Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15483860/1/
Timestamp: 2020-02-20 14:05:12
Document Index: 140030943

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', 'EuG', '§45', '§ 45', '§ 148']

Stadt Neubrandeburg - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-137957
Full text: Stadt Neubrandeburg
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-137957
Regionaler Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte Teil E: Stadt Neubrandenburg
Beschluss der Stadtvertretung vom 18. November 2010
1 2 2.1 2.1.1 2.1.2 2.1.3 2.1.4 2.1.5 2.2 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 2.3 2.4 2.5 3 4 5 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 5.6 5.7 5.8 5.9 5.10 5.11 6 7 8 Allgemeine Grundlagen und Rahmenbedingungen ................................... 4 Bestandsaufnahme ................................................................................ 4 Raum- und Bevölkerungsstruktur ............................................................ 4 Raumstruktur ......................................................................................... 4 Bevölkerungsstruktur.............................................................................. 6 Schülerzahlen und Schulstandorte .......................................................... 8 Pendlerverflechtungen.......................................................................... 10 Motorisierungsgrad und Verkehrsverhalten ............................................ 13 ÖPNV-Angebotsstruktur in der Stadt Neubrandenburg ........................... 13 Angebot im SPNV ................................................................................ 13 Angebot im straßengebundenen ÖPNV ................................................. 14 Touristische Verkehre .......................................................................... 18 Angebot je Verkehrstag ........................................................................ 18 Erschließungsstruktur........................................................................... 40 Organisations- und Finanzierungsstruktur ............................................. 49 Erfolgskontrolle des bisherigen Nahverkehrsplans ................................. 50 Stärken-/Schwächenanalyse ÖPNV....................................................... 51 Nachfrageprognose .............................................................................. 52 Qualitäts- und Angebotsstandards ........................................................ 52 Verkehrspolitische Ziele und Mittel........................................................ 52 Mindestbedienungsstandards für den Stadtverkehr ................................ 53 Netzkategorisierung und Verknüpfungspunkte ....................................... 54 Alternative Bedienungsformen .............................................................. 55 Stadt-Umland-Verkehr Neubrandenburg ................................................ 55 Anforderungen aus touristischen Erfordernissen .................................... 56 Fahrzeugstandards .............................................................................. 56 Fahrgastinformation ............................................................................. 56 Weitere Qualitätsstandards................................................................... 56 Tarifsystem .......................................................................................... 57 Linienbündelungskonzept ..................................................................... 57 Organisationsstruktur ........................................................................... 57 Finanzierungsstruktur und Leistungsvereinbarung ................................. 58 Investitionsbedarf................................................................................. 59
Regionaler Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte; Teil E: Stadt Neubrandenburg November 2010
ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abb. 1: ...... Stadtgebiete und Einwohnerverteilung Abb. 2: ...... Durchschnittlicher jährlicher Einwohnerrückgang 1990-2008 in Neubrandenburg Abb. 3: ...... Entwicklung der Altersgruppen der Stadt Neubrandenburg 2010-2015, Modell 1 Abb. 4: ...... Wichtigste Pendlerströme der Planungsregion Abb. 5: ...... Liniennetz im Stadtverkehr Neubrandenburg Abb. 6: ...... Liniennetz im Stadtverkehr Neubrandenburg, Kernstadt Abb. 7: ...... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Schultag, Stadtverkehr (SV) Abb. 8: ...... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Schultag, Kernstadt, SV Abb. 9: ...... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Ferientag, SV Abb. 10: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Ferientag, Kernstadt, SV Abb. 11: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Samstag, SV Abb. 12: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Samstag, Kernstadt, SV Abb. 13: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Sonn- und Feiertag, Stadtverkehr Abb. 14: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Sonn- und Feiertag, Kernstadt, SV Abb. 15: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Schultag, Regionalverkehr (RV) Abb. 16: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Schultag, Kernstadt, RV Abb. 17: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Ferientag, RV Abb. 18: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Ferientag, Kernstadt, RV Abb. 19: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Samstag, RV Abb. 20: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Samstag, Kernstadt, RV Abb. 21: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Sonn- und Feiertag, RV Abb. 22: .... Angebotshäufigkeit am durchschnittlichen Sonn- und Feiertag, Kernstadt, RV Abb. 23: .... Durchschnittliche Reisezeiten zum Stadtzentrum Abb. 24: .... Durchschnittliche Reisezeiten zum Stadtzentrum, Kernstadt Abb. 25: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Schultag Abb. 26: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Schultag, Kernstadt Abb. 27: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Ferientag Abb. 28: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Ferientag, Kernstadt Abb. 29: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Samstag Abb. 30: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Samstag, Kernstadt Abb. 31: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Sonntag Abb. 32: .... Erschließungsbereiche am durchschnittlichen Sonntag, Kernstadt TABELLENVERZEICHNIS Tab. 1: ...... Bevölkerungsentwicklung Stadt Neubrandenburg 2010-2015 je Stadtgebiet, Modell 1 Tab. 2: ...... Schüler je Schultyp öffentliche Schule (Quelle: Stadt Neubrandenburg, 2006) Tab. 3: ...... Voraussichtliche Schülerzahlen Neubrandenburger Schulen (Quelle: Stadt Neubrandenburg,2010) Tab. 4: ...... Wichtigste Pendlerrelationen der Gemeinden des Landkreises Müritz Tab. 5: ...... Stadtgebietsteilspezifische Erschließungsgrade Neubrandenburgs Tab. 6: ...... Angemeldete Investitionsvorhaben Stadt Neubrandenburg Tab. 7: ...... Angemeldete Investitionsvorhaben Stadt NVB GmbH
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.1.1 „Raumstruktur“ wird wie folgt ergänzt: Die kreisfreie Stadt Neubrandenburg bildet als Oberzentrum den siedlungsstrukturellen und raumordnerischen Schwerpunkt im Regionalen Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte. Mit 64.961 Einwohnern (Stand: 31.12.2009) leben in Neubrandenburg etwa 23 % der Einwohner des gesamten Planungsraums. Dabei besteht mit 759 Einwohnern je km² die höchste Einwohnerdichte. Im Vergleich mit ähnlich strukturierten Städten dieser Größenklasse ist dies ein durchschnittlicher Wert. Die Stadt ist in 10 Stadtgebiete unterteilt. Der Abb. 1 ist die Aufteilung der Stadtgebiete mit den entsprechenden Einwohnerzahlen zu entnehmen. Die Stadt verfügt über einen ausgeprägten, sehr kompakten, weitgehend altstädtischen Kern. Gewerbeareale bestehen vor allem in den Außenbereichen. Gebiet mit ehemals Großindustrieanlagen befinden sich teilweise mehr in zentraler Lage (Warliner Straße, Industriegelände im Bereich Ihlenfelder Vorstadt). Die in vergleichbaren Städten übliche kleinteilige Zersiedlung an den Stadträndern ist in Neubrandenburg nur an einzelnen Punkten vorhanden (z.B. Bethanienberg, Tannenkrug, Carlshöhe, Weitin, Broda).
