Source: https://www.kuehlwasser-testen.de/index.html
Timestamp: 2019-03-23 06:13:38
Document Index: 67259908

Matched Legal Cases: ['§13', '§3', '§3', '§ 13', '§ 13', '§ 10', '§ 13', '§ 10', '§ 17', '§ 13']

Hygieneüberwachung Rückkühlwerke - LUH - Labor für Umwelthygiene Dr. Harald Bürger
Vorgehensweise der Untersuchung
Rückkühlwerke nach 42. BImSchV
Maßnahmewerte nach VDI 2047
Richtlinien nach VDI
nach 42. BImSchV und VDI 2047 Blatt 2/3
Seit dem 19. Juli 2017 ist die Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider (42.BImSchV) in Kraft getreten. Die nun beschlossene „42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider – 42. BImSchV)“ basiert auf der Richtlinie VDI 2047 Blatt 2/3.
Grundsätzlich besteht bei allen Anlagen bei denen Wasser mit einem Luftstrom in Berührung kommt die Neigung zur Aerosolbildung. Verdunstungskühlanlagen werden meist als offene Rückkühlwerke von Kälte-, Klima- oder Energieerzeugungsanlagen betrieben. Sie werden sowohl in der Industrie- und Energiewirtschaft als auch im Handel, der Gastronomie sowie an Hotel- oder Bürogebäuden genutzt.
Sowohl Verdunstungskühlanlagen, Nassabscheider als auch Kühltürme sind schon seit längerer Zeit als mögliche Quelle legionellenhaltiger Aerosole bekannt und stellen somit ein Risiko für Legionellen-Erkrankungen dar, in einigen Fällen wie in Warstein, Ulm und Bremen mit teils tödlichem Verlauf.
Am 20.07.2018 tritt die Pflicht zur Anmeldung der Anlagen in Kraft
Seit August 2017 gilt die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider - 42. BImSchV). Nun tritt auch am 20.7.2018 der §13 Anzeigepflichten in Kraft.
Betreiber einer unter diese Verordnung fallenden Anlage sind verpflichtet, den Betrieb ihrer Anlage ab dem 20.7.2018 gegenüber einer zuständigen Behörde anzuzeigen. Dabei wird unterschieden in
Neuanlagen (§3 Abs. 1)
sind vom Betreiber spätestens einen Monat nach der Erstbefüllung der Anlage mit Nutzwasser gemäß Anlage 4 Teil 2 der Behörde anzuzeigen.
Bestandsanlagen (§3 Abs. 2)
sind ab 20.07.2018 bis zum 19.08.2018 der Behörde anzuzeigen
Nach § 13 Abs.3 sind Änderungen an der Anlage, die Stilllegung der Anlage oder gemäß § 13 Abs. 4 ein Betreiberwechsel zukünftig innerhalb eines Monats der Behörde zu melden.
Die Informationspflichten sind zusätzlich im § 10 geregelt. Der Betreiber muss bei Überschreitung der Maßnahmenwerte aus der Anlage 1 der Verordnung unverzüglich die zuständige Behörde gemäß Anlage 3 Teil 1 und innerhalb einer Frist von vier Wochen gemäß Anlage 3 Teil 2 informieren.
Zur möglichst effizienten Erfüllung der Anzeige- und Informationspflichten für die Betreiber und die zuständige Behörde wurde die Webanwendung KaVKA-42.BV entwickelt. Sie ermöglicht ab 20.07.2018 die Übermittlung der Anzeigen nach § 13 und der Informationen nach § 10 über die Webseite www.kavka.bund.de.
KaVKA-42.BV ist eine Web-Anwendung, die lediglich einen aktuellen Webbrowser und einen Internetzugang erfordert. Zur Unterstützung des Anwenders ist eine situationsbezogene Hilfe und ein ausführliches Benutzerhandbuch verfügbar.
Der § 17 der Verordnung legt zudem fest, dass die zuständige oberste Landesbehörde vorschreiben kann, dass der Betreiber das von ihr festgelegte Format und den elektronischen Weg zu nutzen hat. Hier wird wahrscheinlich in Zukunft auch dieses Portal genutzt werden können. Informationen zu den einzelnen Bundesländern sollen folgen.
Die wichtigsten Inhalte der 42. BImSchV und VDI 2047
Der Betreiber hat sicherzustellen, dass vor Inbetriebnahme oder jeder Wiederinbetriebnahme der Anlage eine Gefährdungsbeurteilung mit Risikoanalyse und Risikobewertung unter Beteiligung einer hygienisch fachkundige Person (Schulung nach VDI 2047) erstellt wird.
Der Betreiber einer Anlage hat zur Überprüfung des ordnungsgemäßen Anlagenbetriebes ein Betriebstagebuch zu führen. Das Betriebstagebuch muss jederzeit einsehbar sein und in Klarschrift vorgelegt werden können. Es muss alle Betriebsdaten, Untersuchungsergebnisse, Maßnahmen und die Gefährdungsbeurteilung enthalten.
Seit dem 19.08.2017 sind regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen des Nutzwassers durch ein akkreditierte Prüflabor durchzuführen.
Bei Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern erfolgt die mikrobiologische Untersuchung mindestens alle 3 Monate auf die Parameter allgemeine Koloniezahl, Legionellen und Pseudomonas.
Bei Kühltürmen (Kühlleistung > 200 MW) muss mindestens einmal im Monat eine mikrobiologische Untersuchung auf den Parameter Legionellen erfolgen.
Sicherstellung, dass dem Nutzwasser zugesetztes Zusatzwasser ebenfalls den hygienischen Anforderungen entspricht.
Überschreitung der Maßnahmenwerte bei Legionellen (BImSchV Anlage 1) im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchung müssen bei den zuständigen Behörden gemeldet werden.
Alle zwei Wochen ist eine betriebsinterne Überprüfung chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Kenngrößen des Nutzwassers durchzuführen.
Die Anzeigepflicht nach § 13 gilt ab dem 19. Juli 2018. Ab dann müssen alle Bestands- und Neuanlagen der zuständigen Behörde gemäß Anlage 4 Teil 2 der Verordnung innerhalb eines Monats angezeigt werden.
Alle 5 Jahre muss eine Anlagenprüfung durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder eine akkreditierte Inspektionstelle Typ A erfolgen.
Was müssen Sie seit dem 19. August 2017 tun?
Erstellen/Führen eines Betriebstagebuches zur Dokumentation aller Betriebsdaten, Untersuchungsergebnisse, ergriffener Maßnahmen und Gefährdungsbeurteilung
Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung mit Risikoanalyse und Risikobewertung inkl. Maßnahmen unter Beteiligung einer hygienisch fachkundiges Personal vor jeder Inbetriebnahme/Wiederinbetriebnahme der Anlage und für bestehende Anlagen
Eventuell Nachrüsten von Probenahmeventilen
Ermittlung Ihres Referenzwertes (Nullline) für die allgemeine Koloniezahl durch ein nach DIN EN/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor
monatliche (Kühltürme) oder 3-monatige mikrobiologische Untersuchungen des Nutzwassers durch ein nach DIN EN/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor
zweiwöchige betriebsinterne Überprüfung chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Kenngrößen des Nutzwassers entsprechend den Maßgaben der Gefährdungsbeurteilung
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