Source: https://www.advocado.de/ratgeber/gesellschaftsrecht-ma/unternehmensgruendung/gmbh-gruendung-in-10-schritten-eine-gmbh-gruenden.html
Timestamp: 2017-12-15 15:53:07
Document Index: 247651651

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 48', '§ 238', '§ 82', '§ 5', '§ 161']

▷ GmbH-GRÜNDUNG - In 10 Schritten eine GmbH gründen
Hier bieten wir ihnen ausführliche Informationen rund um das Thema GmbH Gründung. Sie erfahren in diesem Artikel unter anderem was bei der GmbH Gründung alles zu beachten ist, sowie welche Vorteile und Risiken die Gründung einer GmbH birgt
1. Was zeichnet die Rechtsform GmbH aus?
1.1. Kapitalgesellschaft
1.2. Juristische Person
1.3. Gründung und Stammkapital
1.5. Gesellschafter, Gesellschaftsversammlung & Geschäftsführer
1.6. Aufsichtsrat
1.7. Gewinnverteilung
2. Die GmbH Gründung im Überblick
3. Was bei der Gründung einer GmbH beachtet werden muss
3.1. Gesellschaftsvertrag
3.2. Firmenname
3.3. Eröffnung des Geschäftskontos
3.4. Eintrag im Handelsregister
3.5. Gewerbeamt
3.6 Steuern & Finanzamt
3.7. Berufsgenossenschaft
3.8. Bundesagentur für Arbeit
3.9. Sozialversicherungen
3.9.1. Betriebliche Versicherungen
3.9.2. Genehmigungen
4. Checkliste: In 10 Schritten eine GmbH gründen
5. Vorteile der GmbH Gründung
6. Risiken der GmbH Gründung
7. Sonderformen der GmbH
8. PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung im Gesellschaftsrecht für Gründer
1. Gründung GmbH – was zeichnet diese Rechtsform aus?
Kapitalgesellschaft: Gesellschaften mit beschränkter Haftung können nach Maßgabe der Bestimmungen des Gesetzes zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck durch eine oder mehrere Personen errichtet werden (§ 1 GmbHG). Die GmbH gehört neben der Aktiengesellschaft (AG) zu den Kapitalgesellschaften und tritt als juristische Person in Kraft.
Juristischen Person des privat- oder öffentlichen Rechts: Darunter versteht man eine Personenvereinigung oder das Zweckvermögen, das über rechtlich anerkannte Selbstständigkeit verfügt und so den Träger von Rechten und Pflichten abbildet, ohne dabei eine natürliche Person zu sein. Daraus folgt u. a., dass Kapitalgesellschaften eigene Steuersubjekte sind und eine stärkere Trennung zwischen Privat- und Geschäftsvermögen als bei Personengesellschaften vorliegt. Ebenso ist eine Fremdgeschäftsführung möglich.
Die Vorschriften zur Rechnungslegung für Kapitalgesellschaften sind im HGB festgelegt, alle weiteren gesellschaftsrechtlichen Vorschriften finden sich in eigenen Gesetzen wieder: GmbH (§ GmbHG), AG (§ AktG).
Gründung und Stammkapital: Die Gründung der GmbH kann von mindestens einem Gesellschafter durch einen notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag erfolgen. An der Gesellschaft können sich sowohl natürliche als auch juristische Personen beteiligen. Zur GmbH Gründung wird ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro benötigt, das jedoch seit 2008 durch die Möglichkeit der Gründung der UG (Mini-GmbH) vereinfacht wird. Bei der ursprünglichen GmbH-Gründung muss ein Gesellschafter eine Stammeinlage von mindestens einem Euro erbringen, welche dann mit den Einlagen anderer Gesellschafter summiert wird und im besten Fall ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro ergibt. Das Stammkapital muss jedoch nur zur Hälfte zum Gründungszeitpunkt vorhanden sein. Auch Bar- oder Sacheinlagen wie Maschinen oder Fuhrpark lassen sich einbringen und leisten einen wirksamen Teil zur Erfüllung des Stammkapitals. Damit diese angerechnet werden, müssen insbesondere Sacheinlagen vor der Anmeldung der Gesellschaft geleistet und Bareinlagen zu einem Viertel der Summe eingezahlt worden sein. Auch eine Mischung aus Sach- und Bareinlagen ist möglich.
