Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008767
Timestamp: 2019-10-22 09:12:25
Document Index: 200669311

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

RIS - Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 22.10.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS, Fassung vom 22.10.2019
Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung und Frauen betreffend die Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, Neuen Mittelschulen, allgemein bildenden höheren Schulen, berufsbildenden mittleren Schulen sowie berufsbildenden höheren Schulen
StF: BGBl. II Nr. 14/2014
BGBl. II Nr. 89/2015
BGBl. II Nr. 447/2015
§ 1. Die nachstehend genannten Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht wurden von der Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich hinsichtlich aller Schulstufen mit Wirksamkeit vom 1. September 2013 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht:
Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht an Volksschulen
Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht an Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und den Unterstufen allgemeinbildender höherer Schulen
§ 2. Die nachstehend genannten Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht wurden von der Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich hinsichtlich der Oberstufen allgemein bildender höherer Schulen, berufsbildenden mittleren Schulen und berufsbildenden höheren Schulen mit Wirksamkeit ab dem Schuljahr 2015/16 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht:
Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht an den Oberstufen allgemein bildender höherer Schulen
Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht an berufsbildenden mittleren Schulen
Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht an berufsbildenden höheren Schulen
Wirksamkeitsbeginn 1. September 2013
Anforderungsbereich, Kompetenzen sowie Themen und exemplarische Inhalte für die einzelnen Schulstufen
Alevitischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung
Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.
Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.
Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.
Die Islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.
Im Zentrum des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.
Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der Alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den Alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des Alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.
Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von Alevitischem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei Alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.
Die Stellung des Religionsunterrichts an den Schulen
Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem Alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.
Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.
Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.
Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.
Der Unterricht in Alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule:
zur Werteerziehung und zur Gestaltung kultureller Werte,
zur Entwicklung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen,
zur Entwicklung der Persönlichkeit,
zur individuellen Förderung eines jeden Kindes,
zu interreligiösem und interkulturellem Lernen sowie Alevitisch Islamische Weltanschauung näher bringendes Lernen.
In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.
Allgemeine didaktische Grundsätze des Alevitischen Religionsunterrichtes
Die jeweiligen allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der jeweiligen Schulstufe gelten auch für den Religionsunterricht.
Religionsdidaktische Grundsätze:
Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen:
Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen Alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.
Spirituelle Wege entdecken:
Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen Alevitischen Glaubens in der Liturgie, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und Alevitischen Hadithen, unterschiedlichen Alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des Alevitischen Glaubens ein.
Fragen – erzählen – lernen:
Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte Alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des Alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.
Aus Biographien lernen:
Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den Alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.
Mitwelt gestalten:
Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.
Religiöse Ausdrucksformen kultivieren:
Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.
Über Differenzen ins Gespräch kommen:
Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.
Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten:
Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „Alevitisch Islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.
Religiöse Praxis kennenlernen:
Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung - in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht - und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.
Eigene Wege finden:
Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei Suchbewegungen des Denkens, des Handelns und um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.
Die Lehrpläne für den Religionsunterricht sind kompetenzorientierte Lehrpläne und bilden den Rahmen für den Alevitischen Religionsunterricht. Sie sind klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.
Die Lehrpläne ermöglichen den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.
Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.
Die Schulstufen gliedern sich jeweils in:
vier Anforderungsbereiche von Religion,
zehn Kompetenzen religiöser Bildung und
Themen und exemplarische Inhalte.
Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen:
Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.
Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.
Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennenlernen.
Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.
Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus Alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennenlernen.
Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige Alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem Alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.
Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.
Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.
Kompetenz 9
Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.
Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.
Kompetenz 10
Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente Alevitischen, Christlichen und Jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.
Menschen und ihre Lebensorientierung
Zu wem ich gehöre
Ich kann schon sehr viel
Ich bin dir näher als deine Halsschlagader
Ich kann zu Gott rufen
Kennst du dich selbst, bist du Gottes Licht
Wo ich schon helfen kann
Wie Menschen feiern
Wie Menschen gut zusammen leben
Wo ich überall ein Alevitisches Zeichen sehe
Was den Anderen und mir wichtig ist
Was wir gemeinsam haben, worin ich besonders bin
Meine Vorstellungen und Bilder von Gott (Hakk); Koran 59, 22–24
Licht und Dunkel, Freud und Leid in meinem Leben und in der Welt; Gebetskerze (Cerag)
Gott ist der Ursprung des Menschen; „Küntü Kenz“
Wie ich meine Dankbarkeit zeigen kann; Das Einverständnis (Rizalik), Das Tischgebet (Sofra duasi)
Gott im Angesicht des Menschen erblicken; Der Mensch als Träger des Göttlichen Lichts – Hallaci Mansur (Enel Hakk)
Verantwortung für Tiere und Umwelt; Die Schöpfung des Schöpfers willen lieben und achten.
