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Timestamp: 2016-10-20 19:39:20
Document Index: 245127240

Matched Legal Cases: ['Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'BGE', 'BGE', 'Art. 146', 'BGE', 'Art. 146', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95']

6B_518/2012 (05.02.2013)
6B_518/2012
Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Altst�tten, Luchsstrasse 11, 9450 Altst�tten SG,
Betrug, Urkundenf�lschung; Willk�r,
Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom 8. Mai 2012.
Der Anklageschrift vom 30. Dezember 2010 liegt folgender Sachverhalt zugrunde: X.________ veranlasste A.________ mit falschen Angaben und unter Verwendung eines falschen Namens, ihm insgesamt Fr. 3'600.-- (Fr. 100.-- anfangs Oktober 2006, Fr. 3'000.-- am 11. Oktober 2006 und Fr. 500.-- am 29. Oktober 2006) sowie EUR 28'000.-- (EUR 3'000.-- am 14. Oktober 2006, EUR 7'000.-- am 14. November 2006 und EUR 18'000.-- am 30. November 2006) als Darlehen zu �bergeben. Bez�glich der EUR 3'000.-- gab er als Zahlungsgrund an, sein verunfallter Onkel ben�tige das Geld dringend f�r eine Operation in Mazedonien. F�r die �bergabe der EUR 7'000.-- machte er geltend, er m�sse in Mazedonien ins Gef�ngnis, wenn er diesen Betrag nicht bezahle. Hinsichtlich der EUR 18'000.-- erkl�rt er, ein Albaner verlange wegen eines Streits Geld von ihm, ansonsten dieser ihn umbringe. In Wirklichkeit wollte X.________ das Geld f�r seine pers�nlichen Bed�rfnisse erh�ltlich machen. Entgegen seinen Versprechen hatte er nie die Absicht, die Darlehen zur�ckzuzahlen. A.________ lernte X.________ anfangs Oktober 2006 �ber die Bekannte B.________ kennen, welcher sie bereits mehrfach Geld geliehen und - wenn auch in einem Fall nur mittels Betreibung - immer zur�ckerhalten hatte. B.________ stellte ihr X.________ als guten Freund vor, dem sie vertrauen k�nne. Zwischen A.________ und X.________ entwickelte sich rasch eine enge Beziehung. A.________ war in X.________ verliebt. Dieser t�uschte ihr vor, sie ebenfalls zu lieben. Er setzte sie unter massiven Druck. Ihre Bem�hungen, die Darlehen zu belegen, unterlief er durch Liebesbeteuerungen und Zerreden von Zweifeln, sp�ter durch Drohungen und Liebesentzug.
Das Kreisgericht Rheintal sprach X.________ am 4. Mai 2011 des mehrfachen Betrugs und der Urkundenf�lschung schuldig. Im Sachverhaltskomplex betreffend die �bergabe der EUR 18'000.-- gelangte es zu einem Freispruch. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Gegen dieses Urteil legten X.________ Berufung und die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung ein.
Das Kantonsgericht St. Gallen erkl�rte X.________ am 8. Mai 2012 bez�glich der �bergabe der Fr. 3'000.-- vom 11. Oktober 2006 des Betrugs schuldig und auferlegte ihm eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagess�tzen zu je Fr. 70.--. Hinsichtlich der anfangs Oktober 2006 ausgeh�ndigten Fr. 100.-- stellte es das Verfahren ein. In den �brigen Anklagepunkten sprach es X.________ frei.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil vom 8. Mai 2012 aufzuheben und die Strafsache zwecks Schuldspruchs bez�glich der �bergebenen EUR 3'000.--, EUR 7'000.-- sowie EUR 18'000.-- und angemessener Bestrafung an das Kantonsgericht zur�ckzuweisen.
Das Kantonsgericht und X.________ beantragen die Abweisung der Beschwerde.
