Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20101/04
Timestamp: 2019-12-10 05:06:34
Document Index: 98692236

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'Art. 231', '§ 6', '§ 338', '§ 474', '§ 477', '§ 477', '§ 208', 'Art. 231', '§ 6', '§ 338', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', '§ 852', 'BGH', '§ 203', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 208', 'BGH', 'Art. 232', '§ 10', 'Art. 232', '§ 10', 'BGH', 'Art. 232', '§ 1', '§ 231', 'BGH', '§ 338', '§ 847', '§ 852', '§ 476', '§ 474', '§ 1170', '§ 1170', '§ 212', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', '§ 203', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.03.2005 - VI ZR 101/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1360
BGH, 01.03.2005 - VI ZR 101/04 (https://dejure.org/2005,1360)
BGH, Entscheidung vom 01.03.2005 - VI ZR 101/04 (https://dejure.org/2005,1360)
BGH, Entscheidung vom 01. März 2005 - VI ZR 101/04 (https://dejure.org/2005,1360)
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BGB a. F. §§ 852, 208; EGBGB Art. 231 § 6 Abs. 1, 2; ZGB-DDR § 338 Abs. 3, § 474 Abs. 1 Nr. 3, § 477 Abs. 1 Nr. 6
Beendigung der durch die Anzeige des Schadensfalls nach § 477 Abs. 1 Nr. 6 Zivilgesetzbuch der DDR (ZGB-DDR) eingetretene Hemmung der Verjährung mit Ablauf des 2. Oktober 1990; Anwendbarkeit der Verjährungsvorschrift des a.F. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) auf den ...
Verfahrensrecht - Verjährung nach ZGB-DDR
§§ 208, 852 BGB a. F.; Art. 231 § 6 EGBGB; §§ 338, 474, 477 ZGB
Hemmung der Verjährung bei Schmerzensgeldansprüchen nach ZGB (Prof. Dr. Ingo Fritsche; Neue Justiz 8/2005, S. 368-369)
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 01.03.2005, VI ZR 101/04 (Hemmung der Verjährung bei Schmerzensgeldansprüchen nach ZGB)" von Prof. Dr. Ingo Fritsche, original erschienen in: NJ 2005, 368 - 369.
NJW-RR 2005, 1044
NJ 2005, 368
VersR 2005, 699
BGH, 15.12.2016 - IX ZR 58/16
Rückwirkung der Verjährungshemmung bei Wiederaufnahme abgebrochener Verhandlungen
Dies hat der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung zu § 852 Abs. 2 BGB aF entschieden (BGH, Urteil vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89, VersR 1990, 755, 756; vom 5. November 2002 - VI ZR 416/01, BGHZ 152, 298, 303; vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, 1047).
Ein solcher Abbruch von Verhandlungen muss - abgesehen von dem Fall des "Einschlafenlassens" der Verhandlungen - wegen seiner Bedeutung für die Durchsetzbarkeit der geltend gemachten Ansprüche durch klares und eindeutiges Verhalten zum Ausdruck gebracht werden (BGH…, Urteil vom 14. Mai 2009 - I ZR 82/07, GRUR 2009, 1186 Rn. 30; zum insoweit sachlich entsprechenden, bis zum 31. Dezember 2001 geltenden § 852 Abs. 2 BGB Senatsurteile vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90, VersR 1991, 475; vom 30. Juni 1998 - VI ZR 260/97, VersR 1998, 1295; vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, VersR 2005, 699, 701).
Zwar haben der erkennende Senat wie auch andere Senate des Bundesgerichtshofs mehrfach formuliert, dass es für eine Beendigung der Hemmung ausreiche, wenn der Ersatzberechtigte die Verhandlungen einschlafen lasse (zu § 852 Abs. 2 BGB aF Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89, VersR 1990, 755, 756; vom 5. November 2002 - VI ZR 416/01, BGHZ 152, 298, 303; vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, VersR 2005, 699, 700; zu § 203 Satz 1 BGB nF BGH…, Urteil vom 6. November 2008 - IX ZR 158/07, VersR 2009, 945 Rn. 10).
