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Timestamp: 2020-04-04 22:26:42
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Matched Legal Cases: ['Art. 5', '§ 1', '§ 1922', '§ 104', '§ 104', '§ 106', '§ 104', '§ 3', '§ 9', '§ 58', '§ 106', '§ 22', '§ 22', '§ 1', '§ 1', '§ 6', '§ 104', '§ 105', '§ 112', '§ 6']

Der normative Hintergrund von Verträgen im Rechtsvergleich | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
Regelungen zum Vertragsrecht in Deutschland, USA, China und im islamischen Recht mit ihren Auswirkungen auf die Vertragspraxis
K K Kai Klebba (Autor)
I. Das Ziel der Arbeit
II. Die Schwerpunkte
1. Warum das chinesische Recht?
2. Warum das islamische Recht?
B. Der Rahmen des Vertragsrechts
I. Zivilrechtsquellen in den Rechtssystemen
4. Islamische Lander
5. Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
II. Rechts- und Geschaftsfahigkeit
a) Rechtsfahigkeit
b) Geschaftsfahigkeit
III. Abwicklung von Vertragen
d) Islamische Lander
e) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
3. Einigungsmangel
5. Anspruche bei Nichterfullung
a) Naturalrestitution oder Schadensersatz?
b) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
IV. Allgemeine Statuten zum Vertragsrecht
1. Inhaltliche Schranken
a) VerstoB gegen Verbotsgesetze
cc) China
dd) Islamische Lander
ee) Auswirkungen auf die Vertragspraxis im Rechtsvergleich
b) Sittenwidrigkeit
V. Besonderheiten familienrechtlicher Vertrage
VI. Besonderheiten erbrechtlicher Vertrage
IV. Islamische Lander
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Das Diktum aus einem Gedicht Goethes trifft in seinem Kern die immer fortwahrende Anforderung an den Kautelarjuristen. Denn auch, wenn es dem Menschen frei steht, nach Belieben Vertrage zu schlieBen wann, wie, mit wem und woruber er will, bleibt er doch stets an feststehende Regeln gebunden, die ihn in seiner Vertragsfreiheit beschranken.1 Diese Regeln, welche den Rahmen bilden fur das ansonsten bunte Bild vertraglicher Frei- raume, unterscheiden sich sehr von Land zu Land. Im Folgenden sollen da- her die normativen Hintergrunde von Vertragen in Deutschland, den USA, der Chinesischen Volksrepublik und im religiosen Recht des Islam betrach- tet werden, als auch die daraus folgenden jeweiligen Auswirkungen auf die Vertragspraxis. Hierbei ist anzumerken, dass jeweils der Abschluss eines in- nerstaatlichen Vertrages im beschriebenen Rechtssystem und nicht der Ab­schluss eines internationalen Vertrages erortert werden soll. Dargestellt wer­den demnach nur die unabanderlichen innerstaatlichen Konditionen, wel- chen die Vertragsparteien unterworfen sind und die damit einhergehend das Vertragsrecht reglementieren. Denn im Umkehrschluss aus ius cogens wird der vom Juristen ausschopfbare Gestaltungsspielraum sichtbar.
Gegenstand dieser Arbeit sind zunachst die zwei Rechtskreise, in welche die westliche Welt ublicherweise eingeteilt wird: einerseits das entscheidend vom romischen Recht gepragte kontinental-europaische civil law, hier ver- treten durch Deutschland und andererseits das von der englischen Rechtstra- dition abstammende common law, hier vertreten durch die USA.2 Erganzt wird die Betrachtung durch das Recht der Volksrepublik China, als Beispiel fur ein hybrides Rechtssystem und durch das Recht der schari'a als Exempel fur ein auf dem Vormarsch befindliches religioses Recht.
China stellt mit ca. 1,3 Mrd. Einwohnern nicht nur das bevolkerungsreichste Land der Welt dar, es zeigt auch ein auBergewohnliches Vertragsrecht, wel­ches das kontinental-europaische und das anglo-amerikanische Rechtssys- tem zu vereinen versucht.3 Zuruckzufuhren ist dies auf den Transformations- prozess, in welchem sich Chinas wirtschaftliche Struktur befindet, nachdem sich die chinesische Zentralregierung im Jahr 1992 entschlossen hat, eine sozialistische Marktwirtschaft anstelle der fruheren Planwirtschaft aufzu- bauen.4 Einen groBen Schritt auf dem Weg zu einem marktwirtschaftlich ori- entierten Normensystem hat China mit Einfuhrung des Vertragsgesetzes von 1999 gemacht, selbst wenn gleichzeitig der sozialistische Rechtsstaat in Art. 5 der chin. Verfassung verankert wurde.5 Wer dies und die Entwicklungen anderer ehemals zentralwirtschaftlich organisierter Staaten hin zu liberalen, sozialen oder sozialistischen Marktwirtschaften uberblickt, wird zwischen ihnen interessante Parallelen feststellen, welche es lohnenswert machen, das chinesische Vertragssystem naher zu betrachten.6
Das islamische Recht der schari'a gilt fur nicht weniger als 1,5 Mrd. Musli- me.7 Weltweit gibt es 300 Banken, die an der schari'a orientiert arbeiten, wobei der Markt des islamic banking jahrlich um etwa 25-30 % wachst. Die Ratingagentur Standard & Poor’s schatzt das Volumen des islamischen Fi- nanzmarktes auf derzeit 700 Milliarden Dollar. Das islamische Finanzsys- tem ist demnach ein neues, paralleles System, welches den Regeln der scha­ri'a mit nicht zu unterschatzenden Auswirkungen folgt. Fur Muslime ist die Wahl einer Bank in erster Linie eine religiose Entscheidung, was wiederum beeinflusst wird durch die Gesetze der schari'a. So vertrauen viele Muslime auf die Wirtschaftsprufer der schari'a-boards, bei welchen hoch angesehene islamische Religionsgelehrte und Wirtschaftsexperten sitzen, die als Garan- ten der Ethik alle Finanzprodukte absegnen mussen. Beispiel dafur, dass auch der europaische Raum von dieser Entwicklung beeinflusst wird, ist die franzosische Regierung, welche derzeit eine Anpassung der Rechtslage pruft, um 2010 in Frankreich die erste islamische Bank grunden zu konnen, so wie es in GroBbritannien bereits der Fall ist. Es ist demnach auch heute noch sinnvoll, die grundlegenden Regelungen der schari'a zu kennen, nicht zuletzt, weil die schari'a in alien islamischen Landern wieder an Bedeutung gewinnt.8
Zunachst dargestellt werden die Rechtsquellen des Zivilrechts in den jewei- ligen Rechtssystemen, die einen teilweise kodifizierten Rahmen der Ver- tragsfreiheit bilden.
In Deutschland ist das Burgerliche Gesetzbuch als privatrechtliche Kodifi- kation mit grds. allgemeinen Geltungsanspruch zu verstehen. Es ist das pri­vatrechtliche Basisgesetz und so gesehen das Grundgesetz des Zivilrechts.9 Hinzu kommen Sonderprivatrechte, wie etwa das HGB, das GmbHG, das GWB und das UWG, um nur die Wichtigsten zu nennen. Sie alle bilden mit den ihnen innewohnenden unabdingbaren Regelungen (ius cogens) die ge- setzlichen Grenzen der grundrechtlich geschutzten Vertragsfreiheit und zei- gen mit den dispositiven Regelungen (ius dispositivum) den Gestaltungsfrei- raum des Kautelarjuristen auf.10
Ein geschriebenes US-amerikanisches Privatrecht schlechthin gibt es dem- gegenuber nicht, denn die Regelung der meisten zivilrechtlichen Materien ist Sache der 50 Einzelstaaten.11 Die primare Rechtsquelle ist das Fallrecht.12 Die zwei groBen niedergeschriebenen Rechtsquellen im US-Vertragsrecht sind das restatement of contracts (1979), welches in 385 Paragraphen die wesentlichen Regelungen kommentiert und der uniform commercial code (UCC).13 Sofern Gesetze existieren, regeln diese jedoch grundsatzlich nur einen bestimmten Teilbereich (z.B. den Verbraucherschutz) und selbst dann kommt solchen Gesetzen ein anderer Stellenwert als dem Fallrecht zu.14 Das US-Privatrecht hat keinen mit dem deutschen allgemeinen Teil vergleichbaren Abschnitt mit fur alle besonderen Materien immer geltenden Regeln.15 Das US-Recht kennt ebenso keinen besonderen Teil mit Regeln uber spezielle Vertragstypen. Eine Ausnahme hiervon bildet der Kauf- und Mietvertrag. Beide sind gesetzlich im UCC geregelt und enthalten allgemeine Regeln die auch auf andere Vertragstypen Anwendung finden konnen.16
