Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.01.1977&Aktenzeichen=VII%20ZR%20339%2F74
Timestamp: 2019-03-20 12:24:02
Document Index: 194231827

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH']

BGH, 27.01.1977 - VII ZR 339/74 - dejure.org
BGH, 27.01.1977 - VII ZR 339/74
Richtiger Maßstab bei der Beurteilung des Vorliegens eines sittenwidrigen auffälligen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung - Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit eines nachträglich in Durchführung des Vertrages entstandenen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung - Kriterien zur Ermittlung des Wertes einer versprochenen handwerklichen Leistung
DB 1977, 1410
Diese sind bei der Prüfung der Sittenwidrigkeit eines Vertrags zu beachten (vgl. Senatsurteile vom 26. Januar 2001 - V ZR 408/99, BGH-Report 2001, 448 …und vom 29. Juni 2007 - V ZR 1/06, NJW 2007, 2841 Rn. 13; BGH, Urteile vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74, WM 1977, 399 und vom 15. April 1987 - VIII ZR 97/86, BGHZ 100, 353, 359).
Die Nichtigkeit des Vereinbarten bestimmt sich nach dem, was die Parteien vertraglich sich einander zu gewähren versprochen haben (vgl. BGH, Urteil vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74, WM 1977, 399 f., Senat…, Urteil vom 6. Juli 2007 - V ZR 274/06, Rn. 24, juris).
Dabei sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses zugrunde zu legen (BGH, Urteil vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74, WM 1977, 399 unter I.1.;… vom 10. Februar 2012 - V ZR 51/11, NJW 2012, 1570 Rn. 13).
Zum einen vermögen sie die Sittenwidrigkeit des - geänderten - Rechtsgeschäfts zu begründen (vgl. BGH, Urt. v. 27. Januar 1977, VII ZR 339/74, WM 1977, 399, 400).
Er wäre auch im Fall einer Sittenwidrigkeit für Bestand und Durchführung des ursprünglichen Vertrages jedenfalls bis zu seinem Abschluß im Juni/Juli 1983 ohne Bedeutung (vgl. BGHZ 7, 111, 114; BGH Urt. vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74, WM 1977, 399 f. - zu § 138 Abs. 2 BGB).
Sollte das Berufungsgericht feststellen, dass einzelne der zwischen den Parteien geschlossenen Vereinbarungen (lediglich) Änderungsverträge zum Gegenstand hatten, wird es die Untersuchung der Frage, ob der Bürgschaftsvertrag wegen krasser finanzieller Überforderung der Beklagten sittenwidrig und damit nichtig ist, auf den Ausgangsvertrag bezogen zu beantworten haben, sofern die Änderungsverträge lediglich eine Anpassung der Bürgschaft an den Umfang der Hauptschuld und nicht den Umfang der Bürgschaft selbst zum Gegenstand hatten (vgl. BGH, Urteil vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74, WM 1977, 399, 400; RGZ 86, 296, 298 f.).
Etwas anderes kann nur gelten, wenn das Rechtsgeschäft nachträglich geändert oder durch Zusatzvereinbarungen ergänzt wird (vgl. BGH Urteil vom 27. Januar 1977 - VII ZR 339/74 = WM 1977, 399, 400).
Soweit sie auf ein durch mögliche Sondertilgungen bewirktes Mißverhältnis der Leistungen abstellen will, verkennt sie, daß es für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit auf die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Vornahme des Rechtsgeschäfts ankommt (BGH, Urt. v. 27. Januar 1977, VII ZR 339/74, WM 1977, 399; BGHZ 107, 92, 96).
Maßstab ist nach dem Wortlaut von § 138 Abs. 2 BGB insoweit nur, was die Vertragsparteien als Leistung und Gegenleistung vereinbart haben (BGH, Urteil vom 27.01.1977, VII ZR 339/74, BeckRS 1977, 00364).
Ein nachträglich in Durchführung des Vertrages entstandenes Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung könnte nur dann beachtlich im Sinne von § 138 Abs. 2 BGB sein, wenn es auf einer nachträglichen Zusatzvereinbarung beruhen würde (BGH, Urteil vom 27.01.1977, VII ZR 339/74, BeckRS 1977, 00364).