Source: http://www.frei-denken.ch/de/2009/04/religionsfreiheit-von-kindern/
Timestamp: 2017-06-26 15:43:15
Document Index: 167338170

Matched Legal Cases: ['Art. 303', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 11', 'Art. 303', 'Art. 303']

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Religionsfreiheit von Kindern
Die Religionsfreiheit von Kindern wird in der Schweiz noch kaum diskutiert.
Das Schweizerische Zivilrecht (Art. 303 ZBG) statuiert das Erziehungsrecht der Eltern in religiösen Fragen. Erst mit 16 Jahren gelten demnach hierzulande junge Menschen als “religionsmündig”. Die FVS möchte dieses Religionsmündigkeitsalter senken.
Die UNO-Kinderrechtskonvention (Art. 14) statuiert das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit und beschränken das Recht von Eltern darauf, das Kind bei der Ausübung seines Rechts in einer seiner Entwicklung entsprechenden Weise zu leiten.
Erste Ergebnisse einer kürzlich publizierten Befragung von Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren zeigen, dass die Jugendlichen entsprechend ihrem religiösen Umfeld antworten: Die 22% Jugendliche aus freikirchlichen und muslimischen Familien weisen dem Glauben einen mehrheitlich wichtigen Stellenwert in ihrem Leben zu. Alle anderen – also fast 80% der Jugendlichen – haben offenbar andere Dinge, die sie mehr bewegen als die Gottesfrage.
Religionsmündigkeit senken!
Kinder haben ein Recht darauf gewaltfrei, angstfrei, demokratisch und sozial erzogen und gemäss ihrer eigenen Fähigkeiten und Vorstellungen gefördert zu werden. Die Freidenker wollen deshalb die in der Schweiz geltende Religionsmündigkeit von heute 16 Jahren auf 12 Jahre senken.
Die Urteilsfähigkeit der jungen Menschen wird heute auch im Strafrecht wesentlich früher angesetzt. So dürfen gemäss Bundesgericht medizinische Behandlungen an 13-Jährigen nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung vorgenommen werden, wenn Ärzte das tun, machen sie sich strafbar. BGE 134 II 235 Kinder können auch in Bezug auf eigenes strafbares Verhalten bereits ab 10 Jahren als urteilsfähig und strafbar betrachtet werden, wenn sie die Tragweite ihres Handelns abschätzen können. Art. 3 Abs. 1 JStG, Art. 11 Abs. 2 JSTG
Eine Senkung des Mündigkeitsalters in religiösen Fragen wäre ein starkes Signal an jene religiösen Gemeinschaften, welche die jungen Menschen – insbesondere die jungen Frauen – traditionell gerade ab der Adoleszenz verstärkt kontrollieren. Und es wäre ein Zeichen an die jungen Menschen selbst, dass dieser Staat sie ernst nimmt und ihnen hilft, ihre Rechte durchzusetzen anstatt sie den religiösen Ansichten ihrer Eltern völlig auszuliefern: das heute geltende Erziehungsrecht (Art. 303 ZBG) muss zu Gunsten der Religionsfreiheit des Kindes eingeschränkt werden.
Religionsmündigkeit in anderen Ländern (Wikipedia)
Nach Vollendung des 12. Lebensjahrs kann ein Kind nicht gegen seinen Willen in einem andern Bekenntnis als bisher erzogen werden.
Nach Vollendung des 14. Altersjahrs selbst entscheiden, an welches religiöse Bekenntnis es sich halten will.
Im Recht der Vereinigten Staaten hat der Begriff der Religionsmündigkeit keine Entsprechung. Das Recht der Eltern, über die religiöse Erziehung (religious upbringing) ihrer Kinder zu entscheiden, wird dort von den Gesetzen und der Rechtsprechung sehr umfassend geschützt und endet erst mit der Volljährigkeit der Kinder.
Vorschlag “Jugendfeier” mit 12 Jahren
Immer wieder stellt sich die Frage nach einem weltlichen Ersatz für die Konfirmation/Firmung.
In allen Kulturen sind Rituale bekannt, welche den Übergang von der Kindheit ins Erwachsensein markieren. In der Schweiz ist traditionell die Konfirmation/Firmung mit 16 Jahren (Religionsmündigkeit gemäss Art. 303 ZGB) ein solcher Übergang. Während immer noch die Mehrheit der reformiert erzogenen Kinder die Konfirmation durchlaufen, die – mangels eines verbindlichen Glaubensbekenntnisses der Reformierten – mehr der Bestätigung der Konfessionszugehörigkeit als des persönlichen Glaubens dient, zeichnet sich bei den Katholiken ein Trend weg von der Firmung unter 18 Jahren ab.
Vorschlag der FVS: “Jugendfeier” in Verbindung mit dem Übertritt von der Primar- in die Oberstufe
Mit der Forderung nach einer Senkung der Religionsmündigkeit würde sich deshalb eine Initiation mit 12 Jahren verbinden lassen. Praktisch könnte sie beim Abschluss der Primarschule angesetzt und damit sinnvollerweise mit dem Übertritt in die Oberstufe feiern lassen. Dabei bliebe ein wichtiges soziales Element erhalten: das Feiern im sozialen (Klassen-)Verband – ungeachtet der Konfession. Diese “Jugendfeier” würde die gesellschaftliche Anerkennung beinhalten, nun zu den Jugendlichen zu gehören, neue Rechte aber auch schon Verantwortung zu erhalten.
Mit 18 Jahren folgt dann die traditionelle “Jungbürgerfeier”: der Übergang ins Erwachsenenalter mit sämtlichen bürgerlichen Rechten und Pflichten.
Schlagworte: Firmung, Glauben, Jugendfeier, Jugendliche, Konfirmation
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8 Kommentare zu „Religionsfreiheit von Kindern“
hofer sagt:	3. Juni 2010 um 20:15	Ich bin von meiner Mutter im Emmental erzogen worden. Mein Vater hatte für die Kirche nichts am Hut. Ich musste jeden Samstag beichten gehen und am Sonntag in die Kirche. Als ich ca. 12 Jahre alt war kam der Pfarrer zu mir unnd fragte mich warum ich nicht mehr beichten komme. Ich sagte ihm, dass ich manchmal nicht wüsste wie viele Male ich mich selber befleckt habe und wie viele Male ich gelogen hätte. Ich fragte ihn dann wo ich beichten könnte was ich ihm eventuell falsch gebeichtet hätte? Er sagte mir er werde meiner Mutter nichts sagen wenn ich nicht mehr beichten komme. Worauf ich nie mehr ging. 1972 bin ich in Schaffhausen aus der Kirche ausgetreten. Als ich mit 21 Jahren aus der RS nach Hause kam sollte ich in die Kirche gehen. Nach einem Krach mit der Mutter bin ich nach Zürich gegangen und habe mich zu Hause 10 Jahre nicht mehr gemeldet. Nun bin ich 62 Jahre alt. Viel Glück….Kinder darf man nicht einfach in einen Glauben zwingen……….
herold sagt:	12. November 2010 um 15:46	“Kinder haben ein Recht darauf gewaltfrei, angstfrei,… ” und was ist mit Fehrnsehn? Was wird da unternommen???
Frei denken ist ja schön aber es fängt nicht in der “Mündigkeitsalters in religiösen Fragen” an..
Anti-Christ sagt:	29. November 2010 um 15:59	Ich kämpfe seit 17 Jahren gegen den Glauben meiner “noch” Frau. Sechs Jahre lang ohne Kinder konnte ich mich gegen ihre Versuche mich zum Evangelismus zu bekehren wehren.
Als dann zwei Kinder auf die Welt kamen, begann sie, die Kinder in die evangelische Freikirche zu nehmen. Das war ganz klar zu viel für mich. Ich versuchte dies vergeblich zu stoppen.
Jetzt lebe ich getrennt von ihr. Doch sie nimmt die Kinder weiterhin zur Kirche und ich kann nur zuschauen. Ich suche dringend einen atheistischen Anwalt, der mich unterstützen kann.
Anita sagt:	29. November 2010 um 17:22	Warten bis die Trennung von Kirche und Staat endlich Wirklichkeit wird, hilft Anti-Christ nicht weiter. Das werden vielleicht seine Kinder nicht einmal erleben.
@ Anti-Christ
Seid ihr gerichtlich getrennt? Wenn ja, wie habt ihr das Erziehungsrecht geregelt? Bei gemeinsamem Erziehungsrecht müssten Sie ein Mitspracherecht haben, das heisst in wichtigen Erziehungsfragen müsstet ihr gemeinsam entscheiden. Und diese relig. Erziehung ist wohl ein wichtiges Erziehungskriterium. Ich würde mich bei einem Scheidungsanwalt erkundigen.
Anita sagt:	23. September 2011 um 11:42	SG Tagblatt vom 22. September
Initiative will
Koran verbannen
FRAUENFELD: Ohne Ankündigung
hat ein KomiteeumSD-Präsident
Willy Schmidhauser eine
kantonale Volksinitiative lanciert,
die die Verwendung von Lehrbüchern
einschränken will:
«Lehrbücher, auch im religiösen
Bereich, dürfen weder frauenfeindlich,
rassistisch noch mörderisch
sein», lautet der Initiativtext.
Die Initiative wolle verhindern,
dass Koran, Hadithe oder Teilauszüge
davon den Kindern gelehrt
würden, da sie grundsätzlich der
Verfassung widersprechen würden,
schreibt das Initiativkomitee.
Zudem seien die islamischen
Schriften frauenverachtend.
Bei Bildungspolitikern stösst
das Anliegen allerdings auf
klare Ablehnung. Es könne nicht
angehen, Bücher zu verbieten,
zumal Thurgauer Lehrbücher
weder frauenfeindliche noch
rassistische Inhalte hätten, sagt
etwa der Kreuzlinger Schulpräsident
Jürg Schenkel. (hal)
Ja aber hallo! fehlt hier nicht etwas und so manches??????