Cem-Haus, ein Ort des heiligen Rituals; Koran 2, 58, Koran 7, 31
Das Hizir Fest; „Eile herbei Hizir!“, Hizir Cem
Worauf ich mich verlassen kann; Treue – Der Heilige Ali, „In der Treue liegt die Rettung“ (Tanbih Al-Khawatir)
Gottes neue Welt suchen; Frieden – Imam Mehdi
Schwert (Zülfikar), Taube und der Stein der Ergebenen (Teslim Tasi); Die Gerechtigkeit des Heiligen Ali und Friede
Worauf Menschen vertrauen; vor Gott ist jeder gleich, jeder ist ein Teil Gottes – Tauhid, Koran 15, 29
Grundsymbole des Alevitentums; Bilder des Heiligen Ali, der 12 Imame, des Haci Bektasch Veli, Balim Sultan und Pir Sultan Abdal
Wie werde ich von den anderen wahrgenommen? Wie nimmt mich Gott wahr?; Was Du nicht willst, das Dir angetan wird, füge auch nicht anderen zu – Der Heilige Ali
Gutes tun, Leid vermeiden; Imam Zeynel Abidin
Gott ist in mir; Texte aus dem Diwan des Heiligen Alis, Nehcül Belaga, Koran 18,16, Hallaci Mansur
Ich kann frei beten; Morgen- und Abendgebet, Das Bittgebet
Den Menschen zu dienen gleicht Gott zu dienen
Verantwortung gegen Ausgrenzung und Gewalt; Betrachte alle 72 Völker gleich
Das Alevitische Kulturzentrum
Ghadiri Hum; Bedeutung des Heiligen Ali
Ich bin weltweit mit anderen Menschen verbunden; Gemeinschaft – Aufnahme in die Gemeinschaft (Ayin-i Cem), Buyruk
Einander trauen können; Wahrhaftigkeit – Wahlgeschwisterschaft (Müsahiplik) Buyruk (Gebot)
Musik und Dichtkunst; Der Koran mit den Saiten der Langhalslaute, Bilder der 12 Imame und Heiligen
Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen; Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion, Koran 109, 6
Alevitisches Leben in seiner konfessionellen Vielfalt; Aleviten, Bektaschiten
Meine großen Fragen – Die Fragen der Menschen; Das Leben nach dem Tod
Der Alevitische Glaube als die Quelle der Hoffnung; Das heilige Licht im Herzen tragen
Wer den Heiligen Ali liebt, liebt Gott; Hadis, Ehl-i Beyt, Koran 42, 23
Cem-Gebet in Einheit; Das Gebet des Beobachters, (Gözcü duasi)
Als Mensch trage ich Verantwortung; Die drei Maxime zur Selbstbeherrschung: Beherrsche deine Hände, deine Zunge und deine Lende
Verantwortung gegen Armut und Unrecht; Heile Armut mit Nächstenliebe und Großzügigkeit, der Heilige Ali (al-Khisal, p. 9. No. 22)
Aufbau und Bedeutung der Cem-Zeremonie; Koran 2, 58, Koran 7, 31, Erkanname
Muharrem-Fasten und das Aschure-Fest; Kerbela und Imam Zeynel Abidin
Auf die Geringsten schauen; Barmherzigkeit: Bedeutung von Erde-Sein (Ebu Turab; Selman-i Pars)
Mit Verschiedenheit umgehen; Würde – Brief des Heiligen Ali an Malik Ejder
Das Geheimnis hinter den Zahlen; Die Drei, die Fünf, die Sieben, die Zwölf, die Vierzehn, die Siebzehn, die Vierzig und die Zweiundsiebzig (Buyruk)
Was Zusammenleben oft schwierig macht
Elemente christlichen Lebens und Glaubens; Koran 19, Koran 3, Koran 16, 93
Was mir heilig ist; Die Liebe zu Ehl-i Beyt
Glück und Unglück im Leben; Kerbela und Imam Zeynel Abidin
Gott hilft uns; Hadis, Hizir, 12 Imame, Dede
Hakk-Mohammed-Ali Weg; Das Glaubensbekenntnis
Die vier Pforten und vierzig Stufen; Texte aus dem Makalat
Verantwortung für Mitmenschen und mich selbst; Cem – Einvernehmen, öffentliche Reue
Die zwölf Dienste in einer Cem-Zeremonie; Erkanname
Das Opferfest; Prophet Abraham
Ich stehe für Gerechtigkeit; Zivilcourage, Pir Sultan Abdal
Was sich im Leben bewährt; Erfüllung – Die vier Pforten und vierzig Stufen
Das Cem-Haus – Glaube und Architektur; Die vier Pforten und die zwölf Imame
Voraussetzungen für ein gutes Miteinander; Betrachte alle 72 Völker gleich – Brief des Heiligen Ali, Nehcül Belaga
Elemente jüdischen Lebens und Glaubens; Die Geschichte von Moses und Aaron
zu interreligiösem, die Alevitisch Islamische Weltanschauung näher bringendem und interkulturellem Lernen.
Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen Alevitischen Glaubens in der Gebetsausübung, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und Alevitischen Hadithen, unterschiedlichen Alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des alevitischen Glaubens ein.
Meine Vorstellungen und Bilder von Gott (Hakk); Die mythologische Schöpfungsgeschichte des Alevitentums, Das alevitische Gottesbild und Wertesystem, Koran 2, 29 und Buyruk
Licht und Dunkel, Freud und Leid in meinem Leben und in der Welt; Das Sehen (Ayn’el Yakin), Das Wissen (Ilm’el Yakin), Das Tun (Hakk’el Yakin), Koran 102, Koran 56, 95 und Koran 69, 50-51
Gott ist der Ursprung des Menschen; Zurück zum Ursprung, Koran 89, 27
Wie ich meine Dankbarkeit zeigen kann; Dienst an der Gemeinde
Gott im Angesicht des Menschen erblicken; Mensch als denkendes und handelndes Lebewesen – Phanteismus, Der Heilige Ali
Verantwortung für Tiere und Umwelt; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – sich auf den Weg begeben, den Weg bis zum Ende gehen und den Sinn des Kosmos verstehen
Cem-Haus, ein Ort des heiligen Rituals; Der Görgü-Cem: Rituelle Waschung, das Betreten des Cem-Hauses (Buyruk)
Das Hizir Fest; Der alevitische Kalender: Hizir als konfessionenübergreifende Gestalt
Worauf ich mich verlassen kann; Treue – Die Wahlgeschwisterschaft – Müsahiplik (Buyruk)
Gottes neue Welt suchen; Frieden – Friede ist die Decke dessen, was sich nicht gehört. Diejenigen, die sich selbst sehr loben, werden von anderen geschimpft. (Baris, ayiplarin örtüsüdür. Kendini begenene kizan cok olur – Nehc’ül Belaga)
Ritueller Tanz – Semah; Semah-Tänze während den Gottesdiensten (Besonderheiten, Durchführung, Bedeutung), Gottesdienst der Vierzig Heiligen (Kirklar Cemi – Buyruk)
Worauf Menschen vertrauen; Die Wahlgeschwisterschaft – Müsahiplik (Buyruk)
In eine (religiöse) Gemeinschaft aufgenommen werden; Das Gelübde (ikrar) (Buyruk)
Wie werde ich von den anderen wahrgenommen? Wie nimmt mich Gott wahr?; Das persönliche Verhältnis zu Gott – Hallaci Mansur (Enel Hakk)
Gutes tun, Leid vermeiden; Diesseits & Jenseits (Devriye) Theorie
Gott ist in mir; Hadis, Sehen (Vahdet-i Schuhud), Verstehen (Vahdet-i Kuschud) und Erkennen (Vahdet-i Vücud)
Ich kann frei beten; Den Namen des Heiligen Ali zu rufen ist wie ein Gebet
Den Menschen zu dienen gleicht Gott dienen; Lebensart der Sufis: Den Glauben sieht man in den Taten – mit gutem Beispiel in der Welt auftreten als über den Glauben zu reden
Verantwortung gegen Ausgrenzung und Gewalt; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – Ausgestoßener (Düskünlük) als Negativ-Beispiel
Das alevitische Kulturzentrum; Der Görgü-Cem: Zusammenkunft der Gemeinde und Durchführung von Muhabbets
Nevruz; Der alevitische Kalender: Gedicht von Pir Sultan Abdal
Ich bin weltweit mit anderen Menschen verbunden; Gemeinschaft – Aleviten auf der ganzen Welt
Einander trauen können; Wahrhaftigkeit – Redet, damit ihr euch kennenlernt, weil der Mensch unter seiner Zunge versteckt ist. (Konusun da tanisin, cünkü insan, dilinin altinda gizlidir – Nehc’ül Belaga)
Musik und Dichtkunst; Die Sieben großen Dichter – Ihr Leben und ihre Werke (Yedi ulu ozanlar)
Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen; Kein Zwang in der Religion (Koran 2, 256-257)
Alevitisches Leben in seiner konfessionellen Vielfalt; Regionale Unterschiede des Alevitentums (Quizilbasch, Bektaschi, Sirnac, Cepni, Tahtaci, Nusayri, Arabische Aleviten, …)
Meine großen Fragen – Die Fragen der Menschen; Existenz – Philosophie - Sufismus
Der alevitische Glaube als die Quelle der Hoffnung; Inneres vs. Äußeres (Zahir vs. Batin)
Wer den Heiligen Ali liebt, liebt Gott; Hinwendung zu Gott, Liebe zu Gott (Gedichte)
Cem-Gebet in Einheit; Sitzordnung, das Niederbeugen, die Haltung, Hände und Füße
Als Mensch trage ich Verantwortung; Aschina und Peschine (Buyruk)
Verantwortung gegen Armut und Unrecht; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – das Teilen der Gabe an den geistlichen Führer, das Teilen des Essens, … (Buyruk)
Aufbau und Bedeutung der Cem-Zeremonie; Der Görgü-Cem: Cem durchführen, Bedeutung des Nefs, und sich loslösen von dem Weltlichen
Das Opferfest; Der alevitische Kalender: Das Opferfest von Abdal Musa (Koran 37, 99–113)
Auf die Geringsten schauen; Barmherzigkeit – Die Lösungen der Probleme (Buyruk)
Mit Verschiedenheit umgehen; Würde – Unser Recht ist recht, wenn es uns gegeben wird, dann nehmen wir es an, wenn nicht, dann begeben wir uns auf den Weg, auch wenn dieser länger wird (Bizim hakkimiz haktir; verirlerse aliriz; vermezlerse yol uzasa bile develere biner, yürür gideriz – Nehc’ül Belaga)
Das Geheimnis hinter den Zahlen; Die Drei Lebensweisen Gottes und die Sieben Annahmen (Buyruk)
Was Zusammenleben oft schwierig macht; Geschichte und Vergangenheit (Yezid)
Elemente christlichen Lebens und Glaubens; Hauptmerkmale des Christentums, Textbeispiele aus der Bibel
Was mir heilig ist; Die alevitischen Quellen (Buyruk, Hadithen, Nehc’ül Belaga) als heilige Schriften
Glück und Unglück im Leben; Sich loslösen von der materiellen Welt (Terk-i Dünya), Sich Loslösen von der niederen Seele (Terk-i Ukba) und Gott erfahren (Terk-i Terk)
Hakk-Mohammed-Ali Weg; Mein Weg (Yol), Geburt, Heirat und Tod
Die vier Pforten und vierzig Stufen; Bedeutung von Pir und Rehber auf dem Weg und das Aufsteigen in die nächste Pforte
Verantwortung für Mitmenschen und mich selbst; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – die Wahlgeschwisterschaft (Buyruk), Das menschliche Gewissen (Koran 75, 1-2)
Die zwölf Dienste in einer Cem-Zeremonie; Der Görgü-Cem: Die Gebete der einzelnen Dienste und ihre Durchführung (Buyruk)
Muharrem-Fasten und das Aschure-Fest; Der alevitische Kalender: Die Trauer und die Bedeutung von Aschure
Ich stehe für Gerechtigkeit; Zivilcourage - Politische Verfolgung der Aleviten
Was sich im Leben bewährt; Erfüllung – Sich gut verstehen ist schon der halbe Verstand (Hos gecinmek aklin yarisidir – Nehc’ül Belaga)
Das Cem-Haus – Glaube und Architektur; Cem Evi, Mescid, Cami: Anerkennung als Gebetshaus, Aktuelle Entwicklungen
Voraussetzungen für ein gutes Miteinander; Regeln der Gemeinschaft (Buyruk)
Elemente jüdischen Lebens und Glaubens; Hauptmerkmale von Judentum, Textbeispiele aus der Torah
Klassenweise bzw. jahrgangsweise gestaffeltes Inkrafttreten (vgl. § 2).
Anforderungsbereich, Kompetenzen sowie Themen und Lehrplaninhalte für die einzelnen Schulstufen
Der Alevitische Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.
Inhalt und Anliegen des Alevitischen Religionsunterrichts
Im Zentrum des Alevitischen Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.
Daher sind Inhalt des Alevitischen Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.
Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Alevitische Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.
Der Alevitische Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung vom alevitischen Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.
Didaktische Grundsätze des Alevitischen Religionsunterrichtes
Allgemeine didaktische Grundsätze:
Religiöse Praxis kennen lernen:
Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.
Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für ein gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei der Entwicklung des Denkens sowie des Handelns als Alevitin und Alevit sowie um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.
Der Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht ist kompetenzorientiert und bilden den Rahmen für den Religionsunterricht. Er ist klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.
Der Lehrplan ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.
Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennen lernen.
Die Bedeutung von Hakk-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennen lernen.
5. Klasse (9. und 10. Semester)
ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können (Kompetenz 1)
Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können und deuten (Kompetenz 2)
den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennen lernen (Kompetenz 3)
sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Sie verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen (Kompetenz 4)
aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennen lernen (Kompetenz 5)
wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können (Kompetenz 6)
humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt (Kompetenz 7)
religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können (Kompetenz 8)
unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können (Kompetenz 9)
die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen (Kompetenz 10)
Alevitische Schöpfungsgeschichte und darin enthaltene Gotteseigenschaften; Vergleich alevitischer Schöpfungstheorie mit Darwins Evolutionstheorie: Sinn des Lebens nach der alevitischen Schöpfungstheorie
Alevitisches Gottesbild und Wertesystem (Koran 2, 29 und Buyruk)
Licht und Dunkel: Lichtmythologie; Bedeutung des Cerag sowie des Cerag-Gebets; Hakk-Mohammed-Ali als Träger des Heiligen Lichtes (Koran 24, 35)
Tod, Frage nach Leben nach dem Tod; Wo beginnt der Himmel und wo endet die Hölle – Devriye-Theorie
Dienst an der Gemeinschaft ist Dienst an Gott: Rolle von ehrenamtlichen Tätigkeiten im Alevitentum (Texte aus dem Makalat des Haci Bektas Veli); Rolle des Einvernehmens in der alevitischen Glaubenslehre (Buyruk)
Gott im Angesicht des Menschen erblicken: Grundsätze des alevitischen Glaubens im Umgang mit allen Menschen; verantwortungsvolles Handeln: tue nichts, was du bereuen würdest (Nehc’ül-Belaga)
Redliches Leben führen, um zu Gott zu gelangen: vollkommen zu werden (Insan-i Kamil). Umsetzung in heutiger Zeit erörtern; Scheidung: Was bedeutet es, das vor Gott abgegebene Gelübde zu brechen? Welche Konsequenzen entstehen dadurch? (Buyruk)
Das Cem-Haus: Architektur, Bedeutung als religiöser und gemeinschaftlicher Ort der Begegnung und Einheit (alle sind „Can“); Ablauf einer Cem-Zeremonie (vom Betreten bis zum Verlassen des Cem-Hauses; Buyruk)
Wie Menschen gut zusammen leben: Prophet Mohammed als Vorbild in Sachen interreligiöser Dialog; Glaubensvorbilder, ihr Leben, ihre Taten: Was kann ich für mich mitnehmen und auf mein Leben übertragen? Theorie mit gelebter Praxis vergleichen (Die Sieben Großen Dichter)
Alevitische Zeichen und ihre Bedeutungen; wo und wie begegnen uns diese Zeichen heute im Zeitalter von Internet und Social Media?
