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Timestamp: 2016-10-26 06:01:06
Document Index: 363935816

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_635/2015 (05.11.2015)
8C_635/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 5. November 2015
vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Gerschwiler,
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 18. M�rz 2015.
Die 1956 geborene A.________ arbeitete seit 1997 als Verk�uferin bei der Firma B.________ AG und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 8. Dezember 2009 von einer st�rzenden Kollegin erfasst mit der linken H�fte gegen eine Tischkante prallte. Aufgrund der seither versp�rten H�ftbeschwerden begab sie sich am 22. Januar 2010 in �rztliche Behandlung zu Dr. med. C.________, Spezialarzt Orthop�dische Chirurgie, der eine Cerclage-Ruptur H�fte links bei Status nach Trochanter-Cerclage diagnostizierte und am 15. April 2010 eine offene Metallentfernung durchf�hrte. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Ab dem 7. Juni 2010 bescheinigte Dr. med. C.________ der Versicherten wieder eine volle Arbeitsf�higkeit. Bereits in den Jahren 2004, 2005 und 2009 musste sie sich krankheitsbedingt die linke H�fte operieren lassen (Bericht der SUVA vom 23. April 2010).
Mit Schadenmeldung vom 14. M�rz 2011 teilte die Arbeitgeberin der SUVA einen R�ckfall zu diesem Ereignis mit, da eine erneute Operation erforderlich sei. Am 26. April 2011 nahm Dr. med. C.________ in der Klinik D.________ eine Trochanter-Mobilisation der linken H�fte mit Refixation mittels Dall-Miles-Cerclage vor. Zuvor hatte er an der linken H�fte einen Trochanterabriss bei Status nach Implantation einer H�fttotalprothese diagnostiziert (Austrittsbericht vom 25. Mai 2011). Nach weiteren medizinischen Abkl�rungen und Behandlungen fand am 20. M�rz 2013 die kreis�rztliche Abschlussuntersuchung durch Kreisarzt Dr. med. E.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, statt. In der Folge stellte die SUVA mit Verf�gung vom 12. Juni 2013 ihre bis dahin gew�hrten Leistungen per 1. Juli 2013 ein, da unfallbedingt eine volle Arbeitsf�higkeit bestehe und allf�llige Einschr�nkungen in der Arbeitsf�higkeit durch den unfallfremden Vorzustand bedingt seien. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 11. M�rz 2014 ab, nachdem sie zuvor eine Stellungnahme der Kreis�rztin med. pract. F.________ vom 18. September 2013 und aufgrund der divergierenden kreis�rztlichen Einsch�tzung zus�tzlich eine erg�nzende orthop�disch-chirurgische Beurteilung durch den Versicherungsmediziner Dr. med. G.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 3. Februar 2014 eingeholt hatte.
Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 18. M�rz 2015 ab.
Die Versicherte l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides seien ihr die nach dem Unfallereignis vom 8. Dezember 2009 zustehenden Leistungen nach UVG auch �ber den������ 1. Juli 2013 hinaus zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zur erg�nzenden Abkl�rung des Sachverhalts und neuem Entscheid an die Vorinstanz, subeventuell zur erg�nzenden Abkl�rung des Sachverhalts und neuer Verf�gung an die Verwaltung zur�ckzuweisen.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 135 II 384 E. 2.2.1������ S. 389 mit Hinweisen).
