Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-663-19647-1_3
Timestamp: 2019-08-25 04:53:00
Document Index: 196792469

Matched Legal Cases: ['§153', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 21', 'Art. 9']

Interfraktioneller Ausschuß und Regierungsbildung Herbst 1917 | Springer for Research & Development
Vorformen parlamentarischer Kabinettsbildung in Deutschland pp 140-306 | Cite as
Interfraktioneller Ausschuß und Regierungsbildung Herbst 1917
Als am 13. Juli 1917 der bisherige preußische Staatssekretär für Volksernährung, Dr. Michaelis, zum neuen Reichskanzler und Nachfolger von Bethmann Hollweg ernannt worden war, als wenige Tage später, am 19. Juli, nach langen und schwierigen interfraktionellen Beratungen die neu konstituierte Reichstagsmehrheit aus SPD, FVP und Zentrum im Parlament die ›Friedensresolution‹ einbrachte und damit zugleich eine entscheidende Wende in der verfassungspolitischen Entwicklung des Deutschen Reiches markierte, hatte die Julikrise ihren formellen Abschluß gefunden 1. Aber das Ende einer der schwersten Regierungskrisen des Kaiserreiches vermochte die bestehenden Gegensätze zwischen Reichstag bzw. Reichstagsmehrheit und Reichsregierung nicht zu kaschieren. Der neue Regierungschef war gegen den Willen und vor allem ohne Konsultation der Reichstagsmehrheit ernannt worden, und seine Person bot keinerlei Gewähr dafür, daß die von den IFA-Parteien angestrebte Parlamentarisierung der Reichsregierung nunmehr realisiert werden würde.
Die Entwicklung der Julikrise und die durch sie geschaffenen Wandlungen im Verhältnis Reichskanzler und Reichstag können hier nicht näher untersucht werden. Vgl. dazu die detaillierte Schilderung der Julikrise bei Rudolf Koschnitzke, Die Innenpolitik des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg im Weltkrieg, Phil. Diss., Kiel 1951, S. 207–282, die von den IFA-Protokollen dieser Tage gut ergänzt wird.Google Scholar
Der Wunsch, trotz aller enttäuschender Erfahrungen doch zunächst mit Michaelis zusammenzuarbeiten, spielte bei den Mehrheitsparteien selbst nach dem offenkundigen Ausbruch der neuen Regierungskrise noch eine dominierende Rolle; er bestimmte deren politisches Verhalten und verhinderte zu einem gutTeil einen sofortigen Sturz des Reichskanzlers; dazu IFA-Sitzung vom 22. 8.1917, IFA I, S. 138ff.; Westarps Urteil, die Mehrheitsparteien hätten Michaelis von Anfang an bekämpft, ist sicherlich so pauschal nicht zutreffend, vgl. Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 476.Google Scholar
Prinz Max von Baden, Erinnerungen und Dokumente, Berlin und Leipzig 1927, S. 117.Google Scholar
So Haussmann, zitiert nach Max von Baden, Erinnerungen. S. 139.Google Scholar
Nach der Reichstagssitzung vom 20. Juli trat das Plenum erst am 26. September wieder zusammen, während der Hauptausschuß nach dem 13. Juli (170. Sitzung) bereits zum 21. August (171. Sitzung) wieder einberufen wurde. Der IFA selbst pausierte vom 20. Juli bis 20. August, so daß die Mehrzahl der Reichstagsabgeordneten während dieser Sommerwochen wohl kaum in Berlin anwesend war.Google Scholar
Zur personellen Zusammensetzung des Kabinetts Michaelis wie zur Änderung innerhalb des preußischen Ministeriums vgl. Schulthess 1917/1, S. 744 ff. und Teil IV. Die aus den Reihen der Mehrheitsparteien berufenen Parlamentarier waren: Spahn (Ztr.) — preußischer Justizminister; v. Krause (NL) — Staatssekretär des Reichsjustizamtes; Schiffer (NL) — Unterstaatssekretär des Reichsschatzamtes; August Müller (SPD) — Unterstaatssekretär des Kriegsernährungsamtes. Für die ablehnende Haltung der Konservativen zu dieser ‹personellen Parlamentarisierung› siehe Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 478 f.Google Scholar
Vgl. WUA, Bd. 7/II, S. 239 (Bericht Dr. Spahn jr.).Google Scholar
Vgl. WUA, Bd. 7/II, S. 248f. (Bericht v. Richthofens).Google Scholar
So Matthias, in: IFA III, S. XI.Google Scholar
Georg Michaelis, Für Volk und Staat, Eine Lebensgeschichte, Berlin 1922, S. 361.Google Scholar
Michaelis gab allerdings schon kurze Zeit später seine ablehnende Haltung gegenüber dem parlamentarischen Regierungssystem wie gegenüber allen Parlamentarisierungsmaßnahmen offen zu, vgl. u. a. den Bericht Südekums an Ebert über seine Unterredung mit dem Kanzler, IFA I, S. 224f.Google Scholar
IFA I, S. 128ff.; vgl. ebenso die Nachmittagssitzung der Mehrheitsparteien, IFA I, S. 133ff., sowie die Sitzung vom 22. 8.1917, IFA I, S. 138ff. Wie scharfGoogle Scholar
die Kritik an der neuen Regierungsbildung und an der Person des neuen Kanzlers teilweise von Persönlichkeiten, die der Reichstagsmehrheit verbunden waren, formuliert wurde, zeigt ein Brief Dernburgs an Haussmann vom 6. 8.1917, der sich in Auszügen findet, in: IFA I, S. 130, Anm. 12.Google Scholar
IFA I, S. 134.Google Scholar
IFA I, S. 137.Google Scholar
Vgl. dazu ausführlicher Edward Hoop, Die Innenpolitik der Reichskanzler — Michaelis und Graf Herding, Phil. Diss., Kiel 1951, S. 71.Google Scholar
Dazu die Ausführungen Davids in der IFA-Sitzung vom 21. 8.1917, IFA I, S. 135.Google Scholar
HA, 171.–173. Sitzung vom 21./23. August 1917. Ein zusammenfassendes Protokoll dieser Sitzungen, in: Schultheß 1917/1, S. 755ff. Zur konservativen Interpretation dieser HA-Beratungen vgl. Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S.477f.Google Scholar
HA, 171. Sitzung vom 21. August 1917, Protokoll, S. 2ff., ebenso Schultheß 1917/1, S. 758f.Google Scholar
Vgl. den Bericht Haussmanns, IFA I, S. 137.Google Scholar
Nachdem Michaelis zunächst beteuert hatte, ‹Illoyalität› gegenüber den Reichstagsparteien habe ihm ferngelegen, gleichzeitig aber hinzufügte, er habe sich nie »pure auf den Boden der Resolution« gestellt, führte er u. a. aus: »Ich habe diese Worte (gemeint ist die reservatio mentalis›, d. Verf.) gewählt und die bewußt weite Fassung, weil ich der Meinung bin, der leitende Staatsmann und überhaupt das Deutsche Volk müssen für die Verhandlungen, wenn sie einstmals gepflogen werden sollen, einen gewissen Spielraum haben. Aus den Unterhaltungen mit den Vertretern der Parteien, auch von der damaligen (sic !) Mehrheit, im einzelnen, habe ich auch die Überzeugung damals miThekommen, daß innerhalb dieser Majorität sich zahlreiche Schattierungen der Meinungen in Einzelheiten vorfanden. Das ist mir in Gesprächen entgegengetreten. Es würde auch dieser Majorität schwerfallen, eine ganz klare Linie zu ziehen, die wirklich bis in die Verhandlungen der Einzelheiten hinein als Richtschnur für die Verhandlungen dienen könnte, die einmal zu führen sein werden. Ich habe deshalb nicht gesagt, daß ich in der Reichstagssitzung sagen würde: die Reichsregierung werde sich auf den Boden der Resolution stellen, sondern daß ich sagen würde: diese Ziele, wie ich sie eben dargelegt habe, lassen sich im Rahmen Ihrer Resolution erreichen.« HA, 172. Sitzung vom 22. 8.1917, Protokoll, S. 37.Google Scholar
Die Erregung einzelner Mehrheitspolitiker war so groß, daß beispielsweise Ebert den Wunsch des Reichskanzlers auf weitere vertrauliche Beratung im HA ablehnte Ebert: die abgegebene Erklärung des Kanzlers »sei von allergrößter Bedeutung, und er müsse sich für seine Fraktion das Recht vorbehalten, sich in der Öffentlichkeit mit dieser Frage auf das eingehendste zu beschäftigen«, HA, 172. Sitzung vom 22. 8.1917, Protokoll, S. 42) und Erzberger sogar mit der Möglichkeit eines neuen Kanzlersturzes drohte (Erzberger: »Wenn dieser Satz (von Michaelis, d. Verf.) in die Öffentlichkeit komme, dann müsse man sich über die Konsequenzen klar sein.«, ibid., Protokoll, S. 44). Die Sitzungen wurden unterbrochen auf Antrag von Ebert (ibid., S. 45f.).Google Scholar
IFA-Sitzung vom Nachmittag des 22. August 1917, IFA I, S. 138ff.Google Scholar
IFA I, S. 139.Google Scholar
IFA I, S. 140.Google Scholar
Dazu Max von Baden, Erinnerungen, S. 136.Google Scholar
Auf die durch die ‹Papstnote› vom August 1917 ausgelösten außenpolitischen und diplomatischen Ereignisse und ihre Rückwirkungen auf die Innenpolitik des Reiches, vor allem auf die Beratungen des ‹Siebenerausschusses›, kann in diesem Zusammenhang nicht eingegangen werden. Vgl. dazu den Exkurs ‹Halbparla-mentarische Ersatzformen (der Kriegsrat)›, oben S. 130 ff, und die dort im einzelnen zum ‹Siebenerausschuß› angegebene Literatur.Google Scholar
Vgl. die Kritik Payers im Interfraktionellen Ausschuß, IFA I, S. 139 f., und die Eberts, ibid., S. 140.Google Scholar
IFA I, S. 141 ff.Google Scholar
Payer übernahm den Vorsitz im IFA, nachdem Spahn, der den interfraktionellen Beratungen bis dahin (zumindest nominell) präsidiert hatte, am 5. 8.1917 zum preußischen Justizminister ernannt worden war und damit auch aus dem Reichstag ausscheiden mußte. Dazu die Einleitung von Matthias, in: IFA I, S. XXXVI.Google Scholar
IFA I, S. 141.Google Scholar
Vgl. den Bericht Haussmanns vom 28. 8.1917, IFA I, S. 162f.Google Scholar
Haussmann verweist in diesem Zusammenhang darauf, daß Ebert zur Mehrheitserklärung seine und Erzbergers Zustimmung mit dem Vorbehalt hatte, auch Payers Einverständnis einzuholen (IFA I, S. 153). Wenn Payer dennoch nicht gefragt wurde, so lag dies an der Zeitüberschneidung von Text-Redaktion im IFA und Payers Besuch beim Reichskanzler (vgl. IFA I, S. 141 ff.).Google Scholar
HA, 172. Sitzung vom 22. 8.1917, Protokoll, S. 53f., ebenso in: IFA I, S. 141, Anm. 2.Google Scholar
HA, 172. Sitzung vom 22.8.1917, Protokoll, S. 52f., ebenso in: Schultheß 1917/1, S. 763.Google Scholar
IFA I, S. 142.Google Scholar
IFA I, S. 143.Google Scholar
Payer gab freilich auch zu, daß die Niederlegung des Vorsitzes nicht nur diesen aktuellen Grund hatte, vgl. IFA I, S. 143.Google Scholar
IFA I, S. 147.Google Scholar
IFA I, S. 145.Google Scholar
Text in: HA, 173. Sitzung vom 23. August 1917, Protokoll, S. 7; ebenso in: IFA, S. 145, Anm. 36; vgl. auch Schultheß 1917/1, S. 764.Google Scholar
Die ersten Besprechungen zwischen Prinz Max von Baden und Haussmann/Payer über eine mögliche Kanzlerschaft des badischen Thronfolgers fanden offensichtlich am 20. Juli 1917, also bereits einen Tag nach der Regierungserklärung von Michaelis, statt. Daß Payer inzwischen gegen einen neuen Kanzlersturz votiert hatte, ist für sein oftmals schwankendes politisches Verhalten symptomatisch. Vgl. Max von Baden, Erinnerungen, S. 121 f.Google Scholar
IFA I, S. 163; vgl. auch IFA I, S. 154, und Max von Baden, Erinnerungen, S. 139.Google Scholar
IFA I, S. 163.Google Scholar
IFA I, S. 152ff.Google Scholar
IFA I, S. 155.Google Scholar
IFA I, S. 154.Google Scholar
IFA I, S. 163; vgl. auch Haussmanns Brief an seinen Sohn: »... Ich wollte Michaelis stürzen und hätte es Donnerstag vormittag tun können, wenn mir nicht Payer in den Arm gefallen wäre... «, Schlaglichter, S. 145.Google Scholar
Vgl. seine Ausführungen in der IFA-Sitzung vom 24. August 1917, IFA I, S. 149.Google Scholar
HA, 175. Sitzung vom 25. August 1917. Auszüge, allerdings ungenau und unvollständig, aus dem für die Parlamentarismusdiskussion sehr wichtigen Protokoll finden sich in: Schulthess 1917/1, S. 771 ff.Google Scholar
Wörtlich erklärte Michaelis: »Die Richtlinien für die innere Politik hatte ich mir derart gezogen, daß ich ausgesprochen habe, ich halte es für nützlich und notwendig, zwischen den großen Parteien und der Regierung eine engere Fühlung herbeizuführen und bin bereit, soweit dies möglich ist, ohne den bundesstaatlichen Charakter und die konstitutionellen Grundlagen des Reichs zu schädigen, alles zu tun, was dieses Zusammenarbeiten lebens- und wirkungsvoller machen kann. Ich halte es auch für wünschenswert, daß das Vertrauensverhältnis zwischen dem Parlament und der Regierung dadurch enger wird, daß Männer in leitende Stellen berufen werden, die neben ihrer persönlichen Eignung für den betreffenden Posten auch das volle Vertrauen der großen Parteien in der Volksvertretung genießen. Nach diesen Richtlinien habe ich gehandelt. Ich habe in die Reichsämter Männer berufen, von denen ich annehmen konnte, daß sie das Vertrauen der großen Parteien genießen. Das ist in der Weise der Fall gewesen, daß das Reichsjustizamt besetzt ist mit einem Parlamentarier, daß ich für das neugegründete Reichswirtschaftsamt eine Persönlichkeit als Leiter ausgesucht habe, von der ich wußte, und nach vertraulichen Besprechungen annehmen durfte, daß sie das volle Vertrauen der linksgerichteten Parteien genießt. Ich habe ferner in das Kriegsernährungsamt als Unterstaatssekretär ein Mitglied der sozialdemokratischen Partei ausgesucht. Es ist in das Reichsschatzamt ein Mitglied der nationalliberalen Fraktion zunächst als Ministerialdirektor mit dem Gedanken des Ausbaues dieser Stelle in eine Unterstaatssekretärstelle hineingekommen und schließlich ist in der Persönlichkeit des preußischen Justizministers ein Bevollmächtigter zum Bundesrat bestimmt, der der Zentrumsfraktion angehört. Auf diese Weise ist das erreicht, was ich wünschte, daß Männer, die das volle Vertrauen der großen Parteien genießen, an leitende Stellen im Reich berufen sind.« HA, 175. Sitzung, Protokoll, S. 2f.Google Scholar
So David, ibid. S. 19.Google Scholar
So hatte beispielsweise Stresemann in den IFA-Beratungen sich zu Gunsten von Staatssekretären ohne Portefeuille ausgesprochen (IFA I, S. 135), während er nunmehr im Hauptausschuß die entgegengesetzte Position einnahm.Google Scholar
Zumindest sind nach dem 10. September bis zum 8. Oktober keine IFA-Sitzungen mehr nachzuweisen. Dazu auch Matthias, IFA I, S. XXXVII.Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 208, Anm. 38 (Brief Lerchenfelds): »Im Reichstag besteht überhaupt die Absicht, die bestehenden Differenzen möglichst wenig in Erscheinung treten zu lassen.«Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 181. 62 Vgl. RT, Bd. 310, S. 3677 ff.Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 158.Google Scholar
Es erübrigt sich, hier auf diese zur Debatte stehenden Organisationsfragen näher einzugehen, vgl. dazu Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 70; zur Begründung des Regierungsentwurfs s. die Ausführungen von Roedern im Reichstag am 26. September (RT, Bd. 310, S. 3624ff.) und die von Michaelis am 5. Oktober (ibid. S. 3684f.).Google Scholar
Vor allem in der IFA-Sitzung vom 21. 8.1917, IFA I, S. 133ff.Google Scholar
IFA I, S. 135; vgl. auch dessen Reichstagsrede vom 5. Oktober, RT, Bd. 310, S. 3685.Google Scholar
