Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?execution=e100000s1&segmentId=a982081c-1283-4eba-9150-d96c900c0236
Timestamp: 2020-07-10 15:52:12
Document Index: 79126419

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 4', '§ 5', '§ 208', '§ 208', '§ 5']

6.7.1 Vorräte
6.7.1.1 Allgemeines
Zu den Vorräten zählen insbesondere
noch nicht abrechenbare Leistungen.
Im Speziellen zählen dazu:
der angeschaffte Bodenschatz (zB Schotter) bei Abbaubetrieben (VwGH 12.2.1998, 94/15/0184),
Ersatzteile, nicht jedoch Spezialersatzteile (VwGH 26.4.1977, 0671/75),
Gebäude und Wohnungen, die der Veräußerung dienen (VwGH 7.6.1983, 87/14/0318),
Grundstücke bei einem Immobilienhandel (VwGH 31.5.1983, 82/14/0188),
geschlägertes Holz (VwGH 16.6.1987, 86/14/0188) und
Vorführwagen (VwGH 2.7.1975, 2306/74).
Im Bereich des Vorratsvermögens kommt der körperlichen Bestandsaufnahme und der Bewertung für die Bilanzierung besondere Bedeutung zu (siehe Rz 2101 ff). Der Verbrauch beeinflusst unmittelbar das Ergebnis, die Wertansätze der Bestände direkt die Höhe des Betriebsvermögens und damit ebenfalls den steuerlichen Gewinn.
6.7.1.2 Bewertungsregeln
Die Bewertungsregeln des § 6 Z 2 lit. a EStG 1988 ordnen den Vorräten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten als primäre Wertbegriffe zu. Wahlweise kann im Rahmen der Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs. 1 EStG 1988 ein niedrigerer Teilwert angesetzt werden (VwGH 22.2.1963, 0700/61).
Im Geltungsbereich des § 5 Abs. 1 EStG 1988 ist zwingend ein niedrigerer Teilwert anzusetzen (unbedingtes Niederstwertprinzip), Zwischenwerte sind unzulässig. Die Bedingung der voraussichtlichen Dauerhaftigkeit von Wertminderungen gilt im Bereich des Umlaufvermögens nicht.
Steuerrechtlich sind Zuschreibungen insofern zulässig, als sie Teilwertabschreibungen der Vorjahre rückgängig machen (eingeschränkter Wertzusammenhang). Unternehmensrechtlich wird durch § 208 Abs. 2 UGB idF vor dem RÄG 2014 dieses Wahlrecht für Wirtschaftsjahre vor 2016 übernommen. Für Wirtschaftsjahre ab 2016 ist gemäß § 208 Abs. 1 UGB auf Grund des Maßgeblichkeitsprinzips im Rahmen der Gewinnermittlung gemäß § 5 Abs. 1 EStG 1988 eine Zuschreibung zwingend vorzunehmen.
Die Gründe für die ehemalige Teilwertabschreibung müssen im Jahr der Zuschreibung weggefallen sein. Eine Identität der Gründe ist nicht Voraussetzung (VwGH 22.04.2009, 2007/15/0074; siehe dazu auch Rz 2584). Diese Wertaufholung ist mit den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. dem ursprünglichen Einlagewert begrenzt (Realisationsprinzip).
Bei der Bewertung des Lagerbestandes im Buchhandel gelten die allgemeinen Grundsätze. Es bestehen aber keine Bedenken, die Richtlinien für die Lagerbewertung im Buchhandel - Fassung 2008, BMF-010203/0514-VI/6/2008, anzuwenden. Diese Richtlinien können ab der Veranlagung 2008 für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen, angewendet werden.
BMF 22.10.2008, BMF-010203/0514-VI/6/2008
EStR 2000, Einkommensteuerrichtlinien 2000 Rz 2584
Einkommensteuer, Umlaufvermögen, Vorräte, Vorrat, Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, unfertiges Erzeugnis, fertiges Erzeugnis, fertige Erzeugnisse, Waren, abrechenbare Leistungen, Vorratsvermögen, Bestandsaufnahme, Verbrauch, Bestände, Bestand, Herstellungskosten, Teilwert, unbedingtes Niederstwertprinzip, Zwischenwerte, Dauerhaftigkeit, Wertminderungen, Zuschreibung, Teilwertabschreibung, eingeschränkter Wertzusammenhang, eingeschränkte Wertzusammenhänge, Realisationsprinzip, Anschaffungskosten, Inventur, Lagerbewertung im Buchhandel, Buchhandel, Lagerbewertung
Findok-Nr: 19973.17, aufgenommen am: 28.05.2018 09:01:41, zuletzt geändert am: 09.01.2020, Dokument-ID: 8e817158-0e57-468b-b7b0-5a2b88ed1b4a, Segment-ID: a982081c-1283-4eba-9150-d96c900c0236