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Timestamp: 2019-08-21 15:23:34
Document Index: 289428230

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 25', '§ 12', '§ 1', '§ 25', '§ 25']

cci Forum: Energetische Inspektionen nach § 12 EnEV
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In der ENEV steht unter § 12: "Betreiber von in Gebäude eingebauten Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von mehr als zwölf Kilowatt haben innerhalb der in den Absätzen 3 und 4 genannten Zeiträume energetische Inspektionen dieser Anlagen durch berechtigte Personen im Sinne des Absatzes 5 durchführen zu lassen."
Wie ist mit Anlagen zu verfahren, die grundsätzlich nicht im optimalen Bereich betrieben werden können, z. B. Prüfstände mit ständig anderen Betriebszuständen, ständigen Anpassungen an neue Versuche? Sollte man hier nicht § 25 teilweise nutzen?
§ 12 EnEV 2009 sieht die Energetische Inspektion für Klimaanlagen in Gebäuden vor, ohne diese näher zu spezifizieren. Die Begründung zu EnEV 2007, in der die Vorschrift erstmals eingeführt wird, verweist auf den Artikel 2 Nr. 5 der zugehörigen EU-Richtlinie.
Eine technische Kühlung von Produktions-, Lager oder auch Prüfanlagen fällt damit nicht unter die Vorschrift, die Klimatisierung eines Raums, in dem sich Prüfanlagen und beispielsweise auch Arbeitsplätze von Mitarbeitern an Prüfständen befinden können, aber schon. Dies gilt genauso, wenn die abzuführenden Wärmelasten starken Schwankungen unterliegen. Solche starken Schwankungen treten ja auch in Laboren oder Veranstaltungsräumen usw. auf.
Dass eine Anlage in solchen Situationen nicht ständig am optimalen Betriebspunkt laufen kann, ist klar. Doch soll ja gerade die Energetische Inspektion aufzeigen, wo Optimierungspotenzial besteht, insbesondere hinsichtlich der Anpassung einer Anlage an den konkreten und damit ggf. auch schwankenden Bedarf. Daher ist es absolut sinnvoll, dass auch solche Anlagen der Inspektion unterzogen werden und ggf. Verbesserungen an der Anlage vorgeschlagen werden, die einen möglichst hohen Anlagenwirkungsgrad auch bei stark unterschiedlichen Wärmelasten sicherstellen können.
Werner Niklasch (Sachverständiger Energieeffizienz, Bauphysik und Klima), TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH, Frankfurt, 11.04.2011
In der EnEV 2009 steht in § 1 Anwendungsbereich:
2. für Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft- und Beleuchtungstechnik
sowie der Warmwasserversorgung von Gebäuden nach Nummer 1.
Da ein Prüfstand nicht die Gebäudeversorgung übernimmt (nehme ich jedenfalls an), fällt er nicht unter die EnEV.
Falls das doch so sein sollte (z. B. bei Feldversuchen zur Untersuchung von diversen Heiz- und Kühlsystemen) würde ich § 25 "Befreiungen" anwenden. Nach § 25 haben die nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung zu befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.
Sylvia Schädlich, Institut für Energie-, Kälte- und Klimatechnik Gladbeck GmbH (InEKK), Gladbeck, 11.04.2011
Artikelnummer: cci38943