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Timestamp: 2020-07-09 09:07:01
Document Index: 2490243

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 50', '§ 69', 'BGE', '§ 24', '§ 68', '§ 68', '§ 69', 'BGE', '§ 44', '§ 38', 'Art. 130', '§ 68', '§ 69']

Zurückweisung eines (wiederholt eingebrachten) Antrages auf Wiederaufnahme des Verfahrens wegen entschiedener Sache. - Findok Internet
Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 19.07.2018, RV/7500860/2016
Zurückweisung eines (wiederholt eingebrachten) Antrages auf Wiederaufnahme des Verfahrens wegen entschiedener Sache.
Das Bundesfinanzgericht hat in den Verwaltungsstrafsachen gegen N.N., Adresse1, wegen der Verwaltungsübertretungen der Nichtentrichtung von Marktgebühren über die Beschwerde der beschwerdeführenden Partei vom 6.5.2016 gegen den Bescheid des Magistrates der Stadt Wien, Magistratsabteilung 6, Referat Parkometerabgabe und Abgabenstrafsachen, vom 1.4.2016, Geschäftszahlen
1) MA 6/DII/R2-*****, 2) MA 6/DII/R2-*****, 3) MA 6/DII/R2-*****,
4) MA 6/DII/R2-*****, 5) MA 6/DII/R2-*****, 6) MA 6/DII/R2-*****,
7) MA 6/DII/R2-*****, 8) MA 6/DII/R2-*****, 9) MA 6/DII/R2-*****,
10) MA 6/DII/R2-*****, 11) MA 6/DII/R2-*****, 12) MA 6/DII/R2-*****,
13) MA 6/DII/R2-*****, 14) MA 6/DII/R2-*****, 15) MA 6/DII/R2-*****,
16) MA 6/DII/R2-*****, 17) MA 6/DII/R2-*****, 18) MA 6/DII/R2-*****,
19) MA 6/DII/R2-*****, 20) MA 6/DII/R2-*****, 21) MA 6/DII/R2-*****,
22) MA 6/DII/R2-*****, 23) MA 6/DII/R2-*****, 24) MA 6/DII/R2-*****,
25) MA 6/DII/R2-*****, 26) MA 6/DII/R2-*****, 27) MA 6/DII/R2-*****,
28) MA 6/DII/R2-*****, 29) MA 6/DII/R2-*****, 30) MA 6/DII/R2-*****,
31) MA 4/5-*****, 32) MA 4/5-*****, 33) MA 4/5-MS/10/506/08,
34) MA 4/5-*****, 35) MA 4/5-*****, 36) MA 4/5-*****,
37) MA 4/5-***** und 38) MA 4/5-*****
betreffend Wiederaufnahme von Verwaltungsstrafverfahren gemäß § 68 Abs. 1 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes 1991 - AVG in der geltenden Fassung zu Recht erkannt:
Gemäß § 50 Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz (VwGVG) wird die Beschwerde als unbegründet abgewiesen.
Mit E-Mail vom 23.9.2015, gerichtet an die Magistratsabteilung 6, stellte die nunmehrige Beschwerdeführerin N.N. (in der Folge kurz Bf. genannt) erstmals den Antrag "Jedes laufende und bereits abgeschlossene Strafverfahren der letzten 10 Jahre, egal ob gegen mich oder einen verantwortlichen Beauftragten gerichtet, neu aufzurollen und neu zu bewerten. Da es nachweislich zu mehreren Fehlbuchungen gekommen sei, liege Ursache und Verschulden beim Magistrat der Stadt Wien."
