Source: http://steuerberaterkammer-stuttgart.de/Steuerberater/in/Verguetung
Timestamp: 2017-11-21 06:27:36
Document Index: 184150831

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 10', '§ 34', '§ 13', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 612', '§ 315', '§ 670', '§ 612']

Steuerberaterkammer Stuttgart - Vergütung
Leistungen / Berufsrecht
Ausbildung / Examen
//public.od.cm4allbusiness.de/.cm4all/uro/BEODP0AVBJMB/Datenablage/Steuerberater/%C3%9Cbersetzung_Steuerberater_engl.pdf?cdp=a
Tätigkeiten im Rahmen der Hilfeleistung in Steuersachen werden auch als Vorbehaltsaufgaben bzw. originäre gesetzliche Aufgaben bezeichnet. Die Höhe der Vergütung für einzelne Leistungen des Steuerberaters auf dem Gebiet der Vorbehaltsaufgaben richtet sich nach der vom Bundestag als Gesetz beschlossenen Vergütungsverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (Steuerberatervergütungsverordnung - StBVV).
Für Leistungen auf dem Gebiet der Vorbehaltsaufgaben kann der Steuerberater nur dann eine höhere Gebühr, als sie sich aus der StBVV ergibt, fordern, wenn dies schriftlich mit dem Auftraggeber vereinbart worden ist und weitere formale Voraussetzungen erfüllt sind (§ 4 Abs. 1 StBVV).
Die Wertgebühren (§ 10 StBVV) bestimmen sich nach den Tabellen A bis E der Steuerberatervergütungsverordnung. Sie richten sich nach dem Wert, den der Gegenstand der beruflichen Tätigkeit hat, dem so genannten Gegenstandswert. Die konkrete Höhe einer Gebühr ergibt sich aus
Buchführung: Gegenstandswert ist der jeweils höchste Betrag, der sich aus dem Jahresumsatz oder der Summe des Aufwandes ergibt.
Einkommensteuererklärung: Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, jedoch mindestens € 8.000.
Einige Beispiele zur Berechnung einer konkreten Gebühr finden Sie hier.
Während bei den Wertgebühren der Gebührenrahmen durch einen unteren und einen oberen Zehntelsatz vorgegeben wird, ist bei der Betragsrahmengebühr ein oberer und ein unterer Euro-Betrag vorgegeben. Sie kommt nur bei der Lohnbuchführung (§ 34 StBVV) vor.
Die Zeitgebühr (§ 13 StBVV) berechnet sich nach dem für die Bearbeitung des Auftrages erforderlichen Zeitaufwand und beträgt, sofern nicht ein höherer Betrag gesondert vereinbart ist, zwischen € 30 und € 70 je angefangene halbe Stunde.
Ersatz der bei der Ausführung des Auftrages für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen zu zahlenden Entgelte: Der Steuerberater kann anstelle der tatsächlich entstandenen Kosten einen Pauschsatz i.H.v. 20 % der sich nach der StBVV ergebenden Gebühr fordern, in derselben Angelegenheit jedoch höchstens € 20 (§ 16 StBVV),
Ersatz der Schreibauslagen für bestimmte Abschriften und Fotokopien (§ 17 StBVV),
Erstattung der Fahrtkosten und Übernachtungskosten als Reisekosten sowie ein Tage- und Abwesenheitsgeld bei Geschäftsreisen (§ 18 StBVV) und
Übersicht über die Gebühren für die wichtigsten Hilfeleistungen in Steuersachen
Leistung des Steuerberaters
(erstmaliges) Einrichten einer Buchführung
30,00 € bis 70,00 € je angefangene halbe Stunde
Erledigung der gesamten Buchführung oder Führen steuerlicher Aufzeichnungen einschl. Kontieren der Belege und Anfertigung der Umsatzsteuer-Voranmeldungen
Wertgebühr (Monatsgebühr) nach Tabelle C
2/10 bis 12/10
Jahresumsatz oder Summe des Aufwandes (der jeweils höhere Betrag)
erstmalige Einrichtung von Lohnkonten und Aufnahme der Stammdaten
Betragsgebühr
5,00 € bis 16,00 € je Arbeitnehmer
Führung von Lohnkonten und Anfertigung der Lohnabrechnung
5,00 € bis 25,00 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeit-
Erstellung einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
Wertgebühr nach Tabelle B
10/10 bis 40/10
das Mittel zwischen der berichtigten Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung
Ermittlung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung
Wertgebühr nach Tabelle A
1/20 bis 12/20
Summe der Einnahmen oder Summe der Werbungskosten (der jeweils höhere Betrag), mindestens 8.000 €
Anfertigung der Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der Einkünfte
Summe der positiven Einkünfte, mindestens 8.000 €
Anfertigung der Körperschaft-steuererklärung
Einkommen vor Berücksichtigung eines Verlustabzuges, mindestens 16.000 €
Anfertigung der Gewerbesteuererklärung nach dem Gewerbeertrag
Gewerbeertrag vor Berücksichtigung des Freibetrages und eines Gewerbeverlustes, mindestens 8.000 €
Anfertigung der Kapitalertragsteueranmeldung sowie jede weitere Erklärung im Zusammenhang mit Kapitalerträgen
Summe der kapitalertrag-steuerpflichtigen Kapitalerträge, mindestens 4.000 €
Anfertigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie hierzu ergänzender Anträge und Meldungen
10 % des Gesamtbetrages der für Lieferungen oder sonstige Leistungen erhaltenen Entgelte zzgl. des Eigenverbrauches, mindestens 650 €
wie 11., Mindestgegenstandswert hier jedoch 8.000 €
Grundsätzliches zur Vergütung der weiteren Leistungen
Die Steuerberatervergütungsverordnung findet keine Anwendung auf die vereinbaren Tätigkeiten; es sei denn, die Tätigkeit umfasst auch einzelne Leistungen aus dem Bereich der Hilfeleistung in Steuersachen (z.B. Steuerplanung im Rahmen einer Unternehmensberatung). Für die Vergütung der vereinbaren Tätigkeiten gelten die folgenden Grundsätze:
1. Wird der Steuerberater in einem Bereich tätig, in dem eine andere Vergütungsordnung gilt, so richtet sich
die Vergütung des Steuerberaters nach dieser.
Beispiele: Als Sachverständiger im gerichtlichen Bereich erhält der Steuerberater eine Vergütung nach dem
Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen (ZSEG). Wird der Steuerberater als
Insolvenzverwalter tätig, richtet sich seine Vergütung nach den Vorschriften der
Insolvenzverwaltervergütungsordnung (InsVV).
2. Wird der Steuerberater in Bereichen tätig, in denen die Vergütung nicht durch eine Vergütungsordnung
geregelt ist, gilt Folgendes: Der Berater kann für diese Leistungen eine angemessene Gebühr im Sinne der
in den §§ 612 Abs. 2, 632 Abs. 2 BGB vorgeschriebenen "üblichen Vergütung" verlangen. Für die Festsetzung
des konkreten Betrags der Vergütung wird regelmäßig auf die §§ 315, 316 BGB verwiesen.
Beispiel: Wird der Steuerberater auf dem Gebiet der Existenzgründungsberatung tätig, so gelten
hinsichtlich der Vergütung die o.g. allgemeinen Vorschriften des BGB.
Der Stundensatz wird mit dem Mandanten in einem persönlichen Gespräch vereinbart. Er kann ein Mehrfaches der in der Steuerberatergebührenverordnung festgelegten Stundensätze betragen und richtet sich nach den bereits erbrachten Vorarbeiten des Mandanten sowie nach dem Umfang und dem Schwierigkeitsgrad des Auftrags. In der Regel wird dem Steuerberater erst nach einer Probephase von ca. 3 Monaten eine endgültige Kostenabschätzung möglich sein.
Es sollte vorab geklärt werden, ob die Umsatzsteuer in dem vereinbarten Honorar enthalten oder zusätzlich zu entrichten ist.
Gem. § 670 BGB können Reise-, Fahrt- und Übernachtungskosten gesondert in Ansatz gebracht werden.
Honorarmethoden bei Vergütung des Steuerberaters gemäß §§ 612 Abs. 2, 632 Abs. 2 BGB