Source: https://der-privatier.com/kap-10-2-vorauszahlung-von-krankenkassenbeitraegen/
Timestamp: 2017-10-20 16:06:04
Document Index: 186748216

Matched Legal Cases: ['§10', '§174', '§ 232', '§ 226', '§ 229', '§ 240', '§174', '§174']

← Kap. 10.1: Die Abfindung
Veröffentlicht am 28.Nov.2014 von PrivatierApril 3, 2016
Seit Anfang 2010 sind die Beiträge zur privaten oder freiwilligen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben in voller Höhe bei der Steuer abziehbar.
Wer nun seine Beiträge im Voraus zahlt, kann so seinen Sonderausgabenabzug maximieren und so erhebliche Steuerersparnisse erzielen. Dabei können max. 1,5 2,5 Jahre im Voraus bezahlt werden, d.h. in der Summe können mit dem aktuellen Jahr zusammen max. 2,5 3,5 Jahresbeiträge bezahlt werden. (Hinweis: Die ursprünglichen hier genannten Werte habe ich aufgrund eines Leserhinweises korrigiert. Vielen Dank!)
Und wie kommt jetzt damit die Steuerersparnis zustande?
Nun – ich denke, für den Fall einer Abfindungszahlung liegt dies auf der Hand. Hier geht es ja darum, möglichst hohe Abzüge von der Abfindung in Anrechnung zu bringen. Und ein 2,5-facher Jahresbetrag der Krankenversicherung ist da schon eine Summe, die sich lohnen kann. Und aufgrund der Fünftelregel wirkt ja durch den Multiplikator-Effekt jeder Abzug besonders intensiv.
Aber was ist denn mit den anderen?
Dazu muss man wissen, dass die Krankenversicherung die einzige ist, die in voller Höhe abgezogen werden kann. Alle anderen Versicherungen (Unfall, Haftplicht, etc.) sind in der Summe auf max. 2.800 Euro beschränkt. Dabei gilt die Grenze von 2.800€ nur dann, wenn man keine steuerfreien Zuschüsse zur Krankenversicherung (z.B. vom Arbeitgeber) erhält. Typischerweise also für Selbständige oder eben Privatiers. Ansonsten gilt die Grenze von 1.900€.
Das Problem: Meist wird diese Grenze schon von der KV erreicht und die anderen fallen damit unter den Tisch. Für mich übrigens ein Grund, warum ich solche Versicherungen in den vergangenen Jahren erst gar nicht mehr angegeben habe.
Zahle ich aber nun meine KV für z.B. 2,5 Jahre im voraus, so habe ich in den Folgejahren keine KV mehr zum Absetzen und ich kann stattdessen jetzt auch die anderen Versicherungen absetzen. Durch die Vorauszahlung der KV-Beiträge kann man sich daher letztlich den kompletten Steuervorteil beider Abzüge sichern.
Immerhin lässt sich damit das zu versteuernde Einkommen pro Jahr um weitere 2.800 Euro (bzw. 1.900€) senken, was bei einem Steuersatz von z.B. 35% bereits ca. 1000 Euro im Jahr beträgt (bei Ehepaaren gilt übrigens jeweils immer der doppelte Betrag).
Für diejenigen, die eine Abfindung erhalten haben, wirkt der Trick also gleich auf zweifache Weise: Einerseits wird im Jahr der Abfindungszahlung das Einkommen reduziert, andererseits ergeben sich den Folgejahren weitere Einsparungen.
Und für alle gilt: Der Trick lässt sich alle zwei Jahre wiederholen.
Davon gibt es gleich mehrere. Aber lassen wir uns mal nicht abschrecken:
Der größte Haken ist der, dass diese Vorgehensweise ausschließlich für Beiträge zur privaten oder freiwilligen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung möglich ist. Wer in einer GKV als Arbeitnehmer pflichtversichert ist, kann sich nicht für eine Vorauszahlung entscheiden und kann diesen Trick daher nicht anwenden.
Selbstverständlich funktioniert dieser Trick natürlich auch nicht, wenn die KV-Beiträge von einer anderen Stelle übernommen werden (z.B. von der Arbeitsagentur). Noch ein Grund mehr, sich ernsthafte Gedanken über ein Dispositionsjahr oder eine andere Art der Verschiebung Gedanken zu machen.
Insbesondere für die privat Versicherten ist zusätzlich zu beachten, dass die Beiträge nicht in voller Höhe berücksichtigt werden können, sondern nur insofern sie der sogenannten Basisabsicherung entsprechen (also keine Chefarzt-Behandlung, Einbett-Zimmer, o.ä.). Die Versicherer weisen diesen Anteil (je nach Vertrag ca. 70-80%) aber gesondert aus.
In jedem Fall sollte man sich vorher mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen und sie bitten, die Möglichkeit einer Vorauszahlung zu prüfen. Oftmals ist sogar zusätzlich noch ein Rabatt von 3-5% aushandelbar. Allerdings ist es nicht bei allen Unternehmen möglich, die kompletten 2,5 Jahre im Voraus zu zahlen.
Mir gefällt dieser Trick sehr gut und ich finde es schade, dass ich ihn nicht schon vorher gekannt habe, aber vielleicht kann ich ihn ja in den kommenden Jahren noch anwenden.
Im nächsten Beitrag zum Thema „Steuern und Finanzamt“ will ich dann die Einzahlung eines Teils der Abfindung in eine Direktversicherung vorstellen. Vorab ist mir aber gerade beim Schreiben dieses Artikels hier noch eine Geschichte zur Krankenkasse eingefallen. Die muss ich erst mal noch erzählen.
Kap. 10.1: Die Abfindung Kap. 10: Finanzamt und Steuern Abfindung und Steuern: Fallstricke und Alternativen Kap. 8.3.4: KV für Erwerbslose, Kapitalisten und Rentner
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Kap. 10.2: Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen — 103 Kommentare
Privatier sagte am 11.Jan.2015 um 08:26 :
Noch eine Ergänzung an dieser Stelle:
Während es bei den Krankenkassenbeiträgen kein Problem ist, diese im Voraus zu bezahlen und steuerlich geltend zu machen (wie oben beschrieben), sollte man mit der Vorauszahlung von Behandlungskosten sehr vorsichtig sein.
Gerade habe ich bei Haufe.de von einem Finanzgericht-Urteil gelesen, welches die Vorauszahlung von 45.000 Euro für eine umfangreiche Zahnimplantat-Behandlung als Gestaltungsmissbrauch abgewiesen hat. Der Kläger hatte eine Abfindung von 250.000 Euro erhalten und wollte über den Weg der außergewöhnlichen Belastung die Zahnarztkosten steuerlich geltend machen.
Besonders interessant finde ich dabei die Begründung, die nämlich besagt, dass es keinen wirtschaftlichen Grund für die Vorauszahlung gegeben habe (außer die Steuern zu senken). Und den abschließenden Hinweis, wenn es sich um eine Festpreisvereinbarung zur Minderung des Kostenrisikos gehandelt hätte, ein wirtschaftlicher Grund aber zu erkennen gewesen wäre. Daraus könnte man eine Anleitung herauslesen, wie man es richtig macht…
Mr. Jembolo sagte am 28.Feb.2015 um 22:33 :
Guten abend. Wie sieht denn die Sache aus wenn ein Dispo.jahr dazwischen ist und
anschließend ALG1 für 18 Monate beantragt wird.Da gehen wohl keine 2 1/2 Jahre Vorauszahlung. Danke für die Antwort und übrigens alle Achtung für Ihren Blog ich bin begeisteter Leser und habe auch schon Ihr Buch in kürzester Zeit „verschlungen“. Hat mich auf meinen Weg zum Privatier schon sehr geholfen.
Privatier sagte am 1.Mrz.2015 um 10:29 :
Zunächst einmal vielen Dank für das Lob für Buch und Blog! Danke!
Und die Einschätzung ist schon richtig: Für das Dispojahr selber eine Vorauszahlung zu machen, bringt nichts. Denn es ist egal, ob ich die Beiträge im Voraus bezahle oder monatlich. Am Jahresende kommt dieselbe Summe heraus. Und für die ALG1-Zeit geht es überhaupt nicht, denn da zahlt ja die Arbeitsagentur.
Das macht also nur Sinn, für Leute, die vollständig aufs ALG verzichten (oder die Voraussetzungen nicht erfüllen) oder für die Zeit nach dem ALG.
Man sollte die Möglichkeit einfach mal kennen und dann überlegen, ob es Sinn macht. Ich selber habe es übrigens auch noch nicht gemacht. Aber ich werde diesen Kommentar noch einmal zum Anlass nehmen, noch einmal darüber nachzudenken.
Mr. Jembolo sagte am 1.Mrz.2015 um 14:21 :
Achtung! Als Lediger in der GKV.
Mein Plan. Arb.ende mit 56 am 31.12.2015 aus einen unkündbaren Arb.verhältnis. Rentenbeginn mit Abschlägen 11/22
Ausz. d. Abf.( 5tel Regel wird angewendet) + Dispo.jahr ab Januar 2016.
In 2016 20T€ Einmaleinzahl. in Rürup oder gesetzl.Rente (was wäre da besser)?
sonstige Ausgaben die ich steuerlich geltend machen sind kann ca. 8T€
Einnahmen in 2016 ca. 1300€
Für 2016 werden bei mir ( jetzt freiwillig versichert) aufgrund der hohen Bruttoabfindung + Unkündbarkeit ca7T€ KV/PV Beiträge fällig.
Ab 11/2019 beginnt meine BAV Auszahlung von ca. 50T€ in die ich durch Entgeldumwandlung einbezahlt habe.(Verschieben der Auszahlung ab 11/ 2022 ist leider nicht möglich ).Bei der Variante die ich vorhabe = ca 23T€ Einmalauszahlung + ca.84€ monatl. lebenslänglich, fallen etwa 10T€ bis 15T€ KV/PV Beiträge an die in 10 Jahresraten zu Zahlen sind zudem muß ich alles mit meinem Pers. steuersatz Versteuern.
ZU meiner Freude die sich in Grenzen hält bekomme ich auch noch in 2019 eine Kapitallebensversicherung ausbezahlt.(Villeicht kann ich diese auf 2022 Schieben, muß ich noch klären). Wieder KV/PV Beiträge !?!
Nähmlich wenn dann z.b. die Rürupversicherungsauszahlung beginnt, dann sind wieder KV/PV Beiträge fällig
und das alles zu den schon zu Bezahlenden KV/PV Beiträgen .
Laut meiner GKV könnte es sein wenn ich ab 2022 Rentner + dann wieder Pflichtversichert bin durch eine Neuberechnung evtl. andere Beiträge zustande kommen werden. Da sag ichmal na Prima warten wir mal ab.
So bevor ich nun vor Vorfreude vom Stuhl kippe hat villeicht jemand von euch
einen Tip(außer Heiraten)oder hat schon erfahrung damit wie das evtl. verbesserungsmöglich wäre.
Zum Glück ist das nur eine von mehrerene Säulen auf die meine Altersvorsorge beruht.Und das Rate ich hiermit allen Lesern bei denen es noch nicht zu Spät ist, setzt nicht alles auf eine Variante.
Privatier sagte am 1.Mrz.2015 um 15:35 :
Tja – auf die Gefahr hin, dass gleich irgendwo jemand vor Freude vom Stuhl kippt:
Die Krankenversicherung ist und bleibt einer der großen Kostenfaktoren eines Privatiers. Und das kann richtig teuer werden! Besonders ärgerlich für jemand, der sich recht gesund fühlt und nicht so recht einsehen kann, wozu er eigentlich das Geld jeden Monat bezahlt. Aber so ist unsere GKV nun einmal – Solidarprinzip.
Wenn man das nicht möchte, kann man über eine private KV nachdenken. Ob die allerdings im vorgerückten Alter noch preiswerter ist, als die GKV wage ich zu bezweifeln. Und mir wäre eine private KV auch zu unberechenbar. Hier zahlt jeder nach dem eigenen Risiko und das ist schlecht zu kalkulieren.
Was man noch machen könnte, wäre Kapitaleinkünfte zu verschieben. Wie das funktioniert, habe ich gerade in dem Beitrag über den Stückzinstrick erklärt.
Ist aber über eine Dauer von ca. 6 Jahren auch nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen und ich bin mir gerade nicht so 100% sicher, wie die Krankenkassen eigentlich die verschiedenen Einkünfte bewerten. Ich fürchte, dass eine Querverrechnung von Verlusten aus Kapitalanlagen mit Einkünften aus Altersvorsorge-Produkten nicht möglich sein wird.
Mein Fazit: Ich sehe da kaum einen Spielraum. Krankenversicherung ist teuer und es führt kein Weg daran vorbei.
Das Einzige was hilft, ist dies vorher zu wissen und in die Kalkulation mit einzurechnen.
(Rumms!- Jetzt ist einer vor Freude vom Stuhl gefallen…) 😉
Mr. Jembolo sagte am 1.Mrz.2015 um 16:02 :
Und da hat es rumms gemacht! Jezt weiß ich auch warum ich soviel GKV Beiträge Zahlen muß.
