Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2002/02'2'09.htm
Timestamp: 2018-01-22 00:13:34
Document Index: 86708346

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 77', 'Art. 2', '§ 11', '§ 13', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 66']

12. Jahrgang, Nr. 2 vom 19. Februar 2002, S. 42
Studienordnung für den Studiengang Musik
Lehramt an Gymnasien am Institut für Musikpädagogik
vom 17.04.2000
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes vom 3. April 2001 (GVBl. LSA S. 141) hat die Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg die folgende Studienordnung für Lehramt an Gymnasien des Fachbereiches Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft erlassen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA S. 488 ff.) und der dritten Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 29.12.1999 (GVBl. LSA 2000, S. 2) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Gymnasien im Unterrichtsfach Musik an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.
Das Studium im Unterrichtsfach Musik ist in der Regel mit allen Unterrichtsfächern des Gymnasiums kombinierbar.
Das Nähere regelt die oben genannte Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt.
Die Regelstudienzeit einschließlich der Prüfungszeit beträgt für das Lehramt an Gymnasien 10 Semester (4 Semester Grundstudium, 6 Semester Hauptstudium).
(1) Für die Zulassung werden in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife vorausgesetzt oder eine vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt als gleichwertig anerkannte Zugangsberechtigung. Das Nähere regelt die Immatrikulationsordnung der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.
(2) Darüber hinaus sind musikpraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem Instrument (in der Regel Klavier) sowie musiktheoretische Grundkenntnisse unbedingte Voraussetzungen (siehe „Inhaltliche Anforderungen der musikalischen Eignungsprüfung des Instituts für Musikpädagogik der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg für die Lehrämter an Gymnasien bzw. Sekundarschulen“ in der Fassung vom Januar 1998).
Studienleistungen und Studienzeiten aus anderen Studiengängen oder von anderen Hochschulen können auf Antrag anerkannt werden. Dies geschieht auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt in Absprache mit dem Landesprüfungsamt. Über die Anrechenbarkeit einzelner Studienleistungen im Grundstudium entscheidet der Prüfungsausschuss des Fachbereiches oder eine von ihm beauftragte Mitarbeiterin bzw. ein von ihm beauftragter Mitarbeiter.
(1) Der Studiengang Musik für das Lehramt an Gymnasien endet mit der Ersten Staatsprüfung, die die fachlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien beinhaltet. Der Studiengang gliedert sich in Grund- und Hauptstudium.
(2) Das Grundstudium zielt auf Einführung künstlerischer und musikpraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, auf Entwicklung in Musik als Fachwissenschaft mit ihren grundlegenden Methoden, ihrer Schwerpunktliteratur und Hilfsmittel, auf Vermittlung musikdidaktischer Theorien und Modelle sowie auf Erwerb erster Unterrichtserfahrungen.
(3) Das Grundstudium wird mit einem „Zeugnis über die bestandene Zwischenprüfung“ abgeschlossen (siehe § 11). Das bestandene Grundstudium ist Voraussetzung für die Zulassung zum Hauptstudium.
(4) Ziele des Hauptstudiums bestehen sowohl in der Fundierung der künstlerischen und musikpraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, in der Qualifizierung des wissenschaftstheoretischen Selbstverständnisses der Fachwissenschaft, der Beherrschung ihrer grundlegenden wissenschaftlichen Methoden und Arbeitsverfahren als auch auf der Basis von Kenntnissen wesentlicher fachdidaktischer Theorien und Modelle in dem Vermögen, sich mit musikdidaktischen Realisationen komplex auseinandersetzen zu können.
(5) Das Hauptstudium endet mit Abschlussprüfungen ausgewiesener Teilgebiete, die Bestandteil der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien sind (siehe § 13).
(1) Der in Grund- und Hauptstudium gegliederte Studiengang umfasst folgende Bereiche:
(A) Historische und systematische Musikwissenschaft,
(B) Künstlerisch-praktische Fächer,
(C) Musikpädagogik / Fachdidaktik Musik.
Alle Bereiche sind inhaltlich aufeinander abgestimmt und bedingen sich gegenseitig.