Ein Abbruch der Verhandlungen durch ein solches "Einschlafenlassen" ist dann anzunehmen, wenn der Berechtigte den Zeitpunkt versäumt, zu dem eine Antwort auf die letzte Anfrage des Ersatzpflichtigen spätestens zu erwarten gewesen wäre, falls die Regulierungsverhandlungen mit verjährungshemmender Wirkung hätten fortgesetzt werden sollen (BGHZ 152, 298, 303;… BGH, Urt. v. 6. März 1990 - VI ZR 44/89, VersR 1990, 755, 756; v. 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, 1047).
BGH, 09.05.2007 - VIII ZR 347/06
Anerkenntnis einer Saldoaufstellung von Verbindlichkeiten durch nicht …
a) Für ein die Verjährung unterbrechendes Anerkenntnis im Sinne des § 208 BGB aF genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs jedes tatsächliche Verhalten des Schuldners gegenüber dem Gläubiger, aus dem sich sein Bewusstsein vom Bestehen des gegen ihn erhobenen Anspruchs - wenigstens dem Grunde nach - klar und unzweideutig ergibt und das deswegen das Vertrauen des Gläubigers begründet, dass sich der Schuldner nicht nach Ablauf der Verjährungsfrist alsbald auf Verjährung berufen wird (st. Rspr., vgl. Urteil vom 21. November 1996 - IX ZR 159/95, NJW 1997, 516, unter II 2; BGHZ 142, 172, 182; Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, unter II 4 c aa).
Für die Einordnung etwaiger auf Grund des Unfallereignisses gegen die Deutsche Reichsbahn bestehender Schadensersatzansprüche gilt nach Art. 232 § 10 EGBGB Entsprechendes, soweit die Einstandspflicht aus einer unerlaubten Handlung (vgl. Senatsurteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - VersR 2005, 699) oder aus einem Tatbestand der Gefährdungshaftung (…vgl. Münchener Kommentar/Wagner, BGB, 4. Aufl., Art. 232 § 10 EGBGB Rn. 8) folgt.
Die danach gebotene Auslegung und Anwendung des Zivilrechts der DDR hat unter Berücksichtigung der Rechtspraxis in der ehemaligen DDR zu erfolgen; das fortgeltende Recht ist dabei so anzuwenden, wie es von den Gerichten der DDR angewendet worden wäre, wenn und insoweit es mit dem Grundgesetz vereinbar ist (vgl. Senatsurteile BGHZ 123, 65, 67 ff.; 126, 87, 91 f.; 135, 158, 161 f.; vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO, S. 699 f.).
Dies liegt zwar deshalb nicht fern, weil der Verletzte den Unfall als Fahrgast der Deutschen Reichsbahn erlitten hat, es sich also um Verletzungen handelte, die nach dem auch insoweit maßgebenden Recht der ehemaligen DDR (Art. 232 § 1 EGBGB; vgl. Senatsurteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO, S. 699) während einer Personenbeförderung auf vertraglicher Grundlage entstanden (§ 231 ZGB;… vgl. zur Einordnung der Personenbeförderung durch die Deutsche Reichsbahn als zivilrechtliche Vertragsbeziehung Lehrbuch Zivilrecht, Teil 2, 1981, S. 80 f. unter 6.8.2.1.; Lübchen, StuR 1975, 181, 187;… Bergner/Thiele aaO, S. 69 ff.;… Westen, Das neue Zivilrecht der DDR, 1977, S. 180).
Die Zielrichtung des ZGB ging dahin, Schadensersatzansprüche aus Verträgen und aus deliktischem Verhalten möglichst gleichen Regelungen zu unterwerfen und insoweit eine Anspruchskonkurrenz zu vermeiden (vgl. Senatsurteile BGHZ 126, 87, 93 f.; vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO, S. 700).
