Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20169,%20364
Timestamp: 2019-04-20 09:24:44
Document Index: 149403582

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 1901', '§ 630', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.11.2006 - VI ZR 206/05 - dejure.org
Delegation der Risikoaufklärung
Haftung des Chefarztes für eine unzulängliche Risikoaufklärung des Patienten durch einen nachgeordneten Arzt; Verpflichtung des Chefarztes zur Darlegung seiner Organisation betreffend die Sicherstellung der Patientenaufklärung durch nachgeordnete Ärzte; Haftung des Arztes für nachteilige Folgen eines Eingriffs wegen mangelhafter Einwilligung durch den Patienten; Umfangreiche Aufklärung des Patienten als Voraussetzung einer wirksamen Einwilligung in einen Eingriff; Auswirkungen der entschuldbaren, falschen Annahme der ordnungsgemäßen Aufklärung des Patienten auf die Haftung des Arztes; Bedeutung und Umfang der Kontrollpflichten und Überwachungspflichten bei ärztlicher Arbeitsteilung
Risikosaufklärung vor OP - Übertragung auf nachgeordneten Arzt
Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Aufklärung von Patienten
Anforderungen an die Risikoaufklärung eines Patienten; Übertragung auf einen nachgeordneten Arzt
Arztrecht - Risikoaufklärung deligiert: Pflichten des deligierenden Arztes
Chefarzt darf Risikoaufklärung nicht einfach an nachgeordneten Arzt übertragen
Kein unbedingter Vertrauensschutz bei Delegation der Aufklärung auf untergeordneten Arzt
Chefarzt operierte, Stationsarzt sprach mit der Patientin - Qualität der Risikoaufklärung muss durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt werden
gesundheitundrecht.de (Kurzinformation)
Delegation der Aufklärung von Chefarzt auf nachgeordnete Ärzte ?/ BGH fordert organisatorische Vorkehrungen und Kontrollmaßnahmen
Rechtsreport: Risikoaufklärung durch den nachgeordneten Arzt
Chefarzt muss für Aufklärung von Patienten über Risiken sorgen - Patient muss über alle Gefahren informiert werden
123recht.net (Pressemeldung, 7.11.2006)
Chefarzt muss Patienten über OP-Risiken aufklären // Hinweispflicht der Mediziner
Arzthaftungsrecht - Bundesgerichtshof: Chefarzt muss Aufklärung durch nachgeordneten Arzt kontrollieren
Leserforum - Ist der Facharzt-Standard identisch mit der Facharzt-Qualifikation?
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 7.11.2006, Az.: VI ZR 206/05 (Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Aufklärung von Patienten)" von Prof. Dr. Christian Katzenmeier, original erschienen in: JZ 2007, 641 - 644.
Zusammenfassung von "Anmerkungen zum Urteil des BGH vom 07.11.2006, Az.: VI ZR 206/05 (Von dem Chefarzt darzulegende Kontrollorganisation bei Übertragung der Risikoaufklärung auf einen nachgeordneten Arzt" von Prof. Dr. iur. Drs. med. u. h. c. Erwin Deutsch und RA Dr. Rolf Jungbecker, original erschienen in: VersR 2007, 210 - 212.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 07.11.2006, Az.: VI ZR 206/05 (Delegation der Aufklärung und Vertrauensgrundsatz)" von Dr. Albrecht W. Bender, original erschienen in: MedR 2007, 170 - 172.
LG Itzehoe, 22.09.2004 - 2 O 290/02
BGHZ 169, 364
NJW-RR 2007, 310
MDR 2007, 523
VersR 2007, 209
Der Beklagte kann sich nicht auf einen unvermeidbaren Rechtsirrtum (vgl. BGH, Urt. v. 07.11.2006 - VI ZR 206/05, juris-Rn. 8; im Strafrecht: § 17 Satz 1 StGB) berufen, weil die für den vorliegenden Fall relevante Rechtsfrage jedenfalls mit Einführung der Erörterungspflicht über die medizinisch indizierte Maßnahme zwischen Arzt und Betreuer des Patienten in § 1901b Abs. 1 BGB geklärt war.
Dies gilt auch für § 630e BGB, mit dem die Pflicht des Behandelnden zur sogenannten Eingriffs- und Risikoaufklärung (Selbstbestimmungsaufklärung) festgeschrieben und die hierzu bestehende gefestigte Rechtsprechung nachgezeichnet wurde (vgl. BT-Drs. 17/10488 S. 24; zur Aufklärungspflicht des behandelnden Arztes vgl. etwa BGH 7. November 2006 - VI ZR 206/05 - Rn. 7, BGHZ 169, 364) .
Die wirksame Einwilligung des Patienten setzt dabei dessen ordnungsgemäße Aufklärung voraus (…vgl. nur Senatsurteile vom 11. Oktober 2016 - VI ZR 462/15, NJW-RR 2017, 533 Rn. 8;… vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13, NJW 2015, 74 Rn. 6; vom 7. November 2006 - VI ZR 206/05, BGHZ 169, 364 Rn. 7;… vom 14. März 2006 - VI ZR 279/04, BGHZ 166, 336 Rn. 6; jetzt § 630d BGB).
Sofern er sie auf einen anderen Arzt delegiert, muss er deren ordnungsgemäße Erfüllung sicherstellen, sei es durch ein Gespräch mit dem Patienten oder durch Überprüfung der schriftlichen Erklärung in den Krankenakten (vgl. BGH, Urteil vom 7. November 2007 - VI ZR 206/05, BGHZ 168, 364 = NJW-RR 2007, 310;… Ulsenheimer, Arztstrafrecht in der Praxis, 4. Auflage 2008, Teil I § 1 Rn. 104a, Seite 148 und Rn. 106 aE, Seite 151).
