Source: http://de.slideshare.net/BaldaNews/balda-gb10-d
Timestamp: 2016-09-28 00:31:13
Document Index: 382783476

Matched Legal Cases: ['§ 90', '§ 161', '§ 242', '§ 264', '§ 315', '§ 289', '§ 315', '§ 179', '§ 15', '§ 16', '§ 18', '§ 21', '§ 186']

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Geschäftsbericht 2010 (deutsch)
Geschäftsbericht | 2010 2.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010InhaltsverzeichnisKennzahlen 2010 3An unsere Aktionäre 5Brief an die Aktionäre 5Bericht des Aufsichtsrats 8Die Balda Gruppe 11MobileCom 13Electronic Products 15Medical 17Balda USA 19Lagebericht 20Rahmenbedingungen 20 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 20 Branchensituation 22 Balda-Aktie und Investor Relations 23Das Unternehmen 2010 25 Organisation 25 Geschäftsentwicklung 27 Kapitalstruktur 29 Corporate Governance 32 Ziele, Steuerung 35 Mitarbeiter 37 Umwelt 39Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 41 GuV Konzern 41 GuV AG 45 Cash Flow Konzern 47 Cash Flow AG 49 Investitionen 50 Bilanzstruktur Konzern 51 Bilanzstruktur AG 53Nachtragsbericht 54Internes Kontrollsystem 55Risikobericht 57Prognosebericht 64Jahresabschlusstabellen 67Anhang 83Bestätigungsvermerke 174Finanzkalender 2011 176Impressum 178 |2 3.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010KennzahlenFortgeführte GeschäftsbereicheVorjahreszahlen ohne TPKin Millionen Euro 2010 2009Umsatz Konzern gesamt 141,4 134,1Gesamtleistung 156,4 140,3EBITDA 0,4 14,7EBIT - 37,4 4,5EBIT-Marge (in Prozent) -23,9 3,2EBT 93,3 47,3Jahresüberschuss 94,4 48,9Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -11,2 20,6Investitionen 10,8 9,3Mitarbeiter per 31.12. 2.445 3.713Ergebnis je Aktie (in Euro) 1,61 0,90Dividende 0 0Jahresabschlusskurs (in Euro) 6,90 3,49Eigenkapital 749,7 159,2Eigenkapitalquote (in Prozent) 92,5 63,9 Ergebnis vor Sondereinflüssen: -8,7 Bezogen auf dividendenberechtigte Aktienanzahl am 31.12.2010: 58.890.636 (2009: 54.156.672) |3 4.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Qualität, Technologie, überlegene ProdukteUnsere Mission sind erstklassiges Engineering, Produkte von überlegener Qualität und schnelle, flexible Servicesfür unsere Kunden zu wettbewerbsstarken (kompetitiven) Preisen. Balda´s Erfolg basiert auf Investitionen inForschung und Entwicklung wie auf dem Einsatz modernster, kosteneffizienter Technologien. Das Unternehmenwird auch künftig in innovative Technologien und in die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter investieren. UnsereTeams aus verschiedenen Ländern und Kontinenten zielen kontinuierlich auf die bestmögliche Produktqualität.Wir wickeln Geschäfte einfach wie zügig und in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden ab. So schaffen wirnachhaltig Mehrwert für unsere Mitarbeiter, Geschäftspartner und Aktionäre. |4 5.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Brief an die AktionäreSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,das Geschäftsjahr 2010 verlief für Ihr Unternehmenmit Licht und Schatten. Wir konnten an die positiveEntwicklung des operativen Ergebnisses von 2009nicht anknüpfen. Einerseits schnitt die Balda-Unternehmensgruppe bei nur leicht gestiegenenUmsatzerlösen mit einem Ergebnis in Höhe vonminus 8,7 Millionen Euro vor Sondereinflüssen,einschließlich Sondereinflüssen von 37,5 MillionenEuro, weit unter den Erwartungen ab. Andererseitsstellte der Börsengang der Balda-Beteiligung TPKHolding Co. Ltd. am 29. Oktober 2010 denUnternehmenswert des Börsenneulings im Rahmenunserer Erwartungen fest. Seit dem BörsengangEnde Oktober 2010 bewegte sich der Wert derBeteiligung von Balda an TPK konstant auf einemhohen Niveau. Damit ist Ihrem Unternehmenerfreulicherweise ein erheblicher Vermögenswertzugewachsen. Die Umstellung der Bewertung führtzu einem deutlich positiven Vorsteuerergebnis undJahresüberschuss des Konzerns. Zudem stärkt erdas Eigenkapital Ihres Unternehmens erheblich.Der positive Einfluss der Beteiligung an TPK auf denJahresabschluss Ihres Unternehmens darf jedochnicht darüber hinweg täuschen: Wir konnten unsereZiele im operativen Bereich im abgelaufenenGeschäftsjahr nicht erreichen. Dafür sind vor allem Rainer Mohrfolgende Ursachen verantwortlich: AlleinvorstandErstens, das mit 78,6 Millionen Euro Umsatzrückläufige Geschäftsvolumen und die mit 23,5 Millionen Euro nach Sondereinflüssen negative, operativeErgebnissituation im Segment MobileCom. Zweitens, der bei planmäßigem, deutlichem Umsatzwachstum auf35,4 Millionen Euro mit minus 18,1 Millionen Euro nach Sondereinflüssen unter Erwarten ausgefallenenErgebnisbeitrag des Segments Electronic Products. Darin enthalten sind jeweils die hohen außerordentlichen,wenngleich nicht cash-wirksamen Abschreibungen in den Segmenten MobileCom und Electronic Products.Dagegen entwickelte sich das Segment Medical trotz erwartet rückläufiger Umsatzerlöse mit einem positivenoperativen Ergebnis in Höhe von 1,9 Millionen Euro erfreulicherweise im Rahmen der Prognose.Das negative Abschneiden des Segments MobileCom gibt mir nicht nur zu denken. Die zentrale Frage lautet:Können wir dieses Segment wieder auf einen rentablen Wachstumskurs führen? Kommen wir nicht zu dieserÜberzeugung, bin ich zu gravierenden Entscheidungen und entschlossenem Handeln bereit.Dem Segment MobileCom halte ich einerseits seine außerordentlich schwierige Situation ab Mai 2010 zugute.Die Integration der technischen Kapazitäten des Standorts Suzhou sowie der sukzessive Umzug mit neuenProjekten ins Pekinger Werk waren Belastungen. Die verzögerten Auftragsabrufe erschwerten dieProduktionsabläufe. Sie hatten negativen Einfluss auf das Abwickeln des operativen Geschäfts. Der unverändertanhaltende Preisdruck war und ist ein weiterer negativer Einflussfaktor.Andererseits: MobileCom konnte 2010 erneut nicht am Wachstum des Mobilfunkmarkts teilnehmen. Fraglich ist,ob das Segment am weiteren Wachstum dieser Branche als Nischenplayer künftig noch partizipieren kann.Wenn ja, dann fallen Zuwächse eher wertmäßig als in zunehmenden Stückzahlen aus. Positiv sind die neu hinzugewonnenen Kunden sowie die technischen Innovationen des Segments.Der Auftragsbestand zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 zeigt noch keine maßgebliche Wachstumskurve. Ausder Bewertung dieser Situation ergeben sich klare Schlüsse: Ich werde das operative Geschäft in Peking mitallen mir zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen. Ich gehe derzeit davon aus, dass das SegmentMobileCom bis zur Jahresmitte die definierte Performance erreicht. |5 6.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Das Segment Electronic Products schätze ich zuversichtlicher, wenn auch kritisch ein. Nach dem strategischenNeuausrichten mit Konzentration auf das Fertigen kompletter Elektronikprodukte habe ich keine Wundererwartet. So zufrieden ich mit der dynamischen Umsatzentwicklung des Segments im Geschäftsjahr 2010 war,so unzufrieden bin ich mit der Ergebnissituation. Einerseits leistete die Produktentwicklung, besonders beimTablet Computer, hervorragende Arbeit. Auch mit Bluetooth-Produkten sind wir im Markt gut vertreten.Andererseits lässt der Wettbewerb unter den Abnehmern im Weltmarkt kaum Spielraum für das notwendigeGestalten der Preise. Wir werden im Geschäftsjahr 2011 unsere Hausaufgaben machen. Ich kann unteranderem auf Skaleneffekte und damit auf effizientes Senken der Kosten setzen. Zudem darf ich der zweitenGeneration des deutlich verbesserten Tablet Computers gute Chancen einräumen. Zumal das Segment einesehr erfolgversprechende Vertriebskooperation mit einem weltweit distribuierenden japanischenMarkenunternehmen vereinbart hat. Um das Geschäft voranzubringen, wird der Konzern dem Segment alleerdenkliche Unterstützung zukommen lassen. Das Segment Electronic Products stelle ich weiterhin unterbesonders aufmerksame Beobachtung.Nun fragen Sie zu Recht, was für ein Bild zeichnet Ihr Vorstand von der Zukunft des Balda-Konzerns? Will sichder Vorstand womöglich von einem Segment trennen, das bislang zum Kerngeschäft der Gruppe gehörte? Wasbleibt an operativem Geschäft bestehen? Wie will Balda weitermachen? Diese Fragen stellen Sie zu Recht.Wir stehen tatsächlich vor einem einschneidenden Wandel und einer grundlegenden Veränderung der EquityStory des Balda-Konzerns. Das Segment MobileCom wird 2011 voraussichtlich nicht mehr den größten Beitragzum Konzernumsatz leisten.Werfen wir einen Blick auf die Aufräumarbeiten 2010. Wie im vergangenen Jahr versprochen, habe ich mit demEnde des Engagements bei Balda Motherson Solution in Indien einen Verlustbringer abgestoßen. DenProduktionsstandort Suzhou hat der Konzern weitgehend geschlossen. Diese Maßnahmen unterstreichen dieBereitschaft des Vorstands, auch unangenehme Entscheidungen zu fällen und durchzusetzen.Unabhängig von der Entscheidung über unseren Produktionsstandort in Peking, haben unsere strategischenÜberlegungen eine deutlich weiter gehende Perspektive.Das Segment Medical war trotz eingeplanter Umsatzeinbußen im Geschäftsjahr 2010 profitabel. Das Geschäftmit der Medizintechnik ist langfristiger, zuverlässiger planbar und auch mittelfristig wachstumsträchtig. Einezentrale Ursache für diese positive Einschätzung ist die zahlenmäßige Zunahme älterer Menschen in denwestlichen Industrieländern sowie die weltweit stetig weiter wachsende Bevölkerung. Balda rechnet in denMärkten Medizintechnik, Pharmazie und Kosmetik mit kontinuierlichem Wachstum. Laut Marktforschung werdendie Menschen künftig noch mehr Geld für ihre Gesundheit und Schönheit ausgeben. In diesen Marktsegmentensehe ich stabilere Wachstumschancen als in den wettbewerbsintensiven, klassischen Märkten von Balda in denletzten Jahren. Darauf will ich mich künftig noch stärker konzentrieren.Seit Jahresmitte 2010 kündigte Balda strategisches Wachstum in der Medizintechnik an. Eine Akquisition istfester Bestandteil der Unternehmensstrategie des Konzerns. Wir sind mit diesem Vorhaben ein gutes Stückvoran gekommen. Ihr Vorstand wird an einer Transaktion gezielt weiter arbeiten.Trotz des gebremsten Verlaufs im operativen Geschäft 2010 durften Sie sich über die Entwicklung der Balda-Aktie freuen. Die Notierung legte 2010 mehr als 90 Prozent zu und übertraf damit alle deutschen Indizesdeutlich. Sie profitieren als Aktionär gerade vom gewachsenen Unternehmenswert.Der Balda-Konzern wird auch Sie als Aktionäre nach einem möglichen teilweisen oder gänzlichen Verkauf derTPK-Anteile am Erfolg der Unternehmensgruppe über eine Dividendenauschüttung partizipieren lassen. DerVorstand unternimmt alles, um die Dividendenfähigkeit des Unternehmens herzustellen. Mit dem Auflösen dergegen die Verlustvorträge gebuchten Kapitalrücklage sind die Weichen für eine angemessene Ausschüttunggestellt.Der Balda Konzern rechnet im laufenden Geschäftsjahr vor den abschließenden Analysen zum Halbjahr 2011auf der Basis des bestehenden Geschäfts mit den drei produzierenden Segmenten MobileCom, ElectronicProducts und Medical mit einem Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau. Der Vorstand geht davon aus, dass derBalda-Konzern mit einer erfolgreichen Akquisition und mit strategischem Wachstum im Segment Medical eineneue Ausrichtung der Unternehmensgruppe herbeiführen wird. Der Vorstand rechnet für das Geschäftsjahr2011 mit einem leicht positiven operativen Ergebnis.Zusammenfassend stelle ich fest: Über die Zukunft des Segments MobileCom werden wir in den nächstenMonaten entscheiden. Das Segment Electronic Products steht unter besonders aufmerksamer Beobachtung. DasSegment Medical wird mit organischem Wachstum ein gut zweistelliges Umsatzplus schaffen. Eine Akquisitionwird im Falle des Gelingens einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis leisten. |6 7.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich herzlich für das in den Vorstand gesetzte Vertrauenim Geschäftsjahr 2010. Dem Aufsichtsrat und allen Mitarbeitern des Konzerns danke ich für IhreLeistungsbereitschaft und ihre Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ich bin davon überzeugt, dass dieeingeleitete Strategie sowie die strengen Maßstäbe für den Erfolg des operativen Geschäfts den Balda-Konzernwieder auf die Erfolgsspur und auf Wachstumskurs führen. Die Balda-Unternehmensgruppe verfügt über diefinanziellen Ressourcen, um die geplanten Projekte konsequent zu realisieren. Ich würde mich sehr freuen,wenn Sie Balda auf dem Weg in die Zukunft weiter konstruktiv kritisch begleiten. Ich werde alles dafür tun, denUnternehmenswert der Balda AG auch in Zukunft zu steigern.Rainer Mohr(Alleinvorstand) |7 8.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,das Geschäftsjahr 2010 war für die Balda AG erneut von richtungsweisenden Entscheidungen und Ereignissengeprägt. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und dieFührung der Geschäfte laufend überwacht. Er war mit allen Entscheidungen von strategischer Bedeutungbefasst. Das Gremium hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben unter Beachtung desCorporate Governance Kodex, soweit davon nicht in der Entsprechenserklärung zum Corporate GovernanceKodex abgewichen wird, in vollem Umfang wahrgenommen.Zusammenarbeit zwischen Vorstand und AufsichtsratAuch in diesem Berichtsjahr war die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat der Balda AG geprägt voneiner guten und verantwortungsvollen Atmosphäre. Grundlage der Arbeit waren die Sitzungen des Aufsichtsratssowie mündliche und schriftliche Berichte des Vorstands. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat teilweisemehrmals monatlich sowohl schriftlich als auch mündlich zeitnah und umfassend über alle wichtigen Fragen derlaufenden Geschäftsentwicklung, über außerordentliche Ereignisse im Unternehmen, quartalsweise über dieGeschäftsentwicklung sowie über veränderte Risikolagen. Bedeutende Geschäftsvorgänge wurden anhand vonBerichten des Vorstands im Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Der Vorstand hat dabei seine gemäß § 90 AktGgegenüber dem Aufsichtsrat obliegenden Berichtspflichten erfüllt.Das Aufsichtsgremium hielt im Berichtsjahr insgesamt zehn Sitzungen, davon acht per Telefonkonferenz, ab.Jedes Mitglied des Aufsichtsrats hat an allen Sitzungen des Gremiums teilgenommen. Sechs Entscheidungentraf das Gremium im Umlaufverfahren. Dem Aufsichtsrat wurden zustimmungspflichtige Geschäfte zurEntscheidung vorgelegt, denen er nach Erörterung und Bewertung der einzelnen Geschäfte die Zustimmungerteilte. Der Aufsichtsratsvorsitzende pflegte über die ordentlichen Sitzungen hinaus regelmäßig Kontakt mitdem Vorstand und wurde regelmäßig über die aktuelle Geschäftslage sowie wichtige Ereignisse informiert.Im Rahmen seiner Überwachungstätigkeit hat der Aufsichtsrat mit dem Vorstand die Organisation desUnternehmens sowie des Konzerns erörtert und sich von der Leistungsfähigkeit der internenOrganisationsstruktur ein Bild machen können.Der Aufsichtsrat hat sich über die rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsysteme und das interneRisikomanagement im Einzelnen unterrichtet und das System auf seine Wirksamkeit geprüft. Dabei wurden mitdem Vorstand auch Möglichkeiten zur Fortentwicklung des Risikomanagements erörtert. In diesemZusammenhang wurde auch das laufende monatliche Reporting unter den spezifischen Erfordernissen desRisikomanagements optimiert.Der Aufsichtsrat hat sich ein umfassendes Bild von der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung gemacht,insbesondere von Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft durch den Ausbau und die Erschließung vonMärkten in allen unternehmensrelevanten Segmenten. Dabei spielte auch die regelmäßige Überprüfung derSegmentprodukte und die Optimierung der Kostenstruktur sowie die Entwicklung derUnternehmensbeteiligungen eine gewichtige Rolle.Der Aufsichtsrat befasste sich in verschiedenen Sitzungen, nämlich am 24. Juni 2010, am 13. September 2010und am 10. Dezember 2010, insbesondere aufgrund der Erweiterung des Aufsichtsrates von drei auf sechsMitglieder, mit der Effizienz seiner eigenen Tätigkeit. Dabei setzte er sich wiederholt damit auseinander, obseine Tätigkeit, seine Organisation und seine Kommunikation, mithin seine Arbeitsabläufe, effizient gestaltetsind und ob ggf. Verbesserungspotential besteht. Er prüfte auch, ob zukünftig ein formales Verfahren initiiertwerden sollte. Da jedoch die Effizienzüberprüfung von einer vertrauensvollen und offenen Atmosphäre geprägtwar, hat der Aufsichtsrat von einer Formalisierung Abstand genommen.TätigkeitsschwerpunkteDer Aufsichtsrat beschäftigte sich im Geschäftsjahr 2010 erneut laufend mit der Reorganisation des Balda-Konzerns. Die Finanzlage der Balda AG stand regelmäßig auf der Agenda. Zu diesem Themenkreis gehörtenauch Art und Umfang des Engagements bei TPK, insbesondere der im Oktober 2010 erfolgte Börsengang desTouchscreen-Produzenten. Weitere Themen waren die Konzentration von Produktionsaktivitäten im SegmentMobileCom nach Peking sowie der fortschreitende Umbau des Geschäftsfelds Electronic Products. Das Gremiumberiet umfassend über alle Gegenstände der neuen strategischen Ausrichtung des Konzerns.Über die Dauer des gesamten Berichtsjahres verfolgte und überwachte das Aufsichtsorgan die Entwicklung derGeschäfte der Unternehmensgruppe anhand des Budgets und über Soll-Ist-Vergleiche. |8 9.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Überdies waren das Frühwarnsystem und der Verlauf der Risiken sowie der jeweilige Status der Finanzierungstets auf dem Prüfstand.In der Sitzung vom 02. März 2010 gab der Aufsichtsrat das Budget 2010 frei. Die strategische Neuausrichtungdes Konzerns sowie die Einleitung der ersten Maßnahmen zur Restrukturierung in China waren Thema derSitzung des Kontrollorgans am 14. April 2010. Im Zuge dieser Maßnahmen billigte das Gremium imUmlaufverfahren den Abbau der Anlagen in Suzhou sowie die Konzentration von Produktionsaktivitäten inPeking. Das Gremium stimmte am 24. Juni 2010 dem Start des M&A-Prozess im Segment Medical zu. Nach derWiedereingliederung der Medical-Sparte in die fortgeführten Geschäftsbereiche 2009 wird diesem Geschäftsfeldeine wesentliche Rolle bei der künftigen Ausrichtung des Konzerns zugesprochen. Der geplante Börsengang desTouchscreenproduzenten TPK war Bestandteil der Sitzung des Aufsichtrats am 26. August 2010. Aufgrund derhohen Nachfrage nach TPK-Aktien in der Bookbuilding-Phase stimmte das Gremium einem Greenshoe zu. Mitdiesem Verfahren stellen die Eigentümer bei einer Neuemission zusätzliche Papiere aus ihrem Besitz zumEmissionspreis zur Verfügung. Balda beteiligte sich an diesem Prozess mit 380.000 Aktien. Über einenmöglichen Verkauf der weiter an der TPK gehaltenen Aktien der Balda AG hat das Aufsichtsgremium bislangkeine Entscheidung getroffen. Die Haltefrist für die ersten fünfzig Prozent des Balda-Anteils an TPK endet zumSchluss des April 2011.Des Weiteren standen die aktuellen Beziehungen zu Großkunden, die Verkaufsaktivitäten, die Fortschritte derneu gegründeten EU-Holding in den Niederlanden sowie die Prüfungen einer Akquisition im Segment Medicalauf der Agenda der Telefonkonferenz vom 13. September 2010.Am 22. Oktober 2010 stimmte der Aufsichtsrat der vorzeitigen Wandlung von Genussrechten (Nominalbetrag:34,2 Millionen Euro) in Aktien zu, die Balda AG wurde damit praktisch nahezu schuldenfrei. Ebenfalls imOktober 2010 wurden die Vorstandsbestellungen und -verträge verlängert, was aus damaliger Sicht Kontinuitätfortsetzen sollte. Ein wesentliches Thema der letzten turnusmäßigen Sitzung des Kontrollorgans des Jahres2010 am 10. Dezember 2010 war dann der nach wie vor schleppende Geschäftsgang und die belastendenBedingungen im Geschäftsfeld MobileCom. Die Auftragsabrufe waren nach wie vor unbefriedigend. DerWettbewerb war unverändert intensiv und der Preisdruck hoch. Optionen zur weiteren Restrukturierung wurdenerörtert. Die bereits angelaufene Suche nach Akquisitionsmöglichkeiten für die geplante strategischeErweiterung des Segments Medical hat das Aufsichtsgremium in seiner letzten Sitzung im Jahr 2010 bestätigt.Erweiterter AufsichtsratUnter Änderung der Satzung des Unternehmens hat die Hauptversammlung 2010 das Aufsichtsgremium derBalda AG von drei auf sechs Mitglieder erweitert. Neue Mitglieder des Organs der Gesellschaft wurden: Dr.Michael Naschke, Rechtsanwalt und Partner der Rechtsanwaltskanzlei van Aubel & Partner Rechtsanwälte,Berlin. Zudem Yu-Sheng Kai, Geschäftsführer der Eternal Union International Limited, Hongkong, mit Wohnsitzin Taipeh, Taiwan und Chun-Chen Chen, Vorstandsvorsitzender der TVM Corporation und der Touch VideoMonitor Corporation, Taipeh, Taiwan. In seiner konstituierenden Sitzung am 24. Juni 2010 wählte das neuformierte Gremium Dr. Michael Naschke zum Vorsitzenden. Der Sachverständige für Rechnungslegung undBilanzierungsfragen im neuen Aufsichtsgremium der Balda AG ist weiterhin Dino Kitzinger.Der Aufsichtsrat der Balda AG besteht damit aus den Herren Dr. Michael Naschke (Vorsitzender), MarkLittlefield (stellvertretender Vorsitzender), Thomas J. Leonard, Dino Kitzinger, Yu-Sheng Kai, Chun-Chen Chen.Zusammensetzung des VorstandsDer Aufsichtsrat der Balda AG und der Vorstandsvorsitzende (CEO) Michael Sienkiewicz haben sich mit Wirkungzum 16. Februar 2011 darauf verständigt, dass Herr Sienkiewicz wegen unterschiedlicher Vorstellungen überdie Entwicklung der asiatischen Aktivitäten aus dem Vorstand der Balda AG ausscheidet. Der Aufsichtsrat danktHerrn Sienkiewicz, der künftig weiterhin als Berater der Balda Solutions USA tätig sein wird, an dieser Stellenoch einmal für seine bisherige Arbeit. Der bisherige Finanzvorstand (CFO) Rainer Mohr, dessen Vertrag undBestellung nach der erfolgten Verlängerung im vergangenen Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2012 läuft,hat die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden übernommen und ist nunmehr alleiniger Vorstand der Balda AG.Corporate Governance KodexDer Aufsichtsrat beschloss am 10. Dezember 2010 die für das Jahr 2011 geltende Entsprechenserklärung nach§ 161 AktG zum deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010. Vorstand undAufsichtsrat einigten sich auf die auf der Balda-Website unter Investor Relations / Publikationen/ CorporateGovernance abrufbare Entsprechenserklärung samt dargestellten Ausnahmen zum Kodex. Beide Organe habenihre Verpflichtung zu einer verantwortungsvollen und wertschöpfenden Leitung wie Kontrolle des Unternehmenserneut ausdrücklich bekräftigt.Für Einzelheiten wird auf die aktuelle Entsprechenserklärung sowie den Corporate Governance Bericht imGeschäftsbericht verwiesen. |9 10.