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Timestamp: 2016-10-23 22:19:05
Document Index: 259254670

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 42', 'Art. 44', 'BGE', 'Art. 66']

8C_351/2015 (22.07.2015)
8C_351/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 22. Juli 2015
vertreten durch F�rsprecher Daniel Wyssmann,
vom 9. April 2015.
Der 1962 geborene A.________ war seit 1. Juli 2000 Chauffeur bei der Genossenschaft B.________ und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 28. Oktober 2009 erlitt er einen Autounfall. Das Spital C.________ diagnostizierte als Folge desselben ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad I (Bericht vom 29. Oktober 2009); am 3. November 2009 diagnostizierte es eine Hyp�sthesie C5/C6 rechts und wechselnde Hyp�sthesie L5/S12 links oder rechts sowie einen Status nach Commotio cerebri (Bericht vom 4. Dezember 2009). Die SUVA kam f�r die Heilbehandlung und das Taggeld auf. Sie holte diverse Arztberichte und ein polydisziplin�res (internistisches, rheumatologisches und psychiatrisches) Gutachten des Zentrums D.________ vom 19. M�rz 2013 ein. Am 11. Juli 2013 stellte der Versicherte unter Einreichung zweier Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ vom 5. und 8. Juli 2013 Erg�nzungsfragen zu diesem Gutachten. Mit Verf�gung vom 13. August 2013 er�ffnete die SUVA dem Versicherten, von der Beantwortung dieser Fragen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Ihre ad�quate Unfallkausalit�t sei nach der sog. Schleudertrauma-Praxis zu verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen per 25. August 2013 eingestellt w�rden. Die Einsprache des Versicherten wies sie mit Entscheid vom 3. Juli 2014 ab.
Die hiegegen gef�hrte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern ab, soweit es darauf eintrat (Entscheid vom 9. April 2015).
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte die Aufhebung des kantonalen Entscheids; die Sache sei an die SUVA zur Vornahme weiterer Abkl�rungen zur�ckzuweisen; anschliessend sei �ber seinen Leistungsanspruch neu zu verf�gen; eventuell sei die SUVA zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
�Ein Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.
Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Dennoch pr�ft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren beanstandeten Rechtsm�ngel (Art. 42 Abs. 1 f. BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers erforderlichen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden im Allgemeinen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111) sowie bei psychischen Unfallfolgen (sog. Psycho-Praxis; BGE 140 V 356 E. 5 und E. 5.1 S. 359; 115 V 133) oder Folgen eines Unfalls mit Schleudertrauma der HWS oder �quivalenter Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle (Schleudertrauma-Praxis; BGE 134 V 109) im Besonderen richtig dargelegt. Gleiches gilt betreffend den Wegfall unfallbedingter Ursachen eines Gesundheitsschadens bei Erreichen des Status quo sine vel ante (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12��� E. 3.2 [8C_901/2009]), den Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221), den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) und den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV). Darauf wird verwiesen.
3.1.�Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Akten mit einl�sslicher Begr�ndung - auf die verwiesen wird - erwogen, gest�tzt auf das Gutachten des Zentrums D.________ vom 19. M�rz 2013 sei erstellt, dass der Versicherte aus somatischer Sicht an keinen organisch nachweisbaren unfallkausalen Beschwerden leide. Sp�testens per 25. August 2013 sei die nat�rliche Unfallkausalit�t seiner psychischen Beschwerden zu verneinen. Auch bei deren Bejahung w�re indessen die ad�quate Unfallkausalit�t nicht gegeben, selbst wenn im Sinne des Versicherten von der Schleudertrauma-Praxis - mithin unter Ber�cksichtigung der physischen und psychischen Komponenten des Gesundheitsschadens (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 117) - ausgegangen werde. Denn der Unfall vom 28. Oktober 2009 sei als mittelschwer im engeren Sinn zu qualifizieren. Keines der Ad�quanzkriterien nach BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130 sei erf�llt. Die Leistungseinstellung per 25. August 2013 sei deshalb nicht zu beanstanden.
3.2.�Der Versicherte wendet ein, an seinem Autounfall vom 28. Oktober 2009 sei ein Milit�rfahrzeug beteiligt gewesen. Dies habe ihn an seine Kriegs- und Konzentrationslagererlebnisse erinnert und eine posttraumatische Belastungsst�rung hervorgerufen. Unter diesen Umst�nden k�nnten f�r die Ad�quanzpr�fung nicht die Kriterien der Schleudertrauma- und/oder der Psycho-Praxis zur Anwendung kommen. Bei der Reaktivierung seines Kriegstraumas und der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung falle der nat�rliche und ad�quate Kausalzusammenhang - wie bei den somatischen Verletzungen - zusammen.
�Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Es bestehen keine Gr�nde, in einer solchen Konstellation auf die gesonderte Ad�quanzpr�fung nach der Schleudertrauma- und/oder der Psycho-Praxis zu verzichten (vgl. auch Urteile 8C_565/2007 vom 1. Oktober 2008 E. 3 und E. 4.2 sowie U 462/04 vom 13. Februar 2006 E. 2.2.2 und��������� E. 2.4.2, in denen das Bundesgericht bei verunfallten Personen mit vorbestandenen Erfahrungen von Krieg und Gefangenschaft eine Ad�quanzpr�fung nach der Psycho-Praxis vornahm).
3.3.�Unbestritten ist die vorinstanzliche Qualifizierung des Unfalls vom 28. Oktober 2009 als mittelschwer im mittleren Bereich. Demnach k�nnte die Ad�quanz nur bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben Ad�quanzkriterien in einfacher Form erf�llt w�ren oder eines besonders ausgepr�gt vorl�ge (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 5.2.3 und 6 Ingress). Der Versicherte zeigt nicht substanziiert auf und es ist auch nicht ersichtlich, dass diese Voraussetzung erf�llt ist.
Der Versicherte r�gt, die SUVA habe es abgelehnt, die von ihm am 11. Juli 2013 gestellten Erg�nzungsfragen den Gutachtern des Zentrums D.________ zur Beantwortung zu unterbreiten. Mit diesen Fragen gehe es darum, zu �berpr�fen, ob die im Gutachten des Zentrums D.________ erhobenen psychiatrischen Diagnosen korrekt seien, was der behandelnde Psychiater bestreite. Mit ihrer Weigerung habe die SUVA seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r und auf ein faires Verfahren nach Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 EMRK sowie Art. 42 und Art. 44 ATSG verletzt.
Da die ad�quate Unfallkausalit�t des Gesundheitsschadens des Versicherten zu verneinen ist (E. 3 hievor), hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass von der Vorlage der Erg�nzungsfragen an die Experten zur Beantwortung keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten waren, weshalb die SUVA darauf verzichten durfte (antizipierte Beweisw�rdigung; vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 106 E. 5.2.2 [8C_834/2013]; Urteil 8C_386/2014 vom��� 6. Oktober 2014 E. 5.4, zusammengefasst in SZS 2015 S. 131). Eine Verletzung des Geh�rsanspruchs und des Rechts auf ein faires Verfahren liegt demnach nicht vor (Urteil 8C_898/2014 vom 24. M�rz 2015 E. 3.3).
Der unterliegende Versicherte tr�gt die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG).