Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2052,%20283
Timestamp: 2020-02-21 16:12:07
Document Index: 124123687

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 67', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', '§ 67', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 67', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.07.1969 - NotZ 3/69 - dejure.org
BGH, 15.07.1969 - NotZ 3/69
https://dejure.org/1969,387
BGH, 15.07.1969 - NotZ 3/69 (https://dejure.org/1969,387)
BGH, Entscheidung vom 15.07.1969 - NotZ 3/69 (https://dejure.org/1969,387)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 1969 - NotZ 3/69 (https://dejure.org/1969,387)
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Beitragsbegehren der Notarkammer an einen Notar - Anforderung bestimmter Beiträge als Verwaltungsakt - Besondere Anforderungen an den Verwaltungsakt im Rahmen der Notariatsordnung (NO) - Abschluss einer Vertrauensschadenversicherung zur Schadloshaltung von Mandanten - ...
BGHZ 52, 283
DNotZ 1969, 637
DB 1969, 1793
Die von ihnen außerhalb dieses Bereichs vorgenommenen Rechtsakte sind nichtig (BGH, Urteil vom 28. Februar 1956 - I ZR 84/54, BGHZ 20, 119, 122 ff.; Beschluss vom 15. Juli 1969 - NotZ 3/69, BGHZ 52, 283, 286).
Förmliche Einwände gegen die Zahlungsaufforderung, die auf der Grundlage der Bundesnotarordnung als Verwaltungsakt ergangen ist und damit der Anfechtung nach § 111 BNotO unterliegt (vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 52, 283, 285 [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68]; BGHZ 85, 173, 176;… vom 16. Februar 1987 - NotZ 19/86 = BGHR BNotO § 111 Abs. 1 Satz 1 Beitragsbescheid 1; vom 4. Dezember 1989 - NotZ 4-15/89), bestehen nicht.
Danach darf die Antragsgegnerin von ihren Mitgliedern Beiträge erheben, soweit dies zur Erfüllung der ihr als Standesorganisation zugewiesenen Aufgaben erforderlich ist (vgl. Senatsbeschluß BGHZ 52, 283, 284 f) [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68].
a) Eine Versicherung zum Ausgleich von Schäden, die bei der Ausübung der notariellen Berufstätigkeit verursacht werden, ist in der Rechtsprechung des Senats bereits früher als ein angemessenes Mittel betrachtet worden, um das Ansehen des Notarstandes - durch Wahrung der finanziellen Interessen der Geschädigten - zu schützen (vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 52, 283, 286 f [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68]; BGHZ 61, 312, 313) [BGH 29.10.1973 - NotZ 7/73].
Juristische Personen des öffentlichen Rechts können nur im Rahmen des ihnen durch Gesetz oder Satzung zugewiesenen Aufgaben- und Wirkungsbereiches zu einem rechtswirksamen Handeln befugt sein und daher nur innerhalb des durch ihre Zwecke und Aufgaben bestimmten, sachlich und räumlich beschränkten Lebenskreisen handeln, weshalb außerhalb ihres Funktionsbereichs liegende Handlungen schlechthin der Rechtswirksamkeit entbehren (vgl. BGHZ 20, 119, 124; 52, 283, 286).
a) Seit der Einfügung von Nr. 3 in § 67 Abs. 2 BNotO durch Art. 1 Nr. 10 des Änderungsgesetzes vom 7. August 1981 (BGBl. I, 803) ist die früher freiwillig übernommene Vertrauensschadensversicherung (vgl. BGHZ 52, 283 [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68]) gesetzliche Pflichtaufgabe der Notarkammer (…zur Geschichte vgl. weiter Arndt, BNotO 2. Aufl. Anm. II zu § 67; Zimmermann, DNotZ 1982, 90 ff.).
Der Bundesgerichtshof hat schon 1969 (BGHZ 52, 283, 286) [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68] und erneut 1982 nach dem Inkrafttreten des Änderungsgesetzes anerkannt (BGHZ 85, 173, 177), daß gerade die Schadloshaltung des Opfers bei vorsätzlicher Pflichtverletzung des Notars diese Wahrung des Ansehens ausmacht.
Eine Versicherung zum Ausgleich von Schäden, die bei der Ausübung der notariellen Berufstätigkeit verursacht werden, ist in der Rechtsprechung des Senats bereits früher als ein angemessenes Mittel betrachtet worden, um das Ansehen des Notarstandes - durch Wahrung der finanziellen Interessen der Geschädigten - zu schützen (vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 52, 283, 286 f [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68]; BGHZ 61, 312, 313) [BGH 29.10.1973 - NotZ 7/73].
Es trifft zwar zu, dass der Bundesgerichtshof entschieden hat, dass juristische Personen des öffentlichen Rechts - wie die klagende Krankenkasse als Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 4 Abs. 1 SGB V) - "nur im Rahmen des ihnen durch Gesetz oder Satzung zugewiesenen Aufgaben- und Wirkungsbereichs zu einem rechtswirksamen Handeln befugt" sind (BGHZ 20, 119, 124; 52, 283, 286; sog. "Ultra-Vires"-Lehre).
Bei den Zahlungsaufforderungen vom 15. Oktober 1981 und 15. April 1982 handelt es sich um anfechtbare Verwaltungsakte (BGHZ 52, 283, 284 f [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68]; 85, 173, 176).
Der Senat hat schon in BGHZ 52, 283, 286 f [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68] entschieden, daß der Abschluß einer Vertrauens Schadensversicherung im Rahmen der gesetzlichen Aufgabe der Notarkammern liegt, über Ehre und Ansehen ihrer Mitglieder zu wachen (§ 67 Abs. 1 Satz 2 BNotO).
Der Abschluß einer Vertrauensschadensversicherung ist ein angemessenes Mittel, diesen Schadensausgleich zu ermöglichen (BGHZ 52, 283, 286 f) [BGH 15.07.1969 - NotZ 3/68].