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Timestamp: 2016-10-28 00:34:53
Document Index: 97181720

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'Art. 82', 'Art. 89', 'Art. 73', 'Art. 90', 'Art. 92', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 20', 'BGE', 'BGE', 'Art. 127', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 3', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 10', 'Art. 190', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 20', 'Art. 9', 'Art. 3', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 113', 'Art. 40', 'Art. 2', 'Art. 40', 'Art. 113', 'Art. 40', 'Art. 8', 'Art. 113', 'Art. 13', 'Art. 71', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66']

2C_309/2014 (16.07.2015)
2C_309/2014 � � Urteil vom 16. Juli 2015
Bundesrichter Seiler, Donzallaz, Stadelmann, nebenamtlicher Bundesrichter Benz,
Erben des A.A.________ sel.
und B.A.________,
alle vertreten durch X.________ AG,
Kantons- und Gemeindesteuern,
Steuerperiode 2011 (bis zum 2. August),
vom 12. Februar 2014.
B.A.________ war Alleineigent�merin einer Liegenschaft in V.________, welche sie am 30. Juni 2011 verkaufte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann A.A.________, der am 2. August 2011 verstarb, wohnte sie in U.________.
Mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2012 besteuerte das Kantonale Steueramt St. Gallen B.A.________ und die Erben des A.A.________ infolge wirtschaftlicher Zugeh�rigkeit f�r die Steuerperiode 2011 (bis zum 2. August) mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 32'200.--, das es f�r die Satzbestimmung hochrechnete (* 360 Tage / 212 Tage). Zusammen mit den �brigen Eink�nften aus dem Hauptsteuerdomizil-Kanton Z�rich ergab sich daraus ein satzbestimmendes Einkommen von Fr. 177'200.--.
Dagegen gelangten die Betroffenen an die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, welche ihren Rekurs am 11. Dezember 2012 guthiess: Sie hob den Einspracheentscheid auf, soweit er die Erben des A.A.________ betraf, weil dieser mangels wirtschaftlicher Zugeh�rigkeit im Kanton St. Gallen nicht steuerpflichtig gewesen sei. In Bezug auf B.A.________ wies die Rekurskommission die Angelegenheit zu neuer Veranlagung an das Kantonale Steueramt zur�ck, da f�r die im Kanton St. Gallen selbst�ndig steuerpflichtige Betroffene keine unterj�hrige Steuerpflicht bestehe.
Gegen diesen Rekursentscheid erhob das Kantonale Steueramt erfolglos Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen.
Das Kantonale Steueramt St. Gallen hat am 31. M�rz 2014 beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht. Es beantragt, den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 12. Februar 2014 aufzuheben und den Einspracheentscheid vom 6. Juni 2012 zu best�tigen.
Die Beschwerdegegner und die Vorinstanz beantragen Abweisung der Beschwerde, die Eidgen�ssische Steuerverwaltung deren Gutheissung.
1.1.�Das angefochtene Urteil ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid eines oberen Gerichts in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, die unter keinen der Ausschlussgr�nde von Art. 83 BGG f�llt. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist deshalb grunds�tzlich zul�ssig (Art. 82 ff. BGG). Das Kantonale Steueramt ist gest�tzt auf Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) zur Beschwerde berechtigt.
1.2.�Es fragt sich, ob die Beschwerde zul�ssig ist, da der vorinstanzliche Entscheid sich darauf beschr�nkt hat, die durch die Verwaltungsrekurskommission angeordnete R�ckweisung der Sache an das Kantonale Steueramt zu neuer Veranlagung von B.A.________ zu best�tigen.
1.2.1.�Gem�ss Art. 90 BGG ist die Beschwerde an das Bundesgericht zul�ssig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen (sog. Endentscheide). R�ckweisungsentscheide - wie der durch die Vorinstanz best�tigte - sind grunds�tzlich keine End-, sondern Zwischenentscheide, gegen die nur unter den Voraussetzungen von Art. 92 oder 93 BGG beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden kann. Gem�ss Art. 93 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde gegen Zwischenentscheide nur dann zul�ssig, wenn solche Entscheide einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken k�nnen (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (lit. b).
