Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/pensionskassen-beitraegen-des-daenischen-arbeitgebers-1218?pk_campaign=feed&pk_kwd=pensionskassen-beitraegen-des-daenischen-arbeitgebers
Timestamp: 2020-08-12 00:09:38
Document Index: 351661771

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 15', 'Art. 24', 'Art. 15', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', '§ 175', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 15', 'Art. 24', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 3', 'Art. 24', '§ 65']

Pen­si­ons­kas­sen-Bei­trä­gen des däni­schen Arbeit­ge­bers
Da der Grenz­gän­ger sei­nen Wohn­sitz im Inland hat, ist er gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 EStG mit sei­nen steu­er­ba­ren Ein­künf­ten unbe­schränkt ein­kom­men­steu­er­pflich­tig. Aus dem DBA- Däne­mark ergibt sich nichts ande­res. Zwar dürf­te Däne­mark nach Art. 15 Abs. 3 Satz 1 DBA i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Buch­sta­be a DBA grund­sätz­lich das Besteue­rungs­recht für die Ein­künf­te des Antrag­stel­lers aus nicht­selbst­stän­di­ger Arbeit haben. Nach Art. 15 Abs. 3 Satz 1 DBA kön­nen Ver­gü­tun­gen für unselbst­stän­di­ge Arbeit, die an Bord eines See­schif­fes oder Luft­fahr­zeugs, das im inter­na­tio­na­len Ver­kehr betrie­ben wird, oder an Bord eines Schif­fes, das der Bin­nen­schiff­fahrt dient, aus­ge­übt wird, in dem Ver­trags­staat besteu­ert wer­den, in dem sich der Ort der tat­säch­li­chen Geschäfts­lei­tung des Unter­neh­mens befin­det. Dies ist hier der Sitz der Air­lines in Däne­mark. Art. 24 Abs. 1 Buch­sta­be a DBA bestimmt, dass von der Bemes­sungs­grund­la­ge der deut­schen Steu­er, wenn nicht – wie hier – Art. 24 Abs. 1 Buch­sta­be b DBA anzu­wen­den ist, die Ein­künf­te aus Däne­mark sowie die in Däne­mark gele­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te aus­ge­nom­men wer­den, die nach die­sem Abkom­men in Däne­mark besteu­ert wer­den kön­nen . Somit wäre grund­sätz­lich Däne­mark für die Arbeits­lohn­be­steue­rung zustän­dig.
Art. 24 Abs. 3 DBA regelt aber, dass für Zwe­cke des Art. 24 DBA Gewin­ne oder Ein­künf­te einer in einem Ver­trags­staat ansäs­si­gen Per­son als aus Quel­len inner­halb des ande­ren Ver­trags­staats stam­mend gel­ten, wenn sie in Über­ein­stim­mung mit die­sem Abkom­men in dem ande­ren Ver­trags­staat besteu­ert wer­den. Dabei han­delt es sich um eine so genann­te sub­ject-to-tax-Klau­sel, mit der das Ziel erreicht wer­den soll, dass kei­ne Besteue­rungs­lü­cken ent­ste­hen. Danach ent­fällt die Vor­aus­set­zung des Art. 24 Abs. 1 Buch­sta­be a DBA „Ein­künf­te aus Däne­mark“ bei Nicht­be­steue­rung in Däne­mark [1]. Eine Besteue­rung der Ein­künf­te im ande­ren Ver­trags­staat liegt unter ande­rem dann nicht vor, wenn die Ein­künf­te fak­tisch nicht besteu­ert wer­den, weil der Ver­trags­staat von sei­nem Besteue­rungs­recht kei­nen Gebrauch macht. Dies ist hier aus­weis­lich der vom Antrag­stel­ler ein­ge­reich­ten Beschei­ni­gung der däni­schen Finanz­be­hör­de (Skat­tem­ap­pen) der Fall. Solan­ge Däne­mark von sei­nem Besteue­rungs­recht nicht Gebrauch gemacht hat, ist die­ses somit nach Art. 24 Abs. 3 DBA an Deutsch­land zurück­ge­fal­len. Soll­te die Steu­er in Däne­mark noch nach­träg­lich erho­ben wer­den, so kann die deut­sche Steu­er­fest­set­zung nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO geän­dert wer­den [2].