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010InteressenkonflikteIm Berichtszeitraum kam es zu keinen einzelfallbezogenen Interessenkonflikten. Obgleich der Aufsichtsratkeinen Interessenkonflikt sieht, sei - um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen - darauf hingewiesen, dassder Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. August 2010 einer Anwaltstätigkeit der Kanzlei VAN AUBEL & PartnerRechtsanwälte, deren Partner Herr Dr. Michael Naschke ist, zugestimmt hat. Herr Dr. Michael Naschke enthieltsich während der Beratung des Aufsichtsrats und der sich anschließenden Beschlussfassung.Jahresabschluss und KonzernabschlussDie Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die durch die Hauptversammlung der Gesellschaftam 25. Mai 2010 zum Abschlussprüfer gewählt wurde, hat der Aufsichtsrat mit der Prüfung desJahresabschlusses 2010 sowie des Konzernabschlusses 2010 der Balda AG beauftragt. Der Jahresabschluss derBalda AG wurde nach den Grundsätzen der §§ 242 bis 256 HGB und §§ 264 ff. HGB sowie des Aktiengesetzes,der Konzernabschluss nach den Grundsätzen der International Financing Reporting Standards (IFRS), wie sie inder EU anzuwenden sind, den Interpretationen des International Financing Reporting Interpretations Committee(IFRIC) sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriftenaufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss 2010 und den Konzernabschluss 2010 der sowie denzusammengefassten Lagebericht der Balda AG unter Einbeziehung der Buchführung wie desRisikofrüherkennungssystems geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.Der Aufsichtsrat hat die Jahresabschlussunterlagen, bestehend aus dem Jahresabschluss, denzusammengefassten Lagebericht und den Konzernabschluss sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfersgeprüft. Diese Unterlagen hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 15. März 2011 gemeinsam mit demVorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Die hierzu erforderlichen Unterlagen wurden denAufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig übersandt. Die Abschlussprüfer haben in der Sitzung über die wesentlichenErgebnisse ihrer Prüfung berichtet und standen dem Gremium persönlich für Fragen zur Verfügung. InVorbereitung auf die Sitzung hatten sich der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Michael Naschke und das fürRechnungslegung und Bilanzierungsfragen besonders sachverständige Aufsichtsratsmitglied, Dino Kitzinger,gemeinsam mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand bereits am 25. Februar 2011 intensiv mit denJahresabschlussunterlagen befasst und die Ergebnisse den restlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor der Sitzungam 15. März 2011 erläutert.Nach Abschluss seiner eigenen Prüfung kam der Aufsichtsrat zu folgenden Ergebnissen:• Der Aufsichtsrat kommt zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Gesellschaft und des Konzerns im Lagebericht und im Konzernlagebericht vom Vorstand zutreffend dargestellt und eingeschätzt wird und die Angaben im zusammengefassten Lagebericht mit den eigenen Einschätzungen des Aufsichtsrates übereinstimmen.• Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss, einschließlich ihrer dazugehörigen Anhänge, wurden nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) und nach den ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Abschlüsse entsprechen den gesetzlichen Anforderungen und enthalten alle erforderlichen Angaben.• Aufgrund seiner eigenen Prüfung stellte der Aufsichtsrat fest, dass der Jahresabschluss und der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechend aufgestellt wurden.• Dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer, die nach Überzeugung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen entspricht, stimmte der Aufsichtsrat zu.• Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen und billigte damit den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010. Der Jahresabschluss wurde damit am 15. März 2011 festgestellt.Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern wie auch denArbeitnehmervertretungen für ihre verantwortungsvolle Arbeit im Geschäftsjahr 2010. Den Aktionärinnen undAktionären dankt der Aufsichtsrat für das Interesse an unserer Gesellschaft und für das entgegengebrachteVertrauen.Bad Oeynhausen, 15. März 2011Für den AufsichtsratDr. Michael Naschke(Aufsichtsratvorsitzender) | 10 11.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Die Balda-GruppeDer Beitrag der Segmente zur Wertschöpfung: Innovation, Technologie, Qualität,Prozesse und MitarbeiterDer Beitrag zur Wertschöpfung bestimmter Kompetenzen und Wettbewerbsstärken ist im Einzelnen kaum zubewerten oder gar zu beziffern. Insofern finden die maßgeblichen Werte auch bei Balda keinen Eingang in dieBilanz oder ein ähnlich aussagekräftiges System. Vom Weiterentwickeln dieser Werttreiber hängt jedoch derGeschäftserfolg der Balda-Unternehmensgruppe maßgeblich ab.Die Betriebswirtschaft bezeichnet diese Fähigkeiten eines Unternehmens als „weiche“ Werte. Sie werden auchunter dem Begriff Intellectual Capital zusammengefasst. Der Balda-Konzern verfügt - wie die Mehrzahl derUnternehmen - über kein System zum Quantifizieren dieser Werte. Auch eine Methode zum Bilden vonapproximativen Maßeinheiten für Indizes steht derzeit nicht zur Verfügung.Annähern an das Intellectual CapitalDennoch gibt das kontinuierliche Monitoring der Innovationsfähigkeit im Jahresvergleich Aufschluss über dieFortschritte in der Unternehmensgruppe. Kriterien sind die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung,Anmeldung von Patenten sowie das Ausweiten der Kernkompetenzen. Hinzu kommt die Markteinführung neuerProdukte, ggf. in neue Märkte, sowie der Anteil neuer Produkte am Umsatz. Das gilt in gleichem Maße für denEinsatz selbst erarbeiteter oder weiterentwickelter, zugekaufter Technologien.Qualität mag heute als Selbstverständlichkeit gelten. Doch kommt ihr eine hohe Bedeutung zu. Ohne Qualitätist alles nichts. Der Qualitätsbegriff erstreckt sich über die Produktqualität hinaus auf den gesamten Prozess, andem der Kunde aktiv oder passiv teilnimmt: vom Erteilen des Auftrags bis zum Ende der Supply Chain, demkorrekten Ausliefern, einschließlich After Sales Services.Kundengerechter Qualität liegen Prozesse zu Grunde. Sie stellen einen Wert an sich dar. Über die Qualitäthinaus entscheidet ihr Design und ihre Umsetzung über Kosteneffizienz und auch den Grad derWettbewerbsfähigkeit.Die vorgenannten Werte sind allesamt das Ergebnis des Wirkens aller Mitarbeiter. Deren Qualifikation undLeistung sind die Grundlage für die Wertschöpfung in der Balda-Gruppe. Indikatoren für die Weiterentwicklungder Beschäftigten sind deren Struktur und Fähigkeiten für interne und externe Fortbildung.In der Umbruchsituation des Geschäftsjahres 2010 war nicht jedes der genannten Kriterien im gewünschtenMaß zu erfassen. Tendenzen traten jedoch klar hervor.Fazit: Intellectual Capital StatementZusammenfassend lässt sich für den Balda-Konzern feststellen: Das Segment MobileCom stagnierte imGeschäftsjahr 2010 überwiegend. Positiv fällt eine selbst entwickelte Fertigungstechnologie auf, das GlassInjection Molding. Prozesse und Qualität machten in der spezifischen Umbruchsituation keine Fortschritte.Personelle Wechsel in Führungs- und Managementpositionen begünstigten diese Entwicklung. DieErgebnissituation des Segments fiel 2010 dementsprechend aus. Sie belastete das Ergebnis des Balda-Konzerns.Das Segment Electronic Products trieb Innovation und Technologie im Geschäftsjahr 2010 mit derMarkteinführung des Tablet Computers sehr erfolgreich voran. Das Kriterium Qualität bewegte sich auf einempositiven Niveau. Es verfügt aber noch über Potenzial zum weiteren Optimieren. Die Prozesskette ist unterKostengesichtspunkten verbesserungsfähig. Das Qualifikationspotenzial der Mitarbeiter in Malaysia istüberwiegend gut bis sehr gut. Das Segment hat seine strategischen Ziele 2010 mit Ausnahme des Ergebnisseserreicht.Balda Medical entwickelte im abgelaufenen Geschäftsjahr alle Werttreiber erfolgreich weiter. Trotz geringererUmsatzerlöse schloss das Segment die Periode mit einem positiven Ergebnis ab.Das Tochterunternehmen in den USA betreut Kunden des Konzerns bei Design und der Entwicklung neuerProdukte. Zudem übernimmt die US-Gesellschaft im nordamerikanischen Markt auch Vertriebsaufgaben für dieBalda-Gruppe. Balda USA gehört zum Segment Central Services.Neues Kapitel der Equity StoryIm Balda-Konzern kommt nach 2010 ein weiterer strategischer Richtungswechsel in Betracht. Die Equity Storyder Balda-Unternehmensgruppe könnte 2011 ein ganz neues Kapitel aufschlagen. Diese Option hängt nicht von | 11 12.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010der Rückkehr der verbesserungsbedürftigen Segmente MobileCom und Electronic Products auf einen rentablenWachstumskurs ab. Der Vorstand kündigt strategisches Wachstum im oder um das Segment Medical an. EineAkquisition wird den Schwerpunkt des Produktportfolios und die Wertschöpfung voraussichtlich merklichverschieben. | 12 13.