Source: http://www.foerderland.de/mittelstand/exit/insolvenz/
Timestamp: 2016-10-01 05:10:42
Document Index: 8712856

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 49', '§ 26', '§ 55', '§ 53', '§ 24', '§ 85']

Definition: Insolvenz - foerderland
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<< Themensammlung ExitInsolvenz von UnternehmenDas sollten Sie zur Insolvenz wissenWenn Sie sich mit Bedeutung und Kriterien von Insolvenzen beschäftigen, sind Sie am ehesten in der Lage, eine Insolvenz entweder zu vermeiden oder ein Insolvenzverfahren als nützliches Instrument zielgerichtet einsetzen zu können.
Insolvenzen rufen immer wieder Richter und Staatsanwälte auf die Tagesordnung, auf deren Fragen man vorbereitet und Antworten parat haben sollte.Thema Insolvenz: Übersicht
InsolvenzgründeVermeidung einer InsolvenzSanierungskonzepteInsolvenzverfahrenRestschuldbefreiungInsolvenz und StrafrechtInsolvenz: Zusammenfassung und Begriffsdefinitionen
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InsolvenzgründeInsolvenzgründe sind die Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), die drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) sowie die Überschuldung (§ 19 InsO). Eine Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Abzugrenzen ist dieser Begriff von der vorübergehenden Zahlungsstockung.
Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung verpflichten zwingend zum Insolvenzantrag. Die drohende Zahlungsunfähigkeit eröffnet einem Unternehmen hingegen die Möglichkeit, aus eigener Entscheidung Insolvenz zu beantragen, um eine mögliche Sanierung anzustreben.Vermeidung einer InsolvenzZugegebenermaßen gibt es kein Geheimrezept für die Vermeidung oder Abwendung einer Insolvenz. Sehr wohl gibt es relativ leicht anwendbare Mechanismen, um frühzeitig zu erkennen, ob Handlungsbedarf besteht. Es muss als auffällig erschreckend bezeichnet werden, wie viele Unternehmen sich bereits in einer insolvenzrechtlichen Krise befinden, ohne dies zu bemerken oder wahrhaben zu wollen.
Von daher sei einem Unternehmer Nachfolgendes ganz dringend ans Herz gelegt:Ständige Kontrolle und Überprüfung aller relevanten UnternehmenszahlenSehr gewissenhafte, zeitnahe, aktuelle, vollständige und wahrheitsgemäße BuchhaltungFundierte Analyse der Unternehmenszahlen und DatenFrüherkennung einer negativen Entwicklung und deren UrsachenBeseitigung der maßgeblichen Ursachen und FehlerquellenNur mit einer gewissenhaften, wahrheitsgemäßen und jederzeit aktuellen Buchhaltung können Sie in der Lage sein, bedenkliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Auch bei fachkompetenter Beratung und Unterstützung in diesen Bereichen bleibt es unerlässlich, dass Sie jederzeit selbst uneingeschränkten Überblick über diese wirtschaftlichen Daten (z.B. Kostenkontrolle) besitzen und präsent haben. Sehr häufig verlassen sich Unternehmer auf ihre Berater und verschließen sich damit einer Früherkennung bedenklicher Entwicklungen.
Sollten Sie zu der Überzeugung gelangen, dass das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist, die Sie aus eigener Kraft nicht mehr beseitigen können, empfiehlt sich grundsätzlich eine fachkundige Unterstützung. Ungeachtet dessen gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, deren Einhaltung ohnehin im ureigensten Interesse eines jeden Unternehmens ist und zudem frühzeitig helfen kann, eine wirtschaftliche Schieflage zu vermeiden oder abzuwenden.SanierungskonzepteDie nachfolgenden Empfehlungen beinhalten keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen zudem auch nicht eine konkrete Einzelanalyse des Unternehmens.
a. Empfehlungen für das EinnahmenmanagementSteigerung der ProduktionKonzentration auf Produkte mit hohen DeckungsbeiträgenAuslastung der Kapazitätenverstärke QualitätskontrollenWerbeaktionenBankeinzug bei DauerkundenAnzahlungen fordernstriktes MahnsystemSale-and-lease-backb. Empfehlungen für das Ausgabenmanagement:Lagerbestände bei Vorräten reduzierenOutsourcingausreichende Kreditlinie und SicherheitenbestellungRatenzahlung für Einkäufelängere Zahlungsziele bei LieferantenSonderabschreibungensteuerliche Rückstellungen ausnutzenDiese - hier sicherlich nur unvollständig und schlagwortartig zusammengefassten Empfehlungen - sollten ständig und zu jeder Zeit der unternehmerischen Tätigkeit überprüft werden.
Hierbei sind nicht nur wirtschaftliche und juristische Kenntnisse Grundvoraussetzung, sondern insbesondere die Seriosität des Sanierungskonzepts und auch seines Verfassers unumgänglich. Die frühzeitige Inanspruchnahme fachkundiger Hilfe muss von daher als klare Empfehlung gelten.InsolvenzverfahrenSollten Sanierungsmaßnahmen oder Sanierungsverhandlungen gescheitert sein, besteht entweder eine gesetzliche Verpflichtung zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens oder das Insolvenzverfahren selbst eröffnet die Möglichkeit einer Sanierung. Nach statistischen Erhebungen der Deutschen Ausgleichsbank kann ein Großteil der Unternehmen (ab ca. 100 Beschäftigten) im Rahmen einer Insolvenz weitergeführt und saniert werden. Allerdings nur, wenn rasch und richtig gehandelt wird.
