Source: http://www.biologie-seite.de/Biologie/18-Methoxycoronaridin
Timestamp: 2017-05-25 23:47:29
Document Index: 15599619

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 95', '§ 354']

18-Methoxycoronaridin – Biologie
18-Methoxycoronaridin Strukturformel
18-MC wirkt ähnlich wie Ibogain, es hat allerdings weniger Nebenwirkungen. Es lindert im Tierversuch sowohl die Suchtstärke (Craving) als auch Entzugserscheinungen bei Opiatabhängigkeit. Die suchtlindernden Eigenschaften von 18-MC oder Ibogain wurden interessanterweise auch nachgewiesen bei einer ganzen Reihe von weiteren stoffgebundenen Abhängigkeiten, z. B. bezüglich Nikotin, Alkohol, Amphetamin und Kokain. 18-MC und 18-MAC sind nicht-kompetitive Antagonisten an einem speziellen Nikotin-Rezeptor, vom Subtyp α3β4, wobei 18-MAC die höhere Potenz besitzt.[2] Diese Blockade korreliert gut mit der beobachteten Anti-Craving-Wirkung.[3] Selektive α3β4-Blocker mit hoher Potenz sind bis dato allerdings noch unbekannt. Im Gegensatz zu Ibogain haben diese Coronaridine keine Affinität am NMDA-Rezeptor und sind auch sonst im Bindungsprofil deutlich selektiver.[2][4]
Eine Affinitätschromatografie-Methode, um Substanzen effektiv auf ihre Affinität zur entsprechenden α3β4-Andockstelle zu prüfen (Screening), entwickelten Irving Wainer et. al. Eine milde bis moderate Affinität scheinen etliche ZNS-aktive Substanzen zu besitzen, unter ihnen Clozapin, SSRI-Antidepressiva, Methadon, DXM, Laudanosin und Mecamylamin (ein ehemaliges Blutdruck-Medikament).[5]
In Deutschland unterliegt 18-Methoxycoronaridin nicht dem BtMG. Es fällt jedoch unter die Definition von § 2 Abs. 1 des AMG, sobald es für die medizinisch-biologisch wirksame Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt ist. Somit ist Herstellung und Verkauf einer Substanz nach dem AMG reguliert, unabhängig davon in welcher Form die Substanz vorliegt, wenn sie in Bestimmung § 2 Abs. 1 erfüllt.[6][7] Der Verkauf und die Herstellung von Arzneimitteln ohne Genehmigung ist strafbar nach AMG § 2 Abs. 1 Nr. 5 a. F., § 2 Abs. 1 Nr. 2a n. F., § 5, § 95 Abs. 1 Nr. 1, StPO § 354a. Dies wurde in einem Urteil des Bundesgerichtshofs zu der frei verfügbaren Chemikalie γ-Butyrolacton (GBL) bestätigt, welche nach dem AMG als Arzneimittel eingestuft wird, sobald sie für den Konsum bzw. Gebrauch an Mensch oder Tier bestimmt ist.[8][9]
↑ 2,0 2,1 2,2 Pace, CJ. et al. (2004): Novel iboga alkaloid congeners block nicotinic receptors and reduce drug self-administration. In: Eur J Pharmacol. 492(2–3), 159–67, PMID 15178360.
↑ Glick, SD. et al. (1999): (±)-18-Methoxycoronaridine: A Novel Iboga Alkaloid Congener Having Potential Anti-Addictive Efficacy. In: CNS Drug Reviews 5(1), 27–42; doi:10.1111/j.1527-3458.1999.tb00084.x; PDF (freier Volltextzugriff, engl.).
↑ Erwin Deutsch, Rudolf Ratzel, Hans-Dieter Lippert: Kommentar zum Arzneimittelgesetz (AMG).] 3. Auflage, Gabler Wissenschaftsverlage, 2010, ISBN 978-3-6420-1454-3, S. 64–66., eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche
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