Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/die-kleingartenanlage-zwischenpachtvertrag-3134281
Timestamp: 2019-10-22 08:50:08
Document Index: 91871778

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 109', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 9', '§ 10', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 10', 'BGH']

§ 10 Abs. 3 BKlein­gG fin­det auf den Fall, dass der Zwi­schen­pacht­ver­trag vom Zwi­schen­päch­ter gekün­digt wird, weder direkt noch ana­log Anwen­dung. Dies gilt auch dann, wenn die Kün­di­gung gemäß § 109 Abs. 1 Satz 1 InsO durch den Insol­venz­ver­wal­ter über das Ver­mö­gen des Zwi­schen­päch­ters erfolgt 1.
Gemäß § 10 Abs. 3 BKlein­gG tritt im Fal­le der Kün­di­gung des Zwi­schen­pacht­ver­trags durch den Haupt­ver­päch­ter die­ser in die Ver­trä­ge des Zwi­schen­päch­ters mit den Klein­gärt­nern (End­päch­tern) ein. Ist in die Ver­pach­tungs­ket­te ein wei­te­rer Zwi­schen­päch­ter (hier: der Zwi­schen­päch­ter) ein­ge­schal­tet, wird der Haupt­ver­päch­ter zum Ver­päch­ter der nächst nied­ri­ge­ren Stu­fe; er nimmt also kraft Geset­zes im Wege einer Aus­wech­se­lung der Ver­trags­par­tei die Stel­le des bis­he­ri­gen (erst­stu­fi­gen) Zwi­schen­päch­ters als Ver­päch­ter des wei­te­ren (zweit­stu­fi­gen) Zwi­schen­pacht­ver­trags ein 2.
§ 10 Abs. 3 BKlein­gG soll sicher­stel­len, dass die Klein­gärt­ner, die ihre Pflich­ten erfül­len, ihren Klein­gar­ten durch die Kün­di­gung nicht ver­lie­ren; sie sol­len nicht die Fol­gen tra­gen, die sich aus den Pflicht­ver­let­zun­gen des Zwi­schen­päch­ters erge­ben 3. Dem­entspre­chend beschränkt sich der Anwen­dungs­be­reich des § 10 Abs. 3 BKlein­gG auf die Fäl­le, in denen der Haupt­ver­päch­ter den Zwi­schen­pacht­ver­trag aus den Grün­den des § 10 Abs. 1 BKlein­gG (Pflicht­ver­let­zung des Zwi­schen­päch­ters oder Aberken­nung sei­ner klein­gärt­ne­ri­schen Gemein­nüt­zig­keit) kün­digt 4. Folg­lich gilt § 10 Abs. 3 BKlein­gG weder für Kün­di­gun­gen des Haupt­ver­päch­ters nach § 9 Abs. 1 BKlein­gG 5 noch für den Fall der Nich­tig­keit des Zwi­schen­pacht­ver­hält­nis­ses 6 noch für die Kün­di­gung des Zwi­schen­pacht­ver­trags mit dem Haupt­ver­päch­ter durch den Zwi­schen­päch­ter 7.
Soweit im Schrift­tum eine ana­lo­ge Anwen­dung von § 10 Abs. 3 BKlein­gG auf den Fall der ein­ver­nehm­li­chen Auf­he­bung des Zwi­schen­pacht­ver­trags befür­wor­tet wird 8, bedarf die­se Fra­ge hier kei­ner Ent­schei­dung, weil die Haupt­ver­päch­te­rin und der Bezirks­ver­band den zwi­schen ihnen geschlos­se­nen Haupt- (= Zwischen)Pachtvertrag nicht ein­ver­nehm­lich auf­ge­ho­ben haben, son­dern die­ser vom Insol­venz­ver­wal­ter des Bezirks­ver­bands gekün­digt wor­den ist.
In der Lite­ra­tur wird erwo­gen, dass die End­päch­ter (Klein­gärt­ner) bzw. der wei­te­re Zwi­schen­päch­ter (hier: der Zwi­schen­päch­ter) den Ein­wand der unzu­läs­si­gen Rechts­aus­übung erhe­ben kön­nen, wenn der Zwi­schen­pacht­ver­trag durch eine Kün­di­gung von Sei­ten des Zwi­schen­päch­ters been­det wird 9. Dabei geht es frei­lich um Fäl­le, in denen die Kün­di­gung des Haupt- (= Zwischen-)Pachtvertrags durch den Zwi­schen­päch­ter das Schutz­be­dürf­nis der End­päch­ter in treu­wid­ri­ger Wei­se außer Acht lässt. So liegt es hier aber nicht.
