Source: https://www.landratsamt-pirna.de/wirtschaftsfoerderung.html
Timestamp: 2020-03-30 17:34:59
Document Index: 121993902

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 31', '§ 28', '§ 56', '§ 28', '§ 616', '§ 616']

﻿ Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge - Stabsstelle Wirtschaftsförderung
Coronavirus - Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Touristiker
Hier finden Sie Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Touristiker.
Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung steht Ihnen auch per E-Mail und telefonisch für Fragen und Informationen gern zur Verfügung!
Weitergehende Informationenen für den Landkreis erhalten Sie auch unter den Links www.landratsamt-pirna.de/corona-haeufige-fragen.html sowie www.landratsamt-pirna.de/coronavirus.html.
Muster für eine Bescheinigung für Berufspendler [Download,*.pdf, 76,98 KB ]
Darf mein Arbeitgeber bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion eine ärztliche Untersuchung verlangen?
Das Direktionsrecht hat seine Grenzen: Der Arbeitgeber darf nicht grundsätzlich in das grundrechtlich geschützte Persönlichkeitsrecht oder in das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Beschäftigten eingreifen. Einer Anordnung, sich ärztlich untersuchen zu lassen, muss daher kein Beschäftigter nachkommen. Der Arbeitgeber kann im Falle des Coronavirus’ seine Beschäftigten auch nicht verpflichten, sich impfen zu lassen, sobald ein Impfstoff erhältlich sein sollte. Das Recht steht ihm auch mit der üblichen Grippeschutz-Impfung nicht zu.
Die Befürchtung vor Ansteckung allein reicht nicht aus, der Arbeit fernbleiben zu können. Beschäftigte dürfen der Arbeit nur fernbleiben, wenn sie tatsächlich arbeitsunfähig sind, ansonsten sind sie zur Arbeit verpflichtet. Die reine Angst davor, bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin krank zu werden, führt also nicht dazu, dass man nicht zur Arbeit erscheinen muss. Es gehört zum allgemeinen Lebensrisiko, sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit, sich zu verletzen oder sich mit einer Krankheit anzustecken. Das gilt auch für Beschäftigte mit einer Vorerkrankung, die sie zwar nicht arbeitsunfähig macht, aber mit der sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, einen schwereren Krankheitsverlauf durch eine Coronavirus-Infektion zu entwickeln.
Verweigert ein Beschäftigter aus Angst vor einer Ansteckung die Arbeit, obwohl kein Verdacht auf eine Infektion besteht, dürfen Unternehmen abmahnen und im Wiederholungsfall verhaltensbedingt kündigen.
Wer Angst hat, sich am Arbeitsplatz oder außerhalb der eigenen vier Wände anzustecken, kann als Arbeitnehmer nicht einfach zuhause bleiben. Das gilt nur für Personen, die tatsächlich arbeitsunfähig sind, erklärt der DGB Rechtsschutz. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Möglichkeit der Nutzung des Home-Office.
Ein generelles Recht auf Home-Office gibt es nicht.
Hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Zahlung seines Arbeitsentgeltes, wenn…
a) … er am Coronavirus erkrankt ist?
Ja, bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund Erkrankung besteht ein Anspruch nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz. Wer also krank ist und zuhause bleiben muss, bekommt weiterhin sein Gehalt gezahlt - auch bei Covid-19 gelten die gleichen Regeln wie sonst im Krankheitsfall. Etwas anderes kann ggf. gelten, wenn den Arbeitnehmer ein eigenes Verschulden an der Erkrankung trifft, z. B. weil er eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes missachtet hat.
b) ... er sich in Quarantäne befindet?
Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen.
Nähere Informationen zur Erstattung wegen Verdienstausfall finden Sie auf den Seiten der Landesdirektion Sachsen: https://www.lds.sachsen.de/soziales/?ID=15508&art_param=854
c) … er einem Tätigkeitsverbot unterliegt?
Wer auf Grund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot unterliegt (§§ 34,42 IfSG) oder unterworfen wird (§ 31 IfSG) bzw. abgesondert wurde (§§ 28 ff IfSG) und einen Verdienstausfall erleidet, enthält grundsätzlich eine Entschädigung.
