Source: http://www.beckmannundnorda.de/serendipity/index.php?/archives/336-Bullshitmarketing-Guerillamarketing-fuer-Tablet-PC-WeTab-bei-Amazon-und-das-Wettbewerbsrecht.html
Timestamp: 2013-05-19 14:21:00
Document Index: 239012484

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 6', 'BGH', '§ 4', 'BGH']

Bullshitmarketing / Guerillamarketing für Tablet-PC WeTab bei Amazon und das Wettbewerbsrecht
Geschrieben von Rechtsanwalt Marcus Beckmann am Dienstag, 5. Oktober 2010
Bei Spiegel Online ist zu lesen, dass einer der Geschäftsführer des Herstellers des Tablet-PC´s WeTab versucht hat, sein Produkt bei Amazon durch selbstverfasste positive Kundenrezensionen zu pushen. Kommt eine derartige Werbemethode ans Licht, so ist dies natürlich zunächst einmal ein PR-Super-Gau. Inzwischen lässt, wie die Internet World Business berichtet, der für die gefakten Kundenrezensionen verantwortliche Geschäftsführer sein Amt ruhen. Sogenanntes Bullshitmarketing oder Guerillamarketing ist, auch wenn es im Internet keine Seltenheit ist, wettbewerbswidrig. Zunächst handelt gemäß § 4 Ziff. 3 des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) unlauter, wer den Werbecharakter von geschäftlichen Handlungen verschleiert. Zudem liegt auch ein Fall von Irreführung gemäß § 5 Abs. 1 Ziff. 1 UWG vor, wenn über die wesentlichen Merkmale der Ware unwahre Angaben gemacht werden. Schließlich muss nach § 6 Abs. 1 Ziff. 1 Telemediengesetz (TMG) kommerzielle Kommunikation klar als solche erkennbar sein.
Guerilla-/Bullshitmarketing ist unzulässig. Wer sich erwischen lässt, muss neben negativer Publicity auch mit weiteren rechtlichen Konsequenzen u.a. durch Mitbewerber rechnen.
Tags für diesen Artikel: amazon, bewertung, bullshitmarketing, guerillamarketing, irreführung, kundenrezension, pr-supergau, tmg, uwg, werbung, wetab, wettbewerbsrechtArtikel mit ähnlichen Themen: LG Dortmund: Fehlender Hinweis auf Berufshaftpflichtversicherung im Impressum der Webseite einer Rechtsanwaltskanzlei ist nicht wettbewerbswidrig BGH: Schleichwerbung durch Zeitschriftenbeitrag mit Überschrift "Preisrätsel" - Verstoß gegen Verschleierungsverbot nach § 4 Nr. 3 UWG OLG Köln: Werbeslogan "kämpft am besten gegen Fett" verbunden mit einem Experiment in einem Werbevideo für Spülmittel irreführend LG Düsseldorf verhängt Ordnungsgeld von 50.000 EURO gegen Gewerbeauskunftszentrale - GWE-Wirtschaftsinformationsges. mbH LG Hamburg: Irreführende Werbung eines Streamingdienstleisters für angeblich vergütungsfreies Internetradio BGH: Basisinsulin mit Gewichtsvorteil - Irreführende Werbung für Arzneimittel mit Aussagen, die nicht ausreichend durch Studien gestützt werden OVG Schleswig: Facebook gewinnt im Klarnamen-Streit gegen das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) - Klarnamenzwang weiterhin zulässig LG Frankfurt: Irreführende Verlinkung auf den Webseiten der Gelben Seiten und des Örtlichen auf Hotelbuchungsportal OLG Hamm: Wettbewerbswidrige Werbung mit durchgestrichenem "statt"-Preis ohne Erläuterung OLG Celle: Wettbewerbswidrige Pauschalpreis-Werbung einer Fahrschule - Führerschein zum Pauschalpreis von 1.450 EURO