Nahverkehrsplan der Stadt Neubrandenburg Stadtgebiete und Einwohnerverteilung Neubrandenburg
Gemeindegrenze Stadtgebiete Stadtgebietsteile
Klötterpottsweg
Einwohner je Stadtgebietsteil
Innenstadt Katharinenviertel
1mm entspricht 1.000 Einwohnern
To lle nse see
Quelle: Statistisches Amt M-V, Vierteljahresbericht Bevölkerung IV/2009
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.1.2 „Bevölkerungsstruktur“ wird wie folgt ergänzt: Der Einwohnerschwerpunkt Neubrandenburgs liegt im Stadtgebiet Ost (s. Abb. 1). Mehr als jeder 5. Neubrandenburger wohnt in diesem Stadtgebiet. Seit 1990 ging die Einwohnerzahl von Neubrandenburg insgesamt um ca. 25 % zurück. Dabei verlief diese Entwicklung nicht kontinuierlich.
Durchschnittlicher jährlicher Einwohnerrückgang
2,5% 2,0% 1,5% 1,0% 0,5% 0,0% 1990...1995 1995...2000 2000...2005 2005...2008 2,0% 1,8% 1,4% 1,1%
Abb. 2: Durchschnittlicher jährlicher Einwohnerrückgang 1990-2008 in Neubrandenburg (Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, 2009)
Deutlich zu erkennen ist die spürbare Verlangsamung des Prozesses des Einwohnerrückgangs. Die Stadt Neubrandenburg hat 2009/2010 eine vertiefende „Bevölkerungsvorausberechnung für die Stadt Neubrandenburg bis 2030“ erstellen lassen. Das Modell 1 bildet die Grundlage für die weiteren städtischen Planungen. Danach geht die Einwohnerzahl zwischen 2010 und 2015 um jährlich durchschnittlich etwa 0,7 % zurück. Dies bedeutet, dass der oben aufgezeigte Trend sich weiter verstetigen soll.
0<18 Jahre 2010 2015 453 1.451 439 869 735 861 2.306 403 797 1.020 9.334
18<65 Jahre 2010 1.932 6.497 2.788 3.319 3.336 4.109 10.028 1.995 4.130 4.949 43.083 2015 1.893 6.262 2.512 3.027 2.731 3.681 8.812 1.906 3.816 4.692 39.332
>65 Jahre 2010 1.147 1.415 1.583 374 753 1.170 3.468 661 2.462 1.582 14.615 2015 1.150 1.933 1.564 417 953 1.323 3.843 684 2.349 1.986 16.202
Innenstadt Stadtgebiet West Vogelviertel Reitbahnviertel Datzeviertel Industrieviertel Stadtgebiet Ost Katharinenviertel Stadtgebiet Süd Lindenbergviertel gesamt
405 1.285 366 707 665 739 2.076 342 697 931 8.213
Tab. 1: Bevölkerungsentwicklung Stadt Neubrandenburg 2010-2015 je Stadtgebiet, Modell 1 (Quelle: „Bevölkerungsvorausberechnung für die Stadt Neubrandenburg bis 2030“, IFAD GmbH Berlin 2009/2010 )
Für alle Stadtgebiete wird sowohl von einer Zunahme der Altersgruppe der bis 18Jährigen als auch von einem Rückgang der Altersgruppe der 18- bis 65-Jährigen ausgegangen. Für die Stadtgebiete Vogelviertel und Stadtgebiet Süd wird im Gegensatz zu den anderen Stadtgebieten ein Rückgang der Zahl der über 65Jährigen prognostiziert. Für den städtischen ÖPNV bedeutet die Prognose eine Zunahme der potenziellen Kundengruppen „Schüler“ und „Senioren“ sowie eine Abnahme der potenziellen Kundengruppe „Erwerbstätige“.
Entwicklung der Altersgruppen der Stadt Neubrandenburg 2010-2015
100,0% 22,1% 75,0% Einwohner >65 Jahre 50,0% 65,4% 65,0% 64,2% 63,5% 62,5% 61,4% 18<65 Jahre 0<18 Jahre 22,1% 22,5% 22,8% 23,4% 24,2%
25,0% 12,5% 0,0% 2010 2011 2012 Jahr 2013 2014 2015 12,9% 13,3% 13,7% 14,1% 14,4%
Abb. 3: Entwicklung der Altersgruppen der Stadt Neubrandenburg 2010-2015, Modell 1 (Quelle: „Bevölkerungsvorausberechnung für die Stadt Neubrandenburg bis 2030“, IFAD GmbH Berlin 2009/2010 )
Bemerkenswert ist, dass bis zum Jahre 2015 die Zahl der Kinder und Jugendlichen wieder leicht ansteigt (+11,1%) und sich auch die Zahl der Senioren um 5,4% erhöht. Demgegenüber nimmt die Zahl der Bürger im erwerbstätigen Alter um 9,5% ab. Bei Betrachtung der einzelnen Stadtgebiete wird von folgenden Entwicklungen ausgegangen.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.1.3 „Schülerzahlen und Schulstandorte“ wird wie folgt ergänzt: In der Stadt Neubrandenburg bestehen derzeit folgende Schulen: • 6 Grundschulen, • 3 Regionale Schulen, • 1 Gesamtschule, • 2 Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe • 4 Gymnasien, • 4 Förderschulen sowie • 4 berufliche Schulen.
Nach den durch den Einwohnerrückgang bedingten Schulstandortschließungen ist derzeit ein stabiles Netz öffentlicher und privater Schulen vorhanden. Für die Jahre 2010 bis 2015 wird für die öffentlichen Grund-, Gesamtschulen, regionalen Schulen und Gymnasien von folgenden Schülerzahlen ausgegangen 1.
Schultyp Grundschule Regionale Schule Gesamtschule Gymnasium gesamt 2010 1.609 948 276 1.763 4.596 2011 1.628 1.013 283 1.779 4.703 2012 1.681 1.029 289 1.796 4.795 2013 1.725 1.032 293 1.833 4.883 2014 1.765 1.045 298 1.855 4.963 2015 1.774 1.054 300 1.879 5.007
Tab. 2: Schüler je Schultyp öffentlicheSchule (Quelle: Stadt Neubrandenburg, 2006)
Für die Jahre 2010 bis 2015 wird von einer Steigerung der Schülerzahlen an öffentlichen Grund-, Gesamtschulen, regionalen Schulen und Gymnasien von insgesamt etwa 9% ausgegangen. Für das Schuljahr 2010/2011 ist mit folgenden Schülerzahlen zu rechnen.
