Source: https://der-privatier.com/kap-10-finanzamt-und-steuern/
Timestamp: 2018-08-15 00:09:58
Document Index: 65094454

Matched Legal Cases: ['§34', '§ 19', '§ 22', '§ 9', '§ 19', '§ 9', '§151', '§38', '§39', '§38']

← Kap. 10: Finanzamt – Fragen, Kritik und Anregungen
Kap. 10.1: Die Abfindung →
Und ich denke, das sollte eigentlich jedem wichtig sein, zumindest wenn er sich mit dem Thema Finanzen und Vermögensaufbau befasst. Aber bei dem, was ich oft von Bekannten oder ehemaligen Arbeitskollegen gehört habe, war ich doch oft mehr als erschrocken, wie extrem wenig die meisten Menschen doch über ihre eigenen Steuern wissen.
Und einfach seinem Steuerberater einen Haufen Quittungen vor die Füße zu werfen, ist auch keine Lösung. Denn im Zweifelsfall übernimmt der Steuerberater dann nur die Arbeit, die Summen in die entsprechenden Formulare einzutragen. Das ist aber in den wenigsten Fällen das Problem.
Es geht darum, im Vorfeld Ideen für eine ideale Gestaltung der Steuersituation zu entwickeln. Auch dabei kann (und sollte!) ein Steuerberater helfen, aber es schadet eben auch nichts, wenn man ein paar Grundideen selber mitbringt. Wenn der Steuerberater diese dann ein wenig zurecht rückt, oder noch einen Verbesserungsvorschlag machen kann, hat man schon eine gute Ausgangslage.
Insofern werde ich in den folgenden Beiträgen davon berichten, wie ich gewisse Situationen steuerlich gestaltet habe und ggfs. Alternativen aufzeigen. Natürlich immer im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften.
Dabei werde ich die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen, die sich im Zusammenhang mit meinem Ausscheiden aus dem Beruf und meinem jetzigen Dasein als „Privatier“ als wichtig (und hoffentlich vorteilhaft) erwiesen haben.
Manches davon habe ich in den vergangenen Kapiteln immer schon einmal kurz angedeutet, aber ich möchte in den folgenden Beiträgen die wichtigsten Punkte noch einmal gesammelt darstellen und teilweise auch etwas genauer erläutern.
Beginnen werde ich im nächsten Beitrag mit einem der wichtigsten Punkte: Abfindung und Steuern.
Kap. 10.1: Die Abfindung Kap. 10.2: Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen Abfindung und Steuern: Fallstricke und Alternativen Kap. 3.4.1: Der Vertrag – Formulierungen
Veröffentlicht unter Kap. 10 - Finanzamt u. Steuern	Verschlagwortet mit Abfindung,Abfindung versteuern,Aufhebungsvertrag,Einkommensteuer,Finanzamt,Finanzamt und Steuern,Finanzen,Gesetze,Nettoeinkommen,Optimierung,Privatier,Steuerberater,Steuerformulare,Steuern,Steuern sparen,Vermögensaufbau	permalink
Kap. 10: Finanzamt und Steuern — 112 Kommentare
Mr. Excel sagte am 7.Dez.2015 um 18:52 :
So – jetzt komm ich auch mal mit ner Frage .
Wer hat das Thema „Deferred Compensation und Besteuerung“ bereits hinter sich oder kann dazu was sagen ?
Mit „Deferred Compensation“ oder „Verschobene Gehaltszahlung“ oder „Gehaltsumwandlung“ bezeichnet man den Vorgang, dass man vom Bruttogehalt (vor der Steuer) Teile des Gehalts gesichert beiseite legt (Pensionskasse, Sondervermögen, Fondsparplan,…), um es später in der Rentenphase niedriger besteuert ausbezahlt bekommt.
Nun meldet sich bei mir das FA und will die ausgezahlte Einmal-Summe (Kapitalwahlrecht) normal besteuern und nicht nach der Fünftel-Regelung.
Privatier sagte am 8.Dez.2015 um 19:10 :
Tja, Mr. Excel – ich fürchte, die meisten Leser werden diese Erfahrung noch vor sich haben und können daher nicht mit eigenen Erfahrungen aufwarten. 🙁
Mir selber geht es auch nicht anders und kann daher nicht wirklich eine Hilfe geben. Aber eine Gegenfrage hätte ich:
Wenn das FA die Einmalzahlung „normal“ besteuern will – was heißt das denn konkret? Die fiktive Aufteilung auf 120 Monate ist wohl nur eine Regel, die für KV/PV-Beiträge gilt, richtig? Das gilt wohl nicht für die Steuern?
Hängt es bei den Steuern nicht vom Durchführungsweg ab, ob/was/und wie viel versteuert wird? Ich kann mich gerade nur entsinnen, dass ich es als kompliziert empfunden habe und insofern erst einmal wieder verdrängt habe. Ich müsste wohl noch einmal nachschauen, ob ich etwas finde zu dem Thema.
Mr. Excel sagte am 8.Dez.2015 um 20:25 :
ich habe den DC-Einmalbetrag so in der Steuererklärung angegeben wir er vom AG bescheinigt wurde. Da würde die Fünftel-Regelung ziehen. Daraufhin meldete sich das FA und will den Betrag als normale Einkünfte voll besteuern ohne Fünftel-Regelung. In Werten : Steuernachzahlung ca. 18.000 anstelle von 4.500.
dpw sagte am 8.Dez.2015 um 23:21 :
Mir wurde noch keine DC-Komponente ausgezahlt (mein AG hatte die jährlich neu angeboten), aber in der Angebots-Broschüre ist erwähnt, daß „der Gesetzgeber gegenwärtig nach §34 EStG eine fiktive Verteilung des ausgezahlten Kapitals ermöglicht“.
Ich meine, auch mal gelesen zu haben, daß wenn das nicht funktioniert, die Summe tatsächlich auf 5 Jahre verteilt ausgezahlt wird.
Mr. Excel sagte am 9.Dez.2015 um 10:16 :
Nach meinen Erkenntnissen erfordert die „Fünftel-Regelung“ od. wie hier genannt „fiktive Verteilung auf 5 Jahre“ die Einmalzahlung bzw. wie öfter zu lesen ist die Ausübung des Kapitalwahlrechts. Da das zum Auszahlungszeitpunkt gemacht werden muß, kann man es später, wenn die Fünftel-Regelung nicht funktioniert, nicht wieder ändern. Man hat dann das Geld ja bekommen.
Das jährliche DC-Neuangebot ist richtig und sogar systembedingt.
Privatier sagte am 13.Dez.2015 um 11:45 :
@Mr.Excel:
Nun will ich doch mal kurz zusammenfassen, was ich bisher zu dem Thema „Einmalauszahlung“ weiß bzw. nach einmal nachgelesen habe:
Für die Besteuerung einer Einmalauszahlung aus einer Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds, ist es entscheidend, ob es sich während der Einzahlphase um geförderte oder nicht geförderte Beiträge gehandelt hat.
1.) Bei nicht geförderten Beiträgen (pauschal oder normal versteuert) kommt es auf den Zeitpunkt der Vertragsschließung an:
1a.) Altverträge (bis 2004) und Auszahlung nach mehr als 12 Jahren sind komplett steuerfrei. Bei kürzerer Laufzeit ist jeweils der Überschuss-/Gewinnanteil zu versteuern.
1b.) Bei Neuverträgen (ab 2005) ist der „Ertrag“ (Differenz aus Auszahlung und Einzahlungen) zu versteuern. Ab einem Alter von 60 Jahren (ab 2012 ab 62J.) und einer Laufzeit von mehr als 12 Jahren, aber nur zur Hälfte.
2.) Auszahlungen, die auf steuerfreien oder Riester-geförderten Beiträgen beruhen, sind in voll zu versteuern.
3.) Bei gemischten Beiträgen muss der Versorgungsträger eine Aufteilung vornehmen und diese ausweisen.
Die Frage der Anwendbarkeit der Fünftelregel scheint nicht abschließend geklärt zu sein. Laut BMF-Schreiben vom 24.7.2013, BStBl. S.1022 Rz. 373 ist die Fünftelregel nicht anzuwenden. Dies sieht allerdings das FG Rheinland-Pfalz anders: 5K 1792/12 vom 19.5.2015, Revision X R 23/15.
Bei Ablehnung der Fünftelregel wäre es daher wohl sinnvoll, mit Verweis auf das noch offene Revisionsverfahren Einspruch einzulegen.
Quelle für all dies zusammengetragene Wissen sind im Wesentlichen die Steuertipps der Akademischen Arbeitsgemeinschaft.
Mr. Excel sagte am 13.Dez.2015 um 12:45 :
Vielen Dank, lieber Privatier,
Montag geht meine Antwort ans FA. Ich bin gespannt ob und wie sich das FA meiner Stellungsnahme anschliesst.
Privatier sagte am 13.Dez.2015 um 15:41 :
Ja, mach‘ das mal! Ich bin gespannt!
Mr. Excel sagte am 26.Jan.2016 um 12:20 :
So – mein umfangreicher Brief ans FA ist eingegangen und geprüft worden. Mit den damaligen Bestimmungen und beispielhaften Entscheidungen, die jährlich neu getroffen werden mußten und meiner Entscheidung zur Einmalauszahlung. Dann kam der Anruf : Sieht eigentlich gut aus und entspricht den Bestimmungen und ist mit FG-Urteil vergleichbar. Hurahhhhhh !
Doch das war dann zufrüh. Der Revision war auch bekannt. Wir (FA und ich) haben nach Diskussion folgendes vereinbart :
1. Ich bekomme den Bescheid mit der vollen Besteuerung.
2. Ich erhebe Einspruch mit Verweis auf das Urteil und die Revision und beantrage das Verfahren bis zur Entscheidung ruhen zu lassen und gleichfalls den Vollzug aus zu setzen.
3. Dem wird entsprochen und ich bekomme einen Bescheid mit der 5-tel-Regelung.
4. Dem habe ich dann zu folgen / zahlen und den Rest ab zu warten.
Wichtig für alle : der Punkt 2 ist vollständig so zu erledigen, sonst zahlt man die hohe Steuer und wartet auf dir Rückzahlung.
Ich werde über den Verlauf hier berichten…
Privatier sagte am 26.Jan.2016 um 19:41 :
Das hört sich ja erst positiv an für Dich. Und Danke für die Info. Das wird sicher andere in ähnlicher Lage auch interessieren.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wird man deinem Einspruch im Hinblick auf das existierende Urteil erst einmal stattgeben und die von Dir gewünschte 5tel-Regel anwenden. Aber wahrscheinlich mit dem Hinweis auf die noch ausstehende Revision erst einmal für vorläufig erklären.
Da bin ich gespannt, wie es weiter geht! Gibt es schon eine Vorstellung, wann das Revisions-Verfahren stattfinden soll?
Thomas Schulze sagte am 13.Dez.2015 um 21:16 :
der Knackpunkt für die Besteuerung der „Einmalauszahlungen“ wird mit den Begriffen „geförderte oder nicht geförderte Beiträge“ vielleicht nicht so ganz glücklich getroffen. Die Finanzverwaltung geht davon aus, ob es sich bei der Einmalauszahlung um Leistungen gem. § 19 oder § 22 (5) EStG handelt.
Ich habe das einmal auch unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung versucht in dem Beitrag http://www.abfindunginfo.de/betriebliche-altersvorsorge-mit-fuenftelregelung-versteuern zu erläutern.
In der Diskussion zu Kap. 3.3.1. spielte das hier im Mai schon mal eine Rolle
Mr. Excel sagte am 13.Dez.2015 um 22:14 :
Hallo T.Sch.
Danke für den Hinweis. Bin heute auch über diese (Ihre) Seite gesurft und hab mir die Entscheidungen reingezogen. Ich bin mal gespannt, ob ich den einfachen oder langen Weg beschreiten muß.
Jaja – die Definitionen wie sie mal getroffen wurden und was die Firmen dann daraus machen. Und welche rechtliche Konstruktion dann gebaut wurde. Ist es noch ein P-fonds oder eine P-Kasse ? Habe ich eine Direktzusage erhalten ?
Wobei das FG R-P ja anfängt eine verständliche Argumentation auf zu bauen.
Naja – wir werden sehen …
Privatier sagte am 14.Dez.2015 um 11:27 :
@Thomas Schulze: Danke für die Richtigstellung bzw. Ergänzung!
@Mr. Excel: Ich bin auf das Ergebnis gespannt!
Mr. Excel sagte am 14.Feb.2016 um 15:42 :
Der Steuerbescheid ist da. Das FA hat mit normalen Einkünften gerechnet und die Nachzahlung ist entsprechend hoch. Jetzt geht der Einspruch raus.
Mr. Excel sagte am 30.Mrz.2016 um 10:28 :
Einspruch zu Vollzugseinstellung abgelehnt > hohe Steuer bezahlt.
Einspruch zur Besteuerung anerkannt > Bescheid bleibt offen.
Nun muß ich warten bis der BFH entscheidet …
Kleines Schmakerl am Rande :
Sollte ich Recht behalten wird neu berechnet und die Differenz nebst Zinsen ausgezahlt. Das FA zahlt 6% Zinsen zur Zeit !!!
Als ich im Gespräch nachfragte, ob ich auch bei 6% überzahlen dürfte, mainte man, das käme dann postwendent taggenau zurück.
Mist – hatte schon ein neues Geschäftsmodell im Kopf …….
Privatier sagte am 31.Mrz.2016 um 08:37 :
Haha! Schöne Idee mit der Überbezahlung! Aber war ja wohl auch eher als Scherz gemeint, oder?
Irgendwie empfinde ich die Vorgehensweise deines FAs aber auch ein bisschen unlogisch bzw. inkonsistent. Denn einem Antrag auf Aussetzung des Vollzuges müsste eigentlich stattgegeben werden, wenn ernsthafte Zweifel an der Korrektheit der zugrunde liegenden Entscheidung gegeben sind. Und diese Zweifel muss es ja wohl gegen, denn sonst hätte man ja den Einspruch nicht anerkennen dürfen.
Wie gesagt: Halte ich für eine inkonsistente Entscheidung.
Aber gut – es gibt Schlimmeres. Wie war das gleich: Gibt es schon Erkenntnisse über einen Termin für die BFH-Entscheidung?
Mr. Excel sagte am 31.Mrz.2016 um 10:09 :
Klar war das ein Witz. Die Dame vom FA hat auch herzlich gelacht.
Sie hat übrigens keine Zweifel zu haben, lt. einer Anweisung löst ein Verfahren beim BFH keine Zweifel aus. Der Einspruch zur Offenhaltung des Bescheides ist ein Verwaltunsakt.
Nein – es ist noch kein Termin in Aussicht gestellt. Da es auf den Seiten des BFH auch keine Alrmfunktion gibt, habe ich einen Google-Alert eingerichtet.
Wie gesagt : Fortsetzung folgt …
Det sagte am 30.Jan.2016 um 18:35 :
Also , ich kann mich hier auch täuschen , aber ich würde für die Sichtweise der Entstehung einfach mal zwei Zeiträume annehmen . A)Bis 2004 B) Nach 2004
Durch das Alterseinkünftegesetz 2004 ( Neuregelung ) müssten hier die meisten
( Mögicherweise auch Referentenentwürfe für Alterseinkünftegesetz 2004 beachten , diese leider aber nur teilweise veröffentlicht ) Regelungen entstanden sein .
Ggf. kann hierraus evt. etwas Nektar gesogen werden . Die Prüffolge würde ich wie Peter oben beschrieben hat , jedoch mit 3) 1a) 1b) ggf.2) annehmen .
Ziel war es , von der vorgelagerten in die nachgelagerte Versteuerung bei Alterseinkünften zu kommen. LG Det
Det sagte am 30.Jan.2016 um 21:31 :
Peter , für die planung der EK Steuer 2015 , bin ich jetzt zu folgenden Ergebnis gekommen :
1) Stückzinsen und Kursgewinne/Kursverluste aus Anleihen sowie Dividenden aus Aktien sind gleichgesetzt.
2) a)Stückzinsen (können positiv/negativ sein) , b) Kursgewinne aus Anleihen (können positiv/negativ sein) , c) Bar-Dividenden aus Aktien
(können nur positiv sein) , d) Zinsen aus Kapital (können positiv/negativ) sein , können untereinander verrechnet werden .
3)Kursgewinne/Kursverluste aus Aktien können nur mit Kursgewinnen und Kursverlusten aus Aktien verrechnet werden . Also somit Kursverluste aus Aktien auch nicht mit den Bar-Dividenden aus Aktien verrechnet werden .
4)Die Bar Dividenden können jedoch mit den unter 2a/b/d genannten Kapitalanlagen-Ergebnis verrechnet werden , da auch zu 2 gehörend.
Sind deiner Meinung nach diese Annahmen zutreffend ??? , lt. Bankmitarbeiter und Steuerberater soweit erstmal schon , jedoch sind sich beide nicht ganz sicher, inwieweit sich dieses für meine weitere Planung verwenden lässt hinsichtlich Werbungskostenabzug auf Kapitaleinkünfte bei der EKST oder ggf. UN Gewinn/Verlust Versteuerung ( Kostenberücksichtigung ggf. notfalls hier ).
Privatier sagte am 31.Jan.2016 um 09:21 :
Sorry Det, aber da sind leider ein paar Fehler drin!
Es beginnt schon damit, dass es für eine „Planung der EKSt 2015“ nun wirklich zu spät ist! Da gibt es nichts mehr zu planen. Das Einzige, was Du noch machen kannst, ist die Daten der Steuerbescheinigung(en) in die Steuerformulare einzutragen. Mehr nicht. „Planen“ kannst Du für 2016. Und da solltest Du auch ruhig schon einmal mit anfangen!
Die Punkte 1, 2 und 4 und sind soweit richtig, wobei mir nicht so klar ist, wie Du unter 2d negative Zinsen erzielen willst. Es sei denn, Du gehörst zu den Großanlegern, denen bestimmte Banken ab 500T€ (?) einen Negativzins in Rechnung stellen.
Pkt. 3 ist so nicht richtig! Korrekt heißt es, dass Kursverluste aus Aktien nur mit Kursgewinnen aus Aktien verrechnet werden können. Das gilt nicht umgekehrt!!
D.h. Kursgewinne aus Aktien werden sehr wohl z.B. mit gezahlten Stückzinsen verrechnet.
Einen Werbungskostenabzug auf Kapitaleinkünfte gibt es seit Einführung der Abgeltungssteuer nicht mehr. Das kannst Du vergessen! Hatten wir das Thema nicht an anderer Stelle schon einmal??
Ob Du deine gezahlten Kreditzinsen anderweitig steuerlich nutzen kannst, kann ich nicht beurteilen. Die Finanzbehörden haben es eigentlich immer ganz gerne (ich übrigens auch!), wenn man die unternehmerischen Aktivitäten von den privaten trennt. Grauzonen, die beliebig hin und her geschoben werden, werden da nicht so gerne gesehen. Sprich: Klare Kontentrennung, klare Zuordnung. Alles andere ist eher zweifelhaft.
Det sagte am 31.Jan.2016 um 14:15 :
Steuerplanung 2015 , daher , da einige Dinge noch nicht zugeordnet sind .
Also die Frage Privat oder Betrieblich noch nicht eindeutig zugeordnet.
Bei den bereits eindeutig zugeordneten Dingen ist für 2015 keine Planung mehr möglich , dieses ist klar .
Mit den Werbungskostenabzug hast Du erstmal ja schon was für rausgesucht ,
sollte Anlage im Betrieb gehalten werden , sieht es aber ( Kosten , z.B. für Kredit / 2d ) teilweise schon etwas anders aus. Mit den Finanzbehörden und den weiteren hast Du natürlich Recht , dieses ist immer mein Umgebungsrahmen , in dem ich mich bewegen muss , also eher zweifelhaft , bisher zwar Grenzwertig , aber selbst nach einigen Betriebsprüfungen immer noch i.O. . In der Regel sind Sie meiner und der meines Steuerberaters gewählten Argumentation immer gefolgt , und ich vermute , dieses wird auch weiterhin so eintreffen . Aber dafür musste man auch halt gut drauf vorbereitet sein . Also der Grad ist Dünn .
Die Sichtweise KÖNNTE halt evt. auch eine andere sein . Und dann würde nur noch eine rechtliche Prüfung , Klarheit bringen . Aber auch darauf wäre ich vorbereitet . Das meiste was ich mache ist halt nicht Standard , sondern meist einfach nur zusätzlich andersrum Gedacht ,Prinzip Gegenströmer ( Wasser /Luft ), meist langweilig , aber oft effektiv ( Z.B. Rente andersrum , mit grösserer Wettchance auf Gewinn der Wette , durch aunutzen der Systemfehler , Break even , Ertragsanteilsversteuerung der Renten u.s.w. , u.s.f. ).Manchmal ergeben sich daraus doch recht nette Optionen , die vorher so noch nicht zu sehen waren . Viele Leute lachen erstmal darüber wenn ich mit den umgekehrten Gedanken komme , später meist , lachen dann die wenigsten , wenn Sie erstmal verstanden haben was es für Sie bedeutet , das Sie sich diese zusätzlichen Gedanken evt. nicht gemacht haben. Ist ja auch oft zu anstrengend .
So , jetzt nochmal zu Pkt.3)
Wenn ich deine Sichtweise richtig verstanden habe , bedeutet dieses doch :
A) das Kursverluste aus Aktien , nur mit Kursgewinnen aus Aktien verrechnet werden können .( Hier scheinbar einstimmige Meinung aller , können wir dann ja so als gesichert festhalten )
B) Andersrum Kursgewinne aus Aktien aber sehr wohl mit z.B. Zinsverlusten aus 2a) verrechnet werden können ??? .
C) Also könnten Kursverluste aus Aktien dann aber NUR mit Kursgewinnen aus Aktien verrechent werden , und nicht mit Gewinnen aus z.B. 2d) ??? .
Ist diese Sichtweise so richtig verstanden ??? .
Danke schon mal im Vorraus fürs darüber Nachdenken . LG Det
Privatier sagte am 31.Jan.2016 um 14:55 :
Ja, so sind deine Punkte A/B/C korrekt.
Und – wenn Du da jetzt einmal etwas intensiver darüber nachdenkst, wirst Du feststellen, dass Aktiengewinne etwas „Besonderes“ darstellen! Sie sind besonders wertvoll. Nicht deshalb, weil sie halt Gewinne sind, sondern weil sie die Einzigen sind, mit denen man Aktienverluste ausgleichen kann.
Dies ist für die vorausschauende(!) Planung wichtig, denn es wäre doch allzu schade, wenn man einen Aktiengewinn entweder durch einen Stückzins-Verlust ausgleichen würde (nunja – das kommt eher selten vor) oder aber am Ende des Jahres einfach so auf der Steuerbescheinigung wieder findet. Ungenutzt.
Det sagte am 31.Jan.2016 um 16:31 :
Danke für die Antwort , muss ich mir halt ggf. nochmal über Trennungsmöglichkeiten Gedanken machen , um auch alles richtig erfassen und Talsperre für Ausgleich errichten zu können . ( Und das ganze gleich 3 mal )
Also will bedeuten , Verluste Aktien auf Konto / Depot X ansammeln , Gewinne Aktien auf Konto / Depot Y ansammeln , und später ggf. Verrechnung nach A/B/C .
Alles wieder erstmal neu für mich zu bedenken . Immer diese Änderungen .
Aber Egal , es ist ja noch etwas Zeit bis Depot mit nur noch Bar Dividenden Zahlungen ( Also dann nur noch 2c ) aufgebaut sein soll , und umschichtung beendet wird. Bis dahin kann ja das eine mit dem anderen ggf. noch ausgeglichen werden . Und wenn ich Gewinne nicht mit Verlusten ausgleichen kann, egal wo und wie , finde ich dieses a) ungewöhnlich , b) sogar EXTREM schade . LG DET
Det sagte am 7.Feb.2016 um 10:07 :
Hallo Peter , nachdem ich nochmal länger darüber nachgedacht habe , sind ja eigentlich nicht die Aktien – Kursgewinne das Besondere , sondern die Aktien – Kursverluste . Nur die Aktien – Kursverluste , können ja dann mit keinen anderen Sachen , außer eben Aktien – Kursgewinnen verrechnet werden . Jetzt frage ich mich ob die zeitliche Abfolge von der Bank auch so genau gesehen wird , mit der vorhaltung von den Steuertöpfen . Also hier müsste ja erst ein Verlust gemacht werden , der dann später mit Aktien – Kursgewinnen wieder ausgeglichen werden könnte .
Beispiel: Kursverlust aus Aktien ,A) 100,00 Euronen ,B) Verluste aus Stückzinsen , 100,00 Euro ,C) Gewinne aus Aktien 100,00 Euro ,D) Gewinne aus Zinsen 100,00 Euro
Fall 1) Jan. A) , C) , D) , B) . Ergebnis gleich Null Einkünfte , Steuerlich
Ergebnis , auch Null Einkünfte , da A) vor C) lag .
Fall 2) Jan. C) , B) , D) , A) . Ergebnis gleich Null Einkünfte , Steuerlich jedoch , da A) nach C) lag und B) bereits mit C) verrechent wurde , aus A) zwar den Verlust bestehend , jedoch keine Verrechnungsmöglichkeit mehr mit C) ,
da hier ja C) bereits vorher mit B)verrechnet wurde und nur noch D) für A) über bleiben würde , somit , da ja hier keine Verrechnungsmöglichkeit mit A) , ein Gewinn aus D) von 100,00 Euro , und ein unberücksichtigter Verlust von 100,00 Euro aus A). Somit Steuerlast 100,00 Euro Gewinn aus D). Also auch hier zwar Einkommen Null , aus Steuerlicher Sicht , jedoch 100,00 Euro Einkommen , welche nicht mit den Verlust aus A) verrechnet werden können wegen zeitlichen Ablauf .
Peter , ist diese Sichtweise mit deiner Deckungsgleich ??? .
Privatier sagte am 8.Feb.2016 um 10:37 :
Also Det, jetzt habe ich eine ganze Zeit lang gesucht, um Dir ein paar handfeste Regeln, Gesetze o.ä. zu präsentieren, wo die Reihenfolge der Verrechnungen exakt beschrieben ist. Leider ohne Erfolg! Vielleicht hat das ja jemand anderes „mal eben“ parat?
Aber es ist schon so, wie Du vermutest: Es geht einfach der Reihe nach. Und wenn es etwas zu verrechnen gibt, dann wird das auch verrechnet. Im Resultat ist dann das steuerliche Ergebnis von der Reihenfolge der einzelnen Zuflüsse abhängig.
Und darum sollte man eben schon mal einen Blick auf seine Verlusttöpfe werfen, wenn man denn (wie ich) eine ziemliche genaue Steuerplanung (und -Optimierung) betreibt.
Aber so richtig tragisch ist ein nicht ausgleichbarer Aktienverlust ja auch nicht. Entweder die Bank übernimmt ihn ins nächste Jahr. Oder, wenn man eine Verlustbescheinigung beantragt, kann man ihn mit Aktiengewinnen bei anderen Banken verrechnen. Geht das auch nicht, trägt das FA den Verlust vor. Es geht also nichts verloren. Zumindest nicht solange es keine Änderung an den aktuellen Regeln gibt. Man weiß ja nie…
Thomas Schulze sagte am 8.Feb.2016 um 11:30 :
„Während des Jahres werden Kursgewinne aus Aktienverkäufen einerseits sowie Zinsen, Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf sonstiger Wertpapiere und aus Termingeschäften andererseits von Ihrer Depotbank zeitnah mit Verlusten aus dem zugehörigen Topf verrechnet. Das passiert vor Berücksichtigung eines erteilten Freistellungsauftrages. Fällt unterjährig ein Verlust erst nach einem gutgeschriebenen Kapitalertrag mit bereits erfolgtem Abgeltungsteuerabzug an, kommt es bankintern zu einer nachträglichen Verrechnung mit anschließender Steuergutschrift für den Bankkunden noch während des Jahres (BMF-Schreiben vom 9.10.2012, BStBl. 2012 I S. 953Rz. 212).“
Det sagte am 8.Feb.2016 um 23:53 :
Hallo Peter , Hallo Hr. Schulze , erstmal Danke fürs Gedanken machen .
Wie es aussieht , ist die Bank in der Pflicht, einzelne Verlusttöpfe zu führen. Vermutlich ist genau von mir obiges beschriebenes Vorgehen bei der Bank hinterlegt ( Auf eine detailierte Antwort der Innenrevision meiner Bank , warte ich bereits schon seit 3 Monaten , Aussage hier , das machen unsere Computerprogramme AUTOMATISCH . Dieses ist mir schon klar , jedoch hätte ich gerne gewußt wie ??? / wegen dem Unterschied im Ergebnis / könnten Sie ja auch AUTOMATISCH FALSCH machen und dieses ist scheinbar nicht herrauszufinden ) . Das Ergebnis daraus , ist wie auch bereits oben beschrieben , jedenfalls ein dann immer anderes .
A vor C , oder A nach C , und C ggf. bereits mit anderen ausgeglichen , dann nur noch A über mit dementsprechenden Problem . Auch mein Steuerberater , mit dem ich über 20 Jahre recht eng und gut zusammenarbeite , sieht leider auch keine andere Lösung wie Trennung und dann Verrechnung wie benötigt ( wieder mehr Kosten für weitere Depots ) . Und Peter , das nichts verloren geht , ist ja auch nicht richtig , denk nochmal an unser kleines Gedankenspiel . Freibeträge , die Jährlich anfallen , können halt nicht mit ins Folgejahr übertragen werden . Die sind dann einfach nicht genutzt , und verfallen dann . Und das wäre doch auch traurig , oder ??? . Aber evt. ist dieses ja auch nur ein Problem mit dem Computerprogramm meiner Bank , und es ist einfach nicht sauber getrennt worden , und erst am Ende des Jahres ( so wäre es jedenfalls von mir gewünscht ) würde die Topfverrechnung , in der richtigen Reihenfolge stattfinden . So wäre jedenfalls meine Sichtweise auf die gewünschte optimale Reihenfolge . Und sollte halt Bank nicht in der Lage sein , diese von mir gewünschte Reihenfolge IM JAHR einzuhalten , muss ich halt durch Trennung
( also mehrere Depots ) und Verrechnung am Ende des Jahres , selber die richtige Reihenfolge mit dementsprechenden Ergebnis einhalten . Oder liege ich hier so falsch ??? . Würde ja sonst am Ende evt. zu einen ganz falschen Ergebnis kommen , nur weil das eine nicht mit den anderen verrechnet werden kann . Da würde ich mal denken , das die Günstiger-Prüfung dann wohl notfalls selber gemacht werden muss . Also erstmal A) mit C) , dann B) mit D) und dann ggf. nochmal B) mit C) oder D) . Vorraussetzung ist natürlich , das überhaupt A),B),C),D), vorhanden ist , und dieses dann auch sauber getrennt verrechnet werden kann . Wir werden sehen , es bleibt spannend dieses Leben . LG Det.
