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Timestamp: 2016-10-22 19:53:26
Document Index: 101330006

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 5', 'Art. 97', 'Art. 128', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 52', 'Art. 52', 'Art. 37', 'BGE', 'Art. 37', 'Art. 55', 'Art. 65', 'Art. 12', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 37', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE']

131 V 15321. Auszug aus dem Urteil i.S. IV-Stelle des Kantons Z�rich gegen Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, betreffend M.
I 385/04 vom 29. M�rz 2005
Art. 9 et 29 al. 3 Cst.; art. 37 al. 4, art. 52 al. 1, art. 55 al. 1 et art. 56 al. 1 LPGA; art. 65 al. 5 PA en relation avec l'art. 12a de l'Ordonnance sur les frais et indemnit�s en proc�dure administrative et l'art. 2 al. 1 du Tarif pour les d�pens allou�s � la partie adverse dans les causes port�es devant le Tribunal f�d�ral des assurances (Tarif TFA): Indemnit� allou�e � l'avocat d'office dans la proc�dure en mati�re d'assurance sociale. Sous le r�gime de la LPGA, l'honoraire de l'avocat pour la proc�dure administrative de l'assurance-invalidit� ne se d�termine plus selon le droit cantonal, mais en application de l'art. 2 al. 1 du Tarif TFA; c'est pourquoi l'examen du montant de l'honoraire dans le cadre de l'assistance judiciaire ne doit pas seulement porter sur l'interdiction de l'arbitraire, mais �galement sur le point de savoir si les dispositions topiques du droit f�d�ral ont �t� viol�es ou si l'administration a abus� du pouvoir d'appr�ciation que lui conf�rent l'Ordonnance sur les frais et indemnit�s en proc�dure administrative et le Tarif TFA et, donc, si on est en pr�sence d'une violation du droit f�d�ral. (consid. 3.1, 6.1 et 6.2) Les diff�rentes structures des frais d'avocats cantonales ainsi que la r�glementation cantonale sur les tarifs des avocats ne constituent pas un crit�re pour le montant de l'indemnit�, si bien qu'un taux d'honoraires valable pour l'ensemble de la Suisse comme le pr�voit le chiffre 2058 de la circulaire de l'Office f�d�ral des assurances sociales sur le contentieux dans l'AVS, l'AI, les APG et les PC n'est en principe pas contraire au droit; toutefois, le taux d'honoraires de 160 fr. fix� par ce chiffre est trop bas; un taux d'honoraires de 200 fr. (taxe � la valeur ajout�e non comprise) tel qu'il a �t� fix� par l'instance cantonale se r�v�le conforme au droit f�d�ral dans son r�sultat. (consid. 6.2 et 7) Consid�rants � partir de page 155
1. Streitig ist die Bemessung der dem Beschwerdegegner zugesprochenen Entsch�digung als unentgeltlicher Rechtsvertreter im Einspracheverfahren der Invalidenversicherung.
Die bundesrechtliche Verf�gungsgrundlage (Art. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 97 Abs. 1 und Art. 128 OG) ist gegeben. Im Streit um die H�he des Armenrechtshonorars kommt dem unentgeltlichen Rechtsbeistand Parteistellung zu (BGE 110 V 363 Erw. 2; SVR 2002 ALV Nr. 3 S. 5 Erw. 1; Urteil L. vom 22. September 2004 [I 322/04], Erw. 1; KIESER, ATSG-Kommentar, N 92 zu Art. 61).
Zu den prozess- und verfahrensleitenden Verf�gungen, gegen welche gem�ss Art. 52 Abs. 1 ATSG keine Einsprache erhoben werden kann, geh�ren auch die Verf�gungen betreffend unentgeltliche Verbeist�ndung (KIESER, a.a.O., N 18 zu Art. 52). Die Vorinstanz ist daher zu Recht auf die Beschwerde gegen die Verf�gung der IV-Stelle vom 10. Februar 2004 eingetreten.
