Source: https://issuu.com/dyslexics/docs/handlungsorientierung_sachsen?mode=a_p
Timestamp: 2017-02-19 20:23:05
Document Index: 219073205

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 36', '§ 13', '§ 6', '§ 13', '§ 14', '§ 22', '§ 35', '§ 35', '§ 15', '§ 21', '§ 18', '§ 20', '§ 20', '§ 13', '§ 35', '§ 18', '§ 31', '§ 18', '§ 20', '§ 21', '§ 35', '§ 18', '§ 20', '§ 35', '§ 51', '§ 27', '§ 27', '§ 23', '§ 35', '§ 2', '§ 25', '§ 25', '§ 30', '§ 30', '§ 15', '§ 30', '§ 13', '§ 9', '§ 18', '§ 20', '§ 31', '§ 20']

Handlungsorientierung LRS Sachsen by Dyslexia Research Center - issuu
LRS_Umschlag_08
Diese Handreichung wurde von einer
Arbeitsgruppe der Regionalstelle
Zwickau unter Leitung von Frau Elke
Mahler im Jahr 2006 erarbeitet
und 2008 durch das Sächsische
für den Umgang mit Schülern
mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
Zentraler Broschürenversand
Telefon: (0351) 2103671 oder
(0351) 2103672
Telefax: (0351) 2103681
LÖSER & PARTNER
LRS_Inhalt A5_08
mit Lese-RechtschreibSchwäche (LRS)
Empfehlungen für Grundschulen,
Mittelschulen, Gymnasien,
Die vorliegende Handreichung soll Schulleitern und
Lehrern Empfehlungen und praktikable Hinweise geben, wie zeitnahe und gezielte Fördermaßnahmen im
Umgang mit Schülern mit Lese-RechtschreibSchwäche eingeleitet und umgesetzt werden können. Es geht dabei nicht vordergründig um inhaltlich-methodische Möglichkeiten der Förderung,
sondern um Rahmenbedingungen wie Verfahrenswege des Feststellungsverfahrens, das Bilden von
speziellen Fördergruppen und das Gewähren von besonderen Hilfen. Es finden sich Hinweise, wie der
pädagogische Spielraum, den das Schulgesetz und
die jeweiligen Schulordnungen vorsehen, im
Einzelfall genutzt werden kann.
Vorwort .................................................................................................................................................... 3
Hinweise zum Begriff LRS und außerschulischen Hilfen/
§ 35 a SGB VIII ...............................................................................................................................
Angewandte Vorschriften und Empfehlungen ..................................................................................
Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS im Grundschulbereich ........................................................................................................ 10
mit LRS im Mittelschulbereich .......................................................................................................... 15
mit LRS am Gymnasium .................................................................................................................. 19
mit LRS im Bereich der berufsbildenden Schulen ............................................................................. 22
mit LRS im Förderschulbereich ....................................................................................................... 25
Mögliche Hilfen für Kinder und Jugendliche
mit LRS im schulischen Bereich ..................................................................................................... 26
2/1 Kopiervorlage Entwicklungsplan ..................................................................................................... 30
2/2 Entwicklungsplanbeispiel ................................................................................................................ 31
2/3 Mögliche Entwicklungsplanansätze ................................................................................................. 32
Einschätzung zum aktuellen Lernstand und Hinweise
für die Förderung an der weiterführenden Schule ........................................................................... 34
Beispiel Bildungsvereinbarung ........................................................................................................ 36
Information und Beratung ............................................................................................................... 37
Literaturempfehlungen .................................................................................................................... 38
VwV LRS-Förderung ....................................................................................................................... 39
Jeder zählt –
Seit vielen Jahren beherzigen wir in Sachsen diesen
Grundsatz, um ein gutes, chancengerechtes und leistungsfähiges Schulsystem weiter zu entwickeln.
Die Verbindung von Fördern und Fordern bei klarer
Leistungsorientierung hat sich in vielerlei Hinsicht
bewährt. Wir bemühen uns in besonderem Maße
um jene Schülerinnen und Schüler, denen das
Lernen aus ganz verschiedenen Gründen schwerer
fällt als anderen.
Mit der Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes im Jahr 2004 haben wir diesem Ziel
Vorrang eingeräumt und jede Schule zugleich verpflichtet, die Ausgestaltung des Unterrichts und anderer schulischer Veranstaltungen an den individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen der
Schüler zu orientieren. Damit haben wir zugleich
auch allen Schulen die Aufgabe gestellt, Schüler mit
Lese-Rechtschreib-Schwäche entsprechend zu fördern. Weiterführende Regelungen wurden dann zu
Beginn des Schuljahres 2004/2005 in den Schulordnungen der allgemein bildenden Schulen aufgenommen. Diese beziehen sich vor allem auf die
Berücksichtigung der Beeinträchtigungen betroffener Schüler bei Leistungsnachweisen und Prüfungen. Des Weiteren wurde die Verwaltungsvorschrift zur Förderung von Schülern mit LeseRechtschreib-Schwäche aktualisiert.
Mit der Neufassung der Verwaltungsvorschrift vom
29. Juni 2006 haben wir das Feststellungsverfahren,
die Möglichkeiten der schulischen Förderung der
Schüler und die Zusammenarbeit von Schule und
Eltern qualifiziert. Die allgemein bildenden Förderschulen und die berufsbildenden Schulen sind nunmehr berücksichtigt.
Die schulischen Angebote zur Förderung von Schülern mit festgestellter Lese- Rechschreib-Schwäche
haben das Ziel, vorhandene Begabungen zu entwikkeln, den Schülern eine ihrem individuellen Leistungsvermögen angemessene Schullaufbahn zu ermöglichen und die Lese-Rechtschreib-Schwäche
durch entsprechende Hilfen im Laufe der Schulzeit
Diese Handreichung enthält Empfehlungen und Anregungen, wie Schüler mit Lese-RechtschreibSchwäche in der schulischen Praxis gefördert werden können. Sie gibt zudem konkrete Hinweise für
die Zusammenarbeit mit Eltern und Außenpartnern.
Ich wünsche unseren Lehrerinnen und Lehrern,
dass sie mithilfe dieser Handreichung und der eigenen Kreativität und Erfahrung Schüler mit LeseRechtschreib-Schwäche bestmöglich unterstützen,
um ihnen eine erfolgreiche schulische und berufliche Perspektive zu eröffnen.
Ich danke besonders der Arbeitsgruppe der Regionalstelle Zwickau, welche maßgeblich zum Entstehen dieser Handreichung beigetragen hat und
dem Landesverband Legasthenie Sachsen für die
hilfreiche Zusammenarbeit.
1 Hinweise zum Begriff LRS und außerschulische
Hilfen/§ 35a SGB VIII
1.1 LRS
Die Verwaltungsvorschrift zur Förderung von
Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche beschreibt unter Nr. 3
»Als Lese-Rechtschreib-Schwäche wird eine Teilleistungsschwäche verstanden, deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit ist,
die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Beeinträchtigung oder inadäquate schulische Betreuung
erklärt werden kann.«
Der Begriff Lese-Rechtschreib-Schwäche wird hier
in den pädagogischen Kontext eingebunden. Allgemein wird er verwendet als Sammelbegriff für
verschiedene Defizite beim Lesen und Lesen lernen/Rechtschreiben und Rechtschreiben lernen, die
deutlich von einer definierten Norm abweichen.
Trotz teils unterschiedlich akzentuierter Ursachenzuschreibungen werden die Begriffe Lese-Rechtschreib-Schwäche (kurz LRS), Legasthenie (griech.
für Lese-Rechtschreib-Schwäche) und Dyslexie
(umschriebene Lese-Rechtschreib-Schwäche) in
der Literatur oft als Synonyme verwendet.
Psychologen und Ärzte verwenden zur Diagnosestellung unter Bezugnahme auf die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992 empfohlene
(ICD-10) die Bezeichnungen Lese- und Rechtschreibstörung (Hauptmerkmal ist die Beeinträchtigung der Lesefertigkeiten, häufig auch in
Verbindung mit Rechtschreibstörungen) und isolierte Rechtschreibstörung (eindeutige Beeinträchtigung in der Entwicklung der Rechtschreibfertigkeit
ohne eine Lesestörung). Konkret bedeutet das, dass
ein Kind durchaus relativ gut lesen kann, die
Rechtschreibung jedoch gestört ist.
Darüber hinaus kann eine kombinierte Störung
schulischer Fertigkeiten auftreten, bei der Rechenund Lese- und Rechtschreibstörungen trotz durchschnittlicher Intelligenz vorliegen. Nach der internationalen Klassifikation der Diagnosen durch die
WHO ordnet sich die Lese- und Rechtschreibstörung – neben der isolierten Rechtschreibstörung,
der Rechenstörung und den kombinierten Störungen – in die Gruppe der umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten ein.
Für die Begriffe Lese-Rechtschreib-Schwäche, Legasthenie oder Dyslexie existieren zahlreiche Definitionen, die Erscheinungsformen beschreiben
und/oder zum Teil auch unterschiedliche Ursachen
für diese Schwäche benennen. Der wissenschaftliche Beirat des Bundesverbandes Legasthenie und
Dyskalkulie e. V. zur Früherkennung und Behandlung der Lese-Rechtschreib-Schwäche empfiehlt
folgende Definition:
»Die Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
bezeichnet eine umschriebene Störung im Erlernen
der Schriftsprache, die nicht durch eine allgemeine
Beeinträchtigung der geistigen Entwicklungs-,
Milieu- oder Unterrichtsbedingungen erklärt werden
kann. Vielmehr ist die Legasthenie das Ergebnis von
Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, Motorik
und/oder der sensorischen Integration, bei denen
es sich um Anlage bedingte und/oder durch äußere
schädigende Einwirkungen entstandene Entwicklungsstörungen von Teilfunktionen des zentralen
Nervensystems handelt.«
Um die Auswirkungen von partiellen Lernschwächen
bei der Aneignung der Schriftsprache möglichst gering zu halten und einer ausgeprägten und verfestigten Lese-Rechtschreib-Schwäche entgegen zu wirken, sind Maßnahmen in der Familie, in der Schule
und außerhalb der Schule erforderlich. Für Art und
Umfang solcher Maßnahmen sind ausschlaggebend:
- die Erscheinungsformen und der Ausprägungsgrad der Teilleistungsschwäche sowie ihrer
Folgen beim Kind,
- die Bedeutung des umschriebenen Lernversagens für Fremd- und Selbstbewertung und
die jeweiligen Umstände in der Schule und in
Der Erfolg der Einflussnahme auf den Verlauf einer
Lese-Rechtschreib-Schwäche hängt vor allem ab
- vom frühzeitigen Erkennen der umschriebenen
Schwierigkeiten und der zugrunde liegenden
- von der rechtzeitigen Hilfe durch fachgerechte
und individuelle Betreuung,
- von der Art und dem Umfang einer speziellen
- von der Zusammenarbeit aller Beteiligten – Kind,
Eltern, Erzieher, Lehrer, Psychologen, Ärzte
auf der Grundlage eines gemeinsamen Problemverständnisses.
Bei einem Teil der von dieser Teilleistungsschwäche
betroffenen Kinder lassen sich bestimmte Symptome dieser Beeinträchtigung schon im Vorschulalter erkennen und berücksichtigen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich diese bereits auf
den Erwerb der Lautsprache und der motorischen
Fertigkeiten ausgewirkt haben. Rechtzeitige diagnostische Klärung und gegebenenfalls eine spezifische
Einflussnahme hängen vor allem von der Aufmerksamkeit der Allgemein- und Kinderärzte, insbesondere bei den Vorsorgeuntersuchungen, und
nicht zuletzt von den Eltern und Erzieherinnen in
den Kindertageseinrichtungen ab. Die tatsächlichen
Leselern- und Rechtschreibschwächen zeigen sich
allerdings erst im Unterricht der Schule. Deshalb
trägt die Schule ein hohes Maß an Verantwortung
sowohl für vorbeugende Maßnahmen als auch für
die Früherkennung und Förderung sowie für begleitende pädagogische Hilfen.
Da die vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie e. V. und
der World Health Organisation empfohlene Definition der Lese-Rechtschreib-Schwäche auch Erscheinungsformen bzw. Auswirkungen benennt, die
von der Schule, selbst von speziell fortgebildeten
Lehrern, nicht oder nur unzureichend analysiert
werden können, wird in der Schulpraxis zumeist mit
einer Arbeitsdefinition, einer so genannten Begriffsbeschreibung, wie in der Verwaltungsvorschrift realisiert, gearbeitet.
1.2 Außerschulische Hilfen und deren
mögliche Förderung gemäß § 35a
Sozialgesetzbuch VIII. Buch (SGB VIII)
Kinder und Jugendliche mit Teilleistungsschwächen
können zum Teil sehr sensibel auf Überforderungen
im Zusammenhang mit Lesen und Schreiben reagieren. Anzeichen dafür können psychische oder
psychosomatische Auffälligkeiten sein, wie z. B.
große Angst vor und in besonderen Anforderungssituationen, Schlafstörungen oder Einnässen. Insbesondere in Verbindung mit anderen belastenden
Faktoren können die Betroffenen weitere Auffälligkeiten entwickeln, die im Rahmen des Kinderund Jugendhilfegesetzes einen Leistungsanspruch
nach § 35a SGB VIII ergeben.
§ 35a SGB VIII regelt die Eingliederungshilfe für
seelisch behinderte Kinder und Jugendliche. Danach haben Kinder und Jugendliche – bei Vorliegen
der Leistungsvoraussetzungen – einen Anspruch
auf unterschiedliche, dem Bedarf im Einzelfall entsprechende, Hilfestellungen. Zuständig hierfür ist
der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe
(Jugendamt).
1.2.1 Voraussetzungen der Förderung nach § 35a
Der Anspruch auf Eingliederungshilfe nach § 35a
SGB VIII ist an Bedingungen geknüpft, die über das
bloße Vorliegen einer festgestellten LRS hinausgehen und setzt zunächst die Feststellung einer bestehenden oder drohenden seelischen Behinderung
voraus. Im Einzelnen heißt das:
1. Die seelische Gesundheit des Kindes oder des
Jugendlichen muss mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das jeweilige Lebensalter typischen Zustand abweichen.
2. Daraus resultierend muss die Teilhabe des
Kindes oder des Jugendlichen am Leben in der
Gesellschaft beeinträchtigt bzw. eine solche
Beeinträchtigung zu erwarten sein.
Von einer seelischen Behinderung bedroht im Sinne
des SGB VIII sind Kinder und Jugendliche, bei denen eine Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben
in der Gesellschaft nach fachlicher Erkenntnis mit
hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.
Allein die Annahme einer psychischen Störung aufgrund einer LRS genügt hierbei nicht, um einen
Rechtsanspruch nach § 35a SGB VIII zu begründen. Vielmehr bedarf es der zweifelsfrei nachzuweisenden Beeinträchtigung der Fähigkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe bzw. der Feststellung, dass die
Fähigkeit zur Partizipation bedroht ist.
