Source: https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/2017/BGH/Verwerfung-des-Antrags-auf-Wiedereinsetzung-in-den-vorigen-Stand-und-des-Antrags-auf-Entscheidung-des-Revisionsgerichts-als-unzulaessig-wegen-Fristversaeumnis
Timestamp: 2020-08-04 20:30:36
Document Index: 14099047

Matched Legal Cases: ['§ 346', 'BGH', '§ 45', '§ 346', '§ 346', '§ 346', '§ 45', '§ 346', 'BGH']

Verwerfung des Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und des Antrags auf Entscheidung des Revisionsgerichts als unzulässig wegen Fristversäumnis - Rechtsportal
StPO § 346 Abs. 2 S. 1
Verwerfung des Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und des Antrags auf Entscheidung des Revisionsgerichts als unzulässig wegen Fristversäumnis
BGH, Beschluss vom 13.07.2017 - Aktenzeichen 5 StR 248/17
DRsp Nr. 2017/11852
StPO § 45 Abs. 1 ; StPO § 346 Abs. 1 ; StPO § 346 Abs. 2 S. 1;
Das Landgericht hat den Angeklagten am 16. November 2016 wegen veruntreuender Unterschlagung in Tateinheit mit Vortäuschen einer Straftat sowie wegen Raubes zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, deren Vollstreckung es zur Bewährung ausgesetzt hat. Gegen dieses Urteil hat der Verteidiger am 23. November 2016 form- und fristgerecht Revision eingelegt, diese jedoch nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe nicht begründet. Das Landgericht hat deshalb die Revision durch Beschluss vom 9. März 2017 gemäß § 346 Abs. 1 StPO als unzulässig verworfen. Der Beschluss ist dem Verteidiger am 14. März 2017 zugestellt worden und dem Angeklagten am 24. März 2017 mit einfacher Post zugegangen. Der Angeklagte hat mit am 3. April 2017 eingegangenem Schreiben "Widerspruch" gegen diesen Beschluss erhoben. Er beantragt, ihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren.
"Die Wiedereinsetzungsgesuche sind wegen Fristversäumnis unzulässig, weil sie nicht binnen der Wochenfrist des § 45 Abs. 1 StPO eingegangen sind. Denn nach seinen eigenen Angaben hatte der Angeklagte bereits am 24. März 2017 von dem Verwerfungsbeschluss und damit vom Wegfall des Hindernisses Kenntnis erhalten. Die Anträge sind aber auch deshalb unzulässig, weil der Angeklagte keinen Sachverhalt vorträgt, der ein der Wiedereinsetzung entgegenstehendes Verschulden ausschließt. Seine im Hinblick auf den von ihm bewusst getroffenen Verzicht auf eine Revisionsbegründung vorgetragene Reue wegen angeblicher Unkenntnis der Bewährungsauflage vermag einen solchen unverschuldeten Hinderungsgrund jedenfalls nicht zu begründen.
Der Antrag auf Entscheidung des Revisionsgerichts ist unzulässig, weil der Antragsteller auch insoweit die gesetzliche Antragsfrist versäumt hat. Gemäß § 346 Abs. 2 Satz 1 StPO muss der Antrag binnen einer Woche nach Zustellung des Verwerfungsbeschlusses bei dem Gericht eingehen, dessen Entscheidung angefochten wird. Dies ist vorliegend nicht geschehen."
Vorinstanz: LG Berlin, vom 16.11.2016
Zitieren: BGH - Beschluss vom 13.07.2017 (5 StR 248/17) - DRsp Nr. 2017/11852