Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.03.2010&Aktenzeichen=IX%20ZR%2068%2F08
Timestamp: 2019-04-23 03:18:28
Document Index: 292442885

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 203', '§ 212', '§ 203', '§ 203', '§ 203', '§ 543', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', '§ 203', '§ 203', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.03.2010 - IX ZR 68/08 - dejure.org
§ 203 BGB, § 212 Abs 1 Nr 1 BGB
Haftung des Steuerberaters: Hemmung der Verjährung von Regressansprüchen des Mandanten durch Verhandlungen bzw. Anerkenntnis im Finanzgerichtsverfahren
Begründung von Verhandlungen i.S.d. § 203 BGB durch Besichtigung eines Mangels durch den Unternehmer; Begründung von Verhandlungen i.S.d. § 203 BGB durch Mitteilung der Inanspruchnahme des Haftpflichtversicherers; Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör durch unbegründete Verneinung eines den Neubeginn der Verjährung auslösenden Anerkenntnisses
BGB § 203; ZPO § 543 Abs. 2; GG Art. 103 Abs. 1
Wirksam sind dagegen Verfügungen des Verwalters, die nur unzweckmäßig oder sogar unrichtig sind (BGH, Beschluss vom 20. März 2008, aaO Rn. 4; vom 13. Januar 1983 - III ZR 88/81, ZIP 1983, 589, 590 unter 3a).
Anschließend genügt jeder Meinungsaustausch über den Anspruch oder seine tatsächlichen Grundlagen, wenn nicht erkennbar sofort eine Verhandlung abgelehnt wird (BGH, 17.02.2004 - VI ZR 429/02, NJW 2004, 1654; 11.03.2010 - IX ZR 68/08, GI aktuell 2011, 9, Palandt-Ellenberger, BGB, 70. Aufl., § 203 BGB Rn. 2).
Verhandlungen im Sinne des § 203 BGB werden jedoch nicht allein dadurch begründet, dass eine Seite Ansprüche anmeldet, sofern sich nicht die Gegenseite auf einen Meinungsaustausch einlässt (BGH, Beschluss vom 11. März 2010 - IX ZR 68/08, juris Rn. 3).
Ein Anerkenntnis erfordert ein tatsächliches Verhalten des Schuldners gegenüber dem Gläubiger, aus dem sich das Bewußtsein vom Bestehen der Forderung unzweideutig entnehmen läßt (vgl. BGHZ 58, 103 f.; 142, 172 ff., 182; DStR 2010, 1000).