Source: https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A4989061%2C8.html
Timestamp: 2020-06-05 16:46:34
Document Index: 342144735

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 3', '§ 12', '§ 6', '§ 7', '§ 1', '§ 20', '§ 29', '§ 2', '§ 81', '§ 6', '§ 43', '§ 1', '§ 20', '§ 8', '§ 6', '§ 3', '§ 30', '§ 13', '§ 30', '§ 16', '§ 3', '§ 4', '§ 2', '§ 1', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 35', '§ 6', '§ 10', '§ 5', '§ 5', '§ 10', '§ 2', '§ 55', '§ 43', '§ 54', '§ 1', '§ 22', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 19', '§ 1', '§ 36', '§ 53', '§ 39', '§ 1', '§ 19', '§ 5', '§ 52', '§ 43', '§ 24', '§ 1', '§ 24', '§ 25', '§ 17', '§ 25', '§ 17', '§ 25', '§ 17', '§ 12', '§ 33', '§ 12', '§ 33', '§ 19', '§ 30', '§ 30', '§ 10', '§ 30', '§ 30', '§ 7', '§ 19', '§ 10', '§ 17', '§ 25', '§ 3', '§ 2', '§ 30', '§ 28', '§ 10', '§ 32', '§ 21', '§ 8', '§ 20', '§ 33', '§ 12', '§ 36', '§ 13', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 5', '§ 27', '§ 4', '§ 45', '§ 27', '§ 4', '§ 27', '§ 35', '§ 13', '§ 8', '§ 35', '§ 4', '§ 3', '§ 2', '§ 21', '§ 4', '§ 34', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 4', '§ 35', '§ 3', '§ 2', '§ 11', '§ 5', '§ 5', '§ 15', '§ 33', '§ 1', '§ 19', '§ 7', '§ 15', '§ 37', '§ 34', '§ 4', '§ 3', '§ 5', '§ 16', '§ 16', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 36', '§ 18', '§ 7', '§ 20', '§ 5', '§ 49', '§ 23', '§ 52', '§ 19', '§ 19', '§ 28', '§ 3', '§ 1', '§ 17', '§ 22', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 36', '§ 1', '§ 17', '§ 1', '§ 19', '§ 1', '§ 19', '§ 1', '§ 19', '§ 1', '§ 17', '§ 5', '§ 16', '§ 43', '§ 13', '§ 30', '§ 35', '§ 26', '§ 30', '§ 7', '§ 44', '§ 39', '§ 44', '§ 7', '§ 44', '§ 30', '§ 7', '§ 44', '§ 7', '§ 44', '§ 3', '§ 5', '§ 7', '§ 6', '§ 3', '§ 6', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 12', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 17', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 2', '§ 14', '§ 3', '§ 2', '§ 14']

Anhang 1, Katalog der Gefährdungen/Belastungen und Schutzmaß...
Anhang 1 – Katalog der Gefährdungen/Belastungen und Schutzmaßnahmen
1 Gefährdung durch organisatorische Mängel
2 Gefährdung durch Arbeitsplatzgestaltung
3 Gefährdung durch Nichtbeachten ergonomischer Erkenntnisse
4 Mechanische Gefährdung
5 Elektrische Gefährdung
6 Gefährdung durch Stoffe
7 Gefährdung durch Brände / Explosionen
8 Biologische Gefährdung
9 Gefährdung durch spezielle physikalische Einwirkungen
10 Psychische Belastungsfaktoren
11 Sonstige Gefährdungs- und Belastungsfaktoren
Bedeutung der Symbole im Anhang 1:
Gefährdungen / Belastungen
In dem folgenden Gefährdungskatalog sind die für das Herstellen von Reinigungs- und Pflegemitteln zutreffenden Gefährdungen/Belastungen und Schutzmaßahmen mit beispielhaften Lösungen zusammengestellt.
Dieser Katalog ergänzt die im Merkblatt A 017 der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie abgedruckten allgemeinen Prüflisten. Siehe auch die entsprechenden Verweise.
Rechtsgrundlage der Gefährdungsbeurteilung2
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet in § 5 jeden Unternehmer
zu beurteilen, welche Gefährdungen/Belastungen für seine Mitarbeiter mit ihrer Arbeit verbunden sind und
zu ermitteln, welche Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind.
Darüber hinaus wird er in § 3 verpflichtet, Maßnahmen des Arbeitsschutzes auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.
Inhalt und Aufbau des Gefährdungskatalogs
In dem folgenden Katalog sind die beim Herstellen von Reinigungs- und Pflegemitteln zu beachtenden typischen Gefährdungen/Belastungen und Schutzmaßnahmen zu deren Abhilfe zusammengestellt, siehe Übersicht.
Die Gliederung des Katalogs orientiert sich an Merkblatt A 017. Es erfolgt eine Auflistung nach Gefährdungen/Belastungen und nicht nach Arbeitsgängen oder Anlagenteilen.
Anwendung des Gefährdungskatalogs
Der Katalog kann Seite für Seite durchgegangen werden und man entnimmt für sein Unternehmen zu jedem Gefährdungsmerkmal die entsprechenden Tätigkeiten oder Anlagenteile für die dieses Merkmal zutrifft, sowie die dazugehörigen Schutzmaßnahmen.
Möchte man für eine Tätigkeit (einen Arbeitsplatz) die möglichen Gefährdungen oder Belastungen feststellen, kann man diese der entsprechenden Spalte in der Übersicht entnehmen. Eine dort eingetragene Seitenzahl verweist auf die nähere Beschreibung im Gefährdungskatalog.
Der Anwender des Katalogs wird sich seine Arbeit erleichtern, wenn er sich stets folgende Fragen stellt:
Treffen alle aufgeführten Gefährdungen/Belastungen für meinen Betrieb zu?
Sind weitere zu berücksichtigen?
Welche der im Katalog aufgeführten Schutzmaßnahmen können die Gefährdungen/Belastungen vermeiden?
Gibt es geeignetere Maßnahmen?
Sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich?
Abweichungen von den im Katalog aufgeführten Maßnahmen sollten mit der Sicherheitsfachkraft, dem Betriebsarzt und dem Betriebs-/Personalrat abgestimmt werden; auch der Technische Aufsichtsbeamte kann einbezogen werden.
Verweisungen im Katalog:
Siehe auch Abschnitt xxx Merkblatt A 017
Der Katalog nennt spezielle Maßnahmen, die beim Herstellen von Reinigungs- und Pflegemitteln durchzuführen sind. Darüber hinaus können zusätzliche Maßnahmen aus Merkblatt A 017 erforderlich sein.
Siehe Abschnitt xxx Merkblatt A 017
Spezielle Maßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich, zum Schutz der Beschäftigten reicht im Allgemeinen die Durchführung von Maßnahmen aus Merkblatt A 017.
Trifft in der Regel nicht zu
Solche Gefährdungen/Belastungen sind beim Herstellen von Reinigungs- und Pflegemitteln nicht oder nur selten anzutreffen. Ist damit zu rechnen, können Schutzmaßnahmen aus Merkblatt A 017 entnommen werden.
Gefährdung durch organisatorische Mängel
Erstunterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit, insbesondere über
betriebstypische Abweichungen vom Normalbetrieb
Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Bedeutung und Pflicht zur Beachtung)
Kurze, wiederkehrende Unterweisungen, möglichst häufig, mindestens 1-mal jährlich, insbesondere
nach längerer Pause (z.B. Mutterschutz, Wehrdienst)
von besonders schutzbedürftigen Personen (z.B. Jugendliche, Schwangere, Behinderte, Personen, die nach einem schweren Arbeitsunfall eingegliedert werden)
von Leiharbeitnehmern, Fremdfirmenmitarbeitern, Reinigungspersonal, sonstigen Betriebsfremden
Arbeitsplatzbezogene Durchführung der Unterweisung in kleinen Gruppen unter aktiver Beteiligung der Teilnehmer
Unterweisung bei neuen Erkenntnissen bezüglich Gefährdungen und Belastungen (z.B. nach Unfällen, Beinahunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen)
Unterweisung bei Vorliegen neuer oder anderer Gefährdungen und Belastungen (z.B. neue oder geänderte Maschinen, Verfahren, Tätigkeiten, Stoffe)
Unterweisung bei Änderung oder Einführung neuer Notfall-, Rettungs- und Alarmierungssysteme
Regelmäßiges Training sicherer Verhaltensweisen und von Notfallmaßnahmen
Dokumentation der Unterweisung mit Unterschrift der Teilnehmer
Siehe auch Abschnitt 1.10
§ 12 ArbSchG; § 6 AMBV; Unfallverhütungsvorschriften, z.B.: § 7 Abs. 2 BGV A1 und § 1 BGV B1 i.V.m. § 20 Abs. 2 GefStoffV; TRGS 555; § 29 Abs. 1, 2 JArbSchG; § 2 Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz; § 81 Betriebsverfassungsgesetz; BGI 527; Merkblatt A 011
Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gefahrstoffen erstellen (arbeitsplatz-, arbeitsbereichs- oder tätigkeitsbezogen; VbF und VAwS beachten)
Betriebsanweisung für den Umgang mit Einrichtungen, Maschinen, Anlagen, Geräten, Förderzeugen erstellen
Verhalten und Maßnahmen bei Gefährdungen/Belastungen bei den möglichen Betriebszuständen beschreiben, z.B.:
Zugabe von Rohstoffen
Form der Betriebsanweisung entsprechend Abbildungen 1, 2
Anforderung an Betriebsanweisungen:
in einer für die Beschäftigten verständlichen Sprache
Aussagen möglichst konkret
Betriebsanweisung im Arbeitsbereich für jeden erreichbar aushängen
Siehe auch Abschnitt 1.2 Merkblatt A 017
§ 6 AMBV; § 43 VBG 22; § 1 BGV B1 i.V.m. § 20 Abs. 1 GefStoffV; TRGS 555; Merkblatt A 010; BGI 578
Zu Abschnitten 1.1 und 1.2:
Auf der CD-ROM "Kompendium Arbeitsschutz" im Programmteil "BG-Chemie Regelwerke" sind unter Abschnitt 17 "Weitere Publikationen" in der "Checkliste: Betriebsanweisungen/Unterweisungen" Vorschriften und Regelwerke aufgeführt, in denen Forderungen nach Betriebsanweisungen und Unterweisungen enthalten sind.
Abbildung 1: Betriebsanweisung für den Umgang mit Gefahrstoffen - Muster
Abbildung 2: Betriebsanweisung für Rührbehälter - Muster
Innerbetriebliche Absprachen
Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse von Vorgesetzten festlegen und abgrenzen
Für reibungslose Zusammenarbeit sorgen
Einen geeigneten Koordinator mit Weisungsbefugnis gegenüber allen Beschäftigten bestellen und bekannt machen, wenn
mit Fremdfirmen zusammengearbeitet wird
mehrere Fremdfirmen zusammenarbeiten (z.B. auf einer Baustelle)
Zuständigkeiten und Aufgaben des Koordinators vertraglich vereinbaren
An- und Abmeldeverfahren für Betriebsfremde einführen
Betriebsfremde in örtliche Gegebenheiten einweisen, über besondere Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen informieren, und ggf. erforderliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen fordern.
