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Timestamp: 2016-10-22 13:29:41
Document Index: 142981841

Matched Legal Cases: ['Art. 320', 'Art. 162', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 152']

Gegen X.________ wurde am 28. Oktober 2000 ein Strafverfahren er�ffnet, nachdem sie zugegeben hatte, ihren Freund am Morgen des 16. Oktober 2000 im Laufe eines Handgemenges in ihrer Wohnung in Ueberstorf erschossen und anschliessend auf dem Grundst�ck vergraben zu haben. Im Rahmen dieses Verfahrens fand am 2. Mai 2001 am Tatort eine Rekonstruktion des Tathergangs statt, an welcher die Angeschuldigte selber nicht teilnahm. Ihre Rolle wurde von einer Schauspielerin �bernommen, w�hrend das Opfer durch eine lebensgrosse Stoffpuppe dargestellt wurde. Die Rekonstruktion wurde auf Video festgehalten.
Am 7. Juni 2002 erstattete die Angeschuldigte Strafanzeige gegen den verfahrensleitenden Untersuchungsrichter Y.________ wegen Amtsgeheimnisverletzung (Art. 320 StGB). Sie machte unter anderem geltend, anl�sslich der Tatrekonstruktion h�tten sich ausserhalb des Grundst�ckes, f�r alle Beteiligten ersichtlich, eine Journalistin und ein Fotoreporter des "Blick" aufgehalten. Diese h�tten s�mtliche Teile der Rekonstruktion, die sich ausserhalb des Gartens abgespielt h�tten, ohne weiteres beobachten und fotografieren k�nnen. Tags darauf sei im "Blick" eine Fotoreportage �ber die Rekonstruktion erschienen. Der Untersuchungsrichter habe keine Vorkehrungen getroffen, um die in der Strafprozessordnung statuierte Geheimhaltungspflicht bei der Rekonstruktion zu wahren, sondern habe die Anwesenheit der Pressevertreter toleriert.
Ende September 2002 schied der fragliche Untersuchungsrichter aus dem Staatsdienst aus. Der mit Verf�gung vom 19. September 2002 eingesetzte ausserordentliche Untersuchungsrichter stellte das Verfahren gegen Y.________ wegen Amtsgeheimnisverletzung mit Verf�gung vom 6. Mai 2005 gest�tzt auf Art. 162 Abs. 1 lit. a der Strafprozessordnung vom 14. November 1994 (StPO/FR; SGF 32.1) ein.
Gegen diese Einstellungsverf�gung gelangte die Angeschuldigte an die Strafkammer des Kantonsgerichts Freiburg. Diese wies die Beschwerde mit Urteil vom 11. Oktober 2005 ab.
Mit Eingabe vom 10. November 2005 erhebt X.________ staatsrechtliche Beschwerde. Sie beantragt, gegen den ehemaligen Untersuchungsrichter Y.________ sei ein Strafverfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung zu er�ffnen. Seine Untersuchungshandlungen seien wegen Parteilichkeit in ihrer Gesamtheit aufzuheben. Weiter stellt sie Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und auf Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Die Staatsanwaltschaft und das Kantonsgericht Freiburg verzichten auf eine Vernehmlassung. Desgleichen sieht der Beschwerdegegner Y.________ von einer Stellungnahme ab und schliesst auf Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten werden k�nne.
1.1 Von vornherein nicht einzutreten ist auf die Antr�ge der Beschwerdef�hrerin, soweit sie mehr als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids verlangt. Die staatsrechtliche Beschwerde ist - von hier nicht vorliegenden Ausnahmen abgesehen - rein kassatorischer Natur (BGE 129 Ia 129 E. 1.2 S. 131 f.).
1.2 Aber auch auf die restliche Beschwerde kann nicht eingetreten werden: Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 262; 125 I 71 E. 1c S. 76; 122 I 70 E. 1c S. 73 mit Hinweisen). Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt es nicht ein (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 262). Die Beschwerdef�hrerin zeigt in keiner Weise auf, welches verfassungsm�ssige Recht durch das angefochtene Urteil inwiefern verletzt worden sein soll. Sie beschr�nkt sich auf appellatorische "Kommentare" zu den Erw�gungen und bezieht sich zum Teil auf Verfahren, welche nicht Gegenstand des Urteils vom 11. Oktober 2005 waren. Diese Ausf�hrungen verm�gen den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht zu gen�gen.
Offen bleiben kann dabei, ob die Beschwerdef�hrerin als angeblich Gesch�digte im vorliegenden Fall �berhaupt legitimiert w�re, die vom Kantonsgericht best�tigte Einstellung des Strafverfahrens gegen den ehemaligen Untersuchungsrichter anzufechten (dazu BGE 128 I 218 E. 1.1 S. 219 f.).
Demzufolge ist auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 156 OG). Sie hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, welches jedoch abzuweisen ist, da die Beschwerde von vornherein aussichtslos war (Art. 152 OG). Parteientsch�digungen sind keine auszurichten, zumal der private Beschwerdegegner auch keine beantragt hat.