Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/urheberrechtsverguetungen-und-die-ballettschule-391484
Timestamp: 2020-07-10 07:03:37
Document Index: 17096670

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 14', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urheberrechtsvergütungen - und die Ballettschule | Rechtslupe
Urheberrechtsvergütungen - und die Ballettschule
Nach § 12 UrhWG ist die Gesell­schaft zur Ver­wer­tung von Leis­tungs­schutz­rech­ten (GVL) als Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ver­pflich­tet, mit dem Deut­schen Berufs­ver­band für Tanz­päd­ago­gik, einem Zusam­men­schluss von etwa 750 Bal­lett- und Büh­nen­tanz­leh­rern und etwa 250 Bal­lett­schu­len einen Gesamt­ver­trag zu ange­mes­se­nen Bedin­gun­gen über die von ihr wahr­ge­nom­me­nen Rech­te und Ansprü­che abzu­schlie­ßen.
Nach­dem sich die Par­tei­en über den Abschluss eines sol­chen Gesamt­ver­trags nicht geei­nigt hat­ten, konn­te jeder Betei­lig­te – also nicht nur der nach § 12 UrhWG anspruchs­be­rech­tig­te Beklag­te, son­dern auch die GVL [1] – nach vor­aus­ge­gan­ge­ner Anru­fung der Schieds­stel­le (§ 14 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c, § 16 Abs. 1 UrhWG) vor dem für den Sitz der Schieds­stel­le zustän­di­gen Ober­lan­des­ge­richt, also vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen, Kla­ge auf Fest­set­zung des Gesamt­ver­trags erhe­ben (§ 16 Abs. 1 und 4 UrhWG).
Die Fest­set­zung eines Gesamt­ver­trags durch das Ober­lan­des­ge­richt erfolgt nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 16 Abs. 4 Satz 3 UrhWG). Sie ist eine rechts­ge­stal­ten­de Ent­schei­dung, für die dem Ober­lan­des­ge­richt ein wei­ter Ermes­sens­spiel­raum ein­ge­räumt ist. Sie kann vom Revi­si­ons­ge­richt – abge­se­hen von gerüg­ten Ver­fah­rens­ver­stö­ßen – nur dar­auf über­prüft wer­den, ob das Ober­lan­des­ge­richt sein Ermes­sen feh­ler­frei aus­ge­übt hat; das ist dann nicht der Fall, wenn das Ober­lan­des­ge­richt den Begriff der Bil­lig­keit ver­kannt oder die gesetz­li­chen Gren­zen sei­nes Ermes­sens über­schrit­ten oder von sei­nem Ermes­sen in einer dem Zweck der Ermäch­ti­gung nicht ent­spre­chen­den Wei­se Gebrauch gemacht hat oder von einem recht­lich unzu­tref­fen­den Ansatz aus­ge­gan­gen ist, der ihm den Zugang zu einer feh­ler­frei­en Ermes­sens­aus­übung ver­sperrt hat [2].
Nach die­sen Maß­stä­ben hält die Fest­set­zung der Ver­gü­tung für die Nut­zung des Reper­toires der GVL im Bal­lett­un­ter­richt und in Tanz­kur­sen auf 30% der Tari­fe WR-KS und WRTBAL durch das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen [3] einer Nach­prü­fung durch den Bun­des­ge­richts­hof nicht stand.
Die Revi­si­on rügt aller­dings ohne Erfolg, dass das Ober­lan­des­ge­richt die zwi­schen den Par­tei­en in der Ver­gan­gen­heit gemäß dem Gesamt­ver­trag von 1992 prak­ti­zier­te Ver­gü­tungs­re­ge­lung als Indiz für ein in der Ver­gan­gen­heit ange­mes­se­nes Ent­gelt ange­se­hen und als einen wesent­li­chen Para­me­ter bei der Ermitt­lung der jetzt ange­mes­se­nen Ver­gü­tung berück­sich­tigt hat. Das Ober­lan­des­ge­richt hat sei­ner Bemes­sung der Ver­gü­tung ohne Rechts­feh­ler die von den Par­tei­en mehr als 16 Jah­re lang prak­ti­zier­te Ver­gü­tungs­re­ge­lung des bis­he­ri­gen Gesamt­ver­trags zugrun­de gelegt, wonach für die öffent­li­che Wie­der­ga­be von Ton­trä­gern im Bal­lett­un­ter­richt und in Tanz­kur­sen eine Ver­gü­tung in Höhe eines Zuschlags von 20% auf die GEMA-Tari­fe WR-T-BAL und WR-KS in ihrer jeweils gül­ti­gen Fas­sung zu zah­len war.