Von einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG wird gesprochen, wenn dieser auch durch ein nachfolgendes g�nstiges Urteil nicht oder nicht mehr vollst�ndig behoben werden kann (BGE 137 III 380 E. 1.2.1 S. 382; 136 II 165 E. 1.2.1 S. 170; 135 I 261 E. 1.2 S. 263 mit Hinweisen). Das Bundesgericht nimmt einen solchen Nachteil namentlich dann an, wenn eine beschwerdebefugte Beh�rde durch einen R�ckweisungsentscheid gezwungen wird, eine ihrer Ansicht nach rechtswidrige Verf�gung zu erlassen. Ihren eigenen Entscheid kann die Beh�rde nicht anfechten. Er k�nnte dadurch rechtskr�ftig werden, ohne dass sie je Gelegenheit hatte, ihn dem Bundesgericht zu unterbreiten. Um dies zu vermeiden, darf die Beh�rde unter Berufung auf Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bereits gegen den R�ckweisungsentscheid oder den ihn best�tigenden Entscheid an das Bundesgericht gelangen (vgl. BGE 133 V 477 E. 5 S. 482 ff.; 133 II 409 E. 1.2 S. 412; siehe auch die Urteile 2C_596/2007 E. 1.2, in: RDAF 2008 II S. 390; 2C_333/2007 vom 22. Februar 2008 E. 2.1, in: StR 63/2008 S. 475; 2C_258/2008 vom 27. M�rz 2009 E. 3.6 in: StE 2009 B 96.21 Nr. 14 E. 3.6 und 2C_151/2013 vom 24. Mai 2014 E. 1.2 in: ASA 83 S. 59).
1.2.2.�Ein solcher nicht wieder gutzumachender Nachteil besteht unter den gegebenen Umst�nden. Der R�ckweisungsentscheid der Verwaltungsrekurskommission ersch�pfte sich nicht in der Feststellung, dass eine Frage ungen�gend abgekl�rt und deshalb n�her zu pr�fen sei. Vielmehr enthielt der Entscheid im hier massgeblichen Punkt materiellrechtliche Vorgaben, welche die untere Instanz bei ihrem neuen Entscheid befolgen musste, ohne dass sie sich dagegen sp�ter noch zur Wehr setzen k�nnte. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.1.�Im vorliegenden Fall erzielte der verstorbene Ehemann - im Gegensatz zu seiner Gattin - im Kanton St. Gallen kein steuerbares Einkommen. Die Eheleute lebten aber in ungetrennter Lebensgemeinschaft und unterlagen am Hauptsteuerdomizil der Haushaltsbesteuerung. Deswegen erwog das Kantonale Steueramt, f�r ein solches Ehepaar dr�nge sich eine gemeinsame Steuerpflicht der Gatten am Nebensteuerdomizil auf, und zwar auch f�r den Fall, dass nur einer der beiden Partner dort wirtschaftliche Ankn�pfungspunkte habe; deshalb sei auch der Ehemann Steuersubjekt im Kanton St. Gallen. Dagegen urteilten die kantonalen Rechtsmittelinstanzen, die Gatten seien in einem solchen Fall selbst�ndig und getrennt - im Sinne einer Individualbesteuerung - zu veranlagen.
2.2.�Einkommen und Verm�gen der Ehegatten, die in rechtlich und tats�chlich ungetrennter Ehe leben, werden ohne R�cksicht auf den G�terstand zusammengerechnet (sog. Faktorenaddition; Art. 3 Abs. 3 1. Satz StHG; siehe auch Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]; damit �bereinstimmend: Art. 20 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen vom 9. April 1998 [StG/SG; sGS 811.1]). Auf diese Gesetzesbestimmungen st�tzt sich die Rechtsprechung des Bundesgerichts:
2.2.1.�Die Besteuerung des Ehepaars als Einheit betrifft nicht nur die Bemessungsgrundlage, sondern auch die Steuerpflicht; insofern besteht eine gegenseitige Wechselwirkung (BGE 128 I 317 E. 2.2.4 S. 324; DANIEL DE VRIES REILINGH, La double imposition intercantonale, 2. A., 2013, S. 78). Aus der Haushaltsbesteuerung l�sst sich somit die Steuerpflicht beider Eheleute in einem Kanton begr�nden, auch wenn an sich nur ein Ehepartner in diesem Kanton steuerbares Einkommen erzielt bzw. Verm�gen hat. Das gilt von Gesetzes wegen bei unbeschr�nkter wie bei beschr�nkter Steuerpflicht (BGE 128 I 317 E. 2.2.4 S. 324).