Im angefochtenen Entscheid werden die f�r die Beurteilung der Streitsache massgebenden rechtlichen Grundlagen, namentlich betreffend den f�r den Leistungsanspruch nach UVG nebst anderem vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1������ S. 181 mit Hinweisen), zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf die Ausf�hrungen zum Wegfall unfallbedingter Ursachen eines Gesundheitsschadens bei Erreichen des Status quo sine vel ante und die damit verbundene Beweislast (ferner: SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2, 8C_901/2009). Korrekt sind auch die vorinstanzlichen Ausf�hrungen zum Beweiswert von Arztberichten und medizinischen Gutachten (BGE 135 V 465 E. 4.3 S. 468 ff.; 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.), zum Erfordernis einer versicherungsexternen Begutachtung bereits bei nur geringen Zweifeln an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit von versicherungsinternen �rztlichen Feststellungen (BGE 135 V 465 E. 4.6��� S. 471) sowie zu dem im Sozialversicherungsrecht bei der Beantwortung von Tatfragen �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Unbestrittenermassen steht mit der Vorinstanz fest, dass aufgrund der Aktenlage nicht von einem stillschweigenden Fallabschluss sp�testens Anfang Oktober 2010 ausgegangen werden konnte und mithin die Versicherungsleistungen im Rahmen des Grundfalls zu pr�fen sind, womit die Beweislast f�r den Wegfall der unfallbedingten Gesundheitsbeschwerden bei der SUVA liegt. Streitig und zu pr�fen ist, ob die SUVA die Leistungen f�r den Unfall vom 8. Dezember 2009 zu Recht per Ende Juni 2013 eingestellt hat.
4.1.�Nach W�rdigung der medizinischen Aktenlage gelangte die Vorinstanz Schill zum Schluss, dass der von der SUVA verf�gte Fallabschluss per Ende Juni 2013 zu Recht erfolgte. Sie st�tzte sich dabei insbesondere auf das versicherungsinterne Gutachten des Dr. med. G.________ vom 3. Februar 2014, das sie als schl�ssig und nachvollziehbar w�rdigte. Sie erwog, dass mit dem Untersuchungsbericht des Chirurgen Dr. med. E.________ vom 20. M�rz 2013 und dessen erg�nzenden Angaben vom 24. Mai und vom 7. Juni 2013 lediglich in zeitlicher Hinsicht keine vollst�ndige �bereinstimmung bestehe, indem dieser den SUVA-unabh�ngigen Vorzustand (erst) mit der Cerclage vom 26. April 2011 als wiederhergestellt sah, w�hrend gem�ss Dr. med. G.________ der Status quo ante mit Abschluss der Behandlung durch Dr. med. C.________ bereits Anfang Oktober 2010 erreicht worden sei. Da die SUVA den Fallabschluss erst auf Ende Juni 2013 verf�gte, spiele diese unterschiedliche zeitliche Einsch�tzung keine Rolle. Das gleiche gelte f�r die im Rahmen des Einspracheverfahrens durch die SUVA eingeholte weitere interne Stellungnahme von Kreis�rztin und Chirurgin F.________, die wie Dr. med. E.________ davon ausgegangen sei, dass der Status quo ante mit der erneuten Cerclage vom 26. April 2011 wiederhergestellt worden sei, aber wie Dr. med. E.________ und Dr. med. G.________ f�r die anhaltenden Beschwerden nicht den Unfall vom 8. Dezember 2009 als verantwortlich angesehen habe, sondern ein vorbestehender krankhafter Zustand. Dies ist im Ergebnis nicht zu beanstanden.
