Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=TranspR%201998,%20106
Timestamp: 2019-10-19 23:51:12
Document Index: 270718666

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 429', 'BGH', '§ 425', '§ 425', 'BGH', '§ 852', '§ 439', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 5', 'EuG', '§ 425', 'BGH', '§ 441', '§ 425', '§ 441', 'BGH']

BGH, 10.07.1997 - I ZR 75/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,2195
BGH, 10.07.1997 - I ZR 75/95 (https://dejure.org/1997,2195)
BGH, Entscheidung vom 10.07.1997 - I ZR 75/95 (https://dejure.org/1997,2195)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 1997 - I ZR 75/95 (https://dejure.org/1997,2195)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,2195) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verjährung des vertraglichen Schadensersatzanspruches gem. § 429 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) durch Verlust des Transportgutes auf Grund rechtswidriger Pfandveräußerung - Anwendbarkeit der Vorschriften der KVO über die Haftung aus einem Beförderungsvertrag - Vorliegen ...
Begriff des Verlustes von Transportgut; Verwertung aufgrund eines angenommenen Pfandrechts; Verjährung von Ersatzansprüchen gegen den (Spediteur-) Frachtführer
"Verlust" anvertrauten Transportgutes trotz pfandrechtswidriger Verwertung; Verjährung von Ersatzansprüchen gegen den (Spediteur) Frachtführer
NJW-RR 1998, 543
MDR 1998, 663
VersR 1998, 344
WM 1998, 1133
WM 1999, 1133
TranspR 1998, 106
Ein Verlust ist regelmäßig anzunehmen, wenn der Frachtführer oder Verfrachter aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen auf unabsehbare Zeit außerstande ist, das Gut an den berechtigten Empfänger auszuliefern (vgl. zum Frachtführer BGH, Urteil vom 10. Juli 1997 - I ZR 75/95, TranspR 1998, 106, 108; OLG Düsseldorf, TranspR 2005, 468, 471;… Schaffert in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 3. Aufl., § 425 Rn. 6;… MünchKomm.HGB/Herber, 3. Aufl., § 425 Rn. 14 f.).
Eine nicht gerechtfertigte Eigentumsverletzung liegt bei einer Pfandverwertung dann vor, wenn dem die Verwertung betreibenden Gläubiger kein Pfandrecht zustand oder dieser trotz eines ihm zustehenden Pfandrechts nicht oder jedenfalls nicht so wie geschehen zur Verwertung berechtigt war (vgl. BGH, Urt. v. 10.07.1997 - I ZR 75/95, NJW-RR 1998, 543, 544).
Die Neuregelung der Verjährung durch das Transportrechtsreformgesetz hatte zum Ziel, die Verjährungsbestimmungen zu vereinfachen und übersichtlicher zu gestalten und insbesondere die bis dahin geltenden vielfältigen Differenzierungen hinsichtlich unterschiedlicher Anspruchsarten (zur Anwendbarkeit von § 852 BGB a.F. neben § 439 HGB a.F. nach der Rechtsprechung vor Inkrafttreten des Transportrechtsreformgesetzes vgl. BGHZ 116, 297, 299 f.; 123, 394, 399; BGH, Urt. v. 10.7.1997 - I ZR 75/95, TranspR 1998, 106 = NJW-RR 1998, 543) zu beseitigen (BT-Drucks. 13/8445, S. 77; vgl. auch BGH TranspR 2006, 74, 76).
Daneben besteht gem. Art. 5 Nr. 1a EuGVVO auch eine Zuständigkeit für etwaige vertragliche Ansprüche der Klägerin, soweit der Beklagte seiner ihn nach dem Frachtvertrag treffenden Ablieferungspflicht nicht nachgekommen ist und deshalb gegebenenfalls gem. §§ 425, 437 HGB haftet (vgl. BGH, Urt. v. 10.7.1997, I ZR 75/95, VersR 1998, 344 ff.; Koller, Transportrecht, § 441 HGB, Rn 16, § 425 HGB, Rn 7; Fremuth/Thume, Transportrecht, § 441 HGB, Rn 30).
Eine rechtswidrige Eigentumsverletzung liegt im Fall einer Pfandverwertung dann vor, wenn dem die Verwertung betreibenden Gläubiger kein Pfandrecht zustand oder dieser trotz eines ihm zustehenden Pfandrechts nicht oder nicht so zur Verwertung berechtigt war (vgl. BGH, Urt. v. 10.07.1997, I ZR 75/95, VersR 1998, 344 ff.).