Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202016,%20373
Timestamp: 2020-08-11 17:02:13
Document Index: 379286831

Matched Legal Cases: ['§ 152', '§ 18', '§ 152', '§ 18', '§ 69', '§ 152', '§ 18', '§ 152', '§ 18', '§ 69', '§ 152', '§ 18', '§ 69']

BFH, 15.12.2015 - V B 102/15 - dejure.org
https://dejure.org/2015,43908
BFH, 15.12.2015 - V B 102/15 (https://dejure.org/2015,43908)
BFH, Entscheidung vom 15.12.2015 - V B 102/15 (https://dejure.org/2015,43908)
BFH, Entscheidung vom 15. Dezember 2015 - V B 102/15 (https://dejure.org/2015,43908)
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AO § 152 Abs 1 S 1, UStG § 18 Abs 1 S 1, AO § 152 Abs 8, UStG § 18 Abs 1 S 2, FGO § 69, UStG VZ 2015
§ 152 Abs 1 S 1 AO, § 18 Abs 1 S 1 UStG 2005 vom 08.12.2008, § 152 Abs 8 AO vom 20.12.2008, § 18 Abs 1 S 2 UStG 2005 vom 20.12.2008, § 69 FGO
AO § 152 Abs. 1 S. 1
Verpflichtung zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen entsprechend § 18 Abs. 1 Satz 1 UStG; Verspätungszuschlag bei fehlender Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung durch Datenfernübertragung; Abgabe in Papierform statt in elektronische Form nur bei persönlich und ...
Umsatzsteuer-Voranmeldungen: Papierform nicht mehr zulässig
MMR 2016, 426
BFH/NV 2016, 373
76 Während es bei der Frage, ob ein Steuerpflichtiger überhaupt Steuererklärungen abgibt, um die notwendige Informationsgewinnung geht, also um die Frage, ob das FA seinen gesetzlichen Auftrag, die zutreffende Steuer festzusetzen, überhaupt erfüllen kann, geht es bei der Frage der Abgabeart (elektronisch oder auf Papier) im Kern nur um Verwaltungsvereinfachung (so ausdrücklich und zutreffend BFH, Beschluss vom 15.12.2015 V B 102/15, BFH/NV 2016, 373, Juris Rn. 19), anders gesagt um die Frage, ob dem Steuerpflichtigen der Zusatzaufwand der elektronischen Übermittlung (durch Bereitstellung der Hardware und Einarbeitung in die Software) zugemutet wird, um dem FA den Erfassungsaufwand (durch Eingabe der Werte der Steuererklärung in sein eigenes Computersystem bei den entsprechenden Kennzahlen) abzunehmen (wobei nach Kenntnis des Senats schon bisher die in Papierform abgegebenen Steuererklärungen automatisiert eingelesen und nicht unbedingt einzeln abgetippt wurden).
Dass der BFH ausgesprochen hat, dass bei der Überprüfung der Festsetzung eines Verspätungszuschlags auch dann nicht inzident ein Verzicht auf elektronische Übermittlung, also eine Ausnahme, geprüft werden kann, wenn die Entscheidung über einen Verzicht noch nicht rechtskräftig, sondern noch rechtshängig ist, dass die Entscheidung im Verzichtsverfahren also vorrangig ist (BFH, Beschluss vom 15.12.2015 V B 102/15, BFH/NV 2016, 373, Juris Rn. 18), steht formell nicht in Widerspruch zu einer inzidenten Prüfung beim Zwangsgeld.
97 Denn das FA kann den auf die (nur) in Papierform abgegebenen Steuererklärung ergangenen Bescheid mit der Festsetzung eines Verspätungszuschlags verbinden (BFH, Beschluss vom 15.12.2015 V B 102/15, BFH/NV 2016, 373, Juris; FG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 08.10.2015 7 V 7195/15, DStRE 2016, 1180, EFG 2015, 2158, Juris; FG Nürnberg…, Beschluss vom 05.08.2014 2 V 676/14, EFG 2014, 1846, Juris Rn. 20), wenn eine Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung bestand.
Ernstliche Zweifel i.S. von § 69 Abs. 2 Satz 2 FGO liegen dann vor, wenn bei summarischer Prüfung des angefochtenen Bescheids neben für seine Rechtmäßigkeit sprechenden Umständen gewichtige Gründe zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (…ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 11. Juli 2013 XI B 41/13, BFH/NV 2013, 1647, Rz 16;… vom 2. Juli 2014 XI S 8/14, BFH/NV 2014, 1601, Rz 24;… vom 26. September 2014 XI S 14/14, BFH/NV 2015, 158, Rz 33; vom 15. Dezember 2015 V B 102/15, BFH/NV 2016, 373, Rz 12; jeweils m.w.N.).
Dasselbe gilt, wenn der Steuerpflichtige entgegen seiner Verpflichtung zur Abgabe einer elektronischen Steuererklärung die jeweilige Steuererklärung auf einem Papier-Formular einreicht (BFH-Beschluss vom 15. Dezember 2015 V B 102/15, BFH/NV 2016, 373).