Source: http://www.finanztip.de/widerrufsrecht-kredite/
Timestamp: 2016-07-25 20:01:55
Document Index: 186683033

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 495', '§ 491', '§ 492', 'Art. 247', '§ 6', '§ 492', '§ 356', '§ 492', 'Art. 247', '§ 7', '§ 357']

Widerrufsrecht beim Kreditvertrag und Widerrufsbelehrung - Finanztip
StartKredit & BauenKreditGesetzliches Widerrufsrecht
Das Wichtigste in KürzeSie können Ihren Kredit bis zu 14 Tage nach Abschluss des Vertrags durch einen Widerruf komplett rückgängig machen.
Das Widerrufsrecht gilt sowohl für Raten- und Autokredite als auch für Baufinanzierungsdarlehen.
Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen. So greift das Widerrufsrecht zum Beispiel nicht bei Kleinkrediten oder kurzfristigen Verträgen.
Der Widerruf muss schriftlich erklärt werden – am sichersten ist es, Sie schicken Ihn per Einschreiben.
Eine Begründung für Ihren Widerruf ist nicht notwendig und Sie müssen auch keine speziellen Formulierungen verwenden. Nutzen Sie einfach unser Musterschreiben als Vorlage.
Ihre Bank muss Sie über Ihr Recht zum Widerruf des Vertrags schriftlich informieren. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in alten Kreditverträgen führen dazu, dass Sie auch Jahre später noch aus Ihrem Vertrag können. Das kann Ihnen vor allem bei Baufinanzierungen tausende Euro sparen.
Die Aufnahme eines Kredits ist keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft. Häufig vergleicht man mehrere Angebote und schaut genau ins Kleingedruckte des Vertrags. Denn vor allem bei Baufinanzierungen geht es um beträchtliche Summen. Aber trotz bester Überlegungen kann es dazu kommen, dass man nach der Vertragsunterzeichnung noch ein günstigeres Angebot erhält. Aber nicht nur dann stellt sich die Frage, ob man kurzfristig noch den Vertrag rückgängig machen kann. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie Ihren kürzlich geschlossenen Vertrag widerrufen können, welche Ausnahmen gelten und worauf Sie sonst noch achten müssen. AchtungFehlerhafte Widerrufsbelehrung Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem allgemeinen Widerrufsrecht bei Kreditverträgen. Wenn Sie das Thema Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen bei Baufinanzierungen interessiert, klicken Sie direkt hier. Ein 14-tägiges Widerrufsrecht steht Ihnen per Gesetz zu Das Wichtigste vorweg: Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) gibt Verbrauchern ein 14-tägiges Widerrufsrecht für Kreditverträge, die sie mit Unternehmen abgeschlossen haben. Verbraucher sind Sie aber nur, wenn Sie den Kredit nicht gewerblich aufgenommen oder im Rahmen Ihrer selbständigen Tätigkeit abgeschlossen haben (§ 13 BGB). Anders ausgedrückt: Sie müssen den Kredit ausschließlich für private Zwecke nutzen. Dann ist ein Widerruf innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsschluss möglich (§§ 495, 355 BGB). Einige Kredite sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen Es gibt ein paar Ausnahmen, für die das generelle Widerrufsrecht für Verbraucherkredite nicht gilt. Betroffen sind Verträge, die nicht als Verbraucherdarlehensverträge gelten (§ 491 Abs. 2 BGB). Dazu gehören: Weniger als 200 Euro - Kleinkredite, bei denen der Nettodarlehensbetrag unter 200 Euro beträgt, sind keine Verbraucherdarlehen und fallen damit nicht unter das Widerrufsrecht. Kredite gegen Pfand - Verträge bei denen Sie als Kreditnehmer nur mit einer Sache haften, die Sie als Pfand hinterlegt haben, können ebenfalls nicht widerrufen werden. Die Pfandleiher sind damit ausgenommen. Maximal drei Monate - Kurzfristige Verträge, bei denen Sie das Darlehen innerhalb von drei Monaten zurückzahlen müssen und dafür nur geringe Kosten vereinbart sind, werden ebenfalls nicht als Verbraucherdarlehensvertrag gesehen. Günstige Kredite von der Firma - Das gesetzliche Widerrufsrecht gilt nicht für Arbeitgeberdarlehen, die Ihnen als Nebenleistung zu Ihrem Arbeitsvertrag mit einem niedrigeren effektiven Jahreszins als marktüblich angeboten wurden und die nicht jede Person abschließen kann. Günstige Förderdarlehen - Bei Krediten mit günstigeren Bedingungen als marktüblich im Wohnungsbau oder zur Berufsausbildung gilt das Widerrufsrecht nicht. Bei der Null-Prozent-Finanzierung greift der WiderrufSeit dem 21. März 2016 haben Verbraucher auch bei der Null-Prozent-Finanzierung ein gesetzliches Widerrufsrecht. Hintergrund ist eine Regelung, die der Bundestag im Rahmen der EU-Wohnimmobilienkredit-Richtlinie beschlossen hat. Zuvor war auch der Null-Prozent-Kredit vom Widerruf ausgeschlossen. Die Widerrufsfrist beginnt erst, nachdem die Kunden über ihr Widerrufsrecht informiert worden sind. Ihr Kreditgeber wird Sie über Ihr Widerrufsrecht informieren Den Hinweis auf Ihr gesetzliches Widerrufsrecht werden Sie auch in Ihrem Vertrag finden – teilweise sogar an mehreren Stellen in Ihren Kreditunterlagen. Denn Ihre Bank ist dazu verpflichtet, Ihnen diese Informationen in Textform zu geben (§ 492 Abs. 2 BGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 EGBGB). Wenn Sie zusammen mit Ihren Vertragsunterlagen die Anlage „Europäische Standardinformationen für Verbraucherkredite“ erhalten haben, finden Sie den Hinweis beispielsweise unter der Überschrift „4. Andere wichtige rechtliche Aspekte“ und dort beim Punkt „Widerrufsrecht“. Unser Screenshot zeigt Ihnen, wie das in Ihrem Vertrag aussehen kann: Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. März 2014) Wenn Sie Ihren Vertrag über das Internet abschließen, werden Sie im Standardinformationsblatt noch an einer weiteren Stelle auf Ihr Widerrufsrecht aufmerksam gemacht. Sie finden den Hinweis dann zusätzlich unter „5. Zusätzliche Informationen beim Fernabsatz von Finanzdienstleistungen“ (siehe Screenshot): Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. März 2014)Das Widerrufsrecht kann sich auf 30 Tage verlängern Unabhängig von der gesetzlichen Mindestfrist von 14 Tagen, kann Ihnen Ihre Bank die Zeit für Ihren Widerruf auch verlängern. Einige Kreditgeber sind kulant und räumen von sich aus eine 30-tägige Widerrufsfrist ein. Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. März 2014) Unabhängig davon sieht auch das Gesetz eine verlängerte Widerrufsfrist vor. Diese greift dann, wenn in Ihrem Vertrag Informationen fehlen. Denn Ihre Bank muss im Vertrag die wichtigsten Angaben zum Kredit aufführen. Dazu gehören vor allem die Höhe des Darlehens, die Vertragslaufzeit und der vereinbarter Darlehenszins. Fehlen wichtige Eckpunkte, müssen diese Ihnen zunächst nachträglich mitgeteilt werden. Erst danach beginnt überhaupt die Widerrufsfrist zu laufen und Sie verlängert sich auch auf einen Monat (§ 492 Abs. 6 BGB). Wann beginnt die Widerrufsfrist? Bei Verbraucherdarlehensverträgen beginnt die Frist nicht schon mit dem Vertragsschluss, sondern erst dann, wenn der Verbraucher eine Vertragsurkunde oder etwas Ähnliches erhält (§ 356b BGB). Dies gilt nur dann, wenn die Pflichtangaben enthalten sind; ansonsten beginnt die Widerrufsfrist erst mit der Nachholung dieser Angaben. Die Bank muss zum Beispiel auch die Berechnungsmethode für eine Vorfälligkeitsentschädigung bereits bei Vertragsschluss angeben, wenn sie im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung eine solche Entschädigung verlangen will (§ 492 Abs. 2 BGB, Art. 247 EGBGB § 7). Musterschreiben zum Download: Widerruf von KreditverträgenWie muss der Widerruf aussehen Wenn Sie widerrufen wollen, dann müssen Sie das klar und eindeutig der Bank mitteilen. Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Formular für den Widerruf, allerdings muss er in Textform erfolgen. Sie können Ihrer Bank also einen Brief oder Fax schicken, aber auch eine E-Mail ist ausreichend. Wir empfehlen Ihnen allerdings den Widerruf als Einschreiben zu versenden. So haben Sie etwas in der Hand, falls etwas schiefgeht.
In Ihrer Widerrufsbelehrung müssen Sie übrigens nicht begründen, warum Sie Ihren Vertrag beenden. Am einfachsten geht es, wenn Sie unser Musterschreiben nutzen. Laden Sie es herunter und ergänzen Sie noch Ihre Absenderangaben, die Anschrift des Kreditinstituts und die erforderlichen Angaben zum Darlehen. Fehlerhafte Widerrufsbelehrung Wenn Sie über Ihr Recht zum Widerruf nicht wie vorgeschrieben belehrt wurden, können Sie auch noch Jahre nach Abschluss Ihren Vertrag rückgängig machen. Denn bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung hat die 14-tägige Widerrufsfrist nicht angefangen zu laufen. Wann eine Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Daher haben sich die Gerichte in Deutschland bereits vielfach mit Widerrufsbelehrungen und deren Wirksamkeit beschäftigt. Zwei der prominentesten Mängel sind beispielsweise: Eine falsche Belehrung über die Widerrufsfrist - Dabei geht es vor allem um die Frage, ab wann Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht beginnt. Werden Formulierungen verwendet, die den Kreditnehmer im Unklaren darüber lassen, wann die 14 Tage anfangen zu laufen, ist die Belehrung fehlerhaft. Sie wurden nicht richtig über die Rechtsfolgen belehrt - Das trifft zu, wenn man Sie in der Belehrung nicht oder falsch darüber informiert, was passiert, wenn Sie das Darlehen widerrufen. Aktuell stehen bei Banken und Verbrauchern vor allem fehlerhafte Widerrufsbelehrungen für Immobiliendarlehen, die nach dem 1. November 2002 abgeschlossen wurden, im Fokus. Umgangssprachlich werden diese Fälle auch als Widerrufs-Joker bezeichnet, da man bei einem erfolgreichen Widerruf alter Baufinanzierungen durchaus Tausende Euro sparen kann. Wenn Sie mehr zum Thema „Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen bei Immobilienkrediten“ erfahren wollen, finden Sie die wichtigsten Informationen in unserem Ratgeber. Was passiert nach dem Widerruf Wenn Sie bis zu Ihrem Widerruf noch gar kein Geld von der Bank erhalten haben, passiert eigentlich gar nichts. Die Bank wird Ihnen dann einfach kein Geld überweisen und Sie müssen nichts an die Bank zurückzahlen. Sofern Ihnen Ihre Bank bereits Geld auf Ihr Konto überwiesen hat, müssen Sie der Bank das Geld spätestens nach 30 Tagen wieder zurückzahlen (§ 357a Abs. 1 BGB). Außerdem müssen Sie der Bank für den Zeitraum zwischen der Auszahlung des Geldes und dem Tag, an dem Sie das Geld zurückgezahlt haben, Zinsen zahlen. Diese werden auf den Tag genau berechnet und sind abhängig vom vereinbarten Sollzins in Ihrem Vertrag. Ein kleines Beispiel: Für einen Kredit über 20.000 Euro zu einem Sollzins von 4,88 Prozent pro Jahr müssten Sie 2,71 Euro pro Tag bezahlen. Wenn Sie das Geld von der Bank also für 10 Tage behalten, bevor Sie es zurücküberweisen, sind 27,10 Euro zusätzlich fällig. Es gibt allerdings auch einige Banken, die auf diese Zinsen im Fall eines Widerrufs verzichten. Ob das bei Ihrer Bank der Fall ist, können Sie herausfinden, indem Sie in Ihrem Vertrag den Punkt „Widerrufsfolgen“ durchlesen. Dort muss Ihnen Ihre Bank nämlich den Zinsbetrag mitteilen, den Sie im Fall eines Widerrufs für bereits geliehenes Geld zahlen müssen. Wie eine solche Formulierung aussehen kann, zeigt Ihnen der folgende Vertragsausschnitt. Eigentlich hätte die Bank einen Anspruch auf 2,55 Euro Zinsen pro Tag gehabt, denn es war ein Kredit über 20.000 Euro zu 4,59 Prozent Sollzins vereinbart. Quelle: eigene Recherche (Stand: 27. März 2014)Mehr dazu im Ratgeber KreditManuel Kayl
HalloWaren normale Verbraucherkredite.Erst durch Ablehnung der Bank ist der Rechtschutzfall eingetreten, deshalb kann nun die RSV einschalten.Bei dem 1. Vertrag habe ich Klage ... 3. Juli 2015 zum Beitrag
[quote='fee4711','http://www.finanztip.de/community/thema/1353-kredit-widerrufen?postID=20448#post20448']Habe auch 2. Verträge bei der DB Widerrufen.Diese wurden abgelehnt und deshalb konnte ich ... 2. Juli 2015 zum Beitrag
9. Juni 2015 zum Beitrag
Dr. Britta Beate SchönFinanztip-Expertin für RechtBritta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig.Martin Bergehemaliger Finanztip-Mitarbeiter (bis 2014)Martin Berg verantwortete bei Finanztip den Bereich Kredit und Baufinanzierung. Er ist studierter Ökonom und sammelte Erfahrung in der Finanzbranche bei Interhyp sowie als Berater bei Capgemini Consulting.
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