Source: http://docplayer.org/930113-Internationales-und-europaeisches-steuerrecht.html
Timestamp: 2016-10-24 11:25:26
Document Index: 200204393

Matched Legal Cases: ['Art. 107', 'Art. 5', 'OGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 2']

⭐Internationales und Europäisches Steuerrecht
Download "Internationales und Europäisches Steuerrecht"
1 Internationales und Europäisches Steuerrecht 4. Juli 2013 Dr. Stephan Schauhoff von Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht Dr. Stephan Schauhoff Rechtsanwalt/Fachanwalt für Steuerrecht2 Internationales und Europäisches Steuerrecht Teil I: Einführung Teil: Überblick Teil III: Nationales Recht Teil IV: Internationales Recht 23 Teil IV: Internationales Recht 9 Internationale Steuergestaltung (Schaumburg, Kapitel 18, 19) 34 Teil IV: Internationales Recht I. Internationale Finanzierungsstrukturen Freiheit der Finanzierung mit Eigen- oder Fremdkapital 45 Teil IV: Internationales Recht Praxisfall: Erwerb eines international tätigen Technologieunternehmens (Joint Venture) Umsatz: ca. EUR 500 Mio. Gesellschaften in 25 Ländern Mitarbeiter: ca Kaufpreis: etwa EUR 1 Mrd. (cash and debt free) 56 Teil IV: Internationales Recht Praxisfall: 67 Teil IV: Internationales Recht Vereinfachte Struktur 78 Teil IV: Internationales Recht Aufbau der Akquisitionsstruktur 89 Teil IV: Internationales Recht Aufbau der Akquisitionsstruktur Equity PE Funds Equity Cayman Ltd. LuxCo Convertible bonds/ Shareholder loan Equity/ Shareholder loan German NewCo Zinsschranke! Target 910 Teil IV: Internationales Recht Vorüberlegungen Finanzierung German NewCo Finanzierung Target GmbH Target KG Holding GmbH Auslandstöchter 1011 Teil IV: Internationales Recht Equity PE Funds Debt-push-down durch interne Anteilsübertragung Equity/ Shareholder loan Equity/ Shareholder loan Cayman Ltd. LuxCo German NewCo 1 Bank debt Bank debt Lokale thin-cap Regelungen Shareholder / Bankenfinanzierung Equity/ Shareholder loan German NewCo 2 French NewCo France Bank debt Bank debt UK NewCo Italy NewCo US NewCo UK UK Italy Italy US US 1112 Teil IV: Internationales Recht II. Die hybride Finanzierung Sachverhalt: Die in Deutschland ansässige D-AG hält auch eine Beteiligung an einer im Ausland ansässigen DivCo. Von dieser Gesellschaft bezieht sie Dividenden, die die DivCo bei ihrer Gewinnermittlung abziehen kann. Damit soll aus Sicht des ausländischen Staates eine Doppelbesteuerung vermieden werden, die daraus resultiert, dass die Einkünfte auf Ebene der DivCo einer vollständigen Besteuerung unterliegen (klassisches Körperschaftsteuersystem). Ist auf die Dividende 8b Abs. 1 KStG anwendbar? Was geschieht, wenn die Gewinne zunächst thesauriert und erst später bei einer Anteilsveräußerung realisiert werden ( 8b Abs. 2 KStG)? 1213 Teil IV: Internationales Recht III. Die abzugsfähige Dividende D-AG Dividende abzugsfähig DivCo Sachverhalt: Die in Deutschland ansässige D-AG hält auch eine Beteiligung an einer im Ausland ansässigen DivCo. Von dieser Gesellschaft bezieht sie Dividenden, die die DivCo bei ihrer Gewinnermittlung abziehen kann. Damit soll aus Sicht des ausländischen Staates eine Doppelbesteuerung vermieden werden, die daraus resultiert, dass die Einkünfte auf Ebene der DivCo einer vollständigen Besteuerung unterliegen (klassisches Körperschaftsteuersystem). Ist auf die Dividende 8b Abs. 1 KStG anwendbar? Was geschieht, wenn die Gewinne zunächst thesauriert und erst später bei einer Anteilsveräußerung realisiert werden ( 8b Abs. 2 KStG)? 