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Timestamp: 2016-10-24 05:22:39
Document Index: 145340870

Matched Legal Cases: ['Art. 71', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 95', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 6', 'Art. 71', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 30', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 20', 'Art. 205', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 105', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 67']

2C_388/2010 (28.01.2011)
2C_388/2010
2C_389/2010
Beschwerdef�hrer, vertreten durch L.________,
Direkte Bundessteuer, Staats- und Gemeindesteuern 2000,
Beschwerde gegen die Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 23. Dezember 2009.
M. und N. X.________ waren Alleinaktion�re der am 23. Dezember 1996 gegr�ndeten A.________ AG mit Sitz in ..... Deren Hauptaktivum bestand in den Aktien der D.________ AG.
Mit Kaufvertrag 14. Oktober 1999 verkauften die Eheleute X.________ die Aktien der A.________ AG zu einem Preis von Fr. 1'355'000.-- an die B.________ GmbH. Der Kaufpreis wurde mittels einer Bank�berweisung von Fr. 155'000.-- sowie durch Abtretung von Call-Optionen f�r die A.________ AG in der H�he von nominal Fr. 1'200'000.-- beglichen. Alleingesellschafter der B.________ GmbH ist L.________, der auch die Verk�ufer in der vorliegenden Steuersache vertritt.
Im Laufe des Jahres 2000 kaufte die B.________ GmbH die Call-Optionen zum Preis von Fr. 4'000'000.-- zur�ck. Zum Teil stammten die Mittel zur Bezahlung des R�cknahmepreises aus der A.________ AG.
Das Gemeindesteueramt ... beurteilte den Verkauf der Aktien der A.________ AG an die B.________ GmbH als indirekte Teilliquidation. Dementsprechend erfasste es den Betrag von Fr. 4'000'000.-- als Beteiligungsertrag und veranlagte die Eheleute X.________ f�r die Steuerperiode 2000 bei der direkten Bundessteuer und f�r die Staats- und Gemeindesteuer unter Aufrechnung des entsprechenden Einkommens.
Rekurs und Beschwerde hiess die Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau am 16. Januar 2007 teilweise gut, indem sie die Substanzaussch�ttung auf Fr. 3'315'000.-- festsetzte.
Mit Urteil vom 4. Juli 2007 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau die Beschwerde der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung und diejenige der Steuerpflichtigen teilweise gut und wies die Sache zu neuem Entscheid an die Steuerrekurskommission zur�ck. Diese bestimmte im neuen Entscheid vom 4. Juli 2007 die Substanzaussch�ttung auf Fr. 3'800'000.-- und wies die Sache zur betragsm�ssigen Festsetzung der Veranlagung an die Steuerbeh�rde zur�ck.
Die dagegen gerichteten Beschwerden wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau je mit Entscheid f�r die direkte Bundessteuer und f�r die Staats- und Gemeindesteuern am 23. Dezember 2009 ab.
Die Steuerpflichtigen f�hren in getrennten, aber praktisch gleichlautenden Eingaben Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, die beiden Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 23. Dezember 2009 seien aufzuheben und das steuerbare Einkommen sei f�r die direkte Bundessteuer auf Fr. 130'500.-- und f�r die Staats- und Gemeindesteuer auf Fr. 123'300.--, bei einem steuerbaren Verm�gen von Fr. 4'980'900.--, festzusetzen.
Die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und die Eidgen�ssische Steuerverwaltung beantragen Abweisung der Beschwerden.
Die Beschwerdef�hrer verlangen Sistierung des bundesgerichtlichen Verfahrens bis zum rechtskr�ftigen neuen Veranlagungsentscheid der kantonalen Steuerverwaltung.
1.1 Die beiden Beschwerden betreffen den gleichen Sachverhalt, die gleichen Parteien und werfen weitgehend die gleichen Rechtsfragen auf. Es ist angezeigt, die beiden Verfahren zu vereinigen und �ber die Beschwerden im gleichen Urteil zu befinden (Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 24 BZP; BGE 131 V 59 E. 1 S. 60).
