Source: http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2017_II_385/BGBLA_2017_II_385.html
Timestamp: 2018-04-20 00:50:50
Document Index: 296833689

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 9', '§ 9', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 11', 'Art. 5']

Ausgegeben am 18. Dezember 2017
385. Verordnung:
Änderung der Verordnung über das Aktionsprogramm 2012 zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen
385. Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, mit der die Verordnung über das Aktionsprogramm 2012 zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen geändert wird
„Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft über das Aktionsprogramm zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen (Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung – NAPV)“
„(2) Für diese Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen:
Ackerflächen: für den Anbau landwirtschaftlicher Kulturpflanzen genutzte landwirtschaftliche Nutzflächen oder für den Anbau landwirtschaftlicher Kulturpflanzen verfügbare, aber brachliegende Flächen, unabhängig davon, ob sich diese Flächen unter Gewächshäusern oder anderen festen oder beweglichen Abdeckungen befinden.
Ackerfutterflächen: Ackerflächen mit den Kulturen Futtergräser, Wechselwiesen, Kleegras, Klee, Luzerne, Energiegräser und sonstiges Feldfutter mit mehrjährigen Kulturpflanzen.
bestockt: mit ein- oder mehrjährig auch verholzten Pflanzen bewachsen.
bodenbedeckender Bewuchs: im Boden verwurzelte lebende oder tote Pflanzen mit flächenhafter Bedeckung des Bodens.
Dauergrünland: landwirtschaftliche Nutzflächen, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden oder stillgelegt sind und mindestens fünf Jahre lang nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs sind.
Feldstück: eine im Bundesgebiet gelegene, eindeutig abgrenzbare Bewirtschaftungseinheit eines Betriebsinhabers mit nur einer Nutzungsart.
ganzjährig mit lebenden Pflanzen bewachsen: mit Dauergrünland, Ackerfutterflächen, Strauch oder Gehölz bepflanzt.
gut bestockt: mit ein- oder mehrjährig auch verholzten Pflanzen mit guter Flächendeckung bewachsen.
landwirtschaftliche Nutzflächen: Flächen, die als Ackerfläche, Dauergrünland oder als Obstanlage, Weingarten, Reb- und Baumschule, Forstbaumschule (auf Ackerflächen oder Dauergrünland), Energieholzfläche oder Christbaumfläche genutzt werden.
Mineralischer Dünger: Dünger, der Nährstoffe in anorganischer Form enthält, welche durch physikalische oder industrielle chemische Verfahren gewonnen werden; dazu zählen auch Kalkstickstoff, Harnstoff sowie seine Kondensate und Anlagerungsverbindungen.
Schlag: zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzfläche eines Bewirtschafters, die mit einer Kulturart bebaut oder stillgelegt ist.
Stickstoff – in feldfallender Wirkung: ist Stickstoff nach Abzug der Stall- und Lagerverluste sowie der Ausbringungsverluste. Die Stickstoffmenge aus Wirtschaftsdünger nach Abzug der Stall- und Lagerverluste ergibt sich gemäß Anlage 4. Die Ausbringungsverluste betragen für Gülle, Biogasgülle und Jauche 13%, für Stallmist und Kompost 9% des Stickstoffgehalts von Wirtschaftsdünger nach Abzug der Stall- und Lagerverluste. Der Stickstoff in mineralischen Düngemitteln gilt als Stickstoff in feldfallender Wirkung.
Stickstoff – jahreswirksam: ist das Produkt aus Stickstoff in feldfallender Wirkung und Faktor der Jahreswirksamkeit. Der Faktor der Jahreswirksamkeit beträgt für Stallmist 50%, für Rottemist 30%, für Kompost 10%, für Jauche 100%, für Rindergülle 70%, für Schweinegülle 80%, für Hühnergülle 85% und für mineralischen Dünger 100% des feldfallenden Stickstoffs. Der Faktor der Jahreswirksamkeit für Biogasgülle und Gärrückstände mit überwiegenden Anteilen aus tierischen Ausscheidungen entspricht dem Faktor des überwiegenden Anteils der tierischen Ausscheidung. Der Faktor der Jahreswirksamkeit für nicht entwässerten Klärschlamm (TM-Gehalt < 15%) entspricht dem Faktor für Rindergülle, für entwässerten Klärschlamm (TM-Gehalt > 15%) dem Faktor für Stallmist.