Privatier sagte am 9.Feb.2016 um 07:39 :
Eine Antwort wie „…das machen unsere Computerprogramme AUTOMATISCH“ würde mich ja schon wieder auf die Palme bringen! Mit anderen Vorfällen kombiniert habe ich deshalb auch schon einmal die Beziehung zu einer Bank beendet!
Aber noch einmal zum eigentlichen Problem: Ob eine Trennung in verschiedene Depots (ich nehme an: Aktien und andere Anlagen getrennt) wirklich eine Lösung ist, weiß ich nicht. Es mag vielleicht ein wenig helfen, aber schließlich fallen ja auch in Deinem reinen Aktien-Depot auch einmal Dividenden an und schon hast Du wieder eine Mischung aus Aktienkurs-Gewinnen/Verlusten und anderen Einkünften. Das hilft wohl nicht wirklich viel.
Meine Lösung ist eine wirklich peinlichst genaue Planung. Schließlich weiß ich ja (zu 90%), wann und in welcher Höhe meine Dividenden und Zinsen kommen werden. Und Aktienkäufe und -Verkäufe werden ohnehin (meistens 😉 ) geplant ausgeführt. D.h. ich weiß ja im Voraus, was passieren wird!
Und dabei sind Kursverluste aus Aktienverkäufen steuerlich kein Problem, darum muss ich mich nicht kümmern. Die bleiben ja in ihrem Verlusttopf. Übrigens, mal so nebenbei: Die Comdirect Bank ist die einzige Bank, wo ich den aktuellen Stand aller Töpfe bei jeder Transaktion sehen kann: Vorher und nachher. Schon deshalb meine Lieblingsbank!
Also: Um Aktienverluste muss ich mich nicht kümmern. Aber um die Kursgewinne! Auch hier ist aber keine Hektik angesagt, denn es kommt doch eher selten vor, dass ich einmal einen sonstigen Verlust verbuche (außer beim Kauf einer Anleihe), der u.U. diesen Gewinn aufzehren könnte. Bevor es dazu kommt, verkaufe ich dann eher ein paar Aktien, die einen Buchverlust ausweisen. Wenn ich diese Aktien eigentlich gar nicht verkaufen wollte, kaufe ich sie am selben Tag zurück. Der Depotbestand bleibt damit unverändert, der Einstandskurs hat sich etwas verbessert und mein Aktientopf ist wieder „sauber“.
Ich muss aber dazu sagen, dass dies unterjährig noch nicht vorgekommen ist! Höchstens einmal zum Jahresende, wenn ich sehe, dass im Aktientopf noch Gewinne verbucht sind. Die möchte ich dann nur äußerst ungern auf der Steuerbescheinigung und damit endgültig verschwinden sehen! Da ergreife ich dann zu o.g. Gegenmaßnahmen.
Det sagte am 10.Feb.2016 um 09:34 :
Hallo Peter , die Comdirect ist auch bei mir bereits länger auf der Liste , jedoch nur für WP-Depot . Scheint Kostengünstig und vernünftig zu arbeiten.
Da ich aus Gewohnheit eigentlich telefonische Order aufgegeben habe , muss ich mich wohl auch da umgewöhnen , da ansonsten immer mit 10,00 Euro zusätzlich verbucht wird . Aber für trennung Aktien Gewinne , Aktien Verluste , scheinbar auch hier nur 2 Konten Depot möglich . Da bei mir auch schon gerne mal die Verluste teilweise überwiegen . Bei der von mir gewünschten Anlage in Aktien / Anleihen , ist hier dann eine bevorratung der Kursgewinne für Abrechnungszeitraum dringend notwendig . Diese können dann ggf. mit den anonsten nicht ausgleichbaren Verlusten aus Aktien Kursen , vorrangig verrechnet werden . Sollte dann doch noch etwas über bleiben ( Vermutlich ) , kann ja dieses dann normal verrechnet werden . Und ganz am Ende hoffe ich , das mehr über war , wie ich für bezahlt habe . Oder anders gesagt , das ein paar Reste über bleiben , die erneut einen Beitrag leisten können .
Aber möglicherweise macht comdirect dieses ja auch schon gleich richtig , und ich kann mir dann eine aufteilung ( mit doppelter Order ) sparen . Auch FIFO Methode wäre hier nochmal zu prüfen . Auch dieses für mich nicht ganz unwichtig , damit entweder Einstandskurs über First in First out , oder über den Durchschnitt ermittelt , mit den dann ggf. zuzuordnenden Gewinnen oder Verlusten . Also auch hier müsste ich vorher Berechnungsmethode wissen , um entweder Gattungsgleiche oder andere WP zu kaufen . LG DET
Privatier sagte am 10.Feb.2016 um 12:53 :
Also, die FIFO-Frage ist eigentlich keine Frage. Das ist eine ganz klare Regel!
Was zuerst gekauft worden ist, ist auch das, was als erstes bei einem Verkauf wieder ausgebucht wird (innerhalb desselben Papieres natürlich). Durchschnittliche Einstandskurse gibt es vielleicht in der Depot-Übersicht, aber bei einem teilweisen Verkauf geht es immer nach First-In-First-Out.
Auch da arbeitet die Comdirect übrigens (von den Banken, die ich kenne, als Einzige!) sehr vorbildlich. Du kannst Dir jederzeit eine Übersicht über alle einzelnen Käufe ansehen! Wer also z.B. über Jahre hinweg über einen Sparplan in ein Wertpapier investiert hat, sieht hier jeden einzelnen Vorgang. Inkl. Stückzahl, Preis, Summe. Das Ganze verknüpfbar mit einer Steuersimulation, bei der Du genau verfolgen kannst, wie sich ein teilweiser Verkauf auf deinen Gewinn/Verlust und die Steuer auswirken würde. All das vermisse ich bei anderen Banken schmerzlich.
Det sagte am 10.Feb.2016 um 18:54 :
Hallo Peter , die FIFO Frage ist insofern eine Frage , ob diese Regel nach wie vor ( also wie früher ) angewendet wird , oder ob im Zuge dieser ganzen Besteuerungsänderungen bei Aktien , auch diese Regel geändert ( auf Durchschnittswerte ) worden ist , insbesonder bei Gattungsgleichen Käufen und Teil-Verkäufen . Mir hat irgendein Steuerberater ( nicht meiner ) erzählt , das dieses neuerdings auf Durchschnitts-EK Kursen und Durchschnits-VK Kursen gerechnet wird , und die Differenz dann als Gewinn oder Verlust zu besteuern ist , ähnlich den LV nach 2004 ( nur das bei den LV auch die Kosten berücksichtigt werden ). Aber gut auch das Du hier ja scheinbar schon andere Erfahrungen mit der Comdirect gemacht hast , sogar eine verknüpfbare Steuersimulation , sehr gut . Hat Comdirect einen weiteren Punkt gesammelt . Die Sparplanvariante wird eher selber gemacht . Bei Gold , ist schon bald wieder mal Zeit gekommen , um sich evt. von etwas Schutz zu trennen , da ich glaube das die den Papierwerten hinterlegten UN doch bereits auf recht anständigen ( fast schon zu niedrigen ) Niveau bepreist sind , und ich ansonsten keine Mittel mehr habe. ( immer dieses Problem mit der Liquiditätsbevorratung ). Aber hier ist Dank Yellen und Co. es ja auch günstiger geworden ,sich diese zu beschaffen . LG Det
Privatier sagte am 10.Feb.2016 um 20:08 :
Glaube es mir, Det: Das FIFO Verfahren gilt nach wie vor. Zweifellos.
Im Übrigen, da Du ja gerne Gedankenspiele magst, will ich Dir ein weiteres servieren: Das FIFO-Verfahren gilt nämlich nicht nur bei Verkäufen, sondern natürlich auch bei teilweisen Ausbuchungen.
Wenn Du also z.B. über einen langen Zeitraum häppchenweise ein Papier eingekauft hast und Du möchtest nun einen kleinen Teil wieder verkaufen, so werden das immer die ältesten sein. Das ist aber manchmal nicht so ideal. Hängt eben davon ab, was Du mit dem Verkauf bezweckst. Vielleicht würden die ältesten gerade einen ordentlichen Gewinn (inkl. Steuer) abwerfen und Du würdest deshalb viel lieber ein paar „aus der Mitte“ verkaufen.
Die Lösung ist ganz einfach (wenn man ein zweites Depot hat): Einfach eine Teil-Übertragung in Auftrag geben. Die ältesten werden dann ausgebucht, in das Zweitdepot und Du kannst die „mittleren“ Stücke verkaufen. Wenn es Dir Spaß macht, kannst Du danach zurück buchen. Die Anschaffungsdaten (EK-Preis und Datum) bleiben beim Umbuchen immer erhalten (unbedingt kontrollieren!!).
So etwas meine ich, wenn ich von „Steuerplanung“ rede. Es ist vieles möglich…
Det sagte am 10.Feb.2016 um 20:57 :
PETER , HAHAHAHA , ich wollte auch gerade ein Gedankenspiel mit Dir spielen , echt superlustig , total witzig , man könnte auch sagen 2 DOOF ein Gedanke , aber das würde Dich ja mit einschließen und nicht meiner Meinung entsprechen. Allerdings ging meins so : EK 1) 50 zu 100,00 Euro , 2) 50 zu 150,00 , 3)50 zu 200,00 Euro somit 1 gleich EK 50 für 100,00 Euro oder 1/2/3 gleich 150 Stk. zu 450,00 Euro , somit 1 gleich 50 für 150,00 Euro . Oder 1/2 100 für 250,00 Euro . Früher immer so nach wunsch des Ergebnis so ausgeführt .
Welches macht Dir mehr Spaß ???. Aber auch Deins ist ein Gedanke WERT .
Beim Gold gilt FIFO auch noch , da müssten aber die Taler dann schon anders sein , um überhaupt einen Unterschied im Einkauf feststellen zu können .
Echt immer komisch unsere Gedanken , oder ??? HAHAHA . LG Det
Klaus sagte am 2.Mrz.2016 um 10:25 :
hallo Privatier , Mr. Excel ,
ich habe eine Frage zu dem Progressionsvorbehalt , dem das ALG I unterliegt.
In 2017 erhalte ich eine Abfindung , und möchte gleichzeitig ALG I beziehen.
Nun führt das ALG I zu einem Progressionsvorbehalt , der sich progressionssteigernd auf die Besteuerung der Abfindung auswirkt.
Gilt das nur für das ALG 1 selbst , oder wirken auch die Rentenversicherungs ,- und Krankenkassenbeiträge die die Arbeitsagentur übernimmt progressionssteigernd ?
Privatier sagte am 2.Mrz.2016 um 11:53 :
Ich habe es gerade gestern in einem anderen Kommentar schon erwähnt, wiederhole es hier aber gerne noch einmal: Man sollte den Effekt des Progressionsvorbehaltes des ALG nicht unterschätzen. Während er sich in einer „normalen“ Situation (z.B. 6 Monate ALG1 statt 6 Monate Gehalt) harmlos bis gar nicht auswirkt, kann er im Zusammenhang mit einer Abfindung äußerst schmerzlich wirken! Hier können je nach Konstellation auch mal 40% – 70% des Arbeitslosengeldes von der Steuer kassiert werden. Und das besonders gemeine daran ist, dass die wenigsten damit rechnen und das am Ende nachzahlen müssen.
Det sagte am 20.Apr.2016 um 00:55 :
Hallo Peter , bei den Kursgewinnen und Kursverlusten , geht es ja scheinbar NUR um AKTIEN Kursverlusten und AKTIEN Kursgewinnen , die NUR untereinander verrechnet werden können . Bei den ANLEIHEN Kursverlusten und ANLEIHEN Kursgewinnen (nicht Zinsen) ist dieses ja scheinbar anders ??? .
Es werden wohl die Kursänderungen eher wie Zinsen gesehen ??? .
Hier muss ich mir ja scheinbar keine Gedanken über A/B/C/D oder andere Reihenfolge machen ??? .
Privatier sagte am 20.Apr.2016 um 12:56 :
Das hast Du richtig erkannt. Es kann grundsätzlich alles mit allem verrechnet werden, egal ob es sich um Dividenden, Zinsen, Kursgewinne oder -Verluste handelt. Und es spielt auch keine Rolle, von welchem Finanzprodukt diese Gewinne oder Verluste stammen: Anleihen, Zertifikate, Fonds und ETFs, Derivate und was es sonst noch alles gibt.
Es gibt nur eine Ausnahme: Aktien-Verluste! Diese können ausschließlich mit Aktien-Gewinnen verrechnet werden. Gemeint sind hier immer Kursunterschiede zwischen An- und Verkauf.
Und das gilt auch nur für Einzel-Werte. Auch reine Aktien-Fonds (oder ETFs) können mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Nicht ganz logisch – aber so ist es.
Det sagte am 20.Apr.2016 um 22:25 :
Det sagte am 21.Apr.2016 um 06:59 :
Peter , nochmal ein Gedankenspiel , wenn MSCI ACWI ein Fond ist , und damit wie eine Anleihe behandelt wird , obwohl es ja eigenlich ein Weltumfassender Aktienkorb ETF ist , müssten dann doch die Kursverluste auch mit den anderen Bar Dividenden bei einen Kursverlust gegengerechnet werden können ??? .
Somit wäre ja dann ein Ausgleich der Bar Dividendenzahlungen der Aktien ( also hier ja Gleichbehandlung mit Zinsen ) bei einen Verlust im MSCI ACWI
( Thessaurierend ) bei Tausch möglich ??? Oder ???.
Somit s.o. , doch ein mögliches Mittel der Steuerplanung ??? .
Privatier sagte am 21.Apr.2016 um 07:44 :
Richtig, Det: Verluste aus einem ETF (egal, welcher Art) werden mit den positiven Einkünften aus Dividenden verrechnet. Zunächst natürlich Bankintern. Daraus ergibt sich dann EINE Summe, die dann evtl. in der EkSt.-Erklärung weiter mit anderen Banken verrechnet werden kann.
