Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=12.12.2012&Aktenzeichen=2%20BvR%201750%2F12
Timestamp: 2019-04-21 19:26:23
Document Index: 40267472

Matched Legal Cases: ['Art 101', 'Art 101', '§ 93', '§ 38', '§ 46', 'Art 101', 'Art. 101']

BVerfG, 12.12.2012 - 2 BvR 1750/12 - dejure.org
Verletzung von Art 101 Abs 1 S 2 GG durch unberechtigte Zurückweisung eines Richterablehnungsgesuchs
Art 101 Abs 1 S 2 GG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, § 38 Abs 1 DRiG, § 46 Abs 2 ZPO
Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung von Art 101 Abs 1 S 2 GG durch unberechtigte Zurückweisung eines Richterablehnungsgesuchs - hier: Äußerung eines Richters im Verhandlungstermin, "ihn interessiere die Wahrheit nicht", grob unsachlich und zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit offensichtlich geeignet
Vorliegen einer Verfassungsbeschwerde bzgl. der Ablehnung eines Befangenheitsantrags im Zusammenhang mit Äußerungen eines Zivilrichters während des Verhandlungstermins ("Die Wahrheit interessiert mich nicht.")
Chemnitzer Zivilrichter - "Die Wahrheit interessiert mich nicht" begründet Befangenheit
Der lustlose Richter: "Die Wahrheit interessiert mich nicht”
Richter: "Die Wahrheit interessiert mich nicht"
"Die Wahrheit interessiert mich nicht"- Richter verpflichtet zur Wahrheitsfindung - Bei Verstoß besteht Besorgnis der Befangenheit
Richter muss sich für die Wahrheitsfindung interessieren
"Die Wahrheit interessiert mich nicht": Richter befangen! (IBR 2013, 189)
LG Chemnitz, 18.04.2012 - 3 Ri AR 32/11
LG Chemnitz, 18.04.2012 - 3 Ri AR 4/12
LG Chemnitz, 15.05.2012 - 3 Ri AR 4/12
OLG Dresden, 28.06.2012 - 3 W 562/12
OLG Dresden, 24.07.2012 - 3 W 562/12
BVerfGK 20, 164
Entscheidend ist, ob der beanstandete Umstand für einen verständigen Verfahrensbeteiligten Anlass sein kann, an der persönlichen Unvoreingenommenheit zu zweifeln (stRspr;… vgl. zuletzt Beschluss vom 11. Februar 2013 - BVerwG 2 B 58.12 - Rn. 16 unter Hinweis auf BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 25. Juli 2012 - 2 BvR 615/11 - NJW 2012, 3228 Rn. 12 f. und vom 12. Dezember 2012 - 2 BvR 1750/12 - MDR 2013, 294 Rn. 14 m.w.N.).
Entscheidend ist, ob der beanstandete Umstand für einen verständigen Verfahrensbeteiligten Anlass sein kann, an der persönlichen Unvoreingenommenheit des Richters zu zweifeln (…BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 25. Juli 2012 - 2 BvR 615/11 - NJW 2012, 3228 Rn. 12 f. und vom 12. Dezember 2012 - 2 BvR 1750/12 - juris Rn. 14 m.w.N.).
Die Grenzen zum Verfassungsverstoß sind aber jedenfalls dann überschritten, wenn die Auslegung einer Zuständigkeitsnorm oder ihre Handhabung im Einzelfall willkürlich oder offensichtlich unhaltbar sind oder wenn die richterliche Entscheidung Bedeutung und Tragweite der Verfassungsgarantie des gesetzlichen Richters grundlegend verkennt (st. Rspr., vgl. Beschlüsse vom 15. April 2016 - VfGBbg 78/15 -, vom 12. Dezember 2014 - VfGBbg 54/14 - und vom 16. September 2011 - VfGBbg 60/10 -, www.verfassungsgericht.brandenburg.de; zu Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG: BVerfGE 82, 286, 299; BVerfGK 5, 269, 279 f; 12, 139, 143 f; 13, 72, 77 f; 20, 164, 167 f).
Ob die Entscheidung eines Gerichts auf grober Missachtung oder grober Fehlanwendung des Gesetzesrechts beruht oder ob sie darauf hindeutet, dass das Gericht Bedeutung und Tragweite des Grundrechts grundlegend verkannt hat, kann nur anhand der jeweiligen Umstände des Einzelfalls beurteilt werden (vgl. BVerfGK 20, 164, 168 m. w. Nachw.).
Die Frage, ob Befangenheitsgründe gegen die Mitwirkung eines Richters sprechen, berührt die prozessuale Rechtsstellung der Verfahrensbeteiligten (vgl. Beschluss vom 14. Oktober 2016 - VfGBbg 18/16 -, www.verfassungsgericht.bran-denburg.de, m. w. Nachw.; s. auch BVerfGE 89, 28, 36; BVerfGK 20, 164, 167).
Die Frage, ob Befangenheitsgründe gegen die Mitwirkung eines Richters sprechen, berührt die prozessuale Rechtsstellung der Verfahrensbeteiligten (vgl. Beschluss vom 14. Oktober 2016 - VfGBbg 18/16 -, www.verfassungsgericht.branden-burg.de, m. w. Nachw.; s. auch BVerfGE 89, 28, 36; BVerfGK 20, 164, 167).
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.01.2016 - 1 A 2569/15
Anspruch an die tatsächliche Voreingenommenheit eines Richters im Hinblick auf …