Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212143
Timestamp: 2019-09-15 16:23:44
Document Index: 359036458

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 43', '§ 10', '§ 78']

(GVBl.II/03, [Nr. 04], S.64)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Stadthavel“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 250 Hektar. Es umfasst Flächen in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel, Gemarkung Stadt Brandenburg an der Havel, Flure 92 bis 94, 97, 116, 118, 119.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als natürliche, weitgehend unbeeinflusste Retentionsfläche der Brandenburger Niederhavel mit Überflutungsmooren ist
als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Röhrichtgesellschaften (zum Beispiel Schwingelschilf-Röhricht), wechselfeuchtem Auengrünland und dessen Auflassungsstadien, Weidengebüschen, Sandtrockenrasen in den Randbereichen, Gesellschaften der Kleingewässer, Altwasser und Flüsse,
als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für in ihrem Bestand bedrohte Vogelarten der Feuchtgebiete, als Rückzugsgebiet für bestandsbedrohte Amphibien und an aquatische Lebensräume gebundene Säugetiere sowie als Rast- und Ruheraum für ziehende Vogelarten;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Wasserfeder (Hottonia palustris), Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) und Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris);
die Erhaltung der Vorkommen besonders charakteristischer und gefährdeter Pflanzenarten, beispielsweise Kugelsimse (Scirpoides holoschoenus), Sumpf-Brenndolde (Cnidium dubium), Wiesen-Alant (Inula britannica) und Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, beispielsweise Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Kiebitz (Vanellus vanellus), Bekassine (Gallinago gallinago), Tüpfelralle (Porzana porzana), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Eisvogel (Alcedo atthis), Moorfrosch (Rana arvalis) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus);
die Erhaltung wegen seiner besonderen Eigenart als großflächiges Feuchtgebiet im Überschwemmungsbereich von Havel und Plane;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen mittlerer und unterer Havel.
von Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis, natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions und Hydrocharitions, feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe und Brenndolden-Auenwiesen als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) - Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Weichholzauenwald (Salicion albae) als prioritärer Lebensraumtyp nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Elbebiber (Castor fiber albicus), Fischotter (Lutra lutra), Kamm-Molch (Triturus cristatus), Rapfen (Aspius aspius), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Bachneunauge (Lampetra planeri) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
Wasserfahrzeuge aller Art einschließlich Surfbretter oder Luftmatratzen außerhalb der Bundeswasserstraße „Untere Havelwasserstraße“ zu benutzen;
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive Exkrementen von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Äquivalent an Dünger von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel und Gülle einzusetzen. Im Übrigen gilt § 4 Abs. 2 Nr. 17, 23 und 24,
auf der Fläche der Brenndolden-Auenwiesen im Bereich der Flurstücke 180 teilweise, 182 teilweise, 183, 185, 186/2 teilweise, 187/2 teilweise der Flur 92 und 62 teilweise, 74 teilweise, 151 teilweise, 158 teilweise, 159, 160, 161 teilweise der Flur 119, Gemarkung Stadt Brandenburg an der Havel, entsprechend der Darstellung in den Karten nach § 2 Abs. 2 über die Maßgabe nach Buchstabe a hinaus
aa) bei der Mahd eine Schnitthöhe von mindestens zehn Zentimetern einzuhalten ist,
bb) eine Beweidung, der Einsatz von Düngern aller Art und die Nachsaat von Grünland unzulässig ist,
cc) ab einem Nutzerwechsel, spätestens aber ab dem Jahre 2008, die Nutzung zwischen dem15. Juni und dem 31. August eines Jahres unzulässig ist;
die in § 3 Abs. 2 Nr. 2 genannte Waldgesellschaft zu erhalten ist,
Kahlschläge größer als 1 Hektar unzulässig sind,
nur Baumarten der potenziell natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen;
ein Fischbesatz nur mit heimischen Fischarten erfolgt,
