Source: http://ruw.e-bookshelf.de/products/reading-epub/product-id/7692126/title/Telekommunikationsrecht.html
Timestamp: 2018-06-22 18:43:34
Document Index: 212530399

Matched Legal Cases: ['Art. 73', 'Art. 80', 'Art. 87', 'Art. 143', 'Art. 10', '§ 9', '§ 16', '§ 16', '§ 17', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 19', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 22', '§ 25', '§ 19', '§ 20', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 24', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 29', '§ 30', '§ 39', '§ 39', '§ 42', '§ 40', '§ 40', '§ 41', '§ 42', '§ 42', '§ 43', '§ 18', '§ 18', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 52', '§ 52', '§ 62', '§ 66', '§ 66', '§ 67', '§ 68', '§ 68', '§ 76', '§ 70', '§ 88', '§ 88', '§ 91', '§ 91', '§ 95', '§ 96', '§ 97', '§ 99', '§ 100', '§ 104', '§ 101', '§ 98', '§ 108', '§ 108', '§ 109', '§ 110', '§ 111', '§ 111', '§ 112', '§ 113', '§ 114', '§ 43', '§ 66', '§ 45', '§ 47', '§ 46', '§ 66', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 45', '§ 48', '§ 78', '§ 48', '§ 48', '§ 49', '§ 50', '§ 49', '§ 51', '§ 78', '§ 78', '§ 80', '§ 82', '§ 84', '§ 116', '§ 126', '§ 127', '§ 128', '§ 142', '§ 133', '§ 137', '§ 138', '§ 139', '§ 32', '§ 68', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 1', '§ 11', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Professor Dr. Bernd Holznagel, LL.M., Münster
Professor Dr. Christian Koenig, LL.M., Bonn
Professor Dr. Joachim Scherer, LL.M., Frankfurt am Main
Dr. Thomas Tschentscher, LL.M., Frankfurt am Main
Abbildungen: Tante Friede – Grafik in Handarbeit (Kap. 1, 2, 4 und 7) sowie Neumann/Koch (Kap. 3 und 8)
Druck und Verarbeitung: Wilhelm & Adam, Werbe- und Verlagsdruck OHG, 63150 Heusenstamm
Als die Erstauflage des vorliegenden Lehrbuchs im Jahr 2004 erschien, war das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) erst seit wenigen Monaten in Kraft. Aufgrund der weitgehenden Umgestaltung, der das Telekommunika­tionsrecht durch die damalige Novelle unterworfen wurde, glich der Ver­such, dieses Rechtsgebiet einführend darzustellen, der Kartographierung eines neuen Kontinents. Neun Jahre später hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert. Grund hierfür ist nicht in erster Linie die letzte gro­ße Novellierung des TKG im Jahr 2012. Diese brachte zwar auch einige Neuerungen und Veränderungen mit sich, ließ aber die Struktur des Geset­zes und die grundlegenden Regulierungsmechanismen unangetastet. Viel­mehr hat eine überaus lebendige und diskursreiche Rechtspraxis die weißen Flecken auf der Landkarte des Telekommunikationsrechts erheblich verrin­gert. Hinzu kommt auch hier ein zunehmender Einfluss von europäischer Ebene, in dessen Licht so manche Fragen, die eigentlich schon geklärt schienen, neu beantwortet werden müssen. Die eigentliche Herausforde­rung für das vorliegende Lehrbuch besteht somit nunmehr darin, im nach wie vor schnell wuchernden Regulierungsdschungel die nötige Orientie­rung zu vermitteln und den Paragraphenwald vor lauter Bäumen nicht aus den Augen zu verlieren.
Hierzu haben wir auf die bewährte Struktur der Erstauflage zurückgegrif­fen. Alle Kapitel wurden natürlich auf den aktuellen Stand gebracht. z.T. war hierfür – wie im ersten Kapitel zu den technischen und ökonomischen Grundlagen – eine behutsame Anpassung an neuere Entwicklungen ausrei­chend. Z.T. bedurfte es aber auch – wie etwa in den Kapiteln zur Marktre­gulierung und zum Kundenschutz – einer weitgehenden Neubearbeitung, die mit einem entsprechenden Umfangzuwachs einherging. Hierdurch soll nicht mehr nur Studenten einschlägiger Schwerpunktangebote und Magi­sterstudiengänge ein fundierter Einstieg in das Rechtsgebiet ermöglicht werden. Vielmehr richtet sich das vorliegende Lehrbuch – mehr noch als die Erstauflage – gerade auch an Berufseinsteiger in Unternehmen, Verbän­den und Behörden des Telekommunikationssektors. Sie sollen einen pro­funden und praxisnahen Überblick über die komplexe Materie erhalten. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wurde insbesondere auch die einschlägige Rechtsprechung umfassend ausgewertet und dargestellt, ohne dass deswegen auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Rechtspraxis verzichtet wurde.
Aktuelle Entwicklungen etwa zum „Vectoring“, in der Netzneutralitätsde­batte und bei der Novelle der Bestandsdatenauskunft konnten bis Juni 2013 berücksichtigt werden. Für ihre tatkräftige Unterstützung bei diesem Buch­projekt danken wir unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Sebastian Lißek sowie unserer Sekretärin Jacqueline Kratz. Verbleibende Unvollstän­digkeiten, Fehler und weitere Unzulänglichkeiten sind alleine uns zuzu­rechnen. Für diesbezügliche Hinweise an lehrbuch@irnik.de sind wir stets dankbar. Unser Dank gilt weiterhin den beiden Mitautoren der Erstauflage, Prof. Dr. Christian Koenig und Sascha Loetz, die mit der Neuauflage unter veränderter Autorenschaft einverstanden waren. Vor allem aber danken wir angesichts der erheblichen Dauer der Neubearbeitung dem Deutschen Fachverlag – insbesondere unserer Lektorin Tanja Brücker –, unseren Familien und natürlich Ihnen, geschätzter Leser, für die Geduld. Wir wür­den uns freuen, wenn das Ergebnis das Warten wert sein sollte.