Siehe auch Abschnitt 1.3 Merkblatt A 017
§ 8 ArbSchG; § 6 BGV A1; § 3 BGV B1; Merkblatt A 009
Klare Regelungen schaffen, welche Arbeiten erlaubnisbedürftig sind (z.B. Feuerarbeiten, Einstieg in Behälter, Elektroarbeiten) und wie verfahren wird (z.B. § 30 Abs. 2 BGV B4; § 13 Abs. 1 Nr. 3 BGV C12; § 30 Abs. 2 BGV D1; § 16 Abs. 1 BGV D15; Abschnitt 5.3 BGR 117)
Erlaubnisschein nur von qualifizierten Personen vor Ort ausstellen lassen
Erlaubnis nur für einen bestimmten Zeitraum erteilen
Eindeutige Fertigmeldung sicherstellen
Siehe Abschnitt 2.5
Abbildung 3: Erlaubnisschein für Arbeiten in Behältern und engen Räumen - Muster (Anhang 1 BGR 117)
Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen
Arbeitsbedingungen so gestalten, dass auf persönliche Schutzausrüstungen verzichtet werden kann, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist
Geeignete und wirksame persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen
Sachgerecht reinigen, pflegen und aufbewahren
Mitarbeiter an der Auswahl beteiligen, Trageversuche durchführen
Atemschutzgeräteträger in einer theoretischen Ausbildung und in praktischen Übungen unterweisen (Abschnitt 7.2 BGR 189)
Für Atemschutzgeräteträger Vorsorgeuntersuchungen nach Grundsatz G 26 veranlassen (§ 3 Abs. 1 bis 3 BGV A4)
Siehe auch Abschnitt 1.5 Merkblatt A 017
Zusätzliche Rechtsgrundlagen und Informationen:
§ 4 BGV A1; § 2 PSA-BV; BGR 189 bis 201; Merkblatt A 008
Abbildung 4: Halbmaske
M02 Schutzhelm benutzen
M05 Fußschutz benutzen
Abbildung 5: Filtergeräte gegen Partikeln (Abschnitt 3.3.2.3 Tabelle 3 BGR 190)
Tätigkeiten, bei denen Substanzen die Kleidung verunreinigen
Großflächig verschmutzte oder durchtränkte Kleidung umgehend wechseln
Für den rechtzeitigen Austausch und die Reinigung der Schutzkleidung sorgen; die Kleidung ist vom Arbeitgeber zu reinigen (§ 1 BGV B1 i.V.m. § 22 Abs. 3 GefStoffV)
Reinigen der Arbeitskleidung vor Ort mit Lösemitteln untersagen; das Reinigen von Kleidungsstücken im Betrieb darf nur mit den vom Unternehmer dafür bestimmten geeigneten Einrichtungen und Reinigungsmitteln erfolgen
Beschäftigten bei Reinigungsarbeiten geeignete Schutzkleidung zur Verfügung stellen, z.B.
Beim Verwenden von brennbaren Flüssigkeiten:
Kleidung, die kein gefährliches Schmelzverhalten zeigt und nicht elektrostatisch aufladbar ist, z.B. aus Baumwolle, Wolle
Beim Reinigen mit Flüssigkeitsstrahlern:
Gesichtsschutzschirm, Schutzhandschuhe, Gummischürze, -stiefel
Geeignete chemikalienbeständige Schutzhandschuhe verwenden (z.B. aus PVC, Neopren oder ähnlichem Material)
Beim offenen Umgang mit Gefahrstoffen keine Lederhandschuhe verwenden
§ 2 PSA-BV, § 4 BGV A1; BGR 189; BGR 195
Verarbeiten von heißen Substanzen
Hitzebeständige Schutzkleidung verwenden; die Arbeitskleidung darf nicht aus Textilien bestehen, die im Brandfall ein gefährliches Schmelzverhalten zeigen
§§ 4, 35 BGV A1; BGI 537
Eng anliegende Kleidung (z.B. Maschinenschutzanzug) verwenden
Ggf. Haarschutznetze und -hauben benutzen
Keine Handschuhe bei Arbeiten in der Nähe von drehenden Wellen und Teilen verwenden
§ 4 und § 35 Abs. 1, 3 BGV A1
Fehlende Ersthelfer, kein Erste-Hilfe-Material
Eine ausreichende Zahl von Ersthelfern ausbilden lassen (bis 20 Versicherte im Betrieb 1 Ersthelfer, ab 20 Versicherte 10 % Ersthelfer - § 6 BGV A5)
Fortbildung spätestens nach 2 Jahren durchführen
Erste-Hilfe-Material in geeigneter Weise bereithalten, ergänzen und erneuern
Siehe auch Abschnitt 1.6 Merkblatt A 017
§ 10 ArbSchG; §§ 5, 7 BGV A5; BGI 509; BGI 512
Abbildung 6: Vom Betrieb zur Verfügung zu stellende Verbandkästen (nach § 5 BGV A5)
* Zwei kleine Verbandkästen ersetzen einen großen Verbandkasten.
Exposition gegen Gefahrstoffe; Brandgefahr
Körperduschen installieren, die schnell und einfach erreichbar sein müssen (Anforderungen an Notduschen siehe DIN 12899 Teil 1)
Augenspülmöglichkeiten (bevorzugt Augenduschen) in unmittelbarer Nähe der Gefahrenstelle installieren (Anforderungen an Augenduschen siehe DIN 12899 Teil 2)
§ 10 ArbSchG; § 2 Abs. 1 BGV A5; DIN 12899
Abbildung 7: Körper- und Augennotdusche
Alarm- und Rettungsmaßnahmen
Alarmplan aufstellen
Flucht- und Rettungsplan aufstellen
Alarm- und Rettungsmaßnahmen üben
§ 55 ArbStättV; § 43 Abs. 6 BGV A1
E16 Sammelstelle
Reinhalten der Arbeitsstätte
Arbeitsstätten entsprechend den hygienischen Erfordernissen regelmäßig reinigen; Verunreinigungen und Ablagerungen, die zu Gefahren führen können, unverzüglich beseitigen (§ 54 ArbStättV)
Hygiene beim Umgang mit Arbeitsstoffen
Vor Pausen und nach der Arbeit angemessene Hautreinigungs- und Hautschutzmaßnahmen durchführen
Nahrungs- und Genussmittel so aufbewahren, dass sie nicht mit Arbeitsstoffen in Berührung kommen
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 22 GefStoffV
Waschgelegenheiten, Waschräume
Siehe Abschnitt 1.8 Merkblatt A 017
Siehe auch Abschnitt 1.10 "Allgemeine Kommunikation"
Siehe Abschnitt 1.9 Merkblatt A 017
Betreuung durch Sicherheitsfachkraft
Beratung/Unterstützung des Unternehmers und der verantwortlichen Personen bezüglich Arbeitsschutz sicherstellen (einschließlich der menschengerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen) (§§ 5, 6 ASiG; § 2 Abs. 1 BGV A6)
bei weniger als 50 beschäftigten Versicherten Teilnahme am Unternehmermodell (§ 2 Abs. 4 und Anlage 2 BGV A6)
Siehe auch Abschnitt 1.9 Merkblatt A 017
Betreuung durch Betriebsarzt
Beratung/Unterstützung des Unternehmers und der verantwortlichen Personen bezüglich Arbeitsschutz und insbesondere in allen Fragen des Gesundheitsschutzes sicherstellen (§§ 2, 3 ASiG; § 2 Abs. 1 BGV A7)
Unterstützung durch Sicherheitsbeauftragte
Anlassbezogene Kommunikation z.B. bei Veränderungen, Mängeln, Unfällen, Ereignissen, Beinaheunfälle
Siehe Abschnitt 1.10 Merkblatt A 017
Mängel an Maschinen, Geräten, Einrichtungen
Maschinen, Geräte, Einrichtungen
nach Instandsetzungsmaßnahmen und
einer Prüfung des sicherheitstechnischen Zustands unterziehen (siehe Anhang 2)
Raumabmessung, Bewegungsfläche, Luftraum
Siehe Abschnitt 2.1 Merkblatt A 017
Versickern und Eindringen von Substanzen in Fußböden und Wände
Fußböden in Herstellungs- und Lagerräumen flüssigkeitsdicht ausführen, auch im Übergang zu den Wänden
Abschnitte 1.3, 1.4 ASR 8/1; § 19g Abs. 1 WHG; Abschnitte 2.34, 3.1 TRbF 111
Versagen der Lüftungseinrichtungen
Lüftungstechnische Anlagen in Herstellungsräumen, Abfüllräumen sowie in Reinigungsräumen und an Reinigungsplätzen so ausführen, dass sie eine ausreichende Lüftung gewährleisten und dass Störungen durch eine selbsttätig wirkende Warneinrichtung angezeigt werden (ASR 5; Abschnitt E 1.3.4 EX-RL)
Schadstoffhaltige Luft nicht in den Arbeitsraum zurückführen (§ 1 BGV B1 i.V.m. § 36 Abs. 7 GefStoffV)
Lüftungstechnische Anlagen mindestens alle 2 Jahre prüfen (§ 53 Abs. 2 ArbStättV; § 39 Abs. 3 BGV A1)
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 19 Abs. 3 GefStoffV, § 5 ArbStättV; BGR 121
Im Arbeitsbereich abgestellte Rohstoffe
Ausreichend Platz für die Bereitstellung der Rohstoffe zur Verfügung stellen
Am Arbeitsplatz Gefahrstoffe nur in der Menge bereitstellen, die für den Fortgang der Arbeit erforderlich ist (§ 52 Abs. 2 ArbStättV; § 43 Abs. 1 BGV A1)
§ 24 ArbStättV; § 1 BGV B1 i.V.m. § 24 GefStoffV
Abbildung 8: Luftführung
In Räumen und im Freien
Verkehrswege übersichtlich gestalten und frei halten
Wege für Fahrverkehr mindestens in einem Abstand von 1 m an Türen, Toren und Durchgängen usw. vorbeiführen (§ 25 Abs. 3 BGV A1; § 17 Abs. 3 ArbStättV)
Wege für Fahrzeuge so breit anlegen, dass beidseitig ein Sicherheitsabstand von 0,5 m zu den Begrenzungen vorhanden ist (§ 25 Abs. 2 BGV A1; § 17 Abs. 2 ArbStättV)
Verkehrswege in Räumen mit mehr als 1000 m2 Grundfläche kennzeichnen, soweit sich dies nicht durch die Anordnung der Einbauten und Lagergüter ergibt (§ 25 Abs. 4 BGV A1; § 17 Abs. 4 ArbStättV)
Bei Absturzhöhen > 1 m Geländerhöhe lotrecht über Stufenvorderkante mindestens 1 m; bei Absturzhöhe > 12 m mindestens 1,1 m (§ 12 Abs. 1, 2 ArbStättV; ASR 12/1-3; § 33 Abs. 1, 2, 5, 6 BGV A1; Nr. 5.1 BGI 561)
Handlauf bei Treppen mit mehr als 4 Stufen anbringen; in Abwärtsrichtung gesehen auf der rechten Seite; bei mehr als 1,5 m Stufenbreite auf beiden Seiten (Abschnitte 5.5, 5.6 BGI 565)
Schutzvorkehrungen gegen herabfallende Teile treffen
(§ 12 Abs. 3 ArbStättV; § 33 Abs. 4 BGV A1)
Rettungswege und Notausgänge dauerhaft kennzeichnen; sie müssen auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder in gesicherte Bereiche (anderer Brandabschnitt) führen
(§ 19 ArbStättV; § 30 BGV A1; ASR 10/1)
Rettungswege und Notausgänge nicht einengen und stets freihalten (§ 30 Abs. 3 BGV A1)
Notausgänge/Fluchttüren müssen sich jederzeit leicht öffnen lassen (Panikschlösser anbringen) solange sich Personen im Raum befinden (§ 10 Abs. 7 ArbStättV; § 30 Abs. 3 BGV A1) und in Fluchtrichtung aufschlagen (§ 30 Abs. 4 BGV A1)
Sicherheitsbeleuchtung vorsehen (§ 7 Abs. 4 ArbStättV; § 19 Abs. 3 BGV A1; ASR 7/4; § 10 BGV A8; BGR 131)
Siehe auch Abschnitt 2.2 Merkblatt A 017
§§ 17, 19 ArbStättV; ASR 17/1,2; § 25 BGV A1
Abbildung 9: Breite der Verkehrswege in Abhängigkeit von Transportmittel bzw. Ladegut (nach ASR 17/1,2)
Abbildung 10: Beispiel für Geländerformen (nach DIN 24533)
Feuer- oder explosionsgefährdete Bereiche in Räumen
Räume, in denen sich feuer- oder explosionsgefährdete Bereiche befinden, müssen mindestens zwei Ausgänge haben, die an entgegengesetzten Seiten liegen sollen und den Anforderungen an Notausgänge entsprechen müssen, als zweiter Ausgang ist auch ein als Notausstieg eingerichtetes Fenster zulässig (ASR 10/1 und 17/1,2)
§ 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1 BGV A1; § 30 Abs. 1, 2 BGV A1 in Verbindung mit den Bauordnungen der Länder
Entfernungen zum Ausgang/Notausgang nach ASR 10/1
a) in Räumen, ausgenommen Räume nach b) bis e) 35 m
b) in brandgefährdeten Räumen ohne Sprinklerung
oder vergleichbaren Sicherheitsmaßnahmen 25 m
c) in brandgefährdeten Räumen mit Sprinklerung
