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Timestamp: 2018-02-21 11:49:53
Document Index: 20101916

Matched Legal Cases: ['Art. 253', 'Art. 8', 'Art. 169', 'Art. 421', 'Art. 679', 'Art. 257', 'Art. 259', 'Art. 266']

Liegenschaften professionell vermieten. CIP-Kurztitelaufnahme der deutschen Bibliothek. Autoren: Hans Stoller / Christian Kummerer - PDF
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1 CIP-Kurztitelaufnahme der deutschen Bibliothek Autoren: Hans Stoller / Christian Kummerer WEKA Business Media AG, Zürich, 2010 Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck auch auszugsweise nicht gestattet. Die Definitionen, Empfehlungen und rechtlichen Informationen sind von den Autoren und Verlag auf deren Korrektheit in jeder Beziehung sorgfältig recherchiert und geprüft worden. Trotz aller Sorgfalt kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren bzw. des Verlags ist daher ausgeschlossen. WEKA Business Media AG Hermetschloostr. 77, CH-8010 Zürich Telefon , Telefax Zürich Kissing Paris Amsterdam Wien ISBN Auflage 2010 Druck: Kösel GmbH & Co. KG, Layout: Dimitri Gabriel, Satz: Peter Jäggi, Projektleitung: Michael Gander
2 Inhaltsverzeichnis 1 Inhaltsverzeichnis 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages Mietrechtliche Grundlagen Rechtsquellen des Mietrechtes Die wichtigsten Elemente des Mietvertrages Vertragsparteien Gemietete Sache Überlassung zum Gebrauch Zeitliche Beschränkung Leistung eines Mietzinses Form des Mietvertrages Mieterwahl und Datenschutz Sicherheitsleistungen des Mieters/Kaution Pflichten des Vermieters Hauptpflicht des Vermieters Nebenpflichten des Vermieters Pflichten des Mieters Bezahlung des Mietzinses Exkurs: Mietzinshaftung bei Mietermehrheit Bezahlung der Nebenkosten Sorgfalt und Rücksichtsnahme Meldung bei Mängeln Duldung von Arbeiten und Besichtigungen Durchführung des «kleinen Unterhalts» Gewährung des Zutritts Muster: Fragebogen für Mietinteressenten (Wohnung) Haustierhaltung Mietzins und Missbrauchsgesetzgebung Begriff und Leistungsart Festlegung des Mietzinses beim Vertragsabschluss Definition des missbräuchlichen Mietzinses Nicht-Missbräuchlichkeit/Zulässige Erhöhungsgründe Orts- und Quartierüblichkeit Kostensteigerungen Hypothekarzinserhöhungen und -senkungen Mehrleistungen des Vermieters Kostendeckende Bruttorendite Ausgleich von Mietzinsverbilligungen Teuerungsausgleich auf dem risikotragenden Kapital Empfehlungen in Rahmenmietverträgen Weitere Rechtfertigungsgründe Relative Methode Mietzinsvorbehalt Verfahren bei Mietzinserhöhungen... 55
3 2 Inhaltsverzeichnis Formelle Voraussetzungen für eine Mietzinserhöhung Begründungspflicht im Besonderen Möglichkeiten des Mieters im Anschluss an die Anzeige Indexierte Mietzinse/Indexmiete Voraussetzungen Formalitäten der Mietzinserhöhung bei der Indexmiete Anfechtung und Herabsetzung bei der Indexmiete Gestaffelte Mietzinse/Staffelmiete Voraussetzungen Missbräuchlichkeit des gestaffelten Mietzinses und Zulässigkeit von Erhöhungen Formalitäten der Mietzinserhöhung bei der Staffelmiete Anfechtung bei der Staffelmiete Mietzinsanpassung nach Umbau oder Sanierung Einführung Wann ist eine Investition wertvermehrend? Wertvermehrung bei umfassender Überholung Wertvermehrung bei Vergrösserung der Mietsache Wertvermehrung bei zusätzlichen Nebenleistungen des Vermieters Berechnung des Überwälzungssatzes Zahlungsverzug des Mieters und Mahnwesen Einführung Erfüllungsort Eintreten des Verzuges des Mieters Fristansetzung und Kündigungsandrohung Fristenlauf Eingeschriebener Brief wird vom Mieter nicht in Empfang genommen Kündigung bei Zahlungsverzug Formvorschriften bei der Kündigung Die Verwendung der schuldnerischen Zahlung bei mehrmaliger Säumnis des Mieters Betreibung des Mieters für Mietzinsforderungen Einleitung der Betreibung/Betreibungsbegehren Zahlungsbefehl Rechtsvorschlag Beseitigung des Rechtsvorschlages Fortsetzungsbegehren Ankündigung der Pfändung Pfändungsvollzug Pfändungsanschluss Verwertungsbegehren Verteilung des Erlöses Verlustschein Muster: Betreibungsbegehren Mängel an der Mietsache Mängel bei Antritt des Mietverhältnisses Rechte des Mieters bei schweren Mängeln