Andreas Neumann und Dr. Alexander Koch
Technische und ökonomische Grundlagen des Telekommunikationsrechts
A. Grundbegriffe des Telekommunikationsrechts
B. Die technischen Grundlagen der Telekommunikationswirtschaft
I. Telekommunikationsnetze
3. Kategorien von Telekommunikationsnetzen
4. Netzzusammenschaltung
5. Einzelne Telekommunikationsnetze
a) Festnetze
aa) Struktur des Festnetzes
bb) Technische Grundlagen des Festnetzes
cc) Datenübertragung im Festnetz
b) Zellulare Mobilfunknetze
c) Breitbandkabelverteilnetz (Kabelfernsehnetz)
d) Internet und IP-gestützte Telefonie
e) Netze der nächsten Generation (Next Generation Networks, NGN)
1. Telekommunikationsdienste
2. Telekommunikationsendeinrichtungen und -inhalte
C. Die ökonomischen Grundlagen der Telekommunikationswirtschaft
I. Ökonomische Grundbegriffe
II. Die Telekommunikationswirtschaft als Netzwirtschaft
1. Netzexternalitäten
2. Nutzungsexternalitäten
3. Skalen-, Verbund- und Dichtevorteile
6. Natürliches Monopol
III. Rechtfertigung für staatliche Eingriffe
1. Marktregulierung
2. Anderweitige Eingriffsrechtfertigungen
Unions- und verfassungsrechtlicher Hintergrund
A. Unionsrechtlicher Hintergrund
I. Entwicklung des EU-Rechtsrahmens
1. Primärrechtliche Grundlagen des Rechtsrahmens
2. Entwicklungsstufen des Rechtsrahmens
II. Rechtsrahmen für die elektronische Kommunikation
1. Rahmenrichtlinie 2002/21/EG
2. Zugangsrichtlinie 2002/19/EG
3. Universaldienstrichtlinie 2002/22/EG
4. Genehmigungsrichtlinie 2002/20/EG
5. Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation 2002/58/EG
6. Frequenzentscheidung Nr. 676/2002/EG
7. Wettbewerbsrichtlinie 2002/77/EG
8. Weitere EU-Rechtsakte im Bereich der elektronischen Kommunikation
a) Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
b) Roamingverordnung
B. Verfassungsrechtlicher Hintergrund
I. Postreformen I–III
II. Telekommunikationsrechtliche Vorgaben des Grundgesetzes
1. Die Gesetzgebungskompetenz für die Telekommunikation (Art. 73 Abs. 1 Nr. 7 GG)
2. Erlass von Rechtsverordnungen (Art. 80 Abs. 2 GG)
3. Verwaltung des Postwesens und der Telekommunikation (Art. 87f GG) und Umwandlung der Deutschen Bundespost (Art. 143 b GG)
4. Das Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG)
Marktregulierung (§§ 9–43 TKG)
B. Allgemeiner Regulierungsrahmen (§§ 16, 17 TKG)
I. Verpflichtung zur Unterbreitung eines Zusammenschaltungsangebots (§ 16 TKG)
II. Vertraulichkeit von Informationen (§ 17 TKG)
C. Verfahren der marktmachtabhängigen Marktregulierung
1. Marktdefinition und -analyse
2. Regulierungsverpflichtungen und Umsetzungsmaßnahmen
II. Marktdefinition
1. Zweck der Marktdefinition
2. Marktabgrenzung
a) Einfluss von Märkteempfehlung und Marktanalyseleitlinien
b) Sachliche und räumliche Marktabgrenzung
3. Drei-Kriterien-Test
a) Beträchtliche und anhaltende Marktzutrittsschranken
b) Längerfristig fehlende Tendenz zu wirksamem Wettbewerb
c) Insuffizienz der alleinigen Anwendung des Wettbewerbsrechts
4. Gerichtliche Kontrolldichte
1. Beträchtliche Marktmacht
b) Marktmachtübertragung
c) Gerichtliche Kontrolldichte
2. Kriterien für die Bewertung der Marktmacht
3. Gemeinsame Marktmacht
IV. Durchführung von Markdefinition und -analyse
2. Konsultations- und Konsolidierungsverfahren
a) Konsultationsverfahren (§ 12 Abs. 1 TKG)
b) Konsolidierungsverfahren (§ 12 Abs. 2 TKG)
aa) Institutionelle Grundlagen (Exkurs: GEREK)
bb) Allgemeiner Verfahrensablauf (§ 12 Abs. 2 Nr. 1, 2 TKG)
cc) Vetoverfahren (§ 12 Abs. 2 Nr. 3 TKG)
dd) Ausgestaltungsvorgaben
c) Regulierungsbehördliche Eilbefugnis (§ 12 Abs. 3 TKG)
3. Festlegung der Ergebnisse von Marktdefinition und -analyse
V. Regulierungsverfügung (§ 13 TKG)
1. Mögliche Regulierungsverpflichtungen
a) Zugangsregulierung
b) Entgeltregulierung
c) Auffangregulierung im Endnutzerbereich
2. Inhalt der Regulierungsverfügung
3. Rechtscharakter der Regulierungsverfügung
a) Regulierungsermessen
b) Möglichkeit des rückwirkenden (Neu-) Erlasses
c) Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt
4. Konsultations- und Konsolidierungsverfahren
b) Koordinierungsverfahren
c) Anwendung auf Umsetzungsmaßnahmen?
