Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/rechtsschutz-gegen-den-bei-der-ausweisung-erlassenen-vollstreckungshaftbefehl-383079
Timestamp: 2020-01-23 11:26:36
Document Index: 279776909

Matched Legal Cases: ['§ 456', '§ 23', '§ 458', '§ 456', '§ 457', '§ 23', '§ 23', '§ 21', '§ 23', '§ 457', '§ 458', '§ 458']

Rechts­schutz gegen den bei der Aus­wei­sung erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehl | Rechtslupe
Rechtsschutz gegen den bei der Ausweisung erlassenen Vollstreckungshaftbefehl
Rechts­schutz gegen den bei der Aus­wei­sung erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehl
Die Über­prü­fung eines mit Aus­lie­fe­rung oder Aus­wei­sung erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehls dürf­te nicht der Straf­voll­stre­ckungs­kam­mer oblie­gen, son­dern dem Ober­lan­des­ge­richt im Jus­tiz­ver­wal­tungs­streit­ver­fah­ren 1.
Auch bei gleich­zei­ti­gen Ein­wen­dun­gen gegen eine Nach­ho­lung der Straf­voll­stre­ckung und gegen den nach § 456a Abs. 2 S. 3 StPO erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehl ist für die letz­te­re Ent­schei­dung allein der Rechts­weg gemäß §§ 23 ff. EGGVG eröff­net 2. Für die­se Mei­nung spricht, dass der Gesetz­ge­ber in § 458 Abs. 2 StPO eine abschlie­ßen­de Rege­lung getrof­fen und dabei gera­de nicht ange­ord­net hat, dass auch eine Anord­nung oder Aus­set­zung von Fahn­dungs­maß­nah­men im Sin­ne des § 456a Abs. 2 Satz 3 StPO von den Straf­voll­stre­ckungs­kam­mern zu über­prü­fen ist. Zudem ist auch gegen einen nach § 457 Abs. 2 StPO erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehl allein der Rechts­weg nach §§ 23 ff. EGGVG eröff­net 3. Dies spricht eher dafür, auch für einen nach Aus­lie­fe­rung oder Aus­wei­sung erlas­se­nen Voll­stre­ckungs­haft­be­fehl den Rechts­weg zur Anfech­tung eines Jus­tiz­ver­wal­tungs­ak­tes zuzu­las­sen.
Auch bei Eröff­nung des Rechts­we­ges nach §§ 23 ff. EGGVG ist das Ober­lan­des­ge­richt der­zeit aller­dings nicht beru­fen, eine Ent­schei­dung in der Sache zu tref­fen, da es zunächst der Durch­füh­rung des Vor­schalt­be­schwer­de­ver­fah­rens nach § 21 Abs. 1 Nds. StVoll­s­trO bedarf und eine Aus­le­gung des Rechts­be­helfs in einen Antrag nach § 23 EGGVG schon des­halb der­zeit nicht in Betracht kommt.
Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 18. August 2014 – 2 Ws 130/​14
im Anschluss an OLG Karls­ru­he, NStZ 2012, 655 f; NStZ-RR 2005, 223 f; KG Ber­lin, Beschluss vom 04.06.2009 – 1 VAs 22/​09 ent­ge­gen OLG Stutt­gart, Stra­Fo 2011, 114[↩]
so OLG Karls­ru­he, NStZ 2012, 655 f; NStZ-RR 2005, 223 f; KG Ber­lin, Beschluss vom 04.06.2009 – 1 VAs 22/​09[↩]
vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, a. a. O., § 457 Rn. 16 m. w. N. und § 458 Rn. 15; KK-Appl, 7. Aufl., § 458 Rn. 14[↩]
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