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Timestamp: 2016-10-24 08:47:57
Document Index: 197907510

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 176', 'BGE', 'Art. 137', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art.90', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 176', 'BGE', 'Art. 176', 'BGE', 'BGE', 'Art.176', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art.90', 'Art.156', 'Art.152']

5P.328/2005 (19.01.2006)
Die Eheleute Y.________ und X.________, beide Staatsangeh�rige von Serbien-Montenegro, hoben Ende September 2004 den gemeinsamen Haushalt auf. Mit dringlicher Anordnung vom 14. Oktober 2004 stellte der Eheschutzrichter des Kreisgerichts Rheintal das gemeinsame Kind A.________, geboren am 24. Oktober 2002, einstweilen unter die Obhut des Vaters und gab gleichzeitig ein kinderpsychologisches Gutachten in Auftrag. Mit Entscheid vom 5. April 2005 regelte er das Getrenntleben der Ehegatten. Dabei wurde das Kind entsprechend der Empfehlung des Gutachtens vom 26. November 2004/19. Dezember 2004 unter die Obhut der Mutter gestellt, das Besuchsrecht des Vaters festgelegt und der Vater zur Bezahlung von Unterhaltsbeitr�gen an die Mutter und an das Kind verpflichtet.
Gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhob Y.________ am 30. April 2005 Rekurs beim Kantonsgericht St. Gallen und beantragte, die Tochter A.________ sei in seine Obhut zu geben und das Besuchsrecht und die Unterhaltsbeitr�ge neu festzulegen. Am 13. Mai 2005 - w�hrend der Dauer des Rekursverfahrens - verf�gte das Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen gegen�ber X.________ den Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung und die Pflicht zur Ausreise bis sp�testens am 29. Juli 2005. Gegen die Verf�gung ist ein Rechtsmittelverfahren h�ngig. Der Ehemann leitete in der Zwischenzeit ein Scheidungsverfahren in Kosovo ein. Mit Entscheid vom 8. August 2005 stellte der Einzelrichter im Familienrecht am Kantonsgericht St. Gallen die Tochter A.________ unter die Obhut des Vaters und legte das Besuchsrecht der Mutter und die Unterhaltsbeitr�ge des Vaters an die Mutter und an das Kind neu fest.
X.________ f�hrt mit Eingabe vom 8. September 2005 staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 9 BV und beantragt dem Bundesgericht in der Sache, den kantonsgerichtlichen Entscheid aufzuheben. Weiter ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege.
Strittig ist vor Bundesgericht die Zuteilung der Obhut f�r das Kind.
Haben die Ehegatten unm�ndige Kinder, so trifft das (Eheschutz-) Gericht nach den Bestimmungen �ber die Wirkungen des Kindesverh�ltnisses die n�tigen Massnahmen (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Das kantonal letztinstanzliche Eheschutzurteil unterliegt der eidgen�ssischen Berufung nicht (BGE 127 III 474 E. 2 S. 476 ff.). Die Willk�rbeschwerde, die sich gegen die Zuteilung der Obhut �ber das Kind an den Beschwerdegegner richtet, ist hingegen zul�ssig. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde kann eingetreten werden.
Der Beschwerdegegner hat offenbar nach Erlass der Eheschutzmassnahmen eine Scheidungsklage anh�ngig gemacht. Die Klage auf Scheidung f�hrt nicht automatisch zum Dahinfallen der Eheschutzmassnahmen. Diese bleiben vielmehr so lange in Kraft, als sie nicht durch Massnahmen gem�ss Art. 137 Abs. 2 ZGB abgel�st worden sind (BGE 101 II 1 S. 2; 129 III 60 E. 2 S. 61). Daran �ndert nichts, dass der Beschwerdegegner die Klage vor einem ausl�ndischen Gericht (in Kosovo, Serbien-Montenegro) anh�ngig gemacht hat. Die hoheitliche Regelung der elterlichen Obhut ist (unabh�ngig davon, ob die Regelung im Rahmen des Eheschutzes oder als vorsorgliche Massnahme w�hrend der Dauer des Scheidungsverfahrens erfolgt) vom Minderj�hrigenschutzabkommen erfasst (Schwander, Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, N. 24 zu Art. 85), so dass zu Recht unstrittig ist, dass die schweizerischen Gerichte f�r die Regelung der Obhut des in der Schweiz lebenden Kindes zust�ndig sind und in der Sache schweizerisches Recht anwendbar ist (Art. 85 Abs. 2 IPRG; Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 MSA).
