Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=31.05.2007&Aktenzeichen=IV%20R%2054/05
Timestamp: 2020-01-25 17:16:00
Document Index: 45126161

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 7', '§ 4', '§ 52', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 52']

BFH, 31.05.2007 - IV R 54/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1474
BFH, 31.05.2007 - IV R 54/05 (https://dejure.org/2007,1474)
BFH, Entscheidung vom 31.05.2007 - IV R 54/05 (https://dejure.org/2007,1474)
BFH, Entscheidung vom 31. Mai 2007 - IV R 54/05 (https://dejure.org/2007,1474)
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EStG i. d. F. des StBereinG 1999 § 4 Abs. 2 Sätze 1 und 2
EStG i.d.F. des StBereinG 1999 § 4 Abs. 2 Sätze 1 und 2
Zusammenhang einer Bilanzänderung mit einer Bilanzberichtigung; Bestehen einer Gewinnänderung bei einer Nichtverbuchung oder fehlerhaften Verbuchung von Entnahmen und Einlagen; Zulässigkeit der Änderung einer Vermögensübersicht (Bilanz); Anwendbarkeit des § 4 Abs. 2 S. 2 ...
Bilanzänderung auch zulässig nach Korrektur von Einlagen und Entnahmen
Bilanzänderung auch nach Bilanzberichtigung, der die Nicht oder fehlerhafte Buchung von Einlagen und Entnahmen zu Grunde liegt
Begrenzung der Höhe nach - Kompensation
Zusammenfassung von "Bilanzänderung bei fehlerhafter Verbuchung von Entnahmen und Einlagen" von Richter am FG Köln Andreas Fink, original erschienen in: NWB 2008, 2221 - 2226.
Zusammenfassung von "Bilanzberichtigung bei Veränderungen von Unterposten des Eigenkapitals" von StB Karl-Fr. Kohlhaas, original erschienen in: DStR 2007, 2249 - 2252.
FG Niedersachsen, 11.03.2004 - 16 K 12740/99
Nach Veröffentlichung des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 31. Mai 2007 IV R 54/05 (BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665), wonach eine Bilanzberichtigung auch dann vorliegt, wenn sich eine Gewinnänderung aus der Nicht- oder der fehlerhaften Verbuchung von Entnahmen und Einlagen ergibt, sah sich das FA an einer Abhilfe gehindert, weil es an dem von § 7g Abs. 3 EStG vorausgesetzten Finanzierungszusammenhang zwischen Rücklagenbildung und Investition fehle.
Sie --die Kläger-- hätten die Rücklage in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des BFH-Urteils in BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665 bereits im November 2001 während der Außenprüfung geltend gemacht.
a) Die Erhöhung des Anteils der privaten PKW-Nutzung und die Hinzuschätzung eines Sicherheitszuschlags wegen Buchführungsmängeln, die Entnahme dieser Beträge und zusätzliche Umsatzsteuer- und Gewerbesteuerverbindlichkeiten wirken sich auch dann auf das Eigenkapital und damit auf die Bilanz aus, wenn dessen Saldo unverändert bleibt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665).
Die vom Kläger --nicht vom Betriebsprüfer-- vorzunehmende Bilanzberichtigung braucht ebenso wie eine die Bilanzberichtigung kompensierende Bilanzänderung erst zu erfolgen, wenn deren Zulässigkeit gerichtlich geklärt ist (BFH-Urteile vom 27. September 2006 IV R 7/06, BFHE 215, 172, 176, BStBl II 2008, 600, 602; in BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665, und in BFHE 222, 418, BStBl II 2008, 924).
Da die geänderte Sonderbilanz erst nach dem 31. März 1999, dem Tag der Verkündung des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 vom 24. März 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304), eingereicht worden ist, findet § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG i.d.F. des Steuerbereinigungsgesetzes (StBereinG) 1999 vom 22. Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) Anwendung (§ 52 Abs. 9 EStG i.d.F. des StBereinG 1999; BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665).
Ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwischen einer Bilanzänderung nach § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG und einer Bilanzberichtigung nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG besteht jedenfalls dann, wenn sich beide Vorgänge auf dieselbe Bilanz beziehen und die Änderung der Bilanz unverzüglich nach der Bilanzberichtigung begehrt wird (Anschluss an BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665).
Denn ein solcher Zusammenhang besteht jedenfalls dann, wenn sich die Bilanzänderung einerseits und die Bilanzberichtigung andererseits auf dieselbe Bilanz beziehen und die Änderung der Bilanz unverzüglich nach der Bilanzberichtigung begehrt wird (BFH-Urteile vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFHE 218, 188, 192, BStBl II 2008, 665, 667;… vom 31. Mai 2007 IV R 25/06, BFH/NV 2007, 2086, 2087; Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 18. Mai 2000, BStBl I 2000, 587).
Er ist vielmehr berechtigt, zunächst diese Klärung zu betreiben und erst dann eine entsprechend geänderte Bilanz aufzustellen, wenn die Bilanzänderung rechtskräftig für zulässig erachtet worden ist (BFH-Urteil vom 27. September 2006 IV R 7/06, BFHE 215, 172, 176, BStBl II 2008, 600, 602; in BFHE 218, 188, 192, BStBl II 2008, 665, 667).
Im Übrigen war es im Fall des IV. Senats jedenfalls insoweit zu einer --wirtschaftsgutbezogenen-- Änderung von Bilanzposten gekommen, als das FA Wirtschaftsgüter des notwendigen Privatvermögens, die der dortige Steuerpflichtige zu Unrecht bilanziert hatte, aus der Bilanz ausgebucht hatte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665, unter II.1.e).
bbb) Im Ergebnis dasselbe gilt im Hinblick auf die Rechtsprechung des IV. Senats des BFH, nach der eine Bilanzänderung auch dann i.S. des § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG 1997 mit einer Bilanzberichtigung zusammenhängen kann, wenn sich die gegenläufige Gewinnänderung aus Fehlern bei der Verbuchung von Entnahmen und Einlagen ergibt (BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFH/NV 2007, 1973).
Ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang besteht jedenfalls dann, wenn sich beide Vorgänge auf dieselbe Bilanz beziehen und die Änderung der Bilanz unverzüglich nach der Bilanzberichtigung begehrt wird (BFH-Urteil vom 17.07.2008 I R 85/07, BStBl II 2008, 924 im Anschluss an BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BStBl II 2008, 665 mit Hinweisen zur zeitlichen Anwendung).
a) Eine Bilanzberichtigung liegt auch vor, wenn sich die Gewinnänderung auf die Nicht- oder fehlerhafte Verbuchung von Entnahmen und Einlagen bezieht, weil hierdurch das Eigenkapital in der Bilanz verändert wird (BFH-Urteil vom 31.05.2007 IV R 54/05, BStBl II 2008, 665, 668 l.Sp. und nachfolgend Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 13.08.2008, BStBl I 2008, 845).
63 Im Streitfall bestand ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang mit der Berichtigung der Bilanz durch das FA und die Änderung der Bilanz wurde unverzüglich nach der Bilanzberichtigung begehrt (BFH-Urteile vom 17.07.2008 I R 85/07, BStBl II 2008, 924 und vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BStBl II 2008, 665).
Der Zusammenhang einer Bilanzänderung mit einer Bilanzberichtigung liegt auch dann vor, wenn sich die Gewinnänderung im Rahmen der Bilanzberichtigung aus der Nicht- oder der fehlerhaften Verbuchung von Entnahmen und Einlagen ergibt (BFH-Urteil vom 31.05.2007 IV R 54/05, BStBl II 2008, 665 entgegen Schreiben des BMF vom 18. Mai 2000, BStBl I 2000, 587).
dd) Zutreffend hat das FG entschieden, dass sich aus den Entscheidungen des Senats zum Zusammenhang einer Bilanzberichtigung mit einer Bilanzänderung bei der Korrektur von Falschbuchungen von Entnahmen und Einlagen (BFH-Urteile vom 31. Mai 2007 - IV R 54/05, BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665, und IV R 25/06, BFH/NV 2007, 2086) nichts anderes ergibt.
Hiermit übereinstimmend ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass auch ein --infolge unzutreffende Gewinnverteilung-- fehlerhafter Eigenkapitalausweis in den Folgeperioden erfolgswirksam zu berichtigen ist (BFH-Urteil vom 11. Februar 1988 IV R 19/87, BFHE 153, 26, BStBl II 1988, 825; ebenso zur fehlerhaften Verbuchung von Einlagen und Entnahmen BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665).
Berichtigt werden kann danach nur die Vermögensübersicht (Bilanz), nicht aber ein außerhalb der Bilanzansätze (bzw. der Verbuchung von Entnahmen und Einlagen, s. BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, BFHE 218, 188, BStBl II 2008, 665) liegender Fehler bei der Gewinnermittlung.
Im Streitfall findet, da die Klägerin von ihrem Bilanzierungswahlrecht erst nach dem 31. März 1999, dem Tag der Verkündung des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 vom 24. März 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) Gebrauch gemacht hat, § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG in der Fassung des Steuerbereinigungsgesetzes 1999 vom 22. Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) Anwendung (§ 52 Abs. 9 EStG; BFH-Urteil vom 31. Mai 2007 IV R 54/05, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt, BFH/NV 2007, 1973).