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Timestamp: 2019-12-11 21:40:28
Document Index: 364987098

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 43', '§ 50', '§ 50', '§ 48', '§ 2', '§ 32', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 50', '§ 32', '§ 50', 'EuG', '§ 50', 'EuG', 'EuG', '§ 8', '§ 43', '§ 8', '§ 8']

Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Die Körperschaftsteuer, ... / 2.6.1 Erhebungsformen der Körperschaftsteuer bei beschränkter Steuerpflicht nach § 2 Nr 1 EStG; Abzugsteuer und EU-Recht | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Die Körperschaftsteuer, ... / 2.6.1 Erhebungsformen der Körperschaftsteuer bei beschränkter Steuerpflicht nach § 2 Nr 1 EStG; Abzugsteuer und EU-Recht
Die KSt iRd beschr St-Pflicht kann erhoben werden durch
St-Abzug vom Kap-Ertrag nach § 43 EStG,
St-Abzug iSd § 50a Abs 1 EStG,
angeordneten St-Abzug nach § 50a Abs 7 EStG,
Vorauszahlungen auf die zu veranlagende KSt (auch s § 48 EStG) und
Abschlusszahlung als Ergebnis einer Veranlagung.
Außerdem ist ein Solidaritätszuschlag zu erheben (§ 2 Nr 3 SolZG).
Teile der Besteuerung beschr St-Pflichtiger werden durch Abzug-St verwirklicht. Dies ist unproblematisch, soweit die Abzugs-St keine Abgeltungswirkung hat, also de facto nur eine Vorauszahlung für eine spätere Veranlagung vorliegt. Greift die Abgeltungswirkung (s § 32 KStG), führt dies hingegen zu einer Ungleichbehandlung mit unbeschr St-Pflichtigen, deren evtl EU-Rechtswidrigkeit Gegenstand intensiver Diskussionen war.
Richtungweisend war das EuGH-Urt in der Rs Gerritse (s Urt des EuGH v 12.06.2003, BStBl II 2003, 859). Dieses bedeutete zwar nicht das "Ende der Bruttobesteuerung" (so aber s Schnitger, FR 2003, 745ff), klärte aber, dass es mit EU-Recht unvereinbar ist, wenn es keinen Weg gibt, aufgrund vorhandener nicht abzugsfähiger BA "zuviel gezahlte" Abzug-St erstattet zu bekommen. Der EuGH entschied indes auch, dass eine Ungleichbehandlung mit unbeschr Stpfl im allgemeinen nicht diskriminierend sei, weil beschr Stpfl idR nur einen Teil ihres Welteinkommens im Quellenstaat beziehen (auch s Urt des EuGH v 01.07.2004 in der Rs Wallentin, IStR 2004, 688ff). Keine Klärung in jeder Hinsicht, aber doch in den wes Punkten haben die Vorlagebeschlüsse des BFH v 28.04.2004 (BStBl II 2004, 878) und v 26.05.2004 (BStBl II 2004, 991), die darauf folgenden EuGH-Urt v 03.10.2006 (BStBl II 2007, 352 iS FKP Scorpio) und v 15.02.2007 (DB 2007, 832 iS Centro Equestro da Leziria Grande) sowie die nachfolgenden Entscheidungen des BFH v 10.01.2007 (BFH/NV 2007, 1241, Schluss-Urt iS Gerritse, Verfassungsbeschwerde nicht angenommen, BVerfG v 09.02.2010, IStR 2010, 327), v 24.04.2007 (BFH/NV 2007, 1576, Schlussurt iS Centro Equestro da Leziria Grande) und insbes auch der AdV-Beschl v 29.11.2007 (DStR 2008, 41; gegen FG BB v 29.08.2007, IStR 2007, 679) gebracht. Danach gilt – nur für Stpfl, die sich auf die EU-Grundfreiheiten berufen können, also nicht für solche, die in Drittstaaten ansässig sind (BFH v 07.09.2011, IStR 2012, 112) – europarechtlich Folgendes (auch s BMF v 16.02.2011, BStBl I 2011, 528ff), was dann letztlich in die Regelungen der §§ 50a Abs 3 EStG, § 32 Abs 2 Nr 2 KStG mündete (s Tz 140aff):
Das St-Abzugsverfahren ist durchzuführen und es besteht kein Anspruch auf die Durchführung einer Veranlagung im eigentlichen Sinne. Auch nach Inkrafttreten der EG-Beitreibungsrichtlinie bestehen daran keine ernstlichen rechtlichen Zweifel, da die Zusammenarbeit der Vertragsstaaten noch nicht so effizient ist, dass auf ein Abzugsverfahren zur Sicherung der Besteuerung verzichtet werden könnte (s Beschl des BFH v 29.11.2007, DStR 2008, 41; FG Düsseldorf v 03.08.2011, EFG 2012, 127).
