Source: https://hrb-kanzlei.de/author/sttege/
Timestamp: 2020-01-18 07:24:58
Document Index: 386692744

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

sttege, Autor bei HRB & Partner Steuerberater Hilden | Düsseldorf | Kreis Mettmann
Kategorien Finanzbehörden Schlagwörter Bürokratieentlastungsgesetz Schreibe einen Kommentar
11. September 2019 11. September 2019 von sttege
Wer glaubhaft nachweisen kann, (z.B. durch eine Arbeitgeberbescheinigung) dass privat angeschaffte Smartphones, PCs, Laptops oder Drucker auch beruflich genutzt werden, kann diese Kosten als Werbungskosten absetzen.
Wer die Geräte zu mehr als 90% beruflich nutzt, kann die Kosten in voller Höhe geltend machen. Fällt der berufliche Anteil geringer aus, müssen die Kosten aufgeteilt werden. Ist ein Nachweis (z.B. durch Aufzeichnungen) nicht möglich, sind die Kosten zu schätzen. Im Zweifel geht die Rechtsprechung davon aus, dass eine Aufteilung im Verhältnis 50:50 gegeben ist.
Anschaffungskosten können seit 2018 bis zu 800 Euro (vorher 410 Euro) sofort in einem Jahr geltend gemacht werden.
Kategorien Steuerverwaltung Schlagwörter Steuern sparen Schreibe einen Kommentar
FG Niedersachsen zur (zeitnahen) Führung eines elektronischen Fahrtenbuches
15. August 2019 15. August 2019 von sttege
EStG § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2, § 8 Abs. 2 S. 2
Die unmittelbare elektronische Erfassung der Fahrtwege eines betrieblichen Fahrzeugs durch ein technisches System reicht zur Führung eines Fahrtenbuches nicht aus.
Neben dem Bewegungsprofil müssen die Fahrtanlässe ebenfalls zeitnah erfasst werden.
Eine technische Lösung, die auch nach Jahren noch Änderungen zulässt, kann nicht als elektronisches Fahrtenbuch anerkannt werden.
Quelle: FG Niedersachsen, Urt. v. 23.1.2019-3 K 107/18, NZB eingelegt, Az. BFH: VI B 25/19
Kategorien Finanzbehörden Schreibe einen Kommentar
24. Mai 2019 24. Mai 2019 von sttege
Grundsätzlich verfällt Urlaub, der dem Arbeitnehmer bis zum Jahresende nicht gewährt und von ihm nicht genommen wurde. Dies war bisher selbst dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber rechtzeitig erfolglos zur Urlaubsgewährung aufgefordert hatte. Wurde der Urlaub nicht gewährt, konnte der Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatz durch Gewährung von Ersatzurlaub bzw. – nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – durch Abgeltung verlangen.
Kategorien Bundesarbeitsgericht Schlagwörter Jahresurlaub, Urlaubsanspruch, Urlaubsansprüche, Urlaubsgewährung, Verfall von Urlaubsansprüchen Schreibe einen Kommentar
Neue Pflicht für Unternehmen – die Erfassung der Arbeitszeit
20. Mai 2019 20. Mai 2019 von sttege
Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes sind Unternehmen nunmehr verpflichtet, anhand von Arbeitszeiterfassungsystemen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen, da nur so die Wirksamkeit des Europäischen Rechts garantiert werden.
EuGH: Alle Arbeitnehmer sind von der Arbeitszeiterfassung betroffen, also auch Teilzeitkräfte sowie Arbeitnehmer mit individual- bzw. kollektivrechtlichen Vereinbarungen sowie mobile Arbeitnehmer.
Die zunehmende Flexibilisierung der modernen Arbeitswelt mit Homeoffice und mobilem Arbeiten könnte durch dieses Urteil wieder stark eingegrenzt werden.
Abzuwarten bleibt, wie der deutsche Gesetzgeber die Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung ausgestalten wird, weil der EuGH die Regelung der Details den Mitgliedsstaaten, insbesondere hinsichtlich der Tätigkeitsbereiche und auch der Größe der Unternehmen, überlässt.
Aus unserer Sicht ist die Entscheidung des EuGH ein Rückschritt für die digitale Arbeitswelt, weil die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes mit flexiblen Arbeitszeitmodellen nicht mehr kompatibel sind.
Kategorien Arbeitszeitgesetz, EuGH, Finanzbehörden, Lohnabrechnung Schlagwörter Arbeitszeiterfassung, Arbeitszeiterfassungsysteme, Arbeitszeitgesetz, Arbeitszeitrichtlinie, Mindestruhezeiten Schreibe einen Kommentar
Höhere KFZ-Steuer für leichte Nutzfahrzeuge
14. März 2019 14. März 2019 von sttege
Grundsätzlich werden LKWs gewichtsbezogen besteuert und PKWs CO2-orientiert.
Leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 t werden wie PKWs besteuert.
Damit trifft der Gesetzgeber aber auch typische Handwerkerfahrzeuge, die eigentlich wiederum nach Gewicht besteuert werden sollten.
Sollten Sie also einen neuen KFZ-Steuer Bescheid erhalten, nach dem Ihr Fahrzeug höher, also CO2 – orientiert besteuert wird, wehren Sie sich durch einen Einspruch, wenn
• das Fahrzeug über maximal 3 Sitzplätze verfügt oder
• die Ladefläche deutlich größer ist, als die zur Personenbeförderung dienende Bodenfläche.
In diesen Fällen wird das Fahrzeug nach Gewicht und damit günstiger besteuert.
Legen Sie Einspruch ein und fügen Sie aussagekräftige Unterlagen wie z.B. Fotos bei.
Kategorien Finanzbehörden, Finanzverwaltung, KFZ-Steuer, Nutzfahrzeuge Schreibe einen Kommentar
Private Pkw-Nutzung für GmbH Geschäftsführer
8. März 2019 8. März 2019 von sttege
Vereinbarung hilft Steuern sparen
Für GmbH-Geschäftsführer (GF) gehören Firmenfahrzeuge, die sie auch privat nutzen dürfen, zum Standardentgelt. Oft wurde aber keine Vereinbarung darüber getroffen wird, ob Sie als GF den Dienstwagen auch privat nutzen dürfen. Eine solche Vereinbarung darüber, dass der Wagen ausschließlich betrieblich und für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle genutzt werden darf, kann Ihnen die Besteuerung der unterstellten, privaten Nutzung ersparen.
Der Bundesfinanzhof verwahrte sich gegen die pauschale Unterstellung, es gebe einen „allgemeinen Erfahrungssatz“, Arbeitnehmer würden Verbote ihres Arbeitgebers missachten – und damit einen Kündigungsgrund schaffen oder sich – unter Umständen – gar einer Strafverfolgung aussetzen (BFH, VI R 57/10).
BFH im Frühjahr 2013 (Az. VI R 46/11): „Es gibt keine Lebenserfahrung, wonach ein angestellter GGF ein arbeitsvertraglich vereinbartes Nutzungsverbot nicht achten werde. Es mag zwar sein, dass in Ermangelung einer Kontrollinstanz keine arbeitsrechtlichen oder sonstigen Konsequenzen zu befürchten sind. Dies rechtfertigt aber keinen steuerstrafrechtlich erheblichen Generalverdacht, selbst dann nicht, wenn der Arbeitgeber das Privatnutzungsverbot nicht überwacht.“
Eine Vereinbarung könnte so aussehen: „Den Geschäftsführern […] wird bei überwiegender Außendienst-Tätigkeit ein Firmenfahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Nutzung zu privaten Zwecken ist nicht erlaubt. Das Fahrzeug darf ausschließlich durch den Geschäftsführer genutzt werden. Im Bedarfsfall wird der Ehegatte bzw. Lebenspartner zugelassen.“
Hierbei handelt es sich um eine Formulierung aus der Praxis, die Sie bitte mit Ihrem Rechtsberater im Einzelfall abstimmen, da wir als Steuerberater zur Rechtsberatung nicht befugt sind. Im Zweifel können Sie bei vertragsrechtlichen Fragen natürlich auch unseren Kooperationspartner, „Haas Rechtsanwälte“, die Sie über unsere Homepage erreichen, kontaktieren.
Zur Vorsicht raten wir aber dennoch, zumindest für einen repräsentativen Zeitraum die betrieblichen Fahrten aufzuzeichnen und durch dokumentierte Kilometerstände (z. B. durch Werkstattrechnungen) die ausschließliche betriebliche Nutzung nachzuweisen. Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die arbeitsvertragliche Regelung ausreichend gewesen wäre, sind Sie als Betroffener immer noch in einer besseren Situation als in den Fällen, in denen diese vom Finanzamt nicht akzeptiert wird.
Kategorien BFH Schreibe einen Kommentar
Die Besteuerung der Privatnutzung von Taxen erfolgt auf der Grundlage des allgemeinen Listenpreises (!), nicht aber nach den besonderen, allseits bekannten Herstellerpreislisten für Taxen und Mietwagen. Dies hat der BFH zur Anwendung der sog. 1%-Regelung entschieden. Listenpreis ist dabei der Preis, zu dem ein Steuerpflichtiger das Fahrzeug als Privatkunde erwerben könnte.
19. Dezember 2018 19. Dezember 2018 von sttege
Bei Gutscheinen wird im Umsatzsteuerrecht die Unterscheidung zwischen Wertgutscheinen und Warengutscheinen aufgegeben. Stattdessen soll eine Unterscheidung nach Einzweck- und Mehrzweck-Gutschein erfolgen: Steht bereits bei Gutscheinausstellung der Ort der Leistung und die für den Umsatz geschuldete Steuer fest, handelt es sich um einen Einzweck-Gutschein. Hier muss der Unternehmer die Umsatzsteuer bereits bei Verkauf des Gutscheins an das Finanzamt abführen.
Die spätere Einlösung des Gutscheins ist folgerichtig dann nicht mehr steuerbar. Bei allen anderen Gutscheinen — bei denen zum Zeitpunkt der Ausstellung nicht alle Informationen zur Bestimmung der Umsatzsteuer vorliegen — handelt es sich um Mehrzweck-Gutscheine.
Hier unterliegt erst die Einlösung des Gutscheins der Umsatzsteuer.
Die Änderung gilt für alle Gutscheine, die nach dem 31.Dezember 2018 ausgegeben werden. Für Gutscheine, die davor verkauft wurden, bleibt es bei den bisherigen Regeln.
Kategorien UStG Schlagwörter Gutschein Richtlinie (EU), Gutscheine als Zahlungsmittel Schreibe einen Kommentar