1314 Teil IV: Internationales Recht IV. Google, Amazon & Co: Internationale Steuergestaltung im E- Commerce The Tax Haven That s Saving Google Billions (Bloomberg Businessweek vom ) Sandwich aus Holland (Der Spiegel Heft 46/2012) Wie Amazon sich ums Steuerzahlen drückt (handelsblatt.com vom ) Spar dich reich Die Steuertricks globaler Konzerne (tagesschau.de vom ) Gimmickry (Senator Carl Levin, U.S. Senate Permanent Subcommittee on Investigations, , We are not accusing you of being illegal, we are accusing you of being immoral! (Margaret Hodge, House of Commons Public Accounts Committee, , Zwar legal, aber unter Umständen nicht legitim (BMF-Pressemitteilung vom ) Google boss: I'm very proud of our tax avoidance scheme (The Independent vom ) 1415 Teil IV: Internationales Recht Google, Amazon & Co: Internationale Steuergestaltung im E-Commerce 1516 Steuerliche Ausgangslage der US-Konzerne Ansässigkeit in einem Hochsteuerland (Steuersatz Kalifornien: 41 %) Betriebsstättengewinne und ausländische Dividenden voll steuerpflichtig, Vermeidung der Doppelbesteuerung durch direkte und indirekte Steueranrechnung (Hochschleusung auf US-Steuerniveau) Ausländische Tochtergesellschaften haben Abschirmwirkung, aber Hinzurechnungsbesteuerung für niedrig besteuerte passive Einkünfte ( Subpart F ) Leitbild der Kapitalexportneutralität: Erfassung des Welteinkommens, gleiche steuerliche Belastung von Inlands- und Auslandsinvestitionen Besonderheiten des E-Commerce Internet eröffnet globalen Marktzugang für US-Konzerne Ausländische Betriebsstätten und Tochtergesellschaften sind überflüssig US-Fiskus erhält Steueraufkommen, Anrechnung ausl. Steuern nicht erforderlich Belastungsgleichheit und hohes Steueraufkommen eine heile Welt für die USA? 1617 Position der US-Regierung und bisheriger OECD-Kompromiss (Ottawa- Konferenz 1998) Keine neuen Steuern für den E-Commerce! Quellenstaaten dürfen aber Verbrauchsteuern erheben Europa/Asien $ USA Ertragsteuern Ertragsteuern Umsatzsteuer 1718 Reaktion der US-Unternehmen: Eliminierung der Ertragsteuern auch in den USA durch Zwischenschaltung von Steueroasen Europa/Asien $ Steueroasen? USA Ertragsteuern Umsatzsteuer 1,7 Billionen $, davon Google: 33 Mrd. $ Ertragsteuern Wem gehören die 1,7 Billionen Dollar? Den Unternehmen, dem US-Fiskus oder den Quellenstaaten? Oder den Kunden und Verbrauchern, weil es sich um Monopolrenditen handelt und die Kostenvorteile des E-Commerce nicht vollständig weitergegeben werden? 1819 Gestaltungsziele der US-Konzerne: Übertragung gewinnträchtiger immat. WG auf niedrig besteuerte Oasengesellschaften (Grundlage für Gewinnabsaugung aus operativen Gesellschaften) Eliminierung ausländischer Steuern in den Quellenstaaten Dauerhafte Hinauszögerung der US-Besteuerung durch Thesaurierung der Auslandsgewinne bei gleichzeitiger Vermeidung der US-Hinzurechnungsbesteuerung Vermeidung passiver latenter Steuern nach U.S. GAAP (niedrigere Konzernsteuerquote => höherer Gewinn je Aktie => aktienbasierte Vergütung steigt) Rückführung der Auslandsliquidität ohne Auslösung der US-Dividendenbesteuerung (den Kuchen essen und gleichzeitig behalten) Zwei Beispiele aus der Praxis: Google: Verlagerung des Gewinns aus dem Europa-Werbegeschäft auf die Bermudas Amazon: Ertragsteuer- und USt-Minimierung im Versandhandel über Luxemburg 1920 Marktanteil der Google-Suchmaschine zwischen 60 % (USA) und 90 % (Europa) Wirtschaftliche Kennzahlen von Google (2012) Konzernumsatz: 50,2 Mrd. $ davon USA 47 %, Rest der Welt (Europa, Japan) 53 % Konzerngewinn vor Steuern: 13,3 Mrd. $ (belastet durch Motorola- Übernahme) Brutto-Umsatzrendite: 26,5 %! (zum Vergleich: Siemens 9 %) Ertragsteueraufwand: 2,6 Mrd. $ Konzernsteuerquote: 19,5 % (zum Vergleich: Siemens 29 %) US-Einkünfte werden in den USA normal besteuert Minimale Steuerbelastung der ausländischen Einkünfte 2021 Google-Geschäftsmodell: Erbringung von Online-Werbeleistungen an Unternehmenskunden ( B2B-Geschäft ) AdWords-Programm: Platzierung kostenpflichtiger Werbe-Links auf der Ergebnisseite der Google-Suchmaschine Ad Sense Programm Google Analytics Targeting 2122 Funktions- und Standortanalyse der Google-Steuerabteilung im Jahr 2003 F&E erfordert hochqualifiziertes Personal => Standort USA zwingend Aber: Immaterialgüterrechte ( IP ) sind grundsätzlich übertragbar => Standort der Lizenzgesellschaft ist Steueroase (Bermudas) Vertrieb (AdWords/AdSense) durch Vertragsabschluss vollautomatisch über das Internet => Standort der Vertriebsgesellschaft relativ frei wählbar (Irland) Leistungserbringung durch Rechenzentren vollautomatisch über das Internet => Standort relativ frei wählbar (Dienstleistungsgesellschaften in USA, Europa und Asien) Ergebnis ist die Google-Struktur für Europa- und Asiengeschäft Google Ireland Holdings (doppelt ansässige Lizenzgesellschaft BM und IRL) Google Ireland Ltd. (Vertriebsgesellschaft in IRL, hat Verträge mit Werbekunden) Google Netherlands Holdings B.V. (Durchlaufgesellschaft in NL) Google Germany GmbH (Dienstleistungsgesellschaft in D) 2223 2324 Schritt 1: Übertragung des IP (Intelectual Property)auf Google Ireland Holdings (GIH) Aufteilung der immateriellen WG im Jahr 2003 (insb. Software) und Erwerb der Auslandsrechte durch GIH Gewinnrealisierender Buy-in (Eintrittszahlung) von GIH, aber niedrige Bewertung (vor Börsengang!) und Verrechnung mit Verlustvortrag der Google Inc. danach gemeinsame Entwicklung von Google Inc. und GIH durch Umlagevertrag; Auslands-IP entsteht originär bei GIH gegen laufende Kostenbeiträge (keine Lizenzzahlungen an Google Inc. erforderlich) 2006 Abschluss eines Advance Pricing Agreements mit dem IRS => steuerliche Rechtssicherheit für Umlagevertrag 2009 Verschärfung der US-Einkommensteuerrichtlinien: Kostenbeitrag reicht nicht mehr für Zurechnung eigener immaterieller WG Google baut weitere Entwicklungsabteilung in Irland auf => Zurechnung der immateriellen WG dauerhaft gesichert 2425 Schritt 2: Eliminierung der Ertragsteuern in den Quellenstaaten Google Ireland Ltd. (GIL) schließt Verträge mit deutschen Werbekunden ab => mangels inländischer Betriebsstätte keine beschränkte Steuerpflicht in D Google Germany GmbH erbringt nur einfache Dienstleistungen an GIL (Hosting, Beratung) => geringer Gewinn, minimale KSt-Belastung GIL in IRL zwar unbeschr. steuerpflichtig (KSt-Satz 12,5 %), aber Gewinnabsaugung durch hohe Lizenzzahlungen an Google Netherlands Holdings B.V. (GNH) IRL erhebt keine Quellensteuer auf Lizenzzahlungen an GNH (vermutlich Zins- und Lizenz-RL