Source: https://lawbrary.ch/en/browser/GBV/211_432_1__1/?plang=de
Timestamp: 2020-07-09 01:13:15
Document Index: 298115911

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 29', 'Art. 41', 'Art. 144', 'Art. 956', 'Art. 130', 'Art. 971', 'Art. 943', 'Art. 59', 'Art. 970', 'Art. 32', 'Art. 969', 'Art. 62', 'Art. 808', 'Art. 961', 'Art. 647', 'Art. 660', 'Art. 841', 'Art. 5', 'Art. 266', 'Art. 46', 'Art. 262', 'Art. 960', 'Art. 86', 'Art. 3', 'Art. 149', 'Art. 696', 'Art. 656', 'Art. 216', 'Art. 84', 'Art. 656', 'Art. 732', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 779', 'Art. 837', 'Art. 779', 'Art. 712', 'Art. 961', 'Art. 960', 'Art. 216', 'Art. 712', 'Art. 247', 'Art. 650', 'Art. 39', 'Art. 681', 'Art. 814', 'Art. 740', 'Art. 850', 'Art. 649', 'Art. 47', 'Art. 84', 'Art. 656', 'Art. 34', 'Art. 22', 'Art. 964', 'Art. 958', 'Art. 118', 'Art. 655', 'Art. 682', 'Art. 650', 'Art. 670', 'Art. 850', 'Art. 875', 'Art. 846', 'Art. 852', 'Art. 33', 'Art. 798', 'Art. 798', 'Art. 110', 'Art. 813', 'Art. 815', 'Art. 820', 'Art. 837', 'Art. 779', 'Art. 779', 'Art. 875', 'Art. 740', 'Art. 779', 'Art. 814', 'Art. 959', 'Art. 696', 'Art. 105', 'Art. 975', 'Art. 117', 'Art. 818', 'Art. 852', 'Art. 18', 'Art. 655', 'Art. 152', 'Art. 110', 'Art. 113', 'Art. 144', 'Art. 861', 'Art. 825', 'Art. 144', 'Art. 144']

Lawbrary | GBV - Grundbuchverordnung
Gegenstand und Begriffe (1 - 3)
Behörden, Amtssprache und Eröffnung von Entscheiden (4 - 7)
Führung, Inhalt und Rechtswirkungen des Grundbuchs (8 - 15)
Aufnahme, Identifikation, Darstellung und Beschreibung von Grundstücken (16 - 23)
Übertragung und Schliessung eines Hauptbuchblatts (24 - 25)
Öffentlichkeit des Grundbuchs (26 - 34)
Datensicherheit und Aufbewahrungspflicht (35 - 37)
Geschäftsverkehr mit dem Grundbuchamt
Begriff (38 - 38)
Elektronischer Geschäftsverkehr (39 - 45)
Eintragung, Änderung und Löschung
Allgemeine Bestimmungen (46 - 51)
Anmeldung von unmittelbaren gesetzlichen Pfandrechten (52 - 52)
Anmeldung von Anmerkungen (53 - 61)
Rechtsgrundausweise
Allgemeine Bestimmungen (62 - 63)
Eigentum (64 - 69)
Dienstbarkeiten, Grundlasten und ähnliche Rechte (70 - 71)
Pfandrechte (72 - 76)
Vormerkungen und Anmerkungen (77 - 80)
Eintragungsverfahren (81 - 88)
Eintragung in das Hauptbuch
Grundsätze und Verfahren (89 - 93)
Eigentum (94 - 97)
Dienstbarkeiten und Grundlasten (98 - 100)
Pfandrechte (101 - 122)
Vormerkungen, Anmerkungen und Bemerkungen (123 - 130)
Änderung und Löschung (131 - 139)
Berichtigungen (140 - 143)
Ausstellung, Änderung und Entkräftung von Pfandtiteln
Ausstellung des Pfandtitels (144 - 149)
Änderung und Entkräftung des Pfandtitels (150 - 152)
Teilung und Vereinigung von Grundstücken
Teilung von Grundstücken (153 - 157)
Vereinigung von Grundstücken (158 - 158)
Schlussbestimmungen (159 - 165)
die Or­ga­ni­sa­ti­on der Grund­buch­füh­rung;
den Auf­bau, den In­halt und die Rechts­wir­kun­gen des Grund­buchs;
den elek­tro­ni­schen Ge­schäfts­ver­kehr mit dem Grund­buchamt;
das Ver­fah­ren zur Ein­tra­gung, Än­de­rung und Lö­schung von ding­li­chen Rech­ten an Grund­stücken so­wie von Vor­mer­kun­gen und An­mer­kun­gen;
die Aus­kunft­s­er­tei­lung und die Ein­sicht­nah­me in das Grund­buch.
In die­ser Ver­ord­nung be­deu­ten:
Lie­gen­schaft: je­de Bo­den­flä­che mit ge­nü­gend be­stimm­ten Gren­zen;
Grund­buch: öf­fent­li­ches Re­gis­ter über die ding­li­chen Rech­te an Grund­stücken so­wie über die Vor­mer­kun­gen und An­mer­kun­gen, be­ste­hend aus dem Haupt­buch, dem Ta­ge­buch, dem Plan für das Grund­buch und den Be­le­gen;
Haupt­buch: Ge­samt­heit al­ler Da­ten über die rechts­wirk­sa­men und die ge­lösch­ten ding­li­chen Rech­te, Vor­mer­kun­gen und An­mer­kun­gen an den im Grund­buch auf­ge­nom­me­nen Grund­stücken;
Haupt­buch­blatt: Samm­lung al­ler Da­ten über die rechts­wirk­sa­men und die ge­lösch­ten ding­li­chen Rech­te, Vor­mer­kun­gen und An­mer­kun­gen ei­nes be­stimm­ten Grund­stücks des Haupt­buchs;
Ta­ge­buch: chro­no­lo­gi­sches Pro­to­koll über die Be­hand­lung der Ge­schäfts­fäl­le, na­ment­lich der An­mel­dun­gen zu Ein­tra­gun­gen, Än­de­run­gen und Lö­schun­gen im Grund­buch so­wie der Auf­nah­me ei­nes Grund­stücks in das Grund­buch, der Ent­las­sung aus dem Grund­buch, der Än­de­rung von Grund­stücks­gren­zen oder der Ein­tra­gung von Gläu­bi­gern und Gläu­bi­ge­rin­nen bei Pfand­rech­ten;
Plan für das Grund­buch: Aus­zug aus den Da­ten der amt­li­chen Ver­mes­sung nach Ar­ti­kel 7 der Ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 19921 über die amt­li­che Ver­mes­sung (VAV);
Be­le­ge: Sam­mel­be­griff für die Grund­buchan­mel­dung, den Rechts­grund­aus­weis so­wie Bei­la­gen da­zu, ins­be­son­de­re Voll­mach­ten, Zu­stim­mungs­er­klä­run­gen und Be­wil­li­gun­gen.
1So­weit die­se Ver­ord­nung nichts Ab­wei­chen­des vor­sieht, gel­ten die fol­gen­den Pa­pier­for­men und elek­tro­ni­schen For­men je­weils als gleich­wer­tig:
Schrift­form:
Pa­pier­do­ku­ment mit ei­gen­hän­di­ger Un­ter­schrift,
elek­tro­ni­sches Do­ku­ment mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Si­gna­tur nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2bis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (OR);
öf­fent­li­che Ur­kun­de:
nach kan­to­na­lem Recht be­ur­kun­de­tes Pa­pier­do­ku­ment,
nach der Ver­ord­nung vom 8. De­zem­ber 20173 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen (EÖBV) be­ur­kun­de­tes elek­tro­ni­sches Do­ku­ment;
Be­glau­bi­gung:
nach kan­to­na­lem Recht er­stell­te Be­glau­bi­gung auf Pa­pier,
nach der EÖBV er­stell­te elek­tro­ni­sche Be­glau­bi­gung;
An­mel­den:
Zu­stel­len ei­nes Pa­pier­do­ku­ments,
Über­mitt­lung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments über ei­ne Zu­stell­platt­form nach Ar­ti­kel 40.
2Die Ver­wen­dung elek­tro­ni­scher Do­ku­men­te setzt vor­aus, dass der Kan­ton für das ent­spre­chen­de Grund­buchamt den elek­tro­ni­schen Ge­schäfts­ver­kehr zu­ge­las­sen hat (Art. 39).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).
Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Grund­buchäm­ter und der Grund­buch­füh­rung ob­liegt den Kan­to­nen. Sie ge­währ­leis­ten ei­ne fach­lich qua­li­fi­zier­te Füh­rung des Grund­buchs.
1Die Kan­to­ne be­stim­men, in wel­cher Amtss­pra­che oder in wel­chen Amtss­pra­chen das Haupt­buch in ei­nem Grund­buch­kreis ge­führt wird.
2Die An­mel­dun­gen sind in ei­ner der Amtss­pra­chen des Grund­buch­krei­ses ein­zu­rei­chen, in dem die Ein­tra­gung er­fol­gen soll. Die Kan­to­ne kön­nen vor­se­hen, dass die An­mel­dun­gen auch in ei­ner an­de­ren Amtss­pra­che des Kan­tons ein­ge­reicht wer­den dür­fen.
3Mit­tei­lun­gen und Ver­fü­gun­gen des Grund­buchamts sind rechts­wirk­sam, wenn sie in ei­ner der Amtss­pra­chen sei­nes Grund­buch­krei­ses ver­fasst sind.
4Rechts­grund­aus­wei­se und Bei­la­gen wer­den nach Mög­lich­keit in ei­ner Amtss­pra­che des Grund­buch­krei­ses ein­ge­reicht. Wer­den sie in ei­ner an­dern Spra­che ein­ge­reicht, so kann das Grund­buchamt ei­ne Über­set­zung ver­lan­gen. Es kann ei­ne Über­set­ze­rin oder einen Über­set­zer be­zeich­nen.
1Das Eid­ge­nös­si­sche Amt für Grund­buch- und Bo­den­recht (EG­BA) im Bun­des­amt für Jus­tiz übt die Ober­auf­sicht über die Grund­buch­füh­rung in den Kan­to­nen und über die von ihm be­stimm­ten Trä­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung aus.
2Es er­stellt den Da­ten­ka­ta­log für das Grund­buch und be­rei­tet die Fest­le­gung von Da­ten­mo­del­len und ein­heit­li­chen Schnitt­stel­len für die Grund­buch­füh­rung vor.
3Es kann ins­be­son­de­re:
Wei­sun­gen über den Voll­zug die­ser Ver­ord­nung und der Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments (EJPD) und des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) er­las­sen;
In­spek­tio­nen der Grund­buchäm­ter durch­füh­ren;
Pro­jek­te und Kon­zep­te der Kan­to­ne für die Grund­buch­füh­rung ein­se­hen, Sys­te­me auf ih­re Taug­lich­keit und ih­re Über­ein­stim­mung mit dem Bun­des­recht prü­fen;
Wei­sun­gen über die Ver­net­zung mit den Geo­diens­ten nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 GeoIG er­las­sen;
Wei­sun­gen über die lang­fris­ti­ge Si­che­rung, die Aus­la­ge­rung und die Auf­be­wah­rung von Grund­buch­da­ten er­las­sen;
Mus­ter­vor­la­gen für Ver­ein­ba­run­gen über den er­wei­ter­ten Zu­gang (Art. 29) ab­ge­ben;
Mus­ter­vor­la­gen für die Grund­buch­füh­rung auf Pa­pier ab­ge­ben;
Mus­ter­vor­la­gen für die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung von Ein­ga­ben öf­fent­lich zu­gäng­lich ma­chen (Art. 41 Abs. 2);
Mus­ter­vor­la­gen für Pfand­ti­tel ab­ge­ben (Art. 144 Abs. 2);
Ver­fü­gun­gen und Be­schwer­de­ent­schei­de in Grund­buchs­a­chen bei den kan­to­na­len Be­schwer­de­in­stan­zen (Art. 956a ZGB) und beim Bun­des­ge­richt an­fech­ten.
Al­le kan­to­na­len In­stan­zen er­öff­nen dem EG­BA ih­re Be­schwer­de­ent­schei­de in Grund­buchs­a­chen so­fort und un­ent­gelt­lich.
1Haupt­buch und Ta­ge­buch wer­den für den­sel­ben Grund­buch­kreis ge­führt.
2Bei der Grund­buch­füh­rung mit­tels In­for­ma­tik (in­for­ma­ti­sier­tes Grund­buch) wer­den die Da­ten des Haupt­buchs und des Ta­ge­buchs im glei­chen Sys­tem be­ar­bei­tet und zu­ein­an­der in Be­zie­hung ge­setzt. Die Da­ten sind so­wohl über die Grund­stücks­be­zeich­nung als auch mit­tels wei­te­rer Such­kri­te­ri­en wie Per­so­nen­na­men und ge­ge­be­nen­falls Grund­stück­s­adres­sen oder Flur­be­zeich­nun­gen er­schliess­bar.
3Das Grund­buchamt hat Zu­griff auf die Da­ten der amt­li­chen Ver­mes­sung.
4Bei der Grund­buch­füh­rung auf Pa­pier (Pa­pier­grund­buch) wird das Haupt­buch vom Ta­ge­buch ge­trennt ge­führt, grund­stücks­be­zo­gen ent­we­der in ei­nem Buch oder auf Lo­se­blät­tern. Zum Auf­fin­den von Per­so­nen und Rech­ten wer­den das Ei­gen­tü­mer­re­gis­ter und das Gläu­bi­ger­re­gis­ter ge­führt.
5Die Kan­to­ne kön­nen wei­te­re Hilfs­re­gis­ter füh­ren.
1Die Da­ten des Haupt­buch­blatts, ein­sch­liess­lich der je­weils recht­s­er­heb­li­chen Be­mer­kun­gen (Art. 130), müs­sen sich nach den fol­gen­den Ab­tei­lun­gen ge­glie­dert dar­stel­len las­sen:
Ei­gen­tum;
Dienst­bar­kei­ten;
Grund­las­ten;
Grund­pfand­rech­te;
Vor­mer­kun­gen;
An­mer­kun­gen.
2Dienst­bar­kei­ten und Grund­las­ten kön­nen in der­sel­ben Ab­tei­lung auf­ge­führt wer­den; da­bei sind Grund­las­ten als sol­che zu be­zeich­nen.
1Die Da­ten des Ta­ge­buchs müs­sen sich für den gan­zen Grund­buch­kreis in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge dar­stel­len las­sen.
2Die Füh­rung des Ta­ge­buchs kann mit ei­ner Ge­schäfts­kon­trol­le ver­bun­den wer­den.
Das Ei­gen­tü­mer­re­gis­ter des Pa­pier­grund­buchs ent­hält die Na­men der Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge so­wie die Be­zeich­nun­gen der ih­nen ge­hö­ren­den Grund­stücke.
1In das Gläu­bi­ger­re­gis­ter des Pa­pier­grund­buchs ein­ge­tra­gen wer­den, je­weils auf An­trag der be­rech­ti­gen Per­son, die Na­men:
der Grund­pfand­gläu­bi­ger und -gläu­bi­ge­rin­nen ei­ner Grund­pfand­ver­schrei­bung oder ei­nes Pa­pier-Schuld­briefs;
der Fahr­nis­pfand­gläu­bi­ger und -gläu­bi­ge­rin­nen bei der Grund­pfand­ver­schrei­bung oder an ei­nem Pa­pier-Schuld­brief.
2Statt in das Gläu­bi­ger­re­gis­ter kön­nen die­se Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen auf dem Haupt­buch­blatt in die Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» ein­ge­tra­gen wer­den.
1Das Grund­buchamt kann Ver­zeich­nis­se über die Adres­sen der be­rech­tig­ten Per­so­nen und an­de­re Hilfs­re­gis­ter wie Stras­sen­ver­zeich­nis­se und Ge­bäu­de­re­gis­ter füh­ren.
2Es kann die Da­ten für die­se Re­gis­ter aus an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men be­zie­hen.
Al­le Da­ten des in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buchs, ein­sch­liess­lich der Ta­ge­buch­da­ten hän­gi­ger Be­ar­bei­tungs­ver­fah­ren, sind so­fort ab­ruf­bar. Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass die­se Da­ten wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten beim Grund­buchamt ein­ge­se­hen wer­den kön­nen.
Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass dem EG­BA we­sent­li­che Än­de­run­gen des für das in­for­ma­ti­sier­te Grund­buch ver­wen­de­ten Sys­tems, ins­be­son­de­re Än­de­run­gen an den Kon­zep­ten oder Wei­ter­ent­wick­lun­gen, vor ih­rer Ein­füh­rung mit­ge­teilt wer­den.
1Die Grund­stücke wer­den in das Grund­buch des Krei­ses auf­ge­nom­men, in dem sie lie­gen.
2Die Gren­zen der Grund­buch­krei­se fol­gen dem Ver­lauf der Lie­gen­schafts­gren­zen.
3Vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung er­folg­te Haupt- und Ne­ben­auf­nah­men von Grund­stücken, die in meh­re­ren Grund­buch­krei­sen lie­gen, blei­ben be­ste­hen.
Ein Grund­stück wird in das Grund­buch auf­ge­nom­men, in­dem:
es im Plan für das Grund­buch, so­weit dar­in dar­stell­bar, auf­ge­zeich­net wird;
da­für ein Haupt­buch­blatt er­öff­net wird; und
ei­ne Grund­stücks­be­schrei­bung er­stellt wird.
1Je­des in das Grund­buch auf­ge­nom­me­ne Grund­stück wird so be­zeich­net, dass es lan­des­weit ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar ist.
2Die Be­zeich­nung bein­hal­tet:
die Ge­mein­de und ei­ne Grund­stücks­num­mer; ist die Ge­mein­de grund­buch­mäs­sig in meh­re­re Ein­hei­ten auf­ge­teilt, so wer­den auch die­se an­ge­ge­ben;
für den Da­ten­aus­tausch zwi­schen In­for­ma­tik­sys­te­men ei­ne eid­ge­nös­si­sche Grund­stück­si­den­ti­fi­ka­ti­on (E-GRID).
3Die Be­zeich­nung des Grund­stücks im Plan für das Grund­buch stimmt mit der­je­ni­gen im Haupt­buch über­ein.
4Wird ein Haupt­buch­blatt ge­schlos­sen, so wird die Be­zeich­nung nicht für ein an­de­res Grund­stück ver­wen­det.
1Die E-GRID lässt kei­ne Rück­schlüs­se auf das Grund­stück zu, dem sie zu­ge­wie­sen ist.
2Das VBS stellt den Kan­to­nen die Me­tho­de für die Er­stel­lung und Ver­ga­be der E-GRID zur Ver­fü­gung.
3Die Kan­to­ne ord­nen die E-GRID den ein­zel­nen Grund­stücken zu.
4Das EJPD und das VBS re­geln ge­mein­sam die Ein­zel­hei­ten.
1Die Grund­stücks­be­schrei­bung ent­hält An­ga­ben wie:
La­ge (Stras­se, Ort, Flur­be­zeich­nung) des Grund­stücks;
Bo­den­flä­che und Bo­den­be­de­ckung von Lie­gen­schaf­ten;
ge­ge­be­nen­falls flä­chen­mäs­si­ge Aus­deh­nung des Rechts bei selbst­stän­di­gen und dau­ern­den Rech­ten;
Ge­bäu­de und de­ren Num­mern;
An­zahl Räu­me und La­ge von Stock­werk­ein­hei­ten;
Steu­er- und Ver­si­che­rungs­wert.
2Die An­ga­ben der Grund­stücks­be­schrei­bung ha­ben kei­ne Grund­buch­wir­kung (Art. 971-974 ZGB).
3Das Grund­buchamt kann die­se An­ga­ben aus an­de­ren Sys­te­men be­zie­hen.
4Beim In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung be­ste­hen­de An­mer­kun­gen und Be­mer­kun­gen in der Grund­stücks­be­schrei­bung be­hal­ten ih­re Gül­tig­keit.
Lie­gen­schaf­ten und flä­chen­mäs­sig aus­ge­schie­de­ne, im Grund­buch auf­zu­neh­men­de selbst­stän­di­ge und dau­ern­de Rech­te wer­den nach den Vor­schrif­ten über die amt­li­che Ver­mes­sung er­fasst, ver­wal­tet und dar­ge­stellt.
1Die fol­gen­den Rech­te wer­den auf schrift­li­ches Be­geh­ren der be­rech­tig­ten Per­son als Grund­stücke in das Grund­buch auf­ge­nom­men:
selbst­stän­di­ge und dau­ern­de Rech­te an Grund­stücken:
auf min­des­tens 30 Jah­re oder auf un­be­stimm­te Zeit be­grün­de­te und über­trag­ba­re Dienst­bar­kei­ten wie Bau­rech­te und Quel­len­rech­te (Art. 943 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB),
auf min­des­tens 30 Jah­re ver­lie­he­ne Was­ser­rech­te an öf­fent­li­chen Ge­wäs­sern (Art. 59 des Was­ser­rechts­ge­set­zes vom 22. Dez. 19161);
Berg­wer­ke.
2Die Auf­nah­me ge­schieht durch Er­öff­nung ei­nes Haupt­buch­blatts und durch ei­ne Grund­stücks­be­schrei­bung, un­ter An­ga­be der Be­zeich­nung des be­las­te­ten Grund­stücks und ge­ge­be­nen­falls der Dau­er des Rechts.
3Bei ei­nem Was­ser­recht wird auf dem Haupt­buch­blatt zu­dem ein Hin­weis auf die be­trof­fe­ne Ge­wäs­ser­stre­cke und ge­ge­be­nen­falls auf die Was­ser­rechts­ver­zeich­nis­se nach Ar­ti­kel 31 des Was­ser­rechts­ge­set­zes vom 22. De­zem­ber 1916 an­ge­bracht.
1Ein Mit­ei­gen­tumsan­teil wird als Grund­stück in das Grund­buch auf­ge­nom­men, wenn er:
mit ei­nem Grund­pfand­recht be­las­tet wird; oder
Stock­werk­ei­gen­tum ist.
2Er kann als Grund­stück in das Grund­buch auf­ge­nom­men wer­den, wenn dies der Klar­heit und Über­sicht­lich­keit dient.
3Mit­ei­gen­tumsan­tei­le wer­den auf­ge­nom­men, in­dem:
auf dem Haupt­buch­blatt des Stamm­grund­stücks in der Ab­tei­lung «Ei­gen­tum» an Stel­le des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin die Grund­stücks­be­zeich­nun­gen der Mit­ei­gen­tumsan­tei­le ein­ge­tra­gen wer­den; und
für je­den Mit­ei­gen­tumsan­teil ein Haupt­buch­blatt er­öff­net wird.
4Stock­werk­ei­gen­tum wird auf­ge­nom­men, in­dem:
auf dem Haupt­buch­blatt des Stamm­grund­stücks die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 97 ein­ge­tra­gen wer­den; und
für je­de Stock­werk­ein­heit ein Haupt­buch­blatt mit Be­schrei­bung der Ein­heit er­öff­net wird.
5Das Haupt­buch­blatt des auf­zu­neh­men­den An­teils ent­hält fol­gen­de An­ga­ben:
die Be­zeich­nung des Stamm­grund­stücks;
bei Mit­ei­gen­tum: den An­teil am Stamm­grund­stück;
bei Stock­werk­ei­gen­tum: die Be­zeich­nung des Ei­gen­tums­ver­hält­nis­ses als Stock­werk­ei­gen­tum und die Wert­quo­te.
Neh­men im Pa­pier­grund­buch die Ein­trä­ge in ei­ner Ab­tei­lung ei­nes Haupt­buch­blatts den gan­zen ver­füg­ba­ren Raum ein oder ist das Blatt un­über­sicht­lich ge­wor­den, so über­trägt das Grund­buchamt die nicht ge­lösch­ten Ein­trä­ge un­ter der bis­he­ri­gen Grund­stücks­be­zeich­nung auf ein neu­es Haupt­buch­blatt oder legt ein Er­gän­zungs­blatt an.
1Ein Haupt­buch­blatt wird ge­schlos­sen, in­dem nach Lö­schung al­ler Ein­trä­ge die Grund­stücks­be­zeich­nung un­ter An­ga­be des Da­tums und des Be­legs in den Be­stand der nicht mehr rechts­wirk­sa­men (his­to­ri­schen) Da­ten über­ge­führt wird.
2Im Pa­pier­grund­buch wird das Haupt­buch­blatt zu­dem dia­go­nal ge­stri­chen.
1Je­de Per­son kann vom Grund­buchamt, oh­ne ein In­ter­es­se glaub­haft zu ma­chen, Aus­kunft oder einen Aus­zug über die fol­gen­den rechts­wirk­sa­men Da­ten des Haupt­buchs ver­lan­gen:
die Be­zeich­nung des Grund­stücks und die Grund­stücks­be­schrei­bung, den Na­men und die Iden­ti­fi­ka­ti­on des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin, die Ei­gen­tums­form und das Er­werbs­da­tum (Art. 970 Abs. 2 ZGB);
die Dienst­bar­kei­ten und Grund­las­ten;
die An­mer­kun­gen mit Aus­nah­me von:
Grund­buch­sper­ren nach den Ar­ti­keln 55 Ab­satz 1 und 56,
Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kun­gen zur Si­che­rung des Vor­sor­ge­zwecks nach Ar­ti­kel 30e Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge (BVG),
Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen zur Si­che­rung der Zwecker­hal­tung nach den Vor­schrif­ten des Bun­des und der Kan­to­ne zur För­de­rung des Wohn­baus und des Wohn­ei­gen­tums,
auf kan­to­na­lem Recht be­ru­hen­den, mit Pfand­rech­ten ver­gleich­ba­ren Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen.
2Ei­ne Aus­kunft oder ein Aus­zug darf nur für ein be­stimm­tes Grund­stück ab­ge­ge­ben wer­den.
1Die Kan­to­ne kön­nen die nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 1 Buch­sta­be a oh­ne In­ter­es­sen­nach­weis ein­seh­ba­ren Da­ten des Haupt­buchs im In­ter­net öf­fent­lich zu­gäng­lich ma­chen.
2Sie stel­len si­cher, dass die Da­ten nur grund­stücks­be­zo­gen ab­ge­ru­fen wer­den kön­nen und dass die Aus­kunfts­sys­te­me vor Se­ri­en­ab­fra­gen ge­schützt sind.
3Das EG­BA oder ei­ne von ihm be­stimm­te Trä­ger­or­ga­ni­sa­ti­on aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung kann einen ge­samtschwei­ze­ri­schen Grund­stück­s­in­dex ein­rich­ten, der den Zu­gang zu den oh­ne In­ter­es­sen­nach­weis ein­seh­ba­ren Da­ten mit­tels öf­fent­li­cher Da­ten­net­ze er­mög­licht.
4Die Kan­to­ne stel­len die Da­ten über die Schnitt­stel­le nach Ar­ti­kel 949a Ab­satz 3 ZGB zur Ver­fü­gung.
1Auf­grund be­son­de­rer Ver­ein­ba­run­gen kann fol­gen­den Per­so­nen Zu­gang zu den Da­ten des Haupt­buchs, des Ta­ge­buchs und der Hilfs­re­gis­ter ge­währt wer­den, oh­ne dass sie im Ein­zel­fall ein In­ter­es­se glaub­haft ma­chen müs­sen:
Ur­kunds­per­so­nen, im Geo­me­ter­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen In­ge­nieur-Geo­me­te­rin­nen und -Geo­me­tern, Steu­er­be­hör­den so­wie an­de­ren Be­hör­den zu den Da­ten, die sie zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen;
Ban­ken, der Schwei­ze­ri­schen Post, Pen­si­ons­kas­sen, Ver­si­che­run­gen und vom Bund an­er­kann­ten In­sti­tu­tio­nen nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Bun­des­ge­set­zes vom 4. Ok­to­ber 19911 über das bäu­er­li­che Bo­den­recht (BGBB) zu den Da­ten, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben im Hy­po­the­kar­ge­schäft be­nö­ti­gen;
im An­walts­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechts­an­wäl­ten zu den Da­ten, die sie zur Aus­übung des Be­rufs be­nö­ti­gen;
be­stimm­ten Per­so­nen zu den Da­ten:
der Grund­stücke, die ih­nen ge­hö­ren, oder
der Grund­stücke, an de­nen ih­nen Rech­te zu­ste­hen, so­fern sie die Da­ten zur Aus­übung ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit oder der Wahr­neh­mung ih­rer Rech­te be­nö­ti­gen.
2Ur­kunds­per­so­nen kann auch Zu­gang zu den Be­le­gen ge­währt wer­den.
Die Kan­to­ne oder die Trä­ger­or­ga­ni­sa­ti­on schlies­sen mit den Be­nut­ze­rin­nen und Be­nut­zern nach dem Mus­ter des EG­BA Ver­ein­ba­run­gen ab. Die­se re­geln min­des­tens:
die Art und Wei­se des Zu­griffs;
die Zu­griffs­kon­trol­le;
den Ver­wen­dungs­zweck der be­zo­ge­nen Da­ten;
den Schutz vor un­be­fug­tem Zu­gang zu den Da­ten;
die Ein­schrän­kun­gen hin­sicht­lich der Wei­ter­ga­be von Da­ten an Drit­te;
die Fol­gen miss­bräuch­li­cher Be­ar­bei­tung der Da­ten.
1Der er­wei­ter­te Zu­gang nach Ar­ti­kel 28 wird den Be­rech­tig­ten durch einen elek­tro­ni­schen Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren ge­währt.
2Zu­grif­fe wer­den vom Aus­kunfts­sys­tem au­to­ma­tisch pro­to­kol­liert. Die Pro­to­kol­le wer­den wäh­rend zwei Jah­ren auf­be­wahrt.
3Wer­den die be­zo­ge­nen Da­ten miss­bräuch­lich be­ar­bei­tet, so ent­zieht der Kan­ton oder die Trä­ger­or­ga­ni­sa­ti­on die Zu­griffs­be­rech­ti­gung un­ver­züg­lich. Als Miss­brauch gilt ins­be­son­de­re die Ver­wen­dung der Da­ten zu Kun­den­wer­bung.
1Ein Aus­zug aus dem Haupt­buch gibt die dar­in über ein be­stimm­tes Grund­stück ent­hal­te­nen rechts­wirk­sa­men Da­ten wie­der.
2Er kann sich auch auf be­stimm­te Da­ten oder die Aus­sa­ge be­schrän­ken, dass ein be­stimm­ter Ein­trag im Haupt­buch nicht vor­han­den ist. Ein sol­cher Aus­zug wird als Tei­l­aus­zug ge­kenn­zeich­net.
3Der Aus­zug wird über­sicht­lich nach den Ab­tei­lun­gen des Haupt­buch­blatts dar­ge­stellt. Er kann sich auch auf be­stimm­te ge­lösch­te Da­ten be­zie­hen; die­se wer­den klar als sol­che be­zeich­net.
4Er ent­hält zu­dem:
die Be­zeich­nung des Grund­stücks;
den Zeit­punkt, in dem der Aus­zug er­stellt ist, und ge­ge­be­nen­falls die An­ga­be, auf wel­chen Zeit­punkt sich die dar­in ent­hal­te­nen Da­ten be­zie­hen;
bei Mit­ei­gen­tumsan­tei­len, für die ei­ge­ne Blät­ter an­ge­legt wor­den sind, so­wie bei Stock­werk­ein­hei­ten: die Da­ten des Haupt­buch­blatts des Stamm­grund­stücks;
bei den als Grund­stücken auf­ge­nom­me­nen selbst­stän­di­gen und dau­ern­den Rech­ten: die Da­ten, die über die ein­ge­tra­ge­nen Rech­te und vor­ge­hen­den Be­las­tun­gen auf dem Blatt des be­las­te­ten Grund­stücks vor­han­den sind;
den Hin­weis auf An­mel­dun­gen, die im Ta­ge­buch, aber noch nicht im Haupt­buch ein­ge­tra­gen sind;
einen ent­spre­chen­den Hin­weis, wenn es sich um ei­ne Grund­buchein­rich­tung nach kan­to­na­lem Recht han­delt.
5Aus­zü­ge wer­den auch aus dem Ta­ge­buch, den Hilfs­re­gis­tern und den Be­le­gen er­stellt.
Art. 32 Erstellung von amtlichen Auszügen
1Pa­pier­aus­zü­ge aus dem in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buch wer­den als Aus­dru­cke aus dem Sys­tem er­stellt und durch die zu­stän­di­ge Per­son des Grund­buchamts mit Da­tum und Un­ter­schrift be­glau­bigt.
2Pa­pier­aus­zü­ge aus dem Pa­pier­grund­buch wer­den als Ko­pi­en oder Ab­schrif­ten er­stellt und durch die zu­stän­di­ge Per­son des Grund­buchamts mit Da­tum und Un­ter­schrift be­glau­bigt. Er­for­dern die Um­stän­de nichts an­de­res, so kön­nen Aus­zü­ge, die durch Ko­pie ei­nes Haupt­buch­blatts er­stellt wer­den, auch ge­lösch­te Da­ten wie­der­ge­ben.
3Die Er­stel­lung von elek­tro­ni­schen amt­li­chen Aus­zü­gen aus dem in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buch rich­tet sich nach der Ver­ord­nung vom 8. De­zem­ber 20172 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen (EÖBV).
4Die Kan­to­ne kön­nen elek­tro­ni­sche amt­li­che Aus­zü­ge aus dem Pa­pier­grund­buch an­bie­ten. Die Er­stel­lung rich­tet sich nach der EÖBV.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).
Das Grund­buchamt kann zu In­for­ma­ti­ons­zwe­cken auch nicht­be­glau­big­te Aus­dru­cke aus dem in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buch so­wie nicht­be­glau­big­te Ko­pi­en aus dem Pa­pier­grund­buch und den Hilfs­re­gis­tern ab­ge­ben.
Die Kan­to­ne kön­nen die Da­ten, die sie nach Ar­ti­kel 970a Ab­satz 1 ZGB zur Ver­öf­fent­li­chung vor­se­hen, in elek­tro­ni­scher Form öf­fent­lich zu­gäng­lich ma­chen.
1Die Da­ten des in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buchs, ein­sch­liess­lich der elek­tro­ni­schen Be­le­ge, wer­den so ge­spei­chert und ge­si­chert, dass sie in Be­stand und Qua­li­tät er­hal­ten blei­ben. Die Si­che­rung er­folgt nach an­er­kann­ten Nor­men und ent­spre­chend dem je­wei­li­gen Stand der Tech­nik nach kan­to­na­lem Kon­zept.
2Die im in­for­ma­ti­sier­ten Haupt­buch ge­spei­cher­ten Da­ten wer­den pe­ri­odisch durch den Bund in di­gi­ta­ler Form lang­fris­tig ge­si­chert.
3Die Kan­to­ne stel­len die Da­ten für die lang­fris­ti­ge Si­che­rung über die Schnitt­stel­le nach Ar­ti­kel 949a Ab­satz 3 ZGB zur Ver­fü­gung.
1Das Haupt­buch und die Hilfs­re­gis­ter des Pa­pier­grund­buchs, ein­sch­liess­lich der aus­ge­schie­de­nen Haupt­buch­blät­ter, wer­den ge­ord­net, un­be­fris­tet und si­cher auf­be­wahrt.
2We­der das Haupt­buch noch ein­zel­ne Haupt­buch­blät­ter wer­den her­aus­ge­ge­ben.
1Be­le­ge auf Pa­pier wer­den fort­lau­fend oder ent­spre­chend der Ord­nungs­num­mer des Ta­ge­buchs num­me­riert.
2Für die Ein­tra­gung in das Haupt­buch mass­ge­ben­de Be­le­ge wer­den ge­ord­net, un­be­fris­tet und si­cher auf­be­wahrt.
3Be­le­ge wer­den nur an Ge­rich­te und nur ge­gen ei­ne Emp­fangs­be­schei­ni­gung her­aus­ge­ge­ben. Ei­ne vom Grund­buchamt be­glau­big­te Ab­schrift oder Ko­pie bleibt bei den Grund­buch­ak­ten. Nach Ab­schluss des ge­richt­li­chen Ver­fah­rens wer­den die Be­le­ge dem Grund­buchamt zu­rück­ge­ge­ben.
4Be­le­ge kön­nen aus­ser­halb des Grund­buchamts an ei­nem si­che­ren Ort auf­be­wahrt wer­den, wenn sie wei­ter­hin in­nert kur­z­er Frist ver­füg­bar sind oder hin­sicht­lich ei­nes Ge­schäfts voll­stän­dig elek­tro­nisch ein­ge­le­sen und der­art ge­spei­chert und ge­si­chert sind, dass die Da­ten nicht mehr ver­än­dert wer­den kön­nen. Die ein­ge­le­se­nen Da­ten ha­ben nicht die Rechts­wir­kun­gen des in­for­ma­ti­sier­ten Grund­buchs.
5Die Kan­to­ne re­geln die Ar­chi­vie­rung der üb­ri­gen Grund­buch­ak­ten.
