Source: https://www.iv-immobilien.at/sonstige-verpflichtungen-des-verwalters/
Timestamp: 2019-02-18 02:16:07
Document Index: 82696475

Matched Legal Cases: ['§ 1002', '§ 1009', '§ 1010', '§ 1012', '§ 1013', '§ 1016']

„SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN DES VERWALTERS“ -IV Immobilien - Immobilienverwaltung in Oberösterreich
Die dem Verwalter als Machthaber nach dem ABGB („Von der Bevollmächtigung und anderen Arten der Geschäftsführung“ §§ 1002 – 1044 ABGB) auferlegten Verbindlichkeiten können weder aufgehoben noch beschränkt werden.
Daraus ergeben sich für den Verwalter weitere Pflichten, etwa
Redliche Geschäftsbesorgung, Zuwendung aller Vorteile (§ 1009 ABGB),
Gehorsamspflicht,
Herausgabepflicht,
Schadenersatz – Haftung für Substituten (§ 1010 ABGB),
Rechnungslegung (§ 1012 ABGB),
Verbot der Geschenkannahme (§ 1013 ABGB),
Verbot der Vollmachtsüberschreitung (§ 1016 AGBG),
allfällige sonstige vertragliche Pflichten.
Pflicht zur Auskunfterteilung über den Verwaltungsvertrag und Stimmverhalten
Der Verwalter hat auf Verlangen jedem Wohnungseigentümer
Auskunft über den Inhalt des Verwaltungsvertrages,
besonderes über die Entgeltvereinbarung und
den Umfang der vereinbarten Leistungen zu geben.
Weiters hat der Verwalter auf Verlangen jedem Wohnungseigentümer
im Fall einer schriftlichen Willensbildung
Auskunft über das Stimmverhalten der anderen Wohnungseigentümer zu geben.
Folgen der Pflichtverletzung durch den Verwalter
Wenn der Verwalter seine Pflichten grob verletzt,
kann die Eigentümergemeinschaft
neben allfälligen Schadenersatzansprüchen
auch eine Herabsetzung des mit dem Verwalter vereinbarten Entgelts nach Maßgabe der mit dem Pflichtverstoß einhergehenden Minderung des Nutzens aus der Verwaltungstätigkeit verlangen.
Die Herabsetzung des Verwalterhonorars ist im streitigen Verfahren geltend zu machen.
Eine grobe Pflichtverletzung des Verwalters kann daher zu folgenden Sanktionen führen:
Schadenersatzansprüche der Eigentümergemeinschaft,
Herabsetzung des Honorars des Verwalters.
Kriterien sind vor allem die Schwere der Pflichtverletzung und der verminderte Nutzen der Eigentümergemeinschaft aufgrund des Pflichtverstoßes des Verwalters.
Auflösung und Verlängerung des Verwaltungsvertrages
Die Auflösung des Verwaltungsvertrages kann durch ordentliche oder außerordentliche Kündigung oder durch gerichtliche Auflösung erfolgen.
Verwaltungsverträge auf unbestimmte Zeit
Wurde der Verwalter auf unbestimmte Zeit bestellt, so können sowohl die Eigentümergemeinschaft als auch der Verwalter den Verwaltungsvertrag unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende jeder Abrechnungsperiode (üblicherweise das Kalenderjahr, sonst je nach abweichender Abrechnungsperiode) kündigen.
Achtung – Die Kündigung ist nur zum Ende der Abrechnungsperiode möglich.
Verwaltungsverträge auf bestimmte, mehr als dreijährige Zeit
Wurde der Verwalter auf bestimmte, mehr als dreijährige Zeit bestimmt, so können sowohl die Eigentümergemeinschaft als auch der Verwalter nach Ablauf von drei Jahren den Verwaltungsvertrag ohne Angabe von Gründen unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende jeder Abrechnungsperiode (üblicherweise das Kalenderjahr, sonst je nach abweichender Abrechnungsperiode) kündigen.
Der Eigentümergemeinschaft wird das vorzeitige Kündigungsrecht nach dieser Gesetzstelle bereits nach Ablauf von drei Jahren eingeräumt. Ein Kündigungsgrund ist nicht erforderlich. Die gleichzeitige Bestellung eines anderen Verwalters ist nicht zwingend.
Pflicht zur ordentlichen Abrechnung, Pflichten, Verwalter, Verwaltungsvertrag
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