Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/134041,0.html
Timestamp: 2019-08-19 21:39:27
Document Index: 247774703

Matched Legal Cases: ['§1', '§2', '§4', '§5', '§6', '§7', '§8', '§9', '§10', '§11', '§12', '§13', '§14', '§ 2']

Was ist alles Faul an diesem Vertrag?
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Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:27:52 Titel: Was ist alles Faul an diesem Vertrag?
ich habe da mal eine große Bitte an euch, insbesondere die Experten.
Mal rein Hypotetisch
Mein kleines Schwesterchen war so dumm und hat einen Vertrag unterschrieben, der mir alles andere als legitim erscheint.
Nun hat sie auch noch Probleme bezüglich der Zahlung von Gagen etc.
Ich stell ihn hier mal genau so ein wie er geschrieben ist, also inclusive aller Fehler, nur die Namen habe ich mal rausgenommen.
wird folgender Vertrag geschlossen
§1) ... verpflichtet Frau ... für seine Agentur .... als Tänzerin
§2) Gage pro veranstaltung beträgt mindestens 60€
b.) Fahrtkosten für Hin und Rückfahr wird je nach Auftrag berechnet.
c.) Frau ... versucht aus ihrer gegend noch 2 - 3 weitere Tänzerinnen zu besorgen.
Die Gagen werden immer nach beendigung der Veranstaltung an Frau ... in Bar ausgezahlt.
Sollte ein Veranstalter damit nicht einverstanden sein bekommt Frau ... die gage auf ihr Konto überwiesen.
Frau ... zahlt ihre Colleginen selbst aus.
Fau .. überweißt die Vermittlungsgebühr yon ... falls Sie diese vom Veranstalter ausgezahlt bekommt immer auf das vereinbarte Konto von ...
§4) Ausstattung
Die Tänzerin verpflichtet sich immer geeignete Outfits zu den Veranstaltungen wo Sie gebucht wurde mitzubringen.
Die Tänzerin bekommt Getränke usw. vom jeweiligen Veranstalter gestellt.
Frau ... kann über .... bzw. ... als GoGo-Tänzerin, Stripperin, Coyote Ugly show, lesbenshow. Table Tänzerin, Sexy Car Wash, Oben ohne Bedinung, Lebendes Buffet, Body Painting und Partyluder gebucht werden.
§5) Die Tänzerin darf mit niemanden über den Inhalt dieses Vertrages Sprechen.
§6) Die Kübstlerische Gestaltung der Performance bleibt der Tänzerin vorbehalten.
§7) Kosten für Aufführungsrechte, GEMA etc Trägt der Veranstalter..
§8) Frau ... gestaltet die show nach wunsch des jeweiligen Veranstalters oder wie es ... bestimmt.
§9) Dieser Vertrag zwischen ... und Frau ... läuft auf unbestimmte Zeit.
§10)Kündigung
Wenn Frau ... gegen den vereinbarten Vrtrag gröblich verstößt kann Ihr ... kündigen
Falls Frau ... diesen vertrag Kündigen möchte muß Sie 3 Monate vorher dies .... schriftlich mitteilen und einen gleichwertigen Ersatz besorgen.
§11) Wenn Frau ... einen Auftrag entgegen nehmen tutu der nicht von ... bzw. ... vermittelt wurde musß Sie das mit ... absprechen und gegebenenfalls eine Vermittlungsgebühr von 30% der Gage an ... zahlen.
§12) Ausfall
Kann die Tänzerin aus einem unzulastendem Grund ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, besorgt Sie eine ersatz Tänzerin.
Fällt die Veranstaltung aus, si teilt der Veranstalter das Frau ... rechtzeitig mit.
§13) Konventionalstrafe
Sollte die Tänzerin ihrem, in diesem Vertrag festgelgten Verpflichtungen nicht nachkommen, so zahlt Sie eine Strafe in der Höhe der Gage an ...
§14) Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieses vertrages ungültig sein, oder rechtswirksam angefochten werden, so beeinträchtigt das nicht die Gültigkeit.