Aber im ernst, da ich ja geschrieben habe das das zum Glück nur eine Säule meiner AV ist bin ich nicht zu sehr übberrascht von Deiner Meinung dazu.
Ich wollte auch nur mal die Ledigen mal erwähnen die hier nicht so oft vertreten sind wie mir scheint.
Und nun zu den Stückzins bzw. Aktien allgemein da führt eigentlich kein Weg vorbei das ist auch eine meiner Säulen schon seit den achtziger Jahren.
Alleine wegen der Staatlich geförderten AV kann man bzw.könnte ich nicht aus dem Berufsleben aussteigen . Danke nochmal und Grüße
Privatier sagte am 2.Mrz.2015 um 09:30 :
„Ich wollte auch nur mal die Ledigen mal erwähnen…“
Danke! Die Ledigen sollen auch nicht vergessen werden. Allerdings ist das beim Thema KV/PV gar nicht so ein großer Unterschied. Zumindest dann nicht, wenn beide Ehepartner nicht berufstätig sind. Dann gibt es so etwas wie Familienversicherung nämlich auch nicht. Wenn die Einkünfte entsprechend sind, zahlen dann auch beide Partner für ihre eigene KV/PV. Und selbst, wenn es keine „eigene“ KV/PV sein muss, am Ende bezahlt das Paar genauso wie der Ledige einen Prozentsatz vom Einkommen. So groß ist der Unterschied nicht.
Aber mir fällt da gerade noch ein: Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung könnte natürlich das Thema KV/PV deutlich entspannen. Da reicht auch schon ein 500 Euro-Job. Wäre für mich allerdings keine Lösung, denn dann hätte ich ja auch in meinem alten Job bleiben können. Aber auch das ist nur eine Frage, welcher Art und Umfang die Arbeit wäre. Möglich ist vieles…
Bazan sagte am 18.Nov.2015 um 12:08 :
warum schreiben Sie nichts über die Möglichkeit freiwillig Rentenversicherungsbeitrage in gesetzlich Kasse zu zahlen um Steuer zu senken. Das muss genau sein wie bei KV\PV und Rürup-Versicherung, oder
Privatier sagte am 19.Nov.2015 um 15:42 :
Es ist vollkommen richtig: Auch die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung ist genau so wie z.B. Rürup dazu geeignet, die Steuer zu senken. Vielleicht habe ich es tatsächlich nicht immer so ausdrücklich erwähnt, aber zumindest in einigen Kommentaren bereits darauf hingewiesen. In einem gesonderten Beitrag bin ich auf die Möglichkeiten der freiwilligen Einzahlung in die Rentenkasse eingegangen.
Wenn man diesen Weg in Erwägung zieht, sollte man auf jeden Fall vorher zu einer Rentenberatung gehen, das Vorhaben erläutern und die Vorgehensweise abstimmen. Eventuell auch gleich die Höhe und die Zahlungsmodalitäten (monatlich, etc.) abstimmen. Früher konnte man einfach beliebige Zahlungen überweisen, heute wird es gerne gesehen, wenn man einen Antrag stellt und die Zahlungsströme ankündigt und sich „genehmigen“ lässt. Ist aber wohl eher eine Formsache.
Martin F. sagte am 25.Mrz.2016 um 21:38 :
Zunächst eine Korrektur zu „Dabei können max. 1,5 Jahre im Voraus bezahlt werden, d.h. in der Summe können mit dem aktuellen Jahr zusammen max. 2,5 Jahresbeiträge bezahlt werden.“ Es können nicht nur 1,5 Jahre, sondern maximal 2,5 Jahre im Voraus bezahlt werden. Dies wurde von mir und mehreren Ex-Kollegen im Steuerjahr 2014 praktiziert (Beitrag 2014 + 2,5 Jahresbeiträge Vorauszahlung) und vom Finanzamt anerkannt.
Diese Möglichkeit besteht für privat Versicherte und freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Leider nehmen nicht alle Versicherungen Vorauszahlungen an: z.B. laut Anfrage im Jahr 2014 Siemens SBK keinerlei Vorauszahlungen, während Techniker Krankenkasse volle 2,5 Jahresbeiträge Vorauszahlung akzeptiert. Wenn man bedenkt, dass durch Vorauszahlung von 2,5 Jahresbeiträgen ggf. mehr als 13.000€ zusätzliche Sonderausgaben absetzbar werden, kann vor diesem Hintergrund ein Kassenwechsel geprüft werden. Dies wird sich in der Regel allerdings nicht bei privat Versicherten rechnen, da dort bei einem Kassenwechsel der einmalige Vorteil durch neue höhere Beiträge (Altersrückstellungen werden nicht übertragen) langfristig aufgezehrt wird.
Privatier sagte am 26.Mrz.2016 um 07:50 :
Recht herzlichen Dank für diesen Hinweis/Korrektur! Da habe ich wohl etwas oberflächlich recherchiert!
Tatsächlich ist die Möglichkeit einer Vorauszahlung im §10 Abs.1 Nr.3 Satz 4 ESTG geregelt. Dort heißt es:
„Beiträge, die für nach Ablauf des Veranlagungszeitraums beginnende Beitragsjahre geleistet werden und in der Summe das Zweieinhalbfache der auf den Veranlagungszeitraum entfallenden Beiträge überschreiten, sind in dem Veranlagungszeitraum anzusetzen, für den sie geleistet wurden,…“
Oder – um es einfacher auszudrücken: Es kann maximal der 2,5fache Jahresbeitrag im Voraus entrichtet werden (zzgl. zum „normalen“ Jahresbeitrag).
Danke für den Hinweis! Ich werde einen entsprechenden Hinweis im obigen Original-Beitrag hinzufügen.
Bernd sagte am 26.Mrz.2016 um 22:35 :
mich würde interessieren ob das Auswirkungen auf den KV Zuschuss beim ALG hat.
Privatversicherte bekommen die Beiträge bis zur Höchstgrenze komplett erstattet und diese wären ja bereits bezahlt
Hat hierzu jemand Erfahrungen damit?
Martin F. sagte am 27.Mrz.2016 um 13:55 :
1) Der Versicherte zahlt im Jahr x Beiträge für die Jahre x+1 und x+2 (und ggf. noch mehr bis zum steuerlichen Maximum) an die Krankenversicherung (KV) im Voraus.
2) Die Vorauszahlungen des Versicherten sind aber mit der Zahlung nicht fällig, sondern werden von der KV auf dem Beitragskonto als Guthaben gebucht. Bei Fälligkeit werden die Beiträge von der KV gegen das Guthaben gebucht.
3) Als langjährig privat Krankenversicherter mit über 55 Jahren bleibt man zwangsläufig bei Bezug von Arbeitslosengeld in der privaten Krankenversicherung. Bei Antragstellung zum Arbeitslosengeld gibt man zudem das „Zusatzblatt Sozialversicherung“ und eine „Bescheinigung zur Übernahme von Beiträgen nach §174 SGB III – Kranken-/Pflegeversicherung“ (von der KV auszufüllen) ab.
4) Auf dieser Grundlage berechnet die Agentur für Arbeit den Zuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung und zahlt ihn monatlich mit der Leistung aus.
Genauso läuft es zurzeit bei mir ab.
Privatier sagte am 28.Mrz.2016 um 13:44 :
Vielen Dank für den Erfahrungsbericht von einem realen „Fall“!
Ist doch immer viel besser, wenn man so etwas von einem „Betroffenen“ aus erster Hand erfährt, als wenn hier lange herum theoretisiert wird.
Stefan sagte am 31.Mrz.2016 um 14:26 :
Ich bin seit dem 01.03.2016 selbstständig. Mein bisheriges Arbeitsverhältnis endete am 29.02.2016 mit Zahlung einer Abfindung. Um die Fünftelregelung optimal nutzen zu können, würde ich gerne Krankenkassenbeiträge im Voraus entrichten, was bei der TK ja möglich ist. Dort bin ich als Freiberufler seit 01.03. freiwillig versichert (zuvor war ich dort ebenfalls als Angestellter freiwillig versichert).
Jetzt habe ich gelesen, dass eine Vorauszahlung nur dann möglich sei, wenn der Ehepartner nicht gesetzlich versichert ist.
Das wäre schade (meine Frau ist gesetzlich versichert). Ich verstehe auch gar nicht, warum dies in einem solchen Fall nicht möglich sein soll. Steuerlich werden wir 2016 getrennt veranlagt.
Privatier sagte am 31.Mrz.2016 um 17:16 :
Eine solche Regelung, nach der eine Vorauszahlung nur dann möglich sein soll, wenn der Ehepartner nicht gesetzlich versichert ist, ist mir nicht bekannt. Aus meiner Sicht auch ohne jede Logik. Hier wäre daher einmal eine Quellen-Angabe interessant und hilfreich!
Was ich mir in diesem Zusammenhang noch denken könnte, wäre die Regelung, dass eine Familienversicherung (also in diesem Falle über die Ehefrau) immer Vorrang hat gegenüber einer eigenen freiwilligen Versicherung. Aber natürlich nur dann, wenn die Voraussetzungen für die Familienversicherung überhaupt gegeben sind. Und dafür müsste das Einkommen dann dementsprechend gering sein.
Apropos geringes Einkommen: Wer sich als hauptberuflich selbständiger bei der gesetzl. KV versichert, zahlt ohne weitere Aktivität immer pauschal den Höchstbetrag! Wer weniger Einkommen (oder besser: Gewinn) hat, muss sich hier aktiv um eine andere Einstufung bemühen. Nur mal so nebenbei…
Stefan sagte am 31.Mrz.2016 um 21:28 :
Nachfolgender Absatz stammt aus einem Artikel „Krankenversicherung – Genialer Trick“ aus Focus-Money Nr. 35 (2012)vom 22.08.2012, auf den ich bei meiner Internetrecherche gestoßen bin.
Vielleicht habe ich da auch etwas missverstanden, aber die Begründung leuchtet mir nicht ein.
Privatier sagte am 1.Apr.2016 um 12:23 :
Hallo Stefan und Danke für die Quellenangabe:
Focus Money: Krankenversicherung – Genialer Trick
Damit wird (für mich) auch ersichtlich, was der Autor dort mit seinem Hinweis gemeint hat. Denn wenn Du noch einmal meinen obigen Beitrag liest, so wirst Du feststellen, dass ich dort von zwei Möglichkeiten gesprochen habe, wie man die Vorauszahlung von KV-Beiträgen steuerlich nutzen kann. Version 1 ist die Reduzierung des Einkommens z.B. im Zusammenhang mit einer Abfindung. Version 2 entsteht dadurch, dass in den Folgejahren (nach der Vorauszahlung) die Kosten für de KV wegfallen und daher zusätzlich andere Versicherungen steuerlich wirksam werden können.
Der Focus-Autor spricht aber ausschließlich von meiner zweiten Variante. Und dabei gibt es tatsächlich ein Problem, wenn der Ehepartner weiter seine KV-Beträge vom Gehalt abgezogen bekommt. Denn dann fallen sie ja eben nicht weg und der Effekt funktioniert nicht (oder nicht so richtig).
Über die erste Variante (Abfindung) spricht der Focus-Autor aber überhaupt nicht. Er hat ausschließlich die Folgejahre im Focus! (Oh… Wortwitz… 😉 )
Und daher sehe ich den Warnhinweis im Zusammenhang mit der Reduzierung der Steuern auf eine Abfindung auch für nicht zutreffend.
Hans sagte am 15.Mrz.2017 um 17:02 :
Der entscheidende Punkt ist wohl ein anderer:
Beiträge vorauszahlen kann man nur, wenn man *freiwillig* oder *privat* versichert ist. Wenn der Ehepartner *pflichtversichert* ist, ist das nicht möglich.
Siehe Text in Focus Money:
Vorteil sichern. Von diesem Steuertrick profitieren Arbeitnehmer, die **freiwillig** in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichert sind, sowie privat Krankenversicherte. Aber Achtung: „Bei Ehegatten darf keiner der Partner in der gesetzlichen Krankenkasse **pflichtversichert** sein, ansonsten funktioniert der Trick wegen der regelmäßigen Zahlungen nicht“, erklärt Raffelsieper.
Mr.Jembolo sagte am 1.Apr.2016 um 09:31 :
Danke für die Mitteilungen.Und wie ist das mit den Vorauszahlungen wenn ein Dispojahr dazwischen ist?.
Bin seit dem 1.1.2016 bis 31.12.2016 im Dispojahr und freiwillig Versichert in KV/PV, danach ab 2.1.2017 ALG1 für 18 Monate.
Privatier sagte am 1.Apr.2016 um 18:57 :
Kann ich leider nicht beantworten 🙁
Ich würde vorschlagen, dies einmal mit Ihrer Krankenkasse zu besprechen.