3. 3.1 Gem�ss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird im Sozialversicherungsverfahren der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verh�ltnisse es erfordern. Damit besteht nun (vgl. die Rechtsprechung vor dem am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen ATSG: BGE 125 V 409 Erw. 3b) eine bundesrechtliche Regelung des Armenrechts im Verwaltungsverfahren (vgl. KIESER, a.a.O., N 22 zu Art. 37). Weil das ATSG die Bemessung der Entsch�digung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes nicht ordnet, ist das VwVG anwendbar (Art. 55 Abs. 1 ATSG). Grundlage ist Art. 65 Abs. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 12a der Verordnung �ber Kosten und Entsch�digungen im Verwaltungsverfahren (VVKV) und Art. 2 Abs. 1 des Tarifs �ber die Entsch�digungen an die Gegenpartei f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht vom 16. November 1992 (EVG-Tarif). Demnach ist das Anwaltshonorar ermessensweise nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit sowie dem BGE 131 V 153 S. 156Umfang der Arbeitsleistung und dem Zeitaufwand des Anwalts innerhalb einer Bandbreite von Fr. 500.- bis Fr. 7500.- zu bestimmen.
3.2 Das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV) hat in Rz 2058 des Kreisschreibens �ber die Rechtspflege in der AHV, der IV, der EO und bei den EL (KSRP) das Honorar f�r Juristen vorbeh�ltlich besonderer Umst�nde auf Fr. 160.- pro Stunde festgesetzt. Hierauf st�tzte sich die IV-Stelle.
Es fragt sich, wie Art. 2 Abs. 1 EVG-Tarif auszulegen ist und ob ein gesamtschweizerisch geltender Stundenansatz gem�ss Rz 2058 KSRP und dessen H�he gesetzm�ssig ist.
5. 5.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, Rz 2058 KSRP orientiere sich mit dem Stundenhonorar von Fr. 160.- offenbar an der Praxis des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts zur Entsch�digung f�r unentgeltliche Verbeist�ndung im kantonalen Gerichtsverfahren. Dass das BSV einen landesweit einheitlichen Stundenansatz festsetze, erscheine vorerst unter dem Aspekt der Verwaltungsvereinfachung nachvollziehbar. Allerdings liege der Einheitstarif mit Fr. 160.- pro Stunde (zuz�glich 7,6 % Mehrwertsteuer: Fr. 172.16) am unteren Rand der vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht bestimmten Bandbreite von Fr. 160.- bis Fr. 320.- (einschliesslich Mehrwertsteuer). Dies erscheine insofern als problematisch, als die Bandbreiten-Regelung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts mit dem Zusatz "je nach der kantonalen Anwaltsgeb�hren-Regelung" versehen sei. Die Vorgabe eines landesweiten Einheitstarifs auf vergleichsweise tiefem Niveau verunm�gliche es, dass kantonale Abweichungen nach oben ber�cksichtigt w�rden. Die Bezugnahme des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts auf die kantonale Anwaltsgeb�hren-Regelung sei sachlich nicht nur gerechtfertigt, sondern im Hinblick auf die Ermittlung einer insgesamt angemessenen Entsch�digung unentbehrlich. Die kantonalen Unterschiede in den kantonalen Geb�hrenordnungen und in den Entsch�digungsans�tzen der Gerichte im Falle der unentgeltlichen Verbeist�ndung seien Ausdruck der regional unterschiedlichen Kostenstruktur in der Advokatur. Wenn die Notwendigkeit der unentgeltlichen Verbeist�ndung bejaht und der gerechtfertigte, stundenm�ssig anrechenbare Aufwand festgesetzt werde, werde die geleistete Arbeit nur dann angemessen entsch�digt, wenn sich der angewandte BGE 131 V 153 S. 157Stundentarif im regional gegebenen Rahmen bewege. Wenn ohne R�cksichtnahme auf die regional unterschiedliche Kostenstruktur ein tiefer Einheitstarif Anwendung finde, f�hre dies dazu, dass entweder bei gegebener Stundenzahl die resultierende Entsch�digung unangemessen tief ausfalle oder dass im Hinblick auf eine resultatsm�ssig angemessene Entsch�digung eine h�here Stundenzahl als eigentlich gerechtfertigt ber�cksichtigt werden m�sste. Ein landesweit einheitlicher Stundenansatz bewirke somit eine �berm�ssige Schematisierung und verunm�gliche eine Ermessensaus�bung, welche die bundesrechtlich beachtlichen Kriterien ausgewogen ber�cksichtige. Der Einheitstarif f�hre zu einer Ermessensunterschreitung, die darin bestehe, dass die entscheidende Beh�rde sich als gebunden betrachte, obschon sie nach Gesetz berechtigt w�re, nach Ermessen zu handeln, oder dazu, dass sie auf Ermessensaus�bung ganz oder teilweise zum vornherein verzichte (BGE 116 V 310 Erw. 2 mit Hinweisen). Demnach sei Rz 2058 KSRP insofern mit dem massgebenden Recht nicht vereinbar, als damit ein landesweit einheitlicher Stundenansatz vorgeschrieben werde.
