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Timestamp: 2016-10-20 21:34:46
Document Index: 286678412

Matched Legal Cases: ['Art. 55', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 126', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 169', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 126', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 55', 'Art. 8', 'Art. 126', 'Art. 126', 'Art. 126', 'Art. 184', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

4C.60/2000 (11.01.2001)
4C.60/2000/rnd
Pr�sident, Klett, Nyffeler und Gerichtsschreiber Lanz.
Kuoni Reisen AG, Neue Hard 7, Postfach, 8010 Z�rich, Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bernhard Wehrli, Forchstrasse 2 / Kreuzplatz, Postfach 1022, 8032 Z�rich,
Banque Sofirec, avenue de la Grande Arm�e 10, F-75017 Paris, Kl�gerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marc Russenberger, Arterstrasse 24, Postfach, 8032 Z�rich,
Interfactor Agreement; Abtretung, hat sich ergeben:
A.- Im Jahre 1996 vereinbarte die Kuoni Reisen AG (Beklagte) mit der griechischen Fluggesellschaft Venus Airlines S.A. (fortan Venus), dass ihr Venus im Laufe des Jahres 1996 in verschiedenen Charterfl�gen Sitzpl�tze gegen Entgelt zur Verf�gung stellen w�rde. Venus ihrerseits traf ein Factoring-Agreement mit der griechischen Ethnofact S.A.
(fortan Ethnofact). Ethnofact wiederum trat die Forderungen der Venus gegen�ber der Beklagten aus den Charterfl�gen im Rahmen eines Interfactor Agreements an die Banque Sofirec (Kl�gerin) ab. Im Oktober 1996 gab Venus ihre Gesch�ftst�tigkeit wegen Insolvenz auf.
B.- Mit Teilklage vom 12. Januar 1998 belangte die Kl�gerin die Beklagte unter Nachklagevorbehalt auf Zahlung von Fr. 1'000'000.--. Die Beklagte widersetzte sich dem Klagebegehren, indem sie sowohl Bestand als auch F�lligkeit der Forderung bestritt sowie Tilgung mittels Zahlung und Verrechnung geltend machte. Mit Urteil vom 21. Januar 2000 hiess das Handelsgericht des Kantons Z�rich die Klage gut und merkte den Nachklagevorbehalt vor. Eine gegen dieses Urteil gerichtete kantonale Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht des Kantons Z�rich mit Urteil vom 18. September 2000 ab, soweit es darauf eintrat.
C.-Die Beklagte hat gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 21. Januar 2000 eidgen�ssische Berufung eingelegt. Darin beantragt sie dem Bundesgericht, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage abzuweisen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Kl�gerin schliesst auf Abweisung der Berufung.
1.-a) aa) Gem�ss Art. 55 Abs. 1 lit. c OG muss in der Berufungsschrift dargelegt werden, welche Bundesrechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Dabei ist unerl�sslich, dass die Berufung auf die Begr�ndung des angefochtenen Urteils eingeht. Allgemein gehaltene Einw�nde, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgr�nden der Vorinstanz vorgebracht werden, gen�gen diesen Anforderungen nicht (BGE 116 II 745 E. 3 S. 748/9 mit Hinweisen). Unbeachtlich sind �berdies blosse Verweise auf die Akten; inwiefern das angefochtene Urteil Bundesrecht verletzt, ist in der Berufungsschrift selbst darzulegen (BGE 115 II 83 E. 3 S. 85; 110 II 74 E. 1 S. 78 mit Hinweis).
bb) Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz als wahr und vollst�ndig zugrunde zu legen, es sei denn, sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustandegekommen oder bed�rften der Erg�nzung, weil das Sachgericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend kl�rte, obgleich ihm entscheidwesentliche Behauptungen und Beweisanerbieten dazu prozesskonform unterbreitet worden waren (Art. 63 und 64 OG; BGE 125 III 368 E. 3 S. 372, 193 E. 1e S. 205; 123 III 110 E. 2 S. 111; 115 II 484 E. 2a S. 485/6). Werden solche Ausnahmen geltend gemacht, hat die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG). Eine Erg�nzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht f�r unerheblich gehalten oder �bersehen worden sind, was wiederum n�her anzugeben ist. Ohne diese Angaben gelten Vorbringen, welche �ber die tats�chlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil hinausgehen, als neu und damit als unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Eine blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des Sachrichters ist, soweit nicht Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, von der Berufung ausgeschlossen (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3 S. 85; 115 II 484 E. 2a S. 485/6 mit Hinweisen).
b) Auf die Berufung ist im Folgenden nur insoweit einzutreten, als sie den dargestellten Anforderungen entspricht.
