Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F30-07-2002-I_153-2002
Timestamp: 2016-10-28 19:53:30
Document Index: 259449134

Matched Legal Cases: ['Art. 137', 'Art. 108', 'Art. 132', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Richter B�hler; Gerichtsschreiber Jancar
M.________, 1948, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann, Unterm�li 6, 6300 Zug,
A.- Die 1948 geborene M.________ war am 10. Februar 1991 als Beifahrerin in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem sie eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) erlitt. Als Folge davon leidet sie an einem cervicocephalen Schmerzsyndrom und psychischen Faktoren bei somatisch ausgel�stem, chronifiziertem Schmerzsyndrom. Am 20. Februar 1997 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich holte Berichte des letzten Arbeitgebers (Firma Q.________ AG) vom 19. M�rz 1997, des behandelnden Neurologen Dr. med.
H.________ vom 8. April 1997, und der Rehabilitationsklinik X.________, wo die Versicherte in den Jahren 1993, 1994 und 1996 dreimal hospitalisiert war, vom 7. Mai 1997 ein, zog die Akten des obligatorischen Unfallversicherers bei und liess die Versicherte durch die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS) begutachten (Expertise vom 12. Januar 1999).
Gest�tzt darauf ermittelte sie einen Invalidit�tsgrad von 54 % und sprach M.________ nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens mit Wirkung ab 1. Februar 1996 eine halbe Invalidenrente zu (Verf�gung vom 8. Februar 2000).
B.- Mit hiegegen erhobener Beschwerde liess M.________ die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beantragen. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich f�hrte einen doppelten Schriftenwechsel durch und wies die Beschwerde mit Entscheid vom 29. Januar 2002 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ ihr vorinstanzliches Rechtsbegehren erneuern.
Die IV-Stelle beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.- Die Beschwerdef�hrerin hat am 19. M�rz 2002 einen Auszug aus den Sal�rempfehlungen 1999 des Schweizerischen Kaufm�nnischen Verbandes (SKV) eingereicht und gest�tzt darauf neue Sachbehauptungen zur Berechnung des Valideneinkommens erhoben.
Die Beibringung neuer Beweisurkunden ist - unter Vorbehalt eines zweiten Schriftenwechsels oder neuer erheblicher Tatsachen oder entscheidender Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG - gem�ss Art. 108 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 132 OG nach Ablauf der Rechtsmittelfrist unzul�ssig (BGE 127 V 357 Erw. 4). Dasselbe gilt f�r neue tats�chliche Behauptungen. Sowohl der versp�tet eingereichte Auszug aus den Sal�rempfehlungen 1999 des SKV als auch die darauf beruhenden neuen Sachbehauptungen in der Eingabe vom 19. M�rz 2002 sind daher aus formellrechtlichen Gr�nden unbeachtlich.
2.- a) Im Rahmen des durch die Verf�gung vom 8. Februar 2000 und den vorinstanzlichen Entscheid bestimmten, den Anspruch auf eine Invalidenrente beinhaltenden Streitgegenstandes bildet die H�he des Invalidit�tsgrades das im letztinstanzlichen Verfahren zu beurteilende Teilelement.
b) Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen und die Grunds�tze �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruches (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Bemessung der Invalidit�t bei Erwerbst�tigen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 106 V 136 Erw. 2a und b) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zur Bedeutung, die den �rztlichen Stellungnahmen bei der Ermittlung des Invalidit�tsgrades zukommt (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen), zu dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) sowie zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung und zum Beweiswert eines Arztberichts (BGE 125 V 352 Erw. 3a; RKUV 2000 Nr. KV 124 S. 214).
3.- a) Mit Bezug auf die ihr noch zumutbare Restarbeitsf�higkeit r�gt die Beschwerdef�hrerin, dass die Vorinstanz hief�r auf das MEDAS-Gutachten vom 12. Januar 1999 und die darin unter Ber�cksichtigung der gesamthaften (somatischen, psychischen und neuropsychologischen) Befunde ermittelte Arbeitsf�higkeit von 50 % im Beruf als unselbstst�ndige Treuh�nderin abgestellt hat. Sie ist der Auffassung, gest�tzt auf die zuhanden des Unfallversicherers erstellten Gutachten des Neurologen Dr. med. R.________ vom 19. November 1998, und des Psychiaters Dr. med. H.________ vom 10. Januar 1999, sei von einer Arbeitsunf�higkeit von 70 % auszugehen, wovon 30 % somatisch und 40 % psychisch bedingt seien.
b) Das kantonale Gericht hat im Einzelnen dargelegt, welche Vorbehalte gegen�ber der abweichenden Arbeitsf�higkeitsbeurteilung in den beiden im unfallversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten bestehen.