1.2.2 Antragsbegründende Unterlagen für das
Jugendamt in Bezug auf den § 35a SBG VIII
Die Feststellung einer seelischen Störung erfolgt auf
Antrag beim zuständigen Jugendamt nach dem in
§ 35a Abs. 1a SGB VIII geregelten Verfahren. Danach hat das Jugendamt die Stellungnahme eines
Arztes oder Psychotherapeuten einzuholen, wobei
es sich nicht um dieselbe Person handeln darf, welche die Therapie durchführt. Die Stellungnahme ist
auf der Grundlage des Multiaxialen Klassifikationsschemas für psychische Störungen des Kindes- und
Jugendalters nach ICD 10 der WHO zu erstellen,
wobei auch darzulegen ist, ob die Abweichung
Krankheitswert hat oder auf einer Krankheit beruht.
Das Jugendamt prüft auf der Grundlage der ärztlichen Stellungnahme, ob die festgestellte Auffälligkeit Auswirkungen auf die Teilhabe des betroffenen
Gesellschaft hat. Ist dies der Fall, sind die Voraussetzung für Leistungen nach § 35a SGB VIII gege-
ben. Es liegt dann in der Verantwortung des Jugendamtes, unter Berücksichtigung des § 36 SGB VIII
die geeignete und notwendige Hilfe zu ermitteln und
Darüber hinaus können die Eltern im Rahmen der
Antragstellung den Auftrag erhalten, bestimmte
Unterlagen beizubringen. Dazu gehört in den meisten Fällen eine Einschätzung der schulischen
Leistungen. Es ist im Sinne einer umfassenden
Begründung für die Förderung dringlich darauf zu
verweisen, den tatsächlichen Leistungsstand z. B. in
Deutsch widerzuspiegeln und dabei auch besonders
gravierende Fehlerschwerpunkte sowie den oft erheblichen Übungsaufwand und Verhaltensbesonderheiten zu beschreiben.
1.2.3 Außerschulische Unterstützungs- und
Die Eltern können die schulische Förderung der von
LRS betroffenen Schüler u. a. durch folgende Maßnahmen unterstützen:
Die Lerntherapie ist eine spezielle pädagogischpsychologische Förderung für Menschen mit Lernund Leistungsstörungen. Die Vorgehensweise
orientiert sich an den Lernvoraussetzungen des
Kindes, seinen Bedürfnissen, Schwierigkeiten und
Stärken sowie an den gesetzten Zielen. Da Lerntherapie vom allgemeinen Ansatz her eine sehr individuelle Lehr- und Lernform ist, findet sie in
Einzelförderung oder in Kleinstgruppen statt. Bei
den angebotenen Formen von Lerntherapie handelt
es sich um ein weites Feld. Eltern und Lehrer haben
hier eine besondere Verantwortung, sich genau darüber zu informieren und abzuwägen, welche Lerntherapie für ein bestimmtes Kind und für die besondere Lernproblematik in Frage kommt.
Die Ergotherapie ist ein medizinisches Heilmittel
und wird bei gesundheitlich beeinträchtigten
Menschen mit motorisch-funktionellen, neuropsy-
chologischen oder psychosozialen Störungen eingesetzt. Ziel der Ergotherapie ist es, durch den
Einsatz von Aktivitäten, Betätigung und Umweltanpassung dem Menschen eine größtmögliche
Handlungsfähigkeit im Alltag, Lebensqualität und
gesellschaftliche Partizipation zu ermöglichen.
• Motopädie
Die Motopädie ist eine Therapieform, die psychologische, pädagogische, sport- und erziehungswissenschaftliche mit medizinischen Erkenntnissen und
Methoden verknüpft. Zentraler Ansatz ist die Bewegung, genauer die Wechselwirkung zwischen
dem Körper in Bewegung und der Psyche des
Menschen. Dabei wird die Bewegung als ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung, als Teil der Auseinandersetzung des Menschen
mit seinem Körper sowie mit dem materialen und
sozialen Umfeld verstanden. Motopädie wird in der
Regel als Oberbegriff verwendet, der sowohl Motopädagogik als auch Mototherapie umfasst. Je nach
Arbeitsschwerpunkt und Praxisfeld ist die motopädische Arbeit mehr pädagogisch-präventiv oder therapeutisch-rehabilitativ ausgerichtet.
Rahmen einer Sprachentwicklungsverzögerung
bzw. -störung. Darunter fallen z. B. Satzfehlbildungen, Fehlbildungen, Auslassungen, Ersetzungen einzelner Laute und Lautverbindungen,
Stottern, Poltern und Stimmstörungen. Die logopädischen Maßnahmen umfassen das Erstellen einer
Diagnose, Beratung und die Therapie von Störungen
des Sprachverständnisses, der gesprochenen und
geschriebenen Sprache, des Sprechens, der
Atmung, der Stimme, der Mundfunktion, des Hörvermögens, des Schluckens und der Wahrnehmung.
• Logopädische Behandlung
Die Logopädie ist eine medizinische, jedoch nichtärztliche, Fachdisziplin, die den durch eine Sprach-,
Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigung in seiner zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeit eingeschränkten Menschen zum
Inhalt hat. Die Logopädie beschäftigt sich mit der
Prävention von Artikulationsdefiziten und mit der
sprachlich-sozialen Rehabilitation eines entsprechend kommunikationsbeeinträchtigten Menschen.
Das Interesse der Logopädie ist auf das konkrete
Handeln (Vorbeugung, Beratung, Erfassung, Behandlung) gerichtet.
Im frühkindlichen Bereich überwiegen die Behandlungen von hörbedingten Beeinträchtigungen der
lautsprachlichen Artikulationsfähigkeit sowie von
angeborenen sprachlichen »Startschwierigkeiten«
(u. a.). Während des Kindergartenalters und des
Vorschulalters findet man gehäuft Probleme im
2 Angewandte Vorschriften und Empfehlungen
Schulgesetz für den Freistaat Sachsen i.d.F. der
Bekanntmachung vom 3. August 2004
(SächsGVBl. S. 298), zuletzt geändert durch
Artikel 31 des Gesetzes vom 29. Januar 2008
(SächsGVBl. S. 138, 163)
für Kultus über Grundschulen im Freistaat
Sachsen (Schulordnung Grundschulen – SOGS)
vom 3. August 2004 (SächsGVBl. S. 312), zuletzt
geändert durch die Verordnung vom 25. Juli 2006
(SächsGVBl. S. 453)
SOMIAP
für Kultus über Mittelschulen im Freistaat
Sachsen und deren Abschlussprüfungen
(Schulordnung Mittelschulen Abschlussprüfungen – SOMIAP) vom 3. August 2004
(SächsGVBl. S. 325) zuletzt geändert durch die
Verordnung vom 25. Juli 2006
(SächsGVBl. S. 412)
für Kultus über all-gemein bildende Gymnasien im
Freistaat Sachsen (Schulordnung Gymnasien –
SOGY) vom 3. August 2004 (SächsGVBl. S. 336),
zuletzt geändert durch die Verordnung vom
11. April 2008 (SächsGVBl. S. 276)
für Kultus über Förderschulen im Freistaat
Sachsen (Schulordnung Förderschulen – SOFS)
vom 3. August 2004 (SächsGVBl. S. 317) zuletzt
geändert durch Verordnung vom 25. Juli 2006
für Kultus über die gymnasiale Oberstufe und die
Abiturprüfung an allgemein bildenden Gymnasien
im Freistaat Sachsen (Oberstufen- und Abiturprüfungsverordnung - OAVO) vom 12. April 2007
(SächsGVBl. S. 126)
BGySO
für Kultus über die beruflichen Gymnasien im
Freistaat Sachsen (Schulordnung berufliche
Gymnasien – BGySO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. November 1998
(SächsGVBl.1999 S. 16, ber. S. 130, zuletzt
geändert durch Verordnung vom 13. Dezember
2007 (SächsGVBl. S. 609)
für Kultus über die Fachoberschule im Freistaat
Sachsen (Schulordnung Fachoberschule – FOSO)
vom 23. Juli 1998 (SächsGVBl. S. 434)
für Kultus über die Berufsschule im Freistaat
Sachsen (Schulordnung Berufsschule – BSO)
vom 21. August 2006 (SächsGVBl. S. 446)),
geändert durch Verordnung vom 14. Mai 2007
(SächsGVBl. S. 151,175)
für Kultus und des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
(Schulordnung Fachschule – FSO) vom 20. August
2003 (SächsGVBl. S.389), geändert durch
Artikel 1 der Verordnung vom 21. Dezember 2004
(SächsGVBl. S. 596), zuletzt geändert durch
Verordnung vom 13. Dezember 2007
(SächsGVBl. S.609)
für Kultus über die Berufsfachschule im Freistaat
Sachsen (Schulordnung Berufsfachschule – BFSO)
i.d.F. der Bekanntmachung vom 14. Mai 2007
(SächsGVBl. S. 151), zuletzt geändert durch
Verordnung vom 20. Juli 2007
(SächsGVBl. 359,368)
VwV LRS-Förderung
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Förderung von
Schülern mit LRS-Schwäche (VwV LRSFörderung) vom 29. Juni 2006 (MBl. SMK S. 318),
geändert durch VwV vom 22. Januar 2008
(MBl SMK S.284)
Grundsätze zur Förderung von Schülern
mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen
und Rechtschreiben
vom 04.12.2003 (i.d. F. vom 15. November 2007)
Dabei handelt es sich um eine Neufassung des
Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 20.
April 1978. Die Neufassung berücksichtigt die
Fortführung der LRS-Förderung in den weiterführenden Schulen, die Erweiterung besonderer Fördermaßnahmen ggf. auch auf den Fremdsprachenerwerb, die mögliche Aussetzung von Teilnoten für
das Lesen und/oder die Rechtschreibung in besonders begründeten Ausnahmefällen mit der
Bedingung des Vermerkes auf dem Zeugnis. Die im
Beschluss dargestellten Grundsätze sind in den genannten sächsischen Regelungen berücksichtigt.
Hinweise: Die Bestimmungen des Datenschutzes
Nach dem Sächsischen Schulgesetz sind die Eltern
den Erziehungsberechtigten begrifflich gleichgestellt.
3 Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS im Grundschulbereich
Im Folgenden werden Empfehlungen für den
Umgang mit von LRS betroffenen Schülern im
Unterricht sowie für deren Förderung gegeben.
- Bei der pädagogischen Analyse können
Beratungslehrer hilfreich sein und/oder die
Ergebnisse der Ermittlung des Lernstandes in der
Schuleingangsphase gezielt genutzt werden.
3.1 Klasse 1
3.1.2 Zusammenarbeit mit den Eltern
- In einem ausführlichen partnerschaftlichen
Gespräch sollten den Eltern die Beobachtungen,
der IST-Stand des Leselernprozesses und
Schreibaufbaus sowie der Verdacht auf eine
mögliche LRS mitgeteilt werden.
- Den Eltern ist zu empfehlen, dieser Vermutung
durch einen Schul-/Kinderpsychologen bzw.
Kinderneuropsychiater nachzugehen. Ggf. kann
auch ein fachärztlicher Befund durch einen
Phoniater und Augenarzt erforderlich sein.
Analyse- und Beobachtungsergebnisse sollten
den Eltern für die Untersuchung mitgegeben
werden. Des Weiteren sollte der Lehrer
eine schriftliche Einschätzung, die sich auf die
vermutete LRS bezieht, für die Hand des
Schulleiters erstellen.
Eine LRS kann in der Regel erst ab der 2. Klassenstufe im Feststellungsverfahren festgestellt werden.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch,
dass sich ausgeprägte Störungen schon vor der
Einschulung bzw. im 1. Schuljahr beobachten bzw.
feststellen lassen und eine konkrete Förderung bereits vor der 2. Klassenstufe einsetzen sollte. Bestehen keine besonderen Möglichkeiten, muss der
LRS im schulischen Kontext besonders Rechnung
getragen werden, um die Lernmotivation der
Schüler zu erhalten und einer möglichen seelischen
Belastung vorzubeugen.
3.1.1 Beobachtungen und Analysen von
- Laut-Buchstaben-Zuordnung, Lautunterscheidungen z. B. von o-u, d-t, p-b, g-k, akustische
Merkfähigkeit, optische Differenzierungsleistungen wie b-p-d, w-m, E-3, also Spiegelungen,
Lautsynthese (das Zusammenziehen von Lauten
zu einem Wort), Buchstabensynthese, sprachliche Auffälligkeiten, Fein- und Grobmotorik
- Deutliche Hinweise können gute und sehr gute
rechnerische Fertigkeiten bei extremen Schwierigkeiten im schriftsprachlichen Bereich sein.
- Hat ein Schüler gravierende Leistungsprobleme
in Deutsch und Mathematik, sollte er beim Schulpsychologen vorgestellt werden. Sind gravierende
Schwierigkeiten in allen Bereichen beobachtbar,
ist der sonderpädagogische Förderbedarf
3.1.3 Hilfen im Unterricht
- Notwendig ist eine individuelle Förderung (siehe
auch allgemeine Hinweise in der Anlage 1) entsprechend den erhobenen Ansätzen aus der
Lernstandsanalyse. Dazu sollte ein Entwicklungsplan (siehe Anlage 2) aufgestellt werden, der
sowohl durch die Differenzierung im regulären
Unterricht als auch im Förderunterricht realisiert
wird. Teilweise wird beim Erwerb der Schriftsprache ein völliges Lösen von den lehrplanorientierten Vermittlungszielen erforderlich sein.
Effektiv wäre bei gleichzeitiger Förderung durch
einen Sprach- und Stimmheilpädagogen,
Logopäden und/oder Ergotherapeuten eine gemeinsame inhaltliche Abstimmung.
- Die individuelle Förderung sollte sich besonders –
wie im Lehrplan für den Erwerb der Schriftsprache festgeschrieben – auf die Entwicklung
einer differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit
beziehen. Häufig sind die optischen, phonematischen, kinästhetischen, melodischen und rhythmischen Wahrnehmungsdifferenzierungsleistungen nicht altersgerecht.
- Leistungen sollten in ermutigender Form rückgemeldet, d. h. kleine Lernfortschritte gewürdigt und
auf ein Vergleichen vor der Klasse verzichtet
werden. Dabei muss das Ziel sein, das Selbstwertgefühl des Schülers zu bewahren, z. B. durch
das Hervorheben von Stärken in anderen Fächern.
3.1.4 Aufstieg in die 2. Klassenstufe
- Der Entwicklungsstand für Schüler mit LRSVerdacht sollte losgelöst von dieser Vermutung
- Durch Verbleiben in der 1. Klassenstufe kann das
Problem nicht gelöst werden, da nicht ausreichend
LRS-spezifische Methoden eingesetzt werden
können. Im Regelfall wird mit gleichen oder ähnlichen Methoden das Angebot der 1. Klassenstufe
durch eine andere Person wiederholt.
