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Timestamp: 2020-07-11 02:02:57
Document Index: 10475325

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 172', 'BGH', 'BGH', '§ 172', '§ 172', '§ 172', '§ 172']

Gebau Fonds GmbH - Medico-Fonds - Gebau-Fonds - Gebau AG - Fonds - Finanznachrichten
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Die Gebau Fonds GmbH erbringt Management- und wohnungswirtschaftschaftliche Dienstleistungen in der Investitions- und Bewirtschaftungsphase für die von der Gebau Gruppe initiierten Medico Fonds. Die Gebau Fonds GmbH verwaltet mehr als 50 Objekte für 34 Medico Immobilienfonds Gesellschaften mit rund 1.000 Wohnungen und ca. 350.000 qm Gewerbefläche.
In der Fondszeichnerverwaltung werden ca. 25.000 Gesellschafter mit einem Eigenkapitalvolumen von über 665 Millionen und ein Investitionsvolumen von ca. 1,23 Milliarden EUR betreut.
Seit 1965 konzipiert, plant, baut und verwaltet die Gebau-Gruppe Immobilien, damit deckt die Gebau alle Immobiliendienstleistungen ab. Das insgesamt verwaltete Immobilienvermögen repräsentiert einen Gesamtwert von mehr als 6 Milliarden EUR, davon allein ca. 16.100 Wohnungen und rund 500.000 qm gewerblich genutzte Immobilien
Medico Fonds, Gebau Fonds: Verjährung droht, Schadensersatz / Rückabwicklung möglich. Fonds 30, 31, 32, 34, 37
Unter der Bezeichnung „Medico-Fonds“ bzw. „Gebau-Fonds“ hat die Gebau AG, Düsseldorf, eine Vielzahl von geschlossenen Immobilienfonds aufgelegt. Insbesondere wurden die Anteile an den geschlossenen Immobilienfonds unter Ärzten und Apothekern vertrieben. Derzeit befinden sich einige der Medico-Fonds in einer erheblichen finanziellen Notlage. Ausschüttungen bleiben aus und der Wert der Immobilie in die der Fonds investiert hat, liegt weit unter dem Einkaufspreis.
Die Beteiligung wurde den allermeisten Gesellschaftern als risikolose Anlage zur Altersvorsorge angepriesen, ohne diese zugleich auf das erhebliche Verlustrisiko der Anlage hinzuweisen. Die Versprechungen von Prospekt und Vertrieb haben sich in vielen Fällen in keinster Weise erfüllt. Tatsächlich haben die Gesellschafter oftmals anstelle der versprochenen Rendite erhebliche wirtschaftliche Schäden erlitten. Sehr viele Ärzte und Apotheker, denen die Beteiligung durch die Apotheker- und Ärztebank, Düsseldorf, vermittelt wurde, haben "ihrem" Bankinstitut großes Vertrauen entgegen gebracht und einen ganz erheblichen Teil ihrer Altersvorsorge anvertraut, wie Herr Rechtsanwalt Lemke LL.M., von der auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei Bogdanow & Kollegen mit Sitz in München und Zweigstellen in Berlin, Hamburg, Heidelberg und Potsdam, ausführt
Nach Ansicht von Herrn Rechtsanwalt Lemke bestehen für den Fall, dass dem Anleger die Beteiligung dem Medico Fonds als sichere und steuersparende Kapitalanlage empfohlen wurde, ohne auf das bestehende Totalverlustrisiko hinzuweisen, unter Umständen gegenüber der vermittelnden Bank/Anlageberater der Fondsbeteiligung Schadensersatzansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung. Den Anlageberater treffen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten. Kommen die Berater und Vermittler diesen Pflichten nicht oder nur eingeschränkt nach, bestehen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich Schadensersatzansprüche, wonach die Beteiligung rückabgewickelt werden kann, so Rechtsanwalt Lemke weiter.
Pressemitteilung von: Bogdanow & Kollegen
Medico Fonds: Gute Aussichten für Anleger auf Schadenersatz
Die Situation vieler Medico Fonds ist besorgniserregend. Zahlreichen Anlegern droht der Totalverlust ihres investierten Kapitals, möglicher Weise müssen sie noch Ausschüttungen, die sie in der Vergangenheit erhalten haben, zurückzahlen.