Aber natürlich können „Verluste“ (und auch Gewinne) nur dann verrechnet werden, wenn sie auch realisiert werden. Also nur nach einem Verkauf. Bei einem ausländischen, thesaurierenden Fonds fallen allerdings ja in der Regel die sog. „ausschüttungsgleichen Erträge“ an, die du zwar nicht bekommst, aber dennoch versteuern musst. Das sind also „Gewinne“, die auch bereits vor einem Verkauf anfallen. Aber das ist ein anderes Thema und führt zu weit ab. Mehr dazu habe ich an anderer Stelle („Dinosaurier„) ja schon geschrieben.
Det sagte am 21.Apr.2016 um 21:51 :
Naja Peter , evt. ist eine Umbuchung ( siehe oben Aktien ) ja bereits ein Steuerrechtlicher VERKAUF , zumindest wenn Entgeltlich Eigentümer wechselt .
Somit ja dann doch eigentlich Mittel zum Zweck ??? . Für die Bar Dividenden / Zinszahlungen .
Privatier sagte am 22.Apr.2016 um 20:52 :
Richtig, Det: Eine Übertragung von Wertpapieren in ein anderes Depot mit Eigentümerwechsel wird steuerlich wie ein Verkauf behandelt.
Ist allerdings nicht zwingend so, wenn man z.B. aus einem Gemeinschaftsdepot (von Eheleuten) in ein Einzeldepot (eines Ehegatten) überträgt. Das geht auch ohne steuerliche Wirkung. Allerdings mit Mitteilung ans Finanzamt.
Diese Variante habe ich selber schon erfolgreich praktiziert.
Die andere (entgeltlich und als Verkauf bewertet) bisher noch nicht. Kannst Du ja mal von berichten, wenn Du das gemacht hast.
Mr. Excel sagte am 6.Aug.2016 um 13:36 :
Hallo Privatier & Det,
den unentgeltlichen habe ich gemacht. Ist kein Problem. Formular an die abgebende Bank senden. Es erfolgt eine Meldung ans Finanzamt.
Spannender die andere Variante !
Entgeldlicher Übergang wird als fiktiver Verkauf abgewickelt. Die Besonderheit liegt in dem anzusetzenden Kurs. Es wird der niedrigste Kurs an einer deutschen Börse genommen. Soweit ok. Gibt es aber keinen aktuellen (weil länger gedelistet), blickt man auf die letzten 30 Tage zurück. Auch noch ok – aber jetzt kommts ! Wenn auch das nicht klappt, werden 30% vom Anschaffungspreis als Berechnungsbasis genommen. Selbst wenn man einen anderen Kaufpreis nachweisen könnte. Die Bank darf nicht anders. Das ganze kann man dann später in der Steuererklärung dem Finanzamt erklären, so die Bank.
30% vom Anschaffungspreis – bei mir wurde mit einem wesentlich höheren Abschlag gedelistet. Und vielleicht will ich ja gar nicht KAP ausfüllen, dann klappt auch das nachträgliche Abrechnen nicht.
Det sagte am 7.Aug.2016 um 01:13 :
Danke Mr. Excel für die Mitteilung .
Auch gut schon mal zu wissen , wie das bei gedelisteten Unternehmen funktioniert ( Habe ich z.Zt. leider nicht ) . JA und mit der KAP ausfüllen , sagt mein Steuerberater immer das dieses auf jeden Fall mit dazugehört ??? HMMM ??? ( ca 2 bis 8 anstelle 25 plus NK auf die zum Verbrauch genommenen Ausschüttungen , auch dank Rürup und sonstiger Regeln für FA / z.B. Spekulationsfrist Edelmetall 1 Jahr eingehalten , muss dann auch nicht abgerechnet werden wenn Positiv , hingegen wenn Negativ , kann ja auch über einen unterjährigen Verkauf incl. Abrechnung nachgedacht werden . Bei VuV 10 Jahre im Privatbesitz und weiteres ).
Bei Nachwuchs zum Glück noch Null , außer einiger Ausländischer Quellensteuern , wobei sich hier rückholen auch noch nicht lohnt .
Für Taschengelderhöhung jedoch bereits recht nett und entlastet ja auch Haushaltskasse um Taschengeldbetrag monatlich widerkommend für ggf. Verbrauch vom Taschengeld beim Emfänger / Eigentümer . Somit zwar bei mir kein Eigentum mehr , da VERSCHENKT (incl. Erträge daraus) , jedoch beim Empfänger (Nachwuchs) keine Steuerpflicht der Erträge auslösend , da sich Empfänger noch in den Freibeträgen bewegt . Hier muss nur noch auf KV Pflicht vorerst geachtet werden , nicht das Nachwuchs dann da raus fällt und eigene Pflichtversicherung auslöst(Wäre ja auch traurig).
Außerdem bereits Kapitalstock etwas reduziert und einen Teilfreibetrag alle 10 Jahre wieder , bereits schon ein wenig in Anspuch genommen .
Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer unterliegen m.M.n. den gleichen Bedingungen . Und da ich nicht alle 10 Jahre wieder sterben kann , sondern nur einmal , sollte auch dieses immer mal wieder berücksichtigt werden .
Letztendlich wird es ja vermutlich eh da landen , so zumindest meine Vermutung . Selber werde ich es vermutlich eh nicht mehr Verbrauchen können ??? ODER ??? , naja mal sehen , dann kann immer noch etwas über Verkauf retour ( Tausch Immo gegen Depot ??? beides Entgeltlich oder Fremdverkauf wenn Immobesitz nicht beim Nachwuchs gewünscht ) reingeholt werden . So wäre erstmal meine derzeitige Sichtweise .
Meine Rentenversicherungs Rückzahlungsbeträge verfallen jedenfalls von Jahr zu Jahr mehr , da Rentengarantien ( meist auf gezahlte garantierten Renten beruhend bis Rentenbarwert aufgebraucht ist ) in der Rückzahlung eines Betrages nicht mehr zu Verfügung stehen , da hier aufgrund der langen Rückzahlungszeit mittlerweile ( fast ) alles aufgebraucht wurde .
Nur noch ein paar Renten mit minimalen Anspruch über .
Bei Rürup auch nur max. bis 25 Jahre wenn in Ausbildung steht, möglich.
Die Zahlrenten wurden jedoch immer nur mit dem Ertragsanteil der Steuerpflicht unterworfen . D.h. z.B. 100 Euro Zahlrente mal Ertragsanteil 40 Prozent gleich 40 Euro mal EKST Satz , z.B. 8 Prozent somit Zahllast 3,20 Euro , 96,80 Euro Steuerfreiheit der Zahlrente .
Selbst bei Spitzensteuersatz 52 Prozent ( Worst Case Szenario ) mal 40 Prozent gleich 20,80 Euro Zahllast FA , 79,80 Euro Steuerfrei .
Somit 3,20 Euro nicht mehr zu Verbrauchen da abgeführt an FA , 96,80 Euro jedoch für den monatlich möglichen Verbrauch anstehend .
Für mich zwar nett , da ich bereits alles Steuergünstig wiederbekommen habe , zusätzlich mein Langlebigkeitsrisiko zum kleinen Teil darüber hinweg abgesichert ist , jedoch für Nachwuchs zum Verbrauchen daraus nichts mehr über ist .
Daher muss ich ja auch wieder über andere Möglichkeiten nachdenken .
Diesmal jedoch um eine bessere Risiko Chance Betrachtung auf Lebensendalter zu haben , alles Vererb / Verbrauchbar gehalten , da ich nicht vermute das ich meinen Break even jetzt noch ( also alles unter der Bettdecke hervorholen ) erreichen kann wenn ich dieses einen Versicherungsunternehmen oder der GRV überlasse , mit Erstauszahlung 60 b.z.w. erst 67 GRV , die ja auch alle mit einen kleinen Zins / b.z.w. abnehmender Einnahmen zu kämpfen haben .
Außer bei Rürup wegen Steuerbetrachtung macht dieses für mich keinen Sinn mehr abzusichern . Hier in der Fondlösung bereits ca. 12 Prozent des Kapitalstocks durch Anlage des Managments z.Zt. Wertgemindert .
Mal sehen was da in 10 Jahren monatlich bei raus kommt und was es dann noch Wert ist . Gruß Det
Privatier sagte am 7.Aug.2016 um 15:48 :
Danke auch von mir für diese neuen Erkenntnisse!
Mit fehlt allerdings im Augenblick die Phantasie, um diese Regeln irgendwo sinnvoll einzusetzen. Ich hätte da zwar noch so ca. drei Positionen im Depot, die inzwischen nicht mehr gehandelt werden, aber die dürften alle schon vor 2009 gekauft sein und somit nicht abgeltungssteuerrelevant.
Bei neueren Papieren könnte man auf diese Weise wohl immerhin noch einen Verlust von 70% generieren. Wenn man denn jemand hat, der den „Schrott“ nehmen möchte…
Gelten diese Regeln eigentlich nur unter „Fremden“? Oder könnte man die z.B. auch beim Transfer zwischen Ehegatten anwenden?
Hmm… mal überlegen…
Mr. Excel sagte am 7.Aug.2016 um 19:15 :
Naja – sinnvoll ?
Für mich wars ne Lehre genauer auf zu passen. Ich hatte den Titel aus dem Radar verloren. Dann kam ein Kaufangebot einer „Nachfolgefirma“. War nicht besser als der Kurs zum Delisting.
Zu „vor Abgeltungssteuer“ kann ich nichts sagen.
Ja – man könnte mit dem Wissen kalkulieren, so man ohnehin KAP ausfüllen will weil der persönliche Steuersatz unter 25+8% liegt.
Wenn aber drüber liegt, kann man die Rechnung dem FA nicht aufmachen und die Transaktion geht ins Leere bzw. der Verlust bleibt hängen.
Ich wollte hier auch nur das Thema kurz anreissen.
Ich für mich habe gelernt, dass mir ein Delistung nicht mahr passieren wird.
Det sagte am 7.Aug.2016 um 21:19 :
Ich kann mich nur noch ganz schwach an ein mich betreffendes delisting erinnern , ist schon ewig her . Damals war Kamps ( war ich mal recht Ordentlich drin investiert ) von Barilla übernommen worden ,
da ging dem delisting jedoch ein Kaufangebot vorraus ( was natürlich zu niedrig war ) , ist dann nochmal erhöht worden , da dann bereits die meisten (außer ein paar die die Hintergründe kannten) verkauft hatten , ist dann irgendwann eine Mitteilung gekommen , das die Aktien im Zuge eines Squeeze Out eingezogen werden und ich meine Gutschrift des Betrages dann auf meinen Konto verfügen könnte . HÄÄÄ ????? .
Ja so einfach ging Tennis (oder in diesem Fall Golf) . Am delisting habe ich dann aber gar nicht mehr teilgenommen da ich vorher rausgeschmissen wurde . Ja der liebe Heiner , Golfer seines Zeichens . Nachdem er diesen Sport für sich entdeckt hatte ist Ihm das echt zu Kopfe gestiegen . Ist halt ein Problem wenn Mann den Bezug zum Unternehmen nur noch auf dem Golfplatz hat. Die Italiener ( Barilla ) haben dann Eingekauft , sind mit der Nummer aber auch nicht richtig Glücklich geworden , verrudert war das Ding aber schon davor . Heiner
hat zuviel Zeit auf dem Golfplatz verbracht . Wegen Wachstum was immer es koste und sei es das Unternehmen , hat er sich dann bei den Amis ein wenig Pulver geliehen , nachdem alle anderen gesagt haben och nee lass mal , kein Interesse. Heute ist die Kiste glaube ich wieder bei einer deutschen Investorengruppe . Steht immer noch Kamps drauf , ist aber mittlerweile eine ganz andere Firma . Backwaren verkaufen die aber immer noch. Aber ehne mehne Muh und raus bist DU . Tja so isses halt immer wieder einmal . Da konnte ich ja wenigstens noch froh sein , das ich wenigstens mehr für bekommen habe wie ich für bezahlt hatte , jedoch waren meine Erwartungen dort andere . Gruss Det
Privatier sagte am 8.Aug.2016 um 13:26 :
Ach! Ich merke gerade, dass ich die ganze Regelung wohl komplett falsch verstanden habe!!
Ich hatte geglaubt, wenn kein aktueller Verkaufskurs mehr festgestellt werden kann, würden pauschal 30% des ursprünglichen Einkaufskurses als fiktiver Verkaufspreis festgelegt.
Richtig ist aber wohl, dass 30% als fiktiver Gewinn festgelegt werden!
Nun – dann sieht die ganze Sache natürlich völlig anders aus!
Und ich verstehe die ursprüngliche Mitteilung von Mr. Excel jetzt eher als Warnung. Und ich bin insofern doppelt froh, dass ich entsprechende Angebote für meine Depotleichen bisher nicht angenommen habe.
Danke für den Hinweis. Vielleicht sollte ich bei Gelegenheit einmal einen Beitrag daraus machen. Hier geht das sonst unter. Und ich denke, es ist schon von allgemeinen Interesse.
Det sagte am 23.Apr.2016 um 15:30 :
Peter , gemacht hatte ich ( dachte ich zumindest ) dieses schon öffter , nur die Abrechnung ist scheinbar noch nicht richtig , b.z.w. wie von mir gewünscht . Dieses ist vermutlich ein weiteres Problem das ich mit meiner Bank habe , die Sichtweise auf den anderen Depotinhaber ( Nachwuchs ) . Ich bin gerade am einzelnen aufdrösseln der jeweiligen An / Verkäufe , berücksichtigungen in den jeweiligen Töpfen und Depots , u.s.w. . Wird jedoch noch ein wenig dauern .
Markus sagte am 29.Dez.2016 um 10:04 :
Hallo zusammen, eventuell kann mir hier jemand weiterhelfen….?
Beide Verisionen kommen von einem Steuerberater…, der eine (A) ist Partner der Fa. die die Solaranlagen vermittelt, der andere mein eigener…..
darf eine Abfindung wie folgt steuerlich optimiert werden, Fall A oder ist Fall B korrekt.
Fall A: Abfindung 200t€, sonst keine Einkünfte = 5tel Regel steuer aus 200t/5 = 40t€ mal 5
Die Optimierung soll sein: Invest (100t€) in bewegliches Wirtschaftsgut (solar) Vorsteuerabzug 40% = 40t€
ergibt dann neue Rechung 40t€ zu Versteuern minus 40t€ Abzug = 0 Steuer auf die Abfindung
Fall B wie oben jedoch Rechenvar 200t€ -40t€ Vorweg / 5 = Steuer aus 32t€ mal 5
Thomas Schulze sagte am 29.Dez.2016 um 11:03 :
Bei den 40 % handelt es sich wohl nicht um einen „Vorsteuerabzug“, denn der Begriff betrifft den Abzug gezahlter Umsatzsteuer (19 %) für Unternehmer bei Leistungen für ihr Unternehmern.
Sicher handelt es sich bei den 40 % um den Investitionsabzugsbetrag. Die 40 % sind von der steuerpflichtigen Einkünften abzuziehen. Der Restbetrag wird nach der Fünftelregelung versteuert. Insofern wäre Fall B die passende Rechnung.