Wirtschaftsdünger: tierische Ausscheidungen (Stallmist, Jauche, Gülle) oder eine Mischung aus Einstreu und tierischen Ausscheidungen, auch in verarbeiteter Form.“
3. In § 2 Abs. 1 erster Satz wird das Wort „Handelsdünger“ durch das Wort „mineralischen Dünger“, das Wort „Wechselwiese“ durch das Wort „Ackerfutterflächen“ und die Angabe „28. Februar“ durch die Bezeichnung „15. Februar“ ersetzt.
4. In § 2 Abs. 3 wird die Wortfolge „auf Feldgemüseanbauflächen“ durch Wortfolge „für Kulturen“ ersetzt.
„Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft kann auf zeitgerechte und begründete Anregung des Landeshauptmannes mit Verordnung für Bezirke die in § 2 bezeichneten Zeiträume, in denen stickstoffhältige Düngemittel nicht auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht werden dürfen, vorübergehend verändern, wenn
im betreffenden Gebiet die Niederschlagssumme im Zeitraum von 1. September bis 5. Oktober des laufenden Jahres zumindest 150% der langjährigen durchschnittlichen Niederschlagssumme für diesen Zeitraum beträgt,
die Anwendung von § 2 Abs. 1 bis 3 unbillige Härten bewirken würde und
keine mehr als geringfügigen Auswirkungen auf Gewässer zu erwarten sind.
Die Anregung des Landeshauptmannes ist zeitgerecht und begründet, wenn sie spätestens fünf Werktage vor dem Beginn des Verbotszeitraums beim Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft einlangt und eine kurze fachlich nachvollziehbare und schlüssige schriftliche Darstellung zu den im ersten Satz angeführten Anforderungen enthält. Eine derartige Regelung tritt, sofern nicht in der Verordnung ein früherer Zeitpunkt angegeben ist, mit Ablauf des nächstfolgenden 15. Februar außer Kraft.“
„(6) Das Ausbringen stickstoffhältiger Düngemittel ab dem in Abs. 1 oder 2 genannten Beginn des Verbotszeitraums bis zu dem aufgrund einer Verordnung gemäß Abs. 5 vorübergehend geänderten Beginn des Verbotszeitraums ist der Behörde umgehend unter Bezeichnung des Betriebs und des Schlags (bzw. des Feldstücks), auf dem Düngemittel ausgebracht werden sollen, zu melden. Über die Bewirtschaftung innerhalb dieses Zeitraums sind folgende Aufzeichnungen zu führen und der Behörde zu übermitteln:
Bezeichnung der nach der Ernte angebauten Kultur sowie Bezeichnung und Größe des Schlages bzw. des Feldstückes, auf dem stickstoffhältige Düngemittel ausgebracht wurden,
Datum von Ernte der Hauptfrucht und Datum des Anbaus einer Folgefrucht auf dem Schlag bzw. dem Feldstück sowie
Art und Menge der auf dem Schlag bzw. Feldstück nach der Ernte der Hauptfrucht ausgebrachten Düngemittel, die Menge des darin enthaltenen jahreswirksamen Stickstoffs sowie das Datum der Ausbringung.
Die Meldungen und die Beurteilung der Auswirkungen auf die Gewässer sind vom Landeshauptmann bis 30. Juni des Folgejahrs im Internet zu veröffentlichen.“
7. In § 3 Abs. 3 werden der Klammerausdruck „(Rübe, Kartoffel und Mais)“ durch den Klammerausdruck „(Rübe, Kartoffel, Mais, Sojabohne, Hirse und Sonnenblume)“ und die Bezeichnung „Absatz 2“ durch „Abs. 2“ ersetzt.
8. In § 3 Abs. 4 wird die Bezeichnung „Absätze 1 bis 3“ durch die Bezeichnung „Abs. 1 bis 3“ ersetzt. Weiters wird die Wortfolge „Artikel 18 der Verordnung des Rates (EG) Nr. 1257/1999 über die Förderung der Entwicklung des Ländlichen Raumes durch den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) vom 17. Mai 1999, Amtsblatt Nr. L 160 vom 26. Juni 1999, S 80“ durch die Wortfolge „Artikel 32 der Verordnung (EG) Nr. 1305/2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005, ABl. Nr. L 347/487 vom 20.12.2013 S. 487“ ersetzt.
9. In § 4 Abs. 1 wird das Wort „durchgefrorenen“ durch das Wort „gefrorenen“ ersetzt.
10. § 4 Abs. 2 entfällt; die Abs. 3 und 4 erhalten die Bezeichnung „(2)“ und „(3)“.
„(2) Der in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Abstand hat zu betragen:
Abstand bei Ausbringen von stickstoffhältigen Düngemitteln mit direkt injizierenden Geräten bzw. Breite eines ganzjährig mit lebenden Pflanzen bewachsenen Streifens zur Böschungsoberkante des Gewässers
Zu stehenden Gewässern (ausgenommen Beregnungsteiche), wenn der zur Böschungsoberkante des Gewässers angrenzende Bereich von 20 m eine durchschnittliche Neigung von bis zu 10% aufweist
Zu stehenden Gewässern (ausgenommen Beregnungsteiche), wenn der zur Böschungsoberkante des Gewässers angrenzende Bereich von 20 m eine durchschnittliche Neigung von mehr als 10% aufweist
Zu fließenden Gewässern, wenn der zur Böschungsoberkante des Gewässers angrenzende Bereich von 20 m eine durchschnittliche Neigung von bis zu 10% aufweist
Zu fließenden Gewässern, wenn der zur Böschungsoberkante des Gewässers angrenzende Bereich von 20 m eine durchschnittliche Neigung von mehr als 10% aufweist
wenn es sich bei der an die Böschungsoberkante des Fließgewässers angrenzenden Fläche um einen ein Hektar nicht überschreitenden schmalen Schlag in Gewässerrichtung mit einer Breite von höchstens 50 Metern handelt, oder das Gewässer einen Entwässerungsgraben darstellt“
„(2) Soweit Stallmist auf Feldmieten zwischengelagert wird, kann das Ausmaß an Lagerkapazität für Stallmist für Betriebe mit einem Stickstoffanfall von bis zu 1 800 kg Stickstoff pro Jahr nach Abzug der Stall- und Lagerverluste entsprechend der Tabelle in Anlage 4 aliquot vermindert werden; das Mindestausmaß an technisch dichter Lagerfläche für Stallmist hat drei Monate zu betragen.“
13. In § 6 Abs. 3 wird der Ausdruck „Anlage 2“ durch „Anlage 1“ ersetzt.
14. § 6 Abs. 6 lautet:
„(6) Eine den Zeitraum von fünf Tagen übersteigende Zwischenlagerung von Stallmist in Form von Feldmieten ohne befestigte Bodenplatte darf auf landwirtschaftlichen Nutzflächen nur erfolgen, wenn
die Verbringung des Stallmistes vom Hof frühestens nach drei Monaten erfolgt,
die Feldmiete mindestens 25 m von Oberflächengewässern einschließlich Entwässerungsgräben entfernt ist und auf möglichst flachem, nicht sandigen Boden gelagert wird,
an der betreffenden Stelle seit mindestens einem Jahr keine Feldmiete angelegt war,
keine Gefahr einer Gewässerverunreinigung durch das Abfließen des Sickersaftes in ein Oberflächengewässer einschließlich Entwässerungsgräben besteht,
es sich nicht um staunasse Böden handelt,
der Mindestabstand zwischen dem Grundwasserspiegel und der Geländeoberkante mehr als einen Meter beträgt,
spätestens nach acht Monaten – bei Schaf- und Ziegen-, Lama- und Alpacamist sowie bei Pferdemist spätestens nach zwölf Monaten – eine Räumung mit landwirtschaftlicher Verwertung erfolgt und
der Stickstoffgehalt im zwischengelagerten Stallmist insgesamt nicht jene Menge an Stickstoff übersteigt, die auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebes, auf der sich die Feldmiete befindet oder die an die Feldmiete unmittelbar angrenzt, unter Einhaltung der in den §§ 7 und 8 festgeschriebenen Höchstgrenzen ausgebracht werden darf.