1.1 Die Vorinstanz h�lt f�r erwiesen, dass die Privatkl�gerin dem Beschwerdegegner am 11. Oktober 2006 ein Darlehen �ber Fr. 3'000.-- gew�hrte und ihm Ende Oktober 2006 Fr. 500.-- zum Geburtstag schenkte (Urteil S. 7 ff. und 10 f.). Ob sie diesem auch die EUR 3'000.--, EUR 7'000.-- und EUR 18'000.-- �bergab, l�sst die Vorinstanz offen. Sie verneint ein Vertrauensverh�ltnis, da die Privatkl�gerin den Beschwerdegegner erst Tage zuvor kennengelernt habe (Urteil S. 10). Ihre Gef�hle f�r diesen h�tten sie nicht davon abgehalten, seine Angaben teilweise zu �berpr�fen (Urteil S. 12). In ihrer Stellungnahme vor Bundesgericht (S. 2) argumentiert die Vorinstanz zudem, die Privatkl�gerin habe bestritten, in den Beschwerdegegner verliebt gewesen zu sein.
Die Vorinstanz erw�gt hinsichtlich der EUR 3'000.-- und EUR 7'000.--, die Privatkl�gerin h�tte sich durch �berpr�fen der falschen Angaben mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit selbst sch�tzen k�nnen bzw. den Irrtum durch ein Minimum zumutbarer Vorsicht vermeiden k�nnen. Die Tatbestandsvoraussetzung der Arglist sei nicht erf�llt (Urteil S. 9 f. und 11 f.). Bez�glich der EUR 18'000.-- spricht sie den Beschwerdegegner mit der Begr�ndung frei, er habe die Privatkl�gerin �ber seinen R�ckzahlungswillen nicht get�uscht. Auch sei ungekl�rt, ob hinsichtlich der Verwendung des Geldes eine T�uschung vorliege. Fest stehe, dass die Privatkl�gerin, welche um die finanziellen M�glichkeiten des Beschwerdegegners wusste, nicht damit gerechnet habe, dass dieser das Geld werterhaltend anlegen w�rde. Dass die Einbringlichkeit der Forderung stark gef�hrdet gewesen sei, habe ihr bekannt sein m�ssen. Damit liege kein Verm�gensschaden vor, der auf eine T�uschung zur�ckzuf�hren sei (Urteil S. 13).
1.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung und eine Verletzung von Art. 146 Abs. 1 StGB. Aufgrund der unwahren Liebesbeteuerungen des Beschwerdegegners habe ein Vertrauensverh�ltnis bestanden. Die Privatkl�gerin habe bestritten, in den Beschwerdegegner verliebt gewesen zu sein, weil sie sich gesch�mt habe (Beschwerde S. 6-8). Die Vorinstanz lege den Begriff der Arglist falsch aus (Beschwerde S. 8-14) und verneine f�r die EUR 18'000.-- zu Unrecht eine T�uschung (Beschwerde S. 12 f.).
1.3 Der Beschwerdegegner schliesst sich in seiner Vernehmlassung der Argumentation der Vorinstanz an.
2.1 Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erf�llt, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtm�ssig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdr�ckung von Tatsachen arglistig irref�hrt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Verm�gen sch�digt.
2.2 Ob eine T�uschung arglistig im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist, beschl�gt eine Rechtsfrage. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn der T�ter ein ganzes L�gengeb�ude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein L�gengeb�ude liegt vor, wenn mehrere L�gen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterh�ltigkeit zeugen, dass sich selbst eine kritische Person t�uschen l�sst. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausn�tzen von Begebenheiten, die allein oder gest�tzt auf L�gen oder Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezuf�hren. Arglist wird auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren �berpr�fung nicht oder nur mit besonderer M�he m�glich oder nicht zumutbar ist, und wenn der T�ter das Opfer von der m�glichen �berpr�fung abh�lt oder nach den Umst�nden voraussieht, dass dieses die �berpr�fung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverh�ltnisses unterlassen werde. Arglist scheidet aus, wenn der Get�uschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit h�tte vermeiden k�nnen (zum Ganzen BGE 135 IV 76 E. 5.2 mit Hinweisen).