Richtig ist auch, dass eine wirksame Einwilligung des Patienten dessen ordnungsgemäße Aufklärung voraussetzt (vgl. Senatsurteil vom 7. November 2006 - VI ZR 206/05, BGHZ 169, 364 Rn. 7).
Richtig ist auch, dass eine wirksame Einwilligung des Patienten dessen ordnungsgemäße Aufklärung voraussetzt (…vgl. Senatsurteil vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13, VersR 2015, 196 Rn. 6; vom 7. November 2006 - VI ZR 206/05, BGHZ 169, 364 Rn. 7) und dass der aufklärungspflichtige Arzt nachzuweisen hat, dass er die von ihm geschuldete Aufklärung erbracht hat (…Senatsurteil vom 28. Januar 2014 - VI ZR 143/13, VersR 2014, 588 Rn. 11).
Dementsprechend kann sich der behandelnde Arzt bei einer fehlerhaften Aufklärung durch einen nachgeordneten Kollegen auch nur dann entlasten, wenn kein Anlass zu Zweifeln an der Qualifikation des beauftragten Arztes besteht und die ordnungsgemäße Durchführung der Aufklärung durch klare, stichprobenweise kontrollierte Organisationsanweisungen sichergestellt wird (vgl. BGH, NJW-RR 2007, 310, 311 und Senat, OLGR 2006, 617, 619).
Unerheblich ist ferner, ob die Beklagten Ziff. 1 und 3 die ordnungsgemäße Durchführung der Aufklärung durch klare, stichprobenweise kontrollierte Organisationsanweisungen sichergestellt hatten (vgl. dazu etwa BGH, NJW-RR 2007, 310, 311 und Senat, OLGR 2006, 617, 619 f.).
a) Eine wirksame Einwilligung des Patienten setzt dessen ordnungsgemäße Aufklärung voraussetzt (BGH Urteile vom 7. November 2006 - VI ZR 206/05, BGHZ 169, 364 Rn. 7;… vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13 -, juris Rn. 6 ff.).
a) Ein Chefarzt, der die Risikoaufklärung eines Patienten einem nachgeordneten Arzt überträgt, muss darlegen, welche organisatorischen Maßnahmen er ergriffen hat, um eine ordnungsgemäße Aufklärung sicherzustellen (vgl. BGHZ 169, 364 = VersR 2007, 209 m. w. N.).
Soweit er als behandelnder Arzt entschuldbar eine wirksame Einwilligung des Patienten angenommen hat, kann zwar seine Haftung für nachteilige Folgen der Behandlung nicht wegen fehlender Rechtswidrigkeit seines Verhaltens, möglicherweise aber mangels Verschuldens entfallen (BGH Urteil vom 07. November 2006 - VI ZR 206/05 -, BGHZ 169, 364-369 er 1975 - VI ZR 232/73 - Urteil vom 23. September NJW 1976, 41, 42; vom 26. Mai 1987 - VI ZR 157/86 - VersR 1987, 1133).
Zu den Pflichten eines Chefarztes gehört es nämlich, für eine ordnungsgemäße Aufklärung der Patienten seiner Klinik zu sorgen (…BGHZ 116, 379, 386 und BGH Urt. vom 14. Juli 1957 - VI ZR 45/54 - VersR 1954, 496, 497; Senatsbeschluss vom 29. Januar 1985 - VI ZR 92/84 - VersR 1985, 598, 599; BGH, Urteil vom 07. November 2006 - VI ZR 206/05 -, BGHZ 169, 364-369;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Aufl., Rn. 108 f.).
Dazu gehört zum einen die Angabe, welche Maßnahmen organisatorischer Art er getroffen hat, um eine ordnungsgemäße Aufklärung durch den nichtoperierenden Arzt sicherzustellen, und zum anderen die Darlegung, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen er ergriffen hat, um die ordnungsgemäße Umsetzung der von ihm erteilten Aufklärungsanweisungen zu überwachen (BGH, Urteil vom 07. November 2006 - VI ZR 206/05 -, BGHZ 169, 364-369).
BGH VI ZR 206/05 vom 7. November 2006 Thöns.
Sie kann zum anderen aber auch auf einer Fehlvorstellung über einen Rechtfertigungsgrund liefernde Tatsachen beruhen, die als Erlaubnistatbestandirrtum entsprechend § 16 StGB zu beurteilen ist (…s. zusammenfassend OLG Düsseldorf, Urt. v. 5.8.2009, I-15 U 100/08, zit. n. Juris, dort Rn. 30ff mit Nachw.; vgl. auch OLG Schleswig OLGR 2008, 730; im Ergebnis auch BGH, NJW-RR 2007, 310).
Eine Haftung wegen Fahrlässigkeit entfällt nur dann, wenn der Tatsachenirrtum unvermeidlich war (vgl. BGH, NJW-RR 2007, S. 310;… OLG Düsseldorf, aaO;… OLG Schleswig, aaO).
OLG Koblenz, 12.02.2009 - 5 U 927/06
OLG Koblenz, 09.04.2009 - 5 U 621/08
Umfang der ärztlichen Aufklärung bei einem Wahleingriff
OLG Karlsruhe, 09.04.2014 - 7 U 121/13
Ärztliche Aufklärung gegenüber einem Ausländer
LG Bielefeld, 02.05.2014 - 4 O 449/08
Schadensersatzgewährung aufgrund einer zahnärztlichen Fehlbehandlung; Alleinige …