- Der Verbleib in der 1. Klassenstufe führt außerdem zu einer Überalterung des Schülers, die den
Wechsel in eine LRS-Klasse erschwert, bei bereits erfolgter Rückstellung vom Schulbesuch sogar verhindert. Auch eine akzelerierte körperliche
Entwicklung muss bei der Entscheidung beachtet
3.2 Klasse 2
3.2.1 Beobachtungen und Analysen von
(siehe Klassenstufe 1)
3.2.2 Zusammenarbeit mit den Eltern
- Die Elternarbeit beinhaltet, dass die Eltern in
regelmäßigen Abständen über den aktuellen
Leistungsstand informiert werden und die
Teilnahme am Feststellungsverfahren langfristig
besprochen und angestrebt wird. Da die
Teilnahme am Feststellungsverfahren – im Unterschied zum Verfahren gemäß § 13 SOFS – freiwillig ist, sollten die Eltern von der
Notwendigkeit überzeugt werden. Hilfreich bei
der Argumentation ist die Information, dass sich
ein Schulwechsel nicht zwangsläufig aus dem
Feststellungsverfahren ergibt, sondern erst nach
einer weiteren Zustimmung der Eltern erfolgt.
Ansprechpartner zu Fragen der LRS können
Fachberater für LRS, Schulpsychologen, der LRSBeauftragte der Schule oder auch der Beratungslehrer sein.
- Bei gleichzeitigen Schwierigkeiten des Schülers
in Mathematik ist einerseits noch vor dem
Feststellungsverfahren den Eltern ein Besuch
beim Schulpsychologen anzuraten, andererseits
jedoch auch zu prüfen, ob gemäß § 6 Abs. 3
SOGS die Einleitung des Verfahrens nach § 13
SOFS in Frage kommt.
- Im Feststellungsverfahren ist eine größtmögliche
Transparenz zu gewährleisten. Eltern sollten
deshalb über die eingesetzten diagnostischen
Verfahren, deren Ergebnisse und getroffene
Empfehlungen für die weitere Förderung ausführlich informiert werden.
- Entscheiden sich die Eltern gegen die Teilnahme
am Feststellungsverfahren, sollte dies schriftlich
dokumentiert und von den Eltern unterzeichnet
3.2.3 Schulleiterinformation zum Feststellungsverfahren durch die Regionalstelle der
Sächsischen Bildungsagentur
Jeweils zu Beginn des aktuellen Schuljahres werden
die Schulleiter durch die Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur über den Zeitplan der
Durchführung des LRS-Feststellungsverfahrens informiert. Sinnvoll ist ein Schulleiterbrief, dem anhand einer Zeitleiste für das Feststellungsverfahren
zu entnehmen ist, wann welcher Schritt erfolgt und
wer dafür verantwortlich ist. Dies betrifft vor allem
folgende Schritte des Feststellungsverfahrens:
- Schreiben der Screeningdiktate in der
Klassenstufe 2,
- Durchführung der Informationsveranstaltungen
für Deutschlehrer, die in Klassenstufe 2 eingesetzt
- die Termine und Hinweise zur Durchführung von
Informationselternabenden für interessierte
- die Termine und Orte der Durchführung der
Feststellungsverfahren und
- die Termine für die Aufnahme in eine LRS-Klasse.
Bei festgesteller LRS kann der Schüler in der
Klasssenstufe 3 in eine LRS-Klasse wechseln. Sofern
für den Besuch der LRS-Klasse die Grundschule gewechselt werden muss, teilt die aufnehmende
Grundschule den Eltern den für die Dauer der LRSBeschulung befristeten Wechsel schriftlich mit.
Die Eltern sind darüber zu informieren, dass die
Grundsätze zur Ermittlung und Bewertung von
Leistungen, Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung
gemäß §§ 14 ff. SOGS für LRS-Klassen entsprechend gelten.
3.2.4 Hilfen bis zum Wechsel in eine LRS-Klasse
- Ein differenziertes Arbeiten im Unterricht und
Förderunterricht nach Entwicklungsplan (siehe
Klassenstufe 1 und allgemeine Hinweise in der
Anlage 1) stellt eine wesentliche Bedingung dar.
- Wurde eine LRS im Feststellungsverfahren festgestellt, kann das Aussetzen der Benotung von
Leistungen in Teilbereichen im Fach Deutsch
(Lese- und/oder Rechtschreibleistungen) für den
betreffenden Schüler sehr entlastend sein.
Die Eltern können einen entsprechenden Antrag
stellen. Der Antrag sollte zu Beginn des Schuljahres erfolgen. Die Entscheidung trifft die
Klassenkonferenz. Die Nichtberücksichtigung
von Teilleistungen wird auf dem Zeugnis oder
der Halbjahresinformation vermerkt.
3.3 Klassenstufen 3 und 4
3.3.1 Bei Nichtaufnahme in eine LRS-Klasse
- Veranlassung für die Nichtaufnahme in eine
LRS-Klasse kann neben einer nicht eindeutig
festgestellten LRS auch die Entscheidung der
- Ist eine LRS aktuell nicht eindeutig feststellbar,
kann das jedoch auch bedeuten, dass die LRS
erst zu einem späteren Zeitpunkt deutlicher in
Erscheinung treten bzw. sich im weiteren Verlauf
des Grundschulalters manifestieren kann.
- Die Eltern von Schülern mit festgestellter LRS
können beantragen, die Benotung für
Leistungen in Teilbereichen der Fächer Deutsch
und/oder Fremdsprache auszusetzen.
Zum Verfahren siehe Ausführungen unter 3.2.4.
- Es muss eine besondere Beobachtung der Kinder
und bei Bedarf eine spezielle Förderung (nach
Entwicklungsplan – siehe Anlage 2 – mit LRSspezifischem Material und entsprechender
Methodik) erfolgen.
- Bei zunehmend gravierenden Problemen und
psychosomatischen Auffälligkeiten ist eine Vorstellung bei Schulpsychologen, niedergelassenen
Kinderpsychotherapeuten und/oder in diagnostisch und therapeutisch orientierten Beratungsstellen (ggf. Beratungsstellen an Förderschulen)
- Bei Vorliegen einer festgestellten Teilleistungsschwäche können Schüler, die nicht zu versetzen
wären, gem. § 22 Abs. 5 SOGS versetzt werden,
wenn sie aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit
und bisherigen Gesamtentwicklung den Anforderungen der nächsthöheren Klassenstufe
gewachsen sein werden.
3.3.2 Beobachtungen sowie Analysen von
Schülerleistungen und Lernprogression
3.3.3 Zusammenarbeit mit den Eltern
- Bei anhaltenden Schwierigkeiten in der Schriftsprache sollte im Einzelfall mit Zustimmung der
Erziehungsberechtigten ein Feststellungsverfahren eingeleitet werden. Dies beinhaltet eine
Vorstellung bei dem von der Regionalstelle der
Sächsischen Bildungsagentur dafür berufenen
Diagnostikteam.
- Schwierigkeiten können bei Schülern auftreten,
die entweder bereits am Feststellungsverfahren in
der 2. Klasse teilgenommen und keinen eindeutien Bescheid erhalten haben oder die erst mit
steigender Komplexität und Geschwindigkeit der
Anforderungen auffällig geworden sind.
- Damit vereinbarte Fördermaßnahmen auch eine
höhere Verbindlichkeit erhalten, wird den Schulen
empfohlen, mit den Eltern Bildungsvereinbarungen zu schließen (siehe hierzu Anlage 4).
Rechtsgrundlage dafür ist § 35 a Abs. 2 SchulG.
3.3.4 Hilfen im Unterricht
- Allen Fachlehrern sind die Schüler mit festgestellter LRS mit Zustimmung der Eltern
namentlich bekannt zu geben.
- Alle Fachlehrer halten sich an gemeinsam vereinbarte Grundregeln im Umgang mit Schülern mit
LRS. Dazu sollten gehören:
• Arbeit mit übersichtlichen Tafelbildern und
• Aufgabenstellungen von Arbeiten/Leistungskontrollen auf das Arbeitsblatt oder an die Tafel
schreiben und ggf. vorlesen
• In allen Unterrichtsfächern sind bei schriftlichen
Leistungsnachweisen Verstöße gegen die
Sprachrichtigkeit sowie schwerwiegende
Ausdrucksmängel zu vermerken. Dabei wird auf
Rotstiftkorrekturen verzichtet. Das Wort wird in
korrekter Rechtschreibung dazugeschrieben.
• Zum Vorlesen nur dann auffordern, wenn die
Schüler sich melden.
• Wenn möglich, beim Lesen von Büchern die
Sinnerfassung durch Hörbücher oder Videofilme (zu Hause) unterstützen.
- Eine individuelle Förderung (siehe auch allgemeine Hinweise in der Anlage 1) entsprechend
den erhobenen Ansätzen aus der Leistungs-
analyse ist erforderlich. Dazu wird ein Entwicklungsplan (siehe Anlage 2) aufgestellt, der
sowohl im Förderunterricht als auch durch
differenzierte Angebote im regulären Unterricht
3.3.5 Förderunterricht
Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn
- feste Zeiten im Stundenplan (möglichst die
erste Stunde) vorgesehen werden,
- wöchentlich mindestens eine Stunde zur
- klassenübergreifend und/oder fehlerschwerpunktorientiert Fördergruppen (z. B. als LRSFörderkurs) gebildet werden.
3.3.6 Entwicklungsplan
Um Schüler mit festgestellter LRS im Unterricht zu
fördern, sind auf der Grundlage einer kontinuierlichen Analysetätigkeit Entwicklungspläne für jeden
Schüler der Fördergruppe zu erstellen.
Die Entwicklungspläne beinhalten konkrete Ziele der
individuellen Förderung des Schülers für einen überschaubaren Zeitraum ausgehend von seinem aktuellen
Entwicklungsstand. Darüber hinaus werden darin
- die vorgesehenen Maßnahmen zur Förderung,
- die beteiligten Personen und
- Zeitpunkte für Zwischenauswertungen
aufgeführt. Ggf. notwendige außerschulische Fördermaßnahmen sind zu benennen. Geeignet ist ein
Formblatt wie in Anlage 2.
Der Entwicklungsplan ist Arbeitsinstrument aller
Lehrer, die den Schüler unterrichten. Die Erziehungsberechtigten sind über den Entwicklungsplan zu informieren. Der Entwicklungsplan und die Dokumentation der Förderung ist zugleich auch Nachweis
der Förderung durch die Schule bei eventueller
Inanspruchnahme des § 35 a SGB VIII. Eine Zusammenfassung dieser Dokumente einschließlich der
Ergebnisse des Feststellungsverfahrens sollten den
Eltern, z. B. für die Möglichkeit des Führens einer
persönlichen Entwicklungsmappe ihres Kindes, ausgehändigt werden.
3.3.7 Benotung im Unterricht
Bei schwerwiegenden Problemen, der Gefahr der
Generalisierung einer Misserfolgsmotivation und einer möglichen seelischen Belastung (durch psychosomatische und neurotische Störungen wie z. B.
Einnässen, große Versagensängste, zunehmende
Verhaltensauffälligkeiten) kommen bei festgestellter Teilleistungsschwäche folgende Maßnahmen in
- Die Gewährung von »Notenschutz« das heißt die
Nichtberücksichtigung von Leistungen in Teilbereichen der Fächer Deutsch und/oder Fremdsprache – das können Lese- und/oder Recht schreibleistungen sein – ist immer eine Einzelfallentscheidung unter Berücksichtigung der
Gesamtpersönlichkeit des Schülers. Die Eltern
können einen entsprechenden Antrag stellen.
Die Entscheidung trifft in jedem Fall die Klassenkonferenz. Die Nichtberücksichtigung von
Teilleistungen in den genannten Fächern wird
auf dem Zeugnis oder der Halbjahresinformation
- Kann die Klassenkonferenz der Nichtberücksichtigung von Leistungen nicht zustimmen,
sollte bei Schülern mit festgestellter LRS durch
andere Formen der Leistungsfeststellung
(Hausaufgaben, Vorträge, Gruppenaufgaben,
differenzierte Aufgabenstellung u. a.) den durch
die LRS verursachten Beeinträchtigungen
Rechnung getragen werden, um die Gesamtleistung nicht zu stark von den schriftlichen
Leistungen dominieren zu lassen und ggf. die
Möglichkeit zu einer 2. Leistungskontrolle bei
völligem Versagen gemäß § 15 Abs. 5 SOGS
wenn sie aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und
bisherigen Gesamtentwicklung den Anforderungen der nächsthöheren Klassenstufe
3.3.8 Bildungsempfehlung
Die Bildungsempfehlung ist wie bei Schülern ohne
Teilleistungsschwäche entsprechend den Regelungen des § 21 SOGS zu erteilen. Hinsichtlich der
Berücksichtigung der Beeinträchtigung von Schülern mit festgestellter LRS bei der Erteilung der
Bildungsempfehlung wird auf die Punkte 3.2.4 und
3.3.7 hingewiesen. Die Nichtberücksichtigung von
Teilleistungen im Fach Deutsch wird im Gutachten
der Bildungsempfehlung vermerkt.
3.3.9 Übergang in die weiterführende Schule
Es liegt im Interesse der betroffenen Schüler, die
Informationen über das Vorliegen einer LRS und die
durchgeführten Fördermaßnahmen sowie die
schriftlichen Vorschläge für die weitere Förderung
(siehe Anlage 3) beim Schulwechsel mit den offiziellen Schülerunterlagen an die aufnehmende
Schule weiterzugeben. In einem vertrauensvollen
Gespräch sind die Eltern darauf hinzuweisen und
um ihr schriftliches Einverständnis zur Weitergabe
zu bitten. Sind diese mit einer solchen Informationsweitergabe nicht einverstanden, sind die entsprechenden Einträge in den weiterzugebenden
Schülerunterlagen zu löschen.
4 Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS im Mittelschulbereich
4.1 Zur Umsetzung der VwV LRSFörderung
In Einzelfällen wird eine LRS erst nach dem Übergang in die Mittelschule deutlich erkennbar bzw.
verstärkt sich die Problematik durch die gestiegenen
Anforderungen. Anderseits bedarf ein Teil der
Schüler mit festgestellter LRS an der Mittelschule
einer weiteren individuellen Förderung und Unterstützung. Die Schüler sind deshalb insbesondere im
ersten Schulhalbjahr der Klassenstufe 5 besonders
Bei vermuteter LRS wird von der Schule geprüft, ob
ein Feststellungsverfahren eingeleitet wird. Wird von
der Schule die Notwendigkeit gesehen und stimmen
die Eltern zu, beantragt der Schulleiter bei der Sächsischen Bildungsagentur die Durchführung des
Feststellungsverfahrens. Für die Durchführung des
Feststellungsverfahrens gelten die Bestimmungen
der Grundschule (Nummer 4.3.1, 4.1.1 und 4.1.2
der VwV LRS-Förderung, siehe Anlage 7).
Schüler mit festgestellter LRS erhalten eine angemessene individuelle Förderung. Eine Förderung erfolgt vor allem im Rahmen des regulären Unterrichts. Bei Bedarf können gemäß § 18 Abs. 5
SOMIAP im Rahmen der sächlichen und personellen
Voraussetzungen zusätzliche Fördermaßnahmen
(z. B. ein speziell auf die LRS ausgerichteter Förderunterricht) angeboten werden. Diese Fördermaßnahmen können auch parallel zum Regelunterricht
der Klasse durchgeführt werden. Sie sollen sich vor
allem auf die Fächer Deutsch und/oder Fremdsprache beziehen.
Die individuelle Förderung im Unterricht erfordert
ein stark differenziertes Vorgehen. Konkret kann das
bedeuten, dass statt Schreibens eines freien Textes
die Vervollständigung eines Lückentextes verlangt,
das Übersetzen vom Englischen in die deutsche
Sprache (statt umgekehrt) bevorzugt, Zeit zur Selbstkontrolle gegeben und ein leises Mitsprechen beim
Schreiben erlaubt wird.
Die VwV LRS-Förderung benennt ohne Anspruch
auf Vollständigkeit konkrete Maßnahmen zur
Förderung. So kann der Fachlehrer bei schriftlichen
Arbeiten oder Übungen gemäß § 20 Abs. 1 Satz 3
SOMIAP eine angemessene Arbeitszeitverlängerung
gewähren und/oder zusätzliche Hilfsmittel zulassen.
Er kann auch eine andere Aufgabe stellen, die geeignet ist, den individuellen Lernfortschritt zu dokumentieren. Eine angemessene Arbeitszeitverlängerung bei schriftlichen Anforderungen ist insoweit ein
variables Instrument. Wird eine Arbeitszeitverlängerung beim Schreiben einer Klassenarbeit gewährt, empfiehlt sich eine räumliche Trennung des
betroffenen Schülers, sofern dies realisierbar ist.
Zusätzliche Hilfsmittel können insbesondere sein:
- ständig ein Wörterbuch der deutschen
Rechtschreibung möglichst mit ABC-Leiste verwenden können,
- mit Kopien der Aufzeichnungen von Mitschülern
arbeiten dürfen,
- Hausaufgaben mit dem Computer anfertigen.
(Siehe dazu auch unter Hilfen im Unterricht und
Benotung sowie Anlage 6.)
Die genannten Fördermaßnahmen kommen in Betracht für Schüler der Klassenstufen 5 und 6. In begründeten Fällen können Fördermaßnahmen auch in
den nachfolgenden Klassenstufen angeboten werden. Begründete Fälle können sein:
- sehr spät erkannte LRS,
- längere Erkrankung des Schülers, so dass LRSFördermöglichkeiten nicht in hinreichendem Maße
in Anspruch genommen werden konnten,
- andauernde emotionale Probleme und Instabilität
des Schülers (z. B. Selbstwertproblem,
Versagensängste),
- Versetzungsgefährdung aufgrund nichtausreichender Rechtschreibleistungen in Deutsch
und/oder in der Fremdsprache.
Die VwV LRS-Förderung sieht in Nummer 4.3.4 als
eine besondere Unterstützungsmaßnahme auch die
Möglichkeit der Aussetzung der Benotung der
Rechtschreibleistungen in den Fächern Deutsch
und/oder der Fremdsprache gemäß § 20 Abs. 1 Satz
3 SOMIAP vor. Dies ist allerdings an bestimmte
Voraussetzungen gebunden. Eine Aussetzung der
Benotung kann erfolgen, wenn
- die Rechtschreibleistungen über einen nicht
absehbaren Zeitraum »mangelhaft« oder
»ungenügend« bleiben,
- dies aus besonderen pädagogischen Gründen
- dies eine zeitlich befristete Maßnahme darstellt,
- für den Zeitraum des Aussetzens der Benotung
spezielle Fördermaßnahmen stattfinden und
- die Eltern mit der Maßnahme einverstanden sind.
Die Entscheidung über die Aussetzung der
Benotung trifft in jedem Fall die Klassenkonferenz.
Trotz Aussetzung der Benotung sind die von der
Schule angebotenen Fördermaßnahmen und der individuelle Lernfortschritt zu dokumentieren.
Die Nichtberücksichtigung der Rechtschreibleistungen in der Fachnote in den Fächern Deutsch
und/oder der Fremdsprache wird auf dem Zeugnis
oder der Halbjahresinformation und ggf. im Gutachten der Bildungsempfehlung vermerkt. Empfohlen wurde hierzu folgende Formulierung: »Die Rechtschreibleistungen sind in der Note im Fach . . nicht
enthalten«.
Ist trotz intensiver Förderung kein Lernzuwachs
festzustellen, ist die gewählte Methode bzw. das
Förderkonzept zu überprüfen. In Einzelfällen ist
allerdings nicht auszuschließen, dass die Förderung
durch die Schule an Grenzen stößt. In diesen Fällen
sollen die Eltern auch über weitere Unterstützungsund Therapiemöglichkeiten informiert werden.
In Ausnahmefällen ist im Mittelschulbereich auch
eine Überprüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf gemäß § 13 der Schulordnung Förderschulen
4. 2 Hinweise und Anregungen für die
unterrichtliche Arbeit
Umgang mit Schülern mit LRS im Unterricht sowie
für deren Förderung gegeben.
4.2.1 Förderunterricht
- feste Zeiten im Stundenplan (möglichst die erste
Stunde) vorgesehen werden,
- durch klassenübergreifendes und/oder fehlerschwerpunktorientiertes Bilden von Fördergruppen (z. B. als LRS-Förderkurs) auch Schüler
aus höheren Klassen gefördert werden können,
- der Lehrer, der die Förderung übernimmt, eine
Zusatzqualifikation im Bereich LRS hat,
- ein spezieller LRS-Förderunterricht mit anerkannten Übungsprogrammen und Materialien
stattfindet, welcher sich an Förderschwerpunkten
orientiert und nicht vordergründig unterrichtsbegleitend ist,
- auch Lernstrategien vermittelt werden,
- die Gruppenstärke möglichst klein gehalten wird.
4.2.2 Entwicklungsplan
Schüler zu erstellen. Die unter 3.3.6 für Grundschulen aufgeführten Hinweise zur Erstellung von
Entwicklungsplänen gelten für Mittelschulen entsprechend.
4.2.3 Hilfen im Unterricht
Hier soll nur einiges Grundlegendes besonders benannt werden:
- Alle Fachlehrer halten sich an gemeinsam vereinbarte Grundregeln im Umgang mit Schülern
mit LRS. Dazu sollten gehören:
• Arbeit mit übersichtlichem Tafelbild und
• kurze, verständliche Diktiertexte (Tempo überprüfen, angemessene Zeit geben)
• Aufgabenstellungen von Arbeiten/Leistungskontrollen auf ein Arbeitsblatt oder an die Tafel
mit größerer Schriftgröße und größerem
Zeilenabstand schreiben, ggf. vorlesen
• Zeit zum Lesen der Aufgaben geben (Rückfragen i. S. von Verständnisfragen erlauben)
• Schülern mit festgestellter LRS evtl. mehr Zeit
einräumen oder differenzierte Aufgaben geben
Leistungsfeststellungen schwerwiegende Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit sowie schwerwiegende Ausdrucksmängel zu vermerken.
Dabei wird auf Rotstiftkorrekturen verzichtet.
Das Wort wird in korrekter Rechtschreibung
dazugeschrieben.
• Zum Vorlesen vor der Klasse und zum schriftlichen Arbeiten an der Tafel nur dann auffordern, wenn die Schüler sich dazu melden.
Sinnerfassung durch Hörbücher oder Videofilme (zu Hause) und evtl. durch Lernpatenschaften unterstützen.
• Den Computer als Hilfsmittel (ggf. auch Laptop
im Unterricht) erlauben.
hender Versetzungsgefahr oder einer drohenden
seelischen Belastung kommen folgende Maßnahmen in Betracht:
- Die Gewährung von »Notenschutz«, das heißt,
die Rechtschreibleistungen in Deutsch und/oder
in der Fremdsprache werden bei Schülern mit
festgestellter LRS nicht berücksichtigt. Das ist
immer eine Einzelfallentscheidung der Klassenkonferenz unter Berücksichtigung der Gesamtpersönlichkeit des Schülers, die allerdings an
konkrete Voraussetzungen gebunden ist. Diese
sind unter 4.1 dargestellt.
- Keinen Punktabzug in (Fach)arbeiten aufgrund
von Rechtschreibfehlern vornehmen.
Kann die Klassenkonferenz der Aussetzung der
Benotung von Rechtschreibeleistungen in Deutsch
und/oder der Fremdsprache nicht zustimmen,
kommt bei Schülern mit festgestellter LRS insbesondere das Nutzen anderer Formen der Leistungsfeststellung, wie z. B. Komplexe Leistungen
mit verstärkt mündlichen und praktischen Aufgabenteilen, die Bewertung von Hausaufgaben,
Vorträgen, Gruppenaufgaben sowie ggf. differenzierten Aufgabenstellungen in Betracht, um die
Gesamtleistung nicht zu stark von den schriftlichen
Leistungen dominieren zu lassen.
4.2.5 Informationsfluss innerhalb der Schule
- Dem für die LRS-Förderung verantwortlichen
Lehrer sollte bei Bedarf bei Dienstberatungen
hinreichende Redezeit gewährt werden.
- Die Klassenkonferenz sollte in regelmäßigen
Abständen über den Stand und die
Fortschreibung der Entwicklungspläne der
Schüler mit festgestellter LRS informiert werden.
- Bei Bedarf sollte die jeweilige Fachkonferenz zur
einzelfallbezogenen Abstimmung des Umgangs
mit einem Schüler mit LRS einberufen werden.
4.2.4 Benotung im Unterricht
Generalisierung einer Misserfolgsmotivation, beste-
4.2.6 Ansprechpartner in der Schule
- der für die LRS-Förderung verantwortliche Lehrer
des Schülers (LRS-Förderlehrer),
- der LRS-Beauftragte der Schule,
- der Beratungslehrer der Schule.
4.2.7 Elternarbeit
Beim ersten Elternabend wird im Rahmen einer allgemeinen Information zum Förderunterricht auch
der Name des Lehrers bekannt gegeben, der LRSBeauftragter der Schule ist.
Des Weiteren kann betroffenen und interessierten
Eltern in persönlichen Gesprächen bzw. in einem
thematischen Elternabend eine ausführliche Information zur LRS gegeben werden. Dabei ist es sinnvoll, mit einem Informationsblatt Fördermöglichkeiten bei LRS für zu Hause aufzuzeigen sowie
entsprechende Literaturempfehlungen zu geben
(siehe Anlage 6).
Die Eltern von Schülern mit festgestellter LRS sind
in regelmäßigen Abständen über den Lernstand und
den Lernfortschritt des Schülers zu informieren.
Damit vereinbarte Fördermaßnahmen auch eine höhere Verbindlichkeit erhalten, wird den Schulen
empfohlen, mit den Eltern Bildungsvereinbarungen
zu schließen (siehe hierzu Anlage 4). Rechtsgrundlage dafür ist § 35a Abs. 2 SchulG i.V.m. § 18
Abs.6 SOMIAP.
4.3 Besondere Leistungsfeststellung/Abschlussprüfung
Bei Schülern mit festgestellter LRS entscheidet der
Prüfungsausschuss unter Berücksichtigung der jeweiligen Beeinträchtigungen über die zugelassenen
Hilfsmittel und die Art und Weise der Durchführung
der Prüfung im jeweiligen Prüfungsfach (§ 31
Abs. 5 SOMIAP). Folgende Maßnahmen sind besonders geeignet:
- Gewährung einer Arbeitszeitverlängerung bei
schriftlichen Leistungsnachweisen und schrift-
lichen Prüfungen, angemessene Verlängerung
der Vorbereitungszeit bei mündlichen Leistungsnachweisen und mündlichen Prüfungen, ggf.
auch für den praktischen Teil des Leistungsnachweises oder der Prüfung in der Fremdsprache.
- Vorlesen der Aufgaben, dabei sind Störungen für
andere Schüler auszuschließen.
- Nutzung eines Wörterbuches der deutschen
Rechtschreibung möglichst mit ABC.
- Auf Wunsch des Schülers ist eine Arbeit mit dem
Laptop möglich. Hierbei darf das Rechtschreibprogramm nicht einsatzbereit sein und der Schüler
muss die Arbeit mit dem Gerät beherrschen.
Vor Entscheidung des Prüfungsausschusses sollte
der Klassen- bzw. der Fachlehrer mit den Eltern und
dem Schüler dazu ein Gespräch führen.
4.4 Weitergabe von Informationen bei
Wechsel an die andere allgemeinbildende Schule und bei Übergang in
durchgeführten Fördermaßnahmen, ggf. auch
schriftliche Vorschläge für die weitere Förderung
Gespräch sind die Eltern bzw. der volljährige
Schüler darauf hinzuweisen und um das schriftliche Einverständnis zur Weitergabe zu bitten. Sind
die Eltern bzw. der volljährige Schüler mit einer
Informationsweitergabe nicht einverstanden, sind
die entsprechenden Einträge in den weiterzugebenden Schülerunterlagen zu löschen.
5 Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS am Gymnasium
5.1 Umsetzung der VwV zur Förderung
der Schüler mit LRS und der Aussagen
der SOGY zur Berücksichtigung von
In Einzelfällen wird eine LRS erst nach dem Übergang in das Gymnasium deutlich erkennbar bzw.
Anforderungen vor allem im Fremdsprachenunterricht. Andererseits bedarf ein Teil der Schüler mit
festgestellter LRS auch am Gymnasium einer weiteren individuellen Förderung und Unterstützung.
Eine LRS hat mit der allgemeinen intellektuellen
Befähigung primär nichts zu tun – sie kann selbst
bei hochbegabten Schülern auftreten. Eine LRS
steht einer Beschulung an einem Gymnasium also
5.1.1 Klassenstufen 5 bis 10
die Eltern zu, beantragt der Schulleiter bei der zuständigen Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur die Durchführung des Feststellungsverfahrens. Für die Durchführung des Feststellungsverfahrens gelten die Bestimmungen der Grundschule (Nummer 4.4, 4.1.1 und 4.1.2 der VwV
LRS-Förderung, siehe Anlage 7).
Schüler mit festgestellter LRS erhalten eine angemessene individuelle Förderung. Eine Förderung erfolgt vor allem im Rahmen des regulären Unterrichts. Bei Bedarf können gemäß § 18 Abs. 6 SOGY
im Rahmen der sächlichen und personellen Voraussetzungen zusätzliche Fördermaßnahmen (z. B.
ein speziell auf die LRS ausgerichteter Förderunterricht) angeboten werden. Diese Fördermaßnahmen können auch parallel zum Regelunterricht
allem auf die Fächer Deutsch und/oder Fremdsprachen beziehen.
auf Vollständigkeit konkrete Maßnahmen zur Förderung. So kann der Fachlehrer bei schriftlichen
Arbeiten gemäß § 20 Abs. 1 Satz 3 SOGY eine angemessene Arbeitszeitverlängerung gewähren und/
oder zusätzliche Hilfsmittel zulassen. Wird eine
Arbeitszeitverlängerung beim Schreiben einer
Klassenarbeit gewährt, empfiehlt sich eine räumliche Trennung des betroffenen Schülers, sofern dies
- ständig ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung möglichst mit ABC-Leiste verwenden
- mit Kopien der Aufzeichnungen von Mitschülern,
welche die Rechtschreibung und Form sehr gut
beherrschen, arbeiten dürfen,
den nachfolgenden Klassenstufen angeboten werden.
Begründete Fälle können sein:
- andauernde emotionale Probleme/Instabilität des
Schülers (z. B. Selbstwertproblem, Versagensängste),
- Versetzungsgefährdung aufgrund nichtausreichen-
der Rechtschreibleistungen in Deutsch und/oder in
den Fremdsprachen.
Voraussetzung dafür ist, dass die LRS das Leistungsversagen in Deutsch und den Fremdsprachen
Die weiteren für die Mittelschule gegebenen Hinweise
(vgl. 4.1) gelten für das Gymnasium entsprechend.
5.1.2 Jahrgangsstufe 11 und 12/Abiturprüfungen
Für LRS-Betroffene erscheint es sinnvoll, keine
schriftliche Prüfung in einer Fremdsprache abzulegen, sondern falls erwünscht, lediglich eine mündliche Fremdsprachenprüfung zu absolvieren.
Es besteht die Möglichkeit, Schüler mit LRS, die dies
wünschen, dem Oberstufenberater zu nennen, damit
dieser sie bei der Wahl der Prüfungsfächer berät und
bzgl. der Abiturprüfung umfassend auf die Gestaltungsmöglichkeiten hinweist, die die OAVO bietet,
die jedoch teilweise bereits bei der Kurswahl zu berücksichtigen sind. Gegebenenfalls sollte bei sehr
schlechten Ergebnissen der schriftlichen Deutschprüfung eine zusätzliche mündliche Prüfung beantragt werden.
5.2 Hinweise und Anregungen für die
5.2.1 Förderunterricht
- ab Klassenstufe 5 ein freiwilliges, klassenübergreifendes Förderangebot für Schüler mit Leseund Rechtschreibschwierigkeiten besteht,
- ein spezieller LRS-Förderunterricht mit anerkannten Übungsprogrammen und Materialien stattfindet, welcher sich an Förderschwerpunkten
- auch eine Vermittlung von Lernstrategien erfolgt,
5.2.2 Entwicklungsplan
fördern, sind auf der Grundlage einer kontinuierlichen
Analysetätigkeit Entwicklungspläne für jeden Schüler
zu erstellen. Die unter 3.3.6 für Grundschulen genannten Hinweise zur Erstellung von Entwicklungsplänen finden auch an Gymnasien entsprechende
5.2.3 Hilfen im Unterricht:
Hier soll nur einiges Grundlegendes besonders benannt werden.
Alle Fachlehrer halten sich an gemeinsam vereinbarte Grundregeln im Umgang mit Schülern mit LRS.
• Aufgabenstellungen von schriftlichen Arbeiten auf
ein Arbeitsblatt oder an die Tafel mit größerer
Schriftgröße und größerem Zeilenabstand
schreiben, ggf. vorlesen
• Zeit zum Lesen der Aufgaben geben (Rückfragen
i. S. von Verständnisfragen erlauben)
• ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung
möglichst mit ABC-Leiste im Unterricht und bei
schriftlichen Arbeiten zulassen
• Zum Vorlesen vor der Klasse und zum schriftlichen
Arbeiten an der Tafel nur dann auffordern, wenn
die Schüler sich dazu melden.
Sinnerfassung durch Hörbücher oder Videofilme
(zu Hause) und evtl. durch Lernpatenschaften
• Den Computer als Hilfsmittel (bei Bedarf auch
Laptop im Unterricht) erlauben.
5.2.4 Benotung im Unterricht der Sekundarstufe I
Generalisierung einer Misserfolgsmotivation, bestehender Versetzungsgefahr und einer drohenden
seelischen Belastung kann zeitlich befristet »Notenschutz« gewährt werden, d. h. die Rechtschreibleistungen in Deutsch und/oder in den Fremdsprachen werden bei Schülern mit festgestellter LRS
in der Fachnote nicht berücksichtigt. Es handelt sich
hier immer um eine Einzelfallentscheidung der
Klassenkonferenz unter Berücksichtigung der Gesamtpersönlichkeit des Schülers. Die Aussetzung der
Benotung der Rechtschreibleistungen ist allerdings
an konkrete Voraussetzungen gebunden. Diese sind
unter 4.1 dargestellt.
und/oder in den Fremdsprachen nicht zustimmen,
kommt bei Schülern mit festgestellter LRS insbesondere das Nutzen anderer Formen der Leistungsfeststellung, wie z. B. Komplexe Leistungen mit verstärkt mündlichen und praktischen Aufgabenteilen,
die Bewertung von Hausaufgaben, Vorträgen,
Gruppenaufgaben sowie ggf. differenzierten Aufgabenstellungen in Betracht, um die Gesamtleistung
nicht zu stark von den schriftlichen Leistungen dominieren zu lassen.
In der Klassenkonferenz sollte auch eine Verständigung dazu erfolgen, wie schwerwiegende
Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit in schriftlichen
Arbeiten (§ 21 SOGY) aller Unterrichtsfächer gekennzeichnet werden und inwieweit dies in die
Bewertung im Fach einfließt.
- Die Schüler mit festgestellter LRS sind mit
Zustimmung der Eltern bzw. des volljährigen
Schülers allen Fachlehrern namentlich bekannt
Abständen über den Stand und die Fortschreibung
der Entwicklungspläne der Schüler mit festgestellter LRS informiert werden.
5.2.7 Ansprechpartner in der Schule
- ggf. der LRS-Beauftragte der Schule,
5.2.8 Elternarbeit
Beim ersten Elternabend wird im Rahmen einer allgemeinen Information zum Förderunterricht auch der
Name des Lehrers bekannt gegeben, der Ansprechpartner für das Thema LRS an der Schule ist.
Damit vereinbarte Fördermaßnahmen auch die gewünschte Verbindlichkeit erhalten, wird den Schulen
empfohlen, mit den Eltern bzw. mit dem volljährigen
Schüler eine Bildungsvereinbarung zu schließen (siehe Anlage 4). Rechtsgrundlage dafür ist § 35 a Abs.
2 SchulG i.V.m. § 18 Abs. 7 SOGY.
5.2.5 Benotung in der Sekundarstufe II
Für die Sekundarstufe II gilt § 20 Abs. 1 Satz 3 SOGY nicht. Daher kann bei der Bewertung der erbrachten Leistungen auf die Teilleistungsschwäche
5.2.6 Informationsfluss innerhalb der Schule
6 Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS im Bereich der berufsbildenden Schulen
Trotz schulischer und außerschulischer Förderangebote und der Möglichkeit des Besuchs einer LRSKlasse in der Grundschule lernen in allen Berufsschularten Schüler mit LRS. Eine LRS begleitet
einen Menschen in der Regel ein Leben lang und er
muss nicht zuletzt mit schulischer Unterstützung
6.1 Rechtliche Regelungen
Mit § 35 a SchulG wird der Schule die Aufgabe gestellt, die Ausgestaltung des Unterrichts und anderer schulischer Veranstaltungen an den individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen der
Schüler zu orientieren und dabei insbesondere Teilleistungsschwächen Rechnung zu tragen. Damit haben auch die berufsbildenden Schulen den Auftrag,
den leistungsschwächeren und leistungsstärkeren
Schülern eine optimale Förderung zuteil werden zu
lassen. In welcher Weise dies erfolgt, hängt insbesondere vom Unterrichtsangebot der jeweiligen berufsbildenden Schule und/oder Schulart sowie von
den individuellen Voraussetzungen der Schüler ab.
Im Vergleich zu den Schulordnungen der allgemein
bildenden Schulen treffen die Schulordnungen der
berufsbildenden Schulen keine konkretisierenden
Aussagen zur Berücksichtigung von Teilleistungsschwächen. Deshalb wurden hierzu einige Hinweise
in die Neufassung der VwV LRS-Förderung aufgenommen (siehe Anlage 7).
So soll auf Schüler mit festgestellter LRS auch an
den berufsbildenden Schulen besonders geachtet
werden. Eine Förderung erfolgt im regulären Unterricht durch geeignete pädagogische, fachliche und
fachdidaktische Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen. Bei Bedarf informiert die Schule über weitere Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten.
6.2 Informationsfluss von den
allgemein bildenden Schulen zu den
Die berufsbildenden Schulen erhalten bei Einverständnis der Eltern bzw. des volljährigen Schüler
von den abgebenden Schulen mit der Anmeldekarte
eine Information über das Vorliegen einer LRS,
durchgeführte Fördermaßnahmen und Vorschläge
für die weitere Förderung des Schülers (siehe
Bei Einverständnis der Eltern bzw. des volljährigen
Schülers werden alle Lehrkräfte an der berufsbildenden Schule, die den Schüler unterrichten, über
das Vorliegen einer LRS informiert.
6.3 Berufliches Gymnasium,
Fachoberschule, Berufsfachschule und
6.3.1 Prüfungen/Abschlüsse
Da das bloße Vorliegen einer LRS keine Behinderung im Sinne der § 51 BgySO, § 27 FOSO,
§ 27 BFSO und § 23 FSO darstellt, kommt für die
Betroffenen ein Nachteilsausgleich nach diesen
Vorschriften nicht in Betracht. Der Sachverhalt ändert sich bei gleichzeitiger Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit des Schülers. Diese liegt vor,
wenn psychische und/oder psychosomatische Auffälligkeiten wie z. B. extreme Prüfungsangst, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, starke
vegetative Reaktionen im Zusammenhang mit
schriftsprachlichen Anforderungen auftreten.
Die Berücksichtigung der Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit setzt einen Nachweis durch einen psychologischen Befund voraus. Ggf. stellt der
Schüler einen formlosen Antrag auf Nachteilsausgleich an den Schulleiter. Der Prüfungsausschuss berät über unterstützende Maßnahmen und
unterbreitet der Regionalstelle der Sächsischen
Bildungsagentur seine Empfehlungen. Nach dortiger
Prüfung unterbreitet die Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus Vorschläge, in welcher Art
und Weise die Teilleistungsschwäche in Verbindung
mit der beeinträchtigten seelischen Gesundheit berücksichtigt werden könnte. Die Entscheidung über
die tatsächlichen Maßnahmen trifft das Sächsische
Die unter 5.1.2 gegebenen Hinweise finden auch im
Bereich der berufsbildenden Schulen entsprechende Anwendung.
6.3.2 Hinweise und Anregungen für
die unterrichtliche Arbeit
Sofern Förderunterricht erteilt wird, finden die unter
5.2.1 dargestellten Hinweise altersgerechte Anwendung.
Die VwV LRS-Förderung schreibt die Erstellung eines Entwicklungsplanes für Schüler mit festgestellter LRS an berufsbildenden Schulen nicht vor.
Dennoch kann auch hier ein Entwicklungsplan für
die weitere schulische Förderung des betroffenen
Schülers sehr hilfreich sein.
Die unter 3.3.6 für Grundschulen gegebenen Hinweise zur Erstellung von Entwicklungsplänen finden
entsprechende Anwendung. Die vorgesehenen Fördermaßnahmen sollten mit den Eltern bzw. dem
volljährigen Schüler vorab besprochen werden.
Empfohlen wird der Abschluss einer Bildungsvereinbarung mit den Eltern bzw. mit dem volljährigen Schüler, damit vereinbarte Fördermaßnahmen
auch die gewünschte Verbindlichkeit erhalten.
(Beispiel siehe Anlage 4). Rechtsgrundlage für den
Abschluss einer Bildungsvereinbarung ist § 35 a
Abs. 2 SchulG.
Hilfen im Unterricht/Informationsfluss innerhalb
Zu Hilfen im Unterricht und zum Informationsfluss
innerhalb der Schule siehe Ausführungen unter
5.2.3 und 5.2.6.
6.4 Berufsschule (Duale Ausbildung)
6.4.1 Prüfungen und Abschlüsse
Die Prüfungen der Industrie- und Handelskammern
bzw. der Handwerkskammern bieten günstige
Rahmenbedingungen für Schüler mit LRS, z. B.
- mündliche statt schriftliche Prüfung,
- Vorlesen von Aufgabenstellungen,
- mehr Zeit für die Vorbereitung.
Die Leistungen im Fach Deutsch dürfen bei festgestellter LRS nicht zum Nichtbestehen der Facharbeiterprüfung führen.
6.4.2 Hinweise und Anregungen für
Zentrales Anliegen des Faches Deutsch in der dualen Ausbildung ist die Entwicklung der mündlichen
und schriftlichen berufsfeldspezifischen Kommunikation. Dem immanent ist die Festigung und
Weiterentwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeiten. Die Schüler sollen (teils formatierte) berufstypische Sachtexte schreiben und lesen, d. h.
sich den Sinn erschließen können. Darauf muss die
Förderung von Schülern mit LRS hauptsächlich ausgerichtet sein.
Nach § 2 BSO kann an der Berufsschule Wahlunterricht angeboten werden. Dieser kann für
Schüler, die zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit
besonderer Hilfe bedürfen, im Bereich der LRS entsprechende Fördermaßnahmen beinhalten.
Es ist hilfreich, wenn sich die Fördermaßnahmen
weniger auf das Rechtschreibtraining, jedoch mehr
auf fachtypische Kommunikationsanforderungen beziehen und die LRS-Förderung dabei integriert wird.
Im Übrigen siehe Hinweise unter 5.2.1 bei altersgerechter Anwendung.
Die unter 3.3.6 für Grundschulen gegebenen
Hinweise zur Erstellung von Entwicklungsplänen
finden entsprechende Anwendung. Siehe auch
Ausführungen zum Entwicklungsplan unter 6.3.2.
der Schule zu den Ausbil-dungseinrichtungen
Zu Hilfen im Unterricht und Informationsfluss innerhalb der Schule siehe Ausführungen unter 5.2.3 und
Zusätzlich sollte sich der Lehrer mit Zustimmung
der Eltern bzw. des volljährigen Schülers bei dessen
Ausbildungsbetrieb informieren, welche Bedeutung
die Schriftsprache für den konkreten Ausbildungsberuf hat.
6.4.3 Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und
Im BVJ und im BGJ besteht das Problem in der großen Heterogenität der Leistungsvoraussetzungen
der Schüler in einer Klasse und der mitunter schwierigen Motivationslage der Schüler. Die Schüler und
Eltern sind über spezielle Angebote der Förderung
von Schülern mit LRS zu informieren. Besteht Interesse an einer speziellen Förderung, sind die unter 5.2.1 beschriebenen Hilfen im Unterricht zu realisieren. Stark motivierte Schüler werden in die
Fördergruppe der dualen Ausbildung – falls vorhanden – integriert.
7 Empfehlungen für den Umgang mit Schülern
mit LRS im Förderschulbereich
7.1 Sprachheilschulen, Schulen
für Erziehungshilfe und Schulen für
An diesen Schulen lernen gehäuft Schüler mit Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten. An
diesen Förderschultypen wird nach den Regellehrplänen der Grundschule und/oder Mittelschule
unterrichtet. Die VwV LRS-Förderung (Anlage 7) gilt
auch für Förderschulen, so weit die Schulordnung
Förderschulen keine anderslautende Regelung enthält, in analoger Anwendung. LRS-Klassen werden
jedoch in der Regel nicht eingerichtet.
Die geringe Klassenstärke, speziell ausgebildete
Fachkräfte und pädagogische Unterrichtshilfen sind
günstige Voraussetzungen für eine individuelle
Förderung. § 25 Abs. 5 SOFS erlaubt bei der
Benotung einer Beeinträchtigung durch LRS, sofern
dies im Rahmen des sonderpädagogischen Förderbedarfs vertretbar ist, stärker Rechnung zu tragen.
7.2 Schulen zur Lernförderung
An diesen Schulen lernen viele Schüler, die neben
ihren allgemeinen Lernschwierigkeiten große Probleme beim Erwerb der Schriftsprache haben. Es
gibt fachlich verschiedene, von der Begriffsdefinition Schwäche oder Störung abhängige Sichtweisen auf diese Problematik:
- Im pädagogischen Kontext wird bei Kindern mit
einer unterdurchschnittlichen intellektuellen
Ausstattung eher von auffälligen Schwierigkeiten
beim Lesen und Schreiben als von einer LeseRechtschreib-Schwäche gesprochen. Die Feststellung einer LRS schließt – wie in der VwV
LRS-Förderung definiert – eine allgemeine
intellektuelle Beeinträchtigung aus.
- In den von der WHO empfohlenen Diagnose-
richtlinien (ICD-10) für Fachärzte und Fachpsychologen der Medizin ist formuliert, dass
Teilleistungsstörungen als Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten zusammen
mit Beeinträchtigung der Intelligenz bis hin zur
Intelligenzminderung auftreten können.
Übereinstimmung besteht insoweit, dass an einer
Schule zur Lernförderung nicht ausschließlich
Schüler mit unterdurchschnittlicher bis leicht geminderter Intelligenz unterrichtet werden, sondern
auch solche mit generalisierten Lernstörungen bei
formal altersgerechter intellektueller Ausstattung.
Nicht rechtzeitig erkannte Entwicklungsstörungen
schulischer Fertigkeiten, das gleichzeitige Vorhandensein von Teilleistungsschwächen und Konzentrationsstörungen können beispielsweise zu
massiven Wissenslücken, Motivationsstörungen
und psychischen Auffälligkeiten führen, die eine
Beschulung an einer Schule zur Lernförderung erfordern.
Besonderer Förderbedarf liegt immer dann vor,
wenn die schriftsprachlichen Leistungen gravierend
von den anderen (im Maßstab der Lernförderschulanforderungen mindestens durchschnittlichen)
Fachleistungen abweichen.
Für Schüler der Schulen zur Lernförderung gelten
die Empfehlungen für die Grund- und Mittelschulen
entsprechend. Nach § 25 Abs. 5 SOFS kann aufgrund der Art und des Grades der Behinderung in
einzelnen Fächern (wie z. B. Deutsch) auf die
Benotung verzichtet werden. Eine praktikable
Alternative kann der Verzicht auf die Benotung der
schriftsprachlichen Leistungen sein. Bei Vorliegen
einer gravierenden Teilleistungsschwäche in einem
Fach kann eine Versetzung gem. § 30 Abs. 1 S. 3
SOFS auch dann erfolgen, wenn die allgemeinen
Versetzungsbestimmungen von § 30 Abs.1 S. 1
SOFS nicht erfüllt sind.
Mögliche Hilfen für Kinder und Jugendliche mit
LRS im schulischen Bereich
(Zusammengestellt von der Schulpsychologischen
Beratungsstelle Zwickau in Anlehnung an M. FIRNHABER »Legasthenie und andere Wahrnehmungsstörungen« und Scripte von Dr. J. Donczik)
ermutigen. Bei der Korrektur nicht die Fehler anstreichen und zählen, sondern die richtig geschriebenen Wörter unterstreichen (positive Bilanz spornt
an). Wenn Fehler angestrichen werden, dann auf
keinen Fall einen Rotstift verwenden.
Besondere Hilfen können sein:
Wann immer es möglich ist, unbedingt mehr Zeit
Den Sitzplatz richtig wählen. Oft ist der günstigste
Platz vorn in der ersten Reihe, am Rand mit dem
Rücken schräg zur Wand. Dort ist eine bessere akustische Differenzierung möglich, da der Nebengeräuschpegel geringer ist.
LRS-Schüler nicht zum Schreiben an die Tafel holen.
Blamagen verhindern, da totale Denkblockaden einsetzen, wenn andere auf das schauen, was geschrieben wird (Dies ist bis ins Erwachsenenalter
typisch).
Nur dann laut vorlesen lassen, wenn der Schüler es
selbst möchte, wenn der Text zu Hause gut geübt
wurde und sicher ist.
Unbedingt auf eine gut lesbare Lehrerhandschrift
Bei Klassenarbeiten und Textaufgaben die Aufgabenstellung leise vorlesen oder in der Klasse erarbeiten.
Ansonsten ist es wahrscheinlich, dass die Lösung
nicht an der Logik, sondern bereits am Aufgabenverständnis scheitert.
Bei Klassenarbeiten die Vorlagen möglichst nicht
handschriftlich geben. Günstig sind mit PC in großer Druckschrift und mit größerem Zeilenabstand
geschriebene Aufgabenstellungen.
Während der Arbeit immer wieder ermuntern und
Für Entspannungsübungen sorgen.
Freiwillige mündliche Zusatzaufgaben ermöglichen,
um Chancen für einen Notenausgleich zu schaffen.
Genaues Mitsprechen verringert signifikant die
Fehlerquote beim Schreiben. Daher ist es günstig,
Diktate einzeln schreiben zu lassen. So kann beim
Schreiben mitgesprochen werden.
Bei Hausaufgaben:
- Absichern, dass die Information auch wirklich
vom Schüler aufgenommen wird. Bei jüngeren
Schülern die Hausaufgaben möglichst auf einem
Zettel mitgeben. Oft wissen die Kinder nicht, was
genau sie machen sollen, da durch ihre Verlangsamung, Differenzierungsschwierigkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten, Blockaden unter Zeitdruck am Ende der Stunde ein großer Informationsverlust vorliegen kann. Bei älteren Schülern
sollte die Eintragung unbedingt überprüft werden.
- Eltern müssen ihrem Kind helfen dürfen
(die Entwicklung der Selbstständigkeit verläuft
wesentlich verzögert). Manchmal könnten auch
die Eltern das vom Kind Diktierte aufschreiben,
wenn es sehr viel zum Schreiben ist. Die Eltern
sollten dies jedoch mit dem Lehrer vorher absprechen und die vom Kind benötigte Arbeitszeit
- Hausaufgaben sollten mit dem Computer gemacht werden dürfen. Das geht schneller und ist
besonders für Kinder mit schreibmotorischen
Schwierigkeiten eine enorme Erleichterung. Ein
Korrekturprogramm kann helfen, eine bessere
Übersichtlichkeit ist möglich, das Schriftbild ist
eindeutig. Dieses Schreiben zwingt, Buchstabe
an Buchstabe zu reihen.
Konkrete Hilfen für den
Auf die üblichen Verbesserungen von Aufsätzen verzichten, da ein Lerngewinn mit dieser Methode nicht
zu erwarten ist und ein unzumutbarer Schreibaufwand erforderlich wäre.
Beim Lesen zu Hause nur so viele Zeilen üben, wie
in einer Viertelstunde zu schaffen sind. Diese Zeilen
gründlich üben. Unter schwierige Wörter Silbenbogen mit Leuchtstift antragen. Beim Vorlesen in
der Schule gleich zu Beginn der Stunde den so geübten Text vortragen lassen.
Gedichte durch Vorsprechen und anschließendes
Mitsprechen lernen.
Grammatikübungen, die das Bilden von Sätzen erfordern, sollten die Kinder zu Hause mündlich machen und von den Eltern gut leserlich aufschreiben
lassen dürfen. Evtl. kann im Unterricht der Schwerpunkt auch mündlich sein und dem Kind werden
wesentliche Inhalte als übersichtliches Arbeitsblatt
(mit PC in großer Schrift) mitgegeben.
Bei einigen Schülern mit LRS treten auch Probleme
in anderen Fächern auf. Das Lösen von Textaufgaben bleibt immer problematisch. Textaufgaben
sollten immer gemeinsam erarbeitet und vorgelesen werden. Wichtige Angaben sind farbig zu kennzeichnen, um leichter nach der Fragestellung suchen zu können.
Sachtexte immer vorlesen. Stichpunkte auf ein Blatt
schreiben oder schreiben lassen. Nach diesen
Stichpunkten lernen.
Einige inhaltliche Hilfen:
- Besonders das Alphabet mündlich und schriftlich
trainieren. So lange es erforderlich ist, sollte beim
Lautieren geblieben werden.
- Wenn jeder Buchstabe beherrscht wird, dann
sollten leichte Abschreibübungen zur Verbesserung der Schreibgeschwindigkeit durchgeführt
werden. Beim Schreiben die Silbe bzw. das Wort
laut mitsprechen. Beim Schreiben erst Lautieren,
dann aufschreiben und mitsprechen. Beim
Diktieren auf den Mund schauen lassen und
sich unbedingt mittig vor das Kind setzen. Später
beim Abschreiben versuchen, nach genauem
Hinschauen das Wort auswendig zu schreiben.
- Für immer wieder falsch geschriebene Wörter
eine Lern-Kartei anlegen. Fehlerwörter groß und
deutlich (richtig) schreiben. Besonderheiten mit
Leuchtmarkern kennzeichnen. Wörter mit DreiKlassen-System: »unsicher« – »noch nicht
ganz« – »gekonnt« nach hinten wandern lassen.
Die Rechtschreibung immer genau kontrollieren,
damit sich keine Fehler einschleichen.
- Bei schwerer Beeinträchtigung durch die LRS
auch beim Lesenlernen (Extrafibel) mit Lautgebärden arbeiten. Nur Bücher mit vielen Bildern
und großen Druckbuchstaben ohne schwierige
Wörter verwenden. Genaues Lesen unbedingt
immer wieder üben (unter schwierige Wörter
Silbenbogen, Schwierigkeiten markieren, das
Kind soll nur die Zeile sehen, die es gerade liest).
Das Kind muss laut lesen (jeden Tag zu Hause
5-10 Minuten). Nicht im Stress lesen lassen.
Leseübungen sind enorm wichtig.
- Beim Lesen ist es günstig, wenn in einem etwas
langsameren Tempo laut mitgelesen und der
ganze Satz dann noch einmal wiederholt wird.
Bei kurzen Lesetexten wird anschließend der
ganze Text noch einmal gelesen, um die Sinnerfassung abzusichern. Manche Kinder mit
LRS können besser lesen, wenn das Blatt mehr
senkrecht vor ihnen steht und eine schwarze
Schrift auf (hell-)blauem Grund zu sehen ist
(Folie darauf legen). Auch Textaufgaben müssen
so gemeinsam erarbeitet werden. Viele Pausen
und kurze Anstrengungsphasen sollten sich abwechseln, da die Belastbarkeit der Kinder mit
LRS rasch abnimmt und sich die Qualität sowie
das Tempo ansonsten eher verschlechtern und
Misserfolge negativ verstärkend wirken würden.
Das Lesetempo ist schwierig zu verbessern,
deshalb sollte die Qualität des Lesens als
wichtigstes Element der Sinnerfassung
vorrangig trainiert werden.
- Beim Lesen auf genügenden Augenabstand vom
Blatt achten. Brain-Gym-Übungen wie die Eule,
Elefant und Mütze vor dem Lesen sind günstig
für die Beschleunigung der Verarbeitung von
Lauten. Diese Übungen sollten also regelmäßig
vor dem Lesen gemacht werden.
- Zur Grundlagenherstellung unbedingt eine
professionelle Hilfe/Lern-Therapie (Logopäde,
Ergotherapeut, Lerntherapeut, LRS-Klasse)
anstreben, um das Kind und die Familie zu
(Siehe auch Hilfen für den Grundschulbereich)
In allen Fächern sind Schwierigkeiten beim schnellen Mitschreiben zu erwarten. Daher ist zu organisieren, dass bei Bedarf Kopien von der Mitschrift
eines geeigneten Mitschülers gemacht werden können. Dies hat auch den Vorteil, dass trotz eines geringen Raumaufteilungsvermögens gelernt werden
kann, wie man geordnet und übersichtlich schreiben
Zum Aufsatz siehe konkrete Hilfen für den Grundschulbereich. Wenn die Schreibtätigkeit nicht mehr
so belastend ist, mehr Hilfen beim Vervollständigen
und beim Ausdruck geben. Fehlerfreiheit sollte nicht
Sachtexte siehe Grundschulbereich. Pflichtliteratur
mit den Eltern abwechselnd laut vorlesen. Dabei auf
genaues Lesen achten und auch Hörbücher aus der
Bibliothek verwenden oder sich für sehr schwierige
Texte (z. B. Faust) literaturgetreue Videoaufnahmen
besorgen und mitlesen lassen.
Für Diktate Wörter in Tabellen nach Merkmalen ordnen und üben. Das Lernen mit Lernkartei anregen.
Auch bei Grammatikübungen viel mit farbigen
Orientierungen und Tabellen arbeiten.
Die Arbeit mit einem Wörterbuch der deutschen
Rechtschreibung unbedingt immer wieder üben. Die
Verwendung einer Abc-Leiste gestatten.
Laute Leseübungen ohne »Publikum« sind sehr
In Geographie kann es zu Problemen aufgrund der
Raum-Lage-Labilität kommen. Inhalte zum Anfassen anfertigen/nutzen (Puzzle von der Erde,
Europa) und viel mit Farben arbeiten.
Mit Schnellschreibtraining, Abschreibtraining, Stichwort-Mitschreibtraining diese Techniken fördern.
Später sollte durch den Lehrer ein Schnell-Lesetraining realisiert und die Technik des überfliegenden Lesens vermittelt werden. Manche Schüler können diese Technik nicht erlernen.
