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Timestamp: 2016-10-25 17:29:49
Document Index: 288118374

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE']

8C_610/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 11. Januar 2016
vertreten durch F�rsprecherin lic.iur. Esther Ebinger-Michel,
Der 1973 geborene A.________ ist seit April 2008 bei der B.________ AG in Z�rich als Verlagsleiter t�tig und dadurch bei der Z�rich Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Z�rich) gem�ss UVG versichert. Am 11. Dezember 2013 zog er sich beim Skifahren einen medialen Meniskuslappenriss links zu. Die Unfallversicherung liess sich den Hergang des Ereignisses, bei dem der Versicherte sich die Verletzung zugezogen hatte, eingehend schildern. In der Folge verneinte sie mit Verf�gung vom 5. Mai 2014 ihre Leistungspflicht, da es sich beim Ereignis vom 11. Dezember 2013 weder um einen Unfall im Rechtssinne noch um eine unfall�hnliche K�rperverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV handle. Daran hielt die Z�rich auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 14. Januar 2015).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Z�rich zu verpflichten f�r das Ereignis vom 11. Dezember 2013 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; eventualiter sei die Sache zu weiteren Sachverhaltsabkl�rungen zur�ck zu weisen.
Die Z�rich schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.2.�Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105��� Abs. 3 BGG).
Streitig ist die Leistungspflicht der Z�rich f�r die Folgen der Meniskusruptur. Es steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis vom������ 11. Dezember 2013 nicht als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren ist. Zu pr�fen ist demgegen�ber, ob der Versicherte bei diesem Ereignis eine unfall�hnliche K�rpersch�digung erlitten hat. Dabei wird nicht in Frage gestellt, dass die Verletzung des Versicherten (medialer Meniskuslappenriss am linken Knie) unter die in Art. 9 Abs. 2 lit. a��� bis h UVV aufgelisteten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen f�llt. Mangels diesbez�glicher R�gen ist darauf nicht zur�ckzukommen.
Bei unfall�hnlichen K�rpersch�digungen nach Art. 9 Abs. 2 UVV m�ssen zur Begr�ndung der Leistungspflicht des Unfallversicherers - wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat - mit Ausnahme der Ungew�hnlichkeit die �brigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erf�llt sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des �usseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des K�rpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnf�lligen, eben unfall�hnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Die sch�digende �ussere Einwirkung kann in einer k�rpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 V 466 E. 4.1 S. 468 mit Hinweisen). Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein �usserer (sch�digender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser nicht gegeben ist, wenn die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 466 E. 4.2.1 S. 469). Nicht erf�llt ist das Erfordernis des �usseren sch�digenden Faktors auch, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist. Vielmehr ist gem�ss Rechtsprechung f�r die Bejahung eines �usseren auf den menschlichen K�rper sch�digend einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gef�hrdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz f�hrende T�tigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa f�r viele sportliche Bet�tigungen zutreffen kann. Der �ussere Faktor mit erheblichem Sch�digungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des K�rpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen einschiessende Schmerzen als Symptome einer Sch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer allt�glichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hiezu ein davon unterscheidbares �usseres Moment hineinspielt. Erf�llt ist das Erfordernis des �usseren sch�digenden Faktors demgegen�ber bei �nderungen der K�rperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung h�ufig zu k�rpereigenen Traumen f�hren k�nnen, so etwa beim pl�tzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen �usserer Einfl�sse unkontrollierbar gewordenen Positions�nderung (BGE 129 V 466 E. 4.2.3 S. 470). Erforderlich f�r die Bejahung eines �usseren Faktors ist demzufolge ein gesteigertes Sch�digungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der allt�glichen Lebensverrichtung f�hrenden Elementes (BGE 139 V 327 E. 3.3.1 S. 329, 129 V 466 E. 4.3 S. 471; SZS 2014 S. 540, 8C_147/2014 E. 2.4).
4.1.�Das kantonale Gericht erwog, bez�glich des Herganges sei auf die urspr�nglichen Angaben des Beschwerdef�hrers abzustellen, wonach er mit den Skiern die Piste entlang gefahren und nach einem Schlag Schmerzen im linken Knie versp�rt habe. Die sp�tere Darstellung, wonach sich der Schlag ereignete, als sich die Carving-Skier auf einer Fahrt mit grossen und schnellen Kurvenradien w�hrend dem Durchfahren einer Kurve �berschnitten h�tten, sei wenig �berzeugend. Die Vorinstanz unterschied im Weiteren zwischen einem "durchschnittlich klassischen Fahrstil" einerseits und einem "schwungvollen, anspruchsvollen Carving-Skifahren" andererseits und folgerte, der Beschwerdef�hrer habe sich mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit des klassischen Fahrstils bedient. Diesem wohne - im Gegensatz zum Carving-Fahren - ohne Hinzutreten besonderer Vorkommnisse kein erhebliches Gef�hrdungspotenzial inne, weshalb die am 11. Dezember 2013 zugezogene Verletzung keine unfall�hnliche K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV darstelle.
4.2.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine unvollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhalts. Es sei eine reine Annahme der Vorinstanz, dass er in einem "freizeitlich klassischen Skistil" unterwegs gewesen sei. Da das kantonale Gericht im Umstand des gefahrenen Stils eine entscheidende Rolle sah, h�tte es dar�ber genauere Abkl�rungen treffen m�ssen. Er besitze ausschliesslich Carving-Skis und setze als guter Skifahrer die entsprechende Technik immer, so auch am 11. Dezember 2013, ein.
