Source: https://www.main-angler.de/aktuelles/rechtliches/138-hessische-fischereiverordnung-hfo
Timestamp: 2020-08-09 05:51:10
Document Index: 273329902

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§1', '§ 2', '§ 2', 'Art. 15', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 10']

Hessische Fischereiverordnung (HFO)
Verordnungüber die gute fachliche Praxis in der Fischerei und den Schutz der Fische
(Hessische Fischereiverordnung – HFO) *)
Nicht amtlich Fassung
(Maßgeblich ist ausschließlich der im Gesetz- und Verordnungsblatt in gedruckter Form bekannt gemachte Wortlaut)
Bachneunauge Lampetra planeri (BLOCH, 1784)
Bitterling Rhodeus amarus (BLOCH, 1782)
Elritze Phoxinus phoxinus (LINNAEUS, 1758)
Flunder Platichthys flesus (LINNAEUS, 1758)
Flussneunauge Lampreta fluviatilis (LINNAEUS, 1758)
Finte Alosa fallax (LACEPEDE, 1803)
Karausche Carassius carassius (LINNAEUS, 1758)
Koppe (Groppe) Cottus spp.
Lachs Salmo salar (LINNAEUS, 1758)
Maifisch Alosa alosa (LINNAEUS, 1758)
Meerforelle Salmo trutta trutta (LINNAEUS, 1758)
Meerneunauge Petromyzon marinus (LINNAEUS, 1758)
Neunstachliger Stichling Pungitius pungitius (LINNAEUS, 1758)
Nordseeschnäpel Coregonus oxyrhinchus (LINNAEUS, 1758)
Quappe Lota lota (LINNAEUS, 1758)
Schlammspreitzger Misgurnus fossillis (LINNAEUS, 1758)
Schneider Alburnoides bipunctatus (BLOCH, 1782)
Steinbeißer Cobitis taenia (LINNAEUS, 1758)
Stör Acipenser sturio (LINNAEUS, 1758
Strömer Telestes souffia (RISSO, 1827)
Zährte Vimba vimba (LINNAEUS, 1758)
Edelkrebs Astacus astacus (LINNAEUS, 1758)
Steinkrebs Austropotamobius terrentium
Aufgeblasene Flussmuschel Unio timudus (PHILIPPSON, 1788)
Kleine Flussmuschel (Bachmuschel) Unio crassus crassus (PHILIPPSON, 1788)
Kleine Flussmuschel Unio crassus nanus (LAMARCK, 1819)
Malermuschel Unio pictorum (LINNAEUS, 1758)
Abgeplattete Teichmuschel Pseudanodanta complanata
Schlanke Teichmuschel Pseudanodanta complanata eloganta
(HOLANDRE, 1836)
Flussperlmuschel Margaritifera margaritefera (LINNAEUS, 1758
Gewöhnliche Teichmuschel Anodonta cygnea (LINNAEUS, 1758)
Flache Teichmuschel Anodonta anatina (LINNAEUS, 1758)
Dickschalige Kugelmuschel Sphaerium solidum (NORMAND, 1844)
Flusskugelmuschel Sphaerium rivicola (LAMARCK, 1818)
Hornfarbene Kugelmuschel Sphaerium cirneum (LINNAEUS, 1758)
Teichkugelmuschel Musculium lacustre (O. F. MÜLLER, 1774)
Gemeine Erbsenmuschel Pisidium casertanum (POLI, 1791)
Glatte Erbsenmuschel Pisidium hibernicum (WESTERLUND, 1894)
(Winzige) Falten-Erbsenmuschel Pisidium moitessierianum (PATADILHE, 1866)
Kugelige Erbsenmuschel Pisidium pseudosphaerium (FAVRE, 1827)
Kleinste Erbsenmuschel Pisidium tenuilineatum (STELFOX, 1918)
Große Erbsenmuschel Pisidium amnicum (O. F: MÜLEER, 1774)
Stumpfe Erbsenmuschel Pisidium obtusale (LAMARCK, 1818)
Dreieckige Erbsenmuschel Pisidium supinum (A. SCHMIDT, 1850)
Kleine Faltenerbsenmuschel Pisidium henslowanum (SHEPPARD, 1823)
Fischart Schonzeit Mindestmaß in cm
Aal 01.10. – 01.03. 50
Aland 01.04. – 31.05. 30
Äsche 01.03. – 15.05. 30
Thymallus thxmallus (LINNAEUS, 1758)
Bachforelle 15.10. – 31.03. 25
Barbe 01.05. – 15.06. 38
Gründling 15.04. – 30.06.
