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Timestamp: 2018-07-16 22:32:42
Document Index: 208465324

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 6']

EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT - PDF
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1 EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT Teilrevisionen: Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen Verordnung über Aufbau und Führung von Fachhochschulen Erläuternder Bericht (Entwurf) Bern, Dezember 2007
2 I. Teilrevision der Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen A. Revision des Anhangs der Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen 1. Ausgangslage zu den neuen Studiengangsbezeichnungen Gemäss Art. 7 Abs. 3 lit. b sowie 16 Abs. 3 des Fachhochschulgesetzes (FHSG; SR ) legt das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartment die Titel fest, bestimmt die Studiengänge und ihre Bezeichnung und ordnet sie den Fachbereichen zu. Die Verordnung des EVD über die Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen (SR ) legt in Art. 2 fest, dass die Studiengänge und ihre Zuordnung zu den Fachbereichen im Anhang festgelegt sind. Der Anhang enthält also die Nomenklatur. Mit der Revision des FHSG wurden die bis dahin kantonal geregelten Fachbereiche Gesundheit, soziale Arbeit, Musik, Theater und andere Künste (GSK-Bereich) sowie angewandte Psychologie und angewandte Linguistik in die Regelungskompetenz des Bundes überführt. Der GSK-Bereich wurde bis dahin durch die Profile der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) geregelt. Die koordinierte Umsetzung der Bologna- Reform an den Fachhochschulen startete ebenfalls mit der Inkraftsetzung des teilrevidierten Fachhochschulgesetzes. Im Zentrum steht das zweistufige Studiensystem: Bachelor/Master. Auf der Bachelorstufe bereiten die Fachhochschulen die Studierenden in der Regel auf einen berufsqualifizierenden Abschluss vor (Art. 4 Abs. 2 FHSG). Ausnahmen vom Ziel des berufsqualifizierenden Abschlusses sind einzig in gewissen Bereichen der Kunst denkbar und haben ihren Grund insbesondere in internationalen Standards, die für die berufliche Qualifikation und die Anerkennung des Abschlusses einen Master verlangen 1. Die Studiengangsbezeichnungen sind auf das heutige zweistufige Studiensystem (Bachelor: in der Regel 3 Jahre Studienzeit und 180 ECTS, Master: in der Regel 1 1/2 Jahre Studienzeit und 90 ECTS) abzustimmen. Insbesondere bei bisherigen FH-Diplomausbildungen, die 4 und mehr Jahre dauerten, kann auf der Bachelorstufe häufig nicht die gleiche Berufsqualifikation vermittelt werden. Dies hat in der Regel auch Auswirkungen auf die Studiengangsbezeichnungen. Diese Verordnungsrevision zielt in erster Linie darauf ab, in enger Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen gesamtschweizerische für die Studierenden und den Arbeitsmarkt klare und treffende Studiengangsbezeichnungen festzulegen. 1 Siehe Botschaft zur Änderung des Fachhochschulgesetzes vom 5. Dezember 2003, in: BBl ff., insb
3 2. Die neuen Bezeichnungen im Einzelnen Fachbereich Design: neu Konservierung (heute: Konservierung-Restaurierung) Die Diplomausbildung in Konservierung-Restaurierung basierte bisher auf einem vierjährigen Studiengang. Mit dem Wechsel auf das Bachelor- und Mastersystem ist es nicht möglich, in den ersten drei Jahren die gleiche berufliche Qualifikation wie in der früheren vierjährigen Ausbildung zu erreichen. Der Bachelor-Abschluss qualifiziert neu nur für den Bereich Konservierung, was auch europäischen Standards entspricht 2. Damit wird auch die