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Timestamp: 2019-01-16 19:57:04
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Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 4', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 1']

Satzung der Stadt Ahrensburg über die Wärmeversorgung der Grundstücke und den Anschluss an die Nahwärmeversorgungsanlagen (Anschluss-Satzung) / Ahrensburg
Satzung der Stadt Ahrensburg über die Wärmeversorgung der Grundstücke und den Anschluss an die Nahwärmeversorgungsanlagen (Anschluss-Satzung)
Nachtragssatzung vom 01.09.1993
§ 3 Begrenzung des Anschlussrechts
§ 7 Kreis der Verpflichteten
§ 8 Anschluss an die Nahwärmeversorgungsanlagen und Rechtsgrundlage für die Nahwärmeversorgung
§ 9 Grundstücks- und Hausanschlussleitungen
§ 10 Wärmelieferung
§ 12 Zutritt zu den Wärmeverbrauchsanlagen und Auskunftspflicht
§ 13 Begriff des Grundstücks
§ 14 Abmeldung des Wärmebezuges
§ 15 Anschlussbeitrag und Benutzungsentgelt
§ 16 Einstellung der Wärmelieferung
§ 17 Verbrauchsabhängige Abrechnungen
Aufgrund der §§ 4 und 17 der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. April 1990 (GVOBI. Schleswig-Holstein Seite 159) - geändert durch Gesetz vom 6. Dezember 1991 (GVOBl. Schl.-H. S. 640) - wird nach Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ahrensburg vom 24.05.1993 und 23.08.1993 folgende Satzung erlassen:
In der Stadt Ahrensburg wird zur Einschränkung der Immissionen aus Feuerungsanlagen eine Nahwärmeversorgung betrieben.
Der Geltungsbereich der Satzung bezieht sich auf die Bebauungsplangebiete 46 ‑ 1. Änderung und Ergänzung ‑, 54 und Erweiterung, 55 a, 55 b und 64 sowie vom Bebauungsplangebiet Nr. 56 die Flurstücke 46, 48, 50, 53, 54, 56, 57 der Flur O 15 (Gebiete laut beiliegendem Lageplan).
Die Stadt ist berechtigt, die Durchführung der Wärmeversorgung auf eine Betreibergesellschaft zu übertragen.
Art und Umfang der Nahwärmeversorgungsanlagen, den Zeitpunkt ihrer Herstellung, Erweiterung und Erneuerung sowie Art und Zustand des Wärmeträgers bestimmt die Stadt.
Die Wärmeverbrauchsanlagen auf den Grundstücken werden mit Wärme für Raumheizung, Warmwasserbereitung und allen sonstigen geeigneten Verwendungszwecken versorgt.
Wärmeträger für die Versorgungsanlagen ist Heißwasser.
Jede/r Eigentümer/in eines im Geltungsbereich liegenden bebauten oder bebaubaren Grundstücks, das unmittelbar an eine Straße grenzt, in der sich eine betriebsfertige Nahwärmeleitung befindet, ist - vorbehaltlich der Einschränkung in § 3 - berechtigt zu verlangen, dass sein/ ihr Grundstück an die Nahwärmeversorgungsanlagen angeschlossen wird (Anschlussrecht).
Dieses gilt auch für die Eigentümer/innen von Grundstücken, die nicht unmittelbar an einer Straße (Weg, Platz) mit betriebsfertiger Nahwärmeleitung liegen, aber mit dieser Straße durch einen privaten oder öffentlichen Weg verbunden sind.
Nach dem betriebsfertigen Anschluss des Grundstücks an die Nahwärmeversorgung haben die Anschlussnehmer/innen das Recht, die benötigten Wärmemengen aus den Versorgungsanlagen zu entnehmen (Benutzungsrecht).
Ist der Anschluss (§ 2 Abs. 1) wegen der besonderen Lage des Grundstücks oder aus sonstigen technischen oder wirtschaftlichen Gründen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden oder sind dafür besondere Maßnahmen und Aufwendungen erforderlich, kann der Anschluss versagt werden. Dieses gilt nicht, wenn der/ die Antragsteller/in sich bereit erklärt, neben dem Anschlusspreis auch die entstehenden Mehrkosten für den Bau und ggf. für den Betrieb zu tragen. In diesem Fall hat er/ sie auf Verlangen angemessene Sicherheit zu leisten.
Sind die Gründe, die zur Versagung des Anschlusses geführt haben fortgefallen, ist nach den Vorschriften dieser Satzung zu verfahren.
Jede/r Eigentümer/in eines Grundstückes, das durch eine Straße (Weg, Platz) erschlossen ist (§ 2 Abs. 1), in der sich eine betriebsfertige Nahwärmeleitung befindet, ist verpflichtet, sein/ ihr Grundstück an die Nahwärmeversorgung anzuschließen, sobald es mit einem Gebäude oder mit mehreren Gebäuden bebaut ist, oder mit der Bebauung begonnen wird und auf ihm Wärmeverbrauchsanlagen betrieben werden sollen.