Privatier sagte am 29.Dez.2016 um 18:54 :
wie Thomas hier schon richtig erläutert hat, ist auf jeden Fall die Rechnung nach Variante B die korrekte Version. Und es kann sich bei den genannten Zahlen auch kaum um einen Vorsteuerabzug handeln, bei 40% liegt die Vermutung nahe, dass eher ein Investitionsabzugsbetrag gemeint war.
Baldende sagte am 3.Okt.2017 um 10:51 :
im Rahmen meines geplanten Ausstiegs ergeben sich für mich noch einige Fragen, bei denen ich im Moment nicht so richtig weiterkomme.
Im Oktober 2017 werde ich einen Aufhebungsvertrag mit Wirkung zum 30.05.2018 abschließen.
– Zahlung der Abfindung in 2019, also im Folgejahr, um die Fünftel-Regelung anwenden zu können.
Klar, dass ich in 2019 meine (unsere) Einnahmen so niedrig wie möglich halten werde, um die größtmögliche Steuerersparnis zu erzielen.
Was ist aber, wenn ich in 2019 außer der Abfindung, gar keine weiteren Einnahmen habe? Kann dann die Fünftel-Regelung noch angewendet werden, oder fällt diese flach, weil eine „Zusammenballung“ ja nicht mehr gegeben ist?
Ich bin verheiratet und bisher sind wir zusammen veranlagt worden. Meine Frau hat noch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Zählen dieses evtl. mit und ergibt sich dann durch die Zusammenveranlagung doch eine Zusammenballung von Einkünften?
Zwischen meinem Ausstieg im Juni 2018 und der Zahlung der Abfindung im Folgejahr ergibt sich eine Verschiebung von immerhin mindestens 7 Monaten zwischen dem Ende meiner Tätigkeit und der Zahlung einer Abfindung.
Spielt das Finanzamt da eigentlich in Bezug auf die Fünftel-Regelung noch mit?
Schon mal im Voraus ganz vielen Dank für Eure Antworten!
Privatier sagte am 3.Okt.2017 um 13:35 :
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass das Wort „Zusammenballung“ nicht in dem Sinn zu verstehen ist, dass sich die Abfindung mit irgendwelchen anderen Einkünften „zusammenballen“ muss. Das ist ein Missverständnis.
Eine Zusammenballung ist dann gegeben, wenn die Einkünfte aufgrund der Zahlung einer Abfindung höher sind, als sie es bei ungestörter Fortführung des Arbeitsverhältnisses gewesen wären. Wie man sieht: Das kann auch bereits ausschließlich mit der Zahlung der Abfindung erreicht werden.
Ob eine Zusammenballung vorliegt, hängt daher nur von den jeweiligen Zahlen ab: Was wäre ohne Aufhebungsvertrag verdient worden? Und was kommt mit der Abfindung heraus? Und ja – bei Zusammenveranlagung zählen die Einkünfte des Ehegatten mit.
Und eine Verschiebung ins Folgejahr steht der Anwendung der Fünftelregel nicht im Wege.
Thomas Schulze sagte am 3.Okt.2017 um 19:17 :
Ob eine „Zusammenballung von Einkünften“ vorliegt, richtet sich allein nach der steuerlichen Situation des Steuerpflichtigen (auch bei Zusammenveranlagung) – oder wie der Privatier schreibt: „Was wäre ohne Aufhebungsvertrag [vom Steuerpflichtigen – T.S.] verdient worden?“ Die Entscheidung hat ja ausch schon der Arbeitgeber bei Auszahlung der Abfindung zu treffen, wenngleich er die Einkünfte des Ehepartners und die Veranlagung nicht kennt.
Wieviel Steuern dann letztlich anfallen und wie hoch die Steuerermäßigung nach der Fünftelregelung ist, das ergibt sich aus der Steuerberechnung unter Berücksichtigung der Veranlagung.
Feststellung der Voraussetzungen für die Fünftelregelung (also „Zusammenballung“) und Feststellung der Steuerlast sind also zwei Dinge – werden aber vereinfacht meist gleichgesetzt.
norpew sagte am 20.Nov.2017 um 10:42 :
Hallo alle, auch bei mir gibt es Neues zu berichten , dieses Mal zum Thema Steueroptimierung im Abfindungsjahr.
Zum 31.1.2018 wird mir ein recht großer Abfindungsbetrag zufließen, danach ist dank Ruhenlassen des ALG1 erst mal Pause mit Geldbezug.
Nun schneit mir die freudige Mitteilung ins Haus, daß zum 1.1.2018 die erste einer Serie von Direktversicherungen aus alter Zeit ausgezahlt würde. Für Nichtkundige : Die DVs wurden früher per Gehaltsumwandlung bespart, wobei der Arbeitnehmer 20% Pauschalsteuer zahlen musste. Versicherungsnehmer ist der AG, der AN ist Begünstigter. Im Auszahlbetrag stecken nun etwa 2/3 bereits pauschal versteuertes Geld sowie etwa 1/3 Überschussanteil , welches der EK-Str. unterworfen wird. Bei Spitzensteuersatz in 2018 ..übel. Nun fand ich einen Kniff, der mir seitens eines netten Menschen sogar bestätigt wurde als gangbar. Im Anschreiben fordert man mich nämlich auf, den Original-Versicherungsschein vorzulegen oder eine Verlust-Erklärung abzugeben , ansonsten man nicht auszahlen könne. Hintergrund ist auf Nachfrage, das man Doppelt-Auszahlungen vermeiden möchte….verständlich.
Nun mache ich es so : ich werde NICHT erklären, das der Originalschein verloren gegangen ist. Der Arbeitgeber, der von seinem Glück noch gar nix weis, findet den Original-Schein vermutlich auch nicht. Es kommt somit NICHT zur Auszahlung. Ich gedenke das bis 2019 auszusitzen, wo dann die Steuerlast nahezu Null sein wird. Vermutlich werd ich mir die Mühe machen, alle AGs der letzten 30 Jahre nach dem Verbleib der Originalunterlagen zu befragen, wobei eine Firma gar nicht mehr existiert. Ich werde berichten, ob und wie lange das zu zu gestalten sein wird.
Privatier sagte am 20.Nov.2017 um 12:04 :
Auch eine interessante Idee. 🙂 Bin gespannt, ob es funktioniert…
Gäbe es denn nicht auch einfach die Möglichkeit, die Auszahlung (auf Antrag) zu verschieben? Versicherungen sind ja manchmal gar nicht böse darum, wenn sie nicht zahlen müssen…
norpew sagte am 20.Nov.2017 um 12:13 :
Habe ich abgefragt. Leider nein. Sobald die entweder das Policen-Original von einem der historischen AG oder aber meine Verlusterklärung in Händen halten, wird gezahlt, sonst nicht. Die Lücke im System der Versicherung ist , das sie den Begünstigten zum Erfüllungsgehilfen für die Beschaffung der Originale machen möchten. Denn bei einer Kette von Arbeitgebern im Laufe eines Berufslebens wird es für niemanden einfach, den Gang von Pontius nach Pilatus zu machen und die Beschaffung der Originale zu betreiben. Das ein Begünstigter die Kohle gar net will…damit rechnet das System wohl nicht. Übrigens endet die Lebensversicherung fristgerecht zum 1.1.2018, es findet nur kein wirtschaftlicher Zufluss des Kapitals statt. Also genau was ich will.
Hans sagte am 25.Nov.2017 um 19:39 :
Werbungkostenpauschale Anlage N
Mich würde interessieren, ob die Werbungskostenpauschale von 1000 EUR zu Anlage N im Jahr des Übergangs zum Privatier zeitanteilig gekürzt wird.
Beispiel: Die ersten 4 Monate des Jahres noch Gehalt bezogen, danach Dispositionsjahr.
Werden die vollen 1000 EUR als Werbungskostenpauschale abgezogen oder nur 4/12tel davon?
Alternativ: Kann ich die komplette Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel ansetzen, obwohl ich nicht das ganze Jahr beschäftigt war?
Brigitte sagte am 25.Nov.2017 um 20:12 :
Ja ich habe praktische Erfahrungen.
Ich war in 2016 noch die ersten 3 Monate angestellt und das restliche Jahr anteilmäßig im Dispositionsjahr.
Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird in dem Fall nicht gekürzt.
Das Finanzamt verlangte in meinem Fall zur Steuererklärung 2016 eine Kopie des Aufhebungsvertrages. Das Enddatum der Beschäftigung lag damit Schwarz auf Weiß vor.
Die Jahreskarte für öff. Verkehrsmittel wurde für die 3 Monate der Angestelltentätigkeit als Ausgaben anteilmäßig akzeptiert. Für die restliche Zeit des Jahres im Dispositionsjahr nicht, was aber auch logisch ist.
Freigestellter sagte am 26.Nov.2017 um 09:52 :
Korrekt so. Siehe http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-15935.xhtml?currentModule=home.
Ich denke sogar, daß der WK-Pauschbetrag ansetzbar ist in Jahren wo man noch keine „echte“ Statusänderung erfolgte, z.B. noch keine Rente bezogen wird. Denn Arbeitnehmerbezüge nicht zu bekommen heisst ja nicht Arbeitnehmer zu sein bzw. AN-Bemühungen anzustrengen.
Thomas Schulze sagte am 26.Nov.2017 um 18:23 :
Den Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro gem. § 9a EStG erhalten Steuerpflichtige, die Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit gem. § 19 EStG vorbehaltlich Versorgungsbezüge beziehen, wenn nicht höhere Werbungskosten geltend gemacht werden.
Der Pauschbetrag ist fix und wird nicht zeitanteilig berechnet. Auch wer nicht das ganze Jahr solche Einnahmen erhielt, kann den vollen Pauschbetrag ansetzen.
suchenwi sagte am 2.Jan.2018 um 22:30 :
Kann ich das so verstehen, dass einem Rentner, der in einem Kalenderjahr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für 1001€ (brutto? netto?) ausübt, die Werbungskostenpauschale von 1000€ vom zvE abgezogen wird?
Nicht dass ich das konkret vorhätte, aber es ist ja immer interessant, was alles möglich ist…
Thomas Schulze sagte am 3.Jan.2018 um 08:52 :
Für steuerpflichtige Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit gibt es den Pauschbetrag von 1.000 Euro – die Sozialversicherungspflicht hat damit nichts zu tun.
Der sogenannte „Arbeitnehmer-Pauschbetrag“ (EStG § 9a Nr. 1a) ist nicht davon abhängig, wie lange die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt werden (also gleich ob 1 Tag, 1 Monat oder das ganze Jahr).
Er kann aber nur bis zur Höhe der Einnahmen abgezogen werden. Beispiel: im ganzen Jahr nur 500 Euro steuerpflichtiger Lohn = nur 500 Euro Arbeitnehmerpauschbetrag.
Alfred sagte am 2.Jan.2018 um 16:05 :
Einzigartige Möglichkeit, einmal im Leben eine größere Spende tätigen zu können.
Die Hinweise zum Kapitel Finanzamt und Steuern sollten noch ergänzt werden mit dem Hinweis, dass es sich durch günstige Umstände bei der Versteuerung der Abfindung im Zusammenhang mit vielleicht noch den Einkünften des Partners die einzigartige Möglichkeit ergibt, eine größere Spende an steuerlich anerkannte Organisationen zu geben.
Meine Abfindung habe ich Mitte des Jahres 2016. Anschließend habe ich ein Dispositionsjahr eingelegt, um die Einkünfte möglichst gering zu halten.
Durch Herumspielen mit einem Steuerprogram habe ich nämlich herausgefunden, dass ich noch eine große Spende an Organsiationen meiner Wahl machen kann und diese vollständig vom Finanzamt zurückerhalte. Durch eine möglichst exakte Eintragung aller voraussichtlichen Einkünfte ins Programm konnte ich so, bei maximaler freiwilliger Zahlung in meine Rentenkasse, noch einen hohen Betrag spenden. Grund dafür war die Steuerprogression.
Da ich das erst nicht glauben konnte, habe ich mich natürlich noch bei einem Steuerberater erkundigt und abgesichert.
Es lohnt sich also auch über Spenden nachzudenken und die einmalige Chance zu nutzen!
suchenwi sagte am 2.Jan.2018 um 21:00 :
Dazu eine ältere Musterrechnung von 2012, wo (im Zusammenhang mit Fünftelregelung) eine Spende von 8000 € die ESt um 10695 €, also rund 133%, senkte:
http://sozialplan-eup.de/steuerfragen/steueroptimierte-gestaltung-bei-abfindungen/742/
Privatier sagte am 3.Jan.2018 um 13:04 :
„Es lohnt sich also auch über Spenden nachzudenken und die einmalige Chance zu nutzen!“
Den beschriebenen Steuereffekt kann ich so bestätigen (wie auch das von „suchenwi“ verlinkte Beispiel zeigt). Ich würde aber dennoch immer dazu raten, die Wirkung mit Hilfe eines Steuerprogrammes (oder Steuerberaters) vorher zu überprüfen, da die Auswirkungen nicht immer so leicht vorhersehbar sind!
Nick sagte am 25.Feb.2018 um 18:51 :
ich habe eine Frage zum Thema “Steuerklassenänderung“.
Meine Abfindung wurde im Januar dieses Jahres ausgezahlt und im Februar aufgrund fehlerhafter Abrechnung im Januar(es wurde mir fiktives Einkommen für 2018 unterstellt) auf meinen Einspruch hin korrigiert.
Ich bin nun ohne Beschäftigung und mein Anspruch auf ALG I wurde festgestellt. Der endgültige Bescheid liegt mir vor und ich habe mich nach Erhalt aus steuerlichen Gründen bei der AA baw. wieder abgemeldet.
Basis für die Berechnung des ALG I war für mich Steuerklasse 3 und auch die Auszahlung der Abfindung im Januar geschah mit der Steuerklasse 3. Auf der Lohnabrechnung für die Korrektur im Februar steht jedoch Steuerklasse 6 vermerkt. Das hat mich irritiert. Die korrigierten Beträge erbrachten aber trotzdem die erwartete hohe Nachzahlung, da man das vorher fiktive Einkommen mit der Korrektur wieder herausgelassen hat. Kann es sein, dass man dafür mit Steuerklasse 6 gearbeitet hat, weil mein Arbeitsverhältnis zum 31.12.17 endete und das Ganze mit Zahlung der Abfindung laut Aufhebungsvertrag im Januar eigentlich erledigt gewesen sein sollte und die Korrektur im Februar “ausser der Reihe“ durchgeführt wurde und nicht eingeplant war? Hat dazu jemand eine Idee?
Unsere Überlegung geht in die Richtung, neben dem durch einen Wechsel aus 5 in Steuerklasse 3 zu erreichenden kleinen Liquiditätsvorteil über das Jahr hinweg, auch eine VORSORGLICH höhere Berechnungsgrundlage für womöglich im nächsten Jahr kommende Lohnersatzleistungen, hier ALG I für meine Frau zu schaffen.
Ich bin da doch sehr unsicher und möchte ob der relativ hohen Summe die bei mir geflossen ist und natürlich auch wegen ALG I-Anspruch (der müsste eigentlich unangetastet bleiben?) bei mir keinen Fehler machen.