Apotheker- und Ärztebank zum Schadensersatz verpflichtet
Nach unserer Ansicht bestehen grundsätzlich gute Erfolgsaussichten, sich im Wege des Schadensersatzes von der Fondsbeteiligung zu lösen. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die wesentlicher Vertriebspartner der Fondsinitiatorin war, schuldet ihren Kunden, die sich auf ihre Empfehlung an den Medico Fonds beteiligt haben, immer dann Schadensersatz, wenn sie ihre Kunden vor deren Beitritt nicht über Kick-Backs (verdeckte Provisionszahlungen) informiert hat. Die bloße Information in einem bei oder nach Zeichnung übergebenen Prospekt reicht hierzu nicht aus, wie der BGH in einem Beschluss aus dem März 2011 festgestellt hat.
Haftung von Bonnfinanz AG oder Deutsche Gesellschaft für Vermögensberatung mbH
Daneben kann die Haftung des Anlageberaters und -vermittlers zudem darauf gestützt werden, dass die Anleger nicht darüber aufgeklärt wurden, dass durch planmäßige Auszahlungen, die nicht durch Gewinne der Gesellschaft gedeckt sind, die Haftung für die Kommanditeinlage teilweise wieder auflebt. Dies kann dazu führe, dass sich Anleger im Falle der Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht nur mit dem Verlust des investierten Kapitals, sondern gleichzeitig noch mit Zahlungsaufforderungen des Insolvenzverwalters konfrontiert sehen. Derartige Beratungspflichtverletzungen führen insbesondere dann, wenn die Beratung durch die Bonnfinanz AG oder die Deutsche Gesellschaft für Vermögensberatung mbH, erfolgte, zu einer Schadensersatzpflicht.
Bonnfinanz AG zu Schadensersatz wegen Falschberatung verurteilt
Das Landgericht Heilbronn hat im Jahr 2011 die Bonfinaz AG zum Schadensersatz verurteilt, weil sie im Zusammenhang mit der Zeichnung einer Beteiligung an den Medico Fonds Nr. 33 und Nr. 37 nicht darauf hingewiesen hat, dass es sich um eine riskante Beteiligung handelt. Außerdem wies das Landgericht Heilbronn darauf hin, dass die Übergabe des Prospekts nach Zeichnung nicht ausreicht, um den Anleger über die Risiken ausreichend aufzuklären.
Verjährung von Schadensersatzansprüchen zum 31. Dezember 2011
Für alle Anleger, die vor dem 31. Dezember 2001 Anteile an Medico Fonds gezeichnet haben, verjähren Schadensersatzansprüche mit Ablauf des 31. Dezember 2011. Das bedeutet, dass die Ansprüche nach diesem Datum nicht mehr durchgesetzt werden können, wenn bis dahin keine verjährungshemmenden Maßnahmen ergriffen wurden, also Klage erhoben wurde.
Da für die Durchsetzung von Schadensersatzansprüche von Medico Anlegern nach unserer Erfahrung grundsätzlich gute Erfolgsaussichten bestehen, können wir nur dringend empfehlen, rechtzeitig entsprechende Schritte einzuleiten.
Pressemitteilung von: Kanzlei Nittel
28.10.2011, 05:32
Für Anleger der Medico Fonds können Chancen auf Schadenersatz bestehen
Nachdem sich aber herausgestellt hat, dass das Fondskonzept nicht aufgeht und möglicherweise von Anfang an nicht aufgehen konnte, stellt sich die Frage, wie Anleger reagieren sollten.
GRP Rainer Rechtsanwälte rät: Betroffene Anleger sollten sich an einen im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt wenden. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass dem Anleger Schadensersatzansprüche zustehen, mit denen er dem Verlust seines Kapitals entgegenwirken kann.
