Source: http://www.gmbhr.de/54211.htm
Timestamp: 2019-01-22 22:52:05
Document Index: 261321454

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 14', '§ 3', 'Art. 19', '§ 49', '§ 49', '§ 34', '§ 34', '§ 45', '§ 2', '§ 15', '§ 56', '§ 22', '§ 3', '§ 3', '§ 19', '§ 28', '§ 8', '§ 8', '§ 34', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Unternehmensbesteuerung nach dem "Jahressteuergesetz 2018" (Bindl/Leidel, GmbHR 2019, 1)
Wie fast jedes Jahr hat der Gesetzgeber zum Jahreswechsel im Rahmen eines Artikelgesetzes eine Vielzahl steuerlicher Neuregelungen verabschiedet. Die anfÃ¤ngliche Bezeichnung â€žJahressteuergesetz 2018â€œ wurde zwar im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens zugunsten eines sperrigeren Titels aufgegeben. Dies soll jedoch nicht darÃ¼ber hinwegtÃ¤uschen, dass das Gesetz einige fÃ¼r die Unternehmensbesteuerung Ã¤uÃŸerst relevante Neuregelungen enthÃ¤lt. Der Beitrag gibt einen kompakten und praxisbezogenen Ãœberblick Ã¼ber die Ã„nderungen. Ferner werden im Rahmen eines Ausblicks die derzeit diskutierten VorschlÃ¤ge zur Reform des Grunderwerbsteuergesetzes im Zusammenhang mit sog. Share Deals dargestellt.
II. Ã„nderungen im Unternehmens- und Sanierungssteuerrecht
1. Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften (Â§Â§ 8c, 34 Abs. 6 KStG n.F.)
2. Anerkennung von Organschaften bei Garantiedividenden (Â§ 14 Abs. 2 KStG n.F.)
3. Steuerbefreiung fÃ¼r SanierungsertrÃ¤ge gem. Â§ 3a EStG (Art. 19 des JStG 2018)
III. Besteuerung grenzÃ¼berschreitender AktivitÃ¤ten
1. Erweiterung der beschrÃ¤nkten Steuerpflicht bei Immobilieninvestments
a) AnteilsverÃ¤uÃŸerungsgewinne aus Immobiliengesellschaften (Â§ 49 Abs. 1 Nr. 2 lit. e) cc) EStG n.F.)
b) WertverÃ¤nderungen von WirtschaftsgÃ¼tern im Zusammenhang mit inlÃ¤ndischen Immobilien (Â§ 49 Abs. 1 Nr. 2 lit. f) Satz 4 EStG n.F.)
2. Erweiterung des Katalogs auslÃ¤ndischer EinkÃ¼nfte
a) AnteilsverÃ¤uÃŸerungsgewinne aus Immobiliengesellschaften (Â§ 34d Nr. 4 lit. b) bb) EStG n.F.)
b) WertverÃ¤nderungen von WirtschaftsgÃ¼tern im Zusammenhang mit inlÃ¤ndischen Immobilien (Â§ 34d Nr. 7 Satz 2 EStG n.F.)
IV. Erstattung von Kapitalertragsteuer (Â§ 45 SÃ¤tze 1 und 2 EStG n.F.)
V. Investmentsteuerrecht
1. Ã„nderungen beim Teilfreistellungsregime (Â§ 2 Abs. 6 ff. InvStG n.F.)
