Source: https://www.elster.de/bportal/helpGlobal?themaGlobal=help_euzi_2010
Timestamp: 2018-08-14 07:05:23
Document Index: 139795492

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 8', '§ 8']

EU-Zinsrichtlinie 2010 (EuZi)
EU-Zinsrichtlinie (EuZi)
Bundeszentralamtes für Steuern: http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/EU_Zinsrichtlinie/FAQ/fachlich/
EUZI_fachlich_FAQ_node.html
1 - Name der Zahlstelle
Als Zahlstelle gilt jede natürliche oder juristische Person, die in Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes Zinsen an einen wirtschaftlichen Eigentümer zahlt oder eine Zinszahlung zu dessen unmittelbaren Gunsten einzieht. Vertragsbeziehungen zwischen Verwandten oder sonstige Vertragsbeziehungen im privaten Bereich sind somit vom Anwendungsbereich der Zinsinformationsverordnung ausgeschlossen. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Zahlstelle um eine Bank oder um ein Kreditinstitut. Eine Zahlstelle kann jedoch beispielsweise auch eine Personenvereinigung, ein Treuhänder für eine Erbengemeinschaft oder ein Rechtsanwalt mit einem Anderkonto für eine Personengruppe sein.
Erhält aber beispielsweise eine Kapitalgesellschaft von einem Gesellschafter ein Darlehen, erfolgt die Zinszahlung durch die Kapitalgesellschaft an den Gesellschafter nicht in Ausübung, sondern nur bei oder anlässlich der Ausübung des Gewerbes.
Als Zahlstelle gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Einrichtung, an die eine Zinszahlung zugunsten des wirtschaftlichen Eigentümers geleistet wird oder die eine Zinszahlung zu dessen Gunsten einzieht (Zahlstelle kraft Vereinnahmung). Jegliche in einem Mitgliedstaat niedergelassene Einrichtung, an die eine Zinszahlung zugunsten des wirtschaftlichen Eigentümers geleistet wird oder die eine Zinszahlung zugunsten des wirtschaftlichen Eigentümers einzieht, gilt bei einer solchen Zahlung oder Einnahme ebenfalls als Zahlstelle. Zu Ausnahmen vergleiche § 4 Absatz 2 ZIV. Weitere Hilfe finden Sie auf der Internet-Seite des Bundeszentralamtes für Steuern.
Art der Zahlstelle
Einzeln, individuell, persönlich, aber auch Einzelperson, Privatperson, natürliche Person.
Natürliche Personen (große Einzelmelder, Notare und so weiter)
Das Unternehmen, Aktiengesellschaft
Juristische Personen, Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, KGaA, Genossenschaften, Anstalten, Stiftungen, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Betrieb gewerblicher Art von juristischen Personen des öffentlichen Rechts)
Handelsgesellschaft, Mitbeteiligung, Partnerschaft, Personengesellschaft, die an ein Nichtmitglied ausschüttet.
Personengesellschaften (OHG, GbR, KG, GmbH & Co. KG, BGB-Gesellschaften, Grundstücks- und Erbengemeinschaften)
Andere (auch Personengesellschaft).
Eintrag kennzeichnet eine ausländische Einrichtung, die für Zahlungen an ihre Mitglieder berichtet.
Unterscheidung Personengesellschaft und Andere:
Es liegt eine Zahlstelle vor, die eine Personengesellschaft darstellt. Diese Personengesellschaft schüttet Zinsen an WE / AE aus, die nicht Gesellschafter der Personengesellschaft selbst sind.
Beispiel: Anwaltsozietät (GbR) zahlt Zinsen aus Guthaben eines Anderkontos an einen Mandanten aus.
Auch hier liegt eine Zahlstelle vor, die eine Personengesellschaft darstellt. Diese Personengesellschaft schüttet Zinsen an WE aus, der jedoch Mitglied der Personengesellschaft selbst ist. Hier erfolgt eine Zahlung im Sinne des Artikel 4 (2) der Richtlinie.
Beispiel: Erbengemeinschaft verteilt Zinseinnahmen aus dem Vermögen des Erblassers an die Erben.
1 - BIC
Bank Identification Code, falls vorhanden.
