Source: https://www.dov.org/service/finanzielle-ansprueche-sichern-kein-geld-verschenken
Timestamp: 2020-07-12 03:27:53
Document Index: 331421697

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 23', '§ 26', '§ 31', '§ 61', '§ 61']

Finanzielle Ansprüche sichern - kein Geld verschenken | DOV
Finanzielle Ansprüche sichern - kein Geld verschenken
Neben dem Arbeitsentgelt können Berufsmusikerinnen und -musiker weitere finanzielle Ansprüche geltend machen. Sie stehen ihnen per Gesetz, per Tarifvertrag oder als DOV-Mitglied zu. Aber nur wer gut informiert ist, kann sie auch ausschöpfen. Deshalb informieren wir über weniger bekannte Ansprüche. Diese Übersicht wird laufend ergänzt. Im Mitgliederbereich gibt es weitere geldwerte Tipps und Informationen.
1. Instrumenteninstandsetzung beim Ausstieg aus dem Orchester
Auch beim Ausscheiden aus einem Orchester haben Musikerinnen und Musiker einen Anspruch auf die Übernahme der Instandsetzungskosten für dienstlich genutzte Privatinstrumente. Wenn der Renteneintritt bevorsteht oder ein neues Arbeitsverhältnis begonnen wird, muss der ehemalige Arbeitgeber gemäß § 27 Abs. 2 Satz 3 TVK die Instandsetzungskosten tragen. Schließlich wurde das Instrument zuvor im Dienst gespielt und abgenutzt. Deshalb sollte die Übernahme der Kosten rechtzeitig vor dem Ausstieg beim Arbeitgeber beantragt werden.
2. Arbeitgeber und DOV zahlen Sterbegeld
Im Todesfall eines Mitglieds unterstützt die DOV die Hinterbliebenen mit 500 Euro. Auch Arbeitgeber müssen Sterbegeld in Höhe von ca. zwei Monatsgehältern zahlen, wenn der Verstorbene zuletzt nicht beurlaubt war oder das Arbeitsverhältnis ruhte. Anspruchsberechtigt sind Ehegatte, Lebenspartner oder nächste Verwandte. Sie können beim Arbeitgeber mit Verweis auf den TVK einen formlosen Antrag stellen. Erben haben zudem einen Anspruch auf finanzielle Abgeltung noch ausstehenden Urlaubs.
3. Grenzfälle beim 13. Gehalt
Musikerinnen und Musiker, die nach dem TVK entlohnt werden, haben Anspruch auf ein 13. Gehalt (sog. Zuwendung, §§ 23-25 TVK). Es beträgt 72 Prozent eines Monatsgehalts. Der Anspruch entsteht für jedes Jahr, in dem Orchestermusiker mindestens neun Monate beschäftigt sind. Wechseln sie während des laufenden Beschäftigungsjahres in ein anderes Berufsorchester, ist der neue Arbeitgeber für die Auszahlung zuständig. Der Anspruch bleibt auch dann bestehen, wenn der Arbeitsvertrag im Laufe des Jahres endet wegen Renteneintritt, Erwerbsunfähigkeit, Schwangerschaft oder Geburt. Und schließlich tritt auch keine Verminderung des 13. Gehalts für diejenigen Kalendermonate ein, in denen Musikerinnen und Musiker während des ersten Lebensjahres ihres Kindes in Elternzeit sind bzw. ein betriebliches Beschäftigungsverbot wegen Schwangerschaft oder Geburt besteht.
4. Vordienstzeiten beim Eintritt ins Orchester
Neue Orchestermitglieder, die bereits in anderen Konzert- oder Theaterorchestern gespielt haben, haben einen Anspruch auf Anrechnung dieser Zeiten als Dienstzeit. Damit rücken sie früher in die nächste Dienstaltersstufe auf. Vordienstzeiten müssen innerhalb von drei Monaten nach Aufforderung durch den Arbeitgeber nachgewiesen werden. Wer diese Frist nicht einhält, verliert den Anspruch und verschenkt Monat für Monat Geld.
Viele Arbeitnehmerinnen und -nehmer, darunter alle Mitglieder in TVK-Orchestern, erhalten auf Antrag vom Arbeitgeber Vermögenswirksame Leistungen. Das ist ein Zuschuss zu einer privaten Vermögensanlage. Im TVK-Bereich beträgt er zum Beispiel 6,65 Euro pro Monat (§ 26 TVK).
Wenn, wie im TVK-Geltungsbereich, der Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung gilt, müssen Sie sich gar nicht persönlich um die Vermögensanlage kümmern, sondern können beantragen, dass Ihr Arbeitgeber den Betrag direkt auf Ihre betriebliche Altersvorsorge bei der VddKO einzahlt. Dazu schließen Sie einfach eine Vereinbarung zur Umwandlung von Entgeltansprüchen ab. Das Formular finden Sie auf der VddKO-Website. Der Arbeitgeber kümmert sich dann selbst um die Einzahlung.
Unserer Erfahrung nach nehmen nur wenige Arbeitnehmerinnen und -nehmer diese Leistungen wahr, weil sie kompliziert erscheinen. Hier lassen Sie jedoch geschenkte 6,65 Euro jeden Monat liegen. Bei Fragen oder falls der Arbeitgeber unter Verweis auf die geringe Höhe sich weigern sollte, melden Sie sich bitte bei der DOV-Rechtsabteilung.
6. Zuschuss zum Krankengeld vom Arbeitgeber
Grundsätzlich erhalten TVK-Musikerinnen und -musiker bis zu sechs Wochen Krankenbezüge in Höhe ihrer Vergütung. Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, hat nach § 31 Abs. 3 TVK mit Beginn der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf Zahlung eines Zuschusses zum Krankengeld durch den Arbeitgeber. Das ist der Zeitpunkt, ab dem eine Musikerin oder ein Musiker auch Krankengeld von der Krankenkasse erhält.
Je nach Beschäftigungszeit wird der Krankengeldzuschuss bis zum Ende der 13. oder 26. Woche gezahlt. Ein Antrag ist nicht erforderlich. Allerdings kommt es vor, dass die Auszahlung des Zuschusses vergessen wird. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie Ihre Gehaltsabrechnung und machen Sie gegebenenfalls Ihre Ansprüche innerhalb von sechs Monaten (§ 61 TVK) schriftlich geltend.
7. Ausschlussfristen wahren
Sämtliche Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen gemäß § 61 TVK, wenn sie nicht innerhalb einer Ausschlussfrist von sechs Monaten nach Fälligkeit schriftlich geltend gemacht werden. Diese Regelung gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.
Ein häufiger Anwendungsbereich, in dem die Ausschlussfrist eine Rolle spielt, sind fehlerhafte Gehaltsabrechnungen. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig, ob Ihre Zulagen korrekt berechnet wurden, und Ihr Gehalt bei Erreichen einer neuen Dienstaltersstufe (im Regelfall nach zwei Jahren) angepasst wurde. Und bitte beachten Sie, die Ansprüche per Schreiben geltend zu machen. Dabei darf die persönliche Unterschrift nicht vergessen werden. Eine E-Mail reicht nicht aus! Bei Fragen hilft die DOV-Rechtsabteilung gern weiter.
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