Source: https://kuckucksvater.wordpress.com/2014/01/13/wie-kann-ich-ohne-anwalt-den-vaterschaftstest-bei-gericht-beantragen-recht-gesetz-von-roland-hoheisel-gruler/
Timestamp: 2017-09-20 18:18:22
Document Index: 201456086

Matched Legal Cases: ['§ 1598', '§ 170', '§ 171', '§ 1598', '§ 170', '§ 171', '§ 170', '§ 171', '§ 1600', '§ 1600', '§ 1600']

Wie kann ich ohne Anwalt den Vaterschaftstest bei Gericht beantragen? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler | kuckucksvater
← Vertauschtes Sperma – Kuckuckskind aus der Befruchtungsklinik II – USA
Vatermörder war ein Kuckuckskind →
Wie kann ich ohne Anwalt den Vaterschaftstest bei Gericht beantragen? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler
Veröffentlicht am 13. Januar 2014 von Roland Hoheisel-Gruler
Abstammungsuntersuchung – ohne Anwalt – Familiengericht – § 1598a – BGB – § 170 – § 171 – FamFG / Deutschland – Denjenigen, die die freiwillige Zustimmung zum Vaterschaftstest nicht erhalten, bleibt nur der Gang zum Gericht. Das geht theoretisch sogar ohne Anwalt, denn es besteht kein Anwaltszwang für dieses Gerichtsverfahren.
Beantragt wird die Zustimmung zur Abstammungsuntersuchung (Vaterschaftstest) beim Familiengericht. Alleinig in Abstammungssachen zuständig ist das Familiengericht des
gewöhnlichen Aufenthaltsorts des Kindes. Falls es einen solchen nicht gibt, gilt der gewöhnliche Aufenthalt der Mutter, ggf. dann des Vaters. Dies ist nur in den Fällen nicht gegeben, in denen das Kind nicht im Bereich eines deutschen Gerichts, sprich im Ausland lebt.
In dem Antrag muss / müssen … :
… die Verfahrenbeteiligten benannt werden. (rechtlicher Vater, Mutter und Kind)
… die verwandtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse zwischen den Verfahrensbeteiligten angegeben werden.
… eindeutig erkennbar sein, wer der Antragsteller ist – also wer die Zustimmung zu der genetischen Abstammungsuntersuchung (Vaterschaftstest) beantragt.
… das Ziel des Antragstellers/der Antragstellerin genau bezeichnet werden. (Eine mögliche Formulierung wäre: „Ziel ist, eine Einwilligung in die genetische Untersuchung zur Klärung der leiblichen Abstammung zu erlangen“.)
Das Gericht wird dann nach dem so genannten Amtsermittlungsgrundsatz verfahren und den Sachverhalt aufklären. Am Ende des Verfahrens steht entweder eine Einigung der Verfahrensbeteiligten oder ein Beschluss des Familiengerichtes. Dieser Beschluss, sofern er positiv ausfällt, kann die Beteiligten zur Probenabgabe – falls nötig mittels Zwangsmaßnahmen – verpflichten.
Wer dennoch einen Fachanwalt für Familienrecht beauftragt, ist gut beraten. Es gibt eine ganze Palette an unterschiedlichen Rechtsprechungen zu den § 1598a BGB, § 170 FamFG und § 171 FamFG, die einem durchaus einen Strich durch die scheinbar einfache Rechnung machen könnten.
§ 170 FamFG – Örtliche Zuständigkeit
§ 171 FamFG – Antrag
(1) Das Verfahren wird durch einen Antrag eingeleitet.
(2) In dem Antrag sollen das Verfahrensziel und die betroffenen Personen bezeichnet werden. In einem Verfahren auf Anfechtung der Vaterschaft nach § 1600 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sollen die Umstände angegeben werden, die gegen die Vaterschaft sprechen, sowie der Zeitpunkt, in dem diese Umstände bekannt wurden. In einem Verfahren auf Anfechtung der Vaterschaft nach § 1600 Abs. 1 Nr. 5 des Bürgerlichen Gesetzbuchs müssen die Umstände angegeben werden, die die Annahme rechtfertigen, dass die Voraussetzungen des § 1600 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorliegen, sowie der Zeitpunkt, in dem diese Umstände bekannt wurden.
Nächster Teil: „Was kostet ein gerichtlich bestellter Vaterschaftstest?“
Vorheriger Teil: Wie bekomme ich die Zustimmung zum Vaterschaftstest? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler
Dieser Beitrag wurde unter - Recht, Deutschland, Kuckuckskind, Vaterschaftstest abgelegt und mit Abstammung, Antrag, legaler Vaterschaftstest, ohne Anwalt, Recht&Gesetz, Vaterschaftsfeststellung verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
7 Antworten zu Wie kann ich ohne Anwalt den Vaterschaftstest bei Gericht beantragen? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler
Pingback: Vaterschaftstest ohne Anwalt bei Gericht beantragen? | elfstricheins
Ausführlich und exakt wiedergegeben.
Ein solcher, gerichtlicher Vaterschaftstest, mit Anwalt, beläuft sich nach meinem Wissen auf ca. 3000,- €.
Upps. Dafür muss eine alte Oma aber lange stricken, wie man bei uns im Rheinland sagt. 😦
25. Juli 2014 um 14:44
Diese pauschale Aussage ist so nicht richtig.
Die Kosten für den gerichtlich verwertbaren Vaterschaftstest liegen bei unter 300 Euro für einen Vater-Mutter-Kind-Test. Die Anwalts- und Gerichtskosten bauen sich etwas komplexer auf. Je nach Situation kann das ganze Verfahren dank Gerichtskostenhilfe (Verfahrenskostenhilfe) sogar unterm Strich kostenlos sein.
Na, das hört sich doch vertretbar an. Alles andere wäre garadezu abschreckend teuer. 😉
AdlatusDesAdvocatus schreibt:
26. Juli 2014 um 09:00
DU musst es doch genau wissen, oder? Deine Frau hat doch solche Tests doch schon beantragt. Nicht wahr? („Juhuuu“ jubilierte Tina Ammer). Das Verfahren ist doch auch schon recht weit gediehen. Oder? Schließlich bezeugte Max Kuckucksvater den gerichtlichen Beschluß mit eigenen Augen gesehen zu haben. Nicht wahr?