Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201993,%20441
Timestamp: 2019-09-21 01:52:21
Document Index: 141384913

Matched Legal Cases: ['§ 152', '§ 249', '§ 5', '§ 152', '§ 320', '§ 249', '§ 320', '§ 320']

BFH, 03.02.1993 - I R 37/91 - dejure.org
https://dejure.org/1993,760
BFH, 03.02.1993 - I R 37/91 (https://dejure.org/1993,760)
BFH, Entscheidung vom 03.02.1993 - I R 37/91 (https://dejure.org/1993,760)
BFH, Entscheidung vom 03. Februar 1993 - I R 37/91 (https://dejure.org/1993,760)
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AktG 1965 (AktG a. F.) § 152 Abs. 7 Satz 1; HGB § 249 Abs. 1 Satz 1; EStG 1975/1979 § 5 Abs. 1
Rechnungslegung - Rückstellung
Sponsoring als Betriebsausgaben
Einkommensteuer; Rückstellung für drohende Verluste aus Berufsausbildungsverhältnissen
BFH, 28.08.1991 - I R 37/91
BFHE 170, 247
BB 1993, 892
DB 1993, 962
BStBl II 1993, 441
Schwebende Geschäfte i. S. des § 152 Abs. 7 AktG a. F. sind gegenseitige auf Leistungsaustausch gerichtete Verträge i. S. der §§ 320 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BFH-Urteile vom 25. Januar 1984 I R 7/80, BFHE 140, 449, BStBl II 1984, 344, und in BFHE 166, 95, BStBl II 1992, 177), die hinsichtlich der vereinbarten Sach- oder Dienstleistungspflicht - abgesehen von unwesentlichen Nebenpflichten - noch nicht voll erfüllt sind (vgl. z. B. BFH-Urteile in BFHE 167, 322, BStBl II 1993, 89; vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m. w. N.).
Ein Verlust "droht", wenn konkrete Anzeichen dafür vorliegen, daß der Wert der eigenen Verpflichtungen aus dem Geschäft den Wert des Anspruchs auf die Gegenleistung übersteigt (sog. Verpflichtungs- oder Aufwendungsüberschuß; BFH-Urteil in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m. w. N.; ähnlich bereits RFH-Urteil vom 4. November 1925 VI A 491/25, RFHE 17, 332).
Denn die Vermögenslage des Kaufmanns zu einem bestimmten Bilanzstichtag wird nicht davon beeinflußt, ob die Gegenleistung zur Aktivierung eines Wirtschaftsguts führt (BFH-Urteile vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441; in BFHE 133, 543, BStBl II 1981, 734; in BFHE 130, 165, BStBl II 1980, 297).
Zwar hat der BFH verschiedentlich entschieden, dass ein schwebendes Geschäft (fort-) besteht, wenn es hinsichtlich der vereinbarten Sach- oder Dienstleistungspflicht noch nicht voll erfüllt ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 23. Juni 1997 GrS 2/93, BFHE 183, 199, BStBl II 1997, 735 unter Hinweis auf die BFH-Urteile vom 3. Dezember 1991 VIII R 88/87, BFHE 167, 322, BStBl II 1993, 89; vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441).
Darunter fallen auch Arbeitsverhältnisse (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25. Februar 1986 VIII R 377/83, BFHE 146, 146, BStBl II 1986, 465; vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m.w.N.).
Dies ist denkbar, wenn ein Arbeitnehmer überhaupt keinen oder keinen nennenswerten Erfolgsbeitrag mehr erbringt (BFH-Urteil in BFHE 146, 146, BStBl II 1986, 465), weil er etwa mangels betrieblicher Beschäftigungsmöglichkeiten völlig freigestellt oder trotz Arbeitsunfähigkeit aus moralischen Gründen weiterbeschäftigt wird (vgl. auch Senatsurteil in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441).
Schwebende Geschäfte sind auf gegenseitigen Leistungsaustausch gerichtete Verträge, die hinsichtlich der vereinbarten Sach- oder Dienstleistungspflicht noch nicht voll erfüllt sind (z.B. BFH-Urteil vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BStBl II 1993, 441; Beschluss des Großen Senats des BFH vom 23. Juni 1997 GrS 2/93, BStBl II 1997, 735).
Das gilt auch für Dauerschuldverhältnisse (BFH-Urteile vom 3. Juli 1980 IV R 138/76, BFHE 131, 57, BStBl II 1980, 648; vom 27. Juli 1988 I R 133/84, BFHE 154, 121, BStBl II 1988, 999; vom 15. April 1993 IV R 75/91, BFHE 171, 434, m.w.N.; vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m.w.N.).
Der BFH hat insoweit Saldierungen zugelassen, z.B. im Urteil vom 16. Dezember 1992 XI R 42/89 (BFHE 170, 179); in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441; s. auch Beschluß des Großen Senats vom 23. Juni 1997 GrS 2/93 (BFHE 183, 199, BStBl II 1997, 735).
Das gilt auch für Dauerschuldverhältnisse (BFH-Urteile vom 3. Juli 1980 IV R 138/76, BFHE 131, 57, BStBl II 1980, 648; vom 27. Juli 1988 I R 133/84, BFHE 154, 121, BStBl II 1988, 999; vom 15. April 1993 IV R 75/91, BFHE 171, 434, m. w. N.; vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441; vom 15. Oktober 1997 I R 16/97, BFHE 184, 439, BStBl II 1998, 249, m. w. N.).
Schwebende Geschäfte i.S. des § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB sind gegenseitige auf Leistungsaustausch gerichtete Verträge i.S. der §§ 320 ff. BGB (BFH-Urteile vom 25. Januar 1984 I R 7/80, BFHE 140, 449, BStBl II 1984, 344, und vom 13. November 1991 I R 78/89, BFHE 166, 95, BStBl II 1992, 177), die hinsichtlich der vereinbarten Sach- oder Dienstleistungspflicht -abgesehen von unwesentlichen Nebenpflichten- noch nicht voll erfüllt sind (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 167, 322, BStBl II 1993, 89, und BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m. w. N.).
Ein Verlust "droht", wenn konkrete Anzeichen dafür vorliegen, dass der Wert der eigenen Verpflichtungen aus dem Geschäft den Wert des Anspruchs auf die Gegenleistung übersteigt (sog. Verpflichtungs- oder Aufwendungsüberschuss; BFH-Urteil in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, m. w. N.).
Der I. Senat des BFH hat in Fortsetzung seiner Rechtsprechung in BFHE 140, 449, BStBl II 1984, 344 eine Rückstellung wegen zu erwartender Ausbildungskosten selbst dann abgelehnt, wenn aus sozialen, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Gründen mehr Lehrlinge ausgebildet werden, als zur Erhaltung eines selbst ausgebildeten Fachkräftestamms erforderlich sind; die hierdurch eintretende "Ansehenssicherung oder -erhöhung" des Unternehmens "bei den Mitarbeitern, den Geschäftspartnern und in der Öffentlichkeit" soll ein "wirtschaftlicher Wert" sein, der "sehr hoch" zu veranschlagen sei, weil es dem Unternehmen erleichtert werde, seine Ziele zu erreichen (BFH-Urteil vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441, unter II. 3. f; kritisch Küting/Kessler, Deutsches Steuerrecht - DStR - 1993, 1045).
Zur Verneinung einer Divergenz zu dem BFH-Urteil in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441 vgl. oben B II. 3. Der Senat weicht auch nicht von dem Urteil des XI. Senats vom 16. Dezember 1992 XI R 42/89 (BFHE 170, 179) ab.
Schwebende Geschäfte sind gegenseitige auf Leistungsaustausch gerichtete Verträge im Sinne der §§ 320 ff. BGB (BFH vom 25. Januar 1984 I R 7/80, BStBl II 1992, 177 ), die hinsichtlich der vereinbarten Sach- oder Dienstleistungspflicht - abgesehen von unwesentlichen Nebenpflichten - noch nicht voll erfüllt sind (BFH vom 3. Februar 1993 I R 37/91, BStBl II 1993, 441 , m.w.N.).
a) Sie macht geltend, das FG weiche vom Urteil des BFH vom 3. Februar 1993 I R 37/91 (BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441) und vom Urteil des Hessischen FG vom 23. November 1998 4 K 1309/97 (Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 1999, 496) ab.
Nach den Ausführungen des BFH im Urteil in BFHE 170, 247, BStBl II 1993, 441 seien Betriebsausgaben auch Aufwendungen, die getätigt würden, um das Ansehen eines Unternehmens in der Öffentlichkeit zu sichern oder zu erhöhen, denn ein positives Ansehen in der Öffentlichkeit erleichtere es dem Unternehmen, seine Ziele zu erreichen.
BFH, 02.10.1997 - IV R 82/96
FG Baden-Württemberg, 05.12.1996 - 3 K 342/93
Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aufgrund von Verpflichtungen zum …
FG Saarland, 26.06.1997 - 1 K 177/94