Der Ge­schäfts­ver­kehr mit dem Grund­buchamt um­fasst:
Ein­ga­ben an das Grund­buchamt, ins­be­son­de­re:
die An­mel­dung,
das Ge­such um Aus­stel­lung ei­ner Be­schei­ni­gung,
das Ge­such um Aus­stel­lung ei­nes Grund­buch­aus­zugs;
Zu­stel­lun­gen des Grund­buchamts an die be­tei­lig­ten Par­tei­en, ins­be­son­de­re:
die Be­schei­ni­gung des Ein­trags im Ta­ge­buch,
die Be­schei­ni­gung des Ein­trags im Haupt­buch,
das An­set­zen der Frist zur Ein­lei­tung ei­nes Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens,
das An­set­zen ei­ner Nach­frist zur Er­gän­zung der An­mel­dung,
die Ab­wei­sungs­ver­fü­gung,
den Grund­buch­aus­zug,
die An­zei­ge von grund­buch­li­chen Ver­fü­gun­gen, die oh­ne Wis­sen der Be­tei­lig­ten er­folg­ten (Art. 969 ZGB).
1Die Kan­to­ne kön­nen für ih­re Grund­buchäm­ter den elek­tro­ni­schen Ge­schäfts­ver­kehr zu­las­sen.
2So­weit das Grund­buch­recht nichts Ab­wei­chen­des be­stimmt, rich­tet sich der elek­tro­ni­sche Ge­schäfts­ver­kehr sinn­ge­mä­ss nach der Ver­ord­nung vom 18. Ju­ni 20101 über die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung im Rah­men von Zi­vil- und Straf­pro­zes­sen so­wie von Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­ver­fah­ren.
1 SR272.1
1Elek­tro­ni­sche Ein­ga­ben an die Grund­buchäm­ter kön­nen über die Zu­stell­platt­for­men nach den Ar­ti­keln 2 und 4 der Ver­ord­nung vom 18. Ju­ni 20101 über die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung im Rah­men von Zi­vil- und Straf­pro­zes­sen so­wie von Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­ver­fah­ren oder über In­ter­netsei­ten des Bun­des oder der Kan­to­ne er­fol­gen, so­fern die­se:
die Ver­trau­lich­keit (Ver­schlüs­se­lung) ge­währ­leis­ten; und
ei­ne mit ei­nem ge­re­gel­ten elek­tro­ni­schen Sie­gel und ei­nem elek­tro­ni­schen Zeit­stem­pel nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­ben d und i des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 20163 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur (Zer­tES) ver­se­he­ne Quit­tung über die Ein­ga­be aus­stel­len.
2Das EJPD kann die Ab­wick­lung und Au­to­ma­ti­sie­rung des elek­tro­ni­schen Ge­schäfts­ver­kehrs re­geln, na­ment­lich in Be­zug auf For­mu­la­re, Da­ten­for­ma­te, Da­ten­struk­tu­ren, Ge­schäftspro­zes­se und al­ter­na­ti­ve Über­mitt­lungs­ver­fah­ren.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
1Das EJPD legt die für den elek­tro­ni­schen Ge­schäfts­ver­kehr zu­läs­si­gen Da­ten­for­ma­te fest.
2Das EG­BA macht Mus­ter­vor­la­gen öf­fent­lich zu­gäng­lich, die für die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung von Ein­ga­ben ver­wen­det wer­den kön­nen.
Die Kan­to­ne be­stim­men, ob bei elek­tro­ni­schen Ein­ga­ben al­le für den Voll­zug des Ge­schäfts nö­ti­gen Be­le­ge zu­han­den des Grund­buchamts elek­tro­nisch zu über­mit­teln sind oder ob die ge­misch­te Ein­rei­chung von elek­tro­ni­schen Be­le­gen und sol­chen in Pa­pier­form zu­läs­sig ist.
Ein­ga­ben gel­ten in dem Zeit­punkt als beim Grund­buchamt ein­ge­gan­gen, den die Quit­tung der Zu­stell­platt­form als Zeit­punkt des Ein­gangs an­gibt.
1Zu­stel­lun­gen des Grund­buchamts müs­sen mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Si­gna­tur mit qua­li­fi­zier­tem elek­tro­ni­schem Zeit­stem­pel nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­ben e und j Zer­tES1 un­ter­zeich­net sein.2
1bisHan­delt es sich beim zu­zu­stel­len­den Do­ku­ment um ei­ne elek­tro­ni­sche öf­fent­li­che Ur­kun­de oder ei­ne elek­tro­ni­sche Be­glau­bi­gung ge­mä­ss EÖBV3, so fin­den die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen An­wen­dung.4
2Die Zer­ti­fi­ka­te müs­sen fol­gen­de At­tri­bu­te ent­hal­ten:5
den Na­men und Vor­na­men so­wie die of­fi­zi­el­le Funk­ti­ons­be­zeich­nung der Zer­ti­fi­ka­t­in­ha­be­rin oder des Zer­ti­fi­ka­t­in­ha­bers;
die Be­zeich­nung der Or­ga­ni­sa­ti­on und den Kan­tons­na­men.
3Ei­ne an­er­kann­te An­bie­te­rin von Zer­ti­fi­zie­rungs­diens­ten darf ein qua­li­fi­zier­tes Zer­ti­fi­kat nur aus­stel­len, wenn der Kan­ton die of­fi­zi­el­le Funk­ti­ons­be­zeich­nung der Zer­ti­fi­ka­t­in­ha­be­rin oder des Zer­ti­fi­ka­t­in­ha­bers und die Be­zeich­nung der Or­ga­ni­sa­ti­on be­stä­tigt.
4Zu­stel­lun­gen des Grund­buchamts er­fol­gen in ein elek­tro­ni­sches Post­fach der be­tei­lig­ten Par­tei, das auf ei­ner Zu­stell­platt­form nach per­sön­li­cher Iden­ti­fi­ka­ti­on der In­ha­be­rin oder des In­ha­bers des Post­fachs ein­ge­rich­tet wur­de.
5Zu­stel­lun­gen auf elek­tro­ni­schem Weg kön­nen er­fol­gen, wenn die be­tei­lig­te Par­tei auf ei­ner Zu­stell­platt­form ein­ge­tra­gen ist und dem Grund­buchamt ihr Ein­ver­ständ­nis mit der elek­tro­ni­schen Zu­stel­lung mit­ge­teilt hat.
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 der V vom 8. Dez. 2017 über die Er­stel­lung elek­tro­ni­scher öf­fent­li­cher Ur­kun­den und elek­tro­ni­scher Be­glau­bi­gun­gen, in Kraft seit 1. Fe­br. 2018 (AS 2018 89).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
Zu­stel­lun­gen des Grund­buchamts gel­ten in dem Zeit­punkt als er­folgt, den die Quit­tung der Zu­stell­platt­form als Zeit­punkt des Her­un­ter­la­dens durch die be­tei­lig­te Par­tei an­gibt, spä­tes­tens je­doch am sieb­ten Tag nach dem Ein­gang der Zu­stel­lung im elek­tro­ni­schen Post­fach.
1Das Grund­buchamt nimmt Ein­tra­gun­gen in das Grund­buch nur auf An­mel­dung hin vor.
2Vor­be­hal­ten blei­ben die im ZGB und in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men, in de­nen das Ver­fah­ren von Am­tes we­gen ein­ge­lei­tet wird.
1Die An­mel­dung er­folgt un­be­dingt und vor­be­halt­los. Sie kann nicht oh­ne Zu­stim­mung der be­güns­tig­ten Per­so­nen zu­rück­ge­zo­gen wer­den.
2In der An­mel­dung ist je­de vor­zu­neh­men­de Ein­tra­gung ein­zeln auf­zu­füh­ren.
3Wer­den meh­re­re An­mel­dun­gen gleich­zei­tig ein­ge­reicht, die mit­ein­an­der im Zu­sam­men­hang ste­hen, so ist an­zu­ge­ben, in wel­cher Rei­hen­fol­ge sie be­han­delt wer­den sol­len.
4In der An­mel­dung kann ver­langt wer­den, dass die Ein­tra­gung nicht oh­ne ei­ne be­stimm­te an­de­re Ein­tra­gung vor­zu­neh­men ist.
1Die An­mel­dung be­darf der schrift­li­chen Form.
2Be­hör­den und Ge­rich­te kön­nen in drin­gen­den Fäl­len die fol­gen­den Ein­tra­gun­gen form­los an­mel­den:
die Vor­mer­kung ei­ner Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 960 Ab­satz 1 Zif­fern 1 und 2 ZGB;
die Vor­mer­kung ei­ner vor­läu­fi­gen Ein­tra­gung nach Ar­ti­kel 961 Ab­satz 1 Zif­fer 1 ZGB;
die An­mer­kung der ehe­recht­li­chen Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 55 Ab­satz 1;
die An­mer­kun­gen des Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­rechts nach Ar­ti­kel 55 Ab­satz 3;
die An­mer­kung ei­ner Grund­buch­sper­re nach Ar­ti­kel 56.
3Die form­lo­se An­mel­dung wird mit dem Da­tum und der Uhr­zeit der Über­mitt­lung in das Ta­ge­buch ein­ge­tra­gen.
4Bei ei­ner form­lo­sen An­mel­dung ist die schrift­li­che An­mel­dung un­ver­züg­lich nach­zu­rei­chen. Trifft sie nicht in­nert der üb­li­chen Zu­stell­frist für Brief­post ein, so weist das Grund­buchamt die An­mel­dung ab.
1Er­folgt die An­mel­dung für ei­ne Ge­sell­schaft, ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son, ei­ne öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft oder durch ei­ne zur Ver­tre­tung der ver­fü­gungs­be­rech­tig­ten Per­son be­rech­tig­te Per­son, so wird ein Nach­weis der Ver­tre­tungs­macht oder ein Aus­weis über das Ver­tre­tungs­ver­hält­nis der han­deln­den Per­so­nen ein­ge­reicht.
2Für die Fäl­le, in de­nen der Rechts­grund­aus­weis (Art. 62-80) in öf­fent­li­cher Be­ur­kun­dung aus­zu­fer­ti­gen ist, kann das kan­to­na­le Recht vor­se­hen, dass die Ur­kunds­per­son die An­mel­dung vor­neh­men kann.
1Wer sich mit ei­ner Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen Be­hör­de als Wil­lens­voll­stre­cker oder Wil­lens­voll­strecke­rin aus­weist, ist oh­ne die Mit­wir­kung der Er­bin­nen und Er­ben be­fugt, die fol­gen­den Vor­gän­ge an­zu­mel­den:
die Ver­äus­se­rung oder Be­las­tung ei­nes Grund­stücks oder ei­nes ding­li­chen Rechts, das zum Nach­lass ge­hört;
die Ein­tra­gun­gen zur Aus­rich­tung ei­nes Ver­mächt­nis­ses, das ein zum Nach­lass ge­hö­ren­des Grund­stück oder ding­li­ches Recht bein­hal­tet;
die Ein­tra­gun­gen, die sich aus ei­nem Erb­tei­lungs­ver­trag er­ge­ben, so­fern die­ser den An­for­de­run­gen von Ar­ti­kel 64 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ent­spricht.
2Wur­den meh­re­re Per­so­nen mit der Wil­lens­voll­stre­ckung be­auf­tragt, so kann ei­ne die­ser Per­so­nen nur selbst­stän­dig han­deln, wenn sie das Recht da­zu nach­weist.
1Die An­mel­dungs­be­le­ge müs­sen fol­gen­de An­ga­ben über die ver­fü­gen­de Per­son und die er­wer­ben­de Per­son ent­hal­ten:
für na­tür­li­che Per­so­nen: den Na­men, die Vor­na­men, das Ge­burts­da­tum, das Ge­schlecht, den Wohn­ort, den Hei­mat­ort oder die Staats­an­ge­hö­rig­keit; den An­mel­dungs­be­le­gen ist ei­ne Ko­pie des Pas­ses oder der Iden­ti­täts­kar­te bei­zu­le­gen; nach Er­fas­sung der Per­so­na­li­en wird die Ko­pie ver­nich­tet;
für ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten: die Fir­ma oder den Na­men, den Sitz, die Rechts­form, wenn die­se nicht aus der Fir­ma oder dem Na­men her­vor­geht, so­wie die Un­ter­neh­mens-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (UID);
für an­de­re Ge­sell­schaf­ten und Ge­mein­schaf­ten, in de­nen die be­tei­lig­ten Per­so­nen durch Ge­set­zes­vor­schrift oder Ver­trag ver­bun­den und Ge­sam­tei­gen­tü­mer sind: die An­ga­ben über die dar­an be­tei­lig­ten Per­so­nen nach Buch­sta­be a oder b.
2Sie müs­sen zu­dem die An­ga­ben zur Be­ur­tei­lung ent­hal­ten, ob für die Ver­fü­gung über ein Grund­stück die Be­wil­li­gung ei­ner Be­hör­de oder die Zu­stim­mung Drit­ter (z.B. des Ehe­gat­ten) nö­tig ist.
3Beim Er­werb von ge­mein­schaft­li­chem Ei­gen­tum sind die An­ga­ben zu ma­chen, die für die Dar­stel­lung des Ge­mein­schafts­ver­hält­nis­ses nach Ar­ti­kel 96 er­for­der­lich sind.
1Un­mit­tel­ba­re ge­setz­li­che Pfand­rech­te nach ZGB (Art. 808 Abs. 4, 810 Abs. 3, 819 Abs. 2 ZGB) wer­den auf An­mel­dung des Grund­pfand­gläu­bi­gers oder der Grund­pfand­gläu­bi­ge­rin ein­ge­tra­gen, wenn:
der Ei­gen­tü­mer oder die Ei­gen­tü­me­rin die Pfand­sum­me an­er­kennt; oder
die Pfand­sum­me ge­richt­lich fest­ge­stellt ist.
2Die Ein­tra­gungs­frist wird durch die Vor­mer­kung ei­ner vor­läu­fi­gen Ein­tra­gung zur Si­che­rung be­haup­te­ter ding­li­cher Rech­te ge­wahrt (Art. 961 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB).
1Zur An­mel­dung der An­mer­kung ei­ner Ei­gen­tums­be­schrän­kung be­fugt ist:
der Ei­gen­tü­mer oder die Ei­gen­tü­me­rin;
je­de Per­son, die ein von der An­mer­kung be­trof­fe­nes ding­li­ches Recht hat.
2Öf­fent­lich-recht­li­che Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen und an­de­re öf­fent­lich-recht­li­che Pflich­ten, die mit ei­nem Grund­stück oder ei­nem Recht an ei­nem Grund­stück ver­bun­den sind, wer­den an­ge­merkt auf An­mel­dung:
der nach kan­to­na­lem Recht für die Ent­ste­hung zu­stän­di­gen Be­hör­de;
des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin;
der Per­son, die das be­trof­fe­ne ding­li­che Recht hat.
1Beim Mit­ei­gen­tum kann je­der Mit­ei­gen­tü­mer und je­de Mit­ei­gen­tü­me­rin die An­mer­kung ei­ner Nut­zungs- und Ver­wal­tungs­ord­nung, ei­nes Re­gle­ments oder von Ver­wal­tungs­be­schlüs­sen an­mel­den (Art. 647 Abs. 1 ZGB); beim Stock­werk­ei­gen­tum ist zu­dem auch der Ver­wal­ter oder die Ver­wal­te­rin da­zu be­fugt.
2Die vom kan­to­na­len Recht be­zeich­ne­te Be­hör­de kann die An­mer­kung der Zu­ge­hö­rig­keit ei­nes Grund­stücks zu ei­nem Ge­biet mit dau­ern­den Bo­den­ver­schie­bun­gen an­mel­den (Art. 660a Abs. 3 ZGB).
3Hand­wer­ker, Hand­wer­ke­rin­nen, Un­ter­neh­mer und Un­ter­neh­me­rin­nen kön­nen die An­mer­kung des Werk­be­ginns auf dem Grund­stück an­mel­den, auf dem sie ar­bei­ten (Art. 841 Abs. 3 ZGB).
4Die ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen und die Be­hör­den kön­nen die An­mer­kung ei­ner Ver­tre­tung nach Ar­ti­kel 962a ZGB an­mel­den.
5Nach­kom­men des Ver­päch­ters oder der Ver­päch­te­rin ei­nes land­wirt­schaft­li­chen Ge­wer­bes kön­nen die An­mer­kung des Vor­pacht­rechts (Art. 5 des BG vom 4. Okt. 19851 über die land­wirt­schaft­li­che Pacht) an­mel­den.
1Die zu­stän­di­ge rich­ter­li­che Be­hör­de oder ge­stützt auf de­ren voll­streck­ba­re An­ord­nung der Ehe­gat­te, die Ehe­gat­tin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin kann die An­mer­kung ei­ner Be­schrän­kung der Ver­fü­gungs­be­fug­nis über ein Grund­stück nach Ar­ti­kel 178 Ab­satz 3 ZGB oder Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 20041 an­mel­den.
2Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen dür­fen die An­mer­kung ei­ner Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kung zur Si­che­rung des Vor­sor­ge­zwecks nach Ar­ti­kel 30e Ab­satz 2 BVG2 nur mit Zu­stim­mung des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin an­mel­den.
3Das Kon­kurs- oder Nach­lass­ge­richt und das zu­stän­di­ge Be­trei­bungs- oder Kon­kur­samt kön­nen die in den Ar­ti­keln 176 Ab­satz 2, 296, 319 und 345 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18893 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs so­wie in Ar­ti­kel 23a der Ver­ord­nung vom 23. April 19204 über die Zwangs­ver­wer­tung von Grund­stücken vor­ge­se­he­nen An­mer­kun­gen an­mel­den.
Der Ei­gen­tü­mer, die Ei­gen­tü­me­rin oder die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die An­mer­kung ei­ner Grund­buch­sper­re an­mel­den, wenn ein voll­streck­ba­rer Ent­scheid er­gan­gen ist be­tref­fend:
ei­ne Be­schlag­nah­me im Straf­ver­fah­ren (Art. 266 Abs. 3 der Straf­pro­zess­ord­nung1) und im Ver­wal­tungs­straf­ver­fah­ren (Art. 46 des BG vom 22. März 19742 über das Ver­wal­tungs­straf­recht);
ei­ne vor­sorg­li­che Mass­nah­me im Zi­vil­pro­zess (Art. 262 Bst. c der Zi­vil­pro­zess­ord­nung3) mit Aus­nah­me der Fäl­le, in de­nen das ZGB ei­ne Vor­mer­kung vor­sieht (Art. 960, 961 ZGB);
vor­sorg­li­che Mass­nah­men, die von der zu­stän­di­gen Be­hör­de in An­wen­dung des Bun­des­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 19834 über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land an­ge­ord­net wur­den;
vor­sorg­li­che Mass­nah­men, die von der zu­stän­di­gen Be­hör­de in An­wen­dung von kan­to­na­lem Recht an­ge­ord­net wur­den, so­fern sich das Ver­fah­ren nach kan­to­na­lem Recht rich­tet.