Der Einzelrichter am Kantonsgericht hat erwogen, dass nach dem Gutachten, welchem der Eheschutzrichter gefolgt war, beide Eltern �ber eine sichere Bindung zu ihrem Kind verf�gen und bereit und in der Lage sind, das Kind zu erziehen. Bis zur Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes sei das Kind vorwiegend durch die Mutter betreut worden. Die Gutachterin empfehle die Zuteilung der Obhut des Kindes an die Beschwerdef�hrerin, weil damit die Kontinuit�t des Betreuungsverh�ltnisses gewahrt bleibe und die Zuteilung an den Beschwerdegegner die Beziehung zwischen Mutter und Kind gef�hrden k�nne; der Beschwerdegegner zeige eine mangelnde Bindungstoleranz (Einsicht der Eltern hinsichtlich der Gew�hrung des Kontaktes zum getrennt lebenden Elternteil [Gutachten vom 26. November 2004, S. 19]). Weiter hat der Einzelrichter erwogen, dass mittlerweile die Ausl�nderbeh�rde die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdef�hrerin widerrufen habe und der Ausgang des betreffenden Rechtsmittelverfahrens ungewiss sei. Er habe sich demnach mit den Folgen in Anbetracht der ver�nderten Lage und der drohenden Ausreise der Beschwerdef�hrerin im Hinblick auf das Kindeswohl auseinanderzusetzen, was im Gutachten weitgehend unterblieben sei.
Nach Anh�rung der Parteien ist der Einzelrichter zur Auffassung gelangt, dass der Paarkonflikt noch nicht �berwunden scheine; die Parteien schienen aber zunehmend in der Lage zu sein, ihren eigenen Konflikt von der Rolle als Eltern zu unterscheiden. Mutter wie Vater w�rden die Kontakte zum nicht obhutsberechtigten Elternteil unterst�tzen, selbst im Ausland. Unter dem Gesichtspunkt der Kontinuit�t und Stabilit�t der Lebensverh�ltnisse habe das Kleinkind zur Zeit "zwei Zuhause", weil es sich w�chentlich von Donnerstag bis Samstag bei der Mutter (und im �brigen beim Vater) aufhalte. Es gebe keinen Anlass, daran etwas zu �ndern, selbst wenn die Beschwerdef�hrerin in der Schweiz verbleiben k�nne. Die drohende Ausreise der Beschwerdef�hrerin in den Kosovo in eine �usserst ungewisse Lebenssituation, ohne Vorstellung, wo und wie sie leben werde, k�nne im Fall, dass A.________ die Mutter begleite, dem Kindeswohl keinesfalls besser entsprechen als ihr momentaner Verbleib beim Vater und dessen Eltern in der Schweiz, wo das Kind eine klare Perspektive habe und in stabilen Verh�ltnissen aufwachse. Der Einzelrichter ist zum Schluss gelangt, dass das Kind gest�tzt auf die heutige Situation unter die Obhut des Beschwerdegegners zu stellen sei.
Die Beschwerdef�hrerin erblickt zun�chst eine willk�rliche Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) darin, dass der Einzelrichter ohne triftige Gr�nde vom Gutachten abgewichen sei.
4.1 Das Sachgericht w�rdigt Gutachten grunds�tzlich frei. In Fachfragen darf es allerdings nicht ohne triftige Gr�nde vom Gutachten abweichen und muss Abweichungen begr�nden k�nnen. Umgekehrt kann Willk�r aber auch dann vorliegen, wenn das Sachgericht auf ein Gutachten abstellt, das sich als nicht schl�ssig erweist, weil gewichtige, zuverl�ssig begr�ndete Tatsachen oder Indizien die �berzeugungskraft des Gutachtens ernstlich ersch�ttern. Das Abstellen oder Abweichen von einem Gerichtsgutachten muss sich im Ergebnis als willk�rlich erweisen (zuletzt: BGE 128 I 81 E. 2 S. 86).
4.2 Der Einzelrichter hat festgehalten, dass die Ausl�nderbeh�rde die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdef�hrerin widerrufen sowie die Ausreise verf�gt habe und der Ausgang des betreffenden Rechtsmittelverfahrens ungewiss sei. Da die Auseinandersetzung mit der drohenden Ausreise im Gutachten weitgehend unterblieben sei, m�ssten die Folgen im Hinblick auf das Kindeswohl wegen der ver�nderten Lage �berpr�ft werden.