2.3 Als T�uschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung �ber objektiv feststehende, vergangene oder gegenw�rtige Tatsachen hervorzurufen, wobei auch gegenw�rtige innere Tatsachen t�uschungsrelevant sein k�nnen (BGE 135 IV 76 E. 5.1 mit Hinweisen). Die T�uschung im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB kann durch konkludentes Verhalten erfolgen (BGE 127 IV 163 E. 2b). Wer einen Darlehensvertrag abschliesst und bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht gewillt ist, der R�ckzahlungspflicht nachzukommen, t�uscht �ber seinen Leistungswillen. Die Vorspiegelung des Leistungswillens ist grunds�tzlich arglistig im Sinne von Art. 146 StGB, weil sie eine innere Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht direkt �berpr�ft werden kann. Arglist scheidet indes aus, soweit die Behauptung des Erf�llungswillens mittels Nachforschungen �ber die Erf�llungsf�higkeit �berpr�fbar ist und sich aus der m�glichen und zumutbaren Pr�fung ergeben h�tte, dass der andere zur Erf�llung klarerweise nicht f�hig ist. Wer zur Erf�llung ganz offensichtlich nicht f�hig ist, kann auch keinen ernsthaften Erf�llungswillen haben (BGE 118 IV 359 E. 2 mit Hinweisen; Urteil 6S.414/2004 vom 28. Februar 2005 E. 2.2). Auf das Fehlen des Erf�llungswillens kann unter Umst�nden auch geschlossen werden, wenn die betreffende Person in der Vergangenheit schon wiederholt die von ihr eingegangenen Pflichten nicht erf�llt hat, z.B. bei derselben Unternehmung mehrmals Waren bestellt hat, ohne je zu zahlen (BGE 118 IV 359 E. 2).
3.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt zu Recht, die Vorinstanz argumentiere widerspr�chlich, wenn sie hinsichtlich der EUR 18'000.-- eine T�uschung �ber den Leistungswillen verneint (Beschwerde S. 13). Der Beschwerdegegner unterzeichnete bez�glich der Fr. 3'000.-- ein Schreiben vom 11. Oktober 2006 mit dem falschen Familiennamen "Berischa". Die Vorinstanz anerkennt, dass er sich dadurch der Identifizierung sowie der R�ckverfolgbarkeit durch die Privatkl�gerin entziehen wollte. Sie schliesst daraus, dass er keinen R�ckzahlungswillen hatte. Zwar sei der Privatkl�gerin im Zeitpunkt der Geld�bergabe bekannt gewesen, dass dieser arbeitslos war und Geld brauchte. Trotzdem habe sie darauf vertrauen d�rfen, dass er ihr das Geld zur�ckgebe, da er jung und grunds�tzlich arbeitsf�hig war (Urteil S. 8). Die Privatkl�gerin habe auch bei sp�teren Geld�bergaben darauf vertraut, dass sie ihr Geld zur�ckerhalten werde (Urteil S. 10). Die Vorinstanz weist zudem darauf hin, dass der Beschwerdegegner dieser versprochen haben soll, bei der n�chsten Gelegenheit arbeiten zu gehen, einen Kredit von ca. Fr. 50'000.-- aufzunehmen und s�mtliche Darlehen zur�ckzuzahlen (Urteil S. 11). Er nahm in der Folge tats�chlich eine Erwerbst�tigkeit auf. Wer solchen unwahren Beteuerungen eines in Wirklichkeit von vornherein nicht zahlungswilligen T�ters Glauben schenkt, unterliegt einem Irrtum, der f�r die sch�digende Verm�gensdisposition (Gew�hrung des Darlehens) entscheidend sein kann. Eine andere Frage ist, ob die T�uschung auch arglistig war. Hierf�r w�re nach der Rechtsprechung u.a. zu pr�fen, ob der Beschwerdegegner zur R�ckzahlung auch zu einem sp�teren Zeitpunkt ganz offensichtlich nicht f�hig war und die Privatkl�gerin h�tte erkennen m�ssen, dass dieser keinen ernsthaften Erf�llungswillen hatte (vgl. BGE 118 IV 359 E. 2). Davon kann unter den erw�hnten Umst�nden nicht ohne Weiteres ausgegangen werden. Zumindest eine Teilr�ckzahlung erschien nicht ausgeschlossen. Vom Wissen um die bloss m�gliche Uneinbringlichkeit der Forderung muss folglich nicht zwingend auf den fehlenden Leistungswillen geschlossen werden, da der Darlehensgeber damit lediglich das Insolvenzrisiko akzeptiert. Eine T�uschung und ein Verm�gensschaden sind hingegen auch zu bejahen, wenn der T�ter das Darlehen unabh�ngig von seinen sp�teren finanziellen M�glichkeiten nicht zur�ckzahlen will.
