Source: https://www.stromnetz.hamburg/energieeinspeisung/rechnungserlaeuterung/rechnungserlaeuterung-fuer-kwk-anlage/
Timestamp: 2018-05-23 06:40:56
Document Index: 44045396

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 4', '§ 4', '§ 61', '§ 61', '§ 19']

Rechnungserläuterung für KWK-Anlage - Stromnetz Hamburg
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Rechnungserläuterung für eine KWK-Anlage
Musterrechnung für Kraft-Wärme-Kopplung
An dieser Stelle wird nur dann Ihre Steuernummer aufgeführt, wenn Sie uns verbindlich und schriftlich mitgeteilt haben, dass Sie auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz verzichtet haben. Wenn Sie uns Ihre Steuernummer mitteilen, wird auf Erlöse aus Einspeisung grundsätzlich die Umsatzsteuer berechnet, die Sie an Ihr Finanzamt abführen müssen.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Kosten für EEG-Umlage für Eigenverbrauch, die Berechnung erfolgt auf Seite 4 der Musterrechnung.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Erlöse aus Erzeugung. Die Berechnung erfolgt auf Seite 4 der Musterrechnung.
Eigenverbrauch und Messstellenbetrieb
Hier finden Sie eine Übersicht über die Kosten für Eigenverbrauch und Messstellenbetrieb. Die Berechnung erfolgt auf Seite 3 und 4 der Musterrechnung.
So errechnet sich der Nettobetrag gesamt: 674,24 EUR – 27.833,49 EUR + 2.446,50 EUR + 22,22 EUR = -24.690,53 EUR.
So errechnet sich die Umsatzsteuer gesamt: 0,00 EUR – 5.288,36 EUR + 469,06 EUR = -4.819,30 EUR.
Sofern im Vorjahr bereits Abschlagszahlungen unsererseits geleistet wurden oder offene Forderungen, z. B. aus älteren Abrechnungen, bestehen, werden diese hier aufgeführt und mit dem Bruttobetrag verrechnet.
In der Musterrechnung sind die im Abrechnungszeitraum gezahlten Abschläge höher, als die tatsächlichen Erträge aus Erzeugung und Einspeisung. Somit ergibt sich für den Anlagenbetreiber ein noch zu zahlender Rechnungsbetrag.
Wäre das Vorzeichen des Rechnungsbetrages hingegen negativ, so wäre es ein Guthaben für den Anlagenbetreiber.
Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen zu überweisen. Wenn es sich um ein Guthaben handelt, wird dieses umgehend auf das angegebene Konto überwiesen.
Abschlag: Vergütung Einspeisung
Dies ist der im Zuge der Jahresabrechnung anhand der Vorjahreswerte errechnete Abschlagsanteil, der auf die Einspeisung und ggf. Erzeugung entfällt. Hierbei handelt es sich aus Sicht des Anlagenbetreibers um einen Erlös. Liegen keine (ausreichenden) Vorjahreswerte vor, werden Erfahrungswerte für die Abschlagsberechnung herangezogen.
Abschlag: Sonstige Forderungen
Die Kosten für Eigenverbrauch und Messstellenbetrieb werden unter „Sonstige Forderungen“ ausgewiesen und vom Abschlag abgezogen.
Abschlag: EEG-Umlage
Die Kosten für die EEG-Umlage bei Anlagen mit Eigenversorgung werden bei der Abschlagsberechnung berücksichtigt und abgezogen.
Dies ist der neue Abschlagsbetrag, der bis zur nächsten Abrechnung auf das genannte Konto überwiesen wird.
Hier finden Sie die abgelesenen oder errechneten Zählerstände. Im vorliegenden Beispiel beginnt die Messung am 04.01.2016, da an diesem Tag die Zähler eingebaut wurden. Die Zählerstände zum Monatsende wurden maschinell errechnet, dies ist bei KWK-Anlagen u.a. für die korrekte zeitliche Preisabgrenzung zum Quartalsende in der Regel erforderlich (siehe unten unter „Zählerstände zum Monats-/Quartalsende“). Vom Anlagenbetreiber abgelesene Werte sind als „Selbstablesung“ gekennzeichnet.
