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Timestamp: 2020-02-18 09:57:14
Document Index: 13566020

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 3', '§ 15', '§ 67', '§ 52', '§ 9', '§ 3', '§ 9']

Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen : begrenzt offener Realisierungswettbewerb für Architekten / Hrsg.: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Begrenzt offener Realisierungswettbewerb für Architekten Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen - denkmalgerechter Umbau von Teilbereichen des Hauptgebäudes der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu Schaffung eines zentralen Ausstellungsbereiches und ergänzender Nutzungen
Ausschreibung : [Elektronische Ressource]
Datum des Herunterladens: 01.10.2012
Elektronische Ressource (PDF-Format 3,35 MB)
urn:nbn:de:kobv:109-opus-156538
Gegenstand des Wettbewerbs ist der partielle Umbau der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zur Schaffung eines zentralen Ausstellungsbereichs sowie zur Unterbringung ergänzender besucherorientierter Nutzungen. Bei der Anlage handelt es sich um die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Der Gesamtkostenrahmen für das Bauvorhaben Hauptgebäude beträgt ca. 13,1 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Hiervon entfallen auf die Kostengruppen 300 und 400 insgesamt ca. 8,4 Mio. Euro. Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit wurde 1994 die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen für Besucher eröffnet. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der früheren DDR. Nicht zuletzt wegen ihrer geographischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als einer der wichtigsten Orte der Erinnerung für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland, als Mahnmal von nationaler Bedeutung. Ziel des Wettbewerbs ist es, einen realisierbaren Entwurf für einen zentralen Ausstellungsbereich mit ergänzenden Nutzungen wie Cafeteria und Bibliothek zu erhalten. Vorgesehene Nutzung im Ausstellungsbereich sind eine Dauerausstellung und Wechselausstellungen der Gedenkstätte. Der Entwurf soll die funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen eines modernen und gleichermaßen gedenkstättenspezifischen Ausstellungsortes berücksichtigen. Die geplanten baulichen Maßnahmen dürfen dabei die Authentizität des Ortes, insbesondere den düsteren und gewalttätigen Charakter der ehemaligen Haftanstalt, weder gefährden noch beeinträchtigen. Historisch wertvolle oder charakteristische Bausubstanz darf nicht zerstört werden.
Begrenzt offener Realisierungswettbewerb für Architekten
Begrenzt offener Realisierungswettbewerb für Architekten Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Denkmalgerechter Umbau von Teilbereichen des Hauptgebäudes der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu Schaffung eines zentralen Ausstellungsbereiches und ergänzender Nutzungen
Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Wettbewerbsvorbereitung und -durchführung Fiebig Schönwälder Zimmer Architektur + Stadtplanung Bülowstraße 66, Aufg. D 1 10783 Berlin Titelbild Fotodokumentation 2005, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. V Ref. VO Druck Copyprint, Berlin Berlin, März 2008
Anlass und Ziel ...............................................................................................6 Teil 1 Verfahren.............................................................................................7 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.5 2.6 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 3.9 3.10 4.1 4.2 Auslober, Koordination und Durchführung.......................................7 Art des Verfahrens ............................................................................8 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe ..................................8 Wettbewerbsteilnehmer/innen..........................................................8 Preisgericht und Vorprüfung.............................................................9 Versand der Wettbewerbsunterlagen/ ...........................................11 Besichtigung ....................................................................................11 Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten...........................................11 Rückfragen ......................................................................................12 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen .......................................12 Wettbewerbsleistungen ..................................................................13 Beurteilungsverfahren.....................................................................15 Preise und Bearbeitungshonorar....................................................15 Weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe.............................16 Eigentum / Urheberrecht / Veröffentlichung...................................16 Verfassererklärung..........................................................................16 Bekanntgabe der Ergebnisse / Ausstellung der Arbeiten .............17 Haftung ............................................................................................17 Zusammenfassung der Termine ....................................................17 Historische Entwicklung..................................................................18 Gedenkstätte Hohenschönhausen.................................................21 Präsentations- und Ausstellungskonzept.......................................23 Die bauliche Anlage der Gedenkstätte ..........................................25 Der Wettbewerbsbereich ................................................................27 Planungsrechtliche Situation ..........................................................33 Denkmalschutz................................................................................33 Planungsumfang .............................................................................35 Architektonische/denkmalpflegerische Zielstellungen...................35 Raumprogramm ..............................................................................37 Inhaltliche Vorgaben .......................................................................41 Allgemeine bautechnische Anforderungen ....................................42 Baukosten / Wirtschaftlichkeit.........................................................43 Ökologische Zielsetzung.................................................................45 Barrierefreies Bauen .......................................................................45 Baurechtliche Vorschriften/Normen/Richtlinien .............................45 Beurteilungskriterien des Preisgerichts..........................................46 Quellenangaben..............................................................................47 Digitale Anlagen (auf beiliegender CD-ROM)................................48
Teil 2 Situation und Planungsvorgaben..................................................18
Teil 3 Wettbewerbsaufgabe.......................................................................35
Teil 4 – Anhang ...........................................................................................47
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen / Anlass und Ziel
Gegenstand des Wettbewerbs ist der partielle Umbau der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zur Schaffung eines zentralen Ausstellungsbereichs sowie zur Unterbringung ergänzender besucherorientierter Nutzungen. Bei der Anlage handelt es sich um die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Der Gesamtkostenrahmen für das Bauvorhaben Hauptgebäude beträgt ca. 13,1 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Hiervon entfallen auf die Kostengruppen 300 und 400 insgesamt ca. 8,4 Mio. Euro. Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit wurde 1994 die Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen für Besucher eröffnet. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der früheren DDR. Nicht zuletzt wegen ihrer geographischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als einer der wichtigsten Orte der Erinnerung für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland, als Mahnmal von nationaler Bedeutung. Ziel des Wettbewerbs ist es, einen realisierbaren Entwurf für einen zentralen Ausstellungsbereich mit ergänzenden Nutzungen wie Cafeteria und Bibliothek zu erhalten. Vorgesehene Nutzung im Ausstellungsbereich sind eine Dauerausstellung und Wechselausstellungen der Gedenkstätte. Der Entwurf soll die funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen eines modernen und gleichermaßen gedenkstättenspezifischen Ausstellungsortes berücksichtigen. Die geplanten baulichen Maßnahmen dürfen dabei die Authentizität des Ortes, insbesondere den düsteren und gewalttätigen Charakter der ehemaligen Haftanstalt, weder gefährden noch beeinträchtigen. Historisch wertvolle oder charakteristische Bausubstanz darf nicht zerstört werden.
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen / Teil 1 Verfahren
Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober, Koordination und Durchführung
Auslober Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Hochbau Referat V P Fehrbelliner Platz 2 10707 Berlin Bauherr Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Hochbau Referat V P Fehrbelliner Platz 2 10707 Berlin Hermann-Josef Pohlmann, V P Tel.: +49 (30) 9012 6700, Fax: +49 (30) 9012 3120 E-Mail: hermann-josef.pohlmann@senstadt.verwalt-berlin.de Bedarfsträger Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten Brunnenstr. 188-190 10119 Berlin Nutzer Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Genslerstr. 66 13055 Berlin Koordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Inge Schmidt-Rathert (II D 1) Brückenstraße 6, D - 10179 Berlin-Mitte Tel.: +49 (30) 9025 2032 E-Mail: inge.schmidt-rathert@senstadt.verwalt-berlin.de Wettbewerbsvorbereitung und -durchführung Fiebig Schönwälder Zimmer Architektur + Stadtplanung Barbara Zimmer Bülowstraße 66, Aufg. D 1, D -10783 Berlin Tel. +49 (30) 2175 19 20, Fax: +49 (30) 2175 18 59 E-Mail: zimmer@planungskultur.de
Die Auslobung erfolgt als begrenzt offener einstufiger Realisierungswettbewerb mit 20 Teilnehmern. Die Teilnehmer wurden in einem vorangegangenen Teilnahmewettbewerb ausgewählt. Das gesamte Wettbewerbsverfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt per E-Mail.
Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 95) in der Fassung vom 22.12.2003 zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Auslobung hat der Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW 95 beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registriernummer B-2008-03 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW 1995 in der Fassung vom 22.12.2003 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.a. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, E-mail, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können diese Daten auf Wunsch gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.
Wettbewerbsteilnehmer/innen
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 17.11.2007 (Erscheinungsdatum der Bekanntmachung) in einem vorgeschalteten Bewerberverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß GRW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium 20 Architekturbüros ausgewählt.
Regula Lüscher Senatsbaudirektorin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Regine Leibinger, Architektin, Berlin Carlo Weber Architekt, Stuttgart Manfred Ortner Architekt, Berlin
Manfred Kühne Leiter Oberste Denkmalschutzbehörde Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Jörg Springer Architekt, Berlin Petra Vondenhof-Anderhalten Architektin, Berlin
Dr. Michael Roik Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bonn Dr. h.c. André Schmitz Kulturstaatssekretär, Der Regierende Bürgermeister, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, Berlin Dr. Hubertus Knabe Direktor der Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen, Berlin
Dr. Susanne Olbertz Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bonn Rainer Klemke Der Regierende Bürgermeister, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, Berlin Siegfried Reiprich Stellv. Direktor der Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen, Berlin
Dr. Jörg Kürschner Beiratsvorsitzender der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Berlin Silke Klewin Mitglied des Stiftungsrates der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Berlin Rainer Wagner Vorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) Hugo Diederich 2. Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) Peter Ostendorff Abt. Städtebau und Projekte (II D) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Katrin Neumann Senatskanzlei– Kulturelle Angelegenheiten, Berlin Ina Ritzmann Abteilung Bauen und Stadtentwicklung, Untere Denkmalschutzbehörde, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Marianne Bohn-Decker Bauaufsicht, Bauordnungsrecht, Abt. VI Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Ulrich Oeleker Abteilung Hochbau, Referat V P 11-3, Projektleiter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Hermann Josef Pohlmann Abteilung Hochbau, Referat V P, Referatsleiter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Ralf-Burkhard Hammelbeck Abteilung Hochbau (V01) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin
Dr. Matthias Dunger Landesdenkmalamt Vorprüfung Fiebig Schönwälder Zimmer Koordination und verantwortliche Leitung NN Kostenprüfung Gäste NN Architektenkammer Berlin
Versand der Wettbewerbsunterlagen/ Besichtigung
Der Auslobungstext wird den Teilnehmern in digitaler Form am 26.03.2008 zugesandt. Am 01.04.2008 erhalten die Teilnehmer im Rahmen einer geführten Besichtigung die Broschüre sowie die weiteren Wettbewerbsunterlagen ausgehändigt.
Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten
Die Arbeiten sind am 21.05.2008 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Büro Fiebig Schönwälder Zimmer, Architektur + Stadtplanung, Bülowstr. 66 (Aufgang D 1), 10783 Berlin abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Bei der Einreichung durch Postoder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebelegs in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen an das Büro Fiebig Schönwälder Zimmer, Architektur + Stadtplanung, Bülowstr. 66, 10783 Berlin nachzusenden. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 21.05.2008 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 5. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Nach dem Abgabetermin eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel / Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an das Büro Fiebig Schönwäl-
der Zimmer, Architektur + Stadtplanung, Bülowstr. 66, 10783 Berlin nachzusenden. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe Anlagen) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.
