Source: https://www.steuerlupe.de/keine-restschuldbefreiung-fuer-verspaetet-abgegebenen-umsatzsteuererklaerungen-8160196/
Timestamp: 2019-06-27 00:55:59
Document Index: 133677265

Matched Legal Cases: ['§ 302', '§ 37', '§ 3', '§ 302', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Keine Restschuldbefreiung für verspätet abgegebenen Umsatzsteuererklärungen | Steuerlupe
Obgleich in dem Strafbefehl die Zinsen nicht aufgeführt worden sind, fallen sie unter § 302 Nr. 1 3. Alternative InsO. Das ergibt sich bereits aus dem Wortlaut des Gesetzes. Zu den Verbindlichkeiten aus einem Steuerschuldverhältnis gehören nach § 37 Abs. 1, § 3 Abs. 4 AO nicht nur der Steueranspruch selbst, sondern auch die steuerlichen Nebenleistungen wie Verzögerungsgelder, Säumniszuschläge, Zwangsgelder und Zinsen. Durch die Formulierung “sofern der Schuldner in Zusammenhang damit wegen einer Steuerstraftat … rechtskräftig verurteilt worden ist” sollen auch Nebenleistungen berücksichtigt werden. Die Gesetzgebungsgeschichte bekräftigt dieses Ergebnis. In der Begründung des Regierungsentwurfs zu § 302 InsO8 heißt es: “Der Unrechtsgehalt der genannten Straftaten rechtfertigt es, die in diesem Zusammenhang bestehenden Verbindlichkeiten des Schuldners dem unbegrenzten Nachforderungsrecht des Fiskus zu unterwerfen.” Der Gesetzgeber wollte sich mithin nicht auf die hinterzogenen Steuern beschränken.
BGH, Urteile vom 18.05.2006 – IX ZR 187/04, NJW 2006, 2922; vom 18.01.2007 – IX ZR 176/05, NJW-RR2007, 991; BGH, Beschluss in ZInsO 2014, 1055 [↩]
BGH, Beschluss vom 02.12 2010 – IX ZB 271/09, ZInsO 2011, 44 [↩]
BT-Drs. 17/11268, S. 32 [↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 16.02.2012 – IX ZB 113/11, NJW 2012, 1215; LG Offenburg, Beschluss vom 14.02.2011 4 T 33/11, ZInsO 2011, 542 [↩]
BGBl I 2013, 2379 [↩]
BGH, Beschluss in NJW 2012, 1215, Rz 13, m.w.N. [↩]
BGH, Beschluss in NJW 2012, 1215 [↩]
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