Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20150,%20299
Timestamp: 2020-02-20 08:40:35
Document Index: 93756021

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.04.2002 - VII ZR 192/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,63
BGH, 18.04.2002 - VII ZR 192/01 (https://dejure.org/2002,63)
BGH, Entscheidung vom 18.04.2002 - VII ZR 192/01 (https://dejure.org/2002,63)
BGH, Entscheidung vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01 (https://dejure.org/2002,63)
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AGBG § 9 Abs. 1 Bf, Cl
Verpflichtung des Bauunternehmers zur Stellung einer Erfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern ist unwirksam
Revision - AGB - Verpflichtung eines Bauunternehmers - Besteller - Sicherung von Vertragserfüllungsansprüchen - Bürgschaft auf erstes Anfordern
Unwirksame Verpflichtung eines Bauunternehmers in AGB des Bestellers, zur Sicherung von Erfüllungsansprüchen Bürgschaft auf erstes Anfordern zu stellen
Zur Unwirksamkeit der Verpflichtung eines Bauunternehmers zur Stellung einer Bürgschaft auf erstes Anfordern in AGB des Bestellers
Vereinbarung von Vertragserfüllungsbürgschaften a.e.A.
Formularmäßige Verpflichtung zur Stellung einer Vertrags-erfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern in Bauverträgen unzulässig
"Bürgschaft auf erstes Anfordern" im Bauvertrag unzulässig
Bürgschaftsrecht; Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern
Unwirksame Verpflichtung eines Bauunternehmers in AGB des Bestellers zur Sicherung von Erfüllungsansprüchen durch Bürgschaft auf erstes Anfordern
Bankbürgschaften in Bauverträgen (RA Prof. Wolfgang Heiermann; Deutsches Baublatt 3/2002, S. 21)
Bankbürgschaften in Bauverträgen (RA Prof. Wolfgang Heiermann; Deutsches Baublatt 5/2002, S. 21)
Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern: Vereinbarung in AGB wirksam? (IBR 2002, 414)
Zusammenfassung von "Die Bürgschaft auf erstes Anfordern im Fadenkreuz des BGH" von RA Dr. Thomas Karst, original erschienen in: NJW 2004, 2059 - 2061.
Zusammenfassung von "Gefährdung der internationalen Anerkennung der von deutschen Banken ausgestellten Garantien" von RA Dr. Jens Nielsen, original erschienen in: ZBB 2004, 491 - 503.
BGHZ 150, 299
NJW 2002, 2388
ZIP 2002, 1198
MDR 2002, 1058
NZBau 2002, 494
WM 2002, 1415
DB 2002, 1548
JR 2002, 510
BauR 2002, 1239
BauR 2002, 935
ZfBR 2002, 669
Der Vertrag wäre jedoch ergänzend dahin auszulegen, daß die Stellung einer unbefristeten, selbstschuldnerische Bürgschaft vereinbart worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, BGHZ 150, 305 = BauR 2002, 1239, 1240 = NJW 2002, 2388; BGH, Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, NZBau 2002, 559, 560 = ZfBR 2002, 784) .
So entfällt etwa im Falle einer Garantie auf erstes Anfordern die Zahlungspflicht der Garantiebank, wenn klar erkennbar ist, dass es an einer materiellen Berechtigung des Gläubigers fehlt und dieser infolge dessen seine formale Rechtsstellung als Garantienehmer missbraucht (BGH, Urteil vom 20. September 2011 - XI ZR 17/11); Gleiches gilt bei einer Bürgschaft auf erstes Anfordern (siehe nur BGH, Urteile vom 05. März 2002 - XI ZR 113/01 - und vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01 - Rdnr. 25).
Dies hat der Senat in seinem Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, in Juris dokumentiert und zum Abdruck in BGHZ bestimmt, im einzelnen ausgeführt.
Der Verwender muß den in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen gesetzesfremden Kerngehalt inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellen und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumen; der Kunde muß die reale Möglichkeit erhalten, den Inhalt der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (st.Rspr.; vgl. nur BGHZ 143, 103, 111 f; 150, 299, 302 f).
Eine vom Auftraggeber vorformulierte Sicherungsabrede, die die Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern vorsieht, ist zwar unwirksam (BGH, Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, BGHZ 150, 299; Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, BGHZ 151, 229).
Zwar verstößt eine entsprechende Verpflichtung des Bauunternehmers in Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bestellers, wie der Bundesgerichtshof nunmehr entschieden hat, gegen § 9 Abs. 1 AGBG (jetzt § 307 Abs. 1 BGB), weil sie den Unternehmer unangemessen benachteiligt (BGH, Urt. v. 18. April 2002 - VII ZR 192/01, WM 2002, 1415; v. 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, WM 2002, 1876, 1877).
Alle Streitfragen tatsächlicher und rechtlicher Art werden, sofern der Gläubiger nicht seine formale Rechtsstellung offensichtlich oder liquide beweisbar mißbraucht, in den Rückforderungsprozeß verlagert (Senat BGHZ 145, 286, 291 m.w.Nachw.: zum Garantievertrag; Senatsurteil vom 5. März 2002 - XI ZR 113/01, WM 2002, 743, 744; BGH, Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, WM 2002, 1415, 1416 m.w.Nachw.: zur Bürgschaft).
Sie verschafft dem Gläubiger weitreichend die Möglichkeit, sich liquide Mittel zu verschaffen, auch wenn der Sicherungsfall nicht eingetreten ist (BGH, Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, WM 2002, 1415, 1416).
Das Streben des Gläubigers, sich mit Hilfe der nur durch den Rechtsmißbrauchseinwand begrenzten Vorleistungspflicht des Bürgen liquide Mittel zu verschaffen, ist daher nicht als berechtigt anzuerkennen (BGH, Urteil vom 18. April 2002 - VII ZR 192/01, WM 2002, 1415, 1416; bestätigt von BGH, Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, WM 2002, 1876, 1878).
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