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Timestamp: 2016-10-25 15:46:41
Document Index: 187444582

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Pr�sident Lustenberger, Bundesrichter R�edi und Meyer; Gerichtsschreiberin Amstutz
K.________, 1965, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Habl�tzel, Lutherstrasse 4, 8004 Z�rich,
A.- Die 1965 geborene K.________ arbeitete seit 1. Oktober 1992 als Spulereimitarbeiterin in der Y.________ AG und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 28. April 1999 erlitt die Versicherte einen Arbeitsunfall, wobei sie sich eine rund 2 cm lange, oberfl�chliche Rissquetschwunde am Hinterkopf zuzog, welche am Unfalltag im Spital X.________ ambulant versorgt wurde. In den folgenden Monaten blieb K.________ der Arbeit mit wenigen Ausnahmen fern. Im abschliessenden Bericht vom 7. Oktober 1999 gelangte SUVA-Kreisarzt Dr. med. L.________ gest�tzt auf die medizinische Aktenlage zum Schluss, es liege in somatischer Hinsicht lediglich ein BagatellTrauma vor und allein aufgrund dieser Verletzung w�re die Wiederaufnahme der Arbeit sp�testens zwei Wochen nach dem Unfall m�glich gewesen. Mit der Begr�ndung, die fortdauernde Arbeitsunf�higkeit nach dem Unfall sei auf psychische Leiden zur�ckzuf�hren, welche in keinem ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfall von 28. April 1999 st�nden, stellte die SUVA mit Verf�gung vom 15. Oktober 1999 s�mtliche Leistungen r�ckwirkend ab 14. Mai 1999 ein und erkl�rte den Schadenfall ab diesem Datum als abgeschlossen. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 9. Mai 2000 fest.
B.- Hiegegen liess K.________ Beschwerde erheben mit dem sinngem�ssen Antrag, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. Mai 2000 sowie der Verf�gung vom 15. Oktober 1999 sei die SUVA zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch nach dem 14. Mai 1999 zu erbringen; gest�tzt auf gerichtlich anzuordnende weitere Abkl�rungen seien ihr zudem eine angemessene Rente sowie eine Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur erg�nzenden medizinischen Abkl�rung an die SUVA zur�ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie unter anderem die Beiladung der Krankenkasse Intras zum Verfahren. Mit Entscheid vom 17. Januar 2001 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Beschwerde ab.
Die SUVA beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Die Krankenkasse Intras als Mitinteressierte und das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichten auf eine Vernehmlassung.
1.- Die Vorinstanz hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b) und ad�quaten (BGE 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, je mit Hinweisen) Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und eingetretenem Gesundheitsschaden, insbesondere die f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien im Falle einer nach dem Unfall einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Entsprechendes gilt f�r die Erw�gungen des kantonalen Gerichts, wonach sich die ad�quate Kausalit�t bei Vorliegen einer Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) (sowie eines "�quivalenten" Verletzungsmechanismus'; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder eines Sch�del-Hirn-Traumas praxisgem�ss nach der in BGE 115 V 133 entwickelten Rechtsprechung beurteilt, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik g�nzlich in den Hintergrund getreten sind (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Darauf kann verwiesen werden.
2.- Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der SUVA f�r die nach dem 14. Mai 1999 festgestellten gesundheitlichen Leiden mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit.
a) Offen bleiben kann, ob die Vorinstanz den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und den nach dem 14. Mai 1999 geklagten Beschwerden zutreffend bejaht hat. Denn selbst wenn dem so w�re, fehlt es - wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen - an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 68 Erw. 3c).
b) Entgegen den Einw�nden der Beschwerdef�hrerin hat die Vorinstanz die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu Recht nach Massgabe der in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Rechtsprechung betreffend psychische Unfallfolgen beurteilt. Wohl hat sich die Beschwerdef�hrerin gem�ss Bericht des Dr. med. R.________ vom 21. September 1999 beim Unfall vom 28. April 1999 nebst der bereits von den (erst-)behandelnden �rzten des Spitals X.________ festgestellten kleinen Rissquetschwunde am Hinterkopf (Berichte vom 20. Mai sowie vom 9. und 10. Juli 1999) auch eine Commotio cerebri sowie ein "HWS-Trauma" zugezogen. Ob dieser auf "anamnestischen Erhebungen" beruhende Befund, auf den weder das zuvor im Spital X.________ durchgef�hrte Sch�del-CT noch das ebenfalls dort angefertigte HWS-R�ntgenbild hindeuteten, zutreffend ist, l�sst sich aufgrund des Berichts des Dr. med. R.________ nicht schl�ssig beantworten. Gleichwohl er�brigen sich die diesbez�glich beantragten weiteren Abkl�rungen, zumal der hinreichende Nachweis entsprechender Verletzungen nichts daran �ndern w�rde, dass die Frage des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und aktuellem Beschwerdebild nicht nach der Rechtsprechung zu HWS-Verletzungen oder Sch�del-Hirn-Traumata zu beurteilen ist, sondern nach jener betreffend psychische Fehlentwicklungen nach Unf�llen gem�ss BGE 115 V 133.
aa) Am Unfalltag klagte die Beschwerdef�hrerin �ber starke Kopfschmerzen im Bereich der Wunde, und anl�sslich der Nachbehandlung im Spital X.________ vom 10. bis 12. Mai 1999 gab sie starke Kopfschmerzattacken mit Augenflimmern (Schmerzlokalisation vor allem okzipital, selten auch frontal), Zittern des linken Armes sowie Herzklopfen, starkes Schwitzen und Atemnotf�lle an; zus�tzlich leide sie unter Waschzwang der Haare. Im September 1999 erkl�rte sie schliesslich gegen�ber der SUVA, sie habe "immer noch Schmerzen im Hinterkopf und im R�cken" und leide an Herzklopfen, Angstzust�nden, Schlafst�rungen, bisweilen mangelnder Konzentrationsf�higkeit und habe Angst vor den Maschinen im Betrieb. Bereits im Mai 1999 erhoben die behandelnden �rzte des Spitals X.________ den Befund eines psychotischen Zustandsbildes mit wahnhafter Verarbeitung eines Bagatellunfalls, akustischen Halluzinationen, depressiv-gereizter Grundstimmung und Angstzust�nden bis Panikattacken und diagnostizierten nebst einer psychogenen Psychose erste Manifestationen einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. In der Folge kam Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie, welcher die Beschwerdef�hrerin zwischen dem 27. Mai und dem 6. Juli 1999 in sieben Sitzungen begutachtet hatte, zum Schluss, es liege eine in Relation zum Unfall unverh�ltnism�ssige somatische und psychische Reaktion bei vorbestehender narzisstischer St�rung vor; die volle Arbeitsf�higkeit nach dem Unfall f�hrte er ausschliesslich auf die Psychopathologie zur�ck (Bericht vom 22. August 1999). Aufgrund dieser Aktenlage durfte die SUVA nach den zutreffenden Erw�gungen des kantonalen Gerichts von einer derart deutlichen Dominanz der psychischen Problematik ausgehen, dass die Ad�quanzbeurteilung in jedem Fall - selbst bei Annahme einer HWS-Distorsion oder eines leichten Sch�del-Hirn-Traumas - nach der Rechtsprechung gem�ss BGE 115 V 133 zu erfolgen hat. Namentlich bestand kein Anlass zu weiteren medizinischen Abkl�rungen, da nichts darauf hindeutete, dass solche die Annahme einer klar in den Vordergrund getretenen psychischen �berlagerung zu widerlegen vermocht h�tten.
bb) Vorinstanz und Beschwerdegegnerin haben den Unfall vom 28. April 1999 ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf - w�hrend Reinigungsarbeiten fielen aus unbekannten Gr�nden mehrere (maximal sechs) auf einem Wandschr�nkchen deponierte Metall-Halterungen von je 3,8 kg aus einer H�he von 1 m 80 cm herunter, wobei die nach vorn geb�ckte Beschwerdef�hrerin am Hinterkopf getroffen wurde - richtigerweise als h�chstens mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen liegendes Ereignis eingestuft. Entsprechend ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs praxisgem�ss nur dann zu bejahen, wenn die hief�r massgebenden Kriterien entweder in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind oder einem einzelnen zu ber�cksichtigenden Faktor besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zukommt (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb).
Dass sich der Unfall vom 28. April 1999 unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignet hat oder durch besondere Eindr�cklichkeit gekennzeichnet war, behauptet die Beschwerdef�hrerin selber nicht. Von einer besonders schweren oder besonders gearteten K�rperverletzung, welche erfahrungsgem�ss geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung auszul�sen, kann angesichts der bloss geringf�gigen Rissquetschwunde am Hinterkopf, welche mit zwei Stichen gen�ht werden konnte, ebenfalls nicht die Rede sein; die Verletzung f�hrte im �brigen weder zu einem Bewusstseinsverlust noch zu �belkeit, Erbrechen oder einer Stufenbildung �ber dem Sch�del palpabel (Bericht des Spitals X.________ vom 9. Juli 1999). Hinsichtlich einer allf�lligen Commotio cerebri und eines dem HWS-Schleudertrauma �quivalenten, vorliegend nicht erstellten Verletzungsmechanismus' (vgl. Erw. 2a hievor) w�re die grunds�tzliche Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, zwar zu bejahen; ein ausschlaggebendes Gewicht k�nnte einer derartigen Verletzung namentlich angesichts der Schwere der psychischen Leiden indessen nicht beigemessen werden. Den Akten sind sodann keinerlei Anhaltspunkte daf�r zu entnehmen, dass die Kopfverletzung als solche eine besonders lange Dauer der �rztlichen Behandlung erfordert oder deren Heilungsverlauf sich besonders schwierig gestaltet hat. Die Beschwerdef�hrerin steht zwar nach eigenen Angaben noch heute in �rztlicher Behandlung; diese ist indessen in erster Linie psychiatrischer Art. Dass die zus�tzlich konsultierten �rzte rheumatologischer/orthop�discher und allgemein-medizinischer Fachrichtung heute noch objektivierbare organische Unfallsch�den behandeln, ist durch nichts belegt und kann aufgrund der bestehenden Aktenlage, wonach die Risswunde rasch verheilte und sehr bald nach dem Unfall eine deutliche psychische Fehlentwicklung eintrat, ausgeschlossen werden. F�r das Vorliegen k�rperlicher Dauerschmerzen sprechen allenfalls die wiederholt auftauchenden Kopfschmerzen mit Augenflimmern, w�hrend die �brigen geklagten Beschwerden (ohne organisches Substrat) nicht als K�rperschmerz einzustufen sind; besonders ausgepr�gte physische Dauerschmerzen sind keine ausgewiesen. Ferner war die Beschwerdef�hrerin nach dem Unfall physisch bedingt h�chstens w�hrend zweier Wochen arbeitsunf�hig (Bericht des Kreisarztes Dr. med. L.________ vom 7. Oktober 1999); die sp�tere volle Arbeitsunf�higkeit wurde von �rztlicher Seite ausschliesslich auf den psychopathologischen Zustand zur�ckgef�hrt (Bericht des Dr. med. R.________ vom 22. August 1999). Aus dem Bericht der Frau Dr. med. A.________, Fach�rztin FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. September 2000 kann die Beschwerdef�hrerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn es lassen sich daraus keine R�ckschl�sse hinsichtlich einer k�rperlich bedingten Arbeitsunf�higkeit im massgebenden Zeitraum bis zum Einspracheentscheid vom 9. Mai 2000 (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) ziehen. Die �rztin sah die Versicherte erstmals am 31. Mai 2000 und stellte im September 2000 - nach f�nf psychiatrischen Sitzungen - lediglich fest, es bestehe "zur Zeit" eine Erwerbsf�higkeit von 50 % bei einer den k�rperlichen Beschwerden angepassten T�tigkeit ohne Stresssituationen. Schon deshalb muss der Bericht unbeachtlich bleiben. Im �brigen liegt das (allein) diagnostizierte "depressive(...) Zustandsbild(...) mit/bei somatoformer St�rung" gem�ss Arztbericht in einer "multikausalen �tiologie aufgrund der mehreren psychosozialen Belastungen (Unfall, K�ndigung, Arbeitslosigkeit)" begr�ndet. Ob (teilweise) eine rein physisch bedingte Arbeitsunf�higkeit vorliegt, bleibt damit unbeantwortet, ist aber aufgrund der �rztlichen Angaben h�chst unwahrscheinlich.
c) Nach dem Gesagten kommt dem Arbeitsunfall vom 28. April 1999 mangels hinreichender Erf�llung der zu ber�cksichtigenden Kriterien keine rechtlich massgebende Bedeutung f�r die psychisch bedingte Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit nach dem 14. Mai 1999 zu.