Vgl. die Rede von Michaelis, RT, Bd. 310, S. 3685, vor allem dessen Hinweis auf die zeitliche Begrenzung dieses Amtes.Google Scholar
Edward Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 74.Google Scholar
Vgl. dazu auch den Erfahrungsbericht› Payers in seinen Erinnerungen, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 50f. und bes. S. 56f.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3690.Google Scholar
Ibid. S. 3685ff.Google Scholar
Ibid. S. 3688. 76 Ibid. S. 3689.Google Scholar
Ibid. S. 3689; Zur Formel des ‹Krypto-Parlamentarismus› vgl. die Erklärung Davids vor dem Untersuchungsausschuß: »Ich wollte damit sagen: wir haben eine Übergangszeit, wir haben zwar noch nicht das verfassungsmäßige Recht, den Kanzler gehen zu heißen; aber wenn wir wollen, dann kann er nicht an seinem Platz bleiben. Das war an die Adresse der Herren vom Zentrum und der Demokratie im Mehrheitsblock gesagt.« WUA, Bd. 7/1, S. 147.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3694.Google Scholar
Vgl. dazu die verschiedenen, immer wiederkehrenden Klagen Westarps über zunehmende Einflußlosigkeit der Konservativen Partei wie über die Nicht-beteiligung der Konservativen an interfraktionellen Gesprächen, in: Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 485, 489, 497, 499 u. a.; ebenso die Reden Westarps im Reichstag, RT, Bd. 310, S. 3693ff., Bd. 311, 3953ff.; die Rede von Graefes, ibid. Bd. 310, S. 3735.Google Scholar
So Molkenbuhr in der Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion am 6.10.1917, SPD-Fraktion, S. 335.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3714EGoogle Scholar
Ibid.; vgl. auch den Beschluß der SPD-Fraktion zu dieser Debatte: »Die Reichstagsverhandlungen sollen im Sinne der Stellungnahme gegen die gesamte alldeutsche Agitation beeinflußt werden.« SPD-Fraktion vom 26. 9.1917, S. 327.Google Scholar
Alfred von Tirpitz, Erinnerungen, Leipzig 1920, S. 288. Eine gründliche Studie zur ‹Vaterlandspartei› fehlt bisher leider. Die Arbeit von K. Wort mann, Geschichte der Deutschen Vaterlandspartei 1917/18, Diss. Halle 1926, ist wegen ihrer einseitigen Wertungen nur begrenzt verwendbar.Google Scholar
Tirpitz, Erinnerungen, S. 288.Google Scholar
Fischer, Weltmacht, S. 565.Google Scholar
Vgl. dazu die Rede des Konservativen v. Graefe im Reichstag, RT, Bd. 310, S. 3732, der auf die Mitglieder der Vaterlandspartei aus den Reihen von FVP, Zentrum und vor allem der NL hinwies. Die FVP distanzierte sich allerdings schon sehr bald von der Vaterlandspartei; dazu Schulthess 1917/1, S. 858. Für das Verhältnis von Reichstagsmehrheit und Vaterlandspartei auch Alfred Kruck, Geschichte des alldeutschen Verbandes 1890–1939, Wiesbaden 1954, S. 84.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3736 (Rede v. Graefes), S. 3754 (Rede Werner); ebenso Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 481 f.Google Scholar
Vgl. dazu Fischer, Weltmacht, S. 565.Google Scholar
Fischer, Weltmacht, S. 568.Google Scholar
So Landsberg, RT, Bd. 310, S. 3718 ff.Google Scholar
Vgl. Michaelis, Für Staat und Volk, S. 332.Google Scholar
So hatte Keil am 3.10. in der Fraktionssitzung gefordert: »Es muß versucht werden, im Einvernehmen mit den Mehrheitsparteien die Regierung zu zwingen, eine klarere Erklärung zu den Kriegszielfragen, insbesondere zur belgischen Frage vor der Öffentlichkeit abzugeben.« SPD-Fraktion am 3.10.1917, S. 333.Google Scholar
Vgl. die Schilderung von Richard von Kühlmann, Erinnerungen, Heidelberg 1948, S. 512, ebenso Heljferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 814ff.Google Scholar
Vgl. die Unterredung mit Oberstleutnant von Haeften, IFA I, S. 214ff.Google Scholar
SPD-Fraktion vom 6.10.1917, S. 335.Google Scholar
Bericht Eberts, in: SPD-Fraktion vom 8. Oktober 1917, S. 336; ebenso IFA I, S. 215.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 8. Oktober 1917, IFA I, S. 215f., bes. S. 216, Anm. 5.Google Scholar
SPD-Fraktion vom 8. Oktober 1917, S. 335ff.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3758.Google Scholar
HA, 187. Sitzung vom 8. Oktober 1917, vgl. auch die Wiedergabe in: Schulthess 1917/1, S. 861 ff., ebenso den Bericht von Ebert in der SPD-Fraktion vom 9. Oktober 1917, S. 338, »Die Dinge sind nicht so gelaufen, wie wir es erwartet hatten.«Google Scholar
Gothein verlangte, die Regierung müsse sich gegen jede Agitation im Heere aussprechen: »Es müsse Klarheit geschaffen werden darüber, daß es nur eine einzige politische Gewalt im Reiche gäbe, daß der Herr Reichskanzler seine Politik auch gegen Widerstände im Heer und an anderen Stellen durchsetze.« HA, 187. Sitzung vom 8. Oktober 1917, S. 6f.Google Scholar
Erzberger lehnte eine Verantwortung des Reichstags für die Vorfälle im Plenum ab. Schuld an den neuen parlamentarischen Verstrickungen sei das »wenig glückliche Auftreten zweier Regierungsmitglieder«. Den Leitsätzen stimmte er zu und meinte, »wenn der Reichskanzler den vorgetragenen Wünschen entspreche, habe er die Überzeugung, daß wieder ein einziges Zusammengehen zwischen Regierung und Reichstag vorhanden sein würde«, ibid. S. 29–31.Google Scholar
Stresemann griff die Vorfälle im Reichstag auf und meinte, daß die Parteien weniger über den ‹sachlichen Kem› der Reden von Helfferich und Stein enttäuscht gewesen seien als über die Form des Vortrags: »Diese Form habe erst die Verstimmung geschaffen«, ibid. S. 7 ff.Google Scholar
Vgl. den entsprechenden Bericht Eberts, in: SPD-Fraktion vom 9. Oktober 1917, S. 338.Google Scholar
Dazu Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 191.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3773ff.Google Scholar
Vgl. dazu die in: IFA I, S. 221, Anm. 19, angegebene Literatur.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3789.Google Scholar
Ibid. S. 3795.Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 198.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3794.Google Scholar
Dazu richtig Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 201 f.: »Wer das Bestreben der bürgerlichen Mehrheitsparteien kannte, untern allen Umständen die geschlossene Front mit den Mehrheitssozialisten aufrechtzuerhalten,... «Google Scholar
Die immer wieder (etwa von Erich Matthias, Klaus Epstein u. a.) vorgebrachte These, das Zentrum sei die für die Mehrheitsbildung bis Ende 1918 ausschlaggebende Partei gewesen, läßt sich angesichts der hier beschriebenen Vorgänge kaum ohne wesentliche Einschränkungen halten. Die ganze Entwicklung des IFA beweist vielmehr, daß angesichts der bedrohlichen Radikalisierung des öffentlichen Lebens eine parlamentarische Mehrheitsbildung ohne die SPD kaum Aussicht auf längere Lebensdauer und politisches Gewicht hatte. Das zeigt sich bereits im Herbst 1917, wurde deutlicher in den Auseinandersetzungen während des Februar 1918 und gewann letzte Klarheit während der Regierungsbildungsverhandlungen im Herbst 1918, als die Sozialdemokraten zur ausschlaggebenden Kraft des Kabinetts Max von Baden wurden, vgl. Fallstudie Herbst 1918.Google Scholar
Heuss, Friedrich Naumann, S. 395. 116 RT, Bd. 310, S. 3795.Google Scholar
Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 627; vgl. auch Naumanns Reichstagsrede, in der von gemeinsamen Erklärungen der Parteien› gesprochen wird (RT, Bd. 310, S. 3795), ebenso IFA I, S. 218, Anm. 2.Google Scholar
Heuss, Friedrich Naumann, S. 397.Google Scholar
Kühlmann, Erinnerungen, S. 496.Google Scholar
Vgl. die Aufzeichnungen Stresemanns über die Kanzlerkrise vom 11.11.1917, IFA I, S. 569ff.Google Scholar
Vgl. den Bericht Richthof ens vor dem Untersuchungsausschuß: »... abgesehen von wenigen besonders rechts gerichteten und dissentierenden Abgeordneten der nationalliberalen Fraktion war nur eine Meinung vorhanden: nunmehr die Parlamentarisierung durchzuführen.... In diesen Verhandlungen sind die Parteien der Friedensresolution eigentlich sehr einmütig in Verbindung mit der nationalliberalen Fraktion vorgegangen. Irgendwelche Meinungsverschiedenheiten herrschten kaum.« WUA, Bd. 7/II, S. 221.Google Scholar
Vgl. Epstein, Matthias Erzberger, S. 248.Google Scholar
Aufzeichnung Stresemanns über die Kanzlerkrise vom 11.11.1917, IFA I, S. 570.Google Scholar
Vgl. Brief Stresemanns an Friedberg von 18.10.1917, in: IFA I, S. 570, Anm. 6.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 10.10.1917, IFA I, S. 219.Google Scholar
Haussmann, Schlaglichter, S. 147.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 23.10.1917, IFA I, S. 258.Google Scholar
Aufzeichnung Haussmanns vom November 1917, IFA I, S. 595. ›Google Scholar
Vgl. die Mitteilungen Payers an Haussmann über seine Unterredung mit Michaelis, IFA I, S. 227.Google Scholar
Vgl. die Meldung der frankfurter Zeitung› vom 12. 10.1917 (2. Morgenblatt), in der es über diese Unterredung u. a. hieß: »Einen bestimmten Auftrag der Mehrheitsparteien hatte Herr v. Payer, soviel man weiß, nicht.... « (Auszug, in: IFA I, S. 221, Anm. 17).Google Scholar
IFA I, S. 227.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3806.Google Scholar
Sowohl Ebert als auch David hatten sich in der Fraktionssitzung vom 8. Oktober nur sehr zögernd für eine Unterstützung des Antrags ausgesprochen, da ihnen — wie Ebert meinte — das Vorgehen der USPD von dem Bestreben geleitet schien, »nur unserer Fraktion Unannehmlichkeiten zu machen, nicht um Politik zu machen. Kommen sie aber mit ihrem Antrag, so werden wir vielleicht doch dafür stimmen müssen«. SPD-Fraktion vom 8. Oktober 1917, S. 337.Google Scholar
»Brief an die Deutsche Politik«, in: Deutsche Politik, Wochenschrift für Welt-und Kulturpolitik, hrsg. von Ernst Jäckh, Paul Rohrbach, Philipp Stein, 2. Jahrgang, S. 1362f. (Der Text auch in: IFA I, S. 586f., Anm. 15–17.)Google Scholar
IFA-Sitzung vom 10.10.1917, IFA I, S. 220.Google Scholar
RT, Bd. 310, S. 3829. Vgl. auch die Aufzeichnungen Haussmanns über den Verlauf der Kanzlerkrise, Nov. 1917, IFA I, S. 584ff.Google Scholar
Vgl. RT, Bd. 311, S. 3874ff.Google Scholar
RT, ibid. S. 3880ff.Google Scholar
Bericht Sädekums an den auf dem Parteitag in Würzburg weilenden Ebert vom 13.10.1917, IFA I, S. 225.Google Scholar
Unterredung Haussmanns mit Staatssekretär Helfferich vom 12.10.1917, IFA I, S. 221 ff. Das Zitat auf S. 222.Google Scholar
‹Frankfurter Zeitung› vom 13.10.1917 (2. Morgenblatt), »Die schleichende Krise«, S. 1, Sp. 1.Google Scholar
IFA I, S. 218ff.Google Scholar
Siehe Anm. 140.Google Scholar
Vgl. den Bericht Sädekums an Ebert über seine Unterredung mit dem Kanzler, IFA I, S. 224ff., ebenso die entsprechenden Ausführungen Michaelis’ gegenüber Trimborn, IFA I, S. 231, sowie Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 221 f.Google Scholar
Zeitweilig waren mehr als ein Dutzend Namen für eine denkbare Kanzlerkandidatur im Gespräch, u. a. auch Bülow, Max von Baden, Bernstorff, Fürst Hatzfeld, Kühlmann, Roedern, Solf u. a.Google Scholar
Vgl. Anm. 139.Google Scholar
IFA I, S. 224.Google Scholar
Dazu Varain, Freie Gewerkschaften, S. 95. 149 IFA I, S. 224. 150 IFA I, S. 225.Google Scholar
IFA I, S. 226.Google Scholar
Vgl. Trimborn über seine Unterredung mit Michaelis, IFA I, S. 230f.Google Scholar
Ibid. 155 Ibid. 156 Ibid. 157 Ibid.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 22.10.1917, IFA I, S. 133ff.Google Scholar
Vgl. die Wiedergabe bei Kühlmann, Erinnerungen, S. 501.Google Scholar
Vgl. Admiral von Müller, Regierte der Kaiser? Kriegstagebücher, Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marine-Kabinetts 1914–1918, hrsg. von Walter Görlitz, Göttingen 1959, S. 324 (Eintragung vom 9. Oktober).Google Scholar
Dazu Müller, Regierte der Kaiser, S. 326f., ebenso Rudolf von Valentini, Kaiser und Kabinettschef, Oldenburg 1931, S. 174.Google Scholar
Erich Ludendorff, Meine Kriegserinnerungen 1914–1918, Berlin 1919, S. 419; das Gegenteil behauptet Oberst Bauer, Der Große Krieg in Feld und Heimat, Erinnerungen und Betrachtungen, Tübingen 1921, S. 144.Google Scholar
IFA I, S. 248f.Google Scholar
Vgl. die IFA-Sitzung vom 22.10.1917, IFA I, S. 239.Google Scholar
IFA I, S. 246.Google Scholar
Dazu die Ausführungen von Epstein, Matthias Erzberger, S. 250.Google Scholar
Siehe Anm. 145.Google Scholar
Vgl. die IFA-Sitzung vom 22.10.1917, bes. die Ausführungen von Trimborn, S. 233f., und Stresemann, S. 236.Google Scholar
IFA I, S. 241 f.Google Scholar
So KeinaTh (NL): »Das Regierungssystem muß geändert werden. Dem Kaiser soll gesagt werden, daß der neue Mann mit den Parteien zuerst verhandelt.« (IFA I, S. 239f.)Google Scholar
IFA I, S. 238.Google Scholar
IFA I, S. 289; IFA-Sitzung vom 24.10.1917, Keinath (NL).Google Scholar
Vgl. Haussmann, Schlaglichter, S. 148ff., ebenso Max von Baden, Erinnerungen, S. 151, Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 208.Google Scholar
Vgl. den Brief Davids an Südekum vom 23.10.1917, IFA I, S. 274.Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 241, Anm. 43.Google Scholar
Für viele: Epstein, Matthias Erzberger, S. 248.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 22.10.1917, wo die Formulierung prägnanter lautet: »Der geschickteste Diplomat«, IFA I, S. 242. Dazu den Kommentar von Haussmann, IFA I, S. 246.Google Scholar
IFA I, S. 242 und 295.Google Scholar
IFA I, S. 342.Google Scholar
Für die — umstrittene — Haltung der OHL zu einer neuerlichen Kandidatur von Bülow vgl. die in IFA I, S. 245, Anm. 58, angegebene Literatur, ebenso IFA I, S. 452, 476.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 22.10.1917, Beitrag Südekum, S. 240; Brief Davids an Südekum, IFA I, S. 274.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 22.10.1917, Beitrag Fischbeck, S. 240; Haussmann, S. 241; ebenso Unterredung Haussmanns mit Helfferich vom 12.10.1917, IFAI, S. 223. 184 Vgl. IFA-Sitzung vom 22.10.1917, Beitrag Trimborn gegen Bülow (‹personaingratissima›), S. 245, für Bülow Erzberger, S. 243 u. a.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 22.10.1917. Beitrag Stresemann für Bülow, S. 244; Junck gegen Bülow, S. 246.Google Scholar
Obgleich Westarp sich gegenüber Stresemann bezüglich einer Kanzlerschaft Bülows am 21.9.1917, nicht direkt negativ ausgesprochen hatte (Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 491), schreibt er an anderer Stelle, die Konservativen hätten sich diesem Plane gegenüber ‹durchaus ablehnend› verhalten, ibid. S. 483.Google Scholar
Vgl. bes IFA I, S. 246.Google Scholar
So Erzberger, IFA I, S. 239.Google Scholar
Schulthess 1917/1, S. 820f.Google Scholar
IFA I, S. 423.Google Scholar
Zur Frage ‹Elsaß-Lothringen› vgl. Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 118.Google Scholar
Vgl. Epstein, Matthias Erzberger, S. 246f.Google Scholar
Dazu Fischer, Weltmacht, S. 562ff.Google Scholar
Aufzeichnung Stresemanns über den Verlauf der Kanzlerkrise, IFA I, S. 584; ähnlich Stresemann in einem Brief an Stöve vom 9.11.1917, IFA I, S. 558 ff., bes. S. 560. Für die generelle Stellung der NL-Reichstagsfraktion zum ‹Mehr-heitsprogramm› vgl. auch die Entschließung des NL-Vorstandes vom 30. Oktober 1917, in: Schulthess 1917/1, S. 951.Google Scholar
Vgl. Aufzeichnung Stresemanns, IFA I, S. 584 (Punkt 3).Google Scholar
Erlaß der Gewerbeordnung vom 21.6.1869, Reichsgesetzblatt, S. 245; §153 wurde am 22. Mai 1918 auf Drängen der Mehrheitsparteien von Hertling aufgehoben (Reichsgesetzblatt, S. 423).Google Scholar
Vgl. dazu ausführlicher Ludwig Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Zeit, Stuttgart 1949, S. 46, ebenso Varein, Freie Gewerkschaften, S. 101.Google Scholar
Epstein, Matthias Erzberger, S. 249.Google Scholar
So hatten sich beispielsweise die Mitgliederzahlen durch Krieg und Spaltung wie folgt entwickelt:Google Scholar
– 1 085 905 Mitglieder (Stand 31. März 1914)Google Scholar
– 585 898 MitgliederGoogle Scholar
– 432 612 MitgliederGoogle Scholar
– 243 061 MitgliederGoogle Scholar
(Die Zahlen beziehen sich auf die am Jahresschluß organisatorisch erfaßten und bezahlenden Mitglieder. Die zum Heeresdienst eingezogenen sind nicht mitgezählt.)Google Scholar
Protokoll über die Verhandlungen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, abgehalten in Würzburg vom 14. bis 20. Oktober 1917, S. 10.Google Scholar
Die Parteiführung sah sich wegen ihrer Beteiligung an den interfraktionellen Beratungen teilweise einer äußerst scharfen Kritik ausgesetzt (vgl. z. B. die Rede von Hoch, ibid. S. 339 ff.), was die einzelnen Vorstandsmitglieder immer wieder zu einer nachdrücklichen Verteidigung der Mehrheitspolitik zwang (vgl. die Reden von Scheidemann, ibid. S. 277ff.; Molkenhuhr, ibid. S. 289ff., und die Schlußrede Eberts, ibid. S. 307ff., David, ibid. S. 316ff.).Google Scholar
IFA I, S. 253 ff.Google Scholar
Ebert hatte in seiner Eröffnungsrede auf dem Würzburger Parteitag u. a. gesagt: »Wie die Sozialdemokratie zu der Regierung der Herren Michaelis, Helfferich und Capelle steht, das hat sie im Reichstag mit ziemlicher Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht. Wir legen Wert darauf, auch hier zu sagen: Bei dieser Absage bleibt es, die Verhandlungen dieses Parteitages werden dazu beitragen, diese Absage noch kräftiger zu unterstreichen (Stürmischer anhaltender Beifall).« Protokoll des SPD-Parteitags, Würzburg 1917, S. 227.Google Scholar
Vgl. Stresemann, Reden und Schriften, Bd. I, S. 143 ff., ebenso den Bericht Westarps über eine Anfrage Stresemanns, ob die Konservativen zu einer Koalitionsregierung bereit seien, Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 490 f. Vgl. auch IFA I, S. 244 (Beitrag Richthofen). Google Scholar
IFA-Sitzung vom 22.10.1917, IFA I, S. 242 (Beitrag Südekum). Google Scholar
Bezeichnend in diesem Zusammenhang war die Bemerkung Keinaths (NL): »Ein Koalitionsministerium dürften wir nicht von vornherein ablehnen, weil wir sonst uns ins Unrecht setzten.«, IFA I, S. 245.Google Scholar
Vgl. die Ausführungen Erzbergers in der IFA-Sitzung vom 25.10. 1917, IFA I, S. 304f.Google Scholar
Da Helfferich sich darüber im klaren war, daß sein weiteres politisches Schicksal mit dem von Michaelis eng verbunden war, bot er alles zu dessen Gunsten auf, um ihn zu unterstützen, vgl. Besprechung der Staatssekretäre und preußischen Staatsminister am 30.10.1917, IFA I, S. 373 ff., bes. 378.Google Scholar
vgl. IFA-Sitzung vom 23.10.1917, IFA I, S. 257 (Beitrag Rießer — NL).Google Scholar
IFA I, S. 253ff.Google Scholar
IFA I, S. 264f.Google Scholar
Valentini, Kaiser und Kabinettschef, S. 177.Google Scholar
Ygi Protokoll der Unterredung von Trimborn, Fischbeck, Stresemann und Südekum mit von Valentini, IFA I, S. 265 f.Google Scholar
IFA I, S. 266.Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 203, Michaelis, Für Staat und Volk, S. 368, die beide der Ansicht sind, das überreichte Gesuch der Mehrheitsparteien setzte die Demission von Michaelis als selbstverständlich voraus.Google Scholar
IFA I, S. 267 (Bericht Trimborns im IFA).Google Scholar
IFA I, S. 268 (Bericht Trimborns im IFA).Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 204f.Google Scholar
Ibid. S. 312f.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 24.10.1917, IFA I, S. 275ff.Google Scholar
Vgl. die Ausführungen Sädekums, IFA I, S. 296/278.Google Scholar
vgl. IFA-Sitzung vom 23. 10. 1917, IFA I, S. 270 (Bericht Sädekums); vgl. auch Patemann, Wahlreform, S. 97ff., bes. S. 112ff.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 24.10.1917, IFA I, S. 281.Google Scholar
IFA I, S. 282.Google Scholar
IFA I, S. 279f.Google Scholar
IFA I, S. 276f.Google Scholar
Vgl. die ‹drei Eventualitäten› Trimborns, IFA I, S. 289ff.Google Scholar
IFA I, S. 284 (Beitrag Staves). Google Scholar
IFA I, S. 278 (Beitrag Südekums). Google Scholar
Dazu bemerkte Haussmann: »Frage der Namen: wir sind in überraschender Weise nahegekommen. Nationalliberale und Sozialdemokraten schlagen vor einen Zentrumsmann. Das ist sachlich.« IFA I, S. 292f.Google Scholar
Vgl. die zitierten Pressestimmen, in: IFA I, S. 591, Anm. 32.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 24.10.1917, IFA I, S. 297f.Google Scholar
Vgl. dazu den ursprünglichen, von Erzberger formulierten Vorschlag, in dem Michaelis Abgang direkt gefordert, Kühlmann als möglicher Nachfolger und Fehrenbach als denkbarer Vizekanzler vorgeschlagen worden waren, IFA I, S. 294f.Google Scholar
IFA I, S. 280ff.Google Scholar
Unterredung Erzbergers mit Admiral von Müller, IFA I, S. 299; vgl. auch Müller, Regierte der Kaiser?, S. 327. 236 Frankfurter Zeitung vom 23. Oktober 1917 (2. Morgenblatt), Leitartikel: ‹Die Mehrheitsparteien und der Kanzler›. 348Google Scholar
Vgl. dazu Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 480ff. 138Müller, Regierte der Kaiser?, S. 324.Google Scholar
Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 493.Google Scholar
Diese sehr häufig gebrauchte Formel wurde vor allem auch zugunsten der ‹Vaterlandspartei› immer wieder angeführt, vgl. für viele den Bericht Erzbergers, in: IFA I, S. 310f.Google Scholar
Die SPD hatte sich auf ihrem Würzburger Parteitag gegen eine Reichstagsauflösung festgelegt, vgl. Protokoll des SPD-Parteitags, Würzburg 1917, S. 326 (Rede Davids). Google Scholar
Vgl. die von den Mehrheitsparteien am 25.10.1917 beschlossenen Richtlinien, nach denen die dem IFA nahestehende Presse gegen Michaelis schreiben sollte, IFA I, S. 314f.Google Scholar
Vgl. dazu IFA I, S. 322, Anm. 4; ebenso die IFA-Sitzung vom 30.10.1917, IFA I, S. 363 (vor allem Bericht Fischbecks), und IFA-Sitzung vom 31.10.1917, IFA I, S. 385, bes. 386 (Bericht Fiscbbeck). Google Scholar
Varein, Freie Gewerkschaften, S. 95, und Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 209.Google Scholar
Vgl. Schulthess 1917/1, S. 933ff.Google Scholar
Dazu Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 119 ff.Google Scholar
Zur Biographie Hertlings vgl. im einzelnen u. a. Karl Bachern, Vorgeschichte, Geschichte und Politik der deutschen Zentrumspartei, Köln 1930, Bd. IV, S. 90, Bd. VII, S. 97ff.; Epstein, Matthias Erzberger, S. 59 und S. 251; Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 119; Kühlmann, Erinnerungen, S. 511; Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 53.Google Scholar
Die Ausführungen Hertlings sind wiedergegeben in Schulthess 1917/1, S. 933f. und S. 939f.Google Scholar
Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 121.Google Scholar
Bachern, Zentrumspartei, Bd. VIII, S. 48.Google Scholar
Für die hohe körperliche Gebrechlichkeit Hertlings vgl. die Schilderung seines Arbeitstages als Reichskanzler, in: Karl Graf Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, Erinnerungen an die Kanzlerschaft meines Vaters, Freibürg 1919, S. 45, ebenso Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 53 f.Google Scholar
Hoop, Die Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 122; vgl. auch Georg Frhr. von Hert ling, Kleine Schriften zur Zeitgeschichte und Politik, Freiburg 1897, S. 59 und S. 82f., und zur politischen Philosophie Hertlings vgl. derselbe: Recht, Staat und Gesellschaft, Kempten und München 1917 (4. Auflage).Google Scholar
Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 25.Google Scholar
Dazu IFA I, S. 335, Anm. 11.Google Scholar
Vgl. Schulthess 1917/1, S. 934. 258 IFA I, S. 334ff.Google Scholar
Hertling hatte am 28. Oktober mit folgenden Parteiführern Besprechungen geführt: Erzberger (vgl. IFA I, S. 322, S. 560, Epstein, Matthias Erzberger, S. 252, Max von Baden, Erinnerungen, S. 149); Ebert (vgl. IFA I, S. 336, Anm. 3, Max von Baden, Erinnerungen, S. 149); Westarp (IFA I, S. 577, Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 491 ff).Google Scholar
ass Vgl. dazu die Äußerung Spahns: »Sehr verübelt sei ihm (gemeint ist Hertling, d. Verf.) in Kreisen des Zentrums worden, daß er zuerst Erzberger empfangen habe«, IFA I, S. 377 (Besprechung der Staatssekretäre und preußischen Staatsminister).Google Scholar
vgl. Valentini, Kaiser und Kabinettchef, S. 179.Google Scholar
Vgl. dazu Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 493, und Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 221.Google Scholar
Vgl. die Aufzeichnung Erzbergers über den Verlauf der Kanzlerkrise, IFA I, S. 561.Google Scholar
vgl. Protokoll der ‹Unterredung Erzbergers mit Hertling vom 28. 10.1917›, IFA I, S. 322; zur Frage ‹Elsaß-Lothringens›, IFA I, S. 323, Anm. 10, vgl. auch Anm. 315.Google Scholar
‹Denkschrift Erzbergers über die Trennung des Reichskanzleramtes vom preußischen Ministerpräsidium› vom 29.10.1917, IFA I, S. 327ff.Google Scholar
Der Versuch, Hertlings Kanzlerschaft durch seine vorherige Festlegung auf ein bestimmtes, für ihn schwer annehmbares Programm zu verhindern, war, wie Haussmann betonte, nur eine »halbe Ehrlichkeit« (IFA I, S. 436) und schon deshalb zweischneidig, weil im Falle der — allerdings unerwarteten Annahme (vgl. Erzberger: »Auch Tirpitz könnte unser Programm annehmen«, IFA I, S. 393) jeder sonstige sachliche Grund gegen Hertling entfallen mußte.Google Scholar
IFA I, S. 334ff.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 24.10.1917, IFA I, S. 288 (Beitrag Lieschning). Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 338 (Beitrag Haussmann) und S. 346 (Lieschning); dagegen Erz-berger, IFA I, S. 360.Google Scholar
IFA I, s. 335; vgl. dagegen Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 484, der Michaelis gegenüber aus ‹sachlichen Bedenken› gegen eine Trennung der Ämter sprach; s. auch Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 495, wo die Trennung vorübergehend gutgeheißen wird.Google Scholar
Vgl. ‹Tagebuchartige Notizen› Haussmanns vom 28./29.10.1917, IFA I, S. 325.Google Scholar
Aufzeichnung Erzbergers über den Verlauf der Kanzlerkrise, IFA I, S. 561.Google Scholar
Vgl. dazu WUA, Bd. 7/II, S. 250, ebenso Epstein, Matthias Erzberger, S. 252f.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 29.10.1917, IFA I, S. 341 f.Google Scholar
Die einzelnen Gründe, die Erzberger zu seiner negativen Einstellung gegen eine Kandidatur Hertlings bewogen, sind von ihm selber aufgezählt: IFA I, S, 334f.Google Scholar
IFA I, S. 342 (Beitrag Erzberger).Google Scholar
Vgl. Max von Baden, Erinnerungen, S. 148f.Google Scholar
Vgl. die symptomatische Bemerkung Haussmanns: die »Zeit verlangt einen linksgerichteten Zentrumsmann«, IFA I, S. 338.Google Scholar
Der gelegentlich, vor allem von Bredt, Der deutsche Reichstag, S. 173, erhobene Vorwurf, die Mehrheitsparteien hätten Graf Hertling als Anhänger des parlamentarischen Regierungssystems eingeschätzt, ist unbegründet. Die Protokolle zeigen deutlich, daß man die Gegnerschaft Hertlings gegenüber Verfassungsreformen zur Kenntnis genommen hatte.Google Scholar
IFA I, S. 344.Google Scholar
So Staatssekretär Solf in einem Gespräch vom 29.10.1917 mit Erzberger, IFA I, S. 333, und ähnlich Stresemann in seiner Aufzeichnung, IFA I, S. 578.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 29.10.1917, IFA I, S. 340.Google Scholar
IFA I, S. 362; die Diskussion zur Kandidatenliste, IFA I, S. 356ff.Google Scholar
Vgl. dazu IFA-Sitzung vom 30.10.1917, S. 363ff.Google Scholar
IFA I, s. 366 (Beitrag Erzberger); vgl. dagegen den Beitrag Ebert, ibid.Google Scholar
IFA I, S. 368.Google Scholar
Zur politischen Stellung Friedbergs in der ntl. Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses, vgl. die entsprechenden Abschnitte bei Hartwig Thieme, Nationaler Liberalismus in der Krise. Die national-liberale Fraktion des Preußischen Abgeordnetenhauses 1914–1918 (Schriften des Bundesarchivs, Bd. 11), Boppard am Rhein 1963.Google Scholar
Vgl. Erzberger, Erlebnisse, S. 294. 288 IFA I, S. 373ff.Google Scholar
Kühlmann besprach sich am 30.10. mit Richthofen, Ebert und Erzberger, am folgenden Tage mit Stresemann, vgl. IFA I, S. 382, Anm. 4. Die Unterredung mit Erzberger, IFA I, S. 381, mit Richthofen, WUA, Bd. 7/H, S. 223 f.Google Scholar
IFA I, S. 382.Google Scholar
Vgl. die Meldung der frankfurter Zeitung› vom 1.11.1917 (Abendblatt:) »Durch das Eingreifen des Staatssekretärs von Kühlmann haben die Verhandlungen der Mehrheitsparteien mit dem Grafen Hertling, die vorgestern fast als gescheitert anzusehen waren, eine günstige Wendung genommen und in den gestern geführten Verhandlungen hat sich zwischen der Auffassung der Mehrheitsparteien und dem Standpunkt des Grafen Hertling eine Annäherung herausgestellt.« S. 1, Sp. 4.Google Scholar
Epstein, Matthias Erzberger, S. 254.Google Scholar
Noch am 30.10. hatte Erzberger — nach dem Zeugnis Richthofens (WUA, Bd. 7/II, S. 223f.) — den Versuch gemacht, Bülows Kanzlerschaft zu forcieren; aber schon einen Tag später sprach er sich im IFA für die Kandidatur Hertlings aus (IFA-Sitzung vom 31.10.1917, IFA I, S. 385E).Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 217.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 31.10.1917, IFA I, S. 393.Google Scholar
IFA I, S. 385 ff.Google Scholar
