Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%2029/04
Timestamp: 2019-07-21 01:25:32
Document Index: 215953438

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 15', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 16', '§ 39', '§ 34', '§ 34']

BFH, 10.11.2005 - IV R 29/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1146
BFH, 10.11.2005 - IV R 29/04 (https://dejure.org/2005,1146)
BFH, Entscheidung vom 10.11.2005 - IV R 29/04 (https://dejure.org/2005,1146)
BFH, Entscheidung vom 10. November 2005 - IV R 29/04 (https://dejure.org/2005,1146)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,1146) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 16, § 18, § 34
Tarifbegünstigung bei der Veräußerung von Teilanteilen an einer Freiberufler-GbR nur bei entsprechend anteiliger Übertragung des Geschäftsgrundstücks
EStG § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 § 16 § 18 § 34
Übertragung von Teilanteilen an einer Freiberufler-GbR
Teilanteilsveräußerung ohne Betriebsgrundlagen
Mitveräußerung von Miteigentum nach der Übertragung von Teilanteilen an einer Freiberufler-GbR; Tarifbegünstigung für die Veräußerung von Teilanteilen einer Tierklinik-GbR; Überlassung eines Praxisgrundstücks durch eine Miteigentümergemeinschaft an eine Freiberufler-GbR zu einer mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung; Zurechnung eines Grundstücks zum Sonderbetriebsvermögen einer GbR; Nutzung eines Grundstücks als Betriebsgrundstück
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 10.11.2005, Az.: IV R 29/04 ("Tierklinik")" von RA/StB Dr. Jan-Pieter Naujok und RRef. Oliver Rode, original erschienen in: ZfIR 2007, 197.
BFHE 211, 305
NJW 2006, 464 (Ls.)
BB 2006, 27
BStBl II 2006, 173
NZG 2006, 520 (Ls.)
Das Vorliegen eines Gewerbebetriebs der Klägerin unterstellt, ist bereits zweifelhaft, ob für die Klägerin als zwischen den Ehegatten M und F zumindest konkludent begründete GbR (näher dazu z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. November 2005 IV R 29/04, BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173, unter 2.c aa der Gründe, m.w.N.) ein Gesamthandsgewinn auf der Grundlage der Einkünfte aus der streitbefangenen Vermietung gesondert und einheitlich festzustellen ist.
Vermieten Miteigentümer als Gesellschafter einer zumindest konkludent vereinbarten (Besitz-)GbR ein Grundstück an eine Betriebsgesellschaft, so sind die Miteigentumsanteile an diesem Grundstück Sonderbetriebsvermögen I der Bruchteilseigentümer bei der GbR (BFH-Urteil in BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173, m.w.N.).
Er schließt sich insoweit dem Urteil des IV. Senats des BFH vom 10. November 2005 IV R 29/04 (BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173, m.w.N.) an.
Die Veräußerung des Anteils an einem Mitunternehmeranteil war jedoch vor Inkrafttreten des § 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG i.d.F. des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts vom 20. Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3858) nicht tarifbegünstigt, wenn der Veräußerer die zu seinem Sonderbetriebsvermögen gehörenden wesentlichen Betriebsgrundlagen nicht anteilig veräußerte, sondern weiterhin der Gesellschaft zur Nutzung überließ (Senatsurteil in BFHE 192, 419, BStBl II 2001, 26; BFH-Urteil in BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173, m.w.N.).
Wenn danach die die Mitunternehmerschaft betreffenden Sachverhalte in die Gewinnermittlung der Mitunternehmerschaft einzubeziehen sind (Zurechnungsnorm, so BFH-Urteil vom 18. Juli 1979 I R 199/75, BFHE 128, 516, BStBl II 1979, 750), der dem Gesellschafter nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzuordnende Grundstücksanteil zugleich dessen Sonderbetriebsvermögen bei der nutzenden Anwaltsgemeinschaft ist (vgl. BFH-Urteil vom 10. November 2005 IV R 29/04, BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173, m.w.N.), so lassen diese Auswirkungen auf der Ebene der Anwaltsgemeinschaft das --in Form der Grundstücksgesellschaft-- gemeinschaftliche Verwirklichen von Besteuerungsgrundlagen unberührt.
