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Timestamp: 2020-01-20 18:58:15
Document Index: 118832629

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 5', '§ 12', '§ 3', '§ 12', '§ 13', '§ 3', '§ 1', '§ 611']

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BAG – 4 AZR 339/17
NZA 2019, 264
Auslegung von Tarifverträgen – Arbeit auf Abruf – Berechnung einer Pauschale für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und für das Urlaubsentgelt
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.06.2018, 4 AZR 339/17
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 30. März 2017 – 5 Sa 975/16 – aufgehoben.
Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main vom 15. Juni 2016 – 14 Ca 8810/15 – wird zurückgewiesen.
4 AZR 339/17 > Rn 1
4 AZR 339/17 > Rn 2
4 AZR 339/17 > Rn 3
4 AZR 339/17 > Rn 4
4 AZR 339/17 > Rn 5
4 AZR 339/17 > Rn 6
4 AZR 339/17 > Rn 7
4 AZR 339/17 > Rn 8
4 AZR 339/17 > Rn 9
4 AZR 339/17 > Rn 10
4 AZR 339/17 > Rn 11
4 AZR 339/17 > Rn 12
4 AZR 339/17 > Rn 13
4 AZR 339/17 > Rn 14
4 AZR 339/17 > Rn 15
4 AZR 339/17 > Rn 16
4 AZR 339/17 > Rn 17
4 AZR 339/17 > Rn 18
4 AZR 339/17 > Rn 19
4 AZR 339/17 > Rn 20
4 AZR 339/17 > Rn 21
4 AZR 339/17 > Rn 22
4 AZR 339/17 > Rn 23
4 AZR 339/17 > Rn 24
4 AZR 339/17 > Rn 25
1. Nach der aufgrund vertraglicher Vereinbarung anwendbaren tariflichen Regelung des § 24 Abs. 2 Satz 1 MTV MaA Nr. 2 werden dem Mitarbeiter für die Zeit des Erholungsurlaubs die Grundvergütung und die Zulagen weitergezahlt. Außerdem erhält der Mitarbeiter gemäß § 24 Abs. 2 Satz 2 MTV MaA Nr. 2 je Urlaubstag zur Abgeltung von Zeitzuschlägen auf Grundarbeitsstunden einen Pauschalbetrag. Dieser berechnet sich nach § 24 Abs. 2 Buchst. a MTV MaA Nr. 2 aus der Summe der im vorausgegangenen Kalenderjahr auf das vereinbarte Vertragsstundenvolumen abgerechneten Zeitzuschläge und der – bis zur Mehrarbeitsauslösegrenze gemäß § 5 Abs. 3 MTV MaA Nr. 2 – darüber hinaus tatsächlich abgerechneten Grundarbeitsstunden und Zeitzuschläge, geteilt durch die Zahl der vom Mitarbeiter tatsächlich geleisteten Arbeitstage (einschließlich Dienstreise- und Lehrgangstage), wobei der Divisor erhöht wird um diejenigen planmäßigen Arbeitstage, an denen der Mitarbeiter unentschuldigt gefehlt hat.
4 AZR 339/17 > Rn 26
4 AZR 339/17 > Rn 27
4 AZR 339/17 > Rn 28
4 AZR 339/17 > Rn 29
4 AZR 339/17 > Rn 30
4 AZR 339/17 > Rn 31
4 AZR 339/17 > Rn 32
4 AZR 339/17 > Rn 33
(3) Für eine kalendertägliche Gewährung des Erholungsurlaubs sprechen weiter die Besonderheiten der Abrufarbeitsverhältnisse, auf die der MTV MaA Nr. 2 idF vom 1. Januar 2007 nach seinem Geltungsbereich zugeschnitten ist. Der MTV MaA Nr. 2 ist ein Tarifvertrag speziell für Arbeitnehmer mit Abrufarbeitsverhältnissen iSd. § 12 TzBfG. Bei solchen Abrufarbeitsverhältnissen steht zu Beginn eines Urlaubsjahres regelmäßig nicht fest, an wieviel Tagen im kommenden Jahr eine Arbeitspflicht bestehen wird. Ebenso steht bei der Gewährung von Erholungsurlaub oft noch nicht fest, an welchen konkreten Tagen im Urlaubszeitraum eine Arbeitspflicht bestanden hätte (vgl. LAG Düsseldorf 15. Dezember 2016 – 8 Sa 603/16 – zu B I (2) der Gründe; NK-GA/Düwell § 3 BurlG Rn. 35). So muss die Beklagte nach Ziffer 5 des Arbeitsvertrags der Klägerin die Lage ihrer Arbeitszeit erst vier Tage vorher mitteilen (vgl. § 12 Abs. 2 TzBfG). Diese Schwierigkeiten werden vermieden, wenn der Mitarbeiter für jeden Kalendertag innerhalb des Urlaubszeitraums Urlaub in Anspruch nehmen muss, unabhängig davon, ob an diesem Tag eine Arbeitspflicht besteht oder nicht. So kann ein Arbeitnehmer im Januar eines Jahres für einen zweiwöchigen Zeitraum im Sommer Erholungsurlaub im Umfang von 14 Kalendertagen beantragen. Bei einer solchen Festlegung des Urlaubsanspruchs in Kalendertagen handelt es sich nicht um eine den Tarifvertragsparteien nach § 13 Abs. 1 Satz 1 BUrlG verbotene Abweichung von § 3 BUrlG. Der Urlaubsanspruch wird nicht zuungunsten der Arbeitnehmer verkürzt, sondern nur anders berechnet. Das Bundesarbeitsgericht hat angenommen, dass die Tarifvertragsparteien – sofern der Mindesturlaub der §§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG unberührt bleibt – für Arbeitnehmer in einer Schichtplanung, die alle Wochentage umfasst, ein „gemischtes“ System von Urlaubs- und Freischichttagen schaffen können. Dabei kann als Zeiteinheit der Kalendertag herangezogen werden, um die Berechnung zu vereinfachen (vgl. BAG 19. Januar 2010 – 9 AZR 426/09 – Rn. 13). Dies ist auf die vom MTV MaA Nr. 2 erfassten Mitarbeiter mit Verträgen zur Anpassung der Arbeitszeit an den Arbeitsanfall aufgrund der Vergleichbarkeit der Umstände zu übertragen.
4 AZR 339/17 > Rn 34
4 AZR 339/17 > Rn 35
4 AZR 339/17 > Rn 36
4 AZR 339/17 > Rn 37
4 AZR 339/17 > Rn 38
4 AZR 339/17 > Rn 39
4 AZR 339/17 > Rn 40
4 AZR 339/17 > Rn 41
4 AZR 339/17 > Rn 42
4 AZR 339/17 > Rn 43
4 AZR 339/17 > Rn 44
4 AZR 339/17 > Rn 45
4 AZR 339/17 > Rn 46
Mayr P. Hoffmann
Auslegung von Tarifverträgen,
Berechnung einer Pauschale für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und für das Urlaubsentgelt
BGB § 611a Abs. 2
Das Urteil BAG – 4 AZR 339/17 wird zitiert in:
> BAG, 03.07.2019 – 4 AZR 456/18