebie­tet dabei nicht allein, dass die unter­schied­li­che Wer­tig­keit der Ämter im Hin­blick auf die End­stu­fen zum Aus­druck kommt. Viel­mehr ist es erfor­der­lich, dass zur Wah­rung der Strin­genz des gesam­ten Besol­dungs­sys­tems die unter­schied­li­che Wer­tig­keit der Ämter auch in sämt­li­chen ein­an­der ent­spre­chen­den (Erfahrungs-)Stufen abge­bil­det wird.
Das Abstands­ge­bot zwingt den Gesetz­ge­ber aller­dings nicht, einen ein­mal fest­ge­leg­ten Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen abso­lut oder rela­tiv bei­zu­be­hal­ten. Viel­mehr kann er ein bestehen­des Besol­dungs­sys­tem neu struk­tu­rie­ren und auch die Wer­tig­keit von Besol­dungs­grup­pen zuein­an­der neu bestim­men 56.
Da bestehen­de Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen Aus­druck der den Ämtern durch den Gesetz­ge­ber zuge­schrie­be­nen Wer­tig­kei­ten sind, dür­fen sie aller­dings nicht infol­ge von Ein­zel­maß­nah­men – etwa die zeit­ver­setz­te und/​oder gestuf­te Inkraft­set­zung von Besol­dungs­er­hö­hun­gen für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Besol­dungs­grup­pen 57 – nach und nach ein­ge­eb­net wer­den 58. Es besteht also ein Ver­bot schlei­chen­der Abschmel­zung bestehen­der Abstän­de, wel­che außer­halb der zuläs­si­gen gesetz­ge­be­ri­schen Neu­be­wer­tung und Neu­struk­tu­rie­rung statt­fin­den 59.
Für die Beur­tei­lung der Zuläs­sig­keit einer gesetz­ge­be­ri­schen Ver­än­de­rung der Besol­dungs­ab­stän­de bie­tet sich vor allem der Rück­griff auf die Absicht des Gesetz­ge­bers an, wie sie in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en zum Aus­druck kommt. Solan­ge der Gesetz­ge­ber danach nicht in doku­men­tier­ter Art und Wei­se von sei­ner Befug­nis zur Neu­ein­schät­zung der Ämter­wer­tig­keit und Neu­struk­tu­rie­rung des Besol­dungs­ge­fü­ges Gebrauch macht, greift das Ver­bot, bestehen­de Abstän­de ein­zu­eb­nen.
Die Kon­trol­le des Abstands­ge­bots kann als sys­tem­in­ter­ner Ver­gleich inner­halb der Beam­ten­schaft anhand der aus den Besol­dungs­ta­bel­len ersicht­li­chen Brut­to-Gehäl­ter erfol­gen 60. Die Net­to-Grund­ge­häl­ter als Bezugs­punkt des Ver­gleichs zu wäh­len, wür­de ledig­lich die Steu­er­pro­gres­si­on berück­sich­ti­gen. Die­se Ver­zer­rung fällt indes nicht signi­fi­kant ins Gewicht. Die Steu­er­pro­gres­si­on hat ledig­lich inso­weit Bedeu­tung, als Belas­tun­gen höhe­rer Besol­dungs­grup­pen umso kri­ti­scher zu sehen sind, da die­se ange­sichts der pro­gres­si­ven Ein­kom­men­steu­er­ta­rif­ge­stal­tung höhe­ren (Grenz-)Steuersätzen unter­lie­gen.
Beam­ten­be­sol­dung und Gleich­heits­grund­satz[↑]
Die Rege­lung der Bezü­ge ist auch an den Gleich­heits­satz gebun­den 61. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung gebie­tet der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz dem Gesetz­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln 62. Er ver­bie­tet unglei­che Belas­tun­gen eben­so wie unglei­che Begüns­ti­gun­gen 63. Ver­bo­ten ist daher ein gleich­heits­wid­ri­ger Begüns­ti­gungs­aus­schluss, bei dem eine Begüns­ti­gung einem Per­so­nen­kreis gewährt, einem ande­ren Per­so­nen­kreis aber vor­ent­hal­ten wird 64. Dif­fe­ren­zie­run­gen sind damit nicht aus­ge­schlos­sen, bedür­fen jedoch stets der Recht­fer­ti­gung durch Sach­grün­de, die dem Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel und dem Aus­maß der Ungleich­be­hand­lung ange­mes­sen sind 65.
Es ist grund­sätz­lich Sache des Gesetz­ge­bers, die­je­ni­gen Sach­ver­hal­te aus­zu­wäh­len, an die er die­sel­ben Rechts­fol­gen knüpft und die er so als recht­lich gleich qua­li­fi­ziert. Die­se Aus­wahl muss er jedoch sach­ge­recht tref­fen 66. Dabei gilt ein stu­fen­lo­ser am Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ori­en­tier­ter ver­fas­sungs­recht­li­cher Prü­fungs­maß­stab, des­sen Inhalt und Gren­zen sich nicht abs­trakt, son­dern nur nach den jeweils betrof­fe­nen unter­schied­li­chen Sach- und Rege­lungs­be­rei­chen bestim­men las­sen 67. Je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len erge­ben sich aus dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen an den die Ungleich­be­hand­lung tra­gen­den Sach­grund, die von auf das Will­kür­ver­bot beschränk­ten Bin­dun­gen bis hin zu stren­gen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­sen rei­chen kön­nen 68.
Das Will­kür­ver­bot ist ver­letzt, wenn für die (un)gleiche Behand­lung zwei­er Sach­ver­hal­te durch den Gesetz­ge­ber bezo­gen auf den jeweils in Rede ste­hen­den Sach­be­reich und sei­ne Eigen­art ein ver­nünf­ti­ger, ein­leuch­ten­der Grund fehlt 69. Eine stren­ge­re Bin­dung des Gesetz­ge­bers kann sich aus den neben Art. 3 GG betrof­fe­nen Frei­heits­rech­ten 70 und aus der Ungleich­be­hand­lung von Per­so­nen­grup­pen erge­ben 71. Zudem ver­schär­fen sich die Anfor­de­run­gen des Art. 3 Abs. 1 GG, je weni­ger die Merk­ma­le, an die die gesetz­li­che Dif­fe­ren­zie­rung anknüpft, für den Ein­zel­nen ver­füg­bar sind 72 oder je mehr sie sich denen des Art. 3 Abs. 3 GG annä­hern 73.
Im Bereich des Besol­dungs­rechts bedeu­tet dies, dass Beam­te mit glei­chen oder gleich­wer­ti­gen Ämtern zwar in der Regel gleich zu besol­den sind. Dies gilt jedoch nicht unein­ge­schränkt. Die Zuläs­sig­keit einer Dif­fe­ren­zie­rung hängt davon ab, ob nach dem Maß­stab des Art. 3 Abs. 1 GG ein sach­lich gerecht­fer­tig­ter Grund vor­liegt 74.
Besol­dungs­recht und die Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers[↑]
Bei der Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit von besol­dungs­recht­li­chen Vor­schrif­ten hat der Gesetz­ge­ber eine ver­hält­nis­mä­ßig wei­te Gestal­tungs­frei­heit 75. Wegen des wei­ten Spiel­raums poli­ti­schen Ermes­sens, inner­halb des­sen er das Besol­dungs­recht den tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung anpas­sen und ver­schie­den­ar­ti­ge Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen darf, über­prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht, ob der Gesetz­ge­ber die gerech­tes­te, zweck­mä­ßigs­te und ver­nünf­tigs­te Lösung gewählt hat 76. Es kann, sofern nicht von der Ver­fas­sung selbst getrof­fe­ne Wer­tun­gen ent­ge­gen­ste­hen, nur die Über­schrei­tung äußers­ter Gren­zen bean­stan­den, jen­seits derer sich gesetz­li­che Vor­schrif­ten bei der Abgren­zung von Lebens­sach­ver­hal­ten als evi­dent sach­wid­rig erwei­sen 77. Jede Besol­dungs­ord­nung ent­hält unver­meid­ba­re Här­ten und mag aus Sicht der Betrof­fe­nen frag­wür­dig sein. Sol­che Uneben­hei­ten, Frik­tio­nen und Män­gel müs­sen in Kauf genom­men wer­den, solan­ge sich für die Rege­lung ein plau­si­bler und sach­lich ver­tret­ba­rer Grund anfüh­ren lässt 78.
Das Ein­räu­men einer wei­ten gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­frei­heit soll gera­de grund­le­gen­de Neu­re­ge­lun­gen ermög­li­chen. Dies gilt nicht nur mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG, son­dern auch hin­sicht­lich Art. 33 Abs. 5 GG 79. Der Gesetz­ge­ber muss ins­be­son­de­re die Frei­heit haben, von der bis­he­ri­gen Bewer­tung eines Amtes im Ver­hält­nis zu einem ande­ren Amt abzu­wei­chen. Anders lässt sich, wenn man eine Besol­dungs­ord­nung in ihrem Bestand nicht ver­stei­nern will, eine vom Gesetz­ge­ber für not­wen­dig gehal­te­ne ver­nünf­ti­ge Neu­re­ge­lung und Ver­bes­se­rung nicht bewerk­stel­li­gen 80.
Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen[↑]
§ 20 Abs. 3 bis 5 Sächs­BesG sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10, die die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % von Mai bis August 2008 zulas­ten der ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten regeln, sind inso­weit mit den grund­ge­setz­li­chen Vor­ga­ben nicht ver­ein­bar.
Die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung in Höhe von 2,9 % um vier Mona­te ver­letzt die Rech­te der Beschwer­de­füh­rer aus Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG. Die betrof­fe­nen Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts wur­den ohne erkenn­ba­ren sach­li­chen Grund im Ver­gleich zu den Beam­ten bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9, die von der Besol­dungs­an­pas­sung schon zum 1.05.2008 pro­fi­tiert haben, benach­tei­ligt.
Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber kann sich ins­be­son­de­re nicht dar­auf beru­fen, dass eine grund­le­gen­de Neu­re­ge­lung des Besol­dungs­sys­tems Gegen­stand der Geset­zes­än­de­rung gewe­sen und ihm daher ein beson­ders wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum ein­zu­räu­men sei. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist damit bei sei­ner Prü­fung nicht auf eine rei­ne Evi­denz­kon­trol­le beschränkt.
Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung der Staats­re­gie­rung soll­te die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung allein der Erzie­lung von Ein­spa­run­gen die­nen. So heißt es in der Geset­zes­be­grün­dung 81:
Mit der 4‑monatigen Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung ggü. dem Tarif­be­reich bei den höhe­ren Besol­dungs­grup­pen (ab Bes­Gr. A 10) leis­ten die­se einen wei­te­ren Bei­trag zur haus­halts­ge­mä­ßen Kon­so­li­die­rung, denn die­se ist in Anbe­tracht der bestehen­den Ver­schul­dung von der­zeit ca. 12 Mrd. € noch nicht abge­schlos­sen.
Eben­so äußer­te sich Staats­mi­nis­ter Til­lich bei der ers­ten Lesung des Ent­wurfs im Säch­si­schen Land­tag 82, wonach die Beam­ten "durch die Zurück­stel­lung und Ver­zö­ge­rung von Besol­dungs­an­pas­sun­gen ihren Bei­trag zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung" leis­te­ten.
Mit der Ver­zö­ge­rung einer Besol­dungs­an­pas­sung hat der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber gera­de kei­ne Neu­be­wer­tung der Wer­tig­keit der Ämter vor­ge­nom­men oder Neu­re­ge­lun­gen und Ver­bes­se­run­gen bewerk­stel­ligt 80, son­dern ledig­lich durch Ein­zel­maß­nah­men den Emp­fän­gern aus­ge­wähl­ter Besol­dungs­grup­pen einen "wei­te­ren Bei­trag zur haus­halts­ge­mä­ßen Kon­so­li­die­rung" abver­langt.
Die ver­zö­ger­te Über­tra­gung der Tarif­er­geb­nis­se im Jahr 2008 für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts lässt sich auch nicht als sozi­al­ver­träg­li­cher Spar­bei­trag höhe­rer Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen.
