Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F07-01-2000-1P-480-1999
Timestamp: 2016-10-24 18:22:57
Document Index: 361795594

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 6', 'in dubio', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 4', 'Art. 32', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 4', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'in dubio', 'Art. 4', 'Art. 29', 'in dubio', 'Art. 156', 'Art. 159']

1P.480/1999 (07.01.2000)
1P.480/1999/mng
Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter F�raud, Bundesrichter Favre und Gerichtsschreiber Sass�li.
M.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Conrad, Schwertstrasse 1, Baden,
K.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mark A. Schwitter, Bellikerstrasse 1, Berikon,
Art. 4 aBV, Art. 9, 29 Abs. 2 und 32 Abs. 1 nBV sowie Art. 6
Ziff. 2 EMRK (Strafverfahren), hat sich ergeben:
A.- M.________ wird vorgeworfen, am 24. Juli 1996 in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug gef�hrt zu haben. Die betreffende Fahrt begann auf dem Parkplatz des Restaurants "Pflug" in Othmarsingen, wo sich M.________ mit G.________ getroffen hatte, und endete in Villmergen, wo er sie wieder traf. G.________ ist dieselbe Strecke in ihrem eigenen Auto gefahren. M.________ ist dann in Villmergen mit ihr zu K.________ gegangen, mit dem sie zusammen wohnte. Daraufhin kam es zu einer Schl�gerei zwischen M.________ und K.________, bei der sich letzterer eine kleine Rissquetschwunde im Sch�delbereich und oberfl�chliche Wunden am Kinn und am Nasenr�cken zuzog. M.________ wurde daraufhin verhaftet. W�hrend der Untersuchungshaft sagte er aus, ein Dritter habe seinen Wagen auf der Fahrt von Othmarsingen nach Villmergen gesteuert, weigerte sich jedoch, dessen Namen zu nennen. Nachdem M.________ aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, richtete der selbst�ndige Taxifahrer O.________ am 2. August 1996 ein Schreiben an das Strassenverkehrsamt, wonach er M.________ auf der fraglichen Fahrt in dessen Wagen chauffiert habe. Dies best�tigte O.________ am 10. Februar 1997 in einer Zeugeneinvernahme vor dem Bezirksamt Bremgarten. Daraufhin wurde gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen falschen Zeugnisses er�ffnet.
M.________ wurde vom Bezirksgericht Bremgarten am 2. April 1998 wegen einfacher K�rperverletzung und Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie einer unbestrittenen �bertretung zu einer unbedingten Gef�ngnisstrafe von 4 Monaten verurteilt. Eine hiergegen erhobene Berufung wies die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Aargau im Strafpunkt am 17. Mai 1999 ab.
B.- M.________ beantragt mit staatsrechtlicher Beschwerde die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils und die Abnahme von zwei Beweismitteln. Er r�gt eine Verletzung von Art. 4 aBV und von Art. 6 Ziff. 2 EMRK durch eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo", seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r und der richterlichen Begr�ndungspflicht.
Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht des Kantons Aargau sowie K.________ verzichten auf eine Vernehmlassung.
C.- Mit Verf�gung vom 17. September 1999 hat der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der staatsrechtlichen Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.- a) Die staatsrechtliche Beschwerde ist grunds�tzlich rein kassatorischer Natur. Positive Anordnungen kann das Bundesgericht nur erlassen, wenn der verfassungsm�ssige Zustand mit der blossen Aufhebung des kantonalen Entscheids nicht wiederhergestellt werden kann (BGE 124 I 327 E. 4 S. 332 f. mit Hinweisen). Wenn der obergerichtliche Entscheid aufgehoben wird, ist der Beschwerdef�hrer auch nicht mehr Opfer der geltend gemachten Verletzungen der Verfassung. Daher kann nicht auf die Antr�ge des Beschwerdef�hrers eingetreten werden, wonach das Obergericht anzuweisen sei, verschiedene Beweise abzunehmen.
b) Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene R�gen (BGE 125 I 71 E. 1c S. 76; 122 I 70 E. 1c S. 73; 119 Ia 197 E. 1d S. 201, je mit Hinweisen). Diese m�ssen in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein. Hinweise auf Rechtsschriften im kantonalen Verfahren, die zum integrierenden Bestandteil der Beschwerde erkl�rt werden, sind daher unbeachtlich (BGE 115 Ia 27 E. 4a S. 30 mit Hinweis). Auch bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde unzul�ssig (BGE 107 Ia 186 E. b; 121 I 225 E. 4c S. 230; 117 Ia 10 E. 4b S. 12). Auf diejenigen Ausf�hrungen in der Beschwerde, welche diese Bedingungen nicht erf�llen, kann nicht eingetreten werden.
2.- Die beiden dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen Sachverhalte der Trunkenheitsfahrt und der einfachen K�rperverletzung werden im Folgenden nacheinander behandelt. Der Beschwerdef�hrer r�gt, seine Verurteilung verstosse gegen die Unschuldsvermutung. Daneben verletze sie auch seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r, weil zwei von ihm angebotene Entlastungsbeweise nicht abgenommen worden seien und die Begr�ndung des angefochtenen Entscheids ungen�gend sei.
a) Die auch als Grundsatz "in dubio pro reo" bezeichnete Unschuldsvermutung floss aus Art. 4 aBV und ist in Art. 32 Abs. 1 der neuen Bundesverfassung (nBV) sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankert. Sie ist zugleich eine Beweislastregel und eine Beweisw�rdigungsregel (vgl. ausf�hrlich BGE 120 Ia 31 E. 2 S. 33-38 und zuletzt BGE 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.). Als Beweisw�rdigungsregel besagt sie, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Sie ist verletzt, wenn der Richter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil sie immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweisw�rdigung beschr�nkt sich das Bundesgericht auf eine Willk�rpr�fung. Sonst w�rde es selbst den Grundsatz der freien Beweisw�rdigung verletzen. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Angeklagte verurteilt wurde, obgleich bei objektiver W�rdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2d S. 38).
Das Bundesgericht untersucht zun�chst, ob die Beweiselemente, die der Verurteilung zu Grunde liegen und die in der Beschwerde substanziiert als willk�rlich bzw. gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" verstossend beanstandet werden, willk�rfrei gew�rdigt worden sind. Sodann pr�ft es, ob bei objektiver Betrachtung aller relevanten Beweiselemente im Ergebnis offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an der Schuld des Angeklagten fortbestehen.
b) Der Anspruch auf rechtliches Geh�r floss aus Art. 4 aBV und ist in Art. 29 Abs. 2 nBV verankert. Aus diesem ergibt sich, dass Parteien mit rechtzeitig und formg�ltig angebotenen Beweisantr�gen geh�rt werden m�ssen, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242; 106 Ia 161 E. 2b S. 162, je mit Hinweisen). Das Beweisverfahren kann jedoch abgeschlossen werden, wenn die entscheidende Beh�rde auf Grund bereits abgenommener Beweise ihre �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, dass ihre �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). In diesem Fall besteht nach der Praxis des Bundesgerichtes, welche mit derjenigen der Strassburger RechtsprechungsorganezuArt. 6Ziff. 3lit. dEMRK�bereinstimmt, keinAnspruchdesAngeklagtenaufBefragungvonEntlastungszeugen(vgl. BGE 124 I 274 E. 5b S. 285; 115 Ia 97 E. 5b S. 101; 112 Ia 198 E. 2b S. 202; Jochen Abr. Frowein/ Wolfgang Peukert, EMRK-Kommentar, 2. Auflage, Kehl 1996, S. 311 f.).
