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Timestamp: 2020-04-08 22:01:23
Document Index: 210381098

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 42', '§ 2', '§3', '§ 13', '§14', '§ 38', '§ 593', '§ 2', '§ 311', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Annette Schäfer, Author at Annette Schäfer
Dieses Urteil interessiert alle Landwirte, die in den letzten Jahren Flächen von der BVVG gekauft haben.
zum Beschluss des Ersten Senats vom 23. Mai 2018
– 1 BvR 97/14 –
Nach diesem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts kann es in manchen Fällen zu einem Nachzahlungsanspruch gegen die Landwirtschaftliche Alterskasse von betroffenen Landwirten kommen.Folgende Voraussetzungen hat dieser Anspruch in jedem Fall:
Ein Rentenantrag wurde gestellt und von der Alterskasse abgelehnt, das Renteintrittsalter wurde aber erreicht.
Der Wiederaufnahmeantrag, mit dem der Nachzahlungsanspruch geltend gemacht wird, muss innerhalb von drei Monaten ab Kenntniserlangung von dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts gestellt werden
Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung und helfen Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Rentenansprüche.
Urteil 1 BvR 97-14 1 BvR 2392-14
Datenschutz war lange Zeit ein unterschätzes Problem. Viele Personen waren und sind immer noch der Meinung, dass sie “nichts zu verbergen” haben und gehen daher freigiebig mit ihren Daten um. Wohin dies ohne Beachtung des Datenschutzes führen kann, zeigt jetzt die VR China mit ihrem Citizen-Score über Pflicht-App, mit dem individuelles Verhalten per Punktesystem bewertet werden soll (s.u.a. www.faz.net, Bericht vom 10.10.2015). Diese Idee hat auch Eingang in den Bestseller von Marc Elsberg “Zero – Sie wissen, was du tust” gefunden. Wenn George Orwell beim Schreiben von “1984” diese Möglichkeiten damals geahnt hätte…
Die neue Datenschutz-Grundverordnung (VERORDNUNG (EU) 2016/679 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG) tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Ist dies ein grundlegender Schritt in Richtung Datenschutz der Person? Inwieweit sind Interessen von Landwirten betroffen?
I. Veröffentlichung der Höhe der Direktzahlungen im Internet
Im Rahmen der Europäischen Transparenz-Initiative sind die EU-Mitgliedstaaten gemeinschaftlich verpflichtet, Informationen über die Empfänger der Gemeinschaftsmittel aus den EU-Agrarfonds spätestens zum 31. Mai jeden Jahres nachträglich für das vergangene EU-Haushaltsjahr im Internet zu veröffentlichen.
Dürfen auch nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung die Höhe der Direktzahlungen veröffentlicht werden?
In Deutschland findet die Veröffentlichung unter der Internetadresse https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche statt. Dort sind die geleisteten EGFL und ELER Zahlungen unter dem Namen und/oder der Adresse des landwirtschaftlichen Betriebes für jedermann abrufbar. Seit Ende Mai 2015 gilt dies auch für Betriebe, die nicht als juristische Personen eingetragen sind. Dadurch lassen sich für die Allgemeinheit Rückschlüsse auf das durch natürliche Personen erzielte Einkommen ziehen.
Dies ist in jedem Fall unter datenschutzrechtlichen Aspekten problematisch.
Rechtsgrundlage für die Veröffentlichung sind die Verordnung (EU, EURATOM) Nr. 966/2012, die Verordnung (EU) Nr. 1306/2013, die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 908/2014, Gesetz zur Veröffentlichung von Informationen über die Zahlung von Mitteln aus den Europäischen Fonds für Landwirtschaft und Fischerei (Agrar- und Fischereifonds-Informationen-Gesetz – AFIG) vom 26.11.2008 (BGBl. 2008, 2330) und der dazu erlassenen Verordnung über die Veröffentlichung von Informationen über die Zahlung von Mitteln aus den Europäischen Fonds für Landwirtschaft und für Fischerei (Agrar- und Fischereifonds-Informationen Verordnung – AFIV) vom 10.12.2008 (eBAnz. 2008, AT147 V1)
Gegen die Veröffentlichung wurde daher in der Vergangenheit bis zum Europäischen Gerichtshof geklagt:
Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 09.11.2010 in den verbundenen Rechtssachen C-92/09 und C-93/09
Die Klage gegen die Veröffentlichung war zunächst für die Klägerseite erfolgreich.