3.2 Zu ber�cksichtigen ist vorliegend, dass der Beschwerdegegner die Privatkl�gerin nicht nur �ber seinen Leistungswillen, sondern auch �ber das Vorliegen der Zwangssituationen get�uscht haben soll (Anklageschrift S. 5 und 23). Die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, wenn sie bez�glich der EUR 18'000.-- nur den Irrtum �ber den Leistungswillen pr�ft und ohne weitere Begr�ndung als ungekl�rt bezeichnet, ob der Beschwerdegegner die Privatkl�gerin auch hinsichtlich der Verwendung des Geldes t�uschte (vgl. Urteil S. 12). Der Beschwerdegegner will von der Privatkl�gerin nie ein Darlehen von EUR 18'000.-- erhalten haben. Die Vorinstanz l�sst diese Frage offen und geht f�r die Pr�fung der arglistigen T�uschung von der Hypothese aus, die Geld�bergabe habe tats�chlich stattgefunden. Der Beschwerdegegner machte erwiesenermassen verschiedentlich falsche Angaben. Er bestritt zudem, dass ein Onkel von ihm im Oktober 2006 operiert wurde, und stellte die Probleme mit dem serbischen Polizisten in Abrede (kant. Akten, Urk. E/4 S. 6 und 10). Einen Streit mit einem Albaner machte er zu seiner Entlastung soweit aktenkundig nicht geltend. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Vorinstanz bei dieser Sachlage offen l�sst, ob sich dieser tats�chlich in einer bedrohlichen Situation befand und die Privatkl�gerin �ber das Motiv der Geld�bergabe folglich nicht t�uschte.
3.3.1 Dem Beschwerdegegner wird vorgeworfen, er habe der Privatkl�gerin bewusst vorget�uscht, sie zu lieben, um sie emotional an sich zu binden und Geld von ihr verlangen zu k�nnen. Sowohl der Beschwerdegegner als auch B.________ gaben an, die Privatkl�gerin sei in den Beschwerdegegner verliebt gewesen. Die Privatkl�gerin weigerte sich im Berufungsverfahren anf�nglich, Fragen betreffend ihre Beziehung zum Beschwerdegegner zu beantworten. Sie gestand in der Folge jedoch ein, sie h�tten etwas miteinander gehabt. Es sei auch einmal zum Geschlechtsverkehr gekommen. Der Beschwerdegegner habe ihr immer wieder gesagt, er liebe sie. Sie habe ihm wahrscheinlich geglaubt. Das Geld habe sie ihm aber nicht gegeben, weil sie etwas mit ihm gehabt habe, sondern weil sie helfe, wenn jemand in Not sei (kant. Akten, B/20 S. 7). Sie gab weiter an, es sei m�glich, dass sie den Beschwerdegegner auch "Schatz" genannt habe, wof�r sie sich heute sch�me. Vielleicht habe sie irgendwann Gef�hle entwickelt, auch wenn sie nicht verliebt gewesen sei. Sie betonte auch in diesem Zusammenhang, dass sie sich heute daf�r sch�me (kant. Akten, Urk. B/20 S. 8). Auch B.________ soll der Privatkl�gerin den Eindruck vermittelt haben, sie k�nne dem Beschwerdegegner vertrauen. Die vorinstanzliche W�rdigung basiert auf den Aussagen der Privatkl�gerin.
