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Timestamp: 2020-07-06 16:40:59
Document Index: 274039829

Matched Legal Cases: ['§9', '§ 11', '§ 14', '§ 11', '§ 6', 'Art. 1', '§ 10', '§ 51', '§ 6', '§ 15', '§ 9', '§ 10', '§ 12', '§ 13', '§ 1', '§ 1', '§ 30', '§ 40', '§14', '§ 23', '§ 26', '§ 37', '§12', '§ 12', '§ 37', 'Art. 13', '§ 12', '§ 14', '§35', '§18', '§ 18', '§ 35', '§33']

Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) – Wald-Prinz.de
Veröffentlicht am 30/04/2012 19/04/2020 von Wald-Prinz
Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) vom 02.05.1975 in seiner aktuellen Fassung (31. Juli 2010) ist zu dem Zweck erlassen worden, den Wald
wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und
wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und
die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion)
zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern, die Forstwirtschaft zu fördern und einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.
Für Privatwald-Besitzer und solche, die es werden wollen, ist insbesondere das zweite Kapitel des Bundeswaldgesetzes von Interesse. Dieses im Volltext durchzulesen lohnt sich, beantwortet das zweite Kapitel doch eine Reihe häufig gestellter Fragen:
F: Darf man Wald komplett roden, also einen Kahlschlag durchführen?
A: Ein Kahlschlag ist nicht grundsätzlich verboten, er darf nur keine freilandähnlichen Verhältnisse nach sich ziehen. Es besteht die Pflicht, den Wald wieder aufzuforsten. §9 (1) + (2), § 11
F: Darf man jeden Wald betreten? Darf der Waldbesitzer das Betreten des Waldes verbieten?
A: Grundsätzlich ist das Betreten des Waldes jedermann gestattet. Der Waldbesitzer darf dies nicht verbieten, sehr wohl kann die zuständige Behörde den Zugang beschränken. § 14 (1) + (2)
F: Muss man sich als Privatwaldbesitzer um seinen Wald kümmern?
A: Jein. Wenn man Verfechter eines „naturbelassenen“ Waldes ist, kann man seinen Wald in einem gewissen Rahmen sich selbst überlassen. § 11 sagt lediglich „Der Wald soll im Rahmen seiner Zweckbestimmung ordnungsgemäß und nachhaltig bewirtschaftet werden“, es gibt z.B. keine Regelung, wie und in welchen Abständen der Wald durchforstet werden muss. Es gibt allerdings auch hier Einschränkungen. Wenn sich z.B. der Borkenkäfer auf einem Waldgrundstück ganz besonders heimisch fühlt, weil frisch geschlagenes Holz in Mengen umherliegt, ist der Waldbesitzer verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Bundeswaldgesetz als PDF bei juris.de
Inhaltsübersicht BWaldG
§§ 6 u. 7
(Bundeswaldgesetz)
„Bundeswaldgesetz vom 2. Mai 1975 (BGBl. I S. 1037), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 31. Juli 2010 (BGBl. I S. 1050) geändert worden ist“
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 31.7.2010 I 1050
Erhaltung und Bewirtschaftung des Waldes, Erstaufforstung
(1) Wald kann zu Schutzwald erklärt werden, wenn es zur Abwehr oder Verhütung von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit notwendig ist, bestimmte forstliche Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen. Die Erklärung zu Schutzwald kommt insbesondere in Betracht zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vom 15. März 1974 (Bundesgesetzbl. I S. 721), Erosion durch Wasser und Wind, Austrocknung, schädliches Abfließen von Niederschlagswasser und Lawinen. § 10 des Bundesfernstraßengesetzes und § 51 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 des Wasserhaushaltsgesetzes bleiben unberührt.
b) die Organ, ihre Aufgaben und die Art der Beschlußfassung. Dabei muß bestimmt sein, daß Beschlüsse über Art und Umfang der durchzuführenden forstlichen Maßnahmen sowie über gemeinsame Verkaufsregeln, soweit nicht die Beschlußfassung darüber nach der Satzung dem Vorstand zusteht, durch die General- oder Mitgliederversammlung zu fassen sind und einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen bedürfen;
Forstbetriebsverbände
(1) Mitglieder eines Forstbetriebsverbands sind die Eigentümer der beteiligten Grundstücke. Ist ein anderer als der Eigentümer Nutzungsberechtigter, so kann er für die Dauer seines Nutzungsrechts mit Einverständnis des Eigentümers dessen Rechte und Pflichten übernehmen. Die Übernahme der Rechte und Pflichten ist ebenso wie das Einverständnis des Eigentümers schriftlich gegenüber dem Forstbetriebsverband zu erklären.
(1) Forstwirtschaftliche Vereinigungen sind privatrechtliche Zusammenschlüsse von anerkannten Forstbetriebsgemeinschaften,
Forstbetriebsverbänden oder nach Landesrecht gebildeten Waldwirtschaftsgenossenschaften oder ähnlichen Zusammenschlüssen einschließlich der Gemeinschaftsforsten zu dem ausschließlichen Zweck, auf die Anpassung der forstwirtschaftlichen Erzeugung und des Absatzes von Forsterzeugnissen an die Erfordernisse des Marktes hinzuwirken.
a) ihre Aufgabe;
(3) Im übrigen bleiben die Vorschriften des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen unberührt.
Förderung der Forstwirtschaft, Auskunftspflicht
(4) Der Bund beteiligt sich an der finanziellen Förderung der Forstwirtschaft nach dem Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ vom 3. September 1969 (Bundesgesetzbl. I S. 1573), geändert durch das Gesetz zur Änderung der Gesetze über die Gemeinschaftsaufgaben vom 23. Dezember 1971 (Bundesgesetzbl. I S. 2140).
(1) Zur Erfüllung der Aufgaben dieses Gesetzes sowie zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Union oder völkerrechtlich verbindlicher Vereinbarungen im Anwendungsbereich dieses Gesetzes ist vorbehaltlich des Absatzes 3 alle zehn Jahre eine auf das gesamte Bundesgebiet bezogene forstliche Großrauminventur auf Stichprobenbasis (Bundeswaldinventur) durchzuführen. Sie soll einen Gesamtüberblick über die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten liefern. Die hierzu erforderlichen Messungen und Beschreibungen des Waldzustandes (Grunddaten) sind nach einem einheitlichen Verfahren vorzunehmen. Dabei ist auf die Verwertbarkeit der Grunddaten auch im Rahmen der Beobachtung nach § 6 Bundesnaturschutzgesetz zu achten.
