Source: https://de.slideshare.net/eeuler/umgang-mit-verwaisten-vergriffenen-werken-in-der-praxis
Timestamp: 2017-08-22 02:05:15
Document Index: 376700536

Matched Legal Cases: ['§ 61', '§ 61', '§ 61', '§ 61', '§61', '§16', '§19', '§ 61', '§ 61', '§ 61', '§ 61', '§ 66', '§ 13', '§ 13', '§ 13']

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, Deputy Director Finances, Law, Communication German Digital Library
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie verwaiste vergriffene Werke nach der Umsetzung der Richtlinie zu den verwaisten Werken in das deutsche Recht genutzt werden können. Es werden sowohl die gesetzlichen Grundlagen dargestellt, als auch Einblick in das Register für verwaiste Werke beim Harmonisierungsamt für dne Binnenmarkt & das Register für vergriffene Werke beim Deutschen Patent & Markenamt genommen und dargestellt, wie viele Werke hier nach Inkrafttreten der Regelung Anfang 2014 hier Ende 2015 jeweils verzeichnet sind. Nach Darstellung von Theorie & Praxis wird auch ein Fazit gezogen & ein Ausblick gegeben.
1. Praktischer Umgang mit Verwaisten & Vergriffenen Werken Urheberrechtstagung Göttingen 17.11.2015 Dr. Ellen Euler, LL.M., Stellvertreterin des Geschäftsführers Kommunikation, Finanzen, Recht Deutsche Digitale Bibliothek
2. … Verwaiste Werke Theorie & Praxis … Fazit & Ausblick … Vergriffene Werke Theorie & Praxis … Fazit & Ausblick ... Mission der DDB Agenda. . .
3. Verwaiste Werke Theorie § Praxis
5. | Schwarzes Loch des 20 Jhds stopfen | Rechtsicherheit bei der Nutzung verwaister Werke | Motor für Digitalisierung und Online-Stellung kultureller Inhalte Verfolgte Ziele : Richtlinie 2012/28/EU CC01.0.
6. Gesetz vom 01.01.2013 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 59, S. 3728BGBl I S. 3728 (PDF, 66 KB, Datei ist nicht barrierefrei) Mit dem Gesetz vom 01.10.2013 zur Nutzung verwaister und vergriffener Werke und einer weiteren Änderung des Urheberrechtsgesetzes wird die Richtlinie 2012/28/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke in deutsches Recht umgesetzt. Inkrafttreten: Regelung für verwaiste Werke am 01.01.2014 Regelung für vergriffene Werke am 01.04.2014
7. Pressemitteilungen zu Verwaisten Werken Pressemitteilung BMJ vom 28.06.2013: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte: Zukünftig können verwaiste Werke in Bibliotheken, Archiven und öffentlich- rechtlichen Rundfunkanstalten digitalisiert und ins Internet gestellt werden. Pressemitteilung BKM vom 20.09.2013: Bernd Neumann betonte: „Ich bin froh, dass wir dieses wichtige Vorhaben meiner kulturpolitischen Agenda in dieser Legislaturperiode erfolgreich umsetzen konnten. Das Gesetz ist ein Meilenstein bei der Erleichterung des Zugangs zu unserem kulturellen Erbe. Mit dieser Regelung schaffen wir eine solide Rechtsgrundlage für die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen bei der Nutzung verwaister und vergriffener Werke.
8. Datenbank beim HABM Seit 27.10.2014 online:
9. Neues Leben für verwaiste Werke Pressemitteilung Alicante, 27. Oktober 2014 Dr. Péter Lábody, Leiter der Urheberrechtsabteilung des Ungarischen Amtes für Geistiges Eigentum: „Ich persönlich bin der Ansicht, dass die Datenbank ein sehr nützliches Instrument sein wird, ein transparentes und leicht zu handhabendes Interface, auf welches sich Nutzer ver- waister Werke, Rechtsinhaber sowie die zuständigen nationalen Stellen verlassen können. Diese Datenbank wird uns keinen erheblichen Verwaltungsaufwand abverlangen und wird für Kultureinrichtungen im weiteren Sinn, für Urheber und für die allgemeine Öffentlichkeit von großem Nutzen sein.“ Benjamin White, Leiter des Geistigen Eigentums an der British Library: „Die Datenbank zu verwaisten Werken, unterstützt von der Richtlinie, ist ein kleiner aber wichtiger Schritt im Hinblick darauf, das kulturelle Erbe Europas digital zugänglich zu machen. Die Datenbank wird nicht nur Kultureinrichtungen helfen, ihre historischen Bestände zu digitalisieren, sondern wird doppelten Arbeitsaufwand verhindern und Wissensaustausch und Verbreitung bewährter Verfahren fördern. Diese ausgeglichene Lösung wird Innovation in ganz Europa stärken und gleichzeitig die Interessen von Urhebern schützen und fördern“.