Die Vorschrift des § 56 IfSG bezweckt eine gewisse Sicherung der von einem Berufsverbot Betroffenen - und nicht Kranken - vor materieller Not. Voraussetzung für die Erstattung ist ein eingetretener Verdienstausfall. Die Betroffenen sollen in ähnlicher Weise wie Kranke vor materieller Not geschützt werden und keinen Verdienstausfall erleiden. Eine Ausdehnung des entschädigungsberechtigten Personenkreises auf Eltern, deren Kinder wegen eines Besuchsverbotes gem. § 28 IfSG eine Kindereinrichtung nicht betreten durften, sieht das Gesetz nicht vor.
Wenn für einen Betrieb kein Tarifvertrag gilt, in dem abschließend alle Gründe aufgezählt sind, bei denen der Arbeitnehmer freigestellt wird, gilt automatisch § 616 BGB. Nach § 616 BGB Abs. 1 geht einem Arbeitnehmer sein Lohnanspruch nicht dadurch verloren, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einer in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert wird. In solch einem Fall prüft das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, ob die Voraussetzung zur Lohnfortzahlung für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit vorlag.
d) ... der Betrieb vorübergehend schließt?
Für welche Berufe/Berufsgruppen ist eine Notbetreuung möglich?
Ist während der Kita-Schließung der Elternbeitrag zu zahlen?
Was müssen Grenzgänger aus Tschechien beachten?
Seit dem 26.03.2020 gelten strenge Grenzregelungen in der Tschechischen Republik für tägliche Berufspendler. Wer in den Nachbarstaaten Tschechiens arbeitet, steht vor der Wahl, entweder in Tschechien zu bleiben oder sich für mehrere (mindestens drei) Wochen im Ausland eine Unterkunft suchen, da ansonsten eine 14-tägige Quarantäne verhängt wird.
Pendler im Gesundheitswesen, im Sozialwesen und Arbeitnehmer im integrierten Rettungswesen dürfen die Grenze aber weiter täglich überschreiten.
Auch die Bedingungen für das sog. Pendeln für diese Personengruppe sind abgeschwächt. Es ist künftig nur die Bestätigung der grenzüberschreitenden Beschäftigung im Gesundheitswesen, im Sozialwesen und im integrierten Rettungswesen erforderlich.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Tschechien oder Polen, welche nach Sachsen einpendeln und im medizinischen Bereich oder in der Pflege tätig sind - sowie im dazugehörigen Bereichen (z.B. Küche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Wäscherein) – melden ihren Bedarf bei ihrem Arbeitgeber an.
Der Arbeitgeber meldet ab Wochenbeginn die Bedarfe bei der Landesdirektion Sachsen an. Entsprechende Formulare stehen dann dort – auch online - in deutscher, tschechischer und polnischer Sprache zur Verfügung. Arbeitnehmern die bereits ab 27.03.2020 eine Unterkunft in Anspruch nehmen, entsteht kein Nachteil – der Zuschuss von 40/20 Euro wird nachgezahlt.
Die Kommunen werden gebeten, bei der Kinderbetreuung im Rahmen der Notfallbetreuung und bei der Organisation geeigneter Unterkünfte mitzuwirken. Bei Letzterem unterstützen die regionalen Tourismusverbände (https://www.saechsische-schweiz.de/ und https://www.erzgebirge-tourismus.de/) bei Bedarf gern.
Wo finde ich Informationen zur allgemeinen Hygiene am Arbeitsplatz und zum Arbeiten auf Baustellen?
In Betrieben kommen in der Regel viele Menschen zusammen, arbeiten miteinander und manchmal auch nah an anderen Menschen. Dies sind ideale Bedingungen, um unwissentlich den Virus zu streuen. Es ist zwingend notwendig, auch im Betrieb alles zu tun, um die Ansteckung zu vermeiden und für eine gesunde Belegschaft zu sorgen.
