Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20150608_OGH0002_0020OB00099_15W0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-12 11:44:33
Document Index: 153338863

Matched Legal Cases: ['OGH', '§1310', '§9', '§3', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§9', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 9', '§ 1', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 9', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§9', '§ 9', 'OGH', 'OGH', '§ 9', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 502', '§ 510', '§ 508', '§ 502', '§ 20', '§ 502', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 53', '§ 54', '§ 502', '§ 41', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 2Ob99/15w - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob109/66 8Ob122/74 2Ob...
RS0027556
2Ob109/66; 8Ob122/74; 2Ob199/74; 2Ob164/75; 2Ob253/75; 2Ob237/78; 2Ob125/80; 2Ob175/82; 2Ob44/88; 2Ob8/91; 2Ob16/91; 12Os51/94 (12Os52/94); 2Ob19/04i; 2Ob157/06m; 2Ob99/15w; 2Ob226/15x
ABGB §1310
EKHG §9 A
StVO §3 Ca
Unabwendbares Ereignis, wenn ein Kind völlig unerwartet hinter einem in der Gegenrichtung fahrenden Personenkraftwagen hervorkommt.
2 Ob 109/66
Entscheidungstext OGH 16.05.1966 2 Ob 109/66
8 Ob 122/74
Entscheidungstext OGH 25.06.1974 8 Ob 122/74
Ähnlich; Veröff: ZVR 1975/52 S 73
2 Ob 199/74
Entscheidungstext OGH 04.07.1974 2 Ob 199/74
Auch; Beisatz: Fußgängerin kommt plötzlich hinter parkendem Personenkraftwagen hervor. (T1)
2 Ob 164/75
Entscheidungstext OGH 02.10.1975 2 Ob 164/75
Besatz: Kind läuft plötzlich hinter einem rechts neben der Straße abgestellten Lastkraftwagen auf die Straße. (T2) Veröff: ZVR 1976/235 S 253
2 Ob 253/75
Entscheidungstext OGH 11.12.1975 2 Ob 253/75
Beisatz: Kind tritt plötzlich vom Gehsteig auf die Straße, um eine aufgestellte Leiter, unter der es auch auf dem Gehsteig hätte durchgehen können, zu umgehen. (T3) Veröff: ZVR 1976/295 S 307
2 Ob 237/78
Entscheidungstext OGH 13.02.1979 2 Ob 237/78
Veröff: ZVR 1979/235 S 282
2 Ob 125/80
Entscheidungstext OGH 14.10.1980 2 Ob 125/80
Vgl; Beisatz: Der unaufgeklärte Umstand, daß der Autolenker trotz einer Geschwindigkeitsbeschränkung von fünfundzwanzig km/h möglicherweise mit einer Geschwindigkeit von siebenundzwanzig km/h gefahren ist, geht zu seinen Lasten. (T4) Veröff: ZVR 1981/146 S 204
2 Ob 175/82
Entscheidungstext OGH 28.09.1982 2 Ob 175/82
Beisatz: Hier: Heckenzaun. (T5) Veröff: ZVR 1983/323 S 361
2 Ob 44/88
Entscheidungstext OGH 10.05.1988 2 Ob 44/88
Vgl auch; Veröff: ZVR 1989/102 S 172
2 Ob 8/91
Entscheidungstext OGH 27.02.1991 2 Ob 8/91
Auch; Beisatz: Im allgemeinen muß ein Kraftfahrer nicht damit rechnen, daß ein Kind unvorhergesehen aus einer Hecke, einem Haustor oder dergleichen auf die Straße springt. (T6)
Veröff: ZVR 1991/139 S 365
12 Os 51/94
Entscheidungstext OGH 05.05.1994 12 Os 51/94
Vgl auch; Beisatz: Die Nichtanwendung des Vertrauensgrundsatzes gegenüber Kindern setzt deren Wahrnehmbarkeit voraus, soferne ihre Anwesenheit und demnach eine unklare Verkehrssituation durch spezielle Umstände - wie etwa in der Nähe einer Schule - nicht konkret indiziert ist. (T7)
2 Ob 19/04i
Entscheidungstext OGH 26.02.2004 2 Ob 19/04i
Vgl auch; Beisatz: Ein Kraftfahrer muss nicht damit rechnen, dass Kinder völlig unerwartet die Fahrbahn betreten, insbesondere sich zuvor von der Aufsichtsperson losreißen. Es besteht keine zwingende Verpflichtung, sich Kindern, die am Straßenrand stehen und ein anderes Kind, das sich in der Folge losreißt und auf die Fahrbahn läuft, an der Hand halten, mit Schrittgeschwindigkeit zu nähern; hier: Das Kind hat sich nicht losgerissen, sondern eine überraschende Körperdrehung in die Fahrbahn vorgenommen. (T8)
2 Ob 99/15w
Entscheidungstext OGH 08.06.2015 2 Ob 99/15w
2 Ob 226/15x
Entscheidungstext OGH 16.12.2015 2 Ob 226/15x
Auch; Beis wie T8 nur: Es besteht keine zwingende Verpflichtung, sich Kindern, die am Straßenrand stehen und ein anderes Kind, das sich in der Folge losreißt und auf die Fahrbahn läuft, an der Hand halten, mit Schrittgeschwindigkeit zu nähern. (T9)
Beisatz: Hier: Die bloße ‑ wenngleich aufgrund der örtlichen Verhältnisse (Schule, Gefahrenzeichen) nicht ganz unwahrscheinliche ‑ Möglichkeit, dass zuvor nicht sichtbare Kinder auf die Straße laufen, kann keine strengeren Anforderungen begründen. (T10)
Auto Pkw Kfz, Lkw
ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0027556
JJR_19660516_OGH0002_0020OB00109_6600000_001
Rechtssatz für 2Ob79/69 2Ob371/70 1Ob2...