4 Inhaltsverzeichnis Bedeutung des Antrittsprotokolles Mängel während des Mietverhältnisses Störung im vertragsmässigen Gebrauch Schweregrade von Mängeln Rechte des Mieters bei Mängeln Beseitigungsrecht Minderungsrecht Schadenersatzrecht Kündigungsrecht Hinterlegung des Mietzinses als Druckmittel Weitere Mittel zur Durchsetzung der Mängelrechte Untermiete Einführung und Abgrenzung Die Zustimmung des Vermieters Widerruf der Zustimmung zur Untervermietung Verweigerung der Zustimmung des Vermieters zur Untervermietung Möglichkeiten des Vermieters bei fehlendem Ersuchen um Zustimmung Ordentliche Kündigung Ausserordentliche Kündigung Herausgabe des Untermietgewinnes Untermietzins und Missbrauchsgesetzgebung Wirkungen der Untermiete zwischen Vermieter und Untermieter Wirkungen auf den Untermietvertrag bei Auflösung des Hauptmietvertrages Muster: Zustimmung zur Untervermietung unter Auflagen Heiz- und Nebenkosten Einführung Heizkosten Heizkostenverteilung und -abrechnungspflicht Detaillierte Abrechnung Pauschalzahlungen Verteilung nach Kubikmetern Anwendung der Methode FIFO Nebenkosten Gesetzlicher Begriff der Nebenkosten Üblicherweise überwälzbare Kosten im Überblick Verteilungsvarianten Vorgehen bei unterjährigem Mieterwechsel Häufige Probleme bei Nebenkosten Ausscheidung von Nebenkosten in den Allgemeinen Bedingungen zum Mietvertrag Nachforderungen bei Akonto-Zahlung Verzug des Mieters bei Nebenkosten- und Akontozahlungen Verzug des Vermieters (Abrechnungspflicht des Vermieters) Wasserbedarf
5 4 Inhaltsverzeichnis 9. Kündigung und Kündigungsschutz Einführung Kündigungsgründe Formularzwang Anfechtung der Kündigung Verstoss gegen Treu und Glauben/Widersprüchliches Verhalten des Mieters Spezielle Anfechtungsgründe Nichtigkeitsgründe Bedeutung des Unterschiedes von nichtigen und anfechtbaren Kündigungen Fehlende oder verspätete Begründung Erstreckung des Mietverhältnisses Härtegründe Umstände des Vertragsabschlusses und Inhalt des Vertrages Dauer des Mietverhältnisses Persönliche, familiäre und wirtschaftliche Verhältnisse des Mieters und dessen Verhalten Persönliche, familiäre und wirtschaftliche Verhältnisse und Verhalten des Vermieters Eigenbedarf des Vermieters für sich, nahe Verwandte oder Verschwägerte Verhältnisse auf dem örtlichen Markt für Wohn- und Geschäftsräume Andere Härtegründe bei Wohnungsmiete Ausschluss einer Erstreckung Zahlungsrückstand des Mieters Schwere Pflichtverletzung Konkurs des Mieters Umbau- oder Abbruchvorhaben und Zwischennutzung Dauer einer Erstreckung Bedingungen während der Erstreckungsdauer Kündigung während der Erstreckungsdauer Erstreckungsvereinbarungen Besondere Fragen Kündigung wegen Sanierung/Totalsanierung Der Eigenbedarf des Vermieters und dessen Dringlichkeit Kündigung des Mieters Rückgabe des Mietobjektes durch den Mieter Vorbereiten der Abnahme Durchführen der Abnahme und Weitervermietung Zeitpunkt der Übergabe des Mietobjektes Übergabeprotokoll und Rügepflicht des Vermieters Haftung des Mieters für protokollierte Mängel im Allgemeinen Haftung des Mieters für ausserordentliche Abnützung im Besonderen Haftung des Mieters für verlorene Schlüssel Reinigung durch den Mieter Nach der Abnahme Besondere Probleme Rückgabe Gewerblicher Objekte Der Mieter zieht nicht aus Erneuerungen und Änderungen durch den Mieter
