Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%202002,%20241
Timestamp: 2019-02-21 17:06:44
Document Index: 209245932

Matched Legal Cases: ['§ 79', '§ 73', '§ 73', '§ 73', 'BGH', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 74', '§ 74', 'BGH']

OLG Köln, 21.12.2001 - Ss 507/01 (B) - dejure.org
OLG Köln, 21.12.2001 - Ss 507/01 (B)
Anforderungen an eine ausreichende Begründung einer Rechtsbeschwerde i.S.d. § 79 Abs. 3 S. 1 des Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG); Anforderungen an die Entbindung des Betroffenen gemäß § 73 Abs. 2 OWiG; Erfordernis der Antragsbescheidung vor Erlass eines Verwerfungsurteils bei fehlender Vertretungsvollmacht des Verteidigers bei der Antragstellung nach § 73 Abs. 2 OWiG
NStZ 2002, 268
NZV 2002, 241
Die fehlende Vertretungsvollmacht des Verteidigers lässt das Erfordernis der Antragsbescheidung vor Erlass des Verwerfungsurteils entfallen (OLG Köln, NStZ 2002, 268, 269;… KK-OWiG-Senge, 3. Aufl. § 73 Rdnr. 19, vgl. auch BGH NJW 1974, 868, 869 m.w.N.).
Für den Bereich das § 73 Abs. 2 OWiG kann nichts Anderes gelten (SenE v. 21.12.2001 - Ss 507/01 B - vgl. a. Göhler a.a.O. § 73 Rdnr. 4;… Senge a.a.O. § 73 Rdnr. 19).
Soll mit der Rechtsbeschwerde gegen ein Verwerfungsurteil nach § 74 Abs. 2 OWiG gerügt werden, dass der Betroffene zu Unrecht nicht vor der Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden worden ist, muss deshalb zur ordnungsgemäßen Begründung der Rüge auch vorgetragen werden, dass der Verteidiger, der den Entpflichtungsantrag gestellt hat, Vertretungsvollmacht hatte (SenE v. 21.12.2001 - Ss 507/01 B -).
Im Ansatz zutreffend geht die Rechtsbeschwerde davon aus, dass die Rechtsfehlerhaftigkeit eines Verwerfungsurteils nach § 74 Abs. 2 OWiG darauf beruhen kann, dass der Betroffene zu Unrecht nicht von seiner Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden und aus diesem Grunde fälschlich als säumig behandelt worden ist (vgl. OLG Köln in VRS 102, 112, 113).
Die erhobene Verfahrensrüge erweist sich danach als unzulässig (vgl. OLG Köln in VRS 102, 112, 115).
(aa) Der vorliegende Fall gibt schon deshalb keine Veranlassung, allgemeine Leitsätze für die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts aufzustellen oder Gesetzeslücken in diesem Bereich rechtsschöpferisch auszufüllen (vgl. BGH VRS 40, 134 [137]), weil das angefochtene Verwerfungsurteil als reine Prozessentscheidung keinen materiell-rechtlichen Inhalt hat (st. Senatsrechtsprechung, vgl. SenE v. 28.05.2001 - Ss 163/01 Z - SenE v. 21.12.2001 - Ss 507/01 B - = VRS 102, 112 [113] = DAR 2002, 178 = NZV 2002, 241; SenE v. 07.11.2003 - Ss 483/03 B - SenE v. 05.02.2004 - Ss 456/03 Z-;.
Vertretungsvollmacht des Betroffenen an den Antrag stellenden Verteidiger nachgewiesen worden ist (ständige Rechtsprechung des Senats seit 2001, vgl. nur SenE v. 21.12.2001 - Ss 507/01 B - NStZ 2002, 268 = VRS 102, 112 = StraFo.
Deshalb muss mit der Rechtsbeschwerdebegründung auch vorgetragen werden, dass der Verteidiger sowohl zur Stellung des Entpflichtungsantrags als auch zur Abgabe einer Sacheinlassung des Betroffenen Vertretungsvollmacht hatte (zur Vertretungsvollmacht zur Stellung des Entpflichtungsantrags s. OLG Köln a.a.O. und VRS 102, 112 ff).
OLG Jena, 10.10.2003 - 1 Ss 220/03
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