(3) Zur Erfüllung von Berichtspflichten, die auf Grund verbindlicher völkerrechtlicher Vereinbarungen zum Schutz des Klimas bestehen, erhebt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz soweit erforderlich in den Jahren zwischen zwei Bundeswaldinventuren Daten zum Kohlenstoffvorrat im Wald.
(5) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates nähere Vorschriften über das für die Bundeswaldinventur anzuwendende Stichprobenverfahren und die zu ermittelnden Grunddaten zu erlassen.
(6) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates vorsehen, dass Daten
erhoben werden können und dabei nähere Vorschriften über den Zeitpunkt, die anzuwendenden Verfahren und die zu ermittelnden Grunddaten erlassen. Im Falle einer Rechtsverordnung nach Satz 1 gilt Absatz 2 entsprechend.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erläßt mit Zustimmung des Bundesrates die zur Durchführung der §§ 15 bis 40 und 41a erforderlichen allgemeinen Verwaltungsvorschriften.
(2) Soll bei Vorhaben, die den in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Zwecken dienen, Wald in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden (§ 9), eine Fläche erstmals aufgeforstet (§ 10), Schutzwald (§ 12) oder Erholungswald (§ 13) für die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Zwecke verwendet werden, so ist die höhere Forstbehörde zu hören. Ist es erforderlich, von der Stellungnahme dieser Behörde abzuweichen, so entscheidet hierüber das zuständige Bundesministerium im Einvernehmen mit den beteiligten Bundesministerien und im Benehmen mit der nach Landesrecht zuständigen obersten Landesbehörde. Findet ein Anhörungsverfahren nach § 1 Landbeschaffungsgesetz, § 1 Schutzbereichsgesetz oder § 30 Abs. 3 Luftverkehrsgesetz statt, so sind die forstlichen Erfordernisse in diesem Verfahren abschließend zu erörtern.
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64 Antworten auf “Das Bundeswaldgesetz (BWaldG)”
Schöneburg sagt:
17/02/2010 um 17:11 Uhr
mich würde dringend interessieren, ob es vom Gesetz her gestattet ist, wenige alte Holzstücke, die auf dem Waldboden liegen, aufgelesen und mitgenommen werden dürfen, um es als Brennholz zu verwerten?
Kann ich fünf kleine Holzstämme, die auf dem Boden lagen, mitnehmen?
Danke für eine fachliche Auskunft.
S. Schöneburg
17/02/2010 um 18:40 Uhr
Solche Dinge sind in den jeweiligen Landeswaldgesetzen geregelt. Das Landeswaldgesetz Baden-Württemberg sagt dazu in seinem § 40 „Aneignung von Waldfrüchten und Waldpflanzen“ Jeder darf sich Waldfrüchte, Streu und Leseholz in ortsüblichem Umfang aneignen und Waldpflanzen, insbesondere Blumen und Kräuter, die nicht über einen Handstrauß hinausgehen, entnehmen. Die Entnahme hat pfleglich zu erfolgen. Die Entnahme von Zweigen von Waldbäumen und -sträuchern bis zur Menge eines Handstraußes ist nicht strafbar.
Also am besten mehrmals hintereinander spazieren gehen ;-)
Beste Grüße – Wald-Prinz.de
K. Breschke sagt:
18/02/2010 um 19:10 Uhr
ich habe vor 20 Jahren ein Grundstück gekauft, dass aus Wiesenfläche sowie einer kleine Waldfäche von ehemals ca. 40 alten Bäumen, überwiegend Kiefern, einigen Eichen, Eschen, Buchen, Birken und paar Sträuchern oder Büschen bestand.Bei der Vorbesitzerin waren von den Bäumen ca. 7 abgängig. Durch einen Schädling ist, zu meiner Zeit, bei 4 Buchen die Rinde abgefallen und dann sind diese trocken und morsch geworden. Durch einen Sturm sind zwei davon umgefallen und haben zwei Kiefern mit umgerissen bzw, abgebrochen. Diese wurden dann von mir aus dem Wäldchen entfernt. Bei einem weiteren Sturm sind nochmals einige Kiefern, die sich ohne den Schutz der Buchen nicht mehr halten konnten zu Bruch gegangen. Insgesamt sind, mit Vorbesitzerin, große 15 Bäume abgängig und das Wäldchen ziemlich licht. Durch Selbstaussaat haben sich inzwischen ca.30 Eichen ( 60- 100 cm groß) ca. 70 Birken 150-250 cm hoch, Wildwacholder, Minikiefern und einige Büsche angesiedelt. In einem Bereich, wo von sich aus nichts nachkam, habe ich ca 150 Buchen und Eschensetzlinge von 60- 80 ca Größe von einer Baumschule nachpflanzen lassen. Dies ist inzwischen 2 Jahre her und sie sind auch alle angegangen. Die “ alte“ Fläche bzw. über die Baumstumpfen ca 3 meter hinaus sind also wieder aufgeforstet. Ist das ausreichend bzw. nach was muss ich mich richten das mein kleiner Wald in seiner ursprünglichen Größe erhalten bleibt und andererseits sich meine Wiesenfläche nicht verkleinert. Gibt es da irgendwelche Richtwerte, Faustregeln o.ä.? Grenzsteine die, die einzelnen Gebiete, abgrenzen gibt es jedenfalls nicht und das Waldgesetz gibt darüber ja auch konkret keine Auskunft!
K. Breschke
Harald Bestian aus Alfeld( Niedersachsen) sagt:
22/10/2010 um 19:07 Uhr
ich habe heute folgende Frage an Sie.
Laut BWaldG §14 -„Betreten des Waldes“ heißt es , das z.B. Reiten im Wald nur auf Wegen und Straßen gestattet ist.
Nach meinen Informationen betriftt dies aber nur Wege , die 2-spurig befahrbar sind , Oder ist es z.B. auch erlaubt auf ausgewiesenen Wanderwegen – hier z.B.Harz-Niederlande Wanderweg – der z.T. nur über eine bzw. 2 schmale Pfade besteht , zu reiten? Sie sind dann – gerade bei der jetzt beginnenden „nassen“ Jahreszeit – nach 3-4 Ritten meist unpassierbar!
Gibt es hier irgendwelche weiterführende, genauere gesetzl. Vorschriften?
26/10/2010 um 14:30 Uhr
Geniessen bei einem forstwirtschaftlichen „Lichthau“ junge Eichenbestände Schutz ?