4.3 Auf diese Erw�gung im angefochtenen Entscheid geht die Beschwerdef�hrerin nicht ein. Sie �bergeht, dass der Richter feststellen kann, ob der Gutachter von den prozessual in Betracht fallenden Pr�missen ausgegangen ist (Max Guldener, Beweisw�rdigung und Beweislast, Z�rich 1955, S. 9 f.). Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, inwiefern der Einzelrichter in Willk�r verfallen sei, wenn er angenommen hat, dass das Gutachten von prozessual unmassgeblichen Pr�missen ausgehe, weil der w�hrend des zweitinstanzlichen Verfahrens ergangene Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung und die drohende Ausreise weitgehend unber�cksichtigt seien. Dass die drohende Ausreise eine massgebliche Pr�misse f�r die Beurteilung der Lebensverh�ltnisse der Beschwerdef�hrerin sei, bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht. Sodann setzt sie nicht hinreichend auseinander, inwiefern es unhaltbar sei, wenn der Einzelrichter davon ausgegangen sei, dass f�r die Beurteilung der Bindungstoleranz des Beschwerdegegners bzw. seiner Einsicht hinsichtlich der Gew�hrung des Kontaktes zur getrennt lebenden Mutter nicht unmassgeblich sei, ob die Mutter in der N�he oder im Ausland wohnt. Soweit sich die Beschwerdef�hrerin dagegen wendet, dass der Einzelrichter trotz Vorliegens des Gutachtens zur Feststellung neuer Tatsachen geschritten ist, um der drohenden Ausreise der Beschwerdef�hrerin Rechnung zu tragen, kann auf die Beschwerde mangels hinreichender Substantiierung nicht eingetreten werden (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Bleibt zu pr�fen, ob die vom Einzelrichter getroffenen Tatsachenfeststellungen vor dem Willk�rverbot standhalten.
Die Beschwerdef�hrerin macht weiter in tats�chlicher Hinsicht geltend, der Einzelrichter habe sich auf die �usserungen des Beschwerdegegners gest�tzt und angenommen, dass dieser die Beziehung zur Mutter unterst�tze. Er habe die von der Gutachterin aufgrund ihrer Sachkunde festgestellten (gegenteiligen) Tatsachen nicht ber�cksichtigt. Die unglaubw�rdigen �usserungen des Beschwerdegegners seien in einseitiger und unzul�ssiger Weise gewichtet worden. Der Einzelrichter habe �bergangen, dass weiterhin massive Spannungen zwischen den Parteien und Geringsch�tzung von Seiten des Beschwerdegegners herrschten, und dass sie (die Beschwerdef�hrerin) pers�nlich und wirtschaftlich in der Lage sei, das Kind zu betreuen.
5.1 Das Bundesgericht gesteht dem Sachgericht in der Beweisw�rdigung einen weiten Spielraum des Ermessens zu (BGE 83 I 7 S. 9; 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Willk�rliche Beweisw�rdigung liegt nicht schon dann vor, wenn vom Sachrichter gezogene Schl�sse nicht mit der Darstellung des Beschwerdef�hrers �bereinstimmen, sondern wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, d.h. mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenbaren Versehen beruht (BGE 105 Ia 190 E. 2a mit Hinweisen; 116 Ia 85 E. 2b S. 88; 128 I 81 E. 2 S. 86). Die Beweisw�rdigung gilt namentlich dann als willk�rlich, wenn der Sachrichter aus dem Ergebnis des Beweisverfahrens voreilige Schl�sse zieht (BGE 101 Ia 545 E. 4d S. 551 f.; 118 Ia 28 E. 1b S. 30 mit Hinweisen) oder wenn er einseitig einzelne Beweise ber�cksichtigt und andere, aus denen sich Gegenteiliges ergeben k�nnte, ausser Betracht l�sst (BGE 112 Ia 369 E. 3 S. 371; 118 Ia 28 E. 1b S. 30).
