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Timestamp: 2017-08-18 22:04:25
Document Index: 318364145

Matched Legal Cases: ['§ 99', '§ 102', '§ 2', '§ 102', '§ 2', '§ 99', 'BGer']

BR-Forum: Änderungskündigungen Arbeitszeiten bis 23:00 Uhr - verliern die Kollegen den Job, die nicht zustimmen? | W.A.F.
Änderungskündigungen Arbeitszeiten bis 23:00 Uhr - verliern die Kollegen den Job, die nicht zustimmen?
Es sieht fast so aus, das nach der WM unsere Geschäfte bis 22:00 Uhr offen bleiben. Jetzt nimmt man die WM als Vorwand für eine Testphase bis 22: Uhr offen zu lassen. Man munkelt schon, das es zu Änderungskündigungen der bisherigen Arbeitsveträge kommt.
Meine Frage. Viele haben Angst Ihren Job zu verlieren, wenn diese der Änderungskündigungen nicht zustimmen:
Wie sieht es mit der rechtliche Seite aus? Es sind für unsere Mitarbeiter ja nicht gerade die familienfreundlichste Arbeitsbedingungen, zumal auch zum einem keine neue deswegen eingestellt werden und zum anderen, dann ewig die
selben Leute sind die dann bis 22:00 Uhr bzw. sogar bis 23:00 Uhr arbeiten dürfen, ohne Nachtzuschlag usw. versteht sich. Kann der Arbeitgeber dann einfach sagen okay Sie stimmen der Änderungskündigungen nicht zu und Ihr Arbeitsvertrag wird dann wenn die Kündigungsfristen abgelaufen sind, nicht weiter verlängert.
Muß der Arbeitgeber nicht viel mehr diejenigen trotzdem weiter beschäftigen?
Erstellt am 31.05.2006	um 19:33 Uhr von werner
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Erstellt am 01.06.2006	um 09:02 Uhr von viktor
Dann wäre die Lage der Arbeitszeit ja auf jedem Fall mitbestimmungspflichtig - egal was in den Arbeitsverträgen steht.
Will der AG eine Änderungskündigung aussprechen, ist der BR zudem nach § 99 und § 102 BetrVG zu beteiligen.
Den Arbeitnehmern ist zu raten, eine eventuelle Änderungskündigung unter Vorbehalt einer rechtlichen Überprüfung anzunehmen und nach Rechtsberatung ggf. das Arbeitsgericht anzurufen (siehe auch §§ 2 ff KSchG)
Erstellt am 01.06.2006	um 09:10 Uhr von pit47
habt ihr einen Tarifvertrag mit festgelegten Wochenstunden?
Der Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit ist mitbestimmungspflichtig.
Laut Arbeitszeitgesetz fängt die Nachtarbeit erst um 23:00 Uhr an, also keine zusätzlichen Freizeiten oder Zuschläge.
Bei Änderungskündigungen muß vorher der BR gehört werden.
Sehe auch § 102 BetrVG und § 2 ff Kündigungsschutzgesetz.
Erstellt am 01.06.2006	um 19:54 Uhr von da-grinch
ich hab zu dem Thema mal eine Verständnissfrage:
Wenn eine Änderungskündigung durch den AN abgeleht wird, ist es dann nicht so, daß der AG eine ordentliche Kündigung ausbringen muss?
Diese müßte doch dann nochmal den BR "berühren" (§ 99, 102)?
Erstellt am 03.06.2006	um 09:19 Uhr von Uwe R
Eine Änderungskündigung ist, wie man unschwer aus der Bezeichnung ablesen kann, eine Kündigung. Der einzige unterschied ist, dass der AG gleichzeitig einen neuen Vertrag (mit geänderten Bedingungen) anbietet. Diesen kann man annehmen oder nicht.
Gegen die Kündigung als solche kann man natürlich rechtlich vorgehen (s. Anwort von Viktor)
Erstellt am 03.06.2006	um 10:16 Uhr von BMW
folge diesem Link http://www.rechtsrat.ws/tarif/einzelhandelnrw/liste.htm
zwecks Zuschläge
Erstellt am 03.06.2006	um 18:26 Uhr von Lotte
Bei uns im Betrieb wird immer gesagt, dass bei einer nicht akzeptierten Änderungskündigung durch den AN und Klage vor dem ABGer., der AG seine Bilanzen offenlegen muss und die AG meist vor diesem Schritt zurückschrecken.
Leider kann ich diese Aussage nicht durch einen Hinweis auf einen Gesetzestext belegen.
Erstellt am 03.06.2006	um 20:43 Uhr von Ramses II
"Leider kann ich diese Aussage nicht durch einen Hinweis auf einen Gesetzestext belegen."
Erstellt am 03.06.2006	um 22:54 Uhr von Lotte
Also ist es nur ein Gerücht, dem ich beim nächsten Mal mutig entgegentreten kann?
Erstellt am 03.06.2006	um 23:02 Uhr von Ramses II
ob Du dem "mutig entgegentreten" kannst, kann ich nicht beurteilen, aber warum sollte ein AG seine Bilanzen vor Gericht vorlegen müssen weil er eine unternehmerische Entscheidung getroffen hat?
Erstellt am 03.06.2006	um 23:07 Uhr von Lotte
Also: (das ist jetzt nicht aus meinem Mist gewachsen) es soll deswegen sein, weil er dem Gericht beweisen soll, dass ihm kein anderer Weg blieb, seine Firma zu retten und weiter sinnvoll zu betreiben als die angekündigten Änderungen durchzuführen, womit die Änderungskündigungen dann gerechtfertigt wären.