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Timestamp: 2017-05-26 13:42:37
Document Index: 384720175

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 84', '§ 99', '§ 84', '§ 95', '§ 30', '§ 25', '§ 75', '§ 75', '§ 75', '§ 105', '§ 27', '§ 84']

Hon.-Prof. Dr. Irene Welser 1 Haftung von Leitungs- und Kontrollorganen 4. Einheit WS 2015/16 Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Partner CHSH. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Gerda Kaiser
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Hon.-Prof. Dr. Irene Welser 1 Haftung von Leitungs- und Kontrollorganen 4. Einheit WS 2015/16 Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Partner CHSH
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser § 25 GmbHG : „ Die Geschäftsführer sind der Gesellschaft gegenüber verpflichtet, bei ihrer Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden.“ 2 Gesetzliche Grundlagen
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser § 84 Abs 1 AktG „Die Vorstandsmitglieder haben bei ihrer Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters anzuwenden. Über vertrauliche Angaben haben sie Stillschweigen zu bewahren.“ Gesetzliche Grundlagen
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Gesetzliche Grundlagen § 99 AktG „Für die Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit der Aufsichtsratsmitglieder gilt § 84 über die Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit der Vorstandsmitglieder sinngemäß.“
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser § 95 Abs 1 AktG, § 30j Abs. 1 GmbHG „Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen.“ Gesetzliche Grundlagen
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Beendigung der Vorstandsfunktion Arbeitsrechtliche Entlassung: § 25 ff. AngG Gesellschaftsrechtliche Abberufung aus wichtigem Grund: § 75 Abs 4 AktG 6
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Abberufung des Vorstands (1) § 75 Abs 4 AktG: „ Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied […] widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt“ Ansprüche aus Arbeitsvertrag hiedurch nicht berührt! 7
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Wichtiger Grund: (§ 75 Abs 4 AktG) –Grobe Pflichtverletzung –Unfähigkeit zur Geschäftsführung –Entziehung des Vertrauens durch die HV Diese Aufzählung ist nicht taxativ Andere Gründe möglich, wenn sie in Qualität und Intensität gleichkommen. Beurteilung im Einzelfall Widerruf wirksam, solange nicht gerichtlich Unwirksamkeit festgestellt 8 Abberufung des Vorstands (2)
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Grobe Pflichtverletzung Verletzung von Pflichten, die aus einer Organfunktion resultieren Unmittelbarer Zusammenhang mit der Organstellung Mögliches Beispiel: strafbare Handlung (z.B. Insidergeschäfte) Vermögensschaden nicht erforderlich 9
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung Unvermögen des Vorstandsmitglieds zur Geschäftsführung muss über eine bloße Untüchtigkeit oder wirtschaftlichen Misserfolg hinausgehen. Einmaliges Scheitern ist keine Unfähigkeit Leistungsfähigkeit muss dauerhaft beeinträchtigt sein 10
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Entzug des Vertrauens durch die Hauptversammlung Wichtiger Grund bei aus offenbar nicht unsachlichen Gründen erfolgtem Vertrauensentzug Auch ein nicht mit Gründen versehener HV-Beschluss ist eine ausreichende Grundlage für einen Widerruf durch den AR. Allerdings muss die Gesellschaft in einem Bekämpfungsprozess die konkreten Gründe für den Vertrauensentzug offenlegen und beweisen 11
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Zuständigkeit Gleichgültig um welchen Abberufungsgrund es sich handelt: immer ist es der AR, der die Abberufung vornimmt und zwar ausschließlich durch Beschluss Eine Verpflichtung des AR, bei Vorliegen eines Abberufungsgrundes, die Abberufung auch tatsächlich vorzunehmen, besteht nicht Wahrnehmung bzw Ausübung von pflichtgemäßem Ermessen 12
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Einschränkung / Erweiterung der Gründe Die Abberufungsgründe des AktG können durch die Satzung weder eingeschränkt noch erweitert werden. Dies kann auch nicht im Rahmen des Bestellungsbeschlusses geschehen. 13
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Unverzügliche Geltendmachung der AR muss von seinem Abberufungsrecht unverzüglich Gebrauch machen bei sonstiger Verwirkung seines Rechts Eine angemessene Zeit zur Befassung des Plenums, zur Überlegung, uU auch zur näheren Sachverhaltsermittlung und nicht zuletzt zur Bewältigung aller notwendigen Verfahrensschritte (zB Einholung der Zustimmung der Mehrheit der Kapitalvertreter) steht aber dem AR selbstverständlich zur Verfügung 14
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Formales Die Abberufung ist ein einseitiger körperschaftsrechtlicher Akt, der wohl zugehensbedürftig, nicht jedoch annahmebedürftig ist. Der Funktionsverlust tritt folglich mit Zugang ein Parallel dazu: Auflösung des Arbeitsvertrages erforderlich! Unterschied Entlassung / Kündigung Unterschiede befristete und unbefristete Managerverträge 15
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Arbeitsrechtliches Risiko Wenn ein Vorstand / Geschäftsführer zwar abberufen, aber nicht (arbeitsrechtlich) entlassen wird: –Risiko, dass er „zurückfällt“ und als „einfacher Dienstnehmer“ anzusehen ist –dann: Kündigung nach § 105 ArbVG Sonderproblem Vorstandsvertrag: Entlassung kann nicht als Kündigung wirken, wenn Vertrag befristet und keine ordentliche Auflösungsmöglichkeit 16
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Strafrechtswidriges Verhalten eines Vorstandsmitglieds Kann sowohl Entlassungs-, als auch Abberufungsgrund darstellen Abberufungsgrund, wenn grobe Pflichtverletzung Entlassungsgrun,d wenn Vertrauensunwürdigkeit gem. § 27 Z 1 AngG Vorliegen der Straftat genügt Bloßer Verdacht reicht in der Regel nicht aus Ermittlungsverfahren, Anklageerhebung oder Verurteilung nicht erforderlich 17
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Allfällige Schadenersatzansprüche gegen Vorstand: Vergleich/Verzicht möglich? § 84 Abs 4 Akt „ […] Die Gesellschaft kann erst nach fünf Jahren seit der Entstehung des Anspruchs und nur dann auf Ersatzansprüche verzichten oder sich darüber vergleichen, wenn die Hauptversammlung zustimmt und nicht eine Minderheit, deren Anteile zwanzig vom Hundert des Grundkapitals erreichen, widerspricht. Die zeitliche Beschränkung gilt nicht, wenn der Ersatzpflichtige zahlungsunfähig oder überschuldet ist und sich zur Überwindung der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung mit seinen Gläubigern vergleicht.“ 18
Hon.-Prof. Dr. Irene Welser Möglichkeit auf Ansprüche zu verzichten oder Vergleich abzuschließen ist beschränkt: –Zeitlich: erst 5 Jahre nach der Entstehung –Formal: Zustimmung der Hauptversammlung Ausnahme bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung 19 Allfällige Schadenersatzansprüche gegen Vorstand: Vergleich/Verzicht möglich?
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