Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201984,%201315
Timestamp: 2019-08-18 08:17:55
Document Index: 320760350

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 88', '§ 88', '§ 10', '§ 61', '§ 57', '§ 10', '§ 45', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 2', '§ 10', '§ 63', '§ 63', '§ 51', '§ 10', '§ 10', 'Art. 4', '§ 10', '§ 10', '§ 63', '§ 51', '§ 48', '§ 10']

BVerwG, 14.02.1984 - 1 B 10.84 - dejure.org
BVerwG, 14.02.1984 - 1 B 10.84
https://dejure.org/1984,223
BVerwG, 14.02.1984 - 1 B 10.84 (https://dejure.org/1984,223)
BVerwG, Entscheidung vom 14.02.1984 - 1 B 10.84 (https://dejure.org/1984,223)
BVerwG, Entscheidung vom 14. Februar 1984 - 1 B 10.84 (https://dejure.org/1984,223)
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Ausländerbehörde - Ausweisungsermessen - Verwertungsverbot - Strafurteil - Persönlichkeitsbeurteilung - Erziehungsregister - Ermessensreduktion - Verhältnismäßigkeit - Volljährige junge Ausländer - Vorschulalter - Kinder ausländischer Arbeitnehmer
VG Sigmaringen, 25.05.1983 - 3 K 1727/82
VGH Baden-Württemberg, 07.11.1983 - 13 S 1772/83
BVerfG, 06.04.1984 - 2 BvR 389/84
NJW 1984, 1315
NVwZ 1984, 449 (Ls.)
DÖV 1984, 629
Bis dahin darf die Registerbehörde der Staatsangehörigkeitsbehörde die Verurteilung aus dem Jahre 2002 zwar nicht mitteilen, diese Verurteilung unterliegt aber keinem Verwertungsverbot nach § 51 Abs. 1 BZRG (Urteil vom 17. März 2004 - BVerwG 1 C 5.03 - Buchholz 402.240 § 88 AuslG Nr. 3 im Fall einer Einbürgerung nach § 88 AuslG 1990 …sowie Beschlüsse vom 23. September 2009 a.a.O. und vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102 zu den vergleichbaren Regelungen in § 61 BZRG n.F./§ 57 BZRG a.F. für das Erziehungsregister).
Dabei kann dahinstehen, ob und unter welchen Voraussetzungen Staatsangehörigkeitsbehörden Verurteilungen, von denen sie auf rechtswidrige Weise Kenntnis erlangt haben, bei ihren Entscheidungen außer acht lassen müssen (vgl. Beschluss vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102).
vgl. auch BVerwG, Beschlüsse vom 14. März 1997 - 1 B 63.97 -, Buchholz 402.240 § 45 AuslG 1990 Nr. 10, vom 4. Mai 1990 - 1 B 82.89 -, NVwZ-RR 1990, 649, und vom 14. Februar 1984 - 1 B 10.84 -, NJW 1984, 1315; OVG NRW, Beschluss vom 8. November 2004 - 8 A 4331/04.A -, juris.
Die für die Prognose wesentlichen Umstände sind dabei abzuwägen, so z.B. solche, die vor allem bei jungen Ausländern dafür sprechen können, daß der Betroffene in seiner Persönlichkeitsentwicklung vorangeschritten und deswegen bis zu dem für die Entscheidung maßgebenden Zeitpunkt genügend gereift und gefestigt ist (vgl. dazu z.B. Beschlüsse vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102 ; vom 26. Oktober 1988 - BVerwG 1 B 143.88 -).
Das Gericht bewegt sich mit einer tatsächlichen Würdigung der genannten Art in der Regel in Lebens- und Erkenntnisbereichen, die dem Richter allgemein zugänglich sind (vgl. Beschluß vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - a.a.O. ).
Für diesen Schutz bieten die Grundsätze einen Anhalt, die für Ausländer gelten, die einen deutschen Ehegatten haben oder denen kraft Völkervertragsrechts der Aufenthalt nur aus besonders schwerwiegenden Gründen verwehrt werden darf (vgl. z.B. Beschlüsse vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - a.a.O. ; vom 2. März 1987 - BVerwG 1 B 4.87 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 113).
Maßgebend ist aber auch hiernach - über die eigentliche Gefahrenprognose hinaus - letztlich das Ergebnis einer Abwägung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalles, wie es das Verhältnismäßigkeitsprinzip erfordert (vgl. dazu Beschluß vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - a.a.O. ).
