Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20B%2093/90
Timestamp: 2019-06-25 18:54:16
Document Index: 262285465

Matched Legal Cases: ['§ 193', '§ 122', '§ 193', '§ 122', '§ 193', '§ 200']

BFH, 04.10.1991 - VIII B 93/90 - dejure.org
BFH, 04.10.1991 - VIII B 93/90
https://dejure.org/1991,292
BFH, 04.10.1991 - VIII B 93/90 (https://dejure.org/1991,292)
BFH, Entscheidung vom 04.10.1991 - VIII B 93/90 (https://dejure.org/1991,292)
BFH, Entscheidung vom 04. Januar 1991 - VIII B 93/90 (https://dejure.org/1991,292)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,292) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
AO 1977 § 193 Abs. 1, § 122
Atypisch stille Gesellschaft - Liquidation - Prüfungsanordnung - Liquidator - Konkurs des Geschäftsinhabers - Verwertungsverbot der Prüfungsfeststellungen
AO (1977) § 193 Abs. 1, § 122
Bekanntgabe der Prüfungsanordnung an Liquidator des in Konkurs gefallenen Geschäftsinhabers einer atypisch stillen Gesellschaft; kein Verwertungsverbot der Prüfungsfeststellungen
BFHE 165, 339
BStBl II 1992, 59
Für diesen Fall hat der Bundesfinanzhof (BFH) ein Verwertungsverbot hinsichtlich der Prüfungsfeststellungen angenommen (ständige Rechtsprechung, vgl. z. B. Urteil vom 20. Februar 1990 IX R 83/88, BFHE 160, 391, BStBl II 1990, 789, und Beschluß vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59 unter 3. a der Gründe, m. w. N.).
Zwar kann eine ohne Prüfungsanordnung vorgenommene Außenprüfung dazu führen, daß das FA die dabei ermittelten Feststellungen und Erkenntnisse nicht verwerten darf (BFH-Beschluß vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59).
a) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) unterliegen Feststellungen anlässlich einer Außenprüfung grundsätzlich einem Verwertungsverbot, wenn der Prüfung keine wirksame Prüfungsanordnung zu Grunde lag (BFH-Beschluss vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59;… BFH-Urteil vom 1. Dezember 1992 VII R 53/92, BFH/NV 1993, 515).
Das Urteil des Finanzgerichts (FG) weicht weder von der Entscheidung des Senats vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90 (BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59) ab, noch sind die von den Klägern zu 1. bis 3. aufgeworfenen Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung.
Das FG geht zutreffend mit dem Beschluss des erkennenden Senats in BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59 davon aus, dass eine Prüfungsanordnung, die die einheitliche und gesonderte Feststellung des Gewinns einer atypisch stillen Gesellschaft betrifft, an den Geschäftsinhaber zu richten ist.
Die von den Klägern in diesem Zusammenhang aufgeworfene Frage, ob eine Prüfungsanordnung, die allein den stillen Gesellschaftern gegenüber unwirksam, dem Geschäftsinhaber gegenüber aber wirksam ist, den Ablauf der Feststellungsfrist hemmen kann, ist insoweit geklärt, als eine solche Prüfungsanordnung nicht persönlich auf die stillen Gesellschafter beschränkt teilweise nichtig sein kann (…vgl. dazu BFH-Urteil vom 23. Oktober 1990 VIII R 55/89, BFH/NV 1991, 401); sie kann nur wegen fehlender Bekanntgabe der Prüfungsanordnung an die betroffenen stillen Gesellschafter teilweise unwirksam sein (BFH-Beschluss in BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59).
bb) Der BFH hat in seinem Beschluss in BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59 entschieden, dass eine Prüfungsanordnung, die die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung einer aufgelösten atypisch stillen Gesellschaft betrifft, an den früheren Geschäftsinhaber zu richten ist.
Ein solches Verwertungsverbot besteht grundsätzlich dann, wenn die Prüfungsanordnung aufgehoben worden oder wenn sie nichtig ist (BFH-Urteil vom 10. April 1987 III R 202/83, BFHE 150, 1, 4, BStBl II 1988, 165) oder wenn keine Prüfungsanordnung erlassen wurde (BFH-Beschluß vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59, m. w. N.).
Dabei geht es im Falle des § 193 Abs. 1 AO 1977 im allgemeinen auch darum, ob und wie Bücher und Aufzeichnungen geführt worden sind (§ 200 Abs. 1 Satz 2 AO 1977; BFH vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59).
Der BFH hat mit Beschluss vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90 (BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59) entschieden, dass eine Prüfungsanordnung, die die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung einer aufgelösten atypisch stillen Gesellschaft betrifft, an den früheren Geschäftsinhaber zu richten ist.
Der BFH hat sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen, dass sich die Verpflichtung zur Buchführung und die Aufbewahrungspflichten mit der Liquidation der stillen Gesellschaft auf die stillen Gesellschafter verlagern (…Senatsurteil vom 11. Mai 1989 IV R 12/88, BFH/NV 1990, 545; Beschluss in BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59).
Die Vollziehung der angefochtenen Bescheide kann nur hinsichtlich der ihn betreffenden Anteile am Gewinn oder Verlust der Gesellschaft ausgesetzt werden (BFH-Beschlüsse vom 22. Oktober 1980 I S 1/80, BFHE 131, 455, BStBl II 1981, 99, zu 3., und vom 4. Oktober 1991 VIII B 93/90, BFHE 165, 339, BStBl II 1992, 59).
BFH, 23.08.1994 - VII R 93/93
Haftung aufgrund von Umsatzsteuerschulden - Vorliegen wahrheitswidriger Angabe …
BFH, 22.06.1995 - X S 5/95
Verwertung der durch Außenprüfung erlangten Ergebnisse
FG Thüringen, 28.07.2004 - IV 396/00
Kein Vorsteuerabzug aus der Errichtung eines Carports neben dem privaten Wohnhaus