Source: http://www.urteile-im-internet.de/archives/BSG-B-8-AY-8-07-R.html
Timestamp: 2017-11-18 16:00:52
Document Index: 338926241

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 3', '§2', '§ 3', '§ 3', '§ 54', '§ 170', '§ 163', '§ 31', '§ 54', '§ 70', '§ 77', '§ 86', '§ 163', '§ 170', '§ 202', '§ 86']

BSG B 8 AY 8/07 R: Analog-Leistungen Asylbewerberleistungsgesetz Grundleistungen
Der 8. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 17. Juni 2008
Auf die Revision der Beklagten werden das Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 16. Oktober 2007 und der Gerichtsbescheid des Sozialgerichts Hannover vom 23. Mai 2005 aufgehoben und die Klagen abgewiesen, soweit die Urteile und die Klagen die Zeit vom 1. Februar bis zum 22. März 2005 betreffen.
Das bezeichnete Urteil des Landessozialgerichts wird darüber hinaus auch aufgehoben, soweit es die Zeit vom 1. bis 31. Januar 2005 betrifft; insoweit wird die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an dieses Gericht zurückverwiesen.
Im Streit sind höhere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) für die Zeit vom 1. Januar bis 22. März 2005. Die Kläger begehren insbesondere statt der Leistungen nach § 3 AsylbLG (so genannte Grundleistungen) Leistungen nach § 2 AsylbLG (so genannte Analog-Leistungen) unter entsprechender Anwendung des Sozialgesetzbuchs Zwölftes Buch - Sozialhilfe (SGB XII).
Die Kläger bezogen zunächst Grundleistungen nach § 3 AsylbLG für einen Zeitraum von mindestens 36 Monaten und im Anschluss daran bis 31. Oktober 2004 Analog-Leistungen nach §2 AsylbLG. Gegen die darauf erfolgte Umstellung der Leistungsgewährung auf Grundleistungen nach § 3 AsylbLG erhoben sie Klage beim Verwaltungsgericht (VG). Auch für die Zeit ab 1. Januar 2005 bewilligte die Beklagte den Klägern nur Grundleistungen nach § 3 AsylbLG, zunächst befristet bis 31. Januar 2005 (Bescheid vom 27. Dezember 2004), danach erneut für die Zeit vom 1. Januar bis 17. Januar 2005 (Bescheid vom 11. Februar 2005) und im Widerspruchsbescheid (vom 22. März 2005) für die Zeit bis zum Erlass dieses Bescheids.
Die Revision der Beklagten ist in vollem Umfang begründet, soweit sie die Zeit vom 1. Februar bis 22. März 2005 betrifft. Das Urteil des LSG und der Gerichtsbescheid des SG sind insoweit aufzuheben, weil sich die Klagen für diesen Zeitraum schon vor Klageerhebung durch den ersetzenden Bescheid der Beklagten vom 31. März 2005, mit dem die Beklagte die Kläger im Ergebnis klaglos gestellt hat, und die entsprechende Leistungserbringung erledigt haben; die Klagen sind insoweit mangels Beschwer unzulässig (§ 54 Abs 1 Satz 2 Sozialgerichtsgesetz ). Für die Zeit vom 1. bis 31. Januar 2005 ist die Revision nur im Sinne der Aufhebung und Zurückverweisung der Sache an das LSG begründet (§ 170 Abs 2 Satz 2 SGG). Mangels ausreichender tatsächlicher Feststellungen des LSG (§ 163 SGG) kann der Senat insoweit nicht entscheiden, ob die Kläger höhere Leistungen nach dem AsylbLG, insbesondere Analog-Leistungen, beanspruchen können. Hierzu bedarf es ua weiterer Feststellungen zur missbräuchlichen Beeinflussung der Aufenthaltsdauer.
Angewandte Normen: § 31 SGB X, § 54 SGG, § 70 SGG, § 77 SGG, § 86 SGG, § 163 SGG, § 170 SGG, § 202 SGG
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analog-leistungen
• BSG B 8 AY 13/07 R
• § 86 SGG
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