RS0058926
2Ob79/69; 2Ob371/70; 1Ob246/72; 2Ob162/72; 2Ob165/72; 8Ob68/73; 2Ob109/74; 2Ob170/74; 2Ob102/75; 2Ob70/75; 2Ob83/77; 8Ob66/78; 8Ob245/79; 2Ob150/80; 8Ob218/80; 2Ob254/80; 2Ob91/81; 8Ob51/83; 8Ob70/82; 2Ob165/83; 8Ob75/83; 2Ob2/84; 2Ob4/86; 8Ob48/86; 8Ob5/87; 2Ob47/87; 2Ob4/88 (2Ob5/88); 2Ob2178/96z; 2Ob159/99t; 2Ob339/00t; 2Ob75/02x; 2Ob253/03z; 2Ob233/04k; 2Ob260/04f; 2Ob44/06v; 2Ob262/06b; 2Ob215/06s; 2Ob210/09k; 2Ob237/12k; 2Ob99/15w; 2Ob213/15k; 2Ob116/17y
EKHG §9 E
Bleibt ungeklärt, ob ein im Rahmen des § 9 EKHG zu berücksichtigender Umstand für die Entstehung des Unfalles ursächlich war, so geht dies zu Lasten des Halters.
2 Ob 79/69
Entscheidungstext OGH 18.04.1969 2 Ob 79/69
Veröff: ZVR 1970/91 S 129
2 Ob 371/70
Entscheidungstext OGH 17.12.1970 2 Ob 371/70
Beisatz: Zweifel darüber, ob der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, gehen zu Lasten des Halters. (T1) Veröff: ZVR 1971/179 S 243
2 Ob 162/72
Entscheidungstext OGH 18.01.1973 2 Ob 162/72
2 Ob 165/72
Entscheidungstext OGH 25.01.1973 2 Ob 165/72
Veröff: ZVR 1974/101 S 165
Veröff: ZVR 1974/190 S 277
Beis wie T1; Veröff: ZVR 1975/118 S 182
2 Ob 170/74
Entscheidungstext OGH 12.09.1974 2 Ob 170/74
Beisatz: Zweifel über Abwendbarkeit der Unfallsfolgen. (T2)
2 Ob 102/75
Entscheidungstext OGH 13.06.1975 2 Ob 102/75
2 Ob 70/75
Entscheidungstext OGH 26.06.1975 2 Ob 70/75
2 Ob 83/77
Entscheidungstext OGH 16.06.1977 2 Ob 83/77
Beisatz: Bei mehreren möglichen Versionen des Unfallgeschehens ist im Zweifel wegen der den Beklagten treffenden Beweislast von der für den Kläger günstigsten Möglichkeit auszugehen. (T3) Veröff: ZVR 1978/232 S 269
8 Ob 66/78
Entscheidungstext OGH 12.04.1978 8 Ob 66/78
Beis wie T1; Veröff: ZVR 1978/304 S 359
8 Ob 245/79
Entscheidungstext OGH 24.04.1980 8 Ob 245/79
Beis wie T3; Veröff: ZVR 1981/42 S 53
2 Ob 150/80
Entscheidungstext OGH 11.11.1980 2 Ob 150/80
8 Ob 218/80
Entscheidungstext OGH 15.01.1981 8 Ob 218/80
2 Ob 91/81
Entscheidungstext OGH 30.06.1981 2 Ob 91/81
Beisatz: Verspätete Wahrnehmung eines achtjährigen Kindes, das in Sprungstellung am Straßenrand steht, daher Unklarheit über sein vorangegangenes Verhalten. (T4)
8 Ob 51/83
Entscheidungstext OGH 24.03.1983 8 Ob 51/83
Auch; Beis wie T1; Veröff: ZVR 1984/243 S 242
8 Ob 75/83
Entscheidungstext OGH 24.11.1983 8 Ob 75/83
Veröff: SZ 57/27 = ZVR 1984/297 S 308
2 Ob 4/86
Entscheidungstext OGH 18.02.1986 2 Ob 4/86
Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: ZVR 1987/25 S 86
8 Ob 48/86
Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 48/86
Beisatz: Der Geschädigte hat zu beweisen, dass der Schaden durch einen Betriebsvorgang verursacht wurde. (T5)
Auch; Beisatz: Nicht aufklärbare Ungewißheiten über wesentliche Einzelheiten des Unfallsgeschehens gehen zu Lasten des Halters. (T6) Veröff: ZVR 1988/73 S 152
2 Ob 47/87
Entscheidungstext OGH 29.09.1987 2 Ob 47/87
Veröff: ZVR 1988/99 S 222
2 Ob 4/88
Entscheidungstext OGH 23.03.1988 2 Ob 4/88
2 Ob 159/99t
Entscheidungstext OGH 01.07.1999 2 Ob 159/99t
Vgl auch; Beisatz: Beweispflichtig für die Voraussetzungen der Haftungsbefreiung ist der Haftpflichtige, er muss den Nachweis der Einhaltung jeder gebotenen Sorgfalt erbringen, Zweifel gehen zu seinen Lasten. (T7)
Auch; Beisatz: Hier: Keinem der Streitteile ist der Beweis eines vorschriftswidrigen Verkehrsverhaltens des jeweiligen Gegners, noch ein Entlastungsbeweis nach § 9 Abs 2 EKHG gelungen, noch ist auf einer Seite eine außergewöhnliche Betriebsgefahr zugrunde zu legen, bei der Schadensteilung ist daher von der gewöhnlichen Betriebsgefahr auszugehen, die im Verhältnis zwischen zwei PKWs grundsätzlich im Verhältnis 1 : 1 zu teilen ist. (T8)
2 Ob 75/02x
Entscheidungstext OGH 18.04.2002 2 Ob 75/02x
2 Ob 253/03z
Entscheidungstext OGH 30.10.2003 2 Ob 253/03z
Auch; Beisatz: Der Haftpflichtschuldner hat den Nachweis der fehlenden Kausalität zu erbringen. (T9)
2 Ob 233/04k
Entscheidungstext OGH 04.11.2004 2 Ob 233/04k
Auch; Beisatz: Bei mehreren möglichen Versionen des Unfallgeschehens ist von der für den Fahrzeughalter jeweils ungünstigsten Voraussetzung auszugehen. (T10)
2 Ob 260/04f
Entscheidungstext OGH 22.09.2005 2 Ob 260/04f
2 Ob 262/06b
Entscheidungstext OGH 30.11.2006 2 Ob 262/06b
Auch; Beis wie T1; Beis wie T10; Beisatz: Hier: U6-Wien. (T11)
2 Ob 237/12k
Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 237/12k
Beisatz: Die nachgelagerte Frage einer allfälligen Haftungsbefreiung nach § 9 EKHG setzt voraus, dass überhaupt ein Schaden durch einen Unfall „beim Betrieb eines Kraftfahrzeuges“ nach § 1 EKHG verursacht wurde. (T12)
Beisatz: Dies gilt, wenn Schäden voneinander getrennt werden können, für jeden einzelnen separat. (T13)
Beisatz: Hier: Konnte die Geschädigte nur die Möglichkeit der Verursachung ihrer Kopfverletzung durch das gegnerische Fahrzeug nachweisen, so ergibt sich daraus nicht, dass in Anwendung der Judikatur zu § 9 EKHG auch die übrigen Verletzungen der Klägerin insbesondere an Armen und Beinen zu Lasten des Halters zuzurechnen wären. (T14)
2 Ob 213/15k
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 2 Ob 213/15k
ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0058926
JJR_19690418_OGH0002_0020OB00079_6900000_002
Rechtssatz für 8Ob68/73 8Ob143/76 8Ob1...
RS0058411
8Ob68/73; 8Ob143/76; 8Ob132/76; 8Ob227/76 (8Ob228/76); 8Ob95/77; 8Ob93/77; 2Ob28/78; 2Ob135/79; 8Ob239/79 (8Ob292/79); 2Ob99/80; 8Ob126/81; 8Ob175/81; 2Ob125/81; 2Ob175/82; 2Ob150/83; 8Ob131/83; 8Ob188/83; 8Ob28/84; 8Ob26/85; 8Ob58/85; 2Ob36/87; 2Ob50/87; 8Ob74/87; 2Ob4/88 (2Ob5/88); 2Ob44/88; 2Ob66/88; 2Ob27/88; 2Ob21/89; 2Ob638/90; 2Ob15/91; 2Ob53/95; 2Ob2178/96z; 2Ob172/99d; 2Ob159/99t; 2Ob363/99t; 2Ob19/04i; 2Ob44/06v; 2Ob262/06b; 2Ob26/08z; 2Ob149/07m; 2Ob210/09k; 2Ob112/10z; 2Ob68/13h; 2Ob99/15w; 2Ob45/19k
Die erhöhte Sorgfaltspflicht, deren Beachtung den Unfall als unabwendbares Ereignis erscheinen lässt, setzt nicht erst in der Gefahrenlage ein, sondern verlangt, dass von vornherein vermieden wird, in eine Lage zu kommen, aus der Gefahr entstehen kann.
8 Ob 132/76
Entscheidungstext OGH 22.09.1976 8 Ob 132/76
Veröff: ZVR 1977/306 S 373
Veröff: ZVR 1978/167 S 211
Veröff: ZVR 1978/135 S 196
2 Ob 135/79
Entscheidungstext OGH 06.11.1979 2 Ob 135/79
Veröff: ZVR 1980/225 S 215
2 Ob 99/80
Entscheidungstext OGH 16.09.1980 2 Ob 99/80
Beisatz: Rückschauend lässt sich in der Regel zwar leicht erkennen, wie der Unfall doch noch vermeidbar gewesen wäre, maßgebend ist aber nur, ob bestimmte Maßnahmen auf Grund objektiv gegebener Kriterien schon vor dem Unfall, also vorausschauend nach den Umständen des Falles geboten waren. (T1)
8 Ob 126/81
Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 126/81
Veröff: ZVR 1982/369 S 326
2 Ob 125/81
Entscheidungstext OGH 20.10.1981 2 Ob 125/81
Veröff: ZVR 1982/281 S 246
Veröff: ZVR 1983/323 S 361
2 Ob 150/83
Entscheidungstext OGH 13.09.1983 2 Ob 150/83
Veröff: ZVR 1984/240 S 240
8 Ob 131/83
Entscheidungstext OGH 15.12.1983 8 Ob 131/83
8 Ob 188/83
Entscheidungstext OGH 19.01.1984 8 Ob 188/83
Veröff: ZVR 1984/332 S 365
Veröff: ZVR 1985/51 S 92
8 Ob 26/85
Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 26/85
Veröff: ZVR 1986/19 S 79
8 Ob 58/85
Entscheidungstext OGH 18.09.1985 8 Ob 58/85
Veröff: ZVR 1987/11 S 21
Beisatz: Hier: Sessellift (T2) Veröff: ZVR 1988/112 S 238
2 Ob 50/87
Entscheidungstext OGH 10.11.1987 2 Ob 50/87
Beisatz: Allerdings darf diese Sorgfaltspflicht auch nicht überspannt werden, soll eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Erfolgshaftung vermieden werden (2 Ob 357/74 ua). (T3) Veröff: ZVR 1988/99 S 222
8 Ob 74/87
Entscheidungstext OGH 25.11.1987 8 Ob 74/87
Beisatz: An den Betriebsunternehmer dürfen aber keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Befindet sich ein Fahrgast bereits innerhalb eines Straßenbahnzuges, dann muss er auch ohne besondere Ankündigung mit normalen Betriebsvorgängen, wie hier dem Anfahren mit geringer Beschleunigung, rechnen. (T4) Veröff: ZVR 1988/114 S 241
2 Ob 66/88
Entscheidungstext OGH 28.06.1988 2 Ob 66/88
2 Ob 27/88
Entscheidungstext OGH 13.09.1988 2 Ob 27/88
2 Ob 638/90
Entscheidungstext OGH 05.12.1990 2 Ob 638/90
Beis wie T3; Veröff: ZVR 1991/146 S 374
2 Ob 15/91
Entscheidungstext OGH 10.04.1991 2 Ob 15/91
Veröff: ZVR 1991/133 S 343
2 Ob 53/95
Entscheidungstext OGH 24.08.1995 2 Ob 53/95
Veröff: SZ 68/143
Auch; Beisatz: Kindern gegenüber ist jede nur denkbare Vorsicht geboten und insbesondere die Geschwindigkeit zu verringern. Spielen Kinder am Gehsteig oder Straßenrand, so muss damit gerechnet werden, dass sie unbedacht in die Fahrbahn laufen. (T5)
Beis wie T5 nur: Kindern gegenüber ist jede nur denkbare Vorsicht geboten und insbesondere die Geschwindigkeit zu verringern. (T6)
Beisatz: Hier: U6-Wien. (T7)
2 Ob 45/19k
Entscheidungstext OGH 29.04.2019 2 Ob 45/19k
ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0058411
JJR_19730425_OGH0002_0080OB00068_7300000_001
Rechtssatz für 2Ob164/75 2Ob182/75 8Ob...
RS0058216
2Ob164/75; 2Ob182/75; 8Ob132/76; 2Ob115/76; 2Ob276/76; 2Ob237/78; 2Ob175/82; 8Ob131/83; 2Ob48/90; 2Ob16/91; 2Ob51/93; 2Ob93/05y; 2Ob44/06v; 2Ob99/15w; 1Ob135/18m
EKHG §9 Abs2 A
Nach Kraftfahrzeugunfällen ist rückblickend in der Regel erkennbar, durch welche Maßnahmen der Lenker den Unfall doch noch hätte vermeiden können. Wenn diese Maßnahmen aber vor dem Unfall, also vorausschauend, nicht "nach den Umständen des Falles geboten" waren, gilt der Unfall als unabwendbares Ereignis, obwohl er, objektiv betrachtet, abwendbar gewesen wäre.
Veröff: ZVR 1976/235 S 253
2 Ob 182/75
Entscheidungstext OGH 02.10.1975 2 Ob 182/75
Vgl auch; Veröff: ZVR 1977/306 S 373
2 Ob 115/76
Entscheidungstext OGH 07.10.1976 2 Ob 115/76
Veröff: ZVR 1977/174 S 212
2 Ob 276/76
Entscheidungstext OGH 13.01.1977 2 Ob 276/76
Auch; Veröff: ZVR 1985/25 S 44
2 Ob 48/90
Entscheidungstext OGH 23.05.1990 2 Ob 48/90
Veröff: ZVR 1991/53 S 153
2 Ob 51/93
Entscheidungstext OGH 09.12.1993 2 Ob 51/93
2 Ob 93/05y
Entscheidungstext OGH 20.10.2005 2 Ob 93/05y
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0058216
JJR_19751002_OGH0002_0020OB00164_7500000_001
Rechtssatz für 8Ob38/79 (8Ob39/79) 8Ob6...
RS0058326
8Ob38/79 (8Ob39/79); 8Ob61/79 (8Ob62/79); 8Ob239/79 (8Ob292/79); 2Ob201/79; 2Ob99/80; 8Ob206/82; 8Ob170/82; 2Ob46/83; 2Ob2/84; 8Ob58/85; 8Ob48/86; 8Ob32/87; 2Ob36/87; 2Ob44/88; 2Ob23/91; 2Ob73/93; 2Ob53/95; 2Ob2186/96a; 2Ob269/00y; 2Ob93/05y; 2Ob44/06v; 2Ob26/08z; 2Ob14/08k; 2Ob149/07m; 2Ob210/09k; 2Ob112/10z; 2Ob68/13h; 2Ob99/15w; 2Ob3/17f; 2Ob18/16k; 2Ob2/18k; 1Ob135/18m
Unter dem Begriff "jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt" ist die äußerste nach den Umständen des Falles mögliche Sorgfalt zu verstehen.
8 Ob 38/79
Entscheidungstext OGH 29.03.1979 8 Ob 38/79
Veröff: ZVR 1980/105 S 116
2 Ob 201/79
Entscheidungstext OGH 22.01.1980 2 Ob 201/79
Veröff: ZVR 1981/20 S 18
Beisatz: Sorgfalt eines ganz besonders sorgfältigen Betriebsunternehmers, also eines sachkundigen und erfahrenen Fachmannes (hier: Sessellift Baumwurf durch Windböen). Andererseits darf aber bei der Prüfung der Voraussetzungen des § 9 Abs 2 EKHG keine Überspannung der Sorgfaltspflicht Platz greifen und an den Betriebsunternehmer einer Eisenbahn und die mit seinem Willen beim Betrieb der Eisenbahn tätigem Personen dürfen keine unzumutbaren, praktisch unmöglichen Anforderungen gestellt werden. (T1)
Veröff: ZVR 1983/128 S 152
2 Ob 46/83
Entscheidungstext OGH 22.03.1983 2 Ob 46/83
Veröff: ZVR 1984/125 S 122
Beis wie T1; Veröff: ZVR 1987/11 S 21
Veröff: ZVR 1988/110 S 236
Veröff: ZVR 1989/102 S 172
2 Ob 23/91
Entscheidungstext OGH 12.06.1991 2 Ob 23/91
Veröff: ZVR 1992/10 S 25
2 Ob 73/93
Entscheidungstext OGH 23.12.1993 2 Ob 73/93
Beisatz: Hier: Sesselbahn (T3)
2 Ob 269/00y
Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 269/00y
Beisatz: An die nach § 9 Abs 2 EKHG gebotene Sorgfalt sind die strengsten Anforderungen zu stellen. (T4)
Beisatz: Hier: Gestaltung des Aussteige- und Wegfahrbereichs einer Schleppliftbergstation. (T5)
Beisatz: Es muss alles vermieden werden, was zur Entstehung einer gefahrenträchtigen Situation führen könnte. (T6)
Beis wie T6; Beis wie T1 nur: Es darf bei der Prüfung der Voraussetzungen des § 9 Abs 2 EKHG keine Überspannung der Sorgfaltspflicht Platz greifen. (T7)
2 Ob 3/17f
Entscheidungstext OGH 23.02.2017 2 Ob 3/17f
Beis wie T6; Beisatz: An den Betriebsunternehmer einer Eisenbahn (Seilbahn) und die mit seinem Willen beim Betrieb tätigen Personen dürfen keine unzumutbaren, praktisch unmöglichen Anforderungen gestellt werden. (T8)
2 Ob 18/16k
Entscheidungstext OGH 23.02.2017 2 Ob 18/16k
Auch; Veröff: SZ 2017/21
2 Ob 2/18k
Entscheidungstext OGH 22.03.2018 2 Ob 2/18k
Beis wie T1; Beis wie T6
ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0058326
JJR_19790329_OGH0002_0080OB00038_7900000_001
Rechtssatz für 2Ob70/99d 2Ob150/00y 2O...
RS0111708
2Ob70/99d; 2Ob150/00y; 2Ob44/01m; 2Ob309/01g; 2Ob67/04y; 2Ob44/06v; 2Ob157/06m; 2Ob30/07m; 2Ob14/08k; 2Ob149/07m; 2Ob210/09k; 2Ob216/10v; 2Ob99/15w; 2Ob77/16m; 2Ob3/17f; 2Ob2/18k
EKHG §9 Abs2 G
Der Umfang der gemäß § 9 Abs 2 EKHG gebotenen Sorgfalt hängt von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab (hier: Bedienung von LKW-Kränen bei Einschaltung von Hilfskräften).