Bezogen auf den vorliegenden Fall legte das kantonale Gericht weiter dar, die Anzahl der entsch�digungsberechtigten Stunden stehe fest. Die in diesen Stunden geleistete Arbeit unterscheide sich hinsichtlich der fachlichen Voraussetzungen und der Kostenstruktur auf Seiten des Anwalts durch nichts von der Arbeit, die im Falle der unentgeltlichen Verbeist�ndung im kantonalen Gerichtsverfahren geleistet werde, und auch nicht von der anwaltlichen Arbeit, wie sie im Falle des Obsiegens durch die Gegenpartei zu honorieren sei. Es sei deshalb sachlich richtig, im Kanton Z�rich auf den Stundenansatz zur�ckzugreifen, der seit 1. April 2002 vom Obergericht des Kantons Z�rich und vom hiesigen Gericht im Falle der unentgeltlichen Verbeist�ndung - und vom hiesigen Gericht �berdies bei der Festsetzung von Prozessentsch�digungen - verwendet werde. Es seien dies Fr. 200.- pro Stunde zuz�glich Mehrwertsteuer.
5.2 Die IV-Stelle wendet ein, an eine Einsprache w�rden in formeller und materieller Hinsicht minimale Anforderungen gestellt (Art. 52 Abs. 1 ATSG). Werde die Verwaltung verpflichtet, f�r die diesbez�glichen Aufwendungen der Anw�lte den Gerichtstarif anzuwenden, schaffe dies einen Anreiz f�r immer ausf�hrlicher begr�ndete Einsprachen, was nicht der Sinn der nachtr�glichen verwaltungsinternen Verwaltungsrechtspflege sei. Es d�rfe auch nicht BGE 131 V 153 S. 158zu einer Bevorzugung gegen�ber jenen Personen kommen, die im Einspracheverfahren keinen Anspruch auf unentgeltliche Verbeist�ndung h�tten. Zudem werde das Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung einzig durch Bundesrecht normiert. Danach k�nne die Verwaltung bei der Festsetzung der Entsch�digung f�r unentgeltliche Verbeist�ndung ihr Ermessen innerhalb einer Bandbreite von Fr. 500.- bis h�chstens Fr. 7500.- aus�ben. Solange sich die Entsch�digung in diesem Rahmen halte sowie der Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, dem Umfang der Arbeitsleistung und dem Zeitaufwand angemessen Rechnung trage, sei sie nicht zu beanstanden. F�r eine Konkretisierung der Tarife mittels kantonaler Anwaltskosten-Regelung bestehe mithin kein Raum.
6. 6.1 Nach dem in Erw. 3.1 Gesagten ist f�r die Festsetzung des Anwaltshonorars im Sozialversicherungsverfahren neu der bundesrechtliche EVG-Tarif anwendbar. Demnach ist BGE 125 V 408 ff., wonach das Armenrechtshonorar im Verwaltungsverfahren der IV nach kantonalem Recht zu bestimmen war, mit dem ATSG (Art. 37 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1) �berholt. Dies f�hrt zu der noch in BGE 125 V 410 als unverst�ndlich bezeichneten Konsequenz, dass bei der Bemessung des Honorars im Sozialversicherungsverfahren Bundesrecht und im anschliessenden kantonalen Gerichtsverfahren kantonales Recht gilt (Art. 61 ATSG).
6.2 In SVR 2003 IV Nr. 32 S. 97 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht Art. 2 Abs. 1 EVG-Tarif, der f�r das Verfahren vor der Eidgen�ssischen Rekurskommission der AHV/IV f�r die im Ausland wohnenden Personen ebenfalls gilt, ausgelegt und dargelegt, welche Kriterien bei dessen Anwendung gelten. Diese Grunds�tze sind f�r das Sozialversicherungsverfahren analog massgebend.
Danach ist die H�he der Entsch�digung nicht im Hinblick auf das fr�her aus Art. 4 Abs. 1 aBV abgeleitete, nunmehr in Art. 9 BV verankerte Willk�rverbot zu �berpr�fen (vgl. BGE 125 V 408 Erw. 3a), sondern daraufhin, ob bei der bundesrechtlich geregelten Festsetzung der H�he der Entsch�digung die einschl�gigen Vorschriften verletzt wurden oder ob die Verwaltung das ihr durch die Kostenverordnung und den Tarif einger�umte Ermessen rechtsfehlerhaft, d.h. ermessens�berschreitend oder -missbr�uchlich ausge�bt und insofern eine Bundesrechtsverletzung im Sinne vo BGE 131 V 153 S. 159n Art. 104 lit. a OG begangen hat (BGE 120 V 220 Erw. 4a; SVR 2003 IV Nr. 32 S. 98 f. Erw. 5.2).
Unter diesem Gesichtswinkel fragt es sich, ob das Kriterium des regionalen Stundenansatzes, das im neu anwendbaren EVG-Tarif nicht enthalten ist, ber�cksichtigt werden darf. Art. 2 Abs. 1 Ingress Satz 1 EVG-Tarif nennt die unterschiedliche kantonale Kostenstruktur bei Anw�lten bzw. die kantonale Anwaltsgeb�hrenregelung nicht als Bemessungsfaktor f�r die H�he der Entsch�digung. Ein solcher Faktor l�sst sich auch nicht den im EVG-Tarif genannten Kriterien (Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, Umfang der Arbeitsleistung und Zeitaufwand des Anwalts) entnehmen. Auch unter dem Aspekt der mit dem ATSG angestrebten Vereinfachung des Sozialversicherungsverfahrens geht ein landesweit einheitlicher Stundenansatz in Ordnung. Unterschiedliche kantonale Anwaltskostenstrukturen k�nnen demnach nicht mehr ber�cksichtigt werden. Daraus folgt, dass ein gesamtschweizerischer Stundenansatz grunds�tzlich nicht rechtswidrig ist.
Ein einheitlicher Stundenansatz w�re allerdings insofern unkorrekt, als mit einem solchen der Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache sowie dem Umfang der Arbeitsleistung nicht Rechnung getragen werden k�nnte. Rz 2058 KSRP sieht jedoch bei besonderen Umst�nden ein Abweichen vom f�r Juristen bestimmten Stundenansatz vor. Den IV-Stellen steht innerhalb der Bandbreite des EVG-Tarifs von Fr. 500.- bis Fr. 7500.- ein Ermessensspielraum offen. Rz 2058 KSRP ist somit nicht zu beanstanden.
7. Zu pr�fen bleibt die vom BSV auf Fr. 160.- fixierte H�he des Stundenansatzes.
Nach der alten Ordnung, wonach das Armenrechtshonorar im Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung nach kantonalem Recht zu bestimmen war (BGE 125 V 408 ff.; Erw. 6.1 hievor), hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht das durchschnittliche Anwaltshonorar im Rahmen der Willk�rpr�fung innerhalb einer Bandbreite von Fr. 160.- bis Fr. 320.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) festgesetzt (SVR 2002 ALV Nr. 3 S. 5 Erw. 3a; Urteil L. vom 22. September 2004 [I 322/04], Erw. 4.2).
Unter diesem Aspekt ist der vom BSV auf dem tiefsten Niveau gew�hlte Ansatz von generell Fr. 160.- nicht richtig. Er f�hrt dazu, dass bei gegebener Stundenzahl die Entsch�digung unangemessen tief ausf�llt oder dass im Hinblick auf ein angemessenes BGE 131 V 153 S. 160Honorar eine h�here Stundenzahl als gerechtfertigt ber�cksichtigt wird.
Auch wenn die Vorinstanz bei der Bestimmung des Stundenhonorars die kantonalz�rcherische Kostenregelung beizog (Erw. 5.1 hievor) und sich damit nicht auf die nunmehr korrekten Bemessungskriterien st�tzte, erweist sich im Ergebnis der von ihr zugesprochene Stundenansatz von Fr. 200.- (zuz�glich Mehrwertsteuer) nicht als rechtsfehlerhafte Ermessensbet�tigung und damit nicht als bundesrechtswidrig.