28/10/2010 um 15:13 Uhr
Hallo Herr Bestian,
das Bundeswaldgesetz wird ja noch mal landestypisch herunter gebrochen. Im NiedersÃ¤chsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) finden sich verschiedene Aussagen zum Thema „Reiten“
§ 23 Recht zum Betreten:
§ 26 Reiten:
(2) Um die Feststellung der IdentitÃ¤t von Reiterinnen und Reitern zu erleichtern, kann die Waldbehörde durch Verordnung bestimmen, dass Personen in der freien Landschaft außerhalb eingefriedeter Grundflächen nur reiten dürfen, wenn die Pferde ein amtliches Kennzeichen tragen.
Nach meiner unmaßgeblichen Auslegung ist damit das Reiten auf schmalen Trampelpfad-Wanderwegen nicht erlaubt.
28/10/2010 um 15:27 Uhr
können Sie die Frage bitte noch etwas präzisieren? Wir sind uns nicht ganz im Klaren, ob wir Sie richtig verstanden haben.
01/02/2011 um 15:17 Uhr
wir wohnen auf einem grundstück am rand eines kleinen privatwalds. problematisch sind drei sehr große bäume, die nur ca. 2 bis 5 m entfernt von unserer grundstücksgrenze stehen und das ganze grundstück auch im hochsommer im schatten liegen lassen, dadurch dass die äste dieser bäume inzwischen mehrere meter über unser grundstück ragen.
müssen wir es als „grenzbewohner“ tolerieren? die bäume werden ja immer größer und ausladender. in unserem garten kann kaum noch gemüse angepflanzt werden, da es viel zu schattig geworden ist. zur zeit laufen in dem wald baumfällarbeiten, diese drei bäume wurden aber vom besitzer und dem Förster NICHT mit markiert, d. h. sie bleiben vollständig erhalten.
leider bekomme ich derzeit den Förster, der die markierungen gemacht haben soll, nicht erreicht und der waldbesitzer ist mir nicht bekannt.
ich wäre dankbar für eine antwort oder einen verweis auf einen gesetztestext (schleswig-holstein).
08/02/2011 um 10:52 Uhr
Hallo Herr/Frau Reinke,
zu einer rechtlichen Beratung fehlt uns die Sachkenntnis. Das Waldgesetz von Schleswig Holstein ist auch nicht besonders hilfreich, aber vielleicht folgen Sie mal dem Hinweis (§ 37 des Nachbarrechtsgesetzes für das Land Schleswig-Holstein) im Absatz (3) des §12:
§ 12 Nachbarrechte und Nachbarpflichten
(1) Waldbesitzende haben bei der Bewirtschaftung ihres Waldes und sonstigen Maßnahmen auf Grund dieses Gesetzes auf die schutzwürdigen Interessen der Eigentümerinnen oder Eigentümer oder Nutzungsberechtigten benachbarter Grundstücke angemessene Rücksicht zu nehmen, soweit dies im Rahmen der Vorschriften dieses Gesetzes möglich und zumutbar ist. Sie haben ihre Maßnahmen in der Nähe der Grenzen aufeinander abzustimmen und insbesondere Maßnahmen zu unterlassen, durch die benachbarte Waldflächen offensichtlich der Gefahr des Windwurfs, der Aushagerung oder des Rindenbrandes ausgesetzt werden.
(2) Ist die Bewirtschaftung einer Waldfläche, insbesondere die Holzfällung oder die Abfuhr von Walderzeugnissen, ohne Benutzung eines fremden Grundstückes nicht oder nur mit unverhältnismäßig großen Nachteilen möglich, sind die Eigentümerinnen oder Eigentümer oder Nutzungsberechtigten des fremden Grundstücks verpflichtet, auf Antrag der Waldbesitzenden die Benutzung im notwendigen Umfang zu gestatten. Die Waldbesitzenden haben den dadurch entstehenden Schaden zu ersetzen. Für die Benutzung nicht öffentlicher Wege kann eine angemessene Vergütung verlangt werden.
(3) Wird eine Grundfläche erstmalig aufgeforstet oder eine Kahlfläche an landwirtschaftlich oder erwerbsgärtnerisch genutzten Nachbargrundstücken wieder aufgeforstet, gilt § 37 des Nachbarrechtsgesetzes für das Land Schleswig-Holstein vom 24. Februar 1971 (GVOBl. Schl.-H. S. 54), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 19. November 1982 (GVOBl. Schl.-H. S. 256), mit der Maßgabe, dass die dort ausgesprochenen Verpflichtungen für die Waldbesitzenden nur für Waldbäume bestehen, deren Stämme näher als vier Meter zum Nachbargrundstück stehen.
Forstwirtschaftlich war mein erster Gedanke, warum die Bäume nicht markiert wurden war, dass man die Randbäume ohnehin nur ungern fällt, da diese durch die guten Lichtverhältnisse meist sehr stark ausgeprägten Bäume ein gutes Bollwerk gegen den Wind bieten. Wenn man diese Randbäume fällt, schafft man eine Einfallschneise für den Wind.
Persönlich würde ich ohnehin empfehlen, dass Sie sich mit dem Eigentümer kurz schliessen. Dieser ist relativ leicht zu identifizieren. Ein Anruf beim Katasteramt genügt. Wenn Sie von Ihrem Grundstück die Kataster-Daten (Gemarkung, Flur, Flurstück) wissen, ist es für den Sachbearbeiter ganz einfach, er findet das Grundstück aber auch so und gibt Ihnen kostenlos am Telefon Auskunft.
Es besteht ja immerhin noch die Möglichkeit, den Baum zu asten. Also mit einer Zugsäge die unteren Äste zu schneiden.
MariG sagt:
11/03/2012 um 18:23 Uhr
ich habe ein Waldstück neben dem Haus, in dem ich frei laufende Hühner halte. (Bayern) Kann ich das Betreten verbieten? Es haben schon zweimal Hunde von Spaziergängern ein Huhn getötet. Für einen Rat wäre ich dankbar.
12/03/2012 um 09:23 Uhr
Hallo MariG,
Das Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) ist hier recht eindeutig. Art. 13 „Betreten des Waldes“ lautet:
„(1) 1 Das Betreten des Waldes zum Zweck des Genusses der Naturschönheiten und zur Erholung ist jedermann unentgeltlich gestattet.“
So, oder so ähnlich steht das in allen Wald- bzw. Forstgesetzten der verschiedenen Bundesländer Deutschlands. Sie können niemand verbieten, Ihr Waldgrundstück zu betreten. Und wenn Sie kurz darüber nachdenken, werden Sie zugeben müssen, dass das auch sinnvoll ist.
