Source: http://www.jurablogs.com/2012/12/21/keine-beinahetreffer-dna-reihenuntersuchung
Timestamp: 2017-01-24 20:15:12
Document Index: 149461330

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BlogsRechtslupeDezember 2012Keine Beinahetreffer bei der DNA-ReihenuntersuchungIm Rahmen eines DNA-Massentests aus verwandtschaftlichen Beziehungen gewonnene Proben dürfen nicht verdachtsbegründend verwendet werden. Zufallsfunde aus Massengentests, die mittelbar zur Überführung des Täters führen, sind grundsätzlich nicht verwertbar, wenn dadurch das Zeugnisverweigerungsrecht von engen Angehörigen umgangen würde.Dies entschied jetzt der Bundesgerichtshof, bestätigte aber gleichwohl die im konkreten Verfahren aufgrund eines solchen “Beinahetreffers” erfolgte Verurteilung eines Jugendlichen durch das Landgericht Osnabrück wegen Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren.Das Landgericht Osnabrück hat die Verurteilung im Wesentlichen darauf gestützt, dass mehrere DNA-Spuren des Angeklagten an Kleidungsstücken des Opfers festgestellt werden konnten. Im Rahmen eines Reihengentests von 2400 erwachsenen Männern aus der näheren Region wurde bei 2 Proben eine starke, aber keine volle Ähnlichkeit mit dem Tätermaterial festgestellt. Nach einer Entanonymisierung dieser beiden Proben durch die Polizei hat sich herausgestellt, dass es sich bei diesen beiden Personen um Verwandte des Angeklagten handelte. Aufgrund dieses “Beinahetreffers” hat die Polizei einen Gerichtsbeschluss für eine DNA-Probe des Angeklagten erwirkt, der als Minderjähriger nicht in das Raster des Massengentests fiel.Der Angeklagte hat im Revisionsverfahren neben anderen Beanstandungen mit einer Verfahrensrüge insbesondere geltend gemacht, die bei der molekulargenetischen Reihenuntersuchung festgestellten DNA-Identifizierungsmuster hätten nicht auf verwandtschaftliche Ähnlichkeiten abgeglichen und im weiteren Verfahren nicht gegen ihn verwertet werden dürfen ...Zum vollständigen Artikel90 LeserBurhoff online Blog:Massengentest – was darf man mit den Ergebnissen anstellen? Dazu jetzt der BGH87 LeserBurhoff online Blog:Der Beinahetreffer (demnächst) beim BVerfG266 LeserKanzlei Blaufelder:Überführt mit einer DNA-Test-Wahrscheinlichkeit von 1: 1,3 Trillionen213 LeserBurhoff online Blog:Wer A sagt, muss auch B sagen – der BGH tut es aber nicht10 verwandte ArtikelBGH: Verurteilung wegen Vergewaltigung trotz rechtswidrigen Umgangs mit Daten aus MassengentestDie durch einen Massengentest erlangten DNA-Identifizierungsmuster dürfen nicht auf verwandtschaftliche Ähnlichkeiten abgeglichen und im
weiteren Verfahren gegen den Angeklagten verwertet werden.BGH zum rechtswidrigen Umgang mit Daten aus MassengentestBGH: Was man hat, das hat man und kann es verwenden, egal wie man es bekommen hatVerurteilung eines Vergewaltigers trotz rechtswidriger Nutzung des Beweismittels rechtskräftigKoalition plant DNA-RasterfahndungBGH: Beinahtreffer bei einer DNA-Reihenuntersuchung dürfen nicht verwendet werdenMassengentest-DNA wird zur Überführung von Verwandten ausgewertet - BGH muss über Verwertungsverbot entscheidenBGH zur DNA-Verwertung zu Lasten Verwandter - nur eine kleine Gesetzeslücke?Keine Garantie auf saubere MethodenÜber den ArtikelVeröffentlicht December 21, 2012 5:36am im Blog Rechtslupe.KategorienStrafrechtThemenStrafrecht, Vergewaltigung, Gentest, Dna Untersuchung, TersTäglich juristische Top-MeldundenMehr Informationen zum NewsletterTop-MeldungenWeiteresKurz und prägnantvon Alessandro Fuschi / SoWhy Not?Reportage: 8m² Einsamkeit – Einzelhaft in Virginiavon Christian Wickert / criminologiaBGH: "Urteil der Jugendkammer ist ganz schön daneben gegangen!"von Carsten Krumm / beck-blogDie Kündigungsklausel in den AGBvon RechtslupeIch habe da mal eine Frage: Anrechnung der Beratungsgebühr auf die Verteidigervergütung?von Detlef Burhoff / Burhoff online BlogAls nächstes lesen - bislang 74 Leser:Ich habe da mal eine Frage: Anrechnung der Beratungsgebühr au ...