Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%2047,%20255
Timestamp: 2019-12-12 02:50:03
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Matched Legal Cases: ['§ 127', '§ 40', '§ 23', '§ 23', '§ 127', '§ 40', '§ 23', '§ 163', '§ 163', '§ 163', '§ 23', 'BGH', '§ 23', '§ 40', 'Art. 19', '§ 40', '§ 40', '§ 23', '§ 40', '§ 23', '§ 23', 'BGH']

BVerwG, 03.12.1974 - I C 11.73 - dejure.org
https://dejure.org/1974,65
BVerwG, 03.12.1974 - I C 11.73 (https://dejure.org/1974,65)
BVerwG, Entscheidung vom 03.12.1974 - I C 11.73 (https://dejure.org/1974,65)
BVerwG, Entscheidung vom 03. Dezember 1974 - I C 11.73 (https://dejure.org/1974,65)
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§ 127 StPO; § 40 Abs. 1 VwGO; § 23 EGGVG
Zwangsweise Mitnahme zur Wache - Freiheitsentziehungen nach dem Polizeiverwaltungsgesetz - Maßnahmen für Zwecke des Erkennungsdienstes - Räumung eines Hauses und Feststellung der Personalien
EGGVG § 23 Abs. 1; StPO § 127; VwGO § 40 Abs. 1
BVerwGE 47, 255
NJW 1975, 1529 (Ls.)
NJW 1975, 893
MDR 1975, 517
DVBl 1975, 581
DÖV 1975, 275
JR 1975, 208
Bei Maßnahmen der Polizei kann es zwar im Einzelfall streitig sein, ob diese die Gefahrenabwehr (oder sonstige Polizeiaufgaben) betreffen und somit auf dem Verwaltungsrechtsweg überprüft werden können oder ob es sich ebenso wie bei den Strafverfolgungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft um Maßnahmen von Justizbehörden auf dem Gebiet der Strafrechtspflege handelt, gegen die Rechtsschutz nach § 23 EGGVG auf dem ordentlichen Rechtsweg gewährt wird (s. Urteil vom 3. Dezember 1974 - BVerwG 1 C 11.73 - BVerwGE 47, 255 ).
Denn auch wenn die Polizei gemäß § 163 Abs. 1 StPO ohne vorherige Weisung der Staatsanwaltschaft tätig wird, handelt sie als deren "verlängerter Arm" (BVerwGE 47, 255, 263;… Meyer-Goßner, StPO 46. Aufl. § 163 Rdn. 1); trifft sie strafprozessuale Maßnahmen mit Außenwirkung gegen eine bestimmte Person als Beschuldigten, so hat wegen der Einheit und Unteilbarkeit des Ermittlungsverfahrens auch die Staatsanwaltschaft den Betroffenen mit Rücksicht auf seine Interessen als Beschuldigten zu behandeln (…Wache in KK 5. Aufl. § 163 Rdn. 2).
Für die Abgrenzung der beiden Aufgabengebiete ist maßgebend, wie sich der konkrete Sachverhalt einem verständigen Bürger in der Lage des Betroffenen bei natürlicher Betrachtungsweise darstellt (BVerwG, Urt. v. 03.12.1974 - I C 11.73 - BVerwGE 47, 255 …und Urt. v. 19.10.1982 - 1 C 29.79 - BVerwGE 66, 192; Senatsurteil vom 16.05.1988 - 1 S 1826/87 - VBlBW 1989, 16).
Es kann dahinstehen, ob der Beschwerdeführer zu 1) insoweit den Verwaltungsrechtsweg hätte beschreiten oder - was im Hinblick auf die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Dezember 1974 (BVerwG I C 26.72 und BVerwG I C 11.73 (= BVerwGE 47, 255 )) nahe liegt - Antrag auf gerichtliche Entscheidung (§§ 23 ff. EGGVG ) hätte stellen können; denn er hat keine der in Betracht kommenden Möglichkeiten genutzt.
Die Regelung soll zudem verhindern, daß Gerichte zweier verschiedener Gerichtszweige Verwaltungsstreitigkeiten desselben Rechtsgebietes entscheiden (BVerwGE 47, 255).
Es ist jedoch allgemein anerkannt, daß er nicht organisationsrechtlich, sondern funktional aufzufassen ist (BGHSt 28, 206, 209; BVerwGE 47, 255, 262; 69, 192, 195; KG StV 1996, 531, 532; OLG Hamm NStZ 1985, 566, NStZ 1990, 44;… Kissel aaO Rdn. 13;… Kleinknecht/Meyer-Goßner aaO Rdn. 2).
Die Zuweisung der in § 23 EGGVG bestimmten Streitigkeiten an die ordentlichen Gerichte soll nämlich "ein Durcheinander und Gegeneinander der verschiedenen Gerichtsverfahren" verhindern (BVerwGE 6, 86, 89; 47, 255).
Sie gehen von der grundsätzlichen Gleichwertigkeit aller Gerichtszweige aus (BVerwGE 47, 255).
Diese Vorschrift erfaßt nur Rechtsstreitigkeiten über Anordnungen, Verfügungen und sonstige Maßnahmen, die zur Verfolgung einer strafbaren Handlung getroffen worden sind (vgl. Urteile vom 3. Dezember 1974 - BVerwG 1 C 26.72 -, Buchholz 310 § 40 VwGO Nr. 138 [Aufnahme von Lichtbildern zum Zwecke der Strafverfolgung] und - BVerwG 1 C 11.73 -, BVerwGE 47, 255 [vorläufige Festnahme und Mitnahme zur Wache zwecks Feststellung der für das Strafverfahren benötigten Personalien]).
Sie sind inhaltlich der Verwaltungsgerichtsordnung nachgebildet und haben die Aufgabe, auf bestimmten Rechtsgebieten den durch Art. 19 Abs. 4 GG garantierten umfassenden Rechtsschutz gegen Verwaltungsmaßnahmen zu gewähren; die Herausnahme der gerichtlichen Kontrolle gewisser Maßnahmen aus der - sonst nach § 40 Abs. 1 VwGO gegebenen - Zuständigkeit der allgemeinen Verwaltungsgerichte soll bewirken, daß über die Rechtmäßigkeit die Gerichte der sachnäheren Gerichtsbarkeit entscheiden (vgl. BVerwGE 47, 255, 258 ff).
Danach soll die gerichtliche Nachprüfung der spezifisch justizmäßigen Amtshandlungen der Justiz- und Vollzugsbehörden der sonst nach § 40 Abs. 1 VwGO gegebenen Zuständigkeit der allgemeinen Verwaltungsgerichtsbarkeit insgesamt entzogen und den ordentlichen Gerichten als der sachnäheren Gerichtsbarkeit übertragen werden (vgl. u.a. Urteil vom 3. Dezember 1974 - BVerwG 1 C 11.73 - in BVerwGE 47, 255 *= NJW 1975, 893;… Kissel, a.a.O., § 23 EGGVG Rdnr. 6).
Soweit § 40 Abs. 1 VwGO für den Ausschluß des Verwaltungsrechtsweges in öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten nichtverfassungsrechtlicher Art bestimmt, daß diese durch Bundesgesetz einem anderen Gericht "ausdrücklich" zugewiesen sind, ist diese Voraussetzung auch bei einer auslegungsbedürftigen Rechtswegregelung erfüllt, die nach ihrem Sinn und Zweck eine solche Zuweisung enthält (vgl. Urteil vom 27. September 1962 - BVerwG 1 C 51.61 - in BVerwGE 15, 34/36; Urteil vom 3. Dezember 1974 - BVerwG 1 C 11.73 - in NJW 1975, 893).
Zum Gebiet der "Strafrechtspflege" gehören außer der Strafverfolgung selbst, d.h. der Durchführung von Strafverfahren sowie der Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen, auch die damit in Zusammenhang stehenden Maßnahmen zur Ermöglichung und geordneten Durchführung der Strafverfolgungs- und Strafvollstreckungstätigkeit (…vgl. Löwe-Rosenberg, a.a.O., § 23 EGGVG Rdnr. 17; BVerwG in NJW 1975, 893).
Nach der Vorschrift des § 23 Abs. 1 EGGVG, die von vornherein nur vorübergehend Bedeutung haben sollte (vgl. BVerwG, Urteil vom 3. Dezember 1974 - 1 C 11.73, BVerwGE 47, 255, 258), entscheiden über die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen, die von den Justizbehörden zur Regelung einzelner Angelegenheiten unter anderem auf dem Gebiet der Strafrechtspflege getroffen werden, auf Antrag die ordentlichen Gerichte.
Er kann demnach auch auf Maßnahmen solcher Behörden Anwendung finden, die organisatorisch nicht zum Justizressort gehören, namentlich solche der zum Innenressort gehörenden Polizeibehörden (vgl. BVerwG, Urteil vom 3. Dezember 1974 - 1 C 11.73, BVerwGE 47, 255, 259).
Dadurch soll eine divergierende Rechtsprechung, ein "Durcheinander oder Gegeneinander' (BVerwG, Urteil vom 19. Dezember 1957 - 2 C 72.57, BVerwGE 6, 86, 89 f.; Urteil vom 3. Dezember 1974 - 1 C 11.73, BVerwGE 47, 255, 260) in verschiedenen Gerichtsverfahren verhindert werden.
VGH Bayern, 05.11.2009 - 10 C 09.2122
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BVerwG, 28.02.1990 - 8 B 17.90
BVerwG, 28.02.1990 - 8 B 18.90
BVerwG, 28.02.1990 - 8 B 16.90
VG Schleswig, 08.06.2004 - 3 A 79/03