Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.05.2007&Aktenzeichen=KZR%2014/04
Timestamp: 2020-03-31 07:28:10
Document Index: 64939799

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 81', '§ 306', '§ 306', 'Art. 81', 'EuG', '§ 9', '§ 6', '§ 9', 'BGH', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 9', '§ 306', 'BGH', '§ 306', '§ 306', 'BGH', 'BGH', '§ 306', 'BGH', '§ 306', '§ 306', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.05.2007 - KZR 14/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1903
BGH, 08.05.2007 - KZR 14/04 (https://dejure.org/2007,1903)
BGH, Entscheidung vom 08.05.2007 - KZR 14/04 (https://dejure.org/2007,1903)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 2007 - KZR 14/04 (https://dejure.org/2007,1903)
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Kündigung eines Händlervertrages wegen Umstrukturierung des Vertriebsnetzes; Wirksamkeit von wettbewerbsbeschränkenden Klauseln eines Händlervertrages; Unwirksamkeit einzelner Klauseln aufgrund gemeinschaftsrechtlicher Vorschriften; Notwendigkeit einer Umstrukturierung ...
Art. 81 EG, 4, 10 Verordnung (EG) Nr. 1400/2002, § 306 BGB
Keine Pflicht zur Anpassung eines alten Kfz-Vetragshändlervertrags an neue Gruppenfreistellungsverordnung - Kfz-Vertragshändler III
"Kfz-Vertragshändler III"; Kündigung eines Vertragshändlervertrages
Kfz-Vertragshändlervertrag
- BMW 11 -, - Kfz-Vertragshändler III -, Strukturkündigung, Kündigungsfrist von einem Jahr, einjährige Kündigungsfrist
BGB § 306; EG Art. 81
Nichtigkeit eines Kfz-Händlervertrages ohne Kündigung und Schadensersatzpflicht des Herstellers mit Ablaufen der Anpassungsfrist ("Kfz-Vertragshändler III")
LG München I, 04.09.2003 - 3 O 13622/03
LG München I, 18.11.2003 - 16 HKO 13863/03
LG München I, 04.12.2003 - 3 HKO 9479/03
OLG München, 26.02.2004 - U (K) 5585/03
EuGH, 30.10.2006 - C-376/05
NJW 2007, 3568
GRUR Int. 2007, 938
EuZW 2007, 577
NZV 2008, 25 (Ls.)
VersR 2008, 116
BB 2007, 1583
BB 2007, 614
Denn Klauseln, nach denen eine Regelung maßgebend sein soll, deren wirtschaftlicher Erfolg einer nach § 9 Abs. 1 AGBG unwirksamen Klausel (soweit wie möglich) entspricht, sind ihrerseits wegen Verstoßes gegen § 6 Abs. 2 AGBG nach § 9 AGBG nichtig (vgl. BGH, Urteile vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, BauR 2002, 463 unter II. 3. = NZBau 2002, 151; vom 8. Mai 2007 - KZR 14/04, NJW 2007, 3568 Rn. 24;… Palandt/Grüneberg, BGB, 74. Aufl., § 306 Rn. 15;… H. Schmidt in: Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 11. Aufl., § 306 BGB Rn. 39; jeweils m.w.N.).
Derartige salvatorische Klauseln sind wegen Verstoßes gegen § 306 Abs. 2 BGB nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB nichtig (vgl. BGH…, Urteil vom 26. März 2015 - VII ZR 92/14, BGHZ 204, 346 Rn. 45, zu § 6 Abs. 2, § 9 AGBG; Urteil vom 8. Mai 2007 - KZR 14/04, NJW 2007, 3568 Rn. 24 - Kfz-Vertragshändler III;… H. Schmidt in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 11. Aufl., § 306 BGB Rn. 39).
Denn der Vertragspartner soll im Falle unwirksamer Klauselbestimmungen und anderer vom Verwender vorgegebener vertraglicher Regelungen, zu denen auch solche Regelungen zählen, die etwa wegen Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot unwirksam sind, nicht in die Formulierungsverantwortung des Verwenders hinein gezwungen werden (BGH in NJW 2007, 3568, 3570;… H. Schmidt in: Beck'scher Online-Kommentar BGB, Hrsg: Bamberger/Roth, Stand: 01.03.2011, Rdnr. 19 zu § 306 BGB).
Eine Gesamtnichtigkeit nach § 306 Abs. 3 BGB kommt nur dann in Betracht, wenn durch die unwirksame Klausel eine Lücke verbleibt, die weder durch dispositives Recht noch durch ergänzende Vertragsauslegung geschlossen werden kann, und das Festhalten am Vertrag eine unzumutbare Härte für eine Vertragspartei darstellt (BGH, Urteile vom 30. Juni 1995 - V ZR 184/94, BGHZ 130, 150, 155 f.; vom 8. Mai 2007 - KZR 14/04, NJW 2007, 3568 Rn. 12).
Der Anwendbarkeit dieser Vorschrift steht nämlich § 306 BGB als lex specialis entgegen (BGH NJW 2007, 3568, juris Rz. 12;… Palandt/Grüneberg, 71. Aufl. 2012, § 306 Rz. 1).
Eine Gesamtnichtigkeit nach § 306 Abs. 3 BGB kommt nur dann in Betracht, wenn durch die unwirksame Klausel eine Lücke verbleibt, die weder durch dispositives Recht noch durch ergänzende Vertragsauslegung geschlossen werden kann, und das Festhalten am Vertrag eine unzumutbare Härte für eine Vertragspartei darstellt (vgl. BGH, Urteile vom 30. Juni 1995 - V ZR 184/94, BGHZ 130, 150, 155 ff.; vom 8. Mai 2007 - KZR 14/04, NJW 2007, 3568 Rn. 12).
Jedoch lässt sich entgegen der Ansicht der Beklagten auch für Vertragstypen, für die wie im Falle des Franchising kein spezielles dispositives Gesetzesrecht besteht, für den Fall der Unwirksamkeit der entsprechenden Vertragsklausel eine entsprechende Regelung finden: Es ist dann auf eine ergänzende Vertragsauslegung (vgl. BGH NJW 2007, 3568) und allgemeine Grundsätze und deren etwaige Konkretisierung durch die Rechtsprechung zurückzugreifen.