Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20180322_OGH0002_0020OB00135_17T0000_000&IncludeSelf=True&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2019-11-19 15:43:57
Document Index: 249101941

Matched Legal Cases: ['OGH', '§20', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§9', '§3', '§ 9', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 502', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 508', '§ 502', '§ 9', '§ 502', '§ 7', '§ 1304', '§ 502', '§ 510', '§ 502', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 7', '§ 1304', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 2Ob135/17t - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob5/62 8Ob289/79 2Ob11...
RS0074859
2Ob5/62; 8Ob289/79; 2Ob113/09w; 1Ob154/11w; 2Ob49/12p; 2Ob135/17t
StVO 1960 §20 IE
Reaktionszeit ist der Zeitraum zwischen dem Erfassen der Verkehrslage und der Ausführung der entsprechenden Maßnahmen durch Betätigen der in Betracht kommenden Vorrichtungen. Die Schreckzeit ist dagegen jene Zeit, innerhalb der der normale Mensch vor Schreck über eine unerwartet aufgetretene Gefahrenlage gehindert ist, einen der Verkehrslage entsprechenden Entschluss zu fassen und in die Tat umzusetzen.
2 Ob 5/62
Entscheidungstext OGH 12.01.1962 2 Ob 5/62
Veröff: ZVR 1962/139 S 132
nur: Reaktionszeit ist der Zeitraum zwischen dem Erfassen der Verkehrslage und der Ausführung der entsprechenden Maßnahmen durch Betätigen der in Betracht kommenden Vorrichtungen. (T1) Veröff: ZVR 1980/279 S 283
nur T1; Beisatz: Mit dem „Erfassen der Verkehrslage“ ist bereits die Gefahrenerkennung, also die objektive Reaktionsaufforderung gemeint. (T2); Beisatz: Die Frage, ob im Einzelfall in einer bestimmten Situation (vorwiegend des Straßenverkehrs) die Gefährlichkeit eines Verhaltens erst nach einer gewissen Zeit der Beobachtung erkannt werden kann, betrifft den Tatsachenbereich und nicht die rechtliche Beurteilung. (T3); Veröff: SZ 2010/11
Beis wie T3; Beisatz: Auch die Frage, ob Umstände für die Zubilligung einer „Schrecksekunde“ vorliegen, betrifft zunächst den Tatsachenbereich und nicht die rechtliche Beurteilung. (T4)
ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0074859
JJR_19620112_OGH0002_0020OB00005_6200000_001
Rechtssatz für 2Ob274/70 8Ob7/72 8Ob68...
RS0058425
2Ob274/70; 8Ob7/72; 8Ob68/73; 2Ob357/74; 8Ob153/75; 8Ob204/75; 2Ob257/75; 2Ob106/76; 8Ob143/76; 8Ob161/76; 8Ob227/76 (8Ob228/76); 8Ob48/77; 2Ob80/77; 8Ob95/77; 8Ob93/77; 2Ob140/77; 8Ob145/77; 2Ob28/78; 8Ob72/78; 8Ob157/78; 8Ob239/79 (8Ob292/79); 8Ob293/79; 2Ob178/80; 8Ob225/80; 8Ob201/80 (8Ob202/80); 2Ob254/80; 2Ob46/81; 8Ob175/81; 8Ob206/82; 2Ob230/82; 8Ob170/82; 2Ob262/82; 8Ob70/82; 2Ob130/83 (2Ob131/83); 2Ob165/83; 2Ob62/84; 2Ob40/85; 8Ob54/87; 2Ob63/87; 2Ob133/88; 2Ob21/89; 2Ob132/89; 2Ob16/91; 2Ob74/95; 2Ob2186/96a; 2Ob149/97v; 2Ob2178/96z; 2Ob142/98s; 2Ob363/99t; 2Ob44/06v; 2Ob157/06m; 2Ob228/10h; 2Ob68/13h; 2Ob177/14i; 2Ob135/17t; 1Ob135/18m
EKHG §9 Abs2 C
StVO §3 A2
Die nach § 9 Abs 2 EKHG gebotene äußerste Sorgfalt ist dann beobachtet, wenn der Fahrzeuglenker eine über die gewöhnliche Sorgfaltspflicht hinausgehende, besonders überlegene Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart und Umsicht gezeigt hat, die zum Beispiel auch die Rücksichtnahme auf eine durch die Umstände nahegelegte Möglichkeit eines unrichtigen oder ungeschickten Verhaltens anderer gebietet.
2 Ob 274/70
Entscheidungstext OGH 27.05.1971 2 Ob 274/70
Veröff: JBl 1972,150
8 Ob 7/72
Entscheidungstext OGH 25.01.1972 8 Ob 7/72
nur: Die nach § 9 Abs 2 EKHG gebotene äußerste Sorgfalt ist dann beobachtet, wenn der Fahrzeuglenker eine über die gewöhnliche Sorgfaltspflicht hinausgehende, besonders überlegene Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart und Umsicht gezeigt hat. (T1)
8 Ob 68/73
Entscheidungstext OGH 25.04.1973 8 Ob 68/73
nur T1; Beisatz: Für die Einhaltung der gebotenen Sorgfalt ist die eines sachkundigen, erfahrenen Fachmannes richtunggebend. (T2) Veröff: ZVR 1974/190 S 277
2 Ob 357/74
Entscheidungstext OGH 06.02.1975 2 Ob 357/74
Auch; Beisatz: Diese Sorgfaltspflicht darf indes nicht überspannt werden, soll eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Erfolgshaftung vermieden werden. (T3)
8 Ob 153/75
Entscheidungstext OGH 27.08.1975 8 Ob 153/75
8 Ob 204/75
Entscheidungstext OGH 08.10.1975 8 Ob 204/75
2 Ob 257/75
Entscheidungstext OGH 18.12.1975 2 Ob 257/75
nur T1; Beis wie T3; Veröff: ZVR 1976/323 S 344
2 Ob 106/76
Entscheidungstext OGH 20.05.1976 2 Ob 106/76
8 Ob 143/76
Entscheidungstext OGH 22.09.1976 8 Ob 143/76
8 Ob 161/76
Entscheidungstext OGH 13.10.1976 8 Ob 161/76
nur T1; Veröff: ZVR 1977/136
8 Ob 227/76
Entscheidungstext OGH 22.12.1976 8 Ob 227/76
8 Ob 48/77
Entscheidungstext OGH 20.04.1977 8 Ob 48/77
2 Ob 80/77
Entscheidungstext OGH 28.04.1977 2 Ob 80/77
8 Ob 95/77
Entscheidungstext OGH 29.06.1977 8 Ob 95/77
8 Ob 93/77
Entscheidungstext OGH 29.06.1977 8 Ob 93/77
2 Ob 140/77
Entscheidungstext OGH 01.09.1977 2 Ob 140/77
8 Ob 145/77
Entscheidungstext OGH 19.10.1977 8 Ob 145/77
2 Ob 28/78
Entscheidungstext OGH 30.03.1978 2 Ob 28/78
8 Ob 72/78
Entscheidungstext OGH 12.07.1978 8 Ob 72/78
nur T1; Beisatz: Es ist zu unterscheiden zwischen der Nichteinhaltung jeder gebotenen Sorgfalt im Sinne des § 9 Abs 2 EKHG, das nicht mit Verschulden gleichgesetzt werden kann, und der als Verschulden zu wertenden Nichteinhaltung der gewöhnlichen Verkehrssorgfalt eines Kraftfahrzeuglenkers. (T4) Veröff: ZVR 1979/ 80 S 86
8 Ob 157/78
Entscheidungstext OGH 20.09.1978 8 Ob 157/78
Auch; Beis wie T2; Veröff: ZVR 1979/212 S 273
8 Ob 239/79
Entscheidungstext OGH 06.12.1979 8 Ob 239/79
8 Ob 293/79
Entscheidungstext OGH 20.12.1979 8 Ob 293/79
2 Ob 178/80
Entscheidungstext OGH 16.12.1980 2 Ob 178/80
Beis wie T2; Veröff: ZVR 1981/195 S 250
8 Ob 225/80
Entscheidungstext OGH 18.12.1980 8 Ob 225/80
nur T1; Veröff: ZVR 1981/248 S 337
8 Ob 201/80
Entscheidungstext OGH 15.01.1981 8 Ob 201/80
Vgl; Beisatz: Unfall ist allein auf das Verhalten des dabei geschädigten Klägers zurückzuführen. (T5) Veröff: ZVR 1981/194 S 249
2 Ob 254/80
Entscheidungstext OGH 28.04.1981 2 Ob 254/80
2 Ob 46/81
Entscheidungstext OGH 30.06.1981 2 Ob 46/81
Beisatz: Es kommt also darauf an, dass auch für einen besonders sorgfältigen Kraftfahrer bei der gegebenen Sachlage der geschehene Unfall vermeidbar war. (T6) Veröff: ZVR 1982/362 S 300
8 Ob 175/81
Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 175/81
nur T1; Veröff: ZVR 1982/369 S 326
8 Ob 206/82
Entscheidungstext OGH 30.09.1982 8 Ob 206/82
nur T1; Beis wie T2; Veröff: ZVR 1983/128 S 152
2 Ob 230/82
Entscheidungstext OGH 19.10.1982 2 Ob 230/82
Auch; Beis wie T2; Veröff: ZVR 1983/347 S 377
8 Ob 170/82
Entscheidungstext OGH 30.09.1982 8 Ob 170/82
2 Ob 262/82
Entscheidungstext OGH 01.02.1983 2 Ob 262/82
8 Ob 70/82
Entscheidungstext OGH 21.04.1983 8 Ob 70/82
2 Ob 130/83
Entscheidungstext OGH 13.09.1983 2 Ob 130/83
2 Ob 165/83
Entscheidungstext OGH 13.09.1983 2 Ob 165/83
Veröff: ZVR 1984/243 S 242
2 Ob 62/84
Entscheidungstext OGH 16.04.1985 2 Ob 62/84
Beisatz: Autorennen (T7) Veröff: SZ 58/55 = ZVR 1986/6 S 23
2 Ob 40/85
Entscheidungstext OGH 08.10.1985 2 Ob 40/85
nur T1; Beis wie T2; Beis wie T6; Veröff: ZVR 1986/157 S 381