VI. Überprüfung der Marktregulierung (§ 14 TKG)
VII. Regulierungskonzepte (§ 15a TKG)
D. Regulierungsverpflichtungen
I. Zugangsregulierung (§§ 19–21, 23, 24 TKG)
1. Zugangsverpflichtungen (§ 21 TKG)
a) Ermessensausübung durch die Bundesnetzagentur
b) Einzelne Zugangsformen
aa) Soll-Verpflichtungen (§ 21 Abs. 3 TKG)
bb) Kann-Verpflichtungen (§ 21 Abs. 2 TKG)
c) Umsetzungsmaßnahmen
aa) Zugangsvereinbarung (§ 22 Abs. 1 TKG)
bb) Zugangsanordnung (§ 25 TKG)
2. Diskriminierungsverbot (§ 19 TKG)
3. Transparenzverpflichtung (§ 20 TKG)
4. Standardangebotsverpflichtung (§ 23 TKG)
aa) Standardangebotsverfahren (§ 23 Abs. 2–4 TKG)
bb) Vereinfachtes Standardangebotsverfahren (§ 23 Abs. 5 TKG)
cc) Änderung des Standardangebots (§ 23 Abs. 4 S. 3 und Abs. 6 TKG)
5. Getrennte Rechnungsführung (§ 24 TKG)
II. Entgeltregulierung (§§ 27–39 TKG)
a) Preissetzung im wettbewerblichen und im regulierten Umfeld
b) Grundzüge der Preisbildung
aa) Einzel- und Gemeinkosten
bb) Variable und Fixkosten
cc) Bestimmung der Investitionskosten
dd) Gewinn und Kapitalverzinsung
c) Ermittlung wettbewerbskonformer Preise
aa) Kostenprüfung
bb) Vergleichsmarktbetrachtung
cc) Kostenmodelle
2. Allgemeine Vorschriften (§§ 27–29 TKG)
a) Ziel der Entgeltregulierung (§ 27 TKG)
b) Missbräuchliches Verhalten (§ 28 TKG)
aa) Ausbeutungsmissbrauch (§ 28 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 TKG)
bb) Behinderungsmissbrauch (§ 28 Abs. 1 S. 2 Nr. 2, Abs. 2 TKG)
cc) Diskriminierung (§ 28 Abs. 1 S. 2 Nr. 3, S. 3 TKG)
c) Allgemeine Befugnisse der Bundesnetzagentur (§ 29 TKG)
3. Regulierung der Zugangsentgelte (§§ 30–38 TKG)
a) Regulierungsverpflichtung: Entscheidung über die Form der Entgeltregulierung
aa) Vollständiger Verzicht auf sektorspezifische Entgeltregulierung?
bb) Normprogramm der Auswahlentscheidung
cc) Kriterien der Auswahlentscheidung
b) Umsetzungsmaßnahme bei der Ex-ante-Entgeltregulierung: die Entgeltgenehmigung
aa) Allgemeine Vorgaben für das Genehmigungsverfahren
bb) Einzelgenehmigungsverfahren
cc) Preisobergrenzenverfahren (Price-Cap-Verfahren)
dd) Andere Vorgehensweisen
ee) Rechtsschutz
c) Allgemeine Umsetzungsmaßnahmen bei der Ex-post-Entgeltregulierung
aa) Verfahren der nachträglichen Entgeltregulierung
bb) Maßnahmen der nachträglichen Entgeltregulierung
d) Anzeigepflicht als spezifische Umsetzungsmaßnahme bei der Ex-post-Entgeltregulierung (Vorabmissbrauchskon­trolle)
4. Regulierung der Endnutzerentgelte (§ 39 TKG)
b) Umsetzungsmaßnahmen bei der Regulierung der Endnut­zerentgelte
c) Gleichzeitigkeitsgebot (§ 39 Abs. 4 TKG)
III. Auffangregulierung im Endnutzerbereich (§ 42 Abs. 4 S. 3 TKG)
E. Sonstige Verpflichtungen (§§ 40 f. TKG)
II. Funktionelle Trennung (§ 40 TKG)
III. Freiwillige Trennung (§ 41 TKG)
F. Besondere Missbrauchsaufsicht (§§ 42 f. TKG)
I. Missbrauchsverbot (§ 42 TKG)
2. Missbrauchstatbestand
II. Vorteilsabschöpfung (§ 43 TKG)
G. Marktmachtunabhängige Verpflichtungen (§§ 18, 41a TKG)
I. Kontrolle über den Zugang zu Endnutzern (§ 18 TKG)
2. Regulierungsverpflichtungen
II. Netzneutralität (§ 41a TKG)
2. Allgemeiner gesetzlicher Regelungsansatz
3. Spezifische Rahmenregelung zur Netzneutralität
a) Rechtsverordnung zu den grundsätzlichen Anforderungen im Bereich der Netzneutralität (§ 41a Abs. 1 TKG)
b) Technische Richtlinie zu den Mindestanforderungen an die Dienstqualität (§ 41a Abs. 2 TKG)
Infrastrukturrecht (Frequenzordnung, Nummerierung, Wegerechte) (§§ 52–77e TKG)
B. Frequenzordnung (§§ 52–65 TKG)
I. Systematik der Frequenzordnung
II. Frequenzplanung
3. Frequenzverordnung
4. Frequenzplan
III. Frequenzzuteilung
2. Allgemeinzuteilung
3. Einzelzuteilung
a) Vergabeanordnung
b) Ausgestaltung des Vergabeverfahrens
aa) Versteigerungsverfahren
bb) Ausschreibungsverfahren
5. Verlängerung, Widerruf und Verzicht
6. Flexibilisierung (§ 62 TKG)
C. Nummerierung (§§ 66, 67 TKG)
I. Aufgaben der Nummerierung (§ 66 TKG)
II. Überwachungsbefugnisse der Bundesnetzagentur (§ 67 TKG)
D. Wegerechte (§§ 68–77e TKG)
I. Benutzung von Verkehrswegen (§§ 68–75 TKG)
II. Benutzung sonstiger Grundstücke (§ 76 TKG)
III. Gemeinsame Nutzung (§§ 70, 77a TKG)
IV. Ausbau der Breitbandnetze
Fernmeldegeheimnis, Datenschutz, öffentliche Sicherheit (§§ 88–115 TKG)
B. Fernmeldegeheimnis (§§ 88–90 TKG)
C. Datenschutz (§§ 91–107 TKG)
I. Telekommunikationsdatenschutzrechtliche Grundlagen (§§ 91–94 TKG)
II. Grundsätze der Verarbeitung von Bestandsdaten (§ 95 TKG)
III. Grundsätze der Verarbeitung von Verkehrsdaten (§ 96 TKG)
IV. Entgeltermittlung und -abrechnung (§ 97 TKG)
V. Einzelverbindungsnachweis (§ 99 TKG)
VI. Störungsbeseitigung und Missbrauchsbekämpfung (§ 100 TKG)
VII. Teilnehmerverzeichnis und Auskunft (§§ 104, 105 TKG)
VIII. Sondervorschriften für den Telefondienst (§§ 101–103 TKG)
IX. Besondere Dienste (§§ 98, 106 und 107 TKG)
D. Öffentliche Sicherheit (§§ 108–115 TKG)
I. Notruf (§ 108 TKG)
II. Technische Schutzmaßnahmen und Datensicherheit (§§ 109, 109a TKG)
III. Technische Umsetzung von Überwachungsmaßnahmen (§ 110 TKG)
IV. Auskunftsersuchen der Sicherheitsbehörden (§§ 111–114 TKG)
1. Daten für Auskunftsersuchen (§ 111 TKG)
2. Automatisiertes Auskunftsverfahren (§ 112 TKG)
3. Manuelles Auskunftsverfahren (§ 113 TKG)
4. Auskunftsersuchen des Bundesnachrichtendienstes (§ 114 TKG)
5. Exkurs: Auskünfte über dynamische IP-Adressen
V. Exkurs: Vorratsdatenspeicherung
