Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.11.2011&Aktenzeichen=VIII%20ZB%2030/11
Timestamp: 2019-04-18 13:46:59
Document Index: 76110555

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 520', '§ 520', '§ 535', '§ 536', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.11.2011 - VIII ZB 30/11 - dejure.org
BGH, 22.11.2011 - VIII ZB 30/11
§ 520 Abs 3 Nr 1 ZPO, § 520 Abs 3 Nr 2 ZPO, § 535 BGB, § 536 BGB
Mietrechtstreit auf Zahlung rückständiger Wohnraummiete: Inhaltsanforderungen an die Berufungsbegründung des erstinstanzlich teilweise unterlegenen Mieters bei Einwendung von Mietminderungsansprüchen und Aufrechnung mit Gegenforderungen
Beanstandung der vom Gericht angesetzten Mietminderung als zu niedrig in einer Berufungsbegründung; Anforderungen an eine hinreichende Berufungsbegründung im zivilgerichtlichen Verfahren
Aufrechnung nach Mietminderung
AG Hamburg, 30.06.2010 - 40B C 125/08
Ein solcher Mangel kann in der Berufungsinstanz noch bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung behoben werden (vgl. etwa BGH 22. November 2011 - VIII ZB 30/11 - Rn. 12; 18. September 1986 - III ZR 124/85 - zu I 2 b der Gründe; 15. März 1956 - II ZB 19/55 - BGHZ 20, 219) .
Die Klägerin konnte etwaige Mängel, die die Zulässigkeit der Klage berühren, noch bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht beheben (vgl. etwa BGH 22. November 2011 - VIII ZB 30/11 - Rn. 12; 18. September 1986 - III ZR 124/85 - zu I 2 b der Gründe; 15. März 1956 - II ZB 19/55 - BGHZ 20, 219) .
Aus diesem Grund war die Beklagte auch nicht gehalten, im Hinblick auf die Gesamtverluste, die ihr durch die Deckungsgeschäfte für den polnischen und den rumänischen Markt jeweils entstanden waren, ausdrücklich eine Reihenfolge zu bestimmen (vgl. zur Rechtslage bei der Aufrechnung etwa BGH 22. Dezember 2011 - VIII ZB 30/11 - Rn. 12 mwN) .
Die bezeichneten Anforderungen sind gewahrt, wenn die Berufungsbegründung erkennen lässt, aus welchen tatsächlichen und rechtlichen Gründen der Berufungskläger das angefochtene Urteil für unrichtig hält, und zur Darlegung der Fehlerhaftigkeit die Umstände mitteilt, die das Urteil aus Sicht des Rechtsmittelführers in Frage stellen (…Senatsbeschlüsse vom 31. August 2010 - VIII ZB 13/10, WuM 2011, 48 Rn. 7;… vom 21. September 2010 - VIII ZB 9/10, WuM 2010, 694 Rn. 10; vom 22. November 2011 - VIII ZB 30/11, WuM 2012, 45 Rn. 7;… vom 9. April 2013 - VIII ZB 64/12, WuM 2013, 367 Rn. 8).
Nach allgemeiner Meinung kann aber davon abgesehen werden, dass ausformulierte Anträge in der Berufungsbegründungsschrift vorliegen müssen, wenn sich aus dem rechtzeitig eingereichten Berufungsvorbringen klar ergibt, in welchem Umfang das erstinstanzliche Urteil angegriffen werden soll (BAG Urteil v 16.05.2012, 4 AZR 245/10 NZA-RR 2012, 599; BGH Urteil v. 22.11.2011 VIII ZB 30/11; LG Hamburg Urteil v. 24.06.2004, 307 S 50/04).
Danach muss die Berufungsbegründung erkennen lassen, aus welchen tatsächlichen und rechtlichen Gründen der Berufungsführer das angefochtene Urteil für unrichtig hält, und es müssen die Umstände mitgeteilt werden, die das Urteil aus Sicht des Rechtsmittelführers in Frage stellen (vgl. BGH, Beschluss vom 22. November 2011 - VIII ZB 30/11 - juris Tz. 7).