Schule voraussichtliche Gesamtschülerzahl im Schuljahr 2010/11 davon auswärtige Schülerinnen/Schüler
Grundschule Mitte 257 12 Grundschule West 308 72 Grundschule Ost ca. 415 10 Grundschule Datzeberg 173 3 Grundschule Nord ca. 215 1 Grundschule Süd ca. 300 8 Regionale Schule Mitte 345 22 Regionale Schule Nord 215 21 Regionale Schule Ost 320 7 IGS 382 90 Sportgymnasium 1.040 350 Albert-Einstein-Gymnasium ca. 600 ca. 157 Abendgymnasium 90 55 Berufl. Schule WHI, Sponholzer Str. 300 ca. 150 Berufl. Schule WHI, Stavener Str. 300 ca. 150 Berufl. Schule WHI, Ihlenfelder Str. 100 ca. 50 Berufl. Schule WV ca. 700 ca. 350 Sprachheilschule 110 36 Allgemeine Förderschule ca. 182 13 Kranichschule 81 7 gesamt ca. 6.233 ca. 1.564 Tab. 3: Voraussichtliche Schülerzahlen Neubrandenburger Schulen (Quelle: Stadt Neubrandenburg,2010)
Quelle: Schulentwicklungsplan der Stadt Neubrandenburg, Textteil der 11. Fortschreibung 2006; Stadt Neubrandenburg
Aufgrund der Funktion als Oberzentrum sind die Schulen in Neubrandenburg auch für Schüler außerhalb des Stadtgebietes attraktiv. Gegenwärtig beträgt der Anteil auswärtiger Schüler in den allgemein bildenden Schulen an der Gesamtschülerzahl Neubrandenburgs 13,3%. Der Anteil der auspendelnden Schüler ist dagegen mit 0,4% äußerst gering. Mit Inkrafttreten der freien Schulwahl (ab August 2010) ist tendenziell die weitere Stärkung der städtischen Schulstandorte absehbar. Die Auswirkungen auf den Stadtverkehr Neubrandenburg sind allerdings derzeit noch nicht quantifizierbar. Die Schulstandorte verteilen sich sowohl in die dicht besiedelten Stadtgebiete als auch in die Innenstadt bzw. ihre Nähe. In Ortsrandlage befinden sich vorrangig Berufliche Schulen und Förderschulen. Für die Grund- und Gesamtschulen sowie Regionale Schulen und Gymnasien ist die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV gewährleistet.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.1.4 „Pendlerverflechtungen“ wird wie folgt ergänzt: Die Stadt Neubrandenburg ist ein für die gesamte Region überragend wichtiger Standort für Erwerbstätigkeit (Wohnortprinzip) und Beschäftigung (Arbeitsortprinzip). Daraus entstehen erheblich Pendlerverflechtungen. Die Erwerbstätigkeit (Zahl der Erwerbstätigen) und Erwerbstätigenquote (Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung) sind in der gesamten Region über einen längeren Zeitraum deutlich zurückgegangen. Das gleiche trifft für die Zahl der Arbeitsplätze und die Arbeitsplatzquote zu. Allgemein zeigen sich auf die Stadt Neubrandenburg ausgerichtete intensive Pendlerflechtungen der Gemeinden 1. Per 30.06.2008 pendelten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 17.177 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in die Stadt Neubrandenburg ein und 6.283 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus. Die Hauptrelationen sind mit Neustrelitz, Burg Stargard, Altentreptow, Friedland, Trollenhagen und Waren (Müritz) allesamt innerhalb der Region Mecklenburgische Seenplatte. Tab. 4 zeigt alle Relationen mit mindestens 200 Pendlern im Querschnitt in der Rangfolge ihrer Stärke. Dabei wurden nur zwei Relationen mit mehr als 1.000 Personen und fünf weitere mit mindestens 500 Personen in der Summe beider Richtungen festgestellt.
Angaben zu Erwerbstätigen, Arbeitsplätzen und Pendlern aus: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg. Sozialversicherungspflichtig Erwerbstätige nach ihrem Wohn- und Arbeitsort sowie Pendler Dabei ist jeweils zu beachten, dass nur sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige als Pendler dargestellt sind. Beamte, Selbständige, Militärangehörige usw. werden durch die Statistik nicht erfasst. Die nichtsozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen machen in der Regel 12 … 14 % der Gesamterwerbstätigen aus.
Rang 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
Zwischen den Gemeinden Neustrelitz Burg Stargard Altentreptow Friedland Trollenhagen Waren (Müritz) Neubrandenburg Wulkenzin Rostock Groß Nemerow Demmin Neuenkirchen Neubrandenburg Stavenhagen Neverin Woldegk Malchin Penzlin Hamburg Schwerin Stralsund Sponholz Feldberger Seenland. Pasewalk Brunn Anklam Blankenhof Holldorf Lindetal Cölpin <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> <> Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Berlin Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Greifswald Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg Neubrandenburg
Anzahl Pendler 1.438 1.229 721 703 593 555 518 456 454 451 347 392 390 337 341 314 305 298 286 272 262 243 239 236 224 219 216 211 208 199
Tab. 4: Wichtigste Pendlerrelationen der Stadt Neubrandenburg (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, 2009)
Sehr gut zeichnen sich die Stadt-Umland-Pendlungen ab, die in der Stärke der Einzelströme allerdings meist weniger intensiv sind. Daraus ergeben sich schwierige Bedingungen für eine adäquate ÖPNV-Angebotsgestaltung. Die wichtigsten Pendlerströme (ab 75 Personen in eine Richtung) – auch richtungsweise – sind der Abb. 4 zu entnehmen.
Dargun Röckwitz
Greifswald Grischow
Beseritz Anklam
Nahverkehrsplan der Stadt Neubrandenburg
Wildberg Groß Teetzleben Neddemin
Oberzentrum Mittelzentrum
Neuenkirchen Glienke
Brohm Grundzentrum
Schönbeck Schö
Mölln 189 Schwerin
Kublank Groß Miltzow
bis 50 51 - 100 101 - 150 151 -Groß Miltzow 200 201 - 250 251 - 500
Mallin Krukow Pragsdorf
Cölpin 18 Strasburg Neetzka
Puchow 97 19
Groß Daberk
Woldegk Petersdorf
Alt Rehse oß Vielen
Groß Nemerow Holldorf
Hohenzieritz Neustrelitz
Cammin Berlin
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.1.5 „Motorisierungsgrad und Verkehrsverhalten“ wird wie folgt ergänzt: In den letzten Jahren veränderte sich der Motorisierungsgrad nur unwesentlich geändert. Er lag am 31.12.2009 bei 473 Pkw/1.000 Einwohner. Damit hat sich die Pkw-Verfügbarkeit seit 1989 mehr als verdoppelt.
ÖPNV-Angebotsstruktur in der Stadt Neubrandenburg Angebot im SPNV
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.2.1 „Angebot im SPNV“ wird wie folgt ergänzt: Im SPNV kreuzen sich folgende Strecken in der Stadt Neubrandenburg: • KBS 175: (Szczecin/Ueckermünde – Pasewalk -) Neubrandenburg – Stavenhagen – Malchin (- Teterow - Bützow - Lübeck): Bedienung durch DB Regio AG mit 9 und OLA mit 8 Zugpaaren; 1-h-Takt • KBS 205: Neustrelitz – Burg Stargard – Neubrandenburg – Altentreptow – Demmin (- Stralsund): Bedienung durch DB Regio AG mit 12 Zugpaaren und OLA mit 4 Zugpaaren; 1-h-Takt Gegenwärtig ergeben sich in Neubrandenburg günstige Umsteigemöglichkeiten, da sich die Züge aus und in alle Richtungen jeweils einmal stündlich um die Minute 30 begegnen. Damit sind die Grundzüge eines Integralen Taktfahrplans (ITF) im SPNV vorhanden und es bestehen günstige Rahmenbedingungen zur Verknüpfung mit dem Busverkehr am Busbahnhof. Der Bahnhof Neubrandenburg ist ein Bahnhof der Klasse 1 (Hauptbahnhöfe in den Oberzentren) 1. Von den Bahnhöfen dieser Klasse ist er der einzige nicht sanierte Bahnhof in Mecklenburg-Vorpommern. So existieren u.a. keine Aufzüge bzw. Rolltreppen. Aus Sicht der Stadt Neubrandenburg sind daher die notwendigen Baumaßnahmen zur Anpassung des Bahnhofes an seine verkehrliche Bedeutung (SPNV-Knotenpunkt) dringend durchzuführen.
