Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201979,%20631
Timestamp: 2020-02-23 08:39:08
Document Index: 277467701

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 12', '§ 13', '§ 7', '§ 175', '§ 7', '§ 10', '§ 12', '§ 15', '§ 13', '§ 175', '§ 3', '§ 7', '§ 12', '§ 15', '§ 101', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

BFH, 12.07.1979 - II R 26/78 - dejure.org
BFH, 12.07.1979 - II R 26/78
https://dejure.org/1979,61
BFH, 12.07.1979 - II R 26/78 (https://dejure.org/1979,61)
BFH, Entscheidung vom 12.07.1979 - II R 26/78 (https://dejure.org/1979,61)
BFH, Entscheidung vom 12. Juli 1979 - II R 26/78 (https://dejure.org/1979,61)
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Überlassung einer Kapitalsumme - Einnahmemöglichkeit - Schenkungsteuer - Gegenstand der Schenkung - Nutzungsmöglichkeit - Jahreswert der Nutzungsmöglichkeit - Kündigung eines zinslosen Darlehns
BFHE 128, 266
NJW 1980, 256 (Ls.)
DNotZ 1980, 338
DB 1979, 1875
BStBl II 1979, 631
a) Wie der BFH in ständiger Rechtsprechung entschieden hat, liegt in der zinslosen Gewährung eines Darlehens bei Fehlen einer sonstigen Gegenleistung eine freigebige Zuwendung nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG (grundlegend BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631; zuletzt BFH-Urteil vom 27. Oktober 2010 II R 37/09, BFHE 231, 223, BStBl II 2011, 134, m.w.N.).
c) Bei der Kapitalisierung des Nutzungsvorteils nach § 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. § 13 Abs. 1 Satz 1 BewG sind das FG und das FA zutreffend von der tatsächlichen Laufzeit des Darlehens ausgegangen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631).
Allerdings geht der BFH in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass eine Zuwendung, die in rechtlichem Zusammenhang mit einem Gemeinschaftszweck steht, nicht als unentgeltlich anzusehen ist (BFH-Urteile vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, unter 1.a; vom 1. Juli 1992 II R 70/88, BFHE 168, 380, BStBl II 1992, 921, unter II.2.;… zuletzt vom 24. August 2005 II R 28/02, BFH/NV 2006, 63, unter II.1.b aa).
b) In der zinslosen Gewährung eines Darlehens liegt eine freigebige Zuwendung nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG, wie der BFH in ständiger Rechtsprechung entschieden hat (grundlegend BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631; ferner BFH-Urteile vom 4. Dezember 2002 II R 75/00, BFHE 200, 406, BStBl II 2003, 273; vom 29. Juni 2005 II R 52/03, BFHE 210, 459, BStBl II 2005, 800;… vom 21. Februar 2006 II R 70/04, BFH/NV 2006, 1300, …und vom 11. April 2006 II R 13/04, BFH/NV 2006, 1665;… BFH-Beschluss vom 14. Januar 2010 II B 112/09, BFH/NV 2010, 901).
Das FA hat bereits berücksichtigt, dass die teilweise Tilgung des Darlehens und der Erlass des restlichen Darlehens rückwirkende Ereignisse i.S. des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) darstellen (BFH-Urteil in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist der "Wille zur Unentgeltlichkeit" auf der Grundlage der dem Zuwendenden bekannten Umstände nach den Maßstäben des allgemein Verkehrsüblichen festzustellen (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, 632; in BFHE 148, 69, BStBl II 1987, 80, 81;… in BFH/NV 1989, 168, 169; Schulze-Osterloh, Steuer und Wirtschaft - StuW - 1977, 122, 135).
Gegenstand der Schenkung bzw. freigebigen Zuwendung ist nicht ein konkreter Ertrag, der dem Zuwendenden entgeht, sondern die dem Verzicht auf die eigene Nutzungsmöglichkeit seitens des Zuwendenden korrespondierende Gewährung der Nutzungsmöglichkeit durch den Zuwendungsempfänger (BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631).
