Source: https://digital.zlb.de/viewer/image/15493651_2015/1/
Timestamp: 2020-04-04 16:01:51
Document Index: 254845663

Matched Legal Cases: ['§ 285', '§ 13', '§ 16', '§ 26', '§ 252', '§ 340', '§ 252', '§ 340', '§ 253', '§ 285', '§ 45', '§ 7', '§ 26', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 285']

Geschäftsbericht Issue 2015 - intranda GmbH
Geschäftsbericht / Investitionsbank Berlin
2668305-2
Bericht ; Online-Publikation
urn:nbn:de:kobv:109-1-8133230
Berlin Locations, Architecture, Urban Development, Housing Economy
Seit dem Jahr 1924 widmet sich die Investitionsbank Berlin
bzw. ihre Rechtsvorgänger der Wohnungsbauförderung in
Berlin. Im Jahr 1993 wurde das Aufgabenspektrum auf die
Wirtschaftsförderung erweitert und die zuvor selbstständige
Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) in die Landesbank Berlin
eingegliedert. Seit 2004 agiert die Investitionsbank Berlin
wieder als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts und
befindet sich zu 100 % im Eigentum des Landes Berlin.
Der hier vorliegende Geschäftsbericht dient der schnellen
Orien­tierung unserer Eigentümer, Geschäftspartner und Kun­
den über die wichtigsten Entwicklungen im Geschäftsjahr
2015. Er enthält den Lagebericht und den Jahresabschluss der
Investitionsbank Berlin für das Geschäftsjahr 2015 deshalb
nur in Auszügen. Den gesamten Jahresabschluss finden Sie
im Internet unter http://www.ibb.de/Geschaeftsberichte und
im elektronischen Bundesanzeiger. Der in diesem Geschäfts­
bericht in Auszügen wiedergegebene Jahresabschluss wurde
nach handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Daneben hat
die Investitionsbank Berlin zum 31.12.2015 auch einen Konzern­
abschluss auf Grundlage der International Financial Reporting
Standards (IFRS) gefertigt, der auf den Internetseiten der IBB
An unsere Kunden und Geschäftspartner.................................................................................................................................... 4
Bericht des Verwaltungsrats..................................................................................................................................................................... 6
Wirtschaftsförderung. .................................................................................................................................................................................... 8
Entwicklung der Wirtschaftsförderung 2015................................................................................................................... 9
Die Wirtschaftsförderung 2015 in Zahlen........................................................................................................................ 10
Ausblick: Die Mittelstandsoffensive 2016. ....................................................................................................................... 12
Beteiligungen. ...................................................................................................................................................................................................... 13
IBB Beteiligungsgesellschaft mbH. ......................................................................................................................................... 13
IBB Business Team GmbH................................................................................................................................................................ 14
Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH........................................................................................ 15
Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH. ...................................................................................................................... 15
Berlin Tourismus & Kongress GmbH..................................................................................................................................... 15
Immobilien- und Stadtentwicklung................................................................................................................................................ 16
Entwicklung der Immobilienförderung 2015. ............................................................................................................... 17
Die Immobilienförderung 2015 in Zahlen......................................................................................................................... 18
Ausblick 2016 .............................................................................................................................................................................................. 19
Nachhaltigkeit in der IBB............................................................................................................................................................................ 20
Refinanzierung. ................................................................................................................................................................................................... 21
Personalbericht................................................................................................................................................................................................... 22
Personalstruktur und Personalentwicklung................................................................................................................. 22
Aus- und Weiterbildung................................................................................................................................................................... 23
Dank des Vorstands ............................................................................................................................................................................. 23
Lagebericht (in Auszügen)........................................................................................................................................................................ 24
Grundlagen . ................................................................................................................................................................................................ 24
Unternehmensmodell und Geschäftsstrategie . ....................................................................................................... 25
Steuerungssysteme der Bank ..................................................................................................................................................... 26
Wirtschaftsbericht ............................................................................................................................................................................... 27
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen .............................................................................................................................. 27
Geschäftsverlauf...................................................................................................................................................................................... 29
Lage der Bank . ........................................................................................................................................................................................... 30
Nachtragsbericht. ................................................................................................................................................................................... 36
Prognose- und Chancenbericht................................................................................................................................................. 36
Zusammenfassende Darstellung der Risikolage. ...................................................................................................... 41
Jahresabschluss. ................................................................................................................................................................................................. 42
Bilanz zum 31. Dezember 2015. .................................................................................................................................................... 42
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015.......... 44
Anhang für das Geschäftsjahr 2015 (in Auszügen)............................................................................................................ 46
Allgemeine Angaben. .......................................................................................................................................................................... 46
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.................................................................................................................... 46
Anteilsbesitz der Investitionsbank Berlin gemäß § 285 Nr. 11 HGB............................................................ 48
Organe der Investitionsbank Berlin....................................................................................................................................... 52
Corporate-Governance-Bericht. .......................................................................................................................................................... 54
Organigramm....................................................................................................................................................................................................... 58
Impressum............................................................................................................................................................................................................... 60
Der Trend stimmt, absolut betrachtet hat
Berlin jedoch noch viel aufzuholen: Nach
wie vor rangiert die Hauptstadt hinsichtlich
der relativen Wirtschaftsleistung hinter den
Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Auch
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technolo­
gie und Forschung und der IBB im Herbst 2015
gestarteten Mittelstandsoffen­sive, die nun
auch Erweiterungen und Modifikationen bei
zahlreichen Förderprogrammen ausgelöst
hat. In den Programmen „Transfer BONUS“,
„Berlin Innovativ“ sowie bei der Gemein­
schaftsaufgabe (GRW) wird die Digitalisie­
rung künftig speziell berücksichtigt und mit
„Berlin Mittelstand 4.0“ werden wir ein neues
Programm mit dem Schwerpunkt Digitalisie­
rung auflegen. Wir unterstützen dabei so­
wohl die Unternehmen der Digitalwirtschaft
bei der Realisierung ihrer Geschäftsmodelle
als auch die Berliner mittelständischen Un­
ternehmen in der Breite bei der digitalen Mo­
dernisierung ihrer Verfahren und Prozesse. Es
ist erklärtes Ziel dieser Initiative, die Digita­
lisierung des Berliner Mittelstands erheblich
Durch die grundlegende Modernisierung der
Berliner Wirtschaft in den letzten Jahrzehn­
ten und eine damit deutlich gestiegene inter­
nationale Wettbewerbsfähigkeit hat Berlin
beste Voraussetzungen, den Wachstums­k urs
fortzusetzen. Berlin muss den Moderni­
sierungspfad weiter verfolgen und sich den
Herausforderungen der Digitalisierung stel­
len. Hier liegt der Schwerpunkt der von der
Das erfreuliche Wirtschaftswachstum der
letzten Jahre hat auf der anderen Seite dazu
geführt, dass der Druck auf den Wohnungs­
markt immer stärker wurde. In den letzten
fünf Jahren ist die Berliner Bevölkerung um
deutlich mehr als 200.000 Köpfe und da­
mit in der Größenordnung einer Stadt wie
Magdeburg oder Lübeck gewachsen. Der
Markt hat darauf reagiert und sowohl die
das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für die Ber­
liner Wirtschaft, die mit einem Wachstum von
2,2 % die Erwartungen übertroffen hat und
erneut stärker wuchs als im Bundesdurch­
schnitt (1,7 %). Auch die positive Entwicklung
des Arbeitsmarktes hielt weiter an: Ende des
Jahres waren in Berlin fast 45.000 Menschen
mehr in Arbeit als ein Jahr zuvor und die Ar­
beitslosigkeit sank im Jahres­durchschnitt auf
rund 195.000 und damit erstmals seit 1991
wieder unter die Marke von 200.000.
die Arbeitslosenquote liegt mit 10,7 % noch
relativ hoch, wobei nicht übersehen werden
darf, dass es in den letzten Jahren gelungen
ist, diese von 19 % im Jahr 2005 nahezu zu
voranzubringen und Berlin auf einem Wachs­
tumsmarkt nachhaltig zu positionieren, auf
dem bis zum Jahr 2030 nach einer Studie un­
serer Volkswirte bis zu 270.000 Arbeitsplätze
in der Hauptstadt neu entstehen könnten.
AN UNSERE KUNDEN UND GESCHÄFTSPARTNER . BERICHT DES VERWALTUNGSRATS . WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG . BETEILIGUNGEN
IMMOBILIEN- UND STADTENTWICKLUNG . NACHHALTIGKEIT . REFINANZIERUNG . PERSONALBERICHT . LAGEBERICHT (IN AUSZÜGEN)
JAHRESABSCHLUSS . ANHANG (IN AUSZÜGEN) . CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT . ORGANIGRAMM
Bau­genehmigungen als auch die Fertigstel­
lungen sind kräftig angestiegen. Ein deut­
liches Wachstum verzeichneten auch die Be­
willigungen im Rahmen des modifizierten IBB
Wohnungsneubaufonds für die Versorgung
breiter Bevölkerungsschichten mit preisgüns­
tigem Wohn­raum, von 100 Wohnungen in
2014 auf 1.000 im Jahr 2015. Angesichts der
nach wie vor stark wachsenden Bevölkerung
müssen diese Zahlen in den nächsten Jahren
aber weiter kräftig gesteigert werden, um
den Bedarf zu decken.
Die Finanzierungszusagen der IBB sind im
Berichtsjahr um gut 30 % auf 1.217 Mio. Euro
gestiegen, wovon rund drei Viertel auf den
Geschäftsbereich Immobilien- und Stadt­
entwicklung und ein Viertel auf die Wirt­
schaftsförderung entfallen. Einem kräfti­
gen Anstieg im Immobilienbereich – allein
für die Neubauförderung wurden nahezu
100  Mio.  Euro mehr eingesetzt als im Vor­
Senatorin für Wirtschaft, Technologie
jahr  – steht dabei ein moderater Rückgang
im Bereich der Wirtschaftsförderung gegen­
über, der im Zusammenhang mit sehr guten
Finanzierungsverhältnissen am Markt und ei­
ner guten Liquiditätsausstattung der mittel­
ständischen Unternehmen zu sehen ist. Sehr
erfreulich ist ein deutlicher Anstieg der Grün­
derförderung um mehr als 60 % von 39 Mio.
Euro im Vorjahr auf 64 Mio. Euro in 2015. Viele
Finanzierungsvorhaben setzen wir gemein­
sam mit weiteren Bankpartnern um. Deshalb
freut es uns sehr, dass unsere Konsortial­
finanzierungen insgesamt um gut 70 % ge­
genüber dem Vorjahr auf rund 280 Mio. Euro
Auf­lösung nicht mehr benötigter Rückstel­
lungen im Gesamtbetrag von 52,6 Mio. Euro
beeinflusst, die zur Eigenkapitalstärkung voll­
ständig thesauriert und der Zweckrücklage
zugeführt werden sollen.
Wir versichern Ihnen, dass das Land Berlin
und die IBB auch künftig alles tun werden,
um Ihnen eine bestmögliche Unterstützung
bei Ihren Projekten und Vorhaben zu ermög­
lichen und wünschen uns eine weiterhin
gute Zusammenarbeit mit Ihnen.
Insgesamt beträgt der Jahresüberschuss für
die IBB 78,5 Mio. Euro. Das Fördergeschäft
bildet hier mit 25,9 Mio. Euro die Grundlage
eines für die IBB erfolgreichen Geschäftsjah­
res 2015. Zusätzlich ist das Jahresergebnis in
2015 einmalig durch Sondereffekte aus der
Die IBB ist eine rechtsfähige Anstalt des
öffentlichen Rechts und das zentrale Förder­
institut des Landes Berlin.
Der Verwaltungsrat hat die ihm per Gesetz,
Satzung und Geschäftsordnung übertrage­
nen Aufgaben wahrgenommen. Die Arbeit
des Verwaltungsrats wurde durch den Risikound Prüfungs-, den Nominierungs- und den
Vergütungskontrollausschuss unterstützt. Die
Ausschüsse haben die im Gesamtgremium
zu behandelnden Themen und Beschlüsse
vorbereitet sowie die nach Geschäftsordnung
zugewiesenen Beschlusskompetenzen ausge­
übt. Der Verwaltungsrat und der Risiko- und
Prüfungsausschuss traten im Berichtsjahr
zu insgesamt vier ordentlichen Sitzungen
zusammen. Der Nominierungs- und der Ver­
gütungskontrollausschuss traten zu vier be­
ziehungsweise zwei Sitzungen zusammen.
Der Vorstand informierte den Verwaltungs­
rat sowie dessen Ausschüsse laufend über
die Entwicklung der Bank sowie über wich­
tige Geschäftsvorfälle. Die regelmäßige
Bericht­erstattung umfasste Berichte zu der
Geschäfts- und Ergebnisentwicklung, der
strategischen Ausrichtung der Bank, der
Risiko­situation, aufsichtsrechtlichen sowie
regulatorischen Entwicklungen und deren
Auswirkungen auf die IBB sowie die Impli­
kationen der Entwicklungen an den Kapital­
märkten auf die Ertrags-, Liquiditäts- und
Risikosituation der Bank. Der Vorstand hat
über die Geschäfts-, Risiko, IT- und Vergü­
tungsstrategie berichtet und diese mit dem
Verwaltungsrat erörtert. Zudem wurden die
Berichte zur Tätigkeit der Revision und der
Compliance sowie der Vergütungsbericht für
das Geschäftsjahr 2014 vorgelegt.
Weitere Schwerpunkte der Tätigkeit des Ver­
waltungsrats und seiner Ausschüsse waren
die intensive Erörterung der Ertragslage der
Bank im Niedrigzinsumfeld und deren Aus­
wirkungen für die Mittelfristplanung, die
nachhaltige Eigenkapitalausstattung vor
dem Hintergrund steigender regulatorischer
Anforderungen, die Weiterentwicklung des
Produktportfolios, die Begleitung der Bank
bei größeren Finanzierungstransaktionen,
die Prüfung des Jahres- und des Konzern­
abschlusses sowie abschießend die Sozial­ver­
sicherungsangelegenheiten ehemaliger Vor­
Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichte­
ten dem Verwaltungsrat jeweils regelmäßig
über die Ergebnisse ihrer Beratungen. Im Be­
richtszeitraum hat ein Mitglied des Verwal­
tungsrates zu einem Sachverhalt einen Inte­
ressenkonflikt offen gelegt. Das Mitglied des
Verwaltungsrates hat, sofern der Sachverhalt
im Verwaltungsrat erörtert worden ist, nicht
an der Erörterung teilgenommen.
Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschafts­
prüfungsgesellschaft, Berlin, nahm die ge­
setzlich vorgeschriebene Abschlussprüfung
für das Geschäftsjahr 2015 vor. Im Ergebnis
der Prüfung wurde der uneingeschränkte Be­
stätigungsvermerk erteilt.
Der Verwaltungsrat nahm das Ergebnis der
Abschlussprüfung nach Erläuterung durch
den Abschlussprüfer in seiner Sitzung am
18. März 2016 zur Kenntnis. Einwände ge­
gen den vom Vorstand aufgestellten Jahres­
abschluss der IBB wurden durch das Gremium
nicht erhoben. Der Verwaltungsrat stellte den
Jahresabschluss der Bank für das Geschäftsjahr
2015 fest und billigte den Konzernabschluss.
verfahren werden. Der Restbetrag in Höhe
von 6.471.654,25 Euro (25 %) soll an das Land
Berlin ausgeschüttet werden.
Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand so­
wie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der IBB für ihre erfolgreiche Arbeit und den
persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2015.
Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr
2015 beträgt nach Abzug des Berlin-Beitrags
der IBB 78.507.646,64 Euro. Über die Verwen­
dung des Bilanzgewinns beschließt gemäß
§ 13 Abs. 2 Ziffer 1 des IBB-Gesetzes i. V. m.
§ 16 Abs. 2 Ziffer 1 der Satzung der IBB der
Senat von Berlin. Der Verwaltungsrat schlägt
dem Gesellschafter vor, für den Anteil von
52.621.029,65 Euro, der sich aus der Anpas­
sung der Zuwendungsverträge für bedingt
rückzahlbare Zuschüsse für die VC Fonds
begründet, eine vollständige Thesaurierung
und Zuführung zur Zweckrücklage der IBB
vorzusehen. Für den verbleibenden Betrag
von 25.886.616,99 Euro, soll ebenso für den
Betrag in Höhe von 19.414.962,74 Euro (75 %)
Das Jahr 2015 brachte für Berlin mit 2,2 % ein
solides Wirtschaftswachstum auf Vorjahres­
niveau. Das gesamte Jahr war durch eine
hohe Liquidität der Unternehmen, durch die
europäische Niedrigzinspolitik und sehr gute
Kreditkonditionen am Markt gekennzeichnet,
was sich dämpfend auf die Nachfrage nach
Fördermitteln auswirkte.