Der Anspruch auf rechtliches Geh�r hat ebenfalls die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rden zur Folge, Entscheide zu begr�nden (BGE 125 II 369 E. 2c S. 372 mit Hinweisen). Dies soll dazu beitragen, dass sich die Beh�rde nicht von sachfremden Motiven leiten l�sst und dient sowohl der Transparenz der Entscheidfindung als auch der Selbstkontrolle der Beh�rden. Daher muss eine Beh�rde wenigstens kurz die �berlegungen darstellen, von denen sie sich leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid st�tzt. Sie muss sich aber nicht ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen. Sie darf sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a; 123 I 31 E. 2c S. 34 und ausf�hrlich BGE 112 Ia 107 E. 2b S. 109 f., je mit Hinweisen). Soweit sie von den Erw�gungen einer Vorinstanz �berzeugt ist und der Rechtssuchende keine wesentlichen neuen Argumente vorbringt, darf eine Rechtsmittelinstanz zur Begr�ndung ihrer Entscheide auch auf die Begr�ndung der Vorinstanz verweisen.
3.- a) Das Obergericht verurteilt den Beschwerdef�hrer zun�chst wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Dabei erw�gt es, dass bereits aufgrund des Aussageverhaltens des Beschwerdef�hrers, der Aussagen von G.________ und des Nachweises einer nachtr�glichen Absprache zwischen den Beteiligten keine erheblichen Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrers best�nden.
aa) Der Beschwerdef�hrer kritisiert, es sei willk�rlich, seine anf�ngliche Weigerung, den Namen des Chauffeurs zu nennen, als offensichtliches Indiz f�r eine Absprache anzusehen. Neben unbeachtlichen Hinweisen auf seine Rechtsschriften im kantonalen Verfahren (vgl. vorne E. 1b) bringt er zur Begr�ndung einzig vor, angesichts des damaligen Vorwurfs eines T�tungsversuchs habe er sich zu jenem Zeitpunkt noch nicht mit dem Vorwurf des Fahrens in angetrunkenem Zustand auseinandergesetzt. Genau dies hat der Beschwerdef�hrer aber getan, indem er noch w�hrend der Untersuchungshaft wiederholt aussagte, er sei chauffiert worden. Ein Grund, den Namen des Chauffeurs vorerst zu verheimlichen, ist nicht ersichtlich, da diese Angabe den Beschwerdef�hrer entlastet h�tte, den Chauffeur aber in keiner Weise belastet h�tte. Das Obergericht durfte somit das Aussageverhalten des Beschwerdef�hrers ohne Willk�r als Indiz f�r eine nachtr�gliche Absprache ansehen.
bb) Der Beschwerdef�hrer r�gt weiterhin eine willk�rliche W�rdigung der Aussagen von G.________. Sie habe den Beschwerdef�hrer nicht am Steuer gesehen, nicht gesehen, wie er eingestiegen sei, und vor Bezirksgericht auch nicht ausgeschlossen, dass noch jemand anderes bei ihm im Auto gewesen sei. Letzteres trifft zwar zu, aber die Zeugin f�gte hinzu, sie glaube es nicht. Ausserdem hat sie auf entsprechende Fragen hin mehrfach best�tigt, der Beschwerdef�hrer sei gefahren. Der Beschwerdef�hrer kritisiert ebenfalls, es sei widerspr�chlich, auf die Aussagen von G.________ abzustellen, soweit sie ihn im Anklagepunkt des Fahrens in angetrunkenen Zustand belaste, nicht aber soweit sie ihn in Bezug auf die K�rperverletzung entlaste. Das Bezirksgericht, auf dessen Ausf�hrungen das Obergericht verweist, verstiess jedoch nicht gegen das Willk�rverbot, wenn es annahm, die Zeugin sei w�hrend der Schl�gerei zwischen den beiden M�nnern in einem st�rkeren Schockzustand gestanden, als vorher, als sie eine Auseinandersetzung zwischen den beiden bloss bef�rchtete. Diese unterschiedliche Bewertung ihrer Aussagen war auch dann zul�ssig, wenn G.________ gem�ss der beantragten Zeugin B.________ von Anfang an betrunken gewesen sein sollte (vgl. hinten E. 3c/bb). Das Bezirksgericht hatte im �brigen �berzeugend dargelegt, warum G.________ ein Motiv hatte, K.________ zu belasten. Entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerde ist hingegen kein Motiv ersichtlich, warum sie kurz nach der Tat den Beschwerdef�hrer h�tte falsch belasten sollen. Selbst wenn er ihr sp�ter keine Arbeit mehr �bertragen haben sollte, konnte sie dies noch nicht wissen, als sie am 25. Juli 1996 w�hrend der Untersuchungshaft aussagte, der Beschwerdef�hrer sei alleine im Auto gewesen. Mit Ausnahme ihrer falschen Aussage vom Februar 1997, die sie sogleich zur�cknahm und mit der stattgefundenen Absprache erkl�ren konnte, blieb sie dabei. Es ist somit keineswegs willk�rlich, wenn das Obergericht die Aussagen von G.________alserheblicheBelastungdesBeschwerdef�hrersw�rdigte.