Nach dem BGB wäre er dann verjährungsrechtlich ebenso einzuordnen (vgl. Senatsurteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO; OLG Naumburg, NJW 1998, 237, 239).
Entsprechend hat der Senat (Senatsurteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO, S. 700;… vgl. auch OLG Naumburg aaO, S. 239 f.) Ausgleichsansprüche nach § 338 Abs. 3 ZGB wegen ihrer weitgehenden Übereinstimmung mit dem sich aus § 847 Abs. 1 BGB a.F. ergebenden Anspruch allein der Verjährungsvorschrift des § 852 BGB a.F. ungeachtet dessen unterworfen, ob die Einstandspflicht als vertragliche oder außervertragliche einzustufen war.
Auch das im Streitfall abgegebene Anerkenntnis ließ somit - selbst wenn es Einwendungen der Reichsbahn in bestimmter Hinsicht ausgeschlossen hätte (dazu oben b bb [4]) - den Rechtsgrund der etwa bestehenden Haftung grundsätzlich unverändert, und zwar selbst dann, wenn sich seine verjährungsrechtliche Relevanz nach dem ZGB nicht auf die Unterbrechungswirkung nach § 476 Abs. 1 Nr. 1 ZGB beschränkt (zu ihr Senatsurteile vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - aaO, S. 702; vom 20. Juni 2006 - VI ZR 78/04 - VersR 2006, 1646, 1647), sondern es stattdessen oder zugleich die Wirkung gehabt hätte, nach § 474 Abs. 1 Nr. 4 ZGB eine neue Verjährungsfrist in Gang zu setzen.
Als ein Anerkenntnis in anderer Weise ist auch bei der Prüfung der Voraussetzungen des § 1170 Abs. 1 BGB grundsätzlich jedes tatsächliche Verhalten des Grundstückseigentümers gegenüber dem Gläubiger zu verstehen, aus dem sich das Wissen von dem Bestehen der Schuld unzweideutig ergibt (vgl. KG, OLGZ 1970, 323, 325 zu § 1170 BGB sowie allgemein zu dem zum Neubeginn der Verjährung führenden Anerkenntnis im Sinne des § 212 BGB: BGH, Urteil vom 24. Januar 1972 - VII ZR 171/70, BGHZ 58, 103, 104; Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, 1047 mwN).
Es entspricht der langjährigen obergerichtlichen Rechtsprechung, die zu § 852 Abs. 2 BGB a. F. ergangen ist (vgl. nur: BGH, Urteil vom 01.03.2005, Az. VI ZR 101/04, Juris - Rnrn.
Die danach gebotene Auslegung und Anwendung des Zivilrechts der DDR hat unter Berücksichtigung der Rechtspraxis in der ehemaligen DDR zu erfolgen; das fortgeltende Recht ist dabei so anzuwenden, wie es von den Gerichten der DDR angewendet worden wäre, wenn und insoweit es mit dem Grundgesetz vereinbar ist (st. Rspr., vgl. etwa BGH Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - NJW-RR 2005, 1044, 1045 mwN und BGHZ 126, 87 = NJW 1994, 1792, 1793).
Im Übrigen wäre ein von den Eltern zum Nachteil des Kindes erklärter Verzicht mit Blick auf dessen verfassungsrechtlich geschützte Rechtsposition unabhängig davon, inwieweit die Rechtsordnung der ehemaligen DDR eine derartige Erklärung zuließ, nicht wirksam (vgl. BGH Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - NJW-RR 2005, 1044, 1045 mwN und BGHZ 126, 87 = NJW 1994, 1792, 1793).
Dies aber steht einer Anwendung des DDR-Rechts entgegen (vgl. BGH Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04 - NJW-RR 2005, 1044, 1045 mwN und BGHZ 126, 87 = NJW 1994, 1792, 1793).