Und habe ich an alles gedacht oder gibt es weitere entscheidende wichtige Punkte für diese Überlegung, die ich bedenken muss?
Ich würde mich sehr über Antworten, Vorschläge, Ideen oder sogar Erfahrungsberichte dazu freuen.
Und vielleicht hat ja auch noch jemand eine plausible Erklärung für die o.a. ominöse Abrechnung der Korrektur in Steuerklasse 6?
Privatier sagte am 26.Feb.2018 um 12:03 :
zunächst einmal kurz etwas zur Abrechnung mit Steuerklasse 6:
So ungewöhnlich oder verwunderlich ist das eigentlich gar nicht. Das ist ja gerade einer der vielen Probleme, die man immer wieder bei der Verschiebung der Abfindung ins Folgejahr zu hören bekommen. Die Hintergründe zu den An- und Abmeldeverfahren durch den AG hat ein Fachmann in einem älteren Kommentar hier schon einmal erläutert.
Meine Einschätzung daher: Auf einen nochmaligen Korrekturversuch würde ich verzichten. Ein Nachteil kann dadurch nicht entstehen. Die Endabrechnung macht ohnehin später das Finanzamt.
Und nun zu den aktuellen Steuerklassen:
Die Überlegung, die Steuerklasse Deiner Frau zu ändern, ist schon korrekt so. Sie bietet den doppelten Vorteil der höheren Liquidität im laufenden Jahr und der günstigeren Berechnungsbasis für einen evtl. ALG-Bezug deiner Frau. Für Dich (oder Euch) sehe ich da keinen Nachteil.
Nick sagte am 26.Feb.2018 um 12:43 :
Hallo Privatier und norpew,
Der Austausch in diesem Forum ist immer wieder eine tolle Unterstützung.
Nick sagte am 28.Feb.2018 um 09:21 :
Nun doch noch mal eine dumme Rückfrage dazu von mir, nachdem ich einmal in die Unterlagen von der Agentur für Arbeit, insbesondere meinen endgültigen Bewilligungsbescheid geschaut habe. Da steht mehrfach, dass man vor Änderung seiner Lohnsteuerklasse mit denen sprechen und sich beraten lassen soll, um da nichts falsch zu machen. Deshalb bin ich nun doch wieder etwas verunsichert. Wie oben beschrieben, bin ich ja momentan baw. abgemeldet. Ist es denn so, dass die AA dann, wenn ich mich wieder anmelde, erneut auf meine dann aktuelle Steuerklasse schaut, die, wenn ich den Wechsel jetzt wie gedacht in Auftrag gebe, dann “fünf“ und damit dafür schlechter als bisher “drei“ wäre oder ist so ein Steuerklassenwechsel nach endgültiger Feststellung des ALG-I-Anspruches wirklich ohne Belang und man guckt nicht erneut auf die gültige Steuerklasse bei Anmeldung, sondern nimmt einfach den früheren Bescheid als Grundlage? Muss man denn bei erneuter Anmeldung in dem dafür notwendigen neuen Antrag wieder die aktuelle Steuerklasse nennen und welche Auswirkungen hätte das?
Und bei der Gelegenheit noch eine ergänzende Frage zum Thema Kinderfreibeträge auf der “Lohnsteuerkarte“/ELStAM. Die würde ich im Zuge des Steuerklassenwechsels auch sinnvollerweise von mir auf meine Frau übertragen oder spricht da mit Blick auf die Steuer in Bezug auf Abfindung, Steuerbescheid oder anderes etwas dagegen und ich würde damit einen Fehler machen?
Sorry für die nochmalige Rückfrage.
Privatier sagte am 28.Feb.2018 um 12:36 :
Vorab möchte ich einmal sagen, dass es beim Thema „Steuerklasse“ in Verbindung mit dem Bezug von ALG durchaus so einige Punkte gibt, die es zu beachten gibt. Insbesondere bei einem Wechsel. Darum wohl auch der Hinweis im ALG-Bescheid. Ich möchte es mir hier einmal einfach machen und auf einen Beitrag des VDK Rheinland-Pfalz verweisen, der dies eigentlich recht gut erläutert. Insbesondere auch was die Prüfung der Zweckmäßigkeit angeht.
Zu Deiner eigentlichen Frage, ob es bei einer neuerlichen Arbeitslosmeldung auch eine Neuberechnung auf Basis der dann gültigen Steuerklasse gibt, habe ich momentan leider weder dafür noch dagegen einen Beleg oder Quelle finden können. Ich vermute allerdings, dass sich die allgemeinen Aussagen bzgl. Bestandsschutz und 4 Jahre Gültigkeit in erster Linie auf die Basis der Berechnung beziehen, also auf das sog. Bemessungsentgelt. Dieses wird dann vermutlich anhand der jeweils aktuellen Bedingungen zunächst in das pauschlierte Nettoentgelt und dann in das Leistungsentgelt umgerechnet. Und dabei kämen dann eben auch geänderte Daten des Arbeitslosen zur Wirkung. Ist aber momentan nur eine Vermutung, falls ich irgendwo eine offizielle Vorschrift finden sollte, reiche ich sie nach.
Sinngemäß gilt dies dann auch für Kinderfreibetrag, -geld oder -zuschlag. Aus Sicht der Steuer spielen diese ganzen Überlegungen hinsichtlich Steuerklasse und/oder Kinderfreibetrag bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren ohnehin keine Rolle. Zumindest nicht nachdem das FA den Steuerbescheid erstellt hat.
Privatier sagte am 28.Feb.2018 um 14:45 :
So – zumindest was den Bestandschutz von 2 Jahren angeht, ist die Formulierung des §151 Abs.4 SBG III ganz eindeutig:
Der Bestandschutz bezieht sich eindeutig nur auf das Bemessungsentgelt. Von daher nehme ich einmal an, dass es bei den 4 Jahren, in denen ein festgestellter Anspruch nicht verfällt, nicht viel anders sein wird.
Nick sagte am 28.Feb.2018 um 15:31 :
und vielen Dank für deine Mühe und Unterstützung!!
Die Bemessungsgrundlage bliebe gleich, aber das ALG-I-Netto würde weniger, weil dann mit Steuerklasse 5 höhere Abzüge als mit 3.
Jetzt weiß ich nicht, man sagt ja “unter normalen Umständen“ also z.B. beide Ehepartner arbeiten, gleicht sich das über die Steuererklärung/den Steuerbescheid wieder aus.
Aber mal ganz dumm gefragt, ist das bei der Kalkulation mit ALG auch so bei der Steuer? Ich habe damit noch keine Erfahrungen gemacht. Ist das gleich zu setzen wie wenn beide Ehepartner arbeiten und der eine hat mehr(Stkl.5) und der andere weniger(Kl.3) Abzüge oder kalkuliert das FA hier anders? Ist ja “nur“ eine Lohnersatzleistung unter Steuerprogression.
Sorry für den Aufwand, aber es ergeben sich immer wieder neue Fragen…
Privatier sagte am 1.Mrz.2018 um 10:48 :
Nick, ich weiß nicht, ob ich die Frage richtig verstanden habe. Ich versuche es daher mal mit zwei Antworten:
a) Bei der Festsetzung der Einkommensteuer durch das Finanzamt spielen Steuerklassen keinerlei Rolle. Steuerklassen dienen nur der Berechnung der monatlichen Abzüge während des laufenden Jahres.
b) Im Zusammenhang mit einem ALG-Bezug wirkt die Steuerklasse aber indirekt. Denn durch eine geschickte Wahl der St.-Kl. erhöht sich das ALG. ALG selber ist zwar steuerfrei, durch den Progressionsvorbehalt erhöht es aber den Steuersatz. Daher: Höheres ALG -> höherer Steuersatz. Aber das ist ja generell so: Höheres Einkommen bedeutet in der Regel auch höhere Steuern.
Nick sagte am 1.Mrz.2018 um 19:08 :
nur zur Info für alle, die es interessiert.
Nachdem ich mit dem Finanzamt und der AA telefoniert habe, haben meine Frau und ich uns jetzt dazu entschieden, an unseren Steuerklassen nichts zu ändern und zwar deshalb, weil ich bei Wiederanmeldung zum ALG-1-Bezug einen neuen Antrag mit dann der Steuerklasse 5 abgeben müsste. Das hätte einen deutlich niedrigeren Auszahlungsbetrag zur Folge – und zwar dauerhaft, im Grunde für die volle Bezugsdauer, da ich mich nach einem Tag wieder abgemeldet habe. Das macht eine erhebliche Summe aus. Das Geld wäre weg und auch nicht über eine Steuererklärung o.a. wieder zu holen. Und auch ein höherer ALG-Anspruch meiner Frau bei womöglich anstehender Arbeitslosigkeit und günstigerer Steuerklasse für sie (3statt5) würde die Differenz nicht auffangen oder sogar übersteigen sondern in unserem Fall deutlich im Gegenteil.
Steuerklassen kann man nicht beliebig oft ändern. Die AA prüft und akzeptiert natürlich auch nicht jede (Rück-)Änderung.
Das durch eine Steuerklassenänderung monatlich womöglich höhere Nettogehalt, in dem Fall bei meiner Frau, wäre nur temporär und nivelliert sich am Ende über den Steuerbescheid.
Und für den Progressionsvorbehalt wird vom ALG-1 immer das Bemessungsentgelt, also quasi das Brutto, in die Steuer eingerechnet. Soweit zumindest die Auskunft des Herrn vom Finanzamt, der das allerdings auch erst einnmal nachschlagen musste und sich dann wunderte, weil er zunächst spontan vom Auszahlungsbetrag ausging, also quasi vom Netto. D.h. hier wäre der Steuerklassenwechsel auch von Nachteil, zumindest nicht von Vorteil.
Also, Vorsicht bei Gedanken zu Steuerklassenwechseln dieser Art.
Privatier sagte am 2.Mrz.2018 um 12:26 :
„Also, Vorsicht bei Gedanken zu Steuerklassenwechseln dieser Art.“
Erst einmal Danke für die Zusammenfassung deiner Erkenntnisse.
Solange es aber nur um einen ALG-Bezug geht, wird es immer noch günstig sein, wenn man vorab einen Steuerklassenwechsel in eine günstige Klasse vornehmen kann.
norpew sagte am 26.Feb.2018 um 10:57 :
Hallo Nick, hier etwas Futter :
Die Steuerklasse 6 bei der Korrekturrechnung hat seine Richtigkeit, da in der bereits vorgenommmenen Berechnung mit 3 einige Freibeträge bereits eingearbeitet waren und nun über die 6 nicht mehr zum Tragen kommen. Bei der Steuererklärung 2018 findet dann ohnehin die ultimate Abrechnung statt. Meines Erachtens hätte aber die Original – Abrechnung – da ja bei Anwendung der 5tel Regelung das sonstige Einkommen 2018 = 0 war, auch diese bereits mit Klasse 6 erfolgen können und das selbe Ergebnis gebracht. Denn möglicherweise findet Klasse 3 nur bei laufenden Bezügen und nicht bei Zahlungen für mehrjährige Tätigkeit Anwendung.
Steuerklassenwechsel Frau : Ich glaube das bringt nix. Denn die Grundlage fürs ALG1 ist das sog. Bemessungsentgelt. Und das bemisst sich nach meinem Dafürhalten am beitragspflichtigen Bruttolohn. Hierbei entspricht die Beitragsbemessungsgrenze von 6.350 EUR mtl. einem Bemessungsentgelt von 211,67 EUR täglich. Bei weniger Bruttolohn proportional. Die Steuerklassenänderung Deiner Frau liefert also nur Liqui keine Verbesserung der Bemessung vom ALG1.
Zu weiteren möglichen Effekten beim Splitting kann ich nix sagen….bin nicht verheiratet.
Privatier sagte am 26.Feb.2018 um 12:13 :
Ist nicht so ganz korrekt, was Du da schreibst. Zum Thema der St.-Kl.6 habe ich oben einen Link eingebaut, der das übliche Verfahren (und die damit verbundenen Probleme) erläutert.
Der Steuerklassenwechsel der Ehefrau kann (bei ihr) hingegen sehr wohl einen Vorteil beim ALG bedeuten. Denn es ist zwar richtig, dass zunächst der Bruttolohn als Grundlage für die Berechnung dient. Auf seiner Basis und weiteren Parametern wie z.B. der St.-Kl. wird dann das sog. pauschalierte Nettoeinkommen berechnet. Das ALG ein dann ein Prozentsatz dieses pausch. Nettoeinkommens. Und das ist eben höher, wenn man eine günstigere St.-Kl. hat.
Radantrieb sagte am 15.Jul.2018 um 11:02 :
durch das Studium dieser Seiten, und durch die Situation, dass mir ein nicht unlukrativer Aufhebungsvertrag angeboten wird, habe ich nun für mich folgende Strategie entwickelt, und würde hier zu gerne eure Meinung erfragen.
Meine Betriebszugehörigkeit beträgt 23 Jahre, somit umfasst meine Kündigungsfrist sieben Monate. Somit endet das Arbeitsverhältnis nun wohl zum Ende des April 2019.
Die Höhe meiner Abfindung bewegt sich im Bereich von 250.000 €.
Jetzt also zu den steuerlichen arbeitsrechtlichen Fragen die ich für mich wie folgt beantwortet habe.
1. Die Zahlung der Abfindung soll erst im Januar 2020 erfolgen.
2. Die Arbeitslosmeldung, werde ich dann unmittelbar zum 1.5.2019 vornehmen, vorbehaltlich jedoch, dass aufgrund der Formulierungen im Aufhebungsvertrag hier keine Sperr- und Ruhezeiten zu erwarten sind.
3. Bei der Arbeitsagentur werde ich mich dann zum 31.12.2019 wieder abmelden.
4. Daran wird sich dann im Januar 2020 die Zahlung der Abfindung anschließen.
5. Erneute Arbeitslosmeldung zum 1.1.2021. Und hier dann in Anspruch Name der restlichen Zeit des ALG eins.
6. Um auch hier die Kirchensteuer etwas einsparen zu können, plane ich erstens den Erlass der Hälfte der Kirchensteuer, oder aber ich erwäge auch den Austritt aus der Kirche noch in diesem Jahr oder spätestens dann im Jahr 2019, so dass hier unter Umständen gar keine Kirchensteuer mehr anfallen würde.
7. Ich werde den Freibetrag für Entrichtung von Altersvorsorgebeträgen dann voll ausschöpfen, und diesen entweder in die DRV einzahlen, oder aber eine Rürup Versicherung abschließen.
Da hier meines Erachtens nun die Fünftel Regelung voll durchschlägt, erhoffe ich mir so Steuer Einsparungen von circa
Mein Jahresbruttogehalt, übersteigt die Höhe der Abfindung natürlich nicht, die Abfindung ist also um ein vielfaches höher als mein Jahresbruttogehalt.
Martin sagte am 16.Jul.2018 um 15:54 :
Hallo Radantrieb,da die Zeit zwischen Abfindungsvereinbarung und tatsächlicher Auszahlung u.U.länger ist würde ich auf eine Vererbbarkeitsklausel im Vertrag achten!
Bei mir war es so,soll aber nicht Standard sein.