1 - BAK/Registrierungsnummer
Die BAK-Nummer ist die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vergebene Kennnummer für bestimmte Einrichtungen im Finanzdienstleistungsbereich. Soweit nicht bekannt, kann diese unter folgendem Link abgefragt werden: http://www.bafin.de. Eventuell haben Sie alternativ eine Registrierungsnummer beim BZSt zur Massendatenübermittlung beantragt.
Wirtschaftlicher Eigentümer (WE)
Mandantenprofile wirtschaftlicher Eigentümer werden zur besseren Unterscheidung von den Mandantenprofilen ausländischer Einrichtungen gekennzeichnet, indem dem Kurznamen das Präfix "WE_" vorangestellt wird.
Als wirtschaftlicher Eigentümer im Sinne der Zinsinformationsverordnung gilt jede einzelne natürliche Person, die eine Zinszahlung vereinnahmt hat oder zu deren Gunsten eine Zinszahlung erfolgt ist, es sei denn, sie weist nach, dass sie die Zahlung nicht für sich selbst vereinnahmt hat oder sie nicht zu ihren Gunsten erfolgt ist. Es ist dabei unerheblich, ob die Zinserträge gewerbliches Einkommen oder private Kapitalerträge der natürlichen Person darstellen, sodass auch Zinszahlungen an Einzelunternehmer erfasst werden. In diesem Bereich sind also Zinszahlungen an einzelne natürliche Personen zu erfassen, die ihren Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union beziehungsweise in einem relevanten abhängigen oder assoziierten Gebiet haben. Weitere Hilfe finden Sie auf der Internet-Seite des Bundeszentralamtes für Steuern.
Ausländische Einrichtung (AE)
Mandantenprofile ausländischer Einrichtungen werden zur besseren Unterscheidung von den Mandantenprofilen wirtschaftlicher Eigentümer gekennzeichnet, indem dem Kurznamen das Präfix "AE_" vorangestellt wird.
In diesem Bereich sind insbesondere Zinszahlungen an nicht körperschaftsteuerpflichtige Personenzusammenschlüsse (Gesellschaften bürgerlichen Rechts oder sonstige Personenvereinigungen) zu erfassen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union beziehungsweise in einem relevanten abhängigen oder assoziierten Gebiet niedergelassen sind. Weitere Hilfe finden Sie auf der Internet-Seite des Bundeszentralamtes für Steuern.
Bei einem Konto mit mehreren Kontoinhabern (Gemeinschaftskonto) ist nur dann von einer ausländischen Einrichtung auszugehen, wenn es sich um einen Personenzusammenschluss handelt, an dem weitere Personen als die Kontoinhaber beteiligt sind. Sofern hierfür keine Anhaltspunkte aus den Kontounterlagen ersichtlich sind, ist jeder Kontoinhaber gesondert als wirtschaftlicher Eigentümer zu betrachten. Eine gesonderte Betrachtung ist insbesondere bei gemeinsamen Konten von Ehegatten und nichtehelichen Lebensgemeinschaften vorzunehmen.
Regelung ab dem Meldezeitraum 2009:
Bei einem Konto mit mehreren Kontoinhabern (Gemeinschaftskonto) ist nur dann von einer sonstigen Einrichtung auszugehen, wenn es sich um einen Personenzusammen­schluss handelt, an dem weitere Personen als die Kontoinhaber beteiligt sind. Sofern hierfür keine Anhalts­punkte aus den Kontounterlagen ersichtlich sind, ist jeder Kontoinhaber gesondert als wirt­schaftlicher Eigentümer zu betrachten. Eine gesonderte Betrachtung ist insbe­sondere bei gemeinsamen Konten von Ehegatten und nichtehelichen Lebensgemeinschaften vorzunehmen.
Unter Kurzname können Sie eine Zeichenfolge (maximal 8 Zeichen) eingeben.
Es sind folgende Zeichen erlaubt: die Großbuchstaben A-Z (keine Umlaute),
die Ziffern 0-9 und - . _ . Das erste Zeichen muss ein Großbuchstabe oder eine Ziffer sein.
Der Kurzname dient dazu, die Unterscheidung von Profilen zu erleichtern.
Vertragsbeginn vor 2004
Drei Möglichkeiten zur Füllung:
Füllung erfolgt mit „JA“ (Vertragsbeginn vor 1.1.2004, Altfall),
Füllung erfolgt mit „NEIN“ (Vertragsbeginn nach dem 1.1.2004, Neufall).
