Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-02-2000-U_155-1998
Timestamp: 2016-10-27 12:46:18
Document Index: 250927935

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

U 155/98 (15.02.2000)
D.________, 1946, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. K.________,
A.- Der 1946 geborene D.________ war seit September 1985 bei der Firma H.________ AG als Hiker (�berf�hrer von Mietautos) sowie seit Oktober 1986 bei der Firma Z.________ AG nebenberuflich als Vertr�ger t�tig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 11. Mai 1992 wurde er von einem Velofahrer angefahren und zog sich dabei eine distale intraartikul�re Radiusfraktur Typ B rechts zu, deren Heilung protrahiert verlief. Mit Verf�gung vom 17. September 1993 sprach die SUVA D.________ f�r die verbliebene Beeintr�chtigung aus dem Unfall vom 11. Mai 1992 eine Invalidenrente von 33 1/3 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 20 % zu. Mit Verf�gung vom 15. M�rz 1995 verneinte sie einen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen der als R�ckfall gemeldeten zeitweisen Dekompensation des vorbestehenden Diabetes und dem Unfall. Mit Entscheid vom 4. Mai 1995 wies die SUVA die gegen die Verf�gungen vom 17. September 1993 und 15. M�rz 1995 erhobenen Einsprachen ab.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 27. April 1998 ab.
C.- D.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen zuzusprechen, insbesondere seien die Invalidenrente und die Integrit�tsentsch�digung zu erh�hen sowie die Leistungspflicht f�r die zeitweise Dekompensation des vorbestehenden Diabetes anzuerkennen. Die SUVA sei zur Erstattung der Kosten der vom Rechtsvertreter veranlassten Begutachtung bei Dr. med. H.________ (Expertise vom 18. M�rz 1998) zu verpflichten. Weiter wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht ersucht.
1.- Im Einspracheentscheid der SUVA vom 4. Mai 1995, auf welchen die Vorinstanz verweist, sind die vorliegend massgebenden Gesetzesbestimmungen �ber den allgemeinen Gegenstand der Versicherung (Art. 6 UVG), den Begriff der Invalidit�t (Art. 18 Abs. 1 UVG), die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 18 Abs. 2 UVG) sowie den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVV) und deren Abstufung nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG und Anhang 3 zur UVV basierend auf Art. 36 Abs. 2 UVV; vgl. BGE 124 V 32 Erw. 1b mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Richtig wiedergegeben ist auch die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 112 V 32 Erw. 1a; siehe auch BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 112 V 33 Erw. 1b; siehe auch BGE 123 III 112 Erw. 3a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c mit Hinweisen) zwischen dem Unfall und dem in der Folge eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod), insbesondere auch zur Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen und der in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 115 V 133).
2.- Zun�chst ist zu entscheiden, ob nebst dem anerkannten organischen Befund an der rechten Hand, der indessen das Ausmass der geklagten Beschwerden und der Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit nicht zu erkl�ren vermag, eine Leistungspflicht der SUVA f�r weitere Gesundheitssch�digungen besteht.
a) Mit der Vorinstanz ist die Dekompensation des vorbestehenden Diabetes lediglich als m�gliche, nicht aber als �berwiegend wahrscheinliche Folge des Unfalles vom 11. Mai 1992 anzusehen, was Dr. med. S.________, Abteilung Unfallmedizin der SUVA, in der �rztlichen Beurteilung vom 28. Februar 1995 nachvollziehbar und schl�ssig begr�ndet festhielt. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, vermag nicht zu �berzeugen. Wenn Dr. med. L.________, Spital X.________, Abteilung f�r Stoffwechsel und Endokrinologie, im Bericht vom 4. Januar 1995 zur Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhanges auf den Stress und die Schmerzen und ihre Bedeutung hinweist, so ist zun�chst festzustellen, dass er diesbez�glich in erster Linie die Schwierigkeit der Einstellung des Diabetes erw�hnt, somit eine Schwierigkeit der Behandlung und nicht des Verlaufs der Krankheit. Weiter hat die Rehabilitationsklinik am 24. Juli 1992 - damit schon in einem fr�hen Zeitpunkt - auf die knappe Einstellung des Diabetes (ohne Insulin) aufmerksam gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war indessen der Stress zu einem guten Teil auf das Verhalten des Beschwerdef�hrers zur�ckzuf�hren, der sich auflehnte und nicht bereit war, ordentlich zu arbeiten, ehe er g�nzlich wieder hergestellt war (Austrittsbericht Bellikon vom 14. Dezember 1992; Berichte des Spitals Y.________ vom 1. April und 5. Mai 1993). Was schliesslich die Schmerzen anbetrifft, liessen sich diese aufgrund des organischen Befundes in diesem Umfang nicht erkl�ren, sodass von die Diabeteseinstellung beeinflussbaren aussergew�hnlich starken Schmerzen nicht die Rede sein kann.
