Source: https://rhotham.de/umsatzsteuer-container-wechselkoffer.html
Timestamp: 2018-10-24 03:10:53
Document Index: 364995050

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 15', '§ 14', '§ 4', '§ 19']

Umsatzsteuer - Was ist als Investor von Direktinvestments im Einzeleigentum zu beachten - Investitionen in Container und Wechselkoffer - Kleinunternehmerregelung des § 19 Abs. 1 UStG - Vermögensverwaltung Köln
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Mehrwertsteuer bei Direktinvestments - Kleinunternehmer
Was Sie beim Erwerb von Containern und Wechselkoffern
hinsichtlich der Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer beachten sollten
Peter Frelenberg, 16. März 2015
Spätestens seit der Finanzkrise, der Geldschwemme durch die Notenbanken und dem daraus resultierenden Niedrigzins werden Kurzläufer wie Direktinvestments im Einzeleigentum (z.B. Container und Wechselkoffer) immer beliebter. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit diesem Segment und beobachten diesen Trend sowohl in der Anlegerschaft als auch zunehmend in der Beraterschaft.
Doch welche steuerlichen Vorteile, Möglichkeiten und Konsequenzen zieht diese Art von Investment nach sich? Die Antwort liegt individuell in der persönlichen Situation eines jeden Investors und der gewählten Vertragsgestaltung mit dem jeweiligen Initiator.
Wenn Sie Ihr Portfolio mit Containern, Wechselkoffern und diversen Anbietern durchmischen, ist das sicherlich gesund für eine breite Streuung des Risikos. Hinsichtlich der Umsatzsteuer müssen Sie jedoch alle Einnahmen aus dem Segment Direktinvestments, die nicht einem pauschalen Steuerabzug (Abgeltungssteuer) unterliegen, zusammenziehen.
Ich gebe an dieser Stelle keine steuerliche Beratung ab, möchte jedoch aus Sicht eines Vermögensverwalters auf diese wichtige Thematik aufmerksam machen. Die immer wieder kehrenden Fragen von Kunden habe ich hier für Sie zusammen gestellt und beantwortet.
Was meint "Kleinunternehmerregelung" im Umsatzsteuergesetz?
Der "Kleinunternehmer" muss im Inland ansässig sein. In den Grenzen des § 19 Abs. 1 UStG wird die geschuldete Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer in den dort aufgeführten Grenzen nicht erhoben.
Welche Auswirkungen hat die Kleinunternehmerregelung des § 19 Abs. 1 UStG
für den Erwerb von Einzeleigentum an Mobilien mit dem Ziel der Vermietung,
z.B. bei Containern, Wechselkoffern und sonstiger vermietungsfähiger Gegenstände?
Der Gesamtumsatz (z.B. Miete aus gewerblicher Vermietung ohne USt.-befreite Einkünfte aus Vermietung u. Verpachtung aus Wohnraummieten oder Gewerbemieten, wo nicht zur USt.. optiert wurde) darf im zurückliegenden Jahr (z.B. dem Jahr erstmaliger Anschaffung von Mobilien (ggf. zeitanteilig) und deren (gewerblicher Vermietung) bzw. (zuzüglich) sonstiger an sich umsatzsteuerpflichtiger Umsätze nicht mehr als EURO 17.500,- betragen.
Für die Folgejahre gilt gem. Erwartung/Umsatzplanung, dass der Umsatz voraussichtlich EURO 50.000,- nicht übersteigen wird.. Maßgeblich dabei sind die Verhältnisse, die sich am Anfang des Jahres abzeichnen, die plausibel sind, und auf die die Erwartung/Planung fußt. Im Laufe des Jahres sich verändernde Verhältnisse, die unvorhersehbar waren und die Grenze von EURO 50.000,- überschreiten lassen, sind unschädlich, solange die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.
Die Erwartung des laufenden Umsatzes ist auch für die Grenze von EURO 17.500,- im Anfangsjahr maßgebend, auch wenn diese Grenze überschritten wird. Die Kleinunternehmerschaft kann dann aber nicht in das Folgejahr überführt werden, da die Eigenschaft der Grenze von EURO 17.500,- im Vorjahr nicht vorliegend war.
