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Timestamp: 2016-10-24 09:02:16
Document Index: 396580828

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 17', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 42', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 57', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 179', 'Art. 179', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE']

8C_829/2011 (09.03.2012)
A.a Die 1963 geborene I.________ war seit 16. M�rz 1989 als K�chenm�dchen im Hotel-Restaurant X.________ angestellt. Am 11. November 1989 erlitt sie als Beifahrerin einen Autounfall. Mit Verf�gung vom 17. April 1996 sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Aargau ab 1. November 1991 eine ganze Invalidenrente (Invalidit�tsgrad 70 %) zu. Mit Verf�gung vom 10. Mai 2011 stellte die IV-Stelle die Rente nach Zustellung der Verf�gung auf Ende des folgenden Monats revisionsweise ein.
A.b Mit Verf�gung vom 11. September 1996 gew�hrte die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend Z�rich) als obligatorischer Unfallversicherer der Versicherten eine Invalidenrente (Invalidit�tsgrad 70 %) und eine Integrit�tsentsch�digung (Integrit�tseinbusse 15 %). Mit die Verf�gung vom 3. Dezember 2010 best�tigendem Einspracheentscheid vom 1. April 2011 stellte sie die Rente per 31. Dezember 2010 ein. Die dagegen eingereichte Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau am 29. September 2011 ab. Diese Sache ist Gegenstand des Parallelverfahrens 8C_830/2011, das ebenfalls mit heutigem Urteil erledigt wurde.
Die gegen die Verf�gung der IV-Stelle vom 10. Mai 2011 erhobene Beschwerde wies das kantonale Gericht mit Entscheid vom 29. September 2011 ab.
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei das Verfahren bis zum rechtskr�ftigen Abschluss des UV-Verfahrens vor Bundesgericht zu sistieren; die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen gem�ss IVG weiter zu erbringen; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen; es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Replikweise h�lt die Versicherte an den Beschwerdeantr�gen fest. Mit Replikerg�nzung vom 2. M�rz 2012 reicht sie einen Bericht des Dr. med. K.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, TZZ Therapiezentrum AG vom 19. Februar 2012 ein.
Eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Abschluss des unfallversicherungsrechtlichen Parallelverfahrens 8C_830/2011 er�brigt sich, da beide Prozesse gleichzeitig erledigt werden k�nnen.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft es grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG) und wenn die Behebung des Mangels f�r den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die auf Grund medizinischer Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeitsf�higkeit ist Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397). Rechtsfragen sind die unvollst�ndige Feststellung rechtserheblicher Tatsachen sowie die Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) und der Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Die konkrete Beweisw�rdigung ist Tatfrage (nicht publ. E. 4.1 des Urteils BGE 135 V 254, in SVR 2009 IV Nr. 53 S. 164 [9C_204/2009]; Urteil 8C_594/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 1).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 2 IVG), die Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 86ter-88bis IVV; BGE 134 V 131 E. 3 S. 132, 133 V 108), die Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach dem Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 135 V 297 E. 5.1 f. S. 300 f.) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Da die Versicherte die Rente bei Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 bereits bezog, sind an sich die davor geltenden Rechtsnormen massgebend (Art. 82 Abs. 1 erster Satz ATSG; BGE 130 V 445 E. 1.2.1 S. 446); doch zeitigt dies keine Folgen, da das ATSG bez�glich der Invalidit�tsbemessung keine �nderungen brachte (BGE 135 V 215, 130 V 343 und 393; Urteil 8C_492/2011 vom 19. Oktober 2011 E. 2).
Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt, was von der Partei n�her darzulegen ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 4 [8C_239/2008]). Die Versicherte legt neu den Bericht des Dr. med. K.________ vom 19. Februar 2012 auf, macht hierf�r aber keine relevanten Gr�nde geltend (hierzu vgl. nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 135 V 163, in SVR 2009 BVG Nr. 30 S. 109 [9C_920/2008]). Dieser Bericht ist somit unbeachtlich.
Die Versicherte bringt vor, die IV-Stelle, die verpflichtet sei, ein eigenst�ndiges Verfahren zu f�hren, habe unter Missachtung des Geh�rsanspruchs keine eigenen Abkl�rungen getroffen, sondern diejenigen der Unfallversicherung einfach �bernommen. Der Anspruch auf Mitwirkung an Sachverhaltsabkl�rungen sei demnach verweigert worden.
