Source: http://www.neues-wohnen-nds.de/wohnberatung/fachinformationen/foerdermoeglichkeiten/
Timestamp: 2019-10-19 12:51:09
Document Index: 269614536

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 40', '§ 40', '§ 113', '§ 41', '§ 33', '§ 33', '§ 40']

Fördermöglichkeiten / Neues Wohnen
In vielen Fällen werden die Nutzerinnen und Nutzer der Maßnahmen einen mehr oder weniger hohen Eigenanteil an den Veränderungskosten aufbringen müssen. Aber es gibt auch Fördermöglichkeiten, insbesondere für pflegebedürftige Menschen. Grundsätzlich muss immer im Einzelfall geprüft werden, welche Kostenträger – ggf. auch mehrere - in Frage kommen.
Checkliste mit Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten (9/2019) pdf
Übersicht: Finanzierungsmöglichkeiten und Kostenbeispiele (9/2019) pdf
Bei Fragen zu Leistungen der Kranken- und Pflegekasse:
Medizinischer Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen | MDKN, Annette Franke
Telefon: 0511 8785-3300, E-Mail: annette.franke@mdkn.de
MDK Niedersachsen bei der Service Pflegehotline unter Rufnummer (0511) 8785 2750 oder per Mail unter pflege@mdkn.de informieren. Das geht auch ohne Versicherungsnummer.
Eine weitere Möglichkeit besteht bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland unter www.patientenberatung.de oder unter Tel: 0800/0117722. Deutschsprachig mit Weitergabe an Berater mit türkischer, russischer und arabischer Sprache.
Hilfsmittel können durch eine ärztliche Verordnung (Rezept) von der Krankenkasse finanziert werden. mehr
Nach dem SGB V § 33 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen für kranke und behinderte Menschen die Kosten für Hilfsmittel, wenn dadurch eine Behinderung ausgeglichen oder einer Behinderung vorgebeugt werden kann oder wenn dies für den Erfolg der Behandlung notwendig ist. Zu den Leistungen gehören die Beschaffung, die Anpassung, die Einweisung in den Gebrauch und die Reparatur der verordneten Hilfsmittel. Zu den Hilfsmitteln zählen z.B. Badehilfen, Toilettensitzerhöhungen oder Toilettenstühle sowie Geh- und Aufrichthilfen. Maßgeblich (aber nicht ausschließlich) ist das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen.[1] Hilfsmittel werden teilweise leihweise zur Verfügung gestellt.
Hilfsmittelverzeichnis Link
Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, d. h. ein Rezept. Die Hilfsmittelverordnung sollte die medizinische Diagnose, die Begründung der medizinischen Notwendigkeit des Hilfsmittels und eine möglichst genaue Beschreibung des benötigten Hilfsmittels, am besten auch die Hilfsmittelnummer enthalten. Sie wird bei der Krankenkasse oder einem Sanitätshaus des Vertrauens[2] eingereicht und dient als Grundlage für die Genehmigung. Jeder Antrag wird individuell auf die Person hin, die beantragt, geprüft. Bis zur Genehmigung kann einige Zeit vergehen und der Antrag kann auch abgelehnt werden. Wenn Widerspruch eingelegt wird, ist es wichtig, die im Bescheid mitgeteilte Frist zu wahren. Eine ausführliche Begründung kann nachgereicht werden.
Das bewilligte Hilfsmittel wird i.d.R. vom Sanitätshaus geliefert. Eventuell hat die Krankenkasse auch ein eigenes Lager mit Hilfsmitteln. Für die Hilfsmittel bestehen unterschiedliche Versorgungsvereinbarungen: In der Regel gibt es Festbeträge, manchmal auch Fallpauschalen oder Mietregelungen mit den Sanitätshäusern. Die Versorgung mit Hilfsmitteln erfolgt auf der Basis der im Lager vorhandenen Produkte und orientiert sich an den Nutzungserfordernissen. Es besteht also kein Anspruch auf ein konkretes Produkt einer Firma. Wenn nur ein konkretes Produkt infrage kommt ist es wichtig, die Bedarfe im Rezept genau zu beschreiben. Es besteht auch die Möglichkeit, gegen einen Aufpreis ein gewünschtes anderes Hilfsmittel zu erhalten.[3] Generell beträgt die Zuzahlung bei einer Hilfsmittelverordnung zehn Prozent, mindestens jedoch fünf und maximal zehn Euro.
