Source: http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsanwalt/reiserecht/reiseruecktrittsgruende
Timestamp: 2017-03-26 13:04:53
Document Index: 143579291

Matched Legal Cases: ['§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', 'BGH']

Reiserücktrittsgründe - Rechtsberatung
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ReiserücktrittsgründeStand: 07.08.2015 Gemäß § 651 i BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) kann vor Reisebeginn der Reisende jederzeit vom Vertrag zurück treten.Dieser Rücktritt kann ohne weitere Voraussetzungen erfolgen, es handelt sich hierbei um ein gesetzliches Rücktrittsrecht. Die Reise beginnt, sobald der Reisende eine reisetypische Hauptleistung auch nur teilweise in Anspruch nimmt, d.h. mit dem tatsächlichen Reiseantritt. Zu beachten ist bei einem Rücktritt des Reisenden vor Reisebeginn, dass gem. § 651 i Abs. 2 S. 1 BGB der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis verliert. Gemäß § 651 i Abs. 2 S. 2 BGB kann der Reiseveranstalter jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Nach § 651 i Abs. 3 besteht die Möglichkeit, vertraglich eine fixe Entschädigung für den Reiseveranstalter bei Kündigung des Reisenden festzusetzen. Diese Pauschalierung der Entschädigung kann jedoch nur wirksam als Prozentsatz des Reisepreises vereinbart werden. Die Höhe des Prozentsatzes im Verhältnis zum Zeitpunkt des Rücktritts muss zudem angemessen sein. Bei einem Rücktritt wenige Tage oder Stunden vor dem Reiseantritt können sogar bis zu 100% des Reisepreises angemessen sein. Bei bestimmten Reisetypen (z.B. Schiffsreisen) können schon weit vor Reiseantritt sehr hohe Rücktrittskosten entstehen. Nach Reisebeginn greift § 651 i BGB nicht mehr ein. Ab diesem Zeitpunkt kommen jedoch ggf. Sonderkündigungsrechte in Betracht.Detaillierte und fallbezogene Fragen beispielsweise hinsichtlich der Höhe der Entschädigung im Rücktrittsfall beantwortet Ihnen gerne eine/r unserer Anwälte/innen.
Welche Gebühren für den Rücktritt stehen in den Reiseunterlagen (Prospekt, AGBs, etc.)?
Wie lange vor Reiseantritt haben Sie den Rücktritt erklärt?
Warum haben Sie den Rücktritt erklärt?
Der Telefonanwalt bestimmt ob noch ein anderer Rücktrittsgrund als der aus 651i BGB besteht.
Der Telefonanwalt überprüft die Zulässigkeit der konkreten Forderung des Reiseveranstalters.
Die Forderung des Reiseveranstalters ist überhöht; angemessen wären nur 20%.
Sie haben vorliegend ein außerordentliches Rücktrittsrecht ohne dass Sie hierfür etwas zahlen müssen.
Bestehen Sie auf eine kostenlose Stornierung der Reise.
Bezahlen Sie 20% des Reisepreises und teilen Sie dem Reiseveranstalter mit, dass dessen Forderung unangemessen war.
BGH, Urteil vom 09.12.2014 - Aktenzeichen X ZR 13/14: Zu hohe Pauschalbeträge beim Rücktritt sind in der Regel geeignet das gesetzliche Rücktrittsrecht auszuhöhlen. Daher ist bei der Verwendung pauschalisierter Stornogebühren nach Prozentsätzen im Zweifelsfall zu prüfen, ob eine ausreichende Abgrenzung verschiedener Reisearten vorgenommen wird, auch wenn das Gesetz es erlaubt im Rahmen der Pauschalisierung auf bestimmte Besonderheiten einzelner Reisen abzusehen. Aus dem Urteil lässt sich ableiten, dass Pauschalbeträge die auf einen Großteil der Reisen eines Veranstalters Anwendung finden, daraufhin zu überprüfen sind, ob die darunter fallenden Reisen zumindest im Grundsatz auch tatsächlich vergleichbar sind. Dies wäre z.B. bei einem Strandurlaub und einer Kreuzfahrt durchaus problematisch.
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