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Timestamp: 2016-10-28 08:29:40
Document Index: 322833603

Matched Legal Cases: ['Art. 292', 'Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 74', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 6', 'Art. 12', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 14', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 273', 'BGE', 'BGE', 'Art. 274', 'BGE', 'Art. 144', 'Art. 145', 'Art. 314', 'Art. 144', 'Art. 314', 'Art. 137', 'Art. 134', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

5A_160/2011 (29.03.2011)
5A_160/2011
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Krepper,
Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, II. Zivilkammer, vom 25. Januar 2011.
A.a Y.________ (geb. 1961) und X.________ (geb. 1962) sind die seit 2001 getrennten und seit dem 24. April 2003 geschiedenen Eltern des Sohnes Z.________ (geb. 1997). Im Ehescheidungsurteil wurde Z.________ antragsgem�ss unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen, aber in die Obhut des Vaters gestellt. Gegenw�rtig wohnt Z.________ beim Vater. Dieser ist seit mehreren Jahren in zweiter Ehe verheiratet. Im gleichen Haushalt lebt der ungef�hr gleichaltrige Sohn der zweiten Ehefrau, der mit seinem eigenen Vater keinen Umgang mehr pflegt. Die Mutter wohnt als unmittelbare Nachbarin zusammen mit ihrer Lebenspartnerin und deren zwei wesentlich j�ngeren Kindern.
A.b Im Sommer 2005 verlangte die Mutter beim zust�ndigen Gericht die vorsorgliche Regelung des pers�nlichen Verkehrs zwischen ihr und ihrem Sohn. In der Folge einigten sich die Eltern auf eine vorl�ufige Ordnung.
A.c Im November 2005 reichte die Mutter eine Klage auf Ab�nderung des Scheidungsurteils ein, und der Vater erhob Widerklage. Mit Entscheid vom 12. Februar 2008 �nderte das Kantonsgericht St. Gallen das Scheidungsurteil ab und gab das Kind in die alleinige elterliche Sorge des Vaters. Es r�umte der Mutter das Recht ein, mit Z.________ jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag, jeden Montagabend, j�hrlich vier Wochen Ferien sowie die H�lfte der Doppelfeiertage zu verbringen. Eine fr�her angeordnete Besuchsrechtsbeistandschaft wurde beibehalten.
A.d Am 25. Juni 2009 verlangte der Vater die Ab�nderung des Besuchs- und Ferienrechts. Mit Beschluss vom 10. Februar 2010 reduzierte die Vormundschaftsbeh�rde See-Linth den Umfang des pers�nlichen Umgangs der Mutter auf ein Treffen pro Monat, jeweils am zweiten Freitag des Monats, f�r mindestens vier Stunden; das Umgangsrecht in den Ferien und an den Feiertagen hob die Vormundschaftsbeh�rde auf. Zudem lehnte sie es ab, die Eltern zu einer Mediation bzw. das Kind zu einer psychotherapeutischen Behandlung zu verpflichten. Sodann hob sie mit Beschluss vom 30. Juni 2010 auch die Besuchsrechtsbeistandschaft bedingungslos auf.
A.e Die von der Mutter gegen den Entscheid der Vormundschaftsbeh�rde vom 10. Februar 2010 erhobene Beschwerde wies das Departement des Innern des Kantons St. Gallen am 9. August 2010 ab.
Daraufhin gelangte die Mutter mit Berufung an das Kantonsgericht St. Gallen und beantragte, das Besuchsrecht sei wie im Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 12. Februar 2008 festzulegen, zwischen den Eltern sei eine Mediation anzuordnen und eventuell sei ein neuer Besuchsrechtsbeistand einzusetzen. Mit Entscheid vom 25. Januar 2011 wies das Kantonsgericht die Berufung ab, soweit es darauf eintrat.
Mit Beschwerde vom 2. M�rz 2011 gelangt X.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrerin) an das Bundesgericht und beantragt, das Besuchsrecht sei gem�ss dem fr�heren Entscheid des Kantonsgerichts vom 12. Februar 2008 zu best�tigen, eventuell durch das Bundesgericht in angemessenem Umfang festzulegen. Ferner seien die Parteien zur konkreten Durchsetzung der m�tterlichen Besuchsrechte unter Androhung der Straffolgen nach Art. 292 StGB zu einer Mediation zu verpflichten.
Mit Verf�gung vom 4. M�rz 2011 wurde das Gesuch um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung und den Erlass vorsorglicher Massnahmen abgewiesen.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid in einer nicht verm�gensrechtlichen Zivilsache, wogegen die Beschwerde in Zivilsachen offen steht (Art. 72 Abs. 1, Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG). Nicht n�her einzugehen ist daher auf die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin, aus denen sie eine Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG ableitet.
1.2 Bei der Beschwerde in Zivilsachen sind in rechtlicher Hinsicht alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig, und das Bundesgericht wendet in diesem Bereich das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), was heisst, dass es behauptete Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) mit freier Kognition pr�ft.
Auf die blosse Anregung der Beschwerdef�hrerin, das Bundesgericht m�ge von Amtes wegen pr�fen, inwiefern direkt anwendbare Bestimmungen des V�lkerrechts (namentlich Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 12 ff. UNO-Kinderrechtskonvention) durch das Vorgehen der Vorinstanzen und den angefochtenen Entscheid verletzt worden seien, ist mangels Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) von vornherein nicht einzutreten.
1.3 Die Verletzung von Grundrechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen (BGE 133 III 393 E. 6 S. 397; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254).
Nicht einzutreten ist daher auf die behaupteten Verst�sse gegen Art. 10 Abs. 2 und Art. 14 BV, denn die Beschwerdef�hrerin hat nicht im Einzelnen aufgezeigt, welche Anspr�che sie aus welcher Bestimmung ableitet und inwiefern diese verletzt sein sollen.
1.4 Nach Art. 105 Abs. 1 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Wird eine willk�rliche Feststellung von Tatsachen geltend gemacht, ist - neben der Erheblichkeit der ger�gten Tatsachenfeststellung f�r den Verfahrensausgang - klar und detailliert darzutun, inwiefern diese Feststellung offensichtlich unhaltbar sein soll, d.h. mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehe, auf einem offenkundigen Versehen beruhe oder sich sachlich in keiner Weise rechtfertigen lasse und der angefochtene Entscheid deshalb an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
Soweit die Beschwerdef�hrerin in Ziff. 49 der Beschwerde behauptet, die Feststellung, wonach die beschr�nkte Besuchszeit Mutter und Kind nicht daran hindere, eine lebendige und positive Beziehung aufzubauen, sei nicht nachvollziehbar und deshalb willk�rlich, bel�sst sie es bei einer appellatorischen Kritik, auf welche nicht eingetreten werden kann. Ebenfalls rein appellatorischer Natur sind die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin hinsichtlich der Auslegung des Kindeswillens (Ziff. 65-71 der Beschwerde), denn sie begn�gt sich damit, ihre eigene Sicht der Dinge darzulegen. Nicht einzutreten ist sodann auf die R�ge, das Kantonsgericht sei in Willk�r verfallen (Ziff. 72 der Beschwerde), indem es A.________ f�lschlicherweise als Familientherapeuten bezeichnet habe, weil dieser in Tat und Wahrheit Sozialarbeiter FH/Systemischer Berater im Regionalen Beratungszentrum Rapperswil-Jona sei, denn die Beschwerdef�hrerin zeigt nicht auf, inwiefern jener nicht qualifiziert sein soll, Empfehlungen hinsichtlich der Ausgestaltung des Besuchsrechts abzugeben (s. dazu auch E. 5.2.2 hiernach). Nicht einzutreten ist schliesslich auf die in den Ziff. 80-85 der Beschwerde enthaltenen Vorw�rfe der unrichtigen Sachverhaltsfeststellungen bzw. Beweisw�rdigungen, denn die Beschwerdef�hrerin zeigt nicht klar und detailliert auf, worin der Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens best�nde.
In verschiedener Hinsicht wird dem Kantonsgericht in der Beschwerde eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) vorgeworfen; diese R�ge ist wegen der formellen Natur des Geh�rsanspruchs (BGE 135 I 187 E. 2.2 S. 190) vorweg zu pr�fen.
2.1 Zun�chst r�gt die Beschwerdef�hrerin, die Vormundschaftsbeh�rde habe ihr die Akten zur Anh�rung des Sohnes vom 9. und 14. September 2009 gar nie zur Kenntnis gebracht. Sie habe das entsprechende Protokoll erst am 17. M�rz 2010 vom Departement des Innern zur Kenntnis erhalten. Sodann sei ihr am 26. November 2010 vom Kantonsgericht die Stellungnahme der Vormundschaftsbeh�rde vom 23. November 2010 samt Beilagen zugestellt worden. Darunter habe sich ein Bericht "Z.________" vom 4. Juli 2009 (ein von Z.________ handschriftlich verfasster Bericht �ber den Ablauf eines Besuchsrechtswochenendes bei der Mutter) befunden. Von diesem habe sie erst nach dem Entscheid des Departements des Innern Kenntnis erhalten. Trotzdem habe das Kantonsgericht darin keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu erblicken vermocht.
Die Beschwerdef�hrerin hat die Verletzung des rechtlichen Geh�rs durch die Vormundschaftsbeh�rde bereits vor dem Departement des Innern geltend gemacht. Dieses bejahte eine Verletzung, erachtete sie indes als geheilt. Gegebenenfalls h�tte die Beschwerdef�hrerin dieses Ergebnis vor dem Kantonsgericht beanstanden m�ssen. Dass sie das getan h�tte, behauptet sie indessen nicht, und ist auch nicht ersichtlich. Mangels Aussch�pfung des Instanzenzuges kann auf diese R�ge nicht eingetreten werden (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640).
Sodann erwog das Kantonsgericht, die Mutter habe wohl eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs geltend gemacht, aber darauf verzichtet, gest�tzt auf diese Vorbringen Antr�ge zu stellen und letztlich bloss einen richterlichen R�ffel erwartet; das Kantonsgericht habe keinen erzieherischen Auftrag und sei nicht Aufsichtsbeh�rde, weshalb darauf nicht einzutreten sei. Die Beschwerdef�hrerin setzt sich nicht mit diesen Erw�gungen auseinander und behauptet nichts, woraus auf das Gegenteil geschlossen werden m�sste. Ebenso wenig zeigt sie auf, dass der fragliche Bericht bereits zu den Akten des Departements des Innern geh�rte und damit Grundlage f�r dessen Entscheid war. Mithin kommt sie den Begr�ndungsanforderungen nicht nach (E. 1.3 hiervor), weshalb nicht darauf einzutreten ist.
2.2 Weiter beanstandet die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, indem das Kantonsgericht f�r seinen Entscheid vom 25. Januar 2011 nicht mehr auf ihre Eingabe vom 10. Januar 2011 abgestellt habe, worin sie sich zu den mit Schreiben vom 26. November 2010 zugestellten Unterlagen ge�ussert habe.
Es trifft zwar zu, dass das Kantonsgericht die Eingabe der Beschwerdef�hrerin vom 10. Januar 2011 im schriftlich begr�ndeten Entscheid nicht ausdr�cklich erw�hnt. Die Eingabe befindet sich allerdings als act. B/15 bei den Akten des Kantonsgerichts, und es hat jene am 11. Januar 2011 dem Vater und dem Sohn zur Kenntnis gebracht (kant. act. B/16). Mit Schreiben vom 14. Januar 2011 teilte das Kantonsgericht schliesslich mit, es erachte die Sache als spruchreif (kant. act. B/17). Mithin gibt es keine Anzeichen daf�r, dass es die fragliche Eingabe unber�cksichtigt gelassen hat. Vielmehr l�uft der Vorwurf, das Kantonsgericht habe nicht auf die Eingabe vom 10. Januar 2011 abgestellt, auf eine R�ge der Verletzung der Begr�ndungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Geh�rs hinaus, was sogleich zu pr�fen ist:
Die Begr�ndung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt. Es ist jedoch nicht n�tig, dass sich die Beh�rde mit jeder tats�chlichen Behauptung und mit jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 129 I 232 E. 3.2 S. 236; 133 III 439 E. 3.3 S. 445; 134 I 83 E. 4.1 S. 88).
Entgegen dem Tenor der Ausf�hrungen in der Beschwerde ergibt sich eine Verletzung der Begr�ndungspflicht nicht bereits daraus, dass das Kantonsgericht nicht den Argumenten der Mutter gefolgt ist. Im angefochtenen Entscheid werden die zentralen �berlegungen, von denen das Kantonsgericht ausgegangen ist, genannt und in jeder Hinsicht verst�ndlich und nachvollziehbar ausgef�hrt. Wie ihre 33-seitige Beschwerde zeigt, war die Beschwerdef�hrerin denn auch in der Lage, den Entscheid in allen Teilen sachgerecht anzufechten. Die R�ge der Verletzung der Begr�ndungspflicht ist demnach unbegr�ndet.
Das Kantonsgericht hat im Wesentlichen folgenden Sachverhalt festgestellt: Die Eltern h�tten es seit der Trennung bis 2005 geschafft, eintr�chtig zusammenzuwirken und sich in Kinderbelangen abzusprechen. Seither f�hrten sie einen eigentlichen Kampf um das Kind und liessen den Konflikt immer wieder eskalieren, indem sie Strafklagen erheben und sich st�ndig gegenseitig Vorw�rfe machten. Im Mai 2008 h�tten die Eltern versucht, mit einer Familienberatung eine Entlastung zu bewirken. Die Therapeutin habe schliesslich allerdings abgesagt, so dass die Beratung nur vor�bergehend zu einer Beruhigung der Situation gef�hrt habe. Folge dieser st�ndigen Konflikte sei eine zunehmende Einschr�nkung des Besuchsrechts der Mutter gewesen. Seit Herbst 2009 d�rfe die Mutter den Jungen nur noch jeden zweiten Freitagabend im Monat f�r einige Stunden treffen. Diese Treffen f�nden entgegen den Behauptungen der Mutter regelm�ssig und p�nktlich statt. Hinzu komme, dass das fr�here Besuchsrecht trotz klarer Regelungen nie unbeschwert habe ausge�bt werden k�nnen, sondern stets Schwierigkeiten bereitet habe. Termine seien nicht eingehalten oder kurzfristig verschoben worden, Besuchswochenenden �berm�ssig verplant, Versprechen nicht eingehalten, jede Versp�tung kleinlich ger�gt und dem anderen Elternteil als Charakterfehler vorgehalten worden. Der Vater stehe der Lebensform der Mutter nicht unbefangen gegen�ber. Im Gegenzug werfe die Mutter dem Vater vor, er entfremde das Kind. Auch das Verh�ltnis der Mutter zum Besuchsrechtsbeistand sei von Beginn weg belastet gewesen. Dieser habe zwar sorgf�ltige Besuchsrechtsregelungen ausgearbeitet und rasch das Vertrauen des Kindes gewonnen. Die Mutter habe sich aber vom Beistand in ihrer Lebensweise nicht akzeptiert gef�hlt und ihr sei wiederholt allein die Rolle des St�r- oder Belastungsfaktors zugeschrieben worden.
Die langj�hrigen, belastenden Umst�nde seien f�r Z.________ nicht ohne Folgen geblieben. W�hrend er im Jahr 2005 noch einen ausgewogenen Kontakt zu beiden Eltern gew�nscht habe, werde ein Jahr sp�ter beschrieben, dass er sich bei beiden Eltern wohl f�hle, aber eine ansteigende Zerrissenheit zu sp�ren sei. Z.________ habe immer mehr M�he bekundet, die Lebensform der Mutter neben der des Vaters zu akzeptieren und zunehmend gew�nscht, nur noch einer Familie, n�mlich der des Vaters, anzugeh�ren. Er habe wiederholt zum Ausdruck gebracht, das Besuchsrecht sei m�glichst so zu belassen wie es heute sei, und es sei sicher nicht auszuweiten. Er k�nne den Besuchen bei der Mutter wenig Positives abgewinnen. Seine Ausf�hrungen seien klar, nachvollziehbar, konstant, altersentsprechend und basierten auf seiner eigenen Erfahrungswelt. Die Besuche am Freitagabend w�rden von allen Beteiligten als rundum unbefriedigend erlebt. Und trotzdem schienen die seit Herbst 2009 reduzierten Besuche das Wohlbefinden von Z.________ sp�rbar gef�rdert zu haben.
In rechtlicher Hinsicht ist vom Grundsatz auszugehen, wonach Eltern, denen die pers�nliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und unm�ndige Kinder gegenseitig Anspruch auf angemessenen pers�nlichen Verkehr haben (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dieser ist zwar als sog. Pflichtrecht ausgestaltet, dient aber in erster Linie dem Interesse des Kindes; oberste Richtschnur f�r die Ausgestaltung des pers�nlichen Verkehrs ist deshalb stets das Kindeswohl, das anhand der Umst�nde des konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist (BGE 123 III 445 E. 3b S. 451; 130 III 585 E. 2.1 S. 587 f.; 131 III 209 E. 5 S. 212).
Auszugehen ist dabei von der kinderpsychologischen Erkenntnis, dass in der Regel eine Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig ist, da sie bei der Entwicklung und Identit�tsfindung des Kindes eine wichtige Rolle spielen kann (BGE 122 III 404 E. 3a S. 407; 127 III 295 E. 4a S. 298; 130 III 585 E. 2.2.2 S. 590). Wird jedoch das Wohl des Kindes durch den pers�nlichen Verkehr gef�hrdet, indem seine ungest�rte k�rperliche, seelische oder sittliche Entfaltung bedroht ist, kann das Besuchsrecht beschr�nkt oder aufgehoben werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB), wobei die g�nzliche Aufhebung stets die ultima ratio bleiben muss (BGE 122 III 404 E. 3b S. 407).
Was das Kind anbelangt, so steht es nicht in dessen freiem Belieben, ob es pers�nliche Kontakte w�nscht oder nicht; dies gilt namentlich dort, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstellung der sorgeberechtigten Partei gepr�gt ist (Urteil 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3). Indes ist der ge�usserte Kindeswille in der Entscheidung zu ber�cksichtigen, und bei �lteren Kindern ist er ein massgebliches Kriterium bei der Festsetzung des Besuchsrechts (Urteil 5C.250/2005 vom 3. Januar 2006 E. 3.2.1).
5.1 Das Kantonsgericht erwog, die Beschr�nkung des Besuchsrechts sei nicht auf ein Fehlverhalten der Mutter zur�ckzuf�hren. Ebenso wenig leide Z.________ an einem Parental Alienation Syndrome. Seine �berlegungen schienen in Anbetracht seines Alters und seiner Erlebniswelt nachvollziehbar. Seiner Denkweise sei zu entnehmen, dass er zum Vater, der pr�senter sei und dessen Lebenswelt er besser verstehe, eine enge Vertrauensbeziehung aufgebaut habe, die ihm Schutz und Unterst�tzung verspreche, wogegen ihm eine Bindung an die abwesende Mutter mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit schwerer falle. Ohnehin sei zu ber�cksichtigen, dass selbst ein beeinflusster Wille beachtlich sei, und zwar schon deshalb, weil er f�r das Kind eine psychisch empfundene Realit�t bilde. Kinder erreichten gew�hnlich zwischen dem zehnten und dem zw�lften Lebensjahr das Entwicklungsstadium der formallogischen Denkoperationen. Sie seien dann nicht mehr allein der Gegenwart verhaftet, sondern verm�chten die Vor- und Nachteile k�nftiger Lebenssituationen gegeneinander abzuw�gen. Sie k�nnten es auch hinnehmen, dass Erwachsene unterschiedliche Standpunkte bez�gen, und verst�nden, dass es wichtig ist, sich dazu eine eigene Meinung zu bilden. Urteilsf�hige Kinder k�nnten erwarten, dass ein gefestigter und nicht nur aus einer momentanen Laune heraus gefasster Entschluss als Ausfluss ihrer Pers�nlichkeit respektiert und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt werde. Ihr Wille gelte als Akt beschr�nkter Eigenverantwortung, der zwar nicht allein massgeblich und kritisch zu hinterfragen sei, aber auch nicht ganz unbedeutend sein k�nne. Je �lter und reifer die Kinder w�rden, je stabiler ihre Haltung sei und je nachdr�cklicher diese vertreten werde, desto mehr sei darauf zu achten, bis schliesslich ein Besuchsrecht gegen ihren gefestigten Willen grunds�tzlich nicht mehr vertretbar und wohl auch nicht mehr durchsetzbar sei. Dies widerspr�che n�mlich sowohl dem Zweck der Umgangsregelung als auch dem Pers�nlichkeitsrecht des Kindes. Der Hinweis der Mutter, Z.