5.2 Der Einzelrichter hat die Parteien angeh�rt und ihnen Gelegenheit gegeben, sich zur heutigen Situation zu �ussern. Die Beschwerdef�hrerin hat anl�sslich der Befragung im Hinblick auf ihre drohende Ausreise erkl�rt, sie habe keine Ahnung, wie ihre Zukunft in der Heimat aussehen werde, und sie habe weder Bezugspersonen, die sie aufnehmen w�rden, noch eine Wohnung oder Arbeit in Aussicht; die Familienmitglieder h�tten selber zu wenig und seien arm. Der Einzelrichter hat in tats�chlicher Hinsicht geschlossen, dass die Beschwerdef�hrerin durch die drohende Ausreise vor einer �usserst ungewissen Lebenssituation stehe und keine Vorstellung davon habe, wo und wie sie leben werde. Dieser Tatsachenschluss ist - entgegen den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin - nicht offensichtlich unhaltbar. Von Willk�r kann insoweit keine Rede sein.
5.3 Der Einzelrichter hat weiter festgehalten, dass der Beschwerdegegner gem�ss Gutachten eine mangelnde Einsicht zur Gew�hrung des Kontaktes zur getrennt lebenden Mutter (Bindungstoleranz; Gutachten vom 26. November 2004, S. 19, S. 24) zeige und die Zuteilung an ihn die Beziehung zwischen Mutter und Kind gef�hrden k�nne. Vor dem Einzelrichter haben die Parteien anl�sslich der Parteibefragung erkl�rt, dass sie die w�chentlichen �bergaben des Kindes als sehr schwierig empfinden w�rden. Der Beschwerdegegner hat im Hinblick auf die drohende Ausreise weiter ausgef�hrt, dass er den Kontakt zur Mutter im Ausland unterst�tze und dass der Grossvater das Kind regelm�ssig nach S.________ begleiten k�nne, damit es den Kontakt zur Mutter pflegen k�nne. Der Einzelrichter hat in Bezug auf die Haltung des Beschwerdef�hrers zur Mutter und ihrer Beziehung zum Kind gefolgert, dass der Beschwerdegegner (wie auch die Beschwerdef�hrerin) zunehmend in der Lage zu scheine, den Paarkonflikt von der Elternrolle zu unterscheiden.
Inwiefern dieser tats�chliche Schluss auf willk�rlicher Beweisw�rdigung beruhen sollen, ist nicht ersichtlich. Dass Spannungen zwischen den Parteien herrschen, hat der Einzelrichter - entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrerin - ber�cksichtigt, wenn er festgestellt hat, dass der Paarkonflikt noch nicht �berwunden sei. Der Einzelrichter hat weiter die Bindungstoleranz des Beschwerdegegners vor dem Hintergrund der drohenden Ausreise bzw. des Umstandes beurteilt, dass die schwierigen w�chentlichen Kindes�bergaben wegfallen und die r�umliche Distanz zwischen den Parteien gr�sser wird. Wenn er vor diesem Hintergrund gest�tzt auf die Parteibefragung festgestellt hat, der Beschwerdegegner f�rdere die Kontakte zur Mutter und er sei zunehmend in der Lage, den Paarkonflikt von der Elternrolle zu unterscheiden, erscheint dies nicht als offensichtlich unhaltbar, zumal das Gutachten die Einsicht des Beschwerdegegners hinsichtlich der Gew�hrung des Kontaktes zur Mutter nicht mit Blick auf die Ausreise der Mutter beurteilt hat. Der Einwand der Beschwerdef�hrerin, die Aussagen des Beschwerdegegners seien unglaubw�rdig, geht fehl. Dass der Einzelrichter aus den Aussagen andere Schl�sse gezogen hat als die Beschwerdef�hrerin, belegt f�r sich allein keine willk�rliche Beweisw�rdigung. Insoweit ist die Willk�rr�ge unbegr�ndet.