b) F�r die psychische Fehlentwicklung besteht mangels ad�quatem Kausalzusammenhang ebenfalls keine Leistungspflicht der SUVA. Die an sich �berzeugende vorinstanzliche Begr�ndung, auf die verwiesen wird, ist indessen in einigen Punkten zu pr�zisieren.
Mit der Vorinstanz ist das Unfallereignis vom 11. Mai 1992 dem mittleren Bereich, allerdings weder im Grenzbereich zu den leichten noch zu den schweren Unf�llen, zuzuordnen. Die Ad�quanz der Unfallfolgen ist daher praxisgem�ss zu bejahen, wenn eines der nach der Rechtsprechung f�r die Ad�quanzbeurteilung als massgebend bezeichneten Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist oder die genannten Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb).
Entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers hat die Vorinstanz nicht drei Kriterien als erf�llt angesehen, sondern nur deren zwei, n�mlich k�rperliche Dauerschmerzen sowie schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, bilden doch die letzteren beiden Elemente ein einziges Kriterium. Dabei ist zu pr�zisieren, dass auch das Kriterium der Dauerschmerzen nicht ausgepr�gt erf�llt ist, weil die Schmerzsymptomatik medizinisch nicht in dem Masse ausgewiesen ist, wie es der Beschwerdef�hrer wahrhaben will, und demnach in der psychischen �berlagerung zu suchen ist. Mit der Vorinstanz sind die Kriterien der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung und der Arbeitsunf�higkeit nicht erf�llt. Davon, dass eine Fehlbehandlung vorliegt, kann keine Rede sein. Die �rzte haben sich sehr wohl um den Diabetes des Beschwerdef�hrers gek�mmert. So hat beispielsweise das Spital Y.________ bereits im Sommer 1992 dem Patienten eine Ern�hrungsberatung zuteil werden lassen und ihm bei der Entlassung nach Griechenland ein in englischer Sprache abgefasstes Begleitschreiben an den nachbehandelnden Arzt bez�glich der Diabetesproblematik mitgegeben. Im Fr�hjahr 1993 hat es den Hausarzt um �berpr�fung der Einstellung des Diabetes ersucht. Sind nach dem Gesagten nur die zwei genannten Kriterien erf�llt, wovon keines besonders ausgepr�gt, hat das kantonale Gericht die Ad�quanz zu Recht verneint.
3.- Steht fest, dass eine Leistungspflicht nur f�r die organisch bedingten Beschwerden an der rechten Hand besteht, sind weiter die erwerblichen Auswirkungen zu pr�fen.
a) Wie und in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer angesichts seines Gesundheitsschadens zumutbarerweise t�tig sein kann, wird an einer einzigen Besch�ftigungsm�glichkeit, deren Angebot im ausgeglichenen Arbeitsmarkt zudem sehr eingeschr�nkt ist, gemessen, n�mlich an jener eines Hikers. Diese Verweisungst�tigkeit ist zu eng, als dass sie allein zur Bestimmung der beruflichen M�glichkeiten des Beschwerdef�hrers verwendet werden kann (zur Notwendigkeit, L�hne verschiedener Betriebe beizuziehen, siehe RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412 Erw. 4b/aa). Abgesehen davon machten ihm bei dieser T�tigkeit die Einschr�nkungen seiner rechten Hand glaubw�rdigerweise zu schaffen, etwa bei der Montage von Autodachtr�gern. Die Anstellung als Hiker hatte er im �brigen Ende August 1993 und damit noch vor der Rentenverf�gung verloren.
b) Vorinstanz und SUVA sind davon ausgegangen, dass der Beschwerdef�hrer, weil er die Arbeit als Hiker seit 1. September 1985 verrichtet hat, auch nach dem Unfall als Chauffeur t�tig sein kann. Es ist indessen ungen�gend abgekl�rt worden, ob dies in einer Weise m�glich ist, ohne dass der �ffentliche Verkehr gef�hrdet wird. Wenn der Beschwerdef�hrer am 3. April 1993 sein eigenes Auto "zu Schrott gefahren" und dazu gesagt hat, er habe das Steuer nicht rasch genug herumreissen k�nnen, so ist diese Erkl�rung in jedem Fall nicht zum Vornherein als unglaubw�rdig anzusehen. Der heutige Strassenverkehr verlangt rasche Reaktionen, wozu auch geh�rt, dass das Steuerrad und weitere Bedienungselemente wie etwa die Gangschaltung und die Handbremse mit den H�nden einwandfrei bet�tigt werden k�nnen. F�r professionelle Chauffeure, die an Arbeitstagen w�hrend Stunden am Strassenverkehr teilnehmen, gilt dies in besonderem Masse. Ob der Beschwerdef�hrer diese Voraussetzungen in einer Weise erf�llt, dass das Invalideneinkommen auf der Grundlage einer Chauffeurt�tigkeit errechnet werden kann, ist daher ungen�gend abgekl�rt worden. Die SUVA wird dies nachzuholen haben. Der kurze Hinweis der SUVA, das berechnete, als Hiker zu verdienende Invalideneinkommen halte auch vor dem Hintergrund der Gehalts- und Erhebungsstatistik des Bundesamtes f�r Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA, seit 1. Juli 1999 Staatssekretariat f�r Wirtschaft [seco]) vom Oktober 1993 stand, wonach an- und ungelernte Arbeiterinnen Fr. 41'000.- erzielen k�nnten, vermag die dargelegte ungen�gende Abkl�rung nicht zu ersetzen, insbesondere auch deshalb nicht, weil dieser Wert f�r weibliche Arbeiterinnen gilt und daher auf den Beschwerdef�hrer nicht anwendbar ist.
c) Die Festlegung des Invalideneinkommens und damit des Invalidit�tsgrades vermag nicht zu �berzeugen. Die SUVA, an die die Sache zur�ckzuweisen ist, wird die dazu erforderlichen Abkl�rungen treffen und danach �ber den Rentenanspruch neu verf�gen.
4.- Weiter beanstandet der Beschwerdef�hrer die H�he der Integrit�tsentsch�digung. Die Vorinstanz hat indessen eingehend und zutreffend dargelegt, dass die von der SUVA vorgenommene Sch�tzung des Integrit�tsschadens mit dem Gesetz, der Verordnung und den anwendbaren Richtlinien �bereinstimmt. Die Richtigkeit wird im �brigen best�tigt durch einen Vergleich mit den zu Recht h�heren Entsch�digungen f�r eine versteifte dominante Hand in Streckstellung (30 %) und f�r den Verlust der dominanten Hand (50 %).
5.- Der angefochtene Entscheid ist sodann auch in Bezug auf die Abweisung des Begehrens um Verg�tung der Kosten des Privatgutachtens von Dr. med. H.________ nicht zu beanstanden, war doch dieses zur Kl�rung der medizinischen Sachlage nicht erforderlich (vgl. BGE 115 V 62).
6.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungsleistungen geht, sind gem�ss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die SUVA dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 159 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 135 OG). Insoweit ist dessen Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung gegenstandslos. Soweit der Beschwerdef�hrer unterliegt, kann seinem Begehren um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung entsprochen werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 124 V 309 Erw. 6; ARV 1998 Nr. 32 S. 178 Erw. 5a mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
versicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 27. April
Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ab-
teientsch�digung von Fr. 1000.- (einschliesslich Mehr-
IV. Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung
V. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wird
�ber eine Neuverlegung der Parteikosten f�r das kanto-