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Segment MobileCom: Komplexe Baugruppen ausKunststoffDas Segment MobileCom des Balda-Konzerns entwickelt und fertigt Komponenten,Baugruppen und Systeme aus Hochleistungskunststoffen. Abnehmer sind die weltweitoperierenden Markenhersteller von Mobiltelefonen.Seit den Anfängen des dynamischen Wachstums Ende der neunziger Jahre ist der Balda-KonzernSystemlieferant der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Unternehmensgruppe hat den Fortschritt der Branchekontinuierlich begleitet und im Design wie bei den Lösungen für Kunststoff selbst mitgestaltet. DasUnternehmen löste als erster Lieferpartner bis dahin als unmöglich geltende, schwierige Geometrien beimWerkzeugbau und im Prozess des Spritzgießens für die industrielle Fertigung. Bei Innovationen mitVerbundmaterialien für Kunststoff, wie Metall, Leder oder Textilien, hatte Balda eine führende Rolle. Kaum einUnternehmen in der Kunststoffbranche verfügt über einen Erfahrungsschatz und die Kompetenzen für mobileEndgeräte wie Balda, die sie beispielsweise bei der Weiterentwicklung von Smartphones anzuwenden sucht.Schwieriges Geschäftsjahr 2010Das Segment MobileCom war im Geschäftsjahr 2010 allerdings mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.Sie machten es dem Unternehmen schwer, seine gewohnte Leistungsstärke in vollem Umfang zu erbringen. ImVordergrund standen drei schwierige Komplexe:• Die Integration der technischen Anlagen und Maschinen sowie der Projekte des Produktionsstandorts von Suzhou in das Pekinger Werk ab Mai 2010;• Der sukzessive Umzug bzw. Aufbau bestehender und neuer Maschinen und Anlagen samt Mitarbeitern für neu angelaufene Projekte im neuen Pekinger Werk ab August 2010;• Das Verschieben von Projekten durch Kunden und die von erheblichen Intervallen gekennzeichneten Auftragsabrufe.Die Folgen der weitgehenden Schließung des Werksin Suzhou mit dem Verlagern von Maschinen,Anlagen und Projekten nach Peking bereitetenerhebliche Probleme. Sie erforderten einen im Juniund Juli über Erwarten großen Personaleinsatz derStammbelegschaft. Dieses außerordentliche, nurvon Fachkräften zu leistende Engagement belasteteauch die Fertigungsabläufe im Werk in Peking.Ab August sind sukzessive neue Projekte im Werkam Pekinger Flughafen umgesetzt worden. DieVorbereitungen wie das Überwachen des Aufbausder Hebekräne für Werkzeuge und der Zuleitungenvon Kunststoff-Pellets für die Spritzgießmaschinenwaren aufwendig. Das Einrichten der Maschinen,Prozessstationen sowie der Mess- und Prüfgerätemachte den Einsatz von Führungskräften aus derFertigung notwendig. Darunter litt die Qualität derAbläufe bis zum Jahresende immer wieder. NachFertigstellen des ersten Bauabschnitts stehen 13.700 qm zusätzlicher Produktionsfläche in Peking zurVerfügung. Zusammen mit dem ursprünglichen Werk hält Balda seit Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres31.100 qm Fläche für die Fertigung in Peking vor.Neben den negativen Einflüssen auf die Produktionsabläufe durch die Umzüge von Suzhou und Peking belasteteauch der häufig nicht erfolgte oder verzögerte Abruf von Fertigungsaufträgen durch die Kunden denordentlichen Ablauf der Produktion. In der täglichen Praxis bedeutet das den Abbruch des Spritzgießens einesProdukts an mehreren Maschinen. Dann folgte das Ausspannen der gebrauchten Werkzeuge und das Einrichtender neuen.Herkömmlicherweise werden Projekte bis zu einem geplanten Ende geführt. Die Mitarbeiter in derKunststofffertigung hatten sich ebenso völlig neu zu orientieren wie die Mitarbeiter in der Montage. DieseUmstellungen sind für das Qualitätsmanagement eine außerordentliche Herausforderung und eine enormeKostenbelastung. | 13 14.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Diese Erschwernisse bereiteten im abgelaufenen Geschäftsjahr dem Segment MobileCom und auch seinenKunden Probleme.Produktportfolio MobileComDas Leistungsspektrum des Segments MobileCom deckt alle Bereiche der Fertigung vonHochpräzisionskunststoffen ab. Neben der Entwicklung samt Design bietet Balda das Spritzgießen, sämtlichemodernen Oberflächentechniken und Montage an. Das Produktportfolio des Segments MobileCom umfasst dieFertigung einzelner Komponenten und kompletter Baugruppen ebenso für einfache Batterypacks und Handys,bis hin zu speziell dekorierten Mobiltelefonen wie auch technisch anspruchsvollen Smartphones. Besondersumweltfreundliche Handys aus recyclebaren Kunststoffen und ausschließlich wasserlöslichen Lacken für dieOberflächen zählten auch 2010 zum Produktprogramm des Segments. Im Einzelnen fertigt Peking fürMobiltelefone A-, B- und C-Covers, Displays, Tastaturmatten, Antennen, Kameralinsen sowie weitereEinzelkomponenten. Die Oberflächen werden lackiert oder mit verschiedenen Techniken wie Siebdruck veredelt.Die Montage baut aus den Komponenten und einzelnen Baugruppen komplette Systeme zusammen.MitarbeiterDie Zahl der Mitarbeiter an den Produktionsstandorten in Peking und Suzhou ging zum Geschäftsjahresende2010 deutlich auf 1.344 Beschäftigte (Vorjahr: 2.534 Mitarbeiter) zurück. Ursachen der verringertenBelegschaft waren das abnehmende Geschäftsvolumen und die weitgehende Verlagerung der Kapazitäten desStandorts Suzhou nach Peking. Dieser Umzug führte zum Freisetzen von rund 650 Arbeitskräften in Suzhou.Weitere Informationen zum Thema Mitarbeiter siehe „Konzernlagebericht / das Unternehmen / Mitarbeiter“.Das weitere Umsetzen der Konzepte „flexible Produktion“ und „lernende Organisation“ stagnierte imGeschäftsjahr 2010 weitgehend aufgrund der oben dargelegten speziellen Situation und der damit verbundenenSchwierigkeiten. Die Weiterentwicklung der Organisation sowie der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeitermachten in Anbetracht der Umbruchsituation in Suzhou und dem neuen Pekinger Werk keine entscheidendenFortschritte.Qualität im Segment MobileComAuch der anvisierte kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in der Fertigung litt unter diesen belastendenEinflüssen 2010. Die Produktqualität blieb angesichts dieser Belastungen unter dem Niveau der Vorjahre. DieAusschussraten bei einzelnen Projekten nahmen zu. Darunter litten teils auch fristgerechte Lieferungen.Das Management war sich dieser Mängel bewusst und leitete entsprechende Maßnahmen ein. Die erstenSchritte werden im Laufe des ersten Quartals 2011 wirksam.Technologie und InnovationDas Segment MobileCom verfügt über ein ausgezeichnetes Portfolio an Technologien. Sowohl im Spritzgießenals auch in den Oberflächentechniken bietet Balda seinen Kunden modernste Maschinen, Anlagen und Prozesse.Im Vordergrund neuer Entwicklungen stand 2010 das „Glass Injection Moulding“. Die Produkte aus diesemVerfahren, unter Einsatz der Verbundmaterialien Kunststoff und Glas, stießen bei den Kunden aus derMobilfunkindustrie auf großes Interesse. Die zum Patent angemeldete Fertigungsmethode ermöglicht Gehäusevon Mobiltelefonen und anderen mobilen Endgeräten ohne jegliche Ritzen, Leerstellen und Aussparungen. DieseSchwachstellen jedes konventionellen Gehäuses führen zu mangelnder Stabilität beim Fallen auf harte Flächenoder jeder anderen Art von Kollision. Zudem sind sie für den Nutzer lästige Schmutzfänger. Teure Gerätebegegnen diesen Schwachstellen, indem sie das Gehäuse aus einem Materialblock heraus biegen. Das istjedoch sehr aufwendig und kostspielig. Die vom Segment MobileCom entwickelte Lösung erzielt das gleichsolide Ergebnis bei wesentlich geringeren Kosten. Das innovative Verfahren soll im Geschäftsjahr 2011 zumEinsatz kommen. | 14 15.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Segment Electronic Products: KompletteElektronikprodukte aus einer HandDas Segment Malaysia entwickelt und produziert im Auftrag seiner Kunden modernsteElektronikprodukte. Abnehmer sind Hersteller und Vertriebsgesellschaften derKommunikations- und Unterhaltungselektronik.Das Segment Electronic Products fasste im Geschäftsjahr 2010 nach nur zwei Jahren weiter Tritt in den Märktenfür Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Den positiven Geschäftsverlauf dokumentiert dieVerdoppelung der Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ein Mangel blieb auch 2010 das negative operativeErgebnis EBIT. Die Ursachen für die Ergebnissituation wurden und werden sorgfältig analysiert. In Betrachtkommende Ursachen sind geringe Stückzahlen und unter Wettbewerbsdruck stehende Preise für teureelektronische Zukaufteile. Zudem kommen optimierbare Prozesse bis hin zur nicht ausreichend steilenLernkurve beim Fertigen neuer Produkte in Frage.KernkompetenzenDer Produktionsstandort im malaysischen Ipoh bietet 30. 000 qm Produktionsfläche. Mit modernsten Maschinenund Anlagen produziert das Segment Komponenten und Systeme aus Kunststoff. Das Leistungsportfolio reichtvom Design und dem Werkzeugbau über das Spritzgießen bis zu den gängigen Oberflächentechniken. Überdiesbaut Electronic Products in Verfahren derelektromechanischen Montage Halbleiter,Lautsprecher und Mikrofone. Zu denKernkompetenzen zählen die Forschungs- undEntwicklungsaktivitäten im Auftrag der Kunden. Sieumfassen das Design der Hardware ebenso wie dasEntwickeln von Halbleitern und Software. Die Testsder Normen für die Akustik im hauseigenen Laborsind eine besondere Wettbewerbsstärke desSegments. Verbunden mit dem Zukaufelektronischer Komponenten ist das Unternehmenin Ipoh zum Fertigen eines stattlichenProduktsortiments in der Lage. Das Unternehmenverfolgt eine kostengünstige und effizienteFertigung nach dem Konzept der „Lean Sigma-Methode“.ProduktportfolioIhre Diversifikationsstrategie setzte die Balda-Konzerntochter im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich um.Das Segment stellte in der Periode 2010 sein Können und seine Wettbewerbsstärken eindrucksvoll unterBeweis. Erstmals entwickelte und produzierte das Engineering von Ipoh in Malaysia mit dem Tablet Computerein komplexes elektronisches Produkt zusammen mit japanischen Partnern. Das Gerät wird über einTouchscreen-Panel bedient. Überdies entwickelte, fertigte und verkaufte das Unternehmen erfolgreichInnovationen in der Produktkategorie der Headsets für Mobiltelefone.Der Tablet Computer ist in der Funktion etwa vergleichbar mit dem iPad. Er dient vor allem dem mobilenZugang zu Internetinhalten: Medien, elektronischen Büchern, Fotos, Bewegtbildern und Musik. Seit Jahresmitte2010 setzte Balda 25.000 Tablet Computer ab. Damit leistete der Mini-Rechner einen erheblichen Beitrag zumUmsatzwachstum des Segments. Derzeit ist eine weitgehend überarbeitete und stark verbesserte Version desTablet Computers nach Abschluss der Entwicklung in der Industrialisierungsphase. Im Einzelnen fertigt dasSegment:• Stereo Headsets für Mobiltelefone und MP3-Player mit Bluetooth Verbindungstechnik, neuer Tontechnik und deutlich längerer Akkulaufzeit• Headsets mit dualen Mikrophonen und integrierten Signalprozessoren, die Hintergrundgeräusche in hohem Maße herausfiltern• Freisprecheinrichtungen für Automobile zum nachträglichen Einbau• Tragbare drahtlose Hochleistungslautsprecher mit Bluetooth-Verbindungs-technik• Digitalkameragehäuse für den weltweiten Markenhersteller Canon• Tablet Computer mit Touchscreen-Bedienung | 15 16.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Im Geschäftsjahr 2010 hat das Unternehmen rund 20 Prozent seiner Erlöse mit dem Bau von digitalen Kameraserzielt. Mehr als 30 Prozent trugen die Bluetooth-Headsets bei. Knapp 40 Prozent des Segmentumsatzesentfielen auf Tablet Computer, Radiofrequenz-Module und Accessoires für Mobiltelefone.Technologie und InnovationDie Regierung von Malaysia stuft das Segment Electronic Products als Forschungsunternehmen ein. Es ist vonder Zahlung der Unternehmenssteuern freigestellt.Forschungsthemen des Segments sind:• Weiterentwickeln der Akustik-Technik und des Miniaturisierens der Bauelemente• Bluetooth-Technologie als drahtlose Verbindungstechnik• Touchscreen-Bedientechnologie• Halbleiter• Software für die eigenen Produkte• Software zum Steuern der Maschinen und Anlagen der eigenen Fertigung• Erarbeiten wettbewerbsfähiger, kostengünstiger Produktionsprozesse: Werkzeugbau, Spritzgießen, Oberflächentechniken, Assemblieren• Projektmanagement, auch mit externen PartnernMitarbeiterDas Segment Electronic Products beschäftigte zum Schluss des abgelaufenen Geschäftsjahres 874 Mitarbeiter(Vorjahr: 949 Mitarbeiter). Am Standort in Ipoh waren 131 Ingenieure tätig. In der Forschung und Entwicklungarbeiteten 37, in der Produktion 47 und im Vertrieb 25 Ingenieure. Sie unterstreichen das überdurchschnittlichgroße Engineering-Potenzial des Standorts in Ipoh. Weitere Informationen zur Belegschaft stehen in Kapitel„Mitarbeiter“ im Konzernlagebericht.QualitätsmanagementDie Wünsche und Anforderungen des Kunden bestimmen die Qualität der vom Segment Electronic Productsentwickelten und gefertigten Produkte. Das Planen der Qualität und ihrer Parameter im Kundenauftrag beginntmit dem Konzept und dem Projektieren. Erst dann folgt das eigentliche Entwickeln des Produkts. Das Lastenheftsetzt bereits die Qualitätsschwerpunkte. Während der gesamten Entwicklungsphase und dem Fertigenkommunizieren Kunden und Spezialisten des Segments Electronic Products sehr eng miteinander. So beugensie Fehlentwicklungen vor. Die Prozesse von Electronic Products sind nach den Normen von ISO 9000 undzertifiziert.Die Mehrzahl der Kunden machte 2010 Qualitätsvorgaben für Design, Haltbarkeit, Lebensdauer und selbsterklärende Bedienbarkeit des Produkts. Überdies stehen eine möglichst kurze Time-to-Market-Phase (Zeitraumvom Erteilen des Auftrags bis zum Einführen des Produkts im Markt), fristgerechte Lieferungen und besonderswettbewerbsfähige Preise. Das Qualitätsmanagement-System von Electronic Products integriert diesewesentlichen Anforderungen als besonders kontrollierte Eckpfeiler im Gesamtprozess. Mehrfach zeichnetenglobal operierende Markenkunden das Unternehmen als herausragenden Lieferpartner, "Supplier of the year",aus. | 16 17.