Source: https://www.steuba.de/einkommensteuer/pauschbetrag-kapitaleinkuenfte/
Timestamp: 2020-04-05 13:36:31
Document Index: 178450658

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 44', '§ 52', '§ 20']

Sparerpauschbetrag: Wie hoch ist der Freibetrag bei KapitaleinkÃ¼nften?
Sparerfreibetrag: Wie hoch ist der Pauschbetrag bei KapitaleinkÃ¼nften?
07 Mrz Sparerfreibetrag: Wie hoch ist der Pauschbetrag bei KapitaleinkÃ¼nften?
VerÃ¶ffentlicht um: 16:32Uhr in Einkommensteuer	von	Michael Jonas
Wie hoch ist der Sparerfreibetrag bzw. Sparerpauschbetrag bei den EinkÃ¼nften aus KapitalvermÃ¶gen?
Wie ist die historische Entwicklung des Sparer-Pauschbetrag bzw. Sparerfreibetrags?
Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag ab 2009 und fÃ¼r welche EinkÃ¼nfte gilt dieser?
Wie hoch ist der Pauschbetrag fÃ¼r EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen?
FÃ¼r welche EinkÃ¼nfte gilt der Sparer-Pauschbetrag bei der Einkommensteuer?
Was ist ein Freistellungsauftrag bzw. eine Freistellungsbescheinigung und wie wird dieser gestellt?
Wo ist der Freistellungsauftrag vom Gesetzgeber geregelt?
Wie wird der Freistellungsauftrag gestellt?
Kann man fÃ¼r mehrere Banken FreistellungsauftrÃ¤ge stellen?
Wie lange gilt der Freistellungsauftrag? Muss dieser erneuert werden?
Wie kann ich einen bestehenden Freistellungsauftrag Ã¤ndern?
Der Sparerfreibetrag fÃ¼r EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen ist ein Ausdruck, der zwar immer noch gelÃ¤ufig ist, aber der nur bis 2008 rechtlich auch GÃ¼ltigkeit besaÃŸ. Der Sparerfreibetrag war immer in einem Atemzug mit der Werbungskostenpauschale zu finden, die zusÃ¤tzlich gewÃ¤hrt wurde.
Mit der EinfÃ¼hrung der Abgeltungssteuer 2009 wurde der Sparerfreibetrag durch den Pauschbetrag ersetzt, der den Sparerfreibetrag und die Werbungskostenpauschale zusammenfasst.
Der Sparer-Pauschbetrag ist in Â§Â 20 Abs.Â 9 EStG geregelt. Demnach ist bei der Ermittlung der EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen ein pauschaler Betrag von 801 Euro als Werbungskosten abzuziehen. Bei Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, erhÃ¶ht sich der Betrag auf 1.602 Euro. Ein darÃ¼ber hinausgehender Abzug von Werbungskosten ist ausgeschlossen
2002â€“2003 1.550 â‚¬ 51 â‚¬ Sparerfreibetrag
2004â€“2006 1.370 â‚¬ 51 â‚¬
2007â€“2008 750 â‚¬ 51 â‚¬
seit 2009 801 â‚¬ Sparer-Pauschbetrag
Die gesetzlichen HintergrÃ¼nde zum Pauschbetrag fÃ¼r EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen finden sich in Â§ 20 EStG:
(9)Â 1Bei der Ermittlung der EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen ist als Werbungskosten ein Betrag von 801 Euro abzuziehen (Sparer-Pauschbetrag); der Abzug der tatsÃ¤chlichen Werbungskosten ist ausgeschlossen.Â 2Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 1Â 602 Euro gewÃ¤hrt.Â 3Der gemeinsame Sparer-Pauschbetrag ist bei der Einkunftsermittlung bei jedem Ehegatten je zur HÃ¤lfte abzuziehen; sind die KapitalertrÃ¤ge eines Ehegatten niedriger als 801 Euro, so ist der anteilige Sparer-Pauschbetrag insoweit, als er die KapitalertrÃ¤ge dieses Ehegatten Ã¼bersteigt, bei dem anderen Ehegatten abzuziehen.Â 4Der Sparer-Pauschbetrag und der gemeinsame Sparer-Pauschbetrag dÃ¼rfen nicht hÃ¶her sein als die nach MaÃŸgabe des Absatzes 6 verrechneten KapitalertrÃ¤ge.
