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Timestamp: 2019-07-16 13:04:00
Document Index: 125460897

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 7', '§ 9', '§ 8', '§ 8']

Abschnitt 4 TRGS 500, Grundsätze für die Verhütung von Gefäh...
Abschnitt 4 TRGS 500
Abschnitt 4 TRGS 500 – Grundsätze für die Verhütung von Gefährdungen nach § 8 GefStoffV
(2) Das Abweichen von diesen Regeln ist dann möglich, wenn das in den Technischen Regeln festgesetzte Schutzniveau (z.B. Einsatz einer hochwirksamen Absaugung) durch die vom Arbeitgeber bevorzugte Maßnahme ebenfalls erreicht und somit die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gewährleistet wird. Dies ist im Rahmen der Wirksamkeitsüberprüfung (siehe Nummer 4.6 und 5.4) nachzuweisen und in der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung zu begründen (siehe auch § 8 Abs. 1 GefStoffV).
(4) Zur Reduzierung der Gefährdung auf ein Minimum ist der Stand der Technik einzuhalten sowie auch eine gute Arbeitspraxis nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im gesamten Arbeitsbereich zu gewährleisten. Darunter ist zu verstehen, dass die Arbeitsbedingungen so zu gestalten sind, dass alle Emissionsquellen am Arbeitsplatz so weit wie es die betrieblichen Gegebenheiten zulassen ausgeschlossen werden, Arbeitsmittel regelmäßig gewartet werden, der Arbeitsplatz regelmäßig wirksam gereinigt wird und die eingesetzten persönlichen Schutzausrüstungen den hygienischen Anforderungen entsprechen. Dabei ist grundsätzlich die Rangfolge der Schutzmaßnahmen, d.h. Vorrang von technischen vor organisatorischen und/oder persönlichen Schutzmaßnahmen einzuhalten.
(7) Werden diese Gefahrstoffe hergestellt oder verwendet oder wird den genannten Tätigkeiten nachgegangen, so sind neben den Forderungen und Maßgaben der §§ 7 bis 19 GefStoffV auch die in den jeweils zutreffenden Nummern des Anhangs III genannten Schutzmaßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bei der Festlegung der betrieblichen Schutzmaßnahmen zu beachten (§ 9 Abs. 12 GefStoffV). Siehe hierzu auch zu Brand- und Explosionsgefahren TRGS 720 bis 722, zu partikelförmigen Gefahrstoffen TRGS 517, 519 und 521, zur Oberflächenbehandlung in Behältern TRGS 507, zur Schädlingsbekämpfung TRGS 523, zu Begasungen TRGS 512 und 513, zur Raumdesinfektion TRGS 522 und zu Ammoniumnitrat TRGS 511.
(2) Bei Tätigkeiten mit geringer Gefährdung gelten grundsätzlich die in § 8 Abs. 3 GefStoffV beschriebenen allgemeinen Maßnahmen zur Hygiene am Arbeitsplatz. Gefahrstoffe müssen mit einer Kennzeichnung gemäß Nummer 7 der TRGS 200 "Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen" versehen sein. Werden Gefahrstoffe in Rohrleitungen oder Schläuchen in so geringen Mengen befördert, z.B. in Laboratorien, dass eine nur geringe Gefährdung vorliegt, so genügt es, wenn diese ebenso identifizierbar sind. Kommen im Einzelfall technische Schutzmaßnahmen wie Absaugeinrichtungen zum Einsatz, so genügt hier eine einfache Funktionskontrolle als Prüfung.
(4) Damit die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten bei Wartungstätigkeiten gewährleistet sind (siehe z.B. DIN 31051 "Grundlagen der Instandhaltung" in der Ausgabe vom Juni 2003 oder TRBS 1201 - x (2) oder die einschlägigen berufsgenossenschaftlichen Regeln und Informationen), können die Wartungsverfahren den Herstellervorgaben entsprechen oder aber in gleicher geeigneter Weise die erforderliche Zielstellung einer sicheren Wartung (Verfahren zur Kontrolle, Instandhaltung und Reparatur zur Bewahrung des Soll-Zustandes des technischen Arbeitsmittels) erfüllen. Die Regelungen der Betriebssicherheitsverordnung sind zu beachten.
(2) Unter Berücksichtigung der eingesetzten Stoffe und Arbeitsverfahren ist für ausreichende Be- und Entlüftung zu sorgen. Dabei sind die Aus- und Einlässe von Ab- und Zuluft so anzuordnen, dass strömungstechnische Kurzschlüsse vermieden werden. Ein solcher Kurzschluss liegt z.B. vor, wenn die Zuluft direkt in die Abluftöffnungen bläst, ohne den Raum zu durchstreichen.