10. Mehrwert der verwaiste Werke Datenbank beim Harmonisierungsamt in Allicante Kulturerbeeinrichtungen können Informationen zu verwaisten Werken in einer zentralen online verfügbaren Datenbank dokumentieren. Rechteinhaber können einer Nutzung widersprechen und den Status als verwaistes Werk damit beenden. Nutzer haben freien Zugang zu Informationen über verwaiste Werke und diesen selbst aus den 28 EU Mitgliedstaaten und der WWU. Kulturerbeeinrichtungen RechteinhaberNutzer Grafik:GytaBerasneviciute,OHIMAllicante
11. Ergebnisse der verwaisten Suche, die zu dem Schluss geführt hat, dass es sich bei dem Werk oder der Aufnahme um ein verwaistes Werk handelt Die Art & Weise in der das verwaiste Werk von der registrierenden Organisation genutzt wird Jede Veränderung des Status als verwaistes Werk Kontaktinformatio nen der beteiligten Organisation Allgemeine Beschreibung des verwaisten Werkes Informationen, die in der Datenbank vorgehalten werden Grafik:GytaBerasneviciute,OHIMAllicante
12. §§ 61 – 63a UrhG
13. Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen Fragen, die mit JA zu beantworten sind, damit die Nutzung den Vorgaben der Gesetzgebung zu den verwaisten Werken entspricht: I. Zählt die nutzende Institution zum Kreis der Berechtigten? II. Werden die intendierte Nutzung und der Bestandsinhalt von der Regelung erfasst? III. Abgleich mit der Datenbank für verwaiste Werke: a) wurde eine sorgfältige Suche durchgeführt und dokumentiert b) wurde das Werk in der Datenbank für verwaiste Werke beim HABM verzeichnet? c) wird das verwaiste Werk gemäß der verzeichneten Nutzung genutzt
14. Kultur & Wissen online durch best. privilegierte Einrichtungen Für bestimmte Nutzungen & Medientypen Bild: Alain Riazuelo, CC-BY-SA 3.0 a) Wurde eine sorgfältige Suche durchgeführt b) Wurden Werk & Nutzung in die Datenbank eingetragen c) Nutzung
15. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen I. Zählt die nutzende Institution zum Kreis der Berechtigten? Public Domain
16. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen I. Zählt die nutzende Institution zum Kreis der Berechtigten?  Öffentlich zugängliche Bibliotheken  Bildungseinrichtungen  Museen  Archive  Einrichtungen im Bereich des Film- und Tonerbes  öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
17. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen II. Werden die intendierte Nutzung und das Werk von der Regelung erfasst? Freee Art Collective, Billboard
18. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen II. Werden die intendierte Nutzung und das Werk von der Regelung erfasst? WAS kann genutzt werden: §§ 61 II, IV UrhG - Werke und sonstige Schutzgegenstände in Büchern, Fachzeitschriften, Zeitungen, Zeitschriften oder anderen Schriften - Filmwerke sowie Bildträger und Bild- und Tonträger, auf denen Filmwerke aufgenommen sind - Tonträger aus Sammlungen von berechtigten Institutionen, wenn sie bereits veröffentlicht worden sind. Analoge Werkstücke NICHT: digitale Multimediawerke oder „digital borns“ Bild nur eingebettet NICHT: Einzelbild & 3 D Abbildungen
19. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen II. Werden die intendierte Nutzung und das Werk von der Regelung erfasst? WAS kann genutzt werden: §§ 61 IV, 137n UrhG Bestandsinhalte, die nicht erschienen sind oder nicht gesendet wurden, von der berechtigten Institution aber bereits mit Erlaubnis des Rechtsinhabers der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden und nach Treu und Glauben anzunehmen ist, dass der Rechtsinhaber in die Nutzung einwilligen würde. Aber: Die Bestandsinhalte müssen der nutzenden Institution vor dem 29. Oktober 2014 überlassen worden sein. § 61 c Filmwerke und Tonträger aus öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wenn vor dem 1. Januar 2003 von diesen hergestellt und in deren Sammlungen befindlich.
20. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen II. Werden die intendierte Nutzung und das Werk von der Regelung erfasst? WIE kann genutzt werden: Erfüllung der im Gemeinwohl liegenden Aufgaben (§§61 V, 61c S. 2 UrhG) Digitalisierung (Vervielfältigung gem. §16 UrhG) und Online-Stellung (öffentliche Zugänglichmachung gem. §19a UrhG) NICHT: Lizenzierung für weitere Nutzungen, transformative Nutzungen, speziell AV: Kinovorführung, Fernsehausstrahlung, Lizensierung, DVD Produktion etc. Kosten für die Erschließung können geltend gemacht werden
21. Praxis: Nutzung verwaister Werke Voraussetzungen III. Wurde eine sorgfältige Suche durchgeführt und dokumentiert bzw. ist der Bestandsinhalt in der Datenbank für verwaiste Werke beim HABM verzeichnet? Public Domain
22. Voraussetzungen:  Vor Aufnahme der Nutzung  Für jeden Bestandsinhalt sowie in diesem enthaltene sonstige Schutzgegenstände  Umfang: mindestens die in der Anlage benannten Quellen Ort der Suche:  Mitgliedstaat der EU, in dem das Werk zuerst veröffentlicht wurde (I 1)  Falls Hinweise auf relevante Informationen zu Rechtsinhabern in anderen Staaten, muss auch hier gesucht werden (I 3)  Dritte dürfen mit der Durchführung der sorgfältigen Suche beauftragt werden (I 4)  Filmwerke, Bildträger und Bild- und Tonträger, auf denen Filmwerke aufgenommen sind: Mitgliedstaat der Hauptniederlassung / des gewöhnlichen Aufenthalts des Herstellers (II)  Unveröffentlichte Bestandsinhalte: Mitgliedstaat des Sitzes der Institution, die Bestandsinhalt mit Zustimmung des Rechtsinhabers ausgestellt oder verliehen hat (III) Sorgfältige Suche § 61a I UrhG
23. Teilverwaiste Werke § 61 III UrhG Gibt es mehrere Rechtsinhaber eines Bestandsinhaltes, kann dieser auch dann vervielfältigt werden, wenn selbst nach sorgfältiger Suche nicht alle Rechtsinhaber festgestellt oder ausfindig gemacht werden konnten, aber von den bekannten Rechtsinhabern die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt worden ist.
24. Dokumentation § 61a IV, V UrhG Dokumentation der Suche und Weiterleitung der folgenden Informationen:  Bezeichnung des Bestandsinhaltes  Art der Nutzung  Änderung des Status  Kontaktdaten der Institution In der Datenbank wird nur eine Basisdokumentation über die sorgfältige Suche vermerkt. Sie beinhaltet für jedes OW den Zeitraum der Suche sowie die Länder, in denen diese durchgeführt wurde. Genauere Dokumentationen über die verwendeten, länderspezifischen Quellen müssen innerhalb der nutzenden BO verwaltet werden. Sie fließen nicht mit in die OW-Database ein.