“Die Art. 42 Nr. 8b und 44a der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 des Rates vom 21. Juni 2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik in der durch die Verordnung (EG) Nr. 1437/2007 des Rates vom 26.November 2007 geänderten Fassung und die Verordnung (EG) Nr. 259/2008 der Kommission vom 18. März 2008 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung Nr. 1290/2005 hinsichtlich der Veröffentlichung von Informationen über die Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sind ungültig, soweit diese Bestimmungen bei natürlichen Personen, die Empfänger von EGFL- und ELER-Mitteln sind, die Veröffentlichung personenbezogener Daten hinsichtlich aller Empfänger vorschreiben, ohne nach einschlägigen Kriterien wie den Zeiträumen, während deren sie solche Beihilfen erhalten haben, der Häufigkeit oder auch Art und Umfang dieser Beihilfen zu unterscheiden.“
Dieses Urteil war ein klassischer Phyrrussieg der Klägerseite, da zwar vorübergehend die Rechtsgrundlage der Veröffentlichungspflicht als unwirksam erkannt wurde, im nächsten Schritt aber die Veröffentlichung viel umfassenderer personenbezogener Daten der Empfänger der Direktzahlungen als notwendig erachtet worden ist. So wurden die Art. 42 Nr. 8b und 44a der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 durch die Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 ersetzt.
Kleiner Trost: Die Nutzung der auf dieser Internetseite veröffentlichten Informationen unterliegt datenschutzrechtlichen Beschränkungen, die in § 2a und §3a des Agrar- und Fischereifonds-Informationen- Gesetzes geregelt sind. Insbesondere dürfen die Daten nicht zur Werbung und Adresshandel verwendet werden. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldbuße bis zu dreihunderttausend EURO geahndet werden.
Ergibt sich aus der DSGVO eine neue Basis für ein gerichtliches Vorgehen gegen die Veröffentlichung der Höhe der Direktzahlungen?
Erwägungsgrund Nr. 154 der DSGVO gibt darauf eine ablehnende Antwort: “Personenbezogene Daten in Dokumenten, die sich im Besitz einer Behörde oder einer öffentlichen Stelle befinden, sollten von dieser Behörde oder Stelle öffentlich offengelegt werden können, sofern dies im Unionsrecht oder im Recht der Mitgliedstaaten, denen sie unterliegt, vorgesehen ist.”
Im Ergebnis dürfte sich an der Beurteilung der Zulässigkeit der Veröffentlichung durch die neue DSGVO nichts geändert haben.
II. Ist das Ankreuzen der Lizenzvereinbarung bei Software eines außereuropäischen Anbieters, die auch das Weiterleiten von Daten beinhaltet, durch den Kunden mit “ja” eine Einwilligung im Sinne der DSGVO, bzw. ist diese auf diesen Fall anwendbar?
1. Gilt also die DSGVO auch für außereuropäische Anbieter?
Dazu der 23. Erwägungsgrund zur DSGVO: “Damit einer natürlichen Person der gemäß dieser Verordnung gewährleistete Schutz nicht vorenthalten wird, sollte die Verarbeitung personenbezogener Daten von betroffenen Personen, die sich in der Union befinden, durch einen nicht in der Union niedergelassenen Verantwortlichen oder Auftragsverarbeiter dieser Verordnung unterliegen, wenn die Verarbeitung dazu dient, diesen betroffenen Personen gegen Entgelt oder unentgeltlich Waren oder Dienstleistungen anzubieten” …
Natürlichen Personen werden unter Umständen Online-Kennungen wie IP-Adressen und Cookie-Kennungen, die sein Gerät oder Software-Anwendungen und -Tools oder Protokolle liefern, oder sonstige Kennungen wie Funkfrequenzkennungen zugeordnet. Dies kann Spuren hinterlassen, die insbesondere in Kombination mit eindeutigen Kennungen und anderen bei Server eingehenden Informationen dazu benutzt werden können, um Profile der natürlichen Personen zu erstellen und sie zu identifizieren. das Sammeln von verhaltensbezogenen persönlichen Daten durch außereuropäische Dienstleister (Bspw. Google, Microsoft und Apple) dürfte ein Hauptanwendungsgebiet der neuen DSGVO sein.
