Source: https://www.bag-urteil.com/23-01-2014-8-azr-130-13/
Timestamp: 2019-04-18 22:56:02
Document Index: 99913341

Matched Legal Cases: ['§ 307', '§ 307', '§ 77', '§ 309', '§ 310', '§ 309', '§ 309', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 4', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307']

﻿ ﻿ BAG – 8 AZR 130/13 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 23.01.2014, 8 AZR 130/13
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Sächsischen Landesarbeitsgerichts vom 18. Januar 2013 – 3 Sa 441/12 – wird zurückgewiesen.
8 AZR 130/13 > Rn 1
8 AZR 130/13 > Rn 2
8 AZR 130/13 > Rn 3
8 AZR 130/13 > Rn 4
Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Arbeitgeberin wurde am 30. September 2011 eröffnet und der Kläger zum Insolvenzverwalter bestimmt (AG Chemnitz 30. September 2011 – 1419 IN 1970/11 -). Sodann kündigte der Kläger am 7. Oktober 2011 120 der ca. 300 Arbeitnehmer der insolventen Arbeitgeberin.
8 AZR 130/13 > Rn 5
8 AZR 130/13 > Rn 6
8 AZR 130/13 > Rn 7
8 AZR 130/13 > Rn 8
8 AZR 130/13 > Rn 9
8 AZR 130/13 > Rn 10
8 AZR 130/13 > Rn 11
8 AZR 130/13 > Rn 12
8 AZR 130/13 > Rn 13
8 AZR 130/13 > Rn 14
8 AZR 130/13 > Rn 15
8 AZR 130/13 > Rn 16
8 AZR 130/13 > Rn 17
8 AZR 130/13 > Rn 18
1. Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei nicht die Verständnismöglichkeiten des konkreten, sondern die des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind. Maßgebend sind die Verständnismöglichkeiten des typischerweise bei Verträgen der geregelten Art zu erwartenden nicht rechtskundigen Vertragspartners (BAG 19. März 2008 – 5 AZR 429/07 – Rn. 23, BAGE 126, 198). Ansatzpunkt für die Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen ist in erster Linie der Vertragswortlaut (BAG 27. Juli 2010 – 3 AZR 777/08 – Rn. 21, AP BGB § 307 Nr. 46 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 48). Ist dieser nicht eindeutig, kommt es für die Auslegung entscheidend darauf an, wie der Vertragstext aus Sicht der typischerweise an Geschäften dieser Art beteiligten Verkehrskreise zu verstehen ist, wobei der Vertragswille verständiger und redlicher Vertragspartner beachtet werden muss. Soweit auch der mit dem Vertrag verfolgte Zweck einzubeziehen ist, kann das nur in Bezug auf typische und von redlichen Geschäftspartnern verfolgte Ziele gelten (BAG 7. Juni 2011 – 1 AZR 807/09 – Rn. 24, AP BetrVG 1972 § 77 Betriebsvereinbarung Nr. 55; 8. Dezember 2010 – 10 AZR 671/09 – Rn. 15, BAGE 136, 294).
8 AZR 130/13 > Rn 19
8 AZR 130/13 > Rn 20
8 AZR 130/13 > Rn 21
b) Nach der Rechtsprechung des Senats sind zwar Vertragsstrafenabreden in Formularverträgen nach § 309 Nr. 6 BGB generell unzulässig, in formularmäßigen Arbeitsverträgen folgt aber aus der angemessenen Berücksichtigung der im Arbeitsrecht geltenden Besonderheiten nach § 310 Abs. 4 Satz 2 BGB die grundsätzliche Zulässigkeit von Vertragsstrafenabreden (vgl. BAG 4. März 2004 – 8 AZR 196/03 – BAGE 110, 8 = AP BGB § 309 Nr. 3 = EzA BGB 2002 § 309 Nr. 1). Dabei ist zum Schutz des Arbeitnehmers ein strenger Maßstab anzulegen (BAG 14. August 2007 – 8 AZR 973/06 – Rn. 23, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
8 AZR 130/13 > Rn 22
8 AZR 130/13 > Rn 23
aa) Nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB sind Verwender von Allgemeinen Geschäftsbedingungen entsprechend den Grundsätzen von Treu und Glauben verpflichtet, Rechte und Pflichten ihrer Vertragspartner möglichst klar und durchschaubar darzustellen. Dazu gehört auch, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen wirtschaftliche Nachteile und Belastungen soweit erkennen lassen, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (BAG 3. April 2007 – 9 AZR 867/06 – Rn. 29, BAGE 122, 64 = AP TVG § 4 Nachwirkung Nr. 46 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 22). Die tatbestandlichen Voraussetzungen und Rechtsfolgen müssen so genau beschrieben werden, dass für den Verwender keine ungerechtfertigten Beurteilungsspielräume entstehen. Eine Klausel genügt dem Bestimmtheitsgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, wenn sie im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Zumutbaren die Rechte und Pflichten des Vertragspartners des Klauselverwenders so klar und präzise wie möglich beschreibt. Sie verletzt das Bestimmtheitsgebot, wenn sie vermeidbare Unklarheiten und Spielräume enthält (BAG 14. August 2007 – 8 AZR 973/06 – Rn. 26, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
8 AZR 130/13 > Rn 24
8 AZR 130/13 > Rn 25
8 AZR 130/13 > Rn 26
8 AZR 130/13 > Rn 27
8 AZR 130/13 > Rn 28
8 AZR 130/13 > Rn 29
8 AZR 130/13 > Rn 30
8 AZR 130/13 > Rn 31
8 AZR 130/13 > Rn 32
NZA 2014, 777
Das Urteil BAG – 8 AZR 130/13 wird zitiert in: