Source: https://versicherungenhannover.de/berufsunfaehigkeit/
Timestamp: 2019-08-25 06:39:27
Document Index: 113862015

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 43', '§22', '§3', '§ 22', '§22', '§ 55']

Berufsunfähigkeit – Versicherungsmakler Manuel Stöcker
Vorsicht … Erwerbsminderungsrente bedeutet:
Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. (§ 43 Abs. 2, Satz 2 SGB V).
Leistung aus der GRV: ca. 34% des letzten Bruttoeinkommens
Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens zwischen drei und sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein“ (§ 43 Abs. 1, Satz 2 SGB VI). Für die künftige Leistungsbeurteilung ist somit lediglich die Frage entscheidend, ob der Versicherte unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts im Rahmen einer 5-Tage-Woche eine wie auch immer geartete Tätigkeit ausüben kann. Ausbildung, Erfahrung und sozialer Status werden demnach, abgesehen von der Vertrauensschutzregelung für vor dem 02.01.1961 geborene Versicherte, nicht berücksichtigt.
Die marktübliche Definition der Berufsunfähigkeit lautet: „Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, außerstande oder bereits 6 Monate außerstande gewesen ist, ihren Beruf auszuüben.“
Grundsätzlich wird bei der BU-Prüfung auf den zuletzt ausgeübten Beruf abgestellt. Ausnahme: Bei Personen, die bewusst und gewollt dauerhaft (mehr als 3 Jahre) aus dem Berufsleben ausgeschieden sind (z.B. Aussteiger, Aufgabe des Berufs zwecks Aufnahme eines Studiums), wird bei der BU-Prüfung nicht auf den zuletzt ausgeübten Beruf abgestellt. Stattdessen wird eine Tätigkeit zugrunde gelegt, die von der versicherten Person aufgrund ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeübt werden kann und die der Lebensstellung zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Berufsleben entspricht. Hintergrund dieser Regelung ist, dass die versicherte Person, die dauerhaft, bewusst und gewollt, aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, keinen Beruf mehr innehat. Diese Fälle sind in der Praxis sehr selten.
Pflegebedürftigkeit ist nach den Bedingungen der Versicherer in der Regel definiert, wenn die versicherte Person 6 Monate ununterbrochen pflegebedürftig ist. Die Einstufung Pflegebedürftigkeit erfolgt je nach Anbieter nach den gesetzlichen Pflegestufen (SGB XI) oder ADL – Aktivitäten des täglichen Lebens (Activities of daily living).
Vermehrt nehmen die Versicherer die Leistungszahlung aufgrund einer Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeit (Gelbe-Schein-Regelung) in das Bedingungswerk auf. Die Voraussetzung für die Leistung bei Arbeitsunfähigkeit ist eine 6-monatige ununterbrochene Krankschreibung durch einen Facharzt. Die Leistungen sind in der Regel begrenzt auf 18 bis teilweise 24 Monate.
Ein Berufsverbot bedeutet nicht automatisch, dass Berufsunfähigkeit nach den Bedingungen vorliegt. Jedoch gibt es Klauseln für bestimmte Berufsgruppen die ein Berufsverbot als Leistungsauslöser mit aufnehmen.
Steuerliche Behandlung der BU-Rente in den 3 Schichten
Die BU in der 1. Schicht: §22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG.
(Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zur Basis- / Rürup-Rente)
–> Volle Besteuerung, Übergangsregelung bis 2040
Die BU in der 2. Schicht (§3.63. EStG förderfähigen bAV): §§ 22 Nr. 5 EStG.
(Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zur Riester-Rente oder zur betrieblichen Altersvorsorge)
–> Volle Besteuerung
Die BU in der 3. Schicht: §22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb EStG i. V. m. § 55 Abs. 2 EStDV.
(Selbständige private Berufsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu einer Lebens- / Rentenversicherung)
–> Ertragsanteilbesteuerung