Source: https://www.bibukurse.de/einkommensteuer/ermittlung-des-einkommens/sonderausgaben/spenden.html
Timestamp: 2017-08-24 01:11:16
Document Index: 254954577

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 52', '§ 53', '§ 54', '§ 10', '§ 52', '§ 52', '§ 53', '§ 54', '§ 55', '§ 50', '§ 50']

Spenden - Einkommensteuer - Bilanzbuchhalter-Prüfung
Einkommensteuer - Spenden
Kursangebot | Einkommensteuer | Spenden
Spenden sind Ausgaben des Steuerpflichtigen für bestimmte steuerbegünstigte Zwecke (§ 10b I 1 EStG).
Bei Ausgaben des Steuerpflichtigen für
gemeinnützige (§ 52 AO),
mildtätige (§ 53 AO),
kirchliche (§ 54 AO),
als besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke
kommt ein allgemeiner Spendenabzug in Betracht (§ 10b I 1 EStG, dort sind §§ 52-54 AO als Voraussetzungen genannt).
Eine Körperschaft ist gemeinnützig, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistlichem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern (§ 52 AO). Mildtätig handelt eine Körperschaft, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, Personen selbstlos zu unterstützen, die in Folge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind (§ 53 AO). Kirchliche Zwecke werden durch eine Körperschaft verfolgt, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, eine Religionsgemeinschaft, die Körperschaft öffentlichen Rechts ist, selbstlos zu fördern (§ 54 AO). Voraussetzung ist bei den gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecken immer wieder die so genannte Selbstlosigkeit. Diese liegt u.a. dann vor, wenn in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke (z.B. gewerbliche oder sonstige Erwerbszwecke) nicht verfolgt werden (§ 55 AO). Voraussetzung für den Spendenabzug ist, dass sie an einen begünstigten Empfänger geleistet werden und dann ein Nachweis mittels amtlich vorgeschriebener Spendenbelege erbracht wird (§ 50 I EStDV). Hierbei reicht der Nachweis als Bareinzahlungsbeleg oder als Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts aus im Falle der Zuwendung zur Linderung der Not in Katastrophenfällen und wenn zusätzlich die Zuwendung 200 € nicht übersteigt (§ 50 II 1 Nr. 1 und Nr. 2 EStDV). Nachdem man sich klar gemacht hat, welche Positionen abzugsfähig sind, muss man die abzugsfähigen Spenden berechnen. Dies geschieht alternativ durch folgende Methoden:
20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte oder
dürfen als Sonderausgaben abgezogen werden (und außerdem höchstens die geleistete Spende selbst). Man rechnet also, mathematisch ausgedrückt:
maximal abzugsfähige Spende
= min{max(0,2*Gesamtbetrag der Einkünfte; 0,004*(Umsätze + geleistete Löhne und Gehälter); geleistete Spende selbst}.
Beispiel 110:
Die Einzelunternehmerin Sanja aus Wülfrath ermittelt für 2016 einen Gewinn in Höhe von 100.000 €, wobei Spenden an die evangelische Kirche der Stadt Wülfrath in Höhe von 30.000 € gewinnmindernd berücksichtigt worden sind. Die Umsätze des Kalenderjahres 2016 betrugen 2.000.000 €, Sanja wendete für Löhne und Gehälter insgesamt 1.000.000 € auf.
Gewinn lt. Steuerbilanz 100.000
+ Spenden 30.000 €
= Einkommen 130.000 €. Nun ist durch Vergleich
der 20 %-Marke mit der
4-Promille-Marke
der abzugsfähige Betrag zu ermitteln.
Die 20 %-Methode ergibt einen abzugsfähigen Betrag von 0,2·130.000 = 26.000 €.
Die 4-Promille-Methode errechnet hingegen einen Betrag von 0,004·(2.000.000 + 1.000.000) = 12.000 €. Es ist damit ein Betrag in Höhe von
Abzugsbetrag = min((gespendeter Betrag; max(26.000;12.000))
= min(30.000 €; 26.000 €)
= 26.000 €
Man rechnet daher weiter:
Einkommen 130.000 €
abzugsfähige Aufwendungen für kirchliche Zwecke 26.000 €
= zu versteuerndes Einkommen 104.000 €.
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Der Einzelunternehmer Fritz aus Hamburg ermittelt für 2012 einen Gewinn in Höhe von 200.000 €, wobei Spenden an die evangelische Kirche in Höhe von 40.000 € gewinnmindernd berücksichtigt worden sind. Die Umsätze des Kalenderjahres 2012 betrugen 3.000.000 €, Fritz wendete für Löhne und Gehälter insgesamt 2.000.000 € auf.
Das zu versteuende Einkommen des Fritz liegt bei
Der abzugsfähige Betrag für die Spenden beträgt?
Das Einkommen des Fritz beträgt