Source: http://www.jurablogs.com/2011/04/19/zur-abgrenzung-strafbarer-koerperverletzung-straffreier-selbstgefaehrdung
Timestamp: 2017-04-27 01:52:38
Document Index: 14490022

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BlogsRA Dr. BöttnerApril 2011Zur Abgrenzung von strafbarer Körperverletzung und straffreier SelbstgefährdungStrafverteidigung / Revision / Körperverletzung mit Todesfolge / Betäubungsmittelstrafrecht 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs, Az.: 5 StR 491/10Der Angeklagte wurde vom LG Berlin wegen der tateinheitlichen Tat der Körperverletzung mit Todesfolge und der Überlassung von Betäubungsmitteln mit Todesfolge sowie der gefährlichen Körperverletzung und der vorsätzlichen Überlassung von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Zudem sprach das LG Berlin ein dauerhaftes Berufsverbot für eine Tätigkeit als niedergelassener Arzt und als Psychotherapeut aus. Dagegen wandte sich der Angeklagte mit dem Rechtsmittel der Revision.Laut Beschluss des 5. Strafsenats des BHG hat die Revision des Angeklagten Erfolg. Nach den Feststellungen des LG Berlin handelte es sich bei dem Angeklagten um einen auf psychotherapeutische Behandlungen spezialisierter Arzt. Er führte psychoanalytische Sitzungen durch. Bei diesen Gruppensitzungen würden die Patienten durch Drogen in ein Wachtraumerleben der Objektumgebung versetzt. Ziel sei es, an unbewusste Inhalte der Psyche zu gelangen. Diese Methode sei in Deutschland wissenschaftlich nicht anerkannt. Bei Durchführung einer Intensivsitzung im September 2009 mit zwölf Patienten habe er die zur Einnahme bereitgehaltenen Substanzen Neocor und MDMA vorgestellt. Der Angeklagte habe zunächst an neun der Patienten eine Tablette des nicht als Arzneimittel zugelassenen Neocor verabreicht. Danach habe er gefragt wer MDMA einnehmen wolle. Sieben der Patienten erklärten sich dazu bereit, darunter auch das später verstorbene Opfer. Sechs der Patienten sollten MDMA in einer Dosierung von120 mg erhalten, der Nebenkläger 140 mg. Der Angeklagte habe das Abwiegen übernommen. Hierbei habe er sich zwar über das Volumen der abgewogenen Menge gewundert, sich jedoch auf die Anzeige seiner Waage verlassen. Tatsächlich habe er an die Patienten mindestens die zehnfache Menge übergeben ...Zum vollständigen Artikel68 LeserBußgeld & Strafrecht Blog:Take-Home-Verordnungen10 verwandte ArtikelTherapie beim MDMA-Doktor(Strafverteidiger Berlin – BtMG) BGH vom 11.1.2011: Urteil zum Berliner „Drogenarzt“ veröffentlicht (5 StR 491/10)BGH hebt Urteil gegen Berliner "Drogenarzt" auf - Wieder einmal gibt der Aspekt der Selbstgefährdung den AusschlagPsycholytische PsychotherapieKeine Strafbarkeit eines Substitutionsarztes wegen fahrlässiger Tötung, wenn sein Patient aufgrund einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung an einer Überdosis stirbt – - Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 28.1.2014 – 1 StR 494/13Lesetipp auch für Studierende: BGH zur Strafbarkeit eines Arztes wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach dem Tod von Patienten durch
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