Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.03.1996&Aktenzeichen=III%20ZR%20224/94
Timestamp: 2020-02-18 04:59:51
Document Index: 4214787

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.03.1996 - III ZR 224/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,722
BGH, 14.03.1996 - III ZR 224/94 (https://dejure.org/1996,722)
BGH, Entscheidung vom 14.03.1996 - III ZR 224/94 (https://dejure.org/1996,722)
BGH, Entscheidung vom 14. März 1996 - III ZR 224/94 (https://dejure.org/1996,722)
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Art. 12, 14 GG, Enteignungsgleicher Eingriff, Abgrenzung zur Berufsausübungsregelung, kein Schutz für künftige Chancen und Erwerbsmöglichkeiten;
keine Staatshaftung für Eingriffe in Art. 12 GG
Berufsausübungsregelung - Enteignungsgleicher Eingriff - Kassenarzt
Berufsfreiheit, enteignungsgleicher Eingriff und Amtshaftung
GG Art. 12, 14
Entschädigung für die Weigerung der Zustimmung zur Erbringung ärztlicher Leistungen durch die Kassenärztliche Vereinigung
BGHZ 132, 181
NJW 1996, 2422
MDR 1996, 798
VersR 1996, 1025
WM 1996, 1109
DVBl 1996, 797
JR 1997, 107
Das Konzept der Entschädigung ist auf solche Rechtspositionen ausgerichtet und beschränkt, die dem Schutz der Eigentumsgarantie aus Art. 14 GG unterstehen, vgl. BGH, Urteil vom 14. März 1996 - III ZR 224/94, juris, Rn. 19, 20; Beschluss vom 27. Mai 1993 - III ZR 142/92 -, juris, Rn. 3.
Auch der Schutz des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs erstreckt sich nicht auf künftige Chancen und Erwerbsmöglichkeiten, zu denen beabsichtigte Betriebserweiterungen gehören (Senatsurteil BGHZ 132, 181, 187 m.w.N.).
Zwar mag auch eine erstinstanzliche sozialgerichtliche Entscheidung im Einzelfall bei der Würdigung, ob dem Amtsträger ein Schuldvorwurf zu machen ist, zu berücksichtigen sein (vgl. Senatsurteil vom 14. März 1996 - III ZR 224/94 - MedR 1996, 464, 466; insoweit in BGHZ 132, 181 nicht abgedruckt).
Von diesem Ausgangspunkt aus wird die Anwendbarkeit des Art. 14 Abs. 1 GG verneint, wenn die Begrenzung der Verwendung vorhandener Vermögensgüter, für die grundsätzlich auch der Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG in Betracht kommt, nur die Folge einer angeordneten Handlungsbeschränkung ist (BVerfGE 102, 26, 40), insbesondere dann, wenn durch Gesetz Arbeitsverhältnisse befristet werden und damit die Freiheit der individuellen Erwerbsmöglichkeit von einem bestimmten Zeitpunkt an beendet wird (BVerfGE 84, 133, 157; 85, 360, 383; - insoweit überholt die frühere Rechtsprechung des BGH, BGHZ 81, 21, 33 f; differenzierend BGHZ 132, 181, 186 ff).
In Fällen wie dem vorliegenden, in denen bei einer schwierig zu beantwortenden Rechtsfrage ein mit mehreren Rechtskundigen besetztes Kollegialgericht unrichtigerweise die Rechtmäßigkeit einer Amtshandlung bejaht hat, ist in der Regel ein Verschulden des Amtsträgers zu verneinen (vgl BGH Urteil vom 6.2.1986 - III ZR 109/84 - BGHZ 97, 97, 107; BGH Urteil vom 14.3.1996 - III ZR 224/94 - NJW 1996, 2422, 2424, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 132, 181; BGH Urteil vom 4.11.2010 - III ZR 32/10 - NJW 2011, 1072 RdNr 36 f) , mit der Folge, dass ein Amtshaftungsanspruch nach § 839 BGB ausscheidet.
Das Grundrecht schützt nur Rechtspositionen, die einem Rechtssubjekt bereits zustehen, keine Chancen und Verdienstmöglichkeiten (vgl. BVerfGE 68, 193, 222; BGHZ 111, 349, 357; BGH, Urt. v. 14.3.1996 - III ZR 224/94, WM 1996, 1109, 1111, zum Abdruck in der amtlichen Sammlung bestimmt).
Wenn die nach sorgfältiger Prüfung gewonnene Rechtsansicht des Amtsträgers als rechtlich vertretbar angesehen werden kann und er daran bis zur gerichtlichen Klärung der Rechtslage festhält, so kann aus der Mißbilligung seiner Rechtsauffassung durch die Gerichte ein Schuldvorwurf nicht hergeleitet werden (ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur BGHZ 119, 365, 369; Urteil vom 14. März 1996 - III ZR 224/94 - NJW 1996, 2422, 2424, insoweit in BGHZ 132, 181 nicht abgedruckt).
"Kollegialgericht" im Sinne der Richtlinie ist nur ein Gericht, das mit mehreren Berufsrichtern, nicht dagegen ein solches, das lediglich mit einem rechtskundigen Berufsrichter und im Übrigen mit ehrenamtlichen Beisitzern besetzt ist (BGHZ 152, 172, 184; BGH VersR 1968, 371, 373; NJW 1996, 2422, 2424).
OLG Frankfurt, 16.09.2019 - 13 U 95/18
Kein Amtshaftungsanspruch wegen mangelnden Verschuldens bei vertretbarer …