Source: https://www.yourxpert.de/antwort/grunderwerbsteuer.b5573.html
Timestamp: 2018-04-20 18:37:58
Document Index: 59377347

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 6']

30.11.2016 | Preis: 76 € | Immobilienbesteuerung
Ich gründe mit meiner Frau eine GbR. Ich bin zu 6 % beteiligt, meine Frau zu 94 %. Im nächsten Schritt wird ein Grundstück gekauft. Daraus werden 12 Jahre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Nach 12 Jahren verkauft meine Frau Ihren GbR-Anteil (=94%) an eine GmbH, an der ich zu 100% beteiligt bin.
Entsteht Grunderwerbsteuer durch den Verkauf des GbR-Anteils an die GmbH? (Meinen 6%-Anteil erhält die GmbH nicht!)
nach den mir vorgelegtem Sachverhalt kann ich den Fall folgt beantworten. Dies ist nur überschlägig möglich und evt. Sonderkonstellationen und Spezialfälle, die außerhalb Ihrer Frage bestehen können, werden nicht angesprochen. Die Antwort wird nur im Rahmen von myExpert gegeben und sollte bei tatsächlicher Durchführung mit dem Steuerberater nochmals angesprochen werden.
Eine GbR wird gegründet mit dem Zweck ein Grundstück zu halten und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gem. § 21 EStG zu erzielen. An der GbR sind F (Frau) mit 94% und M (Mann) mit 6% beteiligt. Die GbR kauft das Grundstück. Nach 12 Jahren wird der GbR-Anteil von F an eine GmbH verkauft. Die GmbH gehört zu 100% M.
Wenn die Anteile der GbR an eine GmbH verkauft werden, veräußert Ihre Frau keine Grundstücksanteile, sondern GbR-Anteile.
Die Veräußerung von Gesellschaftanteilen, deren Übertragung hier einem normalen Handel mit Geschäftsanteilen gleichkommt, unterliegt grundsätzlich nicht der Grunderwerbsteuer.
Aber dazu ein Auszug aus dem Grunderwerbsteuergesetz: § 1
Hier gehen nur 94% der Anteile über, so dass § 1 Abs. 2a auch nicht greift und der Tatbestand grunderwerbsteuerfrei bleibt.
Nun bleibt noch der § 1 Abs. 3 und Abs. 3a GrEStG zu prüfen:
Durch das 2014 neu eingeführte AmtshilfeRLUmsG mit dem neu eingeführten § 1 Abs. 3a GrEStG ist die lang angekündigte Einschränkung von RETT-Blockern (vom engl. „Real Estate Transfer Tax” für Grunderwerbsteuer) vollzogen worden, die auf allen Ebenen greift.
Aufgrund der Neuregelung werden solche Gestaltungen wie die Ihre nunmehr weitgehend der Grunderwerbsteuer unterworfen. Der Wortlaut von § 1 Abs. 3a GrEStG stellt auf eine „wirtschaftliche Beteiligung“ von mindestens 95 Prozent ab. Dabei werden sämtliche Beteiligungsstränge rein rechnerisch betrachtet (d.h. die Beteiligungsprozentsätze durchmultipliziert und addiert) und nicht mehr nur an den einzelnen Gesellschaftsebenen orientiert. Der unterschiedliche Anteilsbegriff bei Kapital- und Personengesellschaften ist hierbei nicht mehr maßgeblich.
Das bedeutet, dass Ihre 6% auch hinzugerechnet werden aufgrund der wirtschaftlichen Beteiligung in der GmbH. Die Steuerbarkeit nach § 1 Abs. 3a GrEStG zieht aber nicht zwingend volle Grunderwerbsteuer nach sich. Ist der Käufer, d.h. Sie bereits seit mindestens fünf Jahren gesamthänderisch am Vermögen der grundbesitzenden Personengesellschaft mitbeteiligt, ist die wirtschaftliche Anteilsvereinigung gemäß § 6 GrEStG entsprechend seiner in den vorangegangenen fünf Jahren bestehenden Beteiligungsquote steuerbefreit. In Ihrem Fall kann ein Anteilserwerb also zu 94% grunderwerbsteuerfrei erfolgen. Die Grunderwerbsteuerbelastung wäre damit auf 6 Prozent begrenzt.
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