Dies ist namentlich nicht der Fall f�r die einleitenden Ausf�hrungen zur Vereinbarung zwischen der Beklagten und Venus sowie f�r die Zusammenfassung des Vertragsinhaltes, da die diesbez�glichen Darlegungen weder auf die Begr�ndung des angefochtenen Urteils eingehen noch die grunds�tzliche Bindung des Bundesgerichts an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt sowie das grunds�tzliche Novenverbot beachten. Soweit die Beklagte zudem zur Begr�ndung ihres Standpunktes auf Tatsachen verweist, welche im angefochtenen Urteil keine St�tze finden, kann auf die Berufung ebenfalls nicht eingetreten werden.
2.- a) Vor Bundesgericht wird nicht mehr in Frage gestellt, dass auf die vorliegende Streitsache schweizerisches Recht anzuwenden ist. Die Vorinstanz hielt �berdies fest, es sei unbestritten, dass Venus der Ethnofact und diese sp�ter der Kl�gerin Forderungen der Venus gegen�ber der Beklagten gem�ss vier spezifizierten Rechnungen g�ltig abgetreten habe. Die Beklagte r�gt diesbez�glich, sie habe die Folgezession der Ethnofact an die Kl�gerin in der Klageantwort ausdr�cklich bestritten.
b) Soweit die Beklagte sinngem�ss ein offensichtliches Versehen der Vorinstanz im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG geltend macht, ist ihre R�ge unbegr�ndet. Ein offensichtliches Versehen liegt n�mlich nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle �bersehen oder unrichtig, d.h.
nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 109 II 159 E. 2b S. 162; 104 II 68 E. 3b S. 74). Erforderlich ist, dass ein Aktenst�ck unbeachtet geblieben ist, dessen Ber�cksichtigung oder Mitber�cksichtigung die Feststellung als blanken Irrtum ausweist.
Die von der Beklagten als Beleg f�r ihre Bestreitung der Folgezession angef�hrte Stelle der Klageantwort behandelt die Frage, ob der von der Beklagten abgegebene Verrechnungsverzicht nur gegen�ber der Ethnofact oder auch gegen�ber der Kl�gerin gelte (vgl. dazu unten E. 4); eine ausdr�ckliche Bestreitung der Abtretung von der Ethnofact an die Kl�gerin ist dieser Aktenstelle entgegen den Ausf�hrungen der Beklagten nicht zu entnehmen. Damit ist die Annahme eines offensichtlichen Versehens ausgeschlossen. Soweit den Vorbringen der Beklagten zudem die Annahme zugrunde liegt, die Vorinstanz sei von einer ausdr�cklichen Anerkennung der Folgezession ausgegangen, gehen diese bereits deshalb ins Leere, weil das angefochtene Urteil eine entsprechende Erw�gung nicht enth�lt.
3.- Das Handelsgericht kam gest�tzt auf die W�rdigung der vorliegenden Beweise zum Schluss, es stehe fest, dass Venus f�r die Beklagte Leistungen in mindestens dem Umfang erbracht habe, wie sie in den der Abtretung an die Kl�gerin zugrunde liegenden Rechnungen zum Ausdruck gelangten. Die Vorinstanz erachtete den Bestand der abgetretenen Forderungen deshalb als ausgewiesen.
a) Die Beklagte macht geltend, die von Venus abgetretenen Forderungen h�tten dieser gar nicht zugestanden, weshalb diese auch nicht h�tten abgetreten werden k�nnen.
Sie begr�ndet ihre Auffassung im Ergebnis damit, dass die Beklagte gewisse Leistungen direkt an Lieferanten von Venus erbracht habe und diese Direktzahlungen von dem Venus zustehenden Bruttopreis abzuziehen seien; Venus habe deshalb lediglich Anspruch auf den Saldo nach diesen Abz�gen. Die Erw�gung im angefochtenen Urteil, wonach die Beklagte in keiner Weise ausf�hre, welches die �brigen Preisbildungsfaktoren seien und wie schliesslich die Nettoforderung der Venus zu errechnen w�re, sei aktenwidrig, da die Duplik entsprechende Darlegungen enthalte.
b) Die Beklagte f�hrte an der von ihr zitierten Stelle der Duplik im Wesentlichen aus, aufgrund der vorbestehenden Gesch�ftsverbindung zwischen ihr und Venus habe sie bei Venus per 1. April 1996 �ber ein Guthaben von �ber Fr. 8 Mio verf�gt. Die im vorliegenden Verfahren relevanten Rechnungen beziehen sich indessen auf Leistungen zwischen dem 16. August 1996 und dem 15. Oktober 1996, weshalb nicht ersichtlich ist, inwiefern die von der Beklagten angef�hrte und sich auf einen anderen Zeitraum beziehende Aktenstelle einen Einfluss auf die hier in Frage stehende Preisbildung haben sollte; davon ist an der angegebenen Stelle im �brigen �berhaupt nicht die Rede. Die R�ge der Aktenwidrigkeit erweist sich daher als unbegr�ndet.
c) Damit hat das Bundesgericht im Berufungsverfahren entsprechend den Erw�gungen im angefochtenen Urteil davon auszugehen, dass die Beklagte im kantonalen Verfahren keine Faktoren substanziiert geltend machte, welche bei der Berechnung der Venus zustehenden Nettoforderung vom Bruttopreis in Abzug gebracht werden m�ssten. Soweit die Beklagte dies im Berufungsverfahren nachholen will, gelten ihre Vorbringen als neu und damit als unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Nachdem die Beklagte in der Berufung anerkennt, dass Venus die den fraglichen vier Rechnungen zugrunde liegenden Leistungen erbracht hat, ist demnach der Schluss der Vorinstanz, dass der Bestand der strittigen Forderungen ausgewiesen sei, bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, stand einer Abtretung dieser Forderungen grunds�tzlich nichts im Wege.
4.- Es ist unbestritten, dass die Beklagte gegen�ber Ethnofact mit Schreiben vom 20. Juni 1996 mit folgender Erkl�rung auf die Einrede der Verrechnung verzichtete:
"Having in mind that Ethnofact S.A. will be providing
export factoring services to Venus Airlines
S.A., we hereby declare that we waive our right of
compensation, offset and netting between moneys
owed to us by Venus Airlines S.A. for whatever
reason and credits originated by invoices issued by
Venus Airlines S.A. to us and assigned to Ethnofact
S.A. by Venus Airlines S.A. and made payable to
Ethnofact S.A."
Bez�glich der Tragweite dieses Verrechnungsverzichts bringt die Beklagte vor, dieser sei von gewissen Bedingungen abh�ngig und gelte nur gegen�ber der Ethnofact, weshalb sich die Kl�gerin nicht darauf berufen k�nne.
a) aa) Gem�ss Art. 126 OR kann der Schuldner auf die Verrechnung zum Voraus Verzicht leisten. Nach bew�hrter Rechtsprechung kommt der Verzicht durch zwei �bereinstimmende gegenseitige Willens�usserungen zustande, die ausdr�cklich oder stillschweigend erfolgen k�nnen (Art. 1 OR; BGE 117 II 30 E. 2b S. 33; 87 II 24 E. 2 S. 26; 83 II 395 E. 1 S. 397; 83 II 26). Die Erkl�rungen sind - sofern wie hier ein �bereinstimmender wirklicher Wille unbewiesen bleibt - aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten (BGE 126 III 119 E. 2a S. 120 mit Hinweisen). Das Bundesgericht �berpr�ft diese objektivierte Vertragsauslegung im Berufungsverfahren als Rechtsfrage (BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436/7, 263 E. 4a S. 266, je mit Hinweisen), wobei es an Feststellungen des kantonalen Richters �ber die �usseren Umst�nde des Vertragsschlusses sowie das Wissen und Wollen der Vertragsschliessenden grunds�tzlich gebunden ist (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436; 123 III 165 E. 3a S. 168; 121 III 414 E. 2a S. 418 mit Hinweisen).
