Source: https://www.buzer.de/s1.htm?g=2000+I+654&f=1
Timestamp: 2019-10-16 15:25:52
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Verordnung über die Berufsausbildung zum Drucker/zur Druckerin (DruckAusbV k.a.Abk.)
Geltung ab 01.08.2000; FNA: 806-21-1-275 Berufliche Bildung
§ 9 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Flachdruck
§ 10 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Hochdruck
§ 11 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Tiefdruck
§ 12 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Digitaldruck
§ 13 Nichtanwenden von Vorschriften
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Drucker/zur Druckerin
Der Ausbildungsberuf Drucker/Druckerin wird
gemäß § 25 Handwerksordnung für die Ausbildung für das Gewerbe Nr. 80, Drucker, der Anlage A der Handwerksordnung sowie
staatlich anerkannt. Es kann in folgenden Fachrichtungen ausgebildet werden:
gemeinsame Qualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 12,
fachrichtungsbezogene Qualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 sowie
weitere im Ausbildungsvertrag festzulegende Qualifikationseinheiten aus den fachrichtungsbezogenen Auswahllisten:
zwei Qualifikationseinheiten aus der fachrichtungsbezogenen Auswahlliste I gemäß § 4 Abs. 4 Nr. 1,
eine Qualifikationseinheit aus der fachrichtungsbezogenen Auswahlliste II gemäß § 4 Abs. 4 Nr. 2.
(3) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass der Auszubildende zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Die in Satz 1 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 bis 12 nachzuweisen.
(1) Gegenstand der gemeinsamen Ausbildung sind mindestens die mit folgenden Qualifikationseinheiten zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse:
Handhabung von Daten (Datenhandling) in der Druckvorstufe und in der Druckformherstellung,
Prozessvorbereitung I,
Messen und Prüfen, qualitätssichernde Maßnahmen,
Prozessvorbereitung II,
zwei Qualifikationseinheiten aus der gemeinsamen Auswahlliste gemäß Absatz 2.
(2) Die gemeinsame Auswahlliste nach Absatz 1 Nr. 13 umfasst folgende Qualifikationseinheiten:
Druckformherstellung I,
Tiefdruckformbearbeitung I,
Druckverfahrenstechnik:
Alternative A Bogendruck,
Alternative B Rollendruck,
Alternative C Digitale Druckausgabe,
Alternative D Tapetendruck I,
zweite Druckverfahrenstechnik I:
Alternative A Bogenoffsetdruck I,
Alternative B Rollenoffsetdruck I,
Alternative C Flexodruck I,
Alternative D Siebdruck I,
Alternative E Digitaldruck I,
Druckproduktverarbeitung.
(3) Gegenstand der Ausbildung in den Fachrichtungen sind mindestens die mit folgenden Qualifikationseinheiten zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse:
in der Fachrichtung Flachdruck:
prozessorientiertes Messen und Prüfen,
standardisierter Flachdruck,
zwei Qualifikationseinheiten aus der fachrichtungsbezogenen Auswahlliste I gemäß Absatz 4 Nr. 1,
eine Qualifikationseinheit aus der fachrichtungsbezogenen Auswahlliste II gemäß Absatz 4 Nr. 2;
in der Fachrichtung Hochdruck:
produktorientierte Prozesssteuerung,
in der Fachrichtung Tiefdruck:
leitstandunterstützte Maschinenvoreinstellung,
3.2 Inlineproduktion,
in der Fachrichtung Digitaldruck:
Handhabung von digitalen Daten (digitales Datenhandling),
eine Qualifikationseinheit aus der fachrichtungsbezogenen Auswahlliste II gemäß Absatz 4 Nr. 2.
(4) Die in den Fachrichtungen gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 4 Buchstabe a und b jeweils wählbaren Qualifikationseinheiten ergeben sich aus den folgenden fachrichtungsbezogenen Auswahllisten I und II:
fachrichtungsbezogene Auswahlliste I:
Nr. Qualifikations-
einheiten Flach-
Nr. 1.3 Hoch-
Nr. 2.3 Tief-
Nr. 3.3 Digital-
I.1 Druckform-
Offsetdruck analog ×
Offsetdruck digital ×
Siebdruck × × × ×
Hochdruck ×
I.2 Tiefdruckform-
bearbeitung II ×
I.3 Digitaldruck-
I.4 zweite Druck-
Bogenoffsetdruck II × × × ×
Rollenoffsetdruck II × × × ×
Flexodruck II × × × ×
Siebdruck II × × × ×
Digitaldruck II × × × ×
I.5 Druck-
weiterverarbeitung × × × ×
I.6 Leitstandtechnik × × ×
I.7 Inlineproduktion × × × ×
I.8 Maschinentechnik × × ×
I.9 Kundenberatung × ×
I.10 Qualitäts-
management × × × ×
fachrichtungsbezogene Auswahlliste II:
Nr. 1.4 Hoch-
Nr. 2.4 Tief-
Nr. 3.4 Digital-
II.1 Mehrfarben-
bogenoffsetdruck ×
II.2 Rotations-
offsetdruck ×
II.3 Zeitungsdruck × ×
II.4 Rotationstiefdruck ×
II.5 Tapetendruck II × ×
II.6 Verpackungsdruck × × ×
II.7 datenbankge-
stützte Produktion ×
II.8 digitale
Druckproduktion ×
II.9 rotativer
Etikettendruck × × ×
II.10 Formulardruck × ×
(5) Bei Qualifikationseinheiten mit aufsteigender Ordnungskennziffer muß bei Eintritt in die höherwertige Qualifikationseinheit der Ausbildungsinhalt der vorangegangenen Qualifikationseinheit vermittelt sein.
(3) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt höchstens sechs Stunden eine praktische Aufgabe bearbeiten. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
Herstellen eines Druckprodukts unter Einbeziehung der Prozessvorbereitung.
Druckprozesssteuerung,
Messen und Prüfen, Qualitätsmanagement.
(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse gemäß § 3 Abs. 2 sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens zwölf Stunden zwei praktische Aufgaben bearbeiten. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Herstellen eines mehrfarbigen Druckprodukts und
Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten von der Druckvorstufe bis zum Druckprodukt oder Herstellen eines Druckprodukts in der zweiten Druckverfahrenstechnik.
Bei den praktischen Aufgaben sind die im Ausbildungsvertrag festgelegten Wahlqualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 4 zu berücksichtigen.
(3) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den drei Prüfungsbereichen Druckvorstufe und Druckformherstellung, Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Es kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
im Prüfungsbereich Druckvorstufe und Druckformherstellung:
Druckformen, Flachdruckformherstellung,
Bebilderungstechniken,
Nutzung englischsprachiger Informationen,
im Prüfungsbereich Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung:
Druckfarben, Flachdruckfarben,
Druckverfahren, Flachdruckmaschinen, Zusatzaggregate im Flachdruck,
Leitstandtechnik,
Druckprozess, flachdruckspezifische Besonderheiten des Druckprozesses,
Inlineverarbeitung,
im Prüfungsbereich Druckvorstufe und Druckformherstellung 120 Minuten,
im Prüfungsbereich Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung 120 Minuten,
Prüfungsbereich Druckvorstufe und Druckformherstellung 30 Prozent,
Prüfungsbereich Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung 50 Prozent,
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen Teil der Prüfung und im schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im Prüfungsbereich Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.
Druckformen, Hochdruckformherstellung,
Druckfarben, Hochdruckfarben,
Druckverfahren, Hochdruckmaschinen, Zusatzaggregate im Hochdruck,
Druckprozess, hochdruckspezifische Besonderheiten,
Herstellen einer Druckzylinderkorrektur oder Herstellen eines Druckprodukts in der zweiten Druckverfahrenstechnik.
Druckformen, Tiefdruckformbearbeitung,
Druckfarben, Tiefdruckfarben,
Druckverfahren, Tiefdruckmaschinen, Zusatzaggregate im Tiefdruck,
Druckprozess, tiefdruckspezifische Besonderheiten,
Herstellen eines Datensatzes für den Digitaldruck oder Herstellen eines Druckprodukts in der zweiten Druckverfahrenstechnik.
Handhabung von Daten (Datenhandling), Druckjobs,
Druckformen,
Druckfarben, Toner, Tinten,
Druckverfahren, Digitaldruckmaschinen, Zusatzaggregate im Digitaldruck,
Druckprozess, digitaldruckspezifische Besonderheiten,
Inlineverarbeitung, Personalisierung,
Die bisher im Verwaltungsverfahren festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für den Ausbildungsberuf Tapetendrucker/Tapetendruckerin sind nicht mehr anzuwenden.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2000 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Drucker/zur Druckerin vom 11. August 1987 (BGBl. I S. 2086) außer Kraft.
(siehe BGBl. I 2000 S. 654ff)
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