3.3.2 Die Privatkl�gerin durfte dem Beschwerdegegner unter den von ihr geschilderten Umst�nden gr�sseres Vertrauen entgegenbringen. Liebesbeteuerungen sind geeignet, jemanden zur Annahme zu verleiten, die betreffende Person sei ihm gutgesinnt. Die Vorinstanz stellt zu Unrecht auf die Dauer der Beziehung ab und darauf, ob die Privatkl�gerin in den Beschwerdegegner "verliebt" und diesem "geradezu h�rig" war. Entscheidend ist, ob eine enge pers�nliche oder gar intime Beziehung vorlag und es der Privatkl�gerin aufgrund der emotionalen Einbindung schwerer fiel, dem Beschwerdegegner zu misstrauen. Die Beschwerdef�hrerin wendet zudem zutreffend ein, dass der Beschwerdegegner die Privatkl�gerin auch mit den falschen Liebeserkl�rungen t�uschte (vgl. Beschwerde S. 6). Wohl gab die Privatkl�gerin an, sie habe dem Beschwerdegegner nicht Geld gegeben, weil sie eine Liebesbeziehung mit diesem gehabt habe, sondern weil dieser in Not gewesen sei. F�r die Frage der T�uschung sind die gesamten Umst�nde relevant. Entscheidend ist, dass die Privatkl�gerin in Kenntnis der wahren Verh�ltnisse (kein R�ckzahlungswille, keine Notsituation, vorget�uschtes Liebesverh�ltnis) das Insolvenzrisiko nicht auf sich genommen und dem Beschwerdegegner kein Darlehen gew�hrt h�tte.
3.4.1 Bei der Pr�fung der Arglist ist nach der Rechtsprechung nicht darauf abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die T�uschung reagiert h�tte. Vielmehr ist die Lage und Schutzbed�rftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu ber�cksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass der Gesch�digte die gr�sstm�gliche Sorgfalt walten l�sst und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn grundlegendste Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet werden. Entsprechend entf�llt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrl�ssigkeit des Get�uschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betr�gerische Verhalten des T�ters in den Hintergrund treten l�sst (BGE 135 IV 76 E. 5.2 mit Hinweisen). Je gr�sser mit anderen Worten der vom T�ter betriebene T�uschungsaufwand ist, umso weniger kann dem Gesch�digten vorgeworfen werden, er h�tte die T�uschung erkennen m�ssen (Urteil 6S.168/2006 vom 6. November 2006 E. 2.3). Ein erheblich naives Verhalten f�hrt nicht zwingend zur Straflosigkeit des T�ters (BGE 135 IV 76 E. 5.3; Urteile 6B_1076/2009 vom 22. M�rz 2010 E. 6.4; 6P.133/2005 vom 7. Juni 2006 E. 15.4.5). Richtet sich dieser gezielt an gesch�ftsunerfahrene und schutzbed�rftige Personen, sind an die Opfermitverantwortung keine hohen Anforderungen zu stellen (Urteil 6B_609/2011 vom 23. Februar 2012 E. 4.3.3). Auch lassen Zweifel des Gesch�digten an den Vorbringen des T�ters die Arglist nicht zwingend entfallen (Urteile 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 6.4; 6B_872/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 5.3; 6S.168/2006 vom 6. November 2006 E. 2.3). Dem ist insbesondere Rechnung zu tragen, wenn der T�ter eine besondere Notlage vort�uscht sowie an die Hilfsbereitschaft des Get�uschten appelliert und es folglich nicht um ein lukratives Gesch�ftsangebot geht, das dieser annehmen oder bei Zweifeln besser ablehnen sollte.
