Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=23.06.1995&Aktenzeichen=8%20C%2020.93
Timestamp: 2020-02-17 01:30:52
Document Index: 301293763

Matched Legal Cases: ['§ 127', '§ 131', '§ 127', '§ 131', '§ 131', '§ 133', 'Art. 3']

BVerwG, 23.06.1995 - 8 C 20.93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,917
BVerwG, 23.06.1995 - 8 C 20.93 (https://dejure.org/1995,917)
BVerwG, Entscheidung vom 23.06.1995 - 8 C 20.93 (https://dejure.org/1995,917)
BVerwG, Entscheidung vom 23. Juni 1995 - 8 C 20.93 (https://dejure.org/1995,917)
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Erschließungsbeitrag, § 127 Abs. 2 Nr. 5 BauGB
§§ 131 Abs. 1 Satz 1, 127 Abs. 2 Nr. 5 BauGB
Lärmschutzanlage - Erschlossensein - Schallpegelminderung von mindestens 3 dB(A) - Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen Erschließungsbeitragspflichten
BauGB § 127 Abs. 2 Nr. 5, § 131 Abs. 1 S. 1
Erschließungsbeitragsrecht; Erschlossensein durch eine Lärmschutzanlage
Wie werden Erschließungskosten für Lärmschutzanlage umgelegt? (IBR 1996, 165)
BVerwGE 99, 18
NJW 1996, 2386 (Ls.)
DVBl 1995, 1136
DÖV 1996, 32
BauR 1995, 826
ZfBR 1996, 47
vgl. BVerwG, Urteile vom 19. August 1988 - 8 C 51.87 -,DVBl 1988, 1162 und vom 23. Juni 1995 - 8 C 20.93 -, DVBl 1995, 1136.
vgl. BVerwG, Urteil vom 23. Juni 1995 - 8 C 20.93 -, a.a.O.
So ausdrücklich BVerwG, Urteil vom 23. Juni 1995 - 8 C 20.93 -, a.a.O.
Dieser Vorteil wächst in dem nach objektiven Kriterien zu ermittelnden Umfang den durch die Lärmschutzwand geschützten Vollgeschossen zu, unabhängig vom Zeitpunkt der Errichtung der Gebäude und unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Baugebiet (BVerwG, U.v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18/21, 22;… BayVGH, B.v. 4.8.2004 - 6 ZB 03.2126 - juris Rn. 7).
Die Lärmschutzanlage wirkt sich demnach für eine Mehrzahl von Grundstücken innerhalb des Baugebietes "Auf der Eben II" und Teile des Baugebietes "Auf der Eben" merkbar lärmmindernd aus (vgl. BVerwG, U.v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18/22).
Das hat zur Folge, daß den Abgabengläubiger die materielle Beweislast trifft (vgl. Urteil vom 23. Juni 1995 - BVerwG 8 C 20.93 - Buchholz 406.11 § 131 BauGB Nr. 98 S. 45 [46] m.w.N.).
Die Anlage wirkt sich demnach nicht nur für einzelne, sondern für eine Mehrzahl von Grundstücken innerhalb des Baugebiets "S." merkbar lärmmindernd aus, so dass die Antragsgegnerin von der Erforderlichkeit der Lärmschutzanlage ausgehen darf (vgl. BVerwG, U. v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18/22;… BayVGH, U. v. 11.3.2015 - 6 BV 14.280 - BayVBl 2015, 525 Rn. 32).
Dieser Vorteil wächst in dem nach objektiven Kriterien zu ermittelnden Umfang den durch die Lärmschutzwand geschützten Vollgeschossen zu, unabhängig vom Zeitpunkt der Errichtung der Gebäude und unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Baugebiet (BVerwG, U. v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18/21, 22;… BayVGH, BayVGH, U. v.11.3.2015 - 6 BV 14.280 - BayVBl 2015, 525 Rn. 21;… B. v. 4.8.2004 - 6 ZB 03.2126 - juris Rn. 7).
Nach den allgemeinen Erkenntnissen der Akustik muss eine Schallpegelminderung mindestens 3 dB(A) betragen, um als in diesem Sinne merkbar angesehen werden zu können, da eine geringere Schallpegeldifferenz nach diesen Erkenntnissen kaum wahrgenommen werden kann (…ständige Rechtsprechung, vgl. u. a. BVerwG, Urt. v. 19.8.1988 - 8 C 51.87 - BVerwGE 80, 99 und Urt. v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18).
Diese Würdigung entspricht - sofern eine derartige Schallpegelminderung in dem insoweit maßgeblichen Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen Erschließungsbeitragspflichten (§ 133 Abs. 2 BauGB) gegeben sein sollte - der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteile vom 19. August 1988 - BVerwG 8 C 51.87 - BVerwGE 80, 99 (101 f. [BVerwG 19.08.1988 - 8 C 51/87] )…, vom 13. August 1993 - BVerwG 8 C 36.91 - a.a.O., S. 94, und vom 23. Juni 1995 - BVerwG 8 C 20.93 - Abdruck S. 5 ff.).
Das steht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (u. a. Urt. v. 23.6.1995 - 8 C 20.93 - BVerwGE 99, 18;… Urt. v. 19.8.1988 - 8 C 51.87 - BVerwGE 80, 99) und des Senats, wonach der durch Lärmschutzanlagen vermittelte erschließungsbeitragsrechtlich relevante Sondervorteil in dem durch eine solche Anlage bewirkten Schutz besteht, nämlich in der Verminderung von Lärm, der die Ausnutzbarkeit der betroffenen Grundstücke negativ beeinflusst.
Denn Art. 3 Abs. 1 GG gewährt keinen Anspruch auf Gleichheit im Unrecht (vgl. dazu Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 26. Februar 1993 - 8 C 20/93 - m.w.N.; zitiert nach Juris).
Für die Erschließungslast der Ag. ist es aber ohne Belang, ob es sich um ein beplantes oder ein unbeplantes Gebiet handelt (BVerwGE 80, 99 = NVwZ 1989, 566; BVerwG, DVBl. 1995, 1136).