Es wäre natürlich für Sie vorteilhaft, in diesem Jahr noch weitere Kosten für die Krankenkasse steuerlich nutzen zu können. Allerdings müssten Sie ja dann für 2017/2018 die Beiträge zahlen. Diese werden aber nach Ihrem aktuellen Plan für 18 Monate von der AfA übernommen. Das passt also nicht so richtig zusammen.
Es wäre natürlich auch noch eine Möglichkeit, sich zwar am 2.1.17 arbeitslos zu melden, um den ALG-Anspruch zu sichern, diesen dann aber erst einmal nicht wahrzunehmen (wieder abmelden), sondern erst nach Ablauf des im Voraus bezahlten Zeitraumes für die KK.
Ob ich dieses „Theater“ allerdings machen würde, weiß ich auch nicht wirklich.
Man müsste mal den Nutzen ausrechnen…
Martin F. sagte am 5.Apr.2016 um 18:16 :
Die Vorauszahlung von Krankenversicherungsbeiträgen funktioniert auch für freiwillig gesetzlich Versicherte im Zusammenhang mit dem Dispojahr. Bei einem meiner Ex-Kollegen stellt sich der Fall wie folgt dar:
1) Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Betriebsauflösung zum 28.02.2014.
2) Abfindung in 2014 mit Anwendung der Fünftel-Regelung.
3) 01.03.-31.12.2104 für 10 Monate Dispojahr in Anspruch genommen, d.h. „Privatier“ ohne rentenversicherungspflichtige Einnahmen und ohne Bezug von Arbeitslosengeld. In diesen 10 Monaten freiwillige Beiträge in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung (bei der TK als Selbstzahler).
4) Gegen Ende 2014 zusätzliche Einzahlung vom 2,5-fachen des 2014er Jahresbeitrags als Vorauszahlung an die TK.
5) Ab 01.01.2015 arbeitslos / arbeitssuchend gemeldet mit Bezug von Arbeitslosengeld I. Ab diesem Zeitpunkt pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (weiter bei der TK). Die Agentur für Arbeit zahlt für die nächsten 2 Jahre die Beiträge direkt an die TK. Die Vorauszahlung aus 2014 bleibt als Guthaben bei der TK stehen und fällige Beiträge werden erst ab 2017 dagegen gebucht.
Die Tatsache, dass die vorausgezahlten Beiträge solange unverzinst bei der Krankenversicherung stehen, dürfte im derzeitigen Niedrigzinsumfeld verglichen mit der Steuerersparnis irrelevant sein.
Privatier sagte am 5.Apr.2016 um 19:48 :
ganz herzlichen Dank für diesen Bericht aus der Praxis!
Hätte ich so nicht erwartet – ist aber sicher für viele eine weitere gute Möglichkeit, das zu versteuernde Einkommen im Dispojahr weiter zu senken.
Von daher sehr interessant und nochmals vielen Dank!
Ich würde aber trotzdem dringend dazu raten, solche Pläne im Vorfeld mit der eigenen Krankenversicherung abzusprechen! Es ist nicht unbedingt vorauszusetzen, dass alle Krankenkassen gleichermaßen verfahren.
Stefan sagte am 1.Apr.2016 um 12:43 :
Det sagte am 3.Apr.2016 um 00:10 :
Also Peter , ich habe diesen Artikel jetzt auch mal gelesen , verstehe dieses aber nicht . Höchstaufwendungen für KV NUR AUF BASISTARIF !!! . Auch wenn ich eine Vorrauszahlung machen würde , könnte ich im Folgejahr doch nicht die mir entstandenen Mehrkosten für über den BASISTARIF eh nicht anrechenbaren Mehrbeitrag gelten machen ??? ( Also die über den Basistarif anfallenden Mehrkosten für Wahlleistungen u.s.w. . Oder doch ??? . Lt. Steuerberater nicht !!! . Verstehe den Verschiebegrund nicht so richtig ??? . Höchstbetrag ist Höchstbetrag , oder habe ich da etwas falsch verstanden ??? . Vorsorgeaufwendungen ja auch meist auf Höchstbetrag ausschöpfend , wo kann da der Vorteil , ALSO der geniale Trick liegen ??? .
Privatier sagte am 3.Apr.2016 um 11:21 :
Lassen wir die Wahlleistungen erst einmal weg, so liegt der Trick einfach darin, dass ALLE anderen persönlichen Versicherungen (z.B. Unfall, Berufsunfähigkeit, Risiko-LV, Haftplicht, usw.) normalerweise gar nicht abgesetzt werden können, weil alleine durch die KV/PV die Grenze von 2.800€ (für Selbstzahler) überschritten wird.
Nehmen wir an, der Anteil der Basisabsicherung deiner PKV mache ca. 500€/Monat aus, dann sind das eben 6.000 Euro im Jahr. Damit hast Du bereits das Maximum sogar für ein zusammen veranlagtes Ehepaar überschritten (5.600€). Somit brauchst Du sämtliche anderen Versicherungen erst gar nicht mehr anzugeben.
Zahlst Du aber die KV im Voraus, so fällt diese ja in Folgejahr vollständig weg. Es bleibt also genügend Spielraum, diese anderen Versicherungen auch steuerlich geltend zu machen. Und damit eben bei Ledigen 1.900€/2.800€ oder bei Verheirateten 3.800€/5.600€ mehr an Vorsorgeaufwendungen zum Abzug zu bringen.
Was jetzt die Wahlleistungen angeht, so sollten diese eigentlich auch in die Kategorie der sonstigen persönlichen Versicherungen fallen, wären also auch dort abzugsfähig. Wenn Du es schaffst, mir deiner KV eine Vorauszahlung NUR für den Basistarif zu vereinbaren, die Wahlleistungen aber wie gewohnt z.B. monatlich, müsste das also auch funktionieren. Ist aber reine Theorie und ich habe auch Zweifel, ob sich das in der Praxis so durchsetzen lässt.
Aber das spielt ja auch keine Rolle, der Trick funktioniert ja auch ganz ohne den Blick auf die Wahlleistungen und eben auch für gesetzlich Versicherte.
Reka sagte am 3.Apr.2016 um 13:25 :
Ich habe im März 2015 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben per 31.03.2016. Ich werde dieses Jahr 56 und war 39,5 Jahr bei meinem AG. Fristgerecht habe ich mich im Dezember arbeitssuchend gemeldet und wurde mit Stellenangeboten „versorgt“. Diese will ich aber nicht mehr. Mein AG machte mir den Vorschlag die Abfindung in 10 Jahresraten auszuzahlen. Damit kann ich ganz gut überlegen plus Leistung Arbeitsagentur. Nun habe ich mich am 01.04. arbeitslos gemeldet um den Anspruch berechnen zu lassen. Zunächst wurde mir eine Sperrfrist bis 24.06. genannt, die aber dann auf den 10.09. korrigiert wurde. Dies geschah nach einem Telefonat der Arbeitsagentur mit meinem Arbeitgeber. Angeblich ist die Kündigungsfrist von 12 Monaten zu kurz gewesen , da ich angeblich unkündbar war – deshalb die verlängerte Wartefrist. Anspruch wird für 13,5 Monate gewährt. Die Dame hat mich dann auch auf die Möglichkeit mit den 4 Jahren hingewiesen, die ich auch in Anspruch nehmen werde. Denn dann ist eine Vermittlung noch unwahrscheinlicher, wenn ich schon mal 2,5 Jahre nichts gemacht habe. Jetzt wollte ich dieses Kapitel gerade ein wenig im Internet nachlesen und stoße dabei auf die Infos bezügl. freiwillige KV. Ich habe den Antrag ausgefüllt, darin wird auch nach dem Abfindungsbetrag gefragt. Ich war der Meinung und so wurde ich auch informiert, dass Abfindungsbeträge grundsätzlich sozialversicherungsfrei sind. Nun habe ich einige Einträge gelesen, die das Gegenteil besagen und statt des Mindestbeitrages von ca. 170 deutlich höhere Zahlungen fällig werden. Dann könnte ich mir den Spaß fast nicht mehr leisten. Haben Sie einen Tipp wie ich das sicherstellen kann, denn das würde mich ja jedes Jahr aufs neue treffen. Gruß Reka
Mr.Jembolo sagte am 3.Apr.2016 um 13:59 :
Hallo , ich denke da kann man nichts mehr machen wenn die Kü.frist nicht eingehalten wurde. Bei mir jedenfalls war es so, bei Nichteinhaltung = Höchstbeitrag , bei Einhaltung ca 170€ in KV/PV. Wobei der Höchstbeitrag maximal nur für 12 Monate eingezogen werden darf.(Beitragshöhe richtet sich auch nach Abf.höhe )
Danach wird nach Einkommen berechnet bzw. zahlt dann die Arbeitsagentur . Gruß
Reka sagte am 3.Apr.2016 um 20:44 :
Hallo Mr. Jembolo,
meine Kündigungsfrist war 12 Monate, lt. AG war das ausreichend, die AAG ist da anderer Meinung…. Wie lange hätte denn die Kündigungsfrist sein sollen ? Ich habe am 01.04. das ALg beantragt und werde mich aber in Kürze wieder abmelden und den Anspruch innerhalb der nächsten 4 Jahr wahr nehmen. ich lasse mich mal überraschen was sie Krankenkasse berechnet. Habe halt auf Mindestbeitrag gehofft.
Mr.Jembolo sagte am 3.Apr.2016 um 20:59 :
Hallo, meine Kü.frist betrug 7 Monate aber bei der AAG galt ich aufgrund der Betriebszugehörigkeit von über 30 Jahren und meinem Alter von 56 Jahren als Unkündbar (deswegen wird auch eine Ruhezeit verhängt).Habe auch deswegen das Dispojahr inanspruch genommen. Bei der Krankenkasse war nur wichtig das diese Kü.frist von 7 Monaten eingehalten wurde. Grüße
Reka sagte am 3.Apr.2016 um 21:15 :
jetzt verstehe ich es gerade nicht. Sie hatten doch oben erwähnt, dass Sie den Höchstbeitrag an die Krankenkassse zahlen müssen. Ich war 39,5 Jahre beim AG und hatte eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Lt. AAG allerdings ebenfalls unkündbar…. deshalb soll ich auch v. 01.04. – 10.09. auf eine Leistung warten. In dieser Zeit will aber der Vermittler Gespräche, Maßnahmen und und und. Das ist mir gerade zu viel.
Aber vielen Dank für die superschnelle Antwort. Ist ein Spitzenforum hier, habe es leider heute erst entdeckt.
Gruß Reka
Mr.Jembolo sagte am 3.Apr.2016 um 22:33 :
Hallo nochmal, wenn Sie mit oben erwähnt meinen Beitrag vom 1.3. 2015 meinen, dann war es zunächst so das ich den höheren Beitrag hätte Zahlen sollen. Ich hatte aber einige Wochen später einen Anruf meiner GKV wo diese wissen wollten wie das mit der Kü.frist bei mir ist. Daraufhin habe ich der GKV meinen Aufhebungsvertrag + meine Betriebliche Kü.frist in Kopie gesendet. Kurz darauf bekam ich den Beitrag von ca.170€ zugesprochen.Ich bekam meine Abfindung als Einmalzahlung mit der 5tel Regel.
Es gibt auch noch eine sogenannte Märzklausel die evtl. in der KV/PV angewendet werden kann, die ihnen villeicht hier jemand näher erklären kann. mfg
Privatier sagte am 3.Apr.2016 um 18:36 :
ich muss hier mal ein bisschen ausholen…
Also, zunächst einmal ist es ganz sicher richtig, was Mr.Jembolo hier schon angedeutet hat:
Wird bei einem Aufhebungsvertrag die Kündigungsfrist nicht eingehalten, wird von der Arbeitsagentur eine Ruhefrist „verordnet“. In dieser Zeit muss die Abfindung quasi erst einmal aufgebraucht werden. Wie das genau berechnet wird, habe ich in meinem Beitrag über die Ruhezeiten erläutert.
Nach denselben Kriterien geht auch die Krankenkasse bei der Berechnung ihrer Beiträge vor. D.h. während der Ruhezeit werden die KV-Beiträge nach dem bisherigen Einkommen bemessen. Bei ehemals gut-Verdienenden ist das dann eben der Höchstsatz!
Das könnte man aber wohlmöglich ja noch verschmerzen. Schwieriger wird die Lage bei einer ratierlichen Abfindung. „Ratierlich“ deshalb, weil die Abfindung nicht in einer Summe, sondern in Raten gezahlt wird.
Die Krankenkassen stellen sich hier gerne auf den Standpunkt, dass es sich bei solchen ratierlichen Abfindungen, die dann auch gerne bis zum Renteneintritt gezahlt werden, eigentlich um Versorgungsbezüge des ehemaligen Arbeitgebers handelt (sozusagen eine Art Betriebsrente). Und darauf sind natürlich KV-Beiträge zu zahlen.