Bei den privaten Krankenkassen ist die Hilfsmittelversorgung privatrechtlich geregelt und kann auch ausgeschlossen sein. Genaueres steht im Vertrag.
Viele Hilfsmittel sind mittlerweile auch im Einzelhandel oder im Internet erhältlich. Zwar sind diese häufig kostengünstiger, jedoch ist zu bedenken, dass Hilfsmittel immer individuell und fachgerecht angepasst werden sollten, damit sie auch in vollem Umfang wirksam werden können. Sanitätshäuser als Vertragspartner der Kassen bieten den Vorteil einer fachgerechten Beratung und kommen in der Regel auch ins Haus, damit Hilfsmittel vor Ort ausprobiert und angepasst werden können.[4]
[1] Hilfsmittel, die als Gebrauchsgegenstände im Alltag bewertet werden, gehören nicht dazu. Die Produkte müssen als Hilfsmittel beworben werden. Der Hilfsmittelkatalog kann z. B. unter www.rehadat-hilfsmittel.de eingesehen werden. Hier stehen auch die Indikatoren bei den Hilfsmitteln, die auf dem Rezept stehen sollten.
[2] Voraussetzung ist, dass das Sanitätshaus mit der Krankenkasse der Leistungsnehmerin/des Leistungsnehmers abrechnet. Es ist sinnvoll, vor der Erstellung des Rezeptes mit dem Sanitätshaus zu sprechen, was genau auf dem Rezept stehen soll.
[3] Das Produkt bleibt aber dennoch in Besitz des Leistungserbringers.
[4] Bei gebrauchten Hilfsmitteln ist auf eine Gewährleistung (Prüfung) durch die Anbieter zu achten, damit Unfallgefahren vermieden werden.
Die Pflegekasse gewährt pflegebedürftigen Menschen Pflegehilfemittel und einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Maßnahmenkatolog pdf
In dem gemeinsamen Rundschreiben des GKV Spitzenverband Verbände der Pflegekassen auf Bundesebene zu den leistungsrechtlichen Vorschriften des SGB XI vom 13.2.2018 sind die Hintergründe genau beschrieben (S.198-213) pdf
Wenn Sie noch spezielle Fragen zur Finanzierung haben, können Sie sich beim MDK Niedersachsen bei der Service Pflegehotline unter Rufnummer (0511) 8785 2750 oder per Mail unter pflege@mdkn.de informieren. Das geht auch ohne Versicherungsnummer.
Nach dem SGB XI § 40 gewährt die Pflegekasse pflegebedürftigen Menschen technische Pflegehilfsmittel und einen Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Voraussetzung ist, dass eine Einstufung in die Pflegeversicherung – Pflegegrad 1-5 - vorliegt und durch die Maßnahme die häusliche Pflege erleichtert oder ermöglicht oder die selbstständige Lebensführung wiederhergestellt wird. Der Wohnsitz muss in Deutschland sein.
Zu den technischen Hilfsmitteln gehören z.B. ein Pflegebett, ein Hausnotruf, Körperwaschsysteme oder andere Hilfsmittel, die zur Erleichterung der Pflege notwendig sind. Die Pflegehilfsmittel sind im Pflegehilfsmittelkatalog verzeichnet und werden vorzugsweise leihweise überlassen. Die Eigenbeteiligung beträgt zehn Prozent, höchstens 25 Euro.