Füllung erfolgt mit „UNBEKANNT“
Soweit „unbekannt“ eingetragen wird, muss das Feld „Steuer-Identifikationsnummer (TIN)“ oder müssen die Felder „Geburtsdatum“ und „Geburtsort“ ausgefüllt sein.
Unter „Vertragsbeginn“ ist die Aufnahme der ersten Geschäftsbeziehung zu verstehen.
Das Feld enthält die Steuer-Identifikationsnummer, die von dem Staat / Gebiet ausgestellt wurde, in dem der wirtschaftliche Eigentümer steuerlich ansässig ist (Eingabefeld "Wohnsitz des WE"), also für alle meldepflichtigen Staaten oder Gebiete.
Wenn die vertraglichen Beziehungen zum 01. Januar 2004 oder später begründet wurden, müssen eindeutige und korrekte Angaben vorhanden sein:
entweder die Steuer-Identifikationsnummer,
oder die Geburtsdaten (Geburtsdatum und Geburtsort).
Für Frankreich und Luxemburg ist keine TIN vorgesehen, das Feld "Steuer-Identifikationsnummer (TIN)" kann daher leer bleiben. Da keine TIN für Frankreich und Luxemburg vorgesehen ist, müssen für Meldungen aus diesen Ländern die Felder "Geburtsdatum" und "Geburtsort" ausgefüllt sein, soweit es sich um einen Neufall handelt (Vertragsabschluss nach 01.01.2004) oder "unbekannt" im Feld "Vertragsabschluss vor 01.01.2004" eingetragen ist.
Das aktuelle EU-Dokument zum Format und zur Struktur der Steuer-Identifikationsnummer (TIN) können Sie der Internetseite des BZSt entnehmen.
Dabei ist zu beachten, dass die Felder "Geburtsdatum" und "Geburtsort" zu füllen sind, wenn bei Feld "Vertragsabschluss vor 01.01.2004" "nein" oder "unbekannt" eingetragen ist. Handelt es sich um Gebiete, die über ihre "Mutterländer" (zum Beispiel Guadeloupe zu Frankreich, Madeira zu Portugal oder die Kanarischen Inseln zu Spanien) zu melden sind, wird von den gleichen TIN- Strukturen und -Formaten ausgegangen.
Für diese meldepflichtigen Länder/Gebiete (abhängige assoziierte Gebiete) gilt auch, dass entweder die TIN oder die Geburtsdaten anzugeben (also Pflicht) sind.
Bei Geburtsland ist der ISO-Code 3166 anzugeben. Für Frankreich einschließlich der Überseedepartements Guadeloupe, Französisch-Guayana, Martinique sowie Réunion ist der ISO-Code "FR", für Spanien einschließlich der Kanarischen Inseln der ISO-Code "ES" zu verwenden. Meldungen für das Vereinigte Königreich (ISO-Code "GB") und für Gibraltar (ISO-Code "GI") sind getrennt anzugeben. Als Ländercode des Wohnsitzes ist grundsätzlich der Staat zu benennen, in dem der wirtschaftliche Eigentümer seine ständige Anschrift hat. Es ist damit in der Regel der gleiche Ländercode wie in der Anschrift. Zu den Ausnahmen (zum Beispiel Fälle des § 3 Absatz 2 Satz 6 ZIV, Ansässigkeitsbestimmung bei konsularischem und diplomatischem Personal) wird auf den Hinweis zu Anschrift und Wohnsitz verwiesen.
Wirtschaftlicher Eigentümer und ausländische Einrichtung:
Das Feld enthält die Postleitzahl zur angegebenen Adresse.
Pflichtfeld für alle Staaten oder Gebiete, die unter die EU-Zinsrichtlinie fallen, für die die Plausibilisierungen zu den Postleitzahlen auf der Internetseite des BZSt gelten. Einzige Ausnahme ist die Angabe der Postleitzahl für das Vereinigte Königreich. Für das Vereinigte Königreich kann die Angabe entfallen. Sollte doch eine Angabe erfolgen, gelten die allgemeinen Plausibilitäten eines optionalen Feldes (Mindestangabe von 2 Zeichen).