Stallmist von Küken und Junghennen für Legezwecke unter einem halben Jahr sowie von Legehennen und Hähnen darf nicht in Form von Feldmieten zwischengelagert werden.“
15. § 7 Abs. 1 zweiter Satz wird durch folgende Sätze ersetzt:
„Stickstoffgaben von mehr als 100 kg Nitrat-N, Ammonium-N oder Amid-N je Hektar und Jahr aus mineralischen Düngemitteln sowie mehr als 100 kg Ammonium je Hektar und Jahr aus Wirtschaftsdüngern in feldfallender Wirkung, sonstigen organischen Düngern oder Klärschlamm sind zu teilen. Die Berechnung des Ammoniumanteils aus Wirtschaftsdüngern, sonstigen organischen Düngern oder Klärschlamm erfolgt gemäß Anlage 2. Ausgenommen von der Gabenteilung sind stickstoffhältige Düngemittel mit physikalisch oder chemisch verzögerter Stickstofffreisetzung und Stickstoffgaben bei Hackfrüchten und Gemüsekulturen, wenn der Boden eine mittlere bis hohe Sorptionskraft – dh. einen mehr als 15%-igen Tonanteil – aufweist.“
16. In § 7 Abs. 1 Z 1 wird das Wort „und“ durch einen Beistrich ersetzt.
17. In § 7 Abs. 1 Z 2 wird das Wort „Wechselwiese“ durch das Wort „Ackerfutterflächen“ ersetzt und nach dem Wort „Verbotszeitraums“ das Wort „oder“ eingefügt.
18. In § 7 Abs. 1 wird folgende Z 3 eingefügt:
auf durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähige Böden, die nicht wassergesättigt sind und eine lebende Pflanzendecke aufweisen,“
19. § 7 Abs. 3 lautet:
„(3) Die Ausbringung von stickstoffhältigen Düngemitteln und Klärschlamm – ausgenommen Mist, Kompost, Carbokalk, entwässertem Klärschlamm und Klärschlammkompost – darf nur auf einer lebenden Pflanzendecke oder unmittelbar vor der Feldbestellung erfolgen.“
20. In § 7 Abs. 4 wird die Wortfolge „soll optimalerweise binnen vier Stunden vorgenommen werden“ durch die Wortfolge „hat möglichst binnen vier Stunden zu erfolgen“ ersetzt.
21. In § 7 Abs. 5 erster Satz entfällt die Wortfolge „ab 1. Jänner 2015“ und wird die Wortfolge „Daten zu dokumentieren“ durch die Wortfolge „Aufzeichnungen zu führen“ ersetzt.
22. In § 7 Abs. 5 Z 3 entfällt das Wort „düngungswürdigen“.
23. In § 7 Abs. 5 Z 4 wird das Wort „den“ durch das Wort „der“ sowie die Wortfolge „Kulturen gemäß Anlage 3“ durch die Wortfolge „Kulturen entsprechend der Ertragslage gemäß Anlage 3“ ersetzt.
24. § 7 Abs. 6 und 7 lautet:
„(6) Abs. 5 ist nicht auf Betriebe anzuwenden,
deren gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche (ohne Einrechnung von Almen und Gemeinschaftsweiden) höchstens fünfzehn Hektar beträgt, sofern auf weniger als zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Gemüse angebaut wird, oder
(7) Die Aufzeichnungen gemäß Abs. 5 sind bis spätestens 31. März für das jeweils vorangegangene Kalenderjahr zu führen. Die Aufzeichnungen sind sieben Jahre ab Ablauf des Kalenderjahres aufzubewahren und auf Verlangen der Behörde zu übermitteln.“
25. In § 8 Abs. 1 wird der Ausdruck „Anlage 3“ durch die Wortfolge „Anlage 3 entsprechend der Ertragslage“ ersetzt.
26. Die §§ 9 und 10 erhalten die Bezeichnungen „§ 10“ und „§ 11“; folgender § 9 samt Überschrift wird eingefügt:
„Verstärkte Aktionen für in Gebieten gemäß Anlage 5 gelegene Betriebe
§ 9. (1) Die Lagerkapazität von Behältern zur Lagerung von flüssigem Wirtschaftsdünger hat für jeden in Gebieten gemäß Anlage 5 gelegenen Betrieb mit einem Stickstoffanfall aus der Schweinehaltung von mehr als 100 kg pro Jahr nach Abzug der Stall- und Lagerverluste (Anlage 4) einen Lagerungszeitraum von mindestens zehn Monaten abzudecken, wenn die Anlage nach dem 1. Jänner 2019 errichtet wird.
(2) Die Lagerkapazität von Behältern zur Lagerung von flüssigem Wirtschaftsdünger für in Gebieten gemäß Anlage 5 gelegene Betriebe mit einem Stickstoffanfall von mehr als 1 000 kg pro Jahr aus flüssigem Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche) nach Abzug der Stall- und Lagerverluste (Anlage 4),
bei denen auf mehr als 60% der landwirtschaftlichen Nutzflächen (ohne Einrechnung von Almen und Gemeinschaftsweiden) Mais angebaut wird oder
die keine landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaften oder einen Stickstoffanfall von mehr als 250 kg je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (ohne Einrechnung von Almen und Gemeinschaftsweiden) nach Abzug der Stall- und Lagerverluste entsprechend der Tabelle in Anlage 4 aufweisen,
hat ab dem 1. Jänner 2021 einen Lagerungszeitraum von mindestens zehn Monaten abzudecken.
(3) Sofern die Lagerkapazität den gemäß Abs. 1 und 2 erforderlichen Zeitraum nicht abdeckt, ist das Vorhandensein von ausreichendem Lagerraum über bestehende Betriebskooperationen, Güllebanken, Biogasanlagen oder andere umweltgerechte Verwertungen nachzuweisen. In diesem Ausmaß darf die Lagerkapazität verringert werden. Sie hat jedoch auch in diesen Fällen mindestens sechs Monate zu betragen. Nachweise für die über Abgaben von Wirtschaftsdünger geschlossenen Vereinbarungen sind sieben Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der Behörde vorzulegen.
(4) Auf in Gebieten gemäß Anlage 5 gelegene Betriebe ist § 7 Abs. 5 – in Abweichung von § 7 Abs. 6 – anzuwenden, wenn
auf mindestens zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Gemüse angebaut wird oder deren gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche (ohne Einrechnung von Almen und Gemeinschaftsweiden) mindestens fünf Hektar beträgt und
weniger als 90% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche (ohne Einrechnung von Almen und Gemeinschaftsweiden) als Dauergrünland oder Ackerfutterfläche genutzt wird.
(5) In Gebieten gemäß Anlage 5 gelegene Betriebe, bei denen auf mehr als zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Gemüse angebaut wird oder die mehr als fünf Hektar Ackerflächen bewirtschaften, haben für die bewirtschafteten Ackerflächen ergänzend zu den Vorgaben gemäß § 7 Abs. 5 folgende Aufzeichnungen zu führen:
Bezeichnung und Größe des Schlages bzw. des Feldstückes, auf dem stickstoffhältige Düngemittel ausgebracht wurden, sowie der angebauten Kultur,
(6) In Gebieten gemäß Anlage 5 gelegene Betriebe haben für nach dem 1. Jänner 2018 angelegte Zwischenlagerungen von Stallmist in Form von Feldmieten den Zeitpunkt der Errichtung, die Bezeichnung des Schlages bzw. des Feldstückes sowie den Zeitpunkt der Räumung aufzuzeichnen. Aufzeichnungen sind jeweils innerhalb von 14 Tagen durchzuführen, sieben Jahre ab Ablauf des Kalenderjahres aufzubewahren und auf Verlangen der Behörde zu übermitteln.“