2. Anwendung der Teilfreistellungen bei Organgesellschaften (Â§ 15 Satz 1 Nr. 2a KStG n.F.)
3. Anpassung und ErgÃ¤nzung der Ãœbergangsregelungen (Â§ 56 InvStG n.F.)
VI. Umsatzbesteuerung
1. Haftung der Betreiber von Online-MarktplÃ¤tzen (Â§Â§ 22f, 25e UStG n.F.)
2. Elektronische Dienstleistungen an Endverbraucher (Â§ 3a Abs. 5 SÃ¤tze 3â€“5 UStG n.F.)
3. Umsetzung der EU-Gutschein-Richtlinie (Â§ 3 Abs. 13â€“15 UStG n.F.)
VII. Unternehmensnachfolgebesteuerung
1. Behaltensfrist fÃ¼r VerschonungsbedarfsprÃ¼fung (Â§ 19a Abs. 5 Satz 2 ErbStG n.F.)
2. Wegfall des Steuererlasses aufgrund VerschonungsbedarfsprÃ¼fung (Â§ 28a Abs. 4 ErbStG n.F.)
VIII. Ausblick: Geplante Ã„nderungen im Grunderwerbsteuerrecht
1. Ã„nderung des Gesellschafterbestands bei grundbesitzhaltender Kapitalgesellschaft
2. Absenkung der Beteiligungsgrenze von 95 % auf 90 %
3. VerlÃ¤ngerung der Sperrfristen von fÃ¼nf auf zehn Jahre
4. Zeitliche Anwendung/Ãœbergangsregelungen
Der Bundesrat hat am 23.11.2018 dem vom Bundestag am 8.11.2018 beschlossenen Gesetz zur Vermeidung von UmsatzsteuerausfÃ¤llen beim Handel mit Waren im Internet und zur Ã„nderung weiterer steuerlicher Vorschriften (nachfolgend auch Jahressteuergesetz 2018 oder JStG 2018) zugestimmt. Die VerÃ¶ffentlichung im Bundesgesetzblatt erfolgte am 14.12.2018. In dem Artikelgesetz finden sich neben den namensgebenden Ã„nderungen des Umsatzsteuergesetzes zahlreiche weitere Neuerungen im Bereich des Unternehmens- und Sanierungssteuerrechts, der Besteuerung grenzÃ¼berschreitender AktivitÃ¤ten, dem Finanz- und Investmentsteuerrecht sowie der Unternehmensnachfolgebesteuerung. Der vorliegende Beitrag fasst wesentliche gesetzliche Neuregelungen und Ã„nderungen durch das JStG 2018 zusammen.
Gehen innerhalb von fÃ¼nf Jahren unmittelbar oder mittelbar mehr als 25 % der Anteile oder Stimmrechte an einer KÃ¶rperschaft auf einen Dritten oder diesem nahestehende Person Ã¼ber oder liegt ein vergleichbarer Sachverhalt vor (sog. schÃ¤dlicher Beteiligungserwerb), so gingen bislang die bis dahin nicht genutzten Verluste dieser KÃ¶rperschaft anteilig unter (Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG). Ãœbertragungen von mehr als 50 % fÃ¼hrten zum vollstÃ¤ndigen Verlustuntergang (Â§ 8c Abs. 1 Satz 2 KStG).
GemÃ¤ÃŸ Â§ 34 Abs. 6 KStG n.F. ist Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG (bzw. Â§ 8c Satz 1 a.F.) (d.h. anteiliger Verlustuntergang bei Ãœbertragungen von mehr als 25 %) rÃ¼ckwirkend ab dem Inkrafttreten der Vorschrift zum 1.1.2008 nicht mehr anzuwenden. Im Ergebnis fÃ¼hren nur noch Ãœbertragungen von mehr als 50 % zum â€“ vollstÃ¤ndigen â€“ Verlustuntergang auf Ebene der Ã¼bertragenen KÃ¶rperschaft (Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG n.F.).
Hintergrund dieser rÃ¼ckwirkenden Streichung ist der Beschluss des BVerfG vom 29.3.2017, in dem der 2. Senat die Norm fÃ¼r verfassungswidrig erklÃ¤rt hat. Dem Gesetzgeber ist aufgegeben worden, den VerfassungsverstoÃŸ bis spÃ¤testens zum 31.12.2018 rÃ¼ckwirkend fÃ¼r die Zeit ab EinfÃ¼hrung des Â§ 8c Satz 1 KStG a.F. (Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG) zum 1.1.2008 zu beseitigen. Die Entscheidung des BVerfG betrifft an sich nur AnteilsÃ¼bertragungen vor dem 1.1.2016. Dementsprechend hatte auch der Regierungsentwurf nur eine Streichung der Vorschrift fÃ¼r Anteilserwerbe bis zu diesem Stichtag vorgesehen. Auf Empfehlung der AusschÃ¼sse hin ist die Streichung jedoch auf sÃ¤mtliche bis heute erfolgten Anteilserwerbe ausgedehnt worden. Die Aufhebung des Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG gilt darÃ¼ber hinaus ...
Verlag Dr. Otto Schmidt vom 08.01.2019 14:09