25. Beendigung des Waisenstatus § 61b UrhG | Ende des Waisenstatus, wenn Rechtsinhaber nachträglich festgestellt oder ausfindig gemacht wird | Anspruch des Rechtsinhabers gegen die nutzende Institution auf Zahlung einer angemessenen Vergütung
26. Registrierung eines VW / OW in die Datenbank beim HABM / OHIM
27. Status Quo
28. Suche in der Datenbank 13.11.2015
29. 28 Einträge aus 4 Einrichtungen in Deutschland Suche in der Datenbank 13.11.2015:
30. Verwaiste Werke in der DDB 2015
31. Insgesamt registrierte “Beneficiary Organisations” aus Dt: 8 Berlinische Galerie, Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Filminstitut - DIF e.V., Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Technische Informationsbibliothek, Universitätsbibliothek der Humboldt - Universität zu Berlin, Stadtteilgeschichten.net.e.V. Deutschland in der Datenbank verwaiste Werke
32. Länder die verwaiste Werke registriert haben Total = 12 Länder die keine verwaisten Werke registriert haben Total = 19 Verwaiste Werke in Europa Stand November 2015 Einträge in der verwaiste Werke Datenbank = 1430 Grafik:GytaBerasneviciute,OHIMAllicante
33. Länder die eine oder mehrere “Beneficiary organisations” in der Datenbank für verwaiste Werke registriert haben = 20 Davon: Bibliotheken = 27 Mediatheken = 12 Museen = 8 Archive = 8 Universitäten = 4 Rundfunk = 2 Gesamtzahl der berechtigten Organisationen = 61 Länder die keine “beneficiary organisation in der Datenbank registriert haben = 11 darunter Italien Verwaiste Werke in Europa Stand November 2015 Grafik:GytaBerasneviciute,OHIMAllicante
34. Nutzung der Datenbank in den Ländern: Top 3 im Hinblick auf die Anzahl der reg. verwaisten Werke: o Niederlande (779) o Ungarn (502) o Großbritannien (51) Top 3 im Hinblick auf registrierte “beneficiary organisations”: o Großbritannien (10) o Litauen (10) o Deutschland (8) Verwaiste Werke in Europa Stand November 2015
35. Ursachen
36. Praktische Gründe  Nur bestimmte öffentliche Einrichtungen sind privilegiert  Fehlendes Personal  Fehlendes Budget  Keine Refinanzierungsmöglichkeit der aufwendigen und kostenintensiven sorgfältigen Suche  Widerspruchsmöglichkeit eines vermeintlichen Rechteinhabers mit rückwirkendem Anspruch auf angemessene Vergütung  Eingeschränkter Anwendungsbereich im Hinblick darauf was & wie genutzt werden kann => eingeschränkter Nutzen
37. Funktionalität der Datenbank ? OHIM, Alicante 3./4. Juli 2014 Zur Erprobung der Orphan Works Database waren die zukünftigen Nutzer der Datenbank zu einem Test auf das Gelände des HABM (Office for Harmonization in the Internal Market) in Alicante eingeladen. Erkenntnisse: • Einzeltitel- Eingabe / Bulk Upload aufwendig • Nicht verwaiste Werke können bislang nicht in der Datenbank hinterlegt werden, auch wenn sie als Referenz und für die Findbarkeit des verwaisten Werkes dringend benötigt würden. • Beim Bulk Upload Unique Identifier für jedes einzelne embedded OW Pflicht • Werke, die in der Datenbank registriert werden, müssen von den registrierenden Organisationen auch genutzt werden. • Gegenwärtig keine Schnittstelle, um automatisiert eigene Bestände gegen die schon registrierten Werke abzugleichen
