Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201984,%20256
Timestamp: 2019-12-05 16:47:36
Document Index: 158540546

Matched Legal Cases: ['§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 110', '§ 56', '§ 173', '§ 173', '§ 130', '§ 173']

BFH, 25.11.1983 - VI R 8/82 - dejure.org
BFH, 25.11.1983 - VI R 8/82
https://dejure.org/1983,197
BFH, 25.11.1983 - VI R 8/82 (https://dejure.org/1983,197)
BFH, Entscheidung vom 25.11.1983 - VI R 8/82 (https://dejure.org/1983,197)
BFH, Entscheidung vom 25. November 1983 - VI R 8/82 (https://dejure.org/1983,197)
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Steuerberater - Grobes Verschulden - Steuerbescheid - Einspruchsfrist - Frist
Unterlassen eines Einspruchs kann ein dem Steuerberater zuzurechnendes grobes Verschulden i. S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO 1977 sein
BFHE 140, 18
BB 1984, 663
BStBl II 1984, 256
BFH, 16.09.2004 - IV R 62/02
Änderung auf Grund nachträglich bekannt gewordener Tatsachen, grobes Verschulden …
Unter Hinweis auf das Urteil des BFH vom 25. November 1983 VI R 8/82 (BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256) führt das FG insoweit aus, für die Frage des groben Verschuldens sei auch der Zeitraum mit einzubeziehen, in dem nach Durchführung der Veranlagung die Bescheide noch anfechtbar seien.
Ebenso ging der BFH im Urteil in BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256 davon aus, dass der Kläger die Nichteinlegung eines Einspruchs gegen den Einkommensteuerbescheid grob verschuldet habe und dass deshalb nicht entschieden werden müsse, ob bereits die unterlassene Erklärung von Sonderausgaben grob verschuldet war.
Ein grobes Verschulden hat die Rechtsprechung ferner für möglich erachtet, wenn es der Steuerpflichtige versäumt hat, den Sachverhalt dem FA noch im Rahmen eines Einspruchs zu unterbreiten (BFH-Urteile vom 25. November 1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256;… vom 5. November 1985 VIII R 258/82, BFH/NV 1986, 443, 444, …und vom 4. Februar 1993 III R 78/91, BFH/NV 1993, 641;… anderer Ansicht z. T. das Schrifttum, insbesondere Tipke/Kruse, a. a. O., § 173 AO 1977, Tz. 26 und 31 a).
Wird mit der Ausarbeitung der Steuererklärung ein steuerlicher Berater beauftragt, muss auch er sich um eine sachgerechte und gewissenhafte Erfüllung der Erklärungspflichten bemühen (ständige Rechtsprechung - siehe nur BFH-Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18 , BStBl II 1984, 256, m. w. N.; BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109).
Dem Steuerpflichtigen ist ein grobes Verschulden seines steuerlichen Beraters bei der Anfertigung von Steuererklärungen in gleicher Weise wie das Verschulden eines Bevollmächtigten zuzurechnen (ständige Rechtsprechung - siehe nur BFH-Urteil vom 09.05.2001 XI R 25/99, BFHE 195, 545 , BStBl II 2002, 817, m. w. N.; BFH-Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18 , BStBl II 1984, 256, m. w. N.).
Insbesondere muss von Angehörigen der steuerberatenden Berufe die Kenntnis und sachgemäße Anwendung der einschlägigen steuerlichen Bestimmungen erwartet werden (BFH-Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18 , BStBl II 1984, 256, m. w. N.;… BFH-Urteil vom 24.03.1987 X R 9/80, BFH/NV 1988, 341, m. w. N.).
Daher gilt auch für einen steuerliche Berater, dass ihn ein grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden von Tatsachen oder Beweismitteln nur trifft, wenn er bei der Erstellung der Steuererklärung die ihm zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (BFH-Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18 , BStBl II 1984, 256, m. w. N).
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist bei der Prüfung des groben Verschuldens auch der Zeitraum bis zur Bestandskraft des Bescheides einzubeziehen (BFH-Urteile vom 25. November 1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256;… vom 20. Januar 1988 I R 1/84, BFH/NV 1988, 348;… vom 22. November 1988 VII R 24/86, BFH/NV 1989, 359;… vom 9. März 1990 VI R 19/85, BFH/NV 1990, 619; vom 21. Februar 1991 V R 25/87, BFHE 164, 1, BStBl II 1991, 496;… vom 4. Februar 1993 III R 78/91, BFH/NV 1993, 641, …und vom 4. Februar 1998 XI R 47/97, BFH/NV 1998, 682).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ist bei der Prüfung des groben Verschuldens auch der Zeitraum bis zur Bestandskraft des Bescheides einzubeziehen (BFH-Urteil vom 25. November 1983 - VI R 8/82, BStBl. II 1984, 256;… a.A von Groll in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, Stand September 2010, Rz. 291 m.w.N.).
BFH, 04.02.1998 - XI R 47/97
Grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden der für eine …
Das nachfolgende Verhalten sei -- entgegen der in dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 25. November 1983 VI R 8/82 (BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256) geäußerten Auffassung -- für die Beurteilung des groben Verschuldens unerheblich.
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist -- entgegen der Auffassung des FG -- bei der Prüfung des groben Verschuldens auch der Zeitraum bis zur Bestandskraft des Bescheides einzubeziehen (BFH-Urteile in BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256;… vom 20. Januar 1988 I R 1/84, BFH/NV 1988, 348;… vom 22. November 1988 VII R 24/86, BFH/NV 1989, 359;… vom 9. März 1990 VI R 19/85, BFH/NV 1990, 619; vom 21. Februar 1991 V R 25/87, BStBl II 1991, 496;… vom 4. Februar 1993 III R 78/91, BFH/NV 1993, 641).
BFH, 05.11.1985 - VIII R 258/82
Grobes Verschulden des Steuerpflichtigen am erst nachträglichen Bekanntwerden von …
Grob fahrlässig handelt der Steuerpflichtige, wenn er bei der Abgabe der Steuererklärung die ihm zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (BFH-Urteile vom 3. Februar 1983 IV R 153/80, BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324, und vom 25. November 1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256).
Der Kläger handelte auch nicht insofern grob fahrlässig, als er es unterließ, gegen den Steuerbescheid vom 7. Juni 1977, in dem der Steuerbescheid vom 1. Oktober 1976 für endgültig erklärt wurde, Einspruch einzulegen oder ihn seinem Steuerberater zur Prüfung zuzuleiten (vgl. BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256).
Nach Auffassung des erkennenden Senats gelten die vom VI. Senat im Urteil in BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256 aufgestellten Grundsätze, wonach ein dem Steuerberater zuzurechnendes grobes Verschulden i. S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 AO 1977 auch darin bestehen kann, daß er es unterläßt, gegen einen Steuerbescheid Einspruch einzulegen, obwohl sich ihm innerhalb der Einspruchsfrist die Geltendmachung von dem FA bisher nicht bekannten Tatsachen hätte aufdrängen müssen, für den Fall des Unterlassens der erstmaligen Einspruchseinlegung durch den Steuerpflichtigen oder seinen Berater entsprechend.
Mit der seit dem Urteil in BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324 einhelligen BFH-Rechtsprechung (siehe zuletzt BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256) und der überwiegenden Meinung im Schrifttum (…siehe z. B. Hübschmann/Hepp/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, 8. Aufl., § 173 AO 1977 Anm. 44 c) ist dem Steuerpflichtigen ein Verschulden seines Steuerberaters als seines Vertreters zuzurechnen.
BFH, 10.12.2013 - VIII R 10/11
Grobes Verschulden durch die unterlassene Mitteilung entscheidungserheblicher …
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), dass für die Prüfung, ob dem Steuerpflichtigen der Vorwurf eines grob schuldhaften Verhaltens am nachträglichen Bekanntwerden von Tatsachen und Beweismitteln gemacht werden kann, nicht nur der Zeitraum bis zum Erlass des zu ändernden Bescheids, sondern auch der Zeitraum bis zum Eintritt der formellen Bestandskraft einzubeziehen ist (vgl. grundlegend BFH-Urteil vom 25. November 1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256;… nachgehend z.B. BFH-Urteile vom 4. Februar 1998 XI R 47/97, BFH/NV 1998, 682; vom 16. September 2004 IV R 62/02, BFHE 207, 269, BStBl II 2005, 75; vom 22. Mai 2006 VI R 17/05, BFHE 214, 154, BStBl II 2006, 806, m.w.N.).