2 Ob 70/99d
Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 70/99d
2 Ob 150/00y
Entscheidungstext OGH 08.06.2000 2 Ob 150/00y
nur: Der Umfang der gemäß § 9 Abs 2 EKHG gebotenen Sorgfalt hängt von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab. (T1)
2 Ob 44/01m
Entscheidungstext OGH 02.10.2001 2 Ob 44/01m
2 Ob 30/07m
Entscheidungstext OGH 28.06.2007 2 Ob 30/07m
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Gestaltung des Aussteige- und Wegfahrbereichs einer Schleppliftbergstation. (T2)
2 Ob 216/10v
Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 216/10v
2 Ob 77/16m
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 2 Ob 77/16m
Beisatz: Hier: Bei einer Bergfahrt blieb eine geistig behinderte Schülerin aus nicht feststellbaren Gründen an der Ausstiegsstelle sitzen, worauf sie die neben ihr mitfahrende, aber bereits vor dem Mädchen ausgestiegene Klägerin aus dem Sessel zog. Dabei verletzte sich die Klägerin. (T3)
Lastkraftwagen-Kräne
ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111708
JJR_19990311_OGH0002_0020OB00070_99D0000_001
Entscheidungstext 2Ob99/15w
Zak 2015/541 S 299 - Zak 2015,299 = AnwBl 2015,568
2Ob99/15w
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Danzl als Vorsitzenden, die Hofräte Dr. Veith und Dr. Musger, die Hofrätin Dr. E. Solé sowie den Hofrat Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei mj K***** N*****, geboren am ***** 2004, vertreten durch den Vater B***** N*****, vertreten durch Dr. Manfred Schiffner und andere Rechtsanwälte in Salzburg, gegen die beklagte Partei R***** S*****, vertreten durch Dr. Erich Moser, Rechtsanwalt in Murau, wegen 11.825 EUR sA und Feststellung (Streitinteresse 10.000 EUR), über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 19. März 2015, GZ 7 R 59/14x-32, womit infolge der Berufungen beider Parteien das Urteil des Landesgerichts Leoben vom 4. August 2014, GZ 5 Cg 15/13i-26, teils bestätigt, teils abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 447,98 EUR (darin 74,66 EUR USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Die Zurückweisung einer Revision wegen Fehlens einer erheblichen Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO kann sich auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 510 Abs 3 letzter Satz ZPO).
Das Berufungsgericht hat die ordentliche Revision nachträglich für zulässig erklärt, weil zur Frage, ob ein Kraftfahrer bereits dann mit hinter einer Hecke hervorlaufenden Kindern rechnen und seine Fahrgeschwindigkeit auf 20 km/h reduzieren müsse, wenn zwar ein Verkehrszeichen „Allgemeine Gefahr“ und ein grünes Hinweisschild „Achtung spielende Kinder“ existierten, sich aber tatsächlich keine Kinder in der Umgebung aufhielten und auch der vorhandene Sportplatz in sicherer Entfernung liege, keine höchstgerichtliche Rechtsprechung bestehe.
Die vom Kläger gegen das Berufungsurteil erhobene Revision ist jedoch entgegen diesem den Obersten Gerichtshof gemäß § 508a Abs 1 ZPO nicht bindenden Ausspruch des Berufungsgerichts nicht zulässig. Weder in der zweitinstanzlichen Zulassungsbegründung noch im Rechtsmittel wird eine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO dargetan:
I. Verschuldenshaftung:
1. Der Kläger steht nach wie vor auf dem Standpunkt, dass den Beklagten infolge der Einhaltung einer relativ überhöhten Fahrgeschwindigkeit ein Verschulden treffe.
Nach den Feststellungen der Vorinstanzen betrug die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Unfallbereich 30 km/h. Der Beklagte näherte sich der Unfallstelle mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 25 km/h, als der damals achtjährige Kläger aus der Einfahrt des von einer Buchenhecke gesäumten Hauses seiner Großmutter auf die Fahrbahn der Gemeindestraße lief. Da den Kläger für das Verschulden des Beklagten die Behauptungs- und Beweislast trifft, geht die zur Annäherungsgeschwindigkeit des Beklagten verbliebene Ungewissheit (insoweit) zu seinen Lasten. Es ist daher für die Frage der Verschuldenshaftung von der für den Beklagten günstigsten Variante, somit einer Annäherungsgeschwindigkeit von 20 km/h auszugehen (vgl 2 Ob 38/89 ZVR 1990/24; Fucik/Hartl/Schlosser, Handbuch des Verkehrsunfalls² VI Rz 208).
2. Auf dieser Grundlage ist aber die Beurteilung des Berufungsgerichts, der Beklagte habe unter den konkreten Umständen des Einzelfalls keinen schuldhaften Verstoß gegen die Schutznorm des § 20 Abs 1 StVO zu verantworten, zumindest vertretbar. Der Kläger, der - den erstinstanzlichen Feststellungen zu verschiedenen Vermeidbarkeitsszenarien folgend - selbst eine zulässige Annäherungsgeschwindigkeit von „16 km/h bzw 20 km/h“ zugesteht, zeigt in diesem Zusammenhang keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO auf.
II. Gefährdungshaftung:
1. Was die Gefährdungshaftung nach dem EKHG anlangt, so kann sich ein Fahrzeughalter von seiner Haftung nur dann befreien, wenn er unter Beweis stellt, dass ein unabwendbares Ereignis vorliegt, wobei Zweifel stets zu Lasten des Halters gehen (vgl 2 Ob 262/06b mwN; RIS-Justiz RS0058926, RS0058979, RS0058992). Bei mehreren möglichen Versionen des Unfallgeschehens ist im Zweifel wegen der den Halter treffenden Beweislast von der für den Geschädigten günstigsten bzw für den Halter ungünstigsten Voraussetzung auszugehen (2 Ob 262/06b mwN).
Im vorliegenden Fall führt dies - anders als bei der Verschuldenshaftung - zur Annahme einer Annäherungsgeschwindigkeit von 25 km/h (vgl 2 Ob 38/89 ZVR 1990/24): Diese Geschwindigkeit hat auch das Berufungsgericht seiner rechtlichen Beurteilung zugrunde gelegt.
2. Ein unabwendbares Ereignis setzt voraus, dass der Halter die äußerste nach den Umständen des Falles mögliche und zumutbare Sorgfalt eingehalten hat; es muss alles vermieden werden, was zur Entstehung einer gefahrenträchtigen Situation führen könnte (2 Ob 44/06v ZVR 2006/177 mwN; 2 Ob 210/09k ZVR 2011/194, 330; RIS-Justiz RS0058326, RS0058278, RS0058411). An diese Sorgfaltspflicht sind strengste Anforderungen zu stellen; sie darf andererseits aber auch nicht überspannt werden, soll eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Erfolgshaftung vermieden werden (2 Ob 19/04i; 2 Ob 44/06v ZVR 2006/177 mwN; vgl ferner die Judikaturnachweise bei Danzl, EKHG9 § 9 E 68 sowie Kolmasch, Judikaturübersicht zum unabwendbaren Ereignis im EKHG - Sorgfaltsmaßstab, Zak 2014/775, 406). Dabei ist nicht rückblickend zu beurteilen, ob der Unfall bei anderem Verhalten vermieden worden wäre, sondern von der Sachlage vor dem Unfall auszugehen. Entscheidend ist demnach, welche Maßnahmen vorausschauend geboten waren (2 Ob 175/82 ZVR 1983/323; 2 Ob 16/91; RIS-Justiz RS0058216). Der Umfang der gemäß § 9 Abs 2 EKHG gebotenen Sorgfalt hängt regelmäßig von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab (RIS-Justiz RS0111708).
3. Das Berufungsgericht ist in Anwendung dieser Grundsätze zu dem Ergebnis gelangt, dass dem Beklagten unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse zum Unfallszeitpunkt, seiner aufmerksamen Fahrweise und unverzüglichen Reaktion auf die Wahrnehmbarkeit des auf die Fahrbahn laufenden Klägers auch bei Einhaltung einer Fahrgeschwindigkeit von 25 km/h der Entlastungsbeweis nach § 9 Abs 2 EKHG gelungen sei.
Angesichts der verordneten Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h, die den konkreten Verhältnissen im Unfallbereich bereits Rechnung trug, begründet es keine erhebliche Rechtsfrage, ob nach dem anzuwendenden strengen Sorgfaltsmaßstab einem besonders umsichtigen und „idealen“ Kraftfahrer bei der gebotenen Ex-ante-Sicht die Fahrt mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h zugebilligt werden konnte, oder ob - wie der Kläger meint - eine weitere Herabsetzung auf 20 km/h (die Geschwindigkeit, bei welcher der Unfall ex post betrachtet vermieden hätte werden können) geboten gewesen wäre. Eine allgemein gültige Aussage des Obersten Gerichtshofs zu dieser Frage kommt schon wegen des Einzelfallcharakters der dafür maßgeblichen Umstände nicht in Betracht. Dass diese vom Berufungsgericht in grober Weise verkannt worden wären, ist aber nicht ersichtlich.
4. Dem Kläger gelingt es nicht, eine krasse, vom Obersten Gerichtshof wahrzunehmende und damit korrekturbedürftige Fehlbeurteilung des vorliegenden Einzelfalls durch das Berufungsgericht aufzuzeigen:
4.1 Richtig ist zwar, dass Kindern gegenüber jede nur denkbare Vorsicht geboten und insbesondere die Geschwindigkeit zu verringern ist; muss doch bei der Annäherung an spielende Kinder damit gerechnet werden, dass sie unbedacht in die Fahrbahn laufen (2 Ob 2178/96z ZVR 1999/54 mwN; 2 Ob 363/99t; vgl auch 2 Ob 124/12t [dort: Verschuldensabwägung]). Diese Rechtsprechung bezieht sich auf Sachverhalte, bei denen die Kinder für die Kraftfahrer erkennbar waren. Passend dazu vertritt der Oberste Gerichtshof auch die Rechtsansicht, dass ein Kraftfahrer ungeachtet der iSd § 9 Abs 2 EKHG einzuhaltenden äußerst möglichen Sorgfalt mit völlig unerwartet die Fahrbahn betretenden Kindern nicht rechnen muss (vgl 2 Ob 175/82 ZVR 1983/323; 2 Ob 44/88; 2 Ob 8/91; 2 Ob 157/06m; RIS-Justiz RS0027556).
