Source: http://www.hensche.de/arbeitsrecht-urteile-bag-7-azr-864-15-30.08.2017-befristung-pierre-sanoussi-bliss-u.html
Timestamp: 2018-09-19 17:36:29
Document Index: 316116151

Matched Legal Cases: ['§ 14', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 626', '§ 1', '§ 14', 'Art. 5', '§ 72', '§ 551', '§ 551', '§ 3', '§ 253', '§ 15', '§ 14', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 167', '§ 14', '§ 14', '§ 14', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 14', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 14', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 14', '§ 14', 'Art. 12', 'Art. 5', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 1', '§ 14', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 14', 'Art. 12', '§ 14', 'Art. 12', 'Art. 5', '§ 14', 'Art. 5', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 5', '§ 5', 'EuG', '§ 14', 'EuG', 'EuG', '§ 14', 'EuG', '§ 14', 'Art. 12', '§ 626', '§ 551', '§ 286', '§ 14', '§ 14', '§ 97']

Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 29. Ok­to­ber 2015 - 4 Sa 527/15 - wird als un­zulässig ver­wor­fen, so­weit sie sich ge­gen die Ab­wei­sung des Kla­ge­an­trags zu 3. rich­tet.
Im Übri­gen wird die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das vor­ge­nann­te Ur­teil zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten in der Re­vi­si­on noch darüber, ob das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ver­trags­verhält­nis auf­grund Be­fris­tung ge­en­det hat so­wie über die Wirk­sam­keit ei­ner von der Be­klag­ten vor­sorg­lich aus­ge­spro­che­nen außer­or­dent­li­chen und hilfs­wei­se or­dent­li­chen Kündi­gung.
Die Be­klag­te ist ei­ne Film­pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft. Sie pro­du­ziert im Auf­trag des ZDF die Kri­mi­se­rie „Der Al­te“. Der Kläger stell­te als Schau­spie­ler in die­ser Kri­mi­se­rie fast 18 Jah­re lang den Kom­mis­sar „Axel Rich­ter“ dar, der als Mit­glied ei­ner Mord­kom­mis­si­on um den lei­ten­den Haupt­kom­mis­sar („Der Al­te“) er­mit­tel­te. Die Par­tei­en schlos­sen bis zum Jahr 2013 je­weils Rah­men­verträge für die Dau­er ei­nes Jah­res so­wie Ein­zel­verträge über ein­zel­ne Fol­gen. Seit dem Jahr 2014 ver­ein­bar­ten sie Schau­spie­ler­verträge über je­weils zwei Fol­gen (1. Block, 2. Block etc.). Der letz­te Ver­trag da­tiert vom 13./16. Ok­to­ber 2014 und lau­tet aus­zugs­wei­se:
„1. PRO­DU­ZENT en­ga­giert den VER­TRA­GS­PART­NER für die Rol­le AXEL RICH­TER für die Pro­duk­ti­on ‚Der Al­te: ‚GE­RECH­TIG­KEIT‘ und ‚DER TO­TE IM ACKER‘ 4. Block
Fol­gen 391 + 392 Sen­der-Pro­duk­ti­ons-Nr.: 535/02397 + 2398
2.1 Der VER­TRA­GS­PART­NER steht PRO­DU­ZENT als Dar­stel­ler am 18.10., 22.10., 23.10., 24.10., 27.10., 28.10., 30.10., 03.11., 04.11., 07.11., 10.11., 11.11., 12.11., 16.11., 17.11., 18.11.2014 aus­sch­ließlich zur Verfügung.
2.4 Zur Ver­mei­dung von Kol­li­sio­nen ver­pflich­tet sich der VER­TRA­GS­PART­NER, PRO­DU­ZENT über al­le bei Ver­trags­schluss be­ste­hen­den und be­ab­sich­tig­ten En­ga­ge­ments schrift­lich zu in­for­mie­ren. Das glei­che gilt für al­le wei­te­ren En­ga­ge­ments, die der VER­TRA­GS­PART­NER ab Un­ter­zeich­nung die­ses Ver­trags ein­geht.
Die „All­ge­mei­nen Ver­trags­be­din­gun­gen des Pro­du­zen­ten - Dar­stel­ler“ ent­hal­ten ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:
Der Kläger war im Jahr 2014 für die Be­klag­te an 47 Dreh­ta­gen tätig und er­hielt pro Dreh­tag ei­ne Vergütung von 2.500,00 Eu­ro brut­to. So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge leis­te­te die Be­klag­te für 84 Ta­ge.
Mit Schrei­ben vom 21. No­vem­ber 2014 teil­te die Be­klag­te dem Kläger un­ter Hin­weis auf ei­ne ent­spre­chen­de münd­li­che In­for­ma­ti­on vom 17. Sep­tem­ber 2014 mit, sein Ver­trags­verhält­nis ha­be auf­grund der zeit­li­chen Be­fris­tung des Schau­spie­ler­ver­trags vom 13./16. Ok­to­ber 2014 am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det. Vor­sorg­lich erklärte sie, dass der Zweck des En­ga­ge­ments mit dem
letz­ten Dreh­tag am 18. No­vem­ber 2014 er­reicht wor­den sei. Das Ver­trags­verhält­nis en­de da­her mit Zweck­er­rei­chung, spätes­tens zwei Wo­chen nach Zu­gang die­ses Schrei­bens. Mit wei­te­rem Schrei­ben vom glei­chen Tag kündig­te sie das Ver­trags­verhält­nis zu­dem vor­sorg­lich außer­or­dent­lich so­wie hilfs­wei­se or­dent­lich zum nächst­zulässi­gen Zeit­punkt.
Der Kläger hat mit der am 9. De­zem­ber 2014 beim Ar­beits­ge­richt ein ge­gan­ge­nen und der Be­klag­ten am 16. De­zem­ber 2014 zu­ge­stell­ten Kla­ge die Auf­fas­sung ver­tre­ten, das Ar­beits­verhält­nis ha­be nicht durch die Be­fris­tung in dem zu­letzt mit der Be­klag­ten ge­schlos­se­nen Schau­spie­ler­ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det. Der Schau­spie­ler­ver­trag sei ein Ar­beits­ver­trag und un­ter­fal­le den Be­stim­mun­gen des Tz­B­fG. Die Be­fris­tung sei nicht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG durch die Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung ge­recht­fer­tigt. In ih­rer Ei­gen­schaft als Film­pro­du­zen­tin könne sich die Be­klag­te nicht auf die Rund­funk­frei­heit nach Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG be­ru­fen. Die­ses Grund­recht ste­he nur dem ZDF als Pro­gramm­ver­an­stal­ter zu. Außer­dem sei er kein pro­gramm­ge­stal­ten­der Mit­ar­bei­ter. Die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags sei auch nicht un­ter Berück­sich­ti­gung der Kunst­frei­heit nach Art. 5 Abs. 3 GG ge­recht­fer­tigt. Je­den­falls über­wie­ge auf­grund der lan­gen Beschäfti­gungs­dau­er sein In­ter­es­se am Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses das In­ter­es­se der Be­klag­ten an des­sen Be­en­di­gung. Er ha­be in den ver­trags-/ dreh­tag­frei­en Zeiträum­en zwi­schen den Pro­duk­tio­nen der ein­zel­nen Fol­gen nicht oh­ne wei­te­res an­de­ren schau­spie­le­ri­schen Tätig­kei­ten nach­ge­hen können, son­dern sich et­wa zur Her­stel­lung ei­nes Trai­lers oder Vor­spanns zur Verfügung hal­ten müssen. Auch die Ver­ein­ba­rung von „Sperr­ter­mi­nen“ ha­be die Be­klag­te nur in Aus­nah­mefällen und be­schränkt auf we­ni­ge Ta­ge ak­zep­tiert. Die zeit­lich nach­ran­gi­gen, vor­sorg­lich aus­ge­spro­che­nen Kündi­gun­gen sei­en un­wirk­sam, weil kein wich­ti­ger Grund zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung nach § 626 Abs. 1 BGB vor­han­den und die or­dent­li­che Kündi­gung nach § 1 Abs. 2 KSchG so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt sei.
