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Timestamp: 2016-10-23 16:18:19
Document Index: 34101089

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 16', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_17/2012 (29.02.2012)
8C_17/2012
Unfallversicherung (Invalidenrente; Arbeitsf�higkeit),
Der 1966 geborene E.________ absolvierte bei der Firma X.________ AG eine Maurerlehre und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 15. Mai 1984 zog er sich bei einem Arbeitsunfall eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes und des medialen Seitenbandes am linken Knie zu. Die SUVA erbrachte sowohl im Grundfall als auch in den zwischen 1987 und 2002 gemeldeten insgesamt acht R�ckf�llen Leistungen. Der Versicherte musste sich verschiedenen Operationen unterziehen und liess sich im Rahmen von beruflichen Massnahmen der Invalidenversicherung umschulen (B�rofachdiplom und Handelsdiplom, schulinterne Technikerpr�fung). Mit Verf�gung vom 27. M�rz 1992 sprach ihm die SUVA wegen einer mittelschweren Instabilit�t des linken Knies eine Entsch�digung f�r eine Integrit�tseinbusse von 10 % zu; gleichzeitig wies sie einen Rentenanspruch ab, da keine Beeintr�chtigung der Erwerbsf�higkeit vorliege. Im Verlaufe des am 22. August 2002 gemeldeten R�ckfalls stellte E.________ am 9. Juli 2008 ein Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente. Dieses wies die SUVA mit Verf�gung vom 19. August 2009 erneut mit der Begr�ndung ab, es fehle an einer unfallbedingten Erwerbseinbusse. Gleichzeitig sprach sie dem Versicherten wegen einer m�ssigen Gonarthrose im linken Knie eine zus�tzliche Integrit�tsentsch�digung von 10 % zu. Daran hielt die Unfallversicherung auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 21. Juli 2010).
Mit Entscheid vom 31. Oktober 2011 wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich die von E.________ erhobene Beschwerde ab.
E.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihm eine Invalidenrente auszurichten, eventuell sei die Sache zu weiteren Abkl�rungen an die Beschwerdegegnerin zur�ckzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer aufgrund des am 15. Mai 1984 erlittenen Unfalls Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG), insbesondere auf eine Invalidenrente (Art. 6 Abs. 1; Art. 18 Abs. 1 UVG), sowie �ber die Begriffe Invalidit�t (Art. 8 ATSG) und Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und �ber die Bestimmung des Invalidit�tsgrades mittels Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben wurden auch die von der Rechtsprechung erarbeiteten Grunds�tze zum f�r einen Leistungsanspruch erforderlichen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden und zur Beweisw�rdigung. Darauf wird verwiesen.
Der Beschwerdef�hrer macht vorab geltend, die SUVA habe sich mit verschiedenen seiner Vorbringen nicht auseinandergesetzt, welche Verletzung des rechtlichen Geh�rs von der Vorinstanz zu Unrecht als geheilt erachtet worden sei.
Gem�ss dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) hat die Beh�rde ihren Entscheid zu begr�nden. Indessen ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich die Parteien �ber die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Diese Anforderungen erf�llen sowohl der Einspracheentscheid vom 21. Juli 2010 als auch der angefochtene Entscheid. Inwiefern sein rechtliches Geh�r durch die Vorinstanz verletzt worden sein soll, wird vom Beschwerdef�hrer nicht begr�ndet, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
Umstritten ist die zumutbare Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers in einer seiner gesundheitlichen Beeintr�chtigung am linken Knie angepassten T�tigkeit und die Frage, ob sich diese seit der letzten rechtskr�ftigen Verneinung eines Rentenanspruchs im M�rz 1992 in anspruchswesentlicher Weise ver�ndert hat.
5.1 Nach umfassender W�rdigung der medizinischen Akten ist das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid zum Schluss gelangt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers seit der letzten rechtskr�ftigen Ablehnung eines Rentenbegehrens insofern verschlechtert hat, als sich zwischenzeitlich als Folge des versicherten Unfalls eine m�ssiggradige Gonarthrose links entwickelt hat. Hinsichtlich der einzig von Dr. med. L.________, allgemeine Medizin FMH, in einem kurzen Schreiben vom 23. November 2007 erw�hnten Schmerzen im rechten, beim Unfall nicht verletzten Knie, kommt die Vorinstanz zur Erkenntnis, f�r dieses h�tte nach Lage der Akten bislang weder ein Behandlungsbedarf bestanden, noch habe die genannte gesundheitliche Beeintr�chtigung eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bewirkt, weshalb sich eine Diskussion �ber deren Unfallkausalit�t er�brige.