Zugangsbeschränkungen gibt es nur wenige, z.B.wenn es sich um ein Naturschutzgebiet handelt (außerhalb der Wege).
Gegen freilaufende Hunde können Sie sich schon eher schützen. Zwar gibt es in Bayern keine generelle Leinenpflicht (anders als z.B. in Thüringen). Allerdings muss der Hund innerhalb des Einwirkungsbereich des Hundeführers sein. Haben Sie schon einmal an (freundliche) Schilder gedacht?
hofmann petra sagt:
25/04/2012 um 11:05 Uhr
habe meinen wald verkauft. ins eigentum geht er erst über wenn der käufer gezahlt hat. allerdings ist er schon im besitz des waldes. nun meine wichtige frage. er hat als besitzer einen kahlschlag durchgeführt. darf er das ohne genehmigung des eigentümers tun, denn ich bin ja als noch eigentümer für die aufforstung zuständig.
nun ein noch grösseres problem, er ist nicht mehr zu erreichen, hat den kaufpreis nicht gezahlt ist somit auch kein eigentümer geworden hat aber den kahlschlag durchgeführt. wer kann mir weiterhelfen und einen rat geben.
26/04/2012 um 10:59 Uhr
das klingt ja ganz nach einem lupenreinen Betrug.
Also bei mir hat der Notar während des Termins immer gesagt, dass ich als Käufer nach der Unterschrift mit dem Wald so verfahren kann, wie ich möchte. Auch wenn z.B. noch keine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Gemeinde vorliegt.
War denn der Notartermin schon?
Abgesehen davon ist die Frage, ob Sie wirklich aktiv aufforsten (i.S. einer Anpflanzung) müssen. Wenn drumherum genügend Samenbäume stehen, wird sich aufgrund der neuen Lichtverhältnisse ganz von alleine ein neuer Wald entwickeln. Die Fläche muss halt nur irgendwann wieder Wald sein. Aber es gibt in dem Sinne keine Pflicht zur Anpflanzung.
Ansonsten müssen Sie wohl zum Anwalt gehen, um Ihre Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
Alle Infos unter Vorbehalt, da wir weder ausgebildete Juristen sind, noch eine Rechtsberatung durchführen.
Viel Glück! Der Wald-Prinz
28/08/2012 um 11:30 Uhr
Wir haben ein 5000m² großes (Wohn)Grundstück neben einem Privatwald. Es handelt sich um einen sehr alten benachbarten Wald, mit großen Eichen, die im Kronenbereich, aber auch darunter breite ausladende Äste haben, die bis zu 10 Meter über unser Grundstück ragen. Dadurch bedingt sind unsere Bäume mehrreihig abgestorben. Weiterhin ist der Abstand zu unserem Reetdachhaus so gering geworden, das die Baugenehmigung letztendlich, da hier ein Abstand des Waldes von mindestens 50 Meter vorgeschrieben war.
Ist der private Waldbesitzer nicht dazu verpflichtet die Überhänge bis zum Kronendach abzuästen?
28/08/2012 um 13:37 Uhr
leider können wir Ihren Ausführungen nicht das Bundesland entnehmen, in dem Sie beheimatet sind. Denn jedes Bundesland hat noch einmal sein eigenes Waldgesetz, dass die grundsätzlichen Ideen des Bundeswaldgesetzes weiter landesspezifisch ausführt. Reetdach hört sich ein wenig nach Schleswig Holstein an. Hier gibt es im Waldgesetz für Schleswig-Holstein (LWaldG) den § 12 „Nachbarrechte und Nachbarpflichten“:
Grundsätzlich sind Sie wahrscheinlich im Recht, aber bei Nachbarschaftsstreitigkeiten verlieren immer beide!
Bei allen nachbarschaftlichen Angelegenheiten empfiehlt es sich unbedingt, den Frieden zu wahren. Also sollten Sie zunächst freundlich anfragen, ob der Nachbar – der natürlich für seinen Waldrand verantwortlich ist – den Waldrand nicht per Astsäge ein wenig im Zaum hält, damit die Äste nicht auf Ihr Grundstück ragen.
Zu einer rechtlichen Beratung fehlt uns die Sachkenntnis. Wir sind keine Juristen.
28/08/2012 um 18:41 Uhr
vielen Dank für die schnelle Antwort. Schleswig Holstein war gut getippt . Da wir in absoluter Alleinlage wohnen, ist es mit der Nachbarschaft nicht ganz so problematisch, verstehe aber Ihre Aussage sehr gut.
24/01/2013 um 13:39 Uhr
es geht um den Waldkauf in Baden-Württemberg und dazu haben wir ein paar Fragen.
Ab welcher Größe oder Gegebenheiten gilt Wald als Forstbetrieb?
Und welche Pflichten oder Kosten kommen damit dann auf mich zu?
05/02/2013 um 11:42 Uhr
Die Größe des Waldgrundstücks spielt keine entscheidende Rolle, ob ein Wald einen forstwirtschaftlichen Betrieb darstellt. Schauen Sie einmal hier:
Die Pflichten sind im Waldgesetz für Baden-Württemberg. Hinsichtlich der Kosten reden wir in erster Linie von der Beiträgen zur Forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.
29/06/2013 um 14:36 Uhr
wir haben „versehentlich“ ein Waldgrundstück in Niedersachsen (knapp 1.800qm) gekauft. Uns wurde es seinerzeit als Baugrundstück angeboten und erst im Nachhinein stellte sich heraus, als auf einmal die Naturschutzbehörde vor der Tür stand, dass wir betrogen wurden. Nach vielen Telefonaten, Terminen und Genehmigungen ist unser Haus mittlerweile so gut wie fertig. Jedoch bekamen wir von der Naturschutzbehörde einige Auflagen: so sollen wir unter anderem die Wiederaufforstung (der Vorbesitzer hatte widerrechtlich mehrere Bäume gefällt) auf dem eigenen Grundstück betreiben und auch ansonsten solle der „Wald-Charakter“ des Grundstücks erhalten bleiben. Daher nun unsere Fragen:
Dass die verbliebenen Bäume bestehen bleiben und gepflegt werden, versteht sich. Wir wollen jedoch ansonsten schlicht Rasen anlegen (robusten Spielrasen) und auch ein paar Spielgeräte für unsere Kinder aufstellen. Ist uns das als „Waldbesitzern“ erlaubt? Könnten wir auch im Nachhinein (wenn wir das Geld angespart haben) eine Waldumwandlung beantragen? Wieviel Mitspracherecht hat die Naturschutzbehörde? Dürften wir auch eine geschützte Feuerstelle einrichten?
Uns ist noch nicht ganz klar, was wir als „Waldbesitzer wider Willen“ für Rechte und Pflichten haben. Könnten wir uns mit einer Waldumwandlung quasi „freikaufen“ und wären dann bei der Grundstückgestaltung flexibler?
Wenn ich mir die Paragraphen so durchlese, wird mir auch ganz mulmig, wenn ich unter § 14 lese, dass das Betreten des Waldes prinzipiell gestattet ist. Heißt das, wir müssten theoretisch jeden bei uns auf das Grundstück lassen?
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns unsere Fragen beantworten könnten.
01/07/2013 um 09:14 Uhr
Liebe Frau Geissler,
Sie haben da einen sehr speziellen Fall. Da wir hier alle keine Juristen sind, können wir Ihnen nur Ratschläge aus dem Waldbereich und unserer „allgemeinen Lebenserfahrung“ geben. „Wald-Charakter“ kann ja viel heißen. Schließlich gibt es im Wald auch Lichtungen. Hier würden wir in der Tat das Gespräch mit der Naturschutzbehörde suchen. Das Wort „Rasen“ würden wir dabei allerdings tunlichst vermeiden. „Wiese“ hört sich wesentlich natürlicher an. Die müssen Sie ja dann mähen, da ansonsten die Bäumchen keine Chance haben zu wachsen ;-)
In Ihrer diffizilen Situation würden wir es eher ruhig angehen. Also jetzt direkt die Feuerstelle anlegen, ein großes Klettergerüst samt Sandkasten anzulegen fänden wir taktisch unklug. Vielleicht nehmen Sie auch hier einstweilen mit einem Gasgrill auf der Terrasse vorlieb. Dürfen dürften Sie das als Waldbesitzer grundsätzlich schon (s. Waldgesetz Niedersachsen §35 Schutz vor Brandgefahren)
Eine juristische Auseinandersetzung kostet in jedem Fall erst einmal richtig Geld. Ein regulärer Anwalt ist mit der Thematik meist völlig überfordert. Ein Spezialist wird zwar noch am wahrscheinlichsten zu einem positiven Ergebnis kommen, aber der lässt sich das auch bezahlen. Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Notar nach, vor welchem Anwalt die untere Baubehörde am meisten zittert. Im Raum Eifel könnten wir Ihnen den sofort nennen ;-)
Haben Sie denn schon das Gespräch mit der unteren Forstbehörde gesucht? Hier kostet Fragen ja nichts. Sie können ja Ihr konkretes Anliegen schildern und erörtern, wie man noch am ehesten eine „Umwandlung von Wald in andere Nutzungsarten“ hin bekommt. Über diesen Punkt sollten Sie sich dann schon im Vorfeld im jeweiligen Landesforstgesetz so schlau wie möglich machen.
Hoffentlich hat das ein wenig geholfen. Viel Glück!
16/10/2013 um 21:37 Uhr
ich hab mal ne Frage… Es heißt ja, dass man in einem Wald in Schleswig-Holstein nicht reiten darf, wenn keine ausgeschilderten Reitwege vorhanden sind. Kann das rechtliche Konsequenzen haben, wenn ich dort mit meinem Pferd spazieren gehe? (Ohne Sattel, Trense, etc.) Mit Hunden darf man ja auch spazieren gehen… Spricht ja eigentlich nichts dagegen, ich möchte mir nur keinen Ärger einhandeln ;)
17/10/2013 um 09:07 Uhr
wie gesagt, bei Wald-Prinz.de sitzen keine Juristen an der Tastatur. Aber aus unserer Sicht ist der Hintergrund eines eingeschränkten Wegerechts bei den Reitschäden zu suchen (s. Waldgesetz für das Land Schleswig-Holstein, §18 Reiten im Wald, Abs. (4) 1.). Bei einem Hund ist jetzt nicht davon auszugehen, dass er mit seinem Gewicht die Wege beschädigt. Bei einem Pferd – auch ohne die 49 kg der Reiterin – ist das schon eher der Fall. Da kann man jetzt persönlich drüber denken wie man will. Aber Wegebau ist teuer und wird direkt oder indirekt (z.B. Jagdpacht) von den Waldbesitzern gezahlt. Nichtsdestotrotz ist der § 18 in dem für Sie zuständigen Waldgesetz von Schleswig Holstein ja sehr „vermittelnd“ formuliert. Bevor das Gesetz in seiner ganzen Härte greift, sollen die Beteiligten ja gemeinsam zu einer guten Lösung finden („Gemeinden […] sollen […] auf das Zustandekommen von entsprechenden Vereinbarungen zwischen den Waldbesitzenden und den Reitervereinigungen, Reitstallbesitzenden oder ähnlichen Unternehmungen (Reitsportunternehmen) hinwirken“).
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass in den betreffenden Waldstücken immer die gleichen Leute anzutreffen sind (Förster, Jagdpächter/Jagdaufseher, Waldbesitzer – der Rest hat eh nichts zu meckern). Wer hier das Gespräch sucht, sich freundlich vorstellt und sich rücksichtsvoll benimmt, wird sich in den seltensten Fällen Ärger einhandeln.
Ihr Wald-Prinz
27/01/2014 um 22:00 Uhr
ich möchte mir ein Waldstück im südlichen Oberbayern kaufen. Holz machen, Imkern und etwas an der frischen Luft sein.
Um Geräte zu lagern und evtl. mal eine Nacht im Wald zu übernachten würde ich dort gerne ein Baumhaus bauen. Gerne etwas professioneller mit Dämmung, Glasfenstern etc. Wie sieht die rechtliche Lage hierzu aus, wäre das im eigenen Privatwald möglich, im Netz finde ich bislang widersprüchliches?
Oder müsste ich um ein solches projekt zu realisieren Baugrund am Waldrand und das angrenzende Waldstück erwerben?
27/01/2014 um 22:56 Uhr
das wird – realistisch betrachtet – nicht möglich sein. Ihrem Vorhaben steht im Baugesetzbuch der § 35 Bauen im Aussenbereich entgegen. Als erstes haben Sie dann die zuständige untere Baubehörde am Hals. Leider sprechen wir aus eigener Erfahrung ;-)
27/01/2014 um 23:46 Uhr
Angenommen auf dem Gelände würde sich ein geschlossener Gerätesschuppen oder ähnliches aus Altbestand befinden. Könnte dieser dann weitergenutzt, bzw. im Innenbereich sogar weiter ausgebaut werden.
