Source: http://www.jurablogs.com/2010/12/06/18-jahre-prozessdauer-richterspruchprivileg
Timestamp: 2017-01-17 03:01:04
Document Index: 103002401

Matched Legal Cases: ['§ 839', '§ 839', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1006', 'BGH', 'BGH']

BlogsRechtslupeDezember 201018 Jahre Prozessdauer und das RichterspruchprivilegDas Richterspruchprivileg des § 839 Abs. 2 Satz 1 BGB (Amtspflichtverletzung “bei dem Urteil in einer Rechtssache”) erfasst auch alle prozessleitenden Maßnahmen, die objektiv darauf gerichtet sind, die Rechtssache durch Urteil zu entscheiden, also die Grundlagen für die Sachentscheidung zu gewinnen.Auch außerhalb des Anwendungsbereichs des § 839 Abs. 2 Satz 1 BGB ist der verfassungsrechtliche Grundsatz der richterlichen Unabhängigkeit zu berücksichtigen. Daraus folgt, dass das richterliche Verhalten bei der Prozessführung im Amtshaftungsprozess nur auf seine Vertretbarkeit hin zu überprüfen ist. Bei der Würdigung, ob dem Richter pflichtwidrige Verzögerungen anzulasten sind (§ 839 Abs. 2 Satz 2 BGB), ist zu beachten, dass sich bei zunehmender Verfahrensdauer die Pflicht des Gerichts, sich nachhaltig um eine Förderung und Beendigung des Verfahrens zu bemühen, verdichtet. Der Zeitfaktor ist aber auch bei langer Verfahrensdauer nicht der allein entscheidende Maßstab.Mit dieser Begründung hat jetzt der Bundesgerichtshof ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm aufgehoben, in dem das Land Nordrhein-Westfalen aus Gründen der Amtshaftung verurteilt worden war, Schadensersatz in Höhe von ca. 530.000 € (zuzüglich Zinsen) wegen überlanger (18-jähriger) Verfahrensdauer eines vorangegangenen Rechtsstreits zu zahlen.Das Oberlandesgericht Hamm hatte in seinem Urteil die Auffassung vertreten, dass dem Kläger ein Anspruch auf Schadensersatz aus dem Gesichtspunkt der Amtshaftung zustehe. Der Vorprozess sei phasenweise durch die am Landgericht Detmold sowie am Oberlandesgericht Hamm mit der Sache befassten Richter nicht mit der gebotenen Beschleunigung bearbeitet und hierdurch dem Kläger schuldhaft und kausal ein Vermögensschaden zugefügt worden. Zwar sei das Verhalten der Gerichte im sogenannten Grundverfahren nicht zu beanstanden ...Zum vollständigen Artikel157 LeserRechtslupe:Kein Schadensersatz wegen überlanger Verfahrensdauer77 Leserzpoblog:BGH: Verspätete Einzahlung eines Auslagenvorschusses folgenlos110 LeserVerkehrsrecht Blog:BGH: Rücktritt vom Kaufvertrag bei sporadisch auftretendem, sicherheitsrelevantem Fahrz...170 Leserzpoblog:BGH: Auch auf § 1006 BGB muss das (Berufungs-)Gericht hinweisen126 Leserzpoblog:OLG Frankfurt: Weiterverhandeln macht Befangenheitsantrag nicht unzulässig258 Leserzpoblog:OLG Koblenz: Amtshaftung bei schwerwiegenden prozessualen Fehlern39 LeserRechtslupe:Abänderung des Aufstockungsunterhalts wegen Änderung der rechtlichen Verhältnisse45 Leserzpoblog:Verlust des Ablehnungsrechts durch rügelose Einlassung – Auch bei Sachverständigen?10 verwandte ArtikelAmtshaftung wegen der überlangen Verfahrensdauer eines zivilgerichtlichen VerfahrensOLG Hamm: Bei überlanger Verfahrensdauer hat Kläger Anspruch auf Schadensersatz (hier: über 500.000 EUR) gegen das für das Gericht
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