Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.2015&Aktenzeichen=I%20ZB%2077%2F14
Timestamp: 2019-04-24 11:15:01
Document Index: 4102658

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 802', '§ 802', '§ 802', '§ 574', '§ 575', '§ 802', '§ 802', '§ 802', '§ 802', 'Art. 14', 'Art. 19', '§ 33', '§ 156', '§ 577', '§ 802', '§ 802', 'Art 2', 'Art 14', 'Art 19', '§ 802', '§ 802', '§ 802', '§ 802', 'BGH', 'Art. 14', 'Art. 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 755', 'BGH', '§ 8021', 'Art. 14', 'Art. 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8021', 'BGH', '§ 8021', 'BGH']

BGH, 22.01.2015 - I ZB 77/14 - dejure.org
ZPO § 802l
§ 802c ZPO, § ... 802l ZPO, § 802l Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 2 ZPO, § 575 ZPO, § 802l Abs. 1 ZPO, §§ 802c ff. ZPO, § 802l Abs. 1 Nr. 1 ZPO, § 802d ZPO, Art. 14 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, § 33 Abs. 1 StVG, § 156 StGB, § 577 Abs. 3 ZPO
§ 802d ZPO, § 802l Abs 1 ZPO, Art 2 Abs 2 GG, Art 14 GG, Art 19 Abs 4 GG
Abgabe einer Vermögensauskunft: Voraussetzungen für die Einholung von Drittauskünften
Anforderungen an die Einholung von Drittauskünften nach der Abgabe einer Vermögensauskunft
Voraussetzung für die Einholung von Drittauskünften
Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der Vermögensauskunft keine Voraussetzung für die Einholung von Drittauskünften gemäß § 802l ZPO
ZPO § 802d; ZPO § 802l Abs. 1
Drittauskünfte nach einer Vermögensauskunft
Drittauskünfte nach § 802l ZPO
Kurznachricht zu "Einholung von Drittauskünften nach Vermögensauskunft - Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 22.01.2015" von RA Dr. Ralf Dierck, original erschienen in: NJW 2015, 2509 - 2512.
AG Regensburg, 08.05.2014 - 2 M 1054/14
LG Regensburg, 30.06.2014 - 7 T 221/14
MDR 2015, 1038
WM 2015, 1422
Rpfleger 2015, 658
Die soeben erläuterte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs will in dieser Lage eine effektive Durchsetzung titulierter Forderungen im Wege der Forderungspfändung ermöglichen, ohne dabei die schutzwürdigen Belange des Drittschuldners und potentieller weiterer Zwangsvollstreckungsgläubiger hinsichtlich der Bestimmtheit der ausgebrachten Pfändungen zu vernachlässigen; denn die Grundrechte des Gläubigers auf Schutz des Eigentums (Art. 14 GG) und effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG) verpflichten den Staat dazu, effektive Mittel zur Durchsetzung titulierter Forderungen bereitzustellen (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - I ZB 77/14, WM 2015, 1422 Rn. 23 mwN; vgl. zum Gläubigerrecht auf effektive Befriedigung berechtigter Forderungen auch BGH…, Beschluss vom 7. April 2016 - IX ZB 69/15, WM 2016, 850 Rn. 18 mwN).
BGH, 21.06.2017 - VII ZB 5/14
Zwangsvollstreckungsverfahren: Voraussetzung für die Ermittlung des Aufenthalts …
c) Bei der Auslegung des Gesetzes ist schließlich zu berücksichtigen, dass die Maßnahmen des § 755 ZPO das Grundrecht des Schuldners auf informationelle Selbstbestimmung berühren (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - I ZB 77/14, NJW 2015, 2509 Rn. 26 ff. zu § 8021 ZPO).
Hierfür kommen insbesondere die Grundrechte des Gläubigers auf Schutz des Eigentums (Art. 14 GG) und effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG) in Betracht, die den Staat verpflichten, effektive Mittel zur Durchsetzung titulierter Forderungen bereitzustellen (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - I ZB 77/14, aaO Rn. 23 m.w.N.).
Eine Drittauskunft ist so lange erforderlich, wie nicht aus den Angaben des Schuldners oder anderen offensichtlichen Umständen deutlich wird, dass die Drittauskünfte keine Erkenntnisse für die Zwangsvollstreckung des Gläubigers erbringen können (BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - I ZB 77/14, NJW 2015, 2509 Rn. 17).
Dem Gerichtsvollzieher steht schon im Hinblick auf die zu schützenden Grundrechte des Gläubigers kein Ermessen zu (BGH, NJW 2015, 2509 Rn. 34).
LG Krefeld, 09.06.2017 - 7 T 85/17
Erteilung von Drittauskünften aufgrund eines isolierten Antrags des Gläubigers …
Sie verweist auf die Entscheidung I ZB 77/14 des Bundesgerichtshofs.
Schließlich rechtfertigt auch der Verweis der Gläubigerin auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 22.01.2015 - I ZB 77/14 - keine andere Entscheidung.
Die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der Auskunft ist keine Voraussetzung für die Einholung der Drittauskunft nach § 8021 ZPO (BGH, Beschluss vom 22.01.2015 - I ZB 77/14, Juris, Rn. 10ff.).
Voraussetzung der Einholung einer vom Gläubiger begehrten Drittauskunft ist es aber, dass die gesetzlichen Voraussetzungen des § 8021 Abs. 1 ZPO vorliegen (vgl. BGH, Beschluss vom 22.01.2015 - I ZB 77/14, Juris, Rn. 34).