b) Obwohl es schon aufgrund der vorstehend gew�rdigten Beweismittel von der Schuld des Beschwerdef�hrers �berzeugt war, f�hrt das Obergericht aus, auch der Einsatz von O.________ als Chauffeur w�re ausgesprochen ungew�hnlich gewesen. Der Beschwerdef�hrer wendet ein, angesichts seiner einschl�gigen Vorstrafe sei eine Abmachung mit O.________, wonach ihn dieser chauffieren solle, wenn er Alkohol getrunken habe, durchaus plausibel. Dieser Einwand verkennt, dass im angefochtenen Urteil nicht die Abmachung an sich, sondern der konkrete Einsatz des Chauffeurs am 24. Juli 1996 als ausgesprochen ungew�hnlich qualifiziert wird. Der angebliche Einsatz von O.________ ist insbesondere deswegen nicht plausibel, weil der Beschwerdef�hrer nicht zum Voraus wissen konnte, dass er am fraglichen Abend in eine Schl�gerei verwickelt und festgenommen werden w�rde. Wenn er nicht alkoholisiert Auto fahren wollte, h�tte er deshalb seinen Chauffeur in Villmergen warten lassen m�ssen, um dann wieder nach Hause, nach M�genwil begleitet zu werden. Dort befand sich angeblich auch das Taxi von O.________, womit es auch in dessen Interesse lag, wieder dorthin zu gelangen. Es ist somit nicht willk�rlich, die Version des Beschwerdef�hrers und von O.________ als wenig plausibel zu qualifizieren.
c) Der Beschwerdef�hrer stellte im Berufungsverfahren zu seiner Entlastung zwei Beweisantr�ge. Zum einen verlangte er die Einvernahme der Zeugin B.________ und zum anderen das Einholen eines Gutachtens, das sich �ber den Fahrtenschreiber des Taxis von O.________ ausspreche. Das Obergericht hat diese Beweisantr�ge abgewiesen, und zwar nicht nur mit der Begr�ndung, es habe seine �berzeugung schon aufgrund der �brigen Beweiselemente gebildet. Es hat sich vielmehr auch mit den beantragten Beweismitteln bzw. mit den damit im Zusammenhang stehenden Beweisfragen auseinandergesetzt.
Ob es dabei den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt oder Beweise willk�rlich gew�rdigt hat, ist im Folgenden zu pr�fen.
aa) Das Obergericht erachtet den Fahrtenschreiber des Taxis von O.________ als ein "weiteres Indiz" daf�r, dass die Behauptung des Beschwerdef�hrers falsch sei, O.________ habe ihn chauffiert. Dieses Instrument zeige an, dass O.________ am 24. Juli 1996 die letzte Fahrt mit seinem Taxi um 21.00 Uhr beendet habe, was ausschliesse, dass er schon um 20.00 Uhr den Beschwerdef�hrer im Restaurant Pflug abgeholt und dann in dessen Auto chauffiert habe, wie dies O.________ behaupte. In seiner Berufung an das Obergericht hatte der Beschwerdef�hrer diesen Widerspruch damit zu erkl�ren versucht, dass sich bei unsorgf�ltiger Einlage der runden Scheiben in den Fahrtenschreiber alle Zeiten verschieben k�nnten.