Sie wurde ausgelöst, indem die Prozessbevollmächtigten des Klägers mit Schreiben vom 9.08.2007 an die Beklagte zu 1. herantraten und ihr gegenüber Ansprüche erhoben, weil sich daraufhin deren Haftpflichtversicherer unter dem 20.08.2007 für sie meldete und grundsätzlich gesprächsbereit zeigte (BGH NJW-RR 2005, 1044 ; BGH MDR 2014, 202 ).
Die so eingeleitete Hemmung konnte nur dadurch enden, dass der eine oder andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigerte oder dass die Klägerseite die Verhandlungen "einschlafen" ließ, indem sie den Zeitpunkt versäumte, zu dem eine Antwort auf die letzte an sie gerichtete Anfrage spätestens zu erwarten gewesen wäre (BGHZ 152, 298 ; BGH NJW-RR 2005, 1044 ; BGH NJW 2009, 1806 ;… Ellenberger in Palandt, BGB , 74. Aufl., § 203 Rn. 4;… Spindler in Bamberger/Roth, BGB , 3. Aufl., § 203 Rn 7; undifferenziert BGH BauR 2008, 514 ; BGH NJW-RR 2014, 981 ).
Das hiesige Urteil ist, anknüpfend an die dazu zitierten Entscheidungen BGHZ 152, 298 ; BGH NJW-RR 2005, 1044 und BGH NJW 2009, 1806 , darauf gestützt, dass das "Einschlafen" von Verhandlungen die durch sie ausgelöste Verjährungshemmung nur beendet, wenn der Gläubiger den Zeitpunkt versäumt, zu dem er spätestens auf eine Äußerung des Schuldners hätte antworten müssen.
BGH, 09.12.2011 - V ZR 131/11
Zwangsverwaltung einer Eigentumswohnung: Schuldnerzurechnung von Zahlungen des …
Für ein verjährungsunterbrechendes Anerkenntnis genügt ein tatsächliches Verhalten des Schuldners gegenüber dem Gläubiger, aus dem sich das Bewusstsein von dem Bestehen der Forderung unzweideutig entnehmen lässt und angesichts dessen der Gläubiger darauf vertrauen darf, dass sich der Schuldner nicht auf den Ablauf der Verjährung berufen wird (BGH, Urteil vom 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, 1047 mwN).
OLG Köln, 17.10.2006 - 3 U 55/05
Verjährung, Hemmung, Beweislast
OLG Brandenburg, 19.12.2011 - 12 U 133/10
Arzthaftung in der ehemaligen DDR: Ansprüche der Eltern bei Schädigung eines …
OLG Dresden, 04.07.2018 - 4 U 1836/17
Beginn der Verjährung von Ansprüchen gegen eine private Invaliditätsversicherung
Schadensersatzansprüche aus einem Gutachtervertrag
OLG München, 26.02.2015 - 23 U 2301/14
Bezeichnung "finanzielle" Abfindung in einem Testament - keine Abfindung in …
Berechnung der Verjährung fehlerhaft
OLG München, 15.02.2007 - 29 U 4091/06
OLG Hamm, 10.02.2014 - 31 U 124/13
BGH, 27.03.2008 - IX ZR 185/05
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend die Verjährung einer …
OLG München, 08.08.2016 - 28 U 1483/16
Anerkennung eines Mangels durch Werkunternehmer
OLG Köln, 25.04.2007 - 11 U 136/06
Verjährung bei Einschlafenlassen hemmender Verhandlungen
VG Göttingen, 28.02.2006 - 2 A 61/05
Verjährung von Rundfunkgebührenansprüchen bei Verletzung der Anmeldepflicht
LG Aschaffenburg, 17.11.2014 - 14 O 545/13
Zur Hemmung der Verjährung
LG Gera, 22.06.2007 - 2 O 428/07