1.2 Das Eintreten auf die Beschwerden wirft keine besonderen Fragen auf. Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten Rechtswidrigkeiten (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht pr�ft das Bundesgericht nur, wenn eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Soweit die Vorinstanz kantonales Recht anzuwenden hatte, kann nur geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid verstosse gegen Normen des Bundesrechts (Art. 95 BGG), hier namentlich von Normen �ber die Steuerharmonisierung, oder gegen verfassungsm�ssige Rechte und Grunds�tze (Art. 95 lit. a und c BGG; BGE 134 I 153 E. 4.2.2 S. 158; 134 II 349 E. 3 S. 351).
Das Bundesgericht legt im �brigen seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG), sofern dieser nicht offensichtlich unrichtig festgestellt worden ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 bzw. Art. 97 Abs. 1 BGG).
1.3 Die Beschwerdef�hrer begr�nden das Sistierungsgesuch nicht n�her. Gem�ss Art. 6 Abs. 1 BZP in Verbindung mit Art. 71 BGG kann das Verfahren insbesondere dann ausgesetzt werden, wenn das Urteil von der Entscheidung in einem anderen Rechtsstreit beeinflusst werden kann. Dass hier die Veranlagungsbeh�rde gem�ss der Anweisung der Steuerrekurskommission die Veranlagung noch betragsm�ssig festzusetzen hat, erfordert keine Sistierung. Die R�ckweisung dient einzig noch der (rechnerischen) Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten und er�ffnet der Veranlagungsbeh�rde keinen Entscheidungsspielraum. Trotz R�ckweisung der Sache handelt es sich mithin beim angefochtenen Urteil um einen Endentscheid, gegen den die Beschwerde zul�ssig ist (Art. 90 BGG; BGE 134 II 124 E. 1.3 S. 127).
Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien im Verfahren vor Gerichten und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dazu geh�rt namentlich, dass rechtzeitig und formrichtig angebotene rechtserhebliche Beweismittel abgenommen werden und dass die Entscheide hinreichend begr�ndet werden. Aufgrund von Art. 30 Abs. 1 BV hat die entscheidende Beh�rde rechtm�ssig zusammengesetzt zu sein und haben befangene Personen in den Ausstand zu treten.
2.1 Die Beschwerdef�hrer r�gen in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Sie machen geltend, dass der Pr�sident des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau mit der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau Kontakt aufgenommen habe. Diese R�ge ist unbegr�ndet. Die Kontaktaufnahme stand im Zusammenhang mit dem von den Beschwerdef�hrern im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Sistierungsgesuch und war sachlich begr�ndet. H�tte die Vorinstanz dies unterlassen, w�ren m�glicherweise gleichzeitig beide Verfahren sistiert worden. Im �brigen gab der Pr�sident des Verwaltungsgerichts den Beschwerdef�hrern am 28. Mai 2009 von der telefonischen R�ckfrage schriftlich Kenntnis. Wenn die Beschwerdef�hrer der Ansicht waren, die f�r ein Gerichtsverfahren unabdingbare Unabh�ngigkeit des Richters sei wegen der Anfrage nicht mehr gew�hrleistet gewesen, h�tten sie daher ein entsprechendes Ausstandsgesuch bereits im vorinstanzlichen Verfahren mit der Replik stellen k�nnen. Es verletzt den Grundsatz von Treu und Glauben, Ablehnungs- und Ausstandsgr�nde, von denen die Partei Kenntnis hat, erst sp�ter im Rechtsmittelverfahren geltend zu machen (Urteil 2C_203/2009 vom 13. November 2009 E. 2.2).