Chinas wichtigste vertragsrechtliche Kodifikation nennt sich he tong fa (Vertragsgesetz-VG) und wurde 1999 eingefuhrt.17 Bemerkenswerter Grund- zug des neuen VG ist, dass in ihm viele auf deutsches Vertragsrecht zuruck- fuhrbare Regelungen enthalten sind.18
So orientiert sich das VG sowohl bei den allgemeinen Grundlagen und Prin- zipien, als auch in der Dogmatik deutlich am deutschen Recht. Daruber hin- aus lehnen sich die Regeln der einzelnen Vertragstypen im 2. Teil des VG auch an den entsprechenden Abschnitt des besonderen Teil des Schuldrechts (BGB) an.19 Auf Grund seiner Neuheit verfugt das VG jedoch bereits uber moderne Vertragstypen, wie bspw. Vertrage uber Technologie, Energiever- sorgung und Finanzierungsleasing.20
Das religiose Recht des Islam wird gleichgesetzt mit dem Begriff schari'a. Unter der schari'a versteht man die nach islamischen Verstandnis auf Gott beruhende Rechtsordnung.21 Als gottliches Recht ist sie grds. unveranderlich und einer weltlichen Gesetzgebung entzogen.22
Ranghochste Rechtsquelle der schari'a ist der Koran. Dieser enthalt etwa 500 Verse mit rechtlicher Implikation. Weitere erganzende Rechtsquellen sind die sunna des Propheten Muhammad und die fgh-Bucher div. Rechts- schulen.23 Die Bestimmungen der schari'a erstrecken sich u.a. auf den Be- reich der al-mu'amalat (Rechtsbeziehungen zwischen den Menschen), wel- cher vergleichbar ist mit zivilrechtlichen Regelungen.24 Im Zivilrecht islami- scher Lander ist es jedoch weitgehend zur Rezeption franzosischem Rechts mit unterschiedlich starkem islamisch-rechtlichem Einschlag gekommen.25 In dieser Hinsicht kommt dem agyptischen Zivilgesetzbuch eine besondere Bedeutung zu. Das agyptische ZGB, in dem ein Zivilrecht franzosischen Beispiels mit islamischer Pragung festgeschrieben wurde, hat in den letzten Jahrzehnten in mehr oder weniger veranderter Form seinen Weg in uber zehn weitere islamische Staaten gefunden. Damit entstand in groBen Teilen der islamischen Welt eine bemerkenswerte Zivilrechtseinheit.26 In den Verfassungen der meisten islamischen Staaten wird der schari'a eine zumindest luckenfullende Funktion oder die einer Interpretationshilfe zuge- messen.27 Die schari'a setzt weiterhin einen Rahmen, der die Freiheit des nationalen Gesetzgebers einschrankt und diesen einen Wertekanon unterord- net, der in erster Linie auf adala (Gerechtigkeit) und ihsan (die Verrichtung guter Werke) abstellt.28 Auch das Entstehen einer rechtspraktischen Litera- tur, wie den schari'a-Formularhandbuchern und den hiyal-Werken in der ha- nafitischen Rechtsschule, ist ein Beleg fur die Lebendigkeit des klassisch is­lamischen Rechts.29
Die unterschiedliche Kodifikationsdichte ist Ursache dafur, dass ein Kau- telarjurist in den jeweils dargestellten Landern einen Vertrag unterschiedlich entwerfen muss.
Der deutsche Anwalt kann sich auf die Anwendung kodifizierter allgemeiner und besonderer Vertragsregeln verlassen, so dass sich eine Miteinbeziehung allgemeiner Regeln in Form von black letter law, so wie es in den USA ub- lich ist, fur ihn kaum anbietet.30
Ein US-amerikanischer Jurist wird seine Vertrage in aller Ausfuhrlichkeit entwerfen und versuchen fur jede Vertragsstorung eine entsprechende Rege- lung zu schaffen, da ihm eine allgemeine, streng wirkende Kodifizierung fehlt.
Dem chinesischen Juristen geht es wie dem deutschen. Auch er kann sich auf die Anwendung allgemeiner Vertragsregeln verlassen. Seine Vertrage fallen daher eher kurz aus.
Der Rechtsanwender in islamisch gepragten Landern wird zunachst die je- weiligen nationalen Gesetze zu Rate ziehen, sollte dabei jedoch beachten, dass der schari'a eine groBe Bedeutung zukommt, wenn es um Auslegung und Interpretation gesetzlicher Regeln geht. Der Einfluss richtet sich je nach Starke der religiosen Pragung des Landes.
Die Regelung der Rechts- und Geschaftsfahigkeit ist grundlegende Voraus- setzung, ab wann ein Mensch Rechtstrager ist und inwieweit ihm die Teil- nahme am Rechtsverkehr moglich ist.