Werden an eine bestehende Abluftanlage zusätzliche abgesaugte Arbeitsmittel angeschlossen, ohne die Gesamtkapazität der Abluftanlage zu berücksichtigen und ohne nachzuprüfen, wie nach dem Anschluss die Verteilung der einzelnen Abluft-Volumenströme aussieht, so kann hierdurch - ggf. unbemerkt - eine Gefährdung durch nicht ausreichend funktionierende Ablufteinrichtungen bestehen. Durch den Anschluss können sich die Druck- und Strömungsverhältnisse in den Abluftleitungen erheblich ändern. Dies kann sowohl neu angeschlossene Arbeitsmittel betreffen, als auch bis dahin ordnungsgemäß funktionierende bereits angeschlossene Arbeitsmittel.
(4) Die Regeln für Arbeitsstätten ASR A 3.6 (3) konkretisieren die betrieblichen Anforderungen an die Lüftung an Arbeitsplätzen.
mechanische Bearbeitung, z.B. Schleifen, Polieren, Fräsen, Trennen, Bohren,
Tätigkeiten in Gießereibetrieben, z.B. in Formereien und Gussputzereien,
Wartungsarbeiten (z.B. an pneumatischen Förderanlagen), Reinigung staubbelasteter Bereiche.
(3) Staubentwickelnde Gefahrstoffe sind nach Möglichkeit in geschlossenen Silos, Bunkern, Transportbehältern oder in Säcken aus staubdichtem Material aufzubewahren und zu lagern. Schüttware und offene Container sollten abgedeckt werden, z.B. mit Planen.
Schneidwerkzeuge (z.B. Messerwellen) stets funktionsgerecht gewartet und geschärft sind.
offener Umgang mit Lösemitteln oder lösemittelhaltigen Zubereitungen, z.B. Reinigungs- und Wartungsarbeiten an verschmutzten Maschinen und Anlagen,
(2) Die Ablagerungsmöglichkeiten für Staub sind durch konstruktive Maßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren, z.B. durch Abschrägen von Trägern, Vermeidung textiler Oberflächen, Verkleidung schlecht erreichbarer Nischen und Winkel.
(4) Soweit nach der Gefährdungsbeurteilung erforderlich, sind Waschräume, Duschmöglichkeiten sowie ergänzend Hautschutz- und Hautpflegemittel vorzusehen. Gründe für die Einrichtung eines Waschraumes können z.B. Tätigkeiten mit starker Verschmutzung oder starker Geruchsbelastung sein.
(2) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass den Beschäftigten ausreichend Zeit und Möglichkeiten für die Erfüllung der arbeitshygienischen Pflichten (z.B. Reinhaltung des Arbeitsplatzes, Hautschutz-, -pflege- und -reinigungsmaßnahmen) zur Verfügung gestellt werden.
(7) Es ist erforderlich, die Hintergrundbelastung, z.B. beim Abdunsten von Lösemitteln, bei Trocknungsprozessen oder beim Entstehen von Stäuben, von anderen Arbeitsbereichen zu trennen.
(12) Das Verspritzen von Flüssigkeiten und Verstauben von Feststoffen muss vermieden werden. Auch Gase dürfen nicht unkontrolliert freigesetzt werden. Unkontrollierte Freisetzungen sind z.B. durch Leckagen an Leitungen und Armaturen und durch das Verdampfen tiefkalter, verflüssigter Gase möglich.
(16) Auch die besonderen Belastungen von Nachtarbeit und Tätigkeiten mit Gefahrstoffexposition sind durch den Arbeitgeber zu berücksichtigen. Hier können ergonomische Schichtmodelle mit z.B. einer kürzeren Schichtdauer, kurzzyklisch vorwärts rotierenden Schichtsystemen (zwei Früh, zwei Spät; zwei Nacht; zwei frei), geblockten Wochenendfreizeiten (zwei zusammenhängende freie Tage am Wochenende) sowie zusätzlichen Erholpausen während der Nachtschicht die auftretenden Belastungen reduzieren.
