Source: https://das-unternehmerhandbuch.de/mindestlohn-pflicht-zur-zeiterfassung-was-gilt-fuer-wen/
Timestamp: 2019-12-10 10:09:04
Document Index: 81986899

Matched Legal Cases: ['§2', '§16', '§3', '§ 17', '§2', '§16', '§3']

Das „Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie“, als Gesetz für den Mindestlohn (MiLoG), trat zum 1. Januar 2015 in Kraft und sorgte für eine vom Gesetzgeber festgeschriebene Lohnuntergrenze i.H. von 8,50 EUR pro Stunde.
Ob man das handschriftlich, in einer Excel-Liste oder aber elektronisch mit einer entsprechenden Software macht, ist egal.
Außerdem nennt die Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung (MiLoDokV) Ausnahmen für die in §2a SchwarzArbG genannten Wirtschaftszweige. Hier gilt: für Arbeitnehmer, die monatlich regelmäßig mehr als 2.958 EUR brutto verdienen, entfällt die Aufzeichnungspflicht. Diese Erleichterung greift jedoch nur, wenn der Arbeitgeber bezüglich dieser Arbeitnehmer seinen Pflichten nach §16 Abs. 2 ArbZG nachkommt. Das heißt: alles über acht Stunden pro Tag muss aufgezeichnet werden (s. §3 S. 1 ArbZG) und zusätzlich muss ein Verzeichnis der Arbeitnehmer angelegt werden, die in diese Verlängerung der Arbeitszeit eingewilligt haben. Auch diese Dokumente sind mindestens 2 Jahre aufzubewahren.
Und ganz ehrlich: spätestens hier lohnt sich die Nutzung einer entsprechenden Software wirklich. Ehe man Papier-Mehrarbeits-Anträge endlos zwischen Fachbereich, Personalabteilung und Betriebsrat hin und her schickt, lohnt sich vielleicht doch das Gespräch mit Fachberatern, um eine passende Software-Lösung für die Beantragung von Mehrarbeit zu implementieren.
Diese Frist gilt für diejenigen Arbeitszeitkonten, bei denen die Mehrarbeit nicht durch Zahlung des Mindestlohns mit abgedeckt ist. Wenn also ein Arbeitnehmer inklusive seiner geleisteten Mehrarbeitsstunden in dem Monat immer noch die 8,50 EUR brutto (bzw. 8,84 EUR / Stunden seit dem 01.01.2017) je Zeitstunde erhält, dann unterliegen diese Mehrarbeitsstunden nicht der 12-Monats-Regelung.
Mindestlohnmeldeverordnung (MiLoMeldV) für Arbeitgeber mit Sitz im Ausland
Aufzeichnungspflichten nach dem Mindestlohngesetz (IHK Koblenz)
Schlagwort: Arbeitszeit, Arbeitszeiterfassung, Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie, Mindestlohn, Zeiterfassung
Hallo, bei einem 450€ Job, habe ich die Arbeitszeit bis jetzt immer schriftlich auf einem Zettel dokumentiert. Muss das nach dem neuen Gesetzt demnächst digital erfasst werden, so wie eine Stempeluhr?
steht unter Punkt 2:
„Ob man das handschriftlich, in einer Excel-Liste oder aber elektronisch mit einer entsprechenden Software macht, ist egal.“
Matthias Jahn sagt
Hallo ,ich hab da mal ne Frage,
ich bin Unternehmer (Spediteur). Ich bekomme im April oder Mai eine Prüfung von der Rentenversicherung,
Mein Steuerberater meint die verlangen die Stundennachweise meines Arbeitnehmers für 4 Jahre rückwirkend,
Ich hab aber nur die letzten 2 Jahre also Jahr 17 und 18 muß ich jetzt mit Bußgeldern oder Sanktionen rechnen Steuerberater hat auch nur die letzten 2 Jahre wie meines erachtens auch nur nachzuweisen sind.
Freue mich auf Ihre Antwort ,
erstmal vorab: ich bin weder Steuerberater noch Rechtsanwalt, daher kann ich Ihnen nur meine persönliche Meinung wiedergeben:
Beim Blick ins Gesetz (Mindestlohngesetz – MiLoG § 17 Erstellen und Bereithalten von Dokumenten) lese ich, dass solche Unterlagen nur 2 Jahre aufbewahrt werden müssen: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__17.html
Vielleicht fragen Sie Ihren Steuerberater einmal, woher er seine Info mit den 4 Jahren hat? Vielleicht verwechselt er da Scheinselbständigkeit & Minijobber?
Mein Arbeitgeber verweigert mir die Einsicht in die durch ihn geführte Dokumentation der Arbeitszeit. Ich bin Berufskraftfahrer im Reiseverkehr und habe nach meinen Aufzeichnungen jede Menge Mehrarbeit geleistet. Muss er mir seine Berechnungen offen legen?
ich bin kein Rechtsanwalt, daher kann ich dir da nicht wirklich raten.
Habe aber dies hier gefunden:
https://www.handwerk-magazin.de/rechtstipp-chef-muss-stundenzettel-herausruecken/150/384/37201
Einen wunderschönen Guten Tag, kann man auch ab einen bestimmten Gehalt von der Arbeitszeiterfassung befreit sein?
ich zietiere mich jetzt einfach selbst:
„Außerdem nennt die Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung (MiLoDokV) Ausnahmen für die in §2a SchwarzArbG genannten Wirtschaftszweige. Hier gilt: für Arbeitnehmer, die monatlich regelmäßig mehr als 2.958 EUR brutto verdienen, entfällt die Aufzeichnungspflicht. Diese Erleichterung greift jedoch nur, wenn der Arbeitgeber bezüglich dieser Arbeitnehmer seinen Pflichten nach §16 Abs. 2 ArbZG nachkommt. Das heißt: alles über acht Stunden pro Tag muss aufgezeichnet werden (s. §3 S. 1 ArbZG) und zusätzlich muss ein Verzeichnis der Arbeitnehmer angelegt werden, die in diese Verlängerung der Arbeitszeit eingewilligt haben. Auch diese Dokumente sind mindestens 2 Jahre aufzubewahren.“
Vielen Dank Frau Lorenz für diesen doch gewaltigen Berg an Input. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Mindestlohnregelungen ist die Zeiterfassungspflicht unabkömmlich. Aber nicht nur in diesem Bereich sondern auch in der Personalplanung als solches ist eine Stundenliste für Mitarbeiter natürlich wichtig, sodass es nicht zu einer Ansammlung von Überstunden kommt. Ich denke gerade im Hinblick auf den Mindestlohn ist das für zahlreiche Branchen sehr wichtig.
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