So kön­nen schon die für eine Dif­fe­ren­zie­rung ange­führ­ten Grün­de nicht über­zeu­gen. Zwar erscheint auf den ers­ten Blick die Begrün­dung, dass Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge von der all­ge­mei­nen Teue­rung, zu deren Aus­gleich die linea­re Erhö­hung der Besol­dung und Ver­sor­gung bei­tra­gen soll, jeden­falls teil­wei­se weni­ger stark betrof­fen sind als Emp­fän­ger nied­ri­ger Bezü­ge 83, nach­voll­zieh­bar. Dies mag nament­lich mit Blick auf den Grund­be­darf zutref­fen, der sich mit einem rela­tiv klei­ne­ren Anteil ihres (höhe­ren) Gehalts decken lässt.
Aller­dings trägt gera­de die­se Argu­men­ta­ti­on im vor­lie­gen­den Kon­text nicht, da – wie schon das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­stellt hat 84 – die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me nicht aus­schließ­lich Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge betrifft, son­dern alle Beam­ten von der Besol­dungs­grup­pe A 10 auf­wärts. Jeden­falls bei den der Besol­dungs­grup­pe A 10 zuge­hö­ri­gen Beam­ten han­delt es sich offen­sicht­lich nicht um Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge.
Abge­se­hen davon ist die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen einem (all­ge­mei­nen) Grund­be­darf und dar­über hin­aus­ge­hen­den, amts­an­ge­mes­se­nen Bedar­fen nicht über­zeu­gend. Es ist viel­mehr von einem dem jewei­li­gen Amt ange­mes­se­nen Gesamt­be­darf aus­zu­ge­hen 85. Inner­halb des jeweils "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts ist kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung in ver­schie­de­ne Bedar­fe ange­legt, wes­halb es beim Abstands­ge­bot auch nicht auf abso­lut, son­dern auf rela­tiv gleich­blei­ben­de Abstän­de in der Besol­dung der unter­schied­lich bewer­te­ten Ämter ankommt 58. Infol­ge der Infla­ti­on ver­lie­ren Emp­fän­ger aller Besol­dungs­grup­pen in rela­tiv glei­chem Maße an Kauf­kraft. Zum Auf­wie­gen des Kauf­kraft­ver­lusts und damit zur Siche­rung des jeweils "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts ist daher eine Besol­dungs­er­hö­hung in eben­falls rela­tiv glei­chem Maße nötig.
Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber dazu, sich bei der Bemes­sung der Besol­dung – für alle Beam­ten – an der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und dem all­ge­mei­nen Lebens­stan­dard zu ori­en­tie­ren 86. Dass allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken ver­mag, da andern­falls die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re lie­fe 87, gilt eben­falls für alle Beam­ten. Die von Ver­fas­sungs wegen geschul­de­te Ali­men­tie­rung ist nicht eine dem Umfang nach belie­big varia­ble Grö­ße, die sich ein­fach nach den "wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten" der öffent­li­chen Hand oder nach den poli­ti­schen Dring­lich­keits­be­wer­tun­gen hin­sicht­lich der ver­schie­de­nen vom Staat zu erfül­len­den Auf­ga­ben oder nach dem Umfang der Bemü­hun­gen um die Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Sozi­al­staats­prin­zips bemes­sen lässt 88.
Wenn der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber für nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pen eine Anpas­sung in bestimm­ter Höhe als für eine amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on erfor­der­lich erach­tet, muss er sich hier­an – zumin­dest im Grund­satz – für alle Beam­ten fest­hal­ten las­sen, sofern er mit der Dif­fe­ren­zie­rung kei­ne Umge­stal­tung des Besol­dungs­sys­tems oder eine Neu­be­wer­tung von Sta­tus­äm­tern vor­nimmt 89.
Es bleibt aber in einem sol­chen Fall stets zu prü­fen, ob eine Maß­nah­me des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers im Aus­nah­me­fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt sein kann. Ein sol­cher Aus­nah­me­fall liegt hier jedoch nicht vor, zumal im frag­li­chen Zeit­raum noch nicht das mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­te Ver­bot der Neu­ver­schul­dung galt, das erst mit Gesetz vom 29.07.2009 42 durch Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG in das Grund­ge­setz auf­ge­nom­men wor­den ist. Zudem stellt sich die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung für die Besol­dungs­grup­pen A 10 und auf­wärts nicht als Teil eines schlüs­si­gen Gesamt­kon­zepts zur Sanie­rung des säch­si­schen Haus­halts dar, son­dern als ein­ma­li­ger "Spar­bei­trag" die­ser Besol­dungs­grup­pen. Ande­re mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­te kol­li­die­ren­de Wert­ent­schei­dun­gen, die zu berück­sich­ti­gen wären, sind nicht ersicht­lich. Ins­be­son­de­re kön­nen im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang kei­ne beson­de­ren sozia­len Belan­ge zu einer aus­nahms­wei­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Recht­fer­ti­gung der Maß­nah­me füh­ren. Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob sol­che Belan­ge grund­sätz­lich berück­sich­ti­gungs­fä­hig sind, lässt jeden­falls vor­lie­gend die Dif­fe­ren­zie­rung an der Schnitt­stel­le zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 nicht erken­nen, dass der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber beson­de­re sozi­al­po­li­ti­sche Aspek­te wie etwa die beson­ders gro­ße finan­zi­el­le Leis­tungs­fä­hig­keit bestimm­ter Besol­dungs­grup­pen berück­sich­ti­gen woll­te.
Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der säch­si­schen Über­gangs­re­ge­lung von der Ost­be­sol­dung[↑]
§ 12 Abs. 2, § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV in Ver­bin­dung mit § 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Sächs­BesG sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10 ver­let­zen Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 betref­fen.
Nach den dar­ge­leg­ten Maß­stä­ben ist auch die dif­fe­ren­zier­te Anglei­chung an das West-Besol­dungs­ni­veau bei Beam­ten mit einem Amt bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9 einer­seits und bei Beam­ten und Rich­tern mit einem höhe­ren Amt ande­rer­seits mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar.