Nota bene: Generell gilt für die Folgejahre (nach Anfangsjahr) bei Überschreiten des Gesamtumsatzes (nach Abzug steuerfreier Umsätze und Verkäufe aus Anlagevermögen) in Höhe von EURO 17.500,- ab dem 01. Januar des Folgejahres, bei der Rechnungsstellung die Regelbesteuerung durchzuführen, mithin die Umsatzsteuer auszuweisen.
Wonach bemisst sich beispielhaft die Kleinunternehmereigenschaft?
Ein Beispiel: Im Jahr 2014 erwirbt ein Herr NN Mobilien, Container, Wechselkoffer, Offshore - Gerätschaften etc. mit Mietumsätzen von EURO 15.850,-, die ihm als "Kleinunternehmer" zufließen. Er bleibt damit unter der Grenze von EURO 17.500,-. Anfang des Folgejahres plant Herr NN weiteren Erwerb vermietbarer Mobilien. Seine Planung entspricht seiner Investitionsrechnung, wonach er entsprechend der Marktsituation mit erzielbaren Mieten rechnet, deren Gesamtumsatz eingehender Mieten EURO 50.000,- nicht überschreitet. Die Erwartung stellt sich ein. Herr NN ist im Jahr 2015 noch Kleinunternehmer, da er im Jahr 2014 (auch bei zeitanteiliger Tätigkeit, wobei der Gesamtumsatz in einen Jahresgesamtumsatz umzurechnen ist) die Grenze von Euro 17.500 steuerpflichtiger Umsätze nicht überschritten hat. Herr NN führt sodann ab 01.Januar 2016 die Regelbesteuerung durch. Er weist fortan die Umsatzsteuer auf Entgelte/Mieten auf seinen Rechnungen aus.
Fall-Alternative 1:
Entgegen seinen Planungen/Erwartungen zum Anfang des Jahres 2015 sind Umsätze hinzugetreten, mit denen nicht zu rechnen war, und sich hinzugerechnet am Ende des Jahres 2015 z.B. auf EURO 62.500,- unter Abzug steuerfreier Umsätze und Verkäufe aus Anlagevermögen addieren. Herr NN verliert hierdurch seine Kleinunternehmereigenschaft nicht, da für die Grenze von EURO 50.000,- die Verhältnisse zu Anfang des Jahres maßgeblich sind, die unter ordnungsgemäßer Kalkulation/Erwartung ersichtlich waren.
Fall-Alternative 2:
Herr NN beginnt seine Tätigkeit am 01.Juni 2014 und tätigt Umsätze in Hohe von EURO 8500,-. Dieser Umsatz muss in einen Jahresgesamtumsatz umgerechnet werden. Er hat für 7 Monate mit vorstehendem Umsatz gerechnet und tatsächlich erzielt, mithin je Monat EURO 1.214,29, die auf's Jahr gerechnet EURO 14.571,50 ausmachen.. Herr NN ist "Kleinunternehmer", da die Grenze von EURO 17.500 unterschritten ist.
Etwas anderes würde gelten, hätte Herr NN wider Erwarten im Jahr des Beginns (01. Juni 2014) seiner Tätigkeit einen Umsatz in Höhe von EURO 10.500,- erzielt. Für das Gesamtjahr entspricht dies einem Umsatz von 18.000,- €. Damit hat er die Grenze von EURO 17.500 überschritten:
10.500,- € Jahresumsatz : 7 Monate = 1.500,- p.M. x 12 Monate = 18.000,- € Jahresumsatz.)
Er behält zwar für das Jahr der Aufnahme der Tätigkeit die Kleinunternehmerregelung, jedoch nicht für das Folgejahr (s .unter Ziff. 2, Abs.3).
Was muss bei gegebener Kleinunternehmereigenschaft beachtet werden?
Der Vorsteuerabzug gem. § 15 UStG darf nicht vorgenommen werden (Brutto = Netto). Erfolgt auf der Rechnung ein gesonderter Ausweis der USt. entsprechend § 14 Abs. 1 UStG, so wird der ausgewiesene Betrag geschuldet.
Formal muss die Rechnung bei Beträgen über EURO 150, - folgende Angaben enthalten:
• Name und Anschrift des leistenden Unternehmens,
• Steuernummer und USt.-IdNr des leistenden Unternehmens,
• Name und Anschrift des Rechnungsempfängers,
• Ausstellungsdatum und Tag der Lieferung,
• Art und Umfang/Anzahl der Lieferung/Umfang der Mietüberlassung (z.B. Container),
... ohne Ausweis der Umsatzsteuer.
Die Rechnung bei Beträgen unter EURO 150,- muss folgendes enthalten:
• Name und Anschrift des leistenden Unternehmens
• Menge und Art der Gegenstände/Dienstleistungen/ Mietüberlassungen
... kein Ausweis der Umsatzsteuer.
Ausreichend ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung durch Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben als vereinfachte Form der Gewinnermittlung, sofern der Gewerbetreibende weder zum Betriebsvermögensvergleich verpflichtet ist noch freiwillig Bücher führt (§ 4 Abs. 3 EStG).
Kann auf die "Kleinunternehmerregelung" verzichtet werden, entsteht eine Gewerbesteuerpflicht?
Es kann verzichtet werden, am Anfang eines Kalenderjahres, und zwar durch formlose Erklärung gegenüber dem Finanzamt (§ 19 Abs.2 UStG) oder konkludent, indem ab dem 01. Januar die Rechnungen mit Umsatzsteuerausweis erfolgen und dem Finanzamt pünktlich die Umsatzsteuervoranmeldungen eingereicht werden.
Das muss bis zum Zeitpunkt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung erfolgen. Dann gelten für die Besteuerung die allgemeinen Vorschriften. Üblicherweise macht ein Verzicht Sinn, wenn hohe Investitionen/Kosten geplant/ersichtlich sind und der Kleinunternehmer die zugehörigen Vorsteuern in Abzug bringen will. Eine solche Erklärung unterliegt einer Bindungsfrist von 5 Jahren!
Wie verhalten sich der kluge Anleger und sein Vermögensverwalter in diesem Spannungsfeld?
Die Kleinunternehmerschaft lohnt sich besonders, wenn aufgrund geringer oder im Verhältnis günstiger Investitionen der Vorsteuerabzug geringer ist als die auf die Umsätze nicht zu entrichtende Umsatzsteuer.
Man muss schon genau hinsehen, "Grenzen" nicht zu überschreiten. Im Rahmen der Vermögensverwaltung erfolgen hierzu Vereinbarungen in den Anlagebedingungen, gemeinsam mit dem Inhaber des verwalteten Vermögens. Hernach ist dann alles einfach und obliegt unserer Verantwortung im Asset-Management.
Jedenfalls sind kluge Einzelinvestments mit den richtigen Vertragspartnern zur Beimischung derzeit ein Gebot der Stunde, das klug genutzt sein will.
Im Beratungsgang zum Einzelinvestment außerhalb der Vermögensverwaltung schauen wir nach den Vorgaben des Investors genau hin, einerseits um vorstehende Grenzen einzuhalten und andererseits, um zu prüfen, ob der Beimischungscharakter im Verhältnis zum Gesamtvermögen stimmig ist.
Kluger Anleger und kluger Berater gehören hier zusammen. Sprechen Sie mit uns!
Für den Privatanleger macht der Erwerb von Mobilien (Container) mit dem Ziel der gewerblichen Vermietung unter Ausnutzung der Kleinunternehmerregelung in den vorstehenden Grenzen Sinn. Fragen Sie uns nach den Konditionen, die wir günstig gestalten, für höchstmöglichen Ertrag im Tal der Negativzinsen, und das bei nur drei- bis fünfjähriger Laufzeit, als Einzeleigentum, selbstverständlich mit Eigentumszertifikat.
Angesichts kurzer Laufzeit kann man, wenn die Erfahrungen positiv sind, jeweils auf's Neue beginnen bzw. fortfahren.
Vorbehalt zur steuerlichen Darstellung
Sie erfolgte nach bestem Wissen und Gewissen. Eine Steuerberatung erbringen wir nicht. Vielmehr empfehlen wir unsere Darlegungen nur als Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater, der Sie detailgenau bezogen auf Ihre Situation beraten wird.
Für Fragen zu den Investitionsmöglichkeiten stehen wir Ihnen und Ihrem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer jederzeit zur Verfügung. Nutzen Sie einfach unten stehende Rückantwort.
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