Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20110/71
Timestamp: 2019-04-22 09:30:43
Document Index: 69580831

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'OGH', 'BGH', 'BGH', '§ 209', '§ 218', '§ 154', '§ 322', '§ 322', '§ 322', '§ 256', '§ 256', 'BGH', '§ 209', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 209', '§ 209', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 208']

BGH, 21.03.1972 - VI ZR 110/71 - dejure.org
BGH, 21.03.1972 - VI ZR 110/71
Abweisung der Klage - Klageabweisung - Negative Feststellungsklage - Rechtskräftiger Anspruch - Verjährung des rechtskräftigen Anspruchs - Verjährungsfrist - Unterbrechung der gerichtlichen Geltendmachung - Nicht bezifferter Anspruch - Antrag auf Klageabweisung
NJW 1972, 1043
MDR 1972, 592
VersR 1972, 643
VersR 1972, 644
WM 1972, 1284
Das gilt Je denfalls dann, wenn es Ziel und Inhalt der negativen Feststellungsklage war, einem bestimmten Anspruch entgegenzutreten (vgl. RG JW 1937, 158; SeuffA 96 Nr. 20; OGHZ 3, 298, 300 = NJW 1950, 502; BGHZ 7, 174, 183; BGH Urt. v. 21. März 1972 - VI ZR 110/71 - LM BGB § 209 Nr. 23 = NJW 1972, 1043, 1044;… Urt. v. 12, Dezember 1974 - II ZR 113/73 = § 218 Nr. 4 - NJW 1975, 1320, 1321 = JR 1976, 18 mit Anm. Schubert; OLG Dres den DR 1941, 393, 394 mit Anm. Schönke; Rosenberg/Schwab § 154 IV 2 c; Zöller/Vollkommer § 322 Anm. I 3 b; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann § 322 Anm. 4, Stichwort "Feststellungsurteil"; Stein/Jonas/Schumann/Leipold § 322 Anm. VI 6 a, IX.1, einschränkend § 256 Anm. V 1; vgl. auch Thomas/Putzo § 256 Anm. I 6).
An der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung zu dieser Frage wird festgehalten (vgl. RGZ 60, 387, 391; 71, 68, 73; 75, 302, 305; 90, 290, 292; 153, 375, 380; BGH Urteile vom 6. November 1962 - VI ZR 30/62 = LM BGB § 209 Nr. 12; NJW 1972, 157, 159; 1972, 1043).
BGH, 09.04.1986 - IVb ZR 14/85
Rechtskraft der Abweisung einer auf das Nichtbestehen eines Zugewinnausgleichs …
Grundsätzlich hat ein Urteil, das eine negative Feststellungsklage aus sachlichen Gründen abweist, dieselbe Rechtskraftwirkung wie ein Urteil, das das Gegenteil dessen, was mit der negativen Feststellungsklage begehrt wird, positiv feststellt (RGZ 74, 121, 122; 78, 389, 396; 126, 18, 19; BGH Urteile vom 21. März 1972 - VI ZR 110/71 = NJW 1972, 1043 f [BGH 21.03.1972 - VI ZR 110/71]; vom 12. Dezember 1974 - II ZR 113/73 = JR 1976, 18, 19 m. Anm. Schubert;… vom 17. Februar 1983 - III ZR 184/81 a.a.O. S. 2033).
Allerdings ergibt sich der Umfang der Rechtskraft - wie bei jedem klageabweisenden Urteil - stets erst aus den Gründen, so daß er sich im Einzelfall verschieden gestalten kann (vgl. RGZ 153, 375, 382; BGH Urteile vom 21. März 1972 - VI ZR 110/71 aaO;… vom 12. Dezember 1974 - II ZR 113/73 aaO;… vom 17. Dezember 1983 - III ZR 184/81 aaO).
Dementsprechend erweist die Rechtskraft eines Urteils, das eine negative Feststellungsklage als unbegründet abweist, sich in der positiven Feststellung vom Bestehen des streitigen Rechtsverhältnisses (BGH NJW 1972, 1043).
Andernfalls würden die vom BGH in der Entscheidung vom 21. März 1972 (BGH NJW 72, 1043) dargelegten Grundsätze ausgehebelt.
BGH, 12.12.1974 - II ZR 113/73
Ersatz des Schadens an einer Stromleitung und eine Gasleitung beim Setzen eines …
Allerdings ergibt sich der Umfang der Rechtskraft einer derartigen Entscheidung - wie bei jedem klagabweisenden Urteil - stets erst aus deren Gründen, so daß er sich im Einzelfalle verschieden gestalten kann (RGZ 90, 290, 292; BGH, Urt. v. 21.3. 72 -VI ZR 110/71, LM § 209 BGB Nr. 23).
Zwar mag es zutreffen, daß ein gegen eine negative Feststellungsklage gerichteter Abweisungsantrag - im Gegensatz zu einer positiven Feststellungsklage - nicht geeignet ist, die Verjährung nach § 209 BGB zu unterbrechen, weil er sich als ein lediglich der Abwehr dienendes Verhalten und nicht als tätiges, auf Zusprechung eigenen Rechts gerichtetes Vorgehen darstellt (BGH, Urt. v. 21.3. 72 - VI ZR 110/71, a.a.O.).
Dies entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der durch eine Klageerhebung in einem Vorprozess die Verjährung nur hinsichtlich der dort geltend gemachten Einzelansprüche, und nicht auch hinsichtlich des "Stammrechts" unterbrochen (heute gehemmt) werden (BGH Urteil vom 21.03.1972 - VI ZR 110/71 - NJW 1972, 1043).
Weder die negative Feststellungsklage noch die Verteidigung gegen diese unterbricht der Verjährung (vgl. BGH NJW 72, 1043; NJW 78, 1975; NJW 94, 3107).
Die damit entscheidende Frage, ob das im Schriftsatz der Beklagten vom 4. Oktober 1968 im Vorprozeß zutage getretene Verhalten ein Anerkenntnis dem Grunde nach für den gesamten aus dem Schadensereignis erwachsenen Anspruch darstellt, ist im wesentlichen eine Tatfrage (…BGH Urt. v. 15. Dezember 1958 - VII ZR 12/58 = LM BGB § 208 Nr. 1 = VersR 1959, 512;vom 21. März 1972 - VI ZR 110/71 = VersR 1972, 644).