Unter „Verbrauch“ sind die Einspeise- bzw. Erzeugungsmengen für den Abrechnungszeitraum in kWh aufgeführt. Der Verbrauch stellt die Differenz zwischen dem End- und Anfangszählerstand des betrachteten Ablesezeitraums dar, multipliziert mit dem „Faktor“: (Endzählerstand – Anfangsstand) * Faktor = Verbrauch, also z. B. für Januar (775,3 – 0) * 20 = 15.506 kWh.
Handelt es sich bei dem eingebauten Messgerät um einen Messwandlerzähler, so wird die gemessene Menge mit einem Wandlerfaktor (hier 20) multipliziert, um den tatsächlichen Verbrauch zu ermitteln. Messwandlerzähler werden oft für größere Energiemengen in der Industrie eingesetzt, im Haushaltsbereich findet man meist direktmessende Zähler (mit Faktor 1).
Die Summe dieser Werte ist die gesamte Einspeisung im Abrechnungszeitraum. Die gesamte Einspeisung beträgt 201.040 kWh.
Berechnung Einspeisung / Erzeugung / Eigenverbrauch
Einspeisung = Summe der Werte Einspeisezähler = 201.040 kWh
Gesamterzeugung = Summe Erzeugungszähler = 231.358 kWh
Eigenverbrauch = Differenz aus Erzeugung und Einspeisung = 231.358 kWh – 201.040 kWh = 30.318 kWh
Zählerstände zum Monats-/Quartalsende
KWK-Anlagen erhalten in der Regel als einen Vergütungsbestandteil den sogenannten „üblichen Marktpreis“. Dieser Preis wird quartalsweise neu berechnet. Für die Abrechnung sind daher (mindestens) Zählerstände zum Quartalsende erforderlich. Diese wurden im vorliegenden Beispiel maschinell errechnet.
Der Erzeugungszähler misst zusätzlich zum eingespeisten Strom auch die gesamt erzeugte Strommenge. Dies ist in der Regel dann erforderlich, wenn der erzeugte Strom (teilweise) selbst verbraucht oder an Dritte weitergegeben werden soll.
Vergütung von KWK-Anlagen und Umsatzsteuer
Umsatzsteuerrechtlich sind hier zwei Geldströme zu betrachten.
1. Fiktive „Hinlieferung“ vom Anlagenbetreiber an den Netzbetreiber (Stromnetz Hamburg GmbH)
Am Erzeugungszähler wird die Gesamtstromerzeugung ermittelt. Diese wird als zu 100% in das Netz der Stromnetz Hamburg GmbH eingespeist betrachtet. Dieser fiktiv eingespeiste Strom ist umsatzsteuerlich als Stromlieferung des Anlagenbetreibers an den Netzbetreiber zu bewerten. Ob hier Umsatzsteuer berechnet wird, hängt davon ab, ob der Anlagenbetreiber umsatzsteuerpflichtig ist (siehe dazu auch auf Seite 1 unter „Steuernummer“).
Abgerechnet und umsatzsteuerlich bewertet werden für die Gesamterzeugung
– die vermiedene Arbeit,
– der übliche Preis und
– der KWK-Zuschlag für den gesamt erzeugten Strom.
2. Fiktive „Rücklieferung“ vom Netzbetreiber an den Anlagenbetreiber
Der nicht ins öffentliche Netz eingespeiste Strom (Differenz zwischen dem Erzeugungszähler und dem Einspeisezähler), wird als fiktive Stromrücklieferung des Netzbetreibers an den Anlagenbetreiber angesehen. Lieferungen des Netzbetreibers unterliegen immer der Umsatzsteuer für
– den üblichen Preis,
– die vermiedene Arbeit und
– den KWK-Zuschlag für die selbst verbrauchte Strommenge.
Berechnung der Quartalsmengen
Der Wert in der ersten Zeile ist die eingespeiste Menge für den betrachteten Zeitraum gemäß Ablesedaten (15.506 kWh + 16.062 kWh + 17.168 kWh = 48.736 kWh), in der zweiten Zeile ist der selbstverbrauchte Anteil aufgeführt. Dieser errechnet sich aus der im dargestellten Zeitraum erzeugten und eingespeisten Menge: (17.845 kWh + 18.483 kWh + 19.758 kWh) – 48.736 kWh = 7.350 kWh
Entgelt für Vermeidungsarbeit
Den zugrunde liegenden Preis finden Sie im Preisblatt „Netzentgelte“. Es ist jeweils der Preis für die der Einspeisespannungsebene vorgelagerte Spannungsebene zu vergüten. Für Anlagen, die in das Niederspannungsnetz einspeisen wird also der Preis für die nächst höhere Spannungsebene „Umspannebene Mittel-/Niederspannung“ für >= 2.500 h/a abgerechnet.
Der übliche Marktpreis wird in § 4 Abs. 3 KWKG 2016 definiert als „der durchschnittliche Preis für Grundlaststrom an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im jeweils vorangegangenen Quartal“. Da es sich um Preise handelt, die quartalsweise neu berechnet werden, ist eine Abgrenzung der Zählerstände zum Quartalsende erforderlich (siehe oben unter „Zählerstände zum Monats-/Quartalsende“).
Der übliche Marktpreis wird in § 4 Abs. 3 KWKG 2016 definiert als „der durchschnittliche Preis für
Grundlaststrom an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im jeweils vorangegangenen Quartal“. Da es sich um Preise handelt, die quartalsweise neu berechnet werden, ist eine Abgrenzung der Zählerstände zum Quartalsende erforderlich (siehe „Zählerstände zum Monats-/Quartalsende“).
Anlagen, die die dafür erforderlichen Voraussetzungen nach KWKG erfüllen, erhalten einen KWK-Zuschlag. Bei der Anlage im Beispiel handelt es sich um eine neue KWK-Anlage nach dem KWKG 2016. Anlagen dieser Kategorie erhalten für den eingespeisten Strom einen höheren Zuschlag (im Beispiel 8,00 Cent/kWh) als für den nicht ins öffentliche Netz eingespeisten Strom (im Beispiel 4,00 Cent/kWh).
Es wird zunächst für die eingespeiste und selbst verbrauchte Strommenge (hier 198.832 kWh + 29.934 kWh) der volle Zuschlagssatz als „fiktive Hinlieferung“ gutgeschrieben und davon dann für den nicht eingespeisten Anteil (hier 29.934 kWh) 4,00 Cent/kWh als „fiktive Rücklieferung“ abgezogen. Dies hat umsatzsteuerliche Gründe (siehe unter „Vergütung von KWK-Anlagen und Umsatzsteuer“). Einen Überblick über die Zuschlagssätze für neue KWK-Anlagen finden Sie in unserem „Vergütungsblatt für KWK-Anlagen“ sowie im KWKG. Die Höhe der Vergütungssätze kann für ihre individuelle Anlage von diesem Beispiel abweichen.
Die mit dem KWK-Zuschlag vergütete Menge ist in der Musterrechnung übrigens um einen gewissen Anteil geringer, als die Menge, die mit dem üblichen Preis und dem Entgelt für vermiedene Netznutzung vergütet wird. Die Erläuterung dazu finden Sie auf Seite 5 unter „Verringerung der Vergütung durch negative Preise“.
Für selbst verbrauchten Strom ist in der Regel EEG-Umlage zu zahlen. Ausgenommen hiervon sind im Regelfall Bestandsanlagen, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind. Die genauen Regelungen finden Sie in §§ 61-61k Erneuerbare Energien Gesetz (EEG 2017).
Für den Eigenverbrauch bis einschließlich 10.000 kWh entfällt die EEG-Umlage für Anlagen mit maximal 10 kW installierter Leistung. Die Anlage in der Musterrechnung hat 50 kW und ist somit von dieser Regelung nicht betroffen.
Ob die volle EEG-Umlage für den selbst verbrauchten Strom anfällt, oder ein reduzierter Satz, ist in §§ 61-61k Erneuerbare Energien Gesetz (EEG 2017) geregelt. Im vorliegenden Fall waren 35% der EEG-Umlage zu zahlen. Die Höhe der (vollen) EEG-Umlage veröffentlichen die Übertragungsnetzbetreiber auf ihrer gemeinsamen Internetseite.