2.2 Die Beschwerdef�hrer machen sodann geltend, dass Personen nicht befragt bzw. als Zeugen einvernommen worden seien. Es geht bei den angebotenen Zeugen oder Auskunftspersonen offenbar um L.________, den Steuervertreter der Beschwerdef�hrer und Alleingesellschafter der B.________ GmbH, sowie um den Steuerkommiss�r S.________. Beide konnten indessen ihre Sicht der Dinge im Verfahren hinreichend einbringen, weshalb die Vorinstanz auf weitere Beweismassnahmen verzichten durfte. Nach der Rechtsprechung ist eine beschr�nkte (antizipierte) Beweisaufnahme zul�ssig, wenn der Richter aufgrund bereits abgenommener Beweise zur �berzeugung gelangt, die Tatsachenbehauptung sei bewiesen (oder widerlegt) und von weiteren Beweisen sei kein anderes Ergebnis zu erwarten (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.; 130 II 425 E. 2.1; 124 I 208 E. 4a; vgl. auch BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148). Die Beschwerdef�hrer legen nicht dar, welche Angaben diese Personen zus�tzlich h�tten machen k�nnen. Die R�ge ist unbegr�ndet, soweit sie �berhaupt eine ausreichende Begr�ndung enth�lt (Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.3 Die Beschwerdef�hrer r�gen schliesslich eine Verletzung der Begr�ndungspflicht. Sie werfen der Vorinstanz vor, diese habe sich mit dem Einwand, dass der Aktienverkauf bereits im Jahre 1999 stattgefunden habe und auch ein Verm�gensertrag infolge einer allf�lligen indirekten Teilliquidation erst in diesem Jahr zugeflossen sei, nicht hinreichend befasst. Weil die Veranlagung f�r das Steuerjahr 1999 rechtsbest�ndig bzw. rechtskr�ftig sei, k�nne darauf nicht mehr zur�ckgekommen werden, zumal die Voraussetzungen f�r eine Nachbesteuerung nicht gegeben seien. Mit diesem Vorbringen befasste sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil (E. 2.2.1) indessen ausf�hrlich. Sie begr�ndete auch in �berzeugender Weise, weshalb der Zufluss richtigerweise im Jahre 2000 anzunehmen sei. Von einer Verletzung der Begr�ndungspflicht kann unter diesen Umst�nden keine Rede sein.
3.1 Der Gesetzgeber hat mit dem Bundesgesetz vom 23. Juni 2006 �ber die dringende Anpassung bei der Unternehmensbesteuerung (AS 2006 4883) die indirekte Teilliquidation einer gesetzlichen Regelung zugef�hrt. Der entsprechende Art. 20a DBG ist seit dem 1. Januar 2007 in Kraft. Art. 205b DBG ordnet zudem eine beschr�nkte R�ckwirkung an, indem die neue Vorschrift in Art. 20a DBG auch f�r noch nicht rechtskr�ftige Veranlagungen der in den Steuerjahren ab 2001 erzielten Ertr�ge gilt.
Im vorliegenden Fall geht es indessen um das Steuerjahr 2000, weshalb noch nach der alten Praxis zu Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG zu entscheiden ist. F�r solche F�lle hat das Bundesgericht in einem Grundsatz-Urteil bereits festgehalten, dass auf Steuertatbest�nde, die sich bis zum Jahre 2000 verwirklicht haben und die noch nicht rechtskr�ftig entschieden sind, die damals geltende Gerichts- und Verwaltungspraxis anzuwenden sei und nicht die ab 2001 geltende strengere Rechtsprechung. In der Tat hat der Gesetzgeber mit der gesetzlichen Regelung der indirekten Teilliquidation im neuen Art. 20a DBG der strengeren Praxis des Bundesgerichts (dazu unten E. 3.3) eine Absage erteilt, weshalb auf Besteuerungstatbest�nde, die sich bis zum Steuerjahr 2000 verwirklicht haben, die damals geltende mildere und nicht die seit 2001 versch�rfte Praxis anzuwenden ist. F�r die noch nicht rechtskr�ftigen Veranlagungen der Steuerjahre ab 2001 findet ohnehin das neue (mildere) Recht r�ckwirkend Anwendung (ausf�hrlich StE 2009 B 24.4 Nr. 77, 2A_100/2007 E. 5.6).
