Source: http://www.wirtschaft-recht-aktuell.de/besteuerung-aslaendischer-personengesellschaften-und-die-einspruchsbefugnis-861997/?pk_campaign=feed&pk_kwd=besteuerung-aslaendischer-personengesellschaften-und-die-einspruchsbefugnis
Timestamp: 2016-09-28 08:32:10
Document Index: 160726887

Matched Legal Cases: ['§ 352', '§ 179', '§ 180', '§ 352', '§ 48', '§ 352', '§ 48', '§ 352', '§ 48', '§ 352', '§ 352', '§ 48', '§ 352', '§ 180', '§ 32', '§ 180', '§ 352', '§ 352', '§ 48', '§ 48']

Besteuerung asländischer Personengesellschaften – und die Einspruchsbefugnis | Wirtschaft.Recht.Aktuell
Besteuerung asländischer Personengesellschaften – und die Einspruchsbefugnis Publiziert 6. Januar 2016 Eine nach § 352 Abs. 1 Nr. 1 AO nur beschränkte Einspruchsbefugnis besteht auch bei inländischen Gesellschaftern einer ausländischen Personengesellschaft.
Obgleich ein Bescheid über die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen -also beispielsweise über die Feststellung gewerblicher Einkünfte einer Personengesellschaft- inhaltlich an die Gesellschafter gerichtet ist (§ 179 Abs. 2 Satz 1 und 2 i.V.m. § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst a AO), kann er nach § 352 Abs. 1 Nr. 1 AO grundsätzlich nur von den zur Vertretung berufenen Geschäftsführern angefochten werden. Letztere Bestimmung ist dahin zu verstehen, dass der Geschäftsführer namens der einspruchsbefugten Gesellschaft handelt und diese damit -obwohl selbst nicht beschwert- im eigenen Namen die Rechte ihrer Gesellschafter wahrnimmt. Dementsprechend ordnet § 48 Abs. 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Prozessstandschaft der Personengesellschaft an1.
Die Einspruchsbefugnis der Gesellschafter ist deshalb an das Vorliegen einer der in § 352 Abs. 1 Nr. 2 bis 5 AO genannten Sondertatbestände gebunden, die wiederum mit den persönlichen Klagerechten in § 48 Abs. 1 Nr. 2 bis 5 FGO korrespondieren2. Die feststellungsbeteiligten Gesellschafter sind hiernach zwar (u.a.) dann rechtsbehelfsbefugt (d.h. einspruchs- oder klagebefugt), wenn eine Frage umstritten ist, die den Gesellschafter “persönlich angeht” und die ihn in seinen Rechten “berührt” (§ 352 Abs. 1 Nr. 5 AO, § 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO). Allerdings wird dieser Tatbestand nach der Rechtsprechung nicht allein dadurch eröffnet, dass die einheitlich und gesondert festgestellten Besteuerungsgrundlagen Einfluss auch auf die Besteuerung des Gesellschafters nehmen. Insbesondere dann, wenn Uneinigkeit über die Qualifikation und/oder die Höhe der gemeinschaftlich erzielten Einkünfte besteht, ist nach § 352 Abs. 1 Nr. 1 AO nur die Gesellschaft selbst rechtsbehelfsbefugt3. Kennzeichen der in § 352 Abs. 1 Nr. 5 AO (§ 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO) angesprochenen persönlichen Streitfragen ist deshalb, dass sie nicht dem Bereich der gemeinschaftlichen Einkunftserzielung, sondern -wie bspw. die Frage über das Vorliegen oder die Höhe von Sonderbetriebseinnahmen- der eigenen Sphäre des Gesellschafters zugeordnet sind4.
Ziel dieser Anfechtungsbeschränkungen ist neben der Wahrung der Belange der Gesellschaft (insbesondere also der Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnisse) vor allem, die Rechtsbehelfe im Interesse der Verfahrensökonomie zu konzentrieren und damit über die streitigen und gegenüber allen Beteiligten einheitlich zu treffenden Feststellungen in möglichst nur einem Einspruchs- bzw. Klageverfahren zu entscheiden5.
Dementsprechend ist in der Rechtsprechung auch geklärt, dass die Regelungen der §§ 352 AO und 48 FGO -im Einklang mit ihrem unmissverständlichen Wortlaut- auch dann zum Tragen kommen, wenn die im Inland unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Einkünfte aus der Beteiligung an einer ausländischen Personengesellschaft erzielt und diese nach § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO einheitlich und gesondert festgestellt werden. Gleiches gilt darüber hinaus, wenn die fraglichen Einkünfte zwar nach einem Abkommen zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung (DBA) von der inländischen Bemessungsgrundlage auszunehmen, jedoch mit Rücksicht auf den Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG 2009) in das Feststellungsverfahren nach § 180 Abs. 5 Nr. 1 (i.V.m. Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a) AO einzubeziehen sind; auch ist es in letzterem Fall ohne Bedeutung, dass ein solches Feststellungsverfahren nur für die der inländischen Besteuerung unterliegenden Gesellschafter durchgeführt wird6.
Bundesfinanzhof, Urteil vom 18. August 2015 – I R 42/14Das könnte Sie auch interessieren:Die Grundstücks-GbR und der Wiedereintritt des…Beschlussanfechtung durch den ehemaligen MitgesellschafterInanspruchnahme aus eigenkapitalersetzender…Teilhaberversicherung – Gegenseitige…Aktiensplit bei einbringungsgeborenen Anteilenvgl. BFH, Urteil vom 23.02.2011 – I R 52/10, BFH/NV 2011, 1354↩vgl. hierzu auch Brandis in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 352 AO Rz 1; BFH, Urteil vom 29.06.2004 – IX R 39/03, BFH/NV 2004, 1371↩z.B. BFH, Urteil vom 11.03.1982 – IV R 46/79, BFHE 135, 457, BStBl II 1982, 542↩zu Beispielen aus der Rechtsprechung auch Dumke in Schwarz/Pahlke, AO, § 352 Rz 37↩vgl. z.B. Brandis in Tipke/Kruse, a.a.O., § 48 FGO Rz 2; Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler, a.a.O., § 48 FGO Rz 16 f., jeweils m.w.N.↩BFH, Beschluss vom 11.09.2013 – I B 79/13, BFH/NV 2014, 161, m.w.N.↩
Veröffentlicht unter Gesellschaftsrecht | Verschlagwortet mit Einspruch, Einspruchsbefugnis, Personengesellschaft « Lizenzvertrag zur Markennutzung – und die spätere Insolvenz
Schutzunfähige Markenbestandteile »
Das deklaratorische Schuldanerkenntnis des Arbeitnehmers – und seine AnfechtungEntgangener Gewinn – und die Schadensersatzpflicht des ArbeitnehmersMassenentlassungen – und die Beteiligung des BetriebsratsEntscheidung eines Rechtstreits durch mehrere TeilurteileVergütung für eine Arbeitnehmererfindung – und der RechtswegDas deklaratorische Schuldanerkenntnis des Arbeitnehmers – und die guten SittenScheinwerkvertrag, verdeckte Arbeitnehmerüberlassung – und die VorratserlaubnisOT-Mitgliedschaft im ArbeitgeberverbandEingruppierung – und das AtomisierungsverbotVertragliche Probezeitverlängerung im AusbildungsverhältnisVerfall vertraglicher Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis – und die Kontrolle der AusschlussfristEingruppierungsklage – und die DarlegungslastBefristete Arbeitsverhältnisse im Hochschulbereich – und die Lehrkraft für besondere AufgabenSchuldanerkenntnis – abstrakt oder deklaratorisch?Leistungsklage – und das Weniger bei der VergütungsklageBetriebsvereinbarung – und der GleichbehandlungsgrundsatzSozialkassenverfahren des Baugewerbes – und die unwirksamen AllgemeinverbindlichkeitserklärungenBefristete Arbeitsverhältnisse im Hochschulbereich – und der institutionelle RechtsmissbrauchDer beabsichtigte Einsatz von Leiharbeitnehmern – und die innerbetriebliche Ausschreibung der ArbeitsplätzeSukzessive Massenentlassungen – und das einheitliche Konsultations- und Anzeigeverfahren