Source: http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/artikel/Berlin
Timestamp: 2018-01-19 17:29:51
Document Index: 108221179

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 6', '§ 11', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7']

Seit Beginn der 2000er Jahre nimmt Berlin kontinuierlich eine Spitzenposition beim Studium ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife in Deutschland ein. Dies bleibt aktuell trotz eines deutlichen Abwärtstrends beim Anteil beruflich qualifizierter Studienanfänger(innen) so. Im Bundesländervergleich belegt der Stadtstaat in dieser Kategorie derzeit den dritten Platz. Bei den Studierenden- und Absolvent(inn)enquoten weist Berlin demgegenüber steigende Spitzenwerte auf und erreicht hier im Bundesländervergleich jeweils den zweiten Platz. Rechtlich gesehen verfügt die Hauptstadt über relativ großzügige Regelungen für die Aufnahme eines Studiums ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung. Eine Besonderheit ist u. a. die Möglichkeit, ohne den vorherigen Erwerb eines Bachelor-Abschlusses zu einem weiterbildenden Master-Studium zugelassen zu werden. Personen ohne (Fach-)Abitur können nach Bestehen einer Eignungsprüfung also direkt auf Master-Niveau einsteigen. Diese Option besteht allerdings nur für Weiterbildungsstudiengänge und nicht für das traditionelle Bachelor- und Masterangebot.
Zulassung zu weiterbildenden Masterstudiengängen und Weiterbildungsangeboten
§ 10 Abs. 6 BerlHG: Bei „geeigneten weiterbildenden und künstlerischen Studiengängen“ benötigen beruflich Qualifizierte keinen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, um zum Masterstudium zugelassen zu werden. Die Zulassung erfolgt hierbei über eine Eignungsprüfung. Die Hochschulen regeln durch Satzung die festzustellenden Anforderungen und das Prüfungsverfahren der Eignungsprüfung.
§ 6 Abs. 2 und 3 BerlHZVO: Die Berliner Hochschulzulassungsverordnung sieht eine Teilgruppenübergreifende Vorabquote in Höhe von mindestens 5 bis maximal 30 Prozent vor. Diese ermöglicht für einzelne Studiengänge auch eine Quote für Bewerber(innen) nach § 11 des BerIHG, schreibt diese jedoch nicht vor (§ 6 Abs. 2 Satz 1 BerIHZVO). "Die Höhe der Quote sowie die Auswahlkriterien innerhalb dieser regelt der Akademische Senat der Hochschule, für die Studiengänge der Charité-Universitätsmedizin Berlin der Medizinsenat, durch Satzung,[...]" (§ 6 Abs. 2 Satz 2 BerlHZVO).
§ 6 Abs. 5 BerlHZVO: Die in den Quoten nicht in Anspruch genommenen Studienplätze werden gemäß § 7 BerIHZVO den Hauptquoten zugeteilt.
Berlin gehört beim Studium ohne Abitur innerhalb Deutschlands seit Jahren zur Spitzengruppe. Laut jüngster Zahlen fällt der Anteil der Studienanfänger(innen) ohne Abitur und Fachhochschulreife im Stadtstaat im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 0,42 Prozentpunkte auf 3,42 Prozent zurück. Damit liegt die Quote mit Ausnahme des Jahres 2011 zwar auf dem niedrigsten Niveau der letzten fünf Jahre, trotzdem liegt Berlin damit weiterhin weit über dem Bundesdurchschnitt von 2,47 Prozent und behält den 3. Platz im Vergleich zu den anderen Bundesländern bei. Erneut leicht steigende Werte verzeichnet der Stadtstaat dafür bei den Absolvent(inn)en. In dieser Kategorie belegt Berlin im Bundesländervergleich mit einem Anteil von 2,71 Prozent hinter Hamburg den 2. Platz. Der Anteil der beruflich qualifizierten Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung in Höhe von 2,81 Prozent und die damit einhergehende Zweitplatzierung in dieser Kategorie, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.
© Fri Jan 19 18:29:51 CET 2018 | CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung