Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/was-tun-bei-einer-kuendigung_111729.html
Timestamp: 2018-09-22 03:16:38
Document Index: 19303003

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 623', '§ 102', '§ 15', '§ 9', '§ 85', '§ 4', '§ 7']

Wenn das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber gekündigt wird, steht der Arbeitnehmer vor der nicht selten schwierigen Entscheidung, ob die Kündigung reaktionslos hingenommen oder ob gegen die Kündigung vorgegangen werden sollte. Letzteres müsste durch eine sogenannte Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht erfolgen und wäre dem Arbeitnehmer anzuraten, wenn die Kündigung unwirksam sein sollte.
Rechtsanwalt Jan-Christian Thum vertritt Sie im Falle einer Kündigung sowohl auf Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite. Als langjähriger Fachdozent auch für das Arbeitsrecht ist er stets mit der aktuellen und umfangreichen Rechtsprechung vertraut. Gerade bei Verhandlungen um eine Abfindung profitieren Sie von diesem Wissensvorsprung! Achtung: Im Falle einer Kündigung durch den Arbeitgeber dürfen Sie wegen der Dreiwochenfrist des § 4 Abs. 1 KschG keine Zeit verlieren und sollten umgehend einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.
Eine Unwirksamkeit der Kündigung kann sich etwa in den folgenden Fällen ergeben:
Die Kündigung des Arbeitsvertrags durch den Arbeitgeber wurde entgegen § 623 BGB nicht schriftlich erklärt.
Der in dem Unternehmen errichtete Betriebsrat wurde entgegen § 102 Abs. 1 Satz 3 BetrVG nicht vor der Kündigung des Arbeitnehmers angehört.
Die ordentliche Kündigung erfolgte entgegen § 15 Abs. 1 KSchG, obwohl es sich bei dem Arbeitnehmer um ein Betriebsratsmitglied handelt.
Der Arbeitgeber kündigt einer Arbeitnehmerin entgegen § 9 Abs. 1 Satz 1 MuSchG während der Schwangerschaft oder bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung.
Der Arbeitgeber kündigt einem schwerbehinderten Arbeitnehmer, und zwar entgegen § 85 SGB IX ohne zuvor die Zustimmung des Integrationsamts einzuholen.
In anderen Fällen ist die Wirksamkeit der ausgesprochenen Kündigung jedenfalls zweifelhaft. Auch in diesen Fällen ist die Erhebung einer Kündigungsschutzklage durch den Arbeitnehmer in der Regel ratsam:
Der Arbeitgeber begründet eine außerordentliche fristlose Kündigung mit einem angeblichen schwerwiegenden Fehlverhalten des Arbeitnehmers, wobei der zugrunde gelegte Sachverhalt nicht oder nur teilweise zutreffend ist.
Der Arbeitgeber kündigt einem Arbeitnehmer, der allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz genießt, betriebsbedingt und unter Vornahme einer fehlerhaften Sozialauswahl (Nichtberücksichtigung oder unzureichende Berücksichtigung der Dauer der Betriebszugehörigkeit, des Lebensalters, der Unterhaltspflichten oder der Schwerbehinderung des Arbeitnehmers).
Dem Arbeitnehmer wurde durch den Arbeitgeber ordentlich verhaltensbedingt gekündigt, und zwar ohne vorherige Abmahnung oder nach einer nur unbestimmten Abmahnung, obwohl der Arbeitnehmer allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz genießt.
Die Kündigungsschutzklage verfolgt das prozessuale Ziel, dass das Arbeitsgericht die Unwirksamkeit der von Seiten des beklagten Arbeitgebers ausgesprochenen Kündigung feststellen möge. Bei der Klage handelt es sich ihrer Rechtsnatur nach somit um eine Feststellungsklage. Eine Kündigungsschutzklage kann von Arbeitnehmern zwar auch ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts erhoben werden. In der Regel ist hiervon jedoch abzuraten. Dies bereits vor dem Hintergrund der prozessualen Waffengleichheit – die Gegenseite wird nämlich in aller Regel anwaltlich vertreten sein. Zudem wird ein verhandlungserprobter Rechtsanwalt beim Aushandeln eines Abfindungsvergleichs aufgrund seiner persönlichen Distanz zum Arbeitsverhältnis in aller Regel bessere Ergebnisse erzielen können als der emotional eingebundene Arbeitnehmer selbst.
Ob mit oder ohne Rechtsanwalt: Der Arbeitnehmer hat in beiden Fällen die Dreiwochenfrist des § 4 Abs. 1 KSchG zu beachten. Wird die Klage vor dem Arbeitsgericht nämlich nicht innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung erhoben, so gilt die Kündigung grundsätzlich gemäß § 7 KSchG als von Anfang an rechtswirksam, und zwar selbst dann, wenn eine rechtzeitig erhobene Kündigungsschutzklage erfolgreich gewesen wäre.
Sie sollten sich vor diesem Hintergrund daher in Ihrem eigenen Interesse anwaltlich beraten lassen, wenn Sie gegen die Kündigung Ihres Arbeitsvertrags vorgehen möchten.
Wenden Sie sich insoweit gerne an unser Lüneburger, Kieler oder Hamburger Team. Rechtsanwalt Jan-Christian Thum wird Sie bei Ihrem arbeitsrechtlichen Anliegen gerne beraten und vertreten.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Thum,
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