6 Inhaltsverzeichnis Übernahme von Gegenständen und Einrichtungen vom Vormieter Uneinigkeit zwischen Mieter und Vermieter betreffend Mängelregelungen Checkliste: Vorbereitung und Durchführung der Wohnungsabnahme Vorzeitige Rückgabe durch den Mieter (Nachmieter) Einführung Voraussetzungen für die befreiende Rückgabe Zumutbarkeit des Nachmieters Zahlungsfähigkeit des Ersatzmieters Bereitschaft zur Übernahme des Mietvertrages zu den gleichen Bedingungen Schadenminderungspflicht der Vermieterschaft Kein Zwang der Vermieterschaft zum Vertragsabschluss mit dem zumutbaren Nachmieter Praxis-Tipp Verhaltensmuster bei vorzeitiger Rückgabe der Mietsache Muster: Bestätigungsschreiben zum Empfang einer ausserterminlichen Kündigung
8 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 7 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 1.1 Mietrechtliche Grundlagen Rechtsquellen des Mietrechtes Die wichtigsten Elemente des Mietvertrages Vertragsparteien Gemietete Sache Überlassung zum Gebrauch Zeitliche Beschränkung Leistung eines Mietzinses Form des Mietvertrages Mieterwahl und Datenschutz Sicherheitsleistungen des Mieters/Kaution Pflichten des Vermieters Hauptpflicht des Vermieters Nebenpflichten des Vermieters Pflichten des Mieters Bezahlung des Mietzinses Exkurs: Mietzinshaftung bei Mietermehrheit Bezahlung der Nebenkosten Sorgfalt und Rücksichtsnahme Meldung bei Mängeln Duldung von Arbeiten und Besichtigungen Durchführung des «kleinen Unterhalts» Gewährung des Zutritts Muster: Fragebogen für Mietinteressenten (Wohnung) Haustierhaltung... 35
9 8 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 1.1 Mietrechtliche Grundlagen DEFINItIoN MIEtVERtRAG Ein Mietvertrag besteht, wenn sich der Vermieter verpflichtet, dem Mieter eine Sache zum Gebrauch zu überlassen, und der Mieter, dem Vermieter dafür einen Mietzins zu leisten. Die gesetzlichen Bestimmungen des Mietrechts finden überall dort Anwendung, wo sie zwingender Natur sind, oder die Vertragsparteien kein oder nur ungenügende oder ungültige Abreden getroffen haben. Dabei ist zwischen dispositivem Recht, zwingendem Recht und relativ oder einseitig zwingendem Recht zu unterscheiden. Zwingendes Recht lässt den Parteien keinen Spielraum, Sachverhalte anders zu Regeln, als dies im Gesetz festgehalten ist. Gegen zwingendes Recht verstossende Vereinbarungen sind ungültig. Der überwiegende Teil des Mietrechts (Achter Titel des OR: Art. 253 ff. und VM- WG, der Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen), ist zwingender Natur. Relativ zwingendes Recht, auch einseitig zwingendes Recht genannt, lässt eine zum Gesetz abweichende Regelung im Vertrag zu. Der Gesetzgeber versucht damit, der wirtschaftlich schwächeren Vertragspartei (der Mieterschaft) einen Minimalschutz zu garantieren, in dem solche Bestimmungen nur zu Gunsten der schwächeren Partei abgeändert werden dürfen. Dispositives Recht gelangt zur Anwendung, wenn die Vertragsparteien keine vom Gesetz abweichende Vereinbarung getroffen haben. Im Rahmen der Vertragsfreiheit dürfen diese gesetzlichen Regelungen durch die Parteien abgeändert werden. 1.2 Rechtsquellen des Mietrechtes Ausser den im achten Teil des Obligationenrechts enthaltenen speziellen mietrechtlichen Bestimmungen (Achter Teil des OR und VMWG) können bei der Miete unbeweglicher Sachen weitere Rechtsnormen relevant werden: OR Allgemeiner Teil, Art , insbesondere diejenigen über den Vertragsabschluss und den Schuldnerverzug.