38. Aufwendige Workflows bis zur autorisierten Registrierung eines Werkes als verwaist User Log in Orphan Work Record Fill in Orphan Work Record Submission Send e-mail To National Authority [Record with errors] [Correct Record] Beneficiary Organization users Orphan Work Record Save Success Message is showed To the user 1 2 3 4 5 6 Registrierung eines Orphan Work durch den Nutzer einer Beneficiary Organisation User Log in Forwarding of a Record of a New Orphan Work National Competent Authority (NCA) user Access Pending Forward Task List Select the Record(s) to forward Search [Search] [Selection] Record Opened In Read Only Mode Success Message is showed To the user Send e-mail To Record Owner 1 2 3.a 3.b 4.a [Access] Forward Of Selected Record(s) [Transmission] [Back] 4.b 5 6 Autorisierung der Registrierung eines Orphan Works
39. Fazit § Ausblick
40. Fazit der unterschiedlichen Gedächtnisinstitutionen
41. Meinungsäußerung aus dem Museumsbereich Sammlungsdirektor HdG Dietmar Preißler: „Die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der „verwaisten Werke“ sind für die Arbeit in einem zeithistorischen Museum mit Objekten, die von der Schutzfrist berührt sind, nicht hilfreich“ 1. Die musealen Objekte – also zwei- und drei-D-Objekte – werden durch die gesetzlich Definition nicht erfasst. Die „verwaisten Werke“ im Sinne des Gesetzes beziehen sich lediglich auf Schriftgut und AV-Materialien. Danach können die meisten betroffenen musealen Objekte eben nicht in die DDB integriert werden. 2. Der personelle und finanzielle Aufwand der im Gesetzt geforderten „sorgfältigen Suche“ und deren Dokumentation ist zu aufwändig. Allein im Haus der Geschichte müssten zehntausende Objekte überprüft werden. Die Prüfung nach dem im Gesetz vorgesehenen Verfahren würde sich über viele Jahre hinziehen. 3. Die Höhe der angemessenen Vergütung nach Bekanntwerden des Rechteinhabers ist nicht kalkulierbar. Foto: JPeterson cc by-sa 2.0
42. Meinungsäußerung aus dem Archivwesen Abteilungsleiterin Fachliche Grundsatzangelegenheiten und zentrale Fachdienstleistungen, Bundesarchiv Koblenz, Martin-Weber: „Wir können auch nach Inkrafttreten der verwaiste und vergriffene Werke Regelung den Schatz unseres Bildarchivs nicht heben. Tausende von Bildern schlummern weiterhin in den Archiven, weil selbstständige Fotografien (Einzelbilder) von dieser Regelung nicht erfasst sind.“ Die Richtlinie geht stark von einem bibliothekarischen Ansatz aus, hier ist der Urheber größtenteils namentlich bekannt, nur der "Rechteverbleib" nicht. Dies stellt sich bei Bildern (Fotos, Luftbilder, Plakate) anders dar: Hier ist der Urheber - wenn überhaupt - nur mit Nachnamen bekannt. Bei ca. 3 Millionen Bildern im Bundesarchiv ist kein Urheber genannt (wobei größtenteils auch kein Aufnahme- und/oder Veröffentlichungsdatum bekannt ist, so dass § 66 UrhG ins Leere läuft), bei ca. 65% ist lediglich der Nachname des Fotografen bekannt.
43. Meinungsäußerung aus dem Filmbereich Secretary ‎Association des Cinémathèques Européennes – ACE & European Film Gateway, FORWARD Kerstin Herlt: Bild: Public Domain Fundstelle Pixabay „ Ein Anfang ist gemacht. Die Verwaiste Werke Regelung sollte zukünftig aber auch das Zeigen der verwaisten Filme in den Kinos erlauben und es sollte ein Schutz gegen Abmahnungen geschaffen werden.“ 1. Die Nutzung darf sich nicht auf die Online Nutzung beschränken, sondern muss auf Kinoaufführung, DVD Editionen, Nutzung für Ausstellungen etc. ausgeweitet werden. 2. Es fehlt an Regelungen, die die Produzenten und Filmgesellschaften, also diejenigen Quellen, die laut Gesetz durchsucht werden müssen, dazu verpflichten, Auskunft zu geben, bzw. Regelungen für den Fall, dass die notwendige Auskunft nicht erteilt wird. So könnte man etwa eine Frist für die Auskunft setzen, nach deren Verstreichen das Werk als verwaist gilt. 3. Ein Rechteinhaber der Widerspruch erhebt, sollte seine angebliche Rechteinhaberschaft beweisen müssen (so geregelt in Finnland).