3.2 Nach der bis Ende 2001 ergangenen Rechtsprechung zu Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG m�ssen die folgenden drei Voraussetzungen kumulativ erf�llt sein, damit Einkommen aus einer indirekten Teilliquidation der Besteuerung unterliegt (ASA 69, 642 S. 646 ff., 2A.555/1996 E. 2c mit Hinweisen):
Die Beteiligungsrechte m�ssen in das Gesch�ftsverm�gen eines K�ufers �bergef�hrt werden, f�r den das Buchwertprinzip gilt.
Bei der �bernommenen Gesellschaft muss eine Mittelentnahme bzw. eine Substanzverminderung eintreten oder zumindest eingeleitet werden.
Verk�ufer und K�ufer m�ssen durch gemeinsames Zusammenwirken die Entnahme der Mittel eingeleitet haben.
Es rechtfertigt sich nur dann, eine indirekte Teilliquidation anzunehmen und den Zufluss beim Verk�ufer der Aktien als Ertrag aus seiner Beteiligung zu besteuern, wenn der Verk�ufer in seiner Eigenschaft als Beteiligter durch ein Zusammenwirken mit dem K�ufer die Entnahme der Gesellschaftsmittel selbst einleitete und dabei wusste oder wissen musste, dass die zur Finanzierung des Kaufpreises dienenden Mittel der ver�usserten Gesellschaft nicht wieder zugef�hrt werden. Ob die Gesellschaft bei der Ver�usserung der Beteiligungsrechte durch ein Zusammenwirken von Verk�ufer und K�ufer teilweise liquidiert und dem Verk�ufer dadurch eine geldwerte Leistung ausgerichtet wird, ist nach objektiven Kriterien und aufgrund der gesamten f�r die Finanzierung massgebenden Umst�nde zu entscheiden (ZStP 16 S. 78, Urteil 2A. 537/2005 E. 2; StE 2007 B 24.4 Nr. 75, 2A.471/2005 E. 4.3; ASA 73 S. 402, 2A.331/2003 E. 4.3).
3.3.1 Dass das erste (Systemwechsel) und das dritte Kriterium (Zusammenwirken von Verk�ufer und K�ufer) einer indirekten Teilliquidation hier erf�llt sind, ist offensichtlich und wird auch von den Beschwerdef�hrern nur halbherzig bestritten. Nachdem ihr pers�nlicher Steuerberater zugleich Alleingesellschafter der K�ufergesellschaft (B.________ GmbH) ist, liegt dieses Zusammenwirken auf der Hand. Beide Seiten kannten die wirtschaftliche Situation der A.________ AG bestens und suchten einvernehmlich nach einer L�sung, das aussch�ttbare Substrat m�glichst einkommenssteuerfrei herauszul�sen. Hingegen bedarf das zweite Kriterium (Substanzentzug) n�herer Pr�fung.
3.3.2 Die Beschwerdef�hrer r�gen erneut, der Kaufvertrag sei am 14. Oktober 1999 abgeschlossen worden, w�hrend der R�ckkauf der an Zahlung abgegebenen Call-Optionen f�r die A.________ AG in das Jahr 2000 falle; die beiden Vorg�nge h�tten miteinander nichts zu tun.
Dieser rein zivilrechtlichen Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Wirtschaftlich h�ngen die verschiedenen Bausteine des Steuervermeidungskonstrukts sehr wohl zusammen. Die Steuerbeh�rden sind bei der Auslegung von Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG nicht strikte an die zivilrechtliche Gestaltung von Rechtsgesch�ften gebunden, sondern haben den Sachverhalt rechtlich entsprechend seinem wirtschaftlichen Gehalt zu w�rdigen (ZStP 16 S. 78, 2A.537/205 E. 2.1 mit Hinweisen). Dazu kommt, dass f�r den Zufluss von geldwerten Leistungen die Ist- Methode gilt (ASA 64 S.137, Urteil vom 19. Juli 1993 E. 2 ). Der Zufluss des Verm�gensertrags aus indirekter Teilliquidation erfolgte mithin in der Tat im Jahr 2000 (vgl. oben E. 2.3).
3.3.3 Gem�ss der neueren, ab dem Jahre 2001 versch�rften Rechtsprechung des Bundesgerichts zur indirekten Teilliquidation lag eine Substanzentnahme (im Sinne des zweiten Kriteriums) auch dann vor, wenn zur Finanzierung des Kaufpreises der �bertragenen Beteiligung auf erst noch zu erwirtschaftende, k�nftige Gewinne der �bernommenen Gesellschaft gegriffen werden musste (vgl. StE 2007 B 24.4 Nr. 75, 2A.471/2005 E. 4; ASA 73, 402 E. 4 S. 408 ff., 2A.331/2003; ASA 72, 218 S. 223 ff., 2A.474/2000 vom 22. Oktober 2001 E. 4). Der Gesetzgeber hat demgegen�ber mit dem neuen Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG die Besteuerung der indirekten Teilliquidation auf die bereits vorhandene, aussch�ttungsf�hige und nicht betriebsnotwendige Substanz der �bertragenen Gesellschaft beschr�nkt und damit mindestens teilweise an Grunds�tze angekn�pft, die nach der Rechtsprechung zur indirekten Teilliquidation bereits unter der Herrschaft des Bundesratsbeschlusses �ber die direkte Bundessteuer (BdBSt) zur Anwendung kamen. Danach musste eine Substanzentleerung der �bertragenen Gesellschaft tats�chlich stattgefunden haben (typischerweise in Form einer Substanzdividende). Die Substanzentnahme musste zudem innerhalb einer angemessenen Zeit erfolgen (StE 2009 B 24.4 Nr. 77, 2A.100/2007 E. 5.6 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung ist nach dem Gesagten hier noch massgebend (oben E. 3.1).
3.3.4 Die Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau hat in ihrem zweiten Urteil vom 26. Februar 2009 �berzeugend nachgewiesen, dass es sich bei den Aussch�ttungen der A.________ AG an die B.________ GmbH von Fr. 1'400'000.-- (Generalversammlungsbeschluss vom 24. April 2000) bzw. von Fr. 200'000.-- (Generalversammlungsbeschluss vom 25. Oktober 1999) um Substanzentnahmen im Sinne der alten Praxis zur indirekten Teilliquidation handelte (total Fr. 1'600'000.--).
Hingegen ist ein Zusammenhang zwischen den Fr. 2'200'000.--, die L.________ seiner B.________ GmbH als Darlehen zwecks Finanzierung des Beteiligungserwerbs zur Verf�gung stellte, mit einer Entnahme vorhandener Substanz bei der A.________ AG nicht erstellt. Diese Mittel beschaffte sich L.________ durch einen Kredit bei der St. Galler Kantonalbank, wobei er erwiesenermassen nicht die Aktien der A.________ AG als Faustpfand einsetzte. Die Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau stellt in ihrem Urteil vom 26. Februar 2009 E. 7.3 fest, das Darlehen an die B.________ GmbH werde "aus k�nftigen Gewinnen bei der �bertragenen Gesellschaft" verzinst und amortisiert bzw. es spiele keine Rolle, "dass die entsprechenden Mittel unter Umst�nden aus erst noch zu erwirtschaftenden Ertr�gen der A.________ AG stammen" (unter Berufung auf Peter Gurtner, Die handelsrechtlich aussch�ttbare nichtbetriebsnotwendige Substanz nach dem neuen Recht der indirekten Teilliquidation, ASA 76 S. 560, wobei der Autor an der angegebenen Stelle lediglich die bis zur Gesetzesrevision geltende, versch�rfte Praxis des Bundesgerichts nachzeichnet, sie aber nicht bejaht). Auch die Eidgen�ssische Steuerverwaltung stellt in ihrer Vernehmlassung vom 28. April 2009 zuhanden des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau fest, dass "der Verm�gensertrag von Fr. 3'800'000.-- in einer Entreicherung aus bestehender Substanz in H�he von Fr. 1'600'000.-- sowie in einer Entreicherung aus k�nftigen Gewinnen in H�he von Fr. 2'200'000.-- bestand' (Hervorhebung nicht im Original). Die Vorinstanz (Urteil E. 2.2.3) bezeichnet die Ausf�hrungen der Steuerrekurskommission in deren Entscheid (E. 7) ausdr�cklich als zutreffend, womit sie auch f�r das Bundesgericht massgebend sind (Art. 105 Abs. 1 BGG). Entsprechend ist mit der Steuerrekurskommission davon auszugehen, dass dieses Darlehen aus sp�ter erarbeiteten Mitteln - sei es der A.________ AG oder anderer Tochtergesellschaften der B.________ GmbH - amortisiert werden sollte.
Den Aussagen der Beschwerdef�hrer kann nichts Gegenteiliges entnommen werden. Wenn sie bestreiten, dass diese Darlehen "aus k�nftigen Gewinnen der A.________ AG amortisiert und verzinst wurden" (S. 13 der Beschwerde), so wollen sie damit offensichtlich zum Ausdruck bringen, dass die Mittel zur Verzinsung und zur Amortisation der Darlehen aus anderen Quellen der B.________ GmbH stammten (als der A.________ AG). Daraus kann nicht geschlossen werden, dass die Mittel f�r das Darlehen der Substanz der A.________ AG im Zeitpunkt des Aktienverkaufs entnommen wurden.
Die Substanzaussch�ttung und damit der bei den Beschwerdef�hrern steuerbare Verm�gensertrag im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG bel�uft sich demnach nur auf Fr. 1'600'000.--.
F�r das kantonale Steuerrecht ist noch � 22 Ziff. 4 StG massgebend, wonach Ertr�ge aus beweglichem Verm�gen steuerbar sind, insbesondere Dividenden, Gewinnanteile, Liquidations�bersch�sse und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art einschliesslich Gratisaktien, Gratisnennwerterh�hungen und dergleichen. Diese Norm stimmt damit w�rtlich mit Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG �berein, der die gesetzliche Grundlage bildet zur Praxis des Bundesgerichts zur indirekten Teilliquidation. Nachdem diese Praxis im Interesse einer vertikalen Steuerharmonisierung auch f�r das kantonale Recht massgebend ist (Urteil 2A.215/2006 vom 29. Mai 2007 E. 7.1), gilt das zur direkten Bundessteuer Ausgef�hrte auch f�r das kantonale Steuerrecht.
Die Beschwerden in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die direkte Bundessteuer sowie die Staats- und Gemeindesteuer sind damit teilweise gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann, und die angefochtenen Urteile sind aufzuheben. Die Sache ist zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen im kantonalen Verfahren an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und zur Neuveranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau zur�ckzuweisen.
Da keine der Parteien vollst�ndig obsiegt, sind die Gerichtskosten anteilsm�ssig zu verlegen (Art. 65 f. BGG). Die Beschwerdef�hrer haften f�r ihren Anteil solidarisch (Art. 66 Abs. 5 BGG). Der Kanton Thurgau schuldet den Beschwerdef�hrern zudem eine reduzierte Parteientsch�digung (Art. 68 BBG).
�ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens hat das Verwaltungsgericht neu zu befinden. (Art. 67, 68 Abs. 5 BGG).
Die Verfahren 2C_388/2010 und 2C_389/2010 werden vereinigt.
Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer wird, soweit darauf einzutreten ist, teilweise gutgeheissen, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 23. Dezember 2009 aufgehoben und die Sache zu neuer Veranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Die Beschwerden betreffend die Staats- und Gemeindesteuern wird, soweit darauf einzutreten ist, teilweise gutgeheissen, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 23. Dezember 2009 aufgehoben und die Sache zu neuer Veranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 12'000.-- werden im Betrag von Fr. 7'000.-- dem Kanton Thurgau und im Betrag von Fr. 5'000.-- den Beschwerdef�hren, diesen unter Solidarhaft, auferlegt.
Der Kanton Thurgau hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 7'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.