Kompatibilität mit Studienangeboten im Ausland gewährleistet. Die neue Bezeichnung spricht auch die immer wichtiger werdende Rolle der Konservierung an. Mit der Bezeichnung Konservierung wird der Ausbildungsschwerpunkt des Curriculums auf der Bachelorstufe benannt. Die neue Bezeichnung trägt auch dazu bei, dass für die Orientierung der Studierenden und für die anschliessende Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt Transparenz geschaffen wird. Konservatoren und Konservatorinnen werden zur Mitarbeit im Bereich der Konservierung, z.b. im Rahmen der technologischen Dokumentation von Kulturgut, bei der Sammlungs-, Archiv- und Depotbetreuung, im Ausstellungswesen, der Projektplanung, bei der Untersuchung sowie bei Konservierungsmassnahmen und zur Mitarbeit an Projekten der Konservierung und Restaurierung. Fachbereich Gesundheit: neu Ernährung und Diätetik (heute: Ernährungsberatung) Unter dem Begriff der Ernährung wird die Ernährungswissenschaft und medizin subsumiert. Mit dem Begriff Diätetik wird die praktische Umsetzung der Ernährungslehre zum Ausdruck gebracht. Die Bezeichnung schliesst sowohl präventive als auch therapeutische Berufsaktivitäten ein und lässt Spielraum offen für künftige Entwicklungen des Berufsfeldes. Im Spital wird die Ernährung in erster Linie als Therapieform eingesetzt, die Beratungstätigkeit ist dabei sekundär. Die Studiengänge im Ausland enthalten die Begriffe Ernährung (nutrition) und/oder Diätetik bzw. Diätologie (Dietetics). Fachbereiche soziale Arbeit, Theater und Musik In diesen Fachbereichen sprechen namentlich folgende Gründe für eine Anpassung der Studiengangsbezeichnungen: - die stärker generalistische Ausrichtung der Bachelor-Studiengänge gegenüber den bisherigen FH-Diplomstudiengängen, - die Veränderungen des Arbeitsmarktes, welche sich auch auf die Ausbildungsinhalte auswirken, - der Wechsel auf das Bachelor- und Mastersystem und - Kontinuität in der Studiengangsbezeichnung. Fachbereich soziale Arbeit: neu soziale Arbeit (heute: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Soziokulturelle Animation, Allgemeine soziale Arbeit) Die Tätigkeitsfelder der bisherigen Berufe (Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Soziokulturelle Animation) überschneiden sich zunehmend. Zwei Hochschulen in der deutschen Schweiz bieten nur noch den Studiengang Allgemeine Soziale Arbeit (Zürich, Solothurn) an. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich auch im Tessin (SUPSI) und in der Westschweiz (HES-SO 3 ) ab. Die generelle Bezeichnung soziale Arbeit differenziert allerdings nicht mehr zwischen Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Soziokulturelle Animation und Allgemeine soziale Arbeit 4. 2 Siehe dazu ECCO / ENCoRE 2002: Joint Statement on the Education of Conservator-Restorers of Cultural Heritage, ECCO 2003: ECCO Professional Guidelines (III): Basic Requirements for Education in Conservation- Restoration und Profil CH2004: Swiss Conservation-Restoration Campus Bachelor in Conservation Master in Conservation-Restoration. 3 Der Entscheid der HES-SO basiert auf umfassenden Vorarbeiten und Absprachen mit den Organisationen der Arbeitswelt (siehe dazu auch rapport final diplôme unique HES en travail social avec options/orientations du janvier 2005 des comités directeurs ). 4 Siehe Ziffer 4.1 des Profils des Fachhochschulbereichs Soziale Arbeit: Die Diplomausbildung erfolgt in den Studiengängen Sozialarbeit..., Sozialpädagogik..., Sozio-kulturelle Animation.... 3
4 Musik und Musik und Bewegung (heute: Instrumentale und vokale Musikpädagogik, Interpretation und Performance, Schulmusik und Kirchenmusik, Dirigieren, Spezialbereiche Musik) Der Umbau dieser Ausbildungen in die Bologna-Systematik führt zu neuen Qualifikationen und somit auch zu neuen Bezeichnungen. Die bisherigen Diplom-Studienabschlüsse in Musik dauerten bis zu sieben Jahren. Neu werden auf der Bachelorstufe der generalistische, nicht berufsbefähigende Bachelor Musik und der (berufsqualifizierende) Bachelor Musik und Bewegung angeboten 5. Die Spezialisierungen erfolgen auf Masterstufe. Der Studiengang Musik und Bewegung (ehemaliges Lehrdiplom Rhythmik) deckt den Bereich Schulmusik, d.h. den Fachunterricht im Fach Musik auf der Primar-/Elementarstufe ab. Das Erteilen von Musikunterricht auf der Sekundarstufe, d.h. der Bereich Schulmusik I oder Schulmusik II setzt einen Masterabschluss voraus 6. Tätigkeitsfelder für Inhaber und Inhaberinnen eines Bachelor in Musik und Bewegung sind Musikschulen, zum Teil öffentliche Schulen und namentlich (künstlerische) Arbeiten in den verschiedensten Bereichen (Jugendarbeit, Projekte, Musiktheater etc.). Fachbereich Theater: neu Theater (heute: Theaterschaffende als darstellende Künstler/innen, Theaterschaffende als leitende Künstler/innen) Entsprechende Studien gibt es schon länger, sie dauerten in der Regel vier Jahre. Der Umbau dieser Ausbildungen in die Bologna-Systematik führt zu neuen Qualifikationen und somit auch zu neuen Bezeichnungen. Der Bachelor ist generalistisch ausgerichtet und ermöglicht einen Einstieg in die Berufspraxis. Die Entwicklung zur autonomen Künstlerpersönlichkeit, die gestaltend und leitend Einfluss nehmen kann, erfolgt auf der Masterstufe. Andere Künste: neu Vermittlung in Kunst und Design (heute: Lehrberufe für Gestaltung und Kunst) Auf die Bezeichnung Lehrberufe ist künftig auf der Bachelorstufe zu verzichten. Das Bachelor-Studium qualifiziert allein nicht für die Lehrtätigkeit auf der Sekundarstufe II und der Abschluss auf dieser Stufe darf nicht suggerieren, dass eine Lehrberechtigung vorliegt. Es gibt zudem breite Berufs- und Tätigkeitsfelder in der Vermittlung von künstlerischen Fertigkeiten und Erzeugnissen sowie von Design bezogenen Verfahren und Produkten. Sie reichen von traditionellen schulischen Feldern über vielfältige gestalterische Angebote im Freizeit- und Soziokultur-Bereich bis zu Museen, Galerien und Veranstaltungen. Voraussetzung für das Lehrdiplom auf der Sekundarstufe II ist ein Masterabschluss 7. Fachbereich Angewandte Linguistik: neu Sprache und Kommunikation (heute: Übersetzen und Dolmetschen) Die Diplomausbildungen Dolmetschen und Übersetzen basierten bisher auf einem vierjährigen bzw. sechsjährigen Studiengang. Der Umbau dieser Diplome in die Bologna-Systematik führt zu neuen beruflichen Qualifikationen und somit auch zu neuen Bezeichnungen. Die Linguistik ist die wissenschaftliche Disziplin, die die sprachliche Kommunikation zum Gegenstand hat. Innerhalb des Bachelorstudiengangs Sprache und Kommunikation werden zwei Studienrichtungen unterschieden, nämlich Mehrsprachige Kommunikation und Technikkommunikation. Die Studiengangsbezeichnung Sprache und Kommunikation ist geeignet, die beiden Studienrichtungen abzudecken. 5 Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen an Schweizer Musikhochschulen, Bericht einer vom BBT eingesetzten Arbeitsgruppe vom 20. Juni Der Bericht kann in Deutsch oder Fran-zösisch beim BBT bezogen oder auf heruntergeladen werden. 6 Art. 3 Abs. 2 des Reglements über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen vom 4. Juni 1998 der EDK. 7 Art. 3 Abs. 2 des Reglements der EDK über die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen vom 4. Juni