3.4.2 Die Begr�ndung der Vorinstanz, weshalb bez�glich der EUR 3'000.-- und EUR 7'000.-- eine arglistige T�uschung zu verneinen ist, h�lt vor Bundesrecht nicht stand. Sie l�sst unber�cksichtigt, dass der Beschwerdegegner die Privatkl�gerin gem�ss der Anklage intensiv und in mehrfacher Hinsicht t�uschte, und dass es ihm gelang, ihre Zweifel zu zerstreuen. Nicht ersichtlich ist, weshalb die Privatkl�gerin daraus, dass Halter des vom Beschwerdegegner benutzten Fahrzeugs ein gewisser C.________ war, zwingend auf einen fehlenden Zahlungswillen und einen Betrug h�tte schliessen m�ssen (Urteil S. 12). Gleiches gilt f�r die Erkenntnis, dass sich keine Person mit dem Namen "Berischa" im Spital Rorschach befand (Urteil S. 9 f.; Beschwerde S. 8 f.). Die Vorinstanz wirft der Privatkl�gerin vor, sie h�tte den Irrtum durch minimale Vorsichtsmassnahmen vermeiden k�nnen, wenn sie beispielsweise einen Ausweis des Beschwerdegegners oder ein schriftliches R�ckzahlungsversprechen eingefordert h�tte (Urteil S. 10 und 12). Damit h�tte sie vor allem die Zwangsvollstreckung ihrer Forderung erleichtern k�nnen. Hingegen weist die Vorinstanz selber darauf hin, dass die Kenntnis des richtigen Familiennamens die Privatkl�gerin nicht von der Geld�bergabe abgehalten h�tte, da sich beide Namen neutral auf ihr Vertrauen ausgewirkt h�tten. Keiner der beiden Namen sei geeignet gewesen, falsche Vorstellungen oder Erwartungen in Bezug auf den R�ckzahlungswillen oder die R�ckzahlungsf�higkeit zu erwecken (Urteil S. 8). Dass die Privatkl�gerin die Ausweispapiere des Beschwerdegegners erst anl�sslich der �bergabe der EUR 18'000.-- verlangte und kein schriftliches R�ckzahlungsversprechen einforderte, begr�ndet noch keine Leichtfertigkeit. Welche weiteren Abkl�rungen sie in der konkreten Situation mit ihren F�higkeiten und Kenntnissen zwecks Vermeidung des Irrtums h�tte vornehmen k�nnen, legt die Vorinstanz nicht dar. Ebenso wenig zeigt sie auf, weshalb die Privatkl�gerin die T�uschung �ber das Vorliegen einer Notlage und den R�ckzahlungswillen aufgrund der konkreten Umst�nde unabh�ngig davon h�tte erkennen m�ssen. Die Vorinstanz geht zu Recht nicht davon aus, die Gew�hrung eines ungesicherten Darlehens an eine befreundete Person in Not und das Vertrauen auf die (sp�ter objektiv m�gliche) R�ckzahlung seien generell leichtfertig und verdienten keinen strafrechtlichen Schutz.
3.5 Die R�gen der Beschwerdef�hrerin sind begr�ndet. Die Vorinstanz stellt in tats�chlicher Hinsicht - abgesehen von den offengelassenen Punkten und der Frage, ob die Privatkl�gerin in den Beschwerdegegner verliebt war oder nur Gef�hle f�r diesen hatte - scheinbar auf den Anklagesachverhalt ab. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdegegners betrafen die Einw�nde der Beschwerdef�hrerin in erster Linie Rechtsfragen, welche das Bundesgericht frei pr�ft (Art. 95 BGG). Die Vorinstanz wird f�r die abschliessende W�rdigung den rechtserheblichen Sachverhalt neu feststellen m�ssen. In diesem Zusammenhang wird sie sich auch mit den tats�chlichen Einw�nden des Beschwerdegegners zu befassen haben. An dieser Stelle braucht darauf nicht eingegangen zu werden.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, Dispositiv-Ziff. 3 des Urteils des Kantonsgerichts St. Gallen vom 8. Mai 2012 bez�glich der Freispr�che in den Anklagesachverhalten 2.2.1 lit. c, lit. e und lit. f aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.