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Timestamp: 2016-10-24 01:43:39
Document Index: 2720051

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 109', 'BGE', 'BGE']

8C_166/2007 (20.06.2007)
Der 1966 geborene B.________ war seit Juni 2000 arbeitslos gemeldet und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert, als er sich am 18. September 2000 im Treppenhaus den linken Fuss verdrehte und ein Supinationstrauma am medialen Kn�chel links erlitt. Der Versicherte war weiterhin arbeitslos, als er am 16. September 2001 beim Einkaufen mit dem linken Fussgelenk einknickte und sich eine Distorsion des oberen Sprunggelenks links zuzog. Die SUVA gew�hrte f�r beide Unf�lle Heilbehandlung und Taggeld und zog die Akten der IV bei, welche mit Verf�gung vom 22. Juni 2005 f�r die Zeit vom 1. Dezember 2002 bis 30. September 2003 eine befristete Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 100 % zusprach. Mit Verf�gung vom 6. Juli 2005 verneinte die SUVA einen Rentenanspruch bez�glich der Unfallfolgen am linken Fuss. Einspracheweise beantragte der Versicherte die Ausrichtung einer Invalidenrente von mindestens 30 %; zur Ermittlung des Integrit�tsschadens sei eine versicherungsexterne Begutachtung anzuordnen. Mit Entscheid vom 6. Juli 2006 wies die SUVA die Einsprache ab, da aus den Unf�llen vom 18. September 2000 und 16. September 2001 hinsichtlich des linken Fusses keine unfallbedingte Einschr�nkung der Erwerbsf�higkeit mehr vorliege und folglich kein Rentenanspruch bestehe. Eine Integrit�tsentsch�digung sei ebenfalls nicht zuzusprechen, da der linke Fuss keinen pathologischen Befund aufweise.
Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Juli 2006 reichte der Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau Beschwerde ein und beantragte, in dessen Aufhebung sei die SUVA zu verpflichten, ihm ab 15. Oktober 2003 eine Invalidenrente von mindestens 30 % auszurichten; zur Ermittlung des Integrit�tsschadens sei eine Begutachtung anzuordnen und es sei ihm eine Integrit�tsentsch�digung nach Massgabe des Gutachtens zuzusprechen. Die SUVA schloss auf Beschwerdeabweisung und reichte am 26. Februar 2007 die Verf�gung der IV-Stelle Thurgau vom 15. Februar 2007 ein, worin ein Rentengesuch des Versicherten vom 27. Dezember 2005 abgewiesen wurde. Das kantonale Gericht wies die Beschwerde mit Entscheid vom 28. Februar 2007 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente von mindestens 30 % zuzusprechen; zur genauen Bestimmung der Invalidit�t sei ein polydisziplin�res MEDAS-Gutachten anzuordnen (betreffend den Unfall vom 18. September 2000).
1.1 Weil die angefochtene Entscheidung nach dem Datum des Inkrafttretens des Bundesgesetzes �ber das Bundesgericht (BGG; SR 173.110), dem 1. Januar 2007 (AS 2006 1242) ergangen ist, untersteht die Beschwerde dem neuen Recht (Art. 132 Abs. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.1 Die Versicherungsleistungen werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunf�llen, Nichtberufsunf�llen und Berufskrankheiten gew�hrt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Sch�digung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Integrit�t, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.2 Arbeitsunf�higkeit ist die durch eine Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unf�higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare T�tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich ber�cksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunf�higkeit ist der durch Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsm�glichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Invalidit�t ist die voraussichtlich bleibende oder l�ngere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf�higkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). F�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit�t und nach Durchf�hrung der medizinischen Behandlung und allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen k�nnte, wenn sie nicht invalid geworden w�re (Art. 16 ATSG).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, SVR 2006 IV Nr. 27 S. 92 E. 3.2.4, I 3/05, je mit Hinweisen).
3.1 Das kantonale Gericht hat in W�rdigung der medizinischen Unterlagen (Gutachten der Frau Dr. med. Dr. sc. nat. ETH. X.________ vom 4. Februar 2005; Berichte des Dr. med. N.________ vom 16. M�rz 2005 und des SUVA-Kreisarztes Dr. med. J.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie, vom 28. Januar und 8. April 2005) sowie unter Ber�cksichtigung des von der IV-Stelle Thurgau im Rahmen der Verf�gung vom 15. Februar 2007 vorgenommenen Einkommensvergleichs (Invalidit�tsgrad von 0 % f�r das Jahr 2006) zutreffend erkannt, dass als Folge der Unf�lle vom 18. September 2000 und 16. September 2001 im massgebenden Zeitpunkt des SUVA-Einspracheentscheides vom 6. Juli 2006 (BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) in somatischer Hinsicht keine rentenbegr�ndende Erwerbsunf�higkeit resultiert. Auf die entsprechenden vorinstanzlichen Ausf�hrungen kann verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).
Der Beschwerdef�hrer bringt letztinstanzlich keine Einwendungen vor, die an diesem Ergebnis Zweifel aufkommen lassen k�nnten; eine Integrit�tsentsch�digung beantragt er nicht mehr. Erg�nzende medizinische Abkl�rungen sind nicht durchzuf�hren (vgl. auch E. 3.2 hienach), da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 V 90 E. 4b S. 94; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 2.3, M 1/02). Insbesondere ist auf eine weitere neurologische Untersuchung zu verzichten, da der Neurologe Dr. med. M.________, angab, er k�nne die Arbeitsf�higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in leistungsm�ssiger Hinsicht aus neurologischer Sicht nicht beurteilen. Im Vordergrund stehe die Einschr�nkung aus orthop�dischen Gr�nden. Die L�sion der Hautnerven trage nicht zur Arbeitsunf�higkeit bei (Berichte vom 18. und 20. Februar 2004). Orthop�discherseits wurde zu Recht auf die Beurteilung des Dr. med. N.________ vom 16. M�rz 2005 abgestellt.
3.2 Soweit Dr. med. M.________ von einer psychosozialen �berlagerung (Bericht vom 20. Februar 2004) und Dr. med. N.________ von subjektiv invalidisierenden R�ckfussschmerzen links ohne erkl�rbare Pathologie sprachen (Bericht vom 16. M�rz 2005), stellt sich die Frage nach allf�lligen psychisch bedingten Beschwerden. Die Vorinstanz hat erwogen, die "subjektive Invalidisierung" k�nne selbstredend nicht ber�cksichtigt werden, da sie wohl auf Grund der unfallfremden Beschwerden so empfunden werde.
Eine R�ckweisung der Sache zwecks Vornahme einer psychiatrischen Untersuchung er�brigt sich. Die Unf�lle vom 18. September 2000 und 16. September 2001 sind auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 503/05 vom 17. August 2006, 2.2 und 3.1 f.) als leicht einzustufen, weshalb die ad�quate Kausalit�t zu allf�lligen nat�rlich-unfallkausalen psychischen Beschwerden zu verneinen w�re. Ein Grund, trotz Vorliegens der leichten Unf�lle die Ad�quanzbeurteilung in Anwendung der von der Rechtsprechung f�r mittelschwere Unf�lle entwickelten Kriterien (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140) vorzunehmen, ist nicht gegeben. Denn ein Ausnahmefall in dem Sinne, dass die unmittelbaren k�rperlichen Unfallfolgen eine allf�llige psychische Fehlentwicklung nicht mehr als offensichtlich unfallunabh�ngig erscheinen lassen, liegt nicht vor (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243; vgl. auch SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.2.2, U 39/04).