Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202003,%201367
Timestamp: 2019-12-06 03:14:32
Document Index: 288812440

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', '§ 51', '§ 138', '§ 166', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', '§ 288', '§ 291', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.05.2003 - IX ZR 218/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,335
BGH, 15.05.2003 - IX ZR 218/02 (https://dejure.org/2003,335)
BGH, Entscheidung vom 15.05.2003 - IX ZR 218/02 (https://dejure.org/2003,335)
BGH, Entscheidung vom 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02 (https://dejure.org/2003,335)
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InsO § 166 Abs. 2; ZPO § 51 Abs. 1
Kein Einziehungsrecht des Insolvenzverwalters für Bereicherungsanspruch bei Zahlung an zweiten Zessionar
Gerichtliche Geltendmachung einer nicht zur Insolvenzmasse gehörenden Forderung durch den Insolvenzverwalter im Wege der gewillkürten Prozessstandschaft; Einziehungsermächtigung des Insolvenzverwalters mit Verwertungsabrede zu Gunsten der Masse; Rechtliches Interesse an ...
Einziehung einer Forderung als massefremdes Recht durch Insolvenzverwalter im Wege der gewillkürten Prozessstandschaft
Mehrfache Abtretung und Insolvenz; Gewillkürte Prozeßstandschaft für Insolvenzverwalter
Zur Frage der Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters hinsichtlich eines Bereicherungsanspruchs des vorrangigen Sicherungsnehmers gegenüber dem zweiten Zessionar, an den mit befreiender Wirkung gezahlt worden ist
Verfahrensrecht - Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters
Einziehungsrecht des Verwalters bei mehrfach abgetretener Forderung
BGB § 138; InsO § 166; ZPO § 51
Insolvenzverwalter; Forderungseinzug; gewillkürte Prozessstandschaft; sittenwidrige Übersicherung
Zusammenfassung von "Einziehungsrecht des Verwalters bei mehrfach abgetretener Forderung" von Rechtsanwalt Dr. Martin Northoff, original erschienen in: DZWIR 2003, 431 - 435.
BGH, 02.12.2004 - IX ZR 218/02
NJW-RR 2003, 1490
ZIP 2003, 1256
MDR 2003, 1259
NZI 2003, 496
WM 2003, 1367
BB 2003, 1526
ZfBR 2003, 562
b) Dem vorläufigen Insolvenzverwalter sind Verwertungs- und Abwicklungsmaßnahmen aus eigenem Recht in der Regel nicht gestattet (BGHZ 144, 192, 199; 146, 165, 172; 154, 72, 79;… BGH, Urt. v. 11. Juli 2002 - IX ZR 262/01, ZIP 2002, 1630, 1632; Urt. v. 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, WM 2003, 1367).
Danach unterlagen die Mietzinsforderungen gegen die Drittschuldner weiterhin dem Einziehungsrecht der Klägerin (vgl. BGHZ 154, 72, 79ff; BGH, Urt. v. 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, aaO S. 1368).
Soweit das Berufungsgericht dem Kläger die "Aktivlegitimation" für die primär aus eigenem Recht (als Insolvenzverwalter) geltend gemachten Rückzahlungsansprüche wegen deren vermeintlich wirksamer Verpfändung an die HeLaBa abgesprochen hat (vgl. dazu BGH, Urt. v. 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, ZIP 2003, 1256 f.), kann das schon deshalb keinen Bestand haben, weil die von den Beklagten zu 1 bis 3 in der Revisionsinstanz vorgelegten Verpfändungsanzeigen vom 9. November 1998 nur von dem Vorstandsmitglied Dr. P. der Schuldnerin unterzeichnet sind, obwohl er aufgrund einer von der Hauptversammlung der Schuldnerin am 13. August 1998 beschlossenen und am 9. Oktober 1998 in das Handelsregister eingetragenen Änderung der Vertretungsverhältnisse der Schuldnerin zu deren Alleinvertretung nicht mehr befugt war.
Ob und inwieweit die von dem Kläger geltend gemachten Forderungen auch von dem zwischen der Schuldnerin und der HeLaBa abgeschlossenen Globalzessionsvertrag erfasst werden sollten, kann hier dahinstehen, weil dies - im Gegensatz zu einer Forderungsverpfändung - an der Einziehungsbefugnis des Klägers gemäß § 166 Abs. 2 InsO nichts ändern würde (vgl. BGH, Urt. v. 15. Mai 2003 aaO).