Die nach Ar­ti­kel 80 BGBB1 zu­stän­di­ge Be­hör­de mel­det die An­mer­kung der Un­ter­stel­lung oder Nicht­un­ter­stel­lung ei­nes Grund­stücks un­ter das bäu­er­li­che Bo­den­recht an (Art. 86 BGBB, Art. 3 der V vom 4. Okt. 19932 über das bäu­er­li­che Bo­den­recht).
Die An­mer­kung ei­nes Trust­ver­hält­nis­ses (Art. 149d des BG vom 18. Dez. 19871 über das In­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht) wird ein­ge­tra­gen ge­stützt auf:
ei­ne An­mel­dung des im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Be­grün­ders oder der im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Be­grün­de­rin im Zu­sam­men­hang mit dem Ein­brin­gen des Grund­stücks in den Trust;
ei­ne An­mel­dung von im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Trus­tees;
ein Ur­teil ei­nes schwei­ze­ri­schen Ge­richts.
Die Aus­zah­lung ei­ner Ent­schä­di­gung für die Ent­eig­nung von Nach­bar­rech­ten wird an­ge­merkt auf An­mel­dung:
der Schät­zungs­kom­mis­si­on;
des Ent­eig­ners oder der Ent­eig­ne­rin mit Zu­stim­mung des Grund­ei­gen­tü­mers oder der Grund­ei­gen­tü­me­rin bei ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ent­schä­di­gun­gen.
1Soll die Lan­des­gren­ze ge­än­dert wer­den, so mel­det die kan­to­na­le Ver­mes­sungs­auf­sicht nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 VAV1 dem Grund­buchamt des Krei­ses die Än­de­rung zur An­mer­kung an.
2Das Grund­buchamt merkt den Tat­be­stand auf den Haupt­buch­blät­tern der be­trof­fe­nen Grund­stücke an.
3Ist die Än­de­rung der Lan­des­gren­ze voll­zo­gen und das Grund­buch nach­ge­führt, so löscht das Grund­buchamt die An­mer­kun­gen von Am­tes we­gen.
Das kan­to­na­le Recht kann vor­se­hen, dass un­mit­tel­ba­re ge­setz­li­che Weg­rech­te von blei­ben­dem Be­stand (Art. 696 Abs. 2 ZGB) von Am­tes we­gen an­ge­merkt wer­den; es be­stimmt in die­sem Fall die zu­stän­di­ge Be­hör­de und das Ver­fah­ren.
1Die Be­le­ge für Rechts­grund­aus­wei­se sind im Ori­gi­nal oder, wenn ei­ne Be­hör­de oder Ur­kunds­per­son zur Auf­be­wah­rung des Ori­gi­nals ver­pflich­tet ist, als Aus­fer­ti­gung oder be­glau­big­te Ko­pie ein­zu­rei­chen.
2Wird ein Ver­fah­ren von Am­tes we­gen ein­ge­lei­tet, so wer­den das Stich­wort der Ein­tra­gung und die Grün­de da­für in ei­nem Be­leg fest­ge­hal­ten.
3Die Kan­to­ne kön­nen Vor­schrif­ten über for­mel­le An­for­de­run­gen an die Be­le­ge er­las­sen.
Im Aus­land er­rich­te­te öf­fent­li­che Ur­kun­den und Be­glau­bi­gun­gen wer­den an­er­kannt, wenn:
sie mit ei­ner Be­schei­ni­gung der am Er­rich­tungs­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de ver­se­hen sind, die be­stä­tigt, dass sie von der zu­stän­di­gen Ur­kunds­per­son er­rich­tet wor­den sind (Apo­stil­le); und
ei­ne Be­glau­bi­gung der aus­län­di­schen Re­gie­rung und der zu­stän­di­gen di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung der Schweiz bei­ge­fügt wird, so­fern nicht ein Staats­ver­trag et­was an­de­res vor­sieht.
1Ist für den Er­werb des Ei­gen­tums die Ein­tra­gung in das Grund­buch kon­sti­tu­tiv (Art. 656 Abs. 1 ZGB), so wird der Rechts­grund­aus­weis für die Ei­gen­tums­über­tra­gung mit den fol­gen­den Be­le­gen er­bracht:
bei ei­nem pri­vat­recht­li­chen Ver­trag: durch ei­ne öf­fent­li­che Ur­kun­de oder einen Ver­trag in der vom Bun­des­recht vor­ge­se­he­nen Form;
bei der Erb­tei­lung: durch die schrift­li­che Zu­stim­mungs­er­klä­rung al­ler Mit­er­bin­nen und Mit­er­ben oder durch einen schrift­li­chen Tei­lungs­ver­trag;
bei ei­nem Ver­mächt­nis: durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie der Ver­fü­gung von To­des we­gen und die An­nah­me­er­klä­rung des Ver­mächt­nis­neh­mers oder der Ver­mächt­nis­neh­me­rin;
bei der Aus­übung ei­nes Vor­kaufs­rechts: durch den Kauf­ver­trag und die Aus­übungs­er­klä­rung der vor­kaufs­be­rech­tig­ten Per­son; bei ei­nem ver­trag­li­chen Vor­kaufs­recht, das nicht vor­ge­merkt ist, zu­dem durch den Vor­kaufs­ver­trag (Art. 216 Abs. 2 und 3 OR1);
bei der Aus­übung ei­nes Kaufs- oder Rück­kaufs­rechts: durch die Aus­übungs­er­klä­rung der be­rech­tig­ten Per­son; bei ei­nem ver­trag­li­chen Kaufs- oder Rück­kaufs­recht, das nicht vor­ge­merkt ist, zu­dem durch den Kauf­rechts- oder Rück­kaufs­rechts­ver­trag;
bei ei­nem völ­ker­recht­li­chen Ver­trag oder ei­nem ver­wal­tungs­recht­li­chen Ver­trag zwi­schen öf­fent­lich-recht­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Rechts­per­sön­lich­keit über die Über­tra­gung von Grund­stücken des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens: durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie die­ses Ver­trags;
bei ei­ner Ver­fü­gung ei­ner Ver­wal­tungs­be­hör­de: durch die rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung;
bei ei­nem Leis­tungs­ur­teil: durch das Ur­teil mit der Be­schei­ni­gung der Rechts­kraft;
bei ei­nem Zu­schlag an­läss­lich ei­ner frei­wil­li­gen öf­fent­li­chen Ver­stei­ge­rung: durch den im kan­to­na­len Recht vor­ge­se­he­nen Aus­weis oder, wenn kein Aus­weis vor­ge­se­hen ist, durch das von der Ver­stei­ge­rungs­be­hör­de un­ter­zeich­ne­te Stei­ge­rungs­pro­to­koll und den Nach­weis ih­rer Er­mäch­ti­gung.
2Der Nach­weis des Ver­fü­gungs­rechts bleibt vor­be­hal­ten (Art. 84).
1Wird das Ei­gen­tum vor der Ein­tra­gung in das Grund­buch er­wor­ben (Art. 656 Abs. 2 ZGB), so wird der Rechts­grund­aus­weis für den Ei­gen­tum­s­er­werb mit den fol­gen­den Be­le­gen er­bracht:
bei ei­nem Erb­gang: durch die Be­schei­ni­gung, dass die er­wer­ben­den Per­so­nen als ein­zi­ge ge­setz­li­che und ein­ge­setz­te Er­ben und Er­bin­nen an­er­kannt sind;
bei ei­ner Ent­eig­nung: durch einen dem an­ge­wen­de­ten Ent­eig­nungs­recht ent­spre­chen­den Aus­weis;
bei ei­ner Gü­ter­zu­sam­men­le­gung oder Landum­le­gung in ei­nem öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­fah­ren: durch einen dem an­ge­wen­de­ten Ver­fah­rens­recht ent­spre­chen­den Aus­weis;
bei ei­ner Zwangs­voll­stre­ckung: durch die vom Be­trei­bungs­amt oder von der Kon­kurs­ver­wal­tung aus­ge­stell­te Be­schei­ni­gung des Zu­schlags;
bei ei­nem Ge­stal­tungs­ur­teil: durch das Ur­teil mit der Be­schei­ni­gung der Rechts­kraft.
2In den üb­ri­gen Fäl­len wird der Rechts­grund­aus­weis für den Ei­gen­tum­s­er­werb vor der Ein­tra­gung in das Grund­buch er­bracht durch:
die Ur­kun­den in der vom Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Form über das Rechts­ge­schäft;
die rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung; oder
den rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid.
1Wird das Ei­gen­tum auf­grund von Tat­be­stän­den nach dem Fu­si­ons­ge­setz er­wor­ben, so wird der Rechts­grund­aus­weis für den Ei­gen­tums­über­gang mit den fol­gen­den Be­le­gen er­bracht:
bei ei­ner Fu­si­on, wenn der über­neh­men­de Rechts­trä­ger im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist: durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des über­neh­men­den Rechts­trä­gers;
bei ei­ner Fu­si­on von Ver­ei­nen oder Stif­tun­gen, wenn der über­tra­gen­de oder der über­neh­men­de Rechts­trä­ger nicht im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist: durch ei­ne öf­fent­li­che Ur­kun­de über die Tat­sa­che, dass das Ei­gen­tum an den Grund­stücken auf den über­neh­men­den Rechts­trä­ger über­ge­gan­gen ist, und einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des ein­ge­tra­ge­nen Rechts­trä­gers;
bei ei­ner Auf­spal­tung: durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des die Grund­stücke über­neh­men­den Rechts­trä­gers und einen be­glau­big­ten Aus­zug aus dem im Spal­tungs­ver­trag oder Spal­tungs­plan ent­hal­te­nen In­ven­tar über die Zu­ord­nung der Grund­stücke;
bei ei­ner Ab­spal­tung: durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des die Grund­stücke über­neh­men­den Rechts­trä­gers und ei­ne öf­fent­li­che Ur­kun­de über die Tat­sa­che, dass das Ei­gen­tum an den Grund­stücken auf den über­neh­men­den Rechts­trä­ger über­tra­gen wur­de;
bei ei­ner Ver­mö­gens­über­tra­gung: durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des die Grund­stücke über­tra­gen­den Rechts­trä­gers und einen be­glau­big­ten Aus­zug aus dem öf­fent­lich be­ur­kun­de­ten Teil des Über­tra­gungs­ver­trags über die über­tra­ge­nen Grund­stücke.
2Bei ei­ner Um­wand­lung wird der Rechts­grund­aus­weis durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des um­ge­wan­del­ten Rechts­trä­gers er­bracht.
3Bei ei­ner Fu­si­on von In­sti­tu­ten des öf­fent­li­chen Rechts mit Rechts­trä­gern des Pri­vat­rechts, der Um­wand­lung sol­cher In­sti­tu­te in Rechts­trä­ger des Pri­vat­rechts oder der Ver­mö­gens­über­tra­gung un­ter Be­tei­li­gung ei­nes In­sti­tuts des öf­fent­li­chen Rechts wird der Rechts­grund­aus­weis er­bracht durch einen be­glau­big­ten Han­dels­re­gis­ter­aus­zug des über­neh­men­den oder um­ge­wan­del­ten Rechts­trä­gers und einen be­glau­big­ten Aus­zug aus dem In­ven­tar, der die Grund­stücke ent­hält.
1Er­folgt der Ei­gen­tums­über­gang im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Trust, so wird der Rechts­grund­aus­weis mit den fol­gen­den Be­le­gen er­bracht:
durch einen öf­fent­lich be­ur­kun­de­ten Ver­trag:
bei der Über­tra­gung ei­nes Grund­stücks vom Be­grün­der oder von der Be­grün­de­rin auf den oder die Trus­tee bei Er­rich­tung ei­nes Trusts durch Rechts­ge­schäft un­ter Le­ben­den,
bei der Wei­ter­über­tra­gung ei­nes Grund­stücks von Zwi­schen­be­rech­tig­ten (Erb­schafts­ver­wal­ter oder -ver­wal­te­rin, Wil­lens­voll­stre­cker oder -voll­strecke­rin), Er­ben oder Er­bin­nen des Be­grün­ders oder der Be­grün­de­rin auf den oder die Trus­tee,
bei der Über­tra­gung ei­nes zu ei­nem Trust ge­hö­ren­den und im Al­lein­ei­gen­tum ste­hen­den Grund­stücks zwi­schen zwei Trus­tees,
bei der Wei­ter­über­tra­gung von Grund­stücken von Zwi­schen­be­rech­tig­ten, Er­ben oder Er­bin­nen ver­stor­be­ner Trus­tees auf nach­fol­gen­de Trus­tees,
bei der Über­tra­gung von zu ei­nem Trust ge­hö­ren­den Grund­stücken von Trus­tees auf Be­güns­tig­te;
durch das Erb­fol­ge­zeug­nis oder ei­ne Be­schei­ni­gung der zu­stän­di­gen Erb­gangs­be­hör­de:
bei Er­rich­tung ei­nes Trusts durch Ver­fü­gung von To­des we­gen und di­rek­tem Über­gang ei­nes Grund­stücks vom Be­grün­der oder von der Be­grün­de­rin auf den oder die Trus­tee,
bei di­rek­tem Über­gang von zu ei­nem Trust ge­hö­ren­den Grund­stücken von ver­stor­be­nen Trus­tees auf nach­fol­gen­de Trus­tees,
beim Er­werb durch zur Wei­ter­über­tra­gung ver­pflich­te­te Zwi­schen­be­rech­tig­te, Er­ben oder Er­bin­nen des Be­grün­ders, der Be­grün­de­rin oder von Trus­tees;
beim Er­werb ei­nes Grund­stücks von Er­ben oder Er­bin­nen des Be­grün­ders oder der Be­grün­de­rin durch Ver­mächt­nis: durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie der Ver­fü­gung von To­des we­gen und die schrift­li­che An­nah­me­er­klä­rung des oder der Trus­tee;
beim Ei­gen­tums­über­gang in­fol­ge Än­de­rung der Zu­sam­men­set­zung ei­nes Trusts mit meh­re­ren Trus­tees: durch ei­ne von al­len Trus­tees un­ter­zeich­ne­te schrift­li­che Ur­kun­de, die das Aus­schei­den bis­he­ri­ger oder den Ein­tritt neu­er Trus­tees be­schei­nigt.
2Für den Er­werb ei­nes Grund­stücks von ei­ner am be­ste­hen­den Trust nicht be­tei­lig­ten Dritt­per­son oder den Er­werb ei­nes zu ei­nem Trust ge­hö­ren­den Grund­stücks durch ei­ne sol­che Per­son gel­ten die Ar­ti­kel 64 und 65.
3Der Nach­weis der Zu­ge­hö­rig­keit ei­nes Grund­stücks zu ei­nem Trust wird durch ei­ne An­mer­kung, die Tru­stur­kun­de, den Über­tra­gungs­ver­trag oder einen ge­richt­li­chen Ent­scheid er­bracht. Fehlt der Nach­weis, so prüft das Grund­buchamt die Zu­ge­hö­rig­keit des Grund­stücks zu ei­nem Trust nicht von Am­tes we­gen.
1Die räum­li­che La­ge, die Ab­gren­zung und die Zu­sam­men­set­zung der Stock­werk­ein­hei­ten müs­sen im Be­grün­dungs­akt klar und be­stimmt an­ge­ge­ben sein.
2Feh­len die­se An­ga­ben, so setzt das Grund­buchamt ei­ne Frist zur Bei­brin­gung ei­nes von al­len Ei­gen­tü­mern und Ei­gen­tü­me­rin­nen un­ter­zeich­ne­ten Auf­tei­lungs­plans und nö­ti­gen­falls ei­ner amt­li­chen Be­stä­ti­gung nach kan­to­na­ler Vor­schrift, dass die zu Son­der­recht aus­ge­schie­de­nen Räu­me gan­ze in sich ab­ge­schlos­se­ne Woh­nun­gen oder ge­schäft­li­chen oder an­de­ren Zwe­cken die­nen­de Raum­ein­hei­ten mit ei­ge­nem Zu­gang sind.
3Für die Ein­tra­gung alt­recht­li­chen Stock­werk­ei­gen­tums bleibt Ar­ti­kel 20bis SchlT ZGB vor­be­hal­ten.
1Die Ein­tra­gung von Stock­werk­ei­gen­tum vor Er­stel­lung des Ge­bäu­des kann nur ver­langt wer­den, wenn mit der An­mel­dung der Auf­tei­lungs­plan ein­ge­reicht wird.
2Das Grund­buchamt trägt auf dem Haupt­buch­blatt des Stamm­grund­stücks und auf den Blät­tern der Stock­wer­ke die An­mer­kung «Be­grün­dung des StWE vor der Er­stel­lung des Ge­bäu­des» ein.
3Die Stock­werk­ei­gen­tü­mer und -ei­gen­tü­me­rin­nen und der Ver­wal­ter oder die Ver­wal­te­rin müs­sen dem Grund­buchamt in­nert drei­er Mo­na­te nach der Bau­aus­füh­rung die Fer­tig­stel­lung des Ge­bäu­des an­zei­gen, ge­ge­be­nen­falls un­ter Ein­rei­chung des nach der Bau­aus­füh­rung be­rich­tig­ten Auf­tei­lungs­plans. Auf Ver­lan­gen des Grund­buchamts ist die­ser durch die amt­li­che Be­stä­ti­gung nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 2 zu er­gän­zen.
4Wird die­se Be­stä­ti­gung nicht bei­ge­bracht oder sonst­wie fest­ge­stellt, dass die zu Son­der­recht aus­ge­schie­de­nen Räu­me nicht in sich ab­ge­schlos­se­ne Woh­nun­gen oder ge­schäft­li­chen oder an­dern Zwe­cken die­nen­de Raum­ein­hei­ten mit ei­ge­nem Zu­gang sind, so wird das Stock­werk­ei­gen­tum nach frucht­lo­ser Frist­an­set­zung und in Er­man­ge­lung ei­nes Ge­richts­ur­teils in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung der Ar­ti­kel 976a und 976b ZGB in ge­wöhn­li­ches Mit­ei­gen­tum um­ge­wan­delt.
1Für die Ein­tra­gung von Dienst­bar­kei­ten und Grund­las­ten gel­ten für die ein­zu­rei­chen­den Be­le­ge die Ar­ti­kel 64 und 65 sinn­ge­mä­ss, un­ab­hän­gig da­von, ob das Ge­setz für ih­re Er­rich­tung ei­ne öf­fent­li­che Be­ur­kun­dung oder die Schrift­form ver­langt.