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Segment Medical: Mit solidem Wachstum zum ErfolgBalda Medical aus dem ostwestfälischen Bad Oeynhausen repräsentiert das Segment Medical. Seit derGründung im Jahr 2002 sind Technologie- und Produktkompetenz die entscheidenden Triebfedern für den Erfolgdes Segments. Das Unternehmen zählt bereits nach acht Jahren zu den führenden Herstellern komplexerProdukte und Systemlösungen aus Kunststoff und konzentriert sich auf innovative Lösungen für dieinternationalen Healthcare-Märkte. Das Unternehmen entwickelt und fertigt im Auftrag der Kunden alsetablierter Systemanbieter Produkte aus Kunststoff. Die namhaften Abnehmer kommen aus denMarktsegmenten Pharmazie, Diagnostik und Medizintechnik.Der Healthcare-Markt ist weltweit ein Wachstumsmarkt dank des stetigen medizinischen Fortschritts deraltersbedingt weiter wachsenden Kundengruppen. Balda Medical nutzt diese Chancen konsequent zur weiterenExpansion. Im Geschäftsjahr 2010 haben die Mitarbeiter des Segments Medical erhebliche Vorleistungen beiProjekten für 2011 erbracht. Das Unternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr deutliches organischesWachstum im zweistelligen Prozentbereich. Zudem avisiert der Vorstand für 2011 strategisches Wachstum imMedizinbereich durch Zukauf.Produkte entwickeln im KundenauftragHöchste Anforderungen im Healthcare-Markt erfordern ein ganzheitliches Eingehen auf denProduktlebenszyklus. Das Leistungsspektrum von Balda Medical umfasst das Konzipieren, Entwickeln,Industrialisieren und Produzieren hochwertiger Baugruppen, Systeme und Verpackungen. Die Produktebestechen neben Kreativität und Anwendernutzen vor allem durch Zuverlässigkeit und Qualität.Das Unternehmen gibt jeder Phase des Produktlebenszyklus den Status eines eigenen Projekts. Nach demPlatzieren des Auftrags stimmt das Projektmanagement interne sowie externe Prozesse und Interessensorgfältig ab. So führen die Experten das Produkt technisch und wirtschaftlich zum Erfolg. Bei diesem Vorgehenbestimmt nicht das Projekt allein, sondern auch der Kunde das Vorgehen.Hochwertiges ProduktprogrammDas Produktportfolio der Gesellschaft umfasst vor allem medizintechnische Geräte, pharmazeutischeVerpackungen und Einwegprodukte. Auf der Basis des Designs integrieren die Spezialisten in derEntwicklungsphase die Anforderungen hinsichtlich Funktionalität, Haptik und Bedienkomfort. Dieseanspruchsvolle Aufgabe erfordert Kreativität und breites Wissen über das vielschichtige Arbeitsfeld derMedizintechnik. Das Resultat gilt als zentraler Indikator und Maßstab für die Qualität und Zuverlässigkeit, wieden Nutzen der Produkte für die therapeutische Wirksamkeit.Zum Produktprogramm der Balda Medical gehören:• diverse Handgeräte (Stechhilfen, Inhalatoren, Glukosemessgeräte, Setzhilfen und Tablettenspender)• diverse Einwegartikel (Pipetten, Küvetten, veterinärmedizinische Tuben, Racks und andere)• Packmittel (kindergesicherte Tuben) und• Spezielle, funktionale BaugruppenKompetente und motivierte MitarbeiterDie Belegschaft von Balda Medical umfasste zum Ende des Berichtsjahres 204 Beschäftigte (Vorjahr: 205Mitarbeiter). Nähere Informationen zu denBeschäftigten des Segments bietet das Kapitel„Mitarbeiter“ des Konzernlageberichts.Innovative TechnologienDas Unternehmen hält ein hochmodernes Portfolioan Prozess-Know-how, Maschinen und Anlagensowie besonders an Technologien bereit. DieSpritzgieß-, die Dekor-, die Montage- und dieReinraumtechnik sind „State of the Art“. DieExpertise von Balda Medical verfügt über erprobtesKnow-how mit Materialeigenschaften verschiedenerKunststoffe. Sie zeigt frühzeitig Möglichkeiten undGrenzen des Produktdesigns sowie diemechanischen Wechselwirkungen des Werkstoffs. | 17 18.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Zudem beherrschen die Experten von Medical Präzisionsmesstechniken. Ihr umfassendes medizinisch-pharmazeutisches Wissen stellt eine wichtige Wettbewerbsstärke des Unternehmens dar.Modernste FertigungsverfahrenDas Fertigen von hochpräzisen Komponenten in hohen Stückzahlen im Spritzgießprozess ist eine der originärenKernkompetenzen von Balda Medical. Neben dem klassischen Spritzgießverfahren praktizierte Medical imGeschäftsjahr 2010 auch das Mehrkomponentenspritzgießen, das besonders anspruchsvolle Hinterspritzen vonFolien (IMD, IMF) sowie das Montagespritzgießen. Sämtliche Fertigungsmethoden erfolgen mit höchst möglicherEffizienz und Wirtschaftlichkeit.Das Segment zielt auf maximale Wertschöpfung. So führte Balda Medical auch Montageleistungen durch.Einschließlich des Einbaus von Zukaufteilen baut die Gesellschaft das komplette Produkt. Auf Wunschkonfektioniert, verpackt und sterilisiert das Unternehmen in einem integrierten Prozess die Produkte bis zurVerkaufsreife.Dekoration von OberflächenDas Unternehmen verfügt über alle modernen Techniken zur Oberflächendekoration. Balda Medical wendet denTampondruck als indirektes Druckverfahren für Symbole und Skalierungen an. Das Prägeverfahren kommt beihochdekorierten Oberflächen zum Einsatz. Ebene Oberflächen behandelt das Unternehmen imHeißprägeverfahren. Für gekrümmte Geometrien und transparente, kratzfeste Flächen ist die IMD-Technologiedas adäquate Verfahren.Innovationen 2010Im abgelaufenen Geschäftsjahr schloss Balda Medical im Auftrag eines global operierenden Pharmakunden dieEntwicklung eines neuartigen Arzneimittelspenders erfolgreich ab. Das Gerät sichert die Wirkung desMedikaments durch eine zeitlich präzise und regelmäßige Einnahme. Das innovative Produkt umfasst nebenmechanischen Komponenten auch elektronische Assistenzfunktionen. Balda Medical verantwortete diekomplette Umsetzung sowohl in Hard- als auch in Software. Das deutsche Tochterunternehmen des Balda-Konzerns hat den Tablettenspender erstmals unter eigenem Namen für den europäischen Markt zugelassen(CE-Zeichen). Das Entwickeln des auch für den US-amerikanischen Markt vorgesehenen Produkts erfolgtegemäß den Anforderungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA).Balda Medical folgt mit dem Arzneimittelspender wichtigen Markttrends in zweifacher Hinsicht. Die deutlichzunehmende Eigenversorgung der Patienten durch Handheld-Geräte erfolgt zum einen immer häufiger mithilfeelektronischer Unterstützung. Die zeitgerechte und kontrollierte Einnahme von Medikamenten ermöglicht zumzweiten deutlich verbesserte Behandlungserfolge. Sie hilft dem Gesundheitswesen auch, Kosten zu senken.Medizintechnik mit maximaler QualitätDie Produkte der Balda Medical unterliegen im Healthcare-Markt ständigen Kontrollen und erfüllen stetsstrengste Qualitätsanforderungen. Die Qualitätspolitik von Balda Medical ist nicht nur dokumentiertesVerfahren, sondern gelebte Qualität. Die Synergien aus Produktqualität, Termintreue und Wirtschaftlichkeit sinddie zentralen Erfolgsfaktoren der deutschen Balda-Konzerntochter.Balda Medical arbeitet ausschließlich im Auftrag seiner Kunden. Aus eigener Initiative greift das Unternehmenkeine neuen Projekte an. Neben zahlreichen fachlichen und rechtlichen Vorgaben integriert Balda Medical diekomplexen Anforderungen der Endabnehmer. Selbstverständlich ist auch jedes Produkt Gegenstand der Prüfungfür maximale Qualität. Innerhalb des Unternehmens strukturiert Balda Medical die Qualitätssicherung in dieBereiche Qualitätsplanung und -kontrolle. Zu Beginn eines Projekts definiert die Qualitätsplanung diemaßgeblichen Ziele. Diese Parameter unterliegen im Fertigungsprozess der laufenden Qualitätskontrolle.Für kameraunterstützte Prüfungen zur Qualitätssicherung in der Automation erstellt das Unternehmenmaßgeschneiderte Montage- und Verpackungskonzepte. Balda Medical ist gemäß ISO 9001 sowie ISO 13485zertifiziert. Das Unternehmen stellt für seine Kunden ein seit Jahren erprobtes Qualitätsmanagementsystem fürMedizintechnikprodukte bereit.Aufgrund der Anforderungen neuer Aufträge hat Balda Medical im Jahr 2010 das Qualitätsmanagementsystemerweitert. So hat das Unternehmen die Zertifizierung gemäß der Primärpackmittelnorm DIN EN ISO 15378erfolgreich absolviert. Die Primärpackmittelnorm DIN EN ISO 15378 ist die Zusammenführung von klassischenISO-Anforderungen im Packmittel-Umfeld mit den diversen Good Manufacturing Practice-Anforderungen aus derPharmaindustrie. Mit diesem Schritt stärkt Balda Medical seine Marktposition als kompetenter Verpackungs-und Systemlieferant im pharmazeutischen Markt.Das Segment rechnet für das Geschäftsjahr 2011 mit zweistelligem Wachstum. Auch darüber hinaus haben dieMedizintechnik-Spezialisten überdurchschnittlich gute Chancen auf organisches Wachstum. | 18 19.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Balda USA: Wichtiger Träger für ProduktinnovationenDie Konzerntochter in den USA intensivierte 2010 die Vertriebsaktivitäten für dieTochterunternehmen des Balda-Konzerns im nordamerikanischen Markt.Die Balda-Konzerngesellschaft in Morrisville, North Carolina, USA, ist spezialisiert auf das Design und diekomplette Entwicklung neuer Produkte einschließlich der Elektronik. Das Leistungsspektrum reicht vomMonitoring neuer Markttrends bis zum Bau funktionsfähiger Prototypen. Die Integration von Design undFunktion einerseits sowie neuester Technologien andererseits gehört zu den wesentlichen Stärken derKonzerntochter. So leistet Balda USA einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer Erzeugnisse in allendrei produzierenden Konzernsegmenten.Die Experten von Balda USA monitorten auch im Geschäftsjahr 2010 die Trends für neue Produkte im weltweitführenden nordamerikanischen Markt. Sie stehen zudem in enger Verbindung mit Unternehmen aus derInnovationsschmiede in Silicon Valley. Auf dieser Informations- und Datenbasis berichtet Balda USAkontinuierlich an die Verantwortlichen für Entwicklung in den Konzernsegmenten MobileCom, ElektronicProducts und Medical. Das Unternehmen unterstützt immer mehr die Entwicklungsaufgaben in den dreiproduzierenden Geschäftsfeldern.Die konzernübergreifende Zusammenarbeit verkürzt die „time-to-market“ neuer Produkte und schafft Mehrwertfür die Kunden. Die Konzerntochter wird im Geschäftsjahr 2011 ihre Expertise gezielt weiter entwickeln. Auchdie Vertriebsaktivitäten sollen 2011 weiter ausgebaut werden. | 19 20.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Gesamtwirtschaftliche EntwicklungWeltwirtschaft wieder im AufschwungDie Weltwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr durch geld- und fiskalpolitische Maßnahmen stabilisiert.Insbesondere im ersten Halbjahr2010 ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt kräftiggewachsen. Impulse kamen vorallem vom anziehenden WeltwirtschaftWelthandel, von dem in Prozentinsbesondere die deutscheWirtschaft stark profitierenkonnte. Im Jahresverlauf 2010 5,0verlangsamte sich derkonjunkturelle Aufschwung.Insgesamt wuchs das Welt- 2009 -0,8Bruttoinlandsprodukt im Jahr2010 um 5 Prozent nach einem -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0Rückgang um 0,8 Prozent im Jahrzuvor.EurozoneIn der Eurozone blieb die wirtschaftliche Erholung überwiegend zurückhaltend. Zum Wachstum trugeninsbesondere der private und staatliche Konsum sowie höhere Exporte bei. Insgesamt zeigte sich diewirtschaftliche Entwicklung im Euroraum gespalten. Länder, die unter einer geplatzten Immobilienpreisblaseund sehr hohen Staatsdefiziten litten, wiesen nur niedrige oder sogar negative Wachstumsraten aus.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stiegim Jahr 2010 insgesamt um 1,7Prozent. Im Vorjahr verzeichnete esnoch einen Rückgang um 4,0 Prozent.Die Auftragseingänge der Industrie inder Währungsunion lagen imNovember 2010 um 2,1 Prozent überdem Vormonat.Die Jahres-Inflationsrate zeigte imDezember 2010 einen Anstieg von2,2 Prozent gegenüber 1,9 Prozent imNovember. Die durchschnittliche Jahresinflation der Eurozone belief sich im Berichtszeitraum auf 1,6 Prozentgegenüber 0,3 Prozent im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 10Prozent (Vorjahr: 9,6 Prozent).Deutsche Wirtschaft mit eindrucksvollem ComebackÜberdurchschnittlich positiv entwickelte sich dagegen die deutsche Wirtschaft. Insbesondere im zweiten Quartalverzeichnete die Konjunktur in Deutschland dank höherer Exporte und gestiegener Investitionen das höchsteWachstum seit der Wiedervereinigung. Aufgrund dieser Wachstumsdynamik legte das deutscheBruttoinlandsprodukt im Jahr 2010 insgesamt um rund 3,6 Prozent zu. Im Jahr 2009 hatte sich das deutscheBruttoinlandsprodukt infolge der Rezession um 5,0 Prozent reduziert. Die deutsche Industrie verzeichnete einendeutlichen Anstieg des Auftragseingangs. Ausschlaggebend waren überdurchschnittlich viele Grossaufträgesowie eine starke Auslandsnachfrage aus der Nicht-Eurozone. Im Vergleich zum Vorjahr erreichten dieAuftragseingänge ein Plus von 20,6 Prozent. Die Erwartungen der Analysten lagen bei lediglich plus 1,0 Prozent. | 20 21.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Laut Statistischem Bundesamt beliefsich die Neuverschuldung deröffentlichen Hand im Jahr 2010 aufrund 88,6 Milliarden Euro (Vorjahr:79,3 Milliarden Euro). Das entspricht3,5 Prozent des BIP.Der deutsche Arbeitsmarktentspannte sich mit demKonjunkturaufschwung. DieArbeitslosenquote lag imBerichtszeitraum durchschnittlich bei7,7 Prozent (2009: 8,2 Prozent). 2010 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,1 Prozent (Vorjahr: 0,5Prozent). Die guten Zahlen untermauern die aktuell starke Verfassung der deutschen Wirtschaft.US Konjunktur mit gemischten SignalenAuf den ersten Blick deuten die Konjunkturindikatoren auf einen Aufschwung hin. Allerdings kamen imvergangenen Jahr gemischte Konjunktursignale aus den USA. Nach einem guten Jahresbeginn konnte die US-Wirtschaft nur verhalten expandieren. Trotz gewaltiger Konjunkturprogramme und einer Null Zinsen-Politik derUS-Regierung aus Angst vor der Schuldenkrise in Europa flüchteten Investoren in den Dollar. Die Aufwertungbremste den US-Export. Zudem wuchs die US-Wirtschaft von Quartal zu Quartal gerade einmal um ein halbesProzent. Auch der Konsum stieg nicht wie erwartet.Das Bruttoinlandsprodukt wuchs imBerichtszeitraum dank der staatlichenKonjunkturprogramme mit 2,9Prozent. Im Vorjahr verzeichneten dieUSA einen Rückgang derWirtschaftsleistung von 2,6 Prozent.Die Exporte und dieAnlageinvestitionen entwickelten sichnach dem Einbruch im Vorjahr wiederpositiv. Vom privaten Verbrauch, derHauptstütze der US-Konjunktur,gingen wegen der anhaltend hohenArbeitslosigkeit, geringer Einkommenszuwächse und niedriger Immobilienpreise nur moderateWachstumsimpulse aus. Das Handelsbilanzdefizit stieg von 1,3 Billionen US-Dollar in der Vorjahresperiode auf1,48 im Haushaltsjahr 2010.Der US-Arbeitsmarkt erholte sich nicht so schnell von der Krise wie erhofft. Die Arbeitslosenquote lag imvergangenen Jahr durchschnittlich bei 9,4 Prozent (Vorjahr: 9,3 Prozent).SchwellenländerDie größte Wachstumsdynamik gingim Jahr 2010 von denSchwellenländern aus. Der Balda-Konzern ist mit einem Umsatzanteilvon rund 80 Prozent mitProduktionsstandorten in diesenLändern tätig. Die aufstrebendenSchwellenländer sind im vergangenenJahr stark gewachsen. Diechinesische Wirtschaft ist vor allem inder ersten Jahreshälfte wegen hoherstaatlicher Investitionen und einessteigenden privaten Verbrauchs kräftig expandiert. Im weiteren Jahresverlauf ließ die Wachstumsdynamik aufGrund der von der Regierung ausgehenden strafferen Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung etwas nach. Chinaverzeichnete nach 9,1 Prozent im Vorjahr ein Wachstum von 10,3 Prozent im Jahr 2010. Auch die übrigen BRICStaaten - insbesondere Indien und Brasilien - wiesen im vergangenen Jahr einen hohen Zuwachs dergesamtwirtschaftlichen Leistung aus. | 21 22.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010BranchensituationMobileCom: Nachfrage nach internetfähigen Handys steigtDie Erholung der globalen Wirtschaft stärkt die Konsumlaune der Mobilfunknutzer. Die Zahl der weltweitverkauften Handys legte im dritten Quartal 2010 laut dem Forschungsinstitut Gartner um 35 Prozent auf 417Millionen Einheiten zu. Das ist der dritte zweistellige Anstieg im Jahr 2010 in Folge nach 13,8 im zweiten undrund 17 Prozent im ersten Vierteljahr. Wachstumstreiber im Mobilfunkmarkt mit einer Steigerung um rund 96Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2009 bleiben die Smartphones. Die internetfähigen Geräte erleichterndas ortsunabhängige Surfen im Internet und gewinnen weiter an Attraktivität. Eine enorme Entwicklung unterden Produzenten der Smartphones hatte Apple mit seinem im Jahr 2010 eingeführten iPhone 4. Alleine imdritten Quartal verkaufte das amerikanische Technologieunternehmen laut Gartner rund 13,5 MillionenEinheiten. Experten führen diesen Verkaufsboom auf das Design, das leicht zu bedienende Menü und diezahlreichen Applikationen zurück.Auch der Suchmaschinen-Gigant Google erzielte mit seinem neuen Smartphone und dem BetriebssystemAndroid einen deutlichen Markterfolg. Laut dem Forschungsinstitut Canalis hatte die kostenlose Software fürSmartphones im dritten Quartal 2010 einen Marktanteil von rund 25 Prozent (Vorjahresperiode: rund 3,5Prozent).Der rasante Zuwachs der margenträchtigen Smartphones setzt die Anbieter alter Handymodelle zunehmendunter Druck. Im vierten Quartal verkaufte Sony Ericsson rund 23 Prozent weniger Handys gegenüber demVorjahreszeitraum. Der Durchschnittspreis der Geräte fiel auf 136 Euro pro Einheit nach 154 Euro im drittenQuartal 2010. Marktführer unter den Produzenten von Mobiltelefonen bleibt Nokia mit einem Marktanteil vonrund 28 Prozent (Vorjahresperiode: 36,7 Prozent).Innovative Geräte treiben den Markt für Consumer ElectronicsTablet Computer wie das iPad von Apple samt Touchscreen-Bedienung revolutionierten 2010 den Markt fürElektronikprodukte und regten die Kaufbereitschaft an. Der Tablet-PC von Apple hatte eine fulminante Karriere.In den ersten sechs Monaten nach dem Verkaufsstart im April 2010 hatte das Technologie-Unternehmen ausCupertino nach eigenen Angaben mehr als 7 Millionen iPads verkauft. Auch die stationären Computer gewinnenweiter an Attraktivität. Laut dem Branchenverband BITKOM erreichten die PC-Verkäufe in Deutschland im Jahr2010 mit 13,7 Millionen Einheiten einen neuen Rekordwert (Vorjahr: 12,1 Millionen Computer). Das ist einZuwachs von rund 13 Prozent gegenüber 2009. Neue, hochwertige Geräte trugen laut Marktexperten zu diesemZuwachs bei.Nachfrage nach deutscher Medizintechnik bleibt konstant auf hohem NiveauNach dem Rückgang um rund 4,3 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009 verzeichnete diedeutsche Medizintechnikindustrie einen deutlichen Aufwärtstrend. Laut dem Fachverband SPECTARISverbuchten die deutschen Medizintechnik-Produzenten 2010 ein Umsatzwachstum in Höhe von 10 Prozentgegenüber dem Vorjahr. In einer früheren Prognose waren die Experten von einem Anstieg um 6 Prozentausgegangen. Ursächlich für den zweistelligen Zuwachs ist die steigende Nachfrage nach deutscherMedizintechnik im Ausland. Auch die konstanten Inlandsbestellungen führten zum Markterfolg deutscherMedizintechnik-Hersteller. | 22 23.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Balda AktieBalda-Aktie überflügelt erneut die IndizesDas Börsenjahr 2010 endete mit Kursgewinnen der wichtigsten Indizes in Europa, Amerika und Asien. DieSchuldenkrise der Staaten, besonders in Europa und USA sowie Inflationssorgen der Schwellenländer führten2010 zeitweise zu starken Volatilitäten der Aktienmärkte. Im Zuge des konjunkturellen Aufschwungs erholtesich der Dax von seinem Tiefstand mit 5.434 Punkten zu Jahresbeginn. Der Deutsche Leitindex notierte kurzvor Jahresschluss ein neues Hoch mit 7.068 Zählern. Die Balda-Aktie überflügelte auch 2010 mit einem Plusvon 92 Prozent alle vergleichbaren Indizes der Deutschen Börse.Trotz aller Bedenken um die europäischen Schuldenstaaten stieg die Stimmung der Anleger im Börsenjahr 2010kontinuierlich. Dax-Konzerne überzeugten mit guten Quartalsergebnissen und trieben den Leitindex in dieHöhe. Zahlreiche Unternehmen meldeten Rekordzahlen. Der Dax verbuchte ein Jahresplus von rund 16 Prozent.Insbesondere die Nebenwerte dominierten im Börsenjahr 2010 die Schwergewichte aus dem Dax, EuroStoxxund Dow Jones. Der MDax, der Index der 50 mittelgroßen Börsenwerte, stieg sogar um 34 Prozent. Der SDax,in dem auch die Anteilsscheine der Balda AG notiert sind, verzeichnete mit einem 12-Monats-Plus von 43Prozent eine deutlich positive Jahresbilanz.Die Aktien der Balda AG eröffneten das Börsenjahr 2010 mit einem Kurs von 3,60 Euro. Das 52-Wochen-Hochbetrug 7,98 Euro am 13. Oktober 2010. Den Tiefststand notierte die Balda-Aktie mit 2,02 Euro am 25. Mai2010. Die Notierung schloss am 30. Dezember 2010 bei einem Kurs von 6,90 Euro. Die Aktie von Balda konnteim Berichtsjahr Ihren Wert nahezu verdoppeln und schloss mit einem deutlichen Kursplus von rund 92 Prozent.Ihre Steigerung übertraf erneut alle Indizes. Die Papiere profitierten vor allem im dritten Quartal nach demBörsengang des Touchscreen-Produzenten TPK Holding Co., Ltd. (TPK) an der Börse von Taipei von einemdeutlichen Kursanstieg.Die Notierung von TPK, an der Balda mit 16,1 Prozent beteiligt ist, hatte sich nach dem Emissionspreis von 220Taiwanesische Dollar (rund 5,30 Euro) und einem Schlusskurs am ersten Börsentag (29. Oktober 2010) von505 Taiwanesische Dollar (12,16 Euro) überwiegend auf einem Kursniveau oberhalb von 500 TaiwanesischeDollar (12,04 Euro) stabilisiert. Der Wert der Beteiligung von Balda an TPK erreichte zum Jahresende rund 627Millionen Euro.Das durchschnittliche Handelsvolumen der Balda-Aktie (Xetra und Frankfurt) belief sich 2010 an den 256Handelstagen auf 558.205 Stück pro Tag (Vorjahr: 191.346 Stück pro Tag). Das Jahresvolumen betrug 142,92Millionen Stück nach 46,8 Millionen Stück im Vorjahr. Der Tagesdurchschnitt erreichte den Wert von rund 2 | 23 24.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Millionen Euro (Vorjahr: 338.283 Euro). Infolge der deutlichen Kurssteigerung lag die Marktkapitalisierung derBalda AG auf der Basis von 58.890.636 Millionen Aktien am Jahresende 2010 bei 406,3 Millionen Euro (2009:189,0 Millionen Euro).Balda kehrt zurück in den SDaxNach dem fulminanten Kursanstieg der Balda-Aktie im Jahr 2009 entschied die Sitzung der Deutschen Börse am3. März 2010, die Balda-Aktie erneut in den Nebenwerte Index SDax aufzunehmen.KapitalerhöhungSämtliche Inhaber der im November 2007 begebenen Wandelgenussrechte in Höhe von insgesamt 34,2Millionen Euro mit einer ursprünglichen Laufzeit bis zum Jahresschluss 2013 haben mit Wirkung zum 29.Oktober 2010 ihre Wandelrechte ausgeübt. Die Investoren erhielten 4.733.964 Aktien der Balda AG, die für dasGeschäftsjahr 2010 gewinnberechtigt sind. Das Grundkapital der Balda AG erhöhte sich dadurch um4.733.964,00 Euro auf 58.890.636,00 Euro.Aktionärsstruktur erweitertBesonders angesichts des Wertes und der positiven Kursentwicklung der Balda-Beteiligung TPK legten auch dieAttraktivität und das Interesse an der Balda-Aktie zu. Seit September 2010 hält die Senrigan Capital GroupLimited mit Sitz in Hong Kong 4,91 Prozent der Aktien der Balda AG. Im Verlauf des vierten Quartals kamenzwei weitere Großaktionäre hinzu. Die Access Industries LLC mit Sitz in New York, USA hält 3,53 Prozent derStimmrechte. Die Kingdon Capital Management LLC, ebenfalls mit Sitz in New York, USA ist mit 3,04 Prozentder Aktien an der Balda AG beteiligt. Daneben zählt die Yield Return Investments mit 27,6 Prozent der Aktiennach wie vor zu den größten Aktionären der Balda AG. Der Freefloat betrug zum 31. Dezember 2010 rund54,55 Prozent.Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2010 Freefloat 54,55 Prozent Yield Return Investments 27,6 Prozent Senrigan Capital 4,91 Prozent Access Industries 3,53 Prozent Soros Fund Management 3,23 Prozent Octavian Advisors 3,14 Prozent Kingdon Capital 3,04 ProzentSämtliche Beschlüsse auf der Hauptversammlung am 25. Mai 2010 erfolgten einstimmig. Die 200 vertretenenAnteilseigner repräsentierten rund 40 Prozent des stimmberechtigten Kapitals.Investor RelationsDer Balda-Konzern betrieb auch im Berichtszeitraum eine zeitnahe und offene Kommunikation mit denTeilnehmern des Kapitalmarkts. Der Vorstand hat Finanzanalysten, Fondsmanager sowie Wirtschaftsanalystenauf der jährlichen Analysten- und Bilanzpressekonferenz sowie bei drei Telefonkonferenzen anlässlich derVeröffentlichung der Quartalszahlen kontinuierlich und umfassend über die Geschäftsentwicklung undAussichten unterrichtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Unternehmensgruppe den Dialog mitinstitutionellen Investoren verstärkt. Der Vorstand hat im vergangenen Geschäftsjahr aktiv das Gespräch mitRedaktionen von Finanz- und Wirtschaftsmedien gesucht. Es fanden verschiedene Einzelgespräche undInterviews mit bundesweit erscheinenden Medien und Agenturen statt. Zudem präsentierte sich Balda aufRoadshows in New York, Kopenhagen, London und Frankfurt sowie auf den Investorenkonferenzen der UBJ, derSmall Cap Konferenz der DVFA und dem Deutschen Eigenkapitalforum der Deutschen Börse. Im zweitenHalbjahr 2010 startete die Gesellschaft ihre Kommunikationsoffensive in diversen Social Media-Kanälen wieTwitter, Facebook, Slideshare und YouTube. Nach drei Monaten hat Balda in diesen Medien eine Reichweite vonrund 34.000 Teilnehmern erzielt. | 24 25.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Organisation und rechtliche UnternehmensstrukturBalda stößt Verlustbringer abDie Balda AG mit Sitz in Bad Oeynhausen, Deutschland, nahm auch im Berichtsjahr die Holding-Funktionen füralle Tochtergesellschaften des Konzerns wahr. Neu gegründet wurde die Balda Investments Netherlands B.V.(BIN) mit Sitz in Amsterdam, Niederlande. Die Gesellschaft fungiert als weitere Zwischenholding zwischen derBalda AG und der Balda Investments Singapore (BIS) in Singapur. Die BIN soll die Aktivitäten derausländischen Balda Gesellschaften kontrollieren und verwalten. Zusammen mit der neuen niederländischenGesellschaft und der BIS verwaltet die Holding alle Beteiligungen des Konzerns.Im Geschäftsjahr 2010 hat das Beteiligungsportfolio verschiedene Änderungen erfahren. Die Balda AG hat ihreAnteile an der Balda Solutions Hungaria verkauft. Ebenso wurde im Berichtsjahr die Beteiligung an derindischen Gesellschaft Balda Motherson Solution veräußert. Zwei Verlustbringer haben den Konzern damitverlassen.Bereits Ende 2009 hatte die Balda-Gruppe den Verkauf von bis zu 18,75 Prozent der Anteile am Touchscreen-Hersteller TPK Holding Co., Ltd. (TPK) vertraglich vereinbart. Anteile aus diesem Paket im Volumen von 1,625Prozent wurden erst im Geschäftsjahr 2010 bezahlt und übereignet. Im Rahmen des Börsengangs am 29.Oktober 2010 erfolgte eine Kapitalerhöhung von TPK, an der die Balda-Gruppe nicht teilnahm. Mit demgleichzeitigen Beitrag zu einem Greenshoe hält die Balda-Gruppe nun noch 16,1 Prozent derGesellschaftsanteile an dem Touchscreen-Hersteller. Mit dem Börsendebüt verlor die Balda-Gruppe ihrenmaßgeblichen Einfluss bei der TPK. Dieser Wechsel in der Gesellschafterposition führte zu einer Änderung in derBilanzierung der TPK Anteile. Die als Finanzinvestition zu klassifizierende TPK Beteiligung wird nunmehr zumbeizulegenden Zeitwert (Marktwert) bewertet. Aus der Bewertung der TPK-Anteile am 29. Oktober 2010 zumEmissionskurs von 220 Taiwanesische Dollar (NTD) entstand ein einmaliger Ertrag in der Gewinn- undVerlustrechnung von rund 125 Millionen Euro.Segmente, Produkte und MärkteDie Segmentstruktur des Balda-Konzerns änderte sich 2010 gegenüber dem Geschäftsjahr 2009. Nach demVerkauf der Anteile an der Balda Motherson ist der Balda-Konzern in die folgenden vier Segmente strukturiert:• MobileCom - komplette Baugruppen aus Kunststoff für den Mobilfunk-Markt,• Electronic Products - Elektronikprodukte einschließlich Spritzguss von Kunststoffteilen,• Medical - Erzeugnisse für die Pharma-, Diagnostik- und Medizintechnik und• Central Services - u.a. Finanzierung der operativ tätigen Einheiten sowie die Verwaltung der Immobilie in Bad Oeynhausen und die Steuerung von Balda USA.Die Kunden von Balda sind führende Hersteller und Verwender aus den Märkten Mobilfunk, Unterhaltungs- wieKommunikationselektronik, Pharma- und Medizintechnik sowie aus sonstigen artverwandten Märkten.Wesentliche StandorteMit Produktionsstandorten in China, Malaysia und Deutschland war der Konzern auch 2010 internationalaufgestellt. Die Balda USA in Morrisville, North Carolina, USA, betreut Kunden des Konzerns bei Design und derEntwicklung neuer Produkte. Zudem übernimmt die US-Gesellschaft im nordamerikanischen Markt auchVertriebsaufgaben für die Balda-Gruppe.Im Zuge der Restrukturierung des Geschäfts im Segment MobileCom wurde im Geschäftsjahr 2010 dieProduktion vom Standort Suzhou weitgehend in das Werk nach Peking verlagert.Durch die Beteiligung von 16,1 Prozent an dem im Weltmarkt führenden Produzenten kleinformatigerTouchscreens TPK partizipiert der Balda-Konzern weiter an der dynamischen Entwicklung des Touchscreen-Marktes.Regionale VerantwortungAuch im Geschäftsjahr 2010 waren die operativ tätigen Segmente für das Erreichen ihrer Zielvorgaben selbstverantwortlich. Der Balda-Konzern betreibt Produktionsstandorte in den Ländern:• China,• Malaysia und• Deutschland | 25 26.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Der Konzern konzentriert sich mit seinen drei Fertigungsstätten im Segment MobileCom in Peking und Suzhouauf die Produktion von Baugruppen für Mobiltelefone. Im Berichtszeitraum schloss der Balda-Konzern den Bauder neuen Produktionsstätte in Peking ab. Im September 2010 starteten die ersten Pilotprojekte in der neuenWirkungsstätte. Mit der neuen Fertigung richtet sich der Konzern im Segment MobileCom stärker auf dieMassenproduktion aus.Das Segment Electronic Products, mit dem Standort in Malaysia, fokussiert sich auf die Entwicklung undFertigung von Elektronikprodukten und die Kunststoffverarbeitung. Zum Leistungsportfolio gehört auch dienahezu komplette Montage elektronischer Kameras.Das Segment Medical entwickelt und fertigt in Bad Oeynhausen Systeme aus Kunststoff samt elektronischenBauelementen für die Marktsegmente Pharmazie, Diagnostik und Medizintechnik.Erweiterter AufsichtsratAnlässlich der Hauptversammlung der Gesellschaft am 25. Mai 2010 wählten die Anteilseigner nach einerentsprechenden Änderung der Satzung drei neue Mitglieder in das Aufsichtsgremium der Balda AG. NeueMitglieder des Organs der Gesellschaft wurden: Dr. Michael Naschke, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei vanAubel, Berlin, Yu-Sheng Kai, Geschäftsführer der Eternal Union International Limited, Hongkong und Chun-ChenChen, Vorstandsvorsitzender der TVM Corporation und der Touch Video Monitor Corporation, Taipeh, Taiwan.Zum Gremium gehören weiterhin die bisherigen Mitglieder Dino Kitzinger, München, Mark Littlefield, San José,Kalifornien/USA und Thomas J. Leonard, Holland, Michigan/USA, die bis zur Hauptversammlung, die über dieEntlastung für das Geschäftsjahr 2010 beschließt, gewählt sind.In seiner konstituierenden Sitzung am 24. Juni 2010 wählten die Mitglieder des Aufsichtsrats der Balda AG Dr.Michael Naschke zum Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums. Er übernimmt den Vorsitz von Dino Kitzinger.Dino Kitzinger fungiert im Aufsichtsrat weiterhin als Experte für Rechnungslegung und Bilanzthemen.Die Verantwortlichkeiten des Vorstands der Balda AG blieben 2010 unverändert: Nach der neuenGeschäftsordnung des Vorstands fielen in das Aufgabengebiet des Vorstandsvorsitzenden (CEO) MichaelSienkiewicz die strategische Planung sowie der weltweite Vertrieb und Einkauf des Balda-Konzerns. Zudemverantwortete er die Tochtergesellschaften, Public Relations und Marketing sowie Konzernpersonal und Technik.Rainer Mohr ist als Finanzvorstand (CFO) verantwortlich für Finanzen und Controlling,Recht/Versicherung/Steuern, Investor Relations, Informationstechnologie, Interne Revision und Personal derBalda AG.Die Gesellschaft hat die Vorstandsverträge mit Michael Sienkiewicz (CEO) und Rainer Mohr (CFO) am 26.Oktober 2010 vorzeitig bis 31. Dezember 2012 verlängert (siehe auch Nachtragsbericht).Die Chief Executive Officers (CEO) der Segmente sind weiterhin für die Umsetzung der vom Vorstandvorgegebenen Strategie ihrer Geschäftsfelder in den betreffenden Märkten, für das gesamte operative Geschäftund das Ergebnis verantwortlich. Sie berichten direkt an den Vorstand der Holding.Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Balda-Website unter Investor Relations / CorporateGovernance abrufbar. | 26 27.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010GeschäftsentwicklungDiversifizierung fortgesetztDie Balda-Unternehmensgruppe hat sich im Geschäftsjahr 2010 auf die Diversifizierung der Kernkompetenzenmit dem Ziel Produktinnovationen für neue Märkte und neue Kunden konzentriert.Die Posten der vorliegenden Gewinn- und Verlustrechnung sind um die Ergebniseinflüsse der aufgegebenenGeschäftsbereiche bereinigt. Das Ergebnis nach Steuern der aufgegebenen Geschäftsbereiche wird inÜbereinstimmung mit den IFRS in einer separaten Position ausgewiesen. Das Jahresergebnis desGesamtkonzerns ergibt sich aus der Summe beider Ergebnisse.Im Geschäftsjahr 2010 weist der Konzern das Ergebnis nach Steuern sowie das Ergebnis aus derEntkonsolidierung der verkauften Anteile an Balda Motherson Solution India Ltd. und der Balda SolutionsHungaria Kft. im Jahresergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen aus. Der Vorjahresausweis wurdeentsprechend angepasst. Seit Oktober 2008 wurde die Beteiligung am Tochscreen-Produzenten TPK HoldingCo., Ltd. (TPK) aufgrund eines bestehenden maßgeblichen Einflusses als assoziiertes Unternehmen nach derEquity-Methode bewertet. Die anteiligen Jahresergebnisse der assoziierten Gesellschaften wurden bis zumdritten Quartal 2010 im Finanzbereich als Ergebnis assoziierte Unternehmen gezeigt.Im Geschäftsjahr 2010 hat der Balda-Konzern die Beteiligung aus dem bereits Ende 2009 vertraglichvereinbarten Verkauf von Anteilen an der TPK um weitere 1,625 Prozent reduziert. Nach einer Kapitalerhöhungund einem Beitrag zum Greenshoe im Rahmen des Börsengangs am 29. Oktober 2010 hält der Konzern nunnoch 16,1 Prozent der Anteile an TPK. Mit dem Verlust des maßgeblichen Einflusses mit Erstnotierung entfälltdie Bewertung nach der Equity Methode. Die Beteiligung ist dann zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. DerErtrag aus der Bewertungsänderung zu diesem Zeitpunkt in Höhe von 124,6 Millionen Euro beeinflusstmaßgeblich das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2010. Laufende Ergebnisse der TPK Beteiligung werdenin der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nicht mehr erfasst. Der Balda-Konzern erwirtschaftete imBerichtszeitraum in den fortgeführten Geschäftsbereichen Umsatzerlöse in Höhe von 141,4 Millionen Euro.Damit liegt das Umsatzvolumen über dem Niveau des Vorjahres von 134,1 Millionen Euro (ohne Indien). BeideWerte sind um die Erlöse aus der 2010 verkauften Beteiligung aus dem indischen Joint Venture BaldaMotherson Solution bereinigt.Der Jahresüberschuss lag nach den Sondereinflüssen durch die neue Bewertung der TPK-Beteiligung undSonderabwertungen in Höhe von minus 28,6 Millionen Euro bei 94,4 Millionen Euro. Weitere Informationen zurwirtschaftlichen Entwicklung legen die Kapitel Ertragslage und Vermögenslage dar.Wesentliche, für den Geschäftsverlauf ursächliche EreignisseDer Balda-Konzern setzte im Geschäftsjahr 2010 seine Neuausrichtung konsequent fort.Das Segment MobileCom konnte die Erwartungen weder bei den Umsatzerlösen noch beim Ergebnis erfüllen.Erfreulich war die Akquisition neuer Kunden. Pilotprojekte, die im neuen Werk in Peking in Produktion gingen,werden jedoch überwiegend erst 2011 umsatzwirksam. Die Neuordnung des Geschäftsfelds MobileCom hielt an.Sie wird ihren Abschluss im Laufe des ersten Halbjahres 2011 finden.Das Segment Electronic Products hat die strategische Ausrichtung mit der Entwicklung und Produktioninnovativer Produkte für Kommunikations- und Unterhaltungselektronik für neue wie auch für bestehendeKunden umgesetzt. Das Segment hat die Umsatzerlöse mehr als verdoppelt. Die Ergebnissituation konnteallerdings nicht mit der Entwicklung der Erlöse Schritt halten. Höhere Anlaufkosten neuer Projekte drücktenstärker als erwartet auf die Margen.Das Segment Balda Medical hat im Geschäftsjahr 2010 die Strategie der Diversifizierung in neue Produkte fürneue Kunden realisiert. Das Geschäftsfeld hat sich bei rückläufigen Umsätzen planmäßig entwickelt. DieErgebnissituation ist weiterhin, wenngleich auf niedrigerem Niveau, positiv. Das Segment hat erheblicheVorleistungen für neue Projekte erbracht. Sie werden im Laufe des Geschäftsjahres 2011 umsatzwirksam.Das Segment Central Services hat sich 2010 durch Einmaleffekte positiv entwickelt. Die Erstattungen ausSchadensersatzansprüchen aufgrund einer Fehlberatung führten zu Erträgen in Höhe von 4,7 Millionen Euro.Anteilige Ergebnisse am operativen Geschäft der TPK waren nur noch bis zum Börsengang der TPK EndeOktober 2010 zu berücksichtigen. Die Umstellung der Bewertung der TPK Investition zu Marktwerten führtenbei der erstmaligen Anwendung zu einem einmaligen Ergebniseffekt in Höhe von 124,6 Millionen Euro. | 27 28.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Abbau von VerbindlichkeitenDer Balda-Konzern hat mit der vorzeitigen Wandlung der im Geschäftsjahr 2007 begebenenWandelgenussrechte in Höhe von insgesamt 34,2 Millionen Euro weitere Verbindlichkeiten abgebaut. MitWirkung zum 29. Oktober 2010 haben die Inhaber der Wandelgenussrechte 4.733.964 Aktien der Balda AG mitGewinnberechtigung für das Geschäftsjahr 2010 erhalten.Erweiterung des AufsichtsratsDie Aktionäre der Balda AG beschlossen auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 25. Mai 2010 eineSatzungsänderung zur Erweiterung des Aufsichtsrats auf sechs Mitglieder. Neben den bestehenden Mitgliederndes Gremiums Dino Kitzinger, München / Deutschland, Mark Littlefield, San José, Kalifornien/USA und ThomasJ. Leonard, Holland, Michigan/USA wählten die Anteilseigner drei neue Aufsichtsräte: Dr. Michael Naschke,Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei van Aubel, Berlin, Yu-Sheng Kai, Geschäftsführer der Eternal UnionInternational Limited, Hongkong und Chun-Chen Chen, Vorstandsvorsitzender der TVM Corporation und derTouch Video Monitor Corporation, Taipeh, Taiwan. Als Vorsitzenden des Aufsichtsrats wählten die Mitglieder desGremiums auf ihrer konstituierenden Sitzung Dr. Michael Naschke.Vergleich des tatsächlichen mit dem im Vorjahr prognostizierten GeschäftsverlaufDer Konzernabschluss im Blick auf das Volumen der Umsatzerlöse unterschreitet die zu Jahresbeginn 2010erklärte Prognose um bis zu 20 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) weicht ebenfalls von derPrognose des Niveaus von 2009 deutlich nach unten ab. Dagegen liegen das Ergebnis vor Steuern (EBT) unddas Jahresergebnis Gesamtkonzern aufgrund der neuen Bewertung der Anteile an der TPK deutlich über denErwartungen. | 28 29.
Interaktiver Geschäftsbericht 2010Kapitalstruktur, Vorstand und KontrollwechselWandel von Genussrechten und Änderungen der SatzungDie Balda AG hat gemäß den Vorschriften des § 289 Absatz 4 und § 315 Absatz 4 HGB im Konzernlageberichtfolgende zusätzliche Angaben zu machen:Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas Grundkapital der Balda AG ist zum Jahresschluss 2010 gestiegen. Durch Ausüben ihrer Wandlungsrechtehaben Investoren ihre Genussrechte (Nominalwert: 34,2 Millionen Euro) in 4.733.964 Aktien der Balda AGgewandelt. Zum 31. Dezember 2010 betrug das Grundkapital der Gesellschaft damit 58.890.636,00 Euro undwar in 58.890.636 Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie zerlegt. Jeeine Aktie gewährt in der Hauptversammlung der Gesellschaft eine Stimme.Beschränkungen der Stimmrechte oder der Übertragung von AktienAlle Aktien der Gesellschaft sind satzungsgemäß frei übertragbar. Die Stimmrechte oder die Übertragung vonAktien betreffende Beschränkungen sind dem Vorstand der Gesellschaft zum Berichtszeitpunkt nicht bekannt.Beteiligungen, die 10 Prozent des Kapitals überschreitenAm 31. Dezember 2010 hielten folgende Aktionäre direkt oder indirekt Beteiligungen am Grundkapital derGesellschaft, die mehr als 10 Prozent der Stimmrechte gewähren:• Yield Return Investments, Apia, Samoa: 27,60 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte direkt.• Yun-Ling Chiang, Richmond, Kanada: 27,60 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte indirekt.Inhaber von Aktien mit SonderrechtenEs bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.Gesonderte Stimmrechtskontrolle für ArbeitnehmerNach Kenntnis des Vorstands üben Mitarbeiter, die Aktien der Gesellschaft halten, ihre Stimmrechte unmittelbaraus.Änderung der SatzungBezüglich der Satzung wurden auf der Hauptversammlung der Balda AG am 25. Mai 2010 Änderungenvorgenommen. Das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrichtlinie vom 30. Juli 2009 (ARUG) hat dasFristenregime der Hauptversammlung im Aktiengesetz neu geregelt. Im Blick auf die Bestimmungen derSatzung der Balda AG zur Hauptversammlung wurden infolge der neuen gesetzlichen Regelungen Änderungenerforderlich. Die nach § 179 AktG für Satzungsänderungen zuständige Hauptversammlung hat daherNeufassungen der § 15 Ziffer 1, § 16, § 18 Ziffer 2 Satz 3 und § 21 beschlossen (nähere Informationen unterwww.balda.de/investor-relations/publikationen/satzung.php).Befugnisse des Vorstands Genehmigtes KapitalDer Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 8. August2012 durch Ausgabe neuer Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt noch um höchstens 16.923.960 Euro,gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2007).Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,• um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen,• soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern von Wandel- und Optionsanleihen sowie Genussrechten mit Umtausch- und Bezugsrechten, die von der Gesellschaft oder Konzernunternehmen der Gesellschaft auf Aktien der Gesellschaft ausgegeben wurden, in dem Umfang ein Bezugsrecht zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung ihres Umtausch- oder Bezugsrechts beziehungsweise nach Erfüllung einer etwaigen Wandlungspflicht zustünde, oder• wenn der auf die neuen Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 Prozent des bei Wirksamwerden dieser Ermächtigung und bei der Beschlussfassung über die Ausübung der Ermächtigung vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabepreis den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet. Auf den Betrag von 10 Prozent des Grundkapitals ist der Betrag anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die auf Grund einer entsprechenden Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben beziehungsweise veräußert werden. Im Sinne dieser Ermächtigung entspricht der „Ausgabepreis“ bei | 29 Empfohlen
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