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Timestamp: 2018-03-21 07:09:25
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Matched Legal Cases: ['§291', '§ 140', '§ 140', '§140', '§140', '§140']

ᐅ Stelle ablehnen weil Lohn unterhalb ALG 1 ? - Sozialrecht - JuraForum.de
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Stelle ablehnen weil Lohn unterhalb ALG 1 ?
Dieses Thema "ᐅ Stelle ablehnen weil Lohn unterhalb ALG 1 ? - Sozialrecht" im Forum "Sozialrecht" wurde erstellt von ichfrage, 20. März 2013.
ichfrage Junior Mitglied 20.03.2013, 11:58
Nehmen wir mal folgenden Fall an.
Herr X ist arbeitslos nun bekommt er eine Stelle vom AA angeboten wo der Lohn unterhalb vom ALG 1 ist.
Dazu noch folgende Information Herrn X ALG 1 wird nicht vom letzten Lohn berechnet. Sondern hat die selbe höhe wie 2011 dieses ALG 1 berechnet sich nach dem Lohn von 2007.
Dazu folgende Frage kann Herr X diese Stelle ablehnen oder hengt die zumutbarkeitsgrenze nicht mit dem ALG 1 zusammen sondern mit der höhe vom letztem Lohn ( dieser ist niedriger als Herr X sein ALG 1)?
Für eure antworten im vorraus vielen Dank!
ichfrage
Amsel1986 V.I.P. 20.03.2013, 14:08
AW: Stelle ablehnen weil Lohn unterhalb ALG 1 ?
Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass es unerheblich sein dürfte, ob das ALG I über dem Gehalt liegt, was der neue Job in Aussicht stellt.
Einem Stellenangebot von der Agentur für Arbeit von vornherein nicht nachzukommen, weil das Gehalt niedriger wäre als dein jetziger ALG I Bezug, kann eine Menge Ärger einbringen.
Was aber nicht verboten ist, dass ist der Wunsch nach einem bestimmten Gehalt z.B. während des Vorstellungsgesprächs. Dieser Gehaltswunsch sollte nicht exorbitant hoch und damit unrealistisch sein, aber wenn du z.B. anfügst, dass du in diesem Beruf gerne die Summe x verdienen willst, weil es deinen Qualifikationen und deinem bisherigen Gehalt entsprochen hat, denn wäre das durchaus zulässig. Dann sagt der künftige Arbeitgeber womöglich von sich aus ab.
TomRohwer V.I.P. 20.03.2013, 14:31
Löhne, die mehr als 30 Prozent unter den Vergleichslöhnen liegen, sind a) sittenwidrig und b) strafbar ("Lohnwucher"; §291 StGB).
Solche muß man überhaupt nicht akzeptieren.
Ansonsten gilt: "zumutbare Arbeit" muß angenommen werden.
Was ist zumutbare Arbeit?
Nicht jede angebotene Arbeit ist zumutbar. Entscheidend ist vor allem der angebotene Lohn. Generell gilt: Auch eine Arbeit, bei der man weniger verdient als im letzten Beschäftigungsverhältnis, gilt als zumutbar.
Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, umso mehr wird verlangt, Verschlechterungen in Kauf zu nehmen.
Welcher Lohn ist zumutbar?
In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist ein Lohn zu akzeptieren, der bis zu 20 Prozent unter dem letzten Verdienst liegt. Vom vierten bis sechsten Monat gilt ein Minus von bis zu 30 Prozent als zumutbar. Verglichen wird dabei der alte mit dem neuen Bruttolohn. Einmalzahlungen wie etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zählen bei dem Vergleich mit.
Ab dem siebten Monat der Arbeitslosigkeit muss eine noch größere Einbuße beim Lohn akzeptiert werden. Verglichen wird nun der angebotene Nettolohn abzüglich der anfallenden „Werbungskosten“, also etwa der Fahrtkosten oder dem Gewerkschaftsbeitrag, mit der Höhe des Arbeitslosengeldes. Es muss nun auch eine Stelle akzeptieren, bei der nur so wenig Geld herausspringt, wie zurzeit an ALG gezahlt wird.
(Stand März 2009; m.W. hat sich daran bis jetzt nichts geändert.)
Zum Nachlesen siehe z.B. »»» hier.
Amsel1986 V.I.P. 20.03.2013, 14:55
In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist ein Lohn zu akzeptieren, der bis zu 20 Prozent unter dem letzten Verdienst liegt. Vom vierten bis sechsten Monat gilt ein Minus von bis zu 30 Prozent als zumutbar.
Ja wenn es danach geht, denn muss er es nicht akzeptieren, denn machen wir eine einfache Beispielrechnung.
A verdiente 2012 monatlich 2500 Euro brutto und hat keine Kinder. A stehen 60% seines letzten Entgelts nach dem allgemeinen Leistungssatz zu. Das wären 1500 Euro Arbeitslosengeld (Aufgrund komplizierter Berechnungen sind es in Wirklichkeit noch weniger, es soll nur der Vereinfachung dienen). Eine genaue Berechnung gibt es z.B. hier http://www.alg-i.de/arbeitslosengeld/arbeitslosengeld-rechner.html
20% von 2500 sind 500 > also zu akzeptierender Lohn 2000 Euro
30% von 2500 sind 750 > also zu akzeptierender Lohn 1750 Euro
Bei beiden Sachen läge er über seinem jetzigen Arbeitslosengeld. Die Frage war aber, ob er einen Lohn akzeptieren muss, der sogar unter 1500 Euro liegt, bspw. 1400 Euro monatlich brutto. Das wären 56% weniger als der letzte Verdienst.