oder vergleichbaren Sicherheitsmaßnahmen 35 m
d) in giftstoffgefährdeten Räumen 20 m
e) in explosionsgefährdeten Räumen 20 m
In unmittelbarer Nähe von Toren, die vorwiegend für den Fahrzeugverkehr bestimmt sind, Türen für den Fußgängerverkehr vorsehen
Nur Pendeltüren und -tore aus durchsichtigem Material oder mit Sichtfenster einsetzen; Material bzw. Fenster durchsichtig erhalten, ggf. austauschen
§ 28 BGV A1; § 10 ArbStättV; ASR 10/1; ASR 10/6
Breite mindestens 0,80 m
Mindestens ein Abgang von der Rampe; ab 20 m Länge in jedem Endbereich einer
§ 32 BGV A1; § 21 ArbStättV
Siehe Abschnitt 2.2 Merkblatt A 017
Fluchtweglänge max. 35 m (Luftlinie), bei besonderer Gefährdung kürzer (Abschnitt 2 ASR 10/1); siehe auch Abbildung 11
Stolperstellen (z.B. Schäden, herumliegende Gegenstände) sofort beseitigen bzw. melden und absperren
Ablauföffnungen, Ablaufrinnen und ähnliche Vertiefungen tritt- und kippsicher sowie bodengleich abdecken (Abschnitt 1.3 ASR 8/1)
Bewegungsfläche am Arbeitsplatz nicht unter 1,5 m2 einengen, Mindestbreite von 1 m einhalten
Gitterroste gegen Abheben und Verschieben sichern (BGI 588)
Siehe auch Abschnitt 2.3 Merkblatt A 017
§ 8 Abs. 1 ArbStättV; ASR 8/1; § 20 Abs. 1 BGV A1; Merkblatt T 038
W14 Warnung vor Stolpergefahr
Rutschgefahr durch Auslaufen von flüssigen oder pastösen Rohstoffen oder Produkten
Nachtropfen vermeiden, Auffangvorrichtungen vorsehen
Bei Zuführung des flüssigen Rohproduktes über Schlauchleitung Befestigungsmöglichkeit am Kesselrand vorsehen
Überfüllen vermeiden (z.B. durch voreingestellte Mengen)
Fußbodenbelag mit ausreichendem Verdrängungsraum und ausreichender Rutschhemmung verwenden (BGR 181; BGI 643)
Regelmäßig reinigen, Fußböden trocken und sauber halten (Reinigungsplan erstellen)
Verunreinigungen von Fußböden unverzüglich beseitigen
Lösemittel nur in Ausnahmefällen und zur Reinigung kleiner Teilabschnitte verwenden; dabei sind in der Regel besondere Schutzmaßnahmen notwendig (z.B. Lüftung und das Tragen persönlicher Schutzausrüstungen)
W28 Warnung vor Rutschgefahr
Im Fußboden versenkte Beschickungsöffnungen für Behälter
Versenkte Beschickungsöffnungen gegen Hineinstürzen sichern (z.B. mit Umwehrungen oder Rosten) (§ 33 Abs. 2 BGV A1; § 12 Abs. 2 ArbStättV; ASR 12/1-3)
Siehe auch Abschnitt 2.4 Merkblatt A 017
Schutzmaßnahmen schriftlich in Arbeitserlaubnisschein (Abbildung 3) festlegen (Abschnitt 5.3 BGR 117)
Maßnahmen durch Aufsichtführenden kontrollieren lassen
Behälter und Räume vor Arbeitsbeginn entleeren und reinigen (Abschnitt 6.1 BGR 117)
Durch ausreichende Lüftung sicherstellen, dass keine Gase, Dämpfe oder Stäube in gesundheitsschädlicher Konzentration auftreten (Abschnitt 6.3 BGR 117)
Wirksamkeit der Lüftung überwachen (z.B. durch Konzentrationsmessungen) (Abschnitt 6.3.5 BGR 117)
Ausreichende Sauerstoffkonzentration sicherstellen (Abschnitt 6.3.1 BGR 117)
Zuleitungen zu Behältern wirksam unterbrechen (Abschnitt 6.2 BGR 117)
Bewegliche Teile oder Einrichtungen wie Rührwerke sicher ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern (Abschnitt 7.1 BGR 117); Ingangkommen infolge gespeicherter Energien vermeiden
Schutzmaßnahmen beim Verwenden elektrischer Betriebsmittel: Schutzkleinspannung oder Schutztrennung (Abschnitt 7.6 BGR 117)
Heiz- und Kühleinrichtungen vor Beginn der Arbeiten außer Betrieb setzen und gegen Ingangsetzen sichern; das gilt auch für eingebaute Brandschutz- und Explosionsunterdrückungsanlagen
Geeignete persönliche Schutzausrüstungen verwenden (Abschnitt 9 BGR 117; A 008)
Sicherungsposten bereitstellen (Abschnitt 10.1 BGR 117)
Rettungseinrichtungen bereithalten (z.B. Hebezeuge und Rettungsgeschirre) (Abschnitt 10.3 BGR 117); überprüfen, ob ihr Einsatz unter den örtlichen Bedingungen problemlos möglich ist (z.B. Anschlagmöglichkeit und ausreichend Platz über dem Mannloch)
Siehe auch Abschnitt 2.5 Merkblatt A 017
§§ 36, 47 BGV A1; § 13 BGV C12
Gefährdung durch Nichtbeachten ergonomischer Erkenntnisse
Siehe Abschnitt 3.1 Merkblatt A 017
§ 2 LasthandhabV; § 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1 BGV A1
Abbildung 12: Richtwerte für Heben und Tragen
Heben, Tragen und Bewegen von Lasten beim Abwiegen, beim Beschicken von Rührwerken und Behältern sowie bei der Verpackung der Produkte
Geeignete Lastaufnahmemittel zur Verfügung stellen
Bewegliche Hebeeinrichtungen zur Verfügung stellen
(z.B. Manipulatoren, Fasskippvorrichtungen, siehe Merkblatt T 028)
Transporthilfsmittel einsetzen
Sackentleergeräte mit Hebeeinrichtungen einsetzen
Rohprodukte in möglichst kleinen Gebindeeinheiten beziehen, die vollständig entleert werden können
Prüfen, ob die Richtwerte für Heben und Tragen möglichst unterschritten sind (Abbildung 12 und Liste der Berufskrankheiten Nr. 2108)
Auf die richtige Körperhaltung achten (z.B. Heben mit möglichst gerader Wirbelsäule, Last möglichst nah am Rumpf halten, Heben und Tragen mit verdrehtem Oberkörper vermeiden)
Abbildung 13: Richtiges Heben
Abbildung 14: Stapelkarren gibt es in unterschiedlichen Ausstattungen für viele Anwendungen
Abbildung 15: Fässer aufnehmen, transportieren, heben, absetzen mit von Hand geführtem Gerät
Abbildung 16: ... mit dem Gabelstapler
Abbildung 17: Transporthilfsmittel für Metall- und Kunststofffässer
Abbildung 18: Umsetzen mit Manipulator-Haken als Aufnahmevorrichtung
Abbildung 19: ... oder Vakuumheber als Aufnahmevorrichtung
Sich ständig wiederholende Arbeitsgänge, Zwangshaltungen, beengte Raumverhältnisse, Halten, Drücken usw.
Siehe Abschnitt 3.2 Merkblatt A 017
Beleuchtungsstärke, Reflexion, Schattigkeit, Farbgestaltung, Lichtausfall usw.
Siehe Abschnitt 3.3 Merkblatt A 017
Luftqualität, Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung usw.
Siehe Abschnitt 3.4 Merkblatt A 017
Monitore, Displays, optische und akustische Signale, Sicherheitskennzeichen usw.
Siehe Abschnitt 3.5 Merkblatt A 017
Wahrnehmungsumfang
Informationsdichte, Wachheit usw.
Siehe Abschnitt 3.6 Merkblatt A 017
Erschwerte Handhabbarkeit von Arbeitsmittein
Bedienelemente (Stellteile)
Leichte Handhabbarkeit sicherstellen (geringe Stellkräfte, kleine Stellwege, kurze Stellwinkel)
Auf leichte Erreichbarkeit und geeignete Anordnung achten (nach Wichtigkeit und übersichtlich anordnen, Greif- und Fußraum beachten)
Bewegungsrichtung von Stellteilen den Bewegungen von Maschinenteilen sowie der Anzeige zuordnen
Auf ausreichende Griffigkeit achten (z.B. durch geriffelte Oberflächen)
Gegen unbeabsichtigtes Betätigen sichern
Ausreichende Kennzeichnung der Stellteile
AMBV; BGI 523; DIN EN 894; DIN 33401; DIN 33411-1
Maschinen fallen unter den Anwendungsbereich der Maschinen-Richtlinie (98/37/EG), in der grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen für das Inverkehrbringen von Maschinen festgelegt sind. Konkretisiert werden diese grundlegenden Anforderungen in arbeitsmittelspezifischen harmonisierten Normen für einzelne Maschinen, die ab bestimmten Fristen anzuwenden sind (siehe unter "Rechtsgrundlagen und Informationen" bei den einzelnen Maschinen)
Für Auswahl und Betrieb von Maschinen sind die Arbeitsmittelbenutzungsverordnung und ggf. Unfallverhütungsvorschriften heranzuziehen (siehe Hinweise in den Abschnitten 4.1 bis 4.4).
In diesem Abschnitt wird auf Gefährdungen durch ungeschützte bewegte Maschinenteile und die erforderlichen Schutzmaßnahmen bei folgenden häufig verwendeten Maschinen, Einrichtungen und Tätigkeiten eingegangen:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile, Teile mit gefährlichen Oberflächen, Transportmittel, unkontrolliert bewegte Teile
Gefahrstellen durch Schutzeinrichtungen sichern, dabei Sicherheitsabstände z.B. gemäß DIN EN 292, 294, 349 und 811 einhalten
Siehe auch Abschnitt 4.1 Merkblatt A 017
AMBV; § 2 9. GSGV in Verbindung mit Anhang 1 Nr 1.1.2, 1.1.3, 1.3.4, 1.3.7, 1.3.8, 1.4, 4 Maschinen-Richtlinie - hilfreich: §§ 4, 5 VBG 5
Abbildung 20: Einzuhaltende Sicherheitsabstände bei quadratischen oder kreisförmigen Öffnungen
Rührwerke (z.B. Dissolver) bestehen aus einer Rührwelle mit einem Rührer, der durch einen Motor angetrieben wird und in einen Behälter (Rührbehälter) eintaucht. Rührer können unterschiedliche Formen haben, z.B. Scheiben (Dissolverscheiben), Propeller. Der Behälter kann fest am Rührwerk angebracht oder wegnehmbar sein. Bei manchen Ausführungen lässt sich das Rührwerk auf- und abfahren. Mit Rührwerken werden Einsatzstoffe zu homogenen Zubereitungen verarbeitet und feste Stoffe dispergiert.
Einzugstellen am Antrieb
Zugriff zu Gefahrstellen (z.B. Zahnräder, Keilriemen) durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen oder durch bewegliche verriegelte Verkleidungen verhindern; Sicherheitsabstände z.B. nach DIN EN 292 und 294 einhalten (Abbildung 20)
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.8 A Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 5 Abs. 1 VBG 5; Merkblatt T 020
Die folgenden Ausführungen gelten nur für Rührwerke mit mehr als 300 W Antriebsleistung; Gefährdungen, die von geringeren Antriebsleistungen ausgehen, sind nach Meinung der Fachleute weniger bedeutsam (siehe auch § 35 Abs. 7 VBG 22)
Fangstellen im Bereich des Rührwerkzeuges (z.B. an Kupplung, Rührwelle, Rührer)
Umlaufende Teile (z.B. die Rührwelle) mindestens bis zur maximalen Füllstandshöhe gegen Zugriff sichern (z.B. durch feststehende, einstellbare trennende Schutzeinrichtungen, wie Schutzrohr). Wenn ein Zugriff möglich ist: trennende Schutzeinrichtungen um den Rührkessel installieren; Zugang zum Rührkessel über eine mit Positionsschalter gesicherte Öffnung
Rechtsgrundlagen und Informationenen:
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.8 B Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 35 Abs. 1, 2 VBG 22; Merkblatt T 020
Anlauf der Rührwelle möglich, obwohl Rührwerkzeug nicht im Behälter ist
Können Rührer und umlaufende Abstreifer aus dem Füllgut herausbewegt bzw. der Rührbehälter entfernt werden, darf der Rührer nur eingeschaltet werden können, wenn er sich im Behälter befindet.
Sinnvoll ist die Installation von Verriegelungen, die das Betätigen des Rührwerkes nur gestatten, wenn sich dieses im Rührbehälter befindet (z.B. Schalter mit Höhenverstellung des Rührkopfes und Spannzange für den Rührkessel mit integriertem Schalter)
Bei ortsbeweglichen Rührern unbefugtes Einschalten verhindern (z.B. durch abschließbares Stellteil)
Bei Hand-, Anklemm- und Hängerührwerken sind auch andere Schutzmaßnahmen zulässig (Abschnitt 5.1.3 Merkblatt T 020)
Anhang 1 Nr. 1.1.2 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 35 Abs. 5, 6 VBG 22; Merkblatt T 020
Abbildungen 21 - 23
Rührwellenschutz: 3 Beispiele
Abbildungen 21 a und b
Mitdrehen nicht arretierter Rührbehälter, Scher- und Quetschstellen an Deckeln, Stoßstellen bei ortsveränderlichen Behältern
Behälter durch festen Stand oder eine Arretierung gegen Mitdrehen durch das Füllgut sichern (Abbildung 24)
Bei kraftbetätigten Arretierungen Zugriff zu gefährlichen Bewegungen und Quetschstellen verhindern (z.B. durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen)
Bei kraftbetätigten Deckeln die Quetschstelle zwischen Deckel und Rührbehälter sichern (z.B. Schließen gegen Federdruck - Abbildung 25 - oder durch eine Zweihandschaltung für das Absenken des Deckels)
Anhang 1 Nr. 1.1.2 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 35 Abs. 3 VBG 22; Merkblatt T 020
Einzug-, Scher- und Quetschstellen an der Rührwerkshubvorrichtung
Rührwerkskopf in jeder Stellung gegen Absturz sichern
Zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wenn Gefahrstellen innerhalb von Sicherheitsabständen (nach DIN EN 292 und 294 - Abbildung 20) liegen
Anhang 1 Nr 1.3.7, 1.3.8 A Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 35 Abs. 4 VBG 22; Merkblatt T 020
Abbildung 24: Sicherung des Rührbehälters gegen Mitdrehen
Abbildung 25: Gegen selbsttätiges Absinken gesicherter Behälterdeckel
Abbildung 26: Kesselöffnung mit Schutz gegen Hineingreifen/Hineinstürzen und gesichertem Behälterdeckel
Mischer, Kneter sind feststehende Behälter mit beweglichen Mischwerkzeugen (z.B. Pflugschar, Paddel, Schneckenwendel, Knetschaufeln) oder Behälter, die um eine oder mehrere Achsen bewegt werden.
Die Behälter können zusätzlich mit Einbauten ausgerüstet sein. Mischer, Kneter dienen der Homogenisierung von Zubereitungen.
Zugriff zu Gefahrstellen (z.B. Zahnräder, Keilriemen) durch feststehende trennende oder durch bewegliche verriegelte Verkleidungen verhindern (Sicherheitsabstände nach DIN EN 292 und 294 einhalten - Abbildung 20)
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.8 A Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 5 Abs. 1 VBG 5
Gefahrstellen durch umlaufende Teile (z.B. Mischer, Kneterwelle, Mischwerkzeuge, Knetschaufeln, Schnecken im Bereich von Behälteröffnungen (Einfüll-, Auslauf-, Sicht-, Probenahme-, Reinigungsöffnungen)
Zugriff zu Gefahrstellen durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen verhindern (z.B. Einfüll- und Auslauftrichter, Gitterroste, Gitterstäbe, geschlossene Zu- oder Abführungen des Mischgutes, eingebaute Umlenkbleche)
ODER durch bewegliche, aber verriegelte Schutzeinrichtungen
Ohne Werkzeug lösbare Schutzeinrichtungen: mit dem Antrieb des Mischers, Kneters koppeln und bei gefährlichem Nachlauf verriegeln und zuhalten
Mit Werkzeug lösbare Schutzeinrichtungen nur verwenden, wenn ein häufiges Entfernen der Schutzeinrichtung nicht erforderlich ist. (Häufiges Entfernen heißt nach DIN EN 953 mehr als einmal pro Schicht)
Ein Anlauf des Mischers, Kneters darf erst möglich sein, wenn die Schutzeinrichtungen wirksam sind
Sicherstellen, dass Mischwerkzeuge beim Entleeren mit geöffnetem Deckel nicht erreicht werden können
Zum Entfernen von Anbackungen im Fülltrichter langstielige Hilfswerkzeuge (Mindestlänge 40 cm) zur Verfügung stellen und benutzen
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.8 B Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 27 Abs. 1, 3 VBG 22
Anlauf des Mischers, Kneters möglich, obwohl Misch-, Knetwerkzeuge nicht im Behälter
Können Misch-, Knetwerkzeuge und umlaufende Abstreifer aus dem Füllgut herausbewegt bzw. der Behälter entfernt werden, darf ein Einschalten nur erfolgen können, wenn sich das Werkzeug im Behälter befindet (§ 4 VBG 5)
Ist das nicht möglich, sind besondere Maßnahmen erforderlich (z.B. abschließbares Stellteil; Stecker in einen abschließbaren Kasten legen; ortsbeweglichen Mischer, Kneter in einem verschlossenen Raum abstellen) (§ 45 Abs. 4 VBG 22)
Gefahrstellen am Behälter (z.B. Quetschungen durch sich schließende Deckel oder schwenkbare oder sich bewegende Behälter)
Bei kraftbetätigten Deckeln: Quetschstelle zwischen Deckel und Behälter sichern (z.B. durch eine Zweihandschaltung)
Bei schwenkbaren Behältern (z.B. Kippkneter) Gefahrstellen durch die Schwenkbewegung des Behälters sichern durch:
Feststehende trennende Schutzeinrichtungen nach Abschnitt 2.4.2.2.3 DIN EN 292
Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, wenn der Gefahrenbereich vom Bedienpult eingesehen werden kann (der Gefahrenbereich gilt auch als einsehbar, wenn Einsichthilfen, z.B. Spiegel oder Überwachungskamera, verwendet werden)
Besteht die Gefahr der Verletzung nur vom Steuerpult aus und nur für den Maschinenführer, so ist eine Zweihandschaltung nach DIN EN 574, Typ III c mit Selbstüberwachung und synchroner Betätigung der Stellteile zulässig
Taumelmischer, Trommelmischer: unter Beachtung der Sicherheitsabstände gemäß DIN EN 292 (Abbildung 20) durch Umzäunungen oder Umwehrungen sichern; der Gefahrenbereich muss vom Bedienpult aus einsehbar sein (§ 27 Abs. 5 VBG 22)
Unter Berücksichtigung des Nachlaufs (Mindestabstand nach DIN EN 299) kann der Gefahrenbereich auch durch berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (z.B. Lichtvorhang) gesichert werden
Abbildung 27: Mit Lichtschranke gesicherter Taumelmischer (Nachlauf muss so gering sein, dass Mischer steht, bevor Person ihn erreichen kann)
Gefahrstellen an Kipp-, Dreh- oder Hubvorrichtungen für Behälter oder Deckel
Bewegliche Behälter oder Deckel in jeder Stellung gegen Absturz sichern (z.B. Gegengewicht, mechanische Arretierung)
Zusätzliche Maßnahmen ergreifen (z.B. Zweihandschaltung nach DIN EN 574, Typ III c mit Selbstüberwachung und synchroner Betätigung der Stellteile) wenn Gefahrstellen innerhalb von Sicherheitsabständen (nach DIN EN 292 und 294 und Abbildung 20) liegen
Anhang 1 Nr. Nr 1.3.7, 1.3.8 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 4 VBG 5; § 27 Abs. 4, 6 VBG 22
Einzug von Körperteilen
Eng anliegende Kleidung tragen, ggf. Haarschutznetze und -hauben benutzen
Keine Handschuhe benutzen; Ausnahme: Wechsel des Abstreifmessers
§ 35 Abs. 1, 3 BGV A1
Walzenstühle sind Walzwerke, die in einem Walzenspalt Mischungen zerkleinern, mischen oder homogenisieren.
Einzugspalt der drehenden Walzen
Not-Befehlseinrichtungen (Not-Aus) installieren, die von jedem Standort aus erreichbar sind (Beschickungs- und Entnahmeseite)
Not-Befehlseinrichtungen so anbringen, dass sie jederzeit leicht mit Händen, Kopf, Brust, Bauch oder Knien wirksam betätigt werden können
Not-Befehlseinrichtungen bei jedem Schichtbeginn auf Funktionsfähigkeit prüfen; empfohlen wird die Eintragung in ein Kontrollbuch
Einlegekeile und langstielige Hilfswerkzeuge (Mindestlänge 40 cm) zur Verfügung stellen und benutzen
Anhang 1 Nr. 1.2.4 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 13 Abs. 2 VBG 5; § 8 VBG 22
§ 35 Abs. 1, 2 BGV A1; BGI 653
Schnittgefahr am Abstreifmesser
Schnittgefahr am Abstreifmesser des Ablaufbleches durch konstruktive Maßnahmen vermeiden
Abstreifmesser nur bei stillgesetzter Maschine wechseln
Beim Wechseln des Abstreifmessers geeignete Schutzhandschuhe (z.B. aus Metallgeflecht) tragen (§§ 4, 14 BGV A1)
Nach dem Entfernen des Ablauftisches das Abstreifmesser sofort mittels Abdeckleiste sichern
Beim Einbau des neuen Messers analog verfahren
§ 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1 BGV A1; hilfreich: DIN EN 1417
Extruder sind Maschinen, die feste oder pastöse Stoffe mittels einer oder mehrerer Schnecken transportieren, die sich in einem Gehäuse drehen. Dabei wird der Stoff z.B. temperiert, verdichtet und homogenisiert.
Gefahrstellen an Plastifizier- und Förderelementen
Plastifizier- und Förderschnecken gegen Zugriff sichern (z.B. durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen)
Einfüllöffnung durch fest angebrachte Einrichtungen (geeignete Schutztrichter, Schutzgitter) so sichern, dass ein Hineingreifen in die sich bewegende Schnecke nicht möglich ist
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.7 B Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 21 Abs. 1 VBG 22; DIN EN 1114-1
Schneideeinrichtungen
Schneideeinrichtungen sind Extrudern nachgeschaltete Messer oder Messerwalzen, die den austretenden Produktstrang in definierte Stücke teilen.
Schnittgefahr an Messern und Messerwalzen
Schnittgefahr durch konstruktive Maßnahmen vermeiden
Messer, Messerwalzen nur bei stillgesetzter Maschine wechseln
Wenn möglich, Messer oder Messerwalzen beim Wechseln durch z.B. Schutzhüllen sichern
Beim Wechseln von Messern und Messerwalzen geeignete Schutzhandschuhe (z.B. aus Metallgeflecht) tragen (§§ 4, 14 BGV A1)
Pressen dienen dazu, feste Reinigungs- und Pflegemittel in Formstücke wie Tabletten zu überführen. Üblich sind Rundläufer-Tablettiermaschinen, Seifen- oder Tablettenpressen.