Die durch die vor­lie­gen­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den auf­ge­wor­fe­ne Rechts­fra­ge beschränkt sich auf die Art und Wei­se der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West-Besol­dungs­ni­veau in den Jah­ren 2008 und 2009 durch den säch­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­ber, der seit dem 1.09.2006 die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Lauf­bah­nen, die Besol­dung und die Ver­sor­gung der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­rer Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern hat (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG). Ledig­lich die Besol­dung in den Jah­ren 2008 und 2009 ist zur Über­prü­fung gestellt wor­den. Nicht Gegen­stand des Ver­fah­rens ist dage­gen die Besol­dungs­dif­fe­renz zwi­schen den alten und den neu­en Län­dern, die auf der bun­des­be­sol­dungs­recht­li­chen Über­gangs­re­ge­lung in der auf § 73 BBesG beru­hen­den 2. Besol­dungs­über­gangs­ver­ord­nung (Zwei­te Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands vom 21.06.1991 2) beruh­te.
Dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber stand im Hin­blick auf die Aus­ge­stal­tung der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau im Grund­satz ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum zur Ver­fü­gung. Im Unter­schied zur ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung 2008 han­delt es sich bei der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau um die Aus­ge­stal­tung einer Sys­tement­schei­dung, näm­lich der Abkehr von der nach neu­en und alten Län­dern dif­fe­ren­zie­ren­den Besol­dung. Dabei ist aller­dings zu berück­sich­ti­gen, dass der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber mit nach Besol­dungs­grup­pen dif­fe­ren­zie­ren­den Zeit­punk­ten für die West-Anglei­chung gera­de kei­ne ämter­be­zo­ge­ne Neu­be­wer­tung vor­ge­nom­men hat, für die ihm beson­ders gro­ße Gestal­tungs­spiel­räu­me ein­zu­räu­men wären.
Wäh­rend die West-Anglei­chung als sol­che also als Sys­tem­wech­sel ange­se­hen wer­den kann, weil hier­in die end­gül­ti­ge Abkehr von einer mit Rück­sicht auf die Fol­gen der deut­schen Ein­heit über Jah­re hin­weg bestehen­den Dif­fe­ren­zie­rung zu sehen ist, betrifft die hier zu beur­tei­len­de Maß­nah­me, die Ent­schei­dung für eine dif­fe­ren­zier­te West-Anglei­chung, die Art und Wei­se der Gestal­tung die­ses Sys­tem­wech­sels und läuft somit auf eine blo­ße haus­hal­te­risch moti­vier­te Ein­zel­maß­nah­me hin­aus, die eine höhe­re ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Kon­troll­dich­te bedingt.
Durch die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me wird der Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) ein­ge­eb­net. Damit ist das Abstands­ge­bot beein­träch­tigt.
Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber weicht mit der gewähl­ten Lösung deut­lich von den für das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen A 9/​A 10 im Beson­de­ren, aber auch für das Ver­hält­nis ande­rer benach­bar­ter Besol­dungs­grup­pen im All­ge­mei­nen, selbst­ge­setz­ten Abstän­den ab.
An die­ser Bewer­tung ändert auch die Zula­gen­re­ge­lung des § 22 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG nichts. Wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zutref­fend fest­stellt, trägt die­se dem Abstands­ge­bot nicht sub­stan­zi­ell Rech­nung 90. Die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) lagen vor der Dif­fe­ren­zie­rung mit Wir­kung zum 1.01.2008 im Mit­tel aller ein­an­der ent­spre­chen­den Stu­fen bei 223, 75 € bezie­hungs­wei­se bei 10,66 %. Nach der West-Anglei­chung der Besol­dungs­grup­pe A 9 zum 1.01.2008 lagen die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) im Mit­tel aller ein­an­der ent­spre­chen­den Stu­fen bei 55, 88 € bezie­hungs­wei­se bei 2,36 %. Vor die­sem Hin­ter­grund fällt die auf einen Unter­schieds­be­trag – soweit die­ser auf der fort­ge­setz­ten Ost-Absen­kung beruh­te – zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10 € beschränk­te Zula­ge nicht nen­nens­wert ins Gewicht, zumal die­se nur ein­griff, wenn die Dienst­be­zü­ge nach A 10 gerin­ger waren als die Dienst­be­zü­ge nach A 9.
Für die­se Beein­träch­ti­gung des Abstands­ge­bots fehlt es an einer sach­li­chen Recht­fer­ti­gung.
Wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zutref­fend aus­ge­führt hat, ver­mag weder die Anleh­nung an die Rege­lung im Tarif­be­reich einen für das Besol­dungs­recht bedeut­sa­men Recht­fer­ti­gungs­grund dar­zu­stel­len, noch kann die ange­spann­te Haus­halts­la­ge für sich allei­ne die Ungleich­be­hand­lung zu Las­ten ein­zel­ner Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen.
Zum einen steht die struk­tu­rel­le Ver­schie­den­ar­tig­keit der Rege­lungs­be­rei­che des Tarif­ver­trags­rechts einer­seits und des Beam­ten­be­sol­dungs­rechts ande­rer­seits einer recht­fer­ti­gen­den Über­tra­gung der Rege­lung des Tarif­be­reichs auf die Beam­ten­schaft ent­ge­gen 91. Zwar sind Ent­wick­lun­gen im Tarif­be­reich einer von meh­re­ren maß­geb­li­chen Para­me­tern für die Fra­ge, ob eine Abkopp­lung des Besol­dungs­ni­veaus von der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu besor­gen ist 92. Es blei­ben aber struk­tu­rel­le Unter­schie­de zwi­schen dem Tarif­ver­trags- und dem Besol­dungs­recht. Den von den Tarif­ver­trags­par­tei­en frei aus­ge­han­del­ten Ent­gel­ten steht die Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers in Erfül­lung grund­ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen gegen­über. Daher kön­nen Tarif­ver­trä­ge dann nicht als Richt­schnur für Besol­dungs­an­pas­sun­gen die­nen, wenn sie ihrem Inhalt nach mit Struk­tur­prin­zi­pi­en des Besol­dungs­rechts kol­li­die­ren, wie hier mit der Not­wen­dig­keit eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Tarif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen kön­nen ein Abrü­cken von den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung nicht recht­fer­ti­gen 27.
