Source: https://www.11880-steuerberater.com/ratgeber/fuer-privat/schenkungssteuer-freibetrag
Timestamp: 2020-04-04 14:21:45
Document Index: 184996688

Matched Legal Cases: ['§16', '§15', '§ 13', '§ 516', '§ 516', '§518']

Schenkungssteuer Freibetrag – Alle Infos | 3 clevere Spartipps&#10007
Mit dem eigenen Vermögen kann man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen glücklich machen. Viele nutzen dafür das Erbe, aber auch eine Schenkung ist jederzeit möglich. Bei einem hohen Geldwert kann es jedoch vorkommen, dass eine Steuerzahlung fällig wird, die innerhalb der Erbschaft- und Schenkungssteuer genau geregelt ist. Wie hoch der Schenkungssteuer Freibetrag ausfällt und was Sie tun können, wenn dieser aufgebraucht ist, erfahren Sie in unserem 11880.com-Steuerberater-Ratgeber.
Schenkungssteuer Freibetrag – wer profitiert am meisten?
Steuerklassen und Steuersätze der Schenkungssteuer
3 Tipps mit denen Sie bei der Schenkungssteuer sparen können
Was gilt als Schenkung?
© purple_queue - istockphotos.com
In den meisten Fällen werden innerhalb der Familie und im Freundeskreis kleinere Beträge und Wertgegenstände verschenkt, doch wie sieht es mit größeren Summen aus? Zwischen 20.000 € und 500.000 € können Sie als Zuwendung erhalten, ohne dafür eine Schenkungssteuer entrichten zu müssen. Einzige Unterscheidung für den Schenkungssteuer Freibetrag ist hierbei der Verwandtschaftsgrad bzw. die Beziehungsnähe zum Beschenkten:
Schenkungssteuer Freibetrag für Ehepartner und Lebenspartner in eingetragener Lebenspartnerschaft: 500.000 €
Schenkungssteuer Freibetrag für Kinder, Enkelkinder (deren Eltern verstorben sind), Stief- und Adoptivkinder: 400.000 €
Schenkungssteuer Freibetrag für Enkelkinder: 200.000 €
Schenkungssteuer Freibetrag bei Schenkung für Eltern, Großeltern, Geschwister, Nichten und Neffen, Urenkel, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner, oder Lebenspartner in aufgehobenen Lebensgemeinschaft: 20.000 €
alle weiteren Empfänger der Schenkung: 20.000 €
Trotz der übereinstimmenden Freibeträge zwischen Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer gibt es eine entscheidende Ausnahme: Eltern und Großeltern verfügen über einen wesentlich niedrigeren Freibetrag bei Schenkungen als bei Erbschaften.
Nach §16 ErbStG ist der Verwandtschaftsgrad zwischen Absender und Empfänger der entscheidende Faktor. Ehe- und eingetragene Lebenspartner haben den höchsten Freibetrag, während Empfänger ohne Verwandtschaftsverhältnis den niedrigsten Schenkungssteuer Freibetrag besitzen. Die Personen in den oben genannten Gruppen 1 - 3 besitzen allesamt die Steuerklasse I nach §15 ErbStG. Gruppe 4 fällt in Steuerklasse II, alle sonstigen Empfänger finden sich in Steuerklasse III. Auf Grundlage der Steuerklassen wird die Höhe der Besteuerung von Schenkungen in Abhängigkeit von deren Gesamthöhe berechnet.
Der Wert der Schenkung und die Steuerklassen samt prozentualer Besteuerung ergeben den letztendlich zu zahlenden Steuerbetrag:
Wert der steuerpflichtigen Schenkung Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
© SolStock - istockphotos.com
Die Schenkungssteuer Freibeträge können also je nach Höhe des bewegten Vermögens und der Steuerklasse des Empfängers zwischen 7 % und 50 % variieren! Es gibt allerdings mehrere Tricks, wie Sie bei der Schenkungssteuer sparen können. Am einfachsten funktioniert das, indem man die Freibeträge mehrfach nutzt. Das ist alle 10 Jahre möglich, sprich Sie schenken bspw. Ihrem Kind alle 10 Jahre 400.000 €, ohne dass dies das Kind Steuern kosten würde.
Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Kettenschenkungen. Hierbei gelangt das Geschenk über einen "Zwischenmann" zu dem eigentlichen Geschenkempfänger. Wollen Sie beispielsweise Ihrem Schwiegersohn 50.000 Euro schenken, können Sie die Summe zunächst Ihrer Tochter schenken und diese schenkt die Summe wiederum an den Schwiegersohn weiter.
Als letzte Möglichkeit – oder vielmehr Schlupfloch – können Sie Gelegenheitsgeschenke nach § 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG nutzen. Damit sind alle Zuwendungen gemeint, die aufgrund eines bestimmten Anlasses zu erwarten sind. Zwar gibt es Begrenzungen, was den Wert des Geschenkes angeht, aber ein Auto der unteren oder mittleren Preisklasse wäre beispielsweise in vielen Fällen ebenfalls noch als Gelegenheitsgeschenk vertretbar. Wie hoch der Wert jedoch letztlich ausfallen darf, hängt von den Vermögensverhältnissen des Schenkers und Beschenkten ab. Um also bei einer Schenkung trotz voll ausgereizter Freibeträge dennoch bei der Schenkungssteuer zu sparen, müssen Sie das Geschenk an einen speziellen Anlass knüpfen und der Wert des Geschenks sollte in einem angemessenen finanziellen Rahmen bleiben.
Das Finanzamt erkennt folgende Gründe als außerordentliche Zuwendung an:
Jubiläum (z. B. Goldene Hochzeit)
Übrigens: Hier erfahren Sie, wie Sie Erbschafts- und Schenkungssteuererklärungen erstellen.
Eine Schenkung ist eine Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen Anderen bereichert und sich beide Teile darüber einig sind, dass die Zuwendung unentgeltlich geschieht (§ 516 BGB, Abs. 1). Trotz diese Definition gibt es noch einen entscheidenden Unterschied, nämlich die Form einer Schenkung. Man unterscheidet hierbei zwischen einer üblichen Handschenkung (z. B. Weihnachtsgeschenk) und einem verpflichtenden Schenkungsversprechen.
Eine Handschenkung erfolgt nach § 516 BGB ohne notarielle Beurkundung und ist somit ohne kein vorab vertraglich vereinbartes Schenkungsversprechen. Mit anderen Worten, es handelt sich hierbei um eine Überraschung seitens des Schenkers, welche dem Beschenkten zuvor nicht bekannt war. Zudem wird für die Schenkung keine Gegenleistung erwartet. Das Geschenk wird von Hand zu Hand überreicht und gehört damit sofort dem Beschenkten – vorausgesetzt, dieser nimmt die Schenkung an.
Nach §518 BgB liegt ein Schenkungsversprechen dann vor, wenn es notariell beurkundet wurde. Mit diesem Versprechen wird ein Schenkungsvertrag zwischen dem Schenker und dem Beschenkten wirksam, der den Schenker dazu verpflichtet, einen Vermögenswert an den Beschenkten zu übergeben. Dies macht vor allem bei größeren Vermögenswerten und Immobilien Sinn, die nicht von Hand zu Hand überreicht werden können und natürlich auch, um sich juristisch abzusichern. Zwar kann eine Schenkung grundsätzlich auch ohne notarielle Beurkundung erfolgen und rechtskräftig sein, aber sie ist ohne das Schenkungsversprechen nicht bindend. Das heißt, dass vor allem der Beschenkte von dem Schenkungsvertrag profitiert.