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Timestamp: 2020-01-19 19:16:31
Document Index: 100549182

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37']

Geschenke pauschal versteuern | Finance | Haufe
Geschenke pauschal versteuern
Top-Thema 29.01.2019 Geschenke: Die richtige steuerliche Behandlung
Cecilia Hardenberg
Hardenberg-Fachredaktion
Überblick Geschenke: Die richtige steuerliche Behandlung
Bei Geschenken über 35 EUR Wertgrenze beachten
Geschenke richtig dokumentieren und verbuchen
Abgrenzung zu Geschenken: Bewirtungskosten
Bild: Haufe Online Redaktion Geschenke können pauschal versteuert werden.
Es ist keine Seltenheit, dass im Rahmen einer Außenprüfung Sachgeschenke festgestellt werden, die der Beschenkte nicht als Betriebseinnahme erfasst hat. Die Folge: Er muss nachträglich Steuern darauf zahlen. Ein Geschenk kann so den gewünschten Effekt verfehlen. Das können Sie vermeiden, indem Sie pauschal versteuern.
Besonderheiten bei Unternehmen: Der Schenker kann Geschenke pauschal versteuern und die Steuer übernehmen
Ist der Beschenkte ein Unternehmer, muss er den Wert des Geschenkes (Marktwert) in der Regel als Betriebseinnahme erfassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob und in welchem Umfang der Schenkende die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen kann.
Der Beschenkte muss
bei privater Verwendung des Geschenkes den Wert als Betriebseinnahme und anschließend als Privatentnahme erfassen
bei betrieblicher Verwendung des Geschenkes den Wert als Betriebseinnahme und gleichzeitig als Betriebsausgabe erfassen
Um eine solche Erfassung beim Beschenkten zu vermeiden, kann der Schenker die Steuer im Vorfeld übernehmen.
Wichtig: Übernahme der Besteuerung (pauschal) durch Schenkenden
Der Beschenkte muss den Wert des Geschenkes nicht als Betriebseinnahme erfassen, wenn der Schenker ihm mitteilt, dass er die Zuwendung mit 30% pauschal nach § 37b EStG versteuert (hat). Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Die Pauschalsteuer nach § 37b EStG wird ans Finanzamt abgeführt und darf dann als Betriebsausgabe verbucht werden. Im Klartext: Der Schenker übernimmt die Pauschalsteuer und befreit damit den Beschenkten von der Besteuerung. Dieser muss dann nichts weiter tun. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass der Schenker dem Beschenkten über die Steuerübernahme unterrichtet (§ 37b Abs. 3 Satz 3 EStG), sonst geht die Steuerübernahme ins Leere.
Geschenke an Geschäftspartner: Pauschalversteuerung i.H.v. 30%
Damit der Beschenkte richtig Freude an seinem Geschenk hat und keine Einnahmen dafür versteuern muss, sollten Unternehmer ihre Geschenke an Geschäftsfreude grundsätzlich der Pauschalsteuer i.H.v. 30% (§ 37b EStG) unterwerfen und dies dem Beschenkten mitteilen. Das erhöht nicht nur beim Beschenkten die Freude, sondern Sie können als Schenker auch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe verbuchen, sofern das Präsent ebenfalls als Betriebsausgabe abziehbar ist.
Steuer richtig errechnen
Die Pauschalsteuer in Höhe von 30% bemisst sich nach der Höhe der Aufwendungen einschließlich Umsatzsteuer (§ 37b Abs. 1 Satz 2 EStG). Die Pauschalierung ist ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Jahr oder pro Zuwendung den Betrag von 10.000 EUR übersteigen (§ 37b Abs. 1 Satz 3 EStG).
Wichtig: Pauschale Versteuerung wird bei der Berechnung der Freigrenze berücksichtigt
Wenn der Unternehmer die Geschenkzuwendungen pauschal mit 30% versteuert, gehört auch die pauschale Steuer zu den Zuwendungen und muss hinzugerechnet werden, da sie nach Auffassung des BFH ( BFH, Urteil v. 30.03.2017, Az.: IV R 13/14) ebenso als „Geschenk“ qualifiziert wird. Soweit also der Wert des Geschenks selbst oder zusammen mit der übernommenen pauschalen Einkommensteuer den Wert von 35 EUR übersteigt, wird der Betriebsausgabenabzug verwehrt.
Beispiel: Ein Unternehmer schenkt einem Geschäftspartner eine Flasche Wein für brutto 32 EUR, d.h. 26,89 EUR zzgl. 5,11 EUR Umsatzsteuer und führt dafür die Pauschalsteuer in Höhe von 10,80 EUR nach § 37b EStG ab (30% des Bruttowerts = 9,60 EUR plus 5,5% Solidaritätszuschlag und 7% Kirchensteuer, d.h. +1,20 EUR). Der Geschenkwert errechnet sich nun aus dem Nettowert der Sachzuwendung (26,89 EUR) und der Pauschalsteuer i.H. v. 10,80 EUR. Das ergibt einen Gesamtwert des Geschenkes in Höhe von 37,69 EUR. Im Klartext: Obwohl das Geschenk an sich unter der Freigrenze von 35 EUR liegt, wird der Betriebsausgabenabzug verwehrt, da der Geschenkwert inklusive Pauschalsteuer über 35 EUR liegt.
Praxis-Hinweis: Widerruf des Pauschalierungsantrags
Die Frage, ob der Widerruf eines „Pauschalierungsantrags“ nach § 37b EStG zulässig ist, ist umstritten und höchstrichterlich nicht geklärt. Verwaltungsseitig wird die Auffassung vertreten, dass die Entscheidung zur Anwendung des § 37b EStG nicht zurückgenommen werden kann. In der Literatur wird eine Widerrufsmöglichkeit zum Teil bejaht. Ebenso sieht dies das Niedersächsische FG.
Ausnahme bei ausländischen Kunden
Werden ausländische Geschäftspartner beschenkt, die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegen, müssen keine Pauschalsteuern an das Finanzamt abgeführt werden.
Ausnahme bei Streuwerbeartikel: Grenze beachten
Kleine Werbegeschenke von geringem Wert bis 10 EUR, wie z.B. Stifte oder Einwegfeuerzeuge, werden nicht besteuert. Sie gelten als Streuwerbeartikel, welche das Ziel haben, durch ihre breite Streuung eine Vielzahl von Menschen zu erreichen und damit den Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigern. Der Beschenkte braucht den Wert solcher Geschenke dann auch nicht als Einnahme erfassen. Darüber hinaus entfallen auch die Aufzeichnungspflichten beim Schenker: Die Namen der Empfänger müssen nicht festgehalten werden.
Praxis-Hinweis: Bis 10 EUR als Streuwerbeartikel steuerfrei
Die Finanzverwaltung stuft alle Sachzuwendungen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter 10 EUR liegen, als Streuwerbeartikel ein. Besteht der einzelne Werbeartikel aus einer Sachgesamtheit, z.B. aus einem Etui mit 2 Kugelschreibern, ist für die Prüfung der 10-EUR-Grenze auf den Wert der Sachgesamtheit abzustellen.
Keine Pauschalsteuer bei Gegenleistung
Liegt eine konkrete Gegenleistung vor, handelt es sich nicht um ein Geschenk, sodass die pauschale Besteuerung nach § 37b EStG nicht angewendet werden kann. Es ist daher immer zu prüfen, ob das Geschenk wirklich eine unentgeltliche Zuwendung ist oder sich der Schenkende etwas davon verspricht, was über eine „gute weitere Zusammenarbeit“ hinausgeht. Das gilt für teure Geschenke in besonderem Maße. Handelt es sich zum Beispiel um Werbeaufwendungen, Zugaben oder Provisionen, liegt kein Geschenk vor, doch natürlich können unabhängig davon bestimmte Ausgaben ganz gewöhnlich als Betriebsausgabe abgezogen werden.
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Schlagworte zum Thema: Pauschalsteuer, Geschenk, Betriebsausgaben
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Lohnsteuerpauschalierung bei Sachzuwendungen: Streuwerbeartikel oder Kleingeschenk?
Viele Firmen verteilen vor allem Kleingeschenke bis zu einem Wert von 35 EUR – oft auch an Ausländer oder Privatleute. Im Rahmen von Außenprüfungen kommt immer wieder die Frage auf, ob auch solche Geschenke bei Ausübung des Pauschalierungswahlrechts einzubeziehen sind.
Die Übernahme der Pauschalsteuer für ein Geschenk oder Incentive unterliegt dem Betriebsausgabenabzugsverbot, wenn der Wert des Geschenks oder der Wert einschließlich Pauschalsteuer 35 Euro übersteigt. So urteilte der Bundesfinanzhof. Das gilt aber nicht für Geschenke an die eigenen Arbeitnehmer.
Pauschalbesteuerung bei Sachzuwendungen: Weiterhin keine Pauschalbesteuerung für Streuwerbeartikel
Streuwerbeartikel werden regelmäßig nicht mit der Pauschalsteuer nach § 37b EStG belegt. Dies gilt trotz gegenteiliger Auffassung des Bundesfinanzhofs. Es gibt allerdings eine Wahlmöglichkeit.
Geschenke, pauschale Besteuerung
Wo die Probleme sind: Das richtige Konto Geschenke an Arbeitnehmer Geschenke an Nichtarbeitnehmer Pauschale Besteuerung mit 30 % 1 So kontieren Sie richtig!