5 Als Variante bietet sich für den Studiengang die bisherige Bezeichnung Übersetzen an (heute geltende Nomenklatur), welche eine wesentliche in diesem Studiengang vermittelte Kompetenz (Übersetzen) aufgreift. Der Studiengang Dolmetschen ist auf der Masterstufe geplant. Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen: Aufnahme des neuen Bachelorstudiengangs Wirtschaftsrecht Der neue Bachelorstudiengang Wirtschaftsrecht, der gegenwärtig an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften der Zürcher Fachhochschule angeboten wird, ist neu im Fachbereich "Wirtschaft und Dienstleistungen" aufzunehmen. Der Studiengang zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Verzahnung von juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Lehrinhalten aus. Er umfasst 60 % juristische Fächer, 25 % wirtschaftswissenschaftliche Fächer und 15 % Fächer aus dem Kompetenzbereich Sprache und Kultur. B. Allfällige Ergänzung von Art. 6 der Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen Die Fachhochschulen können nach geltendem Recht die geschützten Titel "Bachelor of Science" oder "Bachelor of Arts" vergeben. Im Rahmen der Teilrevision der Ausführungserlasse wurde bewusst auf eine Vielzahl von Titeln verzichtet (z.b. "of Social Works" oder "of Engineering"; vgl. dazu EVD, Erläuternder Bericht zum Erlass und zur Anpassung der Ausführungserlasse zum teilrevidierten Fachhochschulgesetz, August 2005, S. 15). Der neu aufgenommene Bachelorstudiengang Wirtschaftsrecht ist nach dem geltenden System von den Fachhochschulen bzw. der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) (vgl. Empfehlungen der KFH zur Zuordnung von Arts und Science zu den Studienstufen der Bachelorabschlüsse) einem der erwähnten Titel zuzuordnen. Dem Bachelorabschluss in Wirtschaftsrecht könnte demnach entweder ein "Bachelor of Arts [Name der Fachhochschule] in Wirtschaftsrecht" oder ein "Bachelor of Science [Name der Fachhochschule] in Wirtschaftsrecht" zugeordnet werden. Als Variante wird für den Studiengang Wirtschaftsrecht ein neuer Titel "Bachelor of Law [Name der Fachhochschule]", (Abkürzung: BLaw [Name der Fachhochschule]) zur Diskussion gestellt. Der "Bachelor of Law" bringt klar zum Ausdruck, dass es sich um eine Ausbildung handelt, die mehrheitlich juristische Inhalte vermittelt. Die Variante lehnt sich zudem an die Situation in Deutschland und Österreich an, wo die Fachhochschulen für den Studiengang Wirtschaftsrecht ebenfalls den Titel "Bachelor of Law" verwenden können. Die Variante durchbricht allerdings den erwähnten "numerus clausus" der Titel im Fachhochschulbereich. Im Gegensatz zu "of Arts" oder "of Science" kann "of Law" einzig dem Studiengang Wirtschaftsrecht zugeordnet werden. 5
6 II. Teilrevision der Verordnung über Aufbau und Führung von Fachhochschulen Übergangsbestimmung A Abs. 1 Bst. f bis zur Änderung vom 14. September 2005 der Fachhochschulverordnung (SR ) Neu kommt aufgrund der Aufnahme des neuen Studiengangs Wirtschaftsrecht in den Anhang der Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen der geschützte Titel «Wirtschaftsjuristin FH»/«Wirtschaftsjurist FH» hinzu. Übergangsbestimmung B Abs. 1 Bst. c zur Änderung vom 14. September 2005 der Fachhochschulverordnung Personen, die ein Fachhochschuldiplom nach altem Recht erworben haben, können ab dem 1. Januar 2009 zusätzlich den entsprechenden Bachelor-Titel führen. Als Variante wird der Titel "Bachelor of Law" als neuer geschützter Titel in der Übergangsbestimmung B Abs. 1 Bst. c zur Diskussion gestellt. Siehe dazu die erwähnten Ausführungen unter B. 31. Dezember