Source: http://www.bogensport-salzburg.org/judges/judges_articles_2003_4.html
Timestamp: 2018-01-20 16:43:36
Document Index: 342727699

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§7', '§ 3', '§ 3', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 8']

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Regelergänzungen der FITA
Neben den bei FITA-Kongressen beschlossenen Regeln werden Regelergänzungen im Bedarfsfall vom FITA-Vorstand außerhalb der Kongresse erlassen. Dazu gehören die nachfolgend genannten Regelergänzungen, die auszugsweise genannt und deren Bedeutung und Umsetzung im ÖBSV kurz diskutiert werden soll. Eine vollständige Liste der hier angeführten Ergänzungen findet sich auf der ÖBSV.
Freilose sind zulässig
Was in Österreich bei ÖSTM und anderen Bewerben mit Finalrunden bereits teilweise praktiziert wurde, ist nun von der FITA offiziell bestätigt worden: "Wenn in einer Qualifikations- oder Ausscheidungsrunde weniger als die dafür vorgesehene Anzahl an Schützen an den Start geht, sind Freilose zulässig." (Buch 1, Kapitel 3, § 3.7.4.1).
Nach der bisherigen Regelung konnten sich bei bspw. 15 Startern nur die besten 8 für die erste Ausscheidungsrunde qualifizieren. Freilose waren nur dann zulässig, wenn ein qualifizierter Schütze etwa krankheitsbedingt in der Finalrunde nicht an den Start gehen konnte. Nunmehr könnten sich in Abhängigkeit von der Ausschreibung gemäß obigem Beispiel alle 15 Schützen für die erste Ausscheidungsrunde der besten 16 qualifizieren. Die Ergänzung auf die Anzahl der erforderlichen Schützen erfolgt durch die Vergabe von Freilosen für die erste Runde.
Der Vollständigkeit wegen möchte ich hier hinzufügen, dass Schützen mit Freilos am Schießen der entsprechenden Qualifikationsrunde nicht teilnehmen dürfen. Ein Training in dieser Zeit auf dem Trainingsplatz oder einem unbenutzten Teil des Wettkampffeldes, im letzteren Fall nur nach Freigabe der Scheiben durch den Schiedsrichter, ist allerdings möglich (vgl. §7.4.2.9 u.a.).
20 - 45 minütiges Training
Das Training der FITA wird auf 45 Minuten limitiert: "Bei Scheibenmeisterschaften im Freien darf an allen Wettkampftagen der Qualifikationsrunde von Wettkämpfern wenigstens 20 Minuten lang trainiert werden. Das Training darf jedoch 45 Minuten nicht überschreiben." (Buch 1, Kapitel 3, § 3.19.1.1/Outdoor bzw. § 3.19.1.12/Indoor).
In Österreich liegen wir mit den üblichen 30 - 40 Minuten für das Training damit genau richtig.
Ein einziger Schiedsrichter entscheidet
§ 7.6.1.4 (Anm.: regelt das Eintragen von Pfeilen am Schusszettel) ist wie folgt zu ergänzen: "Im Falle einer Uneinigkeit kann der der Scheibe zugeteilte Schiedsrichter gerufen werden, der die endgültige Entscheidung trifft."
Diese Regel besagt eindeutig, dass künftig nur mehr ein einziger Schiedsrichter, und zwar jener Schiedsrichter, der der entsprechenden Scheibe zugeteilt ist, gerufen werden kann, und dass dessen Entscheidung endgültig ist. Die bisher gültige Regelung, demnach bis zu zwei weitere Schiedsrichter hinzugezogen werden können, deren Mehrheitsentscheidung gilt, ist somit hinfällig und wird gestrichen. Diese Streichung gilt sowohl für FITA Scheibe (§ 7.10.1.1/Outdoor, § 8.10.1.1/Indoor) als auch für FITA Feld (§ 9.10.1.1).
Verwendung der Einfach- oder Dreifachauflage
Die Verwendung der Einfach- bzw. Dreifachauflagen wurde von der FITA wie folgt neu geregelt: "Bei Weltmeisterschaften sind senkrecht angeordnete Dreifachauflagen vorgeschrieben. Bei allen anderen Wettbewerben liegt die Verwendung von Einfach- oder Dreifachauflagen im Ermessen des Veranstalters, der den Teilnehmern der gleichen Kategorie die Wahl des Auflagentyps überlassen kann. Unterschiedliche Auflagentypen in der gleichen Kategorie sind zulässig." (§ 8.1.1.4).
Endlosen Diskussionen zu Beginn eines Turniers hat der ÖBSV bereits einen Riegel vorgeschoben und stellt in Ergänzung klar: "In Österreich werden die zu verwendenden Auflagen vorab vom Veranstalter festgelegt und in der Ausschreibung angeführt." Die in Österreich bisher übliche Verwendung von Dreifachauflagen für Compound und Recurve und die Verwendung der Einfachauflage für Blankbogen und in speziellen Fällen für die Jugend- und Schülerklassen entspricht aber ohnedies den Vorstellungen der meisten Schützen. In jedem Fall führen im Falle einer Unzufriedenheit Hinweise auf diese Regelergänzung der FITA in Österreich mit Sicherheit nicht zum Erfolg.