Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%206%20KA%2044/05%20R
Timestamp: 2019-12-07 22:21:20
Document Index: 239973168

Matched Legal Cases: ['§ 71', '§ 88', '§ 120', '§ 132', '§ 85', '§ 88', '§ 73', '§ 120', '§ 71', '§ 88', '§ 120', '§ 132', '§ 85', '§ 88', '§ 73', '§ 120', '§ 71', '§ 88', '§ 85', '§ 88', '§ 85', '§ 88', '§ 85', '§ 88', '§ 73', '§ 120', '§ 132', '§ 71', '§ 73', '§ 120', '§ 88', '§ 132', '§ 88', '§ 85', '§ 120', '§ 87', '§ 87', '§ 115', '§ 85', '§ 71', '§ 85', '§ 85', '§ 57', '§ 89', '§ 89', '§ 85', '§ 88', '§ 57', '§ 88', '§ 88', '§ 88', 'Art. 12', '§ 88']

BSG, 19.07.2006 - B 6 KA 44/05 R - dejure.org
https://dejure.org/2006,3082
BSG, 19.07.2006 - B 6 KA 44/05 R (https://dejure.org/2006,3082)
BSG, Entscheidung vom 19.07.2006 - B 6 KA 44/05 R (https://dejure.org/2006,3082)
BSG, Entscheidung vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R (https://dejure.org/2006,3082)
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Vereinbarung über die Vergütung zahntechnischer Leistungen - Beachtung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität - Berücksichtigung der Mengenentwicklung
Vereinbarung über die Vergütung zahntechnischer Leistungen; Beachtung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität; Berücksichtigung der Mengenentwicklung
Vereinbarung über die Vergütung zahntechnischer Leistungen, Beachtung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität, Berücksichtigung der Mengenentwicklung
Notwendigkeit der Beachtung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität im Rahmen von Vergütungsvereinbarungen über zahntechnische Leistungen; Vergütungsvereinbarung zwischen einer Zahntechniker-Innung und einem Krankenkassenverband ; Berücksichtigung der ...
SG Kiel, 29.01.2004 - S 1 KR 112/01
Einer auf die jeweilige Vergütungsvereinbarung bezogenen speziellen Regelung, die die Anwendung von § 71 SGB V ausdrücklich anordnet, bedarf es daher nicht (vgl BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 17;… SozR 4-2500 § 120 Nr. 4 - für BSGE vorgesehen, RdNr 30) .
Der Grundsatz der Beitragssatzstabilität ist eine gesetzliche Vorgabe, die bei Schiedssprüchen nach § 132a Abs. 2 SGB V zu beachten ist und die eine verbindliche Grenze für Vergütungsvereinbarungen darstellt (…vgl auch BSG Urteil vom 10.5.2000 - BSGE 86, 126, 135 ff = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 ff; BSG Urteil vom 19.7.2006 - SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 15;… BSG Urteil vom 25.3.2015 - SozR 4-2500 § 73b Nr. 1 - für BSGE vorgesehen, RdNr 70;… BSG Urteil vom 13.5.2015 - SozR 4-2500 § 120 Nr. 4 - für BSGE vorgesehen, RdNr 30) .
Einer auf die jeweilige Vergütungsvereinbarung bezogenen speziellen Regelung, die die Anwendung von § 71 SGB V ausdrücklich anordnet, bedarf es daher nicht (vgl BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 17;… BSGE 119, 43 = SozR 4-2500 § 120 Nr. 4, RdNr 30) .
Der Grundsatz der Beitragssatzstabilität ist eine gesetzliche Vorgabe, die bei Schiedssprüchen nach § 132a Abs. 2 SGB V zu beachten ist und die eine verbindliche Grenze für Vergütungsvereinbarungen darstellt (…vgl auch BSG vom 10.5.2000 - B 6 KA20/99 R - BSGE 86, 126, 135 ff = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 ff; BSG vom 19.7.2006 - B 6 KA 44/05 R - SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 15;… BSG vom 25.3.2015 - B 6 KA 9/14 R - BSGE 118, 164 = SozR 4-2500 § 73b Nr. 1, RdNr 70;… BSG vom 13.5.2015 - B 6 KA 20/14 R - BSGE 119, 43 = SozR 4-2500 § 120 Nr. 4, RdNr 30) .
Dies hat der Senat insbesondere aus dem Standort des § 71 SGB V im Abschnitt "Allgemeine Grundsätze" des Vierten Kapitels abgeleitet (BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 17) .
Bei dem Grundsatz der Beitragssatzstabilität handelt es sich um eine verbindliche gesetzliche Vorgabe, die auch bei Schiedssprüchen zu beachten ist und die eine verbindliche Grenze für Vergütungsvereinbarungen darstellt (…vgl zuletzt BSG Urteil vom 25.3.2015 - B 6 KA 9/14 R -, zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen, RdNr 70;… BSGE 86, 126, 135 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 f; BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 15 f mwN) .
Bei dem Grundsatz der Beitragssatzstabilität handelt es sich um eine verbindliche gesetzliche Vorgabe, die auch bei Schiedssprüchen zu beachten ist und die eine verbindliche Grenze für Vergütungsvereinbarungen darstellt (…vgl BSGE 86, 126, 135 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 f; BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 15 f mwN) .
Bei dem Grundsatz der Beitragssatzstabilität handelt es sich um eine verbindliche gesetzliche Vorgabe, die auch bei Schiedssprüchen zu beachten ist und die eine Grenze für Vergütungsvereinbarungen darstellt (…stRspr des BSG, vgl BSGE 86, 126, 135 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 f; BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 15 mwN;… BSGE 118, 164 = SozR 4-2500 § 73b Nr. 1, RdNr 70;… BSGE 119, 43 = SozR 4-2500 § 120 Nr. 4, RdNr 30;… ebenso BSG Urteil vom 23.6.2016 - B 3 KR 26/15 R - zur Veröffentlichung in BSGE 121, 243 = SozR 4-2500 § 132a Nr. 10, RdNr 36 vorgesehen) .
In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass der Grundsatz der Beitragssatzstabilität allgemein für die im Vierten Kapitel des SGB V geregelten Vergütungsvereinbarungen gilt, ohne dass es einer auf die jeweilige Vergütungsvereinbarung bezogenen speziellen Regelung bedarf; dies hat der Senat insbesondere aus dem Standort des § 71 SGB V im Abschnitt "Allgemeine Grundsätze" des Vierten Kapitels abgeleitet (…BSGE 118, 164 = SozR 4-2500 § 73b Nr. 1, RdNr 70; BSGE 119, 43 = SozR 4-2500 § 120 Nr. 4, RdNr 30 - jeweils unter Bezugnahme auf BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 17;… ebenso BSG Urteil vom 23.6.2016 - B 3 KR 26/15 R - zur Veröffentlichung in BSGE 121, 243 = SozR 4-2500 § 132a Nr. 10, RdNr 36 vorgesehen ) .
Die zur gerichtlichen Überprüfung von Schiedssprüchen angerufenen Spruchkörper haben insoweit zu prüfen, ob die Schiedsstelle den von ihr zugrunde gelegten Sachverhalt verfahrensfehlerfrei - dh in einem fairen Verfahren unter Wahrung des rechtlichen Gehörs - ermittelt hat und ob der Schiedsspruch die Gründe für das Entscheidungsergebnis ausreichend erkennen lässt (dazu näher unten 4., stRspr vgl nur BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 13;… BSGE 91, 153 = SozR 4-2500 § 85 Nr. 3, RdNr 11;… BSGE 119, 43 = SozR 4-2500 § 120 Nr. 4, RdNr 26;… BSG SozR 4-2500 § 87a Nr. 3 RdNr 52 und SozR 4-2500 § 87a Nr. 4 RdNr 30 - auch zur Veröffentlichung in BSGE vorgesehen) .
Er ist durch den AOP - Vertrag 2006 auch beschwert: Denn er ist seit dem 1. Juli 2008 an den Inhalt des AOP - Vertrages gebunden, deren Inhalt der Antragsgegner im Wege des hier angefochtenen Schiedsspruchs gemäß § 115b Abs. 3 SGB V festgesetzt hat, und erwirbt aus dem Schiedsspruch Rechtspositionen und Belastungen (vgl. BSG, Urteil vom 19. Juli 2006, - B 6 KA 44/05 R - m.w.N., zitiert nach juris).
Dies unterstreicht den hohen Rang des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität (BSG, Urteil vom 19. Juli 2006, - B 6 KA 44/05 R -, m.w.N.).
Für die Abwehr von Beitragssatzerhöhungen wären Vereinbarungen, die allein die einzelnen Vergütungssätze in den Blick nähmen, untauglich; vielmehr bedarf es der Betrachtung auch der Vergütungshäufigkeit und damit der Entwicklung der Leistungsgesamtmenge (BSG, Urteil vom 19. Juli 2006, - B 6 KA 44/05 R -, sowie LSG Schleswig-Holstein, Urteil vom 21. September 2005, - L 5 KR 56/04 -, zitiert nach juris).
Das trägt dem Wesen der Schiedssprüche Rechnung, die auf Interessenausgleich angelegt sind und Kompromisscharakter haben (…vgl BSGE 91, 153 = SozR 4-2500 § 85 Nr. 3, jeweils RdNr 11; zuletzt Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R -).
Durch die Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass dem in § 71 Abs. 1 SGB V verankerten Grundsatz der Beitragssatzstabilität bei Vergütungsfestsetzungen Vorrang vor anderen Kriterien zukommt (…grundlegend Urteil vom 10. Mai 2000, BSGE 86, 126, 135 ff = SozR 3-2500 § 85 Nr. 37 S 296 ff und stRspr, zB BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 16 RdNr 13 und zuletzt BSG, Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R - RdNr 15).
Der Kläger ist Vertragspartner der Vereinbarung, deren Inhalt das beklagte Bundesschiedsamt im Wege des hier angefochtenen Schiedsspruches gemäß § 57 Abs. 2 Satz 2 und Satz 5 SGB V sowie § 89 Abs. 1 und Abs. 7 SGB V festgesetzt hat, und er erwirbt aus dem Schiedsspruch Rechtspositionen (vgl BSG, Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R - juris - m.w.N.).
17 Schiedssprüche unterliegen gemäß § 89 SGB V auf Anfechtung der Vertragsparteien hin nur in eingeschränktem Umfang gerichtlicher Kontrolle (vgl. BSG, Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R - BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 3 und Nr. 16; BSG, Urteil vom 14. Dezember 2005 - B 6 KA 25/04 R - juris).
Der Grundsatz der Beitragssatzstabilität ist im Übrigen bei Vereinbarungen über Vergütungen für zahntechnische Leistungen auch ungeachtet der hier vorliegenden ausdrücklichen gesetzlichen Regelung immer zu beachten, z.B. auch im Rahmen von Vergütungsvereinbarungen nach § 88 Abs. 2 SGB V (vgl. BSG, Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R -).
Denn auch für derartige Leistungserbringer gilt der Maßstab der Beitragssatzstabilität uneingeschränkt (vgl. BSG, Urteil vom 19. Juli 2006 - B 6 KA 44/05 R -).
Die Geltung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität für Vereinbarungen über Vergütungen für zahntechnische Leistungen ergebe sich unmittelbar aus § 57 Abs. 2 SGB V. Auch habe das BSG mit Urteil vom 19.7.2006 (B 6 KA 44/05 R) zu Vereinbarungen nach § 88 SGB V in diesem Sinne entschieden.
Der Senat hat in seinem Urteil vom 19.7.2006 (B 6 KA 44/05 R - SozR 4-2500 § 88 Nr. 1) die Geltung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität in Ansehung einer Vergütungsvereinbarung für zahntechnische Leistungen nach § 88 Abs. 2 SGB V bekräftigt.
Soweit der Kläger meint, dies sei verfassungsrechtlich geboten, fehlt es bereits an einer vertieften Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des Senats, wonach Art. 12 Abs. 1 GG erst dann für eine höhere Vergütung von Leistungen streiten kann, wenn eine insgesamt unangemessene Honorarsituation der Gruppe der betroffenen Leistungserbringer besteht (vgl BSG SozR 4-2500 § 88 Nr. 1 RdNr 19).