So Scheidemann im IFA, IFA I, S. 390.Google Scholar
Mit der FVP hatte Kühlmann nicht verhandelt, vgl. IFA I, S. 429 (Unterredung Erzbergers mit Graf Hertling).Google Scholar
IFA I, S. 386 (Beitrag Trimborn). Google Scholar
Am 1. November 1917 (2. Morgenblatt) schrieb die Frankfurter Zeitung in ihrem Leitartikel ‹Die Kanzlerkrise›: »Man scheint überhaupt die Parlamentarisierung ganz ähnlich wie bei der Entlassung des Herrn von Bethmann Hollweg, weil man sich grundsätzlich über sie nicht recht einigen kann, durch die Ernennung von Abgeordneten für Ministerposten oder ähnliches markieren zu wollen,...« S. 1.Google Scholar
IFA I, S. 388 (Beitrag Ebert).308 IFA I, S. 391.Google Scholar
IFA I, S. 398f.Google Scholar
Vgl. die Diskussionsbeiträge von Ebert (IFA I, S. 389), Richthofen (IFA I, S. 395), Emerger (IFA I, S. 394).Google Scholar
IFA I, S. 391.Google Scholar
Die Demission Helfferichs war in der Fraktionssitzung der Sozialdemokraten vom 8. Oktober gefordert worden. SPD-Fraktion, S. 337. 310 Vgl. das Protokoll der Unterredung Erzbergers mit Staatssekretär von Kühlmann, IFA I, S. 380ff., bes. S. 383, Anm. 10.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 31.10.1917, IFA I, S. 395 (Beitrag v. Richthofens) und S. 366 (Beitrag Eberts). Google Scholar
IFA I, S. 396 (Berichte von Dove und Rießer). Google Scholar
Bereits am 17. Oktober hatte die frankfurter Zeitung› gemeldet, »daß der Reichskanzler Dr. Michaelis nach Schluß der Reichstagssession dem Abgeordneten v. Payer die Stelle des Vizekanzlers angeboten haben soll, daß der Führer der Fortschrittlichen Partei dieses Anerbieten aber abgelehnt habe.« In derselben Nummer dementierte allerdings Payer, daß es ein solches Angebot gegeben haben solle, Frankfurter Zeitung vom 17. Oktober 1917 (2. Morgenblatt), S. 1, Sp. 4.Google Scholar
IFA I, S. 399 f.Google Scholar
Vgl. u.a. zur Entwicklung der Frage ‹Elsaß-Lothringens›: Karl-Heinz Janßen, Macht und Verblendung, Kriegsziele der deutschen Bundesstaaten 1914–1918, Göttingen 1963, bes. S. 167f., 196, 221.Google Scholar
Vgl. dazu das Protokoll der Unterredung Erzbergers mit Staatssekretär von Kühl-mann, IFA I, S. 383 (Punkt 3).Google Scholar
Vgl. dazu die Berichte in der IFA-Sitzung vom 3.11.1917, IFA I, S. 438ff.Google Scholar
Vgl. dazu den Brief Stresemanns an den Bayerischen Reichsrat Franz von Buhl, IFA I, S. 476. In diesem Zusammenhang muß darauf verwiesen werden, daß die von Klaus Epstein in seiner Besprechung der Quellenedition vertretene Meinung, »die Ernennung von Hertling nach vorübergehender Vereinbarung eines Programmes mit den Mehrheitsparteien bedeutete den Höhepunkt des Einflusses des IFA« (HZ, 1961, S. 582) die Gegnerschaft der Mehrheitsparteien gegen dessen Kandidatur bagatellisiert, zum anderen aber nur dann richtig ist, wenn man die KabinetThildung vom Herbst 1918 aus der Geschichte des IFA streicht, eine freilich unzulässige Interpretation.Google Scholar
Vgl. Teil II, S. 101ff.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 31.10.1917, IFA I, S. 401 (Beitrag Juncks, der auf Art. 9 RV bezogen war).Google Scholar
IFA I, S. 403f.Google Scholar
Beginnend mit der IFA-Sitzung vom 1.11.1917, IFA I, S. 409ff.Google Scholar
Der Vizekanzler war, im Unterschied zu den ‹Fachministern›, als rein ›politischer Ministen‹ konzipiert, vgl. dazu u. a. IFA-Sitzung vom 7.11.1917, IFA I, S. 523 (Beitrag Stresemanns)’, auch Bredt, Der Deutsche Reichstag, S. 174ff.Google Scholar
Am 6. November 1917 schrieb die frankfurter Zeitung› (Abendblatt) zur Kandidatur Payers: »Die Mehrheitsparteien aber wissen, warum sie die Berufung gerade dieses volksparteilichen Führers fördern. Herr v. Payer ist in dem Zusammenarbeiten der Mehrheitsparteien immer häufiger deren gemeinsamer Repräsentant und Sprecher geworden, dem es immer wieder gelungen ist, die Mehrheit zu einheitlichem, ruhig-planmäßigem Handeln zu bringen... « S. 1, Sp. 4.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 5. 11.1917, IFA I, S. 460.Google Scholar
Zur Bedeutung der preußischen Wahlrechtsreform in diesen Regierungsbildungsverhandlungen vgl. Patemann, Wahlrechtsreform, S. 115 ff., ebenso Thieme, Nationaler Liberalismusi in der Krise, S. 104 ff.Google Scholar
Für Stresemann war ein nationalliberaler Vizepräsident in Preußen überdies Voraussetzung für die Untarstützung Hertlings im Reich, der seiner Meinung nach in Preußen nur mit ‹liberralem Einschlag zu tragen war (IFA I, S. 448). Stresemann stellte sich Hertlings Ernennung als Sieg des konservativen Zentrumflügels über Erzberger dar (IFA I, S. 476), ein vorübergehendes Provisorium (IFA I,S. 477), angesichts dessen Friedbergs Ernennung schon deshalb wichtig für ihn wurde, »um zu verhindern, daß die Zentrumsherrschaft auch noch auf den preußischen Landtag übergreift« (ibid.). Vgl. Unterredung Erzbergers mit Graf Hertling, am 2.11.1917, IFA I, S. 428.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 1. 11.1917, IFA I, S. 411 (Beitrag Trimborn). Google Scholar
IFA I, S. 413.Google Scholar
Vgl. Protokoll des SPD-Parteitages, Würzburg 1917, S. 404ff., Rede Scheidemanns, der u. a. sagte: »Die deutsche Sozialdemokratie — ich will es ganz offen aussprechen — ist durch den Krieg zu einer Partei geworden mit der unmittelbaren Anwartschaft auf die Macht im Staate. So oder so wird sich das parlamentarische System durchsetzen, Deutschland wird nach dem Kriege eine parlamentarisch-demokratisches Staatswesen sein. Und es wird bei uns ebenso sein, wie es in England war, daß nämlich die Partei, der die Mehrheit der Parlamentssitze zufällt, auch die Regierung zu stellen und die Verantwortung zu tragen hat. So werden die ersten Reichstagswahlen nach dem Krieg eine ganz andere Bedeutung haben als jemals in Deutschland Wahlen zuvor.« S. 406f. Vgl. ebenso die Rede Gradnauers, S. 417.Google Scholar
IFA I, S. 416.Google Scholar
Vgl. den Brief Stresemanns an den bayerischen Reichsrat Franz von Buhl, vom 5.11.1917, IFA I, S. 477 (ebenso den Brief an v. Buhl vom 12.11.1917, IFA I, S. 477, Anm. 7). IFA-Sitzung vom 3.11.1917, IFA I, S. 451.Google Scholar
Dazu IFA I, S. 416 (Beitrag Haussmann). Google Scholar
IFA I, S. 414.Google Scholar
IFA I, S. 420.Google Scholar
So Haussmann in einem Brief an Payer vom 2.11.1917, IFA I, S. 436.Google Scholar
Vgl. IFA-Sitzung vom 1.11. 1917, IFA I, S. 420 (Beitrag Scheidemann). Die SPD-Fraktion trat nach ihrer Sitzung vom 9. Oktober erst am 28. November 1917 wieder zusammen, d. h. die SPD-Führung verhandelte im IFA ohne politische Absicherung durch die Reichstagsfraktion.Google Scholar
IFA I, S. 414 (Beitrag Ebert). Google Scholar
IFA I, S. 421 (Beitrag David). Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 447.Google Scholar
Siehe den Brief Stresemanns an Erzberger vom 3.11. 1917, IFA I, S. 453. Ähnliche Bedenken hatte offenbar auch Trimborn, vgl. die entsprechende Mitteilung von Haussmann an Payer in seinem Brief, IFA I, S. 436.Google Scholar
IFA I, S. 435 ff.Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 47. Wie wenig persönliches Engagement mit einem solchen Angebot von Payer verbunden wurde, zeigt die auf-schlußreiche Stelle: »So war ich eine Art Minister geworden, ohne es eigentlich gewollt zu haben. Ich habe — es hing das nicht nur mit einem gewissen Unabhängigkeitsbedürfnis, sondern auch mit meiner ganzen oppositionellen Entwicklung zusammen — niemals Neigung gehabt, in irgendwelcher Stellung in den Reichs- oder Staatsdienst einzutreten«, ibid. In diesem Zusammenhang sind auch die Gründe von psychologischem› Interesse, die Dove gegen eine eventuelle Kandidatur für das Amt des preußischen Handelsministers angegeben hat: »Ich bin mir meiner Schattenseiten bewußt, Mangel einer Gattin und Toiletten« ?, IFA I, S. 433.Google Scholar
Vgl. die Aufzeichnungen Richthofens über die Sitzung der nationalliberalen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses vom 14.11. 1917, IFA I, S. 606 ff., ebenso Thieme, Nationaler Liberalismus in der Krise, S. 104 f.Google Scholar
Aufzeichnung Stresemanns über den Verlauf der Kanzlerkrise, IFA I, S. 579 f. 848 Vgl. Unterredung Erzbergers mit Graf Hertling am 2. 11. 1917, IFA I, S. 427, ebenso IFA I, S. 412 (Bericht Trimborn); Erzberger; Erlebnisse, S. 296. 349 IFA I, S. 593, Anm. 48.Google Scholar
So Haussmann in seinem Brief an Payer vom 4.11.1917, IFA I, S. 455.Google Scholar
Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 496. 352 vgl. IFA I, S. 439, Anm. 2 und 3.Google Scholar
Vgl. Schulthess 1917/1, S. 956; Helfferich, Der Weltkrieg, Bd III, S. 218; Erzberger, Erlebnisse, S. 296.Google Scholar
Hierzu Fischer, Weltmacht, S. 576, und Werner Connue, Polnische Nation und Deutsche Politik im Ersten Weltkrieg, Köln-Graz 1958, S. 325ff.; vgl. ebenso Müller, Regierte der Kaiser?, S. 329.Google Scholar
Vgl. die IFA-Sitzung vom 3. 11. 1917, IFA I, S. 438ff., bes. S. 444 (Beitrag Haussmanns), S. 446 (Beitrag Lieschnings), S. 448–450 (Beitrag Erzbergers), S. 449 (Beitrag Davids). Google Scholar
Vgl. seinen Brief an Reichsrat von Buhl vom 5.11.1917, IFA I, S. 477.Google Scholar
IFA I, S. 451 f:Google Scholar
Vgl. dazu Ernst Deuerlein, Eine unbekannte Kontroverse zwischen Staatsminister Graf Herding und OHL, in: Historisches Jahrbuch, Bd. 70 (1951), S. 260–295; ebenso Hoop, Innenpolitik Michaelis/Hertling, S. 145 ff., und Brich Ludendorff, Meine Kriegserinnerungen 1914–1918, Berlin 1919, S. 421.Google Scholar
IFA I, S. 453 ff.Google Scholar
Vgl. den Brief Haussmanns an Payer, vom 4. 11. 1917, IFA I, S. 454.Google Scholar
Unterredung Erzbergers mit Graf Hertling, am 4.11.1917, IFA I, S. 465.Google Scholar
IFA I, S. 465 f.Google Scholar
Die FVP hatte sich in einer kurzen Zwischensitzung dahingehend geeinigt, an Stelle der ursprünglich beabsichtigten Kandidatur Doves nunmehr Fischbeck als neuen Kandidaten für das Amt des preußischen Handelsministers zu benennen, vgl. IFA I, S. 471 f.Google Scholar
Schreiben der Vertreter der Mehrheitsparteien an Reichskanzler Graf Hertling, vom 5.11.1917, IFA I, S. 473.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 5.11.1917, IFA I, S. 464 (Beitrag Haussmann). Google Scholar
IFA I, S. 467 f. (Beitrag David). Google Scholar
Erzberger, Erlebnisse, S. 297.Google Scholar
Vgl. Unterredung Erzbergers mit Stresemann und Friedberg und gemeinsamer Besuch Erzbergers und Stresemanns bei Reichskanzler Graf Hertling, am 5.11.1917, IFA I, S. 474ff.Google Scholar
Unterredung des Abg. Erzberger mit Reichskanzler Graf Hertling, IFA I, S. 475.Google Scholar
Unterredung der Abg. Erzberger und Stresemann mit Reichskanzler Graf Hertling, IFA I, S. 479.Google Scholar
IFA I, S. 480ff.Google Scholar
So Lieschning, IFA I, S. 507.Google Scholar
IFA I, S. 493 (Beitrag Wiemer). Google Scholar
Vgl. die Ausführungen Eberts, IFA I, S. 491. 378 IFA I, S. 485.Google Scholar
IFA I, S. 492 (Beitrag Ebert). Google Scholar
IFA I, S. 496 (Beitrag David). Google Scholar
IFA I, S. 485 (Beitrag Lieschning). Google Scholar
IFA I, S. 500 (Beitrag Haussmann); vgl. auch den Beitrag Davids, ibid. S. 496.Google Scholar
IFA I, S. 500 (Beitrag Haussmann); ähnlich David, ibid. S. 497.Google Scholar
IFA I, S. 508 f.Google Scholar
Aufzeichnung Stresemanns über den Verlauf der Kanzlerkrise vom 11. 11. 1917, IFA I, S. 582.Google Scholar
Telefongespräch zwischen Stresemann und Erzberger vom 6.11.1917, IFA I, S. 514. 389 Vgl. die entsprechenden Aufzeichnungen von Stresemann, IFA I, S. 582; ebenso bemerkte Richthof en in der IFA-Sitzung vom 7.11.1917: »In vielen Kreisen der Nationalliberalen ist man sehr zufrieden, daß Friedberg erledigt ist«, IFA I, S. 534; vgl. auch Thieme, Nationaler Liberalismus in der Krise, S. 137, der ebenfalls die Vermutung einer geplanten Aktion nahelegt und den Kommentar der frankfurter Zeitung› (2. Morgenblatt) vom 7.11.1917: »Man wird den Eindruck nicht los, daß mit dieser Begründung Herr Dr. Friedberg den Mehrheitsparteien des Reichstags in den Rücken fällt, und daß er zu einer Sprengung der jetzigen Mehrheitsbildung beizutragen sucht,... «. S. 1, Sp. 4. 390 Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 221: »Einen Augenblick schien es so, als ob die Ablehnung... ein Abrücken der Nationalliberalen von den Mehrheitsparteien zur Folge haben würde.«Google Scholar
Aufzeichnung Stresemanns über den Verlauf der Kanzlerkrise vom 11.11.1917, IFA I, S. 582.Google Scholar
Darauf zielte sein Hinweis, daß das Zentrum während der letzten IFA-Sitzungen zumeist nur durch Erzberger vertreten gewesen sei und die NL nicht genau wüßten, inwieweit die Zentrumsführung über die IFA-Verhandlungen unterrichtet werde, IFA I, S. 521.Google Scholar
IFA I, S. 537.Google Scholar
IFA I, S. 528 (Beitrag Ebert). Google Scholar
IFA I, S. 523 (Beitrag Stresemann). Google Scholar
IFA I, S. 518 (Beitrag Rießer). Google Scholar
IFA I, S. 538.Google Scholar
Vgl. Erzberger, Erlebnisse, S. 298.Google Scholar
IFA I, S. 520 (Beitrag Erzberger). Google Scholar
IFA I, s. 533 (Beitrag Wiemer). Google Scholar
IFA I, S. 538 (Beitrag David). Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 526 (Beitrag Stresemann), S. 534f. (Beitrag Richthofen); ebenso Patemann, Wahlreform, S. 118.Google Scholar
IFA I, S. 535 f.Google Scholar
IFA I, S. 543 (Beitrag Erzberger). Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 221 f.Google Scholar
IFA I, S. 523.Google Scholar
IFA I, S. 542 (Beitrag Fischbeck). Google Scholar
Vgl. den Beitrag Erzbergers, IFA I, S. 535 f., der die Realisierung dieser beiden Berufungen als eine »politisch und international... kolossale Sache... « wertete.Google Scholar
IFA I, S. 522 (Beitrag Stresemann). Google Scholar
Abgedruckt in: IFA I, S. 544; vgl. auch IFA I, S. 545, Anm. 57.Google Scholar
Vgl. die ‹Telefonische Mitteilung des Abg. Erzberger für Staatssekretär von Kühlmann› vom 7.11.1917, in der Erzberger den interfraktionellen Personalvorschlag übermittelte, IFA I, S. 546, und ebenso das Protokoll der ‹Unterredung der Abg. Erzberger, Ebert, Fischbeck und Stresemann mit Staatssekretär Graf Roedern›, vom 7.11.1917, IFA I, S. 546f.Google Scholar
So Haussmann in seinen späteren Aufzeichnungen zur Herbstkrise, IFA I, S. 594.Google Scholar
IFA I, S. 547.Google Scholar
Valentini, Kaiser und Kabinettschef, S. 182.Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 223.Google Scholar
Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 226.Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 224, der von einem letzten Vorstoß Hertlings berichtet, wonach Friedberg Vizepräsident, Helfferich Vizekanzler und Payer ‹Staatssekretär ohne Portefeuille mit der speziellen Aufgabe der Pflege der Beziehungen zwischen Reichsleitung und Parlament› werden bzw. bleiben sollten. Falls der IFA diese Kombination nicht akzeptieren würde, wollte Hertling auf jeglichen Personalvorschlag verzichten und die Regierung unverändert lassen.Google Scholar
Vgl. den Bericht Stresemanns (Unterredung der Abg. Erzberger, Ebert, Fischbeck und Stresemann mit den Staatssekretären von Kühlmann und Graf Roedern, 8.11.1917), IFA I, S. 550.Google Scholar
Seine eigene Darstellung, Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 224f., wonach er das Demissionsgesuch immer wieder auf fremden Wunsch hin zurückgehalten habe, wird von den in IFA I publizierten Dokumenten erheblich korrigiert.Google Scholar
Vgl. Valentini, Kaiser und Kabinettschef, S. 182, Kühlmann, Erinnerungen, S. 512. Die Entlassung Helfferichs wie die Ernennungen von Payer und Friedberg, in: Schulthess 1917/1, S. 962ff.Google Scholar
frankfurter Zeitung› vom 9. November 1917 (2. Morgenblatt), S. 1, Sp. 1.Google Scholar
Ludendorff, Kriegserinnerungen, S. 547.Google Scholar
Fischer, Weltmacht, S. 846.Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 284.Google Scholar
Vgl. Fischer, Weltmacht, S. 849.Google Scholar
Bredt, Der Deutsche Reichstag, S. 282; Fischer, Weltmacht, S. 849; ebenso WUA, Bd. 7/II, Anl. 15.Google Scholar
Ludendorff war sich Mitte August 1918 bereits darüber im klaren, daß der Krieg mit militärischen Mitteln nicht mehr zu gewinnen war, klärte aber die Reichsregierung über diesen Sachverhalt nicht auf, vgl. Ludendorff, Kriegserinnerungen, S. 551, Klaus Lütge, Die Politik des Reichskanzlers Prinz Max von Baden, Phil. Diss., Kiel 1953, S. 4.Google Scholar
Ludendorff, Urkunden der Obersten Heeresleitung, S. 499f.Google Scholar
Vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 73; Hoop, Innenpolitik Michaiis/ Hertling, S. 205.Google Scholar
Der Reichstag hatte sich am 13. Juli 1918 auf den 5. November vertagt, trat aber schon — durch die neue Kanzlerkrise gezwungen — am 5. Oktober wieder zusammen, um die Regierungserklärung des Reichskanzlers Max von Baden entgegenzunehmen.Google Scholar
Vgl. Patemann, Wahlreform, 2. und 3. Kapitel, S. 127 ff.Google Scholar
Gothein an Hausmann, 31. 8.1918, IFA I, S. 469.Google Scholar
So brachte z. B. die frankfurter Zeitung› am 10. September (2. Morgenblatt) erstmals die Meldung über eine eventuell bevorstehende Regierungsumbildung in der Form, daß Hertling entlassen, Erzberger und Scheidemann in ein Kabinett Solf eintreten würden.Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 287.Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 76.Google Scholar
Vgl. Müller, Regierte der Kaiser, S. 409, der berichtet, daß Graf Roedern bereist jetzt den Abgang Hertlings als unvermeidbar ansah.Google Scholar
Vgl. Max von Baden, Erinnerungen, S. 317: »Die Spannungen des September waren kaum zu ertragen. Wir standen hilflos vor dem sich vollendenden Unglück der Nation, das zu wenden noch in Menschenkraft gelegen hätte.«Google Scholar
IFA II, S. 494ff.Google Scholar
IFA II, S. 473ff., Anm. 5.Google Scholar
Die deutsch-russischen Zusatzverträge zum Friedensvertrag von Brest-Litowsk waren am 27. 8.1918 in Berlin unterzeichnet worden (vgl. Schulthess 1918/11, S. 689 ff.) und wurden am 6.9.1918 in Berlin ratifiziert (Schulthess 1918/11, S. 692).Google Scholar
IFA II, S. 474, Anm. 7 (Zitat auf S. 475). Zur Begründung der ablehnenden Haltung gegenüber einer Reichstagseinberufung vgl. IFA II, S. 499 ff. (Beitrag Gröber) sowie die Entgegnung, IFA II, S. 501 ff. (Beitrag Ebert), die beide Positionen innerhalb der Mehrheit gut veranschaulichen. Vgl. ebenso IFA II, S. 476, Anm. 5.Google Scholar
IFA II, S. 476, Anm. 3.Google Scholar
Vgl. die in IFA II, S. 501, Anm. 34, wiedergegebene Passage des Berichts Scheidemanns in der gemeinsamen Sitzung von Parteiausschuß und Reichstagsfraktion vom 23. September 1918.Google Scholar
IFA II, S. 501.Google Scholar
Vgl. Denkschrift Südekums über die politische Lage, 6. 9.1918, IFA II, S. 481 ff.Google Scholar
IFA II, S. 482.Google Scholar
IFA II, S. 486f.Google Scholar
IFA II, S. 487.Google Scholar
IFA II, S. 488.Google Scholar
IFA II, S. 520ff. (Allgemeine Aussprache).Google Scholar
IFA II, S. 524.Google Scholar
jpA jjs g 527ff.; Erzberger ging in seiner Analyse davon aus, daß Deutschland verloren sei, wenn nicht noch 1918 ein Friede zustande kommen werde. Die zentrale Frage war: »Wie können wir besseren Frieden bekommen? Haupthindernis: Unglaubwürdigkeit unserer Regierung im Ausland.«Google Scholar
IFA II, S. 530.Google Scholar
Ibid. 457 Ibid.Google Scholar
Vgl. Fallstudie Herbst 1917, S. 203ff.Google Scholar
Vgl. in diesem Zusammenhang den Aufsatz von Friedrich Meinecke, Grundfragen deutscher Nationalpolitik, in: Politische Schriften und Reden, S. 232, wo Meinecke zwar in bezug auf die Wahlrechtsfrage, aber nicht nur darauf begrenzt, davon spricht, daß die politische Gleichberechtigung der Arbeiterschaft der Nation den ‹höchsten Grad von innerer Kohärenz› erhalten könne.Google Scholar
IFA II, S. 536. 468 Ibid.Google Scholar
IFA II, S. 537. 465 IFA II, S. 539 f.Google Scholar
Vgl. dazu IFA-Sitzung vom 21. 9.1918, IFA II, S. 644 (Beitrag Ebert). Google Scholar
Vgl. Epstein, Matthias Erzberger, S. 288: »Erzberger war Anfang September entschlossen, den Sturz Hertlings herbeizuführen... «Google Scholar
Vgl. den charakteristischen Ausspruch Scheidemanns, IFA II, S. 540: »Wir Sozialdemokraten müssen unter allen Umständen losgehen; dann müssen Sie ja doch auch mit. Also machen wir es von vornherein gemeinsam.«Google Scholar
IFA II, S. 541; entscheidend die Meinung Naumanns: »Damit ist für mich auch die Frage des Zusammenhaltens der Mehrheit und der Möglichkeit der Vertretung der ganzen Mehrheit in der Regierung die Kernfrage, mit der wir auch zum Reichskanzler zu gehen haben.«Google Scholar
IFA II, S. 547 (Beitrag Fischbeck).Google Scholar
IFA II, S. 548.Google Scholar
Ibid. (Beitrag Wiemer).Google Scholar
IFA II, S. 544.Google Scholar
Die Sozialdemokraten werteten diese Ausführungen auch als Absage an ihre Koalitionsbereitschaft. So erklärte Scheidemann in seinem einführenden Referat am 23. September u. a.: »Wir sind vor die Frage gestellt, wie wir uns zu einer parlamentarischen Regierung stellen, in die wir ganz selbstverständlich, wenn sie die nötige Wucht haben soll, hineingehen müßten. Wir haben geantwortet: Wenn es sich um die Herbeiführung des Friedens, wenn es sich um das Leben unserer Soldaten, um das Schicksal und die Zukunft unseres ganzen Volkes handelt, dann würde unsere Partei, vorausgesetzt, daß bestimmte Bedingungen erfüllt werden, bereit sein, in ein solches Ministerium einzutreten. Wir sprachen darüber zuerst in der interfraktionellen Sitzung vom 12. September, wir verabredeten, am 13. September erneut zusammenzukommen, um weiter darüber zu verhandeln. In der Sitzung vom 12. September hat Gröber schon gar keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß er nicht mitmachen würde, was sich gegen die Person seines alten Parteifreundes, des Grafen Hertling, richtet.« Protokoll der gemeinsamen Sitzung des Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion vom 23. September 1918, SPD-Fraktion, S. 423.Google Scholar
Vgl. Epstein, Matthias Erzberger, S. 288.Google Scholar
IFA II, S. 547.Google Scholar
Vgl. auch IFA II, S. 549 (Beitrag David). Google Scholar
Vgl. Max von Baden, Erinnerungen, S. 311 ff.; Haussmann, Schlaglichter, S. 211, Lütge, Politik Max von Baden, S. 12f.Google Scholar
Besprechung des Abg. David mit Kurt Hahn, Hans Delbrück und Frau Richter, vom 10. 9.1918, IFA II, S. 492f.Google Scholar
IFA II, S. 555 (Beitrag Fischbeck). Google Scholar
Vgl. die Wendung von Fischbeck: »Das nahm er freundlich auf und sagte, daß er sich darüber freue und Politik in unserem Sinne führen wolle«, IFA II, S. 556.Google Scholar
IFA II, S. 554ff.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 558 ff.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 581.Google Scholar
IFA II, S. 574.Google Scholar
IFA II, S. 570; vgl. dazu auch den Beitrag Davids, ibid. S. 575.Google Scholar
IFA II, S. 568.Google Scholar
IFA II, S. 575.Google Scholar
IFA II, S. 581.Google Scholar
Die personelle Zusammensetzung dieser beiden Unterausschüsse, die den Parteienproporz sorgfältig wahrte, in: IFA II, S. 582; vgl. auch S. 582, Anm. 71.Google Scholar
IFA II, S. 582.Google Scholar
Vgl. dazu Epstein, Matthias Erzberger, S. 289.Google Scholar
Text der Note findet sich in: Schulthess 1918/11, S. 54ff.; vgl. außerdem u.a. Bredt, Der Deutsche Reichstag, S. 284; Bernhard Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten im Verlaufe der Offensive von 1918 (WUA, Bd. 2), S. 245f.; Erzberger, Erlebnisse, S. 306f.; Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 512ff.; Scheidemann, Memoiren, II, S. 181 f.; Max von Baden, Erinnerungen, S. 319.Google Scholar
Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 167.Google Scholar
Epstein, Matthias Erzberger, S. 289.Google Scholar
Am 16. 9.1918 brachte die frankfurter Zeitung› (Morgenblatt) folgende Meldung: »Der interfraktionelle Ausschuß, der am Freitag seine Arbeiten beendet zu haben glaubte, hat gestern nochmals seine Besprechungen aufgenommen, und zwar im Zusammenhang mit den aus Wien eingetroffenen Nachrichten. Die Beratungen werden heute fortgesetzt.«Google Scholar
Unterredung von Vertretern der Mehrheitsparteien mit Staatssekretär von Hintze, am 14. 9.1918, IFA II, S. 585ff.; das Zitat auf S. 586.Google Scholar
IFA II, S. 587.Google Scholar
Protokoll der gemeinsamen Sitzung des Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion, vom 23. September 1918 (Bericht Scheidemanns), SPD-Fraktion, S. 425.Google Scholar
Besprechung von Vertretern der Mehrheitsparteien bei Reichskanzler Graf Hertling, 15. 9.1918, IFA II, S. 592ff.; das Zitat, S. 597.Google Scholar
IFA II, S. 599.Google Scholar
Erzberger, Erlebnisse, S. 307.Google Scholar
IFA II, S. 604.Google Scholar
Vgl. die ‹Aufzeichnungen des Unterstaatssekretärs Heinrichs über die Stellungnahme des Reichskanzlers zur Frage der Einberufung des Hauptausschusses›, vom 16. 9.1918, IFA II, S. 604f.; ebenso Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 168.Google Scholar
Vgl. die indirekt bei ‹Heinrichs› wiedergegebene Wendung Hertlings: »Er wisse selbst nicht, ob er gehen oder bleiben solle, man habe ihm aber gesagt, er müsse gerade in jetziger Zeit bleiben, um große Erschütterungen in Deutschland zu vermeiden«, IFA II, S. 605.Google Scholar
Vgl. den ‹Bericht des bayerischen Gesandten Graf Lerchenfeld an den Ministerpräsidenten Ritter von Dandl› (München), 16. 9.1918, IFA II, S. 605f.Google Scholar
IFA II, S. 606ff.Google Scholar
Dies erscheint zunächst überraschend, erklärt sich aber wohl daraus, daß Gröber den Kanzler öffentlich zu entlasten gedachte.Google Scholar
IFA II, S. 606, vgl. ebenso S. 607, Anm. 3.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 615, Anm. 6/7; S. 633, Anm. 28.Google Scholar
IFA-Sitzung vom 21. 9.1918, IFA II, S. 615ff.Google Scholar
Die Diskussion um den Entwurf zu einem Völkerbund kann in diesem Zusammenhang übergangen werden, vgl. die Debatten, in: IFA II, S. 615–633.Google Scholar
Vgl. die Denkschrift Südekums vom 6.9.1918, IFA II, S. 481 ff., ebenso die Aufzeichnungen Südekums zu einer geplanten Denkschrift der Mehrheits-parteien› vom 16. 9.1918, IFA II, S. 612f.Google Scholar
Vgl. dazu die beiden Entwürfe zur Denkschrift vom 18. und 22. 9.1918, IFA II, S. 647–669.Google Scholar
Im folgenden interessieren lediglich die Ausführungen zur innenpolitischen Situation des Reiches.Google Scholar
IFA II, S. 650.Google Scholar
IFA II, S. 666.Google Scholar
IFA II, S. 667.Google Scholar
IFA II, S. 668 f.Google Scholar
Vgl. IFA I, S. 248f.; ebenso Fallstudie Herbst 1917, S. 173ff.Google Scholar
IFA II, S. 636; vgl. auch ibid. S. 634 (Beitrag Gröber). Google Scholar
IFA II, S. 641; die in dieser IFA-Sitzung sehr ausführlichen Diskussionsbeiträge Gröbers sind in der vorliegenden Wiedergabe, soweit dies inhaltlich nützlich erschien, zusammengefaßt worden.Google Scholar
IFA II, S. 636ff. 625 IFA II, S. 639.Google Scholar
IFA II, S. 645.Google Scholar
Protokoll der gemeinsamen Sitzung des Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion, 23. September 1918, SPD-Fraktion, S. 417ff.Google Scholar
Ibid. S. 427.Google Scholar
Ibid. S. 427f.Google Scholar
Ibid. S. 429.Google Scholar
So Landsberg, ibid. S. 445, der aber sonst für die sozialdemokratische Regierungsbeteiligung sprach.Google Scholar
Ibid. S. 457.Google Scholar
Vgl. ibid. S. 483 (Anträge Hoch/Landsberg).Google Scholar
Die Regierungsbeteiligung der SPD wurde von der Fraktion mit 55 zu 10 Stimmen, vom Parteiausschuß mit 25 gegen 11 Stimmen angenommen.Google Scholar
Die Bedingungen, in: SPD-Fraktion, S. 417f., vgl. dazu den zustimmenden Kommentar von Max von Badm, Erinnerungen, S. 322. Dazu schrieb die ‹Frankfurter Zeitung› vom 25. September 1918 (2. Morgenblatt) in ihrem Kommentar u. a.: »... Die Sozialdemokratie entschließt sich zu aktiver Politik. Sie ist die erste Partei, die offen die Notwendigkeit der Zusammenfassung aller Kräfte zu einer nationalen Verteidigung ausspricht, und es bleibt nicht nur für die Entwicklung dieser Partei, sondern für unsere gesamte politische Entwicklung ein Akt von unverkennbarer Bedeutung, daß die Sozialdemokratie sich entgegen ihrem früheren Programm zum Eintritt in eine verantwortliche Regierung mit Mitgliedern anderer Parteien bereit erklärt... Die Forderungen, die die Sozialdemokratie als Bedingungen aufgestellt, sind Mindestforderungen. Sie sind es wirklich für jeden, der das bisherige Programm der Partei mit den jetzigen Bedingungen vergleicht. Man sieht diesen Bedingungen an, daß dabei der Zwang auch den Beitritt zu einer aus verschiedenen bürgerlichen Parteien zusammengesetzten Regierung stark mitgewirkt hat, und man wird den Willen der Sozialdemokratie, auf diese Weise eine breite Grundlage für die Verteidigung des Vaterlandes zu schaffen, nicht bezweifeln können.... « Vgl. auch Lütge, Politik Max von Baden, S. 43 f.Google Scholar
Vorstandssitzung der Reichstagsfraktion des Zentrums, vom 23. 9.1918, IFA II, S. 672.Google Scholar
