Source: https://karthausclub.de/verein/
Timestamp: 2019-06-19 07:43:55
Document Index: 171891874

Matched Legal Cases: ['§1', '§11', '§11', '§9', '§12', '§13', '§14', '§13', '§9']

Verein – Karthausclub e.V.
Laut §1 SGB VIII hat jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Dies soll auch als Hauptgedanke durch unser Konzept führen. Der Jugendclub „Karthausclub e.V.“ versteht sich als Jugendfreizeiteinrichtung dessen Arbeit einrichtungsbezogen, aber nicht auf die Einrichtung begrenzt ist. Die gesamte offene Jugendarbeit der Stadt soll hierbei mit einbezogen und berücksichtigt werden. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf den auch unter §11 SGB VIII genannten Punkten: Förderung von Kindern und Jugendlichen auf geistig- kulturellem Gebiet. Interessen junger Menschen „aufspüren“ und unterstützen. Sie mitbestimmen und Mitgestalten lassen Befähigung zur Eigenverantwortlichkeit, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung gegenüber Mitmenschen zu übernehmen. Der „Club“ soll eine Alternative zu Schule, Ausbildung, Elternhaus, Langeweile, Frust und Alltag sein. Deswegen ist eine Weiterführung dieser Arbeit wichtig für die Zufriedenheit und die Förderung junger Menschen. Der Karthausclub wurde im Dezember 1983 eröffnet. Das Gebäude war eines der ersten in Schwedt und auch eines der wenigen Häuser, die Krieg und andere Zerstörungswellen unbeschadet überstanden haben. Der Verein existiert in seiner jetzigen Form seit 1991.
Die Arbeit des Karthausclub e.V. basiert auf den im SGB VIII gesetzlich definierten und verankerten Aussagen zur Jugendarbeit §11, zur Jugendsozialarbeit §9, §12, §13 und zum erzieherischen Kinder- und Jugendschutz §14. Als Schwerpunkt werden außerschulische Jugendbildung in Sport, Spiel und Geselligkeit, Arbeitswelt-, schul- und familienbezogener Jugendarbeit, die innerdeutsche wie internationale Jugendarbeit, Kinder-, und Jugenderholung sowie Jugendberatung genannt. Jugendsozialarbeit soll sich speziell um Jungendliche „zum Ausgleich sozialer Benachteiligung“ kümmern und ihre „soziale Integration fördern“ (§13) Daneben gilt es „die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern“ (§9, Absatz 3).
Schwedt hat 33578 Einwohner (Stand: 31.12.2011), davon sind lediglich 3928 Personen unter 18 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei 48,5 Jahre. Daraus ist ersichtlich das Schwedt eine „alte“ Stadt ist, Kinder und Jugendliche in der Minderheit sind und dies auch spüren. Es gibt zwar verhältnismäßig viele Freizeitangebote für Sport, Musik, Kunst, Theater usw. jedoch sind dies meist Vereine und Clubs. Da viele Familien in Schwedt von Grundsicherung (Hartz IV) leben, können Beiträge hierfür nur selten getragen werden. Hinzu kommt, dass durch den stetigen Wegzug von Familien aus Schwedt, die hohen Arbeitslosenzahlen und die damit verbundene Perspektivlosigkeit, sich ein Potential wachsender Gewaltbereitschaft und ein Desinteresse für betreute Freizeitangebote bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar macht. (s.a. allgemeine gesellschaftliche Tendenzen) Hier gilt es die Jugend zu motivieren, zu stärken und den Blick für die Zukunft zu öffnen. Durch Angebote und Veranstaltungen welche meißt Kostenfrei oder für einen geringen Obolus zur Teilnahme einladen sollen die „unterversorgten“ Jugendlichen die gleichen Möglichkeiten nutzen können. Dies ist das Anliegen des „Clubs“.