Mit Bescheid des Magistrates der Stadt Wien, Magistratsabteilung 6, vom 14.12.2015 Geschäftsahlen
31) MA 4/5-*****, 32) MA 4/5-*****, 33) A 4/*****,
wurde der Antrag der Bf. vom 23.9.2015 auf Wiederaufnahme des Verfahrens der mit
1) Straferkenntnis vom 27.06.2013 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
2) Straferkenntnis vom 21.02.2013 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
3) Straferkenntnis vom 05.12.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
4) Straferkenntnis vom 05.12.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
5) Straferkenntnis vom 30.10.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
6) Straferkenntnis vom 30.10.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
7) Straferkenntnis vom 30.10.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
8) Straferkenntnis vom 30.10.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
9) Straferkenntnis vom 05.06.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
10) Straferkenntnis vom 05.06.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
11) Straferkenntnis vom 19.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
12) Straferkenntnis vom 09.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
13) Straferkenntnis vom 09.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
14) Straferkenntnis vom 09.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
15) Straferkenntnis vom 13.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
16) Straferkenntnis vom 13.03.2012 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
17) Strafverfügung vom 28.04.2011 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
18) Strafverfügung vom 19.11.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
19) Strafverfügung vom 22.10.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
20) Strafverfügung vom 22.10.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
21) Strafverfügung vom 02.04.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
22) Strafverfügung vom 02.04.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
23) Straferkenntnis vom 23.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
24) Straferkenntnis vom 23.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
25) Strafverfügung vom 15.01.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
26) Strafverfügung vom 15.01.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
27) Straferkenntnis vom 22.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
28) Straferkenntnis vom 22.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
29) Straferkenntnis vom 22.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
30) Straferkenntnis vom 22.07.2010 zur Zahl MA 6/DII/R2-*****,
31) Straferkenntnis vom 07.07.2010 zur Zahl MA 4/5-*****,
32) Straferkenntnis vom 01.02.2011 zur Zahl MA 4/5-*****,
33) Straferkenntnis vom 09.02.2009 zur Zahl MA 4/*****,
34) Strafverfügung vom 25.11.2008 zur Zahl MA 4/5-*****,
35) Straferkenntnis vom 15.06.2010 zur Zahl MA 4/5-*****,
36) Strafverfügung vom 29.04.2008 zur Zahl MA 4/5-*****,
37) Strafverfügung vom 29.04.2008 zur Zahl MA 4/5-***** und
38) Straferkenntnis vom 10.06.2008 zur Zahl MA 4/5-*****
rechtskräftig abgeschlossenen Verwaltungsstrafverfahren wegen Nichtzahlung der Marktgebühren gemäß § 69 Abs. 1, 2 und 4 AVG
hinsichtlich der Verfahren 1) bis 8) abgewiesen, sowie
hinsichtlich der Verfahren 9) bis 38) zurückgewiesen.
Dieser Bescheid ist nach der Aktenlage in Rechtskraft erwachsen.
Das dem verfahrensgegenständlichen Bescheid vom 1.4.2016 zugrunde liegende, per E-Mail vom 26.3.2016 eingebrachte gegenständliche Anbringen lautet wie folgt:
"Betrifft: Marktentgelte X-GmbH und N.N. X-Markt und Y-Markt
Mittlerweile haben sich ganz neue Fakten ergeben. Es hat sich herausgestellt, dass der zuständige Referent A., der die Zahlungen gebucht hat, ein heilloses Durcheinander hatte und sehr vieles nicht bzw FALSCH verbucht hat.
Frau B. von der Buchhaltung ABt 12 der MA 6 hat dies alles nachgeprüft und Falschbuchungen bestätigt.
Ich stelle daher den Antrag JEDES LAUFENDE ODER BEREITS ABGESCHLOSSENE STRAFVERFAHREN der letzten 10 Jahre, egal ob gegen mich oder einen verantwortlich Beauftragten gerichtet - neu aufzurollen und neu zu bewerten.
Das es nachweislich zu mehreren Fehlbuchungen gekommen ist, liegt die Ursache und das Verschulden beim Magistrat der Stadt Wien."
Dieses Anbringen vom 26.3.2016 stellt einen (neuerlichen) Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens dar.
Mit nunmehr angefochtenen Bescheid des Magistrates der Stadt Wien, Magistratsabteilung 6, vom 1.4.2016 Geschäftsahlen
wurde der Antrag der Bf. vom 26.3.2016 auf Wiederaufnahme des Verfahrens der mit
rechtskräftig abgeschlossenen Verwaltungsstrafverfahren wegen Nichtzahlung der Marktgebühren in Anwendung des § 24 des Verwaltungsstrafgesetzes 1991 -VStG, in der derzeit geltenden Fassung, gemäß § 68 Abs. 1 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes 1991 -AVG, in der derzeit geltenden Fassung, wegen entschiedener Sache zurückgewiesen.
Zur Begründung wurde ausgeführt, gemäß § 68 Abs. 1 AVG seien Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen, wenn die Behörde nicht den Anlass zu einer Verfügung gemäß den Abs. 2 bis 4 finde.
Im gegenständlichen Fall werde mit Eingabe vom 26.03.2016 begehrt "JEDES LAUFENDE ODER BEREITS ABGESCHLOSSENE STRAFVERFAHREN der letzten 10 Jahre, egal ob gegen mich oder einen verantwortlich Beauftragten gerichtet - neu aufzurollen und neu zu bewerten." Inhaltlich stelle sich diese somit als Antrag auf Wiederaufnahme der zu oben angeführten Zahlen rechtskräftig abgeschlossenen Verwaltungsstrafverfahren wegen Nichtzahlung der Marktgebühren dar und werde damit begründet, dass "es nachweislich zu mehreren Fehlbuchungen gekommen ist, [liegt] die Ursache und das Verschulden beim Magistrat der Stadt Wien [liegt]."«
Zu eben denselben Strafverfahren sei bereits am 23.09.2015 eine inhaltlich gleiche Eingabe eingebracht worden, über welche mit Bescheid vom 14.12.2015 abgesprochen worden sei; dieser sei nicht angefochten worden und die Verfahren seien rechtskräftig abgeschlossen.
