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Timestamp: 2016-10-25 17:36:57
Document Index: 280448143

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 140', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 103', 'Art. 175', 'Art. 176', 'Art. 175', 'Art. 175', 'Art. 56', 'Art. 176', 'Art. 176', 'Art. 56', 'Art. 176', 'Art. 176', 'Art. 56', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 1', 'Art. 16', 'Art. 745', 'Art. 745', 'Art. 180', 'Art. 156', 'Art. 159']

2A.194/2002 (25.04.2003)
2A.194/2002 /dxc
Steuerhinterziehung (Direkte Bundessteuer 1997/1998),
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden vom 6. August 2001.
A.________ war mit acht Aktien an der X.________ AG beteiligt, deren �brige Aktien von ihren beiden Br�dern gehalten wurden. Mit Gesellschaftsbeschluss vom 17. Mai 1996 wurde die X.________ AG aufgel�st und einer der Br�der als Liquidator eingesetzt. Die L�schung erfolgte mit Best�tigung des Revisors auf den 3. April 1997. A.________ erhielt einen Liquidations�berschuss im Betrag von Fr. 458'956.--, der zu einem grossen Teil in Wertschriften ausgerichtet wurde. F�r die Ausrichtung des Liquidations�berschusses bewilligte die Eidgen�ssische Steuerverwaltung am 25. M�rz 1997 das Meldeverfahren bei der Verrechnungssteuer. Nach Art. 20 des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 �ber die Verrechnungssteuer (VStG; SR 642.21) kann dem Steuerpflichtigen gestattet werden, seine Steuerpflicht durch Meldung der steuerbaren Leistung zu erf�llen, wo bei Kapitalertr�gen die Steuerentrichtung zu unn�tigen Umtrieben oder zu einer offenbaren H�rte f�hren w�rde. Mit der Genehmigung des Meldeverfahrens verzichtete die Eidgen�ssische Steuerverwaltung somit auf die Erhebung der Verrechnungssteuer. Eine entsprechende Mitteilung ging am 20. Oktober 1997 beim kantonalen Steueramt Nidwalden ein und wurde usanzgem�ss dem Gemeindesteueramt Hergiswil weitergeleitet.
In der von A.________ und ihrem - inzwischen verstorbenen - Ehemann unterzeichneten und am 29. Juli 1997 eingereichten Steuererkl�rung 1997/98, welche von der V.________ Treuhand-Gesellschaft vorbereitet worden war, unterliessen es die Steuerpflichtigen, den Liquidations�berschuss als Einkommen zu deklarieren. Die Beteiligung an der X.________ AG wurde hingegen mit einem Hinweis auf die Liquidation derselben im Wertschriftenverzeichnis aufgef�hrt. Bei der Bearbeitung des Wertschriftenverzeichnisses durch die Abteilung Wertschriftenkontrolle des kantonalen Steueramtes wurde das Fehlen des Liquidationserl�ses als Wertschriftenertrag aufgrund des Meldedoppels der eidgen�ssischen Steuerverwaltung betreffend die Verrechnungssteuer bemerkt und eine entsprechende Aufrechnung vorgenommen. Mit Veranlagungsverf�gung vom 11. Mai 1999 wurden die Eheleute A.________ f�r die Steuerperiode 1997/98 definitiv veranlagt. Diese Verf�gung erwuchs in Rechtskraft.
Am 12. August 1999 teilte die Kantonale Steuerverwaltungskommission Nidwalden den Eheleuten A.________ die Einleitung eines Strafsteuerverfahrens wegen versuchter Steuerhinterziehung mit. In der Folge wurde A.________ mit Bussenverf�gung der Kantonalen Steuerverwaltungskommission Nidwalden vom 5. Juni 2000 wegen Nichtdeklarierung steuerbarer Leistungen der X.________ AG im Jahre 1996 der versuchten Steuerhinterziehung bei der direkten Bundessteuer schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 13'254.20 bestraft.
