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Timestamp: 2016-10-26 15:24:35
Document Index: 355626779

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14']

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Darf Kunst machen, was sie will?
| 25.06.2007 17:48 | Preis: ***,00 € |
Darf ein Künstler ein Bild, das er auch zum Verkauf via Katalog und Internet anbietet, nach einer eingetragenen Marke benennen, die ihm nicht gehört und deren Markeninhaber er nicht befragt hat? Darf der Künstler dies, wenn in der Klasse für Bilder (16) die entsprechende strittige Marke NICHT eingetragen ist, sondern nur in anderen Klassen, wie zum Beispiel "Werbung"?
Kann der Markeninhaber dem Künstler den Gebrauch des Markennamens verbieten, wenn seine Marke in der Klasse für "Werbung" eingetragen ist, mit dem Argument, "der Künstler dürfe ja deswegen mit dem Kunstwerk nicht werben, weder im Internet, noch im Katalog oder in einer Galerie"? Dies käme ja einem faktischen Verbot gleich, den Markennamen für ein Bild zu verwenden. Achtung Archiv
25.06.2007 | 18:35
1.Zunächst hat der Markeninhaber nur innerhalb der von ihm angemeldeten Bereiche ein Schutzrecht seiner Marke durch Eintragung erlangt, § 4 Abs. 1, § 14 Abs. 1 MarkenG.
2.Nutzt ein Dritter ein mit der Marke identisches Zeichen für Waren oder Dienstleistungen, die mit dem geschützten Bereich übereinstimmen, kann ihm das der Markeninhaber untersagen, § 14 Abs. 2 Ziff. 1 MarkenG.
3.Daneben sind Nutzungen für Waren oder Dienstleistungen untersagt, bei denen Verwechslungsgefahr mit den Waren oder Dienstleistungen bestehen, für die die Marke eingetragen wurde, § 14 Abs. 2 Ziff. 2 MarkenG.
4.Dritten ist eine Nutzung auch dann untersagt, wenn eine Marke landesweit bekannt ist und die Nutzung diese Bekanntheit in unlauterer Weise ausnutzt, § 14 Abs. 2 Ziff 3 MarkenG.
5.Nach Ihrer Schilderung kommt eine Verletzung von § 14 Abs. 2 Ziff 3 MarkenG in Betracht, wenn der Künstler mit der Nutzung der Marke eine unlautere Ausnutzung begeht. Das käme dann in Betracht, wenn der Künstler völlig unbekannt ist und durch Verwendung der Marke Bekanntheit erreichen will. Ein Künstler wie Andy Warhol dagegen wird die CocaCola Flasche verwenden und damit keine Markenverletzung begehen, weil er nicht die Bekanntheit der Marke für sich nutzt sondern das Kunstobjekt „Flasche“.
Da hier der konkrete Sachverhalt nicht bekannt ist, kann ich nicht ´sagen, wie das in Ihrem Fall aussieht. Jedenfalls wäre es sicherlich besser, vor der Nutzung den Markeninhaber um Zustimmung zu bitten. Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Nachfrage vom Fragesteller	25.06.2007 | 18:50
Da hier der konkrete Sachverhalt nicht bekannt ist, kann ich nicht ´sagen, wie das in Ihrem Fall aussieht. Jedenfalls wäre es sicherlich besser, vor der Nutzung den Markeninhaber um Zustimmung zu bitten.
Ok., doch der Fall war deutlich konkreter beschrieben ;-). Es geht nicht um die Coca-Cola-Flasche, sondern um die Bezeichnung eines Bildes, in diesem Fall ein Bild mit dem Titel "Coca Cola".
Mich interessiert noch dringend die Stichhaltigkeit dieser Begründung, wie oben beschrieben:
Kann der Markeninhaber dem Künstler den Gebrauch des Markennamens verbieten, wenn seine Marke in der Klasse für "Werbung" eingetragen ist, mit dem Argument, "der Künstler dürfe ja deswegen mit dem Kunstwerk nicht werben, weder im Internet, noch im Katalog oder in einer Galerie"? Dies käme ja einem faktischen Verbot gleich, den Markennamen für ein Bild zu verwenden.
25.06.2007 | 19:03
Vorweg: wir befinden uns hier in einem hochkomplexen Rechtssystem, wo es auf jede Kleinigkeit ankommen kann. Das ist nicht einfach zu beantworten wie eine Frage zu einem Autokauf. Nach Ihrer Schilderung würde ich die Nutzung einer Marke, die in der Sektion "Werbung" eingetragen ist, nicht für ein Bild eines unbekannten Künstlers verwenden. Die Gefahr ist doch sehr groß, dass es hier weniger um die Kunst, als um die Ausnutzung des Markennamens geht, insbesondere wenn das Bild in einem Verkaufskatalog aufgenommen werden soll. Da Sie im Markenrecht mit hohen Streitwerten ab EUR 25.000,00 rechnen müssen, sollten Sie sich im Vorfeld für Ihren Fall ein Gutachten zu der Frage erstellen lassen, um sicher zu gehen, ob die Nutzung gestattet ist.
"Mir hat nicht so gut gefallen, dass die Rechtsanwältin zu allgemein geblieben, ohne sich auf das konkrete Szenario zu beziehen. "
Mir hat nicht so gut gefallen, dass die Rechtsanwältin zu allgemein geblieben, ohne sich auf das konkrete Szenario zu beziehen. ANTWORT VON
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