Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/betreuungsverfahren-und-die-beschwerdeberechtigung-des-sohnes-3170934
Timestamp: 2020-06-05 22:03:58
Document Index: 250322498

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 271', '§ 274', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Betreuungsverfahren - und die Beschwerdeberechtigung des Sohnes | Rechtslupe
Die Hin­zu­zie­hung eines Betei­lig­ten (§ 7 FamFG) kann auch kon­klu­dent erfol­gen, etwa durch das Über­sen­den von Schrift­stü­cken oder die Ladung zu Ter­mi­nen [1].
Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den hat, steht die Nicht­er­wäh­nung im Ent­schei­dungs­ru­brum einer tat­säch­li­chen Hin­zu­zie­hung nicht ent­ge­gen. Eine Betei­li­gung setzt aber die Mög­lich­keit vor­aus, dass die betei­lig­te Per­son in wel­cher Art und Wei­se auch immer auf das Ver­fah­ren in der­sel­ben Instanz Ein­fluss neh­men kann. Erfor­der­lich ist mit­hin, dass das Gericht dem Betei­lig­ten eine sol­che Ein­fluss­nah­me ermög­li­chen will und dies zumin­dest kon­klu­dent zum Aus­druck bringt. Es bedarf daher immer eines vom Gericht gewoll­ten Hin­zu­zie­hungs­akts, unab­hän­gig davon, ob es sich um einen Muss­Be­tei­lig­ten im Sin­ne von § 271 Abs. 1 FamFG oder wie hier um einen Kann­Be­tei­lig­ten nach § 274 Abs. 4 FamFG han­delt [2].
Bejaht hat dies der Bun­des­ge­richts­hof ins­be­son­de­re für den Fall, dass ein Ange­hö­ri­ger des Betrof­fe­nen bei der erst­in­stanz­li­chen Anhö­rung nicht nur anwe­send war, son­dern vom Gericht in die­se ein­be­zo­gen wur­de [3].
BGH, Beschluss vom 13.03.2019 XII ZB 523/​18 FamRZ 2019, 915 Rn. 6 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 13.03.2019 XII ZB 523/​18 FamRZ 2019, 915 Rn. 7 f. mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 03.02.2016 XII ZB 493/​15 FamRZ 2016, 626 Rn. 6[↩]