Kundenschutz (§§ 43a–47b, §§ 66a–66m TKG)
II. Mindestvertragsinhalte
IV. Einrichtung eines Festnetzzugangs
V. Vorgaben zum Leistungsumfang
I. Verbindungspreisberechnung
II. Einzelverbindungsnachweis
III. Rechnungsinhalt und Teilzahlung
D. Kostenkontrolle
I. Gesetzliche Regelungen zur Kostenkontrolle
E. Streitigkeiten über den Entgeltanspruch
I. Beanstandungen (§ 45i TKG)
II. Sperre
III. Schlichtung (§ 47a TKG)
F. Anbieterwechsel und Umzug (§ 46 TKG)
I. Anbieterwechsel
II. Umzug
G. Nummernbezogene Kundenschutzvorschriften (§§ 66a–66m TKG)
H. Zivilrechtliche Ansprüche und Haftungsbegrenzung (§§ 44, 44a TKG)
I. Beseitigungs-, Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch (§ 44 TKG)
II. Haftungsbegrenzung (§ 44a TKG)
I. Teilnehmerverzeichnisse und Auskunftsdienste (§§ 45m, 47 TKG)
Weitere Regulierungsbereiche (Rundfunkübertragung, Universaldienst, technische Regulierung) (§§ 48–51, §§ 78–87 TKG, BEMFV, EMVG, FTEG)
B. Rundfunkübertragung (§§ 48–51 TKG)
I. Interoperabilität von Fernsehgeräten (§ 48 TKG)
II. Interoperabilität der Programmübertragung (§ 49 Abs. 1 und 2 TKG)
III. Zugangsberechtigungssysteme (§ 50 TKG)
IV. Streitbeilegung (§ 49 Abs. 3 und 4, § 51 TKG)
C. Universaldienst (§§ 78–87 TKG)
I. Regelungszweck der Vorschriften über den Universaldienst
II. Inhalt des Universaldienstes (§§ 78, 79 TKG)
III. Sicherstellung des Universaldienstes (§§ 80, 81 TKG)
IV. Finanzierung des Universaldienstes (§§ 82, 83, 87 TKG)
V. Besondere Rechte und Pflichten bei Universaldienstleistungen (§§ 84–86 TKG)
D. Technische Regulierung
I. Standortverfahren
1. Wirkung elektromagnetischer Wellen
2. Erteilung einer Standortbescheinigung
a) Standortbezogener Sicherheitsabstand
b) Kontrollierbarer Bereich
3. Erlöschen einer Standortbescheinigung
II. Marktüberwachung
1. Grundlegende Anforderungen
2. Konformitätsbewertung
3. Überwachungstätigkeit der Bundesnetzagentur
Institutionelle und prozedurale Ausgestaltung (§§ 116–141 TKG)
A. Bundesnetzagentur
I. Stellung der Bundesnetzagentur
II. Organe der Bundesnetzagentur
2. Beschlusskammern
III. Sonstige Gremien und organisatorische Vorgaben
2. Wissenschaftliche Unterstützung
3. Weitere Gremien ohne Bezug zum Telekommunikations­recht
4. Sonstige Aufgaben und Verpflichtungen
IV. Institutionelle Perspektive
I. Allgemeine Verfahrensvorschriften
1. Allgemeine Aufsichtsbefugnis (§ 126 TKG)
2. Auskunfts-, Einsichts- und Prüfungsbefugnisse (§ 127 TKG)
3. Ermittlungsbefugnisse (§§ 128, 129 TKG)
4. Verfahrenskosten (§§ 142, 143 TKG)
II. Beschlusskammerverfahren
III. Streitschlichtungsverfahren nach § 133 TKG
IV. Weitere Streitbeilegungsverfahren
V. Gerichtsverfahren
1. Rechtsmittel (§ 137 TKG)
2. Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen im Gerichtsverfahren (§ 138 TKG)
3. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten (§ 139 TKG)
Abbildung 1: schematische Kategorisierung von Übertragungs- und Inhaltsdiensten
Abbildung 2: Struktur eines Telekommunikationsnetzes
Abbildung 3: Zusammenschaltung
Abbildung 4: Struktur eines Festnetzes
Abbildung 5: Struktur eines Teilnehmeranschlussnetzes
Abbildung 6: Struktur eines digitalen Teilnehmeranschlussnetzes
Abbildung 7: Struktur eines digitalen Teilnehmeranschlussnetzes mit FTTC-Ausbau
Abbildung 8: Struktur eines zellularen Mobilfunknetzes
Abbildung 9: Struktur eines Breitbandkabelverteilnetzes
Abbildung 10: Entwicklung des EU-Rechtsrahmens
Abbildung 11: Systematik des Gesetzesteils zur Marktregulierung
Abbildung 12: Ablauf der Marktregulierung
Abbildung 13: Übersicht über die Marktdefinition
Abbildung 14: Übersicht über die Marktanalyse
Abbildung 15: Struktur des GEREK und des Büros
Abbildung 16: Ablauf des Konsolidierungsverfahrens bei Marktde­finition und -analyse
Abbildung 17: Ablauf des Konsolidierungsverfahrens bei Regulie­rungsverpflichtungen
Abbildung 18: üblicher Ablauf eines Zugangsverfahrens
Abbildung 19: üblicher Ablauf eines Standardangebotsverfahrens
Abbildung 20: grundlegende Entgeltmaßstäbe im Telekommunikati­onsrecht
Abbildung 21: üblicher Ablauf eines Entgeltgenehmigungsverfah­rens
Abbildung 22: üblicher Ablauf eines Genehmigungsverfahrens bei marktprägenden Entgelten
Abbildung 23: Entgeltmaßstäbe bei der Genehmigung nach § 32 Abs. 1 TKG (KeL)
Abbildung 24: schematische Übersicht über die Frequenzordnung
Abbildung 25: Anordnung und Ausgestaltung eines Vergabeverfah­rens
Abbildung 26: Überblick über die praktisch bedeutsamen Zutei­lungsarten
Abbildung 27: Verfahren zur Sicherstellung des Universaldienstes
Abbildung 28: standortbezogener Sicherheitsabstand
Abbildung 29: Behandlung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnis­sen (BuG) im verwaltungsgerichtlichen Verfahren
Tabelle 1: Inhalt der Märkteempfehlungen 2003 und 2007
Tabelle 2: Übersicht über die in §§ 68 ff. TKG geregelten Möglichkeiten der Nutzung fremder Infrastrukturen
Tabelle 3: Zuständigkeiten der Beschlusskammern im Telekom­munikationsbereich
andere(r) Auffassung
Aktiengesellschaft Amtsgericht
Application Programming Interface (Anwendungsprogram­mierschnittstelle)
ArchivPF
Archiv für das Post- und Fernmeldewesen (Zeitschrift)
ArchivPT
alternative(r) Teilnehmernetzbetreiber
Authentication Center (Authentifizierungszentrum)
Sammlung der Entscheidungen des Bundesgerichtshofes in Zivilsachen
BkVrSt
Breitbandkabelverstärkerstelle
Bucerius Law Journal (Zeitschrift)