5.1.�Zwar kann bei der Beurteilung des besonderen Gef�hrdungspotenzials in der Regel nicht allein ausschlaggebend auf die Sportart als solche abgestellt werden. Anders zu entscheiden hiesse, dass der gleiche Bewegungsablauf beim Wandern anders als etwa beim Boxkampf beurteilt werden m�sste. Dennoch sind die konkreten Umst�nde der als Schmerzausl�ser angegebenen Bet�tigung mitzuber�cksichtigen, da im Einzelfall kaum jemals restlos zu kl�ren ist, welche effektive Bewegung die Verletzung letztlich tats�chlich ausgel�st hat (vgl. Urteil 8C_147 /2014 vom 16. Juli 2014 E. 3.3).
5.2.�Das trifft auch auf das vorliegend umstrittene Geschehen zu. Bereits im Urteil U 223/05 vom 27. Oktober 2005 hatte das damalige Eidgen�ssische Versicherungsgericht (heute: Bundesgericht) entschieden, das dynamische Skifahren an sich stelle ein Geschehen mit einem gesteigerten Gef�hrdungspotenzial dar, selbst wenn keine Anhaltspunkte f�r die Annahme einer unkoordinierten Bewegung oder eine augenf�llige �beranstrengung bestehen (a.a.O. E. 5). Entgegen der Darstellung im angefochtenen Entscheid unterscheidet das Bundesgericht im erw�hnten Urteil nicht zwischen "Carving" und "klassisch". Vielmehr werden Ausf�hrungen gemacht, die f�r jede Art des Skifahrens gelten. So wird die Stellung beim Skifahren mit der Belastung des Kniegelenkes beim Aufstehen aus der Hocke verglichen. Dieses werde bei der �nderung der K�rperlage beim Drehen in der Kurve und den dadurch freigesetzten Kr�ften erheblich in Anspruch genommen. Selbst die Vorinstanz f�hrte an, dem Skifahren komme ein gewisses Gef�hrdungspotenzial f�r Knieverletzungen zu weil je nach Pistenverlauf in Kombination mit topografisch vorgegebenen Kurven, Neigungen und Steigungen ein komplexer Bewegungsablauf verlangt werde. Dem ist zuzustimmen. Hingegen kann der Argumentation im angefochtenen Entscheid, das sogenannte klassische Skifahren sei mit dem Rennen beim Fussballtraining oder mit dem talw�rts Joggen zu vergleichen, nicht gefolgt werden. Das liegt daran, dass jede Skipiste aufgrund der jeweiligen topografischen Bedingungen anders ist. Hinzu kommt, dass sich dieselbe Piste auch im zeitlichen Verlauf immer wieder anders pr�sentiert, je nach Schneemenge, Pistenpr�paration, Temperatur und der Anzahl Skifahrer, die sich auf der Piste bewegen. Es entstehen Unebenheiten, kleinere oder gr�ssere Buckel, sehr glatte oder sogar vereiste Stellen, eine Ansammlung von mehr oder weniger lockerem Schnee und �hnliches mehr. Das f�hrt dazu, dass sich ein Skifahrer in seinem Bewegungsablauf diesen wechselnden �usseren Bedingungen st�ndig anpassen muss. Eine fehlerhafte Steuerung der Beine kann dabei zu einer erh�hten Verletzungsgefahr f�hren. Skifahren erzwingt st�ndig eine wegen �usserer unkontrollierbarer Einfl�sse notwendige Positions�nderung. Entsprechend ist das Skifahren eine Sportart, der per se und demnach unabh�ngig vom gefahrenen Stil, ein gewisses Gef�hrdungspotenzial innewohnt.
Der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer mit durchschnittlich zehn Skitagen pro Saison diese Sportart regelm�ssig betreibt und daher als ge�bter Skifahrer gelten kann, spricht nicht gegen ein hinzugekommenes �usseres Element, wurden entsprechende Verletzungen doch auch bei Bet�tigungen von professionellen Sportlern wie einem Skilehrer (U 223/05 vom 27. Oktober 2005 E. 5), einer Instruktorin f�r Squat-Jump-�bungen (Urteil 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.3) oder einem Angestellten in einem Fitness-Center (BGE 116 V 145) als unfall�hnliche K�rperverletzungen anerkannt. Beim - sportlichen - Skifahren kann demnach in aller Regel ein zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung f�hrendes �usseres Moment in Form der Pl�tzlichkeit, Br�skheit und Belastung hinzutreten, sodass ein ausserhalb des K�rpers liegendes, objektiv feststellbares und sinnf�lliges, eben unfall�hnliches, Ereignis gegeben ist. Damit kann davon abgesehen werden, weitere Abkl�rungen �ber den konkreten Fahrstil des Versicherten vorzunehmen. Welche genauen Verh�ltnisse am 11. Dezember 2013 auf der Piste geherrscht haben und wie er im Zeitpunkt, als er sich die Meniskusruptur zugezogen hatte, genau gefahren war, kann so oder anders nicht mehr eruiert werden. Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Z�rich hat f�r das Ereignis vom 11. Dezember 2013 Versicherungsleistungen zu erbringen.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern, 3. Abteilung, vom 5. August 2015 und der Einspracheentscheid der Z�rich Versicherungsgesellschaft AG vom������14. Januar 2015 werden aufgehoben. Die Z�rich Versicherungsgesellschaft AG hat A.________ f�r das Ereignis vom 11. Dezember 2013 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Kantonsgericht Luzern, 3. Abteilung zur�ckgewiesen.