Der Umstand, dass im hier ent­schie­de­nen Fall das Gelän­de nach dem gül­ti­gen Bebau­ungs­plan nur für klein­gärt­ne­ri­sche Zwe­cke genutzt wer­den darf, steht dem Her­aus­ga­be­ver­lan­gen der Haupt­ver­päch­te­rin nicht ent­ge­gen. Denn sie ist nicht ver­pflich­tet, es gera­de dem Zwi­schen­päch­ter und sei­nen Mit­glie­dern zu über­las­sen; es steht ihr im Rah­men der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten viel­mehr frei, zu ent­schei­den, ob und an wen sie es zu wel­chen Bedin­gun­gen ver­pach­ten will 10. Wie das Beru­fungs­ge­richt zutref­fend aus­ge­führt hat, ist es für den Her­aus­ga­be­an­spruch der Haupt­ver­päch­te­rin auch ohne Bedeu­tung, dass die Stadt S. den Zwi­schen­päch­ter gebe­ten hat, "bis zur end­gül­ti­gen Klä­rung die­ser Ange­le­gen­heit" die Ver­wal­tung der Klein­gar­ten­flä­che zu über­neh­men. Dem tritt die Beschwer­de auch nicht ent­ge­gen.
Die Klein­gar­ten­an­la­ge – und der gekün­dig­te… § 10 Abs. 3 BKlein­gG fin­det auf den Fall, dass der Zwi­schen­pacht­ver­trag vom Zwi­schen­päch­ter gekün­digt wird, weder direkt noch ana­log Anwen­dung. Dies gilt auch dann,…
Anschluss an und Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 17.12 1992 – V ZR 254/​91, BGHZ 121, 88, 91[↩]
s. BGH, Urteil vom 02.10.1992 – V ZR 185/​91, BGHZ 119, 300, 302[↩]
s. Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zum Bun­des­klein­gar­ten­ge­setz, BT-Drs. 9/​1900, S. 17 [zu § 9 Abs. 3 BKleingG‑E] und Beschluss­emp­feh­lung und Bericht des Aus­schus­ses für Raum­ord­nung, Bau­we­sen und Städ­te­bau, BT-Drs. 9/​2232, S. 22 [zu § 9 Abs. 3 BKleingG‑E]; vgl. auch BVerfG, NJW 1998, 3559[↩]
BGH, Urteil vom 06.06.2002 – III ZR 181/​01, BGHZ 151, 71, 73 f; BGH, Urteil vom 02.10.1992 – V ZR 185/​91, BGHZ 119, 300, 303; s. auch BGH, Urteil vom 17.12 1992 – V ZR 254/​91, BGHZ 121, 88, 91; Mainczyk/​Nessler, BKlein­gG, 11. Aufl., § 10 Rn. 5c; Stang, BKlein­gG, 2. Aufl., § 10 Rn. 13 f[↩]
BGH, Urtei­le vom 06.06.2002 aaO; und vom 13.02.2014 – III ZR 250/​13, NZM 2014, 352, 355 Rn. 32; BGH, Urtei­le vom 02.10.1992 aaO S. 303 f; und vom 11.03.1994 – V ZR 282/​92, NJW-RR 1994, 779; Mainczyk/​Nessler aaO; Stang aaO Rn. 14; s. auch BVerfG aaO S. 3560[↩]
BGH, Urteil vom 03.04.1987 – V ZR 160/​85, BGHZ 101, 18, 22 f[↩]
s. BGH, Urteil vom 17.12 1992 aaO; Mainczyk/​Nessler aaO § 4 Rn. 35, 36 und § 10 Rn. 7; Stang aaO Rn. 13[↩]
Mainczyk/​Nessler aaO § 10 Rn. 6; Stang aaO Rn. 17[↩]
Mainczyk/​Nessler aaO § 4 Rn. 36 und § 10 Rn. 7; Stang aaO Rn.20[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 11.03.1994 aaO S. 780[↩]