Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201951,%20324
Timestamp: 2019-11-23 01:28:50
Document Index: 213178032

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', 'BGH', '§ 60', 'BGH', '§ 60', '§ 47', 'BGH', '§ 60', '§ 60', 'BGH', 'BGH', '§ 60', '§ 47', 'BGH', '§ 60', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 175', 'BGH', '§ 60', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.01.1951 - 3 StR 29/50 - dejure.org
BGH, 30.01.1951 - 3 StR 29/50
https://dejure.org/1951,1210
BGH, 30.01.1951 - 3 StR 29/50 (https://dejure.org/1951,1210)
BGH, Entscheidung vom 30.01.1951 - 3 StR 29/50 (https://dejure.org/1951,1210)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 1951 - 3 StR 29/50 (https://dejure.org/1951,1210)
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NJW 1951, 324
Das bloße Kennen einer Tat oder ihr Geschehenlassen kann aber nur dann als Tatbeteiligung gewertet werden, wenn eine Rechtspflicht zur Verhinderung der Tat bestand (vgl. BGH NJW 1951, 324; StV 1982, 342 für den Beteiligungsverdacht im Sinne des § 60 Nr. 2 StPO).
Es ist darunter jede strafbare Mitwirkung an dem fraglichen Hergang zu verstehen (vgl BGH NJW 1951, 324 Nr. 24).
Der Begriff der "Beteiligung an der Tat" im Sinne des § 60 Ziff 3 StPO ist jedoch nach ständiger Rechtsprechung weiter (BGH NJW 1951, 324 24 ).
Es ist zwar richtig, daß unter den Begriff der "Beteiligung" im Sinne des § 60 Nr. 3 StPO nicht bloß die Teilnahme im eigentlichen Sinne (§§ 47 ff StGB), sondern jede strafbare Mitwirkung an dem abzuurteilenden Vorgange zu verstehen ist (u.a. BGH NJW 1951, 324 Nr. 24 und LM Nr. 4 zu § 60 Nr. 3 StPO) und daß bei einem bestehenden - auch entfernten - Teilnahmeverdacht von der Vereidigung des Zeugen abgesehen werden muß .
Voraussetzung für die Anwendung der Vorschrift ist vielmehr stets der Verdacht einer strafbaren Beteiligung und zwar einer Beteiligung an der dem Angeklagten vorgeworfenen Tat in einer der in § 60 Nr. 2 StPO bezeichneten Formen (BGHSt 4, 368; BGH NJW 1951, 324; 1952, 1102, 1103).
Das Landgericht hat hier offenbar übersehen, daß der Begriff der Teilnahme im Sinne des § 60 Nr. 3 StPO nicht auf die Teilnahmeformen der §§ 47 ff StGB beschränkt ist, sondern jede Art strafbarer Mitwirkung an der Tat des Angeklagten umfaßt (BGH NJW 51, 324 Nr. 24).
Ein solcher Verdacht rechtfertigte aber bereits seine Nichtvereidigung aus § 60 Nr. 3 StPO (BGH in NJW 1951, 324; RGSt 64, 296, 298).
Dem Erfordernis der Mitwirkung in derselben Richtung (vgl. BGH NJW 1951, 324 Nr. 24; BGH, Urteil vom 5. Mai 1964 - 1 StR 115/64 -) ist dadurch genügt, daß der Zeuge nach den Feststellungen nicht nur Verletzter ist, sondern sich selbst in strafbarer Weise - nach § 175 StGB - betätigt hat.
Beteiligt ist jeder, der in strafbarer Weise bei dem Vorgang und in der gleichen Richtung wie der Beschuldigte mitgewirkt hat (BGH NJW 1951, 324 24 und 1952, 1102 20 ).
Da er hiernach an dem Gesamtgeschehen nicht, wie § 60 Nr. 3 StPO voraussetzt, in strafbarer Weise beteiligt ist, hat ihn das Schwurgericht zu Recht vereidigt (RGSt 56, 149 f; 64, 377; BGHSt 4, 131, 255 f [BGH 23.04.1953 - 4 StR 635/52]; NJW 1951, 324 Nr. 24).
BGH, 07.05.1954 - 2 StR 114/54
BGH, 29.01.1953 - 3 StR 912/51
BGH, 23.10.1952 - 5 StR 306/52