Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.03.2006&Aktenzeichen=III%20ZR%20152%2F05
Timestamp: 2019-02-22 15:22:59
Document Index: 294798807

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 164', '§ 312', '§ 312', '§ 16', '§ 164', '§ 312', '§ 16', '§ 164', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 312', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'Art. 5', 'BGH', '§ 276', 'BGH', '§ 16', '§ 276', '§ 45', '§ 312', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 9', '§ 312', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', '§ 45', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

TKV § 16 Abs. 3 Satz 3; BGB § 164, § 312d Abs. 3
Zur Zahlungspflicht bei R-Gesprächen
Verträge über R-Gespräche
Sorgfaltspflichten des Telefon-Anschlussinhabers zur Vermeidung von R-Gesprächen
R-Gespräch - Kostentragung
Zur Verpflichtung des Inhabers eines Telefonanschlusses, ein an seinem Apparat entgegengenommenes R-Gespräch zu bezahlen
R-Gespräche - Haftung für R-Gesprächsannahme - Widerruf von R-Gesprächen
Vertragsschluß bei Telekommunikationsdienstleistungen: Verpflichtung des Telefonanschlußinhabers bei Benutzung durch Dritte im Wege der Anscheinsvollmacht (R-Gespräch); Erlöschen des Widerrufsrechts nach § 312d Abs. 3 Nr. 2 BGB)
TKV § 16 Abs. 3 S. 3; BGB § 164 § 312d Abs. 3
Verpflichtung des Inhabers eines Telefonanschlusses durch die Entgegennahme von R-Gesprächen durch Dritte
Telekommunikationsrecht - Entgegennahme von R-Gesprächen durch Dritte
Den Inhaber eines Telefonanschlusses trifft grundsätzlich keine Obliegenheit, durch technische Vorkehrungen die Entgegennahme von R-Gesprächen durch Dritte über seinen Netzzugang zu verhindern. Zum Widerrufsrecht bei Verträgen über R-Gespäche. § 16 Abs. 3 Satz 3 TKV, §§ 164, 312d Abs. 3 BGB
Zu R-Gesprächen
Verbraucher haben künftig bessere Karten bei teuren R-Gesprächen
Teure R-Gespräche - Telefonkundin haftet nicht, wenn ihre Tochter die Gespräche führte
Entgelt bei R-Gesprächen
Schutz vor unterwünschten R-Gesprächen (nur) durch Eintragung in die Sperrliste?
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.03.2006, Az.: III ZR 152/05 (Anscheinsvollmacht bei Telekommunikationsdienstleistungen)" von Prof. Dr. Thomas Lobinger, original erschienen in: JZ 2006, 1073 - 1080.
Zusammenfassung von "Anmerkung von Klees zum Urteil des BGH vom 16.03.2006, Az.: III ZR 152/05 (Haftung des Anschlussinhabers für R-Gespräche" von Prof. Dr. Andreas Klees, original erschienen in: CR 2006, 458 - 460.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.03.2006, Az.: III ZR 152/05 (R-Gespräche)" von Prof. Dr. Peter Mankowski, original erschienen in: MMR 2006, 458 - 461.
Zusammenfassung von "Rechtliche Fragen rund um das R-Gespräch" von Wiss. Ass. Dr. Ruth Janal, LL.M., original erschienen in: K&R 2006, 272 - 279.
Zusammenfassung von "Schutz vor unerwünschten R-Gesprächen (nur) durch Eintragung in die Sperrliste?" von Wiss. Mit. Leif Böttcher, LL.M., original erschienen in: VuR 2006, 256 - 259.