Der neuerlich in der selben Sache - mit gleicher Argumentation - eingebrachte Wiederaufnahmeantrag vom 26.3.2016 sei daher, da über den vorausgegangenen Wiederaufnahmeantrag vom 23.09.2015 bereits bescheidmäßig abgesprochen worden sei, wegen entschiedener Sache spruchgemäß zurückzuweisen gewesen.
In der rechtzeitig am 6.5.2016 eingebrachte Beschwerde, beantragt die Bf. die Bestellung eines Rechtsbeistandes (- über diesen Antrag wurde seitens des Bundesfinanzgerichtes gesondert abgesprochen).
Die Bf. bringt vor, die Verfahren seien keineswegs endgültig rechtskräftig abgeschlossen, weil erst nachher neue Fakten aufgetaucht seien, eine Frau B. vom Magistrat habe die Buchungen neu berechnet und erhebliche Mängel bei den vorangegangenen Buchungen seitens der MA 6 festgestellt.
Es sei erwiesen, dass Bestrafungen zu Unrecht erfolgt seien.
Die Bf. beantrage die Durchführung einer mündlichen Verhandlung und sowohl den Referenten AV der MA 6, der für die Strafen verantwortlich sei und auch Frau B. Magistratsabteilung 6 Rechnungs- und Abgabenwesen Dezernat Rechnungswesen Buchhaltungsabteilung 12 als Zeugen zu laden.
Weiters stelle sie den Antrag, einen unabhängigen Sachverständigen zu bestellen, der sämtliche Buchungen und Zahlungen überprüfe.
Die Bf. beantragt, alle Verfahren einzustellen bzw. die Rechtskraft und die Strafen aufzuheben.
Im Rahmen einer am 17.7.2018 vom bevollmächtigten Vertreter der Bf. beantragten Akteneinsicht zog dieser nach Erörterung der Sach- und Rechtslage namens der Bf. den Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung zurück. Der telefonisch daraufhin informierte Vertreter des Magistrates der Stadt Wien erklärte sich mit der Nichtdurchführung der mündlichen Verhandlung einverstanden (§ 44 Abs. 4 VwGVG).
Gemäß § 38 VwGVG sind, soweit in diesem Bundesgesetz nicht anderes bestimmt ist, auf das Verfahren über Beschwerden gemäß Art. 130 Abs. 1 B-VG in Verwaltungsstrafsachen die Bestimmungen des Verwaltungsstrafgesetzes 1991 – VStG, BGBl. Nr. 52/1991, mit Ausnahme des 5. Abschnittes des II. Teiles, und des Finanzstrafgesetzes – FinStrG, BGBl. Nr. 129/1958, und im Übrigen jene verfahrensrechtlichen Bestimmungen in Bundes- oder Landesgesetzen sinngemäß anzuwenden, die die Behörde in dem dem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht vorangegangenen Verfahren angewendet hat oder anzuwenden gehabt hätte.
§ 68 Abs. 1 AVG: Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, sind, wenn die Behörde nicht den Anlass zu einer Verfügung gemäß den Abs. 2 bis 4 findet, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen.
Im gegenständlichen Fall begehrte die Antragstellerin mit Eingabe vom 26.3.2016, jedes laufende oder bereits abgeschlossene Strafverfahren der letzten 10 Jahre neu aufzurollen und neu zu bewerten.
Inhaltlich stellt dieses Anbringen somit einen Antrag auf Wiederaufnahme der zu oben angeführter Zahlen rechtskräftig abgeschlossenen Verwaltungsstrafverfahren wegen Nichtzahlung der Marktgebühren dar und wird damit begründet, es sei nachweislich zu
mehreren Fehlbuchungen gekommen sei und das Verschulden beim Magistrat der Stadt Wien liege.
In derselben Sache wurde bereits am 23.9.2015 eine inhaltlich dem gegenständlichen Antrag gleiche Eingabe eingebracht, die (auch) als Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens angesehen wurde. Über diesen Antrag wurde schon einmal mit Bescheid des Magistrates der Stadt Wien, Magistratsabteilung 6, vom 14.12.2015 zu den auch hier zugrundeliegenden Verwaltungsstrafverfahren abgesprochen. Auf die Begründung dieses Bescheides wird verwiesen.
Mit dem im gegenständlichen Verfahren angefochtenen Bescheid vom 1.4.2016 wurde ein neuerlicher Antrag der Bf. vom 26.3.2016 auf Wiederaufnahme näher bezeichneter Verwaltungsstrafverfahren wegen entschiedener Sache zurückgewiesen.
Im Lichte der obigen Ausführungen stand dem Bundesfinanzgericht kein Ermessen zu, eine inhaltliche Entscheidung über die Wiederaufnahme zu fällen. Damit erübrigt sich die Einvernahme der beantragten Zeugen.
ECLI:AT:BFG:2018:RV.7500860.2016
Findok-Nr: 120641.1, aufgenommen am: 03.10.2018 10:02:28, Dokument-ID: eae77d79-b333-4950-8e94-295c4c089656, Segment-ID: 141eabd0-f45b-4841-a25b-23f3c69aef64