8 Ob 54/87
Entscheidungstext OGH 27.08.1987 8 Ob 54/87
Auch; Beis wie T3; Veröff: ZVR 1988/115 S 242
2 Ob 63/87
Entscheidungstext OGH 24.11.1987 2 Ob 63/87
nur T1; Beisatz: Der Lenker eines Omnibusses hat auf gefahrloses Anfahren im Hinblick auf einen gerade eingestiegenen langsamen, gebrechlichen Fahrgast zu achten. (T8) Veröff: JBl 1988,585 = ZVR 1988/113 S 240
2 Ob 133/88
Entscheidungstext OGH 25.04.1989 2 Ob 133/88
nur T1; Veröff: SZ 62/70 = ZVR 1990/92 S 244
2 Ob 21/89
Entscheidungstext OGH 23.05.1989 2 Ob 21/89
2 Ob 132/89
Entscheidungstext OGH 14.11.1989 2 Ob 132/89
2 Ob 16/91
Entscheidungstext OGH 10.04.1991 2 Ob 16/91
2 Ob 74/95
Entscheidungstext OGH 12.10.1995 2 Ob 74/95
2 Ob 2186/96a
Entscheidungstext OGH 28.11.1996 2 Ob 2186/96a
Ähnlich; nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Liftbedienstete eines Sessellifts - es ist nicht erforderlich, dass Liftbedienstete ohne das Hinzutreten weiterer Umstände (Ängstlichkeit, besondere Hilfsbedürftigkeit udgl) eine Schigruppe von älteren Damen ankündigten, sodass bei der Bergstation entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel Verlangsamung des Liftes eingeleitet werden können. (T9)
2 Ob 149/97v
Entscheidungstext OGH 10.04.1997 2 Ob 149/97v
2 Ob 2178/96z
Entscheidungstext OGH 24.09.1998 2 Ob 2178/96z
Auch; nur T1; Beisatz: Kindern gegenüber ist jede nur denkbare Vorsicht geboten und insbesondere die Geschwindigkeit zu verringern. Spielen Kinder am Gehsteig oder Straßenrand, so muss damit gerechnet werden, dass sie unbedacht in die Fahrbahn laufen. (T10)
2 Ob 142/98s
Entscheidungstext OGH 27.05.1999 2 Ob 142/98s
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Einreihen des Autobusses in Fließverkehr trotz Klopfen eines Fahrgastes an die bereits geschlossene vordere Einstiegstüre. (T11)
2 Ob 363/99t
Entscheidungstext OGH 23.12.1999 2 Ob 363/99t
2 Ob 44/06v
Entscheidungstext OGH 16.03.2006 2 Ob 44/06v
2 Ob 157/06m
Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 157/06m
Vgl; Beis wie T3; Beis wie T10; Beisatz: Es besteht keine zwingende Verpflichtung, sich Kindern, die am Straßenrand stehen und ein anderes Kind, das sich in der Folge losreißt und auf die Fahrbahn läuft, an der Hand halten, mit Schrittgeschwindigkeit zu nähern. (T12)
2 Ob 228/10h
Entscheidungstext OGH 27.01.2011 2 Ob 228/10h
2 Ob 68/13h
Entscheidungstext OGH 25.04.2013 2 Ob 68/13h
Vgl auch Beis wie T4
2 Ob 177/14i
Entscheidungstext OGH 23.04.2015 2 Ob 177/14i
1 Ob 135/18m
Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 135/18m
ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0058425
JJR_19710527_OGH0002_0020OB00274_7000000_001
Rechtssatz für 4Ob505/78 4Ob589/78 8Ob...
RS0023487
4Ob505/78; 4Ob589/78; 8Ob518/79; 7Ob729/80; 7Ob739/80; 7Ob757/81; 6Ob652/82 (6Ob653/82); 7Ob784/82; 1Ob605/83; 1Ob697/83; 8Ob567/84; 8Ob57/85; 7Ob558/87; 3Ob555/87; 8Ob664/87; 2Ob93/88; 2Ob593/88; 5Ob646/88; 6Ob565/89; 2Ob598/89; 8Ob652/90; 2Ob43/91; 2Ob583/93; 6Ob549/95; 2Ob513/96; 9Ob404/97w; 2Ob2171/96w; 7Ob66/99b; 6Ob253/99w; 7Ob51/00a; 9Ob162/00i; 6Ob333/00i; 2Ob47/01b; 7Ob156/01v; 2Ob41/02x; 10Ob237/02d; 3Ob72/04s; 7Ob118/04k; 3Ob160/04g; 9Ob19/05t; 6Ob294/05m; 7Ob73/06w; 2Ob265/06v; 2Ob158/06h; 4Ob56/07z; 2Ob87/07v; 2Ob99/07h; 2Ob60/08z; 2Ob79/08v; 4Ob75/09x; 1Ob62/10i; 9Ob40/09m; 7Ob133/10z; 7Ob250/10f; 10Ob55/11b; 7Ob95/11p; 8Ob138/10t; 2Ob79/11y; 4Ob149/11g; 4Ob203/11y; 4Ob12/12m; 8Ob14/13m; 1Ob122/13t; 4Ob178/13z; 4Ob33/14b; 10Ob53/15i; 7Ob59/16a; 2Ob81/16z; 1Ob158/16s; 2Ob223/15f; 5Ob21/17z; 1Ob115/17v; 3Ob91/17d; 2Ob135/17t; 1Ob11/19b; 9Ob58/18x; 6Ob215/18p; 6Ob221/18w
Der Verkehrssicherungspflichtige hat die verkehrsübliche Aufmerksamkeit anzuwenden und die notwendige Sorgfalt zu beachten, wenn auch die Sorgfaltspflicht nicht überspannt werden darf und die Grenzen des Zumutbaren zu beachten sind.
4 Ob 505/78
Entscheidungstext OGH 07.03.1978 4 Ob 505/78
nur: Der Verkehrssicherungspflichtige hat die verkehrsübliche Aufmerksamkeit anzuwenden und die notwendige Sorgfalt zu beachten. (T1)
8 Ob 518/79
Entscheidungstext OGH 20.12.1979 8 Ob 518/79
7 Ob 729/80
Entscheidungstext OGH 27.11.1980 7 Ob 729/80
Auch; Beisatz: Es darf nicht eine in Wahrheit vom Verschulden losgelöste Haftung angestrebt werden. (T2)
6 Ob 652/82
Entscheidungstext OGH 10.11.1982 6 Ob 652/82
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Unterlassen einer mündlichen Warnung. (T3)
7 Ob 784/82
Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 784/82
Beis wie T2; nur: Wenn auch die Sorgfaltspflicht nicht überspannt werden darf und die Grenzen des Zumutbaren zu beachten sind. (T4)
1 Ob 697/83
Entscheidungstext OGH 21.09.1983 1 Ob 697/83
nur T4; Beis wie T2; Beisatz: Die Gefahrenquelle muss bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt erkennbar sein. (T5)
Auch; Beis wie T2; Beis wie T5; Beisatz: Im Einzelfall kommt es auf die Wahrscheinlichkeit der Schädigung an. Für das Ausmaß der Sicherungspflicht ist entscheiden, ob nach den Erfahrungen des täglichen Lebens eine naheliegende und voraussehbare Gefahrenquelle bestand. (T6)
nur T4; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1989/28 S 47
3 Ob 555/87
Entscheidungstext OGH 02.09.1987 3 Ob 555/87
Beis wie T2; Beis wie T6 nur: Im Einzelfall kommt es auf die Wahrscheinlichkeit der Schädigung an. (T7)
8 Ob 664/87
Entscheidungstext OGH 09.12.1987 8 Ob 664/87
nur T4; nur T7; Beis wie T2
Auch; Beis wie T2; Beis wie T6
2 Ob 593/88
Entscheidungstext OGH 14.03.1989 2 Ob 593/88
5 Ob 646/88
Entscheidungstext OGH 20.06.1989 5 Ob 646/88
Veröff: ZVR 1990/59 S 178
2 Ob 598/89
Entscheidungstext OGH 31.10.1989 2 Ob 598/89
8 Ob 652/90
Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 652/90
2 Ob 43/91
Entscheidungstext OGH 18.09.1991 2 Ob 43/91
nur T4; Veröff: ZVR 1992/53 S 113
2 Ob 583/93
Entscheidungstext OGH 23.02.1995 2 Ob 583/93
Auch; Beisatz: Hier: Gipfelrestaurant (T8)
6 Ob 549/95
Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 549/95
9 Ob 404/97w
Entscheidungstext OGH 28.01.1998 9 Ob 404/97w
2 Ob 2171/96w
Entscheidungstext OGH 26.02.1998 2 Ob 2171/96w
7 Ob 66/99b
Entscheidungstext OGH 28.05.1999 7 Ob 66/99b
Auch; Beisatz: Hier: Jausenstation auf einer Alm. (T9)
Auch; nur T4; Beisatz: Die Verkehrssicherungspflicht soll keine vom Verschulden unabhängige Haftung des Sicherungspflichtigen zur Folge haben. (T10)
Auch; nur T4; Beis wie T10
Auch; Beisatz: Umfang und Intensität von Verkehrssicherungspflichten richten sich dabei vor allem danach, in welchem Maß der Verkehrsteilnehmer selbst vorhandene Gefahren erkennen und ihnen begegnen kann. (T11)
2 Ob 41/02x
Entscheidungstext OGH 07.04.2003 2 Ob 41/02x
Vgl auch; Beis ähnlich T2; Beisatz: Für das Verschulden reicht es aus, dass der Verletzer die Möglichkeit einer Beeinträchtigung der betreffenden Art im allgemeinen hätte erkennen müssen. Nicht erforderlich ist hingegen, dass der Schadenseintritt für ihn voraussehbar war. (T12)
nur T4; Beis ähnlich wie T10
Auch; nur T4; Beis wie T5
Beisatz: Es ist keine Überspannung zumutbarer Verkehrssicherungspflicht, wenn man vom Betreiber eines Boxautomaten verlangt, auf geeignete Weise dafür zu sorgen, dass sich der Benutzer bei Abgabe der Boxschläge nicht mit seinen Schuhen im Untergrund verfangen kann, indem eine spaltenlose Ausführung der Bodenplatte gewählt wird. (T13)
Beisatz: Die Möglichkeit einer Gefahr muss erkennbar sein und vom Sorgfaltspflichtigen mit zumutbaren Maßnahmen abgewendet werden können. (T14)
Beisatz: Hier: Die Gefahr des Besteigens der Pyramide durch Kinder war nicht nur wegen des festgestellten tatsächlichen Spielens von Kindern auf der Pyramide erkennbar war, sondern schon aufgrund der Eigenschaft des Bauwerks als geradezu „magischer Anziehungspunkt" für Kinder. Das Aufstellen eines Warnschilds und/oder einer Absperrung mittels Pflöcken und Bändern wäre eine mögliche und zumutbare Abwehrmaßnahme gewesen. (T15)
Auch; Beisatz: Hier: Verletzung eines Zusehers bei einem Eishockeyspiel der Klasse Miniknaben. (T16)
Auch; Beisatz: Auch vertragliche Verkehrssicherungspflichten sollen nicht überspannt werden. (T17)
Auch; Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T11
8 Ob 138/10t
Entscheidungstext OGH 30.08.2011 8 Ob 138/10t
4 Ob 149/11g
Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 149/11g
Auch; Beis wie T2; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Freizeitwiese. (T18)
Auch; Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Nachgeben der Befestigung eines Vordaches eines Marktstands wegen Klimmzügen eines Gastes. (T19)
Auch; Beis ähnlich wie T14
Auch; Beisatz: Der Umfang der Verkehrssicherungspflicht hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und begründet daher ‑ von einer groben Fehlbeurteilung abgesehen ‑ regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO. (T20)
Auch; Beisatz: Sturz aufgrund einer Lacke im Supermarkt. (T21)
Auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Sabrieren einer Champagnerflasche. (T22)
2 Ob 81/16z
Entscheidungstext OGH 05.08.2016 2 Ob 81/16z
Beis wie T20; Beisatz: Hier: Sturz auf einer eisigen Stelle des Kundenparkplatzes eines Supermarkts. (T23)
Beis ähnlich T20; Beisatz: Hier: Sturz auf einer Eisfläche zwischen geparkten Autos eines Parkplatzes; unterlassene Streumaßnahmen auf den Zwischenräumen zwischen den geparkten Fahrzeugen; keine schuldhafte Sorgfaltspflichtverletzung. (T24)
Auch; Beis wie T6; Beis wie T17; Beis wie T20
Auch; Beis wie T7; Beis wieT17
6 Ob 221/18w
Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 221/18w
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0023487
JJR_19780307_OGH0002_0040OB00505_7800000_002
Rechtssatz für 2Ob2/84 8Ob24/84 8Ob39/...
