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Timestamp: 2018-11-19 00:33:06
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Matched Legal Cases: ['§242', '§248', '§ 248', '§ 242', '§ 248', '§ 3']

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11.6.2002 Thema abonnieren Zum Thema: Anwalt Anzeige Beschluss Einspruch
Frage vom 11.6.2002 | 17:57
Ich bin vor einigen Tagen bei meinem 1. Ladendiebstahl erwischt worden. Der Supermarktdetektiv hat einen Bericht für die Geschäftsleitung aufgenommen und ich mußte 50€ Strafe zahlen.
Anschließend hat die Geschäftsleitung anscheinend Anzeige erstattet, denn jetzt ist mir von der Polizei ein "Beschuldigtenanhörungsbogen" zugeschickt worden den ich ausfüllen soll. Mir wird ein Diebstahl nach §242 StGb zur Last gelegt. Da der entwendete Artikel aber nur ca. 10€ gekostet hat, ist da nicht §248a "Diebstahl geringwertiger Sachen" angebracht?
Ich will den Bogen ja ausfüllen, nur möchte ich auch alles richtig machen. Soll ich darin nicht nur meinen Lohn, sondern auch das Gehalt meines Mannes angeben? Soll ich darin auch meine Reue zum Ausdruck bringen? Und ist es wichtig nochmal zu schreiben, dass der gestohlene Artikel nur etwa 10€ wert war? Reicht es überhaupt, wenn ich den Bogen ausfülle,oder sollte ich mir einen Anwalt nehmen?-
Die Tat selbst gebe ich ja zu!
Fragen über Fragen und ich bin ganz unsicher mit der Situation...
Anwalt Anzeige Beschluss Einspruch
Antwort vom 11.6.2002 | 18:42
die von Ihnen angesprochene Vorschrift des § 248 StGB ist kein eigenständiger Tatbestand, wie etwa der des § 242 StGB . Vielmehr ist der § 248 StGB prozessual ausgestaltet, was vorliegend bedeutet, dass der Diebstahls oder die Unterschlagung geringwertiger Sachen (Grenze bei etwa 25 € nur dann verfolgt wird wenn ein Strafantrag oder ein öffentliches Interesse and der Strafverfolgung besteht. Vorliegend ist seitens des Supermarktes wohl ein Strafantrag gestellt worden.
Grundsätzlich sollten keine Angaben zur Sache gemacht werden, ohne dass zuvor die Ermittlungsakte durch einen Anwalt eingesehen worden ist. Umstände, die auf den ersten Blick ganz klar scheinen, können sich nach der Aktenenisicht als weniger klar und damit eventuell zu Ihren Gunsten darstellen. Andererseits fallen durch das Einschalten eines Anwalts auch Kosten an, ohne das eine Garanie besteht, dass dadurch ein besseres Ergebnis für Sie erreicht wird.
Sollten Sie auf einen Anwalt verzichten und den Diebstahl einräumen wollen, können Sie dies in dem Fragebogen ausdrücklich tun und gleichzeitig nochmals auf den geringen Wert der entwendeten Sache hinweisen. Das Gehalt Ihres Mannes sollten Sie nicht angeben.
Antwort vom 14.2.2005 | 11:11
bevor Sie Einspruch gegen einen Strafbefehl einlegen, sollten Sie sich genau überlegen, ob es wirklich kein Ladendiebstahl war, auch wenn es manchmal schwer sein sollte, dieses gegenüber sich selbst einzugestehen.
Wenn Ihr Sachverhalt wirklich so zutreffen sollte, wie Sie ihn dargestellt haben, so können Sie einen Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen und in der Begründung darlegen, warum die Parumflasche mitgenommen wurde. Als Beweisführung sollten Sie die Aussage der jeweiligen Verkäuferin zulegen, die dieses bestätigt.
Antwort vom 14.2.2005 | 13:55
@tobvol: Ein Einspruch macht schon deshalb Sinn, weil eine Tagessatzhöhe von 30 Euro bei einem Einkommen von 600 Euro unangemessen ist. Angemessen wären 20 Euro. Ein solcher Einspruch, der sich auf die Tagessatzhöhe beschränkt, kann auch ohne Verhandlung durch Beschluß erledigt werden. Ob ein vollinhaltlicher Einspruch Sinn macht, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Gebühren hierfür sind zumindest ziemlich niedrig.
Antwort vom 14.2.2005 | 14:58
Dem kann ich mich anschliessen. Ein vollumfänglicher Einspruch (also ein "Angehen" gegen das Urteil insgesamt) zieht zwingend eine Hauptverhandlung nach sich. Ob sie den einlegen wollen, müßten Sie selber entscheiden. Die Gerichtskosten hierfür wären im Falle, daß ein Urteil ergeht 60,00 € zuzügl. zu den bereits im Strafbefehl ausgeweisenen Kosten.
Es gibt jedoch seit ca. einem 1/2 Jahr die (von Mümmel schon erwähnte) Möglichkeit, daß -wenn der Einspruch auf die Tagessatzhöhe beschränkt wird- eine neue Entscheidung durch "Beschluß" (ohne Hauptverhandlung) ergehen kann. Zusätzliche Kosten dürften dabei nicht entstehen, so wie ich das aus der Anlage zu § 3, Abs. 2 GKG n.F. erkennen kann.
Wenn Ihre Bekannte das niederigere Einkommen nachweisen kann, macht dieser Einspruch auch durchaus Sinn.
Wurde Sie im Vorfeld nicht nach ihren Einkommensverhältnissen befragt?
Antwort vom 14.2.2005 | 15:49
@calsow:
"Grundsätzlich sollten keine Angaben zur Sache gemacht werden, ohne dass zuvor die Ermittlungsakte durch einen Anwalt eingesehen worden ist."
Ist das Ihr Ernst? (Oder Ihre Lobby?)
Ich halte das Einschalten eines Anwaltes beim Vorwurf des (Laden-)diebstahls, (der ja auch vom Täter eingestanden wurde) für reine Geldverschwendung. Was sollte ein Anwalt denn hier (vor allem kostendeckend) erreichen können?
Einzig wenn ein Eintrag ins BZR unbedingt vermieden werden soll, würde ich diese Investition in Betracht ziehen.
Antwort vom 14.2.2005 | 15:56
Meinst Du daß liest er nach 2 3/4 Jahren noch ?
Antwort vom 14.2.2005 | 16:02
maile mir bitte mal den Beschluß bezüglich des Einspruchs hinsichtlich der Tagessatzhöhe für meine Unterlagen. Dann brauche ich das das nächste Mal nicht suchen.
-- Editiert von J. Roenner (Bobo) am 14.02.2005 16:02:58
Antwort vom 14.2.2005 | 17:42
Blick ins Gesetz...
Antwort vom 14.2.2005 | 18:07
Vielen Dank, "Wastl"! Bekanntlich geht man ja auch als Jurist immer den Weg des geringsten Widerstandes
-- Editiert von J. Roenner (Bobo) am 14.02.2005 18:08:26
Antwort vom 15.2.2005 | 07:46
Klar. Und wie heißt es ja so schön (für die Hauptverhandlung): Blick ins Gesetz verrät Unsicherheit
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