BFH, 17.10.2007 - II R 63/05
Vermögensübertragung durch Gesellschafter auf Kapitalgesellschaft keine …
a) Der Bundesfinanzhof (BFH) geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass eine Zuwendung, die in rechtlichem Zusammenhang mit einem Gemeinschaftszweck steht, nicht als unentgeltlich anzusehen ist (BFH-Urteile vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, unter 1. a; vom 1. Juli 1992 II R 70/88, BFHE 168, 380, BStBl II 1992, 921, unter II.2.; vom 24. August 2005 II R 28/02, BFH/NV 2006, 63, unter II.1.
FG Hessen, 29.08.2011 - 1 K 3381/03
Schenkungsteuer bei Verzicht auf Ausgleich von Steuerguthaben und Gewährung …
Dass der Zinsvorteil aus einem unverzinslichen Darlehen der Schenkungsteuer unterliege, sei in der Rechtsprechung unbestritten (BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1979, 631).
Ein ohne Gegenleistung gewährtes zinsloses Darlehen ist hinsichtlich der damit verbundenen Nutzungsmöglichkeit des Kapitals regelmäßig eine freigebige Zuwendung, durch die der Bedachte bereichert wird (ständige Rechtsprechung seit BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BStBl II 1979, 631, zuletzt BFH-Beschluss vom 20. September 2010 II B 7/10, BFH/NV 2010, 2280;… Gebel in Troll/Gebel/Jülicher ErbStG, Loseblatt, Stand Juli 2011, § 7 Rdnr. 30).
Gerade aufgrund der vereinbarten Gütertrennung der Eheleute erfolgte die Minderung des Vermögens des Ehemannes dadurch, dass er sich eines Ertrages begeben hat, den er bei verkehrsüblichem Verhalten gezogen hätte, während das Vermögen der Klägerin objektiv vermehrt wurde, und zwar unabhängig davon, ob sie ohnehin einen Kredit in Anspruch genommen hätte, weil ihr dank des Verzichts des Zuwendenden auf die übliche Nutzungsmöglichkeit diese nunmehr zeitlich zusteht (BFH-Urteil vom 12.07.1979 II R 26/78, BStBl II 1979, 631).
c) Das FA hat den Wert der Bereicherung im Sinne des § 10 Abs. 1 ErbStG zutreffend dadurch bestimmt, dass es den Jahreswert des Zinsvorteils mit 5, 5 % gemäß § 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. § 15 Abs. 1 BewG zugrunde gelegt hat (vgl. dazu BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BStBl II 1979, 631) und diesen Jahreswert im Hinblick auf die unbestimmten Laufzeit des Darlehens mit dem sich aus § 13 Abs. 2 BewG ergebenden Vervielfältiger von 9 multipliziert hat (vgl. dazu z.B.: BFH vom 29. Juni 2005 II R 52/03, BStBl II 2005, 800).
Zwar stellt eine spätere Darlehenstilgung ein rückwirkendes Ereignis im Sinne des § 175 Satz 1 Nr. 2 AO dar, mit der Folge, dass die ursprüngliche Steuerfestsetzung zu ändern ist (BFH-Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BStBl II 1979, 631).
Wie der erkennende Senat in seinem Urteil vom 12. Juli 1979 II R 26/78 (BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631) ausgeführt hat, kann Gegenstand einer freigebigen Zuwendung i. S. des § 3 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG 1959 (jetzt: § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG 1974) nicht nur die Vermögenssubstanz, sondern auch die Gewährung eines Vermögensgebrauchs (einer Nutzungsmöglichkeit) sein.
Wie der Senat in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631 zutreffend ausgeführt hat, besteht die Minderung des Vermögens des Zuwendenden darin, daß er sich eines Ertrages begibt, den er bei verkehrsüblichem Verhalten gezogen hätte.
