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Timestamp: 2016-10-26 02:16:03
Document Index: 353840215

Matched Legal Cases: ['Art. 102', 'Art. 102', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'Art. 27', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 44', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 19', 'e contrario', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_685/2012 (18.12.2012)
substituiert durch Rechtsanw�ltin Franziska Venghaus,
Die 1955 geborene L.________ war als Kantinen- und Reinigungsangestellte der Genossenschaft X.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 16. September 2009 schlug sie den rechten Ellbogen an einer Liftt�re an. Deswegen suchte sie am 22. September 2009 Dr. med. S.________ auf, welcher eine Ellbogenkontusion rechts mit posttraumatischer Epicondylitis humeri radialis diagnostizierte. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nach diversen medizinischen Abkl�rungen verf�gte sie am 25. Februar 2011 den Fallabschluss auf den 12. Mai 2010, da ab diesem Zeitpunkt keine unfallbedingten organischen Gesundheitsbeeintr�chtigungen mehr vorhanden gewesen seien und es zwischen den psychischen Gesundheitsbeeintr�chtigungen und dem Unfallereignis vom 16. September 2009 am ad�quaten Kausalzusammenhang fehle. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 3. Mai 2011 fest.
Die von L.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 28. Juni 2012 ab.
Mit Beschwerde l�sst L.________ beantragen, die SUVA sei unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids zu verpflichten, ihre Leistungen weiterhin zu erbringen. Die Sache sei zwecks Einholung eines polydisziplin�ren Gutachtens an die SUVA oder das kantonale Gericht zur�ckzuweisen. Zudem wird um Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels ersucht.
Wie sich aus dem Folgenden ergeben wird, ist die Sach- und Rechtslage klar. Ein Schriftenwechsel ist nicht erforderlich (Art. 102 Abs. 1 BGG), weshalb keine Vernehmlassungen eingeholt wurden. Es besteht daher kein Anlass, den von der Beschwerdef�hrerin ohne n�here Begr�ndung beantragten zweiten Schriftenwechsel anzuordnen (Art. 102 Abs. 3 BGG).
Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) richtig dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf die Ausf�hrungen zum Wegfall des urs�chlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des status quo sine vel ante (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2) und den im Sozialversicherungsrecht bei der Beantwortung von Tatfragen �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie hinsichtlich des Beweiswertes medizinischer Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Korrekt sind auch die Ausf�hrungen zum f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181), welcher bei psychischen Gesundheitssch�den nach der Rechtsprechung gem�ss BGE 115 V 133 zu beurteilen ist. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht auf den 12. Mai 2010 hin eingestellt hat.
4.1 Die Vorinstanz stellte in umfassender W�rdigung der gesamten medizinischen Unterlagen fest, dass die von der Versicherten �ber den 12. Mai 2010 hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr auf organische Unfallfolgen zur�ckzuf�hren seien. Sie st�tzte sich dabei im Wesentlichen auf den Bericht des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. N.________ vom 7. Mai 2010, wonach das Unfallereignis zu einer vor�bergehenden Verschlimmerung einer vorbestandenen radialen Epicondylopathie gef�hrt hat. Im Zeitpunkt der Untersuchung waren laut Kreisarzt keine funktionellen Beeintr�chtigungen als Folge des Unfallereignisses mehr nachweisbar. Medizinische Leistungen seien nicht mehr erforderlich, da die Folgen des Unfalles ein halbes Jahr sp�ter ausgeheilt gewesen seien. Der Hausarzt, Dr. med. S.________, ging in den �rztlichen Berichten vom 21. Januar 2010 und 13. M�rz 2010 davon aus, dass die rund 50 prozentige Arbeitsunf�higkeit ab Januar 2010 krankheitsbedingt sei, und zwar aufgrund der vorbestandenen Diagnosen myofasziales Schmerzsyndrom und Depression. Der behandelnde Psychiater, med. pract. P.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in den Berichten vom 7. Mai (zuhanden der Invalidenversicherung) und 9. Mai 2010 (zuhanden der Krankenversicherung) eine mittelgradige depressive Episode (larviert, agitiert; ICD-10 F32.1) bei Verdacht auf eine rezidivierende depressive St�rung (ICD-10 F33.1) und eine generalisierte Angstst�rung (ICD-10 F41.1). Die Versicherte leide seit 1973 an einer chronischen Angsterkrankung, wobei der Suizid der Tochter im Jahr 2007 der ausl�sende Faktor der Eskalation gewesen sei. Durch den Unfall vom 16. September 2009 habe das System weiter dekompensiert und sich der k�rperliche Schmerz auch im Sinne eines Ausdrucks der Trauer und des Verlustes der Tochter ausgeweitet.
4.2.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 und Art. 61 lit. c ATSG) und eine willk�rliche Beweisw�rdigung. Zur Begr�ndung bringt sie vor, das kantonale Gericht habe auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. N.________ abgestellt, obwohl diesem ein Grossteil der medizinischen Unterlagen nicht bekannt gewesen sei und er sich nur zu den physischen Beschwerden ge�ussert habe. Med. pract. P.________ habe zwar (zuhanden der Invalidenversicherung und des Krankenversicherers) zu den psychischen Beschwerden Stellung genommen, ohne sich jedoch mit der Unfallkausalit�t zu befassen. Da Dr. med. N.________ zudem inhaltlich und funktionell ein Gutachten erstellt habe, ohne dass die Versicherte vorg�ngig dar�ber unterrichtet worden w�re und ihre Verfahrensrechte habe wahrnehmen k�nnen, liege zudem ein Verstoss gegen Art. 27 Abs. 2 ATSG und Art. 42 ATSG bzw. den Vertrauensgrundsatz vor.
