Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/78678,110.html
Timestamp: 2019-10-20 22:23:50
Document Index: 12130543

Matched Legal Cases: ['§ 250', '§ 239', '§ 249', '§ 249', '§ 253', '§ 249', '§ 249', '§ 253', '§ 242', '§ 253', '§ 255']

Verfasst am: 26 Aug 2006 - 21:05:39 Titel:
An Ilei:
Ja, da gilt genau dasselbe. Auch hier mangelt es daran, dass A keine weitere Erpressung in der Werkstatt geplant hat. Letztlich ist ja das Entführen nur eine spezielle Form des Sichbemächtigens, nämlich eine solche mit Ortsveränderung.
Verfasst am: 27 Aug 2006 - 09:35:34 Titel:
hab grad auch mit dieser HA angefangen, obwohl ich mit öR noch nicht fertig bin (vielleicht auch nie werde). Ihr habt ja wirklich schon sehr viel zusammengetragen . Auf jeden Fall, wenn ich das alles richtig verstanden habe, sehen die Prüfungspunkte dann wohl so aus:
1. A&B: Beihilfe zum Diebstahl durch Unterlassen
Wohnung von C:
1. Versuchte mittäterschaftliche Erpressung von C durch A und B wegen der Drohung mit der Petzerei
2. Versuchte mittäterschaftliche räuberische Erpressung von C durch A und B wegen der Kassensache.
1. A: Versuchter schwerer Raub mit Todesfolge
2. Andere Delikte von A: 227, 221, 239
3. B: Beihilfe zum schweren Raub mit Todesfolge
Mir ist nur noch nicht ganz klar, warum die Erpressung und die räuberische Erpressung nicht zusammen gefasst werden können. Vielleicht denke ich das auch bloß, weil ich zu früh aufgestanden bin.
Für eine Antwort diesbezüglich wäre ich sehr dankbar.
Verfasst am: 27 Aug 2006 - 10:19:07 Titel:
Einige Anmerkungen zu deiner Zusammenfassung:
- A & B Beihilfe zum Diebstahl durch Unterlassen: dürfte mangels
Garantenstellung ausscheiden; würde ich nur ganz kurz ansprechen
- Wohnung von C:
Es ist hier bereits Konsens darüber erzielt worden, dass die einfache
und die räuberische versuchte Erpressung zu einem einheitlichen
Versuch einer schweren (§ 250 prüfen wg. Messer !) räuberischen
Erpressung zusammengefasst werden kann
- Beihilfe des B auf keinen Fall zum versuchten schweren Raub mit
TF ! Das (also neue Gewalt) hatte er nicht in seinen Vorsatz aufge-
nommen ! Allenfalls Beihilfe zum versuchten Diebstahl.
Im Übrigen verweise ich auf meinen Beitrag auf Seite 6 vom 16.Aug. 22:16 Uhr !
Verfasst am: 27 Aug 2006 - 19:46:25 Titel:
Erstmal vielen Dank. Das mit § 239a werde ich dann auch so machen.
Ich habe eine Frage zu § § 249, 250, 251, 22,12I, 23. Ich habe eine Vermögensverfügung hinsichtlich des Öffnen der Kasse bejaht. Im dritten Handlungsabschnitt habe ich dann hinsichtlich des Knebeln und Fesselns des C und anschließenden Tod des C versuchten schwerern raub mit Todesfolge bejaht. Das habe ich dann alerdings umgeworfen. Wenn ich eine Vermögensverfügung hinsichtlich des Geldes in der Kasse bejaht habe, kann ich ja bezüglich dieses Geldes keinen versuchten Raub mehr prüfen, oder? Da Raub und Erpressung sich ja gegenseitig ausschließen ( nach der hier vertretenen Auffassung). Der A fesselt und knebelt den C um in Ruhe die Kasse leeren zu können somit handelt es sich um das gleiche Tatobjekt. Ich habe dann 223,224.227,18 und 222 bejaht. Hinsichtlich der Ersatzteile würde 244 prüfen. Kann / muss ich das so machen?
Verfasst am: 27 Aug 2006 - 20:39:57 Titel:
Bevor ich deine Fragen beantworten kann, muss ich erst einmal etwas wissen, und zwar bzgl. folgender Aussage von dir:
"Ich habe eine Frage zu §§ 249, 250, 251, 22, 12 I, 23. Ich habe eine Vermögensverfügung hinsichtlich des Öffnen der Kasse bejaht."
Du meintest doch sicher §§ 253, 255, 250, 22, 23, 12 I (versuchte schwere räuberische Erpressung) oder ? Ansonsten würde deine Aussage nicbt logisch sein: § 249 und Vermögensverfügung passt nicht zusammen, denn:
- § 249 ---> Vermögensschaden durch Wegnahme !
- §§ 253, 255 ---> Vermögensschaden durch Vermögensverfügung !
Verfasst am: 29 Aug 2006 - 12:53:00 Titel:
An Käger:
Ja genau. ich meinte bei Versuchter schwerer räuberischer Erpressung hatte ich die Vermögensverfügung bejaht. Im dritten Abschnitt hatte ich dann mit veruchtem schwererm Raub mit Todesfolge angefangen. Aber das habe ich dann anders gemacht, da man doch nicht hinsichtlich des gleichen Tatobjekts (Geld in der Kasse) beides anprüfen kann, oder? Also habe ich dann 227, 18 und 222 bejaht und bezüglich der Ersatzteile § 242 I, 244 I Nr.1a, b, 22, 12, 23. Danke für deine Antwort im vorraus.
