Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/erbst/verbindlichkeiten-in-der-erbschaftsteuerlichen-bewertung-des-betriebsvermoegens-375693
Timestamp: 2020-08-04 00:25:14
Document Index: 110939089

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 109', '§ 4', '§ 5', '§ 109', 'Art. 6', '§ 95', '§ 12']

Verbindlichkeiten in der erbschaftsteuerlichen Bewertung des Betriebsvermögens | Rechtslupe
Ver­bind­lich­kei­ten und Rück­stel­lun­gen kön­nen bei der Ermitt­lung des Werts des Betriebs­ver­mö­gens für Zwe­cke der Erb­schaft­steu­er nicht schon des­halb unbe­rück­sich­tigt blei­ben, weil sie nicht in der aus ertrag­steu­er­recht­li­chen Grün­den vor­ge­leg­ten Steu­er­bi­lanz gel­tend gemacht wur­den.
§ 12 Abs. 5 Satz 2 ErbStG ver­weist zur Bewer­tung des Betriebs­ver­mö­gens auf die ent­spre­chend anzu­wen­den­den Vor­schrif­ten des Bewer­tungs­ge­set­zes in der im Streit­jahr gül­ti­gen Fas­sung (BewG). Für die Bewer­tung des Betriebs­ver­mö­gens ist § 109 Abs. 1 BewG maß­ge­bend. Danach sind die zu einem Gewer­be­be­trieb gehö­ren­den Wirt­schafts­gü­ter, sons­ti­gen akti­ven Ansät­ze, Schul­den und sons­ti­gen pas­si­ven Ansät­ze bei Steu­er­pflich­ti­gen, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG ermit­teln, mit den Steu­er­bi­lanz­wer­ten anzu­set­zen.
Für die Bestands- und Wert­ermitt­lung des Betriebs­ver­mö­gens für Zwe­cke der Fest­set­zung von Erb­schaft­steu­er sind die Steu­er­bi­lanz­wer­te maß­ge­bend, die unter Zugrun­de­le­gung der ertrag­steu­er­recht­li­chen Bilan­zie­rungs- und Gewinn­ermitt­lungs­vor­schrif­ten zutref­fend sind bzw. rich­ti­ger­wei­se anzu­set­zen gewe­sen wären [1]. Die Recht­spre­chung des BFH, nach der die Bin­dung der Ein­heits­be­wer­tung des Betriebs­ver­mö­gens an die Steu­er­bi­lanz unab­hän­gig davon erfolgt, ob die Bilan­z­an­sät­ze nach ertrag­steu­er­recht­li­chen Grund­sät­zen zutref­fend sind [2], steht dem nicht ent­ge­gen. Denn die­se Bin­dung gilt nicht für die Erb­schaft­steu­er [3]. Außer­dem ist § 109a BewG, der die Bin­dung des Ein­heits­werts in ver­fah­rens­recht­li­cher Hin­sicht sicher­ge­stellt hat­te, mit Wir­kung ab 1.01.1998 auf­ge­ho­ben wor­den (vgl. Art. 6 Nr.19 des Geset­zes zur Fort­set­zung der Unter­neh­mens­steu­er­re­form vom 29.10.1997, BGBl I 1997, 2590, BStBl I 1997, 928).
BFH, Urteil vom 05.05.2010 – II R 16/​08, BFHE 230, 188, BStBl II 2010, 923; Dötsch in Gürsching/​Stenger, Bewer­tungs­recht, § 95 BewG Rz 152; Gebel in Troll/​Gebel/​Jülicher, ErbStG, § 12 Rz 706; Hüb­ner, DStR 2000, 1205[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 11.03.2008 – II R 84/​05, BFH/​NV 2008, 1454, m.w.N.[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 25.10.2000 – II R 58/​98, BFHE 194, 238, BStBl II 2001, 92, unter II. 1.a[↩]
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