RS0058467
2Ob2/84; 8Ob24/84; 8Ob39/86; 8Ob73/86; 2Ob45/88; 2Ob138/88; 2Ob4/89 (2Ob5/89); 2Ob151/89; 2Ob46/90; 2Ob54/92; 2Ob98/95; 2Ob2433/96z; 2Ob57/98s; 2Ob359/99d; 2Ob42/00s; 2Ob339/00t; 2Ob43/01i; 2Ob229/01t; 2Ob151/03z; 2Ob252/03b; 2Ob259/03g; 2Ob100/04a; 2Ob215/07t; 2Ob238/07z; 2Ob122/08t; 2Ob210/09k; 4Ob146/10i; 2Ob80/10v; 2Ob241/10w; 2Ob112/11a; 2Ob181/11y; 2Ob170/12g; 2Ob117/16v; 2Ob135/17t; 1Ob135/18m
EKHG §9 Abs2 D
Der Unterschied zwischen gewöhnlicher und außergewöhnlicher Betriebsgefahr ist funktionell darin zu erblicken, dass zur gewöhnlichen Betriebsgefahr besondere Gefahrenmomente hinzutreten, die nach dem normalen Ablauf der Dinge nicht schon dadurch gegeben waren, dass ein Fahrzeug überhaupt in Betrieb gesetzt wurde.
2 Ob 2/84
Entscheidungstext OGH 31.01.1984 2 Ob 2/84
Veröff: ZVR 1984/297 S 308
8 Ob 24/84
Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
8 Ob 39/86
Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 39/86
Beisatz: Hier: Abrutschen auf glatter Fahrbahn. (T1)
8 Ob 73/86
Entscheidungstext OGH 23.04.1987 8 Ob 73/86
Veröff: ZVR 1988/64 S 140
2 Ob 45/88
Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
Veröff: ZVR 1989/65 S 104
2 Ob 138/88
Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 138/88
2 Ob 4/89
Entscheidungstext OGH 05.07.1989 2 Ob 4/89
2 Ob 151/89
Entscheidungstext OGH 19.12.1989 2 Ob 151/89
Veröff: ZVR 1991/157 S 374
2 Ob 46/90
Entscheidungstext OGH 25.04.1990 2 Ob 46/90
Veröff: ZVR 1991/40 S 117
2 Ob 54/92
Entscheidungstext OGH 25.11.1992 2 Ob 54/92
Veröff: ZVR 1993/120 S 272
2 Ob 98/95
Entscheidungstext OGH 11.01.1996 2 Ob 98/95
Veröff: SZ 69/1
2 Ob 2433/96z
Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2433/96z
2 Ob 57/98s
Entscheidungstext OGH 20.01.1998 2 Ob 57/98s
Vgl auch; Beisatz: Außergewöhnliche Betriebsgefahr bejaht. (T2); Beisatz: Hier: Zum Stehenkommen eines Fahrzeuges nach einem Vorunfall bei Dunkelheit auf einer zwei Fahrstreifen breiten Fahrbahn einer Autobahn in einem Winkel von 90 Grad zur Fahrbahnlängsachse, wobei es in beide Fahrstreifen ragte. (T3)
2 Ob 359/99d
Entscheidungstext OGH 20.01.2000 2 Ob 359/99d
Beisatz: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn auch nur zum Teil zum Stillstand gebrachtes mehrspuriges Fahrzeug schafft ohne Zweifel eine äußerst gefährliche Situation, die weit über die vom gewöhnlichen Betrieb ausgehende Gefahr hinausgeht. (T4)
2 Ob 42/00s
Entscheidungstext OGH 16.03.2000 2 Ob 42/00s
2 Ob 339/00t
Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 339/00t
2 Ob 43/01i
Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 43/01i
Auch; Beisatz: Wenn ein Auto durch einen Anprall unkontrolliert auf das davor stehende Fahrzeug geschoben wird, tritt zur gewöhnlichen Betriebsgefahr ein Moment hinzu, das nach dem normalen Lauf der Dinge nicht bereits dadurch gegeben ist, dass das Fahrzeug überhaupt in Betrieb ist. (T5)
2 Ob 229/01t
Entscheidungstext OGH 08.08.2002 2 Ob 229/01t
Beisatz: Hier: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn zum Stillstand gekommener LKW-Zug. (T6)
2 Ob 151/03z
Entscheidungstext OGH 10.07.2003 2 Ob 151/03z
Beisatz: Hier: Es macht für die Bejahung einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr und für die Schadensteilung keinen entscheidenden Unterschied, ob sich ein mehrspuriges Fahrzeug zum Teil auf einem Fahrstreifen einer Autobahn im Stillstand befindet, oder ob es - wie hier - wegen eines Reifenplatzers mit einer Geschwindigkeit von unter 10 km/h und mit 2 Meter seiner Breite auf dem ersten Fahrstreifen einer Schnellstraße und mit 0,5 m seiner Breite auf dem Pannenstreifen fährt. Auch in einem solchen Fall ist ein Fahrstreifen im Wesentlichen blockiert und besteht eine fast genauso große Geschwindigkeitsdifferenz zu nachfolgenden Fahrzeugen wie bei Stillstand. (T7); Beis wie T4
2 Ob 252/03b
Entscheidungstext OGH 30.10.2003 2 Ob 252/03b
Beisatz: Der Unfall ist auf eine haftungsbegründende, von einem Tier ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen, wenn ein mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahrender Motorradfahrer wegen eines die Straße plötzlich überquerenden Wildschweines zu Sturz kommt und Maschine samt Fahrer und Beifahrer eine längere Strecke ausschlittern (Haftpflichtansprüche des Beifahrers). (T8)
2 Ob 259/03g
Entscheidungstext OGH 13.11.2003 2 Ob 259/03g
Beisatz: Die Unbeherrschbarkeit des Fahrzeuges ist kein notwendiges Merkmal für das Vorliegen einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr. (T9)
Vgl auch; Beisatz: Ein bei Dunkelheit und sehr schlechten Sichtbedingungen auf dem Gleisbereich feststeckendes Fahrzeug löst eine außergewöhnliche Betriebsgefahr aus. (T10)
2 Ob 215/07t
Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Starke Seilbahnschwingung mit Riss des Klemmapparates einer Seilbahngondel auf Grund eines von einem über die Seilbahn fliegenden Hubschrauber auf den Förderstrang herabfallenden Lastenkübels. (T11)
Auch; Beisatz: Hier: Loslösen eines LKW-Rads während der Fahrt und das anschließende Rollen auf die Gegenfahrbahn. (T12)
2 Ob 122/08t
Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 122/08t
Auch; Beisatz: Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ist bei einer besonderen Gefahrensituation anzunehmen, die nicht bereits regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb verbunden ist, sondern durch das Hinzutreten besonderer, nicht schon im normalen Bereich liegender Umstände vergrößert wurde. (T13)
Auch; Beis wie T13; Beisatz: Gerät ein Kraftfahrzeug ins Schleudern, sodass es von seinem Lenker nicht mehr voll beherrscht werden kann, so wird die von ihm ausgehende Gefahr in der Regel als außergewöhnliche Betriebsgefahr qualifiziert. (T14)
Auch; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Unfallbedingte Gefahr eines Brandes. (T15)
2 Ob 241/10w
Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 241/10w
Beisatz: Die Tatsache, dass eine bauartgemäße und zulässige Ausstattung eines KFZ (hier erhöhter Lenkersitz eines LKW) in einer konkreten Situation eine Beeinträchtigung (hier ungünstigerer Blickwinkel auf einen ‑ für PKW optimierten ‑ Verkehrsspiegel) nach sich zieht, führt per se zu keiner außergewöhnlichen Betriebsgefahr des LKW. (T16)
2 Ob 112/11a
Entscheidungstext OGH 16.09.2011 2 Ob 112/11a
Vgl Beis wie T8; Vgl Beis wie T10; Beisatz: Kann ein Fahrzeug nach dem Kontakt mit einem Reh, wodurch dieses weggeschleudert wird und gegen ein anderes Fahrzeug prallt, ohne Verreißen, Ausbrechen oder Schleudern zum Stillstand gebracht werden, so ist eine diesem Fahrzeug zuzurechnende außergewöhnliche Betriebsgefahr nicht anzunehmen. (T17)
2 Ob 181/11y
Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
Auch; Vgl Beis wie T3; Vgl Beis wie T6; Vgl Beis wie T7; Beisatz: Eine - durch höhere Gewalt (Glatteis) ausgelöste - außergewöhnliche Betriebsgefahr eines Sattelkraftfahrzeugs liegt vor, wenn dieses auf einer Bundesstraße bei Dunkelheit und auf eisiger Fahrbahn auf einer Steigung „hängen bleibt“, sodass es sich mehrere Minuten lang nur mit einer Geschwindigkeit von weniger als 6,5 km/h fortbewegen kann. Trotz eingeschalteter Warnblinkanlage entsteht dadurch eine besonders gefährliche Situation, zumal im Freilandgebiet grundsätzlich auch mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden darf. (T18)
2 Ob 170/12g
Entscheidungstext OGH 20.12.2012 2 Ob 170/12g
Auch; Beis wie T9; Beis wie T14
Beisatz: Liegt Unbeherrschbarkeit des Fahrzeugs vor, so ist regelmäßig eine außergewöhnliche Betriebsgefahr anzunehmen. (T19)
Vgl auch Beis wie T3; Vgl auch Beis wie T4; Vgl auch Beis wie T5; Vgl auch Beis wie T6; Vgl auch Beis wie T7; Vgl auch Beis wie T18
Beisatz: Hier: Verkehrsbedingtes Anhalten eines Kraftfahrzeugs auf der Autobahn begründet ohne Hinzutreten besonderer Umstände keine außergewöhnliche Betriebsgefahr. (T20)
Bem: Siehe RS0128726. (T21)
ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0058467
JJR_19840131_OGH0002_0020OB00002_8400000_003
Entscheidungstext 2Ob135/17t
ZfG 2018,82 = ZVR 2019/44 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2019,75 (Danzl, tabellarische Übersicht)
2Ob135/17t
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Vizepräsidentin Hon.-Prof. Dr.