Haftung: Die Haftung der Gesellschafter beschränkt sich auf die Kapitaleinlage und schließt eine private Gewähr aus. Die Gesellschaft haftet gemeinsam mit dem gesamten Geschäftsvermögen – und nicht der einzelne Gesellschafter mit seiner eigenen Kapitaleinlage.
Gesellschafter, Gesellschafterversammlung und Geschäftsführer: Die Beschlüsse der Gesellschafter werden in Versammlungen gefasst (§ 48 (1) GmbHG). Die Gesellschafterversammlung der GmbH ähnelt der Hauptversammlung der AG und wird für die Wahl der Geschäftsführer einberufen. Die GmbH kann einen oder mehrere Geschäftsführer haben, die das Unternehmen nach außen hin vertreten. Diese sind im Handelsregister einzutragen und unterliegen den Weisungen und Beschränkungen des Gesellschaftsvertrags. Die Geschäftsführer müssen einer besonderen Sorgfaltspflicht nachkommen und können bei Missachtung persönlich und mit privatem Vermögen herangezogen werden. Hierzu zählen z. B. ordentliche Buchführung oder korrekte Sozialversicherungsabgaben.
Der Gesellschaftsvertrag lässt den Geschäftsführern – im Vergleich zum Vorstand der AG – wenig Entscheidungsspielräume, sondern verlagert die Entscheidungskompetenzen in die Gesellschafterversammlung, sodass ein hohes Mitspracherecht für alle Gesellschafter entsteht. So wird z. B. der Jahresabschluss bekanntgegeben und über diesen geurteilt. Beschlüsse, die in der Versammlung getroffen werden, lassen sich auf Grundlage der jeweiligen Geschäftsanteile bestimmen. Jeder Euro eines Geschäftsanteils entspricht einem Stimmrecht, wenn in der Satzung bei Gründung der Gesellschaft nichts anderes vereinbart wurde.
Aufsichtsrat: Die Einberufung eines Aufsichtsrats, der über die Geschäftsführung wacht, ist bei einer GmbH freiwillig, zwingend notwendig jedoch bei solchen, die aus 500 oder mehr Gesellschaftern bestehen. Wenn ein Aufsichtsrat existiert, entspricht die Aufgabenverteilung der Organe denen einer AG.
Gewinnverteilung: Die Gewinne der GmbH werden nach Kapitalanteilen dem jeweiligen Gesellschafter zugeteilt, wenn im Gesellschaftervertrag keine individuelle Regelung vereinbart wurde.
2. Die GmbH Gründung im Überblick:
Ggf. Aufsichtsrat
Geschäftsführer (gewählt von Gesellschafterversammlung)
3. Gründungsformalitäten der GmbH – was Sie bei der Gründung einer GmbH beachten müssen
Bei der Gründung der GmbH gibt es viele Schritte zu berücksichtigen, die substanziell für den Start in eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte sind. Unabhängig von der Wahl der Rechtsform sind rechtliche Beratungen empfehlenswert, die für jede Unternehmensform eine wichtige Rolle spielen. Sie helfen beim Verständnis rechtlicher Anforderungen und schützen vor Misserfolg. Ebenso wichtig ist die angemessene Planung der Gründung. Deshalb muss ein Zeitplan für das Gründungsgeschehen erstellt sowie ein Businessplan konzipiert werden, der den Gegenstand und die Kalkulation des Geschäfts aufzeigt. Das Kapital muss ebenfalls mithilfe eines Kapitalbedarfsplans berechnet und Startkapital bzw. effektive Gesellschafter für die Einlagen des Stammkapitals beschafft werden. Zudem sollten weitere wichtige Schritte berücksichtigt werden:
Gesellschaftervertrag: Für den Weg in die Selbstständigkeit ist ein schriftlicher und notariell beurkundeter Gesellschaftervertrag essenziell, der die Eckdaten des Unternehmens wie z. B. Firmensitz, Unternehmensgegenstand oder die Höhe des Stammkapitals zusammenfasst. Neben diesen Pflichtvereinbarungen können weitere individuelle Regelungen getroffen werden, die u. a. die Gewinnverwendung oder das Innenverhältnis der Gesellschafter spezialisieren. Eine notarielle Beglaubigung des Gesellschaftsvertrages genügt, wenn maximal drei Gesellschafter zur Gründung beitragen und ein Musterprotokoll (Gesellschaftsvertrag inkl. Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste) verwendet wird. Alles darüber hinaus bedarf einer notariellen Beurkundung.
