Source: https://www.docusign.de/blog/die-elektronische-signatur-in-der-deutschen-immobilienwirtschaft/
Timestamp: 2020-06-04 10:23:55
Document Index: 217055996

Matched Legal Cases: ['§ 125', '§ 311', '§ 126', '§ 126', '§ 311', '§ 873', '§ 873', '§ 1154']

Die elektronische Signatur in der deutschen Immobilienwirtschaft - DocuSign Deutschland Blog
Die elektronische Signatur in der deutschen Immobilienwirtschaft
Don DocuSign Contributor Mai 5, 2020 Funktionen	0 Leserkommentare
Die Digitalisierung schreitet in geradezu allen Lebensbereichen voran. Wo einst noch manuell mit Papier und Aktenordnern hantiert wurde, kommen heute immer mehr automatisierte digitale Systeme zum Einsatz. Ausgedient haben mittlerweile nicht nur Fax- und Kopiergeräte, auch die händische Unterschrift wird immer öfters von Ihrem digitalen Nachfolger ersetzt: der elektronischen Signatur.
Der deutsche Gesetzgeber fordert nur in wenigen Fällen tatsächlich eine Unterschrift auf Papier. Dies bietet viel Raum und in vielen Anwendungsfällen können daher auch elektronische Signaturen und Dokumente verwendet werden. Kostengünstig, schnell und sicher – diese Vorteile erfreuen auch die deutsche Immobilienwirtschaft und so werden auch hier immer mehr Angelegenheiten elektronisch erledigt. Von der Kommunikation bis zur Nebenkostenabrechnung – die dafür notwendigen Anwendungen sind vorhanden und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Sie möchten sich ein Grundstück, eine Wohnung oder ein Haus kaufen und dieses auch finanzieren? Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie elektronische Signaturen Sie bei diesem Vorhaben unterstützen können, was rechtlich bereits möglich ist und welche praktischen Anwendungsmöglichkeiten es gibt:
1. Formvorschriften im deutschen Recht
Damit Vereinbarungen und Verträge rechtswirksam geschlossen werden können, müssen die vom Gesetzgeber bestimmten Formvorschriften eingehalten werden. Wird eine in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Form nicht eingehalten, ist das Rechtsgeschäft in der Regel gem. § 125 BGB nichtig.
Als Formvorschriften enthält das BGB vor allem drei zentrale Normen:
die notarielle Beurkundung, die etwa bei der Veräußerung von Grundstücken vonnöten ist, § 311b Abs. 1 S. 1 BGB;
die Schriftform nach § 126 Abs. 1 BGB, die grundsätzlich dann erfüllt ist, wenn der Aussteller der Urkunde eigenhändig unterschrieben hat;
und schließlich die eher selten angeordnete Textform, die bloß eine lesbare und dauerhafte Erklärung erfordert, § 126b BGB.
Der wichtigste allgemeine Grundsatz ist, dass die große Mehrzahl der Rechtsgeschäfte vollkommen formfrei möglich ist, also auf beliebige Art vorgenommen werden kann.
2. Der Grundstückserwerb
Gleich vorweg: beim Grundstückserwerb ist eine elektronische Signatur NICHT zulässig!
Der Grundstückserwerb bedarf in Deutschland zwingend der notariellen Beurkundung gem. § 311b BGB.
Sie möchten sich nicht nur ein Haus kaufen, sondern auch gleich finanzieren? Elektronische Signaturen bieten gerade in der Finanzierung viele Anwendungsmöglichkeiten:
Hier sind zum einen die Finanzierungsverträge selbst, zum anderen die Instrumente zu ihrer Besicherung zu betrachten.
Finanzierungsverträge:
Grundschuldbestellung und -übertragung
Die bei weitem üblichste Form der Besicherung eines Darlehens zum Grundstückskauf ist die Bestellung einer Grundschuld. Sie hat zwei Teile: Einen Sicherungsvertrag und die eigentliche Bestellung durch Einigung und Eintragung, § 873 BGB.
Der Sicherungsvertrag ist nicht formbedürftig und bietet Raum für die Anwendung von elektronischen Signaturen. Die Einigung zur Bestellung selbst unterliegt ebenfalls keinen Formvorschriften. Dennoch wird sie praktisch immer notariell beurkundet, da nur dann bis zur Eintragung ins Grundbuch eine Bindungswirkung erreicht wird, § 873 Abs. 2 BGB.
Dasselbe gilt, wenn die Grundschuld auf einen Dritten übertragen werden soll, es sei denn, es handelt sich um eine (praktisch seltene) Briefgrundschuld, bei der gem. § 1154 Abs. 1 BGB die Schriftform und so auch eine qualifizierte elektronische Signatur ausreichend ist.
Zusammenfassend finden sie folgend einige Beispiele, wo eine einfache elektronische Signatur beim Immobilienerwerb inklusive Finanzierung ausreichend ist:
Sicherungszweckbestimmung
Grundsätzlich: Kauf einer Immobilien haltenden Gesellschaft
Faktisch: Einräumung eines dinglichen Vorkaufsrechts
Nähere Informationen rund um das Thema elektronische Signaturen finden sie online.
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