Gegen diese Verf�gung erhob A.________ am 27. September 2000 Beschwerde bei der Steuerrekursabteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden. Das Gericht nahm die Eingabe als Sprungbeschwerde entgegen, hiess diese mit Urteil vom 6. August 2001 (versandt am 13. M�rz 2002) gut und hob die Bussenverf�gung der Kantonalen Steuerverwaltungskommission vom 5. Juni 2000 wegen versuchter Steuerhinterziehung von direkten Bundessteuern 1997/98 auf. F�r das Gericht war weder der objektive Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung erf�llt noch ergaben sich aus den Akten gen�gend Anhaltspunkte daf�r, dass die Steuerpflichtige mit dem Vorsatz handelte, der Steuerbeh�rde Einkommen zu verheimlichen.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 29. April 2002 an das Bundesgericht beantragt das kantonale Steueramt Nidwalden, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 6. August 2001 vollumf�nglich aufzuheben und die Bussenverf�gung der Kantonalen Steuerverwaltungskommission Nidwalden vom 5. Juni 2000 zu best�tigen.
Das Verwaltungsgericht hat unter Verweis auf das angefochtene Urteil auf eine Vernehmlassung verzichtet. A.________ stellt den Antrag, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen und das verwaltungsgerichtliche Urteil zu best�tigen. Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, schliesst auf Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Urteils.
1.1 Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden handelte im vorliegenden Fall als kantonale Steuerrekurskommission im Sinne von Art. 140 ff. DBG. Gegen deren Entscheid ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig (Art. 146 DBG). Das kantonale Steueramt ist als kantonale Verwaltung f�r die direkte Bundessteuer zur Beschwerde legitimiert (Art. 146 zweiter Satz DBG in Verbindung mit Art. 103 lit. c OG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.1 Nach Art. 175 Abs. 1 DBG wird unter anderem mit Busse bestraft, wer als Steuerpflichtiger vors�tzlich oder fahrl�ssig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskr�ftige Veranlagung unvollst�ndig ist. Wer eine Steuer zu hinterziehen versucht, wird gem�ss Art. 176 Abs. 1 DBG mit Busse bestraft.
2.2 Der objektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung setzt voraus, dass aufgrund des Verhaltens des Steuerpflichtigen eine Veranlagung �berhaupt unterbleibt oder eine rechtskr�ftige Veranlagung sich als unvollst�ndig erweist (vgl. dazu Agner/Jung/Steinmann, Kommentar zum Gesetz �ber die direkte Bundessteuer, Z�rich 1995, Art. 175, N 1 ff., S. 474 ff.; Agner/ Digeronimo/Neuhaus/Steinmann, Kommentar zum Gesetz �ber die direkte Bundessteuer, Erg�nzungsband, Z�rich 2000, Art. 175, N 2 ff., S. 333 ff.; Blumenstein/ Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Z�rich 2002, S. 363 f.; H�hn/Waldburger, Steuerrecht, Bd. I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2001, S. 1009 ff., � 38, N 9 ff.; Roman Sieber, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, Bundesgesetz �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 2. Aufl., Basel/Genf/M�nchen 2002, N 6 ff. zu Art. 56). Bei der versuchten Steuerhinterziehung tritt der erw�nschte Deliktserfolg, die ausgebliebene oder unvollst�ndige Veranlagung, nicht ein, d.h. dass die Veranlagung steuerrechtlich korrekt und umfassend erfolgt. Bei der unvollst�ndigen Veranlagung bleibt die Straftat solange im Versuchsstadium, bis die Veranlagung rechtskr�ftig geworden ist. Zwischen dem Verhalten des Steuerpflichtigen und dem erw�nschten Deliktserfolg muss eine hypothetische Kausalit�t in dem Sinne bestehen, dass jenes f�r dieses ad�quat kausal gewesen w�re, wenn der Deliktserfolg eingetreten w�re (vgl. dazu Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., Art. 176, N 1 ff., S. 477 f.; Agner/Digeronimo/Neuhaus/Steinmann, a.a.O., Art. 176, S. 340; Blumenstein/ Locher, a.a.O., S. 363 f.; H�hn/Waldburger, a.a.O., � 38, N 11 ff.; Roman Sieber, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 56).
