Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81350000077.htm
Timestamp: 2018-12-10 13:45:53
Document Index: 364458919

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 64', '§ 5', '§ 60', '§ 59']

1.35.077 Fahrtal
Verordnung des Landratsamtes Heidenheim als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Fahrtal" vom 11.11.1993 (Heidenheimer Zeitung vom 02.12.1993).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.11.1991 (GBl. S. 701) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Grundstücke auf der Gemarkung Oberstotzingen der Stadt Niederstotzingen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Fahrtal".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von 13,5 ha.
· Flurstück Nrn.: 215, 217 teilweise, 1218, 220 bis 223, 225 bis 238, 240, 241, 243, 244, 248 bis 277, 338 bis 352
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 5 000 - gefertigt vom Landratsamt Heidenheim - am 05.10.1991 grün eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Heidenheim - Umweltschutzamt - auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündigung dieser Verordnung, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt. Die Verordnung mit Karten wird nach Ablauf der Auslegungsfrist beim Staatsarchiv Ludwigsburg, Schloß, 7140 Ludwigsburg, verwahrt und ist beim Landratsamt Heidenheim - .Umweltschutzamt - niedergelegt und kann dort von jedermann während der Sprechzeiten eingesehen werden.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Sicherstellung einer landschaftlich reizvollen und ökologisch wertvollen Heidelandschaft der niederen Flächenalb sowie die Sicherung bedeutender Standorte der Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), der Silberdistel (Carlina acaulis) und des in unserer Gegend sehr seltenen Zitzen-Stielbovist (Tulostoma fimbriatum), ein Pilz, der sonst nur in sehr warmen Gebieten der Oberrheinischen Tiefebene vorkommt.
Ferner gilt es, das Fahrtal und den umgebenden Waldteil als naturnahen Bereich und als Naherholungsraum in seiner landschaftlichen Schönheit und ökologischen Vielfalt zu bewahren.
15. Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und das Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;
16. Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern sowie die Trockenlegung von Grünland in Ackerflächen;
19. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder wertvolle Biotope für Flora und Fauna darstellen, wie Hecken, landschaftsprägende Einzelbäume und Baumgruppen, Gehölzgruppen, Laubwaldtraufe, bachbegleitende Gehölz- und Krautvegetation, Verlandungsbereiche.
23. Starten und Landen von Luftsportgeräten jeglicher Art oder Modellflugzeugen.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen. Zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden.
(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt
25. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;
(1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 64 Naturschutzgesetz Befreiung erteilt werden.
31. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Gemäß § 60a des Naturschutzgesetzes ist eine etwaige Verletzung der in § 59 des Naturschutzgesetzes genannten Verfahrens und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlaß dieser Verordnung gegenüber dem Landratsamt Heidenheim schriftlich geltend gemacht worden ist; der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
Heidenheim, den 11.11.1993