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Timestamp: 2018-09-19 04:11:50
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Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 14', '§ 10', '§ 14', '§ 4', '§ 7', '§ 11', '§ 16', '§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 7', '§ 11', '§ 16', '§ 16', '§ 2', '§ 35', '§ 11', '§ 16', '§ 11', '§ 11', '§ 16', '§ 7', '§ 11', '§ 11', '§ 16']

Lexikon Steuer: Maßgebender Gewerbeertrag
> Maßgebender Gewerbeertrag
Maßgebender Gewerbeertrag i.S.d. § 10 GewStG ist der Gewerbeertrag, der im Erhebungszeitraum bezogen wurde. Erhebungszeitraum ist nach § 14 Satz 2 GewStG das Kalenderjahr. Danach gilt wie bei der Einkommensteuer das Periodizitätsprinzip. Eine Abmilderung von Härten im Fall von Verlusten gewährleistet der Verlustvortrag nach § 10a GewStG . Ein abgekürzter Erhebungszeitraum besteht dann, wenn die Gewerbesteuerpflicht nur während eines Teils des Kalenderjahres bestand ( § 14 Satz 3 GewStG ).
Zuordnung des Gewerbeertrags: Entsprechend § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG , § 7 Abs. 4 KStG wird der Gewerbeertrag nicht anteilig, sondern dem Kalenderjahr (= Erhebungszeitraum) zugeordnet, in dem das Wirtschaftsjahr endet.
Analog zu § 11 Abs. 1 KStG sieht § 16 GewStDV bei der Abwicklung und Insolvenz von Kapitalgesellschaften (Gewerbebetriebe i.S.d. § 2 Abs. 2 GewStG ) die Besteuerung des gesamten Abwicklungszeitraums vor.
Auswirkung der Liquidationsbesteuerung nach § 11 Abs. 1 KStG auf die Gewerbesteuer: § 11 KStG soll sicherstellen, dass mit Beendigung der subjektiven und objektiven Körperschaftsteuerpflicht der Totalgewinn der Körperschaft einschließlich der stillen Reserven erfasst wird. Das KStG verzichtet im Fall der Liquidation von Kapitalgesellschaften auf die Erstellung und Vorlage von jährlichen Bilanzen, da dieser Vorgang sich erfahrungsgemäß über einen längeren Zeitraum hinzieht. Zu versteuern ist das Ergebnis des gesamten Abwicklungszeitraums auf einmal. Nach § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG ist für die Abwicklung einer aufgelösten Körperschaft ein Besteuerungszeitraum von 3 Jahren vorgesehen, um eine zeitgerechte Erfassung der Gewinne sicherzustellen. Nach Auffassung der Verwaltung setzt das Gesetz voraus, dass der genannte Zeitraum nicht überschritten wird. Andernfalls sind wieder jährliche Steuererklärungen abzugeben ( R 51 Abs. 1 Satz 6 KStR ).
Der für die Körperschaftsteuer festgelegte Besteuerungszeitraum gilt über § 7 Abs. 1 GewStG auch für die Gewerbesteuer. Danach ist der Gewerbeertrag nach den Vorschriften des KStG zu ermitteln. Dazu gehört auch § 11 KStG . § 16 GewStDV steht dem nicht entgegen. Nach § 16 Abs. 1 GewStDV ist der Gewerbeertrag bei Steuerpflichtigen i.S.d. § 2 Abs. 2 GewStG auf die Jahre des Abwicklungszeitraums zu verteilen. R 7.1 Abs. 8 Satz 4 GewStR 2009 sieht dazu die Verteilung des im Abwicklungszeitraum erzielten Gewerbeertrags auf die einzelnen Jahre nach dem Verhältnis der Zahl der Kalendermonate, in denen im einzelnen Jahr die Gewerbesteuerpflicht bestanden hat, zu der Gesamtzahl der Kalendermonate des Abwicklungszeitraums vor. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Festsetzung des Gewerbesteuer-Messbetrags für die einzelnen Jahre getrennt erfolgt. Die Verteilung soll lediglich eine angemessene Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrags sicherstellen. Nur soweit greift die Verordnungsermächtigung des § 35c Abs. 1d GewStG .
Besteuerungszeitraum bei Zwischenveranlagungen zur Körperschaftsteuer nach § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG : Die Finanzverwaltung verweist allerdings darauf, dass § 16 GewStDV keine dem § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG entsprechende Festlegung des Sollabwicklungszeitraums enthält. Auch komme eine sinngemäße Anwendung des § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG ausweislich § 16 GewStDV und R 7.1 Abs. 8 Satz 2 GewStR 2009 nicht in Betracht. Ein anderes Ergebnis ergebe sich auch nicht aus § 7 Abs. 1 GewStG . Wenn danach an die Gewinnermittlungsvorschriften des KStG angeknüpft werde, läge eine solche mit § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG im Gegensatz zu § 11 Abs. 2 KStG nicht vor (BMF, 04.04.2008 - IV B 7 - S 2760/0, BStBl I 2008, 542 (Nichtanwendungserlass)).
Der für den Abwicklungszeitraum ermittelte Gewerbeertrag ist im Verhältnis der Kalendermonate zu verteilen ( R 7.1 Abs. 8 Satz 6 und 7 GewStR 2009 ). Dadurch kann für mehrere Erhebungszeiträume der jeweils maßgebliche Hebesatz angewendet werden.
Die für Kapitalgesellschaften geltenden Grundsätze für die Abwicklung sind bei allen Gewerbebetrieben - also unabhängig von der Rechtsform - im Falle eines Insolvenzverfahrens - entsprechend anzuwenden ( § 16 Abs. 2 GewStDV ).