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Timestamp: 2017-12-15 01:06:59
Document Index: 235324747

Matched Legal Cases: ['§ 1931', '§ 1924', '§ 1371', '§ 1931', '§ 1926', '§ 1924', '§ 1371', '§\n1373']

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Habe ich als Enkel einen direkten Erbanspruch?
19.04.2006 15:28 |
Nach dem Tod meiner Großeltern erbte mein Vater als einziges Kind alleine. Nach seinem Tod, er hinterließ kein Testament,erbten meine Mutter und ich,als ebenfalls einziges Kind,je 50 % der Hinterlassenschaft in Immobilien, die ausschließlich von meinen Großeltern stammen. Wäre ich als Enkel in direkter Linie nicht mit einem höheren Anteil als 50 % am Erbe beteiligt gewesen ?
Erbanspruch Erbanspruch Enkel
Nach dem Ableben Ihres Vaters erfolgte in Ermangelung eines Testaments die Erbfolge dergestalt, dass Ihre Mutter zum einen gem. § 1931 BGB neben Ihnen als dem einzigen gesetzlichen Erben 1.Ordnung (§ 1924 BGB) des Erblassers zu einem Viertel gesetzliches Erbrecht beanspruchen konnte. Den üblichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft der Eltern unterstellt, erhöht sich diese Quote um den sog. „Zugewinnausgleich im Todesfall“ nach § 1371 BGB um ein weiteres Viertel. Diese Erbquote kommt der Mutter i.Ü. unabhängig davon zu, ob überhaupt ein Zugewinn resp. durch wen er erzielt wurde. Deswegen vermag ich an der von Ihnen geschilderten „Erbquote“ nichts zu beanstanden.
Woher im vorangegangenem Erbgang die Vermögensmasse stammt, ist für diese gesetzliche Erbquote de jure ohne Belang. Deswegen ist Ihre Vermutung, Sie „als Enkel in direkter Linie“ könnten mehr als die zitierten 50% erben, so nicht zutreffend.
Zu Ihrer Kenntnis habe ich Ihnen noch die beiden vorgenannten §§ beigefügt:
„§ 1931 Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten
(1) 1Der überlebende Ehegatte des Erblassers ist neben Verwandten der ersten
Ordnung zu einem Viertel, neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben
Großeltern zur Hälfte der Erbschaft als gesetzlicher Erbe berufen. 2 Treffen mit
Großeltern Abkömmlinge von Großeltern zusammen, so erhält der Ehegatte auch von
der anderen Hälfte den Anteil, der nach § 1926 den Abkömmlingen zufallen würde.
(2) Sind weder Verwandte der ersten oder der zweiten Ordnung noch Großeltern
vorhanden, so erhält der überlebende Ehegatte die ganze Erbschaft.
(4) Bestand beim Erbfall Gütertrennung und sind als gesetzliche Erben neben dem
überlebenden Ehegatten ein oder zwei Kinder des Erblassers berufen, so erben der
überlebende Ehegatte und jedes Kind zu gleichen Teilen; § 1924 Abs. 3 gilt auch
in diesem Fall.“
„§ 1371 Zugewinnausgleich im Todesfall
(1) Wird der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird der
Ausgleich des Zugewinns dadurch verwirklicht, dass sich der gesetzliche Erbteil
des überlebenden Ehegatten um ein Viertel der Erbschaft erhöht; hierbei ist
unerheblich, ob die Ehegatten im einzelnen Falle einen Zugewinn erzielt haben.
(2) Wird der überlebende Ehegatte nicht Erbe und steht ihm auch kein
Vermächtnis zu, so kann er Ausgleich des Zugewinns nach den Vorschriften der §§
1373 bis 1383, 1390 verlangen; der Pflichtteil des überlebenden Ehegatten oder
eines anderen Pflichtteilsberechtigten bestimmt sich in diesem Falle nach dem
nicht erhöhten gesetzlichen Erbteil des Ehegatten.
(3) Schlägt der überlebende Ehegatte die Erbschaft aus, so kann er neben dem
Ausgleich des Zugewinns den Pflichtteil auch dann verlangen, wenn dieser ihm
nach den erbrechtlichen Bestimmungen nicht zustünde; dies gilt nicht, wenn er
durch Vertrag mit seinem Ehegatten auf sein gesetzliches Erbrecht oder sein
Pflichtteilsrecht verzichtet hat.
(4) Sind erbberechtigte Abkömmlinge des verstorbenen Ehegatten, welche nicht
aus der durch den Tod dieses Ehegatten aufgelösten Ehe stammen, vorhanden, so
ist der überlebende Ehegatte verpflichtet, diesen Abkömmlingen, wenn und soweit
sie dessen bedürfen, die Mittel zu einer angemessenen Ausbildung aus dem nach
Absatz 1 zusätzlich gewährten Viertel zu gewähren.“
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ansonsten hoffe ich, Ihnen etwas weitergeholfen zu haben.
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