Rückfragen (GRW 95, Punkt 5.3.1) können nur schriftlich gestellt werden. Sie müssen bis zum 09.042008 unter dem Kennwort „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ bei dem Büro Fiebig Schönwälder Zimmer, Architektur + Stadtplanung, Bülowstr. 66, 10783 Berlin unter folgender EMail-Adresse eingegangen sein: zimmer@planungskultur.de. Für die Rückfragen sind die entsprechenden Teilziffern der Ausschreibung, auf welche sie sich beziehen, anzugeben. Die Zusammenstellung der Fragen und Antworten wird allen Teilnehmern bis zum 16.04.2008 zugesandt. Die Beantwortung der Rückfragen ist Bestandteil der Ausschreibung. Ein Rückfragenkolloquium mit den Teilnehmern und dem Preisgericht findet nicht statt.
Folgende Unterlagen werden den Teilnehmern zur Verfügung gestellt: • vorliegender Auslobungstext • Informationsmaterial der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen: - Tätigkeitsberichte der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen - Präsentations- und Ausstellungskonzept der Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen • CD-Rom mit Planunterlagen und Anlagen (Teil 4) - u.a. Formblätter für Berechnungen) zum vorliegenden Auslobungstext sowie - Auszüge aus dem denkmalpflegerischen Gutachten „Ehemalige Untersuchungshaftanstalt. Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen“) • Beantwortung der Rückfragen
Auf der CD-Rom sind folgende Planunterlagen in digitaler Form enthalten: 1. Lageplan, M 1:5.000 (TIF/PDF) 2. Bestandsgebäude – Grundrisse, Schnitte – Arbeitsplan (PDF M 1:200 / DWG) Situationsfotos (TIF/PDF) Luftbild, Aufnahmedatum 2007 (TIF/PDF)
Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.
1.10 Wettbewerbsleistungen
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: 1. EG - Grundriss mit Darstellung der äußeren Erschließung im Maßstab M 1 : 100. Grundriss 1. OG im Maßstab M 1 : 100. Zum Verständnis des Entwurfes erforderliche Schnitte im Maßstab M 1 : 100. Darstellung der innenräumlichen Qualitäten von Ausstellungsbereich, Foyer und Cafeteria (z.B. Perspektiven/Isometrien, insbesondere zur Verdeutlichung des künftigen Eindrucks des zentralen Ausstellungsbereichs vom Eingang aus). Freie Darstellungen zur Verdeutlichung von konzeptioneller und konstruktiver Idee. Systemschnitt durch die Geschosse im Maßstab 1:20, mit der Aussagekraft eines M 1:50 Plans, beispielhaft für die Vermittelbarkeit von Materialien, Gestaltungsqualität und zur Ermittlung der Kosten. Prüfpläne (gefaltet) Ein Satz der eingereichten Grundrisse, Schnitte etc. mit Eintragung - der Raumbezeichnungen (lfd. Nr. / Abkürzungen entsprechend Formblättern) - der für die Berechnungen notwendigen Maße - der Raumgrößen - der Änderungen im Altbau in Anlehnung an § 3 (4) der Verordnung über Bauvorlagen im bauaufsichtlichen Verfahren (Bauvorlagenverordnung BauVorlVO)
Berechnungen auf Formblättern (s. Anhang) - Raumprogramm - Kennwerte Umbau: - Nutzfläche NF - Fläche Wanddurchbrüche - Fläche Deckendurchbrüche - Fläche Abbruch Wände - Fläche Neubau Wände - Fläche Deckenabhängungen - laufender Meter Streifenfundamente Erläuterungsbericht (getrennt von Plänen, max. 2 DIN A 4 Seiten) mit • Erläuterung und Begründung des Entwurfskonzeptes • Beschreibung der Konstruktion und Materialien • Erläuterung der Umbaumaßnahmen • Aussagen zur Wirtschaftlichkeit • Dokumentation der ökologischen Maßnahmen • Angaben zum Haustechnikkonzept • Angaben zum barrierefreien Bauen
10. Baubeschreibung in Anlehnung an DIN 276 zu KG 300 und 400 (10er Schritte - Leitqualitäten) 11. Verfassererklärung (Formblatt s. Anhang) 12. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-Rom zu erbringen (für Vorprüfbericht, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): - die geforderten Leistungen nach Punkt 1 bis 6 als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi oder als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi - die geforderten Leistungen nach Punkt 7 als Datei im Format DWG oder DXF - die ausgefüllten Formblätter zu Punkt 8 als .xls-Datei (Excel) - die geforderten Leistungen nach Pkt. 1, Pkt. 2 und Pkt. 4 im PDFFormat (jeweils als eine Datei mit einer Breite von 8,25 cm randlos / Höhe: variabel) Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen je zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß GRW 95, 5.5. werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen.
Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen
„Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: - Grundrisszeichnungen: 123456_grundriss_eg.pdf - Schnitte: 123456_schnitt_01.pdf - Prüfpläne: 123456_pruefplan_eg.dwg In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden.
1.11 Beurteilungsverfahren
Das Beurteilungsverfahren ist in der GRW 95 (5.5, 5.6, 5.7, Anlagen II und III) dargestellt. Ergänzend gilt folgendes. Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges (s. Pkt. 3.10) vorgeprüft, der mit dem Preisgericht abgestimmt ist. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfung hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.
1.12 Preise und Bearbeitungshonorar
Für Preise stehen insgesamt netto 52.000 de Aufteilung vorgesehen. 1. Preis: 17.000,2. Preis: 12.000,3. Preis: 7.500,4. Preis: 5.000,3 Ankäufe á 5.500,zur Verfügung. Es ist folgen-
Über die Preise und das Bearbeitungshonorar hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19% ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.
1.13 Weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einem oder mehreren Preisträgern die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungen 2 - 5 nach § 15 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1), unter der Voraussetzung, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Ankaufs nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (GRW 7.2). Hinweis: Die Ausstellungskonzeption ist nicht Gegenstand dieses Wettbewerbes. Die Funktion einer Kuratorin / eines Kurators wird separat ausgeschrieben und anschließend ein Programm entwickelt werden.
1.14 Eigentum / Urheberrecht / Veröffentlichung
Die eingereichten Unterlagen werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben den Verfassern erhalten (GRW 7.3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.
1.15 Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (s. Anlagen) versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten sind, gemäß den Teilnahmebedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung des Auftrages auch berechtigt und in der Lage sind. Es wird darauf hingewiesen, dass die in der Verfassererklärung genannten Verfasser identisch mit den in der Bewerbung genannten Personen bzw. Arbeitsgemeinschaften sein müssen. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt in den digitalen Anlagen auf beiliegender CD-ROM.
1.16 Bekanntgabe der Ergebnisse / Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt, allen anderen durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt und der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben (GRW 6.1) sowie unter www.stadtentwicklung-berlin.de/aktuell/ausstellungen angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3)
1.17 Haftung
Für die Beschädigung oder Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Falle nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5).
1.18 Zusammenfassung der Termine
Verwaltungsint. Abstimmung/Preisrichterkolloquium Ausgabe Wettbewerbsunterlagen elektronisch Ausgabe Wettbewerbsunterlagen/Ortsbesichtigung Schriftliche Rückfragen bis Beantwortung der Rückfragen bis Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Preisgerichtssitzung 04.03.2008 26.03.2008 01.04.2008 07.04.2008 16.04.2008 21.05.2008 18.06.2008
Gedenkstätte Hohenschönhausen / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Übersichtsplan o.M .
Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen befindet sich an einem Ort, der wie kaum ein anderer in Deutschland mit der 44-jährigen Geschichte politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR verknüpft ist: Auf dem Gelände einer ehemaligen Großküche im Nordosten Berlins wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein sowjetisches Speziallager („Speziallager Nr. 3“) errichtet. Nach der Schließung des Lagers im Oktober 1946 entstand im Keller des Gebäudes das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Deutschland. 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Gefängnis, erweiterte es durch einen Neubau und nutzte es bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen. Die Gegend um die heutige Gedenkstätte begann sich Anfang des 20. Jahrhunderts sukzessive zu einem Industriegebiet zu entwickeln. Getragen wurde diese Entwicklung v.a. durch den Fabrikanten Richard Heike, der 1910 zwischen der Große-Leege-Straße 95/96 und der Freienwalder Straße 17-19 ein 15 000 qm großes Grundstück erwarb, auf dem er eine
Fleischmaschinenfabrik und Kesselschmiede und ein Verwaltungsgebäude (Freienwalder Straße 17) errichten ließ. Die Fabrik gehörte in den Folgejahren zu den größten Arbeitgebern in Hohenschönhausen. In den 20er Jahren wurden weitere Produktionsstätten in der Freienwalder Straße 15/16 und auf dem Gelände der Genslerstraße 66-72 gebaut. Ende der 20er Jahre begann der Fabrikant Heike Teile seines Geländes in der Genslerstraße 66-72 zu verpachten. Das noch unbebaute Grundstück Genslerstraße 64/65 wurde 1938 an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) verkauft, die im Auftrag der NSDAP-Gauleitung Berlin 1938/39 dort zur Kriegsversorgung eine industriell organisierte Großküche erbaute. Sie stand in einem gewissen räumlichen und wohl auch pragmatisch-organisatorischen Zusammenhang mit der nahe liegenden Fleischwaren- und Maschinenfabrik. Auf dem benachbarten Grundstück Genslerstraße 66 wurden nachfolgend, vermutlich im Zusammenhang mit der Großküchenanlage, sog. Fremdarbeiterbaracken errichtet Nach dem Krieg, im Sommer 1945, wurden die Maschinenfabrik von Richard Heike wie auch weitere Betriebe, die sich noch auf dem Gelände befanden, demontiert. Auf dem Grundstück der späteren Genslerstraße 66 mit der ehem. Großküche der NSV, den Fremdarbeiterbaracken und Teilen der Fabrikanlage errichtete das sowjetische Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD) ab Mai 1945 das „Speziallager Nr. 3“ und belegte es ab Juni mit Häftlingen. Dabei handelte es sich um Personen, die von der sowjetischen Geheimpolizei gemäß Befehl Nr. 00315 zur „Gewährleistung der Säuberung des Hinterlandes der Roten Armee von feindlichen Elementen“ zumeist in Berlin festgenommen worden waren. Zu verhaften waren insgesamt sieben verschiedene Personenkategorien, darunter „alle aktiven Mitglieder der NSDAP“, Mitarbeiter von Gestapo und SD, Leiter von Gebiets-, Stadt- und Kreisverwaltungen sowie Zeitungs- und Zeitschriftenredakteure und Autoren antisowjetischer Veröffentlichungen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Lagerhäftlinge handelte es sich um niedere NSDAP-Funktionäre. Aber auch Frauen, Jugendliche und Kritiker der sowjetischen Gleichschaltungspolitik wurden eingewiesen. Die Inhaftierten wurden in der Regel nicht vor ein Gericht gestellt, sondern kamen nach einiger Zeit in andere Lager, wo sie erst nach mehreren Jahren freikamen oder in der Zwischenzeit verstarben. Im Oktober 1946 wurde das Lager aufgelöst. Das Gelände verblieb jedoch unter der Leitung der sowjetischen Besatzungsmacht und diente der sowjetischen Geheimpolizei ab 1947 als zentrales sowjetisches Untersuchungsgefängnis für Deutschland. Im Keller der Großküche wurde zu diesem Zweck ein unterirdischer Trakt mit weitgehend fensterlosen Zellen eingebaut, das „UBoot“. 1951 übergab die sowjetische Kontrollkommission (SKK) das Gelände an die Regierung der DDR. Das Gefängnis wurde vom neu gegründeten Ministerium für Staatssicherheit (MfS) übernommen und als zentrale Untersuchungshaftanstalt bis 1989 genutzt. 1961 wurde das sowjetische Kellergefängnis um einen dahinter liegenden Neubau mit über 200 Zellen und Vernehmerzimmern ergänzt, den Häftlinge aus dem benachbarten
Arbeitslager X des MfS errichten mussten. Dieser Bau diente fortan als Untersuchungsgefängnis, während das sog. „U-Boot“ überwiegend nur noch für Lagerzwecke genutzt wurde. Neben diesen beiden Gebäuden gehört noch die ehemaligen Wäscherei der Großküche zu dem Ensemble, indem sich ein mehrfach erweitertes Haftkrankenhaus des MfS mit Krankenzellen für bis zu 28 Gefangene befand. Das Gebäude, ein daran anschließender umlaufender Garagentrakt und das benachbarte ehemalige Arbeitslager schließen das Gelände der Haftanstalt nach außen hermetisch ab. Nur eine Toröffnung nahe der Freienwalder Straße unterbricht die Front. Hier befindet sich das Pförtnerhaus, welches in der Garagenanlage eingebunden ist. Ein abgetrennter Bereich nördlich des Altbaus bildet den Werkstatthof, um den sich verschiedene Werkstätten gruppieren sowie Unterkünfte für bereits verurteilte Gefangene, die hier für das MfS arbeiten mussten. Das Gelände der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt, das 1992 unter Denkmalschutz gestellt und später zu einer Gedenkstätte wurde, stellte jedoch nur den Kern eines erheblich größeren Sperrgebietes dar, das von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen und militärisch gesichert war. Nach der Stasi-Zentrale in der Normannenstraße handelte es sich um das größte zusammenhängende MfS-Areal. In dem erwähnten Altbau und in einem hinter der Haftanstalt befindlichen Plattenbau waren die zentralen Diensteinheiten ansässig, die beim MfS für strafrechtliche Ermittlungen und Gefängnisse zuständig waren (Hauptabteilung IX und die Abteilung XIV) und die direkt dem Minister für Staatssicherheit Erich Mielke unterstellt waren. Sie kontrollierten nicht nur das Zentralgefängnis, sondern auch sämtliche Ermittlungsabteilungen und Untersuchungshaftanstalten in den fünfzehn DDR-Bezirken und leiteten deren Arbeit an. Unmittelbar neben dem Gefängnis befand sich bis 1974 das bereits erwähnte Arbeitslager “X”, in dem bereits verurteilte Strafgefangene für den Staatssicherheitsdienst Zwangsarbeit leisten mussten. Im Sperrgebiet residierte ferner der Operativ-technische Sektor (OTS), in dem die Überwachungstechnik des MfS hergestellt wurde, sowie eine Reihe weiterer wichtiger Diensteinheiten. Der Ort bildete insgesamt somit eine Art Zentralstelle kommunistischer Repression in Ostdeutschland Nach der friedlichen Revolution im Herbst 1989 setzten sich ehemalige Häftlinge dafür ein, am Ort der Haftanstalt eine Gedenkstätte zu schaffen. Im Oktober 1991 empfahl deshalb der Berliner Senat, auf dem Gefängnisgelände eine Gedenkstätte einzurichten. Auch das Abgeordnetenhaus von Berlin sprach sich 1992 dafür aus. Der weitläufige und weitgehend unveränderte Gefängnisbau wurde unter Denkmalschutz gestellt. Zwei Jahre später forderte auch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages “Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland” die Einrichtung einer herausgehobenen Gedenkstätte an dieser Stelle. 1994 wurde das Gefängnis als Gedenkstätte erstmals für Besucher zugänglich gemacht. Im Dezember 1995 bildete die Berliner Senatsverwaltung für Kultur eine Stiftung in Gründung, mit der die institutionalisierte Arbeit der Gedenkstätte ihren Anfang nahm. Eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern erarbeitete eine Rahmenkonzeption für die künftige
Arbeit. Auf dieser Grundlage verabschiedete das Abgeordnetenhaus von Berlin im Juni 2000 das Gesetz zur Errichtung der Stiftung „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“.
Gebäudebestand - Ausstellungsgut
Schematische Darstellung Gesamtanlage, o.M.
Zum engeren Komplex der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gehören folgende Gebäude und Außenanlagen als Bestandteil des Ausstellungsgutes - die ehemalige Großküche, die nach 1945 als sowjetisches Speziallager Nr. 3 und von 1947 bis 1961 als Untersuchungshaftanstalt diente (Altbau); - der neue, 1961 fertig gestellte dreigeschossige Gefängnisbau mit angegliedertem Vernehmertrakt (Neubau); - das mehrfach erweitere Haftkrankenhaus des Staatssicherheitsdienstes; - Gefangenenunterkünfte und Werkstätten am so genannten Werkstatthof; - ein ausgedehnter Garagentrakt für die Fahrzeuge des MfS (Gensler/Lichtenauerstraße); - die äußeren Befestigungsanlagen mit drei Wachtürmen, von denen sich einer außerhalb des jetzigen Grundstücks der Untersuchungs-
haftanstalt befindet, einer Fahrzeugschleuse und einer vier Meter hohen, stacheldrahtbewehrten Mauer; der umlaufende Hof im vorderen Bereich des Gefängnisses; der umschlossene Hof im vorderen Bereich des Gefängnisses („Rosenhof“); der umschlossene und begrünte Hof hinter dem Gefängnisneubau („Bibliothekarsgarten“); der abgetrennte Hof im Unterbringungsbereich des männlichen Strafgefangenenkommandos (Werkstatthof); verschiedene Freiflächen nördlich, östlich und südlich der Gebäudeanlage; der Gefangenensammeltransportwaggon (GSTW) der Deutschen Reichsbahn als überdachtes Ausstellungsstück.
Bauzustand und Erhaltungsmaßnahmen Durch den mehrjährigen Leerstand nach der Schließung des Gefängnisses 1990 und die partiell unzureichende Bauweise des Staatssicherheitsdienstes befinden sich die Gebäude zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. Neben gravierenden statischen Problemen waren die Außenwände unzureichend gegen Feuchtigkeit geschützt und die Infrastruktur (Wasser, Elektro etc.) stark erneuerungsbedürftig. Im Auftrag der Senatsbauverwaltung erfolgte ab 1999 eine denkmalrechtliche Erfassung des Gebäudebestands und der eingetretenen Schäden, welche seitdem die Grundlage aller baulichen Maßnahmen bildet. Ein zentrales Problem bei der Sanierung ist, dass sich verschiedene Schichten und Spuren überlagern. Wichtige Bereiche wurden noch unter der Regie des Staatssicherheitsdienstes umgenutzt und baulich so verändert, dass der ursprüngliche Zustand des Gefängnisses nicht mehr überall sichtbar ist. Bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist daher jeweils im Einzelfall zu entscheiden, welcher historische Zustand wiederhergestellt werden soll. Als grundlegende Orientierung dient dabei der letzte Zeitpunkt der Nutzung des Gefängnisses durch das MfS (Dezember 1989). Von 1999 bis 2004 wurden rund 6 Mio. EURO in Grundinstandsetzungsarbeiten investiert. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die Infrastruktur im Außenbereich erneuert und in den Kernbereichen der Anlage die notwendigsten Arbeiten zur Substanzerhaltung durchgeführt (u.a. Sanierung der Dächer, des Mauerwerkes und der Fenster), sodass die Gebäude gegen Wettereinflüsse geschützt sind. In den Jahren 2005-06 folgten Baumaßnahmen im Eingangsbereich sowie auf den Wegen zum Zellentrakt, Rosenhof und Haftkrankenhause. Zur Nutzung der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt als Gedenkstätte sind weiterhin umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen zum Schutz der Gefängnisanlage vor dem Verfall, die Erschließung der historisch wichtigsten Teile für die Besucher unter Gewährleistung einschlägiger Sicherheitsvorschriften und des Denkmalschutzes sowie die Schaffung von Räumlichkeiten, die den neuen gedenkstättenspezifischen Nutzungserfordernissen Rechnung tragen neben Maßnahmen zum baulichen und anlagentechnischen Brandschutz. Aufgrund des regelmäßigen Besucherverkehrs sind u.a. Besucher-WCs,
Fluchtwege, Seminarräume, Gedenkstättenbüros erforderlich. Die im Rahmen des Wettbewerbs zu behandelnden zentralen Besucherbereiche sind ein wesentlicher Baustein hiervon.
Präsentations- und Ausstellungskonzept
Kapazitäten Die Gedenkstätte wird jährlich von mehr als 200.000 Besuchern aufgesucht. Dabei handelt es sich zu etwa 80 Prozent um in Gruppen organisierte Besucher. Da die Besucherzahlen seit Gründung der Stiftung kontinuierlich angestiegen sind, könnte es auch in den nächsten Jahren zu weiteren Steigerungen kommen. Die Besuchernachfrage unterliegt dabei erheblichen saisonalen Schwankungen mit extremen Spitzen im Frühjahr und Herbst und geringeren Zahlen im Dezember und August. An einer wachsenden Zahl von Tagen kommen mehr als 1000 Besucher in die Gedenkstätte. Besucherkonzept Die Besucher der Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen kommen in der Regel, um die ehemalige Haftanlage des MfS zu besichtigen. Das ehemalige MfS-Untersuchungsgefängnis in Hohenschönhausen einschließlich seines ausgedehnten Innenbereiches ist fast vollständig erhalten. Um den Schutz der hochempfindlichen historischen Räumlichkeiten zu gewährleisten sowie aus baurechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen (Statik, Unfallvermeidung) ist derzeit eine Besichtigung des Altbaus nur in Begleitung möglich. Außerdem bedarf der Haftort eingehender Erläuterungen, da sich allein durch die Betrachtung der Zellen oder Vernehmerräume die Geschichte politischer Verfolgung in der DDR nicht erschließt. Gegenwärtig bildet eine persönliche Führung durch das ehemalige Gefängnis den Kern des Betreuungskonzeptes. Diese umfasst sowohl die verschiedenen Phasen politischer Verfolgung in Ostdeutschland als auch die typischen Situationen, die ein Häftling normalerweise durchlaufen musste. A. Eingangstor B. Empfangsbereich C. Ehemalige Großküche D. Kellergefängnis (U-Boot) E. Schleuse (Neubau) F. Gummizellen G. Wachzentrale H. Entkleidungsraum I. Zellentrakt Erdgeschoss J. Vernehmertrakt Obergeschoss K. Hofgangzellen L. Gefangenenwaggon (optional) M. Haftkrankenhaus (optional) N. Sauna (optional) Als Ergänzung zum musealen Rundgang ist am Ende der Führung der geplante zentrale Ausstellungsbereich im Altbau vorgesehen. Vorgesehen ist dort die Einrichtung einer Dauerausstellung mit Hintergrundinfor-
mationen zum Haftort, zum ehemaligen MfS-Sperrgebiet, zum System der politischen Justiz in der DDR sowie zur Praxis kommunistischer Repression. Die Ausstellung soll auch ohne Führung zugänglich sein. Zur Überbrückung des Zeitraums bis zur Fertigstellung dieses zentralen Ausstellungsbereiches wurde als Interimslösung u.a. ein Info-Center im Eingangsbereich des Altbaus (Raum 41) eingerichtet. Die Führungen, die aufgrund der Weitläufigkeit der Räumlichkeiten ca. 60 bis 90 Minuten dauern, erfolgen in der Regel durch ehemalige Häftlinge. Aufgrund der meist geringen Vorkenntnisse der Besucher steht am Beginn der Führung eine Einführung. Neben diesen Standardführungen bietet die Gedenkstätte im Rahmen ihrer politischen Bildungsarbeit verschiedene Seminartypen an, die u.a. für gewöhnlich zusätzlich mindestens ein längeres Gespräch mit einem Zeitzeugen beinhaltet, bis hin zu ganztägigen Projekttagen mit Arbeit in Kleingruppen incl. Bibliotheks- und Archivrecherchen. Entsprechend ihren gesetzlichen Aufgaben bietet die Gedenkstätte desweiteren regelmäßig wechselnde Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen an. Da die Besucher in der Regel mit der Erwartung kommen, das ehemalige Gefängnis des Staatssicherheitsdienstes in Augenschein zu nehmen und nicht eine davon losgelöste Ausstellung anzusehen, ist die Gedenkstätte bestrebt, die historischen Sachverhalte am Ort des Geschehens zu erläutern. Dazu soll der Rundgang auf behutsame Weise museal ausgestaltet werden. Dokumentationsinseln zum historischen Kontext sollen den Rundgang an mehreren Stationen mit zusätzlichen Informationen anreichern. Sammlungen Zur Erfüllung des Stiftungszwecks unterhält die Gedenkstätte eine Reihe von Sammlungen und Archiven - Objektsammlung - Fotoarchiv - Zeitzeugenarchiv - Dokumentenarchiv - Bibliothek - Mediathek Die geplante Dauerausstellung wird insbesondere zur Präsentation der Sammlung musealer Objekte (Objektsammlung) dienen, von denen bisher (u.a. Infocenter) in drei kleinen Räumen nur ein kleiner Teil gezeigt werden kann.
Die bauliche Anlage der Gedenkstätte
Lage, Größe und Eigentumsverhältnisse Die Gedenkstätte Hohenschönhausen liegt im Nordosten Berlins im Stadtteil Hohenschönhausen des Bezirks Lichtenberg. Das Grundstück Genslerstraße 66 im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen (Süd), südlich des alten Dorfkerns sowie südlich der alten Industriebahntrasse, wird im Norden durch das Gebäudeensemble des Lagers X, im Osten durch die Gebäude der ehemaligen Hauptabteilung IX des MfS, im Süden durch die Lichtenauer Straße und im Westen durch die Genslerstraße begrenzt. Das Areal hat eine Größe von insgesamt 17.313 qm. Es handelt sich um das Flurstück 70, Flur 14, Gemarkung 110580 im Grundbuch des Bezirks Höhenschönhausen. Eigentümer ist das Land Berlin, vertreten durch Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten. Umfeld Bis zum Sturz der SED-Diktatur lag das Areal eingebettet in ein Sperrgebiet des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Nachbarbebauung der Gedenkstätte stellt sich heute ausgesprochen heterogen dar: Auf der Westseite finden sich Verwaltungsgebäude und
Geschosswohnungsbauten, auf der Nord- und Ostseite Industrie- und Gewerbebauten und auf der Südseite Wohnbebauung in offener Bauweise (Einfamilienhäuser). Grundstückserschließung Die Haupterschließung erfolgt von Süden über die Landsberger Allee und von Nordwesten über die Konrad-Wolf-Straße. Die Gedenkstätte wird von Westen über das an der Genslerstraße gelegene Haupttor erschlossen. Medien Das Gebäude ist mit allen für die Ver- und Entsorgung erforderlichen Medien ausgestattet. Die technischen Anlagen incl. der Ver- und Entsorgungsleitungen haben ihre Nutzungszeit jedoch z.T. erreicht und sollen im Zuge der Sanierung und Instandsetzung erneuert werden. Bestand und Planung in der Kostengruppe 400 im Einzelnen: • KG 410 – Wasser-, Abwasser-, Gasanlagen: Die vorhandenen WCAnlagen entsprechen teilweise nicht dem heutigen Standard, und müssen erneuert werden; bedingt durch die veränderte Nutzung sind zusätzliche WCs (für Besucher, behinderte Personen und Küchenpersonal) sowie eine Vollküche incl. Entsorgungseinrichtung (Fettabschneider) erforderlich. • KG 420 – Wärmeversorgungsanlagen: Erneuerung der gesamten Heizungsanlage; die Wärmeversorgung des Hauptgebäudes soll über eine neue Heizzentrale (Niedertemperaturheizung) für die Gesamtanlage, die im Kellergeschoß des Zellentraktes errichtet werden soll, erfolgen. Die Warmwasserbereitung für die Küche sollte ebenfalls in der Heizzentrale realisiert werden. Der Altbau ist mittels Fernleitungen mit der geplanten Heizzentrale zu verbinden. • KG 430 – Lufttechnische Anlagen: Im gesamten Gebäude sind derzeit keine lufttechnischen Anlagen vorhanden. Durch die Umgestaltung der Räume werden jedoch u.a im Bereich der Seminarräume, Ausstellungsbereiche und im Eingangsbereich trotz der teilweise möglichen Fensterlüftung eine mechanische Zu- und Abluftanlage mit der Möglichkeit der Teilklimatisierung erforderlich. • KG 440 – Starkstromanlagen: Die vorhandene Elektroanlage muss den aktuellen Erfordernissen angepasst werden; durch die Anpassung der Räume an das Verfahren müssen ggfs. auch bereits instandgesetzte Räume im 2. und 3. OG erneuert werden; ELT-Anlagen incl. Beleuchtung im Bereich Rundgang und Ausstellung sind entsprechend Nutzungskonzept zu erneuern. • KG 450 – Fernmelde- und informationstechnische Anlagen: Die vorhandene fernmelde- und informationstechnischen Anlagen müssen durch die Nutzungsänderung den Erfordernissen angepasst werden. • KG 460 – Förderanlagen: Zur behindertengerechten Erschließung des Hauptgebäudes ist eine Aufzugsanlage erforderlich. • KG 470 – Nutzungsspezifische Anlagen: Für das geplante Café ist die Errichtung einer küchentechnischen Ausrüstung erforderlich.
Der Wettbewerbsbereich
Hauptgebäude der Gedenkstätte (Altbau) Das in den Jahren 1938-39 von der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt durch den Architekten H.C. Bartels als Großküche erbaute Hauptgebäude bildet das zentrale Bauwerk des Gedenkstättenkomplexes. Der schlichte rote Backsteinbau wurde zweckmäßig wie eine Fabrik gestaltet. Es handelt es sich um einen unterkellerten Massivbau, der sich in zwei Kopfbauten gliedert, welche einen Langbau von 40 m östlich und westlich begrenzen: • 4-geschossiger unterkellerter westlicher Kopfbau: Ursprünglich handelte es sich um einen 2-geschossigen Mauerwerksbau mit Rippendecken; er wurde 1966 um zwei Mauerwerksgeschosse mit Stahlbetondecken aufgestockt; im KG wurden zur Sowjetzeit 1945/46 zur Errichtung von Zellen („U-Boot“) diverse Mauerwerkswände ohne fachgerechte Gründung (tragende Wände z.T. nur auf Sohle gestellt) eingebaut. • 2-geschossiger unterkellerter Langbau: Ursprünglich handelte es sich um eine 1-geschossige Stahlbetonhallenkonstruktion; nachträglich wurde eine auf Mauerwerkswänden und Stahlträgern aufgelagerte Stahlsandsteindecke eingezogen. Die Geschossdecke wurde für eine Büronutzung ausgelegt. Der Lastabtrag ist statisch als nicht standsicher festgestellt worden (ausführliche Informationen zum Tragwerk und den zulässigen Verkehrslasten sind dem statischen Gutachten in den Anlagen zu entnehmen). Im Keller wurden zur Errichtung des „U-Boots“ auch hier diverse Mauerwerkswände mit unbekannter Gründung eingebaut. • 2-geschossiger unterkellerter östlicher Kopfbau: Mauerwerksbau mit Rippendecken. Die Dächer sind als Walm- bzw. Pultdächer ausgeführt. Die Bruttogrundfläche beträgt insgesamt rd. 7.665 qm (KG: 2.279,68; EG: 2.278,90; 1. OG: 1.303,35; 2. OG: 1.258,65; 3. OG: 544,33), der Bruttorauminhalt rd. 26.300 cbm. Das Gebäude wurde wie der gesamte Gedenkstättenkomplex im Auftrag der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr im Jahr 1999/2000 denkmalpflegerisch erfasst. Eine Dokumentation und Schadenserhebung, die in Auszügen in den Anlagen zur Verfügung gestellt wird, gewährt einen detaillierten Einblick in den Bestand. Zum Zeitpunkt der Umwandlung der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in eine Gedenkstätte befand sich das Gebäude in einem maroden Zustand. Verantwortlich dafür war u.a. die spezifische Bauweise des Staatssicherheitsdienstes, dessen Umbauten z.T. ohne ausreichende Berücksichtigung tragwerksplanerischer, bauphysikalischer und sonstiger baulicher Belange erfolgten.
Abb. von oben nach unten: - Ansicht Süd, o.M. - Ansicht Nord, o.M. - Längsschnitt, o.M. - Ansicht Ost, o.M. - Ansicht West, o.M. - Querschnitt, o.M.
Aus Mitteln der Bauunterhaltung wurden seit 1998 erste, unaufschiebbare Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen. Neben der Abdichtung des Kellergeschosses wurden bereits die Gedenkstättenbüros einschließlich Flurbereich größtenteils saniert, zwei zusätzliche Seminarräume sowie neue Besucher-WC’s für die Besucherbetreuung übergeben. Zum Teil wurde auch mit der Tragwerkertüchtigung im Innenbereich begonnen und die Betriebstechnik teilweise instandgesetzt bzw. erneuert. Aufgrund konservatorischer Bedenken wurden diese Arbeiten im Jahr 2002 teilweise eingestellt. Zur Nutzung als Gedenkstätte sind daher auch künftig noch umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Im Mittelpunkt stehen dabei weiterhin der Schutz der Gefängnisanlage vor dem Verfall (Hüllensanierung) und die Erschließung der historisch wichtigsten Teile für die Besucher. Aufgrund des regelmäßigen Besucherbetriebs sind im Hauptgebäude zudem weitere Umbauten erforderlich. Ebenso müssen Maßnahmen zum baulichen und anlagentechnischen Brandschutz unter Beachtung des Denkmalschutzes behutsam in die Anlage integriert werden. Errichtung und Umbauphasen im Überblick: 1938/39 Errichtung als Großküche 1945/46 Umnutzung als Internierungslager 1946 Umbau des UG zum Zellenbereich (U-Boot) 1955 Umbau EG (Großküche) zu Lagerflächen 1959/60 Anbindung des Hauptgebäudes an den Neubau (Übergang im 1. Obergeschoss) 1966 Aufstockung des westlichen Kopfbaus um 2 Vollgeschosse 1994 Renovierungsarbeiten in einigen Räumen des westlichen Kopfbaus sowie in den nördlich gelegenen Versammlungsräumen des Langbaus, Toilettenanlagen etc.. 1996-99 Renovierungsarbeiten im 1., 2. und 3. OG des westlichen Kopfbaus. Erschließung des Hauptgebäudes Über zwei Eingänge auf der Westseite des Hauptgebäudes gelangt man unmittelbar zu den Erschließungstreppen der Obergeschosse und zu einem innen liegenden Erschließungsflur im EG. Die ursprüngliche symmetrische Erschließung der Großküche wurde im Rahmen der Umnutzung aufgegeben, wobei eine breite Flurachse durch den südlichen Gebäudeteil (ehemalige Kochhalle) läuft und die Hauptverbindung zum östlichen Kopfbau herstellt. Über diesen „repräsentativen“ Flur wurden die Räume für das leitende Personal der Abteilung XIV erschlossen. Diese hatten darüber hinaus einen separaten Eingang exakt in der Mitte der Südfassade. Die zentral gelegenen Lagerräume wurden über einen Mittelflur erschlossen, der eine Öffnung zum östlichen Kopfbau hatte. Dieser Kopfbau wurde von Osten aus erschlossen und war der „Ersteingang“ aller Opfer des Untersuchungsgefängnisses. Die nördlich in Reihe geschalteten Räumlichkeiten wurden über die Kopfbauten oder von Außen über den Hof erschlossen. Die Räumlichkeiten der Obergeschosse werden über einen Mittelflur erschlossen.
