Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202004,%20615
Timestamp: 2019-06-27 03:43:23
Document Index: 202026490

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH']

BGH, 13.03.2003 - 3 StR 458/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,5088
BGH, 13.03.2003 - 3 StR 458/02 (https://dejure.org/2003,5088)
BGH, Entscheidung vom 13.03.2003 - 3 StR 458/02 (https://dejure.org/2003,5088)
BGH, Entscheidung vom 13. März 2003 - 3 StR 458/02 (https://dejure.org/2003,5088)
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Rechtfertigung; Notwehr (Einschränkung des Notwehrrechts; Provokation; Erforderlichkeit; Androhung)
Schlägerei unter Jugendlichen mit tödlichem Messereinsatz; Abgrenzung von Körperverletzung mit Todesfolge und Körperverletzung in Tateinheit mit Beteiligung an einer Schlägerei bei ungezielten Messerstichen; Ermittlung des Bewegungsablaufes bei Messerstichen durch Sektion der Stichkanäle; Rechtfertigung eines Messereinsatzes durch Notwehr bei vorausgegangener Provokation; Einschränkung des Notwehrrechtes bei vielaktigem Gewaltgeschehen; Beeinträchtigung der Verteidigungsmöglichkeiten durch Androhung eines Messereinsatzes; Zur Verteidigung erforderliche Messerstiche in den Rücken bei andauerndem rechtswidrigem Angriff
NStZ 2004, 615
Die mildere Einsatzform muss im konkreten Fall eine so hohe Erfolgsaussicht haben, dass dem Angegriffenen das Risiko eines Fehlschlags und der damit verbundenen Verkürzung seiner Verteidigungsmöglichkeiten zugemutet werden kann (vgl. BGH, Urteile vom 13. März 2003 - 3 StR 458/02, NStZ 2004, 615, 616, …und vom 27. September 2012 - 4 StR 197/12, BGHR StGB § 32 Abs. 2 Erforderlichkeit 20;… Beschluss vom 21. März 2001 - 1 StR 48/01, BGHR StGB § 32 Abs. 2 Erforderlichkeit 15).
Der Angegriffene darf sich nämlich grundsätzlich des Abwehrmittels bedienen, das er zur Hand hat und dessen Einsatz eine sofortige und endgültige Beseitigung der Gefahr erwarten lässt (BGH NStZ 2004, 615, 616).
Denn die Androhung des Einsatzes der Waffe ist nur dann erforderlich, wenn die Waffe lebensgefährlich eingesetzt werden soll (BGH, NStZ 2004, 615, 616; NStZ 2001, 591, 592), was hier nicht der Fall war.
Grundsätzlich ist der Angegriffene berechtigt, den Angriff sofort zu beenden oder zumindest abzuschwächen und die gegenwärtige Gefahr endgültig abzuwenden; der Angegriffene darf sich dabei grundsätzlich des Abwehrmittels bedienen, das er zur Hand hat und dessen Einsatz eine sofortige und endgültige Beseitigung der Gefahr erwarten lässt (…st. Rspr., vgl. Tröndle/Fischer, a.a.O., Rdnr. 16 c zu § 32 m.w.N.; BGH NStZ 2004, 615).