Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/klacembausbv
Timestamp: 2020-01-21 00:21:29
Document Index: 212283747

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§4', '§ 4', '§ 4']

Diese Verordnung gilt für die Berufsausbildung in dem Ausbildungsberuf Klavier- und Cembalobauer/Klavier- und Cembalobauerin nach der Handwerksordnung und für die Berufsausbildung in dem nach § 2 anerkannten Ausbildungsberuf.
Der Ausbildungsberuf Klavier- und Cembalobauer/Klavier- und Cembalobauerin wird staatlich anerkannt.
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Es kann zwischen den Fachrichtungen
Klavierbau und
Kenntnisse des Ausbildungsbetriebs, arbeits- und sozialrechtliche Regelungen,
Vorstimmen des Instruments,
Pflegen und Instandhalten von Werkzeugen,
Umgehen mit Holz und Holzwerkstoffen,
Bearbeiten von Metall,
Verwenden von Klebstoffen,
Warten und Bedienen von Maschinen und Einrichtungen,
Kenntnisse des Aufbaus und der Funktionsweise von Klavieren und Cembali,
Herstellen von bezogenen Rasten und Resonanzkörpern,
Behandeln von Oberflächen.
Bearbeiten von Schaltungen im Klavierbau,
Bearbeiten der Klaviatur im Klavierbau,
Vorrichten und Einbauen der Klaviermechanik,
Regulieren des Spielwerks im Klavierbau,
Herstellen von bezogenen Rasten,
Vorintonieren des Instruments;
Bearbeiten von Schaltungen im Cembalobau,
Bearbeiten der Klaviatur im Cembalobau,
Vorrichten und Einbauen der Cembalomechanik,
Regulieren des Spielwerks im Cembalobau,
Herstellen von Resonanzkörpern,
Vorintonieren des Instruments.
(3) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 6 Stunden 3 Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Absperren und Furnieren eines Gehäuseteils,
Hobeln, Fügen und Leimen zweier Resonanzbodenspäne,
Ausführen eines schrägen Schnittes und Abrichten der Schnittflächen zur Herstellung einer Schiftung,
Bohren, Abstechen und Bestiften zur Anfertigung eines Stegabschnitts,
Herstellen einer Eckverbindung mit Zinken,
Durchführen einer Stimmprobe.
Werkstoffe: Holz, Metalle,
normgerechte Zeichnungen einer Taste,
Klaviaturteilung einer Oktave,
drei Ansichten eines Klaviergehäuses,
Rasten mit Stimmstock und Bodenlager in Vorderansicht sowie im Schnitt.
(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 8 Stunden 3 Arbeitsproben durchführen und in insgesamt höchstens 24 Stunden ein Prüfungsstück anfertigen. Von den 3 Arbeitsproben sollen 2 auf die den beiden Fachrichtungen gemeinsamen Fertigkeiten entfallen und eine auf die Fertigkeiten, die Gegenstand der Berufsausbildung in der jeweiligen Fachrichtung sind.
Messen, Herstellen und Aufziehen einer Baßsaite zur Schließung einer Lücke im Baßbezug,
Anfertigen eines Stegstücks,
Anfertigen einer furnierten Fläche mit Kreuzfuge und Oberflächenbehandlung;
Tuchen und Achsen mehrerer Glieder,
Vorstimmen eines Klaviers;
Vorstimmen eines Cembalos,
Ausschneiden von Kielen.
Beziehen der Raste mit neuem Baß, Abziehen von Hammerkopffilz, Regulieren der Mechanik, Stimmen,
Zusammensetzen, Regulieren und Vorstimmen eines Klaviers oder Flügelteils;
Beziehen eines Cembalos,
Zusammensetzen, Regulieren und Vorstimmen eines einmanualigen Cembalos.
Entwicklung der Tasteninstrumente im Rahmen der Musikgeschichte,
Eigenschaften und Funktionsweise von Flügel, Klavier und Cembalo,
Erläuterung des Tastendrucks,
Funktion zweimanualiger Cembali,
Benennung der Art und der Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe,
Errechnung von Schaltwegen nach den Hebelgesetzen,
Festigkeitsberechnungen;
zeichnerisches Festlegen der günstigsten Bewegung von Taste und Hebeglied,
Ausschnitte von Teilungszeichnungen,
Draufsicht einer Klaviatur,
Gehäuseschnitte;
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für die Lehrberufe, Anlernberufe und vergleichbar geregelten Ausbildungsberufe, die in dieser Verordnung geregelt sind, insbesondere für den Ausbildungsberuf Klavierbauer, sind vorbehaltlich des § 11 nicht mehr anzuwenden.