Der Kläger hat - so­weit für die Re­vi­si­on noch von Be­deu­tung - zu­letzt be­an­tragt
1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht durch die frist­lo­se Kündi­gung vom 21. No­vem­ber 2014 be­en­det wor­den ist,
2. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht durch die or­dent­li­che frist­ge­rech­te Kündi­gung vom 21. No­vem­ber 2014 be­en­det wor­den ist,
3. fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en kei­ne Be­fris­tung ver­ein­bart wor­den ist,
4. hilfs­wei­se fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 13./16. Ok­to­ber 2014 am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det hat,
5. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en auch nicht durch das Schrei­ben der Be­klag­ten vom 21. No­vem­ber 2014 am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det hat.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Be­fris­tung des Schau­spie­ler­ver­trags zum 18. No­vem­ber 2014 sei wirk­sam. Die be­fris­te­te Beschäfti­gung von Schau­spie­lern für die Dau­er der Pro­duk­ti­on sei - so­fern es sich da­bei über­haupt um Ar­beits­verträge han­de­le - auf­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG sach­lich ge­recht­fer­tigt. Schau­spie­ler gehörten zu den pro­gramm­ge­stal­ten­den Mit­ar­bei­tern und sei­en zu­dem als Künst­ler dem be­son­de­ren, durch Art. 5 Abs. 3 GG ge­prägten ar­beits­recht­li­chen Sek­tor zu­ge­ord­net. Das ZDF ha­be die Ent­schei­dung ge­trof­fen, die Se­rie „Der Al­te“ künst­le­risch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, um dem Pu­bli­kums­in­ter­es­se und dem be­ste­hen­den In­no­va­ti­ons­bedürf­nis ge­recht zu wer­den. Die Fern­seh­an­stalt ha­be da­zu ua. die Rol­len des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ und ei­nes wei­te­ren Kom­mis­sars aus dem Dreh­buch ge­stri­chen. Die langjähri­ge Beschäfti­gung des Klägers in die­ser Rol­le ha­be dem Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Schau­spie­ler­ver­trags nicht ent­ge­gen­ge­stan­den.
Kläger die Kla­ge­anträge wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt, die Re­vi­si­on zurück­zu­wei­sen.
Die Re­vi­si­on des Klägers hat kei­nen Er­folg. Sie ist un­zulässig, so­weit die Ab­wei­sung des Kla­ge­an­trags zu 3. an­ge­grif­fen wird. Im Übri­gen ist die Re­vi­si­on un­be­gründet.
A. Die Re­vi­si­on des Klägers ist un­zulässig, so­weit sie sich ge­gen die Ab­wei­sung des An­trags zu 3. rich­tet. Be­zo­gen auf die Ab­wei­sung die­ses An­trags, mit dem der Kläger be­gehrt hat­te fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en kei­ne Be­fris­tung ver­ein­bart wor­den ist, hat der Kläger die Re­vi­si­on nicht ord­nungs­gemäß be­gründet.
I. Nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 551 Abs. 1 ZPO muss der Re­vi­si­onskläger die Re­vi­si­on be­gründen. Die Be­gründung muss nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a ZPO die­je­ni­gen Umstände be­zeich­nen, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung er­ge­ben soll. Dies er­for­dert die kon­kre­te Dar­le­gung der Gründe, aus de­nen das an­ge­foch­te­ne Ur­teil rechts­feh­ler­haft sein soll. Die Re­vi­si­ons­be­gründung muss den an­ge­nom­me­nen Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts da­bei in ei­ner Wei­se auf­zei­gen, dass Ge­gen­stand und Rich­tung des Re­vi­si­ons­an­griffs er­kenn­bar sind. Die Re­vi­si­ons­be­gründung hat sich des­halb mit den tra­gen­den Gründen des Be­ru­fungs­ur­teils aus­ein­an­der­zu­set­zen. Da­durch soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass der Re­vi­si­onsführer das an­ge­foch­te­ne Ur­teil im Hin­blick auf das Rechts­mit­tel über­prüft und mit Blick­rich­tung auf die Rechts­la­ge durch­denkt. Außer­dem soll die Re­vi­si­ons­be­gründung durch die Kri­tik des an­ge­foch­te­nen Ur­teils zur rich­ti­gen Rechts­fin­dung durch das Re­vi­si­ons­ge­richt bei­tra­gen. Die bloße Dar­stel­lung an­de­rer Rechts­an­sich­ten oh­ne er­kenn­ba­re Aus­ein­an­der­set­zung mit den Gründen des Be­ru­fungs­ur­teils genügt den An­for­de­run­gen an ei­ne ord­nungs­gemäße Re­vi­si­ons­be­gründung eben­so we­nig
wie die Wie­der­ga­be des bis­he­ri­gen Vor­brin­gens. Es reicht auch nicht aus, wenn der Re­vi­si­onsführer die tatsächli­chen und/oder recht­li­chen Würdi­gun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts le­dig­lich mit for­mel­haf­ten Wen­dun­gen rügt. Bei meh­re­ren Streit­ge­genständen muss für je­den ei­ne sol­che Be­gründung ge­ge­ben wer­den. Fehlt sie zu ei­nem Streit­ge­gen­stand, ist das Rechts­mit­tel in­so­weit un­zulässig (BAG 21. März 2017 - 7 AZR 207/15 - Rn. 21 mwN).
II. Die­sen An­for­de­run­gen wird die Re­vi­si­ons­be­gründung im Hin­blick auf die Ab­wei­sung des Kla­ge­an­trags zu 3. nicht ge­recht.
Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den An­trag zu 3. mit der Be­gründung ab ge­wie­sen, am Vor­lie­gen ei­nes be­fris­te­ten Ver­trags be­ste­he kein Zwei­fel. Zif­fer 2.2. des Schau­spie­ler­ver­trags vom 13./16. Ok­to­ber 2014 ent­hal­te den Be­griff der „Ver­trags­zeit“, was be­reits die Be­fris­tung die­ses Ver­trags in­di­zie­re. Der Kläger sei mit die­sem Ver­trag für die Rol­le des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ aus­sch­ließlich für die zwei dort be­zeich­ne­ten Fol­gen der Kri­mi­se­rie „Der Al­te“ und für 16 da­tumsmäßig fest­ge­leg­te Dreh­ta­ge en­ga­giert wor­den. Dies stel­le ei­ne Ver­trags­be­fris­tung auf den Zeit­raum der Dreh­ta­ge vom 18. Ok­to­ber 2014 bis zum 18. No­vem­ber 2014 in Form ei­ner so­ge­nann­ten ka­len­dermäßigen Be­fris­tung iSd. § 3 Abs. 1 Satz 2 Alt. 1 Tz­B­fG dar.
Mit die­ser Be­gründung des Lan­des­ar­beits­ge­richts be­fasst sich die Re­vi­si­ons­be­gründung nicht. Viel­mehr setzt die Ar­gu­men­ta­ti­on des Klägers in der Re­vi­si­ons­be­gründung das Be­ste­hen ei­ner Be­fris­tungs­ab­re­de im Ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 vor­aus.
B. Die im Übri­gen zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge­anträge zu 1., 2., 4. und 5. im Er­geb­nis zu Recht ab­ge­wie­sen. Die­se Anträge sind zulässig, aber un­be­gründet.
I. Die Kla­ge­anträge sind zulässig. Dies gilt nicht nur für die Anträge zu 1., 2. und 4., son­dern auch für den An­trag zu 5. Er ist hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Die­ser An­trag rich­tet sich, wie der Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat klar­ge­stellt hat, ge­gen ei­ne in dem Schau-
spie­ler­ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 mögli­cher­wei­se ver­ein­bar­te Zweck­be­fris­tung. Mit dem in dem Kla­ge­an­trag zu 5. ge­nann­ten „Schrei­ben vom 21. No­vem­ber 2014“ ist die vor­sorg­li­che Un­ter­rich­tung des Klägers durch die Be­klag­te über den Zeit­punkt der Zweck­er­rei­chung am 18. No­vem­ber 2014 gemäß § 15 Abs. 2 Tz­B­fG ge­meint.
II. Die Kla­ge­anträge zu 1., 2., 4. und 5. sind un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat auf­grund der in dem Schau­spie­ler­ver­trag vom 13./ 16. Ok­to­ber 2014 ver­ein­bar­ten ka­len­dermäßigen Be­fris­tung am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det. Der Kla­ge­an­trag zu 4. ist da­her nicht be­gründet. Die ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund ei­ner Zweck­be­fris­tung und der zeit­lich nach­fol­gen­den Kündi­gung vom 21. No­vem­ber 2014 ge­rich­te­ten Kla­ge­anträge zu 5. so­wie zu 1. und 2. sind da­her eben­falls un­be­gründet.
1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht ent­schie­den, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en auf­grund der ka­len­dermäßigen Be­fris­tung in dem Schau­spie­ler­ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det hat. Zu­guns­ten des Klägers kann un­ter­stellt wer­den, dass es sich bei dem zu­letzt ge­schlos­se­nen Schau­spie­ler­ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 um ei­nen Ar­beits­ver­trag han­delt und er des­halb in den An­wen­dungs­be­reich des Tz­B­fG fällt. Die Be­fris­tung ist auf­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt.
a) Die Be­fris­tung zum 18. No­vem­ber 2014 gilt nicht be­reits nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 7 Halbs. 1 KSchG als wirk­sam. Der Kläger hat de­ren Un­wirk­sam­keit recht­zei­tig in­ner­halb der Drei-Wo­chen-Frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG gel­tend ge­macht. Die Kla­ge­schrift vom 9. De­zem­ber 2014 ist beim Ar­beits­ge­richt am sel­ben Tag ein­ge­gan­gen. Sie wur­de der Be­klag­ten am 16. De­zem­ber 2014 und da­mit „demnächst“ iSv. § 167 ZPO zu­ge­stellt.
b) Die Be­fris­tung des Ver­trags vom 13./16. Ok­to­ber 2014 zum 18. No­vem­ber 2014 ist nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG durch die Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung sach­lich ge­recht­fer­tigt.
aa) In § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ist nicht näher be­stimmt, wel­che Ei­gen­ar­ten der Ar­beits­leis­tung die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags recht­fer­ti­gen können. Den Ge­set­zes­ma­te­ria­li­en lässt sich ent­neh­men, dass mit dem Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG vor al­lem ver­fas­sungs­recht­li­chen, sich aus der Rund­funk­frei­heit (Art. 5 Abs. 1 GG) und der Frei­heit der Kunst (Art. 5 Abs. 3 GG) er­ge­ben­den Be­son­der­hei­ten Rech­nung ge­tra­gen wer­den soll (BT-Drs. 14/4374 S. 19). Die Re­ge­lung kann da­her zB ge­eig­net sein, die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit pro­gramm­ge­stal­ten­den Mit­ar­bei­tern bei Rund­funk­an­stal­ten oder mit Bühnenkünst­lern zu recht­fer­ti­gen. Der Sach­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung ist je­doch nach dem Wil­len des Ge­setz­ge­bers nicht auf die­se Fall­grup­pen be­schränkt. Un­ter an­de­rem ha­ben Ten­denz­un­ter­neh­men der Pres­se und der Kunst auf­grund der ver­fas­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG eben­falls die Möglich­keit, be­fris­te­te Verträge mit sog. Ten­denzträgern bzw. künst­le­ri­schem Per­so­nal zu be­gründen (vgl. BAG 18. Mai 2016 - 7 AZR 533/14 - Rn. 18, BA­GE 155, 101; 26. Ju­li 2006 - 7 AZR 495/05 - Rn. 11 mwN, BA­GE 119, 138).
bb) Die Be­klag­te kann sich als rei­ne Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft zwar nicht auf die Rund­funk­frei­heit be­ru­fen. Sie kann je­doch die Kunst­frei­heit nach Art. 5 Abs. 3 GG für sich in An­spruch neh­men.
(1) Die Be­klag­te kann sich ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht auf die Rund­funk­frei­heit des Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG be­ru­fen. Sie hat als Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft kei­nen Ein­fluss auf die Struk­tur und Ab­fol­ge der Kri­mi­se­rie „Der Al­te“. Die Pro­gramm­ge­stal­tung liegt aus­sch­ließlich beim ZDF als Fern­seh­an­stalt.
(a) Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist die Rund­funk­frei­heit in ih­rem Kern Pro­gramm­frei­heit. Sie gewähr­leis­tet, dass der Rund­funk frei von ex­ter­ner Ein­fluss­nah­me ent­schei­den kann, wie er sei­ne pu­bli­zis­ti­sche Auf­ga­be erfüllt. Das Grund­recht steht oh­ne Rück­sicht auf die Rechts­form oder auf ei­ne kom­mer­zi­el­le oder ge­meinnützi­ge Betäti­gung nicht nur al­len natürli­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen zu, die Rund­funk­pro­gram­me ver­an­s­tal-
ten, son­dern auch de­nen, die nur Pro­gramm­tei­le her­stel­len. Rund­funk­frei­heit um­fasst grundsätz­lich je­de Sen­dung (BVerfG 13. Ja­nu­ar 1982 - 1 BvR 848/77 ua. - BVerfGE 59, 231, 258; 5. Ju­ni 1973 - 1 BvR 536/72 - BVerfGE 35, 202, 223; BAG 4. De­zem­ber 2013 - 7 AZR 457/12 - Rn. 18 mwN). Un­ter Pro­gramm wird ei­ne auf länge­re Dau­er an­ge­leg­te, planmäßige und struk­tu­rier­te Ab­fol­ge von Sen­dun­gen oder Beiträgen ver­stan­den. Als Ver­an­stal­ter ei­nes sol­chen Pro­gramms ist an­zu­se­hen, wer sei­ne Struk­tur fest­legt, die Ab­fol­ge plant, die Sen­dun­gen zu­sam­men­stellt und un­ter ei­ner ein­heit­li­chen Be­zeich­nung dem Pu­bli­kum an­bie­tet. Durch die­se auf das ge­sam­te Pro­gramm be­zo­ge­nen Tätig­kei­ten un­ter­schei­det er sich vom bloßen Zu­lie­fe­rer ein­zel­ner Sen­dun­gen oder Pro­gramm­tei­le. Nicht not­wen­dig ist da­ge­gen, dass der Ver­an­stal­ter das Pro­gramm selbst aus­strahlt oder die ein­zel­nen Sen­dun­gen selbst pro­du­ziert. Ob je­mand ein Pro­gramm in dem ge­nann­ten Sin­ne ver­an­stal­tet und folg­lich den Schutz des Grund­rechts aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG ge­nießt, be­ur­teilt sich nach der tatsächlich aus­geübten Tätig­keit (BVerfG 20. Fe­bru­ar 1998 - 1 BvR 661/94 - BVerfGE 97, 298, 310; BAG 26. Ju­li 2006 - 7 AZR 495/05 - Rn. 14, BA­GE 119, 138).
(b) Rei­ne Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaf­ten, die - wie die Be­klag­te - le­dig­lich im Auf­trag von Rund­funk- und Fern­seh­an­stal­ten Beiträge oder Sen­dun­gen zu­lie­fern, können da­nach die Rund­funk­frei­heit nicht für sich in An­spruch neh­men.
(2) Zu­tref­fend hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt hin­ge­gen an­ge­nom­men, dass sich die Be­klag­te hin­sicht­lich der Pro­duk­ti­on der ein­zel­nen Fol­gen der Kri­mi­se­rie „Der Al­te“ auf die Kunst­frei­heit nach Art. 5 Abs. 3 GG be­ru­fen kann. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass das For­mat die­ser Kri­mi­se­rie ein­sch­ließlich der Drehbücher und nach dem Vor­brin­gen der Be­klag­ten auch der Aus­wahl der Schau­spie­ler vom ZDF vor­ge­ge­ben wird. Die Kunst­frei­heit kann da­her zur Recht­fer­ti­gung der Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen der Be­klag­ten mit den in der Kri­mi­se­rie mit­wir­ken­den Künst­lern her­an­ge­zo­gen wer­den.
(a) Durch den in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ge­re­gel­ten Sach­grund soll die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen ua. we­gen des durch die Kunst­frei­heit
(Art. 5 Abs. 3 GG) ge­prägten Ge­stal­tungs­in­ter­es­ses des Ar­beit­ge­bers ermöglicht wer­den. Nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zur Be­fris­tung von Bühnen­ar­beits­verhält­nis­sen ist die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen des künst­le­risch täti­gen Bühnen­per­so­nals sach­lich ge­recht­fer­tigt, weil der Ar­beit­ge­ber auf die­se Wei­se die künst­le­ri­schen Vor­stel­lun­gen des In­ten­dan­ten mit dem von ihm dafür als ge­eig­net an­ge­se­he­nen künst­le­ri­schen Bühnen­per­so­nal ver­wirk­li­chen und dem Ab­wechs­lungs­bedürf­nis des Pu­bli­kums Rech­nung tra­gen kann (BAG 2. Au­gust 2017 - 7 AZR 601/15 - Rn. 47 mwN).
(b) Die­se Grundsätze sind nicht auf Bühnen­ar­beits­verhält­nis­se be­schränkt.
Sie gel­ten ent­spre­chend für Fern­seh­an­stal­ten und er­stre­cken sich auch auf Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaf­ten (vgl. zur Recht­fer­ti­gung ei­ner auflösen­den Be­din­gung BAG 2. Ju­li 2003 - 7 AZR 612/02 - zu I 3 b der Gründe, BA­GE 107, 28), so­weit die­se in ei­nem ar­beits­tei­li­gen Pro­duk­ti­ons­pro­zess die zu­vor von den Fern­seh­an­stal­ten im Rah­men der Kunst­frei­heit ge­trof­fe­nen Ent­schei­dun­gen bei der Pro­duk­ti­on von Fern­seh­se­ri­en um­set­zen. Ei­ne der­ar­ti­ge Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft ist - ge­mein­sam mit der Fern­seh­an­stalt - Her­stel­le­rin ei­nes Kunst­werks. Bei ei­ner Fern­seh­se­rie han­delt es sich un­abhängig von ih­rem Ni­veau oder ih­rem künst­le­ri­schen Wert um ei­ne freie schöpfe­ri­sche Ge­stal­tung, in der Ein­drücke, Er­fah­run­gen und Er­leb­nis­se des Künst­lers durch das Me­di­um ei­ner be­stimm­ten For­men­spra­che zur un­mit­tel­ba­ren An­schau­ung ge­bracht wer­den, und da­mit um ein Kunst­werk iSd. Art. 5 Abs. 3 GG (vgl. BAG 2. Ju­li 2003 - 7 AZR 612/02 - zu I 3 b der Gründe, aaO un­ter Be­zug­nah­me auf BVerfG 24. Fe­bru­ar 1971 - 1 BvR 435/68 - zu C III 1 der Gründe, BVerfGE 30, 173). Wird die­ses Kunst­werk ge­mein­sam von der Fern­seh­an­stalt und ei­ner Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft in ei­nem ar­beits­tei­li­gen Pro­zess her­ge­stellt, ge­nießen so­wohl die Fern­seh­an­stalt als auch die Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft den Schutz der Kunst­frei­heit. Dies gilt auch dann, wenn das künst­le­ri­sche Kon­zept vom Dreh­buch bis zur Be­set­zung der Rol­len von der Fern­seh­an­stalt vor­ge­ge­ben wird und die Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft die­se Vor­ga­ben um­zu­set­zen hat. Auch hier­bei wird die Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft schöpfe­risch ge­stal­tend tätig. Es würde der Kunst­frei­heit nicht ge­recht, bei ei­ner sol­chen Fall­ge­stal­tung ei­ner Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft die
Möglich­keit zur Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit Schau­spie­lern nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG vor­zu­ent­hal­ten. Müss­te die Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft Schau­spie­ler in un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen beschäfti­gen, könn­te sie ein veränder­tes künst­le­ri­sches Kon­zept, das die Strei­chung der von ei­nem Schau­spie­ler verkörper­ten Rol­le vor­sieht, nicht in der Wei­se um­set­zen, wie dies der Fern­seh­an­stalt als Träge­rin des Grund­rechts der Kunst­frei­heit möglich wäre, wenn die­se die Sen­dung selbst pro­du­zie­ren würde.
