Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_gandower_schweineweide
Timestamp: 2020-02-23 20:18:52
Document Index: 34742294

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 5']

(GVBl.II/03, [Nr. 04], S.70)
geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 8. Dezember 2017
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Prignitz wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Gandower Schweineweide“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 79 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Lenzen Gandow 3;
Lenzen Lenzen 23, 24;
Lanz Wustrow 2.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführte Übersichtskarte im Maßstab 1 : 50 000 und die in Nummer 2 aufgeführte topografische Karte im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 3 aufgeführten vier Flurkarten mit den Blattnummern 1 bis 4. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage 3 beigefügt, die gemäß Absatz 3 hinterlegt wird.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das die charakteristisch ausgebildete, alte Kulturlandschaft des Elbtalrandes mit vielfältigen Standortsverhältnissen und dem landschaftstypischen Mosaik aus kleinflächigen, strukturreichen und vielfältig ausgebildeten Bereichen der Elbaue mit der Löcknitz und den angrenzenden Dünen umfasst, ist
als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Gewässer, lückigen Sandmagerrasen, des extensiv genutzten Grünlandes feuchter und mittlerer Standorte und der naturnahen und strukturreichen Erlen-Eschen- und Eichenmisch-Wälder,
als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere Säugetiere, störungsempfindliche Vogelarten, Amphibien, Fische, Heuschrecken und Libellen;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Gemeine Grasnelke (Armeria elongata), Heidenelke (Dianthus deltoides), Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungsgebiet wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, wie beispielsweise Fledermäuse, Grauammer (Miliaria calandra), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Wendehals (Jynx torquilla), Nachtigall (Luscinia megarhynchos), Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix) und Beutelmeise (Remiz pendulinus);
die Erhaltung und Entwicklung der Löcknitz, ihrer Altarme und Altwässer sowie ihrer Ufer als naturnah strukturierte, weitgehend der natürlichen Dynamik unterliegende Gewässer mit einer guten Wasserqualität;
die Erhaltung der naturnahen und strukturreichen Wälder sowie die Entwicklung der naturfernen Forste zu naturnahen, an der potenziell natürlichen Vegetation orientierten Mischwäldern, insbesondere die naturnahe Entwicklung auf den wasserbeeinflussten Standorten;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Bestandteil des Biotopverbundes in der Elbniederung.
des Gebietes als Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Unteres Elbtal“ nach der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (ABl. EG Nr. 103 S. 1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/49/EG vom 29. Juli 1997 (ABl. EG Nr. L 233 S. 9) - Vogelschutz-Richtlinie - in seiner Funktion als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie, beispielsweise Eisvogel (Alcedo atthis), Heidelerche (Lullula arborea), Neuntöter (Lanius colluro) und Rotmilan (Milvus milvus) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope;
des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Gandower Schweineweide“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii), Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber), Bitterling (Rhodeus amarus) und Steinbeißer (Cobitis taenia) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
mit Kraftfahrzeugen außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straße und Wege zu fahren oder Fahrzeuge dort abzustellen, zu warten oder zu pflegen;
auf Acker in einem zehn Meter breiten Randstreifen im Übergang zu Gewässern kein Dünger ausgebracht werden darf,
Kahlhiebe in den Kiefernrein- und Mischbeständen nur bis 0,5 Hektar zulässig sind,
die in § 3 Abs. 2 Nr. 2 und 3 genannten Waldgesellschaften nur einzelstammweise oder horst- bis gruppenweise genutzt werden,
Totholz mit mehr als 20 Zentimetern Durchmesser sowie Bäume mit Horsten und Höhlen nicht entfernt werden,
im Zeitraum vom 1. Februar bis 30. Juni jeden Jahres sämtliche Aktivitäten auf die in der topografischen Karte im Maßstab 1 : 10 000 nach § 2 Abs. 2 dargestellten Abschnitte der Löcknitz beschränkt bleiben,
bei Fischbesatz ausschließlich einheimische Fischarten eingebracht werden;
ortsunveränderliche jagdliche Einrichtungen für die Ansitzjagd nur mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde errichtet werden. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind freigestellt. Unzulässig bleibt die Anlage von Kirrungen innerhalb gesetzlich geschützter Biotope, die Anlage von Ansaatwildwiesen und Wildäckern sowie die Prüfung von Hunden;
an der Löcknitz sowie ihren Altarmen und Altwässern soll ein beidseitig durchgehender Uferrandstreifen entwickelt werden. Dazu sollen insbesondere die auf den Karten nach § 2 Abs. 2 gekennzeichneten Flächen als extensives Grünland genutzt werden sowie standortgerechte und heimische Gehölze gepflanzt werden;
Acker soll in Grünland umgewandelt werden;
insbesondere in naturnahen Waldbeständen wird eine Naturverjüngung angestrebt;
die Vorwaldbereiche auf dem Flurstück 71 der Flur 3, Gemarkung Gandow, sollen der Eigenentwicklung überlassen bleiben;
nicht genutzte Flächen außerhalb des Waldes sollen bei Bedarf durch Mahd oder Beweidung sowie Entfernung von Gehölzaufwuchs offen gehalten werden.
(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b bis d, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.
(2) Gleichzeitig tritt der Beschluss Nr. 89 des Bezirkstages Schwerin vom 15. Mai 1990 über die Festsetzung des Naturschutzgebietes „Gandower Schweineweide“ außer Kraft.
Titel: Anlage zur Verordnung für das Naturschutzgebiet „Gandower Schweineweide“
L2934 unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR)
2. Topografische Karte im Maßstab 1 : 10 000
2935-NW unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des MLUR
3. Flurkarte
Titel: Anlage zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Gandower Schweineweide“
1 Gandow 3 2 500 unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des MLUR
2 Lenzen 23 3 000 unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des MLUR
3 Lenzen 24 3 000 unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des MLUR
4 Wustrow 2 3 000 unterzeichnet am 7. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Hastedt, Siegelnummer 39 des MLUR