Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.04.1998&Aktenzeichen=IX%20ZR%20107/97
Timestamp: 2020-07-09 05:00:49
Document Index: 319205967

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', '§ 675', '§ 249', '§ 323', '§ 675', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.04.1998 - IX ZR 107/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,344
BGH, 02.04.1998 - IX ZR 107/97 (https://dejure.org/1998,344)
BGH, Entscheidung vom 02.04.1998 - IX ZR 107/97 (https://dejure.org/1998,344)
BGH, Entscheidung vom 02. April 1998 - IX ZR 107/97 (https://dejure.org/1998,344)
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Klage zur Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen - Prüfung des Rechtsanwaltes im Hinblick auf § 323 ZPO auf Vollstreckungstitel in Vergangenheit - Lückenhafte Angaben des Mandanten - Anwaltspflicht in Bezug auf Akteneinsicht und Parteibefragung - Schuldhaftes und ...
§ 675 BGB, § 249 BGB, § 323 ZPO
BGB §§ 675, 249; ZPO § 323
Fehlerhafte Sachverhaltsaufklärung: Anwaltshaftung für Fehler des Gerichts
Eingabe in der Suchmaske auf der nächsten Seite: BRAK-Mitt. 1998, 169
NJW 1998, 2048
NJW-RR 1998, 1217 (Ls.)
MDR 1998, 930
NJ 1999, 34
FamRZ 1998, 896
VersR 1998, 1278
WM 1998, 1542
AnwBl 1998, 411
Folglich haftet er für die Folgen eines gerichtlichen Fehlers, sofern dieser auf Problemen beruht, die der Anwalt durch eine Pflichtverletzung erst geschaffen hat oder bei vertragsgemäßem Arbeiten hätte vermeiden müssen (BGH, Urteil vom 2. April 1998 - IX ZR 107/97, NJW 1998, 2048, 2050;… vom 15. November 2007 - IX ZR 44/04, BGHZ 174, 205 Rn. 15).
Eine etwaige fehlerhafte Handhabung beruht maßgeblich auf Fehlern, deren Auftreten der Beklagte durch sachgemäßen Vortrag hätte verhindern müssen (vgl. BGH, Urteil vom 2. April 1998 - IX ZR 107/97, NJW 1998, 2048, 2050;… vom 15. November 2007 - IX ZR 44/04, BGHZ 174, 205 Rn. 15).
Erscheint jedoch nach den Umständen für eine zutreffende rechtliche Einordnung die Kenntnis weiterer Tatsachen erforderlich und ist deren rechtliche Bedeutsamkeit für den Mandanten nicht ohne Weiteres ersichtlich, darf sich der Anwalt nicht mit dem begnügen, was sein Auftraggeber berichtet, sondern hat sich durch zusätzliche Fragen um eine ergänzende Aufklärung zu bemühen (BGH, Urt. v. 2. April 1998 - IX ZR 107/97, WM 1998, 1542, 1544; v. 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2199).
Der Rechtsanwalt ist vertraglich verpflichtet, einer gerichtlichen Fehlentscheidung entgegenzuwirken (BGH, Urteil vom 2. April 1998 - IX ZR 107/97, WM 1998, 1542, 1545).
Auf die Richtigkeit tatsächlicher Angaben seines Mandanten darf der Rechtsanwalt dabei so lange vertrauen und braucht insoweit keine eigenen Nachforschungen anzustellen, als er die Unrichtigkeit der Angaben weder kennt noch erkennen muss (etwa BGH, Urteil vom 21. April 1994 - IX ZR 150/93, NJW 1994, 2293; vom 2. April 1998, aaO).
Im Prozeß hat der Anwalt dann das rechtserhebliche Vorbringen seines Auftraggebers vollständig und verständlich darzustellen und die rechtlichen Gesichtspunkte aufzuzeigen, die die Interessen der von ihm vertretenen Partei stützen (…vgl. BGH, Urt. v. 20. Juni 1996 - IX ZR 106/95, NJW 1996, 2929, 2931 f; v. 2. April 1998 - IX ZR 107/97, NJW 1998, 2048, 2049;… Zugehör, Anwaltshaftung Rn. 535 f, 668 f).