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Timestamp: 2018-06-24 12:48:38
Document Index: 45489219

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 115', '§ 8', '§ 8', '§ 115']

Geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungen
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Die Regelungen für geringfügig entlohnte Beschäftigungen, oftmals auch 450-Euro-Jobs oder Minijobs genannt, und kurzfristige Beschäftigungen gelten für alle Arbeitnehmer/innen gleichermaßen und damit auch für Studierende.
Diese Beschäftigungen können ausgeübt werden als:
dauerhafte Jobs im gewerblichen Bereich mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in
§ 8 Absatz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch (SGB IV)
dauerhafte Jobs in Privathaushalten mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in
kurzfristige Beschäftigungen (zum Beispiel in der vorlesungsfreien Zeit), bei denen die Höhe des Einkommens keine Rolle spielt, geregelt in
§ 8 Absatz 1 Nr. 2 und § 115 SGB IV
Die Arbeitsverdienste aus mehreren Minijobs, die man parallel ausübt, werden zusammengerechnet. Ergibt die Summe mehr als 450 Euro je Monat, gelten die folgenden Ausführungen nicht.
Dem regelmäßigen Arbeitsverdienst sind auch anteilig Sonderzahlungen hinzuzurechnen. Wer bei einem Monatsentgelt von insgesamt regelmäßig nicht mehr als 450 Euro zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhält, ist nicht mehr geringfügig beschäftigt. Auch dann gelten die folgenden Ausführungen nicht.
1. Geringfügig entlohnte Beschäftigung im gewerblichen Bereich
Regelfall: Studierende zahlen - wie alle anderen Arbeitnehmer/innen auch - keine Steuern, keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung und einen reduzierten Eigenanteil zur Rentenversicherung. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.
a) Steuern
Studierende sind zwar grundsätzlich steuerpflichtig, der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bei einem Minijob aber pauschal mit zwei Prozent übernehmen.
b) Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung
Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen sie lediglich einen Versicherungsbeitrag für Studierende zur Kranken- und Pflegeversicherung, der einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen gilt.
Eine beitragsfreie Familienversicherung hat für Studierende bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (eventuell Verlängerung wegen Wehr- oder Freiwilligendienstes) den Vorrang gegenüber einer eigenen, studentischen Krankenversicherung, wenn das monatliche Gesamteinkommen regelmäßig 435 Euro - beim Minijob 450 Euro - nicht übersteigt.
Der Arbeitgeber zahlt pauschal 13 Prozent für die Beschäftigten, die bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, also einschließlich der Familienversicherten. Dieser Beitrag entfällt für privat krankenversicherte Studierende.
Arbeitnehmende Studierende sind versicherungsfrei in der Pflege- und Arbeitslosenversicherung, erwerben allerdings auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Pauschale Beiträge für den Arbeitgeber fallen nicht an.
Der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbeitrag von 15 Prozent zur Rentenversicherung.
Studierende bleiben versicherungsfrei, wenn die geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits vor dem 1. Januar 2013 begonnen wurde und das Arbeitsentgelt weiterhin 400 Euro im Monat nicht übersteigt. Auf die Versicherungsfreiheit kann jedoch verzichtet und mit relativ niedrigen eigenen Beiträgen vollwertige Beschäftigungszeiten in der Rentenversicherung erworben werden.
Für alle anderen 450-Euro-Jobs, die ab 1. Januar 2013 begonnen wurden, beträgt der Eigenanteil der arbeitnehmenden Studierenden 3,6 Prozent. Mit einem schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber kann man sich jederzeit von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Befreiung ist dann allerdings bis zum Ende der Beschäftigung bindend.
Hinweis: Lassen Sie sich von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon 0800 1000 4800) beraten, bevor Sie auf die Versicherungspflicht verzichten. Andernfalls könnten beispielsweise eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall oder die Förderberechtigung der Riester-Rente entfallen.
2. Geringfügig entlohnte Beschäftigung in Privathaushalten
Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Privathaushalt liegt vor, wenn diese durch einen privaten Haushalt begründet ist und die Tätigkeit sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt wird.
Regelfall: Studierende zahlen keine Steuern, keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, aber einen Eigenanteil von 13,6 Prozent zur Rentenversicherung. Der Arbeitgeber führt einen Pauschalbeitrag von nur jeweils fünf Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale ab (sonst wie oben unter Punkt 1).
Übrigens: Stellenanzeigen für Tätigkeiten in Privathaushalten – etwa für die Unterstützung bei den alltäglichen Arbeiten in der Wohnung, bei der Gartenarbeit oder Betreuung von Kindern, Senioren oder Haustieren - kann man über das kostenlose Portal "Haushaltsjob-Börse" der Minijob-Zentrale finden oder aufgeben.
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. (Diese Regelung gilt befristet bis zum 31.12.2018.) Die Höhe des Einkommens aus einer solchen Beschäftigung spielt keine Rolle.
Die Zeitgrenze muss allerdings
im Voraus vertraglich festgelegt oder
nach Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt sein.
Hinweis: Neben einer kurzfristigen Beschäftigung ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (auch 450-Euro-Job oder Minijob genannt) möglich. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.
Mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Beschäftigungen werden - unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber - bei der Prüfung der Zeitgrenze zusammengerechnet. Sobald bei Beginn jeder neuen Beschäftigung im laufenden Kalenderjahr die Grenze von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten wird, handelt es sich um eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Falls jedoch das monatliche Einkommen aus allen Beschäftigungen zusammen 450 Euro nicht übersteigt, gelten wiederum die Regelungen für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (siehe oben Punkt 1).
Selbst wenn die Beschäftigung drei Monate oder 70 Tage nicht übersteigt, liegt keine sozialversicherungsfreie "kurzfristige Beschäftigung" vor, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung 450 Euro überschreitet (zum Beispiel Arbeit als Nachtschwester im Krankenhaus an fünf Tagen pro Monat: Beschäftigung wird zwar nur 60 Tage pro Jahr, aber dafür berufsmäßig ausgeübt).
Werden bei einem Arbeitgeber mehrere Beschäftigungen parallel ausgeübt, gelten diese sozialversicherungsrechtlich als einheitliches Beschäftigungsverhältnis, und zwar unabhängig von der arbeitsvertraglichen Ausgestaltung.
Für Einnahmen aus einer kurzfristigen Beschäftigung werden stets Steuern erhoben. Die Lohnsteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Höhe der Steuer abhängig von der Steuerklasse der Studierenden) oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent (zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden.
Hinweis: Solange das Einkommen (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2018: 9.000 Euro) bleibt, erhält man im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer zurück.
Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Studierende zahlen bei einer kurzfristigen Beschäftigung jedoch keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
Achtung: Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem Einkommen der Studierenden von monatlich maximal 435 Euro oder 450 Euro beim Minijob. Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.
Studierende sind versicherungsfrei.
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