Source: https://www.autounfall.net/unterlassene-hilfeleistung/
Timestamp: 2018-12-16 18:19:08
Document Index: 110704243

Matched Legal Cases: ['§ 323', '§ 212', '§ 323', '§ 823', '§ 78', '§ 315', '§ 316', '§ 308']

Unterlassene Hilfeleistung – Ratgeber zum Thema Unfall
Unterlassene Hilfeleistung – Wichtige Informationen dazu
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Der Paragraph 323c StGB: Erklärungen und Definitionen zu unterlassener Hilfeleistung
Das Strafgesetzbuch maßregelt die unterlassene Hilfeleistung sehr streng.
Unfälle sind im alltäglichen Leben üblich. Unabhängig, ob es sich um einen Verkehrsunfall handelt oder ein schwerer Sturz einer Person auf offener Straße, in jedem Fall sollte geholfen werden. Menschen, die einen Unfall bemerken und wegsehen oder keine Reaktion zeigen, um den Unfallopfer behilflich zu sein, machen sich nach dem Strafgesetzbuch (StGB) und § 323 c strafbar, da dies eindeutig als Straftat deklariert ist.
1 Der Paragraph 323c StGB: Erklärungen und Definitionen zu unterlassener Hilfeleistung
2 Was ist unterlassene Hilfeleistung?
2.1 Die unterlassene Hilfeleistung: Ist eine Verjährung möglich?
2.1.1 Was ist unter dem Begriff „gemeine Gefahr“ zu verstehen?
2.2 Unterlassene Hilfeleistung: Beispiele
2.3 Fahrerflucht im Zusammenhang zur unterlassenen Hilfe
2.3.1 Wer ist verpflichtet die Hilfe zu leisten?
2.4 Vermeidung der unterlassenen Hilfeleistung nach StGB
3 Zumutbare Hilfe: Welche Hilfe ist möglich?
3.1 Was sollte bei der richtigen Unfallhilfe noch beachtet werden?
3.2 Tipp zur Versorgung von Verletzten
Demnach ist es geregelt, dass eine Person, welche weder bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahren bei großer oder minder schwerer Not Hilfe leistet, wird mit einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr bestraft oder erhält eine enorme Geldstrafe. Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Hilfe hätte erforderlich sein können und zumutbar wäre ohne sich selbst in erhebliche Gefahr zu bringen oder zu verletzen, wie auch dringend nötige Pflichten nicht außer Acht zu lassen.
Es ist bekannt, dass manche Menschen anderen nicht zur Hilfe kommen, indem Sie auch nach einem Verkehrsunfall eher schnell weiterfahren oder schlimmer noch: zusehen und nicht handeln. Wenn diese Personen als Schaulustige sogar noch anderen Ersthelfern und den Rettungskräften im Weg stehen und diese behindern, während die Sanitäter versuchen ihre Rettungsmaßnahmen durchzuführen, ist dies besonders schlimm.
Andere Menschen wiederum sind durch ein Unfallereignis so geschockt, dass der Moment der richtigen Handlung und geeigneten Reaktion vergeht ohne das geholfen wird. In manchen Fällen ist bei diesen Menschen auch der Schreck so groß, dass nicht mehr logisch gedacht wird. Durch Überforderung und Angst kann es dann passieren, dass nicht die dringend nötige Hilfe geleistet wird. In jedem Fall sollte eingegriffen werden.
Erste-Hilfe kann und muss jeder leisten, daher sollte nicht daran gedacht werden, ob andere Personen diesbezüglich mehr Fähigkeiten besitzen, sondern es sollte gehandelt werden. Wenn möglich so schnell es geht. Auch den Notruf zu betätigen ist ein erster Schritt. Die Teilnahme an der Auffrischung eines Erste-Hilfe-Kurses ist zu empfehlen, damit die Reaktionen schneller und wie selbstverständlich ablaufen.
Wenn sich durch unterlassene Hilfeleistung die Versorgung von schwer verletzten Personen verzögert, kann dies für die Unfallopfer besonders gefährlich sein und tragisch enden. Aus diesem Grund werden so drastische Maßnahmen ergriffen und daher sind nach dem Strafrecht ernste Konsequenzen die Folge.
Was ist unterlassene Hilfeleistung?
Unterlassene Hilfeleistung: Die Strafe hierfür ist neben einer hohen Geldstrafe auch ein Freiheitsentzug und ein Fahrverbot.
