Source: http://www.landesrecht-bw.de/jportal/portal/page/bsbawueprod.psml?pid=Dokumentanzeige&showdoccase=1&js_peid=Trefferliste&fromdoctodoc=yes&doc.id=MWRE190000582&doc.part=K&doc.price=0.0
Timestamp: 2019-10-15 01:18:08
Document Index: 117938529

Matched Legal Cases: ['§ 106', '§ 66', '§ 85', '§ 249', '§ 56', 'Art. 33', 'Art. 6', 'Art. 3', '§ 106', '§ 85', '§ 56', '§ 42']

Landesrecht BW Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 4. Senat | 4 S 861/18 | Beschluss | Berücksichtigung von Zeiten einer Beurlaubung oder Freistellung zur Kindererziehung als ruhegehaltsfähig | Langtext vorhanden
Aktenzeichen: 4 S 861/18
ECLI: ECLI:DE:VGHBW:2019:0206.4S861.18.00
Normen: § 106 Abs 1 S 1 BeamtVG BW, § 66 BeamtVG BW, § 85 Abs 7 BeamtVG vom 01.01.2011, § 249 SGB 6, § 56 Abs 4 Nr 3 SGB 6 ... mehr
1. Die Annahme, dass die - teilweise - Berücksichtigung von Zeiten einer Beurlaubung oder Freistellung zur Kindererziehung gemäß Art. 33 Abs. 5 GG, Art. 6 GG oder Art. 3 Abs. 3 GG als ruhegehaltsfähig geboten wäre, überzeugt nicht. (Rn.12)(Rn.13)
2. Die durch die Stichtagsregelung des § 106 Abs. 1 Satz 1 LBeamtVG (juris: BeamtVG BW) bedingte Ungleichbehandlung ist sachlich gerechtfertigt, weil es sich um eine Nachfolgeregelung zu § 85 Abs. 7 BeamtVG 2006 (juris: BeamtVG) handelt (vgl. hierzu BVerfG, Beschluss vom 13.01.2003 - 2 BvL 9/00 -, Juris), die an den zum 01.01.1991 erfolgten und vom Landesgesetzgeber beibehaltenen Systemwechsel anknüpft. (Rn.17)
3. Eine Verpflichtung zur Erweiterung der Berücksichtigung von Erziehungszeiten - für vor dem 01.01.1992 geborene Kinder - als ruhegehaltsfähig ist aus dem Rentenrecht auch im Hinblick auf die gesetzliche Fiktion des § 56 Abs. 4 Nr. 3 SGB VI (juris: SGB 6) nicht ableitbar. Es bleibt offen, ob und unter welchen Voraussetzungen insoweit ein Wertungswiderspruch zum Besoldungsrecht entstehen und die Anwendung der für die Erziehungszeiten von nach dem 31.12.1991 geborenen Kinder geltenden versorgungsrechtlichen Bestimmungen gebieten kann. (Rn.24)
4. Der Senat folgt der Änderung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum Streitwert für den sogenannten Teilstatus (Beschlüsse vom 10.04.2017 - 2 B 37.16 - und vom 06.11.2018 - 2 B 10.18 -, jeweils Juris). Danach ist der Streitwert, wenn um die Höhe eines Anspruchs auf wiederkehrende Leistungen aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis gestritten wird, der dreifache Jahresbetrag der begehrten Erhöhung (vgl. § 42 Abs. 1 Satz 1 GKG (juris: GKG 2004)).
(Rn.42)
RiA 2019, 130-138 (Leitsatz und Gründe)
RiA 2019, 187-196 (Leitsatz und Gründe)
ZBR 2019, 348-354 (Leitsatz und Gründe)
vorgehend VG Freiburg (Breisgau) 5. Kammer, 20. Februar 2018, Az: 5 K 4853/16, Urteil
Anschluss BVerwG, 6. November 2018, Az: 2 B 10/18
Anschluss BVerwG, 10. April 2017, Az: 2 B 37/16
Vergleiche BVerfG, 13. Januar 2003, Az: 2 BvL 9/00
http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=MWRE190000582&psml=bsbawueprod.psml&max=true