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Timestamp: 2017-11-24 18:14:57
Document Index: 252968619

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 374', 'Art. 394', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_271/2013 26.09.2013
4A_271/2013
A. und B. X.________ (nachstehend: Eigentümer, Beschwerdeführer) beabsichtigten, ihr Einfamilienhaus um- und anbauen zu lassen. Sie liessen daher im Sommer 2008 vom Architekten C.________ (nachstehend: Architekt, Beschwerdegegner) Planskizzen für verschiedene An- und Umbauvarianten erstellen.
"Gebäudekosten
Anbauten Wohnteil
Umbauten, Anpassungsarbeiten
- Untergeschoss 8'000.00
Total Umgebungsarbeiten CHF 60'000.00
Am 6. April 2010 klagte der Architekt beim Bezirksgericht Arlesheim gegen die Eigentümer auf Zahlung von Fr. 62'300.25 zuzüglich 5 % Verzugszins seit 10. September 2009. Der Architekt verlangte damit eine Entschädigung für die von ihm und seinen Hilfspersonen erbrachten Aufwand von insgesamt 606 Stunden.
Die Eigentümer (Beschwerdeführer) erheben Beschwerde in Zivilsachen mit den Begehren, den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 25. März 2013 aufzuheben und die Klage abzuweisen oder eventuell die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz oder subeventuell an die erste Instanz zurückzuweisen.
1.1. Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG. Sodann übersteigt der Streitwert die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist - unter Vorbehalt einer rechtsgenüglichen Begründung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - grundsätzlich auf die Beschwerde einzutreten.
5.1. Ein Vertrauensschaden kann entstehen, wenn der Bauherr aufgrund einer ungenauen Kosteninformation die Weiterführung der Planung eines Bauvorhabens veranlasst, obschon er bei korrekter Schätzung die Projektierung abgebrochen hätte ( SIEGENTHALER, a.a.O., S. 539 Rz. 10.72). Der Bauherr, der einen Vertrauensschaden geltend macht, hat darzulegen und zu beweisen, dass er sein Verhalten bei einer pflichtgemäss richtigen Kosteninformation geändert hätte. Da dieser hypothetische Kausalverkauf nicht strikte bewiesen werden kann, genügt es, dass er nach den Erfahrungen des Lebens und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge als überwiegend wahrscheinlich erscheint (BGE 124 III 155 E. 3d S. 165; vgl. auch Urteil 4C.71/2003 vom 27. Mai 2003 E. 3; 4C.82/1996 vom 11. Februar 1998 E. 3a; SIEGENTHALER, a.a.O., S. 541 Rz. 10.78). Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des hypothetischen Verhaltens sind die Darlegungen des Bauherrn und die konkreten Umstände zu berücksichtigen (Urteil 4D_131/2009 vom 16. Dezember 2009 E. 3.3.3).
6.1. Wie weit ein Sachverhalt zu substanziieren ist, damit er unter die Bestimmungen des materiellen Rechts subsumiert werden kann, bestimmt das materielle Bundesrecht. Die jeweiligen Anforderungen ergeben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Tatsachenbehauptungen müssen dabei so konkret formuliert sein, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann. Bestreitet der Prozessgegner das an sich schlüssige Vorbringen der behauptungsbelasteten Partei, kann diese gezwungen sein, die rechtserheblichen Tatsachen nicht nur in den Grundzügen, sondern so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368; 123 III 183 E. 3e S. 187 f.; je mit Hinweisen).
7.1. Das Kantonsgericht erwog, entgegen der Meinung der Beschwerdeführer sei für die Bemessung der Vergütung nicht auf Werkvertragsrecht bzw. Art. 374 OR, sondern auf Auftragsrecht abzustellen. Mangels einer Vereinbarung über das Honorar sei gemäss Art. 394 Abs. 3 OR die übliche Vergütung zu leisten. Da das Gesetz die Kriterien für diese Vergütung nicht festlege, habe im Streitfall der Richter das Honorar zu bestimmen. Der Beschwerdegegner habe in der Klage den Stundenaufwand für sich, den Zeichner, den Lehrling, das Sekretariat und den Bauleiter aufgeführt und die jeweiligen Stundenansätze angegeben. Diese habe er als üblich bezeichnet, wobei er, falls diesbezüglich Zweifel bestünden, eine Expertise beantragt habe. Da keine gesetzliche Regelung der Stundenansätze existiere, sei dieses Vorgehen nicht zu beanstanden. Er habe damit seine Substanziierungspflicht nicht verletzt.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens werden die Beschwerdeführer dafür kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).