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Timestamp: 2013-06-19 16:17:47
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Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 196']

Umsatzsteuer für Seminare (und deren Vermittlung) in Spanien Steuerrecht
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Umsatzsteuer für Seminare (und deren Vermittlung) in Spanien
| 08.04.2009 09:05 | Preis: ***,00 € |
Steuerrecht Beantwortet von Rechtsanwalt Kay Fietkau
ich habe folgende Fragen zur Umsatzsteuer in Spanien:
Drei Ausgangssituationen
(#1) Situation eines dt. Dozenten:
USt für ein Seminar, das von einem Deutschen, mit Sitz in D, in Spanien für Privatpersonen (aus D) durchgeführt wird
(#2) Vermittlung eines dt. Seminars in Spanien durch einen Vermittler aus D.:
USt auf die Provision für die Vermittlung eines Seminars, das von einem Deutschen, mit Sitz in D,
in Spanien für Privatpersonen (aus D) durchgeführt und veranstaltet wird, durch einen dt. Seminarvermittler mit Sitz in D.
Die Provision zahlt der dt. Seminarleiter/Veranstalter an den Vermittler. Vermittler stellt Rechnung an Seminarleiter/Veranstalter.
(#3) Vermittlung eines span. Seminars in Spanien durch einen Vermittler aus D.:
USt auf die Provision für die Vermittlung eines Seminars, das von einer spanischen S.L.,
in Spanien für Privatpersonen (aus D) durchgeführt und veranstaltet wird
durch einen dt. Seminarvermittler mit Sitz in D.
Die Provision zahlt der span. Veranstalter über eine dt. Vertriebsleitung an den dt. Vermittler im Rahmen einer Gutschrift.
Hinweis: Es handelt sich immer um Seminare auf Mallorca.
Dazu folgende Fragen
Nach meinem Wissen unterliegen Leistungen im Zusammenhang mit der Organisation und Durchführung von Seminaren im Ausland der Umsatzsteuer am jeweiligen Tätigkeitsort.
(1) Für welche der oben genannten Situationen ist demnach ausländische Umsatzsteuer zu berechnen? Nur für die Seminare (#1) (wie ich auf jeden Fall annehme) oder auch für deren Vermittlungsprovisionen (#2) (#3)?
(2) Wenn ausländische Umsatzsteuer zu berechnen ist, muss diese dann auch a) auf der Rechnung ausgewiesen und b) bei der Bewerbung der Seminare im Internet genannt werden?
(3) Falls für eine der oben genannten Situationen ausländische/spanische Umsatzsteuer zu bezahlen ist, ist dann eine steuerliche Registrierung des dt. Unternehmens und/oder die Bestellung eines Fiskalvertreters in Spanien erforderlich? Vielen Dank für Ihre Mühe
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 77 weitere Antworten zum Thema:
08.04.2009 | 14:25
84 Bewertungen	Sehr geehrter Fragesteller, vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1, Abs. 2 UStG sind Dienstleistungen in Deutschland nur dann umsatzsteuerbar, wenn sie im Inland erfolgt sind.
Der Ort der Dienstleistung bestimmt sich nach § 3a UStG.
Für die unterrichtende Tätigkeit (Seminare) gilt § 3a Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a UStG. Demnach ist Ort der Seminarleistung der Ort der wesentlichen Tätigkeit des Unternehmers (Seminarleiters). Liegt dieser in Deutschland, ist die Dienstleistung in Deutschland steuerbar. Ihren Angaben entnehme ich jedoch, dass der Seminarleiter überwiegend in Spanien tätig ist.
Für Vermittlungsleistungen gilt § 3a Abs. 2 Nr. 4 UStG. Leistungsort ist demnach der Ort der vermittelten Tätigkeit. Liegt dieser in Deutschland, ist auch die Vermittlungsleistung in Deutschland steuerbar, ansonsten in Spanien.
Verwendet der Seminarleiter eine Umsatzsteueridentifikationsnummer ist Ort der Leistung das Land, das diese Nummer ausgestellt hat, also bei deutscher USt-ID-Nr. Deutschland und bei spanischer Spanien.
Zu 2 und 3.
Die Rechnung hat ohne deutsche Umsatzsteuer zu erfolgen. Auch für diese Umsätze muss generell die ausländische Umsatzsteuer des Landes, in dem die Veranstaltung stattfindet, in Rechnung gestellt werden. Voraussetzung hierfür ist wiederum die vorherige steuerliche Registrierung im Ausland beziehungsweise die Bestellung eines Fiskalvertreters im entsprechenden Land. Für die in Spanien geltenden Einzelheiten sollten Sie sich an die zuständige spanische Steuerbehörde wenden.
Nachfrage vom Fragesteller	10.04.2009 | 08:34
Guten Tag Herr Fietkau,
Zu Punkt 1 habe ich eine Nachfrage, das habe ich nicht verstanden:
- ist mit dem Ort der wesentlichen Tätigkeit des Unternehmers das einzelne Seminar gemeint oder ob der Seminarleiter überwiegend in D oder in Spanien tätig ist? Hintergrund: Der Seminarleiter arbeitet überwiegend in D, hält aber einzelne Seminare in Spanien ab. Für diese speziellen Seminare ist die Tätigkeit natürlich überwiegend in Spanien. -> Wo ist hier also der Ort der wesentlichen Tätigkeit?
- Sie schreiben: Verwendet der Seminarleiter eine UST-IdNr, so ist Ort der Leistung, das Land, das diese Nummer ausgestellt hat. Bezieht sich diese Aussage auf das Leiten von Seminaren oder auf das Vermitteln von Seminaren? - wenn es sich auf die Seminartätigkeit bezieht: Was ist, wenn der Ort der wesentlichen Tätigkeit Spanien ist, man aber eine Dt. UST-Id-Nr hat? -> wo ist jetzt der Ort?
- wenn es sich auf die Vermittlung bezieht: Wie ist es dann, wenn der Dozent im wesentlichen in Spanien tätig ist, er aber eine dt. USt-Id-Nr hat? -> Wo ist jetzt der Ort?
07.05.2009 | 08:50
vielen Dank für Ihre Nachfragen. Hierzu kurz wie folgt:
1. Hinsichtlich des Ortes der wesentlichen Tätigkeit ist auf das einzelne Seminar abzustellen (hierzu auch Umsatzsteuerrichtlinie UStR 36 Abs. 1 Satz 4). Für die in Spanien abgehaltenen Seminare ist daher Ort der Tätigkeit Spanien.
2. Die Ausführungen hinsichtlich der USt-Id-Nr. beziehen sich auf das Vermitteln von Seminaren (§ 3a Abs. 2 Nr. 4 Satz 2 UStG). Es kommt dabei auf die USt-Id-Nr. des Leistungsempfängers (!) und nicht - wie versehentlich in der Antwort angegeben - auf die des Unternehmers an.
3. Wenn der Unternehmer wesentlich in Spanien tätig ist und der Leistungsempfänger (Kunde) eine deutsche USt-Id-Nr. verwendet, ist Ort der Vermittlungstätigkeit Deutschland. Auf diese kann man die Besteuerung nach Deutschland holen.
2009-05-11 | 08:25
"Die Nachfrage wurde erst nach 1 Monat beantwortet und erst als ich mich bei den Organisatoren von frag-einen-anwalt.de beschwert habe. Die Antworten waren sehr kurz gefasst und im wesentlichen nur eine Wiedergabe des Umsatzsteuergesetzes. Für meinen Einsatz hätte ich mir mehr Mühe erwartet. -Ich musste die Frage neu einstellen und dadurch doppelt bezahlen. "
Stellungnahme vom Anwalt: "Durch die Höhe des Einsatzes bestimmt der Fragesteller grundsätzlich den Umfang der Antwort. Die vorliegende Antwort behandelt die Fragen umfassend und dem ausgelobten Einsatz entsprechend angemessen. Hinsichtlich der zwischen der Nachfrage und deren Beantwortung vergangenen Zeit wurde dem Fragesteller der Grund mitgeteilt. Krankheit ist nun einmal auch für Juristen nicht steuerbar.
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 2009-05-11
2,4/5.0
Die Nachfrage wurde erst nach 1 Monat beantwortet und erst als ich mich bei den Organisatoren von frag-einen-anwalt.de beschwert habe. Die Antworten waren sehr kurz gefasst und im wesentlichen nur eine Wiedergabe des Umsatzsteuergesetzes. Für meinen Einsatz hätte ich mir mehr Mühe erwartet. -Ich musste die Frage neu einstellen und dadurch doppelt bezahlen. ANTWORT VON
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