Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201996,%20976
Timestamp: 2019-10-17 04:32:16
Document Index: 148265234

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'Art. 34', '§ 81', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 91', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 80', '§ 81', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 81', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 1996, 976 - dejure.org
https://dejure.org/1996,2677
BGH, 29.02.1996 - III ZR 238/94 (https://dejure.org/1996,2677)
BGH, Entscheidung vom 29.02.1996 - III ZR 238/94 (https://dejure.org/1996,2677)
BGH, Entscheidung vom 29. Februar 1996 - III ZR 238/94 (https://dejure.org/1996,2677)
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Behandlung eines Bundeswehrsoldaten durch Zivilärzte im Bundeswehrauftrag als Ausübung eines öffentlichen Amts, Behandlungsfehler als Wehrdienstbeschädigung
Behandlung durch einen Arzt in einem Krankenhaus als Ausübung eines öffentlichen Amtes - Begriff der Wehrdienstbeschädigung - Zuordnung einer Behandlungsmaßnahme zur ärztlichen Betreuung im Rahmen eines Wehrdienstverhältnisses
BGB § 839; GG Art. 34; SVG §§ 81, 85, 91a
OLG Hamburg, 02.09.1994 - 1 U 15/94
NJW 1996, 2431
NVwZ 1996, 1141 (Ls.)
Auch die Behandlung eines Soldaten, die im Auftrag der Bundeswehr durch Ärzte eines zivilen Krankenhauses aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages auf Weisung des Bundeswehrarztes durchgeführt wird, stellt die Ausübung eines öffentlichen Amtes dar, so dass weder der behandelnde Arzt unmittelbar noch der Krankenhausträger auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann (BGH, Beschluss vom 29. Februar 1996 - III ZR 238/94, VersR 1996, 976).
Diese geschieht bei der ärztlichen Behandlung von Soldaten im Auftrag und auf Weisung des Bundeswehrarztes (BGH, Beschluss vom 29. Februar 1996 - III ZR 238/94, aaO).
Es besteht insoweit ein öffentlich-rechtliches Behandlungsverhältnis mit der Folge, daß vertragliche Ansprüche mangels Vertragsverhältnisses ausscheiden und eine persönliche Inanspruchnahme des Arztes nach Art. 34 Satz 1 GG verwehrt ist (…s. BGHZ 108, S. 230, 232 ff.; Bd. 120, 176, 178 ff.;… BGH NJW 1992, S. 744, 745 [BGH 25.04.1991 - III ZR 175/90]; NJW 1996, S. 2431 f.).
Die Haftung des Dienstherrn ist in diesen Fällen gemäß § 91 a Abs. 1 Soldatenversorgungsgesetz (SVG) auf vorsätzliches Verschulden beschränkt (…s. BGHZ 120, S. 176, 180 ff.;… BGH NJW 1992, S. 744, 745 [BGH 25.04.1991 - III ZR 175/90]; NJW 1996, S. 2431, 2432) [BGH 29.02.1996 - III ZR 238/94].
Dies gilt unabhängig davon, ob die zugrundeliegende Behandlungsbedürftigkeit durch einen Vorfall innerhalb oder außerhalb des Dienstverhältnisses als Soldat herbeigeführt worden ist; in beiden Fällen sind Schäden infolge von Fehlern bei der truppenärztlichen Versorgung als Wehrdienstbeschädigung im Sinne der §§ 80 ff. (§ 81 Abs. 1) SVG einzuordnen (…s. BGHZ 120, S. 176, 178 ff.;… BGH NJW 1992, S. 744, 745 [BGH 25.04.1991 - III ZR 175/90]; NJW 1996, S. 2431 f.).
Der hoheitliche Charakter des Behandlungsverhältnisses erstreckt sich auf die Behandlung des Soldaten durch einen vom Truppenarzt hinzugezogenen Zivilarzt mit der Folge, daß auch dieser von dem Soldaten im Hinblick auf Art. 34 Satz 1 GG nicht persönlich auf Haftung für Behandlungsfehler in Anspruch genommen werden kann (s. BGH NJW 1996, S. 2431 f.;… s. auch BGHZ 108, S. 230, 236).
Die öffentliche Hand kann zur Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben, zu der ausweislich der gesetzlichen Aufgabenzuweisung auch die Überprüfung der Erwerbsfähigkeit von Empfängern von Leistungen nach dem SGB II gehört, Dritte aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages heranziehen (vgl. BGH NJW 1996, 2431 (2432)).
Dass sie bei der Anordnung einzelner medizinischer Maßnahmen entsprechend der Natur der ärztlichen Tätigkeit freiverantwortlich entscheiden musste, steht dem hoheitlichen Charakter ihres Handelns im Rahmen der von ihr zu erfüllenden Aufgabe nicht entgegen (vgl. BGH NJW 1996, 2431 (2432)).
