Source: http://abmahnung-hilfe.info/der-urheber/
Timestamp: 2018-02-20 03:32:07
Document Index: 169321070

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 7', '§ 87', '§ 11', '§ 29', '§ 32', '§ 8', '§ 9']

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Begriff Urheber
Der Urheber § 7 UrhG
Nach § 1 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) ist der Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst Nutznießer des Urheberrechtsgesetzes. Er genießt – so wörtlich – für sein Werk den Schutz, den das Gesetz bietet. Was ist hierunter genau zu verstehen und was zeichnet einen Urheber aus? Der gesetzlichen Figur des Urhebers soll im Folgenden auf den Grund gegangen werden.
Das in § 7 UrhG verankerte Schöpferprinzip definiert den Urheber als den Schöpfer, der das Werk geschaffen hat.
Da auch auf den Akt des tatsächlichen Schaffens, also Herstellens, abgezielt wird, kommt nur eine natürliche Person als Schöpfer in Betracht. Das heißt, nur eine physische Person kann Urheber sein. Nicht hingegen eine juristische Person, also ein Unternehmen. Diese kann allenfalls ein von dem originären Urheberrecht abgeleitetes Nutzungsrecht bzw. eine Nutzungsbewilligung oder ausnahmsweise ein Verwertungsrecht erwerben.
Interessant ist die Urheberschaft bei Vorliegen einer Auftragsproduktion. Auch wenn man hier vom Wortlaut her zunächst an eine Filmproduktion oder eine andere Art von Inszenierung denken mag, so fällt nicht zuletzt auch die Erstellung einer Webseite hierunter. Im Rahmen der Erstellung einer Homepage ist der Arbeitgeber, also das Unternehmen, welches mit der Gestaltung der Seite beauftragt worden ist, nie der Urheber. Vielmehr ist es zumeist der Arbeitnehmer oder der Content-Provider, wie zum Beispiel der Webdesigner.
Für von Dienstnehmern in Erfüllung ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten geschaffenen Datenbanken und ganzen Computerprogrammen gelten spezielle Sonderregelungen nach §§ 87 b, 69 b UrhG.
Der Schutz des Urheberrechtes umfasst die subjektive und die objektive wirtschaftliche Ebene.
Sinngemäß heißt es in § 11 UrhG, dass der Urheber durch dieses Gesetz in seiner geistigen und persönlichen Beziehung zum Werk und bei der Nutzung des Werkes geschützt wird.
Die subjektive Verbindung zwischen Urheber und seinem Werk soll also respektiert und vor allem gewahrt bleiben. Damit ist eine klare Identifikation von Schöpfer und Werk gemeint. Gefördert werden soll damit, dass der Urheber grundsätzliche mit seinem Namen für das Gestaltete stehen soll und kann. Dies ist in den meisten Fällen übliche Praxis, so steht zum Beispiel ein Buchautor mit seinem echten Namen auf seinem Werk, auch wenn er das Buch nicht selbst veröffentlicht hat. Es gibt jedoch Ausnahmen, wo der Wille, nach außen in Erscheinung zu treten und mit einem Werk in Verbindung gebracht zu werden, nicht gegeben ist. Man denke hier nur an den sogenannten Ghostwriter, also demjenigen, der für einen Anderen schreibt, welcher sich wiederum als Autor des nicht von ihm selbst verfassten Werkes ausgeben will. Hier kann es zu juristischen Problemen in Bezug auf geltend gemachte Ansprüche aus dem Urheberrecht kommen, da der Verfasser, also der Ghostwriter, gerade nicht als Urheber in Erscheinung treten soll. Ferner ist der bekannte angebliche Autor nicht Urheber des Werkes.
Derjenige, der einmal ein Werk geschaffen hat, ist und bleibt Urheber auf Lebenszeit. Dies ist in § 29 UrhG ganz klar bestimmt. Nur über den Tod hinaus darf das Urheberrecht vererbt werden.
Weiter ist jedoch die Einräumung eines Nutzungsrechts möglich, welches es dem Urheber erlaubt, die Nutzung des geschaffenen Werkes einem Anderen zu überlassen. So kann dieser die Vermarktung im weitesten Sinne jemand anderem überlassen und selbst das originäre Recht behalten. Schließlich hat er bereits per Gesetz einen Anspruch auf die angemessene Vergütung im Rahmen der Nutzungsüberlassung (§ 32 UrhG).
Der Urheber muss nicht zwangsläufig alleiniger Schöpfer sein. Ein Werk kann vielmehr auch von mehreren geschaffen werden. Dann liegt eine sogenannte Miturheberschaft vor, welche in § 8 UrhG normiert ist. Hierunter werden Schöpfer von Werken verstanden, deren Werk nicht nach den eingebrachten Anteilen getrennt werden kann. Ferner kommt auch eine Urheberschaft an einem verbundenen Werk nach § 9 UrhG in Betracht. Das typische Merkmal dieser Urheberschaftsform ist, das einzelne selbstständige Werke miteinander verbunden sind.
Die Urheberschaft ist somit facettenreich. Wichtig wird es in der Regel sein, bei Geltendmachung eines Anspruchs aus dem Urheberrecht die Urheberschaft nachweisen zu können. Dies sollte jedoch dem Urheber, welcher sich offen mit seinem Werk identifiziert, nicht schwer fallen.