4.2 In der im Rechtsmittel des Klägers zitierten Entscheidung 2 Ob 19/04i wurde im Einklang mit dieser Judikatur die Haftung eines Pkw-Lenkers, der sich einer Kreuzung mit 30 km/h genähert hatte, nach einer Kollision mit einem für ihn vorher nicht erkennbaren auf die Fahrbahn gelaufenen Kind verneint. Damals wurde festgestellt, dass der Lenker von der nahe gelegenen Schule keine Kenntnis hatte und auch an der Kreuzung ein auf Kinder hinweisendes Gefahrenzeichen nicht vorhanden war.
Der Kläger versucht aus dieser Begründung abzuleiten, dass die Auffassung des Berufungsgerichts zu der zitierten Entscheidung in Widerspruch steht. Ein solcher kann aber schon deshalb nicht vorliegen, weil die Entscheidung 2 Ob 19/04i keine Ausführungen zum gebotenen Verhalten des Pkw-Lenkers für den hypothetischen Fall seiner Kenntnis von einer nahe gelegenen Schule oder des Vorhandenseins eines auf Kinder hinweisenden Gefahrenzeichens enthält.
4.3 Der Kläger verweist mehrfach auf jene Feststellungen, nach denen (aus Sicht des Beklagten) etwa 300 m vor Erreichen der Unfallstelle am rechten Fahrbahnrand eine grüne Tafel mit der Aufschrift „Achtung spielende Kinder“ sowie ein Gefahrenzeichen „Allgemeine Gefahr“ (gemeint offenbar: „Andere Gefahren“; vgl § 50 Z 16 StVO) aufgestellt waren. Diesen Feststellungen lässt sich nicht entnehmen, dass (auch) ein Gefahrenzeichen nach § 50 Z 12 StVO („Kinder“) aufgestellt war.
4.3.1 Das Berufungsgericht hat in dem Gefahrenzeichen nach § 50 Z 16 StVO, das nach der gesetzlichen Definition andere als die in § 50 Z 1 bis 15 StVO angeführten Gefahrenstellen ankündigt, keinen Grund gesehen, der den Beklagten zu einer weiteren Reduktion seiner Fahrgeschwindigkeit veranlassen hätte müssen. Diese Rechtsansicht wirft im gegebenen Zusammenhang schon deshalb keine erhebliche Rechtsfrage auf, weil sich keine „andere“ Gefahr verwirklicht hat. Ebenso wurde in vertretbarer Weise die Relevanz der Tatsache, dass ca 40 m vor der Unfallstelle Gemeindearbeiter an der Straßenböschung tätig waren, verneint.
4.3.2 Näheres zur Anbringung der grünen Tafel mit der Aufschrift „Achtung spielende Kinder“ wurde weder behauptet noch festgestellt. Wenngleich in dieser Tafel kein Gefahrenzeichen nach § 50 Z 12 StVO (und auch kein Hinweiszeichen nach § 53 StVO oder eine Zusatztafel iSd § 54 StVO) zu erblicken ist, konnte sie ungeachtet ihrer fehlenden normativen Wirkung zur Beeinflussung jener „konkreten Umstände“ geeignet sein, an denen die Sorgfalt des Fahrzeuglenkers zu messen ist.
4.3.3 Eine eingehendere Auseinandersetzung mit dieser und der vom Berufungsgericht daran geknüpften Frage, ob der Beklagte aufgrund dieses „Hinweisschilds“ auch mit dem Betreten der Fahrbahn durch für ihn noch nicht erkennbare Kinder rechnen musste, ist jedoch entbehrlich, weil selbst im Falle ihrer Bejahung die Rechtsansicht des Berufungsgerichts über das Gelingen des Entlastungsbeweises jedenfalls nicht unvertretbar ist. In der Entscheidung 2 Ob 363/99t wurde etwa für die Annäherung an (erkennbare) Schülergruppen die Herabsetzung der Fahrgeschwindigkeit „auf zumindest 30 km/h“ als geboten erachtet.
Da somit keine Rechtsfragen von erheblicher Bedeutung iSd § 502 Abs 1 ZPO zu lösen sind, ist die Revision als unzulässig zurückzuweisen.
Die Kostenentscheidung gründet sich auf die §§ 41 und 50 ZPO. Der Beklagte hat auf die Unzulässigkeit der Revision hingewiesen.
E111493
ECLI:AT:OGH0002:2015:0020OB00099.15W.0608.000
JJT_20150608_OGH0002_0020OB00099_15W0000_000