So hätten es die Krankenkassen gerne. Ist aber wohl rechtlich etwas schwierig. Hier kommt es genau auf die Formulierungen im Aufhebungsvertrag (ggfs. Sozialplan oder Betriebsvereinbarung) an. So findet man durchaus Urteile, die die Sozialversicherungspflicht einer monatlichen Zahlung ausdrücklich NICHT sehen, wie z.B.: Urteil vom 22.2.2007, Az: L 16 KR 107/06 , es gibt aber auch solche, die den Krankenkassen Recht geben, wie z.B.: Hessisches LSG · Urteil vom 30. Januar 2014 · Az. L 8 KR 436/12
Dort heißt es u.a.: „Wie das Sozialgericht zutreffend ausgeführt hat, legte die Beklagte zu 1) ihrer Beitragsfestsetzung in der Zeit vom 1. März 2008 bis zum 30. November 2010 rechtmäßig die monatlichen Zahlungen der Arbeitgeberin in vollem Umfang in Höhe von 3.132,00 Euro zugrunde.“
Wie gesagt: Es scheint hier sehr auf die Feinheiten anzukommen und diese zu beurteilen, sehe ich mich nicht in der Lage. Hier wäre ganz sicher ein spezialisierter Anwalt der richtige Ansprechpartner!
Reka sagte am 3.Apr.2016 um 21:18 :
herzlichen Dank für die Antwort und den Hinweis auf die Gesetzestexte. Der AG hat mit mir einen 10 -Jahresplan für die Abfindung aufgestellt.Ausser Kapitaleinkünften kommt dann kein Einkommen mehr und ich ging vom Mindestbeitrag der freiw. KV aus. Ich hoffe das bekomme ich auch durch.
Swantje B. sagte am 4.Apr.2016 um 23:31 :
Hallo Herr Ranning (und alle Interessierten),
die Urteile widersprechen sich nicht, sondern sind nur folgerichtig. Der jeweils zu entscheidende Sachverhalt war anders:
LSG NRW aus 2007:
Der Kläger war PFLICHVERSICHERT auf Grund von Arbeitslosengeldbezug. Bei pflichtversicherten ALG-Beziehern sind nur bestimmte, im Gesetz abschließend aufgezählte Einnahmearten beitragspflichtig, nämlich:
(vgl. § 232a SGB V in Verbindung mit §§ 226, 229 SGB V)
Das LSG NRW hatte also zu entscheiden, ob das ratierliche gezahlte „Ruhegeld“ eine der Rente vergleichbare Einnahme im Sinne von § 229 SGB V ist. Diese Frage hat es zutreffend verneint. Der Pflichversicherte zahlt daher aus der ratierlich gezahlten Abfindung keine Beiträge.
Hessisches LSG aus 2014:
Der Kläger war FREIWILLIG VERSICHERT. Bei freiwillig Versicherten bemessen sich die Beiträge grundsätzlich nach der „gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V). Das Hessische LSG hatte daher (nur) zu prüfen, ob die regelmäßige, garantierte Zahlung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Versicherten beeinflusst. Diese Frage hat es zutreffend bejaht. Der freiwillig Versicherte zahlt daher aus jeder Rate Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Privatier sagte am 5.Apr.2016 um 19:40 :
Recht herzlichen Dank für diese Klarstellung und die Erläuterungen!
Sie scheinen sich ja mit der Thematik intensiver befasst oder den entsprechenden beruflichen Hintergrund zu haben.
Würden Sie denn speziell aus dem Urteil des Hessischen LSGs die generelle Schlussfolgerung ziehen, dass ratierliche Abfindungen bei freiwillig gesetzlich Versicherten immer dazu führen, dass die Zahlungen bei der Bemessung der KV/-PV-Beträge zu berücksichtigen sind?
Es widerspricht ein wenig meinem gesunden Rechtsempfinden (mehr habe ich als Nicht-Jurist nicht anzubieten), dass eine Einmalzahlung einer Abfindung im Idealfall vollständig sozialversicherungsfrei bleiben soll, wohingegen die selbe Summe in Raten ausbezahlt, einen Krankenversicherungsbeitrag auslösen soll! Denn schließlich tragen ja beide Varianten gleichermaßen zur „gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ bei. Ist mir irgendwie nicht eingängig.
Det sagte am 5.Apr.2016 um 21:56 :
Siehst Du Peter , das meine ich mit gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Hier von GKV immer wieder Passus zum Bebeitragen !!!
Leider nicht so gedacht , aber durch Spitzenverband immer wieder neu AUSGEHÖHLT !!! , so geht es immer weiter . No Way Out .
Obwohl Spitzenverband der GKV KEINE Gesetzesmacht , durch Lobby und immer wieder neuen Klagen , doch irgendwie immer etwas gemacht , wo Gesetzgebung erstmal wieder drauf reagieren muss, u.s.w. . Halt BANDE .
Und so wird halt , obwohl der Spitzenverband der GKV keine GESETZESMACHT hat , es doch immer wieder so hingebogen , das es für GKV passt .
Privatier sagte am 6.Apr.2016 um 10:20 :
Ich kann Dir hier nicht zustimmen, Det!
Der Spitzenverband der GKV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, dessen Organe, sowie deren Mitglieder in einem demokratischen Verfahren u.a. auch durch die Versicherten selbst gewählt werden.
Ähnlich wie auch bei den kommunalen Selbstverwaltungen hat auch der Spitzenverband der GKV eine Rechtssetzungshoheit, aufgrund dessen er zur Regelung der Aufgaben der Krankenkassen seine eigenen Satzungen erlassen kann (sofern übergeordnete Gesetze nicht etwas anderes aussagen).
Und immerhin vertritt der Spitzenverband der GKV ca. 70 Millionen Versicherte, denn ca. 90% der deutschen Bevölkerung sind in einer gesetzlichen Krankenkasse. Und daher geht es hier nicht darum, dass sich eine „Bande“ selber die Taschen vollstopft, sondern darum, für die Allgemeinheit ein finanzierbares System am Leben zu halten.
Dass dies in Einzelfällen zu einem Gefühl von Ungerechtigkeit führt, will ich allerdings gerne zugeben. Allerdings kommt dieses Empfinden bei den Meisten nur dann auf, wenn es den eigenen Geldbeutel betrifft.
Det sagte am 6.Apr.2016 um 21:19 :
Ich kann Dir da nicht zustimmen Peter !
Jeder Kleingartenverein hat Satzungsrecht , jedoch muss sich DIESER , immer höherrangigen Recht unterstellen . Nur die FUNKTIONÄRE der GKV denken , Sie könnten immer mal wieder das RECHT ( SGB , BGB u.s.w. ) so zurecht rücken , das für Sie die Lösung in das SGB einfließen könnte .
Dieses Peter , ist vom GESETZGEBER JEDOCH NICHT GEWÜNSCHT , dafür gibt es ja EXTRA eine GESETZGEBUNG u.s.w. ( Legislative ,JUDIKATIVE,Executive ) .
Aber durch ewig neue Klagen ( bei der JUDIKATIVEN ) und durch starke Lobby bei der GESETZGEBUNG , wird dieses genau immer wieder unterlaufen , bis es notfalls zum EUGH kommt , und dann endlich mal eine Klarstellung erfolgt .
Aber bis dahin ist es halt ein langer Weg .
Und es geht hierbei nicht darum , ob sich jemand selber die Taschen vollstopft , sondern darum , wie immer wieder GESETZESTEXT unterlaufen wird , und die notwendigkeit einer Klage daraus .
Nur um Dir dieses nochmal zu verdeutlichen , VERLIERT DIE GKV eine KLAGE , ist SIE stehts bemüht KEIN URTEIL sondern ein VERGLEICH zu erzielen ( Wegen Außenwirkung ) . Gewinnt Sie , besteht Sie auf URTEIL. Ist das FAIR ???. Auch gegenüber Kläger / Beklagten ???
Daraus folgend .jetzt IMMER AUSURTEILEN !!! , ENDE .
Privatier sagte am 7.Apr.2016 um 08:47 :
Okay, Det – Danke noch mal für Deine Sicht der Dinge.
Ich denke, wir haben an diesem Punkt einfach unterschiedliche Meinungen und sollten diese einfach einmal so im Raum stehen lassen. Es macht für uns und auch die anderen Leser wenig Sinn, hier weiter endlose Diskussionen zu führen.
Swantje B. sagte am 6.Apr.2016 um 09:07 :
ja, ratierliche Abfindungen sind bei freiwillig Versicherten immer bei der Beitragsbemessung zu berücksichtigen. [Schlussfolgerung nicht „speziell aus dem Urteil des Hess. LSG“, sondern vor allem aus Gesetz, Beitragsverfahrensgrundsätzen und sonstiger Rechtsprechung. Die Entscheidung des Hess. LSG war weder spektakulär noch unerwartet.]
Ist das „gerecht“? Bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von Einnahmen gibt es viele Baustellen, die dem „gesunden Rechtsempfinden“ zunächst zuwider laufen. Ist es wirklich gerechtfertigt, dass man auch mit sechsstelliger Abfindung ggf. kostenfrei familienversichert wird?
Privatier sagte am 6.Apr.2016 um 10:37 :
Und was das „gesunde Rechtsempfinden“ angeht, so will ich Ihnen gerne zustimmen. Ich habe ja auch nur gesagt, dass ich die Ungleichbehandlung einer Einmalzahlung und einer ratierlichen Zahlung nicht so ganz verstehe.
Obwohl – wenn ich länger drüber nachdenke, sehe ich schon in der ratierlichen Zahlung eher den Charakter eines regelmäßigen Einkommens, welches dann durchaus berechtigt der KV-Pflicht unterliegen sollte.
Vielleicht wäre es gerechter, wenn man bei einer Einmalzahlung (ähnlich wie bei der Fünftelregel) von einem fiktiven Verbrauch über einen gewissen Zeitraum ausgehen würde und für diese Zeit einen KV-Beitrag festlegen würde?
Ich höre schon den wütenden Protest aller Abfindungsempfänger. Jaja – ist schon gut! Ist ja nur ein Gedankenspiel. Und vielleicht liest der Spitzenverband hier ja auch nicht mit. Aber wenn es doch so wäre und so kommen würde, dann müssten die Abfindungen eben zukünftig etwas nach oben angepasst werden. Richtiger wäre es – meine ich.
Und was die Familienversicherung angeht… wenn es mir nach ginge, würde auch die vollkommen abgeschafft und es müsste für jedes Mitglied ein Beitrag bezahlt werden. Aber dann sind wir auch fast wieder beim Prinzip der PKV. Und die Frage ungelöst, wie ein alleinverdienender Familienvater einer fünf-(oder mehr)köpfigen Familie die KV-Beiträge seiner ganzen Familie bezahlen soll?
Ich selber habe da keine Lösung (das wäre wohl auch reichlich vermessen) und halte mich daher mit einer Kritik nach Möglichkeit zurück. Ich versuche stattdessen lieber, die aktuellen Gesetze und Regeln zu verstehen, zu akzeptieren und meine Planungen danach auszurichten.
Det sagte am 6.Apr.2016 um 20:38 :
Ich hab DIE LÖSUNG : Prozentuale BEBEITRAGUNG für ALLE und ALLES .
Manni sagte am 11.Aug.2016 um 19:48 :
Bin freiwillig gesetzlich krankenversichert und beziehe Arbeitslosengeld bis zum 01.07.2017. Ab 01.11.2017 gehe ich in Rente. Meine Frau ist berufstätig und gesetzlich krankenversichert.
Abfindung wurde im Januar 2016 ausgezahlt. Aus der Auszahlung einer Direktversicherung (BAV) im Jahr 2015 fordert die Krankenkasse 7.000 EUR KV- und PV-Beiträge. Die werden spätestens ab Renteneintritt fällig (auf 10 Jahre verteilt).
Kann ich diesen Betrag (Voraussetzung die Krankenkasse spielt mit) als Einmalzahlung bzw. Vorauszahlung steuerlich absetzen?
FÜR2012 sagte am 11.Aug.2016 um 23:05 :
ein Erfahrungsbericht aus der Vergangenheit.
Bei mir hat die freiwillige Beitragszahlung im Jahr 2012 während dem „Dispojahr“ geklappt. Zuvor habe ich die KK allerdings gefragt bzw. denen erst den Sachverhalt der freiwilligen Beitragsvorauszahlung erklärt (bei mir ging es um die normalen monatlichen Beiträge, „2,5-facher Jahresbeitrag“).
Evtl. zu beachten: nicht erst im Dezember bezahlen! Damit sichergestellt ist, dass die Beiträge für 2016 in der „elektronischen KK-Meldung 2016 an das FA“ auch ausgewiesen werden.
Hardy sagte am 12.Aug.2016 um 16:42 :
bei der steuerlichen Anerkennung von Vorsorgeaufwendungen gilt das Zuflussprinzip; das bedeutet, der Zahlungstermin ist extrem wichtig.
Ich habe mal etwas in die gesetzliche Rente eingezahlt. Der Sachbearbeiter hat gestöhnt, dass am Ende des Jahres alle damit kommen…
Privatier sagte am 12.Aug.2016 um 11:33 :
zunächst einmal muss ich sagen, dass ich die Antwort nicht weiß!
