Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20209/06
Timestamp: 2020-02-24 14:55:30
Document Index: 356368177

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 146', '§ 129', '§ 139', '§ 204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 129', '§ 129', 'BGH', 'BGH', '§ 146', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.02.2008 - IX ZR 209/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1012
BGH, 21.02.2008 - IX ZR 209/06 (https://dejure.org/2008,1012)
BGH, Entscheidung vom 21.02.2008 - IX ZR 209/06 (https://dejure.org/2008,1012)
BGH, Entscheidung vom 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06 (https://dejure.org/2008,1012)
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Voraussetzungen für die Ausübung eines Anfechtungsrechts i.R.d. Insolvenz; Geltendmachung der Anfechtbarkeit einer bestimmten Rechtshandlung durch den Insolvenzverwalter; Erkennbarkeit der Anfechtungsabsicht eines Insolvenzverwalters bei Auslassung eines bestimmten ...
Ausübung des Insolvenzanfechtungsrechts durch konkludente Willensäußerung
Ausübung des Anfechtungsrechts
Anforderungen an die Feststellung der Ausübung des Insolvenzanfechtungsrechts im Zivilprozess
Konkludente Ausübung des Anfechtungsrechts durch den Insolvenzverwalter; zur Frage, wann das Gericht davon ausgehen darf, der Insolvenzverwalter wolle eine bestimmte Rechtshandlung von der Anfechtung ausnehmen
Anforderungen an die Ausübung des Anfechtungsrechts
InsO § 146 Abs. 1, § 129; ZPO § 139 Abs. 1 Satz 2; BGB § 204 Abs. 1 Nr. 1
Anfechtung durch den Insolvenzverwalter: Auch konkludent möglich? (IBR 2008, 451)
LG Stralsund, 13.09.2002 - 5 O 35/02
OLG Rostock, 03.11.2006 - 3 U 7/03
NJW-RR 2008, 1272
ZIP 2008, 888
MDR 2008, 827
NZI 2008, 372
WM 2008, 935
BB 2008, 1141
Die Anfechtung einer Rechtshandlung muss vom Insolvenzverwalter nicht ausdrücklich als solche erklärt werden, sondern er übt das Anfechtungsrecht schon dadurch aus, dass er erkennen lässt, eine Gläubigerbenachteiligung in der Insolvenz auf Kosten des Anfechtungsgegners wieder ausgleichen zu wollen (BGHZ 135, 140, 149 ff;… BGH, Urt. v. 11. Dezember 2003 - IX ZR 336/01, WM 2004, 540; v. 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, ZIP 2008, 888, 889 Rn. 11).
bb) Für die Ausübung des Anfechtungsrechts genügt jede erkennbare --auch konkludente-- Willensäußerung, dass der Insolvenzverwalter eine Gläubigerbenachteiligung in der Insolvenz nicht hinnehme, sondern diese zur Masseanreicherung wenigstens wertmäßig auf Kosten des Anfechtungsgegners wieder auszugleichen suche (BGH-Urteil vom 21. Februar 2008 IX ZR 209/06, Wertpapier-Mitteilungen/Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht --WM-- 2008, 935, Leitsatz;… unter Bezugnahme auf Kirchhof in Münchener Kommentar, InsO, 2. Aufl. 2008, § 129 Rz 194;… ebenso de Bra, in Braun, InsO, 4. Aufl. 2010, § 129 Rz 45).
Sind die Voraussetzungen eines der dort genannten Tatbestände erfüllt, ist die Verjährung bezüglich aller davon erfassten Rechtshandlungen des Schuldners, die der Insolvenzverwalter hinreichend erkennbar anfechten will, gehemmt (vgl. BGH st. Rspr. seit 20. März 1997 - IX ZR 71/96 - zu III 3 der Gründe, BGHZ 135, 140; vgl. auch 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06 - Rn. 12) .
Der Senat hat bislang allerdings die Frage offen gelassen, ob § 146 Abs. 2 InsO auf diese Fallkonstellation anwendbar ist (BGH, Urt. v. 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, ZIP 2008, 888, 889 Rn. 10).
Für die Ausübung des Anfechtungsrechts und erst recht für die hier erforderliche Geltendmachung der Anfechtbarkeit genügt aber jede erkennbare - auch konkludente - Willensäußerung, dass der Insolvenzverwalter eine Gläubigerbenachteiligung in der Insolvenz nicht hinnehmen will, sondern zur Masseanreicherung wenigstens wertmäßig auf Kosten des Insolvenzgläubigers wieder auszugleichen sucht (BGH, Urt. v. 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, ZIP 2008, 888, 889 Rn. 9).
Für die Ausübung des Anfechtungsrechts genügt aber jede erkennbare - auch konkludente - Willensäußerung, dass der Insolvenzverwalter eine Gläubigerbenachteiligung in der Insolvenz nicht hinnehme, sondern zur Masseanreicherung wenigstens wertmäßig auf Kosten des Anfechtungsgegners wieder auszugleichen suche (vgl. BGH 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06 - Rn. 11 mwN) .
Erstrebt der Verwalter im wirtschaftlichen Ergebnis eine der Anfechtung entsprechende Rechtsfolge und stützt er sein Begehren auf einen Sachverhalt, der geeignet sein kann, die Voraussetzungen einer Anfechtungsnorm zu erfüllen, so hat der Richter ohne weiteres zu prüfen, ob der geltend gemachte Anspruch unter diesem Gesichtspunkt gerechtfertigt ist (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2003 - IX ZR 336/01, WM 2004, 540; vom 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, WM 2008, 935 Rn. 11 mwN).
Das Berufungsgericht hat daher zu Recht angenommen, die Beklagte habe mit Zustellung der Klage gewusst, dass die Kläger den durch den Überlassungsvertrag vorgenommenen Vermögenserwerb - bezogen auf den dem Schuldner zuzuordnenden Miteigentumsanteil - nicht hinnehmen würden (vgl. BGH, Urt. v. 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, ZIP 2008, 888, 889 Rn. 11 f).
Das Anfechtungsrecht muss vom Verwalter vielmehr geltend gemacht und durchgesetzt werden (BGH, Urt. v. 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, ZInsO 2008, 508 Rn. 11).
Für die Ausübung des Anfechtungsrechts reicht es darum aus, dass die Anfechtungsabsicht erkennbar ist (…BAG 19. Mai 2011 - 6 AZR 736/09 - Rn. 8; BGH 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06 - Rn. 11).
Anfechtung außerhalb der Insolvenz: Bezeichnung der befriedigungsbedürftigen …
Die von der Beschwerde herangezogene Senatsrechtsprechung, wonach die Anfechtung durch den Insolvenzverwalter keiner besonderen Erklärung bedarf (BGH, Urteil vom 21. Februar 2008 - IX ZR 209/06, WM 2008, 935 Rn. 11), ist für die hier zu entscheidende Frage nicht einschlägig.