Die Messentgelte werden pro eingebauten Zähler bzw. je Energieflussrichtung (bei Zweirichtungszählern) erhoben. Im vorliegenden Beispiel fällt ein Entgelt für die Erzeugung und eines für die Einspeisung an (das Entgelt für den Strombezug wird auf der Stromrechnung bzw. mit Ihrem Stromlieferanten abgerechnet). Die Preise unterliegen der Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Sie finden sie in unserem aktuellen Preisblatt
Die Erlöse aus der gesamten fiktiven Hinlieferung des Anlagenbetreibers an den Netzbetreiber (siehe auch „Vergütung von KWK-Anlagen und Umsatzsteuer“) unterliegen der Umsatzsteuer, es sei denn Sie haben uns zuvor verbindlich und schriftlich mitgeteilt, dass Sie die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz in Anspruch nehmen (siehe Seite 1 „Steuernummer“).
Die fiktive Rücklieferung sowie die Kosten für den Messstellenbetrieb sind aus Sicht der Stromnetz Hamburg GmbH Umsätze, die immer der Umsatzsteuer unterliegen. Auf EEG-Umlage für Eigenverbrauch wird grundsätzlich keine Umsatzsteuer berechnet, es handelt sich dabei rechtlich um einen sogenannten nicht steuerbaren Umsatz.
1. Zeile: Umsatzsteuer auf Gesamterzeugung (im vorliegenden Beispiel ist der Anlagenbetreiber umsatzsteuerpflichtig, so dass Umsatzsteuer berechnet wird).
2. Zeile: Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch und Messstellenbetrieb (der Betrag von 2.468,72 EUR ist die Summe aus 2.446,50 EUR für den Eigenverbrauch und 22,22 EUR für Messstellenbetrieb).
3. Zeile: Umsatzsteuer auf EEG-Umlage.
Verringerung der Vergütung durch negative Preise
Gemäß KWKG 2016 besteht für Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.01.2016 kein Anspruch auf Zahlung des KWK-Zuschlages zu Zeiten negativer Börsenpreise. Der Anlagenbetreiber ist verpflichtet, dem Netzbetreiber die Strommengen, die zu Zeiten negativer Preise erzeugt und eingespeist wurden, zu melden. Hintergrundinformationen dazu finden Sie hier (link zu unserer neuen Seite).
In der Musterrechnung werden an dieser Stelle die vom Anlagenbetreiber gemeldeten Mengen quartalsweise zusammengefasst aufgeführt. Die Einspeisemenge ist demnach um 2.208 kWh, die Erzeugungsmenge um 2.592 kWh und die selbst verbrauchte Menge um 384 kWh zu reduzieren (jeweils die Summe der Quartslswerte).
Die Reduzierung erfolgt bereits auf Seite 4 oben im Abschnitt „Ermittlung der Vergütung“. Dort wird bei der Berechnung des KWK-Zuschlags (siehe auch unter „KWK-Zuschlag“) für den eingespeisten Strom in der ersten und den selbst verbrauchten Strom in der zweiten Zeile bereits die reduzierte Menge von 198.832 kWh bzw. 29.934 kWh mit dem KWK-Zuschlag abgerechnet. Dieser Wert errechnet sich aus tatsächlich eingespeister Menge abzüglich der gemeldeten Einspeisemenge (z. B. für den eingespeisten Strom: 201.040 kWh – 2.208 kWh = 198.832 kWh)
Die Preise für Messstellenbetrieb und Messung werden tagesanteilig für den Abrechnungszeitraum ermittelt. Dies ist vor allem relevant, wenn der Abrechnungszeitraum nicht exakt dem Kalenderjahr entspricht, z. B. wenn die Anlage im Laufe des Abrechnungsjahres in Betrieb genommen oder abgebaut wird (im Beispiel erfolgt die Abrechnung für 363 Tage, da der Zähler am 04.01.2016 eingebaut wurde).