Die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen sind i.d.R. bauliche Maßnahmen, die mit einem wesentlichen Eingriff in die Bausubstanz verbunden sind, wie z. B. Türverbreiterungen, Badumbau oder fest installierte Rampen und Treppenlifte. Auch der Ein- und Umbau von Mobiliar, Mehrkosten für Barrierefreiheit bei der Erstellung neuen Wohnraumes[1] und vorbereitende Beratungskosten in Zusammenhang mit einer Maßnahme werden bezuschusst. Wird die Maßnahme von Angehörigen, Nachbarn oder Bekannten durchgeführt, werden neben den Materialkosten auch Aufwendungen für Fahrtkosten oder Verdienstausfall berücksichtigt. Darüber hinaus können auch Umzugskosten in eine neue, pflegegerechtere Wohnung bezuschusst werden.
Die Kosten einer Maßnahme zur Wohnungsanpassung können im Rahmen des Ermessens der Pflegekasse maximal bis zur Höhe von 4000,- Euro bezuschusst werden.
Als Maßnahme gilt die Gesamtheit aller zum Zeitpunkt der Antragsstellung notwendigen Veränderungen (z.B. Umbau der Wohnung, damit sie mit dem Rollstuhl befahrbar ist). Erst wenn sich die Pflegesituation verändert und neue Wohnumfeldverbesserungen erforderlich sind, kann ein weiterer Zuschuss bis zu einem Betrag von 4000,- Euro gewährt werden. Wenn mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt zusammenleben, ist die Kombination der individuellen Zuschussansprüche möglich, begrenzt bis zu einer Maximalsumme von 16.000,- Euro.
Zum Abrufen der Gelder reicht ein formloser Antrag des Versicherten bei der zuständigen Pflegekasse. Eine ärztliche Verordnung ist nicht erforderlich, aber der medizinische Dienst der Kranken- und Pflegekasse überprüft evtl., ob die Maßnahme notwendig ist. Ein Foto der Ausgangssituation und eine Skizze von der geplanten Maßnahme mit einer kurzen Begründung kann das Verfahren erleichtern. Wichtig: Der Antrag muss immer vor Maßnahmenbeginn mit einem oder mehreren Kostenvoranschlägen eingereicht werden. Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn muss im Einzelfall abgeklärt werden[2].
[1] Kosten in Zusammenhang mit einem Neubau werden nur übernommen, wenn der pflegebedürftige Mensch nicht in seiner bisherigen Wohnung bleiben kann, diese nicht umbaufähig ist oder ein Umbau unwirtschaftlich wäre.
[2] Den Umgang der Pflegekassen mit wohnumfeldverbessernden Maßnahmen regelt eine Arbeitshilfe der Pflegekassen, die vom IKK-Bundesverband erstellt wurde: „Zuschüsse zu Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen nach § 40 Abs. 4 SGB XI“
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) gewährt zinsgünstige Darlehn und, sofern Mittel vorhanden, auch Zuschüsse. mehr
Das Programm "Altersgerecht Umbauen" der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsvergünstigte Darlehen für alle Bürgerinnen und Bürger/für alle Vermieter an, die ihre Immobilie altersgerecht umbauen möchten (bis zu 50.000 € pro Wohneinheit; 100 % der Kosten). Die Kredite werden über die Hausbanken vergeben (Merkblatt 159).
Gefördert werden folgende barrierereduzierende Maßnahmen in bestehenden Wohngebäuden:
oder Maßnahmen, mit denen der Standard "Altersgerechtes Haus" erreicht wird.
Gefördert werden auch Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden.
Alle Maßnahmen müssen den technischen Mindestanforderungen entsprechen und sind durch Fachunternehmen auszuführen
Alternativ können Eigenheimbesitzer und "kleine" Vermieter (max. zwei Wohnungen) und Mieter für die Beseitigung von Barrieren in ihrer Wohnung einen Zuschuss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. Für Umbaumaßnahmen können 10 % der Investitionskosten (max. 5.000 €) beantragt werden, für den Standard "Altersgerechtes Haus" 12 %, max. 6.250 € (Merkblatt 455). Wenn die Mittel des Bundes verbraucht sind, gibt es keinen Zuschuss mehr.
Die aktuellen Konditionen und weitere Informationen für Interessierte sind auch erhältlich unter: Link
oder über das Infocenter der KfW Bankengruppe unter der Telefonnummer 0800 / 539 9002.