Diese Verordnung tritt am 1. August 1983 in Kraft.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Klavier- und Cembalobauer/zur Klavier- und Cembalobauerin
(Fundstelle: BGBl. I 1982, 1650 - 1655)
I. Für beide Fachrichtungen gemeinsame Fertigkeiten und Kenntnisse
1 Arbeitsschutz, Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung (§ 4 Abs. 1 Nr. 1)
berufsspezifische Arbeitsschutzvorschriften in Gesetzen und Verordnungen nennen und anwenden
wesentliche Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes erläutern
berufsspezifische Vorschriften der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und Merkblätter, erläutern
Gefahren des elektrischen Stroms beschreiben
unfallverursachendes menschliches Fehlverhalten, berufstypische Unfallquellen und Unfallsituationen beschreiben
Verhalten bei Unfällen und Bränden beschreiben
bei Entstehungsbränden Sofortmaßnahmen ergreifen
arbeitsplatzbedingte Ursachen von Umweltbelastungen nennen und zu deren Vermeidung beitragen
2 Kenntnisse des Ausbildungsbetriebs, arbeits- und sozialrechtliche Regelungen (§ 4 Abs. 1 Nr. 2)
Ausbildungsbetrieb, insbesondere Branche, Aufbau und Betriebsform, beschreiben
kaufmännische und technische Ausführung eines Auftrags beschreiben
Rechte und Pflichten aus dem Berufsausbildungsvertrag nennen und die Inhalte der Ausbildungsordnung erläutern
Bestimmungen der für die Ausbildungsstätte geltenden Tarifverträge erläutern
Formulare für die Zeiterfassung und ihren Verwendungszweck nennen
Unterschiede zwischen Lohnarten nennen
Grundzüge des Betriebsverfassungsgesetzes, des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung erläutern
Grundzüge des Sozialversicherungsrechts, insbesondere Krankenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung, nennen
3 Anfertigen und Lesen von Skizzen und Zeichnungen (§ 4 Abs. 1 Nr. 3)
technische Tabellen, Handbücher, Richtlinien und Merkblätter verwenden
Skizzen und Zeichnungen unter Beachtung der Normen anfertigen
4 Vorstimmen des Instruments (§ 4 Abs. 1 Nr. 4)
Saiten zwicken
Instrument vorstimmen
5 Pflegen und Instandhalten von Werkzeugen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5)
Sägen schränken und feilen
Hobeleisen, Stechbeitel, Bohrer und Ziehklinge schärfen
Hobel auf ihre Funktion prüfen und einstellen
6 Umgehen mit Holz und Holzwerkstoffen (§ 4 Abs. 1 Nr. 6)
Holzarten sowie deren Struktur- und Farbmerkmale nennen
natürliche und künstliche Trocknung des Holzes erläutern
das Schwinden und das Quellen des Holzes erläutern
die Hölzer nach ihrem Verwendungszweck und ihren für die Verarbeitungwichtigen Eigenschaften auswählen
Holz entsprechend seinem Schwind- und Quellmaß auswählen
Krankheiten und Fehler des Holzes und deren Bedeutung für die Verarbeitung nennen
Holzwerkstoffe, insbesondere Tischler-, Furnier-, Span-, Faser- und Verbundplatten, nach Norm bezeichnen und deren Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten nennen
7 Be- und Verarbeiten von Holz (§ 4 Abs. 1 Nr. 7)
Meß- und Anreißzeuge bezeichnen und ihre Verwendungsmöglichkeiten nennen
Meß- und Anreißarbeiten ausführen
Handsägen bezeichnen und deren Verwendungszweck beschreiben
einfache Sägeschnitte nach Riß ausführen
Handhobel bezeichnen und deren Verwendungszweck beschreiben
Hobelarbeiten mit verschiedenen Hobeln ausführen
Arbeiten mit Loch- und Stechbeitel ausführen
Arbeiten mit Raspel und Feile ausführen
Bohrarbeiten einschließlich der Verwendung von Bohrlehren ausführen
Holzverbindungen, insbesondere Längen-, Breiten- und Eckverbindungen, herstellen
einfache Furnierarbeiten durchführen
8 Bearbeiten von Metall (§ 4 Abs. 1 Nr. 8)
die berufsspezifischen Metalle und ihre Verwendung nennen
Meß-, Säge-, Feil-, Bohr- und Biegearbeiten nach Anleitung ausführen
Gewinde nach Anleitung schneiden
Metallteile, insbesondere mit Schrauben, Bolzen und Stiften, verbinden
9 Verwenden von Klebstoffen (§ 4 Abs. 1 Nr. 9)
Klebstoffe bezeichnen sowie ihre Grundstoffe und deren Unterscheidungsmerkmale nennen
die zweckmäßige Verwendung der verschiedenen Klebstoffe erläutern
Fugen und einfache Verbindungen verleimen
Vorgänge beim Abbinden der Klebstoffe erläutern
Rahmen und Korpusse verleimen
Resonanzböden ausspänen
10 Warten und Bedienen von Maschinen und Einrichtungen (§ 4 Abs. 1 Nr. 10)
Riementriebe unter Anleitung auflegen und spannen
Maschinen und Geräte nach Vorschrift warten
Störungen an elektrischen Anlagen und Geräten feststellen und geeignete Maßnahmen zu ihrer Behebung ergreifen
pneumatische und hydraulische Geräte bedienen
elektrische Handmaschinen bedienen und warten
Einzweckholzbearbeitungsmaschinen bedienen und warten
11 Kenntnisse des Aufbaus und der Funktionsweise von Klavieren und Cembali (§ 4 Abs. 1 Nr. 11)
gebräuchliche Tasteninstrumente und deren Verwendung nennen
die Einzelteile der Flügel, Klaviere und Cembali und die dafür verwendeten Materialien nennen
Funktionsabläufe in den Spielwerken der Flügel, Klaviere und Cembali beschreiben
12 Herstellen von bezogenen Rasten und Resonanzkörpern (§ 4 Abs. 1 Nr. 12)
Hölzer auswählen
Hölzer zuschneiden und aushobeln
Stege schiften, verleimen, fräsen, abstechen und bestiften
Resonanzbodenspäne verleimen, Resonanzboden aushobeln und schleifen
Rippen und Stege auf den Resonanzboden leimen
Raste oder Gehäuseteile mit Stimmstock und Bodenlager verleimen
Rippen und Bodenlager ausfräsen und ausstechen, Bodenlagerwölbung prüfen
Resonanzboden einleimen, putzen und lackieren
Plattenlager aufleimen, Platte aufpassen, Stegdruck machen
13 Behandeln von Oberflächen (§ 4 Abs. 1 Nr. 13)
Holzoberflächen behandeln, insbesondere durch Schleifen, Bleichen, Grundieren, Mattieren, Lackieren, Polieren, Färben, Patinieren, Sandeln und Bürsten
Elfenbein- und Knochenbelag bleichen, schleifen und polieren
Kunststoffbelag schleifen und polieren
NE-Metalle und Stahlteile schleifen und polieren
Grauguß spachteln, schleifen und lackieren
A. Fachrichtung Klavierbau
1 Bearbeiten von Schaltungen im Klavierbau (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe a)
Züge anfertigen und einbauen
Pedaleinrichtungen anfertigen und einbauen
2 Bearbeiten der Klaviatur im Klavierbau (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe b)
Tasten bohren und Piloten einschrauben
Tasten abwiegen und ausbleien
Tastenbelag, Filz- und Tuchgarnierung erneuern
Klaviatur im Vorder- und im Waagestift einrichten
3 Vorrichten und Einbauen der Klaviermechanik (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe c)
Chore richten und zwicken
Mechanikschrauben anziehen, Mechanik stellen
Dämpfung einbauen
Hammerköpfe einpassen und einstielen
Klavierrahmen einpassen
Hämmer tragen lassen
Hämmer auf Chore richten
Mechanikglieder tuchen, achsen und garnieren
4 Regulieren des Spielwerks im Klavierbau (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe d)
Mechanik regulieren
Klaviatur regulieren
Dämpfung regulieren
5 Herstellen von bezogenen Rasten (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe e) zeitlicher Richtwert
Wirbellöcher bohren
Saiten messen, Ösen anfertigen und Baßsaiten spinnen
Blank-und Baßbezug aufziehen, Stimmnägel setzen, Ringe dichten
6 Vorintonieren des Instruments (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe f) Instrument vorintonieren x
B. Fachrichtung Cembalobau
1 Bearbeiten von Schaltungen im Cembalobau (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a)
Züge anfertigen
Hand- und Fußschaltungen anfertigen
2 Bearbeiten der Klaviatur im Cembalobau (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b)
Koppelglieder in zweimanualige Cembaloklaviaturen einbauen
Einrichtungen für Vorder- bzw. Hinterdruck einbauen
3 Vorrichten und Einbauen der Cembalomechanik (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe c)
Springerrechen und Schaltungen einbauen
Klaviatur einbauen
Springer herstellen, insbesondere Zungen garnieren, bekielen, bohren und achsen, sowie Madenschrauben und Piloten einsetzen
Springer einbauen, Kiele beschneiden, Dämpfung einbauen
4 Regulieren des Spielwerks im Cembalobau (§4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe d)
Schaltung regulieren
5 Herstellen von Resonanzkörpern (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe e) zeitlicher Richtwert
Teilung für mehrere Register auftragen, Stege bohren und bestiften
Saiten aufziehen, Stimmnägel setzen, Ringe dichten
6 Vorintonieren des Instruments (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe f) Instrument vorintonieren x
Klavier- und Cembalobauer-Ausbildungsverordnung
1982, 1647: BGBl I