aa) Nach dem BFH-Urteil in BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256 ist entscheidend für die Einbeziehung des Zeitraums nach Erlass des Steuerbescheids bis zum Ablauf der Einspruchsfrist "die Erwägung, daß bei Versäumung der Frist über die Einlegung eines Rechtsbehelfs --mit dem die Berücksichtigung sowohl neuer Tatsachen und Beweismittel als auch neuer rechtlicher Gesichtspunkte geltend gemacht werden kann-- Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nur bei Fehlen jedes --also auch nur einfachen-- Verschuldens gewährt werden kann (§ 110 AO 1977, § 56 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).
bb) Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist bei der Prüfung des groben Verschuldens i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO auch der Zeitraum bis zur Bestandskraft des Bescheides einzubeziehen (vgl. BFH, Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BStBl II 1984, 256; BFH…, Urteil vom 20.01.1988 I R 1/84, BFH/NV 1988, 348; BFH…, Urteil vom 22.11.1988 VII R 24/86, BFH/NV 1989, 359; BFH…, Urteil vom 09.03.1990 VI R 19/85, BFH/NV 1990, 619; BFH, Urteil vom 21.01.1991 V R 25/87, BStBl II 1991, 496; BFH…, Urteil vom 04.02.1993 III R 78/91, BFH/NV 1993, 641; BFH, Urteil vom 22.05.2006 VI R 17/05, BStBl II 2006, 806).
BFH, 24.04.1991 - XI R 28/89
Wird dem FA nachträglich bekannt, daß der Steuerpflichtige auch Einkünfte aus …
BFH, 26.08.1987 - I R 144/86
Grobes Verschulden - Sorgfaltspflichten - Nachträglich bekanntwerdende Tatsachen …
BVerwG, 02.08.2006 - 8 B 33.06
Begriff der "grundsätzlichen Bedeutung" einer Rechtssache; Vorliegen eines neuen …
BFH, 18.06.1986 - IV S 12/85
Auswirkung des groben Verschuldens im Rahmen der Steuerbescheidsänderung bei …
FG Niedersachsen, 29.08.2000 - 8 K 729/99
Änderung wegen neuer Tatsachen trotz groben Verschuldens
Nachträgliche Änderung oder Aufhebung eines Steuerbescheides beim nachträglichen …
BFH, 07.05.1987 - IV R 33/85
Einhaltung der Revisionsbegründungsfrist - Pflicht der Prozessbevollmächtigten, …
FG München, 14.12.2015 - 7 K 2772/14
Berichtigung einer fehlerhaften Festsetzung des steuerlichen Einlagekontos wegen …
FG Niedersachsen, 26.02.2004 - 6 K 727/01
Durchbrechung der Änderungssperre nach § 173 Abs. 2 AO nur zugunsten des …
FG München, 03.09.2003 - 4 K 2600/01
Korrektur eines bestandskräftigen unrichtigen ErbSt-Bescheids wegen Fortführung …
Zurechnung der groben Fahrlässigkeit des Steuerberaters bei der Änderung der …
FG Niedersachsen, 14.02.2007 - 2 K 672/04
FG Hamburg, 18.11.2002 - II 358/01
Schuldhafte Fristversäumnis bei längerer Abwesenheit:
FG Hamburg, 08.10.2001 - III 164/01
Zur Zulässigkeit einer Abrechnung nach § 130 Abs. 2 Nr. 4 AO
BFH, 16.11.1989 - V R 169/84
Anforderungen an die Änderung der ursprünglichen Umsatzsteuerbescheide - Prinzip …
BFH, 24.03.1987 - X R 66/81
Möglichkeit der Änderung von Umsatzsteuerbescheiden
FG München, 30.12.1999 - 13 K 146/96
Unterlassene Einspruchseinlegung als grobes Verschulden i.S.v. § 173 Abs. 1 Nr. 2 …
BFH, 24.02.1988 - V B 118/87
Voraussetzung für die Schlüssigkeit einer Aufklärungsrüge
FG Hamburg, 17.06.1999 - I 38/98
Grobes Verschulden, wenn nachträglich bekannt gewordene Tatsachen noch innerhalb …