5.4 Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter als aktenwidrig, dass der Einzelrichter festgehalten habe, die Parteien h�tten "die Sommerferien unter sich regeln k�nnen". Richtig sei, dass einzig dank Intervention des Eheschutzrichters die Ferienregelung auch zugunsten der Beschwerdef�hrerin geregelt worden sei. Die R�ge ist unbehelflich. Die Beschwerdef�hrerin setzt nicht hinreichend auseinander (Art.90 Abs.1 lit.b OG), inwiefern die behauptete aktenwidrige Tatsachenfeststellung ("Ferienregelung unter sich") entscheiderheblich gewesen sei. Im �brigen geht aus den in den kantonalen Akten liegenden Schriftst�cken hervor, dass der Eheschutzrichter - w�hrend des zweitinstanzlichen Verfahrens - auf Gesuch um Herausgabe des Reisepasses hin mit Schreiben vom 17.Mai 2005 an den Beschwerdegegner "anregt", dass dieser "auch der Mutter eine Ferienzeit mit A.________ von gleicher [d.h. wie der von ihm gew�nschten] Dauer konzediere...". Mit Schreiben vom 25.Mai 2005 teilte der Eheschutzrichter den Parteien betreffend Ferien mit, er "nehme gerne zur Kenntnis", dass der Beschwerdegegner "auch der Mutter zwei Wochen Ferien mit A.________ zugesteht". Wenn der erstinstanzliche Richter im betreffenden Schreiben von der "Kenntnisnahme der Ferienregelung" spricht, liegt indessen keine offenkundig aktenwidrige tats�chliche Feststellung (BGE 97 I 1 E.3 S.7) vor, wenn im angefochtenen Entscheid festgehalten wird, die Parteien h�tten die Ferien mit dem Kind "unter sich" geregelt. Der Vorwurf willk�rlicher Tatsachenfeststellung geht fehl.
5.5 Was die Beschwerdef�hrerin im Weiteren als Verstoss gegen Art. 9 BV anf�hrt, richtet sich nicht gegen die Feststellungen von Tatsachen, sondern stellt - soweit es sich nicht um rein appellatorische und daher unzul�ssige Kritik am angefochtenen Entscheid handelt (BGE 128 I 297 E. 7a S. 312) - im Wesentlichen den Vorwurf willk�rlicher Rechtsanwendung dar.
In rechtlicher Hinsicht wirft die Beschwerdef�hrerin dem Einzelrichter im Wesentlichen vor, er habe �bergangen, dass sie die st�rkere Bezugsperson des Kindes sei, weil sie vor der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes das Kind vollumf�nglich betreut habe. Er habe die faktische Situation unrichtig bewertet, und halte zu Unrecht fest, dass von der gegenw�rtigen Regelung ohne Not nicht abzuweichen sei. Sodann folge er zu Unrecht der Auffassung des Beschwerdegegners, wonach es f�r das Kind schwierig sei, im Kosovo zu leben, bzw. besser sei, in der Schweiz aufzuwachsen. Der Einzelrichter nehme ohne R�cksicht, in wessen Obhut das Kind sei, und ohne sachliche Gr�nde an, dass das Kindeswohl in der Schweiz von vornherein besser gewahrt bleibe.
6.1 Nach der Rechtsprechung zu Art. 176 Abs. 3 ZGB hat f�r die Zuteilung der Obhut unm�ndiger Kinder an einen Elternteil das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen �berlegungen, insbesondere vor den W�nschen der Eltern. Sind beide Eltern zur Erziehung und Betreuung der Kinder geeignet und bereit, kann der Faktor der Stabilit�t ausschlaggebend sein. Derjenige Elternteil, bei dem mit k�nftig weniger einschneidenden Ver�nderungen f�r das Kind zu rechnen ist, erh�lt in diesem Fall den Vorzug (BGE 114 II 203 E. 3 S. 201, E. 5a S. 203; Br�m, Z�rcher Kommentar, N. 89 zu Art. 176 ZGB).
Bei der Beurteilung der f�r die Obhutszuteilung massgebenden Kriterien verf�gt das Sachgericht �ber einen grossen Spielraum des Ermessens (BGE 117 II 353 E.3 S.355). Auf Willk�rbeschwerde hin kann das Bundesgericht deshalb nur eingreifen, wenn das Sachgericht grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgegangen ist, wenn es Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn es umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Der Ermessensentscheid muss sich im Ergebnis als unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 109 Ia 107 E.2c S.109; 128 III 4 E.4b S.7).
