Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-02-2015-2C_303-2014&lang=de&type=show_document
Timestamp: 2017-10-22 21:27:05
Document Index: 51779656

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_303/2014 20.02.2015
2C_303/2014
Die philippinische Staatsangehörige A.A.________ (geb. 1975) heiratete am 14. Februar 2012 den Schweizer Bürger B.A.________ (geb. 1967), worauf ihr am 28. Februar 2012 die Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Am 15. April 2013 reisten die vier Kinder von A.A.________ aus früheren Beziehungen, C.________ (geb. 1992), D.________ (geb. 1997), E.________ (geb. 1998) und F.________ (geb. 2004) mit einem Touristenvisum in die Schweiz ein.
Dagegen erhoben A.A.________ und B.A.________ sowie C.________ am 9. September 2013 Beschwerde an das Verwaltungsgericht dies Kantons Solothurn. Die Beschwerde von C.________ wurde am 6. Januar 2014 zurückgezogen.
A.A.________ sowie B.A.________ erheben mit gemeinsamer Eingabe vom 28. März 2014 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht mit dem Antrag, es sei ihnen der Nachzug der Kinder D.________ und E.________ zu bewilligen und diesen Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib bei A.A.________ und B.A.________ zu erteilen. Zugleich ersuchen sie um Erteilung der unentgeltliche Rechtspflege.
Die Beschwerdeführer berufen sich in erster Linie auf einen Rechtsanspruch gestützt auf Art. 42 Abs. 2 AuG.
Ein anderer landesrechtlicher Bewilligungsanspruch ist nicht ersichtlich. Art. 42 Abs. 1 AuG kommt nicht in Betracht, da der Beschwerdeführer nicht der Vater, sondern der Stiefvater der Kinder ist (BGE 137 I 284 E. 1.2 S. 286 f.). Art. 44 AuG ist sodann eine Kann-Bestimmung und gibt den Kindern einer Person mit Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch auf Bewilligung (BGE 139 I 330 E. 1.2 S. 332 f.; 137 I 284 E. 1.2 S. 286 f.).
Die Beschwerdeführer sind der Meinung, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, weil die Vorinstanz die Kinder D.________ und E.________ nicht angehört habe.
Zu prüfen bleibt, ob wichtige familiäre Gründe vorliegen:
Die Rückweisung mit offenem Ausgang gilt praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerdeführer; es sind daher keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Die Beschwerdeführer haben Anspruch auf Parteientschädigung für das Verfahren vor Bundesgericht (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 24. Februar 2014 wird aufgehoben. Die Sache wird zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.
Der Kanton Solothurn hat den Beschwerdeführern für das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.