Ein vereinfachtes Verfahren zur Berücksichtigung von BA wie das des § 50 Abs 5 S 2 Nr 3 EStG idF bis 2008 war im Grundsatz EU-Rechts-konform. Ab 2009 gelten diesbzgl erweiterte Möglichkeiten (s Tz 140a).
Es verstößt nicht gegen EU-Recht wenn nur solche (nachgewiesenen, BFH v 05.05.2010, BFH/NV 2010, 2043) Ausgaben zum Abzug zugelassen werden, die mit den Einnahmen in unmittelbarem wirtsch Zusammenhang (dazu BFH v 27.07.2011, BFH/NV 2012, 181; v 27.07.2011, BFH/NV 2012, 118; v 25.04.2012, BFH/NV 2012, 1444) stehen; unzulässig war aber das weiter gehende Erfordernis, dass die Aufwendungen mehr als die Hälfte der Einnahmen ausmachen müssen (s Urt des EuGH v 15.02.2007, DB 2007, 832 iS Centro Equestro da Leziria Grande; s § 50 Abs 5 S 2 Nr 3 EStG 2008).
Der Stpfl konnte auch vor 2009 (s Tz 140a) zu berücksichtigende Ausgaben vor dem St-Abzug dem Vergütungsschuldner mitteilen, welcher dann den St-Abzug entspr kürzen konnte (s Urt des EuGH v 03.10.2006, BStBl II 2007, 352 iS FKP Scorpio; s Schr des BMF v 05.04.2007, BStBl I 2007, 449). In diesem Fall für den St-Abzug einen höheren St-Satz zur Anwendung zu bringen (so BMF, aaO) war zwar in der Begr nachvollziehbar, aber mangels ges Grundlage dennoch unzutr (s BFH v 05.05.2010, BFH 2010, 1814 mwNachw).
Es verstößt nicht gegen EU-Recht, dass Vergütungsschuldner bei Verstoß gegen die Abzugspflichten in Haftung genommen werden können (s Urt des EuGH v 03.10.2006, BStBl II 2007, 352 iS FKP Scorpio; BFH v 22.08.2007 BStBl II 2008, 190).
Zur Verlustberücksichtigung s Tz 114 ff. Zur EU-Rechtswidrigkeit der KapSt für beschr stpfl Dividendenempfänger angesichts § 8b KStG s Tz 127.
2.6.1.1 Steuerabzug nach § 43 EStG
2.6.1.1.1 Betroffene inländische Einkünfte und Bemessung des Steuerabzugs
Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Die Körperschaftsteuer, KStG § 8 Abs 6
Abzugsverbot für Ausgaben in Zusammenhang mit steuerabzugspflichtigen Einkünften Tz. 1 Stand: EL 66 – ET: 06/2009 Nach § 8 Abs 6 KStG ist ein Abzug von BA oder WK nicht zulässig, wenn das Einkommen nur aus Eink besteht, von denen die St lediglich im Wege des ...