Dieser Zusammenrechnung von Einkommen und Verm�gen der Eheleute liegt der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen (Gesamt-) Leistungsf�higkeit zugrunde (Art. 127 Abs. 2 BV; vgl. auch XAVIER OBERSON, Droit fiscal suisse, 4. A., 2012, Rz. 33 zu � 6; ERNST H�HN/ROBERT WALDBURGER, Steuerrecht, Band I, 2001, Rz. 16 zu � 13). Dementsprechend bilden die Ehegatten zivilrechtlich und wirtschaftlich eine gewisse Einheit, wobei sich die Leistungsf�higkeit des einen Partners auch nach dem Einkommen und Verm�gen des anderen bestimmt. Somit ist die wirtschaftliche Lage eines einkommenslosen Ehepartners nicht mit derjenigen eines einkommenslosen Ledigen vergleichbar (BGE 128 I 317 E. 2.1 S. 320; zum Ganzen auch, in �bereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, mehrere Stimmen in der Lehre: DE VRIES REILINGH, a.a.O., 79; MARKUS REICH/MICHAEL BEUSCH, Entwicklungen im Steuerrecht, SJZ 2003, 277; HUGO CASANOVA, Rechtsprechung im 2002, ASA 73, 77 f.).
2.2.2.�Bei Tod eines Gatten endet die Ehe und somit auch die gemeinsame Steuerpflicht gem�ss der Faktorenaddition. Das gilt sowohl bei beschr�nkter als auch bei unbeschr�nkter Steuerpflicht (BGE 128 I 317 E. 2.2.4 S. 324). Der �berlebende Ehegatte wird ab dem Todestag - bzw. ab dem darauf folgenden Tag - f�r den Rest der Steuerperiode separat zu dem f�r ihn anwendbaren Tarif veranlagt (Art. 5 Abs. 1 und 3 der Verordnung �ber die zeitliche Bemessung der direkten Bundessteuer bei nat�rlichen Personen [in der Fassung g�ltig bis 31.12.2013]; Kreisschreiben Nr. 30 der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung "Ehepaar- und Familienbesteuerung nach dem Bundesgesetz �ber die direkte Bundessteuer (DBG) ", 2. Aufl., 2014, Ziff. 1.2; CHRISTINE JAQUES, in Yersin/No�l, Commentaire romand, imp�t f�d�ral direct, 2008, Rz. 26 zu Art. 9).
2.2.3.�Anders pr�sentiert sich die Rechtslage, wenn nur ein Ehegatte in der Schweiz ans�ssig ist und der andere Partner sein Hauptsteuerdomizil im Ausland hat. Das Einkommen und Verm�gen darf dann nicht zusammengerechnet werden, weil eine Zusammenrechnung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 DBG bzw. Art. 3 Abs. 3 Satz 1 StHG nur zul�ssig ist, wenn beide Eheleute der (schweizerischen) Steuerhoheit unterliegen. F�r den in der Schweiz steuerpflichtigen Gatten besteht folglich eine selbst�ndige Steuerpflicht. Lediglich zur Satzbestimmung wird - unter Anwendung des Verheiratetentarifs - auf das eheliche Gesamteinkommen abgestellt. Das gilt bei unbeschr�nkter Steuerpflicht nur eines der beiden Partner in der Schweiz aufgrund pers�nlicher Zugeh�rigkeit (�PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, 1. Teil, 2001, Rz. 22 zu Art. 9; KS Nr. 30, a.a.O., Ziff. 2.1), aber auch, wenn diese schweizerische Steuerpflicht des einen Gatten eine beschr�nkte���ist und aufgrund wirtschaftlicher Zugeh�rigkeit besteht (BGE 75 I 385 = ASA 19, 22 = StR 5, 252; BGE 73 I 405;�ANDREAS SCHORNO/ MARIANNE KL�TI-WEBER, in: Kl�ti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 3. A., 2009, Rz. 19 zu � 21; KS Nr. 30, a.a.O., Ziff. 2.2).