10 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 9 Die Bestimmungen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches: Art. 8 ZGB, Verteilung der Beweislast Art. 169 ZGB, Kündigung der Familienwohnung Art. 421 Ziff. 6 ZGB, Vertragsschluss mit unmündigen oder bevormundeten Personen Art. 679 und 684 ZGB zum Nachbarrecht Schliesslich verweisen im Mietrecht mehrere Artikel auf den Ortsgebrauch Art. 257c OR, Zahlungstermine Art. 259 OR, Kleiner Unterhalt Art. 266b 266d OR, Kündigungstermine BEGRIFF Der ortsgebrauch ist eine Tatsache, d.h. eine ständige und unbestrittene Verhaltensweise, welche in einem Kanton, in einer bestimmten Gegend oder in einer kantonsübergreifenden Region befolgt wird. Diese Verhaltensweise muss über längere Zeit mit konstanter Praxis festzustellen sein. Der Ortsgebrauch kann einerseits zur Auslegung unklarer Vertragsklauseln beitragen, andererseits kommt er zur Anwendung, wenn das Gesetz ausdrücklich darauf verweist. 1.3 Die wichtigsten Elemente des Mietvertrages Im Folgenden finden Sie Informationen zum Wesen des Mietvertrages hinsichtlich: Vertragsparteien Gemieteter Sache Begriff der Überlassung zum Gebrauch Zeitliche Beschränkung Leistung eines Mietzinses Form Vertragsparteien Mehrere Vermieter Die Vertragsparteien sind der Vermieter und der Mieter. Auch wenn auf der einen oder auf beiden Seiten mehrere Personen beteiligt sind, besteht nur ein Rechtsverhältnis. Unbeachtlich ist auch, ob der Mietvertrag zwischen natürlichen oder juristischen Personen (Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung usw.) abgeschlossen wurde. Das bedeutet, dass bei mehreren Vermietern der Mieter den Mietzins nicht anteilmässig an jeden einzelnen Vermieter zahlen muss. Er kann den gesamten Betrag mit befreiender Wirkung an einen Vermieter bezahlen.
11 10 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages Mehrere Mieter Bei mehreren Mietern, die alle den Vertrag unterzeichnet haben, besteht für sie eine solidarische Verpflichtung. Das bedeutet, dass jeder einzelne Mieter für den gesamten Mietzins und auch für Schäden am Mietobjekt haftet, selbst wenn nicht er selbst sie verursacht hat. Dem Vermieter steht es bei Zahlungsrückstand frei, ob er alle oder nur einen Mieter nach seiner Wahl belangen will. Wenn mehrere Personen eine Wohnung benützen, aber nur eine den Mietvertrag unterzeichnet hat, so ist diese allein Mieter. Hauptmieter Untermieter Die anderen Personen sind Untermieter, wenn sie dem Hauptmieter eine Entschädigung leisten. Bei Unentgeltlichkeit liegt Gebrauchsleihe vor. PRAXISBEISPIEL Frau Meier, Frau Uhlmann und Herr Müller mieten eine Wohnung. Sie sind alle als Mieter im Mietvertrag aufgeführt und unterzeichnen alle. Eine jede dieser Personen ist gegenüber dem Vermieter zur Zahlung des ganzen Mietzinses verpflichtet und für Schäden haftbar. Dies auch dann, wenn sie je einen Drittel bezahlen und dies über längere Zeit fortdauert. Wenn eine Person nicht mehr zahlt, kann der Vermieter den Mietzins von den anderen beiden fordern. Es ist dann an diesen, sich intern mit der den Mietzins schuldig gebliebenen Person zu einigen. Keine Rolle spielt es auch, wenn immer nur eine Person bezahlt; für die beiden anderen bleibt die Zahlungspflicht bestehen. Im Falle einer Kündigung ist diese nur gültig, wenn alle drei Personen unterzeichnen, wobei es auch möglich ist, dass sie nachträglich, aber fristgerecht, ihre Zustimmung geben. Wenn jedoch nur Frau Meier den Mietvertrag unterzeichnet hat, und Frau Uhlmann und Herr Müller ihr je einen Drittel des Mietzinses zahlen, so treffen alle Verpflichtungen nur Frau Meier, und der Vermieter kann nur von ihr die Zahlung des Mietzinses und allfälligen Schadenersatz fordern. Frau Uhlmann und Herr Müller sind bloss Untermieter. Frau Meier kann allein kündigen, und wenn die Kündigung vom Vermieter ausgeht, hat er sie nur an sie zu richten. Sie allein kann die Kündigung anfechten, nicht auch die Untermieter. Eheleute Sind Eheleute Mieter und handelt es sich bei der Mietsache um die Familienwohnung, so kann die Vertragsauflösung nur durch beide Ehegatten geschehen, und der Vermieter muss eine Kündigung oder die Ansetzung einer Zahlungsfrist mit Kündigungsandrohung bei Mietzinsrückstand beiden Ehegatten getrennt zustellen, selbst wenn nur ein Ehegatte den Mietvertrag unterzeichnet hat.
