Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VG%20M%C3%BCnchen&Datum=15.07.2019&Aktenzeichen=M%208%20K%2018.2286
Timestamp: 2020-01-19 14:32:49
Document Index: 86602343

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 71', '§ 31', '§ 114']

VG München, 15.07.2019 - M 8 K 18.2286 - dejure.org
https://dejure.org/2019,39056
VG München, 15.07.2019 - M 8 K 18.2286 (https://dejure.org/2019,39056)
VG München, Entscheidung vom 15.07.2019 - M 8 K 18.2286 (https://dejure.org/2019,39056)
VG München, Entscheidung vom 15. Juli 2019 - M 8 K 18.2286 (https://dejure.org/2019,39056)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2019,39056) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BayBO; BayBO Art. 6, Art. 63 Abs. 1 S. 1, Art. 64 Abs. 2 S. 1, Art. 71 S. 1; BauGB § 31 Abs. 2; VwGO § 114
Die Klägerin hat gegen die Antworten auf die Vorbescheidsfragen 1.2 und 2.2 Klage erhoben (M 8 K 18.2286).
Im (amtlichen) Liegenschaftskataster waren diese seit Errichtung des Villengebäudes bestehenden und genehmigten baulichen Anlagen jedenfalls spätestens ab Ende August 2018 dargestellt (vgl. Anlage K5 im Verfahren M 8 K 18.2286).
Im Vergleich zur Beantwortung der Vorbescheidsfrage im Verfahren M 8 K 18.2286 sei die Abweichung auch nicht mit der Begründung erteilt worden, die Abstandsflächen fielen ausschließlich auf unbebaute Fläche.
Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts wird auf den Inhalt der Gerichtsakte dieses Verfahrens und des Verfahrens M 8 K 18.2286 sowie der von der Beklagten vorgelegten Behördenakten Bezug genommen.
Zudem ist angesichts der Entfernung des streitgegenständlichen Bauvorhabens von der Südterrasse des gemischt genutzten Gebäudes der Klägerin von ca. 9 m und von mehr als 12 m zur südlichen Außenfassade des klägerischen Anwesens (abgriffen aus dem Lageplan 1:200 in Plan Nr. 09 sowie aus dem von der Klägerin vorgelegten Lageplan, Anlage K 8 im Verfahren M 8 K 18.2286), auch unter Berücksichtigung der Balkone und Terrassen des streitgegenständlichen Vorhabens, nicht davon auszugehen, dass die entstehenden Einsichtsmöglichkeiten unzumutbar sind (…vgl. BayVGH, U.v. 7.10.2010 - 2 B 09.328 - juris Rn. 30 zu einem Fall mit einer Entfernung von 9 m), zumal durch die Ausgestaltung des 3. Obergeschosses als Terrassengeschoss auch insofern eine Abmilderung erfolgt.
Ferner folgt ein qualitativer Unterschied der wechselseitigen Abstandsflächenüberschreitungen auch nicht daraus, dass die von der nördlichen Außenwand des streitgegenständlichen Vorhabens geworfenen Abstandsflächen möglicherweise zu einem geringen Anteil (vgl. Anlage K 8 im Verfahren M 8 K 18.2286) auf die, auf dem Tiefparterre gelegene Terrasse an der Südseite des klägerischen Anwesens fallen.
Allerdings hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in der Sitzung der Kommission für Stadtgestaltung am 24. Juli 2018 auf der Grundlage des vorangegangenen Vorbescheids und wegen des dort in der Antwort auf Frage 1.2 enthaltenen "Vorbehalts" erneut zu dem von der Beigeladenen geplanten Wohngebäude Stellung genommen und sich dabei hinsichtlich der Höhenentwicklung und der Abstände des Projekts zu den Nachbargebäuden den Ausführungen des Stadtheimatpflegers, der hiermit einverstanden gewesen ist (vgl. Bl. 203 f. Akte des Verfahrens M 8 K 18.2286), angeschlossen.