2. Reicht das Kreuz hinter “ja” als Einwilligung aus?
Dazu regelt Artikel 7 Abs. 4 DSGVO:
“Bei der Beurteilung, ob die Einwilligung freiwillig erteilt wurde, muss dem Umstand in größtmöglichen Umfang Rechnung getragen werden, ob unter anderem die Erfüllung eines Vertrags, einschließlich der Erbringung einer Dienstleistung, von der Einwilligung zu einer Verarbeitung von personenbezogenen Daten abhängig ist, die für die Erfüllung des Vertrags nicht erforderlich sind.”
Erwägungsgrund Nr. 32 ….Stillschweigen, bereits angekreuzte Kästchen oder Untätigkeit der betroffenen Person sollen keine Einwilligung darstellen….
III. Beschäftigungsverhältnisse
…. Bewerberinnen und Bewerber für ein Beschäftigungsverhältnis sowie Personen, deren Beschäftigungsverhältnis beendet ist, gelten als Beschäftigte.
IV. Warum dann die ganze Aufregung? Weil die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung nicht mehr genügt.
Wenn eine Einwilligung in die Datenverarbeitung vorliegt oder die Datenverarbeitung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erfolgt, ist die Datenverarbeitung rechtmäßig.
Zusätzlich müssen aber noch die Grundsätze des Artikel 5 DSGVO eingehalten werden. Jede Verarbeitung muss rechtmäßig, die Verarbeitung muß nach Treu und Glauben erfolgen und das Transparenzgebot muss eingehalten sein. Die Daten dürfen nur für dem Zweck angemessene und erheblich sein und auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein (“Datenminimierung”)
Die Daten müssen sachlich richtig und auf dem neuesten Stand sein. Sie sind unverzüglich zu löschen und zu berichtigen, wenn sie falsch sind.
Insbesondere die Einhaltung des Transparenzgebots ist außerordentlich aufwändig:
Die an den Betroffenen zu erteilenden Informationen sind in § 13/§14 DSGVO niedergelegt.
Werden personenbezogene Daten bei der betroffenen Person oder über Dritte erhoben (insbes. Bonitätsprüfung), so teilt der Verantwortliche der betroffenen Person zum Zeitpunkt der Erhebung dieser Daten Folgendes mit:
Die Absätze 1, 2 und 3 finden allerdings keine Anwendung, wenn und soweit die betroffene Person bereits über die Informationen verfügt. Das Transparenzgebot muss von allen Firmen unabhängig von ihrer Größe eingehalten werden, sobald personenbezogene Daten gespeichert und/oder verarbeitet werden. Das ist außerordentlich aufwändig.
Es drohen im Falles des Verstoßes Geldbußen von bis zu 10.000.000 € oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 2 % seines gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes.
V. Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten
Gem. § 38 BDSG ist ein Datenschutzbeauftragter durch Unternehmen zu benennen, soweit sie in der Regel mindestens zehn Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen.
Ergebnis: Der durchschnittliche landwirtschaftliche Betrieb ist in den meisten Fällen nur mittelbar betroffen. Allerdings sollten in die Arbeitsverträge Informationen zu der Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Mitarbeiter aufgenommen werden. Besondere Vorsicht im Hinblick auf Datenschutz ist bei der Direktvermarktung an Privatkunden angezeigt, wenn die Kundendaten digitalisiert sind. Für natürliche Personen werden weitreichende Informations- Widerspruchs- und Löschungsrechte in Bezug auf die über sie gespeicherten personenbezogenen Daten geschaffen. Zusätzlich erhalten Sie einen Anspruch auf Ersatz der eventuell entstandenen Schäden. Die EDV sollte über einen aktuellen Virenschutz verfügen.
I. Bundesgerichtshof, Urteil vom 28. April 2017, LwZR 4/16
a) Werden als Ackerland verpachtete Flächen als Grünland genutzt, entspricht es vorbehaltlich besonderer vertraglicher Vereinbarungen ordnungsgemäßer Bewirtschaftung, die Ackerlandeigenschaften zu erhalten und die Entstehung von Dauergrünland durch einen rechtzeitigen Umbruch abzuwenden; kommt der Pächter dem schuldhaft nicht nach, ist der dem Grunde nach verpflichtet, dem Verpächter den durch die Entstehung von Dauergrünland entstandenen Schaden zu ersetzen.
b) Ein Mitverschulden des Verpächters kann in Betracht kommen, wenn er es unterlässt, den Pächter zu einem rechtzeitigen Umbruch anzuhalten, sofern ihm die Nutzung als Grünland bekannt war und er die drohende Entstehung von Dauergrünland erkennen konnte; in aller Regel wird Letzteres voraussetzen, dass der Verpächter aktiver Lanwirt ist.
Besonderheiten: Pachtfläche war bereits zu Pachtbeginn Grünland. Die gesetzlichen Regelungen zur Entstehung von Dauergrünland gab es erst später. Trotzdem macht sich der Pächter schadensersatzpflichtig, wenn er die Entstehung von Dauergrünland nicht verhindert.
14 ha nach Ertragswertverfahren führten zu ca. 100.000 € Schadensersatz.
II. Brandenburgisches Oberlandesgericht, Senat für Landwirtschaftssachen, Urteil vom 06.07.2017, 5 W (Lw) 2/17, 5 WLw 2/17
Gegenstand des Verfahrens: Antrag auf Anpassung eines Landpachtvertrages nach § 593 BGB
(2) Eine Änderung kann frühestens zwei Jahre nach Beginn des Pachtverhältnisses oder nach dem Wirksamwerden der letzten Änderung der Vertragsleistungen verlangt werden. Dies gilt nicht, wenn verwüstende Naturereignisse, gegen die ein Versicherungsschutz nicht üblich ist, das Verhältnis der Vertragsleistungen grundlegend und nachhaltig verändert haben….
Anzeigepflicht einer Anpassung der Pachthöhe nach § 2 Abs. 2 Satz 2 LPachtVG beachten.
Problematisch ist regelmäßig der Nachweis des groben Missverhältnisses. Daher ist die Übernahme der gesetzlichen Regelung in den Pachtvertrag nicht zu empfehlen.
III. Brandenburgisches Oberlandesgericht, Senat für Landwirtschaftssachen, Urteil vom 04.05.2017, 5 U (Lw) 117/15
Wirksamkeit eines formularmäßigen Vorpachtrechts zugunsten des Pächters
Ein Vorpachtrecht ist nicht wirksam vereinbart, wenn es ein Teil der vom Pächter gestellten allgemeinen Geschäftsbedingungen ist, soweit es sich bei dem Verpächter um eine Privatperson handelt.
Abgrenzung zum Vorkaufsrecht: Dieses bedarf sogar einer notariellen Beurkundung gem. § 311b BGB.
I. Unwirksamkeit formularmäßig vereinbarter Bearbeitungsentgelte bei Unternehmerdarlehen
In mehreren Entscheidungen (XI ZR 562/15, XI ZR 233/16) hat der BGH kürzlich entschieden, dass die durch Banken vorformulierten Festlegungen über ein Bearbeitungsentgelt für mit Unternehmern abgeschlossene Kreditverträge unwirksam sind. Der Rückforderungsanspruch muss grundsätzlich gemäß der allgemeinen Verjährungsfrist innerhalb von drei Jahren nach dem Ende des Jahres, in dem das Bearbeitungsentgelt geleistet wurde, geltend gemacht werden. Danach wären Bearbeitungsentgelte, die nach dem 1.1.2014 an die Bank gezahlt worden sind, bis zum 31.12.2017 geltend zu machen.
2. Neue gemeinsame Verordnung über Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Stoffen, AwSV
Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) wurde am 21. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat vollständig am 1. August 2017 in Kraft. Die Verordnung löst die bisher geltenden Länderverordnungen – u.a. die SächsVAwS – ab und regelt die Einstufung von Stoffen und Gemischen nach ihrer Gefährlichkeit, die technischen Anforderungen, die Anlagen erfüllen müssen, die mit diesen Stoffen und Gemischen umgehen, sowie die Pflichten der Betreiber dieser Anlagen. Die Verordnung regelt alle Anlagen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird. Dies gilt beispielsweise auch für Biogasanlagen und die Bauweise von JGS-Anlagen. Es bestehen Besonderheiten für Anlagen in Wasserschutzgebieten und unterirdische Anlagen.
Anzeigepflicht bei erheblicher Leckage bei unterer Wasserbehörde
vor Inbetriebnahme oder wesentlicher Änderung
wiederkehrende Prüfung alle 5 Jahre und Stilllegung
bei mehr als 1 m³
bei mehr als 10 m³
Merkblatt zu Betriebs- und Verhaltensvorschriften
erforderlich bei weniger als 1 m³
Betriebsanweisung mit Notfallplan
nicht erforderlich bei Heizölverbraucheranlage, statt dessen Merkblatt; erforderlich bei mehr als 1 m³
Rückhalteeinrichtung oder doppelwandige Behälter mit Leckageanzeiger oder Abwasserbehandlungsanlage
erforderlich; für Rohrleitungen wird Erforderlichkeit auf Grundlage einer Gefährdungsabschätzung ermittelt
Selbsteinstufung ob wassergefährdend
Zuordnung Gefährdungsstufe
Umschlagfläche
nicht erforderlich, da Stoffeinstufung in WGK 2 durch Umweltbundesamt erfolgt
flüssigkeitsundurchlässig, Bindemittel bereithalten
Anzeigepflicht bei erheblicher Leckage bei unterer Wasserbehörde (Landkreis)
wiederkehrende Prüfung alle fünf Jahre und Stilllegung
ab über 100 m³
bei mehr als 1000 m³
Anbringung eines Merkblatts zu Betriebs- und Verhaltensvorschriften
bis zu 100 m³ erforderlich
über 100 m³ erforderlich
notwendig erst über 1000 l bei vorhandener Leckerkennung oder flüssigkeits- undurchlässigem Untergrund; für Rohrleitungen nicht notwendig bei flüssigkeits-undurchlässigem Untergrund.
meist nicht erforderlich, da Harnstoff durch Umweltbundesamt in WGK 1 eingestuft
Anzeigepflicht sechs Wochen vor Errichtung, wesentliche Änderung und Stilllegung der Anlage bei unterer Wasserbehörde (Landkreis)
– Anlage zum Lagern von Silagesickersaft
– sonstige JGS-Anlage
– Anlage zum Lagern von Festmist und Silage
bei mehr als 25 m³
bei mehr als 500 m³
Prüfung durch Sachverständigen vor Inbetriebnahme und Überprüfung des Erdbeckens alle fünf Jahre
wie bei Anzeigepflicht
einwandige Anlage
einwandige Rohrleitungen
zulässig, bei bis zu 25 m³, darüber Leckageerkennung oder doppelwandige Behälter erforderlich; seitliche Einfassung (Erdbecken) der Anlage erforderlich
zulässig, wenn technischen Regeln entsprechend
nicht erforderlich, da JGS als allgemein wassergefährdend eingestuft werden und keine WGK haben
Die Informationen wurden sorgfältig zusammengestellt. Trotzdem kann keine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen werden. Stand: September 2017
Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Rechtsanwaltskanzlei Annette Schäfer, An der Zugspitze 1, 09618 Brand-Erbisdorf (auf dem Gelände der Brander Landtechnik)
Tel: 037322-528568
Internet: www.annette-schaefer.de (Besuchen Sie dort auch unseren Blog. Wir veröffentlichen in regelmäßigen Abständen ausgewählte rechtliche Informationen für Landwirtschaftsbetriebe)
Strengere Regeln für die Düngung
Strengere Regeln für die Düngung im kurzen Überblick
Das Düngegesetz wurde am 10.03.2017 vom Bundesrat beschlossen. Die Novelle der Düngeverordnung wurde am 31.03.2017 im Bundesrat verabschiedet. Das Dünge-Paket wird noch im Frühjahr 2017 in Kraft treten.
Düngegesetz:
Ab 2018 sollen zunächst Betriebe mit mehr als 30 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche, einer Tierbesatzdichte von 2,5 Großvieheinheiten pro Hektar oder mit mehr als 2.000 Schweinemastplätzen eine Stromstoffbilanz durchführen müssen.
Ab 2023 soll die Regelung dann für alle Betriebe oberhalb der 20 ha-Grenze oder bei mehr als 50 GVE je Hof verbindlich werden.
Unabhängig von Größe und Viehbesatz sollen sämtliche Betriebe ab dem nächsten Jahr eine Stoffstrombilanz erstellen müssen, wenn ihnen Wirtschaftsdünger aus anderen Betrieben zugeführt wird.
Eine Geldbuße von bis zu 150.000 Euro soll verhängt werden können, wenn Landwirte gegen das Aufbringungsverbot während der Sperrzeiten sowie für wassergesättigte, überschwemmte, gefrorene oder schneebedeckte Böden verstoßen.
Auch Verstoßes gegen die Mindestlagerkapazität sollen bis zu dieser Höhe geahndet werden können.
Die Düngeverordnung konkretisiert die Vorgaben des Düngegesetzes, u.a.:
Zeiträume, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen,Ackerland: nach der Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar; Grünland: 01. November bis 31. Januar, Einführung einer Sperrzeit für die Aufbringung von Festmist und Kompost: 15. Dezember bis 15. Januar; die zuständigen Behörden können Beginn/Ende jeweils um bis zu vier Wochen verschieben.
Die Abstände für die Stickstoff- und Phosphatdüngung in der Nähe von Gewässern und im hängigen Gelände vergrößern sich.
Bundeseinheitliche Vorgaben für das Fassungsvermögen von Anlagen zur Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und flüssigen Gärrückständen aus dem Betrieb einer Biogasanlage (grundsätzlich größer als benötigte Kapazität zur Überbrückung der Sperrfristen, mindestens jedoch sechs Monate, Betriebe mit hohem Tierbesatz oder ohne eigene Ausbringungsflächen müssen ab 2020 mindestens neun Monate Lagerkapazität vorweisen) sowie Festmist, festen Gärrückständen und Kompost (zwei Monate) werden eingeführt.
Die Kündigung von Landpachtverträgen
Die (außerordentliche) Kündigung von Landpachtverträgen
Dazu Vortrag am 17.06.2016, 9:30-11:30 Uhr, RA Schäfer, Dresden
Viele Landwirte überlegen gegenwärtig, die verpachteten Flächen wieder selbst zu bewirtschaften. Dazu sollen die häufig langfristig abgeschlossenen Pachtverträge möglichst fristlos gekündigt werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein Grund sind die steigenden Kaufpreise für Landflächen und die damit verbundenen Steigerungen der Pachtpreise für neu verpachtete Flächen. Altverträge weisen oft verhältnismäßig niedrige Pachtpreise aus. Eine angemessene Anpassung erscheint für den Verpächter nicht erreichbar. Soll der Betrieb des Verpächters wachsen, ist die Rückholung der im Eigentum stehenden Flächen kostengünstiger als die Hinzupachtung alternativer Flächen, deren Auswahl gegenwärtig auch sehr beschränkt ist.
Dieses Dilemma war Gegenstand einer Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten, die die Autorin vor den Landwirtschaftsgerichten Sachsens ausgefochten hat. Die sich daraus ergebenden Erkenntnisse sind Gegenstand des angebotenen Vortrags am 17.06.2016.
Aktuelle Gerichtsentscheidungen von besonderer Bedeutung für Agrarbetriebe
EuGH, Aktenzeichen C-396/12
In der Sache ging es um einen Niederländischen Betrieb, bei dem im Jahr 2009 anlässlich einer Kontrolle festgestellt wurde, dass Dung nicht emissionsarm ausgebracht worden war. Das betreffende Wiesengrundstück war im Auftrag des Betriebes durch einen landwirtschaftlichen Lohnunternehmer gedüngt worden.
Durch die anstehende Novelle der Düngeverordnung werden die Anforderungen an den Landwirt voraussichtlich weiter verschärft. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Verstößen gegen die Vorgaben der EU. Bisher haben die Verwaltungsgerichte das Fehlverhalten beauftragter Lohnunternehmer immer dem Betriebsinhaber zugerechnet und Kürzungen der EU-Prämienzahlung als rechtmäßig beurteilt. Das ändert sich durch das Urteil des EuGH.
Das EU-Recht stellt bei Cross-Compliance Verstößen alleinig auf das Verhalten des Betriebsinhabers ab. Insofern war die Klärung der Haftungsfrage im Rahmen einer Vorabentscheidung des EuGH überfällig. Der Umstand alleine, dass Arbeiten von anderen Personen ausgeführt werden, schließt allerdings auch nach EU-Recht ein eigenes Verschulden des Betriebsinhabers nicht aus. Dieses kann sich insbesondere auf die Auswahl, Instruktion oder Überwachung des Auftragnehmers beziehen. Der Betriebsinhaber muss sicherstellen, dass derjenige, der für ihn betriebliche Arbeiten durchführt, über die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um Verstöße zu vermeiden. Er ist weiter zu einer präzisen Auftragserteilung und einer angemessenen Überwachung verpflichtet. Eine entsprechende Protokollierung erscheint empfehlenswert.
Ergebnisse der GAP Reform
GAP – Reform 2014–2020
Rechtsanwältin Annette Schäfer Stand:25.09.2014
Für die Rechtsverbindlichkeit und Vollständigkeit dieses Skripts kann keine Haftung übernommen werden, da noch nicht alle zugrundeliegenden EU-Vorschriften in nationales Recht umgesetzt wurden. Vielfach wurden die erst im Entwurf vorhandenen Gesetze, mit eingearbeitet. Dies ist gesondert gekennzeichnet.