Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.01.1965&Aktenzeichen=VII%20ZR%2022/63
Timestamp: 2019-11-17 12:47:05
Document Index: 43634835

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 537', '§ 539', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH']

BGH, 21.01.1965 - VII ZR 22/63 - dejure.org
https://dejure.org/1965,289
BGH, 21.01.1965 - VII ZR 22/63 (https://dejure.org/1965,289)
BGH, Entscheidung vom 21.01.1965 - VII ZR 22/63 (https://dejure.org/1965,289)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1965 - VII ZR 22/63 (https://dejure.org/1965,289)
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Unternehmer - Kaufmanneigenschaft - Handelsvertreter - Wett-Verträge - Öffentliche Verkaufsstelle - Lotto-Anträge - Vermittlungstätigkeit - Werbetätigkeit
BGHZ 43, 108
NJW 1965, 113
NJW 1965, 1132
MDR 1965, 373
DB 1965, 469
Auch der Bundesgerichtshof (BGH) habe in seinem Urteil vom 2. Januar 1965 (BGHZ 43, 108 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63]) in der Bindung der Inhaber von AStn an die Geschäftsanweisung und die zu ihrer Ausführung erlassenen Vorschriften keine wesentliche Einschränkung ihrer Selbständigkeit gesehen.
Der BGH (BGHZ 43, 108 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63]) habe sogar die (doppelte) Unterordnung der AStn nicht als Hinderungsgrund angesehen, ihren Leitern die Stellung eine Handelsvertreters zuzusprechen.
Das BSG weiche in der Beurteilung des Begriffs Beschäftigungsverhältnis von der Auffassung des BFH (BFH 90, 196; BStBl 1957, 389), des BAG (BAG 18, 87) und des BGH (BGHZ 43, 108 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63]) ab.
Der BGH ist in seinen Entscheidungen vom 21. Januar 1965 (BGHZ 43, 108 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63]) und 22. Juni 1972 (BB 1972, 938) ebenso, obgleich er nicht ausdrücklich zu dieser Rechtsfrage Stellung genommen hat, zutreffend davon ausgegangen, daß eine Vorlagepflicht nicht besteht.
Der Lotterie-Einnehmer ist Handelsvertreter i.S. von § 84 Abs. 1 Satz 1 HGB (vgl. --für staatliche Lotto-Einnehmer-- BGH-Urteile vom 21. Januar 1965 VII ZR 22/63, BGHZ 43, 108, und vom 22. Juni 1972 VII ZR 36/71, Betriebs-Berater --BB-- 1972, 938).
In Übereinstimmung mit dieser Auffassung haben auch andere oberste Bundesgerichte Personen wie den Beigeladenen K. als selbständige Handelsvertreter (Bausparkassenvertreter) angesehen, so der BGH in den Urteilen vom 23. Februar 1961 (BGHZ 34, 310 = LM § 89b HGB Nr. 15 und dazu Küstner, Betriebsberater 1966, 269), vom 10. Juli 1969 (Versicherungsrecht 1969, 995) und vom 6. Juli 1972 (…BGHZ 59, 125 = LM aaO Nr. 44); alle Urteile betreffen Ausgleichsansprüche nach § 89b HGB und gehen ohne nähere Begründung von der Eigenschaft der Kläger als selbständiger Bausparkassenvertreter aus (…vgl auch für die ähnlich zu beurteilenden Rechtsverhältnisse der Versicherungsvertreter BGHZ 30, 98 = LM aaO Nr. 12;… BGHZ 45, 268 = LM aaO Nr. 25 und BGHZ 55, 45 = LM aaO Nr. 38;… nicht vergleichbar sind dagegen insoweit die Rechtsverhältnisse der Bezirksstellenleiter von staatlichen Lotto- oder Totounternehmen, die das Bundessozialgericht -BSG- wegen der weitgehenden Reglementierung ihrer Tätigkeit und Fehlens eines echten Unternehmerrisikos für abhängig Beschäftigte gehalten hat, so in den Urteilen vom 9. Dezember 1964, SozR RVO § 537 aF Nr. 39…, vom 31. Oktober 1972, BSGE 35, 20 = SozR RVO § 539 Nr. 34, und vom 17. Mai 1973, SozR AVG § 2 Nr. 10, abweichend allerdings die Rechtsprechung des BGH und des Bundesfinanzhofs -BFH-, vgl BGHZ 43, 108;… 59, 87 und LM aaO Nr. 48, wobei die letzte Entscheidung auch auf die Rechtsprechung des BSG eingeht; BFHE 89, 45; 89, 49; 90, 193 und BStBl 1968 Teil 11, 718).
