Source: https://webarchiv.onb.ac.at/web/20131010234208/http:/www.onb.ac.at/about/sammelrichtlinien_pflichtexemplare.htm
Timestamp: 2019-11-18 18:54:05
Document Index: 47560829

Matched Legal Cases: ['§43', '§43', '§43', '§43', '§43', '§43', '§ 59']

﻿ Österreichische Nationalbibliothek - Pflichtexemplare
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1.1 Historische Entwicklung der Pflichtablieferung
Um die kaiserliche Büchersammlung mit den immer zahlreicheren Neuerscheinungen bereichern zu können, wurden bereits im 16. Jahrhundert Regelungen über das kostenlose Abliefern von Exemplaren erlassen. Diese sogenannten Privileg- und Zensurexemplare dienten dem Buchdrucker zum Schutz seiner Drucke vor unbefugtem Nachdruck. Im Jahr 1569 wurde durch die Einführung der Bücherkommission bei der Buchmesse in Frankfurt am Main eine kaiserliche Institution geschaffen, der neben der Ausübung der politischen und religiösen Zensur auch von Anfang an die Überwachung der Ablieferung der Pflichtexemplare an die kaiserliche Kanzlei oblag. Durch die, wenn auch mangelhaft eingehaltene Pflichtabgabe, die 1808 auf die gesamte Monarchie ausgeweitet wurde, erfuhr die k. k. Hofbibliothek einen bedeutenden Zuwachs.
Der entscheidende Schritt zur Schaffung einer soliden gesetzlichen Basis geschah aber erst durch das Pressegesetz aus dem Jahre 1922. Mit dem Bundesgesetz vom 12. Juni 1981 über die Presse und andere publizistische Medien (Mediengesetz), wurde die Anbietungs- und Ablieferungspflicht schließlich neu geregelt. Die Österreichische Nationalbibliothek erhält entsprechend dieser gesetzlichen Regelung als einzige Bibliothek des Landes Pflichtexemplare von allen in Österreich erschienen oder verlegten Druckwerken.
1.2 Druckwerke
Entsprechend dem österreichischen Mediengesetz (§43) erhält die Österreichische Nationalbibliothek Pflichtexemplare („Bibliotheksstücke“) von allen in Österreich erschienen oder verlegten Druckwerken.
Genauere Bestimmungen zur Stückzahl der abzuliefernden Werke (periodische Druckwerke: 2 Exemplare, nicht-periodische Druckwerke: 2 Exemplare) finden sich in der Verordnung des Bundeskanzlers über die Anbietungs- und Ablieferungspflicht von Druckwerken, sonstigen Medienwerken und periodischen elektronischen Medien nach dem Mediengesetz (Pflichtablieferungsverordnung – PflAV) (BGBl. II Nr. 271/2009), ergänzt um die Änderung der Pflichtablieferungsverordnung (BGBl. II Nr. 95/2010).
1.3 Elektronische Publikationen
Seit der Mediengesetznovelle 2000 unterliegen neben den Druckwerken auch „sonstige Medienwerke“, insbesondere elektronische Publikationen auf festen Datenträgern (Offline-Publikationen) der Anbietungs- und Ablieferungspflicht nach dem Mediengesetz (§43a).
Genauere Bestimmungen dazu finden sich in der Verordnung des Bundeskanzlers über die Anbietungs- und Ablieferungspflicht von Druckwerken, sonstigen Medienwerken und periodischen elektronischen Medien nach dem Mediengesetz (Pflichtablieferungsverordnung – PflAV) (BGBl. II Nr. 271/2009) ,ergänzt um die Änderung der Pflichtablieferungsverordnung (BGBl. II Nr. 95/2010).
Mit der letzten Mediengesetznovelle, die mit 1.3.2009 in Kraft trat (BGBl. I Nr.8/2009), wurden schließlich auch Online-Medien berücksichtigt und können nunmehr von der Österreichischen Nationalbibliothek gesammelt bzw. müssen an sie nach Aufforderung abgeliefert werden. Der Gesetzesnovelle zufolge wird die Österreichische Nationalbibliothek ermächtigt, österreichische Internet-Seiten bzw. Internet-Seiten mit Österreich-Bezug und "periodische" Online-Medien zu sammeln, zu archivieren und der Öffentlichkeit – wenn auch zum Teil mit Einschränkungen – zur Verfügung zu stellen. Websites mit at.-Domain bzw. mit inhaltlichem Bezug zu Österreich können von der Bibliothek im Rahmen eines generellen Web-harvesting maximal viermal pro Jahr gesammelt und gespeichert werden (§43b, Abs. 1 Mediengesetz ). Zusätzlich können einzelne Websites von der ÖNB selektiv auch öfter gesammelt werden (§43b, Abs. 2 Mediengesetz). Ist eine selbständige Sammlung, etwa auf Grund von Passwortschutz, nicht möglich, müssen die Inhalte nach Aufforderung der Bibliothek vom Medieninhaber zur Verfügung gestellt werden, vorausgesetzt, dass an den Inhalten, wie es in den Erläuterungen heißt, "bibliothekarisches Bewahrungsinteresse" besteht (§43b , Abs. 3-5 Mediengesetz ).
Auch die Vervielfältigung und Benützung dieser an die Österreichische Nationalbibliothek abgelieferten bzw. von ihr gesammelten Medieninhalte wird in der Novelle geregelt (vgl. §43c und d).
1. unter einer ".at"-Domain abrufbar sind oder
(4) Die Berechtigung gemäß Abs. 2 und die Ablieferungspflicht gemäß Abs. 3 bestehen nicht hinsichtlich Medieninhalte
1.4 Belegexemplare von Hochschulschriften
Im Universitätsgesetz 2002 (BGBl. I, 120/2002) wurde mit Geltung 1.1.2004 die Ablieferung von Hochschulschriften an die Österreichische Nationalbibliothek neu geregelt. Demnach müssen alle an österreichischen Hochschulen approbierten Dissertationen an die Österreichische Nationalbibliothek angeliefert werden.
§ 59. Rechte und Pflichten der Studierenden
5. anlässlich der Verleihung des akademischen Grades je ein Exemplar ihrer Diplom- oder Masterarbeit oder künstlerischen Diplom- oder Masterarbeit oder Dissertation oder eine Dokumentation ihrer künstlerischen Diplom- oder Masterarbeit an die Universitätsbibliothek und je ein Exemplar der Dissertation an die Österreichische Nationalbibliothek abzuliefern.
Tel.: (+43 1) 534 10-417
Fax: (+43 1) 534 10-445
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Einlaufstelle Heldenplatz (rechtes Seitentor neben Rampe)
Wolf Dieter Lang
Tel.: (+43 1) 534 10-402
Über den Empfang von Bibliotheksstücken wird keine Korrespondenz geführt.
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