(c) Al­lein die Kunst­frei­heit kann al­ler­dings die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit ei­nem an der Er­stel­lung des Kunst­werks mit­wir­ken­den künst­le­risch täti­gen Ar­beit­neh­mer nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG nicht recht­fer­ti­gen. Viel­mehr er­for­dert der Sach­grund auch die Berück­sich­ti­gung des durch Art. 12 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­ten Min­dest­be­stands­schut­zes des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers.
(aa) Die Kunst in ih­rer Ei­genständig­keit und Ei­gen­ge­setz­lich­keit ist zwar durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG vor­be­halt­los gewähr­leis­tet; we­der die „Schran­ken­tri­as“ des Art. 2 Abs. 1 Halbs. 2 GG noch die Schran­ken des Art. 5 Abs. 2 GG gel­ten un­mit­tel­bar oder ana­log (BVerfG 17. Ju­li 1984 - 1 BvR 816/82 - zu C III 1 der Gründe, BVerfGE 67, 213). Die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen sind je­doch we­gen ih­rer durch Art. 1 Abs. 3 GG an­ge­ord­ne­ten Grund­rechts­bin­dung bei der Aus­le­gung und An­wen­dung zi­vil­recht­li­cher Nor­men (hier § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG) ge­hin­dert, das völli­ge Zurück­wei­chen ei­nes Grund­rechts zu­guns­ten ei­nes an­de­ren Grund­rechts hin­zu­neh­men. Sie sind viel­mehr ge­hal­ten, im We­ge ei­ner Güter­abwägung nach dem Grund­satz der prak­ti­schen Kon­kor­danz ei­nen Aus­gleich der je­weils wi­der­strei­ten­den grund­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen her­bei­zuführen. Die­se Pflicht entfällt nicht schon des­we­gen, weil es sich bei Art. 5 Abs. 3 GG um ein vor­be­halt­los gewähr­leis­te­tes Grund­recht han­delt (vgl. BVerfG 27. Ok­to­ber 2016 - 1 BvR 458/10 - Rn. 58, BVerfGE 143, 161; 24. No­vem­ber 2010 - 1 BvF 2/05 - Rn. 147, BVerfGE 128, 1; BAG 24. Sep­tem-ber 2014 - 5 AZR 611/12 - Rn. 47, BA­GE 149, 144). Die durch Art. 5 Abs. 3 GG gewähr­leis­te­te Kunst­frei­heit fin­det da­her ih­re Gren­zen un­mit­tel­bar in an­de­ren
Be­stim­mun­gen der Ver­fas­sung, die ein in der Ver­fas­sungs­ord­nung des Grund­ge­set­zes eben­falls we­sent­li­ches Rechts­gut schützen (BVerfG 17. Ju­li 1984 - 1 BvR 816/82 - zu C III 1 der Gründe, aaO).
(bb) Dem­nach ist bei dem in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ge­re­gel­ten Sach­grund zu berück­sich­ti­gen, dass das durch Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Grund­recht der Be­rufs­frei­heit des Ar­beit­neh­mers, das ei­nen Min­dest­be­stands­schutz gewähr­leis­tet, das Grund­recht der Kunst­frei­heit des Ar­beit­ge­bers be­grenzt. Das In­ter­es­se des künst­le­ri­schen Per­so­nals an un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen darf da­her bei der An­wen­dung von § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG nicht un­berück­sich­tigt blei­ben. Die durch die Rück­sicht­nah­me auf die kol­li­die­ren­den Ver­fas­sungs­wer­te not­wen­dig wer­den­de Annäherung kann nicht ge­ne­rell, son­dern nur im Ein­zel­fall durch Güter­abwägung vor­ge­nom­men wer­den. Ei­ne da­mit ein­her­ge­hen­de Be­gren­zung ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ter In­ter­es­sen darf da­bei nicht wei­ter ge­hen, als es not­wen­dig ist, um die Kon­kor­danz der wi­der­strei­ten­den Rechtsgüter her­zu­stel­len. Das Zurück­wei­chen ei­ner grund­recht­li­chen Gewähr­leis­tung muss zum Schutz der an­de­ren ge­bo­ten sein. Für die er­for­der­li­che Abwägung gibt die Ver­fas­sung kein be­stimm­tes Er­geb­nis vor. Die hier­nach vor­zu­neh­men­de Güter­abwägung be­trifft nicht den ge­sam­ten Be­reich der je­wei­li­gen ver­fas­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen, son­dern ist auf den Aus­gleich der kon­kre­ten Kol­li­si­ons­la­ge be­schränkt (vgl. BAG 24. Sep­tem­ber 2014 - 5 AZR 611/12 - Rn. 47, BA­GE 149, 144; 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - Rn. 114, 115 mwN, BA­GE 143, 354).
(cc) Dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Min­dest­be­stands­schutz nach Art. 12 Abs. 1 GG ist da­her nicht al­lein da­durch ent­spro­chen, dass in dem durch Art. 5 Abs. 3 GG geschütz­ten Ge­stal­tungs­in­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers ei­ne künst­le­risch ge­prägte Ar­beits­leis­tung er­bracht wird. Viel­mehr ist ei­ne Abwägung der bei­der­sei­ti­gen Be­lan­ge ge­bo­ten, bei der auch das Be­stands­schutz­in­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an­ge­mes­sen Berück­sich­ti­gung fin­den muss. Die Abwägung ist Be­stand­teil der Sach­grund­prüfung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG. Die Kunst­frei­heit ge­nießt da­bei kei­nen ab­so­lu­ten Vor­rang. Al­ler­dings wird das durch
Art. 5 Abs. 3 GG geschütz­te In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags in der Re­gel das Be­stands­in­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers über­wie­gen, wenn der Ar­beit­neh­mer in ver­ant­wort­li­cher Wei­se bei der Um­set­zung der künst­le­ri­schen Kon­zep­ti­on ei­nes Werks un­mit­tel­bar mit­zu­wir­ken hat. Umstände, un­ter de­nen die Ei­gen­art der künst­le­ri­schen Tätig­keit die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht zu recht­fer­ti­gen ver­mag, können sich et­wa aus der Art der künst­le­ri­schen Tätig­keit so­wie aus den Umständen, un­ter de­nen die­se zu er­brin­gen ist, er­ge­ben. Mit ei­nem Ar­beit­neh­mer, der nach dem In­halt der ge­schul­de­ten Tätig­keit kei­nen oder nur ei­nen un­maßgeb­li­chen Ein­fluss auf die Um­set­zung der künst­le­ri­schen Kon­zep­ti­on hat, kann die Be­fris­tung nicht auf § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG gestützt wer­den (vgl. BAG 2. Au­gust 2017 - 7 AZR 601/15 - Rn. 48).
(d) Die­se Grundsätze zur Aus­le­gung und An­wen­dung von § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ent­spre­chen den Vor­ga­ben der Richt­li­nie 1999/70/EG und der in­kor­po­rier­ten EGB-UN­ICE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung.