Landesförderung durch die N-Bank
Das Land Niedersachsen fördert in seinem Wohnungsbauprogramm die Finanzierung von Wohnungsanpassungsmaßnahmen (Modernisierungsmaßnahmen) für selbstnutzende Wohneigentümer (Darlehen für Haushalte mit Kind oder für Menschen mit Behinderungen) und für Investoren (Darlehen und Tilgungsnachlass). Die Mittelvergabe erfolgt über die Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) und ist an Einkommensgrenzen der Nutzerinnen und Nutzer gebunden. mehr
Gefördert wird der Neubau, Erwerb oder Modernisierung (wenn unter wesentlichem Bauaufwand Wohnraum an geänderte Wohnbedürfnisse angepasst wird z. B. barrierefreies Wohnen) von selbst genutztem Wohnraum.
Es wird ein zinsloses, ab dem 16. Jahr zinsgünstiges Darlehen in Abhängigkeit von Anzahl und Alter der zum Haushalt gehörenden Kinder gewährt (bei Neubezug für Einzelperson z. B. 55.000,- Euro, für Modernisierung 50.000 €)
Gefördert werden Investoren, die Mietwohnungen modernisieren oder energetisch modernisieren wollen, die vor dem 01.02.2002 fertiggestellt worden sind. Dazu gehören auch Modernisierungsmaßnahmen, bei denen unter wesentlichem Bauaufwand Wohnraum an geänderte Wohnbedürfnisse angepasst wird (z. B. barrierefreies Wohnen). Gefördert wird mit einem zinslosen Darlehen (35 Jahre) und einem Tilgungsnachlass von 30 % nach 20 Jahren.
Informationen gibt es bei den Wohnraumförderstellen in den Landkreisen, Städten oder Gemeinden – hier werden auch die Anträge gestellt. Des Weiteren kann man sich bei der Förderberatung der NBank informieren bzw. die Förderbausteine herunterladen: Link
Investitions- und Förderbank Niedersachsen– NBank, Günther-Wagner-Allee 12-16,
30177 Hannover, Telefon:0511-30031-0, Telefax: 0511- 30031-300, info@nbank.de,
Förderberatung: Telefon: 0511- 30031.313, Telefax: 0511- 30031-11313, wohnraum@nbank.de
Förderung durch Kommunen mehr
Einige Landkreise (z. B. Region Hannover) und kreisfreie Städte bieten Sonderprogramme zur Finanzierung von Wohnungsanpassungen an. Auch hier sind die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich. Bei einigen wird die Vergabe der Mittel durch dafür eingerichtete Beratungsstellen unterstützt bzw. die Inanspruchnahme der Fördermittel ist an eine Beratung gebunden. Art und Höhe der Zuwendungen reichen vom Darlehen bis zur 100%-igen Übernahme der Kosten. Zum Teil werden neben den Förderhöchstgrenzen auch die Mindeststandards für den Umbau festgeschrieben. Zum Teil ist die Förderung an Einkommensgrenzen gebunden.
Auskünfte erteilen die Wohnungsbauförderstellen der Kommunen oder Wohnberatungsstellen.
Zuschuss-Förderung der Region Hannover
Behindertengerechte Wohnraumanpassung: In Verbindung mit einer Wohnberatung wird Menschen mit Behinderungen ein Zuschuss für Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewährt. Link
Wohnraumförderung: Durch einen Zuschuss von 22 % unterstützt die Region Hannover die Schaffung und Modernisierung von Mietwohnraum im Regionsgebiet. Ziel ist die Erhöhung des Anteils bezahlbarer Mietwohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen und die demografiefeste Anpassung des Mietwohnungsbestandes zum Erhalt von Wohnraum für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Gefördert werden unter anderem bauliche Maßnahmen zum Abbau von Barrieren im Mietwohnungsbestand in Verbindung mit energetischen Modernisierungsmaßnahmen. Modernisierungsmaßnahmen werden mit 22 % der anfallenden Kosten bezuschusst. Link
Nach dem SGB XII kann das Sozialamt Leistungen zur Verbesserung der Wohnsituation älterer und behinderter Menschen gewähren. Voraussetzung ist, dass kein anderer Kostenträger vorhanden ist und die Übernahme der Kosten für die betroffenen Personen oder ihre Angehörigen nicht möglich oder nicht zumutbar ist. mehr
Es werden also die Einkommensverhältnisse der Antragssteller sowie der Angehörigen in gerader Linie (Eltern, Kinder) überprüft. Die Einkommensgrenzen sind jedoch höher als bei der Hilfe zum Lebensunterhalt.
