Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2015/64
Timestamp: 2019-04-22 09:08:28
Document Index: 58230027

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', '§ 833', 'BGH', '§ 833']

BGH, 25.05.1965 - VI ZR 15/64 - dejure.org
BGH, 25.05.1965 - VI ZR 15/64
Zur Bewachung einer Gastwirtschaft verwendeter Bernhardiner - Halten des Hundes an einer 3,45 m langen Kette - Beweis der Beobachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt bei der Beaufsichtigung eines Tieres - Verletzung dieser im eigenen Interesse gebotenen Sorgfalt
VersR 1965, 719
Wie der Streitfall zeigt, genügte das durch die Außenklinke mögliche Öffnen der Haustür, damit die Hunde ins Freie gelangten und ungehindert einen Menschen anfallen konnten (vgl. hierzu auch Senatsurteil vom 25. Mai 1965 - VI ZR 15/64 - VersR 1965, aaO; OLG Düsseldorf VersR 1981, 1035 mit Nichtannahmebeschluß des Senats vom 26. Mai 1981 - VI ZR 193/80 -).
Der Hundehalter, der mit einer gewissen Unvorsichtigkeit von Besuchern zu rechnen hat, muß dann entweder das Tor zur Gärtnerei verschlossen halten, solange er den Hund frei umherlaufen läßt, so daß Besucher das Grundstück nicht betreten können, oder er muß den Hund in solcher Entfernung von den Grundstücksteilen, die Besucher beim Aufsuchen der Gärtnerei zu betreten pflegen, sicher verwahren, daß er die Besucher nicht anfallen kann (vgl. BGH, Urt. v. 25. Mai 1965 - VI ZR 15/64, LM BGB § 833 Nr. 3 a;… Staudinger/Schäfer, BGB 12. Aufl. § 833 Rdnrn. 127, 129).
Ein Mitverschulden trifft den Verletzten insbesondere dann, wenn er die Sorgfalt außer Acht lässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch gegenüber Tieren zu beobachten pflegt, um sich vor Schaden zu bewahren (BGH vom 25.05.1965 - VI ZR 15/64).
Auch das Senatsurteil vom 25. Mai 1965 (VI ZR 15/64 = LM BGB § 833 Nr. 3a) betraf einen anderen Sachverhalt; dort handelte es sich um einen großen und schweren Gaststättenhund, der einen Gast - mithin einen Fremden - verletzt hatte.