Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20S%202135/05
Timestamp: 2019-07-15 23:19:01
Document Index: 273797945

Matched Legal Cases: ['§ 80', '§ 146', '§ 146', '§ 80', '§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 15', '§ 55', '§ 55', '§ 80', '§ 146', '§ 60', 'Art. 6']

VGH Baden-Württemberg, 08.06.2006 - 11 S 2135/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,3115
VGH Baden-Württemberg, 08.06.2006 - 11 S 2135/05 (https://dejure.org/2006,3115)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 (https://dejure.org/2006,3115)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 08. Juni 2006 - 11 S 2135/05 (https://dejure.org/2006,3115)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,3115) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zum Ausschluss neuen Vorbringens nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist; Ausweisung - Beurteilungszeitpunkt
§ 80 Abs 5 VwGO, § 146 Abs 4 S 3 VwGO, § 146 Abs 4 S 6 VwGO
Beschwerdeverfahren, Beschwerdebegründungsfrist, Beschwerdebegeründung Frist, Darlegungspflicht, neues Vorbringen
Rechtsmittel, Rücknahme Rechtsmittel, Zulassungsantrag - Beschwerdeverfahren, Beschwerdebegründungsfrist, Beschwerdebegeründung Frist, Darlegungspflicht, neues Vorbringen
Rechtmäßigkeit einer Ausweisungsverfügung; Maßgeblichkeit der Sachlage und Rechtslage im Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung; Falsche Angaben über den Bestand einer ehelichen Lebensgemeinschaft mit einem deutschen Staatsnagehörigen zur Erlangung eines Aufenthaltstitels; Akzessorietät des Aufenthaltsrechtes der Tochter; Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis; Neues Vorbringen nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist; Betreuungsbedürftigkeit der Eltern
NVwZ-RR 2006, 849
Nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist eintretende jedenfalls offensichtliche entscheidungserhebliche Tatsachen, Rechtsänderungen sowie neue, bislang unverschuldet nicht unterbreitete präsente Beweismittel und der diesbezügliche Vortrag der Beteiligten sind grundsätzlich berücksichtigungsfähig (…Senatsbeschluss vom 30.11.2010 - 5 S 933/10 - 2011, 186, juris Rn. 9 m.w.N.; VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - NVwZ-RR 2011, 355, juris Rn. 4 m.w.N.; a.A. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 - NVwZ-RR 2006, 849, juris Rn. 20).
Dies gilt auch dann, wenn davon abgesehen wird, die Antragsteller hinsichtlich der erst nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist vorgebrachten neuen Tatsachen zu einer - nochmaligen - Veränderung der Ausstattung des Wettbüros auf einen Antrag nach § 80 Abs. 7 VwGO zu verweisen (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. vom 8.6.2006 - 11 S 2135/05 -, NVwZ-RR 2006, 849).
Die strikte Bindung an die innerhalb der Monatsfrist vorgebrachten Gründe gilt in derartigen Fällen nach Sinn und Zweck des § 146 Abs. 4 VwGO nicht (vgl. - auch zu weiteren Ausnahmen - VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 09.01.2008 - 3 S 2016/07 - VBlBW 2008, 223; Beschl. v. 08.06.2006 - 11 S 2135/05 - NVwZ-RR 2006, 849; Beschl. v. 27.01.2006 - 6 S 1860/05 - VBlBW 2006, 323).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 30. Juni 2009 - 15 B 524/09 -, juris, Rn. 17; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30. Mai 2016 - 2 S 8.16 -, juris, Rn. 14; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juni 2006 - 11 S 2135/05 -, juris, Rn. 20; Kaufmann, in: BeckOK VwGO, 48. Ed. 1.1.2019, § 146 Rn. 11; Rudsile, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, 35. EL September 2018, § 146 Rn. 13a; Kuhlmann, in: Wysk, VwGO, 2. Aufl. 2016, Rn. 27.
Die strikte Bindung an die innerhalb der Monatsfrist vorgebrachten Gründe bedarf aber - von den Fällen nachträglicher Änderungen abgesehen (vgl. zu solchen Fallkonstellationen: VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 -, NVwZ-RR 2006, 849; Beschluss vom 27.01.2006 - 6 S 1860/05 -, VBlBW 2006, 323) - auch im Blick auf das Gebot der Gewährung effektiven Rechtsschutzes einer Korrektur, wenn die angegriffene verwaltungsgerichtliche Entscheidung aus anderen als den dargelegten Gründen rechtswidrig und diese Rechtswidrigkeit offensichtlich ist (…so zutreffend Kopp/Schenke, a.a.O., RdNr. 43;… Meyer-Ladewig/Rudisile, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, Band 2, § 146 RdNr. 15).
Hat ein Ausländer einen nicht nur vereinzelten oder geringfügigen Verstoß gegen eine behördliche Verfügung begangen, die eine ausländerrechtliche Mitwirkungspflicht (hier zur Beschaffung eines Identitätspapiers nach § 15 Abs. 2 Nr. 6 AsylVfG) konkretisiert, kann er nach § 55 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 2 AufenthG ausgewiesen werden; der besondere Ausweisungsgrund nach § 55 Abs. 2 Nr. 1 AufenthG schließt das nicht aus (Bestätigung des Senatsbeschlusses vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 - juris im Anschluss an VG Sigmaringen, Beschluss vom 04.10.2005 - 6 K 1323/05 - juris).
