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Timestamp: 2016-10-24 23:49:01
Document Index: 278652614

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 28']

I 527/00 (30.04.2001)
I 527/00 Vr
W.________, 1958, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Helena B�hler, Feldeggstrasse 49, 8008 Z�rich,
Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, 8400 Winterthur
A.- Mit Anmeldung vom 10. Januar 1997 ersuchte der 1958 geborene, zuletzt als Buchhaltungsaushilfe bei der Bank X.________ t�tig gewesene und seit Juli 1995 stellenlose W.________ die Invalidenversicherung um Berufsberatung und Ausrichtung einer Invalidenrente, wobei er auf fortdauernde Beschwerden infolge eines vor rund 10 Jahren erlittenen Zeckenbisses sowie auf seine Diabetes-Erkrankung verwies. Im Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH f�r innere Medizin, vom 5. Februar 1997 wurden unter anderem ein Status nach Zeckenencephalitis 1985 mit nachfolgend im CT verplumpte Sulci supratentoriell, eine Depression, Konzentrations- und intellektuelle Leistungsschw�che, ein leichter Diabetes mellitus II sowie ein R�ckenleiden diagnostiziert. Namentlich gest�tzt auf das neurologische Gutachten des Dr. med. B.________ und der Frau Dr. phil. R.________, Neurologische Klinik am Spital Y.________, vom 14. September 1998, das psychiatrische Gutachten des Dr. med. F.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Januar 1999 sowie den Bericht der Stiftung Z.________ vom 15. Dezember 1997 lehnte die IV-Stelle Z�rich das Leistungsbegehren mit Verf�gung vom 11. Juni 1999 ab.
B.- In der hiegegen erhobenen Beschwerde liess W.________ beantragen, in Aufhebung der Verf�gung vom 11. Juni 1999 sei die IV-Stelle anzuweisen, den Entscheid �ber einen allf�lligen Rentenanspruch einstweilen auszusetzen und vorg�ngig eine eingehende berufliche Abkl�rung mit anschliessender Umschulung durchzuf�hren. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die Beschwerde mit Entscheid vom 31. Juli 2000 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst W.________ sein vorinstanzlich gestelltes Rechtsbegehren erneuern; eventualiter sei ihm eine Viertelsrente mit Wirkung ab Januar 1996 zuzusprechen.
1.- a) Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG), den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen im Allgemeinen (Art. 8 Abs. 1 IVG) und auf Umschulung im Besonderen (Art. 8 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit Art. 17 IVG; vgl. AHI 2000 S. 27 Erw. 2b und S. 62, Erw. 1; BGE 124 V 110 Erw. 2b mit Hinweisen), die Voraussetzungen und den Umfang des Anspruchs auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Ermittlung des Invalidit�tsgrades von erwerbst�tigen Versicherten aufgrund der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) richtig wiedergegeben. Zutreffend dargelegt hat das kantonale Gericht sodann die Rechtsprechung zur Bedeutung �rztlicher Berichte und Gutachten f�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1) und die Grunds�tze �ber die Beweisw�rdigung (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c, je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.
b) Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grunds�tzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidit�t bereits erwerbst�tigen Versicherten eine seiner fr�heren ann�hernd gleichwertige Erwerbsm�glichkeit zu vermitteln. Nach dieser Begriffsumschreibung ist unter dem Gesichtspunkt der Eingliederungswirksamkeit somit nicht in erster Linie das Ausbildungsniveau als solches massgebend, sondern die nach erfolgter Eingliederung zu erwartenden Verdienstm�glichkeiten (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb; AHI 2000 S. 26 Erw. 2a).
In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umst�nden bestm�glichen Vorkehren (AHI 2000 S. 27 Erw. 2a).
Massnahmen im Sinne von Art. 17 IVG setzen subjektive und objektive Eingliederungsf�higkeit voraus (AHI 1997 S. 82 Erw. 2b/aa; ZAK 1991 S. 179 unten f. Erw. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabilitation (wie Gew�hnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Pers�nlichkeit, Ein�ben der sozialen Grundelemente) mit dem prim�ren Ziel, die Eingliederungsf�higkeit des Versicherten zu erreichen oder wiederherzustellen (ZAK 1992 S. 367 Erw. 2b; unver�ffentlichtes Urteil E. vom 19. Februar 2001 [I 108/00]).
2.- Streitig und zu pr�fen ist, ob die Voraussetzungen des Anspruchs auf Umschulung und/oder eine Viertelsrente erf�llt sind.
a) Es steht aufgrund der Aktenlage fest, dass der Beschwerdef�hrer gesundheitsbedingt in seiner Arbeitsf�higkeit zu maximal 30 % bei jeder zumutbaren beruflichen T�tigkeit - einschliesslich seinem angestammten Beruf als gelernter kaufm�nnischer Angestellter - eingeschr�nkt ist.
Ebenfalls nicht in Frage steht, dass der Beschwerdef�hrer im Rahmen der ohne zus�tzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Verdienstm�glichkeiten eine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse von mindestens 20 % erleidet und somit die Erheblichkeitsschwelle bez�glich des Anspruchs auf Umschulung erreicht ist (vgl. AHI 2000 S. 27 Erw. 2b und S. 62, Erw. 1 sowie Erw. 1a hievor). Gleichwohl hat die Vorinstanz einen solchen in einl�sslicher W�rdigung der Akten verneint mit der Begr�ndung, es fehle an der (objektiven) Eingliederungsf�higkeit.
Gem�ss abschliessendem Bericht der Stiftung Z.________ vom 15. Dezember 1997 verf�ge der Beschwerdef�hrer �ber eine beschr�nkte Auffassungsgabe f�r Neues, insbesondere auch im Umgang mit EDV und moderner B�rotechnologie; er habe offensichtlich Schwierigkeiten, neue Handlungsabl�ufe zu erlernen, entsprechende Instruktionen entgegenzunehmen und dieselben umzusetzen; seine Merk- und Lernf�higkeit sei massiv eingeschr�nkt. Den Berichten des Dr. med. F.________ vom 9. Januar 1999, des Dr. med.
B.________ und der Frau Dr. phil. R.________ vom 14. September 1998 sowie der IV-Stelle vom 26. August 1997 sei ferner zu entnehmen, dass die Pers�nlichkeitsstruktur des Versicherten mit Selbstunsicherheit, fordernder Haltung und Uneinsichtigkeit mit erheblicher Wahrscheinlichkeit wesentlich zu seiner Arbeitslosigkeit beigetragen haben und dem Erfolg einer Umschulung entgegenstehen w�rden. Unter diesen Umst�nden sei die objektive Eingliederungsf�higkeit und damit ein Anspruch auf Umschulungsmassnahmen zu verneinen; von zus�tzlichen Abkl�rungen k�nnten keine neuen Erkenntnisse erwartet werden.
b) aa) Selbst wenn im Sinne der Vorbringen des Versicherten dessen Eingliederungsf�higkeit vorausgesetzt wird, ist ein Anspruch auf Umschulungsmassnahmen abzuweisen:
Nach �rztlicher Einsch�tzung, von welcher abzuweichen kein Anlass besteht, betr�gt die Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf als gelernter kaufm�nnischer Angestellter (mit zus�tzlichen Qualifikationen und langj�hriger Berufserfahrung in der Bankenbranche) mindestens 70 %. Gem�ss dem auf Empfehlung der Stiftung Z.________ hin eingeholten neuropsychologischen Bericht des Dr. med. B.________ und der Frau Dr. phil. R.________ vom 14. September 1998 besteht theoretisch Aussicht auf Besserung des Gesundheitszustandes und auf Wiedererlangung einer vollen Arbeitsf�higkeit (auch) im bisherigen Beruf bei gutem Verlauf einer psychotherapeutischen und medikament�sen Depressionsbehandlung.
Diese Beurteilung wird best�tigt durch das psychiatrische Gutachten des Dr. F.________ vom 9. Januar 1999: Ihm zufolge ist der Versicherte bereits heute in seinem bisherigen beruflichen T�tigkeitsfeld zu 100 % arbeitsf�hig; die erfolglose Stellensuche sei nicht in erster Linie gesundheitlich bedingt, sondern eher auf die allgemeine Arbeitsmarktsituation im Bankenbereich zur�ckzuf�hren.
Zwecks Verbesserung der Arbeitsf�higkeit ist gem�ss Dr. F.________ anstelle von beruflichen Massnahmen eine l�ngerfristige, intensive Psychotherapie angezeigt.
bb) Gest�tzt auf diese �rztlichen Berichte ist nicht ersichtlich, inwieweit berufliche Umschulungsmassnahmen hier eingliederungswirksam w�ren, mithin zu einer wesentlichen Verbesserung der Verdienstm�glichkeiten beizutragen oder vor Verlust der noch vorhandenen betr�chtlichen Erwerbsf�higkeit zu sch�tzen verm�chten. Mit einer Umschulung auf eine T�tigkeit, welche geringere Anforderungen an die geistige Leistungsf�higkeit stellt, k�nnte allenfalls eine gewisse Steigerung der Arbeitsf�higkeit bewirkt werden.
Dass jedoch f�r den Beschwerdef�hrer hieraus ein �konomischer Erfolg resultierte, der die (bisherigen) guten Verdienstm�glichkeiten im kaufm�nnischen Bereich wesentlich �berstiege, ist nicht zu erwarten. Nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz sind von weiteren Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
cc) An diesem Ergebnis verm�gen auch die Einsch�tzungen in dem vom Beschwerdef�hrer neu ins Recht gelegten Bericht des Dr. med. A.________, Facharzt FMH f�r innere Medizin, vom 11. September 2000 nichts zu �ndern. Wohl trifft es zu, dass gem�ss Dr. A.________ trotz der neuropsychologischen Funktionsdefizite, namentlich der Verminderung der geistigen Leistungsf�higkeit mit ausgepr�gten Konzentrationsst�rungen, sowie der depressiven Verstimmung eine den verbliebenen M�glichkeiten des Patienten angepasste Umschulung vorgenommen werden sollte, "um eine m�glichst optimale Integration ins Berufsleben zu erreichen und eine weitere depressive Entwicklung zu verhindern", ja eine Umschulung m�sse auch "aus gesundheitlichen Gr�nden empfohlen werden". Mit diesen Ausf�hrungen zeigt Dr.
A.________ jedoch kein Eingliederungsziel im Sinne von Art. 17 IVG auf, welches an eine invalidit�tsbedingte Notwendigkeit gebunden ist. Eine solche wird aber einzig im Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 5. Februar 1997 ausdr�cklich bejaht, welcher in Unkenntnis der sp�teren, umfassenderen medizinischen und beruflichen Abkl�rungen verfasst wurde, sodass darauf nicht abzustellen ist.
3.- Zu pr�fen bleibt der Rentenanspruch.
a) Im Rahmen des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG) legten Vorinstanz und Verwaltung ein ohne Gesundheitsbeeintr�chtigung erzielbares Einkommen (Valideneinkommen) von Fr. 4468. 60 monatlich (x 13 = Fr. 58'092.- j�hrlich) zugrunde, was dem letzten, vor Verf�gungserlass erzielten (teuerungsangepassten) Lohn bei der Bank X.________ entspricht.
Dass die Verwaltung sich gest�tzt auf die Annahme einer verbleibenden Arbeitsf�higkeit von 70 % im angestammten Beruf auf einen Sch�tzungsvergleich beschr�nkte und entsprechend von einem Invalidit�tsgrad von 30 % ausging, wurde von der Vorinstanz nicht beanstandet, zumal sich die Annahme einer Arbeitsf�higkeit von lediglich 70 % gest�tzt auf die Aktenlage als grossz�gig erweise; im �brigen ergebe sich selbst in Ber�cksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % im Rahmen des trotz Gesundheitsbeeintr�chtigung zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ein rentenausschliessender Invalidit�tsgrad von 37 %.
b) Selbst wenn man den hiegegen erhobenen Einwendungen des Beschwerdef�hrers folgte und bei der Ermittlung des Valideneinkommens von den Tabellenl�hnen der vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) f�r das Jahr 1998 ausginge, w�rde hieraus kein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad resultieren: Entgegen der Auffassung des Versicherten w�re beim Abstellen auf Tabellenl�hne nicht vom Gesamtdurchschnittseinkommen im Kreditgewerbe auszugehen, sondern - pr�ziser - vom durchschnittlichen Lohn von M�nnern, die im Kreditgewerbe �ber Berufs- und Fachkenntnisse verf�gen (TA1: Sektor 65, Kategorie 3); dieser betrug 1998 Fr. 6103.-. In Ber�cksichtigung einer betriebs�blichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden und der Entwicklung des Nominallohnindexes f�r das Jahr 1999 folgt daraus ein Valideneinkommen von j�hrlich rund Fr. 77'829.- (6103.- x 41.9/40 x 111. 8/110. 2 x 12 = 77'829.-). Entsprechend ergibt sich im Vergleich zu dem vom Beschwerdef�hrer angegebenen, gest�tzt auf den im Rahmen des Einsatzvertrages mit der Firma D.________ AG, welche ihn seit Januar 1999 als Tempor�rmitarbeiter bei der Bank X.________ eingestellt hat, aktuell erzielten Stundenlohn von Fr. 26.- (inklusive Ferienzuschlag und 13. Monatslohn) ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 49'644.- (26 x 8 x 21.7 x11 : 12 = 4137.-; 4137 x 12 = 49'644.-) ein Invalidit�tsgrad von rund 36 %. Daran �ndert, weil invalidit�tsfremd, der Umstand nichts, dass der Beschwerdef�hrer nur entsprechend dem jeweiligen Arbeitsanfall eingesetzt wird. Vorinstanz und Verwaltung haben somit zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneint.