Source: http://repertorium.at/sl/wesener_1971_buergschaftsrecht.html
Timestamp: 2020-01-21 15:59:40
Document Index: 63183557

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 23', '§ 24', '§ 25', 'Art. 57', 'Art. 122', '§ 238', 'Art. 122', 'Art. 58', 'Art. 122', '§ 10', '§ 10', '§ 238', '§ 1068', '§ 80', '§ 1', '§ 308', '§ 13', '§ 17', '§ 12', '§ 13', '§ 6', '§ 1069', '§ 1359', '§ 23', '§ 22', '§ 47', '§ 16', '§ 15', '§ 14', '§ 13', '§ 15', '§ 50', '§ 14', '§ 3', '§ 3', '§ 310', '§ 30', '§ 18', '§ 16', '§ 7', '§ 35', '§ 20', '§ 19', '§ 34', '§ 19', '§ 18', '§ 11', '§ 775', '§ 33', '§ 1', '§ 1', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 8', '§ 7', '§ 7', '§ 2', '§ 6', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 239', '§ 1349', '§ 1349', '§ 5', '§ 1348', '§ 7', '§ 1355', '§ 309', '§ 1358', '§ 1344']

Gunter Wesener, Die Entwicklung des Bürgschaftsrechts in den altösterreichischen Ländern (1971) :: Transkription Speer 2015
II. Die Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert
e) Mehrheit von Bürgen.
f) Bürge und Pfandrecht.
g) Regreßrecht des Bürgen.
III. Das Bürgschaftsrecht nach dem Codex Theresianus und dessen Umarbeitungen
Digitalisiert mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers durch Heino Speer, Dezember 2015.
Nach steiermärkischem Landesbrauch muß der Gläubiger wie nach gemeinem Recht zunächst den Schuldner gerichtlich klagen; erst wenn sich herausstellt, daß dieser nicht solvent ist, kann er sich an den Bürgen halten33. Es gibt Fälle, wo auch in Steiermark zuerst der Bürge belangt werden kann: "1) Wann der principal-Schuldner nicht in diesen I. Oe. Ländern wohnet, noch darinnen betretten wird; 2) wann sich der Bürge gegen den creditorn dieser exception specialiter verziehen hat; 3) wann [Seite: 682] sich der fidejussor nebst dem principal debitore, gegen den creditorn als Bürg und selbst-Schuldner verschrieben; quo casu beneficium excussionis non habet locum."34
e) Mehrheit von Bürgen35.
Mitbürgen haften nach Landesbrauch grundsätzlich anteilsmäßig; eine Haftung zu gesamter Hand wird begründet, wenn sich die Bürgen "samentlich und unverschaidenlich gegen den Glaubiger verbinden" (Walther XI, 1)36. Dasselbe besagt noch Püdler II, 17, § 20: "Wann die burgen 'sament und sonderlich' verschriben seint, so mag der glaubinger ainen oder den andern daraus in solidum und umb die völlig schulden beclagen, desgleichen do die verschreibung auf 'sament unverschaidenlich und sonderlich' gestelt; also auch do sie auf 'unverschaidenlich und sonderlich' lauth; ebenermassen do die obligation das cleußel 'sonderlich' allein begreifft." Dem römischen Recht folgend gewährt aber Püdler II, 17, § 23 auch bei besonderer Vereinbarung einer Gesamthaftung den Mitbürgen das beneficium divisionis: "Doch ist hergegen ainer oder der ander furgenomben burg auch dahin befreiiet sich auf seine nebenburgen zu waigern und beneficium divisionis zu begeren, in craft derselben (ungeacht das er in solidum und 'sonderlich' umb die ganz schult verbunden) [Seite: 683] solle ihme mehrers nit als seinen gebürenden tail pro rata portione der verbürgten schulden zu bezahlen auferlegt werden." § 24: "Es ist auch solche freihait so groß, das der burg nit allein vor sonder auch nach der krigsbefestigung dieselb furwenden kan, es were dann sach das er sich solcher freiheit austrücklich begeben oder das seine mitbürgen der betzahlung nit statthaft noch solvendo weren oder das er die bürgschaft vernainet und sich deren uberweisen liesse." Wenn die Bürgenverschreibung die Klausel 'samentlich und unverscheidenlich' allein beinhaltet, so wird dadurch keine Gesamthaftung begründet (Püdler II 17, § 25).37
In den Entwürfen setzt sich die Tendenz durch, entsprechend dem römischen Recht auf jeden Fall das beneficium divisionis zu gewähren; die Vertragsklauseln, die nach deutschem Recht eine Gesamthaftung begründeten, werden nicht mehr verstanden und nicht als wirksam angesehen39.[Seite: 684]
Unzulässigkeit der Bürgschaft und Unfähigkeit zur Verbürgung, insbesondere der Frauen:54
k) Die österreichischen Weistümer enthalten eine Reihe bürgschaftsrechtlicher Bestimmungen. Diese Bestimmungen lassen sich, wie a.a.O. S. 364 dargelegt hat, im wesentlichen in drei Gruppen einteilen : 1) Anordnungen, welche eine Bürgensetzung gebieten oder verbieten (vgl. o. j 4)); 2) Festlegungen des Grundsatzes, daß eine Gefangennahme eines Übeltäters nicht vorgenommen werden dürfe, wenn er geeignete Bürgen setzt (vgl. aber o. j) 1) und 3) Regelungen innerer Fragen des Bürgschaftsverhältnisses63.
Zum deutschen Bürgschaftsrecht A. Heusler, Institutionen des Deutschen Privatrechts II (1886) S. 250 ff.; O. Stobbe-Lehmann, Handbuch des Deutschen Privatrechts III3 (1898) S. 361 ff.; O. Gierke, Deutsches Privatrecht III (1917) S. 769 ff.; R. Hübner, Grundzüge des Deutschen Privatrechts5 (1930) S. 507 ff.; Schröder-Künßberg, Lehrbuch der Deutschen Rechtsgeschichte7 (1932) S. 801 f. — O. Stobbe, Zur Geschichte des deutschen Vertragsrechts (1855) S. 115 ff.; V. Platner, Die Bürgschaft (1857); M. Rintelen, Schuldhaft und Einlager im Vollstreckungsverfahren des altniederländischen und sächsischen Rechtes (1908) S. 115 ff., 132 ff.; O. Gierke, Schuld und Haftung im älteren deutschen Recht (1910) S. 56 ff.; E. Weiß, Zur Lehre von Schuld und Haftung im österreichischen Recht, Österr. Zentralblatt d. Jurist. Praxis 31 (1913) S. 781 ff.; F. Beyerle, Der Ursprung der Bürgschaft, ZRG, germ. Abt. 47 (1927) S. 567 ff.; E. Kaufmann, Die Bürgschaft im Recht des Ingelheimer Oberhofes, ZRG, germ. Abt. 74 (1957) S. 198 ff.; Rolf Martin, Bürgschaftsrecht Nord- und Ostdeutschlands im späten Mittelalter (Diss. Frankfurt a. M. 1960); R. Eggert, Die Bürgschaft im süddeutschen Recht des späteren Mittelalters (Diss. Frankfurt a. M. 1962) ; W. Ogris, Die persönlichen Sicherheiten im Spätmittelalter, ZRG, germ. Abt. 82 (1965) S. 140 ff.; E. Kaufmann, Art. Bürgschaft, Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte I (3. Lief.) Sp. 565 f.
Bruchstück einer Staats- und Rechtsgeschichte der deutsch-oesterreichischen Länder (1852) S. 140.
Vgl. Stobbe, Vertragsrecht S. 137 f.
Vgl. Art. 57; Steierm. Landrecht Art. 122. Dazu Stobbe, Vertragsrecht S. 138; Stobbe-Lehmann III3 § 238 A. 6; Gierke III S. 772 A. 15; Schröder-Künßberg S. 802 A. 125. — Zum Ausdruck "einen Bürgen setzen" E. Kaufmann, ZRG, germ. Abt. 74 (1957) S. 201 f.
Anders Steierm. Landrecht Art. 122 "Sterbent die purgel, so gevelt ez auf den man hinwider." Vgl. Gierke III S. 772 A. 15 u. 16. Vgl. auch u. bei Anm. 30.
Vgl. Art. 58; Steierm. Landrecht Art. 122 u. 123. Vgl. Stobbe, Vertragsrecht S. 158, 168 f.; Gierke III S. 772 A. 20. — Zur Verpflichtung zu gesamter Hand Stobbe-Lehmann III S. 201 ff.; Stobbe, Vertragsrecht S. 145 ff.
