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Timestamp: 2016-10-26 05:55:55
Document Index: 250753474

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_524/2014 (20.08.2014)
8C_524/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 20. August 2014
Unfallversicherung (nat�rliche Kausalit�t; Untersuchungsgrundsatz),
Mit Verf�gung vom 11. Januar 2013 stellte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die A.________ (Jg. 1968) wegen der Folgen einer - am 23. April 2012 bei einem Sturz von einem Stahltr�ger in ein Bachbett zugezogenen - linksseitigen R�ckenprellung gew�hrten Leistungen (Taggelder und Heilbehandlung) per 15. Januar 2013 mit der Begr�ndung ein, die aktuell noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt, sondern krankhafter Natur. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 28. Juni 2013 fest.
A.________ l�sst beschwerdeweise beantragen, die SUVA sei - unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids - zu verpflichten, ihn medizinisch begutachten zu lassen, eventuell ihm die gesetzlichen Leistungen (unter anderem Heilbehandlung, Taggelder, Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung) auszurichten.
2.1.�Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen im bundesgerichtlichen Verfahren laut Art. 99 Abs. 1 BGG nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt.
2.2.�Der letztinstanzlich als zus�tzliches Beweismittel eingereichte Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 25. Oktober 2013 muss daher unbeachtet bleiben, ist doch kein plausibler Grund daf�r ersichtlich, dass dieses Dokument nicht schon - gleich wie der deutlich sp�ter erstattete Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 20. Februar 2014 - im vorinstanzlichen Verfahren h�tte beigebracht werden k�nnen. Ebenso wenig ist eine erst im angefochtenen Entscheid neu zur Sprache gekommene Thematik erkennbar, welche die Einreichung neuer Beweismittel im bundesgerichtlichen Verfahren allenfalls rechtfertigen k�nnte.
Die f�r die Beurteilung der streitigen Kausalit�tsfrage massgebenden gesetzlichen Bestimmungen und die hiezu von der Rechtsprechung weiter konkretisierten Grunds�tze - so etwa die Erfordernisse der nat�rlichen und der kumulativ dazu verlangten ad�quaten Kausalit�t eines Unfallereignisses f�r damit in Zusammenhang gebrachte gesundheitliche Beeintr�chtigungen (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181 mit Hinweisen) - hat das kantonale Gericht sowohl in materiell- als auch in formell-, namentlich beweisrechtlicher Hinsicht zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
4.1.�Aufgrund des Unfallgeschehens sowie des Umstandes, dass der Beschwerdef�hrer unmittelbar nach dem Unfallereignis und auch noch w�hrend der folgenden sieben Wochen seiner beruflichen T�tigkeit als Bauarbeiter weiterhin mit einem vollen Pensum nachgehen konnte, bis er am 11. Juni 2012 wegen - seiner Meinung nach - unfallbedingter Beschwerden erstmals seinen Hausarzt aufsuchte, hat das kantonale Gericht nach eingehender W�rdigung der medizinischen Aktenlage (vgl. dazu BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.) erkannt, dass der Sturz aus rund zwei Metern H�he in ein Bachbett am 23. April 2012 offenbar zu keinen gravierenden Verletzungen gef�hrt hatte, welche immer noch einer �rztlichen Behandlung bed�rften. Auch konnte es keine auf den Unfall zur�ckzuf�hrende strukturelle Ver�nderungen erkennen, ebenso wenig Hinweise auf eine relevante psychiatrische Pathologie. Als unfallfremd stufte es die im Spital E.________ im Februar 2014 mittels MRI neu festgestellte Syringohydromyelie ein, da es sich dabei - wie vom Beschwerdef�hrer eingereichten Internetausz�gen zu entnehmen sei - um eine angeborene und damit nicht um eine bei einem Unfall erworbene Unterform der Syringomyelie - eine durch sich ausbreitende Hohlr�ume gekennzeichnete seltene R�ckenmarkserkrankung - handle. Den Nachweis eines nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und der �rztlicherseits verschiedentlich festgestellten Schmerzproblematik erachtete es als nicht erbracht, w�hrend es die gegen die kreis�rztliche Berichterstattung des Dr. med. C.________ erhobenen R�gen als unbegr�ndet qualifizierte.
