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Timestamp: 2019-07-24 05:24:35
Document Index: 100176403

Matched Legal Cases: ['§ 255', '§ 39', '§ 37', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255']

Gebäude im Abschluss nach HGB, IFRS und EStG/KStG / 5.2 Praxisrelevante Einzelfälle | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Gebäude im Abschluss nach HGB, IFRS und EStG/KStG / 5.2 Praxisrelevante Einzelfälle
Ausheben der Baugrube als Beginn der Herstellung eines Gebäudes
Ist bei einer aus mehreren selbstständigen Gebäuden bestehenden Wohnanlage begonnen worden, eine für alle Gebäude gemeinsame Baugrube auszuheben/auszuschachten, so bedarf es für die Feststellung des Beginns der Herstellung jedes einzelnen Gebäudes keiner zusätzlichen speziell auf das einzelne Gebäude bezogenen Fundamentarbeiten.
Einbau neuer Gegenstände in vorhandene Installationen als Herstellungskosten
Aufwendungen für den Einbau neuer Gegenstände in vorhandene Installationen eines Wohnhauses können nur dann zu Herstellungskosten gem. § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB führen, wenn sie eine deutliche Erweiterung seines Gebrauchswerts (wesentliche Verbesserung) zur Folge haben.
Einbau eines Kachelofens
Aufwendungen für den Einbau eines Kachelofens anstelle des bisherigen offenen Kamins sind nicht als Erhaltungsaufwand, sondern als Herstellungskosten zu beurteilen. Durch den Einbau des Kachelofens hat der Steuerpflichtige keinen in den Herstellungskosten enthaltenen Gebäudebestandteil ersetzt. Vielmehr hat er dem Gebäude einen bisher nicht vorhandenen Bestandteil hinzugefügt, der in seiner Funktion erheblich über den ersetzten Bestandteil hinausgeht.
Umgestaltung einer Dachterrasse
Entsteht durch die Umgestaltung einer Dachterrasse zu einem Wintergarten ganzjährig nutzbarer zusätzlicher Wohnraum, sind die Umbaukosten als Herstellungskosten zu beurteilen.
Aufwendungen zur Ablösung von Stellplätzen
Aufwendungen für die Ablösung der Verpflichtung zur Herstellung von Stellplätzen wegen (Nutzungs-)Änderung des Gebäudes (§ 39 Abs. 1 Satz 3 i. V. m. Abs. 5 LBO BW a. F. = § 37 Abs. 2 LBO n. F.) zählen zu den Herstellungskosten, wenn die zur Änderung führende Baumaßnahme als Herstellung i. S. v. § 255 Abs. 2 HGB anzusehen ist.
Aufwendungen für die Ablösung der Verpflichtung zur Errichtung von Stellplätzen gehören auch dann zu den Herstellungskosten eines Gebäudes, wenn eine Verpflichtung zur nachträglichen Herstellung von Stellplätzen bei bereits bestehenden baulichen Anlagen abgelöst wird.
Für die Qualifizierung der Ablösebeträge als Herstellungskosten oder sofort abzugsfähiger Betriebsausgaben oder Werbungskosten ist somit entscheidend, in welchem Zusammenhang diese angefallen sind. Entstehen die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Errichtung (Herstellung) eines Gebäudes, so sind auch die Ablösebeträge als Herstellungskosten zu qualifizieren. Entstehen die Aufwendungen für die Ablösung nur wegen einer bloßen Nutzungsänderung und löst die Nutzungsänderung selbst keine Herstellungskosten aus, so liegen sofort abzugsfähige Betriebsausgaben oder Werbungskosten vor.
Umbaukosten als Herstellungskosten
Aufwendungen für den Umbau einer bisher eigengenutzten, sich über 2 Geschosse erstreckenden Wohnung in 2 nunmehr fremd vermietete Arztpraxen sind – einschließlich damit im Zusammenhang stehender Kosten für Erhaltungsmaßnahmen – Herstellungskosten i. S. d. § 255 Abs. 2 Alt. 1 HGB (Erstherstellung).
Soweit Baumaßnahmen zu Erweiterungen geführt haben, tritt § 255 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 HGB angesichts der Neuschaffung von Wirtschaftsgütern durch Funktions-/Wesensänderung hinter § 255 Abs. 2 Alt. 1 HGB zurück.
Das Trennungsprinzip zwischen Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen greift nur in Fällen der Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung, nicht aber bei Maßnahmen zur Herstellung neuer Wirtschaftsgüter.
Aufteilung von Baumaßnahmen auf Gebäudeteile
Siehe Ausführungen in "Herstellungskosten im Abschluss nach HGB und EStG", Rz. 58.