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Timestamp: 2016-10-22 23:47:27
Document Index: 162074266

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 64']

8C_79/2011 (09.03.2011)
8C_79/2011
R.________, geboren 1963, war von 1. Mai 2001 bis 30. Juni 2006 bei der O.________ AG als Betriebsmitarbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 9. Oktober 2001 erlitt er bei einem Unfall mit einem Gabelstapler Verletzungen am linken Bein und Fuss. In der Folge wurden verschiedene operative Eingriffe vorgenommen. Ab 8. April 2002 nahm er seine Arbeit wieder voll auf. Am 15. April 2004 liess er der Z�rich einen R�ckfall melden. Es fanden weitere Operationen statt und R.________ arbeitete in reduziertem Ausmass. Die Z�rich holte zur Kl�rung der medizinischen Situation ein neurologisches, ein psychiatrisches und ein orthop�disches Gutachten ein. Mit Verf�gung vom 2. Juli 2009, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2010, stellte die Z�rich ihre Leistungen mangels Kausalit�t per 30. Juni 2009 ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 16. Dezember 2010 ab.
R.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es seien der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihm eine Invalidenrente von 15 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 20 % zuzusprechen.
2.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungsvoraussetzungen des nat�rlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis), die Anforderungen an einen �rztlichen Bericht und dessen Beweiswert (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweis) sowie den erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen) und die antizipierte Beweisw�rdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 124 V 90 E. 4b S. 94; 122 V 157 E. 1d S. 162) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Voraussetzungen einer Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 und 25 UVG, Art. 36 UVV; BGE 124 V 29). Darauf wird verwiesen.
2.2 Anzuf�gen bleibt, dass das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens wie der leistungsbegr�ndende nat�rliche Kausalzusammenhang mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Die blosse M�glichkeit nunmehr g�nzlich fehlender urs�chlicher Auswirkungen des Unfalles gen�gt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr�ndender nat�rlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2 [8C_354/2007]; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des nat�rlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (vgl. etwa Urteil 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2 und Urteil 8C_901/2009 vom 14. Juni 2010 E. 3.2).
3.1 Es ist unbestritten, dass der Versicherte nach wie vor unter gesundheitlichen Beschwerden leidet. Streitig ist hingegen, ob diese Leiden in einem relevanten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 9. Oktober 2001 stehen. Die Vorinstanz hat dies unter Beizug der Gutachten des Dr. med. G.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie, vom 6. Mai 2009, des Dr. med. T.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Februar 2009 und des Dr. med. U.________, Facharzt f�r Neurologie, vom 21. Januar 2009 sowie des Berichts des Dr. med. W.________, Leitender Arzt Fusszentrum, Spital X.________, vom 22. September 2009 verneint. Der Versicherte stellt sich auf den Standpunkt, s�mtliche Leiden seien auf den Unfall vom 9. Oktober 2001 zur�ckzuf�hren, und st�tzt sich dabei auf die Berichte des behandelnden Dr. med. C.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Juli 2010, des Dr. med. B.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie, vom 26. M�rz und 7. Mai 2007 sowie der Rehaklinik Y.________ vom 17. Februar 2010.
3.2 Sowohl der Bericht des Dr. med. C.________ als auch jener der Rehaklinik Y.________ sind vor Bundesgericht erstmals eingereicht worden. Somit handelt es sich dabei um unzul�ssige Noven im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG, da sie bereits im vorinstanzlichen Verfahren h�tten eingebracht werden k�nnen und m�ssen (vgl. etwa die Aufforderung der Vorinstanz vom 8. April 2010 zur Einreichung des angek�ndigten Berichts der Rehaklinik Y.________). Auf sie ist im Weiteren nicht mehr einzugehen.
3.3 Die Vorinstanz hat gest�tzt auf die Gutachten der Dres. med. G.________, U.________ und T.________ zu Recht festgestellt, dass mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Beschwerden mehr vorliegen, welche eine Arbeitsunf�higkeit verursachen und in einem relevanten kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. Oktober 2001 stehen. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist der Verzicht auf weitere medizinische Abkl�rungen im Rahmen der antizipierten Beweisw�rdigung. Daran �ndern auch die Einw�nde des Versicherten nichts: Entgegen seiner Ansicht verneinen die Gutachter nicht das Vorliegen von Beschwerden, sondern stellen lediglich fest, diese seien nicht mehr auf den Unfall vom 9. Oktober 2001 zur�ckzuf�hren. Die Aussage des Dr. med. L.________, Schmerzzentrum Z.________, in seinem Bericht vom 16. Juni 2008, wonach eine vollst�ndige Schmerzfreiheit kaum zu erwarten sei, ist denn auch kein Nachweis f�r die Unfallkausalit�t der Beschwerden. Aus den Berichten des Dr. med. B.________ vom 26. M�rz und 7. Mai 2007 kann der Versicherte ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dieser h�lt einerseits fest, der klinische und r�ntgenologische Befund stehe in krassem Gegensatz zu den Schmerz�usserungen des Patienten, und erachtet die Wertung der Beschwerden im rechten Fuss und der Wirbels�ule als �berlastungsschmerzen lediglich f�r m�glich. Andererseits ber�cksichtigt die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit von 75 bis 80 % f�r eine sitzende T�tigkeit die "Fuss- und Restbeschwerden"; eine Aufteilung in unfallbedingte und unfallfremde Ursachen der Arbeitsunf�higkeit ist also nicht erfolgt. Auch der Bericht des Dr. med. W.________ vom 29. Mai 2007 st�tzt nicht den Standpunkt des Versicherten. Vielmehr h�lt er fest, nur die Beschwerden am linken Fuss seien unfallbedingt. Weiter verweist er in seinem Bericht vom 22. September 2009 bez�glich der "Arbeitsunf�higkeit usw." auf die Beurteilung des Dr. med. G.________ und schliesst sich dieser somit implizit an. Insbesondere aber belegt die Behauptung, vor dem Unfall sei der Versicherte beschwerdefrei gewesen, nicht die Unfallkausalit�t seiner Leiden (vgl. zur unzul�ssigen Maxime "post hoc, ergo propter hoc" BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 sowie SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 [U 290/06]). Schliesslich ist auch der Vorwurf, das Gutachten des Dr. med. G.________ sei widerspr�chlich, unzutreffend. So zitiert der Versicherte nur den halben Satz auf S. 30 des Gutachtens und versucht so, dessen Aussage �ber allf�llige Einschr�nkungen ins Gegenteil zu kehren. Dasselbe gilt f�r die �usserung zur Arbeitsf�higkeit, wozu Dr. med. G.________ in sich schl�ssig festh�lt, dass eine ausschliesslich stehende oder k�rperlich schwere Arbeit mit h�ufigem Treppen Auf- und Absteigen grunds�tzlich zumutbar, angesichts der Einschr�nkungen im linken OSG aber nicht sinnvoll sei, und dass dies die einzige Einschr�nkung in Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. Oktober 2001 sei, welche bei der angestammten T�tigkeit, nicht jedoch bei einer angepassten T�tigkeit, 10 % betrage.
3.4 Bez�glich der verweigerten Integrit�tsentsch�digung bringt der Versicherte keine konkreten Einw�nde vor, so dass darauf nicht weiter einzugehen ist (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG).
5.1 Die Beschwerde ist als aussichtslos zu bezeichnen, da die erhobenen R�gen nur rudiment�r begr�ndet und die vorgebrachten Einw�nde bereits von der Vorinstanz ausf�hrlich und �berzeugend widerlegt wurden, so dass sie den kantonalen Entscheid nicht ernsthaft in Frage zu stellen verm�gen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist demzufolge abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG).