Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bag/2014-04-16/4-azr-802_11
Timestamp: 2017-09-23 02:58:00
Document Index: 365059424

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 6', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 8', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 2', 'EuG']

BAG, 16.04.2014 - 4 AZR 802/11 - Anrechnung von Zulagen auf den tarifvertraglich vereinbarten Mindestlohn; Mindestlohnanspruch "je Stunde" unabhängig von der zeitlichen Lage der Arbeitszeit i.R.e. Tarifvertrags | anwalt24.de
Urt. v. 16.04.2014, Az.: 4 AZR 802/11
Referenz: JurionRS 2014, 23200
Aktenzeichen: 4 AZR 802/11
LAG Berlin-Brandenburg - 01.09.2011 - AZ: 25 Sa 131/11
LAG Berlin-Brandenburg - 01.09.2011 - AZ: 25 Sa 151/11
ArbG Eberswalde - 09.12.2010 - AZ: 1 Ca 769/10
Richtlinie 96/71/EG Art. 3 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. c
Richtlinie 2008/98/EG Art. 6 Abs. 1
AEntG § 4
AEntG § 5 Nr. 1
AEntG § 7 Abs. 1 S. 1
AEntG § 8 Abs. 1 S. 1
Fünftes VermBG § 2 Abs. 1 Einleitungssatz
KrW-/AbfG (vom 27. September 1994) § 3 Abs. 1
KrW-/AbfG (vom 27. September 1994) § 4 Abs. 3 S. 1 Fall 1
Anhang II B zum KrW-/AbfG - Fall R2
Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Abfallwirtschaft einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst (AbfallArbbV vom 18. Dezember 2009) § 1
Mindestlohntarifvertrag für die Branche Abfallwirtschaft (vom 7. Januar 2009 i.d.F. vom 12. August 2009) § 1 Abs. 2
Mindestlohntarifvertrag für die Branche Abfallwirtschaft (vom 7. Januar 2009 i.d.F. vom 12. August 2009) § 2 Abs. 1
Mindestlohntarifvertrag für die Branche Abfallwirtschaft (vom 7. Januar 2009 i.d.F. vom 12. August 2009) § 2 Abs. 3
ArbR 2014, 539
DStR 2015, 303
EzA-SD 22/2014, 7-8
NZA 2014, 1277-1282
RdA 2015, 361-362
ZTR 2015, 152-154
hat der Vierte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 16. April 2014 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Eylert, die Richter am Bundesarbeitsgericht Creutzfeldt und Dr. Treber sowie den ehrenamtlichen Richter Kiefer und die ehrenamtliche Richterin Holsboer für Recht erkannt:
2. Auf die Revision des Klägers wird unter Zurückweisung der Revision im Übrigen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 1. September 2011 - 25 Sa 131/11, 25 Sa 151/11 - teilweise aufgehoben. Auf die Berufung des Klägers wird unter Zurückweisung der Berufung im Übrigen das Urteil des Arbeitsgerichts Eberswalde vom 9. Dezember 2010 - 1 Ca 769/10 - teilweise abgeändert:
(2) Danach handelt es sich beim Vorsortieren unterschiedlicher (Alt-)Papiersorten im Betrieb der Beklagten nicht um ein eigenständiges Verwertungsverfahren, sondern nur um einen ersten Teilschritt einer beabsichtigten weiteren Verwertung - die Bereitstellung des sortierten Ausgangsmaterials für den Betrieb der L GmbH, die im Rahmen eines weiteren Verwertungsprozesses das sortierte Altpapier in einem sog. Pulper weiter bearbeitet, um diejenige Faserstoffsuspension zu gewinnen, die für die Papier- und Kartonagenproduktion geeignet ist. Jedenfalls bei der Beklagten ist der Verwertungsvorgang noch nicht abgeschlossen. Deshalb hat die Abfalleigenschaft des Altpapiers noch nicht geendet. Dem entspricht auch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH 19. Juni 2003 - C-444/00 - [Mayer Parry Recycling] Rn. 84, Slg. 2003, I-6163; sowie 11. November 2004 - C-457/02 - [Antonio Niselli] Rn. 52, Slg. 2004, I-10853; 18. Dezember 1997 - C-129/96 - [InterEnvironnement Wallonie] Rn. 34, Slg. 1997, I-7411 zur RL 91/156/EG).
(a) Nach der Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union in Sachen "Isbir" (7. November 2013 - C-522/12 - Rn. 36 ff., ABl. EU 2014 Nr. C 9, 14; unter Hinweis auf 14. April 2005 - C-341/02 - [Kommission/Deutschland] Rn. 39, Slg. 2005, I-2733) gibt die Richtlinie 96/71 selbst keinen Anhaltspunkt für eine inhaltliche Definition des Mindestlohns. Vielmehr ist im Recht des betreffenden Mitgliedsstaates festzulegen, aus welchen Bestandteilen sich der Mindestlohn zusammensetzt. Die "Zulagen und Zuschläge, die durch die nationalen Rechtsvorschriften oder Praktiken des Mitgliedstaats, in dessen Hoheitsgebiet der Arbeitnehmer entsandt wird, nicht als Bestandteile des Mindestlohns definiert werden und die das Verhältnis zwischen der Leistung des Arbeitnehmers auf der einen und der ihm erbrachten Gegenleistung auf der anderen Seite verändern", können "nicht aufgrund der Bestimmungen der Richtlinie 96/71 als derartige Bestandteile betrachtet werden" (7. November 2013 - C-522/12 - [Isbir] Rn. 38, aaO.).