Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201999,%20276
Timestamp: 2019-07-23 12:47:18
Document Index: 132993553

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 627', '§ 9', '§ 307', '§ 13', '§ 1', '§ 627', '§ 627', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 627', 'BGH', '§ 10', '§ 9', 'BGH', 'BGH', '§ 627', 'BGH', '§ 628', '§ 656', '§ 656', '§ 627', 'BGH', '§ 627', 'BGH', 'BGH', '§ 627', '§ 627', '§ 627', '§ 627', '§ 627', '§ 652', '§ 1', '§ 13', 'BGH', '§ 5']

BGH, 05.11.1998 - III ZR 226/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,437
BGH, 05.11.1998 - III ZR 226/97 (https://dejure.org/1998,437)
BGH, Entscheidung vom 05.11.1998 - III ZR 226/97 (https://dejure.org/1998,437)
BGH, Entscheidung vom 05. November 1998 - III ZR 226/97 (https://dejure.org/1998,437)
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Verlängerungsklausel Partnerschaftsvermittlungsvertrag
§ 627 BGB;
§ 9 AGBG, Transparenzgebot (Hinweis: jetzt § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>), § 13 AGBG (jetzt § 1 UKlaG), 'kundenfeindlichste Auslegung'
Rechtsnatur des Partnerschaftsvermittlungsvertrags, Kündigungsmöglichkeit nach § 627 BGB, Laufzeitverlängerungsklausel durch AGB und Transparenzgebot; Grundsatz der "kundenfeindlichsten Auslegung" im Verbandsprozeß
Laufzeitverlängerungsklausel im Partnerschaftsvermittlungsvertrag
Partnerschaftsvermittlungsinstitut - AGB-Klauseln - Laufzeitverlängerungsklausel - Nichtausübung des Kündigungsrechts
Unwirksamkeit einer Verlängerungsklausel in Partnervermittlungsvertrag ohne Hinweis auf Kündigungsrecht
BGB § 627; AGBG §§ 9, 13
Untersagung der Verwendung einer vorformulierten Laufzeitverlängerungsklausel in AGB eines Partnerschaftsvermittlungsinstituts
Gewerberecht; Laufzeitverlängerungsklausel in einem Partnerschaftsvermittlungsvertrag
Laufzeitverlängerungsklausel im Partnervermittlungsvertrag ohne Hinweis auf Kündigungsrecht
NJW 1999, 276
ZIP 1999, 72
MDR 1999, 345
NJ 1999, 257
WM 1999, 133
DB 1999, 141
Allerdings gebietet es das Transparenzgebot darüber hinaus nicht, die aus dem Gesetz oder der Rechtsnatur eines Vertrages folgenden Rechte der Vertragsparteien ausdrücklich oder vollständig zu regeln oder den Vertragspartner darüber zu belehren (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 14. Mai 1996 - XI ZR 257/94, BGHZ 133, 25, 32; vom 5. November 1998 - III ZR 226/97, NJW 1999, 276 unter 2; vom 22. März 2000 - IV ZR 23/99, NJW 2000, 2103 unter II 4 a;… vom 16. April 2010 - V ZR 175/09, WM 2010, 1861 Rn. 18;… vom 9. Juni 2011 - III ZR 157/10, WM 2011, 1678 Rn. 44;… vom 8. November 2012 - VII ZR 191/12, WM 2014, 132 Rn. 19; jeweils mwN).
Etwaige Missverständnisse muss der Verwender sich in dieser Hinsicht vielmehr nur dann zurechnen lassen, wenn er die Gefahr von Fehlvorstellungen bei seinen Kunden durch eine unklare oder mehrdeutige Klauselformulierung oder -gestaltung selbst hervorgerufen oder verstärkt hat (BGH, Urteil vom 5. November 1998 - III ZR 226/97, aaO;… vom 8. November 2012 - VII ZR 191/12, aaO Rn. 23).
Die gesetzliche Regelung läuft dabei im allgemeinen auf eine pro rata temporis-Berechnung hinaus, wobei allerdings speziell zur Erfüllung des konkreten Vertrags bis zum Vertragsende bereits erbrachte besondere Aufwendungen, die nicht mehr rückgängig zu machen und auch nicht für andere Verträge verwendbar sind, ungekürzt in Rechnung gestellt werden können (BGH…, Urteil vom 29. Mai 1991, aaO, S. 2764; Senat, Urteil vom 5. November 1998, aaO).
Sie führen darüber hinaus unter dem Aspekt des § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB zu einer unzulässigen Einschränkung des Rechts auf außerordentliche Kündigung nach § 627 BGB (Senat, Urteil vom 5. November 1998, aaO; siehe auch BGH…, Urteil vom 29. Mai 1991, aaO; beide Entscheidungen noch zu § 10 Nr. 7a bzw. § 9 Abs. 2 Nr. 1 AGBG ergangen; Senat…, Urteil vom 19. Mai 2005, aaO, S. 2544).
Allerdings gebietet es das Transparenzgebot darüber hinaus nicht, die aus dem Gesetz oder der Rechtsnatur eines Vertrages folgenden Rechte der Vertragsparteien ausdrücklich oder vollständig zu regeln oder den Vertragspartner darüber zu belehren (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 14. Mai 1996 - XI ZR 257/94, BGHZ 133, 25, 32; vom 5. November 1998 - III ZR 226/97, NJW 1999, 276 unter 2; vom 22. März 2000 - IV ZR 23/99, NJW 2000, 2103 unter II 4 a;… vom 16. April 2010 - V ZR 175/09, WM 2010, 1861 Rn. 18;… vom 9. Juni 2011 - III ZR 157/10, aaO;… vom 8. November 2012 - VII ZR 191/12, aaO Rn. 19; jeweils mwN).
1.Ausgangspunkt ist - das sieht auch das Berufungsgericht nicht anders -, daß es sich bei dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Partnerschaftsvermittlungsvertrag um einen Dienstvertrag handelt, der, da "Dienste höherer Art" zu leisten sind, ohne daß der zur Dienstleistung Verpflichtete in einem Dienstverhältnis mit festen Bezügen steht, nach dem Gesetz jederzeit gekündigt werden kann (§ 627 Abs. 1 BGB; BGHZ 106, 341, 343 ff; Senatsurteil vom 5. November 1998 aaO).
Ein Anspruch des Klägers auf Rückzahlung seiner Anzahlung oder eines Teils derselben aus § 628 Abs. 1 Satz 3 BGB (vgl. Senatsurteil vom 5. November 1998 aaO;… § 656 Abs. 1 Satz 2 BGB steht nicht entgegen: Palandt/Sprau aaO § 656 Rn. 2a) läßt sich im Revisionsverfahren auch nicht im Hinblick auf den Einwand der Beklagten ausschließen, ihr stehe selbst bei Wirksamkeit der Kündigung des Klägers nach der getroffenen Vereinbarung für die von ihr bereits erbrachten Leistungen mehr zu als die in Empfang genommene Anzahlung.
Soweit die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten dahin gehen sollten, daß diese in jedem Fall der Kündigung durch den Auftraggeber nach § 627 BGB neben dem anteiligen Honorar ohne weiteres Aufwendungsersatzansprüche in einer Größenordnung von 75 % des vereinbarten Gesamthonorars beansprucht, dürften diese Bedingungen einer Inhaltskontrolle nicht standhalten (Senatsurteil vom 5. November 1998 aaO; BGH, Urteil vom 29. Mai 1991 - IV ZR 187/90 - NJW 1991, 2763, 2764).
(2.1) Die herrschende Meinung in der Rechtsprechung und Literatur vertritt den Standpunkt, dass durch Allgemeine Geschäftsbedingungen das außerordentliche Kündigungsrecht des § 627 Abs. 1 BGB grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann (BGHZ 106, 341, 346; BGH, Urt. v. 5. November 1998 - III ZR 226/97, NJW 1999, 276, 278; v. 9. Juni 2005 - III ZR 436/04, WM 2005, 1667, 1669;… MünchKomm-BGB/Henssler, aaO § 627 Rn. 36, 38;… Staudinger/Preis, aaO § 627 Rn. 8;… Palandt/Weidenkaff, aaO § 627 Rn. 5;… Lingemann in Prütting/Wegen/Weinreich, BGB 4. Aufl. § 627 Rn. 3;… BGB-RGRK/Corts, aaO § 627 Rn. 13), und zwar auch im Verkehr mit Kaufleuten (OLG Koblenz, NJW 1990, 3153, 3154; BB 1993, 2183, 2184 jeweils zum Steuerberater;… MünchKomm-BGB/Henssler, aaO Rn. 38).
b) Der erkennende Senat, der seit 1995 für Rechtsstreitigkeiten über die Vertragsverhältnisse der Mäkler (§§ 652 ff BGB) zuständig ist, hält an dieser Rechtsprechung, die er auch dem Senatsurteil vom 5. November 1998 über die Wirksamkeit einer vorformulierten Laufzeitverlängerungsklausel zugrunde gelegt hat (III ZR 226/97 - NJW 1999, 276, 277), fest.
Nach dem im Verbandsprozeß nach §§ 1, 3 UKlaG (früher: § 13 AGBG) geltenden Grundsatz der kundenfeindlichsten Auslegung (vgl. Senatsurteil vom 5. November 1998 - III ZR 226/97 - NJW 1999, 276, 277 f) ist bei der rechtlichen Würdigung weiter davon auszugehen, daß der Einzug der Forderung sofort bei Fälligkeit, also am Tag des Zugangs der Rechnung, erfolgt.
Auch im Verbandsklageverfahren rechtfertigen danach theoretisch denkbare, praktisch aber völlig fernliegende und nicht ernstlich in Betracht zu ziehende Auslegungsmöglichkeiten kein Klauselverbot (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 1998 - III ZR 226/97 - NJW 1999, 276 unter 3 b, aa m.w.N.;… Ulmer in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Gesetz 9. Aufl. § 5 Rdn. 6, 26).