Gegenstand bilden zum einen die Einführung in die historische Musikwissenschaft mit ihren grundlegenden Methoden und die Darstellung epochenspezifischer Inhalte, zum anderen die Einführung in die systematische Musikwissenschaft mit den Teilgebieten Musikpsychologie, Musiksoziologie und Musikethnologie.
Im Vordergrund stehen die Entwicklung musikpraktischer Fertigkeiten und künstlerischer Fähigkeiten im gewählten künstlerischen Hauptfach und den entsprechenden zwei Nebenfächern sowie in den Teilgebieten Dirigieren und Schulpraktisches Klavierspiel. Daneben gilt es, anwendungsbereite Grundkenntnisse in Tonsatz und Formenlehre zu vermitteln. Die Schulung des musikalischen Gehörs gehört zu den elementaren Voraussetzungen. Die Einführung in Umgangsweisen und Produktionen mit apparativer multimedialer Technik zielen auf Bereicherung und Vertiefung musikdidaktischer Unterrichtsprozesse.
Einführung in die Musikpädagogik, der Einblick in ihre Geschichte und die aktuellen Standortbestimmungen sowie musikdidaktische Grundfragen und Arbeitsmethoden sind Gegenstand dieses Bereiches. Darüber hinaus wird in die Unterrichtspraxis an der allgemeinbildenden Schule (Förderstufe in der Sekundarschule und Gymnasium) eingeführt und es werden erste schulpraktische Übungen (SPÜ; vergleiche Ordnung der schulpraktischen Ausbildung für Lehrämter an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 10.05.1999, § 3 bis 5) durchgeführt.
Sachthemen aus der historischen und systematischen Musikwissenschaft sind Gegenstand wissenschaftstheoretischer Erörterung und Problematisierung (Hauptseminare), die das Denken in Wissenschaftskategorien und den Umgang mit spezifischen Arbeitsmethoden bei der Auseinandersetzung mit der Materie fördern sollen.
In den künstlerischen Haupt- und Nebenfächern sowie im Teilgebiet Schulpraktisches Klavierspiel werden das künstlerisch individuelle Gestalten und das Fertigungsniveau qualifiziert.
Musizierabende, musikalisch-szenische Projekte und öffentliche Prüfungen geben Gelegenheit, das erreichte Leistungsniveau unter Beweis zu stellen.
Ein besonderer Akzent liegt auf der Förderung des schulpraktischen Instrumentenspiels und auf der Entwicklung von Fähigkeiten für die Leitung von Chören und kleinen Ensembles. In Chor- und Orchesterleitung werden die stilgerechte Interpretation von Werken unterschiedlicher Epochen erarbeitet, die Dirigiertechnik vervollkommnet sowie Intonations- und Stimmbildungsarbeit gefördert.
Die im Tonsatz erworbenen Fähigkeiten werden mit unterschiedlicher Zielsetzung weiterentwickelt. Die Analysefähigkeit wird an traditionellen und zeitgenössischen Musikwerken geschult.
Ausgewählte musikpädagogische bzw. musikdidaktische Fragestellungen dienen der Konsolidierung der zukünftigen Berufstätigkeit. Musikpraktische und multimediale apparative Fertigkeiten und Fähigkeiten in Verbindung mit fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnissen und methodischen Umgangsweisen bilden die Grundlage schulpraktischer Anwendung.
(4) Schulpraktika:
Der Studiengang beinhaltet zwei Schulpraktika, deren erstes vor Beginn des Hauptstudiums zu absolvieren ist (Näheres regelt die Ordnung der schulpraktischen Ausbildung für Lehrämter an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 10.05.1995, § 3, Schulpraktika SP 2 und SP 3). Darüber hinaus dienen künstlerische Praktika der Vervollkommnung der künstlerischen Ausbildung.
(5) Exkursionen:
Eine instrumentenkundliche Exkursion dient der Vertiefung mittels Anschauung.