Base Station (Funkbasisstation)
Base Station Controller (Basisstationssteuerung)
Betriebs- und Geschäftsgeheimnis(se)
Capital Asset Pricing Model (Marktwertmethode)
CE-Kennzeichnung für Produkte, die den europäischen Normen entsprechen
Comité Européen de Normalisation Electrotechnique (Eu­ropäisches Komitee für elektrotechnische Normung)
Conférence Européenne des Administrations des Postes et des Télécommunications (Europäische Konferenz der Ver­waltungen für Post und Telekommunikation)
Carrier-Festverbindungen
Digital Enhanced Cordless Telecommunications (digitale, verbesserte schnurlose Telekommunikation)
Digital Subscriber Line (digitaler Teilnehmeranschluss)
Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSL-Zugangs­konzentrator)
Digital Video Broadcasting-Terrestrial (digitaler terrestri­scher Fernsehrundfunk)
Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Be­triebsmitteln
eNobeB
Evolved Node B (Basisstation in einem LTE-Netz)
European Regulators Group (Gruppe Europäischer Regulie­rungsstellen)
European Telecommunications Standards Institute (Euro­päisches Institut für Telekommunikationsnormen)
Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendein­richtungen
Fibre To The Building (Glasfasernetz bis ins Gebäude)
Fibre To The Cabinet (Glasfasernetz bis zum Kabelverzwei­ger)
Fibre To The Home (Glasfasernetz bis in die Wohnung)
Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektroni­sche Kommunikation
Global System for Mobile Communications (Mobilfunk­standard der zweiten Generation)
Home Location Register (Heimatregister)
Halbsatz/Halbsätze
Hypertext Transfer Protocol (Hypertextübertragungsproto­koll)
Hybrides Teilnehmer Anschlusssystem
Interconnection (Zusammenschaltung)
Intrusion Detection System (Angrifferkennungssystem)
in Höhe des/der
Internet Message Access Protocol (Protokoll für die Über­tragung von E-Mails)
International Mobile Equipment Identity (internationale Seriennummer für Mobilendgeräte)
Internet Protocol Television (IP-gestütztes Fernsehen)
Integrated Services Digital Network (dienstintegrierendes digitales Netz)
Integriertes System zur Bereitstellung von Netzinfrastruktur auf optischer Basis
Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung
Long-Run Incremental Costs (langfristige zusätzliche Kos­ten der Leistungsbereitstellung)
Long Term Evolution (Mobilfunkstandard der dritten/vier­ten Generation)
Mobile Switching Center (Mobilvermittlungsstelle)
Microsoft Disc Operating System (Microsoft-Betriebs­system)
Mobile Virtual Network Operator (virtueller Mobil­funknetzbetreiber)
Next Generation Access (Anschlussnetz der nächsten Gene­ration)
NNVO-E
Entwurf für eine Netzneutralitätsverordnung
Netzwirtschaften & Recht (Zeitschrift)
nationale Regulierungsbehörde(n)
Rechtsprechungsdatenbank des Landes Nordrhein-Westfa­len
Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht-Rechtsprechungs-Report (Zeitschrift)
Ort der Zusammenschaltung
Open Network Provision (offener Netzzugang)
Portable Document Format (transportables Dokumentenfor­mat)
Post Office Protocol version 3 (Protokoll für die Übertra­gung von E-Mails)
PostStruktG
Radio-Frequency Identification (funkgestützte Identifizie­rung)
Radio Network Controller (Funkzugangsnetzsteuerung)
Radio and Telecommunications Terminal Equipment (Funk­anlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen)
Subscriber Identity Module (Teilnehmer-Identitätsmodul)
Session Initiation Protocol (Sitzungsinitialisierungsproto­koll)
Simple Mail Transfer Protocol (Protokoll für die Übertra­gung von E-Mails)
sogenannt(e/r/n)
Small but Significant Non transitory Increase in Price (Preisheraufsetzungstest)
Teilnehmeranschlusseinheit
TKG-E
Entwurf eines Telekommunikationsgesetzes
Telekommunikations- & Medienrecht (Zeitschrift)
Telegraphenwege-Gesetz
Textziffer(n)
Universal Mobile Telecommunications System (Mobilfunk­standard der dritten Generation)
Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehr­wertdiensten
Very High Speed Digital Subscriber Line (sehr schneller digitaler Teilnehmeranschluss)
VE:F
Vermittlungseinheit Fernnetz
VE:O
Vermittlungseinheit Ortsnetz
Verwaltungsarchiv (Zeitschrift)
Visitor Location Register (Besucherregister)
Voice over IP (IP-gestützte Sprachtelefonie)
Virtual Private Network (virutelles privates Netz)
Weighted Average Cost of Capital (gewichtete durchschnitt­liche Kapitalkosten)
Wireless Application Protocol (drahtloses Anwendungspro­tokoll)
Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommuni­kationsdienste
Wireless Local Area Network (drahtloses lokales Netzwerk)
Zeitschrift für Datenschutz (Zeitschrift)
Telekommunikationsrecht ist das Recht der Telekommunikation. Diese einfache Erkenntnis lenkt den Blick auf den Begriff „Telekommunika­tion“. Dessen Bedeutung scheint sich bei einer intuitiven Herangehens­weise leicht zu erschließen: Das Präfix „tele“ geht auf das griechische Adverb für „fern“ zurück und der aus dem Lateinischen stammende Ausdruck „Kommunikation“ bezeichnet die „Mitteilung“. „Telekom­munikation“ kann daher als „Fernmitteilung“ (von Nachrichten) ver­standen werden. In diese Richtung weist auch der Begriff des „Fernmel­dewesens“, der in Deutschland bis Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gängig war und erst dann durch den Begriff „Telekom­munikation“ abgelöst wurde.