(aa) Die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit künst­le­risch täti­gen Ar­beit­neh­mern setzt, so­weit die Gren­zen des § 14 Abs. 2 Tz­B­fG für die sach­grund­lo­se Be­fris­tung über­schrit­ten sind und kein sons­ti­ger Sach­grund be­steht, den Sach­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG vor­aus. Da­mit ist der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber sei­ner Ver­pflich­tung nach­ge­kom­men, ei­ne oder meh­re­re der in § 5 Nr. 1 Buchst. a bis c der Rah­men­ver­ein­ba­rung ge­nann­ten Maßnah­men zu er­grei­fen, um Miss­brauch durch auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge oder -verhält­nis­se zu ver­hin­dern. Bei der „Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung“ han­delt es sich um ei­nen Sach­grund iSv. § 5 Nr. 1 Buchst. a der Rah­men­ver­ein­ba­rung. Der Be­griff „sach­li­che Gründe“ meint ge­nau be­zeich­ne­te, kon­kre­te Umstände, die ei­ne be­stimm­te Tätig­keit kenn­zeich­nen und da­her in die­sem spe­zi­el­len Zu­sam­men­hang den Ein­satz auf­ein­an­der­fol­gen­der be­fris­te­ter Ar­beits­verträge recht­fer­ti­gen können. Die Umstände können sich et­wa aus der be­son­de­ren Art der Auf­ga­ben, zu de­ren Erfüllung sol­che Verträge ge­schlos­sen wur­den, und de­ren We­sens­merk­ma­len oder ggf.
aus der Ver­fol­gung ei­nes le­gi­ti­men so­zi­al­po­li­ti­schen Ziels durch ei­nen Mit­glied­staat er­ge­ben (EuGH 26. Fe­bru­ar 2015 - C-238/14 - [Kom­mis­si­on/Lu­xem­burg] Rn. 44; 26. No­vem­ber 2014 - C-22/13 ua. - [Mas­co­lo ua.] Rn. 87 mwN). Die in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG vor­ge­se­he­ne Be­fris­tungsmöglich­keit be­ruht auf der be­son­de­ren Art der dem Ar­beit­neh­mer über­tra­ge­nen Auf­ga­ben. Die Rah­men­ver­ein­ba­rung er­kennt über­dies aus­weis­lich des zwei­ten und des drit­ten Ab­sat­zes ih­rer Präam­bel so­wie der Nrn. 8 und 10 ih­rer All­ge­mei­nen Erwägun­gen an, dass be­fris­te­te Ar­beits­verträge für die Beschäfti­gung in be­stimm­ten Bran­chen oder be­stimm­ten Be­ru­fen und Tätig­kei­ten cha­rak­te­ris­tisch sein können (vgl. EuGH 26. No­vem­ber 2014 - C-22/13 ua. - [Mas­co­lo ua.] Rn. 75; 3. Ju­li 2014 - C-362/13 ua. - [Fia­min­go ua.] Rn. 59; 13. März 2014 - C-190/13 - [Márquez Sa­mo­ha­no] Rn. 51). Das be­deu­tet al­ler­dings nicht, dass es dem Mit­glied­staat er­laubt ist, hin­sicht­lich ei­ner be­stimm­ten Bran­che nicht der Pflicht nach­zu­kom­men, ei­ne Maßnah­me zu er­grei­fen, die ge­eig­net ist, Miss­brauch durch auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge zu ver­hin­dern (EuGH 26. Fe­bru­ar 2015 - C-238/14 - [Kom­mis­si­on/Lu­xem­burg] Rn. 51; 26. No­vem­ber 2014 - C-22/13 ua. - [Mas­co­lo ua.] Rn. 88). Ei­ne na­tio­na­le Vor­schrift, die sich dar­auf be­schränk­te, den Rück­griff auf auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge all­ge­mein und abs­trakt durch Ge­setz zu­zu­las­sen, entspräche nicht den Er­for­der­nis­sen der Rah­men­ver­ein­ba­rung.
(bb) § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG genügt die­sen Vor­ga­ben.
Der Sach­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung nimmt kei­nen Be­ruf und kei­ne Bran­che aus. Er recht­fer­tigt die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags im Be­reich der Kunst nur bei künst­le­risch täti­gem Per­so­nal, das nach der ver­trag­lich ge­schul­de­ten Tätig­keit an der Um­set­zung des künst­le­ri­schen Kon­zepts mit­wirkt und die­ses be­ein­flus­sen kann. Da­mit sind die Umstände, die ei­ne be­stimm­te Tätig­keit kenn­zeich­nen und da­her in die­sem spe­zi­el­len Zu­sam­men­hang den Ein­satz auf­ein­an­der­fol­gen­der be­fris­te­ter Ar­beits­verträge recht­fer­ti­gen können, kon­kret und ge­nau be­zeich­net. Den An­for­de­run­gen des Uni­ons­rechts, wo­nach die Ge­rich­te da­zu ver­pflich­tet sind, durch Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls aus­zu­sch­ließen, dass Ar­beit­ge­ber miss­bräuch­lich auf be­fris­te­te Ar-
beits­verträge zurück­grei­fen (vgl. EuGH 21. Sep­tem­ber 2016 - C-614/15 - [Po­pes­cu] Rn. 44, 65 f.; 14. Sep­tem­ber 2016 - C-16/15 - [Pérez López] Rn. 31; 26. No­vem­ber 2014 - C-22/13 ua. - [Mas­co­lo ua.] Rn. 77, 101 f.; 3. Ju­li 2014 - C-362/13 ua. - [Fia­min­go ua.] Rn. 62; 26. Ja­nu­ar 2012 - C-586/10 - [Kücük] Rn. 40), wird außer­dem durch das Er­for­der­nis ei­ner um­fas­sen­den In­ter­es­sen­abwägung Rech­nung ge­tra­gen.
cc) Nach die­sen Grundsätzen hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Be­fris­tung des Schau­spie­ler­ver­trags zum 18. No­vem­ber 2014 zu Recht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG als sach­lich ge­recht­fer­tigt an­ge­se­hen.
(1) Die Be­fris­tung dient dem durch die Kunst­frei­heit ge­prägten Ge­stal­tungs­in­ter­es­se der Be­klag­ten und der Fern­seh­an­stalt ZDF als de­ren Auf­trag­ge­be­rin. Sie ermöglicht es ih­nen, das künst­le­ri­sche Kon­zept der Kri­mi­se­rie „Der Al­te“ durch Verände­rung oder Strei­chung der vom Kläger verkörper­ten Rol­le des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ kurz­fris­tig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und ggf. an ei­nen veränder­ten Pu­bli­kums­ge­schmack an­zu­pas­sen. Die Rol­le lag nach den nicht mit Ver­fah­rensrügen an­ge­grif­fe­nen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts im Kern­be­reich des künst­le­ri­schen Kon­zepts der Kri­mi­se­rie, die stark auf die Cha­rak­te­re der Er­mitt­ler be­zo­gen präsen­tiert wur­de. Un­abhängig vom quan­ti­ta­ti­ven Um­fang die­ser Rol­le in den ein­zel­nen Se­ri­en­fol­gen han­del­te es sich um ei­ne der tra­gen­den Rol­len des langjährig eta­blier­ten Kom­mis­s­ar­teams in der Fern­seh­se­rie „Der Al­te“. Der Kläger prägte durch sei­ne schau­spie­le­ri­sche Leis­tung die Se­rie maßgeb­lich mit. So­weit er sich dar­auf be­ru­fen hat, nur ge­rin­ge Freiräume für sei­ne künst­le­ri­sche Ent­fal­tung ge­habt zu ha­ben, da er zB nur den vor­ge­ge­be­nen Text spre­chen durf­te und An­wei­sun­gen des Re­gis­seurs be­fol­gen muss­te, han­delt es sich um für die Tätig­keit ei­nes (Film- und Fern­seh-) Schau­spie­lers ty­pi­sche und übli­che „Ein­schränkun­gen“, die der An­nah­me ei­ner künst­le­ri­schen Tätig­keit nicht ent­ge­gen­ste­hen.