Der Abstand zwischen zwei Personen (mind. 1,5 Meter), Husten- und Niesetikette sowie gute Handhygiene schützen vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. Das Virus macht keinen Unterschied zwischen privatem und beruflichem Umfeld. Deshalb muss auch im Betrieb auf maximale Hygiene und gute Belüftung geachtet werden, damit wir die Infektionsketten unterbrechen. Falls der Abstand dauerhaft nicht eingehalten werden kann, muss der Arbeitgeber auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung einschätzen, ob weitere Schutzmaßnahmen notwendig sind. Generell sollten Menschen, die an einer Atemwegserkrankung leiden, nach Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten.
Auf dem zentralen Portal der sächsischen Staatsregierung finden Sie weitere Informationen, die für Unternehmen und Beschäftigte von Bedeutung sind. Die Kontaktdaten der Arbeitsschutzbehörden finden Sie auf der Internetseite der Arbeitsschutzverwaltung des Freistaates Sachsen.
Faktenblatt - Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus auf Baustellen [Download,*.pdf, 50,81 KB ]
Faktenblatt - Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus für Betriebe mit wenig oder gar keinem Publikumsverkehr [Download,*.pdf, 44,60 KB ]
Dürfen Einzelhändler, die ihr Ladengeschäft nicht öffnen dürfen, einen Liefer- und Abholservice anbieten?
Ja, Einzelhändler dürfen, soweit vorhanden Dienstleistungen i. S. v. Abhol- und Lieferservice anbieten. Dies umfasst die Auslieferung von bereits bestehenden Aufträgen, als auch die telefonische oder elektronische Entgegennahme von Aufträgen und entsprechende Auslieferung. Nicht abschließend und beispielhaft seien genannt
Können Dienst- und Handwerksleistungen weiterhin ausgeübt werden?
Grundsätzlich ja, soweit es sich um Ausübung beruflicher Tätigkeit handelt. Da aber soweit wie möglich soziale Kontakte reduziert werden sollen, sollten Termine bei Kunden auf dringende Fälle beschränkt werden (z.B. Notreparaturen wie Wasserschaden, Heizungsausfall, Verstopfung der Toilette). Verboten sind entsprechende Tätigkeiten, wenn diese mit Publikumsverkehr verbunden (z. B. Handwerksbetrieb mit angeschlossenen Geschäft).
Termine mit Handwerkern dürfen grundsätzlich noch gemacht werden, sollten aber aufgrund des hohen Infektionsrisikos wenn möglich verschoben werden bzw. nur bei Notfällen erfolgen.
Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen
In Anbetracht der gegenwärtigen Ausnahmesituation ist Kurzarbeit ein wichtiges Mittel, den Verdienstausfall zumindest teilweise auszugleichen und durch die Sicherung der Beschäftigung Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mehr als 10 Prozent haben.
Anfallende Sozialversicherungsbeiträge werden für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 Prozent durch die Bundesagentur für Arbeit erstattet. Bisher mussten die Arbeitgeber diese so genannten „Remanenzkosten“ in voller Höhe selbst übernehmen.
Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld erhalten, das war bisher nicht möglich.
Negative Arbeitszeitsalden müssen nicht aufgebaut werden, bevor Kurzarbeitergeld beantragt werden kann.
Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 01. März 2020 in Kraft treten, rückwirkend ausgezahlt und gelten bis 31.12.2020. Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten ihre Gültigkeit.
Es muss ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen, der unvermeidbar und von vorübergehender Natur ist und der auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht.
Im Fall des Corona-Virus kann das zum Beispiel der Fall sein, wenn Lieferungen ausbleiben oder staatliche Schutzmaßnahmen (Anordnung des Gesundheitsamtes) dazu führen, dass der Betrieb vorübergehend geschlossen wird und dadurch ein Entgeltausfall für die Arbeitnehmer entsteht.
Kurzarbeit können Sie über diesen Vordruck anzeigen. Den unterzeichneten Vordruck reichen Sie dann bitte bei Ihrer Agentur für Arbeit ein.
Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme werden geprüft und die Arbeitsagentur entscheidet über Bewilligung oder Ablehnung.