AG Würzburg, 15.02.2005 - 16 C 2202/04 ./
LG Würzburg, 29.06.2005 - 42 S 486/05
(2) Eine Anscheinsvollmacht ist dagegen gegeben, wenn der Vertretene das Handeln des Scheinvertreters nicht kennt, er es aber bei pflichtgemäßer Sorgfalt hätte erkennen und verhindern können, und wenn der Geschäftspartner annehmen durfte, der Vertretene kenne und billige das Handeln des Vertreters (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 13. Juli 1977 - VIII ZR 243/75, WM 1977, 1169 unter IV mwN;… vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 380/04, aaO Rn. 25; BGH, Urteile vom 5. März 1998 - III ZR 183/96, NJW 1998, 1854 unter II 2 a mwN; vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 17).
Allerdings greifen die Rechtsgrundsätze der Anscheinsvollmacht in der Regel nur dann ein, wenn das Verhalten des einen Teils, aus dem der Geschäftsgegner auf die Bevollmächtigung des Dritten glaubt schließen zu können, von einer gewissen Dauer und Häufigkeit ist (…Senatsurteile vom 13. Juli 1977 - VIII ZR 243/75, aaO;… vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 380/04, aaO;… BGH, Urteile vom 5. März 1998 - III ZR 183/96, aaO; vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, aaO).
Es fehlt daher an einem von der Beklagten geschaffenen Vertrauenstatbestand, auf den sich der Kläger hätte stützen können (…vgl. hierzu auch Senatsurteile vom 13. Juli 1977 - VIII ZR 243/75, aaO;… vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 380/04, aaO; BGH, Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, aaO).
Mit dieser Regelung hat der Gesetzgeber auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, NJW 2006, 1971 Rn. 34) zum Erlöschen des Widerrufsrechts nach § 312d Abs. 3 BGB in der bis zum 3. August 2009 geltenden Fassung reagiert, nach der das Widerrufsrecht auch ohne Erteilung einer Widerrufsbelehrung bereits dann erlischt, wenn der Unternehmer mit Zustimmung des Verbrauchers mit der Ausführung der Dienstleistung begonnen hat oder der Verbraucher diese selbst veranlasst hat.
aa) Eine Anscheinsvollmacht setzt voraus, dass der Vertretene das Handeln des Scheinvertreters nicht kennt, er es aber bei pflichtgemäßer Sorgfalt hätte erkennen und verhindern können, und der Geschäftspartner annehmen durfte, der Vertretene kenne und billige das Handeln des Vertreters (…st. Rspr., vgl. BGH, Urteile vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 380/04, NJW 2007, 987 Rn. 25, vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 17 …und vom 11. Mai 2011 - VIII ZR 289/09, BGHZ 189, 346 Rn. 16 jeweils mwN).
Zudem ist im Grundsatz erforderlich, dass das Verhalten des Geschäftsherrn, aus dem der Geschäftsgegner auf die Bevollmächtigung des Dritten schließt, von einer gewissen Dauer und Häufigkeit ist (…st. Rspr., vgl. BGH, Urteile vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 380/04, NJW 2007, 987 Rn. 25, vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 17 …und vom 11. Mai 2011 - VIII ZR 289/09, BGHZ 189, 346 Rn. 16 jeweils mwN).
Eine Anscheinsvollmacht liegt vor, wenn der Vertretene das Handeln des Scheinvertreters, anders als bei der Duldungsvollmacht, zwar nicht kennt, es jedoch bei pflichtgemäßer Sorgfalt hätte erkennen und verhindern können und der andere darauf vertraut hat und vertrauen durfte, der Vertretene dulde und billige das Handeln des Vertreters (st. Rspr., z.B. Senat, Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 17 mwN).
Die Rechtsgrundsätze der Anscheinsvollmacht greifen dabei in der Regel nur dann ein, wenn das Verhalten des einen Teils, aus dem der Geschäftsgegner auf die Bevollmächtigung eines Dritten schließen zu können glaubt, von einer gewissen Dauer und Häufigkeit ist (vgl. Senat, Urteil vom 16. März 2006, aaO).