Historische Nutzungen/Umbauten des Kellergeschosses In den Kellerräumen der ehemaligen Großküche wurden bunkerartige Zellen, vielfach ohne Fenster eingebaut, es entstand das sog. „U-Boot“. Nach Errichtung des Neubaus wurden die fest eingebauten Holzpritschen daraus entfernt und die Zellen vom MfS zu Lagerräumen umgestaltet. Die von Häftlingen beschriebenen Sonderzellen (Arrestzelle, Folterzellen, Hitzezelle, Kältezelle) sind nicht mehr originalgetreu erhalten bzw. lokalisierbar. Erschlossen wird der Keller über eine Außentreppe auf der Nordseite des Gebäudes nahe dem hinteren Kopfbau. Das Treppenhaus der Südseite des vorderen Kopfbaus stellt ebenfalls eine Verbindung zum U-Boot her; hier sind noch Reste einer Schleuse erhalten. Eine weitere Treppe befindet sich an der Südseite des hinteren Kopfbaus. Über diese Treppe wurden die Gefangenen vermutlich zu den Zimmern der Vernehmer gebracht. 1994 wurden nach Beschreibungen eines ehemaligen Häftlings in drei fensterlose Zellen spezielle Folterzellen für die Anwendung von Wasserfolter rekonstruiert. Die beiden noch vorhandenen Kühlräume aus der Entstehungszeit wurden bis 1990 als Kühlräume der Personalküche genutzt. In den nordwestlichen Bereich des vorderen Kopfbaus wurde 1966 ein Saunabereich zum Freizeitvergnügen des Leitungspersonals integriert. Nach der Errichtung des neuen Zellentraktes wurde das Kellergefängnis nach gegenwärtiger Erkenntnislage bis in die 80er Jahre nur noch vereinzelt als Arrestbereich genutzt. Historische Nutzungen/Umbauten des Erdgeschosses Das Erdgeschoss war der Kern des Küchengebäudes. Die ursprünglich klare Gliederung folgte deutlich dem Betriebsablauf mit zentraler Kochhalle und vorbereitenden, zuarbeitenden Diensten in den Seitenhallen. Drei Bereiche zeichnen sich ab, die zusammen eine lang gezogene HForm bildeten: Westlicher und östlicher Kopfbau und quer zwischen diesen die große Küchenhalle. Bei der Umnutzung des Gebäudes zur Untersuchungshaftanstalt wurde die Grundrissstruktur der Großküche aufgelöst. Zur Umnutzung mussten neue Flure angelegt werden, um die Tiefe des Gebäudes zu erschließen. Durch die veränderte Erschließungsstruktur wurde die Anlage zum Großteil 3-bündig. Die innen liegenden Räume des ehemaligen Küchenbereiches wurden als Lager für z.B. Häftlingskleidung und Schuhe sowie Bettgestelle, Matratzen, Küchengegenstände, Lampen, UniformSchirmmützen u.ä. genutzt. Im südlich angrenzenden eingeschossigen Bereich der ehemaligen Bratküche waren die Räume der Gefängnisleitung angeordnet. Diese heben sich durch ihre „bessere“ Ausstattung ab. Einige Büros, wie das des Gefängnisleiters, wurden mit Einbauschränken ausgestattet, die Böden wurden z.T. mit Teppichboden belegt. Der breite Flur längs der Raumfolge ist mit dem Kopfbau durch eine zweiflügelige Schwingtür verbunden.
Kopfbau West
Langbau
Kopfbau Ost
Abb. von oben nach unten: - Grundriss Untergeschoss, o.M. - Grundriss Erdgeschoss, o.M. - Grundriss 1. Obergeschoss, o.M.
Gegenüber dem südlichen Eingang finden sich auf rund 20 m Länge Ausstellungsvitrinen, die einst mit Informationen des MfS, der SED, der FDJ und mit Fahnen und Trophäen (z.B. des Sportclubs des MfS SC Dynamo) geschmückt waren. Im Norden des Mittelteiles finden sich drei große Räume; ein Vortragssaal (Saal C), das Casino (Saal B) und ein kleiner Sitzungssaal (Saal A) mit repräsentativen Einbauten und massiven Holzmöbeln, die von Häftlingen des Strafgefangenenkommandos im Werkstatthof gefertigt wurden. Der Saal B wurde nach Gründung der Gedenkstätte zu einem Vortrags- und Seminarraum umgestaltet. Historische Nutzungen/Umbauten der Obergeschosse Das Obergeschoß wurde im Laufe der Jahre ebenfalls gravierend verändert. In den ursprünglich 2-geschossigen westlichen Kopfbau wurde noch vor der Aufstockung des Gebäudes in den 60ziger Jahren 1955 eine Etage im ehemaligen Luftraum der Großküche (Mittelteil) eingebaut, die eine Verbindung zwischen den beiden Kopfbauten herstellt. Die durch den Umbau entstandene Höhendifferenz zwischen vorhandenen Geschoßdecken der Kopfbauten und der neuen Geschoßdecke gleicht eine 4-stufige Treppe aus. Diese mündet in einen Mittelflur, der die fast durchgängig ca. 12 qm großen Verwaltungsräume erschließt. 1966 wurde der westliche Kopfbau um zwei Geschosse aufgestockt und zusätzlich 33 Büroräume, Pausen- und Archivräume sowie eine Terrasse/Balkon geschaffen. Hier war die Gefängnisverwaltung untergebracht. Der östliche Teil des Obergeschosses wurde mehrfach umgenutzt. Im Sommer 1945 logierte hier der Leiter des Lagers, Anfang der 50er Jahre war hier das Lazarett der Haftanstalt untergebracht, im Anschluss wurden die Räume als Unterkünfte für weibliche Strafgefangene genutzt, die in der Küche arbeiten mussten. Ab Mitte der 70er Jahre schließlich befanden sich dort die Umkleide- und Pausenräume der Wärter. Authentisch erhaltene Bereiche Im Hauptgebäude befinden sich insbesondere im KG und EG eine Reihe von Räumen mit hohem Dokumentationswert (s. Anlage: Aufmaß, Layer „Schraffur historische Zone“). Zu diesen authentisch zu erhaltenden Räumen gehören im KG neben den Zellen, die einen Kernbereich des Gedenkstättenkomplexes bilden, Räume der ehemaligen Personalküche des Gefängnisses (südliche und östliche Raumgruppen) und der Saunaanlage mit Nebenräumen sowie die unterirdische Verbindung zum Neubau. Im EG gehören dazu die ehemaligen Leitungsräume der Abt. XIV im südöstlichen Langbau sowie die frühere Anlieferungssituation für Gefangene im östlichen Kopfbau mit Pförtnerloge, Einlieferungszellen etc. . Außerdem gehören dazu der Konferenzraum A und der Vortragssaal C im nördlichen Langbau. Im südlichen Kopfbau befindet sich zudem ein ehemaliger Vorführraum mit Originaleinbauten.
Im 1. OG gehören dazu die ehemaligen Vernehmerzimmer im Langbau sowie der Übergang zum Vernehmertrakt des Neubaus („Seufzerbrücke“). Es handelt sich um wichtige historische Raumgruppen, die den Besuchern im Original gezeigt werden sollen. Da die ehemaligen Vernehmerzimmer im Altbau nach der Errichtung des Neubaus mehrere Jahrzehnte der Gefängnisverwaltung nur noch als Büroräume dienten, ist ihr historischer Aussagewert reduziert, so dass unter Umständen ihre teilweise Entfernung möglich ist. Um einen Empfangsbereich für die Besucher zu schaffen, muss vermutlich das EG im südlichen Kopfbau grundlegend umgestaltet werden.
Das Grundstück ist im FNP als Gewerbliche Baufläche ausgewiesen. Bauordnungsrecht Das Verfahren wird im Zustimmungsverfahren nach § 67 BauOBln genehmigt. Die baulichen Anlagen der Gedenkstätte gelten als Sonderbauten. Entsprechend § 52 der Bauordnung für Berlin (BauOBln) vom 29. September 2005 (GVBl. S. 495), zuletzt geändert durch § 9 des Gesetzes vom 7. Juni 2007 (GVBl. S. 222) können an Sonderbauten im Einzelfall zur Verwirklichung der allgemeinen Anforderungen nach § 3 Abs. 1 BauOBln besondere Anforderungen gestellt werden. Erleichterungen können gestattet werden, soweit es der Einhaltung von Vorschriften wegen der besonderen Art oder Nutzung baulicher Anlagen oder Räume oder wegen besonderer Anforderungen nicht bedarf. Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt steht seit 1992 mit allen Baulichkeiten der Gedenkstätte sowie dem Außenraum unter Denkmalschutz (Denkmalliste Nr. 09045867).
In der Begründung zur Unterschutzstellung der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt heißt es u.a., dass es „nach gegenwärtigen Erkenntnissen keine vergleichbare Dunkelzellenanlage dieser Art in Deutschland gibt.“ Das bedeutendste Ausstellungsgut bilden die Gebäude und Anlagen der Gedenkstätte selbst, und zwar in ihrem originalen Erscheinungsbild. Die Besonderheit der Anlage besteht allerdings darin, dass sich verschiedene Schichten und Spuren überlagern. Wichtige Bereiche wurden noch unter der Regie des Staatssicherheitsdienstes umgenutzt und baulich so verändert, dass der ursprüngliche Zustand des Gefängnisses nicht mehr überall sichtbar ist.
Hinzu kommt, geradezu als Spezifikum der Anlage, „dass ìmprovisiert´ wurde, vom Elektroschalter bis zum Mauerstein das genommen wurde, was man auf DDR-spezifische Weise organisieren konnte, und, da es sich um ungelernte Häftlinge handelte, oder nach Anweisung fachfremder Personen gearbeitet werden musste, die vorgefundenen Ausführungen daher häufig nicht einmal einer technischen Stringenz folgen“ (Denkmalpflegerische Dokumentation), sodass sich gebräuchliche Erfassungs- und Bewertungsmechanismen als ungeeignet erwiesen haben. Bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist daher jeweils im Einzelfall zu entscheiden, welcher historische Zustand wiederhergestellt werden soll. Erforderliche Sanierungen und Umbauten aus den Nutzungsansprüchen der Gedenkstättenarbeit heraus sind in ihren Wirkungen gegenüber den Erhaltungsanforderungen jeweils zu prüfen und kritisch zu hinterfragen. Selbst kleine Veränderungen/Reparaturen bergen das Risiko einer Umwertung. Die Bereiche außerhalb der Haftanstalt, die ebenso Teil der „Stasi“Stadtlandschaft waren und zum Teil in räumlichen und nutzungsstrukturellen Zusammenhang mit der Haftanstalt zu bringen sind, stehen nicht unter Denkmalschutz. Sie sind inzwischen abgeteilt oder sogar verschwunden, beispielsweise das Kommandantenhaus oder die Hundezwinger u.ä. gegenüber der Haftanstalt an der Lichtenauerstrasse, wo die Einfamilienhaussiedlung errichtet wurde.
