Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=14.02.1956&Aktenzeichen=I%2084/55%20U
Timestamp: 2020-04-02 17:08:17
Document Index: 204041705

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

BFH, 14.02.1956 - I 84/55 U - dejure.org
https://dejure.org/1956,231
BFH, 14.02.1956 - I 84/55 U (https://dejure.org/1956,231)
BFH, Entscheidung vom 14.02.1956 - I 84/55 U (https://dejure.org/1956,231)
BFH, Entscheidung vom 14. Februar 1956 - I 84/55 U (https://dejure.org/1956,231)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1956,231) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Gewerbesteuerpflicht einer aus Angehörigen eines freien Berufs und berufsfremden Personen bestehenden Gesellschaft - Gewerbesteuerpflicht einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) mit Angehörigen eines freien Berufs und berufsfremden Personen als Mitunternehmern
BFHE 62, 277
DB 1956, 908
BStBl III 1956, 103
Die Grundsätze der Entscheidung des Bundesfinanzhofs I 84/55 U vom 14. Februar 1956 (BStBl III S. 103, Slg. Bd. 62 S. 277) gelten für Gesellschaften zwischen Ehegatten entsprechend.
Es führte im wesentlichen aus: Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sei eine Personengesellschaft, deren Zweck an sich die Ausübung freiberuflicher Tätigkeit sei, ein Gewerbebetrieb im Sinne des § 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG), wenn berufsfremde Personen als Mitunternehmer beteiligt würden (Urteil des Bundesfinanzhofs I 84/55 U vom 14. Februar 1956, Bundessteuerblatt - BStBl - 1956 III S. 103, Slg. Bd. 62 S. 277).
Die Grundsätze der Entscheidung des Bundesfinanzhofs I 84/55 U vom 14. Februar 1956 (BStBl 1956 III S. 103, Slg. Bd. 62 S. 277) gelten grundsätzlich auch für Ehegatten-Gesellschaften.
Von entscheidender Bedeutung sei deshalb, daß die Tätigkeit der Gesellschaft in Form einer in das Handelsregister eingetragenen KG ausgeübt werde, so daß nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs I 84/55 U vom 14. Februar 1956 (BStBl 1956 III S. 103, Slg. Bd. 62 S. 277) zu vermuten sei, daß ein Handelsgewerbe, dessen Betrieb nach dem HGB Voraussetzung der Entstehung einer KG sei, habe ausgeübt werden sollen.
Die letzte Einschränkung wurde auch vom Bundesfinanzhof durchgehend aufrechterhalten (vgl. die Urteile I 84/55 U vom 14. Februar 1956, BStBl 1956 III S. 103, Slg. Bd. 62 S. 277; I 66/52 vom 30. September 1952, Deutsche Steuer-Rundschau - DStR - 1953 S. 72; I 87/52 vom 9. Dezember 1952, I 124/57 vom 4. Februar 1958 - veröffentlicht bei Lenski-Steinberg, Kommentar zum Gewerbesteuergesetz, § 2 Anm. 41 S. 126; I 214/60 vom 6. Dezember 1960, Der Betrieb - DB - 1961 S. 224).
Diese Ansicht hielt der I. Senat des Bundesfinanzhofs in der Entscheidung I 84/55 U aufrecht.
So liegen z. B. nicht Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, sondern aus Gewerbebetrieb vor, wenn die Witwe eines Ingenieurs oder eines Patentberichterstatters, die nicht über die freiberufliche Qualifikation verfügt, die Praxis auf gemeinschaftliche Rechnung (im Rahmen einer Mitunternehmerschaft) mit einem Berufsangehörigen fortführt (BFH-Urteile vom 14. Februar 1956 I 84/55 U, BFHE 62, 277, BStBl III 1956, 103; vom 22. Januar 1963 I 242/62 U, BFHE 76, 515, BStBl III 1963, 189).
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des BFH, daß eine Kommanditgesellschaft im Regelfalle nicht schon wegen ihrer Rechtsform, sondern in gleicher Weise wie eine "andere Gesellschaft" nur dann gewerbesteuerpflichtig ist, wenn sie einen Gewerbebetrieb, also ein gewerbliches Unternehmen i. S. des Einkommensteuergesetzes unterhält (z. B. Urteil vom 14. Februar 1956 I 84/55 U, BFHE 62, 277, BStBl III 1956, 103).
a) wenn an der Gesellschaft keine berufsfremden Personen als Mitunternehmer beteiligt sind (siehe insbesondere BFH-Urteile vom 16. Juli 1964 IV 372/62, Steuerrechtsprechung in Karteiform -StRK-, Einkommensteuergesetz, § 18, Rechtsspruch 336; vom 9. Juli 1964 IV 427/62 U, BFHE 80, 154, BStBl III 1964, 530; vom 22. Januar 1963 I 242/62 U, BFHE 76, 515, BStBl III 1963, 189; vom 22. August 1961 I 12/61, StRK, Gewerbesteuergesetz, § 2 Abs. 2 Rechtsspruch 41; vom 6. Dezember 1960 I 214/60, StRK, Gewerbesteuergesetz, § 2 Abs. 2, Rechtsspruch 35; vom 26. August 1958 I 116/58 U, BFHE 67, 450, BStBl III 1958, 445; vom 14. Februar 1956 I 84/55 U, BFHE 62, 277, BStBl III 1956, 103; siehe auch Urteil des Reichsfinanzhofs -RFH- vom 26. Februar 1941 VI 45/41, RStBl 1941, 300), und.
Zutreffend ist das Finanzgericht davon ausgegangen, daß Personengesellschaften, in denen Angehörige eines freien Berufs sich mit berufsfremden Personen zusammenschließen, nach § 2 Abs. 2 Ziff. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) der Gewerbesteuer unterliegen können (vgl. Urteil des Senats I 84/55 U vom 14. Februar 1956 - Slg. Bd. 62 S. 277, Bundessteuerblatt (BStBl) 1956 III S. 103 -).
Dadurch unterscheidet sich der Fall wesentlich von der früheren Entscheidung des Senats I 84/55 U. Dort hatte die berufsfremde Mitgesellschafterin nach dem Vertrag und der tatsächlichen Durchführung entscheidenden Einfluß auf den Betrieb.
BFH, 22.01.1963 - I 242/62 U
Zur Ausnahme von der Gewerbesteuerpflichtigkeit bei Gründung einer Gesellschaft …