Verfasst am: 29 Aug 2006 - 13:26:51 Titel:
Also ich glaube, du bringst da etwas durcheinander.
Ursprünglich wollten A und B ja, dass C ihnen 150 € gibt (= einfacher Erpressungsversuch nach § 253). Weil er diese aber nicht im Haus hat, will er (=C) sie aus der Werkstatt holen. A verleiht mit dem Messer Nachdruck (Versuch des § 255). In der Diskussion hier ist man sich bisher einig, dass man den einfachen Erpressungsversuch und den mit dem Messer zu einer versuchten räuberischen Erpressung zusammenfassen kann, so nach dem Motto: "Indem A und B von C 150 € verlangten und A dabei ein Messer einsetzte, könnten sie sich wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung ..."
Dann aber haben A und B vereinbart, dass A das Geld selbst aus der Kasse nehmen soll und C nur die Kasse öffnen soll. Damit haben sie aber von der versuchten schweren räuberischen Erpressung Abstand genommen, denn C sollte jetzt gerade nicht mehr die 150 € aus der Kasse nehmen und damit keine Vermögensverfügung mehr tätigen. Das Öffnen der Kasse an sich ist -wie schon mehrfach gesagt - keine Vermögensverfügung, weil sie nicht unmittelbar zu einem Vermögensschaden führt. Auf die Diskussion um eine Vermögensgefährdung kommt es nicht an, weil A ja das Geld selbst aus der Kasse nehmen will und damit selbst unmittelbar einen Vermögensschaden herbeiführt, nämlich durch Wegnahme (wo Wegnahme ist, kann nicht gleichzeitig Vermögensverfügung sein). Um diese Wegnahme zu ermöglichen, sieht sich A dann gezwungen, den C zu fesseln und zu knebeln. Damit wird aus dem durch die Wegnahme eigentlich nur vorliegenden Diebstahlsversuch ein Raubversuch (mit Todesfolge).
Bei B stellt sich dann die Frage nach der Beihilfe. Diesbezüglich verweise ich - wie zu den eben erläuterten Gesichtspunkten - unbedingt auf meinen Beitrag auf Seite 6 vom 16. Aug. 22:16 Uhr.
Am besten du durchdenkst das Geschehen einfach noch mal ganz in Ruhe !
Verfasst am: 29 Aug 2006 - 14:55:51 Titel:
muss noch mal was fragen :
Wann stellt ihr die Abgrenzung von Raub/Räuberischer Erpressung (beides natürlich als Versuch) dar? Schon bei der Prüfung der versuchten schweren räuberischen Erpressung oder erst bei der Prüfung des versuchten Raubes oder an beiden Stellen?
Ich bin mir da einfach nicht sicher.
Verfasst am: 29 Aug 2006 - 14:59:40 Titel:
Zur Vermögensverfügung gibt es innerhalb der h.L zwei Theorien. Die eine besagt, dass das abgenötigt Verhalten unmittelbar zu einem Vermögensschaden führen soll. Die andere Theorie lässt es genügen, wenn durch die Mitwirkung des Opfers das Vermögen konkret gefährdet wird. Also auch wenn der Täter noch weitere Schritte unternehmen muss ( A muss Geld selbst nehemen) soll eine Vermögensverfügung vorliegen. Ich bin der letzteren Ansicht gefolgt. Somit habe ich eine Vermögensverfügung bejaht. Somit liegt bei mir versuchterte schwere Erpressung vor. 251 liegt bei mir nicht vor, da vorliegend nicht das Messer zum Tod des C geführt hat sondern das Knebeln und Fesseln. da ich ja nun bezüglich des Geldes eine Vermögensverfügung bejaht habe kann ich dies bezüglich keinen Raub mehr prüfen. Das war auch meine ursprüngliche Frage. Danke für deine Antwort i8m vorraus...
Verfasst am: 31 Aug 2006 - 10:48:56 Titel:
Nein, da entsteht kein luftleerer Raum. Durch die Drohung mit dem Messer wird aus dem einfachen Erpressungsversuch ja ein qualifizierter.
Dann geht ein neues Geschehen in der Werkstatt los. Hier spielt sich eigentlich zunächst nur ein Diebstahl ab. Zwar öffnet C die Kasse noch unter dem Eindruck der Drohung, dies ist aber bloß eine Nachwirkung des abgeschlossenen Erpressungsversuchs, die m.E. nicht genügt, um den Diebstahl zum Raub zu machen. Es handelt sich um ein bloßes Ausnutzen.
Würde man den Messereinsatz auch bei dem (bis zum Fesseln und Knebeln) zunächst nur vorliegenden Diebstahl nochmals berücksichtigen,
würde dieser Messereinsatz ja (unzulässigerweise) doppelt verwertet: Zum einen stuft er den einfachen Erpressungsversuch zum qualifizierten hoch und würde dann auch noch den Diebstahl zum Raub machen.