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Timestamp: 2016-10-26 19:21:43
Document Index: 382553909

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

U 200/01 (09.12.2002)
A._________, 1950, Beschwerdef�hrer, vertreten durch
Der 1950 geborene A._________ war seit 1988 als Ger�stbauarbeiter bei der Firma R.________ AG t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 16. Mai 1996 erlitt er durch einen Verkehrsunfall in Jugoslawien ein Polytrauma, welches in der Folge u.a. die operative Versorgung einer hinteren Acetabulumfraktur rechts notwendig machte. Nach mehreren Spital- und Rehabilitationsaufenthalten (vom 21. Mai bis 12. Juni 1996 sowie vom 12. bis 14. Februar 1998 im Spital X.________, vom 13. Juni bis 11. Juli 1996 in der Rehaklinik Y.________ und vom 25. M�rz bis 22. April 1998 in der Rehaklinik Z.________) sowie konservativer medizinischer Behandlung holte die SUVA, welche Versicherungsleistungen erbracht hatte (Heilungskosten, Taggelder), u.a. einen Austrittsbericht der Rehaklinik Z.________ vom 26. Mai 1998, eine Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 8. Juni 1998 sowie - in beruflich-erwerblicher Hinsicht - einen Lohnbuchauszug der ehemaligen Arbeitgeberin vom 3. Juli 1998 und einen Bericht �ber die berufliche Abkl�rung vom 18. September 1998 ein. Gest�tzt darauf sprach sie dem Versicherten mit Verf�gung vom 20. Oktober 1998 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 33 1/3 % mit Wirkung ab 1. September 1998 und eine Integrit�tsentsch�digung auf Grund einer Integrit�tseinbusse von 25 % zu. Auf Einsprache hin, mit welcher A._________ den der Invalidenrente zugrunde liegenden Invalidit�tsgrad beanstandet hatte, setzte die SUVA diesen auf 45 % fest; im �brigen best�tigte sie ihre Verf�gung (Einspracheentscheid vom 19. August 1999).
Beschwerdeweise liess A._________ geltend machen, in Aufhebung des Einspracheentscheides sei ihm ab 1. September 1998 eine dem effektiven Invalidit�tsgrad entsprechende, mindestens aber auf einer Invalidit�t von 67 % beruhende Rente zuzusprechen. Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die Rechtsvorkehr mit Entscheid vom 25. April 2001 ab.
A._________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und sein vorinstanzlich gestelltes Rechtsbegehren erneuern. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
Streitig und zu pr�fen ist der Invalidit�tsgrad, auf Grund dessen die Invalidenrente festzusetzen ist.
Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG), den Begriff der Invalidit�t (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG), die Rechtsprechung zum Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (BGE 110 V 276 Erw. 4b mit Hinweis; RKUV 1991 Nr. U 130 S. 272 Erw. 3b; vgl. auch ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b) und zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 f. Erw. 1; vgl. auch BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Was die noch zumutbare Arbeitsf�higkeit anbelangt, ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer die bisherige T�tigkeit als Ger�stbauarbeiter nicht mehr aus�ben kann. Gem�ss Austrittsbericht der Rehaklinik Z.________ vom 26. Mai 1998 ist der Versicherte nur noch in der Lage, wenige Minuten zu stehen sowie mit Stock 200 Meter und ohne Stock 20 Meter weit zu gehen. Ebenfalls als erschwert wurden die vorgeneigte Haltung, das Hantieren von Gewichten und l�ngerdauerndes Sitzen ohne Unterbruch bezeichnet. Zus�tzlich bestehen leichte Ged�chtnisst�rungen sowie eine erh�hte Erm�dbarkeit bei allgemein reduzierter Ausdauer. Auf Grund dieser Beeintr�chtigungen ist dem Versicherten nach Auffassung der �rzte eine vorwiegend sitzende, teils wechselbelastende Arbeit ganztags mit vermehrten Pausen zuzumuten, wobei diesen vermehrten Pausen gem�ss Bericht �ber die berufliche Abkl�rung vom 18. September 1998, worin auf erg�nzende Ausk�nfte der Rehaklinik Z.________ Bezug genommen wird, mit der Annahme eines eingeschr�nkten Arbeitspensums von sechs - anstelle der �blichen acht - Stunden pro Tag Rechnung zu tragen ist. Von dieser Einsch�tzung abzuweichen besteht weder im Lichte der letztinstanzlichen Vorbringen der Parteien noch zufolge sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass.
Streitig und zu pr�fen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit. Zu ber�cksichtigen gilt es in diesem Zusammenhang, dass rechtsprechungsgem�ss (noch nicht in der Amtlichen Sammlung publiziertes Urteil D. vom 23. Mai 2002, U 234/00) f�r die Vornahme des Einkommensvergleichs grunds�tzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des Rentenbeginns (vorliegend: 1. September 1998) abzustellen ist, und zwar sowohl hinsichtlich des Validen- wie des Invalideneinkommens.
4.1 Zur Bemessung des Valideneinkommens hat die SUVA, best�tigt durch das kantonale Gericht, zu Recht auf die bei der ehemaligen Arbeitgeberin eingeholten schriftlichen Ausk�nfte vom 3. Juli 1998 abgestellt, wonach dem Beschwerdef�hrer im Gesundheitsfalle ab 1. April 1998 ein monatlicher Lohn von Fr. 5030.- (x 13) ausbezahlt worden w�re, und ein massgebliches hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 65'390.- angenommen.