Ich kann mir also höchstens etwas denken und gemeinsame Überlegungen anstellen:
Und so denke ich mal, dass es für die Vorauszahlung der Krankenkassenbeiträge (und deren steuerliche Anerkennung) keine Rolle spielt, auf welcher Grundlage diese Beiträge berechnet werden. Bei mir sind das inzwischen zwei kleine Renten (Riester und Rürup) und die Kapitaleinkünfte. Käme da jetzt noch eine BAV dazu (auf 10 Jahre verteilt), würde sich eben ein etwas höherer Beitrag ergeben.
Und diesen, wie auch immer zusammengesetzten Beitrag kann man dann eben für 2,5 Jahre im Voraus bezahlen. Vorher natürlich mit der KK abstimmen!
Ich sehe daher keinen Grund, warum es Problem mit einer Vorauszahlung geben sollte. Natürlich immer nur in den genannten Grenzen und nach Klärung mit der KK.
Hardy sagte am 12.Aug.2016 um 17:04 :
ich hatte, während des Dispositionsjahres, eine zeitlich befristete BU-Rente, die als Kapitalleistung gezahlt wurde.
Die gesetzliche Krankenkasse hat den Betrag auf 120 Monate umgelegt. Da der daraus resultierende monatliche Krankenkassenbeitrag unter der Geringfügigkeitsgrenze von 145,25 € liegt, muss ich derzeit nichts zahlen.
Sobald aber weitere Kapitalleistungen hinzukommen und die Summe den Grenzbetrag übersteigt, ist der Krankenkassenbeitrag auf die volle Summe fällig.
Also muss man auch bei solchen Zahlungen aufpassen.
Ich fand aber auch die Information, dass Kapitalleistungen nicht beitragspflichtig sind, sobald man in der Krankenkasse der Rentner ist.
Privatier sagte am 13.Aug.2016 um 12:28 :
die Beitragsberechnung in der Krankenkasse der Rentner hängt davon ab, ob Du pflichtversichert oder freiwillig versichert bist! Mehr Einzelheiten zu diesem Thema findest Du in meinem Beitrag „Rente und Krankenkasse„.
Hardy sagte am 13.Aug.2016 um 19:58 :
Danke schön für die Info; ich habe das nochmal durchgelesen.
Da ich seit Berufsanfang in der gesetzlichen Krankenversicherung war, werde ich als Rentner pflichtversichert in der Krankenkasse der Rentner sein.
Jetzt habe ich noch eine betriebliche Altersversorgung, die als Einmalzahlung fällig wird.
Meine Idee ist jetzt, dass ich diese Zahlung erst beantrage, wenn ich Rentner bin, um die Verbeitragung zu umgehen. Ich werde dazu auch noch mal Kontakt zu der Versicherung aufnehmen.
Swantje B. sagte am 13.Aug.2016 um 00:43 :
irgendwas passt da nicht. Wenn du ALG beziehst kannst du nicht freiwillig versichert sein. ALG-Bezieher sind pflichtversichert. Der 10-Jahres-Zeitraum für die Verbeitragung der Einmalzahlung beginnt auch immer mit dem Auszahlungsmonat (bei dir also irgendwann 2015) und nicht erst mit Renteneintritt.
Manni sagte am 14.Aug.2016 um 14:17 :
als ALG-Bezieher bin ich pflichtversichert. Das ist richtig. Bis zum 31.12.2015 war ich freiwillig in der gesetzlichen KV. Meine Krankenkasse nimmt aber die festgelegten KV/PV-Beträge aus der BAV (Auszahlung 2015) nicht an.
Bis zum 01.07.2017 wird der Höchstbeitrag von der Arbeitsagentur gezahlt. Danach wird abhängig von den gezahlten KV/PV-Beiträgen aus gesetzlicher Rente, Arbeitgeber-Rente, Riester etc. bis zur Beitragsbemessungsgrenze weiterer KV/PV-Beitrag aus der BAV gefordert.
Ob der KV/PV-Beitrag aus der BAV jemals fällig wird, kann heute bzw. in diesem Jahr nicht abschließend gesagt werden. Durch z. B . vorzeitigem Tod oder Renteneinkünfte liegen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wird der Beitrag nicht fällig und kann daher dieses Jahr nicht an das Finanzamt gemeldet werden.
Beschäftige mich daher jetzt weiter mit er RÜRUP-Variante.
M.M.M sagte am 21.Sep.2016 um 16:02 :
ich stehe mit dem Thema „Vorauszahlung von KK-Beiträgen“ etwas auf dem Schlauch:
-In 2015 per Aufhebungsvertrag aufgehört zu arbeiten
-Anfang 2016 Abfindung erhalten
-PKV versichert und zahle derzeit meine monatlichen PKV-Beiträge selbst
-In 2017 möchte ich dann ALG1 beantragen
-Noch in 2016 möchte ich die PKV-Beiträge für die nächsten +2,5Jahre PKV-(also für die Jahre 2017,2018 und anteilig 2019) aus steuerlichen Gründen zahlen
Meine PKV ‚bunkert‘ nun die obige Einzahlungssumme als Guthaben und verrechnet die Summe dann über die nächsten Jahre Monat für Monat.
…soweit alles klar..
Sie schrieben, das es einen Haken mit der Vorauszahlung von Krankenkassenbeiträgen geben würde, falls man man irgendwann ALG1-Zahlungen erhält -> „Selbstverständlich funktioniert dieser Trick natürlich auch nicht, wenn die KV-Beiträge von einer anderen Stelle übernommen werden (z.B. von der Arbeitsagentur)“.
Aber „Martin F.“ hat das Szenario (weiter oben im Blog) als PKV-Versicherter doch bereits durchlaufen und bei der Beantragung von ALG1-Leistungen mittels der „Bescheinigung zur Übernahme von Beiträgen nach §174 SGB III – Kranken-/Pflegeversicherung“ seine monatlichen PKV-Zuschüsse während des ALG1-Bezugszeitraums von der Arbeitsagentur erhalten. Die erhaltenen PKV-Zahlungen seitens der Arbeitsagentur muß man ja nicht an die PKV überweisen, da ja eine Vorauszahlung im Vorjahr erfolgte…
Wo habe ich meinen Denkfehler, das der Bezug von ALG1-Leistungen im Zuge dieses Steuersparmodells finanziell schädlich wäre…man bekommt doch die PKV-Zuzahlung während des ALG1-Bezuges von der Arbeitsagentur ausgezahlt (?!)
M.M.M sagte am 21.Sep.2016 um 16:22 :
Sorry, eine Anmerkung noch:
Martin F. war nicht PKV- sondern freiwillig gesetzlich versichert, wobei das vom Status her -denke ich- eigentlich keinen Unterschied für meine obige Frage macht.
Martin F. sagte am 21.Sep.2016 um 22:17 :
Im Eintrag „Martin F. sagte am 5. April 2016 um 18:16“ hatte ich über einen meiner Ex-Kollegen berichtet. Mein persönlicher Status unterscheidet sich etwas:
1) PKV seit Jahrzehnten und weil über 55 kein Austritt möglich.
2) Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Betriebsauflösung zum 28.02.2014.
3) In der Zeit 01.03.2014 bis 28.02.2015 „Mitarbeiter“ in einer Transfergesellschaft.
4) 01.03.-31.12.2015 für 10 Monate Dispojahr in Anspruch genommen, d.h. „Privatier“ ohne rentenversicherungspflichtige Einnahmen und ohne Bezug von Arbeitslosengeld. In diesen 10 Monaten die regulären Beiträge an die PKV weiter gezahlt.
5) Gegen Ende 2015 zusätzliche Einzahlung vom 2,5-fachen des 2015er Jahresbeitrags als Vorauszahlung an die PKV.
6) Gegen Ende 2015 Ausschöpfung des maximal steuerlich absetzbaren Betrages durch Einzahlung in GRV:
a) Maximale freiwillige Rentenbeiträge für 01.03.-31.12.2015,
b) Aufgestockt bis zum steuerlich absetzbaren Maximum über „Antrag auf Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“.
7) Ab 01.01.2016 arbeitslos / arbeitssuchend gemeldet mit Bezug von Arbeitslosengeld I.
a) Wegen der Bedingungen von Punkt 1 oben bleibe ich in der PKV.
b) Bei Antragstellung zum Arbeitslosengeld zudem das „Zusatzblatt Sozialversicherung“ und eine „Bescheinigung zur Übernahme von Beiträgen nach §174 SGB III – Kranken-/Pflegeversicherung“ (von der PKV auszufüllen) abgegeben.
c) Auf dieser Grundlage berechnet die Agentur für Arbeit den Zuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung und zahlt ihn monatlich mit der Leistung aus.
d) Da ich Ende 2015 bereits meine Vorauszahlung an die PKV geleistet habe, werden die jetzt fälligen monatlichen Beiträge gegen mein Guthaben gebucht, d.h. zurzeit zahle ich keine Beiträge unmittelbar an die PKV.
8) Abfindung Anfang 2015 mit Anwendung der Fünftel-Regelung:
a) In dem Einkommenssteuerbescheid vom Juli 2016 für das Steuerjahr 2015 sind alle oben beschriebenen Steueroptimierungen ohne Beanstandung anerkannt worden!
M.M.M sagte am 21.Sep.2016 um 23:47 :
vielen Dank für das ausführliche Statement. Meine Abfindung habe ich ebenfalls nach der 5tel-Regelung ausführen lassen.
Ihre Punkte 7b bis 7d sind für mich sehr interessant gewesen, gerade hinsichtlich der positiven Akzeptanz seitens des FinA!
Privatier sagte am 22.Sep.2016 um 08:41 :
Hallo M.M.M. und sorry, wenn ich mit meinen Aussagen im Beitrag für Verunsicherung gesorgt habe!
Inzwischen haben wir ja durch Martin F. eine Erfahrung aus der Praxis, dass KV-Vorauszahlung und ALG-Bezug sich durchaus miteinander vertragen.
B sagte am 21.Sep.2016 um 23:00 :
Bei mir wird es in 1-2 Jahren vermutlich auch so ähnlich ablaufen, allerdings ohne Transfer.
1. Dispojahr 10 Monate war kein echtes? Bei dir spielt die Sperr- und Ruhenszeit aufgrund der Transfer keine Rolle, richtig? Also nur wegen dem Progressionsvorbehalt?
2. Über die Rentenaufstockunghab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, wirkt das während des Dispojahrs ähnlich wie z.B. Rürup?
Hast Du hier als Eimalbeitrag den Höchstbeitrag (AG u.AN) bis zur Bemessungsgrenze als Einmalzahlung einbezahlt und dafür ca. 2 Punkte bekommen?
Martin F. sagte am 22.Sep.2016 um 09:36 :
Zu 1: Die 10 Monate „Dispojahr“ 01.03.-31.12.2015 habe ich nur deshalb eingeschoben, um die zu versteuernden Einnahmen im Jahr der Abfindung möglichst gering zu halten. ALG I Bezug in dieser Zeit hätte wegen des Progressionsvorbehalts zu einer höheren Steuerquote geführt.
Zu 2: Freiwillige Einzahlungen in die GRV oder eine Rürup-Rente werden steuerrechtlich identisch behandelt.
Ich persönlich bevorzuge die GRV, weil ich bei meiner rentennahen Einzahlung im aktuellen Niedrigzins Umfeld einen höheren Rückfluss erwarte.
Die erhaltenen Rentenpunkte habe ich nicht nachgerechnet. Für die freiwilligen Beiträge 01.03.-31.12.2015 habe ich keine Information. Für die zusätzlich gezahlten 12.000€ zum Ausgleich der Rentenminderung wurden mir laut Auskunft der Deutschen Rentenversicherung 1,696 persönliche Entgeltpunkte gut geschrieben.
jembolo 49 sagte am 10.Okt.2016 um 10:26 :
Hallo, bin freiwillig KK versichert und befinde mich bis 31.12.2016 im Dispo.jahr, habe heute auf Nachfrage über die Vorauszahlung von Beiträgen von meiner KK folgende Antwort erhalten . Es ist möglich das 2,5 fache des Jahresbeitrages in Voraus zu Überweisen.
Wenn aber wie bei mir ab 1.1.2017 die afa die Beiträge an die KK zahlt, bekomme ich meine
bis dahin nicht verbrauchten Beiträge zurückerstattet. Wie wirkt sich das Steuerlich in 2017 aus, muß der zurückerhaltene Betrag angegeben werden ? Danke und Grüße
Privatier sagte am 10.Okt.2016 um 18:16 :
Meine KK schickt mir am Ende des Jahres immer eine Bescheinigung über gezahlte und erstattete Beiträge. Dies sollte man dann auch vollständig in der Steuer-Erklärung so angeben.
Mir erscheint die Aussage deiner KK: „…bekomme ich meine bis dahin nicht verbrauchten Beiträge zurückerstattet.“ allerdings etwas fragwürdig! Denn wer in 2016 Beiträge für 2,5 Jahre im Voraus bezahlt, hat diese in 2017 niemals verbraucht. Egal, ob nun die AfA zahlt, oder nicht. Das ist irgendwie nicht schlüssig.