27. Dem § 11 wird folgender Abs. 5 angefügt:
„(5) Die Verordnung BGBl. II Nr. 385/2017 tritt mit 1. Jänner 2018 in Kraft. “
28. Anlage 1 entfällt, die Anlage 2 erhält die Bezeichnung „Anlage 1“.
29. Anlage 2 (neu) lautet:
Ammoniumanteil von Wirtschaftsdüngern, sonstigen organischen Düngern oder Klärschlamm
% NH 4 -N
Stallmistkompost
Legehühnergülle (verdünnter Kot)
Legehühnerkot (frisch)
Legehühnertrockenkot, Jungkükenfrischkot, Putenmist
Der Ammomiumanteil für Biogasgülle und Gärrückstände mit überwiegendem Anteil aus tierischen Ausscheidungen entspricht dem Anteil der tierischen Ausscheidungen.
Für nicht angeführte Wirtschaftsdünger, sonstige organische Dünger und Klärschlamm sind Werte aus der einschlägigen Fachliteratur abzuleiten.“
30. Anlage 3 (neu) lautet:
Mengenbegrenzung der auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebrachten, jahreswirksamen Stickstoffmenge
Die Ertragslage ist anhand der tatsächlichen Erträge im Durchschnitt der letzten Jahre einzustufen. Bei Kulturarten, bei denen zum Zeitpunkt der letzten Stickstoffdüngung das tatsächliche Ertragsniveau bereits abschätzbar ist, ist eine Stickstoffbemessung nach dem korrigierten Ertragsniveau vorzunehmen.
Wenn die durchschnittliche Ackerzahl eines Schlages kleiner als 30 ist, so ist eine Einstufung der Ertragslage des Standortes mit „hoch“ nicht zulässig. Abweichend davon kann bei Vorliegen von Aufzeichnungen über die tatsächlich erzielten Erträge der betreffenden oder von unmittelbar vergleichbaren Flächen die Einstufung der Ertragslage nach diesen Aufzeichnungen erfolgen.
Für in den Tabellen 1 und 3 nicht aufgelistete Kulturen sind die Werte für die Mengenbegrenzung aus der einschlägigen Fachliteratur in Anlehnung an die nachstehenden Tabellen abzuleiten.
Tabelle 1: Obergrenzen Acker je Kultur/Satz in kg jahreswirksamer N/ha:
Niedrige Ertragslage
Mittlere Ertragslage
Ertragslage hoch1
Ertragslage hoch2
Ertragslage hoch3
Ertrag bis
Ertrag von bis
[kg/ ha]
Weizen >= 14% RP
5,5–6,75
6,75–8
Weizen < 14% RP
Dinkel (mit Spelzen)
Körnermais (incl. CCM)
Silomais (FM)
50–57,5
57,5–65
Speise/Industriekartoffel
Früh-, Pflanzkartoffel
Körnerhirse/-sorghum
Silohirse/-sorghum (FM)
Soja, Erbse, Bohne
3,5–4,25
4,25–5
Kraut (Industrie, spät)
Zwischenfrucht-(futter)bau mit Leguminosen
Zwischenfrucht-(futter)bau ohne Leguminosen
Stilllegungen/
bei Verwendung von nicht beimpftem Saatgut, bei mangelhaftem Knöllchenbesatz oder bei erstmaligem Anbau
Stickstoffdüngergaben auf nicht genutzte Zwischenfrüchte sind in voller Höhe der Folgekultur anzurechnen
Die in Tabelle 1 festgelegten Werte sind zur Berücksichtigung der Stickstoffnachlieferung aus der Vorfrucht
bei Ackerbohne, Körnererbse, einjährigen Ackerfutterflächen und bei einjährigen Stilllegungen/ Grünbrachen als Vorfrucht um jeweils 20 kg/ha,
bei Umbruch von sonstigen mehrjährigen Ackerfutterflächen, Stilllegungen/ Grünbrachen und bei umgebrochenen Dauergrünlandflächen als Vorfrucht um jeweils 30 kg/ha und
bei Umbruch von mehrjährigem Klee und mehrjährigen Leguminosen als Vorfrucht um jeweils 40 kg/ha
Tabelle 2: Obergrenzen Grünland/Ackerfutterflächen in kg jahreswirksamer N/ha
Ertrag [t/ha]
max. N [kg/ha]
Dauer- und Wechselwiesen
3 Schnitte gräserbetont
4 Schnitte gräserbetont
5 Schnitte gräserbetont
210 (240 1) )
6 Schnitte gräserbetont
210 (270 1) )
Mähweiden (ein Weidegang entspricht 1,5 – 2,0 t TM/ha)
1 Schnitt + 1 bis 2 Weidegänge
2 Schnitte + 1 Weidegang
2 Schnitte + 2 oder mehr Weideg.
Dauerweiden, Kulturweiden
Hutweiden/Almfutterflächen
Kleebetont (> 40 Flächen-%)
Gräserbetont
7–10,5
210 (250 1) )
Gräserreinbestände
210 (280 1) )
Alpingräser
Gräser für Wirtschaftsgrünland
in intensiv genutzten Gunstlagen mit gräserbetonten bzw. gräserreinen Beständen
Bei Mähweiden und Dauerweiden darf die Summe aus N-Ausscheidungen auf der Weide und einer allfälligen Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und/oder Mineraldüngern die angeführten Werte nicht überschreiten. Die angeführten Werte für Hutweiden/Almfutterflächen beziehen sich auf die zusätzlich zur Weide möglichen Stickstoffdüngergaben.“
31. Anlage 4 lautet:
Stickstoffanfall nach Abzug der Stall- und Lagerverluste
N-Anfall je Platz in kg pro Jahr
Tierart 1)2)
Mist Anteil
Jauche Anteil
Kälber und Jungrinder unter ½ Jahr
Jungvieh ½ bis 1 Jahr
Jungvieh 1 bis 2 Jahr
Milchkühe ohne Nachzucht
Milchkühe (5 000 kg Milch)
Milchkühe (6 000 kg Milch)
Milchkühe (7 000 kg Milch)
Milchkühe (8 000 kg Milch)
Milchkühe (9 000 kg Milch)
Milchkühe (> 10 000 kg Milch)
Mutter- und Ammenkühe ohne Nachzucht
3 000 kg Milch
4 000 kg Milch
Ferkel 8 bis 32 kg Lebendgewicht (LG) Standard-Fütterung
Ferkel 8 bis 32 kg Lebendgewicht (LG) N-reduzierte-Fütterung
Mastschweine und Jungsauen auf der Basis von 2,5 Zyklen pro Jahr
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung – N-reduzierte-Fütterung
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung – stark-N-reduzierte-Fütterung
Zuchtschweine (ab Belegung) inkl. Ferkel bis 8 kg
Zuchtschweine – Standard-Fütterung
Zuchtschweine – N-reduzierte Fütterung
Zuchteber – Standard-Fütterung
Zuchteber – N-reduzierte Fütterung
Küken u. Junghennen für Legezwecke bis ½ Jahr
Zwerghühner, Wachteln; ausgewachsen
Kleinpferde inkl. Ponys, Esel, Maultiere … Widerristhöhe bis 1,48 m Endgewicht < 300 kg
½ bis 3 Jahre
> 3 Jahre incl. Fohlen bis ½ Jahr
Kleinpferde – Haflinger, Reitponys, … Widerristhöhe bis 1,48 m – Endgewicht > 300 kg
Pferde (Widerristhöhe > 1,48 m) – Endgewicht > 500 kg
ab ½ Jahr bis 1,5 Jahre
Für nicht aufgelistete Tierarten und -kategorien sind Werte aus der einschlägigen Fachliteratur bzw. anhand von genannten „gewichts- und ernährungsmäßig“ vergleichbaren Tierkategorien abzuleiten.
Sofern in einem Einzelfall betriebsspezifische Produktionsintensitäten (betreffend Umtriebszyklen, Haltedauer, Leerstehzeiten, Tageszunahme, Schlachtendgewicht etc.) vorliegen, die von dem in der Tabelle erfassten Regelfall abweichen, so sind die Stickstoffanfallswerte aliquot abzuleiten.“
32. Nach Anlage 4 wird folgende Anlage 5 angefügt:
Gebiete mit verstärkten Aktionen gemäß Art. 5 Abs. 5 der Richtlinie 91/676/EWG des Rates zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen