Source: http://www.wiete-strafrecht.de/User/Leitsaetze/LS_6_MRK.html
Timestamp: 2019-04-21 14:24:17
Document Index: 323202840

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 102', '§ 161', 'Art. 6', '§ 161', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 140', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 350', 'Art. 6', 'BGH', '§ 56', '§ 257', '§ 268', '§ 305', '§ 56', '§ 257', 'BGH', 'BGH', '§ 257', '§ 56', 'BGH', 'Art. 2', 'Art. 20', 'Art. 6', '§ 344', 'BGH', 'Art. 6', 'Art. 34', 'BGH', 'Art. 6', '§ 110', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', 'Art. 2', '§ 66', '§ 80', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 100', 'Art. 6', '§ 4', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 213', 'Art. 6', 'BGH', 'Art. 6', '§ 1', '§ 154', '§ 302', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 344', '§ 345', 'BGH', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 20', '§ 27', 'BGH', 'Art. 6', '§ 168', 'BGH', 'BGH', 'Art. 20', 'Art. 5', 'Art. 6', '§ 211', 'BGH', 'Art. 6', '§ 354', 'Art. 6', '§ 267', '§ 344', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 78', 'Art. 6', '§ 140', 'Art. 6', '§ 140', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 141', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', '§ 96']

Leitsätze des BGH zu Art. 6 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention) - Recht auf ein faires Verfahren
Leitsätze und Leitsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs zu Art. 6 EMRK
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Mai 2002 (BGBl. II S. 1054)
Leitsätze zu Artikel 6 MRK
StPO §§ 102, 105; § 161 Abs. 2 Satz 1 EMRK Art. 6 Abs. 1
3. Ob auf präventiv-polizeilicher Grundlage gewonnene Beweise im Strafverfahren verwendet werden dürfen, bestimmt sich nach § 161 Abs. 2 Satz 1 StPO.
BGH, Urteil vom 26. April 2017 - 2 StR 247/16 - LG Limburg an der Lahn
Zu Voraussetzungen und Rechtsfolgen von Verstößen gegen die Unschuldsvermutung.
BGH, Urteil vom 7. September 2016 – 1 StR 154/16 – LG Stuttgart
Die Höhe der Kompensation für eine hinsichtlich Art, Ausmaß und ihrer Ursachen prozessordnungsgemäß festgestellte überlange Verfahrensdauer ist ein zulässiger Verständigungsgegenstand.
BGH, Beschluss vom 25. November 2015 - 1 StR 79/15 - LG Mannheim
BGH, Urteil vom 10. Juni 2015 - 2 StR 97/14 - LG Bonn
StPO §§ 140 Abs. 2 Satz 1, 350 Abs. 2 Satz 1; MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. c
Die Praxis, wonach Revisionshauptverhandlungen ohne Anwesenheit des vom Angeklagten gewählten Verteidigers durchgeführt werden, genügt den Anforderungen des Art. 6 Absatz 3 Buchst. c MRK nicht. Erscheint ein Wahlverteidiger, dem der Termin der Hauptverhandlung gemäß § 350 Absatz 1 StPO mitgeteilt wurde, zur Hauptverhandlung vor dem Revisionsgericht nicht, oder teilt er vorab mit, das er nicht erscheinen werde, ist er in der Regel zum Pflichtverteidiger für die Revisionshauptverhandlung zu bestellen, um das Recht des Angeklagten auf Verteidigung aus Art. 6 III c MRK zu wahren.
BGH, Verfügung vom 25. September 2014 - 2 StR 163/14 - LG Fulda
StGB § 56b
StPO § 257c, § 268a, § 305a
Die Verhängung einer Bewährungsauflage gemäß § 56b Abs. 1 Satz 1 StGB verstößt gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens und unterliegt im Beschwerdeverfahren der Aufhebung, wenn der Angeklagte vor Vereinbarung einer Verständigung gemäß § 257c StPO, deren Gegenstand die Verhängung einer zur Bewährung auszusetzenden Freiheitsstrafe ist, nicht auf konkret in Betracht kommende Bewährungsauflagen hingewiesen worden ist (Fortführung von BGH, Beschluss vom 29. Januar 2014 – 4 StR 254/13).
BGH, Beschluss vom 11. September 2014 – 4 StR 148/14 – LG Münster
Der Grundsatz des fairen Verfahrens gebietet es, den Angeklagten vor einer Verständigung gemäß § 257c StPO, deren Gegenstand die Verhängung einer zur Bewährung auszusetzenden Freiheitsstrafe ist, auf konkret in Betracht kommende Bewährungsauflagen gemäß § 56b Abs. 1 Satz 1 StGB hinzuweisen.
BGH, Beschluss vom 29. Januar 2014 – 4 StR 254/13 – LG Arnsberg
GG Art. 2 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3; EMRK Art. 6 Abs. 1; StPO § 344 Abs. 2 Satz 2.