Das Gericht bewegt sich mit einer entsprechenden tatsächlichen Würdigung regelmäßig in Lebens- und Erkenntnisbereichen, die dem Richter allgemein zugänglich sind (vgl. z.B. Beschlüsse vom 6. Mai 1983 - BVerwG 1 B 68.83 - ZfSH/SGB 1983, 499 ; vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102; vom 21. Mai 1986 - BVerwG 1 B 74.86 - ZfSH/SGB 1986, 458;… vom 30. Dezember 1988 - BVerwG 1 B 123.88 - a.a.O.).
Sieht das Berufungsgericht von der Einholung eines Sachverständigengutachtens ab, verletzt es seine Aufklärungspflicht nur, wenn es sich eine ihm unmöglich zur Verfügung stehende Sachkunde zuschreibt oder seine Entscheidungsgründe auf mangelnde Sachkunde schließen lassen (Beschlüsse vom 10. Februar 1978 - BVerwG 1 B 13.78 - Buchholz 402.24 § 2 AuslG Nr. 8; vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - a.a.O.; vom 8. Dezember 1989 - BVerwG 1 CB 46.89 -).
Ob für die Ausländerbehörde Anlaß besteht, von einer (dem Ausländer günstigen) Prognose der Strafvollzugsbehörde inhaltlich abzuweichen, ist im wesentlichen eine Frage tatsächlicher Art, die sich nach den konkreten Gegebenheiten des Einzelfalls beurteilt (vgl. z.B. Beschluß vom 14. Februar 1984 - BVerwG 1 B 10.84 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102 [S. 82]).
Ein solches Verbot sieht das Gesetz nur für getilgte und tilgungsreife Eintragungen vor (§ 63 Abs. 1 und § 63 Abs. 4 i.V.m. § 51 BZRG), nicht aber für Vorgänge, über die aus dem Register nur beschränkt Auskunft erteilt wird (Beschluss vom 14. Februar 1984 BVerwG 1 B 10.84 Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102 S. 75 ).
Liegt ein besonders schwerwiegender Ausweisungsgrund vor, ist die Ausweisung regelmäßig nicht als unverhältnismäßig zu bewerten (vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.2.1984 -- 1 B 10.84 -- Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102).
Denn die vom Rat der EWG nach Art. 4 EWG-Vertrag erlassene Verordnung Nr. 1612/68 und die Richtlinien 64/221 vom 25.2.1964, 68/360 vom 15.2.1968 und 73/148 vom 21.5.1973 sind durch das Aufenthaltsgesetz/EWG in innerstaatliches deutsches Recht umgesetzt worden (vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.2.1984 -- 1 B 10.84 --, Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102 und VGH Bad.-Württ., Urt. v. 8.2.1989 -- 11 S 548/88 --, VBlBW 1989, 386 = InfAuslR 1989, 185).
Danach durfte die Ausländerbehörde dieses Strafurteil bei der Persönlichkeitsbeurteilung des Klägers berücksichtigen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.2.1984 -- 1 B 10.84 -- Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102).
Ein Verwertungsverbot ergibt sich erst nach der Löschung bzw. Löschungsreife der Eintragungen im Erziehungsregister mit Vollendung des 24. Lebensjahr gemäß § 63 Abs. 1 und 4 i.V.m. § 51 Abs. 1 BZRG (vgl. auch BVerwG, Urteil vom 28.1.1997, - 1 C 17/94 -, Buchholz 402.240 § 48 AuslG 1990 Nr. 10; BVerwG, Beschluss vom 14.2.1984 - 1 B 10/84 -, Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 102).
Offen bleiben kann hier, ob es einer Verwertung entgegenstehen könnte, wenn die Informationen unter Verletzung von Schutzvorschriften (ebenso offengelassen von BVerwG, Beschluss vom 14.2.1984, a.a.O. zur Rechtslage unter Geltung des Ausländergesetzes vom 28. April 1965 [BGBl I 1965, 353]) oder der jeweils maßgeblichen Sonderregelungen erlangt werden.
BVerwG, 14.12.1989 - 1 B 172.89
BVerwG, 26.10.1988 - 1 B 143.88
VGH Hessen, 21.11.1991 - 13 TH 667/91
Ausweisung eines als Erwachsener erneut straffälligen im Bundesgebiet …
BVerwG, 20.12.1988 - 1 B 152.88
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Berücksichtigung von …
BVerwG, 25.05.1988 - 1 B 60.88
BVerwG, 09.08.1995 - 7 B 299.95
BVerwG, 04.10.1988 - 1 B 125.88
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Mehrfache Begründung der …
BVerwG, 26.04.1991 - 1 B 16.91