Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20220/97
Timestamp: 2019-07-16 21:41:57
Document Index: 10044703

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', '§ 323', '§ 434', '§ 326', '§ 326', '§ 462', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 651', '§ 91', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 433', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.07.1998 - VIII ZR 220/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,723
BGH, 22.07.1998 - VIII ZR 220/97 (https://dejure.org/1998,723)
BGH, Entscheidung vom 22.07.1998 - VIII ZR 220/97 (https://dejure.org/1998,723)
BGH, Entscheidung vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97 (https://dejure.org/1998,723)
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Kaufvertrag mit Montageverpflichtung
§ 326 BGB <Fassung bis 31.12.01> (vgl. nunmehr § 323 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Abgrenzung Haupt- und Nebenpflichtverletzung im Falle des Verzugs mit einer Montagepflicht (vgl. hierzu nun auch § 434 Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Fragen der Rückabwicklung
Rechte aus § 326 BGB beim Verzug mit einer Montageverpflichtung beim Kauf (Haupt- oder Nebenpflicht?)
Rückgängigmachung eines Kaufvertrages - Montageverpflichtung
Rücktritt wegen Verzugs schon bei mangelhafter Erfüllung einer im Kaufvertrag als Hauptleistung vereinbarten Montageverpflichtung
BGB § 326, § 462
Lieferung und Montage einer Förderanlage als Kaufvertrag mit Montageverpflichtung
Kaufvertrag oder Werkvertrag? (IBR 1998, 473)
NJW 1998, 3197
ZIP 1998, 1722
MDR 1998, 1274
WM 1998, 2436
DB 1998, 2412
BauR 1999, 39
Die Auslegung dieser Erklärung durch das Berufungsgericht, die vom Revisionsgericht lediglich darauf überprüft werden kann, ob der Tatrichter sich mit dem Prozessstoff und den Beweisergebnissen umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Würdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstößt (Senatsurteil vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, NJW 1998, 3197 = WM 1998, 2436, unter II 2 a), ist aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden.
Zwar sind die Ausführungen eines Parteigutachters als qualifizierter Parteivortrag zu werten (vgl. BGH, Urteil vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, NJW 1998, 3197, 3199; Urteil vom 19. April 2001 - I ZR 340/98, NJW-RR 2001, 1320, 1321) und können als solcher der tatrichterlichen Beurteilung gemäß § 286 ZPO zugrunde gelegt werden.
Zutreffend hat das Berufungsgericht - ebenso wie bereits das Amtsgericht - im Anschluß an das Senatsurteil vom 22. Juli 1998 (VIII ZR 220/97, NJW 1998, 3197 = WM 1998, 2436) angenommen, daß es sich im vorliegenden Fall um einen Kaufvertrag mit Montageverpflichtung handelt.
Je mehr die mit dem Warenumsatz verbundene Übertragung von Eigentum und Besitz auf den "Besteller" im Vordergrund steht und je weniger die individuellen Anforderungen des Kunden und die geschuldete Montageleistung das Gesamtbild des Vertragsverhältnisses prägen, desto eher ist die Annahme eines Kaufvertrages (mit Montageverpflichtung) geboten (Senatsurteil vom 22. Juli 1998 aaO; Senatsurteil vom 24. November 1976 - VIII ZR 137/75, WM 1977, 79 unter II 1 a).
Bereits diese Gesichtspunkte - die Art der zu liefernden Gegenstände sowie das Verhältnis des wirtschaftlichen Wertes der verschiedenen Leistungen - sprechen für die Annahme eines Kaufvertrages (vgl. Senatsurteil vom 22. Juli 1998 aaO unter II 1).
An dieser Abgrenzung hat sich durch die Schuldrechtsmodernisierung nichts geändert (vgl. BT-Drucks. 14/6040, S. 215 unter Bezugnahme auf Senatsurteil vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, aaO).
Die Bestellung vom 15. Oktober 1998 betraf zwei Stahlrohrtürme, Typ S 46 (72,5 m), wobei eine Montageverpflichtung der Klägerin ausdrücklich ausgeschlossen war (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, ZIP 1998, 1722, 1723); es handelte sich entweder um einen Sachkauf oder um einen Werklieferungsvertrag über vertretbare Sachen (§ 651 Abs. 1 BGB a.F. i.V.m. § 91 BGB), auf den die Vorschriften des Kaufrechts Anwendung finden (§ 651 Abs. 1 S. 2 1. Halbs. BGB a.F.).
Wie sich bereits aus der Typbezeichnung in der Bestellung und dem Bestätigungsschreiben der Klägerin ergibt, stammten die Turmsegmente entweder aus einer Serienproduktion der Klägerin oder waren aufgrund der Bestellung nach Katalog gefertigt worden, so daß nicht die entgeltliche Schöpfung eines Werkes gerade für den Besteller, sondern die mit dem Warenumsatz verbundene Übertragung von Eigentum und Besitz im Vordergrund stand (vgl. BGHZ 48, 118, 121;… BGH, Urt. v. 24. November 1976 - VIII ZR 137/75, NJW 1977, 379;… Urt. v. 12. März 1986 - VIII ZR 332/84, NJW 1986, 1927; Urt. v. 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, ZIP 1998, 1722, 1723).
Bei ähnlichen Sachlagen hat der Bundesgerichtshof wiederholt einen Werkvertrag verneint und entweder einen reinen Kaufvertrag oder einen Werklieferungsvertrag angenommen, auf den ebenfalls Kaufrecht Anwendung findet (BGH, Urteil vom 12. März 1986 - VIII ZR 332/84, BauR 1986, 437 = NJW 1986, 1927; Urteil vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, BauR 1999, 39 = NJW 1998, 3197).
Dies entspricht der Definition des Unterschiedes zwischen einem Kauf- bzw. Werklieferungsvertrag und einem Werkvertrag (vgl. BGH WM 1998, S. 2436, 2437;… Peters-Staudinger, Rdnr. 20 zu § 651 BGB;… Huber-Soergel, Rdnr. 264 vor § 433 BGB;… Sprau-Palandt Rdnr. 4 zu § 651 BGB).
Bei einem solchen Privatgutachten handelt es sich vielmehr um substantiierten Parteivortrag (vgl. BGH, Urteil vom 22. Juli 1998 - VIII ZR 220/97, NJW 1998, 3197, 3199 mwN).
Schon die vorgelegte Planung macht deutlich, dass eher standardmäßig mit Hilfe eines Computerprogramms vorgegangen wurde, um lediglich die optimale Belegung der einzelnen Dächer mit in Serie produzierten Modulen (vgl. auch BGH NJW 1998, 3197) zu ermitteln.
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