6.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt vorab, dass der Einzelrichter lediglich eine pers�nliche Befragung, und nicht ein neues bzw. erg�nzendes Gutachten angeordnet habe. Dieser Einwand geht fehl. Im Eheschutzverfahren geht es darum, m�glichst rasch eine optimale Situation f�r die Kinder zu schaffen. Langwierige Abkl�rungen, etwa durch Gutachten, sollten auch im Streitfall nicht die Regel sein, sondern nur angeordnet werden, wenn besondere Umst�nde (z.B. sexueller Missbrauch von Kindern) vorliegen (Br�m, a.a.O., N.90 zu Art.176 ZGB). Vor diesem Hintergrund kann keine Rede davon sein, der Einzelrichter habe die Regeln �ber das Eheschutzverfahren in unhaltbarer Weise angewendet, wenn er die erheblichen Kriterien in Anbetracht der ver�nderten Umst�nde (drohende Ausreise der Beschwerdef�hrerin) nicht durch ein neues Gutachten, sondern durch pers�nliche Befragung der Parteien - d.h. rasch und mit verf�gbaren Mitteln - gepr�ft hat.
6.3 Der Einzelrichter ist - wie das Gutachten - von der Erziehungsf�higkeit beider Elternteile ausgegangen. Folglich hat er zu Recht das weitere Augenmerk auf die Stabilit�t der famili�ren Verh�ltnisse gerichtet. Dabei hat er auf die drohende Ausreise der Mutter und deren �usserst ungewisse pers�nliche Situation - weder Wohnung und Arbeit, noch Unterst�tzung durch Verwandte im Kosovo - abgestellt. Diesen Umst�nden hat der Einzelrichter die Situation des Vaters gegen�bergestellt, welcher teilzeitlich arbeitet und das Kind mit Hilfe der Grosseltern betreuen kann. Unter Willk�rgesichtspunkten ist nicht zu beanstanden, wenn der Einzelrichter in Anbetracht der drohenden Ausreise und einschneidenden �nderung der Lebensverh�ltnisse angenommen hat, die Verh�ltnisse der Beschwerdef�hrerin seien zur Zeit weniger stabil als diejenigen des Beschwerdegegners, welcher in einer verh�ltnism�ssig geordneten Situation lebt. Vor dem Hintergrund, dass beide Eltern zur Erziehung des Kindes geeignet und bereit sind, erscheint sodann nicht offensichtlich unhaltbar, wenn der Einzelrichter wegen der �usserst ungewissen Lebenssituation der Beschwerdef�hrerin dem Umstand, dass diese das Kind bis vor Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes haupts�chlich betreut hatte, kein ausschlaggebendes Gewicht beigemessen hat. Die Beschwerdef�hrerin behauptet selber nicht, dass die Stabilit�t der Verh�ltnisse besser gew�hrleistet sei, wenn das Kind bis zur Ausreise bei ihr und dann wieder in die Obhut des Beschwerdegegners gegeben w�rde. Dass der Einzelrichter die Zuteilung des Kindes - wie die Beschwerdef�hrerin behauptet - einzig auf eine definitive L�sung im Hinblick auf eine Scheidung ausgerichtet habe, ist nicht ersichtlich. Insofern dringt die Willk�rr�ge nicht durch.
6.4 Weiter hat der Einzelrichter die Einsicht des Beschwerdegegners zur Gew�hrung des Kontaktes zur getrennt lebenden Mutter gepr�ft. Dieses Kriterium (Bindungstoleranz) war gem�ss Gutachten f�r die Obhutszuteilung erheblich. Nach der Rechtsprechung gilt die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, als ein entscheiderheblicher Gesichtspunkt, gerade wenn die Erziehungsf�higkeit beider Elternteile gegeben ist (vgl. BGE115 II 206 E.4b S.210). Dazu geh�rt, dass der die Obhut innehabende Elternteil den Kontakt des Kindes zum andern Elternteil nicht negativ beeinflusst, sondern f�rdert (vgl. BGE 115 II 317 E.3 S.320), denn f�r die Entwicklung und Identit�t des Kindes ist seine Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig (BGE 130 III 585 E.2.2.2 S.590). Vorliegend hat der Einzelrichter erkannt, dass die Haltung des Beschwerdef�hrers f�r die Obhutszuteilung erheblich ist. Wenn er darauf abgestellt hat, dass der Beschwerdegegner zunehmend in der Lage sei, den Paarkonflikt von der Elternrolle zu unterscheiden, und den Kontakt zur Mutter im Ausland unterst�tze (vgl. E.5.3), kann nicht davon gesprochen werden, dass er unerhebliche Umst�nde ber�cksichtigt oder erhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen habe. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin spricht keineswegs nur das bis anhin "Gelebte" f�r die L�sung des Einzelrichters. Es k�nnen vielmehr sachliche Gr�nde (drohende Ausreise und �usserst ungewisse Lebenssituation der Beschwerdef�hrerin; Einsicht des Beschwerdegegners, den Kontakt zur Mutter im Ausland zu gew�hren) f�r die Zuteilung des Kindes an den Beschwerdegegner angef�hrt werden. Der Willk�rvorwurf geht insoweit fehl.