Momentan befindet sich der Karthausclub im Gebäude des ehemaligen Jugendclub „Wendeland“ da im Stammgebäude Sanierungsarbeiten stattfinden. Auf die räumlichen Gegebenheiten werden wir genauer eingehen sobald wir, voraussichtlich im Juli/August, das neu gestaltete Haus beziehen. Der Club wird täglich von ca. 10 – 25 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen besucht. Der Altersschwerpunkt der Besucher/Innen liegt unter der Woche und am Wochenende tagsüber zwischen 7 und 18 Jahren. Am Wochenende abends zwischen 16 und 27 Jahren. Zum Großteil kommen die jungen Leute aus Schwedt. Gelegentlich kommen Schüler aus angrenzenden Ortsteilen die in Schwedt die Schule besuchen, um die Zeit zu überbrücken bis der Bus fährt. Es gibt einen festen Stamm älterer Jugendlicher, die teilweise seit ihren Kindertagen den Club besuchen. Einige kommen fast täglich zum Kaffee trinken und quatschen, Kickern und Tischtennis spielen nach der Arbeit oder Ausbildung. Die Jüngeren kommen in gemischte Gruppen und bringen oft auch Freunde mit, die sonst nicht den Jugendclub besuchen. Mit allen Anwesenden wird über geplante Veranstaltungen gesprochen, diskutiert und abgestimmt. Es sind 4 pädagogische Mitarbeiter/Innen beschäftigt dessen Arbeitszeiten sich überschneiden was die Realisierung größerer, gemeinsamer Projekte möglich macht. 3.3 Öffnungszeiten Montag – Donnerstag 12.00 – 20.00 Uhr Freitag 12.00 – 24.00 Uhr Samstag 17.00 – 22.00 Uhr Sonntag geschlossen Angedacht ist, die Öffnungszeiten zu erweitern, bzw. den Jahreszeiten anzupassen.
Unter dem Begriff „Marktorientierung“ werden in der Fachliteratur folgende Überlegungen diskutiert, die bezeichnend für Jugendarbeit allgemein sind. Kinder und Jugendliche bestimmen ihren Bedarf selbst, das heißt sie äußern ihre Wünsche nach Spaß, Erlebnis, Rückzug, Konsum, Rat, Hilfe und Förderung. Die Jugendarbeit muss adäquate Aktionsmuster entwickeln und diese auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausrichten. Jugendliche haben unterschiedliche Zugangschancen zu diesem Markt, es finden kulturelle Ausgrenzungen statt, die Gruppe der in bestimmten Bereichen ausgegrenzten Jugendlichen steigt. Bestimmte Jugendliche sind, je nach Lukrativität, Schichtzugehörigkeit usw. durch öffentliche, kommerzielle und freie Anbieter, überversorgt. Hier soll ein Gleichgewicht geschaffen werden. Offene Jugendarbeit sollte sich von der These verabschieden, grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen mit ihren Angeboten zu erreichen. Jedoch sollte angestrebt werden alle diejenigen zu erreichen, welche im Bereich der Jugendarbeit unterversorgt sind. Marktorientierung in der freien Jugendarbeit bedeutet vor allem sich auf Bereiche zu konzentrieren, die von anderen Anbietern vernachlässigt werden. Ziel des Jugendclubs ist es, diese Lücken zu schließen.
Die offenen Angebote gestalten sich in der Hinsicht, das man den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit der individuellen, selbstbestimmten Freizeitgestaltung im Jugendclub gegeben wird. Dabei gibt es keine Themenvorgabe oder Zielvorstellung. Hierfür stehen ihnen eine Tischtennisplatte, das Dartspiel, diverse Gesellschaftsspiele (Karten, Brettspiele u.a.) und Computer zu Verfügung. Die Kinder und Jugendlichen können die Räumlichkeiten des Jugendclubs nutzen, um sich einfach mit Freunden zu treffen, Musik auch mal laut zu hören und miteinander zu kommunizieren. Der Jugendclub soll als eine Art Insel, ohne „Erwachsenenwelt“ genutzt werden.
Wöchentlich werden verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten: Montag 14:30-16:30 Uhr Kreativ- und Kunstatelier Donnerstag 13:00-16:00 Uhr Kochen und Backen / Hort Regenbogen Täglich bieten wir Schüler- und Hausaufgabenhilfe an. Außerdem finden regelmäßig Proben, junger Bands aus der Region in unseren Räumlichkeiten statt.
