Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%202/15
Timestamp: 2020-07-11 02:30:13
Document Index: 236436952

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 164', '§ 34', '§ 164', '§ 18', '§ 18', 'Art. 20', '§ 126', '§ 16', '§ 135', '§ 16', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 34', '§ 18', '§ 16', '§ 34']

BFH, 21.08.2018 - VIII R 2/15 - dejure.org
https://dejure.org/2018,39135
BFH, 21.08.2018 - VIII R 2/15 (https://dejure.org/2018,39135)
BFH, Entscheidung vom 21.08.2018 - VIII R 2/15 (https://dejure.org/2018,39135)
BFH, Entscheidung vom 21. August 2018 - VIII R 2/15 (https://dejure.org/2018,39135)
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§ 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2, § ... 34 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes, § 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO), § 34 EStG, § 164 Abs. 2 AO, § 18 Abs. 3 Satz 1 EStG, § 18 Abs. 3 EStG, Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, Abs. 2 Nr. 1 EStG, § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG, § 135 Abs. 2 FGO
EStG § 16 Abs 1 S 1 Nr 1, EStG § 16 Abs 2, EStG § 18 Abs 3, EStG § 34 Abs 1, EStG § 34 Abs 2 Nr 1, EStG VZ 2008
Voraussetzungen der Tarifbegünstigung der Veräußerung einer Steuerberaterpraxis
Einkommensteuer | Erst die Einzelpraxis veräußert, dann die Tätigkeit wieder aufgenommen
Die freiberufliche Einzelpraxis - und ihre tarifbegünstigte Veräußerung
Wann ist ein Praxisverkauf steuerlich begünstigt?
EStG § 18 Abs 3, EStG § 16 Abs 2, EStG § 34 Abs 2 Nr 1
Veräußerungsgewinn, Tarifermäßigung, Unterbrechung
BFHE 262, 380
NJW 2019, 175
BB 2018, 2915
DB 2018, 2968
NZG 2019, 118
Dementsprechend ist auch keine "Wartezeit" von mindestens drei Jahren einzuhalten (Anschluss an BFH-Urteil vom 21.08.2018 - VIII R 2/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64).
Auch eine geringfügige Fortführung der bisherigen freiberuflichen Tätigkeit steht der Annahme einer begünstigten Praxisveräußerung nicht entgegen (Anschluss an BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64), und zwar auch dann nicht, wenn sie die Betreuung neuer Mandate umfasst (gegen BMF).
Hierzu gehören insbesondere die immateriellen Wirtschaftsgüter der Praxis wie Mandantenstamm bzw. Praxiswert (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 21.08.2018 - VIII R 2/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).
Dies beruht auf der Überlegung, dass bei fortdauernder Tätigkeit des Freiberuflers in seinem bisherigen örtlichen Wirkungskreis eine weitere Nutzung der persönlichen Beziehungen zu den früheren Mandanten auf eigene Rechnung des "Veräußerers" naheliegt und es dadurch nicht zu einer definitiven Übertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen der Praxis auf den Erwerber kommt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).
Neben der Dauer der Einstellung der freiberuflichen Tätigkeit sind insbesondere die räumliche Entfernung einer wieder aufgenommenen Berufstätigkeit zur veräußerten Praxis, die Vergleichbarkeit der Betätigungen, die Art und Struktur der Mandate sowie die Nutzungsdauer des erworbenen Praxiswerts zu berücksichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).
Maßnahmen des Veräußerers, die wegen einer von Anfang an geplanten Wiederaufnahme dazu dienen sollen, die spätere Zurückgewinnung der Mandanten zu erleichtern, können eine definitive Übertragung des Mandantenstammes von vornherein ausschließen bzw. die erforderliche Zeitspanne für die Einstellung der Tätigkeit verlängern (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).
bb) Grundsätzlich unschädlich ist es, wenn der Veräußerer als Arbeitnehmer oder als freier Mitarbeiter im Auftrag und für Rechnung des Erwerbers tätig wird, denn der Erwerber ist trotzdem zivilrechtlich und wirtschaftlich in der Lage, die Beziehungen zu den früheren Mandanten des Veräußerers zu verwerten (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).
Dass der Realteiler im Ergebnis die freiberufliche Tätigkeit im bisherigen örtlichen Wirkungskreis zeitnah einstellt, genügt in diesem Fall nicht für die Gewährung der Tarifbegünstigung (Fortentwicklung des Senatsurteils vom 21. August 2018 VIII R 2/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64).
(1) Dies ist im Fall der Veräußerung eines Betriebes oder Teilbetriebes anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die für die Ausübung der selbständigen Tätigkeit wesentlichen vermögensmäßigen Grundlagen, zu denen insbesondere die immateriellen Wirtschaftsgüter der Praxis wie der Mandantenstamm bzw. Praxiswert gehören, entgeltlich auf einen anderen Rechtsträger überträgt (vgl. Senatsurteil vom 21. August 2018 VIII R 2/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).