Firmenname: Der Firmenname ist neben vielen weiteren Formalitäten der erste Eindruck des Unternehmens, da der Betrieb so im Geschäftsverkehr auftritt und mit dem Namen im Handelsregister verankert ist. Grundsätzlich ist von Fantasienamen bis hin zu Sachbegriffen oder Buchstabenkombination fast alles möglich – der Zusatz GmbH im Anschluss des Namens muss aber unbedingt angegeben werden. Um Überschneidungen mit anderen Firmen zu vermeiden, ist es vorab nötig, sich bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK) zu informieren.
Eröffnung des Geschäftskontos: Im Gründungsverlauf einer GmbH ist die Eröffnung eines eigenen Geschäftskontos unverzichtbar, da dieses die Voraussetzung für die Erfüllung der Gründungsformalitäten darstellt. Alle Gesellschafter müssen ihre Stammeinlagen auf das Konto einzahlen, damit die Anmeldung vollzogen werden kann. Für die Wahl des richtigen Geschäftskontos sind Beratungen bei der Bank wichtig, damit Sie die passende Bankdienstleistung für Ihren Geschäftsbetrieb finden. Neben Filial-Banken gibt es mittlerweile viele Online-Banken, deren Leistungen sich oft von denen der Filialen unterscheiden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das passende Preis-/Leistungsverhältnis zu wählen und sich für den richtigen Partner an Ihrer Seite zu entscheiden.
Eintrag im Handelsregister: Nach notarieller Beurkundung des Gesellschaftervertrags oder des Musterprotokolls werden diese Informationen vom Notar beim zuständigen Amtsgericht an das Handelsregister weitergeleitet. Vorher muss jedoch ein Nachweis über die Einzahlung der Stammeinlagen beim Notar eingegangen sein. Spätestens aber zum Zeitpunkt der Eintragung ins Handelsregister muss das vollständige Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro vorliegen oder 12.500 Euro in Kombination mit einer etwaigen Sachanlage nachgewiesen werden. Für die Anmeldung Ihres Unternehmens beim Handelsregister müssen Sie neben dem Gesellschaftsvertrag, der Geschäftsführerbestellung und der Gesellschafterliste auch den Sachgründungsbericht der geleisteten Sacheinlagen sowie Unterlagen für bewertete und geplante Sacheinlagen für das Stammkapital vorlegen. Damit wird das Prüfverfahren eingeleitet und nach erfolgreichem Bestehen die Bekanntmachung Ihres Unternehmens vollzogen. Wird Ihr Unternehmen vor der Anmeldung bereits geschäftlich aktiv, hat es den Zusatz „i. G.“ (in Gründung) oder Vor-GmbH zu tragen. Zu diesem Zeitpunkt haften Sie auch in Höhe Ihres Privatvermögens.
Gewerbeamt: Sobald die Selbstständigkeit ansteht, muss das zukünftige Gewerbe im zuständigen Gewerbeamt der Stadt- oder der Gemeindeverwaltung angemeldet werden. Das Amt prüft, ob die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Gewerbes erfüllt sind. Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Gewerbeschein, mit dem Sie zur Führung eines Gewerbes befähigt werden.
Steuern/Finanzamt: Da die GmbH in Form einer Kapitalgesellschaft eine juristische Person darstellt, ist diese ein Steuersubjekt, das die Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag zu entrichten hat. Auch ausgeschüttete Gewinne (Dividende) müssen mit einer sogenannten Kapitalertragssteuer belastet werden. Bei Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen fallen zugleich die Umsatzsteuer sowie die Lohnsteuer bei Beschäftigung von Mitarbeitern an. Bei einem Grundvermögen von Grundstücken muss das Unternehmen an die jeweilige Gemeinde ebenfalls eine Grundsteuer bezahlen. Für diese steuerliche Erfassung spielt das Finanzamt die entscheidende Rolle. Nach der Anmeldung Ihres Gewerbes beim Gewerbeamt müssen Sie beim Finanzamt einen Fragebogen ausfüllen und erhalten anschließend Ihre Steuernummer, unter der Ihre steuerlichen Prozesse erfasst werden.
Berufsgenossenschaft: Berufsgenossenschaften sind Unfallversicherungsträger für Unternehmen, die zur Aufgabe haben, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren und Unfallrisiken zu vermeiden. Im Fall eines Arbeitsunfalls versichern sie Schutz und Prävention für den Versicherten. Berufsgenossenschaften dienen dem Wohl des Unternehmens und eine Anmeldung für die GmbH bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft wie z. B. Metall-Berufsgenossenschaft ist essenziell.
Bundesagentur für Arbeit: Sieht das zukünftige Unternehmenskonzept die Anstellung von Mitarbeitern vor, ist der Gang zur Bundesagentur für Arbeit für den Erhalt der Betriebsnummer unumgänglich. Die Betriebsnummer wird vom Betriebsnummern-Service vergeben und wird zusätzlich für die Anmeldung bei den Sozialversicherungen und der Krankenkasse benötigt.
Sozialversicherungen: Das soziale Netz in Deutschland besteht aus den gesetzlichen Arbeitslosen-, Renten-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherungen. Die Anmeldung ist bei geplanter Anstellung von Mitarbeiter zwingend notwendig, damit diese in allen Bereichen abgesichert sind. Für die Anmeldung bedarf es der Betriebsnummer, die Sie vorab bei der Bundesagentur für Arbeit einholen müssen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Sozialversicherungsbeiträge gemeinsam, deren Höhe sich anhand gesetzlich festgelegter Beitragssätze bemisst. Die Anmeldung der Beschäftigten erfolgt über die jeweilige gesetzliche Krankenkasse, bei der Sie den Mitarbeiter mithilfe eines Beitragsnachweises melden. Um die Aufnahme bei der Unfallversicherung zu tätigen, bedarf es der Anmeldung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft.
Betriebliche Versicherungen: Die Hauptrisiken einer GmbH sichern sogenannte betriebliche Versicherungen ab, die für alle Bereiche abgeschlossen werden können. Zu den meist genutzten Versicherungen zählen u. a. die Betriebs-Haftpflichtversicherung, Einbruchdiebstahlversicherung und Kfz-Haftpflichtversicherung.
Genehmigungen: Neben Versicherungen und Gewerbeanmeldungen müssen in Deutschland für einige Bereiche Erlaubnispflichten für die Gründung eingeholt werden. Tätigkeiten in Gastronomiebetrieben benötigen z. B. Einwilligungen vom Gesundheitsamt und Arbeit im Baugewerbe unterliegt einer Abnahme vom Bauamt. In vielen Fällen sorgt auch die Gewerbeaufsicht für ein ordnungsgemäßes Geschäft.
4. Checkliste: In 10 Schritten eine GmbH gründen!
5. Vorteile einer GmbH Gründung
Die Entscheidung, eine GmbH zu gründen, liegt in den zahlreichen Vorteilen begründet, die diese bieten:
Keine Haftung mit Privatvermögen, lediglich Haftung mit dem Geschäftsvermögen.
Rechtsfähigkeit als juristische Person: Es können z. B. Geschäfte abgeschlossen und Anteile an anderen Unternehmen gekauft werden.
Flexible Ausgestaltung des Gesellschaftervertrags durch beispielsweise individuelle Regelungen zur Gewinnverwendung.
Wenige Hindernisse beim Wechsel von Gesellschaftern im Unternehmen.
