Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.05.2007&Aktenzeichen=IX%20ZR%2089/06
Timestamp: 2017-09-26 09:19:08
Document Index: 116590835

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 49', '§ 280', '§ 311', 'BGH', 'BGH', '§ 49', '§ 49', 'BGH', '§ 280', 'BGH', '§ 49', 'BGH', '§ 2', '§ 1', 'BGH', '§ 134', 'BGH', '§ 2', '§ 49', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.05.2007 - IX ZR 89/06 - dejure.org
AO § 49b Abs. 5; BGB § 280 Abs. 1, § 311 Abs. 2
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Anwaltsgebühren: Muss der Rechtsanwalt darauf hinweisen, dass er nach dem Gegenstandswert abrechnet?
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.05.2007, Az.: IX ZR 89/06 (Aufklärungspflicht bei Abrechnung nach dem Gegenstandswert)" von RA Max Klessinger, original erschienen in: ZErb 2007, 416 - 418.
Kurznachricht zu "Urteil des BGH vom 24.05.2007, Az.: IX ZR 89/06 (Haftung: Hinweispflicht auf Streitwertabhängigkeit des Anwaltshonorars, § 49b Abs. 5 BRAO)" von RA Holger Grams, original erschienen in: BRAK-Mitt 2007, 159.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil vom 24.05.2007, Az.: IX ZR 89/06 (Verletzung der Hinweispflicht nach § 49b Abs. 5 BRAO)" von Heinz Hansens, original erschienen in: ZfS 2007, 466 - 467.
Er soll daher auf einen entsprechenden Hinweis des Rechtsanwaltes die Möglichkeit erhalten, den Rechtsanwalt zu den Folgen dieser Form der Gebührenberechnung zu befragen (vgl. BT-Drucks. 17/1971, S. 232; s. ferner BGH, Urt. v. 24.05.2007 - IX ZR 89/06, NJW 2007, 2332, 2333 f., [...] Rn. 15).
Jedoch kann dem Mandanten gegen den Rechtsanwalt ein Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 2 Nr. 1, 2 BGB zustehen (Anschluss an BGH, Urteil vom 24. Mai 2007, IX ZR 89/06; OLG Hamm, Urteil vom 16. Juni 2009, 28 U 1/09).
Zudem führt ein Verstoß gegen § 49b Abs. 5 BRAO zwar nicht zum Verlust des Honoraranspruchs des Rechtsanwaltes, jedoch kann hieraus ein Anspruch des Mandanten auf Zahlung von Schadensersatz folgen (BGH, Urt. v. 24.05.2007 - IX ZR 89/06, NJW 2007, 2332, 2333 f., juris Rn. 12 ff.;… OLG Hamm, Urt. v. 16.06.2009 - 28 U 1/09, juris Rn. 24, 30;… AnwKomm-RVG/Schneider/Wolf/N. Schneider/Onderka, 7. Aufl. 2014, § 2 RVG Rn. 82 ff.;… Mayer/Kroiß, RVG, 6. Aufl. 2013, § 1 RVG Rn. 20).
Er soll daher auf einen entsprechenden Hinweis des Rechtsanwaltes die Möglichkeit erhalten, den Rechtsanwalt zu den Folgen dieser Form der Gebührenberechnung zu befragen (vgl. BT-Drucks. 17/1971, S. 232; s. ferner BGH, Urt. v. 24.05.2007 - IX ZR 89/06, NJW 2007, 2332, 2333 f., juris Rn. 15).
Die Bestimmung des § 134 BGB findet deshalb keine Anwendung (vgl. BGH, Urt. v. 24.05.2007 - IX ZR 89/06, NJW 2007, 2332, 2333 f., juris Rn. 16;… AnwKomm-RVG/Schneider/Wolf/N. Schneider/Onderka, 7. Aufl. 2014, § 2 RVG Rn. 79).
In der Regel erfüllt ein Rechtsanwalt seine Hinweispflicht, wenn er - wie im vorliegenden Fall - entsprechend § 49b Absatz 5 BRAO darauf hinweist, dass sich die zu erhebenden Gebühren nach dem Gegenstandswert richten (BGH, Urteil vom 24. Mai 2007 - IX ZR 89/06, juris Rn. 15).
Eine Pflicht zur Mitteilung der voraussichtlichen Höhe entsteht nach den Grundsätzen von Treu und Glauben (§ 242 BGB) insbesondere dann, wenn die Höhe der vom Auftraggeber zu zahlenden Gebühren das von ihm verfolgte Ziel wirtschaftlich sinnlos macht (BGH, Urteil vom 24. Mai 2007 - IX ZR 89/06, juris Rn. 10).
Sofern - wie das Berufungsgericht annimmt - ein rechtsverbindlicher Anwaltsvertrag trotz Fehlens der von den Beklagten gewünschten Einigung über die Höhe des Honorars überhaupt zustande gekommen ist, hätte Rechtsanwalt F. vor Übernahme des Mandats den Beklagten die von diesen gewünschte Auskunft über die Höhe des Honorars - sei es als Kostenvoranschlag, sei es in anderer Form - erteilen müssen, weil er deren vorheriges Aufklärungsbedürfnis erkannt hatte (BGH, Urteil vom 2. Juli 1998 - IX ZR 63/97, NJW 1998, 3486, 3487; vom 24. Mai 2007 - IX ZR 89/06, WM 2007, 1390 Rn. 8, 10).