Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000035.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:27:13
Document Index: 310792067

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

2.15.035 Claffenbrunnenbächle
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Claffenbrunnenbächle" auf dem Gebiet der Gemeinde Zaisenhausen vom 05.08.1986.
Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 sowie § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Zaisenhausen, Landkreis Karlsruhe, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und führt die Bezeichnung "Claffenbrunnenbächle".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 48 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde und Gemarkung Zaisenhausen folgende Gewanne:
· Eschbach, Gassenäcker (teilweise) , Steinhälde (teilweise) , Claffenbrunnenrain, Claffenbrunnen (teilweise) , Sackpfeife (teilweise) , Unterm Naßelter, Rohracker (teilweise) , Am Erlenweg (teilweise) , In den Erlen (teilweise) , Erlenbruch, Breite Weide (teilweise) , Hagenloch (teilweise) , Beim Naßelter (teilweise) , Naßelter, Am Landshauser Weg (teilweise) sowie den Gemeindewald Distr. IV Naßenhard.
(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und einer Detailkarte Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen.
Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe, 7500 Karlsruhe und beim Bürgermeisteramt Zaisenhausen, 7519 Zaisenhausen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. der Aue des Claffenbrunnenbächle als Grundwasseranreicherungsgebiet mit dessen vielfältig ausgeprägten Wiesen (Feucht- und Fettwiesen, Seggenriede, Röhrichte), und der möglichen Rückwandlung der an den Bach grenzenden Äcker in Wiesen insbesondere im Hinblick auf die Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, speziell des Wasserhaushaltes,
2. der vorhandenen Ufergehölze des Claffenbrunnenbächle und deren Entwicklung zum standortgerechten Bach-Erlen-Eschenwald,
3. der durch Stufenraine gegliederten Landschaft samt ihrem vor allem aus Hecken bestehenden Bewuchs als biologische Zellen und Refugien der für die Ausgewogenheit des Naturhaushaltes bedeutsamen Tierwelt,
4. der mit Hochstämmen bewachsenen Streuobstwiesen,
5. eines buchenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes im Gemeindewald Naßenhard als eines charakteristischen Waldtyps dieser Landschaft,
6. der Altbäume im Gemeindewald Naßenhardt,
die in ihrem Verbund eine reichhaltige kraichgautypische Kulturlandschaft ausmachen und inmitten einer strukturarmen Agrarlandschaft die Verwirklichung aller Schutzziele eines Landschaftsschutzgebietes ermöglichen.
15. Umbrechen von Dauergrünland, Feuchtwiesen, Seggenriede, Schilfflächen im Ackerland;
16. Durchführung von Entwässerungsmaßnahmen;
17. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüschen sowie anderen Feld- und Ufergehölzen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziffer 13, 15-17 zu beachten sind, abgängige hochstämmige Obstbäume durch Hochstämme ersetzt und Spritzungen des Baumbestandes nur erfolgen, wenn eine nachhaltige Schädigung des Ernteertrages zu erwarten ist;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziffer 14 zu beachten ist, standortfremde Nadelgehölze nicht angepflanzt sowie nach und nach ausgezogen werden, der buchenreiche Eichen-Hainbuchenwald beibehalten und angestrebt wird, sukzessive einige Laubbäume als Lebensräume insbesondere von Höhlenbrütern über deren Hiebsreife zu belassen;
4. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Gewässer sowie rechtmäßigerweise bestehenden Anlagen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 17;
Karlsruhe, den 05.08.1986