4.2 F�r die Bestimmung des Invalideneinkommens ist prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist - wie vorliegend - kein solches tats�chlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbst�tigkeit aufgenommen hat, so k�nnen nach der Rechtsprechung Tabellenl�hne herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen).
4.2.1 Die SUVA hat im Rahmen der Festsetzung des Invalideneinkommens f�nf Arbeitsplatzprofile aus ihrer Dokumentation �ber Arbeitspl�tze (DAP) beigezogen (Einf�ll- und Abpacker in einem pharmazeutischen Betrieb [DAP Nr. 1139], Papierschneider und -stapler in einer im graphischen Bereich t�tigen Unternehmung [DAP Nr. 923], Monteur in einem Betrieb f�r Bauelemente [DAP Nr. 1076], Kontrolleur in einem Industriebetrieb [DAP Nr. 3241], Zeitschreiber in einer Metallwarenfabrik [DAP Nr. 574]) und den dort durchschnittlich erzielbaren Lohn in ihrem Einspracheentscheid vom 19. August 1999 mit Fr. 47'364.- beziffert. In Ber�cksichtigung des Umstands, dass dem Beschwerdef�hrer nicht mehr eine Vollzeitbesch�ftigung von acht, sondern lediglich noch ein Teilpensum von sechs Stunden t�glich zumutbar ist, hat sie diesen Verdienst sodann um 25 % gek�rzt und das relevante Invalideneinkommen auf Fr. 35'523.- festgelegt. Mit der Begr�ndung, wenn das Pensum auf Grund lohnwirksamer Pausen um 25 % reduziert werde, sei den Behinderungen des Beschwerdef�hrers, einschliesslich den psychischen und psychosomatischen Beeintr�chtigungen sowie neuropsychologischen Defiziten, gen�gend Rechnung getragen, sodass kein zus�tzlicher leidensbedingter Abzug vorzunehmen sei, ansonsten die Leiden doppelt ber�cksichtigt w�rden, lehnten SUVA und Vorinstanz die vom Beschwerdef�hrer - auch letztinstanzlich erneut - anbegehrte K�rzung um nochmals 25 % ab.
4.2.2 Ob die von der SUVA herangezogenen Arbeitsplatzprofile eine zuverl�ssige und hinreichende Grundlage f�r die Invalidit�tsbemessung darstellen - drei der beschriebenen T�tigkeiten bedingen ein sehr h�ufiges oder h�ufiges Heben und Tragen von Gewichten bis 5 kg bis Lendenh�he und zwei Beispiele nennen als k�rperliche Anforderung immerhin das selten oder manchmal notwendige Heben und Tragen von Gewichten zwischen 5 und 10 kg bis Lendenh�he - wie auch die Frage, ob das gest�tzt auf DAP-Angaben ermittelte Invalideneinkommen um einen Leidensabzug zu k�rzen ist (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412), kann offen bleiben. Wie im Folgenden darzulegen ist, ergibt das Abstellen auf die Ergebnisse der vom Bundesamt f�r Statistik durchgef�hrten schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) keinen h�heren als den von SUVA und Vorinstanz festgestellten Invalidit�tsgrad.
4.2.3 K�nnen die Versicherten nur noch k�rperlich leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten, ist in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn (�total�) f�r M�nner oder Frauen bei einfachen und repetitiven T�tigkeiten (Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4) im privaten Sektor (LSE 1998, S. 25 Tabelle TA1) auszugehen. Dieser standardisierte monatliche Bruttolohn (Zentralwert) f�r M�nner betr�gt Fr. 4268.-. Wird der auf 40 Wochenstunden basierende Betrag auf die durchschnittliche betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit im Jahr 1998 von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, 1/2002, S. 92 Tabelle B9.2) hochgerechnet, resultiert ein Verdienst von Fr. 53'648.80 bzw. in Ber�cksichtigung des um 25 % eingeschr�nkten Arbeitspensums von Fr. 40'236.60 j�hrlich.
Zum Einwand des Beschwerdef�hrers, es sei ein zus�tzlicher Leidensabzug zu ber�cksichtigen, ist festzuhalten, dass gem�ss Rechtsprechung (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenl�hne herabzusetzen sind, von s�mtlichen pers�nlichen und beruflichen Umst�nden des konkreten Einzelfalls abh�ngt (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad), welche nach pflichtgem�ssem Ermessen gesamthaft zu sch�tzen sind, wobei der maximal zul�ssige Abzug auf 25 % festzusetzen ist (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen f�r einen so genannten leidensbedingten Abzug erf�llt, weil zufolge des Gesundheitsschadens die Leistungsf�higkeit auch im Rahmen einer geeigneten leichteren T�tigkeit beeintr�chtigt und deshalb m�glicherweise ein geringerer Lohn zu erzielen ist. Da den Behinderungen des Beschwerdef�hrers indes bereits durch die Annahme eines um 25 % reduzierten Arbeitspensums teilweise Rechnung getragen wurde (vgl. Erw. 3 hievor), kann ein Abzug diesbez�glich nur noch in geringem Masse erfolgen. Der Abzug ist daher auf 10 % festzusetzen, was zu einem massgeblichen Invalideneinkommen von Fr. 36'213.- f�hrt.
4.3 Aus der Gegen�berstellung von Validen- (Fr.65'390.-) und Invalideneinkommen (Fr. 36'213.-) resultiert ein Invalidit�tsgrad von gut 45%. Der vorinstanzliche Entscheid und der Einspracheentscheid der SUVA vom 19.August 1999 sind somit rechtens.
Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungsleistungen geht, sind gem�ss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben. Dem Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung kann entsprochen werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Advokat Daniel Dietrich f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.