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Timestamp: 2020-07-16 18:14:54
Document Index: 86514070

Matched Legal Cases: ['§ 290', '§ 291', '§ 293', '§ 293', '§ 290', '§ 290', '§ 293', '§ 293', '§ 293']

Ausnahmen von der Verpflichtung zur Erstellung einer Konzernbilanz
Konzernbilanz nach Handelsrecht - Ausnahmen von der Verpflichtung zur Erstellung einer Konzernbilanz
Befreiende Abschlüsse
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Es gibt drei Gründe, weswegen ein Unternehmen, trotzdem Mutter eines anderen Unternehmens ist und keinen Konzernabschluss aufstellen muss, nämlich
der befreiende Abschluss,
größenabhängige Befreiungen und
der Verzicht auf die Einbeziehung.
Wenn ein Konzern aus drei oder mehr Stufen besteht, so müsste man zusätzlich zum möglichen Konzernabschluss auch sog. Teilkonzerne betrachten und hierzu Teilkonzernabschlüsse erstellen. Die einheitliche Leitung nach § 290 I HGB ist allerdings unteilbar und kann nur von der obersten Stufe ausgeübt werden. Damit nicht zusätzlich zum Konzernabschluss diverse Teilkonzernabschlüsse erstellt werden müssen und damit das Prinzip der Wirtschaftlichkeit missachtet wird, stellen die §§ 291 und 292 HGB in Aussicht, dass der Konzernabschluss mit befreiender Wirkung erstellt wird. Teilkonzernabschlüsse müssen dann nicht noch zusätzlich gebildet werden.
die Bruttomethode (§ 293 I 1 Nr. 1 HGB) und
die Nettomethode (§ 293 I 1 Nr. 2 HGB).
Die folgende Tabelle hält die Grenzwerte für Konzerne fest:
Größenklassen Bruttomethode Nettmethode
Bilanzsumme (Mio. €) ≤ 24 ≤ 20
Umsatzerlöse (Mio. €) ≤ 48 ≤ 40
Anzahl Arbeitnehmer ≤ 250 ≤ 250
Bei der Bruttomethode werden lediglich die relevanten Größen aus den Einzelabschlüssen addiert. Bei der Nettomethode hingegen wird ein (konsolidierter!) Konzernabschluss „probeweise“ erstellt, um danach zu schauen, ob man überhaupt einen erstellen muss.
Die folgenden Daten über die MU-AG mit Sitz in Berlin, die 100 % an der TU-GmbH hält, seien bekannt. Ist die MU-AG zur Erstellung eines Konzernabschlusses nach HGB verpflichtet? Wenn ja, warum?
Daten 2016 2017 2018
MU TU MU TU MU TU
Bilanzsumme (Mio. €) 20 2 20 2 20 2
Umsatzerlöse (Mio. €) 20 30 30 15 30 14
Anzahl Arbeitnehmer 120 200 120 110 100 100
Zunächst ist die MU-AG zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, denn die Voraussetzungen sind erfüllt (§ 290 I 1 iVm § 290 I Nr. 1 HGB):
sie ist Kapitalgesellschaft
mit Sitz im Inland und
beherrscht die TU, denn sie besitzt 100 % der Stimmrechte an der TU
Nun könnte allerdings eine Befreiung von der Verpflichtung wegen § 293 HGB einschlägig sein.
Zu prüfen ist § 293 I 1 Nr. 1 HGB, d.h. die Bruttomethode, denn nur die Einzelabschlüsse sind bekannt. Zu prüfen sind damit, in der Summe aus den Werten der Mutter und Tochter, folgende Grenzwerte:
bei der Bilanzsumme (BS) 24 Mio. €
bei den Umsatzerlösen (UE) 48 Mio. €
bei den Arbeitnehmern (AN) 250.
Also gilt für die Größenklassen für Konzerne nach der Bruttomethode folgendes:
Daten Grenzwert Summe 2016 Summe 2017 Summe 2018
Bilanzsumme (Mio. €) 24 22 22 22
Umsatzerlöse (Mio. €) 48 50 45 44
Anzahl Arbeitnehmer 250 320 320 250
In den Jahren 2016 und 2017 besteht die Pflicht zur Erstelung des Konzernabschlusses weiterhin, da die Grenzwerte hier erst zum ersten bzw. zweiten Mal unterschritten werden. Erst im Jahr 2018 werden die Grenzwerte zum dritten Mal unterschritten und somit ist auch erst dann zu eine Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses möglich.
Zum besseren Verständnis ein weiteres Beispiel:
Die MU-AG mit Sitz in Berlin hält 100 % an der TU-GmbH. Die folgenden Daten der Konzernabschlüsse seien bekannt. Ist die MU-AG zur Erstellung eines Konzernabschlusses überhaupt verpflichtet?
Bilanzsumme (Mio. €) 21 18 21
Umsatzerlöse (Mio. €) 41 41 38
Anzahl Arbeitnehmer 210 200 210
Zu prüfen ist § 293 I 1 Nr. 2 HGB, d.h. die Nettomethode, denn nur der Konzernabschluss der einzelnen Jahre ist bekannt. Zu prüfen sind damit, in der Summe aus den Werten der Mutter und Tochter, folgende Grenzwerte:
bei der Bilanzsumme 20 Mio. €
bei den Umsatzerlösen 40 Mio. €
bei den Arbeitnehmern 250.
Also gilt für die Größenklassen für Konzerne nach der Nettomethode folgendes:
Bilanzsumme (Mio. €) 20 21 18 21
Umsatzerlöse (Mio. €) 40 41 41 38
Anzahl Arbeitnehmer 250 210 200 210
In 2016 kommt keine Befreiung in Frage, da hier zwei Grenzwerte überschritten werden. Erst in 2017 werden erstmals zwei der Grenzwerte unterschritten. Damit ist erst in 2018 eine Befreiung möglich, da hier zum zweiten Mal in Folge zwei Grenzwerte unterschritten werden.
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Nur bei der Nettomethode ist es unerheblich, ob die Merkmale (Bilanzsumme, Umsatzerlöse oder Mitarbeiteranzahl), welche herangezogen werden, wechseln oder nicht.
Bei der Nettomethode ist es unerheblich, ob die Merkmale (Bilanzsumme, Umsatzerlöse oder Mitarbeiteranzahl), welche herangezogen werden, wechseln oder nicht.
Bei der Nettomethode ist es erheblich, ob die Merkmale (Bilanzsumme, Umsatzerlöse oder Mitarbeiteranzahl), welche herangezogen werden, wechseln oder nicht.
Die Mutter hat ein Wahlrecht, ob Sie eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Konzernabschluss nach Brutto- oder Nettomethode anstrebt.
Die Mutter hat kein Wahlrecht, ob Sie eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Konzernabschluss nach Brutto- oder Nettomethode anstrebt.
Die Mutter muss sich entscheiden, ob Sie eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Konzernabschluss nach Brutto- oder Nettomethode anstrebt.
Um zu überprüfen, ob eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Abschluss der Konzernbilanz existiert, sieht die Nettomethode vor, dass zunächst eine Konzernbilanz erstellt wird.
Um zu überprüfen, ob eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Abschluss der Konzernbilanz existiert, sieht die Bruttomethode vor, dass zunächst eine Konzernbilanz erstellt wird.
Um zu überprüfen, ob eine Ausnahme von der Verpflichtung zum Abschluss einer Konzernbilanz existiert, sieht weder die Brutto- noch die Nettomethode vor, dass eine Konzernbilanz zunächst erstellt wird.
Alles super aufgebaut und mit wirklich tollen Erklärvideos! Ohne Videos wäre es viel schwieriger.
Ein Kursnutzer am 22.02.2020