Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202000,%20156
Timestamp: 2019-12-08 20:49:38
Document Index: 297690076

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 10', '§ 30', '§ 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 140', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', '§ 140', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH']

BGH, 02.12.1999 - IX ZR 412/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,488
BGH, 02.12.1999 - IX ZR 412/98 (https://dejure.org/1999,488)
BGH, Entscheidung vom 02.12.1999 - IX ZR 412/98 (https://dejure.org/1999,488)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 1999 - IX ZR 412/98 (https://dejure.org/1999,488)
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Kongruenz - Inkongruenz - Sicherungsübereignung - Kenntnis
Inkongruenz zwischen Anspruch auf Leistung und Anspruch auf Stellung einer Sicherheit
Vorliegen der Kenntnis von der Inkongruenz schon bei Kenntnis der einschlägigen Umstände
nomos.de , S. 42 (Zusammenfassung und Entscheidungsanmerkung)
§ 10 Abs. 1 Nr. 1 GesO
Gesamtvollstreckung/Absichtsanfechtung/Kenntnis der inkongruenten Deckung
GesO § 10 Abs. 1 Nr. 4; KO § 30 Nr. 2; InsO § 131
Vorliegen der Kenntnis von Inkongruenz schon bei Kenntnis der einschlägigen Umstände
Zusammenfassung von "Konzernfinanzierung und Besicherung - Das Upstreamrisiko aus Gesellschafter- und Bankenansicht -" von RiBGH a.D. Prof. Dr. Hartwig Henze, original erschienen in: WM 2005, 717 - 727.
NJW-RR 2000, 639 (Ls.)
ZIP 2000, 156
ZIP 2000, 82
MDR 2000, 354
NZI 2000, 122
WM 2000, 156
Die Kenntnis von der Inkongruenz der Überweisung vom 21. April 1999 ist ferner ein wesentliches Beweisanzeichen dafür, dass die Beklagte die Gläubigerbenachteiligungsabsicht der Schuldnerin gekannt hat (…vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1999 - IX ZR 329/97, ZIP 1999, 406, 407; v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, ZIP 2000, 82, 83; v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, ZIP 2003, 1799, 1801;… v. 22. April 2004 - IX ZR 370/00, aaO unter II. 3. c).
Die Gewährung einer Sicherheit ist demgemäß nur dann kongruent, wenn der Sicherungsnehmer einen Anspruch auf gerade diese Sicherheit hatte (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, WM 2000, 156, 157;… v. 22. Juli 2004, aaO S. 1839).
Dazu hätte er dartun müssen, daß die Schuldnerin bei Vornahme der angefochtenen Rechtshandlung (§ 140 Abs. 1 InsO) angenommen habe, sie könne mit Sicherheit alle ihre Gläubiger befriedigen (vgl. BGHZ 138, 291, 308;… BGH, Urt. v. 29. April 1999 - IX ZR 163/98, NJW 1999, 3046, 3047; v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, NJW 2000, 957, 958).
Das Vorliegen einer inkongruenten Deckung (oben c aa) begründet zugleich ein starkes Beweisanzeichen für die Kenntnis des Anfechtungsgegners von dem Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners (BGHZ 123, 320, 326; 138, 291, 308; BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 aaO).
Denn die Inkongruenz ist ein Rechtsbegriff, und deshalb genügt es, daß der Anfechtungsgegner die Umstände kennt, aus denen die Inkongruenz folgt (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 aaO).
Im Übrigen wäre der Anspruch auf Besicherung nicht etwa als ein minus in dem Anspruch auf Erfüllung enthalten; er stellt vielmehr ein aliud dar (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, ZIP 2000, 82, 83).
Für die Kenntnis des Anfechtungsgegners von der Inkongruenz der gewährten Deckung ist eine rechtliche Subsumtion dieses Begriffes nicht erforderlich, es genügt vielmehr, daß der Betreffende die tatsächlichen Umstände kennt, bei deren Vorliegen der Rechtsbegriff der Inkongruenz, welcher einer wertenden Ausfüllung bedarf, erfüllt ist (vgl. BGH NJW 2000, 957 [BGH 02.12.1999 - IX ZR 412/98] [958]).
Die Kenntnis der Inkongruenz ist hierbei ein wesentliches Beweisanzeichen dafür, dass der Anfechtungsgegner die Gläubigerbenachteiligungsabsicht gekannt hat (vgl. BGHZ 123, 320 [326]; BGHZ 138, 291 [308]; BGH NJW 2000, 957 [BGH 02.12.1999 - IX ZR 412/98] [958]; NJW 1995, 2348 [BGH 11.05.1995 - IX ZR 170/94] ; ZIP 1997, 513 [BGH 30.01.1997 - IX ZR 89/96] [515]).
Es entspricht zwar ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, daß die Gewährung einer inkongruenten Deckung ein wesentliches Beweisanzeichen für das Vorliegen einer Gläubigerbenachteiligungsabsicht darstellt (vgl. BGHZ 123, 320 [326]; 138, 291 [308]; NJW 2000, 957 f., [BGH 02.12.1999 - IX ZR 412/98] OLG Düsseldorf vom 15.09.2000, Az. 15 U 79/98 - www.[...].de ).
Ein Anspruch auf Besicherung ist nicht etwa ein minus zu dem Anspruch auf Befriedigung, sondern ein aliud, weshalb die Gewährung einer Sicherheit lediglich dann als kongruent angesehen werden kann, wenn der Sicherungsnehmer einen Anspruch auf gerade diese Sicherheit hatte (vgl. vgl. BGH NJW 2000, 957 [BGH 02.12.1999 - IX ZR 412/98] [958]; NJW 1983, 1679 [BGH 15.12.1982 - VIII ZR 264/81] ).
Die Gewährung einer Sicherheit ist demgemäß nur dann kongruent, wenn der Sicherungsnehmer einen Anspruch auf gerade diese Sicherheit hatte (vgl. BGH NJW 2000, 957 [958]; NJW 1998, 2592 [BGH 19.03.1998 - IX ZR 22/97] [2597]; NJW 1999, 645 [BGH 03.12.1998 - IX ZR 313/97] [646]).
Nur dann, wenn aber ein solcher begründet wurde, dann würde sich die Sicherungsbestellung als kongruent erweisen (vgl. BGH NJW 2000, 957 [BGH 02.12.1999 - IX ZR 412/98] [958]; NJW 1998, 2592 [BGH 19.03.1998 - IX ZR 22/97] [2597]; NJW 1999, 645 [BGH 03.12.1998 - IX ZR 313/97] [646]).
Ein starkes Beweisanzeichen für den Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners liegt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs regelmäßig in der Vornahme eines inkongruenten Deckungsgeschäfts (…vgl. BGH WM 2006, 190 ff., Rn. 21; NJW 2000, 957 f., Rn. 8 - jeweils zitiert nach juris und m. w. N.).
Diese Grundsätze finden nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch auf die Anfechtung inkongruenter Deckungen nach § 133 Abs. 1 InsO Anwendung (…vgl. BGH WM 2004, 1141 ff. Rn. 24; NJW 2000, 957 f. Rn. 8 - jeweils zit. nach juris).
Dazu hätte sie dartun müssen, die Schuldnerin sei bei Vornahme der angefochtenen Rechtshandlung (§ 140 Abs. 1 InsO ) davon ausgegangen, mit Sicherheit alle ihre Gläubiger befriedigen zu können (vgl. BGH ZIP 2000, 82, 83;… WM 2004, 1141 ff. Rdnr. 25, zit. nach juris).
Liegt nämlich - wie hier - ein inkongruentes Deckungsgeschäft vor und weiß der Anfechtungsgegner, dass er eine inkongruente Deckung erhält, so liegt darin auch ein wesentliches Beweisanzeichen dafür, dass er den Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners gekannt hat (…vgl. BGH WM 2004, 1141 ff. Rn. 29; NJW 2000, 957 f. Rn. 8 m. w. N.; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Urteil vom 09.07.2008 - 7 U 193/07 - Rn. 55, jeweils zitiert nach juris).
Hierfür ist es ausreichend, dass der Betreffende die Umstände kennt, bei deren Vorliegen der Rechtsbegriff erfüllt ist (BGH NJW 2000, 957 f. Rn. 8, zitiert nach juris).
Die Kenntnis von der inkongruenten Aufrechnungslage ist ferner ein wesentliches Beweisanzeichen dafür, daß der Beklagte die Gläubigerbenachteiligungsabsicht der Schuldnerin gekannt hat (…vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1999 - IX ZR 329/97, aaO; v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, ZIP 2000, 82, 83 m.w.N.; v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, ZIP 2003, 1799, 1801;… v. 18. Dezember 2003 - IX ZR 199/02, aaO).
Dafür genügt es, daß er die Umstände kennt, bei deren Vorliegen der Rechtsbegriff der Inkongruenz erfüllt ist (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, NJW 2000, 957, 958).
Bei der Absichtsanfechtung nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 AnfG a.F. ist eine inkongruente Deckung ein Beweisanzeichen für eine Benachteiligungsabsicht (vgl. BGH, Urt. v. 2. Dezember 1999 - IX ZR 412/98, WM 2000, 156, 157 m.w.N.).
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