Der genauere Vergleich dieser beiden Begriffe offenbart jedoch bereits die erste Unklarheit. Die bloße Bezugnahme auf die (Fern-)Mitteilung würde durchaus ein Verständnis nahelegen, dem zufolge es um den In­formationsaustausch als solchen geht. Demgegenüber macht der Begriff des „Fernmeldewesens“ deutlich, dass die Einrichtungen, die einen sol­chen Informationsaustausch ermöglichen, und die sie betreibenden Per­sonen gemeint sind. Und in der Tat knüpft das Telekommunikations­recht im engeren Sinne, also das Telekommunikationsgesetz (TKG) und die auf seiner Grundlage ergangenen Rechtsverordnungen, primär an letztgenannten Aspekt an.
Rechtlich ergibt sich diese sachliche Anknüpfung an den Betrieb der technischen Einrichtungen für (Fern-)Mitteilungen aus den gesetzlichen Begriffsbestimmungen. § 3 Nr. 22 TKG zufolge ist „Telekommunika­tion“ „der technische Vorgang des Aussendens, Übermittelns und Emp­fangens von Signalen mittels Telekommunikationsanlagen“. Die Bezugnahme auf den technischen Vorgang dient dabei der Abgrenzung von inhaltlichen Gesichtspunkten. Der Bereich der eigentlichen „Mit­teilung“ ist somit gerade nicht Regelungsgegenstand des Telekommuni­kationsrechts, das vielmehr an den Vorgang der Signalübertragung an­knüpft. Es ist also grundsätzlich zwischen der Übertragung von Inhal­ten und den übertragenen Inhalten zu unterscheiden.
Verkompliziert wird die Rechtsauslegung aber bereits auf dieser grund­legenden Ebene dadurch, dass das TKG dem Zentralbegriff „Telekom­munikation“ mit dem Terminus „Telekommunikationsdienste“ einen weiteren Zentralbegriff zur Seite stellt, ohne die beiden Begriffe inhalt­lich miteinander zu verknüpfen. Nach § 3 Nr. 24 TKG sind „Telekom­munikationsdienste“ nämlich „in der Regel gegen Entgelt erbrachte Dienste, die ganz oder überwiegend in der Übertragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen, einschließlich Übertragungs­dienste in Rundfunknetzen“. Auch hiernach ist entscheidendes Charak­teristikum jedoch in erster Linie der Vorgang der Signalübertragung.
Trotz der Fokussierung auf die Signalübertragung ist das Telekommuni­kationsrecht aber nicht auf diese Ebene beschränkt. Vielmehr erfasst das TKG mit den telekommunikationsgestützten Diensten eine weitere allgemeine Dienstekategorie, die über die Ebene der reinen Signalüber­tragung hinausgeht und in die Ebene der übertragenen Inhalte hineinreicht.1 Nach § 3 Nr. 25 TKG handelt es sich hierbei um diejenigen „Dienste, die keinen räumlich und zeitlich trennbaren Leistungsfluss auslösen, sondern bei denen die Inhaltsleistung noch während der Tele­kommunikationsverbindung erfüllt wird“. Gemeint sind damit bei­spielsweise Angebote für Telefonmehrwertdienste, die während der Te­lefonverbindung in Anspruch genommen werden, wie etwa telefonische Auskunfts-, Informations- und Beratungsdienste.
Damit aber nicht genug: Im TKG ist noch eine Vielzahl weiterer Dienstekategorien geregelt. Zu nennen sind u. a. Auskunftsdienste (§ 3 Nr. 2a TKG), entgeltfreie Telefondienste (§ 3 Nr. 8a TKG), Premium-Dienste (§ 3 Nr. 17b TKG) und Kurzwahldienste (§ 3 Nr. 11b TKG). Diese Kategorien bilden praktisch besonders bedeutsame Erschei­nungsformen von Diensten ab, die auf Telekommunikationsleistungen beruhen und bei denen der zusätzliche Leistungsfluss während der Tele­kommunikationsverbindung erfolgt oder aber auch räumlich und/oder zeitlich von ihr getrennt werden kann.2 Da der zusätzliche Leistungs­fluss von der Telekommunikationsverbindung getrennt erfolgen kann, muss es sich bei diesen Diensten somit gerade nicht zwingend um tele­kommunikationsgestützte Dienste handeln. Eine klare Systematisierung der Dienstekategorien des Telekommunikationsrechts wird hierdurch nicht unbedingt erleichtert. Der Gesetzgeber hat die Verwendung eigen­ständiger Begriffsdefinitionen dennoch für sinnvoll erachtet, um hieran vor allem besondere Bestimmungen im Bereich des Kundenschutzes anknüpfen zu können.
Neben den vorgenannten Diensten, die herkömmlicherweise über (feste oder mobile) Telefonverbindungen erbracht werden und damit vom Ge­setzgeber dem Telekommunikationsrecht zugeordnet wurden, gibt es aber auch die neueren Dienste der Informationsgesellschaft. Zu diesen Diensten gehören beispielsweise im WWW abrufbare Angebote von Waren und Dienstleistungen oder Internetsuchmaschinen.3 Auch das Verhältnis derartiger Dienste zum Bereich der Telekommunikation ist klärungsbedürftig. Sie werden im deutschen Recht (mittlerweile) als Telemedien bezeichnet. Der für sie maßgebliche Ordnungsrahmen findet sich in erster Linie im Telemediengesetz (TMG) des Bundes, das be­reichsspezifisch durch Vorschriften des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) der Länder ergänzt wird. Telemedien sind grundsätzlich alle elektroni­schen Informations- und Kommunikationsdienste (§ 1 Abs. 1 S. 1 TMG, § 2 Abs. S. 3 RStV). Das gilt allerdings nur, „soweit“ sie nicht Telekommunikationsdienste nach § 3 Nr. 24 TKG, die ganz in der Über­tragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen, tele­kommunikationsgestützte Dienste nach § 3 Nr. 25 TKG oder Rundfunk nach § 2 RStV sind.
Aus Sicht des Telemedienrechts erfolgt daher gerade auch mit Blick auf das Telekommunikationsrecht eine (negative) Abgrenzung: Telekom­munikationsdienste, die ganz in der Übertragung von Signalen beste­hen, und telekommunikationsgestützte Dienste unterfallen ausschließ­lich dem TKG und sind keine Telemedien.4 Etwas anderes gilt demge­genüber für Telekommunikationsdienste, die nur überwiegend in der Übertragung von Signalen bestehen. Im Gesetzgebungsverfahren zum TMG sind hierzu insbesondere der Internetzugang und die Übertragung von elektronischer Post (E-Mail) gezählt worden.5 Diese Dienste sind sowohl Telekommunikationsdienste als auch Telemedien. Sie unterfal­len damit sowohl dem TKG (vgl. auch § 1 Abs. 3 TMG) als auch dem TMG. Hinsichtlich der dortigen Datenschutzbestimmungen gilt das al­lerdings nur mit den Einschränkungen, die sich aus § 11 Abs. 3 TMG ergeben. Insgesamt kann damit festgehalten werden, dass Gegenstand der Telemedien die dienstespezifische elektronische Verarbeitung von Inhalten ist, die telekommunikativ übermittelt werden. Zumindest in vielen Fällen würde es sich deshalb auch bei telekommunikationsge­stützten Diensten jedenfalls hinsichtlich der Inhaltsleistung grundsätz­lich um Telemedien handeln. Diese Dienste sind allerdings von der Le­galdefinition ausdrücklich ausgenommen.6
Es ist daher nicht verwunderlich, dass im Einzelnen erhebliche Auslegungs- und Abgrenzungsschwierigkeiten bestehen. Zu nennen sind ins­besondere folgende Fragen:
1. Wie ist der Umfang eines konkreten Dienstes zu bestimmen, was ist also überhaupt Gegenstand der Zuordnung zu TKG bzw. TMG, und wann ist von einem Dienstebündel auszugehen, bei dem die einzel­nen Bestandteile unterschiedlich zugeordnet werden können?7
2. Welche Leistungsbestandteile gehören (noch) zu einer (bloßen) Sig­nalübertragungsleistung und wann handelt es sich um darüber hi­nausgehende Leistungsbestandteile?8
3. Wie sind telekommunikative und andere Leistungsbestandteile zu ge­wichten, um mit Blick auf § 3 Nr. 24 TKG den insoweit „überwiegend[en]“ Bestandteil eines Dienstes zu identifizieren?
Eine abschließende Klärung dieser schwierigen Fragen steht noch aus. Unter Inkaufnahme der damit angesprochenen Grauzonen lassen sich die vorstehend dargelegten Zusammenhänge (unter Ausblendung der Abgrenzung zum Rundfunk) jedenfalls folgendermaßen schematisch darstellen:
Abbildung 1: schematische Kategorisierung von Übertragungs- und Inhalts­diensten
Die damit aufgezeigten terminologischen und praktischen Schwierigkeiten sind auch Ausdruck einer erheblichen tatsächlichen Komplexität. Der Telekommunikationssektor beruht auf z.T. komplizierten techni­schen Zusammenhängen und ist darüber hinaus in ökonomischer Hin­sicht von zahlreichen Besonderheiten gekennzeichnet. Die telekommu­nikationsrechtliche Regulierungspraxis ist daher in erheblichem Maße von technischen und ökonomischen Zusammenhängen bestimmt. Ohne ein grundsätzliches Verständnis für diese außerjuristischen Parameter ist es kaum möglich, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Telekom­munikationswirtschaft nachzuvollziehen. Nachfolgend soll daher ein grundlegender Überblick über den technischen und ökonomischen Hin­tergrund dieses Wirtschaftssektors vermittelt werden.
Telekommunikationsrecht war und ist nach wie vor ganz wesentlich durch die technischen Besonderheiten dieses Sektors geprägt. Das spie­gelt sich auch in den gesetzlichen Begrifflichkeiten wider, die oftmals mit entsprechenden technischen Begriffen korrelieren und überdies auf technische Details Bezug nehmen. Die technischen Grundlagen der Te­lekommunikationswirtschaft sind daher notwendiger Ausgangspunkt jeder Einführung in das Telekommunikationsrecht.
Die Telekommunikationswirtschaft ist eine Netzwirtschaft, deren tech­nische Basis die Telekommunikationsnetze sind. Aus diesen Netzinfra­strukturen ergeben sich die Besonderheiten dieses Sektors.
Unter einem Telekommunikationsnetz versteht man dabei die Gesamt­heit der Infrastruktureinrichtungen, die zur Signalübertragung genutzt werden (§ 3 Nr. 27 TKG). Die Punkte, an denen Nutzer Zugang zu einem Netz erhalten, an denen das Netz also sozusagen endet, werden als Netzabschlusspunkte bezeichnet (vgl. nunmehr auch § 3 Nr. 12a TKG). Den Ausgangspunkt eines Übertragungsvorgangs bezeichnet man als „Quelle“, den Zielpunkt als „Senke“. Der Begriff „Netz“ impli­ziert dabei bereits, dass nicht von jeder Quelle zu jeder Senke ein direk­ter Übertragungsweg besteht, sondern dass die einzelnen Netzab­schlusspunkte (NAP) über eine vermaschte („vernetzte“) Infrastruktur miteinander verbunden sind. Die Punkte, an denen mehrere Übertra­gungswege zusammenlaufen, nennt man Netzknoten (NK).
