Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2066,%20156
Timestamp: 2020-02-27 07:55:47
Document Index: 130621048

Matched Legal Cases: ['§ 548', '§ 553', '§ 542', '§ 1252', '§ 162', '§ 553', '§ 542', '§ 1252', '§ 553', '§ 162', '§ 553', '§ 553', '§ 553', '§ 548', '§ 553', '§ 553', '§ 553']

BSG, 18.01.1990 - 8 RKnU 1/89 - dejure.org
BSG, 18.01.1990 - 8 RKnU 1/89
https://dejure.org/1990,1305
BSG, 18.01.1990 - 8 RKnU 1/89 (https://dejure.org/1990,1305)
BSG, Entscheidung vom 18.01.1990 - 8 RKnU 1/89 (https://dejure.org/1990,1305)
BSG, Entscheidung vom 18. Januar 1990 - 8 RKnU 1/89 (https://dejure.org/1990,1305)
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RVO § 548 Abs. 1, § 553 Abs. 1
BSGE 66, 156
MDR 1990, 658
Denn auch psychische Reaktionen können rechtlich wesentlich durch ein Unfallereignis verursacht werden (vgl schon Reichsversicherungsamt, AN 1926, 480;… BSG vom 18. Dezember 1962, BSGE 18, 173, 175 = SozR Nr. 61 zu § 542 RVO;… BSG vom 29. Januar 1986 - 9b RU 56/84 - BSG vom 18. Dezember 1986, BSGE 61, 113 = SozR 2200 § 1252 Nr. 6; BSG vom 18. Januar 1990 - 8 RKnU 1/89 - vgl im Übrigen Schönberger/Mehrtens/Valentin, aaO, Kap 5.1, S 227 ff;… ebenso zum sozialen Entschädigungsrecht BSGE 19, 275, 277 f = SozR Nr. 174 zu § 162 SGG).
Der Tod eines Versicherten ist infolge eines Versicherungsfalls eingetreten, wenn er durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit und sei es auch nur mittelbar, vor allem aufgrund der sich aus ihnen ergebenden Gesundheitsstörungen und Erkrankungen verursacht wurde (BSG SozR 3-2200 § 553 Nr. 1).
Denn auch psychische Reaktionen können rechtlich wesentlich durch ein Unfallereignis verursacht werden (vgl schon Reichsversicherungsamt, AN 1926, 480;… BSG Urteil vom 18. Dezember 1962, BSGE 18, 173, 175 = SozR Nr. 61 zu § 542 RVO;… BSG Urteil vom 29. Januar 1986 - 9b RU 56/84 - BSG Urteil vom 18. Dezember 1986, BSGE 61, 113 = SozR 2200 § 1252 Nr. 6; BSG Urteil vom 18. Januar 1990 - 8 RKnU 1/89 = BSGE 66, 156 = SozR 3-2200 § 553 Nr. 1;… vgl im Übrigen Schönberger/Mehrtens/Valentin, aaO, Kap 5.1, S 227 ff;… ebenso zum sozialen Entschädigungsrecht BSGE 19, 275, 277 f = SozR Nr. 174 zu § 162 SGG).
Daher kommt es bei der Wertung im Bereich der haftungsausfüllenden Kausalität vor allem darauf an, welche Auswirkungen das Unfallgeschehen gerade bei der betreffenden Einzelperson mit ihrer jeweiligen Struktureigenheit im körperlich-seelischen Bereich hervorgerufen hat (vgl BSGE 66, 156, 158 = SozR 3-2200 § 553 Nr. 1 mwN).
Der Tod eines Versicherten ist infolge eines Versicherungsfalls eingetreten, wenn er durch einen Arbeitsunfall oder eine BK und sei es auch nur mittelbar, vor allem aufgrund der sich aus ihnen ergebenden Gesundheitsstörungen und Erkrankungen verursacht wurde (BSGE 66, 156 = SozR 3-2200 § 553 Nr. 1).
Ebenso liegt auf der Hand, daß die gesetzlich geforderte kausale Verknüpfung zwischen dem sehr hohen Hilfebedarf und der Krankheit oder Behinderung iS der in der Rechtsprechung des BSG entwickelten Lehre von der "rechtlich wesentlichen Bedingung" (stellvertretend BSG SozR 3-2200 § 553 Nr. 1;… aaO § 548 Nr. 4; Schulin, Sozialrecht, 4. Aufl 1991, S 135 ff mwN) zu beurteilen ist.
In der Unfallversicherung (UV) ist nunmehr unter Aufgabe gegenteiliger Rechtspr anerkannt, daß in Anwendung des § 553 Reichsversicherungsordnung (RVO) auch der Zusammenhang zwischen einer Selbsttötung und den Folgen eines Arbeitsunfalls nach der Theorie der wesentlichen Bedingung zu bewerten ist (BSG SozR 3-2200 § 553 Nr. 1).
Keine prinzipiellen Schwierigkeiten bestehen auch in den Fällen, in denen eine anerkannte Berufskrankheit vorliegt, die geeignet war, den Versicherten in eine psychische Situation zu bringen, in der die Selbsttötung verständlich ist (vgl. neuerdings BSGE 66, 156 ).
Bejaht worden ist die Kausalität zwischen der versicherten Tätigkeit und dem Unfall (Selbsttötung) dementsprechend für den Selbstmord eines Betriebsratsvorsitzenden in den Räumen des Betriebsrates (vgl. LSG Hessen Breithaupt 1979, 862), für einen Selbstmord nach der versehentlichen Tötung eines Kollegen (vgl. LSG Bayern Breithaupt 1969, 475), für eine Selbsttötung nach einem Personalgespräch, beinhaltend die Entbindung von Leitungsfunktionen, Abmahnung und Kündigungsandrohung (LSG Bayern, Urteil vom 29. April 2008, Az. L 18 U 272/04; Juris) und für eine Selbsttötung am Beginn einer stationären Behandlung wegen der Folgen einer Berufskrankheit (BSG 66, 156).
LSG Baden-Württemberg, 01.07.2011 - L 8 U 197/11
Daher kommt es bei der Wertung im Bereich der Kausalität vor allem darauf an, welche Auswirkungen das Unfallgeschehen gerade bei der betreffenden Einzelperson mit ihrer jeweiligen Struktureigenheit im körperlich-seelischen Bereich hervorgerufen hat (vgl. BSGE 66, 156, 158 = SozR 3-2200 § 553 Nr. 1 m.w.N.).
LSG Nordrhein-Westfalen, 06.03.2007 - L 2 KN 225/05
Ursachenzusammenhang zwischen einer Berufskrankheit und dem Tod des Versicherten; …
LSG Baden-Württemberg, 23.03.2012 - L 8 U 884/11
Gesetzliche Unfallversicherung - Arbeitunfall - haftungsbegründende Kausalität - …
BSG, 26.02.1992 - 9a RV 30/90
Pazifist - Wehrdienst - Freitod - Zweiter Weltkrieg
LSG Niedersachsen, 20.03.2001 - L 9/3 U 475/99
LSG Nordrhein-Westfalen, 13.11.2008 - L 2 KN 247/07
BSG, 31.01.1991 - 2 BU 67/90
Voraussetzungen für einen Anspruch auf Hinterbliebenenleistungen aus der …
SG Gießen, 08.05.2015 - S 1 U 52/14
LSG Niedersachsen, 08.02.2002 - L 6 U 334/99