Vgl. Stobbe, Vertragsrecht S. 161 ff.; Stobbe-Lehmann III3 S. 202; Gierke III S. 790.
Dazu Stobbe, Vertragsrecht S. 141 f.
Vgl. Stobbe, Vertragsrecht S. 132 ff.; Stobbe-Lehmann III3 S. 366 f., bes. A. 10.
Vgl. Stobbe, Vertragsrecht S. 137; Stobbe-Lehmann III3 S. 367 A. 17.
Vgl. dazu Gierke III S. 773 A. 23; Stobbe-Lehmann III3 S. 363 A. 5.
Vgl. H. Baltl, Einflüsse des römischen Rechts in Österreich, Ius Romanum Medii Aevi V, 7 (1962) S. 42 f.
Vgl. O. Peterka, Zur deutschen Bürgschaft im Rezeptionszeitalter, Festschrift Zycha (1941) S. 337 ff., bes. S. 363 ff.; G. K. Schmelzeisen, Polizeiordnungen und Privatrecht (1955) S. 514 ff.
So Luschin v. Ebengreuth, Österr. Reichsgeschichte (1896) S. 365. Vgl. M. Rintelen, Bernhard Walthers privatrechtliche Traktate aus dem 16. Jh. (1937) S. 1* ff.; ders., Festschrift Zycha (1941) S. 313 ff.
Hrsg. von M. Rintelen, Bernhard Walthers privatrechtliche Traktate aus dem 16. Jh. (1937) S. 132 ff. als Traktat XI. Zur Entstehungszeit Rintelen S. 27* A. 22.
Zum Verhältnis von Landsbrauch und gemeinem Recht im Privatrecht der altösterreichischen Länder M. Rintelen, Festschrift Steinwenter (1958) S. 78 ff.
Vgl. Peterka, Festschrift Zycha (1941) S. 363.
Dazu Motloch, in Österr. Staatswörterbuch (hrsg. v. Mischler-Ulrich) III2 S. 331 ff.; Luschin, Österr. Reichsgeschichte S. 374. Vgl. Wesener, Geschichte des Erbrechtes in Österreich seit der Rezeption (1957) S. 32 ff., insbesondere auch zur Frage der gewohnheitsrechtlichen Geltung dieser Entwürfe. Litographierte Abschriften dieser Entwürfe zu einer Landesordnung finden sich in der "Sammlung Chorinsky", vgl. dazu Wesener a.a.O. S. 12 A. 12, S. 197 und Rintelen, Bernhard Walthers privatrechtl. Traktate p. XXIV.
Ebenfalls in der "Sammlung Chorinsky", s. o. Anm. 18.
Zur rechtswissenschaftlichen Literatur in Österreich im 16., 17. u. 18. Jh. Luschin, Österr. Reichsgeschichte S. 364 ff., Wesener a.a.O. S. 17 ff. Die wichtigsten, im nachfolgenden zitierten Werke sind : Joan. Baptista Suttinger, Consuetudines Austriacae ad stylum excelsi regiminis infra Anasum accomodatae, 2. Aufl. 1718; Joannes Heinricus Reutter, Viginti quinque tabulæ iuridicæ quibus accesserunt variæ differentiæ juris communis et Austriaci (1674); Nicolaus Beckmann, Idea juris statutarii et consuetudinarii Stiriaci et Austriaci cum jure Romano collati (1688); Benedictus Finsterwalder, Practicarum observationum ad consuetudines Archi-Ducatus Austriae Superioris accommodatarum lib. I et II (1719), III (1730), IV (1732); Schneidewein = Johannis Schneidewini in quatuor Institutionum Imperialium D. Justiniani libros Commentarii (decima ed., 1698) [Ausgabe 1664]; Andreas Gail, Practicarum observationum deß hochlöblichen Cammer-Gerichts Speyr zwey Bücher (1673); Joan. Georgius Kees, Commentarius ad D. Justiniani Institutionum imperialium IV libros (quinta ed., 1738) [Ausgabe 1746]; Johann Udalrich Donner, Die österreichischen Rechte (1777); Fr. Aloys. Tiller, Sistem der bürgerlichen Rechtslehre, 3 Bücher (Graz 1787-89); Joseph Linden, Das früher in Österreich übliche gemeine und einheimische Recht nach der Paragraphenfolge des neuen bürgerlichen Gesetzbuches (1815-20).
Walther XI 3/1 u. 5. Suttinger S. 58: "Ein Bürgschafft de Sistendo ist mere personalis, und höret auf, wann der Bürg einmahl den Schuldner gestellt hat." (Motiv., den 20. Dec. 1591.)
Vgl. Codex Theresianus (hrsg von Ph. Harras R. v. Harrasowsky) III. Bd. (1884) S. 118 A. 1.
Vgl. Schmelzeisen, Polizeiordnungen und Privatrecht (1955) S. 514 f.
Österr. Weistümer Bd. VI S. 510 Z. 20 ff., Z. 43 "hantgelobte treu geben" (Stiftrecht der Nachbarschaft zu Wieting, 15. Jh.); vgl. dazu Peterka, Festschrift Zycha (1941) S. 368.
Walther XI 2/1 u. 2. Gail II obs. 27 n. 21. Vgl. H. Hasenbalg, Die Bürgschaft des gemeinen Rechts (1870) S. 531 ff.
Dieselbe Regelung findet sich in einigen österreichischen Weistümern Ö.W. V (Tirol. W. IV) S. 202 Z. 28 ff. ; S. 407 Z. 17 ff.: " ... Wer aber ain selbschol und pürg, so sol er auch denselben darumb angreiffen." Vgl. dazu Peterka a.a.O. S. 368 f.: Es liegt bei diesen Bestimmungen keine Übernahme römischen Rechts vor, sondern eine Abschwächung der haftungsrechtlichen Stellung des Bürgen, zu der das mittelalterliche deutsche Recht aus sich selbst heraus gelangt war. Vgl. auch Schmelzeisen, Polizeiordnungen und Privatrecht (1955) S. 516 (A. 170). A. Heusler, Bürge und Selbstzahler, Zeitschr. f. schweiz. Recht 9 (1861) S. 68 ff.
Ebenso Strein-Linsmayer II 52, § 10. Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 10: "Eß stehet in deß glaubiger freien wahl sein bezahlung entweder gleich anfangs bei dem selbstschuldner oder bei dem bürgen zu ersuechen." (mit Entscheidungen). Suttinger S. 56 s.v. Bürg/Bürgschafft : "Bürg muß zahlen, non excussa principali per tacitam consuetudinem longo usu firmatam. Ita judicatum a Jud. Provin. per Sent. publ. 26 Maji 1618."
Suttinger S. 57. Vgl. Reutter ad tab. XVII n. 5-7. Gail II obs. 27 n. 30 "talis consuetudo est in Austria, ubi necessario fidejussor post morarn ante principalem sine discussione (ohne Ersuchung) conveniri debet; alias fidejussor liberatur. Vgl. n. 29. Finsterwalder. II obs. 94 n. 5 u. 12. Kees lib. III tit. XXI n. 12: ... Wann einer nach geleister Caution oder Bürgschafft nicht den Bürgen, sondern den Principalen beklaget, ist dardurch die Bürgschaft ipso Jure gefallen." Landrecht des Pfleggerichtes Altenthan (Österr. Weistümer Bd. I S. 26 Z. 5 ff.) : "Nit weniger da ainer ain porgschaft im gericht thät umb erbare sach, so soll man den selbstschuldner nicht fordern, fordert man selbigen aber, so soll der porg ledig sein und nit weiter steen, dann ain iedwederer der porgt hats zu vergelten." Vgl. dazu Peterka a.a.O. S. 368. Stobbe, Vertragsrecht, S. 128. Stobbe-Lehmann III3 § 238 A. 6.
Loth. Frid. Vossius, Legum et consuetudinum Austriacarum, earum potissimum, quae infra Anasum vigent, cum Romano jure collatio (ed. nova emend. 1774) § 1068. Donner S. 390: "... Bürgen muß man würgen ...". Tiller, Sistem III S. 199. Scheidlein, Erklärung des Oesterr. Provinzialrechtes 3. Teil (1805) S. 313. Codex Theresianus Bd. III S. 127 A. 5. Vgl. Hasenöhrl, Das oesterr. Obligationenrecht II (1890) § 80 A. 52 (mit Lit.).
Vgl. Peterka a.a.O. S. 368. Zur primären Haftung des Bürgen vgl. E. Kaufmann, ZRG, germ. Abt. 74 (1957) S. 205 ff.
So Stobbe-Lehmann III3 S. 363 f. Heusler, Institutionen II S. 252: "Den alterthümlichsten Charakter trägt wohl diejenige Form der Bürgschaft, welche nicht nur das beneficium excussionis nicht kennt, sondern sogar den Bürgen dadurch, dass der Gläubiger den Schuldner direct belangt, frei werden lässt." Gierke III S. 771. Schröder-Künßberg S. 316, 802. Planitz, Deutsches Privatrecht3 (1948) S. 170. Vgl. das öster. Bürgschaftsrecht im Mittelalter o. I.
Zur Bedeutung der Litiskontestation im österr. Recht vgl. Wesener, Das innerösterreichische Landschrannenverfahren im 16. u. 17. Jh. (1963) S. 77 ff.
Vgl. Finsterwalder lib. II obs. 94, n. 11. Kees lib. III, tit. XXI, n. 12. Kees a.a.O. n. 8, bezeichnet unter Berufung auf Schneidewein lib. III tit. XXI § 1 n. 6 auch den Nachbürgen (fidejussor fidejussoris) als Schadlos-Bürgen (fidejussor indemnitatis), da diesem auch nach österr. Recht das beneficium excussionis zusteht. Vgl. Ehrenzweig, System des österr. allg. Privatrechts6 II/1 § 308 A. 47.
Beckmann, Idea juris S. 155 s. v. Fidejussio.
So Beckmann, Idea juris S. 155 f., stimmt überein mit Walther XI 2/2 u. 3. Vgl. o. Anm. 25. Walthers Traktate haben auch in Steiermark Beachtung gefunden. Einige Handschriften bezeichnen den Bürgschaftstraktat als "Tractat von Pürgschaften wie es damit nach dem Landsbrauch in Österreich undter der Ens, auch in Land Steyr gehalten wirdt". Rintelen, Bernhard Walthers privatrechtliche Traktate, S. 44* A. 22.
Vgl. dazu Stobbe-Lehmann III3 S. 373; Gierke III S. 790 f.
Vgl. Peterka a.a.O. S. 363. Zum mittelalterlichen Recht s.o. I.
Widerspruch zu Walther XI 1. Vgl. Strein-Linsmayer II 12, § 13; II, 8, § 17; Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 12; II, 2, § 13: "Wan sich mehr personen umb eine schuld mit dem wörtlein "sambent- und unverschaidentlich" verschrieben, so ist iede verschribne person nur allein ihren gebührenden thail zu bezahlen schuldig, und khan khaine allein umb die völlige schuld bekhlagt werden. wurde aber aine allein bekhlagt, die sich guetwillig in völlige bezahlung einliesse, stehet derselben die übermaß ihrer schuldigen gebühr bei denen mitverschribnen zu suechen bevor, darzue ihr alßdan auch durch fürderliche execution geholfen werden solle'.' (Anm. "das alte motivenbuch, den 21 nov. 1601.")
Eine subsidiäre Gesamthaftung wird nach der Oe. Ltf. III 26, § 6 begründet durch die Klauseln "samentlich" und "gsambt und unverscheidentlich".
Vgl. für das 18. Jh. Vossius, Legum et consuetudinum Austriacarum ... cum Romano jure collatio (1774) § 1069: "Cum autem fidejussores plures se non in solidum obligarunt, nullus illorum in solidum conveniri potest." Linden zu § 1359 ABGB, S. 109: "Nach Österreichischem Gewohnheitsrechte besteht auch bey Mitbürgen eine Solidarverbindlichkeit nur dann, wenn sie von ihnen ausdrücklich übernommen worden."
Strein-Linsmayer, II, 12, § 23. Kompilation der vier Doktoren, II, 20, § 22.
Dazu Stobbe-Lehmann III3 S. 373 ff.; Gierke III S. 773, 783 f.; Peterka a.a.O. S. 369 (A. 75). Vgl. Walter Seiler, Regressrecht des Bürgen. Ein Beitrag zur Geschichte und Dogmatik des Bürgenregresses (Diss. Zürich, Muri 1924).
Vgl. PÜDLER II 17, § 47; Strein-Linsmayer II, 12, § 16 u. 22 ; Kompilation der vier Doktoren II 20 § 15. Peterka a.a.O. S. 363.
Vgl. die oben Anm. 41 Zitierten und Stobbe, Vertragsrecht S. 130 ff.
Strein-Linsmayer II 12, § 14; Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 13.
Strein-Linsmayer II, 12, § 15; Püdler, II, 17, § 50; Kompilation der vier Doktoren II 20, § 14.
Ebenso Strein-Linsmayer II, 42, § 3; Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 3.
Vgl. Stobbe-Lehmann III 3 S. 366, bes. A. 12 ; Gierke III, S. 789. Schmelzeisen, Polizeiordnungen und Privatrecht S. 519. S.o.Anm. 9.
Deutsches Privatrecht III, S. 789. Vgl. Ehrenzweig, System6 II/1, § 310, A. 17.
Suttinger, S. 58 "Bürgschaffts-Erstreckung. Wann der Principal-Creditor denen Bürgen den Termin zu der Zahlung des Debitoris selbst willkürlich erstreckt, so ist die erste Bürgschaft gefallen. Motiv., den 13. Maji 1572." Püdler II, 17, §§ 30 u. 38. Strein-Linsmayer II, 22, § 18. Kompilation der vier Doktoren II, 20, §§ 16 u. 17. Oe. Ltf. III, 26, § 7. S.o. vor Anm. 10.
Walther XI, 5/1. Püdler II, 17, § 35. Strein-Linsmayer II, 12, § 20. Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 19. Vgl. Donner S. 391.
Walther XI, 5/2. Püdler II, 17, § 34. Strein-Linsmayer II, 12, § 19. Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 18. Oe. Ltf. III, 26, § 11. Vgl. Vossius, Ad legum et consuetudinum Austriacarum cum Romano jure collationem corollarium (1755) S. 61: "Dem Beklagten aufzulegen, daß er sie mit Zurückstellung ihres Bürgschafts Instruments der Bürgschaft enthebe, und losspreche." Vgl. Tiller, Sistem III, S. 250 f. Vgl. den Befreiungsanspruch des Bürgen nach § 775 BGB; Stobbe-Lehmann III3, S. 75; Gierke III, S. 785 f.
Püdler II, 17, § 33. Nach österr. Gesetzen beträgt die Verjährungsfrist 32 Jahre; s. Tiller, Sistem III, S. 211 f.
Gierke III, S. 789. Eine abweichende Regelung sieht Peterka a.a.O., S. 369 in den Statuten von Thurn an der Gader (Österr. Weistümer V [Tirol. W. IV] S. 666, Z. 13 ff.): Die Bürgschaft solle ein Jahr nach dem Tode des Schuldners enden. Es handelt sich hier aber wohl um den Fall, daß erst die Erben Bürgen stellen, die Jahr und Tag haften.
Vgl. Walther XI, 3 "In wellichen Fällen die Pürgschaften nit stath haben, auch welliche Personnen zu Pürgen nit angenommen oder zuegelassen werden." Püdler II, 17, §§ 1-8.
Vgl. Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 1. Tiroler Landesordnung von 1573, VIII, 6. Vgl. Peterka a.a.O. S. 363 u. 366 f.
Vgl. dazu M. Kaser, Das römische Privatrecht II (1959), S. 134, A. 37.
Püdler II, 17, § 7. Strein-Linsmayer II, 12, § 6. Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 6. Kees lib. III, tit. XXI, n. 12.
Vgl. Püdler II, 17, § 8: "Die underthanen mögen ân ihrer oberherrn consens in burgschaft eingehen, doch das dieselb nit general sei noch bei verbindung aller haab und gueter beschehe, damit denen herrn von wegen ihrer herrnanforderung nit præjudiciert werden." Strein-Linsmayer II, 12, § 7. Anders Kompilation der vier Doktoren II, 20, § 7: "Kein underthan kan ohne seiner herrn zulaß und verwilligung ein bürgschaft eingehen, und wan er es thuet, soll dieselbe nicht gultig noch viel weniger der herrschaft an dern forderungen und gerechtigkeiten nachtheilig sein." Verbote einer Bürgschaft von Eingesessenen für Auswärtige finden sich in niederösterreichischen und Tiroler Weistümern, vgl. dazu Peterka a.a.O. S. 365 f. Einige Weistümer verbieten allgemein eine Bürgschaft ohne Bewilligung der Herrschaft (Peterka a.a.O. S. 366). Zu Österreich ob der Enns vgl. o. II c).