Demnach unterliegen die EinkÃ¼nfte aus KapitalvermÃ¶gen zunÃ¤chst grundsÃ¤tzlich einer Abgeltungsteuer von 25 % zuzÃ¼glich SolidaritÃ¤tszuschlag. Durch die EinfÃ¼hrung des neuen Â§ 20 Abs. 9 EStG kÃ¶nnen jedoch Ã¼ber den Sparerpauschbetrag hinaus keine Werbungskosten (DepotgebÃ¼hren, TradingsgebÃ¼hren, Besuche von Jahreshauptversamnlungen) hinaus geltend gemacht werden. Der Sparer-Pauschbetrag ist auch i.R.d. Abgeltungsteuer abzugsfÃ¤hig.
Der Sparer-Pauschbetrag erfasst Zinsen und Dividenden in voller HÃ¶he sowie Gewinne aus der VerÃ¤uÃŸerung und EinlÃ¶sung von Kapitalanlagen und aus TermingeschÃ¤ften (Â§ 20 Abs. 2 EStG n.F.).
Sofern Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank einrichten, fÃ¼hrt diese keine Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab, solange Ihre KapitalertrÃ¤ge unterhalb des freigestellten Betrags liegen.
Gesetzliche Grundlage istÂ Paragraf 44a des Einkommensteuergesetzes (EStG). Jeder Freistellungsauftrag muss nach amtlich vorgeschriebenem Muster erteilt werden (BMF vom 18.1.2016, BStBl I 2016, 85, Anlage 2).
Nach Â§ 44a Abs. 2a EStG i.d.F. des JStG 2010 vom 8.12.2010 (BGBl I 2010, 1768 kann ab 1.1.2011 (Â§ 52a Abs. 16 Satz 3 EStG) ein Freistellungsauftrag nur noch neu erteilt oder geÃ¤ndert werden, wenn der GlÃ¤ubiger der KapitalertrÃ¤ge darin seine Identifikationsnummer angibt. Bei gemeinsamen FreistellungsauftrÃ¤gen von Ehepaaren ist auch die Identifikationsnummer des Ehegatten im Antragsvordruck mitzuteilen.
Die OFD Frankfurt (25.5.12, S 2400 A – 33 – St 54) erlÃ¤utert sehr ausfÃ¼hrlich, inwieweit bei KapitalertrÃ¤gen eine Abstandnahme vom Steuerabzug durch Vorlage eines Freistellungsauftrags erreicht wird.
Ehegatten haben ein gemeinsames Freistellungsvolumen und kÃ¶nnen entweder einen gemeinsamen Freistellungsauftrag oder Einzel-FreistellungsauftrÃ¤ge erteilen. Der gemeinsame Freistellungsauftrag gilt sowohl fÃ¼r Gemeinschaftskonten als auch fÃ¼r Konten oder Depots, die auf den Namen nur eines Ehegatten gefÃ¼hrt werden. Kreditinstitute kÃ¶nnen beim gemeinsamen Freistellungsauftrag auf die Richtigkeit der Angaben grundsÃ¤tzlich vertrauen, sofern ihnen nichts Gegenteiliges bekannt ist.
Jeder Freistellungsauftrag muss nach amtlich vorgeschriebenem Muster erteilt werden. Das Muster sieht die Unterschrift des Kunden vor. Eine Vertretung ist zulÃ¤ssig. Der
Freistellungsauftrag kann auch per Fax erteilt werden. Daneben ist die Erteilung im elektronischen Verfahren zulÃ¤ssig. In diesem Fall muss die Unterschrift durch eine
elektronische Authentifizierung des Kunden z. B. in Form des bankÃ¼blichen gesicherten PIN/TAN-Verfahrens ersetzt werden. Hierbei wird zur Identifikation die persÃ¶nliche
Identifikationsnummer (PIN) verwendet und die Unterschrift durch Eingabe der Transaktionsnummer (TAN) ersetzt.
