Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Rheinland-Pfalz&Datum=27.11.2014&Aktenzeichen=6%20A%2010562/14
Timestamp: 2018-12-13 12:25:08
Document Index: 270955903

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 3', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 52', '§ 1', '§ 9']

OVG Rheinland-Pfalz, 27.11.2014 - 6 A 10562/14.OVG - dejure.org
OVG Rheinland-Pfalz, 27.11.2014 - 6 A 10562/14.OVG
§ 12 GlüStVtr RP 2012, § 3 Abs 6 GlüStVtr RP 2012, § 4 Abs 1 GlüStVtr RP 2012, § 9a Abs 5 GlüStVtr RP 2012, § 9a Abs 6 GlüStVtr RP 2012
Verkauf von Losgutscheinen in Handelsketten - Beschlüsse des Glücksspielkollegiums
Glücksspielvermittlung verneint - Rewe und dm dürfen Losgutscheine verkaufen
Verkauf von Losgutscheinen der Lotterie "Aktion Mensch" bei REWE und dm
Keine Glücksspiel-Vermittlung bei REWE und dm durch "Aktion Mensch"-Lose
Losgutscheine der "Aktion Mensch" dürfen im Supermarkt verkauft werden
Verkauf von Losgutscheinen der "Aktion Mensch" ist keine Glücksspielvermittlung - REWE und dm benötigen für Verkauf von Losgutscheinen keine glücksspielrechtliche Vermittlungserlaubnis
Zulässiger Losverkauf für Aktion Mensch
VG Mainz, 12.05.2014 - 6 K 17/13
DVBl 2015, 256
Rechtsbehelfe können hiernach - ungeachtet des nach § 52 Nr. 3 Sätze 2 und 3, Nr. 5 VwGO zu bestimmenden Gerichtsstands - ausschließlich gegen das ländereinheitlich zuständige Land bzw. dessen Behörde und nicht (auch) gegen die übrigen Bundesländer oder gegen das nur intern mitwirkungsberechtigte Glücksspielkollegium der Länder gerichtet werden (BayVGH vom 30.9.2013 NVwZ 2014, 163/164; OVG RhPf vom 27.11.2014 DVBl 2015, 256/258;… VG Hamburg vom 3.7.2014 - 4 K 1368/13 - juris Rn. 57).
Die Beschlüsse des Glücksspielkollegiums entfalten keine rechtliche Außenwirkung (vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 21.11.2014, 6 A 10562/14, ZfWG 2015, 55, juris Rn. 28), sondern stellen lediglich verwaltungsinterne, unselbstständige Mitwirkungshandlungen dar (vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 21.11.2014, 6 A 10562/14, ZfWG 2015, 55, juris Rn. 41).
Die Bindungswirkung ist mithin lediglich im Innenverhältnis zwischen Glücksspielkollegium und Beklagtem gegeben (vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 21.11.2014, 6 A 10562/14, ZfWG 2015, 55, juris Rn. 28;… VGH München, Beschl. v. 30.9.2013, 10 CE 13/3171, NVwZ 2014, 163, juris Rn. 29).
Zwar hat grundsätzlich die interne Bindungswirkung zur Folge, dass etwaige Ermessensfehler, die dem Glücksspielkollegium unterlaufen, auf die Entscheidung durchschlagen, die sich der Beklagte (aufgrund der Bindungswirkung) zu Eigen macht (vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 21.11.2014, 6 A 10562/14, ZfWG 2015, 55, juris Rn. 28).
Dementsprechend kann sich der Antragsgegner bei seinen Entscheidungen nicht auf ein bindendes Votum des Kollegiums berufen, weil dessen Beschlüsse allenfalls verwaltungsinterne, unselbständige Mitwirkungshandlungen sein können (so OVG Koblenz, Urteil vom 21.11.2014, Az.: 6 A 10562/14, m. w. N.), die die Behörde nicht von einer eigenständigen Entscheidung entbinden.
Dementsprechend kann sich der Antragsgegner bei seinen Entscheidungen nicht auf das Votum des Kollegiums berufen, weil dessen Beschlüsse allenfalls als verwaltungsinterne, unselbständige Mitwirkungshandlungen anzusehen sind (OVG Koblenz, Urteil vom 21.11.2014, Az.: 6 A 10562/14, m. w. N.), die die Behörde nicht von einer eigenständigen Entscheidung entbinden.
Außerdem ist zweifelhaft, ob der Verkauf von Vouchern eine Glücksspielvermittlung im glücksspielrechtlichen Sinn darstellt, denn mit dem Kauf eines Vouchers erlangt der Loskäufer noch keine Gewinnchance, denn erst mit der Umwandlung (Einlösung) des Gutscheins in ein Los unter Bestehen der Altersverifizierung wird ein Spielvertrag abgeschlossen (vgl. OVG Koblenz, Urteil vom 21.11.2014 - 6 A 10562/14.OVG -, NJOZ 2015, 1740).
Glücksspielrechtlich mag in dem Kauf eines Vouchers noch keine Teilnahme am Glücksspiel liegen, da es dazu noch dessen Einlösung bedarf (vgl. OVG Koblenz, Urteil vom 21.11.2014, a.a.O.), doch richtet sich die Frage, was unter einer geldwäscherechtlichen Transaktion zu verstehen ist, nicht danach, sondern nach § 1 Abs. 4 GwG.
Ist die Beteiligung einer Stelle vorgesehen, deren Entscheidung interne Bindungswirkung entfaltet, schlägt ein Ermessensfehlgebrauch bzw. -ausfall dieser Stelle auf die nach außen hin tätig werdende Behörde durch (OVG Koblenz, Urt. v. 21.11.2014, 6 A 10562/14, juris - Rn. 28;… VG Düsseldorf, Urt. v. 21.6.2016, aaO, Rn. 128;… VG Berlin, Urt. v. 19.3.2015, aaO, Rn. 49).
Der Ermessensausfall der - lediglich interne Bindungswirkung entfaltenden - Beschlussfassung des Glücksspielkollegiums schlägt auf den Erlaubnisbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen durch (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 21. November 2014 - 6 A 10562/14 -, Rn. 28, juris).
In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass die in § 9 a Abs. 8 Satz 4 GlüStV normierte interne Bindungswirkung zur Folge hat, dass - sowohl formelle als auch materielle - Fehler der Entscheidung des Glücksspielkollegiums auf die außenrechtswirksame Entscheidung der zuständigen Glücksspielaufsichtsbehörde "durchschlagen", mithin zu ihrer Rechtswidrigkeit führen (…OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 22.3.2017 - 13 B 1054/16 -, MMR 2017, 858 ff., juris, Rn. 42 ff.; OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 21.11.2014 - 6 A 10562/14 -, DVBl 2015, 256 ff., juris, Rn. 28;… VG Berlin, Urt. v. 19.3.2015 - 23 K 261.13 -, juris, Rn. 53;… VG Düsseldorf, Urt. v. 21.6.2016 - 3 K 2472/14 -, juris, Leitsatz 2 sowie Rn. 63 ff.;… VG Hamburg, Urt. v. 13.9.2016 - 4 K 303/13 -, juris, Rn. 48).
So auch für Ermessensfehler, die dem Glücksspielkollegium unterlaufen, OVG Rh.-Pf., Urteil vom 21. November 2014 - 6 A 10562/14 -, juris, Rn. 28.