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Timestamp: 2019-07-22 04:58:13
Document Index: 154107416

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 42', '§ 91', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 30', '§ 30', '§ 18', '§ 30', '§ 30', '§ 97', '§ 4', '§ 1', '§ 7', '§ 3']

OVG Nordrhein-Westfalen, 24.11.2015 - 8 A 1032/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,34926
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.11.2015 - 8 A 1032/14 (https://dejure.org/2015,34926)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 24.11.2015 - 8 A 1032/14 (https://dejure.org/2015,34926)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 (https://dejure.org/2015,34926)
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Herausgabe von Steuerkontoauszügen an Insolvenzverwalter verletzt nicht das Steuergeheimnis - Steuergeheimnis steht Offenbarung steuerlicher Verhältnisse des insolventen Schuldners nicht entgegen
Kurznachricht zu "Einsichtsrecht des Insolvenzverwalters in die Steuerakten des Schuldners gegenüber dem Finanzamt - Anmerkung zum Urteil des OVG NRW vom 24.11.2015" von Dr. Andreas Nitschke, original erschienen in: ZInsO 2016, 159 - 168.
BVerwG, 26.04.2018 - 7 C 6.16
NVwZ-RR 2016, 603
DVBl 2016, 726
bb) Der Einwand des Klägers, das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen habe in einer Entscheidung vom 24. November 2015 (8 A 1032/14) anerkannt, dass der Insolvenzverwalter Betroffener i.S.v. § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO sei, was im Sinne der Rechtseinheit und Rechtsklarheit auch für andere Gesetze gelten müsse, was wiederum vom Oberverwaltungsgericht Hamburg in der vom Verwaltungsgericht Stade zitierten Entscheidung übersehen worden sei, rechtfertigt keine andere Beurteilung.
In der zitierten Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, juris), die zwischenzeitlich durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde (…Urt. v. 26.4.2018 - 7 C 6/16 -, juris), ging es zwar auch um einen Auskunftsanspruch eines Insolvenzverwalters gegenüber dem Finanzamt hinsichtlich der Steuerkontoauszüge eines Insolvenzschuldners.
Insofern war es in dem vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen und vom Bundesverwaltungsgericht entschiedenen Fall offensichtlich, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen des Auskunftsanspruchs erfüllt waren (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, juris, Rn. 36 f.).
Dementsprechend hat auch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen ausdrücklich klargestellt, dass § 30 AO nicht den Zugang zu amtlichen Informationen regelt, sondern dessen Begrenzung und somit erst auf der Ebene der Ausschlussgründe von Bedeutung ist (OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, juris, Rn. 75 f.).
In dieser Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen im Wesentlichen seine bereits mit Urteil vom 24. November 2015 (- 8 A 1032/14 -, juris) entwickelte und vom Kläger bereits zuvor angeführte Rechtsprechung in Bezug auf das Steuergeheimnis (vgl. dazu obige Ausführungen unter I.1.bb)) auf das Sozialgeheimnis übertragen.
Dies folge auch aus einer Entscheidung des Nordrhein-Westfälischen Oberverwaltungsgerichts vom 24. November 2015 (- 8 A 1032/14 -, juris), wonach der Insolvenzverwalter als Betroffener nach § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO anzusehen sei.
Dabei bedarf es keiner vertiefenden Entscheidung darüber, ob die Klage - wie vom Verwaltungsgericht angenommen - als Verpflichtungsklage nach § 42 Abs. 1, 2. Alt. VwGO (…so bei jeweils durch Bescheide abgelehnten Auskunftsansprüchen: OVG A-Stadt, Urt. v. 8.2.2018 - 3 Bf 107/17 -, NordÖR 2018, 336, juris, Rn. 22; OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, juris, Rn. 32;… BVerwG, Urt. v. 25.2.1969 - I C 65/67 -, BVerwGE 31, 301, juris, Rn. 33 ff.;… BFH, Urt. v. 16.12.1987 - I R 66/84 -, juris, Rn. 6 ff.) oder als allgemeine Leistungsklage (…so für einen u.a. anhand der DSG-VO zu beurteilenden presserechtlichen Auskunftsanspruch: BVerwG, Urt. v. 27.9.2018 - 7 C 5/17 -, juris, Rn. 23;… für Auskunftsansprüche nach den Informationsfreiheitsgesetzen: Seer, in: Tipke/Kruse, a.a.O., AO, § 91, Rn. 36, jeweils m.w.N.) statthaft ist, da die Zulässigkeitsvoraussetzungen für beide Klagearten erfüllt sind.
Insofern war es in den vom Bundesverwaltungsgericht entschiedenen Fällen offensichtlich, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen des Auskunftsanspruchs erfüllt waren (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, juris, Rn. 36 f.).
Entsprechendes gilt für die den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts vorangegangenen, vom Kläger ebenfalls zitierten Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfahlen (Urt. v. 24.11.2015 - 8 A 1073/14 -, - 8 A 1074/14 -, - 8 A 1126/14 - und - 8 A 1032/14 -, jeweils juris).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 26. August 2009- 8 E 1044/09 - juris; vgl. auch OVG NRW, Urteil vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris, RdNr. 30, 31.
OVG NRW, Urteil vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris, RdNr. 45 ff (47); vgl. auch BVerwG, Beschluss vom 14. Mai 2012 - 7 B 53/11 -, juris.
vgl. BFH, Beschluss vom 04. Juni 2003 - VII B 138/01 -, juris RdNr. 11, 19; unter Bezugnahme hierauf: BVerwG, Beschl. v. 14. Mai 2012 - 7 B 53/11 -, juris RdNr. 9; OVG NRW, Urteil vom 24. November 2015 a.a.O., juris, RdNr. 54; OVG Schleswig, Urteil vom 06. Dezember 2012 - 4 LB 11/12 -, juris, RdNr. 42; vgl. auch Franßen/Seidel, Praxiskommentar zum IFG NRW, § 4, RdNr. 462, 463; ders. Jahrbuch 2012, S. 76, 77.
Aus den vom früheren Prozessbevollmächtigten der Kläger in Bezug genommenen Entscheidungen des OVG NRW, vgl. Urteile 15. Juni 2011 - 8 A 1150/10 - und vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, jeweils juris, kann der Kläger zu 2. im Zusammenhang mit § 4 Abs. 2 Satz 1 IFG NRW nichts für sich herleiten.
Urteil vom 24. November 2015, a.a.O., juris, RdNr. 56 ff.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 24. November 2015 a.a.O., juris, RdNr. 77 ff (81), allerdings zu der hier nicht einschlägigen analogen Anwendung in den sog. Insolvenzverwalterfällen, in denen nach dem Vortrag der Finanzverwaltung der jeweilige antragstellende Insolvenzverwalter "aus anderen Gründen", nämlich aufgrund der beim Insolvenzschuldner regelmäßig vorhandenen Betriebsunterlagen tatsächlich bereits über die begehrten Informationen verfügen soll.
So auch OVG NRW, Urteil vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris Rn. 47, zur Subsidiaritätsklausel des § 4 Abs. 2 IFG NRW.
Durch das OVG Münster (Urt. v. 24.11.2015, 8 A 1032/14, juris) sei die Stellung des Insolvenzverwalters als Betroffener im Sinne von § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO anerkannt worden.
Auch wenn man der vom Kläger zitierten Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen folgen würde, wonach der Insolvenzverwalter hinsichtlich der Daten des Insolvenzschuldners Betroffener nach § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO ist, soweit die Verfügungsbefugnis hinsichtlich der steuerlichen Unterlagen auf ihn übergegangen ist (Urt. v. 24.11.2015, 8 A 1032/14, ZinsO 2016, 159, juris Rn. 113 ff.), ergibt sich hieraus nicht die Betroffeneneigenschaft des Insolvenzverwalters hinsichtlich der Daten des Insolvenzschuldners im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 HmbDSG.
Hieran ändert nichts, dass das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen einen Insolvenzverwalter als "Betroffenen" im Sinne von § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO ansieht, soweit die Verfügungsbefugnis hinsichtlich der steuerlichen Unterlagen auf ihn übergegangen ist (OVG Münster, Urt. v. 24.11.2015, 8 A 1032/14, ZInsO 2016, 159, juris Rn. 113 ff.).
Entgegen der Auffassung des OVG Münster in seinem Urteil vom 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, sei auch der Offenbarungsgrund des § 30 Abs. 4 Nr. 3 AO nicht einschlägig.
Der Kläger ist auch in seiner Eigenschaft als Insolvenzverwalter eine natürliche Person und damit anspruchsberechtigt (vgl. OVG Münster, Urteil vom 24.11.2015 - 8 A 1032/14 -, Rn. 36; VG Schleswig, Urteil vom 15.10.2014 - 8 A 1/14 -).
In dem Urteil vom 24.11.2015 - 8 A 1032/14 - hat das OVG Nordrhein-Westfalen an seiner Rechtsprechung festgehalten (die Revision ist beim BVerwG noch unter dem Az. 7 C 6.16 anhängig).
Das OVG Nordrhein-Westfalen hat insofern in seinem Urteil vom 24.11.2015 - 8 A 1032/14 - (…Rn. 121 bis 123, juris) zutreffend darauf hingewiesen, dass ein Insolvenzschuldner über seine eigenen Verhältnisse nach § 97 Abs. 1 S. 2 InsO sogar Tatsachen offenbaren muss, die geeignet sind, eine Verfolgung wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit herbeizuführen.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 15 E 146/17 -, juris Rn. 22, Urteile vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris Rn. 81, und vom 2. Juni 2015 - 15 A 1997/12 -, juris Rn. 137.
vgl. OVG NRW, Urteilvom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris Rn. 81, Beschluss vom 6. Juli 2015 - 8 E 532/14 -, juris Rn. 9.
vgl. dazu OVG NRW, Beschlüsse vom 18. August 2017 - 15 A 930/16 -, juris Rn. 10 und 13, und vom 13. Juli 2017 - 15 E 146/17 -, juris Rn. 15, Urteil vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris Rn. 39; Franßen/Seidel, IFG NRW, 2007, § 4 Rn. 396; zu § 1 Abs. 1 IFG Bund siehe BVerwG, Urteil vom 27. November 2014 - 7 C 20.12 -, juris Rn. 37.
Wie unter 1. a) und b) ausgeführt, sind die von der Klägerin begehrten Akten/Informationen beim BfV tatsächlich nicht vorhanden, vgl. zum tatsächlichen Vorhandensein der Information als immanenter Voraussetzung des Informationszugangsanspruchs: BVerwG, Urteil vom 27. November 2014 - 7 C 20.12 -, juris Rn. 37; OVG NRW, Beschlüsse vom 18. August 2017 - 15 A 930/16 -, juris Rn. 11, und vom 13. Juli 2017 - 15 E 146/17 -, Urteil vom 24. November 2015 - 8 A 1032/14 -, juris Rn. 39, Beschluss vom 1. Juli 2011 - 6 A 1492/10 -, juris Rn. 18, bzw. würde die Erfüllung ihres Nutzungs-/Akteneinsichtsgesuchs beim BfV - das Vorhandensein verstreuter, insoweit nicht gesondert gekennzeichneter bzw. erfasster Unterlagen betreffend Argentinien während der Zeit der Militärdiktatur zwischen 1975 und 1983 in den (Alt-)Aktenbeständen des BfV unterstellt - einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand auch im Sinne von § 7 Abs. 2 Satz 1 IFG verursachen.
Die Anwendbarkeit des § 3 Abs. 1 Satz 1 IFG Berlin auf Informationsansprüche des …