Klare Gliederungen bei den Mitschriften, Aufsätzen
u. ä. vermitteln und üben.
Bei der Förderung muss das Lesen im Vordergrund
stehen, da die Rechtschreibschwäche eigentlich
nicht völlig kompensierbar ist.
Eine leichte Verbesserung der Rechtschreibung wird
auch durch das Training des Lesens erreicht. Das
Lesetempo zu verbessern ist schwierig, aber die
Qualität als wichtigstes Element der Sinnentnahme
ist trainierbar.
Wichtig ist das genaue Mitsprechen beim
Egal wie alt der Schüler ist, bei schweren Problemen
sollte das Lautieren angeregt werden, damit das
Wort erspürt werden kann.
Übung / Arbeitsmittel
An der Förderung beteiligte Personen:
Ziel(e) / Zeitraum / Zwischenbilanz:
Empfohlene außerschulische Maßnahmen:
- Differenziertes
Hören der Laute
- synchrones
- Stammselbstlaute
- Erkennen von
langem und kurzem
Vokal, Erarbeiten
der sich daraus
ableitenden Rechtschreibregeln
B-P, G-K, D-T
Frau Müller und Herr Meier
sichere Unterscheidung von B-P, G-K, D-T
Mitlautverdopplung, Dehnung, Groß- und Kleinschreibung
September 2004 bis Februar 2005 / November 2004
Entwicklungsplanbeispiel
Festigung des Regelwissens
Name: Konrad Müller
(Aus der Diagnostik ergeben sich Förderansätze, die es erlauben, für
ein Kind einen speziellen Entwicklungsplan zu erstellen, welcher
im konkreten Fall nicht alle möglichen Förderansätze enthalten muss.)
Vermeiden von Umstellungsfehlern
Festigung der Silbengliederung
Erfassen der richtigen Satzschlusszeichen
Förderung des Aufgabenverständnisses
Vermeiden von Spiegelungen
und Drehungen von Buchstaben
Nachklatschen von vorgegebenen Texten
Sätze in Bedeutungseinheiten gliedern
Satzmelodie verändern ( bittend, fordernd ...)
Wesentliches kennzeichnen
Arbeit mit Reimen und Versen
- vorgegebene Muster vervollständigen
- Verbinden von Punkten und Abzeichnen
von entsprechenden Vorgaben
(Punktzeichnungen)
- Erkennen von Übereinstimmungen und
- Nachzeichnen von Gegenständen
- Raum-Lage-Orientierungsübungen
- Wortbilder vergleichen (Fehler erkennen)
- Memory (mit Bildern oder Wörtern)
- Erkennen von Wörtern in Wortschlangen
REUTER-LIEHR: Das Lernspiel Spiel Spirale
SCHUBI Lehrmittel: Übungen für Lese- und
rechtschreibschwache Kinder
Vermeiden von Verwechslungen
gestaltähnlicher Buchstaben
Vermeiden von Auslassungen
Vermeiden von Hinzufügungen
Hollbach: Training der Pilotsprache
KOSSOW: Leitfaden zur Bekämpfung
der Lese-Rechtschreibschwäche
ähnlich klingender Laute
Vermeiden von Wortdurchgliederungsfehlern
SINDELAR: Akustisches Figur-GrundDifferenzierungstraining
Phonematische
Geräusche erkennen und unterscheiden
Wahrnehmen von Flüstern
Heraushören von bestimmten Lauten
Erfassen des Stammselbstlautes
Differenziertes Hören ähnlich klingender Laute
Unterscheiden von langem und kurzem Vokal
Synchrones halblautes Mitsprechen
Wörter in Silben zerlegen (Syllabieren)
Arbeiten mit Silben wie Silbenlesen, Silbenklatschen, Silbentanzen und -schwingen,
Silbenbogen
Phonematische Übungen wie Sprechen
vor dem Spiegel, Lautbildung besprechen,
langsames, deutliches Sprechen
Anlage 2/3 Teil 1
Mögliche Entwicklungsplanansätze
- Selbstlaute und Mitlaute erkennen
- Stammselbstlaute erkennen
- Gliedern von Wörtern in Vorsilbe, Wortstamm,
Nachsilbe, Endung
- Übungen mit Wortbausteinen
- Erkennen von langem und kurzem Selbstlaut
- Erarbeiten von sich daraus ableitenden
- Festigen von Grundwort und Bestimmungswort
- Beugen von Verben
- Ableitungsübungen
- Bilden von Wortfamilien - Einsetzübungen
- Puzzle, Memory, Kartenspiele, Suchbilder
- »Kofferpacken«, Einprägen von Reimwörtern
- Arbeit mit Wortübersichten, Signalfarben
als Merkhilfe
Schulung der Konzentrationsund Merkfähigkeit
Computerprogramme vom Verlag
Jugend und Volk: Trainingsprogramm zum
oder Auslassungen durch falsches
(auch das innere Sprechen ist falsch)
So kann ich`s mir merken
- langsames deutliches und in Silben
gegliedertes Sprechen
- Sprechen von »Zungenbrechern«
- Sprechen vor dem Spiegel
- überbetont deutliches Sprechen
Verbesserung des koordinierten
Zusammenspiels der Sprechorgane
Anlage 2/3 Teil 2
Einschätzung zum aktuellen
Lernstand und Hinweise für die Förderung
an der weiterführenden Schule
Name: .......................................................... beendete Klasse: ................. Schule: ...................................
Leistungen und Leistungsverhalten:
Noch vorhandene Defizite in der Rechtschreibung:
Fehlerarten (nach LORY): (bitte Zutreffende ankreuzen)
❑ Verwechslungen von Buchstaben wie ................
❑ Auslassungen von Buchstaben
❑ Auslassungen von Dehnungen (ie, h, ee)
❑ Hinzufügungen von Buchstaben
❑ Hinzufügungen von Dehnungen
❑ Groß- und Kleinschreibung
Schreibtempo:
❑ zu schnell und sehr oberflächlich
❑ Umstellungen von Buchstaben
❑ Auslassungen von Mitlautverdopplungen
❑ Auslassungen von Mitlauten in Mitlauthäufungen (st, sch, ch, pf, ng ...)
❑ Hinzufügungen von Mitlautverdopplungen
❑ Hinzufügungen von Mitlauten in Mitlautgruppen
❑ Getrennt- und Zusammenschreibung
❑ auffällig langsam und gebunden an das
Mitsprechen und das häufige Wiederholen
Schwierigkeiten im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch:
❑ Wortschatz zu gering
❑ falsche Grammatik
❑ Sprachauffälligkeiten wie Sigmatismus
(Lispeln), falsche Lautbildung von .....................
Stand der Leseleistungen (in Anlehnung an ZÜRCHER-Lesetestkriterien):
❑ fließend, ruhig, ziemlich fließend
❑ rasch, hektisch
❑ unregelmäßig
❑ langsam, bedächtig, ängstlich
❑ vereinzelte, häufige Stockungen
Lesegliederung:
❑ buchstabenweise
❑ wortweise
❑ sinnschrittgliedernd
❑ beachtet Interpunktion und Satzende
Lesemelodie:
❑ monoton
❑ modulierend
❑ zu laut / zu leise
❑ gut möglich
❑ keine Detailbeachtung
❑ kaum möglich
Aussagen zu Motivation, Konzentration, Ausdauer, Fleiß ... besonders im Hinblick
auf schriftsprachliche Anforderungen:
Hinweise für die Lehrer der nachfolgenden Einrichtung:
Wie z. B. bisherige
lehrplanbezogene Schwerpunktsetzungen
(ggf. verwendetes Programm)
Förder- und Differenzierungsformen
Grundsätze und Formen der Leistungsbewertung
(z. B. Anlage Entwicklungsplan)
Unterschrift Schulleiter
Unterschrift Klassen- / Deutsch- / bzw. Förderlehrer
Einverständnis zur Weitergabe
Beispiel Bildungsvereinbarung
Bildungsvereinbarung für den Schüler
Felix Müller der Klasse 7a der Burgteich-Mittelschule
Ziel: Wechsel in den Realschulbildungsgang nach der 7. Klasse bei erst kürzlich festgestellter LRS
Es werden folgende Beiträge zur Zielerreichung geleistet:
- regelmäßige Teilnahme am speziellen Förderkurs für rechtschreibschwache Schüler
- regelmäßige Teilnahme an der außerunterrichtlichen Förderung durch einen Lerntherapeuten
- gutes Bemühen um aktive mündliche Mitarbeit in Deutsch, Englisch und Biologie
- alle Hausaufgaben eintragen und vollständig erledigen
- bei Bedarf schriftliche Aufgaben mit dem Computer anfertigen, falls nötig auch Abschrift
der Unterrichtsmitschriften, wenn diese nicht lesbar sind
- bei unvollständigen Aufzeichnungen Mitschriften eines Mitschülers kopieren
- nach dem Beschluss der Klassenkonferenz wird Felix das Aussetzen der Benotung der schriftlichen
Leistungen in Englisch für das laufende Halbjahr gewährt, Felix erhält zwei Möglichkeiten zusätzlich,
um Vokabelkenntnisse mündlich nachzuweisen
- in Deutsch erfolgt eine Gewichtung zugunsten der mündlichen Leistungen
- Felix wird die Aufgabenstellung (auch bei Leistungskontrollen) vorgelesen
- die Teilnahme am Förderunterricht absichern und die Förderung mit dem Lerntherapeuten abstimmen
- kein Punktabzug wegen Rechtschreibfehlern, bei Unlesbarkeit mündlich nachfragen
- der Klassenlehrer sichert den Informationsfluss für die anderen Lehrer ab
- auf regelmäßige Erledigung der Hausaufgaben achten
- mündliche Vokabelkenntnisse als Unterstützung des Lernens kontrollieren
- die außerschulische Förderung organisieren
Termine für den Zeitraum der Bildungsvereinbarung:
Für die Entscheidung bezüglich des Wechsels in den Realschulbildungsgang wird folgender Termin
festgesetzt: Datum
Im Vorfeld werden Gespräche zum Entwicklungsstand zu folgenden Terminen vereinbart: Datum
Unterschrift Klassenlehrer
Unterschrift Schüler
Alle vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus
zur Förderung von Schülern mit Teilleistungsschwächen veröffentlichten Materialien sind auf
dem Sächsischen Bildungsserver unter
www.sachsen-macht-schule.de verfügbar.
Postfach 100910, 01079 Dresden
Bürgertelefon: (0351) 564-2526
Annaberger Straße 119, 09120 Chemnitz
Telefon: (0371) 53 66-0
E-Mail: poststelle@sbac.smk.sachsen.de
Otto-Nagel-Straße 1, 02625 Bautzen
Postfach 4444, 02634 Bautzen
Telefon: (03591) 621-0
E-Mail: poststelle@sbab.smk.sachsen.de
Großenhainer Straße 92, 01127 Dresden
Postfach 230 120, 01111 Dresden
Telefon: (0351) 84 39-0
Nonnenstraße 17 A, 0422 9 Leipzig
Postfach 10 06 53, 04006 Leipzig
Telefon: (0341) 49 45-50
Makarenkostraße 2, 08066 Zwickau
Postfach 200 942, 08009 Zwickau
Telefon: (0375) 44 44-0
Freischützerstraße 38
Telefon: (0351) 2039062 (dienstags ab 19Uhr)
E-Mail: info@legasthenie-sachsen.de
www.legasthenie-sachsen.de
Telefon: (04193) 965602
Personalführung Dilling: Lese-RechtschreibSchwierigkeiten, Auer, Donauwörth 2000
Barth, K-H.: Lernschwächen früh erkennen – im
Vorschul- und Grundschulalter, Ernst Reinhardt
Breuer, H. / Weuffen, M.: Lernschwierigkeiten am
Schulanfang, Belz, Weinheim/Basel 1993
Breuninger, H.: Jedes Kind kann schreiben lernen,
Beltz Verlag 1996
Dummer-Smoch, L.: Laute – Silben – Wörter,
Veris Verlag, Kiel 2003
Firnhaber, M.: Legasthenie und andere
Wahrnehmungsstörungen, Fischer-TB.-Verlag,
8. Auflage 2002
Hackethal, R.: Praxis zum Kieler Leseaufbau und
Kieler Rechtschreibaufbau, Veris Verlag, Kiel 1995
Kinn, B.: Legasthenie, Schwächen erkennen –
Talente fördern – Selbstbewusstsein stärken,
Humboldt-Verlag 1998
Kossow, H.-J.: Wahrnehmungstraining,
Verlag Dr. Dieter Winkler, Bochum 1999
Lohmann, B.: Müssen Legastheniker
Schulversager sein?, Ernst Reinhardt Verlag 1997
Naegele, R., Valtin, R.: LRS in den Klasse 1-10,
Belz, Weinheim/Basel 1989
Naegele, I.M.: Schulversagen in Lesen und
Rechtschreiben (LRS I), Ursachen, Auswirkungen,
Abhilfen, Beltz Verlag 1991
Naegele, I.M.: Häusliche Hilfen bei Lese- und
Rechtschreibschwierigkeiten (LRS II), Grundlagen,
Lernhilfen, Materialien, Beltz Verlag 1992
Naegele, I.M., Valtin, R. (Hrsg.): LRS in den
Klassen 1-10, Handbuch der Lese-RechtschreibSchwierigkeiten, Bd. 2 Schulische Förderung und
außerschulische Therapien, Beltz Verlag 2000
Raschendorfer, N.: LRS - Legasthenie – Aus
Fehlern wird man klug, Förderdiagnostik auf der
Basis freier Texte, Verlag an der Ruhr. Mühlheim
Sächsisches Staatinstitut für Bildung und
Schulentwicklung Comenius-Institut,
Handreichung Lese – Rechtschreib – Schwäche,
Stoba-Druck GmbH, Lamperswalde, 1996
Stein, A.: Das neue Rechtschreibspiel – Fehler
verstehen und beseitigen, Kösel Verlag. München
Szaszi, M., Braun, P., Jerusel, P.: Üb mit mir!,
Arbeitsheft 1,2,3 und 4, Dürr & Kessler, 2001
Schlichting, A.: So kann ich´s mir merken,
Global-Druck, Bad Bramstedt, 1990
Tamm, H.: Lies mit uns schreib mit uns 2./3.,
Lies mit uns schreib mit uns 3./4.,
Lies mit uns schreib mit uns 5./6.,
Schuljahr, Belz, Weinheim/Basel 1989
Weigt, R.: Lesen- und Schreibenlernen kann
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Weigt, R.: LRS in den Klassen 1-10, Grundlagen
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Beltz Verlag 1997
Zander, G.: Was ist LRS-Förderung im Englischunterricht?, Besser Englisch Lernen mit LeseRechtschreib-Schwäche, Verlag an der Ruhr,
Mühlheim 2002
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Förderung
von Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche
(VwV LRS-Förderung) vom 29. Juni 2006
(Az.: 34-6504.20/237)
Geändert durch VwV vom 23. Januar 2008
(MBl.SMK S. 284) mit Wirkung vom 6. Juni 2008
Die Verwaltungsvorschrift gilt für alle öffentlichen
allgemein bildenden und Berufsbildenden Schulen
Bei einer Reihe von Schülern in der Grundschule und
in den weiterführenden Schulen ist der Schulerfolg
durch besondere Schwierigkeiten im Lesen und in
der Rechtschreibung stark beeinträchtigt. Die nachfolgenden Bestimmungen sollen dazu beitragen, diesen Beeinträchtigungen so weit wie möglich zu begegnen. Sie haben das Ziel, die vorhandenen
Begabungen zu entwickeln, den Schülern eine ihrem
individuellen Leistungsvermögen angemessene
Schullaufbahn zu ermöglichen und die LeseRechtschreib-Schwäche im Laufe der Schulzeit
durch entsprechende Hilfen zu mindern.
4 Feststellung der LRS, Fördermaßnahmen und Bewertung der Schülerleistungen
4.1.1 Im Falle einer vermuteten LRS wird von der
Schule geprüft, ob ein Feststellungsverfahren eingeleitet wird. Sofern von der Schule die Notwendigkeit der Durchführung eines Feststellungsverfahrens gesehen wird, stellt der Schulleiter mit
Zustimmung der Eltern einen entsprechenden
Antrag an die Sächsische Bildungsagentur.
a) schriftliche Einverständniserklärung der Eltern
zur Durchführung des Feststellungsverfahrens
bei ihrem Kind,
b) Übungen im freien Schreiben und
Mathematikkontrollen mit Fehleranalysen,
c) Rechtschreibkontrolle und Bilderliste,
eine pädagogische Einschätzung der Schule zur
Leistungsentwicklung des Schülers.
4.1.2 Die Feststellung der LRS für Schüler, bei denen dies vermutet wird, erfolgt durch ein von der
Sächsischen Bildungsagentur berufenes Diagnostikteam. Diesem gehören jeweils an:
3 Begriffsbeschreibung
Als Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) wird eine
Teilleistungsschwäche verstanden, deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der
Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit
ist, die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Beeinträchtigung oder inadäquate schulische Betreuung erklärt werden kann.
Im Rahmen des Feststellungsverfahrens sind durch
das Diagnostikteam folgende Bereiche zu diagnostizieren:
b) Primärsymptomatik, Lesen, Rechtschreiben,
mathematische Leistungen, sprachlicher
c) Sekundärsymptomatik, wie zum Beispiel
Arbeitsweise, Motivation, Konzentration und
Ausdauer, Sozialverhalten.
In Auswertung des durchgeführten Verfahrens stellt
das Diagnostikteam fest, ob beim Schüler eine LRS
vorliegt. Darüber hinaus legt das Diagnostikteam
für den Schüler einen begründeten Vorschlag zur
weiteren Förderung vor. Den Eltern und dem den
Antrag stellenden Schulleiter wird das Ergebnis des
Feststellungsverfahrens schriftlich mitgeteilt.
Das Diagnostikteam verweist, sofern dies als erforderlich angesehen wird, auf die Durchführung einer
ärztlichen Untersuchung zur Erkennung von möglichen Besonderheiten der Sinneswahrnehmung,
von psychischen oder neurologischen Erkrankungen.
4.1.3 Um Schüler mit festgestellter LRS im Unterricht ihrer Grundschule zu fördern, sind auf der
Grundlage einer kontinuierlichen Analysetätigkeit
Entwicklungspläne zu erstellen. Die Entwicklungspläne beinhalten konkrete Ziele der individuellen
Förderung des Schülers für einen überschaubaren
Zeitraum ausgehend von seinem aktuellen Entwicklungsstand. Darüber hinaus werden darin die
vorgesehenen Maßnahmen zur Förderung, die beteiligten Personen und Zeitpunkte für Zwischenauswertungen aufgeführt. Gegebenenfalls notwendige außerschulische Fördermaßnahmen sind zu
benennen. Der Entwicklungsplan ist Arbeitsinstrument aller Lehrer, die den Schüler unterrichten.
Die Eltern sind über den Entwicklungsplan zu informieren. Es wird empfohlen, mit den Eltern über die
beabsichtigte Förderung eine Bildungsvereinbarung
4.1.4 Die Eltern von Schülern mit festgestellter
LRS können beantragen, die Benotung für
und/oder Fremdsprache gemäß § 15 Abs. 1 Satz 3
SOGS auszusetzen. Die Beantragung soll zu Beginn
des Schuljahres erfolgen. Die Entscheidung über die
Aussetzung der Benotung von Teilleistungen trifft
die Klassenkonferenz. Die Nichtberücksichtigung
von Lese- und/oder Rechtschreibleistungen in den
Fächern Deutsch und/oder Fremdsprache wird auf
dem Zeugnis oder der Halbjahresinformation vermerkt. Folgende Formulierung wird empfohlen: »Die
Lese- und/oder Rechtschreibleistungen sind in der
Note im Fach … nicht enthalten.«
4.1.5 Ist trotz intensiver Förderung kein Lernzuwachs festzustellen, ist die gewählte Methode bzw.
das Förderkonzept zu überprüfen. In Einzelfällen ist
4.1.6 Im Ausnahmefall ist auch eine Überprüfung
gemäß § 30 SchulG in Verbindung mit § 13 SOFS
auf sonderpädagogischen Förderbedarf notwendig.
4.1.7 Am Ende der Klassenstufe 4 unterbreitet die
Grundschule schriftlich Vorschläge für die weitere
Förderung ab der Klassenstufe 5. Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:
a) bisherige lehrplanbezogene
b) Förderansätze und Differenzierungsformen
c) geeignete Lehr- und Lernformen
d) Grundsätze und Formen der
Die Sächsische Bildungsagentur hält für die
Grundschulen schriftliche Informationen über
Angebote zur Förderung der Schüler mit LRS an
den weiterführenden Schulen bereit. Diese werden
den Eltern mit der Bildungsempfehlung der
Grundschule für den Besuch einer weiterführenden
Schule übergeben.
4.2 LRS-Klassen
4.2.1 Schüler, die nicht im Rahmen des Unterrichtes ihrer Grundschule im Lesen und im Rechtschreiben ausreichend gefördert werden können,
werden mit Einverständnis der Eltern in den dafür
eingerichteten LRS-Klassen unterrichtet.
4.2.2 Für Schüler, die nach der Klassenstufe 2 in
eine LRS-Klasse wechseln, gilt die Stundentafel für
die Grundschule LRS-Klasse. Die Dehnung der
Beschulung erstreckt sich auf zwei Schuljahre und
umfasst die Klassen 3/I und-3/II. Der Dehnungsbonus ist vor allem für die differenzierte Förderung
der Schüler im Lesen und Rechtschreiben zu nutzen. Zur individuellen Förderung stehen bis zu drei
Stunden zusätzlich zur Verfügung.
4.2.3 Die Schüler der Klassen 3/I erhalten zum
Abschluss des ersten Schuljahres eine Mitteilung
3/I; die Schüler der Klassen 3/II erhalten zum
Abschluss der Klassenstufe ein Zeugnis. Nummer
4.1.4 gilt entsprechend. Die Schüler der Klassen 3/I
und 3/II erhalten zum Ende des Schulhalbjahres gemäß § 9 Abs. 1 Satz 2 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über
Grundschulen im Freistaat Sachsen (Schulordnung
Grundschulen – SOGS) vom 3. August 2004
(SächsGVBl. S. 312), die zuletzt durch Verordnung
vom 25. Juli 2006 (SächsGVBl. S. 453, 491) geändert worden ist, anstelle der Halbjahresinformation
einen formlosen ausführlichen pädagogischen
Entwicklungsbericht, in dem Aussagen zum erreichten Leistungsstand und zum Arbeits- und
Sozialverhalten enthalten sind. Darüber hinaus sollen der individuelle Lernfortschritt und die Perspektiven für die Weiterentwicklung aufgezeigt werden.
4.2.4 Im 2. Schulhalbjahr absolvieren die Schüler
der Klasse 3/II eine mindestens 14-tägige Adaptionsbeschulung in der zukünftigen Grundschulklasse.
4.2.5 Die aufnehmende Schule erhält ein Abschlussgutachten, welches Aussagen über die
Entwicklung des Schülers im Lern- und Leistungsbereich enthält und Hinweise für die weitere
Förderung des Schülers gibt. Im Rahmen der vorhandenen sächlichen und personellen Kapazitäten
und im Einvernehmen zwischen der Sächsischen
Bildungsagentur und dem Schulträger sowie dem
Träger der Schülerbeförderung können die Schüler
bis zum Ende der Grundschulzeit an der die LRSKlasse führenden Schule verbleiben.
4.2.6 Soweit keine LRS-Klasse gebildet wird, sollen
die Schüler an der Schule in anderer Weise, zum
Beispiel durch Förderunterricht, angemessen gefördert werden.
4.3 Mittelschule
4.3.1 In Einzelfällen wird eine LRS erst nach dem
Übergang in die weiterführende Schule deutlich erkennbar. Es sind daher, insbesondere im 1. Schulhalbjahr der Klassenstufe 5, Anhaltspunkte für das
Vorliegen einer LRS besonders zu beachten. In diesen Einzelfällen stellt der Schulleiter mit dem
Einverständnis der Eltern einen Antrag auf Feststellung einer LRS an die Sächsische Bildungsagentur. Für das Feststellungsverfahren finden
Nummer 4.1.1 und 4.1.2 entsprechende Anwendung. Darüber hinaus gelten die Nummern 4.1.3,
4.1.5 und 4.1.6 entsprechend.
4.3.2 Schüler mit festgestellter LRS erhalten eine
angemessene individuelle Förderung. Eine Förderung erfolgt vor allem im Rahmen des regulären
Unterrichts. Bei Bedarf können gemäß § 18 Abs. 5
Voraussetzungen zusätzliche Fördermaßnahmen angeboten werden. Diese Fördermaßnahmen können
auch parallel zum Regelunterricht der Klasse angeboten werden. Sie sollen sich vor allem auf die
Fächer Deutsch und/oder Fremdsprache beziehen.
4.3.3 Bei schriftlichen Arbeiten oder Übungen kann
der Fachlehrer gemäß § 20 Abs. 1 Satz 3 SOMIAP
eine angemessene Arbeitszeitverlängerung gewähren und/ oder zusätzliche Hilfsmittel zulassen. Bei
Abschlussprüfungen und Leistungsnach-weisen der
besonderen Leistungsfeststellung entscheidet der
Prüfungsausschuss gemäß § 31 Abs. 5 SOMIAP ,
welche Maßnahmen und welche Hilfsmittel zur Anwendung kommen.
4.3.4 Bei Schülern mit festgestellter LRS, bei denen
die Rechtschreibleistungen über einen nicht absehbaren Zeitraum »mangelhaft« oder »ungenügend«
bleiben, kann aus besonderen pädagogischen
Gründen zeitlich befristet eine Aussetzung der Benotung der Rechtschreibleistungen in den Fächern
Deutsch und/oder Fremdsprache gemäß § 20 Abs. 1
Satz 3 SOMIAP gewährt werden. In diesen Fällen
werden die Rechtschreibleistungen in der Fachnote
nicht berücksichtigt. Die Entscheidung über die
Aussetzung der Benotung der Rechtschreibleistungen trifft die Klassenkonferenz.
Die Aussetzung der Benotung der Rechtschreibleistungen ist jedoch nur mit dem Einverständnis
der Eltern zu gewähren und setzt voraus, dass für
den Zeitraum des Notenschutzes spezielle Fördermaßnahmen stattfinden. Die Fördermaßnahmen und
der individuelle Lernfortschritt des Schülers sind zu
dokumentieren und die Eltern in regelmäßigen
Abständen zu informieren. Bei schriftlichen Arbeiten
in Fächern, in denen die Aussetzung der Benotung
der Rechtschreibleistungen gewährt wurde, werden
die Rechtschreibleistungen verbal beurteilt.
und/oder Fremdsprache wird auf dem Jahreszeugnis oder der Halbjahresinformation vermerkt.
Folgende Formulierung wird empfohlen: »Die
Rechtschreibleistungen sind in der Note im Fach …
nicht enthalten.«
4.3.5 Die in den Nummern 4.3.2 bis 4.3.4 genannten
Fördermaßnahmen kommen in Betracht für Schüler
der Klassenstufen 5 und 6. In begründeten Fällen
können Fördermaßnahmen auch in den nachfolgenden Klassenstufen angeboten werden.
4.4 Gymnasium
Die Regelungen von Nummer 4.3 finden für Schüler
des Gymnasiums sinngemäße Anwendung.
Die Regelungen über die gymnasiale Oberstufe und
die Abiturprüfung im Freistaat Sachsen bleiben hiervon unberührt.
4.5 Berufsbildende Schulen
Auf Schüler mit festgestellter LRS muss auch an den
Berufsbildenden Schulen besonders geachtet werden. Eine Förderung erfolgt im regulären Unterricht
durch geeignete pädagogische, fachliche und fachdidaktische Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen.
Bei Bedarf informiert die Schule über weitere
Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten.
Schüler an Berufsbildenden Schulen unterliegen den
für die jeweilige Schulart geltenden Grundsätzen der
Die Prüfungsbestimmungen der jeweiligen Schulart
bleiben von dieser Verwaltungsvorschrift unberührt.
4.6 Förderschulen
Die Verwaltungsvorschrift gilt für Förderschulen, soweit die Schulordnung Förderschulen keine anders
lautenden Regelungen enthält. LRS-Klassen werden
an Förderschulen in der Regel nicht eingerichtet.
5.1 Die Eltern sollen in Elternversammlungen und
Elternsprechstunden über Probleme von Schülern
mit LRS informiert werden. Dabei sind insbesondere Hinweise für häusliche Hilfen zu geben.
5.2 An jeder Schule ist dafür Sorge zu tragen, dass
mindestens ein Lehrer in Fragen der LRS fortgebildet wird. Bei Bedarf kann dieser Lehrer bei
Beratungsgesprächen mit Eltern und zu Klassenbzw. Fachkonferenzen hinzugezogen werden.
5.3 Die Sächsische Bildungsagentur bestimmt im
Einvernehmen mit den Schulträgern die Schulen, an
denen differenziertere Maßnahmen zur Förderung
von Schülern mit festgestellter LRS angeboten werden. Die in diesen Maßnahmen eingesetzten Lehrer
erhalten eine vertiefte Fortbildung.
6 In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am 1. August 2006
in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verwaltungsvorschrift
des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur
Förderung von Schülern mit Lese-RechtschreibSchwäche (VwV LRS-Förderung) vom 19. Juli 2001
(MBl.SMK S. 189) außer Kraft.
Handlungsorientierung LRS Sachsen