Des Weiteren muss ein Hilfe- und Pflegebedarf oder eine Behinderung vorliegen. Der Pflegebegriff ist jedoch sehr viel breiter gefasst, als bei der Pflegeversicherung. Grundlage sind die Hilfe zur Pflege (Kapitel 7) und die Eingliederungshilfe (Kapitel 6, SGB XII, ab 2020 nicht mehr in der Sozialhilfe s.u.).
Anträge sind an das Sozialamt zu richten.
Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohte Menschen können für Wohnungsanpassungsmaßnahmen Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen, wenn der Zuschuss der Pflegekasse nicht ausreicht oder wenn kein Pflegegrad besteht. Mit der Überführung der Eingliederungshilfe von der Sozialhilfe ins Rehabilatiations- und Teilhaberecht (SGB IX) gelten erweiterte Vermögens- und Einkommensgrenzen. mehr
Menschen mit einer nicht nur vorübergehenden geistigen, körperlichen oder seelischen/psychischen Behinderung haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre Fähigkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch die Behinderung wesentlich eingeschränkt ist.[1] In allen anderen Fällen (nur vorübergehende oder nicht wesentliche Behinderung) steht die Eingliederungshilfe im Ermessen des zuständigen Trägers. Die Leistungen der Eingliederungshilfe werden erbracht, um eine drohende Behinderung zu verhindern (Prävention) oder um eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und so Chancen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten.
Wohnungsanpassungsmaßnahmen in der Wohnung können für diese Zielgruppe über die Eingliederungshilfe finanziert werden, wenn der Zuschuss der Pflegekasse nicht ausreicht oder wenn kein Pflegegrad besteht. Durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) wird die Eingliederungshilfe zum 1.1.2020 aus dem Sozialhilferecht herausgelöst und als Teil 2 ins SGB IX (Rehabilitations- und Teilhaberecht) übernommen. Das bedeutet, dass Freibeträge für Vermögen (voraussichtlich ca. 50.000 €) und Einkommen (wird jährlich festgelegt) deutlich angehoben werden. Auch wird dann das Partnervermögen und -einkommen nicht mehr mit angerechnet. Damit wird der Kreis der Leistungsbezieher erweitert und der Selbstbehalt bleibt deutlich höher. Zum 1.1.2023 werden die Voraussetzungen für die Eingliederungshilfe neu geregelt, das heißt, der leistungsberechtigte Personenkreis wird neu definiert.
Wenn Menschen mit Behinderungen gleichzeitig pflegebedürftig sind, wird Eingliederungshilfe nur gewährt, wenn der Bezug der Eingliederungshilfe vor Eintritt in das Rentenalter beantragt wird und wenn nicht vorrangig Pflegebedarf die Ursache ist. In diesem Fall wird Hilfe zur Pflege gewährt und die Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen erfolgt auch weiterhin über die Sozialhilfe, sofern der Zuschuss der Pflegeversicherung nicht ausreicht.
Gesetzliche Grundlage ist das SGB IX, Kapitel 6: Soziale Teilhabe:
§ 113 Leistungen zur Sozialen Teilhabe (ab. 1.1.2020)
(1) 1Leistungen zur Sozialen Teilhabe werden erbracht, um eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, soweit sie nicht nach den Kapiteln 3 bis 5 (Anm. medizinische Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben, Teilhabe an Bildung) erbracht werden. 2Hierzu gehört, Leistungsberechtigte zu einer möglichst selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung im eigenen Wohnraum sowie in ihrem Sozialraum zu befähigen oder sie hierbei zu unterstützen. 3Maßgeblich sind die Ermittlungen und Feststellungen nach Kapitel 7.
Anspruch auf Eingliederungshilfe besteht nur nachrangig, das heißt die Leistungen der Eingliederungshilfe werden nur gewährt, wenn die Leistungen nicht durch einen vorrangig verpflichteten Leistungsträger wie zum Beispiel die Krankenversicherung, Rentenversicherung, Integrationsamt oder Agentur für Arbeit erbracht werden.
Informationen und Beratung für die Zielgruppe der Menschen mit Behinderungen gibt es bei den unabhängigen Teilhabe-Beratungsstellen (EUTB) in den Landkreisen und kreisfreien Städten:
https://www.teilhabeberatung.de/beratung/
Es werden wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gefördert, die zur Aufnahme einer Arbeitstätigkeit erforderlich sind. mehr
Nach dem SGB IX werden behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen Leistungen gewährt, um ihre Selbstbestimmung und die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu unterstützen, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzutreten. Dazu gehören auch Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Leistungen zur Wohnungsanpassung werden über die Rehaträger gewährt, wenn sie dazu dienen, die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben (auf dem ersten Arbeitsmarkt) möglichst auf Dauer zu sichern. Ziel ist, dass der Arbeitsplatz möglichst selbstständig und barrierefrei erreicht werden kann. Gefördert werden also nur Maßnahmen, die zum Erreichen des Arbeitsplatzes notwendig sind und Maßnahmen am Arbeitsplatz selbst. Die Maßnahme muss notwendig und wirtschaftlich sein und wird einkommensunabhängig gezahlt.
Die Leistungen werden durch Rehabilitationsträger gewährt. Zuständig ist für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer oder arbeitsfähige Personen das Arbeitsamt, bei Personen, die mehr als 15 Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, die Rentenversicherungsanstalt und für Beamte und Selbstständige die Hauptfürsorgestelle (Integrationsamt).
Informationen über die Leistungen der Rehaträger gibt es in den so genannten Servicestellen, die in allen Landkreisen und kreisfreien Städten für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen eingerichtet wurden. Adressen können bei den Krankenkassen, dem Arbeitsamt, den Trägern der Renten- und Unfallversicherung oder den Sozialämtern erfragt oder unter www.reha-servicestellen.de eingesehen werden.
Anträge sind bei einem Rehabilitationsträger zu stellen, diese leiten dann an den zuständigen Träger weiter. Die Leistungen müssen vor Beginn der Maßnahme beantragt werden.
Nach dem SGB VI § 41 finanziert die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, die Ausstattung mit Hilfsmitteln und ggf. einen Umzug in eine geeignete Wohnung, wenn die Behinderung aufgrund eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit oder auf dem Weg zur Arbeit erworben wurde.
Die Leistungen werden in voller Höhe übernommen und sind einkommensunabhängig. Auch wiederholte Förderungen, z. B. aufgrund einer veränderten Lebenssituation, sind möglich. Anträge sind an die Berufsgenossenschaft zu richten.
Bei Unfällen sind die privaten Unfallversicherungen oder Haftpflichtversicherungen anzusprechen. Bei Behinderungen, die ihre Ursache in einer Kriegsbeschädigung oder in einem Verbrechen haben, sind die Träger der Kriegsopferfürsorge/Opferentschädigung nach dem Bundesversorgungsgesetz bzw. nach dem Opferentschädigungsgesetz zuständig.
Auch Mittel lokaler Stiftungen können möglicherweise unterstützend hinzugezogen werden. Ein gutes Beispiel ist Bürgerstiftung Osnabrück mit der Aktion „BARRIEREFREIES ZUHAUSE“, die eng mit der Wohnberatung in Osnabrück zusammenarbeitet. Link
Steuererleichterungen: Steuerzahlerinnen/Steuerzahler können Handwerkerleistungen bis 1200,-€ jährlich (20% von 6.000,- €) direkt von ihrer Steuerschuld abziehen. Darüber hinaus können außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 EStG abgesetzt werden.
Darüber hinaus sollten die Vermieter in die Finanzierung einbezogen werden. Viele Wohnungsunternehmen bieten dies ihren Mieterinnen/Mietern mittlerweile an. Mit einer Mieterhöhung ist dann allerdings zu rechnen.