Mit Finanzierungszusagen in Höhe von 288,8
Mio. Euro liegt das Förderergebnis 2015 um
rund 12 % unter dem Vorjahreswert. Wäh­
rend das Kreditvolumen um gut 10 % zuleg­
te ist dieser Rückgang ausschließlich auf die
Zuschussförderung zurückzuführen, wo wir
bei den GRW-Investitionszuschüssen wegen
des Auslaufens der bisherigen Förderbestim­
mungen im Vorjahr eine Sonderkonjunktur
erlebten und ein Rekordergebnis verzeich­
neten. Dagegen ist die Anzahl der Finanzie­
rungszusagen gegenüber dem Vorjahr um
gut 10 % von 944 auf 1.041 gestiegen. Wäh­
rend im Vorjahr gut 348 Tsd. Euro auf eine
Finanzierungszusage entfielen, waren dies
in 2015 lediglich rund 277 Tsd. Euro. Dies
ist sowohl auf eine größere Bedeutung der
kleinteiligeren Gründerprogramme zurück­
zuführen, als auch auf kleinere durchschnitt­
liche Finanzie­r ungszusagen etwa beim GRWProgramm.
Finanzierungszusagen in der Wirtschaftsförderung, 2006 – 2015
(ohne Globaldarlehen und Sonderfinanzierungen)
Die Wirtschaftsförderung 2015 in Zahlen
D, B, B
Clusteranteil (IBB-Förderung)
Clusteranteil in %
Gründeranteil (IBB-Förderung)
Gründeranteil in %
Gemeinschaftsausgabe (GRW)
KMU-Fonds Mikrokredite bis 25 Tsd. Euro
Zwischenfinanzierung Film
Summe IBB
(Erläuterung: D, B, B = Darlehen, Beteiligungen, Bürgschaften)
Mit 64,0 Mio. Euro wurden in diesem Jahr
deutlich höhere Finanzierungszusagen für
Gründungsvorhaben ausgesprochen als im
Vorjahr (39,4 Mio. Euro). Der Gründeranteil
stieg damit von 12 % im Vorjahr auf 22 % im
Berichtsjahr. Bezogen auf die Anzahl der Fi­
nanzierungszusagen betrug der Gründer­
anteil sogar 39 %. Rechnet man die IBB
Beteiligungsgesellschaft dazu, deren Betei­
ligungen ausschließlich im Bereich der Un­
ternehmensgründung erfolgen, stiegen die
Finanzierungszusagen sogar auf 81,3 Mio.
Euro und der Gründeranteil an den Finanzie­
rungszusagen auf fast 27 %.
Die IBB Business Team GmbH
Finanzierungszusagen für
Fast 15.000 Arbeitsplätze
durch IBB-Förderung
Die direkten Arbeitsplatzeffekte der IBB-För­
derung lagen in 2015 bei rund 9.500 Arbeits­
plätzen, die erhalten oder neu geschaffen
werden konnten. Rechnet man die sekundä­ren
Beschäftigungseffekte in vor- und nachgela­
gerten Wertschöpfungsbereichen dazu, erge­
ben sich rund 15.000 Arbeitsplätze. Durch die
Finanzierungszusagen der IBB wurden im Be­
richtsjahr Investitionen in Höhe von knapp 2,4
Mrd. Euro angeschoben, was zu einer Steige­
rung des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 Mrd.
Euro im Zeitraum bis 2017 führt.
Eine besonders große Bedeutung hatte die
Gründungsfinanzierung in einigen Clustern,
die zum Teil auf Gründungsanteile an den
Finanzierungszusagen von mehr als 50 % ka­
men. Im Durchschnitt ergab sich in den Clus­
tern ein Gründungsanteil von 30 %, während
dieser in den übrigen Bereichen (Breitenför­
derung) nur bei gut 20 % lag.
Finanzierungszusagen für Gründer, 2015*
Berlin-Brandenburg (BPW)
ist der größte regionale Gründerwettbewerb
in Deutschland. Ziel ist die Initiierung quali­
fizierter und nachhaltiger Unternehmens­
gründungen in Berlin und Brandenburg.
In 2015 wurden von 1.019 potenziellen Grün­
derinnen und Gründern insgesamt 451
Geschäftskonzepte eingereicht, von denen
247 Businesspläne und 70 Canvas-Modelle
waren. 134 Pläne entfielen auf den Bereich
„BPW Study“, der Studenten frühzeitig auf
eventuelle spätere Gründungsvorhaben vor­
i k tio
io - u
¬¬ Businessplan-Wettbewerb BerlinBrandenburg (BPW)
¬¬ Coaching BONUS (Coaching bei Internatio­
nalisierung und Unternehmensnachfolge)
¬¬ Transfer BONUS (Förderung von Koope­
rationsprojekten zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft)
¬¬ Deutsche Gründer- und Unternehmertage
Die IBB Business Team GmbH ist eine hundert­
prozentige Tochter der IBB. Bei ihr werden alle
Serviceleistungen rund um die Förderung zu­
sammengefasst. Zu nennen sind hier in erster
Linie die folgenden Angebote:
Gründeranteil in Prozent
* einschließlich IBB Beteiligungsgesellschaft mbH
Aus den Wettbewerben 1996 – 2014 sind
1.762 Unternehmen mit 10.357 Arbeitsplätzen
hervorgegangen, die heute noch bestehen.
Am 4. März 2015 lud Senatorin Cornelia Yzer zum 1. Berliner Wirtschaftsfördertag in die IBB. Fortsetzung folgt.
Ausblick: Die Mittelstandsoffensive 2016
Mit einigen Programmerweiterungen und neuen Programmen wollen wir die Investitionen des
Berliner Mittelstands 2016 noch intensiver fördern und insbesondere Investitionen im Zuge der
Digitalisierung unterstützen:
KMUFonds
Aufstockung des KMU-Fonds um 144 Mio. Euro im Zeitraum 2014 bis
2020. Programmerweiterung auf Investitionen zur Verminderung
von CO2-Emissionen ab Herbst 2016 (Umweltfenster).
Verdoppelung der Darlehenshöchstsumme auf 2 Mio. Euro. Abwick­
lung über die Hausbank mit 70 %iger Haftungsfreistellung aus dem
Juncker-Paket. Start: 1. Hj. 2016
Neuprogramm für Darlehen bis 6 Mio. Euro für Investitionen in Digi­
talisierung und innovative Technologien. Start geplant: 1. Hj.2016
Seit 1. Januar 2016 wird der Bereich Digitalisierung besonders
ge­fördert. Im Rahmen der Standardvariante kann hier einmalig ein
Zuschuss von bis zu 45.000 Euro bewilligt werden.
Erweiterung für Unternehmen im IT-Dienstleistungsbereich im
1 Hj. 2016 geplant.
GRWProgramm
Für einige besondere Förderangebote hat die
IBB Tochtergesellschaften gegründet, die z. B.
Risikokapital-Finanzierungen (IBB Beteili­
gungsgesellschaft mbH) oder Coaching-Un­
terstützung (IBB Business Team GmbH) anbie­
ten. Als Förder- und Strukturbank des Landes
Berlin engagiert sich die IBB darüber hinaus
seit Jahren für Institutionen der Berliner Wirt­
schaftsförderung. Dazu zählen die Berlin Part­
ner für Wirtschaft und Technologie GmbH, die
Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH und
die Berlin Tourismus & Kongress GmbH. Durch
die enge Verknüpfung mit diesen Gesellschaf­
ten können die Möglichkeiten zur Zusammen­
arbeit für die Berliner Wirtschaftsförderung
und den Standort Berlin besser genutzt wer­
den. Insgesamt ist die Investitionsbank Berlin
(IBB) an 11 Unternehmen direkt beteiligt.
Insgesamt hat die IBB Beteiligungsgesell­
schaft seit 1997 Fonds mit einem Volumen
von über 250 Mio. Euro aufgelegt. Mit 100 Mio.
Euro (je 50 % aus EFRE-Mitteln und Mitteln der
IBB) wurden in 2015 die Venture Capital Fonds
der IBB Beteiligungsgesellschaft aufgestockt.
Damit können in den nächsten Jahren noch
mehr Berliner Start-ups finanziert werden.
Die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH wurde
im Jahr 1997 gegründet und geht im Rahmen
mehrerer Fonds offene Kapitalbeteiligun­
gen (Early Stage) an Berliner Technologieun­
ternehmen und an Unternehmen aus dem
Bereich der Kreativwirtschaft ein. Die Ge­
sellschaft ist seit Jahren einer der aktivsten
VC-Investoren Deutschlands und hat maß­
geblich zur Entwicklung Berlins zum erfolg­
reichen Start-up-Standort beigetragen.
Finanzierungsrunden 2015 (davon Erstrunden)
mit 17,3 Millionen Euro
In 2015 wurden 10 neue Beteiligungen einge­
gangen sowie 45 Folgerunden abgeschlossen.
In Erst- und Folgerunden hat die IBB Beteili­
gungsgesellschaft über 17 Mio. Euro investiert.
Daneben haben private Investoren den Startups weitere 110 Mio. Euro bereitgestellt. Auch
eine Reihe erfolgreicher Exits konnte in 2015
Beteiligungskapital 2015 (mit Finanzierungspartnern)
Portfoliounternehmen per 31.12.2015 (Anzahl)
Gesamtumsatz der Portfoliounternehmen 2015
Gesamtzahl der Arbeitsplätze in den Portfoliounternehmen
Gesamtes Beteiligungskapital seit 1997 (mit Finanzierungspartnern)
1.132 Mio. Euro
Zum Jahresende 2015 umfasste das Portfolio der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH
75 Unternehmen.
Das Beteiligungsportfolio der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH (Jahresende 2015)
Mit den Fördermaßnahmen der IBB Business
Team GmbH (IBB BT) unterstützt die IBB Start­
ups, kleinere und mittlere Unternehmen
(KMU) sowie Eigentümer von Wohnimmo­
bilien durch Coaching, Beratung und die
Zuschüsse für betriebswirtschaftliches Coa­
ching und bei Internationalisierung und Unternehmensnachfolge.
Förderung von Kooperationen zwischen KMU
und Wissenschaft. Seit 2016 erweitert auf
Der BPW bietet den Teilnehmern Unterstüt­
zung bei der Entwicklung eines tragfähigen
Geschäftsplans. Er wird gemeinsam mit der
(ILB), den Unternehmensverbänden in Berlin
und Brandenburg e. V. (UVB) und weiteren
Partnern organisiert.
Die deGUT gilt deutschlandweit als Leitmesse
für Gründer sowie junges Unternehmertum
und bietet ein umfassendes Informations- und
Beratungsangebot zu allen Gründungsfragen.
Energieberatung für Effizienz
und Optimierung (ENEO)
ENEO unterstützt Eigentümer von Wohnim­
mobilien bei der energetischen Sanierung
von Wohngebäuden. Durch ENEO werden
insbesondere energetische Gutachten und
Beratung bei der Umsetzung von Modernisie­
rungsmaßnahmen gefördert.
ist die Gesellschaft für Wirtschafts-, Techno­
logieförderung und Stadtmarketing des Lan­
des Berlin. Als Public Private Partnership ste­
hen hinter Berlin Partner für Wirtschaft und
Technologie neben der Investitionsbank Ber­
lin und weiteren Institutionen der Berliner
Wirtschaft auch über 200 Unternehmen, die
sich für ihre Stadt engagieren.
Im Rahmen von 289 Projekten hat Berlin
Partner in 2015 Unternehmen unterstützt,
die insgesamt 6.650 Arbeitsplätze in Ber­
lin realisieren. Dabei werden rund 723 Mio.
Euro investiert. Berlin Partner unterstützt
Unternehmen sowohl bei der Ansiedlung in
Berlin als auch beim Wachstum am Standort.
Zahlreiche Fachexperten bilden mit maßge­
schneiderten Services und einer exzellenten
Vernetzung zur Wissenschaft ein optimales
Angebot, um Innovations-, Ansiedlungs-, Ex­
pansions- und Standortsicherungsprojekte
zum Erfolg zu führen. Zudem verantwortet
Berlin Partner das weltweite Marketing für
die deutsche Hauptstadt, beispielsweise mit
der erfolgreichen „be Berlin“-Kampagne.
organisiert die Filmförderung und das Mar­
keting für den Film- und Medienstandort
Berlin-Brandenburg. So hat die Gesellschaft
dazu beigetragen, dass sich die Hauptstadt­
region in den vergangenen Jahren zur deut­
schen Filmhauptstadt, zu einer bedeutenden
Kreativmetropole und zum Zentrum der
digitalen Gründerszene entwickelt hat.
(visitBerlin)
Die Berlin Tourismus & Kongress GmbH (BTK)
vermarktet Berlin als Tourismusdestination
und Kongressstandort unter der Marke „visit­
Berlin“. Außer der IBB sind das Land Berlin, die
Berliner Hotellerie sowie weitere öffentliche
Institutionen an der BTK beteiligt. In 2015
konnten erstmals mehr als 30 Mio. Übernach­
tungen in Berlin gezählt werden. Der Touris­
mus zählt damit zu den bedeutenden Wirt­
schaftsfaktoren Berlins.
Mehr als 400 Gäste besuchten die Abschlussveranstaltung des Businessplan-Wettbewerbs 2014/2015 am 9. Juli 2015 in der IBB.
Immobilienförderung 2015
Die demografische Entwicklung hält den Ber­
liner Wohnungsmarkt fest im Griff. Vor al­
lem durch die anhaltend hohe Zuwanderung
steigt die Bevölkerungszahl weiter an. In den
letzten fünf Jahren wuchs Berlin um mehr als
200.000 Einwohner und damit in der Grö­
ßenordnung einer Großstadt wie Magdeburg
oder Lübeck. Zusätzlich müssen in absehba­
rer Zeit zehntausende Flüchtlinge ebenfalls
in stabile Wohnsituationen jenseits der Ge­
meinschaftsunterkünfte gebracht werden.
Zwar haben die Baugenehmigungen und Bau­
fertigstellungen in den letzten Jahren kräftig
angezogen, aber die Angebotsausweitung
hält der Nachfrageentwicklung noch nicht
stand, so dass Mieten und Kaufpreise weiter
ansteigen. Insbesondere eine ausreichende
und angemessene Wohnungsversorgung im
unteren Preissegment erfordert weiterhin
das große Engagement aller Beteiligten.
Im Geschäftsbereich Immobilien- und Stadt­
entwicklung ist das Finanzierungsvolumen
2015 gegenüber dem Vorjahr um mehr als
50 % von 591 Mio. Euro auf 928 Mio. Euro an­
gewachsen, wobei mit 650 Mio. Euro rund
70 % auf das Neugeschäft entfielen. Fast
in allen Bereichen wurden die Vorjahreser­
gebnisse übertroffen, wobei an vorderster
Stelle eine Erhöhung der Neubauförderung
um fast 100 Mio. Euro und eine Ausweitung
der Konsortial­finanzierungen um ebenfalls
rund 100 Mio. Euro erwähnenswert sind.
Dabei ist es besonders erfreulich, dass es
in Zusammenarbeit mit unseren privaten
Finanzierungspartnern gelungen ist, auch
größere Vorhaben zu finanzieren. Aber auch
bei der energetischen Gebäudesanierung ver­
zeichnen wir einen erfreulichen Anstieg der
Finanzierungszu­sagen um mehr als 40 % auf
85 Mio. Euro, womit die verfügbaren Mittel
nahezu ausgeschöpft werden konnten.
Die Immobilienförderung 2015 in Zahlen
Finanzierungszusagen in Mio. Euro
IBB Wohnungsneubau (Ergänzungswohnungen)
Konsortialdarlehen und Konsortialavale
Zwischensumme Konsortialgeschäft
Sanierungs- und Strukturdarlehen
Avale (Berlin Infra)
Zwischensumme Sonstiges
Summe Neugeschäft
Zwischensumme Sanierung und Modernisierung
Summe (ohne Sonderfinanzierungen)
Summe (mit Sonderfinanzierungen)
(ohne Sonderfinanzierungen)
der Neubauförderung
„Experimenteller Geschosswohnungsbau“
Nachdem es in 2015 gelungen ist, das Förderziel
von 1.000 Wohnungen beim IBB Wohnungs­
neubaufonds zu erreichen, sollen die Förder­
leistungen in 2016 auf 2.500 und in 2017 auf
3.000 geförderte Wohnungen gesteigert wer­
den, womit dann im Jahr 2017 – das bisherige
Verhältnis von gebundenen und freien Woh­
nungen unterstellt – annähernd 10.000 Woh­
nungen im Rahmen der sozialen Wohnraum­
förderung des Landes Berlin finanziert würden.
Auf Grundlage eines vom Berliner Abgeordne­
tenhaus eingerichteten Sondervermögens im
Volumen von 30 Mio. Euro hat die Senatsver­
waltung für Stadtentwicklung und Umwelt
im Juni 2015 das Projekt „Experimenteller
preiswerter Wohnungsneubau“ gestartet,
das im November 2015 entschieden worden
ist. Von 24  Projekten sind letztlich 9 ausge­
wählt worden, die sehr zeitnah in den Jahren
2016 bis 2018 umgesetzt werden sollen. Ziel
ist vor dem Hintergrund des Mangels an be­
zahlbaren Wohnungen die Schaffung von
600 kostengünstigen Wohnungen, von de­
nen einige über einen Zeitraum von 20 Jahren
mietpreisgebunden bleiben sollen. Vorausset­
zung für die Projektvergabe waren außerdem
generationen­übergreifende Baukonzepte, die
Einführung und Umsetzung der IBB
Im zweiten Halbjahr 2015 wurde die Einfüh­
rung eines zweijährigen Pilotprogrammes
„IBB Familienbaudarlehen“ beschlossen, das
nun umzusetzen ist. Auf Grundlage der aktu­
ellen Marktverhältnisse werden die Förderkon­
ditionen hier noch einmal überprüft und ggf.
angepasst. Ziel des Programmes ist die Förde­
rung des Eigentumserwerbs für Familien mit
Kindern und bis zu einem Nettojahreseinkom­
men von 40.680 Euro bei einem Dreipersonenund 48.960 Euro bei einem Vierpersonenhaus­
halt. Sowohl der Neubau als auch der Erwerb
einer neu geschaffenen Wohnimmobilie kann
über das Programm finanziert werden. Die
Förderung erfolgt durch zinsverbilligte Kredite,
die in der Regel neben einem Baudarlehen der
Hausbank nachrangig vergeben werden.
ein barrierefreies Wohnen ermöglichen. Die
IBB wird das Land in den Jahren 2016 ff. bei der
effizienten Umsetzung des Projektes unter­
Der IBB Wohnungsneubaufonds
Nachdem der Start des IBB Wohnungsneu­
baufonds im Herbst 2014 zunächst verhal­
ten verlief, wurden die Förderrichtlinien
im Juni 2015 modifiziert und bieten nun
deutlich mehr finanzielle Anreize. Es gibt
seither zwei Fördervarianten mit oder ohne
einkommens­orientierte Zuschüsse (EOZ).
Die Basis bilden bei beiden Varianten zins­
lose Darlehen über einen Zeitraum von 20
Jahren, die bis zu 64.000 Euro je Wohnung
(ohne EOZ) bzw. 50.000 Euro (mit EOZ) be­
Es ist so gelungen, die Anzahl der geförder­
ten preisgebundenen Wohnungen von 101
in 2014 auf 1.014 in 2015 zu steigern, wobei
die Variante ohne EOZ etwas stärker nach­
gefragt wurde. Im Zusammenhang mit
den geförderten Wohnungen sind in 2014
insgesamt 260 und in 2015 fast 3.000 Woh­
nungen entstanden, die dem Erhalt und der
Förderung einer sozial ausgewogenen Mie­
terstruktur zugutekommen.
Im Zuge der Programmmodifikation ist es
gelungen, erstmals private Investoren zu ge­
winnen, wobei das Programm jedoch nach
wie vor in erster Linie durch die städtischen
Wohnungsbaugesellschaften getragen wird.
Nachhaltigkeit in der IBB
Nachhaltigkeitsprojekt abgeschlossen
Für die IBB als Förder- und Strukturbank des
Landes Berlin ist die Nachhaltigkeit ein im­
pliziter Bestandteil des Geschäftsmodells.
So spiegelt unser Fördergeschäft unser En­
gagement für die Verbesserung der wirt­
schaftlichen, sozialen und ökologischen
Lebensbedingungen in Berlin wider. Mit un­
seren Programmen in der Wirtschafts- und
Wohnungsbauförderung tragen wir zur
Schaffung von Arbeitsplätzen und preiswer­
tem Wohnraum bei. Auch unterstützen wir
das Erreichen der klima­politischen Ziele des
Landes zur CO2-Reduzierung und leisten vor
dem Hintergrund der alternden Bevölkerung
einen Förderbeitrag zur Schaffung barriere­
freier Wohnungen. Dabei setzen wir an vielen
Stellen revolvierende Fonds ein, die ihrem För­
derzweck langfristig zugutekommen.
Um die an vielen Stellen des Hauses stattfin­
denden Aktivitäten zu bündeln und zu koor­
dinieren und das Thema Nachhaltigkeit in der
Strategie des Hauses zu verankern, hat die
IBB in 2015 ein Nachhaltigkeitsprojekt durch­
geführt, das Ende Februar 2016 erfolgreich
abgeschlossen und in die Linie überführt
worden ist. Als Ergebnis dieses Projektes kann
festgehalten werden, dass es gelungen ist,
die Belegschaft der IBB weitergehend für das
Thema zu motivieren und sensibilisieren, so­
dass es nun auf breite Unterstützung trifft.
Unter der Koordination der Projektleitung
wurde eine Entsprechenserklärung nach
dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex zum
Berichtsstand 2014 erarbeitet und der Status
der IBB zu den vielseitigen Nachhaltigkeits­
themen ermittelt:
de/datenbank/dnk-datenbank.html
Auch wurden die Grundlagen für eine künf­
tige kontinuierliche Nachhaltigkeitsbericht­
erstattung gelegt, mit der wir noch in 2016
beginnen. Als Gemeinschaftsaufgabe von
Belegschaft und Führungskräften wurden
Nachhaltigkeitsleitsätze, die das Leitbild der
IBB im Hinblick auf die Nachhaltigkeit weiter
konkretisieren entwickelt und beschlossen.
Durch diesen Handlungsrahmen will die IBB
nachhaltiges Handeln dauerhaft etablieren
und so eine verantwortungsbewusste Unter­
nehmensführung systematisch absichern.
Alle Aktivitäten, mit denen die IBB eine ökono­
mische, soziale und ökologische Entwicklung
im Unternehmen selbst und in der Gesell­
schaft fördert, werden nach diesen Leitsätzen
strukturiert. Sie dienen als Richtschnur für
das nachhaltige Handeln in der IBB. Sie finden
diese Leitsätze unter: http://www.ibb.de/
nachhaltigkeit.aspx.
Zur Refinanzierung ihrer Förderprogramme
setzt die Investitionsbank Berlin Mittel der
Europäischen Union, der Bundesrepublik
Deutschland und des Landes Berlin ein. Im Be­
richtsjahr wurde neben programmbezogenen
Refinanzierungsmitteln auch ein Globaldarle­
hen der KfW mit einem Finanzierungsrahmen
von 500 Mio. Euro abgeschlossen, das es der
IBB erlaubt, zur Erfüllung ihrer Aufgaben bei
der KfW mittel- und langfristige Refinanzie­
rungsmittel aufzunehmen.
Zur Liquiditätsbeschaffung wurden als weite­
rer Bestandteil der Refinanzierungsaktivitä­
ten der IBB im Berichtsjahr, neben Aktivitäten
auf dem Geldmarkt, Mittelaufnahmen durch
die Emission von Kapitalmarktinstrumenten
mit einem Volumen von 1,3 Mrd. Euro durch­
Personalstruktur und
Die Investitionsbank Berlin hatte am Ende des
Berichtsjahres 370 Mitarbeiterinnen und 256
Mitarbeiter, also insgesamt 626 Beschäftigte.
Nach Jahren des Rückgangs ist die Belegschaft
damit erstmals wieder moderat um 4 Beschäf­
tigte angewachsen. Auf die Beschäftigten ent­
fallen insgesamt 31 Auszubildende, was einer
Quote von 5,0 % entspricht.
Das Durchschnittsalter der IBB-Beschäftigten
lag zum Ende des Jahres 2015 bei rund 45 Jah­
ren, wobei die Mitarbeiter mit 45,4 Jahren nur
unwesentlich älter als die Mitarbeiterinnen
(45,1 Jahre) waren.
Damit ist das Durchschnittsalter der Beleg­
schaft in den letzten 10 Jahren um nahezu
3 Jahre angestiegen. Gleichzeitig verzeichnen
wir einen Anstieg der durchschnittlichen Be­
triebszugehörigkeit, die derzeit bei 19,1 Jahren
Ein Grobkonzept für die strategische Personal­
entwicklung wurde im Jahr 2015 abgeschlos­
sen und geht 2016 in die praktische Umset­
zung. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der
IBB auch vor dem Hintergrund des demogra­
fischen Wandels nachhaltig zu gewährleisten.
Dabei geht es u. a. darum, Fragestellungen,
die sich aus der Altersstruktur ergeben, zu
beantworten und entsprechende Maßnah­
men im Bereich der Nachwuchsförderung, der
Nachfolgeplanung und des Wissenstransfers
Personalstruktur * am 31.12.2015
* ohne Vorstand
56 – 60 Jahren
51 – 55 Jahren
46 – 50 Jahren
41 – 45 Jahren
21 – 30 Jahren
Ein Baustein unserer Personalentwicklung
ist auch die betriebliche Aus- und Weiter­
bildung. Im Jahr 2015 befanden sich 10 an­
gehende Bankkaufleute und 21 Dualstudie­
rende in ihrer Ausbildung bei der IBB. Von den
Dual­studierenden verfolgen insgesamt 13 die
Fachrichtung „Bank“, 6 die Fachrichtung „Im­
mobilienwirtschaft“ und 2 das Studium der
„Informatik“. 12 junge Menschen, darunter
4 Aus­zubildende und 8 Dualstudierende ha­
ben ihre Ausbildung in 2015 aufgenommen.
Insgesamt 10 junge Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter wurden 2015 in ein Arbeitsverhält­
nis übernommen.
Die IBB fördert im Rahmen der Weiterbil­
dung das lebenslange Lernen, um die Kom­
petenzausstattung der Mitarbeiterinnen
und Mit­arbeiter zu sichern und auszubauen.
Das Unternehmen investierte in 2015 durch­
schnittlich 2,86 Weiterbildungstage pro Be­
schäftigten. Männer und Frauen nahmen in
nahezu gleichem Umfang an Weiterbildungs­
maßnahmen teil.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ha­
ben die Veränderungsprozesse in der IBB mit
viel Engagement unterstützt und aktiv zum
Unternehmenserfolg beigetragen. Hierfür be­
Unser Dank gilt auch dem sozialen Engage­
ment, das unsere Mitarbeiterinnen und Mit­
arbeiter im Rahmen verschiedener Projekte
im Jahr 2015 gezeigt haben. Den Beschäftig­
tenvertretungen sagen wir Dank für die stets
Die Investitionsbank Berlin (IBB), Anstalt öffentlichen Rechts, ist die Förderbank des Landes
Berlin. Träger der IBB ist das Land Berlin. Auf der Grundlage des IBB-Gesetzes vom 25.05.2004
unterstützt sie das Land bei der Erfüllung seiner öffentlichen Aufgaben. Die Aufgaben der IBB
fallen unter die Grundsätze der EU-Kommission für die Geschäftstätigkeit von Förderinstituten
(Absprache der Bundesrepublik mit der EU-Kommission vom 27.03.2002, der so genannten
Verständigung II).
Das übergeordnete Unternehmensziel definiert sich durch den gesetzlich verankerten Förder­
auftrag, in dessen Rahmen das Wirtschaftswachstum der Hauptstadt forciert wird, bestehende
Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen, ein Beitrag zur Wohnraumförde­
rung geleistet und das Land bei der Erreichung der Klimaschutzziele unterstützt wird.
Die Bank stellt unter Beachtung der EU-beihilferechtlichen Vorschriften Finanzmittel bereit
bzw. führt Fördermaßnahmen auf den Gebieten der Wirtschafts- und Wohnungsbauförde­
rung, des Klimaschutzes und der Infrastrukturförderung sowie auf weiteren gesetzlich fest­
gelegten Gebieten durch. Dabei agiert sie wettbewerbsneutral in Zusammenarbeit mit den
Geschäftsbanken und Risikokapitalgebern. Sie verfügt über ein breites Förderproduktportfolio
und bietet revolvierende Instrumente in Form von Darlehen, Mezzanine Kapital sowie Betei­
ligungen an. Darüber hinaus bietet sie Zuschussprogramme sowie Beratungsleistungen an.
Die IBB refinanziert sich an den Geld- und Kapitalmärkten und setzt Mittel aus öffentlichen
Haushalten des Landes, des Bundes und der EU ein. Sie verfügt über eine Anstaltslast, eine
Refinanzierungsgarantie des Landes Berlin und eine Privilegierung nach Artikel 116 Abs. 4 CRR
(früherer Solva-O-Status) sowie über ein Institutsrating der Ratingagentur Fitch mit der
bestmöglichen Bonitätsstufe „AAA".
Unternehmensmodell und Geschäftsstrategie
Das übergeordnete Unternehmensziel der IBB definiert sich durch den gesetzlich verankerten
Förderauftrag. Die IBB-Gruppe verfolgt in Umsetzung ihres Förderauftrages das folgende
¬¬ Förderung der Berliner Wirtschaft, von Wohnimmobilien und Klimaschutzmaßnahmen im
Rahmen von revolvierenden Finanzinstrumenten/Darlehen, Mezzaninen Finanzierungen,
Beteiligungen, Bürgschaften und Zuschüssen sowie Beratungsleistungen.
¬¬ Die IBB übernimmt als Dienstleister des Landes Berlin darüber hinaus weitere Aufgaben
¬¬ 	f ür das Land Berlin.
¬¬ Effizientes und kostenbewusstes Management der Darlehensbestände, insbesondere
¬¬ 	aus der Immobilienförderung des Landes Berlin/der IBB.
¬¬ Erwirtschaftung von Erträgen zur Unterstützung der Förderaufgaben, die im Rahmen
¬¬ 	des Berlin-Beitrags mit dem Land jährlich abgestimmt und abgerechnet werden.
¬¬ Grundsatz der Geschäftspolitik ist, dass die Risikotragfähigkeit stets gegeben ist.
In der dokumentierten Geschäftsstrategie ist die langfristig ausgelegte Unternehmenspolitik
für die IBB dargelegt. Um den langfristigen Erfolg der Bank sicherzustellen, ist die Geschäfts­
strategie unter Beachtung der existierenden Rahmenbedingungen sowie der verfügbaren
Ressourcen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Dabei werden unter Berücksichtigung externer
und interner Einflussfaktoren Ziele für die Gesamtbank sowie ihre drei Geschäftsfelder fest­
gelegt und Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele definiert.
Die Geschäftsstrategie setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Im allgemeinen Teil werden
insbesondere die Ziele und Maßnahmen sowie das Governance-Framework der IBB dargelegt.
Ziele sind insbesondere die Erfüllung des Förderauftrags und die nachhaltige Aufstellung der
Bank unter Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten.
Im zweiten Teil werden die Teilstrategien der drei Geschäftsfelder Wirtschaftsförderung,
Immobilien- und Stadtentwicklung sowie Bankbuch behandelt. Im Geschäftsfeld Wirtschafts­
förderung erfolgt die Beratung zu den Wirtschaftsförderprodukten sowie deren Vertrieb. Ziel­
gruppen sind insbesondere Existenzgründer, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie
innovative Unternehmen, die in den Berliner Zukunftsfeldern agieren. Im Geschäftsfeld Immo­
bilien- und Stadtentwicklung erfolgt der Vertrieb der Immobilienförderprodukte im Rahmen
der förderpolitischen Zielsetzung des Landes. Zielgruppen sind insbesondere städtische und
private Wohnungsgesellschaften, Wohnungsgenossenschaften, Privatinvestoren, Eigenheim­
besitzer, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Geschäftsbanken. Das Geschäftsfeld
Bankbuch dient der Erfüllung der Förderaufgaben der IBB, indem es für das Management der
Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiken des Fördergeschäfts zuständig ist. Darüber hinaus hat
das Bankbuch ein angemessenes Liquiditätsportfolio zur Aufrechterhaltung der Liquidität der
Bank sowie zur Einhaltung aufsichtsrechtlicher Kennziffern ergebnisorientiert zu managen.
Inhalt des dritten Teils sind die Funktionalstrategien für die Betriebsorganisation, das
Personal­management sowie die Unternehmenskommunikation.
Die Risikostrategie sowie die IT-Strategie sind in separaten Dokumenten fixiert. Die Risiko­
strategie gibt die risikoseitigen Leitplanken für die Umsetzung der Geschäftsstrategie vor,
indem sie den Handlungsrahmen definiert, wie Risiken zu steuern sind. Im Rahmen der
IT-Strategie wird das Ziel verfolgt, auch im Zeitalter der Digitalisierung den Förderauftrag
(kosten-)effizient und sicher zu erfüllen.
Organe der IBB sind der Vorstand sowie der Verwaltungsrat. Die IBB verfügt des Weiteren über
einen Beirat. Die IBB gliedert sich in vier Unternehmensbereiche, durch welche die Trennung
von Markt und Marktfolge gewährleistet ist. Der Vorstand führt die Geschäfte der IBB in
eigener Verantwortung nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung, der vom Verwaltungsrat
beschlossenen Richtlinien sowie der für ihn geltenden Geschäftsordnung.
Steuerungssysteme der Bank
Die Steuerung der Bank erfolgt nach bank- und betriebswirtschaftlich üblichen Steuerungs­
konzepten und -methoden. In Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit steht für die IBB die nach­
haltige Unterstützung des Landes Berlin bei struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben
Als wesentliche Rahmenbedingung für die Steuerung ist die dauerhafte und nachhaltige
Stärkung des Eigenkapitals der Bank festgelegt. Die IBB definiert diesen Wert als bilanzielles
Eigenkapital in all seinen Komponenten zuzüglich seiner Vorsorgereserven.
