Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=27.02.2008&Aktenzeichen=B%2014%20AS%2023/07%20R
Timestamp: 2019-11-18 18:36:40
Document Index: 235943089

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 24', '§ 39', '§ 77', '§ 45', '§ 119', '§ 144', '§ 24']

BSG, 27.02.2008 - B 14 AS 23/07 R - dejure.org
https://dejure.org/2008,2793
BSG, 27.02.2008 - B 14 AS 23/07 R (https://dejure.org/2008,2793)
BSG, Entscheidung vom 27.02.2008 - B 14 AS 23/07 R (https://dejure.org/2008,2793)
BSG, Entscheidung vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R (https://dejure.org/2008,2793)
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Arbeitslosengeld II - Bedarfsgemeinschaft - eheähnliche Gemeinschaft - befristeter Zuschlag nach Bezug von Arbeitslosengeld - mehrere Bezieher von Arbeitslosengeld - Berechnung des Unterschiedsbetrages
Arbeitslosengeld II; befristeter Zuschlag nach Arbeitslosengeldbezug; Berechnung des Unterschiedsbetrages; eheähnliche Gemeinschaft; sozialgerichtliches Verfahren; Streitgegenstand; abtrennbarer Verfügungssatz
Voraussetzungen der Gewährung eines befristeten Zuschlages nach Bezug von Arbeitslosengeld ; Ermittlung des Bedarfs für die Sicherung des Lebensunterhalts; Inhalt des sog. "Meistbegünstigungsprinzips" in einer Bedarfsgemeinschaft; Begrenzung des Streitgegenstandes bei ...
SG Freiburg, 24.04.2006 - S 8 AS 2460/05
Auch hat weder die Mutter der gemeinsamen Kinder, Frau S, Leistungen für den Kläger beantragt, noch besteht vor dem Hintergrund des Bestreitens der Voraussetzungen einer Bedarfsgemeinschaft Raum für eine vermutete Bevollmächtigung (vgl auch Urteil des Senats vom 27.2.2008 - B 14 AS 23/07 R -, dort allerdings zum Meistbegünstigungsprinzip) .
Als abtrennbare Verfügung entfaltet er eine eigene Bindungswirkung (BSG, Urteil vom 27. Februar 2008, B 14 AS 23/07 R, Rz. 18, zitiert nach juris) und damit Bestandskraft (LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 26. April 2010 - L 23 SO 10/10 B ER, L 23 SO 48/10 B PKH -, zitiert nach juris).
Ob die besonderen Merkmale einer Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft gegeben sind, ist daher anhand sogenannter äußerer Hinweiszeichen zu beurteilen (BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R - juris Rdnr 16).
Diese innere Einstellung kann jedoch nur mittelbar mit Hilfe von äußeren Hinweistatsachen, Anhaltspunkten und Indizien festgestellt werden (…vgl. BVerfG, a.a.O.; BSG, Urteil vom 27. Februar 2008, B 14 AS 23/07 R (16)).
Der Begriff "Angehöriger" ist nicht auf die leiblichen Verwandten beschränkt, sondern auch auf die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft im Sinne von § 7 Abs. 3 Nr. 3b) SGB II anzuwenden (BSG, Urteil vom 27. Februar 2008, B 14 AS 23/07 R (15, 21)).
Denn zwar kann in Fällen, in denen es den Klägern im Wesentlichen um die Gewährung des Zuschlages nach § 24 SGB II bzw. dessen Höhe geht, der Anspruch auf die Kosten der Unterkunft ausgenommen werden (…vgl. BSG, Urteile vom 31. Oktober 2007 - B 14/11b AS 5/07 R - zitiert nach juris, Rn. 13-15, sowie - B 14/7b AS 42/06 R - zitiert nach juris Rn. 17-19; vgl. auch BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R - zitiert nach juris, Rn. 18).
Handelt es sich insoweit aber um abtrennbare Verfügungssätze und damit den Beklagten nach den §§ 39 Abs. 2 SGB X und § 77 SGG mit ihrem Wirksamwerden (= Bekanntgabe) materiell bindende Regelungen, ist bzgl. der zum Lebensunterhalt zustehenden Leistungen eine Bindungswirkung eingetreten, deren Verböserung im Rechtsmittelverfahren nur unter den Voraussetzungen der §§ 45 und 48 SGB X zulässig ist, auch wenn der Bescheid nicht bestandskräftig geworden ist (vgl. BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R -, zitiert nach juris, Rn. 18).
Als solche Hilfstatsachen kommen nach der nicht erschöpfenden Aufzählung des BVerfG die lange Dauer und Intensität des Zusammenlebens, eine gemeinsame Wohnung, eine bestehende Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft, die gemeinsame Versorgung von Kindern und Angehörigen im gemeinsamen Haushalt und die Befugnis, über Einkommen und Vermögensgegenstände des anderen zu verfügen, in Betracht (BVerfGE 87, 234, 265;… vgl. auch BSG SozR 3-4100 § 119 Nr. 15;… SozR 3-4300 § 144 Nr. 10; BSG, Beschluss vom 16. Mai 2007 - B 11b AS 37/06 B - BSG, Urteil vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R - ; Bundesverwaltungsgericht BVerwGE 98, 195, 200; BVerwG, Beschluss vom 24. Juni 1999 - 5 B 114/98 - ).
Er hat das Vorliegen einer Bedarfsgemeinschaft bestritten; außerdem haben die Klägerinnen ausdrücklich nur für sich Klage erhoben (vgl. BSG, Urteil vom 27. Februar 2008, B 14 AS 23/07 R (11), juris).
Die innere Einstellung kann jedoch nur mittelbar mit Hilfe von Hinweistatsachen, äußeren Anhaltspunkten und Indizien festgestellt werden (…vgl. BVerfG, a.a.O.; BSG, Urteil vom 27. Februar 2008, B 14 AS 23/07 R (16), juris).
Eine Beschränkung des Streitgegenstandes auf die Kosten der Unterkunft oder die Regelleistung ist zwar möglich, da es sich um abtrennbare Verfügungssätze handelt (vgl. Urteil des BSG vom 27. Februar 2008, Az. B 14 AS 23/07 R, juris Rn. 12 = info also 2008, 277).
Auch kann in Fällen, in denen es dem Kläger im Wesentlichen um die Gewährung des Zuschlages nach § 24 SGB II bzw. dessen Höhe geht, der Anspruch auf die Kosten der Unterkunft ausgenommen werden (…vgl. BSG, Urteile vom 31. Oktober 2007 - B 14/11b AS 5/07 R, juris Rn. 13, und vom 27. Februar 2008 - B 14 AS 23/07 R, juris Rn. 12).
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