Desweiteren zielt eine musikpädagogisch-musikdidaktisch thematisierte Exkursion sowohl auf eine Bereicherung des Wissenschaftsverständnisses der Musikpädagogik als auch auf die Vertiefung unterrichtspraktischer Erfahrungen im Musikunterricht.
Aufbau des Studiums/Studienumfang
Stundentafel1)
Semester 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.
A Musikwissenschaft
Musikgeschichte 2 2 2 2 V
Einführung in die Historische Musikwissenschaft + 2 + + PS
Historische Musikwissenschaft + + + 2 + HS
Systematische Musikwissenschaft + + 2 + PS
2 + + + + HS
Popularmusik (Pop/Rock/Jazz) + 2 + + + + + + + PS/HS
B Künstlerische Praxis
Künstlerisches Hauptfach (Klavier)*° 1 1 1 1 1 1 1 1 E
1. künstlerisches Nebenfach° 1 1 1 1 1 1 + + E
2. künstlerisches Nebenfach° 1 1 1 1 + + + + E
Dirigieren°
- Dirigiertechnischer Grundkurs + 1 1 + G
- Chorleitung 1 1 + + + G
- Orchester-/Ensembleleitung + + 1 1 + G
Sprecherziehung° 1 + + + E
- Gehörbildung° 1 1 1 1 G
- Tonsatz (Übung)° 1 1 1 1 1 + + + + G
- Tonsatz + + 2 + + HS
- Formenlehre + + 2 + HS
- Musikanalyse + 2 + 1 + V
- Instrumentation° 0,5 0,5 + + + G
- Arrangement° + + 0,5 0,5 + G
Schulpraktisches Klavierspiel°
- Lied-/Liedbegleit-/Partiturspiel 0,5 0,5 0,5 0,5 E
- Popularmusik 05, 0,5 0,5 + + E
Popularmusik/Medienkunde° + 1 + + + + + + + G
C Fachdidaktik
Musikpädagogik + 2 + + V
+ + + 2 + + + HS
Musikdidaktik 2 + + + + V
+ + + 2 + HS
Didaktik der Instrumentenkunde / Akustik + + 2 + V
Inhalte und Lehrmethoden des Musikunterrichts
(wahlobligatorische Seminare) + + + + 2 + 2 + HS
Didaktik der Rock-/Popmusik + + 2 + + + + + + PS
Umgang mit Medien in Musikproduktion und –unterricht° + + 2 + + Ü
Übungen zur Musikdidaktik (wahlobligatorisch)°
- Arbeit mit der Schülerband° + + +
+ + + + + Ü
- Einführungskurs 2 + PS
- Schulpraktische Übungen° 1 + + + + 1 + + Ü
Studienchor° 1 1 1 1 Ü
Ensemblemusizieren/Künstlerisches Praktikum 2W Ü
Schulpraktikum 4W 4W Ü
- Musikdidaktik
- Instrumentenkunde 2T
2T Ex
1) Die Kästelung bzw. + zeigt an, in welchen Semestern das betreffende Fach absolviert werden kann.
* siehe Varianten zum künstlerischen Hauptfach
° Umrechnungsfaktor 0,5
Varianten zum künstlerischen Hauptfach:
1. Künstlerisches Hauptfach: Dirigieren
Künstlerisches Hauptfach Dirigieren 1 1 1 1 1 1 1 1
1. künstlerisches Nebenfach Klavier 1 1 1 1 1 1
2. künstlerisches Nebenfach Gesang 0,5 0,5 1 1 1
Korrepetition / Chorische Stimmbildung 0,5 0,5 0,5
2. Künstlerisches Hauptfach: Gesang
Künstlerisches Hauptfach Gesang 1 1 1 1 1 1 1 1
2. künstlerisches Nebenfach 1 1 1 1
3. Künstlerisches Hauptfach: Melodieinstrument bzw. Gitarre
Künstlerisches Hauptfach Melodieinstrument 1 1 1 1 1 1 1 1
* siehe Varianten
(1) Vorlesungen (V)
Vorlesungen dienen der übergreifenden Behandlung größerer Themenkomplexe und damit der Zusammenfassung von Einzelbereichen bzw. der Einordnung von Teilaspekten in eine Gesamtdarstellung. Sie eröffnen den Weg zum vertiefenden und ergänzenden Selbststudium. Zu den spezifischen Aufgaben der Vorlesung gehört vor allem die Vermittlung von Informationen über umfangreiche Sachgebiete und Problemzusammenhänge, insbesondere die Darstellung und Diskussion von einzelnen Studiengebieten bzw. Problembereichen in ihrem jeweiligen Forschungsstand.
