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Timestamp: 2016-10-28 08:29:35
Document Index: 52911053

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_799/2009 (29.03.2010)
8C_799/2009
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG, Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz, Postfach, 8085 Z�rich, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli,
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 28. Juli 2009.
B.________, geboren 1946, erlitt am 31. Januar 2005 einen Auffahrunfall und zog sich dabei gem�ss Bericht des Dr. med. G.________, Allgemeine Medizin FMH (vom 16. Februar 2005), den er noch am gleichen Tag aufgesucht hatte, ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) zu. Die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG, bei welcher B.________ f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert war, anerkannte ihre Leistungspflicht dem Grundsatz nach. Mit Verf�gung vom 14. September 2007 und Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2007 schloss sie den Fall ab und stellte ihre Leistungen per 31. Mai 2007 ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 28. Juli 2009 ab.
B.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien ihm auch �ber den 31. Mai 2007 hinaus Leistungen, insbesondere auch eine Integrit�tsentsch�digung, zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur�ckzuweisen.
W�hrend die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG auf Nichteintreten beziehungsweise auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die Grunds�tze zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 179 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116), unter Hinweis auf die Verf�gung vom 14. September 2007 zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig ist, ob die vom Beschwerdef�hrer auch nach dem 31. Mai 2007 geklagten Beschwerden nat�rlich- und ad�quat-kausal auf den erlittenen Unfall zur�ckzuf�hren sind.
Die Vorinstanz hat diese Frage nach eingehender W�rdigung der medizinischen Aktenlage nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen gepr�ft. Dabei ist sie zun�chst davon ausgegangen, dass keine organisch objektivierbaren Befunde erhoben werden konnten, die mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; 130 III 321 E. 3.2 u. 3.3 S. 324 f.) auf den Unfall vom 31. Januar 2005 zur�ckzuf�hren sind. So hat sie sich ausdr�cklich ge�ussert zu den erstmals am 14. April 2005 bei einer nativen und kontrastmittelverst�rkten triplanaren MR-Untersuchung festgestellten Signalver�nderungen (parietal und temporal subcortikal rechts), welche gem�ss Bericht des Neuroradiologischen und Radiologischen Instituts X.________ H�mosiderinablagerungen, d.h. weitgehend resorbierten Mikroblutungen, entsprechen. Gem�ss dem vom Beschwerdef�hrer in Auftrag gegebenen Gutachten des Prof. Dr. med. W.________ vom 20. Februar 2008 kann das neuroradiologische Bild die kognitiven Defizite zwar erkl�ren; es kann jedoch nicht entschieden werden, ob die Blutungen durch den hier zu beurteilenden Unfall oder durch einen 1977 erlittenen Autounfall mit Commotio cerebri verursacht worden sind. Des Weiteren hat das kantonale Gericht erwogen, dass Prof. Dr. med. W.________, da ihm die entsprechenden Akten gefehlt h�tten, gest�tzt auf unzutreffende anamnestische Annahmen davon ausgegangen sei, dass sich der Beschwerdef�hrer die genannten Verletzungen beim zweiten Unfall zugezogen habe; insbesondere sei es gem�ss Einsch�tzung der Arbeitsgruppe f�r Unfallmechanik, Z�rich, in der Biomechanischen Beurteilung vom 6. Januar 2006 ausgeschlossen, dass der Beschwerdef�hrer beim Unfall vom 31. Januar 2005 eine Hirnersch�tterung erlitten habe, und sei das Unfallereignis daher nicht geeignet gewesen, die genannten Verletzungen herbeizuf�hren. Schliesslich geht das kantonale Gericht gest�tzt auf die (neurologische, neuropsychologische und psychiatrische) Begutachtung in der Rehaklinik E.________ (Gutachten vom 8. Februar/26. Februar/6. M�rz 2007) davon aus, dass der Beschwerdef�hrer an einer mittelgradigen depressiven Episode leidet, welche sich auf seine kognitive Leistungsf�higkeit auswirkt.