Religiöse Symbole in Gebeten und religiösen Gesängen: erkennen und analysieren
Vergleiche mit nicht-monotheistischen Religionen
Heilige Orte im alevitischen Glauben, ihre geographische Lage, ihre Bedeutung; Welche Rolle spielen Pilgerfahrten in den Weltreligionen? (Buyruk, Koran 22)
Selbsterkenntnis führt zu Respekt und Akzeptanz gegenüber dem anderen
Was wir gemeinsam haben, worin ich besonders bin: heilige Schriften und Vorbilder der alevitischen Glaubenslehre benennen und beschreiben (Makalat, Erkanname, Nehc’ül-Belaga)
11. Semester – Kompetenzmodul 11
Persönliches Verhältnis zu Gott: Bedeutung im Alltag, Bedeutung in Glaubenspraxis (Hallaci Mansur – Enel Hakk)
Gottesliebe versus Gottesfurcht: Respekt durch Liebe versus Angst. Ich liebe Gott, denn er liebt mich (Koran 49,14)
Unterschiedliche Gebetformen benennen, beschreiben und analysieren (Deyis, Gülbenk, Semah, Dualar); Ich kann frei beten; Bedeutung des Cem und der zwölf Dienste (Buyruk)
Wer darf bei den Alevitinnen und Aleviten unter welchen Umständen vorbeten?
Den Menschen zu dienen gleicht Gott zu dienen; Wichtigkeit des „Dienst-Konzeptes“ (Hizmet) im Alevitentum: Bedeutung des Dienstes, Arten von Diensten; Dienste des alltäglichen Lebens (Buyruk)
12. Semester – Kompetenzmodul 12
Ich bin weltweit mit anderen Menschen verbunden: Gemeinschaft: Wie werde ich in die Gemeinschaft aufgenommen? Welche Aufgaben und Pflichten habe ich innerhalb der Gemeinschaft? Was führt zum Ausschluss aus der Gemeinschaft (Düskünlük)? Was passiert mit den Ausgeschlossenen, wann und wie dürfen sie in die Gemeinschaft zurück? (Buyruk)
Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen: Kein Zwang in der Religion (Koran, 2, 256); alle haben das Recht auf ihren eigenen Glauben, kein Glaube ist besser als der andere
13. Semester – Kompetenzmodul 13
Tod, Leben nach dem Tod (Devriye); Bestattung und Gebet; Erläuterung der Wendung „Zu Gott Gehen“ (Hakk’a yürümek), (Özüne geri dönmek – Zurück zum Ursprung, Koran 89, 27; „Ölümü unutmak, kalbi paslandirir. – Den Tod zu vergessen, bedeutet das Herz verrosten zu lassen.“ Hz. Ali)
Bezug zum erworbenen Recht: alevitischer Friedhof
Verantwortung gegenüber meiner Umwelt
Gesellschaftliche Probleme wie beispielsweise Alkoholsucht, Drogensucht, Spielsucht aus alevitischer Perspektive
14. Semester – Kompetenzmodul 14
Voraussetzungen für eine gelungene Cem-Zeremonie; Teilnahme an der Cem-Zeremonie: Wer darf teilnehmen und wer aus welchen Gründen nicht? (Buyruk)
Das Geheimnis hinter den Zahlen: Mit Hilfe religiöser Texte versuchen, die Bedeutung der Drei, der Fünf, der Sieben, der Zwölf, der Vierzehn, der Vierzig und der Zweiundsiebzig für den Glauben zu analysieren (Buyruk)
Grundsätze für friedliches Zusammenleben aufzeigen: Integration als Teil des interreligiösen Dialogs
Was Zusammenleben oft schwierig macht: bedeutende geschichtliche Ereignisse des Alevitentums beschreiben, Bezug zu heute herstellen
8. Klasse – Kompetenzmodul 15
die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen und sich darüber austauschen können (Kompetenz 10)
Voraussetzungen für ein gelungenes Miteinander: jeder ist ein Mensch, alle kommen von Gott, Gott ist in jedem von ihnen (Theorie der Einheit des Seins); Regeln der Gemeinschaft (Buyruk), kritische Auseinandersetzung mit Regeln
Grundsätze für ein friedliches Miteinander aufzeigen: Was kann jede und jeder einzelne leisten?