Vgl. Epstein, Matthias Erzberger, S. 288f.; ebenso Erzberger, Erlebnisse, S. 308.Google Scholar
Vgl. die ›Aufzeichnungen des Abg. Friedrich Graf von Galen›, vom 10.10.1918, IFA II, S. 792.Google Scholar
Die Vollsitzung der Zentrumsfraktion fand unmittelbar nach der Vorstandssitzung statt, vgl. die entsprechenden Hinweise im Bericht des bayrischen Gesandten Graf Lerchenfeld an Ministerpräsident Ritter von Dandl (München), 24. 9.1918, IFA II, S. 694ff.Google Scholar
IFA II, S. 672.Google Scholar
Vgl. Fallstudie Herbst 1917, S. 191f.Google Scholar
Für Erzbergers Bemühungen im Hertlings Rücktritt spielten auch religiöse Motive mit. Er wünschte zu verhindern, daß ein katholischer Reichskanzler zu einer Zeit amtierte, da Deutschlands Zusammenbruch unabwendbar erschien. Vgl. IFA II, S. 694, Anm. 5.Google Scholar
Nach der Wiedergabe Lerchenfelds zitiert, IFA II, S. 694. Über die Abstimmungsergebnisse liegen widersprüchliche Berichte vor, vgl. u. a. IFA II, S. 672 (Nr. 231), ibid. S. 694ff. (Nr. 233), ibid. S. 694, Anm. 3, 6 und 7; Schulthess 1918/1, S. 293; Epstein, Matthias Erzberger, S. 290, Anm. 8.Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 518.Google Scholar
IFA II, S. 673ff. 649 IFA II, S. 681. 550 IFA II, S. 683. 551 Ibid.Google Scholar
IFA II, S. 684; vgl. auch die Prognose des Grafen Lerchenfeld, der zur ‹Parlamentarisierung› schrieb: »Es wird vielleicht jetzt versucht werden, der Entscheidung auszuweichen, indem man den oder jenen Sozialdemokraten in die Reichsleitung aufnimmt, ohne ihn zum Vertreter im Bundesrat zu ernennen. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, daß die Sozialdemokraten auf diese Brücke treten.« IFA II, S. 695.Google Scholar
IFA II, S. 685.Google Scholar
‹Vorwärts› vom 24. 9.1918: »Sozialdemokraten in die Regierung? Bedingungen des Eintritts«; zitiert nach IFA II, S. 695, Anm. 8.Google Scholar
Zur Hauptausschußsitzung vgl. u.a. Schulthess 1918/1, S. 293ff.; ebenso Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 168f.; Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 78ff.; Westarp, Konservative Politik, Bd. II, S. 613; Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 518f.; Max von Baden, Erinnerungen, S. 322f.; Scheidemann, Memoiren, Bd. II, S. 183f., und Bredt, Der Deutsche Reichstag, S. 310 Heuss, Friedrich Naumann, S. 427.Google Scholar
Vgl. p a y ert Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 78; mit »unheilvollem Schweigen«, und Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 170: mit »achtungsvollem Schweigen«.Google Scholar
Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 173. 560 vgl. Theodor Heuss, Friedrich Naumann, S. 427.Google Scholar
Am 25. September kommentierte die ‹Frankfurter Zeitung› (2. Morgenblatt) die Rede Hertlings mit folgenden Worten: »... Seien wir offen: Was Graf Hertling über die politische Lage und in Ausblicken auf die Zukunft gesagt hat, hat enttäuscht. Das war ein Vortrag von der Art, wie sie im Plenum und in der Kommission von ihm und anderen Kanzlern schon oft gehalten worden sind.« 662 Für die SPD sprach Scheidemann, für die FVP Fischbeck.Google Scholar
Vgl. Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 172.Google Scholar
IFA II, S. 703, Anm. 9; vgl. in diesem Zusammenhang auch Hermann Cardauns, Adolf Gröber, Berlin 1921, S. 129f.Google Scholar
Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 171.Google Scholar
Vgl. Aufzeichnung des Abg. Friedrich Graf von Galen, IFA II, S. 793, ebenso Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 248; vgl. auch den Kommentar der ‹Frankfurter Zeitung› vom 26. September (2. Morgenblatt): »Wenn Gröber bisher im Zentrum wirklich den Flügel geführt hat, der — so muß man annehmen — nicht nur der Person, sondern auch der Politik Hertlings wegen sich hinter diesen stellte, dann mochte man nach der heutigen Rede dieses Zentrumsführers fragen, wie sprechen denn dann erst seine Parteigenossen vom anderen Flügel, die nicht als Schutzgarde dieses Reichskanzlers dienen wollen?«Google Scholar
IFA II, S. 793f.Google Scholar
Vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 80; Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 171; ebenso den Kommentar der frankfurter Zeitung› vom 26. September (2. Morgenblatt): »Es klang so, als ob ihm (Stresemann, d. Verf.) gute Beziehungen zu dieser Mehrheit wieder erwünscht seien.«Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 80; Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 171.Google Scholar
Am 27. September kommentierte die ‹Frankfurter Zeitung› (2. Morgenblatt): »Graf Hertling will im Amt bleiben. Das ist jetzt klar und er glaubt, durch sein heute gegebenes Versprechen die Mehrheitsparteien von Entschließungen abzuhalten, die, wenn nicht unmittelbar, so doch mittelbar, zu seinem Rücktritt führen könnten. Er will mindestens noch bis zum November bleiben, das geht aus seinen Worten hervor.«Google Scholar
Vgl. den Kommentar Max von Badens, Erinnerungen, S. 323: »Die Majoritätsparteien wurden durch dieses Entgegenkommen in Verlegenheit gebracht. Das Zentrum fühlte sich außerstande, gegen Hertling etwas zu unternehmen, nachdem seine Absicht, zu bleiben, deutlich geworden war.«Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 518f.Google Scholar
IFA II, S. 697ff.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 697 (Beiträge von Fischbeck und Gröber). 575 Vgl. IFA II, S. 698 (Beitrag Fischbeck). Google Scholar
IFA II, S. 703.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 794: Danach hatte Scheidemann sich im HA zurückgehalten, weil Trimborn am Morgen ihm die Hilfe des Zentrums beim Sturz von Hertling zugesichert hatte.Google Scholar
vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 80.Google Scholar
Rosenberg, Entstehung, S. 210.Google Scholar
Schulthess 1918/1, S. 311.Google Scholar
Sitzung des preußischen Staatsministeriums, 27. 9.1918, IFA II, S. 704ff.Google Scholar
Für die verfassungspolitische Einstellung Hertlings ist es bezeichnend, daß er nahezu wörtlich dieselben Einwände gegen eine sozialdemokratische Regierungsbeteiligung vorbrachte, die auch der Führer der Konservativen, Graf Westarp, während der HA-Sitzungen formuliert hatte, vgl. IFA II, S. 704ff. mit Schulthess 1918/1, S. 309.Google Scholar
IFA II, S. 705.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 703, Anm. 10, wonach Hertling gesagt hat: »Die Krise bleibt latent. Ich trete nicht freiwillig zurück, weil sonst der Ruck nach links eintritt.«Google Scholar
Vor allem gegen Völkerbund, Wahlrechtsreform, Ausschaltung unverantwortlicher Nebenregierungen usw. die Hertling in der von der SPD gewünschten Form nicht billigen wollte; vgl. IFA II, S. 705.Google Scholar
IFA II, S. 706.Google Scholar
Aufzeichnung Erzbergers über die Sitzung der Reichstagsfraktion des Zentrums am 26. 9.1918 und des Fraktionsvorstandes am 27. 9.1918, IFA II, S. 708.Google Scholar
IFA II, S. 708. Vgl. auch den Bericht des Grafen von Galen, IFA II, S. 794, wo es u. a. heißt: »... In der Fraktion war ein Widerspruch gar nicht möglich, die Menschen zitterten vor Angst und waren wie hypnotisiert.... «Google Scholar
IFA II, S. 708 und 709 (Besprechung mit Ebert und Scheidemann). Google Scholar
Schulthess 1918/1, S. 309f.Google Scholar
IFA II, S. 708.Google Scholar
Vgl. Aufzeichnung Erzbergers über eine Besprechung Gröbers und Herolds mit Ebert und Scheidemann, am 28. 9.1918, IFA II, S. 709.Google Scholar
Am 25. September war die SPD-Fraktion zu einer kurzen Beratung zusammengetreten. Die Fraktion stimmte dabei »ohne Widerspruch der Darlegung Eberts zu, daß eine Beteiligung der Partei an einer Regierung Hertling nicht in Betracht kommen könne«. SPD-Fraktion, S. 461.Google Scholar
IFA II, S. 709.Google Scholar
Vgl. oben S. 233 f.Google Scholar
Vgl. Matthias, Einleitung zu IFA III, S. XIV.Google Scholar
In diesem Zusammenhang kann selbstverständlich auf die verschiedenen Ereignisse detaillierter nicht eingegangen werden. Vgl. dazu die in: IFA II, S. 739, Anm. 3, ausführlich angegebene Literatur.Google Scholar
Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 177.Google Scholar
Weder Ludendorff noch der Kaiser sprachen sich in den entscheidenden Beratungen dieses Tages für eine Militärdiktatur aus; vgl. Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, bes. S. 261, 265 und — für die Einzelheiten — Anlage 15, S. 408 f.Google Scholar
Schwertfeger, ibid. S. 400f.; Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 82. Vgl. auch die bei Lütge, Politik Max von Baden, S. 21, angegebene Literatur, vor allem A. Rit thaler, Die Rolle des Staatssekretärs v. Hintze, in: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, hrsg. von Johannes Schultze, Bd. 55, S. 133–162,1944.Google Scholar
So etwa die bereits vor dem 28. September einsetzenden Bemühungen des Auswärtigen Amtes, vgl. dazu Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. II, S. 251 ff.Google Scholar
IFA II, S. 710ff.Google Scholar
IFA II, S. 722.Google Scholar
Für Reichskanzler Graf Hertling ausgefertigtes Protokoll der Sitzung des Interfraktionellen Ausschusses vom 28. 9.1918, IFA II, S. 724ff.Google Scholar
IFA II, S. 725.Google Scholar
IFA II, S. 726.Google Scholar
Matthias, IFA III, S. XII.Google Scholar
Vgl. Matthias, IFA III, S. XIII. 614 IFA II, S. 736.Google Scholar
Ibid.; vgl. auch den ‹Vorwärts› vom 29. 9.1918, in dem es u. a. heißt: »Der Systemwechsel ist und bleibt die Grundbedingungen für jede Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung, und wer sich mit diesem Gedanken nicht vertraut machen will, der möge sich erst gar nicht um Verhandlungen bemühen«, zitiert nach Lütge, Politik Max von Baden, S. 18.Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 85.Google Scholar
Vgl. Vorstandssitzung der Reichstagsfraktion des Zentrums, 29. 9.1918, IFA II, S. 727; auch Payer berichtet, daß er in diesem Sinne den Kanzler zu beeinflussen versuchte, Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 83 f.Google Scholar
IFA II, S. 727.Google Scholar
Vgl. den Bericht bei Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 83f., ebenso oben Anm. 676.Google Scholar
Wobei freilich zu bedenken blieb, ob das Zentrum angesichts seiner heterogenen Fraktionsstruktur und der damit angesprochenen divergierenden Interessen zu so einheitlichem Handeln überhaupt noch fähig war. Vgl. auch den Bericht des Grafen Lerchenfeld an Ministerpräsident Ritter von Dandl (München) vom 30. 9.1918, IFA II, S. 737f.Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 83.Google Scholar
Vgl. Haussmann, Schlaglichter, S. 229, der berichtet, Hertling habe sich gegenüber Payer bezüglich der Mehrheitsparteien optimistisch geäußert. Ähnlich A. Ritthaler, Die Rolle des Staatssekretärs von Hintze, S. 153 und 155, wonach Hertling sich mit dem Gedanken einer Kraftprobe beschäftigte. Vgl. auch Hertling, Ein Jahr in der Reichskanzlei, S. 175 ff.Google Scholar
Bericht des bayerischen Gesandten Graf Lerchenfeld an Ministerpräsident Ritter von Dandl (München), IFA II, S. 736f.Google Scholar
Ibid., vgl. auch Matthias, IFA III, S. XIII.Google Scholar
Matthias, ibid. S. XIII.Google Scholar
Matthias, ibid. S. XIV.Google Scholar
Vgl. WUA, Bd. 2, S. 260ff.; ebenso WUA, Bd. 2, Anlage 15, S. 386ff., und Anlage 16, S. 415 ff.Google Scholar
pür Ludendorff ging es in erster Linie um den Abschluß eines sofortigen Waffenstillstandes, den seiner Meinung nach nur eine neue ‹unbelastete› Regierung erreichen konnte (vgl. WUA, Bd. 2, S. 261), während v. Hintze einer möglichen ‹Revolution von unten› durch eine von ihm gelenkte ‹Revolution von oben› begegnen wollte (vgl. WUA, Bd. 2, Anl. 15, S. 406, und Nachtrag 2, S. 414f.).Google Scholar
Ygj# dagegen die These von Lütge, Politik Max von Baden, S. 24, der das Verhalten der OHL wertet als »Aufforderung an die Mehrheitsparteien,... bereits vor der Ernennung eines Nachfolgers über die Zusammensetzung der Regierung zu verhandeln«, eine Auffassung, die die verfassungspolitischen Zugeständnisse seitens des Kaisers, der Reichsregierung und der OHL zweifellos überinterpretiert und den Anteil der IFA-Parteien an der Parlamentarisierung zu unrecht reduziert.Google Scholar
Vgl. Schulthess 1918/1, S. 314, ebenso IFA II, S. 738, Anm. 2.Google Scholar
Vgl. z. B. den Bericht bei Niemann, Kaiser und Revolution, Berlin 1922, S. 91: »Aus zahlreichen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, daß der Monarch den Übergang zum Parlamentarismus für eine naturgegebene Entwicklung hielt, die früher oder später kommen mußte. Allerdings hat er dabei wohl an Formen gedacht, die der Krone weitgehendste Initiative bei Bildung der Regierung beließen (sie!).«Google Scholar
Zu dem hier angesprochenen Begriff parlamentarischer Regierung› vgl. oben, Teil II, S. 124ff. Vgl. ebenso Westarp, Die Regierung des Prinzen Max von Baden und die konservative Partei 1918, Berlin 1928, S. 8, der berichtet, der Kaiser habe sich mit der Absicht eines ‹Koalitionsministeriums der nationalen Verteidigung› getragen.Google Scholar
Daß die Einführung des parlamentarischen Regierungssystems nicht beabsichtigt war, geht u. a. auch aus der Vorgeschichte des Kaisererlasses hervor, die Graf Roedern aufgezeichnet hat. Danach war zunächst im Text von einer Beteiligung der Abgeordneten in ‹weiterem Umfang› die Rede, durch einen Schreibfehler geriet indessen später die Wendung ‹in weitem Umfang› in den Erlaß. »Der Unterschied in den beiden Fassungen, so klein er schien, war wesentlich für die Verhandlungen mit den Parteien des Reichstags. Es waren bereits Parlamentarier in der Regierung. Der Ausdruck ‹in weiterem Umfang› bedeutete also nur eine Fortführung des bisherigen Systems. Dagegen knüpfte der Ausdruck ‹in weitem Umfang› nicht an die bisherige Art der Zusammensetzung an, sondern erweckte die Hoffnung auf etwas vollständig neues, auf die Bildung der Regierung auf rein parlamentarischer Grundlage.« Vgl. WUA, Bd. 2, S. 419.Google Scholar
Kaiserlicher Erlaß vom 30. September 1918, in: Schulthess 1918/1, S. 314.Google Scholar
Vgl. Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 266, ebenso Anlage 15, S. 409; für die Erörterung der Kandidatenfrage im Hauptquartier auch ausführlich Lütge, Politik Max von Baden, S. 21 ff.Google Scholar
vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 84.Google Scholar
WUA, Bd. 2, Anlage 16.Google Scholar