2.3 Der subjektive Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung setzt Vorsatz voraus; Fahrl�ssigkeit gen�gt daf�r nicht (Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., Art. 176, N 2, S. 477; Agner/Digeronimo/Neuhaus/Steinmann, a.a.O., Art. 176, N 3.3, S. 341; H�hn/Waldburger, a.a.O., � 38, N 20; Sieber, a.a.O., N 22 zu Art. 56). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt der Nachweis des Vorsatzes als erbracht, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich der Beschuldigte der Unrichtigkeit oder Unvollst�ndigkeit der gemachten Angaben bewusst war. Ist dieses Wissen erwiesen, so muss angenommen werden, dass er auch mit Willen handelte, d.h. eine T�uschung der Steuerbeh�rden beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz). Diese Vermutung l�sst sich nicht leicht entkr�ften, weil in der Regel ein anderer Beweggrund f�r die Unrichtigkeit oder Unvollst�ndigkeit der gemachten Angaben nur schwer vorstellbar ist (BGE 114 Ib 27 E. 3a S. 29 f., mit Hinweisen; Urteil 2A.187/2000 vom 3. November 2000, E. 3c/bb). Lediglich fahrl�ssig handelt der Steuerpflichtige demgegen�ber, wenn er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Steuerpflichtige die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (vgl. Art. 18 Abs. 3 StGB).
2.4 In objektiver Hinsicht ergibt sich zun�chst, dass die Veranlagung unbestrittenermassen rechtskr�ftig geworden und vollst�ndig ausgefallen ist, dies allerdings erst aufgrund der nachtr�glichen Mitber�cksichtigung des Meldeformulars der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung. Die Steuererkl�rung war n�mlich nicht vollst�ndig.
Zwar sind im der Steuererkl�rung beigelegten Wertschriftenverzeichnis "8 Aktien X.________ AG" mit dem Vermerk "Liquidation", einem Steuerwert am 1. Januar 1997 von Fr. 0.-- sowie jeweiligen j�hrlichen Bruttoertr�gen f�r die Jahre 1995 und 1996 von Fr. 10'000.-- aufgef�hrt. Die Beschwerdegegnerin hat somit die Liquidation und weitgehend auch die damit verbundenen Finanzwerte in der Steuererkl�rung angegeben. Sie hat sie aber nicht als Einkommen deklariert. Dieser Mangel war f�r die Steuerbeh�rde nicht klar ersichtlich, weil sich f�r sie der Schein ergab, der �berschuss sei noch nicht verteilt worden bzw. es sei noch kein Anspruch darauf entstanden.
2.4.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Liquidationserl�s sei erst im Bemessungsjahr 1997 angefallen; vor April 1997 seien keine Verm�genswerte an die Aktion�re verteilt worden noch habe ein bestimmter und konkreter Rechtsanspruch auf die Wertschriften bestanden. Die sie damals vertretende V.________ Treuhand-Gesellschaft hat aber in einem Schreiben vom 28. April 1999 eingewilligt, den Erl�s aus der Liquidation der X.________ AG "in der Veranlagung 1997/98 nachzutragen, obwohl die �bertragung der Wertschriften ins Portefeuille des Steuerpflichtigen nachweislich erst per 23.4.97 erfolgte". Damit hat die Beschwerdegegnerin die Steuerpflicht f�r das Jahr 1996 anerkannt.
2.4.2 Im �brigen gilt ein Einkommen grunds�tzlich steuerrechtlich als in jenem Zeitpunkt erzielt, in welchem der Steuerpflichtige eine Leistung vereinnahmt oder einen festen Anspruch darauf erwirbt. Der steuerrechtlich massgebliche Einkommensanfall erfolgt dabei auf den Zeitpunkt des �bergangs der wirtschaftlichen Verf�gungsmacht. Die F�lligkeit einer Leistung oder deren tats�chliche Erf�llung ist somit nicht zwingend Voraussetzung des Einkommenszuflusses. Auf den Zeitpunkt des tats�chlichen Eingangs ist nur dort abzustellen, wo ein solcher vorher unsicher erscheint (vgl. BGE 113 Ib 23 E. 2e S. 26; 105 Ib 238 E. 4a S. 242; Urteile des Bundesgerichts 2A.67/1997 vom 14. Oktober 1998 in StR 54/1999 S. 196 E. 5b und 2P.14/1998 vom 3. Juli 1998 in RDAF 1998 2 374 E. 3a; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, N 18 ff. zu Art. 16; Markus Reich, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2a, Bundesgesetz �ber die direkte Bundessteuer [DBG], Art. 1-82, Basel/Genf/M�nchen 2000, N 34 ff. zu Art. 16).
Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Verteilung eines Liquidations�berschusses im Verfahren nach Art. 745 Abs. 3 OR, weshalb die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf ihren Liquidationsanteil grunds�tzlich im Zeitpunkt der Best�tigung durch den Revisor erwarb. Am 17. Mai 1996 erging der Beschluss �ber die Aufl�sung der X.________ AG. Am 12. September 1996 genehmigte der Revisor die Liquidation und die Verteilung des entsprechenden �berschusses an die Aktion�re, womit die dreimonatige Frist von Art. 745 Abs. 3 OR eingehalten war. Gem�ss sp�terer Meldung an die Eidgen�ssische Steuerverwaltung im Meldeverfahren bei der Verrechnungssteuer wurde der Anspruch als am 16. Oktober 1996 f�llig geworden bezeichnet. Sp�testens an diesem Termin stand der Anteil der Beschwerdegegnerin am Liquidations�berschuss betragsm�ssig fest, und er war damals als solcher auch einforderbar. Damit war der Liquidationsanteil im Bemessungsjahr 1996 als Einkommen steuerbar.
2.4.3 Damit hat die Beschwerdegegnerin ein Verhalten gezeigt, das objektiv auf eine Steuerverk�rzung ausgerichtet war und f�r eine solche hypothetisch kausal gewesen w�re.
2.5 In subjektiver Hinsicht bleibt zu pr�fen, ob sich der Beschwerdegegnerin ein Vorsatz nachweisen l�sst.
2.5.1 Zun�chst fragt es sich, wieweit sich die Beschwerdegegnerin das Verhalten der Treuhandgesellschaft, die f�r sie die Steuererkl�rung vorbereitete, und allenfalls ihres Ehemannes anrechnen lassen muss. Jedenfalls trifft dies soweit zu, als sie zusammen mit der Treuhandgesellschaft bzw. zusammen mit ihrem Ehemann gemeinsam gehandelt hat. Die Beschwerdegegnerin beruft sich nicht auf Art. 180 Abs. 2 DBG, wonach jedem Ehegatten der Nachweis offen steht, dass die Hinterziehung seiner Steuerfaktoren durch den anderen Ehegatten ohne sein Wissen erfolgte oder dass er ausserstande war, die Hinterziehung zu verhindern. Die Beschwerdegegnerin muss sich auch entgegenhalten lassen, dass sie die fragliche Steuererkl�rung pers�nlich unterzeichnet und damit als eigene akzeptiert hat. Da die versuchte Steuerhinterziehung als Straftatbestand eine pers�nliche Vorwerfbarkeit im Sinne des Schuldprinzips (dazu Blumenstein/Locher, a.a.O., S. 369 f.) erfordert, setzt die Annahme eines Vorsatzes freilich auch voraus, dass die Beschwerdegegnerin selber im Wissen um die objektiven Tatbestandselemente gehandelt und den erw�nschten Deliktserfolg zumindest in Kauf genommen hat.
Wie das Verwaltungsgericht zutreffend festgestellt hat, kann sich ein Steuerpflichtiger der Verantwortung f�r die Richtigkeit und Vollst�ndigkeit der Angaben in der Steuererkl�rung andrerseits nicht dadurch entziehen, dass er seine Steuerangelegenheiten durch einen vertraglichen Vertreter besorgen l�sst. Hat der Vertreter in der Steuererkl�rung unrichtige Angaben gemacht und damit eine Steuerverk�rzung bewirkt, so hat sich der Steuerpflichtige dessen schuldhaftes Verhalten anzurechnen, wenn er in der Lage gewesen w�re, die Fehler zu erkennen (ASA 36 S. 374 E. 3). Namentlich nimmt er den Versuch einer Steuerverk�rzung in Kauf, wenn er die Erstellung der Steuererkl�rung ohne klare Instruktionen und ohne jegliche Kontrolle einem Treuh�nder �bertr�gt und sich nicht darum k�mmert, ob die in der Steuererkl�rung enthaltenen Angaben richtig und vollst�ndig sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.228/2001 vom 13. November 2001 in StE 2002 B 101.21 Nr. 15).
2.5.2 Beim Ausf�llen der Steuererkl�rung gingen die Beschwerdegegnerin und ihr Mann sowie die Treuhandgesellschaft offenbar davon aus, der Liquidations�berschuss sei als Einkommen steuerrechtlich erst in der nachfolgenden Veranlagungsperiode massgeblich gewesen. Die Steuerbeh�rden wenden dagegen ein, in der Wegleitung zur fraglichen Steuererkl�rung sei ausdr�cklich erl�utert worden, Liquidations�bersch�sse seien als Einkommen zu verbuchen, und die Beschwerdegegnerin sei darauf auch ausdr�cklich von der mit der Liquidation betrauten Treuhandgesellschaft hingewiesen worden.
2.5.3 In der Wegleitung zur Steuererkl�rung 1997/98 wird in Ziff. 4.1 unter anderem ausgef�hrt:
"Als Zinsen und Gewinnanteile gelten auch die in Form von Gratisaktien, Gratisobligationen, Gratisliberierungen, Liquidations�bersch�ssen oder in irgend einer anderen Form enthaltenen geldwerten Leistungen aus Guthaben und Beteiligungen, die rechtlich keine R�ckzahlung eines Kapitalguthabens oder Kapitalanteils darstellen."
Im von der Steuerbeh�rde angerufenen Schreiben der U.________ Treuhand AG an die Beschwerdegegnerin vom 7. Februar 1997 findet sich folgende Passage:
"Wir bitten Sie zu beachten, dass jegliche Ertr�ge ab 1.10.96 in Ihrer privaten Steuererkl�rung zu deklarieren sind und entsprechend durch Sie die Verrechnungssteuer r�ckforderbar ist. Gleichzeitig sind die Ihnen zugeteilten Aktien per 1.1.97 im Verm�gen anzugeben."
Der Beschwerdegegnerin ist teilweise zugute zu halten, dass es nicht offensichtlich ist, von welchem massgeblichen Zeitpunkt bei einem Liquidationsanteil, wie er im vorliegenden Fall zur Diskussion steht, steuerrechtlich auszugehen ist. In der Mitteilung, welche die Beschwerdegegnerin von der die Liquidation durchf�hrenden U.________ Treuhand AG erhielt, ist allgemein von der Deklaration der "Ertr�ge", nicht aber spezifisch vom Liquidations�berschuss die Rede. Wie und f�r welche Bemessungsperiode die Deklaration in der Steuererkl�rung zu erfolgen hatte, ging aus beiden Unterlagen somit f�r die Beschwerdegegnerin als nicht fachkundige Person nicht deutlich hervor. Der Beschwerdegegnerin ist daher eine gewisse Unsicherheit dar�ber zuzugestehen, ob der Liquidationserl�s bereits steuerpflichtig und in welcher Rubrik der Steuererkl�rung er gegebenenfalls einzutragen war. Aufgrund der allf�lligen Unsicherheit h�tte sie aber an die Steuerbeh�rden gelangen k�nnen und m�ssen und nicht einfach auf eine Deklaration des Liquidations�berschusses als Einkommen verzichten d�rfen.