Soweit das Obergericht den erhobenen Daten des Fahrtenschreibers Indizcharakter beimisst, h�tte es unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Geh�rs den Beschwerdef�hrer grunds�tzlich zum Entlastungsbeweis zulassen m�ssen. Der Nachweis der M�glichkeit, dass infolge einer Fehlmanipulation alle Zeiten verschoben aufgezeichnet werden k�nnen, kann nicht von vornherein als unerheblich bezeichnet werden. Zwar w�rde dadurch der vom Beschwerdef�hrer behauptete Sachverhalt nicht direkt bewiesen. Insofern ist dem Obergericht beizupflichten. Indessen k�nnte die M�glichkeit einer Fehlmanipulation die Annahme des Obergerichts in Frage stellen, wonach die auf dem Fahrtenschreiber erhobenen Daten ein weiteres Indiz f�r den der Anklage zugrunde liegenden Sachverhalt darstellen w�rden. In diesem Punkt ist die Argumentation des Obergerichts nicht haltbar. Dies f�hrt aber, wie noch darzulegen ist, nicht ohne weiteres zur Gutheissung der Beschwerde.
bb) Von der beantragten Zeugin B.________ behauptet der Beschwerdef�hrer, sie k�nne best�tigen, dass er am Abend des 24. Juli 1996 im Restaurant Pflug, in dem sie servierte, von jemandem abgeholt worden sei. In seiner Beschwerde verweist er auf eine Aktennotiz, die seiner Berufung an das Obergericht beilag. In ihr wird behauptet, Frau Bachmann habe folgendes erz�hlt:
"Sie erinnere sich zwar nicht an das genaue Datum, aber an den Abend nach den Sommerbetriebsferien des Restaurants Pflug. Herr M.________ war mit einer Frau dort und hatte Champagner bestellt. Das ist eher selten. Bezahlt wurde mit einer Kreditkarte. Dies w�re vor den Sommerferien nicht m�glich gewesen, da man damals noch keine Kreditkarten annahm. Die begleitende Frau sei "k�ppelet" gewesen. Irgendwann einmal habe von der Treppe aus ein Mann (eher fester Statur) M.________ gerufen und erkl�rt, man k�nne jetzt fahren. Ob das die begleitende Frau auch geh�rt habe, k�nne sie nicht sagen. Sie k�nne auch nicht sagen, in was f�r ein Auto die beiden gestiegen seien. "
Das Obergericht f�hrt aus, gem�ss dieser Aktennotiz habe B.________ zwar geh�rt, dass der Beschwerdef�hrer von einer Drittperson gerufen worden sei. Sie habe aber nicht beobachten k�nnen, in welches Fahrzeug er bei seiner Wegfahrt eingestiegen sei. Unter diesen Umst�nden verm�ge die Zeugin den Beschwerdef�hrer nicht zu entlasten und es k�nne von ihrer Einvernahme Umgang genommen werden.
Die Argumentation des Obergerichts ist missverst�ndlich. Soweit zum Ausdruck gebracht wird, eine Einvernahme der Zeugin verm�chte ohnehin keinen direkten Beweis f�r die Behauptung zu erbringen, der Beschwerdef�hrer sei chauffiert worden, ist die Annahme des Obergerichts nicht zu beanstanden. Wollte das Obergericht aber dar�ber hinaus jegliche Entlastungswirkung von vornherein ausschliessen, w�re eine solche Annahme willk�rlich. W�rde der Inhalt der Aktennotiz durch die Zeugin best�tigt, w�re dies immerhin ein Indiz daf�r, dass der Beschwerdef�hrer abgeholt wurde. Daraus k�nnten weitere Schl�sse gezogen werden, die sich im Rahmen einer Gesamtw�rdigung entlastend auswirken w�rden. Im Hinblick auf die nachfolgenden Ausf�hrungen �ber diese Gesamtw�rdigung kann jedoch offen bleiben, wie die erw�hnte Passage der Urteilserw�gungen zu verstehen ist.
d) Im Vordergrund der Gesamtw�rdigung des Obergerichts steht die Annahme, dass der eingeklagte Sachverhalt schon gest�tzt auf das Aussageverhalten des Beschwerdef�hrers, die Aussagen von G.________ und die erstellte nachtr�gliche Absprache zwischen den Beteiligten bewiesen sei. Schon deshalb best�nden keine erheblichen Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrers. Wie vorne dargestellt ist die W�rdigung der ersten beiden genannten Beweiselemente nicht zu beanstanden. Zu Recht kritisiert der Beschwerdef�hrer die obergerichtliche W�rdigung der Absprache zwischen den Beteiligten nicht. Eine solche Absprache wurde von G.________ best�tigt, obwohl sie daf�r eine Verurteilung wegen falschen Zeugnisses in Kauf nehmen musste. Gesamthaft verbleiben angesichts dieser Beweiselemente keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrers. Aus diesem Blickwinkel und im Lichte der vorne erw�hnten Rechtsprechung hat das Obergericht weder Art. 4 aBV (bzw. Art. 9, 29 Abs. 2 und 32 Abs. 1 nBV) noch Art. 6 Ziff. 2 EMRK verletzt, wenn es darauf verzichtete, die beantragten Beweise abzunehmen. Dass es der Hauptbegr�ndung eine Hilfsbegr�ndung beigef�gt hat, die in einzelnen Punkten fragw�rdig erscheint, f�hrt nicht dazu, dass der Entscheid im Ergebnis verfassungswidrig ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochtener Entscheid erst dann aufzuheben, wenn er im Ergebnis gegen die Verfassung oder die EMRK verst�sst, nicht schon dann, wenn sich die Begr�ndung oder ein Teil derselben als verfassungs- oder konventionswidrig erweisen (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 122 I 257 E. 5 S. 262; vgl. auch BGE 125 I 166 E. 2a S. 168).
e) Der Beschwerdef�hrer r�gt schliesslich, das Obergericht habe sich nicht gen�gend mit seinen in der Berufung geltend gemachten Argumenten auseinandergesetzt, sondern bloss die Erw�gungen des Bezirksgerichts zusammengefasst. Er substanziiert jedoch nicht, welche Vorbringen in seiner Berufung neu gewesen seien und daher vom Obergericht nicht wie das Bezirksgericht behandelt werden konnten. Soweit er seine auch in der staatsrechtlichen Beschwerde wiederholte Kritik an der Beweisw�rdigung meint, hat sich das Obergericht mit dieser, wie vorne aufgezeigt, in gen�gender Weise auseinandergesetzt, auch wenn es in einem Punkt zu einem unhaltbaren Ergebnis gekommen ist. Damit ist nicht ersichtlich, inwiefern die Begr�ndungspflicht verletzt worden w�re.
4.- a) Das Obergericht verurteilt den Beschwerdef�hrer im Weiteren wegen einfacher K�rperverletzung. Dies wird in der Beschwerde zun�chst als Verletzung der Unschuldsvermutung kritisiert.
