Source: http://www.faire-arbeit.at/Bestimmungen/Holzindustrie
Timestamp: 2019-09-21 15:33:24
Document Index: 136079667

Matched Legal Cases: ['§8', '§ 96', '§ 21', '§ 21', '§ 4', '§ 21']

Faire Arbeit - Bestimmungen - Holzindustrie
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Was ist ein KV | Bauhilfsgewerbe | Bauindustrie | Holzbaumeistergewerbe | Holzindustrie | BUAK |
Der Kollektivvertrag für die Holzindustrie gilt für alle Arbeiter (einschließlich Lehrlinge), die bei Betrieben, deren Inhaber Mitglieder im Fachverband der holzverarbeitenden Industrie Österreichs sind, beschäftigt sind. Für die Zugehörigkeit zu diesem Kollektivvertrag ist also entscheidend, über welche Gewerbeberechtigung ein Betrieb verfügt.
Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. Die tägliche Normalarbeitszeit kann bis zu 9 Stunden, betragen. Die Arbeitszeit muss auf mindestens fünf Tage verteilt werden. Eine vier Tage Woche ist möglich. In diesen Fällen beträgt die Normalarbeitszeit 10 Stunden.
Die Zeit von der 38,5 bis zur 40. Wochenstunden sind Mehrarbeitsstunden, ab der 41. Wochenstunde werden Überstunden geleistet. Sowohl für Mehrarbeitsstunden als auch für Überstunden gebührt ein Zuschlag von 50 Prozent.
Wegzeiten sind keine Arbeitszeiten. Die Arbeit beginnt daher auf der Baustelle. Werden aber vor dem Eintreffen auf der Baustelle Lade- oder andere Tätigkeiten auf dem Firmengelände erledigt, beginnt die Arbeitszeit mit dem Eintreffen auf dem Firmengelände. Die Arbeit endet mit dem Abschluss der Arbeit auf der Baustelle, es sei denn es werden noch Tätigkeiten auf dem Firmengelände ausgeübt. In diesem Fall endet die Arbeitszeit mit dem Abschluss der Arbeiten am Firmengelände.
Pausen sind keine Arbeitszeit und müssen daher auch nicht bezahlt werden. Nach sechs Stunden Arbeit muss eine Pause von mindestens einer halben Stunde gemacht werden.
Grenzen der Arbeitszeit
Täglich darf nicht mehr als zehn Stunden, wöchentlich nicht mehr als 50 Stunden gearbeitet werden, wobei innerhalb von 17 Wochen die Arbeit so verteilt werden muss, dass durchschnittlich nicht mehr als 48 Stunden pro Woche gearbeitet werden darf.
Es dürfen fünf Überstunden pro Woche, über das Jahr verteilt zusätzlich 60 Überstunden geleistet werden. Pro Woche dürfen insgesamt nicht mehr als zehn Überstunden geleistet werden.
Bei vorrübergehend auftretenden besonderen Arbeitsbedarf können zur Verhinderung eines unverhältnismäßigen wirtschaftlichen Nachteils durch Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat durch Einzelvereinbarung, in höchstens 24 Wochen des Kalenderjahres Überstunden bis zu einer Wochenarbeitszeit von 60 Stunden zugelassen werden, wobei die tägliche Arbeitszeit zwölf Stunden nicht überschreiten darf. Nach acht Wochen verlängerte Arbeitszeit ist in den folgenden zwei Wochen keine Verlängerung zulässig. Derartige Vereinbarungen sind der Gewerkschaft, der Wirtschaftskammer und dem zuständigen Arbeitsinspektorat zu übermitteln.
Die Arbeitszeitbeschränkung des AZG findet keine Anwendung bei Fällen einer Abwendung oder unmittelbaren Gefahr für die Sicherheit des Lebens oder für die Gesundheit von Menschen oder zur Behebung einer Betriebsstörung oder zur Verhütung eines drohenden, unverhältnismäßigen Sachschadens.
Die wöchentliche Arbeitszeit kann innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von längstens 52 Wochen ungleichmäßig so verteilt werden, dass sie im wöchentlichen Durchschnitt 38,5 Stunden nicht überschreitet. Die Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit kann innerhalb einer Bandbreite von 35 bis 45 Stunden erfolgen. Die wöchentliche Normalarbeitszeit darf 45 Stunden nicht überschreiten und 35 Stunden nicht unterschreiten.
Auf diese Weise können innerhalb von 52 Wochen maximal 90 Zeitausgleichsstunden nach der 40. Bis zur 45. Stunde erworben werden. Bis zur 60. Erworbenen Stunde gebührt ein Zeitzuschlag von 15% pro Stunde, für die restlichen 30 Stunden 20% pro Stunde.
Nach dem Erwerb dieser 90 Stunden muss der Zeitausgleich innerhalb von 2 Monaten nach Ende des Durchrechnungszeitraums verbraucht werden. Dieser Verbrauch kann durch Betriebsvereinbarung auf bis zu sechs Monate ausgedehnt werden.
Zuschläge für Sonntags-, Schicht- und Feiertagsarbeit
Wird zu folgenden Zeiten gearbeitet, gebühren Zuschläge wie folgt:
Vor der Überstundenleistung kann vereinbart werden, dass für die geleisteten Stunden an Stelle von Geld Zeitausgleich im Verhältnis 1:1,5 bzw. 1:2 konsumiert wird.
Störzulage
Bei Arbeiten außer Haus bei bis zu 10 km Entfernung vom Arbeitsplatz erhält der Arbeitnehmer 1,09 Euro pro Stunde, bei Arbeiten von mehr als 10 km Entfernung vom Arbeitsplatz erhält der Arbeitnehmer einen Zuschlag von 31,8 Prozent auf seinen Stundenlohn. In Wien, Graz und Linz gilt dies sinngemäß für innerhalb und außerhalb der Stadtgrenze.
Reiseaufwands- und Fahrtkostenvergütung
Arbeitnehmer, die von einer Arbeitsstätte zu einer anderen Arbeitsstätte gesendet werden, haben Anspruch auf den Ersatz der Reisekosten für die einmalige Hin- und Rückfahrt sowie auf Bezahlung der Reisestunden zum kollektivvertraglichen Stundenlohn, wenn die Arbeitsstelle mehr als 2,5 Kilometer Wegstrecke entfernt ist.
Weihnachtsremuneration und Urlaubszuschuss
Nach vier wöchiger Betriebszugehörigkeit erhalten Arbeitnehmer ein Weihnachtsgeld und einen Urlaubszuschuss von 4,33 Wochenlöhnen. Akkordarbeiter erhalten einen Monatsverdienst, der sich aus dem Durchschnitt der letzten 13 Wochen errechnet.
Bei Beendigung des Dienstverhältnisses wegen gerechtfertigter Entlassung und unberechtigtem, vorzeitigem Austritt erlischt der Anspruch, ansonsten wird er aliquotiert.
Verfallsbestimmungen
Ansprüche müssen innerhalb von 4 Monaten beim Dienstgeber geltend gemacht werden, Ansprüche auf den vertraglichen Lohn müssen innerhalb von 3 Monaten geltend gemacht werden. Lehnt der Dienstgeber den Anspruch ab, muss er innerhalb von 18 Monaten eingeklagt werden.
Dies Arbeitsverhältnis, das bis zu einem Jahr besteht, kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer unter Einhaltung einer zweiwöchigen Kündigungsfrist zum letzten Arbeitstag einer Kalenderwoche gelöst werden. Dauerte das Arbeitsverhältnis länger als ein Jahr beträgt sie 3 Wochen, dauerte es 5 Jahre vier Wochen, dauerte es 10 Jahre fünf Wochen, dauerte es 15 Jahre sieben Wochen, dauerte es 25 Jahre neun Wochen zum letzten Arbeitstag einer Kalenderwoche.
Urlaub (BUAK)
(Quelle BUAK)
Ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin, der/die bei einem Betrieb beschäftigt ist, der dem Bauarbeiter-Urlaubs-und Abfertigungsgesetz (BUAG) unterliegt, erwirbt pro Beschäftigungstag einen Anwartschaftstag. Dafür muss der Betrieb für jeden Beschäftigungstag bei der BUAK einen Zuschlag für den Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin In für den Sachbereich Urlaub leisten. Ist der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin beispielsweise eine Woche und 3 Tage bei einem Betrieb beschäftigt, so erwirbt er/sie 1,6 Anwartschaftswochen für den Sachbereich Urlaub.
Unterjährig wird nur der volle Urlaubsanspruch in Tagen erworben, erst am Jahresende wird der Urlaubsanspruch kaufmännisch gerundet.
bis 1150 gesammelte Anwartschaftswochen (25 Tage Urlaubsanspruch)
25x Anzahl der Anwartschaftswochen = Urlaubsanspruch 52
Beispielsweise ergeben 12,2 gesammelten Anwartschaftswochen (25x12,2/52) = 5,9 Tage.
Während des Kalenderjahres können nur 5 Tage geltend gemacht werden, am Ende des Jahres entspricht dies 6 Urlaubstagen.
Die Höhe des Urlaubsentgeltes ist unterjährig gleich hoch wie am Ende des Kalenderjahres.
ab 1150 gesammelte Anwartschaftswochen (30 Tage Urlaubsanspruch)
30x Anzahl der Anwartschaftswochen = Urlaubsanspruch 52
Nach Erreichen von 52 Anwartschaftswochen innerhalb eines Kalenderjahres besteht ein voller Urlaubsanspruch in Höhe von 25 bzw. 30 Arbeitstagen. Der Anspruch entsteht im Verhältnis zu den zurückgelegten Beschäftigungswochen innerhalb eines Kalenderjahres.
Mit dem darauffolgenden Kalenderjahr beginnt ein neues Urlaubsjahr und die Anwartschaftswochen werden wieder extra gezählt.
