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Timestamp: 2018-08-22 05:05:21
Document Index: 228852093

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 168', '§ 823', '§ 168', '§ 253', '§ 823', 'Art. 1']

fahrlässige Zerstörung einer Grabstätte - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Schadensersatz fahrlässige Zerstörung einer Grabstätte
fahrlässige Zerstörung einer Grabstätte
16.11.2005 20:05 |
Am 14.10.05 um 7 Uhr erstellte auf unserem Friedhof ein ortbekannter Steinmetz auf der Grabanlage meiner Frau die Grabanlage eines neben ihr beigesetzten Mannes mit Stein und Einfassung.Die Grabanlage meiner Frau war ein Erdhügel mit Holzeinfassung.Diese sollte erst nach dem Winter,anlässlich ihres Geburtstages in Gebührlichen Form erstellt werden.Als ich gegen 15 Uhr von meiner Arbeit kam wurde ich von dem Vorfall durch einen in der nähe des Friedhofes wohnenden Bekannten informiert.In unserer 200 Einwohner zählenden Gemeinde herrschte sehr viel Aufregung.Meine Aufregung war ebenfalls sehr groß.Das Wochenende stand bevor und ich mußte versuchen diesen zustand sofort zu veräandern.Der Steinmetz teilte mir am Telefon mit,daß er erst am Montag diesen Zustand verändern würde und war der Meinung das diese ja mal vorkommen kann.Darüber war ich empört und verlangte die sofortige Beseitung dieser falschen Grabanlage von der Ruhestätte meiner Frau.Er kam dann schließlich und beseitigte lediglich den Grabstein.Der ursprüngliche Zustand konnte nicht wieder hergestellt werden.Meine Familie und ich waren gezwungen Maßnahmen einzuleiten um die Grabstätte wieder würdig zum 1.Todestag meiner Frau am 30.10.05 herzustellen.Unsere seelische Belastung geriet an die Grenzen.Meine Diabetes geriet außer Kontrolle.Meine finanzielle Lage läßt im Moment diese außerplanmäßige Belastung nicht zu.Der besagte Steinmetz ließ sich lediglich auf 15% Rabatt und eine dreimalige Ratenzahlung der ca.1650 € ein.Unserer Meinung nach wurde durch seine Fahrlässigkeit mindestens 4 mal die Totenruhe meiner Frau gestört.Die Grabanlage blieb 13 tage unvollständig.Mir wurde von verschiedenen Einwohnern des Ortes zugetragen und unterstellt,daß ich mir keine angemessene Grabanlage leisten kann.Dadurch fühltn meine Kinder und ich,als selbst.Unternehmer ,aufs gröbste unser Ansehen geschändet.Von meinen eigentlichen Problemen um die Firma zu erhalten wurde ich abgehalten.Ich habe durch diesen Vorfall gesundheitliche und finanzielle Nachteile erlitten.
Ich selbst bin 55 Jahre und meine verstorbene Frau war 52 Jahre.Meine 27 Jahre alte Tochter und mein 32 jähriger Sohn leiden noch heute unter dieser grob fahrlässigen Arbeitsweise des Steinmetzes.Die Mutter meiner Frau durften wir aus gesundheitlichen Gründen von diesem aufregendem Vorfall nicht unterrichten.
Wie kann ich gerichtlich meine Forderungen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend machen?
Welcher Anwalt unterstützt mich bei der Durchsetzung meiner Forderungen?
Mit Interesse erwarte ich eine Antwort
Das Verhalten des Steinmetzes (wie auch seine Reaktion) erscheint mir schon etwas skandalös. Ich meine, hier stehen Ihnen sowohl Schadensersatzansprüche wegen eines materiellen wie auch wegen eines immateriellen Schadens zu.
Vertragliche Ansprüche bestehen zunächst einmal nicht, obwohl ich hier Ihre Aussage hinsichtlich 15% Rabatt und dreimaliger Ratenzahlung nicht ganz einordnen kann (hatten Sie denselben Steinmetz dann mit den schadensbeseitigenden Arbeiten beauftragt?). Auf jeden Fall hat er nicht bei einer vertraglich vereinbarten Arbeit für Sie den Schaden verursacht.
Darauf kommt es aber nicht an, da Ihnen sog. deliktische Ansprüche nach § 823 Abs.1 BGB zustehen. Hier ist auf jeden Fall an die Ihnen entstandenen Aufwendungen für die Wiederherrichtung der Grabstelle zu denken.
Eher unsicher bin ich nur hinsichtlich Ihres Ansatzes der Störung der Totenruhe. Denn dieses Delikt erfordert nach § 168 StGB Vorsatz, den ich hier (mit Ihrer Schilderung) eher verneine, so dass ein weitergehender Rechtsanspruch aus § 823 Abs.2 BGB i.V.m. § 168 StGB ausscheidet.
M.E. stehen Ihnen und den Kindern auch Schadensersatz wegen eines immateriellen Schadens zu – sprich Schmerzensgeld. Dieses leitet sich bei einer Verletzung der Gesundheit aus § 253 Abs.2 BGB, bei einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus § 823 i.V.m. Art. 1 Abs.1, 2 Abs.1 GG her. Dem Grunde nach habe ich nach Ihrem Bericht keine Zweifel an einem solchen Anspruch, hinsichtlich der Höhe kann ich natürlich aus der Ferne einer Onlineberatung keine verbindliche Auskunft erteilen.
Sie sollten den Steinmetz –am besten anwaltlich vertreten- noch einmal (es geschah ja wohl schon) auf Schadensersatz aus den o.g. Positionen und Rechtsgrundlagen auffordern. Sollte dies zu keinem Einlenken führen, müssen Sie –je nach Höhe der Forderung- beim örtlich zuständigen Amts- oder Landgericht Klage erheben.
Hinsichtlich der Unterstützung durch einen Anwalt resp. dessen Benennung kann ich Ihnen diese Frage erst im Rahmen der Nachfragefunktion beantworten. Denn ich sehe Ihre Adresse aus vernünftigen Gründen des Datenschutzes erst nach Beantwortung Ihrer Frage. Kommen Sie im Rahmen der Nachfragefunktion einfach darauf zurück, ich schlage Ihnen dann gerne eine Kollegin oder einen Kollegen unverbindlich vor.
Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ wie schon geschrieben gerne zu Verfügung.
Nachfrage vom Fragesteller	17.11.2005 | 12:14
Ich danke ihnen für ihre Antwort.Sie kommen für mich auf Grund der unerheblichen Entfernung als Anwalt in dieser Angelegenheit in Frage.Ich möchte zu Ihnen Kontakt aufnehmen.Bei Interesse Ihrerseits bitte ich um Kontaktaufnahme über meine E-Mailadresse Mannis_Partnertreff@web.de.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.11.2005 | 13:10
danke für den Vorschlag. Ich selbst komme aus räumlichen Gründen nicht als Bevollmächtigter in Betracht. Sie können jedoch via Eingabe der Postleitzahl auf dem Link dieser Seite -unten links- schnell einen geeigneten FEA-Kollegen vor Ort finden.
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