4.2.2 Gem�ss Art. 43 Abs. 1 ATSG pr�ft der Versicherungstr�ger die Begehren, nimmt die notwendigen Abkl�rungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Ausk�nfte ein. Bei der Pr�fung der Begehren darf er auch den Sachverstand versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen einbeziehen. Bei den von diesen versicherungsinternen �rztinnen und �rzten erstellten Stellungnahmen handelt es sich nicht um Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG. Entsprechend kommt ihnen praxisgem�ss auch nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungstr�ger in Auftrag gegebenen Gutachten. Wird allein gest�tzt auf versicherungsinterne �rztliche Beurteilungen entschieden, sind daher an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen medizinischen Feststellungen, so sind erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff.).
4.2.3 Mit Schreiben vom 6. April 2010 wurde die Versicherte von der Beschwerdegegnerin aufgefordert, sich einer kreis�rztlichen Untersuchung zu unterziehen, damit die weitere medizinische Behandlung geplant werden k�nne. Die versicherte Person hat so lange Anspruch auf die zweckm�ssige Behandlung ihrer Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG), als von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario; BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113). Dazu hat Dr. med. N.________ im Bericht vom 7. Mai 2010 Stellung genommen und als Ergebnis rund sieben Monate nach dem Unfallereignis den Fallabschluss empfohlen. Eine Verletzung von Art. 27 Abs. 2 ATSG und des Vertrauensgrundsatzes ist bei diesem Vorgehen der SUVA nicht ersichtlich. Auch die R�ge einer Verletzung von Art. 42 ATSG erweist sich als unbegr�ndet, wurden der Rechtsvertreterin der Versicherten doch am 12. Januar 2011 die Akten zugestellt und hat sich diese mit Eingabe vom 14. Januar 2011 auch zum Bericht �ber die kreis�rztliche Untersuchung vom 7. Mai 2010 ge�ussert, bevor die SUVA am 25. Februar 2011 ihre Verf�gung erliess.
4.2.4 Da auch der behandelnde Hausarzt, Dr. med. S.________, in seinen Berichten vom 21. Januar und 13. M�rz 2010 f�r die Zeit ab Januar 2010 nicht mehr von einer organischen Genese der persistierenden Beschwerden ausgeht und keine differenzierenden medizinischen Betrachtungsweisen ersichtlich sind, welche Anlass g�ben, an der Schl�ssigkeit der kreis�rztlichen Schlussfolgerungen zu zweifeln, entf�llt die Notwendigkeit f�r weitere Abkl�rungen.
4.2.5 Bez�glich der psychischen Beschwerden ging das kantonale Gericht gest�tzt auf die Berichte des med. pract. P.________ davon aus, deren Unfallkausalit�t sei eher unwahrscheinlich. Es liess die Frage, ob �ber den 12. Mai 2010 hinaus psychische Beschwerden nat�rlich kausal durch das Unfallereignis vom 16. September 2009 verursacht worden sind, jedoch offen, da ein allf�lliger Kausalzusammenhang nicht ad�quat und damit nicht rechtsgen�glich w�re. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ist diese Vorgehensweise grunds�tzlich nicht zu beanstanden. Gem�ss einem allgemeinen Grundsatz ist n�mlich lediglich �ber f�r den Ausgang des Verfahrens erhebliche Tatsachen Beweis zu f�hren. Steht aber aufgrund einer speziellen Ad�quanzpr�fung fest, dass ein allf�llig bestehender nat�rlicher Kausalzusammenhang nicht ad�quat und damit nicht rechtsgen�glich w�re, ist die Frage, ob der nat�rliche Kausalzusammenhang tats�chlich besteht, nicht entscheidrelevant (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472).
4.2.6 Das kantonale Gericht hat den Unfall, bei dem die Versicherte den Ellbogen an einer Liftt�re anschlug, als leicht qualifiziert. Diese Betrachtungsweise wird von der Beschwerdef�hrerin zu Recht nicht in Frage gestellt. Anhand einer Pr�fung der speziellen Ad�quanzkriterien gem�ss BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 verneinte die Vorinstanz die Ad�quanz der psychischen Beschwerden. Die konkrete Durchf�hrung der Ad�quanzpr�fung wird von der Beschwerdef�hrerin nicht substanziiert ger�gt, weshalb es dabei sein Bewenden haben kann. Fehlt es somit am ad�quaten Kausalzusammenhang, ist es f�r den Ausgang des Verfahrens unerheblich, dass Dr. med. N.________ bei seiner Beurteilung die psychiatrische Krankengeschichte nicht vorlag und sich med. pract. P.________ nicht dazu ge�ussert hat, ob die von ihm diagnostizierten Leiden nat�rlich kausal zum Unfallereignis stehen.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).