Source: http://dli-gmbh.de/SteuerInfo/Gebuhren/gebuhren.html
Timestamp: 2018-11-15 17:23:40
Document Index: 160841415

Matched Legal Cases: ['§ 57', '§ 4', '§14', '§ 24', '§ 27', '§ 24', '§ 4']

Grundlagen der deutschen
Rund 70.000 Steuerberaterinnen und Steuerberater erbringen wertvolle Beratungsleistungen für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens. Die hohe Qualität der Beratungsleistung wird erreicht, indem nur solche Personen Steuerberater werden können, die eine anspruchs- volle, bundeseinheitliche staatliche Prüfung abgelegt haben.
Für ihre Tätigkeit haben alle Steuerberaterinnen und Steuerberater Anspruch auf Vergütung. Sie setzt sich aus der Gebühr für die erbrachte Leistung und einem Auslagenersatz zusammen. Die Steuerberaterinnen und Steuerberater sind dabei nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG) an die Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) gebunden, die das Bundes- ministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates erlässt. In ihrem Aufbau lehnt sich die StBGebV an die Bundesgebührenverordnung für Rechtsan- wälte (BRAGO) an.
Zu den vereinbarten Tätigkeiten gehören gemäß § 57 Abs. 3 StBerG unter anderem die Tätigkeit als Gutachter, Sachverständiger, Treuhänder oder Testamentsvollstrecker sowie auch die betriebswirtschaftliche Beratung.
Im Vergleich zu den einzelnen Gebührenvorschriften kann der Steuerberater auch eine höhere Vergütung mit seinem Auftraggeber vereinbaren. Nach § 4 StBGebV muss dies schriftlich geschehen. §14 StBGebV macht es auch möglich, eine schriftliche Vereinbarung über eine Pauschalvergütung zu treffen.
Gebührenraten
Ÿ Für den überwiegenden Teil der Vergütung der beruflichen Tätigkeiten sieht die Verord- nung die „Wertgebühr” vor. Sie wird nach dem Wert berechnet, den der Gegenstand der beruflichen Tätigkeit hat und bestimmt sich nach den Tabellen A bis E der Steuerberatergebührenverordnung
Ÿ Die Anwendung der „Zeitgebühr” von 19 EUR bis 46 EUR je angefangene halbe Stunde ist auf eine geringe Anzahl von in der der Gebührenverordnung einzeln aufgezählten Tatbeständen beschränkt.
Ÿ Von geringer Bedeutung ist die „Betragsrahmengebühr”, eine Gebühr, die dem Mindest- und Höchstbetrag nach bestimmten ist und die insbesondere bei der Lohnbuchführung Anwendung findet.
Beispiel für die Wertegebühr:
- Für die Anfertigung einer Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte erhält der Steuerberater 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A. Die
Mittelgebühr liegt bei 3,5/10. Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, jedoch mindestens 6.000 ¥.
- Die Monatsgebühr für die Buchführung einschließlich des Kontierens der Belege beträgt 2/10 bis 12/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle C. Die Mittelgebühr liegt bei 7/10. Der Gegenstandswert ist der höchste Betrag, der sich aus dem Jahresumsatz oder der Summe des Aufwands ergibt.
- Für die Ermittlung des Überschusses der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben erhält der Steuerberater 5/10 bis 20/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B. Die Mittelgebühr liegt bei 12,5/10. Gegenstandswert ist der jeweils höhere Betrag, der sich aus der Summe der Betriebseinnahmen oder der Summe der Betriebsausgaben ergibt, jedoch mindestens 12.500 ¥.
- Für die Aufstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz und GuV) beträgt die Gebühr 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B. Die Mittelgebühr liegt bei 25/10. Gegenstands- wert ist das Mittel zwischen der berichtigten Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung.
Für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (Antrag auf Eintragung von Freibeträgen auf der Lohnsteuerkarte) erhält der Steuerberater 1/20 bis 4/20 einer vollen Gebühr nach Tabelle A. Die Gebühr bemisst sich nach dem Gegenstandswert der Angelegenheit. Gegenstandswert ist der voraussichtliche Jahresarbeitslohn, mindestens 4.500 ¥ (§ 24 Abs. 3 StBGebV).
Jahresarbeitslohn = Gegenstandswert 20.000 ¥
Gebühr 1/20 = 32,30 ¥
bis 4/20 bis 129,20 ¥
Für die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erhält der Steuerberater 1/20 bis 12/20 einer vollen Gebühr nach Tabelle A. Der Gegenstandswert ist der jeweils höhere Betrag, der sich aus der Summe der Einnahme oder der Werbungskosten ergibt, jedoch mindestens 6.000 ¥ (§ 27 Abs. 1 StBGebV).
Mieteinnahmen 20.000 ¥ 10.000 ¥ 5.000 ¥
Werbungskosten 15.000 ¥ 15.000 ¥ 5.000 ¥
(Werbungskosten sind z.B. Schuldzinsen, Afa, usw.)
Einkünfte 5.000 ¥ -5.000 ¥ 0 ¥
Gegenstandswert 20.000 ¥ 15.000 ¥ 6.000 ¥
Gebühr 1/20 32,30 ¥ 28,30 ¥ 16,90 ¥
12/20 387,60 ¥ 339,60 ¥ 202,80 ¥
Für die Anfertigung einer Einkommensteuererklärung (ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte, wie in Beispiel 2) erhält der Steuerberater 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A. Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, jedoch mindestens
6.000 ¥ (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 StBGebV).
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit 60.000 ¥ 0 ¥
Einkünfte aus Vermietung u. Verpachtung - 20.000 ¥ -10.000 ¥
Kapitaleinkünfte 5.000 ¥ 5.000 ¥
Summe der positiven Einkünfte = Gegenstandswert 65.000 ¥ 5.000 ¥
mindestens 6.000 ¥
Gebühr 1/10 112,30 ¥ 33,80 ¥
6/10 673,80 ¥ 202,80 ¥
Der Steuerberater ermittelt für einen Arzt oder einen nichtbuchführungspflichtigen Gewerbe-
treibenden den Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG als Überschuss der Betriebseinnahme über die Betriebsausgaben. Er erhält dafür 5/10 bis 20/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B. Gegenstandswert ist der jeweils höhere Betrag, der sich aus der Summe der Betriebseinnahme oder der Summe der Betriebsausgaben ergibt.
Betriebseinnahmen 250.000 ¥ 250.000 ¥
Betriebsausgaben 200.000 ¥ 300.000 ¥
Gegenstandswert 250.000 ¥ 300.000 ¥
Gebühr 5/10 245,50 ¥ 257,00 ¥
20/10 982,00 ¥ 1.028,00 ¥
Steuerberaterinnen und Steuerberater unterliegen einer Berufsaufsicht durch die Steuerberaterkammern. Voraussetzung für ihre Zulassung ist der Abschluss einer
ausreichenden Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Steuerberaterinnen und Steuerberater sind überdies zur Verschwiegenheit verpflichtet und haben ein Zeugnisverweigernisrecht.