Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.10.1962&Aktenzeichen=III%20ZR%20135/61
Timestamp: 2020-02-27 00:02:29
Document Index: 280083801

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2']

BGH, 11.10.1962 - III ZR 135/61 - dejure.org
https://dejure.org/1962,3476
BGH, 11.10.1962 - III ZR 135/61 (https://dejure.org/1962,3476)
BGH, Entscheidung vom 11.10.1962 - III ZR 135/61 (https://dejure.org/1962,3476)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 1962 - III ZR 135/61 (https://dejure.org/1962,3476)
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WM 1962, 1322
Bei Inanspruchnahmen durch die öffentliche Hand kann der Betroffene Ansprüche aus dem Reichsleistungsgesetz immer dann geltend machen, wenn sich eine Behörde ihm gegenüber so verhält oder betätigt, wie wenn sie nach dem Reichsleistungsgesetz vorgegangen wäre, selbst wenn sie das Gesetz nicht anwenden wollte und ihr Eingriff sich als fehlerhafter oder gar als nichtiger Verwaltungsakt darstellt (vgl. BGH Urteil vom 9. Juni 1960 III ZR 102/59; 11. Oktober 1962 III ZR 135/61 = WM 1962, 1322 mit weiteren Nachweisen).
Mehrere Entschädigungspflichtige haften, soweit nicht eine trennbare Sonderbegünstigung Einzelner vorliegt, als Gesamtschuldner (BGHZ 13, 81 [BGH 08.04.1954 - III ZR 41/53] ; 13, 395 [BGH 04.06.1954 - V ZR 10/54] ; 26, 10 [BGH 28.10.1957 - III ZR 74/56] ; 32, 208 [BGH 21.04.1960 - VII ZR 97/59] ; zusammenfassend Urteil vom 11. Oktober 1962 III ZR 135/61 = WM 1962, 1322).
Fallen diese Maßnahmen in die Zeit vor dem 1. August 1945, so finden auf die daraus hergeleiteten Ansprüche unter den weiteren in § 2 Nr. 4 bezeichneten Voraussetzungen die Vorschriften des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes Anwendung, ohne daß darüber hinaus zu prüfen bleibt, wann die Ansprüche entstanden oder fällig geworden sind (vgl. die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 6. Juli 1959, III ZR 74/589 WM 1959, 1161; vom 21. Dezember 1959, III ZR 166/58, WM 1960, 172; vom 11. Oktober 1962, III ZR 135/61, WM 1962, 1322).
BGH, 11.07.1963 - III ZR 132/61
Nutzungsentschädigung und Allgemeines Kriegsfolgengesetz
Das alles entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 29, 22; BGH NJW 1958, 1423; Warn 1961 Nr. 211; WM 1962, 1322).
BGH, 08.03.1965 - III ZR 209/63
Enteignungsentschädigungsanspruch wegen einer erzwungenen Aufgabe eines …
Das setzt allerdings voraus, daß für den Außenstehender klar und deutlich zu erkennen ist, welchen Interessen oder Aufgaben die als enteignungsgleicher Eingriff charakterisierte hoheitliche Maßnahme im Einzelfall dient oder dienen soll, so daß - soweit mit dem Eingriff verschiedene oder mehrere Aufgaben erfüllt werden sollen und somit die "Begünstigung" im Einzelfall nicht eindeutig trennbar ist - im Zweifel alle die öffentlichen Körperschaften, deren Interessen und Aufgaben jedenfalls miterfüllt oder miterledigt werden, auch als entschädigungspflichtige Begünstigte anzusehen sind (vgl. hierzu auch: Urteile des Senats vom 7. Dezember 1959 III ZR 50/58 S 10/11 in WM 1960, 410 und vom 11. Oktober 1962 III ZR 135/61 S. 14 in WM 1962, 1322).
BGH, 21.10.1965 - III ZR 70/65
Ansprüche wegen der Inanspruchnahme eines Betriebsgebäudes - Herleitung von …
Allerdings hat der Senat in seinem ersten Urteil (Bl. 24 der Urteilsausfertigung) ausgeführt, daß es zur Frage des Stichtages vom 1. August 1945 auf den Zeitpunkt der getroffenen Maßnahme, nicht auf die Entstehung der dadurch - möglicherweise erst infolge des Zutritts weiterer Umstände - verursachten Schäden ankomme (vergl. hierzu außer den im ersten Urteil angeführten Entscheidungen die Urteile vom 11. Oktober 1962 - III ZR 135/61 = WM 1962, 1322 und vom 15. März 1965 - III ZB 187/63 -).
Zur Anwendung des § 2 Nr. 4 AKG geht die Revision zutreffend von dem Urteil des erkennenden Senats vom 11. Oktober 1962 - III ZR 135/61 - (WM 1962, 1322) aus, wonach die Bestimmung Ansprüche aus Maßnahmen der Gemeinden treffen will, die insbesondere der Beseitigung oder Milderung von kriegsbedingten Katastrophenlagen dienten, also Aufgaben, die an sich außerhalb der normalen Verwaltungsaufgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände lagen, deren Kraft überstiegen und nur durch die Mittel einer Zentralgewalt sachgemäß alsbald zu bewältigen waren, die aber aus dem Zwang der Verhältnisse und wegen des Wegfalls der zentralen Regierungsgewalt einfach durch die Gemeinden erledigt werden mußten.