Unter Rechtsfahigkeit versteht man in Deutschland die Fahigkeit einer Per­son, Subjekt von Rechtsverhaltnissen zu sein.31 Sie beginnt gem. § 1 BGB mit der Vollendung der Geburt und endet aus dem Umkehrschluss aus § 1922 BGB mit dem Tod eines Menschen.32
Geschaftsfahigkeit ist nach deutschem Recht die Fahigkeit, Rechtsgeschafte selbstverantwortlich wirksam vornehmen zu konnen.33 Die Regeln der §§ 104 f. BGB uber die Geschaftsfahigkeit setzen dem Vertragsrecht, bezuglich der Moglichkeit Vertragspartei zu werden, Grenzen.34 Im einzelnen unter- scheidet das BGB hinsichtlich der Geschaftsfahigkeit verschiedene Alters- stufen:
Kinder, die noch nicht das 7. Lebensjahr vollendet haben, sind geschaftsun- fahig (§ 104 Nr.1 BGB) und konnen selbststandig keine wirksamen Rechts­geschafte vornehmen.35
Minderjahrige, die das 7. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht voll- jahrig sind, sind beschrankt geschaftsfahig (§ 106 BGB). Der beschrankt Geschaftsfahige kann lediglich rechtlich vorteilhafte Geschafte abschlieBen und solche, die durch Erfullung des Vertrages mit eigenen Mittel erbracht werden.36
Volljahrige, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, sind prinzipiell voll ge­schaftsfahig und mundig, d.h. sie konnen ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst wahrnehmen und damit Rechtsgeschafte aller Art, bspw. Vertrage, abschlieBen (Ausnahme: Geisteskrankheit § 104 Nr. 2 BGB).37
Neben den naturlichen Personen erkennt die deutsche Rechtsordnung auch juristische Personen als rechtsfahig an. Ihnen wird per Gesetz die Rechtsfa- higkeit verliehen. Dies bedeutet fur das Vertragsrecht, juristische Personen konnen im deutschen Rechtssystem Vertragspartner werden, jedoch nur sol- che juristische Personen, die vom Gesetzgeber vorgesehen sind (Typen- zwang).38
Die US-Regelung zur Rechtsfahigkeit gleicht der deutschen.39
Einen allgemeingultigen Begriff der capacity (Geschaftsfahigkeit) gibt es im US-Recht nicht. Jedoch gibt es vergleichsweise klare Regeln daruber, ab wann sich eine naturlich Person vertraglich binden kann. Im US-Recht ist das age of majority (Volljahrigkeit) heute in den meisten Staaten per Gesetz auf 18 Jahre herabgesetzt (ansonsten 21 Jahre). Ein minor (Minderjahriger) wird also mit 18 Jahren im Vertragsrecht zum adult40
Minderjahrige sind allerdings nicht geschaftsunfahig. Sie konnen durchaus Vertrage schlieBen, nur sind solche Vertrage seitens des Minderjahrigen voidable (anfechtbar). Der minor kann einen Vertrag also entweder gelten lassen bzw. nach Erreichen der Altersgrenze bestatigen oder zunichte ma- chen41 Zu beachten ist hierbei, dass die Wahl dem Minderjahrigen in der Regel selbst zusteht und nicht den Eltern, denn diese haben kein allgemei- nes Vertretungsrecht. Ebenso kann sich die adult-Vertragspartei nicht auf- grund der Minderjahrigkeit seines Vertragspartners vom Rechtsgeschaft lo- sen. Er bleibt gebunden, bis der minor den Vertrag anficht.42 Das US-Recht schutzt demnach den Minderjahrigen durch weitgehend einseitige Gestal- tungsrechte. Das amerikanische Recht sieht jedoch die Ausnahme vor, dass auch ein Minderjahriger bei Erwerb von necessities (notwendigem Bedarf) voll haftet. Im Einzelnen hangt hier jedoch fast alles vom einzelstaatlichen Recht ab.
Auch ein Vertrag unter Volljahrigen kann aufgrund fehlender Geschaftsfa- higkeit nichtig sein, dann namlich, wenn die Person gerichtlich fur incompe­tent erklart worden ist. Ahnliches gilt bei Vertragsabschluss unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.43
Rechtsfahig sind im US-Recht auch juristische Personen. Jedoch besagt die ultra-vires-Lehre, dass sich die Rechtsfahigkeit der juristischen Person auf ihren durch Gesetz oder Satzung festgelegten Zweck beschrankt.44
Gem. § 3 VG sind ungeachtet des Rechtsstatus, der Geschaftsstarke oder des Eigentumssystems die Vertragsteilnehmer gesetzlich gleich und rechtsfa­hig.45
Vertraglich verpflichten konnen sich gem. § 9 VG jedoch nur solche Perso­nen, die nach ihrer geistigen Entwicklung uber ein MindestmaB an Einsicht und Urteilsvermogen verfugen und deshalb vom Gesetz als geschaftsfahig angesehen werden.46 Hinsichtlich der Geschaftsfahigkeit unterscheidet das VG verschieden Altersstufen:
Gem. § 58 I AGZ47 sind Kinder bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres, als auch Geisteskranke wuxingwei nengli (geschaftsunfahig). Vertretungsbefugt ist der gesetzliche Vertreter.
Xianzhi xingwei nengli (beschrankt geschaftsfahig) sind Minderjahrige zwi- schen dem 10. und 18. Lebensjahr. Ihnen gleichgestellt sind Geistesschwa- che.48 Die ihnen erlaubten rechtsgeschaftlichen Handlungen gleichen den deutschen Regelungen in § 106 BGB. Grundsatzlich sind in China alle Per­sonen wanquan minshi (geschaftsfahig), sofern sie das 18. Lebensjahr vollendet haben oder nach Vollendung des 16. Lebensjahres durch selbst- standigen Betrieb eines Erwerbsgeschaftes.
1 Junker, S.9 Rn.25.
2 Hertel, Notarius International 2009, S.157.
3 M.Muller, S.79.
4 Zhu, S.123.
5 Grasmann, S.557.
6 Knieper, ZChinR 2002, S.2.
7 Zweigert/Klotz, § 22 I S.297.
8 Zweigert/Klotz, § 22 III S.305.
9 Larenz/Wolf, § 1 Rn.47.
10 Hofling, S.4.
11 Rezori, S.229; Melzer, S.38 f.
12 Elsing/Van Alstine, Rn.178.
13 Zimmermann/Herman, S.50, 73.
14 Rezori, S.229.
15 Reimann/Ackmann, S.13.
16 Elsing/Van Alstine, Rn.179.
17 Ping Shi, S.20; Eine Ubersetzung des VG ins Dtsch. ist zu finden bei Scheil, VG d. VR China S.41 f.; Ubersicht chin. Fachtermini bei Drewes, S.127 f.; Schick-Chen, S.226f.
18 Huixing, ZChinR 2003, S.68 f.; zur Rezeption dt. Rechts in China siehe Jiangdong, ZChinR 1999, S.80f.
19 Heuser, Grundriss, S.71.
20 M. Muller, S.75.
21 Rohe, S.9.
22 Crone, S.317.
23 Rohe, S.48; Die islamische Rechtswissenschaft nennt sichfigh.
24 Scholz, Jura 2001, S.526.
25 Eine Auflistung der Lander, in denen die schari'a nach wie vor groBen Einfluss besitzt ist zu finden bei Ende/Steinbach, S.229 f.
26 Rohe, S.234 - Auflistung der Staaten bei Scholz, Jura 2001, S.533 Rn.106.
27 Rohe, S.234.
28 Ende/Steinbach, S.199.
29 Wichard, S.17.
30 Rezori, S.232.
31 Brox/Walker AT, Rn.703.
32 Erman/Saenger § 1 Rn.1, 4.
33 Larenz/Wolf § 6 Rn.12.
34 Palandt/Heinrichs Einf. v. § 104 Rn.3.
35 Erman/Palm § 105 Rn.2.
36 Brox/Walker, AT, Rn.272; Paulus/ Zenker JuS 2001, S. 2 - Weitere Ausnahmen bilden bekanntlich §§ 112 I 1, 113 BGB.
37 Larenz/Wolf § 6 Rn.16.
38 Erman/Westermann, § Vor 21, Rn.2.
39 Reimann/Ackmann, S.14.
40 Hay, US Recht, Rn.307.
41 Hay, US Recht, Rn.308.
42 Reimann/Ackmann, S.15.
43 Reimann/Ackmann, S.15.
44 K.Schmidt, AcP 184, S.529.
45 Heuser, Grundriss, S.58.
46 Theusner, S.162; Heuser, S.344.
47 Allgemeine Grundsatze des Zivilrechts (1986).
48 Ping Shi, S.33.
Humboldt-Universität zu Berlin (Rechtswissenschaft)
Kai Klebba (Autor)
V156674
9783640699964
9783640699360
Hintergrund, Verträgen, Rechtsvergleich, Regelungen, Vertragsrecht, Deutschland, China, Recht, Auswirkungen, Vertragspraxis, islamisches Recht, US-Recht, amerikanisches Recht, Praxis, Islam, scharia, schari'a, anglo-amerikanisch, anglo, amerikanisch, normativ
Kai Klebba (Autor), 2009, Der normative Hintergrund von Verträgen im Rechtsvergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156674
Familienplanung / Vgl. Deutschland un...