Source: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/folgen-eines-unrichtigen-steuerausweises-in-rechnung/150/32549/344699
Timestamp: 2020-02-27 14:28:17
Document Index: 361426429

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 14', '§ 14', '§ 13', '§ 13']

Folgen eines unrichtigen Steuerausweises in Rechnung - dhz.net
Folgen eines unrichtigen Steuerausweises in Rechnung
Recht + Steuern - 03.02.2017
Steuertipp Folgen eines unrichtigen Steuerausweises in Rechnung
Weist ein Bauunternehmer oder ein Gebäudereiniger in seiner Rechnung Umsatzsteuer aus, obwohl das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG greift, hat das für den Rechnungsaussteller steuerlich nachteilige Folgen. Welche Folgen das sind, hat der Bundesfinanzhof nun klargestellt.
Weist ein leistender Unternehmer in seiner Rechnung Umsatzsteuer offen aus, obwohl der Empfänger der Leistung nach § 13b UStG zum Steuerschuldner wird, schuldet der leistende Unternehmer die Umsatzsteuer nach § 14c Abs. 1 UStG.
Abtretungserklärung wirkt als Rechnungsberichtigung
Stellt das Finanzamt fest, dass ein Unternehmer zu Unrecht Umsatzsteuer in seiner Rechnung ausgewiesen hat und fordert diese nach § 14c Abs. 1 UStG, sollte der Unternehmer seine Rechnung schnellstens berichtigen. Die Berichtigung kann in Form einer Abtretungsanzeige an den Leistungsempfänger erfolgen (BFH, Urteil v. 12.10.2016, Az. XI R 43/14; veröffentlicht am 1.2.2017).
Bauunternehmer Huber stellt an Bauunternehmer Maier eine Rechnung über Bauleistungen in Höhe von 5.000 Euro + 950 Euro Umsatzsteuer. Das Finanzamt bemerkt diesen Fehler. Nun könnte Huber eine berichtigte Rechnung ohne Umsatzsteuerausweis ausstellen. Dann müsste er Unternehmer Maier die bereits bezahlte Umsatzsteuer zurückzahlen und dieser müsste die Umsatzsteuer dann nach § 13b UStG wieder ans Finanzamt überweisen.
Einfacher ist es jedoch, dem Finanzamt eine Abtretungsanzeige zu schicken und zu vermerken, dass diese Abtretungsanzeige eine Rechnungsberichtigung darstellt und dass das Finanzamt die bisher nach § 13b UStG geschuldete Umsatzsteuer an den Leistungsempfänger abtritt. Das Finanzamt wir diese abgetretene Umsatzsteuer natürlich nicht auszahlen, sondern auf die 13b-Umsatzsteuer des Leistungsempfänger anrechnen.
Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten klar, dass bei einem falschen Steuerausweis in einer Rechnung keine rückwirkende Rechnungsberichtigung möglich ist. Die fehlerhaften Rechnungen geltend also frühestens mit dem Eingang der Abtretungsanzeige beim Finanzamt als berichtigt. dhz