Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/bilanzierung-eigenkapital.html
Timestamp: 2019-03-25 14:43:24
Document Index: 165080143

Matched Legal Cases: ['§ 272', '§ 9', '§ 150', '§ 221', '§ 221', '§ 42', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 272', '§ 272', '§ 71', '§ 71', '§ 266', '§ 266']

Bilanzierung und Bewertung des Eigenkapitals im HGB
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Bilanz nach Handelsrecht - Bilanzierung und Bewertung des Eigenkapitals im HGB
Bilanzierung und Bewertung Eigenkapital
Jahresüberschuss und Bilanzgewinn
Kauf eigener Anteile
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Im vorliegenden Kapitel sollen Sie erlernen:
die Zusammensetzung des Eigenkapitals,
Bedeutung des gezeichneten Kapitals,
Sinn der Kapitalrücklage,
Aufgabe der Gewinnrücklagen,
Bedeutung des Gewinn- und Verlustvortrags,
Jahresüberschuss, Jahresfehlbetrag.
Insbesondere ist wichtig zu wissen, wie sich einzelne Größen (nämlich gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage) bei einer Kapitalerhöhung verändern.
Schließlich gehen wir noch auf den Rückkauf eigener Anteile ein, der keine Position an sich ist, aber einige Positionen des Eigenkapitals (nämlich Gezeichnetes Kapital und jeweils freie Rücklagen) senkt.
Auf der Passivseite der Bilanz werden die Positionen grundsätzlich zum Rückzahlungsbetrag angesetzt. Die Passivseite gliedert sich auf in
Fremdkapital und
passivische Rechnungsabgrenzungsposten.
Zum Eigenkapital gehören, zumindest für Aktiengesellschaften, fünf unterschiedliche Positionen:
Gewinnvortrag bzw. Verlustvortrag
Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag.
Man unterscheidet im übrigen folgende
Formen des Erfolgsausweises
nach teilweiser Ergebnisverwendung
nach vollständiger Ergebnisverwendung.
Das gezeichnete Kapital gibt den Betrag an, auf den die Haftung der Aktionäre beschränkt ist. In der Kapitalrücklage werden Agios (= Aufgelder) aus der Emission von Aktien bzw. von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen zusammengefasst.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG emittiert neue Aktien zum Emissionskurs von 10 € und einem Nennwert von 1 €. Welche Beträge sind dem gezeichneten Kapital zuzuführen?
Im gezeichneten Kapital finden sich die Nennwerte der Aktien wieder, das heißt im vorliegenden Fall, dass 10.000 Aktien à 1 €, also 10.000 €, in das gezeichnete Kapital wandern.
Innerhalb der Kapitalrücklage werden unterschiedliche Positionen zusammengefasst (§ 272 II HGB):
Beträge, die bei der Emission von Aktien über den Nennbetrag hinaus erzielt werden (= Agio, vgl. § 9 AktG, §§ 150, 152 II AktG),
Betrag, der bei der Emission von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen über ihren Rückzahlungsbetrag hinaus erzielt wird (= Agio, vgl. § 221 AktG),
Zuzahlungsbeträge, die Gesellschafter gegen Gewährung eines Vorzugs für ihre Anteile leisten (§ 221 III AktG),
Betrag anderer Zuzahlungen, die Gesellschafter in das Eigenkapital leisten (§ 42 II GmbHG).
Hier klicken zum AusklappenIm vorliegenden Beispiel rechnet man folgendermaßen. Das Agio bei der Aktienemission berechnet sich als: Agio = Emissionskurs - Nennwert, d.h. also hier: Agio = 10 – 1 = 9 € pro Aktie. Der Emissionskurs übersteigt den Nennwert der Aktie um 9 € d.h. bei 10.000 Aktien steigt die Kapitalrücklage der X AG um insgesamt 10.000·9 = 90.000 €.
Dritte Position des Eigenkapitals sind die GewinnRücklagen. Hier existieren vier Positionen:
Rücklagen für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG habe einen Jahresüberschuss von 5.000.000 € und einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe eines Betrags von 1.000.000 €. Die gesetzliche Rücklage aus dem Vorjahr beträgt 2.000.000 €, ebenso wie die Kapitalrücklage aus der Bilanz des Vorjahres. Die X-AG verfügt über ein gezeichnetes Kapital von 50.000.000 €.
Die satzungsmäßigen Rücklagen werden, wie der Name bereits sagt, von der Satzung der Unternehmung bestimmt und ergänzen die gesetzliche Pflicht der Thesaurierung, die in die gesetzliche Rücklage wandert, um eine zusätzliche Thesaurierung, die in die satzungsmäßige Rücklage Eingang findet.
Hier klicken zum AusklappenGegeben seien die Zahlen aus Beispiel der Vorseite. Welcher Betrag kann höchstens einbehalten werden?
Hier klicken zum AusklappenBeachte aber, dass es von der Aufgabenstellung abhängt, wieviel tatsächlich beinbehalten wird:
wenn möglichst viel einbehalten (= thesauriert) werden soll: volle Ausnutzung der 50 % für die anderen Gewinnrücklagen
wenn möglichst viel ausgeschüttet werden soll: 0 % in die anderen Gewinnrücklagen.
Beachten Sie also die Aufgabenstellung sehr genau!
Der Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag bildet den letzten Posten des Eigenkapitals. Es handelt sich hierbei um den Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung.
Wenn die Erträge größer sind als die Aufwendungen, liegt ein Jahresüberschuss vor,
sind die Erträge kleiner als die Aufwendungen, liegt ein Jahresfehlbetrag vor.
Der Kauf eigener Anteile kommt einer Kapitalherabsetzung gleich und wird auch – allerdings nach BilMoG und durch den Wegfall der Aktivierung mit gleichzeitiger Bildung einer „Rücklage für eigene Anteile“ – so behandelt. Es wird folgendermaßen vorgegangen.
Hier klicken zum AusklappenKAUF EIGENER ANTEILE:
Überprüfe die Voraussetzungen der § 71 I AktG zur Zulässigkeit des Rückkaufs eigener Aktien (oft wird § 71 I Nr. 2 einschlägig sein, nämlich Erwerb der Anteile, um sie eigenen Mitarbeitern anzubieten)
beachte auch die quantitative Voraussetzung des § 71 II 1 AktG, nämlich dass höchstens 10 % des Grundkapitals zurückgekauft werden darf
Buche das gezeichnete Kapital herunter um den Betrag (Anzahl zurückgekaufter Aktien·Nennwert) (§ 272 Ia 1 HGB)
senke freie Rücklagen um den Betrag (Anzahl zurückgekaufter Aktien·(Kaufpreis – Nennwert)) (§ 272 Ia 2 HGB)
senke das Konto Bank/Kasse entsprechend.
Hier klicken zum AusklappenDie Neu-AG hat ein gezeichnetes Kapital von 1.000.000 €, einen Jahresüberschuss am Ende des Jahres 2016 von 8.000.000 € und möchte am 15.12.2016 möglichst viele eigene Aktien erwerben, um diese eigenen Mitarbeitern zum Kauf anzubieten. Der Nennwert der Aktien liegt bei 100 € pro Stück, der Kaufpreis zum Erwerbszeitpunkt bei 300 €. Bisher hält die Neu-AG keine eigenen Aktien, eine Kapitalrücklage und eine gesetzliche Rücklage liegen bisher nicht vor. Der Jahresüberschuss soll zur Hälfte ausgeschüttet und zur anderen Hälfte thesauriert werden.
Erstelle die notwendigen Buchungen und die Bilanz am Ende des Jahres 2016.
Zunächst muss die gesetzliche Rücklage dotiert werden (siehe das Kapitel „Gesetzliche Rücklagen“), nämlich mit 0,05·(8.000.000 – 0) = 0,05·8.000.000 = 400.000 €, höchstens aber mit
gesetzliche Rücklage = 0,1·gezeichnetem Kapital – (Kapitalrücklage + gesetzliche Rücklagealt)
= 0,1·(1.000.000 – (0 + 0))
Damit wird 100.000 € in die gesetzliche Rücklage eingestellt.
Danach macht man sich Gedanken um die Ausschüttung bzw. Dotierung der anderen Gewinnrücklagen (siehe Kap. „Andere Gewinnrücklagen"). Es soll die Hälfte als Dividende gezahlt (= ausgeschüttet werden, die andere Hälfte soll einbehalten (= thesauriert) werden.
Hiervon die Hälfte thesauriert
die andere Hälfte ist Bilanzgewinn
Berechnung Bilanzgewinn
Nun kommt man erst zur Frage des Rückkaufs eigener Aktien, denn es müssten freie Rücklagen vorhanden sein, die runtergebucht werden können.
Die Voraussetzung des § 71 I Nr. 2 AktG ist erfüllt, die Neu-AG darf also Aktien zurückkaufen. Wie viel erlaubt ist, sagt § 71 II 1 AktG: 10 % von 1.000.000 €, d.h. im Werte von höchstens 100.000 €. Da dieser Wert voll ausgeschöpft werden soll, erfolgt dies hier, die Neu-AG erwirbt daher 100.000/100 = 1.000 Aktien zurück und zahlt hierfür 1.000·300 = 300.000 €. Der Buchungssatz ist
Gezeichnetes Kapital 100.000 an
freie Rücklagen 200.000 an Bank 300.000
Mithin sieht die Bilanz nach der Dotierung der gesetzlichen Rücklage, der Entscheidung über Bilanzgewinn und dem Rückkauf eigener Anteil wie folgt aus:
abzgl. Rückkauf
- freie Gewinnrücklagen
Abzug wg. Differenz aus Kaufpreis und Nennbetrag
Bilanz nach Rückkauf eigener Aktien
Beachte also, dass die freien Gewinnrücklagen nach Abzug der 200.000,00 € dann nur noch 3.750.000 € betragen.
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5Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
1Gezeichnetes Kapital
3Gewinnrücklagen
4Gewinnvortrag/Verlustvortrag
2Kapitalrücklage
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1Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
4+/- Entnahmen/Einstellung Gewinnrücklage
2+/- Gewinnvortrag/Verlustvortrag Vorjahr
5= Bilanzgewinn
3+/- Entnahmen/Einstellung Kapitalrücklage
II.Kapitalrücklage
IV.Gewinnvortrag/Verlustvortrag
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