Ist die Anzeige bewilligt, kann der Betrieb das Kurzarbeitergeld für den jeweiligen Kalendermonat beantragen.
Den Leistungsantrag können Sie auch online ausfüllen oder ausdrucken > ausfüllen und per Post an uns senden. Weitere Hinweise zum Vordruck.
Die Anzeige zum Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber in dem Monat eingereicht werden, in dem der Arbeitsausfall entsteht. Warten Sie keinesfalls bis zum letzten Tag des Monats.
Gezahlt wird Kurzarbeitergeld monatlich nachträglich. Die Höhe beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgeltes, lebt mindestens ein Kind im Haushalt werden 67 Prozent gezahlt.
Neben der Hotline für Arbeitgeber mit der Rufnummer 0800 45555 20 wurden weitere Kontaktmöglichkeiten für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld eingerichtet:
E-Mail: Dresden.031-OS@arbeitsagentur.de
FAX: 0351 2885 292031.
Für weitere Fragen steht Ihnen auch gern Ihr Arbeitgeberservice per E-Mail zur Verfügung.
Unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/dresden/arbeitgeber-corona-kug finden Sie weitere Informationen, alle Vordrucke, Erklärvideos und Informationen anderer Institutionen rund um das Kurzarbeitergeld.
Sonderprogramm "Sachsen hilft sofort" für Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinstunternehmen. Wer kann das Programm in Anspruch nehmen und welche Hilfen beinhaltet es?
Das Darlehen ist für die gesamte Laufzeit von zehn Jahren zinslos und bis zu 36 Monate tilgungsfrei. Auf Antrag des Unternehmens kann nach Ablauf der tilgungsfreien Zeit mit der SAB eine individuelle Tilgungsvereinbarung getroffen werden. Sondertilgungen sind jederzeit möglich. Wichtig ist, dass das Darlehen nachrangig ausgestaltet ist, also nicht zur Überschuldung führen oder beitragen kann.
Bei Unternehmen und Selbstständigen, welche die jetzt entgangenen Gewinne nicht nachholen können, wird nach frühestens 36 Monaten geprüft, ob eine Stundung möglich ist oder die Voraussetzungen vorliegen, auf eine Rückzahlung zu verzichten. Vorteil der Soforthilfe ist es, dass die Bewilligung ohne Hausbank funktioniert und das Geld schnell und flexibel ausgereicht werden kann.
Bundes-Soforthilfen für Soloselbstständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und Landwirte
Es handelt sich um einen „Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen“. Genannt werden laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten.
Die Anträge können bei der Sächsischen Aufbaubank Förderbank, Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden als der zuständigen Bewilligungsstelle bis spätestens 31.05.2020 online gestellt werden. (www.sab.sachsen.de)
6. Bei Fragen:
Die SAB ist unter der Hotline 0351 / 4910-1100 sowie unter corona@sab.sachsen.de zu erreichen.
Welche weiteren Liquiditätshilfen gibt es für mein Unternehmen?
Unterstützung durch die Sächsische Aufbaubank
Der Freistaat Sachsen gewährt betroffenen Unternehmen zinssubventionierte Liquiditätshilfedarlehen, staatliche Bürgschaften etc., um wegen Lieferengpässen, Auftragsstornierungen oder Zahlungsausfällen entstehende Liquiditätsschwierigkeiten zu überbrücken. Ansprechpartner dafür ist die Sächsische Aufbaubank - Förderbank (SAB). Die Beratungen dazu sind kostenfrei, das Beratungszentrum der SAB ist unter der Hotline-Nummer 0351 4910-1100 zu erreichen. Informationen bietet die SAB auch online.
Corona-Hilfen der Bürgschaftsbank Sachsen
Verbürgung von bis zu 90% der Kredithöhe statt bisher 60%
Für den Kammerbezirk Dresden hat die Bürgschaftsbank Sachsen die Hotline-Nummer 0172 6028464 eingerichtet. Informationen zum Antragsverfahren unter www.bbs-sachsen.de.
Gibt es steuerliche Unterstützungen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten für mein Unternehmen?
Das Sächsische Staatsministerium der Finanzen hat mitgeteilt, dass Unternehmen, die in Folge des Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter nutzen können. Konkret können auf Antrag laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Fällige Steuerzahlungen lassen sich stunden; Säumniszuschläge können erlassen werden. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen kann vorübergehend verzichtet werden. Betroffenen Unternehmen wird empfohlen, frühzeitig Kontakt mit ihrem zuständigen Finanzamt aufzunehmen. Darüber hinaus hat der Koalitionsausschuss in Berlin steuerpolitische Maßnahmen beschlossen, die die Wirtschaft entlasten sollen, wie zum Beispiel verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für digitale Wirtschaftsgüter.
Ergänzend zu den bereits getroffenen Maßnahmen haben die Finanzministerien der Länder in Abstimmung mit dem Bund am 19.03.2020 gemeinsam die steuerlichen Hilfen für Betroffene der Corona-Pandemie in Kraft gesetzt. Damit wurde jetzt ein bundeseinheitliches Vorgehen verabredet, das Unternehmen unbürokratisch unterstützt. Hierbei geht es vor allem um zinslose Steuerstundungen sowie die Anpassung von Steuervorauszahlungen. Von Vollstreckungsmaßnahmen soll in diesen Fällen vorübergehend abgesehen werden.
Auf Antrag des Arbeitgebers können Sozialversicherungsbeiträge zunächst für die Monate März bis Mai 2020 gestundet werden. Stundungen sind längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren. Vorrangig sollen allerdings die mit dem "Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für Kurzarbeitergeld" sowie mit der "Verordnung der Bundesregierung über Erleichterungen der Kurzarbeit" (Kurzarbeitergeldverordnung - KugV) geschaffenen Entlastungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus sollen vorrangig sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen genutzt werden, wie etwa die Fördermittel und Kredite, die unter der Federführung des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie als Schutzschirme vorgesehen sind. Wird eine Stundung bewilligt, werden Stundungszinsen nicht berechnet. Auch einer Sicherheitsleistung bedarf es nicht.
Ebenfalls soll von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren abgesehen werden. Eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat, soll in aller Regel ausreichend sein.
Die Stundung ist bei der jeweiligen Krankenkasse des/der Versicherten und der Berufsgenossenschaft zu beantragen.
Wichtiger Hinweis des GKV vom 25.3.2020: Beitragsstundungen erst dann, wenn alle Hilfen genutzt sind
Grundsicherung für Selbstständige, ALG I und II, Wohngeld
Wenn Unternehmer freiwillig in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, können sie, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, Antrag auf Arbeitslosengeld I stellen.
Da die Agentur für Arbeit aktuell für Besucherverkehr geschlossen ist, wird darum gebeten sich online oder telefonisch in Verbindung zu setzen.
Agentur für Arbeit Pirna Tel. 03501/791 555
Hilfsbedürftige Gewerbetreibende haben aber auch die Möglichkeit, Arbeitslosengeld II (ALG II) als Grundsicherung für Selbstständige vom Jobcenter zu erhalten. Es bestehen mit der Änderung Ende März 2020 folgende Neuregelungen:
Keine Vermögensprüfung. Man muss jedoch angeben, dass kein Vermögen in "erheblichem" Umfang besteht.
Die Kosten für die Wohnung werden in vollem Umfang anerkannt. Es gibt also keine Prüfung der Wohnungsgröße.
Keine Aufnahme in die Arbeitsvermittlung
WICHTIG: Gezahlt wird das ALG II maximal rückwirkend zum Anfang des laufenden Monats. Das bedeutet, wenn man rückwirkend zum 01.03. Leistungen erhalten will, muss der Antrag bis zum 31.03.2020 gefaxt oder per Post beim Jobcentes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sein. Die Formulare nach der Neuregelung des ALG II Ende März sind noch nicht online. Der Antrag kann deshalb zunächst formlos gestellt werden.
Das "neue" ALG II ist auch mit den Zuschüssen des Bundes für Selbständige und Kleinstunternehmen kombinierbar.
Da auch das Jobcenter derzeit für Besucherverkehr geschlossen ist, wird ebenfalls daraum gebeten sich online oder telefonisch in Verbindung zu setzen.
Jobcenter Sächsiche Schweiz-Osterzgebirge Tel. 03501/791 150 oder 03501/791 669
Je nach Einkommenssituation kann auch die Beantragung von Wohngeld infrage kommen. Informationen zu den jeweiligen Ansprechpartnern finden Sie auf der Seite des Landratsamtes.
Häufige Fragen - Informationsportal der Sächsischen Staatsregierung
Auf dem Informationsportal finden Sie alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in Sachsen, darunter wichtige Telefonnummern, präventive Maßnahmen sowie Informationen für Verbraucher, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Eltern, Lehrkräfte, medizinisches Personal, Polizei und Justiz.
Der Tourismusverband Sächsische Schweiz hat auf seiner Verbandsseite die wichtigsten Informationen für Touristiker der Region aufgebarbeitet. Unter folgendem Link gelangen Sie auf die Seite: https://verband.saechsische-schweiz.de/der-tourismusverband/aktuelles.html
Auch der Tourismusverband Erzgebirge bietet unter https://www.erzgebirge-tourismus.de/ Informationen für Gastgeber und Gäste an.
Ebenso bietet der DEHOGA Sachsen e. V. unter https://www.dehoga-sachsen.de/corona/corona-ticker.php akutelle Informationen an.
Für detailiierte Fragen stehen das Team DEHOGA Sachsen e. V. auch außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende gern zur Verfügung.
Tel: 03501-460 640 (Rufumleitung geschaltet)
Ein Demo-Video der Plattform zur Vorschau steht unter folgendem Link bereit: https://we.tl/t-n5JL3MOtaz.
FAQ des Robert Koch Institut:
Merkblatt 8a Kurzarbeitergeld – Dienste und Leistungen der Agentur für Arbeit. Informationen für Arbeitgeber und Betriebsvertretungen (01.2020 Bundesagentur für Arbeit):
Industrie- und Handelskammer Dresden:
https://www.dehoga-sachsen.de/corona/corona-ticker.php
Landesdirektion Sachsen:
COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen – Orientierungshilfe für Ärzte (Stand: 26.2.2020):
Allgemeines aus der Wirtschaftsförderung
Finanzierungssprechtage der Industrie- und Handelskammer Dresden - Individuelle Beratung zu Fördermitteln und Finanzierungsvarianten
Die IHK Dresden unterstützt Sie neben der projektbezogenen Recherche geeigneter Fördermittel auch mit der Erarbeitung individueller Finanzierungsvorschläge für Ihr Vorhaben. Haben Sie Interesse?
Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Einzelgespräche finden im Jahr 2020 an folgenden Tagen im Landkreis statt:
19.05.2020 – Freital - Außenstelle Landratsamt, Hüttenstraße 14, 01705 Freital, Zimmer 0.05
04.08.2020 – Pirna - Landratsamt, Schloßhof 2/4, 01796 Pirna, Raum EF 1.05
10.11.2020 – Dippoldiswalde - Außenstelle Landratsamt, Weißeritzstraße 7, 01744 Dippoldiswalde, Zimmer 316
Eine Anmeldung zu den Einzelgesprächen ist erforderlich und unter www.dresden.ihk.de/veranstaltungen möglich.
Die europäische Dienstleistungsrichtlinie (RL 2006/123/EG) soll bestehende Hindernisse abbauen, den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen fördern und damit zur Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarktes beitragen.
Für die EU-DLR gibt es für Sachsen einen "Einheitlichen Ansprechpartner" (EA), als Kontaktperson für Anfragen zu Verfahren und Formalitäten und zur Abwicklung von behördenrelevantem elektronischem Schriftverkehr.
Einheitlicher Ansprechpartner des Freistaates Sachsen
Telefon: (+49) (0)341-977 1081
Telefax: (+49) (0)341-977 1199
Einheitlicher Ansprechpartner für Sachsen
BWMI Behördenwegweiser für Unternehmen und Unternehmensgründungen