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Timestamp: 2016-10-24 05:20:51
Document Index: 222400388

Matched Legal Cases: ['Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 85', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 61', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'in fine', 'Art. 61', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 52', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 23', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 10', 'Art. 82', 'Art. 23']

134 V 16220. Auszug aus dem Urteil der II. sozialrechtlichen Abteilung i.S. C. gegen IV-Stelle des Kantons Z�rich (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
9C_853/2007 vom 15. April 2008
Art. 61 let. b LPGA; art. 52 PA; art. 2 al. 2 CC; d�lai suppl�mentaire en vue de r�gulariser le recours dont la motivation est inexistante ou insuffisante. Conditions pos�es � la reconnaissance d'un abus de droit permettant de renoncer au d�lai suppl�mentaire pr�vu par la loi en vue de r�gulariser le recours dont les conclusions ne sont pas ou insuffisamment motiv�es (pr�cision de jurisprudence; consid. 5.2). Faits � partir de page 162
BGE 134 V 162 S. 162
A. Mit Verf�gung vom 26. September 2007 verneinte die IV-Stelle des Kantons Z�rich (nachfolgend: IV-Stelle) den Anspruch des C. auf eine Invalidenrente. Am 25. Oktober 2007 reichte lic. iur. L. von der DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG im Auftrag von C. beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich eine "vorsorgliche Beschwerde" ein mit dem Antrag auf Aufhebung der Verf�gung und Zusprechung von mindestens einer Viertelsrente. Prozessual ersuchte sie um Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur eingehenderen Beschwerdebegr�ndung. Sie f�hrte aus, infolge der sehr kurzfristigen Mandatierung h�tten die IV-Akten nicht eingesehen und deshalb die Annahmen und Berechnungen der Verwaltung nicht �berpr�ft werden k�nnen. Mit Eingabe vom 5. November 2007 modifizierte und begr�ndete sie das Rechtsbegehren. Mit Beschluss vom 13. November 2007 trat das kantonale Sozialversicherungsgericht auf die Beschwerde nicht ein.
B. Die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG erhebt namens von C. Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der Beschluss vom 13. November 2007 sei BGE 134 V 162 S. 163aufzuheben und die Vorinstanz zu verpflichten, auf die Beschwerde vom 25. Oktober 2007 einzutreten.
Die IV-Stelle beantragt die Abweisung der Beschwerde. Kantonales Gericht und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
1. Es ist unbestritten, dass die vorsorglich am 25. Oktober 2007 bei der Vorinstanz eingereichte Beschwerde gegen die den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinende Verf�gung vom 26. September 2007 rechtzeitig war, aber den Anforderungen an die Begr�ndung nach Art. 61 lit. b Satz 1 ATSG (SR 830.1) nicht gen�gte. Ebenfalls steht ausser Frage, dass die Eingabe vom 5. November 2007 eine hinreichende Begr�ndung der Rechtsbegehren enthielt, indessen erst nach Ablauf der ordentlichen Beschwerdefrist (Art. 60 ATSG) einging. Hingegen ist streitig, ob die Vorinstanz gem�ss Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG eine Nachfrist h�tte ansetzen und auf die Beschwerde sowie die nachtr�gliche Eingabe vom 5. November 2007 h�tte eintreten m�ssen.
2. Nach Art. 61 lit. b ATSG muss die Beschwerde eine gedr�ngte Darstellung des Sachverhaltes, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begr�ndung enthalten. Gen�gt sie diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht der Beschwerde f�hrenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird. Diese Vorschrift stimmt inhaltlich �berein mit dem bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Art. 85 Abs. 2 lit. b AHVG (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts H 305/03 vom 6. Mai 2004, E. 3.2), mit Art. 52 VwVG (SR 172.021; vgl. BGE 112 Ib 634 E. 2b S. 635) sowie mit Art. 10 Abs. 1 und 5 ATSV (SR 830.11; f�r das Einspracheverfahren; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007, E. 3.2). Die zu diesen Bestimmungen ergangene Rechtsprechung ist somit auch im Anwendungsbereich des Art. 61 lit. b ATSG von Bedeutung.
Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. b ATSG und der Rechtsprechung ist grunds�tzlich in jedem Fall einer ungen�genden Begr�ndung eine Nachfrist anzusetzen, sofern der Beschwerdewille rechtzeitig und in prozessual geh�riger Form klar bekundet worden ist. Die Einr�umung einer solchen Frist steht nicht im Belieben des BGE 134 V 162 S. 164kantonalen Versicherungsgerichtes. Vorbehalten ist der Fall eines offenbaren Rechtsmissbrauchs (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 116 V 353 E. 2b S. 356; BGE 112 Ib 634 E. 2b S. 635; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007, E. 3.2, und Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 99/06 vom 8. September 2006, E. 2.2).
3. Der Beschwerdef�hrer war im vorinstanzlichen Verfahren durch eine Rechtsschutzversicherung vertreten. Das Mandat betreute eine Juristin (lic. iur.), welche als rechtskundig zu gelten hat. Dieser war bewusst, dass in der mit "vorsorgliche Beschwerde" bezeichneten Eingabe vom 25. Oktober 2007 das Begehren um Zusprechung mindestens einer Viertelsrente nicht begr�ndet war. Den Mangel der fehlenden Begr�ndung rechtfertigte sie damit, sie sei vom Beschwerdef�hrer erst kurz vor Ablauf der Frist kontaktiert und mandatiert worden. Sie habe die IV-Akten noch nicht einsehen und deshalb die Annahmen und Berechnungen der Verwaltung nicht rechtzeitig �berpr�fen k�nnen.
Die Vorinstanz hat diese Argumentation nicht als stichhaltig erachtet. Nach ihrer Auffassung w�re die Vertreterin gehalten gewesen, zumindest eine summarische Begr�ndung einzureichen. Dass sie erst am 23. Oktober 2007 mandatiert worden und bis zur Beschwerdeerhebung keine einl�ssliche Instruktion erfolgt sei, �ndere nichts. "Entweder h�tte sich die Rechtsvertreterin Zeit f�r eine Instruktion nehmen m�ssen, welche es ihr auch ohne Einsicht in die Akten der Beschwerdegegnerin erlaubt h�tte, eine summarische Begr�ndung einzureichen. Oder aber sie h�tte das Mandat nicht annehmen d�rfen."
4. 4.1 Ein die Anwendung von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG ausschliessender offenbarer Missbrauch ist zu bejahen, wenn ein Anwalt oder eine sonstige rechtskundige Person eine bewusst mangelhafte Rechtsschrift einreicht, um damit eine Nachfrist zur Begr�ndung zu erwirken (RKUV 1988 Nr. U 34 S. 31, U 30/87; ferner BGE 108 Ia 209 E. 3 S. 212; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007, E. 3.3). Das formelle Erfordernis der Begr�ndung des Rechtsbegehrens gem�ss Satz 1 von Art. 61 lit. b ATSG w�rde sonst seines Sinnes entleert, wenn jede Beschwerde f�hrende Person dadurch, dass sie die Antr�ge nicht oder nicht rechtsgen�glich begr�ndet, �ber die Nachfrist von Satz 2 zus�tzlich Zeit f�r die Begr�ndung erwirken k�nnte (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 126/05 vom 6. Juni 2005, E. 4.2). BGE 134 V 162 S. 165
4.2 Rechtskundigkeit f�r sich allein genommen l�sst indessen nicht den Schluss auf Rechtsmissbrauch zu (vgl. Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts H 270/85 vom 7. M�rz 1986, publ. in: ZAK 1986 S. 425, E. 3, und H 176/92 vom 21. Januar 1993, E. 2 [Nachfristansetzung bei fehlender Anwaltsvollmacht]; ferner zu Art. 52 VwVG, ZBl 107/2006 S. 504, 1A.253/2005, E. 3.4, und BGE 112 Ib 634 [wo der damalige Beschwerdef�hrer anwaltlich vertreten war]). Selbst bei Fehlen einer Begr�ndung ist die Ansetzung einer Nachfrist nach Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG nicht ausgeschlossen. Massgebend sind die jeweiligen konkreten Umst�nde, wie die - allerdings nicht ganz einheitliche - Gerichtspraxis zeigt:
4.2.1 In den Urteilen des Eidg. Versicherungsgerichts U 30/87 vom 15. September 1987, publ. in: RKUV 1988 Nr. U 34 S. 31, und I 467/97 vom 29. Oktober 1998 war entscheidend, dass die jeweiligen Rechtsvertreter schon im Verwaltungsverfahren f�r die Beschwerdef�hrer t�tig gewesen waren. Sie hatten somit die Akten gekannt oder sie h�tten diese zumindest rechtzeitig edieren k�nnen. Es w�re den Rechtsvertretern, so das Eidg. Versicherungsgericht, daher zumutbar gewesen, eine begr�ndete oder wenigstens summarisch begr�ndete Beschwerde zu verfassen. Die Einreichung einer Beschwerde ohne Begr�ndung kurz vor Ablauf der Beschwerdefrist sei rechtsmissbr�uchlich. Ein solches Verhalten verdiene keinen Rechtsschutz in Form der Gew�hrung einer Nachfrist f�r die Begr�ndung der Beschwerde (U 30/87, E. 2b, und I 467/97, E. 4b).
4.2.2 Im Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 77/00 vom 15. Mai 2000 war der rechtskundige Vertreter sieben Arbeitstage vor Ablauf der Beschwerdefrist mandatiert worden und hatte noch am selben Tag bei der IV-Stelle unter Hinweis auf die Dringlichkeit die Akten einverlangt. Nachdem er diese nicht fristgerecht erhalten hatte, reichte er am letzten Tag der Frist eine Beschwerde ohne Begr�ndung ein. Das kantonale Sozialversicherungsgericht trat auf das Rechtsmittel nicht ein, was das Eidg. Versicherungsgericht best�tigte. Es erwog, der Rechtsvertreter h�tte aus dem Beiblatt zur Verwaltungsverf�gung wesentliche Begr�ndungselemente (Einkommensvergleich, zumutbare T�tigkeit, Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit) ersehen k�nnen. Zudem habe der Beschwerdef�hrer bereits im Vorbescheidverfahren eine Eingabe gemacht. Zus�tzliches Wissen habe der Rechtsvertreter auch anl�sslich des Instruktionsgespr�chs erlangt. Mit diesem Wissen w�re es m�glich und zumutbar gewesen, innert der Rechtsmittelfrist mindestens eine summarische Beschwerdebegr�ndung abzugeben (E. 4). BGE 134 V 162 S. 166
4.2.3 Im Urteil C 271/97 vom 28. November 1997 erachtete das Eidg. Versicherungsgericht den Vorwurf des �berspitzten Formalismus - willk�rliche Anwendung einer Art. 61 lit. b ATSG entsprechenden Vorschrift des kantonalen Rechts - gegen�ber der Vorinstanz, welche auf eine nicht begr�ndete Beschwerde nicht eingetreten war und es abgelehnt hatte, eine Nachfrist f�r die Begr�ndung anzusetzen, als nicht gerechtfertigt. Es stellte fest, nichts deute darauf hin, dass es der Rechtsvertreterin trotz der geltend gemachten Zeitknappheit - Mandatierung am Freitag, Ablauf der Rechtsmittelfrist am folgenden Montag - nicht zumutbar gewesen w�re, die Beschwerde wenigstens summarisch zu begr�nden (E. 2d; in gleichem Sinne auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts C 38/99 vom 27. Dezember 1999, E. 2b). Schliesslich erachtete das Bundesgericht im Urteil 2P.348/1996 vom 31. Oktober 1996 die Weigerung des z�rcherischen Regierungsrates, gest�tzt auf � 23 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes eine Nachfrist zur Begr�ndung der Beschwerde zu gew�hren, unter dem Gesichtspunkt des Willk�rverbots als nicht �berspitzt formalistisch. Nach Auffassung des Gerichts w�re es dem Rechtsbeistand auch ohne die Verfahrensakten zumutbar gewesen, den Rekurs innert Frist aufgrund des anzufechtenden Entscheids und der Instruktion mit den Beschwerdef�hrern summarisch zu begr�nden. Die Annahme der Vorinstanz, das Verhalten des Rechtsbeistandes ziele insoweit m�glicherweise auf eine unzul�ssige Verl�ngerung der nicht erstreckbaren Rekursfrist ab, sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (E. 4d).
4.2.4 Nach dem Inkrafttreten des ATSG best�tigte das Bundesgericht im Urteil I 790/06 vom 14. Juni 2007 das Nichteintreten der Vorinstanz auf eine vorsorglich erhobene Beschwerde und deren Weigerung, gest�tzt auf Art. 61 lit. b ATSG (und die damit inhaltlich �bereinstimmende einschl�gige kantonale Vorschrift; vgl. Art. 82 Abs. 2 ATSG und BGE 130 V 320 E. 2.1 S. 324) eine Nachfrist zur Einreichung der Begr�ndung anzusetzen, sobald ein erwarteter Arztbericht eingetroffen sei. Das kantonale Versicherungsgericht hatte dieses Vorgehen der rechtskundigen Vertreterin des Beschwerdef�hrers als offensichtlich rechtsmissbr�uchlich erachtet, was das Bundesgericht als mit dem Gesetz und der Rechtsprechung vereinbar bezeichnete.
Anders entschied das Eidg. Versicherungsgericht im Urteil I 711/06 vom 8. November 2006. Die Vorinstanz hatte die Ansetzung einer Nachfrist mit der Begr�ndung abgelehnt, die von einer BGE 134 V 162 S. 167rechtskundigen Person verfasste Beschwerdeschrift setze sich in keiner Weise mit dem formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens der IV-Stelle auf die Einsprache der Versicherten auseinander. Das Gericht liess offen, ob die Vorinstanz das Vorliegen einer rechtsgen�glichen Beschwerdebegr�ndung in der Sache zu Recht verneint habe. Es stellte fest, das kantonale Gericht w�re so oder anders gehalten gewesen, der Beschwerdef�hrerin eine Nachfrist zur Verbesserung der den gesetzlichen Anforderungen nicht gen�genden Eingabe zu setzen, mit der Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Nur ein offensichtlicher Rechtsmissbrauch verm�chte den Verzicht auf die Einr�umung einer Nachfrist zu begr�nden. Ein solcher liege aber nicht vor. Der Umstand allein, dass die Beschwerdef�hrerin vertreten gewesen sei und die Rechtsvertreterin eine mangelhafte Rechtsschrift eingereicht habe, stelle keinen Rechtsmissbrauch dar, geschweige denn einen offensichtlichen. Es best�nden keine Anhaltspunkte, dass sie die - unstreitig vorhandene - Beschwerdebegr�ndung bewusst so gefasst habe, um damit eine Nachfrist zu erwirken (E. 3.2).