(2) Proseminare (PS)
Proseminare dienen in der Regel der allgemeinen Einführung in den Arbeitsbereich und in die Problemstellungen einer Fachrichtung. Sie haben vorwiegend Übungscharakter. Als Proseminar können auch Veranstaltungen zur breiteren Fundierung bzw. zur Abrundung inhaltlicher Kenntnisse angeboten werden.
(3) Hauptseminare (HS)
Hauptseminare dienen grundsätzlich der selbstständigen Erarbeitung spezieller Themen unter ihren historischen und systematischen Aspekten. Die Studierenden sollen befähigt werden, die für die jeweilige Thematik charakteristischen Problemstellungen unter inhaltlichen, methodischen und theoretischen Gesichtspunkten in kritischer Auseinandersetzung mit relevanten Forschungsergebnissen zu bearbeiten. Hauptseminare werden für das Hauptstudium angeboten und können mit einem Studiennachweis oder aufgrund eines Referates im Seminar mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen werden.
Die den Anforderungen entsprechenden Leistungen können durch Klausuren, Seminarvorträge mit schriftlicher Ausarbeitung, schriftliche Hausarbeiten, mündliche Leistungsermittlungen oder andere gleichwertige Formen nachgewiesen werden.
(4) Übungen (Ü)
Übungen dienen der Ergänzung von Vorlesungen. Sie sollen den Studierenden durch Bearbeitung exemplarischer Probleme die Gelegenheit zur Anwendung und Vertiefung des erarbeiteten Stoffes sowie zur Selbstkontrolle des Wissensstandes geben. Darüber hinaus verstehen sich Übungen als Training von Fertigkeiten und Integrationsfähigkeit innerhalb verschiedener Ensembles sowie des Umganges mit medialer Technik.
(5) Gruppenunterricht (G)
Im Gruppenunterricht werden musikpraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt und angewandt.
(6) Einzelunterricht (E)
Im Einzelunterricht wird das technische Können und die stilgerechte Interpretation in Instrumentalspiel und Gesang geschult.
(7) Schulpraktika (SP)
Im Praktikum werden künstlerische Konzeptionen für die Schulpraxis erarbeitet sowie didaktisch-methodische Fertigkeiten im Unterrichtsprozess und in der Projektarbeit gefestigt. Die Integrationsfähigkeit innerhalb verschiedener Musikensembles wird trainiert.
(8) Exkursionen (Ex)
In den Exkursionen werden theoretisch-praktische Kenntnisse durch Anschauung und Erleben vermittelt bzw. Fähigkeiten und Fertigkeiten durch künstlerisch-praktische Eigentätigkeit erworben.