Der der Anscheinsvollmacht zu Grunde liegende Rechtsgedanke, nach dem ein Teilnehmer am Rechtsverkehr für das seiner Risikosphäre zuzurechnende Verhalten Dritter einzustehen hat, ist hierdurch zwar über die herkömmlichen Fallgruppen hinaus anwendbar (Senat, Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 19 zum bis zum 23. Februar 2007 gültigen § 16 Abs. 3 Satz 3 der Telekommunikations-Kundenschutzverordnung - TKV - vom 11. Dezember 1997, BGBl. I S. 2910; zum Außerkrafttreten siehe Art. 5 Nr. 1 Satz 2 des Gesetzes zur Änderung telekommunikationsrechtlicher Vorschriften vom 18. Februar 2007, BGBl. I S. 106).
(1) Der Senat hat schon zum Telefondienstvertrag im Festnetzbereich ausgeführt, dass auch bei der Nutzung der Telefondienstleistungen durch Dritte eine Entgeltpflicht des Anschlussinhabers in Betracht kommt, wenn er die Nutzung des Dritten zu vertreten hat (Senatsurteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 19).
Der Anschlussinhaber muss nach dem Maßstab des § 276 Abs. 1 BGB (Senatsurteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 20;… Senatsurteil vom 4. März 2004 aaO, S. 209) alle ihm zumutbaren geeigneten Vorkehrungen treffen, um eine von ihm nicht gebilligte Nutzung seines Anschlusses zu unterbinden.
Zumutbar sind diejenigen Maßnahmen, die einem gewissenhaften durchschnittlichen Kunden bekannt sind und zu deren Durchführung er mit vertretbarem Aufwand in der Lage ist (Senatsurteil vom 16. März 2006 aaO, Rn. 22).
An dem vom Senat (Urteile vom 16. März 2006 aaO, Rn. 20 …und vom 4. März 2004 aaO) noch zu § 16 Abs. 3 Satz 3 TKV 1997 aufgestellten Maßstab des § 276 Abs. 1 BGB ist auch für § 45i Abs. 4 Satz 1 TKG festzuhalten.
Gegenteiliges ergibt sich auch nicht - wie das Berufungsgericht anzunehmen scheint - aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu § 312d Abs. 3 BGB in der vom 1. August 2002 bis zum 7. Dezember 2004 gültigen Fassung (im Folgenden: a.F.), nach der das Erlöschen des Widerrufsrechts gemäß dieser Vorschrift keine Belehrung des Verbrauchers über das Widerrufsrecht erfordert (BGH, Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 34).
Davon abgesehen trifft die Begründung für die genannte Rechtsprechung, dass der Verbraucher in Bezug auf die Belehrung über das Widerrufsrecht nicht schutzwürdig ist, wenn die angebotene Dienstleistung in seinem Interesse typischerweise sofort erbracht wird, und die bloße Unterrichtung über das Widerrufsrecht in diesen Fällen sinnlos wäre, da es mit dem Beginn der Leistungserbringung sogleich erlischt (BGH, Urteil vom 16. März 2006 aaO Rn. 34), auf § 8 Abs. 3 Satz 2 VVG, der eine vollständige Vertragserfüllung verlangt, nicht zu.
Die an eine Zustimmung des Versicherungsnehmers nach § 9 Abs. 1 Satz 1 VVG zu stellenden Anforderungen sind insoweit nicht vergleichbar mit der Zustimmung eines Verbrauchers im Sinne des bereits genannten § 312d Abs. 3 BGB a.F.; für die Anwendung jener Vorschrift sollte es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht erforderlich sein, dass der Unternehmer auf das Widerrufsrecht hingewiesen hatte (vgl. BGH, Urteil vom 16. März 2006 - III ZR 152/05, BGHZ 166, 369 Rn. 34).
