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Timestamp: 2016-10-21 00:40:59
Document Index: 310074336

Matched Legal Cases: ['Art. 111', 'Art. 129', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 129', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'BGE']

6B_411/2012 (08.04.2013)
6B_411/2012
Staatsanwaltschaft Baden, T�fernhof, Mellingerstrasse 207, 5405 D�ttwil AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Koni Messikommer,
Eventualvors�tzliche T�tung (Art. 111 StGB); Gef�hrdung des Lebens (Art. 129 StGB),
X.________ (Jahrgang 1985) fuhr am 21. Juni 2009 um ca. 17.30 Uhr in Begleitung von drei Personen mit seinem Auto von Bad Zurzach (AG) in Richtung Baden (AG). Dabei legte er ein aggressives und ungeduldiges Fahrverhalten an den Tag. Er �berschritt wiederholt die zul�ssige H�chstgeschwindigkeit, beschleunigte stark und bremste wieder ab, schloss mehrmals zu nahe auf die vorderen Autos auf, fuhr Schlangenlinie hinter einem anderen Fahrzeug und �berholte mehrere Fahrzeuge. Kurz nach der Passh�he H�htal �berholte er einen Personenwagen, kehrte nur teilweise auf die Normalspur zur�ck und setzte im Bereich einer Sicherheitslinie, ca. 10 Meter vor einer langen Rechtskurve, abermals zu einem solchen Man�ver an. Er �berquerte die Sicherheitslinie, wobei seine Sicht teilweise eingeschr�nkt war. Auf der Gegenfahrbahn kollidierte er mit dem korrekt entgegenkommenden Motorrad von A.________. Dieser erlag noch auf der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.
Das Bezirksgericht Baden sprach X.________ am 11. Oktober 2011 der eventualvors�tzlichen T�tung, der Gef�hrdung des Lebens, des F�hrens eines Motorfahrzeugs in fahrunf�higem Zustand sowie der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von f�nf Jahren und drei Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von zehn Tagen und auferlegte ihm eine Busse von Fr. 500.--.
Die Berufung von X.________ hiess das Obergericht des Kantons Aargau am 16. Mai 2012 teilweise gut. Gleichzeitig wies es die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Baden ab. Es sprach X.________ vom Vorwurf der eventualvors�tzlichen T�tung und der Gef�hrdung des Lebens frei und verurteilte ihn wegen fahrl�ssiger T�tung. Das Obergericht best�tigte die Schuldspr�che des F�hrens eines Motorfahrzeugs in fahrunf�higem Zustand sowie der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln. Es f�llte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagess�tzen zu Fr. 110.-- sowie eine Busse von Fr. 500.-- aus. Den zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe legte es auf ein Jahr und die Probezeit auf zwei Jahre fest.
Die Staatsanwaltschaft Baden f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt im Hauptpunkt, das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau sei aufzuheben, und die Sache sei an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. X.________ sei im Sinne des erstinstanzlichen Entscheids schuldig zu sprechen.
X.________ beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung. Das Obergericht des Kantons Aargau l�sst sich betreffend die ausgesprochene teilbedingte Strafe vernehmen und verweist im �brigen auf den angefochtenen Entscheid.
Streitig ist, ob X.________ (Beschwerdegegner) betreffend die T�tung ein eventualvors�tzliches oder fahrl�ssiges Handeln vorzuwerfen ist.
1.1 Die Vorinstanz gelangt zur �berzeugung, dass das Bezirksgericht Baden den relevanten Sachverhalt zutreffend gew�rdigt hat (Entscheid S. 7 mit Verweis auf das erstinstanzliche Urteil, siehe insbesondere S. 17-25). In rechtlicher Hinsicht erw�gt sie, jedem Autofahrer sei bewusst, dass eine Frontalkollision in aller Regel schwerste Folgen f�r alle Unfallbeteiligten mit sich ziehe. Aus diesem allgemeinen Wissen d�rfe jedoch nicht der Schluss gezogen werden, der Beschwerdegegner habe das �berholman�ver "im vollen Bewusstsein" um die hohe Gefahr einer Frontalkollision durchgef�hrt. Der Beschwerdegegner habe seine Fahrf�higkeit massiv �bersch�tzt und die Gefahr einer Frontalkollision massiv untersch�tzt. Es sei nicht v�llig unwahrscheinlich, dass er gehofft habe, es werde nicht zu einem Unfall kommen. Er habe blindlings darauf vertraut, dass kein Fahrzeug entgegenkommen w�rde bzw. er rechtzeitig wieder einschwenken k�nne. Objektiv sei es ihm unm�glich gewesen, auf ein entgegenfahrendes Fahrzeug zu reagieren. Passiert sei bis zum Unfall nichts. Den Ermahnungen seiner Mitfahrer, die Geschwindigkeit zu reduzieren und auf das �berholen zu verzichten, habe er kein Geh�r geschenkt. Die ihm zugeschriebene Gleichg�ltigkeit gegen�ber dem Leben anderer Personen m�ge bezogen auf den Motorradfahrer als plausibel erscheinen. Dass er aber dar�ber hinaus auch den Verlust des eigenen Lebens und den Tod seiner Mitfahrer in Kauf genommen habe, sei eine abwegige Fiktion. Die drohende Selbstt�tung wie auch die Besch�digung seines �usserst gepflegten Autos seien als Indizien f�r Fahrl�ssigkeit zu werten. Gem�ss der Mehrheit des Obergerichts liege kein "krasser Fall" im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. Der Beschwerdegegner habe nicht eventualvors�tzlich, sondern grobfahrl�ssig gehandelt (Entscheid S. 10 ff.).
1.2 Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung sei �usserst hoch gewesen. Dies habe der Beschwerdegegner gewusst. Ihm sei bewusst gewesen, dass er f�r das �berholman�ver die Sicherheitslinie kurz vor einer lang gezogenen Rechtskurve habe �berfahren m�ssen. Die Sicht �ber den Kurvenscheitelpunkt hinaus sei an mehreren Orten durch B�ume und Str�ucher verdeckt gewesen und habe auf die Gegenfahrbahn nur wenige Meter betragen. Weiter sei klar gewesen, dass die kurvenreiche Strecke befahren gewesen sei und keine Ausweichm�glichkeiten bestanden h�tten. Die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung sei im obersten Bereich anzusetzen. Der Beschwerdegegner habe die Sicherheitslinie mehrfach �berfahren und zudem die Verkehrsregeln vor dem fraglichen Man�ver wiederholt, teilweise grob, verletzt. Die Chance, den Unfall zu vermeiden, habe nur noch eine blosse und �usserst geringe Hoffnung dargestellt. Der Beschwerdegegner sei "auf gut Gl�ck" gefahren. Nicht massgeblich sei, dass er laut Vorinstanz seine Fahrf�higkeit massiv �bersch�tzt und die Gefahr einer Frontalkollision massiv untersch�tzt habe. Wer unter den gegebenen Umst�nden die Sicherheitslinie �berfahre, k�nne �ber die hohe Gefahr einer Frontalkollision nicht hinwegsehen. Vor der Kollision habe der Beschwerdegegner die Verkehrsregeln mehrfach verletzt und damit die Verwirklichung des Unfallrisikos provoziert. Da er um die besonders grosse Gefahr eines t�dlichen Unfalls gewusst und das �berholman�ver dennoch ausgef�hrt habe, habe er mit dem Eintritt des Erfolgs gerechnet und diesen in Kauf genommen (Beschwerde S. 5 ff.).
1.3 Vors�tzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausf�hrt. Vors�tzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach st�ndiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der T�ter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung f�r m�glich h�lt, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg f�r den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerw�nscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis).
Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrl�ssigkeit kann im Einzelfall schwierig sein (vgl. dazu BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 16; 133 IV 1 E. 4.1 S. 3 f.; je mit Hinweisen). Ob der T�ter die Tatbestandsverwirklichung im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat, muss der Richter - bei Fehlen eines Gest�ndnisses des Beschuldigten - aufgrund der Umst�nde entscheiden. Dazu geh�ren die Gr�sse des dem T�ter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggr�nde des T�ters und die Art der Tathandlung. Je gr�sser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto n�her liegt die Schlussfolgerung, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Der Richter darf vom Wissen des T�ters auf den Willen schliessen, wenn sich dem T�ter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdr�ngte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vern�nftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 16 f.; 133 IV 1 E. 4.1 S. 4; je mit Hinweisen).
Ein Fahrzeuglenker droht durch sein gewagtes Fahrverhalten meistens selbst zum Opfer zu werden. Die Annahme, er habe sich gegen das gesch�tzte Rechtsgut entschieden und nicht im Sinne der bewussten Fahrl�ssigkeit auf einen guten Ausgang vertraut, darf deshalb nicht leichthin angenommen werden (BGE 130 IV 58 E. 9.1 S. 64 f. mit Hinweisen). Bei Unf�llen im Strassenverkehr kann nicht ohne Weiteres aus der hohen Wahrscheinlichkeit des Eintritts des tatbestandsm�ssigen Erfolgs auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Erfahrungsgem�ss neigen Fahrzeuglenker dazu, einerseits die Gefahren zu untersch�tzen und andererseits ihre F�higkeiten zu �bersch�tzen, weshalb ihnen unter Umst�nden das Ausmass des Risikos der Tatbestandsverwirklichung nicht bewusst ist. Einen unbewussten Eventualdolus aber gibt es nicht. Eventualvorsatz in Bezug auf Verletzungs- und Todesfolgen ist bei Unf�llen im Strassenverkehr nur mit Zur�ckhaltung und in krassen F�llen anzunehmen, in denen sich aus dem gesamten Geschehen ergibt, dass der Fahrzeuglenker sich gegen das gesch�tzte Rechtsgut entschieden hat (BGE 133 IV 9 E. 4.4 S. 20). Das Bundesgericht hat in einem j�ngeren Entscheid an seiner Rechtsprechung festgehalten. Darauf ist nicht zur�ckzukommen. Zu pr�fen war der Fall eines Automobilisten, der auf einer relativ kurvenreichen Strasse wegen massiv �bersetzter Geschwindigkeit oder wegen eines Lenkman�vers zum Aussenrand der Kurve getragen wurde, die Kontrolle �ber sein Fahrzeug vollends verlor und schliesslich mit einem korrekt entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte. Deren Lenkerin sowie die Beifahrerin des T�ters erlagen auf der Unfallstelle ihren Verletzungen. Das Bundesgericht bejahte den T�tungseventualvorsatz zum Nachteil beider Opfer (Urteil 6B_168/2010 vom 4. Juni 2010 mit mehreren Hinweisen).
1.4 Das Wissenselement des Vorsatzes ist zu bejahen. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Entscheid S. 7 sowie erstinstanzliches Urteil, insbesondere S. 21 ff.) ist die H�htalstrasse kurvenreich und un�bersichtlich. Der Unfall ereignete sich an einem fr�hen Sonntagabend im Juni bei sch�nem Wetter. Auf dem fraglichen Abschnitt betrug die signalisierte H�chstgeschwindigkeit 60 km/h. Der Beschwerdegegner, der unter dem Einfluss von am Vorabend konsumierten Cannabis stand, hat zuerst das Fahrzeug von B.________ �berholt (nachdem er diesem mit einem Abstand von 1-2 Metern und sp�ter mit einem solchen von 2-3 Metern gefolgt war), ist nur teilweise auf die Normalspur zur�ckgekehrt und hat die Sicherheitslinie �berquert, um kurz vor einer Rechtskurve das Auto von C.________ hinter sich zu lassen. B.________ fuhr mit leicht �bersetztem Tempo (65-70 km/h) und C.________ mit ca. 60 km/h. Die Geschwindigkeit des Beschwerdegegners betrug vor dem letzten �berholman�ver etwa 65-70 km/h und w�hrend des �berholvorgangs 67-80 km/h (18.6-22.2 m/s). Die Sicht �ber den Kurvenscheitelpunkt hinaus war an mehreren Orten durch B�ume und Str�ucher verdeckt. Zudem war sie phasenweise durch die dem Beschwerdegegner vorausfahrenden Fahrzeuge eingeschr�nkt. Die sichtbare Strecke war v�llig ungen�gend, um bei Gegenverkehr rechtzeitig reagieren zu k�nnen. Sie betrug eine Sekunde vor dem Unfall 16 Meter. Das letzte �berholman�ver erfolgte nach den zutreffenden Erw�gungen des Bezirksgerichts Baden "blind". Der Beschwerdegegner befuhr die fragliche Strecke am selben Tag zum zweiten Mal. Er hatte vor der Passh�he bereits mindestens drei Fahrzeuge �berholt und musste mit Gegenverkehr rechnen. Dass das �berfahren der Sicherheitslinie bei ungen�gender Sicht auf den Gegenverkehr die naheliegende M�glichkeit eines Verkehrsunfalls schafft, war f�r ihn - wie f�r jeden Verkehrsteilnehmer - erkennbar. Aufgrund der konkreten Umst�nde konnte er nicht davon ausgehen, einer kritischen Situation mit Fahrgeschicklichkeit zu begegnen. Soweit er geltend macht, er habe zum Tatzeitpunkt nicht gewusst, dass dieses Risiko hoch gewesen sei, kann ihm nicht gefolgt werden (Vernehmlassung S. 3 ff.). Die Wahrscheinlichkeit einer Frontalkollision war derart hoch, dass der Beschwerdegegner sie erkannt haben musste. Zudem wurde er wiederholt und auch kurz vor dem Unfall von seinen Mitfahrern aufgefordert, das Tempo zu reduzieren und auf das �berholen zu verzichten. Auch dies musste ihm zweifelsohne die Gef�hrlichkeit seines Tuns vor Augen f�hren.
Zu pr�fen ist das Willenselement des Vorsatzes. Der Beschwerdegegner ist bei dem zum Unfall f�hrenden �berholman�ver ein �usserst hohes Risiko eingegangen. Nach den tats�chlichen vorinstanzlichen Feststellungen war es ihm objektiv unm�glich, auf ein entgegenkommendes Fahrzeug �berhaupt reagieren zu k�nnen (Entscheid S. 10). Diese Schlussfolgerung ist ausgehend von einer sichtbaren Strecke von 16 Metern eine Sekunde vor der Kollision und einer Geschwindigkeit von 18.6-22.2 m/s (Beschwerdegegner) respektive 14.4-16.6 m/s (Motorradfahrer) ohne Weiteres nachvollziehbar. Sie wird durch das verkehrstechnische Gutachten des D.________ vom 30. September 2010 gest�tzt. Danach h�tte der Beschwerdegegner die Kollision (nur) bei Verzicht auf das Man�ver vermeiden k�nnen. Der verstorbene Motorradfahrer hat gem�ss Expertise das entgegenkommende Auto erst rund eine Sekunde vor der Kollision sehen k�nnen. Der Gutachter nimmt an, dass beide Fahrzeuge ungebremst kollidierten (vorinstanzliche Akten pag. 368 f.). Die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt insbesondere mit Blick auf das (mehrfache) �berfahren der Sicherheitslinie bei �bersetzter Geschwindigkeit sehr schwer.