Ich habe diese Vorauszahlung selber nicht erprobt, andere Leser berichten aber davon, dass die Krankenkassen eine Art Konto führen, auf das zu Beginn eben Beiträge für 2,5 Jahre eingezahlt werden und diese dann nach Bedarf entnommen werden. Mal mehr und mal weniger. Wenn die AfA zahlt, eben auch einmal nichts.
Ich würde bei der KK noch einmal nachfragen, wie das genau gehandhabt wird. Aber selbst wenn der Beitrag für 2017 am Jahresende wieder erstattet würde, wäre ja der gewünschte Effekt für 2016 erzielt.
jembolo 49 sagte am 10.Okt.2016 um 19:35 :
Hallo und Danke für die Antwort. Mir wurde das so erklärt:Meine Einzahlung jetzt im Oktober für 2,5 Jahre . Ab 1.1.2017 Einzahlung durch AFA und gleichzeitig im Januar 2017 noch Beitragsrückerstattung der Beiträge abzüglich der Beiträge für Nov. Dez. 2016
Ich werde aber nochmal Nachfragen. Grüße
Martin F. sagte am 10.Okt.2016 um 19:50 :
Hinweis vom Privatier:
Martin schreibt mir soeben, dass sein ursprünglich hier geschriebener Kommentar Fehler enthält und er stattdessen auf seine Aussagen vom 5.April 2016 verweist.
M.M.M. sagte am 11.Nov.2016 um 08:05 :
Ich habe einmal eine dumme Frage zu den max. 2,5 Jahren Vorauszahlungen von KK-Beiträgen.
Ich bin PKV-versichert und konnte letzte Woche erfolgreich das 2,5-fache meines Jahresbeitrags für die Kranken- und Pflegeversicherung an mein PKV-Unternehmen überweisen….abzüglich eines Rabattes von 4% für diese Vorauszahlungssumme wegen Umstellung auf jährliche Zahlungsweise seitens der PKV.
Die Überweisung enthielt monetär auch die kompletten Leistungsinhalte, welche über die Basisabsicherung hinausgehen (also zzgl. Einzelzimmer, Chefarzt, Krankentagegeldversicherung etc)
1. Ich denke, das FinA erkennt nicht die volle Überweisungssumme meiner Vorauszahlung als Sonderausgaben an, sondern nur die Höhe des PKV-Basistarifs (also ohne die zusätzlichen Gimmicks wie Einzelzimmer etc.).
2. Viel wichtiger erscheinen mir die beiden folgenden Fragen:
Was geschieht steuerlich, wenn ich z.B. 3 Jahresbeiträge an meine PKV im voraus bezahle?
Denn mit dem PKV-Rabatt von 4% auf solche langjährigen Vorauszahlungen würde ich bei niedrigem Zinsumfeld ein gutes ‚Geschäft‘ mit der PKV machen.
Ich DENKE das FinA ‚kappt‘ dann eben den maximal möglichen Sonderausgabenabzug auf die maximal möglichen 2,5 Jahre, ODER versagt das FinA diese Anerkennung komplett, weil ich mehr als die Vorauszahlungssumme von 2,5 Jahren eingezahlt habe?! …das wäre ja heftig…!
Was geschieht, wenn ich z.B. nur für 2 Jahre meine PKV-Beiträge vorauszahlen würde?
Würde das FinA dann gar keine Sonderausgaben anerkennen, weil ich dann UNTER den maximal möglichen 2,5 Jahren liege?
Die obigen Fragen zu „2“ stellen sich mir, weil ich aus den IN GROßSCHRIFT gesetzten Teil des unteren Gesetzestextes nicht ganz schlau werde:
„Beiträge, die für nach Ablauf des Veranlagungszeitraums beginnende Beitragsjahre geleistet werden UND IN DER SUMME DAS ZWEIEINHALBFACHE DER AUF DEN VERANLAGUNGSZEITRAUM ENTFALLENDEN BEITRÄGE ÜBERSCHREITEN, sind in dem Veranlagungszeitraum anzusetzen, für den sie geleistet wurden“
Ist es also schlimm, die Einzahlungssumme von 2,5 Jahren zu über- oder unterschreiten und würde das FinA in eiem Fall GAR NICHTS als Sonderausgaben anerkennen?
Vielen Dank vorab, falls mir jemand Antworten geben kann!
Privatier sagte am 11.Nov.2016 um 13:13 :
Zu 1: Es ist richtig, dass die Krankenkassenkosten nur in Höhe der sog. Grundversorgung als KV-Kosten anerkannt werden. Die Zusatzleistungen können aber im Rahmen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Wobei dies dann oft an den Grenzen scheitert.
Zu 2a: Zunächst einmal muss ich noch einmal betonen, dass man in einem Jahr insgesamt 3,5 Jahresbeträge zahlen kann (einen „normal“ und 2,5 im Voraus). Wer also 3 Jahresbeiträge zahlt, liegt im Rahmen.
Wird aber der Rahmen überschritten, wird eben max. die steuerliche Höchstgrenze anerkannt. Der Rest ist dann steuerlich nicht relevant.
Zu 2b: Das 2,5fache gilt als Obergrenze für die steuerliche Anerkennung. Weniger ist gar kein Problem und ein übersteigender Betrag wird kann erst in späteren Jahren steuerlich verwertet werden.
Eine Über- oder Unterschreitung führt also nicht dazu, dass GAR NICHTS anerkannt wird.
M.M.M. sagte am 11.Nov.2016 um 14:36 :
Su-per,
vielen Dank der raschen Rückmeldung!
Ich bin halt manchmal etwas skeptisch ob der Gesetzestexte und -interpretation dieser und vermute des öfteren gesetzliche Fallstricke dahinter.
Ja, richtig. Meine bisherigen ’normalen‘ Krankenkassenbeiträge in diesem Kalenderjahr zählen natürlich neben den 2,5 Jahren Vorauszahlung als zusätzlicher Jahresbeitrag hinzu und hatte ich vergessen zu erwähnen.
…manchmal blickt man immer zu sehr in die Zukunft und vergisst das „Grundrauschen“ des laufenden Jahres zu erwähnen 🙂
Simon sagte am 27.Dez.2016 um 17:14 :
Hallo..Nun lass ich es mir echo seit 8 Monaten gut gehen als Privater,,,
Jetzt kommt aber nee Frage wo nee Antwort schwer fällt…wer weiss was ??
Also Abfindung bekommen ja klar …Jetzt Krankenkasse für 2,5 Jahre im voraus bezahlt wegen der Steuer..klar…So nun werde ich Arbeitslos zum Mai 2017..also zahlt das Arbeitsamt meine Krankenversicherung…Nun was ? Bekomme ich die Beiträge zurück oder bleibt es als Guthaben für später ?oder was auch immer…
jembolo 49 sagte am 27.Dez.2016 um 19:28 :
Hallo. Meine Krankenkasse will mir meine eingezahlten Beiträge zurücküberweisen sobald die Krankenkassenbeiträge durch das Arbeitsamt bezahlt werden. Ich habe direkt bei der KK angerufen und mich erkundigt. Grüße und nen guten Rutsch ins neue Jahr
Hardy sagte am 27.Dez.2016 um 21:42 :
Hallo; nur interessehalber…
Was passiert denn mit einer Rückzahlung der KV, wenn die Einzahlung zu einem steuerlich günstigeren Ergebnis geführt hat?
FÜR2012 sagte am 27.Dez.2016 um 23:16 :
– Vorauszahlung von Beiträgen im Abfindungsjahr
– im Dispojahr wurden die KV- und PV-Beiträge von der KK vom Guthaben abgebucht
– nach Dispojahr arbeitslos; AfA übernimmt die Beitragszahlung
– 2014 sozialversichungspflichtige Beschäftigung; Beitragszahlung durch AG
– KK meldet sich wegen Guthabenrückerstattung
– im Rückerstattungsjahr hatte ich dann mehr Erstattung als Beiträge und folglich war der Überschuss steuerpflichtig mit „ganz normalem“ Steuersatz
Mir hat die Beitragsvorauszahlung im Abfindungsjahr mehr geholfen (1/5-Regelung) als dann im Erstattungsjahr geschadet/ gekostet.
Marco sagte am 14.Jan.2017 um 12:59 :
Warum zahlt das AA direkt an die PKV? Ich habe meinen PKV-Vertrag vorgelgt und angegeben, daß die PKV vom meinem Konto monatl. abbucht (was vermutlich die Regel ist). Darum zahlt das AA neben dem ALGI auch die Versicherungbeiträge zur KV und PV an mich. Obwohl ich eine Vorauszahlung geleistet habe.
Privatier sagte am 15.Jan.2017 um 12:10 :
Ich kann da nicht aus eigenen Erfahrungen berichten, es gibt aber andere Kommentatoren (wie z.B. M.M.M., direkt hier drunter), der von einem an sich logischen und einfachen Verfahren berichtet hat.
Vielleicht hilft ja auch ein Anfruf bei der Agentur weiter mit der Bitte, das Verfahren zu ändern?
M.M.M. sagte am 27.Dez.2016 um 21:28 :
man sollte im ALG1-Antrag aufpassen:
Dort gibt es ja auch einen Abschnitt „(Private-)Krankenkasse“ zum ausfüllen.
Dort hat man -soweit ich mich erinnern kann- die Option ob sich die Arbeitsagentur zur Zahlung der PKV-Beiträge direkt mit dem PKV-Unternehmen abstimmen soll (=bloß nicht…das gibt nur Wirrwarr!), oder ob die von der Arbeitsagentur errechneten PKV-Zuzahlungen auf sein eigenes Konto überwiesen werden soll (=gut!)…und man sich damit selbst um die Zahlung an die PKV kümmert.
Nehmt tunlichst die zweite Option, also „selbst kümmern“.
Dann wird Euch von der Arbeitsagentur – neben der ALG1-Zahlung – die monatliche PKV-Zahlung auf Euer Konto überwiesen und was Ihr damit macht ist dann ‚Euer Bier‘.
Im Zweifel macht Ihr mit diesen PKV-Zuzahlungen der Arbeitsagentur nämlich nichts und freut Euch, da Ihr die +2,5Jahre PKV-Beträge an die PKV ja schon geleistet habt.
*MEINE* PKV behält in obigem Konstrukt zumindest die von mir für +2,5 Jahre vorausgezahlten Beiträge komplett und überweist mir nichts zurück…soweit deren telefonische Aussage zu genau dieser Fragestellung.
Privatier sagte am 28.Dez.2016 um 09:51 :
@Simon: Soweit ich weiß, gibt es dazu bei den Krankenkassen keine einheitliche Regelung. Es gibt wohl einige, die eine Rückzahlung veranlassen, wenn die Zahlungen von anderer Seite (z.B. Agentur) kommen, es gibt aber wohl auch andere Krankenkassen, die die Vorauszahlung einfach als ein Guthaben betrachten, von dem nach Bedarf Beiträge abgebucht wurden.
Mir erscheint letztere Variante als die sinnvollere. Vielleicht kann/sollte man dies im Vorfeld oder bei Bedarf auch mit der eigenen Krankenkasse abklären.
Falls sich dann eine Rückzahlung aber doch nicht vermeiden lässt, wird sie ganz sicher am Jahresende in der Bescheinigung der KK über gezahlte/erstattete Beiträge erscheinen und ist dann entsprechend in der Steuererklärung anzugeben. Da dies dann aber normalerweise nicht im Jahr der Abfindung stattfindet, sollte das kein großes Problem mehr darstellen.
M.F. sagte am 15.Jan.2017 um 20:06 :
Hallo Privatier und Mitkommentatoren,
erst einmal möchte ich mich für das Bereitstellen der vielen interessanten und hilfreichen Informationen auf dieser Website und auch im Kommentarbereich bedanken. Der Privatier hat einen wirklich sehr angenehm zu lesenden Schreibstil und sehr höfliche und souveräne Umgangsformen. Ich habe zwar schon einiges gelesen, aber längst nicht alles, ich bitte vorab zu entschuldigen, falls ich hier etwas frage, das schon irgendwo erwähnt wurde.
Thema steuerliche Absetzbarkeit der GKV als Sonderausgabe:
Arbeitnehmer in der GKV können ja die AN-Krankenkassenbeiträge und die AN-Pflegeversicherungsbeiträge sowie die Zusatzbeiträge seit 2010 in unbegrenzter Höhe (abzüglich 4% für Krankengeld) absetzen.
Bei einem Selbstzahler / Privatier fallen ja die jeweils vollständigen Beitragssätze an, also auch die, die früher vom Arbeitgeber übernommen wurden.
Wie im Beitrag beschrieben, können bei einem Selbstzahler / Privatier in der GKV die vollständigen bezahlten KV- und PV-Beiträge (also auch die, deren Anteil früher vom Arbeitgeber bezahlt wurde) vollständig als Sonderausgabe abgesetzt werden.
Sind die von den GKV (in unterschiedlicher Höhe teilweise) erhobenen Zusatzbeiträge bei KV und PV auch voll absetzbar?
