Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/183220,0.html
Timestamp: 2019-10-22 07:23:58
Document Index: 88820311

Matched Legal Cases: ['§ 211', '§ 212', '§ 211', '§ 212', '§ 212', '§ 211', '§ 211', '§ 211']

Frage zum Vorsatz
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Frage zum Vorsatz
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 18:50:26 Titel: Frage zum Vorsatz
F kommt von der Jagd und sieht von weitem wie A seinen Porsche mit einem knüppel beschädigt.
Um die endgültige Zerstörung zu verhindern legt F aus der Entfernung mit seinem Gewehr an und schießt auf A. Dabei nimmt er in kauf ihn tödlich zu treffen. so geschieht es.
Wie ist der Vorsatz bei F gegeben, ich bin nachdem ich die Theorien durchgegangen bin zu keiner einheitlichen Entscheidung gekommen.
Ich finde die Formulierung ist in dem SV etwas unglücklich. Aber wenn es sich um dolus eventualis handelt ist er gem. § 211 strafbar und sonst nach § 212. Wäre nett wenn jemand noch einen kleinen Ansatz parat hat, wie ich meine Blockade durchbrechen kann...
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:01:01 Titel:
Wenn im SV steht, dass der Täter den Tod billigend in Kauf nahm, bloß keinen Theorienstreit führen!! Das fällt gerade bei diesem Streit erheblich negativ ins Gewicht! Verfehlte Schwerpunktsetzung. Ich habe bei einer ähnlichen Formulierungen nur einige Zeilen zu viel geschrieben und nichtmal den Theorienstreit geführt und sogar dafür schon Kritik bekommen.
Die Formulierung ist nicht unglücklich, sondern eindeutig: Hier liegt unstreitig dolus eventualis vor!
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:02:54 Titel:
Es steht halt nicht billigend, sondern nur "dabei nimmt er in kauf den A tödlich zu treffen..".
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:06:50 Titel:
In meiner HA stand "nahm bewusst in Kauf". Darüber habe ich mir Gedanken ohne Ende gemacht - letztlich völlig überflüssig.
Bei Formulierungen wie "nahm in Kauf" ist dolus eventualis zu bejahen (Prof. Rengier hat das wohl mal bei einem Bekannten im Examensrep erzählt ...). Wenn das ein Korrektor ankreidet, könntest du sogar remonstrieren.
"Billigend" ist nur ein Zusatz. Inkaufnahme bedeutet ja schon, dass er es "billigt".
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:09:36 Titel: Re: Frage zum Vorsatz
Aber wenn es sich um dolus eventualis handelt ist er gem. § 211 strafbar und sonst nach § 212.
Weshalb das denn?? Wenn kein dolus eventualis vorläge, käme natürlich auch kein § 212 in Betracht, sondern nur Fahrlässigkeit! Hier liegt aber Vorsatz vor.
§ 211 liegt nur vor, wenn auch ein Mordmermal vorliegt.
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:15:27 Titel:
Perfekt und danke für diese schnelle Antwort.
Was jetzt noch mein Problem ist, welches ich vorher schon beim erstellen desr Gliederung hatte.
Der Totschlag geht dann ja so glatt durch, da Rechtfertigungsgründe durch das krasse Missverhältnis nicht zu begründen sind, nur wie sieht das dann bei dem Mord aus, da sein Schuss aus der Entfernung ja heimtückisch sein könnte und durch den dolus eventualis mit Vorsatz zu bejahen ist.
Oder nutzt er die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers in dem Fall nicht bewusst aus? Was noch hinzukommt das keine subjektiven Mordmerkmale erfüllt werden. Reicht das schon aus, um aus dem Mord rauszufliegen?
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:24:14 Titel:
Ob Heimtücke vorliegt, kann man ohne SV nicht beurteilen.
Es muss aber für Mord generell nur mindestens ein Mordmerkmal erfüllt sein, objektives oder subjektives.
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:33:38 Titel:
Alles was im SV genannt wird hab ich soweit hier angegeben.
F kommt von der Jagd und sieht von weitem wie A das Auto malträtiert. Um die entgültige Zerstörung zu verhindern legt F sein Gewehr an, das noch von der Jagd in seinem Auto ist, an und schießt auf F. Dabei nimmt er in Kauf A tödlich zu treffen, was auch passiert.
Aber dennoch vielen Dank für die Antworten, ich werde mich morgen nochmal an die genaue Prüfung des § 211 machen und dann hier mal schreiben zu welchem Ergebnis ich gekommen bin.
Verfasst am: 03 Apr 2008 - 19:39:16 Titel:
Also, ich würde mir wirklich genau überlegen, ob du § 211 überhaupt ansprechen sollst. Wenn nämlich kein Mordmerkmal ersichtlich ist, wäre auch das ein Fehler... Diese Angaben alleine begründen nämlich m.E. noch kein Mordmerkmal.
Verfasst am: 04 Apr 2008 - 15:27:52 Titel:
So habe jetzt den Mord doch angeprüft und bin bei den objektiven Mordmerkmalen rausgeflogen, da die Heimtücke nicht gegeben ist, wenn die Tat aufgrund von hoher Erregung begangen wird. Im SV hatte ich etwas überlesen was dafür wichtig war.
Nachdem der Schaden behoben wurde und F, der besonders besorgt, jetzt den Wagen immer direkt vor seiner Haustür parkt...
Was ich noch fragen wollte, ich habe 3 Tatabschnitte, mache ich jeweils am ende eines Tatabschnitts ein "Endergebnis und Konkurrenz" oder erst gant am Ende der Hausarbeit?