Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-07-2014-6B_993-2013
Timestamp: 2016-10-24 16:12:20
Document Index: 281451322

Matched Legal Cases: ['Art. 346', 'Art. 346', 'Art. 305', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 190', 'Art. 190', 'Art. 190', 'BGE', 'Art. 190', 'Art. 190', 'BGE', 'BGE', 'Art. 59', 'Art. 56', 'Art. 56', 'Art. 59', 'BGE', 'Art. 59', 'Art. 56', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 56', 'Art. 59', 'Art. 56', 'BGE', 'Art. 59', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 65']

6B_993/2013 (17.07.2014)
6B_993/2013 � � Urteil vom 17. Juli 2014
vertreten durch F�rsprecher Ulrich Kiener,
Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Beschwerdegegnerin 1,
Vergewaltigung, Willk�r, Massnahme,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer, vom 30. Mai 2013.
�Die Anklage wirft X.________ verschiedene Delikte zum Nachteil seiner Ehefrau und ihres Freundes B.________ vor. Es handelt sich im Wesentlichen um Vergewaltigung, einfache K�rperverletzung, T�tlichkeiten, Drohung und N�tigung.
�Das Regionalgericht Emmental-Oberargau verurteilte X.________ am 21. Dezember 2012 u.a. wegen Vergewaltigung, einfacher K�rperverletzung, N�tigung und Drohung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Den Vollzug der Strafe schob es zu Gunsten einer station�ren therapeutischen Massnahme auf.
�Auf Berufung von X.________ stellte das Obergericht des Kantons Bern am 30. Mai 2013 die Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils fest, soweit es nicht angefochten worden war. Es sprach X.________ erneut wegen Vergewaltigung schuldig. Die Freiheitsstrafe setzte es auf 21 Monate fest. Den Strafvollzug schob es zu Gunsten einer station�ren therapeutischen Massnahme auf.
�Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern sei mit Ausnahme von Ziffer I des Dispositivs (Rechtskraftfeststellung) aufzuheben. Er sei vom Vorwurf der Vergewaltigung freizusprechen. Auf die Anordnung einer station�ren therapeutischen Massnahme sei zu verzichten. Eventuell sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Er sei unverz�glich aus der Haft zu entlassen. Die Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen. Ihm sei f�r die Verteidigungskosten und die durch das Verfahren erlittenen Nachteile eine angemessene Entsch�digung auszurichten. X.________ ersucht zudem um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
�Das Obergericht des Kantons Bern und die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern haben auf eine Stellungnahme zur Beschwerde, beschr�nkt auf den Massnahmenpunkt, verzichtet.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r. Sein Rechtsvertreter habe der Vorinstanz die Pl�doyernotizen nicht zu den Akten geben k�nnen. Nach Art. 346 StPO seien nicht nur die Antr�ge, sondern auch deren Begr�ndungen zu protokollieren. Zur Erleichterung der Protokollierung sei es angebracht, dass Rechtsvertreter zu Beginn des Vortrags ihre Pl�doyernotizen einreichen k�nnten.
1.2.�Die R�ge ist unbegr�ndet, soweit darauf �berhaupt eingetreten werden kann. Zum einen legt der Beschwerdef�hrer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, gest�tzt auf welche Bestimmung der StPO oder der BV die Vorinstanz verpflichtet gewesen w�re, die Pl�doyernotizen seines Rechtsvertreters zu den Akten zu nehmen. Art. 346 StPO schreibt solches jedenfalls nicht vor. Daraus ergibt sich nur, dass die beschuldigte Person oder ihre Verteidigung nach Abschluss des Beweisverfahrens das Recht auf einen Parteivortrag hat. Dieses Recht nahm der Beschwerdef�hrer wahr. Sein Rechtsvertreter pl�dierte anl�sslich der m�ndlichen Berufungsverhandlung und erhielt �berdies Gelegenheit zur Replik. Dass die Vorinstanz die Antr�ge und Vorbringen des Rechtsvertreters nicht oder nur ungen�gend protokollierte, macht der Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht nicht geltend. Er bringt auch nicht vor, sie habe sich mit den entscheidwesentlichen Ausf�hrungen des Rechtsvertreters in der schriftlichen Urteilsbegr�ndung nicht oder nicht hinreichend befasst. Inwiefern seine Verteidigungsm�glichkeiten unter dem Aspekt des rechtlichen Geh�rs eingeschr�nkt gewesen sein k�nnten, ist unter diesen Umst�nden nicht ersichtlich. Aus dem fr�heren bernischen Strafprozessrecht (vgl. Art. 305 aStrV) vermag er entgegen seiner Auffassung ebenfalls nichts f�r sich abzuleiten. Danach hatte der Parteivortrag m�ndlich zu erfolgen und war es daher grunds�tzlich nicht gestattet, die schriftlichen Unterlagen der Pl�doyers zu den Akten zu erkennen ( THOMAS MAURER, Das bernische Strafverfahren, 2. Aufl. 2003, S. 457).
