Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202012,%20983
Timestamp: 2019-11-20 19:31:08
Document Index: 275723782

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 11', '§ 23', '§ 1', '§ 8', '§ 307', '§ 38', '§ 8', '§ 23', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 11', '§ 31', '§ 31', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 88', '§ 89', '§ 92', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', 'BGH']

BGH, 31.05.2012 - I ZR 73/10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,11810
BGH, 31.05.2012 - I ZR 73/10 (https://dejure.org/2012,11810)
BGH, Entscheidung vom 31.05.2012 - I ZR 73/10 (https://dejure.org/2012,11810)
BGH, Entscheidung vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10 (https://dejure.org/2012,11810)
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BGB § 307 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2; UrhG §§ 11 Abs. 2, 31 Abs. 5, 37 Abs. 1, 38 Abs. 3; VerlG § 23 Satz 1; UKlaG §§ 1, 3 Abs. 1 Nr. 2, § 8 Abs. 1
§§ 307 Abs. 2 Nr. 2, 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB; §§ 38 Abs. 3, 37 Abs. 1, 11 Abs. 2, 31 Abs. 5 UrhG; §§ 8 Abs. 1, 3 Abs. 1 Nr. 2, 1 UKlaG; § 23 Satz 1 VerlG
§ 307 Abs 2 Nr 1 BGB, § 307 Abs 2 Nr 2 BGB, §§ 307 ff BGB, § 11 S 2 UrhG, § 31 Abs 5 UrhG
Vergütungsanpassung bei Urheberrechtsvertrag: Inhaltskontrolle für formularmäßige Vergütungsabreden - Honorarbedingungen Freie Journalisten
Anwendung des Schutzgedankens des § 31 Abs. 5 UrhG als Maßstab einer Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB; Überprüfung von formularmäßigen Abreden über die Bestimmung der Vergütung durch die Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff. BGB; ...
§ 307 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2 A, Bm, Cb;
Einräumung von Nutzungsrechten: Klausel unwirksam?
Zur Wirksamkeit von Honorarbedingungen für freie Journalisten
Zu Honorarbedingungen für freie Journalisten
Honorarbedingungen für freie Journalisten eines großen Verlags wurden für teilweise unwirksam erklärt
Honorarbedingungen für freie Journalisten des Axel Springer Verlages teilweise unwirksam
Zeitungs- und Zeitschriftenverlage bei Honoraren für freie Journalisten
Zu Honorarbedingungen für freie Journalisten - Vergütungsregelung des Axel-Springer-Verlags unwirksam
§§ 31 Abs. 5, 32 Abs. 1 Satz 3 UrhG
Honorarbedingungen des Axel-Springer-Verlags mit freien Journalisten teilweise rechtswidrig
Honorare für freie Journalisten: BGH verlangt von Springer genauere Regelung
Unwirksame AGB-Klauseln von Axel Springer gegenüber freien Journalisten
AGB für freie Springer-Journalisten - nur ein bisschen wirksam
Urheberrecht: Buy-Out-Klauseln in Verträgen
Honorarbedingungen für freie Journalisten teilweise unwirksam
Urheberrechtlicher Schutzgedanke kein Maßstab einer Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Honorarregelungen für freie Journalisten
Schade: Der BGH und das Ende der AGB (Prof. Dr. Thomas Hoeren, GRUR-Prax 2012, 402)
Urheberrecht: Übertragung von Nutzungs- und Änderungsrechten in AGB zulässig! (IBR 2012, 738)
Kurznachricht zu "Zum Leitbildcharakter urheberrechtlicher Rechtsgrundsätze - Zugleich Besprechung von BGH, Urteil vom 31.05.2012 - I ZR 73/10 - Honorarbedingungen Freie Journalisten" von RA Dr. Matthias Berberich, LL.M., original erschienen in: WRP 2012, 1055 - 1059.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 31.05.2012, Az.: I ZR 73/10 (Keine Anwendung des urheberrechtlichen Schutzgedankens bei AGB-Inhaltskontrolle)" von RA Dr. Martin Soppe, original erschienen in: GRUR 2012, 1031 - 1040.
Kurznachricht zu "Die Übertragungszwecklehre - Auslegungsregel und Inhaltsnorm? - Zugleich Besprechung zu BGH, Urt. v. 31.5.2012 - I ZR 73/10 - Honorarbedingungen Freie Journalisten" von RA/FAUrhR/FAMedR Gernot Schulze, original erschienen in: GRUR 2012, 993 - 996.
Kurznachricht zu "AGB-Kontrolle von Nutzungsrechtseinräumungen durch den Urheber" von RA Prof. Dr. Jan Bernd Nordemann, original erschienen in: NJW 2012, 3121 - 3125.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 31.05.2012, Az.: ZR 73/10 (Eingeschränkte AGB-Kontrolle bei Honorarbedingungen für freie Journalisten)" von RA Dr. Axel von Walter, original erschienen in: K&R 2012, 597 - 604.
Kurznachricht zu "Klare Worte des BGH zur Wirksamkeit von Honorarbedingungen für freie Journalisten" von RA/FAUrh-/MedienR Dr. Martin Schippan, original erschienen in: ZUM 2012, 771 - 781.
BGHZ 193, 268
MDR 2012, 983
GRUR 2012, 1031
K&R 2012, 597
ZUM 2012, 793
afp 2012, 378
Dabei ist ein generalisierender, überindividueller Prüfungsmaßstab und eine von den Besonderheiten des Einzelfalls losgelöste typisierende Betrachtungsweise zugrunde zu legen (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 17. April 2012 - X ZR 76/11, NJW 2012, 2107 Rn. 10; Urteil vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10, BGHZ 193, 268 Rn. 19 - Honorarbedingungen freie Journalisten, jeweils mwN).
Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Grundgedanke des § 31 Abs. 5 UrhG, die Rechte tendenziell beim Urheber zu belassen, um diesem eine angemessene Beteiligung an der wirtschaftlichen Verwertung seines Werkes zu sichern (BGH, GRUR 2012, 1031, Tz. 17 - Honorarbedingungen freie Journalisten; Senat, NJOZ 2008, 174, 178 - Videozweitverwertung), im Bereich der Open Content-Lizenzen, die im Gegenteil tendenziell eine möglichst weitgehende Verbreitung des Werks erlauben sollen, nicht uneingeschränkt Anwendung finden kann.
Hierunter fallen weder Bestimmungen über den Preis der vertraglichen Hauptleistung noch Klauseln über das Entgelt für eine rechtlich nicht geregelte zusätzlich angebotene Sonderleistung (BGH NJW 2010, 150; BGH NJW-RR 2015, 181), da die Vertragsparteien nach dem im bürgerlichen Recht geltenden Grundsatz der Vertragsfreiheit Leistung und Gegenleistung grundsätzlich frei regeln können (BGH MDR 2012, 983).
172 Eine Anwendung des Schutzgedankens des § 31 Abs. 5 UrhG kommt als Maßstab einer Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach seinem Wortlaut, seiner systematischen Stellung und seinem Zweck als Auslegungsregel nicht in Betracht (BGH, GRUR 2012, 1031, TZ. 16ff mit weiteren Nachweisen - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Sie greift ihrer Natur als Auslegungsregel entsprechend erst ein, wenn es an einer ausdrücklichen vertraglichen Vereinbarung der Parteien fehlt oder Unklarheiten über Inhalt oder Umfang eines eingeräumten Nutzungsrechts bestehen (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10, BGHZ 193, 268 Rn. 17 - Honorarbedingungen Freie Journalisten, mwN).
Die Bestimmungen der § 88 Abs. 1, § 89 Abs. 1 und § 92 Abs. 1 UrhG sind Auslegungsregeln und kommen als Maßstab einer Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB nicht in Betracht (Fortführung von BGH, 31. Mai 2012, I ZR 73/10, BGHZ 193, 268 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Gegen die Annahme eines Leitbildcharakters des § 31 Abs. 5 UrhG im Rahmen einer AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle spricht ferner der für diese Bestimmung anzuwendende konkret-individuelle Prüfungsmaßstab, während bei der Inhaltskontrolle ein abstrakt-genereller Maßstab zugrunde zu legen ist (vgl. im Einzelnen BGH, Urteil vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10, BGHZ 193, 268 Rn. 16 ff. - Honorarbedingungen Freie Journalisten, mwN).
Nichts anderes ergibt sich entgegen der Ansicht der Revision aus der Reform des Urhebervertragsrechts durch das Gesetz zur Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern vom 22. März 2002 (BGBl. I, S. 1155), insbesondere aus der Einführung des § 11 Satz 2 UrhG (vgl. BGHZ 193, 268 Rn. 21 - Honorarbedingungen Freie Journalisten, mwN).
Voraussetzung für die Qualifizierung einer Regelung als Leitbild im Sinne von § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB ist eine gesetzliche Grundentscheidung im Sinne eines Gerechtigkeitsgebots (vgl. nur BGH, Urteil vom 25. Juni 1991 - XI ZR 257/90, BGHZ 115, 38, 42 mwN; BGHZ 193, 268 Rn. 53 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Es liegt in der Natur der Ersatzfunktion von Auslegungsregeln, dass sie den Vertragspartnern Spielraum für abweichende Vertragsgestaltungen lassen (vgl. BGHZ 193, 268 Rn. 17 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Beschreibung der einzelnen Nutzungsrechte und Nutzungsarten in den Allgemeinen Vertragsbedingungen selbst zur Bestimmung des Vertragszwecks beiträgt und sich daraus Anhaltspunkte für den von den Parteien beabsichtigten Vertragszweck entnehmen lassen (vgl. BGHZ 193, 268 Rn. 23 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Dieses Prinzip hat keine Auswirkungen auf die vertragliche Gegenleistung, insbesondere den Umfang der im Streitfall angegriffenen Rechteeinräumung (vgl. BGHZ 193, 268 Rn. 21 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Zwar sind nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs formularmäßige Abreden, die die für die vertragliche Hauptleistung zu erbringende Vergütung unmittelbar bestimmen, von der gesetzlichen Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff BGB ausgenommen, da die Vertragsparteien nach dem im bürgerlichen Recht geltenden Grundsatz der Vertragsfreiheit Leistung und Gegenleistung grundsätzlich frei regeln können (…vgl. BGHZ 185, 96 Rn. 19 m.w.N.; BGH Urteil vom 31.5.2012 - I ZR 73/10, juris Rn. 28 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
Zur Begründung wird ausgeführt, dass die Frage, ob die Leistungen des Urhebers angemessen vergütet werden, nicht abstrakt, sondern nur konkret aufgrund der jeweils getroffenen Honorarvereinbarung und in Kenntnis der in der Branche üblichen Honorarpraxis beantwortet werden könne (BGH GRUR 1984, 45 (48) - Honorarbedingungen Sendevertrag; BGH Urteil vom 31.5.2012 - I ZR 73/10 - Honorarbedingungen Freie Journalisten a.a.O.).
Klauseln, die bestimmen, welche Gegenleistungen mit dem zu zahlenden Honorar vergütet werden, unterliegen danach nicht einer Inhaltskontrolle gemäß §§ 307 ff BGB (vgl. BGH Urteil vom 31.5.2012-I ZR 73/10-Honorarbedingungen Freie Journalisten a.a.O.-juris).
Diese Vorschrift soll nach dem Willen des Gesetzgebers Leitbildcharakter haben und es der Rechtsprechung ermöglichen, die Vorschriften des Urheberrechtsgesetzes auch im Rahmen der Inhaltskontrolle gemäß §§ 307 ff BGB nach diesem Normzweck auszulegen (Beschluss und Empfehlung des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 14/8058, S. 17f; vgl. BGH Urteil vom 31.5.2012 - I ZR 73/10 - Honorarbedingungen Freie Journalisten - Juris Rn. 30).
Dieses Transparenzgebot schließt das Bestimmtheitsgebot ein und verlangt, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen und Rechtsfolgen so genau beschrieben werden, dass für den Verwender keine ungerechtfertigten Beurteilungsspielräume entstehen (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 20. Juli 2005 - VIII ZR 121/04, BGHZ 164, 11, 16 mwN; Urteil vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10, GRUR 2012, 1031 Rn. 34 = WRP 2012, 1107 - Honorarbedingungen Freie Journalisten).
a) Allerdings war die Nutzung der Fotografien des Klägers in der "E-Paper"-Ausgabe grundsätzlich nicht von vornherein - entsprechend den Regeln der Zweckübertragungstheorie (§ 31 Abs. 5 UrhG) - von der der Beklagten unstreitig erteilten Erlaubnis zur Printnutzung umfasst (vgl. Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg…, Urteil vom 11. Mai 2000 - 3 U 269/98 - KG Urteil vom 24. Juli 2001 - 5 U 9427/99 - Senat Hinweisbeschluss vom 3. April 2003 - 4 U 175/02 - Schricker/Löwenheim a.a.O., § 31 UrhG, Rdnr. 96 m.w.N.; vgl. auch BGH, Urteil vom 31. Mai 2012 - I ZR 73/10 - zu dahinlautenden AGB).
OLG München, 30.10.2012 - 9 U 202/12
Allgemeine Geschäftsbedingungen eines Betonfertigteilherstellers: Zulässigkeit …
OLG München, 21.03.2019 - 29 U 2854/18
Beteiligung an der GMÈMA-Einnahmen nicht sittenwidrig