Anspruchsverfall
Der Urlaubsanspruch verfällt, wenn der/die Arbeitnehmer/in den Urlaub nicht bis zum 31. März des drittfolgenden Jahres nach dem Kalenderjahr, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist, verbraucht hat.
Damit Urlaub konsumiert werden kann, bedarf es einer einvernehmlichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/ Arbeitnehmerin. Der Urlaub kann nur während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses verbraucht werden. Alternativ hierzu kann von dem Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin In eine Urlaubsersatzleistung (Urlaubsverbrauch bei der BUAK) im Anschluss an das letzte Arbeitsverhältnis beansprucht werden.
Nachdem ein Urlaub zwischen Arbeitnehmer/Arbeitnehmerin und Betrieb vereinbart worden ist, reicht der Betrieb bei der BUAK um Urlaubsentgelt ein. Je nachdem, ob der Betrieb ein Treuhandkonto gem. §8 Abs.3 eingerichtet hat oder nicht, überweist die BUAK das Urlaubsentgelt an den Betrieb oder direkt als Nettourlaubsentgelt an den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin. Der Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin hat Anspruch darauf, das Urlaubsentgelt vor Antritt des Urlaubs zu erhalten.
Höhe des Entgelts
Das Urlaubsentgelt setzt sich aus 50% Lohnfortzahlung und 50% Urlaubszuschuss zusammen
Der Tageszuschlag, den die/der Arbeitgeber/in pro Arbeitstag zu entrichten hat, wird aufgrund des KV-Lohnes (kollektivvertraglicher Stundenlohn) des Arbeitnehmers/ der Arbeitnehmerin seit 01.01.2015 nach folgender Formel berechnet:
(KV-Lohn + 20 %) x Faktor
Die Höhe des Faktors richtet sich nach der wöchentlichen Normalarbeitszeit. Mit der Zuschlagsverordnung im BGBl II Nr. 419/2010 wurden durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) folgende Faktoren seit 01.01.2011 festgesetzt:
bei 40 Stunden ist der Faktor > 11,85
bei 39 Stunden ist der Faktor > 11,55
bei 38,5 Stunden ist der Faktor > 11,40
Zuschläge, die nicht vom Betrieb zu bezahlen sind (Urlaub), werden von der BUAK bezahlt.
War die/der Arbeitnehmer/in im Akkord oder Leistungslohn (§ 96 Abs. 1 Z. 4 Arbeitsverfassungsgesetz) beschäftigt, ist zur Berechnung des Zuschlages der KV-Lohn, aufgrund einer bestehenden kollektivvertraglichen Akkordvereinbarung, entsprechend aufzuwerten.
Der Zuschlag zum Lohn, der gemäß § 21a BUAG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 und 2 BUAG zur Bestreitung des Aufwandes für die Zusatzurlaubsregelung für Schichtarbeit gemäß § 4b BUAG einschließlich der anteiligen Verwaltungskosten zu entrichten ist, beträgt für eine Anwartschaftswoche das 2,80-fache des um 20% erhöhten kollektivvertraglichen Stundenlohnes gemäß § 21a Abs. 3 und 4 BUAG
Der SCHURL-Zuschlag errechnet sich seit 01.01.2014 wie folgt:
(KV-Lohn x 1,22 x Faktor)
Faktor=2,8
Rechte bei Entsendungen nach Österreich
Von einer Entsendung spricht man, wenn Dienstnehmer, die bei ausländischen Unternehmen beschäftigt sind für dieses ausländische Unternehmen in Österreich vorübergehend Aufträge ausführen. Die europäische Entsenderichtlinie regelt, wie diese entsendeten DN zu entlohnen sind. Sie haben jenes Entgelt zu erhalten, das vergleichbaren AN bei österreichischen Unternehmen zustehen würde.
Somit haben entsendete AN Anspruch auf den kollektivvertraglichen Lohn, aliquotes Urlaubsgeld, aliquotes Weihnachtsgeld, aliquoten Urlaub nach österreichischem Urlaubsrecht, wenn der zustehende Urlaub im Heimatland geringer ist und alle Zulagen, die der österreichische Kollektivvertrag vorsieht. Auch pauschalierte Taggelder sind seit einer EU-Judikatur (Säkojen 2006) zu bezahlen. Entgeltfortzahlung, Jubiläumsgelder und andere, nicht auf das Entgelt bezogene Ansprüche richten sich nach den gesetzlichen Regelungen des Entsendestaates.
Versteuert wird das Einkommen ebenfalls grundsätzlich im Entsendestaat, es sei denn, internationale Abkommen sehen anderes vor. Gleiches gilt für die Sozialversicherungspflicht: Grundsätzlich bleibt der entsendete Dienstnehmer in seinem Heimatland versichert. Dies gilt für einen Zeitraum von …. Monaten. Danach herrscht Versicherungspflicht im Empfangsstaat.
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