Dem Kläger können lediglich gemäß § 288 Abs. 1 Satz 2, § 291 Satz 2 BGB Rechtshängigkeitszinsen ab Zustellung der mit Schriftsatz vom 6. Juli 2016 auf Zahlung umgestellten Klage zuerkannt werden (vgl. BGH, Urteil vom 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, NJW-RR 2003, 1490, 1492 f).
Die dem Verwalter durch § 166 Abs. 2 InsO eingeräumte vorrangige Verfügungs- und Einziehungsbefugnis beginnt erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens (BGH, Urt. v. 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, WM 2003, 1367).
Dem vorläufigen Insolvenzverwalter sind Verwertungs- und Abwicklungsmaßnahmen aus eigenem Recht in der Regel nicht gestattet (BGHZ 144, 192, 199; BGH, Urt. v. 15. Mai 2003, aaO).
Bereicherungsrechtliche Ausgleichsforderungen, die aus der Erfüllung folgen könnten, werden von § 166 Abs. 2 InsO nicht erfasst (vgl. BGH, Urt. v. 15. Mai 2003, aaO S. 1367 f).
Sie setzt neben der wirksamen Ermächtigung durch den Berechtigten ein eigenes schutzwürdiges Interesse des Klägers voraus (BAG 19. März 2002 - 9 AZR 752/00 - BAGE 100, 369, 375; BGH 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02 - WM 2003, 1367).
Der Verwalter kann deshalb nur aus abgetretenem Recht des Sicherungszessionars oder als dessen Prozessstandschafter tätig werden (BGH, Urteil vom 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, WM 2003, 1367, 1368; Beschluss vom 25. September 2003 - IX ZR 213/03, NZI 2004, 29;… ebenso HK-InsO/Landfermann, 7. Aufl., § 166 Rn. 27;… Uhlenbruck/Brinkmann, InsO, 14. Aufl., § 166 Rn. 29).
Vielmehr hält sie einen Vertrag, der eine anfängliche Übersicherung beinhaltet, für sittenwidrig, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen dem realisierbaren Wert der Sicherheit und der gesicherten Forderung besteht (BGH…, Urteil vom 12.3.1998, IX ZR 74/95, NJW 1998, 2047, Rn. 11; BGH, Urteil vom 15.5.2003, IX ZR 218/02, NJW-RR 2003, 496, Rn. 30; OLG Hamm…, Urteil vom 9.10.2001, 21 U 6/01, WM 2002, 451, Rn. 35).
Denn die Klausel führt zu einer anfänglichen Übersicherung, weil ein auffälliges Missverhältnis zwischen dem realisierbaren Wert der Sicherheit und der gesicherten Forderung besteht (BGH…, Urteil vom 12.3.1998, IX ZR 74/95, NJW 1998, 2047, Rn. 11; BGH, Urteil vom 15.5.2003, IX ZR 218/02, NJW-RR 2003, 496, Rn. 30; OLG Hamm…, Urteil vom 9.10.2001, 21 U 6/01, WM 2002, 451, Rn. 35).
Dieser kann in seiner Eigenschaft als Verwalter ermächtigt werden, eine an einen Dritten abgetretene Forderung im Wege der Prozessstandschaft geltend zu machen (BGH, Urt. v. 15. Mai 2003 - IX ZR 218/02, WM 2003, 1367, 1368).
Eine solche Ermächtigung kann gerade dann erteilt werden, wenn unklar ist, ob die einzuziehende Forderung zur Sicherheit abgetreten oder aber verpfändet ist, oder wenn aus anderen Gründen nicht sicher entschieden werden kann, ob das Verwertungsrecht an der Forderung dem Zessionar oder dem Verwalter zusteht (vgl. BGH, Urt. v. 15. Mai 2003, aaO).
Das rechtliche Interesse des Klägers folgt aus der von ihm behaupteten Vereinbarung über eine Beteiligung der Masse am Ergebnis der Einziehung (vgl. BGH Urteil vom 27.03.2008, IX ZR 65/06, - juris Rn.11; Urteil vom 15.05.2003, IX ZR 218/02, - juris Rn.15 ff.).
BGH, 25.09.2003 - IX ZR 213/03
Einziehungsrecht und Prozeßstandschaft des Insolvenzverwalters
BGH, 12.11.2009 - VII ZR 65/09
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