Rundläufer-Tablettiermaschinen
Quetsch-, Scher- und Einzugstellen
Quetsch-, Scher- und Einzugstellen durch Verkleidungen sichern
Ist mit Stempelbruch zu rechnen: fangende Schutzeinrichtungen zum Schutz gegen wegfliegende Teile vorsehen
Handräder an angetriebenen Wellen zum Einrichten der Maschine verkleiden oder als Sicherheitshandräder ausbilden
Durch Kapselung oder Teilkapselung (evtl. aus transparentem Material) die Lärmentwicklung durch Schlagvorgänge mindern
Anhang 1 Nr. 1.3.7, 1.3.8 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 34 VBG 22; §§ 3, 6 BGV B3
Tabletten- oder Seifenpressen
Anhang 1 Nr 1.3.7, 1.3.8 Maschinen-Richtlinie - hilfreich VBG 7n5.1; VBG 7n5.2; DIN EN 692
In Abfüll- und Verpackungsbereichen gelangen insbesondere zum Einsatz:
Einrichtungen zum Füllen von z.B. Dosen, Flaschen, Kannen oder Kanistern, Eimern, Fässern, Hobbocks, Säcken, Big bags, Containern, Blisterpackungen und Druckgaspackungen (Spraydosen)
Sammelpack- und Palettiermaschinen
Transporteinrichtungen, z.B. Rollenbahnen, Transportbänder, Senkrechtförderer
Schrumpfanlagen, Wickelanlagen (BGV D17)
Gefährdung durch mechanische Faktoren (Quetsch-, Scher-, Schneid- und Stichstellen an Maschinen und Anlagen; Einzugstellen z.B. an Zahnrad-, Ketten- und Riementrieben, Walzen, Stetigförderern, Wellen; berstende Druckgasdosen)
An erfahrungsgemäß störungsfrei arbeitenden Verpackungsstationen zum Schutz gegen unwillkürlichen, unmittelbaren Zugriff Verdeckungen anbringen (§ 5 und § 6 Abs. 1, 2 BGV D17)
Gefahrenbereiche, in die betriebsmäßig häufig eingegriffen werden muss, durch Verdeckungen oder Schutzhauben sichern, die mit dem Antrieb verriegelt sind
Vor Gefahrstellen Lichtschranken oder Kontaktschalteinrichtungen anbringen
Zweihand- oder Mehrhandeinrückungen verwenden
Auspressstempel an Auspressstation gegen Absinken sichern
Auf Restenergien achten, z.B. pneumatische, hydraulische (sie können sich während der Arbeiten entspannen)
Zahnrad-, Ketten- und Riemenantriebe verkleiden (§ 5 Abs. 1 VBG 5)
Einzugs- und Auflaufstellen an Stetigförderern sichern (§§ 4, 5 VBG 10)
Siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4
Zusätzliche Rechtsgrundlagen und Informationen: DIN EN 415-2 bis 4
Abbildung 28: Abfüllmaschine für Kunststoffbehälter
Abbildung 29: Abfüllmaschine für Dosen
Abbildung 30: Durch Lichtschranke gesicherter Palettierer
Zellradschleusen sind Gehäuse mit einem Zellenrad, die so ausgeführt sind. dass kein Atmosphärenaustausch zwischen den beiden Bereichen stattfindet, die die Zellradschleuse miteinander verbindet.
Zellradschleusen ermöglichen den Transport fester Stoffe zwischen gegeneinander abgedichteten Bereichen.
Quetsch- und Scherstellen in der Zellradschleuse bei offenem Ein- oder Austrittstutzen
Durch ausreichend lange fest montierte Rohrstutzen (mindestens 0,85 m) oder andere Einrichtungen (z.B. fest montierte Schutzstäbe, Schutzgitter) sicherstellen, dass umlaufende Teile nicht berührt werden können (zu Abstand und Maschenweite siehe DIN EN 292 und 294 und Abbildung 20)
Anhang 1 Nr 1.3.7, 1.3.8 Maschinen-Richtlinie - hilfreich § 35 VBG 10
DIN 31051 versteht unter "Instandhaltung" Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes, dazu gehören Wartung, Inspektion, Instandsetzung.
Unberechtigtes Ingangsetzen von Maschinen
Maschinen mit abschließbarem Hauptschalter: Hauptschalter vor Beginn der Arbeiten in der Aus-Stellung mit einem Schloss sichern; den Schlüssel trägt die Person bei sich, die die Arbeiten ausführt
Maschinen, die mit Druckluft oder Hydraulikflüssigkeiten angetrieben werden: Ventile in den Zuführungsleitungen schließen und abschließen, Druckspeicher entspannen; den Schlüssel trägt die Person bei sich, die die Arbeiten ausführt
Maschinen ohne verschließbare Hauptbefehlseinrichtungen: Lösen und Sichern des Steckers oder Entfernen der Sicherungen oder Öffnen des Trennschalters; Sichern gegen Wiedereinschalten und Einschaltprobe vor Ort oder mechanische Trennung von Antrieb und Maschine (Hinweisschild)
Ungewollte Bewegungen von Mischorganen
Mischorgane und andere Teile ggf. mechanisch sichern
Mechanische Verfahren verwenden (Merkblatt T 006)
Anlagen durch Auskochen reinigen, wenn bei anderen Verfahren (z.B. Spülen, Reinigen von Hand) Beschäftigte in Bereiche mit gefahrbringenden Bewegungen gelangen können
Ecken, Kanten, Spitzen, Schneiden, Rauigkeit usw.
Siehe Abschnitt 4.2 Merkblatt A 017
Öffnen von Säcken mit Messern bei der Bereitstellung oder Zudosierung von Rohstoffen
Geeignete Messer auswählen
Messer rechtzeitig nachschleifen bzw. ersetzen
Schnittfeste Handschuhe verwenden (z.B. aus Aramidfaser) (BGR 200)
§ 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1 BGV A1
Abbildung 31: Sicherheitsmesser
Zu Transportmitteln zählen Flurförderzeuge, Krane, Hebezeuge, Stetigförderer (z.B. Förderbänder, Schneckenförderer)
Quetschstellen, Einzugstellen
Sicherheitsabstand von 0,5 m zwischen kraftbewegten äußeren Teilen von Kranen, Stetigförderern (z.B. Förderbänder) zu Teilen der Umgebung einhalten (§ 11 BGV D6; §§ 5, 19 VBG 10)
Gefahrstellen vermeiden, die durch das Umlaufen des Zug- oder Tragorgans oder durch die Bewegung von Schubelementen an Stetigförderern entstehen (§ 5 VBG 10) oder sichern
Kraftbetriebene Bewegungen von Kranen durch selbsttätig wirkende Notendhalteinrichtungen begrenzen (§ 15 BGV D6)
Anhang 1 Nr. 1.1.2 Maschinen-Richtlinie - hilfreich BGV D6; VBG 10; § 33 VBG 14
Transport der Rohstoffe durch den Betrieb
Rohstoffe, Zwischen- und Fertigprodukte möglichst über festverlegte Rohrleitungen transportieren
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 19 Abs. 1 GefStoffV
Anfahren, Aufprallen, Überfahren, Umkippen, Abstürzen
Nur geeignete, ausgebildete und beauftragte Personen zum Führen von Flurförderzeugen einsetzen
Unbefugtes Benutzen von Flurförderzeugen verhindern
Prüfungen durch Sachkundige veranlassen
Siehe auch Abschnitt 4.3 Merkblatt A 017
§ 7, § 15 Abs. 1 Nr. 5 und § 37 Abs. 1 BGV D27; DIN EN 1726-1; DIN 15003
Abbildung 32: Rückhaltesystem für Gabelstaplerfahrer
Abbildung 33: Vor Verlassen des Gabelstaplers Schlüssel abziehen!
Kippende, herunterfallende oder rollende Teile usw.
Teile stabilisieren (z.B. angekippte Behälter sichern), Schwerpunkt möglichst tief anordnen
Unter Druck stehende Anlageteile vor dem Öffnen entspannen
Schläuche, Schlauch- und Rohrleitungen vor dem Abklemmen entspannen und entleeren
Sicherheitstechnische Mittel verwenden, die rollende oder gleitende Teile auffangen (z.B. Fässer auf Fasspaletten legen oder durch Keile sichern)
Standsicherheit von Stapeln und Regalen gewährleisten
Zulässige Belastung deutlich erkennbar an Regalen anbringen
Lagergut gegen Herabfallen sichern (z.B. Säcke im Kreuzverbund stapeln), zulässige Stapelhöhen einhalten
Keine Gegenstände in der Brusttasche tragen, Arbeitskleidung ohne Brusttasche verwenden
Siehe auch Abschnitt 4.4 Merkblatt A 017
Rechtsgrundlagen und Information:
§ 34 Abs. 1, 2 BGV A1; ZH 1/428; Merkblatt T 019
Abbildung 34: Sicherung palettierter Ladeeinheiten
Nur geeignete (zuvor festgelegte) Hebezeuge verwenden
Vorhandene Anschlagpunkte verwenden
Auf Schwerpunkt achten
Berstende und wegfliegende Teile
Druckbehälter, Rohr- und Schlauchleitungen und andere unter Überdruck stehende Apparate und Bauteile in ordnungsgemäßem Zustand halten und regelmäßig prüfen (DruckbehV mit TRB und TRR; BGI 572)
Unter Druck austretende Medien (z.B. Gase, Flüssigkeiten)
Bei Verwendung von Hochdruckreinigern, deren zulässiger Betriebsdruck 25 bar oder mehr beträgt oder bei denen das Druckförderprodukt3 die Zahl 10 000 erreicht oder übersteigt, BGV D15 beachten, insbesondere:
Nur unterwiesene Personen über 18 Jahre mit Strahlarbeiten beauftragen
Bei handgeführten Flüssigkeitsstrahlern Gefahrenbereich absperren und Strahler mit Totmannschaltung verwenden
Mechanisch geführte Spritzeinrichtungen so fixieren, dass der damit Beschäftigte nicht in den Strahlbereich gelangen kann
Spritzschutzeinrichtungen verwenden
Unter Druck stehende Schlauch- oder Rohrleitungen vor dem Öffnen entspannen und entleeren
Aus Druckentlastungseinrichtungen austretende gefährliche Medien gefahrlos ableiten (TRB 600)
Geeignete Schlauchkupplungen verwenden (BGI 572)
Schläuche, Schlauchleitungen an beiden Enden befestigen
Gesichtsschutz, Körperschutz benutzen (Merkblatt A 008)
Zusätzliche Rechtsgrundlagen und Information:
§ 4 Abs. 2 BGV D15; ZH 1/406
Abbildung 35: Reinigen mit Flüssigkeitsstrahler
Arbeiten an Rührwerken, Mischern, Knetern: Mitdrehen des Behälters durch das Füllgut
Nicht arretierte Deckel bzw. schwenkbare Behälter
Siehe Abschnitt 4.1
Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln nur von Elektrofachkräften, Elektrofachkräften für festgelegte Tätigkeiten oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen ausführen lassen (§ 3 BGV A2; DIN VDE 0105)
Siehe auch Abschnitt 5.1 Merkblatt A 017
Berühren unter Spannung stehender Teile
Berühren leitfähiger Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen
Betriebsmittel entsprechend Betriebsbedingungen und äußeren Einflüssen auswählen (z.B. IP Schutzarten, mechanischer Schutz)
Schutz gegen direktes Berühren (Basisschutz) sicherstellen (Isolierung, Abdeckung, sicherer Abstand)
Elektrische Betriebsmittel bestimmungsgemäß betreiben
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel vor der Inbetriebnahme, nach Reparaturen und in regelmäßigen Zeitabständen prüfen (§ 5 BGV A2; siehe auch DIN VDE 0701, 0702)
Gesundheitsschädigende Wirkung von Gasen, Aerosolen, flüssigen und festen Stoffen
(Einsatzstoffe, Zwischen-, End- und Zersetzungsprodukte, auch Stäube)
In diesem Abschnitt wird auch auf Gefährdungen durch folgende Tätigkeiten und Stoffe eingegangen:
Ermittlungspflicht beachten (§ 16 Abs. 1 GefStoffV)
Gefahrstoffverzeichnis erstellen (§ 16 Abs. 3a GefStoffV)
Aktuelle Sicherheitsdatenblätter beschaffen (§ 14 GefStoffV)
Herstellungs und Verwendungsverbote beachten (§§ 15, 35 GefStoffV; ChemVerbotsV)
Gefahrstoffe ersetzen (§ 16 Abs. 2, § 36 Abs. 2 GefStoffV)
Ermitteln, ob gefährliche Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz auftreten können und die Luftgrenzwerte bzw. der BAT-Wert sicher eingehalten werden; ggf. Gefahrstoffmessungen/Arbeitsbereichsanalysen durchführen (§ 18 GefStoffV; TRGS 402; TRGS 403)
Betriebsanweisungen erstellen, Unterweisungen durchführen (§ 7 Abs. 2 BGV A1; § 20 GefStoffV; TRGS 555; BGI 527;
Merkblatt A 010; (siehe auch Abschnitte 1.1 und 1.2)
Freiwerden von Gefahrstoffen vermeiden durch
Absaugung an Austritts- oder Entstehungsstelle (Beispiele siehe Abbildungen 36, 37 - auf richtige Konstruktion achten)