Das aktuelle EU-Dokument zum Format und zur Struktur der Postleitzahlen ist auf der Internetseite des BZSt veröffentlicht. Soweit im EU-Dokument Angaben zu Ländern oder Gebieten fehlen und deshalb das Feld nicht gefüllt ist, führt dies nicht zu einer Satzabweisung. Handelt es sich um Gebiete, die über ihre "Mutterländer" (zum Beispiel Guadeloupe zu Frankreich, Madeira zu Portugal oder die Kanarischen Inseln zu Spanien) zu melden sind, wird von den gleichen Postleitzahl- Strukturen und -Formaten ausgegangen.
Das Feld "Staat" ist eine Pflichtangabe zur Anschrift und soll den Staat des tatsächlichen Aufenthalts enthalten. Bei wirtschaftlichen Eigentümern kann der Staat des tatsächlichen Aufenthaltes zu der Angabe des Wohnsitzstaates, der als steuerlicher Wohnsitz definiert ist, in besonderen Fällen abweichen.
Wohnsitz des WE / Sitz der AE
Für die nach § 3 ZIV zu ermittelnden Daten zur Anschrift und zum Wohnsitz des wirtschaftlichen Eigentümers sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt des Zuflusses der Zinszahlung maßgebend.
Die Anschrift wird anhand der im Pass oder im amtlichen Personalausweis angegebenen Anschrift oder erforderlichenfalls anhand eines anderen vom wirtschaftlichen Eigentümer vorgelegten beweiskräftigen Dokuments ermittelt. Als beweiskräftiges Dokument gilt auch eine schriftliche vom wirtschaftlichen Eigentümer unterzeichnete Erklärung über seine ständige Anschrift.
Grundsätzlich gilt der Wohnsitz als in dem Staat gelegen, in dem der wirtschaftliche Eigentümer seine ständige Anschrift hat. In den Fällen des § 3 Absatz 2 Satz 6 ZIV (Drittlandsanschrift ohne Beibringung eines behördlichen Nachweises über den steuerlichen Wohnsitz) gilt der Wohnsitz als in dem Mitgliedstaat gelegen, in dem der Pass oder ein anderer amtlicher Identitätsausweis ausgestellt wurde. Bei Personen, die der erweiterten unbeschränkten Steuerpflicht nach § 1 Absatz 2 EStG unterliegen, ist für Zwecke der Zinsinformationsverordnung von einem Wohnsitz im Inland auszugehen, so dass hier eine Verpflichtung zur Datenübermittlung nach § 8 ZIV entfällt. Das Gleiche gilt für Zinszahlungen an deutsche Beschäftigte internationaler Einrichtungen (zum Beispiel EU), wenn sie aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen wie unbeschränkt Steuerpflichtige behandelt werden (zum Beispiel EG-Privilegien-Protokoll BGBl II 1965, 1482 und 1967, 2156). Bei ausländischen Mitgliedern des diplomatischen oder konsularischen Personals wird zur Ermittlung des Wohnsitzes nicht auf den Staat der Akkreditierung oder des Aufenthalts, sondern auf den Entsendestaat abgestellt. Ist der Entsendestaat ein EU-Mitglied, ist trotz inländischer Anschrift eine Datenübermittlung nach § 8 ZIV an den Entsendestaat vorzunehmen.
Wurden nach diesen Maßgaben die Anschrift und der Wohnsitz des wirtschaftlichen Eigentümers bestimmt, hat die Zahlstelle keine Nachforschungspflicht hinsichtlich möglicher Änderungen. Teilt der wirtschaftliche Eigentümer einen Umzug mit, sind die Daten der neuen Anschrift wiederum anhand der im Pass oder im amtlichen Personalausweis angegebenen Anschrift oder eines anderen beweiskräftigen Dokuments festzustellen. Als Zeitpunkt des Wechsels der Anschrift und gegebenenfalls des Wohnsitzes gilt der Zeitpunkt, zu dem der wirtschaftliche Eigentümer die neue Anschrift anzeigt und durch eines der oben angeführten Dokumente belegt. Die Zahlstelle kann eine rückwirkende Änderung der Daten zur Anschrift akzeptieren, wenn der wirtschaftliche Eigentümer das Datum des Umzugs durch geeignete Nachweise (zum Beispiel Abmelde- und Anmeldebescheinigung) belegt. Nach Randzahl 61 des Einführungsschreibens ist für die Auskunftserteilung grundsätzlich auf die Daten zum Zeitpunkt des Zuflusses der Zinsen abzustellen. Erfolgt im Laufe des Jahres eine Veränderung im selben Staat, können die Daten zum 31. Dezember verwendet werden. Bei einem unterjährigen Umzug in einen anderen Staat ist jeweils eine Mitteilung an den jeweiligen Wohnsitzstaat zum Zeitpunkt des Zuflusses zu erstellen. Erfolgt beispielsweise bei monatlichen Zinszahlungen ein Wechsel des Wohnsitzes ab dem vierten Quartal des Jahres von Mitgliedstaat A nach Mitgliedstaat B, sind zu Mitgliedstaat A die Zinsen der ersten drei Quartale sowie zu Mitgliedstaat B die Zinsen des letzten Quartals zu melden.
Gibt der wirtschaftliche Eigentümer an, in einen anderen Mitgliedstaat oder einen Drittstaat umgezogen zu sein und liegen der Zahlstelle keinerlei beweiskräftige Dokumente vor, die dies belegen, sind die zuletzt ermittelten Daten zur Anschrift und zum Wohnsitz innerhalb des Anwendungsbereichs der ZIV anzugeben.
Ein wirtschaftlicher Eigentümer mit einem französischen Pass (ohne Eintrag der Anschrift) eröffnet ein Konto in Deutschland. Zum Nachweis seiner Anschrift in Frankreich legt er eine Stromrechnung vor.
Zu melden ist die französische Anschrift. Als Ländercode Anschrift und als Ländercode Wohnsitz ist jeweils FR (Frankreich) anzugeben.
Ein Jahr nach der Kontoeröffnung teilt der wirtschaftliche Eigentümer mit französischem Pass seine neue Anschrift in Italien mit.
Die neue Anschrift ist wiederum durch beweiskräftige Dokumente zu belegen. Ohne beweiskräftige Dokumente sind weiterhin die französische Anschrift und der französische Wohnsitz zu melden. Liegen beweiskräftige Dokumente vor, sind die italienische Anschrift und ein Wohnsitz in Italien zu melden.
Bei einem wirtschaftlichen Eigentümer mit britischem Pass wurde bei Kontoeröffnung eine Anschrift im Vereinigten Königreich ermittelt. Er gibt später an, nach Australien umgezogen zu sein.
Eine Meldung nach der Zinsinformationsverordnung entfällt nur, wenn der wirtschaftliche Eigentümer einen von der zuständigen australischen Behörde ausgestellten Nachweis über den steuerlichen Wohnsitz vorlegt.
Wird dieser Nachweis nicht erbracht, steht aber ein beweiskräftiges Dokument (z.B. Telefonbucheintrag) zur Verfügung, aus dem sich die australische Anschrift ergibt, ist die australische Anschrift anzugeben, als Ländercode Anschrift ebenfalls Australien, aber als Ländercode Wohnsitz GB (Vereinigtes Königreich).
Ohne ein beweiskräftiges Dokument sind weiterhin die bisherige Anschrift und der bisherige Wohnsitz im Vereinigten Königreich mitzuteilen.
Ein wirtschaftlicher Eigentümer legt bei Kontoeröffnung einen spanischen Diplomatenausweis vor und gibt eine deutsche Anschrift an.
In den Feldern zur Anschrift ist die deutsche Anschrift einzutragen. Als Ländercode Wohnsitz ist ES (Spanien) anzugeben.
Bei ausländischen Einrichtungen entspricht der Sitz der AE zugleich dem Staat und wird nicht gesondert erfasst.
Für eine ausländische Einrichtung ist die Angabe eines Kontos (in ihrer Gesamtheit) optional. Wenn für eine ausländische Einrichtung Angaben gemacht werden, gelten die gleichen Regeln wie für die Kontoangaben zu einem wirtschaftlichen Eigentümer.
Feld Kontoart:
Zulässige Angaben:
OBAN (sonstige, andere Bankkontonummer, aber kein IBAN)
OSIN (sonstige, andere Sicherheits- /Erkennungsnummer, aber nicht ISIN)
OTHER (andere, aber nicht IBAN und ISIN, zum Beispiel Darlehen vom...)
Bei diesem Feld sollte die Kontoart "IBAN" oder "ISIN" favorisiert werden.
Feld Kontonummer:
Die hier angegebene Kontonummer muss zu der im Feld "Kontoart" angegebenen Kontoart passen.