Wird im Laufe des Kalenderjahres ein dem jeweiligen Kreditinstitut bereits erteilter Freistellungsauftrag geÃ¤ndert, handelt es sich insgesamt nur um einen Freistellungsauftrag. Wird der freizustellende Betrag herabgesetzt, muss das Kreditinstitut prÃ¼fen, inwieweit das bisherige Freistellungsvolumen bereits durch Abstandnahme vom Steuerabzug ausgeschÃ¶pft ist. Ein Unterschreiten des bereits freigestellten und ausgeschÃ¶pften Betrages ist nicht zulÃ¤ssig. Eine ErhÃ¶hung des freizustellenden Betrages darf ebenso wie die erstmalige Erteilung eines Freistellungsauftrages nur mit Wirkung fÃ¼r das Kalenderjahr, in dem der Antrag geÃ¤ndert wird, und spÃ¤tere Kalenderjahre erfolgen.
Ehegatten, die unbeschrÃ¤nkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, haben ein gemeinsames Freistellungsvolumen (Â§ 20 Absatz 9 Satz 2 EStG) und kÃ¶nnen entweder einen gemeinsamen Freistellungsauftrag oder Einzel-FreistellungsauftrÃ¤ge erteilen.
Bei Erteilung und Ã„nderung des Freistellungsauftrags im elektronischen Verfahren ist das amtlich vorgeschriebene Muster vom Kreditinstitut mit der MaÃŸgabe anzuwenden, dass der erstgenannte Ehegatte als Auftraggeber gilt. Der Auftraggeber hat zu versichern, dass er fÃ¼r die Erteilung oder Ã„nderung durch seinen Ehegatten bevollmÃ¤chtigt wurde. FÃ¼r die Versicherung hat das Kreditinstitut eine entsprechende AbfragemÃ¶glichkeit einzurichten.
Nach der Dokumentation des Freistellungsauftrags beim Kreditinstitut erhÃ¤lt der vertretene Ehegatte sowohl eine gesonderte schriftliche Benachrichtigung, mit der er Ã¼ber die Erteilung oder Ã„nderung durch den Auftraggeber informiert wird, als auch eine Kopie des Freistellungsauftrags.
Der Freistellungsauftrag ist bei der jeweiligen Bank einzureichen, fÃ¼r deren Konten die Freistellung beantragt werden soll. Dies ist ein ganz einfaches Verfahren und das Antragsformular ist auch recht einfach auszufÃ¼llen. Auf eines muss jedoch geachtet werden: Die Summe gesamten FreistellungsauftrÃ¤ge, wenn man diese auf mehrere Banken verteilt, darf zusammen nicht mehr als die mÃ¶glichen 801 Euro fÃ¼r Alleinstehende und 1.602 Euro fÃ¼r zusammen veranschlagte Ehepaare betragen. Wird dieser Betrag Ã¼berschritten, kommen schnell Nachfragen vom zustÃ¤ndigen Finanzamt, was sehr viel Aufwand fÃ¼r den Kontoinhaber bedeutet. Deshalb sollte immer auch ein klarer Ãœberblick vorhanden, wo man welchen Freistellungsauftrag eingereicht hat.
Ein Freistellungsauftrag ist in der Regel ab dem 1.1. des Jahres gÃ¼ltig, in dem er eingereicht wurde. GelÃ¶scht werden kann er zum Ende eines Kalenderjahres. Dabei kann er unbefristet â€“ also unbegrenzt gÃ¼ltig â€“ oder auf den 31.12. eines Jahres befristet eingereicht werden.
Einen bestehenden Freistellungsauftrag kÃ¶nnen Sie jederzeit Ã¤ndern oder lÃ¶schen, indem Sie einen neuen Auftrag erteilen. Dabei gilt in aller Regel: Ã„ndern Sie den Freistellungsauftrag, muss der neue Freistellungsauftrag mindestens Ã¼ber die HÃ¶he des aktuell ausgeschÃ¶pften Freistellungsbetrages lauten. LÃ¶schen Sie einen bereits erteilten Freistellungsauftrag, aber haben Sie bereits ZinsertrÃ¤ge im aktuellen Kalenderjahr erzielt, wird der Freistellungsauftrag bis zur HÃ¶he in Anspruch genommenen Betrages reduziert und bis zum Jahresende befristet. Zum Jahresende lÃ¶scht die Bank Ihren Freistellungsauftrag dann endgÃ¼ltig.
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