Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bverwg/bverwg_10-C-21-07
Timestamp: 2019-06-20 09:42:28
Document Index: 138536342

Matched Legal Cases: ['§ 92', '§ 141', '§ 161', '§ 155', '§ 83', '§ 30']

BVerwG, 10 C 21.07: Ermessen, Kostenverteilung, Hauptsache
Urteil des BVerwG vom 12.02.2008, 10 C 21.07
10 C 21.07
Ermessen, Kostenverteilung, Hauptsache
BVerwG 10 C 21.07 OVG 9 A 558/06.A
hat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 12. Februar 2008 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Mallmann, die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Beck und den Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Kraft
Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. Juli 2006 und das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 5. Januar 2006 sind unwirksam.
Die Beklagte und die Kläger tragen die Kosten des Verfahrens in allen Rechtszügen je zur Hälfte.
§ 92 Abs. 3 VwGO i.V.m. den §§ 141 und 125 Abs. 1 VwGO einzustellen, die
Unwirksamkeit der Entscheidungen der Vorinstanzen festzustellen und gemäß
§ 161 Abs. 2 VwGO über die Kosten des Verfahrens nach billigem Ermessen
unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes zu entscheiden.
2Billigem Ermessen entspricht es hier, die Kosten des Verfahrens nach dem in
§ 155 Abs. 1 VwGO enthaltenen Rechtsgedanken der Beklagten und den Klägern jeweils zur Hälfte aufzuerlegen, weil der Ausgang des Rechtsstreits ohne
die Erledigung offen war. Denn wenn die Beklagte die Kläger nicht wegen der
von ihnen gestellten Einbürgerungsanträge klaglos gestellt hätte, wäre der Erfolg ihrer Klage von der Beantwortung der in den Verfahren BVerwG 10 C
23.07, 10 C 31.07 und 10 C 33.07 mit Vorlagebeschluss des Senats vom
7. Februar 2008 (Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts Nr. 4/2008
www.bverwg.de) gestellten Fragen durch den Gerichtshof der Europäischen
Gemeinschaften abhängig und damit offen gewesen.
3Eine andere Kostenverteilung erscheint dem Senat hier auch nicht wegen der
Klaglosstellung der Kläger durch die Beklagte geboten. Denn die Beklagte hat
den Widerrufsbescheid wegen der inzwischen von den Klägern gestellten Einbürgerungsanträge aufgehoben und damit auf eine von den Klägern herbeigeführte Änderung der Sachlage reagiert, ohne sich damit aus eigenem Entschluss in die Rolle des Unterlegenen zu begeben.
4Gerichtskosten werden gemäß § 83b AsylVfG nicht erhoben. Der Gegenstandswert ergibt sich aus § 30 RVG.