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass diese in der Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni eines Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
die Anlage von Kirrungen außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und der in § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Lebensraumtypen. Unzulässig bleibt die Anlage von Wildfütterungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen;
für den Bereich des Schiffs- und Bootsverkehrs:
die Nutzung des Sportparkgrabens als Zufahrt zur Havel von der Vereinssportanlage aus,
die Nutzung des Havelarms bei Neuendorf (Stuhlgraben) als Zufahrt zur Havel sowie das Befahren der Plane im Abschnitt Brücke Schmöllner Weg - Mündung Sandfurthgraben im Rahmen des Gemeingebrauchs nach § 43 Abs. 1 des Brandenburgischen Wassergesetzes,
die Ausübung des Kanusports mit der Maßgabe, dass aa) das Befahren der Plane im Abschnitt Mündung Sandfurthgraben bis zur Grenze des Naturschutzgebietes bei der Brücke Wilhelmsdorfer Landstraße ohne Halt erfolgt, keine Großraumkanadier (ab acht Personen) eingesetzt und die Ufer beidseitig nicht betreten werden, bb) das Befahren des Sandfurthgrabens
nur bei einem Mindestwasserstand von 30 Zentimetern gestattet ist, wobei der Wasserstand an einem Lattenpegel an der Oberwasserseite der Brücke am Sandfurthweg abzulesen ist,
mit Kanadiern nicht zulässig ist,
nur flussabwärts erfolgt,
ohne Halt erfolgt und die Ufer beidseitig nicht betreten werden;
die im Sinne des § 10 des Brandenburgischen Straßengesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, die im Sinne des § 78 des brandenburgischen Wassergesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer, die ordnungsgemäße Unterhaltung sonstiger rechtmäßig bestehender Anlagen sowie die ordnungsgemäße Unterhaltung der Bundeswasserstraßen, sofern sie den gesetzlichen Umfang nicht überschreitet, jeweils im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
durch eine gezielte Grünlandauflassung soll die Entwicklung von Weichholzauenwald unterstützt werden (zum Beispiel in der Flur 94);
die Orchideenstandorte im Gebiet sollen gepflegt werden;
die nicht der potenziell natürlichen Vegetation entsprechenden Baumarten (Eschenahorn, Kanadische Pappel) sollen langfristig entnommen werden.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Stadthavel“ vom 19. Dezember 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 250 Hektar. Es umfasst folgende Flächen der Stadt Brandenburg in der Gemarkung Stadt Brandenburg an der Havel:
Flur 92: 24 teilweise; 33 bis 64; 65 teilweise; 67 teilweise; 69 teilweise; 74 bis 82; 83/2; 85/2; 86/2; 87/2; 88/2; 89/2; 90/2; 91; 92/2; 93/2; 94/1; 94/2; 95/2; 96/1; 96/2; 97/2; 98; 99/2;100/1 teilweise; 101/2; 102; 103; 104/2; 105; 106/1; 106/2;107/1; 107/2; 108/2; 111/2;113/3;113/4; 114/2; 115/2; 116; 119/2; 120/2; 121/2; 122 bis 125; 126/1; 126/2; 127 bis 160;161/2; 162/2; 164/2; 167 bis 169; 170/1; 171 bis 176; 177/2; 179/2; 180;181/2; 182; 183;185; 186/2; 187/2; 189/2; 190/2; 191/2; 192/2; 193/2; 194/2; 195/2;196/2; 198/2; 199/2; 200 teilweise; 201 bis 203; 204/1; 204/2; 205/1; 205/2; 206/1; 206/2; 207/2; 208/2; 209/1; 209/2; 210/2; 211/1; 211/2; 212/2; 213/1; 213/2; 214; 215; 216/2; 217/2; 218/2; 219/2; 220/2; 221/2; 222 bis 225; 226/2; 228/2 teilweise; 229/2 teilweise; 230; 231 teilweise; 232; 233 teilweise; 235/2 teilweise; 236 teilweise; 238/2 teilweise; 383; 384; 398;
Flur 93: 18 teilweise; 19 teilweise; 20; 21; 26 teilweise; 27; 29 bis 45; 46/1; 47 bis 50; 51 teilweise; 89; 91
Flur 94: 1; 2/1; 2/2; 3 bis 111; 112 teilweise; 113 bis 124; 125 teilweise; 126 teilweise;
Flur 97: 29/1 teilweise; 29/4 teilweise;
Flur 116: 4 teilweise; 6 teilweise;
Flur 118: 67; 92/2 teilweise; 95/1 teilweise; 103; 115 teilweise; 117; 119/3 teilweise; 120 teilweise; 199; 200/6 teilweise; 201; 204 teilweise; 205 teilweise; 207 teilweise; 208/2 teilweise; 209; 210; 211/4; 212 bis 225; 226 teilweise; 227 bis 230; 264 teilweise;
Flur 119: 1/1; 2/1; 3/1; 4/1; 5/1; 9/1 teilweise; 12/3; 12/5; 12/6; 14/1 teilweise; 15 teilweise; 40/3 teilweise; 42/16 teilweise; 43/7; 44/3 teilweise; 45/1 teilweise; 46/1 teilweise; 47/3; 52/15 teilweise; 54 teilweise; 55 teilweise; 56/1 teilweise; 57/1 teilweise; 61/1 teilweise; 62 teilweise; 74 teilweise; 151; 158 bis 162; 255 teilweise; 277 teilweise; 285 teilweise; 295 teilweise; 298; 299; 367 teilweise; 369.