Wie kommen diverse Sondergenehmigungen denn überhaupt zu Stande? So gibt es in Bayern ja doch mehrere Baumhaushotels auch mitten im Wald.
28/01/2014 um 09:55 Uhr
Auf nationaler Ebene ist das Baurecht im Baugesetzbuch geregelt. Auf Landesebene in den jeweiligen LBO (LandesBauOrdnungen). Für die Umsetzung des Baurechts sind die Kommunen und Gemeinden zuständig. Dabei wird das Baurecht von Ort zu Ort, von Bundesland zu Bundesland usw. sehr unterschiedlich „gelebt“. Tipp: machen Sie sich erst einmal schlau, was in der betreffenden LBO drinsteht. Suchen Sie nach „Genehmigungs- und anzeigefreie Vorhaben“. Ein Anruf beim Betreiber eines Baumhaus-Hotels ist sicher auch seh aufschlussreich. Der dürfte im Zweifelsfall besser Bescheid wissen, als alle anderen.
23/11/2014 um 18:34 Uhr
ist es in Bayern erlaubt, ein paar Zweige für den Eigenbedarf aus dem Wald mitzunehmen?
23/11/2014 um 19:07 Uhr
da sind wir überfragt. In anderen Bundesländern, wie z.B. in Rheinland-Pfalz wird die „Aneignung von Walderzeugnissen“ recht präzise geregelt. In Waldgesetz für Bayern ist hierzu nichts zu finden. Gehen Sie am besten mit gesundem Menschenverstand und Augenmaß vor. „Ein paar Zweige für den Eigenbedarf“ sollten kein Problem darstellen, wenn die Bäume dadurch nicht beschädigt werden und wenn es sich von der Menge her im Rahmen hält.
17/02/2015 um 22:11 Uhr
Darf eine Forstbetriebsgemeinschaft nach ausdrücklichem Verbot des Eigentümers weiterhin den Wald bewirtschaften bzw. verkehrssicher machen?
Andre Neis sagt:
11/06/2015 um 22:10 Uhr
Hallo wurde gerade, vom jagdpächter oder förster total angschissen, ich dürfte nach einundzwanzig uhr nicht mehr durch den wald gehen ist das richtig, wir haben hier lauter wanderwege, auf dem ich auch gegangen bin…. ist sowas gesetztlich geregelt???
Ich kann sowas nicht glauben —- ort der schrecklichen tat Rheinland-pfalz
17/06/2015 um 20:02 Uhr
das ist natürlich Blödsinn. Insbesondere in RLP. Das Betreten des Waldes ist Landeswaldgesetz Rheinland-Pfalz geregelt. Da steht nichts von einer Uhrzeit. Dass das dem Jagdpächter nicht passt, mag zwar sein. Eine rechtliche Handhabe gibt es nicht. Und weisungsbefugt ist der Jagdpächter Ihnen gegenüber auch nicht. Lediglich ein Förster hat Ihnen im Wald etwas zu sagen.
11/08/2015 um 15:53 Uhr
ich werde gerade Zeuge eines Streits zwischen einem Webseitenbetreiber und einem privaten Waldbesitzer. Der Webseitenbetreiber hat die Beschreibung einer Wandertour erstellt, die zum grossen Teil auf einem fachgerecht angelegten und in 2 Felsrinnen mit Drahtseilen versicherten Pfad stattfindet, der auch im Bayernatlas verzeichnet ist. Ueber den Pfad ist auch die Jagdhuette des Waldbesitzers erreichbar (einer von 2 Zustiegsmoeglichkeiten), danach fuehrt der Pfad weiter hinauf ins Gebirge.
Der Waldbesitzer will nach eigener Aussage zu keiner Zeit Wanderer auf dem Pfad haben, weil sie angeblich die Gaemsen derart unter Stress setzen, dass er seine Abschussquote nicht mehr schafft und die Gaemsen den Wald kaputtbeissen. Ein Angebot, Ruhezeiten in dem Tourenbericht aufzufuehren und um deren Einhaltung zu bitten, hat er abgelehnt und droht stattdessen damit, den Pfad zu zerstoeren, damit keine Wanderer mehr in das Gebiet gelangen koennen.
Natuerlich kann man sich in Bayern auch weglos durch den Wald bewegen, aber die Felsrinnen waeren bei einer Zerstoerung des Pfads nicht mehr passierbar.
Abgesehen davon, dass seine Argumentation unsinnig erscheint (wo stoert man die Gaemsen weniger als wenn man auf dem Pfad bleibt?), frage ich mich: darf ein privater Waldbesitzer einfach so einen Pfad zerstoeren, der durch seinen Wald fuehrt? Ich konnte dazu leider keine Hinweise finden. Vielleicht wisst ihr dazu etwas.
02/10/2015 um 21:13 Uhr
ich habe vor ein Stück Privatwald zu kaufen (ca. zw. 1ha – 5ha). Ich habe nicht vor, den Wald in irgendeiner weise zu bewirtschaften oder zu durchforsten. Das Stück Land soll weiter verpachtet werden und mir lediglich eine sichere Geldanlage (Vermögenssicherung) sein.
In welchem Umfang können diese Pflichten auf den künftigen Pächter übertragen werden?..und was muss selbst erledigt werden?
05/10/2015 um 11:03 Uhr
@ „In welchem Umfang können diese Pflichten auf den künftigen Pächter übertragen werden?..und was muss selbst erledigt werden?“: Ohne dass wir Juristen sind, können wir aus eigener Erfahrung heraus die wichtigsten Pflichten eines Waldbesitzers benennen:
– Den Beitrag zur Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)
– Verkehrssicherungspflicht
– Grundsteuer (wird meist gar nicht erhoben, weil nur ein paar Cent)
Mehr fällt uns gerade wirklich nicht ein. Die ersten beiden Punkte sollte sich an den Pächter weitergeben lassen. Aber hierzu bitte einen Juristen/Notar befragen! Im Waldpachtvertrag sollten Sie unbedingt möglichts präzise den Holzeinschlag definieren. Sonst wird aus der Wertanlage schnell ein Flop. Hier geht es zum Muster eines Waldpachtvertrags von der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg.
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Nessim sagt:
24/11/2015 um 16:20 Uhr
ich war vor zwei Tagen im Wald mit meinen Hunden spazieren in Lübeck und plötzlich begegnete ich zwei Personen. Sollten der Waldschützer und der Besitzer sein. Ich wurde von den angeschrieen und sehr schlecht behandelt. Die Begründung war, dass ich da nichts zu suchen habe und darf auf keinem Fall den Wald betreten, weil dieser ein privat Wald ist. Dazu sagten, wenn die mich hier nochmal sehen werden sie die Polizei anrufen!!
Ich habe gerade gelesen, dass Waldbetreten aus Erholungszwecke nicht verboten ist! Was ist nun richtig?
LG-Nessim
25/11/2015 um 10:27 Uhr
Hallo Nessim,
den Begriff „Waldschützer“ gibt es in diesem Sinne nicht. Es kann sich um den Jagdaufseher handeln (nicht zu verwechseln mit dem Jagdpächter). Sehr gute Infos dazu bei Wikipedia. Der Kollege hat einen Punkt, wenn die Hunde nicht angeleint waren und in dem betroffenen Bundesland Leinenzwang besteht. Das müsste man im jeweiligen Landesgesetz recherchieren. Beispiel: Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung §33 (1), dort heißt es: „In der freien Landschaft ist jede Person verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde nicht streunen oder wildern und in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli (allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit) an der Leine geführt werden,..“. Eine generelle Anleinpflicht für Hunde im Wald besteht in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und Schleswig Holstein.
Leinenpflicht im Wald können wir im übrigen absolut nachvollziehen, da viele Waldbesitzer indirekt unter „gestörtem“ Wild leiden. Denn in den Wintermonaten bewegen sich Reh- und Rotwild für gewöhnlich so gut wie gar nicht, um bloß keine Energie unnütz zu verbrauchen. Wenn Wild von einem Hund aufgeschreckt wird und mehrfach einen Alarmstart absolvieren muss, zieht es sich in dichtere Bestände zurück und schädigt dort teils aus Langeweile, teils aus schierem Hunger die Bäume. Gerade Schälschäden von Rotwild sind z.B. bei der Fichte irreparabel und bedeuten über kurz oder lang das Aus für den Baum. Das ist ärgerlich und dieser Schaden geht auf den Hektar betrachtet in die Tausende! Hundebsitzer überblicken diese Kette in den seltensten Fällen.
Der Privatwaldbesitzer kann allerding das Betreten seines Waldes nicht ohne weiteres untersagen. Eine Ausnahme wäre z.B. wenn es sich um eine Pflanzung handelt. In Naturschutzgebieten sind die ansonsten rechtmäßigen Nutzungsmöglichkeiten ebenfalls teilweise eingeschränkt. Dann müssen sie aber im Gelände gekennzeichnet werden. Nur dann kann z. B. ein Spaziergänger wissen, dass er sich in einem Schutzgebiet befindet und er z. B. die Wege nicht verlassen darf.
Fazit: klären, ob Hunde an die Leine müssen. Ist der Hund an der Leine sollte man beim nächsten Vorfall einmal höflich nachfragen auf Basis welcher Rechtsgrundlage man denn des Waldes verwiesen werden soll. Unabhängiger Schlichter kann hier ein Förster sein. Die Polizei ist es jedenfalls nicht.
09/12/2015 um 15:02 Uhr
Ich bin zwar aus der Schweiz, hoffea ber trotzdem hier eine Antwort zu finden.
Leider finde ich sonst keine Antwort im Internet.
Wir haben seit 25 Jahren Pferde und zwei Hängebauchschweine. Diese sind seit
Beginn an bei uns im Privatwald eingehagt. Nun kommt nach 25 Jahre so ein super
netter Nachbar mit dem Forstamt vorbei und meinte, dass wir keine Tiere im Wald
halten dürfen. Ist das war? Der Wald und die angrenzende Wiese gehört uns.
Auch ist der Wald mitten im Dorf.
Wir Wohnen im Kanton Thurgau in der Schweiz. Könnt Ihr mir helfen?
10/12/2015 um 09:48 Uhr
über eidgenössische Gesetze wissen wir sehr wenig – ehrlich gesagt gar nichts. Aber die allgemeine Lebenserfahrung rät in solchen Fällen: immer den „Ball zurückspielen“ und „wer fragt führt“. Fragen Sie die beiden auf welcher gesetzlichen Grundlage ihre Aussage basiert. Und bitte alles in Schriftform. Also bereits Ihre Anfrage zwar möglichst knapp aber eben schriftlich ans Forstamt stellen. Dann gehen bei den Beamten bereits die Alarmglocken an, denn sie müssen damit rechenen, dass ihre Antwort irgendwann einmal vor einem Richter landet.
Evelina Di Sturco sagt:
14/01/2016 um 18:33 Uhr
Hilfe es eilt.
ich wohne direkt am Waldrand wo auch Eichen und Holunder stehen.
Jetzt wurden viele Bäume markiert und schon gefällt.
Nun haben auch die gesunden Eichen eine Markierung und die Holundersträucher werden auch entfernt obwohl sich im Sommer viele Vögel davon ernähren.
Mich macht das sehr traurig und es verändert das komplette Landschaftsbild an unserem Haus.
Ich weiß auch nicht ob da Raubbau betrieben wird.
Meine Frage,was kann ich tun,an wen kann ich mich wenden
15/01/2016 um 10:33 Uhr
wenn sich die Bäume in einem Wald (also nicht innerhalb einer Gemeinde bzw. einer Stadt mit eigener Baumsatzung) befinden, ist das völlig legal. Hinsichtlich des Holunders müssen Sie sich auch nicht ganz so arg grämen. Der wäcchst wie Unkraut und schlägt aus dem Stock immer wieder aus.
Hinsichtlich der markierten Eichen können Sie einmal auf unserem Artikel zu Baummarkierungen schauen. Wenn die gesunden Eichen eine Markierung haben, muss das nicht zwangsläufig heissen, dass diese gefällt werden. Es kann auch genau das Gegenteil bedeuten.
merklinghaus Peggy sagt:
15/02/2016 um 13:55 Uhr
ich habe eine Parzelle Grünland an die Agrarwirtschaft zu deren Nutzung verpachtet. Im Anschluss an das Grünland befindet sich ein kleines Stück Wald. Wobei ich mir nicht sicher bin ob diese im eigentlichen Sinne schon als Wald bezeichnet werden darf. Darf ich auf diesen Stück beispielsweise einen ausgedienten Bauwagen als Unterstand oder einen Hochstand aufstellen. Wenn ja welche Behördengänge wären nötig. Bedarf es hierzu einer Genehmigung? An welches Amt wende ich mich? Diese Anfrage kommt aus Thüringen.
