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Timestamp: 2020-08-04 20:22:33
Document Index: 268905873

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 32', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

Kosten für Wahlleistung Einzelzimmer steuerlich absetzbar ?
| 25.07.2009 18:02 |
Ich werde in Kürze einen stationären Aufenthalt in einer Klinik antreten. Der Aufenthalt wird mindestens 6 Wochen betragen. Ich trage mich mit dem Gedanken, ein Einzelzimmer zu nehmen, wofür ich allerdings dann pro Tag 30,00 Euro zuzahlen müsste. Da ich keine Zusatz- oder private Krankenversicherung habe, müsste ich dafür selbst aufkommen. Bei einem 6-Wochen-Aufenthalt kämen so 1260,00 Ero, bei 8 Wochen 1680, Euro zusammen.
Meine Frage geht nun dahin, ob ich diese Aufwendungen sowie die ebenfalls zu leistende Zuzahlung von 10,00 Euro pro Tag bei der Einkommenssteuererklärung für 2009 als aussergewöhnliche Belastungen geltend machen kann. (Ich bin nicht schwerbehindert, allerdings habe ich einen GDB von 30 % und warte zur Zeit auf die Anerkennung durch das Versorgungsamt von 50 %).
Könnten Sie mir bitte die steuerrechtlichen Möglichkeiten mit und ohne Schwerbehinderung aufzeigen? Verbindlichen Dank.
ich möchte Ihre Frage anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:
1. Die Ansetzung der von Ihnen selbst zu tragenden Kosten für den Klinikaufenthalt können Sie gem. § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Zu beachten ist hierbei aber die zumutbare Belastung die je nach Einkommen unterschiedlich hoch ist. Nur der diese zumutbare Überlastung übersteigende Anteil kann als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.
2. Die Ansetzung der durch den Klinikaufenthalt entstehenden Zusatzkosten als außergewöhnliche Belastungen ist unabhängig von Ihrem Grad der Behinderung. Je nach Vorliegen der Voraussetzungen können Sie wegen der Behinderung jedoch Pauschbeträge gem. § 33 b EStG zusätzlich zu den außergewöhnlichen Belastungen bei der Steuer in Abzug bringen.
(5) 1Steht der Behinderten-Pauschbetrag oder der Hinterbliebenen-Pauschbetrag einem Kind zu, für das der Steuerpflichtige Anspruch auf einen Freibetrag nach § 32 Abs. 6 oder auf Kindergeld hat, so wird der Pauschbetrag auf Antrag auf den Steuerpflichtigen übertragen, wenn ihn das Kind nicht in Anspruch nimmt. 2Dabei ist der Pauschbetrag grundsätzlich auf beide Elternteile je zur Hälfte aufzuteilen. 3Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich. 4In diesen Fällen besteht für Aufwendungen, für die der Behinderten-Pauschbetrag gilt, kein Anspruch auf eine Steuerermäßigung nach § 33.
(6) 1Wegen der außergewöhnlichen Belastungen, die einem Steuerpflichtigen durch die Pflege einer Person erwachsen, die nicht nur vorübergehend hilflos ist, kann er an Stelle einer Steuerermäßigung nach § 33 einen Pauschbetrag von 924 Euro im Kalenderjahr geltend machen (Pflege-Pauschbetrag), wenn er dafür keine Einnahmen erhält. 2Zu diesen Einnahmen zählt unabhängig von der Verwendung nicht das von den Eltern eines behinderten Kindes für dieses Kind empfangene Pflegegeld. 3Hilflos im Sinne des Satzes 1 ist eine Person, wenn sie für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf. 4Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt, wenn die Hilfe in Form einer Überwachung oder einer Anleitung zu den in Satz 3 genannten Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine ständige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist. 5Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige die Pflege im Inland entweder in seiner Wohnung oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen persönlich durchführt. 6Wird ein Pflegebedürftiger von mehreren Steuerpflichtigen im Veranlagungszeitraum gepflegt, wird der Pauschbetrag nach der Zahl der Pflegepersonen, bei denen die Voraussetzungen der Sätze 1 bis 5 vorliegen, geteilt.
Nachfrage vom Fragesteller	25.07.2009 | 19:30
Vielen Dank, Ihre Antwort hat mir sehr weitergeholfen. Eine Frage habe ich noch: Wo finde ich eine aktuelle Übersicht / Tabelle über die nach Einkommen gestaffelten zumutbaren Belastungsgrenzen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2009 | 13:56
Die Tabelle steht in Absatz 3 des § 33 EStG. Durch einen Formatierungsfehler kann ich Ihnen diese Tabelle hier nicht einfügen.
Klicken Sie auf den folgenden Link, dort können Sie die Tabelle einsehen.
Die jeweilige zumutbare Belastung berechnet sich aus dem jeweiligen für sie gültigen Prozentsatz der Gesamteinkünfte.
Beispielsweise bei einer alleinstehenden Person ohne Kinder, sind dies 6%. Bei einem Jahreseinkommen von 30.000 € beträgt die zumutbare Belastung dann 1800,00 €.
Bewertung des Fragestellers 25.07.2009 | 19:32
"Verständliche und präzise Antwort aufgrund des geschilderten Sachverhaltes."
FRAGESTELLER 25.07.2009 5/5,0
steuerliche Absetzbarkeit, Kosten Pflegeheim (Mutter)
Steuerliche Aufrechnung von Kosten und Einkünften möglich?