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Timestamp: 2017-02-20 08:45:27
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Matched Legal Cases: ['§265', '§270', '§274', '§265', '§270', '§274']

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Tj/Fragment 033 13
Untersuchte Arbeit:Seite: 33, Zeilen: 13-29
Quelle: Meier 1994Seite(n): 98, 101, Zeilen: S.98,1 und S.101,3-17, 21-25, 26-27,29
cc. Hoffmanns richterliche Arbeitsweise
Hoffmanns Tätigkeit als Richter wurde allseits positiv bewertet.79 Er galt als gründlich, präzise und würdevoll. Seine von außerordentlichem Scharfsinn geprägte Verhandlungsführung war vom Geist der Gesetze durchdrungen. Trotzdem ließ Hoffmann Teilnahme und Behutsamkeit nie vermissen.80
Hoffmann wurde so dem Geiste der Preußischen Criminalordnung (CrimO) gerecht, die von den Richtern bei der Vernehmung der Angeschuldigten größte Behutsamkeit und Sorgfalt (§265), Schonung und Gleichmut (§270) und die Trennung der erheblichen von den unerheblichen Umständen sowie die strikte Beachtung der in Frage stehenden Strafnorm (§274) verlangte. Obwohl Hoffmann sich bei seiner richterlichen Arbeitsweise von den Vorgaben der CrimO leiten ließ, ist sein Vorgehen durchaus als eine Ausnahme anzusehen. Die übermächtige Stellung des Inquirenten in der CrimO, die sich in der allumfassenden Verantwortung des Untersuchungsrichters widerspiegelt, führte nämlich dazu, dass immer mehr die Überführung durch Geständniserlangung statt die Erforschung der materiellen Wahrheit zum Ziel des Verfahrens wurde. In Folge dessen wurde der Angeschuldigte oft zum bloßen Objekt der Strafverfolgung.81
79 Vgl. unter anderem die Ausführungen von Helmina Chezy über Hoffmanns Verhandlungsfuhrung während des gegen sie laufenden Prozesses wegen Beleidigung (abgedruckt in Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 28ff.) und die Jahresberichte des Vizepräsidenten des Kammergerichts von Trützschler aus den Jahren 1816-1820 (abgedruckt in Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 27ff.).
80 Vgl. Trützschler Jahresbericht 1816, in: Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 30.
81 Vgl. dazu Schmidt, S. 272f.
1. Hoffmanns Untersuchungstätigkeit und Verhandlungsführung - seine richterliche Arbeitsweise
Faßt man diese Aussagen zusammen, ergibt sich das Bild eines Richters, der seine Verhandlungen und Untersuchungen gründlich, präzise und mit Würde durchführt, dabei mit außerordentlichem Scharfsinn vorgeht und vom Geist der Gesetze durchdrungen ist. Durch seine Vernehmungs- und Fragetechnik gelingt es ihm, den zu Verhörenden klare und wahre Antworten zu den wesentlichen Fragen zu entlocken, wobei ihm seine Teilnahme und Behutsamkeit helfen.21
Hoffmann erfüllt nach diesen Aussagen die Forderungen, die die preußische CrimO ihren Wortlaut nach an einen Richter stellt, nämlich bei der Vernehmung des Angeschuldigten mit größter Behutsamkeit und Sorgfalt vorzugehen (§265 CrimO), ihn ernsthaft und mit Schonung und Gleichmut zu behandeln und ggfs. aufzumuntern (§270) und bei der Untersuchung die erheblichen von den unerheblichen Umständen zu trennen sowie die in Betracht kommende Strafnorm und ihre tatbestandliche Ausprägung strikt zu beachten (§274). Diese, dem Schutz und den Interessen des Angeklagten im Verfahren dienenden Normen nahm Hoffmann demnach ernst und wurde so dem Geist der CrimO, [...], gerecht
Damit war er durchaus als eine Ausnahme, denn wegen der übermächtigen Stellung des Inquirenten in der CrimO wurde immer mehr die Überführung des Angeschuldigten durch Geständniserlangung statt der Erforschung der materiellen Wahrheit zum Ziel des Verfahrens, [...] Dies hatte seine Ursache in einer allumfassenden Verantwortung des Untersuchungsrichters, ohne daß dieser formalen Bindungen oder einem Zwang, sich mit Anträgen des Angeschuldigten auseinanderzusetzen unterlag, so daß der Angeschuldigte bloßes Objekt der Untersuchung war.25
25 Eb. Schmidt, Geschichte der Strafrechtspflege, S. 272f.
Gekürzt und zum Teil paraphrasierend, aber der Linie der Vorlage inhaltlich vollständig und in vielen Formulierungen folgend. Kein Hinweis auf eine Übernahme.
Der in Fußnote 79 gegebene Hinweis auf die "Ausführungen von Helmina Chezy" findet seine inhaltliche Entsprechung auf den Seiten 98f. von Meier (1993), auf denen der Fall ausführlich mit entsprechenden Zitaten und Quellenangaben wiedergegeben wird.
Von „http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Tj/Fragment_033_13?oldid=119448“
Meier 1994