LEHRPLAN FÜR DEN ALEVITISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN DEN BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN
1. Klasse (1. und 2. Semester)
Bildungs- und Lehraufgabe (Kompetenzen)
sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen (Kompetenz 4)
Alevitische Schöpfungsgeschichte und darin enthaltene Gotteseigenschaften; Vergleich alevitischer Schöpfungstheorie mit Darwins Evolutionstheorie: Sinn des Lebens nach der alevitischen Schöpfungsheorie
wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Sie sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können (Kompetenz 6)
Verantwortung gegen Ausgrenzung und Gewalt: Betrachte alle Menschen gleich, denn Gott ist in jedem Menschen; zentrale Werte des Alevitentums für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens; (Buyruk)
Selbstmord: Was passiert mit der Seele nach dem Tod? Wie verläuft in solchen Fällen die Beerdigung?
Verschiedene Arten der Cem-Zeremonie und wie sie sich auch regional unterscheiden; (Buyruk)
Der alevitische Kalender: wichtige religiöse Tage (Feiertage, Fastenzeit) nennen und Bedeutung beschreiben.
Musik und Dichtkunst: Bedeutung der Langhalslaute (Saz) für den alevitischen Glauben („Telli Kuran“); Rolle der Laute in der Cem-Zeremonie, Rolle der Laute im Alltag
Die sieben großen Dichter und ihre Bedeutung für die Aleviten: ihr Leben, ihre Werke
3. Klasse – Kompetenzmodul 5
LEHRPLAN FÜR DEN ALEVITISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN DEN BERUFSBILDENDEN HÖHEREN SCHULEN
zu interreligiösem und interkulturellem Lernen sowie alevitische islamische Weltanschauung näher bringendes Lernen.
sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Sie sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen (Kompetenz 4)
ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.(Kompetenz 1)
Persönliches Verhältnis zu Gott: Bedeutung im Alltag, Bedeutung in Glaubenspraxis (Hallaci Mansur – Enel Hakk);
Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können (Kompetenz 2)
Tod, Leben nach dem Tod (Devriye); Bestattung und Gebet; Erläuterung der Wendung „Zu Gott Gehen“ (Hakk’a yürümek); (Özüne geri dönmek – Zurück zum Ursprung, Koran 89, 27; „Ölümü unutmak, kalbi paslandirir. – Den Tod zu vergessen, bedeutet das Herz verrosten zu lassen.“ Hz. Ali)
IV Jahrgang
Vier Pforten und vierzig Stufen: detaillierte Auseinandersetzung mit allen Pforten und Stufen; Wie durchschreite ich diese Stufen, wer hilft mir dabei? Wie steige ich zur nächsten Pforte auf?
Intensive Auseinandersetzung mit Stufen, Anwendung auf alltägliche Situationen, Unterschiede zum Bektaschitentum (Buyruk, Makalat von Haci Bektas Veli)
Hakk-Mohammed-Ali´s Weg und der Vergleich mit meinem Weg: Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Wer begleitet mich auf meinem Weg? Rolle des Geistlichen Führers (Pir), des Lehrers (Mürsit), des Wegbegleiters (Rehber) (Buyruk)
– Leben der Heiligen skizzieren: Vorbildfunktion erörtern
Verantwortung für Mitmenschen und mich selbst: Verantwortung gegenüber älterer Generation, sie achten, für sie da sein
V Jahrgang – Kompetenzemodul 9
Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten
Vier Pforten und vierzig Stufen: Intensive Auseinandersetzung mit der vierten Pforte, der Wahrheitspforte. Die besondere Bedeutung und die Erreichbarkeit dieser Pforte.
Die Bedeutung der Aussage „Erkenne dich selbst!“ im Zusammenhang mit der Wahrheitspforte analysieren („İlim ilim bilmektir, İlim kendin bilmektir“ –Yunus Emre)
Diskriminierung und Hetze im Internet: wie wehre ich mich dagegen?
Radikalisierung im Islam: Woher kommt sie? Warum passiert so etwas? Und was kann ich dazu beitragen, um der Radikalisierung entgegen zu wirken?
Gleichberechtigung von Religionen im Alltag sowie in der Glaubenspraxis
Imam Mehdi: unsere Errettung aus der Finsternis
Das Gadir Hum-Fest: das Ereignis aus dem Koran heraus verstehen, analysieren und begründen