Source: https://www.slideserve.com/ull/im-vorfeld-der-verabschiedung-des-neuen-familienrechts
Timestamp: 2018-07-22 03:58:49
Document Index: 392137574

Matched Legal Cases: ['§155', '§ 901', '§ 904', '§ 128', '§156', '§32', '§159', '§22', '§57']

PPT - Im Vorfeld der Verabschiedung des neuen Familienrechts: PowerPoint Presentation - ID:3903251
Im Vorfeld der Verabschiedung des neuen Familienrechts: PowerPoint Presentation
Im Vorfeld der Verabschiedung des neuen Familienrechts:
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Im Vorfeld der Verabschiedung des neuen Familienrechts: - PowerPoint PPT Presentation
Das neue Familienrecht in Deutschland und die Folgen für den Schutz von Frauen und Kindern Dr. Anita Heiliger. Im Vorfeld der Verabschiedung des neuen Familienrechts:. Forderungen des Kongresses: Kinderschutz und Kindeswohl im Sorge- und Umgangsrecht“ am 18./19.1.08 in der FH Frankfurt a.M.
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Das neue Familienrecht in Deutschland und die Folgen für den Schutz von Frauen und KindernDr. Anita Heiliger
Forderungen des Kongresses: Kinderschutz und Kindeswohl im Sorge- und Umgangsrecht“ am 18./19.1.08 in der FH Frankfurt a.M.
Veranstaltet von der Zentralen Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser (FIF) in Kassel, des Kommunikationszentrums für Frauen zur Arbeits- und Lebenssituation (KOFRA) in München und der Fachhochschule Frankfurt
Kein Umgangsrecht für gewalttätige VäterKernforderungen aus den Ergebnissen des Kongresses: Kinderschutz und Kindeswohl im Sorge- und Umgangsrecht“ am 18./19.1.08 in der FH Frankfurt a.M.
In Hochkonfliktfällen, insbesondere bei gewalttätigen Eltern (zumeist dem Vater), dient der Umgang mit dem/der TäterIn nicht dem Wohl des Kindes. Die hochstreitigen Auseinandersetzungen bis hin zu ausgeübter Gewalt (gegen die Partnerin/den Partner und/oder gegen das Kind) stellen ohne Zweifel eine hohe Kindeswohlgefährdung dar, die in der Regel traumatische Auswirkungen auf Mutter und Kind, in zahlreichen Fällen entweder der Mutter oder dem Kind sogar das Leben gekostet hat.
Der Umgangsausschluss muss ausdrücklich im Gesetz genannt werden.
Umgang darf nicht gegen den Willen des Kindes durchgesetzt werden.
Zwangsmittel zur Durchsetzung von Umgang sind abzulehnen.
Ausübung von Zwang auf die Mutter zur Auslieferung des Kindes an gewalttätige Ex-Partner ist abzulehnen.
Bei vorliegender Gewaltproblematik soll, wenn überhaupt, Umgang nur als begleiteter Umgang mit vorheriger Gefährdungsanalyse und unter Einbeziehung des Willens des Kindes stattfinden. Eine Verpflichtungserklärung des gewalttätigen Elternteils zur aktiven Auseinandersetzung mit und Veränderung des gewalttätigen Verhaltens muss Voraussetzung auch für den begleiteten Umgang sein. Sollte dies nicht erfolgen, wird der Umgang weiter ausgesetzt.
Modelle, die auf Einigung und Versöhnung hinwirken (Cochemer Modell, Mediation und ähnliches) sind bei Hochkonfliktfällen und Gewalt nicht anzuwenden
Forum 2: Der Regierungsentwurf zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)/Cochemer Modell auf dem Prüfstand. – Konkrekte Änderungsvor-schläge zum Regierungsentwurf zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) und Einflussnahme auf das Gesetzgebungsverfahren.
•Um Schutz zu gewährleisten, müssen Gewaltschutzsachen vorrangig zu Kindschaftsrecht-sachen verhandelt werden.
• Bei Verdacht von Männergewalt in der Familie darf es keine Beschleunigung der Entscheidung bezüglich des Umgangs geben. Kinderschutz braucht eine solide Sachaufklärung.
• Fälle von Häuslicher und innerfamiliärer sexueller Gewalt müssen vom Gebot des Einverneh-mens ausgenommen werden. Das Kindeswohl muss anstelle der Einvernehmlichkeit im Vordergrund stehen.
• In Kindschaftssachen muss die Beschwerde grundsätzlich - auch in Eilverfahren -möglich sein.
• Die Regeln der förmlichen Beweisaufnahme sind für kindschaftsrechtliche Verfahren nicht geeignet, da der Vorrang des Kindeswohls dadurch nicht gesichert werden kann.
• Der Umgangsausschluss muss ausdrücklich im Gesetz genannt werden
(4) Das Familiengericht kann das Umgangsrecht oder den Vollzug früherer Entschei-dungen über das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Das Familien-gericht kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der Ju-gendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt.