5. 5.1 Der Sinn der Nachfrist nach Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG besteht im Schutz der rechtsunkundigen Partei, welche erst kurz vor Ablauf der Anfechtungsfrist in Unkenntnis der formellen Anforderungen eine namentlich ungen�gend begr�ndete Beschwerdeschrift einreicht. Sie soll - bei klar bekundetem Anfechtungswillen - nicht deshalb um die Rechtsmittelm�glichkeit gebracht werden (vgl. BGE 108 Ia 209 E. 2b S. 210). Mit dieser ratio legis vertr�gt es sich nicht, diejenige Partei schlechter zu stellen, welche kurz vor Ablauf der Anfechtungsfrist einen Rechtsvertreter mandatiert, sei es weil sie sich erst dann zu einer Beschwerde entschliessen konnte, sei es aus Nichtwissen darum, dass eine substanziierte Begr�ndung in der Regel gen�gende Aktenkenntnis erfordert, und diesem damit verunm�glicht, eine hinreichend begr�ndete Eingabe zu verfassen. Die Ablehnung des Mandats in einem solchen Fall, was gem�ss Vorinstanz als eine m�gliche Alternative in Betracht zu ziehen ist (E. 3 in fine), wird dem Schutzgedanken von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG nicht gerecht. Kann anderseits der kurz vor Ablauf der Anfechtungsfrist beauftragte Rechtsvertreter nicht rechtzeitig in die Akten Einsicht nehmen, l�uft es im Ergebnis auf dasselbe hinaus, ob er eine summarische oder �berhaupt keine Begr�ndung einreicht. In beiden F�llen ist entweder gest�tzt auf Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG BGE 134 V 162 S. 168eine Nachfrist zur Behebung des formellen Mangels einer nicht rechtsgen�glichen (unvollst�ndigen oder fehlenden) Begr�ndung anzusetzen, oder es liegt ein zu Lasten der Beschwerde f�hrenden Person gehendes rechtsmissbr�uchliches Verhalten ihres Rechtsvertreters vor (in diesem Sinne f�r das Einspracheverfahren FRANZ SCHLAURI, Grundstrukturen des nichtstreitigen Verwaltungsverfahrens in der Sozialversicherung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 9 ff., 68 f.). Insoweit erscheint die von der Rechtsprechung bisweilen statuierte, vorliegend ebenfalls von der Vorinstanz bejahte Pflicht, die Beschwerde auch ohne zumutbare Aktenkenntnis wenigstens summarisch zu begr�nden, nicht konsequent und sachgerecht. Im �brigen kann allf�lligen Missbr�uchen auch dadurch vorgebeugt werden, dass die Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerde in Bezug auf die Begr�ndung entsprechend knapp bemessen wird (vgl. BGE 112 Ib 634 E. 2c S. 636).
Bei rechtskundigen oder rechtskundig vertretenen Personen ist zwar Rechtsmissbrauch eher anzunehmen, weil ihnen das korrekte Vorgehen bekannt sein muss. Indessen kann im Rahmen der Anwendung von Art. 61 lit. b ATSG ein offensichtlicher Rechtsmissbrauch nicht schon darin erblickt werden, dass zun�chst die Akten eingeholt und gleichzeitig eine vorsorgliche Beschwerde ohne oder lediglich mit summarischer Begr�ndung eingereicht wird. Ohnehin ist Aktenkenntnis in aller Regel erforderlich, um �berhaupt beurteilen zu k�nnen, ob eine Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat, was wiederum mit zur sorgf�ltigen Mandatsaus�bung geh�rt. Ein solches Vorgehen scheint jedenfalls f�r das Einspracheverfahren in der Praxis nicht selten zu sein (vgl. BGE 115 V 422 E. 3a S. 426 f.) und wird auch in der Lehre nicht grunds�tzlich als rechtsmissbr�uchlich betrachtet (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, N. 15 zu Art. 52 ATSG; SCHLAURI, a.a.O., S. 67 f.; HANSJ�RG SEILER, Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 65 ff., 84 f.).
5.2 Im Lichte des Gesagten ist die Rechtsprechung dahin zu pr�zisieren, dass ein Rechtsmissbrauch, der einen Verzicht auf die gesetzlich vorgesehene Nachfrist zu rechtfertigen verm�chte, in der Regel dann nicht vorliegt, wenn aufgrund der Sachlage eine rechtsgen�gliche Beschwerdebegr�ndung praktisch nicht ohne Aktenkenntnis m�glich ist, die rechtsunkundige Partei, welche selber die BGE 134 V 162 S. 169Akten nicht besitzt, in gutem Glauben erst kurz vor Ablauf der Beschwerdefrist einen Rechtsvertreter mandatiert, und diesem weder eine rechtzeitige Aktenbeschaffung noch eine sonstige hinreichende Beurteilung des Sachverhalts (z.B. aufgrund eines Instruktionsgespr�chs mit dem Klienten) m�glich ist. In solchen F�llen muss es als gen�gend betrachtet werden, wenn der Rechtsvertreter unverz�glich die Akten einholt und nach deren Eingang die innert Frist vorsorglich eingereichte Beschwerde mit einer Begr�ndung erg�nzt. Die I. sozialrechtliche Abteilung hat dieser Pr�zisierung der Rechtsprechung im Verfahren nach Art. 23 BGG nicht opponiert.
6. Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdef�hrers mit Schreiben vom 18. Oktober 2007 der IV-Stelle mitteilte, sie sei vom Versicherten mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt worden. Eine Vollmacht werde in den n�chsten Tagen nachgereicht. Es werde um Zustellung der Akten nach Eingang der Vollmacht ersucht. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2007 wurde die vom 23. Oktober 2007 datierende Vollmacht der IV-Stelle geschickt. Am selben Tag reichte die Rechtsvertreterin beim kantonalen Sozialversicherungsgericht vorsorglich Beschwerde gegen die rentenablehnende Verf�gung vom 26. September 2007 ein und beantragte die Zusprechung mindestens einer Viertelsrente. Am 31. Oktober 2007 erfolgte die Aktenzustellung. Mit Eingabe vom Montag 5. November 2007 reichte die Rechtsvertreterin die Begr�ndung ihres (modifizierten) Rechtsbegehrens ein.
Im Zeitpunkt der Mandatierung hatte die Rechtsvertreterin keine Sachverhalts- und Aktenkenntnis aus dem vorangegangenen Verwaltungsverfahren und - wie sie glaubhaft darlegt - beim Instruktionsgespr�ch vom wenig sach- und sprachkundigen Beschwerdef�hrer auch keine gen�genden Anhaltspunkte erhalten, um die Verf�gung substanziiert anfechten zu k�nnen. In dieser wurde zur Begr�ndung der fehlenden Anspruchsberechtigung angef�hrt, aufgrund der Abkl�rungen sei eine behinderungsangepasste Erwerbst�tigkeit bis mittelschwerer Art bei vollem Pensum bei eingeschr�nktem Leistungspensum zumutbar. Infolge der Einschr�nkungen ergebe sich beim - auf der Grundlage der Lohnstatistik des Bundes (LSE) ermittelten - Invalideneinkommen von Fr. 57'831.- ein Abzug von 15 %. Dies f�hre zu einem Erwerbseinkommen mit Behinderung von Fr. 49'156.35. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'925.- betrage der Invalidit�tsgrad 29 %. Auf der alleinigen Grundlage der BGE 134 V 162 S. 170Verf�gung war ohne Akten- und Sachkenntnis eine substanziiert begr�ndete Beschwerde nicht m�glich. Fraglich ist zwar, weshalb nach der ersten Kontaktierung vom 18. Oktober 2007 die Vollmacht erst f�nf Tage sp�ter am 23. Oktober 2007 unterzeichnet wurde, was eine entsprechend sp�tere Aktenzustellung durch die IV-Stelle zur Folge hatte. Dieses Zuwarten kann jedoch nicht als offensichtlich rechtsmissbr�uchlich betrachtet werden. Sodann hat die Rechtsvertreterin die erg�nzende Eingabe innert der zehnt�gigen Frist eingereicht, welche von der Vorinstanz �blicherweise als Nachfrist angesetzt wird (CHRISTIAN Z�ND, Kommentar zum Gesetz �ber das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich vom 7. M�rz 1993, Diss. Z�rich 1998, N. 9 zu � 18). Sie hat somit getan, was von ihr vern�nftigerweise verlangt werden konnte. Auf die Beschwerde vom 25. Oktober 2007 samt erg�nzender Eingabe vom 5. November 2007 w�re daher einzutreten gewesen. Der angefochtene Entscheid verletzt somit Bundesrecht.
112 IB 634,
108 IA 209,
116 V 353,
130 V 320 suite... ,
Art. 61 let. b LPGA,
Art. 61 lit. b Satz 1 ATSG,
Art. 10 Abs. 1 und 5 ATSV,
Art. 82 Abs. 2 ATSG,
Art. 23 BGG