Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerwG_16_12_2010_BVerwG_8_B_17_10_Anspruch_des_Sohnes_eines-d4206606.html
Timestamp: 2016-12-03 15:47:10
Document Index: 88746705

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 2', '§ 11', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 108', '§ 133', '§ 137', '§ 1', '§ 1']

BVerwG, 16.12.2010 - BVerwG 8 B 17.10 - Anspruch des Sohnes eines während der NS-Zeit Enteigneten gegen das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen auf Rückübereignung von Grundstücken; Konsequenzen der Unerweislichkeit von eine Partei begünstigenden Tatsachen für diese; Anwendungsbereich der Vermutung über die Verfolgungsbedingtheit eines Vermögensverlustes durch in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 abgeschlossene Rechtsgeschäfte; Inhaltliche Voraussetzungen des § 1 Abs. 6 Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen (VermG); Anforderungen an eine hinreichende Bezeichnung des Zulassungsgrundes der Divergenz durch einen Kläger; Zulässigkeit einer Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts auch bei gleichzeitiger Rückgängigmachung einer auf besatzungshoheitlicher Grundlage erfolgten weiteren Enteignung | Urteile auf anwalt24.de
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BundesverwaltungsgerichtBeschl. v. 16.12.2010, Az.: BVerwG 8 B 17.10Gericht: BVerwGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 16.12.2010Referenz: JurionRS 2010, 31755Aktenzeichen: BVerwG 8 B 17.10 Verfahrensgang:vorgehend:VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: 1 K 1922/08VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: VG 1 K 2255/08VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: VG 1 K 2256/08VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: VG 1 K 2257/08VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: VG 1 K 2258/08VG Potsdam - 04.12.2008 - AZ: VG 1 K 2259/08Rechtsgrundlagen:§ 1 Abs. 6 VermG§ 1 Abs. 8 VermG§ 108 Abs. 1 S. 2 VwGO§ 133 Abs. 3 S. 3 VwGO§ 137 Abs. 2 VwGORedaktioneller Leitsatz:Geht das Gericht auf der Grundlage seiner insoweit maßgeblichen materiellrechtlichen Auffassung auf den wesentlichen Kern des Tatsachenvortrags eines Beteiligten zu einer Frage, die für das Verfahren von zentraler Bedeutung ist, in den Entscheidungsgründen nicht ein, so lässt dies auf eine gehörsverletzende Nichtberücksichtigung des Vortrags schließen. Das ist im Rahmen der Prüfung eines Vermögensverlusts "in anderer Weise" im Sinne des § 1 Abs. 6 VermG auch dann der Fall, wenn das Gericht lediglich einzelne vorgetragene Umstände für die Prüfung der maßgeblichen Voraussetzungen des § 1 Abs. 6 VermG zur Kenntnis nimmt und in Erwägung zieht, nicht jedoch das Vorbringen zur tatsächlichen und rechtlichen Gesamtwirkung dieser Einzelmaßnahmen auf die betreffende Eigentümerstellung.In der Verwaltungsstreitsachehat der 8. Senat des Bundesverwaltungsgerichtsam 16. Dezember 2010durchdie Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. von Heimburg,den Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Deiseroth unddie Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Hauserbeschlossen:Tenor:Die Urteile des Verwaltungsgerichts Potsdam VG 1 K 1922/08, VG 1 K 2255/08, VG 1 K 2256/08, VG 1 K 2257/08, VG 1 K 2258/08 und VG 1 K 2259/08 vom 4. Dezember 2008 werden aufgehoben.Der Rechtsstreit wird zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Verwaltungsgericht Potsdam zurückverwiesen.Die Kostenentscheidung bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.Der Streitwert wird für das Beschwerdeverfahrenauf 500 000 EUR festgesetzt.