18/02/2016 um 10:26 Uhr
@ Wald oder nicht?!: Es gibt zwar eine Definition von Wald im Thüringer Waldgesetz, die wird Ihnen aber wenig weiterhelfen. Schauen Sie in Ihrem Grundbuchauszug nach bzw. rufen Sie beim zuständigen Katasteramt an und fragen Sie, wie das betreffende Flurstück im Grundbuch bezeichnet ist (möglich wäre z.B. Holzung, Wald, Hutung, etc.). Dann haben Sie wenigstens etwas amtliches.
@ Bauwagen: einen Bauwagen im Wald abzustellen, wird Ihnen über kurz oder lang Ärger einbringen. Eine Ausnahme wäre, wenn der Bauwagen nur temporär dort stehen würde, z.B. um einer Truppe Forstarbeiter tagsüber einen Unterstand zu gewähren. Wald wird in der Praxis ist noch einmal sensibler gehandhabt, als z.B. eine Pferdekoppel. Denn es wird weder den Förster, noch den Jagdaufseher/Jagdpächter freuen, wenn Sie in einem Waldstück etwas bauen/hinstellen. Im Zweifelsfall wird man Ihnen die untere Baubehörde auf den Hals hetzen.
@ Hochstand: Bei einem Hochstand bzw. Hochsitz verhält es sich ähnlich. Eigentlich sind die in der Landschaft verteilten Hochsitze jagdliche Einrichtungen und unterliegen strengen Regeln. Hier haben wir dazu schon etwas geschrieben.
Ganz allgemein vertreten nahezu alle Beteiligten (Förster, Jagdausübender, untere Baubehörde) erfahrungsgemäß die Auffassung, dass im Wald weder Bauwagen, Campingwagen, Hütten, Baumhäuser etc. etwas zu suchen haben. Die rechtliche Lage ist recht diffus. Wir selbst haben eine Hütte in unserem eigenen Wald nur mit „viel Kreativität“ nachträglich legalisiert.
Reiker sagt:
23/05/2016 um 06:05 Uhr
Dürfte ich denn reintheoretisch in ein kleines Waldstück ein Baumhaus bauen, welches dann als Hotel genutzt wird und dadurch nicht dauerhaft bewohnt ist?
23/05/2016 um 12:43 Uhr
Hallo Reiker,
@ Baumhaus: Schnelle, realistische Antwort – Nein. Etwas längere Antwort: Bauen im Außenbereich ist alles andere als einfach. Eine Baugenehmigung wird nur in ganz, ganz seltenen Fällen gewährt. Und dann nur unter massiven Auflagen. Deutschland ist nicht Amerika (Gott sei Dank ;-).
29/07/2016 um 15:55 Uhr
Guten Tag wald-prinz.de,
Ich bin 16 (Thüringen) und ich wollte mal fragen ob man denn im Wald kleine (nicht permanente) Hütten aus herumliegendem Holz bauen darf und diese Hütte wieder wegräumt. Ist es gesetzlich verboten?
18/08/2016 um 12:08 Uhr
ich bin Besitzer einen kleinen Waldes ca 1700qm und kein Mitglied der Berufsgenossenschaft.
Möchte nun einzelne Bäume in dem Wald verkaufen, so 3-5 Stück die etwas dicker von der Größe sind als Durchforstungs Maßnahme.
Ich will die Bäume aber nicht selber fällen sondern es dem Käufer überlassen. Viel kann ich dafür nicht verlangen, ist schon klar.
Wie ist es in diesem Fall rechtlich, da ich nicht versichert bin. Muss ich mir von dem Käufer eine Versicherungsbescheinung zeigen lassen bzw. so einen Vertrag abschließen, dass ich jedenfalls nicht haftbar bin im Falle eines Unfalles.
Gibt es Musterverträge zum download irgendwo?
10/12/2016 um 15:04 Uhr
Mein Haus steht ca. 20m von einem Privatwald entfernt. Letztes Jahr habe ich den Besitzer gebeten seine reifen Kiefer 30-40m aus Sicherheitsgründen zu roden. Auch der Förster hat mich hier unterstützt, leider ohne Erfolg.
Vor 6 Monaten hat nun ein Sturm 20 Kiefern genommen auch der Käfer war da. Dadurch ist der Wald nun sehr anfällig gegen weitere Sturmschäden.
Ist der Waldbesitzer verpflichtet weitere Bäume zu roden, damit keine Bäume auf die anliegenden Häuser fallen. Oder muss erst ein Sach bzw. Personenschäden entstehen, damit der Besitzer was tun muss.
11/12/2016 um 19:42 Uhr
@ kein Mitglied der Berufsgenossenschaft: Sie sind angesichts der Größe (< 0,25 ha) auch nicht Versicherungspflichtig. Das heißt allerdings auch, es besteht kein Versicherungsschutz bei Eintritt eines Versicherungsfalles @ so 3-5 Stück: Ganz ehrlich (und bitte nicht böse sein)? Bei Durchforstungsmaßnahmen denken alle Forstprofis in der Kategorie "LKW-Ladung". Da sind 3-5 Bäume eher "störend". I.d.R. wird eine Durchforstungsmaßnahme über den zuständigen Förster bzw. den den lokalen Waldbauverein (wo Sie wahrscheinlich ebenfalls nicht Mitglied sind ;-) abgewickelt. Erst sehr große Waldbesitzer (> 100 ha) besitzen meist genügend Know How, um direkt mit einem Unternehmen der Holzindustrie zu verhandeln.
@ Baumart: Wenn es sich um Brennholz (Laubholz) handelt, werden Sie sicher einen semi-professionellen Brennholz-Händler in der näheren Umgebung finden. Sollte es sich tatsächlich um ordentliche Stämme handeln, die ins Sägewerk gehen, würden wir Ihnen empfehlen, den Kontakt zum Forstamt zu suchen. Aber große Hoffnungen wollen wir Ihnen angesichts der paar Stämme nicht machen. Das fällt im Tagesgeschäft gerne mal hinten runter.
@ Versicherungsfall bzw. Vertrag: hier müssen wir passen. Der Förster weiß das sicher. Von einem Mustervertrag wissen wir jedenfalls nichts.
11/12/2016 um 19:47 Uhr
Hallo Herr Bamberg,
wir sind keine Juristen. Aber der Waldbesitzer hat eine Verkehrssicherungspflicht. Die Verkehrssicherungspflicht besagt, dass derjenige, der eine Gefahrenquelle schafft, unterhält oder in seinem Verantwortungsbereich andauern lässt, die allgemeine Rechtspflicht hat, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die Schädigung anderer möglichst zu verhindern (Waldwissen.net). Wenn Sie dem Link folgen, dürften Ihre Fragen substanziell beantwortet werden.