Radantrieb sagte am 16.Jul.2018 um 16:04 :
vielen Dank für deinen Tipp, diese Klausel ist jedoch schon im Vertragsentwurf vorhanden.
Norbert Pewny sagte am 15.Jul.2018 um 12:41 :
Hallo Robert, erst mal Willkommmen im Privatiers-Club. Mal sehen was ich beitragen kann.
Deinem sehr spezifischem Nickname entnehme ich , das Du entweder bei einem sehr grossen deutschen Schienentransportunternehmen oder aber bei einem Zulieferer angestellt bist. Das ist insofern wichtig, als Du Dir bei arbeitsvertragsende-fernem Abfindungszahlzeitpunkt über das Insolvenzrisiko im Klaren sein musst. Wenn der AG also mit zwei Buchstaben zu benennen ist und das Logo rot, dann sollte es nahezu kein Risiko geben, sofern der Konzern und nicht eine exotische Tochter für die Abfindung zu garantieren hat.
Leider hast Du kein Alter angegeben, das ist wichtig für die Zeit nach 2023. Ich gehe nunmehr von Jahrgang 58 oder so aus.
Ausserdem ist wichtig ob Du verheiratet bist oder ledig, denn das bestimmt durch den einfachen / doppelten Altersvorsorgefreibetrag (AVFB) im wesentlichen die Höhe der Steuerersparnis. Nun fangen wir mal an :
Aufhebungsvertrag im Jahr 2018 : Achte darauf, das Du nicht unwiderruflich sondern widerruflich freigestellt bist. Das vermeidet die Anrechung von Freistellungszeit auf die Rahmenfrist. Ich unterstelle JG 58 also 24 Monate ALG1. Desweiteren rate ich zu dem narrensicheren Weg : Vereinbarung der Aufhebungskonditionen , dann Kündigung durch AG, Proforma-Arb.schutzklage durch AN, einvernehmliche gerichtliche Aufhebung nach Einigung auf den zuvor vereinbarten Vertrag, es ergeht ein Aufhebungsbeschluss der sozialrechtlich immer die Sperrzeit vermeidet.
Jahr Null=2019 : 4 Monate Gehalt (zzgl. ggf. Bonus aus 2018 und anteilig 2019 ? verhandeln… ) = sagen wir mal 50 Tsd EUR, zzgl. x Monate ALG 1 . In Deinem Fall 8 Monate. Also Steuern kommplett zurückholen kannst Du nur wenn Du den doppelten AVFB einzahlen kannst , also verheiratet bist. Ggfl. hast Du aber Rücklagen, so das Du auch mit 5 statt 8 Monate ALG1-Bezug zurechtkommst.
Jahr 1= 2020 : Kassieren der Abfindung und davon leben, zzgl. des Nutzens des AVFBs. Kein ALG1. Funktioniert so prima. Wird aber Steuer nicht ganz vermeiden können. In dem Jahr 1 musst Du Dich selbst KV-versichern zum Basitarif, wenn Du nicht heute schon privat versichert bist.
Jahr 2 = 2021 : ALG1 Bezug für 12 Monate. Erarbeite Dir eine Abwehrstrategie für den entstehenden Vermittlungsdruck. Ordentliche Schlagzahl bei Bewerbungen….kostet nix bringt aber viel. Nur hoffentlich keinen Job.
Jahr 2 = 2022 : ALG2 Bezug für weitere 6-9 Monate je nachdem wie Du in 2019 knausern konntest. Dabei ist das Jahr 2022 auch das erste Jahr indem Dein Rentenkonto ausschliesslich vom ALG1-Beiträgen befeuert wird, denn wo nix Arbeit da auch nix Steuer und daher auch nix zum Absetzen.
Jahre 3+=2023 + . Hoffentlich naht dann der Ruhestand. Für den Fall das nicht :
…kannst Du in 2018 ein Gewerbe im Nebenerwerb anmelden, für den Fall das Konflikte mit dem AG, dann erst ab Mai 2019. Denn dadurch kannst Du , wenn dieses erstmal 18 Monate bestanden hat, Einkünfte erzeugen, die dann in der Zukunft NEBEN dem ALG1 bestehen dürfen. So könntest Du Dir neben dem ALG1 in 2022 noch zusätzliches Einkommen erzeugen. Und wenn DU noch schaffen musst nach 2022…dann halt ggf. als Selbständiger , zB. Sachverständiger für Radantriebe in Schienenfahrzeugen.
Nochwas : bist Du gesund ? Spiele Deinen Plan auch einmal durch auf Basis grösserer Erkrankung in 2019,20,21,22. Bei gestückeleltem ALG1 ist die maximale Bezugsdauer 48 Monate, und Du musst checken ob ein Krankengeldbezug aufschiebend wirkt oder nicht . Da bin ich leider nicht bibelfset.
So viel Glück bei Deinem Vorhaben.
Radantrieb sagte am 15.Jul.2018 um 13:34 :
vielen Dank für deine doch sehr umfassende Antwort.
Vom Alter her liegst du etwas daneben, ich bin Jahrgang 67 und verheiratet.
Das mit dir wieder ruf wider-/unwiderruflichen Freistellung war mir neu, hier werde ich nochmals nachhaken.
Mit der Gesundheit, schaut es so aus, dass ich das immer in Abhängigkeit davon beantworte, wer mich eben gerade danach fragt.
Privatier sagte am 15.Jul.2018 um 16:28 :
Ja, Norbert hat sich ja hier schon sehr ausgiebige Gedanken gemacht. Sehr gut! Und auch Punkte erwähnt (wie z.B. das Insolvenzrisiko), die ich in der Regel nicht bedenke. Danke auch von meiner Seite.
Ich habe dem kaum etwas hinzuzufügen. Ob der vorgeschlagene Weg über eine Kündigung durch den AG machbar ist, hängt natürlich in erster Linie vom AG ab. Ich muss aber auch dazu sagen, dass mir persönlich dieser Weg nicht gefallen würde. Ich halte ihn für zumindest grenzwertig und würde ihn deshalb für mich selber nicht gehen wollen. Aber: Jeder wie er mag…
Zur Frage einer evtl. Freistellung empfehle ich noch den Beitrag „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln“ (inkl. der Kommentare!).
Ansonsten erscheint mir die Vorgehensweise so machbar und ich kann keine Fehler erkennen. Viel Erfolg!
Radantrieb sagte am 15.Jul.2018 um 17:04 :
Schön, vielen Dank bis hierher, dann werde ich die Angelegenheit mal so planen und anregen. Ich werde dann hier wieder berichten, wie die Sache nun vonstatten geht.
Nochmals vielen Dank für die kompetenten Kommentare und Tipps.
Norbert Pewny sagte am 16.Jul.2018 um 06:32 :
immerhin ist ja diese vom Privatier dankenswerterweise ins Leben gerufene Website ja basierend auf dem Gedanken , vorzeitig vor dem Regelruhestand und unter Berücksichtigung eines zumeist fremdbestimmten Endes des Arbeitsverhältnisses die neuen Lebensumstände zu gestalten.
Deshalb komme ich nicht umhin, noch einen Gedanken in den Ring zu werfen.
Du bis als Jahrgang 67 aktuell 51 Jahre alt. Bis zu Beginn des Jahres 2023 ist alles so wie oben dargestellt prima geregelt. Doch dann bis Du 55 und hättest noch etwa 12 Jahre Erwerbsleben vor Dir.
Deswegen rate ich Dir und allen anderen denen eine gute Abfindung ins Haus steht, im Sinne dieses Webseiten-Zieles dazu einmal den Zeitrahmen ab 2023 für die Zeit bis ggf. die Ehefrau in den Ruhestand eintritt, zu durchdenken und -besonders wichtig – mit der Partner/in durchzusprechen .
1. Die Abfindung für 20-30 Jahre Erwerbsleben kann niemals-selbst bei Sozialfaktor 1 bis 2 (also Monatsgehälter pro Jahr) die Erwerbslücke von 12 Jahren kompensieren. Hier wirken nur Einkommen der Ehefrau, Geerbtes oder Gespartes, fette Kapitalversicherungen, Einschränkungen bzw. Neustrukturierung der Lebenshaltung usw. . Eine gute Entscheidungshilfe, die realismus-fördernd wirkt, ist die Darstellung der monatsgenauen Netto-Geldeingangsströme ab Januar 2019- Dabei sind die Steuerrückzahlungen für die Jahre 1,2 und 3 mit einzubauen. Wird eine Excel-Tabelle mit 12 x 12 = 144 Zeilen. Bei der zu erwartenden Rentenlücke hilft ein Beratungstermin bei der BFA.
2. Beim Privatiersgedanken geht man i.d. Regel davon aus, das neue Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit zu gestalten. Das geht aber nur dann wirklich gut, wenn man dabei den Partner „mitnimmt“. In der Regel hat dieser nämlich noch die 10-15 Jahre Erwerbsleben vor sich…und vielleicht gefällt dem Partner ja was er macht.Es muss also auch der Partner bei der Reise „mitmachen“. Da hilft unbedingt nur Drüber Reden und über die Konsequenzen sprechen.
3. Wenn allerdings die Abfindungssituation ohnehin nur das i-Tüpfelchen auf einer ohnehin bereits dauer-malediven-fähigen und durchfinanzierten Duo-Privatiers-Situation ist ….dann hat Pkt. 2 keine Relevanz. Aber dann …..sind auch die Jahre 2,3, und 4 gestalterisch unkritisch.
4. Noch zu erwähnen ….der berufliche Wiedereinstieg nach 4 Jahren Abwesenheit ist schwer und i.d.Regel nur mit Abstrichen an Position und Gehalt möglich.Und auch wenn eine neue Position mit Alter 55 dann immer noch seinen Mann/Frau ernährt….ich hatte das mal vor einigen Monaten durchgerechnet…..die fetten Abfindungs-Einzahlungen in private Altersvorsorgeprodukte (Rürup) werden von der Rentenlücke durch vermutlich deutlich geringere RV-Beiträge über 12 Jahre spielend aufgehoben…also Nullsummenspiel.
So und nun viel Erfolg beim Gestalten des spannenden Jahres 2018.
Privatier sagte am 16.Jul.2018 um 10:16 :
Auch für diese wichtigen Ergänzungen noch einmal vielen Dank an Norbert.
Insbesondere für die ersten beiden Punkte möchte ich hier noch zwei Beiträge empfehlen, die die angesprochenen Themen noch etwas vertiefen:
* Vorschlag für einen Finanzplan
* Zwischenschritt zum Privatier
Radantrieb sagte am 16.Jul.2018 um 14:18 :
bin gerade frisch zurück von Rentenkasse und Rechtsanwalt.
Die gute Nachricht vorweg, alle meine weiter oben schon dargelegten Planspiele, gehen so in Ordnung.
Dies funktioniert auch so, aber nur bis zum erreichen beziehungsweise beantragen der Altersrente. Da ich dies mit 63 Jahren vor habe, und hier auch abschlagsfrei in Rente gehen kann, da ich ja vor habe einen Ausgleichsbetrag, aus meiner Abfindungssumme zu zahlen gedenke – durch ausschöpfen des Altersvorsorge Freibetrages.
Jetzt kommt aber der Haken, da ich die neun zehntel Grenze leider nicht mehr erreichen kann, welche besagt, dass ich die Hälfte meines zurückliegenden Arbeitslebens, und hier Zu neun zehntel in der gesetzlichen Krankenversicherung hätte versichert sein müssen, muss ich also hier gezwungenermaßen wieder zurück in die private Krankenversicherung. Es gibt hier natürlich noch den Zuschuss zur Krankenversicherung, den alle gesetzlich Versicherten Rentner auch bekommen.
Das hat jetzt natürlich nichts mit dieser Aufhebungsvertrag/Abfindung Geschichte zu tun, aber dieser Umstand war mir neu, und habe ich so auch noch nie irgendwas gehört oder gelesen.
Radantrieb sagte am 16.Jul.2018 um 14:22 :
Ach ja, eine Sache habe ich doch noch vergessen, welche mir mein Rechtanwalt berichtet hat, und zwar gibt es wohl die Möglichkeit, dass eine Krankheit, welche dann ein hergeht mit Bezug des Krankengeldes, gezahlt von der Krankenversicherung, am und nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses, den Bezug des Arbeitslosengeldes nach hinten verschieben kann. Und die Höhe des Krankengeldes ist ja etwas höher als die Bezüge durch das ALG eins.
AKK sagte am 16.Jul.2018 um 15:22 :
Hallo Radantrieb,
nach meinem Kenntnisstand musst du nicht zurück in die private KV. Du kannst in der KVdR also in der Krankenversicherung der Rentner dich freiwillig versichern. Nachteil ist, dass auf sonstige Einkünfte wie Vermietung, Kapitalerträge, Privatrenten voller KK- Satz (14,6 % aktuell) berappt wird.
Radantrieb sagte am 17.Jul.2018 um 15:49 :
Jetzt habe ich doch noch eine Zusatzfrage zu dem Gesamtkomplex, und zwar folgendes: meine Abfindung beläuft sich auf circa 250.000 €, von dieser Summe gehen circa 35.000 € weg als Einmalzahlung in die Altersvorsorge (ich bin verheiratet).
Verbleiben also circa 215.000 €. Diese Zahlung fließt dann in meinem Fall im Jahr 2020, in dem ich ansonsten keinerlei Einkünfte mehr haben werde. Ich bin in der Steuerklasse 4 veranlagt
Jetzt ist meine Frage, ich weiß es greift jetzt hier die Fünftel Regelung, da eine Zusammenballung ja quasi vor liegt, aber als Berechnung habe ich nur diese Online Rechner im Internet gefunden, gibt es hier noch eine etwas detailliertere Berechnungsmöglichkeit, welche auch die Steuerklasse vier mit ein bezieht?
Oder ist das hier egal, und man kann sich auf diese online Rechner verlassen?
Privatier sagte am 16.Jul.2018 um 15:24 :
„…dieser Umstand war mir neu, und habe ich so auch noch nie irgendwas gehört oder gelesen.“
Dagegen hilft nur, hier immer fleissig mit zu lesen. 😉
Und dann weiß man nämlich auch, dass die Aussage, man müsse bei Nichterfüllung der 9/10 Regel wieder in die private KV zurück, so nicht richtig ist! Richtig ist vielmehr, dass man sehr wohl in der gesetzl. KV bleiben kann, dann allerdings nicht als Pflichtversicherter in der KVdR, sondern als freiwillig Versicherter.
Es hat aber vor nicht langer Zeit eine Verbesserung der 9/10-Regel gegeben! Vielleicht passt es ja doch noch? Einfach mal den Beitrag über die „Verbesserungen bei der 9/10-Regel“ lesen. Und ggfs. den dort verlinkten Beitrag über die KV und Rente.
Radantrieb sagte am 16.Jul.2018 um 16:13 :
Tja, Asche auf mein Haupt. Zu meiner Entschuldigung muss ich jedoch anführen, dass mich zunächst mit den gerade anstehenden Thematiken mehr beschäftigt habe, denn der Rentenbeginn mit 63 ist doch noch in ziemlich weiter Ferne. Und bis dahin fließt noch eine Menge Wasser die Isar hinunter.