4.2.�Der Beschwerdef�hrer ist der Ansicht, ohne zus�tzliche Abkl�rungen medizinischer Art sei eine rechtsgen�gliche abschliessende Beurteilung der geltend gemachten Unfallkausalit�t nicht m�glich. Die Anordnung solcher Abkl�rungen m�chte er hinsichtlich der im Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 20. Februar 2014 festgehaltenen Syringohydromyelie resp. deren Unfallkausalit�t umgesetzt wissen. Dar�ber hinaus beanstandet er das Abstellen von SUVA und Vorinstanz auf die Ausf�hrungen des Kreisarztes Dr. med. C.________. Er h�lt daf�r, dass die Berichte anderer, nicht der SUVA zuzuordnender, so genannt versicherungsexterner �rzte also, Zweifel an der Beurteilung durch den Kreisarzt aufkommen lassen m�ssten, welchen mittels zus�tzlichen medizinischen Abkl�rungen zu begegnen sei.
4.3.1.�Das kantonale Gericht st�tzte seine Erkenntnis auf den Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 5. Dezember 2012, gem�ss welchem im Untersuchungszeitpunkt Ende 2012 keine auf den Unfall vom 23. April 2012 zur�ckzuf�hrende strukturelle Ver�nderungen, mithin keine organisch fassbaren Beschwerden mehr vorlagen. Es ging davon aus, dass die als Unfallfolge anerkannte linksseitige R�ckenprellung nach medizinischer Erfahrung rund neun Monate nach dem Unfallereignis ausgeheilt war. Dieser �berzeugenden Betrachtungsweise ist seitens des Bundesgerichts ohne Weiterungen vollumf�nglich beizupflichten. Entgegen der Argumentation des Beschwerdef�hrers gibt es keine anderweitigen �rztlichen Berichte, welche geeignet w�ren, an der Richtigkeit der Darlegungen des Kreisarztes auch nur geringe Zweifel aufkommen zu lassen, sodass sich rechtsprechungsgem�ss (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.) erg�nzende medizinische Erhebungen aufdr�ngen w�rden.
4.3.2.1.�Es mag zwar sein, dass eine Syringohydromyelie, wie sie beim Beschwerdef�hrer im Spital E.________ am 20. Februar 2014 diagnostiziert und deren Vorhandensein von keiner Seite in Frage gestellt worden ist, nicht - wie von der Vorinstanz angenommen - einzig krankheitsbedingten Ursprungs sein kann, sondern - wie in der Beschwerdeschrift geltend gemacht - unter Umst�nden auch auf ein Unfallereignis zur�ckgef�hrt werden kann. Das kantonale Gericht hat die Verneinung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs jedoch auch nicht nur auf diese - wie der Beschwerdef�hrer meint unrichtige - medizinische Pr�misse gest�tzt, sondern �berdies in Betracht gezogen, dass die MRI-Untersuchung des Sch�dels und der Halswirbels�ule (HWS) vom 17. Februar 2014 im Spital E.________ von Frau Dr. med. D.________ explizit angeordnet worden ist, um n�here Aufschl�sse �ber die Gr�nde zu erhalten, welche die von ihr angenommene linksseitige Hemihyp�sthesie (halbseitige Empfindungsst�rung) sowie die ebenfalls linksseitige Bradykinesie (allgemeine Verlangsamung der Bewegungen) bewirkt haben. W�hrend die effektive Ursache dieser Leiden auch mittels MRI nicht eruiert werden konnte, f�rderte diese Untersuchung aber doch den zus�tzlichen Befund einer Syringohydromyelie zutage. Diese kann ihrerseits nicht als Ursache der pathologischen Befunde, nach deren Genese gesucht worden war, betrachtet werden, w�re doch - auch darin ist der Vorinstanz beizupflichten - mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen, dass Frau Dr. med. D.________ im Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 20. Februar 2014 darauf hingewiesen h�tte. Selbst l�sst sich der neu hinzugekommene Befund einer Syringohydromyelie nicht auf den Unfall vom 23. April 2012 zur�ckf�hren. In den Akten, namentlich im erw�hnten Austrittsbericht des Spitals E.________, finden sich jedenfalls keine in diese Richtung deutende Hinweise. Allein die - theoretisch - bestehende M�glichkeit einer Verursachung der Syringohydromyelie durch ein Unfallereignis verpflichtet die Verwaltung noch nicht zu zus�tzlichen diesbez�glichen Abkl�rungen. Solange - wie hier - nicht die geringsten Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass dieses Leiden durch den Unfall vom 23. April 2012 ausgel�st worden ist, und die Wahrscheinlichkeit, bei tiefergreifenden Untersuchungen auf neue, einen solchen Geschehensablauf best�tigende Erkenntnisse zu stossen, von vornherein als �usserst minim erscheint, kann darauf verzichtet werden, ohne dass darin bereits eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zu sehen w�re.
