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Timestamp: 2019-02-22 10:26:52
Document Index: 348176551

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 19', 'Art. 101', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 5', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 31', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 20', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 93', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5']

Die Funktionen der Grundrechte - PDF
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Lioba Beck
1 Die Funktionen der Grundrechte Status negativus Abwehrrechte gegen den Staat Subjektive Rechte Einrichtungsgarantien Objektive Wertentscheidung Status positivus Status activus Institutsgarantien Institutionelle Garantien Negative Kompetenznormen Ausgestaltungs- und Auslegungsmaßstab Objektive Schutzpflichten Leistungs-/ Teilhabe-/ Verfahrens-/ Schutzrechte Mitgestaltungsrechte Verbürgung eines Instituts des Privatrechts Verbürgung eines Instituts des öffentlichen Rechts Begrenzung des staatlichen Handlungsspielraums Deutung des einfachen Rechts anhand der Grundrechte Pflicht des Staates zu Schutz und Förderung der Grundrechte
2 1. Sachlicher Schutzbereich Schutzbereich Auslegung Wortlaut Systematik (Geschichte) (Telos) in dubio pro libertate Regelungsbereich (natürlicher Lebensbereich) Schutzbereich (grundrechtsimmanente Schutzbereichsbegrenzung) 2. Persönlicher Schutzbereich Der persönliche Schutzbereich ist eröffnet, wenn der Betroffene Träger des Grundrechts ist, dessen Verletzung er geltend macht. natürliche Personen Jedermannsrechte Deutschenrechte (P) ungeborene Menschen, Tote juristische Personen des Privatrechts aus dem Grundrecht selbst Art. 19 III GG juristische Person oder teilrechtsfähige Personenmehrheit grundrechtstypische Gefährdungslage juristische Personen des öffentlichen Rechts grundsätzlich nicht grundrechtsberechtigt Ausnahmen: Justiz- oder Verfahrensgrundrechte (Art. 101 I 2, 103 I GG) Rundfunkanstalten (Art. 5 I 2 GG) Universitäten/ Fakultäten (Art. 5 III 1 GG) Religionsgemeinschaften (Art. 4 I, 140 GG)
3 Eingriff Klassischer Eingriffsbegriff Ein Eingriff in den Schutzbereich liegt bei jedem imperativen staatlichen Rechtsakt vor, der final und unmittelbar freiheitsverkürzend in die Rechtssphäre des Bürgers eingreift. Rechtsakt Final Unmittelbar Imperativ Gesetze Verwaltungsakte Urteile gezielte bzw. beabsichtigte Grundrechtsbeeinträchtigung direkt bzw. primär auf Rechtsfolgensetzung gerichtet verbindlich mit Befehl und Zwang durchsetzbar auch Realakte bloße Nebenfolge staatlichen Handelns ausreichend keine Rechtsfolgenorientierung erforderlich nicht erforderlich Moderner Eingriffsbegriff Ein Eingriff in den Schutzbereich liegt bei jeder staatlichen Maßnahme vor, die ein grundrechtlich geschütztes Verhalten ganz oder teilweise unmöglich macht, auch wenn diese nur faktisch-mittelbare Wirkung hat, sofern diese zurechenbar und von einigem Gewicht ist. kein Eingriff bei Bagatelleingriffen Ausgestaltungen/ Regelungen / Konkretisierungen des Schutzbereichs wirksamem Grundrechtsverzicht
