Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.10.1999&Aktenzeichen=V%20ZR%20401/98
Timestamp: 2019-05-27 02:31:02
Document Index: 257979575

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 326', 'BGH', '§ 177', '§ 326', 'BGH', 'BGH', '§ 747', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.10.1999 - V ZR 401/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,543
BGH, 22.10.1999 - V ZR 401/98 (https://dejure.org/1999,543)
BGH, Entscheidung vom 22.10.1999 - V ZR 401/98 (https://dejure.org/1999,543)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 1999 - V ZR 401/98 (https://dejure.org/1999,543)
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Aufwendungsersatz - Kaufvertrag - Schadensersatz - Nichterfüllung - Beweislast - Rentabilitätsvermutung - Vertrauen
Anspruch des Grundstückskäufers wegen Nichterfüllung des Kaufvertrages auf Ersatz des um erbrachte und zu erwartende Aufwendungen geminderten Gewinns
Kaufvertrag, Schadensersatz für Nichterfüllung des -es; Aufwendungen, - als Scha- densersatz wegen Nichterfüllung; Rentabilitätsvermutung, - für Aufwendungen; Gewinn, entgangener - und Aufwendungen; Ablehnungsandrohung, - durch Erbengemeinschaft; Erbengemeinschaft, - und Nachfristsetzung mit Ablehnungsandrohung
Zu den Ansprüchen des (Grundstücks-)Käufers auf Ersatz von Aufwendungen wegen Nichterfüllung des Vertrages; wirksame Setzung der Nachfrist zur Zahlung des Kaufpreises durch die verkaufende Erbengemeinschaft nur gemeinsam
BGB §§ 249, 252, 326, 2038, 2041
Erbrecht - Nur gemeinsame Nachfristsetzung durch Erbengemeinschaft
§§ 249, 252, 326, 2038, 2041 BGB
Kaufvertrag/Nichterfüllung/Ersatz von Aufwendungen und entgangenem Gewinn/Beweis/Nachfristsetzung zur Kaufpreiszahlung/Erbengemeinschaft
BGHZ 143, 41
NJW 2000, 506
ZIP 2000, 17
ZIP 2000, 27
MDR 2000, 215 (Ls.)
FamRZ 2000, 817 (Ls.)
Hat die Fristsetzung Gestaltungswirkung dadurch, dass nach Fristablauf die gegenseitigen Verpflichtungen aus dem Vertrag erlöschen, muss die Genehmigung jedenfalls bis zum Ablauf der gesetzten Frist erfolgen (BGH, Urteil vom 29. Mai 1991 - VIII ZR 214/90, BGHZ 114, 360, 366; Urteil vom 22. Oktober 1999 - V ZR 401/98, BGHZ 143, 41, 46).
Besteht er aus mehreren Personen, so müssen diese sämtlich an der Aufforderung mitwirken, wenn sich nicht aus deren Innenverhältnis, beispielsweise aufgrund bestehender Vertretungsmacht, etwas anderes ergibt (so zu dem in § 1829 Abs. 2 BGB geregelten Parallelfall der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung KGJ 36, A 160;… Damrau/Zimmermann, Betreuungsrecht, 3. Aufl., § 1829 Rdn. 19;… Erman/Holzhauer, BGB, 10. Aufl., § 1829 Rdn. 7;… MünchKomm-BGB/Wagenitz, 4. Aufl., § 1829 Rdn. 27; Soergel/Zimmermann, BGB;… 13. Aufl., § 1829 Rdn. 14;… Staudinger/Engler, BGB [1999], § 1829 Rdn. 35; Dölle, Familienrecht, S. 800; Huken, DNotZ 1966, 388, 392 f.; vgl. im übrigen zur Zuständigkeit einer Erbengemeinschaft bei der Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung nach § 326 BGB a.F. Senat, BGHZ 143, 41, 45).
Nach den für die Bruchteilsgemeinschaft maßgeblichen Regeln war die Mitwirkung der Klägerin zu 1 erforderlich, da die Aufforderung nach § 177 Abs. 2 BGB eine Verfügung über den gemeinschaftlichen Gegenstand darstellt (…Huken, aaO; zur Fristsetzung nach § 326 BGB a.F. vgl. Senat BGHZ 143, 41, 45; BGHZ 114, 360, 366), eine solche aber nur durch die Teilhaber gemeinschaftlich erfolgen kann (§ 747 Satz 2 BGB).
Sind solche Aufwendungen indes tatsächlich entstanden, kann der Gläubiger sie zusätzlich - als weitere Schadensposition - neben dem entgangenen Gewinn verlangen; andernfalls stünde er schlechter als er bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung stehen würde (BGHZ 143, 41, 49 f.;… BGH, Urt. v. 17.12.2003 - XII ZR 146/00, GuT 2004, 54).
Dafür besteht eine - widerlegbare - Vermutung; denn es darf angenommen werden, dass die Parteien Leistung und Gegenleistung als gleichwertig einschätzen mit der Folge, dass die Aufwendungen durch die Vorteile der erwarteten Gegenleistung ausgeglichen werden (vgl. BGHZ 71, 234, 238; 99, 182, 197; 114, 193, 197; 143, 41, 48).
Die Rentabilitätsvermutung beschränkt sich jedoch auf das Geschäft, dessen Erfüllung der Ersatzpflichtige schuldig geblieben ist; eine allgemeine Vermutung, die Beteiligung am Wirtschaftsverkehr werde sich rentieren und Aufwendungen des Gläubigers für Folgegeschäfte würden durch deren Ergebnisse ausgeglichen werden, besteht nicht (BGHZ 114, 193, 200; 143, 41, 48 f.).
Hat die Fristsetzung Gestaltungswirkung dadurch, daß nach Fristablauf die gegenseitigen Verpflichtungen aus dem Vertrag erlöschen, muß die Genehmigung jedenfalls bis zum Ablauf der gesetzten Frist erfolgen (BGH, Urteil vom 29. Mai 1991 - VIII ZR 214/90, BGHZ 114, 360, 366; Urteil vom 22. Oktober 1999 - V ZR 401/98, BGHZ 143, 41, 46).
Dass bei Kündigungen als Gestaltungserklärungen einer Genehmigung keine Rückwirkung zukommt (siehe BGH NJW 2000, 506, 507 m.w.Nw.), würde nur dann von Bedeutung sein, wenn die Wiederholung der Kündigung nicht fristgemäß wäre.