Über § 16 Abs. 3 Satz 3 TKV habe der BGH ausweislich des Urteils vom 16.03.2006 = NJW 2006, 1971ff die dogmatischen Anforderungen an die Anscheinsvollmacht - jedenfalls für das Telekommunikationsrecht - reduziert, so dass jeder Teilnehmer am Rechtsverkehr für das seiner Risikosphäre zuzurechnende Verhalten Dritter auch vertraglich einzustehen habe.
Eine Anscheinsvollmacht liegt vor, wenn der Vertretene das Handeln des Scheinvertreters, hier also des Sohns, nicht kennt, jedoch bei pflichtgemäßer Sorgfalt hätte erkennen und verhindern können und der Andere darauf vertraut hat und vertrauen durfte, der Vertretene dulde und billige das Handeln des Vertreters (vgl. BGH NJW 2006, 1971 (1972)).
Zudem greifen die Rechtsgrundsätze der Anscheinsvollmacht in der Regel nur dann ein, wenn das Verhalten des Gegenüber von gewisser Dauer und Häufigkeit ist (vgl. insoweit die Ausführungen BGH NJW 2006, 1971 (1972)).
Dies gilt schon deshalb, weil der jeweilige Nutzer den Anbietern gegenüber typischerweise anonym bleibt (vgl. auch BGH NJW 2006, 1971 (1972)).
c) Angesichts der zuvor genannten Entscheidung BGH NJW 2006, 1971ff, die sich ausdrücklich mit der Haftung für Telefonkosten befasst und auf die sich auch die Klägerseite ausdrücklich bezieht (vgl. z. B. Klägerschriftsatz vom 13.07.2009, S 2 = Blatt 43 d. A.), kann zumindest im Ansatz keine Rede davon sein, dass - so die Formulierung im Klägerschriftsatz vom 13.07.2009, S. 2 - vor dem Hintergrund dieser Rechtssprechung das Zustandekommen eines Vertrages zwischen dem Anbieter und dem Teilnehmer (gemeint ist der Anschlussinhaber) auch bei einem Missbrauch durch Dritte problemlos anzunehmen ist.
Richtig ist, dass der Bundesgerichtshof im Zusammenhang mit der früher geltenden Regelung des § 16 Abs. 3 TKV, dem gesetzlichen Vorläufer des jetzigen § 45i TKG, auch ausgeführt hat, dass eine vertragliche Haftung des Anschlussinhabers für die Inanspruchnahme von Telefondiensten durch seine Familienangehörigen in diesen Konstellationen nicht stets ausscheidet (vgl. BGH NJW 2006, 1971 (1972)).
Zwar ist als Grundansatz davon auszugehen, dass der Anschlussinhaber alle ihm zumutbaren geeigneten Vorkehrungen zu treffen hat, um eine nicht gebilligte Nutzung des Telefons zu unterbinden (vgl. auch im Ansatz BGH NJW 2006, 1971 (1973)).
Die Benutzung eines Telefons auch durch Minderjährige gehört zu den normalen Kommunikationsbedürfnissen in einer informationstechnisch fortgeschrittenen Gesellschaft (vgl. zu diesem Gesichtspunkt auch BGH NJW 2006, 1971 (1973)).
AG Berlin-Mitte, 08.07.2010 - 106 C 26/10
Anspruch auf Rückzahlung von Gebühren für Klingelton-Abonnements im Falle des …
LG Bochum, 29.04.2009 - 4 O 408/08
Anspruch eines Telefonbezahlsystem-Anbieters gegen den Anschlussinhaber auf …
LG Kiel, 25.03.2009 - 5 O 206/08
Allgemeine Geschäftsbedingungen eines Mobilfunkvertrages: Wirksamkeit von …
LG Darmstadt, 25.11.2009 - 21 S 32/09
AG Minden, 29.11.2011 - 21 C 228/11
Zulässigkeit eines Widerrufs eines Geschäftsbesorgungsvertrags mit …
AG Wiesbaden, 04.05.2010 - 932 C 7017/09
Zu den Voraussetzungen des Abschlusses eines call by call- Vertrages