Gedenkstätte Hohenschönhausen / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Im Mittelpunkt der anstehen Baumaßnahmen stehen neben baulichen, haus- und betriebstechnischen Sanierungsmaßnahmen die sinnvolle Erschließung der historisch wichtigsten Teile für die Besucher unter Gewährleistung einschlägiger Sicherheitsvorschriften und des Denkmalschutzes sowie die Schaffung von Räumlichkeiten, die den neuen gedenkstättenspezifischen Nutzungserfordernissen Rechnung tragen Das genehmigte Bedarfsprogramm beruht auf folgenden Nutzungsanforderungen, unabhängig vom eigentlichen Ausstellungsteil, die im Hauptgebäude untergebracht werden sollen: • Empfangsbereich, in dem die Besucher erste Grundinformation zum Ort erhalten und wo auch der Publikationsverkauf angesiedelt werden (Bookshop) kann. • Flächen für Dauer- und Wechselausstellungen. • Cafeteria für Mitarbeiter und Besucher • Räumlichkeiten für Vorträge/Seminare, Bibliothek, Mediathek, Archiv und Forschung. • Räumlichkeiten für die Befragung der zahlreichen noch lebenden Zeitzeugen als unersetzliche Quellen der „oral history“ und die audiovisuelle Dokumentation ihrer Aussagen. • Büro- und Arbeitsräumen für die 12 festangestellten Mitarbeiter der Stiftung sowie bis zu 34 Personen befristet tätiges Personal • Aufenthaltsräume für 30 bis 35 Gedenkstättenführer (Besucherreferenten) zur Erholung zwischen den Führungen, zur Überbrückung von Wartezeiten sowie für die interne Kommunikation (Postfächer, fachlicher Austausch etc.). Im Rahmen des Wettbewerbs sollen auf der Ebene des Vorentwurfs zunächst ausschließlich die für die besucherorientierten Nutzungen erforderlichen und raumrelevanten Umbaumaßnahmen im Hauptgebäude geklärt werden. Dies betrifft eine Nutzfläche von ca. 1.800 qm. Erst in den nachfolgenden Planungsschritten soll das bauliche, haus- und betriebstechnische Sanierungskonzept detailliert werden.
Architektonische/denkmalpflegerische Zielstellungen
Die aus den funktionalen Anforderungen resultierenden Raumansprüche sind unter Beachtung der Ansprüche des Denkmalschutzes behutsam in das Gebäude zu integrieren. Dabei muss gewährleistet sein, dass nachträgliche Veränderungen oder Einbauten, die für den Betrieb der Gedenkstätte erforderlich sind, als solche erkennbar werden und sich nicht mit der historischen Bausubstanz vermischen. Die Veränderungen sollten sich auf jene Bereiche beschränken, denen keine oder nur eine geringfügige Bedeutung zukommen. Die Authentizität der Gefängnisanlage, ihr düsteres und gewalttätiges Erscheinungsbild, darf durch die baulichen Eingriffe nicht beeinträchtigt werden. Dies gilt auch für den Außenbe-
reich. Hier dürfen zum Erhalt der historischen Aura nur substanzerhaltende Maßnahmen durchgeführt werden. Aufgrund aktueller Planungserfordernisse zur Zeit der denkmalpflegerischen Bestandserfassung wurden einige Muster bzw. Prinzipien zum Umgang mit dem Bestand entwickelt. Auch wenn sie auf konkreten Anforderungen beruhten (u.a. Einrichtung von Personal- und Gruppenräumen, Erweiterung der WC-Anlagen im EG, Schaffung von Ausstellungsräumlichkeiten), können sie ggf. auch als übergreifende allgemeingültige Hinweise verstanden werden: Prinzipiell sollte sich das Neue von dem System und den historischen Funktionen der Örtlichkeit abzuheben versuchen, es sollte jedoch nicht vergessen machen, wo man sich befindet und weshalb es sich davon absetzt. Ggf. können dem Betrachter und Besucher auch mehrfache Zugangsmöglichkeiten angeboten werden, d.h. beispielsweise partiell die Möglichkeit eingeräumt werden, sich „innerhalb“ und „außerhalb“ der Historie zu bewegen. Schließlich sollte durch die Art der Kombination von „Alt“ und „Neu“ darauf hingewirkt werden, die Wahrnehmung für das originale Ambiente bis hin zu den spezifischen Materialzusammenstellungen, Farb- und Lichtstimmungen, den technischen und funktionalen Besonderheiten im Bestand zu schärfen. Die nachfolgend dargestellten Hinweise basieren auf einer Einpassstudie, die 2005 erstellt wurde. Sie sind als Anhaltspunkte für das Ausmaß möglicher Veränderungen zu verstehen, es bleibt den Entwurfsverfassern überlassen, eine eigene Haltung zum Umgang mit dem Bestand zu entwickeln. Der neu zu gestaltende Empfangsbereich ist im Kopfbau-West des Hauptgebäudes verortet. Im Rahmen der statischen Möglichkeiten kann der Eingangsbereich prinzipiell entkernt und somit „geöffnet“ werden. Inwieweit für das historische Ambiente prägende Situationen, in diesem Falle die historische Flurkonstellation, dennoch mit geeigneten Mitteln transportiert werden kann, bleibt abzuwägen. Um eine behindertengerechten Erschließung der verschiedenen Ausstellungsebenen zu gewährleisten, ist außerdem ein Aufzug in den westlichen Kopfbau zu integrieren. Der neu zu konzipierende zentrale Ausstellungsbereich gliedert sich in eine Fläche für Wechselausstellungen (200 qm) und Flächen für eine Dauerausstellung (700 qm). Dafür bietet sich insbesondere der Langbau, d.h. die ehemalige Halle der Großküche an, die 1945 zu einem Unterbringungsort für bis zu 4000 Gefangenen umfunktioniert und später, bei der Umnutzung des Gebäudes zur Untersuchungshaftanstalt, nachträglich räumlich untergliedert wurde. Durch eine teilweise Freilegung der ursprünglichen Großküchenhalle könnte auch die Raumsituation im ehemaligen Speziallager Nr. 3 für die Besucher nachempfindbar gemacht werden. Da sonst nur noch wenige architektonische Spuren auf diese Zeit verweisen, sollten nach Ansicht des Beirats der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen insbesondere der historische Küchenfußboden mit den Original-
Abwasserabläufen sowie die Reste der Entlüftungsanlage (Lüftungsklappen) erhalten werden. Im EG des östlichen Kopfbaus und auf der Südseite des Langbaus befinden sich wichtige historische Raumgruppen (ehem. Leitungsräume und ehem. Anlieferungsbereich der Häftlinge mit Pförtnerloge, Einlieferungszellen etc.), die den Besuchern im Original gezeigt werden sollen und somit nicht für eine Umgestaltung zur Verfügung stehen. Weiterhin kann die zweibündige Büroetage, die erst 1955 im ehemaligen Luftraum der Großküche entstand ist, umgenutzt werden. Denkbar ist eine Raumkonzeption unter Einbezug eines Teilbereichs des 1. OG durch eine Verbindung zum zentralen Ausstellungsbereich im EG. Da die Besucher im Rahmen der musealen Präsentation auch Zugriffsmöglichkeiten auf Hintergrundinformationen, Datenbanken und Dokumente erhalten werden, könnten in den ehem. Vernehmerräumen zudem separiert zu situierenden Besucherlese- und -arbeitsplätze sowie Archivräume eingerichtet werden. Darüber hinaus ist eine Reihe von Veranstaltungs- und Seminarräumen unterschiedlicher Größe, eine Cafeteria sowie die Präsenzbibliothek in das Hauptgebäude zu integrieren; für die Bibliothek stehen z.Zt. keine Räume mit ausreichend tragfähigen Decken zur Verfügung. Die Planung soll folgende prinzipielle Anforderungen berücksichtigen: • Schaffung einer sinnvollen Gliederung in öffentliche zugängliche und interne Bereiche; • Nutzung der authentisch erhaltenen Bereiche soweit möglich und sinnvoll über die Ausstellung ihrer selbst hinaus;
Im Rahmen einer Einpassstudie wurde überprüft, ob die aus dem Besucherverkehr resultierenden Anforderungen denkmalverträglich im Hauptgebäude untergebracht werden können. Die Einpassstudie bildete die Grundlage für Raumprogramm und Kostenschätzung und letztlich für die Bestimmung des Kostenrahmens. Das Raumprogramm weist eine Nutzfläche von insgesamt 3.038 qm auf. Es gliedert sich funktional und organisatorisch in sechs Bereiche mit ihrem jeweiligen Flächenbedarf. Ein Teil der Räume (lfd. Nr. in Tabelle mit * gekennzeichnet) sollen nicht im Hauptgebäude untergebracht werden. Die im Rahmen des Wettbewerbs zu bearbeitenden Raumanforderungen umfassen einen Anteil von 1.823,5 qm Programmfläche. Sie sind in der Tabelle mit schwarzer Schrift (fett) gekennzeichnet. Die weiteren Räume sind durch graue Schrift davon abgehoben.
Lfd. Anzahl Nr. Räume
NF Soll (qm/ Raum)
Raum Nr. (Bestand)
Summe (qm)
Raumbedarf Gedenkstätte Leitung 1 2 1 1 Direktorat Direktorat / Vorzimmer Zeitzeugenbüro/archiv 3 4 5 6 1 1 1 1 Zeitzeugenbüro Projektbüro Besprechungsraum Zeitzeugenarchiv / Depot (bei Verbleib im 2. OG muss die Decke verstärkt werden) Aufnahmeraum 11 20 28,5 45 211 209 206/207 - Arbeitszimmer für Zeitkräfte - für 10-15 Personen - Lagerung von Zeitzeugenmaterial - bevorzugt nahe lfd. Nr. 04 - für Audiovisuelle Aufnahmen (Zeitzeugeninterviews) 11 20 28,5 45 18 11 301 300 - Arbeitszimmer mit Sitzecke - benachbart zu lfd. Nr. 1 18 11
Schnittstudio Besucherdienst / Politische Bildung
Referent für Politische Bildung Besucherdienst
302 132 - Leitung Besucherdienst - bevorzugt EG Lage / möglichst Nähe Eingangsbereich - Arb.zimmer für Praktikanten - Arb.zi. für stud. MA (8) - möglichst Nähe Pforte - bevorzugt Eingangsbereich (zgl. Kontrollfunktion) - Für Besucherbetreuung - bevorzugt Nähe Pforte - Gedenkstättenlehrer - Nähe lfd. Nr. 9
11 12*
Besucherdienst + Projektbüro Besucherdienst (müsste u.U. neu geschaffen werden) Kassenraum (existiert bisher nicht) Lagerraum (existiert bisher nicht) Projektbüro
13* 14* 15
extern 22 307
NF Soll (qm/ Raum) 9 150
Raum Nr. (Bestand) 131 -
Summe (qm) 9 150
Teeküche (bereits vorhanden) Foyer
- bevorzugt 1. OG - Empfang- und Infobereich, Buchshop, Museumsshop (davon ca. 37,5 qm Ausstellungsfläche) - bevorzugt EG-Lage - für ca. 50 Personen - EG-Lage - Lager für Cafeteria - bevorzugt EG-Lage - bevorzugt EG-Lage - für Besucher (ca. 220 Spinde) - bevorzugt KG-Lage - für Gedenkstättenführer - bevorzugt Nähe Pforte - für bis zu 120 Pers., - koppelbar mit lfd. Nr. 25 - bevorzugt Raum C (möglichst Beibehaltung des authentischen Zustands) - 30 Personen - bevorzugt Raum A (bei Beibehaltung des authentischen Zustands) - bis 60 Pers. - bevorzugt Raum B - 20 Personen - für Besuchereinführung - 30 Personen - für Besuchereinführung - bevorzugt Raum D (Im Werkstatthof)
Cafeteria (incl. Kochküche) Lagerraum Erste Hilfe Raum Garderobe
135 10 8,5 50
– 036 . –
Aufenthaltsraum/Garderobe Veranstaltungsraum groß
1. OG Saal C
Filmvorführraum
25 26 27*
Multifunktionsraum Multifunktions-/Seminarraum Multifunktionsraum
Saal B 101/102 extern
90 90 40
20 Kopfbau West - für Damen und Herren teilw. 15 8 – extern - Material polit. Bildung - bevorzugt EG - bevorzugt nähe Pforte
29 30*
Lagerraum Kopierraum
Ausstellungen 31 32 33 34 1 1 1 1 Wiss. Assistenz für Ausstellungen Projektbüro Zentraler Ausstellungsbereich Ausstellungsraum Verwaltung 35* 36* 37 38 39 40 41 42 1 1 1 1 1 1 1 2 Depotraum (in der Fertigstellung) Werkraum (in der Fertigstellung) Verwaltungsleitung Sachbearbeitung Lagerraum Kopieraum Teeküche WC Öffentlichkeitsarbeit / Bibliothek / Archiv 43 44 1 1 Assistenz für Öffentlichkeitsarbeit, Bibliothek, Archiv Bibliothek, Lesesaal + Mediathek (bei Verbleib im 2. OG muss die Decke verstärkt werden) Medienraum Fotoarchiv Archiv + Aktenlager 11 120 202 203/204 - Präsenzbibliothek und Mediathek für Mitarbeiter, - Aufstellfläche für ca. 27.000 Bücher/Videos Lagerung von Technik Lagerung von histor. Fotobeständen Archivgut, MfS-Schriftgut, 11 120 600 15 11 11 35 8 9 24 extern extern 305 306 310 314 309 3. OG - KG Neubau - KG Neubau - bevorzugt Nähe lfd. Nr. 38 - bevorzugt Nähe lfd. Nr. 37 - Büromaterial - bevorzugt 3. OG - bevorzugt 3. OG - bevorzugt 3. OG Mitarbeiter-WC - bevorzugt 3. OG 600 15 11 11 35 8 9 24 11 20 700 200 313 311/312 – – Arbeitszimmer für Zeitkräfte Dauerausstellung Wechselausstellung 11 20 700 200
11 15 50
200 – 206
SED-Schriftgut, Lagerung von Akten Haustechnik / Hausorganisation 48* 49 50 51* 1 1 1 1 Haustechnik Putzräume Wiringcenter Hausmeisterwerkstatt Summe 17 11 35 20 138 + Garagen - Arbeitszimmer für 2 Personen – 128 KG A - Serverraum - Kühl-/Lüftungsanlage erf. 17 11 35 20 3.038
Zum besseren Verständnis wird nachfolgend die inhaltliche Programmierung der wesentlichen Teile des Wettbewerbsprogramms kurz skizziert. Foyer Im Empfangsbereich soll der Besucher eine ausführliche Grundorientierung erhalten: Er soll überblicksartig von den an diesem Ort überlieferten „Verfolgungsschichten“ erfahren, eine räumliche Vorstellung der Anlage bekommen und auch die notwendigen praktischen Informationen (Führungen, aktuelle Wechselausstellungen, Veranstaltungen) erhalten. Er soll dort Geräte für eine Audio-Führung ausleihen können oder einen Betreuer finden, der die Gruppe durch das Areal führt. Er erhält Erklärungen, welche Stationen der Rundgang durch die Anlage beinhaltet, und soll an einem AV-Terminal vertiefende Informationen abrufen können. In einem separaten Raum soll stündlich ein Einführungsfilm gezeigt werden. U.U. können die Besucher die Möglichkeit bekommen, die Identität eines bestimmten Häftlings „anzunehmen“ und seinem individuellen Leidensweg nachzugehen. In einem in das Foyer integrierten Ausstellungsbereich soll ausführlicher über das sowjetische Speziallager Nr. 3 informiert werden, das sich in der ehemaligen Großküchenhalle befand. Da es historisch den Beginn des Haftortes Hohenschönhausen markiert, steht es thematisch am Anfang des Besucherrundgangs, der die chronologische Entwicklung der Gefängnisanlage nachvollziehbar machen soll. Dauerausstellung Die Dauerausstellung soll den Haftort Hohenschönhausen in seinen historischen Kontext stellen und die Informationen bereithalten, die während des Rundgangs durch das Gefängnis nicht vermittelt werden können. Dazu gehören Grundinformationen zum kommunistischen Terror, zum
Ministerium für Staatssicherheit, zur politischen Justiz in der DDR und zu den Menschen, die in Hohenschönhausen inhaftiert waren, unter Berücksichtigung der verschiedenen chronologischen Entwicklungsphasen(s.a. Anlage „Präsentations- und Ausstellungskonzept der Gedenkstätte Berlin- Hohenschönhausen“, S. 18 ff.). Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Situation der Opfer, wobei das subjektive Erleben der Internierten anhand exemplarischer Biographien nachgezeichnet werden soll. Seminar- und Veranstaltungsräume Für die Besichtigung des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses im Rahmen der geführten Rundgänge werden eine größere Anzahl an Seminar-/Multifunktionsräumen benötigt. Die in der Regel in Gruppen anreisenden Besuchern erhalten dort die notwendige Einführung in die Geschichte des Haftortes. Die Räume sollen aber ebenso für Sonderveranstaltungen – Vorträge, Buchvorstellungen, Lesungen, Filmvorführungen u.ä. - zur Verfügung stehen. Bibliothek Die Bibliothek ist als Präsenzbibliothek für ca. 27.000 Bücher und Videos konzipiert. Schwerpunkt des Bestandes bilden Darstellungen und Untersuchungen zum Haftort Hohenschönhausen, zur Geschichte der politischen Justiz in der DDR, zu Opposition und Widerstand sowie zur Tätigkeit des MfS. Sie dient v.a. der Arbeit und Qualifizierung der Mitarbeiter, kann aber auch von anderen Interessierten und bei Seminaren oder Projekttagen genutzt werden Cafeteria Die Cafeteria ist als Selbstbedienungseinrichtung vorgesehen, die von Hausmitarbeitern und angemeldeten Gruppen genutzt werden kann. Warme Mahlzeiten sollen aus Halbfertigprodukten in einer Kochküche zubereitet werden können. Zu der Cafeteria gehören Lagerräume und Kühleinrichtungen, die im Kellergeschoss untergebracht werden können.
Allgemeine bautechnische Anforderungen
Aufgabe ist es, die einzelnen Bereiche unter Berücksichtigung ihrer funktionalen Zusammenhänge so einzuordnen, dass sowohl für den Besucher als auch für die Mitarbeiter optimale Bedingungen entstehen. Alle öffentlich zugänglichen Teile müssen so gestaltet sein, dass sich der Besucher schnell und unkompliziert zurechtfindet und auf möglichst kurzem Wege zu den Stellen gelangt, an denen er die gewünschten Informationen erhält bzw. weitere Angebote der Gedenkstätte in Anspruch nehmen kann. Ein einfaches logisches Wegesystem im Inneren soll zu einer leichten Orientierbarkeit beitragen, sie kann durch Sichtachsen und Sichtfenster unterstützt werden. Soweit möglich, sollen die Bereiche natürlich belichtet und belüftet sein. Durch die Umgestaltung der Räume werden jedoch beispielsweise im Bereich der Seminarräume, Ausstellungsbereiche und im
Eingangsbereich trotz der teilweise möglichen Fensterlüftung eine mechanische Zu- und Abluftanlage mit der Möglichkeit der Teilklimatisierung erforderlich. Eingriffe in das statische System sollen auf das unbedingt erforderliche Ausmaß beschränkt werden.
Nach der Landeshaushaltsordnung ist der Bauherr verpflichtet, seine Mittel sparsam und wirtschaftlich zu verwenden. Die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes ist daher ein entscheidendes Kriterium bei der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten. Dies bezieht sich auf: - Baukosten - Instandhaltungskosten - Kosten des laufenden Betriebs Es wird vorausgesetzt, dass bei der Planung umweltfreundliche Baustoffe verwendet und technische Systeme auf ein Minimum reduziert werden (die Verwendungsverbote und -beschränkungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind zu beachten). Der Entwurf hat sich am Prinzip des kostensparenden Bauens zu orientieren. Hierzu sollen folgende Kriterien als Anhaltspunkte dienen: - kompakte, klare und funktionale Grundrissorganisation, Reduzierung der Verkehrsfläche auf ein notwendiges Maß - natürliche Belichtung und Belüftung - Verzicht auf aufwendige Konstruktionen - Reduktion der Materialwahl, Instandsetzungsfähigkeit, Alterungsfähigkeit des Materials Eine wesentliche Fragestellung des Wettbewerbes ist es, welche architektonische und konstruktive Konzeption die Teilnehmer vorschlagen, um das von ihnen dargestellte Entwurfskonzept unter den genannten Kostenund Qualitätsanforderungen zu realisieren. Um eine Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge unter diesen Gesichtspunkten zu ermöglichen, sollen hierzu im Rahmen des Wettbewerbes konkrete Aussagen zur Konstruktion und zum Ausbau getroffen werden. Es sind konkrete Aussagen insbesondere zu folgenden Bauteilen zu machen: Durchbrüche / Abbrüche Wand Durchbrüche Decken Neubau Wände Tragsystem (Statik) Technische Anlagen Türen neu Decken (abgehängt) neu Fundamente
Um die Vergleichbarkeit der Wettbewerbsbeiträge zu gewährleisten, ist dabei – neben der Darstellung des Entwurfsansatzes in Skizzen und Textform – eine Beschreibung der Konstruktion und Materialien (Baube-
schreibung in Anlehnung an DIN 276, Kostengruppen 300 und 400, s. Teil 1 Verfahren, Punkt 1.10) gefordert. Als Gesamtkostenrahmen ist eine Summe von rd. 13,1 Mio. EURO (einschließlich Mehrwertsteuer) vorgegeben. Dieser Kostenrahmen ist im weiteren Planungsverfahren zwingend einzuhalten. Aufteilung der Gesamtkosten nach DIN 276 KGr 300 KGr 400 KGr 600 KGr 700 Baukonstruktion brutto Technische Anlagen brutto Ausstattung brutto Baunebenkosten brutto Rundung Gesamtbaukosten brutto 4.381.000,00 3.964.000,00 1.941.333,00 2.822.939,00 9.326,00 13.100.000,00
In dem Kostenansatz für die KG 300 sind die für die Anpassung an die aktuellen Erfordernisse erforderlichen Umbaumaßnahmen ebenso wie die Bestands-/Hüllensanierung inbegriffen. Zu den Umbaumaßnahmen gehören tragwerksplanerische Maßnahmen wie beispielsweise - Einbau von Gründungen zum Lastabtrag einer Unterstützungskonstruktion im EG, - neue Fundamente/Wände und partieller Deckenabriss für den Aufzug, - Ertüchtigung der nicht tragfähigen Decke des ObergeschossesLangbau sowie der nicht tragfähigen Decke des DachbodensLangbau zum Einbau einer Klimaanlage bzw. Technikzentrale; die statische Untersuchung sieht „unsichtbar“ durch das historisch relevante U-Boot geführte Bohrpfähle mit einer Gründungstiefe von 20 Metern vor auf denen dann Stahlrahmen im EG und OG die jeweiligen zu ertüchtigenden Decken stützen. - Maßnahmen zur Erhöhung der Deckentragfähigkeit (Einbau entsprechender Verstärkungen) in den Kopfbauten - Rückbau von Wänden zu Stützen u.ä. Zur Bestands-/Hüllensanierung gehören u.a. Maßnahmen zur - Abdichtung der Kellerwände, (im Bereich der Depots teilweise bereits erfolgt) - Sanierung der Fassaden, Fenster, Türen (teilweise bereits erfolgt) - Sanierung der Decken - Herrichtung bislang noch nicht in den Rundgang einbezogener historischer Bereiche - Erhalt bzw. Restaurierung der authentischen Oberflächen (Fußböden, Wände), - brandschutztechnisch bedingte Maßnahmen - zusätzlicher baulicher Rettungsweg. In der Kostengruppe 400 sind folgende Maßnahmen für die Sanierung und Herrichtung des Hauptgebäudes sowie die bauliche Umsetzung aller Funktionen des Raumprogramms kalkuliert: • KG 410 – Wasser-, Abwasser-, Gasanlagen: Teilweise Modernisierung sowie Neubau von WC-Anlagen; Einbau der Ver- und Entsor-
gungseinrichtungen für das Cafe. KG 420 – Wärmeversorgungsanlagen: Erneuerung der Heizungsanlage. KG 430 – Lufttechnische Anlagen: Integration mechanischer Zu- und Abluftanlagen. KG 440 – Starkstromanlagen: Anpassung der Elektroanlage an die aktuellen Erfordernisse. KG 450 – Fernmelde- und informationstechnische Anlagen: Anpassung der vorhandenen Anlagen an die veränderten Erfordernisse. KG 460 – Förderanlagen: Errichtung reine Aufzugsanlage (behindertengerechte Erschließung des Hauptgebäudes). KG 470 – Nutzungsspezifische Anlagen: küchentechnische Ausrüstung für das Cafe.
Die Kostenschätzung für die Programmfläche des Wettbewerbs beträgt 2.318.000,- EURO brutto (KGr 300 + 400); darin nicht enthalten ist die Sanierung der Fassaden und Fenster. Aus der Kostengruppe 420 bis 450 sind nur die auf die Wettbewerbsprogrammfläche entfallenden Anlagenteile (z.B. KG 420 Heizkörper und Leitungen) nicht aber die übergeordneten Anlagenteile enthalten. Die KG 460 ist nicht enthalten, die KG 470 ist Bestandteil des Kostenansatzes.
Ökologische Zielsetzung
Bei der Lösung der Entwurfsaufgabe sind die Grundprinzipien ökologischen Bauens zu beachten. Die Grundlage hierfür bilden die ökologischen Kriterien für Bauwettbewerbe (Stand Juli 2007, s. Anlagen). Für die Konstruktion und Bauausführung sollen nur Materialien und Bauteile zur Anwendung kommen, die hinsichtlich ihrer Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Gesundheitsund Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen.
Barrierefreies Bauen ist als selbstverständliche Qualitätsanforderung gemäß den Grundsätzen des Handbuches „Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin“ (s. Anlagen) im Wettbewerb umzusetzen. Dabei sollen die unterschiedlichen Nutzeranforderungen hinsichtlich motorischer, sensorischer oder kognitiver Art Berücksichtigung finden.
Baurechtliche Vorschriften/Normen/Richtlinien
Der Planung sind insbesondere zugrunde zu legen: Bauordnung für Berlin (BauOBln) vom 29. September 2005 (GVBl. S. 495), zuletzt geändert durch § 9 des Gesetzes vom 7. Juni 2007 (GVBl. S. 222) mit ihren entsprechenden Ausführungsvorschriften (s. Anhang „Vorschriften“); Ausführungsvorschriften über Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken (AV FwFl) vom 17. Januar 1996 (s. Anhang „Vorschriften“);
Arbeitsstättenverordnung ArStättV (s. Anhang „Vorschriften“) Versammlungsstättenverordnung (auf Grund des Status als Sonderbau sind die konkreten Anforderungen in Absprache mit der genehmigenden Behörde zu klären) DIN 18024-2 Barrierefreies Bauen
3.10 Beurteilungskriterien des Preisgerichts
Leitidee Gestaltung - Räumliche/architektonische Qualität - Denkmalgerechter Umgang/Gestaltung - Umgang mit der historischen Bausubstanz - Materialwahl Funktionen - Erschließung - Funktionale Zuordnung - Räumliche Qualität - Raumzuschnitte, Belichtung, Belüftung - Technische Ausstattung Realisierbarkeit - Programmerfüllung - Genehmigungsfähigkeit - Nachhaltigkeit - Einhaltung des Kostenrahmens - Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb
Gedenkstätte Hohenschönhausen / Teil 4 Anhang
Teil 4 – Anhang 4.1 Quellenangaben
Literatur - Denkmalpflegerische Dokumentation; Verf.: Planungsbüro Burckhardt Fischer; Auftraggeber: Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr, Berlin 2000. - Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen – Präsentations- und Ausstellungskonzept; - Einpassstudie zum Bedarfsprogramm; Verf.: Architekturbüro Norbert Schornberg; Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. VO; Berlin 2005. - Bericht zum Tragwerk/Einpassstudie; Verf.: ITP Planung und Beratung im Bauwesen, Berlin 2005. - Peter Erler/Hubertus Knabe: Der verbotene Stadtteil. Stasi-Sperrbezirk Berlin-Hohenschönhausen; Jason Verlag, Berlin 2005. - Hubertus Knabe (Hg.): Gefangen in Hohenschönhausen. StasiHäftlinge berichten; Verlag List, Berlin 2007. - 1.-3. Tätigkeitsbericht der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Berlin 2003-2007. - Offizielle Internetseite des Bezirksamtes Hohenschönhausen
www.berlin.de/ba-hohenschoenhausen/index.html
- Offizielle Internetseite der Gedenkstätte
- Offizielle Internetseite zur Gedenkstätte
- Erfahrungsbericht Besucher
http://home.arcor.de/big14/berlin/stasiknast-berlin-hohenschoenhausengensler-strasse/stasiknast-hohenschoenhausen.html
- Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Unterpunkt Denkmal – „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/sanierung/index.shtml) Unterpunkt Planen – Flächennutzungsplanung Berlin
(http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/)
Literaturhinweis: Insbesondere die Publikationen „Der verbotene Stadtteil“ sowie „Gefangen in Hohenschönhausen“ (s. oben) werden den Teilnehmern zum besseren Verständnis zur ergänzenden Lektüre empfohlen.
Grundlagen des Raum- und Funktionsprogramms - Bedarfsprogramm für Umbau und Sanierung der Gedenkstätte; Hrsg.: Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Abt. K C 2 / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. V O; Berlin 2005. Situationsfotos - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. V Ref. VO (Anlage XI zum Bedarfsprogramm) Abbildungen in dieser Broschüre - Schematische Darstellung Gesamtanlage: www.stiftung-hsh.de - Denkmalkarte: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/ Planunterlagen - Übersichtsplan (auf der Grundlage der ALK Berlin) 2004: Bezirksämter von Berlin, Vermessung / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. - Luftbild, Befliegung von 2007: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Landesluftbildarchiv. - Aufmaß Altbau (Arbeitsplan) - Grundrisse/Schnitte: Ingenieurbüro Hans-Günther Rogalla Architekt; im Auftrag der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr; Berlin, August 1998. - Ansichten: Burckhardt Fischer Architekt, im Auftrag der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr; Berlin, August 2001.
Digitale Anlagen (auf beiliegender CD-ROM)
Ausschreibung Vorliegende Ausschreibung als pdf-Datei mit farbigen Abbildungen in 300 dpi Auflösung 00_ausschreibung.pdf Plan-/Informationsmaterial • Lageplan ca. M 1 : 500: 01_alk_M500.pdf • Bestandsbau als CAD-Datei: 02_ansicht_nord.dwg/dxf/pdf 02_ansicht_west.dwg/dxf/pdf 02_ansicht_sued.dwg/dxf/pdf 02_ansicht_ost.dwg/dxf/pdf 02_grundriss_ug.dwg/dxf/pdf 02_grundriss_eg.dwg/dxf/pdf 02_grundriss_1og.dwg/dxf/pdf 02_grundriss_2og.dwg/dxf/pdf 02_grundriss_3og.dwg/dxf/pdf 02_schnitt_aa.dwg/dxf/pdf 02_schnitt_bb.dwg/dxf/pdf
• Luftbild, Stand 08/2004, ca. M 1: 1.500: 03_ luftbild_m1500.TIF 03_luftbild_m1500.pdf • Fotodokumentation, 2005 (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. V Ref. VO) – Anlage XI zum Bedarfsprogramm 04_fotodokumentation.pdf • Bericht zum Tragwerk/Einpassstudie (ITP Planung und Beratung im Bauwesen) – Anlage XVIII zum Bedarfsprogramm (Auszug) 05_statik.pdf
• 1. bis 3. Tätigkeitsbericht der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen 06_bericht-1.pdf 06_bericht_2.pdf 06_bericht_3.pdf • Präsentations- und Ausstellungskonzept der Gedenkstätte BerlinHohenschönhausen - Anlage V zum Bedarfsprogramm 07_ausstellungskonzept.pdf • Denkmalpflegerische Dokumentation – Auszug 08_denkmal_gutachten.pdf
Vorschriften – Links zu Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen. shtml Ausführungsvorschriften über Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken AV FwFl: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen. shtml Arbeitsstättenverordnung ArStättV: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/arbst_ttv/index.html Versammlungsstättenverordnung http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen. shtml Verordnung über Bauvorlagen im bauaufsichtlichen Verfahren (Bauvorlagenverordnung - BauVorlVO): http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen. shtml
Richtlinien Wirtschaftliche Standards des öffentlichen Bauens, Rundschreiben SenBauWohn1/2002 und 1/2003: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/projekt e_hochbau.shtml Verwendungsverbote und Verwendungsbeschränkungen von Baustoffen, Rundschreiben SenBauWohnV VI Nr. 10/1998: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/schad stoffe.shtml Verwendungsverbote und Verwendungsbeschränkungen von Baustoffen, Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 14/2004: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben/de/schad stoffe.shtml Grundsätze für die Betriebswassernutzung, Rundschreiben SenStadt VI C Nr. 1/2003: 09_betriebswasser.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/ba uen/ Ökologische Planungskriterien für Wettbewerbe, Arbeitspapier SenBauWohn 08/01: 10_oekolog_planungskriterien.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/ Handbuch Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin 11_BarrierefreiesBauen.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/barrierefreies_bauen/
Formblätter Verfassererklärung (interaktiv): (pdf-Formular, d.h. Text kann direkt eingegeben werden und das Dokument anschließend ausgedruckt werden. Das Dokument kann mit dem Acrobat-Reader allerdings nicht gespeichert werden.) 000000_verfassereklaerung.pdf Raumprogramm/Gebäudekennwerte 000000_raumprogramm.pdf 000000_raumprogramm.xls