Die Observation der Beschwerdef�hrerin (vgl. E. 7.2.1 hienach) wurde nicht von der IV-Stelle, sondern von der Z�rich als obligatorischem Unfallversicherer veranlasst. Es war jedoch grunds�tzlich zul�ssig, dass die IV-Stelle die Ergebnisse dieser Observation als Beweismittel zu den Akten nahm (vgl. nicht zur Publikation bestimmte E. 3.3 des Urteils BGE 8C_195/2011 betreffend Beizug der Akten einer von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers veranlassten Observation). Nicht zu beanstanden ist im Grundsatz auch, dass die IV-Stelle die von der Z�rich eingeholten �rztlichen Berichte und Gutachten beizog (Art. 28 Abs. 3 ATSG; Urteil 9C_250/2009 vom 29. September 2009 E. 3.3, in Pl�doyer 2009 S. 63).
6.1 Die Versicherte macht geltend, ihr Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 42 ATSG) sei verletzt worden, da ihr nach Abschluss der Observationen die geplante Durchf�hrung des Aktengutachtens der Frau Dr. med. R.________, FMH Rheumatologie, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, manuelle Medizin SAMM, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, Chef�rztin Rheumatologie und Rehabilitation vom 28. Dezember 2009 (E. 7.2.1 und 7.2.3 hienach) nicht angezeigt, der Name der Gutachterin vorg�ngig nicht bekannt gegeben (Art. 44 ATSG) und dieses Gutachten vor Erlass des Vorbescheids vom 7. Januar 2011 nicht zur Stellungnahme zugestellt worden sei. Die Vorinstanz verneinte eine Verletzung des Geh�rsanspruchs.
6.2 Im heute ergangenen Urteil im unfallversicherungsrechtlichen Parallelverfahren 8C_830/2011 ?. 3 wurde entschieden, dass auf das von der Z�rich in Auftrag gegebene Aktengutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 28. Dezember 2009, insbesondere auch im Lichte von Art. 44 ATSG, abgestellt werden kann; auf die dortigen Erw�gungen kann verwiesen werden (vgl. Urteil 8C_971/2009 vom 15. Dezember 2009 E. 4.2).
Gr�nde f�r eine Nichtber�cksichtigung dieses Gutachtens und der ihm zu Grunde liegenden Observationsunterlagen im vorliegenden IV-Verfahren bestehen nicht (vgl. auch E. 5 hievor). Die IV-Stelle war insbesondere nicht verpflichtet, diese Akten der Versicherten im Hinblick auf das rechtliche Geh�r bereits vor dem Vorbescheid zuzustellen und sie zum diesbez�glichen Beweisergebnis anzuh�ren. Denn zur Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs dient das formlose Vorbescheidverfahren (Art. 57a IVG) vor Erlass der Verf�gung (BGE 134 V 97 E. 2.6 f. S. 103 ff.; Urteile 2C_733/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.2 und 9C_176/2010 vom 4. Mai 2010 E. 1). Die IV-Stelle verwies in der Begr�ndung des Vorbescheids vom 7. Januar 2011 explizit auf die durchgef�hrte Observation und das Aktengutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 28. Dezember 2009. In der Folge verlangte die Versicherte Akteneinsicht, welche ihr die IV-Stelle am 27. Januar 2001 gew�hrte. Am 7. Februar 2011 nahm die Versicherte zum Vorbescheid Stellung, worauf die IV-Stelle am 10. Mai 2011 die streitige Verf�gung erliess. Eine Verletzung des Geh�rsanspruchs liegt damit nicht vor.
Die Vorinstanz erwog, es sei zu pr�fen, ob sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsf�higkeit der Versicherten zwischen der Rentenverf�gung vom 17. April 1996 und der renteneinstellenden Verf�gung vom 10. Mai 2011 ver�ndert hat. Dies ist unbestritten und nicht zu beanstanden.