Quelle: ÖPNV-Landesplan Mecklenburg-Vorpommern 2002-2007, Anlage 8; Land Mecklenburg-Vorpommern, 2002
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.2.2 „Angebot im straßengebundenen ÖPNV“ wird wie folgt ergänzt: Neubrandenburg ist im straßengebundenen ÖPNV nicht nur der wichtigste Zielort für kreisübergreifende Verkehre, sondern verfügt auch über den umfangreichsten Stadtverkehr. Die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe GmbH (NVB) bedienen folgende Linien mit den Merkmalen: • Linie 1: Buchhof - Trollenhagen Dorf - Flughafen Trollenhagen - Reitbahnweg - Kranichstraße - Busbahnhof – Am Treptower Tor - Rathaus und zurück Streckenlänge: 23,6 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 2: Bethanienberg Süd - An der Landwehr - Am Waldrand - Deutsche Rentenversicherung - Lindenberg - Rathaus – Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück; Streckenlänge: 18,2 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 4: Küssow - Fritscheshof - Koszaliner Straße - Juri-Gagarin-Ring - Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück Streckenlänge: 14,5 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 5: Monckeshof - Fliegerhorst Trollenhagen - Sponholzer Straße – Demminer Straße - Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück Streckenlänge: 19,0 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 6: Fünfeichen - Bethanienberg Süd - Am Steep - Stadtwerke - Rathaus – Bachstraße – Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück; Streckenlänge: 21,5 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 10: Weitin Wendeplatz - Malerviertel - An der Weitiner Straße - Am Verdiring - Heinrich-Schütz-Weg - Hochschule – Am Treptower Tor - Rathaus - Busbahnhof und zurück Streckenlänge: 16,4 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016
• Linie 11: Verdiring - Brodaer Holz - Brodaer Höhe - Broda Dorf – Hopfenburg – Am Treptower Tor - Rathaus - Busbahnhof und zurück Streckenlänge: 13,8 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 21: Datzeberg – Monckeshof – Sponholzer Straße - Juri-Gagarin-Ring – Klinikum – Koszaliner Straße und zurück Streckenlänge: 21,1 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 22: Koszaliner Straße - Klinikum - Busbahnhof - Lindenberg – An der Landwehr – Am Waldrand – Lindenberg – Rathaus – Klinikum – Koszaliner Straße Streckenlänge: 25,6 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 80: Datzeberg - Reitbahnweg - Busbahnhof - Am Treptower Tor - Rathaus - JuriGagarin-Ring - Klinikum - Pflegeheim – Waldfriedhof Streckenlänge: 19,6 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 • Linie 90: Waldfriedhof - Pflegeheim - Klinikum - Juri-Gagarin-Ring - Busbahnhof - Rathaus - Reitbahnweg - Datzeberg Streckenlänge: 18,0 km Konzession nach § 42 PBefG erteilt für den Zeitraum 01.11.2008 - 31.10.2016 Damit erschließen 11 Linien der NVB das Stadtgebiet, wobei nur eine Linie (Linie 1) den Stadt-Umland-Raum bedient. Alle Stadtteile, einschl. der Außenbereiche, sind angebunden. Auf den verkehrlichen Hauptachsen und insbesondere auf dem Stadtring kommt es zu starken netzbedingten Überlagerungen der Angebote. Das Liniennetz kann sich entsprechend eines veränderten Bedarfs ändern. Die Abb. 5 und 6 stellen das Liniennetz im gesamten Stadtgebiet sowie für den Kernstadtbereich übersichtlich dar.
Nahverkehrsplan der Stadt Neubrandenburg Liniennetz Stadtverkehr
Glienke Datzeviertel
Stadtgebiete Bahnstrecke Busstrecke
Industrieviertel Vogelviertel Stadtgebiet West Innenstadt Katharinenviertel Sponholz
Linie 1 Linie 2 Linie 4 Linie 5 Linie 6 Linie 10
Stadtgebiet Süd Wulkenzin
Linie 11 Linie 21 Linie 22 Pragsdorf Linie 80 Linie 90
Datzeberg Monckeshof
Reitbahnweg Industriegelände Burgholz
Stadtgebietsteile Bahnstrecke Busstrecke
Ihlenfelder Vorstadt Warliner Straße Vogelviertel Jahnviertel
Linie 1 Linie 2 Linie 4 Linie 5
Am Oberbach Innenstadt Katharinenviertel Broda Oststadt Kulturpark Fritscheshof
Linie 6 Linie 10 Linie 11 Linie 21 Linie 22 Linie 80 Linie 90
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.2.3 „Touristische Verkehre“ wird wie folgt ergänzt: Die Stadt Neubrandenburg befindet sich im Zentrum der touristisch geprägten Region Mecklenburgische Seenplatte. Dabei stellt z.B. der Tollensesee zum einen eine überregional bekannte Attraktion als auch zum anderen das Naherholungsgebiet für die Stadt selbst dar. Im Stadtkern innerhalb der Stadtmauer befinden sich nahezu alle architektonischen Sehenswürdigkeiten (z.B. die vier Stadttore, Wiekhäuser) sowie mit der Konzertkirche, dem Schauspielhaus und dem Haus der Kultur und Bildung das kulturelle Zentrum der Stadt. Im Jahre 2008 verfügte Neubrandenburg über 1.015 Betten als touristische Übernachtungsmöglichkeiten mit einer durchschnittlichen Auslastung von 31,5% 1. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 1,9 Tage. Der Tollensesee wird in den Sommermonaten durch ein Linienschiff der neu.sw bedient.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.2.4 „Angebote je Verkehrstag“ wird wie folgt ergänzt: Die nachfolgenden Abbildungen 7-14 zeigen das Netz und die Bedienungshäufigkeiten auf den einzelnen Relationen, Netzabschnitten und Verkehrstagen (Schultagen, Ferientagen, Samstagen und Sonn- und Feiertagen) für die Stadt Neubrandenburg sowie nochmals gesondert für den Kernstadtbereich ausschließlich für die Linien des Stadtverkehrs.
