Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202004,%201177
Timestamp: 2020-02-18 12:07:05
Document Index: 246531726

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1578', '§ 7', '§ 7', '§ 1573', '§ 1578', '§ 7', '§ 7', '§ 7', 'BGH', '§ 7', 'BGH', '§ 141', '§ 141', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1']

BGH, 02.06.2004 - XII ZR 217/01 - dejure.org
https://dejure.org/2004,745
BGH, 02.06.2004 - XII ZR 217/01 (https://dejure.org/2004,745)
BGH, Entscheidung vom 02.06.2004 - XII ZR 217/01 (https://dejure.org/2004,745)
BGH, Entscheidung vom 02. Juni 2004 - XII ZR 217/01 (https://dejure.org/2004,745)
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BGB § 1573 Abs. 1, Abs. 2, Abs. 4, § 1578; EStG § 7g
Unterhaltsberechnung bei nachträglicher Auflösung von Ansparabschreibungen nach § 7g EStG
Berücksichtigung von Ansparabschreibungen bei der Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens eines Selbständigen bei späterer Nichtbetätigung der Investition ; Zusprechung von Unterhaltsbeträgen, die über den ursprünglich für den jeweiligen Unterhaltsabschnitt ...
Unterhalt - Einkommen eines Selbständigen - 7g EStG-Ansparabschreibungen
BGB § 1573 Abs. 1, 2, 4 § 1578; EStG § 7g
Familienrecht - Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens
Unterhalt - Einkommensermittlung bei Selbstständigen
Hinzurechnung nach § 7g Abs. 2 Satz 1 EStG
NJW-RR 2004, 1227
FamRZ 2004, 1177
FamRZ 2004, 1355 (Ls.)
Daher kann es im Einzelfall zulässig und geboten sein, die abzuziehende Einkommensteuer nicht nach dem sog. In-Prinzip, sondern nach dem Für-Prinzip zu ermitteln (Anschluss an Senatsurteil vom 2. Juni 2004, XII ZR 217/01, FamRZ 2004, 1177).
Der Senat hat bereits aus anderem Anlass betont, dass die geläufigen Methoden zur Ermittlung des Durchschnittseinkommens und zum Steuerabzug bei der Einkommensermittlung für Selbstständige nicht als Dogma missverstanden werden dürfen (Senatsurteil vom 2. Juni 2004 - XII ZR 217/01 - FamRZ 2004, 1177, 1178).
Denn die Sicherung der familienrechtlichen Unterhaltspflicht zwingt stets zu einem kritischen Blick auf Abschreibungen, mit denen die Unterhaltspflicht auch unterlaufen werden kann (vgl zu Abschreibungen nach § 7g EStG etwa BGH, Urteil vom 2.6.2004 - XII ZR 217/01, FamRZ 2004, 1177 ff; OLG Hamm, Urteil vom 18.1.2002 - 11 UF 63/01, FamRZ 2002, 885 ff) .
Auch der Bundesgerichtshof ( , Urteil vom 2. Juni 2004 - XII ZR 217/01) habe entschieden, dass der Zweck der Vorschrift des § 7g EStG durchkreuzt würde, wenn die durch die Bildung der Ansparrücklage erhöhte Liquidität des Unterhaltspflichtigen automatisch auch zu einer Erhöhung seiner Unterhaltsschuld führe.
Von daher wird in der Literatur auch die Auffassung vertreten, dass einkommensteuerliche Abzugsbeträge, welche die subjektive Leistungsfähigkeit betreffen (ähnlich wie im Unterhaltsrecht - vgl hierzu einerseits OLG Hamm, Urteil vom 18. Januar 2002 - 11 UF 63/01 - FamRZ 2002, 885; andererseits BGH, Urteil vom 2. Juni 2004, - XII ZR 217/01 - FamRZ 2004, 1177) bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berücksichtigen seien (so Valgolio in Hauck/Noftz, SGB III, Stand Juni 2003, § 141 RdNr 33; Jachmann, NZS 2003, 281 ff, 286;… wohl auch Keller in PK-SGB III, 2. Aufl 2004, § 141 RdNr 26).
Im Falle von Selbständigen, deren Einkünfte naturgemäß stärkeren Schwankungen unterliegen, ist der Berechnung der Unterhaltsleistungen nach zivilrechtlichen Grundsätzen regelmäßig ein längerer Zeitraum zugrunde zu legen (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 2. Juni 2004 XII ZR 217/01, Zeitschrift für das gesamte Familienrecht --FamRZ-- 2004, 1177).
Denn auch die zivilrechtlichen Vorgaben zum Abzug von Steuerzahlungen differenzieren grundsätzlich nicht hinsichtlich des Jahres, das eine Steuerzahlung betrifft (vgl. BGH-Urteil in FamRZ 2004, 1177).
Seine Wirkung erschöpft sich in einer zinslosen Steuerstundung (HHR/Meyer, § 7g EStG Rz 3; BGH-Urteil vom 2. Juni 2004 XII ZR 217/01, BFH/NV 2005, Beilage 1, 56).
Die Forderung einer geringeren Summe (hier Regelunterhalt mit Schriftsatz von September 2015 noch ohne Krankenversorgungsunterhalt) begründet keinen Verzug auf einen höheren als den begehrten Betrag (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juni 2004 - XII ZR 217/01, NJW-RR 2004, 1227, 1228; BGH, Urteil vom 26. Mai1982 - IV b ZR 715/80, FamRZ 1982, 887, 890).
Dies steht mit der höchstrichterlichen und Senatsrechtsprechung in Einklang (vgl. nur BGH FamRZ 2004, 1177; 1982, 151; Senatsbeschluss vom 1. Oktober 2015 - 6 UF 26/15 - Urteile des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 14. Januar 2009 - 9 UF 54/07 - und vom 29. März 2006 - 9 UF 5/05 -, FamRZ 2006, 1756, jeweils m.w.N.).
Die mit der Auflösung des Investitionsabzugsbetrages verbundene Steuernachzahlung ist bei der Einkommensermittlung in Abweichung vom In-Prinzip grundsätzlich fiktiv dem Jahr, in dem der steuerliche Vorteil für die Rückstellung eingetreten war, zuzurechnen (vgl. BGH, NJW-RR 2004, 1227 zur Ansparabschreibung;… generell zur Geltung des Für-Prinzips bei fiktiven Steuern in Abweichung von dem sonst grundsätzlich geltenden In-Prinzip Wendl/Gerhardt, a. a. O., § 1 Rn. 1009).
OLG Schleswig, 17.08.2004 - 8 UF 266/03
Nachehelicher Unterhalt: Unterhaltskürzung der Ehefrau bei Geburt eines Kindes …
OLG Brandenburg, 30.10.2007 - 10 UF 80/07
Nachehelichenunterhalt: Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gegenüber einem …
OLG Hamm, 09.01.2006 - 6 UF 145/04
Kriterien für die Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens; Beachtung von …