44. Meinungsäußerung aus dem Bibliotheksbereich Verwaltungsdirektorin DNB Dorothea Zechmann: „Die verwaiste Werke Regelung ist ungeeignet um Massendigitalisierung durchzuführen. Die Deutsche Nationalbibliothek wird hierzu auf die vergriffene Werke Regelung zurückgreifen.“ Foto:CCBy3.0.JürgenKeiper
45. Verwaist = Vergessen?
46. Ausblick
47. Artikel 10 der RL 2012/28/EU Überprüfungsklausel Die Kommission verfolgt laufend die Entwicklung von Informationsquellen für Rechte und legt bis zum 29. Oktober 2015 und danach in jährlichen Abständen einen Bericht über die mögliche Einbeziehung von Verlegern und von Werken oder sonstigen Schutzgegenständen in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie vor, die derzeit nicht unter ihren Anwendungsbereich fallen, insbesondere eigenständige Fotografien und andere Bilder. Bis zum 29. Oktober 2015 legt die Kommission im Lichte der Entwicklung digitaler Bibliotheken dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss einen Bericht über die Anwendung dieser Richtlinie vor. Erforderlichenfalls legt die Kommission — insbesondere um das Funktionieren des Binnenmarkts sicherzustellen — Änderungsvorschläge zu dieser Richtlinie vor. Ein Mitgliedstaat, der berechtigten Grund zu der Annahme hat, dass die Umsetzung dieser Richtlinie eine der in Artikel 1 Absatz 5 genannten nationalen Regelungen über die Verwaltung von Rechten behindert, kann die Kommission mit dieser Angelegenheit befassen und ihr dabei alle maßgeblichen Nachweise vorlegen. Die Kommission berücksichtigt diese Nachweise bei der Erstellung des in Absatz 2 dieses Artikels genannten Berichts und bei der Prüfung der Erforderlichkeit der Vorlage von Änderungsvorschlägen zu dieser Richtlinie.
48. Dritte ARROW - Accessible Registries of Rights Information and Orphan Works
49. Dritte Framework for a EU-wide audiovisual orphan works registry
50. Vergriffene Werke & Lizenzierungsservice LIS / DNB
51. Gesetz vom 01.01.2013 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 59, S. 3728BGBl I S. 3728 (PDF, 66 KB, Datei ist nicht barrierefrei) Mit dem Gesetz vom 01.10.2013 zur Nutzung verwaister und vergriffener Werke und einer weiteren Änderung des Urheberrechtsgesetzes wird die Richtlinie 2012/28/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke in deutsches Recht umgesetzt. Inkrafttreten: Regelung für verwaiste Werke am 01.01.2014 Regelung für vergriffene Werke am 01.04.2014
52.  Verwertungsgesellschaftslösung  Vermutungsregelung für Außenseiter § 13d Abs. 1 UrhWG  VG WORT und VG Bild-Kunst nehmen kollektiv entsprechende Rechte wahr  Werke sind vergriffen  Prüfung anhand des VLB für Bücher  Werke, die in Deutschland erstveröffentlicht sind (keine Übersetzungen)  Schriftwerke von vor 1966 (§ 13 d Abs. 1 Nr. 1 UrhWG)  Werke im Bestand von öff. Bibliotheken, Bildungseinrichtungen, Museen, Archiven  Nutzung für nichtgewerbliche Zwecke  Registereintragung beim DPMA  Kein Widerspruch des Rechteinhabers innerhalb von 6 Wochen  Jederzeitiger Widerspruch möglich Umsetzung der RL 2012/28/EU in §§ 13d, 13e UhrWG
53. Rahmenvertrag zwischen BRD, Ländern, VG Wort & VG Bild-Kunst
54.  Nutzungsrechte  Recht zur Vervielfältigung und öffentlichen Zugänglichmachung ausschließlich zum Zweck der Nutzung im Rahmen von digitalen Bibliotheken, Nutzung zu gewerblichen Zwecken ist ausgeschlossen  Lizenzgebühren: Rahmenvertrag
55. Pressemitteilung DNB vom 08.10.2015: Lizenzierungsservice vergriffene Werke erfolgreich gestartet
56. Registrierung eines vergriffenen Werkes im Register beim DPMA
57. Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) im Überblick Grafik: Reinhard Altenhöner / StV Generaldirektor Staatsbibliothek zu Berlin
58. VW-LiS: Lieferbar oder vergriffen?| 23 | Schöneborn: Vergriffene Werke & VW-LiS | Leipzig 07.10.2015 Grafik: Reinhard Altenhöner / StV Generaldirektor Staatsbibliothek zu Berlin
59. VW-LiS: Recherche im Katalog| 23 | Schöneborn: Vergriffene Werke & VW-LiS | Leipzig 07.10.2015
60. VW-LiS Nutzerkonto: Antragsverwaltung| 23 | Schöneborn: Vergriffene Werke & VW-LiS | Leipzig 07.10.2015
61. Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) im Überblick Grafik: Reinhard Altenhöner / StV Generaldirektor Staatsbibliothek zu Berlin
62. VW-LiS: Lieferbar oder vergriffen?| 23 | Schöneborn: Vergriffene Werke & VW-LiS | Leipzig 07.10.2015 Grafik: Reinhard Altenhöner / StV Generaldirektor Staatsbibliothek zu Berlin
63. Status Quo
64. Register Vergriffener Werke (DPMA) Status Quo: 703 Einträge | 23 | Schöneborn: Vergriffene Werke & VW-LiS | Leipzig 07.10.2015
65. Ursachen
66. Praktische Gründe  VW-LIS ist gerade erst (Juli 2015) gestartet  Viele Einrichtungen haben für 2015 keine Mittel mehr einstellen können – Mittel müssen erst wirksam im Haushalt eingestellt werden
67. Fazit § Ausblick
68. Fazit
69. Fazit Frau Schwens Generaldirektorin DNB FaM: „Wir haben mit dieser Lösung eine tolle Regelung um Werke zu digitalisieren & zur Verfügung zu stellen, die andernfalls nicht verfügbar gemacht werden könnten“ Problematische Aspekte der Umsetzung in Deutschland:  Regelungen erfassen nur Schriftwerke  Audio- und audiovisuelle Werke können nur über europäische Ansätze eingebunden werden (z.B.: „Licensing for Europe“)  Regelung fixiert auf Werke von vor 1966 „Moving Wall“ wäre sinnvoller  Registerkosten (1 €)  Keine Regelung für grenzüberschreitende Sachverhalte
70. Ausblick
71. Erarbeiten einer Lösung für Zeitschriften und Zeitungen  Rechte von Autoren und Verlegern müssen an die VG übertragen werden  Erarbeitung einer Rechercheroutine – evt. auch mit Rückfrage bei den einzelnen Verlagen  Ausschlusskriterium: andere Onlineangebote Ausblick
72. VW-LIS – Häufig gestellte Fragen FAQ bei DNB http://www.dnb.de/DE/Header/Hilfe/lizenzierungsserviceVwFaq.html
73. Mission der DDB
74. Kulturelles Erbe digital vernetzen, zugänglich & weiterverwendbar machen Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen
75. Kulturelles Erbe digital vernetzen, zugänglich & weiterverwendbar machen Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen
76. Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen
77. Digitaler Content bestimmt heute einen großen Teil der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen.
78. Bild:BengreyCCBY-SA2.0 Das was nicht im Netz ist, ist nicht in der Welt
79. Linked Open Data / Semantic Web benötigt freie Metadatenformate & frei lizenzierte Inhalte
80. Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen
81. CC By Sa 2.0. // Ed Schipul // https://www.flickr.com/photos/eschipul/4239849264/ Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen
82. Deutsche Digitale Bibliothek Freier Zugang zu Kultur und Wissen Foto Naturkundemuseum Berlin Zitat Prof. Vogel Direktor Naturkundemuseum Berlin „Museen wandeln sich vom Wissenshüter zum Facilitator“ „Digital macht mehr Lust auf die Originale“
83. © DDB Kulturhackathon Coding da Vinci
84. Collage, MEME etc.pp. Playmobil figurer fra Museo del Prado og Rijksmuseum, baseret på malerier af Dürer og Vermeer. Foto CC BY 4.0 Merete Sanderhoff
85. Remix, Sampling, Mashup etc.pp.
86. Fazit „Warum das Potenzial der vergriffenen & verwaisten Werke nicht voll ausschöpfen und auch born digitals mit in den Blick nehmen sowie Nachnutzungen erlauben?“
87. Auf Wiedersehen in der Deutschen Digitalen Bibliothek Ellen Euler, Stellvertreterin des Geschäftsführers e.euler@hv.spk-berlin.de
Praktischer Umgang mit verwaisten Werken - Verwaist = Vergessen?
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