Ich gelobe jedoch Besserrung, und schaue mir die verlinkten stellen dann auch an.
AKK sagte am 16.Jul.2018 um 10:52 :
was bedeutet bei einer unwiderruflichen Freistellung, die Anrechnung der Freistellung auf die Rahmenfrist, da ich eine 10 Monate unwiderrufliche Freistellung in meinem Aufhebungsvertrag habe.
Privatier sagte am 16.Jul.2018 um 13:09 :
Natürlich kann Norbert die Frage aus seiner Sicht gerne noch erläutern.
Ich empfehle ergänzend dazu den Beitrag „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln„.
AKK sagte am 16.Jul.2018 um 14:10 :
ich habe mir die beiden Berichte „Arbeitsagentur erfindet neue Regeln“ erneut durchgelesen, nur bin ich mir in meinem Fall nicht ganz sicher, ob ich Probleme mit der AG bekomme und was die Grundlage für die Berechnung von ALG1 ist.
2017 – 11 Monate normales Arbeitsentgelt (150 Tage sind erreicht)
2017/2018 – 2,5 Monate Krankengeld privat
2018 – 0,5 Monate Arbeitsengelt
2018 – 10 Monate unwiderrufliche Freistellung
Sind diese 11 Monate die Basis und genügen (mehr als 150 Tage, falls ich dies richtig verstanden habe) oder wird Krankengeld noch mitgerechnet (lt. neuer Anweisung vielleicht nicht).
Sorry für die blöden Fragen, aber ich tue mir etwas schwer bei diesem Thema.
Privatier sagte am 16.Jul.2018 um 15:11 :
Ich sehe bei diesen Daten keine Gefahr einer fiktiven Einstufung bei der Berechnung des ALG-Anspruches, da die 150 Tage locker erreicht sind.
Voraussetzung ist allerdings, dass die Arbeitslosmeldung nicht hinausgeschoben wird! Konzepte wie das Dispojahr z.B. funktionieren mit diesen Daten dann nicht mehr. Denn schiebt man den Beginn der Arbeitslosigkeit um ein Jahr nach hinten, bleiben rückblickend keine 150Tage mehr übrig.
Norbert sagte am 17.Jul.2018 um 17:14 :
Hallo Robert, der Frage wie die Fünftelregelung funktioniert ist auf dieser Seite glaube ich auch ein Kapitel gewidmet. In Deiner Urmail stand Du beziehst in 2019 noch 4 Gehälter und die Abfindung fliesst Anfang 2020. Ich gehe davon aus das die Zusatz-AV in Höhe von 35 Tsd von Dir privat gezahlt wird, sagen wir im Februar 2020 für das Jahr 2020. Soweit so gut.
Nun bekommst Du eine Abrechnung im Januar 2020 die in etwa wie folgt ausehen wird.
Lohn für mehrjährige Tätigkeit /Abfindung = 250 Tsd.
Ggf. (weiss ein Steuerberater ) noch SV-Abzüge oder auch nicht . Sagen wir mal nicht.
Dann ist 1/5 = 50 Tsd. daraus die Lohnsteuer.
Dieser Wert x 5 ist der Steuerabzug.
Ich würde grob schätzen Steuerabzug 110 Tsd, d.h. Auszahlbetrag 140 Tsd.
Vom Auzahlbetrag wären dann sagen wir im Februar die 35 Tsd AV-Prämie zu zahlen.
So das Dir 105 Tsd verbleiben. In 2021 kommt dann die Steuerrückzahlung aus der AV-Zahlung.
Radantrieb sagte am 17.Jul.2018 um 17:41 :
danke für deine Antwort. Hierzu noch ein paar Erläuterungen.
Die Abfindungsumme beträgt sagen wir mal 250.000 €. Davon geht zunächst der Arbeitgeberanteil ab, und zwar von der Summe, welche mir die DRV errechnet, um damit eine Kürzung der Rente abzufedern, und somit mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Somit werden hier zunächst 20.000 € direkt und unmittelbar an die Rentenkasse überwiesen, die Frage ist jetzt, ob das gleich nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses also im März 2019 erfolgen kann/soll oder erst mit Auszahlung der Abfindung im Januar 2020?
Wenn dann von diesen Freibetrag, in Höhe von circa 40.000 €) noch etwas übrig sein sollte, dann werde ich hier noch entsprechende freiwillige ein Zahlungen leisten. Da die Zuzahlungsmöglichkeiten von der DRV gedeckelt sind, werde ich also diesen Freibetrag in diesem Jahr nicht völlig ausschöpfen können.
Aber egal, es verbleiben also circa 215.000 € der Abfindung übrig, welche nun der Steuerpflicht unterliegen.
Wenn ich diese Summe in einen online Abfindungs Rechner eingebe, und hier kein weiteres Einkommen in diesem Jahr erziele dass Ehegatten splitting nutze, und keine Kirchensteuer abführen muss, dann errechnet mir dieser online Rechner eine netto Abfindungssumme von 184.000 €. D.h., es käme nur zu einem Steuerabzug (Fünftel Regelung) von nur circa 30.000 €.
Und hier ist du meine Frage, ist dies in irgendeiner Art und Weise korrekt, und kann man hier einen Steuersatz in Prozent nennen?
Privatier sagte am 17.Jul.2018 um 19:42 :
Zunächst erst einmal zur Frage weiter oben:
Ich bin nicht so der große Freund von Abfindungsrechnern. Als grobe Orientierung mögen sie in Ordnung sein, ansonsten immer sehr mit Vorsicht zu genießen. Oftmals bieten sie nur sehr simple Eingabemöglichkeiten von Gehalt und Abfindung. Bei jeglicher Art von Optimierung hört es dann schnell auf. Sonderfälle (mit ALG oder bei neg. Grundeinkommen) werden eigentlich nie unterstützt.
Daher: Besser selber rechnen, mit Steuerprogramm, Elster oder Steuerberater.
Wer selber rechnen will, findet in der Beitragsserie über die Fünftelregel (Start hier: https://der-privatier.com/kap-3-3-1-1-hinweise-zur-fuenftelregel-grundlegendes/ ) die wichtigsten Berechnungen erläutert.
Die Steuerklasse spielt übrigens nur bei der Gehaltsabrechnung eine Rolle. Bei der Einkommensteuererklärung am Jahresende ist das völlig unerheblich. Daher wird das auch meistens nicht abgefragt.
Apropos Gehaltsabrechnung: Dazu empfehle ich den Beitrag zur „Jetzt die Abrechnung abstimmen“. Hier: https://der-privatier.com/kap-10-6-1-abfindung-jetzt-die-abrechnung-abstimmen/
radantrieb sagte am 17.Jul.2018 um 21:13 :
ielen Dank, das sehe ich genauso mit diesen Online-Rechnern. Durch das spielen mit Elster ist mir jetzt doch tatsächlich aufgefallen, dass meine Frau auch noch Einkommen hat, somit ist der Steuervorteil dann leider doch nicht so gewaltig.
AAABER. Wir sprechen ja vom Jahr 2020 – dann klappt das noch mit der Scheidung ;-))
Privatier sagte am 17.Jul.2018 um 21:40 :
Naja – soweit muss man es ja nicht unbedingt treiben… 😉
Aber wie wäre es denn mit einer Einzelveranlagung?
49erin sagte am 13.Aug.2018 um 10:11 :
Lieber Herr Privater, lieber Forumsleser,
ich möchte eine kurze Frage stellen, die jedoch nicht ganz in dieses Kapitel passt.
Kurz zu mir: ich bin zum 31.12.2016 aus meinem Arbeitsverhältnis ausgeschieden, Abfindungszahlung in 01/2017, Dispositionsjahr in 2017.
Nun bin ich dabei, über das WISO-Steuerprogramm meine Steuererklärung für 2017 vorzunehmen. Gefragt werde ich nach meinem Beschäftigungsverhältnis. Ich bin während meines Dispositionsjahres weder Angestellte, noch Selbstständig, etc. gewesen, sondern beschäftigungslos. Liegen bei Ihnen/Euch eventuell Erfahrungen diesbezüglich vor, d.h. was man hier eintragen soll? Jede Eintragung hat natürlich eine Folgewirkung auf die weiteren Daten, die im Programm einzugeben sind.
Norbert Pewny sagte am 13.Aug.2018 um 11:05 :
Hallo 49erin,
wenn ich es recht verstanden habe, hast Du in 2017 ausschliesslich die Abfindung bezogen, korrekt ? . Ich verwende das Steuerprogramm der Akad. AG Mannheim. Dort wird in einem solchen Fall eingegeben :
1. Bezüge aus aktiver Tätigkeit
2. Bezüge NUR Abfindung (also für mehrjährige Tätigkeit)
3. Erfassung der Lohnsteuerbescheinigung des AGs, die diesen Einmalbezug dann enthält. Den muss man dann abtippen.
So getan, erzeugt das Programm die Steuerermittlung nach der Fünftelregel. Auch werden-weil ja im Jahr 2017 auch technisch Lohnsteuer abgeflossen ist – die Werbungskostenerfassung für 2017 zugelassen.
Ich denke das WISO müsste ähnlich funktionieren…gib also für 2017 den AN-Status ein, mit Bezügen nur aus mehrjähriger Tätigkeit. Dann liegst Du richtig.
Privatier sagte am 13.Aug.2018 um 15:26 :
Ich nutze (genau so wie Norbert) die Steuersoftware der Akad. Arbeitsgemeinschaft.
Klein Erna sagte am 13.Aug.2018 um 14:10 :
Hallo Herr Privatier, hallo Herr Norbert, ich lese schon eine Weile mit, habe jetzt zu dem Thema einige Fragen:
Ich bin werde dieses Jahr noch 59, habe nach längerer Krankheit die Kündigung erhalten. Bis Juni habe ich Krankengeld bezogen, seither erhalte ich mein Gehalt und bin freigestellt bis 31.12.18. Im Januar 2019 soll meine Abfindung fliessen, hoffentlich mit der 5tel Regelung. Nun geht mein Mann ab Oktober mit Abzügen in die Rente. Meine Überlegung ist, ab Oktober meine Steuerklasse in 3 zu ändern, um für die restlichen 3 Monate des Jahres mehr Nettogehalt zu beziehen, aber auch, um die Lohnersatzleistungen (evtl. Krankengeld ab Januar?) und die Abfindung mit Steuerklasse 3 abzurechnen. Ich weiß, dass Lohnersatzleistungen in der Einkommenssteuer zur Progession hinzugerechnet werden, bin mir unsocher, was ich sinnvollerweise tun kann? Nochmal zusammengefasst: ich Krankengeld bis Juni, dann Entgelt bis Ende 2018. Mein Mann Entgelt bis 30.09, ab Oktober Rentner. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen? Vielen Dank im voraus und liebe Grüße.
Privatier sagte am 13.Aug.2018 um 17:22 :
Die kurze Antwort lautet: Die Überlegung ist gut. Ich würde die Steuerklasse auch wechseln.
Begründung: Die Steuerklassen spielen eigentlich gar keine große Rolle. Sie entscheiden nur über die Abzüge von Lohn und Gehalt. Am Jahresende nach der Steuererklärung kommt unabhängig von der Wahl der Steuerklassen immer dasselbe Ergebnis heraus.
Das gilt allerdings nur, solange keine Lohnersatzleistungen bezogen werden. Da im kommenden Jahr wahrscheinlich auch der Bezug von ALG ansteht, wäre es sehr wichtig, bereits zu Beginn des Jahres (besser noch zum Ende des Vorjahres) eine günstige Steuerklasse zu wählen (also: drei), da sich die Höhe des ALG auch nach der Steuerklasse richtet. Für den Ehemann spielt dies keine Rolle mehr, da er als Rentner zwar steuerpflichtig ist, diese aber nicht direkt einbehalten werden. Seine Steuerklasse ist daher nicht mehr relevant.
Was die Steuer-Berechnung der Abfindung angeht, so hilft der Wechsel der Steuerklasse nicht in allen Fällen! Ich empfehle dazu einmal den Beitrag „Abfindung – Jetzt die Abrechnung abstimmen„.
Klein Erna sagte am 13.Aug.2018 um 17:39 :
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich werde die Steuerklasse für Oktober in drei ändern lassen. Im Bezug auf die Abfindung hat mein RA leider nur im Vergleich vermerken lassen, dass die Abfindung nicht vor Anfang Januar 19 fliessen soll. Es könnte daher sein, dass die Sachbearbeiterin das als Nachberechnung für Dezember 18 laufen lässt. Sie gönnt mir die Abfindung leider nicht, daher kann ich im Vorfeld nicht auf Mithilfe hoffen. Haben Sie noch einen Tipp?
Norbert sagte am 13.Aug.2018 um 19:07 :
Für das vom FA abzuschöpfende Steuersubstrat gilt das Ablflussprinzip. Wie lautet der genaue Wortlaut. Wenn er lauter “ ….nicht vor xxx zur Auszahlung fällig werden “ oder ähnlich gilt definitiv das Zuflussprinzip. Im übrigen sollte schon mit der Dezemberlohnabrechung die 18er Jahreslohnbescheinigung mit übergeben werden. Und für 2019 dann eine weitere ….
Privatier sagte am 14.Aug.2018 um 08:47 :
Norbert hat Recht: In Deutschland gilt das Zufluss-/Abfluss-Prinzip.
Bedeutet: Einkünfte sind in dem Veranlagungszeitraum zu versteuern, in dem sie zufliessen. Und daran hat sich auch der Arbeitgeber zu halten! Es muss hier zwei getrennte Steuerbescheinigungen geben. Eine für 2018 mit dem „normalen“ Jahresgehalt und eine für 2019 mit der Abfindung.
Leider zeigt die Praxis, dass das trotzdem im Einzelfall schon einmal nicht funktioniert. Und darum rate ich immer dazu, die Abrechnung und deren Modalitäten im Vorfeld zu klären. Es kann noch deutlich mehr schief gehen (Beispiele dazu habe ich im oben verlinkten Beitrag aufgeführt).
Wenn ein solches (freundliches) Gespräch nicht mehr möglich ist und zudem absehbar ist, dass hier womöglich absichtlich nachteilige Vorgehensweisen geplant sind, wäre ggfs. einmal ein Hinweis auf die rechtliche Situation (insbesondere §38 u. §39 EStG) sowie die damit verbundenen Folgen (Schadensersatz, etc.) angebracht. Das sollte aber dann unbedingt mit dem RA abgesprochen und durch diesen veranlasst werden.
Klein Erna sagte am 14.Aug.2018 um 17:53 :
Vielen Dank an Norbert und an Privatier, ich habe das auch so im Internet nachgelesen. Da die Abrechnungen durch ein Steuerbüro erstellt werden, hoffe ich mal, dass es korrekt abläuft, weiß jedoch, dass die Vorgaben natürlich von der Sachbearbeiterin gemacht werden. Ich werde schauen, ob ich mit der Dezemberabrechnung den Jahresbescheid 2018 erhalte. Alternativ werde ich mit die Option im Hinterkopf behalten auf die §38 + 39 hinzuweisen, notfalls mit Anwalt. Danke für die Hinweise.