Source: https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0:142920,10.html
Timestamp: 2019-08-22 08:34:20
Document Index: 396417108

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8']

Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) Bundesrecht | Schriften | arbeitssicherheit.de Dokument der Schriften-Bibliothek | arbeitssicherheit.de
Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) Bundesrecht
Anlage 1 BKV, Liste der Berufskrankheiten
Anlage 1 BKV
Titel: Berufskrankheiten-Verordnung (BKV)
Amtliche Abkürzung: BKV
Gliederungs-Nr.: 860-7-2
Anlage 1 BKV – Liste der Berufskrankheiten
11 M e t a l l e u n d M e t a l l o i d e
12 E r s t i c k u n g s g a s e
13 L ö s e m i t t e l , S c h ä d l i n g s b e k ä m p f u n g s m i t t e l ( P e s t i z i d e ) u n d s o n s t i g e c h e m i s c h e S t o f f e
1309 Erkrankungen durch Salpetersäureester
1320 Chronisch-myeloische oder chronisch-lymphatische Leukämie durch 1,3-Butadien bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von mindestens 180 Butadien-Jahren (ppm � Jahre)
1321 Schleimhautveränderungen, Krebs oder andere Neubildungen der Harnwege durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von mindestens 80 Benzo(a)pyren-Jahren [(μg/m3) � Jahre]
21 M e c h a n i s c h e E i n w i r k u n g e n
2103 Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder gleichartig wirkenden Werkzeugen oder Maschinen
2107 Abrissbrüche der Wirbelfortsätze
2113 Druckschädigung des Nervus medianus im Carpaltunnel (Carpaltunnel-Syndrom) durch repetitive manuelle Tätigkeiten mit Beugung und Streckung der Handgelenke, durch erhöhten Kraftaufwand der Hände oder durch Hand-Arm-Schwingungen
2115 Fokale Dystonie als Erkrankung des zentralen Nervensystems bei Instrumentalmusikern durch feinmotorische Tätigkeit hoher Intensität
22 D r u c k l u f t
23 L ä r m
24 S t r a h l e n
3103 Wurmkrankheiten der Bergleute, verursacht durch Ankylostoma duodenale oder Strongyloides stercoralis
Erkrankungen der Atemwege und der Lungen, des Rippenfells und Bauchfells und der Eierstöcke
41 E r k r a n k u n g e n d u r c h a n o r g a n i s c h e S t ä u b e
4104 Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs oder Eierstockkrebs
- bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Asbestfaserstaub-Dosis am Arbeitsplatz von mindestens 25 Faserjahren {25 � 106 [(Fasern/m3) � Jahre]}
4105 Durch Asbest verursachtes Mesotheliom des Rippenfells, des Bauchfells oder des Perikards
4111 Chronische obstruktive Bronchitis oder Emphysem von Bergleuten unter Tage im Steinkohlebergbau bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von in der Regel 100 Feinstaubjahren [(mg/m3) � Jahre] (1)
4113 Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von mindestens 100 Benzo[a]pyren-Jahren [(μg/m3) � Jahre]
4114 Lungenkrebs durch das Zusammenwirken von Asbestfaserstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis, die einer Verursachungswahrscheinlichkeit von mindestens 50 Prozent nach der Anlage 2 entspricht
4115 Lungenfibrose durch extreme und langjährige Einwirkung von Schweißrauchen und Schweißgasen - (Siderofibrose)
42 E r k r a n k u n g e n d u r c h o r g a n i s c h e S t ä u b e
43 O b s t r u k t i v e A t e m w e g s e r k r a n k u n g e n
Nach der Bekanntmachung vom 1. Oktober 2006 (BArbBl. 12/2006 S. 149) gilt:
"Der Ärztliche Sachverständigenbeirat 'Berufskrankheiten' beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales weist zur Anwendung der Berufskrankheit Nr. 4111 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung 'Chronische obstruktive Bronchitis oder Emphysem von Bergleuten unter Tage im Steinkohlebergbau bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von in der Regel 100 Feinstaubjahren [(mg/m3) � Jahre]' auf Folgendes hin:
Die Legaldefinition dieser Berufskrankheit enthält die Regelvermutung, dass bei einer kumulativen Feinstaubdosis von 100 Jahren der Nachweis der Ursächlichkeit des Steinkohlenstaubes für die Entstehung der Bronchitis bzw. des Emphysems erbracht ist. Die Dosis von 100 Feinstaubjahren stellt keinen absoluten unteren Grenzwert im Sinne eines Abschneidekriteriums dar. Die der wissenschaftlichen Empfehlung des Sachverständigenbeirats von 1995 (veröffentlicht im Bundesarbeitsblatt Ausgabe 10/1995 S. 39 ff.) u.a. zugrunde liegenden Studien von M. Jacobsen zeigten für Raucher und Nieraucher differenzierte Ergebnisse auf. Während für Nieraucher eine Verdoppelung des Erkrankungsrisikos bereits bei einer Dosis von ca. 90 Feinstaubjahren festgestellt wurde, liegt dieses für Raucher bei 100 oder mehr Feinstaubjahren. Da der Feinstaub für alle Steinkohlenbergleute einheitlich als schädigende Leitsubstanz zu betrachten ist, wurde seinerzeit unter Würdigung dieser Erkenntnisse die Regelvermutung von 100 Feinstaubjahren empfohlen, die der Verordnungsgeber durch Verordnung vom 31.10.1997 in die Berufskrankheiten-Verordnung übernommen hat.
Der Ärztlichen Sachverständigenbeirat 'Berufskrankheiten' beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf Grundlage seiner wissenschaftlichen Empfehlung von 1995 hierzu fest:
'Unter Berücksichtigung des Raucherstatus und einer Unsicherheit der Messwerte von 5% ergibt sich für Nieraucher ein unterer Grenzwert der Verdoppelungsdosis für das Erkrankungsrisiko von 86 Feinstaubjahren. Für Raucher gilt ein Grenzwert von 100 Feinstaubjahren'."
Zur Anlage 1: Geändert durch V vom 5. 9. 2002 (BGBl I S. 3541), 11. 6. 2009 (BGBl I S. 1273), 22. 12. 2014 (BGBl I S. 2397) und 10. 7. 2017 (BGBl I S. 2299).
§ 2 BKV, Erweiterter Versicherungsschutz in Unternehmen der Seefahrt
§ 3 BKV, Maßnahmen gegen Berufskrankheiten, Übergangsleistung
§ 4 BKV, Mitwirkung der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Stellen
§ 5 BKV, Gebühren
§ 6 BKV, Rückwirkung
§ 7 BKV (weggefallen)
§ 8 BKV, In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
Anlage 2 BKV, Berufskrankheit Nummer 4114 Verursachungswahrscheinlichkeit in Pro...