für verbundene Unternehmen in der EU) GNH in NL unbeschränkt steuerpflichtig (KSt-Satz 25 %), aber Gewinnabsaugung durch hohe Lizenzzahlungen an GIH (GNH ist eine Durchlaufgesellschaft ) NL erhebt nach nationalem Recht keine Quellensteuer auf Lizenzzahlungen an GIH => der Gewinn verlässt die EU praktisch unbesteuert ( Dutch Sandwich ) GIH in IRL gegründet, Ort der Geschäftsleitung in BM => keine KSt-Pflicht in IRL 2526 GNH (Amsterdam) ist eine Durchlaufgesellschaft ohne Mitarbeiter Hat bei Lizenzumsätzen ihv. ca. 7 Mrd. Euro nur ca. 2,7 Mio. Euro Steuern gezahlt Auszug aus GuV27 Schritt 3: Thesaurierung der Lizenzgewinne auf Ebene der GIH und Ausschaltung der US-Hinzurechnungsbesteuerung GIH erzielt hohe Lizenzerträge, zahlt aber in BM keine Steuern (Steueroase) Gewinnthesaurierung verzögert US-Dividendenbesteuerung ( Ballooning ) Aber: thesaurierte unbesteuerte Lizenzeinkünfte der GIH unterliegen an sich der US- Hinzurechnungsbesteuerung Gestaltungskniff: Umwandlung der passiven Lizenzeinkünfte der GIH in aktive Werbeeinkünfte, die keine Hinzurechnungsbesteuerung auslösen GIL und GNH optieren zur transparenten Besteuerung gemäß den Check-the-Box- Regulations ( disregarded entities ) Aktive Werbeeinkünfte der GIL werden GIH zugerechnet, GIH ist aus US-Sicht eine irische KapGes (Gründungsort) mit einer aktiven Betriebsstätte in IRL ( Double Irish ) Lizenzaufwand/Lizenzertrag entfällt durch steuerliche Quasi-Konsolidierung 2728 Europäische Perspektive US-Perspektive GIH (Bermudas) Lizenzgebühr GIH (Irland) GIL (Irland) Lizenzgebühr GNH (NL) GIL GNH Entgelt Entgelt Kunden Kunden 2829 Schritt 4: Vermeidung passiver latenter Steuern nach US-GAAP Google-Struktur schafft Besteuerungsaufschub bis GIH steuerpflichtige Dividenden an Google Inc. ausschüttet Folge: Abweichung zwischen handelsrechtlicher und steuerlicher Gewinnerfassung Google Inc. müsste an sich latente Steuern passivieren, da spätere Ausschüttung nach US-GAAP vermutet wird ( deferred tax liability, mindert den Konzerngewinn) Aber: Widerlegung der Ausschüttungsvermutung bei unbefristet im Ausland reinvestierten Gewinnen ( indefinitely reinvested ) Google nutzt Ausnahmeregelung: 33,3 Mrd. $ unbesteuerte Auslandsgewinne, für die keine latenten Steuern passiviert worden sind Steuerstundungseffekt der Google-Struktur wird in der Konzern-GuV wie endgültige Steuerbefreiung behandelt => zutreffender Gewinnausweis? 2930 Schritt 5: Repatriierung der Gewinne ohne Auslösung der US-Dividendenbesteuerung Problem: US-Muttergesellschaft benötigt thesaurierte Gewinne der Oasengesellschaft für Inlandsinvestitionen oder Aktienrückkäufe Ausschüttung würde Dividendenbesteuerung auslösen und die Konzernsteuerquote durch die Decke gehen lassen (Umkehrung des vorherigen Minimierungseffekts) Stattdessen verschiedene Ausweichgestaltungen mit kurzfristigen Upstream-Darlehen oder grenzüberschreitender Umwandlung Lobbyisten der US-Konzerne fordern zusätzlich einen repatriation tax holiday (ermäßigte Besteuerung der Dividenden) Lobby war schon einmal erfolgreich: 2005 gab es einmalige 85%-Steuerbefreiung für Auslandsdividenden, die neue Arbeitsplätze in den USA schaffen sollte Repatriierte Gewinne sind aber größtenteils für Aktienrückkäufe verwendet worden (steigert den Aktienkurs und die aktienbasierte Vergütung der Manager!) 