Da ich es wie der Privatier gerne genau wissen möchte: Verringert sich die Sonderausgabe bei der KV bei einem Selbstzahler / Privatier um die 4 % bezüglich dem Krankengeld (bekommt doch ein Privatier bestimmt eh nicht, oder?)?
Privatier sagte am 16.Jan.2017 um 07:24 :
Hallo M.F. und vielen Dank für die lobenden Worte! Hoffentlich kann ich die Erwartung an „höfliche und souveräne Umgangsformen“ auch in diesem Falle erfüllen. 😉
Zu 1: Ja, auch die Zusatzbeiträge gehören zu den absetzbaren Kosten einer GKV. Für den sog. Selbstzahler erstellen die KK zu Beginn einer Jahres eine Bescheinung über die gezahlten (und erstatteten) Beiträge. Darin sind die Zusatzkosten enthalten.
Zu 2: Nein, sooo genau will ICH das gar nicht wissen! Zum einen (wie schon richtig vermutet) dürften zumindest die gesetzlich Versicherten in der Regel ohnehin keinen Anspruch auf Krankengeld haben und selbst wenn, dürfte die Steuererparnis so gering sein, dass es sich (für mich) nicht lohnt, darüber nachzudenken. Daher: Ich weiß es nicht.
M.F. sagte am 16.Jan.2017 um 20:08 :
Super ist, dass auch die Zusatzbeiträge für ein GKV-Mitglied absetzbar sind.
Kein Problem, die Absetzbarkeit der 4 % ist ja auch nicht kriegsentscheidend, bei z. B. 4.000 EUR KV im Jahr ginge es auch nur um 160 EUR Absetzbarkeit.
Kämen die Einkünfte nahezu nur aus Kapitaleinkünften, wären das bei 25 % gerade einmal ca. 40 EUR + Soli + ggf. Kirchensteuer als Ersparnis.
Hat jemand sehr hohe passive Einkünfte und diese hauptsächlich aus Mieteinnahmen macht es bei dem KV-Maximalbeitrag und Spitzensteuersatz natürlich entsprechend mehr aus, aber alles in allem eben nicht viel.
Das wichtigste ist m. E., dass eben der gesamte KV-Beitrag, als auch der, der beim Arbeitnehmer in der GKV vom Arbeitgeber bezahlt wird, für einen Privatier absetzbar ist.
Reinhard Danz sagte am 23.Feb.2017 um 22:56 :
Ich bin ab 1.4.2017 in Vorruhestand. Erhalte Rente und Pensionskasse (KV wird von RV und PK abgeführt)
Nun zu meiner Frage . Im April 2018 erhalte ich meine Abfindung. Neben der 1/5 Regelung habe ich nun von der Vorauszahlung von KV Beiträgen gelesen. Ist das in meiner Situation überhaupt möglich?
Bis 31.3.2017 bin ich noch angestellt und freiwillig in der gesetzlichen KV versichert.Danke.
Privatier sagte am 24.Feb.2017 um 11:29 :
Eine Vorauszahlung ist nur dann sinnvoll, wenn man als freiwillig Versicherter sog. „Selbstzahler“ ist, d.h. man erhält sämtliche Einkünfte (auch die Renten) als Brutto-Betrag und muss dann selber die darauf fälligen KV/PV-Beiträge abführen. Ich habe dies derzeit mit meinen beiden aktuellen kleinen Renten-Versicherungen so vereinbart (Rürup und Riester/Pensionskasse).
Ich denke, als Pflichtversicherter (egal ob angestellt oder gesetzl. Rentner) wird das wohl nicht möglich sein. Es wäre also im Einzelfall vorab zu prüfen, inwieweit die Versicherungen die Möglichkeit einer Brutto-Auszahlung anbieten.
Brösel sagte am 31.Mrz.2017 um 11:28 :
Guten Tag liebe „Privatier-Gemeinde“,
ich genieße seit 1.2.17 mein Dispositionsjahr. Da ich (sowie meine minderjährige Tochter) privat krankenversichert sind, habe ich vor, im Dezember die KK-Beiträge für 1/2018 – 6/2020 in Voraus zu zahlen. Die PKV ist damit einverstanden. Meine Ehefrau ist allerdings als Arbeitnehmerin gesetzlich krankenversichert. Ich habe gelesen, dass die Vorauszahlung bei dieser Konstellation nicht sinnvoll sei oder sogar nicht möglich sei. Leider ist mir nicht klar geworden, warum das so ist. Ob sinnvoll oder nicht, hängt ja wohl von den indivuellen Zahlen ab. Wenn aber das Konstrukt KK-Vorauszahlung bei getrennt Versicherten steuerrechtlich aus irgendwelchen Gründen gar nicht möglich ist, ist das natürlich etwas anders. Kann mir hierzu jemand Auskunft geben?
Die KK-Beiträge meiner Frau sind sehr gering. Es geht mir auch nicht so sehr um Steuererparnisse in den Folgejahren, sondern einzig darum, in 2017 die Steuerlast (wegen Abfindung) zu mindern.
Grüße vom Brösel
FÜR2012 sagte am 31.Mrz.2017 um 13:30 :
ich würde u.a. das Finanzamt befragen bzw. die Daten in eine EkSt-Software eingeben. Parallel dazu das ganze auch einmal in die ELSTER-Software eingeben.
Bitte fragen Sie bei ihrer KK nach bis wann im Dezember 2017 einbezahlte Beiträge noch für das Steuerjahr 2017 ausgewiesen werden!
Privatier sagte am 31.Mrz.2017 um 20:21 :
Ich möchte hier einmal auf eine sehr ähnliche Fragestellung verweisen. Um meine Antwort hier nicht noch einmal wiederholen zu müssen, bitte einmal in dem älteren Kommentar nachlesen.
BigMac sagte am 21.Apr.2017 um 12:03 :
Eine Frage, die mir bislang niemand beantworten konnte, gestellt anhand eines fiktiven Beispiels:
Herr Mustermann kündigt sein Arbeitsverhältnis selber zum 31.12.2017. Er erhält also keine Abfindung. Das Jahr 2018 soll als Dispojahr genutzt werden. Es gibt in 2018 keine Einkünfte, die Beiträge für die freiwillige GKV muss Herr Mustermann selber zahlen. Kann Herr Mustermann in seinem letzten Arbeitsjahr (2017), in welchen ja der Arbeitgeber einen Teil der KV-Beiträge übernimmt, KV-Beiträge für die Folgejahre vorauszahlen und sind diese wie oben beschrieben über die Steuererklärung für 2017 steuerlich absetzbar?
FÜR2012 sagte am 21.Apr.2017 um 19:45 :
das hing/ hängt wohl auch damit zusammen, ob Herr Mustermann in 2017 seine AN-Anteile selbst an die KK abführte.
Um die Vorauszahlungsmöglichkeit nutzen zu können, musste man früher (z.B. 2012 in meinem Fall) Selbstzahler sein. Diese Vorauszahlungsmöglichkeit von KV- und PV-Beiträgen sollte (früher) eine Steuergestaltungsmöglichkeit für Selbständige sein.
Wäre Herr Mustermann nur bis 30.11.2017 angestellt, dann könnte es im Dezember 2017 (wenn auch seine KK mitspielt) gerade noch rechtzeitig klappen. ABER: die Bewertung (und damit die steuerliche Anerkennung) erfolgt immer durch das FA; schließlich betrifft es die Einkommensteuererklärung.
Viel besser erklären, begründen und formulieren könnte es hier im Forum vermutlich Herr Thomas Schulze.
Mein persönliches Fazit: Falls Herr Mustermann schon 2017 mit seinem „Dispojahr“ begänne, dann könnte es viel besser funktionieren, da dann Herr Mustermann schon selbst seine KV- und PV-Beiträge zahlte ….
Privatier sagte am 22.Apr.2017 um 13:09 :
Eigentlich sind das zwei Fragen, nämlich:
a) kann Hr. Mustermann eine Vorauszahlung leisten und
b) wird sie steuerlich anerkannt?
a) Ob eine Vorauszahlung möglich ist (und in welcher Höhe) muss im Vorfeld immer mit der eigenen Krankenkasse geklärt werden. Wie FÜR2012 schon richtig erläutert hat, geht dies in der Regel nur bei privaten KVs oder bei Selbstzahlern in der GKV. Ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass eine KK bei entsprechender Schilderung der Sachlage durchaus auch eine Vorauszahlung für ein Folgejahr akzeptieren würde, in dem ja dann die Voraussetzungen gegeben wären.
Die endgültige Klärung der Frage wird nur in einem Gespräch mit der eigenen KK möglich sein.
b) Wenn die Krankenkasse eine Vorauszahlung akzeptiert, sehe ich keinen Grund, warum das FA diese Kosten nicht anerkennen sollte.
BigMac sagte am 25.Apr.2017 um 14:01 :
Tja, ich denke ja auch, das das klappen müsste, wenn die KK mitspielt. Ich sehe aber auch das Problem des „Nicht-Selbstzahlens“ der GKV-Beiträge im und für das Veranlagungsjahr. Meine KK war mit der Anfrage etwas „überfordert“, den Fall hätten sie noch nicht gehabt (meine KK gehört zu den größeren im Lande). Sollte das Vorgehen funktionieren, wäre die Steuerersparnis beachtlich. Nehmen wir an, Herr Mustermann aus dem Bsp. oben sei kinderlos, verdient 70.000 Euro pro Jahr und zahlt 15,6% für die GKV. Ein Vergleich der Abgabenhöhen ergibt:
Beitragsbemessungsgrenze KV/PV	52.200 €
Beitragssatz KV	15,60 %
Beitragssatz PV	2,80 %
KV-Beitrag	8.143,20 €
PV-Beitrag 1.461,60 €
zu versteuernd 60.395,20 €
Steuern + Soli 17.822,62 €
Vorauszahlung KV 250% 20.358,00 €
Vorauszahlung PV 250% 3.654,00 €
Vorauszahlung insg. 24.012,00 €
zu versteuernd 36.383,20 €
Steuern + Soli 7.916,98 €
Ersparnis 9.905,64 €
Die Berechnung ist stark vereinfacht, das Resultat fällt aber auch bei einer kompletten Steuer-Berechnung – z.B. mit ELSTER – so aus. Die Ersparnis sinkt/steigt natürlich, je kleiner/größer das zu versteuernde Einkommen ist. Voraussetzung für eine maximale Wirkung ist, dass die KK ein Guthabenkonto führt und die entrichteten Beiträge nicht zurückzahlt, wenn in der ALG I-Zeit die AA die Beiträge übernimmt. Denn das „lustige“ an dem Vorgehen ist, dass eine maximale Vorauszahlung für ca. 11 Jahre GKV-Mindestbeitrag reicht – wenn die KK mitspielt.
Vielleicht findet sich hier ja noch jemand mit eigenen Erfahrungen in einem solchen Fall.
M.M.M sagte am 25.Apr.2017 um 14:18 :
Wieso willst Du denn 11 Jahre vorauszahlen?
Das FinA erkennt doch nur max. 2,5 Jahre Vorauszahlung als Vorsorgeaufwendung an (?)
BigMac sagte am 25.Apr.2017 um 15:23 :
„Das FinA erkennt doch nur max. 2,5 Jahre Vorauszahlung als Vorsorgeaufwendung an “
Ja – aber das 2,5fache vom Beitrag im Veranlagungsjahr und nicht vom zukünftigen Beitrag. Für das Bsp. heißt das: Hr. Mustermann zahlt in 2017 für 2017 insg. 9.604 Euro Beiträge für KV und PV. Das 2,5-fache davon ist 24.012,-, die er als Vorauszahlung für spätere Jahre in 2017 zahlen und in der EK-Steuer-Erklärung für 2017 steuermindernd anführen kann. Dass er ab 2018 nur noch den Mindestbeitrag für KV + PV zahlt, ist in dem Moment völlig egal.
M.M.M sagte am 25.Apr.2017 um 15:50 :
Oha! …das ist ja interessant…
Da hatte ich in meinem Fall wohl Geld verschenkt. Ich hatte nämlich nur das 2,5fache meines regulären (PKV+PPV)-Jahresbeitrags im Veranlagungsjahr im voraus gezahlt, und wurde vom FinA auch anstandslos durchgewinkt.
Hans sagte am 26.Apr.2017 um 09:32 :
1. Wie soll die genannte Vorauszahlung für 11 Jahre reichen?
Der KV+PV-Beitrag wird aus maximal 4350 EUR monatlich und aus mindestens 991,67 EUR berechnet (Werte für 2017).
4350/991,67 ergibt einen Faktor von 4,39, nicht 11.
2. Das Finanzamt erkennt (lt. EStG) eine Vorauszahlung vom 2,5fachen des Beitrags im Veranlagungsjahr als steuermindernd an, ABER die Krankenkasse nimmt nur das 2,5fache des ersten Beitrags der freiwilligen Versicherung (also in meinem Fall den Mindestbeitrag) an.