2.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" sowie Willk�r bei der Beweisw�rdigung. Er verlangt einen Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung.
2.2.�Die Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 137 III 226 E. 4.2 mit Hinweisen; zum Begriff der Willk�r BGE 138 I 49 E. 7.1; 136 III 552 E. 4.2; je mit Hinweisen) oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge muss klar vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 I 65 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Auf eine rein appellatorische Kritik tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 II 489 E. 2.8; je mit Hinweisen). Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in seiner Funktion als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (vgl. BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; je mit Hinweisen).
2.3.�Die Vorinstanz h�lt den Anklagesachverhalt f�r erstellt. Sie st�tzt sich auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2. Diese wiesen zahlreiche Realit�tskriterien auf und pr�sentierten sich insgesamt als stimmiges Ganzes. Nebens�chliche Details und geschilderte Interaktionen spr�chen f�r deren Glaubhaftigkeit. Eine Falschbezichtigung sei ebenso wenig ersichtlich wie Selbstinszenierungen oder manipulatives Verhalten (Entscheid, S. 17 ff.). Die Aussagen des Beschwerdef�hrers �berzeugten hingegen nicht. Sie seien teilweise widerspr�chlich oder massiv besch�nigend und verschiedentlich schlicht unwahr. Es seien L�gen- und Dreistigkeitssignale auszumachen (Entscheid, S. 19 f.). Im Ergebnis seien die Schilderungen der Beschwerdegegnerin 2 weitaus glaubhafter als diejenigen des Beschwerdef�hrers. Ihre Aussagen wirkten echt und f�gten sich insgesamt logisch und nachvollziehbar in das beweism�ssige Gesamtgef�ge ein. Es k�nne ohne vern�nftigen Zweifel davon ausgegangen werden, dass der geschilderte Vorfall erlebnisbasiert sei (Entscheid, S. 20).
2.4.�Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung ist nicht willk�rlich.
2.4.1.�Soweit der Beschwerdef�hrer sich nicht mit den Erw�gungen der Vorinstanz befasst und nur seine Sicht der Dinge darlegt, ist seine Kritik appellatorisch.
2.4.2.�Die Vorinstanz w�rdigt die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 und ihr Aussageverhalten umfassend. Dass die Beschwerdegegnerin 2 von Anfang an stets gleichbleibende Aussagen machte, stellt sie nicht fest. Die Vorinstanz weist vielmehr explizit auf Ungereimtheiten und scheinbare Widerspr�chlichkeiten in deren Schilderungen hin (Entscheid, S. 18). Die fraglichen Diskrepanzen l�st sie mit sachlich vertretbaren Erkl�rungen schl�ssig auf. Von Aktenwidrigkeiten oder Willk�r kann keine Rede sein.
�Soweit der Beschwerdef�hrer einwendet, die Beschwerdegegnerin 2 habe stets ausgesagt, er habe der Meinung sein k�nnen, sie sei mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden, unterschl�gt er, dass die Beschwerdegegnerin 2 am 27. August 2010 auf Nachfragen des Untersuchungsrichters und anl�sslich ihrer Befragung an der Hauptverhandlung vor erster Instanz detailliert und klar zu Protokoll gab, sie habe sich, vermutlich am Abend des 10. April 2010, von ihm unter Zusammenpressen der Beine abgewendet und ihm wiederholt und bis zuletzt gesagt, er solle seine H�nde wegnehmen und sie in Ruhe lassen, sie wolle keinen Sex. Dieses Ereignis sei anders gewesen als die andern Male. Es habe ihm klar sein m�ssen, dass sie keinen sexuellen Kontakt gewollt habe (Entscheid, S. 17 f.). Die Vorinstanz folgert vor diesem Hintergrund, der Geschlechtsverkehr sei gegen den ausdr�cklich erkl�rten Willen der Beschwerdegegnerin 2 erfolgt. Inwiefern dieser Schluss unhaltbar sein k�nnte, ist weder dargetan noch ersichtlich.