Lovrek als Vorsitzende, die Hofräte Dr. Veith und Dr. Musger, die Hofrätin Dr. E. Solé sowie den Hofrat Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei S***** T*****, vertreten durch Vogl Rechtsanwalt GmbH in Feldkirch, gegen die beklagten Parteien 1. WIENER LINIEN GmbH & Co KG und 2. WIENER LINIEN GmbH, beide Wien 3, Erdbergstraße 202, vertreten durch Dr. Ralph Mayer, Rechtsanwalt in Wien, wegen 63.133,35 EUR sA und Feststellung (Streitwert: 10.000 EUR), über die außerordentlichen Revisionen sämtlicher Parteien gegen das (richtig) Teil- und Teilzwischenurteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 16. Mai 2017, GZ 15 R 215/16x-89, in nichtöffentlicher Sitzung den
Die außerordentlichen Revisionen werden gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.
Der 1986 geborene Kläger stürzte am 4. 9. 2009 um 5:26 Uhr in der Station Stadtpark in den Gleistrog der U-Bahn und wurde vom einfahrenden Zug der Linie U 4 überrollt. Der Kläger wurde bei dem Unfall schwer verletzt.
Gegenstand des Rechtsstreits sind die Schadenersatzansprüche des Klägers, der ein Mitverschulden von zwei Dritteln anerkennt. Die erstbeklagte Partei ist die Betriebsunternehmerin der U-Bahn, die zweitbeklagte Partei ist ihre Komplementärin.
Die Vorinstanzen gaben mit Teil- und Teilzwischenurteil dem auf den Ersatz eines Drittels seines Schadens gerichteten Zahlungsbegehren des Klägers dem Grunde nach mit drei Fünfteln (= ein Fünftel des Gesamtschadens) statt, das Zahlungsmehrbegehren wiesen sie ab. Sie beurteilten den festgestellten Sachverhalt dahin, dass den beklagten Parteien der Beweis eines unabwendbaren Ereignisses iSd § 9 Abs 2 EKHG nicht gelungen und eine Schadensteilung im Verhältnis von 4 : 1 zu Lasten des Klägers gerechtfertigt sei. Das Berufungsgericht ließ die ordentliche Revision nicht zu.
Gegen das Berufungsurteil richten sich die außerordentlichen Revisionen sämtlicher Parteien. In beiden Rechtsmitteln wird aber keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO aufgezeigt.
1. Zur Revision des Klägers:
1.1 Der Frage, wie bei der nach § 7 EKHG iVm § 1304 ABGB vorzunehmenden Schadensteilung das Mitverschulden des Klägers gegenüber der von der U-Bahn ausgehenden Betriebsgefahr zu gewichten ist, kommt keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zu (vgl 2 Ob 23/91). Dem Berufungsgericht ist keine gravierende, vom Obersten Gerichtshof iSd § 502 Abs 1 ZPO aufzugreifende Fehlbeurteilung unterlaufen, wenn es angesichts des besonders schwerwiegenden Fehlverhaltens des Klägers dessen Eigenverschulden mit einer Quote von vier Fünfteln angesetzt hat (vgl dazu auch Punkt 2.5).
1.2 An dieser Beurteilung vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die auf dem Bahnsteig des denkmalgeschützten Stationsgebäudes vorhandene Säulenreihe für einen in die Station einfahrenden U-Bahnfahrer eine „gewisse Sichtbehinderung“ auf die sich im Nahbereich der Säulen aufhaltenden Personen mit sich bringt, während die Personen, die sich vor der Säulenreihe befinden, „voll sichtbar“ und jene nahe der Rückwand des Bahnsteigs „deutlich wahrnehmbar“ sind. Der Versuch des Klägers, aus dieser baulichen Gestaltung der Station weitere Zurechnungsgründe auf Seiten der beklagten Parteien abzuleiten, die die von ihm angestrebte Schadensteilung rechtfertigen könnten, ist vor den Vorinstanzen gescheitert. Dieses Ergebnis ist jedenfalls vertretbar:
(a) Der Kläger lässt die Rechtsansicht der Vorinstanzen unwidersprochen, dass er sich nicht auf die Haftung aus einem Beförderungsvertrag stützen kann.
(b) Voraussetzung für die Annahme einer Verletzung der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht ist das bei gehöriger Sorgfalt mögliche Erkennen einer Gefahrenlage. Diese Sorgfaltspflicht darf allerdings nicht überspannt werden. Die Grenzen des Zumutbaren sind zu beachten. Im Einzelfall kommt es auf die Wahrscheinlichkeit der Schädigung an (2 Ob 223/15f mwN; RIS-Justiz RS0023487 [T7]).
Der Kläger hat in erster Instanz nicht behauptet, geschweige denn den Beweis erbracht, dass die durch die Säulenreihe bedingte Sichtbeeinträchtigung in der Station Stadtpark in der Vergangenheit jemals für einen vergleichbaren Unfall ursächlich gewesen wäre. Die Rüge der Unterlassung von „Abwehrmaßnahmen“, wie die Schaffung von Glastrennwänden oder Bahnsteigtüren, wirft im Lichte obiger Rechtsprechung daher keine erhebliche Rechtsfrage auf.
(c) In Ermangelung eines „besonderen“, zum Betrieb der Bahn hinzutretenden Gefahrenmoments (RIS-Justiz RS0058467) ist auch eine außergewöhnliche Betriebsgefahr nicht begründbar. Dasselbe gilt für die Berücksichtigung der Säulenreihe als „gefahrenerhöhendes Element“.
(d) Schließlich ist aus den bisher vom Obersten Gerichtshof beurteilten Unfällen mit Beteiligung einer U-Bahn (2 Ob 262/06b und 2 Ob 265/06v [zu beiden: Karner in ZVR 2007/185, 305]) eine für den Kläger günstigere Schadensteilung nicht zu gewinnen, betraf die erste Entscheidung doch einen gänzlich anders gelagerten Fall [Fehltritt beim Aussteigen], während in letzterer [Fehltritt beim Einsteigen] die Urteile der Vorinstanzen aufgehoben worden sind.
