Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/kleinbetragsrechnung-falsch/
Timestamp: 2020-01-20 23:19:59
Document Index: 154685371

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 33', '§ 14']

Kleinbetragsrechnung falsch? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
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Gemäß § 15 I Nr. 1 S.2 UStG setzt die Ausübung des Vorsteuerabzugs voraus, dass der Unternehmer eine nach den §§ 14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt. Ein Blatt mit der Aufschrift Rechnung genügt daher nicht, sondern es müssen grundsätzlich gemäß § 14 IV UStG zehn Pflichtangaben in einem Schriftstück enthalten sein, damit es als ordnungsgemäße Rechnung zum Vorsteuerabzug anerkannt wird. In besonderen Fällen kann das Bundesministerium der Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates aber auch gemäß § 14 VI UStG durch Rechtsverordnung bestimmen, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen z.B. Rechnungen bestimmte Angaben nach § 14 IV UStG nicht enthalten müssen, also weniger als zehn Pflichtangaben haben. Die Anforderungen an eine Kleinbetragsrechnung finden sich daher nicht in § 14 UStG, sondern in § 33 UStDV.
Anforderungen an eine Kleinbetragsrechnung?
Eine Rechnung, deren Gesamtbetrag 250 Euro brutto (seit 01.01.2017) nicht übersteigt, muss mindestens folgende Angaben enthalten: 1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers, 2. das Ausstellungsdatum, 3. die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und 4. das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt. Als klassisches Beispiel einer Kleinbetragsrechnung gilt die Quittung im Taxi. Da es hier schnell gehen muss, wird z.B. auf das Ausrechnen des Nettobetrages und des Steuerbetrages des Fahrentgelts verzichtet. Bei Rechnungen, bei deren Erstellung man mehr Zeit hat, werden regelmäßig auch bei Beträgen von z.B. nur 2,99 Euro obige Bestandteile angegeben, obwohl man dies bei einer Kleinbetragsrechnung nicht braucht. Es gibt aber auch Unternehmen, die mehr als 4 Posten in einer Rechnung angeben, also äußerlich den Eindruck erwecken, sie würden eine Rechnung nach § 14 UStG erstellen, sich dann aber auf eine Kleinbetragsrechnung aufgrund von z.B. nur 24,90 Euro berufen. Diese Handlung ist zwar nicht nachvollziehbar, aber stellt keine falsche Kleinbetragsrechnung dar, denn in diesem Fall wird lediglich mehr angegeben, als gesetzlich gefordert.
Kleinbetragsrechnung auf Richtigkeit prüfen?
Gibt jemand jedoch mehr an, als er müsste, so müssen diese Angaben insbesondere richtig sein. Gemäß A 15.2a Absatz 6 UStAE hat der Leistungsempfänger die in der Rechnung enthaltenen Angaben zu prüfen. Problematisch ist hier z.B. die Steuernummer oder inländische USt-Ident-Nummer. Ist eine von beiden unrichtig und konnte der Unternehmer dies nicht erkennen, bleibt der Vorsteuerabzug grundsätzlich erhalten. Anders ist dies bei einer ausländischen USt-Ident-Nummer, da man hier eine Prüfungsbestätigung anfordern kann.