Als erfolgsorientierte Steuerungsgrößen bzw. finanzielle Leistungsindikatoren der IBB
dienen dabei insbesondere:
das Neugeschäftsvolumen
die Förder-Cost-Income-Ratio
Dem öffentlichen Förderauftrag folgend ist das Neugeschäftsvolumen in den Geschäfts­
feldern Immobilien- und Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung eine wesentliche
Kenngröße. Zur Steuerung der zukünftigen strategischen Wachstumsschritte im Förder­
geschäft ermittelt die Bank das Neugeschäftsvolumen gegliedert nach Förderprogrammen.
Das Neugeschäftsvolumen beinhaltet in erster Linie alle ausgesprochenen Neuzusagen
und wird durch Anschluss- und Umfinanzierungen sowie Ergänzungsfinanzierungen in
bestehenden Förderengagements ergänzt.
Das wirtschaftliche Ergebnis ermittelt sich aus dem Jahresergebnis zuzüglich des BerlinBeitrages. Im Berlin-Beitrag werden die für die Bank wirtschaftlich defizitären Förderaktivi­
täten abgebildet, die sie auf Wunsch des Landes Berlin durchführt. Die Steuerung des wirt­
schaftlichen Ergebnisses erfolgt auf Gesamtbankebene. Dabei ist die Tätigkeit der IBB primär
Die Förder-Cost-Income-Ratio, unter Berücksichtigung des Berlin-Beitrages, ermittelt sich
aus dem Quotienten aus operativen Erträgen und den Verwaltungsaufwendungen. Dabei
beinhalten die operativen Erträge außer dem Zins- und Provisionsüberschuss das sonstige
betriebliche Ergebnis inkl. der Berücksichtigung des Berlin-Beitrages.
Außer dem ökonomischen Kapital, das als maßgebliche Risikosteuerungsgröße im Rahmen
der Risikotragfähigkeitsrechnung von Bedeutung ist, dient die in 2015 neu aufgenommene
Gesamt­kapitalquote, berechnet nach den Vorgaben der Capital Requirements Regulation
(CRR) als Quotient von haftendem Eigenkapital und der Summe der Risikoaktiva, als weitere
wesentliche Steuerungsgröße der IBB. In 2014 wurde die Kernkapitalquote zugrunde gelegt.
Für alle Kennzahlen gibt es Planwerte, die im Rahmen der Gesamtbanksteuerung regelmäßig
Plan-Ist-Vergleichen unterzogen werden, sowie Szenario- und Prognoserechnungen, um
entsprechende Steuerungsimpulse setzen zu können.
Außer den finanziellen Leistungsindikatoren definiert die IBB als nichtfinanziellen Leistungs­
indikator die qualitative Entwicklung ihrer Mitarbeiter. Dabei sind für den Geschäftserfolg der
Bank die Leistungen aller Mitarbeiter wesentlich. Hier unterstützt die Bank ihre Mitarbeiter
durch vielfältige Personalentwicklungsmaßnahmen.
Neue Entwicklungen wie die immer komplexere Bankenregulation sowie der demografische
Wandel erfordern auch personell eine hohe Flexibilität. Daher investiert die Bank im Rahmen
eines jährlichen Weiterbildungsprogramms in die kontinuierliche Förderung und Entwicklung
ihrer Beschäftigten und qualifiziert diese für künftige Herausforderungen.
Wie in den vergangenen Jahren wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch systematisch
abgeleitete Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen qualifiziert. Außer fachlichen
und methodischen Themen wurden auch persönliche und soziale Kompetenzen der Mitarbeite­
rinnen und Mitarbeiter gestärkt. Die Beschäftigten der IBB nahmen hierbei sowohl an Qualifizie­
rungsmaßnahmen bei externen Anbietern als auch an intern entwickelten Spezialprogrammen
teil. Rechtlich relevante Themen wurden u. a. über spezielle CBT-Programme abgebildet. Im Durch­
schnitt investierten die Beschäftigten jeweils rund 2,5 Tage in (seminarbasierte) Weiterbildung.
In Ergänzung dazu lag im Berichtsjahr aufgrund verschiedener organisatorischer Verände­
rungen ein Schwerpunkt auf Maßnahmen der begleitenden Organisationsentwicklung sowie
Die Weltproduktion expandierte 2015 in einem nur mäßigen Tempo. Allerdings gab es große
regionale Unterschiede in der konjunkturellen Entwicklung. So konnte die US-Wirtschaft die
Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise weitgehend überwinden. Im Euro­
raum setzte sich die Erholung dagegen in einem eher moderaten Tempo fort. Im günstigen
Umfeld gesunkener Energiekosten, niedriger Zinsen und eines schwachen Euro expandierte
die Produktion zu langsam. In den großen Schwellenländern hat sich die Wirtschaftslage im
Jahr 2015 nochmals verschlechtert. Insbesondere in China häuften sich Anzeichen für eine Ver­
schärfung der Probleme. Der dortige Strukturwandel belastet wichtige Wirtschaftsbereiche
wie Bauwirtschaft, Industrie und Außenhandel. Die russische Wirtschaft hatte mit den Folgen
der Wirtschaftssanktionen zu kämpfen und Brasilien mit innenpolitischen Problemen. Beide
Volkswirtschaften sind zudem vom Verfall der Ölpreise betroffen und befinden sich nach wie
vor in einer tiefen Rezession. Die deutsche Wirtschaft folgte 2015 einem Wachstumspfad, der
vor allem von der Binnennachfrage getragen wurde. Treibende Faktoren waren die günstige
Arbeitsmarktlage und die kräftigen Zuwächse der verfügbaren Einkommen. Insgesamt ging es
mit der deutschen Wirtschaft stetig aufwärts. Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes
von 1,7 % blieb eine sehr kräftige Entwicklung jedoch aus. Gleichwohl setzte sich der Beschäfti­
gungszuwachs unvermindert fort.
In Berlin blieb der wirtschaftliche Schwung auch 2015 erhalten. So dürfte das Bruttoinlands­
produkt mit voraussichtlich 2,2 % erneut stärker als der Bundesdurchschnitt gewachsen sein.
Allerdings verlief die Entwicklung etwas wechselhafter als im Vorjahr. Unwägbarkeiten im
Zusammenhang mit der finanzpolitischen Situation im Euroraum, geopolitische Krisen im
Nahen Osten und Sorgen über die Entwicklung wichtiger Schwellenländer wirkten zeitweilig
auch auf die Berliner Wirtschaft dämpfend. Hier ist außer der schleppenden konjunkturellen
Entwicklung in China insbesondere der Konflikt Russlands mit seinen Nachbarn zu nennen.
Der Berliner Arbeitsmarkt profitierte 2015 wieder stark vom expandierenden Dienstleistungs­
bereich. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm in Berlin um knapp
42.000 (+ 3,3 %) mit einem deutlich über dem Bundestrend liegenden Tempo zu (+ 2,0 %).
Die Zahl der Arbeitslosen lag im Jahresdurchschnitt 2015 mit knapp 195.000 deutlich unter
dem Vorjahreswert (– 4 ,0 %).
Der Konsum profitierte in Berlin auch 2015 von der dynamischen Bevölkerungsentwicklung,
der stark wachsenden Erwerbstätigkeit und den steigenden Einkommen. Hinzu kommt der
im vergangenen Jahr erneut stark wachsende Berlintourismus. Die Besucher der deutschen
Hauptstadt erwiesen sich erneut als eine starke Stütze der Konjunktur. Vor allem im Berliner
Handel und im Gastgewerbe sorgten die zahlreichen Berlinbesucher für kräftig steigende Um­
sätze. Im Jahr 2015 setzten Handel und Gastgewerbe deutlich mehr als im Vorjahr um. Vor allem
der Handel legte in der Hauptstadt mehr als doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt zu.
Sehr gute Umsatzergebnisse erzielten 2015 auch die unternehmensnahen Dienstleistungen.
Insbesondere der für Berlin wichtige Bereich Verkehr hat sich gut entwickelt. Einen großen
Anteil daran haben die Post und die Kurierdienste. Aber auch die Wach- und Sicherheitsdienste
konnten im Zuge der Flüchtlingsbewegung stark zulegen. Hochwertige Stellen wurden 2015
überwiegend im Bereich Informationsdienstleistungen geschaffen. Dieser für Berlin impuls­
gebende Bereich wächst seit Jahren überdurchschnittlich stark.
Positive Konjunkturimpulse kamen 2015 auch von der Berliner Industrie. So verzeichneten die
Unternehmen im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge eine robuste Umsatzsteigerung.
Dabei legte das Inlandsgeschäft überproportional zu. Allerdings ist der Ausblick für die
Berliner Industrie nicht ganz so optimistisch, denn das Volumen der Auftragseingänge lag
im vergangenen Jahr spürbar unter dem Vorjahresniveau.
Die Berliner Exporte stiegen im vergangenen Jahr – ungeachtet des mäßigen Tempos der
weltwirtschaftlichen Expansion – vor allem aufgrund der dynamischen Nachfrage aus den
USA und dem Nahen Osten. Wesentlichen Anteil daran hatte die Abwertung des Euro. Für
das Jahr 2016 muss allerdings mit einer leicht schwächeren Außenhandelsdynamik gerechnet
werden. Zwar stützt nach wie vor der günstige Eurokurs auch die Berliner Exporte. Risiken
bestehen jedoch aufgrund der Unsicherheit in vielen Schwellenländern und der bereits seit
Monaten stark rückläufigen Industriebestellungen.
Die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen lag 2015 erneut über dem Ergebnis des
Vorjahres. Insbesondere die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen aus Baumaßnahmen
an bestehenden Gebäuden, z. B. Dachgeschossausbau, Aufstockungen oder Umwandlung von
Gewerberäumen, hat 2015 enorm zugelegt. Auch die Zahl der Genehmigungen für den Neubau
von Wohnungen ist 2015 erneut gestiegen. In der Regel kann davon ausgegangen werden,
dass zwischen dem Zeitpunkt der Genehmigung und der Fertigstellung mehrere Jahre ver­
gehen. Aufgrund der gestiegenen Baugenehmigungszahlen in den letzten Jahren hat sich der
Bauüberhang deutlich erhöht. Der Bauüberhang umfasst alle genehmigten, aber noch nicht
fertiggestellten Wohnungen und wird nach Baufortschritt unterschieden. Der Bauüberhang
hat sich im Zeitraum 2012 bis 2015 nahezu verdoppelt. Alles in allem wurden 2015 deutlich
mehr Wohnungen als im Vorjahr fertiggestellt.
In der Bauwirtschaft war die Stimmung 2015 insgesamt wieder sehr optimistisch. Dazu
beigetragen hat vor allem das anhaltende Niedrigzinsniveau, ausgelöst durch die expansiven
Maßnahmen der Europäischen Zentralbank. Seit März 2015 kauft das ESZB im Rahmen des
APP (expanded asset purchase program) außer ABS (asset-backed securities) und Pfandbriefen
auch Anleihen staatlicher Emittenten. Um zusätzlichen Spielraum zur Abwicklung der Käufe
zu erhalten, war deshalb im Juli und Dezember die Liste der staatlichen Emittenten erweitert
und im September das Emissionslimit von 25 % auf 33 % angehoben worden. Mit jeder
Rücknahme des Einlagensatzes senkt die EZB zugleich die an den Erwerb geknüpfte Mindest­
renditeanforderung. Dieser war bereits im Dezember um 10 Basispunkte auf – 0,3 % gesenkt
worden. Der Tendersatz lag 2015 konstant bei 0,05 %. Auf diesem Niveau liegt er bereits seit
September 2014. In Kombination mit einer starken Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen
führte dies 2015 zu weiterhin niedrigen Pfandbriefrenditen, die auch als Orientierung für die
Entwicklung der Zinsen für Bankkredite gelten.
Das Geschäftsjahr 2015 entwickelte sich für die Bank trotz unveränderter Niedrigzinsphase
und damit sinkender Vorteile von Förderdarlehen positiv.
Insgesamt bewilligte die IBB in 2015 in der Wirtschafts- und Immobilienförderung Darlehen,
Avale und Zuschüsse in Höhe von 1.217,1 Mio. Euro.
Entwicklung des Neugeschäftsvolumens
für Darlehen, Avale und Zuschüsse in Mio. Euro
Im Geschäftsfeld Immobilien- und Stadtentwicklung hat die IBB als gefragter Partner der
Berliner Immobilien- und Wohnungswirtschaft 2015 Finanzierungszusagen inklusive Sonder­
finanzierung in Höhe von 928,4 Mio. Euro (Vorjahr 590,6 Mio. Euro) realisiert. Damit hat sich
der Wert im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker als prognostiziert erhöht.
Im Geschäftsjahr hat die Förderung des Wohnungsneubaus eine hohe Aufmerksamkeit
erfahren. Insgesamt wurden Darlehen in Höhe von 119,4 Mio. Euro (Vorjahr 21,6 Mio. Euro)
zugesagt. Besonders nachgefragt waren mit 52,5 Mio. Euro (Vorjahr 4,5 Mio. Euro) die öffent­
lichen Baudarlehen im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung des Miet- und Genossen­
schaftswohnungsbaus (WFB 2014) als auch ergänzende Förderfinanzierungen in Höhe von
52,9 Mio. Euro (Vorjahr 7,1 Mio. Euro).
Im Rahmen des Programms „Berlin Infra“ hat die IBB Infrastrukturinvestitionen von kom­mu­
nalen Unternehmen in Höhe von 73,9 Mio. Euro (Vorjahr 78,7 Mio. Euro) begleitet. Durch
eine intensive Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken konnte die IBB durch die Vergabe von
attraktiven Konsortialfinanzierungen (154,6 Mio. Euro, Vorjahr 52,0 Mio. Euro) Investitionen
in Wohnimmobilien mittelbar fördern.
Darüber hinaus unterstützt die IBB bestehende Förderengagements mit individuellen und
bedarfsgerechten Finanzierungskonzepten. Durch Anschluss- und Umfinanzierungen sowie
Ergänzungsfinanzierungen zur Schließung von Finanzierungslücken wurden bei Inanspruch­
nahmen aktueller Förderprodukte Bewilligungen in einer Gesamthöhe von 440,3 Mio. Euro
ausgesprochen, der Vorjahreswert (256,6 Mio. Euro) wurde somit deutlich übertroffen.
Im Geschäftsfeld Wirtschaftsförderung wurden im Berichtsjahr, einhergehend mit sehr hohen
Stückzahlen, Finanzierungszusagen für Darlehen, Avale und Zuschüsse in Höhe von 288,8 Mio.
Euro (Vorjahr 334,0 Mio. Euro) ausgesprochen und somit wurde ein gutes Ergebnis erzielt.
Bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft war insbesondere das IBB-Wachstums­­programm erneut stark nachgefragt. Für größere Investitionen und Unternehmenserweite­
rungen, Um- , Anschluss- sowie Sockelfinanzierungen konnte die IBB ein Kreditvolumen in
Höhe von 125,0 Mio. Euro bereitstellen und somit den Vorjahreswert (110,3 Mio. Euro) noch
einmal steigern.
Einen weiteren wichtigen Anteil am Jahresergebnis hat die Technologieförderung mit dem
Programm Pro FIT. Im Berichtsjahr wurden Darlehen und Zuschüsse in einer Gesamthöhe von
41,9 Mio. Euro (Vorjahr 37,5 Mio. Euro) zur Unterstützung von Forschung, Entwicklung und
Innovationen in den Clustern Informations- und Kommunikationstechnik/Medien/Kreativ­
wirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Verkehr, Mobilität und Logistik sowie Energietechnik und
Optische Technologien zugesagt.
Mit Bewilligungen in Höhe von 61,7 Mio. Euro konnte das Förderprogramm „Gemeinschafts­
aufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) erwartungsgemäß
nicht das im Zuge der endenden EU-Förderperiode erzielte Rekordergebnis des Vorjahres
(122,2 Mio. Euro) erreichen. Dennoch nutzten im Geschäftsjahr mehr Berliner Unternehmen als
im Rekordjahr diese attraktiven Zuschussmittel für gewerbliche Investitionen und leisteten
somit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Dauerarbeitsplätzen.
Lage der Bank
Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2015 für die IBB sehr erfreulich. Neben dem guten opera­
tiven Geschäft hat die Bank in einem durch Sondereffekte geprägten Jahr ein wirtschaftliches
Ergebnis in Höhe von 110,1 Mio. Euro erreicht. Das Ergebnis des Vorjahres (58,8 Mio. Euro) und
der Wert der operativen Planung wurden deutlich überschritten.
Die Ertragslage der IBB wird durch die nachfolgende Ergebnisrechnung verdeutlicht. In
dieser werden wie im Vorjahr einzelne in der handelsrechtlichen GuV-Rechnung ausgewiesene
Be­träge nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten umgegliedert bzw. ergänzt.
¬¬ Hiervon betroffen sind Bewertungseffekte aus der Amortisierung von Kursaufschlägen bei
hochverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 22,0 Mio. Euro (Vorjahr 14,9 Mio. Euro). Diese
wurden ökonomisch sachgerecht in das Zinsergebnis umgegliedert.
¬¬ Des Weiteren sind Aufwendungen der IBB, die dem Land als Berlin-Beitrag im Sinne einer
Vorabausschüttung zur Verfügung gestellt werden, betroffen.
In diesem Zusammenhang werden Teile des GuV-Postens „sonstige betriebliche Aufwendungen“
(14,3 Mio. Euro, Vorjahr 15,9 Mio. Euro) und der Risikovorsorge (2,9 Mio. Euro, Vorjahr 2,3 Mio. Euro)
ebenso als Berlin-Beitrag berücksichtigt wie die unentgeltlich erbrachten Leistungen der IBB
(14,4 Mio. Euro, Vorjahr 14,7 Mio. Euro), die ausschließlich kalkulatorisch einfließen. Diese nicht
aufwandswirksamen Leistungen werden in der Ergebnisrechnung als betrieblicher Ertrag und
zusätzlich als Berlin-Beitrag abgebildet.
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/
Risikovorsorge/Bewertungsergebnis
Berlin-Beitrag
Der Zinsüberschuss liegt mit 129,8 Mio. Euro zwar moderat unter dem Vorjahr (134,3 Mio. Euro),
entwickelte sich jedoch aufgrund kurzfristig vorteilhafterer Refinanzierungskonditionen
weniger rückläufig, als angesichts des weiterhin niedrigen Zinsniveaus und der damit u. a.
einhergehenden starken Belastungen aus Barwerterhöhungen von Pensionsrückstellungen
erwartet worden war. Vor allem Sondereffekte im Zusammenhang mit außerplanmäßigen
Tilgungen im Förderkreditgeschäft haben das Zinsergebnis über den Planwert gehoben.
Der Provisionsüberschuss (4,6 Mio. Euro, Vorjahr 6,0 Mio. Euro) ist maßgeblich von Entgelten
für die Bearbeitung von Bürgschaften und Zuschüssen der Immobilienförderung geprägt.
Erwartungsgemäß werden die Vorjahreswerte aufgrund auslaufender Förderungen in 2015
unterschritten, die Planwerte wurden nahezu erreicht.
Das sonstige betriebliche Ergebnis wurde im Berichtsjahr durch Sondereffekte aus der Auf­
lösung nicht mehr benötigter Rückstellungen positiv beeinflusst. Mit Änderungsvertrag vom
22. Dezember 2015 mit dem Land Berlin konnte die Rückstellung für die bedingt rückzahlbaren
Zuwendungen für die VC Fonds in Höhe von 40,1 Mio. Euro aufgelöst werden. Die Aufhebung der
bedingten Rückzahlungspflicht erstreckt sich auch auf die in 2015 erhaltenen Zuschüsse für die
VC Fonds in Höhe von 12,5 Mio. Euro. Es ist vorgesehen, den Gesamtbetrag von 52,6 Mio. Euro zur
Eigenkapitalstärkung vollständig zu thesaurieren und der Zweckrücklage der IBB zuzuführen.
Damit übersteigt das Ergebnis sowohl deutlich die Vorjahreswerte als auch die Planwerte.
Der Verwaltungsaufwand, der außer dem Personal- und Sachaufwand auch die Abschreibungen
auf das Anlagevermögen umfasst, ist gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % auf – 81,3 Mio. Euro
(Vorjahr – 83,4 Mio. Euro) gesunken.
Der Personalaufwand ( – 49,1 Mio. Euro, Vorjahr – 48,5 Mio. Euro) entwickelte sich insgesamt
Eine hohe Kostendisziplin, verbunden mit partiellen Verschiebungen von Projekten nach 2016,
reduzierte den Sachaufwand um 3,2 Mio. Euro auf – 27,9 Mio. Euro (Vorjahr – 31,2 Mio. Euro).
Damit liegt der Sachaufwand unter den operativen Planwerten. Zusätzlicher größter Belas­
tungsfaktor ist die abgeführte europäische Bankenabgabe mit einem unteren einstelligen
Zusammen mit den Sondereffekten im sonstigen betrieblichen Ergebnis ergibt sich eine
Förder-Cost-Income-Ratio von 40,4 %. Ohne Sondereffekte beläuft sich diese auf 54,6 %
(Vorjahr 53,0 %) und unterschreitet damit deutlich den Planwert. Hierbei wurde im Vorjahr
eine deutliche Erhöhung der Förder-Cost-Income-Ratio durch rückläufige Erträge und stei­
gende Verwaltungskosten bedingt durch eine hohe Bankenabgabe prognostiziert.
Risikovorsorge/Bewertungen
Eine weiterhin verbesserte Bonitätsstruktur der Kreditnehmer und das Ausbleiben spürbarer
Kreditausfälle ließen den Aufwand für die Risikovorsorge erneut sinken. Das Bewertungs­
ergebnis beträgt – 10,2 Mio. Euro (Vorjahr – 8,6 Mio. Euro) und beinhaltet die Dotierung von
allgemeinen Vorsorgereserven in Höhe von 29,2 Mio. Euro (Vorjahr 14,5 Mio. Euro). Die IBB
konnte damit ihr gutes operatives Ergebnis erneut nutzen, um strategiekonform die Risiko­
tragfähigkeit weiter zu stärken.
Ausgehend vom gestiegenen wirtschaftlichen Ergebnis konnten auch die operativen Ergebnis­
erwartungen der einzelnen Segmente erfüllt werden.
- 1,0
- 0,4
- 18,1
- 7,3
- 81,3
- 83,4
- 34,2
- 36,5
- 20,9
- 22,6
- 6,1
- 20,1
- 18,7
- 11,2
- 10,2
- 8,6
- 5,3
- 1,7
- 29,2
- 14,5
- 25,7
- 31,6
- 32,9
- 2,9
- 26,6
- 27,4
- 3,8
- 2,6
- 12,7
- 25,6
- 28,3
Das Segment Immobilien- und Stadtentwicklung trug mit einem Zinsüberschuss von
63,1 Mio. Euro (Vorjahr 68,2 Mio. Euro) maßgeblich zum Gesamtzinsüberschuss der Bank bei.
Im Zusammenhang mit dem niedrigen Zinsniveau machten viele Kreditnehmer von dem
ihnen vertraglich zugesicherten Recht Gebrauch, jederzeit das Darlehen vollständig oder in
Teil­beträgen zurückzuzahlen. Diese außerplanmäßigen Tilgungen führten dazu, dass die
Zins­erträge abnahmen. Dennoch konnte das Segment mit einem wirtschaftlichen Ergebnis
in Höhe von 38,7 Mio. Euro den Planwert deutlich übertreffen. Ebenso lag der Wert über dem
Vorjahres­ergebnis, vor allem bedingt durch die positive Entwicklung in der Risikovorsorge
(20,2 Mio. Euro) sowie deutlich verbesserte Bonitätsstrukturen der Kreditnehmer.
Die Wirtschaftsförderung schließt erneut mit einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis in
Höhe von 13,9 Mio. Euro ab und übertrifft beachtlich sowohl die Vorjahres- (1,8 Mio. Euro) als
auch die Planwerte. Diese Entwicklung ist vor allem auf Sondereffekte im Zusammenhang
mit der Erstattung von Verwaltungsaufwendungen im sonstigen betrieblichen Ergebnis
zurückzuführen. Der Verwaltungsaufwand (-20,9 Mio. Euro) reduziert sich infolge geringerer
Sachaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Mio. Euro.
Im Segment Bankbuch, ehemals Treasury, dem sowohl die Banksteuerung als auch das Treasury
zugeordnet wird, erreichte das wirtschaftliche Ergebnis 52,3 Mio. Euro und liegt damit sowohl
über dem Vorjahreswert (49,2 Mio. Euro) als auch über den prognostizierten Werten für 2015.
Die positive Entwicklung resultiert maßgeblich aus dem Zinsergebnis und ist auf erhaltene
Vorfälligkeitsentschädigungen zurückzuführen.
Im Segment Corporate Center wird bedingt durch Sondereffekte ein positives wirtschaftliches
Ergebnis von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr -25,7 Mio. Euro) ausgewiesen. Durch Auflösungen nicht
mehr benötigter Rückstellungen im Zusammenhang mit den VC Fonds erreicht das sonstige
betriebliche Ergebnis 55,4 Mio. Euro und überschreitet deutlich sowohl den Plan- als auch den
Vorjahreswert. Dagegen steht zur weiteren Stärkung der Risikotragfähigkeit die gegenüber
dem Vorjahr (14,5 Mio. Euro) und der Planung gestiegene Dotierung der Vorsorgereserven von
29,2 Mio. Euro.
Die IBB weist nach Abzug eines Berlin-Beitrages von 31,6 Mio. Euro zur Unterstützung
der Förderpolitik des Landes einen Jahresüberschuss in Höhe von 78,5 Mio. Euro (Vorjahr
25,9 Mio. Euro) aus.
Es ist vorgesehen, den Jahresüberschuss, soweit er aus der Anpassung der Zuwendungs­
verträge für die VC Fonds resultiert (52,6 Mio. Euro), vollständig zu thesaurieren und der
Zweckrücklage der IBB zuzuführen. Für den verbleibenden Betrag in Höhe von 25,9 Mio. Euro
ist eine Thesaurierung von 75 % (19,4 Mio. Euro) vorgesehen.
Die nach den Vorgaben des § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG ermittelte Kapitalrendite, Quotient aus
Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,4 %.
Die Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr erwartungsgemäß um 1,0 Mrd. Euro auf
19,1 Mrd. Euro verringert. Das Geschäftsvolumen, in dem zusätzlich die Eventualverbind­
lichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen sowie die unwiderruflichen Kredit­zusagen enthalten sind, verringerte sich um 1,4 Mrd. Euro auf 19,7 Mrd. Euro.
Die zum Jahresende bestehenden Swapgeschäfte und Derivate weisen ein Nominalvolumen
in Höhe von 15,5 Mrd. Euro (Vorjahr 16,1 Mrd. Euro) aus.
- 44,4
Beteiligungen/Anteile an verbundenen Unternehmen
19.133,3
20.147,6
-1.014,4
19.672,1
Die Forderungen an Kreditinstitute bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Einem
Rückgang der Forderungen aus im Hausbankenverfahren abgewickeltem Fördergeschäft um
0,1 Mrd. Euro steht ein Anstieg der Tages- und Termingelder in etwa gleicher Höhe gegenüber.
Die Verringerung der Kundenforderungen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mrd. Euro ist im
Wesentlichen auf planmäßige und außerplanmäßige Tilgungen im Förderkreditgeschäft
zurückzuführen. Mit einem Rückgang von 0,5 Mrd. Euro waren insbesondere die Bestände
der Immobilienförderung betroffen. Das Volumen der Wirtschaftsförderung blieb konstant.
Zusätzlich wurden die Schuldscheindarlehen und Termingelder im Geld- und Kapitalmarkt­
geschäft um 0,4 Mrd. Euro reduziert.
Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren erhöhte
sich durch die Wiederanlage frei gewordener Mittel aus dem aufgelösten Spezialfonds um
0,2 Mrd. Euro.
Die Beteiligungen/Anteile an verbundenen Unternehmen stiegen im Wesentlichen aufgrund
von Kapitalerhöhungen im VC Fonds-Geschäft um 10,1 Mio. Euro auf 108,4 Mio. Euro.
Finanzlage, Kapitalstruktur und Liquidität
Die Struktur der Refinanzierungsseite hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht verändert.
Mit 3,9 Mrd. Euro (Vorjahr 3,4 Mrd. Euro) beträgt der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 20 % (Vorjahr 17 %). Der Anteil der verbrieften Verbindlichkeiten sank auf
6,4 Mrd. Euro oder 34 % (Vorjahr 7,3 Mrd. Euro oder 36 %).
Die von Kunden erhaltenen Refinanzierungsmittel, in denen hauptsächlich die vom Land
Berlin zur Verfügung gestellten Mittel für die Wohnungsbauförderung enthalten sind, gingen
auf 7,4 Mrd. Euro zurück (Vorjahr 8,1 Mrd. Euro). Der prozentuale Anteil blieb mit 39 % nahezu
konstant (Vorjahr 40 %).
Durch Anpassungen von Zuwendungsverträgen für die VC Fonds mit dem Land Berlin erfolgte
eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 40,1 Mio. Euro zuzüglich entsprechender Zuwen­
dungen des Berichtsjahres in Höhe von 12,5 Mio. Euro. Es ist vorgesehen, den Gesamtbetrag von
52,6 Mio. Euro vollständig zur Eigenkapitalstärkung zu thesaurieren und der Zweckrück­lage
der IBB zuzuführen.
Das bilanzielle Eigenkapital der IBB erhöht sich im Geschäftsjahr auf 730,7 Mio. Euro. Maß­
geblich für die Veränderung ist der aktuelle Jahresüberschuss in Höhe von 78,5 Mio. Euro, der
im Eigenkapital als Bilanzgewinn ausgewiesen wird, sowie die Ausschüttung des ausgewie­
senen Bilanzgewinnes 2014 in Höhe von 25,9 Mio. Euro an das Land Berlin. Das gezeichnete
Kapital betrug unverändert 300,0 Mio. Euro, alleiniger Eigentümer der IBB ist das Land Berlin.
Eigenkapitalspiegel (HGB)
Zweckrücklagen
Ausschüttung an Land Berlin
- 25,9
Zum Bilanzstichtag weist die Bank anrechenbare Eigenmittel nach CRR in Höhe von
890,8 Mio. Euro (Vorjahr 897,3 Mio. Euro) aus.
in Mio. Euro/in %
Gesamtrisikobetrag (RWA)
Die Grundsätze über die Einhaltung der angemessenen Eigenmittelausstattung und Liquidität
gemäß CRR und KWG wurden im Berichtsjahr stets eingehalten. Es wurden keine nennens­
werten Liquiditätsrisiken quantifiziert.
Ein deutlicher Exposure-Rückgang führt zur Reduzierung der gewichteten Risikoaktiva und
damit zu einem Anstieg der Gesamtkapitalquote in 2015.
Zur Liquiditätsbeschaffung wurden im Berichtsjahr, außer Aktivitäten auf dem Geldmarkt,
Mittelaufnahmen durch die Emission von Kapitalmarktinstrumenten mit einem Volumen von
1,3 Mrd. Euro durchgeführt.
Sowohl die Refinanzierungsgarantie des Landes Berlin als auch die Rolle des Landes Berlin als
alleiniger Eigentümer der IBB waren Faktoren dafür, dass die IBB auch in 2015 jederzeit in der
Lage war, sich zu einem angemessenen Preis mit ausreichend Liquidität in den erforderlichen
Laufzeiten am Geld- und Kapitalmarkt zu versorgen.
Durch ein EZB-fähiges Asset-Portfolio wurde die Liquidität jederzeit sichergestellt. Strikte
Nebenbedingungen der Liquiditätssteuerung sind die Einhaltung der regulatorischen Kenn­
zahlen sowie der Mindestreserve. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Solvabilität
und Liquidität gemäß CRR und KWG wurden im Berichtsjahr stets eingehalten.
Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2015 haben sich keine weiteren
Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet.
Das Jahr 2016 wird sich vom Vorjahr vor allem dadurch unterscheiden, dass mit der US-Noten­
bank die erste große Zentralbank den Ausstieg aus einer extrem lockeren Geldpolitik wagt.
Entscheidend wird sein, wie schnell die Geldpolitik normalisiert wird. Das hängt vor allem
davon ab, ob der Lohnanstieg anzieht und eine höhere Inflation signalisiert. Davon ist aus­
zugehen, da sich die US-Wirtschaft der Vollbeschäftigung nähert und auch 2016 mit 1,7 % eine
robuste Wachstumsrate erreichen wird.
In China dagegen wird das Wachstum 2016 weiter auf rund 6 % sinken. Allerdings wird es
keine harte Landung geben. Die staatlichen Banken werden die meisten hoch verschuldeten
Unternehmen auch 2016 mit Krediten versorgen. Alles in allem dürfte die chinesische Wirt­
schaft in den nächsten Jahren vergleichsweise gering wachsen und sich nur allmählich erholen.
Im Euroraum wird sich der Aufwärtstrend mit 1,8 % fortsetzen. Unterstützung kommt dabei
vor allem von der extrem lockeren Geldpolitik und in zunehmendem Maß durch die Fiskal­
politik aufgrund des Auslaufens der Austeritätsmaßnahmen. Zudem wirken der Rückgang
der Ölpreise und die Abwertung des Euro noch bis weit in das Jahr 2016 hinein. Hinzu kommt,
dass die Zinswende im Euroraum in weiter Ferne liegt.
In Deutschland sind die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Wachstumskurses
unverändert günstig. Die deutsche Wirtschaft wird auch 2016 überdurchschnittlich von der
stark expansiven Geldpolitik der EZB und dem historisch niedrigen Zinsniveau profitieren.
