Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/milchlausbv
Timestamp: 2020-01-28 03:37:45
Document Index: 366061531

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

MilchLAusbV 2013
Verordnung über die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin
Auf Grund des § 4 Absatz 1 in Verbindung mit § 5 des Berufsbildungsgesetzes, von denen § 4 Absatz 1 durch Artikel 232 Nummer 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf des Milchwirtschaftlichen Laboranten und der Milchwirtschaftlichen Laborantin wird nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.
(2) Die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):
Arbeitsabläufe vorbereiten und organisieren; im Team und kundenorientiert arbeiten,
Arbeitsgeräte und -mittel unter Berücksichtigung rationeller Energie- und Materialverwendung wirtschaftlich einsetzen, pflegen und warten,
Laborbedarf beschaffen, kontrollieren und lagern,
Lebensmittelsicherheitssysteme anwenden und Hygienemaßnahmen durchführen, kontrollieren und beurteilen,
Qualitätssicherungssysteme anwenden,
Be- und Verarbeiten von Milch und Milchprodukten überwachen,
Proben entnehmen und zur Untersuchung vorbereiten,
chemische, physikalische und mikrobiologische Untersuchungsverfahren anwenden, dokumentieren und für die Qualitätsbeurteilung heranziehen,
sensorische Prüfungen durchführen und Ergebnisse bewerten,
Informations- und Kommunikationstechniken anwenden,
Labordateninformationsmanagementsysteme anwenden;
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für die ersten drei Ausbildungshalbjahre aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Untersuchung von Milch
(4) Für den Prüfungsbereich Untersuchungsmethoden bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er Arbeitsgeräte, Arbeitsmittel und Untersuchungsproben produktbezogen vorbereiten sowie Untersuchungsverfahren durchführen und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualitätssicherung und zur Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz berücksichtigen und seine Vorgehensweise begründen kann;
für den Nachweis nach Nummer 1 sind folgende Tätigkeiten zu Grunde zu legen:
Durchführen volumetrischer Untersuchungen,
Durchführen chemischer Untersuchungen zur Bestimmung des Fettgehaltes oder Untersuchungen des Wassergehaltes oder des Trockenmassegehaltes,
Durchführen physikalischer Untersuchungen zur Bestimmung der Dichte oder des Gefrierpunktes oder des pH-Wertes oder der Leitfähigkeit,
Durchführen mikrobiologischer Untersuchungen zur Bestimmung von Keimen anhand mikroskopischer Methoden oder der Gesamtkeimzahl oder antibiotisch wirksamer Substanzen;
der Prüfling soll zu jeder Tätigkeit eine Arbeitsprobe durchführen und hierüber jeweils ein situatives Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 200 Minuten; innerhalb dieser Zeit sollen die Fachgespräche insgesamt in höchstens 20 Minuten durchgeführt werden.
(5) Für den Prüfungsbereich Untersuchung von Milch bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er Milch untersuchen kann und dafür Proben entnehmen und vorbereiten, chemische, physikalische und mikrobiologische Methoden anwenden kann und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsmittel und -abläufe festlegen, rechtliche Vorgaben, Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum Umweltschutz berücksichtigen, die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;
der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;
(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu Grunde zu legen.
(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:
Labortechnik und Untersuchungswesen,
Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie,
(4) Für den Prüfungsbereich Labortechnik und Untersuchungswesen bestehen folgende Vorgaben:
Arbeitsabläufe organisieren,
Proben entnehmen und für die Untersuchung vorbereiten,
geeignete Untersuchungsverfahren auswählen,
Proben chemisch, physikalisch, mikrobiologisch und sensorisch untersuchen,
Ergebnisse dokumentieren, auswerten sowie beurteilen
und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsmittel festlegen, betriebliche und rechtliche Vorgaben, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Lebensmittelsicherheit, zur Qualitätssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz berücksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;
für den Nachweis nach Nummer 1 sind aus folgenden Tätigkeiten mindestens zwei auszuwählen:
Untersuchen von Konsummilch,
Untersuchen von Milcherzeugnissen,
Untersuchen von Butter,
Untersuchen von Käse;
bei der Auswahl einer der Tätigkeiten ist ein Untersuchungsschwerpunkt des Ausbildungsbetriebes zu berücksichtigen;
der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben durchführen und hierüber jeweils ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit für die Arbeitsaufgaben beträgt insgesamt 270 Minuten; innerhalb dieser Zeit sollen die Fachgespräche in höchstens 30 Minuten durchgeführt werden.
(5) Für den Prüfungsbereich Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie bestehen folgende Vorgaben:
produktspezifische Untersuchungsabläufe planen,
produktspezifische Untersuchungsverfahren und -methoden auswählen und begründen,
die Funktionsfähigkeit von Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln beurteilen,
Ergebnisse auswerten, unter Berücksichtigung der eingesetzten Produkttechnologie beurteilen und dokumentieren,
auf Abweichungen von produktspezifischen Vorgaben reagieren
und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, rechtliche Vorgaben, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Lebensmittelsicherheit, zur Qualitätssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz berücksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;
der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;
(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:
Labortechnik und Untersuchungs-
wesen 60 Prozent,
Untersuchungsverfahren und Produkt-
technologie 30 Prozent,
im Prüfungsbereich „Labortechnik und Untersuchungswesen“ mit mindestens „ausreichend“,
in mindestens einem weiteren Prüfungsbereich mit mindestens „ausreichend“,
Diese Verordnung tritt am 1. August 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Milchwirtschaftliche-Laboranten-Ausbildungsverordnung vom 31. Mai 1988 (BGBl. I S. 694) außer Kraft.
Anlage (zu § 3 Absatz 1)Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin
(Fundstelle: BGBl. I 2013, 1408-1411)
Nr. Teil des
Ausbildungsberufsbildes Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten Zeitliche Richtwerte
Monat 19. bis 36.
1 Arbeitsabläufe vorbereiten und organisieren; im Team und kundenorientiert arbeiten
Arbeitsaufträge entgegennehmen und prüfen, Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung von Kundenanforderungen planen und dokumentieren, Arbeitsschritte festlegen
Arbeitsaufgaben im Team planen und umsetzen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und bewerten
2 Arbeitsgeräte und -mittel unter Berücksichtigung rationeller Energie- und Materialverwendung wirtschaftlich einsetzen, pflegen und warten
Funktionsfähigkeit von Arbeitsgeräten und -mitteln kontrollieren, Störungen und Abweichungen feststellen und Maßnahmen einleiten
Arbeitsgeräte nach Bedienungsanleitung und sonstigen Vorgaben reinigen, pflegen und warten
Laborgeräte für ihren Einsatz vorbereiten, insbesondere justieren und kalibrieren
Kontrolle sicherheitsrelevanter Vorgaben durchführen und veranlassen
3 Laborbedarf beschaffen, kontrollieren und lagern
Warenbestand kontrollieren und dokumentieren
Bedarf an Labormaterialien ermitteln, deren Beschaffung veranlassen und diese nach Vorgaben lagern
Sicherheit bei der Lagerung überprüfen und umsetzen
fachliche Vorauswahl für Ersatzbeschaffungen treffen
4 Lebensmittelsicherheitssysteme anwenden und Hygienemaßnahmen durchführen, kontrollieren und beurteilen
Maßnahmen der Personal-, Produkt- und Betriebshygiene durchführen und kontrollieren
Lebensmittelsicherheitssysteme, insbesondere HACCP-Konzept, erläutern und anwenden
Umfeldmonitoring auf Grundlage von Prüfplänen durchführen
Ergebnisse dokumentieren, bewerten und Maßnahmen ergreifen
5 Qualitätssicherungssysteme anwenden
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 5)
Ziele, Aufgaben und Aufbau von Qualitätsmanagementsystemen erläutern
laborbezogene Qualitätssicherungssysteme anwenden, insbesondere Qualität sichernde Vorbeuge- und Korrekturmaßnahmen durchführen
Standards für Laboruntersuchungen, insbesondere für Rohmilch, Zwischen- und Endprodukte, anwenden
6 Be- und Verarbeiten von Milch und Milchprodukten überwachen
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 6)
produktspezifische Eigenschaften von Milch und Milchprodukten in Herstellungsprozessen unter Berücksichtigung der eingesetzten Produkttechnologie beurteilen
prozessunterstützende Kontrollen in den verschiedenen Verarbeitungsstufen durchführen und bei Abweichungen Maßnahmen veranlassen
7 Proben entnehmen und zur Untersuchung vorbereiten
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 7)
Probenahme für chemische, physikalische, mikrobiologische und sensorische Untersuchungen nach produktspezifischen Plänen durchführen, Proben kennzeichnen, lagern und dokumentieren
Proben für chemische, physikalische, mikrobiologische und sensorische Untersuchungen vorbereiten
Rückstellmuster kennzeichnen, lagern und dokumentieren
8 chemische, physikalische
und mikrobiologische Untersuchungsverfahren anwenden, dokumentieren und für die Qualitätsbeurteilung heranziehen
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 8)
chemische Untersuchungsverfahren, insbesondere gravimetrische und volumetrische Methoden zur Untersuchung von Milch, Konsummilch, Milcherzeugnissen, Butter und Käse, anwenden und dabei produktspezifische Parameter, insbesondere Fett-, Eiweiß-, Lactose-, Wasser- und Trockenmassegehalt, bestimmen
physikalische Untersuchungsverfahren, insbesondere elektrochemische, spektroskopische, rheologische und chromatografische Methoden zur Untersuchung von Milch, Konsummilch, Milcherzeugnissen, Butter und Käse, anwenden und dabei produktspezifische Parameter, insbesondere Inhaltsstoffe, pH-Wert, Dichte und Gefrierpunkt, bestimmen
mikrobiologische Untersuchungsverfahren, insbesondere kulturelle, enzymatische und mikroskopische Methoden zur Untersuchung von Milch, Konsummilch, Milcherzeugnissen, Butter und Käse, anwenden und dabei Mikroorganismen, insbesondere produktspezifische Kulturorganismen, Rekontaminationskeime und Gesamtkeimzahl sowie antibiotisch wirksame Substanzen, nachweisen
chemische, physikalische und mikrobiologische Verfahren zur Untersuchung von Roh-, Hilfs- und Zusatzstoffen, Wasser, Verpackungen sowie des Umfeldes entsprechend Untersuchungsziel anwenden
Untersuchungsergebnisse dokumentieren und Analysenberichte erstellen
Untersuchungsergebnisse mit produktspezifischen Vorgaben abgleichen und Maßnahmen ergreifen
9 sensorische Prüfungen durchführen und Ergebnisse bewerten
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 9)
Kriterien und Methoden zur Durchführung sensorischer Prüfungen erläutern
sensorische Prüfungen nach produktspezifischen Vorgaben vorbereiten und durchführen
Ergebnisse unter Berücksichtigung von Standards bewerten und dokumentieren
10 Informations- und Kommunikationstechniken anwenden
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 10)
Informationen beschaffen, auswerten und einordnen
betriebliche Kommunikations- und Informationssysteme nutzen, insbesondere arbeitsplatzspezifische Software anwenden
Sachverhalte darstellen und Gespräche situationsgerecht führen
11 Labordateninformationsmanagementsysteme anwenden
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt A Nummer 11)
Inhalt und Aufbau von Labordateninformationsmanagementsystemen erläutern
Labordaten erfassen, sichern und pflegen
Labordaten mit Hilfe von Labordateninformationsmanagementsystemen verwalten und aufbereiten
1 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklären
Grundlagen, Aufgabe und Arbeitsweise der betriebsverfassungs- und personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
2 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt B Nummer 3)
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt B Nummer 4) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
Milchwirtschaftliche-Laboranten-Ausbildungsverordnung
2013, 1405: BGBl I