Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.02.2002&Aktenzeichen=VI%20ZR%20288%2F00
Timestamp: 2019-02-19 20:25:12
Document Index: 171322497

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 197', '§ 197', 'BGH', '§ 197', '§ 197', '§ 197', 'BGH', '§ 780', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.02.2002 - VI ZR 288/00 - dejure.org
BGB §§ 197 a. F., 218 a. F., 780 a. F., 781 a. F., 852 Fassung: 16. August 1977
Zur Haftungsvereinbarung als abstraktes oder deklaratorisches Schuldanerkenntnis und zur Verjährung und Verjährungshemmung bei wiederkehrenden Leistungen
Abstraktes Schuldanerkenntnis - Schadensersatz - Haftung - Schuldgrund - Deklaratorisches Schuldanerkenntnis - Verjährung - Feststellungsurteil - Stammrecht - Verdienstausfallschaden
Verjährung des Stammrechts auf Schadensersatz nach HaftpflG in drei Jahren im Gegensatz zu daraus fließenden Ansprüchen auf wiederkehrende Leistungen in vier Jahren
Schadensrecht - Schuldanerkenntnis
Unfallschadensregulierung - Verjährung beim Verdienstausfallschaden
BGB a. F. §§ 197, 218, 780, 781, 852
NJW 2002, 1791
ZIP 2002, 1623
NZV 2002, 265
VersR 2002, 996
Hiervon kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Zweifel nicht ausgegangen werden, wenn auf den Schuldgrund ausdrücklich hingewiesen wird (vgl. BGH, Urteil vom 26. Februar 2002 - VI ZR 299/00, NJW 2002, 1791, 1792).
Zudem wird das Berufungsgericht Gelegenheit haben, die von der Revisionserwiderung geltend gemachte Verjährung einzelner Ansprüche nach § 197 BGB a.F. zu prüfen (vgl. dazu Senatsurteile vom 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00, VersR 2002, 996, 997;… vom 10. Januar 2012 - VI ZR 96/11, VersR 2012, 372 Rn. 14 ff., jeweils mwN).
Der Gesetzgeber hat sich dafür entschieden, Ansprüche auf regelmäßig wiederkehrende Leistungen verjährungsrechtlich vom jeweiligen Stammrecht abzuspalten und der gesonderten Verjährungsfrist des § 197 BGB a.F. zu unterstellen (so zutreffend Wendehorst, EWiR 2003, 101, 102).
Vereinbarungen über einen gesetzlichen Anspruch verändern regelmäßig das ursprüngliche Rechtsverhältnis nur, soweit sie streitige oder ungewisse Punkte betreffen, lassen es im Übrigen aber nach Inhalt und Rechtsnatur weiter bestehen; das gilt auch für die Verjährungsfrist (vgl. Senat, Urteile vom 15. Januar 1957 - VI ZR 317/55 - n.v., Umdruck S. 5 f.; vom 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00 - VersR 2002, 996, 997).
Letztere verjähren vielmehr in vier Jahren nach Schluß des Jahres, in dem sie entstanden sind (§§ 197, 198, 201 BGB a.F.; vgl. Senatsurteil vom 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00 - aaO).
Dem steht schon entgegen, dass der Beklagte auf das Schreiben vom 11.09.2003, mit welchem die Kostenfestsetzungsbeschlüsse übermittelt worden waren, Bezug nahm und damit eine eindeutige Verbindung zu den sich daraus ergebenden schuldrechtlichen Grundlagen herstellte (dazu dass eine Bezugnahme auf den Schuldgrund einem abstrakten Schuldanerkenntnis entgegensteht, vgl. nur BGH, Urt. v. 26.02.2002 - VI ZR 288/00 - NJW 2002, 1791).
(3) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu §§ 780, 781 BGB ist ein selbstständiger Verpflichtungswille im Zweifel nicht anzunehmen, wenn in der schriftlichen Erklärung ein bestimmter Schuldgrund angegeben ist (vgl. etwa BGH…, Urteil vom 14. Oktober 1998 - XII ZR 66/97 - aaO; Senatsurteile vom 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00 - VersR 2002, 996, 997;… vom 28. Januar 2003 - VI ZR 263/02 - aaO).
Jedoch kann sich aus sonstigen Umständen ergeben, dass nicht nur eine Beweisurkunde, sondern ein selbstständiges Schuldversprechen gewollt ist (vgl. hierzu auch BGH-Urteil vom 26. Februar 2002 VI ZR 288/00, juris).
OLG Brandenburg, 24.09.2009 - 9 U 7/09