2.5.4 Es f�llt auf, dass die Beschwerdegegnerin bzw. ihr Ehemann keine Schwierigkeiten hatten, das Meldeverfahren bei der Verrechnungssteuer einzuleiten oder einleiten zu lassen, obwohl sich f�r die entsprechende steuerliche Behandlung eines Liquidations�berschusses zumindest vergleichbar komplexe Fragen stellen wie bei der Veranlagung f�r die direkte Bundessteuer. Die Beschwerdegegnerin bzw. die damals f�r sie handelnde Treuhandgesellschaft hat im vorliegenden Fall ein solches Gesuch f�r einen Liquidations�berschuss im Betrag von Fr. 458'956.-- gestellt, und diesem Gesuch ist von der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung stattgegeben worden. Mit der Meldung vom 25. M�rz 1997 best�tigte die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, dass sie auf dem fraglichen Liquidations�berschuss die Verrechnungssteuer nicht erhoben hatte.
Einerseits hat also die Beschwerdegegnerin die Vorteile des Meldeverfahrens zu nutzen gewusst. Andererseits musste sie aufgrund des Meldeverfahrens damit rechnen, dass nicht nur die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, sondern vermutlich auch die kantonale und kommunale Steuerbeh�rde davon Kenntnis erhalten w�rden, was in einem gewissen Widerspruch zu einem Hinterziehungsvorsatz bei der Einkommenssteuer steht.
2.5.5 Die Beschwerdegegnerin ist zwar ihrer Deklarationspflicht bei einem Liquidationserl�s, der mit Fr. 458'956.-- immerhin einen sehr ansehnlichen Betrag umfasste, nicht nachgekommen. Mehr als eine Sorgfaltspflichtverletzung l�sst sich ihr dabei aber nicht nachweisen. Der vorliegende Fall ist denn auch entgegen der Auffassung der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung nicht gleich zu beurteilen wie derjenige, �ber den das Bundesgericht im Urteil 2A.228/2001 vom 13. November 2001 (in StE 2002 B 101.21 Nr. 15) entschieden hat. W�hrend sich der damalige Steuerpflichtige �berhaupt nicht um die Buchhaltung seines Betriebes und um seine Steuererkl�rung k�mmerte und damit unklare Verh�ltnisse und unvollst�ndige Angaben in Kauf nahm, ist eine entsprechende Passivit�t der Beschwerdegegnerin nicht belegt. Sie hat sich im Wesentlichen �ber die zeitliche Bedeutung des Liquidations�berschusses get�uscht. Aus den dargelegten Gr�nden kann aus ihrem Verhalten nicht mit rechtsgen�glicher Gewissheit ein Eventualvorsatz abgeleitet werden. Dass die Beschwerdegegnerin Kenntnis von der korrekten Deklaration des fraglichen Liquidationserl�ses hatte und eine Steuerverk�rzung beabsichtigte oder wenigstens in Kauf nahm, ist daher nicht belegt.
2.5.6 Fehlt es somit am Vorsatz, entfallen eine Verurteilung wegen versuchter Steuerhinterziehung und damit die Ausf�llung einer Steuerbusse. Der angefochtene Entscheid verletzt Bundesrecht daher nicht.
Damit sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Kanton Nidwalden aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 und 2 OG). Dieser hat �berdies die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem Kanton Nidwalden auferlegt.
Der Kanton Nidwalden hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.