Weitere Informationen können unter Link recherchiert werden. Foerderdata ist eine umfangreiche Fördermitteldatenbank mit rund 4.900 aktuellen Förderungen der Städte, Landkreise, Gemeinden, Energieversorger, Bundesländer und des Bundes für alle Vorhaben im Bereich Bauen, Sanieren und Energiesparen. Die Nutzung ist für Privatpersonen kostenlos.
Fördermöglichkeiten für das selbstbestimmte Wohnen im Alter und bei Behinderung
Die Auflistung hat keinen Anspruch an Vollständigkeit. Recherchieren Sie bei den angegebenen Internetseiten und auch im Internet, denn vieles verändert sich, Programme werden eingestellt und neue kommen hinzu.
Auf dem Weg zu einer bedarfsgerechten Daseinsvorsorge für die älter werdende Bevölkerung hat die Region Weser-Ems den Masterplan „Innovation in der Daseinsvorsorge“ beschlossen. "2019 wurde eine Servicestelle eingerichtet und es wurde ein Leitfaden "Bündnis Innovation in der Daseinsfürsorge" mit vielfältigen Fördermöglichkeiten veröffentlicht, auch mit einer Rubrik "Gut wohnen und leben". Weitere Informationen Link
Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie: Wohnen und Pflege im Alter
Gefördert werden modellhafte regionale Projekte, die - insbesondere auch im ländlichen Raum - ein weitgehend selbständiges Leben älterer Menschen in einem häuslichen Wohnumfeld auch bei Hochaltrigkeit oder Pflegebedürftigkeit ermöglichen. mehr
Das Land gewährt Zuwendungen für investive und nicht investive Vorhaben (Zuschuss max. 100.000 €, 50% der Ausgaben), insbesondere
Neu- und Umbauten zur Schaffung alters- und pflegegerechter Wohnungen und Wohngemeinschaften oder einer Wohnumfeld- bzw. Quartiersinfrastruktur
Sach- und Personalkosten für die Umsetzung von Projekten, die den Aufbau verbindlicher Nachbarschaftsinitiativen, den Aufbau ambulant betreuter Pflege-Wohngemeinschaften oder von Quartiersnetzwerken vorsehen
Sach- und Personalkosten für den Aufbau und die Steuerung von pflegerischen Infrastrukturen - auch in technisch unterstützender Form wie beispielsweise E-health, E-care oder AAL (ambient assisted living)
Kontakt: Frau Wegner, Telefon 04131/15-3229; Herrn Grünhagen, Telefon 04131/15-3221
Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie: Inklusionsprojekte auf der kommunalen Ebene
Das Land Niedersachsen gewährt Kommunen Zuwendungen für modellhafte Projekte, die die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf der Ebene der Städte und Gemeinden fördern. mehr
Hierzu gehören insbesondere eine umfassende Barrierefreiheit und Zugänglichkeit sowie eine Infrastruktur für Beratungs- und Unterstützungsleistungen, Netzwerke, Begegnungen und Treffpunkte. Auch innovative Wohnformen werden gefördert (Zuschuss von 25.000-50.000 €, 50-80 % der Ausgaben).
Kontakt: Herr Weigelt, Telefon: 04131-153234, Email: Team4SL2@ls.niedersachsen.de
Wohnraumförderung durch die NBank - Neubau und Modernisierung
Das Land Niedersachsen fördert in seinem Wohnungsbauprogramm den Neu- und Umbau von Eigentum und Mietwohnungen. Die Mittelvergabe erfolgt über die Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) und ist an Einkommensgrenzen der (späteren) Nutzerinnen und Nutzer gebunden. Gefördert wird in Form von zinsgünstigen oder zinslosen Darlehen und Tilgungsnachlässen. Eigenanteile müssen erbracht werden.