(1) Die bislang vom BFH zu entscheidenden Fälle zum Erfordernis der anteiligen Mitveräußerung von Sonderbetriebsvermögen betrafen lediglich die vollständige Zurückbehaltung des Sonderbetriebsvermögens durch den Veräußerer (BFH-Urteile in BFHE 192, 534, BStBl II 2005, 173; in BFHE 192, 419, BStBl II 2001, 26; vom 10. November 2005 IV R 29/04, BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173; in BFHE 211, 312, BStBl II 2006, 176; in BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863;… in BFH/NV 2013, 376; in BFHE 248, 66, BStBl II 2015, 536;… BFH-Beschlüsse in BFH/NV 2005, 1540;… in BFH/NV 2008, 2003).
In diesem Sinne kommt es daher darauf an, dass sämtliche Wirtschaftsgüter, in denen stille Reserven enthalten sind und die damit wesentliche Betriebsgrundlagen darstellen, mitveräußert werden (BFH-Urt. v. 10. November 2005, IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173 unter 2. a. der Gründe).
Für die Inanspruchnahme der Steuervergünstigung nach § 34 Abs. 1 EStG ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH erforderlich, dass nicht nur ein Anteil am Gesamthandsvermögen der Gesellschaft veräußert wird, sondern im Fall des Vorliegens von Sonderbetriebsvermögen, das zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen zu rechnen ist, auch ein entsprechender Anteil am Sonderbetriebsvermögen übertragen werden muss (…BFH-Urt. v. 12. April 2000 XI R 35/99, BStBl. II 2001, 26;…Urt. v. 24. August 2000 IV R 51/98, BStBl. II 2005, 173 s. unter 3. der Gründe;Urt. v. 10. November 2005 IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173 unter 2. der Gründe;…Urt. v. 14. Februar 2007 XI R 30/05, BB 2007, 1206).
Dies ergibt sich bereits daraus, dass das bebaute Grundstück des Klägers erhebliche stille Reserven enthält (vgl. BFH-Urt. v. 10. November 2005 IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173 unter 2. a. der Gründe;…Urt. v. 14. Februar 2007 XI R 30/05, BB 2007, 1206).
In diesem Sinne kommt es nach neuerer Rechtsprechung des BFH u.a. daher darauf an, dass die Grundstücke bzw. Grundstücksteile, in denen stille Reserven enthalten sind und damit wesentliche Betriebsgrundlagen darstellen, mitveräußert werden (BFH-Urt. v. 10. November 2005 IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173 unter 2. a. der Gründe).
Die Rechtsprechung sieht den Grund für die Gewerblichkeit der Vermietungstätigkeit des Besitzunternehmens darin, dass die hinter beiden Unternehmen stehenden Personen einen einheitlichen geschäftlichen Betätigungswillen haben, der auf die Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit in einem Doppelunternehmen gerichtet ist (vgl. BFH-Urteil vom 10. November 2005 IV R 29/04, BFHE 211, 305, BStBl II 2006, 173).
Diese Betrachtungsweise gilt auch bei der Veräußerung freiberuflich genutzten Vermögens (BFH-Urteile vom 10. November 2005 IV R 7/05, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2006, 23, und vom 10. November 2005 IV R 29/04, DStR 2005, 2164).
Die Veräußerung eines Bruchteils an einem Mitunternehmeranteil war im Streitjahr generell noch gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG tarifbegünstigt, weil die Neuregelung dieser Vorschrift durch das Gesetz zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts vom 20. Dezember 2001 (BGBl. I 2001, 3858), wonach der gesamte Anteil eines Mitunternehmers veräußert werden muss, erst mit Wirkung ab 2002 erfolgte (vgl. BFH, Urteile vom 10. November 2005 IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173 m. w. N.; vom 14. Februar 2007 XI R 30/05, BStBl. II 2007, 524).
Nach der Rechtsprechung des BFH ist eine Veräußerung eines Mitunternehmeranteils dann nicht tarifbegünstigt, wenn der Veräußerer die zu seinem Sonderbetriebsvermögen gehörenden wesentlichen Betriebsgrundlagen nicht anteilig mit veräußert, sondern diese der Gesellschaft weiterhin zur Nutzung überlässt (BFH, Urteile vom 12. April 2000 XI R 35/99, BStBl. II 2001, 26; vom 10. November 2005 IV R 29/04, BStBl. II 2006, 173; vom 14. Februar 2007 XI R 30/05, BStBl. II 2007, 524).