Nahverkehrsplan der Stadt Neubrandenburg Angebotshäufigkeit im Stadtverkehr
am durchschnittlichen Schultag Gemeindegrenze Stadtgebiete Bahnstrecke
Stadtbus: <= 10
79 77 Katharinenviertel
<= 20 <= 40 <= 60
1mm entspricht 60 Fahrten
Gemeindegrenze Stadtgebiete
<= 40 <= 60 > 60
am durchschnittlichen Ferientag Gemeindegrenze Stadtgebiete Bahnstrecke
80 78 Katharinenviertel
8 Datzeviertel
Stadtgebiete Bahnstrecke
31 31 Katharinenviertel
<= 40 <= 60
Gemeindegrenze Stadtgebiete Bahnstrecke
Reitbahnviertel Industrieviertel
Vogelviertel Stadtgebiet West
Stadtbus: <= 10 <= 20 <= 40 <= 60 > 60
am durchschnittlichen Sonntag Gemeindegrenze
21 21 Katharinenviertel
am durchschnittlichen Sonntag
Das Angebot im Stadtbusverkehr Neubrandenburg an Schul- und Ferientagen (Montag-Freitag) ist wie folgt zu charakterisieren: • Das Angebot ist ganzjährig nahezu identisch und differiert um ca. 2 Fahrtenpaare. Damit besteht ein ganzjährig verlässliches Angebot für alle Kundengruppen. • Entsprechend der Einwohnerzahl der einzelnen Stadtgebiete wird eine unterschiedliche Fahrtenzahl angeboten. Das Angebot ist demnach angemessen dimensioniert. • Das enorm hohe Fahrtenangebot auf dem Stadtring begründet sich zum einen in der Lage zur Innenstadt und damit der notwendigen Linienführung nahezu aller Stadtverkehrslinien sowie der Einbahnstraßenregelung des Stadtrings. Damit ist das hohe Fahrtenangebot auf dem Stadtring kaum vermeidbar. • Ausgehend vom Stadtring zweigen die einzelnen Stadtverkehrslinien auf den jeweiligen Hauptachsen mit einem Fahrtenangebot von zum Teil deutlich mehr als 40 Fahrten je Richtung und Tag ab. Das Angebot im Stadtbusverkehr Neubrandenburg an Sams-, Sonn- und Feiertagen wird durch folgende wesentlichen Merkmale gekennzeichnet: • Es wird ein Angebot in einer der Stadtgröße angemessenen und qualitativ guten Größenordnung vorgehalten. • Es werden alle Stadtgebiete erschlossen. • Der Umfang der Erschließung (Fahrtenhäufigkeit) liegt aber unter der Erschließung an den Wochentagen Montag-Freitag. Hier erfolgt eine bedarfsgerechte Angebotsanpassung. Bei der Bewertung des Angebotes ist zu beachten, dass nicht nur die Angebote auf den eigentlichen Stadtlinien relevant sind, sondern auch die der für Zwecke des Stadtverkehrs nutzbaren Regionallinien (d.h. diese Regionalbuslinien müssen mindestens zwei Haltestellen im Stadtgebiet bedienen) mit zu betrachten sind. Die nachfolgenden Abbildungen 15-22 zeigen das Netz und die Bedienungshäufigkeiten auf den einzelnen Relationen, Netzabschnitten und Verkehrstagen (Schultagen, Ferientagen, Samstagen und Sonn- und Feiertagen) für den Regionalbusverkehr und SPNV innerhalb des Stadtgebietes Neubrandenburg sowie nochmals gesondert für den Kernstadtbereich.
Nahverkehrsplan der Stadt Neubrandenburg Angebotshäufigkeit im Regionalverkehr
Bahnstrecke 17 Bahnhof / Haltepunkt
26 25 Katharinenviertel
Angebotshäufigkeit im Regionalverkehr
Regionalbus Bahn
Bahnstrecke 12 Bahnhof / Haltepunkt
Industrieviertel Vogelviertel
24 24 Katharinenviertel
4 4 Katharinenviertel
Wulkenzin Pragsdorf
Reitbahnviertel Industrieviertel Vogelviertel
Stadtgebiete Bahnstrecke Bahnhof / Haltepunkt Busstrecke
Das Angebot des Regionalbusverkehrs und SPNV innerhalb des Stadtgebietes Neubrandenburg an Schul- und Ferientagen (Montag-Freitag) ist wie folgt zu charakterisieren: • Das Angebot im SPNV ist ganzjährig konstant. • Das Angebot im Regionalbusverkehr differiert zwischen Schul- und Ferienzeiten. Die größten Unterschiede sind bei den über das Treptower Tor verkehrenden Regionalbusangeboten zu erkennen. • Der unmittelbar neben dem Bahnhof gelegene ZOB bildet für den Regionalbusverkehr der Start- und Zielpunkt innerhalb des Stadtgebietes Neubrandenburg. Damit verbunden ist die Bündelung der Verkehre auf dem Stadtring. • Bei der Anbindung des Umlandbereiches an den zentralen Stadtbereich gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen Schul- und Ferientagen, z. B. Zirzow, Pinnow, Breesen. An Sams-, Sonn- und Feiertagen ist das Angebot im Regionalbusverkehr deutlich reduziert. Das SPNV-Fahrtenangebot ist konstant. Deutlich wirkt sich das fast vollständig fehlende Angebot auf den Regionallinien aus. Damit werden die Umlandbereiche an Wochenenden (mit wenigen Ausnahmen an Samstagen: Wulkenzin, Krukow, Sponholz, Warlin, Groß Nemerow) nicht bedient. Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: • Die einzelnen Stadtgebiete werden ausreichend bedient. • Der Stadtbusverkehr sichert mit seinem konstanten Angebot an Schul- und Ferientagen die Erschließung des Stadtgebietes Neubrandenburg durch den ÖPNV. • Das Regionalbusangebot unterscheidet sich nach Schul- und Ferientagen und kann daher innerhalb des Stadtgebietes nur ergänzende Erschließungsfunktion wahrnehmen. • Das Stadtgebiet wird auch Sams-, Sonn- und Feiertagen durch den Stadtbusverkehr, mit bedarfsgerechten Einschränkungen gegenüber dem Angebot Montag-Freitag, erschlossen und in Richtung Stadtkern angebunden. An diesen Tagen ist das Regionalbusangebot deutlich eingeschränkt. • Die Erschließung des Stadt-Umland-Raumes an den zentralen Stadtbereich differiert zum Teil deutlich nach Ort und Verkehrstag.
Bewertung zu den Reisezeiten Die Abbildungen 23 und 24 zeigen, differenziert für das Stadtgebiet und den StadtUmland-Bereich, die durchschnittliche Reisezeit zu einer der drei Haltestellen am Stadtring ( = Stadtzentrum) an Schultagen (für Darstellungszwecke eingeordnet in Zeitspannen). Als Reisezeit wird die Summe aus Fahrtzeit und Umsteigezeit angenommen. Wegezeit zur bzw. von der Haltestelle ist nicht enthalten. Die Reisezeit wurde auf Basis des Fahrplans ermittelt. Folgende Erkenntnisse wurden daraus gezogen: • Ausschließliche Erreichbarkeit der Stadtkernzone aus den kernstadtnahen Bereichen in 5 bis maximal 15 min Reisezeit. • Ausschließliche Erreichbarkeit der Stadtkernzone aus den Außenbereichen in 10 bis maximal 20 min Reisezeit. • Auch die Erreichbarkeiten aus den Umlandbereichen liegen fast ausschließlich bei 15 bis 25 min. Die Erreichbarkeitsprobleme liegen dort also nicht in der Reisezeit, sondern eindeutig in mangelnder Fahrtenhäufigkeit.