Der Bundesgerichtshof formuliert zwar unter Bezugnahme auf die frühere Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes, dass eine "innere Beziehung" zwischen der Behandlungsmaßnahme und dem soldatischen Sozialbereich bestanden haben muss (BGH, Urteil vom 25.04.1991 - III ZR 175/90, VersR 1991, 811; BGH, Urteil vom 12.11.1992 - III ZR 19/92, BGHZ 120, 176 = VersR 1993, 435; BGH, Beschluss vom 29.02.1996 - III ZR 238/94, VersR 1996, 976).
So stellt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 29.02.1996 - III ZR 238/94, VersR 1996, 976) die Behandlung eines Soldaten, die im Auftrag der Bundeswehr durch Ärzte eines zivilen Krankenhauses aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages auf Weisung des Bundeswehrarztes durchgeführt wird, die Ausübung eines öffentlichen Amtes dar.
Im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt die Ausübung eines öffentlichen Amtes durch die Beklagte zu 2) vor (vgl. Urteil vom 29.02.1996 - III ZR 238/94, VersR 1996, 976).
Mit der Beauftragung wurde zwischen den Parteien ein Vertragsverhältnis begründet, unabhängig davon, ob die Beklagte im Rahmen ihrer ärztlichen Tätigkeit gegenüber der Zeugin A. in Ausübung eines öffentlichen Amtes tätig wurde (vgl. dazu auch BGH VersR 96, 976 m.w.N; im übrigen Senat…, Urt. vom 22.12.97 Az. 4 U 108/96; BGH VersR 1996, 976; OLG Brandenburg VersR 2001, 1428).
Gründe für die Zulassung der Revision liegen nicht vor, da die vorliegende Entscheidung insbesondere im Hinblick auf die Entscheidungen BGH VersR 1996, 976 sowie BGH NJW 2005, 286 nicht von der höchstrichterlichen Rechtsprechung abweicht und durch die vorgenannten Entscheidungen die hier vorliegenden Rechtsfragen geklärt sind (§ 543 Abs. 2 ZPO).
Die Behandlung des Klägers im ...krankenhaus der Beklagten und in deren Auftrag war Wahrnehmung einer hoheitlichen Aufgabe und erfolgte damit in Ausübung eines öffentlichen Amtes im Sinne des Art. 34 GG (vgl. BGH NJW 1996, 2431 ; OLG Koblenz, 1. ZS, MedR 2001, 422).
Im derzeitigen Stadium ist völlig unklar, ob ein positiver und bindender Bescheid (vgl. BGH NJW 1996, 2431/2432) über die Anerkennung als Wehrdienstbeschädigung überhaupt ergeht und mit welchem Inhalt.
OLG Koblenz, 11.10.2000 - 1 U 1139/99
Amtshaftung bei truppenärztlicher Versorgung - Einschränkungen - Sportunfall im …
Die Behandlung des Klägers im Bundeswehrzentralkrankenhaus der Beklagten war zwar Wahrnehmung einer hoheitlichen Aufgabe und erfolgte damit in Ausübung eines öffentlichen Amtes im Sinne des Art. 34 GG (BGHZ 120, 176 ff., 178; BGH NJW 1996, S. 2431 f.).
Maßgeblich ist vielmehr, dass eine "innere Beziehung" zwischen der Behandlungsmaßnahme im Krankenhaus der Beklagten (Bundeswehrzentralkrankenhaus) und dem soldatischen Sozialbereich im vorstehend dargelegten Sinn bestanden hat (vgl. BGHZ 120, 176 ff., 179 f., BGH, VersR 1996 S. 976).
Dies ändert nichts daran, dass im Falle fehlerhafter Behandlung durch die hinzugezogenen Ärzte die Behandlung des Soldaten im Rahmen staatlicher Gesundheitsfürsorge erfolgt ist und der Soldat, der nicht Vertragspartner geworden ist, daher die Ansprüche gemäß §§ 81a ff SVG gegen den Dienstherrn geltend machen kann, da auch in diesem Fall die gesundheitlichen Nachteile der fehlerhaften Behandlung eine Wehrdienstbeschädigung darstellen (vgl. BGH, NJW 1996, S. 2431;… OLG Brandenburg, VersR 2001, S. 1428).
Allein der Umstand, dass ein gesetzlicher Anspruch auf Heilfürsorge des Landesbeamten besteht, führt nicht dazu, dass die behandelnden Ärzte in Ausübung eines öffentlichen Amtes handeln (vgl. BGH, VersR 2011, 264 ff., juris Tz. 16 ff.; NJW 1996, 2431 f., juris Tz. 3 ff.; NJW 1982, 1328 f., juris Tz. 15;… Erman/Hecker, BGB, 13. Aufl., § 839 Rn. 31).
Den hiergegen mit Schreiben vom 12. April 2012 eingelegten Widerspruch stützte der Kläger auf einen Beschluss des BGH - vom 29. Februar 1996 - III ZR 238/94 - und begründete diesen im Wesentlichen damit, dass es sich vorliegend um eine im Auftrag der Bundeswehr durchgeführte Behandlung gehandelt habe, die der Behandlung in einem Krankenhaus der Bundeswehr gleichzustellen sei.