________ k�nne sich gar nicht unbefangen �ussern, weshalb seine Stimme nicht zu h�ren sei, erweise sich f�r Kinder in der Adoleszenz als sehr verletzend und sei eher geeignet, ihre Abwehrhaltung zu verst�rken, als sie zur Selbst�ndigkeit anzuleiten. Eine gerichtliche Verordnung gegen den Kindeswillen wirke sich im �brigen auf das Mutter-Kind-Verh�ltnis regelm�ssig negativ aus und leite meist den endg�ltigen Abbruch der Beziehung ein. Viele Kinder, welche mit rigider gerichtlicher Verf�gung oder unflexibler Elternvereinbarung zu Besuchen gen�tigt w�rden, br�chen die Verbindung sp�ter ab. Ein Appell an die Selbstbestimmung k�nne dazu f�hren, dass das Kind im Laufe der Adoleszenz sein Urteil �ber die Eltern revidiere, die Parteinahme f�r einen Elternteil aufgebe und sich dem anderen freiwillig zuwende. Z.________ habe mit seinen 13 bis 14 Jahren ein Alter erreicht, in dem er sich grunds�tzlich eine eigene Meinung bilden k�nne, und die Folgen seines Entscheides f�r sich abzusch�tzen verm�ge. Es bestehe kein Anlass, daran zu zweifeln, dass der Junge, der einen reifen und bestimmten Eindruck mache, sich soweit entwickelt habe. Damit sei er im rechtlichen Sinne urteilsf�hig geworden und sein Wille daher grunds�tzlich zu respektieren.
5.2.1 Unter dem Titel "Mangelhafte Ermittlung des Kindeswillens" wirft die Beschwerdef�hrerin dem Kantonsgericht eine Verletzung der Art. 144 Abs. 2, Art. 145 und Art. 314 Ziff. 1 ZGB vor. Wohl h�tten die Vormundschaftsbeh�rde und nach dieser das Departement des Innern Z.________ pers�nlich angeh�rt, sich aber nicht ausreichend mit der tats�chlichen Situation befasst. Ein Abst�tzen auf die Berichte des Beistandes sei unzul�ssig. Da die Parteien die fraglichen Berichte unterschiedlich beurteilten, h�tte das Kantonsgericht Z.________ selber anh�ren, zumindest aber ein externes Gutachten �ber die Frage des Kindeswohls bei Beibehalt des bisherigen Besuchsrechts einholen m�ssen.
Weil es hier nicht um die Verletzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Geh�r, sondern um die Verletzung von Bestimmungen eines Bundesgesetzes geht, stellt die materielle Aussch�pfung des Instanzenzuges keine Zul�ssigkeitsvoraussetzung dar, weshalb die R�ge auch erstmals vor Bundesgericht vorgebracht werden kann.
Art. 144 Abs. 2 ZGB bestimmt, dass bei Anordnungen �ber Kinder diese in geeigneter Weise durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson pers�nlich anzuh�ren sind, soweit nicht ihr Alter oder andere wichtige Gr�nde dagegen sprechen. Diese Norm findet auf alle gerichtlichen Verfahren Anwendung, in denen Kinderbelange zu regeln sind (vgl. auch Art. 314 Ziff. 1 ZGB bez�glich Kindesschutzmassnahmen); sie gilt deshalb nicht nur im Scheidungs-, sondern auch im Eheschutzverfahren, bei vorsorglichen Massnahmen im Sinn von Art. 137 ZGB und im Ab�nderungsverfahren nach Art. 134 ZGB (vgl. BGE 131 III 553 E. 1.1). Sind die Voraussetzungen f�r die Anh�rung des Kindes gegeben, l�sst sie sich nicht durch antizipierte Beweisw�rdigung umgehen (Urteil 5A_536/2007 vom 24. Januar 2008 E. 2.1). Selbst wenn der Anh�rung des Kindes durch den Richter der Vorzug der Unmittelbarkeit innewohnt, besteht diesbez�glich indes keine absolute Pflicht (vgl. BGE 133 III 553 E. 4 S. 554), und schon gar nicht eine, die sich an alle Instanzen richtet; entscheidend ist vielmehr, dass die einmal vorgenommene Anh�rung bzw. deren Ergebnis im Zeitpunkt der Verwertung noch aktuell ist (BGE 133 III 553 E. 4 S. 555). Dies ist Ausdruck des Gedankens, dass eine Anh�rung um der Anh�rung willen zu vermeiden ist und von wiederholten Anh�rungen abgesehen werden kann, wo neue Erkenntnisse nicht zu erwarten sind (s. auch Urteil 5A_388/2008 vom 22. August 2008 E. 3, publ. in: FamPra.ch 2009 S. 249).
Die Beschwerdef�hrerin behauptet nicht, seit der Anh�rung durch die Vormundschaftsbeh�rde bzw. durch das Departement des Innern h�tten sich die Verh�ltnisse in einer Art ver�ndert, welche eine erneute Anh�rung (oder Begutachtung) erforderlich gemacht h�tte. Ebenso wenig f�hrt sie aus, inwiefern eine erneute Anh�rung (oder Begutachtung) neue Erkenntnisse zu Tage f�rdern k�nnte. Schliesslich bestreitet sie den Inhalt von Z.________ Willenskundgebungen nicht. Unter diesen Umst�nden kann dem Kantonsgericht keine Bundesrechtsverletzung vorgeworfen werden; die R�ge ist unbegr�ndet.
5.2.2 Ausserdem beanstandet die Beschwerdef�hrerin, dass das Kantonsgericht allein auf den Kindeswillen abgestellt und dabei das Kindeswohl missachtet habe.
Dies trifft nicht zu. Das Kantonsgericht hat seinen Entscheid sowohl in tats�chlicher (s. E. 3 hiervor) als auch in rechtlicher Hinsicht (s. E. 5.1 hiervor) umfassend abgekl�rt und begr�ndet. In sorgf�ltiger Abw�gung aller relevanten Kriterien ist es zum Schluss gekommen, dass es im Interesse nicht nur des Sohnes, sondern auch der Mutter sei, im gegenw�rtigen Zeitpunkt das Besuchsrecht nicht wieder zu erweitern. Die von der Vormundschaftsbeh�rde festgelegte Besuchszeit entspreche einerseits dem Wunsch des Kindes und erlaube es ihm andererseits, das aktuell eher negative Mutterbild mit der Realit�t zu vergleichen sowie einen Kontakt zur Mutter zu pflegen. Das Umgangsrecht an einem Abend im Monat biete dem Jugendlichen Z.________ gen�gend Zeit f�r eigene Pl�ne, f�r Schulaufgaben sowie Freizeitaktivit�ten und festige dadurch seine Autonomie und Pers�nlichkeitsentwicklung. Ein solcher Besuchsrhythmus entspreche im �brigen auch den Empfehlungen des Familientherapeuten, der mehrmals mit Eltern und Kind gesprochen habe. Ohnehin m�ssten es Mutter und Kind schaffen, die gemeinsamen vier Stunden im Monat befriedigend zu gestalten, bevor es ihnen zugemutet werden d�rfe, noch mehr Zeit miteinander zu verbringen. Die von der Vormundschaftsbeh�rde festgelegten Besuchszeiten hinderten die Mutter und das Kind nicht daran, eine lebendige und positive Beziehung aufzubauen und schienen insgesamt angemessen, wobei es ausdr�cklich erw�nscht und f�r die Entwicklung des Kindes positiv sei, wenn Z.________ seine Mutter zus�tzlich freiwillig besuche. Davon, dass das Kantonsgericht ausschliesslich auf den Willen von Z.________ abgestellt und das Kindeswohl missachtet hat, kann keine Rede sein; die R�ge ist unbegr�ndet.
Bei diesem Ausgang er�brigt sich, auf die Ausf�hrungen hinsichtlich der Wiederherstellung des Besuchsrechts gem�ss dem fr�heren Entscheid des Kantonsgerichts vom 12. Februar 2008 einzugehen.
Den Antrag auf Anordnung einer Zwangsmediation zwischen den Eltern stellt die Beschwerdef�hrerin ausdr�cklich in den Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Besuchsrechtszeiten gem�ss dem Entscheid des Kantonsgerichts vom 12. Februar 2008. Da der angefochtene Entscheid aus den in E. 2-5 dargelegten Gr�nden vor Verfassung und Gesetz standh�lt und die fr�heren Besuchsrechtszeiten nicht wiederhergestellt werden, er�brigen sich weitergehende Er�rterungen zu diesem Begehren.