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Timestamp: 2018-07-17 03:40:25
Document Index: 279339336

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 121', '§ 6', '§ 16', '§ 22', '§ 16']

Wie weit darf ein 1 EUR Job vom Wohnort entfernt sein? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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27.08.2011, 10:32 #1
Wie weit darf ein 1 EUR Job vom Wohnort entfernt sein?
Mir liegt ein Problemfall zu einem 1,- EUR Job vor.
Und zwar soll ein Arbeitsloser täglich bis zu 60 Km weit fahren, um einer Arbeitsgelegenheit als Bürohelfer nachzugehen. Abgesehen davon, dass Bürohelferstellen nach meiner Auffassung keine zusätzlichen Tätigkeiten im Sinne des § 16d SGB II sind, stellt sich mir darüber hinaus noch die Frage, ob man einen Gehbehinderten der die Wegstrecke von täglich 60 Km mit dem PKW zurücklegen müsste, bei einer Aufwandsentschädigung von nur 1,50 je Stunde überhaupt eine derartige Entfernung finanziell zumuten könnte? Es ist zudem so, dass es in dem Stadtteil, wo die Maßnahme (Arbeit) stattfinden soll, genügend andere Arbeitslose wohnen, so dass sich nicht der Sinn erschließt, warum man derartige Fahrwege für eine derart geringe Mehraufwandsentschädigung hinnehmen muss, zumal die Tätigkeit letztlich mehr kosten würde, als man entschädigt!
Der 1,- EUR Job soll bei einem Arbeitslosenverband ausgeübt werden.
27.08.2011, 10:36 #2
AW: Wie weit darf ein 1 EUR Job vom Wohnort entfernt sein?
Wenn die Fahrtkosten die Aufwandspauschale übersteigen, ist er nicht zumutbar.
Auch könnte die zumutbare Pendelzeit von 3 h überschritten werden: http://www.harald-thome.de/media/fil...20.05.2011.pdf
Gewagt wäre mit der Pendelzeit aus § 121 SGB III von 2,5 h zu argumentieren.
27.08.2011, 11:25 #4
Derzeit beträgt eine Strecke 0:53 Minuten mit den öffendlichen Verkehrsmitteln. Also fällt die Pendelzeit als Begründung wohl weg.
Kiwi oder sonst wer, weist du, wie das mit den Verpflegungskosten aussieht? Man muss ja bei der Maßnahme sein Mittagessen auswärtz teuer zu sich nehmen, als wenn man zuhause selbst kocht. Wenn nun schon die Fahrkosten bei monatlich zirke 150 EUR liegen, dann wären nur noch 30 EUR im Monat für ein auswärtiges Mittagessen vorhanden. So meine Rechnung wegen der Unzumutbarkeit!
§ 6 ALG II VO
Das trifft für einen Ein-Euro-Job sicher nicht zu.
27.08.2011, 12:41 #6
Ich glaube nicht, daß die diese Argumente anerkennen. Denen ist doch egal, wie man zurecht kommt.
Die werden sagen: Butterbrote mitnehmen und abends kochen...
man könnte auch argumentieren, daß man auch mehr zu essen braucht, als wenn man zu Hause rum hockt... wird aber wohl auch niemanden interessieren. Das würde ich nur am Rande erwähnen...
aber was, wenn nun das Auto kaputt geht, man kein Geld für Werkstatt hat und man den Job deshalb nicht ereichen kann? ;-)
Hab ich das richtig verstanden daß er keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann?
Was machen dann die anderen AN wo mittags auch nicht zuhause essen können????Richtig entweder sie gehn essen (wenn mans Geld dazu hat) oder nehmen was von zu Hause mit.Weil zuhause isst du und wenn du arbeiten bist, isst du ja auch......
27.08.2011, 13:24 #8
Kiwi - na was die anerkennen soll ja egal sein, weil das sicher wieder einmal das Sozialgericht klären muss. Das JC in Berlin erkennt ja bekanntlich nie was an egal wie offensichtlich der Anspruch ist. Die Aufwandspauschalen bei einem 1,- EUR Job sind ohnehin frei erfunden und pauschal. In Berlin werden 1,50 je Stunde entschädigt aber ob dies tatsächlich angemessen im Sinne des § 16d ist, ist nicht nachvollziehbar. Das ist wie mit den angemessenen Unterkunftskosten nach § 22 SGB II. Hier hat allerdings das BSG schon festgestellt, wie die angemessenen KdU zu ermitteln und zu berücksichtigen sind. Diese Berechnungsform von Angemessenheit scheint bei einem 1,- Job bisher nicht klar geregelt worden zu sein. Das ist auch hier wieder nur eine Pauschale, die keiner nachvollziehen kann.
Ja der Arbeitslose kann hier keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, weil er chronisch Hornhautbildung hat, welche überall stets aufplatzt. Beim gehen und stehen verursachen diese tiefen Platzwunden ungeheure Schmerzen. Wurde auch schon mal vom Arzt bescheinigt, als die ihm bei einer „Qualifizierungsmaßnahme“ am Hintern der Welt auch schon auf die günstigeren Verkehrsmittel verwiesen hatten und ihm die Kosten mit dem PKW nicht zahlen wollten.
Dass man Butterbrote rein theoretisch mitnehmen könnte ist klar aber dies von einem zu fordern um die angemessene Mehraufwandsentschädigung zu drücken, erachte ich für nicht zulässig. Jeder Mensch sollte ein Recht haben, auch in der Mittagszeit eine Warme Mahlzeit zu sich nehmen zu können. Man soll ja schließlich auch im öffentlichen Interesse tätig werden und da muss es nur recht und billig sein, dass sich auch Arbeitslose zur Mittagszeit mal eine warme Currywurst mit Pommes leisten können. Ich rede ja hier nicht mal von einem pompösen Essen in der Kantine des Kanzleramtes für nur 3,50 €! Schließlich subventioniert man deren Essen auch ganz erheblich, obwohl die nicht am Hungertuch nagen.
Kaffeesäufer -, was andere machen, ist in dieser speziellen Sache nicht erheblich, da nach § 16d SGB II bei einer Arbeitsgelegenheit eine angemessene Aufwandsentschädigung gezahlt werden muss! Wenn ich arbeite und nicht abhängig bin, dann ist es meine freie Entscheidung, ob ich mir Butterbrote mitnehme, um am Mittagessen zu sparen. Auch kann ich die Fahrkosten von der Steuer absetzen usw…
27.08.2011, 20:23 #9
53 Minuten?
Das ist wohl nur die reine Fahrtzeit, wenn denn die Bahn pünktlich ist. Zur Reisezeit gehört auch das Hin zum Bähnle, das Warten dort, der nach Hause, etc.
Auto für 10 Cent/km? Reicht nicht einmal fürn Sprit.
Von der Steuer absetzen? Lohnt erst wenn die Pauschalen ausgenutzt sind, also etwa bei 8% der Bevölkerung.
entfernt, wohnort
Ich darf den Wohnort nicht verlassen! med789 Allgemeine Fragen 33 20.10.2010 14:49