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Timestamp: 2016-10-27 19:05:40
Document Index: 376567788

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'BGE']

U 196/00 (12.11.2001)
U 196/00 Gi
Pr�sident Lustenberger, Bundesrichter R�edi und Meyer; Gerichtsschreiber Widmer
S.________, 1942, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Dr. Dieter Schlumpf, Freie Strasse 82, 4051 Basel,
A.- F�r die Folgen eines Unfalls vom 7. Juni 1987, bei welchem sich S.________ (geboren 1942) eine Radiusk�pfchenfraktur an beiden Ellbogen und eine Navicularefraktur der rechten Hand zugezogen hatte, sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) dem Versicherten mit Verf�gung vom 31. Oktober 1988 eine Integrit�tsentsch�digung von 10 % zu.
Am 26. August 1996 meldete S.________ der SUVA einen R�ckfall zum Unfall vom 7. Juni 1987. Gest�tzt auf die beigezogenen Arztberichte, worunter ein Gutachten der Orthop�dischen Klinik, vom 19. Dezember 1996, erh�hte die SUVA die Integrit�tsentsch�digung wegen der verst�rkten Arthrose in den Ellbogen und im rechten Handgelenk mit Verf�gung vom 15. September 1997 um 7,5 %, woran sie auf Einsprache hin nach Beizug weiterer �rztlicher Stellungnahmen mit Entscheid vom 19. Mai 1998 festhielt.
B.- Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 29. M�rz 2000 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst S.________ zur Hauptsache beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides seien neben den von der SUVA als unfallkausal anerkannten Beschwerden an den Ellbogen und am rechten Handgelenk auch die Schulterbeschwerden sowie die Fibromyalgie und die psychische Beeintr�chtigung als ad�quat-kausale Unfallfolgen anzuerkennen und die Integrit�tsentsch�digung sei angemessen zu erh�hen. Ferner ersucht er um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung und Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung f�r das kantonale und das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren.
D.- Mit Pr�sidialverf�gung vom 10. Juli 2000 wies das Eidgen�ssische Versicherungsgericht das Gesuch um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung ab, soweit es darauf eintrat.
1.- Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 UVV; Art. 25 Abs. 1 UVG), die Rechtsprechung zu den Begriffen R�ckfall und Sp�tfolge (BGE 118 V 296 f. Erw. 2c) sowie zu dem f�r die Leistungspflicht der Unfallversicherung vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen der beim Unfall erlittenen Gesundheitssch�digung und den als R�ckfall oder Sp�tfolgen geltend gemachten Beschwerden (BGE 118 V 289 f.) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
2.- a) Die SUVA hat dem Beschwerdef�hrer f�r die Folgen des Unfalls vom 7. Juni 1987 mit Verf�gung vom 31. Oktober 1988 zun�chst eine Integrit�tsentsch�digung von 10 % zugesprochen, welche sie auf Grund der Zunahme der Arthrose in den Ellbogen und im rechten Handgelenk um 7,5 % erh�hte (Verf�gung vom 15. September 1997, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 19. Mai 1998). Da der Beschwerdef�hrer nicht geltend macht, die Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung von 17,5 % f�r die von der Anstalt anerkannten Beeintr�chtigungen sei unangemessen, und da f�r eine solche Annahme sich auch keine Anhaltspunkte aus den Akten ergeben (BGE 110 V 53), ist lediglich zu pr�fen, ob die Integrit�tsentsch�digung wegen zus�tzlicher unfallkausaler Gesundheitssch�digungen zu erh�hen ist.
b) Das kantonale Gericht hat in einl�sslicher und sorgf�ltiger W�rdigung der medizinischen Unterlagen richtig festgestellt, dass die der SUVA als R�ckfall gemeldeten somatischen Beschwerden des Versicherten in den Armen, im Schulter- und Nackenbereich, entlang der Wirbels�ule mit Ausstrahlung in das Becken und die Beine, welche von mehreren �rzten einem Fibromyalgie-Syndrom zugeordnet wurden, nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen, woran die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu �ndern verm�gen. Erg�nzende Abkl�rungen in medizinischer Hinsicht, insbesondere die Anordnung einer Begutachtung, er�brigen sich, da der rechtserhebliche Sachverhalt umfassend dokumentiert ist und von weiteren Untersuchungen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden k�nnen. Soweit das Fibromyalgie-Syndrom als Schmerzverarbeitungsst�rung zu qualifizieren und zusammen mit allf�lligen anderen psychischen St�rungen im Sinne des nat�rlichen Kausalzusammenhangs als psychische Unfallfolge anzuerkennen ist, worauf verschiedene fach�rztliche Stellungnahmen hindeuten, fehlt es an der f�r die Leistungspflicht der SUVA weiter vorausgesetzten Ad�quanz des Kausalzusammenhangs. Zwar besteht grunds�tzlich auch bei Beeintr�chtigungen der psychischen Integrit�t Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (BGE 124 V 29 und 209). In Anlehnung an die im angefochtenen Entscheid wiedergegebene Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingten Gesundheitssch�den mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit gem�ss BGE 115 V 133 und die psychiatrischen Lehrmeinungen ist indessen der Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung bei banalen bzw. leichten Unf�llen regelm�ssig zu verneinen. Auch bei Unf�llen im mittleren Bereich l�sst sich die vorausgesetzte Dauerhaftigkeit des Integrit�tsschadens in der Regel verneinen, ohne dass in jedem Einzelfall eine n�here Abkl�rung von Art und Dauerhaftigkeit des psychischen Schadens vorzunehmen w�re. Etwas anderes gilt nur ausnahmsweise, namentlich im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen, wenn auf Grund der Akten erhebliche Anhaltspunkte f�r eine besonders schwerwiegende Beeintr�chtigung der psychischen Integrit�t bestehen, die einer Besserung nicht mehr zug�nglich zu sein scheint (BGE 124 V 44 f. Erw. 5c bb und 214).
Da der Unfall vom 7. Juni 1987 - Sturz von der Treppe des Wohnhauses - auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der vom Beschwerdef�hrer erlittenen Verletzungen nicht als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen zu qualifizieren ist, entf�llt ein Anspruch auf eine Entsch�digung f�r eine psychische Beeintr�chtigung der Integrit�t.
3.- Auf den Antrag des Beschwerdef�hrers auf unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das kantonale Verfahren ist nicht einzutreten, da die Vorinstanz hier�ber mangels eines entsprechenden Gesuches nicht entschieden hat, weshalb es insoweit an einem Anfechtungsgegenstand und damit einer Sachurteilsvoraussetzung fehlt.
4.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung kann nicht stattgegeben werden, da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als aussichtslos bezeichnet werden muss (Art. 152 OG; BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b).