Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=12.01.2005&Aktenzeichen=6%20S%201287/04
Timestamp: 2019-11-20 15:04:14
Document Index: 105325416

Matched Legal Cases: ['Art 43', 'Art 49', 'Art 12', '§ 1', '§ 3', '§ 284', '§ 2', '§ 284', 'BGH', '§ 1', '§ 284', '§ 284', '§ 2', '§ 3', '§ 63', '§ 53', '§ 52', '§ 47', '§ 3', '§ 3']

VGH Baden-Württemberg, 12.01.2005 - 6 S 1287/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1393
VGH Baden-Württemberg, 12.01.2005 - 6 S 1287/04 (https://dejure.org/2005,1393)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 12.01.2005 - 6 S 1287/04 (https://dejure.org/2005,1393)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 12. Januar 2005 - 6 S 1287/04 (https://dejure.org/2005,1393)
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Art 43 EG, Art 49 EG, Art 12 Abs 1 GG, § 1 PolG BW, § 3 PolG BW, § 284 Abs 1 StGB, § 2 LottG BW 2004
Dienstleistungsfreiheit, Ergebniswette, Glücksspiel, Monopol, staatliches, Niederlassungsfreiheit, Oddset-Wette, Sportwette
Begriff des Glücksspiels im Sinne des § 284 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB); Sportwetten mit festen Gewinnquoten (Oddset-Wetten) als Glücksspiele; Verstoß gegen Verfassungsrecht und europäisches Gemeinschaftsrecht durch das staatliche Monopol bezüglich der Veranstaltung von ...
Untersagung der Vermittlung von Oddset-Sportwetten rechtens
ESVGH 55, 161
VBlBW 2005, 305
DÖV 2005, 387
Bereits in der Beschwerdebegründung hatte sie - zutreffend - ausgeführt, dass der angegriffene Beschluss des Verwaltungsgerichts im Gegensatz zur Senatsrechtsprechung stehe (Senatsbeschlüsse vom 12.01.2005 - 6 S 1287/04 -, GewArch 2005, 148, VBlBW 2005, 305 und - 6 S 1288/04 -, GewArch 2005, 113 = VBlBW 2005, 181).
Bei den vermittelten Sportwetten handelt es sich ersichtlich nicht um Geschicklichkeitsspiele (…vgl. BGH, Urt. v. 28.11.2002, GewArch 2003, 352; Senat, Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1287/04 - m.w.N.).
Rechtsgrundlage der Untersagungsverfügung sind die §§ 1, 3, 6 PolG (vgl. hierzu VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1287/04 -, juris).
In der - wie vom Antragsteller getätigten - Vermittlung von (Oddset-) Sportwetten ohne eine entsprechende - inländische - behördliche Erlaubnis liegt ein Verstoß gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, da der Antragsteller insoweit den Straftatbestand des § 284 Abs. 1 StGB erfüllt (vgl. zur Frage, ob eine staatliche Konzession zur Veranstaltung von Sportwetten für Großbritannien eine Erlaubnis im Sinne des § 284 StGB darstellt: VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.01.2005, a.a.O.).
Es handelt sich bei den vermittelten Oddset-Sportwetten um Ergebniswetten im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 2 baden-württembergisches Staatslotteriegesetz - StLG - vom 14.12.2004 (GBl. 2004 S. 894), demnach um ein ausschließlich vom Land zu veranstaltendes Glücksspiel im Sinne des § 3 Abs. 1 des Staatsvertrages zum Lotteriewesen in Deutschland (GBl. 2004 S. 274; vgl. im Einzelnen VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.01.2005, a.a.O.).
Eine andere Beurteilung ist weder für das baden-württembergische Landesrecht noch unter Berücksichtigung des Vortrags des Antragstellers angezeigt (vgl. im Ergebnis ebenso: VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1287/04 -).
Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 63 Abs. 2 Satz 1, § 53 Abs. 3 Nr. 2, § 52 Abs. 1, § 47 Abs. 1 GKG i.V.m. Nrn. 1.5 u. 54.2.1 (entspr.) des Streitwertkatalogs i.d.F. vom 07./08.07.2006 (vgl. bereits Senat, Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1287/04 -).
Solange die Androhung und Festsetzung eines Zwangsgelds nicht wenigstens versucht worden sind, erscheint die Androhung unmittelbaren Zwangs deshalb als unverhältnismäßig (vgl. auch VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1287/04 -, DöV 2005, 387 ; BayVGH, zuletzt Beschl. v. 21.08.2006 - 24 CS 06.1651 u.a. - ).
Bei den von der Klägerin vermittelten Sportwetten handelt es sich um Glückspiele im Sinn des § 3 Abs. 1 LottStV, weil die Entscheidung über Gewinn und Verlust überwiegend vom Zufall abhängt (…vgl. ausdrücklich hierzu: VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 06.06.2007 - 6 S 2814/06 -, vom 29.03.2007 - 6 S 1972/06 -, a.a.O., und vom 12.01.2005 - 6 S 1287/04; OVG Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 02.05.2007 - 6 B 10118.07 -, a.a.O.).
VGH Baden-Württemberg, 28.07.2006 - 6 S 1988/05
Bei den von der Klägerin vermittelten Sportwetten handelt es sich um Glücksspiele im Sinne des § 3 Abs. 1 LottStV, weil die Entscheidung über Gewinn und Verlust überwiegend vom Zufall abhängt (…vgl. ausdrücklich hierzu VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 06.06.2007 - 6 S 2814/06 -, vom 29.03.2007 - 6 S 1972/06 -, a.a.O., und vom 12.01.2005 - 6 S 1287/04; OVG Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 02.05.2007 - 6 B 10118.07 -, a.a.O.).