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Timestamp: 2017-11-23 23:02:13
Document Index: 354639185

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 11', '§ 3', '§ 3', '§ 11', '§ 3', '§ 11', '§ 11', '§ 3', '§ 11', '§ 3', '§ 11']

ALG 2 und Bundesfreiwilligendienst Gehalt Anrechnung - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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14.11.2011, 12:55 #1
ALG 2 und Bundesfreiwilligendienst Gehalt Anrechnung
zum einen darf laut "google" ein alg 2 Bezieher vom Bufdi Gehalt 60 Euro behalten.
Der Rest würde angerechnet werden.
Aber das kann ja schonmal gar nicht sein.
Normalerweise sind doch sowieso schon 100 Euro Anrechnungsfrei und ab da an sind doch zusätzlich 20% frei bis 1000 Euro.
Also wieviel darf man WIRKLICH behalten?
Und ausserdem: Der § 11b Abs. 2 S. 3 SGB II sagt, dass man 175 Euro behalten darf.
Das was man beim Bundesfreiwilligendienst bekommt, ist ja eine Aufwandsentschädigung.
Ich habe mir gedacht, wenn ich nun einen bundesfreiwilligendienst in Teilzeit mache, dann käme ich ja auf +- 150 Euro die ich dann 100% behalten darf, ohne Anrechnung. Anders ist das für mich nicht logisch.
Also kann mir da mal nun einer sagen was jetzt stimmt und was nicht?
AW: ALG 2 und Bundesfreiwilligendienst Gehalt Anrechnung
Es ist so: Weshalb das auch keiner machen will.
Die 100 € Grundfreibetrag + 20 % hat man nur bei Arbeitseinkommen...
14.11.2011, 13:04 #3
"Es ist so" ist kein Argument. Das muss ja auf einem Gesetz basieren.
Aufwandsentschädigungen werden doch bis 175 Euro nicht angerechnet. Da können die sich drehen wie sie wollen, 175 sollte man doch dann behalten dürfen nach der aktuellen Gesetzeslage. Oder ist da ein nachvollziehbarer Haken?
Einfach nur so ist nichts auf dieser Welt.
14.11.2011, 15:45 #4
ALG II-Verordnung
13. vom Taschengeld nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder § 2 Nummer 4 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes, das ein Teilnehmer an einem Jugendfreiwilligendienst oder Bundesfreiwilligendienst erhält, ein Betrag in Höhe von 60 Euro.
Quelle: § 1 ALG II-V Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen
Dazu käme dann noch die Versicherungspauschale (30 €) und u. a. Kfz-Haftpflicht, die abgesetzt werden können, wenn sie bisher noch nicht geltend gemacht wurden, weil kein Einkommen vorhanden war.
In § 11b, Abs. 2 Satz 3 geht's um Einnahmen aus Tätigkeiten nach § 3 Nr. 12, 26, 26a oder 26b des EStG:
"Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 175 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 175 Euro tritt. 4§ 11a Absatz 3 bleibt unberührt."
Um was es sich da genau handelt, kannst Du in § 3 des EStG nachlesen.
14.11.2011, 18:08 #5
Das muss doch ein Irrtum sein.
14.11.2011, 19:04 #6
Naja, man könnte es noch mit blau auf gelb oder rot auf grün probieren. Steht aber trotzdem das gleiche drin wie eben in schwarz auf weiß geschrieben.
Das ist kein Irrtum.
14.11.2011, 20:19 #7
Nach nun ausführlicher Recherche steht für mich fest:
Bufdi Gehalt = Aufwandsentschädigung und Aufwandsentschädigung sind bis 175 Euro nicht anzurechnen aufs alg 2. Ende der Debatte.
Das werd ich denen so schon einflößen beim JC wenn die sich quer stellen.