Neverin Woggersin Trollenhagen Neuenkirchen Reitbahnviertel
Durchschnittliche Reisezeit zum Stadtzentrum
am mittleren Schultag Gemeindegrenze
Industrieviertel Vogelviertel Stadtgebiet West Innenstadt Katharinenviertel
Innenstadt - erreichbar in: 5 min 10 min 15 min 20 min über 20 min
Klötterpottsweg Eschengrund Datzeberg Monckeshof
am mittleren Schultag
Brauereiviertel Weitin Reitbahnweg Industriegelände
Gemeindegrenze Stadtgebietsteile Bahnstrecke
Jahnviertel Am Oberbach
Ihlenfelder Vorstadt Warliner Straße Vogelviertel
Innenstadt - erreichbar in:
Innenstadt Katharinenviertel Broda Kulturpark Oststadt Fritscheshof Südstadt enzin
5 min 10 min 15 min 20 min über 20 min
Lindetal Lindenberg Fünfeichen
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.3 „Regionale Erschließungsstruktur“ wird wie folgt ergänzt: Die Erschließung im Stadtverkehr wird mit der Abbildung von Haltestellenerschließungsbereichen innerhalb einer bedienten Strecke dargestellt. Der dafür festzulegende Radius richtet sich nach Stadtgröße und Struktur und kann ggf. auch differenziert nach Lage im Stadtgebiet (zentral oder nicht zentral) oder nach dem Verkehrssystem (Bahn, Regionalbus, Stadtbus) festgelegt werden. Nach einer ergebnisorientierten Simulation wurde für Neubrandenburg als Optimum festgelegt: Stadtbus: Radius 400 m
Regionalbus: Radius 500 m Bahn: keine Erschließungsfunktion im Stadtverkehr
In den nachfolgenden Abbildungen 25-32 zur Abdeckung des Stadtgebiets wurde zusätzlich das Merkmal „Mittlere Bedienungshäufigkeit je Tagesart“ integriert, um die Aussagekraft zu erhöhen.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 2.4 „Organisations- und Finanzierungsstruktur“ wird wie folgt ergänzt: Die Stadt Neubrandenburg hat als Aufgabenträger für den ÖPNV die NVB GmbH im Wege einer Direktvergabe mit der Erbringung der Verkehrsleistungen im Stadtverkehr beauftragt. Derzeit bedient die NVB GmbH 11 Linien mit einer Gesamtstreckenlänge von 211,3 km und 188 Haltestellen das Stadtgebiet. Im Jahre 2009 wurden auf 1.353.066 Fahrplankilometern Linienleistungen erbracht. Dabei wurden ca. 4.012.000 Personen befördert. Dies entspricht durchschnittlich 61 Stadtbusfahrten je Einwohner und Jahr. Die mittlere Reiseweite im Stadtverkehr beträgt 5,7 km. Die im Linienverkehr eingesetzten 31 Busse mit einem Durchschnittsalter von 4,39 Jahren haben folgende Charakteristika: • Standardlinienbus 12 m Länge, Niederflur mit Rampe: 10 Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von 3,95 Jahren • Standardlinienbus 18 m Länge, Niederflur mit Rampe: 18 Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von 4,61 Jahren • Midi-Bus (Erdgas), Niederflur mit Rampe: 1 Fahrzeug mit einem Durchschnittsalter von 7,98 Jahren • Midi-Busse (Diesel), Niederflur mit Rampe: 2 Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von 1,05 Jahren Mit dem 100%-igen Einsatz von Niederflurfahrzeugen mit Rampe im Stadtverkehr besteht hinsichtlich der Mitnahmemöglichkeiten der höchstmöglichste Qualitätsstandard.
Erfolgskontrolle des bisherigen Nahverkehrsplans
Der bisher gültige Nahverkehrsplan wurde im Jahre 1997 mit dem Planungshorizont 2002 erstellt. Seit Aufstellung des Nahverkehrsplans gab es eine Vielzahl von externen Entwicklungen, die unmittelbar auf den ÖPNV gewirkt haben. Dazu zählen u.a.: • Entwicklung der Einwohnerzahlen und der Altersstruktur in der Stadt Neubrandenburg • Veränderungen der rechtlicher Rahmenbedingungen auf europäischer (EuGHUrteil zu Altmark-Trans, EU-VO 1370/2007) und nationaler Ebene (z.B. Veränderung der Ausgleichsleistungen nach §45a PBefG) • Inbetriebnahme der Bundesautobahn A20 Bei einer Erfolgskontrolle des bisherigen Nahverkehrsplans ist deswegen auch zu berücksichtigen, inwiefern der ÖPNV flexibel auf die neue Anforderungen reagiert hat. Kernstück des Nahverkehrsplans stellte der „Teil IV: Verkehrspolitische Zielsetzung“ dar. Die dort formulierten Leitlinien bildeten den Rahmen für die Entwicklung. Diese wurden weitestgehend erfüllt. Daher soll das Augenmerk auf einige Besonderheiten gelegt werden. Mit dem ausschließlichen Einsatz von Niederflurfahrzeugen im Stadtbusverkehr (ggü. 50% im Jahre 1996) wurde der ÖPNV qualitativ aufgewertet. Die geforderte Berücksichtigung der besonderen Mobilitätsbedürfnisse einzelner Bevölkerungsgruppen (insbesondere mit Mobilitätseinschränkungen) ist damit voll erfüllt. Das Durchschnittsalter der im Linienverkehr eingesetzten Busse sank von 6 auf 4,39 Jahren. Damit einher ging eine Anpassung der Busflotte an die veränderten Rahmenbedingungen. So verringerte sich die Anzahl der im Linienverkehr eingesetzten Fahrzeuge von 41 auf 31 (- 24%). Der Anteil der Gelenkbusse ging dabei von mehr als 2 / 3 auf ca. 58% zurück. Seit Einführung des „Rufbussystems Neubrandenburg“ sind alternative Bedienformen in Zeiten und Räumen schwacher Nachfrage im Einsatz. Das Verkehrsunternehmen NVB hat u.a. mit diesen Maßnahmen flexibel auf die sich verändernden Anforderungen reagiert, um ein gutes Angebotsniveau unter wirtschaftlichen Aspekten sicher zu stellen. Seitens der Stadt Neubrandenburg wurden durch umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen die Grundlage für einen attraktiven ÖPNV geschaffen. Mit der ÖPNVBevorrechtigung an Lichtzeichenanlagen sowie der Einrichtung von Busspuren sollen die wesentlichen genannt sein.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 3 „Stärken-/Schwächenanalyse ÖPNV“ wird wie folgt ergänzt: Es besteht im städtischen ÖPNV ein insgesamt hohes Angebotsniveau mit einer guten Erschließungsqualität. Der Stadtverkehr im Oberzentrum Neubrandenburg ist mit einer sternförmigen Struktur um den innerstädtischen Stadtring herum aufgebaut. Die Haltestellen im Kernstadtbereich und die Siedlungshauptachsen der Stadt sind durch Bedienungshäufigkeiten zwischen 100 - 200 Fahrten pro Schultag (jeweils Summe aller Linien und Richtungen), im zentralen Bereich durch Überlagerungen von Stadt- und Regionalbus sogar über 200 pro Schultag, gekennzeichnet. Damit sind gute Voraussetzungen für eine anforderungsgerechte Erreichbarkeit des Stadtzentrum gewährleistet. Die Erreichbarkeit aus den Stadtrandgebieten und insbesondere den teilweise entfernt gelegenen Ortsteilen ist – soweit an den Hauptachsen gelegen – ebenfalls gut und vergleichbar zum innerstädtischen Bereich, außerhalb der Hauptachsen zwar deutlich schlechter, aber mit Bedienungshäufigkeiten meist um etwa 50 pro Schultag ausreichend. Es wurden keine deutlichen verkehrlichen Mängel sowohl bei der Verbindungs- als auch der Erschließungsqualität festgestellt. In folgenden Bereichen wurden Ansatzpunkte für möglichen Handlungsbedarf identifiziert: • Gewerbegebiet Fritscheshof (kein erreichbares Angebot) • Tollensekaserne (kein erreichbares Angebot) • Innenstadt (nur über Fr.-Engels-Ring erschlossen), Verbesserung der fußläufigen Erreichbarkeit im Bereich Stargarder Tor • Bedienungshäufigkeit Haltestelle Trollenhagen, Fliegerhorst mit 3 An- und Abfahrten zu wenig • Generelle Überprüfung der Stadt-Umland-Verkehre.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, 5.1 „Verkehrspolitische Ziele und Mittel“ wird wie folgt ergänzt: Die Stadt Neubrandenburg trägt im Rahmen ihrer Daseinsvorsorge die Verantwortung für den ÖPNV im Stadtgebiet einschließlich Finanzierung. Zur Durchführung des ÖPNV bedient sie sich der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe GmbH (NVB): Die Stadt nimmt in ihrer Rolle als mittelbare Gesellschafterin der NVB GmbH auf deren Leistungsangebot Einfluss. Die NVB GmbH führt den ÖPNV im Stadtgebiet Neubrandenburg auf der Grundlage der bestehenden eigenwirtschaftlichen Liniengenehmigungen durch. Darauf aufbauend betraut die Stadt Neubrandenburg die NVB GmbH mit der Durchführung des ÖPNV im Stadtgebiet.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.3 „Mindestbedienungsstandards für den Stadtverkehr“ wird wie folgt ergänzt: Für den Stadtverkehr Neubrandenburg sind ergänzend folgende spezifische Erschließungsgrade vorgesehen:
Grundtaktangebot Montag-Freitag Stadtgebietsteil 05:00-06:00 06:00-08:00 08:00-13:00 13:00-17:00 17:00-20:00 20:00-22:00 Am Oberbach Jahnviertel Broda Weitin Vogelviertel Reitbahnweg Datzeberg Brauereiviertel Eschengrund Monckeshof Warliner Str. Ihlenfelder Vorstadt Industriegelände Oststadt Fritscheshof Küssow Carlshöhe Katharinenviertel Südstadt Fünfeichen Lindenbergviertel Bethanienberg Tannenkrug 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min ----60 min 60 min 60 min 90 min 60 min 60 min 60 min 30 min 30 min 30 min 30 min 15 min 15 min 15 min 15 min 60 min 30 min 30 min 30 min 30 min 15 min 30 min 120 min 30 min 15 min 15 min 30 min 15 min 15 min 15 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 30 min 30 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 30 min 60 min 120 min 60 min 30 min 30 min 60 min 30 min 30 min 30 min 30 min 30 min 30 min 30 min 15 min 15 min 15 min 15 min 60 min 30 min 30 min 30 min 30 min 15 min 30 min 120 min 30 min 15 min 15 min 30 min 15 min 15 min 15 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 30 min 30 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 30 min 60 min 120 min 60 min 30 min 30 min 60 min 30 min 30 min 30 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min 60 min ----60 min 60 min 60 min 90 min 60 min 60 min 60 min
Tab. 5: Stadtgebietsteilspezifische Erschließungsgrade Neubrandenburgs
Es kommt der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.4 „Netzkategorisierung und Verknüpfungspunkte“ zur Anwendung. Das Liniennetz ist unterteilt in Haupt- und Ergänzungslinien sowie Rufbusfahrten (s. Kap. 5.4). Folgende Relationen bilden das Hauptnetz: • Bethanienberg Süd - An der Landwehr - Am Waldrand - Deutsche Rentenversicherung - Lindenberg - Rathaus – Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück • Monckeshof - Fliegerhorst Trollenhagen - Sponholzer Straße – Demminer Straße - Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück • Fünfeichen - Bethanienberg Süd - Am Steep - Stadtwerke - Rathaus – Bachstraße – Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück • Weitin Wendeplatz - Malerviertel - An der Weitiner Straße - Am Verdiring - Heinrich-Schütz-Weg - Hochschule – Am Treptower Tor - Rathaus - Busbahnhof und zurück • Verdiring - Brodaer Holz - Brodaer Höhe - Broda Dorf – Hopfenburg – Am Treptower Tor - Rathaus - Busbahnhof und zurück • Datzeberg - Reitbahnweg - Busbahnhof - Am Treptower Tor - Rathaus - JuriGagarin-Ring - Klinikum - Pflegeheim – Waldfriedhof • Waldfriedhof - Pflegeheim - Klinikum - Juri-Gagarin-Ring - Busbahnhof - Rathaus - Reitbahnweg - Datzeberg Folgende Relationen bilden das Ergänzungsnetz: • Buchhof - Trollenhagen Dorf - Flughafen Trollenhagen - Reitbahnweg - Kranichstraße - Busbahnhof – Am Treptower Tor - Rathaus und zurück • Küssow - Fritscheshof - Koszaliner Straße - Juri-Gagarin-Ring - Busbahnhof – Am Treptower Tor und zurück • Datzeberg – Monckeshof – Sponholzer Straße - Juri-Gagarin-Ring – Klinikum – Koszaliner Straße und zurück • Koszaliner Straße - Klinikum - Busbahnhof - Lindenberg – An der Landwehr – Am Waldrand – Lindenberg – Rathaus – Klinikum – Koszaliner Straße Das konkrete Angebot auf diesen Relationen liegt in Verantwortung des Verkehrsunternehmens NVB unter Berücksichtigung der Tabelle 5.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.5 „Alternative Bedienungsformen“ wird wie folgt ergänzt: Für den Stadtverkehr Neubrandenburg gelten folgende Rahmenbedingungen: Auf der Grundlage einer detaillierten Analyse der Fahrgastnachfrage soll die Nutzungsintensität aller Fahrten im Abendverkehr und im Wochenendverkehr überprüft werden. Überall dort, wo eine bestimmten Mindestnutzungsintensität systematisierbar unterschritten wird, ist eine Ablösung durch Fahrten des Rufbussystems vorzugsweise mit kleinen Fahrzeugeinheiten vorzusehen. Dabei ist auch die Möglichkeit einer Lösung von den festgelegten Linienwegen und (zumindest) Ausstiegshaltestellen zu untersuchen. Im Fahrplan sind die Fahrten gesondert zu kennzeichnen. Der Fahrtwunsch ist bis spätestens 30 Minuten vor Fahrplanabfahrtzeit beim Verkehrsunternehmen telefonisch anzumelden. Hierzu sollte nach Möglichkeit vom Verkehrsunternehmen eine kostenfreie Telefonnummer bereit gestellt werden. Auf der Basis der aktuellen Fahrgastentwicklung im Gesamtnetz werden neue Maßnahmen in Abstimmung mit der Stadt Neubrandenburg umgesetzt. Bei erkennbarem Bedarf wird die Einführung eines Innenstadtbedarfsverkehrs als Anbindung an den Stadtlinienverkehr als alternative Bedienungsform geprüft.
Stadt-Umland-Verkehr Neubrandenburg
Das Oberzentrum Neubrandenburg bildet zusammen mit folgenden Gemeinden den Stadt-Umland-Raum Neubrandenburg: • Alt Rehse (Landkreis Müritz), • Groß Teetzleben (Landkreis Demmin) sowie • Blankenhof, Burg Stargard, Groß Nemerow, Holldorf, Neddemin, Neuenkirchen, Neverin, Sponholz, Trollenhagen, Woggersin, Wulkenzin und Zirzow (alle Landkreis Mecklenburg-Strelitz). Generell besteht die Notwendigkeit einer verbesserten bedarfsgerechten Anbindung von Umlandbereichen an den Stadtverkehr Neubrandenburg. Da hier die ÖPNV-Nachfrage in einem räumlich und zeitlich stark dispersem Maße vorhanden ist, können nur örtlich spezifische Maßnahmen umgesetzt werden. Dies ist im Rahmen der Gültigkeitsdauer des Nahverkehrsplans zu prüfen.
Dies ist nach Erfahrungen aus der Vergangenheit nur durch bedarfsabhängige Angebote möglich. Bei diesem Maßnahmekomplex ist aufgrund der Überschneidung der Zuständigkeitsbereiche eine enge Zusammenarbeit aller Aufgabenträger in der Planungsregion und ihrer Verkehrsunternehmen erforderlich. Dabei sollte die für die Kunden günstigste und die Allgemeinheit wirtschaftlichste Form zum Einsatz kommen.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.6 „Anforderungen aus touristischen Erfordernissen“ wird wie folgt ergänzt: Aus touristischer Sicht gibt es folgende Anforderungen an den städtischen ÖPNV: • Saisonale, bedarfsgerechte Anbindung des Naherholungsgebietes Tollensesee an das Stadtgebiet, • ÖPNV-Fahrten auch nach Ende von Kulturveranstaltungen im kulturellen Zentrum der Stadt (Innenstadtbereich).
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.9 „Weitere Qualitätsstandards“ wird wie folgt ergänzt: Der hohe Qualitätsstandard der bisher in der NVB GmbH erreicht wurde, einschließlich seiner eingesetzten Busse ist zu sichern. Eine besondere Bedeutung kommt den Haltestellen zu, dienen sie doch als Visitenkarte des ÖPNV. Die Haltestelle erfüllt folgende grundlegende Aufgaben:
• Ort zum Warten (daher sollen sich Fahrgäste subjektiv und objektiv sicher fühlen und auch Schutz vor Regen finden), • dient der Information über Abfahrtszeiten, Linienwege oder Tarife. Daher soll die Bushaltestelle in Neubrandenburg idealtypisch folgende Anforderungen erfüllen: • barrierefreier Zugang, • taktile Bodenindikatoren, • ausreichend Aufstellflächen und Sitzgelegenheiten, • Witterungsschutz, • gut lesbare Fahrgastinformation bzgl. Abfahrtszeiten, Linienwege und Tarife. Die Umsetzung und der Ausbaugrad ist vorrangig abhängig von der Nutzungsfrequenz (durchschnittliche Fahrgastzahl je Werktag) und der Finanzierung.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 5.10 „Tarifsystem“ wird wie folgt ergänzt: Die Einführung des Relationsbezogenen Kooperationstarifs (RKT) wird als eine weitere Möglichkeit gesehen, die Region besser mit dem Oberzentrum Neubrandenburg zu vernetzen. Die heutige Tarifstruktur im Stadtverkehr Neubrandenburg ist generell zu erhalten. Dabei sind aber unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und des Bedarfs die Einführung von Semester- und Seniorentickets mittelfristig sowie des e-Ticketing langfristig zu prüfen und ggf. umzusetzen.
Das straßengebundene ÖPNV-Netz der Stadt Neubrandenburg bildet derzeit ein Linienbündel. Dieser Zustand ist beizubehalten, da das gegenwärtige Netz eine Mischung aus aufkommensstarken und –schwachen Linien bildet und dabei über eine wirtschaftlich sinnvolle Leistungsgröße (ca. 1,3 Mio Fahrplankilometer) verfügt. Eine Aufteilung des Netzes hätte zudem einen wesentlich höheren Controllingaufwand seitens des Aufgabenträgers zur Folge, der mögliche kurzfristige wirtschaftliche Ausschreibungseffekte ins Gegenteil verkehren würde.
Der „Regionale Nahverkehrsplan für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Teil A: Regionaler Plan“, Kap. 7 „Finanzierungsstruktur und Leistungsvereinbarung“ wird wie folgt ergänzt: Die Stadtvertretung Neubrandenburgs hat am 13.03.2008 einen „Beschluss zur Betrauung der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe GmbH (NVB GmbH) über die gemeinwirtschaftliche Verpflichtung zur Durchführung des auf Linienverkehrsgenehmigungen nach dem PBefG beruhenden ÖPNV in der Stadt Neubrandenburg“ gefasst. Darin wird die NVB GmbH als Tochter der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH (neu.sw) für den Zeitraum vom 15.03.2008 bis 31.12.2017 mit der Durchführung des städtischen ÖPNV Neubrandenburgs beauftragt. Diese Betrauung regelt • die gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen, • die Fortschreibung des ÖPNV-Angebotes, • den Ausgleich des Soll-Aufwands, • den Nachweis der Betriebsleistungen, des ausgleichsfähigen Soll-Aufwands und des Ist-Aufwands, • die Fortschreibung und Überprüfung des Soll-Aufwands, • Sanktionen bei Verfehlung des Soll-Aufwands sowie • die Geltungsdauer und Beendigung. Dieser Betrauungsvereinbarung ging ordnungsgemäß eine Testierung entsprechend der vier Kriterien der EUGH-Rechtssprechung („Altmark-Kriterien“) voraus. Bezüglich der Finanzierung gelten folgende wesentliche Regelungen: • Die Finanzierung der der NVB GmbH für die Erfüllung der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen entstehenden Aufwendungen erfolgt auf der Grundlage bestehender Regeln im Konzern der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH (Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag). • Ein gesonderter Zahlungsanspruch erwächst der NVB GmbH aus dieser Betrauung nicht. • Die Abgrenzung des jeweils geplanten Soll-Aufwands von anderen Aktivitäten der NVB GmbH außerhalb der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen der Betrauung sowie die Betriebsleistung im Busbetrieb ergeben sich aus der zu führenden Trennungsrechnung. Die gesetzlichen Ausgleichszahlungen (§ 45a PBefG, § 148 SGB IX, FAG-Mittel usw.) werden auf die ausgleichsfähigen Anwendungen aufgerechnet. Damit ergeben sich für die Stadt Neubrandenburg keine weiteren finanziellen Auswirkungen. Das unternehmerische Risiko liegt damit beim Verkehrsunternehmen NVB.
Für den Zeitraum 2010 bis 2015 haben die Stadt Neubrandenburg und die NVB folgende Investitionsvorhaben angemeldet.
Vorhaben, Träger Dringlichkeit vsl. zuwendungsfähige Kosten [T€] Realisierungszeitraum
Um- und Ausbau von Haltestellen Kirschenallee Hochschule (Wartehalle) Wilhelm-Külz-Straße Mühlenholzstraße Bergstraße (2x) Lindenberg Seestraße Broda (Dorf (Wendeschleife) John-Scheer-Straße
10,0 7,5 15,5 15,5 31,0 25,0 15,5 17,5 12,5
2010 2010 2011 2011 2012 2012 2013 2014 2015
Tab. 6: Angemeldete Investitionsvorhaben Stadt Neubrandenburg
Vorhaben 2010 Beschaffung von behindertenbzw. rollstuhlgerechten Standard-Linienbussen (>30 Sitzplätze) Beschaffung von behindertenbzw. rollstuhlgerechten Standard-Gelenkbussen ---/ ---
Anzahl/ vsl. zuwendungsfähige Ausgaben (T€) 2011 ---/ --2012 2/ 458,0 2013 2/ 458,0 2014 2/ 470,0
3/ 958,0
2/ 639,0
2/ 650,0
Tab. 7: Angemeldete Investitionsvorhaben NVB GmbH