Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20119/79
Timestamp: 2019-06-24 12:41:42
Document Index: 177736703

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 455', '§ 449', '§ 399', '§ 9', '§ 354', '§ 932', '§ 366', '§ 932', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', 'BGH', '§ 399', 'BGH', 'BGH', '§ 399', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH']

BGH, 18.06.1980 - VIII ZR 119/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,339
BGH, 18.06.1980 - VIII ZR 119/79 (https://dejure.org/1980,339)
BGH, Entscheidung vom 18.06.1980 - VIII ZR 119/79 (https://dejure.org/1980,339)
BGH, Entscheidung vom 18. Juni 1980 - VIII ZR 119/79 (https://dejure.org/1980,339)
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Abtretungsverbot in Einkaufsbedingungen
§ 455 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 449 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Kollision zwischen verlängertem Eigentumsvorbehalt des Vorlieferanten und Abtretungsverbot (§ 399 BGB) durch den Abnehmer: Abtretungsverbot verstößt grds. nicht gegen § 9 AGBG (Hinweis: vgl. jetzt allerdings § 354a HGB);
§ 932 BGB, § 366 HGB, regelmäßig grobe Fahrlässigkeit des Abnehmers, der in seinen Einkaufsbedingungen ein Abtretungsverbot aufstellt, mit dem er einen verlängerten Eigentumsvorbehalt vereitelt, wenn er sich nicht nach der Freiheit von Rechten Dritter erkundigt
Kauf unter Eigentumsvorbehalt - Veräußerung zu verarbeitender Stoffe - Vereinbarung Allgemeiner Kaufbedingungen durch konkludente Annahme der Ware - Wirksamkeit eines Abtretungsausschlusses in Allgemeinen Geschäftsbedingungen - Gutgläubiger Eigentumserwerb
Grob fahrlässige Unkenntnis des verlängerten Eigentumsvorbehalts, wenn der Erwerber die Abtretung des Kaufpreisanspruches verboten hat, § 932 BGB
BGHZ 77, 274
NJW 1980, 2245
ZIP 1980, 634
MDR 1981, 47
WM 1980, 933
DB 1980, 1788
Unter der hier nur in Betracht kommenden Alternative der groben Fahrlässigkeit wird im allgemeinen ein Handeln verstanden, bei dem die erforderliche Sorgfalt den gesamten Umständen nach in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGH, Urteil vom 18. Juni 1980 - VIII ZR 119/79, BGHZ 77, 274, 276).
Unter grober Fahrlässigkeit wird im allgemeinen ein Handeln verstanden, bei dem die erforderliche Sorgfalt den gesamten Umständen nach in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (Senat, BGHZ 77, 274, 276).
Nimmt in einem solchen Fall der Zweitkäufer keine Erkundigungen (insbesondere beim Vorlieferanten) über das Verfügungsrecht oder die Eigentumsverhältnisse vor, so nimmt er die Vereitelung eines etwaigen verlängerten Eigentumsvorbehalts in Kauf und handelt daher grob fahrlässig (vgl. BGHZ 77, 274, 278).
a) Eine Vereinbarung, wonach die Abtretung einer Forderung von der Zustimmung des Schuldners abhängig gemacht wird, ist grundsätzlich auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen zulässig (BGHZ 77, 274, 275 [BGH 18.06.1980 - VIII ZR 119/79]; 102, 293, 300;… BGH Urt. v. 11. Mai 1989, VII ZR 150/88, BGHR BGB § 399 - Abtretungsausschluß 1;… Urt. v. 29. Juni 1989, VII ZR 211/88, BGHR BGB § 399 - Abtretungsausschluß 2).
Dieses Interesse an klarer und übersichtlicher Vertragsabwicklung hat der Bundesgerichtshof schon früher bei Kaufhäusern als Verwendern anerkannt, die vielfältige Geschäftsbeziehungen und zahlreiche Filialen unterhalten (BGHZ 77, 274, 275) [BGH 18.06.1980 - VIII ZR 119/79].
Ein nach Abschluss der Abtretungsvereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger vereinbarter Abtretungsausschluss nach § 399 Halbs 2 BGB lässt jedoch die Wirkung der Vorausabtretung für die Zeit nach Vereinbarung des Ausschlusses hinsichtlich der zeitgleich damit oder erst danach entstandenen Forderungen entfallen (BGHZ 77, 274, 275f - Juris RdNr 18) .
Grob fahrlässig ist ein Verhalten, bei dem die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jeden hätte einleuchten müssen (vgl. BGH, Urteil vom 18.06.1980, VIII ZR 119/79, BGHZ 77, 274;… Münchener Kommentar-Grundmann, a.a.O., § 276, Rn 83 ff. mwN).
OLG Frankfurt, 21.12.2018 - 4 U 62/18
Wirksamkeit von Provisionsvereinbarungen für die Vermittlung von Studienplätzen
BGH, 10.11.1983 - VII ZR 175/82