Der angefochtene Entscheid geht davon aus, der Beschwerdef�hrer habe seine Gaspistole als Schlagwerkzeug benutzt und K.________ damit seine Verletzungen zugef�gt. Der Beschwerdef�hrer h�lt dem entgegen, diese Verletzungen h�tte sich K.________, wie das Bezirksgericht anerkannt habe, auch bei einem Sturz gegen eine Kante zuziehen k�nnen. Er erkl�rt aber nicht, warum die obergerichtliche Beweisw�rdigung geradezu willk�rlich sei, ja er bezeichnet sie noch nicht einmal als willk�rlich. Der Beschwerdef�hrer f�hrt etwa aus, eine Pistole werde als Schlagwaffe am Lauf gehalten, womit das Blut am Knauf und nicht am Lauf gefunden worden w�re, wenn es direkt vom Kopf von K.________ gestammt h�tte. Er erkl�rt aber nicht, warum es willk�rlich sei, wie das Obergericht angesichts der aufgefundenen Spuren anzunehmen, der Beschwerdef�hrer habe die Pistole am Knauf gehalten, als er auf K.________ einschlug. Ebenso kritisiert der Beschwerdef�hrer, dass das Obergericht auf die Aussagen von K.________ und dessen Vater abstelle, statt auf die seinigen, obwohl diese glaubw�rdiger seien. Er erl�utert jedoch nicht, warum es willk�rlich gewesen sei, bei der W�rdigung der Glaubw�rdigkeit der Beteiligten zu ber�cksichtigen, dass er anf�nglich bestritt, �berhaupt eine Gaspistole mitgef�hrt zu haben, w�hrend sich K.________ und sein Vater in keine so schweren Widerspr�che in wesentlichen Punkten verwickelten. Schliesslich kritisiert der Beschwerdef�hrer die Gesamtw�rdigung des Obergerichts nur dadurch, dass er geltend macht, seine Version einer Notwehrhandlung sei glaubw�rdiger. Er substanziiert aber in keiner Weise, welche erheblichen schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel daran best�nden, dass er auf K.________ eingeschlagen habe und dabei nicht in Notwehr gehandelt habe.
Gesamthaft erf�llt der Beschwerdef�hrer somit nicht die Anforderungen, die Art. 90 Abs. 1 lit. b OG an die Begr�ndung der R�ge einer Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" in einer staatsrechtlichen Beschwerde stellt. Er beschr�nkt sich auf appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil und Verweise auf seine Eingaben an das Obergericht, auf die nicht eingetreten werden kann.
b) Weiterhin r�gt der Beschwerdef�hrer, im angefochtenen Entscheid habe das Obergericht auch in Bezug auf seine Verurteilung wegen einfacher K�rperverletzung die Begr�ndungspflicht verletzt.
Das Obergericht f�hrt aus, die Wunden k�nnten nicht von einer Kante stammen, da keine blutige Kante in den R�umen gefunden worden sei, in denen sich die Schl�gerei abgespielt habe. Entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerde kann dies nicht damit erkl�rt werden, dass G.________ nach Beendigung des Kampfes den Tatort aufger�umt und gereinigt habe. Nach Bericht der kriminaltechnischen Abteilung der Kantonspolizei vom 3. August 1996 hatte G.________ bloss die Spuren des Kampfes beseitigt. Ohne in Willk�r zu verfallen, durfte das Obergericht dies als Hinweis auf blosses Aufr�umen verstehen und nicht auf eine gr�ndliche Reinigung. Der Beschwerdef�hrer brachte vor Obergericht weiter vor, auch der Vater von K.________ h�tte Blut auf den Lauf der Pistole �bertragen k�nnen, als er sie aufhob. Dem widerspricht jedoch die vom Bezirksgericht erw�hnte Tatsache, dass auch ein Haar am Magazinboden haftete.
Entsprechende Begr�ndungen h�tten zwar vom Obergericht erwartet werden k�nnen. Es verst�sst jedoch nicht geradezu gegen Art. 4 aBV (bzw. Art. 29 Abs. 2 nBV), wenn es die Alternativerkl�rungen des Beschwerdef�hrers angesichts der erw�hnten Gegenargumente implizit dadurch verwarf, dass es auf die Hauptargumentation im bezirksgerichtlichen Entscheid verwies.
5.- Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Obergericht bei der W�rdigung der f�r es wesentlichen Beweiselemente keine Willk�r vorgeworfen werden kann und dass die Gesamtw�rdigung der Beweisergebnisse auch nicht den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt hat. Die antizipierte W�rdigung der beantragten Begutachtung des Fahrtenschreibers ist zwar fragw�rdig. Im Ergebnis ist der Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r jedoch dadurch genauso wenig verletzt wie durch das Unterlassen einer Befragung von B.________. Schliesslich ist das Obergericht auch seiner Begr�ndungspflicht nachgekommen. Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Der private Beschwerdegegner hat sich nicht am bundesgerichtlichen Verfahren beteiligt und hat daher keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 OG).
3.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.