Besonders erlebnispädagogische Maßnahmen für Kinder und Jugendliche sind hier gemeint. Zwei Mitarbeiterinnen wurden speziell hierfür geschult. Altersspezifisch sind folgende Unternehmungen angedacht: Besuche in Erlebnis-, Tier- und Freizeitparks Theater- und Kinobesuche Rad-, Camping-, und Paddeltouren Besuche von Konzerten und Events in anderen Städten Veranstaltung von Konzerten Besuche von Sehenswürdigkeiten Sportveranstaltungen Erlebniswochenende in Zusammenarbeit mit dem Jugendökohof Crussow
Mit diesen Angeboten werden speziell Kinder im Grundschulalter, die nicht den Hort besuchen, angesprochen. Eine kontinuierliche Betreuung wird in festen Gruppen gesichert. Die Inhalte richten sich nach den Wünschen und Vorlieben der Kinder. Wir wollen auch in den nächsten Jahren die Ferien unter verschiedene Themen und Mottos gestalten. Der Unkostenbeitrag pro Woche / je Teilnehmersoll wieder so gering wie möglich gehalten werden. Natürlich wird bei der Organisation der Ferienspiele die präventive Arbeit nicht außen vor gelassen. Parallel zu den Ferienangeboten, welche teilweise in auswärtigen Stätten stattfinden, soll der Club zu den normalen Öffnungszeiten betrieben werden. Hier können die herkömmlichen, offenen Angebote der Einrichtung genutzt werden.
Jährlich beteiligt sich der Karthausclub aktiv an der Gestaltung zur Schwedter Mittsommernacht und zum Oktoberfest. Über das ganze Jahr läuft auch die Aktion „Schultüte“, welche neben dem Karthausclub auch vom Frauenzentrum, der Arbeitslosenhilfe und der Behindertenselbsthilfe unterstützt wird.
Geplant ist die Gründung eines „Vergnügungsausschuss“. Hierfür sollen aus allen weiterführenden Schulen, aus jeder siebten Klasse, sich zwei, drei Schüler zusammenfinden die nach ihren Interessen Festvitäten jeder Art mit Hilfe des Karthausclubs planen und Umsetzen. Die in der Vergangenheit, erfolgreich, durchgeführten „Survival-Camps“ sollen wiederbelebt und/oder zu einem „Kennenlern-Camp“ der Siebtklässler umgestaltet werden. Wir planen eine Multimedien-AG. Hier können die Kinder und Jugendlichen dann lernen wie man eine Web-Site erstellt, Drucksachen entwickelt, Medienproduktionen von Fotografien, Videos oder Tonaufzeichnungen durchführt und verwaltet. Der Club übernimmt die Trägerschaft und die Projektleitung für die Organisation und Durchführung eines Jugendfestivals unter der Beteiligung vor allem junger Menschen. Das Projekt trägt den Namen Passion Of The Young. Es ist jährlich ein „Tag der offenen Tür“ geplant.
Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass der pädagogische Auftrag gesellschaftliche Probleme Jugendlicher zu entschärfen und nach Möglichkeit zu lösen, bezogen auf die Jugendarbeit im Karthausclub e.V., die Grundlage gesellschaftlicher Betrachtungen und Inhalt der täglichen Arbeit ist. In der konzeptionellen Planung sollen Überlegungen dieser Art natürlich mit einfließen. Die umfassende Situation von Kindern und Jugendlichen kann in den Kinder- und Jugendberichten des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit, des Landes Brandenburg und der SHELL-Studie nachgelesen werden. Einige Anmerkungen die besonders die Arbeit des Karthausclubs betreffen seien dennoch erlaubt. Es muss darauf hingewiesen werden, dass sich die Perspektive von Heranwachsenden in den letzten Jahren stark verändert hat. Klar vorgezeichnete Lebenswege gibt es nicht mehr. Gültige Aussagen über Perspektiven der Lebensgestaltung sind kaum noch machbar, es macht sich Orientierungslosigkeit breit. Hier muss die Jugendarbeit versuchen Orientierungshilfe zu leisten, Gespräche und Beratungsmöglichkeiten anzubieten und Angebote zur Entwicklung von Kreativität, Flexibilität und Selbstorganisation zur Verfügung zu stellen. Die Räume in denen sich Kinder und Jugendliche bewegen können, werden immer