Lehrveranstaltung Zahl der SWS Art der
Lehrveranstaltung Abschluss
Musikgeschichte 8 V ZP*
Einführung in die Historische Musikwissenschaft 2 PS SN
Systematische Musikwissenschaft 2 PS T
Popularmusik (Pop/Rock/Jazz) 2 PS/HS
Künstlerisches Hauptfach° 4 E ZP
1. Künstlerisches Nebenfach° 4 E ZP
2. Künstlerisches Nebenfach° 4 E
- Dirigiertechnischer Grundkurs° 2 G T
Sprecherziehung° 1 E SN
- Gehörbildung° 4 G LN, ZP
- Tonsatz° 4 G
- Formenlehre 2 HS LN
- Lied-/Liedbegleit-/Partiturspiel° 2 E ZP
Popularmusik/Medienkunde° 1 G
Musikpädagogik 2 V ZP
Didaktik der Instrumentenkunde / Akustik 2 V ZP
Inhalte und Lehrmethoden des Musikunterrichts (wahlobligatorische Seminare)
Didaktik der Rock-/Popmusik 2 PS
Übungen zur Musikdidaktik°
- Arbeit mit der Schülerband 2
(wahlobligatorisch) Ü
- Einführungskurs Musikdidaktik 2 PS T
- Schulpraktische Übungen° 1 Ü T
Studienchor° 4 Ü
Schulpraktikum 4 W Ü SN
- Instrumentenkunde 2 T Ex
* Erklärung der Abkürzungen:
SN = Studiennachweis
T = Teilnahmeschein
° = Umrechnungsfaktor 0,5
Die Zwischenprüfung bildet den Abschluss des Grundstudiums und wird in der Regel am Ende des vierten Semesters durchgeführt. Grundlage der Zwischenprüfung ist die jeweils geltende Ordnung über die Zwischenprüfung in den Studiengängen Lehramt an Sekundarschulen, Lehramt an Gymnasien, Lehramt an Sonderschulen an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.
Durch die Zwischenprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die inhaltlichen Grundlagen seines Studienganges, ein methodisches Instrumentarium und eine systematische Orientierung erworben hat, die erforderlich sind, um das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben.
(1.1) Leistungsnachweise
Gehörbildung, Stufe III,
(1.2) Studiennachweise
Einführung in die Historische Musikwissenschaft,
Nachweis des Schulpraktikums.
(1.3) Teilnahmescheine
Systematische Musikwissenschaft,
Dirigiertechnischer Grundkurs,
Einführungskurs Musikdidaktik,
Schulpraktische Übungen.
(2) Durchführung der Prüfungen
In dem Studiengang „Lehramt an Gymnasien“ besteht die Zwischenprüfung bzw. Abschlussprüfung im Rahmen des Grundstudiums aus:
1) Künstlerisch-praktischen Prüfungen:
- 1. künstlerisches Nebenfach
- Gehörbildung (Abschlussprüfung)
- Schulpraktisches Klavierspiel:
Lied-, Liedbegleit- und Partiturspiel
2) Schriftlicher Prüfung:
3) Mündlichen Prüfungen:
- Didaktik der Instrumentenkunde / Akustik
(2.1) Künstlerisch-praktische Prüfungen1)
(2.1.1) Künstlerische Hauptfächer
(2.1.2) Künstlerische Nebenfächer
- Klavier als 1. künstlerisches Nebenfach (Pflichtinstrument)
- Gitarre als 1. künstlerisches Nebenfach
- Gesang als 1. künstlerisches Nebenfach
(2.1.3) Gehörbildung Stufe IV (Abschlussprüfung)
Nachweis des sicheren Umganges mit Intervallen, Skalen und Akkorden; Reproduzieren schwieriger rhythmischer Verläufe, sicheres Blattsingen.
(2.1.4) Schulpraktisches Klavierspiel
20 Lieder in verschiedenen Liedspieltypen (A-D) mit dem Ablauf: Vorspiel/Liedspiel/Zwischenspiel mit Modulation/Transponiertes Liedspiel/Liedbegleitspiel (die Liedbegleitspiele können auch auf der Gitarre absolviert werden)
1. 1 Liedvariation (Thema und 4 Variationen) mit zwei Wochen Vorbereitungszeit
2. Blattspiel eines Liedes mit vorgegebener Harmonisation
3. 4 Chorpartituren (vierstimmig)
4. Blattspiel einer Orchesterstimme (B, F, Es)
(2.2) Schriftliche Prüfung
(2.2.1) Gehörbildung Stufe IV (Abschlussprüfung)
Einstimmiges, zweistimmiges und dreistimmiges melodisch-rhythmisches Diktat unter Einbeziehung modaler, chromatischer und dodedekaphoner melodischer Verläufe; Generalbassdiktat mit Berücksichtigung von Klammerdominanten sowie harmoniefremden Tönen.