In manchen Bereichen gibt es steuerliche Vorteile: Personengesellschaften unterliegen z. B. einer progressiv ansteigenden Einkommenssteuer, Kapitalgesellschaften zahlen eine deutlich niedrigere Körperschaftssteuer.
Fremdgeschäftsführung: Wenn sich kein Gesellschafter als Geschäftsführer aufstellen lassen möchte, gibt es die Möglichkeit der Bestellung eines Fremdgeschäftsführers.
Möglichkeit zur Bildung von stillen Reserven, da keine Pflicht zur Ausschüttung einer Dividende besteht.
Hohe Anerkennung bei Institutionen wie Banken.
6. Ihre Risiken, wenn Sie eine GmbH gründen
Neben vielen Vorteilen birgt die Gründung einer GmbH auch Risiken, denen Gründer ausgesetzt sein können. So gestaltet sich u. a. die anfängliche notarielle Beurkundung bei der Erstellung des Gesellschaftervertrags mit dem Aufbringen von Stammkapital als Schwierigkeit. Ebenso aufwendig ist z. B. die Einhaltung der Vorschriften des HGB, die für eine GmbH gelten und den Buchführungsaufwand regeln (§ 238–342a HGB). So gelten für die GmbH die Grundsätze der gesetzlichen Buchführung inkl. Aufstellung des Jahresabschlusses. Bei Fehlverhalten oder Verstößen drohen der GmbH hohe Strafen, die im Abschnitt 6 des § GmbHG geregelt sind. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Gesellschafter oder als Geschäftsführer zum Zweck der Eintragung der Gesellschaft, über die Übernahme der Geschäftsanteile, die Leistung der Einlagen, die Verwendung eingezahlter Beträge, über Sondervorteile, Gründungsaufwand und Sacheinlagen falsche Angaben macht (§ 82 GmbHG). Gründe wie Insolvenzverschleppung, Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung lassen eine GmbH in vielen Fällen scheitern. So können Geldstrafen in Millionenhöhe und Freiheitsstrafen entstehen.
Neben der ursprünglichen Form der GmbH-Gründung gibt es weiterhin die Unternehmergesellschaft (UG) (§ 5a GmbHG), die auch als Mini-GmbH geläufig ist, und die GmbH & Co. KG (§ 161 ff. HGB, § GmbHG) als Sonderformen.
Die haftungsbeschränkte Mini-GmbH/UG soll Start-ups den Weg in die Existenzgründung erleichtern und wurde 2008 als Modernisierung der ursprünglichen GmbH eingeführt. Die große Beliebtheit begründet sich auf dem geringen Stammkapital, das bei der Mini-GmbH aus mindestens einem Euro besteht. Das Unternehmen ist dann dazu verpflichtet, erzielte Gewinne und Jahresüberschüsse als Rücklage zu bilden, bis das gesetzliche GmbH-Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Hier erlischt die Rechtslage für die Mini-GmbH automatisch und wechselt zur Rechtsfähigkeit einer normalen GmbH. Solange diese Summe nicht vorgewiesen werden kann, müssen Gesellschafter in Vorleistung treten. Jedoch ist hier keine Einbringung von Sacheinlagen erlaubt. Auch eine Gründung der Mini-GmbH ist notariell zu beurkunden.
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG) ist genau genommen eine Sonderform der Kommanditgesellschaft (KG) und gehört zu den Personengesellschaften. Die GmbH fungiert in dieser Unternehmensform als Komplementär-GmbH und gilt als persönlich haftender Gesellschafter. Die anderen Rechtspersonen, die meist die Gesellschafter der GmbH sind, stellen die Kommanditisten dar, die nicht mit privatem Vermögen haften. Bei der GmbH & Co. KG gelten die Gründungsvoraussetzungen einer KG und der gemeinsame Unternehmenszweck als Sinn der Gründung. Diese erfolgt mit dem Abschluss eines Gesellschaftervertrags zwischen der bereits bestehenden oder zu dem Zweck gegründeten GmbH als Komplementär und einem oder mehreren Gesellschaftern als Kommanditisten.
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Immer aktuell – letzte Aktualisierung am 20.12.2016