Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%2081/98
Timestamp: 2019-09-20 02:19:42
Document Index: 243017006

Matched Legal Cases: ['Art 3', '§ 26', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 3', '§ 20', '§ 26', 'Art. 74', '§ 20', 'Art. 3', '§ 20', '§ 26', '§ 20', '§ 50', '§ 51', '§ 20', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 3', '§ 20', '§ 20', '§ 26', 'Art. 1', '§ 20', '§ 31', 'Art. 3', '§ 26', '§ 57', '§ 33', '§ 20']

Rechtsprechung: 1 BvR 81/98 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerfG, 03.04.2001 | BVerfG, 08.06.2004
https://dejure.org/2001,302
BVerfG, 03.04.2001 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2001,302)
BVerfG, Entscheidung vom 03.04.2001 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2001,302)
BVerfG, Entscheidung vom 03. April 2001 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2001,302)
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Ausschluss schutzbedürftiger Personen ohne Krankenversicherungsschutz vom Zugang zur gesetzlichen Pflegeversicherung mit GG Art 3 Abs 1 unvereinbar - Anknüpfung der Pflegeversicherungspflicht an das Bestehen eines gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungsschutzes ...
Pflegeversicherung - Bestehen eines gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes - Bestehen eines privaten Krankenversicherungsschutzes - Allgemeiner Gleichheitssatz - Volksversicherung - Beitrittsrecht für Personen ohne Krankenversicherungsschutz
SGB XI §§ 26, 33
Teile der Pflegeversicherung verfassungswidrig
Pflegeversicherung; Beitrittsrecht nicht krankenversicherter Personen
BVerfGE 103, 225
NJW 2001, 1716
NZS 2001, 314
VersR 2001, 920
DVBl 2001, 910
Föderal unterschiedliche oder auch konkurrierende Lösungswege sind zudem im Bundesstaat angelegt (vgl. zu Art. 3 GG BVerfGE 103, 225 ; 114, 371 ; für das unionsrechtliche Kohärenzgebot vgl. EuGH…, Urteil vom 12. Juni 2014, Digibet und Albers, C-156/13, EU:C:2014:1756, Rn. 33 ff.).
Die Pflegeversicherung ist ebenso wie die Krankenversicherung Teil einer existenziellen Vorsorge (von Eichborn, DStR 2003, 1515, 1516) und gehört dem Grunde nach zur existentiellen Mindestvorsorge (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 103, 225: "Versicherung, die ein existenzielles Risiko absichern soll", wobei "Schutzbedarf bei allen besteht").
Selbst wenn --auf der Grundlage der Entscheidung des BVerfG in diesem Normenkontrollverfahren-- der Gesetzgeber nicht verpflichtet sein sollte, die Rechtslage bezogen auf das Streitjahr rückwirkend zu bereinigen, führt dies nicht dazu, dass die Vorlage deshalb mangels Entscheidungserheblichkeit unzulässig wäre (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618; BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 72, 51, 62; in BVerfGE 87, 153, 180; in BVerfGE 93, 121, 131; in BVerfGE 103, 225; in BVerfGE 103, 242).
Der Gesichtspunkt der Verwaltungspraktikabilität kann die bei der typisierenden Regelung auftretenden Ungleichbehandlungen dabei nur dann rechtfertigen, wenn bei einer Gleichbehandlung erhebliche verwaltungstechnische Schwierigkeiten entstehen würden, die nicht durch einfachere, die Betroffenen weniger belastende Regelungen behoben werden könnten (vgl. BVerfGE 100, 195 ; 103, 225 ).
Die Beschwerdeführerin wird durch die angegriffenen Regelungen auch nicht in ihrem Grundrecht aus Art. 3 Abs. 1 GG dadurch verletzt, dass der Gesetzgeber einzelne Gruppen ausnahmsweise nicht der Versicherungspflicht unterwirft (siehe auch dazu Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 3. April 2001 - 1 BvR 81/98 -, Umdruck S. 18 ff.).
Dem vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in der Entscheidung vom 3. April 2001 (BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6) ausgesprochenen Prüfungsauftrag sei der Gesetzgeber mit der Einführung des § 26a SGB XI nachgekommen.
Das zu Grunde liegende Konzept einer Volksversicherung (…BVerfGE 103, 197 = SozR 3-1100 Art. 74 Nr. 4; BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6) gebietet es dabei, allen Betroffenen Zugang zur Pflegeversicherung zu verschaffen.
Er war jedoch durch Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) gehalten, den auf diese Weise nicht erfassten Personengruppen auf sonstige Weise, etwa durch Einräumung eines befristeten Beitrittsrechts, Zugang zu verschaffen, ohne auch insofern danach zu differenzieren, ob jeweils ein hohes Risiko bestand oder bereits eingetreten war (vgl BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6 und hierzu mittlerweile § 26a SGB XI).
Dabei wurde Wert allein darauf gelegt, dass die versicherungspflichtigen Personen mit noch vertretbarem Verwaltungsaufwand erfasst werden konnten (vgl auch hierzu BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6 mwN).
Er wird dabei kaum auf nachhaltige Schwierigkeiten stoßen, weil bei Beihilfeberechtigten der Zugriff auf eine bereits vorhandene (hier öffentliche) Stelle möglich ist, der auch in sonstigen Fällen für die Durchführung der Versicherungspflicht nutzbar gemacht wird (§ 50 Abs. 1, 2, § 51 SGB XI und hierzu BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6).
Dies ist jedenfalls übergangsrechtlich von der Gesetzgebungskompetenz aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 11 GG gedeckt (…BVerfGE 103, 197 = SozR 3-1100 Art. 74 Nr. 4), von Art. 3 Abs. 1 GG geboten (BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6) und im Übrigen Bestandteil der vom Verband der privaten Krankenversicherung zur Ausgestaltung einer privaten Pflege-Pflichtversicherung angebotenen Bedingungen (vgl hierzu BT-Drucks 12/5262 S 154).
Insofern können die für Gleichheitsverstöße des Gesetzgebers entwickelten Grundsätze entsprechend herangezogen werden (vgl. BVerfGE 82, 126 ; 103, 225 ; 107, 27 ; 120, 125 ).
Soziale Pflegeversicherung - kein Beitrittsrecht für Personen, die Leistungen zum …
Dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 3. April 2001 (1 BvR 81/98, BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6) lasse sich nicht entnehmen, dass eine Entlastung der Sozialhilfeträger nicht erfolgen sollte.
§ 26a SGB XI wurde auf Grund der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit als Art. 1c des PflEG in den Gesetzentwurf eingefügt (vgl BT-Drucks 14/7473 S 4 f), um das Urteil des BVerfG vom 3. April 2001 - 1 BvR 81/98 - umzusetzen (vgl BT-Drucks 14/7473 S 12, 20 f).
Das BVerfG hat in seinem Urteil vom 3. April 2001 (1 BvR 81/98, BVerfGE 103, 225 = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6) mit der im Bundesgesetzblatt veröffentlichten Entscheidungsformel (BGBl I 774) gemäß § 31 Abs. 2 Bundesverfassungsgerichtsgesetz mit Gesetzeskraft entschieden, dass die Regelungen des SGB XI über den Zugang zur gesetzlichen Pflegeversicherung mit Art. 3 Abs. 1 GG insoweit unvereinbar sind, als durch sie Personen generell vom Zugang ausgeschlossen sind, die bei Inkrafttreten des SGB XI keinen die Versicherungspflicht nach diesem Gesetz begründenden Tatbestand erfüllten, und den Gesetzgeber verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2001 nach Maßgabe der Gründe eine verfassungsmäßige Regelung zu treffen.
Eine Weiterversicherung von Wanderarbeitnehmern innerhalb der EU nach Maßgabe des § 26 Abs. 2 SGB XI erweist sich jedoch als wenig sinnvoll, weil diese nach ihrer gesetzlichen Konzeption lediglich eine Anwartschaftsversicherung zu einem reduzierten Mindestbeitrag normiert (§ 57 Abs. 5 SGB XI), die den Zweck hat, trotz eines Auslandsaufenthaltes die erforderlichen Vorversicherungszeiten (§ 33 Abs. 2 SGB XI) zu erhalten oder zu vervollständigen (vgl BT-Drucks 12/5262, S 82, 107, 110; dazu auch BVerfGE 103, 225 ff = SozR 3-3300 § 20 Nr. 6).
Eine unterschiedliche Behandlung vergleichbarer Sachverhalte ist nämlich nur rechtmäßig, wenn es dafür Gründe von solcher Art und solchem Gewicht gibt, dass sie die ungleichen Rechtsfolgen rechtfertigen können (vgl zB BVerfGE 91, 389, 401; 95, 267, 317; 102, 41, 54; 103, 225, 235).
Pflegeversicherung - kein Beitrittsrecht - Leistungsbezieher einer …
Private Pflegeversicherung - Antrag auf Abschluss eines Versicherungsvertrags …
Berechtigung zum Beitreten zu der Pflegeversicherung als freiwilliges Mitglied …
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BVerfG, 08.06.2004 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2004,17074)
BVerfG, Entscheidung vom 08.06.2004 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2004,17074)
BVerfG, Entscheidung vom 08. Juni 2004 - 1 BvR 81/98 (https://dejure.org/2004,17074)
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Festlegung des Gegenstandswertes