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Timestamp: 2018-05-22 07:03:18
Document Index: 174636588

Matched Legal Cases: ['§3', '§6', '§ 34', '§85', '§ 3', '§85', '§6', '§7', '§ 9', '§ 10', '§ 633', '§ 633', '§ 633', '§ 634', '§340', '§650', '§650', 'Art.249', '§650', '§650', '§2', '§1', '§7', '§7', '§7', '§8', '§310', '§307', '§1', '§1', '§4', '§4', '§4', '§12', '§12', '§12', '§13', '§ 633', '§13', '§13', '§13', '§319', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

PP | GS - Schäden an Gebäuden | Powerpointpräsentation by sv-akademie - issuu
Sachverständigen Akademie Aachen staatlich anerkannte Einrichtung der Arbeitnehmerweiterbildung gemäß der Bezirksregierung Köln 48.06‐32/2012 AwbG
Der Bausachverständige Das Grundlagenseminar
Impressum Herausgeber & Konzeption
Euregio Bau‐ & Immobiliengutachter GmbH
Aachener Straße 9‐11
Urs Nießen
Dipl.‐Ing. Thomas Buchholz
Copyright 2017 – SAA Sachverständigen Akademie Aachen GmbH
Der Dozent Dipl.‐Ing. Thomas Buchholz Fachbereichsleiter für Schäden an Gebäuden und zertifiziert nach PersCert TÜV Rheinland als Sachverständiger für: •
Immobilienbewertung & Schäden an Gebäuden
Sach‐ und Haftpflichtschäden an Gebäuden
die Erkennung, Bewertung & Sanierung von Schimmelpilzbelastung
Dipl.‐Ing. Thomas Buchholz – Autor und Urheber „Der Bausachverständige (GS)“
Schäden an Gebäuden  Grundlagen    
Erforderliche Vorbildung Erforderliche rechtliche Kenntnisse / Baurecht Erforderliche technische Kenntnisse Erforderliche wirtschaftliche Kenntnisse
 Schäden an Gebäuden  Anforderungen an schriftliche Ausarbeitungen
SAA – Sachverständigen Akademie Aachen GmbH – Copyright 2017
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche Vorbildung
Studium: Sachbezogenes Studium z.B. der Architektur oder des Bauingenieurwesens oder Berufsausbildung und praktische Tätigkeit (Berufserfahrung): und ständigen Weiterbildungen in den Schadensbewertungsrelevanten Bereichen
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche rechtliche Kenntnisse / Baurecht
Basis: Verordnungen, Richtlinien und Gesetze der EU, Deutschlands und der Bundesländer Unterscheidung zwischen: •
Öffentlichem Baurecht Und
Privatem Baurecht
öffentlichem Baurecht (Bauplanungsrecht nach Raumplanungsgesetz, Baugesetz, Bauordungsrecht gemäß Landesbauordnungen: z.B. in Anlehnung an die Musterbauordnung, bzw. Muster‐Industriebaurichtlinie
Das öffentliche Baurecht entspricht der Beziehung zwischen Bürger und Staat (rechtliche Erfordernisse).
Dies bedeutet z.B., dass gültige Baubestimmungen am Tag der Einreichung des Bauantrages einzuhalten sind.
privatem Baurecht (zivil) (BGB (z.B. Grundeigentum und Nachbarrecht, Werkvertragsrecht, Baurecht, …), VOB und HOAI) •
Das private Baurecht entspricht der Beziehung zwischen den Bauparteien (vertragliche Regelungen im Allgemeinen und im Besonderen).
Dies bedeutet z.B., dass der Zeitpunkt der gültigen Baubestimmungen nicht geregelt ist. Es gelten in erster Linie die gültigen Baubestimmungen am Tag der Abnahme.
Einzelne Verordnungen haben hierbei keinen Gesetzescharakter und müssen zur Gültigkeit bzw. um diese dem Streit zu entziehen vertraglich vereinbart werden (z.B. VOB und HOAI).
Beispiele Rechtsgrundlagen:
EU‐Bauproduktenverordnung, (EU) Nr. 305/2011 (EU‐BauPVO) … Europarechtsanpassungsgesetz Bau (EAG Bau) Bauproduktengesetz (BauPG) Baurecht (BauGB) Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) …
… Musterbauordnung (MBO) Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV2014) … … Landesbauordnung (LBO) Sonderbauordnung (SBO) …
Bauproduktenverordnung •
zusätzliche Qualitätsüberprüfung für eine Verwendung in den EU‐ Staaten nicht erforderlich
Konformitätsnachweis (Leistungserklärung) in Landessprache:
Produkttyp/ System
Referenznummer der Norm bzw. der Bewertung
Liste und Leistungen wesentlicher Merkmale für den Verwendungszweck
Hersteller müssen neben der Leistungserklärung eine technische Dokumentation und leicht verständliche Gebrauchsanleitung sowie Sicherheitshinweise in der jeweiligen Landessprache bereitstellen und 10 Jahre aufbewahren
MBO/ LBO §3 Allgemeine Anforderungen
öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, dürfen nicht gefährdet werden
Grundanforderungen an Bauwerke gemäß Anhang 1 der Verordnung (EU) Nr. 305/2011
MBO/ LBO
Für den Verwendungszweck tauglich
Bsp: Garagendachentwässerung (Bitumenabdichtung und Zinkrinne): Ohne Beschichtung der Rinne wird diese durch Bitumenkorrosion zerstört, daher Beschichten (Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks)
Gesundheit und Sicherheit der involvierten Personen (gesamte Lebenszyklus Bauteil)
asbesthaltige Bauteile, Lungengängige Fasern 1 ‐2 Mikrometer Herstellen, Inverkehrbringen und Verwenden verboten (D1993, EU 2005)
• Grundanforderungen bei normaler Instandhaltung über einen wirtschaftlich angemessenen Zeitraum: 1.
kein Einsturz, große Verformungen und Beschädigungen (EU)
für das eigene und das Nachbargrundstück
MBO/ LBO Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
Bsp.: Mauerwerk: Mauerwerksverbund mit Überbindemaß von 0,4h bzw. mind. 4 cm (EC 6)
2. Brandschutz 
Tragfähigkeit, Begrenzung von Feuer und Rauch, Personenschutz, Rettung (EU)
Entstehung Brand und Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern, Rettung von Mensch und Tier, Löscharbeiten
Bsp.: Abstandsflächen §6: min. 3 m zwischen Hauswand und Grundstücksgrenze
3. Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz 
Personenschutz ‐ gefährlicher Gase, Stoffe, Partikel, Strahlung, Gewässer‐ und Grundwasserschutz – gefährliche Stoffe, sachgemäße Abfall‐ und Abwasserbeseitigung, Feuchteschutz in Bauteilen und auf Bauteiloberflächen (EU)
Schutz vor Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche‐ u. tierische Schädlinge sowie chemische, physikalische und biologische Einflüsse
4. Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung (keine Gefahr durch Rutsch‐, Sturz‐ und Aufprallunfälle, Verbrennungen, Stromschläge, Explosionen, Einbrüche)
Bsp.: Treppe § 34: fester Griffsicherer Handlauf und Treppe darf nicht unmittelbar hinter der Tür (aufschlagende Seite) beginnen, zwischen Treppe und Tür ist ein ausreichender Treppenabsatz gefordert
5. Schallschutz 
nicht gesundheitsgefährdend, Nachtruhe, Freizeit‐ und Arbeitsbedingungen angepasst
Schallschutz zur Vermeidung von Gefahren und unzumutbaren Belästigungen
Reduzierung von Schwingungen zur Vermeidung von Gefahren und unzumutbaren Belästigungen
Bsp.: Schallschutz Wohnungseingangstür Treppenhaus Hausflur zu Aufenthaltsraum im Mehrfamilienhaus Rw = 37/42 DB (DIN 4109 Schallschutz)
6. Energieeinsparung und Wärmeschutz 
Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Lüftung (EU)
Klimatische Verhältnisse entsprechend Wärmeschutz
Bsp.: Ânforderungen Mindestwärmeschutz: R, Aw, Tsi, Frsi (DIN 4108‐2)
7. Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen (Wiederverwendung, Recycling, dauerhaft, umweltverträgliche Rohstoffe und Sekundärbaustoffe)
Bsp.: grüne Lattung hinter Vorhangfassaden und in der Dachkonstruktion: Gebrauchsklasse 0 regelmäßige Kontrolle anstelle chemischer Holzschutz (DIN 68800 Holzschutz)
MBO/ LBO §85a Technische Baubestimmungen •
Bei Anforderungen nach § 3
Konkretisierung durch:
bestimmte bauliche Anlagen oder ihrer Teile
Planung, Bemessung und Ausführung baulicher Anlagen und Ihrer Teile sowie die Leistungen an ihnen
MBO/ LBO §85a Technische Baubestimmungen
Entsprechen der Bauproduktenverordnung (EU)
Enthalten eine Liste (Bauregelliste)
Verantwortliche Stelle DIBT
Bauregelliste:
Bauregelliste A Teil 1, Teil 2 und Teil 3 (nationaler Teil, Kennzeichnung: Ü)
Bauregelliste A Teil 1 ‐ geregelte Bauprodukte
Bauregelliste A Teil 2 ‐ nicht geregelte Bauprodukte (zusätzliche Nachweise erforderlich)
Bauregelliste A Teil 3 – sonstige nicht geregelte Bauprodukte
Bauregelliste: •
Bauregelliste B Teil 1 und Teil 2 (europäischer Teil, Kennzeichnung: CE)
Bauregelliste B Teil 1 – Bauprodukte mit Anwendungsnormen und Anwendungsregelungen für Bauprodukte und Bausätze nach technischen Spezifikationen
Bauregelliste B Teil 2 – Bauprodukte, die zusätzliche Verwendbarkeitsnachweise fordern
Erfüllung baurechtlicher Anforderungen spielt nur eine untergeordnete Rolle
Muster‐Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB 2017/1) Teil A
Technische Baubestimmungen, die bei der Erfüllung der Grundanforderungen an Bauwerke zu beachten sind
Technische Baubestimmungen für Bauteile und Sonderkonstruktionen, die zusätzlich zu den in Abschnitt A aufgeführten Technischen Baubestimmungen zu beachten sind
Technische Baubestimmungen für Bauprodukte, die nicht die CE‐ Kennzeichnung tragen, und für Bauarten
Bauprodukte, die keines Verwendbarkeitsnachweises bedürfen
EnEV 2014 Energieeinsparen und Modernisieren von Gebäuden (Klimazielerreichung der Regierung)
Gilt für: 1.
Gebäude die mit Energie beheizt oder gekühlt werden
Anlagen und Einrichtungen der Heizungs‐, Kühl‐, Raumluft‐ und Beleuchtungstechnik sowie Wasserversorgung
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche rechtliche Kenntnisse / Baurecht EnEV 2014 Gilt nicht für: 1.
Betriebsgebäude der Tier‐ und Pflanzenzucht
Offene Betriebsgebäude
Provisorische Gebäude (Regelnutzung bis zu 2 Jahre)
Gebäude für religiöse Zwecke
Wohngebäude mit Nutzung weniger 4 Monate bzw. mit Energieverbrauch weniger als ¼ des üblichen jährlichen Energieverbrauchs
Sonstige Betriebsgebäude mit < 12°C , weniger als 4 Monate beheizt oder weniger als 2 Monate gekühlt
Neubau §6 Dichtheit, Mindestluftwechsel (z.B. dauerhafte Luftundurchlässigkeit gemäß DIN 4108 Wärmeschutz und RAL‐Leitfaden für den Fenster‐ und Türeneinbau)
§7 Mindestwärmeschutz, Wärmebrücken (z.B. Einhaltung des Mindestwärmeschutzes nach DIN 4108)
EnEV 2014 Altbau § 9 Änderung, Erweiterung, Ausbau von Gebäuden (z.B. Bauteildämmung von mehr als 10 % der Gesamtbauteilfläche) § 10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden Gilt für alle Gebäude mit Eigentümerwechsel nach 2002, betrifft Heizkessel (ggf. Austausch), Warmwasser‐ bzw. Wärmeverteilungsleitungen und Armaturen (Dämmung), oberste Geschossdecke (Dämmung)
Werkvertrag Sach‐ und Rechtsmangel (gem. § 633) …wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat.
schlagregendichter Fensteranschluss
Gewährleistet: imprägniertes vorkomprimiertes Fugendichtband (Schlagregen – und Luftdurchgangsschutz, witterungs‐ und uv‐beständig, sd‐Wert, Baustoffverträglichkeit) Zulassung Prüfen!
Beanspruchungsgruppen BG1 (außen ‐ nicht abgedeckt) BG2 (außen – konstruktiv abzudecken – nicht uv‐beständig) BG R (raumseitige Luftdichtigkeit) Sd‐Wert
von innen nach außen abnehmend
Baustoffverträglichkeit
z.B. Alkalität des Putzes
siehe Zulassung
BGB Werkvertrag Sach‐ und Rechtsmangel (gem. § 633) … Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln, wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann. Bsp.:
schlagregendichter Fensteranschluss (RAL)
spritzbarer Dichtstoff (Silikon außen)
Gewährleistet: elastischer Dichtstoff mit Bezug auf IVD‐Merkblatt Nr. 9 „Fugendichtstoff für Bauteilanschlussfugen“ (Unterschiede: Witterungs‐ und uv‐beständig, sd‐ Wert, Baustoffverträglichkeit, Haftung, Verformung); Hinterfüllmaterial!
BGB Baustoffverträglichkeit
z.B. Essig verträgt sich nicht Naturstein und Metalle
Verformung:
außen 25% Innen 12,5% (besser 15%)
Haftfläche:
z.B. Putz trocken, staub‐ und fettfrei; elastischer Dehnungsspannungswert Dichtstoff 0,2 N/mm² bei ‐10°C
Fugenbreit/‐tiefe:
t:b = 1:2 und t min. 6 mm max. 18 mm (konkav)
Werkvertrag Sach‐ und Rechtsmangel (gem. § 633) … Einem Sachmangel steht es gleich, wenn der Unternehmer ein anderes als das bestellte Werk oder das Werk in zu geringer Menge herstellt.
BGB § 634 (Rechte des Bestellers bei Mängel)
Bei mangelhaftem Werk gilt: 
Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen
Vertragsrücktrittsrecht
die Vergütung mindern
Abnahme (gem. §340 BGB)
Werk 2 Jahre (Herstellung, Wartung, Veränderung)
Bauwerk 5 Jahre (Planungs‐ u. Überwachungsleistungen)
Gefahr des Rechtsverlusts (Mängelvorbehalt, Vertragsstrafenvorbehalt)
Gefahrübergang (für den Untergang)
Inkrafttreten bauvertraglich vereinbarter (Rechts‐) Folgen
Beginn der Gewährleistung
Rückgabe von Vertragserfüllungssicherheiten (z.B. Schuldschein)
Ggf. Konkretisierung der Leistungspflicht (Mangelbeseitigung, wenn im Vertrag nicht geregelt)
BGB Bauvertrag (§650a‐650h):
Betrifft die Herstellung, Wiederherstellung, die Beseitigung oder den Umbau sowie Instandhaltung bei wesentlicher Bedeutung des Bauwerks
Zustandsfeststellung bei Abnahmeverweigerung
BGB Verbraucherbauvertrag (§650i‐650o):
Bau neues oder Umbau eines Gebäudes, durch den Verbraucher beauftragt
Baubeschreibung mit Einzelheiten gemäß Art.249 Einführungsgesetz zum BGB
Baubeschreibung in Bezug auf die Bauausführung sind Inhalt des Vertrages, wenn nicht anders vereinbart
Unternehmer ist verantwortlich für vollständige und klare Baubeschreibung, bei Unklarheiten gilt die Leistungsbeschreibung
BGB Architektenvertrag und Ingenieurvertrag (§650p‐650t): •
Leistungen um vereinbarte Planungs‐ und Überwachungsziele zu erreichen
Überwachungsfehler nicht bei Haftung des ausführenden Unternehmers mit nicht erfolgloser Frist zur Nacherfüllung
Bauträgervertrag (§650u‐650v): •
Errichtung und Umbau eines Hauses mit Eigentumsübertragung an den Besteller
EGBGB •
Informationspflicht bei Verbraucherbauverträgen
Inhalt Baubeschreibung (§2): 
Allg. Beschreibung (ggf. Haustyp und Bauweise)
Art und Umfang der Bauleistung (ggf. Planung, Bauleitung, Arbeiten, Baustelleneinrichtung und Ausbaustufe)
Gebäudedaten, Pläne mit Raum‐ und Flächenangaben, Ansichten, Grundrisse, Schnitte
Ggf. Angaben zu Energie‐, Brandschutz‐ und Schallschutzstandard und zur Bauphysik
Beschreibung der Baukonstruktion aller wesentlicher Gewerke
Ggf. Beschreibung des Innenausbaus
Ggf. Beschreibung der gebäudetechnischen Anlagen
Angaben zu Qualitätsmerkmalen
Ggf. Beschreibung der Sanitärobjekte, Armaturen, Elektroanlage, Installationen, Informationstechnologie und Außenanlage
Grundlage des Bauvertragswesens
weder ein Gesetz noch eine öffentliche Rechtsverordnung
eine allg. anerkannte Vertragsgrundlage/ Geschäftsbedingung
wird stets bes. vereinbart
in den Normenpool des DIN aufgenommen (techn. Bestimmung)
DIN 1960 Teil A (VOB/A):
beinhaltet die allgemeinen Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
für Bauleistungen, Arbeiten der Herstellung, Instandsetzung, Erhaltung, Änderung und Beseitigung (§1)
Leistungsbeschreibung eindeutig, erschöpfend und neutral, mit allen umfassenden Umständen, Zweck, Beanspruchung sowie Boden‐ und Wasserverhältnisse (§7, mit Leistungsverzeichnis §7b, mit Leistungsprogramm §7c, Anhang Technische Spezifikation)
Wenn Teil A vereinbart ist auch Teil B und C Vertragsbestandteil, dies ist im Vertrag zu verdeutlichen, dabei bleiben die Allgemeinen Vertragsbedingungen (Teil B) und die allgemeinen technischen Vertragsbedingung (Teil C) grundsätzlich unverändert, sie können aber durch zusätzliche Vertragsbedingungen ergänzt werden (§8a)
Teil B DIN 1961 (VOB/B): •
Beinhaltet die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung der Bauleistungen (Allgemeine Geschäftsbedingungen)
Allgemeine Geschäftsbedingungen nicht gegenüber Privatpersonen sowie mit inhaltlichen Abweichungen verwenden (siehe auch §310 BGB)
Allgemeine Geschäftsbedingungen werden bei unangemessener Benachteiligung, z.B. keine klare und verständliche Ausführung von Bestimmungen unwirksam ( §307 BGB)
Teil C ist Vertragsbestandteil (§1 (1))
Teil B DIN 1961 (VOB/B):
Reihenfolge bei Widersprüchen (§1(2)): 1.
Besondere Vertragsbedingungen,
Zusätzliche Vertragsbedingungen,
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen,
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen,
Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung
Beachtung der anerkannten Regeln der Technik und der gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen, Ausführender ist verantwortlich (§4 (2))
Bedenken gegen Art der Ausführung, gegen Güte der Stoffe und Bauteile und gegen Leistungen anderer Unternehmer unverzüglich (ggf. vor Beginn der Arbeiten) und schriftlich mitteilen (§4 (3))
Bei Weitervergabe an Nachunternehmer gelten die Teile B und C als Grundlage (§4 (8))
Abnahmeverweigerung bei wesentlichen Mängeln (§12 (3))
Neben förmlicher Abnahme (auf Verlangen binnen 12 Werktage), Abnahme nach 12 Werktagen bzw. 6 Werktagen nach Beginn der Benutzung (§12(5))
Gefahrübergang auf Auftraggeber (§12 (6))
Zum Zeitpunkt der Abnahme hat das Werk frei von Sachmängeln zu sein (§13 (1)):
Erfüllt vereinbarte Beschaffenheit und anerkannte Regeln der Technik
Beschaffenheit nicht vereinbart: siehe Grundsätze BGB § 633
Bei Leistungen nach Probe, gelten die Eigenschaften der Probe als Soll (§13 (2)
Nicht vertraglich vereinbarte Verjährung (§13 (4)):
Bauwerk 4 Jahre
Ander Werke (Herstellung, Wartung bzw. Veränderung) 2 Jahre
Vergütungsminderung (§13 (6), siehe BGB 638)
ATV DIN 18299 Teil C (VOB/C):
Beinhaltet allgemeine technische Vertragsbedingungen
für die einzelnen Gewerke mit detaillierten Zusatzangaben über Materialqualitäten, Ausführungen und Nebenleistungen.ATV DIN 18300 – ATV DIN 18459
Bsp. Konterlattung.: •
Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks: min. 24*48mm
VOB/ C DIN 18338 Dachdeckungs‐ und Dachabdichtungsarbeiten: 30*50mm
Angaben zur Baustelle, Ausführung, Einzelangaben bei Abweichungen zu den ATV, ggf. Einzelangaben zu Nebenleistungen und besonderen Leistungen sind Bestandteile der Leistungsbeschreibung (Abschnitt 0)
ATV DIN 18299 „Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art“ gilt für alle Bauarbeiten (Abschnitt 1)
Leistungen beinhalten auch Bauteile und Stoffe (Abschnitt 2)
Nebenleistungen sind Leistungen, die auch ohne Erwähnung im Vertrag zur vertraglichen Leistung gehören (Abschnitt 4.1)
Bsp. für Nebenleistung: Sichern der Arbeit gegen Niederschlagswasser, mit dem normalerweise gerechnet werden muss und seine erforderliche Beseitigung.
Besondere Leistungen sind Leistungen, nur zur vertraglichen Leistung gehören, wenn sie gesondert erwähnt und keine Nebenleistungen sind (Abschnitt 4.2)
Bsp. für besondere Leistung: Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen
TECHNISCHE REGELWERKE UND DEREN RECHTLICHE BEWERTUNG
Kalkar‐Entscheidung“ des BVerfG (Urteil vom 08.08.1978. BVerfGE 49, 89). 3-Stufen-Theorie: Stand der Wissenschaft und Technik Stand der Technik Anerkannte Regel der Technik
Stand der Wissenschaft und Technik: •
Die neusten technischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse (auch wenn noch nicht realisierbar)
Technische Regeln, die wissenschaftliche (theoretisch) gesichert sind
Stand der Technik: •
Technische Regeln, die wissenschaftlich (theoretisch) gesichert und entsprechend ausgebildeten Fachleuten bekannt sind
Das derzeit technisch Machbare, (z.B. vom DIBt – Deutschen Institut für Bautechnik zugelassene neue Baustoffe)
Langzeitbewährung (in der Praxis) und somit allgemeine Anerkennung fehlt
(Auftraggeber = Versuchskaninchen)
(Allgemein) anerkannte Regeln der Technik: •
erfüllen die Voraussetzungen von Stand der Wissenschaft sowie Stand der Technik und haben sich über einen ausreichend langen Zeitraum bewährt
Von der Baupraxis anerkannt
Auftraggeber vertrauen darauf
Gelten als Soll‐Zustand einer vertraglichen Leistung (Abweichungen müssen schriftlich vereinbart werden)
(Allgemein) anerkannte Regeln der Technik: Zivilrechtliche Definition: „Die allgemein anerkannte Regel der Technik muss in der Wissenschaft anerkannt („dem Streit entzogen“) und damit theoretisch richtig sein und sich in der Praxis restlos durchgesetzt haben“ (vgl. Brbg OLG, BauR 2001, 283f.)
(Allgemein) anerkannte Regeln der Technik: Zivilrechtliche Definition: „Eine technisch anerkannte Regel liegt vor, wenn sie in der technischen Wissenschaft als theoretisch richtig anerkannt ist, feststeht, sowie durchweg bekannt und aufgrund der praktischen Erfahrung als technsich geeignet, angemessen und notwendig anerkannt ist.“ (RGSt 44, 76 vom 11.10.1910)
TECHNISCHE REGELWERKE UND DEREN RECHTLICHE BEWERTUNG (Allgemein) anerkannte Regeln der Technik: Unbestimmter Rechtsbegriff, der sich auf technische Regelwerke bezieht, wie z.B.: •
Spezifikationen und nationale Ergänzungen
Nichteinhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (§319 StGB): Der Verstoß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik bei der Planung, Leitung Ausführung oder Abrisses eines Bauwerks und die Gefährdung von Leib oder Leben eines anderen Menschen hierdurch, führt zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe
Zu den ETBs gehören weltweite (DIN EN ISO) Normen, europäische (DIN EN) Normen, nationale (DIN) Normen, Fachberichte (DIN FB), Ergänzungen (DIN SPEC), Vornormen (DIN V) und Richtlinien (RI).
Müssen nicht vertraglich vereinbart werden
Der Normentwurf: Das vorläufige abgeschlossene Ergebnis der Normungsarbeit, das der Öffentlichkeit zur Stellungnahme mit einer bestimmten Frist vorgelegt wird
Die Vornorm Eine technische Regel, die grundsätzlich nicht zum Deutschen Normenwerk gehört, zu der noch Vorbehalte hinsichtlich der Anwendung bestehen und nach der versuchsweise gearbeitet werden kann. Der Inhalt der Vornorm wird in der Regel nach zwei Jahren überprüft.
Die Norm Das endgültige Ergebnis der Normungsarbeit. Zu einer Norm können unter derselben DIN‐Zählnummer mehrere Teile gehören DIN‐Normen werden spätestens alle fünf Jahre überprüft.
