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Timestamp: 2019-09-17 19:04:11
Document Index: 28366849

Matched Legal Cases: ['§ 2303', '§10', '§ 93', '§ 2305', '§ 2333', '§ 2338', '§ 2346']

Allgemein Archives - Seite 6 von 6 - Berliner Testament Infos mit Gratis Muster
26. September 2014 von Dietmar.Dala
Erbe ausschlagen – wenn Erben Schulen erben
Nicht immer bedeutet ein Erbe auch einen Gewinn. Ratenkredite, ein Kredit für das Haus und Investitionen in ein Unternehmen lassen das Vermögen eines Erblassers schnell in die roten Zahlen bringen. Sollten die Verbindlichkeiten höher sein als die noch vorrhandenen Vermögenswerte sollte man sich auf jeden Fall von einem Fachmann ( Zum Beispiel Anwalt oder Notar) beraten lassen und besser das Erbe ausschlagen.
Beim Tod des Erblassers geht in der Regel das ganze Vermögen auf die Erben über. Vermögen heißt aber nicht, dass Erben nur das Geld erhalten und die Schulden gelöscht werden, denn das würde für die Gläubiger des Erblassers eine Katastrophe bedeuten. Eine solche Regelung hätte zur Folge, dass die Banken keine Kredite mehr erteilen würden, weil sie im Todesfall des Kreditnehmers mit leeren Händen dastehen würden.
Ein Erbe tritt also in die Fußstapfen des Erblassers und muss damit auch die Schulden und eventuelle Bürgschaften übernehmen. Wer erbt haftet für alle Schulden des Erblassers und zwar auch mit seinem Vermögen.
Wenn Sie geerbt haben, sollten Sie sich umgehend einen detaillierten Überblick über die Vermögensverhältnisse des Erblassers verschaffen. Dazu gehören Erkundigungen bei den Banken, die Überprüfung von Konten und das Durchforsten der vorhandenen Papiere. Zeichnet sich hierbei ab, dass der Erblasser mehr Schulden als Vermögen hinterlässt, dann ist es ratsam, das Erbe auszuschlagen. Zukünftige Erblasser sollte ihre Angelegenheiten schon zu Lebzeiten regeln, sodass die Erben in Todesfall nicht vor einem Papierchaos stehen.
Warum sollte man das Erbe ausschlagen ?
Der Gesetzgeber gibt Erben mindestens sechs Wochen Zeit, um den Stand des Erbes zu beurteilen. Da die Verkündung des Testaments normalerweise länger dauert, haben die Erben in der Regel noch mehr Zeit. Wird das Erbe vor Ablauf der Frist angenommen, besteht keine Möglichkeit mehr, es auszuschlagen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen die Annahme des Erbes auch im Nachhinein ausgeschlagen werden kann. Daher sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie die Erbschaft annehmen möchten.
Schlägt der Erbe seinen Erbteil aus, verliert er sämtliche Ansprüche auf die Erbschaft und kann auch keinen Pflichtteil mehr einfordern.
8. August 2014 von Dietmar.Dala
Erbrecht Pflichtteil, was man darüber wissen sollte
Grundsätzlich räumt das deutsche Erbrecht einer natürlichen Person das Recht ein, durch Testament oder Erbvertrag von Todes wegen über den Übergang seines Vermögen in das Eigentum einer anderen Person zu verfügen. Diese Testierfreiheit kann allerdings rechtlich eingeschränkt sein. Zu den wichtigsten dieser rechtlichen Beschränkungen der Testierfreiheit zählen die Pflichtteil-Regelungen.
Unter „Pflichtteil“ versteht das Erbrecht eine nur in Ausnahmefällen entfallende oder per letztwillige Verfügung auszuschließende Mindestbeteiligung von Abkömmlingen, Ehegatten Lebenspartnern sowei Eltern am Nachlass. Wem nach deutschem Recht durch das Erbrecht Pflichtteil zusteht, ist im Wesentlichen durch die §§ 2303 – 2338 BGB und durch §10 LPartG geregelt.
Nach deutschem Erbrecht ein Pflichtteil beanspruchen können in der Regel abstammende und adoptierte Kinder, Gatten und Lebenspartner. Eltern und andere Abkömmlinge als die Kinder, also Enkel, Urenkel, etc., sind gemäß 2309 BGB nur dann pflichtteilsberechtigt, wenn keine sie in der gesetzlichen Erbfolge ausschließenden Abkömmlinge pflichtteilsberechtigt sind. Das heißt z. B., der Sohn ist vor dem Enkel pflichtteilsberechtigt. Geschwister, Großeltern und entferntere Verwandte besitzen keinen Pflichtteilsanspruch. Nach § 93 SGB XII kann der Pflichtteilsanspruch eines Sozialhilfeempfängers ganz oder teilweise auf den Sozialhilfeträger übergehen.
Die Pflichtteilsberechtigten können die Hälfte des Anteils am Nachlass, der ihnen gesetzlich zustehen würde, wenn der Erblasser keine letztwillige Verfügung erlassen hätte, verlangen.
Hat ein verwitweter Erblasser ein Kind, würde es nach gesetzlicher Erbfolge Alleinerbe werden. Hat der Erblasser das Kind in seinem Testament von der Erbfolge ausgeschlossen, würde dem Kind dennoch ein Pflichtteilsanspruch von 50 % am Nachlass zustehen.
Ist dem Pflichtteilsberechtigten per Testament ein Erbteil zuerkannt worden, der geringer ist als der Pflichtteil, hat er einen Ergänzungsanspruch (Pflichtteilsrestanspruch, § 2305 BGB).
Der Pflichtteilsanspruch kann nur bei Vorliegen seltener, abschließend im BGB in § 2333 aufgelisteter Gründe entzogen werden. Zu diesen Gründen gehören Tötungspläne oder Verbrechen zuungunsten des Erblassers oder eines ihm nahe stehenden Menschen, böswillige Verletzungen von Unterhaltspflichten gegenüber dem Erblasser, mindestens einjährige Freiheitsstrafe oder Zwangsunterbringung in einer psychiatrischen Anstalt wegen einer Vorsatztat. Ferner kann der Erblasser bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen (z.B. Verschwendungssucht, Überschuldung des Pflichtteilsberechtigten) den Pflichtteil in guter Absicht beschränken. So kann er u. a. bestimmen, dass der Pflichtteilsberechtigte nur lediglich als Vorerbe für seine Kinder über den Nachlass verfügen darf (§ 2338 BGB).
Der Pflichtteilsberechtigte kann gem. § 2346 II BGB auf seinen Pflichtteil verzichten. Drei Jahre nach Schluss des Jahres, in dem der Pflichtteilsberechtigte Kenntnis davon erlangt hat, dass der Erblasser gestorben ist, verjährt sein Pflichtteilsanspruch. Bei fehlender Kenntnis des Erbfalls tritt Verjährung 30 Jahre nach dem Tod des Erblassers ein.
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