2. Zur Revision der beklagten Parteien:
2.1 Die Revisionsgründe der Aktenwidrigkeit und der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens wurden geprüft; sie liegen nicht vor (§ 510 Abs 3 dritter Satz ZPO).
2.2 Der Oberste Gerichtshof vertritt in ständiger Rechtsprechung die Rechtsansicht, dass unter der sogenannten „Reaktionszeit“ die Zeitspanne zwischen dem Erfassen der Verkehrslage und der Ausführung der entsprechenden Maßnahmen durch die Betätigung der in Betracht kommenden Einrichtungen zu verstehen ist (2 Ob 113/09w mwN; 2 Ob 49/12p; RIS-Justiz RS0074853, RS0074859). Mit dem „Erfassen der Verkehrslage“ ist, wie der Oberste Gerichtshof ebenfalls bereits klargestellt hat, die Gefahrenerkennung, also die objektive Reaktionsaufforderung gemeint (2 Ob 113/09w). Es kann auch zutreffen, dass in bestimmten Situationen die Gefährlichkeit eines Verhaltens erst nach einer gewissen Zeit der Beobachtung erkannt werden kann. Ob dies im Einzelfall anzunehmen ist, betrifft jedoch den Tatsachenbereich und ist keine Frage der rechtlichen Beurteilung (2 Ob 113/09w; vgl auch 2 Ob 49/12p).
2.3 Das Erstgericht hat dem U-Bahnfahrer zusätzlich zur Reaktionszeit eine vorgeschaltete „Gefahrenerkennungszeit“ von 0,5 sek ab dem (vollen) Sichtbarwerden des Klägers zugebilligt, die es mit dem Hinweis auf das vom Kläger vorgelegte Privatgutachten begründete. Dabei handelt es sich um eine – wenngleich disloziert im Rahmen der rechtlichen Beurteilung getroffene – Tatsachenfeststellung, an die der Oberste Gerichtshof gebunden ist. Die Auslegung dieser Feststellung durch das Berufungsgericht, der U-Bahnfahrer hätte spätestens nach Ablauf der genannten Zeitspanne das Torkeln des Klägers (die Gefahr) erkennen können (objektive Reaktionsaufforderung), steht mit der erörterten Rechtsprechung im Einklang und wirft keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO auf. Die von den beklagten Parteien zitierten Entscheidungen 8 Ob 2/83 ZVR 1984/260 und 2 Ob 2380/96f ergeben kein abweichendes Bild.
2.4 Die nach § 9 Abs 2 EKHG gebotene äußerste Sorgfalt erfordert auch die Einhaltung jener besonderen Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart und Umsicht, die die Rücksichtnahme auf eine durch die Umstände nahegelegte Möglichkeit eines unrichtigen oder ungeschickten Verhaltens anderer gebietet (2 Ob 68/13h; RIS-Justiz RS0058425). Bleibt ungeklärt, ob ein nach § 9 EKHG zu berücksichtigender Umstand für die Entstehung des Unfalls ursächlich war, so geht dies zu Lasten des Halters bzw (hier) der Betriebsunternehmerin der Eisenbahn (RIS-Justiz RS0058926). Der Oberste Gerichtshof hatte auch schon mehrfach Fälle zu beurteilen, in denen die um Sekundenbruchteile verspätete, zur Begründung eines Verschuldens nicht ausreichende Reaktion eines Fahrzeuglenkers auf einen sich verkehrswidrig verhaltenden Fußgänger das Gelingen des Entlastungsbeweises gemäß § 9 Abs 2 EKHG hinderte (vgl 2 Ob 44/06v mwN [um 0,3 sek verspätete Reaktion]).
Nach den bindenden Feststellungen der Vorinstanzen hätte der U-Bahnfahrer dem Kläger eine unfallvermeidende Reaktion ermöglichen können, hätte er binnen 0,3 sek nach Ende der Reaktionszeit ein akustisches Warnsignal abgesetzt. Die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass den beklagten Parteien unter diesen Umständen der Beweis eines unabwendbaren Ereignisses nicht gelungen sei, hält sich im Rahmen der erörterten Judikatur.
2.5 In der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs ist bei der nach § 7 EKHG iVm § 1304 ABGB vorzunehmenden Abwägung anerkannt, dass die gewöhnliche Betriebsgefahr selbst dann zu einer Haftung des Halters oder Betriebsunternehmers führen kann, wenn den Geschädigten ein Verschulden trifft (vgl etwa 2 Ob 73/12t mwN; 2 Ob 68/13h; 2 Ob 15/17w).
Richtig ist zwar, dass die gewöhnliche Betriebsgefahr gegenüber einem besonders krassen Verschulden des Unfallgegners auch zur Gänze in den Hintergrund treten kann. Das Berufungsgericht hat hier aber mit dem Hinweis auf die große Masse der U-Bahn und deren Unmöglichkeit, einem Hindernis auszuweichen, ausdrücklich begründet, warum es bei der Schadensteilung die Betriebsgefahr trotz des gravierenden Fehlverhaltens des Klägers mit einem Fünftel veranschlagt hat. Die beklagten Parteien gehen in ihrem Rechtsmittel auf diese Rechtsansicht mit keinem Wort ein, weshalb für den Obersten Gerichtshof kein Anlass zu ihrer Überprüfung besteht.
E121410
ECLI:AT:OGH0002:2018:0020OB00135.17T.0322.000
JJT_20180322_OGH0002_0020OB00135_17T0000_000