In meinem Fall: Die ersten Monate des Jahres voll verdient und Maximalbeitrag bezahlt, anschließend Dispojahr. Laut Auskunft der TK wird der Beitrag im Dispojahr zur Grundlage für die Höhe der akzeptierten Vorauszahlung genommen.
3. Als Privatier ohne Einkünfte aus Renten oder selbstständiger Tätigkeit zahlt man in der GKV statt des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6%+Zusatzbeitrag nur den ermäßigten Beitragssatz von 14,0%+Zusatzbeitrag. Man hat ja auch keinen Anspruch auf Krankengeld.
BigMac sagte am 26.Apr.2017 um 10:30 :
zu 1: Da man das 2,5fache im Voraus einzahlen kann, muss man die 4,39 noch mit 2,5 multiplizieren. Macht dann fast 11.
zu 2: Wie hier im Kapitel schon mehrfach geschrieben: „Wenn die Krankenkasse mitmacht …“ Jede KK kann das individuell entscheiden. Es gibt Krankenkassen, die akzeptieren überhaupt keine Vorauszahlungen, andere offensichtlich nur in bestimmter Höhe (vielen Dank für die Infos zur TK). Kennt jemand eine gesetzliche KK, die den theoretischen Maximalbeitrag akzeptiert?
zu 3: Vielen Dank für Korrektur.
Hans sagte am 26.Apr.2017 um 10:49 :
Was ist das Problem, wenn die KK ab Bezug von ALG I die noch nicht verbrauchte Vorauszahlung zurückerstattet?
Solange die Rückerstattung nicht im gleichen Veranlagungsjahr erfolgt, ist der Steuerspareffekt ja schon mal eingetreten.
Der Steuerbescheid wird ja nicht rückwirkend geändert.
Also hat man lediglich im Jahr der Rückerstattung weniger KV-Beiträge abzusetzen, da die Rückerstattung gegengerechnet wird.
In den Folgejahren nach ALG I-Bezug muß man dann natürlich wieder KV-Beiträge zahlen und kann sie als Sonderausgaben absetzen. Auch dann kann man natürlich erneut 2,5 Jahre vorauszahlen, wenn auch die Summe vermutlich geringer sein wird.
BigMac sagte am 26.Apr.2017 um 12:42 :
„Also hat man lediglich im Jahr der Rückerstattung weniger KV-Beiträge abzusetzen, da die Rückerstattung gegengerechnet wird.“
Genau das meinte ich mit „verhindert eine maximale Wirkung“. Besser ist es, wenn die KK die Vorauszahlung als Guthaben behält. Im Extremfall erhöht sich nämlich das zu versteuernde Einkommen im Jahr einer Rückzahlung und damit die zu zahlenden Steuern. Deshalb sollte man für sich die verschiedenen Szenarien z.B. mit ELSTER mal durchrechnen, um zu sehen, wann sich das mit der Vorauszahlung und den ggf. nötigen Tätigkeiten (z.B. KK-Wechsel) wirklich lohnt. Das Ergebnis wird für jeden je nach seiner persönlichen Situation anders ausfallen.
„In den Folgejahren nach ALG I-Bezug muß man dann natürlich wieder KV-Beiträge zahlen und kann sie als Sonderausgaben absetzen. Auch dann kann man natürlich erneut 2,5 Jahre vorauszahlen, wenn auch die Summe vermutlich geringer sein wird.“
…. was aber nichts bringt, solange man keine zu versteuernden Einkünfte hat. Auch hier muss man schauen, ob sich das lohnt.
noch 5 Jahre sagte am 23.Apr.2017 um 20:26 :
Hallo lieber Privatier und Freunde,
ein interessanter Hinweis ist mir kürzlich von der BFA genannt worden, welcher auch für das Steuersparmodel bei einer Abfindung beachtenswert scheint.
Ab mitte 2017 wird durch eine Gesetzesänderung der „Erwerb“ von Rentenpunkten gegen Einmalzahlungen möglich (Stichwort Flexi-Rente). Ob hier auch aktuelle Obergrenze von 22500 EUR für die steuerliche Absetzbarekeit gilt konnte ich aber nicht herausfinden.
Besonders für PKV Versicherte ist so etwas von Vorteil, weil die BFA ja die KV Beiträge in der Rente mit 7% sponsort 🙂
Nachteil gegenüber privaten Rürup Versicherern ist allerdings die Bewertung der Rentenpunkte. Wer weiß schon, ob sich die Bewertung nicht in Zukunft verschlechtert.
Privatier sagte am 24.Apr.2017 um 09:09 :
So ganz neu ist diese Möglichkeit der „Einmalzahlungen“ in die GRV nicht. Wir haben dies hier auch schon häufig als interessante Möglichkeit der Steuergestaltung – gerade im Zusammenhang mit einer Abfindung – diskutiert. Was sich jetzt im Rahmen der neuen Flexirente geändert hat, ist die Tatsache, dass diese Möglichkeit bereits ab einem Alter von 50 Jahren (bisher 55 Jahren) zur Verfügung steht.
Da es immer wieder zu Fragen und Diskussionen zu dieser Möglichkeit gibt, werde ich in einem der kommenden Beiträge mit dieses Thema aber noch einmal vornehmen und etwas audführlicher darüber schreiben. Vorab möchte ich aber noch ein Buch vorstellen, eine besondere Aktien-Gattung erläutern und die Serie über das Dispojahr fortführen. Aber danach… 😉
M Matzke sagte am 1.Sep.2017 um 21:11 :
Hallo lieber Privater und Freunde,
Habe dieses Jahr eine Abfindung von 250.000 bekommen, welcher der Arbeitgeber mit 1/5 Regelung versteuer hat.
Habe in 2017 keine weiteren Einkommen ( Kein AL-Geld, Kein Krankengeld etc)
Wenn ich eine Krankenkassenvorauszahlung (Privat) mach von 10.000 Euro und eine Rürup Rente von 20.000 abschließe,
werden diese 30.000 dann von den 250000 abgezogen und ich versteuere nach 1/5 Regelung 220.000,- oder
so wie ich es aus dem Buch erlese- mir aber noch niemand bestätigen konnte – Wird die Abfindung gekünstelt = 50.000 und
davon die 30.000 abgezogen, dann vom Rest 20000 die Steuer berechnet und mal 5 genommen ?
Hierzu finde ich leider nirgends eine steuerverbindliche Aussage, welche wichtig wäre, bevor ich 20000 in eine Rürup investiere.
Privatier sagte am 2.Sep.2017 um 09:55 :
Die kurze Antwort lautet: In Ihrem Fall wird die Steuer von einem Fünftel des zu verst. Einkommens (also 220T€/5=44T€) ermittelt und diese wieder mit fünf multipliziert.
Die „normale“ Fünftelregel ermittelt zunächst die Steuer ohne Abfindung, aber unter Berücksichtigung sämtlicher Sonderausgaben, Freibeträge, etc..
Anschliessend wird zusätzlich ein Fünftel der Abfindung zum Einkommen hinzugerechnet und ebenfalls die Steuer ermittelt. Die Differenz aus den beiden Ergebnissen wird mit fünf multipliziert und zum ersten Ergebnis hinzuaddiert. Fertig.
In Ihrem Fall würde sich aber bereits im ersten Schritt ein negatives zu verst. Einkommen ergeben, da Ihre Abzüge höher als das Einkommen sind. In solchen Fällen greift die vereinfachende Sonderform der Fünftelregel. Diese besagt, dass die Steuer auf ein Fünftel des zu verst. Einkommens festgestellt wird und das Ergebnis wieder mit fünf multipliziert wird.
Noch eine kurze Anmerkung zu den geplanten Optimierungen:
Ich gehe davon aus, dass Sie die Summen nur als Beispiel zu Berechnung der Fünftelregel angegeben haben? Es ist schon klar, dass Sie insgesamt 3,5 Jahre an KV-Beiträgen zahlen können (das dürfte oftmals mehr als 10T€ sein)? Und es ist auch klar, dass Sie nicht 20T€ in Rürup einzahlen können und dann auch 20T€ steuerlich geltend machen können? Und es ist auch klar, dass eine Einzahlung in die gesetzliche RV heutzutage u.U. sinnvoller ist?
Akim sagte am 13.Sep.2017 um 15:33 :
die obige Rechnung mit der vereinfachten Sonderform der Fünftelregel zeigt doch, dass sich Sonderausgaben usw. nur solange lohnen, wie kein negative Einkommen erreicht ist.
Hier resultieren Sonderausgaben von 30.000 Eur nur in einer Ersparnis von ca. 11.000 Euro
Steuer lt. Tabelle/Einzelveranlagung auf 50.000 ca. 14.200
Steuer lt. Tabelle/Einzelveranlagung auf 44.000 ca. 12.000
Ersparnis * 5 (2.200*5) 11.000
Privatier sagte am 13.Sep.2017 um 21:38 :
Nun, das ist sicher erst einmal eine persönliche Einschätzung, dass sich eine Ersparnis von 11.000€ „nicht lohnt“. Oder bezogen auf den Einsatz von 30.000€ wären dies 36,7%. Das muss dann jeder selber beurteilen, ob er das für interessant hält.
Aber ich bin mir darüber hinaus auch nicht sicher, inwieweit man aus einem einzelnen Beispiel auf eine generelle Aussage („lohnt sich bei negativem Einkommen nicht“) schliessen kann. Ich denke, die Ergebnisse sind z.B. auch sehr davon abhängig, über welche Größenordnung von Abfindungen wir reden.
Aber ich habe das selber nie untersucht und kann es einfach nicht sagen, ob das Erreichen eines negativen Einkommens (ohne Abfindung) sich in irgendeiner Weise positiv oder negativ auswirkt.
Akim sagte am 14.Sep.2017 um 11:07 :
meine Aussage war ein wenig unglücklich. Was ich ausdrücken wollte war, dass sich Sonderausgaben bei einem positiven Einkommen weitaus mehr lohnen, als wenn bereits ein negatives Einkommen erreicht ist.
Im ersten Fall verringert 1 Euro das Einkommen um einen Euro. (Einkommen – 1 Eur + 1/5 Abfindung)
Im zweiten Fall wird der Euro nur zu 1/5 berücksichtigt (Abfindung – neg. Einkommen-1 Eur)/5
Sonst hast Du natürlich recht, dass man steuerliche Aspekte individuell prüfen sollte, anstelle pauschale Aussagen zu treffen.
Privatier sagte am 14.Sep.2017 um 19:02 :
Okay, Akim – lassen wir einfach einmal irgendwelche Formulierugen hinsichtlich „lohnenswert oder nicht“ beiseite und konzentrieren uns einmal auf die Fakten.
Und da bin ich mir eben immer noch nicht so sicher, ob man einen Vor- oder Nachteil der „normalen“ Fünftelregel (bei positivem Basiseinkommen) gegenüber der vereinfachten Fünftelregel (bei negativem Basiseinkommen) feststellen kann. Vielleicht sollten wir einmal einen Mathematiker beauftragen? 😉
Jedenfalls ist Deine Überlegung oben nur zur Hälfte richtig: Nämlich, dass bei neg. Basiseinkommen jeder weitere Euro an Sonderausgaben (z.B.) nur zu einem Fünftel wirkt. Das ist richtig.
Aber der erste Teil (bei pos. Basiseinkommen) ist ja so nicht ganz vollständig, denn die „normale“ Fünftelregel basiert ja immer auf einer Steuer-Differenz von zwei betrachteten Einkommen, nämlich dem ohne Abfindung und dem inkl. 1/5 Abfindung. Habe ich aber z.B. Sonderausgaben, die mein Einkommen reduzieren, so reduzieren diese immer gleich beide betrachteten Einkommen und zwar um den exakt gleichen Betrag. Die Differenz ist daher mit oder ohne Sonderausgaben immer gleich! Hätten wir keinen progressiven Steuertarif würde das also überhaupt nichts bringen.
Aber bevor ich jetzt hier weitere voreilige Schlüsse ziehe, sage ich noch einmal, dass man dies einmal vernünftig untersuchen müsste, um ggfs. zu einer allgemeinen Aussage zu kommen.
FÜR2012 sagte am 14.Sep.2017 um 20:56 :
ich möchte den Ausführungen des Privatiers sogar noch ein „i-Tüpfelchen“ draufsetzen!
Wegen dem „progressiven Steuertarif“ ergeben sich sogar Konstellationen in denen ein zusätzlich investierter Euro zu mehr als einen Euro Steuerersparnis führen! Wie gesagt nicht immer gültig, aber bei bestimmten Werten möglich.
Erwin Schlonz sagte am 20.Okt.2017 um 11:13 :
Ich bin Angestellter und freiwillig in der GKV versichert. Auf meiner monatlichen Entgeltabrechnung erhalte ich den AG-Zuschuss KV und PV. Wie sieht das in den zwei freien Jahren aus? Wie stelle ich sicher, dass mein AN in diesen zwei Jahren keine Zuschüsse geben muss? Oder schießt er in dem Jahr der Vorauszahlung ebenfalls für die zwei Jahre zu?