Source: https://keinbussgeld.de/drogen-am-steuer/
Timestamp: 2019-03-20 01:24:21
Document Index: 333033329

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 25', '§ 222', '§ 44', '§ 3', '§ 69']

Nicht nur der Alkoholkonsum führt im Straßenverkehr zu schwerwiegenden Unfällen, sondern auch der Drogenkonsum. Viele Drogen vermindern das Risikoempfinden. Aus diesem Grund ist bei Autofahren unter Drogeneinfluss mit harten Sanktionen zu rechnen.
Welche Strafe droht beim Drogenkonsum am Steuer?
Um Autofahrer davor abzuschrecken sich unter Drogeneinfluss ans Steuer zu setzen, drohen hohe Bußgelder gem. §§ 24a und 26a StVG und Fahrverbote gem. § 25 Abs. 1 StVG.
Neben dem Bußgeldverfahren kann auch parallel ein Strafverfahren geführt werden. Das ist dann der Fall, wenn bei der Autofahrt unter Drogen gleichzeitig eine Straftat verwirklich wird, wie z. B. bei einer fahrlässigen Tötung gem. § 222 StGB. In diesem Fall kann das Fahrverbot auch gem. § 44 StGB erlassen werden.
Sanktionen bei Autofahren unter Drogeneinfluss
1. Mal Drogen am Steuer 500 EUR 2 1 Monat
2. Mal Drogen am Steuer 1.000 EUR 2 3 Monate
3. Mal Drogen am Steuer 1.500 EUR 2 3 Monate
Bei Gefährdung des Straßenverkehrs Liegt im Ermessen der Behörde 3 Entziehung der Fahrerlaubnis, Freiheits- oder Geldstrafe
Haben Sie unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr andere Menschen gefährdet, kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Unsere Partneranwälte können Ihnen hierbei zur Seite stehen und für Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen.
Was gilt als Droge?
Dass Sie unter Alkoholeinfluss oder nach dem Konsum kein Auto mehr fahren sollten, da dies die Reaktionsfähigkeit beträchtlich einschränkt, ist Ihnen bekannt. Es gibt jedoch noch zahlreiche weitere Drogen, die einen Einfluss auf Ihre Wahrnehmungsfähigkeit haben und die im Rahmen eines Bluttests bei einer Verkehrskontrolle auch nachgewiesen werden können.
Drogen und Wirkungsweisen
Amphetamine Konsumenten fühlen sich durch die Stimulierung des Gehirns und Rückenmarks wach und konzentriert.
Aufgrund der positiven Stimmung wird die Fähigkeit vermindert, Risiken zu bewerten und richtig einzuschätzen. 8–24 Stunden (Blut)
1–3 Tage bis hin zu einer Woche (Urin)
Ecstasy Konsumenten verspüren weder Schmerz, Durst oder Hunger.
Selbstvertrauen steigt und Ängste sind nicht mehr vorhanden. Bis zu 24 Stunden (Blut)
2–4 Tage (Urin)
Khat Hebt die Stimmung und senkt die Hemmschwelle. Bis zu 8 Stunden (Blut und Urin)
Speed Beschleunigung von Atmung und Puls. Risikobereitschaft erhöht sich. Bis zu 24 Stunden (Blut)
Mehrere Monate in den Haaren
Benzodoazepine Erinnerungsverlust, Muskelentspannung, verfliegen von Ängsten, verbesserte Laune, Schlafförderung. Wenige Stunde bis hin zu mehreren Tagen
Ephedrin Verlust des Hunger- und Durstgefühls. Erhöhtes Mitteilungsbedürfnisse und der Drang sich zu bewegen. Bis hin zu 24 Stunden (Blut)
Mehre Monate (Haare)
Kokain Leistungssteigerung und berauschende, betäubende Wirkung. Kann zudem Halluzinationen hervorrufen. Bis hin zu 24 Stunden (Blut)
Mehrere Monate (Haare)
THC Beeinflussung des Gedächtnisses, der Koordination und der Zeitwahrnehmung. Manche Konsumenten werden aggressiv oder halluzinieren. Bis zu 6 Stunden (Blut)
Mehrere Tage und Wochen (Urin)
Mehrere Monate Haare)
Die Nachweisbarkeit der Drogen ist noch von weiteren Faktoren abhängig, wie z. B. die konsumierte Menge, die Zeit zwischen Konsum und Test, das Testverfahren, wie häufig Sie Drogen konsumieren und Ihre allgemeine körperliche Verfassung.
Viele Drogen zeigen ihre Wirkung bereits auf den ersten Blick. Bei manchen verfliegt die Wirkung jedoch nach einigen Stunden. Sollte eine Polizeikontrolle jedoch die Vermutung haben, dass Sie unter Drogenkonsum Auto gefahren sind, haben die Polizeibeamten mehrere Möglichkeiten den Konsum von Drogen nachzuweisen:
Bluttest: Kann erst nach positivem Urintest angeordnet werden
Haartest: Zum Nachweis des dauerhaften Nichtkonsumierens von Drogen
Entzug der Fahrerlaubnis wegen Drogen am Steuer
Bei einer Gefährdung des Straßenverkehrs droht der Entzug der Fahrerlaubnis gem. § 3 StVG. Auch bei der Verwirklichung einer Straftat im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges kann ein Entzug der Fahrerlaubnis gem. § 69 StGB drohen. Im Gegensatz zum Fahrverbot gibt es beim Führerscheinentzug keine Maximaldauer von drei Monaten.
Bei dem Entzug der Fahrerlaubnis wird jedoch eine Sperrfrist festgelegt. Er nach Ablauf dieser Sperrfrist kann der Führerschein erneut beantragt werden.
Beim Entzug der Fahrerlaubnis wegen Drogenkonsum ordnet die Fahrerlaubnisbehörde auch gerne eine MPU an, um die Fahreignung zu überprüfen.
Drogen am Steuer in der Probezeit stellen einen A-Verstoß dar. Dieser verlängert die Probezeit um weitere zwei Jahre. Zudem muss ein Aufbauseminar besucht werden. Hier kommen Kosten in Höhe von ca. 400 EUR auf Sie zu, die Sie selber tragen müssen.