mehr eingeschränkt bzw. kommerzialisiert. Freie und selbstverwaltete Treffpunkte sind Mangelware, da sie durch Bebauung, Reglementierung und nicht zuletzt durch das Verhalten Erwachsener eingeschränkt werden. Jugendliche brauchen aber Freiräume, in denen sie unter sich Erfahrungen machen können. Die zunehmende Kommerzialisierung von Jugendkultur greift zwar einerseits dieses Bedürfnis auf, kanalisiert es aber andererseits in finanziell ausgerichtete Strukturen, die der Entfaltung der Persönlichkeit von Jugendlichen zuwider laufen oder die Teilnahme von der finanziellen Ausstattung jedes Einzelnen Jugendlichen abhängig machen. Ab einem gewissen Alter haben Jugendliche zunehmend Probleme konkrete Verpflichtungen und Verbindlichkeiten einzugehen. Die Entwicklung einer eigenen Lebenswelt, losgelöst von den Vorgaben des Elternhauses, vor dem Hintergrund vielfältiger Angebote erhöht den Stellenwert spontaner und eigener Entscheidungen.Die Clique oder die momentane Gefühlslage beeinflussen dabei kurzfristige Orientierungen in entscheidendem Maße. In unserer Gesellschaft werden zunehmend Strukturen deutlich, die bestimmte Jugendliche von Aktivitäten und Angeboten ausgrenzen. Dabei muss deutlich von der bisher vorherrschenden Randgruppen-Definition abgesehen werden. Die hier angesprochene Zugangsbeschränkung bezieht sich auf andere Gruppen, die in Teilbereichen ausgegrenzt werden, in ihrer Gesamtheit aber nicht mehr als Randgruppe, sondern als großer Teil von Jugendlichen beschrieben werden muss. Als Beispiel seien hierfür in erster Linie finanzielle Probleme genannt. Aber auch Einschränkungen in der Beweglichkeit z.B. die Reduzierung des öffentlichen Personennahverkehrs und Zielgruppenaktivitäten kommerzieller Anbieter, die sich an in- und out-Trends orientieren. Als gesamtgesellschaftliche Veränderung mit erheblichen Auswirkungen muss auf die hohe Arbeitslosigkeit hingewiesen werden. In der Uckermark sind es ca. 16,5 % der Bevölkerung. Aus der Statistik fallen die vielen „Mini-Jobber“ raus, leben jedoch oft am Existenzminimum und auch vielen Facharbeitern, die in kleinen Betrieben angestellt sind, reicht das Geld gerade zur Deckung der Lebenshaltungskosten. Eine sich ausbreitende „Geldnot“ macht sich bemerkbar. Diese Tatsache trifft Jugendliche in doppelter Hinsicht. Zum einen gibt es viele Arbeitslose und „Mini-Jobber“ unter den jungen Leuten, zum anderen sind sie zusätzlich davon betroffen, wenn ihre Eltern (auch) keine Arbeit haben und mit wenig Geld auskommen müssen. Die Folge davon ist, neben den gravierenden materiellen Einschränkungen auch eine „Psycho-soziale“ Verarmung. Das heißt, dass die Chancen deutlich geringer sind kulturelle Bedürfnisse zu entwickeln, zu entfalten und auszuleben (geringere Marktanteilchance). Hinzu kommen die üblichen generationstypischen Unsicherheiten und Umbruchprozesse. Durch die immer knapper werdenden Kassen der öffentlichen Haushalte wird in diesem Zusammenhang vielerorts die Ökonomisierung der sozialen Arbeit diskutiert. Diese Diskussion gestaltet sich als sehr komplex, da sehr hohen Bedürfnissen nur geringe Mittel zu Verfügung stehen. Zudem steht die Jugendarbeit in der Pflicht, defizitär, situativ und präventiv zu arbeiten, d.h. sie ist Verantwortlich für die Verarbeitung und Gestaltung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Genau in diesen Bereichen werden zunehmend gesellschaftliche Aufgaben hinzukommen. Dadurch sind hauptamtliche Pädagogen/-Innen in der Jugendarbeit aufgefordert ihre Fachkompetenz immer auf dem neuesten Stand zu halten und mit weniger Mitteln immer umfassendere Aufgaben zu bewältigen. Der Vorstand: André Kielack – Vorstandsvorsitzender Marcel Sternbeck – Stellvertretender Vorsitzender Ronny Tischer – Kassenwart Dirk Messer – Beisitzer Sabrina Kunert – Beisitzerin