Die Stadt gibt öffentlich bekannt, welche Straßen mit betriebsfertigen Versorgungsleitungen versehen sind. Mit Ablauf eines Monats nach erfolgter öffentlicher Bekanntgabe ist der Anschlusszwang wirksam.
Werden an öffentlichen Straßen, die noch nicht mit Versorgungsleitungen ausgestattet sind, aber später damit versehen werden sollen, Neubauten errichtet, so sind auf Verlangen der Stadt alle Einrichtungen für den späteren Anschluss vorzubereiten. Das gleiche gilt, wenn bereits bestehende Bauten durch An- und Umbau wesentlich geändert werden sollen.
Der gesamte Wärmebedarf im Sinne von § 1 Abs. 5 ist ausschließlich aus den Nahwärmeversorgungsanlagen zu entnehmen.
Die Errichtung und der Betrieb von Wärmeerzeugungsanlagen für die in § 1 Abs. 5 genannten Verwendungszwecke ist nicht gestattet.
Für Bauwerke, die am Tage des Inkrafttretens dieser Satzung fertiggestellt oder im Bau befindlich sind und für die kein Anschluss an die Nahwärmeversorgung eingeplant ist, wird bis zur notwendigen Erneuerung der eingebauten (oder eingeplanten) Heizungsanlagen, jedoch höchstens für einen Zeitraum von zehn Jahren seit Inkrafttreten der Satzung bzw. Fertigstellung der eingeplanten Heizungsanlage, Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang erteilt.
Der Althausbestand in Sanierungsgebieten im Sinne des Städtebauförderungsgesetzes vom 27. Juli 1971 (EGBI. I Seite 1125) wird vom Anschluss- und Benutzungszwang befreit.
Für Bauwerke, deren Warmwasser- oder Heizenergiebedarf oder beides durch solarthermische Anlagen teilweise oder ganz gedeckt werden sollen, wird Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang in dem Maße, als dieses durch solarthermische Versorgung ersetzt werden kann, erteilt.
Die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang ist innerhalb eines Monats nach schriftlicher Aufforderung zum Anschluss schriftlich bei der Stadt zu beantragen und unter Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu begründen.
Eine Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang wird widerruflich oder befristet erteilt.
Die sich aus dieser Satzung für die Eigentümer/innen ergebenden Rechte und Pflichten gelten entsprechend auch für die dinglich Nutzungsberechtigten. Mehrere Verpflichtete sind Gesamtschuldner/innen.
Der Anschluss an die Nahwärmeversorgungsanlagen ist von der/ dem Verpflichteten bei der Stadt/ Betreibergesellschaft zu beantragen.
Bei Neubauten ist der Antrag gleichzeitig mit dem Antrag auf Baugenehmigung zu stellen.
Die Nahwärmeversorgung erfolgt auf privat-rechtlicher Grundlage.
Hierfür sind die jeweils gültigen Bedingungen für die Versorgung mit Wärme aus den Nahwärmeversorgungsanlagen maßgebend.
Jedes Grundstück erhält in der Regel einen unterirdischen und unmittelbaren Anschluss an die Versorgungsleitungen sowie eine Übergabestation. Die Stadt/ Betreiber-gesellschaft kann Ausnahmen zulassen.
Die Wärme wird ganzjährig geliefert. Sie darf nur für die beantragten Zwecke des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin verwendet werden. Die Weiterleitung an Dritte ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Stadt/ Betreibergesellschaft gestattet.
Die Wärme wird im Allgemeinen ohne Mengenbeschränkung geliefert. Die Stadt/ Betreibergesellschaft ist aber nur bis zu dem für jede/n Anschlussnehmer/in durch die Stadt/ Betreibergesellschaft festgestellten Anschlusswert verpflichtet, Wärme zu liefern.
Der Wärmeträger (Heißwasser) bleibt Eigentum der Stadt/ Betreibergesellschaft. Er darf weder chemisch und physikalisch verändert und nicht entnommen werden.
Sollte die Stadt/ Betreibergesellschaft durch höhere Gewalt oder sonstige Umstände, die nicht abzuwenden sind, zur Erzeugung und zur Abgabe ganz oder teilweise nicht in der Lage sein, so ruht die Verpflichtung zur Wärmelieferung, bis die Hindernisse oder Störungen beseitigt sind.
Zur Durchführung dringender betriebsnotwendiger Arbeiten kann die Stadt/ Be-treibergesellschaft die Wärmelieferungen vorübergehend unterbrechen. Entschädigungsansprüche stehen den Anschlussnehmern/ Anschlussnehmerinnen deshalb nicht zu.
Bei Unterbrechung der Wärmelieferung während des Frostes hat der/ die Anschlussnehmer/in auf rechtzeitige Entleerung und Belüftung seiner/ ihrer Wärmeverbrauchsanlagen zu achten.