Das mit den Farben ist etwas albern, lass uns sachlich bleiben ;)
14.11.2011, 20:26 #8
*klick* Vergütung, Entgelt, Gehalt, Verdienst Bundesfreiwilligendienst (BFD)
*klick* BFD und Arbeitslosengeld II
14.11.2011, 20:35 #9
14.11.2011, 20:36 #10
Wenn Du's außerhalb eines BF-Dienstes mächen würdest, dann sähe es so aus:
Siehe ab Randziffer 11.18 in den FH zu § 11, 11a und 11b:
14.11.2011, 20:39 #11
Widerspruch müsstest Du dann beim JC einreichen, nicht hier :/
14.11.2011, 20:44 #12
Darum sagte ich ja auch einspruch :D
Also für mich ist es klar... bufdi bekommen eine Aufwandentschädigung und die werden anders verrechnet, und das mit 60 Euro kann ja wohl nur stimmen wenn man es mit sich machen lässt?! Dass das immer so kompliziert sein muss....
14.11.2011, 20:52 #13
Vielleicht solltest du dich deutlich äußern was du hören willst: Wie es gehandhabt wird oder wie wir das finden!
Es ist wie es ist... es sei denn du gehst dagegen gerichtlich vor oder schaffst es (woran ich nicht gaube), deinen SB von deiner Meinung zu überzeugen.
Uns brauchst nicht überzeugen, wir sind deiner Meinung, daß das Beschiß ist... das Thema hatten wir hier im Forum schon vor längerer Zeit.
14.11.2011, 21:25 #14
beschiss hin oder her, ich will nur das mit der aufwandsentschädigung geklärt haben.
Im prinziep wäre ich auch mit 60 euro zufrieden, schließlich geht es bei dieser Tätigkeit nicht in erster Linie darum viel Geld zu kassieren sondern zu helfen. Und gezwungen wird ja auch niemand dazu.
Aber dennoch wären 175 Euro freibetrag besser. Und zu viel verlangt wäre das ja auch in keinster Weise. Damit wäre dann sogar beiden Seiten geholfen!
Werd mal beim SB nachfragen...
14.11.2011, 21:35 #15
Der holt dann sein "Handbuch" (fachliche, für die Jobcenter verbindliche Hinweise der BA zum SGB II, hier zu § 11, 11a und 11b, siehe unten) heraus und dort steht die Bezeichnung "Taschengeld" und dass 60 € nicht anrechenbar sind.
Ist aber auch egal. Selbst wenn's eine Aufwandsentschädigung ist (eine "Art Aufwandsentschädigung", wie es in einem der anderen Links heißt), dann kann er Dir nicht die 175 € Grundfreibetrag gewähren, wenn das über den BFD läuft.
Du könntest hingehen und nachfragen, ob sie jemanden außerhalb des BFD suchen und Du's per Aufwandsentschädigung, hier dann als "ehrenamtliche nebenberufliche Tätigkeiten bei einer gemeinnützigen Einrichtung/Verein oder bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 3 Nr. 26a bzw. 26b EStG)", siehe FH zu § 11 ff, machst. Dafür würdest Du dann die 175 € Grundfreibetrag bekommen, wenn der Tätigkeitsbereich dem entspricht, was in § 3 Nr. 26 a bzw. 26 b EStG steht.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie's machen, weil die Träger für die BF-Dienstler Geld vom Bund bekommen.
14.11.2011, 22:09 #16
Es ist ein Jammer, das man uns Hartz IV Empfänger den Bundesfreiwilligendienst mit diesen Gesetzen so abspinstig macht, aber ich vermute auch dahinter eine Taktik.
Es gäbe wohl durchaus die Möglichkeit die ganze Sache so zu regeln, das es für die Hartz IV Empfänger ein Anreiz ist. Man könnte neben der finanziellen Seite auch sagen, das man den BFD jederzeit zugunsten einer regulären Arbeit kündigen kann, anstatt sich für einen festen Zeitraum zu verpflichten.
Nein, stattdessen werden Schikanen eingebaut! Meine Vermutung ist einfach, dass es um die FREIWILLIGKEIT geht. Ein Hartz IV Empfänger soll nicht FREIWILLIG einer Beschäftigung nachgehen, die dazu vielleicht noch sinnvoll sein könnte und ihm Freude bereitet und schon gar nicht soll er dadurch einen finaziellen Anreiz haben.