Die Durchführung eines Insolvenzverfahrens setzt immer einen Antrag voraus. Das kann sowohl der Eigenantrag des Unternehmers als auch ein Fremdantrag eines Gläubigers sein. Sobald ein solcher Antrag beim zuständigen Insolvenzgericht eingeht und Insolvenzgründe zunächst glaubhaft gemacht wurden, ordnet der zuständige Insolvenzrichter in der Regel ein vorläufigesInsolvenzverfahren an und setzt hier bereits einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat zunächst die wirtschaftliche und rechtliche Situation des Unternehmens zu prüfen und darauf zu achten, dass ein Betrieb weiterläuft, soweit dies wirtschaftlich möglich ist und den Gläubigerinteressen entspricht.
Ziel muss es von daher immer sein, eine solide und schnelle Lösung umzusetzen.RestschuldbefreiungDie Folgen eines Insolvenzverfahrens können sehr unterschiedlich sein und sollten von Anfang an klar definiert werden.
Um sich hier seine wirtschaftliche Existenz nicht endgültig zu verbauen, muss gerade ein Geschäftsführer sehr frühzeitig wissen, wie er sich richtig verhält und zwar bereits längst bevor er überhaupt an die Möglichkeit einer Insolvenz denkt.Insolvenz und StrafrechtEin Unternehmer muss davon ausgehen, dass jeder Vorgang, der sich mit Insolvenz befasst, früher oder später auch bei einem Staatsanwalt zur Überprüfung ansteht. Die Insolvenzgerichte sind verpflichtet, alle mangels Masse abgewiesenen Verfahren direkt dem Staatsanwalt anzuzeigen. Dieser wird dann direkt Überprüfungen vornehmen. Aber auch alle eröffneten Verfahren sind Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Überprüfungen.
Ein Unternehmer sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass all diese Tatbestände sehr streng verfolgt werden, Unwissenheit niemals vor Strafe schützt und auch die Absichtsbekundung, dass man doch für alle nur das Beste wollte, meistens eine sehr schlechte Verteidigungsstrategie darstellt.Insolvenz: Zusammenfassung und BegriffsdefinitionenIm Insolvenzverfahren werden Forderungen, die durch einen Gegenstand gesichert sind über die sogenannte Absonderung bevorzugt befriedigt. Absonderungsberechtigt sind alle Gläubiger, deren Forderungen durch ein Recht an einem zur Insolvenzmasse gehörenden Gegenstand gesichert sind. Absonderungsrechte ergeben sich aus §§ 49, 50, 51 InsO. Das Insolvenzgericht kann den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nach § 26 InsO. abweisen. Diese Abweisung mangels Masse ist dann möglich, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken. Nach Antragsabweisung wird der Schuldner in ein Schuldnerverzeichnis eingetragen. Wird hingegen ein ausreichender Geldbetrag vorgeschossen, so unterbleibt die Abweisung.
Die Kosten des Insolvenzverfahrens und die sonstigen Masseverbindlichkeiten (§ 55 InsO) sind aus der Insolvenzmasse vorweg zu befriedigen (§ 53 InsO). Masseverbindlichkeiten sind außer den Kosten des Insolvenzverfahrens die Verbindlichkeiten:die durch Handlungen des Insolvenzverwalters oder in anderer Weise durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse begründet werden, ohne zu den Kosten des Insolvenzverfahrens zu gehören aus gegenseitigen Verträgen, wenn deren Erfüllung zur Insolvenzmasse verlangt wird oder für die Zeit nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgen muss aus ungerechtfertigter Bereicherung der MasseDie Prozessführungsbefugnis für Aktiv- und Passivprozesse geht auf den (vorläufigen) Insolvenzverwalter über (§ 24 II i.V.m. § 85 I, 86 InsO). Die Rücknahme des Insolvenzantrags ist so lange möglich, bis das Insolvenzverfahren eröffnet oder der Antrag vom Gericht rechtskräftig abgewiesen ist.
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Insolvenz Die Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit) beschreibt das auf Mangel an Zahlungsmitteln beruhende Unvermögen eines Schuldners, seine fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Nach der Insolvenzordnung ist sie in der Regel gegeben, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat. Ebenso wie die Überschuldung ist sie ein allgemeiner Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Eröffnung kann dabei auch vom Schuldner beantragt werden.
Insolvenz der Limited (Ltd.) Für die Limited, die den Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Interessen ausschließlich in Deutschland hat, gilt auch deutsches Insolvenzrecht. Das gilt sowohl für die Anmeldung beim deutschen Insolvenzgericht, wie auch für die Durchführung des Insolvenzverfahrens. D.h. die Insolvenzverschleppungshaftung und die drei Wochen Antragsfrist gilt in Deutschland auch für den Limited Director.
Die Leasinggesellschaft kann einen Leasingvertrag nach dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens nur unter bestimmten Voraussetzungen kündigen. Der Insolvenzverwalter hat ein Wahlrecht und kann entweder anstelle des Schuldners den Vertrag erfüllen und von der Leasinggesellschaft die Erfüllung verlangen. Oder aber er kann die Erfüllung auch ablehnen mit der Konsequenz, dass dann die Leasinggesellschaft als Gläubiger ihre Forderung als Insolvenzgläubiger geltend machen kann.