Source: https://www.kvhessen.de/genehmigung/abklaerungskolposkopie/
Timestamp: 2019-11-22 02:39:49
Document Index: 312959479

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 8', '§ 9', '§ 135']

Abklärungskolposkopie | www.kvhessen.de
In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Abklärungskolposkopie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).
Am 1. Januar 2020 tritt die Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) zur Abklärungskolposkopie in Kraft. Sie wurde im Rahmen der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme und des Programms zur Früherkennung von Zervixkarzinomen beschlossen.
Die Abklärungskolposkopie ist eine gynäkologische Untersuchung zur Abklärung auffälliger Befunde der Scheide (Vagina) und des Gebärmutterhalses (Cervix uteri). Sie dient der histologischen Sicherung von squamösen und glandulären Atypien/Neoplasien sowie der Festlegung der operativen Strategie und muss vor operativen Eingriffen durchgeführt werden.
Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hat betroffene Mitglieder bereits per Rundschreiben informiert.
Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem Basiskolposkopiekurs von acht Stunden und einem Fortgeschrittenenkurs von 14 Stunden oder einer in Inhalt und Umfang gleichwertigen Qualifikation
Nachweis über die Durchführung von mindestens 100 Kolposkopien mit abnormen Befunden von Portio, Vagina und Vulva, davon mindestens 30 histologisch gesicherte Fälle intraepithelialer Neoplasien oder invasiver Karzinome in den letzten zwölf Monaten. Zur Dokumentation können Ärzte das Formular „Persönlicher Einzelnachweis“ verwenden.
Nachweis über Kenntnisse (beispielsweise über Fort- und Weiterbildung) operativer Verfahren bei vulvaren, vaginalen und zervikalen Veränderungen
Nachweis über die Durchführung einer klinischen Tätigkeit, insbesondere in der kolposkopischen Diagnostik über mindestens 160 Stunden an 20 Arbeitstagen in einer Einrichtung mit dem Schwerpunkt Diagnostik abnormer Befunde von Portio, Vagina und Vulva in den letzten 24 Monaten
Einzelheiten regeln die §§ 3 und 8 Abs. 2 Qualitätssicherungsvereinbarung Abklärungskolposkopie.
Alternativ gelten die fachlichen Voraussetzungen als erfüllt, wenn Ärzte den Nachweis über eine zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde/-Einheiten der Zertifizierungsstelle OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) erbringen.
Zur Abklärungskolposkopie müssen die apparativen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllt werden (vgl. §§ 4 und 5 Qualitätssicherungsvereinbarung Abklärungskolposkopie).
Wenn Sie Abklärungskolposkopie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.
Derzeit sind die Beratungen zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) noch nicht abgeschlossen. Die KVH informiert ihre Mitglieder nach Abschluss der Beratungen des Bewertungsausschusses dazu.
Anforderungen an die Dokumentation regelt § 6 Qualitätssicherungsvereinbarung Abklärungskolposkopie in Verbindung mit Teil III. D § 8 Abs. 4 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme. Darüber hinaus müssen Ärzte die Abklärungskolposkopie im Rahmen der Früherkennung elektronisch dokumentieren (Einzelheiten regelt Teil III. D §§ 9 und 12 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme).
Jährlicher Nachweis von mindestens 100 Abklärungskolposkopien mit abnormen Befunden von Portio, Vagina und Vulva, davon mindestens 30 histologisch gesicherten Fällen intraepithelialer Neoplasien oder invasiver Karzinome in den letzten zwölf Monaten
Jährlicher Nachweis der regelmäßigen Teilnahme (mindestens zweimal pro Halbjahr) an interdisziplinären Fallkonferenzen (beispielsweise Tumorkonferenzen). Die Teilnahme kann durch persönliche Anwesenheit oder in begründeten Ausnahmefällen per Videokonferenz erfolgen. Alternativ können zehn Fortbildungspunkte themenbezogen in zwei Jahren anerkannt werden. Für das Selbststudium von Fachliteratur können keine Fortbildungspunkte anerkannt werden
Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Abklärungskolposkopie (Qualitätsvereinbarung Abklärungskolposkopie)
Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
Antrag Abklärungskolposkopie | pdf | 279 KB
Persönlicher Einzelnachweis Abklärungskolposkopie | pdf | 272 KB
Rundschreiben Abklärungskolposkopie | pdf | 17 KB
Kolpos ≠ Kolos
Ein Buchstabe, großer Unterschied: zu den Infos zur Koloskopie.
Tel 069 24741-6611
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