technische Lüftung (auf Luftführung achten; § 5 ArbStättV; ASR 5)
Offene Behälter abdecken
Rohrleitungen und Behälter kennzeichnen (§ 49 BGV A1; § 23 GefStoffV; DIN 2403)
Gefahrstoffe vorschriftengerecht lagern (z.B. Gefahrstofflager, Sicherheitsschränke) (giftige, sehr giftige Stoffe: TRGS 514; brandfördernde Stoffe: TRGS 515; Peroxide: BGV B4, Merkblätter M 001, M 009; Gase: BGV B6, TRG 280; Druckgaspackungen: TRG 300; brennbare Flüssigkeiten: VbF; Sicherheitsschränke: TRbF 22)
Abbildung 36: Absaugung an der Einfüllöffnung eines Rührbehälters
Abbildung 37: Abgesaugte Kabine für Umfüllen, Abwiegen, Probenahme von Gefahrstoffen
Am Arbeitsplatz nur die Mengen gefährlicher Stoffe bereithalten, die für den Fortgang der Arbeit erforderlich sind (§ 52 Abs. 2 ArbStättV)
Geeignete Werkstoffe für Behälter, Schläuche, Rohrleitungen, Dichtungen verwenden
Zum Umfüllen beschädigter Gebinde geeignete Behälter bereithalten
Rangfolge der Schutzmaßnahmen einhalten (§ 19 GefStoffV)
Hautkontakt mit Gefahrstoffen vermeiden (§ 19 Abs. 1 GefStoffV)
Ggf. arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen (siehe "Liste der Vorsorgeuntersuchungen" (Auszug aus GefStoffV, Anhang VI)), (§ 28 und Anhang VI GefStoffV; §§ 3, 15 und Anlage 1 BGV A4)
Siehe auch Abschnitt 6.1 Merkblatt A 017
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 17 GefStoffV; § 22 JArbSchG; § 4 Abs. 1 und 2 Nr. 6 sowie § 6 Abs. 3 MuSchG; §§ 4, 5 Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz 2; VDI 2262 Blatt 1-3
Umgang mit Gefahrstoffen, die besondere Eigenschaften haben (z.B. krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend, erbgutverändernd, sensibilisierend, hautresorptiv)
Emissionsarme Verwendungsformen einsetzen (z.B. Pasten, verlorene Packungen, verkapselte Stoffe) (Abschnitte 2.5 und 2.6Anhang IV TRGS 420)
Hautkontakt ausschließen
Möglichst nur geschlossene Anlagen verwenden
§ 36 GefStoffV; TRGS 150, 540, 907; BGR 163
Gefährdung durch verschüttete oder auslaufende Stoffe
Verschüttete flüssige Stoffe unverzüglich mit geeigneten Aufsaugmitteln (Blähglimmer, Kieselgur usw.) aufnehmen
Das Ausbreiten auslaufender Flüssigkeiten verhindern (z.B. mit Sandbarrieren; Kanaleinläufe verschließen bzw. abdecken (Abbildung 38)
Verschüttete feste Stoffe staubfrei beseitigen (z.B. anfeuchten; geeigneten Industriestaubsauger gemäß BIA Handbuch 510 210 verwenden)
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 17 Abs. 2 GefStoffV
Abbildung 38: Kanalabdeckungen
Exposition beim Befüllen und Entleeren von Behältern, Rührwerken, Mischern, Knetern und ähnlichen Apparaturen mit Flüssigkeiten
Rohstoffe möglichst über Rohrleitung zuführen
Beim Befüllen und Entleeren im geschlossenen System arbeiten oder freiwerdende Substanzen an der Entstehungs- bzw. Austrittsstelle mit einem Absaugrüssel absaugen
Toträume in Vorratsbehältern und Zuleitungssystem vermeiden
Flüssigkeit an möglichst tief gelegener Stelle in den Behälter einbringen
Nach Abmessen der vorgegebenen Menge Zulauf automatisch abschalten, Überfüllsicherung einsetzen
Bei kraftbetätigten Armaturen Eingriffsmöglichkeiten vor Ort vorsehen (z.B. Not-Aus oder ein nachgeschaltetes Handventil)
Sicherstellen, dass kraftbetätigte Armaturen bei Energieausfall automatisch in eine sichere Stellung gehen
Zuleitungen und Vorratsgefäß beheizbar gestalten, wenn Medien bei Umgebungstemperatur hochviskos sind
Steuerung und Begrenzung der Temperatur des Heizmediums vorsehen (bei elektrischer Beheizung: Temperaturbegrenzer)
Auffangvorrichtungen für nachtropfendes Material vorsehen
Auffangwanne in ausreichender Größe vorsehen
Nicht verwendete Vorratsgefäße verschließen
Regelmäßige Sichtprüfungen durchführen, um Lecks und Undichtigkeiten frühzeitig zu erkennen
Aufsaugmittel für verschüttetes Material und provisorische Dichtungen für Bodenabläufe (Beispiel: Abbildung 38) bereithalten
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 19 Abs. 1-3, 5 GefStoffV; BGR 121; Merkblatt T 025
Umfüllen Feststoffe
Exposition durch staubförmige Stoffe bei Umfüllarbeiten
Überprüfen, ob staubärmere Verwendungsformen eingesetzt werden können (z.B. verkapselte Enzyme, Granulate)
Absaugung (regelmäßige Wartung und Prüfung) beim Umfüllen von staubförmigem Material verwenden
Sackentleergeräte verwenden
Möglichkeit zur staubfreien Leersackentfernung schaffen (Abbildung 39)
Möglichkeit zur staubfreien Reinigung des Arbeitsplatzes schaffen (z..B. anfeuchten; geeigneten Industriestaubsauger gemäß BIA Handbuch 510 210 verwenden)
Augenspülmöglichkeit vorsehen (siehe Abschnitt 1.6)
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 19 Abs. 1 bis 3, 5 GefStoffV
Abbildung 39: Leersackentsorgung
Proben von festen und flüssigen Stoffen werden gezogen zur
Prüfung der Identität und Qualität von Einsatzstoffen,
Kontrolle und Steuerung von Produktionsverfahren,
Überprüfung der Qualität von Zwischen- und Endprodukten.
Gefährdung durch austretende Gefahrstoffe
Probenzahl verringern (dazu können z.B. beitragen: on-line-Messungen, organisatorische Maßnahmen zur Sicherstellung von Identität und Qualität von Einsatzstoffen)
Geeignete Probenahmevorrichtungen verwenden
Gefährliche Staub- und Dampfkonzentrationen in der Luft in Arbeitsbereichen ausschließen (z.B. durch geschlossene Probenahmesysteme)
Unkontrolliertes Austreten von Gefahrstoffen vermeiden (z.B. durch geschlossene Probenahmesysteme oder Verriegelungen)
Persönliche und organisatorische Schutzmaßnahmen (z.B. Betriebsanweisung, Unterweisung, funktionsfähige persönliche Schutzausrüstungen, Hygienemaßnahmen)
§ 1 BGV B 1 i.V.m. § 19 Abs. 1 bis 3, 5 GefStoffV; Merkblätter T 026, T 040
Abbildung 40: Probenentnahme aus Säcken
H2O2, organische Peroxide
Gefährdung durch Zersetzungsreaktionen von Wasserstoffperoxid und organischen Peroxiden
Auf sorgfältige Trennung zwischen Wasserstoffperoxid und brennbaren, katalytisch wirkenden und alkalischen Stoffen achten; organische Peroxide von starken Säuren, Laugen, Schwermetallsalzen und reduzierenden Stoffen fernhalten
Rohrleitungen, Armaturen, Pumpen, Schläuche usw. zur Förderung von H2O2 oder organischen Peroxiden nicht für andere Stoffe verwenden
H2O2 und organische Peroxide nur in Originalgebinden mit Originalverschlüssen lagern; in für H2O2-Lösungen oder Peroxide verwendete Emballagen darf nichts anderes eingefüllt werden
Empfohlene Lagertemperaturen stets einhalten (Sonneneinstrahlung und Lagerung an Heizkörpern vermeiden!)
Nicht benötigte Teilmengen niemals in Lagerbehälter zurückschütten bzw. rezirkulieren
Regelmäßige Kontrolle von Arbeits- und Lagerplätzen auf Sauberkeit, Dichtheit von Behältern und Temperaturanstieg in Behältern
Zu Explosionsgefahren siehe auch Abschnitt 7.6
BGV B4; BGV A1; SprengG; 2. SprengV; Merkblätter M 001, M 009
Arbeiten mit Flusssäure
Flusssäure, die wässrige Lösung von Fluorwasserstoff, wird in verdünnter Form z.B. zum Reinigen von Gebäudefassaden eingesetzt.
Flusssäure (wie auch Fluorwasserstoff und saure Fluoride) wirkt lokal ätzend. Sie durchdringt rasch die Haut, zerstört tiefere Gewebeschichten und kann auch resorptiv durch chemische Bindung an Calcium- und Magnesiumionen und Hemmung lebenswichtiger Enzyme zu akut bedrohlichen Stoffwechselstörungen oder Störungen der Leber- bzw. Nierenfunktion führen.
Bei Einwirkung von Flusssäure auf die Haut, Einatmen hoher Konzentrationen oder verzögerter sachgerechter Therapie besteht infolge resorptiver Giftwirkung akute Lebensgefahr (Abschnitt 5 Merkblatt M 005)!
Die chronische Aufnahme stark überhöhter Fluormengen kann Schäden im Sinne einer Fluorose verursachen. Hierbei kommt es zu Knochenverdichtungen (Osteosklerose) vor allem im Bereich von Becken, Wirbelsäule und Rippen mit Schmerzen im unteren Wirbelsäulen- bzw. Kreuzbeinbereich.
Gefährdung durch Aufnahme über die Haut oder die Schleimhäute
Arbeitsverfahren so gestalten, dass Beschäftige insbesondere mit konzentrierter Flusssäure niemals in Hautkontakt kommen
Falls ein Kontakt zu hochprozentiger Flusssäure nicht sicher auszuschließen ist (z.B. beim Anschließen von Rohrleitungen an Vorratsbehälter), Vollschutzanzug tragen
Besondere Gefahrstellen an Rohr- und Schlauchleitungen, deren Verbindungen, Armaturen und Dosiergefäße mit Schutzeinrichtungen gegen Verspritzen sichern (z.B. durch Umwickeln mit Kunststoffband oder durch andere Abschirmungen)
Behälter und Rohrleitungen eindeutig, deutlich erkennbar und dauerhaft kennzeichnen, wenn durch Inhalt, Temperatur oder durch Verwechseln Gefahren entstehen können
Einrichtungen (z.B. Notduschen) unmittelbar am Ort des Umgangs bereitstellen, die es ermöglichen, bei Hautkontakt die benetzten Stellen unverzüglich mit reichlich Wasser zu spülen; zusätzlich Augenduschen in ausreichender Zahl und auffallend gekennzeichnet installieren; Augenspülflaschen sind als Notbehelf anzusehen und daher nur in Ausnahmefällen zu verwenden
Alle Personen, die mit Flusssäure umgehen, über die Erste-Hilfe-Maßnahmen unterrichten und auf die Dringlichkeit sofortigen Handelns hinweisen
Mit den in Frage kommenden Notärzten (Krankenhäusern) vor der Aufnahme von Arbeiten mit Flusssäure Notfallplan absprechen
Merkblatt M 005
Werden zur Reinigung Lösemittel oder lösemittelhaltige Reinigungsmittel eingesetzt, sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Hinweise enthält z.B. Abschnitt 6.1 der BGR 205 "Herstellen von Beschichtungsstoffen".
Gefahrstoffe, Verschmutzung, Nässe usw.
Geeignete Hautschutz-, Reinigungs- und Hautpflegemittel verwenden
Siehe auch Abschnitt 6.2 Merkblatt A 017
§ 1 BGV B1 i.V.m. § 17 Abs. 1 GefStoffV; TRGS 531; TRGS 540; BGR 197
Abbildung 41: Hautschutzplan Muster
Belastungen durch Gerüche
Geruchsintensive Stoffe austauschen
Vorratsbehälter dicht verschließen
Absaugung, Lüftung vorsehen (§ 5 ArbStättV; ASR 5; TRbF 22)
Atemschutz benutzen (BGR 190)
§ 16 Abs. 3 ArbStättV
Gefährdung durch Brände / Explosionen
Durch entzündliche Stoffe können Brände und Explosionen mit gefährlichen Auswirkungen ausgelöst werden, insbesondere wenn folgende Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind:
Brennbare Gase, Dämpfe (z.B. Lösemitteldämpfe) oder Stäube, liegen vermischt mit Luft in Konzentrationen innerhalb der Explosionsgrenzen vor und
Zündquellen sind vorhanden (z.B. heiße Oberflächen, offene Flammen, mechanisch erzeugte Funken, elektrische Funken, Entladungen statischer Elektrizität).
Als explosionsgefährdet gelten insbesondere Bereiche, in denen brennbare Flüssigkeiten
mit einem Flammpunkt unter 45 �C eingesetzt werden
über ihren Flammpunkt erwärmt werden
mit Flammpunkten auch über 45 �C versprüht werden.