Das hat der Senat bereits mit Beschluss vom 8. Juni 2006 (- 11 S 2135/05 -, juris) im Hinblick auf entsprechende Ausführungen des Verwaltungsgerichts Sigmaringen (Beschluss vom 04.10.2005 - 6 K 1323/05 -, juris) entschieden.
Da die Kompetenz zur Anordnung der Aufhebung der Vollziehung den Annex zu vorherigen Anordnung oder Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsbehelfs steht und der Senat auf die begründeten Beschwerden der Antragsteller zu 1), 2) und 4) die Entscheidung nach § 80 Abs. 1 Satz 1 VwGO in der Sache selbst getroffen hat, steht der Anordnung der Aufhebung der Vollziehung weder entgegen, dass der Senat nicht das Gericht der Hauptsache ist, noch dass das Beschwerdeverfahren nach § 146 Abs. 4 Satz 4 und 6 VwGO auf die Überprüfung der Gründe beschränkt ist, die innerhalb der Darlegungsfrist gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts geltend gemacht werden und dementsprechend eine Erweiterung oder Änderung des Streitgegenstandes gegenüber dem erstinstanzlichen Verfahrens grundsätzlich als unzulässig angesehen wird (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 18.01.2006 - 11 S 1455/06 -, VBlBW 2006, 285; v. 08.06.2006 - 11 S 2135/05 -, NVwZ-RR 2006, 849).
In der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern dann ein rechtliches Abschiebungshindernis im Sinne von § 60a Abs. 2 AufenthG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 GG begründen kann, wenn ein Erwachsener auf die Lebenshilfe des volljährigen Familienmitglieds angewiesen ist und sich diese Hilfe nur in der Bundesrepublik Deutschland erbringen lässt (siehe dazu BVerfG, Beschluss vom 18.4.1989 - 2 BvR 1169/84 -, BVerfGE 80, 81; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 15.2.1995 - 11 S 2954/94 -, NVwZ-RR 1996, 115 und Beschluss vom 8.6.2006 - 11 S 2135/05 -, in NVwZ-RR 2006, 849 insoweit nicht abgedruckt; Senatsbeschlüsse vom 05.07.1999 - 13 S 1101/99 -, InfAuslR 1999, 414, vom 7.2.2007 - 13 S 1944/06 - und vom 14.2.2007 - 13 S 2855/06 -); dabei kommt es für die aufenthaltsrechtlichen Schutzwirkungen grundsätzlich nicht darauf an, ob die von einem Familienmitglied erbrachte Lebenshilfe auch von anderen Personen erbracht werden kann (siehe BVerfG, Beschluss vom 12.12.1989 - 2 BvR 377/88 -, InfAuslR 1990, 74 und Beschluss vom 25.10.1995 - 2 BvR 901/95 -, DVBl. 1996, 195).
Es genügt, dass das betreffende Familienmitglied diese Hilfe tatsächlich regelmäßig erbringt (BVerfG, a.a.O. und VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 8.6.2006 a.a.O.).
Verspätetes qualitativ neues Vorbringen, welches über eine Ergänzung oder Erläuterung des bisherigen Vortrags hinausgeht, kann im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht berücksichtigt werden (wie Beschluss vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 -).
Dies gilt jedenfalls für qualitativ neues Vorbringen, welches über eine bloße - und zulässige - Ergänzung oder Vertiefung der fristgerecht geltend gemachten Beschwerdegründe hinausgeht (VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 -, NVwZ-RR 2006, 849 f.; ebenso OVG Hamburg, Beschluss vom 31.10.2002 - 1 Bs 135/02 -, juris und OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 07.09.2010 - 1 M 210/99 -, NordÖR 2011, 93 ff.).
42 f., a. A. VGH BW, Beschluss vom 08.06.2006, 11 S 2135/05, NVwZ-RR 2006, S. 849 f.; OVG NW, Beschluss vom 30.06.2009, 15 B 524/09, Juris).
OVG Saarland, 30.01.2009 - 1 B 315/08
Kein Gemeingebrauch, sondern Sondernutzung bei Inanspruchnahme einer Straße durch …
VGH Hessen, 18.09.2007 - 8 TG 2841/06
Kein allgemeinpolitisches Mandat des AStA - generelles Verbot im Wege der …
OVG Berlin-Brandenburg, 14.10.2009 - 6 S 33.09
Beschwerde; Inobhutnahme; Rücknahme; Altersschätzung; Volljährigkeit; Gestik; …
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.02.2007 - 17 B 140/06
D (A), Ausweisung, Türken, Türkei, Assoziationsratsbeschluss EWG/Türkei, …
VG Gießen, 21.02.2008 - 7 G 3963/07
Ausweisung wegen falscher Angaben zur familiären Lebensgemeinschaft