Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20U%201969/00
Timestamp: 2019-04-21 21:10:31
Document Index: 382926582

Matched Legal Cases: ['§ 256', '§ 18', 'BGH', 'BGH', '§ 18', '§ 253', '§ 253', 'BGH', 'BGH']

KG, 02.09.2002 - 12 U 1969/00 - dejure.org
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines Verkehrsunfalls bei einer Mithaftung des Geschädigten von 25 %, Anforderungen an Auswahl und Überwachung eines Verrichtungsgehilfen bei Einsatz als Kraftfahrer sowie im Rahmen gefährlicher mit "gravierenden Risiken" für Dritte verbundener Arbeiten
NJW-RR 2003, 24
NZV 2003, 416
VersR 2003, 606
Das gemäß § 256 ZPO erforderliche Feststellungsinteresse ergibt sich bereits aus der drohenden Verjährung und der Zahlungsverweigerung der Beklagten (vgl. KG, Urteil vom 02. September 2002 - 12 U 1969/00 - KG, Urteil vom 07. April 1998-5 U 3852/97-).
§ 18 StVG findet keine Anwendung (KG KGR 2001, 314, 315; VersR 2003, 606, 607;… Kaufmann in Geigel, Der Haftpflichtprozess 26. Aufl. Kap. 26 Rn. 41).
Danach kann der Straßenbahnführer in der Regel darauf vertrauen, dass ein Verkehrsteilnehmer, den er vor sich auf den Gleisen in einem Abstand sieht, der dem Bremsweg der Bahn nahe kommt, diese rechtzeitig vor der herannahenden Straßenbahn verlässt (BGH NZV 1991, 114, 115; KG VersR 2003, 606, 607).
bb) Der Vertrauensgrundsatz gilt grundsätzlich auch gegenüber Kindern (BGH NZV 1997; 391; KG VersR 2003, 606, 607).
Wenn besondere Umstände vorliegen, gilt der Vertrauensgrundsatz nicht (KG VersR 2003, 606, 607).
Insbesondere gibt es keinen Vertrauensschutz dahingehend, dass in Richtung des Gleisbetts rennende Kinder in erkennbarem Alter von etwa zehn Jahren rechtzeitig stehen bleiben (KG VersR 2003, 606, 607).
Das Gericht hat bei der Bemessung des Schmerzensgeldes deshalb alle für die Festsetzung maßgeblichen Umstände ebenso zu berücksichtigen wie die Rechtsprechung zur Bewertung vergleichbarer Fallgestaltungen (KG, VersR 2003, 606, 609; OLG Frankfurt, VersR 1990, 1287).
Ausweislich der erstinstanzlichen Feststellungen hat die Beklagte zu 1) den Beklagten zu 2) in ausreichender Form ausgewählt und überwacht, insbesondere auch durch verdeckte Kontrollfahrten (vgl. KG Berlin, Urteil vom 02.09.2002, Az. 12 U 1969/00, Rn. 91 ff., zitiert nach juris).
Eines entsprechenden Nachweises bedurfte es, da das Haftpflichtgesetz eine § 18 Abs. 1 StVG entsprechende Beweislastnorm nicht kennt (vgl. KG Berlin, Urteil vom 02.09.2002, Az. 12 U 1969/00, Rn. 42, zitiert nach juris, m. w. N.).
Verdeckte Kontrollfahrten sind jedenfalls geboten, wenn es um die Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr geht (vgl. KG, Urteile vom 2. September 2002 - 12 U 1969/00 - 9. April 2001 - 12 U 8410/99 -).
Dabei steht der Entschädigungs- und Ausgleichsgedanke im Vordergrund (KG NJW-RR 2003, 24, 26;… Heinrichs in Palandt, BGB, 68. Auflage, § 253 Rn. 11).
Dabei steht der Entschädigungs- und Ausgleichsgedanke im Vordergrund (KG NJW-RR 2003, S. 24, 26;… Palandt-Heinrichs, BGB, 65.A., § 253 Rdnr. 11).
Hierbei ist zu beachten, dass für vergleichbare Verletzungen, unabhängig vom Haftungsgrund, ein möglichst annähernd gleiches Schmerzensgeld zu gewähren ist (BGH, VersR 70, 281, [BGH 19.12.1969 - VI ZR 111/68] Hamm, NJW-RR 93, 537, KG, NJW-RR 03, 24 [KG Berlin 02.09.2002 - 12 U 1969/00] ), weshalb den Schmerzensgeldtabellen bei der Bemessung des Schmerzensgeldes eine wichtige und unverzichtbare Bedeutung zukommt.
Er hält sich im Rahmen aktueller Gerichtsentscheidungen in vergleichbaren Fällen und berücksichtigt, dass erst der schwere Pflichtverstoß die Beeinträchtigungen hervorgerufen hat (vgl. dazu OLG Stuttgart VersR 2000, 1108; VersR 2001, 1560; VersR 2002, 235; VersR 2003, 376; OLG Saarbrücken OLG-Report 2001, 240; OLG Hamm VersR 2002, 1164; KG VersR 2003, 606; OLG Köln vom 20.3.2002 - 5 U 153/01).