2.3.�Von diesen Grunds�tzen weicht die Auffassung der Vorinstanz ab: Die bundesgerichtliche Rechtsprechung beruhe auf der �berholten steuerrechtlichen Vorstellung, dass die eheliche Gemeinschaft regelm�ssig wirtschaftlich eine unzertrennliche Einheit bilde. F�r seine Sichtweise einer getrennten Individualbesteuerung der Ehegatten bringt das Verwaltungsgericht mehrere Argumente vor, die aber nicht zu �berzeugen verm�gen:
2.3.1.�Der vorinstanzliche Standpunkt steht zwar im Einklang mit der in der Lehre verschiedentlich vertretenen Meinung, wonach ein Ehegatte bei den kantonalen Steuern f�r jene Teile des Einkommens und Verm�gens selbst�ndig besteuert werde, f�r die nur er aufgrund wirtschaftlicher Zugeh�rigkeit gem�ss Art. 4 StHG in einem Kanton steuerpflichtig sei ( LEANA ISLER/CLAUDIA SUTER, in: Zweifel/ Beusch/M�usli-Allenspach, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band III/1, Interkantonales Steuerrecht, 2011, Rz. 26 zu � 27; PETER K�STLI/HANNES TEUSCHER, in: K�stli/Leuch/Langenegger, Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, 2014, Art. 10 Rz. 18; REGULA LANZ-BAUR, Nun sag, wie hast du's mit der Religion? In StR 58/2003, 646; URS R. BEHNISCH, Die steuerrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts in den Jahren 2002 und 2003, ZBJV 141/2005, S. 518).
Das Verwaltungsgericht und diese Stimmen in der Lehre vernachl�ssigen dabei aber, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung sich direkt auf die massgeblichen Bestimmungen des anwendbaren Bundesrechts st�tzt und Bundesgesetze f�r das Bundesgericht sowie die anderen rechtsanwendenden Beh�rden verbindlich sind (Art. 190 BV [SR 101]). Die von der Vorinstanz verfochtene Individualbesteuerung wurde im Gesetzgebungsverfahren zur Steuerharmonisierung er�rtert und ausdr�cklich verworfen (Botschaft zu Bundesgesetzen �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sowie �ber die direkten Bundessteuern [Botschaft �ber die Steuerharmonisierung] vom 25. Mai 1983, BBl 1983 III 1, 21). Eine allf�llige Abkehr vom Grundsatz der steuerlichen Einheit des Ehepaars k�nnte somit einzig durch den Bundesgesetzgeber erfolgen.
2.3.2.�Die Vorinstanz weist weiter darauf hin, dass die Ehepaarbesteuerung harmonisierungsrechtlich nur im Gesetzesartikel zur pers�nlichen Zugeh�rigkeit (d.h. Art. 3 Abs. 3 StHG) verankert sei, nicht jedoch in demjenigen zur wirtschaftlichen Zugeh�rigkeit (Art. 4 StHG).
Dagegen ist festzuhalten, dass die gesetzliche Regelung der Familienbesteuerung in Art. 20 Abs. 1 StG/SG (ebenso in Art. 9 Abs. 1 DBG) im Gegenteil den Schluss nahelegt, sie beziehe sich auf alle - weiter vorne im Gesetz geregelten - Formen der subjektiven Steuerpflicht. Auch Art. 3 Abs. 3 StHG sieht keine Ausnahme von der Einheit des Ehepaars vor (zum Beispiel f�r Eink�nfte eines Gatten aus einem Nebensteuerdomizil). Separat besteuert werden nach dieser Bestimmung nur Erwerbseink�nfte des Kindes. Ein Nebeneinander von gemeinsamer und selbst�ndiger Steuerpflicht f�r Ehegatten bei den kantonalen Einkommens- und Verm�genssteuern findet im Steuerharmonisierungsgesetz somit keine St�tze.