Zwar treffen die Wachstumsabkühlung in China und die Krise in einigen Schwellenländern die
stark exportorientierte deutsche Wirtschaft mehr als andere westliche Industrieländer. Die
deutsche Konjunktur wird sich aber weiterhin widerstandsfähig zeigen. Nachfragerückgänge
aus China können zu einem großen Teil durch Exporte in andere Industrieländer abgefedert
werden. Solider Wachstumspfeiler wird auch 2016 der Konsum bleiben, der durch die weiter
zunehmende Beschäftigung, steigende Löhne und die geringe Inflation sowie das niedrige
Zinsniveau gestützt wird. Alle positiven Einflussfaktoren wirken auch im Jahr 2016 fort. Hinzu
kommen die staatlichen Konsumausgaben für die Flüchtlinge, die gleichzeitig gesamtwirt­
schaftliche Nachfrage sind. Das ist allerdings nur ein temporärer konjunktureller Effekt für
die nächsten Jahre. Alles in allem dürfte die Konjunktur in Deutschland nach einer leichten
Wachstumsdelle im Winter im Verlauf des Jahres wieder stärker zulegen.
In Berlin bleibt der wirtschaftliche Schwung auch 2016 erhalten. Gleichwohl dürften die kom­
menden Monate für die Berliner Wirtschaft etwas wechselhafter verlaufen. Unwägbarkeiten im
Zusammenhang mit der Krise im Euroraum, geopolitische Krisen im Nahen Osten und Sorgen
über die wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Schwellenländer können auch auf die Berliner
Wirtschaft dämpfend wirken. Dennoch wird die Wirtschaft in der deutschen Hauptstadt auch im
kommenden Jahr mit voraussichtlich 2,0 % stärker als in Deutschland insgesamt (1,8 %) wachsen.
Der Berliner Arbeitsmarkt wird weiter vom stark expandierenden Dienstleistungsbereich
und der boomenden Tourismuswirtschaft profitieren. Die Beschäftigung wird auch 2016
ausgeweitet. Die Arbeitslosigkeit wird dennoch nicht weiter zurückgehen. Grund dafür ist vor
allem die deutliche Erhöhung der Zahl der Arbeitssuchenden infolge der innereuropäischen
Arbeitsmigration und des Zustroms von Flüchtlingen. Vor allem die hohe Zahl der Asylsuchen­
den wird sich ab Mitte des Jahres dämpfend auf den bisher stetigen Abbau der Arbeitslosigkeit
auswirken. Für das gesamte Jahr 2016 ist daher nach jahrelangem Rückgang eher mit einer
Stagnation der Arbeitslosenzahl in Berlin zu rechnen. Andererseits können die vielen Flücht­
linge, die derzeit nach Berlin kommen, bereits in wenigen Jahren ein wichtiger Pfeiler für die
wachsende Stadt Berlin werden und einen zunehmenden Beitrag zur Verjüngung und damit
auch zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Ihre Integration in den Berliner Arbeitsmarkt
wird eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre sein.
In den letzten Jahren hat sich Berlin zu einem außergewöhnlichen Biotop für junge Unter­
nehmen insbesondere der Digitalen Wirtschaft entwickelt. Große Chancen für den Berliner
Arbeitsmarkt bietet daher weiterhin die Internetwirtschaft. Bei konsequenter Umsetzung
aller Digitalisierungseffekte hat Berlin die Chance, dass in den nächsten Jahren zahlreiche
neue Jobs im Bereich der Industrie 4.0 geschaffen werden. Dabei entfällt der größte Anteil auf
die Berliner Zukunftsbranchen, insbesondere auf den Bereich Informations- und Kommuni­
kationstechnologie. Aber auch die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Kraftwagen und
Kraftwagenteile, Elektrische Ausrüstungen sowie Chemische Industrie (vor allem Pharmazie)
werden von der Umstellung auf die Digitale Wirtschaft profitieren.
Für die Berliner Industrie wird 2016 hingegen kein einfaches Jahr. Das signalisieren die rückläu­
figen Auftragseingänge vor allem aus dem Ausland, die sich bereits in 2015 aufgebaut haben.
Der Anteil der Industrie bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt in Berlin beträgt allerdings nur
9,1 %. Vor diesem Hintergrund bleiben die Auswirkungen einer gedämpften industriellen Ent­
wicklung auf den Berliner Wirtschaftsgang insgesamt überschaubar. Die Nachfrage aus den
Schwellenländern dürfte sich in den kommenden Monaten weiter abschwächen. Die Gründe
dafür sind vielfältig: Von China, dessen Wachstumstempo nachlässt, und den anderen großen
Schwellenländern sowie Russland werden im nächsten Jahr nur geringe Expansionsimpulse
ausgehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nachfrage nach Berliner Ausfuhrgütern nur
wenig preisempfindlich ist. Der Absatz steigt nicht spürbar, wenn z. B. Berliner Gasturbinen
für den Kunden im Ausland aufgrund eines sinkenden Eurokurses billiger werden. Dank der
Dynamik der Nachfrage aus den USA und einigen europäischen Ländern werden die Berliner
Güterexporte 2016 allerdings weniger stark zurückgehen.
Trotz der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen zögern viele Industrieunternehmen
mit einer Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten. Vor allem die exportorientierten Unter­
nehmen dürften wegen der Schwäche in den Schwellenländern weniger in neue Maschinen
investieren, da ein dringender Investitionsbedarf zur Erweiterung der vorhandenen Produk­
tionskapazitäten vor diesem Hintergrund nicht besteht.
Treiber der Investitionstätigkeit in Berlin sind die Bauinvestitionen und dabei vor allem
die privaten Wohnungsbauten, die 2016 ähnlich stark wie im Berichtsjahr wachsen werden.
Der Grund dafür ist der Immobilienboom in Berlin, der durch die Niedrigzinsphase befeuert
wird. Hinzu kommt die starke Zuwanderung, die einen hohen Bedarf an kostengünstigem
Wohnraum generiert. Da auch die öffentliche Hand ihre Bautätigkeit für Schulen, Kindertages­
stätten, die Verkehrsinfrastruktur, die digitale Infrastruktur sowie den Klimaschutz in Berlin
ausdehnt, wachsen die Bauinvestitionen auch im kommenden Jahr.
Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt in Berlin auch im kommenden Jahr bei weiter stark
steigender Bevölkerungszahl hoch. Die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung hat die bisherigen
Prognosezahlen bereits übertroffen. Diese Entwicklung wird sich im laufenden Jahr und
in den folgenden Jahren noch verstärken. Die personellen und finanziellen Ressourcen des
Landes Berlin werden zunehmend auf diese Bedürfnisse ausgerichtet. Auch die landeseigenen
Wohnungsbaugesellschaften werden ihre Bestände künftig weiter ausbauen. Vor diesem Hin­
tergrund wird die gute Stimmung in der Bauwirtschaft anhalten. Unter dem Strich kann auch
für das Jahr 2016 von einer hohen Dynamik im Berliner Baugewerbe ausgegangen werden.
Die auch weiterhin niedrigen Finanzierungszinsen lassen das Interesse an Wohneigentums­
erwerb trotz steigender Preise nicht abklingen. Vor diesem Hintergrund sollten die Preise am
Berliner Wohnungsmarkt 2016 weiter zulegen, auch wenn die Dynamik in einzelnen Teilmärk­
ten und Segmenten bereits wieder nachgelassen hat. Eine Immobilienblase ist aus heutiger
Sicht in Berlin wenig wahrscheinlich. Im internationalen Vergleich ist der Berliner Wohnungsbzw. Hauspreisanstieg insgesamt überschaubar.
Dank der guten Konjunktur der letzten Jahre und den damit einhergehenden hohen Steuer­
einnahmen konnte Berlin seine Haushaltslage kontinuierlich verbessern. Schwachpunkt bleibt
allerdings ein über die Jahre aufgelaufener hoher Investitionsrückstand und ein weiterhin
hoher Schuldenstand von rund 60 Mrd. Euro. In Berlin wird man die neu entstandenen Finan­
zierungsspielräume nutzen, um einerseits weiter zu tilgen und andererseits in die Infrastruk­
tur der wachsenden Stadt zu investieren.
Trotz des relativ stabilen konjunkturellen Umfelds und einer ambitionierten Vertriebsplanung
prognostiziert die IBB für das Jahr 2016 wie im Vorjahr eine deutlich rückläufige Entwicklung
der operativen Erträge.
Das anhaltende niedrige Zinsumfeld führt auch im kommenden Geschäftsjahr über verstärkte
außerplanmäßige Tilgungen zu einem deutlichen Abschmelzen des Immobilienportfolios und
damit zu einer weiteren Reduzierung des Zinsüberschusses als wesentlicher Ertragssäule der
Bank. Belastend wird sich der leichte Rückgang des Diskontierungszinses für Pensionsrück­
stellungen auswirken, so dass das Zinsergebnis voraussichtlich spürbar zurückgehen wird.
Die Bank erwartet, dass der Verwaltungsaufwand, insbesondere im Sachaufwand, im Jahr
2016 moderat ansteigen wird. Kostensteigernd wirken deutlich erhöhte IT-Aufwendungen,
um weitere Prozessoptimierungen und eine verstärkte Digitalisierung des Fördergeschäftes
zu erreichen. Der Aufwand zur IT-Umsetzung der zahlreichen regulatorischen Vorhaben bleibt
auf einem sehr hohen Niveau. Zusätzlich belastet die europäische Bankenabgabe den Verwal­
tungsaufwand mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag.
Die rückläufigen Erträge bei gleichzeitig investitionsbedingt höheren Verwaltungsaufwen­
dungen dürften die Förder-Cost-Income-Ratio deutlich steigen lassen.
Das Risikovorsorge/Bewertungsergebnis wird auch im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich
weiterhin eher im Zeichen pauschaler Vorsorgebildung denn in tatsächlichen Kreditausfällen
stehen. Potenzielle Ratingverschlechterungen im Förderkreditgeschäft könnten zukünftig
höhere pauschale Vorsorgereserven für Adressenausfallrisiken verursachen.
Die prognostizierte Niedrigzinsphase und die damit einhergehenden Bewertungseffekte
sowie zusätzliche Belastungen aus der europäischen Bankenabgabe werden in 2016 das
wirtschaftliche Ergebnis deutlich sinken lassen.
Die IBB geht für 2016 davon aus, dass sich die Bilanzsumme weiterhin aufgrund planmäßiger
und – zinsniveaubedingt – außerplanmäßiger Tilgungen im Förderkreditgeschäft moderat
reduzieren wird. Bezüglich der Refinanzierung erwartet die IBB aufgrund ihres sehr guten
Ratings, dass sie die notwendigen Refinanzierungsmittel weiterhin problemlos am Kapital­
Auch die Gesamtkapitalquote stellt im kommenden Jahr keinen Engpassfaktor für die IBB dar.
Sie wird auf dem Niveau der Werte des Jahres 2015 erwartet.
Insgesamt sind auch im neuen Geschäftsjahr keine grundlegenden strukturellen Verände­
rungen in der Geschäftstätigkeit der Bank geplant.
Mit der Weiterentwicklung und dem Angebot effizienter Förderlösungen wird die IBB ihre Rolle bei
der Förderung der Bereiche Wirtschafts-, Infrastruktur- und Wohnraumförderung des Standortes
Berlin weiter stärken. Die Geschäftsfelder Wirtschafts- und Immobilienförderung werden weiter­
hin an einer bedarfsorientierten Optimierung und Stärkung des Produktport­folios arbeiten.
Im Geschäftsfeld Immobilien- und Stadtentwicklung wird nach erfolgreicher Modifikation der
sozialen Wohnraumförderung die Wohnungsneubauförderung weiter an Dynamik gewinnen.
Eine Vielzahl von Neubauprojekten unserer Großkunden wurde bereits in das Wohnungs­
bauprogramm des Landes aufgenommen und steht vor der unmittelbaren Umsetzung. Die
Möglichkeit zur Strukturierung der Gesamtfinanzierung unter Einbindung weiterer Förder­
produkte lässt zusätzliche Geschäftspotenziale für die IBB erwarten. Auch außerhalb der
sozialen Wohnraumförderung wird die IBB in 2016 weitere Neubauvorhaben begleiten.
Den Förderprodukten der IBB wird auch in 2016 eine große Bedeutung zukommen, da in Berlin
weiterhin ein großer Modernisierungsbedarf besteht. Der integrierte Betreuungsansatz von
der Beratung zu energetischen Maßnahmen bis hin zum optimalen Fördermitteleinsatz wird
durch das Beratungsangebot ENEO auch zukünftig gewährleistet.
Auch in 2016 wird die IBB größere Vorhaben von kommunalen Unternehmen finanzieren und
da­rüber hinaus weiterhin intensiv mit den Geschäftsbanken zusammenarbeiten, um durch die
Vergabe von Konsortial- und Globaldarlehen Investitionen in Wohnimmobilien mittelbar zu
Das in 2015 eingeführte Förderprodukt „IBB-Familienbaudarlehen“ wird auch Familien mit
geringerem Einkommen und Eigenkapital durch nachrangige Darlehensabschnitte die Gesamt­
finanzierung ihres Eigenheims ermöglichen. Zusätzlich ist der Ausbau der Kooperationen mit
anderen Kreditinstituten geplant, um stärker Synergien für das kleinteilige Geschäft zu nutzen.
Die IBB wird in 2016 die Programmbearbeitung und Bewilligung der Zuschüsse im Rahmen
des Projektaufrufes „Experimenteller Geschosswohnungsbau“ für das Land übernehmen.
Insgesamt wird im Geschäftsfeld Immobilien- und Stadtentwicklung für das Geschäftsjahr
2016 ein ggü. dem Vorjahr steigendes Bewilligungsvolumen erwartet.
Im Geschäftsfeld Wirtschaftsförderung wird aufgrund der anhaltenden positiven Konjunktur
und der optimistischen Geschäftserwartungen der Berliner Wirtschaft in 2016 ein stabiles
Bewilligungsvolumen erwartet.
Bei den Darlehens- und Avalfinanzierungen wird weiterhin die Zusammenarbeit mit den
Berliner Geschäftsbanken im Fokus stehen. Die Finanzierungsbedingungen für den Mittel­
stand sind unverändert gut. Bei kleinen, jungen und innovativen Unternehmen bleiben
jedoch strukturelle Probleme bestehen. Dies spiegelt sich auch in der gestiegenen Nachfrage
bei den Produkten „Berlin Start“ und „Berlin Kredit Innovativ“ wieder. Letzteres wird 2016
als „Berlin Innovativ“ leicht modifiziert fortgesetzt, nachdem eine erneute Rückgarantie des
Europäischen Investitionsfonds (EIF) mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für strategische
Investitionen (EFSI) akquiriert werden konnte.
Zum Jahresende wurde die Zuschussförderung „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung
der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für Geschäftsmodelle der Digitalen Wirtschaft
geöffnet. Das Ankerprodukt der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsfinanzierung der
IBB und der EU-Strukturfondsförderung in Berlin bleibt Pro FIT. Zuschüsse und Darlehen für
Unternehmen und Forschungseinrichtungen werden sich ungefähr die Waage halten.
Know-how, Engagement und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten bilden die wesentlichen
Grundlagen für die langfristige Geschäftstätigkeit der Bank. Die Gewinnung, Bindung und
Entwicklung qualifizierter Beschäftigter stellen daher die drei wesentlichen Handlungsfelder
der strategischen Personalpolitik dar. Die IBB positioniert sich in dem Zusammenhang als
zukunftsorientierter, sozial verantwortlicher Arbeitgeber. Durch flexible Arbeitszeitmodelle,
hohe technische sowie Sicherheitsstandards, modernes Gesundheitsmanagement, Rege­lungen zu Chancengleichheit und Angebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie –
insbesondere auch von Beruf und Pflege – schafft die IBB ein attraktives Arbeitsumfeld.
Die qualitative Entwicklung der Beschäftigten stellt einen wichtigen nichtfinanziellen
Leistungsindikator für die IBB dar.
Wie in vergangenen Jahren werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch durch
Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen für ihre anspruchsvollen Aufgaben
qualifiziert. Die Qualifikation der Mitarbeiter zu sichern und weiter auszubauen, um so die
Bank optimal für die Herausforderungen des Marktes zu rüsten, ist Ziel für das kommende
Berichtsjahr. Das hohe Niveau der durchschnittlichen Weiterbildung (2,86 Tage) aus 2015 wird
somit konstant gehalten.
Das Thema strategische Personalentwicklung unter dem Aspekt des demografischen Wandels
wird ebenfalls ein Schwerpunkt der kommenden Berichtsjahre bilden.
Zusammenfassend erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2016 einen stabilen
Geschäfts­verlauf, geht jedoch davon aus, dass sich das wirtschaftliche Ergebnis gegenüber
dem Berichtsjahr deutlich reduzieren wird. Im Vergleich zum Vorjahr wird weiterhin eine
stabile Vermögens- und Finanzlage erwartet.
Im Vergleich zu den geplanten Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2016 könnten sich aufgrund
veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weitere Chancen und Risiken für die
geschäftliche Entwicklung der IBB ergeben.