(2.3) Mündliche Prüfungen
(2.3.1) Musikgeschichte (Zwischenprüfung)
Nachweis von Kenntnissen über die Epochengliederung von den Anfängen bis zur Gegenwart,
Kenntnisse über repräsentative Komponisten und ihre Werke,
detailliertes Wissen über eine bestimmte Epoche, eine Gattung und einen Komponisten (Angabe von Schwerpunkten nach eigener Wahl).
(2.3.2) Musikpädagogik (Zwischenprüfung)
Kenntnisnachweis über:
Wissenschaftliche Grundlagen des Musikunterrichts,
ausgewählte musikdidaktische Konzeptionen seit 1945.
(2.3.3) Instrumentenkunde/Akustik (Abschlussprüfung)
Kenntnisnachweis über
Schwingungslehre, Schallausbreitung,
Akustik der Instrumentenkunde und der menschlichen Stimme,
Tonsysteme,
Mathematische Berechnungsweisen,
Systematik der Musikinstrumente,
Herkunft und Entwicklungsgeschichte der Musikinstrumente,
Struktur und Funktion des heute gebräuchlichen Instrumentariums.
1) Verzeichnis entsprechender Werke siehe Anhang
A Musikwissenschaft P
Historische Musikwissenschaft 2 HS LN
Systematische Musikwissenschaft 2 HS LN
Popularmusik (Pop/Rock/Jazz) T
Künstlerisches Hauptfach (Klavier)° 4 E LN, P
1. Künstlerisches Nebenfach° 2 E SN, P
2. Künstlerisches Nebenfach° LN, P
- Chorleitung° 2 G T, P
- Orchester-/Ensembleleitung 2 G LN
- Tonsatz (Übung)° 1 G
- Tonsatz 2 HS LN, P
- Musikanalyse 5 V/HS T, LN
- Instrumentation° 1 G T
- Arrangement° 1 G T
- Popularmusik° 1,5 E P
Popularmusik/Medienkunde° SN
C Fachdidaktik P
Musikpädagogik 2 HS LN
Musikdidaktik 4 V/HS T, LN
Inhalte und Lehrmethoden des
(wahlobligatorische Seminare) 4 HS T, SN
Didaktik der Rock-/Popmusik SN
Umgang mit Medien in Musikproduktion und -unterricht° 2 Ü SN
- Arbeit mit der Schülerband T
- Schulpraktische Übungen° 1 Ü SN
Ensemblemusizieren / künsterlerisches Praktikum 2 W Ü SN
- Musikdidaktik 2 T Ex T
Abschluss des Hauptstudiums, 1. Staatsprüfung
Das Hauptstudium endet mit der Abschlussprüfung im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für Lehrämter.
In der Prüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die fachlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für das jeweilige Lehramt erworben hat.
Historische Musikwissenschaft,
Künstlerisches Hauptfach,
Apparative multimediale Produktion oder zweites künstlerisches Nebenfach,
Orchester-/Ensembleleitung,
Musikanalyse,
Fachdidaktik Musik.
Erstes künstlerisches Hauptfach,
Popularmusik/Medienkunde,
Inhalte und Lehrmethoden des Musikunterrichts,
Didaktik der Rock-/Popmusik,
Umgang mit Medien in Musikproduktion und -unterricht,
Schulpraktische Übungen,
Ensemblemusizieren / künstlerisches Praktikum,
Musikdidaktik,
Übungen zur Musikdidaktik,
Exkursion Musikdidaktik.