�Spekulativ ist das Vorbringen, die Beschwerdegegnerin 2 sei anl�sslich ihrer Befragung vom 27. August 2010 unter Druck gestanden und habe Aussagen machen m�ssen, um "f�r das Strafverfahren einen gen�gend schweren Tatvorwurf zur Begr�ndung des zuvor verweigerten Rechts zur unentgeltlichen Prozessf�hrungen zu haben". Mit Mutmassungen l�sst sich Willk�r nicht begr�nden.
2.4.3.�Die Vorinstanz unterzieht auch die Aussagen des Beschwerdef�hrers einer sorgf�ltigen W�rdigung. Sie setzt sich ausf�hrlich und nachvollziehbar mit seinen Einw�nden auseinander (Entscheid, S. 19 f.). Entgegen seiner Behauptung ist nicht ersichtlich, dass sie seine sprachlichen Schwierigkeiten nicht anerkennt. Sie stellt sich lediglich auf den Standpunkt, es greife zu kurz, den Grund f�r die Widerspr�che in seinen Aussagen (nur) auf Verst�ndigungsprobleme zur�ckzuf�hren. Diese Folgerung untermauert die Vorinstanz mit dem Hinweis auf Antworten und Stellungnahmen, die der Beschwerdef�hrer anl�sslich seiner Einvernahmen gab. Daraus gehe klar hervor, dass er die Fragen und Vorhalte regelm�ssig verstanden, also kognitiv erfasst, und in der Folge koh�rent beantwortet habe (Entscheid, S. 20). Der Beschwerdef�hrer setzt sich mit der vorinstanzlichen Begr�ndung nicht hinreichend auseinander und weist deren Unhaltbarkeit nicht nach.
2.4.4.�Die willk�rfreie Beweisw�rdigung der Vorinstanz ergibt, dass die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 insgesamt glaubhafter sind als diejenigen des Beschwerdef�hrers. Die Vorinstanz legt eingehend und anhand von zahlreichen Umst�nden nachvollziehbar dar, weshalb sie zu diesem Schluss kommt. Der Beschwerdef�hrer wurde mithin verurteilt, weil die kantonalen Gerichte aufgrund der belastenden Beweismittel von seiner Schuld �berzeugt waren, nicht allein deshalb, weil sie seinen Aussagen keinen Glauben schenkten. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist nicht verletzt.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine unrichtige Anwendung von Art. 190 StGB. Es fehle am Einsatz von N�tigungsmitteln. Er habe weder Gewalt angewendet noch psychischen Druck ausge�bt. Angesichts der Mindeststrafe von einem Jahr m�sse ein gewisses Mass an Gewalt verlangt und die Anwendung von Art. 190 StGB auf schwerere Eingriffe beschr�nkt werden. Das zu beurteilende Geschehen �berschreite das Mass an k�rperlicher Kraft nicht, welches zum Vollzug des Geschlechtsaktes notwendig sei. Die Beschwerdegegnerin 2 sei auch nicht ausser Stande gewesen, sich zu wehren. Sie sei ihm k�rperlich nicht unterlegen. Energischere Gegenwehr w�re ihr zumutbar gewesen. Sie h�tte das Schlafzimmer verlassen k�nnen. Ihre Situation sei nicht auswegslos gewesen.
3.2.�Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs n�tigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unf�hig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft (Art. 190 Abs. 1 StGB).
3.3.�Die Vergewaltigung gilt als Gewaltdelikt und ist damit prinzipiell als ein Akt physischer Aggression zu verstehen. Die Einwirkung auf das Opfer muss erheblich sein (BGE 131 IV 167 E. 3.1). Gewalt im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB ist gegeben, wenn der T�ter ein gr�sseres Mass an k�rperlicher Kraft aufwendet, als zum blossen Vollzug des Akts notwendig ist. Es ist indes keine brutale Gewalt etwa in Form von Schl�gen und W�rgen erforderlich. Es gen�gt, wenn der T�ter seine �berlegene Kraft einsetzt, indem er die Frau festh�lt oder sich mit seinem Gewicht auf sie legt (Urteile 6B_267/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 6.3; 6S.558/1996 vom 2. Dezember 1996 E. 3).