Es gibt grundsätzlich zwei Verfahren, um in einem Netz die Verbindung von einer Quelle zu einer Senke herzustellen. Herkömmlich wurde für die Dauer eines Kommunikationsvorgangs eine exklusive (temporäre) Verbindung hergestellt, indem die zwischen Quelle und Senke liegen­den Netzknoten entsprechend geschaltet wurden. Bis ein Kommunikati­onspartner den Kommunikationsvorgang beendet – beispielsweise den Telefonhörer auflegt – ist dieser Weg durch das Telekommunikations­netz für diesen Kommunikationsvorgang reserviert. Dieses Verfahren bezeichnet man als Leitungsvermittlung. Es garantiert wegen der Ex­klusivität grundsätzlich eine hohe Übertragungsqualität und -geschwin­digkeit.
Demgegenüber hat der verstärkte Einsatz von Computertechnik dazu geführt, dass heute vor allem ein alternatives Vermittlungsverfahren, die sog. Paketvermittlung, von Bedeutung ist. Bei diesem Verfahren wird selbst für die Dauer des Kommunikationsvorgangs keine direkte Verbindung zwischen Quelle und Senke hergestellt. Vielmehr werden die zu übermittelnden Nachrichten in einzelne Segmente, die sog. Pake­te, unterteilt und in Richtung der Senke ausgesendet. An jedem Netz­knoten entscheiden komplexe Vermittlungsprogramme dann für jedes einzelne Paket über seinen weiteren Übermittlungsweg. Erst an der Senke wird die segmentierte Nachricht wieder zusammengesetzt. Der Vorteil der Paketvermittlung liegt in einer optimalen Ausnutzung vor­handener Übertragungskapazität. Anders als bei der Leitungsvermitt­lung werden nämlich keine Verbindungen exklusiv einem Kommunika­tionsvorgang zugewiesen. Die entsprechenden Kapazitäten können da­her bei der Paketvermittlung für andere Kommunikationsvorgänge ge­nutzt werden, wenn gerade keine Nachrichten übermittelt werden.
Wenn man zu Illustrationszwecken beispielsweise unterstellt, dass die Übertragungskapazitäten zwischen den Städten Berlin und Bonn gleichzeitig 10000 Telefongespräche zulassen, dann ist damit bei Ver­wendung eines leitungsvermittelten Übertragungsverfahrens eine abso­lute Obergrenze definiert. Kommt hingegen ein paketvermitteltes Über­tragungsverfahren zum Einsatz, dann wird auf Ebene der Städteverbin­dung Übertragungskapazität nur belegt, wenn auch wirklich Informatio­nen übertragen werden. Wenn also bei 10000 Gesprächen durchschnitt­lich in stets 2500 Gesprächen gleichzeitig kurz geschwiegen wird (Überlegungszeit, Sprechpausen zwischen einzelnen Wörtern usw.), dann belegen diese 2500 Gespräche bei Verwendung eines paketvermit­telten Verfahrens keinerlei Übertragungskapazität. Die Gesamtkapazität kann daher für ungefähr weitere 2500 Gespräche zwischen Berlin und Bonn genutzt werden. Statt der 10000 leitungsvermittelten sind also gut 12500 paketvermittelte Gespräche möglich.
Telekommunikationsnetze kann man anhand einer Vielzahl von Merk­malen in unterschiedliche Kategorien ein- bzw. auch unterteilen, etwa aufgrund der Netzstruktur, der Übertragungstechnik oder des Übertra­gungsmediums. Nachfolgend sollen lediglich die beiden aus telekom­munikationsrechtlicher Sicht bedeutsamsten Unterscheidungen darge­stellt werden.
Nach ihrer Funktion kann man Telekommunikationsnetze grundsätzlich in zwei Teilnetzbereiche unterteilen: die Zugangsnetze und die Verbin­dungsnetze. Zugangsnetze werden auch als Teilnehmer- oder An­schlussnetze bezeichnet. Es handelt sich um diejenigen Teile eines Tele­kommunikationsnetzes, an die Teilnehmer angeschlossen sind und über die sie Zugang zu Telekommunikationsdiensten haben. Ein bundeswei­tes Telekommunikationsnetz verfügt in der Regel über zahlreiche Zu­gangsnetze. Diese sind durch ein Verbindungsnetz miteinander verbun­den, das auch als Kern- oder Übertragungsnetz bezeichnet wird. Verbin­dungsnetze sind somit diejenigen Teile eines Telekommunikationsnet­zes, an denen keine Teilnehmer angeschlossen sind, sondern die zur Verbindung von Zugangsnetzen dienen.
Des Weiteren kann nach der Art der Übertragung zwischen Quelle und Senke zwischen physikalischen und logischen Netzen unterschieden werden. Bei physikalischen Netzen sind Quelle und Senke – vermittelt über entsprechende Netzknoten – durchgängig über dasselbe physikali­sche Medium (Kabel, Funkwellen usw.) verbunden. Bei logischen Net­zen wird der Telekommunikationsverkehr hingegen auf einer höheren logischen Ebene von der Quelle zur Senke transportiert. Das bedeutet, dass der Nachrichtentransport innerhalb eines logischen Netzes über verschiedene physikalische Medien geführt werden kann. Der Medien­übergang wird durch zumeist rechnergestützte Verfahren ermöglicht, ohne dass für die Kommunikationspartner in der Regel ein Unterschied zu einer Verbindung über ein physikalisches Netz feststellbar ist. Physi­kalische Netze in dem hier zugrunde gelegten Verständnis sind heutzu­tage jedenfalls im Endnutzerbereich kaum mehr anzutreffen. Selbst das öffentliche Festnetz integriert unterschiedlichste physikalische Medien – vom Kupferkabelanschluss im Zugangsnetzbereich über Glasfaserka­bel- und Richtfunkverbindungen9 im Verbindungsnetzbereich – und ist damit ein logisches Netz. Physikalische Telekommunikationsnetze sind daher im Wesentlichen nur noch Teilnetze (logischer) öffentlicher Tele­kommunikationsnetze.