Source: https://www.rechtslupe.de/beruf/vermoegensverfall-und-die-gefaehrdung-der-interessen-der-rechtssuchenden-394991
Timestamp: 2020-08-10 23:01:14
Document Index: 346992085

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 51', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17']

Vermögensverfall - und die Gefährdung der Interessen der Rechtssuchenden | Rechtslupe
Vermögensverfall - und die Gefährdung der Interessen der Rechtssuchenden
Mit dem Ver­mö­gens­ver­fall des Rechts­an­walts ist nach der in § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO zum Aus­druck gekom­me­nen Wer­tung des Gesetz­ge­bers grund­sätz­lich eine Gefähr­dung der Inter­es­sen der Recht­su­chen­den ver­bun­den.
Die­se Annah­me ist regel­mä­ßig schon im Hin­blick auf den Umgang des Rechts­an­walts mit Fremd­gel­dern und den dar­auf mög­li­chen Zugriff von Gläu­bi­gern gerecht­fer­tigt [1].
Selbst auf­er­leg­te Beschrän­kun­gen, deren Ein­hal­tung nicht über­wacht wird, schlie­ßen nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine Gefähr­dung der Recht­su­chen­den nicht mit hin­rei­chen­der Sicher­heit aus [2]. Bleibt der im Ver­mö­gens­ver­fall befind­li­che Rechts­an­walt zuge­las­se­ner Anwalt, kann er jeder­zeit wie­der als sol­cher tätig wer­den.
Die Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­rung schließt eine Gefähr­dung der Inter­es­sen Recht­su­chen­den eben­falls nicht aus, wie sich aus der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung selbst ergibt. Nach § 51 BRAO ist der Rechts­an­walt ver­pflich­tet, eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung zur Deckung der sich aus sei­ner Berufs­tä­tig­keit erge­ben­den Haft­pflicht­ge­fah­ren für Ver­mö­gens­schä­den abzu­schlie­ßen und zu unter­hal­ten; gleich­wohl geht § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO davon aus, dass der Ver­mö­gens­ver­fall des Anwalts die Inter­es­sen der Recht­su­chen­den gefähr­det.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. April 2015 – AnwZ (Brfg) 4/​15
BGH, Beschluss vom 29.06.2011 – AnwZ (Brfg) 11/​10, BGHZ 190, 187 Rn. 8; st. Rspr.[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 31.05.2010 AnwZ (B) 54/​09 8; vom 21.02.2013 – AnwZ (Brfg) 68/​12 11; Urteil vom 09.02.2015 – AnwZ (Brfg) 51/​13 15[↩]
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