4.2.�Die Einwendungen der Beschwerdef�hrerin sind nicht geeignet, die vorinstanzliche Beurteilung als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Insbesondere erweist sich das versicherungesinterne Gutachten des Dr. med. G.________ als schl�ssig und nachvollziehbar begr�ndet und vermag den rechtsprechungsgem�ssen Anforderungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3 S. 352 mit Hinweisen) an eine beweiskr�ftige medizinische Entscheidgrundlage zu gen�gen. Entgegen der Beschwerdef�hrerin sind Zweifel - auch nicht geringe (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471) - an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit dieser Beurteilung nicht begr�ndet. So nimmt der Gutachter zu den anderslautenden internen �rztlichen Einsch�tzungen Stellung und legt nachvollziehbar und �berzeugend dar, weshalb auf diese aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht abgestellt werden kann. Seine Beurteilung ist umfassender als die �brigen Arztberichte. Sie beruht auf einer pers�nlichen Untersuchung, ist in Kenntnis der massgebenden medizinischen Akten ergangen und setzt sich mit den diversen R�ntgenbilder vor und nach dem Unfallereignis vom 8. Dezember 2009 eingehend und �berzeugend auseinander. Nichts zu �ndern vermag der Einwand der Beschwerdef�hrerin, Dr. med. G.________ h�tten f�r seine Beurteilung die echtzeitlichen Arztberichte des Dr. med. C.________ vom 26. Mai 2009 (Operationsbericht Dallmiles-Cerclagen) und vom 17. Juni 2009, die im vorinstanzlichen Verfahren mit Replik eingereicht worden seien, nicht vorgelegen. Dr. med. G.________ verf�gte u.a. �ber fr�here R�ntgenbilder vom 27. Oktober 2008, �ber solche nach der Cerclage vom 20. (recte 26.) Mai 2009 und solche ca. drei Monate vor und nach dem Unfallereignis vom 8. Dezember 2009 sowie �ber R�ntgenbilder vor und nach der Re-Operation vom 26. April 2011, womit er gen�gend dokumentiert war. Zwar ist der Beschwerdef�hrerin beizupflichten, dass sich entgegen der Vorinstanz die versicherungsinternen �rztlichen Stellungnahmen nicht einfach in einer anderen Einsch�tzung des Zeitpunkts des Erreichens des Status quo sine vel ante ersch�pfen, sondern namentlich betreffend die Stellungnahme des Kreisarztes Dr. med. E.________ auch inhaltliche Unterschiede bestehen. Allerdings konnten diese im Gutachten des Dr. med. G.________ �berzeugend entkr�ftet werden. Sodann ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass f�r die nach der Cerclage vom 26. April 2011 anhaltenden Beschwerden gem�ss der �bereinstimmenden Auffassung aller Kreis�rzte nicht der Unfall vom 8. Dezember 2009, sondern ein vorbestehender krankheitsbedingter Zustand (mit Status nach linksseitiger H�ft-Totalprothese 2004, erstmaliger Revision 2005 und nochmaliger Revision 2009) verantwortlich war. Daran vermag auch der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte, von Dr. med. C.________ per E-Mail als korrekt best�tigte Bericht vom 20. Oktober 2014 nichts zu �ndern, so wird darin nicht in Abrede gestellt, dass der Status quo ante mit der erneuten Cerclage vom 26. April 2011 erreicht war. Allerdings ist der Beschwerdef�hrerin beizupflichten, dass die Vorinstanz zu Unrecht alleine aus dem Umstand, dass Dr. med. C.________ seinerzeit die Behandlung per 1. Oktober 2010 als abgeschlossen bezeichnete, seinen sp�teren Angaben im Bericht vom 20. Oktober 2014 den Beweiswert abgesprochen hat. Nachdem bei der gezeigten Ausgangslage von erg�nzenden medizinischen Abkl�rungen jedoch keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist auf die beantragte Einholung eines Berichts des Dr. med. C.________ oder auf dessen Befragung zu verzichten (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Wenn die Beschwerdef�hrerin schliesslich eine l�ckenhafte Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz, namentlich f�r den Zeitraum vor dem Unfallereignis vom 8. Dezember 2009, geltend macht, so ist dies ebenfalls nicht ganz von der Hand zu weisen. Im vorinstanzlichen Entscheid wird nur bruchst�ckhaft erw�hnt, wie sich die gesundheitliche Situation der Versicherten vor dem Unfall darstellte. Dies vermag jedoch nichts zu �ndern, ist doch das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung gebunden (E. 1.2 hievor). Der angefochtene Entscheid ist mithin im Ergebnis zu best�tigen und die Beschwerde abzuweisen.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht Appenzell Ausserrhoden, 3. Abteilung, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.