3031 Amazon-Geschäftsmodell Verkauf von virtuellen Waren an Endverbraucher, d.h. Vertrieb per Download (E- Books, MP3-Musikdateien), Amazon digital business Versandhandel mit physischen Waren (Verkauf von Büchern, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten an Endverbraucher), Amazon retail business Cloud Computing Services für Unternehmenskunden, Amazon Web Services Hosting von Webshops für Unternehmenskunden, Amazon Marketplace Umsatz des Amazon-Onlineshops in Deutschland 2011: 3,4 Mrd. Euro KSt- und GewSt-Schuld 2011 in Deutschland: vermutlich < 20 Mio. Euro 3132 Verkauf von Musikdateien und E-Books an deutsche Endverbraucher (B2C digital business) Vertragspartner ist Amazon Media EU Sarl (LUX) Lieferung per Download erfordert weder Betriebsstätte noch Tochtergesellschaft in D => keine Anknüpfungsmöglichkeit für Ertragsteuerpflicht im Quellenstaat USt-Satz für Musikdateien nur 15 % (Leistungsort in LUX, 3a Abs. 1 UStG) => Wettbewerbsvorteil ggü. deutschem Anbieter (19 %) USt-Satz für E-Books nur 3 % (LUX wendet ermäßigten Steuersatz für Druckerzeugnisse an) => Wettbewerbsvorteil ggü. deutschem Anbieter (19 %) EU-Kommission hat Vertragsverletzungsverfahren gegen LUX eingeleitet, da 3%- Steuersatz für E-Books gegen MwStSyst-RL verstößt LUX-Vorteil entfällt am , Übergang zur USt-Besteuerung am Verbrauchsort 3233 Verkauf von Musikdateien und E-Books an deutsche Endverbraucher (B2C digital business) Exkurs: Verkauf von E-Books ist Etikettenschwindel Auszug aus Amazon-AGB: Ihre Kindle-Inhalte werden durch den Anbieter von Inhalten lizensiert, nicht aber verkauft Weiterverkauf der E-Books ist verboten, Benutzungsrecht endet bei Verstoß gegen Vertragsbedingungen Rechtsfolge: kein Eigentumserwerb, nur Gestattung (wie eine nicht übertragbare Dauerkarte für den Zoo) E-Book ist rechtlich und wirtschaftlich nicht mit physischem Buch zu vergleichen, an dem der Käufer Eigentum erwirbt 3334 Versandhandel mit deutschen Endverbrauchern (B2C retail business) Vertragsabschluss erfolgt über Amazon.de-Website, Vertragspartner der deutschen Kunden ist Amazon EU Sarl (LUX) Amazon hat mehrere Logistikzentren in D, die aber von Tochtergesellschaften betrieben werden (Konzerndienstleister, zahlen nur wenig KSt/GewSt) Auslieferung der Pakete durch fremde Dritte (z.b. DHL) Amazon EU Sarl hat keine inländischen Einkünfte ( Direktgeschäfte ) Gestaltung in D anscheinend akzeptiert, aber erhebliche Steuernachforderungen in FRA und UK (Verfahren laufen) USt beträgt 19 % (Lieferort aufgrund Versandhandelsregelung im Inland), kein USt- Vorteil gegenüber inländischen Konkurrenten Zukunft: Smartphone-App Amazon Mobile für automatischen Preisvergleich im Geschäft vor Ort => Einzelhändler werden plattgemacht 3435 Besteuerung in Luxemburg Amazon Media EU Sarl (digital business) und Amazon EU Sarl (retail business) werden in LUX regulär besteuert (Steuersatz 29 %) Steuerbemessungsgrundlage gering, weil beide Gesellschaften hohe Lizenzgebühren an Amazon Europe Holding Technologies SCS (LUX) zahlen Amazon Europe Holding Technologies SCS hat 2005 Auslandsrechte an Marke Amazon und der One-Click-Bestellsoftware von US-Konzerngesellschaft erworben US-Finanzverwaltung hat für Rechte-Transfer erhebliche Steuernachforderung festgesetzt (Verfahren beim Tax Court anhängig) Amazon Europe Holding Technologies SCS muss in LUX aufgrund Steuervergünstigung nur 80 % der Lizenzeinkünfte versteuern, effekt. Steuersatz < 6 % IP-Regime keine verbotene Staatsbeihilfe isv. Art. 107 AEUV, da nicht selektiv Amazon hat in LUX bereits 2,1 Mrd. $ unbesteuerte Gewinne angesammelt 3536 Lizenzgebühren IP- Transfer M-Inc (USA) Holding Technology SCS (LUX) Retail Sarl (LUX) Digital Sarl (LUX) Entgelt Marketplace Sarl (LUX) Kunden Distribution (D/FRA) 3637 Steuerpolitische Diskussion OECD, G20 und EU wollen aggressive Steuergestaltung bekämpfen OECD-Projekte zu Base Erosion and Profit Shifting ( BEPS ) sowie Zurechnung der Gewinne aus immateriellen WG (Discussion Draft Intangibles ) OECD Committee on Fiscal Affairs wird im Juni 2013 umfassenden Aktionsplan vorlegen; G20-Finanzministertreffen im September 2013 Erweiterung der Quellenbesteuerung schwierig umzusetzen (erfordert Gesetzesänderungen, Kollision mit DBA-Verteilungsnormen Art. 5, 7 OECD-MA) Fiktive Betriebsstätten für E-Commerce nicht kompatibel mit AOA-Gewinnabgrenzung EU nicht einig, insb. IRL, LUX und NL kochen ihr eigenes Süppchen ( die üblichen Verdächtigen ), UK senkt KSt-Satz auf 21 % Erneuter repatriation tax holiday wäre Affront gegenüber Europa (endgültige Keinmalbesteuerung der E-Commerce-Gewinne => gewaltige Steuersubvention) Sofortige US-Besteuerung nicht praktikabel, weil US-Börsenkurse einbrechen würden 3738 Weiterführende Lit.: OECD, BEPS-Report, Kleinbard, Stateless Income s Challenge to Tax Policy, Tax Notes International 2012 (Vol. 68), 499 und 671 Pinkernell, Ein Musterfall zur internationalen Steuerminimierung durch US-Konzerne, StuW 2012, 369 (http://www.otto-schmidt.de/daten/leseproben/stuw4_12_lese.pdf) Pinkernell, Das Steueroasen-Dilemma der amerikanischen IT-Konzerne, IStR 2013, 180 Pinkernell, Finanzminister nehmen internationale Steuergestaltung im E-Commerce ins Visier, IStR-Länderbericht 2013, 17 38 Ähnliche Dokumente
Grünbuch der Deutsch-Französischen Zusammenarbeit Konvergenzpunkte bei der Unternehmensbesteuerung Stand: Februar 2012 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung...3 2. Konvergenzmaßnahmen...10 2.1. Steuersätze...10 Mehr 10. Überblick über das Schweizer Steuersystem.
10. Überblick über das Schweizer Steuersystem. Im Schweizer Steuersystem spiegelt sich die födera listische Staatsstruktur der Schweiz wider, die aus 26 souveränen Kantonen mit rund 2 551 unabhängigen Mehr Das *HVHW] YRQ *LOGHU hingegen legt dar, dass sich die 1HW]EDQGEUHLWH, womit die Menge an Information gemeint ist, die über Netzwerke übertragen
Markus Weißenböck,QWHUQHWXQG6WHXHUUHFKW 'DV,QWHUQHWDOVG\QDPLVFKHV6\VWHP Unter,QWHUQHW versteht man GHQ =XVDPPHQVFKOXVV YRQ HLQ]HOQHQ ORNDOHQ XQG UHJLRQDOHQ 1HW]ZHUNHQ -HGHU &RPSXWHU LP 1HW]ZHUN YHUI JW Mehr EuGH Report 1/10. Direkte Steuern
EuGH Report 1/10 A Direkte Steuern I EuGH, Urteil v. 1.10.2009 Rs. C-247/08 (Gaz de France) Persönlicher Anwendungsbereich der Mutter-Tochter-Richtlinie 1. Art. 2 Buchst. a der Richtlinie 90/435/ EWG des Mehr AXER PARTNERSCHAFT. Neue Steuerregeln bei der Quellensteuer
AXER PARTNERSCHAFT Köln Berlin Düsseldorf koeln@axis.de Schlüterstraße 41 707 Berlin Fon 030/40 50 29 50 Fax 030/40 50 29 599 berlin@axis.de Eine Einheit der axis-beratungsgruppe Heinrichstraße 155 40239 Mehr Leitfaden Cloud Computing Steuerliche Aspekte in der DACH-Region
EuroCloud Austria EuroCloud Deutschland EuroCloud Swiss Leitfaden Steuerliche Aspekte in der DACH-Region Betriebsstättenproblematik Umsatzsteuerliche Konsequenzen Dokumentations-, Aufbewahrungs- und Buchführungspflichten Mehr Ausblick wagen. Investitionsführer Indien. Rahmenbedingungen für Investitionen
Ausblick wagen Investitionsführer Indien Rahmenbedingungen für Investitionen Ausblick wagen Wenn wir mit unseren Mandanten globale Investitionsvorhaben planen, informieren wir sie umfassend über die wichtigsten Mehr BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Deutscher Bundestag Drucksache 18/1238 18. Wahlperiode 25.04.2014 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Thomas Gambke, Kerstin Andreae, Dr. Gerhard Schick, weiterer Abgeordneter Mehr D-A-CH Newsletter. Änderung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie. Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts (StÄnd-AnpG-Kroatien)
Ausgabe 3. Quartal 2014 Kompetenzteam Tax Deutschland, Österreich, Schweiz D-A-CH Newsletter Leitartikel ab Seite 3 Änderung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie Deutschland ab Seite 5 Gesetz zur Anpassung Mehr Besteuerungslücke bei Gewinnen. Unternehmensbesteuerung: Hohe Gewinne mäßige Steuereinnahmen 3
DIW Wochenbericht 22 +23 2013 Wirtschaft. Politik. Wissenschaft. Seit 1928 Besteuerungslücke bei Gewinnen Bericht von Stefan Bach Unternehmensbesteuerung: Hohe Gewinne mäßige Steuereinnahmen 3 Interview Mehr IM FOKUS: Verrechnungspreise in der Tschechischen Republik November 2014. Deloitte Tschechische Republik - German Desk
IM FOKUS: Verrechnungspreise in der Tschechischen Republik November 2014 Deloitte Tschechische Republik - German Desk Inhalt IM FOKUS: Verrechnungspreise in der Tschechischen Republik FATCA und OECD allgemeine Mehr Neue Umsatzsteuer-Regelungen im Online-Handel ab 2015
Neue Umsatzsteuer-Regelungen im Online-Handel ab 2015 Für Anbieter digitaler Dienstleistungen gelten ab dem 01.01.2015 neue Vorschriften über die Abfuhr von Umsatzsteuer. Die zu diesem Zeitpunkt in Deutschland Mehr Mehrwert schaffen. Investitionsführer Großbritannien. Rahmenbedingungen für Investitionen
Mehrwert schaffen Investitionsführer Großbritannien Rahmenbedingungen für Investitionen Mehrwert schaffen Sämtliche Dienstleistungen sollen für unsere Mandanten stets einen klaren Mehrwert schaffen; das Mehr Flat Tax oder Duale Einkommensteuer? Zwei Entwürfe zur Reform der deutschen Einkommensbesteuerung 1
Flat Tax oder Duale Einkommensteuer? Zwei Entwürfe zur Reform der deutschen Einkommensbesteuerung 1 1. Warum eine Einkommensteuerreform notwendig ist... 2 2. Für eine Flat Tax... 3 3. Gestaltungselemente Mehr Pflichtveröffentlichung gem. 14 Abs. 3 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG)
Pflichtveröffentlichung gem. 14 Abs. 3 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) Aktionäre der IXOS Software Aktiengesellschaft mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland werden gebeten, Mehr Der Rückkauf eigener Aktien. Seminararbeit
Marlies Götschl Simon Wieser Der Rückkauf eigener Aktien Ablauf und Motive Seminararbeit O.Univ.-Prof. Mag. Dr. Edwin O. Fischer Institut für Finanzwirtschaft, Karl Franzens Universität Graz Graz, April Mehr Teil 6. Steuern und internationale Unternehmenstätigkeit. Inhalt:
Teil 6 Steuern und internationale Unternehmenstätigkeit Inhalt: 1 Grundproblematik der Internationalen Unternehmensbesteuerung... 2 1.1 Rechtliche und wirtschaftliche Doppelbesteuerung... 2 1.2 Maßnahmen Mehr COUNTRY-BY-COUNTRY REPORTING: RECHNUNGSLEGUNG NACH LÄNDERN
Information zum Thema Steuergerechtigkeit COUNTRY-BY-COUNTRY REPORTING: RECHNUNGSLEGUNG NACH LÄNDERN FÜR MEHR STEUERTRANSPARENZ TRANSNATIONALER KONZERNE 1. Das grundsätzliche Problem: Steuervermeidung Mehr Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Konzernabschluss nach IFRS Einzelabschluss nach HGB
Jahresabschluss 2012 Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Konzernabschluss nach IFRS Einzelabschluss nach HGB Inhalt 1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit 2 Wirtschaftliches Umfeld Mehr RUMÄNIEN LEITFADEN für ausländische Investitionen in Rumänien für Sie zusammengestellt von
RUMÄNIEN LEITFADEN für ausländische Investitionen in Rumänien für Sie zusammengestellt von Schindhelm & Asociatii S.C.A. Juli 2013 Alle Rechte vorbehalten, auch die der fotomechanischen Wiedergabe und Mehr Wachstumsprognosen oder wie blickt man in die Glaskugel
Altavis Wirtschaft & Steuern aktuell Ausgabe Nr. 6 Dezember 2014 Editorial Wachstumsprognosen oder wie blickt man in die Glaskugel Es gehört zum Geschäft einer Regierung, das voraussichtliche Wachstum Mehr Investmentfonds im Betriebs vermögen 2015
Investmentfonds im Betriebs vermögen 2015 Erläuterungen zur steuerlichen und bilanziellen Behandlung für inländische Firmenkunden Verstehen. Handeln. Vorbemerkung Investmentfonds sind heute aus dem Instrumentarium Mehr Wege finden Auslandsbrief
Wege finden Auslandsbrief Länderübergreifende Informationen über Steuern, Recht und Wirtschaft Ausgabe: November 2013 www.roedl.de Lesen Sie in dieser Ausgabe: Im Blickpunkt: Drehkreuz Singapur > > Iskandar Mehr Öffentliches Übernahmeangebot. Alliance Healthcare Deutschland Holdings 1 GmbH. Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft
Pflichtveröffentlichung gemäß 34, 14 Abs. 2 und 3 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz Aktionäre der Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft, insbesondere mit Wohnsitz, Sitz oder gewöhnlichem Aufenthalt Mehr BUCHHALTUNG & STEUERN IN RUSSLAND
BUCHHALTUNG & STEUERN IN RUSSLAND Moskau, Juni 2014 0 Inhaltsverzeichnis Einleitung... 2 Buchhaltung in Russland... 3 Allgemeines... 3 Dokumente der russischen Buchhaltung... 4 Barzahlungen und Kassenhaltung... Mehr Wett-und Glücksspielrecht international
ETC: Excellent Tax&Corporation Management Network of international attorneys and tax counsel Wett-und Glücksspielrecht international Glückspiel Lizenz- Lizenz für Sportwetten- Online Casino: Lizenzen international Mehr STEUERLICHE BEHANDLUNG EINER WARENLIEFERUNG AUS DEM DRITTLAND - EINFUHR
MERKBLATT Recht und Steuern STEUERLICHE BEHANDLUNG EINER WARENLIEFERUNG AUS DEM DRITTLAND - EINFUHR Die Warenlieferung aus einem Drittland nach Deutschland ist an bestimmte steuerliche Voraussetzungen Mehr Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 6/2013:
Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 6/2013: Top Meldung des Monats BFH gibt den subjektiven Fehlerbegriff bei der Bilanzberichtigung auf 3 EStG Krankenversicherungsschutz des Arbeitnehmer Ehegatten 4 EStG Ehegatten Mehr Cloud Computing als Instrument für effiziente IT-Lösungen