Kurze Nachfrage: Wurde das Entgelt, dass als Berechnungsgrundlage für das ALG I dient, in Deutschland oder im Ausland verdient?
ichfrage Junior Mitglied 20.03.2013, 16:07
Das ist Herrn X bekannt und er wollte den Text noch raussuchen genauso wurde Herr X 2007 von seinem Arbeitsberater gesagt das er nicht für weniger als ALG 1 arbeiten muß aber das war auch noch ein richtiger Arbeitsberater der nicht wie heutzutage die meisten Arbeitsberater die für 1 Jahr befristet eingestellt sind und evtl. am ende des Monats aufstocken müssen.
Nun aber wieder zur eigentlichen Frage bezieht sich die zumutbarkeit auf das ALG 1 oder auf den geringeren Lohn da ja oben in der Textpassage auch vom letztem Lohn die rede ist.
Ja in Deutschland der Arbeitsvertrag stammte noch aus einer Zeit bevor Gerhard mit seinem Freund Peter "Reformen" gemacht haben und auch noch (Fach)-Arbeiter Geld verdienen konnten.
Amsel1986 V.I.P. 20.03.2013, 16:43
Die Zumutbarkeit in Ihrem Fall bezieht sich auf das letzte Entgelt, dass zur Berechnung herangezogen wurde.
Der dazugehörige Paragraph lautet § 140 Abs. 3 SGB III:
Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
Also halten wir fest. Jedes Angebot, unabhängig von der Dauer Ihrer Arbeitslosigkeit, wo Sie im Endeffekt weniger Netto verdienen, als Sie ALG I bekommen, gilt als nicht zumutbar! Das wird auch deutlich so im letzten Satz des § 140 Abs. 3 SGB III erwähnt.
Der Grund liegt darin, dass das Arbeitslosengeld die Aufgabe hat, das Entgelt teilweise zu ersetzen, das der Arbeitslose wegen der Arbeitslosigkeit nicht verdienen kann. Weiterhin hat die AA einem Arbeitslosen eine niedrig entlohnte Stelle erst anzubieten, wenn für diese Stelle nicht genügend entsprechend entlohnte Arbeitslose zur Verfügung stehen.
klaboom Neues Mitglied 03.07.2014, 19:25
hallo ,kurze frage? mal angenommen herr x hat sein letztes gehalt im ausland verdient (schweiz) nun wäre sein alg1 über den lohn der ihm vorgeschlagenen stelle. gilt der paragraph §140 abs.3 sbg!!! hier genauso?
klaboom
mayerei V.I.P. 03.07.2014, 19:35
gilt der paragraph §140 abs.3 sbg!!! hier genauso?
Der §140 (3) SGB III, gilt genau für diesen Fall!
PlanB Neues Mitglied 25.10.2014, 12:10
bin neu hier, ich kenne aber einen ähnlichen Fall.
Und ich hätte eine Frage, wie sieht es aus, wenn es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelt und eine Abfindung bezahlt wurde?
Casa V.I.P. 25.10.2014, 12:21
Hat wohl nichts mit dem Thema hier zu tun.
PlanB Neues Mitglied 25.10.2014, 12:24
Die Abfindung ist bedeutungslos, kann ich das so verstehen?
Casa V.I.P. 25.10.2014, 16:21
Wenn du mir die Frage stellst:
Wie sieht es aus, wenn eine betriebsbedingte Kündigung erfolgte und eine Abfindung gezahlt wurde?
Bekommst du von mir die Antwort: Er wurde betriebsbedingt gekündigt und hat eine Abfindung erhalten. So sieht es aus.
Vielleicht meinst du aber auch das Wetter an besagtem Tag? Wie sieht es aus?
Oder das Mittagessen am Tag der Zahlung der Abfindung?
Vorliegend ist also die Frage nicht eindeutig.
Selbst im Kontext zu vorhergehendem Sachverhalt, kann auf keine eindeutige Frage geschlossen werden. Das gibt der Sachverhalt aufgrund seiner Komplexität nicht her.
PlanB Neues Mitglied 26.10.2014, 08:25
Ok, sorry, ich formuliere die Frage um.
Gehen wir von 15 Monaten Anspruch auf das ALG 1 und einer bezahlten Abfindung von, sagen wir mal einem Jahresgehalt, aus.
Ist die Abfindung bei der Einschätzung der Zumutbarkeit in irgendeiner Weise mit zu berücksichtigen?
Casa V.I.P. 26.10.2014, 14:38
Nein, denn die zumutbarkeit einer Arbeit bemisst sich - abgesehen von gesundheitlichen Einschränkungen - einzig und allein an der Höhe des ALG1-Anspruchs.
charles0308 V.I.P. 17.03.2015, 18:39
1. Der Thread ist nunmehr 5 Monate alt; daher ggf. einen eigenen eröffnen
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