Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/restwert-beim-kfz-totalschaden-keine-vorlagepflicht-zu-lasten-des-geschaedigten_097409.html
Timestamp: 2019-01-22 07:53:34
Document Index: 186361445

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Den seit geraumer Zeit tobenden Kampf um die Frage, ob der Geschädigte verpflichtet ist dem Versicherer vor dem Verkauf des total beschädigten Fahrzeugs das Gutachten „zur Prüfung“ vorzulegen, hat der BGH in seinem aktuellen Urteil vom 27.09.2016 – Az.: VI ZR 673/15 – zu Gunsten der Geschädigten entschieden. Der BGH führt zudem seine Rechtsprechung fort, wonach bei Restwertangeboten der regionale Markt maßgeblich ist. Allerdings lässt der BGH „eine Hintertür“ offen, welcher die überwiegende Anzahl der Rezensenten im Internet offensichtlich keinerlei Bedeutung beimisst. Diese wird jedoch dazu führen, dass der „Kampf um den Restwert“ weitergehen wird.
In der Praxis wurde in der Vergangenheit stets kontrovers die Frage diskutiert, ob es in Anbetracht der technischen Entwicklung noch zeitgemäß ist, bei der Bemessung des Restwertes allein auf den regionalen Markt abzustellen ist. Dies bejaht der BGH ausdrücklich. Denn es muss dem Geschädigten möglich sein, das beschädigte Fahrzeug einer ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen Gebrauchtwagenhändler vor Ort beim Erwerb eines Ersatzfahrzeuges in Zahlung zu geben (vgl. hierzu BGH VersR 2009, 413). Auf Grund der Verknüpfung mit der Inzahlgabemöglichkeit vor Ort, ist nicht zu erwarten, dass der BGH diese Rechtsprechung in absehbarer Zeit eine Überprüfung unterziehen wird.
Rechtstipp aus der Themenwelt Ersatz des Unfallschadens und Schmerzensgeld und den Rechtsgebieten Verkehrsrecht, Versicherungsrecht, Zivilrecht