7.1 Grundlage der Verf�gung vom 17. April 1996 war das von der Z�rich eingeholte und von der IV-Stelle beigezogene interdisziplin�re (rheumatologische, neurologische und psychiatrische) MEDAS-Gutachten vom 29. November 1994. Hierin wurden folgende Diagnosen mit m�glicher Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit gestellt: chronisches Schulter-Arm-Syndrom rechts mit �bergang in eine chronische Schmerzkrankheit (bei Status nach intraartikul�rer distaler Radiusfraktur mit disloziertem Fragment im Radioulnar-Gelenk und Abriss des Prozessus styloideus ulnae am 11. November 1989, radiometakarpaler Plattenarthrodese, Spongiosaplastik und Ulnakopfresektion am 2. August 1994 [recte 8. M�rz 1993] sowie Plattenentfernung und Implantation einer Ulnakopf-Prothese am 3. Januar 1994 [recte 1. M�rz 1994]); �ngstlich-hypochondrische depressive Reaktion bei neurotischer Fehlverarbeitung der Unfallfolgen. Die angestammte T�tigkeit als K�chenhilfe und jede andere ausserh�usliche T�tigkeit sei der Versicherten nur zu 30 % zumutbar. Im Vordergrund stehe eher der psychopathologische Befund.
Falsch ist die vorinstanzliche Feststellung, die Verf�gung vom 17. April 1996 habe auf dem von der Z�rich eingeholten interdisziplin�ren MEDAS-Gutachten vom 11. Juli 1996 beruht; denn dieses wurde nach dieser Verf�gung erstellt und befindet sich gar nicht in den IV-Akten. Erg�nzend ist anzuf�gen, dass in diesem Gutachten ausgef�hrt wurde, die Arbeitsf�higkeit der Versicherten in ihrem Beruf als K�chenhilfe werde bleibend auf weniger als 30 % der Norm gesch�tzt, wobei vor allem die psychopathologischen und etwas weniger auch die somatischen Befunde limitierend seien. F�r jede andere vergleichbare T�tigkeit sei sie auch zu weniger als 30 % arbeitsf�hig.
7.2.1 Die Z�rich liess die Versicherte vom 2. August bis 15. September und vom 11. November bis 2. Dezember 2006 sowie vom 18. Juni bis 4. Juli und vom 4. bis 8. September 2008 durch die Firma W.________ observieren. Diese erstellte Videos sowie Fotos und schriftliche Berichte (vgl. E. 7.2.3 hienach betreffend die im Wesentlichen dokumentierten T�tigkeiten der Versicherten).
7.2.2 Dr. med. B.________, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, erstattete im Auftrag der Z�rich am 12. September 2008 ein Gutachten. Er untersuchte die Versicherte am 9. September 2008, wobei er keine Kenntnis vom Observationsmaterial hatte. Er diagnostizierte Folgendes: Status nach intraartikul�rer, dislozierter Radiusfraktur rechts mit Abriss der Ulnastyloidspitze (Unfall vom 11. November 1989) mit konsekutivem komplex-regionalem Schmerzsyndrom Typ I (CRPS, fr�her Sudeck�sche Algo-Dystrophie); Status nach dorsaler Handgelenks- und Handwurzel-Arthrodese rechts mit partieller Ulnakopfresektion am 8. M�rz 1993 sowie Metallentfernung und Implantation einer Ulnakopf-Silikon-Prothese am 1. M�rz 1994 (KSA); Progredienz des CRPS I zu einem vollst�ndigen oberen Quadrantensyndrom rechts. Die Beeintr�chtigungen der Versicherten als K�chenm�dchen sch�tze er auf mindestens 80 %. Die Traglimite f�r die rechte Hand sch�tze er auf 3 bis max. 5 kg, das Tragen in waagrechter Haltung (rechts) auf 3 kg. Ausschliesslich sitzende T�tigkeit sei ungeeignet (R�cken-, Steissbeinschmerzen). Das st�ndige Stehen in unver�nderter Stellung sei ungeeignet; geeigneter seien wechselnde Stellungen. Es bestehe eine zumutbare Gehstrecke von 1 km. Einh�ndige linksseitige T�tigkeiten seien zumutbar mit einer Gewichtslimite f�r das kurzfristige h�ngende Tragen von 10 kg, f�r das Halten und Heben von 5 kg unter Vermeidung von Hochstemmen und �berkopft�tigkeiten, geltend f�r beiden Armseiten (Abspreizbewegungen f�hrten rechts zu unmittelbaren Schmerzsch�ben mit sudo- und vasomotorischen Reaktionen; die Versicherte vergleiche das Gef�hl am Arm mit einem "toten Glied", in der Literatur bekannt als "neglect like syndrome"). Zu vermeiden seien ruckartige Bewegungen gegen die rechte obere Extremit�t und die rechte K�rperseite sowie Schl�ge und Vibrationen. Zumutbar seien optische und akustische Kontrollarbeiten, kombiniert mit abwechslungsreicher K�rperhaltung und Bewegung, und �berwiegend linksh�ndige Verrichtungen, zeitlich limitiert auf je 3-Stundeins�tze morgens und nachmittags, unterbrochen durch eine 2-3-st�ndige Mittagspause. Im Schreiben vom 13. Mai 2011 legte Dr. med. B.________ dar, es sei ihm nicht aufgefallen, dass die Versicherte anl�sslich seiner Untersuchungen simuliert oder aggraviert habe. Ihre Reaktionen seien stets ad�quat zu den applizierten mechanischen Reizen gewesen. Er halte aufgrund seiner vielf�ltigen objektiven Feststellungen an der Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit vom 12. September 2008 fest.
7.2.3 Frau Dr. med. R.________ f�hrte im Aktengutachten zu Handen der Z�rich vom 28. Dezember 2009 im Wesentlichen aus, aus den Videoaufnahmen der Jahre 2006 und 2008 k�nne zusammengefasst werden, dass in den beobachteten Alltagssituationen (Umhergehen, Einkaufen, Verrichtungen auf dem Balkon) in Diskrepanz zur gutachterlichen Beschreibung (des Dr. med. B.________) keine spezielle Schonung des rechten Arms und in keiner Weise eine Behinderung des gesamten rechten Arms, die einer Plexusparese gleichkommen w�rde, habe beobachtet werden k�nnen. In der Videodokumentation von September 2008 sei der rechte Arm nie in Schonhaltung gehalten worden. Beim Gehen schwinge er frei mit. Bei den leichten T�tigkeiten, wie Hantieren mit Bettdecken, die zum Trocknen �ber das Balkongel�nder geh�ngt w�rden, aber auch beim Einkaufen werde die rechte Hand ad�quat und z.T. auch bevorzugt eingesetzt. Wiederholt werden das Kurbeln einer Sonnenstore dokumentiert, wozu die rechte Hand die Kurbel bediene. Auch �berkopfarbeiten seien beim Einkaufen dokumentiert, wo mit der rechten Hand mit voll nach oben ausgestrecktem Arm auf dem obersten Regal Lebensmittel ergriffen w�rden. Feinmotorische T�tigkeit sei ebenfalls m�glich, indem �ber 10 Min. das Hantieren einer Pinzette mit der rechten Hand zur Haarentfernung im Gesicht und den Augenbrauen dokumentiert worden sei. Beim Heben von Gegenst�nden werde die rechte Hand eingesetzt, um einen Stuhl zu verschieben. Im Widerspruch zur im Gutachten beschriebenen ausgepr�gten Schmerzhaftigkeit stehe die Aufnahme, bei der sich die Versicherte gem�tlich �ber beide Unterarme (ulnare Seite) auf dem Balkongel�nder abst�tze. Der von Dr. med. B.________ postulierte "Neglect" der rechten Hand und des rechten Arms k�nne anhand der Observation nicht best�tigt werden. Insgesamt handle es sich bei allen dokumentierten T�tigkeiten aber um k�rperlich leichte. Anhand der strukturellen Problematik mit arthrodesiertem Handgelenk und insbesondere bei m�glicherweise nicht optimalen Verh�ltnissen von Seiten der Ulnakopfprothese (siehe Beschrieb R�ntgenbild durch Dr. med. B.________) d�rfte f�r mittelschwere und schwere manuelle T�tigkeiten von verminderter Belastungstoleranz ausgegangen werden. Hingegen k�nne eine funktionelle Einschr�nkung des gesamten rechten Arms und Schulterg�rtels anhand der Video-Beobachtung nicht dokumentiert werden.
7.3 Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, die Versicherte habe die auf �ffentlichen Grund durchgef�hrte Observation zu Recht nicht ger�gt (BGE 135 I 169, 132 V 241). Es sei auf das Aktengutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 28. Dezember 2009 abzustellen. Demgem�ss habe die Versicherte hinsichtlich leidensangepasster leichter T�tigkeiten als arbeitsf�hig zu gelten. Im Vergleich zur urspr�nglichen Verf�gung vom 17. April 1996 leide sie nicht mehr an den vorab invalidisierenden psychischen Beschwerden (Schmerzsyndrom, psychische Fehlverarbeitung, depressive Entwicklung). Da sich der medizinische Sachverhalt ge�ndert habe, liege ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG vor.
8.1 Die Versicherte macht geltend, vorinstanzlich habe sie die auf �ffentlichem Grund durchgef�hrte Observation nicht beanstandet. Mit Erstaunen stelle sie hingegen fest, dass die Vorinstanz die auf privatem Grund durchgef�hrten Observationen ebenfalls als beweistauglich zugelassen habe. Aufgrund der Untersuchungsmaxime h�tte sie diese nicht beachten d�rfen. Selbst wenn eine Observation auf �ffentlichem Grund stattfinde, sei dies ein Eingriff in die grundrechtlich gesch�tzte Privatsph�re. Bekanntlich seien mehrere Observationen �ber l�ngere Zeitr�ume und vor allem im Privatbereich durchgef�hrt worden; dabei sei sie gefilmt worden. Insbesondere die im Privatbereich erfolgten Observationen auf dem Balkon ihrer Wohnung, im Treppenhaus und in der Waschk�che seien f�r die Beweiserhebung unzul�ssig. Da dadurch die Objektivit�t der Beurteilung beeinflusst werde, m�sse das gesamte Observationsmaterial als nicht beweistauglich zur�ckgewiesen werden.
8.2 Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 137 I 327 E. 5 entschieden, dass die privatdetektivliche Observation der versicherten Person in einem von jedermann ohne Weiteres frei einsehbaren Privatbereich (z.B. Balkon) erlaubt ist, soweit sie objektiv geboten sowie in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht zumutbar ist. Zul�ssig ist eine Observation, die Verrichtungen des Alltags ohne engen Bezug zur Privatsph�re (z.B. Putzen des Balkons, Einkaufst�ten tragen) betrifft. Nach E. 6 dieses Urteils verletzen Videoaufnahmen der versicherten Person, die sie bei allt�glichen Verrichtungen (Haushaltsarbeiten) auf dem frei einsehbaren Balkon zeigen, Art. 179quater StGB nicht.
8.3 Umst�nde, welche die Observation der Versicherten auf dem Balkon als unzul�ssig erscheinen liessen, werden nicht substanziiert geltend gemacht und ergeben sich auch nicht aus den Akten. Die in einem Mehrfamilienhaus sich befindende Wohnung der Versicherten und ihrer Familie ist gemietet. Aufgrund der Observationsberichte und der entsprechenden Fotos und Videos war ihr Balkon von der Strasse aus �ffentlich frei einsehbar. Soweit und solange sie sich auf dem nicht abgeschirmten Balkon aufhielt, waren s�mtliche Handlungen daher faktisch nicht mehr nur von nahe verbundenen Personen, sondern von jedermann ohne Weiteres wahrnehmbar. Es handelt sich dabei um Tatsachen, die ohne �berwindung einer physischen oder psychologischen Schranke zug�nglich waren. Ausserdem liegen keine besonders pers�nlichkeitstr�chtige Szenen, sondern freiwillig ausge�bte Alltagsverrichtungen vor; die Aufnahmen weisen keinen engen Bezug zur Privatsph�re auf, weshalb bei der Observation nicht gegen Art. 179quater StGB verstossen wurde (vgl. BGE 137 I 327 E. 6.2).
8.4 Soweit die Versicherte die �berwachung im Treppenhaus und in der Waschk�che beanstandet, ist Folgendes festzuhalten: Der Innenbereich des Hauses, in dem die versicherte Person wohnt, bildet keinen ohne Weiteres �ffentlich frei einsehbaren Raum. Eine hierin erfolgte Observation ist grunds�tzlich unzul�ssig. Denn in diesem Rahmen kann nicht mehr von einem vern�nftigen Verh�ltnis zwischen dem Ziel der Verhinderung des ungerechtfertigten Leistungsbezugs und dem durch die Observation erfolgten Eingriff in die Privatsph�re der versicherten Person ausgegangen werden (vgl. BGE 137 I 327 E. 5.5 f. S. 334. f.). Derjenige Teil des Berichts, der sich auf die Observation im Treppenhaus und in der Waschk�che bezieht, ist daher aus dem Recht zu weisen.
8.5 Das Aktengutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 28. Dezember 2009 kann uneingeschr�nkt ber�cksichtigt werden, da darin auf die im Observationsbericht erw�hnten T�tigkeiten der Versicherten im Treppenhaus und in der Waschk�che nicht abgestellt wurde (E. 7.2.3 hievor); diese Verrichtungen sind f�r die W�rdigung des Sachverhalts auch entbehrlich (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 6.4.1 am Ende [8C_239/2008]).
9.1 Die Ergebnisse einer zul�ssigen �berwachung k�nnen zusammen mit einer �rztlichen Aktenbeurteilung grunds�tzlich geeignet sein, eine gen�gende Basis f�r Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsf�higkeit der versicherten Person zu bilden (BGE 137 I 327 E. 7.1 S. 337; Urteil 8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011 E. 4.2).
9.2 Die Vorinstanz kam in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen gest�tzt auf das Aktengutachten der Frau Dr. med. R.________ vom 28. Dezember 2009 zu Recht zum Schluss, dass die Versicherte in einer leichten Erwerbst�tigkeit zu 100 % arbeitsf�hig ist. Auf die vorinstanzlichen Erw�gungen wird verwiesen. Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin verm�gen an diesem Ergebnis nichts zu �ndern. Sie erhebt keine R�gen, die den angefochtenen Entscheid als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG oder die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit als offensichtlich unrichtig erscheinen lassen (vgl. E. 2 hievor). Im Rahmen der freien, pflichtgem�ssen W�rdigung der Beweise durch die Vorinstanz ergab sich ein nachvollziehbares und schl�ssiges Bild des Gesundheitszustandes, das nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit hinreichende Klarheit �ber den rechtserheblichen Sachverhalt vermittelt, weshalb ihre Sachverhaltsfeststellung bundesrechtskonform ist (Urteil 8C_768/2011 vom 7. Februar 2012 E. 5.2).
Aus dem Gutachten des Dr. med. B.________ vom 12. September 2008 - der immerhin von einer t�glich sechsst�ndigen Arbeitsf�higkeit der Versicherten in einer leidensangepassten leichten Erwerbst�tigkeit ausging (E. 5.2.2 hievor) - kann diese nichts zu ihren Gunsten ableiten, da es in Unkenntnis der Observationsunterlagen erstattet wurde. Zu diesen Unterlagen nahm Dr. med. B.________ im Schreiben vom 13. Mai 2011, worin er an seinem Gutachten festhielt, keine Stellung. Demgegen�ber erstellte Frau Dr. med. R.________ ihr Gutachten vom 28. Dezember 2009 nach Sichtung des Observationsmaterials. Zudem setzte sie sich mit dem Gutachten des Dr. med. B.________ auseinander. Die - in der Tat sehr aussagekr�ftigen - Observationsunterlagen ergaben unter Ber�cksichtigung der �brigen Akten gen�gend Anhaltspunkte f�r die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit der Versicherten. In diesem Lichte sind von weiteren medizinischen Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236).
Gegen den vorinstanzlichen Einkommensvergleich, der zur Verneinung des Rentenanspruchs f�hrt, bringt die Versicherte keine substanziierten Einwendungen vor, weshalb es damit sein Bewenden hat (Urteil 8C_768/2011 vom 7. Februar 2012 E. 6). Die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente erfolgte mithin zu Recht.
Rechtsanwalt Thomas R�ber wird als unentgeltlicher Anwalt der Beschwerdef�hrerin bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.