Hecht 01.02. – 15.04. 50
Karpfen (Wildform) 15.03. – 31.05. 45
Cyprinus carpo (LINNAEUS, 1758)
Moderlieschen 01.05. – 30.06.
Nase 15.03. – 30.04. 25
Choindrostoma nasus (LINNAEUS, 1758)
Rotfeder 15.03. – 31.05. 20
Scardinius erythrophtalmus (LINNAEUS, 1758)
Schleie 01.05. – 30.06. 25
Schmerle 15.04. – 30.05.
Zander 15.03. – 31.05. 45
(3) Den Fangverboten nach § 1 oder § 2 Abs. 1 unterliegende Fische und Krebse müssen unverzüglich nach dem Fang sorgfältig aus dem Fanggerät gelöst und zurückgesetzt werden. Werden mit geschleppten Fanggeräten gefangene Fische zwischengehältert, sind die untermäßigen Fische sofort nach der Anlandung auszusortieren und sorgsam in das befischte Gewässer zurückzusetzen.
(4) Fische, die entgegen einem Fangverbot nach §1 oder § 2 Abs. 1 gefangen worden sind, dürfen nicht vermarktet, in den Verkehr gebracht oder sonst verwertet werden; das gilt nicht für Fische, die außerhalb des Landes Hessen gefangen worden sind.
(2) Die Maschenweite von Stellnetzen, Staknetzen, Stoß-, Kratz- und Kreuzhamen, Treibnetzen, Wurfnetzen und Zugnetzen (Garnen) muss in nassen Zustand von der Mitte des einen bis zur Mitte des anderen Knotens mindestens zweieinhalb Zentimeter betragen. Dies gilt nicht für die Kehlen von Netzen und den hinteren Sackteil von Zugnetzen. Die Verwendung von Netzen oder Garnen mit einer Maschenweite unter zweieinhalb Zentimetern zum Fischfang auf Arten nach § 2 Abs. 1 kann von der zuständigen oberen Fischereibehörde erlaubt werden.
Fahrzeuge, mit denen der Fischfang beruflich ausgeübt wird und welche nicht aufgrund anderer Rechtsvorschriften gekennzeichnet worden sind, sind auf beiden Seiten mit Namen und Wohnort der den Fischfang ausübenden Person zu kennzeichnen. Das Gleiche gilt für Fischereigeräte, Fanggeräte und Fischbehälter, sofern diese in Abwesenheit der fischenden Person ausliegen.
Beim Fischfang ist die Verwendung künstlichen Lichts, explodierender, betäubender oder giftiger Mittel sowie verletzender Geräte mit Ausnahme von Angelhaken verboten. Die obere Fischereibehörde kann nach Maßgabe von Art. 15 und 16 Abs. 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABI. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom 20. November 2006 (ABI. EU Nr. L 363 S.368, 2007 Nr. L 80 S. 15), im Einzelfall zu wissenschaftlichen oder fischereiwirtschaftlichen Zwecken Ausnahmen zulassen.