Eine weitere Zinssenkung würde den Zinsüberschuss und die Förder-Cost-Income-Ratio kurz­
fristig tendenziell positiv beeinflussen. Ein Verlassen des Niedrigzinsumfelds, beispielsweise
im Zuge eines starken Zinsanstiegs, würde hingegen sowohl das wirtschaftliche Ergebnis als
auch die Förder-Cost-Income-Ratio kurzfristig negativ beeinflussen. Sollte sich die Finanz­
marktkrise erneut verschärfen, könnte sich dies nach den Erfahrungen aus der letzten Finanz­
marktkrise positiv sowohl auf die Neugeschäftsvolumina als auch auf die Margen auswirken.
Ein verschlechtertes wirtschaftliches Umfeld würde in der Tendenz zu einem Neugeschäfts­
volumen unter Plan führen.
Chancenpotenzial sieht die IBB auch bei einer Verbesserung der Ratings ihrer Engagements,
was zu einem insgesamt geringeren Ansatz von bonitätsabhängigen Portfoliowertberichti­
gungen führen könnte.
Darstellung der Risikolage
In der IBB wurden für alle wesentlichen Risiken Maßnahmen zu deren Begrenzung bzw. Mini­
mierung getroffen. Den Kreditrisiken wurde im Rahmen der Risikovorsorge durch angemessen
gebildete Wertberichtigungen Rechnung getragen. Für alle Risiken wird ausreichend Kapital
Aufgrund des vorhandenen Bestandes an hochliquiden Wertpapieren war die Liquiditäts­
versorgung der IBB im Geschäftsjahr 2015 jederzeit umfassend sichergestellt.
Die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen hat die IBB im Berichtszeitraum ein­
gehalten. Die Auslastung der Gesamtkapitalkennziffer gem. CRR betrug zwischen 16,5 % und
18,5 % und lag damit deutlich über dem geforderten Wert.
Die Auslastung des Risikolimits schwankte im Berichtsjahr moderat zwischen 50,9 % und 61,5 %.
Ursächlich für die Schwankungen waren die Folgen der jährlichen Validierungshandlungen
(bspw. Clustering im Spreadrisiko, neuer Marktdatenanbieter) sowie Effekte aus externen
Einflüssen (bspw. Schwankung der risikolosen Zinsen, Rückgang und Einengung der Credit
Spreads, Sitzlandprivilegierung).
Aktivseite in Tsd. Euro
1.	 Barreserve
a)	 Kassenbestand
b)	 Guthaben bei Zentralnotenbanken
darunter: bei der Deutschen Bundesbank:
a)	 täglich fällig
b)	 andere Forderungen
Kommunalkredite:
a)	 Geldmarktpapiere
b)	 Anleihen und Schuldverschreibungen
c)	 eigene Schuldverschreibungen
12.417.361
13.483.102
6.390.835
4.494.763
6.847.257
5.072.415
4.243.037
4.020.849
1.099.103
3.143.934
3.062.828
7.	 Beteiligungen
8.	 Anteile an verbundenen Unternehmen
9.	 Treuhandvermögen
2.868.192
11.	 Immaterielle Anlagewerte
b)	entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
12.	 Sachanlagen
14.	 Sonstige Vermögensgegenstände
15.	 Rechnungsabgrenzungsposten
2.153.215
6.	 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
1.865.631
5.	 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
4.	 Forderungen an Kunden
3.	 Forderungen an Kreditinstitute
19.133.274
20.147.676
Passivseite in Tsd. Euro
b)	 mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
3.839.434
2.	 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
b) 	andere Verbindlichkeiten
3.896.329
7.379.117
8.079.572
a)	 begebene Schuldverschreibungen
6.442.070
5. 	 Sonstige Verbindlichkeiten
7.332.492
3.350.045
7.144.330
4. 	 Treuhandverbindlichkeiten
873.407
6.505.710
3. 	 Verbriefte Verbindlichkeiten
11. 	Fonds für allgemeine Bankrisiken
12. 	Eigenkapital
6. 	 Rechnungsabgrenzungsposten
7. 	 Rückstellungen
a)	 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
c)	 andere Rückstellungen
a)	 Eingefordertes Kapital
c)	 Gewinnrücklagen
cd) andere Gewinnrücklagen (Zweckrücklage)
d)	 Bilanzgewinn
2. 	 Andere Verpflichtungen
Posten unter dem Bilanzstrich
1.	 Eventualverbindlichkeiten
b)	 Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
c)	 Unwiderrufliche Kreditzusagen
Aufwendungen in Tsd. Euro
1. 	 Zinsaufwendungen
darunter: verrechnete Erträge aus Negativ-Zinsen
2. 	 Provisionsaufwendungen
4.	 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a)	 Personalaufwand
aa)	 Löhne und Gehälter
ab)	 Soziale Abgaben und Aufwendungen
6. 	 Sonstige betriebliche Aufwendungen
7. 	 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und
bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu
8. 	 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
9. 	 Aufwendungen aus Verlustübernahme
12.	 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
13. 	Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 6 ausgewiesen
b)	 andere Verwaltungsaufwendungen
5. 	 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle
15. 	Jahresüberschuss
Erträge in Tsd. Euro
1.	 Zinserträge aus
a) 	Kredit- und Geldmarktgeschäften
darunter: verrechnete Aufwendungen aus Negativ-Zinsen
b) 	festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen
2.	 Laufende Erträge aus
a)	 Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere
b)	 Beteiligungen
4. 	 Provisionserträge
7. 	 Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
8. 	 Sonstige betriebliche Erträge
Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 nach handels­
rechtlichen Vorschriften sowie unter Einhaltung der Verordnung über die Rechnungslegung
der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
wurden beachtet.
Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Formblättern der
RechKredV. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Formblatt 2 (Kontoform) gewählt.
Die Bewertung der Vermögensgegenstände, der Verbindlichkeiten und der schwebenden Ge­
schäfte erfolgte nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB in Verbindung mit den §§ 340 ff. HGB.
Die Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) wurde beachtet.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind grundsätzlich zum Nominalbetrag angesetzt.
Agio- oder Disagiobeträge werden in die aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten
eingestellt und planmäßig aufgelöst.
Anteilige Zinsen aus Zinsswaps werden periodengerecht abgegrenzt. Der Ausweis erfolgt
saldiert je Vertrag unter den Positionen Forderungen an Kreditinstitute oder Kunden bzw. Ver­
bindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Kunden. Die Erfolge aus Zinsderivaten werden
im Zinsergebnis der Bank dargestellt. Ein- und ausgehende Close-out-Zahlungen werden mit
Fälligkeit in voller Höhe ergebniswirksam vereinnahmt.
Negative Zinsen aus Forderungen bzw. aus Verbindlichkeiten werden ertragsmindernd bzw.
aufwandsmindernd im Zinsertrag bzw. Zinsaufwand berücksichtigt.
Risiken im Kreditgeschäft wird durch die Bildung von Wertberichtigungen für Forderungen
und Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte Rechnung getragen. Darüber hinaus wer­
den Wertberichtigungen für minderverzinsliche Forderungen aufgrund von Margenverzichten
im Zusammenhang mit dem Fördergeschäft gebildet.
In Anlehnung an IAS 39 werden für erkennbare Adressrisiken bei signifikanten Forderungen
Einzelwertberichtigungen und bei nicht signifikanten Forderungen pauschalierte Einzelwert­
berichtigungen gebildet. Zunächst wird geprüft, ob objektive Hinweise vorliegen, die auf
eine Wertminderung schließen lassen. Im zweiten Schritt wird untersucht, ob die Forderung
tatsächlich im Wert gemindert ist. Die Höhe der Einzelwertberichtigung wird durch Abzug des
Barwerts aller noch erwarteten Zahlungseingänge vom Buchwert der Forderung ermittelt.
Die Höhe der pauschalierten Einzelwertberichtigung wird durch Multiplizieren des Buchwerts
mit einer erwarteten Ausfallrate (loss given default) ermittelt.
Für latente Risiken im Forderungsbestand werden in Anlehnung an IAS 39 Portfoliowertberich­
tigungen in Höhe des erwarteten Ausfalls unter Berücksichtigung einer Ausfallwahrschein­
lichkeit, einer Ausfallrate und eines Faktors für die Zeitspanne zwischen dem Erkennen des
drohenden Ausfalls und dem Eintritt des Ausfallereignisses gebildet.
Auf Grundlage des Grundsatzes der Einzelbewertung gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB wurde
bei Wertpapieren des Anlagevermögens von dem Wahlrecht nach § 340e Abs. 1 Satz 3 i. V. m.
§ 253 Abs. 3 Satz 4 HGB (Bewertung nach dem gemilderten Niederstwertprinzip) durchgängig
Gebrauch gemacht. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Abschreibungen
auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.
Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden nach dem strengen Niederstwertprinzip
Die übrigen Finanzanlagen (Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligun­
gen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen) werden zu Anschaffungskosten angesetzt;
bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Abschreibungen auf den niedrigeren
beizulegenden Wert vorgenommen.
Die Stellungnahme IDW RS BFA 3 wurde im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung zum
31. Dezember 2015 in vollem Umfang beachtet. Zur Ermittlung einer eventuell erforderlichen
Drohverlustrückstellung wird die barwertige Betrachtungsweise angewendet. Als Berech­
nungsgrundlage dient die wertorientierte Risikotragfähigkeit des Bankbuchs. Der Buchwert
wird vom Nettovermögen abgezogen, die Risiko- und Verwaltungskosten sowie die instituts­
spezifischen Refinanzierungskosten für fiktive Schließungsgeschäfte werden im erforderlichen
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden
planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, geringwertige Wirtschaftsgüter sofort
Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erfolgt durch externe
ver­sicherungsmathematische Sachverständige nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
(projected unit credit method) unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck.
Dabei wurden ein Gehaltstrend/BBG-Trend in Höhe von 2,5 % und ein Rententrend in Höhe
von 1,75 % (bzw. 1,0 % bei VBL-Zusagen) berücksichtigt. Der für die Bewertung verwendete
Rechnungszins beträgt 3,89 %. Erfolgswirkungen aus der Änderung des Rechnungszinses
werden im Zinsüberschuss erfasst. Erfolgswirkungen aus der Änderung sonstiger Bewertungs­
annahmen sind im Dienstzeitaufwand berücksichtigt. Der Zinsanteil an dem Zuführungs­
betrag zu den Pensionsrückstellungen wird in den Zinsaufwendungen ausgewiesen.
Die übrigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr werden abgezinst. Erfolgswirkungen aus der Änderung des Rechnungszinses
werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Der Zinsanteil an dem Zuführungsbetrag zu den
sonstigen Rückstellungen wird in den Zinsaufwendungen ausgewiesen.
Grundsätze der Währungsumrechnung
Die IBB schließt Geschäfte ausschließlich in Euro ab.
Anteilsbesitz der Investitionsbank Berlin gemäß § 285 Nr. 11 HGB
Name/Sitz des Unternehmens
IBB-Holding GmbH, Berlin 1,2
- 80,7
VC Fonds Berlin GmbH, Berlin 3, 5
VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin GmbH,
Berlin 3, 5
24.497,0
- 3.987,8
VC Fonds Technologie Berlin GmbH, Berlin 3, 5
48.355,1
- 3.210,8
IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, Berlin 2
115.079,3
IBB Business Team GmbH, Berlin 1,2
BTGI Berliner Trägergesellschaft für GewerbeInfrastrukturmaßnahmen mbH, Berlin 1,3
Immobiliengesellschaft Spreestadt-­
Wegelystraße mbH, Berlin 1,3
- 7.745,8
IBB Technologie-Entwicklungs-Fonds GmbH
& Co. KG, Berlin 1,2
- 78,6
- 11.502,1
- 509,2
ipal Gesellschaft für Patent­verwertung
Berlin mbH, Berlin 1, 2, 4
Potsdam 1,2
Technologie GmbH, Berlin 1,2
GmbH & Co. KG, Berlin 1,2
BerlinOnline Stadtportalbeteiligungs­
gesellschaft mbH, Berlin 1,2
Berlin Tourismus & Kongress GmbH, Berlin 1,2
- 27,1
Peppermint CBF 1 GmbH & Co. KG, Berlin 2
- 478,4
unmittelbarer Anteilsbesitz der IBB
Gesellschaftsrechtliche Veränderung: Anteilserhöhung bei der ipal von 52,5 % auf 81 %; zum 31. Dezember 2015 bestand für die IBB ein weiteres
Optionsrecht zur Anteilsübertragung; die Option wurde am 4. Januar 2016 ausgeübt und der Anteilsbesitz der IBB an der ipal auf 90,5 % erhöht
Gesellschaftsrechtliche Veränderung: Einbringung der VC Fonds in die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH
Der Anteil der IBB an den Stimmrechten in der Gesellschafterversammlung der Berlin Touris­
mus & Kongress GmbH beträgt 20,6 %. Der Anteil der IBB an den Stimmrechten in der Gesell­
schafterversammlung der Peppermint CBF 1 GmbH & Co. KG beträgt 20,0 %. Bei allen anderen
Gesellschaften entspricht der Kapitalanteil der IBB dem Anteil an den Stimmrechten.
Die Detailvereinbarung vom 16. April 2002 zwischen den ehemaligen Konzerngesellschaften
der Bankgesellschaft und dem Land Berlin, die nach Maßgabe des § 45 der Zuständigkeits- und
Verfahrensordnung in Teilen auch für die verselbstständigte IBB gilt, sieht für bestimmte
Sachverhalte eine gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschaften gegenüber dem Land
Berlin vor. Im Innenverhältnis wird die Haftungsverteilung zwischen den Gesellschaften durch
die Innenausgleichsvereinbarung vom 30. August 2002 geregelt, der die IBB am 10. August
2004 beigetreten ist. Nach dieser Vereinbarung richtet sich die Haftung nach den konkreten
Verursachungsbeiträgen der jeweiligen Gesellschaft, so dass einer als Gesamtschuldnerin
in Anspruch genommenen Gesellschaft Ausgleichsansprüche zustehen, wenn die Haftung
gegenüber dem Land auf Rechtsverhältnissen beruht, an denen sie nicht oder in geringerem
Maße beteiligt ist. Konkret haftet die IBB daher z. B. nicht für Auskünfte zu Kreditverhältnissen
oder Abführungsverpflichtungen von Konzern­gesellschaften, sofern sie den Kredit nicht
ver­geben hat oder an der Gesellschaft nicht beteiligt ist.
Unter die Detailvereinbarung fallen in der Bilanz zum 31. Dezember 2015 als Kommunalkredite
ausgewiesene Darlehen in Höhe von 1.223,3 Mio. Euro (Vorjahr 1.285,2 Mio. Euro), für die offene
Auszahlungsverpflichtungen in Höhe von 230,9 Mio. Euro (Vorjahr 270,8 Mio. Euro) bestehen,
sowie Bürgschaften in Höhe von 5,7 Mio. Euro (Vorjahr 8,2 Mio. Euro).
Zum Stichtag bestanden offene Einzahlungsverpflichtungen aus der Beteiligung an der
IBB Technologie-Entwicklungs-Fonds GmbH & Co. KG in Höhe von 7,7 Mio. Euro (Vorjahr
7,9 Mio. Euro) sowie aus der Beteiligung an der Peppermint CBF 1 GmbH & Co. KG in Höhe
von 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 2,5 Mio. Euro). Für die offenen Einzahlungsverpflichtungen aus
der Beteiligung an der IBB Technologie-Entwicklungs-Fonds GmbH & Co. KG wurde eine
Rück­stellung in Höhe von 50 Tsd. Euro (Vorjahr 200 Tsd. Euro) gebildet.
Weitere finanzielle Verpflichtungen, die weder in der Bilanz noch unter dem Strich aus­
gewiesen sind, sind für die Beurteilung der Finanzlage nur von untergeordneter Bedeutung.
Bezüge des Vorstands und des Verwaltungsrats sowie diesem Personenkreis gewährte Kredite
Dem Vorstand wurden im Geschäftsjahr 2015 folgende Bezüge gewährt:
Die negativen Beträge ergeben sich aus Rückzahlungen der jeweiligen Vorstände.
Die Zahlung einer variablen Erfolgsvergütung erfolgt auf Basis einer jährlich abzuschließenden
Zielvereinbarung. Die Zielvereinbarung ist nach unterschiedlichen Kriterien gewichtet. Sie
berücksichtigt sowohl die Gesamtleistung als auch individuelle Ziele. Hierzu gehören unter
anderem die wirtschaftliche Ertragskraft der Bank als auch strategische Ziele.
Bei einer Zielerreichung von 100 % ist die variable Erfolgsvergütung im vollen Umfang in Höhe der
Vorjahresvergütung festzusetzen. Bei Zielunterschreitungen ist die variable Erfolgsvergütung ent­
sprechend einer im Rahmen der Zielvereinbarung festgelegten Staffelung anteilig festzusetzen.
An frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen wurden im Geschäftsjahr 2015
folgende Bezüge gezahlt und Rückstellungen gebildet:
Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen (inklusive Zuführung zu Rückstellungen)
Rückstellungen für Pensionen früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen
An die Mitglieder des Verwaltungsrats wurden folgende Aufwandsentschädigungen gezahlt:
Mitgliedern des Vorstands und Verwaltungsrats wurden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und
Kredite gewährt.
Nach § 7 Abs. 4 der Satzung der IBB vom 2. September 2004 in der Fassung vom 7. September 2010
wenden der Vorstand und der Verwaltungsrat den Corporate Governance Kodex (CGK) in der je­
weiligen von der Senatsverwaltung für Finanzen herausgegebenen Fassung an. Die Regelungen
zum Berliner Corporate Governance Kodex (BCGK), welche Bestandteil der „Hinweise für Beteili­
gungen des Landes Berlin an Unternehmen“ sind, wurden am 15. Dezember 2015 vom Senat von
Berlin beschlossen. Die Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der IBB veröffentlicht.
Offenlegung durch die Institute (Säule 3)
Die nach den Artikeln 435 bis 455 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in der jeweils geltenden
Fassung sowie nach § 26a KWG erforderlichen Angaben werden in einem hierfür erstellten
Offenlegungsbericht gemacht. Der Bericht ist auf der Internetseite der IBB veröffentlicht.
Organe der Investitionsbank Berlin
der Aquila Gruppe
(ab 24. März 2015)
(ab 29. September 2015)
(bis 3. Februar 2015)
Staatssekretärin der Senatsverwaltung
für Finanzen des Landes Berlin
Vorsitzender des Vorstands i.R.
der Landesbank Schleswig-Holstein
(seit 2003: HSH Nordbank AG)
Mitglied des Vorstands des BBU
[gemäß Hinweise für Beteiligungen des Landes Berlin an Unternehmen in der Fassung
vom 15. Dezember 2015]
Zusammenwirken zwischen Verwaltungsrat und Vorstand
Dr. Jürgen Allerkamp wurde durch den Verwaltungsrat zum 1. Januar 2015 als Mitglied in den
Vorstand der IBB bestellt und zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Sonja Kardorf ist seit
dem 1. Juli 2014 als Vorstandsmitglied tätig. Vorstand und Verwaltungsrat haben eng und
vertrauensvoll zum Wohle der IBB zusammengearbeitet. Der Vorstand hat den Verwaltungsrat
zeitnah und umfassend über wichtige Angelegenheiten der IBB informiert. Das Zielbild der
IBB hat dem Vorstand als Handlungsleitlinie und dem Verwaltungsrat, in dem auch der Gesell­
schafter vertreten ist, als Kontrollmaßstab gedient.
Vorstand und Verwaltungsrat sind ihren Pflichten unter Beachtung einer ordnungsgemäßen
Unternehmensführung nachgekommen. Sie haben die Sorgfaltspflichten eines ordentlichen
und gewissenhaften Vorstands beziehungsweise Verwaltungsrats gewahrt. Neben den Rege­
lungen in der Satzung lag eine durch den Verwaltungsrat beschlossene Geschäftsordnung
für den Vorstand vor.
Der Vorstand hat die strategische Ausrichtung der IBB entwickelt und diese mit dem Verwal­
tungsrat, auch im Rahmen einer Strategieklausur, erörtert. Der Vorstand hat regelmäßig über
den Umsetzungsstand berichtet und Soll-Ist-Abgleiche vorgenommen. Planabweichungen
wurden plausibel und nachvollziehbar dargestellt sowie erforderliche Maßnahmen abge­
leitet. Der Vorstand hat den Verwaltungsrat zeitnah und umfassend über alle für die Bank
relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage,
des Risikomanage­ments und der Compliance in schriftlicher Form unter Hinzufügung der
erforderlichen Dokumente unterrichtet. Der Vorstand hat alle Geschäfte von grundlegender
und wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage einschließlich der
Änderungen von Bewertungsverfahren dem Verwaltungsrat zur Zustimmung vorgelegt. Der
zeitliche Vorlauf der übersandten Dokumente entsprach den Vorgaben der Satzung.
Der Verwaltungsrat hat seine Sitzungen unter Beteiligung des Vorstands abgehalten, mit
Ausnahme der Sitzungen, bei denen über seine Vergütung beraten wurde. Soweit Personen,
die nicht Mitglied des Verwaltungsrats sind, an dessen Sitzungen teilgenommen haben,
wurden sie auf ihre Verschwiegenheit verpflichtet.
Der Vorstand hat ausschließlich im Interesse des Unternehmens und dessen nachhaltiger
Wertsteigerung gearbeitet. Das Unternehmen benachteiligende Tätigkeiten wurden nicht
ausgeübt. Für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen
Richtlinien wurde vom Vorstand Sorge getragen.
Die Zusammenarbeit des Vorstands, seine Ressortverteilung sowie das Verfahren zur
Beschlussfassung des Gremiums sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt.
Die IBB verfügt über ein den Anforderungen der MaRisk entsprechendes wirksames Risiko­
management und Risikocontrolling. Die Vorschriften aus dem Landesgleichstellungsgesetz
Berlin, Partizipations- und Integrationsgesetz Berlin sowie dem Landesgleichberechtigungs­
gesetz wurden beachtet. In der IBB ist eine Frauen- und Schwerbehindertenvertretung
etabliert. Die Vergütung der Beschäftigten richtet sich nach dem aktuellen Tarifvertrag für
das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken.
Die Vergütung des Vorstandes erfolgte grundsätzlich auf Basis eines Jahresgehalts und einer
variablen Erfolgsvergütung, welche betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Vergütungen
an den Vorstand für Mehrarbeit, entgangenen Urlaub und Weihnachtsgeld wurden nicht
entrichtet. Im Rahmen der Entlastung eines ehemaligen Vorstandsmitglieds für die Geschäfts­
jahre 2013 und 2014 wurde im Geschäftsjahr 2015 die entsprechend festgesetzte Tantieme zur
Auszahlung gebracht. Gleichzeitig wurde im Zuge dieser Abrechnung das geltend gemachte
Zurückbehaltungsrecht umgesetzt. Nach abschließender Klärung der festgestellten Tatbestän­
de wurde im Berichtsjahr ein Teil des zurückgehaltenen Betrages an das ehemalige Vorstands­
mitglied ausgezahlt. Auf die Einhaltung des Abfindungs-Caps wurde geachtet.
Der Vergütungskontrollausschuss hat das Vergütungssystem sowie die Gesamtvergütung
für den Vorstand erörtert und dem Verwaltungsrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Die
IBB verfügt über eine gruppenweite Vergütungsstrategie, die auf die in der Geschäfts- und
Risiko­strategie niedergelegten Ziele ausgerichtet ist. Die IBB hat unter der Prämisse, dass
sie weiterhin kein bedeutendes Institut im Sinne der InstitutsVergV ist, die Regelungen der
InstitutsVergV umgesetzt und entspricht den Anforderungen.
Der Verwaltungsrat hat seine Aufgaben nach der Satzung, den Geschäftsordnungen für den
Vorstand sowie für den Verwaltungsrat und seine Ausschüsse wahrgenommen.
Aus der Satzung der IBB geht hervor, dass nur der zum Verwaltungsratsmitglied bestellt
werden darf, der besondere wirtschaftliche Erfahrungen und Sachkunde besitzt und geeignet
ist, die IBB zu fördern und sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben wirksam zu unterstützen. Eine
Altersgrenze für Verwaltungsratsmitglieder ist nicht bestimmt. Sie wird derzeit nicht für ange­
messen erachtet, da die Fähigkeit, die Geschäftsführung des Vorstands zu überwachen, nicht
generell bei Erreichen eines bestimmten Alters entfällt. Ehemalige Mitglieder des Vorstands
sind im Verwaltungsrat nicht vertreten.
Der Verwaltungsrat verfügt im Ergebnis der Bewertung nach § 25d KWG in seiner Gesamtheit
über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, insbesondere
über vertiefte Kenntnisse auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung, zur
Erledigung der Verwaltungsratstätigkeit.
Der Verwaltungsrat wurde vom Vorstand in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung
einbezogen und sah keinen ergänzenden Regelungsbedarf. Der Verwaltungsrat hat keine
weiteren Geschäfte an seine Zustimmung gebunden. Er wurde vom Vorstand über wichtige
Angelegenheiten informiert. Neben den ordentlichen Sitzungen des Verwaltungsrates und sei­
ner Ausschüsse haben keine außerordentlichen Sitzungen stattgefunden. Sitzungsfrequenzen
und Zeitbudgets entsprachen den Erfordernissen der Bank. Kein Verwaltungsratsmitglied hat
an weniger als an der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.
Zur Beratung und Unterstützung des Verwaltungsrats sowie zur Steigerung seiner Effizienz
hat die IBB einen Risiko- und Prüfungsausschuss (Vorsitzender: Herr Dr. Rümker), einen
Nominierungsausschuss (Vorsitzende: Frau Senatorin Yzer) sowie einen Vergütungskontroll­
ausschuss (Vorsitzende: Frau Senatorin Yzer) eingerichtet. Der Verwaltungsrat trifft seine
Entscheidungen im Plenum, gegebenenfalls nach Vorbefassung in seinen Ausschüssen. Den
Ausschüssen wurden durch Geschäftsordnung im Einklang mit § 25d KWG entsprechende
Entscheidungskompetenzen übertragen.
Die IBB hat von der Möglichkeit gemäß KWG Gebrauch gemacht, den Prüfungs- und den
Risikoausschuss zu einem gemeinsamen Ausschuss, dem Risiko- und Prüfungsausschuss,
zusammenzulegen, der sich u. a. mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des inneren
Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance befasst. Der Risiko- und
Prüfungsausschuss verfügt über den benötigten Sachverstand insbesondere auf den Gebieten
der Rechnungslegung sowie der Abschlussprüfung zur Erledigung der Ausschussarbeiten.
Zwischen der Verwaltungsratsvorsitzenden und dem Vorstand hat ein regelmäßiger Kontakt
stattgefunden, in dem Fragen der Strategie für das Unternehmen, der Planung, der Geschäfts­
entwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance auch außerhalb der
Verwaltungsratssitzungen beraten wurden. Der Vorstand hat die Verwaltungsratsvorsitzende
und den Vorsitzenden des Risiko- und Prüfungsausschusses über besondere Ereignisse unter­
richtet. Das Plenum des Verwaltungsrats wurde von den Vorsitzenden oder den stellvertreten­
den Vorsitzenden der Ausschüsse regelmäßig über Inhalte und Ergebnisse der Ausschussbera­
Kein Verwaltungsratsmitglied hat die vom BCGK vorgegebene maximale Zahl an Aufsichts­
ratsmandaten erreicht. Die Verwaltungsratsmitglieder haben keine Organfunktionen oder
Beratungsaufgaben bei Wettbewerbern ausgeübt.
Die Mitglieder des Verwaltungsrats haben die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und
Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahrgenommen. Unter anderem nahmen sie
an einer von der IBB organisierten Weiterbildung zu bankspezifischen und aufsichtsrechtlichen
Themen teil.
Die Vergütung der Mitglieder wurde auf Basis eines Senatsbeschlusses geregelt. Sonder­
leistungen wurden nicht gezahlt.
Über die Erst- und Wiederbestellung sowie die Abberufung des Vorstands wird nach Vorbe­
fassung des Nominierungsausschusses im Verwaltungsrat entschieden. Eine Altershöchst­
grenze für Vorstände ist in der Satzung festgelegt. Eine Nachfolgeregelung besteht nicht. Bei
Erstbestellung wurde die maximale Vertragslaufzeit von fünf Jahren nicht überschritten.
Der Verwaltungsrat hat die Zielvereinbarungen sowie die vorgesehene Gehaltsstruktur von
Fixum und variablen Bestandteilen für den Vorstand beschlossen. Der Verwaltungsrat hat sich
im Geschäftsjahr im Einklang mit § 25d KWG sowie Abschnitt III Nr. 8 BCGK mit der Effizienz
seiner Tätigkeit befasst. Es waren nach seinen Feststellungen keine Ereignisse zu verzeichnen,
die eine eingeschränkte Effizienz erkennen lassen.
Vorstand und Verwaltungsrat haben die Unternehmensinteressen gewahrt und keine per­
sönlichen Interessen verfolgt. Im Berichtszeitraum hat ein Mitglied des Verwaltungsrates zu
einem Sachverhalt einen Interessenkonflikt offengelegt. Das Mitglied des Verwaltungsrates
hat, sofern der Sachverhalt im Verwaltungsrat erörtert worden ist, nicht an der Erörterung
teilgenommen. Interessenkonflikte im Übrigen haben nicht bestanden.
Geschäfte mit der IBB durch Mitglieder des Vorstandes, ihnen nahestehende Personen oder
ihnen persönlich nahestehende Unternehmen bestanden nicht und mussten dementspre­
chend dem Verwaltungsrat nicht zur Zustimmung vorgelegt werden.
Dem Verwaltungsrat wurden weder Berater-, Dienstleistungs- und Werkverträge noch
sonstige Verträge von Verwaltungsratsmitgliedern mit der IBB zur Zustimmung vorgelegt.
Der Verwaltungsrat hat keine auf Einzelfälle bezogenen Verfahrensregelungen für Geschäfte
mit der IBB erlassen.
Die Mitglieder des Vorstandes haben die Regeln des umfassenden Wettbewerbsverbots beach­
tet, weder Vorteile gefordert noch angenommen oder solche Vorteile Dritten ungerechtfertigt
gewährt. Dem Vorstand ist kein Fall der Vorteilsannahme oder -gewährung bei den Beschäftig­
ten der IBB bekannt geworden.
Für die durch den Vorstandsvorsitzenden wahrgenommenen Nebentätigkeiten wurde vorab
die Zustimmung des Verwaltungsrates eingeholt. Mitgliedern des Vorstandes und des Verwal­
tungsrats wurden keine Darlehen gewährt.
Tatsachen im Tätigkeitsbereich der IBB, die nicht unwesentliche Auswirkungen auf die Vermö­
gens- und Finanzlage bzw. auf den allgemeinen Geschäftsverlauf hatten, sind nicht bekannt
Die Mitglieder des Vorstands sowie des Verwaltungsrats haben die Einwilligung zur Offen­
legung der Bezüge abgegeben. Diese werden im Anhang zum Jahresabschluss sowie im
Geschäftsbericht individualisiert unter Angabe der Bestandteile angegeben. Die Vorschriften
gemäß § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a Satz 5 bis 9 des Handelsgesetzbuches finden bei der
Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses Anwendung.
Für den Vorstand ist im September 2015 für die Laufzeit eines Jahres eine D&O-Versicherung
mit einem Selbstbehalt von 3 Monatsfixbezügen und für den Verwaltungsrat ohne Selbst­
behalt prolongiert worden.
Unternehmensinformationen werden auch über das Internet veröffentlicht.
Der Jahresabschluss wurde unter Benennung der Beteiligungsunternehmen der IBB ent­
sprechend den anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen ordnungsgemäß aufgestellt.
Zwischenberichte wurden vom Verwaltungsrat mit dem Vorstand regelmäßig erörtert.
Der Rechnungshof hat im Rahmen der Beauftragung vom Abschlussprüfer eine Erklärung er­
halten, dass keine beruflichen, finanziellen oder sonstigen Verpflichtungen – auch nicht seitens
Organen des Abschlussprüfers – mit der IBB, respektive seinen Organmitgliedern, bestanden. An
der Unabhängigkeit des Prüfers, seiner Organe bzw. der Prüfungsleiter bestanden keine Zweifel.
Der Rechnungshof von Berlin hat dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag erteilt und mit
ihm die Honorarvereinbarung getroffen.
Der Abschlussprüfer hat mit dem Rechnungshof vereinbart, ihn und den Verwaltungsrat über
wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse zu unterrichten. Der Abschlussprüfer wurde
ferner vom Rechnungshof von Berlin beauftragt, die Verwaltungsratsvorsitzende bei Vorliegen
möglicher Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten. Der Abschlussprüfer hat keine
Befangenheitsgründe vorgetragen.
Dem Abschlussprüfer sind keine Tatsachen bekannt geworden, die eine Unrichtigkeit dieser
abgegebenen Erklärung zum Berliner Corporate Governance Kodex ergeben. Der Abschluss­
prüfer hat an den Beratungen des Verwaltungsrats über den Jahresabschluss teilgenommen
und hat über wesentliche Ergebnisse seiner Prüfung berichtet.
Dr. Matthias von
VS Vorstandsstab & Volkswirtschaft
Isabelle Ziesche
IS Immobilien- und Stadtentwicklung
SP Strategie und Produkte
BM Beteiligungsmanagement
WF Wirtschaftsförderung
Ilona Schlawe
Dr. Michael Zenz
RV Revision
Dr. Stefan Elsholz
UC Unternehmenscompliance
BO Betriebsorganisation
BI Betreuung Immobilienförderung
Patricia Genth
FC Finanzen und Controlling
KB Kreditbetreuung
RB Risikobetreuung
Martin Tolkmitt
Telefon:	 030 2125-0
Telefax:	 030 2125-2020
Wilhelm-Kabus-Straße 21 – 35
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Investitionsbank Berlin (Seiten U2, 11, 12 und 15)
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