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/__1684.html
Gesetz zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGGReformgesetz- FGG-RG)
Bearbeitungsstand: 18.04.2007 17:37 Uhr
Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz
Teil der gesellschaftlichen Verantwortung ist es, Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermög-lichen und sie vor Gefährdungen zu schützen. Das Grundgesetz überträgt vorrangig den Eltern das Recht und die Pflicht, für ihr Kind zu sorgen. Es weist aber gleichzeitig der staatlichen Gemeinschaft eine Garantiefunktion zum Schutz des Kindes zu, wenn die Eltern ihrer Verantwortung nicht nachkommen und dadurch das Wohl des Kindes gefährdet ist.
In der letzten Zeit haben sich Berichte über erschütternde Fälle gehäuft, in denen Kinder von ihren Eltern misshandelt oder vernachlässigt wurden… In der Regel geht der Einschaltung des Gerichts dann ein langwieriger und unergiebiger Hilfeprozess voraus, so dass der sich zugespitzten Gefährdung nur noch mit einem Eingriff in die elterliche Sorge durch Sorge-rechtsentzug begegnet werden kann.
Der Entwurf hat das Ziel, den Schutz gefährdeter Kindern zu verbessern.
(1) Kindschaftssachen, die den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, sowie Verfahren wegen Gefährdung des Kindeswohls sind vorrangig und beschleunigt durch-zuführen.
Stellungnahme der autonomen Frauenhäuser zum §155 FamFG:
(1) Das Gericht soll in Kindschaftssachen, die die elterliche Sorge bei Trennung und Scheidung, den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, in jeder Lage des Verfahrens auf ein Einvernehmen der Beteiligten hinwirken, wenn dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Es weist auf Möglichkeiten der Beratung durch die Beratungsstellen und –dienste der Träger der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere zur Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge und der elterlichen Verantwortung hin. Das Gericht soll in geeigneten Fällen auf die Möglichkeit der Mediation oder der sonstigen außergerichtlichen Streitbeilegung hinweisen….
1. wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz steht,…..
4. in Verfahren, die die Herausgabe des Kindes oder eine Verbleibensanordnung zum Gegenstand haben oder
(4) Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren. Soweit nach den Umständen des Einzelfalls ein Erfordernis besteht, kann das Gericht dem Verfahrensbeistand die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken. ….
(1) Das Gericht hat das Kind persönlich anzuhören, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat. …
(3) Von einer persönlichen Anhörung nach Absatz 1 oder Absatz 2 darf das Gericht aus schwerwiegenden Gründen absehen. …
(4) Das Kind soll über den Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in einer geeigneten und seinem Alter entsprechenden Weise informiert werden, soweit nicht Nachteile für seine Entwicklung, Erziehung oder Gesundheit zu befürchten sind. Ihm ist Gelegenheit zur Äußerung zu geben. ….
(1) Das Gericht hat in Verfahren, die die Person des Kindes betreffen, das Jugendamt anzuhören.
Fristsetzung bei schriftlicher Begutachtung; Inhalt des Gutachtenauftrags; Vernehmung des Kindes
Die Entscheidung, gegen die das Kind das Beschwerderecht ausüben kann, ist dem Kind selbst bekannt zu machen, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat und nicht geschäftsunfähig ist. Eine Begründung soll dem Kind nicht mitgeteilt werden, wenn Nachteile für dessen Entwicklung, Erziehung oder Gesundheit zu befürchten sind.
(1) Macht ein Elternteil geltend, dass der andere Elternteil die Durchführung einer gerichtlichen Entschei-dung oder eines gerichtlich gebilligten Vergleichs über den Umgang mit dem gemeinschaftlichen Kind vereitelt oder erschwert, vermittelt das Gericht auf Antrag eines Elternteils zwischen den Eltern. ..
(3) In dem Termin erörtert das Gericht mit den Eltern, welche Folgen das Unterbleiben des Umgangs für das Wohl des Kindes haben kann. Es weist auf die Rechtsfolgen hin, die sich ergeben können, wenn der Umgang vereitelt oder erschwert wird, insbesondere darauf, dass Ordnungsmittel verhängt werden können oder die elterliche Sorge eingeschränkt oder entzogen werden kann. Es weist die Eltern auf die bestehenden Möglichkeiten der Beratung durch die Beratungsstellen und -dienste der Träger der Kin-der- und Jugendhilfe hin.
4) Das Gericht soll darauf hinwirken, dass die Eltern Einvernehmen über die Ausübung des Umgangs erzielen…
(5) Wird weder eine einvernehmliche Regelung des Umgangs noch Einvernehmen über eine nachfolgende Inanspruchnahme außergerichtlicher Beratung erreicht … prüft das Gericht, ob Ordnungsmittel ergriffen, Änderungen der Umgangsregelung vorgenommen oder Maßnahmen in Bezug auf die Sorge ergriffen werden sollen.