Ich bin zwar kein Jurist, aber hier stimmt doch so einiges nicht, oder?
Ist es richtig das meine Schwester vertragsbrüchig ist, wenn sie einen Termin absagt, den sie soeben bekommen hat?
Ist sie vertragsbrüchig wenn sie keine weiteren Tänzerinnen findet und mitbringt?
Und vor allem, ist er vertragsbrüchig wenn er die Gage für den letzten Auftritt nicht ausbezahlt und sie im nachhinein kürzen möchte? ... Na gut .. das kann ich mir so eben noch selbst beantworten.
Aber aus einem solchen Grund müsste man den Vertrag doch fristlos kündigen können und Mahnbescheid gegen die Agentur bzw. den Herren erwirken, oder?
Zuletzt bearbeitet von Boomer1983 am 15 Mai 2007 - 19:58:17, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:34:03 Titel:
Keine Rechtsberatung hier, siehe Forenregeln *malMODspielt*
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:40:01 Titel:
Ups .. sorry.
Dann kann man das doch als einen Mustervertrag sehen, der von Studenten überprüft wird, um deren Fähigkeiten zu schulen.
P.S. hypotetischer Weise ist sie mal 20
Zuletzt bearbeitet von Boomer1983 am 15 Mai 2007 - 19:59:17, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:46:50 Titel:
mh, ich glaube, dass hättest du dann von Anfang an anders formulieren müssen, aber ich bin ja kein Mod, daher überlass ich denen mal die Entscheidung
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:48:28 Titel:
Wie alt ist dein kleines Schwesterchen ? Hoffe unter 18, dann ist das ganze viel einfacher.
Für den Hypothetischen Übungsfall :
Unabhäng davon ob die Klausel wirksam ist steht da in § 2c "versucht" und nicht "ist verpflichtet zu "
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 19:59:06 Titel:
Sollte eine Bestimmung dieses vertrages ungültig sein [...], so beeinträchtigt das nicht die Gültigkeit.
(das steht da genauso drin? Mußte man am Ende noch mit Blut unterschreiben?)
Verfasst am: 15 Mai 2007 - 20:07:21 Titel:
diese salvatorische Klausel ist schon ein bissl knapp gehalten und auch etwas strange formuliert
Verfasst am: 16 Mai 2007 - 02:29:04 Titel:
Mein Laienkommentar :
=> Das ist schwach und nicht einklagbar. Muss halt immer nur sagen, sie hat es versucht.
=> Das kann sich nur auf die Konkurrenz oder Kunden beziehen, nicht aber auf z.B. einen Anwalt. Das ist wohl eine "Einschuechterungsklausel".
Ich wuerde mal vermuten, dass die Kuendigungsfrist von 3 Monaten realistisch ist, da die Agentur Ersatz suchen muss. Diese Suche aber der Schwester anzulasten, ist Schwachsinn.
Verfasst am: 16 Mai 2007 - 07:12:54 Titel:
ich wär mir noch nicht mal sicher, ob die Kündigungsfrist geregelt werden darf, da es ja gesetzliche Kündigungsfristen gibt. Wird die Arbeitnehmerin durch vertragliche Kündigungsfristen besser gestellt geht das vielleicht, aber dass eine schlechterstellung möglich sein soll, bezweifel ich
Verfasst am: 17 Mai 2007 - 10:19:28 Titel:
Dieser Vertrag ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben steht. So hatten die Väter des BGB sich das sicherlich nicht vorgestellt, als sie sich vom Gedanken der Privatautonomie leiten ließen. Die Klauseln werfen mehr rechtliche Fragen auf, als sie zu beantworten imstande sind. Die zentralen Klauseln sind entweder rechtlich nicht konkret genug oder unwirksam. In arbeitsrechtlichen Belangen einen ad hoc Vertrag aufzusetzen, ohne über juristische Kenntnisse zu verfügen, ist schon fahrlässig genug, aber beim Lesen dieser Klauseln dürfte schon ein Totallaie Kopfschmerzen bekommen.