Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=29.09.1993&Aktenzeichen=7%20C%2042.92
Timestamp: 2019-07-21 14:22:37
Document Index: 332471675

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 240', '§ 1', '§ 1', '§ 240', '§ 1', '§ 1', 'Art. 21', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 21', '§ 1', '§ 1', '§ 1']

BVerwG, 29.09.1993 - 7 C 42.92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,384
BVerwG, 29.09.1993 - 7 C 42.92 (https://dejure.org/1993,384)
BVerwG, Entscheidung vom 29.09.1993 - 7 C 42.92 (https://dejure.org/1993,384)
BVerwG, Entscheidung vom 29. September 1993 - 7 C 42.92 (https://dejure.org/1993,384)
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Territoriale Rationalisierung des Zahlungsverkehrs und Sparverkehrs von Kreditinstituten der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als "unlautere Machenschaften" - Fehlen eines inkriminierenden manipulativen Elements als Grund für eine Nichtanwendbarkeit der Grundsätze des § 1 Abs. 3 Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen (VermG)
Kein Anspruch einer Genossenschaftsbank auf Rückübertragung früherer Zweigstellengrundstücke bei Verkauf im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen der DDR
Rückübertragungsanspruch; Restitutionsanspruch; Schädigungstatbestand; unlautere Machenschaften; Nötigung; Machtmissbrauch; Manipulation; Zahlungs- und Sparverkehr der Kreditinstitute
KreisG Suhl, 29.09.1992 - SU 2 K 92.57
ZIP 1993, 1822
NJ 1994, 42
DÖV 1994, 260
Ein derartiges qualifiziertes Einzelfallunrecht liegt deshalb nicht vor, wenn bei dem Erwerbsvorgang - gemessen an den in der DDR gültigen Rechtsvorschriften und den sie tragenden ideologischen Grundvorstellungen - "alles mit rechten Dingen zugegangen" ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - DÖV 1994, 260 = VIZ 1994, 27; Urteil vom 29. April 1994 - BVerwG 7 C 31.93 - VIZ 1994, 409 = ZOV 1994 319 = Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 21 m.w.N.).
Hier liegt eine "Nötigung" im Sinne von § 1 Abs. 3 VermG vor, nämlich die rechtswidrige Einflußnahme auf die Willensentschließungs- oder Willensbetätigungsfreiheit durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - DÖV 1994, 260 = VIZ 1994, 27 in Anlehnung an § 240 StGB).
Ein derartiges qualifiziertes Einzelfallunrecht liegt deshalb nicht vor, wenn bei dem Erwerbsvorgang - gemessen an den in der DDR gültigen Rechtsvorschriften und den sie tragenden ideologischen Grundvorstellungen - "alles mit rechten Dingen zugegangen" ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - DÖV 1994, 260 = VIZ 1994, 27; Urteil vom 29. April 1994 - BVerwG 7 C 31.93 - VIZ 1994, 409 = ZOV 1994, 319 = Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 21 m.w.N.).
Ausgehend von diesem Regelungsgehalt des § 1 Abs. 3 VermG ist unter "Nötigung" in Anlehnung an § 240 StGB die rechtswidrige Einflußnahme auf die Willensentschließungs- oder Willensbetätigungsfreiheit durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel zu verstehen (BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 a.a.O. …und Urteil vom 27. Juli 1995 a.a.O.).
Jedenfalls lässt sich der Erklärung nicht entnehmen, es liege der Tatbestand einer Nötigung im Rechtssinne vor, nämlich einer rechtswidrigen Einflussnahme auf die Willensentschließungs- bzw. Willensbetätigungsfreiheit durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel (vgl. dazu Urteile vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - Buchholz 428 § 1 VermG Nr. 9 und vom 24. Oktober 2001 - BVerwG 8 C 32.00 - Buchholz 428 § 1 Abs. 3 VermG Nr. 31 S. 88 m.w.N.).
BVerwG, 14.06.2006 - 3 C 18.05
Vermögenszuordnung; öffentliche Restitution; rechtsstaatswidriger Erwerb; …
Denn die öffentliche Restitution dient nicht der Wiederherstellung eines rechtsstaatswidrigen Zustandes (stRspr; vgl. Urteile vom 30. November 1995 - BVerwG 7 C 42.92 - BVerwGE 100, 62 , vom 18. Februar 1999 - BVerwG 3 C 2.98 - Buchholz 111 Art. 21 EV Nr. 32, vom 24. April 2003 - BVerwG 3 C 15.02 - BVerwGE 118, 119 sowie vom 13. Oktober 2005 - BVerwG 3 C 40.04 -).
