Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-12-15/3-str-272_11
Timestamp: 2017-10-17 20:42:55
Document Index: 316181487

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 154', '§ 349', '§ 30']

BGH, 15.12.2011 - 3 StR 272/11 - Notwendigkeit einer erneuten Zumessung der Strafe bei Herausnahme eines Delikts aus der Stafverfolgung im Zusammenhang mit der Revision des Angeklagten | anwalt24.de
Beschl. v. 15.12.2011, Az.: 3 StR 272/11
Notwendigkeit einer erneuten Zumessung der Strafe bei Herausnahme eines Delikts aus der Stafverfolgung im Zusammenhang mit der Revision des Angeklagten
Referenz: JurionRS 2011, 32537
Aktenzeichen: 3 StR 272/11
LG Kleve - 02.05.2011
§ 30 Abs. 2 BtMG
BGH, 15.12.2011 - 3 StR 272/11
Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und mit Zustimmung des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 15. Dezember 2011 gemäß § 154a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2, § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:
das Verfahren auf die Vorwürfe der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge beschränkt,
das Urteil des Landgerichts Kleve vom 2. Mai 2011 im Strafausspruch aufgehoben.
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie mit fahrlässigem unerlaubten Besitz einer halbautomatischen Kurzwaffe zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt und einen Geldbetrag von 275 € für verfallen erklärt. Die dagegen gerichtete, auf Verfahrensrügen und sachlichrechtliche Beanstandungen gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg.
Mit Zustimmung des Generalbundesanwalts nimmt der Senat das Waffendelikt aus der Verfolgung heraus. Hinsichtlich des verbleibenden Schuldspruchs hat die Überprüfung des Urteils keinen durchgreifenden Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.
Der Strafausspruch kann hingegen nicht bestehen bleiben, da das Landgericht bei der Ablehnung eines minder schweren Falls (§ 30 Abs. 2 BtMG) den tateinheitlich begangenen Verstoß gegen das Waffengesetz ausdrücklich zum Nachteil des Angeklagten gewertet hat. Die Strafe muss deshalb erneut zugemessen werden. Die zugehörigen Feststellungen können aufrechterhalten bleiben.