Aktion Mensch fördert vorrangig Vorhaben von freien gemeinnützigen Organisationen, die die Lebenssituation von behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen verbessern. Aber auch ältere Menschen können profitieren (z. B. Förderaktion Barrierefreiheit). mehr
Weitere Informationen über die Förderprogramme der Aktion Mensch: Ute Schmidt (Service-Telefon Förderung), Telefon: 0228 - 20 92 – 5272
ute.schmidt@aktion-mensch.de oder unter Link
Gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen, die den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege angehören oder angeschlossen sind, können den Förderantrag über die jeweiligen Landesverbände bei ihrem Bundesverband einreichen. mehr
Aber auch gemeinnützige Freie Träger können eine Förderung bei der Fernsehlotterie beantragen. Gefördert werden zum Beispiel
· Soziale Maßnahmen (Personalkosten, aber auch Honorare und Sachkosten bis 100.000)
· Quartiersentwicklung (Personal- und Sachkosten bis 250.000)
· Investitionskosten im Bereich Altenhilfe (z. B. gemeinschaftlich genutzte Bereiche, bis 300.000 €)
· Wohngemeinschaften (Investitionskosten bis 300.000 €)
· Kleinstfond (bis 20.000 €)
Informationen: Stiftung Deutsches Hilfswerk, Tel.: (0)40 / 41 41 04 – 0, info@deutsches-hilfswerk.de, Link
Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement - Förderung durch die NBank
Mit diesem Programm sollen Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und des Quartiersmanagements entwickelt und umgesetzt werden. Ziele der modellhaften Förderung sind die Vermeidung sozialer Brennpunktbildung sowie die Strukturverbesserung und städtebauliche Aufwertung, die Sicherung des sozialen Zusammenhalts und die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe. mehr
- Modellprojekte, die zur Förderung der Integration und der Teilhabe mit Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement Nachbarschaften und Wohnquartiere stärken
- Zuschuss bis maximal 75 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 75.000 Euro für ein Projekt und 150.000 Euro für mehrere Projekte (ca. 20 Projekte pro Jahr)
Gerichtsurteile zur Finanzierung von Wohnungsanpassungsmaßnahmen
Rauchwarnmelder: Das Bundessozialgericht hat am 14.6 2014 entschieden, dass Krankenkassen die Kosten für Rauchwarnmelder für gehörlose Versicherte übernehmen müssen.
Rauchmelder Kurzversion pdf Rauchmelder-Urteil pdf
Treppensteigehilfe: Nachdem eine 71jährige Rentnerin in einer Berufungsverhandlung die Kostenübernahme für eine Treppensteigehilfe vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg erstritten hatte (Newsletter Mai 2014), hat nun auch das Bundessozialgericht am 16.07.2014 in mündlicher Verhandlung über eine Revision zu einer Treppensteigerversorgung entschieden. Diese bezieht sich allerdings nur auf pflegebedürftige Menschen. “Dem pflegebedürftigen Kläger (Pflegestufe III) steht der Anspruch auf Versorgung mit der elektronisch betriebenen mobilen Treppensteighilfe zu. … Der Anspruch ergibt sich allerdings nicht aus § 33 SGB V, sondern aus § 40 Abs 1 Satz 1 SGB XI.” Hintergründe pdf Urteil-Landesgericht pdf
Auch Reparaturkosten können zuschussfähig sein: Bezuschusst die Pflegekasse den behindertengerechten Umbau einer Wohnung, können auch später angefallene Reparaturkosten zuschussfähig sein, wenn die Umbaumaßnahme und die geltend gemachten Reparaturkosten den gesetzlichen Zuschuss-Höchstbetrag von derzeit 4.000 Euro nicht überschreiten. Wenn der Defekt zu einem kompletten Ausfall oder zur Gebrauchsunfähigkeit führt, kann dies als Änderung der Pflegesituation gewertet werden und die Reparatur als weitere Maßnahme gewährt werden. Einfache funktionswiederherstellende Reparaturen oder regelhafte Wartungen sind aber für die Feststellung einer erneuten wohnumfelderverbessernden Maßnahme nicht ausreichend.(Bundessozialgericht in Kassel, vom 25.1.2017, Aktenzeichen: B 3 P 4/16 R und B 3 P 2/15 R)
Urteile zu Hilfsmitteln: Link