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Timestamp: 2019-11-12 13:37:29
Document Index: 132094599

Matched Legal Cases: ['§ 210', 'Art 13', 'Art 2', '§ 6', 'Art 2', '§ 13', 'Art. 76', 'Art. 124', 'Art. 20', '§ 124', '§ 124']

OVG Sachsen-Anhalt, 24.11.2010 - 4 K 368/08 - dejure.org
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OVG Sachsen-Anhalt, 24.11.2010 - 4 K 368/08 (https://dejure.org/2010,24136)
OVG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 24.11.2010 - 4 K 368/08 (https://dejure.org/2010,24136)
OVG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 24. November 2010 - 4 K 368/08 (https://dejure.org/2010,24136)
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§ 210 AO, Art 13 Abs 3 GG, Art 2 Abs 1 GG, § 6 Art 2 S 2 GemO ST, § 13 KAG ST
Bekanntmachung und Ausfertigung von Satzungen; Verweisung; Betretensrecht zur Steuerprüfung
Vorliegen des Bestimmtheitsgebots bei Verweisung einer Vorschrift auf die gesetzlichen Tatbestände anderer Normen; Übereinstimmung des Inhalts der Urkunde mit dem Beschluss des zuständigen Organs mit der Ausfertigung; Betretungsrecht von Geschäftsräumen und ...
Bekanntmachung und Ausfertigung von Satzungen
Verweisungen in Normen; Veröffentlichung einer Satzung ohne Unterschrift; Betretungsrechte in Satzungen und Privatsphäre
NVwZ-RR 2011, 295 (Ls.)
2005, 266, juris Rn. 30; OVG Magdeburg, Urt. v. 24.11.2010, 4 K 368/08 - juris Rn. 25 f.; VGH Mannheim, Urt. v. 9.2.2009, 3 S 2290/07 - VBlBW 2009, 466, juris Rn. 25; Urt. v. 19.9.2006, 8 S 1989/05 - VBlBW 2007, 303, juris Rn. 33 m.w.N.; VGH München, Beschl. v. 23.9.2010, 14 CS 10.1780 - juris Rn. 56>; Urt. v. 16.3.1990, 23 B 88.00567 - BayVBl. 1991, 23, juris Rn. 27; OVG Münster, Urt. v. 15.2.2012, 10 D 46/10.NE - juris Rn. 37; OVG Saarlouis, Urt. v. 10.3.2003, 1 N 3/03 - BRS 66 Nr. 46, juris Rn. 40; OVG Schleswig, Urt. v. 7.2.2011, 4 KN 1/10 - NordÖR 2011, 414, juris Rn. 47; vgl. auch VerfGH Sachsen, Urt. v. 19.4.2011, Vf. 74-II-10 - NVwZ 2011, 936; Möstl, in: Lindner/Möstl/Wolff, Verfassung des Freistaates Bayern - Kommentar, 2009, Art. 76 Rn. 3; Neumann, Die Verfassung der Freien Hansestadt Bremen - Kommentar, 1996, Art. 124 Rn. 7; Sachs, in: Sachs, Grundgesetz - Kommentar, 6. Auflage 2011, Art. 20 Rn. 77 m.w.N.; Ziegler, DVBl. 2010, 291; ders., DVBl. 1987, 280).
Ohnehin erscheint eine angemessene Kontrolle und Gewährleistung der Identität von zu verkündender Rechtsnorm und dem Willen des Normgebers erst dann möglich, wenn dieser Wille inhaltlich wahrnehmbar gemacht und entweder vom Normgeber selbst oder einer von ihm hierzu berufenen Stelle bzw. Person als solcher verbindlich festgelegt wurde (…vgl. auch OVG Bautzen, Urt. v. 1.7.2011, a.a.O., juris Rn. 37; OVG Magdeburg, Urt. v. 24.11.2010, a.a.O., juris Rn. 25;… Beschl. v. 6.3.2007, 4 K 78/05 - juris Rn. 17; Ziegler, DVBl. 2010, 291, S. 293; ders., DVBl. 1989, 280 ff.).
Da mit der Ausfertigung bezeugt wird, dass der Inhalt der Urkunde mit dem Beschluss des zuständigen Organs übereinstimmt, ist es grundsätzlich unverzichtbar, dass sowohl die Unterschrift des Bürgermeisters als nach der Gemeindeordnung für das Land Sachsen-Anhalt notwendiges Element des Rechtsetzungsverfahrens ebenso mit der Satzung veröffentlicht wird wie das Datum der Unterschriftsleistung (Beschl. v. 06.03.2007 - 4 K 78/05 - Beschl. v. 24.11.2010 - 4 K 368/08 - Urt. v. 11.09.2012 - 4 L 155/09 -).
Soweit die Beklagte eine Divergenz (§ 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO) rügt, wird entgegen § 124 Abs. 4 Satz 4 VwGO schon nicht substanziiert aufgezeigt, von welchem Rechtssatz der angeführten Senatsentscheidung (Beschl. v. 24.11.2010, a. a. O.) die Vorinstanz, die diese Entscheidung selbst in Bezug genommen hat, abgewichen sein soll.
Da mit der Ausfertigung bezeugt wird, dass der Inhalt der Urkunde mit dem Beschluss des zuständigen Organs übereinstimmt, ist es weiterhin nicht nur unverzichtbar, dass die Unterschrift als nach der Gemeindeordnung für das Land Sachsen-Anhalt notwendiges Element des Rechtsetzungsverfahrens mit der Satzung veröffentlicht wird (so schon OVG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 24. November 2010 - 4 K 368/08 -, zit. nach JURIS), sondern auch das Datum der Unterschriftsleistung.
Ansonsten ist der Mangel nur dann unbeachtlich, wenn die Satzung bei der Bekanntmachung tatsächlich ausgefertigt war und die Ausfertigung der Satzung in der üblichen Form jedenfalls nachträglich bestätigt wird (…so OVG Sachsen-Anhalt, Urt. v. 11. September 2012, a.a.O.; Beschl. v. 24. November 2010 - 4 K 368/08 -, zit. nach JURIS;… vgl. auch BVerwG, Urt. v. 7. Juni 1978 - VII C 63.76 -, zit. nach JURIS).
Das Rechtsstaatsprinzip verlangt nämlich, dass sich der Bürger vom Inhalt des zu verkündenden Rechtssatzes und der Tatsache seines Inkrafttretens verlässlich und ohne zumutbare Schwierigkeiten zuverlässig Kenntnis verschaffen kann (BVerwG, U. v. 11.10.2006,10 CN 2/05; OVG LSA, B. v. 11.11.2004, 2 M 528/04 sowie v. 24.11.2010, 4 K 368/08, juris).
Unterbleibt diese Veröffentlichung des Ausfertigungsvermerks gemeinsam mit der Satzung, so kann dies nur dann unbeachtlich sein, wenn die Satzung bei der Bekanntmachung tatsächlich ausgefertigt war und die Bekanntmachung der Ausfertigung der Satzung in der üblichen Form jedenfalls nachträglich getätigt wird (vgl. OVG Magdeburg, Beschluss vom 24. November 2010 - 4 K 368/08 - juris m.w.N.).