Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZB%2092/97
Timestamp: 2020-01-28 06:41:06
Document Index: 202112863

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 114', '§ 567', 'Art. 3', 'Art. 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 114', '§ 114', '§ 114', '§ 114', '§ 110', '§ 114', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 577', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', 'Art. 3', '§ 318', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.09.1997 - IX ZB 92/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,298
BGH, 09.09.1997 - IX ZB 92/97 (https://dejure.org/1997,298)
BGH, Entscheidung vom 09.09.1997 - IX ZB 92/97 (https://dejure.org/1997,298)
BGH, Entscheidung vom 09. September 1997 - IX ZB 92/97 (https://dejure.org/1997,298)
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Prozesskostenhilfe für Gesamtvollstreckungsverwalter bei Streit über höchstrichterlich ungeklärte Rechtsfrage
ZPO § 114, § 567; GG Art. 3 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3
Entscheidung von schwierigen Rechtsfragen im Prozeßkostenhilfeverfahren; Zulässigkeit einer Gegenvorstellung
NJW 1998, 82
ZIP 1997, 1756
ZIP 1997, 1757
MDR 1997, 1147
NJ 1998, 34
VersR 1998, 75
WM 1997, 2042
Rpfleger 1998, 75
Ein Verstoß hiergegen kommt nur in Betracht, wenn die angefochtene Entscheidung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist und daher auf sachfremden Erwägungen beruht (vgl. BVerfGE 87, 273, 278 ff; BVerfG, NJW 1996, 1336;… BGH, Beschl. v. 25. November 1999, IX ZB 95/99 aaO) oder wenn durch zu strenge Anforderungen an die Erfolgsaussicht eines Vorbringens (Prozeßkostenhilfe) eine sachwidrige Ungleichbehandlung erfolgt (vgl. BGH, Beschl. v. 9. September 1997, IX ZB 92/97, NJW 1998, 82).
Das Prozeßkostenhilfeverfahren hat aber nicht den Zweck, über zweifelhafte Rechtsfragen vorweg zu entscheiden (BVerfG, Beschl. v. 13. März 1990, 2 BvR 94/88 u. a., NJW 1991, 413, 414; BGH, Beschl. v. 9. September 1997, IX ZB 92/97, MDR 1997, 1147, 1148;… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, ZPO, 61. Aufl., § 114 Rdn. 100;… MünchKomm-ZPO/Wax, 2. Aufl., § 114 Rdn. 104;… Musielak/Fischer, ZPO, 3. Aufl., § 114 Rdn. 20;… Zöller/Philippi, ZPO, 23. Aufl., § 114 Rdn. 21).
Diesem Kostenerstattungsrisiko, dessen Vermeidung das Gesetz in anderem Zusammenhang als schutzwürdiges Interesse anerkennt (§§ 110 ff. ZPO), kommt ungeachtet dessen, daß die Gewährung von Prozeßkostenhilfe nach § 114 ZPO eine "hinreichende Aussicht auf Erfolg" voraussetzt, erhebliche praktische Bedeutung zu, weil die Bejahung der Erfolgsaussicht eine Prognose erfordert, die sich im Verlauf des Rechtsstreits naturgemäß als unzutreffend erweisen kann, und weil das vom Bundesverfassungsgericht aufgestellte Verbot der abschließenden Beurteilung schwieriger und bislang ungeklärter Rechtsfragen im Prozeßkostenhilfe-Verfahren (BVerfG NJW 1991, 413, 414; vgl. auch BGH, Beschluß vom 9. September 1997 - IX ZB 92/97, WM 1997, 2042) überdies dazu führt, daß Gerichte selbst dann Prozeßkostenhilfe gewähren müssen, wenn sie eine Aussicht auf Erfolg nicht für gegeben halten.
Im Prozeßkostenhilfeverfahren dürfen allerdings die unteren Instanzen eine hinreichende Erfolgsaussicht der beabsichtigten Rechtsverfolgung nicht verneinen, wenn die Entscheidung von der Beantwortung einer schwierigen, bislang in der höchstrichterlichen Rechtsprechung und im Schrifttum nicht geklärten Rechtsfrage abhängt (BGH, Beschl. v. 9. September 1997 - IX ZB 92/97, ZIP 1997, 1757).
Dem Anliegen, Grundrechtsverstöße nach Möglichkeit durch Abhilfe innerhalb der jeweiligen Gerichtsbarkeit zu korrigieren, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vielmehr dadurch Rechnung zu tragen, daß in solchen Fällen das Gericht, das die Entscheidung erlassen hat, als befugt angesehen wird, diese auf Gegenvorstellung selbst dann zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, wenn sie nach dem Prozeßrecht grundsätzlich innerhalb der Instanz unabänderlich ist (BGH, Beschl. v. 9. September 1997 aaO; v. 25. November 1999 - IX ZB 95/99, NJW 2000, 590, jew. m.w.N.).
Eine solche Möglichkeit besteht darin, daß das Beschwerdegericht seine Entscheidung ungeachtet der Vorschrift des § 577 Abs. 3 ZPO selbst überprüft (im Anschluß an BGHZ 130, 97; BGH ZIP 1997, 1757).
Diese Auffassung hat der Bundesgerichtshof in jüngerer Zeit in der Weise aufgegriffen, daß er eine Bindungswirkung von Beschlüssen, die unter Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG oder den Gleichheitssatz aus Art. 3 Abs. 1 GG i.V.m. dem Rechtsstaatsprinzip ergangen sind, auch bei entsprechender Geltung von § 318 ZPO verneint und so die Möglichkeit einer Selbstkorrektur durch den iudex a quo eröffnet (BGH ZIP 1997, 1757; BGHZ 130, 97, 99; BGH NJW 1995, 403; dazu näher G. Kreft, "Greifbare Gesetzwidrigkeit", Festgabe für Karin Graßhof, S. 185 ff.).
BGH, 28.02.2002 - IX ZB 129/00
Zulässigkeit der weiteren Beschwerde zum BGH gegen die Streitwertfestsetzung …
BGH, 20.11.2001 - IX ZB 111/01
BGH, 21.03.2002 - IX ZB 45/02
Zulässigkeit einer Beschwerde - Weitere außerordentliche Beschwerde - …
BGH, 25.01.1999 - AnwZ (B) 55/98
OLG Koblenz, 02.12.1997 - 5 W 750/97
Annahme der greifbaren Gesetzeswidrigkeit gerichtlicher Entscheidungen