Zum ande­ren kann von einer "aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en [als] Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung" 93 vor­lie­gend nicht die Rede sein. Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber hat die Bun­des­re­ge­lun­gen der 2. BesÜV durch sta­ti­sche Ver­wei­sung über­nom­men. Die vor Ein­grei­fen der (Vor­wir­kun­gen der) Schul­den­brem­se (Art. 143d Abs. 1 Satz 4, Art. 109 Abs. 3 Satz 1 und 5 GG) eher noch stren­ger aus­fal­len­den Maß­stä­be für eine Berück­sich­ti­gung der Haus­halts­la­ge sind vor­lie­gend erst recht nicht erfüllt. Wie dar­ge­legt, ver­mö­gen fis­ka­li­sche Über­le­gun­gen des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers und dar­aus fol­gen­de Bemü­hun­gen, Aus­ga­ben zu spa­ren, für sich genom­men in der Regel kei­ne unter­schied­li­che besol­dungs­recht­li­che Behand­lung ver­gleich­ba­rer Per­so­nen­grup­pen zu recht­fer­ti­gen 94.
Ein Sach­grund für die Dif­fe­ren­zie­rung ist auch sonst nicht ersicht­lich. Ins­be­son­de­re lässt sie sich nicht durch eine beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on am Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit recht­fer­ti­gen.
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt stellt in den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen ent­schei­dend dar­auf ab, dass die Maß­nah­me durch den beson­ders gro­ßen gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­spiel­raum bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen der deut­schen Ein­heit gedeckt sei. Die Ungleich­be­hand­lung sei nur im Hin­blick auf "die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on […], in der sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber im Jahr 2008 gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit befun­den habe", gerecht­fer­tigt gewe­sen 26.
Ent­schei­dend dafür sei, dass die Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­glei­chung für die Besol­dungs­grup­pen höher als A 9 zwar weder gering­fü­gig noch kurz­fris­tig, aber immer­hin nur vor­über­ge­hend gewe­sen sei. Sie habe ins­be­son­de­re nicht zu einer gerin­ge­ren Basis für spä­te­re Besol­dungs­er­hö­hun­gen geführt. Die vor­über­ge­hen­de, wenn auch gra­vie­ren­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stan­des wir­ke sich letzt­lich nicht auf das dau­ern­de Besol­dungs­ge­fü­ge aus und wie­ge damit weni­ger schwer als etwa die teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen 28. Zudem habe der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit der Zula­gen­re­ge­lung in § 22 Sächs­BesG ein Absin­ken der nach der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten unter die Besol­dung der ver­gleich­ba­ren nach der Besol­dungs­grup­pe A 9 besol­de­ten Beam­ten ver­hin­dert 29.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die – jeden­falls für den Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber bestehen­de – "beson­de­re Aus­nah­me­si­tua­ti­on der Wie­der­ver­ei­ni­gung und der mit ihr zu bewäl­ti­gen­den trans­for­ma­to­ri­schen Gesamt­auf­ga­ben des Staa­tes" 95 im Rah­men der Recht­fer­ti­gung dif­fe­ren­zie­ren­der Besol­dungs­re­ge­lun­gen in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 zwar berück­sich­tigt 96, zugleich aber die zeit­li­che Begrenzt­heit die­ser Situa­ti­on und die Befris­tung der zu ihrer Bewäl­ti­gung geschaf­fe­nen Über­gangs­vor­schrif­ten 97 betont. Es hat ins­be­son­de­re dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich die Auf­recht­erhal­tung einer dif­fe­ren­zie­ren­den Besol­dung in Ost- und West­deutsch­land nicht mit der Erwä­gung recht­fer­ti­gen las­se, dass zunächst eine völ­li­ge Anglei­chung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se in Ost und West erreicht wer­den müs­se 98. Auf die­ser Grund­la­ge hat es die dama­li­ge dif­fe­ren­zie­ren­de Rege­lung in § 73 BBesG für mit dem Grund­ge­setz sei­ner Zeit noch ver­ein­bar erklärt 99.
Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob sich auch ein Lan­des­ge­setz­ge­ber in glei­chem Maße auf die Aus­nah­me­si­tua­ti­on der Wie­der­ver­ei­ni­gung beru­fen kann, trägt das Argu­ment eines beson­de­ren Gestal­tungs­spiel­raums gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses jeden­falls zum Zeit­punkt des Erlas­ses der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me im Jahr 2008 nicht mehr als sach­li­che Recht­fer­ti­gung.
Zwar lässt sich im Hin­blick auf die wesent­li­chen vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 5 zur Ein­schät­zung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Lage der ost­deut­schen Län­der in den Blick genom­me­nen Para­me­ter auch für die Jah­re 2007/​2008 kei­ne deut­li­che Anglei­chung an das West­ni­veau fest­stel­len. So betrug das Brut­to­in­lands­pro­dukt je Ein­woh­ner 2001 etwa 61,2 % (ohne Ber­lin) des West­ni­veaus 100 und ist bis zum Ende des Jah­res 2007 ledig­lich auf 69,5 % (mit Ber­lin) des West­ni­veaus 101 gestie­gen. Die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on war ins­ge­samt wei­ter­hin von einer hohen Arbeits­lo­sig­keit geprägt. Betrug die Arbeits­lo­sen­quo­te in den neu­en Län­dern im Jahr 2001 18,9 %, so war sie im Jahr 2007 mit 15,1 % wei­ter­hin dop­pelt so hoch wie in den alten Län­dern (6,2 %) 102. Auch bei den Arbeit­neh­mer­ent­gel­ten je Arbeit­neh­mer lagen die neu­en Län­der (mit Ber­lin) mit 81,1 % im Ver­gleich zu den alten Län­dern wei­ter­hin deut­lich hin­ter die­sen zurück 103. Zudem blieb auch das Niveau der Stan­dard­ren­te in den ost­deut­schen Län­dern noch erkenn­bar hin­ter dem­je­ni­gen in den west­deut­schen zurück. So betrug die Stan­dard­ren­te bis zum 30.06.2008 in West­deutsch­land 1.182,15 € und in Ost­deutsch­land 1.039, 05 € und ent­sprach damit wie schon 2002 87,89 % der West­ren­te 104.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat aber schon in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 fest­ge­stellt, dass der wirt­schaft­li­che Anpas­sungs- und Auf­hol-pro­zess in den neu­en Län­dern, der nach der Ver­ei­ni­gung zunächst von ganz erheb­li­chen Fort­schrit­ten geprägt gewe­sen sei, sich jedoch in den letz­ten Jah­ren vor der Ent­schei­dung deut­lich ver­lang­samt habe 105. Von einer abseh­ba­ren annä­hern­den Anglei­chung der finan­zi­el­len und wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on war also schon damals nicht aus­zu­ge­hen. Aus heu­ti­ger Sicht deu­tet eini­ges dar­auf hin, dass sich die Unter­schie­de in der Wirt­schafts- und Finanz­kraft zwi­schen Ost- und West­deutsch­land nicht mehr als Teil eines abseh­ba­ren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses im Zusam­men­hang mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung dar­stel­len, son­dern Anzei­chen einer struk­tu­rel­len Benach­tei­li­gung eini­ger der neu­en Län­der sind, die der­je­ni­gen eini­ger alter Län­der ent­spricht. So sta­gnier­te das Brut­to­in­lands­pro­dukt real und je Ein­woh­ner in Ost­deutsch­land seit 2005 bei einem Wert von 70 % des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes in West­deutsch­land 106. Zudem wie­sen schon 2007 die neu­en Län­der (ohne Ber­lin) mit einem Brut­to­in­lands­pro­dukt in jewei­li­gen Prei­sen je Ein­woh­ner zwi­schen 20.352 € (Meck­len­burg-Vor­pom­mern) und 21.828 € (Sach­sen) eine wei­te­re Annä­he­rung an ein­zel­ne west­deut­sche Län­der wie Schles­wig-Hol­stein (25.489 €), Rhein­land-Pfalz (25.791 €) und Nie­der­sach­sen (25.864 €) auf 107. Außer­dem war auch schon 2007 die Arbeits­lo­sen­quo­te in den ost­deut­schen Län­dern sehr dif­fe­ren­ziert und näher­te sich in eini­gen Regio­nen dem west­deut­schen Durch­schnitt deut­lich an (z.B. Pots­dam Juni 2008 7,8 %, Jena 8,3 %, Kreis Bör­de 9,1 %)) 102.
Vor die­sem Hin­ter­grund ließ sich bei Erlass der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me im Jahr 2008 der damit ein­her­ge­hen­de gra­vie­ren­de Ein­griff in die Rech­te der betrof­fe­nen Beam­ten, Staats­an­wäl­te und Rich­ter aus Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG nicht mehr mit der beson­de­ren Situa­ti­on der Bewäl­ti­gung des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses im Anschluss an die Wie­der­ver­ei­ni­gung begrün­den. Zwar mögen die auf­ge­zeig­ten Unter­schie­de in der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit zum Teil noch immer Aus­druck eines Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses Ost­deutsch­lands sein. 18 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung konn­ten jedoch die­se – eben­so von zahl­rei­chen ande­ren Ent­wick­lun­gen beein­fluss­ten – Unter­schie­de zwi­schen Ost- und West­deutsch­land schon allein auf­grund des Zeit­ab­laufs nicht mehr zur Recht­fer­ti­gung von Ungleich­be­hand­lun­gen der vor­lie­gen­den Art her­an­ge­zo­gen wer­den. Ent­spre­chend dif­fe­ren­zie­ren­de Besol­dungs­re­ge­lun­gen las­sen sich ledig­lich als Über­gangs­re­ge­lun­gen hin­neh­men, um für eine begrenz­te Zeit auf eine außer­ge­wöhn­li­che Situa­ti­on wie die der Wie­der­ver­ei­ni­gung zu reagie­ren. Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber befand sich beim Über­gang der Besol­dungs­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz durch die Föde­ra­lis­mus­re­form zum 1.09.2006 (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG)) jedoch in einer ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on wie die Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ande­rer weni­ger leis­tungs­star­ker deut­scher Län­der. Folg­lich war ihm im Rah­men von Art. 33 Abs. 5 GG auch nur ein ver­gleich­ba­rer Gestal­tungs­spiel­raum eröff­net.
Gesamt­schau bei­der Schlech­ter­stel­lun­gen bei der Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen[↑]
Die bei­den Schlech­ter­stel­lun­gen der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 (7,5 %-ige Anglei­chungs­ver­zö­ge­rung für die Kalen­der­jah­re 2008 und 2009 sowie ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % für vier Mona­te im Jahr 2008) sind bereits iso­liert betrach­tet ver­fas­sungs­wid­rig, so dass sie in der Gesamt­schau erst recht nicht ver­fas­sungs­kon­form sind.
Wenn der Frei­staat Sach­sen in sei­ner Stel­lung­nah­me anführt, das Gesetz vom 20.10.2016 (Gesetz zur Umset­zung der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Beam­ten­be­sol­dung 108), das dem Abstands­ge­bot und dem all­ge­mei­nen Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip rück­wir­kend bis zum Jahr 2011 Rech­nung tra­ge, mil­de­re die Fol­gen der hier streit­be­fan­ge­nen Maß­nah­men fak­tisch ab, stellt er die ver­fas­sungs­recht­li­che Bedenk­lich­keit der sozia­len Staf­fe­lung hin­sicht­lich bei­der Maß­nah­men für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum der Jah­re 2008 und 2009 nicht in Abre­de. Zwar mögen auch ande­re als die jeweils unmit­tel­bar zu beur­tei­len­den Ein­zel­maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in einer Gesamt­be­trach­tung Berück­sich­ti­gung fin­den, wenn es um die Fra­ge der suk­zes­si­ven Ein­eb­nung der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen infol­ge nach und nach ein­grei­fen­der Ein­zel­maß­nah­men geht 109. Sofern jedoch (eine oder zwei) Ein­zel­maß­nah­men bereits für sich betrach­tet ver­fas­sungs­wid­rig sind, ver­mö­gen spä­te­re – ande­re Zeit­räu­me erfas­sen­de – ver­fas­sungs­kon­for­me Ein­zel­maß­nah­men dar­an nichts zu ändern. Auf Maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in nicht streit­ge­gen­ständ­li­chen Fol­ge­jah­ren kann es bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lung der streit­be­fan­ge­nen Maß­nah­men nicht ankom­men.