Zu beachten ist, dass beim Vorhandensein von Staub/Dampf/Luft-Gemischen (hybride Gemische) eine Aufweitung der Explosionsgrenzen eintreten kann.
Ausführliche Hinweise sind z.B. im Merkblatt M 017 "Lösemittel" und in den "Explosionsschutz-Regeln" (BGR 104) zu finden.
Eine häufig unterschätzte Zündquelle sind Entladungen statischer Elektrizität:
Elektrostatische Aufladungen sind elektrische Ladungen, die sich über längere Zeit auf Oberflächen befinden. Sie entstehen durch das mechanische Trennen von Stoffen, die sich vorher berührten oder durch Influenz. Ihre Ableitung kann zur Bildung zündfähiger Entladungen führen. Mit einer elektrostatischen Aufladung ist beim Umgang mit aufladbaren Materalien bzw. Gegenständen, insbesondere solchen mit einem großen elektrischen Widerstand, zu rechnen, z.B. beim
Strömen und Ausschütten organischer Lösemittel und Harze sowie körniger oder pulverförmiger Stoffe
Verwenden nichtleitfähiger Schuhe
Begehen isolierter Fußböden.
Einzelheiten enthalten die Regeln "Statische Elektrizität" (BGR 132) und das Merkblatt T 033.
Brandgefahr durch Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase
Zu brennbaren Stoffen, die unter die Gefahrstoffverordnung fallen, siehe auch Abschnitt 6.
Brandlast minimieren (z.B. durch Reduzieren der bereitgestellten Arbeitsstoffe, Verpackungen und Fertigprodukte im Produktionsbereich)
Austritt von Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen verhindern bzw. minimieren
Geeignete Feuerlöscheinrichtungen in ausreichender Menge bereitstellen, kennzeichnen und freihalten (§ 43 BGV A1; § 13 ArbStättV; ASR 13/1,2; BGR 133)
Feuerarbeiten (z.B. Schweißen) nur mit schriftlicher Erlaubnis ausführen (§ 30 BGV D1; BGI 563)
Unterweisungen/Notfallübungen durchführen
Siehe auch Abschnitt 7.1 Merkblatt A 017
Zusätzliche Rechtsgrundlagen und Informationen: BGI 560
Aufbewahren von organischen Peroxiden
Siehe Abschnitte 6.1 und 7.6
W01: Warnung vor feuergefährlichen Stoffen
P02: Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten
Entzündung verschmutzter Kleidung, von Putzmaterial usw.
Großflächig verschmutzte Kleidung möglichst umgehend wechseln (§ 35 Abs. 1 BGV A1)
Putzmaterial, das mit Lösemittel getränkt ist, in verschließbaren Sammelbehältern aus nicht brennbarem Werkstoff mit selbsttätig und dicht schließendem Deckel aufbewahren
Behälter für Putzlappen täglich vor Arbeitsschluss entleeren
Abbildung 42: Sammelbehälter
Überhitzung bei Schrumpfeinrichtungen an Verpackungsmaschinen
Luftumwälzung und Transportgeschwindigkeit einander anpassen
Flammen nicht zu lang einstellen
Flammen stabilisieren
Besondere Vorsicht beim Umgang mit handgeführten Schrumpfgeräten
Rechtsgrundlagen und Informationen: § 26 Abs. 3 BGV D34
Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre
Gemische aus brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln mit Luft
Entstehung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre verhindern (z.B. technische Lüftung)
Zoneneinteilung vornehmen: Gase, Dämpfe, Nebel Zonen 0, 1, 2; Stäube Zonen 10, 11 (noch anwendbar bis 30.6.2003) bzw. 20, 21, 22
Zündquellen vermeiden: z.B. heiße Oberflächen, Flammen und heiße Gase, mechanisch erzeugte Funken, elektrische Anlagen, statische Elektrizität (siehe Abschnitt E EX-RL (BGR 104), BGR 132 und Merkblatt T 033)
Brennbare Flüssigkeiten im VbF-Lager (TRbF 20) oder im Sicherheitsschrank (TRbF 22) lagern
Druckgaspackungen mit brennbarem Inhalt gemäß TRG 300 lagern
Für Feuerarbeiten in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre Erlaubnisscheine ausstellen (§ 30 BGV D1)
Siehe auch Abschnitt 7.2 Merkblatt A 017
Zusätzliche Rechtsgrundlagen und Informationen: § 7 EIexV; § 44 BGV A1
W21: Warnung vor explosionsfähiger Atmosphäre
Abbildung 43: Beispiele für die in der EX-RL (7/2000) zusammengestellten Hinweise
Sicherheitstechnisch relevante Einrichtungen mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen prüfen und das Ergebnis dokumentieren lassen (§ 39 Abs. 3 BGV A1)
Erdungszangen an den entsprechenden Geräten und Hilfsmitteln anbringen (z.B. an Metallbehältern und Metallschlauchleitungen - Abbildung 44)
Strömungsgeschwindigkeit beim Einfüllen begrenzen (BGR 132)
Elektrostatisch leitfähige Gefäße (z.B. Metallgefäße), Schlauchleitungen, Rohre, Kupplungen verwenden und erden; zu beachten ist die leitfähige Überbrückung von Flanschen, Glasrohren und nicht leitenden Verbindungen
Nur ableitfähige Verpackungen verwenden
Explosionsgefährdete Bereiche der Zonen 1 oder 21 mit elektrostatisch ableitfähigem Fußboden ausstatten (Anhang 4 BGR 132)
Ableitfähige Schuhe zur Verfügung stellen (BGR 191)
§ 44 BGV A1; Merkblatt T 033; DIN EN 60079-10
Abbildung 44: Beispiele für Erdungen
Gefahren von Staubexplosionen in Anlagen
Beim Mischen, Sieben und Abfüllen von Pulvern Maßnahmen zur Vermeidung von Zündquellen treffen
Das Mischsystem durch konstruktive Explosionsschutzmaßnahmen (z.B. Explosionsdruckentlastung oder Explosionsunterdrückung) schützen; beim Ansprechen der Explosionsdruckentlastung oder Explosionsunterdrückung muss die Energiezufuhr zum Mischerantrieb durch eine selbsttätig wirkende Einrichtung unterbrochen werden
Anlagen so auslegen, dass sie dem zu erwartenden Explosionsdruck (reduzierter Explosionsdruck) standhalten (druckstoßfeste oder druckfeste Bauweise);
Offene Filtersysteme und nicht mindestens druckstoßfest gekapselte Filter nicht in Arbeitsräumen installieren, sondern an abgesicherten Stellen im Freien oder in besonderen für diesen Zweck vorgesehenen Räumen aufstellen, die während des Betriebes nicht betreten werden können; diese Räume müssen über Druckentlastungsflächen verfügen
Erdung aller Anlageteile stets sicherstellen, Erdungsbrücken z.B. nach Wartungsarbeiten wieder anbringen
Staubablagerungen in Arbeitsräumen regelmäßig in Zeitabständen, die der Unternehmer nach den Betriebsverhältnissen festzulegen hat, beseitigen
Verschütteten Staub sofort entfernen (saugen - nicht blasen!); werden zur Reinigung Industriestaubsauger verwendet, so müssen diese den Prüfanforderungen für den Staubexplosionsschutz (BIA Handbuch 510 220) entsprechen
Feuchte Verfahren für Reinigungsarbeiten anwenden
§ 7 ElexV; Abschnitt E der EX-RL; § 44 BGV A1
Umfüllen Flüssigkeiten
Abmessen von flüssigen Rohprodukten, Umfüllarbeiten
Für den Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 45 �C sowie das Erwärmen von brennbaren Flüssigkeiten über ihren Flammpunkt Plätze im Freien oder Räume einrichten, die den Anforderungen des Explosionsschutzes entsprechen
Leitfähige Gegenstände in explosionsgefährdeten Bereichen zur Vermeidung zündfähiger Entladungen elektrostatisch erden, wenn nicht eine leitfähige Verbindung anderweitig vorhanden ist (BGR 132; T 033)
Explosionsgefährdete Bereiche festlegen, Zoneneinteilung vornehmen
Dämpfe, die beim Einfüllen von Feststoffen in Behälter frei werden können, an der Einfüllöffnung absaugen (evtl. auch Behälter inertisieren)
Konzeption der Lüftungsmaßnahmen überprüfen, explosionsgeschützte Absaugeinrichtungen einsetzen (Ausstattung von explosionsgefährdeten Bereichen mit geeigneten explosionsgeschützten elektrischen Geräten, Betriebsmitteln und Anlagen) (z.B. VDMA 24 169)
Erlaubnisscheinverfahren für Instandsetzungsarbeiten mit Zündgefahr durchführen
Abschaltmöglichkeiten für Heizeinrichtungen und für elektrische Einrichtungen außerhalb der gefährdeten Bereiche schaffen
Mindestens zwei Notausgänge aus Räumen mit Brand- und Explosionsgefahr vorsehen (§ 30 Abs. 1, 2 BGV A1)
§ 7 ElexV; § 44 BGV A1; Merkblatt T 025
Mischen in geschlossenen Rührwerksbehältern
Nur elektrostatisch leitfähige und geerdete Mischbehälter verwenden
Entzündungen z.B. durch den Einsatz explosionsgeschützter elektrischer Betriebsmittel vermeiden
Vorkehrungen zur Verminderung der Auswirkungen von Explosionen treffen (z.B. druckfeste Bauweise, automatische Löscheinrichtungen)
§ 7 ElexV; Abschnitt E 3 EX-RL; § 44 BGV A 1
Die Inhaltsstoffe (Wirkstoff, Verdünnungsmittel und Treibgas) werden in speziellen Anlagen in Druckgaspackungen nach TRG 300 gefüllt. Anschließend wird deren Dichtheit und Druckbeständigkeit nach TRG 403 geprüft.
Bei den Wirkstoffen handelt es sich z.B. um Korrosionsschutzmittel, Imprägniermittel, Fenster-, Teppich- und Backofenreiniger. Verdünnungsmittel können Wasser oder organische Lösemittel sein. Hauptsächlich verwendete Treibmittel sind Butan, Propan, Kohlendioxid.
Die Beschäftigten werden hauptsächlich durch die Treibgase gefährdet, deren Auftreten zu Bränden und Explosionen führen kann.
Anliefern der Treibgase: Füllen von Lagertanks aus Straßentankfahrzeugen und Eisenbahnkesselwagen
Möglichst durch technische Maßnahmen sicherstellen, dass die Tankwagen in den richtigen Lagertank abgefüllt werden
Durch Gasaustritt verursachte Gesundheitsgefahren und Brände/Explosionen
Schlauchleitungen auf Beschädigungen und Eignung der Werkstoffe prüfen
Vor Einfahren des Tankfahrzeugs und während der Arbeiten sicherstellen, dass keine gefährliche Gaskonzentration auftritt, z.B. mittels Gaswarngeräten
Tankwagen mit Wegfahrsperre sichern
Abfüllbereich absperren und kennzeichnen
Prüfen, ob die Schnellschlusseinrichtungen betriebsbereit sind
Kanaleinläufe sichern
Zulässiges Füllvolumen der Lagertanks beachten (Merkblatt T 029)
Vor dem Umfüllen Leitungen auf Dichtheit prüfen
Abfüllen nur unter ständiger Aufsicht einer unterwiesenen Person gemäß Betriebsanweisung durchführen
Zusätzlich beachten beim Abfüllen brennbarer Treibgase:
Maßnahmen nach EX-RL (BGR 104) durchführen, Schutzzonen ausweisen
Potentialausgleich vor dem Anschließen des Tankwagens herstellen
Fahrzeugmotor wird zum Antreiben der Pumpe verwendet: Reißleine zum Abstellen des Motors vorsehen, in sichere Entfernung entgegen der Windrichtung auslegen oder Funkabschaltung
Gesamte Anlage regelmäßig auf Dichtheit prüfen
DruckbehV mit TRB, insbesondere TRB 700, TRB 801, TRB 852, TRG 400- 402; BGV B6; BImSchG mit 12. BimSchV; Merkblatt T 043; Fachinformation Industriegemeinschaft Aerosole e.V.
Befüllen von Druckgaspackungen
Permanente Gasverluste (z.B. füllkopfbedingte Gasverluste, Gasverluste, die durch das Aufsetzen des Füllkopfs entstehen)
Sporadische Gasverluste (z.B. Fehlbegasung der Druckgaspackungen, undichte Dosen, undichte Ventile, Filterentleerung)
Störungsbedingte Gasverluste (z.B. undichte Teile der Abfüllmaschine, undichte Flansche, platzende Schläuche).
