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Timestamp: 2017-11-20 05:42:20
Document Index: 264201390

Matched Legal Cases: ['Art. 118', 'Art. 68', 'Art. 145', 'Art. 7', 'e contrario', 'Art. 64', 'Art. 66']

8C_872/2013 12.06.2014
8C_872/2013
Die 1940 geborene A.________ war nach eigenen Angaben zwischen Juli 1961 und März 1970 für verschiedene Arbeitgeberinnen im Kanton Glarus tätig und wohnte während dieser Zeit etwa 50 Meter von einer Fabrik der B.________ AG entfernt. In der Folge erkrankte sie an einem pleomorphen Adenom der linken Speicheldrüse. Mit Schreiben vom 21. Mai 2012 ersuchte sie die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) um Anerkennung ihres Leidens als Berufskrankheit und um Ausrichtung der entsprechenden Leistungen. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 und Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2012 verneinte die SUVA einen Zusammenhang der Krankheit mit ihrer beruflichen Tätigkeit in der Schweiz.
Die von A.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Entscheid vom 30. Oktober 2013 ab.
Mit Beschwerde beantragt A.________, die SUVA sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, ihr Leiden als Berufskrankheit anzuerkennen und die entsprechenden Leistungen auszurichten.
Das kantonale Gericht hat die intertemporalrechtlich anwendbare Regelung zur Anerkennung eines Leidens als Berufskrankheit (Art. 118 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 68 Abs. 1 KUVG) - insbesondere bei einer möglichen beruflichen Exposition zu Asbeststaub (Art. 145 in Verbindung mit Anhang 1 UVV) - zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu prüfen ist, ob das Leiden der Beschwerdeführerin (pleomorphes Adenom der linken Speicheldrüse) überwiegend wahrscheinlich vorwiegend auf eine berufliche Exposition zu Asbeststaub zurückzuführen ist.
Es ist letztinstanzlich zu Recht nicht mehr streitig, dass lediglich mit dem pauschalen Hinweis darauf, in den 1960er Jahren sei in der schweizerischen Textilindustrie Asbest verarbeitet worden, eine konkrete Exposition der Beschwerdeführerin an ihren damaligen Arbeitsorten nicht nachgewiesen werden kann. Eine Berufskrankheit direkt aufgrund dieser Tätigkeit ist somit zu verneinen. Die Versicherte macht jedoch geltend, während ihrer Zeit in der Schweiz lediglich 50 Meter von der B.________ AG entfernt gewohnt zu haben, weshalb sie auf dem Arbeitsweg einer erheblichen Asbeststaub-Belastung ausgesetzt gewesen sei. Ob eine Vergiftung, welche die versicherte Person auf ihrem Arbeitsweg ausserhalb des Verantwortungsbereichs ihres Arbeitgebers durch einen Listenstoff erleidet, grundsätzlich überhaupt als Berufskrankheit anerkannt werden kann, erscheint zweifelhaft, zumal ein Unfall der Versicherten auf dem Arbeitsweg nicht als Berufsunfall qualifiziert worden wäre (vgl. heute Art. 7 Abs. 2 UVG e contrario). Aufgrund der Wohnsituation der Beschwerdeführerin - lediglich 50 Meter von der möglichen Asbeststaub-Quelle entfernt - kann diese Exposition nicht vorwiegend durch den Arbeitsweg bedingt gewesen sein und somit ihre Krankheit nicht vorwiegend auf die berufliche Tätigkeit zurückgeführt werden. Damit ist eine Berufskrankheit zu verneinen; auf weitere Abklärungen zur Höhe der Asbeststaubkonzentration an ihrem damaligen Wohnort und zu einem möglichen Kausalzusammenhang zwischen einer Exposition zu diesem Listenstoff und dem pleomorphen Adenom der linken Speicheldrüse kann verzichtet werden. Der Einsprache- und der kantonale Gerichtsentscheid bestehen demnach zu Recht, die Beschwerde ist abzuweisen.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung im bundesgerichtlichen Verfahren ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführerin sind demnach die Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).