4.3.2.2.�Soweit der Beschwerdef�hrer in Bezug auf die Syringohydromyelie eine Verletzung der Beweislastverteilung r�gt, bleibt festzuhalten, dass es sich dabei um einen im Laufe des kantonalen Verfahrens neu zum Vorschein gekommenen Befund handelt. Dessen Unfallkausalit�t hatte die SUVA vorher nicht anerkennen k�nnen, weshalb es auch nicht an ihr liegen kann, den Nachweis f�r deren Dahinfallen zu erbringen.
4.3.3.�Soweit in den Akten von einem "posttraumatisch�
verursachten�" Leiden die Rede ist, sind darunter gerade nicht unfallkausale, sondern eben erst nach dem Unfall entstandene Beschwerden zu verstehen. Der Begriff "posttraumatisch" wird im medizinischen Spachgebrauch zwar h�ufig gleichbedeutend mit "unfallkausal" verwendet (Urteil 8C_400/2014 vom 21. Juli 2014 E. 3.2; vgl. SPRINGER, Klinisches W�rterbuch, Heidelberg 2007: [Syn: traumatisch; nach einem Unfall (auftretend), durch eine Verletzung hervorgerufen, als Folge eines Unfalles]; ROCHE LEXIKON MEDIZIN, 5. Aufl., M�nchen/Jena 2003: [posttraumatisch: als Folge eines Unfall (geschehen) s]; L. MANUILA ET AL., Dictionnaire m�dical, Paris 1996 [post-traumatique: qui se produit apr�s un traumatisme, qui en est la cons�quence]). Nach �blichem, allgemein gel�ufigem Sprachverst�ndnis wird der Ausdruck "post" oft aber doch auch mit der zeitlichen Abfolge - unter Ausschluss des Verh�ltnisses von Ursache und Wirkung - in Verbindung gebracht (wikipedia - Die freie Enzyklop�die, http://de.wikipedia.org/wiki/Cum_hoc_ ergo_propter_hoc). Vor diesem Hintergrund ist in jedem Einzelfall zu pr�fen, welche Bedeutung den Begriffen "post" resp. "posttraumatisch" beizumessen ist. Soweit die im Fall des Beschwerdef�hrers involvierten �rzte den Ausdruck brauchen, ist er regelm�ssig auf die zeitliche Reihenfolge bezogen zu verstehen. Als eindeutig die Kausalit�t betreffend kann er jedenfalls nicht interpretiert werden, zumal sich f�r eine entsprechende Meinungs�usserung kaum je eine ausreichende Begr�ndung finden l�sst.
4.3.4.�Unklar ist, was der Beschwerdef�hrer mit seinen Ausf�hrungen zur Rechtsprechung zum Schleudertrauma (BGE 134 V 109) erreichen will. Der entsprechende Hinweis darauf und auf die damit zusammenh�ngende Praxis ist jedenfalls schon deshalb verfehlt, weil kein Schleudertrauma diagnostiziert worden ist und ein solches vom Unfallgeschehen her auch auszuschliessen ist.
Dem angefochtenen kantonalen Entscheid liegt demnach keine unvollst�ndige oder sonst wie mangelhafte Sachverhaltserhebung zugrunde. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher als unbegr�ndet abzuweisen. Diesem Ausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) vom Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).