Der Beschwerdef�hrer sei unter Ber�cksichtigung der unfallbedingten Beschwerden beziehungsweise der daraus resultierenden funktionellen Einschr�nkungen nach wie vor in der Lage, im Pensum von 100 % einer vorwiegend sitzend auszuf�hrenden T�tigkeit nachzugehen. Gehen und Stehen auf guter Unterlage sei intervallweise - abwechselnd mit gleich langem Sitzen - bis zu 30 Minuten w�hrend h�chstens der H�lfte der Arbeitszeit m�glich. Zwangsstellungen f�r das linke Bein seien zu vermeiden, ebenso das Bedienen von Pedalen. Das Begehen von Treppen sei selten m�glich, das Niederknien nur bei Vorstellen des linken Beines. Lasten von 10 bis 15 Kilogramm k�nnten getragen werden. Damit bestehe in der angestammten beziehungsweise umgeschulten T�tigkeit im kaufm�nnischen Bereich - rein unfallbedingt - keine Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit. Die Vorinstanz st�tzt sich dabei auf den Bericht �ber die kreis�rztliche Untersuchung durch Dr. med. O.________ vom 5. Mai 2009, dem sie vollen Beweiswert zuerkannte. Dies ist nicht zu beanstanden, erf�llt dieser doch alle rechtsprechungsgem�ssen Kriterien f�r eine beweiskr�ftige �rztliche Entscheidungsgrundlage (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 ff. mit Hinweisen).
5.2 Die Einwendungen des Beschwerdef�hrers verm�gen nicht zu einer anderen Beurteilung zu f�hren. Entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift ergibt sich aus dem umfassenden Kreisarztbericht nicht, dass auch dieser Arzt eine Femoropatellararthrose rechts festgestellt habe. In der angef�hrten Textstelle werden lediglich die Angaben des Exploranden wiedergegeben. Im Gegenteil f�hrte die Untersuchung des rechten Knies zu einem klinisch unauff�lligen Befund. Mit der Vorinstanz ist es dem Versicherten in vielen sitzenden T�tigkeiten ohne weiteres m�glich, kurz aufzustehen, ohne dass daf�r zwingend eine eigentliche Pause mit Arbeitsniederlegung erforderlich w�re. Es ist bei einer kaufm�nnischen T�tigkeit auch durchaus m�glich, diese abwechselnd sitzend und an einem Stehpult auszuf�hren. Inwiefern die im Kreisarztbericht als Beispiel f�r leichte k�rperliche Arbeiten angef�hrte B�rot�tigkeit durch die aufgezeigten Einschr�nkungen nicht mehr ausgef�hrt werden kann, wird vom Beschwerdef�hrer nicht �berzeugend begr�ndet. Insbesondere legt er keine medizinischen Zeugnisse vor, die ihm eine verminderte Arbeitsf�higkeit in einer den Kniebeschwerden angepassten T�tigkeit attestierten. Die naturgem�ss subjektiv gepr�gte eigene Einsch�tzung einer verminderten Arbeitsf�higkeit vermag die begr�ndete Beurteilung eines erfahrenen Arztes nicht zu relativieren. Wenn der Beschwerdef�hrer geltend macht, dass f�r ihn kaum geeignete Stellen angeboten werden, stellt er die effektive Verwertbarkeit der Arbeitsf�higkeit in Frage. Diese ist allerdings nicht massgebend, da bei der Invalidit�tsbemessung nicht der effektive, sondern der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt Referenzpunkt bildet. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er ber�cksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tats�chlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen gesundheitlich Beeintr�chtigter, tats�chlich eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen F�cher verschiedenartiger Stellen offenh�lt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.; 110 V 273 E. 4b S. 276). Mit Blick darauf ist davon auszugehen, dass der Beschwerdef�hrer eine entsprechende Stelle finden k�nnte, die auch bez�glich des Arbeitsweges keine un�berwindbaren zus�tzlichen Anforderungen stellt. Von weiteren Abkl�rungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auch im vorliegenden Verfahren davon abzusehen ist (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94).
5.3 Da sich hinsichtlich der Arbeitsf�higkeit in der weiterhin vollumf�nglich zumutbaren T�tigkeit keine wesentliche �nderung gegen�ber der letzten rechtskr�ftigen Ablehnung eines Rentenanspruchs ergeben hat, er�brigt sich ein Einkommensvergleich und die Bestimmung eines Invalidit�tsgrades. Der Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung wurde zu Recht verneint.