Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2015-01-15/2-str-605_13
Timestamp: 2017-09-26 04:25:42
Document Index: 66326007

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 8', '§ 8', '§ 66', '§ 387', 'BGH']

BGH, 15.01.2015 - 2 StR 605/13 - Aufrechnung mit dem Schmerzensgeldanspruch des Nebenklägers gegen den Angeklagten aus einem erstinstanzlichen Urteil | anwalt24.de
Beschl. v. 15.01.2015, Az.: 2 StR 605/13
Aufrechnung mit dem Schmerzensgeldanspruch des Nebenklägers gegen den Angeklagten aus einem erstinstanzlichen Urteil
Referenz: JurionRS 2015, 11110
Aktenzeichen: 2 StR 605/13
§ 8 Abs. 1 JBeitrO
Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Januar 2015
Die Erinnerung der Nebenklägerin S. gegen den Kostenansatz vom 12. November 2014 wird als unbegründet verworfen.
Der Aufrechnungseinwand der Nebenklägerin, der im Revisionsverfahren die Kosten ihres Rechtsmittels auferlegt worden sind, greift nicht durch. Eine Aufrechnung mit dem Schmerzensgeldanspruch der Nebenklägerin gegen den Angeklagten aus dem erstinstanzlichen Urteil des Landgerichts Marburg vom 26. August 2013 kommt nicht in Betracht. Gleiches gilt für den gegen den Angeklagten gerichteten Auslagenerstattungsanspruch der Nebenklägerin aus diesem Urteil. Zwar kann der Kostenschuldner im Rahmen der Erinnerung gemäß § 8 Abs. 1 JBeitrO grundsätzlich den Aufrechnungseinwand erheben (Laube in: BeckOK GKG, Stand: 13. November 2014, § 66 Rn. 101). Die Voraussetzungen für eine Aufrechnung liegen hier indes nicht vor, da sich die Ansprüche der Nebenklägerin jeweils nicht gegen die Bundeskasse, sondern gegen den Angeklagten richten. Es fehlt daher an einer Aufrechnungslage im Sinne des § 387 BGB (vgl. VG Augsburg, Beschluss vom 29. Mai 2007 - Au 6 M 07.357, BeckRS 2007, 37725; VGH München, Beschluss vom 14. April 2008 - 13 M 08.407, BeckRS 2008, 27808)
RiBGH Prof. Dr. Schmitt ist wegen Krankheit an der Unterschrift gehindert.