2.3.3.�An der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist auch deshalb festzuhalten, weil die vorinstanzliche Auffassung materiellrechtlich mehrere unerw�nschte Auswirkungen h�tte:
Nach dem Konzept der Ehepaarbesteuerung sind die Verh�ltnisse der Gatten untereinander, namentlich der G�terstand, direktsteuerlich unerheblich (vgl. Art. 9 Abs.1 DBG). Gem�ss der Auffassung der Vorinstanz m�ssten die genauen Eigentumsverh�ltnisse der beiden Partner im Nebensteuerdomizil in jedem Einzelfall von den Steuerbeh�rden abgekl�rt werden. Dabei w�rde aber nicht einleuchten, wieso sogar bei einem Miteigentumsanteil eines Gatten von nur 1% an der Liegenschaft eine gemeinsame Veranlagung im Kanton des Nebensteuerdomizils stattfinden sollte, w�hrend im Fall von Alleineigentum des einen Partners eine getrennte Besteuerung zu erfolgen h�tte.
Im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelung und der geltenden Rechtsprechung hat die �bertragung von Werten von einem Ehegatten auf den andern keine steuerlichen Auswirkungen (BGE 128 I 317 E. 2.2.4 S. 324). Die Auffassung der Vorinstanz h�tte hingegen zur Folge, dass bei einer vollst�ndigen �bertragung von Verm�genswerten zwischen Ehegatten auch die subjektive Steuerpflicht wechseln w�rde. F�r beide best�nde in letzter Konsequenz nach Art. 4b Abs. 2 StHG (in der Fassung g�ltig seit 1.1.2014) f�r die ganze Periode nebeneinander je eine Steuerpflicht aufgrund wirtschaftlicher Zugeh�rigkeit, was weder unter wirtschaftlichen noch unter steuerlichen Gesichtspunkten sachgerecht w�re.
Die Ehepaarbesteuerung gem�ss Art. 9 Abs. 1 DBG f�hrt weiter dazu, dass Einkommensverluste des einen Gatten mit Eink�nften des anderen verrechnet werden k�nnen, ebenso wie - bei den kantonalen Verm�genssteuern - Schulden mit Verm�genswerten. Das hat den Vorteil, dass die steuerlichen Schranken innerhalb der Familie aufgehoben werden, wie der Bundesrat bereits im Gesetzesgebungsverfahren der Steuerharmonisierung betonte (Botschaft �ber die Steuerharmonisierung, a.a.O., S. 21; vgl. auch SCHORNO/KL�TI-WEBER, a.a.O., Rz. 8 zu � 21; LOCHER, a.a.O., Rz. 4 zu Art. 9). Um diesen anerkannten Vorteil nicht einzuschr�nken oder sogar aufzuheben, m�ssten bei einer selbst�ndigen Steuerpflicht eines Ehepartners Verluste bzw. Gewinnungskosten�bersch�sse, die der Gatte am Nebensteuerdomizil erleidet, doch wieder zur Verrechnung mit den am Hauptsteuerdomizil erzielten Eink�nften zugelassen werden.
2.3.4.�Die Auffassung des Verwaltungsgerichts h�tte auch auf verfahrensrechtlicher Ebene unsachgem�sse Auswirkungen:
Das Steuerverfahrensrecht folgt ebenfalls dem Grundsatz, dass Ehegatten, die in rechtlich und tats�chlich ungetrennter Ehe leben, die dem Pflichtigen zukommenden Verfahrensrechte und -pflichten gemeinsam aus�ben (Art. 113 Abs. 1 DBG; Art. 40 Abs. 1 StHG). Wer der Steuerhoheit mehrerer Kantone unterliegt, kann seine Steuererkl�rungspflicht dadurch erf�llen, dass er eine Kopie der Steuererkl�rung des Wohnsitz- oder des Sitzkantons einreicht (Art. 2 Abs. 2 der Verordnung vom 9. M�rz 2011 �ber die Anwendung des Steuerharmonisierungsgesetzes im interkantonalen Verh�ltnis; SR 642.141). Der verwaltungs�konomische Vorteil, dass pro Steuerperiode schweizweit eine einzige Steuererkl�rung f�r alle Glieder der Familie gen�gt (vgl.���Botschaft �ber die Steuerharmonisierung, a.a.O., S. 21), w�rde in Frage gestellt, wenn eine steuerpflichtige Person im selben Kalenderjahr im Kanton des Hauptsteuerdomizils f�r zwei unterj�hrige Perioden (gemeinsam mit dem Ehepartner) veranlagt w�rde, im Kanton des Nebensteuerdomizils aber (selbst�ndig) f�r ein volles Kalenderjahr.
Im bestehenden System m�ssen beide Eheleute die Steuererkl�rung am Nebensteuerdomizil gemeinsam unterschreiben (bzw. der dortigen Beh�rde eine Kopie der gemeinsam unterschriebenen Steuererkl�rung des Hauptsteuerdomizils einreichen; Art. 40 Abs. 2 1. Satz StHG); die Veranlagungsverf�gung ist beiden Partnern gemeinsam zu er�ffnen; auch der andere Gatte, der selbst keine Ankn�pfungspunkte im Nebensteuerdomizilkanton hat, ist mitwirkungspflichtig und kann im S�umnisfalle einer Ermessensveranlagung unterzogen werden; der andere Partner kann gegen die Veranlagung (auch alleine) g�ltig Einsprache erheben (Art. 113 Abs. 3 DBG; Art. 40 Abs. 3 StHG); er haftet solidarisch f�r die Steuer, usw. All dies w�re nicht der Fall, wenn der Auffassung der Vorinstanz gefolgt w�rde.
Zudem beendet der Tod des einen Ehepartners bundessteuerlich die gemeinsame Steuerpflicht beider Gatten f�r alle Eink�nfte und Verm�genswerte, auch f�r eine Liegenschaft, die in einem andern Kanton als der Wohnsitz liegt (Art. 8 Abs. 2 DBG). Gem�ss der Auffassung der Vorinstanz w�rde dagegen f�r die Staats- und Gemeindesteuern eine unterj�hrige Steuerpflicht im Nebensteuerdomizilkanton entfallen, weil dort nur der �berlebende Partner steuerpflichtig w�re. Dann entst�nde aber bei der zeitlichen Bemessung (nebst dem Auseinanderklaffen in horizontaler Hinsicht zwischen dem Haupt- und dem Nebensteuerdomizil) auch eine unerw�nschte unterschiedliche Behandlung in vertikaler Hinsicht zwischen den kantonalen Steuern im Kanton des Nebensteuerdomizils und der direkten Bundessteuer: W�hrend bundessteuerlich beide Eheleute f�r s�mtliche Steuerfaktoren mitwirkungspflichtig sind (Art. 113 Abs. 1 DBG) und solidarisch f�r die Gesamtsteuer haften (Art. 13 Abs. 1 DBG), k�nnte sich die Steuerbeh�rde des Nebensteuerdomizilkantons hinsichtlich der kantonalen Steuern nur an den betreffenden Gatten wenden.
2.3.5.�Schliesslich entst�nden bei einer Abkehr von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Probleme bei der Ausscheidung von Schulden und Schuldzinsen im interkantonalen Verh�ltnis. Die Ausscheidung der Schuldzinsen w�re am Ort des Hauptsteuerdomizils aufgrund der Verm�genssituation jeweils am Ende der beiden unterj�hrigen Steuerperioden durchzuf�hren, am Nebensteuerdomizil aber nach den Verh�ltnissen am Ende des Kalenderjahrs. Das w�rde unweigerlich zu interkantonalen Besteuerungskonflikten oder -l�cken f�hren.
2.4.�Die Beschwerdegegner wehren sich dagegen, dass ihnen satzbestimmend Einkommen aufgerechnet werde, das sie infolge des Verkaufs der Liegenschaft gar nie erzielt h�tten.
Dabei �bersehen sie aber, dass die Hochrechnung des satzbestimmenden Einkommens auf 12 Monate nicht Folge des Verkaufs der Liegenschaft ist, sondern im Tod des Ehemannes bzw. im dadurch ausgel�sten Ende der (gemeinsamen) Steuerpflicht der Eheleute gr�ndet. Die Beschwerdegegnerin konnte auch nach dem Tod ihres Ehemanns - in der Steuerperiode 2011 (ab dem 3. August) - ihr Verm�gen, das sie aus der Ver�usserung der Liegenschaft erworben hatte, zinstragend oder sonst wie gewinnbringend anlegen und dadurch ihre wirtschaftliche Leistungsf�higkeit steigern.
Solche nach dem Todestag im gleichen Kalenderjahr erzielten Verm�gensertr�ge fallen nicht in die vorliegend strittige unterj�hrige Steuerperiode. W�rde die Steuer auf dem unterj�hrig ermittelten Einkommen zum ordentlichen Tarif berechnet, erg�be sich ein Progressionsvorteil, da die Steuertarife auf eine ganzj�hrige Besteuerung ausgelegt sind ( PETER K�STLI/MICHEL IFF, in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, 2014, Rz. 7 zu Art. 71). Die unterj�hrige Dauer der Steuerpflicht wird daher satzbestimmend kompensiert, und zwar mittels Umrechnung der vor Beendigung der Steuerpflicht erzielten (Mietzins-) Ertr�ge auf eine Dauer von 12 Monaten. Ziel der Umrechnung ist es, ein der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit entsprechendes, repr�sentatives Jahresergebnis zu ermitteln, das den anwendbaren Steuersatz bestimmt ( REICH, a.a.O., Rz. 29 zu � 16).
Eine unsachgem�sse Schlechterstellung der Beschwerdegegner im Vergleich zu anderen Steuerpflichtigen liegt somit nicht vor.
3.1.�Diese Erw�gungen f�hren zur Gutheissung der Beschwerde.
3.2.�Die Beschwerdegegner vermuten, dass es dem Beschwerdef�hrer um einen Grundsatzentscheid des Bundesgerichts gehe, und beantragen, es sei aufgrund des "besonderen Rechtsschutzinteresses des Beschwerdef�hrers" im Falle der Gutheissung der Beschwerde auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten.
Die Ausnahmeregelung, wonach das Bundesgericht auf die Auferlegung von Kosten verzichten kann, wenn die Umst�nde es rechtfertigen, ist allerdings zur�ckhaltend anzuwenden ( ANNETTE DOLGE, in: Sp�hler/Aemisegger/Dolge/Vock, Bundesgerichtsgesetz, 2. A. 2013, Art. 66 Rz. 5). Das kann dann der Fall sein, wenn eine Partei aus unvorhersehbaren Gr�nden unterlegen ist, z.B. wegen einer Praxis�nderung ( DOLGE, a.a.O., Art. 66 Rz. 5). Dass es aus Sicht des Beschwerdef�hrers allenfalls besonders triftige Gr�nde f�r ein Rechtsmittelverfahren gab, kann hingegen kein Grund daf�r bilden, die Beschwerdegegner gegen�ber andern Prozessparteien vor Bundesgericht zu bevorzugen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegner das Steuerjustizverfahren selbst erstinstanzlich eingeleitet haben, als sie bei der Verwaltungsrekurskommission Rekurs erhoben, und dass sie vor Bundesgericht die Abweisung der Beschwerde beantragt haben.
Weil das Bundesgericht im vorliegenden Entscheid seine bestehende Praxis best�tigt, sind die Verfahrenskosten somit ausgangsgem�ss den Beschwerdegegnern aufzuerlegen (Art. 66 BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht zuzusprechen. �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens hat die Vorinstanz neu zu befinden.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Februar 2014 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 2012 best�tigt.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdegegnern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
Die Sache wird zur Neufestlegung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen und der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.