Zur Beantwortung dieser Frage bedarf es indes nicht der Durchführung eines Revisionsverfahrens; die Frage ist nämlich in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bereits dahin geklärt, daß vom Anwendungsbereich des § 1 Abs. 3 VermG solche Vorgänge nicht erfaßt werden, bei denen - gemessen an den in der ehemaligen DDR gültigen Rechtsvorschriften und den sie tragenden ideologischen Grundvorstellungen - alles "mit rechten Dingen zugegangen" ist, bei denen es also an einem den Vorgang inkriminierenden manipulativen Element fehlt (vgl.Urteile vom 24. Juni 1993 - BVerwG 7 C 14.92 -, ZIP 1993, 1262, undvom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 -).
VG Gera, 19.11.2002 - 6 K 2114/98
Rückübertragungsrecht; Rückübertragungsrecht; Genossenschaft; …
Eine unlautere Machenschaft kann dann vorliegen, wenn natürliche oder juristische Personen des Privatrechts aus ideologischen Gründen und unter Verstoß gegen das in der DDR geltende Recht aus dem Wirtschaftsleben verdrängt wurden (im Anschluß an BVerwG, Urteil vom 29.9.1993 - 7 C 42.92 - Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 9).
Besatzungszone) auf bestimmte Vermögenswerte zugegriffen wurde, also ein qualifiziertes Einzelfallunrecht gegeben ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 9 S. 16 [17]; BVerwG, Urteil vom 26. September 1996 - BVerwG 7 C 61.94 - BVerwGE 102, 89 [90]).
Dabei werden vom Anwendungsbereich des § 1 Abs. 3 VermG allerdings solche Vorgänge nicht erfasst, bei denen - gemessen an dem in der ehemaligen DDR gültigen Rechtsvorschriften und den sie tragenden ideologischen Grundvorstellungen - "alles mit rechten Dingen zugegangen" ist, bei denen es also an einem den Vorgang inkriminierenden manipulativen Element fehlt (BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - a.a.O. S. 17).
Eine solche unlautere Machenschaft kann auch dann vorliegen, wenn natürliche oder juristische Personen des Privatrechts aus ideologischen Gründen und unter Verstoß gegen das in der DDR geltende Recht aus dem Wirtschaftsleben verdrängt wurden (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92, a.a.O. S. 18).
BVerwG, 14.06.2006 - 3 C 5.06
Denn die öffentliche Restitution dient nicht der Wiederherstellung eines rechtsstaatswidrigen Zustandes (stRspr.; vgl. Urteile vom 30. November 1995 - BVerwG 7 C 42.92 - BVerwGE 100, 62 , vom 18. Februar 1999 - BVerwG 3 C 2.98 - Buchholz 111 Art. 21 EV Nr. 32, vom 24. April 2003 - BVerwG 3 C 15.02 - BVerwGE 118, 119 sowie vom 13. Oktober 2005 - BVerwG 3 C 40.04 -).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kennzeichnet § 1 Abs. 3 VermG solche Eigentumsentziehungen, bei denen in manipulativer, sittlich vorwerfbarer Weise unter Verstoß gegen die Rechtsordnung der DDR und die sie tragenden ideologischen Grundvorstellungen nicht "alles mit rechten Dingen" zugegangen ist (Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 42.92 - Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 9; Beschluß vom 31. März 1994 - BVerwG 7 B 171.93 - NJW 1995, 147; Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 25.96 - Buchholz 428 § 1 VermG Nr. 113).
VG Chemnitz, 24.10.1995 - 1 K 763/94
VG Berlin, 03.05.1994 - 9 A 417.93
Anfechtung eines Investitionsvorrangbescheides im Wege des vorläufigen …
VG Gera, 26.10.1999 - 6 K 1069/96
Anspruch auf Rückübertragung eines in der ehemaligen DDR gelegenen Grundstücks; …
BVerwG, 08.04.2003 - 8 B 63.03
BVerwG, 21.08.2000 - 8 B 65.00
VG Lüneburg, 29.12.2003 - 3 A 245/02
Rückübertragung eines Grundstückes
BVerwG, 26.07.1995 - 7 B 59.95
BVerwG, 03.06.1994 - 7 B 82.94
BVerwG, 24.06.2005 - 8 B 38.05
VG Leipzig, 17.02.1994 - 1 K 1361/92
Unlautere Machenschaft; Veräußerung eines Handwerksbetriebs; Besteuerung von …
VG Frankfurt/Oder, 07.02.2007 - 6 K 667/02
Rückübertragung eines kurz vor einer langfristig geplanten Flucht aus der DDR an …
VG Schwerin, 17.08.1994 - 3 B 240/93
Anordnung der sofortigen Vollziehung eines Teilbescheides bezüglich der …
VG Frankfurt/Oder, 14.07.1994 - 5 (3) D 306/92
Anspruch auf Rückübertragung eines bebauten und überschuldeten Grundstückes; …
VG Frankfurt/Oder, 29.04.1994 - 5 (3) K 750/93
Rückübertragung eines mit einem Zweifamilienhaus bebautes Grundstück; Vorliegen …