Gegenstand einer anwaltlichen Überprüfung sollte sein, ob ein Schadensersatzanspruch des Anlegers gegen die beratende Bank/das fondsvermittelnde Unternehmen besteht, weil diese den Fonds als sehr sicher oder risikolose Altersversorgung dargestellt hat, ohne jedoch über die tatsächlich bestehenden Risiken, wie dem Kapitalverlust und der kaum gegebenen Veräußerbarkeit der Beteiligung, aufzuklären. Hierin kann eine fehlerhafte Bankberatung zu sehen sein, die zum Schadensersatz führen kann
Die Bank/das fondsvermittelnde Unternehmen kann sich auch schadensersatzpflichtig gemacht haben, wenn nicht über Rückvergütungen, die für die Fondsvermittlung eventuell geflossen sind (sog. "Kick-Backs"), aufgeklärt wurde. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann das Verschweigen von Kick-Backs zum Schadensersatzanspruch des Anlegers führen.
Da Schadensersatzansprüche der Verjährung unterliegen, sollten betroffene Anleger zeitnah einen Rechtsanwalt aufsuchen, der etwaige Ansprüche prüft und bei Erfolgsaussichten deren Durchsetzung auf den Weg bringen kann. Dies gilt vor allem für Anleger der Medico Fonds, da mit Ablauf des Jahres 2011 Verjährung droht, deren Eintreten durch die Einleitung entsprechender Schritte gehemmt werden sollte.
Pressemitteilung von: GRP Rainer LLP
Anleger der Medico Fonds sollten dies von einem im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt prüfen lassen.Anleger, die sich schlecht beraten fühlen, sollten dringend handeln, bevor es zu spät ist.
Es geht um folgende Fonds:
- Medico Fonds Nr. 20: Objekt Gummersbach KG
- Medico Fonds Nr. 21: Objekt Neuwied KG
- Medico Fonds Nr. 22: Objekt Hollage KG
- Medico Fonds Nr. 23: Objekt Bensberg KG
- Medico Fonds Nr. 24: Objekt Detmold KG
- Medico Fonds Nr. 25: Objekt Schwenningen KG
- Medico Fonds Nr. 26: Objekt Bad Rappenau KG
- Medico Fonds Nr. 27: Airport Hotel Düsseldorf KG
- Medico Fonds Nr. 28: Lindner Hotel Leipzig KG
- Medico Fonds Nr. 29: Objekt Erfurt KG
- Medico Fonds Nr. 30: Büro-Center Magdeburg KG
- Medico Fonds Nr. 31: Berlin Miraustraße KG
- Medico Fonds Nr. 32: Berlin Havemannstraße KG
- Medico Fonds Nr. 33: Objekte Leipzig-Hamburg KG
- Medico Fonds Nr. 34: Objekte Berlin-Leinefelde KG
- Medico Fonds Nr. 35: Objekte Leipzig-Berlin KG
- Medico Fonds Nr. 36: Leipzig Torgauer Straße KG
- Medico Fonds Nr. 37: Dresden Waldschlößchen KG
- Medico Fonds Nr. 38: Magdeburg - Medico Fonds Nr. 39: Dresden Johannstadt KG
- Medico Fonds Nr. 40: Objekt Berlin Karlshorst KG
- Medico Fonds Nr. 41: Objekt Gera KG
- Medico Fonds Nr. 42: Objekt Düsseldorf KG
- Medico Fonds Nr. 43: Dresden Kristallpalast KG
- Medico Fonds Nr. 44: Objekt Wiesensee KG
- Medico Fonds Nr. 45: Düsseldorf Kappeler Str. KG/ Objekt Dortmund KG/ Objekt Bielefeld KG
- Medico Fonds Nr. 46: Düsseldorf Emanuel-Leutze-Str. KG/ Objekt Duisburg KG/ Objekt Leverkusen KG
- Medico Fonds Nr. 47: Objekt Leukerbad/Schweiz KG
- Medico Fonds Nr. 48: Objekt Hotel Köln Magnusstraße KG/ Objekt Monschau KG
- Medico Fonds Nr. 49: Lindner Hotel & Therme Binshof, b. Speyer KG/ Objekt Düsseldorf, Seestern KG
- Medico Nr. 50: Wohnungsbau Fonds GmbH & Co. KG
Medico Fonds Nr. 20 Objekt Gummersbach KG - Haben die Anleger wirklich eine Wahl?