(1.4) Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung
Im Studiengang „Lehramt an Gymnasien“ besteht die Abschlussprüfung im Rahmen der Ersten Staatsprüfung aus:
- 2. künstlerisches Nebenfach
oder Apparative multimediale Produktion
2) Schriftlicher Prüfung
- Fachwissenschaft
(Historische und Systematische Musikwissenschaft)
- Fachdidaktik/Musikpädagogik
- mehrwöchiges Praktikum bei einem leistungsfähigen Chor mit eigenständiger Probenarbeit (Einstudierungs- und Interpretationsproben) einschließlich Aufführung dieser Chorwerke (mindestens drei Werke unterschiedlicher Stilepochen) innerhalb eines Konzertes und
Dirigieren eines vorbereiteten chorsinfonischen Werkes bzw. eines Ausschnittes daraus (Demonstration am Flügel)
- Gitarre als 2. künstlerisches Nebenfach
- Flöte als 1. künstlerisches Nebenfach
- Flöte als 2. künstlerisches Nebenfach
- Blockflöte als 1. künstlerisches Nebenfach
- Blockflöte als 2. künstlerisches Nebenfach
- Violine als 1. künstlerisches Nebenfach
- Violine als 2. künstlerisches Nebenfach
- Violoncello als 1. künstlerisches Nebenfach
- Violoncello als 2. künstlerisches Nebenfach
- Trompete als 1. künstlerisches Nebenfach
- Trompete als 2. künstlerisches Nebenfach
- Oboe als 1. künstlerisches Nebenfach
- Oboe als 2. künstlerisches Nebenfach
- Klarinette als 1. künstlerisches Nebenfach
- Klarinette als 2. künstlerisches Nebenfach
- Posaune als 1. künstlerisches Nebenfach
- Posaune als 2. künstlerisches Nebenfach
- Saxophon als 1. künstlerisches Nebenfach
- Saxophon als 2. künstlerisches Nebenfach
- Akkordeon als 1. künstlerisches Nebenfach
- Akkordeon als 2. künstlerisches Nebenfach
- Bassgitarre als 1. künstlerisches Nebenfach
- Bassgitarre als 2. künstlerisches Nebenfach
- Gesang als 2. künstlerisches Nebenfach
(2.1.3) Schulpraktisches Klavierspiel
- Popularmusik
Stücke unterschiedlicher Stilistik und Charakteristik
Traditionelle Tanzmusik: 1 Walzer/1 Polka
Lateinamerikanische Tänze: 2 Tänze (Beguine, Tango, Samba, Cha Cha Cha, Rumba, Bossa Nova etc.)
Afroamerikanische Musik / Jazz: 3 Stücke unterschiedlicher Charakteristik
Popularmusik der letzten 50 Jahre: 3 Stücke unterschiedlicher Charakteristik
3 Liedbegleitspiele unterschiedlicher Charakteristik
(2 Liedbegleitspiele auf der Gitarre sind möglich)
Thema und Improvisation zu einem Standard mit 20 Minuten Vorbereitungszeit
Ein Prüfungsvorspiel nach Wahl muss auf einem Keyboard vorbereitet sein.
(2.1.4) Chor- und Ensembleleitung
Beherrschen der Dirigiertechnik
Probenarbeit unter methodischen Aspekten
Nachweis der Fähigkeiten, stimmbildnerisch arbeiten zu können
sicherer Umgang mit stilistischen und satztechnischen Besonderheiten
Einstudierung und Leitung eines mindestens dreistimmigen Chorsatzes
Erzielung einer schlüssigen künstlerischen Interpretation
(2.2) Wissenschaftliche Hausarbeit
Die Wissenschaftliche Hausarbeit ist innerhalb von drei Monaten nach Zustellung des Themas beim Prüfungsamt vorzulegen. Fristverlängerungen sind gemäß § 10 der Verordnung über die ersten Staatsprüfungen vom 19.06.1992 zu gewähren. Das Thema der wissenschaftlichen Hausarbeit wird in einem Unterrichtsfach unter fachwissenschaftlichen Aspekt gestellt. Fachdidaktische Fragestellungen können einbezogen werden.
(2.3) Schriftliche Prüfung
Die Arbeit unter Aufsicht wird im Fach Tonsatz geschrieben.
Aussetzen eines bezifferten Generalbasses,
Anfertigen eines vierstimmigen homophonen Chorsatzes,
Anfertigen eines polyphonen, auch imitierenden Vokal- oder Instrumentalsatzes als harmonischer Kontrapunkt,
Anfertigen einer Variationsfolge,
Anfertigen einer Harmonie- bzw. Strukturanalyse eines Musikwerkes, das inhaltlich einem der bisherigen fünf Semesterbelege entspricht.
