Source: https://www.jusmeum.de/urteil/lsg_berlin_brandenburg/0ddcdf92075383931d9f773e44077697fbffbea36111cdc40dc5aa7058f634e2
Timestamp: 2018-04-20 12:27:15
Document Index: 93089499

Matched Legal Cases: ['§ 197', '§ 52', '§ 32', '§ 172', '§ 197', '§ 52', '§ 197', '§ 177']

LSG Berlin-Brandenburg, t auf 90.000: LSG Berlin-Brandenburg: kündigung, sammlung, quelle, link, anfechtung, hauptsache
Urteil des LSG Berlin-Brandenburg vom 25.01.2010, t auf 90.000
t auf 90.000
LSG Berlin-Brandenburg: kündigung, sammlung, quelle, link, anfechtung, hauptsache
Kündigung, Sammlung, Quelle, Link, Anfechtung, Hauptsache
Normen: § 197a SGG, § 52 GKG
Aktenzeichen: L 27 P 12 /10 B
Soziale Pflegeversicherung: Versorgungsvertrag; Streitwertermittlung bei der Anfechtung mehrerer Einzelmaßnahmen
Auf die Beschwerde wird der Beschluss des Sozialgerichts Berlin vom 25. Januar 2010 dahingehend geändert, dass der Streitwert für das Verfahren vor dem Sozialgericht auf 90.000 € festgesetzt wird.
Für das Beschwerdeverfahren werden Gebühren nicht erhoben und Kosten nicht erstattet.
1Die Beschwerde der Antragsteller ist zulässig und begründet.
2Die Antragsteller sind als Rechtsanwälte und Prozessbevollmächtigte im vorangegangenen Verfahren der Hauptsache aus eigenem Recht beschwerdebefugt gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Die Beschwerde ist statthaft gemäß §§ 172, 197a Abs. 1 Satz 1 Sozialgerichtsgesetz (SGG), 68 Abs. 3 Satz 1 Gerichtskostengesetz (GKG).
3Die Beschwerde ist auch begründet, weil der Streitwert auf den Betrag von 90.000,00 € anzusetzen war. Gemäß §§ 197a Abs. 1 Satz 1 SGG, 52 Abs. 1 GKG ist der Streitwert im sozialgerichtlichen Verfahren im Grundsatz nach der Bedeutung für den Rechtsschutzsuchenden zu bestimmen. Für die Bedeutung der Sache für die von den Beschwerdeführern vertretene Klägerin ist darauf abzustellen, dass ihr im angefochtenen Maßnahmebescheid vom 10. Oktober 2006 insgesamt 18 einzelne Maßnahmen auferlegt worden sind. Insofern ist gem. § 52 Abs. 2 GKG für jede einzelne der Maßnahmen ein Wert von 5.000,00 € anzusetzen, denn der Sach- und Streitstand bietet keine genügenden Anhaltspunkte für eine konkrete anderweitige Bestimmung des Streitwertes; insbesondere legt er nicht eine Heranziehung des Jahresumsatzes für die Bestimmung des Streitwertes nahe (vgl. Beschlüsse des Senats vom 4. Juni 2009, L 27 B 105/08 P und vom 20. Mai 2010, L 27 P 36/09 B, beide zitiert nach Juris). Offen bleiben kann daher, ob im Falle einer Vielzahl von angefochtenen Einzelmaßnahmen - deren Missachtung nicht ihre Durchsetzung, sondern die Kündigung des Versorgungsvertrages zur Folge hätte - der Streitwert seine Obergrenze in dem für die Frage des Bestehens des Versorgungsvertrages maßgeblichen dreifachen des Jahresumsatzes zu finden hat.
4Ohne Erfolg berufen sich die Beschwerdegegner darauf, der Streitwert sei insgesamt und nicht für jede Einzelmaßnahme mit 5.000,00 € anzusetzen. Dies würde der auch durch die Beschwerdegegner den jeweiligen Einzelmaßnahmen beigemessenen Bedeutung nicht gerecht. Immerhin ist der Klägerin im angefochtenen Bescheid ohne jede Einschränkung die Kündigung des Versorgungsvertrages angedroht worden, falls die Maßnahmen nicht sämtlich umgesetzt werden.
5Die Entscheidung über die Gebühren und Kosten des Beschwerdeverfahrens beruht auf §§ 197a Abs. 1 Satz 1 SGG, 68 Abs. 3 GKG.
6Dieser Beschluss ist gemäß § 177 SGG nicht anfechtbar.