Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201993,%201128
Timestamp: 2019-09-16 05:04:35
Document Index: 63435737

Matched Legal Cases: ['§ 266', '§ 823', 'BGH', '§ 14', 'BGH', '§ 14', 'BGH']

OLG Düsseldorf, 06.11.1992 - 22 U 104/92 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 06.11.1992 - 22 U 104/92
https://dejure.org/1992,3799
OLG Düsseldorf, 06.11.1992 - 22 U 104/92 (https://dejure.org/1992,3799)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 06.11.1992 - 22 U 104/92 (https://dejure.org/1992,3799)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 06. November 1992 - 22 U 104/92 (https://dejure.org/1992,3799)
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Darlegungs- und Beweislast, Haftung wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen gem. § 266a StGB, Liquiditätskrise, Verletzung von Schutzgesetzen nach § 823 Abs. 2 BGB, Verschulden
Umfang der Haftung des GmbH-Geschäftsführers
LG Mönchengladbach - 3 O 434/91
NJW-RR 1993, 1128
Maßgeblich ist alleine, ob der Arbeitgeber den Anspruch der Träger der Sozialversicherung in der gesetzlichen Höhe und zur rechten Zeit befriedigt hat (so auch Dreher/Tröndle, aaO., Kammergericht aaO., SK-Samson aaO., Rdnr. 20, vgl. auch BGH, NJW 1992, 177, 178 sowie Senatsurteil vom 6. November 1992 - 22 U 104/92 -: vorenthalten sind "Beiträge, die bei Fälligkeit nicht abgeführt sind").
Nachdem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten offenbar geworden waren, durfte der Beklagte nicht mehr von der Richtigkeit der Angaben des Mitgeschäftsführers ohne jeden Beleg und Nachweis entsprechender Vorkehrungen für den Krisenfall ausgehen, da es kaufmännischer Erfahrung entspricht, daß gerade dann Liquiditätsprobleme auftreten, woraus eine besondere Prüfungspflicht folgt (Urteil des Senats vom 6.11.1992 - 22 U 104/92.- veröffentl. in NJW-RR 1993, 1128 = OLGR Düsseldorf 1993, 209, 210).
Dabei haftet der Geschäftsführer der GmbH für die nicht abgeführten Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, weil er nach § 14 Nr. 1 StGB einem Arbeitgeber gleichsteht (Senatsurt. v. 6.11.92 - 22 U 104/92 = NJW-RR 1993, 1128 = GmbHR 1993, 812 = OLGR 1993, 209).
Die Klägerin kann deshalb den Beklagten unabhängig davon in voller Höhe in Anspruch nehmen, ob sie eine Konkursquote zu erwarten hat (BGH NJW-RR 1993, 1128/1129).
Nach § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB trifft die Strafbarkeit auch den Geschäftsführer einer GmbH als deren vertretungsberechtigtes Organ (BGH ­ 15.10.1996 ­ NJW 1997, 130 [131] = MDR 1997, 151; OLG Düsseldorf ­ 6.11.1992 ­ NJW-RR 1993, 1128).