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Timestamp: 2017-06-28 10:43:34
Document Index: 367286476

Matched Legal Cases: ['§ 125', '§ 27', '§ 182', '§ 182', '§ 182', '§ 33']

Schwerbehinderten Menschen steht ein zusätzlicher bezahlter Urlaub von einer Arbeitswoche zu (§ 125 SGB IX). Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit des schwerbehinderten Menschen [..]
Krankenkasse muss Kosten für Brustverkleinerung bei übergroßen Hängebrüsten übernehmen
Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, L 4 KR 22/05, 10.11.2005 rechtskräftig Die Klägerin litt an beidseitigen übergroßen Hängebrüsten, die zu Ekzemen unter der Brust, Fehlhaltung und Wirbelsäulenschäden führten. Zunächst lehnte die beklagte Krankenkasse ab, eine medizinische Indikation zur Reduktionsplastik ließe sich nicht erkennen. Die von der Patientin geklagten Rückenbeschwerden seien bedingt durch eine Fehlstellung der Wirbelsäule aufgrund Morbus Scheuermann. Derzeit stehe bei der Patientin die psychische Komponente mit erheblichem Leidensdruck im Vordergrund.
Dagegen legte die Klägerin Widerspruch ein.
Die Klägerin hat - wie das Sozialgericht zutreffend erkannt hat - einen Anspruch darauf, dass eine operative Verkleinerung ihrer Brüste zu Lasten der Beklagten durchgeführt wird. Ein solcher Eingriff ist im konkreten Fall eine im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu erbringende Krankenbehandlung.
Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern (§ 27 Abs. 1 des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches – Gesetzliche Krankenversicherung - SGB V). Die Krankenbehandlung setzt eine behandlungsbedürftige Krankheit voraus. Krankheit im Sinne des Versicherungsrechts ist ein regelwidriger Körper- und Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf oder - zugleich oder ausschließlich - Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Urteil des Bundessozialgerichts – BSG – in BSGE 35, 10, 12 m.w.N = SozR Nr. 52 zu § 182 RVO; BSG SozR 2200 § 182 Nr. 9). Als "regelwidrig" ist dabei ein Zustand anzusehen, der von der Norm, vom Leitbild des gesunden Menschen, abweicht (BSGE 26, 240, 242 = SozR Nr. 23 zu § 182 RVO; BSGE 59, 119, 120 m.w.N. und 66, 248, 249).
Eine solcher regelwidriger Zustand kann auch bei der entstellenden Wirkung einer körperlichen Abweichung zu bejahen sein, ohne dass dann damit notwendigerweise der Verlust oder die Störungen einer motorischen oder geistigen Funktion einhergehen muss. Eine solche entstellende Wirkung ist anzunehmen, wenn diese es einer Frau erschwert oder gar unmöglich macht, sich frei und unbefangen unter den Mitmenschen zu bewegen, weil sie "naturgemäß" ständig alle Blicke auf sich zieht und zum Objekt der Neugierde wird, so dass ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt wird (BSG SozR 3-2500 § 33 Nr. 45 S. 253).
Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, L 4 KR 22/05, 10.11.2005 rechtskräftig Die Klägerin litt an beidseitigen übergroßen Hängebrüsten, die zu Ekzemen u...
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