Fische, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, dürfen vorübergehend in Setzkeschern gehältert werden; das Zurücksetzen ist unzulässig. Setzkescher müssen mindestens 3,50 Meter lang sein und einen Ringdurchmesser von mindestens 0,50 Meter aufweisen; sie sind durch geeignete Vorrichtungen auf ganzer Länge gegen das Zusammenfallen zu sichern. Der Setzkescher ist weitestgehend parallel zur Gewässeroberfläche auszulegen. Es dürfen nicht mehr als 1 Kilogramm Fische pro 100 Liter Setzkeschervolumen, berechnet als Produkt der Fläche des kleinsten Ringes und des Abstandes der äußeren Ringe, gehältert werden. Die Verwendung von Setzkeschern bei Wellenschlag und in Bundeswasserstraßen im Sinne des § 1 Abs. 1 Bundeswasserstraßengesetz in der Fassung vom 23. Mai 2007 (BGBl. I S. 963; 2008 I S. 1980), zuletzt geändert durch § 2 der Verordnung vom 18. März 2008 (BGBl. I S. 449), ist nicht zulässig.
(2) Die Genehmigung ist schriftlich für genau zu bezeichnende Gewässer unter Verwendung definierter Geräte zu erteilen, zu befristen und mit einem Vorbehalt zu versehen. Bei Ausübung der Elektrofischerei ist die Genehmigung mitzuführen und auf Verlangen den die Fischereiaufsicht ausübenden Personen zur Prüfung auszuhändigen.
der Nachweis, dass die antragstellende Person an einem von der Fischereibehörde anerkannten Lehrgang über die Elektrofischerei erfolgreich teilgenommen hat (Bedienungsschein
die Bestätigung des Technischen Überwachungsvereins oder der Prüfstelle des
Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE), dass das Elektrofischereigerät den anerkannten Regeln der Technik, insbesonder den Bestimmungen des VDE entspricht und Schädigungen der Fischerei ausschließt (Zulassungsschein),
der Nachweis einer nach Zeit und Höhe ausreichenden Haftpflichtversicherung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden für Risiken, die im Zusammenhang mit der Ausübung der Elektrofischerei stehen und
die schriftliche Zustimmung der Person, die in dem Gewässer, in dem die Elektrofischerei ausgeübt werden soll, fischerei- oder fischereiausübungsberechtigt ist,
vorliegen. Für die Ausübung der Elektrofischerei zu amtlichen Zwecken genügt der Nachweis, dass die Maßnahme und der Termin den Fischereiberechtigten oder Fischereiausübungsberechtigen angezeigt worden ist.
(1) Es ist verboten Fische, Krebse und Muscheln der Arten, die nicht in § 1 oder § 2 Abs.1 oder nachfolgend aufgezählt sind, auszusetzen oder anzusiedeln:
Bachsaibling Salvelinus fontinalis (MITCHILL, 1814)
Brachsen (Blei) Abramis brama (LINNAEUS, 1758)
Döbel Squalius cephalus (LINNAEUS, 1758)
Dreistachliger Stichling Gasterosteus aculeatus aculeatus (LINNAEUS, 1758)
Flussbarsch Perca fluviatillis (LINNAEUS, 1758)
Güster (Blicke) Blicca bjoerkna (LINNAEUS, 1758)
Kaulbarsch Gymnoceohalus ceernuus (LINNAEUS, 1758 Hasel Leuciscus leuciscus (LINNAEUS, 1758)
Rapfen Aspius aspius (LINNAEUS, 1758)
Regenbogenforelle Oncorhynchus mykiss (WALBAUM, 1892)
Ukelei Alburnus alburnus (LINNAEUS, 1758).
Giebel Carassius gibelio (BLOCH, 1782)
Karpfen (Teichform) Cyprinus carpio (LINNAEUS, 1758)
Wels Silurus glanis (LINNAEUS, 1758)
(2) In Fließgewässern der Forellen- und Äschenregion und in Gewässern mit einem sich selbst erhaltenden Edelkrebs- oder Steinkrebsbestand ist der Besatz mit Aalen und Hechten verboten. In Fließgewässern der Forellen- und Äschenregion ist der Besatz mit Regenbogenforellen und Bachsaiblingen verboten.
(4) Die Betreiberinnen und Betreiber von Anlagen zur Wasserentnahme und von Triebwerken haben sicherzustellen, dass die lichte Stabweite der Rechenanlagen höchstens 15 Millimeter beträgt, soweit nicht gleichwertige Verfahren verwendet werden, die das Eindringen von Fischen verhindert, für die tierschutzgerechte, schadlose Abwanderungsmöglichkeit für sämtliche Fischarten in das Unterwasser sorgen und dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen. Die obere Fischereibehörde kann im Einzelfall erhöhte Mindestanforderungen an die Schutzvorrichtung und die Ableitung festsetzen, wenn dies zwingend erforderlich ist. Bei Anlagen, die vor Inkrafttreten dieser Verordnung bestanden und nicht die Anforderungen des Satz 1 erfüllen, ordnet die obere Fischereibehörde die erforderlichen Maßnahmen an. Abweichend von der in Satz 1 genannten lichten Stabweite gelten Fischteiche und Fischbehälter im Sinne des § 1 Nr. 2 des Hessischen Fischereigesetzes als ständig abgesperrt, wenn der Abstand zwischen den Gitterstäben oder die Maschenweite von Netzen zwei Zentimeter nicht überschreiten.
Ausnahmen für fischereiwirtschaftlich genutzte
Fischteiche und Fischbehälter
(1) Gemeinschaftliches Fischen, ist eine Veranstaltung mit mindestens sieben Personen, deren Zeitpunkt; Ort und Dauer durch Ausschreibung oder sonstige Bekanntmachung vom Veranstalter festgelegt wird.
1. der am und im Wasser lebenden Tier- und Pflanzenarten, insbesondere der an das Wasser gebundenen Vogelarten,
1. entgegen § 1 Fische, Krebse oder Muscheln der dort aufgeführten Art fängt oder
2. entgegen § 2 Abs. 1 Fische während der Schonzeit oder untermäßige
Fische fängt oder entnimmt,
9. Fische in Setzkeschern in andere als nach § 6 zulässiger Weise hältert,
10. entgegen § 7 Abs. 1 Satz 1 die Elektrofischerei ohne Genehmigung
ausübt oder die Genehmigung entgegen § 7 Abs. 2 Satz 2 nicht mit sich
12. entgegen § 8 Abs. Satz 1 Fische, Krebse oder Muscheln aussetzt oder
ansiedelt,
13. entgegen § 8 Abs. 1 Satz 2 die dort genannten Fischarten in
Fließgewässern aussetzt oder ansiedelt,
14. entgegen § 8 Abs. 2 die dort bezeichneten Gewässer mit Aalen oder
Hechten besetzt,
15. entgegen § 9 Satz 1 keine Fangstatistik führt oder die Aufbewahrungs-
oder Mitteilungspflicht nach § 9 Satz 2 verletzt,
16. entgegen § 10 Abs. 1 lebende Wirbeltiere als Köder zum Fischfang
1. die Verordnung über die gute fachliche Praxis in der Fischerei und den Schutz der Fische vom 27. Oktober 1992 (GVBl. I S. 612)¹, zuletzt geändert durch Verordnung vom 5. Juli 2007 (GVBl. I S. 374),
2. die Verordnung über gemeinschaftliches Fischen vom 5. November 1991 (GVBl. I S. 346)², geändert durch Verordnung vom 10. August 2005 (GVBl. I S. 640).
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündigung in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des
31. Dezembers 2013 außer Kraft.
Wiesbaden den 17. Dezember 2008
Der Hessische Minister für Umwelt,
*) GVBl II 87-43
¹) hebt auf GVBl. II 87-30
²) hebt auf GVBl. II 87-27
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