DIN‐Normen sind technische Regelwerke, die durch ihr Zustandekommen auf einem breiten Konsens der Fachöffentlichkeit basieren und deshalb zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit großer Wahrscheinlichkeit eine Allgemein Anerkannte Regel der Technik wiedergeben. DIN‐Normen werden aber nicht ständig aktualisiert und können deshalb durch neuere, andere Regelwerke (Fachregeln, Merkblätter, Richtlinien) überholt sein. Deshalb sind DIN‐Normen nicht automatisch anerkannte Regeln der Technik.
Juristische Rangfolge:
eventuelle Vereinbarungen
dann die anerkannten Regeln der Technik
DIN‐Normen (untergeordnet)
BEURTEILUNGSGRUNDLAGEN: Fachregeln, Richtlinien, Merkblätter und Leitfäden dienen den Ausführenden als Ergänzung zu den Normen (Planungsgrundlage). Richtlinien VDI (Verband deutscher Ingenieure), … Asbestrichtlinie Fachregeln, z.B. des deutschen Dachdeckerhandwerkes oder des Zimmermannhandwerks Merkblätter, z.B. des Malerhandwerks (Bsp. Merkblatt 21 WDVS), Leitfäden, z.B. RAL (Reichsausschuss für Lieferbedingungen)‐Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren (Montageanleitung) oder des Umweltbundesamtes (Schimmelpilz)
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche technische Kenntnisse
Anforderungen an die Bauteile und Baustoffe z.B. hinsichtlich Brand‐, Schall‐, Wärme‐ und Feuchteschutz
Betrachtung der einzelnen Gewerke, Bauteile und Baustoffe
Pflicht zum Bodengutachten gemäß:
Normungen:
DIN 4020 Geotechnische Untersuchungen, DIN 18195 Bauwerksabdichtung, DIN 18197 Fugenabdichtung in Beton, …
Gerichtsurteilen: OLG Naumburg, Urteil vom 29.1.2014 – 12 U 149/13, OLG Jena 31.5.2001 (durch BGH bestätigt), OLG Celle 23.2.2012 (durch BGH bestätigt), …
Bsp.: Inhalt Bodengutachten/ geologischer Bericht •
die Feststellung der Bodenarten
Feststellung der Bodenklassen (Aushub, evtl. Entsorgung oder Wiederverfüllen)
Bodenbelastungen (evtl. Entsorgung)
Tragfähigkeit, Grundbruch (Hinweise zu: Tragwerksplanung und Gründung)
Bodenmechanik Bsp.: Inhalt Bodengutachten/ geologischer Bericht •
Grund‐ und Bemessungswasserstand (Hinweise zu Tragwerksplanung und Gründung sowie benötigte Abdichtung)
Bsp.: Inhalt Bodengutachten/ geologischer Bericht Anwendungsbeispiel für Gründung Jülich •
2 Grundwasserstände
Unterschiedliche Tiefen mit humosen Bodenanteilen
Unterschiedliche Empfehlungen in den Bodengutachten, sowohl Flächengründung (breite Lastabtragung) als auch Pfahlgründung (punktförmige Lastabtragung in tiefere Schichten)
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche technische Kentnisse
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche technische Kenntnisse Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme Bis 1920: •
Keine Abdichtung
korrodierte Stahlträger
Veraltete und ggf. beschädigte Sanitärinstallationen, Gasleitungen, Heizungsanlagen und Elektroinstallationen
Fehlender Wärmeschutz (Dämmung), Schallschutz (Entkopplung von Bauteilen) und Brandschutz (Rettungsmöglichkeiten)
Undichte Fenster mit Einscheibenverglasung
Holzgeschossdecken mit Hohllage und ggf. Feuchteschäden
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme 1920er‐1940er: •
Siehe 1.bis 7. aus bis 1920
Alte und fehlerhafte Flachdachausführungen (Feuchteschäden durch Undichtigkeiten von innen und außen)
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme 1950er: •
Siehe 1.bis 6. aus bis 1920
Siehe 2. aus 1920er‐1940er
Einsatz ölhaltiger (z.B. Anstriche) ,teerhaltiger (z.B. Parkettkleber) und asbesthaltiger (z.B. faserzementplatten) Baustoffe sowie lungengängiger Dämmwolle
Einsatz formaldehydhaltiger und mit gesundheitsgefährdenden Holzschutz versehende Holzbauteile
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme 1960er – 1970er: •
Veraltete ggf. beschädigte oder nichtvorhandene Abdichtung
Siehe 2. Bis 6. aus 1920
Siehe 2. Bis 4. aus 1950er
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme 1980er – 2000er: •
Veraltete ggf. beschädigte Sanitärinstallationen und Heizungsanlagen
Siehe 3. Bis 4. aus 1950er
Baukonstruktion Bsp.: Baustoff‐ und Konstruktionsprobleme 2000er – heute: •
Komplexe Bauweisen in Abdichtung (z.B. WU‐Konstruktionen), Wärmeschutz und Energieeinsparung (z.B. durchgehende Dämmebene, Luft‐ und Winddichtigkeit), Schallschutz (z.B. Entkopplungen der Schallübertragung) und Brandschutz (Trennung brennbarer Baustoffe zwischen unterschiedlichen Gebäuden bzw. Gebäudebereichen)
Mit der Komplexität erhöhen sich das Fehlerpotential und die Probleme bei nicht fachlich weitergebildetem Personal
Bauausführung Zusammenhänge zwischen den Gewerken
beinhaltet die gesamte Gebäudetechnik von Anschluss der Strom‐ und Netzwerkversorger bis hin zur vollständigen Vernetzung des Gebäudes.
Vor allem hier sind oft die Grenzen des Sachverständigen für Schäden an Gebäuden erreicht und ein zurückgreifen auf entsprechendes Fachpersonal (Zweitgutachter) erforderlich.
Einflüsse: •
Wärme (Temperatur),
Feuchte (Wasser),
Luft/ Wind,
Brand (Feuer),
Erschütterungen usw.
Bauphysik Schutz: •
der Wärmeschutz (Sommer und Winter)
der Feuchteschutz (erdberührt, auf Deckenflächen, Schrägen (z.B. Dach) und an Wänden)
die Luftdichtigkeit (inkl. Lüftung)
der Erschütterungsschutz
Bsp.: Bestimmt den Wassergehalt in der Luft
Kalte Luft kann weniger Wasser halten als warme Luft
chemische Korrosion (z.B. Oxidation),
die elektrochemische Korrosion (z.B. Zerstörung eines unedleren Metalls durch ein edleres Metall),
die Bitumenkorrosion (z.B. Weichmacherwanderung),
die Baustofferhärtung (z.B Hydratation) und
Angriffe aus der Umgebung (z.B. durch Salze, Fette, Säuren und andere chemische Angriffe).