Der Verzicht auf die zum Vermögen des Darlehensgebers gehörende Nutzungsmöglichkeit ist eine Vermögensminderung (Senat in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, rechte Spalte, unter 1. a).
Ebenso ist der Empfänger objektiv bereichert, "und zwar unabhängig davon, ob er ohnehin einen Kredit in Anspruch genommen hätte, weil ihm dank des Verzichts des Zuwendenden auf die übliche Nutzungsmöglichkeit diese nunmehr zeitlich zusteht" (Senatsurteil in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, 632, linke Spalte, unter 1. c).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist der "Wille zur Unentgeltlichkeit" auf der Grundlage der dem Zuwendenden bekannten Umstände nach den Maßstäben des allgemein Verkehrsüblichen festzustellen (vgl. z. B. BFH-Urteile in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, 632; in BFHE 148, 69, BStBl II 1987, 80, 81;… in BFH/NV 1989, 168, 169; Schulze-Osterloh, Steuer und Wirtschaft -- StuW -- 1977, 122, 135).
Die Rechtsprechung des BFH, nach der die unentgeltliche Überlassung einer Kapitalsumme auf Zeit, durch die sich der Darlehensgeber einer Einnahmemöglichkeit begibt, die verkehrsüblicherweise regelmäßig genutzt wird, der Schenkungsteuer unterliegt, wobei Gegenstand der Schenkung die dem Zuwendungsempfänger (Darlehensnehmer) gewährte Nutzungsmöglichkeit ist (BFH-Urteile vom 12. Juli 1979 II R 26/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631;… vom 30. März 1994 II R 105/93, BFH/NV 1995, 70; vom 7. Oktober 1998 II R 64/96, BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25; vom 4. Dezember 2002 II R 75/00, BFHE 200, 406, BStBl II 2003, 273, und vom 29. Juni 2005 II R 52/03, BFHE 210, 459, BStBl II 2005, 800), betrifft einen anderen Sachverhalt und lässt sich daher nicht auf den Fall übertragen, dass das vorläufige Nichtgeltendmachen des Pflichtteils nicht von einer Verzinsung abhängig gemacht wird (Ebeling, NJW 1998, 358).
Unterlegen wäre der Kläger aus folgenden Gründen: Stellt der Zuwendende einen Betrag in Höhe des tatsächlichen Herstellungsaufwandes im Voraus zinslos zur Verfügung, liegt darin nach den Grundsätzen des Urteils des BFH vom 12. Juli 1979 II R 26/78 (BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631) eine freigebige Zuwendung durch Gewährung der Möglichkeit zur Kapitalnutzung, die unter Berücksichtigung der einzelnen Fälligkeiten der (Teil-)Herstellungskosten gemäß § 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. § 15 Abs. 1 BewG mit jährlich 5, 5 v.H. des Kapitals zu bewerten ist.
Den Einwand, dies liefe auf eine Berücksichtigung bereits in der Vermögenssphäre des Beschenkten zu erzielender Zinsen hinaus und sei daher mit § 101 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) nicht vereinbar (vgl. dazu Kaefer/Röse, DStR 1992, 779), hat der erkennende Senat in dem o.a. Urteil in BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631 bereits mit dem Hinweis darauf verworfen, dass auch die unentgeltliche Kapitalüberlassung zu einer Minderung des Vermögens des Schenkers führt, sofern er sich damit eines verkehrsüblichen Ertrags begibt.
FG Rheinland-Pfalz, 05.11.2009 - 4 K 1338/05
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BFH, 29.10.1997 - II R 60/94
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Inhaltliche Bestimmtheit von Steuerbescheiden, die mehrere freigebige Zuwendungen …
BFH, 04.03.2015 - II R 19/13
Gewährung eines zinslosen Darlehens als freigebige Zuwendung - …
BFH, 01.07.1992 - II R 70/88
Gesellschaftsanteilsübertragung durch Verfügung
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