Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/40831.html
Timestamp: 2019-04-21 16:17:59
Document Index: 71152698

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 65', '§ 3', '§ 3', '§ 4']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung"
Verordnung vom 26.06.1995 über das Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" in der Gemeinde Großefehn, Landkreis Aurich
Aufgrund der §§ 24 und 30 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) i. d. F. vom 11.04.1994 (Nds. GVBl., S. 155), wird verordnet:
(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 365 ha groß.
Das Naturschutzgebiet "Flumm-Niederung" ist in vier Zonen unterteilt. Die Zonen sind in der Karte mit dem Maßstab 1 : 5.000 wie folgt dargestellt:
Zone I - nicht unterlegt, Zone II - schraffiert, Zone III - dunkles Punktraster, Zone IV - dunkel unterlegt.
Die Zone I umfasst die Bereiche, die nicht Zone II, III und IV sind.
Die Zone II umfasst
- die Flurstücke 42/2, 42/5, 42/6, 42/10, 58, 62/1, 63 und 65/1 der Flur 12, Gemarkung Holtrup, in ihrer Gesamtheit,
- die Flurstücke 38, 39/1, 43 und 49/1 der Flur 13, Gemarkung Holtrup und das Flurstück 83 der Flur 5, Gemarkung Ostersander, in ihrer Gesamtheit,
- die Flurstücke 72/1, 73/1, 73/2, 74/1, 75/1 der Flur 12, Gemarkung Holtrup sowie die Flurstücke 30/1, 31/1, 32/1, 33/1, 34/1, 35/1, 36/1, 37/1 und 46/1 der Flur 13, Gemarkung Holtrup, in Teilen, und zwar vom Meedeweg sowie bezüglich der Flurstücke 37/1 und 46/1 von den Flurstücksgrenzen der Flurstücke 38 bzw. 49/1 südlich in Richtung Flumm bis zu einer durch Pflöcke mit farblicher Kennzeichnung markierten Linie.
Die Zone III umfasst die Flurstücke 16, 41/12 und 42/13 der Flur 14, Gemarkung Holtrup, in ihrer Gesamtheit.
Die Zone IV liegt in der Flur 1 der Gemarkung Westgroßefehn.
- die Flurstücke 70, 72/5, 72/7, 80/2, 80/11, 163/61, 193/39 und 196/47 in ihrer Gesamtheit,
- das Flurstück 58 in Teilen. Die südliche Abgrenzung verläuft in gerader Verlängerung der nördlichen Grenze der Flurstücke 56/1 und 211/54.
- das Flurstück 77/2 in Teilen. Die südliche Abgrenzung verläuft in gerader Linie in Verlängerung der nördlichen Grenze des Flurstücks 80/10 bis zu einem auf dem Flurstück 77/2 erstellten Wall. Die Grenze zieht sich in Richtung Norden am Wall entlang, geht dann am Wall in Richtung Südost bis zur Verlängerung der Flurstücksgrenze des Flurstücks 77/1.
- das Flurstück 72/8 in Teilen. Die nördliche Abgrenzung verläuft in Verlängerung des Flurstücks 77/2 entlang des vorhandenen Grabens, führt dann entlang des Grabens in Richtung Nordnordost bis zur Neuen Wieke West.
Gemeinde Großefehn, 26629 Großefehn,
Das Niederungsgebiet der Flumm ist Bestandteil des letzten großräumig und noch naturgeprägt erhaltenen Hammrichs in Nordwest-Niedersachsen. Wegen seiner Ausstattung mit einem Mosaik verschiedener schutzbedürftiger Biotoptypen ist die Niederung als Naturraum und Kulturlandschaft für die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde von außerordentlicher Bedeutung.
Zweck dieser Verordnung ist die langfristige Sicherung und Entwicklung der Meedelandschaft sowie ihrer Gewässer mit diesen Werten und als Standort und Lebensraum für zahlreiche, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften.
(3) Ferner sind gem. § 24 Abs. 3 Satz 1 NNatG innerhalb des Naturschutzgebietes folgende Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile gefährden oder stören können:
- die nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen, Wege und Plätze mit Kraftfahrzeugen zu befahren oder Kraftfahrzeuge dort abzustellen
1. Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführung vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,
2. die im Sinne des Nieders. Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, nicht jedoch die folgenden Maßnahmen:
a) In der Zone I
- Veränderung des Wasserhaushalts,
- Veränderung des Bodenreliefs,
-Umwandlung von Dauergrünland in Acker und die ackerbauliche Zwischennutzung von Grünland,
- Grünlanderneuerung,
- Anlage von Wald oder Baum- und Forstkulturen,
- Kultivierung nicht oder nicht mehr genutzter Flächen,
- Portionsbeweidung sowie Beweidung mit Schafen,
- Beweidung mit Pferden,
- mechanische Grünlandpflege, einschl. Mahd zwischen dem 15.03. und 20.06. j. J.,
- Ausbringung von Gülle und Jauche,
- Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,
- Anlage von Erdsilos bzw. Feldmieten;
b) in der Zone II:
- Grünlanderneuerung; die Grünlandpflege durch Scheiben- und Schlitzdrillsaatverfahren und die einfache Nachsaat bleiben zulässig,
- die Mahd vor dem 01.06. sowie die Grünlandpflege in der Zeit vom 15.03. bis 01.06. j. J.,
- Ausbringung von Gülle und Jauche, ausgenommen Festmist (max. 1 DE/ha),
c) in der Zone III:
- die Ausbringung von Jauche und Gülle auf einem ca. 2 m breiten Schutzstreifen entlang aller Gewässer III. Ordnung,
d) in der Zone IV:
- die Errichtung vorübergehender und dauerhafter baulicher Anlagen aller Art, auch soweit dafür keine Genehmigung erforderlich ist.
3. die Bewirtschaftung gemäß den Vorgaben des Pflege- und Entwickungsplanes
4. das Betreten oder Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung oder Bewirtschaftung erforderlich ist, durch den Nutzungsberechtigten oder Eigentümer sowie durch Bedienstete der Naturschutzbehörden und des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie - Fachbehörde für Naturschutz - in Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben.
5. die Ausübung der Fischerei mit der Angel durch Mitglieder des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland e. V. vom Südufer der Flumm aus nachdem 15.06. bis zum 31.12. j. J. in der Zeit vom kalendarischen Sonnenaufgang bis zum kalendarischen Sonnenuntergang.
(2) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte oder von ihr angeordnete Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.
Ein Verstoß kann gem. § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 100.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM geahndet werden.
Oldenburg, den 26.06.95