Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20AZR%20466/64
Timestamp: 2019-06-20 02:25:46
Document Index: 14467858

Matched Legal Cases: ['§ 66', '§ 51', '§ 66', '§ 66', '§ 88', '§ 70', '§ 626', '§ 66', '§ 626', '§ 66', '§ 626', '§ 66', '§ 66', '§ 102', '§ 102']

BAG, 14.10.1965 - 2 AZR 466/64 - dejure.org
BAG, 14.10.1965 - 2 AZR 466/64
https://dejure.org/1965,528
BAG, 14.10.1965 - 2 AZR 466/64 (https://dejure.org/1965,528)
BAG, Entscheidung vom 14.10.1965 - 2 AZR 466/64 (https://dejure.org/1965,528)
BAG, Entscheidung vom 14. Januar 1965 - 2 AZR 466/64 (https://dejure.org/1965,528)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1965,528) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
LAG Düsseldorf, 28.10.1964 - 3 Sa 358/64
DB 1966, 116
DB 1966, 155
so kann die außerordentliche Kündigung ausnahmsweise bei bereits einmaligem fahrlässigen Versagen ohne vorausgegangene Abmahnung z.B. zulässig sein, wenn das Versehen eines gehobenen Angestellten, der eine besondere Verantwortung übernommen hat, geeignet war, einen besonders schweren Schaden herbeizuführen und der Arbeitgeber das Seine getan hat, die Möglichkeiten für ein solches Versehen und seine Folgen einzuschränken (BAG, Senatsurteil vom 14. Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 -, AP Nr. 27 zu § 66 BetrVG: OLG Düsseldorf…, Urteil vom 15. Januar 1987 - 8 U 239/85 -, DB 1987, 1099: KR-Hillebrecht, aaO.;… Stahlhacke/Preis, aaO.;… Becker-Schaffner, aaO.).
Schon in seiner ersten Entscheidung im vorliegenden Rechtsstreit vom 14« Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 - hatte der erkennende Senat auf die damalige Rüge der Revision entschieden? das angefochtene Urteil habe mit Recht angenommen j daß die fristlose Kündigung nicht schon deshalb unwirksam ist? weil die Personalvertretung vor der Kündigung nicht gehört wurde« § 51 Abs« 1 und 3 des Tarifvertrages über die Personalvertretung für das Bordpersonal der Deutschen Lufthansa AG vom 1« November 196!''schreibt übereinstimmend mit § 66 Abs« 1 und 5 BetrVG vor? daß die Personalvertretung vor jeder Kündigung zu hören ist (Abs« 1) und daß die Bestimmungen des Kündigungsschutzgesetzes vom 10. August 1951 unberührt bleiben (Abs« 3)° Deshalb bestehen keine Bedenken, die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts su § 66 Abs. 1 BetrVG, das nach § 88 Abs» 3 BetrVG auf Betriebe der Seeschiffahrt und Luft fahrt, also auch auf die Beklagte als einen Betrieb der \ '.
Der jetzige Fall hat den Senat dann im Urteil vom 14. Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 - veranlaßt, die Einschränkung aufzugeben und anzuerkennen ' daß die Nichtanliörung des Betriebsrates bei einer außerordentlichen Kündigung ohne zivilrechtliche Folgen bleibt, ebenso wie nach der ausdrücklichen Bestimmung des § 70 Abs. 3 PersVG für den nach gleichem'materiellen Recht zu behandelnden Personenkreis des Personalvertretungsgesetzes die Nichtanhörung des Persohalrates für die außerordentliche Kündigung ohne jede zivilrechtliche Folgen bleibt.
Das angefochtene Urteil hat die schon im Urteil des erkennenden Senats vom 14. Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 - (Bl. 9) angeschnittene und im Urteil des Senats vom 18 -.
Die falsche Medikation einer Arzthelferin, der ärztliche Aufgaben - unter der Verantwortung und Aufsicht des Arztes - delegiert sind, ist an sich geeignet, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung im Sinne von § 626 Abs. 1 BGB abzugeben (Vergleiche BAG Urteil vom 14.10.1965 2 AZR 466/64 = AP Nr. 27 zu § 66 BetrVG).
Das Landesarbeitsgericht ist im Ausgangspunkt zutreffend davon ausgegangen, daß die falsche Medikation einer Arzthelferin, der ärztliche Aufgaben - unter der Verantwortung und Aufsicht des Arztes - delegiert sind, an sich geeignet ist, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen (fristlosen) Kündigung im Sinne von § 626 Abs. 1 BGB abzugeben (vgl. dazu BAG Urteil vom 14. Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 - AP Nr. 27 zu § 66 BetrVG;… KR--Hillebrecht, 2. Aufl., § 626 BGB Rz 58, 68 und 331, jeweils m. w. N.).
a) Im Unterschied zum früheren Recht (vgl. zu § 66 Abs. 1 BetrVG 1952: BAG Urteile vom 15. September 1956 - 1 AZR 258/54 -, 14. Oktober 1965 - 2 AZR 466/64 - und 27. März 1969 - 2 AZR 422/68 - AP Nr. 1, 27 und 30 zu § 66 BetrVG 1952) enthält der seit 1972 geltende § 102 Abs. 1 BetrVG ausdrücklich eine besondere zivilrechtliche Wirksamkeitsvoraussetzung (grundlegend: BAGE 26, 27, 33 f. = AP Nr. 2 zu § 102 BetrVG 1972, zu I 4 b bb der Gründe).