Vgl. Stobbe-Lehmann III3, S. 378 ff.
Walther XI, 3/3. Püdler II, 18. Kompilation der vier Doktoren II, 20. Oe. Ltf. III, 26, § 2: "... bei welcher freiheit und guetthat der rechten sie auch bißhero in diesem land gelaßen und noch fürohin billich verbleiben sollen." Vgl. Reutter ad tab. XVII, n. 1 u. 2. Beckmann, Idea juris S. 156, 436 ff. Donner S. 391. Tiller, Sistem III, S. 205 f.
Vgl. das Edikt Ferdinands III. vom 31.7.1655 (Codex Austriacus I, p. 18; II, p. 417 f.), abgedruckt auch bei Suttinger, Observationes practicæ (1678) obs. 106, n. 3, S. 203 f. Vgl. Beckmann, Idea juris S. 156.
Vgl. Püdler II, 18, § 6. Kompilation II, 21, § 1. Oe. Ltf. III 26, § 2 u. III, 41, §§ 2 u. 3 (s. Finsterwalder lib. IV obs. 26, n. 22 u. 23).Suttinger, Consuetudines Austriacæ (1718) S. 768 ff. s.v. Senatus Consultum Vellejanum. Reutter ad tab. XVII, n. 1 u. 2. (in Österreich sind zwei Testes oder Anweißer genug, wenn die Frau selbst schreiben kann). Finsterwalder lib. IV obs. 26. Weingärtler, Con- et discordantia juris consuetudinarii Austriaci supra Anasum, cum jure communi, in quatuor institutionum libris remonstrata (1674) III, 25 (S. 181 ff.). Beckmann, Idea juris S. 156, 437. Vgl. Land- oder ehehaft Taiding in der Rauris im Jahr 1565 u. 1624 (Österr. Weistümer I, S. 212, Z. 4 ff.) : Verzicht mit Zuziehung von Advokaten und nach rechtlicher Belehrung; vgl. dazu Stobbe-Lehmann III3 § 239, A. 50. — Tiller, Sistem III S. 208 ff. Donner S. 393. Linden zu § 1349 ABGB, S. 105f. Vgl. Codex Theresianus Bd. III S. 120 A. 2. § 1349 ABGB hat die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter bei der Verbürgung ausdrücklich beseitigt.
Vgl. Peterka, Festschrift Zycha S. 364 ff. mit eingehenden Quellenbelegen.
Hrsg. u. mit Anmerkungen versehen von Ph. Harras R. v. Harrasowsky (I-III Codex Theresianus, IV Entwurf Hortens, V Entwurf Martinis, 1883-1886).
Vgl. Entwurf Horten III c. 8, § 5.
Vgl. etwa Kees lib. III tit. XXI. Linden zu § 1348 ABGB. S.o. Anm. 32. Vgl. Hasenbalg, Die Bürgschaft des gemeinen Rechts (1870) S. 719 ff.
Vgl. o. Anm. 57.
Vgl. Entwurf Horten III c. 8, §§ 7-25. S.o. Anm. 62.
Vgl. o. Anm. 22.
Zu Verboten des Einlagers vgl. Schmelzeisen, Polizeiordnungen und Privatrecht S. 519 ff.
Vgl. Codex Theresianus Bd. III S. 127 A. 5.
S. o. Anm. 51.
Nach § 1355 ABGB nur Einrede der Vorausmahnung. Vgl. Ehrenzweig, System6 II/1, § 309 (A. 13) (Anlehnung an deutschrechtliche Grundsätze); Krasnopolski, Zeitschr. f. d. Privat- u. öffentl. Recht d. Gegenwart (hrsg. v. Grünhut) 8 (1881) S. 73, A. 83.
Vgl. § 1358 ABGB.
Vgl. Gierke III, S. 773 A. 25; für Österreich Linden, S. 104 zu § 1344 ABGB.