München, den 06.03.2012 - Anleger der Medico Fonds Nr. 20 Objekt Gummersbach KG erhielten Mitte Februar Post, die die ohnehin schon unbefriedigende Lage der Gesellschafter nochmals unangenehmer zu machen droht. Fachanwältin Anja Appelt von der auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei KAP Rechtsanwälte in München, geht auf den Inhalt des Briefes ein: “Es heißt in dem Schreiben, dass die “Fremdmittelgeber” auf eine Veräußerung des Fondsobjektes drängen würden.
Die Anleger stehen nun vor einer schwierigen Entscheidung: “freiwillig” noch einmal 69 % ihrer Anlagesumme nachzuschießen oder zu riskieren, dass der Fonds in die Insolvenz geht und ein Insolvenzverwalter bis zu 90 % der Anlagesumme zurückfordern kann. Zahlungen sollen bis zum kommenden Freitag, den 09.03.2012 erfolgen”. Offen bleibt in dem Schreiben, ob Anleger nicht auch noch eine dritte Möglichkeit in Betracht ziehen können - Ansatzpunkte hierfür ergeben sich nach Ansicht von Rechtsanwalt Thorsten Krause, KAP Rechtsanwälte, durchaus: “Insbesondere stellt sich hier die Frage, weshalb die Fremdkapitalgeber sich vorrangig an die Kommanditisten, also die Anleger, halten möchten und nicht - wie ebenfalls möglich - zunächst an die persönlich haftenden Gesellschafter, die so genannten Komplementäre”.
So ist die Frage nicht geklärt, ob der Fremdkapitalgeber überhaupt wie angegeben die Wahl hat, auf die Anleger zuzugreifen und ob der Fonds u?berhaupt im derzeitigen Stand die Möglichkeit hat, Forderungen gegen die Anleger zu stellen.
Anstatt sich unter Druck setzen zu lassen, sollten Anleger laut den beiden Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte Appelt und Krause nun umso genauer darüber nachdenken, wie sie sich im Weiteren verhalten und welche Möglichkeiten sich ihnen bieten und sich von einem auf Anlegerschutz und Anlegerrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen.
*Quelle: PM KAP Rechtsanwälte
In dem zugrundeliegenden Sachverhalt wurde dem Kläger von den Anlageberatern der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eine Beteiligung an dem Medico Fonds 36 empfohlen.
Im Rahmen der Beratung hat die Beraterin den Kläger nicht über Risiken und Nachteile ,die mit einer Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds einhergehen, aufgeklärt. Insbesondere fand keine Aufklärung über die fehlende bzw. stark eingeschränkte Übertragbarkeit von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds, das mögliche (teilweise) Kapitalverlustrisiko im Rahmen der streitgegenständlichen Beteiligung sowie die Umstände der Auflebung der Kommanditistenhaftung nach § 172 IV HGB, statt.
Der Klage wurde stattgegeben. Das Landgericht geht vorliegend von einer Anlageberatung aus. Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte gegen ihre aus dem Beratungsvertrag folgende Verpflichtung zur objektgerechten Beratung verstoßen hat.
Es ist hierbei davon ausgegangen, dass die Beraterin ihre Aufklärungspflicht gegenüber dem Kläger verletzt hat, indem sie ihn nicht über die erschwerte Veräußerbarkeit von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds sowie das Risiko des Kapitalverlustes aufgeklärt hat.
Das Landgericht Freiburg führt in den Urteilsgründen aus, dass weder die schriftliche Aufklärung im Prospekt noch die von der Beraterin wiedergegebene mündliche Aufklärung den Maßstäben einer hinreichenden Aufklärung über die fehlende bzw. stark eingeschränkte Übertragbarkeit (Fungibilität) der Medico Fonds Beteiligung genügt. Alleine der Hinweis im Prospekt, dass es sich um eine langfristige Anlage handelt, reicht dem Gericht nicht aus. Hierbei bezieht sich das Gericht auf die Rechtsprechung des BGH.
Das Gericht vertritt des Weiteren die Ansicht, dass sich weder im Prospekt noch in dem durch die Beraterin wiedergegebenen Inhalt der mündlichen Aufklärung ein ausreichender Hinweis auf das mögliche (teilweise) Kapitalverlustrisiko an den Kläger wiederfindet.
Es führt hierbei aus, dass bei einem Immobilienfonds zwar nicht die Verpflichtung besteht, auf das Risiko hinzuweisen, der Anleger könne mit seinem gesamten Einlagekapital ausfallen. Für den Anleger zählt es nach Ansicht des Gerichts allerdings zu den ganz entscheidenden Eigenschaften einer Anlage, ob lediglich die zu erwartende Rendite unsicher ist oder ob auch das angelegte Kapital teilweise verloren werden kann. Daher ist auch bei nicht bestehendem Totalverlustrisiko hinzuweisen auf das Risiko, dass das eingesetzte Kapital zumindest zu einem Teil verloren gehen kann.
Auch hierbei bezieht sich das Gericht auf höchstrichterliche Rechtssprechung des BGH.
Schliesslich führt das Gericht in seinem Urteil aus, dass der Kläger von der Beraterin nicht in ausreichender Weise darauf hingewiesen worden sei, dass erfolgte Ausschüttungen zu einer Nachschusspflicht führen können, wenn die Ausschüttungen nicht aus wirtschaftlichen Gewinnen stammen. Auch dem Prospekt kann das Gericht keinen für den Laien verständlichen Hinweis entnehmen, unter welchen Umständen die Kommanditistenhaftung nach § 172 IV HGB wieder auflebt.
Vor diesem Hintergrund kam es dem Gericht für seine Entscheidung nicht mehr darauf an, ob hinsichtlich der Themenbereiche Anteil der weichen Kosten, Rückvergütungen oder Mittelverwendung ebenfalls eine Aufklärungspflichtverletzung vorliegt.
Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig, da die beklagte Bank innerhalb eines Monats Berufung einlegen kann. Über den Fortgang werden wir an dieser Stelle berichten.
Das Landgericht geht im vorliegenden Fall davon aus, dass der Prospekt zum Medico Fonds Nr. 36 den Anleger in unzureichender Weise zum Einen über die erschwerte Veräußerbarkeit von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds sowie zum Anderen über seine Kommanditistenhaftung gem. § 172 Abs. 4 HGB aufklärt. Drüber hinaus ist das Gericht der Ansicht, dass auch im Prospekt über das Risiko des Kapitalverlustes aufgeklärt werden muß.
Im konkreten Fall sieht das Gericht Aufklärungspflichtverletzungen im Rahmen der Anlageberatung.
Medico Nr. 31: Auch LG Baden-Baden verurteilt Bonnfinanz zum Schadensersatz
In dem von der BSZ e.V. Anlegerschutzkanzlei Dr. Rötlich Rechtsanwälte Fachanwälte erstrittenen Urteil vom 10.06.2013 hat die 1. Zivilkammer des Landgerichts Baden-Baden die Bonnfinanz Aktiengesellschaft für Vermögensberatung und Vermittlung in vollem Umfang zum Schadensersatz und damit zur Rückabwicklung der Beteiligung an dem Medico Fonds Nr. 31 verurteilt.
Das Landgericht Baden-Baden geht völlig selbstverständlich vom Vorliegen eines Beratungsvertrages aus. Als Zeugen wurde der damalige Berater vernommen. Der Berater hatte nach der Überzeugung des Gerichts dem Kl. die Geldanlage nahe gebracht, weil er anhand des Bestandsaufnahmebogens mit den persönlichen Daten die Vermögens- und Einkommenssituation analysiert hat. Der Berater hatte geschildert, dass die Gespräche immer nach demselben Muster abliefen.
Nach der Beweisaufnahme sah es das Landgericht Baden-Baden als erwiesen an, dass der Berater den Kl. nicht über Risiken informiert und den Prospekt nicht rechtzeitig übergeben hatte.
Durch die Beweisaufnahme konnte festgestellt werden, dass es dem Kläger damals um die Altersvorsorge ging und er dieses dem Berater auch mitgeteilt hatte. Der Berater hatte aber nie mit dem Kunden über dessen Risikobereitschaft gesprochen, sondern sich darauf beschränkt, zu sagen, dass die Anlage sicher und insbesondere zur Altersvorsorge als zusätzliche Rente geeignet sei.
Bereits durch die fehlende Abklärung der Risikobereitschaft des Klägers wurden die Beratungspflichten verletzt.
"Zeuge.......... Erklärte, dass er seine Kenntnisse zum Verkauf von Finanzprodukten einzig dadurch erlangt habe, dass er ungefähr acht- bis zehnmal mit einem "Betreuer mitgelaufen" sei und sich den Ablauf angeschaut habe. Schulungen zu den jeweiligen Finanzprodukten selbst habe er jedoch nicht erhalten. Er räumte ferner ein, dass er keine detaillierten Informationen über den betreffenden Fonds hatte und es sich bei den von ihm getätigten Aussagen gegenüber den Kunden vielmehr um von "oben" vorgegebene Verkaufsargumente und Strategien handelte. Insbesondere hat der Zeuge nach eigenen Angaben bis heute keine Kenntnis darüber, wie eine Kommanditgesellschaft funktioniert. In bemerkenswerter Offenheit gab der Zeuge an, während seiner Zeugenvernehmung mehr über das streitgegenständliche Produkt gelernt zu haben, als während seiner (kurzen) Tätigkeit für die Beklagte. Der Zeuge konnte also gar keine sachgemäße Aufklärung und anlegergerechte Beratung vornehmen, da ihm hierzu die Informationen und Kompetenzen fehlten. Hierauf hat er den Kläger jedoch nicht hingewiesen."
Die Ausführungen des Zeugen vor Gericht und das Urteil legen den Schluss nahe, dass ein solches Vorgehen bei der Bonnfinanz nicht die Ausnahme, sondern die Regel war. Dieser Eindruck drängt sich der BSZ e.V. Anlegerschutzanwältin Dr. Inge Rötlich auch durch die zahlreichen Prozesse und Aussagen der Berater auf, die zwischenzeitlich gegen die Bonnfinanz geführt wurden, wobei logischerweise Berater, die nicht mehr für die Bonnfinanz arbeiten, viel eher geneigt sind, die Wahrheit zu sagen........ So war es auch hier.
Die Beratungsfehler waren nach Ansicht des Landgerichts Baden-Baden auch kausal für den Schaden. Der Kläger kann sich auf den Grundsatz aufklärungsrichtigen Verhaltens berufen.
Die Ansprüche des Klägers sah das Landgericht Baden-Baden auch nicht als verjährt an. Dem Kläger kann keine grob fahrlässige Unkenntnis oder Kenntnis vorgeworfen worden, denn der Anleger müsse, so das LG Baden-Baden, nur weil keine Ausschüttungen mehr erfolgten, nicht gleich von einem Verlustrisiko ausgehen und erkennen, dass er eine nicht als Altersvorsorge geeignete Geldanlage erworben hat.
Da keine Verjährung eingetreten ist, reichte dies für eine Verurteilung auch hinsichtlich der im Wege des Schadensersatz geltend gemachten erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen aus, die der Kläger für das Darlehen erbracht hatte, welches ihm vom Berater zur Finanzierung des Fonds empfohlen worden war. Verwirkt sind die Ansprüche ebenfalls nicht.
Die gezogenen Steuervorteile sind nach Ansicht des Landgerichts Baden-Baden nicht anrechenbar! Hinsichtlich des entgangenen Gewinns ging das Landgericht Baden-Baden davon aus, dass 3 % p.a. gerechtfertigt sind. So wurde die Bonnfinanz zum Schadensersatz Zug um Zug gegen Abtretung der Rechte des Klägers aus den Fondsbeteiligungen verurteilt.
Die Bonnfinanz hat wie üblich Berufung eingelegt. Angesichts der frappierenden Offenheit des Beraters bleibt zu hoffen, dass die Gerechtigkeit waltet und der Anleger letztendlich seine über 100 000 Euro wieder bekommt, für die er jahrelang gezahlt hat.
* BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V.
Medico Fonds Nr 40 Berlin-Karlshorst: Landgericht Landshut verurteilt Finanzdienstleister wegen Falschberatung
Die Emission des Immobilienfonds Medico Fonds Nr. 40 / Berlin-Karlshorst - Medico Fonds Nr. 40 Objekt Berlin Karlshorst KG (nachstehend zitiert: Medico Fonds Nr. 40 / Berlin-Karlshorst) erfolgte 1997. Das Investitionsvolumen inkl. 5% Agio beträgt EUR 22.328.000,00. Der Investitionsgegenstand ist ein Büro- und Geschäftshaus in der Treskowallee / Ecke Dönhoffstraße in Berlin-Karlshorst mit einer Nutzfläche von ca. 4.300 qm.
Rechtsanwalt Ralf Renner äußerte sich in diesen Zusammenhängen: „Diese Entscheidung des Landgerichts Landshut setzt die in Fragen von Aufklärungspflichten anlegerfreundliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs fort. Diese Entscheidung wird anderen Anlegern Mut machen, die richtigen Schritte zu gehen.“
* Rechtsanwalt Ralf Renner
Medico Fonds 38
In dem zugrundeliegenden Sachverhalt wurde dem Kläger von einem Anlageberater der Bonnfinanz AG eine Beteiligung an dem Medico Fonds 38 als Kapitalanlage empfohlen. Im Rahmen der Beratung wurde der Kläger nicht über Risiken und Nachteile, die mit einer Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds verbunden sind, aufgeklärt. Es fand insbesondere keine Aufklärung über die fehlende bzw. stark eingeschränkte Übertragbarkeit von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds, das mögliche Totalverlustrisiko im Rahmen der streitgegenständlichen Beteiligung sowie die Umstände der Auflebung der Kommanditistenhaftung nach § 172 IV HGB, statt.
Der Klage wurde stattgegeben. Das Landgericht geht vorliegend von einer Anlageberatung aus.
Das Landgericht Dessau- Roßlau kommt aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme und der Anhörung des Klägers zu dem Ergebnis, dass der für die Bonnfinanz AG tätige Berater seine Aufklärungspflicht gegenüber dem Kläger verletzt hat, indem er ihn nicht über die erschwerte Veräußerbarkeit von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds, nicht über das Risiko des Totalverlustes und auch nicht über die Haftung der Anleger gem. § 172 Abs. 4 HGB aufgeklärt hat, obwohl der Kläger hinsichtlich einer sichere Kapitalanlage beraten werden wollte.
Das Landgericht Dessau- Roßlau führt in den Urteilsgründen aus, dass es im konkreten Fall auf die Übergabe eines fehlerhaften Prospektes nicht ankommt, da die Beklagte ihre Aufklärungspflicht schon mündlich verletzt hat.
Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig, da die beklagte Bonnfinanz innerhalb eines Monats Berufung einlegen kann. Über den Fortgang werden wir an dieser Stelle berichten.
Im konkreten Fall sieht das Gericht Aufklärungspflichtverletzungen im Rahmen der Anlageberatung und stützt sich auf den Vorrang des gesprochenen Wortes. Das o.g. Urteil stärkt erneut die Chancen geschädigter Fondsanleger, denen die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds über einen Finanzdienstleister vermittelt wurde. Über unser Kontaktformular haben geschädigte Anleger, denen die geschlossenen Fonds später als Oktober 2003 vermittelt worden sind, die Option, sich ausführlich über die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten zu informieren
Das Oberlandesgericht Naumburg hat das im Medico Fonds 38 seitens der Kanzlei Hänssler und Häcker-Hollmann erstrittene erstinstanzliche Urteil des Landgerichtes Dessau-Rosslau überwiegend bestätigt und die Berufung der Bonnfinanz AG im Wesentlichen zurückgewiesen
Wir haben vor einigen Monaten an dieser Stelle berichtet, dass die Bonnfinanz AG vom Landgericht Dessau-Rosslau im Zusammenhang mit einer geschlossenen Immobilienfondsbeteiligung (Medico Fonds 38) zur Rückabwicklung der Beteiligung verurteilt wurde. Dem Kläger wurde neben seinem unmittelbar aus der Beteiligung entstandenen Schaden bezogen auf den eigenfinanzierten Teil auch ein entgangener Gewinn in Höhe von 2 % p.a. zugesprochen. Das Landgericht sah es seinerzeit als erwiesen an, dass der Kläger über die einem geschlossenen Immobilienfonds immanenten Risiken nicht ordnungsgemäß aufgeklärt wurde und insoweit eine Falschberatung nachgewiesen werden konnte.
Auch das Oberlandesgericht Naumburg sah es als erwiesen an, dass der Kläger seinerzeit über die bestehenden Risiken nicht ordnungsgemäß aufgeklärt wurde. Dabei verwies es insbesondere darauf, dass eine Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds für einen Anleger, der nicht risikogeneigt sei, nicht zur Altersvorsorge geeignet ist. Zudem wies es völlig zu Recht darauf hin, dass selbst bei Übergabe eines fehlerfreien Prospektes der Vorrang des gesprochenen Wortes gilt und die bloße Übergabe jedenfalls nicht die notwendige anlegergerechte Beratung ersetzen könne und würde. Die Revision wurde nicht zugelassen.
Durch diese Entscheidung zeigt sich erneut, dass es Anlegern geschlossener Fonds , unabhängig von der Frage des Vorliegens von Prospektfehlern, möglich ist , eine Falschberatung auch noch nach Jahren zur Überzeugung des Gerichtes nachzuweisen.
Immofonds Medico 33: Schon wieder stößt die Gebau Fonds GmbH Ärzte und Apotheker vor den Kopf
Was haben sich die Ärzte und Apotheker da bloss von ihrer Düsseldorfer Apobank andrehen lassen?
Unter der Bezeichnung "Medico-Fonds" beziehungsweise "Gebau-Fonds" hat die heutige Gebau GmbH aus Düsseldorf (Emanuel-Leutze-Straße 20) eine Vielzahl von geschlossenen Immobilienfonds aufgelegt.
Die Tochter Gebau Fonds GmbH an selber Stelle verwaltet aktuell 42 Fonds mit einem Investitionsvolumen von zirka 1,23 Milliarden Euro und einem Eigenkapital von über 665 Millionen Euro. Der betreute Immobilienbestand umfasst mehr als 66 Objekte mit zirka 445.000 Quadratmetern Gewerbefläche und rund 750 Wohnungen. Hinter diesen Immobilien stehen über 25.000 Anleger.
"Für diese Anleger erbringen wir das Full-Service-Angebot der kaufmännischen und steuerlichen Betreuung", versprechen die Gebau Fonds GmbH Geschäftsführer Diplomkaufmann Jörg Lindner (59) und sein Bruder Assessor Jurist Dirk Lindner (60), beide aus Meerbusch in NRW, sowie Prokurist Markus Heinrich Johannknecht (55) aus Düsseldorf.
Wir kümmern uns um die Immobilien, als wären es unsere eigenen.
Institutionellen Anlegern dienst sich Gebau als Verkaufsprofi an:
Im Rahmen der Verwaltungs- und Beratungstätigkeit für zahlreiche institutionelle Immobilieneigentümer verfügt die Gebau Fonds GmbH über das notwendige Netzwerk und die Expertise bei der Abwicklung von Immobilientransaktionen.
Schon vor acht Jahren berichtete GoMoPa, dass sich einige der MedicoFonds wie etwa Medico Fonds Nr. 30: Büro-Center Magdeburg KG, Medico Fonds Nr. 31: Berlin Miraustraße KG, Medico Fonds Nr. 32: Berlin Havemannstraße, Medico Fonds Nr. 34: Objekte Berlin-Leinefelde KG oder Medico Fonds Nr. 37: Dresden Waldschlößchen KG in einer erheblichen finanziellen Notlage befanden. Ausschüttungen blieben aus.
Und scheinbar wie ein roter Faden zieht sich duch die Immobilienfonds, dass der Wert der Immobilie, in die der Fonds investiert hat, weit unter dem Einkaufspreis liegt.
Auch 2019 bleibt das Gebau-Management dieser Entwicklung treu.
Aktuell ist der Fonds Medico 33 mit seinen beiden Fondsobjekten in Hamburg und Leipzig betroffen.
Auch hier scheint das Fondsmanagement der Gebau mit seinem Latein am Ende zu sein und unterbreitete den Anlegern folgendes Verkaufsangebot zur Beschlussfassung:
Gebau »
» Dieter Bohlen auf der Finanzleitmesse DKM: Ich wä ... 29.10.2012