Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%201992,%20242
Timestamp: 2019-07-16 17:40:13
Document Index: 163265179

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', '§ 30', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', 'BGH', '§ 30', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.12.1991 - II ZR 294/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,816
BGH, 16.12.1991 - II ZR 294/90 (https://dejure.org/1991,816)
BGH, Entscheidung vom 16.12.1991 - II ZR 294/90 (https://dejure.org/1991,816)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90 (https://dejure.org/1991,816)
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Finanzierungsleistung - Finanzierung durch ein Unternehmen - Gesellschaft - Einsatz von Eigenkapital
Eigenkapitalersatz durch Kredite eines Bankhauses an ein anderes Unternehmen seines persönlich haftenden Gesellschafters bei einheitlicher Leitung ("Steinhart")
AktG § 16 ff.; GmbHG § 30, § 32 a
NJW 1992, 1167
ZIP 1992, 242
DNotZ 1992, 727
WM 1992, 270
BB 1992, 305
DB 1992, 626
Freilich kann eine in der Vergangenheit gemeinsam betriebene Unternehmenspolitik eine ausreichend sichere Grundlage für die Ausübung gemeinsamer Herrschaft darstellen (BGHZ 80, 69, 73; Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90I ZR 294/90, ZIP 1992, 242, 244).
Dies ist etwa der Fall, wenn einem Gesellschafter zwar nicht rechtlich, wohl aber wirtschaftlich die Mehrheit der Anteile gehört, weil andere Gesellschafter ihre Anteile als Treuhänder für ihn halten, oder wenn er, wie die ständige Übung gezeigt hat, in der Gesellschafterversammlung immer mit der Unterstützung bestimmter anderer Gesellschafter rechnen kann, mit denen zusammen er über die Mehrheit verfügt (vgl. BGHZ 77, 94, 105 f. [BGH 28.04.1980 - II ZR 254/78]; BGHZ 80, 69, 73; Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, ZIP 1992, 242, 244 und v. 29. März 1993 - II ZR 265/91, ZIP 1993, 589, 591, zum Abdruck in BGHZ 122, 123 [BGH 29.03.1992 - II ZR 265/91] vorgesehen).
Darauf kommt es aber hier nicht an, weil die Beklagten zugleich Gesellschafter der Gemeinschuldnerin waren und diese übereinstimmend als bloßes Hilfsinstrument zu dem übergeordneten, gemeinsamen Zweck der Finanzierung des Betriebs "ihrer" OHG eingesetzt haben (vgl. Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, ZIP 1992, 242, 244).
Die von der Revision angeführten Senatsentscheidungen (BGHZ 80, 69, 73; Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, ZIP 1992, 241, 244) betreffen eine Mehrpersonenherrschaft (§§ 17, 18 Abs. 1 Satz 3 AktG) von Gesellschaftern, welche stets gleichgerichtete Interessen verfolgt und eine gemeinsame Unternehmenspolitik betrieben haben.
Wie der Senat mehrfach ausgesprochen hat, gibt es keinen Erfahrungssatz, dass Familienangehörige stets gleichgerichtete Interessen verfolgen (vgl. Senat, BGHZ 77, 94, 106; Urt. v. 16. Dezember 1991 aaO).
In einem Fall der Betriebsaufspaltung, wie er hier vorliegt, bilden das Besitz- und das Betriebsunternehmen eine wirtschaftliche Einheit, die es rechtfertigt, die Verantwortung für die ordnungsgemäße Finanzierung der Betriebsgesellschaft auch der von denselben Gesellschaftern getragenen Besitzgesellschaft aufzuerlegen (vgl. Sen.Urt. v. 9. Oktober 1986 - II ZR 58/86, WM 1986, 1554 f. und v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90I ZR 294/90, WM 1992, 270, 272 = ZIP 1992, 242).
Diese Gefahr läge greifbar nahe, wenn sich der Gesellschafter den Eigenkapitalersatzregeln durch die Gewährung einer Kredithilfe über ein von ihm beherrschtes und alsbald nach deren Rückzahlung liquidiertes Unternehmen entledigen könnte (vgl. Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, NJW 1992, 1167 f.).
Sp.; v. 6. Dezember 1991 - II ZR 294/90, WM 1992, 270, 272 li.
(3.2.3) Bestärkt wird die wirtschaftliche Einheit zwischen dem KBS e.V. einerseits sowie dessen Tochter- und Enkelgesellschaften andererseits durch personelle Verflechtungen (vgl. BGHZ 107, 7 [19 f.], BGH ZIP 1992, 242 [244]).
Zunächst gilt dies für verdeckte Ausschüttungen an nahe Familienangehörige (vgl. etwa Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, ZIP 1992, 242, 244).
Hier ist stets (auch) der Dritte Schuldner des Rückgewähranspruches der ausschüttenden Gesellschaft (vgl. etwa Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, ZIP 1992, 242, 244).
Nach der Rechtsprechung des Senats hat derjenige, der als sogenannter Hintermann mittelbar eine Beteiligung an einer GmbH über einen auf seine Rechnung handelnden Mittels- oder Strohmann hält, sowohl für die Aufbringung des Stammkapitals nach den §§ 19, 24 GmbHG (BGHZ 31, 258) als auch für dessen Erhaltung im Rahmen der §§ 30, 31 GmbHG und der §§ 32 a, 32 b GmbHG (BGHZ 75, 334, 335 f.; 95, 188, 193; 107, 7 ff., 12;… Urt. v. 8. Juli 1985 - II ZR 269/84, WM 1985, 1224, 1226; v. 14. November 1988 - II ZR 115/88, WM 1989, 60, 61; v. 22. Oktober 1990 - II ZR 238/89, WM 1990, 2112, 2114; v. 18. Februar 1991 - II ZR 259/89, WM 1991, 678, 679; v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, WM 1992, 270, 271) wie der unmittelbare Gesellschafter einzustehen.
Da zudem dem Mitgesellschafter Blits infolge seiner geringen Beteiligung sowie der in dem Treuhandvertrag darüber hinaus festgelegten Wahrnehmung aller Gesellschafterrechte in der Gemeinschuldnerin allein durch Schmitz sämtliche mit der Stellung eines Gesellschafters normalerweise verbundenen Einflußmöglichkeiten genommen waren, beherrschte die Beklagte die Gemeinschuldnerin weit über das Maß der Kontrollrechte, die sich außenstehende Gläubiger zur Sicherung ihrer Kredite einräumen lassen, hinaus wie eine 100 %-ige Tochter (zur Finanzierungsverantwortung in derartigen Fällen vgl. BGHZ 81, 311, 315 f. [BGH 21.09.1981 - I ZR 104/80] sowie zuletzt Sen.Urt. v. 16. Dezember 1991 - II ZR 294/90, WM 1992, 270, 272 m. umfangreichen w.N. aus der Senatsrspr.), ohne nach außen hin auch eine diesem wirtschaftlichen Tatbestand entsprechende Gesellschafterstellung zu übernehmen.
BayObLG, 24.03.1998 - 3Z BR 236/96
Konzern, Konzernvermutung, Mitbestimmungsgesetz , Abhängigkeitsvermutung, …
LAG Baden-Württemberg, 06.07.2001 - 5 TaBV 2/99