bb) Nach Art. 169 Abs. 1 OR kann der Schuldner Einreden, die der Forderung des Abtretenden entgegenstehen, auch gegen den Erwerber geltend machen, wenn sie schon zu der Zeit vorhanden waren, als er von der Abtretung Kenntnis erhielt. Diese Bestimmung ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zwingender Natur (BGE 109 II 213 E. 1b S. 215/6) und steht damit weder einem Verrechnungsverzicht gegen�ber dem Zedenten noch gegen�ber dem Zessionar entgegen (Gauch/Schluep/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 7. Aufl. , Rz. 3609).
cc) Ob ein Verrechnungsverzicht an die Person des Erkl�rungsempf�ngers gebunden ist, bestimmt sich wiederum durch Auslegung. Dient der Verrechnungsverzicht der Vergr�sserung der Verkehrsf�higkeit einer Forderung (vgl. Oser/Sch�nenberger, Z�rcher Kommentar, N. 1 zu Art. 126 OR), spricht dies daf�r, dass er auch gegen�ber einem dem Erkl�rungsempf�nger nachfolgenden Forderungserwerber gilt. In der Literatur wird denn auch die Auffassung vertreten, ein Verrechnungsverzicht sei mangels besonderer Umst�nde nicht an die Person des Gl�ubigers gekn�pft (Aepli, Z�rcher Kommentar, N. 54 zu Art. 126 OR; vgl. auch Staudinger/Busche,
13. Bearbeitung, N. 38 zu � 406 BGB; Palandt/Heinrichs,
56. Aufl. , N. 6 zu � 406 BGB).
b) Die Beklagte macht geltend, sie habe den Verrechnungsverzicht nur vor dem Hintergrund ihres eigenen Verst�ndnisses der Vereinbarung mit Venus (vgl. oben E. 3a) und unter der Bedingung abgegeben, dass Venus eine mit ihr abgeschlossene Abzahlungsvereinbarung einhalte; dar�ber sei Ethnofact orientiert gewesen. Wie bereits ausgef�hrt wurde, ist im vorliegenden Verfahren jedoch entgegen der Auffassung der Beklagten nicht ihr Verst�ndnis der Abrede mit Venus massgebend, sondern davon auszugehen, dass der Bestand der abgetretenen Forderungen ausgewiesen ist (vgl. oben E. 3c).
Zudem l�sst sich dem angefochtenen Urteil nicht entnehmen, dass Ethnofact �ber eine allenfalls zwischen der Beklagten und Venus abgeschlossene Abzahlungsvereinbarung - ob eine solche vorlag, liess die Vorinstanz offen - orientiert war.
Der R�ge der Beklagten fehlt damit auch das tats�chliche Fundament. Soweit sie in diesem Zusammenhang �berdies einwendet, die Vorinstanz habe bei der Ermittlung des Sachverhaltes ihren Beweisf�hrungsanspruch gem�ss Art. 8 ZGB verletzt, legt sie nicht konkret dar, welche von ihr frist- und formgerecht angebotenen Beweise das Sachgericht h�tte abnehmen sollen. Damit gen�gt ihre R�ge der Verletzung von Art. 8 ZGB den Begr�ndungsanforderungen nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist (Poudret, COJ II, N. 1.5.2.3 zu Art. 55 OG).
c) Bez�glich der Interessenlage und des Zwecks des Verrechnungsverzichts hielt die Vorinstanz fest, der Beklagten sei die Erhaltung der Liquidit�t der Venus zum damaligen Zeitpunkt ein besonderes Anliegen gewesen; der Verzicht auf die Verrechnung habe deshalb dazu gedient, Venus liquide Mittel zu sichern. Die Beklagte sei bei Abgabe der Verzichtserkl�rung davon ausgegangen, dass Ethnofact der Venus die abgetretenen Forderungen bevorschussen w�rde. Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil �bernahm die Kl�gerin nach dem Erwerb der strittigen Forderungen die gleiche Funktion, wie sie vorher Ethnofact inne hatte, wobei die Stellung der Beklagten durch die Folgezession an die Kl�gerin in keiner Weise verschlechtert wurde.
Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, musste die Beklagte bei dieser Sachlage nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass der von ihr gegen�ber Ethnofact abgegebene Verrechnungsverzicht auch gegen�ber der Kl�gerin als Erwerberin der abgetretenen Forderungen gelten w�rde, zumal diese die Erreichung des von den Parteien mit dem Verrechnungsverzicht anvisierten Zweckes - Vorfinanzierung und Erhaltung der Liquidit�t der Venus - erm�glichte und der Beklagten dadurch keine Nachteile erwuchsen. Nachdem die Vorinstanz keine Umst�nde feststellte, welche den Verrechnungsverzicht als an die Ethnofact gebunden erscheinen lassen, kann sich somit auch die Kl�gerin auf den zwischen der Beklagten und Ethnofact abgeschlossenen Verrechnungsverzicht berufen.
d) Die von der Beklagten gegen diese Auslegung nach dem Vertrauensprinzip angef�hrten Argumente verm�gen nicht zu �berzeugen. Namentlich folgt aus der Tatsache, dass sich auch die Kl�gerin auf den Verrechnungsverzicht berufen kann, entgegen den beklagtischen Ausf�hrungen nicht zwingend, dass im Falle einer R�ckzession an Venus auch diese daraus Rechte ableiten k�nnte; davon geht auch die Kl�gerin nicht aus. Zudem w�re eine Ausdehnung der Wirkungen des Verrechnungsverzichts auf Venus nicht offensichtlich absurd, wie dies die Beklagte geltend macht, denn gerade mittels eines auch gegen�ber Venus geltenden Verrechnungsverzichts h�tte die Verkehrsf�higkeit der in Frage stehenden Forderungen erh�ht und damit die Beschaffung von liquiden Mitteln erleichtert werden k�nnen. Die Vorinstanz ist im �brigen nicht, wie die Beklagte anf�hrt, von einer gesetzlichen Vermutung ausgegangen, sondern hat vielmehr die von der Beklagten abgegebene Verrechnungsverzichtserkl�rung bundesrechtskonform ausgelegt.
Soweit die Beklagte im �brigen auch in dieser Hinsicht eine Verletzung ihres aus Art. 8 ZGB fliessenden Beweisf�hrungsanspruchs geltend macht, ist ihre R�ge nicht gen�gend substanziiert (vgl. oben E. 4b), weshalb darauf nicht einzutreten ist.
5.- Die Beklagte behauptete im kantonalen Verfahren, vor der Notifikation der Abtretung diverse Zahlungen vorgenommen und damit die strittigen Forderungen zumindest teilweise getilgt zu haben. Die Vorinstanz w�rdigte die widerspr�chliche Aktenlage und liess schliesslich offen, inwiefern die Zahlungen der Beklagten von den hier strittigen Forderungen in Abzug zu bringen seien. Zur Begr�ndung hielt sie fest, dass die Beklagte von den Forderungen von gesamthaft mindestens Fr. 4'000'000.-- lediglich Fr. 2'377'619. 70 durch effektive Zahlungen getilgt h�tte, selbst wenn s�mtliche erfolgten Zahlungen auf die abgetretenen Forderungen anzurechnen w�ren. Damit verbleibe in jedem Fall ein den Teilklagebetrag �bersteigendes Restguthaben der Kl�gerin.
Die Beklagte ficht die diesbez�glichen vorinstanzlichen Erw�gungen unter Hinweis auf ihr Verst�ndnis der Vereinbarung mit Venus sowie auf den zwischen ihr und Venus abgeschlossenen Zahlungsplan an. Sie verkennt damit, dass im vorliegenden Verfahren weder das ihrem Standpunkt entsprechende Verst�ndnis der Vereinbarung mit Venus massgebend (vgl. oben E. 3c) noch der Abschluss der angef�hrten Abzahlungsvereinbarung erwiesen ist (vgl. oben E. 4b). Damit ist ihre R�ge von vornherein unbegr�ndet.
6.-a) Im kantonalen Verfahren stellte sich die Beklagte auf den Standpunkt, sie habe Gegenforderungen gegen Venus mit deren Anspr�chen verrechnet, weshalb die vorliegend in Frage stehenden Forderungen untergegangen seien. Die Vorinstanz hielt dazu fest, der Verrechnungsverzicht der Beklagten datiere vom 20. Juni 1996, womit ab diesem Zeitpunkt eine Verrechnung von vornherein ausgeschlossen sei. Eine Verrechnung vor dem 20. Juni 1996 habe indessen nicht stattgefunden, weshalb die kl�gerische Forderung ausgewiesen sei.
Die Beklagte wendet dagegen ein, sie habe auf die Verrechnung verzichtet nur "for credits ... assigned to Ethnofact S.A. by Venus Airlines". Voraussetzung daf�r, dass der Verrechnungsverzicht in Kraft trete, sei somit eine bestehende und zedierte Forderung. Sie habe damit erst dann auf die Verrechnung verzichtet, wenn die Zession erfolgt und ihr auch notifiziert worden sei. Aus diesem Grund sei es bundesrechtswidrig, wenn die Vorinstanz annehme, sie h�tte nach dem 20. Juni 1996 nicht mehr verrechnen k�nnen.
b) Inwiefern einer Verrechnung der Beklagten der am 20. Juni 1996 abgeschlossene Verrechnungsverzicht entgegenstand, ist wiederum eine Frage von dessen Auslegung. Dabei ist entgegen der Auffassung, welche die Beklagte zu vertreten scheint, bereits aufgrund des Gesetzeswortlauts davon auszugehen, dass die Wirksamkeit eines Verrechnungsverzichtes das Bestehen einer Forderung nicht voraussetzt, der Verzicht vielmehr auch zum Voraus abgegeben werden kann (Art. 126 OR; Aepli, Z�rcher Kommentar, N. 38 zu Art. 126 OR; Peter, Basler Kommentar, N. 1 zu Art. 126 OR). Das Handelsgericht stellte aufgrund des Wortlautes der Erkl�rung vom 20. Juni 1996 fest, dass die Beklagte den Verrechnungsverzicht im Hinblick auf das (k�nftige) Factoring-Agreement zwischen Venus und Ethnofact abgegeben habe. Da das Factoringgesch�ft im Kern in einer Zession besteht (vgl. statt vieler Schluep/Amstutz, Basler Kommentar, N. 113 der Einleitung vor Art. 184 ff. OR; Guhl/Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl. , S. 266 Rz. 6; M�ller-Chen, Internationales Factoring, BJM 1999 S. 181) musste die Beklagte als global t�tige Unternehmung damit rechnen, dass Venus ihre gegen die Beklagte bestehenden Forderungen gegen Entgelt an Ethnofact abgetreten hat oder abtreten w�rde. Sie musste sich �berdies bewusst sein, dass der Bestand dieser Forderungen nicht durch Verrechnung gef�hrdet werden durfte, denn nur damit konnte das von der Beklagten und Ethnofact mit dem Verrechnungsverzicht angestrebte Ziel - die Sicherung liquider Mittel f�r Venus (vgl. oben E. 4c) - erreicht werden.
Mit dem von der Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellten Zweck des Verrechnungsverzichts nicht vereinbar ist dagegen die nun von der Beklagten vertretene Interpretation. Diese h�tte im Ergebnis n�mlich zur Folge, dass es der Beklagten trotz vertraglichem Verzicht auf die Verrechnung weitgehend freigestanden h�tte, Forderungen der Venus verrechnungsweise zu tilgen. Dies h�tte die Verkehrsf�higkeit der Venus zustehenden Forderungen gegen�ber der Beklagten beeintr�chtigt und deshalb die Beschaffung liquider Mittel �ber das Factoring erschwert oder gar verunm�glicht. Das von der Beklagten vertretene Auslegungsergebnis w�rde damit den Zweck des zwischen ihr und Ethnofact abgeschlossenen Verrechnungsverzichts unterlaufen, weshalb es im Rahmen der objektivierten Auslegung abzulehnen ist (vgl. BGE 122 III 420 E. 3b S. 425). Die Vorinstanz hat daher kein Bundesrecht verletzt, wenn sie eine Verrechnung der Beklagten nach Erkl�rung des Verrechnungsverzichts als ausgeschlossen bezeichnete.
7.-Damit erweisen sich die von der Beklagten vorgebrachten R�gen als unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Die Berufung ist deshalb abzuweisen und das angefochtene Urteil zu best�tigen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beklagte kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
1.- Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 21. Januar 2000 wird best�tigt.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 12'000.-- wird der Beklagten auferlegt.
3.- Die Beklagte hat die Kl�gerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 13'000.-- zu entsch�digen.
Lausanne, 11. Januar 2001