4 Verfassungsrechtliche Rechtfertigung Ein Eingriff in den Schutzbereich eines Grundrechts ist verfassungsrechtlich gerechtfertigt, wenn dieser durch eine Schranke des betreffenden Grundrechts gedeckt ist und die Schranken-Schranken einhält. I. Schranke Einfacher Gesetzesvorbehalt durch Gesetz, durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes, aufgrund eines Gesetzes (z.b. Art. 2 II 3 GG) Qualifizierter Gesetzesvorbehalt weitere Anforderungen an das Gesetz (z.b. Art. 5 II Var. 1 GG) Grundrechtsimmanente Schranke Eingriff stützt sich auf Verfassungsnorm (z.b. Art. 9 II GG) Verfassungsimmanente Schranke Grundrecht scheinbar schrankenlos gewährt (z.b. Art. 5 III 1 GG), Einschränkungsmöglichkeit durch entgegenstehendes Verfassungsrecht, insbesondere Grundrechte Dritter und wichtige Verfassungsgüter II. Schranken-Schranken Eingriff durch Gesetz 1. Formelle Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes 2. Materielle Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes Eingriff durch anderen Akt öffentlicher Gewalt 1. Vorliegen einer Rechtsgrundlage 2. Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlage 3. Verfassungsmäßiges Gebrauchmachen von Rechtsgrundlage
5 Das Verhältnismäßigkeitsprinzip Anwendungsbereich: Eingreifende hoheitliche Maßnahmen Funktion: Begrenzung des Eingriffsumfangs Prüfungsschritte: 1. Legitimer Zweck Verfolgt die Maßnahme einen nicht verbotenen Zweck? 2. Geeignetheit Kann durch die Maßnahme der Zweck erreicht bzw. dies zumindest gefördert werden? 3. Erforderlichkeit Gibt es ein weniger stark eingreifendes ( milderes ) Mittel, das den Zweck gleich wirksam erreicht wie die Maßnahme? 4. Angemessenheit/ Verhältnismäßigkeit i.e.s. Steht die Erreichung des Zwecks in einem angemessenen Verhältnis zur Schwere des Eingriffs?
6 Prüfung von Freiheitsgrundrechten (Eingriff durch Gesetz) Eine Grundrechtsverletzung liegt vor, wenn in den Schutzbereich des Grundrechts eingegriffen wird, ohne dass dieser Eingriff verfassungsrechtlich gerechtfertigt ist. I. Schutzbereich 1. Sachlicher Schutzbereich 2. Persönlicher Schutzbereich II. Eingriff III. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung 1. Schranke (Einschränkbarkeit) 2. Schranken-Schranken (verfassungsrechtliche Anforderungen an die Schranke) a) Formelle Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes aa) bb) cc) Gesetzgebungszuständigkeit (Kompetenz) Gesetzgebungsverfahren Form b) Materielle Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes aa) bb) Besondere Anforderungen Allgemeine Anforderungen - Verhältnismäßigkeitsgrundsatz - Wesensgehaltsgarantie (Art. 19 II GG) - Verbot des Einzelfallgesetzes (Art. 19 I 1 GG) - Zitiergebot (Art. 19 I 2 GG) - Bestimmtheitsgrundsatz
7 Prüfung von Freiheitsgrundrechten (Eingriff durch Einzelakt) Beispiele für Einzelakt: Urteil, Verwaltungsakt, Realakt Eine Grundrechtsverletzung liegt vor, wenn durch den Einzelakt in den Schutzbereich des Grundrechts eingegriffen wird, ohne dass dieser Eingriff verfassungsrechtlich gerechtfertigt ist. I. Schutzbereich 1. Sachlicher Schutzbereich 2. Persönlicher Schutzbereich II. Eingriff (durch den Einzelakt) III. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung 1. Schranke (Einschränkbarkeit des Grundrechts) 2. Schranken-Schranken (Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Schranke) a) Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlage (des Einzelaktes) aa) Formelle Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlage bb) Materielle Verfassungsmäßigkeit der Rechtsgrundlage (insbes. Verhältnismäßigkeit der Rechtsgrundlage) b) Verfassungsmäßigkeit des Einzelaktes Beachte: Das BVerfG ist keine Superrevisionsinstanz und prüft daher nicht vollständig die richtige Anwendung des einfachen Rechts sondern vielmehr nur die Verletzung spezifischen Verfassungsrechts. aa) Formelle Verfassungsmäßigkeit des Einzelaktes bb) Materielle Verfassungsmäßigkeit des Einzelaktes (Verfassungsmäßiger Gebrauch der Rechtsgrundlage; insb. Verhältnismäßigkeit des Einzelaktes)
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