(1) Bei der Zuwiderhandlung gegen einen Vollstreckungstitel zur Herausgabe von Personen und zur Regelung des Umgangs kann das Gericht gegenüber dem Verpflichteten Ordnungsgeld und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft anordnen. Verspricht die Anordnung eines Ordnungsgeldes keinen Erfolg, kann das Gericht Ordnungshaft anordnen. Die Anordnungen ergehen durch Beschluss.
(3) Das einzelne Ordnungsgeld darf den Betrag von fünfundzwanzigtausend Euro nicht übersteigen. Für den Vollzug der Haft gelten § 901 Satz 2, die §§ 904 bis 906, 909, 910 und 913 der Zivilprozessordnung entsprechend.
Gesetz zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGGReformgesetz- FGG-RG
Aus der Presseerklärung des BMJ zum neuen Familienrecht, Sept. 2008:
„Die Vollstreckung von Sorge- und Umgangsentscheidungen wird effektiver. Bei Verstößen gegen Umgangsentscheidungen kann das Gericht Ordnungsmittel verhängen. Diese können - anders als Zwangsmittel - auch noch nach Ablauf der Verpflichtung wegen Zeitablaufs festgesetzt und vollstreckt werden.
Beispiel: Entgegen vorheriger Vereinbarung lässt eine Mutter das Kind über Ostern nicht zum getrennt lebenden Vater gehen. Wegen der Feiertage verhängt das Gericht erst nach Ostern ein Ordnungsgeld von 200 Euro gegen die Frau. Diesen Betrag muss sie zahlen, obwohl das Kind Ostern nicht mehr beim Vater verbringen kann. Das wird die Mutter davon abhalten, sich nicht an solche Absprachen zu halten. Anders das bislang geltende Zwangsgeld: Dieses kann nur verhängt werden, solange sich die Verpflichtung auch tatsächlich durchsetzen lässt – also nur während der Ostertage, was in der Praxis schwierig sein dürfte
(2) Anwendung unmittelbaren Zwangs gegen ein Kind darf nicht zugelassen werden, wenn das Kind herausgegeben werden soll, um das Umgangsrecht auszuüben. Im Übrigen darf unmittelbarer Zwang gegen ein Kind nur zugelassen werden, wenn dies unter Berücksichtigung des Kindeswohls gerechtfertigt ist und eine Durchsetzung der Verpflichtung mit milderen Mitteln nicht möglich ist.
(2) Vor dem Bundesgerichtshof müssen sich die Beteiligten durch einen bei dem Bundesgerichtshofzugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen.
2. wenn ein Beteiligter durch das Jugendamt als Beistand vertreten ist,….
(3) In geeigneten Fällen soll das Gericht die Sache mit den Beteiligten im Wege der Bild- und Tonübertragung in entsprechender Anwendung des § 128a der Zivilprozessordnung erörtern.
•	Hinwirken auf einvernehmliche Lösung nur, wenn es dem Kindeswohl entspricht, nicht bei „häuslicher Gewalt“ (§156)
•	Umgang kann ausgeschlossen/eingeschränkt werden, wenn Antrag nach Gewaltschutzgesetz vorliegt
•	Möglichkeit getrennter Anhörung (mit Videoaufzeichnung) (§32)
•	Persönliche Anhörung des Kindes (§159)
•	Mitteilungspflicht gegenüber dem Familiengericht z.B. bei „häusl. Gewalt“ (§22)
•	Sanktionen als Kann- (vorher Soll-) Vorschrift im richterlichen Ermessen
• Beschleunigung statt notwendige Entschleunigung bei Gewalt
• Weitere Verschärfung der Sanktionen („Ordnungsmittel“, Geld, Haft,
• Zwang zu Einvernehmlichkeit, Umgangszwang
•Beratungszwang
• Neutralität von GutachterInnen ausgehebelt (auch „Einvernehmlichkeit“…)
•Anwaltszwang
•keineDefinition von „Kindeswohl“, aber in der Praxis Gleichsetzung mit
Umgang/Vaterkontakt
•Gefährdung von Mutter und Kind durch „häusliche“ Gewalt wird nicht explizit genannt
• Unanfechtbarkeit vom Gericht getroffener Entscheidungen (§57)
Die Autonomen Frauenhäuser fordern
Mädchen und Jungen müssen als Betroffene von psychischer, physischer undsexualisierter Gewalt wahr- und ernst genommen werden!
In der Rechtsprechung muss sich widerspiegeln, dass der gewalttätige Vater das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verletzt und er somit seine Erziehungsfähigkeit verwirkt.
Um eine weitere Gefährdung des Kindes und der Mutter zu verhindern, muss gewalttätigen Vätern das Umgangsrecht entzogen werden.
Schutz der Mädchen und Jungen muss vor „Väterrecht“ gelten.
Kontakte zu Vätern dürfen nicht gegen den erklärten Willen der Mädchen und Jungen stattfinden.
Gewaltbetroffenen Müttern muss das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden, damit sie für sich und ihre Kinder handlungsfähig sind.
Mädchen und Jungen benötigen mit ihren Müttern wirksamen Schutz und Unterstützung.
Die ZIF (Zentrale Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser) stellt fest:
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