2Be­ruht der An­spruch auf Ein­tra­gung un­mit­tel­bar auf dem Ge­setz und er­gibt sich dies aus dem Rechts­grund­aus­weis, so ge­nügt für die­sen die Schrift­form.
3Ist dem Rechts­grund­aus­weis ein Aus­zug des Pla­nes für das Grund­buch bei­zu­fü­gen (Art. 732 Abs. 2 ZGB), so ist die ört­li­che La­ge im Pla­n­aus­zug von den Par­tei­en geo­me­trisch ein­deu­tig dar­zu­stel­len.
4Die Er­rich­tung ei­ner Nutz­nies­sung durch Ver­mö­gens­über­tra­gung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be e.
Für die Ein­tra­gung von Rech­ten an Was­ser­rech­ten (Art. 22 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2) und an Berg­wer­ken (Art. 22 Abs. 1 Bst. b) ist zu­sätz­lich zu den in den Ar­ti­keln 62-64 ge­nann­ten Rechts­grund­aus­wei­sen der Nach­weis er­for­der­lich, dass die be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen nach Bun­des­recht und kan­to­na­lem Recht, ins­be­son­de­re nö­ti­gen­falls ei­ne schrift­li­che Ein­wil­li­gung der Ver­lei­hungs­be­hör­de, er­füllt sind.
Für die Ein­tra­gung ei­nes Pfand­rechts gel­ten für den Rechts­grund­aus­weis die Ar­ti­kel 64 und 65 sinn­ge­mä­ss.
1Die Rechts­grund­aus­wei­se für die fol­gen­den Um­wand­lun­gen von Pfand­rech­ten müs­sen öf­fent­lich be­ur­kun­det wer­den:
Um­wand­lung ei­nes Pa­pier-Schuld­briefs in einen Re­gis­ter-Schuld­brief und um­ge­kehrt;
Um­wand­lung ei­nes In­ha­ber­schuld­briefs in einen Na­men­schuld­brief und um­ge­kehrt;
Um­wand­lung ei­ner Grund­pfand­ver­schrei­bung in einen Schuld­brief und um­ge­kehrt.
2Ab­satz 1 gilt auch für Ei­gen­tü­mer-Schuld­brie­fe.
Ein vor dem 1. Ja­nu­ar 2012 er­rich­te­ter In­ha­ber- oder Na­men­schuld­brief wird auf An­mel­dung des Grund­ei­gen­tü­mers, der Grund­ei­gen­tü­me­rin, des Grund­pfand­gläu­bi­gers oder der Grund­pfand­gläu­bi­ge­rin und ge­stützt auf einen schrift­li­chen Ver­trag zwi­schen dem Grund­ei­gen­tü­mer oder der Grund­ei­gen­tü­me­rin und den am Schuld­brief be­rech­tig­ten Per­so­nen in einen Re­gis­ter-Schuld­brief um­ge­wan­delt.
1Der Rechts­grund­aus­weis für die Ein­tra­gung ei­nes Pfand­rechts bei Bo­den­ver­bes­se­run­gen, die un­ter Mit­wir­kung oder Auf­sicht öf­fent­li­cher Be­hör­den durch­ge­führt wer­den, wird durch ei­ne Be­schei­ni­gung der zu­stän­di­gen Be­hör­de über die Hö­he der auf das Grund­stück ent­fal­len­den Kos­ten er­bracht.
2Wird die Bo­den­ver­bes­se­rung oh­ne staat­li­che Sub­ven­ti­on durch­ge­führt, so ist die Ein­wil­li­gung al­ler am Grund­stück ding­lich Be­rech­tig­ten oder ei­ne Ver­fü­gung des Ge­richts er­for­der­lich.
1Der Rechts­grund­aus­weis für die Ein­tra­gung ei­nes ge­setz­li­chen Grund­pfand­rechts wird durch die Ur­kun­den er­bracht, die zur Be­grün­dung der For­de­run­gen nö­tig sind, für die das Grund­pfand­recht ein­ge­tra­gen wer­den soll.
2In den fol­gen­den Fäl­len ist als Rechts­grund­aus­weis ein schrift­li­cher Nach­weis er­for­der­lich, dass der Ei­gen­tü­mer oder die Ei­gen­tü­me­rin die Pfand­sum­me an­er­kennt oder die Ein­tra­gung be­wil­ligt oder dass die Pfand­sum­me ge­richt­lich fest­ge­stellt ist:
bei ei­ner Ent­schä­di­gungs­for­de­rung an­stel­le des ge­lösch­ten Bau­rechts (Art. 779d Abs. 2 und 3 ZGB);
bei ei­nem Bau­hand­wer­ker­pfand­recht (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB);
bei ei­nem Pfand­recht zur Si­che­rung des Bau­rechts­zin­ses (Art. 779i und 779k ZGB);
bei ei­nem Pfand­recht zur Si­che­rung der Bei­trags­for­de­run­gen der Ge­mein­schaft ge­gen­über den Stock­werk­ei­gen­tü­mern und -ei­gen­tü­me­rin­nen (Art. 712i ZGB).
3Die Frist nach den Ar­ti­keln 779d Ab­satz 3 und 839 Ab­satz 2 ZGB wird durch Vor­mer­kung ei­ner vor­läu­fi­gen Ein­tra­gung zur Si­che­rung be­haup­te­ter ding­li­cher Rech­te ge­wahrt (Art. 961 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB).
1Der Rechts­grund­aus­weis für ei­ne Vor­mer­kung muss die Be­din­gun­gen für die Aus­übung des vor­ge­merk­ten Rechts und all­fäl­li­ge Be­schrän­kun­gen sei­ner Dau­er ent­hal­ten.
2Aus­ge­nom­men ist die Vor­mer­kung ei­ner Ver­fü­gungs­be­schrän­kung auf An­mel­dung der Zwangs­voll­stre­ckungs­be­hör­den.
3Der Rechts­grund­aus­weis für Vor­mer­kun­gen, die auf ei­ner amt­li­chen An­ord­nung be­ru­hen (Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1, 961 Abs. 1 ZGB), be­steht im voll­streck­ba­ren vor­läu­fi­gen Ent­scheid.
1Der Rechts­grund­aus­weis zur Vor­mer­kung ver­trag­lich ver­ein­bar­ter per­sön­li­cher Rech­te be­darf der öf­fent­li­chen Be­ur­kun­dung bei:
Kaufs- und Rück­kaufs­rech­ten;
Vor­kaufs­rech­ten mit zum Vor­aus be­stimm­tem Preis (Art. 216 Abs. 2 OR1, Art. 712c Abs. 1 ZGB);
Rück­falls­rech­ten bei Schen­kun­gen (Art. 247 OR);
Auf­he­bung des Tei­lungs­an­spruchs (Art. 650 Abs. 2 ZGB);
Auf­he­bung oder Ab­än­de­rung des Zu­wei­sungs­an­spruchs im bäu­er­li­chen Bo­den­recht (Art. 39 BGBB2);
Auf­he­bung oder Ab­än­de­rung ge­setz­li­cher Vor­kaufs­rech­te an Grund­stücken (Art. 681b ZGB);
Nach­rückungs­rech­ten von Grund­pfand­gläu­bi­gern und -gläu­bi­ge­rin­nen (Art. 814 Abs. 3 ZGB);
Vor­mer­kun­gen im Zu­sam­men­hang mit Dienst­bar­kei­ten (Art. 740a, 779a Abs. 2 ZGB).
2Zur Vor­mer­kung von sta­tu­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen ei­ner Ge­nos­sen­schaft, wo­nach die Mit­glied­schaft bei Ver­äus­se­rung des Grund­stücks auf den Er­wer­ber oder die Er­wer­be­rin über­geht (Art. 850 Abs. 3 OR), ge­nügt ei­ne be­glau­big­te Ko­pie der Sta­tu­ten.
3In al­len an­de­ren Fäl­len von Vor­mer­kun­gen per­sön­li­cher Rech­te ge­nügt ein Rechts­grund­aus­weis in schrift­li­cher Form.
Der Rechts­grund­aus­weis für die Vor­mer­kung von Ver­fü­gungs­be­schrän­kun­gen wird er­bracht:
bei strei­ti­gen oder voll­zieh­ba­ren An­sprü­chen so­wie bei Pfän­dung, Pfand­ver­wer­tung und Ar­rest: durch den voll­streck­ba­ren Ent­scheid der zu­stän­di­gen Be­hör­de;
bei Nach­er­ben­ein­set­zung und Nach­ver­mächt­nis: durch ei­ne be­glau­big­te Ko­pie der Ver­fü­gung von To­des we­gen.
1Die Be­le­ge für An­mer­kun­gen be­dür­fen der schrift­li­chen Form, so­fern nicht die öf­fent­li­che Be­ur­kun­dung vor­ge­schrie­ben ist.
2Re­gle­men­te und Ver­wal­tungs­be­schlüs­se von Mit­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten (Art. 649a Abs. 2 ZGB) müs­sen von al­len Mit­ei­gen­tü­mern und Mit­ei­gen­tü­me­rin­nen un­ter­schrie­ben sein.
3Re­gle­men­te von Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten müs­sen von al­len Stock­werk­ei­gen­tü­mern und -ei­gen­tü­me­rin­nen un­ter­schrie­ben sein. Als Be­leg für ih­re An­mer­kung gilt auch das Pro­to­koll ih­rer An­nah­me durch Be­schluss der Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft.
4Der Rechts­grund­aus­weis für An­mer­kun­gen, die auf ei­nem Ent­scheid ei­ner Be­hör­de be­ru­hen, be­steht im voll­streck­ba­ren Ent­scheid.
1In das Ta­ge­buch ein­ge­tra­gen wer­den:
An­mel­dun­gen: so­fort nach ih­rem Ein­gang;
von Am­tes we­gen ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren: so­fort nach ih­rer Ein­lei­tung.
2Je­der Ta­ge­buchein­trag ent­hält:
ei­ne fort­lau­fen­de Ord­nungs­num­mer, de­ren Zäh­lung mit je­dem Ka­len­der­jahr neu be­ginnt;
das Da­tum und die ge­naue Uhr­zeit der An­mel­dung oder der Ein­lei­tung des Ver­fah­rens;
den Na­men oder die Fir­ma und den Wohn­ort oder den Sitz der an­mel­den­den Per­son;
den In­halt des be­an­trag­ten Haupt­buchein­trags in Stich­wor­ten und die Be­zeich­nung der be­trof­fe­nen Grund­stücke oder einen Hin­weis auf die An­mel­dung. Sind al­le An­ga­ben der An­mel­dung (Art. 47) be­reits in ei­ner Ge­schäfts­kon­trol­le er­fasst, so ge­nügt im Ta­ge­buch der Hin­weis auf die­se.
3Der Ein­trag im Ta­ge­buch wird auf Wunsch be­schei­nigt.
Ist ei­ne Ein­tra­gung in das Ta­ge­buch hän­gig, so wird im Pa­pier­grund­buch auf dem Haupt­buch­blatt dar­auf hin­ge­wie­sen.
1Das Grund­buchamt prüft, ge­stützt auf die mit der An­mel­dung ein­ge­reich­ten wei­te­ren Be­le­ge, ob die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­tra­gung in das Haupt­buch er­füllt sind.
2Es prüft:
die Form und den In­halt der An­mel­dung;
die Iden­ti­tät der an­mel­den­den Per­son;
die Ver­fü­gungs­be­rech­ti­gung der an­mel­den­den Per­son (Art. 84);
bei An­mel­dung durch einen Ver­tre­ter oder ei­ne Ver­tre­te­rin: die Ver­tre­tungs­macht;
die Hand­lungs­fä­hig­keit, wenn sie nach den ein­ge­reich­ten Be­le­gen oder nach dem Grund­buch ein­ge­schränkt ist;
die Ein­tra­gungs­fä­hig­keit der be­an­trag­ten Ein­tra­gung;
die Rechts­grund­aus­wei­se, ins­be­son­de­re de­ren Form;
die Voll­stän­dig­keit der An­mel­dungs­be­le­ge;
die er­for­der­li­chen Be­wil­li­gun­gen und Zu­stim­mun­gen.
1Geht die An­mel­dung vom ein­ge­tra­ge­nen Ei­gen­tü­mer oder von der ein­ge­tra­ge­nen Ei­gen­tü­me­rin aus, so prüft das Grund­buchamt, ob die an­mel­den­de mit der ein­ge­tra­ge­nen Per­son iden­tisch ist.
2Geht die An­mel­dung von ei­ner Per­son aus, die ein Recht schon vor der Ein­tra­gung er­wor­ben hat (Art. 656 Abs. 2, 665 Abs. 2 und 3, 836, 963 Abs. 2 ZGB, Art. 34 Abs. 3 BGBB1, Art. 22 Abs. 1, 52 und 73 Abs. 2 FusG), so prüft es, ob die an­mel­den­de mit der be­rech­tig­ten Per­son iden­tisch ist.
3Geht die An­mel­dung von der aus dem Ein­trag be­rech­tig­ten Per­son aus (Art. 964 Abs. 1 ZGB), so prüft es, ob die an­mel­den­de mit der be­rech­tig­ten Per­son iden­tisch ist.
Er­folgt die An­mel­dung durch ei­ne Be­hör­de oder ei­ne Per­son mit öf­fent­li­chen Auf­ga­ben (Grund­buchamt, Ur­kunds­per­son, Ge­richts-, Be­trei­bungs- oder Kon­kurs­be­hör­de), so prüft das Grund­buchamt, ob sie für die An­mel­dung zu­stän­dig ist.
1Kann sich das Grund­buchamt nicht sel­ber von der Echt­heit ei­ner Un­ter­schrift ver­ge­wis­sern, so ver­langt es de­ren Be­glau­bi­gung.
2Die Un­ter­schrift der an­mel­den­den Per­son muss nicht be­glau­bigt wer­den, wenn die Be­glau­bi­gung schon in ei­ner öf­fent­li­chen Ur­kun­de ent­hal­ten ist.
3Die elek­tro­ni­sche Be­glau­bi­gung ei­ner elek­tro­ni­schen Si­gna­tur rich­tet sich nach der EÖBV1, ins­be­son­de­re nach de­ren Ar­ti­kel 16 EÖBV.2
1Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­tra­gung in das Haupt­buch nicht er­füllt, so weist das Grund­buchamt den An­trag ab.
2Das Grund­buchamt kann der an­mel­den­den Per­son ei­ne kur­ze Frist zur Bei­brin­gung von feh­len­den Be­le­gen set­zen. Nach Ab­lauf der Frist weist es den An­trag ab, wenn der Man­gel nicht be­ho­ben ist.
3Die Grün­de der Ab­wei­sung wer­den der an­mel­den­den Per­son und al­len an­de­ren, die von der Ab­wei­sung be­rührt sind, schrift­lich und mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung mit­ge­teilt. Im Ta­ge­buch wird auf die Ab­wei­sungs­ver­fü­gung hin­ge­wie­sen.
4Wird ge­gen die Ab­wei­sungs­ver­fü­gung Be­schwer­de er­ho­ben, so trägt das Grund­buchamt die­se Tat­sa­che in das Ta­ge­buch ein. Die Kan­to­ne kön­nen ei­ne An­mer­kung im Haupt­buch vor­se­hen.
1Sieht ein Er­lass des Bun­des vor, dass das Grund­buchamt ei­ne An­mel­dung nicht in das Haupt­buch ein­tra­gen darf, be­vor ei­ne an­de­re Be­hör­de dar­über ent­schie­den hat, ob das an­ge­mel­de­te Ge­schäft ei­ner Be­wil­li­gung be­darf, so trägt das Grund­buchamt die An­mel­dung in das Ta­ge­buch ein und setzt der an­mel­den­den Per­son die vom an­wend­ba­ren Er­lass vor­ge­se­he­ne Frist zur Ein­lei­tung des Fest­stel­lungs- oder Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens.
2Wird das Fest­stel­lungs- oder Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren in­nert der vor­ge­schrie­be­nen Frist ein­ge­lei­tet, so trägt das Grund­buchamt die­se Tat­sa­che in das Ta­ge­buch ein. Die Kan­to­ne kön­nen ei­ne An­mer­kung im Haupt­buch vor­se­hen.
3Wird das Fest­stel­lungs- oder Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren nicht frist­ge­recht ein­ge­lei­tet oder wird die Be­wil­li­gung ver­wei­gert, so weist das Grund­buchamt die An­mel­dung ab.
4Die An­mer­kun­gen im Haupt­buch wer­den von Amts we­gen ge­löscht, wenn die An­mel­dung im Haupt­buch voll­zo­gen wird oder wenn sie rechts­kräf­tig ab­ge­wie­sen wor­den ist.
1Das Grund­buchamt trägt in das Haupt­buch nur ein, was in der An­mel­dung be­an­tragt wird.
2Die Ein­tra­gun­gen wer­den in den da­für vor­ge­se­he­nen Ab­tei­lun­gen des Haupt­buchs vor­ge­nom­men.
3Der Ein­trag im Haupt­buch er­hält das Da­tum des Ein­trags im Ta­ge­buch.
4Be­mer­kun­gen zu den Ein­trä­gen kön­nen in al­le Ab­tei­lun­gen ein­ge­tra­gen wer­den und sind Teil des Ein­trags.
1Zur Be­zeich­nung des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin oder von Per­so­nen, de­nen ein an­de­res Recht am Grund­stück zu­steht (Art. 958-961 ZGB), wer­den an­ge­ge­ben:
für na­tür­li­che Per­so­nen: der Na­me, die Vor­na­men, das Ge­burts­da­tum, das Ge­schlecht, der Hei­mat­ort oder die Staats­an­ge­hö­rig­keit;
für ju­ris­ti­sche Per­so­nen und für Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten: die Fir­ma oder der Na­me, der Sitz und die Rechts­form, wenn die­se nicht aus dem Na­men oder der Fir­ma her­vor­geht, so­wie die UID;
für ein­fa­che Ge­sell­schaf­ten und Ge­mein­schaf­ten, in de­nen die be­tei­lig­ten Per­so­nen ge­setz­lich oder ver­trag­lich ver­bun­den und Ge­sam­tei­gen­tü­mer oder -ei­gen­tü­me­rin­nen sind: die An­ga­ben über die Be­tei­lig­ten nach den Buch­sta­ben a und b.
2Wei­te­re Per­so­nen­da­ten wer­den nur an­ge­ge­ben, so­weit sie zur Iden­ti­fi­ka­ti­on nö­tig sind.
1Das Ver­fah­ren zur Be­ar­bei­tung der Da­ten des Haupt­buchs wird mit der Ein­tra­gung in das Ta­ge­buch ein­ge­lei­tet.