(2) Das durch die Kunst­frei­heit ge­prägte In­ter­es­se der Be­klag­ten an der Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags mit dem Kläger über­wiegt des­sen durch Art. 12
Abs. 1 GG geschütz­tes In­ter­es­se an ei­ner un­be­fris­te­ten Beschäfti­gung. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt rechts­feh­ler­frei er­kannt.
(a) Die tatrich­ter­li­che In­ter­es­sen­abwägung ist vom Re­vi­si­ons­ge­richt nur dar­auf zu über­prüfen, ob das Be­ru­fungs­ge­richt bei der Un­ter­ord­nung des Sach­ver­halts un­ter Rechts­nor­men Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze ver­letzt hat und ob es al­le we­sent­li­chen Umstände wi­der­spruchs­frei berück­sich­tigt hat. Ei­ne ei­ge­ne Abwägung durch das Re­vi­si­ons­ge­richt ist dann möglich, wenn die des Be­ru­fungs­ge­richts feh­ler­haft oder un­vollständig ist und sämt­li­che re­le­van­ten Tat­sa­chen fest­ste­hen (vgl. zur In­ter­es­sen­abwägung im Rah­men von § 626 BGB: BAG 22. Ok­to­ber 2015 - 2 AZR 569/14 - Rn. 47, BA­GE 153, 111; 20. No­vem­ber 2014 - 2 AZR 651/13 - Rn. 24, BA­GE 150, 109; 27. Sep­tem­ber 2012 - 2 AZR 646/11 - Rn. 42; 19. April 2012 - 2 AZR 258/11 - Rn. 16).
(b) Die­sem ein­ge­schränk­ten Prüfungs­maßstab genügt die in dem an­ge­foch­te­nen Ur­teil vor­ge­nom­me­ne In­ter­es­sen­abwägung im Er­geb­nis.
(aa) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht berück­sich­tigt, dass dem Be­stands­schutz­in­ter­es­se des Klägers er­heb­li­ches Ge­wicht bei­zu­mes­sen ist, da er ca. 18 Jah­re lang auf­grund be­fris­te­ter Verträge in der Rol­le des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ an der Kri­mi­se­rie „Der Al­te“ mit­ge­wirkt hat und der be­ruf­li­che und wirt­schaft­li­che Schwer­punkt sei­ner Tätig­keit auf die­ser Pro­duk­ti­on lag. Zu­dem hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt in Be­tracht ge­zo­gen, dass der Kläger in den ver­trags­frei­en Zeiträum­en zwi­schen den ein­zel­nen Pro­duk­tio­nen der Fol­gen oder „Blöcke“ zwar grundsätz­lich an­de­ren schau­spie­le­ri­schen Tätig­kei­ten nach­ge­hen konn­te, länger­fris­ti­ge und/oder zeit­auf­wen­di­ge En­ga­ge­ments et­wa in an­de­ren Se­ri­en­pro­duk­tio­nen oder an Thea­tern da­ge­gen - auch un­ter Berück­sich­ti­gung ihm zu­ge­stan­de­ner Sperr­ter­mi­ne - nur un­ter Schwie­rig­kei­ten rea­li­siert wer­den konn­ten.
(bb) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das er­heb­li­che Be­stands­schutz­in­ter­es­se des Klägers mit dem auf der Kunst­frei­heit be­ru­hen­den In­ter­es­se der Be­klag­ten an der nur be­fris­te­ten Beschäfti­gung des Klägers ab­ge­wo­gen und dem In­te­res-
se der Be­klag­ten den Vor­rang ein­geräumt. Dies ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Das En­ga­ge­ment des Klägers be­zog sich aus­sch­ließlich auf die Rol­le des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ in der Se­rie „Der Al­te“. Er konn­te des­halb nur in die­ser Rol­le ein­ge­setzt wer­den. Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men, die langjähri­ge Beschäfti­gung ha­be nicht die Er­war­tung des Klägers be­gründen können, die von ihm be­setz­te Rol­le wer­de auf Dau­er be­ste­hen. Viel­mehr kann ge­ra­de ein langjährig be­ste­hen­des For­mat ei­ne Fern­seh­an­stalt da­zu ver­an­las­sen, aus künst­le­ri­schen Gründen Verände­run­gen in der per­so­nel­len „Grund­struk­tur“ der von ihr ge­sen­de­ten Se­rie vor­zu­neh­men. Die lan­ge Beschäfti­gungs­zeit muss­te die Be­klag­te, die als Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft an die künst­le­ri­schen Vor­ga­ben des ZDF un­mit­tel­bar ge­bun­den ist, des­halb nicht ver­an­las­sen, mit dem Kläger ei­nen un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag ab­zu­sch­ließen. Bei ei­ner un­be­fris­te­ten Beschäfti­gung des Klägers hätte sie ein veränder­tes Kon­zept erst nach ei­ner - ggf. be­triebs­be­ding­ten - Kündi­gung um­set­zen können, weil der Kläger bis zum Ab­lauf der Kündi­gungs­frist auf­grund sei­nes auf die Rol­le des Kom­mis­sars „Axel Rich­ter“ zu­ge­schnit­te­nen Schau­spie­ler­ver­trags ei­ne Beschäfti­gung in der von ihm über­nom­me­nen Rol­le hätte ver­lan­gen können. Sei­ne Beschäfti­gungsmöglich­keit hing von dem Fort­be­ste­hen der Rol­le in der Fern­seh­se­rie ab. An­ders als zB bei für ei­ne oder meh­re­re Spiel­zei­ten en­ga­gier­ten Schau­spie­lern in ei­nem Bühnenen­sem­ble wäre ein an­der­wei­ti­ger Ein­satz des Klägers als Schau­spie­ler nicht möglich ge­we­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auch zu Recht berück­sich­tigt, dass die mit dem Kläger ge­schlos­se­nen Schau­spie­ler­verträge ne­ben der Ver­ein­ba­rung be­stimm­ter Pro­duk­ti­ons­ta­ge und Zeiträume die Möglich­keit der Ver­ein­ba­rung von Sperr­ter­mi­nen vor­sa­hen, und dass zwi­schen den - zu­letzt - auf be­stimm­te Fol­gen und Pro­duk­ti­ons­zei­ten be­zo­ge­nen Schau­spie­ler­verträgen mehr­mo­na­ti­ge Un­ter­bre­chungs­zei­ten la­gen, in de­nen der Kläger an­de­re En­ga­ge­ments an­neh­men konn­te und nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts auch an­ge­nom­men hat. Dies lag auch im In­ter­es­se des Klägers, da er hier­durch sei­ne schau­spie­le­ri­schen Fähig­kei­ten auch in an­de­ren Rol­len ein­set­zen und ver­mark­ten konn­te.