3.4.�Der Beschwerdef�hrer geht von einem nicht zutreffenden Verst�ndnis des Gewaltbegriffes im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB aus. Der Tatbestand erfordert keine rohe Gewalt oder Brutalit�t. Das Opfer muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder Verletzungen in Kauf nehmen. Prinzipiell gen�gt sein Wille, den Geschlechtsverkehr nicht zu wollen (vgl. BGE 122 IV 97 E. 2b; 119 IV 309 E. 7b; je mit Hinweis). Dieser Wille muss unzweideutig manifestiert werden. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers meint eine tatkr�ftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem T�ter unmissverst�ndlich klargemacht wird, den Geschlechtsverkehr nicht zu wollen. Davon ist hier auszugehen. Die Beschwerdegegnerin 2 gab dem Beschwerdef�hrer unzweideutig zu verstehen, keinen sexuellen Kontakt zu wollen. Sie wandte sich im Bett von ihm ab, presste die Beine zusammen und sagte, er solle seine H�nde wegnehmen und sie in Ruhe lassen. Sie wolle keinen Geschlechtsverkehr. Der Beschwerdef�hrer setzte sich �ber ihren klar ge�usserten Willen hinweg. Er drehte sie nach den willk�rfreien Feststellungen der Vorinstanz auf den R�cken, dr�ckte ihre zusammengepressten Beine gewaltsam auseinander und drang vaginal in sie ein (Entscheid, S. 21). Diese physische Einwirkung erf�llt das Tatbestandsmerkmal der Gewaltanwendung ohne weiteres. Offen bleiben kann deshalb, ob - wie die Vorinstanz weiter ausf�hrt - aufgrund des seit Jahren herrschenden Klimas der h�uslichen Gewalt zudem eine Zwangs- und Drucksituation bestand. Auf die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers, welcher das Tatbestandsmerkmal des psychischen Druckes bestreitet, braucht daher nicht eingegangen zu werden.
3.5.�Aus der verbalen und physischen Gegenwehr der Beschwerdegegnerin 2 ergibt sich klar, dass sie mit einem sexuellen Kontakt nicht einverstanden war. Ihr Widerstand war f�r den Beschwerdef�hrer ohne weiteres erkennbar. Dennoch vollzog er den Geschlechtsverkehr. Die Vorinstanz nimmt zu Recht an, dass der Beschwerdef�hrer unter diesen Umst�nden mit Wissen und Willen, also mit direktem Vorsatz, handelte (Entscheid, S. 22 f.). F�r einen Sachverhaltsirrtum bleibt damit kein Raum, selbst wenn mit dem Beschwerdef�hrer davon auszugehen w�re, dass die Beschwerdegegnerin 2 im Verlauf der Ehe "einmal mit Sex einverstanden gewesen war, dann wieder nicht". Daraus kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im �brigen w�rde, was der Beschwerdef�hrer zu verkennen scheint, selbst eventualvors�tzliches Handeln gen�gen. Die von ihm genannte Tatsache verm�chte allenfalls zu belegen, dass er den Widerstand der Beschwerdegegnerin 2 nicht klar erkannte. Hingegen liesse sie kaum den Schluss zu, dass er nicht zumindest in Kauf nahm, den Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen zu vollziehen (vgl. BGE 87 IV 66 E. 3 S. 71 f.). Der Schuldspruch wegen Vergewaltigung verletzt kein Bundesrecht.
4.1.�Nach der Auffassung des Beschwerdef�hrers sind die Voraussetzungen einer station�ren therapeutischen Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB nicht gegeben. Es fehle namentlich an einer schweren psychischen St�rung, am Kausalzusammenhang zwischen Pers�nlichkeitsst�rung und Straftaten sowie an der Verh�ltnism�ssigkeit der angeordneten station�ren Massnahme.
4.2.�Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des T�ters zu begegnen; ein Behandlungsbed�rfnis des T�ters besteht oder die �ffentliche Sicherheit dies erfordert; und die Voraussetzungen der Artikel 59-61, 63 oder 64 erf�llt sind (Art. 56 Abs. 1 StGB). Der mit der Massnahmeanordnung verbundene Eingriff in die Pers�nlichkeitsrechte des T�ters darf im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverh�ltnism�ssig sein (Art. 56 Abs. 2 StGB).
�Die Anordnung einer station�ren Behandlung gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB setzt eine schwere psychische St�rung des T�ters voraus. Erforderlich ist weiter, dass er ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen St�rung in Zusammenhang steht (lit. a), und dass zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychischen St�rung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (lit. b). Es muss eine hinreichende Wahrscheinlichkeit daf�r bestehen, dass sich durch die Behandlung die Gefahr weiterer Straftaten deutlich verringern l�sst (BGE 134 IV 315).
�Das Gericht muss sich bei seinem Entscheid �ber die Anordnung einer station�ren Massnahme zur Behandlung psychischer St�rungen nach Art. 59 StGB auf eine sachverst�ndige Begutachtung st�tzen (Art. 56 Abs. 3 StGB). Es w�rdigt das Gutachten grunds�tzlich frei. In Fachfragen darf es aber nicht ohne triftige Gr�nde von diesem abweichen und muss Abweichungen begr�nden. Das Abstellen auf ein nicht schl�ssiges Gutachten kann Art. 9 BV verletzen, wenn gewichtige, zuverl�ssig begr�ndete Tatsachen oder Indizien die �berzeugungskraft des Gutachtens ernstlich ersch�ttern (BGE 136 II 539 E. 3.2 S. 547 f.).
4.3.�Die Vorinstanz st�tzt sich auf das Gutachten des forensisch-psychiatrischen Dienstes (FPD) der Universit�t Bern vom 22. Juni 2012, die m�ndlichen Ausf�hrungen der Gutachterin anl�sslich der Hauptverhandlung vor erster Instanz am 19. Dezember 2012 sowie die �rztliche Stellungnahme des FPD vom 28. Mai 2013 zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers.
�Die Gutachterin diagnostiziert dem Beschwerdef�hrer im Gutachten vom 22. Juni 2012 eine mittelgradig ausgepr�gte depressive Episode (ICD-10 F32.1), einen deutlich ausgepr�gten Alkoholmissbrauch (ICD-10 F10.1) sowie eine handlungsrelevante emotional instabile Pers�nlichkeitsakzentuierung vom impulsiven Typ. Sie f�hrt aus, die Krankheitsbilder, welche deliktskausal seien, w�rden sich gegenseitig negativ beeinflussen und verst�rken. In ihrem Zusammenspiel k�nne bzw. m�sse man deshalb gesamthaft von einer schweren psychischen St�rung des Beschwerdef�hrers sprechen. Straftaten wie die bisher ver�bten (Stalking, Beschimpfung, einfache T�tlichkeiten) seien mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin zu erwarten. Zudem sei das Risiko f�r die Ver�bung einer schweren Gewalttat erh�ht. Ein ambulantes Risikomanagement k�nne nicht empfohlen werden. Einzig eine station�re Behandlung verm�ge die Gefahr weiterer Straftaten zu verringern (Entscheid, S. 34 mit Hinweis auf Gutachten und m�ndliche Ausf�hrungen der Gutachterin).
�Anl�sslich der Hauptverhandlung vor erster Instanz best�tigte die Gutachterin die Ausf�hrungen zur psychiatrischen Diagnose, zur R�ckfallgefahr und zur Legalprognose vollumf�nglich (Entscheid, S. 34 mit Hinweis auf Befragung der Gutachterin vor erster Instanz) und hielt an der Notwendigkeit einer station�ren Behandlung fest. Allenfalls k�nnte mit dem Vollzug direkt in St. Johannsen begonnen werden, da dort Vollzugslockerungen fr�her m�glich seien. Bei optimalem Behandlungsverlauf liesse sich die station�re Behandlung vielleicht schon relativ rasch, beispielsweise nach einem Jahr, in eine ambulante Massnahme �berf�hren.
�Der FPD weist in seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2013 auf ein verbessertes Zustandsbild des Beschwerdef�hrers hin. Im Gespr�ch vom 28. Mai 2013 h�tten sich keine depressiven Symptome gezeigt.
4.4.�Auf der Grundlage des Gutachtens vom 22. Juni 2012, der m�ndlichen Ausf�hrungen der Gutachterin anl�sslich der Hauptverhandlung vor erster Instanz sowie des Berichts des FPD vom 28. M�rz 2013 schliesst sich die Vorinstanz unter Ber�cksichtigung der Verbesserung des Zustandsbildes der medizinischen Diagnose der Gutachterin an und geht von einer schweren psychischen St�rung des Beschwerdef�hrers im Rechtssinne aus. Insbesondere mit Blick auf das von der Gutachterin als erh�ht beurteilte Risiko von schweren Gewaltdelikten gelangt sie zum Schluss, eine station�re Behandlung sei zum Schutz Dritter angezeigt. Der Beschwerdef�hrer weise angesichts seines mangelnden Introspektionsverm�gens verbunden mit seiner Schuldzuweisungstendenz noch einen erheblichen Therapiebedarf auf, um zu andern, deliktsfreien Verhaltensmustern zu finden (Entscheid, S. 34-37).
4.5.�Mit seinem Vorbringen, psychisch nicht schwer gest�rt zu sein, zieht der Beschwerdef�hrer die �rztliche Diagnosestellung in Zweifel und wendet sich zur Hauptsache gegen den Inhalt des Gutachtens. Seine Kritik ersch�pft sich weitgehend in der Darlegung seiner pers�nlichen Auffassung zum Vorliegen sowie zur Schwere und medizinischen Einordnung des gutachterlich festgestellten St�rungsbildes. Mit den Ausf�hrungen der Gutachterin, welche eine schwere psychische St�rung insbesondere aufgrund des Zusammenspiels der sich gegenseitig negativ beeinflussenden Teilaspekte der Diagnose bejaht, und der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung setzt er sich nur am Rande auseinander und zeigt nicht hinreichend auf, inwiefern das Beweisergebnis der Vorinstanz offensichtlich unhaltbar sein k�nnte (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287; 133 II 249 E. 1.4 S. 254 f.). Darauf ist nicht einzutreten. Im �brigen sind die Einw�nde des Beschwerdef�hrers unbehelflich. Die Vorinstanz durfte mit der Gutachterin ohne Willk�r an der medizinischen Gesamtdiagnose einer schweren psychischen St�rung festhalten, zumal sich das verbesserte Zustandsbild des Beschwerdef�hrers gem�ss Bericht des FPD lediglich im Gespr�ch vom 28. Mai 2013 zeigte. F�r sich alleine weist dieser Umstand nicht auf eine nachhaltige Ver�nderung des Krankheitsbildes und der Diagnose hin. Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz, welche unter Ber�cksichtigung des aktuellen Zustands des Beschwerdef�hrers im Urteilszeitpunkt ergingen, sind damit nicht willk�rlich. Gem�ss Gutachten ist zudem der Zusammenhang zwischen der schweren psychischen St�rung und den Straftaten gegeben. Die Vorinstanz schliesst sich auch dieser Beurteilung ohne Willk�r an. Die dagegen gerichtete Kritik ist rein appellatorisch. Der Beschwerdef�hrer beschr�nkt sich darauf, die Deliktskausalit�t der psychischen St�rung zu bestreiten. Nicht ersichtlich ist �berdies, dass sich die Gutachterin zur Einsch�tzung der R�ckfallgefahr eines ungeeigneten Prognoseinstruments bedient h�tte. Der HCR-20 gilt in der Praxis als standardisiertes Prognoseinstrument zur Vorhersage gewaltt�tiger krimineller R�ckf�lle ( MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 74 zu Art. 64 StGB; ROSSEGGER/URBANIOK/ELBERT/FRIES/ENDRASS, R�ckf�lligkeit nach Entlassung aus dem Strafvollzug in der Schweiz: Die Validit�t des HCR-20, in: Schweizer Archiv f�r Neurologie und Psychiatrie 2010, 161 [7], S. 254 ff.). Die gutachterlichen Ausf�hrungen bilden damit eine hinreichende Entscheidgrundlage im Sinne von Art. 56 Abs. 3 StGB.
4.6.�Die Frage nach der rechtlichen Relevanz der medizinischen Diagnose ist juristischer Natur. Nur relativ schwerwiegende Arten und Formen geistiger Anomalien im medizinischen Sinn gelten als geistige Abnormit�t im Rechtssinne (statt vieler Urteil 6S.427/2005 vom 6. April 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Die vorliegenden medizinischen Feststellungen reichen f�r die Annahme einer schweren psychischen St�rung im Sinne von Art. 59 Abs.1 StGB als Voraussetzung f�r eine station�re Massnahme aus. Zwar gen�gen die diagnostizierten Krankheitsbilder (mittelgradig ausgepr�gte depressive Episode, deutlich ausgepr�gter Alkoholmissbrauch, emotional instabile Pers�nlichkeitsakzentuierung vom impulsiven Typ) in ihrem Ausmass und ihrer Erheblichkeit je f�r sich alleine nicht, um auf eine geistige Anomalie im Rechtssinne zu schliessen. Die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers verdienen insofern Zustimmung. Unter Ber�cksichtigung des gutachterlich hervorgehobenen Umstands, dass sich die Krankheitsbilder gegenseitig negativ beeinflussen und verst�rken, darf allerdings ohne Bundesrechtsverletzung von der rechtlichen Relevanz der psychiatrischen Diagnose ausgegangen und gesamthaft eine schwere psychische St�rung im Rechtssinne bejaht werden.
4.7.�Die station�re therapeutische Massnahme und der damit verbundene Eingriff in die Pers�nlichkeitsrechte des Beschwerdef�hrers sind auch nicht unverh�ltnism�ssig. Die nach dem Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz erforderliche vern�nftige Zweck-Mittel-Relation (Art. 56 Abs. 2 StGB; vgl. BGE 137 I 31 E. 7.5.2) ist vorliegend insbesondere aufgrund der erh�hten R�ckfallgefahr f�r ein schweres Gewaltdelikt gewahrt, zumal nach der Einsch�tzung der Gutachterin einzig eine station�re Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB geeignet erscheint, die als ung�nstig bezeichnete Legalprognose zu verbessern und dem Beschwerdef�hrer die notwendige Behandlung zu erweisen. Allein der Umstand, dass er "bis anhin noch nie in den Genuss einer ambulanten Therapie" kam, "welche diesen Namen verdienen w�rde", verschafft ihm entgegen seiner Auffassung keinen Anspruch auf Anordnung einer "milderen" ambulanten Behandlung. Eine solche ist nach den von der Vorinstanz willk�rfrei gew�rdigten Ausf�hrungen der Gutachterin unzureichend und somit unzweckm�ssig. Allerdings zeigt sich die Vorinstanz gest�tzt auf die gutachterliche Beurteilung davon �berzeugt, dass sich die station�re Massnahme bei optimalem Verlauf relativ rasch in eine ambulante Behandlung �berf�hren liesse. Mit diesen teilweise hypothetischen Ausf�hrungen stellt die Vorinstanz die Notwendigkeit und Geeignetheit der station�ren Behandlung als solche keineswegs in Frage. Sie unterstreicht vielmehr nur den Grundsatz, dass die Massnahme mit R�cksicht auf das Verh�ltnism�ssigkeitsgebot nur so lange aufrechtzuerhalten ist, als ihr Zweck es erfordert und sie durchf�hrbar ist. Das ist nicht zu beanstanden.
�Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung kann teilweise bewilligt werden, da der Beschwerdef�hrer bed�rftig ist (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4) und seine Beschwerde in Bezug auf den Schuldspruch wegen Vergewaltigung und die Massnahmeanordnung nicht von vornherein aussichtslos war. Der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers ist in diesem Umfang aus der Bundesgerichtskasse zu entsch�digen. Im �brigen ist das Gesuch abzuweisen. Bei diesem Ausgang tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens mit einer reduzierten Geb�hr (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seinen eingeschr�nkten finanziellen Verh�ltnissen kann bei der Festsetzung der Gerichtsgeb�hr Rechnung getragen werden (Art. 65 Abs. 2 BGG).
�Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird teilweise gutgeheissen.
�Dem Vertreter des Beschwerdef�hrers, F�rsprecher Ulrich Kiener, wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
�Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.