Die Vorinstanz gelangt zur �berzeugung, dass der Beschwerdegegner seine eigene Fahrf�higkeit massiv �bersch�tzt und die Gefahr einer Frontalkollision massiv untersch�tzt habe (Entscheid S. 10). Der Beschwerdegegner pflichtet ihr bei (Vernehmlassung S. 5). Die Beschwerdef�hrerin argumentiert, der Beschwerdegegner habe unter Ber�cksichtigung der konkreten Verh�ltnisse das Risiko nicht falsch einsch�tzen k�nnen (Beschwerde S. 8). Dies ist zutreffend. Die konkreten Umst�nde erlaubten dem Beschwerdegegner nicht mehr, ernsthaft darauf zu vertrauen, die als m�glich erkannte Frontalkollision durch fahrerische F�higkeiten vermeiden zu k�nnen. Ebenso wenig konnte er entgegen seinem Daf�rhalten ernsthaft darauf vertrauen, das �berholman�ver rechtzeitig zu beenden (Vernehmlassung S. 3 f.). Selbst wenn der Beschwerdegegner seine Fertigkeiten als Automobilist �bersch�tzt hat, vermag ihn dies nicht zu entlasten. Bei sonnt�glichem Verkehrsaufkommen und bei v�llig ungen�gender Sicht mit �bersetzter Geschwindigkeit die Sicherheitslinie f�r einen �berholvorgang zu �berfahren, spricht f�r die Inkaufnahme der als m�glich erkannten Tatbestandsverwirklichung. Nachdem der Beschwerdegegner sein Fahrzeug auf die linke Strassenseite gelenkt hatte, stand und fiel der Eintritt einer Frontalkollision einzig mit dem Auftauchen von Gegenverkehr. Auf ein entsprechendes Fahrzeug konnte er nach den tats�chlichen Feststellungen unm�glich reagieren. Der weitere Verlauf des Geschehens war deshalb nicht offen respektive nicht mehr in den H�nden des Beschwerdegegners. Die Vorinstanz h�lt ihm zugute, es sei nicht v�llig unwahrscheinlich, dass er auf das Ausbleiben einer Kollision gehofft habe. Darin liegt aber nur die blosse Hoffnung, dass sich der Tatbestand dank gl�cklicher F�gung doch nicht verwirklichen werde, welche die Inkaufnahme des Erfolgs nicht ausschliesst (BGE 130 IV 58 E. 9.1.1 S. 64 mit Hinweisen). Anders als in BGE 133 IV 1 (Fall eines Fahrzeuglenkers, welcher auf einer geraden, �bersichtlichen und ebenen Strecke auf der Autobahn absichtlich eine seitliche Kollision mit einem anderen Personenwagen herbeif�hrte) und BGE 134 IV 9 (Fall eines Fahrzeuglenkers, welcher beschleunigte, als ihn ein anderes Auto �berholen wollte, was zu einer Frontalkollision zwischen dem �berholenden und dem entgegenkommenden Wagen f�hrte) hatte der Motorradfahrer keinerlei Abwehrchancen, das heisst keine reelle M�glichkeit, einen Unfall mit schwerwiegenden Konsequenzen einschliesslich Todesfolgen durch eine zweckm�ssige Reaktion abzuwenden. Der Nichteintritt des Erfolgs hing mit dem Bezirksgericht Baden und der Beschwerdef�hrerin ausschliesslich von Gl�ck und Zufall ab (erstinstanzlicher Entscheid S. 28 f.; Beschwerde S. 9). Der Beschwerdegegner konnte nicht darauf vertrauen, dass sich die Gefahr einer t�dlichen Kollision nicht verwirklichen w�rde.
Die Vorinstanz unterstreicht, dass bis zum Unfall nichts passiert sei (Entscheid S. 11). Die Beschwerdef�hrerin bringt berechtigterweise vor, dies entlaste den Beschwerdegegner in keiner Weise (Beschwerde S. 9). Der Beschwerdegegner legte bereits vor der Passh�he ein aggressives Fahrverhalten an den Tag. Er fuhr innerorts phasenweise mit ca. 70 km/h und ausserorts teilweise mit ca. 110 km/h, �berholte mehrfach mit �bersetzter Geschwindigkeit und schloss wiederholt auf die vorderen Fahrzeuge bis auf wenige Meter auf (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 12 ff.). Mithin liess er fundamentale Verkehrsregeln ausser Acht. Das Bezirksgericht Baden erw�gt, der t�dliche Unfall sei nicht die Folge eines isolierten Fahrfehlers oder einer fahrerischen Fehlentscheidung gewesen, sondern habe am Ende einer ganzen Kette von zum Teil schweren Verkehrsregelverletzungen gestanden. Der Beschwerdegegner habe auf der Fahrt wiederholt das Risiko gesucht, und sein Fahrverhalten habe sich im H�htal zugespitzt (erstinstanzlicher Entscheid S. 29). Diesen Erw�gungen ist beizupflichten. Der Beschwerdegegner konnte gar nichts anders, als ernsthaft mit der Tatbestandsverwirklichung zu rechnen. Sein Verhalten kann nicht mehr als bloss unverantwortlicher und r�cksichtsloser Leichtsinn gew�rdigt werden. Daran �ndert der Umstand nichts, dass er sich mit dem Man�ver auch selbst erheblich gef�hrdet hat. Nach den erstinstanzlichen Feststellungen stand der Beschwerdegegner nicht unter emotionalem Stress oder zeitlichem Druck, weshalb er mit seiner Fahrweise seinen Mitfahrern imponieren wollte (Entscheid S. 7 und erstinstanzliches Urteil S. 28). Die Vorinstanz erw�gt, wer seinen Mitfahrern oder sich selbst etwas beweisen wolle, nehme dazu nicht einen schweren Unfall in Kauf. Mit einem Unfall k�nne man sich nur blamieren (Entscheid S. 11 f.). Dabei st�tzt sich die Vorinstanz nicht auf eine Beweisw�rdigung, sondern unabh�ngig vom konkreten Sachverhalt auf einen nach ihrem Daf�rhalten aus der allgemeinen Lebenserfahrung gewonnenen Erfahrungssatz. Diesen Erw�gungen kann in dieser absoluten Form nicht gefolgt werden. Steht fest, dass der Beschwerdegegner emotional und zeitlich nicht unter Druck stand und auf der fraglichen Fahrt von drei etwa gleichaltrigen Kollegen begleitet wurde, so liegt der Schluss nahe, wonach er sein fahrerisches K�nnen respektive die Leistung seines sportlichen Fahrzeugs unter Beweis stellen wollte. Diese Absicht ist zweifelsohne unvern�nftig. Mit der ersten Instanz ist zu bejahen, dass der Beschwerdegegner sie gleichwohl hegte. Er hoffte auf ein Ausbleiben des Unfalls. Die Bitten der Mitfahrer, gem�ssigter zu fahren, ignorierte er wiederholt. Auch dieser Umstand unterstreicht die Tatsache, dass er ein Imponiergehabe an den Tag legte.
Mit seiner Fahrweise hat sich der Beschwerdegegner f�r die m�gliche Rechtsg�terverletzung entschieden. Sein Verhalten l�sst sich nicht mehr als fahrl�ssiges Handeln w�rdigen. Indem die Vorinstanz ihn vom Vorwurf der eventualvors�tzlichen T�tung freispricht, verletzt sie Bundesrecht.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz habe den Beschwerdegegner zu Unrecht vom Vorwurf der Gef�hrdung des Lebens freigesprochen. Der Beschwerdegegner habe um die hohe Wahrscheinlichkeit der Risikoverwirklichung gewusst. Er habe nicht nur mit einem Motorradfahrer, sondern auch mit einem entgegenfahrenden Personenwagen rechnen m�ssen. In diesem Fall w�re mit der T�tung seiner Fahrzeuginsassen zu rechnen gewesen. Da der Beschwerdegegner das �berholman�ver im Bewusstsein dieser Gefahr ausgef�hrt habe, habe er diese gewollt (Beschwerde S. 11).
2.2 Der Gef�hrdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB macht sich strafbar, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. Objektiv ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich, welche direkt dem Verhalten des T�ters zuzuschreiben ist. Subjektiv wird direkter Vorsatz in Bezug auf die unmittelbare Lebensgefahr vorausgesetzt. Eventualvorsatz gen�gt nicht (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit Hinweisen). Der Gef�hrdungsvorsatz ist gegeben, wenn der T�ter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. Hingegen muss er die Verwirklichung der Gefahr nicht gewollt haben (Urteil 6B_1038/2009 vom 27. April 2010 E. 1.2 mit Hinweis, nicht publ. in BGE 136 IV 76). Sicheres Wissen um die Gefahr, also um die M�glichkeit des Erfolgseintritts, ist mit sicherem Wissen um den Erfolgseintritt nicht identisch, kann also sowohl mit (eventuellem) T�tungsvorsatz wie mit bewusster Fahrl�ssigkeit bez�glich der Todesfolge einhergehen (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl. 2010, � 4 N. 12). Skrupellos ist ein in schwerem Grade vorwerfbares, ein r�cksichts- oder hemmungsloses Verhalten. Die M�glichkeit des Todeseintritts muss als so wahrscheinlich erscheinen, dass sich wissentlich dar�ber hinwegzusetzen als skrupellos zu bewerten ist (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8; 121 IV 67 E. 2b/aa S. 70; je mit Hinweisen).
2.3 Der Beschwerdegegner schuf durch seine Fahrweise eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Frontalkollision (E. 1.4 hievor), die sich letztendlich verwirklichte. Er �berfuhr bei v�llig ungen�gender Sicht ("blind") mit �bersetzter Geschwindigkeit die Sicherheitslinie. F�r die Mitfahrer bestand nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe M�glichkeit eines t�dlichen Unfalls. Insbesondere war wahrscheinlich, dass der Beschwerdegegner durch seine Fahrweise frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidieren oder - gen�gend Zeit f�r eine Reaktion vorausgesetzt - bei einem Ausweichman�ver die Herrschaft �ber das Auto vollends verlieren w�rde. Diese unmittelbare, konkrete Lebensgefahr w�re noch deutlicher geworden, w�re der Beschwerdegegner mit einem Personenwagen anstatt mit einem Motorrad frontal kollidiert.
Der Beschwerdegegner, der die Warnungen seiner Mitfahrer in den Wind schlug, kannte die hohe Wahrscheinlichkeit eines fatalen Unfalls (E. 1.4 hievor). Gleichwohl hat er das Man�ver durchgef�hrt und mit Gef�hrdungsvorsatz gehandelt. Er konnte nicht ernsthaft davon ausgehen, die Fahrt unter Kontrolle zu haben und die Insassen seines Fahrzeugs nicht zu gef�hrden. Sein Verhalten zeigt, dass er diese Gefahr wollte, mochte sie ihm auch unerw�nscht sein und mochte er auch darauf vertraut haben, sie werde sich nicht realisieren. Zudem ist sein Verhalten als skrupellos zu werten. Der Beschwerdegegner liess im Beisein dreier Kollegen wiederholt fundamentale Verkehrsregeln ausser Acht. Er �berholte ein korrekt fahrendes Auto zu einem Zeitpunkt, als es ihm objektiv unm�glich war, auf ein entgegenkommendes Fahrzeug �berhaupt noch reagieren zu k�nnen. Der Nichteintritt respektive das Ausmass eines t�dlichen Unfalls hing einzig vom Zufall ab. Letztendlich hat der Beschwerdegegner das Risiko gesucht und sein fahrerisches K�nnen unter Beweis stellen wollen. Dass die Mitfahrer die riskante Fahrt nicht wollten, dar�ber hat er sich mehrfach hinweggesetzt. Angesichts der nahen M�glichkeit der Verwirklichung der Lebensgefahr zeugt sein Verhalten von einer besonderen Hemmungslosigkeit und l�sst jede R�cksicht auf das Leben der drei Mitfahrer vermissen.
Indem die Vorinstanz den Beschwerdegegner vom Vorwurf der Gef�hrdung des Lebens freispricht, verletzt sie Bundesrecht.
Die Beschwerde ist gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Der unterliegende Beschwerdegegner wird kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Trotz Aufforderung hat er innert Frist (act. 11) keine Unterlagen eingereicht, um seine Verm�genssituation darzutun. Weil seine finanzielle Bed�rftigkeit nicht gen�gend belegt ist, ist das Gesuch abzuweisen (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4 S. 164). Eine Reduktion der Gerichtskosten kommt nicht in Betracht.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das angefochtene Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 16. Mai 2012 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.