(3) Die vom Kläger ge­gen die tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen und die In­ter­es­sen­abwägung des Lan­des­ar­beits­ge­richts er­ho­be­nen Ver­fah­rensrügen grei­fen nicht durch.
(a) Nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b ZPO müssen Ver­fah­rensrügen die ge­naue Be­zeich­nung der Tat­sa­chen ent­hal­ten, die den Man­gel er­ge­ben, auf den sich die Re­vi­si­on stützen will. Da­zu muss auch die Kau­sa­lität zwi­schen Ver­fah­rens­man­gel und Er­geb­nis des Be­ru­fungs­ur­teils dar­ge­legt wer­den (BAG 20. April 2016 - 10 AZR 111/15 - Rn. 14, BA­GE 155, 44; 17. Fe­bru­ar 2016 - 10 AZR 600/14 - Rn. 11). Bei ei­ner auf § 286 ZPO gestütz­ten Rüge über­g­an­ge­nen Sach­vor­trags muss ge­nau an­ge­ge­ben wer­den, auf­grund wel­chen Vor­trags das Be­ru­fungs­ge­richt zu wel­chen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen hätte ge­lan­gen müssen und dass das Ur­teil auf dem Ver­fah­rens­feh­ler be­ruht, al­so bei rich­ti­gem Ver­fah­ren mögli­cher­wei­se an­ders ent­schie­den wor­den wäre (BAG 13. No­vem­ber 2013 - 10 AZR 639/13 - Rn. 12).
(b) So­weit der Kläger rügt, es sei un­zu­tref­fend, dass er in den ver­trags-/dreh­tag­frei­en Zeiträum­en zwi­schen den ein­zel­nen Pro­duk­tio­nen/Fol­gen grundsätz­lich an­de­ren künst­le­ri­schen Tätig­kei­ten hätte nach­ge­hen können, ver­weist er zwar kon­kret auf sei­nen an­ders lau­ten­den Vor­trag, al­ler­dings oh­ne dar­zu­le­gen, hier­zu ei­nen Be­weis an­ge­tre­ten zu ha­ben. Sei­ne in der Re­vi­si­on (er­neut) auf­ge­stell­te Be­haup­tung, er ha­be sich außer­halb der Ver­trags­zeit zur Her­stel­lung ei­nes Trai­lers oder Vor­spanns zur Verfügung hal­ten müssen und die Ver­trags­zeit ha­be sich ver­schie­ben können, lässt zu­dem außer Be­tracht, dass Zu­satz­ver­pflich­tun­gen und Ver­schie­bun­gen nach den zu­letzt ge­trof­fe­nen ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen nur im Ein­ver­neh­men mit ihm möglich wa­ren. Nach sei­ner ei­ge­nen Be­rech­nung, die al­le Ta­ge, für die die Be­klag­te So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge ab­geführt hat, als „Ar­beits­ta­ge“ bei der Be­klag­ten an­sieht, war der Kläger im Jahr 2014 nur an ei­nem Drit­tel der (im Frei­staat Bay­ern) an­ge­fal­le­nen Ar­beits­ta­ge bei der Be­klag­ten „beschäftigt“. Zu­dem trifft der Vor­trag des Klägers, er ha­be in den Zei­ten zwi­schen den Pro­duk­tio­nen nicht an­der­wei­tig künst­le­risch tätig wer­den können, nicht zu. Nach der nicht an­ge­grif­fe­nen Fest-
stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts hat er ne­ben der Tätig­keit für die Be­klag­te auch an­de­re Pro­jek­te rea­li­siert.
Oh­ne Er­folg rügt der Kläger, die Fest­stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, dass er nach dem Ver­trag „Sperr­ter­mi­ne“ hätte ver­ein­ba­ren können, tref­fe nicht zu, weil die Be­klag­te die­se nur in Aus­nah­mefällen und nur für ei­ni­ge we­ni­ge Ta­ge ak­zep­tiert hätte. Da­mit ist die Fest­stel­lung nach dem ei­ge­nen Vor­trag des Klägers nicht falsch. Außer­dem hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Möglich­keit von Sperr­ter­mi­nen nicht nur zu­las­ten des Klägers in sei­ne In­ter­es­sen­abwägung ein­be­zo­gen. Es hat viel­mehr auch zu sei­nen Guns­ten gewürdigt, dass ihm zeit­auf­wen­di­ge und/oder länger­fris­ti­ge En­ga­ge­ments, et­wa in an­de­ren Se­ri­en­pro­duk­tio­nen oder an Thea­tern, auch un­ter Berück­sich­ti­gung ihm zu­ge­stan­de­ner Sperr­ter­mi­ne al­len­falls un­ter Schwie­rig­kei­ten möglich ge­we­sen wären.
c) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers ist die Be­klag­te nicht nach den Grundsätzen des in­sti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs (vgl. hier­zu et­wa BAG 17. Mai 2017 - 7 AZR 420/15 - Rn. 15; 18. Ju­li 2012 - 7 AZR 443/09 - Rn. 38, BA­GE 142, 308) ge­hin­dert, sich auf den Sach­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG zu be­ru­fen. Ei­ne der­ar­ti­ge Miss­brauchsprüfung, bei der un­ter Würdi­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls zu er­mit­teln ist, ob der Ar­beit­ge­ber ei­nen an sich ge­ge­be­nen Sach­grund für die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags da­zu nutzt, ei­nen ständi­gen und dau­er­haf­ten Ar­beits­kräfte­be­darf zu de­cken, ist nicht ver­an­lasst, wenn be­reits der Sach­grund selbst ei­ne um­fas­sen­de In­ter­es­sen­abwägung ver­langt. So verhält es sich bei dem Sach­grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG.
2. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den ge­gen ei­ne Zweck­be­fris­tung in dem Schau­spie­ler­ver­trag vom 13./16. Ok­to­ber 2014 ge­rich­te­ten Kla­ge­an­trag zu 5. so­wie die Kündi­gungs­schutz­anträge zu 1. und 2., die sich ge­gen die vor­sorg­lich aus­ge­spro­che­ne außer­or­dent­li­che, hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung der Be­klag­ten vom 21. No­vem­ber 2014 rich­ten, zu Recht ab­ge­wie­sen. Der Kla­ge­an-
trag zu 5. ist un­be­gründet, da das Ar­beits­verhält­nis auf­grund der ka­len­dermäßigen Be­fris­tung am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det hat. Glei­ches gilt für die Kündi­gungs­schutz­anträge. Da das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis be­reits auf­grund der Be­fris­tung am 18. No­vem­ber 2014 ge­en­det hat, geht die Kündi­gung ins Lee­re.
C. Der Kläger hat nach § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.
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