6.5 Der Einzelrichter ist zur Auffassung gelangt, dass die gegenw�rtige Situation, in der das beim Vater lebende Kind unter dem Gesichtspunkt der Kontinuit�t und Stabilit�t praktisch "zwei Zuhause" habe, weiter Bestand haben k�nne, selbst wenn die Mutter doch noch in der Schweiz verbleiben k�nnte, bzw. das Rechtsmittelverfahren gegen die Verf�gung des Ausl�nderamts (Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung und Pflicht zur Ausreise per 29.Juli 2005) Erfolg h�tte. Mit dieser �berlegung hat der Einzelrichter zum Ausdruck gebracht, dass er die Variante, wonach das Kind dem Vater zuzuteilen und im Falle des weiteren Verbleibens der Mutter in der Schweiz wieder dieser zuzuteilen sei, unter dem Gesichtspunkt der Stabilit�t der Verh�ltnisse gepr�ft und verworfen hat. Nach dem Kriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse soll es nicht zu unn�tigen Wechseln im �rtlichen und sozialen Umfeld der Kinder kommen (BGE 114 II 200 E.5a S.203). Inwiefern der Einzelrichter eine unhaltbare Beurteilung der Zuteilungskriterien vorgenommen habe, wenn das Kind einstweilen in der Obhut des Vaters verbleiben und ein weiterer Obhutswechsel vermieden werden soll, ist - entgegen der Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin - nicht ersichtlich. Insoweit besteht kein Anlass, um in das Ermessen des kantonalen Richters einzugreifen.
6.6 Schliesslich hat der Einzelrichter angef�hrt, dass die Zuteilung der Obhut an den Beschwerdegegner dazu beitrage, dass die Beschwerdef�hrerin eher eine Arbeitsstelle suchen k�nne, um den eigenen Lebensunterhalt zum grossen Teil selber zu bestreiten, was ihre Chancen auf Integration und Verbleib in der Schweiz erheblich steigern w�rde. Was die Beschwerdef�hrerin betreffend ihre Integration in die schweizerischen Verh�ltnisse vorbringt, ist unbehelflich. Sie legt nicht dar (Art.90 Abs.1 lit.b OG), inwiefern es unhaltbar sei, wenn der Einzelrichter im Rahmen der Beurteilung der Obhutszuteilung darauf Bezug genommen hat, dass die Zuteilung der Obhut an den Vater die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern und die Chance auf einen Verbleib in der Schweiz - d.h. auf die Zuerkennung einer Aufenthaltsbewilligung - erheblich steigern w�rde. Im �brigen ist nicht ersichtlich, inwiefern das Ergebnis des Ermessensentscheides (Obhutszuteilung an den Beschwerdegegner) vor dem Hintergrund anderer Zuteilungskriterien (wie Stabilit�t der Verh�ltnisse, vgl. E.6.3), stossend sei. Insoweit geht der Willk�rvorwurf fehl.
6.7 Nach dem Dargelegten ist unter Willk�rgesichtspunkten haltbar, wenn der Einzelrichter zum Ergebnis gelangt ist, die Obhutszuteilung an den Beschwerdegegner garantiere zur Zeit eher stabile Verh�ltnisse bzw. bewahre das Kind eher vor einschneidenden Wechseln der Lebensverh�ltnisse.
Aus diesen Gr�nden ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ergebnis wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art.156 Abs.1 OG). Eine Entsch�digungspflicht entf�llt, da keine Vernehmlassung eingeholt worden ist und dem Beschwerdegegner keine Kosten erwachsen sind. Die Voraussetzungen, um der Beschwerdef�hrerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, sind erf�llt (Art.152 OG).
Das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen, und es wird ihr Rechtsanw�ltin Denise Dornier-Zingg als Rechtsbeistand beigegeben.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird der Beschwerdef�hrerin auferlegt, einstweilen jedoch auf die Bundesgerichtskasse genommen.
Rechtsanw�ltin Denise Dornier-Zingg wird aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.