Source: https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/pruettingwegenweinreich-bgb-kommentar-bgb-1915-anwendung-des-vormundschaftsrechts_idesk_PI17574_HI13263132.html
Timestamp: 2020-02-24 20:37:19
Document Index: 388356839

Matched Legal Cases: ['§ 1789', '§ 1793', '§ 1837', '§ 1819', '§ 1833', '§ 1786', '§ 1795', '§ 1779', '§ 1775', '§ 1886', '§ 1887', '§ 1919', '§ 1918', '§ 1840', '§ 1835', '§ 3', '§ 3', 'BGH']

Im Einzelnen gelten insb entspr: Bestellung (§ 1789), Führung (§§ 1793 ff), Aufsicht (§§ 1837 ff), gerichtliche Genehmigungserfordernisse (§§ 1819 ff), Haftung (§ 1833), Aufwendungsersatz u Vergütung (1835, 1835a, 1836), Ablehnungsrecht (§ 1786), Ausschluss der Vertretungsmacht (§ 1795), Auswahl (§ 1779), Mehrheit von Pflegern (§§ 1775, 1797), Entlassung (§§ 1886, 1889); ggf im Einzellfall auch für § 1887 (Nürnbg FamRZ 16, 392). Die Pflegschaft endet grds durch Aufhebung (§§ 1919, 1921 I, II) oder in den Fällen der §§ 1918, 1921 III automatisch. Die Bedeutung der Verweisung in I beschränkt sich für diesen Bereich auf die Verpflichtung des Pflegers zur Rechnungslegung (§§ 1840, 1841, 1890).
Aufwendungsersatz und Vergütung (Zimmermann FamRZ 05, 953). Die Pflegschaft ist grds unentgeltlich zu führen. Ehrenamtliche Pfleger können aber ggf gem §§ 1835, 1835a Aufwendungsersatz und Aufwandsentschädigung erhalten (I 1). Berufspfleger können hingegen auch eine Vergütung beanspruchen (Keuter FamRZ 10, 1955 mwN), die bei Mittellosigkeit des Pfleglings aus der Staatskasse zu zahlen ist. Ihre Höhe bemisst sich nach den für die Führung der Pflegschaftsgeschäfte notwendigen Fachkenntnissen des Pflegers sowie nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Pflegschaftsgeschäfte. Das Gericht kann für die Festsetzung der Vergütung die Sätze des § 3 VBVG entspr heranziehen, muss es aber nicht. Bei Mittellosigkeit des Pfleglings bleibt es dagegen, bei den nach § 3 VBVG bestimmten Sätzen (I 2). Wird der Mitarbeiter eines Vereins in dieser Eigenschaft zum Pfleger bestellt, so steht dem Verein für die Tätigkeit seines Mitarbeiters ein Vergütungsanspruch zu (BGH FamRZ 07, 900).