Die unterlassene Hilfe ist nicht ohne Grund nach dem Gesetz mit einer hohen Geldstrafe belegt und zudem wird in der Regel auch eine Freiheitsstrafe verordnet. Je nach Ausmaß und Schwere der Tat können sich diese Strafen steigern. Andererseits ist die unterlassene Hilfeleistung für den Sachverhalt recht niedrig angesetzt, da diese ein Auffangtatbestand ist und dabei allein das nicht angemessene und pflichtvergessene Verhalten bestraft wird.
Es können jedoch die entstandenen Folgen einzeln bewertet werden und im Strafprozess belastend und erschwerend hinzukommen, insbesondere wenn Körperverletzung oder fahrlässige Tötung daraus resultieren. Im Hinblick auf das Verkehrsrecht sind drei notierte Punkte ein Mindestmaß, es kann allerdings auch ein Fahrverbot drohen.
Die unterlassene Hilfeleistung ist ein sogenanntes „echtes Unterlassungsdelikt“. Das bedeutet, dass bei diesen Delikt die Tathandlung daraus besteht, dass eine wichtige und erforderliche Handlung, welche im Normalfall von einer Person auszuführen ist, nicht vorgenommen wird.
Das Handlungsgebot ist aus diesem Grund der tatbestandliche Inhalt und der eigentliche Tatbestand beruht auf der allgemeinen Handlungspflicht. Anders ist es bei sogenannten „unechten Unterlassungsdelikten“, bei denen die Folgen aufgrund der unterlassenen Handlung eine wichtige Rolle spielen. Dabei kann die unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge entstehen oder laut richtiger Bezeichnung des Tatbestands zu „Totschlag durch Unterlassen“ gemäß § 212 StGB.
Ein Ziel von dem im Strafgesetzbuch verankerten Begriff „unterlassene Hilfeleistung“ ist, dass die Zivilcourage innerhalb der Gesellschaft gewahrt werden soll und ein gemeinschaftlicher Zusammenhalt in Notfällen gegeben sein muss. Daher ist jeder in der Pflicht anderen Mitmenschen zu helfen, sofern es die Umstände zulassen und es in der Situation zumutbar ist. So kann ein Unfall oder ein Unglücksfall Ursache einer solchen Situation sein, die eine entsprechende Hilfe von außen benötigt. Als ein Unglücksfall ist das spontan eintretende und unerwartete Negativereignis gemeint, welches enormen Schaden verursacht und nach sich zieht.
Folgende Beispiele gibt es für Unglücksfälle:
Eine Person wird aufgrund einer Mangelerscheinung plötzlich in einer heiklen Situation bewusstlos.
Eine schon vorhandene Krankheit verschlimmert sich und äußert sich zum Beispiel in der Öffentlichkeit (Herz- oder Kreislaufstörungen).
Ein Überfall und ein gewalttätiger unvorhersehbarer Übergriff auf eine Person.
Körperverletzungen in jeglicher Art.
Unfälle im Straßenverkehr.
Bei einem Unglücksfall muss die Ausgangssituation sein, dass eine gesteigerte Gefahr droht. So besteht nicht bei jeder Körperverletzung eine erhebliche Gefahr. Als Beispiel lässt sich nennen, dass eine Person stürzt oder vom Fahrrad fällt und eine nicht allzu große Verletzung, wie eine Kratzer oder Schürfwunden entstehen. Hierbei muss nicht mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gerechnet werden, auch wenn es sorgsam wäre, sich nach dem Befinden der Person zu erkundigen. Denn es kommt meist immer auf die Situation an und dabei können auch die Verletzungen unterschiedlich stark ausfallen. Häufig ist es nicht unbedingt vorher abzusehen, wie schlimm die Folgen sein können.
Die unterlassene Hilfeleistung wird gemäß StGB verfolgt und geahndet.
Außerdem ist die unterlassene Hilfeleistung nach StGB ein Vorsatzdelikt. Wenn also die Person, welche Zeuge oder Beisteher eines Unfalls ist erkennt, dass die Hilfe dringend notwendig ist und trotzdem jegliche Möglichkeit zur Unterstützung außer Acht lässt oder sogar verweigert, geschieht dies mit Vorsatz.