Es ent­spricht bil­li­gem Ermes­sen, wenn sich das Ober­lan­des­ge­richt bei der Fest­set­zung einer Ver­gü­tung im Rah­men eines Gesamt­ver­trags an frü­he­ren Gesamt­ver­trä­gen der Par­tei­en über ver­gleich­ba­re Nut­zun­gen ori­en­tiert [4]. Das gilt erst recht, wenn es sich – wie hier – um die­sel­ben Nut­zun­gen han­delt.
Das Ober­lan­des­ge­richt ist wei­ter mit Recht davon aus­ge­gan­gen, der Umstand, dass die GVL von dem Beklag­ten seit dem Jahr 1992 ent­spre­chend dem sei­ner­zeit mit der GEMA geschlos­se­nen Ver­trag eine Ver­gü­tung für die Nut­zung ihres Reper­toires in Höhe eines Zuschlags von 20% auf die GEMA-Tari­fe WR-T-BAL und WR-KS bean­sprucht und erhal­ten habe, begrün­de ein gewich­ti­ges Indiz für die Ange­mes­sen­heit die­ser Ver­gü­tung. Der Abschluss des bis­he­ri­gen Gesamt­ver­trags im Jah­re 1992 und die vor­be­halt­lo­se Zah­lung bzw. Ent­ge­gen­nah­me der ver­ein­bar­ten Ver­gü­tung über einen Zeit­raum von mehr als 16 Jah­ren bis zur Been­di­gung die­ses Gesamt­ver­trags begrün­den die Ver­mu­tung, dass die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung nach der über­ein­stim­men­den Auf­fas­sung der Ver­trags­par­tei­en im Sin­ne von § 12 UrhWG ange­mes­sen war. Dies recht­fer­tigt es, der GVL, die nach der Been­di­gung des bis­he­ri­gen Gesamt­ver­trags eine Erhö­hung der Ver­gü­tung begehrt, die Dar­le­gungs- und Beweis­last für ihre Behaup­tung auf­zu­er­le­gen, die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung sei von Anfang an unan­ge­mes­sen gewe­sen [5].
Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen hat ange­nom­men, die von der GVL vor­ge­tra­ge­nen Umstän­de recht­fer­tig­ten nicht die Annah­me, dass die im bis­he­ri­gen Gesamt­ver­trag zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bar­te Ver­gü­tung in der Ver­gan­gen­heit unan­ge­mes­sen gewe­sen sei. Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen hat ange­nom­men, es kön­ne nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die im Jah­re 1992 getrof­fe­ne Ver­ein­ba­rung auf einer Zwangs­la­ge der GVL beruht habe. Die GVL habe zwar vor­ge­tra­gen, sie sei im Jahr 1992 und noch bis zum Jahr 2008 gezwun­gen gewe­sen, auf die dis­kri­mi­nie­ren­den Bedin­gun­gen der GEMA ein­zu­ge­hen, weil sie auf das Inkas­so der Ver­gü­tung durch die GEMA ange­wie­sen gewe­sen sei. Sie habe die­se pau­scha­le Behaup­tung jedoch nicht hin­rei­chend kon­kre­ti­siert. Danach wider­le­gen die von der GVL vor­ge­tra­ge­nen Umstän­de nicht die Ver­mu­tung, dass die Par­tei­en die Ver­gü­tungs­re­ge­lung im bis­he­ri­gen Gesamt­ver­trag für ange­mes­sen gehal­ten haben.
Bei der hier in Rede ste­hen­den Fest­set­zung eines pro­zen­tua­len Zuschlag­ta­rifs – hier: von nur 30% auf die GEMA-Tari­fe WR-T-BAL und WR-KS in ihrer jeweils gel­ten­den Fas­sung – stellt sich allein die Fra­ge, wel­chen pro­zen­tua­len Anteil der von den Mit­glie­dern des Beklag­ten mit der öffent­li­chen Wie­der­ga­be von auf Ton­trä­gern auf­ge­nom­me­nen Musik­dar­bie­tun­gen aus­üben­der Künst­ler in Tanz­kur­sen erziel­ten Ver­gü­tung die GVL für die Nut­zung der Leis­tungs­schutz­rech­te bean­spru­chen kann und wel­cher pro­zen­tua­le Anteil die­ser Ver­gü­tung der GEMA für die Nut­zung der Urhe­ber­rech­te zusteht. Für die Fest­set­zung des Zuschlag­ta­rifs kommt es daher allein dar­auf an, zu wel­chen Antei­len die erziel­te Ver­gü­tung auf der Ver­wer­tung der Wer­ke der Urhe­ber einer­seits und der Leis­tun­gen der Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten ande­rer­seits beruht.
Eine Erhö­hung des Zuschlag­ta­rifs ist dem­nach nur gerecht­fer­tigt, wenn die mit der öffent­li­chen Wie­der­ga­be von auf Ton­trä­gern auf­ge­nom­me­nen Musik­dar­bie­tun­gen aus­üben­der Künst­ler im Bal­lett­un­ter­richt und in Tanz­kur­sen erziel­ten Kur­sho­no­ra­re des Ver­an­stal­ters im Ver­gleich zu den Zei­ten der Gel­tung des been­de­ten Gesamt­ver­trags zu einem grö­ße­ren Anteil auf der Ver­wer­tung der Leis­tungs­schutz­rech­te und zu einem ent­spre­chend klei­ne­ren Teil auf der Ver­wer­tung der Urhe­ber­rech­te beru­hen. Dage­gen kommt es für die Erhö­hung des Zuschlag­ta­rifs nicht dar­auf an, ob die erziel­ten Kur­sho­no­ra­re des Ver­an­stal­ters heu­te mehr als frü­her auf die­se Art der Musik­nut­zung als auf ande­re Umstän­de zurück­zu­füh­ren sind.
Nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen [6] recht­fer­tigt die nament­lich in den letz­ten bei­den Jahr­zehn­ten deut­lich gewach­se­ne media­le Prä­senz aus­üben­der Künst­ler, zu der das Musik­vi­deo und des­sen Ver­brei­tung über das Inter­net wesent­lich bei­getra­gen hät­ten, (nur) eine Anhe­bung der Ver­gü­tungs­sät­ze auf einen Zuschlag in Höhe von 30% der GEMA-Tari­fe WR-T-BAL und WR-KS.
Nach den Fest­stel­lun­gen des Ober­lan­des­ge­richts schlägt sich eine gestei­ger­te Bedeu­tung der Inter­pre­ten gegen­über den Kom­po­nis­ten bei der Musik­nut­zung in Tanz­kur­sen und im Bal­lett­un­ter­richt nicht unein­ge­schränkt nie­der. Danach wer­den in Tanz­kur­sen musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen ein­ge­setzt, die vor­nehm­lich auf die Erfor­der­nis­se des jewei­li­gen Kurs­pro­gramms in Bezug auf Takt, Rhyth­mus usw. abge­stimmt sind. Der Bal­lett­un­ter­richt ist in ers­ter Linie auf prä­zi­se Kör­per­be­herr­schung aus­ge­rich­tet und kurz­le­bi­gen Moden des Zeit­geis­tes in noch gerin­ge­rem Maße unter­wor­fen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat fer­ner – in ande­rem Zusam­men­hang – fest­ge­stellt, in Tanz­schu­len ste­he die tanz­päd­ago­gi­sche Anlei­tung und Unter­stüt­zung der Schü­ler bei der Ein­stu­die­rung und Koor­di­na­ti­on ein­zel­ner Bewe­gun­gen und Tanz­schrit­te im Vor­der­grund. Als Hilfs­mit­tel hier­für sei zwar eine hin­sicht­lich ihrer musi­ka­li­schen Struk­tur geeig­ne­te Kom­po­si­ti­on uner­läss­lich. Der Inter­pret der Kom­po­si­ti­on sei dage­gen regel­mä­ßig aus­tausch­bar. Er tra­ge ange­sichts sei­ner nach­ran­gi­gen Bedeu­tung nur in unter­ge­ord­ne­tem Umfang zum wirt­schaft­li­chen Erfolg bei. Im Bal­lett­un­ter­richt wür­den – neben der Live-Kla­vier­be­glei­tung – vor­nehm­lich Auf­nah­men ein­ge­setzt, die von gänz­lich unbe­kann­ten Inter­pre­ten gezielt für die­sen Ver­wen­dungs­zweck ein­ge­spielt wor­den sei­en.
Die ange­führ­ten Umstän­de betref­fen nicht in glei­cher Wei­se die Urhe­ber­rech­te der Kom­po­nis­ten, son­dern in ers­ter Linie die Leis­tungs­schutz­rech­te der Inter­pre­ten. Steht der Inter­pret des Musik­stücks in Tanz­kur­sen und erst recht im Bal­lett­un­ter­richt in der Regel nicht im Vor­der­grund, ist die Annah­me des Beru­fungs­ge­richts, eine gewach­se­ne Bekannt­heit aus­üben­der Künst­ler wir­ke sich bei der Wie­der­ga­be von Musik in Tanz­kur­sen und im Bal­lett­un­ter­richt nicht unein­ge­schränkt aus, ent­ge­gen der Ansicht der Revi­si­on frei von Wider­sprü­chen. Es kommt auch nicht dar­auf an, ob der Umstand, dass der Inter­pret des Musik­stücks in Tanz­kur­sen und im Bal­lett­un­ter­richt nicht im Vor­der­grund steht – wie die Revi­si­on wei­ter gel­tend macht – bereits in die frü­he­re Tari­fie­rung ein­ge­flos­sen ist. Das ändert nichts dar­an, dass die­ser Umstand auch bei der jet­zi­gen Tari­fie­rung zu berück­sich­ti­gen ist.
Auch kann nicht ange­nom­men wer­den, das Ober­lan­des­ge­richt habe den Vor­trag der GVL zur Gleich­wer­tig­keit der Urhe­ber­rech­te und Leis­tungs­schutz­rech­te in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern über­se­hen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat das Vor­brin­gen der GVL zu den Ein­nah­men aus der öffent­li­chen Wie­der­ga­be in ande­ren euro­päi­schen Län­dern berück­sich­tigt. Es hat aller­dings ange­nom­men, ohne Dar­le­gung der jeweils gel­ten­den Tarif­sys­te­me wie auch der zugrun­de­lie­gen­den Struk­tur der Ver­wer­tun­gen, ins­be­son­de­re ohne jeg­li­chen Bezug zu der in Rede ste­hen­den Nut­zung musi­ka­li­scher Dar­bie­tun­gen in Bal­lett­schu­len und Tanz­kur­sen, blie­ben die Anga­ben ohne jede Aus­sa­ge­kraft; sie könn­ten daher kei­ne ver­läss­li­che Grund­la­ge für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit der im Streit­fall fest­zu­set­zen­den Ver­gü­tung bie­ten. Die Revi­si­on zeigt nicht auf, dass die­se Beur­tei­lung rechts­feh­ler­haft ist.
Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen [6] hat wei­ter ange­nom­men, eine Anhe­bung der Ver­gü­tung der Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten kom­me auch nicht im Hin­blick auf die Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen für die Kabel­wei­ter­sen­dung, den Hör­funk und die mecha­ni­schen Rech­te in Betracht. Die vom Ober­lan­des­ge­richt für die­se Annah­me gege­be­ne Begrün­dung ver­mag den Bun­des­ge­richts­hof nicht in allen Punk­ten zu über­zeu­gen.
Zwar bil­ligt der Bun­des­ge­richts­hof die Annah­me des Ober­lan­des­ge­richts, der Ver­weis auf die Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen für die mecha­ni­schen Rech­te kön­ne das Erhö­hungs­ver­lan­gen der GVL nicht recht­fer­ti­gen, weil der Inter­pret des auf Ton­trä­ger auf­ge­nom­me­nen Musik­stücks bei der Wie­der­ga­be von Musik in Tanz­kur­sen und im Bal­lett­un­ter­richt – anders als mög­li­cher­wei­se bei den mecha­ni­schen Rech­ten – nicht im Vor­der­grund ste­he. Mit der vom Ober­lan­des­ge­richt gege­be­nen Begrün­dung kann jedoch ein Ver­gleich mit den Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen für die Kabel­wei­ter­sen­dung und den Hör­funk nicht abge­lehnt wer­den.
Das Ober­lan­des­ge­richt hat gemeint, ein sol­cher Ver­gleich lie­ge nicht nahe, weil die Inten­si­tät der Musik­nut­zung unter­schied­lich sei. Im Bal­lett­un­ter­richt oder in Tanz­kur­sen wer­de die Musik nur als Hilfs­mit­tel für die Ein­stu­die­rung bestimm­ter Bewe­gun­gen durch eine über­schau­ba­re Anzahl von Per­so­nen ver­wandt; dage­gen wür­den die Musik­ti­tel über Kabel oder Rund­funk an eine anony­me Mas­se ver­brei­tet.
Eine unter­schied­li­che Inten­si­tät der Musik­nut­zung bei ver­schie­de­nen Ver­wer­tungs­vor­gän­gen im Bereich der öffent­li­chen Wie­der­ga­be von Musik auf Ton­trä­gern ist zwar für die Höhe der von den Ver­wer­tern zu zah­len­den Ver­gü­tung von Bedeu­tung; sie spielt aber für die Ver­tei­lung die­ser Ver­gü­tung zwi­schen Musikur­he­bern einer­seits und aus­üben­den Künst­lern und sons­ti­gen Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten ande­rer­seits kei­ne Rol­le. Für die Ver­tei­lung der Ver­gü­tung zwi­schen die­sen Berech­tig­ten kommt es viel­mehr dar­auf an, inwie­weit die Ver­gü­tung auf die Ver­wer­tung ihrer jewei­li­gen Wer­ke und Leis­tun­gen ent­fällt. Das Ober­lan­des­ge­richt hat nicht fest­ge­stellt, dass zwi­schen der Ver­wer­tung von Musik im Wege der Kabel­wei­ter­sen­dung und des Hör­funks einer­seits und durch Wie­der­ga­be im Bal­lett­un­ter­richt und in Tanz­kur­sen ande­rer­seits Unter­schie­de bestehen, die eine ande­re Ver­tei­lung der auf die Nut­zung der Musik ent­fal­len­den Ein­nah­men zwi­schen den Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten und den Urhe­bern recht­fer­ti­gen.
Bun­des­ge­richts­hof, Ver­sä, umnis­ur­teil vom 18. Juni 2014 – I ZR 220/​12
vgl. BGH, Urteil vom 05.04.2001 – I ZR 132/​98, GRUR 2001, 1139, 1142 = WRP 2001, 1345 – Gesamt­ver­trag pri­va­ter Rund­funk, mwN[↩]
OLG Mün­chen, Urteil vom 27.09.2012 – 6 Sch 14/​10 WG[↩]
vgl. BGH, GRUR 2001, 1139, 1142 – Gesamt­ver­trag pri­va­ter Rund­funk[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 20.02.2013 – I ZR 189/​11, GRUR 2013, 1037 Rn. 41 = WRP 2013, 1357 – Wei­ter­gel­tung als Tarif[↩]
OLG Mün­chen, aaO[↩][↩]
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