Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bverwg/2013-02-18/bverwg-2-b-5412
Timestamp: 2017-10-16 22:37:57
Document Index: 368757414

Matched Legal Cases: ['§ 1618', '§ 4', '§ 40', '§ 27', '§ 26', '§ 26', '§ 26']

BVerwG, 18.02.2013 - BVerwG 2 B 54.12 - Ausübung des Versetzungsermessens des Dienstherrens gemessen an der ihm gegenüber dem einzelnen Beamten obliegenden Fürsorgepflicht | anwalt24.de
Beschl. v. 18.02.2013, Az.: BVerwG 2 B 54.12
Ausübung des Versetzungsermessens des Dienstherrens gemessen an der ihm gegenüber dem einzelnen Beamten obliegenden Fürsorgepflicht
Referenz: JurionRS 2013, 33878
Aktenzeichen: BVerwG 2 B 54.12
OVG Berlin-Brandenburg - 18.04.2012 - AZ: OVG 4 B 41.10
BVerwG, 18.02.2013 - BVerwG 2 B 54.12
1. Die Klägerin steht als Lehrerin im Dienst des Beklagten. Wegen eines erheblichen Personalüberhangs von Lehrkräften im bisherigen Schulamtsbereich und zugleich erheblichen Bedarfs in anderen Schulamtsbereichen versetzte der Beklagte die Klägerin im Juli 2005 nach Anhörung zu einem anderen Staatlichen Schulamt. Von einer Versetzung aus dem bisherigen Schulamtsbereich waren 215 der mehr als 2 800 beamteten Lehrer dieses Bereichs betroffen. Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage hatte in beiden Vorinstanzen Erfolg. Zur Begründung hat das Oberverwaltungsgericht im Wesentlichen ausgeführt:
bei der Frage der Aufstellung eines Kriterienkatalogs zu individueller und/oder generalisierender Determinierung der 'Betroffenheit' eines Beamten von der dienstlichen Maßnahme,
bei der Frage der Zulässigkeit einer spezifischen Bepunktung der Betroffenheit, d.h., bei der Frage der Gewichtung bestimmter sozialer Kriterien (bspw. alleinerziehend, volljährige Berufsschulkinder etc.) unter Beachtung der von der Rechtsordnung vorgenommenen Bewertungen (bspw. in § 1618a BGB oder § 4 Abs. 2 SchulGBbg aF),"
"wie eng oder wie weit der Kreis der von einer Massen-Versetzungsentscheidung betroffenen Beamten gezogen werden muss,
Die Frage, wonach sich das der Behörde bei der Entscheidung über eine Versetzung eröffnete Ermessen ("kann") im Sinne von § 40 des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Brandenburg in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. März 2004 (- VwVfGBbg a.F. -, GVBl I S. 78) zu richten hat, ist in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts geklärt. Der Dienstherr muss sich bei der Ausübung des Versetzungsermessens von der ihm gegenüber dem einzelnen Beamten obliegenden Fürsorgepflicht leiten lassen (Urteile vom 15. August 1960 - BVerwG 6 C 9.59 - Buchholz 237.3 § 27 BG Bremen Nr. 1 S. 4, vom 25. Januar 1967 - BVerwG 6 C 58.65 - BVerwGE 26, 65[BVerwG 25.01.1967 - VI C 58.65] <69 ff.> = Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 8 S. 40 ff., vom 7. März 1968 - BVerwG 2 C 137.67 -Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 9 S. 50 f. = ZBR 1969, 47 [BVerwG 07.03.1968 - BVerwG II C 137.67] und vom 13. Februar 1969 - BVerwG 2 C 114.65 - Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 11 S. 4 f., Beschluss vom 16. Juli 2012 - BVerwG 2 B 16.12 - [...] Rn. 18).