2. Zu den Anforderungen an eine Verfahrensrüge, mit der eine (rechtsstaatswidrige) polizeiliche Tatprovokation gerügt werden soll.
BGH, Beschluss vom 19. Mai 2015 - 1 StR 128/15 - LG Stuttgart
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1, Art. 34
BGH, Beschluss vom 23. August 2011 - 1 StR 153/11 - LG Ravensburg
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StPO §§ 110a, 136, 161, 163;
Verwertungsverbot für verdecktes Verhör eines inhaftierten Beschuldigten durch einen als Besucher getarnten nicht offen ermittelnden Polizeibeamten unter Zwangseinwirkung.
BGH, Beschluss vom 18. Mai 2010 - 5 StR 51/10 - Landgericht Berlin
StV 2010, 465
Eine allgemeine Zurechnung des Verfahrensgangs in Vertragsstaaten der EMRK unabhängig davon, ob die konkret betroffenen Verfahrenshandlungen dem jeweils nationalen Verfahrensrecht entsprechen oder nicht, ist durch die Konvention nicht geboten.
Die Regelungen der EMRK schaffen kein einheitliches Verfahrensrecht der Vertragsstaaten im Einzelnen mit einer unbeschränkten Zurechnung unabhängig von den nationalen Verfahrensrechtsordnungen.
BGH, Beschluss vom 17. März 2010 - 2 StR 397/09 - LG Darmstadt
Zur Kompensation rechtsstaatswidriger Verfahrensverzöge rung im berufsrechtlichen Verfahren der Steuerberater.
BGH, Urteil vom 7. Dezember 2009 - StBSt (R) 2/09 - OLG Rostock
EMRK Art. 6; GG Art. 2 Abs. 1, 20 Abs. 3; StGB § 66 Abs. 1; StPO §§ 80 a, 246 a
BGH, Urteil vom 14. Oktober 2009 - 2 StR 205/09 - LG Köln
NJW 2010, 544
Die Aufhebung eines tatrichterlichen Urteils durch das Revisionsgericht allein im Strafausspruch erfasst grundsätzlich nicht die Frage der Kompensation einer bis zur revisionsgerichtlichen Entscheidung eingetretenen rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung.
BGH, Urteil vom 27. August 2009 - 3 StR 250/09 - LG Hannover
BGHSt 54, 135 - NJW 2009, 3734
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1: StPO § 100f,
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1 (faires Verfahren); StPO §§ 4, 266
Wird eine weitere Anklage gegen denselben Angeklagten außerhalb der Hauptverhandlung zu einem bereits anhängigen Verfahren in einer laufenden Hauptverhandlung zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung hinzuverbunden, so muss, wenn die Voraussetzungen des § 266 StPO nicht vorliegen, mit der Hauptverhandlung neu begonnen werden (im Anschluss an BGH NStZ-RR 1999, 303).
BGH, Beschluss vom 11. Dezember 2008 - 4 StR 318/08 - LG Bielefeld
BGHSt 53, 108 - StraFo 2009, 110
StGB § 266 Abs. 1; StPO § 213; EMRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1
1. Zum Vorsatz und zum Vermögensnachteil bei Untreuehandlungen durch pflichtwidriges Eingehen von Risiken für fremdes Vermögen.
2. Zur Terminierung in Wirtschaftsstrafsachen.
BGH, Beschluss vom 20. März 2008 - 1 StR 488/07 - LG Mannheim
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StPO § 1 (faires Verfahren), § 154, § 302 Abs. 1 Satz 1
BGH, Beschluss vom 17. Januar 2008 - GSSt 1/07 - Landgericht Oldenburg
BGHSt 52, 124 - NJW 2008, 860
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StPO §§ 344 Abs. 2, 345 Abs. 1
Auch eine nach Erlass des erstinstanzlichen Urteils eingetretene rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung ist nur auf Verfahrensrüge hin zu prüfen, wenn das Urteil erneut zugestellt werden musste und der Revisionsführer dadurch die Möglichkeit hatte, die ihm bekannte Verzögerung innerhalb der neu in Gang gesetzten Frist des § 345 Abs. 1 StPO geltend zu machen.
BGH, Beschluss vom 20. Juni.2007 - 2 StR 493/06 - Landgericht Frankfurt am Main
NJW 2007, 2647
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; GG Art. 1; Art. 20 Abs. 3; BerlLBG § 27 Abs. 3
Zur Abwägung der im Widerstreit stehenden verfassungsrechtlichen Rechtsgüter bei der Beschränkung des Rechts auf umfassende Verteidigung aufgrund beamtenrechtlicher Vorschriften.
BGH, Beschluss vom 5. Juni 2007 - 5 StR 383/06 - LG Berlin
MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. d, StPO § 168c
BGH, Beschluss vom 29. November 2006 - 1 StR 493/06 - LG München I
BGHSt 51, 150 - wistra 2007, 185
GG Art. 20 Abs. 3 MRK Art. 5 Abs. 3 Satz 1 Halbs. 2, Art. 6 Abs. 1 Satz 1 StGB § 211 Abs. 1
1. Die Erledigung eines Strafverfahrens wird nicht allein deshalb in rechtsstaatswidriger Form verzögert, weil das Revisionsgericht zur Korrektur eines dem Tatrichter unterlaufenen - nicht eklatanten - Rechtsfehlers dessen Urteil aufheben und die Sache zu erneuter - zeitaufwändiger - Verhandlung an die Vorinstanz zurückverweisen muss. Dies ist vielmehr Ausfluss eines rechtsstaatlichen Rechtsmittelsystems.
2. Wird der Angeklagte des Mordes schuldig gesprochen, so kann von der Verhän-gung der lebenslangen Freiheitsstrafe in aller Regel nicht deswegen abgesehen werden, weil die Beendigung des Verfahrens von den Strafverfolgungsorganen in einer Weise verzögert wurde, die beim Ausspruch von zeitiger Freiheitsstrafe oder von Geldstrafe eine Kompensation zugunsten des Angeklagten auf der Rechtsfolgenseite gebieten würde.
BGH, Urteil vom 7. Februar 2006 - 3 StR 460/98 - LG Verden
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StPO § 354 Abs. 1 a,
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StPO § 267 Abs. 3, § 344 Abs. 2
Ein Revisionsführer, der das Vorliegen einer Art. 6 Abs. 1 Satz 1 MRK verletzenden Verfahrensverzögerung geltend machen will, muß grundsätzlich eine Verfahrensrüge erheben. Ergeben sich indes bereits aus den Urteilsgründen die Voraussetzungen einer solchen Verzögerung, hat das Revisionsgericht auf Sachrüge einzugreifen. Das gilt auch, wenn sich bei der auf Sachrüge veranlaßten Prüfung, namentlich anhand der Urteilsgründe, ausreichende Anhaltspunkte ergeben, die das Tatgericht zur Prüfung einer solchen Verfahrensverzögerung drängen mußten, so daß ein sachlich-rechtlich zu beanstandender Erörterungsmangel vorliegt.
BGH, Beschluss vom 11. November 2004 - 5 StR 376/03 - LG Frankfurt (Oder)
BGHSt 49, 342 - NJW 2005, 518
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StGB § 46 Abs. 2
1. Die Verpflichtung des Tatrichters, im Falle einer rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung das Maß der gebotenen Kompensation durch Vergleich der an sich verwirkten mit der tatsächlich verhängten Strafe ausdrücklich und konkret zu bestimmen (BVerfG NStZ 1997, 591, BGH NJW 1999, 1198), gilt nicht nur für die Gesamtstrafe, sondern für alle Einzelstrafen.
2. Die Reduzierung von Einzelstrafen und Gesamtstrafe darf nicht in Form eines "doppelten Rabattes" durchgeführt werden.
3. In den Urteilsgründen empfiehlt es sich, sowohl für die Einzelstrafen wie auch für die Gesamtstrafe jeweils die an sich verwirkte und die nach Durchführung der Kompensation schließlich verhängte Höhe konkret anzugeben.
BGH, Beschluss vom 17. Juni 2003 - 3 StR 183/03 - LG Kiel
wistra 2003, 420
Der Grundsatz des fairen Verfahrens (gemäß Art. 6 Abs. 1 Satz 1 MRK) kann verletzt sein, wenn das im Rahmen einer Tatprovokation durch eine von der Polizei geführte Vertrauensperson (VP) angesonnene Drogengeschäft nicht mehr in einem angemessenen, deliktsspezifischen Verhältnis zu dem jeweils individuell gegen den Provozierten bestehenden Tatverdachts steht (Fortführung von BGHSt 45, 321).
BGH, Urteil vom 30. Mai 2001 - 1 StR 42/01 - Landgericht Augsburg
BGHSt 47, 44 - NJW 2001, 2981
MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1; StGB § 78 b Abs. 3
EMRK Art. 6 Abs. 3 lit. c und e; StPO § 140 Abs. 2 Satz 1
Art. 6 Abs. 3 lit. e EMRK räumt dem der Gerichtssprache nicht kundigen Angeklagten (Beschuldigten) unabhängig von seiner finanziellen Lage für das gesamte Strafverfahren und damit auch für vorbereitende Gespräche mit einem Verteidiger einen Anspruch auf unentgeltliche Zuziehung eines Dolmetschers ein, auch wenn kein Fall der notwendigen Verteidigung im Sinne des § 140 StPO oder des Art. 6 Abs. 3 lit. c EMRK gegeben ist.
BGH, Beschluss vom 26. Oktober 2000 - 3 StR 6/00 - Oberlandesgericht Oldenburg Amtsgericht Delmenhorst
BGHSt 46, 178 - NStZ 2001, 107
MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. d; StPO § 141 Abs. 3
BGH, Urteil vom 25. Juli 2000 - 1 StR 169/00 - LG Ravensburg
BGHSt 46, 93 - StV 2000, 593
MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. d; StPO §§ 96 Satz 1, 261