Die Stadt/ Betreibergesellschaft haftet nicht für Schäden an privaten Anlagen, die infolge Unterbrechung der Wärmelieferung entstehen.
Den Beauftragten der Stadt/ Betreibergesellschaft ist zur Nachschau der Wärmeverbrauchsanlagen und Übergabestationen sowie zum Ablesen der Meßeinrichtungen und zur Prüfung der Befolgung dieser Vorschrift ungehindert Zutritt zu allen in Frage kommenden Teilen der angeschlossenen Grundstücke zu gewähren.
Den Anordnungen der Beauftragten ist bei Durchführung einer Prüfung Folge zu leisten. Die Beauftragten der Stadt/ Betreibergesellschaft führen einen Dienstausweis mit sich.
Die Anschlussnehmer/innen sind verpflichtet, alle für die Feststellung des Wärmeverbrauchs, der Errechnung der Beiträge und Gebühren und zur Prüfung der Wärmeverbrauchsanlagen erforderlichen Auskünfte zu erteilen.
Grundstück im Sinne dieser Satzung ist, unabhängig von der Eintragung im Liegenschaftskataster und im Grundbuch, jeder zusammenhängende Grundbesitz, der eine selbstständige wirtschaftliche Einheit bildet.
Befinden sich auf einem Grundstück mehrere Gebäude, so können für jedes dieser Gebäude die für Grundstücke maßgeblichen Vorschriften dieser Satzung angewandt werden; die Entscheidung hierüber trifft die Stadt.
Jeder Eigentumswechsel an einem Grundstück ist mindestens einen Monat vor Eintritt des Eigentumsüberganges schriftlich anzuzeigen. Unterlassen der/ die bisherige und der/ die neue Eigentümer/in die Anzeige, so sind beide Gesamtschuldner/innen, bis die Stadt/ Betreibergesellschaft von dem Wechsel Kenntnis erhält.
Zur Deckung des Aufwandes für die Herstellung sowie den Um- und Ausbau der Nahwärmeversorgung wird ein Anschlussbeitrag erhoben.
Zur Deckung der Kosten der Verwaltung, des Betriebes und der Unterhaltung der Einrichtung, einschließlich der Abschreibungen und der Verzinsung des aufgewandten Kapitals, wird ein Benutzungsentgelt erhoben.
Das Nähere regelt eine Entgeltsordnung der Stadt/ ein Entgeltstarif der Betreibergesellschaft.
Die Stadt/ Betreibergesellschaft ist berechtigt, ohne Einhaltung einer Frist die Wärmelieferung einzustellen und den Anschluss der Wärmeverbrauchsanlagen auf Kosten und Gefahren des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin zu unterbrechen, wenn der/ die Anschlussnehmer/in den Bestimmungen dieser Satzung oder der Entgeltsregelung zuwiderhandelt.
a) Nichtzahlung fälliger Beiträge und Entgelte trotz schriftlicher Mahnung
b) Unbefugte Entnahme und Verwendung von Wärme bzw. Beeinträchtigung der Meßeinrichtungen zum Nachteil der Stadt/ Betreibergesellschaft
c) Nichtausführung einer von der Stadt/ Betreibergesellschaft geforderten Installationsänderung, insbesondere bei einem Gefahr drohenden Zustand der Wärmeverbrauchseinrichtung des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin
d) Änderungen an den bestehenden Wärmeverbrauchsanlagen des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin ohne Zustimmung der Stadt/ Betreibergesellschaft
e) Störende Einwirkung der Wärmeverbrauchsanlage des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin auf Anlagen anderer Anschlussnehmer/innen oder der Stadt/ Betreibergesellschaft
f) Beschädigung der der Stadt/ Betreibergesellschaft gehörenden Einrichtungen und Verletzung der Plombe
g) Zutrittsverweigerung für den/ die Beauftragte/n der Stadt/ Betreibergesellschaft zu den Nahwärmeversorgungs- und den Wärmeverbrauchsanlagen auf dem Grundstück des/ der Anschlussnehmers/ Anschlussnehmerin
Die Versorgung wird nach Behebung der Anlässe und Erstattung der Kosten, die der Stadt/ Betreibergesellschaft durch diese Maßnahmen entstanden sind, wieder aufgenommen. Die Ausübung der der Stadt/ Betreibergesellschaft zustehenden Rechte lässt Erfüllungs- und Schadensersatzansprüche der Stadt/ Betreibergesellschaft unberührt.
Zu Zwecken einer verbrauchsabhängigen Abrechnung sind alle Wärmeverbrauchsanlagen bzw. alle Wohnungen, die an die Nahwärmeversorgungsanlagen angeschlossen sind, separat mit einem Wärmezähler auszustatten.
Rechtsgrundlage hierfür ist die Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten in der Fassung vom 20.01.1989. Die Messungen der verbrauchten Wärmeenergie sollen unter Berücksichtigung der durchflossenen Wassermenge und der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf erfolgen.
Ahrensburg, 01. September 1993
gez. Boenert