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Timestamp: 2017-08-22 18:38:28
Document Index: 282188942

Matched Legal Cases: ['Art. 23', 'Art. 91', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 2', '§ 7', '§ 8', '§ 2', '§ 2', '§ 9', 'Art. 89']

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über den Erlass örtlicher Bauvorschriften
Aufgrund von Art. 23 Abs. 1 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (GO) und Art. 91 Abs. 1 der Bayerischen Bauordnung (BayBO) erlässt die Gemeinde Töpen folgende
S a t z u n g:
Diese Satzung gilt für das gesamte Gebiet der Gemeinde Töpen mit Ausnahme der Geltungsbereiche von rechtskräftigen Bebauungsplänen.
§ 2 Generalklausel
Bauliche Anlagen und Werbeanlagen sind so zu errichten, anzubringen, zu ändern und zu unterhalten, dass sie sich in das Orts-, Straßen- und Landschaftsbild eingliedern und sich an der ortsüblichen über­kommenen Art der Bebauung ausrichten.
§ 3 Dachlandschaft
Die durch die Schieferdeckung bestimmte dunkle Dachlandschaft ist zu bewahren. Vorhandene Schie­ferdächer sind möglichst zu erhalten. Die Verwendung von dunklen Ersatzmaterialien, z.B. Kunstschie­fer oder Zinnblech, ist zulässig, wenn sie sich durch Farbe und Verlegeart in die Dachlandschaft einfügen.
§ 4 Dach
(1) Die ortsüblichen historischen Dachformen sind beizubehalten. Bei Neu- oder Ersatzbauten sind Ab­weichungen hiervon zulässig, soweit dadurch das Straßenbild nicht beeinträchtigt wird.
(2) Insbesondere sind unzulässig:
· Dächer mit einem Neigungswinkel von weniger als 25 Grad.
Diese Regelung gilt für Hauptgebäude und Garagen, nicht aber für Betriebsgebäude und Nebengebäude.
§ 5 Dachaufbauten
(1) Dachaufbauten sind nur zulässig, wenn sie sich nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen zu­einander, Werkstoff und Farbe in das Gesamtbild des jeweiligen Gebäudes sowie der benachbarten Ge­bäude einfügen. Dachaufbauten dürfen nur die Dachform des Hauptdaches haben.
(2) Dachaufbauten dürfen nicht mehr als zweidrittel der Gebäudeaußenwandlänge in Anspruch nehmen.
Zu den Giebelaußenwänden ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Dachgauben sind in gleicher Art wie das Hauptdach einzudecken.
(1) Bestehende Hausfassaden sollen erhalten werden. Fassaden-Abänderungen und Fassaden-Neugestaltungen sind nur dann zulässig, wenn sie den Anforderungen des § 2 dieser Satzung gerecht werden.
(2) Fassadenverkleidungen sind nur in Obergeschossen und ganzflächig nur an Wetterseiten (in der Re­gel Westseiten) von Gebäuden zulässig.
(3) Zulässige Materialien für Fassadenverkleidungen sind Holz und Schiefer. Statt Schiefer ist auch die Verwendung von Ersatzmaterialien zulässig, sofern sie in Farbe, Format und Verlegeart der ortsüblichen Ausführung entsprechen. Holzverkleidungen sind möglichst in Form einer senkrechten Schalung mit Deckern und Kriechern auszuführen. Sie dürfen auch in Form von Nut und Feder angebracht werden.
(4) Für den Anstrich von verputzten Mauerwerksflächen sind nur gedeckte Farbtöne oder aufgehellte Pastellfarben sowie weiße oder gebrochene Weißtöne zu verwenden.
(5) Die Anzahl und Größe von Wandöffnungen sowie ihre Anordnung muss sich an die Fassadengestaltung bei den Nachbargebäuden orientieren. Fensteröffnungen sind im stehenden rechteckigem Format auszubilden. Fensterteilungen sind zu erhalten. Bei Neubauten und Fenstererneuerungen sind Unterteilungen vorzusehen, die den Proportionen der Gesamtfassade entsprechen.
§ 7 Grundstückseinfriedungen
(1) Als Einfriedung sind nur Holzlattenzäune bis zu einer Höhe von 1,30 m einschl. Sockel zulässig. Holzeinfriedungen sind mit senkrecht stehenden Latten, Rundhölzern und getrennten Rundhölzern her­zustellen und im Braunton zu halten.
(2) Sockelmauern bzw. Einfassungsplatten dürfen max. 0,20 Meter über Gelände- und Straßenhöhe herausragen.
(3) Gemauerte oder betonierte Einfriedungen sind grundsätzlich unzulässig. Abweichungen hiervon können nur zugelassen werden, wenn die gemauerte oder betonierte Einfriedung in statisch erforderlichem Umfang zur Abgrenzung und zum Abfangen oder zum Abstützen von Erdreich erforderlich ist.
(4) Drahtzäune sind nur zusammen mit lebenden Hecken und nur an seitlichen oder rückwärtigen Gren­zen zulässig.
(5) Die vorgenannten Absätze gelten nicht für Einfriedungen zu land- und forstwirtschaftlichen Zwec­ken.
§ 8 Besondere Anlagen
(1) Satellitenschüsseln oder ähnliche Empfangsanlagen dürfen nur auf der straßenabgewandten Gebäudeseite angebracht werden. Diese Anlagen müssen den Anforderungen des § 2 dieser Satzung Rechnung tragen.
(2) Oberirdische Leitungen sind unter Beachtung der Grundanforderungen in § 2 dieser Satzung zu verlegen. Masten und Überspannungen des öffentlichen Verkehrsgrundes bedürfen der vorherigen schriftlichen Genehmigung des Trägers der Verkehrslast.
§ 9 Abweichungen
Aufgrund eines schriftlichen Antrages kann die Bauaufsichtsbehörde von diesen Satzungsregeln im Einvernehmen mit der Gemeinde Töpen Ausnahmen zulassen, wenn die Abweichungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Satzungsanforderungen und unter Würdigung der nachbarlichen Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar sind.
Gemäß Art. 89 Abs. 1 Nr. 17 der Bayer. Bauordnung kann mit Geldbuße bis zu 500.000 Euro belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig den örtlichen Bauvorschriften dieser Satzung zu­widerhandelt.
Diese Satzung tritt an dem auf die Bekanntmachung folgenden Tag in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung über den Erlass örtlicher Bauvorschriften vom 30.03.1997 außer Kraft.