Unter der Beobachtung des § 323 c StGB wird die unterlassene Hilfeleistung nicht zwingend hart gemaßregelt, dennoch in der Kombination mit der Schadensersatzpflicht (§ 823 Abs. 2) aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) können weitere Strafen folgen. So ist es durchaus schon vorgekommen, dass die Personen welche keine Hilfe und Versorgung geleistet haben, zusätzlich mit Schadensersatzansprüchen belangt wurden.
Daraus ist zu erkennen, welch hohen Stellenwert die dringend benötigte Hilfe von Unfallopfern hat und das die Nicht-Einhaltung derer, durch das Zivilrecht, Strafrecht und Verkehrsrecht geahndet werden kann.
Die unterlassene Hilfeleistung: Ist eine Verjährung möglich?
Gemäß des § 78 StGB können alle Taten verjähren, welche mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr verordnet sind, sofern diese Verjährung nicht durch anderer Umstände unterbrochen wurde. In diesem Fall würde die Strafe für die unterlassene Hilfeleistung nach drei Jahren verjähren.
Was ist unter dem Begriff „gemeine Gefahr“ zu verstehen?
Die Bezeichnung gemeine Gefahr gilt für bestimmte Sachlagen, in der Menschen oder Gegenstände, welche von hohem Wert sind einer Gefährdung unterliegen. Wenn diese Tatsache auf das Strafrecht bezogen wird, ist die gemeine Gefahr insbesondere als eine gemeingefährliche Straftat zu verstehen. Diese bringt das Leben und die Gesundheit von Personen oder den Besitz von Menschen in Gefahr.
Neben der unterlassenen Hilfeleistung zählen zu diesen Taten beispielsweise auch folgende:
Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b – 315d StGB)
Trunkenheit am Steuer im öffentlichen Straßenverkehr (§ 316 StGB)
Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion (§ 308 StGB)
Zusätzlich wird häufig bei einem Unfall, bei welchem unterlassene Hilfeleistung vorherrschend war, Schadensersatzzahlungen für den Geschädigten geltend gemacht.
Unterlassene Hilfeleistung: Beispiele
Unterlassene Hilfeleistung ist es auch wenn Sie nur als Schaulustiger am Unfallort stehen und nicht helfen.
Es gibt einige Beispiele für die Tat der unterlassenen Hilfeleistung. Ein schon erwähntes und häufig vorkommendes Beispiel in der Gesellschaft sind Schaulustige oder Gaffer. Meist sind diese nach einem Verkehrsunfall noch am Unfallort zu finden und behindern einerseits die Ersthelfer und Rettungskräfte und andererseits bieten sie keine Hilfe für die Unfallopfer.
Gerade wenn diese Personen als erstes zur Stelle sind, nachdem der Unglücksfall eingetreten ist, könnten sie schnell reagieren und Erste-Hilfe leisten. Das Leid anderer zu beobachten und nicht zu reagieren, wird dementsprechend hart bestraft.
Als ein weiteres Beispiel lassen sich Raubüberfälle oder Prügeleien in der Öffentlichkeit nennen. Diese Situationen sind sehr kritisch, da sich die meisten anwesenden Personen nicht selbst in Gefahr bringen wollen, Angst haben oder unsicher sind, wie sie richtig reagieren sollten. Auch hier ist Zivilcourage das passende Wort. Dies hat nichts damit zu tun, dass sich mutig in jede Streiterei eingemischt werden sollte, sondern dass in brenzligen Situationen Hilfe verständigt werden muss und eingegriffen, anstatt weggeschaut werden sollte.
In diesen Fällen empfiehlt es sich, dass zusätzliche Unterstützung geholt werden sollte. Wenn andere Menschen aufmerksam gemacht werden, dass eine solche Tat stattfindet und diese Personen angesprochen werden, kann gemeinsam gegen die Täter vorgegangen werden. Zudem sollte allerdings immer die Polizei hinzugerufen werden.
Fahrerflucht im Zusammenhang zur unterlassenen Hilfe
Wenn eine Fahrerflucht bzw. eine Unfallflucht begangen wurde und ein Personenschaden vorliegt, kommt bei dieser Tat die unterlassene Hilfeleistung hinzu und der Fahrer des Fahrzeugs macht sich damit eindeutig strafbar. Außerdem wird eine Strafe wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort verordnet. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass wenn Menschen sehr schwer verletzt wurden bei der Tat und die unterlassene Hilfeleistung mit einer Todesfolge endet, dies weitreichende Konsequenzen für den Verkehrssünder haben kann.