Füllanlage räumlich von den übrigen Bereichen trennen, Wanddurchbrüche sichern
Gaswarngeräte einsetzen
Treibgase über Rohrleitungen zuführen
Funktion von Absaugungen und Raumlüftung sicherstellen
Nur gasdichte Armaturen einsetzen
Bei Schläuchen auf beständige Werkstoffe achten
An Treibgasverteilerstationen Schnellschlusskupplungen einsetzen
Nur Druckgaspackungen befüllen, die TRG 300 bzw. TRG 301 genügen
Waagen und Manometer vor jeder Schicht auf richtige Anzeige überprüfen (Abschnitt 3.3 TRG 403)
Beim Füllen nach Volumen Abschnitt 3.5 TRG 403 beachten
Beim Füllen nach Gewicht oder Volumen mindestens alle 10 min einen gefüllten Behälter auf einer gesonderten Kontrollwaage einer Gewichtsprüfung unterziehen; wird ein Überfüllen festgestellt, Abfüllen bis zum Abstellen der Ursache unterbrechen (Abschnitt 3.6 TRG 403)
Dosen mit einem Nettofassungsraum von mehr als 50 ml unmittelbar nach dem Füllen gemäß Abschnitt 4 TRG 403 prüfen/behandeln
Zonen nach EX-RL (BGR 104) ausweisen, entsprechende Schutzmaßnahmen durchführen, insbesondere auf Potentialausgleich achten
Geeignete Werkzeuge verwenden (In Zone 0 dürfen nur Werkzeuge verwendet werden, bei deren Einsatz keine Funken auftreten können. In Zonen 1 und 2 können Stahlwerkzeuge verwendet werden, wenn keine Funkengarben entstehen, ausgenommen bei Gasverlusten. Siehe Abschnitt E 2.3.3 EX-RL)
Für Stromausfall Nachlaufautomatik vorsehen
Transport der Paletten überwachen
Automatische Löscheinrichtungen installieren
Einrichtungen zur schnellen Temperaturabsenkung vorsehen
Ausschussdosen
In Behältern mit Absaugung sammeln
Im Freien zwischenlagern (Sonnenschutz, Abgrenzung)
Zur Entsorgung Vorschriften der Länder beachten
DruckbehV mit TRG, insbesondere TRG 101, TRG 300; VbF mit TRbF, insbesondere TRbF 20, TRbF 131, TRbF 142, TRbF 143, TRbF 180; Merkblatt T 023; Fachinformation Industriegemeinschaft Aerosole e.V.
Innerbetrieblicher Transport und Bereitstellung der Fertigware
Undichte Druckgaspackungen
Mechanische Einwirkungen (z.B. Anfahren, Überfahren, Herunterfallen, Anstechen mit der Staplergabel)
Nur gesicherte Paletten transportieren
Transportwege festlegen und freihalten
Ausreichende Rangierflächen sicherstellen
Feuerlöscher auf dem Flurförderzeug und längs der Transportwege bereitstellen
Für das Bereitstellen zum Abtransport gesonderte Flächen ausweisen, bei denen eine Gefahrenerhöhung durch benachbarte Anlagen ausgeschlossen ist
Bereitstellungs-/Lagerräume ausreichend be- und entlüften, Löscheinrichtungen bereitstellen
Gesonderte Betriebsanweisung erstellen, Beschäftigte unterweisen
BGV A1; ArbStättV; Fachinformation Industriegemeinschaft Aerosole e.V.
Thermische Explosionen (Durchgehende Reaktionen)
Siehe auch Abschnitt 7.6
Zur Herstellung von Pflegemitteln (z.B. Schuhpflegemitteln) werden natürliche oder synthetische Wachse durch Aufheizen geschmolzen und danach mit einem Lösemittel versetzt. Durch Siedeverzüge, insbesondere aber eine schlagartige Verdampfung oder Zersetzung der auf die heiße Oberfläche treffenden Flüssigkeiten, kann es zu explosionsartigen Reaktionen kommen.
Bildung explosionsfähiger Dämpfe
Bereiche, in denen mit Wachsschmelzen bei Temperaturen > 90 �C umgegangen wird: nicht betriebsmäßigen Wasserzutritt zur Schmelze verhindern
Maßnahmen treffen, die eine kontrollierte Zugabe des Prozesswassers sicherstellen
Nicht wässrige Stoffe nur zugeben, wenn dies ohne Gefährdung möglich ist
Bei der Zugabe brennbarer Flüssigkeiten das Ausbreiten brennbarer Dämpfe verhindern (z.B. räumliche Trennung)
Abmischungen konzentrierter Wasserstoffperoxid-Lösungen (H2O2) mit flüssigen oder festen löslichen organischen Stoffen können innerhalb bestimmter Mengenverhältnisse explosionsfähige Eigenschaften besitzen und unter Umständen schon durch geringe mechanische oder thermische Beanspruchung zur Explosion gebracht werden.
Wässrige Lösungen bis etwa 90 Gew.-% H2O2 sind nicht explosionsfähig.
Wasserstoffperoxiddämpfe können unter Normaldruck bei Erreichen einer Konzentration von ca. 40 Gew.-% in der Dampfphase explodieren.
Wasserstoffperoxid niemals mit anderen Stoffen mischen, wenn die möglichen Reaktionen nicht genau bekannt sind; Auskunft können die Herstellerfirmen geben
Unbekannte Mischungen ggf. im kleinen Maßstab testen
Wasserstoffperoxid stets in soweit verdünnter Form verwenden, wie es die Verfahrensbedingungen zulassen
Wasserstoffperoxid einem Ansatz möglichst zuletzt und in kleinen Portionen, die sich sofort umsetzen, zugeben; für intensive Durchmischung sorgen
Wässrige Lösungen mit einem Gehalt von ≥ 74 Gew.-% Wasserstoffperoxid nicht über 100 �C erhitzen
Siehe auch Abschnitt 6.1 und Merkblatt M 009
Rechtsgrundlagen und Informationen: BGV B1
Organische Peroxide werden als Oxidations- bzw. Desinfektionsmittel eingesetzt. Alle organischen Peroxide sind brandfördernd, einige aber auch zusätzlich explosionsgefährlich (z.B. konzentrierte Peressigsäure)
Gefahrgruppe gemäß § 3 BGV B4 ermitteln
Prüfen, ob ungefährlichere Stoffe eingesetzt werden können
Lagermengen möglichst gering halten
Höchstzulässige Lagertemperatur und -dauer beachten
Ausreichende Druckentlastungsflächen bei Lagertanks vorsehen
Beim Umgang mit organischen Peroxiden Sicherheitsabstände zu anderen Gebäuden oder Anlagen gemäß § 5 BGV B4 einhalten (gilt nicht für Gruppe OP IV)
Verunreinigungen vermeiden, entnommene Teilmengen nicht mehr in Orginalgebinde zurückgeben
Siehe auch Abschnitt 6.1 und Merkblatt M 001
BGV B4; SprengG; 2. SprengV
Prüfen. ob die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten sind:
Überwiegend geistige Tätigkeit ≤ 55 dB(A)
Einfache, überwiegend mechanisierte Bürotätigkeit ≤ 70 dB(A)
Sonstige Tätigkeiten ≤ 85 dB(A)
Lärmbereiche ab 90 dB(A) kennzeichnen (§ 7 Abs. 2 BGV B3)
Für Lärmbereiche ab 90 dB(A) schriftliches Lärmminderungsprogramm aufstellen (§ 6 BGV B3)
Lärmemission von Arbeitsmitteln absenken, wenn Grenzwerte überschritten werden (§ 3 Abs. 1 und § 6 BGV B3; Merkblatt T 011)
Bei Neuanschaffungen Geräuschemissionen verschiedener Angebote vergleichen (§ 3 Abs. 2 BGV B3)
Ab 85 dB(A) Gehörschutzmittel zur Verfügung stellen, auf Benutzung hinwirken (§ 10 Abs. 1 BGV B3, siehe auch BGR 194 und Merkblatt T 027)
Ab 90 dB(A) muss Gehörschutz benutzt werden, Kontrolle ist erforderlich (§ 10 Abs. 2 BGV B3)
Prüfen, ob Signale (insbesondere Gefahrensignale) noch ausreichend erkannt werden (Gefahr des Übertönens) (§ 12 BGV B3)
Für Beschäftigte in Lärmbereichen ab 85 dB(A) arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen unter Beachtung des Grundsatzes G 20 veranlassen (§ 3 Abs. 1 bis 3 BGV A4)
Siehe auch Abschnitt 9.1 Merkblatt A 017
Anhang 1 Nr. 1.5.8 Maschinen-Richtlinie; BGI 674, 675, 678, 680, 681, 789 bis 793, 797
Abbildung 45: Lärmarme Düsen
Lärm an Verpackungsmaschinen
Lärmarme Antriebsaggregate einsetzen
Lärmarme Druckluftdüsen verwenden
Apparate regelmäßig warten
§ 3 Abs. 1 BGV B3; BGI 674, 675, 678, 680, 681, 789 bis 791; Merkblatt T 011
Luft geleiteter Schall
Festkörper geleiteter Schall
Siehe Abschnitt 9.2 Merkblatt A 017
Siehe Abschnitt 9.3 Merkblatt A 017
Schwingungsgedämpfte Sitze zur Verfügung stellen
Fahrzeuge mit geringer Schwingungsintensität verwenden
Schlaglöcher in den Verkehrswegen beseitigen
Hand-Arm-Schwingungen können bei Hand gehaltenen und geführten Werkzeugen auftreten
Siehe Abschnitt 9.4 Merkblatt A 017
UV-Strahlung, IR-Strahlung, Laserstrahlung
Siehe Abschnitt 9.5 Merkblatt A 017
Entsprechende Teile isolieren oder Berührungsschutz anbringen
Gefahrstellen kennzeichnen
Persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen (BGR 189)
Siehe auch Abschnitt 9.8 Merkblatt A 017
§ 10 BGV D17; § 17 VBG 22
Kontakt mit heißen Produkten
Auffangbehälter und Vorlagebehälter isolieren
Möglichkeiten schaffen, dass heiße flüssige Produkte ohne Verspritzen umgefüllt werden können (z.B. durch Einführen in den Behälter an einem möglichst tiefen Punkt)
Reinigungsarbeiten mit geeigneten persönlichen Schutzausrüstungen durchführen (§ 2 PSA-BV; §§ 4, 14 BGV A1; BGR 189)
Siehe auch Abschnitte 1.5 und 7.4
§ 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1, 4 und § 14 BGV A1; Merkblatt T 007
Abbildung 46: Empfohlene Maximaltemperaturen
Unter Druck austretendes Produkt (z.B. Pasten, Schmelzen, Dampf)
Geschlossene Systeme (z.B. Rohrleitungen) nur nach Entspannen und Entleeren (möglichst auch Spülen) öffnen
Bei Instandhaltungsarbeiten Freigabescheinverfahren durchführen und persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen
§ 3 Abs. 1 ArbSchG; § 2 Abs. 1, 4 und § 14 BGV A1
Zu Gefahren und Schutzmaßnahmen in explosionsgefährdeten Bereichen siehe Abschnitt 7.2
Schreckreaktionen durch elektrostatische Entladungen
Siehe Abschnitt 9.9 Merkblatt A 017
Schwierigkeitsgrad und Komplexität der Tätigkeit, Monotonie usw.
Siehe Abschnitt 10.1 Merkblatt A 017
Handlungsspielraum, Verantwortung
Entscheidungsspielraum, Aufgabenvollständigkeit, Zeitmanagement usw.
Siehe Abschnitt 10.2 Merkblatt A 017
Verhältnis zu Vorgesetzten, Bestätigung, Konflikte, Kommunikation usw.
Siehe Abschnitt 10.3 Merkblatt A 017
Nachtarbeit, Wechselschicht, Überstunden usw.
Siehe Abschnitt 10.4 Merkblatt A 017
Alkohol, Medikamente, Nikotin, Schnüffelstoffe, illegale Drogen
Siehe Abschnitt 10.5 Merkblatt A 017
Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten usw.
Siehe Abschnitt 11.2 Merkblatt A 017
Siehe auch Merkblatt A 016
Das Druckförderprodukt ist das Produkt aus dem zulässigen Betriebsüberdruck in bar und dem Volumenstrom in l/min