Das gilt nach ständiger Rechtsprechung nicht nur für Warenvertreter, sondern auch für andere Absatzmittler (BGHZ 43, 108 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63] - für Toto-Lotto-Annahmestellen; BGHZ 62, 71, 73 [BGH 21.12.1973 - IV ZR 158/72] - für Reisebüros; BGH, Urt. v. 8. Februar 1980 - I ZR 78/78, LM.
Weitergehenderer Werbemaßnahmen bedurfte es nach der Art der ihr übertragenen Abschlußtätigkeit (Kartenvorverkauf im Rahmen einer Vorverkaufsstelle) nicht (vgl. BGHZ 43, 108, 113 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63];… BGH, Urt. v. 11. März 1982 - I ZR 27/80, a.a.O.).
Der BGH hat es in seiner Entscheidung vom 21.01.1965, Az.: VII ZR 22/63, für die Annahme eines Inhabers einer Lotto-Annahmestelle als Handelsvertreter ausreichen lassen, dass dieser ein Unternehmerrisiko trage, wenn er keine feste Vergütung erhalte, sondern auf wechselnde Provisionen angewiesen war und zum ändern das Geschäftslokoal der Lotto-Annahmestelle auf seine eigenen Kosten unterhalten und mit von ihm zu bezahlenden Angestellten besetzen musste.
Es genügt, wenn die Tätigkeit des Beauftragten sich darauf beschränkt, abschlussbereite Parteien zusammenzubringen, auch ohne dass das eine besondere Mühen erfordert (BGH, Urteil vom 21.01.1965, Az.: VII ZR 22/63).
Schon das Offenhalten der Geschäfte über auf die Vorübergehenden einen Anreiz aus, Waren der Marke "..." zu erwerben (so auch BGH, Urteil vom 21.01.1965, Az.: VII ZR 22/63, Rn. 35).
Schon darin liegt eine Vermittlungstätigkeit der Klägerin; es war entgegen der Ansicht der Revision nicht erforderlich, daß die Klägerin eine weitergehende Werbetätigkeit entfaltete, etwa von sich aus an die Kunden herantrat und diese zu einem Geschäftsabschluß zu überreden versuchte (vgl. BGHZ 43, 108, 113 [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63] - Lotto-Annahme-Stelle).
Im Urteil vom 21. Januar 1965 (BGHZ 43, 108, 113) [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63] hat der Senat entschieden, daß der Inhaber einer Lotto-Annahmestelle Handelsvertreter sein kann.
BGH, 04.12.1981 - I ZR 200/79
Der Begriff des Unternehmers im Sinn des § 84 Abs. 1 HGB ist weit auszulegen (BGH v. 21.1.1965 - VII ZR 22/63 = BGHZ 43, 108, 110) [BGH 21.01.1965 - VII ZR 22/63] und umfaßt Jeden Gewerbetreibenden (…Baumbach/Duden, 24. Aufl., § 84 HGB Anm. 4 A).
Handelt es sich aber um einen Grenzfall, der beide Gestaltungen zuläßt und sind sich die Parteien dessen auch bewußt, dann kann die von ihnen gewählte Bezeichnung durchaus ins Gewicht fallen (vgl. BGHZ 43, 108, 112; 59, 87, 90).
Die Annahmestellen halten sich zur Entgegennahme der Wettscheine bereit und üben schon dadurch einen Anreiz zum Abschluß von Wettgeschäften aus; sie entfalten eine Vermittlungstätigkeit für die Beklagten (vgl. BGHZ 43, 108, 113).
BFH, 14.06.1984 - I R 204/81
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