Cam Zilla sagt:	10. Februar 2014 um 19:16	Grüezi Mitenand,
auch ich wurde Römisch Katholisch erzogen. Musste beichten gehen und musste mich dann danach befreit fühlen, weil ich dachte, dass das von mir erwartet wurde (war wohl um die 7 Jahre alt). Mit 18 ausgetreten und zum Glück meinen auch ausgetretenen Mann kennengelernt…
Aber jetzt fängts an. Der beste Kindergarten – Freund meines 5 jährigen Sohnes wurde schon mit 3 jeden Sonntag in die Sonntagsschule geschickt. Ich dachte mir nichts dabei, aber wo mein Sohn dann am Mittagstisch mit Singen anfing (Thank you, Lord, for our fruits) und sein Freund mich fragte, ob wir nie singen hat es mir doch schon etwas abgelöscht. Ich sagte dann, wir singen unter der Dusche.
Jetzt stehe ich vor dem Gespräch mit ihr, dass mein Sohn unter diesen Umständen wohl nicht mehr zum Mittagessen kommt, weil ich die Entscheidung meinen Söhnen überlassen möchte, wenn sie mündig sind (hoffentlich früher als 18). Diese Indoktrination kommt bei uns nicht in Frage…
Heinrich Zimmermann sagt:	21. November 2014 um 09:18	Ja genau, die Indoktrination zu verhindern im Jugendzeitalter waere wichtig. Also da koennten schon immer wieder in öffentlichen Orten auftauchende Kritik an der religiösen Entzweiungen und Streitereien etwas beitragen. Es MUSS Kritik kultiviert werden. Frueher gabs sogar mal einen Stand an der Bahnhofstrasse, der von Freidenkern betrieben wurde, was ich super fand. Viele wissen gar nicht dass es Freidenker gibt, oder was das sein soll. Das Denken findet im Gehirn statt, und da sollten wir ansetzen. Aufdecken, dass religiöse Philosophien den Denkprozess, und die Entwicklung des Hirns behindern. Mein Brief an den Stadtrat von Zuerich, dass man die Verteilung des Korans verhindern solle, weil es nicht ein kleines “Give away” sei, hat noch nichts gebracht. An jenem Stand wurde am letzten Samstag sogar ein roter Teppich so ausgelegt, dass selbst Unbeteiligte beim vorbeigehen darueber gehen mussten. Das ist ideologisch,religiös schlau. Und die sind schlau, gegen dass sollten wir vorgehen. Und die alle wollen dass wir Barttraeger werden und Frau Kopftuch hat. (IS-Staat, Boko Haram etc. an Beispielen fehlt es doch nicht)
zurigo sagt:	11. Januar 2017 um 16:31	Ich habe zu viele Kommentare über die Verteilung des Korans gelesen. Es ist in keiner Hinsicht falsch Gottesbuch kostenfrei auf der Strasse zu verteilen, egal welches. Der Koran und die Bibel haben viele Ähnlichkeiten, Wo ist dann dass Problem? Wenn es okay ist die Bibel zu verteilen, ist es auch okay den Koran zu verteilen. Wenn man es nicht will, lehnt man es ab da ist nichts dabei. @Heinrich Zimmermann, wenn religiöse Philosophien eine Behinderung für das Gehirn ist, dann ist Ihr fanatischer versuch dagegen anzukämpfen noch eine viel grössere Behinderung. Kinder und Jugendliche sollten selber entscheiden an was sie glauben, dem stimme ich zu. Der hass gegenüber die individuellen Religionen ist jedoch nicht akzeptabel und ungesund. Man sollte sich keine Meinung über eine Religion bilden, ohne dessen Gottesbuch gelesen zu haben. Falls man dann immer noch dagegen ist, muss man gegen solche Sachen nicht ankämpfen. Viele Religion haben um viele Rechte in verschiedenen Ländern gekämpft und wir werden nicht zusehen, dass sie das verhindern wollen. Es gibt viel Wichtigeres im Leben als Hass. @Heinrich Zimmermann so wie sie sich äussern, kommt mir das ziemlich selbstsüchtig vor. Ich hätte sehr gern ein Koran kostenfrei auf der Strasse bekommen haben, wenn sie ein Problem haben, dann ist es wie gesagt IHR Problem. Ein Versuch, dass zu verhindern ist zukünftig zum Versag vorgesehen. Ich hoffe so wenige Leute wie möglich unterstützen diesen krankhaften Hass gegen solche Gedanken und versuchen.
Wenn sie nichts besseres zu tun haben, dann suchen sie sich etwas zum tun.
Bitte lösen Sie eine kleine Rechenaufgabe, um zu beweisen, dass Sie ein menschliches Wesen sind: *	2 + = 3	DE