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Timestamp: 2016-10-28 10:15:47
Document Index: 87958244

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Guy Reich, M�nchhaldenstrasse 24, 8008 Z�rich,
Die 1976 geborene M.________ arbeitete vom 9. Juli 2002 bis 29. Dezember 2003 in der Firma X.________ als Betriebsarbeiterin und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 11. Januar 2004 zog sie sich bei einem Auffahrunfall eine Stauchung der Wirbels�ule zu. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Nach einem Bericht des Spitals I.________ vom 3. September 2004 und einer biomechanischen Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe Z.________ vom 29. September 2004 stellte die SUVA mit Verf�gung vom 6. Dezember 2004 die laufenden Versicherungsleistungen ab dem 31. Dezember 2004 ein und verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 18. M�rz 2005 fest.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und das Rechtsbegehren stellen, die SUVA sei, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids, zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen weiterhin zu erbringen.
Die SUVA beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Gesundheit auf Vernehmlassung verzichtet.
2.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) und Taggelder (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG) sowie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Entsprechendes gilt f�r die von der Judikatur entwickelten Grunds�tze zum Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhanges im Allgemeinen (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) sowie bei psychischen Unfallfolgen im Besonderen (BGE 115 V 133), zur Bemessung der Integrit�tsentsch�digung (BGE 116 V 157 Erw. 3a) und zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c; vgl. auch BGE 125 V 352 ff. Erw. 3 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.2 Die Ad�quanzbeurteilung nach HWS-Distorsionen (ohne organisch nachweisbare Unfallfolgesch�den) hat grunds�tzlich nach der in BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b dargelegten Rechtsprechung mit ihrer fehlenden Differenzierung zwischen k�rperlichen und psychischen Beschwerden zu erfolgen (zum Ganzen BGE 123 V 99 Erw. 2a, 119 V 335, 117 V 359 und 382 f. Erw. 4b; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). Von diesem Grundsatz ist abzuweichen, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben: diesfalls ist die Pr�fung der ad�quaten Kausalit�t praxisgem�ss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gem�ss BGE 115 V 133 ff. vorzunehmen (BGE 123 V 99 Erw. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01]).
3.1 Mit Blick auf die Aktenlage und die Parteivorbringen besteht kein Anlass, den vorinstanzlich in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen bejahten (teilweisen) nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 11. Januar 2004 und dem �ber den 31. Dezember 2004 hinaus fortdauernden, die Leistungsf�higkeit einschr�nkenden somatoformen Beschwerdebild der Versicherten letztinstanzlich erneut der richterlichen �berpr�fung zu unterziehen (BGE 110 V 53 Erw. 4b). Zu beurteilen bleibt die - einzig - umstrittene Ad�quanz des Kausalzusammenhangs.
3.2 Aus den Akten geht hervor, dass unmittelbar nach dem Unfall (Arztzeugnis UVG vom 23. Januar 2004) die depressiv klagende Versicherte Schmerzen im HWS- und LWS-Bereich beschrieb, wobei sie aufgetretene chronische R�ckenschmerzen bekannte. Es wurden weder eine Wirbels�ulen-Klopfdolenz noch neurologische Defizite festgestellt; auch die R�ntgenbilder ergaben keine Hinweise auf eine strukturelle L�sion. Die diagnostizierte leichte HWS-Distorsion f�hrte weder zu einer dauernden Behandlungsbed�rftigkeit noch zu einer Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit. Die in der Folge durchgef�hrte kreis�rztliche Untersuchung des Dr. med. O.________ vom 3. M�rz 2004 zeichnete das Bild einer �berforderten Patientin, welche nach dem Unfall einen totalen Zusammenbruch erlitt, wobei die zentrale Problematik mit hoher Wahrscheinlichkeit psychosomatisch war. Diese Diagnose wurde auch im Kurzbericht des Spitals I.________ vom 25. Juni 2004 best�tigt: generalisiertes Schmerzsyndrom, Menorrhagie unklarer �tiologie, mittelgradige depressive Episode. Im Bericht vom 3. September 2004 hielten die �rzte des Spitals I.________ fest, dass die Patientin unter einem generalisierten Schmerzsyndrom, ausgel�st nach HWS-Distorsionstrauma (R52.1), und einer mittelgradigen depressiven Episode (F 32.1) leide. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass die zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS auftretenden Beeintr�chtigungen anf�nglich zwar teilweise vorhanden waren, schon kurz nach dem Unfall und im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Die Ad�quanzbeurteilung hat daher nicht nach den f�r Schleudertrauma und schleudertrauma�hnliche Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff: RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3: SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67), sondern nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen (BGE 123 V 99 Erw. 2A; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437). Daran verm�gen auch die Ausf�hrungen des Prof. Dr. med. S.________ nichts zu �ndern. Im Gegenteil wird anhand der anamnestischen Angaben im Bericht vom 19. September 2005 deutlich, dass bereits vor dem Auffahrunfall psychosomatisch orientierte Beschwerden vorhanden waren und auftretende Thoraxschmerzen jeweils mit Atmungsbehinderungen einhergingen und bereits damals panikartige �ngste ausl�sten. Auch der darin enthaltene Hinweis auf die Ausf�hrungen des Dr. med. H.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. November 2004, erlauben keine andere Schlussfolgerung, da Dr. med. H.________ explizit als Diagnose ein generalisiertes Schmerzsyndrom mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung und einer depressiven St�rung stellte.
4.1 Einfache Auffahrunf�lle werden im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2). Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs w�re daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt w�re oder mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben w�ren (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
4.2 Der Unfall vom 11. Januar 2004 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleiterscheinungen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc; vgl auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313) - von besonderer Eindr�cklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertrauma�hnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, f�r sich allein nicht zu begr�nden. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (Urteile S. vom 10. Februar 2006, U 79/05, C. vom 28. April 2005, U 386/04, D. vom 4. September 2003, U 371/02, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, und D. vom 16. August 2001, U 21/01). Diese k�nnen beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Solche Umst�nde sind hier nicht gegeben. Nicht erf�llt ist sodann das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung. Die prim�re Unfallbehandlung beschr�nkte sich auf ambulante Physiotherapie, welche schon nach kurzer Zeit eingestellt wurde. W�hrend des Aufenthaltes im Spital I.________ wurden nebst physio- und ergotherapeutischen Massnahmen eine psychologische Betreuung durchgef�hrt. In der Folge waren es somatoforme Beschwerden und psychische Beeintr�chtigungen, welche zu weiteren Untersuchungen und Behandlungen Anlass gaben. Auch wenn sp�ter erneut kurzfristig physiotherapeutische Massnahmen durchgef�hrt wurden, handelte es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planm�ssigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete �rztliche Behandlung von ungew�hnlich langer Dauer (Urteile N. vom 14. M�rz 2005, U 82/04, P. vom 24. September 2003, U 361/02, und S. vom 8. April 2002, U 357/01). Im Vordergrund stand die Behandlung eines weitgehend psychisch bedingten Schmerzsyndroms, was bei der Ad�quanzbeurteilung unber�cksichtigt zu bleiben hat (Urteil S. vom 10. Februar 2006, U 79/05). Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und massiven Komplikationen. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf gef�hrt hat. Soweit eine physisch bedingte Beeintr�chtigung der Leistungsf�higkeit bestanden hat, war sie nicht erheblicher Natur. Schliesslich ist auch das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen zu verneinen, weil die Beschwerdef�hrerin nur �ber leichte und gelegentliche Nacken- und Kopfschmerzen geklagt hatte. Da somit weder eines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist noch mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfallad�quanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen.
Der Einspracheentscheid der SUVA, mit welchem die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Dezember 2004 eingestellt wurden, besteht mithin zu Recht, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrt. Mangels einer Unfallkausalit�t der bestehenden Beeintr�chtigungen erweisen sich auch die Begehren um Zusprechung weiterer Leistungen als unbegr�ndet.