Bsp.: pH‐Wert (negativer 10er Logarithmus der Wasserstoffmoleküle):
pH‐Wert 6,5 – 9,5
Grundwasser im Allgemeinen:
pH‐Wert 6 – 8,5
Unbelasteter Niederschlag:
pH‐Wert 5,6
Betonangriff, Kohlensäurebildung aus Bikarbonaten: pH‐Wert unter 6
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Erforderliche wirtschaftliche Kenntnisse
Quellen Kostenschätzung :
BKI‐Tabellen
Regional typischen Angebotspreisen und Kalkulationen
direkten Angeboten von Handwerkern und Sanierungsfirmen
aus eigenen Erfahrungen (Baukostensammlungen)
Kostenschätzung :
Bsp. Kostenüberprüfung und Zeitwertberechnung eines bei der Haftpflichtversicherung gemeldeten und instandgesetzten Versicherungsschaden:
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Schäden an Gebäuden       
Workflow Auftrag Informationsgrundlagen Istzustand Sollzustand Technische Bewertung Sanierung und Kostenschätzung
 Anforderungen an schriftliche Ausarbeitungen
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Workflow
Recherche vor dem OT
Recherche nach dem OT
Gutachtenerstellung (inkl. Ist‐Zustand/ Soll‐Zustand/ technische Bewertung/ Sanierung und Kostenschätzung)
Workflow Auftrag Informationensgrundlagen Istzustand Sollzustand Technische Bewertung Sanierung und Kostenschätzung
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Auftrag
Prüfung der Beweisfrage: •
Ist die Wahl des Sachverständigen vertraglich geregelt (SV oder Angebot durch einen Unternehmer, öffentlich bestellter SV, …)?
Werden zusätzliche Leistungen benötigt (Labor, 2. Gutachter, Hilfskräfte, …)?
Wer ist für die Beauftragung und für die Vergütung zuständig (Kostenteilung)?
Welche Auftragsart liegt vor (Mündlich, Schriftlich, …)?
Fällt der Auftrag in das Fachgebiet des Sachverständigen?
Ist der Auftrag gerichtlich oder privat beauftragt (Beweisbeschluss, Hinweispflicht, …)?
Zu welchem Zweck wird der Auftrag erteilt (gerichtliche Verwertung)?
Sind die Beweisfragen vorgegeben oder selbst zu ermitteln?
Welcher Soll‐Zustand ist entscheidend (Vertragsgrundlagen, Planungsvorgaben, anerkannte Regeln der Technik,…)?
Gibt es rechtliche Anforderungen (Baurecht, VOB, EnEV, …)?
Sind zusätzliche Informationen einzuholen (z.B. zusätzliche Unterlagen, Anknüpfungstatsachen, Zeugenaussagen,…)?
Auftragsarten Schäden an Gebäuden: •
Klärung von Streitigkeiten bezüglich Bauschäden und Baumängel (z.B. als Fachberater, in Fachberichten, in Kurzgutachten und Gutachten)
Baubegleitung (z.B. als Fachberater, ggf. mit Protokoll)
Beratungsleistungen (z.B. Kaufberatung, vor bzw. bei Sanierungen, bei Abnahmen)
Plausibilitätsprüfungen (z.B. Gutachtenprüfungen, bei Versicherungsschäden)
Forderungen aus Auftragsarten Schäden an Gebäuden: •
Alleinige Aufnahme des Istzustandes (z.B. Beweissicherung)
Darstellen von bautechnischen Fehlern (z.B. Baubegleitung)
Vergleich von Soll‐ und Ist‐Zustand (z.B. zwischen vereinbarten Verträgen und ausgeführten Leistungen)
Beurteilung gemäß den anerkannten Regeln der Technik (z.B. bei Schadenseintritt durch Baufehler)
Darstellung des Schadens‐ und Sanierungsausmaßes (z.B. bei Versicherungsschäden)
Darstellen von Kosten (z.B. Sanierungskosten, Wertminderung, Mehrkosten, Sowiesokosten)
Formulierungen Beweisfrage:
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Informationsgrundlagen
Ist‐Zustand: •
Technische Unterlagen (Pläne, Dokumentationen)
Soll‐Zustand: •
a.R.d.T.
Anerkannte Regeln der Technik als öffentlich rechtliche Vorgaben
Anerkannte Regeln der Technik als privatrechtliche Vorgaben
Vertragliche Vorgaben als privatrechtliche Vorgaben (z.B. Versicherungsgrundlagen)
Fachplanung (z.B. Tragwerksplanung)
Bautechnisch (technisch, physikalisch und chemisch) machbar
Recherche Phase 1 = Vorbereitung Ortstermin 
Lesen und Analysieren der Unterlagen
Untersuchungskonzept vorbereiten
Fragenkomplex zusammenstellen
Fotoapparat vorbereiten
UVV und Zugängigkeit prüfen
Parteien rechtzeitig einladen
Recherche Phase 2 = Ortstermin •
Systematisches Vorgehen (z.B. Geschossweise, Raumweise, Wandweise mit Nummerierungen)
Lage, Ausdehnung und Dimension eindeutig dokumentieren
Schäden und Fehler im Kontext mit dem Baustoff bzw. dem Bauteil und der Ursache und in chronologischer Reihenfolge darstellen.
Bei Messungen und Bauteilöffnungen die entsprechenden Arbeitsschritte, Ungenauigkeiten, Abweichungen und Aussagefähigkeiten der Messgeräte beachten
Anwesende und Ablauf dokumentieren
Recherche Phase 2 = Ortstermin ‐ Bauteilöffnung
Notwendig? (Eignung, Erforderlichkeit)
Zumutbar? (Wohn‐ und Sichtbereich beachten)
Verhältnismäßig? (Streitwert, zusätzlicher Schaden/ Kosten)
Genehmigt? (Eigentümer/ Besitzer/ Gericht) – gilt auch für Messungen
Fachmann notwendig (weiterer SV, spez. Gewerk, …)
Verschließen der Bauteilöffnung? (sofort/ später/ provisorisch)
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Istzustand
Darstellung gemäß der Fragestellung / des Beweisbeschlusses und des Zweckes
Detaillierte Beschreibung der vorgefundenen Situation
Nutzung technischer Normierungen
Darstellungsgrundlage DIN 1356‐6 Bauaufnahmezeichnung: Nutzung von Symbolen
Darstellungsgrundlage DIN 1356‐6 Bauaufnahmezeichnung:
Nutzung von Schadensschlüsselnummern
Detaillierte Beschreibung durchgeführter zerstörender Messungen (inklusive Mitwirkender, benutzte Geräte, Einverständniserklärung, Messprotokoll, Beschreibung der Messgeräte, Abweichungen und Fehlergrenzen)
Detaillierte Beschreibung durchgeführter Bauteilöffnungen (inklusive Mitwirkender, benutzte Geräte, Einverständniserklärung)
Ggf. Verknüpfung mit Informationen aus den Anlagen
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Sollzustand
Der Sollzustand spiegelt die geschuldete Beschaffenheit wieder
Geschuldet ist mindestens die a.R.d.T.
siehe Mangelbegriff BGB und VOB
Darstellung gemäß der Fragestellung / des Beweisbeschlusses und des Zweckes (in der Regel nach anerkannten Regeln der Technik und vereinbarter Beschaffenheit)
detaillierte Beschreibung des Sollzustandes
Angabe und Einarbeitung von Informationsquellen (z.B. DIN‐Normen, Fachregeln, Herstellervorschriften, usw.)
Berücksichtigung tatsächlicher Gegebenheiten (z.B. Nutzung, Klima, Himmelsrichtung, …)
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Technische Bewertung
Gegenüberstellung von Soll‐ und Istzustand
Bewertung der Abweichungen zwischen Soll‐ und Istzustand
Ursachenfindung der Abweichungen
Ausschluss von anderen Ursachen
Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen bei nicht eindeutigen Ursachen
Begründete Abweichungen von Regelwerken
Begründete Abweichungen zu erkennbare und begründeten Gegenmeinungen und andere Sichtweisen
Scheinbeweis (Tatsachen falsch, Schlussfolgerungen richtig) •
Rechenfehler, falsche Formeln
Anknüpfungstatsachen als Befundtatsachen
Unvollständiger oder verallgemeinerter Befund
Unterlagen überholt bzw. geändert
Skalierung geändert (z.B. aus wahrscheinlich wird gewiss)
Beurteilungsfehler Trugschluss (Tatsache richtig, Schlussfolgerung falsch) •
Einzelmeinung als Allgemeinmeinung dargestellt
Verschweigen anderer Lehrmeinungen
Anwendung überholter oder noch nicht gültiger Regeln (Zeit!)
Unberücksichtigung weiterer möglicher Ursachen
Bearbeitung nicht detailliert genug (zu grob)
Freie Schätzungen ohne Nachvollziehbarkeit
Bewertungsfehler (falsche Minderungsgrundlage, falsche Bauindex, Baunebenkosten oder Sowieso‐Kosten fasch oder nicht berücksichtigt)
Missverständnisse •
Zusammenfassung und Inhalt weichen ab
Geänderte Skalierung
Fehlende Trennung von Kosten und Minderung
Vermischen von Feststellungen und Stellungnahmen
Beantwortung von Rechtsfragen
Schäden an Gebäuden  Schäden an Gebäuden  Sanierung und Kostenschätzung
Sanierung •
alle für den Gutachtenauftrag erforderlichen Schritte darstellen
Sanierung eines Sachverständigen stellt eine Empfehlung dar
Hinweispflicht ggf. auch auf andere Sanierungsmöglichkeiten
Wahrscheinlichkeiten und Mutmaßungen auf Grund unzureichender Untersuchungen sind zu berücksichtigen
Alle Schäden und Folgeschäden beachten
Schadensursachen und Baufehler beachten
Empfehlung Kostenermittlung
Ist keine Kostenermittlung verlangt, ist diese nicht durchzuführen
Quellenangabe der Kostenschätzung
Ist eine Kostenermittlung zur Minderung der Arbeiten verlangt, kann diese durch Kostenschätzung (z.B. aus den tatsächlichen Baukosten) ermittelt werden
Empfehlung Kostenermittlung •
Ist eine Kostenermittlung zum Anspruch auf Schadensersatz verlangt, sind die Kosten über allgemeine Baukosten (z.B. aus Baukostensammlungen bzw. Baukostenindizes) zu ermitteln, hierbei ist darauf zu achten, in welchen Einheiten die Sanierung abgerechnet werden darf (Bei Versicherungsfällen ist eine Kostenschätzung oft nur nach m² zulässig)
Ist eine Kostenermittlung zur Sanierung verlangt, sind die Kosten über möglichst Präzise (z.B. durch Angebote) zu ermitteln, hierbei ist darauf zu achten welcher Wert die Grundlage des Schadensanspruches darstellt (Bei Haftpflichtversicherungen ist meist der Zeitwert einzelner Bauteile zu betrachten)
Technische Beurteilung bei Schadensersatz:
Ist eine Verringerung des Vermögenswertes einer Bauleistung durch z.B.: •
Abnutzung, Verschleiß bzw. Substanzverringerung
technische bzw. wirtschaftliche Überholung
Schäden (ggf. auch Beseitigte) und Schadensgefahr
Baufehler (Mängel) bzw. Abweichungen von der üblichen Beschaffenheit bei gewöhnlicher Verwendung (a.R.d.T)
Sind Kosten, die über einen vergleichbaren Kostenwert (z.B. bei sofortiger Einhaltung der a.R.d.T) und / oder über die geplanten Kosten (z.B. zusätzliche Material‐ und Personalkosten) hinausgehen. Wurden die Mehrkosten nachweislich durch einen Unternehmer verschuldet, ist dieser gemäß BGB zum Schadenersatz verpflichtet.
Sowiesokosten:
Sind Kosten, die die dem Bauherrn bzw. Auftraggeber auch entstanden wären, wenn die Bauleistung ohne Baufehler (Mängel) ordnungsgemäß erbracht worden wäre. Sie zählen nicht zu den schadensbedingten Kosten und können somit auch nicht bei Schadensersatz geltend gemacht werden (siehe hierzu auch BGH‐ Beschluss vom 10.8.2008, Az: VII ZR 94/07 „Planungsmangel: bei Sowiesokosten entfällt die Schadensersatzpflicht, Architekt ist für Planung und Koordination der Tragwerksplanung verantwortlich“)
Schäden an Gebäuden  Grundlagen  Schäden an Gebäuden  Anforderungen an schriftliche Ausarbeitungen  Gutachten  Weitere gutachterliche Leistungen
Schäden an Gebäuden  Anforderungen an schriftliche Ausarbeitungen  Gutachten
Formale Darstellung / Äußerlichkeit:
Einheitliche Gestaltung / Aufbau
Einheitliche Gestaltung / Aufbau •
Gliederung / Übersichtlichkeit
Standarteinstellungen (Einseitig, Rand)
Überschriften, Schriftgröße, Zeilenabstand, Absätze
Bindung / Heftung
Besonderheiten (z.B. Tabellenform)
Verständlichkeit •
Besonderheiten (z.B. Kombination von Bild und Text)
Verkehrsfähigkeit •
Nachvollziehbarkeit für Fachleute
Nachvollziehbarkeit für Dritte
Allgemeine Angaben •
Angaben zum Ersteller des Gutachtens mit Bezeichnung (Auftragnehmer, Sachverständiger mit Name Anschrift und zum Werk zugehöriger Bestellung)
Angaben zum Auftraggeber (Name, Ansprechpartner, Anschrift)
Angaben zum Objekt (Anschrift)
Gutachtennummer / Aktenzeichen
Ggf. Angaben über Ausfertigung und Inhalt (Seiten/ Fotos/ Anlagen)
Bildliche Darstellung (Foto oder Skizze)
Inhaltsverzeichnis mit Seitenanzahl
Gutachtennummer / Aktenzeichen auf jeder Seite
Quellenverzeichnis (mit Aktualitäts‐ / Ausfertigungsangabe)
Ggf. Abkürzungsverzeichnis
Mitwirkende (Co‐Gutachter, Hilfskräfte, Labor, …) inklusive Darstellung der Unterstützung
Bauliche Situation (Objektart, Baujahr, Bauweise, …)
Gesamteindruck des Bereiches / Gebäudes
Anknüpfungstatsachen (z.B. Vorgeschichte)
Abgrenzungen (z.B. rechtliche Gegebenheiten wie Genehmigungen, Bauteilöffnungen, Untersuchungen hinsichtlich Kontaminationen und Schädlingen, Betrachtung weiterer Schäden, Überprüfung von Funktionsfähigkeiten wie der Heizung, …)
Zweck des Auftrages (z.B. für ein Gericht)
Beweisfragen / Beweisbeschluss
Angaben zum Ortstermin
beteiligte + geladene Personen (Funktion, Anwesenheitszeit)
Belichtung / Sicht
Besonderheiten (z.B. Streit)
Angaben über Quellen, verwendete Unterlagen, Informationsquellen und Auskünfte (mit Personen‐ und Datumsangabe)
Zusammenfassende Beantwortung der Fragestellung / des Beweisbeschlusses
Zusammenfassende Beurteilung des Istzustandes
Einordnung der Beurteilung / Abgrenzungen / Verwertbarkeit
Verwendbarkeit des Gutachtens
Leistungserklärung des Erstellers
Unterschrift und Stempel des Erstellers
Anlagen (sofern zusätzlich erforderlich)
Pläne, Skizzen (z.B. Grundrisse und Ansichten des Gebäudes)
Informationsquellen (z.B. Angebote, Co‐Gutachten, Energieausweis, …)
Berechnungen (z.B. Flächen‐ und/ oder Massenberechnungen, Wärmeschutz, …)
Lage‐ und Übesichtspläne
Weitere wichtige Informationen (Bauteilerläuterungen, Mietunterlagen, Teilungserklärung, Notarunterlagen, Vesicherungsunterlagen, Angebote über Notwendige Sanierungen, Satzungen, Baubeschreibungen, Urteile, Literatur …)
Bewertung: •
Ist‐Zustand
Detaillierte Beschreibung durchgeführter zerstörungsfreier Messungen (inklusive Messprotokoll, Beschreibung der Messgeräte, Abweichungen und Fehlergrenzen)
Angabe der verwendeten Grundlagen und Verfahrensgrundsätze (z.B. Berechnungsformel der Tragwerksplanung, Schall‐, Wärme‐ und Feuchteschutz, …)
Plausibilitätsprüfung fremder Aussagen und Berechnungen
Vergleich des Ist‐ mit dem Sollzustand und Bewertung (z.B. Auswirkungen, Folgeschäden, …)
Ermittlung der Ursache des bautechnischen Fehlers bzw. des Schadens (z.B. mittels Ausschlussverfahren)
Abweichungen von verbreiteten Fachmeinungen mit Begründung
Darstellen von Wahrscheinlichkeiten (z.B. bei unzureichender Informationsgrundlage)
Schadens‐ bzw. Fehlerbehebung
Sanierungsvorschlag des Schadens inklusive erforderlicher Arbeitsschritte
Abstellung von Baufehlern bzw. der Schadensursache inklusive erforderlicher Arbeitsschritte
Kostenschätzung inklusive Quellenangabe (ggf. mit Zeitwertermittlung)
Ggf. weitere Sanierungsalternativen
Ggf. Berechnung und technische Beurteilung des Minderwertes
Ergebnisdarstellung (Beantwortung der Beweisfragen)
Normenkonformität / a.R.d.T. beachtet
Festlegung des Ergebnisses (z.B. Ursache) aus der Analyse und Beurteilung
Beurteilung der Ergebnisse / Ggf. Umsetzbarkeit mit Begründung
Praktikable Lösungsdarstellung
Ggf. Berücksichtigung von Versicherungswerten, Laborwerten, gesundheitlichen (z.B. Asbest) bzw. rechtlichen Anforderungen (z.B. EnEV), oder gemäß Auftrag anderen geforderten Werten
Schäden an Gebäuden  Anforderungen an schriftliche Ausarbeitungen  Weitere Leistungen
Darstellung des Istzustandes vor und nach Arbeiten in der Umgebung bzw. von Abweichungen zwischen der Beweisaufnahme vor und nach Arbeiten in der Umgebung
Protokoll zu einer Baubegleitung
Kurze Darstellung der Abweichungen des Istzustandes vom vereinbarten/ geschuldeten Sollzustand und den anerkannten Regeln der Technik
Ggf. nicht detaillierte Darstellung von Quellen, Sanierungsarbeiten und Kosten
Stellungnahme zu einem Gutachten
Darstellung nicht nachvollziehbarer bzw. fehlerhaft dargestellter Aspekte des zu überprüfenden Gutachtens
Fachbericht zu einem Ortstermin
Kurze Darstellung zu bautechnischen Fehlern oder Schäden bzw. von Belastungen durch Schädling (z.B. Pilze) und Schadstoffen (z.B. Asbest)
Ende Fragen?
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