Source: https://www.pluspunkt50.de/pflegeversicherung/verhinderungspflege/
Timestamp: 2019-10-21 22:17:43
Document Index: 172526143

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 45', '§36', '§37', '§39', '§42', '§41', '§45']

BARRIEREFREIE LÖSUNGEN TISCHLEREI MEISTERBETRIEB - Verhinderungspflege
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aufwendungen der Pflegekasse auf den Betrag von 55,36 Euro pro Tag begrenzt werden dürfen. Reicht der Höchstbetrag von 1.550 Euro nur für einen Zeitraum von beispielsweise 10 Tagen aus, so ist nach diesem Zeitraum der Anspruch gegenüber der Pflegekasse erschöpft. Bei entsprechender (finanzieller) Bedürftigkeit des Pflegebedürftigen nach sozialhilferechtlichen Maßstäben, die im Zwölften Buch Sozialgesetzbuch - SGB XII - festgelegt sind, kann nach Ausschöpfung des Anspruchs gegenüber der Pflegekasse ein Antrag auf Übernahme der entstehenden notwendigen Kosten aus Mitteln der Sozialhilfe im Rahmen der Hilfe zur Pflege beim zuständigen Träger der Sozialhilfe gestellt werden.
Der Betrag von 1.550 Euro steht grundsätzlich unabhängig davon zur Verfügung, ob die Verhinderungspflege von einem zugelassenen Pflegedienst oder von einer dem Pflegebedürftigen nahe stehenden Person sichergestellt wird.
Ein Antrag auf Verhinderungspflege (genauer: häusliche Ersatzpflege) muss bei der Pflegekasse gestellt werden. Etwa notwendig werdende ergänzende Leistungen müssen beim nach Landesrecht für die Hilfe zur Pflege zuständigen Sozialhilfeträger beantragt werden.
Durch das "Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung" besteht seit dem 30. Oktober 2012 für die Dauer der Verhinderungspflege der Anspruch auf die Hälfte des zuvor bezogenen Pflegegeldes fort. Das gilt auch, wenn anteiliges Pflegegeld wegen Inanspruchnahme der Kombinationsleistung aus § 38 SGB XI (teilweise Inanspruchnahme von Sachleistungen) bezogen worden ist.
So gibt es z.B. die Möglichkeit, für ebenfalls 28 Tage im Kalenderjahr mit dem gleichen Höchstbetrag von 1.550 Euro eine Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.
Allerdings gibt es hier drei wichtige Unterschiede zur Verhinderungspflege: zum einen muss der Anlass in der Person des/der Pflegebedürftigen liegen, zum zweiten können diese Leistungen nicht stundenweise erbracht werden, und schließlich dürfen sie nur durch zugelassene Pflegeeinrichtungen erbracht werden. In aller Regel werden dies stationäre Einrichtungen sein, die auf die Erbringung von Kurzzeitpflege spezialisiert sind. Krisensituationen können nach Krankenhausaufenthalten der pflegebedürftigen Person vorliegen, wenn häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich ist; sie können aber auch z.B. dann gegeben sein, wenn eine zur Aggressivität neigende Person eine - mentale - Erschöpfung ihrer Pflegeperson/en herbeigeführt hat, die deswegen einer Erholung bedürfen.
Voraussetzung hierfür ist, dass entweder die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder dass sie zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist. Die Leistung umfasst auch die Beförderung des/der Pflegebedürftigen von der Wohnung in die Einrichtung und zurück. Sie darf - wie die Kurzzeitpflege - nur von zugelassenen Pflegeeinrichtungen erbracht werden. Das Pflegegeld wird bei Inanspruchnahme von teilstationärer Pflege unter Umständen gekürzt; dies ist davon abhängig, in welchem Umfang die Leistung in Anspruch genommen wird. Die Leistungshöhe entnehmen Sie bitte der Übersicht am Ende dieses Artikels.
Schließlich gibt es noch Leistungen zur besonderen Förderung demenzkranker Menschen. Zu diesem Personenkreis werden auch Menschen mit einer geistigen Behinderung gerechnet. Für die Inanspruchnahme ist das Vorliegen einer Pflegestufe nicht erforderlich. Ob die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in einem besonderen Verfahren festgestellt.
zusätzliche Betreuungsleistungen für Demenzkranke: § 45b SGB XI
Leistungsübersicht Pflegeversicherung ab 2013 in EUR
Pflegestufe 0 Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III
oeAk meAk oeAk meAk oeAk meAk oeAk meAk
Häusliche Pflege einschl. hauswirtschaftl.
Versorgung §36,123 SGB XI k.A. bis zu
225 bis zu
450 bis zu
665 bis zu
1100 bis zu
1.250 bis zu
1.550 bis zu
bei häuslicher Pflege §37, 123 SGB XI k.A. 120 235 305 440 525 700 700
Verhinderungspflege**)
§39,123 SGB XI k.A bis zu 1.550
Kurzzeitpflege (vollstationär) §42 SGB XI k.A. k.A. bis zu 1.550
§41 SGB XI k.A. k.A. bis zu
1.100 bis zu
Kombination aus Pflegegeld,
Teilstation. Pflege, Pflegesachleistung
(150% Regelung) k.A. k.A. bis zu
675 bis zu
997,50 bis zu
1.650 bis zu
1.875 bis zu
2.325 bis zu
(§45b)***) 100/200 100/200 100/200 100/200 bis zu 2.400
k.A. = kein Anspruch
oeAK = ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
meAk = mit eingeschränkte Alltagskompetenz
100/200 Grundbetrag 100 EUR, erhöhter Betrag 200 EUR