Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201991,%20432
Timestamp: 2019-10-15 12:50:08
Document Index: 190301363

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 823', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 249']

Rechtsprechung: VersR 1991, 432 - dejure.org
https://dejure.org/1985,539
BGH, 05.02.1985 - VI ZR 198/83 (https://dejure.org/1985,539)
BGH, Entscheidung vom 05.02.1985 - VI ZR 198/83 (https://dejure.org/1985,539)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 1985 - VI ZR 198/83 (https://dejure.org/1985,539)
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Gesundheitsverletzung - Vorgeburtliche Gesundheitsverletzung - Schadensersatzanspruch - Kind - Verletzung - Mutter - Schwangerschaft - Verkehrsunfall - Unfall - Schock der Schwangeren - Schädigung der Leibesfrucht - Leibesfrucht
Zur Haftung bei einer durch einen Angriff auf die Psyche der Schwangeren vermittelten Verletzung der Leibesfrucht
MDR 1985, 563
VersR 1985, 499
Das Berufungsgericht geht davon aus, dass die Klägerin infolge des Unfalltodes ihres Sohnes einen so genannten Schockschaden erlitten hat, nämlich eine depressive Störung mit Krankheitswert, die nach Art und Schwere deutlich über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinausgeht, denen nahe Angehörige bei Todesnachrichten erfahrungsgemäß ausgesetzt sind (vgl. Senatsurteile BGHZ 56, 163, 164 ff. und 93, 351, 355 ff.).
Das ist in der Rechtsprechung des erkennenden Senats anerkannt (Senatsurteile v. 11. Mai 1971 - VI ZR 78/70 = VersR 1971, 905, 906 m.w.N.; insoweit nicht in BGHZ 56, 163 abgedruckt und vom 5. Februar 1985 - VI ZR 198/85 = BGHZ 93, 351, 355) und wird auch im übrigen nicht ernsthaft bezweifelt, soweit es um die Schädigung des am Unfall selbst Beteiligten geht.
Für seelisch bedingte Folgeschäden hat der Schädiger haftungsrechtlich auch dann grundsätzlich einzustehen, wenn sie auf einer psychischen Prädisposition oder sonst wie auf einer neurotischen Fehlverarbeitung beruhen, wobei einer solchen Haftung auch Grenzen gesetzt sind (vgl. BGH vom 30.04.1996 - VI ZR 55/95 - NJW 1996, 2425; vom 11.11.1997 - VI ZR 146/96 - VersR 1998, 200; s. auch BGH vom 05.02.1985 - VI ZR 198/83 - NJW 1985, 1390;… zur Kausalität bei sogenannten Mobbingfällen Sächsischen LAG vom 17.02.2005, aaO.; LAG Köln vom 13.01.2005 - 6 Sa 1154/04 - NZA RR 2005, 575; zu den beiden letztgenannten Entscheidungen kritisch Federhoff-Rink, FA 2005, 330).
Mit Recht geht das Berufungsgericht ferner davon aus, daß auch psychisch vermittelte Gesundheitsschäden, die Folge der Verletzungshandlung des Schädigers sind, unter die Ersatzpflicht der §§ 823, 847 BGB fallen, und zwar auch dann, wenn sie nicht auf unfallbedingte organische Schädigungen zurückzuführen sind (BGHZ 93, 351, 355; Senatsurteil vom 12. November 1985 - VI ZR 103/84 - VersR 1986, 240, 241 f).
Der Geschädigte muß daher in aller Regel auch den nach § 286 ZPO zu würdigenden Beweis erbringen, daß die behauptete Unrechtshandlung des in Anspruch genommenen Schädigers zu einer Rechtsverletzung geführt hat (vgl. BGHZ 51, 91, 104; 58, 48, 53; 93, 351, 354;… Baumgärtel/Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, 2. Aufl., § 823 Rdn. 7, 11;… Palandt/Heinrichs, BGB, 62. Aufl., Vor § 249 Rdn. 162).
Wird die Leibesfrucht im Mutterleibe durch Dritte geschädigt, stehen dem später Geborenen gegen den Schädiger eigene Schadensersatzansprüche zu (…BGH, Urt. v. 11.01.1972 - VI ZR 46/71 -, BGHZ 58, 48; BGH, Urt. v. 05.02.1985 - VI ZR 198/83 -, NJW 1985, 1390; Palandt / Heinrichs, BGB, § 1 RdNr. 5; Vorb. 72 vor § 249).
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