Neu­re­ge­lungs­auf­trag an den säch­si­schen Gesetz­ge­ber[↑]
Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (§ 95 Abs. 3 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gege­be­ne Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 31 Abs. 2, § 79 Abs. 1 BVerfGG) 110.
Da dem Gesetz­ge­ber vor­lie­gend meh­re­re Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, die fest­ge­stell­ten Ver­fas­sungs­ver­stö­ße zu behe­ben, sind die ange­grif­fe­nen Maß­nah­men für mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar zu erklä­ren.
Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit einer Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­ge­mäß umzu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Regel­fol­ge der Unver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men bejaht 111. Spe­zi­ell bei besol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt es zu beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten der Sache nach die Befrie­di­gung eines gegen­wär­ti­gen Bedarfs aus gegen­wär­tig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Eine all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Behe­bung des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes ist daher mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gebo­ten 112. Eine rück­wir­ken­de Behe­bung ist jedoch sowohl hin­sicht­lich der Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren als auch hin­sicht­lich der Klä­ger erfor­der­lich, über deren Anspruch noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wor­den ist 113.
Der Gesetz­ge­ber ist inso­fern ver­pflich­tet, spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 für die Jah­re 2008 und 2009 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Neu­re­ge­lung zu tref­fen.
Gemäß § 95 Abs. 2 BVerfGG sind die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts auf­zu­he­ben und die Ver­fah­ren an die­ses zurück­zu­ver­wei­sen.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. Mai 2017 – 2 BvR 883/​14 – 2 BvR 905/​14
Sächs. GVBl. S. 3[↩][↩]
BGBl. I S. 1345[↩][↩][↩]
BGBl. I 1992 S. 2427[↩]
BGBl.1990 II S. 885, 1142[↩]
BVerfGE 107, 218[↩][↩]
BGBl. I S. 2764[↩]
BGBl. I 2008 S. 1582[↩]
BVerfGE 107, 257[↩]
BGBl. I S.2034[↩][↩][↩]
GVBl S. 3[↩][↩][↩]
BGBl. I S. 3020[↩][↩]
BGBl. I S. 1457, 1458[↩][↩]
BGBl. I S. 1652, 1657[↩]
BGBl. I 2003 S. 1798[↩]
BGBl. I S. 1582[↩]
BGBl. I S. 2407, 2454[↩]
GVBl S. 327[↩][↩]
BVerfG – 2 BvR 905/​14[↩][↩]
VG Chem­nitz, Urteil vom 25.02.2010 – 3 K 928/​08[↩]
VG Chem­nitz, Urteil vom 24.08.2010 – 3 K 925/​08[↩]
Sächs. OVG, Urtei­le vom 18.09.2012 – 2 A 736/​10 und 2 A 524/​10[↩]
BVerwG, Urteil vom 12.12.2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 6[↩][↩]
BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.19[↩][↩]
BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 22[↩][↩]
BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 23[↩][↩]
BVerfG, Beschluss vom 23.10.2001 – 2 BvR 666/​00, Rn. 5[↩]
vgl. BVerfGE 106, 225, 232; 117, 330, 344 f.; 117, 372, 379; 121, 205, 219; 141, 56, 69 Rn. 33[↩]
vgl. BVerfGE 106, 225, 231 f.; 117, 330, 344; 139, 64, 111 Rn. 92; 141, 56, 69 Rn. 33; BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 1/​10, Rn. 16[↩]
vgl. BVerfGE 119, 247, 262 f.; 141, 56, 69 Rn. 34[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 1/​10, Rn. 17[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 111 Rn. 92; 140, 240, 277 Rn. 71; 141, 56, 70 Rn. 35[↩]
vgl. BVerfGE 71, 255, 268; 141, 56, 70 Rn. 36[↩]
vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292 f.; 139, 64, 111 Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72; 141, 56, 70 Rn. 35[↩]
vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 99, 300, 315; 114, 258, 288; 130, 263, 292; 139, 64, 111 f. Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72; 141, 56, 70 Rn. 35[↩]
vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292 f.; 139, 64, 111 Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 124 Rn. 125; 140, 240, 294 Rn. 109[↩]
BGBl. I S. 2248[↩][↩]
vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110[↩]
vgl. BVerfGE 121, 205, 226; 130, 263, 296; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 117, 372, 382; 121, 205, 226; 130, 263, 296[↩][↩]
vgl. BVerfGE 130, 263, 296 f.[↩]
vgl. BVerfGE 119, 247, 262; 130, 263, 296 f.[↩]
vgl. BVerfGE 107, 257, 273; 141, 56, 70 Rn. 36[↩]
vgl. BVerfGE 62, 374, 384; 141, 56, 70 Rn. 36[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 118 Rn. 111; 140, 240, 285 Rn. 90[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 117 Rn. 110; 140, 240, 284 Rn. 89[↩]
vgl. BVerfGE 130, 263, 295 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 140, 240, 285 f. Rn. 91[↩]
vgl. auch BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 17[↩][↩]
vgl. zur "Sala­mi-Tak­tik" im Besol­dungs­recht BVerfGE 139, 64, 123 Rn. 122; 140, 240, 292 Rn. 105[↩]
BVerfGE 107, 218, 243; 107, 257, 269; 114, 258, 297; 117, 330, 352 f.; 130, 52, 67[↩]
vgl. BVerfGE 98, 365, 385; 116, 164, 180; 122, 210, 230; 130, 240, 252; 141, 1, 38 Rn. 93 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 79, 1, 17; 121, 108, 119; 121, 317, 370; 122, 210, 230; 126, 400, 416; 130, 240, 252 f.; 135, 126, 143 Rn. 51; 138, 136, 180 Rn. 121; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 116, 164, 180; 121, 108, 119; 121, 317, 370; 126, 400, 416; 138, 136, 180 Rn. 121[↩]
vgl. BVerfGE 124, 199, 220; 129, 49, 68; 130, 240, 253; 132, 179, 188 Rn. 30; 133, 59, 86 Rn. 72; 135, 126, 143 Rn. 52; 138, 136, 180 Rn. 121[↩]
vgl. BVerfGE 75, 108, 157; 93, 319, 348 f.; 107, 27, 46; 126, 400, 416; 129, 49, 69; 132, 179, 188 Rn. 30; 138, 136, 180 Rn. 121[↩]
vgl. BVerfGE 88, 5, 12; 88, 87, 96; 105, 73, 110; 110, 274, 291; 112, 164, 174; 116, 164, 180; 117, 1, 30; 120, 1, 29; 122, 1, 23; 122, 210, 230; 123, 111, 119 f.; 126, 400, 416; 127, 224, 244; 129, 49, 68; 130, 52, 66; 130, 240, 254; 131, 239, 255 f.; 135, 126, 143 f. Rn. 52; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 76, 256, 329; 85, 176, 187; 90, 145, 196; 101, 275, 291; 115, 381, 389[↩]
vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 111, 176, 184; 122, 210, 230; 129, 49, 69; 138, 136, 181 Rn. 122[↩]
vgl. BVerfGE 101, 54, 101; 103, 310, 319; 110, 274, 291; 131, 239, 256; 133, 377, 407 f. Rn. 75[↩]
vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 129, 49, 69; 138, 136, 181 Rn. 122[↩]
vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 124, 199, 220; 129, 49, 69; 130, 240, 254; 132, 179, 188 f. Rn. 31; 141, 1, 39 Rn. 94[↩]
vgl. BVerfGE 12, 326, 333; 26, 100, 110 ff.; 26, 163, 169 ff.; 107, 218, 245[↩]
vgl. BVerfGE 8, 1, 22 f.; 13, 356, 361 f.; 26, 141, 158 ff.; 71, 39, 52 f.; 103, 310, 319 f.; 114, 258, 288; 117, 372, 381; 121, 241, 261; 130, 263, 294; 139, 64, 112 Rn. 94; 140, 240, 278 f. Rn. 73; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 103, 310, 320; 110, 353, 364; 117, 330, 353; 121, 241, 261; 130, 263, 294; 139, 64, 112 Rn. 95; 140, 240, 279 Rn. 75[↩]
vgl. BVerfGE 65, 141, 148 f.; 103, 310, 319 f.; 107, 218, 244 f.[↩]
BVerfGE 110, 353, 364 f.; vgl. aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts statt aller BVerw­GE 123, 308, 313[↩]
BVerfGE 56, 146, 161 f. unter Ver­weis auf insb. BVerfGE 8, 1, 22; 26, 141, 158 f.[↩]
vgl. BVerfGE 26, 141, 158; 110, 353, 365[↩][↩]
LTDrucks 4/​9812, S. 2[↩]
Ple­nar­pro­to­koll 4/​88, S. 7285 f.[↩]
so noch BVerfG, Beschluss vom 02.06.2001 – 2 BvR 571/​00, Rn. 5; Beschluss vom 23.10.2001 – 2 BvR 666/​00, Rn. 5[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.20[↩]
so auch Gün­ther, Die Anpas­sung der Beam­ten­be­sol­dung an die all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se, 1987, S.200 f.[↩]
vgl. aus­drück­lich BVerfGE 140, 240, 285 Rn. 91[↩]
vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 294 f. Rn. 110; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 140, 240, 285 f. Rn. 91; unter Ver­weis auf BVerfGE 44, 249, 264; zustim­mend Stutt­mann, NVwZ 2016, S. 184, 189; vgl. bereits Gün­ther, NJ 2001, S. 10, 11 m.w.N.; Lind­ner, BayVBl.2015, S. 801, 807; gera­de zur "sozia­len Staf­fe­lung" von Besol­dungs­er­hö­hun­gen im Anschluss an BVerfGE 140, 240 Lind­ner, ZBR 2016, S. 109, 112[↩]
vgl. auch Lind­ner, ZBR 2014, S. 361, 363; Schmidt, in: Hebeler/​Kersten/​Lindner, Hand­buch Besol­dungs­recht, 2015, § 5 Rn. 22[↩]
vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 23[↩]
vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.19[↩]
vgl. nur BVerfGE 139, 64, 114 f. Rn. 99 ff.; 140, 240, 281 f. Rn. 78 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 139, 64, 126 Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110[↩]
BVerfGE 19, 76, 84 f.; 93, 386, 402; 107, 218, 253[↩]
BVerfGE 107, 218, 243[↩]
vgl. auch BVerfGE 107, 218, 256[↩]
vgl. BVerfGE 107, 218, 256 hin­sicht­lich § 73 BBesG; 236 hin­sicht­lich Art. 143 GG[↩]
BVerfGE 107, 218, 255 f.[↩]
BVerfGE 107, 218, 255[↩]
vgl. BVerfGE 107, 218, 248; Jah­res­be­richt 2002 der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der Deut­schen Ein­heit, BT-Drs. 14/​9950, S. 99[↩]
vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 86[↩]
vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 11[↩][↩]
vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 86; vgl. auch zur Lage 2003 BVerfGE 107, 218, 250[↩]
Jah­res­gut­ach­ten 2008/​2009 des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, S. 364 und BVerfGE 107, 218, 252[↩]
BVerfGE 107, 218, 248[↩]
vgl. Die Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die neu­en Län­der [Hrsg.], Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2016, S. 74[↩]
vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 85[↩]
GVBl S. 514[↩]
vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 17[↩]
vgl. BVerfGE 139, 19, 63 Rn. 92[↩]
vgl. BVerfGE 93, 121, 148; 105, 73, 134; 117, 1, 70; 130, 263, 312 f.; 139, 64, 147 f. Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[↩]
vgl. BVerfGE 81, 363, 383 ff.; 99, 300, 330 f.; 130, 263, 313; 139, 64, 148 Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[↩]
vgl. BVerfGE 99, 300, 331; 130, 263, 313; 139, 64, 148 Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[↩]
abstandsgebotAlimentationsprinzipÄmtergefügeBeamtenbesoldungGrundsätze des BerufsbeamtentumsLaufbahnprinzipLeistungsgrundsatz