Source: https://www.atlas-arztinfo.de/1/7-krankenkassen/2/So-erhalten-Zahnaerzte-ihr-Honorar.html
Timestamp: 2018-12-17 14:27:48
Document Index: 29515413

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 87', 'BGH', '§ 3', '§ 4', 'BGH']

7.2.3 § 12 Wirtschaftlichkeitsgebot - Auszug
7.2.6 Die Wirtschaftlichkeit in der eigenen Zahnarzt-praxis erhöhen - der Zahnarzt als Unternehmer
Für die Vergütung zahnärztlicher Behandlungen gibt es in Deutschland zwei verschiedene Gebührenverzeichnisse: den Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) und die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).
Die Basis für die Abrechnung von zahnärztlichen Leistungen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung ist der BEMA. Hier sind die Behandlungen aufgelistet, deren Kosten die Krankenkassen im Rahmen ihrer Leistungspflicht ganz oder teilweise übernehmen. Zugleich ist der BEMA die Grundlage für
das zahnärztliche Honorar. Er weist für jeden Behandlungsschritt eine bestimmte Punktezahl aus. Der Wert eines Punktes wird jedes Jahr neu festgelegt. Diese Festlegung treffen die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen
eines jeden Bundeslandes mit den Krankenkassen. Es wird der Punktwert mit der Punktezahl multipliziert. Somit ergibt sich das Honorar des Zahnarztes bzw. der Preis der Behandlung.
Die Abrechnung von kassenzahnärztlichen Leistungen erfolgt nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen gemäß § 87 Abs. 2 und 2d SGB V in der ab 1.1.2006 gültigen Fassung. Dieser bestimmt den Inhalt der abrechnungsfähigen zahnärztlichen Leistungen und ihr wertmäßiges, in Punkten ausgedrücktes Verhältnis zueinander. Der Inhalt des Leistungsanspruchs der Versicherten und der Umfang der vertragszahnärztlichen Versorgung ergibt sich auf der Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen des SGB V aus den Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen in Verbindung mit dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen.
Die Abrechnung von privatzahnärztlichen Leistungen erfolgt nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Die Gebührenordnung für Zahnärzte vom 22.10.1987 (BGBl. I S. 2316) wurde zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 5.12.2011 (BGBl. I S. 2661) geändert.
Die GOZ berücksichtigt den Einsatz und den individuellen Aufwand der
Patientenbehandlung. Die GOZ enthält einen umfangreichen Leistungskatalog,
zu dem neben Standardleistungen auch aufwendigere Diagnose- und Therapiemethoden gehören, die die Gesetzliche Krankenversicherung aus Kostengründen nicht anbieten kann. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Patient und Zahnarzt.
Die private Gebührenordnung weist für jede Behandlung einen Basisbetrag
zur Kalkulation des Honorars aus, den Einfachsatz – 1,0. Er liegt deutlich unter den Sätzen des BEMA. Die GOZ ermöglicht aber dem Zahnarzt, den individuellen Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad einer Behandlung bei der Abrechnung zu berücksichtigen. Dazu sind Steigerungsfaktoren angegeben, mit denen der Einfachsatz multipliziert wird. Für eine Behandlung ohne Komplikationen gilt der Steigerungsfaktor 2,3 als Richtwert. Für schwierige Behandlungen kann der Faktor bis zu 3,5 betragen, in Ausnahmefällen sogar darüber liegen.
Laut BGH Urteil vom 27.5.2004 sind Materialkosten nach der GOZ nur berechnungsfähig, wenn sie ausdrücklich in den GOZ Bestimmungen genannt sind. Nach § 3 und § 4 Abs. 3 GOZ und dem BGH-Urteil sind folgende Materialkosten neben GOZ-Positionen berechenbar:
Gebührenteil A: Allgemeine zahnärztliche Leistungen
Gebührenteil B: Prophylaxe