Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.11.2001&Aktenzeichen=I%20ZR%20264/99
Timestamp: 2020-06-01 02:16:09
Document Index: 128709124

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 546', '§ 546', 'BGH', 'BGH', '§ 304', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543']

BGH, 15.11.2001 - I ZR 264/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,817
BGH, 15.11.2001 - I ZR 264/99 (https://dejure.org/2001,817)
BGH, Entscheidung vom 15.11.2001 - I ZR 264/99 (https://dejure.org/2001,817)
BGH, Entscheidung vom 15. November 2001 - I ZR 264/99 (https://dejure.org/2001,817)
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ZPO § 546 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 a. F.
Grobe Fahrlässigkeit - Organisationsverschulden - Spediteur - Transportversicherer - Paketdienst - Erfüllungsgehilfe - Ausspruch im Tenor
Zur Haftung eines Paketdienstunternehmens für grob fahrlässiges Organisationsverschulden; zur uneingeschränkten Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung
ZPO § 546 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 (a.F.)
NJW-RR 2002, 1148
MDR 2002, 964
WM 2002, 2070
In einem solchen Fall ist der Ausspruch im Tenor, nach dem die Zulassung uneingeschränkt erfolgt ist, maßgebend (vgl. BGH, Urt. v. 15. November 2001 - I ZR 264/99, MDR 2002, 964).
Das Senatsurteil beruht auf der Annahme, dass nach aufopferungsrechtlichen Grundätzen keine Entschädigung für immaterielle Nachteile zu gewähren ist, und die Zulassung der Revision kann grundsätzlich auf diejenige Prozesspartei beschränkt werden, zu deren Ungunsten die als grundsätzlich angesehene Rechtsfrage entschieden worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 15. November 2001 - I ZR 264/99 -, Rn. 36, juris;… Beschluss vom 26. September 2012 - IV ZR 108/12 -, Rn. 7).
Zwar kann die Revisionszulassung wirksam auf den Mitverschuldenseinwand beschränkt werden; Voraussetzung dafür ist aber, dass das Berufungsgericht befugt gewesen wäre, zunächst ein Grundurteil (§ 304 ZPO) zu erlassen und die Frage des Mitverschuldens dem Betragsverfahren vorzubehalten (BGH, Urteil vom 15. November 2001 - I ZR 264/99, NJW-RR 2002, 1148, 1149 mwN).
Die Frage des mitwirkenden Verschuldens eines Klägers darf nämlich nicht dem Betragsverfahren vorbehalten bleiben, wenn sich der Einwand des Mitverschuldens nicht vom Grund der Haftung trennen lässt, weil sich beides aus einem einheitlich zu würdigenden Schadensereignis ableitet (BGH, Urteil vom 15. November 2001 - I ZR 264/99, aaO, mwN).
Die Zulassung der Revision kann - wie hier - grundsätzlich auf diejenige Prozesspartei beschränkt werden, zu deren Ungunsten die als grundsätzlich angesehene Rechtsfrage entschieden worden ist (vgl. BGH, Urt. v. 15. November 2001 - I ZR 264/99, NJW-RR 2002, 1148 m.w.N.).
Unter Auslegung des Tenors im Lichte der Urteilsgründe kann eine Beschränkung der Revisionszulassung auf einzelne Prozessparteien in Betracht kommen, sofern die Zulassung zur Klärung einer als grundsätzlich angesehenen Rechtsfrage erfolgt ist, die das Berufungsgericht zum Nachteil nur einer Prozesspartei entschieden hat und von der die andere nicht betroffen ist (BGH, Urteil vom 15. November 2001 - I ZR 264/99, MDR 2002, 964;… Zöller/Heßler, ZPO 29. Aufl. § 543 Rn. 20).