Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20114/90
Timestamp: 2019-11-17 18:30:29
Document Index: 379532585

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 443', '§ 444', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.04.1991 - VIII ZR 114/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,650
BGH, 17.04.1991 - VIII ZR 114/90 (https://dejure.org/1991,650)
BGH, Entscheidung vom 17.04.1991 - VIII ZR 114/90 (https://dejure.org/1991,650)
BGH, Entscheidung vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90 (https://dejure.org/1991,650)
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Gebrauchtwagenkauf - Eigenschaftszusicherung - Gewährleistung - Eigenschaftszusicherung - Fahrzeugtyp - Bezeichnung - Betriebserlaubnis
NJW 1991, 1880
MDR 1991, 1136
NZV 1991, 423
NJ 1991, 372
WM 1991, 122
WM 1991, 1224
BB 1991, 1451
DB 1991, 2183
Die Übernahme einer Garantie setzt daher - wie früher die Zusicherung einer Eigenschaft (Senat, Urteil vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90, WM 1991, 1224, unter II 2 a aa, m.w.Nachw.) - voraus, dass der Verkäufer in vertragsmäßig bindender Weise die Gewähr für das Vorhandensein der vereinbarten Beschaffenheit der Kaufsache übernimmt und damit seine Bereitschaft zu erkennen gibt, für alle Folgen des Fehlens dieser Beschaffenheit einzustehen.
Hier steht vielmehr dem Interesse des Käufers gleichgewichtig das Interesse des Verkäufers gegenüber, für nicht mehr als dasjenige einstehen zu müssen, was er nach seiner laienhaften Kenntnis zu beurteilen vermag (Senat, Urteil vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90, WM 1991, 1224, unter II 2 a cc).
Entscheidend für die Annahme einer Zusicherung ist, dass aus Sicht des Käufers der Wille des Verkäufers erkennbar wird, in vertragsmäßig bindender Weise die Gewähr für das Vorhandensein einer Eigenschaft der Kaufsache zu übernehmen, und der Verkäufer damit seine Bereitschaft zu erkennen gibt, für alle Folgen des Fehlens dieser Eigenschaft einzustehen (Senatsurteile vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90, WM 1991, 1224, unter II 2 a aa; vom 21. April 1993 - VIII ZR 113/92, NJW 1993, 1854, unter II 1 a; vgl. auch Senatsurteil vom 29. November 2006 - VIII ZR 92/06, NJW 2007, 1346, Tz. 20 zur Beschaffenheitsgarantie nach § 443 Abs. 1 Alt. 1, § 444 Alt. 2 BGB; jeweils m.w.N.).
Dabei gibt weniger der Wille des Verkäufers den Ausschlag, vielmehr kommt es entscheidend darauf an, wie der Käufer von seinem Erwartungshorizont aus etwaige zusicherungsrelevante Äußerungen des Verkäufers bei objektiver Würdigung der Umstände nach Treu und Glauben verstehen durfte (Senatsurteil vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90 = BGHR BGB § 459 Abs. 2, Eigenschaft, zugesicherte 11 m.w.Nachw. - WM 1991, 122 NJW 1991, 1880 unter II 2 a aa).
Er ist durch die Annahme einer Zusicherung nicht "entwertet", sondern beschränkt sich auf etwaige Mängel, die die Fahrbereitschaft des Fahrzeugs nicht beeinträchtigen (vgl. zur Durchsetzung von Eigenschaftszusicherungen gegenüber Freizeichnungsklauseln: grundlegend BGHZ 74, 383 ff; BGHZ 87, 302, 308; für einen Fall des privaten Verkaufs zuletzt BGH, Urteil vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90 = WM 1991, 1224, 1225).
Dabei kommt es entscheidend darauf an, wie der Käufer nach seinen Verständnismöglichkeiten und von seinem Erwartungshorizont aus die Erklärungen des Verkäufers bei objektiver Würdigung der Umstände nach Treu und Glauben verstehen durfte (Senatsurteil vom 17. April 1991 - VIII ZR 114/90 = WM 1991, 1224 unter II 2 a aa).
Beim Privatverkauf steht dem Interesse des Käufers gleichwertig das Interesse des Verkäufers gegenüber, für nicht mehr als dasjenige einstehen zu müssen, was er nach seiner laienhaften Kenntnis zu beurteilen vermag (BGH NJW 1991, 1880).
Zum anderen betrifft die vorstehend zitierte Entscheidung des Bundesgerichtshofs - wie auch die dieser Entscheidung folgende Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte (z.B. Brandenburgisches OLG vom 12.01.2011, AZ: 7 U 158/09; OLG Bremen vom 08.10.2003, AZ: 1 U 40/03) - den Verkauf durch einen Gebrauchtwagenhändler, den ohnedies verschärfte Pflichten gegenüber seinem Kunden treffen (vgl. BGH vom 17.04.1991, AZ: VIII ZR 114/90 TZ. 13).
Beim privaten Verkauf steht dem Interesse des Käufers an Information gleichgewichtig das Interesse der Verkäufers gegenüber, für nicht mehr als dasjenige einstehen zu müssen, was er nach laienhafter Kenntnis zu beurteilen vermag und was seinem Wissenstand entspricht (BGH vom 17.04.1991, AZ: VIII ZR 114/90 TZ. 13).
Ob im Einzelfall eine Zusicherung anzunehmen ist, ist eine Frage der Vertragsauslegung, bei der entscheidend darauf abzustellen ist, wie der Käufer von seinem Erwartungshorizont aus etwaige zusicherungsrelevante Äußerungen des Verkäufers bei objektiver Würdigung der Umstände nach Treu und Glauben verstehen dürfte (BGH NJW 1991, 1880;. NJW 1997, 2318; OLG Koblenz ZfS 1993, 149).
Ob danach eine Zusicherung erfolgt ist, ist eine Frage der Auslegung, bei der das Verhalten des Verkäufers aus der Sicht des Käufers unter Berücksichtigung seines Erwartungshorizonts bei objektiver Würdigung der Umstände nach Treu und Glauben zu bewerten ist (BGH, Urt. v. 17. April 1991, VIII ZR 114/90, NJW 1991, 1880 m.w.N.).
OLG Köln, 18.12.1996 - 26 U 24/96
OLG Düsseldorf, 25.09.1998 - 22 U 62/98
Darlegungslast des Käufers für Mängelrüge Kauf eines EDV-Anlage
OLG Köln, 24.03.1993 - 13 U 206/92
Kraftfahrzeugkauf; Mängelhaftung
OLG Karlsruhe, 18.08.1992 - 3 U 8/92
Fehler; Anfechtung; Harley-Davidson; Originalrahmen
OLG Dresden, 20.03.1995 - 1 Ss 223/94
LG Potsdam, 19.03.2009 - 3 S 151/08
Minderung des Kaufpreises für einen gebrauchten Mercedes Typ E-Klasse Kombi …