Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=08.07.2010&Aktenzeichen=2%20BvR%20520/07
Timestamp: 2019-05-23 10:07:24
Document Index: 288980525

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'Art 101', 'Art 12', 'Art 234', 'Art 81', 'Art. 12', '§ 135', '§ 135', '§ 135', 'Art. 12', '§ 137', '§ 135', '§ 135', '§ 135', '§ 135', 'Art. 12', '§ 135', '§ 135', 'Art. 12', 'Art. 101', 'EuG']

BVerfG, 08.07.2010 - 2 BvR 520/07 - dejure.org
https://dejure.org/2010,2793
BVerfG, 08.07.2010 - 2 BvR 520/07 (https://dejure.org/2010,2793)
BVerfG, Entscheidung vom 08.07.2010 - 2 BvR 520/07 (https://dejure.org/2010,2793)
BVerfG, Entscheidung vom 08. Juli 2010 - 2 BvR 520/07 (https://dejure.org/2010,2793)
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Verweigerung der Zulassung eines besonders qualifizierten Kardiologen zur Abrechnung kernspintomographischer Untersuchungen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung wegen fehlender Voraussetzungen gem § 4 Abs 1 der Kernspintomographie-Vereinbarung nicht zu beanstanden
Art 101 Abs 1 S 2 GG, Art 12 Abs 1 GG, Anl 3 BMV-Ä, Art 234 Abs 3 EG, Art 81 Abs 1 EG
Verfassungsbeschwerde eines Vertragsarztes gegen die Versagung der Genehmigung zur Erbringung und Abrechnung kernspintomographischer Leistungen für gesetzlich Versicherte aufgrund eines vermeintlichen Verstoßes gegen Art. 12 GG; Sinn und Zweck der Konzentration aller kernspintomographischen Leistungen bei speziell qualifizierten Ärzten
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 08.07.2010, Az.: 2 BvR 520/07 (Keine Abrechnung kernspintomografischer Untersuchungen durch den Kardiologen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung)" von RA/FAMedR Dr. Peter Wigge, original erschienen in: MedR 2012, 181 - 187.
BVerfGK 17, 381
NZS 2011, 297
Von einer bloßen Berufsausübungsregelung ist dann auszugehen, wenn sie nur einen Ausschnitt aus einer fachärztlichen Tätigkeit betrifft (…vgl zu § 135 SGB V iVm untergesetzlichen Vorschriften als Berufsausübungsregelungen: BVerfG SozR 4-2500 § 135 Nr. 2 RdNr 22; BVerfGK 17, 381, 385 f = SozR 4-2500 § 135 Nr. 16 RdNr 13 f; vgl auch BVerfGE 33, 125, 161, das offen lässt, ob der Facharzt iS von Art. 12 Abs. 1 GG ein eigener Beruf oder nur eine Form der Berufsausübung ist;… siehe zum Ganzen BSGE 112, 257 = SozR 4-2500 § 137 Nr. 2, RdNr 54 mwN) .
Die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Senats hat das BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen ( Beschluss vom 8.7.2010 - 2 BvR 520/07).
In seiner Entscheidung vom 8.7.2010 (2 BvR 520/07 - SozR 4-2500 § 135 Nr. 16) zum Urteil des Senats vom 11.10.2006 hat das BVerfG sich auf den Beschluss vom 16.7.2004 bezogen und die Beschränkung der Berufsausübungsfreiheit des Klägers als verhältnismäßig angesehen.
Von einer bloßen Berufsausübungsregelung ist dann auszugehen, wenn sie nur einen Ausschnitt aus einer fachärztlichen Tätigkeit betrifft (…vgl zu § 135 SGB V iVm untergesetzlichen Vorschriften als Berufsausübungsregelungen: BVerfG SozR 4-2500 § 135 Nr. 2 RdNr 22; BVerfGK 17, 381, 385 f = SozR 4-2500 § 135 Nr. 16 RdNr 13 f; vgl auch BVerfGE 33, 125, 161, das offen lässt, ob der Facharzt iS von Art. 12 Abs. 1 GG ein eigener Beruf oder nur eine Form der Berufsausübung ist) .
Von diesem Maßstab ausgehend hat das BVerfG es zB nicht beanstandet, dass Fachärzten für Orthopädie oder für Kardiologie ohne zusätzliche Weiterbildung die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung kernspintomographischer Leistungen an gesetzlich Versicherten versagt worden ist (…BVerfG SozR 4-2500 § 135 Nr. 2; BVerfG BVerfGK 17, 381 = SozR 4-2500 § 135 Nr. 16) .
Die hier angegriffenen Regelungen der Anlage 9.1 BMV-Ä dienen - wie bereits dargelegt - der Qualität der Versorgung sowie der Wirtschaftlichkeit im Interesse der Funktionsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung und damit gewichtigen Gemeinwohlinteressen (vgl. BVerfGK 17, 381 ).
Die Norm knüpft dabei an die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Art. 12 GG an (…vgl. Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 16. Juli 2004 - 1 BvR 1127/01 -, juris, Rn. 21 f.; vgl. auch Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 8. Juli 2010 - 2 BvR 520/07 -, juris, Rn. 13).
Die hiergegen gerichtete Verfassungsbeschwerde des Klägers nahm das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung an (Beschluss vom 8. Juni 2010, Az.: 2 BvR 520/07, veröffentlicht in Juris).
Bestätigt wird die Auffassung des BSG auch durch den Nichtannahmebeschluss des BVerfG vom 08.07.2010 - 2 BvR 520/07 - (m.w.N.), wonach durch solche Maßnahmen des Normgebers die eigentliche Berufstätigkeit als Grundlage der Lebensführung unberührt bleibt.
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat eine Verletzung der Gewährleistung des gesetzlichen Richters nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes durch Nichtvorlage einer Sache an den EuGH im Bereich der vorliegend allein in Betracht kommenden Fallgruppe der behaupteten "Unvollständigkeit der Rechtsprechung" verneint, wenn das Gericht die entscheidungserhebliche Frage in zumindest vertretbarer Weise beantwortet und sich hinsichtlich des europäischen Rechts ausreichend kundig gemacht hat (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 8. Juli 2010 2 BvR 520/07, Kammerentscheidungen des Bundesverfassungsgerichts 17, 381, Rz 18).
SG Marburg, 20.07.2011 - S 12 KA 708/10
Vertragsärztliche Versorgung - Laborrichtlinie - Arzt für innere Medizin mit …
SG Marburg, 02.02.2011 - S 12 KA 834/08
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SG Marburg, 02.02.2011 - S 12 KA 834/08 verb. mit S 12 KA 176/08