2Die Da­ten, die auf­grund ei­ner Ta­ge­buchein­tra­gung in das Haupt­buch ein­ge­tra­gen oder dar­in ge­än­dert oder ge­löscht wer­den sol­len, sind wäh­rend des Be­ar­bei­tungs­ver­fah­rens be­lie­big ver­än­der­bar, oh­ne dass die rechts­wirk­sa­men Da­ten des Haupt­buchs in ih­rem Be­stand be­rührt wer­den.
3Das Grund­buchamt schliesst das Be­ar­bei­tungs­ver­fah­ren ab, in­dem es durch je ei­ne be­son­de­re Ein­ga­be:
die Auf­nah­me, Än­de­rung oder Lö­schung der Da­ten des Haupt­buchs für rechts­wirk­sam er­klärt;
fest­hält, dass die An­mel­dung rechts­kräf­tig ab­ge­wie­sen ist;
fest­hält, dass die An­mel­dung zu­rück­ge­zo­gen wur­de; oder
ei­ne ver­se­hent­li­che Ein­tra­gung in das Ta­ge­buch für un­gül­tig er­klärt.
1Die Ein­tra­gun­gen in das Haupt­buch wer­den in der Rei­hen­fol­ge vor­ge­nom­men, die sich aus dem Ta­ge­buch er­gibt.
2Sind in ei­nem Haupt­buch­blatt meh­re­re an dem­sel­ben Tag an­ge­mel­de­te Ein­tra­gun­gen vor­zu­neh­men und sol­len sie nach den An­trä­gen der Par­tei­en oder nach der Rei­hen­fol­ge der Ein­tra­gung in das Ta­ge­buch ver­schie­de­ne Rän­ge er­hal­ten, so wird dies im Haupt­buch in ge­eig­ne­ter Wei­se fest­ge­hal­ten, et­wa durch An­ga­be der Uhr­zeit der An­mel­dung oder durch An­ga­be des Rang­ver­hält­nis­ses bei je­dem Ein­trag.
3Soll sich der Rang ei­nes Ein­trags nicht auf­grund des Ein­tra­gungs­da­tums er­ge­ben, muss dies aus­drück­lich aus dem Haupt­buch­blatt her­vor­ge­hen.
4Die be­son­de­ren Vor­schrif­ten über die Rang­ver­hält­nis­se bei Grund­pfand­rech­ten (Art. 118 Abs. 2 Bst. c) blei­ben vor­be­hal­ten.
Auf Ver­lan­gen der Par­tei­en be­schei­nigt das Grund­buchamt die Ein­tra­gung auf den für die Par­tei­en be­stimm­ten Ur­kun­den; es kann dies auch tun, in­dem es über den neu­en Zu­stand einen voll­stän­di­gen oder teil­wei­sen Aus­zug aus dem Haupt­buch ab­gibt.
1Der Ein­trag des Ei­gen­tums ent­hält:
die Be­zeich­nung des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin;
das Da­tum der Ein­tra­gung in das Ta­ge­buch;
den Er­werbs­grund;
den Hin­weis auf den Be­leg;
die Be­zeich­nung der Mit­ei­gen­tü­mer und Mit­ei­gen­tü­me­rin­nen mit ei­ner Zif­fer oder ei­nem Buch­sta­ben, wenn für die Mit­ei­gen­tumsan­tei­le kei­ne be­son­de­ren Haupt­buch­blät­ter an­ge­legt wor­den sind.
2Im Pa­pier­grund­buch ge­nü­gen zur Be­zeich­nung ei­ner Er­ben­ge­mein­schaft die An­ga­ben über den Erb­las­ser oder die Erb­las­se­rin mit dem Hin­weis, dass es sich bei den Ei­gen­tü­mern und Ei­gen­tü­me­rin­nen um die Er­ben und Er­bin­nen han­delt.
1Soll das Ei­gen­tum an ei­nem Grund­stück (un­selbst­stän­di­ges Grund­stück oder An­mer­kungs­grund­stück) dem je­wei­li­gen Ei­gen­tü­mer oder der je­wei­li­gen Ei­gen­tü­me­rin ei­nes an­de­ren Grund­stücks (Haupt­grund­stück) zu­ste­hen (Art. 655a Abs. 1 ZGB), so wird auf dem Blatt des un­selbst­stän­di­gen Grund­stücks in der Ab­tei­lung «Ei­gen­tum» statt des Na­mens des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin die Be­zeich­nung des Haupt­grund­stücks ein­ge­tra­gen.
2Ist das un­selbst­stän­di­ge Grund­stück ein Mit­ei­gen­tumsan­teil, so müs­sen al­le Mit­ei­gen­tü­mer und Mit­ei­gen­tü­me­rin­nen der Ver­knüp­fung zu­stim­men. Da­mit ver­zich­ten sie be­züg­lich der ver­knüpf­ten An­tei­le auf ihr Vor­kaufs­recht (Art. 682 ZGB) und auf ih­ren An­spruch auf Auf­he­bung des Mit­ei­gen­tums (Art. 650 ZGB). Die­se Ver­ein­ba­rung be­darf der öf­fent­li­chen Be­ur­kun­dung.
3Die Ver­knüp­fung kann nur statt­fin­den, wenn auf dem un­selbst­stän­di­gen Grund­stück kei­ne Grund­pfand­rech­te und Grund­las­ten ein­ge­tra­gen sind oder die­se im Zeit­punkt der Ver­knüp­fung auf das Haupt­grund­stück über­tra­gen und auf dem un­selbst­stän­di­gen Grund­stück ge­löscht wer­den.
4Ist das un­selbst­stän­di­ge Grund­stück ein Mit­ei­gen­tumsan­teil, so muss auch das zu Mit­ei­gen­tum aus­ge­stal­te­te Grund­stück wäh­rend der ge­sam­ten Dau­er der Ver­knüp­fung pfand­frei und grund­las­ten­frei sein.
5Die Ver­knüp­fung wird auf dem Blatt des Haupt­grund­stücks in die Grund­stücks­be­schrei­bung oder in die Ab­tei­lung «An­mer­kun­gen» ein­ge­tra­gen.
1Bei Mit­ei­gen­tum wird der An­teil je­des Mit­ei­gen­tü­mers und je­der Mit­ei­gen­tü­me­rin durch den ent­spre­chen­den Zu­satz («zu ½», «zu ⅓» usw.) zum Na­men je­des Mit­ei­gen­tü­mers und je­der Mit­ei­gen­tü­me­rin an­ge­ge­ben.
2Die Kan­to­ne kön­nen vor­se­hen, dass Mit­ei­gen­tums­ver­hält­nis­se an ge­gen­sei­tig über­ra­gen­den Bau­ten oder an Bau­wer­ken auf frem­dem Bo­den (Art. 670 ZGB) als Dienst­bar­keit ein­ge­tra­gen wer­den kön­nen.
3Bei Ge­sam­tei­gen­tum wird zu­sätz­lich zu den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 1 Buch­sta­be c das Rechts­ver­hält­nis an­ge­ge­ben, das die Ge­mein­schaft oder Ge­sell­schaft be­grün­det.
1Stock­werk­ei­gen­tum wird auf dem Haupt­buch­blatt des Stamm­grund­stücks in der Ab­tei­lung «Ei­gen­tum» ein­ge­tra­gen.
2Der Ein­trag um­fasst:
die Num­mer des Blatts je­der Stock­werk­ein­heit;
den An­teil (Wert­quo­te) je­der Stock­werk­ein­heit, aus­ge­drückt in Bruch­tei­len mit ei­nem ge­mein­sa­men Nen­ner;
die Be­zeich­nung des Ei­gen­tums­ver­hält­nis­ses als Stock­werk­ei­gen­tum mit der Ab­kür­zung «StWE»;
die An­ga­be des Be­grün­dungs­akts;
den Hin­weis auf die Be­le­ge.
1Ei­ne Dienst­bar­keit wird in die Ab­tei­lung «Dienst­bar­kei­ten» des Haupt­buch­blatts des be­las­te­ten Grund­stücks ein­ge­tra­gen. Ei­ne Grund­dienst­bar­keit wird zu­dem auf dem Haupt­buch­blatt des be­rech­tig­ten Grund­stücks in die­sel­be Ab­tei­lung ein­ge­tra­gen.
2Der Ein­trag auf dem Haupt­buch­blatt ent­hält:
die Be­zeich­nung mit ei­ner Zif­fer oder ei­nem Buch­sta­ben;
die Be­zeich­nung als Last oder als Recht;
die Be­zeich­nung des In­halts der Dienst­bar­keit mit ei­nem Stich­wort;
ge­ge­be­nen­falls die fol­gen­den An­ga­ben:
die Be­zeich­nung als ge­setz­li­che Dienst­bar­keit,
die An­ga­be, dass es sich um ein selbst­stän­di­ges und dau­ern­des Recht han­delt,
die An­ga­be ei­ner ne­ben­säch­li­chen Leis­tungs­pflicht, de­ren Ein­tra­gung be­an­tragt wur­de;
auf dem Haupt­buch­blatt des be­las­te­ten Grund­stücks die Be­zeich­nung des be­rech­tig­ten Grund­stücks oder der be­rech­tig­ten Per­son;
auf dem Haupt­buch­blatt des be­rech­tig­ten Grund­stücks die Be­zeich­nung des be­las­te­ten Grund­stücks; ist ei­ne gros­se Zahl von Grund­stücken be­las­tet, so kann beim Pa­pier­grund­buch auf de­ren Be­zeich­nung ver­zich­tet und auf den Be­leg hin­ge­wie­sen wer­den;
den Hin­weis auf den Be­leg.
3Die Stich­wor­te für die Dienst­bar­keit und für die ne­ben­säch­li­chen Leis­tungs­pflich­ten wer­den vom Grund­buchamt fest­ge­legt.
1Steht das Grund­stück, zu des­sen Las­ten oder zu des­sen Guns­ten ei­ne Grund­dienst­bar­keit ein­ge­tra­gen wer­den soll, auf ei­nem Kol­lek­tiv­blatt, so wer­den bei der Ein­tra­gung auf die­sem Blatt stets die Be­zeich­nun­gen des be­las­te­ten und des be­rech­tig­ten Grund­stücks an­ge­ge­ben.
2Sind das be­las­te­te und das be­rech­tig­te Grund­stück auf ei­nem Kol­lek­tiv­blatt ver­ei­nigt, so be­darf es nur ei­ner Ein­tra­gung, un­ter An­ga­be der Be­zeich­nun­gen des be­las­te­ten und des be­rech­tig­ten Grund­stücks.
1Ei­ne Grund­last wird in die Ab­tei­lung «Grund­las­ten» des Haupt­buch­blatts des be­las­te­ten Grund­stücks ein­ge­tra­gen. Ei­ne Grund­last, die dem je­wei­li­gen Ei­gen­tü­mer ei­nes Grund­stücks zu­steht, wird zu­dem auf dem Haupt­buch­blatt des be­rech­tig­ten Grund­stücks in die­sel­be Ab­tei­lung ein­ge­tra­gen.
die Be­zeich­nung mit ei­nem Stich­wort;
den Ge­samt­wert nach Ar­ti­kel 783 Ab­satz 2 ZGB.
3Das Stich­wort für die Grund­last wird vom Grund­buchamt fest­ge­legt.
4Ist die Grund­last mit ei­ner un­ab­lös­ba­ren Grund­dienst­bar­keit ver­bun­den, so wird auf An­trag in der Ab­tei­lung «Grund­las­ten» als Be­mer­kung auf die Dienst­bar­keit hin­ge­wie­sen.
1Die Grund­pfand­rech­te wer­den in die Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» des Haupt­buch­blatts ein­ge­tra­gen.
2Der Ein­trag ent­hält:
die Art des Grund­pfand­rechts;
im Fall ei­nes Schuld­briefs: die Be­zeich­nung als Re­gis­ter-Schuld­brief oder als Pa­pier-Schuld­brief;
zur Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 1 oder die Be­zeich­nung «In­ha­ber»;
die Pfand­sum­me und ge­ge­be­nen­falls den höchs­ten Zins­fuss, für den das Pfand­recht nach Ar­ti­kel 818 Ab­satz 2 ZGB Si­cher­heit bie­tet;
für rechts­ge­schäft­li­che Pfand­rech­te: die Pfand­stel­le;
3Im Ein­trag kann auf ei­ne Vor­mer­kung zum Nach­rückungs­recht ver­wie­sen wer­den.
1Im Pa­pier­grund­buch wer­den die Be­mer­kun­gen zum Ein­trag ei­nes Grund­pfand­rechts un­ter des­sen Zif­fer oder Buch­sta­ben an­ge­bracht und so weit wie mög­lich zu­sam­men­ge­stellt.
2Am En­de je­des Ein­trags wird ei­ne Zei­le für Ver­wei­se auf Be­mer­kun­gen zum Grund­pfand­recht leer ge­las­sen.
3Bei dem Ein­trag, auf den sich die Be­mer­kung be­zieht, wird auf die­se ver­wie­sen.
1Auf An­trag der be­rech­tig­ten Per­son kön­nen oh­ne Grund­buch­wir­kun­gen auf dem Haupt­buch­blatt in der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» fol­gen­de Rechts­über­gän­ge und Rech­te in Be­zug auf einen Pa­pier­schuld­brief oder ei­ne Grund­pfand­ver­schrei­bung ein­ge­tra­gen wer­den:
der Über­gang des Gläu­bi­ger­rechts;
das Fahr­nis- oder Faust­pfand­recht;
die Nutz­nies­sung.
2Die Rechts­stel­lung ist ge­gen­über dem Grund­buchamt glaub­haft zu ma­chen.
3Das Grund­buchamt rich­tet al­le An­zei­gen an die be­rech­tig­te Per­son, so­weit die­se nicht ei­ne be­voll­mäch­tig­te Per­son nach Ar­ti­kel 105 Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­stellt hat.
4In ei­nem Aus­zug wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Be­zeich­nung der ein­ge­tra­ge­nen be­rech­tig­ten Per­son kei­ne Grund­buch­wir­kun­gen ent­fal­tet.
1Ein neu­er Gläu­bi­ger oder ei­ne neue Gläu­bi­ge­rin des Re­gis­ter-Schuld­briefs wird auf An­mel­dung des bis­he­ri­gen Gläu­bi­gers oder der bis­he­ri­gen Gläu­bi­ge­rin in das Haupt­buch ein­ge­tra­gen.
2Wer sich nicht durch den Ein­trag im Haupt­buch als Gläu­bi­ger oder Gläu­bi­ge­rin aus­wei­sen kann, muss durch einen Er­werbs­ti­tel nach­wei­sen, dass die Gläu­bi­ger­stel­lung schon vor der Ein­tra­gung in das Grund­buch er­wor­ben wur­de.
3Der Fahr­nis­pfand­gläu­bi­ger oder die Fahr­nis­pfand­gläu­bi­ge­rin des Re­gis­ter-Schuld­briefs wird auf An­mel­dung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin, der oder die im Haupt­buch ein­ge­tra­gen ist, in das Haupt­buch ein­ge­tra­gen. Er oder sie wird in der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» mit der Be­zeich­nung als Fahr­nis­pfand­gläu­bi­ger oder -gläu­bi­ge­rin des Schuld­briefs ein­ge­tra­gen.
4Ei­ne Nutz­nies­sung an ei­nem Re­gis­ter-Schuld­brief wird in der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» ein­ge­tra­gen.
5Die Pfän­dung des Re­gis­ter-Schuld­briefs und wei­te­re zwangs­voll­stre­ckungs­recht­li­che Ver­fü­gungs­be­schrän­kun­gen wer­den als Be­mer­kun­gen zum Pfand­recht ein­ge­tra­gen.
1In der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» wird un­ter den Be­mer­kun­gen ein­ge­tra­gen:
die Be­zeich­nung der be­voll­mäch­tig­ten Per­son bei ei­nem Schuld­brief (Art. 850 ZGB): auf Ver­lan­gen des Voll­macht­ge­bers oder der Voll­macht­ge­be­rin;
die Be­zeich­nung der ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­son bei An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen (Art. 875 Ziff. 1 ZGB).
2Zur nach­träg­li­chen An­ga­be ei­ner ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­son oder zur Lö­schung der Be­mer­kung be­darf es der Zu­stim­mung al­ler Be­tei­lig­ten oder ei­ner Ver­fü­gung des Ge­richts.
1Ha­ben die Par­tei­en schuld­recht­li­che Ne­ben­ver­ein­ba­run­gen über Ver­zin­sung, Ab­zah­lung und von den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen (Art. 846 Abs. 2 ZGB) ab­wei­chen­de Kün­di­gungs­be­stim­mun­gen oder an­de­re die For­de­rung be­tref­fen­de Ne­ben­be­stim­mun­gen ge­trof­fen oder wer­den sol­che ge­än­dert, so kann un­ter den Be­mer­kun­gen zu den Pfand­rech­ten dar­auf ver­wie­sen wer­den.
2Auf Ver­lan­gen des Schuld­ners oder der Schuld­ne­rin und mit Zu­stim­mung des Pfand­gläu­bi­gers oder der Pfand­gläu­bi­ge­rin wer­den Ab­zah­lun­gen oh­ne Re­duk­ti­on der Schuld- und Pfand­sum­me (Art. 852 ZGB) un­ter den Be­mer­kun­gen ein­ge­tra­gen.
1Ein Schuld­brief wird um­ge­wan­delt, in­dem auf dem Haupt­buch­blatt die fol­gen­den An­ga­ben ge­än­dert wer­den:
Be­zeich­nung der neu­en Pfand­rechts­art;
bei der Um­wand­lung ei­nes Pa­pier-Schuld­briefs in einen Re­gis­ter-Schuld­brief: Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin;
bei der Um­wand­lung ei­nes Re­gis­ter-Schuld­briefs in einen Pa­pier-Schuld­brief: Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin oder Be­zeich­nung «In­ha­ber»;
bei der Um­wand­lung ei­nes In­ha­ber­schuld­briefs in einen Na­men­schuld­brief und um­ge­kehrt: Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin oder Be­zeich­nung «In­ha­ber»; auf dem Pfand­ti­tel wird ein ent­spre­chen­der Ver­merk an­ge­bracht.
2Ab­satz 1 gilt sinn­ge­mä­ss auch für die Um­wand­lung ei­ner Grund­pfand­ver­schrei­bung in einen Schuld­brief und um­ge­kehrt.
1Die ver­ein­fach­te Um­wand­lung ei­nes Pa­pier-Schuld­briefs in einen Re­gis­ter-Schuld­brief (Art. 33b SchlT ZGB) er­folgt durch die Än­de­rung des Pfand­recht­sein­trags auf dem Haupt­buch­blatt mit fol­gen­den An­ga­ben:
Be­zeich­nung als Re­gis­ter-Schuld­brief;
Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin.
2Das Grund­buchamt nimmt die Um­wand­lung erst vor, wenn ihm der Pfand­ti­tel zur Ent­kräf­tung oder ei­ne Kraft­los­er­klä­rung des Ge­richts ein­ge­reicht wird.
3In ei­ner Be­mer­kung wird das Da­tum der Um­wand­lung an­ge­ge­ben und auf die An­mel­dungs­be­le­ge hin­ge­wie­sen.
1Grund­pfand­rech­te wer­den nur auf ei­nem Kol­lek­tiv­blatt ein­ge­tra­gen, wenn al­le dar­auf ent­hal­te­nen Grund­stücke ver­pfän­det wer­den sol­len.
2Wird ein Grund­pfand­recht nur für ein­zel­ne auf dem Kol­lek­tiv­blatt ent­hal­te­ne Grund­stücke zur Ein­tra­gung an­ge­mel­det, so über­trägt das Grund­buchamt von Am­tes we­gen die­se Grund­stücke oder die an­de­ren Grund­stücke des Blatts auf ein neu­es Haupt­buch­blatt.
1Soll auf meh­re­re, nicht in ei­nem Kol­lek­tiv­blatt ver­ei­nig­te Grund­stücke des­sel­ben Grund­buch­krei­ses für ei­ne For­de­rung ein Grund­pfand­recht (Ge­samt­pfand­recht) er­rich­tet wer­den (Art. 798 Abs. 1 ZGB), so wer­den bei des­sen Ein­tra­gung auf den ein­zel­nen Haupt­buch­blät­tern je­weils als Pfand­sum­me der gan­ze Be­trag der For­de­rung und in den Be­mer­kun­gen der Hin­weis auf die mit­ver­pfän­de­ten Grund­stücke auf­ge­nom­men (z.B. «zu A: Num­mer … mit­ver­pfän­det»).
2Soll das Ge­samt­pfand­recht für ei­ne For­de­rung auf meh­re­ren, in ver­schie­de­nen Grund­buch­krei­sen ge­le­ge­nen Grund­stücken er­rich­tet wer­den, so sind die An­mel­dung und die Ein­tra­gung zu­erst im Grund­buch­kreis, in dem die grös­se­re Flä­che der zu ver­pfän­den­den Grund­stücke liegt, für die in die­sem Kreis ge­le­ge­nen Grund­stücke vor­zu­neh­men.
3Ge­stützt auf die Be­stä­ti­gung über die Ein­tra­gung in die­sem Kreis mel­det der Ei­gen­tü­mer, die Ei­gen­tü­me­rin, der Er­wer­ber oder die Er­wer­be­rin in den üb­ri­gen Grund­buch­krei­sen die Ein­tra­gung des Grund­pfand­rechts an. Je­des Grund­buchamt ver­merkt bei der Ein­tra­gung die Num­mern al­ler mit­ver­pfän­de­ten Grund­stücke des ei­ge­nen und der an­de­ren Krei­se und teilt den Grund­buchäm­tern der an­de­ren Krei­se zum sel­ben Zweck al­le Ver­pfän­dun­gen un­ter An­ga­be der Num­mern mit.
4Für den Fall, dass die zu ver­pfän­den­den Grund­stücke nur in ei­nem Kan­ton lie­gen, kön­nen die Kan­to­ne das Grund­buchamt, bei dem die ers­te An­mel­dung nach Ab­satz 2 er­folgt, ver­pflich­ten, von Am­tes we­gen die Ein­tra­gung der Grund­pfand­rech­te in den üb­ri­gen Grund­buch­krei­sen zu ver­an­las­sen.
Ge­hö­ren in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 110 Ab­satz 1 oder 2 meh­re­re Grund­stücke in­ner­halb ei­nes Grund­buch­krei­ses ver­schie­de­nen Ei­gen­tü­mern oder Ei­gen­tü­me­rin­nen, so muss die An­mel­dung für al­le Grund­stücke gleich­zei­tig ein­ge­reicht wer­den.
Ar­ti­kel 110 gilt sinn­ge­mä­ss, wenn nach­träg­lich noch an­de­re Grund­stücke nach Ar­ti­kel 798 Ab­satz 1 ZGB mit dem an ei­nem Grund­stück be­ste­hen­den Grund­pfand­recht be­las­tet wer­den sol­len.
1Wer­den meh­re­re auf ver­schie­de­nen Haupt­buch­blät­tern auf­ge­nom­me­ne Grund­stücke für die­sel­be For­de­rung ver­pfän­det, oh­ne dass ein Ge­samt­pfand­recht er­rich­tet wer­den soll, so wird je­des Grund­stück mit dem von den Par­tei­en bei der An­mel­dung an­ge­ge­be­nen Teil­be­trag be­las­tet (Art. 798 Abs. 2 ZGB).
2Ha­ben die Par­tei­en über die Ver­tei­lung nichts be­stimmt, so kann das Grund­buchamt ent­we­der die An­mel­dung ab­wei­sen oder in den Fäl­len, in de­nen für die Grund­stücke ein Schat­zungs­wert im Grund­buch an­ge­ge­ben ist, die Ver­tei­lung un­ter Mit­tei­lung an die Par­tei­en nach dem Schat­zungs­wert vor­neh­men und die ent­spre­chen­den Be­las­tun­gen in das Grund­buch ein­tra­gen.
3Die Teil­be­trä­ge wer­den auf den nächs­ten gan­zen Fran­ken auf­ge­run­det.
1Ge­hen die Gläu­bi­ger­rech­te für ei­ne Teil­for­de­rung von Ge­set­zes we­gen auf einen neu­en Gläu­bi­ger oder ei­ne neue Gläu­bi­ge­rin über (Art. 110 OR1), so wird auf An­trag der be­tei­lig­ten Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen un­ter ent­spre­chen­der Re­duk­ti­on des bis­he­ri­gen Pfand­rechts ein Teil­pfand­recht in die­sem Be­trag und an der­sel­ben Pfand­stel­le ein­ge­tra­gen.
2Geht das Teil­pfand­recht dem bis­he­ri­gen Pfand­recht im Rang nach, so wird die Pfand­stel­le ge­teilt.
1Wird ei­nes von meh­re­ren ins­ge­samt ver­pfän­de­ten Grund­stücken ver­äus­sert und ver­pflich­tet sich der Er­wer­ber oder die Er­wer­be­rin nicht so­li­da­risch für die Schuld, für die das Grund­stück haf­tet, so gilt Ar­ti­kel 113. Das Grund­buchamt nimmt je­doch die Ver­tei­lung der Be­las­tung nach Ar­ti­kel 113 Ab­satz 2 in al­len Fäl­len vor, in de­nen die Par­tei­en kei­ne Teil­be­trä­ge an­ge­ge­ben ha­ben.
2Das Grund­buchamt in­for­miert die Be­tei­lig­ten un­ver­züg­lich über die Ver­tei­lung.
Wer­den Grund­pfand­rech­te oder Grund­las­ten auf den Haupt­buch­blät­tern von Mit­ei­gen­tumsan­tei­len oder Stock­werk­ein­hei­ten ein­ge­tra­gen, so wird von Am­tes we­gen durch ei­ne An­mer­kung auf dem Blatt des Stamm­grund­stücks dar­auf hin­ge­wie­sen.
Für die Ein­tra­gung des vor­be­hal­te­nen Vor­gangs (Art. 813 Abs. 2 ZGB) und der lee­ren Pfand­stel­le (Art. 815 ZGB) gilt Ar­ti­kel 101. Statt der Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin wird je­doch «vor­be­hal­te­ner Vor­gang» oder «lee­re Pfand­stel­le» ein­ge­tra­gen; un­ter «Grund­pfand­art» wird nichts ein­ge­tra­gen.
1Die ge­setz­li­chen Grund­pfand­rech­te wer­den in der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» ein­ge­tra­gen.
die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 101 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a, d, e, g und h;
einen Hin­weis auf die Art der ge­si­cher­ten For­de­rung, bei­spiels­wei­se Bau­hand­wer­ker­for­de­rung, Bau­rechts­zins, Heim­fall­ent­schä­di­gung, Grund­steu­er­for­de­rung, Stras­sen­bei­trä­ge;
un­ter den Be­mer­kun­gen ge­ge­be­nen­falls einen Hin­weis auf ein vom Ein­tra­gungs­da­tum ab­wei­chen­des Rang­ver­hält­nis zu den üb­ri­gen Pfand­rech­ten.
3Die Kan­to­ne kön­nen für ge­setz­li­che Pfand­rech­te die glei­che Dar­stel­lung wie für ver­trag­li­che Pfand­rech­te vor­se­hen.
4Das Grund­buchamt teilt die Ein­tra­gung ei­nes ge­setz­li­chen Pfand­rechts mit Rang­vor­gang un­ver­züg­lich al­len Per­so­nen mit, die aus ei­nem auf dem­sel­ben Haupt­buch­blatt ein­ge­tra­ge­nen be­schränk­ten ding­li­chen Recht be­rech­tigt sind.
1Die Grund­pfand­rech­te für Bo­den­ver­bes­se­run­gen (Art. 820 ZGB) wer­den nach Ar­ti­kel 101 ein­ge­tra­gen; statt der Pfand­stel­le wird je­doch die Ab­kür­zung «B-V» ein­ge­tra­gen.
2Wird das Pfand­recht für ei­ne Bo­den­ver­bes­se­rung ein­ge­tra­gen, die oh­ne staat­li­che Sub­ven­ti­on durch­ge­führt wird, so wird aus­ser­dem die Be­mer­kung «Til­gung durch An­nui­tä­ten von … %» bei­ge­fügt.
Der Ein­trag der fol­gen­den Pfand­rech­te ent­hält zu­sätz­lich zu den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 101:
beim Bau­hand­wer­ker­pfand­recht (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB): die Be­mer­kung «Baupfand­recht»;
beim ge­setz­li­chen Pfand­recht für den Bau­rechts­zins (Art. 779i und 779k ZGB): die Be­mer­kung «Bau­rechts­zins»;
beim ge­setz­li­chen Pfand­recht für die Heim­falls­ent­schä­di­gung (Art. 779d Abs. 2 und 3 ZGB):
die Be­mer­kung «Heim­falls­ent­schä­di­gung»,
statt der Pfand­stel­le die Ab­kür­zung «HfE» und die Be­mer­kung, dass das Pfand­recht den Rang des ge­lösch­ten Bau­rechts hat.
Wer­den An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen durch Er­rich­tung ei­ner Grund­pfand­ver­schrei­bung oder ei­nes Schuld­briefs si­cher­ge­stellt (Art. 875 Ziff. 1 ZGB), so ent­hält der Ein­trag in der Ab­tei­lung «Grund­pfand­rech­te» die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 101; ein­ge­tra­gen wer­den je­doch:
als Gläu­bi­ger oder Gläu­bi­ge­rin­nen «die aus den An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen Be­rech­tig­ten»;
der Be­trag, die An­zahl und die Art der Ob­li­ga­tio­nen (Na­men- oder In­ha­berob­li­ga­tio­nen);
die Be­zeich­nung der ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­son un­ter den Be­mer­kun­gen.
1Ran­g­än­de­run­gen von Grund­pfand­rech­ten ge­gen­über Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten oder Vor­mer­kun­gen so­wie Ran­g­än­de­run­gen in­ner­halb der Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten und Vor­mer­kun­gen be­dür­fen ei­ner schrift­li­chen Zu­stim­mung der da­durch be­nach­tei­lig­ten Per­so­nen.
2Sie wer­den im Haupt­buch als Be­mer­kung in die ent­spre­chen­de Ab­tei­lung ein­ge­tra­gen.
1Für die Vor­mer­kun­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Ein­tra­gung der ding­li­chen Rech­te.
2Die Vor­mer­kung ent­hält über­dies:
den we­sent­li­chen In­halt des vor­ge­merk­ten Rechts;
die Be­zeich­nung der be­rech­tig­ten Per­son oder des be­rech­tig­ten Grund­stücks;
3Sie ent­hält einen Hin­weis auf das Recht, auf das sie sich be­zieht:
bei Dienst­bar­kei­ten mit Be­tei­li­gung an ei­ner ge­mein­schaft­li­chen Vor­rich­tung (Art. 740a Abs. 2 ZGB);
beim Bau­recht (Art. 779a Abs. 2 ZGB);
beim Nach­rückungs­recht (Art. 814 Abs. 3 ZGB).
4Be­zieht sich die Vor­mer­kung auf ei­ne als Grund­stück auf­ge­nom­me­ne Dienst­bar­keit, so wird die Vor­mer­kung auch auf dem Haupt­buch­blatt die­ses Rechts ein­ge­tra­gen.
5Soll ein per­sön­li­ches Recht vor­ge­merkt wer­den (Art. 959 ZGB), das dem je­wei­li­gen Ei­gen­tü­mer oder der je­wei­li­gen Ei­gen­tü­me­rin ei­nes Grund­stücks zu­steht, so wird die Vor­mer­kung auch in die gleich­na­mi­ge Ab­tei­lung des Haupt­buch­blatts des be­rech­tig­ten Grund­stücks ein­ge­tra­gen.
1Für die Vor­mer­kung vor­läu­fi­ger Ein­tra­gun­gen be­darf es der schrift­li­chen Ein­wil­li­gung des Ei­gen­tü­mers oder der Ei­gen­tü­me­rin und der üb­ri­gen Be­tei­lig­ten oder ei­ner An­ord­nung des Ge­richts.
2Vor­läu­fi­ge Ein­tra­gun­gen wer­den als sol­che be­zeich­net und ent­hal­ten:
Stich­wor­te zum we­sent­li­chen In­halt des Rechts;
die Be­zeich­nung der be­rech­tig­ten Per­son;
das Da­tum der An­mel­dung;
1An­mer­kun­gen wer­den auf dem Haupt­buch­blatt mit ei­nem Stich­wort, dem Da­tum und dem Hin­weis auf den Be­leg ein­ge­tra­gen.
2Be­zieht sich die An­mer­kung auf ein be­schränk­tes ding­li­ches Recht, so wird beim Ein­trag die­ses Rechts auf die An­mer­kung hin­ge­wie­sen.
1Er­folgt die Tei­lung ei­nes Grund­stücks durch ei­ne Pro­jekt­mu­ta­ti­on mit auf­ge­scho­be­ner Ver­mar­kung, so ist dies in den An­mel­dungs­be­le­gen fest­zu­hal­ten.
2Das Grund­buchamt trägt auf den Haupt­buch­blät­tern der be­trof­fe­nen Grund­stücke ei­ne An­mer­kung «Pro­jekt­mu­ta­ti­on» ein.
3Nach der Ver­mar­kung teilt die zu­stän­di­ge In­ge­nieur-Geo­me­te­rin oder der zu­stän­di­ge In­ge­nieur-Geo­me­ter dem Grund­buchamt mit:
dass die An­mer­kung ge­löscht wer­den kann; oder:
dass ei­ne Kor­rek­tur­mu­ta­ti­on er­fol­gen wird und die An­mer­kung erst nach de­ren Voll­zug zu lö­schen ist.
Die An­mer­kung ei­nes ge­setz­li­chen Weg­rechts von blei­ben­dem Be­stand (Art. 696 ZGB) wird oh­ne be­son­de­ren Aus­weis mit ei­nem Stich­wort nach kan­to­na­lem Recht auf dem Haupt­buch­blatt des be­las­te­ten Grund­stücks ein­ge­tra­gen.
Die An­mer­kung ei­nes Trust­ver­hält­nis­ses ent­hält den Hin­weis, dass das Grund­stück zu ei­nem Trust ge­hört, und die Kurz­be­zeich­nung des Trusts.
1Die von ei­nem Trä­ger ei­ner öf­fent­li­chen Auf­ga­be ge­stützt auf die kan­to­na­le Ge­setz­ge­bung durch Ver­wal­tungs­ver­fü­gung oder durch einen ver­wal­tungs­recht­li­chen Ver­trag für ein ein­zel­nes Grund­stück an­ge­ord­ne­te öf­fent­lich-recht­li­che Ei­gen­tums­be­schrän­kung mit län­ger dau­ern­der Wir­kung wird im Grund­buch an­ge­merkt, wenn sie die fol­gen­den Rechts­ge­bie­te be­trifft:
Na­tur-, Hei­mat- und Um­welt­schutz, mit Aus­nah­me der Alt­las­ten und der be­las­te­ten Stand­orte;
Was­ser­recht und Was­ser­bau;
Stras­sen­bau und Stras­sen­po­li­zei;
För­de­rung des Woh­nungs­baus;
För­de­rung der Land- und Forst­wirt­schaft;
amt­li­che Ver­mes­sung;
Bau­ge­setz­ge­bung;
Ent­eig­nungs­recht.
2Bei öf­fent­lich-recht­li­chen Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen, die im Grund­buch an­ge­merkt wer­den sol­len und gleich­zei­tig Ge­gen­stand des Ka­tas­ters der öf­fent­lich-recht­li­chen Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen sind, be­steht die An­mer­kung im Grund­buch in ei­nem Hin­weis auf den Ka­tas­ter.
3Die Kan­to­ne kön­nen An­mer­kun­gen aus wei­te­ren Rechts­ge­bie­ten vor­se­hen.
4Die Kan­to­ne er­stel­len ei­ne Lis­te der ein­zel­nen An­mer­kungs­tat­be­stän­de der kan­to­na­len Ge­setz­ge­bung und stel­len die­se dem EG­BA zu.
1Be­mer­kun­gen wer­den als Hin­wei­se auf be­son­de­re recht­s­er­heb­li­che Um­stän­de zu den Ein­trä­gen in al­len Ab­tei­lun­gen ein­ge­tra­gen, bei­spiels­wei­se als Hin­weis auf:
Än­de­run­gen von Rang­ver­hält­nis­sen;
mit­ver­pfän­de­te Grund­stücke beim Ge­samt­pfand;
Er­nen­nung ei­ner be­voll­mäch­tig­ten Per­son (Art. 105);
Ne­ben­ver­ein­ba­run­gen und Ab­zah­lun­gen beim Schuld­brief;
Ver­fü­gungs­be­schrän­kun­gen beim Re­gis­ter-Schuld­brief.
2Be­mer­kun­gen aus der amt­li­chen Ver­mes­sung kön­nen auch in die Grund­stücks­be­schrei­bung ein­ge­tra­gen wer­den.
1Die Be­stim­mun­gen über die An­mel­dung zur Ein­tra­gung gel­ten auch für die An­mel­dung zur Än­de­rung oder Lö­schung ei­nes Ein­trags.
2Aus­ser­dem be­darf es ei­ner schrift­li­chen Er­mäch­ti­gung der aus dem Ein­trag be­rech­tig­ten Per­so­nen, des Ge­richts oder ei­ner an­de­ren zu­stän­di­gen Be­hör­de.
3Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen über die Vor­aus­set­zun­gen der Än­de­rung oder Lö­schung un­ge­recht­fer­tig­ter oder be­deu­tungs­los ge­wor­de­ner Ein­trä­ge (Art. 975-976b ZGB) blei­ben vor­be­hal­ten.
1Ein­trä­ge wer­den ge­löscht, in­dem die Da­ten des Haupt­buchs vom Be­stand der rechts­wirk­sa­men in den­je­ni­gen der nicht mehr rechts­wirk­sa­men (his­to­ri­schen) Da­ten über­ge­führt wer­den.
2Ein­trä­ge wer­den ge­än­dert, in­dem die neu­en Da­ten in den Be­stand der rechts­wirk­sa­men Da­ten des Haupt­buchs auf­ge­nom­men und die ge­än­der­ten Da­ten in den Be­stand der nicht mehr rechts­wirk­sa­men (his­to­ri­schen) Da­ten über­ge­führt wer­den.
3Nicht mehr rechts­wirk­sa­me (his­to­ri­sche) Da­ten sind un­ter An­ga­be von Da­tum und Be­leg der Lö­schung oder Än­de­rung als sol­che zu kenn­zeich­nen.
1Ein Ein­trag im Pa­pier­grund­buch wird ge­löscht, in­dem er im Haupt­buch voll­stän­dig ge­stri­chen und bei der be­tref­fen­den Stel­le die Be­mer­kung «… ge­löscht» ein­ge­tra­gen wird.
2Ein Ein­trag im Pa­pier­grund­buch wird ge­än­dert, in­dem im Haupt­buch der gan­ze Ein­trag oder der zu än­dern­de Teil ge­stri­chen und durch den neu­en Wort­laut er­setzt wird.
3Da­tum und Be­leg der Lö­schung oder Än­de­rung wer­den an­ge­ge­ben.
1Wird ein vor­ge­hen­des Grund­pfand­recht ge­tilgt, oh­ne dass an sei­ner Stel­le so­fort und für die gan­ze ur­sprüng­li­che Pfand­sum­me ein neu­es er­rich­tet wird und oh­ne dass die nach­ge­hen­den Grund­pfand­gläu­bi­ger und -gläu­bi­ge­rin­nen nach­rücken, so wird zu­gleich mit der Lö­schung un­ter bis­he­ri­gem Da­tum und mit bis­he­ri­ger Pfand­stel­le ei­ne lee­re Pfand­stel­le (Art. 117) ein­ge­tra­gen.
2Pa­pier-Schuld­brief und Gült dür­fen im Haupt­buch nicht ge­löscht wer­den, be­vor der Pfand­ti­tel ent­kräf­tet oder durch das Ge­richt für kraft­los er­klärt wor­den ist.
1Bei Pa­pier-Schuld­brie­fen und Gül­ten wer­den An­ga­ben, die zum not­wen­di­gen In­halt des Pfand­ti­tels ge­hö­ren, im Haupt­buch nur ge­än­dert, wenn die Än­de­rung gleich­zei­tig auch im Pfand­ti­tel vor­ge­nom­men wird.
2Ist der Pfand­ti­tel ab­han­den ge­kom­men, so wird ei­ne Än­de­rung nur vor­ge­nom­men, wenn der Ti­tel vom Ge­richt kraft­los er­klärt und an sei­ner Stel­le ein Er­satz­ti­tel (Du­pli­kat) aus­ge­stellt wor­den ist.
1An­mer­kun­gen des Pri­vat­rechts wer­den auf An­trag al­ler Per­so­nen, de­ren Rech­te vom an­ge­merk­ten Rechts­ver­hält­nis be­trof­fen sind, oder auf An­trag des Ge­richts oder ei­ner an­de­ren zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­löscht.
2An­mer­kun­gen des öf­fent­li­chen Rechts wer­den auf An­trag oder mit Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­löscht.
1Die Lö­schung der An­mer­kung ei­nes Trust­ver­hält­nis­ses er­for­dert den Nach­weis:
der Zu­stim­mung ei­ner vom Be­grün­der oder von der Be­grün­de­rin zur Lö­schung er­mäch­tig­ten Per­son;
der Zu­stim­mung der be­güns­tig­ten Per­so­nen;
der Zu­stim­mung der aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de über den Trust; oder
ei­ner An­ord­nung ei­nes schwei­ze­ri­schen Ge­richts.
2Das Grund­buchamt kann ei­ne no­ta­ri­el­le Fest­stel­lungs­ur­kun­de ei­ner schwei­ze­ri­schen Ur­kunds­per­son ver­lan­gen, worin die­se be­stä­tigt, dass der Nach­weis er­bracht ist.
1Das Grund­buchamt kann die nach Ar­ti­kel 962 Ab­satz 2 ZGB vor­ge­se­he­ne Lö­schung von Am­tes we­gen an­läss­lich ei­ner neu­en Ein­tra­gung auf dem be­tref­fen­den Haupt­buch­blatt oder an­läss­lich ei­ner all­ge­mei­nen Über­prü­fung der Ein­trä­ge vor­neh­men.
2Ge­langt das Grund­buchamt auf An­trag ei­ner be­rech­tig­ten Per­son oder von Am­tes we­gen vor­läu­fig zur Über­zeu­gung, dass ei­ne von Ar­ti­kel 962 Ab­satz 2 ZGB er­fass­te An­mer­kung des öf­fent­li­chen Rechts ih­re recht­li­che Be­deu­tung ver­lo­ren hat, so for­dert es die zu­stän­di­ge Be­hör­de schrift­lich auf, sich zur Lö­schung zu äus­sern.
3Ord­net die Be­hör­de die Lö­schung an und ist ihr Ent­scheid voll­streck­bar, so löscht das Grund­buchamt die An­mer­kung und be­nach­rich­tigt die Be­trof­fe­nen.
4Kommt die Be­hör­de der Auf­for­de­rung auch nach ei­ner Mah­nung nicht nach, so nimmt das Grund­buchamt die Lö­schung vor, so­fern sie ihm als ge­recht­fer­tigt er­scheint. Es be­nach­rich­tigt die Be­trof­fe­nen.
5Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die Wie­der­ein­tra­gung ver­lan­gen.
1Be­mer­kun­gen wer­den von Am­tes we­gen ge­löscht, wenn der ent­spre­chen­de Ein­trag ge­löscht wird oder wenn sie in­fol­ge ei­ner neu­en Be­mer­kung hin­fäl­lig wer­den.
2Mit der Be­mer­kung wird zu­gleich der Hin­weis dar­auf beim Ein­trag ge­löscht oder an­ge­passt.
1Be­rich­ti­gun­gen sind Ver­än­de­run­gen von un­rich­ti­gen rechts­wirk­sa­men Da­ten.
2Das Grund­buchamt ist ver­pflich­tet, fest­ge­stell­te Feh­ler nach Mög­lich­keit zu be­rich­ti­gen.
Schreib­feh­ler, die den ma­te­ri­el­len In­halt ei­nes Rechts oder die Iden­ti­fi­ka­ti­on ei­ner Per­son nicht be­rüh­ren, be­rich­tigt das Grund­buchamt je­der­zeit von sich aus.
1Kann das Grund­buchamt feh­ler­haf­te Ein­trä­ge oder Lö­schun­gen nicht so­fort von sich aus be­rich­ti­gen, so kenn­zeich­net es sie mit ei­ner An­mer­kung. Es löscht die­se nach der Be­rich­ti­gung von Am­tes we­gen.
2Es er­sucht die be­trof­fe­nen Per­so­nen um Zu­stim­mung zur Be­rich­ti­gung.
3Ver­wei­gert ei­ne be­trof­fe­ne Per­son die Zu­stim­mung, so er­sucht das Grund­buchamt das zu­stän­di­ge Ge­richt um An­ord­nung der Be­rich­ti­gung.
4Es weist im be­rich­tig­ten Ein­trag auf den Ein­trag im Ta­ge­buch hin.
1Im Pa­pier­grund­buch kön­nen al­le Be­rich­ti­gun­gen vor­ge­nom­men wer­den, so­lan­ge kei­ne Be­tei­lig­ten oder Drit­te vom un­rich­ti­gen Ein­trag oder der un­rich­ti­gen Lö­schung Kennt­nis er­hal­ten ha­ben.
2Die Be­rich­ti­gung durch Ra­su­ren, Kor­rek­tu­ren, Rand­be­mer­kun­gen oder Ein­schie­bun­gen ir­gend­wel­cher Art ist un­ter­sagt.
3Im Üb­ri­gen sind die Ar­ti­kel 141 und 142 an­wend­bar.
1Soll ein Pa­pier-Schuld­brief er­rich­tet wer­den, so stellt das Grund­buchamt so­fort nach der Ein­tra­gung des Pfand­rechts in das Haupt­buch den Pfand­ti­tel aus.
2Der Pfand­ti­tel wird nach dem Mus­ter des EG­BA er­stellt. Dar­in wer­den min­des­tens auf­ge­führt:
die Be­zeich­nung als Schuld­brief und die Be­zeich­nung des Gläu­bi­gers oder der Gläu­bi­ge­rin, oder die An­ga­be, dass der Ti­tel auf den In­ha­ber oder die In­ha­be­rin lau­tet;
das Da­tum der Ein­tra­gung des Pfand­rechts und die An­ga­be des Be­legs;
die Pfand­ti­tel­num­mer;
die Pfand­sum­me, die Zins-, Kün­di­gungs- und Ab­zah­lungs­be­stim­mun­gen so­wie ge­ge­be­nen­falls der höchs­te Zins­fuss, für den das Pfand­recht Si­cher­heit bie­tet (Art. 818 Abs. 2 ZGB), und die Be­mer­kun­gen über Än­de­run­gen im Rechts­ver­hält­nis (Art. 852 ZGB);
die Be­zeich­nung des Grund­stücks, das als Pfand ein­ge­setzt ist, mit der Iden­ti­fi­ka­ti­on (Art. 18 und 94 Abs. 1 Bst. e) und, wenn der Ti­tel nicht mit ei­nem Aus­zug aus dem Haupt­buch ver­bun­den ist, mit der Rechts­na­tur des Grund­stücks (Art. 655 ZGB);
so­fern das Grund­stück in ei­ner Grund­buchein­rich­tung nach kan­to­na­lem Recht auf­ge­nom­men ist: ein ent­spre­chen­der Hin­weis;
die Pfand­stel­le;
die be­reits auf dem Grund­stück ru­hen­den Rech­te und die vor­ge­hen­den und gleich­ran­gi­gen Las­ten (Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten, Pfand­rech­te, ein­sch­liess­lich der lee­ren Pfand­stel­len und der vor­be­hal­te­nen Vor­gän­ge, Vor­mer­kun­gen);
bei Be­las­tung von Mit­ei­gen­tum und Stock­werk­ei­gen­tum: die vor­ge­hen­de Pfand­be­las­tung der gan­zen Sa­che;
ge­ge­be­nen­falls der Na­me der be­voll­mäch­tig­ten Per­son nach Ar­ti­kel 850 ZGB oder der ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­son für die Gläu­bi­ger und Gläu­bi­ge­rin­nen nach Ar­ti­kel 875 Zif­fer 1 ZGB;
die Un­ter­schrift der Per­son, die den Ti­tel aus­stellt.
3Wird ein Ge­samt­pfand­recht er­rich­tet, so wird die­ses im Pfand­ti­tel als sol­ches be­zeich­net. Zu­dem wer­den für al­le als Pfand ein­ge­setz­ten Grund­stücke die An­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben e-i auf­ge­führt.
4An­stel­le der An­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben h und i kann im Ti­tel ein Aus­zug aus dem Haupt­buch wie­der­ge­ge­ben wer­den. Der Ti­tel kann auch Hin­wei­se auf ein Dritt­pfand­ver­hält­nis so­wie auf die Über­tra­gung, Auf­be­wah­rung oder Kraft­los­er­klä­rung des Ti­tels und Ähn­li­ches ent­hal­ten.
5Um­fasst der Ti­tel ein­sch­liess­lich ei­nes Aus­zugs aus dem Haupt­buch meh­re­re Sei­ten und bil­den die­se kei­ne kör­per­li­che Ein­heit, so wird auf je­der be­schrif­te­ten Sei­te die Ti­tel­num­mer an­ge­ge­ben; die Sei­ten wer­den durch ge­gen­sei­ti­ge Hin­wei­se auf die Sei­ten­zahl mit­ein­an­der ver­bun­den.
6Ist die Dar­stel­lung der An­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben h und i oder ei­nes Aus­zugs nach Ab­satz 4 zu auf­wen­dig oder wür­de der Ti­tel da­durch un­über­sicht­lich oder zu um­fang­reich, so kön­nen die An­ga­ben auf die­je­ni­gen über die vor­ge­hen­den und gleich­ran­gi­gen Pfand­rech­te (ein­sch­liess­lich der lee­ren Pfand­stel­len und vor­be­hal­te­nen Vor­gän­ge), Grund­las­ten, selbst­stän­di­gen und dau­ern­den Rech­te, Nutz­nies­sun­gen und Wohn­rech­te be­schränkt wer­den. In die­sem Fall wird im Ti­tel dar­auf hin­ge­wie­sen, dass an­de­re vor­ge­hen­de Be­las­tun­gen aus dem Haupt­buch er­sicht­lich sind.
7Wird ein neu­er Pfand­ti­tel für einen kraft­los er­klär­ten oder ent­kräf­te­ten Ti­tel (Art. 152) aus­ge­stellt, so ent­hält er die An­ga­be, dass er an des­sen Stel­le tritt.
1Sol­len für einen Schuld­brief­be­trag meh­re­re Grund­stücke ver­pfän­det wer­den, so wird nur ein Pfand­ti­tel aus­ge­stellt, so­fern:
die zu ver­pfän­den­den Grund­stücke auf ei­nem Kol­lek­tiv­blatt ver­ei­nigt sind; oder
es sich um ein Ge­samt­pfand­recht (Art. 110) han­delt.
2In den an­dern Fäl­len (Art. 113) kann:
für je­den Teil­be­trag, mit dem ein Grund­stück be­las­tet wird, ein be­son­de­rer Ti­tel aus­ge­stellt wer­den; oder
für die ver­schie­de­nen Grund­stücke, un­ter An­ga­be des auf je­dem las­ten­den Teil­be­trags, ein ein­zi­ger Pfand­ti­tel aus­ge­stellt wer­den, so­fern der Ti­tel über­sicht­lich bleibt.
Sol­len nach Er­rich­tung ei­nes Schuld­briefs wei­te­re Grund­stücke des­sel­ben Grund­buch­krei­ses da­mit be­las­tet wer­den, so gilt für die Aus­stel­lung des Pfand­ti­tels Ar­ti­kel 145.
1Wird ein Schuld­brief auf meh­re­re, in ver­schie­de­nen Grund­buch­krei­sen ge­le­ge­ne Grund­stücke als Ge­samt­pfand er­rich­tet, so wer­den al­le be­las­te­ten Grund­stücke in den Pfand­ti­tel auf­ge­nom­men.
2Der Pfand­ti­tel wird von der zu­stän­di­gen Per­son (Art. 144 Abs. 2 Bst. k) je­des be­trof­fe­nen Krei­ses un­ter­schrie­ben.
3Die Kan­to­ne kön­nen für meh­re­re im sel­ben Kan­ton ge­le­ge­ne Grund­stücke ei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung vor­se­hen.
1Der Pfand­ti­tel wird dem Gläu­bi­ger, der Gläu­bi­ge­rin oder ei­ner ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­son nur aus­ge­hän­digt, wenn der Schuld­ner oder die Schuld­ne­rin so­wie der Ei­gen­tü­mer oder die Ei­gen­tü­me­rin des be­las­te­ten Grund­stücks schrift­lich ih­re Zu­stim­mung er­klärt ha­ben (Art. 861 Abs. 3 ZGB).
2Die­se Ein­wil­li­gung kann in die An­mel­dung zur Ein­tra­gung des Pfand­rechts in das Grund­buch auf­ge­nom­men wer­den.
Wird über ei­ne Grund­pfand­ver­schrei­bung oder einen Re­gis­ter-Schuld­brief ein Aus­zug aus dem Grund­buch er­stellt (Art. 825 Abs. 2 ZGB), so gel­ten die Be­stim­mun­gen über den In­halt des Pfand­ti­tels (Art. 144) sinn­ge­mä­ss.
Än­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 105 und 106 wer­den gleich­zei­tig im Pfand­ti­tel nach­ge­tra­gen und durch Un­ter­schrift der zu­stän­di­gen Per­son (Art. 144 Abs. 2 Bst. k) be­stä­tigt.
In den Pfand­ti­teln wer­den von Am­tes we­gen al­le Än­de­run­gen nach­ge­tra­gen, die sich aus den Ein­tra­gun­gen und Lö­schun­gen in den an­de­ren Ab­tei­lun­gen des Haupt­buch­blatts er­ge­ben und die sich auf das Pfand­recht aus­wir­ken, bei­spiels­wei­se Pfand­ent­las­sun­gen, Lö­schun­gen von Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten und Vor­mer­kun­gen.
1Ein Pfand­ti­tel wird ent­kräf­tet, in­dem er mit ei­nem Lö­schungs­ver­merk ver­se­hen und zer­schnit­ten, per­fo­riert oder dia­go­nal durch­ge­stri­chen wird. Der Lö­schungs­ver­merk wird da­tiert und von der zu­stän­di­gen Per­son des Grund­buchamts un­ter­schrie­ben.
2Ist ein Pfand­ti­tel schad­haft, un­le­ser­lich oder un­über­sicht­lich ge­wor­den oder er­weist sich ei­ne Neu­aus­stel­lung als zweck­mäs­si­ger als die Än­de­rung, so stellt das Grund­buchamt un­ter Ent­kräf­tung des al­ten einen neu­en Pfand­ti­tel aus und ver­merkt dar­auf die Neu­aus­stel­lung. Wird ein Na­men­ti­tel neu aus­ge­stellt, so wird als Gläu­bi­ger oder Gläu­bi­ge­rin die Per­son an­ge­ge­ben, an die der Ti­tel zu­letzt über­tra­gen wur­de.
3Auf Ver­lan­gen der be­rech­tig­ten Per­son wird ihr der ent­kräf­te­te Pfand­ti­tel zu­sam­men mit dem neu­en Ti­tel aus­ge­hän­digt. Das kan­to­na­le Recht kann ei­ne an­de­re Re­ge­lung vor­se­hen.
4Wird das Grund­pfand­recht im Grund­buch ge­löscht, so wird der ent­kräf­te­te Ti­tel dem Grund­ei­gen­tü­mer oder der Grund­ei­gen­tü­me­rin auf Ver­lan­gen aus­ge­hän­digt.