Dabei ergibt sich eine Steu­er­frei­heit der Arbeit­ge­ber­bei­trä­ge zur Pen­si­ons­kas­se nicht aus Art. 18 Abs. 2 DBA. Danach kön­nen – unge­ach­tet des Abs. 1 – Leis­tun­gen, die eine in einem Ver­trags­staat ansäs­si­ge natür­li­che Per­son auf­grund des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts des ande­ren Ver­trags­staats erhält, nur in die­sem ande­ren Staat besteu­ert wer­den. Dabei muss es sich um Bezü­ge auf­grund der Sozi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz­ge­bung eines Ver­trags­staa­tes han­deln. Nicht nur Alters­ren­ten, son­dern auch sons­ti­ge Leis­tun­gen sind betrof­fen, etwa aus der gesetz­li­chen Kranken‑, Unfall‑, Pfle­ge- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung, auch wenn sie nicht peri­odisch wie­der­keh­ren. Kenn­zei­chen der Leis­tun­gen auf­grund des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts ist, dass sie vom Staat oder von öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­trä­gern erbracht wer­den. Dazu gehö­ren auch Leis­tun­gen der deut­schen berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen [3]. Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob die streit­ge­gen­ständ­li­che Pen­si­ons­kas­se als berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung anzu­se­hen ist, han­delt es sich bei den hier strei­ti­gen Bei­trags­zah­lun­gen des Arbeit­ge­bers des Antrag­stel­lers nicht um Bezü­ge auf­grund des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts, somit vom Staat oder einem Ver­si­che­rungs­trä­ger Däne­marks. Es han­delt sich viel­mehr um Auf­wen­dun­gen, die spä­te­re Ren­ten­leis­tun­gen erst ermög­li­chen sol­len. Sol­che Leis­tun­gen sind in Art. 18 Abs. 2 DBA nicht gere­gelt. Sie unter­lie­gen viel­mehr als Ver­gü­tun­gen für unselbst­stän­di­ge Arbeit im Sin­ne von Art. 15 DBA auf­grund der oben ange­führ­ten Rück­fall­klau­sel des Art. 24 Abs. 3 DBA der Besteue­rung in Deutsch­land.
Die Bei­trags­leis­tun­gen der Air­lines an die Pen­si­ons­kas­se sind nicht gemäß § 3 Nr. 62 EStG in der maß­geb­li­chen Fas­sung (teil­wei­se) steu­er­frei. Danach sind steu­er­frei Aus­ga­ben des Arbeit­ge­bers für die Zukunfts­si­che­rung des Arbeit­neh­mers, soweit der Arbeit­ge­ber dazu nach sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen oder ande­ren gesetz­li­chen Vor­schrif­ten oder nach einer auf gesetz­li­cher Ermäch­ti­gung beru­hen­den Bestim­mung ver­pflich­tet ist (§ 3 Nr. 62 Satz 1 EStG). Die­se Vor­schrift ist auch anzu­wen­den, wenn die Ver­pflich­tung auf aus­län­di­schen Geset­zen beruht [4]. Leis­tun­gen, die auf­grund einer frei­wil­lig begrün­de­ten Rechts­pflicht erbracht wer­den, etwa auf tarif­ver­trag­li­cher Grund­la­ge, sind dage­gen nicht steu­er­be­freit [5]. Vor­lie­gend ist nicht erkenn­bar, dass die Ver­pflich­tung der Air­lines zu Bei­trags­zah­lun­gen in die Pen­si­ons­kas­se nach däni­schem Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht gesetz­lich ver­pflich­tend war. Bis­lang ist ledig­lich erkenn­bar, dass Grund­la­ge der Bei­trags­zah­lun­gen ein Tarif­ver­trag der Air­lines mit der däni­schen Pilo­ten­ver­ei­ni­gung ist. Auch wenn die spä­te­ren Ren­ten­zah­lun­gen aus der Pen­si­ons­kas­se fak­tisch eine mit der deut­schen gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­gleich­ba­re Basis­ver­sor­gung dar­stel­len soll­te, ist eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung der Air­lines nach däni­schem Recht nicht ersicht­lich. Die Antrag­stel­ler haben weder eine dem § 5 TVG ver­gleich­ba­re gesetz­li­che Ver­bind­lich­keit des Tarif­ver­tra­ges vor­ge­tra­gen noch gel­tend gemacht, dass die Air­lines nach däni­schem Recht ver­pflich­tet war, den Tarif­ver­trag über die Pen­si­ons­kas­se abzu­schlie­ßen.
Die Bei­trä­ge der Air­lines an die Pen­si­ons­kas­se sind auch nicht nach § 3 Nr. 62 Sät­ze 2 – 4 EStG in der maß­geb­li­chen Fas­sung steu­er­frei. Danach sind ledig­lich Zuschüs­se des Arbeit­ge­bers zu Auf­wen­dun­gen des Arbeit­neh­mers unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen und in gede­ckel­ter Höhe steu­er­frei. Vor­lie­gend ist indes nicht erkenn­bar, dass der Antrag­stel­ler eige­ne Auf­wen­dun­gen in Form von Bei­trags­zah­lun­gen an die Pen­si­ons­kas­se geleis­tet hat. Eine Steu­er­frei­heit nach den genann­ten Bestim­mun­gen schei­det bereits des­halb aus.
Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Finanz­ge­richt , Beschluss vom 8. April 2010 – 3 V 250/​09
vgl. Krab­be in: Debatin/​Wassermeyer, Dop­pel­be­steue­rung, Art. 24 Däne­mark, Rn. 39; BFH-Urteil vom 17.10.2007 I R 96/​06, BFHE 219, 534, BStBl II 2008, 953 zur wort­glei­chen Rege­lung im DBA-Ita­li­en[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 28.05.2009 – VI R 27/​06, BFHE 225, 377, BStBl II 2009, 857[↩]
Fest­stel­lun­gen der Finanz­ge­rich­te zum aus­län­di­schen Recht Auch wenn die bei Prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen des § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG zu Bestehen und Inhalt des aus­län­di­schen Rechts getrof­fe­nen…
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Däni­sche Alters­ren­ten und deut­scher Pro­gres­si­ons­vor­be­halt Bezieht ein in Deutsch­land Ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ger eine däni­sche Alters­ren­te aus der DSS und der ATP, so sind die­se däni­sche Ren­ten­ein­künf­te aus der DSS und der ATP…