Angabe der Nummer der einzelnen Konto- oder Depotverbindung (nach Möglichkeit im international gültigen Format: International Bank Account Number "IBAN", International Securities Identification Number "ISIN"), Kundennummer. Zulässig ist auch, den jeweiligen Gesamtbetrag für verschiedene Konten und Depots zusammenzufassen; dann genügt die Angabe einer der Konten- bzw. Depotverbindungen.
Feld Zusatzinfo zum Konto:
Dieses Feld ist nur auszufüllen, wenn im Feld "Kontoart" "OBAN", "OSIN" oder "andere", aber nicht IBAN oder ISIN angegeben ist. Zum Beispiel kann das ein altes Girokonto, Anderkonto, Auslandsdepot, Konto zur Förderung/Beihilfe von... und so weiter sein. Es wird die Verwendung englischsprachiger Texte empfohlen, falls dies möglich ist.
Das Feld „Gemeinschaftskonto“ ist nur mit den folgenden Kurzbezeichnungen zu füllen:
unbekannt Es ist nicht bekannt, ob ein Gemeinschaftskonto vorliegt.
kein Gemeinschaftskonto Es liegt kein Gemeinschaftskonto vor.
Gleichverteilung Gleichmäßige Verteilung auf alle Miteigentümer.
tatsächliche Verteilung Jedem Miteigentümer wird der Betrag zugerechnet, den er auch erhalten hat.
volle Anrechnung Jedem Miteigentümer wird der volle Betrag angerechnet.
Verteilungsschlüssel unbekannt Es liegt ein Gemeinschaftskonto vor, aber der Verteilungsschlüssel ist nicht bekannt.
Bei einem Konto mit mehreren Kontoinhabern (Gemeinschaftskonto) ist nur dann von einer ausländischen Einrichtung auszugehen, wenn es sich um einen Personenzusammenschluss handelt, an dem weitere Personen als die Kontoinhaber beteiligt sind. Sofern hierfür keine Anhaltspunkte aus den Kontounterlagen ersichtlich sind, ist jeder Kontoinhaber gesondert als wirtschaftlicher Eigentümer zu betrachten.Eine gesonderte Betrachtung ist insbesondere bei gemeinsamen Konten von Ehegatten und nichtehelichen Lebensgemeinschaften vorzunehmen.
Bei Zinszahlungen an Konten mit mehreren Inhabern ist für jeden im EU-Ausland ansässigen Mitinhaber eine Meldung zu machen. Hinsichtlich der Höhe der Zinszahlung ist entweder
für jeden meldepflichtigen Kontoinhaber jeweils der volle Betrag der Zinszahlung, oder
aufgeteilt nach Köpfen, oder
nach einem individuellen Verteilungsschlüssel
zu melden. Für die Anwendung eines individuellen Verteilungsschlüssels genügt die formlose Mitteilung des Verfügungsberechtigten über das Konto. Dies gilt nicht, wenn der Anteil eines meldepflichtigen Kontoinhabers mit weniger als 1 % angegeben wird.
Zinsen/Erträge oder Erlöse aus Abtretung, Rückzahlung oder Einlösung
Hier sind Einnahmen aus Zinsen/Erträgen oder Erlösen aus Abtretungen, Rückzahlung oder Einlösungen anzugeben.
Fließen einem wirtschaftlichen Eigentümer/einer ausländischen Einrichtung Beträge aus Zinsen und Erlösen zu, so muss für jede Zahlungsart eine Meldung erfolgen.
Als Betrag ist der Zahlbetrag, abgerundet auf den vollen Betrag, keine Bagatellgrenze, anzugeben. Die Angabe eines "Null-Betrages" ist nur bei einem Storno erlaubt.
2 - Berichtigung
Storni oder Berichtigungen können bis zum 30.11. eines jeden Folgejahres des jeweiligen Meldezeitraums gemeldet werden (Beispiel: Erstmeldung der ZIV-Daten für 2005 am 31.05.2006; Berichtigungen/Storni dieser Meldung sind bis zum 30.11.2006 möglich). Bei einem Storno ist der Betrag auf 0 Euro zu setzen; bei Berichtigungen sind nicht die Mehr- oder Minderbeträge, sondern die tatsächlich zu meldenden Endbeträge einzutragen.