Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2014-09-17/xii-zb-338_14
Timestamp: 2017-11-24 02:31:02
Document Index: 49388629

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1908', '§ 168', '§ 168', '§ 168', '§ 204', 'BGH', 'BGH', '§ 171', '§ 91']

BGH, 17.09.2014 - XII ZB 338/14 - Hemmung der Verjährung des Regressanspruchs der Staatskasse gegen den Betreuten oder dessen Erben wegen gezahlter Betreuervergütung durch Einleitung des Regressverfahrens | anwalt24.de
Beschl. v. 17.09.2014, Az.: XII ZB 338/14
Hemmung der Verjährung des Regressanspruchs der Staatskasse gegen den Betreuten oder dessen Erben wegen gezahlter Betreuervergütung durch Einleitung des Regressverfahrens
Referenz: JurionRS 2014, 24819
Aktenzeichen: XII ZB 338/14
AG Eschwege - 18.11.2013 - AZ: 10 XVII 79/96
LG Kassel - 30.05.2014 - AZ: 3 T 1/14
§ 1908i Abs. 1 BGB
§ 168 Abs. 1 S. 2 FamFG
§ 168 Abs. 4 S. 1 FamFG
BtPrax 2015, 28-30
FamRZ 2015, 45
FGPrax 2015, 26-27
FuR 2015, 233-234
MDR 2014, 1409-1410
NJW-RR 2015, 257-259
Rpfleger 2015, 82-84
ZEV 2014, 690
FamFG § 168 Abs. 1 Satz 3, Abs. 4 Satz 1
Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 17. September 2014 durch den Vorsitzenden Richter Dose und die Richter Schilling, Dr. Günter, Dr. Nedden-Boeger und Dr. Botur
Das Landgericht hat zur Begründung seiner Entscheidung im Wesentlichen ausgeführt: Die auf die Staatskasse übergehenden Vergütungsansprüche des Betreuers verjährten in drei Jahren. Die Verjährung beginne mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden sei und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt habe oder ohne grobe Fahrlässigkeit habe erlangen müssen.
Die angefochtene Entscheidung hält einer rechtlichen Nachprüfungstand.
aa) Der Umstand, dass die Staatskasse wegen der Mittellosigkeit den Betreuten zunächst nicht in Regress nehmen konnte, führt nicht zu einer Hemmung der Verjährung (Senatsbeschluss vom 25. Januar 2012 - XII ZB 605/10 MDR 2012, 431 Rn. 22).
(2) Eine allgemeine gesetzliche Regelung über die Hemmung der Verjährung eines Rechtsanspruchs durch seine Geltendmachung enthält § 204 BGB. Die dort normierten Hemmungstatbestände folgen dem Leitgedanken, dass der Gläubiger dem Schuldner seinen Rechtsverfolgungswillen so deutlich macht, dass dieser sich darauf einrichten muss, auch noch nach Ablauf der ursprünglichen Verjährungsfrist in Anspruch genommen zu werden (vgl. BGH Beschluss vom 28. April 1988 - IX ZR 176/87 - WM 1988, 1030; BGHZ 80, 222, 226 mwN; BSG NZS 2014, 337 Rn. 14 [BSG 17.12.2013 - B 1 KR 71/12 R]).
Hinsichtlich der Verjährungshemmung normiert § 171 AO eine Vielzahl von - insoweit abschließenden (BFHE 114, 522 [BFH 26.11.1974 - VII R 45/72]) - Sondertatbeständen wie etwa Betriebsprüfung und Rechtsbehelfsverfahren. Allgemeine Vorbereitungshandlungen für den Erlass eines Steuerbescheids, wie etwa die Anhörung des Abgabepflichtigen (§ 91 Abs. 1 AO), lösen demgegenüber keine Verjährungshemmung aus.
Andere rechtliche Hindernisse, die der Geltendmachung des Anspruchs vorübergehend entgegenstehen, begründen - anders als nach früherem Recht grundsätzlich keine Hemmung (Senatsbeschluss vom 25. Januar 2012 - XII ZB 605/10 - MDR 2012, 431 Rn. 24 mwN).