Es hat im Weiteren eingehend begr�ndet, weshalb die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens in diesem Punkt h�her einzusch�tzen ist. Die diesbez�glichen Darlegungen der Vorinstanz erf�llen die aus dem Grundsatz der freien Beweisw�rdigung fliessenden Anforderungen an eine sorgf�ltige W�rdigung einer unterschiedlichen �rztlichen Beurteilung/ Einsch�tzung der Restarbeitsf�higkeit durch verschiedene Sachverst�ndige optima forma. Mit dem, was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, wird keines der von der Vorinstanz angef�hrten Beweisw�rdigungselemente widerlegt, sondern lediglich die eigene Beweisw�rdigung an die Stelle derjenigen des kantonalen Richters gesetzt. Einer Verletzung der aus dem Verfahrensgrundsatz der freien Beweisw�rdigung fliessenden Regeln ist damit nicht dargetan.
4.- a) Hinsichtlich des Valideneinkommens ist der (hypothetische) Status der Beschwerdef�hrerin als unselbstst�ndigerwerbende Treuh�nderin, wenn sie nicht invalid geworden w�re, im letztinstanzlichen Verfahren nicht mehr streitig. Sie beanstandet lediglich noch, dass Vorinstanz und Verwaltung das Valideneinkommen auf Fr. 70'000.- und nicht auf den h�heren Durchschnittswert von Fr. 72'040.- gem�ss Sal�rempfehlungen 1999 des SKV f�r die Funktionsstufe C und eine Angestellte im Alter von 52 Jahren festgesetzt haben.
b) Die Versicherte �bersieht, dass eine Erh�hung des Validen- auch ein entsprechend h�heres Invalideneinkommen zur Folge h�tte, da im vorliegenden Fall die erwerblich-berufliche Berechnungsgrundlage - unselbstst�ndige Erwerbst�tigkeit als Treuh�nderin - bei beiden Vergleichseinkommen dieselbe ist. Abgesehen davon hat die Vorinstanz schl�ssig dargelegt, dass auch dann, wenn man beim zuletzt vor dem Unfall vom 10. Februar 1991 erzielten realen Erwerbseinkommen der Versicherten ankn�pft, wovon nur ausnahmsweise - unter hier nicht gegebenen besondern Umst�nden - abgewichen werden darf (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b), unter Ber�cksichtigung der Nominallohnentwicklung bis und mit dem Jahre 2000 ein Valideneinkommen von rund Fr. 69'300.- resultieren w�rde. Auch dies schliesst eine rechtsfehlerhafte Ermittlung des von der Beschwerdef�hrerin im Gesundheitsfall erzielbaren Erwerbseinkommens aus.
5.- a) Mit Bezug auf das Invalideneinkommen r�gt die Beschwerdef�hrerin, dass die Vorinstanz gleich wie die Verwaltung von dem einer 50 %igen Arbeitsf�higkeit entsprechenden, trotz Invalidit�t noch erzielbaren Einkommen von Fr. 35'000.- lediglich einen Abzug von 7 % zufolge Minderentl�hnung von Teilzeitbesch�ftigten vorgenommen hat.
Sie will diesen Abzug auf die Differenz zwischen dem Durchschnitts- und dem Minimalwert (Fr. 72'040.-/Fr. 61'234.-) der Lohnskala f�r gleichaltrige Angestellte in der Funktionsstufe C gem�ss Sal�rempfehlung 1999 des SKV, somit auf 15 % festgesetzt wissen.
b) Es trifft zu, dass ein reduzierter Besch�ftigungsgrad eine im Vergleich zu Vollzeitbesch�ftigten geringere Entl�hnung zur Folge haben kann. F�r teilzeitbesch�ftigte Frauen verh�lt es sich aber gerade umgekehrt. Sie verdienen mehr als Vollzeitbesch�ftigte, und zwar in allen Anforderungsniveaus.
In Berufen, die wie derjenige der Beschwerdef�hrerin Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen, betr�gt der Mehrverdienst zwischen 7 % und 10 % (Bundesamt f�r Statistik, Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 1998 [LSE 1998], Kommentierte Ergebnisse und Tabellen, S. 19 mit TA 6 S. 20). Da andere pers�nliche oder berufliche Merkmale, die einen so genannten Behindertenabzug rechtfertigen k�nnten (vgl. dazu BGE 126 V 78 Erw. 5a/cc), nicht ersichtlich sind, k�nnte sich daher h�chstens fragen, ob der von Vorinstanz und Verwaltung gew�hrte Teilzeitbesch�ftigungsabzug von 7 % bundesrechtskonform ist, nicht aber ob ein h�herer Abzug begr�ndet ist.