Ein Hartz IV Empfänger soll zur Arbeit GENÖTIGT werden, per Zwang via Behörde, unter Androhung von Sanktionen... Er soll leiden und kaputt gehen.
14.11.2011, 22:36 #17
Erst der Gesetzgeber kann etwas ändern, indem er die Anrechnungsregelung im SGB II ändert und vom Taschengeld einen höheren Betrag anrechnungsfrei stellt. Dazu gab es schon mal zarte Ansätze sogar in der CDU.
Der Bufdi erhält ein Taschengeld + Verpflegung/Verpflegungsgeld + Dienstkleidung + ggf. auswärtige Unterkunft/Unterkunftsgeld + selten gibt es Fahrtkosten
Bei den Fahrtkosten besteht scheinbar folgende Situation:
- wenige erhalten Fahrtkosten von der Einsatzstelle;
- mehrere erhalten angeblich Fahrtkosten vom Jobcenter? (oder dürfen sie absetzen?);
- viele müssen ihre Fahrtkosten von den 60 Euro selber zahlen!
- einige Teilnehmer zahlen Fahrtkosten, die höher als 60 Euro sind, anteilig aus dem Regelsatz !
Quelle: die Berichte von BFD-Teilnehmern im Kommentarbereich:
57 Kommentare zu "Bundesfreiwilligendienst + Hartz IV"
Hartz IV Bezieher sollen Bufdis werden
25.11.2011, 22:21 #18
Jetzt kommt noch ein dicker Hund.
Ab sofort wird die bereitgestellte Verpflegung während des Bundesfreiwilligendienstes angerechnet.
Hinweise zu §§ 11, 11a, 11b (Fassung vom 20.11.2011), in Randziffer 11.77a
(11.77a)
(3a) Unentgeltliche Verpflegung, die im Rahmen der Teilnahme am
Jugend- oder Bundesfreiwilligendienst gewährt wird, ist
anzurechnen, wie die von einem Arbeitgeber zur Verfügung
gestellte Verpflegung (s. Rz. 11.21).
03.12.2011, 14:28 #19
habefrage->Emailproblem
Ich finde das auch sowas von gemein, dass man nur 60 Euro behalten darf, das geht einfach mal garnicht in Ordnung!
Ich bekomme ALG II und habe mich jetzt entschieden, den BFD zu machen.
Was ich so ungerecht finde:
-Leute, die ALG II beziehen und nen 400-Euro-Job machen, die arbeiten in der Woche wohl weniger als 20 Stunden und dürfen 160 Euro behalten (hat mir eine von der JC-Hotline gesagt)
-Leute, die ne MAE-Maßnahme machen, arbeiten 30 Stunden die Woche und haben am Ende 180 Euro raus (weiß ich, weil ich selber mal ne MAE gemacht habe)
- Und Leute die den BFD machen und 40 Stunden die Woche arbeiten, dürfen nur 60 Euro behalten?!
Das ist so eine krasse Abzocke. Diesen Vergleich finde ich mal so heftig! Der Minijobber ist vllt zwei Mal die Woche im Betrieb und kann die restliche Zeit auf der faulen Haut liegen und der BUFDI steckt so viel Anstrengung in seine 40-Stundenwoche und wird dafür auch noch quasi bestraft mit den 60 €!!!!
Es macht mich echt sauer!
Ich habe auf spiegelonline und taz.de gelesen, dass wohl irgendwelche CDU-Abgeordnete im Juli gesagt haben, dass sie nach der Sommerpause einen Vorschlag einbringen wollten bzgl. dass Hartz4ler 175 Euro vom BFD behalten dürfen sollen. Und was ist daraus geworden??! Bisher nichts!!
Die eine von der JC-Hotline meinte, dass das Einkommen vom BFD nicht als Erwerbseinkommen gilt und es deswegen wohl nur 60 € wären, aber das ist mir sowas von egal, meine Arbeit ist nicht schlechter als andere Arbeit und ich stecke auch nicht weniger Zeit meines Lebens hinein, als andere!
habefrage
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