Schorlemer war bezeichnenderweise am 5. 8. 1917 von seinem Amt zurückgetreten, weil er mit dem von Wilhelm II. verkündeten gleichen Wahlrecht für Preußen nicht einverstanden war.Google Scholar
Vgl. Celemens von Delbrück, Wirtschaftliche Mobilmachung, München 1924, S. 265.Google Scholar
Für die weiteren besprochenen denkbaren Kanzlerkandidaturen vgl. Lütge, Politik Max von Baden, S. 21 ff.Google Scholar
Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 268.Google Scholar
Dieses Vorgehen des Monarchen entsprach einem Vorschlag des Auswärtigen Amtes vom 28. September, vgl. Schwertfeger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 252; ebenso ibid. S. 269, 411, 418, 422.Google Scholar
Es ist auffällig, daß die Vertreter der OHL sich in den Diskussionen um die Kanzlernachfolge mit personellen Vorschlägen sehr zurückhielten.Google Scholar
Vgl. Helfferich, Der Weltkrieg, Bd. III, S. 527; ebenso WUA, Bd. 2, Anlage 16, S. 422; vgl. auch das Urteil von Bredt, Der Deutsche Reichstag, S. 203: »Der Vorschlag war wirklich naiv. Es war der letzte Versuch, den Reichstag noch einmal zu düpieren; aber diesmal ging es wirklich nicht mehr.«Google Scholar
So Westarp, Regierung Max von Baden, S. 6.Google Scholar
Ibid. S. 9. 661 Ibid. S. 10.Google Scholar
Der Hauptausschuß war lediglich zur Entgegennahme des Kaisererlasses zusammengetreten, hatte sich anschließend aber wieder sofort vertagt, s. Schulthess 1918/1, S. 319f.Google Scholar
Die verschiedenen Versionen des Mehrheitsprogrammes, die zugleich die einzelnen Stufen seiner Entstehung erkennen lassen, sind abgedruckt in: IFA II, S. 787 ff.Google Scholar
Vgl. das Protokoll der Unterkommission, IFA II, S. 748. Gröber suchte selbstverständlich auch auf die Formulierungen des außenpolitischen Teils Einfluß zu nehmen.Google Scholar
IFA II, S. 786.Google Scholar
In den sozialdemokratischen Bedingungen vom 23. September ist die Aufhebung des Art. 9 RV noch gefordert, vgl. IFA II, S. 786.Google Scholar
Protokoll der Unterkommissidn des IFA, IFA II, S. 748.Google Scholar
Vgl. Davids Begründung: »Wir müssen Programm veröffentlichen. Deshalb dürfen wir nichts hineinnehmen, was noch nicht vorliegt« (IFA II, S. 757). Das Programm wurde aber erst am 5. Oktober veröffentlicht, vgl. Schulthess 1918/1, S. 317.Google Scholar
Das Programm wurde indessen ohne größere Diskussionen in der IFA-Sitzung vom 30. September angenommen. Vgl. IFA II, S. 751 ff.Google Scholar
Vgl. Besprechung von Vertretern der Parteien mit Vizekanzler von Payer und Staatssekretär Graf Roedern›, 30. 9.1918, IFA II, S. 738ff.Google Scholar
Das geht aus dem Protokoll dieser Unterredung selbst nicht hervor, läßt sich indessen daraus ableiten, daß die Führer der Fraktionen in der IFA-Sitzung vom selben Tage Bericht über die Unterredung mit Roedern und Payer erstatteten. Vgl. IFA II, S. 751 ff.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 754.Google Scholar
IFA II, S. 740 (Mayer — Kaufbeuren).Google Scholar
Ibid.; vgl. IFA II, S. 755 (Bericht Gröber). Der Vorschlag Roederns fand die Zustimmung des Zentrumsabgeordneten Trimborn. Vgl. allgemein zu dem Gedanken kommissarischer Staatssekretäre, Teil II, S. 113 ff.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 741 (Bericht Gröber).Google Scholar
An den Verhandlungen nahmen für das Zentrum teil: Gröber, Erzberger, Mayer -Kaufbeuren, Trimborn, also Politiker, die ihre Partei auch im IFA vertraten.Google Scholar
IFA II, S. 743.Google Scholar
Aus den Ausführungen Eberts geht nicht ganz klar hervor, ob die von ihm genannten Ministerien von der SPD oder den Mehrheitsparteien allgemein beansprucht wurden. Da aber sowohl für das Reichskanzleramt wie für das Auswärtige Amt ernsthaft kein Sozialdemokrat in Frage kam, kann letzteres mit größerer Wahrscheinlichkeit angenommen werden.Google Scholar
Diese Frage hatte Roedern auch mit den Zentrumsabgeordneten besprochen, die eine solche Maßnahme allerdings nicht guthießen; für den Fall aber, daß doch ein neues Ministerium geschaffen werden mußte (aus Gründen des Koalitionsproporzes), wollte sich auch das Zentrum damit einverstanden erklären, vgl. IFA II, S. 741 (Beitrag Mayer — Kaufbeuren). Google Scholar
IFA II, S. 751 ff.Google Scholar
Vgl. dazu die entsprechenden Ausführungen in Teil II, S. 119 f.Google Scholar
IFA II, S. 745.Google Scholar
Daraus konnte man zugleich schließen, daß es sich bei diesem neuen Programm um ein ‹Minimalprogramm› handelte, welches gleichsam die MindesThedingungen des IFA für eine Regierungsbeteiligung umriß, Maximalforderungen der Parteien dagegen nicht ausschloß. Diese Unverbindlichkeit solcher Minimalprogramme› war zugleich ihre Schwäche und Stärke; sie verhinderten zwar den Zerfall der Mehrheit, schufen immer wieder eine Plattform der Einigung bei drohenden Koalitionsschwierigkeiten, waren andererseits aber als Richtlinien der Politik zu allgemeine.Google Scholar
Für diese These spricht, daß vornehmlich die Sozialdemokraten auf solchen Bürokratiekontrollen bestanden.Google Scholar
IFA II, S. 747.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 739, ebenso S. 746, Anm. 9, und Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 91. Payer wünschte gelegentlich aber auch NL im Kabinett, dazu IFA II, S. 757 (Bericht Erzbergers in der IFA-Sitzung vom 30. September 1918).Google Scholar
Das Programm wurde im Anschluß an die Berichte der drei Parlamentarier nur kurz diskutiert, aber ohne größere Änderungen verabschiedet und Payer übergeben, IFA II, S. 757ff.; vgl. den ablehnenden Kommentar Payers, IFA II, S. 771.Google Scholar
IFA II, S. 756.Google Scholar
Vgl. die Protokolle zum Januarstreik, IFA II, S. 3–370.Google Scholar
Hauptgegner dieses ‹linken› Flügels des IFA war sicherlich Stresemann. Wie stark indessen die Fraktion der NL in ihrem Wunsche nach interfraktioneller Mitarbeit schwankte, geht aus einer entsprechenden Notiz in der ‹Frankfurter Zeitung› vom 12. 3.1918 (Abendblatt) hervor, die abgedruckt ist in: IFA II, S. 293, Anm. 14.Google Scholar
Vgl. Brief Stresemanns an Gugelmeier, vom 26. 8.1918, IFA II, S. 473ff.; ebenso ibid. S. 474, Anm. 7.Google Scholar
ess yor anem bei y, Richthofen und seinem Kreis, vgl. dazu IFA II, S. 476, Anm. 5.Google Scholar
Brief Schiffers an Frhr. von Richthofen vom 8. 9.1918, IFA II, S. 488f.Google Scholar
Vgl. hierzu die Aufzeichnung Erzbergers, in: IFA II, S. 521, Anm. 93.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 520.Google Scholar
Der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerchenfeld, berichtete am 11. 9.1918, Richthofen und Erzberger arbeiteten gemeinsam auf den Sturz Hertlings hin, vgl. IFA II, S. 490, Anm. 4.Google Scholar
IFA II, S. 588 ff.Google Scholar
IFA II, S. 591.Google Scholar
IFA II, S. 606ff.; vgl. bes. S. 609ff.Google Scholar
IFA II, S. 610.Google Scholar
Fischbeck lehnte zunächst ab, weil Stresemann immer wieder die OHL über IFA-Verhandlungen informiert habe, ibid.; dagegen sprach sich Wiemer für eine nationalliberale Regierungsbeteiligung aus, da ‹namentlich für das preußische Wahlrecht› eine breitere Basis dann vorhanden sei, ibid.Google Scholar
Scheidemann bezeichnete Stresemann als politischen Bankrotteurz der Anschluß suche bei einem zahlungsfähigen Kompagnon, IFA II, S. 611. Indessen stimmten die Sozialdemokraten einer nationalliberalen Regierungsbeteiligung unter der Bedingung zu, daß die NL das Mehrheitsprogramm, vor allem die Friedensresolution, vorbehaltlos akzeptieren würden. Es spricht manches für die Annahme, daß diese Bedingung aus taktischen Gründen gewählt worden ist, weil man bei der SPD hoffte, die NL würden darauf nicht eingehen. Vgl. IFA II, S. 607, vor allem aber auch den Bericht Scheidemanns in der gemeinsamen Sitzung des Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion vom 23. September 1918, a.a.O. (Teilauszug in: IFA II, S. 607, Anm. 7).Google Scholar
IFA II, S. 611.Google Scholar
Die Rede Stresemanns ist wiedergegeben in: Schulthess 1918/1, S. 307f. Zu den Annäherungstendenzen der NL an die Mehrheitsparteien vgl. auch Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 80.Google Scholar
Die Richtlinien, in: Schulthess 1918/1, S. 312f., datiert auf den 27. September 1918. In einzelnen Punkten gingen die NL in ihren Forderungen über das Mehrheitsprogramm hinaus, so in Punkt 1), der die Aufhebung des Art. 9 RV und des Art. 21 RV postulierte.Google Scholar
Dazu kommentierend die frankfurter Zeitung› vom 29. September (2. Morgenblatt): »Der Wille, zu einer Annäherung an die Mehrheitsparteien und ihr bekanntes Programm zu kommen, ist an der gestrigen Kundgebung der National-Google Scholar
liberalen unverkennbar, und diese Grundlinien werden wahrscheinlich auch diese Annäherung fördern können, wenn auch die Politik, die die Nationalliberalen jetzt, ihren früheren Standpunkt korrigierend, in der Frage der östlichen Randstaaten Rußlands vorschlagen, stark von der Auffassung der Mehrheitsparteien abweicht.«Google Scholar
IFA II, S. 760.Google Scholar
IFA II, S. 762.Google Scholar
IFA II, S. 760ff. (Beiträge Scheidemanns, Davids und Eberts). Google Scholar
Vor allem Ebert wies auf die denkbaren Komplikationen in seiner Fraktion hin: »Wir haben ohnehin noch Schwierigkeiten genug. Erschweren Sie uns das nicht«, IFA II, S. 766f.Google Scholar
IFA II, S. 764.Google Scholar
7io Vgl. dazu die kurze Formulierung des Ergebnisses in der Version von Fischbeck, IFA II, S. 762.Google Scholar
Vgl. IFA II, S. 765 (Beitrag Davids). Google Scholar
Obwohl diese Entscheidung der Mehrheitsparteien den NL bekannt wurde, besprach die nationalliberale Reichstagsfraktion noch am 1. Oktober in einer Fraktionssitzung mögliche Kandidaten, die sie im Falle der Regierungsbeteiligung zu nennen wünschte, Lütge, Politik Max von Baden, S. 39.Google Scholar
Vgl. dazu Matthias, in: IFA III, S. XL.Google Scholar
Vgl. IFA III, S. 3ff.Google Scholar
Ludendorff bestand darauf, das Waffenstillstandsangebot sofort abzusenden; dazu: Schwert feger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 282ff.Google Scholar
Vgl. die treffende Charakterisierung bei Epstein, Matthias Erzberger, S. 291: »Die Mehrheitsparteien hatten zur Zeit von Hertlings Sturz zwar ein Programm, aber keinen Kanzlerkandidaten.«Google Scholar
IFA III, S. 4.Google Scholar
Vor allem in der berühmt gewordenen und oft besprochenen ‹Stuttgarter Rede› vom 12. 9.1918. Vgl. IFA II, S. 490f., Anm. 6.Google Scholar
Auskunft von Erzberger, IFA III, S. 4.Google Scholar
IFA III, S. 5 (Beitrag David). Google Scholar
Vgl. Y£h III, S. 6 (Bericht Eberts), und ibid. S. 6, Anm. 16/17; ebenso Haussmann, Schlaglichter, S. 231 f. Besonders die Sozialdemokraten, die im Herbst 1917 gegen die Einrichtung eines Vizekanzleramtes votiert hatten (vgl. Fallstudie Herbst 1917, S. 152f), wehrten sich jetzt gegen die ‹Einziehung› dieser Stelle, weil man damit — so die Argumentation — den Parteien die Möglichkeit nehmen würde, »uns ein großes politisches Amt zu gewähren. Uns liegt daran, jetzt politisch zu wirken« (IFA III, S. 6).Google Scholar
Vgl. den Beschluß des IFA zur Regierungsneubildung, in: IFA III, S. 11 f.Google Scholar
Der am 30. September von Graf Roedern unterbreitete Vorschlag, durch Ämtertrennung ‹neue Ressorts› zu bilden, der einem alten Wunsch der SPD auf Begründung eines ‹Reichsarbeitsamtes› entgegenkam, zielte primär darauf, Staatssekretäre ohne Portefeuille zu vermeiden. Der IFA griff mit seinem Beschluß diesen Vorschlag auf — ohne damit aber zugleich auf die ‹Staatssekretäre ohne Portefeuille› zu verzichten. Vgl. IFA II, S. 739 f.Google Scholar
Vgl. die ‹Vorschläge der Mehrheitsparteien zur Besetzung der Reichsämter›, IFA III, S. 17.Google Scholar
IFA III, S. 10 (Beitrag Gröber). Google Scholar
Erzberger hatte gleich zu Beginn des Krieges die Leitung der Auslandspropaganda für das neutrale Ausland übernommen, vgl. hierzu ausführlich Epstein, Matthias Erzberger, S. 118ff.Google Scholar
Vgl. IFA III, S. 17.Google Scholar
Die Gründe für diesen Entschluß lagen wohl in der Auffassung der Mehrheitsparteien von der fachlichen Ausrichtung bestimmter Ressorts. So glaubte man eben, daß beispielsweise das Auswärtige Amt sinnvoller Weise nur von einem Diplomaten, der internationale politische Erfahrungen hatte, geleitet werden könne, gerade auch im Hinblick auf die kommenden Friedensverhandlungen. Im einzelnen waren folgende Ressorts für die Besetzung mit Parlamentariern vorgesehen:Google Scholar
Reichskanzler, Vizekanzler, Reichsamt des Innern, Reichsarbeitsamt, Reichspresseamt und das Staatssekretariat für die besetzten Gebiete. Hinzu kommen noch die ‹Staatssekretäre ohne Portefeuille›, deren Anzahl nicht ganz feststand. Mit ‹Fachleuten› sollten besetzt werden: Der Chef der Reichskanzlei, das Auswärtige Amt, das Reichswirtschaftsamt und das preußische Kriegsministerium. Alle übrigen Ressorts sollten unverändert bleiben, aber jeweils einen parlamentarischen Unterstaatssekretär beigeordnet bekommen. 780 IFA III, S. 19 ff.Google Scholar
Das Zentrum war im Reichstag von 1912 mit 91 Mandaten, die FVP mit 42 und die SPD mit 110 Mandaten vertreten gewesen. Das entsprach einem Mandatsanteil im Verhältnis zu den Gesamtsitzen von 22,8% (Ztr.), 10,6% (FVP) und 27,7% (SPD). Durch die Gründung der USPD und deren Anstieg während der Jahre 1917/18, in dessen Verlauf immer wieder Abgeordnete aus der Reichstagsfraktion der SPD austraten und in die der USPD eintraten, hatte sich der Anteil der SPD im Herbst 1918 bereits um etwa die Hälfte ihrer ursprünglichen Stärke verringert.Google Scholar
Die proportionale Vertretung der Parteien in der neu zu bildenden Regierung war erstmals von Gröber erhoben worden, nachdem das Zentrum einer weiteren Parlamentarisierung grundsätzlich zugestimmt hatte. Vgl. ‹Besprechung von Vertretern der Parteien mit Vizekanzler von Payer und Staatssekretär Graf Rodern›, 30. 9. 1918. IFA II, S. 739.Google Scholar
Vgl. die Verteilungsliste vom 1.10.1918, IFA III, S. 34EGoogle Scholar
Das Auftreten Bergs in den Verhandlungen zur Regierungsbildung findet sich in seinen historischen Details ausführlich in: Lütge, Politik Max von Baden, S. 30ff.; vgl. ebenso IFA III, S. 12ff. (Bericht über Besprechungen mit Herrn v. Berg) sowie S. 12, Anm. 28/29; ebenso das Protokoll der Unterredung, IFA III, S. 15f.Google Scholar
Berg hatte außerdem auch noch mit Stresemann gesprochen, vgl. IFA III, S. 16.Google Scholar
IFA III, S. 13 und S. 16.Google Scholar
Berg hoffte dabei, wie er selbst sagte, »auf den Anstand der Führer des Zentrums und der Freisinnigen«, die er offensichtlich gegen die SPD auszuspielen suchte, vgl. IFA III, S. 16.Google Scholar
IFA III, S. 20 (Bericht Fischbecks). Google Scholar
Payer gehörte bekanntlich seit langer Zeit zu denjenigen, die eine Kanzlerschaft Prinz Max von Badens unterstützten. Nicht zuletzt aus diesem Grunde mochte er, wie ebenfalls Fehrenbach, auf eine eigene Kandidatur verzichtet haben, vgl. die Einleitung von Matthias, IFA III, S. XVIff., bes. S. XXV.Google Scholar
Friedrich Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 85.Google Scholar
Vgl. auch den Bericht des bayerischen Gesandten Graf Lerchenfeld, an den Ministerpräsidenten von Dandl (München) zu den Vorgängen um die Regierungsbildung, IFA III, S. 25 ff., bes. S. 29, wonach Payer zunächst sich unschlüssig war in seinem Entschluß, die angebotene Kanzlerschaft anzunehmen, durch das Eingreifen des Kabinettschefs v. Berg aber zur endgültigen Ablehnung bestimmt wurde.Google Scholar
Die Vorgeschichte der Kanzlerschaft des Prinzen Max von Baden, die hier in ihren historischen Einzelheiten nicht dargestellt zu werden braucht, findet sich in der Einleitung von Matthias, in: IFA III, S. XVIff.; ebenso Lütge, Politik Max von Baden, S. 16 ff.Google Scholar
Für die verschiedenen Stufen der Popularisierung einer Kanzlerschaft Max von Badens vgl. Matthias, IFA III, S. XXIf.Google Scholar
Neben Max von Baden wurden während der Herbstkrise 1918 vor allem Bülow, Graf Roedern und Solf als mögliche Kanzlerkandidaten besprochen. Bülow war indessen noch immer nicht gegen den ausdrücklichen Willen des Kaisers durchzusetzen, Graf Roedern lehnte ab, wobei hinzugefügt werden muß, daß weder Graf Roedern noch Solf das Vertrauen der Mehrheitsparteien hatten. Vgl. u. a. Schwert feger, Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten, WUA, Bd. 2, S. 267, Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 93.Google Scholar
Payer hatte Max von Baden auch Hertling gegenüber als geeigneten Kandidaten empfohlen (vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 84) und sich bei Haussmann auf dessen Kandidatur festgelegt.Google Scholar
Dieses Zögern Payers, den Prinzen namentlich vorzuschlagen, scheint die Vermutung des Grafen Lerchenfeld (vgl. Anm. 742) zu bestätigen.Google Scholar
‹Oberst von Haeften über seine Unterredungen mit Abg. Haussmann und Vizekanzler Payer›, 30. 9.1918, IFA II, S. 770.Google Scholar
Vgl. Teil II, S. 92.Google Scholar
Payer hatte gleichzeitig verlangt, daß noch am selben Tage Prinz Max von Baden zum neuen Reichskanzler ernannt werden sollte, vgl. IFA III, S. 20, vor allem Anm. 7.Google Scholar
IFA III, S. 20 und S. 24. 762 Ibid.Google Scholar
Ygl. die symptomatische Bemerkung von Südekum: »Wir halten die Sache noch nicht für katastrophal«, IFA III, S. 21.Google Scholar
Diese Vermutung Eberts war in der Tat nicht ganz unrichtig. Hintze selber hatte in einem Telegramm aus dem Hauptquartier ans Auswärtige Amt und den Vertreter der OHL gebeten, die ‹militärische Lage› als stärkstes Druckmittel gegenüber unsinnigen und anspruchsvollen Parteien zu verwenden, vgl. WUA, Bd. 7/II, S. 411.Google Scholar
IFA III, S. 20f.Google Scholar
IFA III, S. 21. 767 IFA III, S. 21 f.Google Scholar
Am Nachmittag fand eine vertrauliche Sitzung des HA statt, in der die IFA-Parlamentarier indessen die erhoffte militärische Information ebenfalls nicht erhielten, was aus einer Bemerkung Davids in der anschließenden IFA-Sitzung (IFA III, S. 29ff.) hervorgeht: »Übrigens, was wir vorhin fragten, müssen wir klarstellen: Welches Ereignis drängt uns zur Überstürzung? das wissen wir noch nicht!« (IFA III, S. 30).Google Scholar
Prinz Max von Baden hatte noch am selben Abend Besprechungen mit Payer, Graf Roedern und v. Hintze, vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 98, Max von Baden, Erinnerungen, S. 337.Google Scholar
IFA III, S. 30.Google Scholar
IFA III, S. 32.Google Scholar
IFA III, S. 29.Google Scholar
Haussmann, Schlaglichter, S. 233.Google Scholar
IFA III, S. 32 (Beitrag Ebert).Google Scholar
Haussmann verteidigte den Entschluß Payers lediglich mit dem Hinweis, dieser habe auf Grund seiner Regierungserfahrungen festgestellt, ‹daß er an zweiter Stelle nutzen kann, aber nicht an der ersten›, IFA III, S. 30.Google Scholar
IFA III, S. 31.Google Scholar
Vgl. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 98f., und den Bericht im IFA, IFA III, S. 33 ff.Google Scholar
IFA III, S. 33; vgl. auch die Ablehnung von ‹Staatssekretären ohne Portefeuille› durch Payer während der Julikrise 1917, IFA I, S. 39.Google Scholar
IFA II, S. 38.Google Scholar
Aus der neuen ‹Kabinettsliste› ging nicht einwandfrei hervor, ob die Mehrheitsparteien auch auf die Einrichtung der ‹Staatssekretäre ohne Portefeuille› zu verzichten gedachten; gelegentliche Bemerkungen von IFA-Politikern lassen indessen diesen Schluß kaum zu, vgl. IFA III, S. 38 (Bericht Scheidemann). Google Scholar
Vgl. IFA III, S. 19.Google Scholar
IFA II, S. 363.Google Scholar
Es ist unverkennbar, daß gerade in den Fragen der Ämterbesetzung wieder stärker das ideologische Moment in den Vordergrund parteipolitischen Handelns trat, nicht zuletzt wohl deshalb, weil die Parteien mit dem Hinweis auf — für sie -günstige Kabinettspositionen ihre eigenen Anhänger beschwichtigen mußten. Vgl. auch die entsprechenden Bemerkungen von Graf Lerchenfeld, IFA III, S. 42.Google Scholar
Bekanntlich hatte Major Frhr. von dem Bussche Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt am Vormittag des 2. Oktober den versammelten Fraktionsvorsitzenden aller Reichstagsparteien im Auftrage der OHL erstmals den vollen Ernst der militärischen Lage geschildert, was einen ‹geradezu niederschmetternden Eindruck› hinterließ (von Ebert wird berichtet, daß er einen Weinkrampf bekam, und ähnlich deprimiert soll sich Stresemann verhalten haben), vgl. dazu die in IFA III, S. 44, Anm. 3, angegebene Literatur.Google Scholar
In der SPD ergaben sich angesichts der katastrophalen militärischen Situation vielfache Bedenken über einen sozialdemokratischen Regierungseintritt (vgl. WUA, Bd. 7/1, S. 411, Bd. 7/II, S. 181). Während Scheidemann von einer Regierungsbeteiligung abriet (Scheidemann, Memoiren, Bd. II, S. 189, Stampfer, Die ersten vierzehn Jahre, S. 38, Gustav Noske, Erlebtes aus Aufstieg und Niedergang einer Demokratie, Offenbach/M., 1947, S. 66), was den Fraktionsprotokollen wie auch den IFA-Protokollen allerdings nicht zu entnehmen ist, versuchte Ebert, seine Partei zu einem Regierungseintritt zu überreden, weil er glaubte, nur damit eine totale Katastrophe verhindern zu können.Google Scholar
Im protokoll heißt es: »Gegen sieben Stimmen stimmte sodann die Fraktion dem Eintritt von Parteigenossen in die Regierung zu«, SPD-Fraktion, S. 466.Google Scholar
Ibid. S. 467.Google Scholar
Prinz Max war am 1. Oktober nach Berlin gekommen und hatte sofort Besprechungen aufgenommen (vgl. Anm. 759). Am 2. Oktober empfing er morgens Ebert und Scheidemann (Max von Baden, Erinnerungen, S. 341, ebenso SPD-Fraktion, S. 467 f., Bericht Eberts), nachmittags dann die Abg. Fischbeck, Stresemann und Graf Westarp (vgl. IFA III, S. 28, Anm. 3). Anschließend fanden Verhandlungen mit Payer, Graf Roedern, Hintze, dem Kabinettschef v. Berg und später auch Hindenburg, der mittlerweile in Berlin eingetroffen war, statt (Max von Baden, Erinnerungen, S. 345).Google Scholar
Vgl. Erzbergers Notiz: ‹Prinz Max hat das Programm der Mehrheitsparteien angenommen und erklärt, ein Mehrheitskabinett zu bilden›, IFA III, S. 43. Ebert berichtete in der Fraktionssitzung vom 2. Okt. sogar, der Prinz habe die sozialdemokratische Forderung auf Annullierung des Art. 9,2 RV modifiziert, ‹aber in seiner entscheidenden Wirkung angenommen›, ebenso wie die Forderungen nach Änderung des preußischen Wahlrechts. SPD-Fraktion, S. 467.Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 341.Google Scholar
Nach Lütge, Politik Max von Baden, S. 39, hatten die NL in einer Fraktionssitzung vom 1. Oktober darüber diskutiert, wen sie im Falle einer Regierungsbeteiligung nominieren sollten, Stresemann war daher auch von der Eröffnung des Prinzen ‹betroffen›, vgl. Max von Baden, Erinnerungen, S. 343.Google Scholar
Die Konservativen hatten am 1. Oktober in der ‹Kreuzzeitung› erklärt, die «Behauptung, daß die Bildung einer Koalitionsregierung am entschiedenen Widerspruch der Rechten gescheitert sei, die sich geweigert habe, mitzumachen, ist, wie wir feststellen können, unzutreffend. Die Bildung einer Parteiregierung ist vielmehr auf den Willen der Mehrheitsparteien zurückzuführen«. Entsprechend beschloß die Reichstagsfraktion der Konservativen am 2. Oktober, »sich auf den Boden des kaiserlichen Erlasses zu stellen und sich auch unter Opfern der Überzeugung an einer Regierung zu beteiligen, die sich zur Aufgabe macht, alle Kräfte des Volkes in geschlossener Einheitsfront für die ehrenvolle Beendigung des Krieges einzusetzen.« Westarp, Regierung Max von Baden, S. 10.Google Scholar
Schulthess 1918/1, S. 318, hier auch die beiden folgenden Zitate; vgl. auch Lütge, Politik Max von Baden, S. 42f.Google Scholar
IFA III, S. 36.Google Scholar
Vgl. die Aufzeichnung Erzbergers vom 2. Oktober 1918, IFA III, S. 43.Google Scholar
IFA III, S. 38f.Google Scholar
Vgl. die entsprechenden Bemerkungen in Max von Baden, Erinnerungen, S. 343. 795 IFA III, S. 20 (Bericht Fischbeck).Google Scholar
SPD-Fraktion, S. 468f. Zu den Besetzungsprozeduren ist folgendes zu vermerken: In der Nachmittagssitzung des 2. Oktober der SPD-Fraktion hatte Ebert über die IFA-Verhandlungen Bericht erstattet und der Fraktion anschließend ‹im Auftrage des Vorstandes› Scheidemann als ‹Ministerkandidaten› genannt. Zuvor waren zwei ‹Staatssekretäre ohne Portefeuille‹von der Fraktion bewilligt worden. Danach heißt es im Protokoll: »Da die Verhandlungen mit der Regierung und den Mehrheitsparteien noch immer weiter geführt werden müssen, tritt die Fraktion in keine besondere Diskussion über die Ebertschen Ausführungen ein« (SPD-Fraktion, S. 468). Am 3. Oktober teilte Ebert die in den IFA-Besprechungen erlangten Regierungsämter der RT-Fraktion mit und bat, die jeweiligen Kandidaten zu bestimmen. Scheidemann und Bauer, zuvor vom Parteivorstand als künftige Staatssekretäre bestimmt, wurden daraufhin von der Fraktion bestätigt. Die Bitte Eberts indessen, die Besetzung der beiden Unterstaatssekretärstellen vorerst noch auszusetzen, da der Vorstand sich über den Personalvorschlag noch nicht habe schlüssig werden können, wurde nur teilweise erfüllt. Die spontane Nominierung Davids zum Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes durch ein Fraktionsmitglied wurde durch eine Mehrheit gebilligt. »Darauf ersuchte Ebert, die Bestellung der Person des Unterstaatssekretärs für das Reichswirtschaftsamt dem Vorstand zu überlassen« (SPD-Fraktion, S. 469). Es zeigt sich gerade in diesem sehr aufschlußreichen Falle, daß die RT-Fraktion die bestätigende, gelegentlich auch auslösende Instanz der Personalvorschläge war, im allgemeinen jedoch der Fraktionsführung die Initiativfunktion zukam.Google Scholar
Vgl. Aufzeichnung Erzbergers vom 2.10.1918, IFA III, S. 43.Google Scholar
Haussmann, Schlaglichter, S. 235, Max von Baden, Erinnerungen, S. 343, Lütge, Politik Max von Baden, S. 45.Google Scholar
Payer wehrte sich freilich dagegen, der FVP›angerechnet‹zu werden, da er glaubte, noch immer sein Amt als›Vertrauensmann aller Mehrheitsparteien‹innezuhaben, vgl. Payer; Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 117. Vgl. auch allgemein Epstein, Matthias Erzberger, S. 294.Google Scholar
Vgl. allgemein Epstein, Matthias Erzberger, S. 294; ebenso IFA III, S. 16f., S. 36 und S. 42f. (Aufzeichnung Erzbergers).Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 343.Google Scholar
Vgl. Vorstandssitzung der Reichstagsfraktion des Zentrums, am 3.10.1918, IFA III, S. 60f.Google Scholar
Vgl. Stampfer, Die ersten vierzehn Jahre, S. 39.Google Scholar
IFA III, S. 60.Google Scholar
Mayer-Kauf beuren war am 2. Oktober von seiner Fraktion nominiert worden. Daß er für das Reichswirtschaftsamt vorgesehen worden war, geht aus einem Brief des dem Zentrum nahestehenden Graf Lerchenfeld hervor (IFA III, S. 26). Die dort vermerkte Absage des Abgeordneten muß nicht als endgültig angesehen werden, da er ja offensichtlich am folgenden Tage ohne eigenen Widerspruch von seiner Partei gewählt wurde und da überdies auch Trimborn noch einen Tag vor seiner Ernennung zum Staatssekretär ohne Portefeuille einen Regierungseintritt ebenfalls ‹endgültig› (!) abgelehnt hatte, vgl. IFA III, S. 60, bes. Anm. 1.Google Scholar
Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 117.Google Scholar
Auch dieses Besetzungsschema entsprach durchaus den Plänen des IFA, wie sie verschiedentlich diskutiert wurden, vgl. z. B. IFA III, S. 19. Für die Angabe s. Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 118.Google Scholar
IFA III, S. 31 (Beitrag Ebert).Google Scholar
Die Verzögerung der Ernennung Davids bis zum 15. Oktober zeigt, daß in einzelnen Fällen auch die Mehrheit ihre Kandidaten nur mit einiger Mühe durchzusetzen vermochte.Google Scholar
Bereits in der ersten IFA-Sitzung vom 1. Oktober 1918 (IFA III, S. 11) war der Abgang des Chefs der Reichskanzlei, v. Radowitz, ebenso des Staatssekretärs des Auswärtigen v. Hintze und des preußischen Kriegsministers v. Stein beschlossen worden. Alle drei Stellen wurden mit ‹Fachleuten› besetzt, die ausnahmslos seitens der Mehrheitsparteien gewünscht worden waren, vgl. IFA III, S. 93, Anm. 1, ebenso Payer, Von Bethmann Hollweg bis Ebert, S. 118.Google Scholar
Vgl. hierzu die Besetzungslisten, in: IFA III, S. 11,17,19, 23f., ebenso die Einleitung Matthias, IFA III, S. XXXIX.Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 357.Google Scholar
Max von Baden, Erinnerungen, S. 357–378; Lütge, Politik Max von Baden, S. 51.Google Scholar
Vgl. dazu die Einwendungen Payers am 3. 10.1918 in einer Besprechung mit den Bevollmächtigten des Bundesrats, IFA III, S. 50ff., ebenso: IFA III, S. 60f.Google Scholar
Matthias, IFA III, S. XXXIX.Google Scholar
Bermbach U. (1967) Interfraktioneller Ausschuß und Regierungsbildung Herbst 1917. In: Vorformen parlamentarischer Kabinettsbildung in Deutschland. Politische Forschungen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-663-19647-1_3