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Timestamp: 2016-10-23 09:47:54
Document Index: 110960428

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

U 266/03 (28.05.2004)
Winterthur Versicherungen, General Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Zanotelli, Weinbergstrasse 43, 8006 Z�rich,
durch Advokat Dr. Thomas Christen, B�chelistrasse/ Lindenstrasse 2, 4410 Liestal,
P.________, 1957, Beschwerdef�hrerin, vertreten
Winterthur Versicherungen, General Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Zanotelli, Weinbergstrasse 43, 8006 Z�rich,
P.________ (geboren 1957) arbeitet am Spital Z.________ und ist in dieser Eigenschaft bei den Winterthur Versicherungen (nachfolgend: Winterthur) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 10. November 2001 hob sie beim Kochen eine Pfanne vom Herd und versp�rte ein Knacksen im linken Ellenbogen. Die in der Folge vorgenommenen Abkl�rungen ergaben eine (vorbestehende) Luxation des Radiusk�pfchens. Mit Verf�gung vom 2. Mai 2002, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2002, lehnte die Winterthur die �bernahme jeglicher Leistungen nach dem 31. Dezember 2001 f�r das Ereignis vom 10. November 2001 ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft mit Entscheid vom 17. September 2003 teilweise gut und verpflichtete die Winterthur zur �bernahme von Kosten in der H�he von Fr. 372.95.
Die Winterthur f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids. P.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, der kantonale Entscheid sei insofern abzu�ndern, als er die Pflicht der Winterthur zur �bernahme der Kosten auf Fr. 372.95 beschr�nke. Sowohl P.________ als auch die Winterthur schliessen auf Abweisung der gegnerischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Die mitbeteiligte Krankenkasse Intras Versicherungen enth�lt sich in ihren Schreiben vom 9. Januar 2004 eines Antrags. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung (seit 1. Januar 2004 Bundesamt f�r Gesundheit, Abteilung Unfallversicherung) verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Vorinstanz hat die Grunds�tze �ber die zeitliche Anwendung des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; BGE 129 V 4 Erw. 1.2) und den Anspruch auf eine Feststellungsverf�gung (BGE 122 V 30 Erw. 2b mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Begriff des Unfalls (Art. 9 Abs. 1 UVV in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie der unfall�hnlichen K�rpersch�digung (Art. 9 Abs. 2 UVV in Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 UVG; BGE 129 V 466 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Die Parteien sind sich einig, dass kein Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG vorliegt. Hingegen ist streitig, ob und in welchem Umfang die Winterthur f�r die Folgen des Ereignisses vom 10. November 2001 im Rahmen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung aufzukommen hat. Die Winterthur lehnt die Pflicht zur �bernahme der Kosten aus diesem Vorfall nach dem 31. Dezember 2001 ab. Die Versicherte jedoch verlangt die Feststellung, dass die Winterthur f�r die ihr entstandenen Kosten grunds�tzlich und nicht bloss im Umfang von Fr. 372.95 aufzukommen habe; diesbez�glich bestehe ein Widerspruch zwischen der Begr�ndung und dem Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids.
4.1 In der Unfallmeldung vom 5. Dezember 2001 wird als Unfallhergang festgehalten, beim Kochen des Mittagessens habe die Versicherte den Topf vom Kochherd genommen und dabei ein Knacksen im linken Ellenbogen versp�rt. Angef�gt wird der Begriff "Schmerzen", ohne jedoch eine genaue Zeitangabe zu machen.
Im Bericht der Klinik f�r Unfallchirurgie, Spital Z.________, vom 10. Dezember 2001 wird der Hergang wie folgt beschrieben: "Am 10.11.01 beim Heben eines Topfes versp�rte die Patientin ein Knacken. Prim�r keine Schmerzen, 2 Tage sp�ter dann Schmerzen und Schwellung am Unterarm palmarseits. ..."
Die Neurologische Klinik des Spitals Z.________ h�lt in der Krankengeschichte am 4. Februar 2002 fest: "11/01 beim Anheben eines Kochtopfes (ca 3 l) pl�tzliches Knacken in der Ellbeuge bemerkt, anschliessende Schwellung und Schmerzen. ..."
Im Bericht vom 30. Juni 2002 beurteilt Dr. med. S.________, Orthop�dische Klinik Y.________, bez�glich der Frage Unfall oder Krankheit die Situation als unfallbedingt. Die Versicherte habe trotz vorbestehender Verletzung keine Schmerzen bis November 2001 gehabt; sie habe dann einen schweren Gegenstand gehoben und ein starkes Knacken mit einschiessenden Schmerzen und folgendem H�matom versp�rt. In diesem Sinne handle es sich um eine durch dieses Ereignis ausgel�ste unfall�hnliche K�rpersch�digung. In weiteren Berichten vom 14. August 2002 und vom 23. September 2002 macht Dr. med. S.________ im Wesentlichen die selben Aussagen.
Die �brigen (medizinischen) Akten enthalten keine Schilderung des Vorfalles vom 10. November 2001 seitens der Versicherten.
4.2 Nach den obigen Darlegungen und in Anbetracht des Vorrangs der Aussagen der ersten Stunde (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen) ist fraglich, ob die f�r die geltend gemachte Sch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen unmittelbar im Anschluss an das Ereignis vom 10. November 2001 auftraten. Diesbez�glich sind auch die Berichte des Dr. med. S.________ nicht beweiskr�ftig, da sie einerseits in grosser zeitlicher Distanz zum Ereignis liegen und andererseits Dr. med. S.________ eine f�r den medizinischen Experten unzul�ssige rechtliche Subsumtion vornimmt (AHI 2000 S. 152 Erw. 2c mit Hinweis). Die Frage kann aber offen bleiben. Denn das Anheben des Kochtopfes stellt f�r sich allein keinen �usseren Faktor mit erheblichem Sch�digungspotenzial dar (BGE 129 V 470 Erw. 4.2.2), zumal es sich bei einem nur 3 l Fl�ssigkeit fassenden Topf - selbst wenn er voll ist - nicht um eine schwere Pfanne handelt. Etwas Spezielles wie etwa eine br�ske Bewegung oder eine unerwartete zus�tzliche Krafteinwirkung wird jedoch in keiner der Schilderungen geltend gemacht. Insofern fehlt es an der erforderlichen gesteigerten Gefahrenlage oder dem Hinzutreten eines zur Unkontrolliertheit der in Frage stehenden Bewegung f�hrenden Momentes (BGE 129 V 471 Erw. 4.3).
4.3 Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen des Art. 9 Abs. 2 UVV nicht erf�llt. Ob die Versicherte Anspruch auf eine Feststellungsverf�gung hatte und zu Recht einen Widerspruch zwischen den vorinstanzlichen Erw�gungen und dem Dispositiv r�gte, braucht daher nicht entschieden zu werden.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die obsiegende Versicherung hat trotz anwaltlicher Vertretung keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung, da das Verfahren in Zusammenhang mit einer �ffentlich-rechtlichen Aufgabe steht (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG; BGE 123 V 309 Erw. 10 mit Hinweisen).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, dem Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) und der Intras Versicherungen zugestellt.