Dem ist in allen Teilen beizupflichten und wird auch beschwerdeweise zumindest insofern nicht bestritten, als die von der Vorinstanz vorgenommene Ad�quanzpr�fung unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) zufolge der Dominanz der psychischen Beschwerden im Vergleich zu den somatischen Symptomen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99) nicht beanstandet wird.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, dass er seit dem Unfall vom 31. Januar 2005 unter den typischen Symptomen einer HWS-Verletzung leide, insbesondere unter starken Kopfschmerzen, die unter Belastung jeweils schnell und stark auftreten w�rden, sowie unter einer ausgepr�gten Konzentrationsschw�che, einer vermehrten H�ufung von Fehlern, die ihm vor dem Unfall nicht im Ansatz passiert seien; er erm�de extrem schnell, sei nicht belastbar und kaum leistungsf�hig und er reagiere dadurch h�ufig aggressiv und gereizt. Nebst den kognitiven Beeintr�chtigungen sei nach dem Unfall eine Wesens�nderung aufgetreten. Dass er inzwischen eine Depression entwickelt habe, erkl�rt er sich damit, dass er in seiner T�tigkeit als Treuh�nder und Revisor, welche eine schnelle Auffassungsgabe, einen guten �berblick �ber komplexe Sachverhalte und eine effiziente, umsichtige und kompetente Mandatsf�hrung erfordere, durch die anhaltenden Beschwerden ohne Eintritt einer Besserung in besonderer Weise eingeschr�nkt sei.
Da diese Beschwerden erst nach dem Unfall aufgetreten seien und insbesondere seine kognitive Leistungsf�higkeit bis dahin uneingeschr�nkt vorhanden gewesen sei, m�ssten diese Ausf�lle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis verursacht worden sein. Erst in der Folge habe er auch an depressiven Verstimmungen gelitten.
Zur Begr�ndung der Beschwerden wird dementsprechend im Wesentlichen geltend gemacht, dass vor dem Unfall keinerlei Leistungseinschr�nkung und auch keine Anzeichen f�r eine depressive Verstimmung bestanden h�tten. Der Beschwerdef�hrer st�tzt sich dabei letztinstanzlich auf eine Vielzahl von Schreiben von Bekannten und �rzten, welche dies best�tigen sollen.
5.1 Gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG d�rfen neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt. Dies gilt auch auch im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- und Unfallversicherung (BGE 135 V 194). Diese Voraussetzung ist hier nicht erf�llt, wie im Folgenden zu zeigen ist.
5.2 Die Argumentation "post hoc ergo propter hoc" ist beweisrechtlich nicht zul�ssig (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3). Selbst wenn nachgewiesen w�re, dass die geklagten gesundheitlichen Beschwerden erst seit dem hier streitigen Ereignis aufgetreten sind, w�re damit nicht erstellt, dass diese Beschwerden durch den Unfall verursacht worden sind, weshalb sich diesbez�gliche Weiterungen er�brigen.
5.3 Ob die geklagten Beschwerden in nat�rlichem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 31. Januar 2005 stehen, kann offen gelassen werden und diesbez�gliche beweism�ssige Weiterungen k�nnen unterbleiben, wenn die ad�quate Kausalit�t zu verneinen ist (Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008 E. 2 Ingress; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c).
5.4 Letztlich ist nicht entscheidwesentlich, ob der Beschwerdef�hrer gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz an einer - allenfalls vorbestehenden, nicht unfallbedingten - Depression leidet, welche sich auf seine kognitive Leistungsf�higkeit auswirkt, oder ob die f�r das erlittene Schleudertrauma typischen Beschwerden vorliegen, die organisch jedoch nicht objektiv ausgewiesen sind beziehungsweise (m�glicherweise) Befunden entsprechen, die nicht �berwiegend wahrscheinlich auf den hier zu beurteilenden Unfall zur�ckzuf�hren sind (dazu oben E. 3), und es deshalb auch zu depressiven Verstimmungen gekommen ist. Da unbestrittenerweise organische Unfallfolgen fehlen und die psychische Problematik im Vordergrund steht (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99; Urteil U 238/05 vom 31. Mai 2006 E. 4.1), ist allein massgebend, ob die psychischen Beschwerden in ad�quatem Kausalzusammenhang zum erlittenen Unfall stehen. W�hrend die vom Beschwerdef�hrer eingereichten Beweismittel allenfalls �ber die nat�rliche Kausalit�t Aufschluss zu geben verm�chten, ist die Rechtsfrage nach der ad�quaten Kausalit�t damit nicht zu beantworten.
5.5 Schliesslich wird geltend gemacht, dass der Unfallversicherer Taggelder entrichtet und damit die Beschwerden als Unfallfolgen, also auch deren nat�rliche und ad�quate Kausalit�t mit dem Unfallereignis anerkannt habe. Dieser Einwand verf�ngt indessen nicht. Zum einen hat das Gericht (nur) zu entscheiden, ob (unter anderem) der ad�quate Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen gegeben war. Dar�ber, ob die Anspruchsvoraussetzungen in einem fr�heren Zeitpunkt vorlagen (und verneinendenfalls �ber die allf�llige R�ckforderung von Leistungen, welche wohl in den meisten F�llen an der Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit scheitern w�rde), hat es sich nicht auszusprechen. Zum anderen ist in der Regel erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt notwendigen Heilungsprozesses zu pr�fen, ob die geklagten Beschwerden zum Unfallereignis ad�quat kausal sind (Urteile U 290/02 vom 7. August 2009 E. 3; U 271/05 vom 13. Februar 2006 E. 4.1). Wie das Bundesgericht in BGE 134 V 109 erkannt hat, sind Heilbehandlung und Taggeld solange zu gew�hren, als von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vor�bergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Pr�fung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung abzuschliessen (E. 4.1 S. 114). Dass die Voraussetzungen f�r die Einstellung der vor�bergehenden Leistungen nicht erf�llt seien, wird nicht geltend gemacht.
Zur Frage der ad�quaten Kausalit�t der psychischen Unfallfolgen hat sich die Vorinstanz einl�sslich und zutreffend ge�ussert. Darauf kann in allen Teilen verwiesen werden, zumal der Beschwerdef�hrer diesbez�glich keine Einw�nde erhoben hat.
Die Bejahung der Ad�quanz von psychischen Unfallfolgen eines Schleudertraumas setzt rechtsprechungsgem�ss voraus, dass dem Unfall f�r die Entstehung einer psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit eine massgebende Bedeutung zukommt, was zutrifft, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht f�llt (BGE 115 V 133 E. 7 S. 141). Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs w�re bei mittelschweren Unf�llen zu bejahen, wenn ein einzelnes der f�r die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt w�re oder die zu ber�cksichtigenden Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben w�ren (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140 f.). Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden die Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 und SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, U 277/04 E. 2 ff.).
Wie das kantonale Gericht richtig dargelegt hat, ist der Auffahrunfall, den der Beschwerdef�hrer erlitten hat, rechtsprechungsgem�ss als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zu qualifizieren (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Keines der zu ber�cksichtigenden Kriterien - besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit (vgl. RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc, 2000 Nr. U 394 S. 313, U 248/98), schwere Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art (vgl. SVR 2007 UV Nr. 26 S. 6, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3), ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung bez�glich der somatischen Beschwerden, k�rperliche Dauerschmerzen, �rztliche Fehlbehandlung, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit - ist in ausgepr�gter Weise erf�llt und es ist auch keine H�ufung gegeben, welche bei der gegebenen Unfallschwere gestattete, den ad�quaten Kausalzusammenhang zu bejahen. Die Vorinstanz hat die ad�quate Kausalit�t daher zu Recht verneint.
Selbst wenn davon auszugehen w�re, dass nicht die Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen, sondern die Schleudertrauma-Praxis (bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden) gem�ss BGE 134 V 109 anzuwenden ist (vgl. RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, U 164/01 E. 3b), w�rde dies im Ergebnis nichts �ndern. Wie bereits erw�hnt, liegen besonders dramatische Begleitumst�nde oder eine besondere Eindr�cklichkeit des Unfalls nicht vor, ebensowenig schwere Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art oder eine �rztliche Fehlbehandlung. Eine fortgesetzt spezifische, belastende �rztliche Behandlung war bis zum Fallabschluss nicht notwendig (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128). Von einem schwierigen Heilungsverlauf kann ebenfalls nicht gesprochen werden, zumal keine besonderen Gr�nde ersichtlich sind, welche die Heilung beeintr�chtigt h�tten (Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1). Indessen kann das pr�zisierte Kriterium der erheblichen Beschwerden, das sich rechtsprechungsgem�ss nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeintr�chtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erf�hrt, beurteilt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128), ebenso wie das Merkmal der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.) als erf�llt erachtet werden. Damit w�ren zwei der in Betracht zu ziehenden Kriterien erf�llt, was indessen zur Bejahung der Ad�quanz allf�lliger noch vorhandener unfallbedingter Beschwerden bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen nicht gen�gt.