Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20220/95
Timestamp: 2020-04-07 11:38:30
Document Index: 237696033

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 134', '§ 30', '§ 31', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.06.1997 - II ZR 220/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,454
BGH, 23.06.1997 - II ZR 220/95 (https://dejure.org/1997,454)
BGH, Entscheidung vom 23.06.1997 - II ZR 220/95 (https://dejure.org/1997,454)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95 (https://dejure.org/1997,454)
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Erstattungsanspruch der Gesellschaft gegen seinen Gesellschafter; Entstehen einer Unterbilanz oder einer Überschuldung der Gesellschaft durch Vornahme von Zahlungen an die Gesellschafter; Auflösung von Rückstellungen; Umgehung von Kapitalerhaltungsvorschriften
Ausschluss des Bereicherungsrechts durch Unterbilanzhaftung gem. § 31 GmbHG auch bei beabsichtigter Umgehung der Kapitalerhaltungsvorschriften ("Stahltransport")
Zu den Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen das Kapitalerhaltungsgebot
BGB §§ 134, 812 ff.; GmbHG §§ 30, 31
Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen das Kapitalerhaltungsgebot; Anwendbarkeit der allgemeinen Vorschriften des BGB
Gesellschaftsrecht; Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen das Kapitalerhaltungsgebot bei einer GmbH
Verdeckte Gewinnausschüttung (§ 31 GmbHG); Rechtsfolgen unzulässiger Auszahlung
BGHZ 136, 125
NJW 1997, 2599
ZIP 1997, 1450
WM 1997, 1621
BB 1997, 1807
DB 1997, 1706
Denn ein Verstoß gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Kapitalaufbringung setzt in den Fällen der Weiterleitung des Einlagebetrages an ein von dem Inferenten beherrschtes Unternehmen nicht voraus, dass der Inferent dadurch einen unmittelbaren Zugriff auf den Einlagebetrag erlangt, den er z.B. auch bei "darlehensweiser" Weiterleitung an eine andere von ihm beherrschte GmbH nicht erhielte, soweit und solange dort durch eine Entnahme des Betrages eine Unterbilanz entstünde oder vertieft würde (§ 30 GmbHG; vgl. z.B. BGHZ 136, 125, 127).
Nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 136, 125, 131 m.w.Nachw.) handelt ein Gesellschafter "böslich", wenn er die Auszahlung in Kenntnis ihrer Unzulässigkeit entgegennimmt, also weiß, dass bereits eine Überschuldung oder eine Unterbilanz besteht oder dass infolge der Auszahlung das zur Deckung des Stammkapitals erforderliche Vermögen nunmehr angegriffen wird.
§ 30 Abs. 1 GmbHG ist auch kein Verbotsgesetz im Sinne des § 134 BGB (BGH, Urt. v. 23. Juni 1997 - II ZR 220/95, ZIP 1997, 1450, 1451 f, z.V.b. in BGHZ) .
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind Abreden, die zur Verkürzung von Steuern führen, auch nach § 138 Abs. 1 BGB nur dann insgesamt nichtig, wenn ihr Hauptzweck auf die Steuerhinterziehung gerichtet ist (BGH 23. Juni 1997 - II ZR 220/95 - BGHZ 136, 125, 132, zu II 2 der Gründe mwN).
(3) Schließlich ist der Senat auch für die Kapitalerhaltungsvorschriften im GmbH-Recht (§§ 30, 31 GmbHG) von der Wirksamkeit des Erfüllungsgeschäfts ausgegangen (BGH, Urteil vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95, BGHZ 136, 125, 129 f.).
Darüber hinaus muss er wissen, dass bereits eine Überschuldung oder eine Unterbilanz besteht oder dass infolge der Auszahlung das zur Deckung des Stammkapitals erforderliche Vermögen nunmehr angegriffen wird (BGH, Urteil vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95, BGHZ 136, 125, 131 mwN;… vom 29. September 2008 - II ZR 234/07, WM 2008, 2215 Rn. 23).
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