Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20206/01
Timestamp: 2019-05-24 22:29:39
Document Index: 184412866

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.06.2002 - III ZR 206/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,524
BGH, 06.06.2002 - III ZR 206/01 (https://dejure.org/2002,524)
BGH, Entscheidung vom 06.06.2002 - III ZR 206/01 (https://dejure.org/2002,524)
BGH, Entscheidung vom 06. Juni 2002 - III ZR 206/01 (https://dejure.org/2002,524)
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BGB §§ 249, 662
Revision - Rechtsanwalt - Bank - Treuhandauftrag - Bürgschaftserklärung - Schadensersatz - Treuhandauflage
Schadensersatzpflicht eines Rechtsanwalts gegenüber einer Bank bei gegen Treuhandauftrag verstoßender Weitergabe einer Bürgschaft
Zur Schadensersatzpflicht des Rechtsanwalts, der ihm von einer Bank im Rahmen eines Treuhandauftrags ausgehändigte Bürgschaften weisungswidrig vorzeitig weitergibt
BGB §§ 249 662
Bürgschaft - Schadensersatz wegen pflichtwidriger vorzeitiger Weitergabe
Schadensersatzpflicht eines Rechtsanwalts gegenüber einer Bank bei gegen Treuhandvertrag verstoßener Weitergabe einer Bürgschaft
BGB §§ 675, 249, 662, 665, 667
NJW 2002, 2459
ZIP 2002, 1453
MDR 2002, 1191 (Ls.)
VersR 2002, 1432
WM 2002, 1440
BB 2002, 1446
DB 2002, 2212 (Ls.)
Der Rechtsanwalt muss für eine Büroorganisation Sorge tragen, die verhindert, dass Schriftsätze durch das Büropersonal eigenmächtig versandt werden (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/01, WM 2002, 1440 f;… vom 14. November 2013 - IX ZR 215/12, WM 2014, 854 Rn. 19).
Wird die Versendung der Selbstanzeige als pflichtwidrige Handlung hinweggedacht, hätte sich der Schaden nicht verwirklicht (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/01, WM 2002, 1440 f).
Ein Rechtsanwalt ist gehalten, mit Hilfe seiner Büroorganisation geeignete Vorkehrungen dagegen zu treffen, dass ein Schriftsatz ohne seinen Willen herausgegeben wird (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/01, WM 2002, 1440 f;… vom 14. November 2013 - IX ZR 215/12, WM 2014, 854 Rn. 19).
Soweit der Beklagte die Handakten Mandanten überlassen hat, ist er zu einer Herausgabe nicht in der Lage, so dass allenfalls sekundäre, von dem Auskunftsverlangen nicht umfasste Ansprüche aus §§ 280 ff BGB verbleiben (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/01, NJW 2002, 2459, 2460; vom 17. April 2008 - III ZR 27/06, NJW-RR 2008, 1373 Rn.12).
b) Zudem besteht sowohl hinsichtlich der den Mandanten überlassenen als auch der im Besitz des Beklagten befindlichen Handakten kein Herausgabeanspruch, weil der Abwickler von der Herausgabepflicht außer durch Erfüllung auch dann frei wird, wenn er das zur Ausführung des Auftrags Erhaltene oder aus der Geschäftsbesorgung Erlangte bestimmungsgemäß verwendet hat (BGH, Urteil vom 6. Juni 2002, aaO;… vom 17. April 2008, aaO Rn. 9;… vom 8. Januar 2009 - IX ZR 229/07, NJW 2009, 840 Rn. 19;… vom 21. Juni 2012 - III ZR 291/11, NJW 2012, 3366 Rn. 27).
Bei Kapitalanlagen folgt daraus, daß jemand, der nicht Partner des Anlagegeschäfts ist und dem Anlageinteressenten nur hinsichtlich eines bestimmten für das Vorhaben bedeutsamen Einzelpunktes Aufklärung schuldet, im Falle eines Fehlers lediglich für die Risiken einzustehen braucht, für deren Einschätzung die geschuldete Aufklärung maßgeblich war (vgl. BGHZ 116, 209, 213;… BGH, Urt. v. 20. November 1997 - IX ZR 286/96, NJW 1998, 982, 983; v. 19. Dezember 2000 - XI ZR 349/99, WM 2001, 297, 298; v. 6. Juni 2002 - III ZR 206/01, WM 2002, 1440, 1441).
Dieser auch im Vertragsrecht geltende Grundsatz bedeutet für den Bereich der Anwalts- und Steuerberaterhaftung, dass der Berater nur für solche Nachteile einzustehen hat, zu deren Abwendung er die aus dem Mandat folgenden Pflichten übernommen hat (BGHZ 116, 209, 213; BGH, Urt. v. 6. Februar 2002 - III ZR 206/01, NJW 2002, 2459, 2460; v. 13. Februar 2003 - IX ZR 62/02, WM 2003, 1621, 1622).
Vor allem ist bei der Abwicklung eines Treuhandverhältnisses in den Blick zu nehmen, dass der Treugeber den Auftrag bis zur bedingungsgemäßen Sicherstellung jederzeit widerrufen kann und der Treuhänder die Rückgabe des zu treuen Händen übergebenen Treuguts nicht vereiteln darf (vgl. zum Notar BGH…, Urteil vom 8. Februar 1990 aaO; zum Rechtsanwalt als Treuhänder Senatsurteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/01 - NJW 2002, 2459, 2460 f).
Die Besonderheit der hier vorliegenden Konstellation, die sich grundlegend von den Fällen unterscheidet, die den Urteilen vom 19. März 1987 (…aaO), 8. Februar 1990 (…aaO) und 6. Juni 2002 (aaO) zugrunde lagen, rechtfertigt gleichwohl die Bewertung, dass der dem Beklagten unterlaufene Fehler nicht auf den der Klägerin letztlich entstandenen Schaden durchschlägt.
Das Gebot, Treuhandauflagen so wortlautgetreu wie möglich zu befolgen, soll den Notar gerade (auch) der Notwendigkeit entheben, die - für den Außenstehenden nicht immer eindeutig erkennbare - Interessenlage zu prüfen und in seine Überlegungen mit einzubeziehen (…Kemp aaO; s. auch Senatsurteil vom 6. Juni 2002 - III ZR 206/91 - NJW 2002, 2459, 2460 f).
BGH, 12.03.2009 - III ZR 158/08
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend die Haftung des Notars für …