Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20353/99
Timestamp: 2019-07-18 12:37:35
Document Index: 258761909

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 426', '§ 779', '§ 426', '§ 426', '§ 779', '§ 426', '§ 794', '§ 630', '§ 611', '§ 72', '§ 127', '§ 74', 'BGH', '§ 794', '§ 630', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.01.2003 - IX ZR 353/99 - dejure.org
BGH, 09.01.2003 - IX ZR 353/99
https://dejure.org/2003,1407
BGH, 09.01.2003 - IX ZR 353/99 (https://dejure.org/2003,1407)
BGH, Entscheidung vom 09.01.2003 - IX ZR 353/99 (https://dejure.org/2003,1407)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 2003 - IX ZR 353/99 (https://dejure.org/2003,1407)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2003,1407) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 426 Abs. 2 Satz 2, § 779
Anwendbarkeit der Vorschrift über die Gesamtschuld bei Haftungsbeschränkungen eines Schuldners durch Vergleich - Vertretung eines Teils eines Gesamtschadens durch einen Gesamtschuldner - Schadensersatz durch einen Gesamtschuldner - Vergleichsschluss zum Ausgleich aller gegenseitigen Forderungen mit nur einem Gesamtschuldner
Kein Vorrang des Gläubigers vor dem einen Teil der Schuld aufgrund Vergleichs leistenden Gesamtschuldner gegenüber anderen Gesamtschuldnern
Zur Frage einer Anwendung des § 426 Abs. 2 Satz 2 BGB, wenn von mehreren aus unterschiedlichem Schuldgrund verpflichteten Gesamtschuldnern einer nur einen Teil des Gesamtschadens zu vertreten und diesen (Teil-)Schaden in voller Höhe ersetzt hat
BGB § 426 Abs. 2 S. 2 § 779
Gesamtschuldnerausgleich bei Inanspruchnahme mehrerer Gesamtschuldner
Deliktsrecht - Gesamtschuldner
BGB §§ 426, 268, 774, 779
Kein Vorrang des Gläubigers vor dem einen Teil der Schuld auf Grund Vergleichs leistenden Gesamtschuldner gegenüber anderen Gesamtschuldnern
Vorrang des Gesamtschuldgläubigers gegenüber dem Ausgleichsanspruch des Teilgesamtschuldners
NJW 2003, 1036
ZIP 2003, 952
MDR 2003, 455
WM 2003, 450
DB 2003, 2120 (Ls.)
(zitiert nach juris); BAG [10.05.1978] - 5 AZR 97/77 - AP ZPO § 794'Nr. 25; BAG [16.09.1974] - 5 AZR 255/74 - NJW 1975, 408 = AP BGB § 630 Nr. 9; LAG Nürnberg [29.09.2003] - 6 Sa 882/02 - NZA-RR 2004, 290 (291) [LAG Nürnberg 29.09.2003 - 6 Sa 882/02]; LAG Berlin [05.06.1996] - 13 Sa 41/96 - NZA-RR 1997, 124 (125) [LAG Berlin 05.06.1996 - 13 Sa 41/96]; ErfK/Preis, 5. Aufl. [2005], BGB § 611 Rn. 516, 518; K. Dörner, in: Dörner/Luczak/Wildschütz, Arbeitsrecht, 3. Aufl. [2002], C/Rn. 3810; Schaub/Linck, Arbeitsrechts-Handbuch, 11. Aufl. [2005], § 72 Rn. 8; Wank, in: Münchener Handbuch Arbeitsrecht, 2. Aufl, 2. Aufl. [2000], § 127 Rn. 7; Gravenhorst, Anm. BAG, EzA HGB § 74 Nr. 64; entsprechend für den Aufhebungsvertrag BAG [28.07.2004] - 10 AZR 661/03 - NZA 2004, 1097 (1098) [BAG 28.07.2004 - 10 AZR 661/03] ; BAG [19.11.2003] - 10 AZR 174/03 - NZA 2004, 554 (555) [BAG 19.11.2003 - 10 AZR 174/03]; entsprechend auch BGH [09.01.2003] - IX ZR 353/99 - NJW 2003, 1036 (1037): Befriedungsfunktion einer Ausgleichsklausel legt weite Auslegung nahe; referierend Preis/Rolfs, Arbeitsvertrag, 2. Aufl. [2005], IIV 50, Rn. 10).
Eine einfache allgemeine Ausgleichsklausel in einem gerichtlichen Vergleich erfasst i.d.R. auch Ansprüche "an welche die Parteien nicht aktuell gedacht haben" (BAG [10.05.1978] - 5 AZR 97/77 - AP ZPO § 794 Nr. 25; BAG [16.09.1974] - 5 AZR 255/74 - NJW 1975, 408 = AP BGB § 630' Nr. 9; LAG Berlin [05.06.1996] - 13 Sa 41/96 - NZA-RR 1997, 124 (125) [LAG Berlin 05.06.1996 - 13 Sa 41/96]; für den Aufhebungsvertrag: BAG [19.11.2003] -10 AZR 174/03 - NZA 2004, 554 (555) [BAG 19.11.2003 - 10 AZR 174/03]; BAG [17.10.2000] - 3 AZR 69/99 -NZA 2001, 203 (204) [BAG 17.10.2000 - 3 AZR 69/99]; LAG München [28.05.2000] - 10 Sa 1190/98 - NJOZ 2001, 69 (70); ebenso BGH [09.01.2003], NJW 2003, 1036 (1037); vgl. auch Grunsky, Anm. BAG AP BGB § 133 Nr. 32).
Dies schon deshalb nicht im Hinblick auf die seit Herbst 2000 geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Vereinbarkeit von Treuhändervollmachten mit den Anforderungen des Rechtsberatungsgesetzes (grundlegend BGH WM 2000, 2443 ff; seither ständige Rechtsprechung) oder die Rechtsprechung zumindest des II. Zivilsenats des BGH zum kreditfinanzierten Fondsbeitritt (etwa BGH, Urteil vom 14. Juni 2004 - II ZR 407/02 - WM 2004, 1536 ff), weil die bloße Fehleinschätzung hinsichtlich einer künftigen Rechtsprechung allein nicht die Vergleichsgrundlage entfallen lässt (siehe nur BGH NJW 1961, 1460; BGH NJW 2003, 1036, 1037 sowie OLG Frankfurt, OLGR 2005, 98, 99).
Die sich daraus ergebende Konfliktlage, dass einerseits nach der gesetzlichen Verteilung der Verantwortungsbereiche die beklagte Gemeinde den Schaden der Klägerin im Ergebnis nicht tragen muss, weil im Innenverhältnis zu dem anderen Gesamtschuldner dieser dafür allein verantwortlich ist, die Klägerin aber mit diesem Gesamtschuldner einen Abfindungsvergleich geschlossen hat, durch den der Umfang der Zahlungsverpflichtung der Wohnungseigentümergemeinschaft abschließend bestimmt und dieser ein weitergehender Anspruch erlassen wurde, ist in der Weise zu lösen, dass die Klägerin, nachdem die Wohnungseigentümergemeinschaft ihre Schadensersatzverpflichtung in vollem Umfang erfüllt hat, auch von der Beklagten keinen weiteren Schadensersatz mehr verlangen kann (BGHZ 110, 114, 122 = NJW 1990, 1361, 1363; Urt. v. 09.01.2003, IX ZR 353/99, BGHReport 2003, 510 = NJW 2003, 1036, 1037;… Urt. v. 11.11.2003, VI ZR 13/03, BGHReport 2004, 331, 442 = NJW 2004, 951, 953).
Genauso wenig steht das Urteil des BGH vom 09.01.2003 (NJW 2003, 1036, 1037; insoweit in MDR 2003, 455, 456 nicht abgedruckt) entgegen.