(21) Abfälle und gebrauchte Putzlappen dürfen nur in den dafür bereitgestellten und entsprechend gekennzeichneten Behältnissen gesammelt werden, z.B. müssen öl- oder lösemittelgetränkte Putzlappen in nicht brennbaren und verschließbaren Behältern gesammelt werden. Um zusätzliche Gefährdungen durch Umfüllvorgänge zu vermeiden, sollen gefahrgutrechtlich zugelassene Behälter benutzt werden. Um zusätzliche Gefährdungen beim Umfüllen vor der Beförderung zu vermeiden, sollen gefahrgutrechtlich zugelassene Behälter verwendet werden.
(3) Um die Gefahrstoffbelastung im Lager zu reduzieren, sind bei der Lagerung von Gefahrstoffen geeignete Lagertechnik sowie Lagermittel und Lagerhilfsmittel einzusetzen, z.B. Silos, Bunker, Transportbehälter mit Deckel, Säcke, Container mit Abdeckung, Plänen für Schüttwaren. Gebinde müssen einen möglichst dampfdichten Verschluss besitzen.
(7) Liegen z.B. Säcke mit Futtermitteln in unmittelbarer Nähe von solchen mit Agrochemikalien, so muss damit gerechnet werden, dass versehentlich ein falscher Sack gewählt wird.
(1) Gemäß § 8 Abs. 4 GefStoffV hat der Arbeitgeber sicherzustellen, dass alle bei Tätigkeiten verwendeten Stoffe und Zubereitungen identifizierbar sind. Die Identifizierbarkeit ist gewährleistet, wenn die verwendeten Stoffe und Zubereitungen anhand der betrieblichen Dokumentation (z.B. Arbeitsanweisungen, Betriebsvorschriften, Fließbilder) eindeutig feststellbar sind. Auch bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen gelten grundsätzlich die Kennzeichnungsvorschriften des Zweiten Abschnitts und des Anhangs II der GefStoffV. Zu Einstufung und Kennzeichnung siehe auch TRGS 200.
(4) Ortsfeste Behälter, wie Lagertanks und -silos und Rohrleitungen, die nicht Stoffe im Produktionsgang enthalten, sind mit dem Namen des Stoffes bzw. der Zubereitung, mit dem Gefahrensymbol und der Gefahrenbezeichnung zu kennzeichnen. An Stelle der Gefahrensymbole können gemäß Anhang III der EU-Sicherheitskennzeichnungsrichtlinie 92/58/EWG auch die Warnzeichen nach Anhang II derselben Richtlinie verwendet werden. Nähere Ausführungen enthält Nummer 7.4 der TRGS 200.
(5) Bei Stoffen und Zubereitungen, die sich im Produktionsgang befinden, kann auf eine Kennzeichnung verzichtet werden, wenn sie technisch oder aus anderen Gründen nicht möglich ist (z.B. bei kurzzeitigem Gebrauch, häufig wechselndem Inhalt, fehlende Zugangsmöglichkeit), sofern die enthaltenen Stoffe, die von ihnen ausgehenden Gefahren (R-Sätze) und die erforderlichen Maßnahmen anhand betrieblicher Unterlagen eindeutig für die Beschäftigten identifizierbar und bekannt sind (z.B. durch Betriebsanweisungen und Unterweisungen).
(2) Bei Tätigkeiten mit Staubentwicklung im Freien, z.B. bei Abkippvorgängen, muss mit dem Rücken zum Wind gearbeitet werden und Beschäftigte dürfen sich nicht in der Staubfahne aufhalten oder Staub in Ansaugöffnungen von lüftungstechnischen Anlagen gelangen.
(3) Entleerte Sacke sind nach Möglichkeit im Wirkungsbereich einer Staubabsaugung zusammenzulegen, zu bündeln und zu pressen.
Behältnisse, aus denen direkt heraus verarbeitet wird, nach Möglichkeit abgedeckt werden, z.B. Schalen (Dosierspender bieten eine automatische Schließvorrichtung) sowie
(1) Der Arbeitgeber muss die Beschäftigten dazu anhalten, dass diese die Betriebsanweisungen sowie weitere Anweisungen zur Begrenzung der Exposition beachten. Dazu zählt auch die Aufklärung über Verhaltens- und Arbeitsweisen, z.B. hinsichtlich des Umgangs mit kontaminierten Handschuhen oder Putzlappen. Diese dürfen auch nicht kurzfristig in die Arbeitskleidung gesteckt werden.
(3) Zur Beurteilung der Wirksamkeit einzelner technischer Maßnahmen genügen generelle organisatorische Prüfungen nicht. Hier müssen Prüfungen durchgeführt werden, die - falls erforderlich - eine Schutzmaßnahme für den vorgesehenen Verwendungszweck qualifizieren und zeigen, dass die Wirksamkeit während des Betriebs erhalten bleibt. Die Wirksamkeit der technischen Schutzmaßnahmen kann u.a. durch die Überprüfung mit den zugrunde gelegten Soll-Parametern (Auslegung) geprüft werden.
oder andere erfass- und vergleichbare Parameter, wie z.B. Querströmungen. Wird z.B. im Produktdatenblatt einer offenen Erfassungseinrichtung, etwa einer ortsfesten Randabsaugung mit schlitzförmiger Öffnung, eine Erfassungsluftgeschwindigkeit WER von 0,5 - 1 m/s aufgeführt, dient dieser Wert als Beurteilungsmaßstab im Rahmen der Wirksamkeitsüberprüfung. Das zugehörige Produktdatenblatt ist dazu verfügbar zu halten. Gleichzeitig ist dabei zu prüfen, ob freiwerdende Gefahrstoffe sich im Erfassungsbereich der Absaugung befinden. Je weiter die Erfassungsöffnung entfernt ist, desto schlechter ist die Erfassung, wenn die freiwerdenden Gefahrstoffe nicht zur Erfassungsöffnung geführt werden, z.B. mit einer gerichteten Zuluft. Die Dämpfe von Flüssigkeiten sind schwerer als Luft, einige Gase leichter, die meisten ebenfalls schwerer als Luft. Aerosole und feine Stäube breiten sich in alle Richtungen gleichmäßig aus. Sind Gase und Dämpfe erwärmt oder werden Stäube und Aerosole von erwärmter Luft getragen, so steigen diese nach oben. Die messtechnische Ermittlung von bestehenden Verwirbelungen kann z.B. mit Hilfe von Rauchröhrchen oder vergleichbaren Strömungsindikatoren erfolgen. Zusätzliche Luftströmungen am Arbeitsplatz oder die Bewegung von Gegenständen oder Personen können zu einem unkontrollierten Transport von Gefahrstoffen in die Atemluft führen. Hinweise zur Wirksamkeitsprüfung an lufttechnischen Anlagen gibt z.B. die BG-Regel 121.
(5) Kann die Wirksamkeit so nicht beurteilt werden, ist die Gefahrstoffexposition nach TRGS 402 "Ermittlung und Beurteilung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen" (4) zu beurteilen.
Tägliche Funktionskontrollen, u.a. in Form von
Sichtkontrollen, z.B. hinsichtlich des unbeschadeten Zustandes von Öffnungen zur Be- und Entlüftung, persönliche Schutzausrüstungen, Laborausrüstungen etc.,
Hörkontrollen, z.B. hinsichtlich der bekannten Lärmquellen von technischen Arbeitsmitteln und Maschinen im fehlerfreien Funktionszustand.
Checklisten zur vollständigen, z.B. täglichen, wöchentlichen oder monatlichen visuellen Überprüfung der Schutzmaßnahmen.
(7) Zu prüfende Einrichtungen sind z.B.:
Abfülleinrichtungen, z.B. Zustand der Schläuche und Anschlüsse von Fasspumpen,
Lagereinrichtungen für Gefahrstoffe, z.B. Einhaltung von Fach- und Feldlasten von Regalen mit Gefahrstoffgebinden oder die Unversehrtheit von Regalteilen,
Auffangeinrichtungen, z.B. Dichtigkeit und Belegung von Tassen und Wannen,
Maschinen und andere Arbeitmittel, die Gefahrstoffe beinhalten oder freisetzen, z.B. die Dichtigkeit von Destillationsanlagen oder Zustand und Dichtigkeit von Hydrauliköl führenden Teilen an Spritzgießmaschinen,
Entsorgungseinrichtungen, z.B. Dichtheit und Korrosionsfreiheit von Lösemittelabfallcontainern,
Transportvorrichtungen, z.B. Funktionsfähigkeit der seitlichen Führungen an Stetigförderern und
Lüftungseinrichtungen, z.B. Unversehrtheit von Lüftungskanälen und Erfassungseinrichtungen.
(8) Beeinträchtigungen der Wirksamkeit von Lüftungsanlagen können sich u.a. durch
(10) Auch die Wirksamkeit von persönlichen Schutzausrüstungen ist zu prüfen (siehe hierzu die BG-Regeln 189, 190, 192 und 195).
Dieser Teil der TRBS 1201 wird zzt. erarbeitet.
Die Verweise in dieser TRGS beziehen sich bereits auf die Neufassung der TRGS 402, die zzt. erarbeitet wird.