Im Strafgesetzbuch (StGB) gibt es folgende Paragraphen die diesbezüglich weitere Auswirkungen haben können:
222 StGB – Die fahrlässige Tötung
227 StGB – Die Körperverletzung mit Todesfolge
Eine Fahrerflucht kann außerdem ein Fahrverbot von mindestens sechs Monaten mit sich bringen, genauso wie der Verlust des Haftpflichtversicherungsschutzes miteinhergehen kann.
Wer ist verpflichtet die Hilfe zu leisten?
Die unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge kann eine jahrelange Gefängnisstrafe nach sich ziehen.
Laut Gesetz ist jede Person verpflichtet zu helfen. Dabei ist es nicht relevant, ob die Person am Unfall selbst beteiligt ist oder nur Zeuge dessen war. Auch Menschen, wie Passanten, welche durch bloßen Zufall am Ort des Geschehens sind, sind angehalten zu helfen. Es besteht also für alle Personen eine Hilfspflicht, wenn sie Menschen in der Not nach einem Unfall oder Unglücksfall antreffen, unabhängig inwiefern sie in die Situation verwickelt sind. Auch Beifahrer und Mitfahrer sind verpflichtet zu helfen. Wenn keine Unterstützung und Versorgung bei verletzten Personen gewährt wird, gilt dies dann als unterlassene Hilfeleistung.
Vermeidung der unterlassenen Hilfeleistung nach StGB
Ein Unfall ist immer sehr schockierend für alle beteiligten Personen und meist auch für die Zeugen. Da selten mit einem Verkehrsunfall gerechnet wird und dieser sehr plötzlich auftritt, ist dementsprechend der Schreck groß. Daher sollte ruhig und bedacht reagiert werden, damit nach dem ersten Schreck sich die Gedanken besser ordnen können. Es bringt nichts, dass Sie selbst in eine Schockstarre verfallen, in der Sie nicht mehr handeln, geschweige Erste-Hilfe leisten können.
Zusehen und warten, dass eine andere Person zu Hilfe eilt, ist diesbezüglich ebenso wenig empfehlenswert. Jeder Besitzer eines Führerscheins musste einen Kurs zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen besuchen und sollte daher gut darüber Bescheid wissen und geschult sein.
Natürlich ist es von Vorteil, wenn der Erste-Hilfe-Kurs schon ein paar Jahre her ist, dass dieser aufgefrischt wird. Das Wissen über die richtige Versorgung gibt einem gleichzeitig die Sicherheit in einer heiklen Situation schnell und richtig zu reagieren.
Daher sollten die Kenntnisse über die stabile Seitenlage, Wundversorgung, Blutstillung und Herzdruckmassage stets auf den aktuellsten Stand gehalten werden. Diese Maßnahmen sind im Notfall besonders wichtig und es kann daher immer passieren, dass diese angewendet werden müssen.
Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Unfallstelle gesichert wird. Bei der Unfallabsicherung soll der Unfallort vom weiteren Verkehr abgeschirmt sein, damit nicht noch ein zusätzlicher Verkehrsunfall, aufgrund der Ablenkung und Behinderung der Straße, entsteht.
Gemäß den Richtlinien sollte der Unfallort wie folgt abgesichert werden:
Die Warnblinkanlage muss eingeschaltet werden.
Die Warnweste muss übergezogen werden und bei Aussteigen aus dem Wagen Acht auf den sich annähernden Verkehr gegeben werden.
Das Warndreieck muss mit ausreichendem Abstand positioniert werden.
Zudem sollte immer die Polizei und bei verletzten Personen auch noch die Ambulanz verständigt werden. Oftmals gibt es einige Situationen, bei denen die Hilfestellung allein schwierig ist und nur die Rettungskräfte wirklich gut helfen können. Beispielsweise wenn eine Person in einem Auto eingeklemmt ist. Dann fehlen zumal auch die passenden Werkzeuge und das Wissen. In anderen Fällen können Sie sich aber durchaus am Telefon anleiten lassen, so zum Beispiel wenn Sie in der Aufregung etwas vergessen haben oder unsicher sind, ob der nächste Schritt der richtige ist.
Bei unterlassener Hilfeleistung sind die Unfallopfer auf sich allein gestellt. Daher ist Zivilcourage gefragt!
Um Unfallopfer besser versorgen zu können, sollten Sie testen ob die verletzte Person ansprechbar ist. Nachfolgend können Sie dann erfragen, wo genau der Schmerz lokalisiert ist, um beispielsweise eine Wunde richtig zu versorgen oder eine Blutung zu stillen. Wenn die verletzte Person reagiert, sollte ihr gut zugeredet werden, um ihr die Angst zu nehmen und sie zu beruhigen.
Die Nachricht, dass weitere Hilfe, wie Sanitäter und Polizei, bereits unterwegs sind, kann sehr hilfreich sein, um die Person abzulenken und möglichst nicht an die Schmerzen denken zu lassen.
Für eine Erstversorgung bietet es sich an, immer einen Verbandskasten im Fahrzeug zu haben. Dieser ist ebenfalls Vorschrift bei Pkws und sollte stets mit den darin enthaltenen Materialien auf dem neuesten Stand sein. Gerade die Verbände müssen steril verpackt sein und dem Mindesthaltbarkeitsdatum entsprechen.
Mit diesem Wissen und den Voraussetzungen kann bei einem Unfall die unterlassene Hilfeleistung umgangen und sogar einem Menschen das Leben gerettet werden.
Zumutbare Hilfe: Welche Hilfe ist möglich?
Ob eine Hilfe zumutbar für eine Person ist, kann nur nach dem Einzelfall bewertet werden. Auch wenn jeder verpflichtet ist bei einem Unfall den anderen Menschen zu helfen, gibt es Ausnahmesituationen, in der nicht auf unterlassene Hilfeleistung plädiert werden würde.
Unterlassene Hilfe wiegt schwer und ist in keinem Fall ein Kavaliersdelikt.
Generell sollte die Hilfe zügig erfolgen und es ist auch möglich, dass die helfende Person sich körperlichen Gefahren aussetzt, allerdings muss hierbei die Verhältnismäßigkeit in Betracht gezogen werden. Wenn sich beispielsweise kleine Verletzungen ergeben, wie Kratzer oder minimale Schnittverletzungen, dann ist das Risiko gering und es ist dadurch durchaus vertretbar trotzdem einem Geschädigten zu helfen. Sollten Sie sich dennoch verweigern, aufgrund dieser Umstände Unfallopfern zu helfen, wird diese Handlung als unterlassene Hilfeleistung gewertet.
Ebenfalls ist die Hilfeleistung auch zumutbar, wenn die Möglichkeit der eigenen Strafverfolgung oder die eines Bekannten und Verwandten besteht. Es wird nicht gefordert, dass das eigene Leben in Gefahr gebracht wird oder das einer dritten Person. Bei der unterlassenen Hilfeleistung werden einmal die unterschiedlichen Unglückssituationen klar getrennt und außerdem die bestehenden Fähigkeiten und Optionen, welche dem Helfer hätten zu Grunde liegen können bei der Tat, gewertet. Daher werden bei einem sachkundigen Arzt andere Anforderungen gestellt als beispielsweise bei einem Laien.
Es bleibt meist nicht nur bei einer Strafe, wenn eine unterlassene Hilfeleistung nachgewiesen wird.
Es wird auch nach den psychischen und physischen Kräften gewertet, da eine Frau oder ein Senior unmöglich allein eine schwere Person, die bewusstlos ist, aus einem verbarrikadierten Auto befreien kann. Außerdem kommt es auch auf die Erfolgsaussicht der Hilfeleistung an. Es besteht die Ausnahme bei der offensichtlich nutzlosen Hilfe, da hier der verunglückten Person nicht mehr geholfen werden kann. Dies ist der Fall, wenn das Unfallopfer bereits als Tod ist.
Zudem liegt auch keine unterlassene Hilfeleistung vor, wenn der Geschädigte die Hilfe ablehnt oder bereits andere Personen schon eher zur Tat geschritten sind und das Unfallopfer ausreichend, ohne weitere Unterstützung zu benötigen, versorgen.
Auch stellt sich bei dieser Art von Straftat häufiger die Frage: wie verhält es sich, wenn andere Pflichten bei der Ausübung der Hilfeleistung verletzt werden? Demnach liegt keine unterlassene Hilfeleistung vor, wenn eine Person nicht geholfen hat, weil ansonsten wichtige Pflichten verletzt worden wäre.
Zu diesen Pflichten kann die Aufsichtspflicht bei Kindern gehören und auch wenn schon andere Unfallopfer gerade versorgt werden, ist es nicht möglich allen gleichermaßen zu helfen. Oft reicht es hier schon aus, dass Sie möglichst schnell den Notarzt oder die Polizei informieren und auch andere Personen um Mithilfe bitten.
Was sollte bei der richtigen Unfallhilfe noch beachtet werden?
Sollte nach einem Unfall eine unterlassene Hilfeleistung vorliegen, gilt dies als Straftat.
Das richtige Verhalten nach einem Verkehrsunfall oder einem anderweitigen Unglücksfall ist besonders wichtig, da so schon im Voraus möglichst die unterlassene Hilfeleistung vermieden werden kann. Die grundlegenden und wichtigsten Punkte wurden bereits erwähnt, allerdings gibt es einiges an zusätzlichen Wissen bei der Unfallhilfe, was einem in der möglichen Situation Sicherheit geben kann und vor falschen Handlungen schützt. Denn die falsche Reaktion könnte dann gegebenenfalls grobe Strafen nach ziehen, wenn das Fehlverhalten als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt wird.
Da viele Personen sich ungewiss sind, ob sie falsch helfen und somit den Betroffenen mehr schädigen empfiehlt es sich, dass Sie sich umfangreich über die Erste Hilfe informieren. Ersthelfer können einmal bei speziellen Kursen ausgebildet werden, die das Rote Kreuz und die Johanniter anbieten und in manchen Unternehmen ist es zudem wichtig, dass es mehrere Ersthelfer gibt, sodass diese auch speziell für den Notfall ausgebildet sind.
Generell sind die Sorgen auch unbegründet, da laut Sozialgesetzbuch Ersthelfer bei Körperschäden, welche durch den Prozess der lebensrettenden Sofortmaßnahmen entstanden sind, vom Gesetz her versichert sind. Sofern nach den besten Wissen und Gewissen geholfen wird, ist es nicht möglich für etwaige Fehler juristisch haftbar gemacht zu werden.
Auch wenn Gebrauchsgegenstände, wie Decken und Kleidung, verunreinigt wurden bei der Ausübung der Versorgung von Unfallopfern, erhält ein Hilfeleistender dafür einen entsprechenden Ersatz.
Tipp zur Versorgung von Verletzten
Unterlassene Hilfeleistung: Die Verjährung bzw. die diesbezügliche Frist kann hier ebenfalls unterbrochen werden.
Da die ordnungsgemäße Versorgung von verwundeten Personen Leben retten kann, sollte dies dringend eingehalten werden und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte nicht einfach tatenlos gewartet werden. Denn in der Zeit kann einiges passieren und als Ersthelfer ist es möglich diese Minuten wertvoll zu nutzen.
Sollte der Verletzte beispielsweise nicht ansprechbar sein, ist es wichtig, dass Sie die Vitalfunktionen überprüfen. Also Puls und Atmung sollten dann genauer kontrolliert werden. Sollten diese lebenswichtigen Funktionen ausgesetzt haben, muss umgehend eine Wiederbelebungsmaßnahme (z.B. die Herzdruckmassage) durchgeführt werden.
Auch wenn starke Blutungen zu sehen sind, müssen diese dringend gestillt werden. Dies sollte durch das Anlegen eines Druckverbandes möglich sein. Die Materialien lassen sich im Erste-Hilfe-Koffer finden. Dabei sollten allerdings Handschuhe angelegt werden, damit die Wunde sich nicht entzündet. Die Stelle mit der Wunde sollte möglichst hochgelagert werden, wenn es sich um Bereiche am Armen oder Beinen handelt.
Da Unfallopfer schneller frieren, aufgrund eines Schockzustandes, sollten diese mit einer Wolldecke oder der im Verbandskasten befindlichen Rettungsfolie abgedeckt werden. Bei der Rettungsfolie gehört die silberne Seite nach unten, damit Wärme gespendet wird. Gerade die Personen, welche unter Schock stehen, sollten auch versorgt werden. Sie sollten ihre Beine hoch lagern, damit eine ausreichende Blutversorgung für Herz und Gehirn gewährleistet werden kann.
Da eine psychische Belastung nach einem Unfall auch immer eine große Rolle spielt, sollte das Unfallopfer getröstet werden und mit ruhiger Stimme auf die Person eingeredet werden, um sie abzulenken.
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