Source: https://www.haufe.de/unternehmensfuehrung/profirma-professional/handelsgeschaeft_idesk_PI11444_HI2564148.html
Timestamp: 2019-10-16 20:17:09
Document Index: 262088586

Matched Legal Cases: ['§ 343', '§ 373', '§ 343', '§ 145', '§ 362', '§ 75', '§ 386', '§ 362']

Handelsgeschäft | ProFirma Professional | Haufe
Handelsgeschäfte sind alle Geschäfte eines Kaufmanns, die zum Betrieb seines Handelsgewerbes gehören. Sie können ein- oder beiderseitig sein.
Die Geschäfte von Kaufleuten und deren spezifische Voraussetzungen sind im HGB gesondert geregelt. Die allgemeinen Regelungen über Handelsgeschäfte finden sich in den §§ 343-372 HGB. Als besondere Handelsgeschäfte sind der Handelskauf, das Kommissionsgeschäft, das Frachtgeschäft, das Speditionsgeschäft und das Lagergeschäft in den §§ 373-475h HGB geregelt.
1 Bedeutung und Voraussetzungen eines Handelsgeschäfts
2 Besonderheiten des Handelsgeschäfts
Die §§ 343 ff. HGB enthalten besondere Regelungen für Handelsgeschäfte, die von den Vorschriften des BGB zum allgemeinen und besonderen Schuldrecht teils erheblich abweichen.
2.1 Zustandekommen eines Handelsgeschäfts
Verträge kommen durch Antrag und Annahme zustande (§§ 145 ff. BGB). Im BGB wird dem bloßen Schweigen keinerlei Bedeutung zugemessen, d. h. wenn sich eine Privatperson nicht ausdrücklich erklärt, entstehen mit ihrem Schweigen grundsätzlich keine rechtsgeschäftlichen Pflichten.
Im Handelsrecht gibt es von diesem Grundsatz Ausnahmen:
Schweigen auf ein Angebot zur Geschäftsbesorgung (§ 362 Abs. 1 HGB),
Schweigen auf ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben,
Vertreter ohne Vertretungsmacht (§§ 75h, 91 a HGB),
Kommission (§ 386 Abs. 1 HGB, siehe 3.2.),
in besonderen Fällen kraft Handelsbrauch.
2.1.1 Schweigen auf ein Angebot zur Geschäftsbesorgung
Geht einem Kaufmann, dessen Gewerbebetrieb die Besorgung von Geschäften für andere mit sich bringt, ein Antrag über die Besorgung solcher Geschäfte von jemandem zu, mit dem er in Geschäftsverbindung steht, so ist er verpflichtet, unverzüglich zu antworten. Will er sich nicht vertraglich binden, muss er dem Antrag widersprechen. Das Schweigen auf den Antrag gilt gem. § 362 Abs. 1 BGB als Annahme; das Vertragsverhältnis kommt zustande. Im Gegensatz dazu kommt im Bürgerlichen ...