12 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages 11 PRAXISBEISPIEL Frau und Herr Gerber mieten eine 4-Zimmer-Wohnung, welche sie mit ihren beiden Kindern bewohnen. Es handelt sich demnach um eine Familienwohnung. Wenn Herr Gerber kündigen will, bedarf es der Zustimmung durch die Ehefrau, sonst ist die Kündigung nichtig. Wird der Mietzins nicht bezahlt, so hat der Vermieter die Zahlungsfrist mit Kündigungsandrohung beiden Ehegatten getrennt zuzustellen. Das gleiche gilt bei der Kündigung (mit Formular). Keine Familienwohnung Keine Familienwohnung liegt hingegen vor, wenn Herr Gerber in Bern wohnt, aber in Zürich arbeitet und dort eine kleine Wohnung mietet, damit er nicht immer nach Bern zurückkehren muss. Für die Wohnung in Zürich gilt er allein als Mieter, er kann ohne Zustimmung seiner Ehefrau kündigen, und der Vermieter braucht bei Zahlungsverzug nur ihn zu mahnen und nur ihm die Kündigung anzudrohen und allenfalls ihm allein zu kündigen (mit Formular) Gemietete Sache Miete einer zukünftigen Sache Es ist möglich, eine Sache zu mieten, die erst noch geschaffen werden muss. PRAXISBEISPIEL Ein Mehrfamilienhaus wird erst noch erstellt. Es kann entsprechend den Plänen und dem Baubeschrieb rechtsgültig ein Mietvertrag für eine bestimmte Wohnung abgeschlossen werden. Der Mietzins muss aber schon festgesetzt werden. ACHtUNG Bei solchen Mietverträgen können sich Probleme ergeben, wenn der vereinbarte Bezugstermin nicht eingehalten werden kann Überlassung zum Gebrauch Bei der Miete von Wohn- und Geschäftsräumen ergibt sich durch den Gebrauch eine Abnützung. Wenn sie sich im üblichen Rahmen hält, insbesondere sich aus dem gestatteten und nicht etwa aus einem übermässigen oder artfremden Gebrauch ergibt, so haftet der Mieter dafür nicht. Vielmehr obliegt es dem Vermieter, die Sache während der ganzen Mietdauer in dem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand zu erhalten. Die daraus entstehenden Kosten fallen ihm zu.
13 12 1. Abschluss und Inhalt des Mietvertrages Benutzung Die Art und Intensität der Benutzung ergibt sich aus dem Vertrag und/oder aus der Beschaffenheit der Sache. Ein Lagerraum ist nicht zum Wohnen geeignet und bestimmt, eine Wohnung nicht zur Ausübung eines Gewerbes, ein Einfamilienhaus nicht zum Betrieb eines Hotels usw. Ausser der sachlichen kann auch eine zeitliche Einschränkung des Gebrauchs der Sache vorliegen, etwa die Benützung eines Autoabstellplatzes nur tagsüber oder nur nachts. PRAXISBEISPIEL Herr Suter hat eine Wohnung gemietet. Er richtet in einem Zimmer eine Schreinerwerkstatt ein. Er geht damit eindeutig über den für eine Wohnung üblichen und zweckbestimmten Gebrauch hinaus. Gebrauchsart Solange die Rechtsordnung nicht verletzt wird, steht es den Parteien frei, welchen Gebrauch sie vereinbaren. Nicht erlaubt sind aber Vereinbarungen, welche einen rechtswidrigen oder unsittlichen Gebrauch vorsehen Zeitliche Beschränkung Ein wesentliches Merkmal der Miete ist deren zeitliche Beschränkung. Befristet Beim befristeten Mietverhältnis wird die Zeitspanne, während welcher es gelten soll, schon bei Vertragsabschluss festgelegt. Mit Ablauf der vereinbarten Dauer endet es ohne Kündigung. Unbefristet Beim unbefristeten Mietverhältnis steht nur der Beginn fest. Das Ende kann indessen von jeder Partei durch Kündigung herbeigeführt werden. Die Kündigungsfristen, welche für Vermieter und Mieter verschieden sein dürfen, müssen bei Wohnungen mindestens drei Monate und bei Geschäftsräumen mindestens sechs Monate betragen. Die Kündigungstermine können frei vereinbart werden. WICHtIG Mietverträge, die nicht kündbar sind, sind ungültig.
Mietvertrag für möblierte Studentenwohnungen / Studios
Mietvertrag für möblierte Studentenwohnungen / Studios BK.: Ref.: Objektart: 1er / 2er / 6er - Wohnung Mietbeginn: xx.xx.xxxx Amtl. Wohnungsnummer:XXXX Liegenschaft: Peter-Debye-Weg 13/15/17, 8093 Zürich
Missbrauchsgesetzgebung und Schlichtungsverfahren (Vertiefungsfragen) I. Einführung Gesetze mitbringen. Auch die Verordnung über die Schlichtungsstelle des Kantons Luzern. Es geht nicht um Mietgerichtsverfahren,