(2.4) Mündliche Prüfungen
(2.4.1) Fachwissenschaft
aa) musikwissenschaftliche Grundkenntnisse
ab) Überblick über die Epochen der Musikgeschichte
ac) vertiefte musikgeschichtliche Kenntnisse über frei wählbare Spezialgebiete
Kenntnisse über ausgewählte Gebiete der Systematischen Musikwissenschaft (Musikästhetik, Musikpsychologie, Musiksoziologie)
Gefordertes Niveau für Musikgeschichte:
Überblick über die Epochen der Musikgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart
spezielle Kenntnisse über eine Epoche (nach eigener Wahl)
spezielle Kenntnisse zur Musik des 20. Jh.
Vertiefte Kenntnisse über die Entstehung und Entwicklung einer Gattung (z. B. Oper, Oratorium, Sinfonik) eigener Wahl
Nachweis über umfangreiche und detaillierte Werkkenntnis
Neben dem geforderten soliden Faktenwissen wird bewertet, inwieweit die Prüfungskandidatin bzw. der Prüfungskandidat in gutem sprachlichen Stil und terminologisch exakt musikhistorische Zusammenhänge, Entwicklungsprozesse, Probleme darlegen und auf Fragen sachkundig und flexibel reagieren kann.
(2.4.2) Fachdidaktik/Musikpädagogik
aa) wissenschaftliche Grundlagen des Musikunterrichts
ab) Geschichte der Musikpädagogik, musikdidaktischen Konzeptionen seit 1945
ac) Methoden der musikpädagogischen Forschung
ad) Popularmusik; neue Musiktechnologien
ba) Lehrziele und Unterrichtsinhalte des Faches Musik (Rahmenrichtlinien)
bb) gegenwärtiger Stand musikdidaktischer Theoriebildung
bc) Methoden des Musikunterrichts; spezifische Aspekte musikalischer Umgangsweisen (Musik hören, machen, umsetzen, über Musik nachdenken)
Musikpsychologische Grundlagen der Musikpädagogik,
Geschichte der Musikpädagogik,
Musikdidaktische Konzeptionen nach 1945,
Kenntnis der Rahmenrichtlinien des betreffenden Lehramtes im Land Sachsen-Anhalt,
Musikalische Umgangsweisen (Musik hören, machen, umsetzen, über Musik nachdenken),
Planung und Analyse von Musikunterricht,
Kenntnis des Standes der aktuellen musikpädagogischen Wissenschaftsdiskussion.
Für die Abschlussprüfung sind drei Themen aus folgenden Gebieten vorzubereiten:
Popularmusik und ihre Didaktik.
Die erforderlichen Studienleistungen sind durch Leistungs- und Studiennachweise zu belegen. Leistungsnachweise begründen sich auf Anforderungen, die durch eine selbstständige Aneignung und Auseinandersetzung mit dem in den jeweiligen Lehrveranstaltungen behandelten Stoff bestimmt sind. Die den Anforderungen entsprechenden Leistungen können durch Klausuren, Seminarvorträge mit schriftlicher Ausarbeitung, schriftliche Hausarbeiten, mündliche Leistungsermittlungen oder andere gleichwertige Formen nachgewiesen werden. Die Anforderungen der Studiennachweise beschränken sich auf die Feststellung, ob die Studierenden zu dem in den Lehrveranstaltungen behandelten Stoff Studien, Erprobungen, Versuche oder gleichwertige Tätigkeiten ausreichend betrieben haben.
Teilnahmescheine bestätigen eine regelmäßig Teilnahme an den Lehrveranstaltungen.
(1) Eine Beratung in allgemeinen Studienangelegenheiten erfolgt durch die Allgemeine Studienberatung (Abteilung 1) der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg. Sie erstreckt sich auf Fragen der Studieneignung sowie insbesondere auf die Unterrichtung über Studienmöglichkeiten, Studieninhalte, Studienaufbau und Studienanforderungen. Die Allgemeine Studienberatung sollte insbesondere in folgenden Fällen in Anspruch genommen werden:
(2) Die studienbegleitende Fachberatung im Studium der Lehrämter ist Aufgabe der beteiligten Institute der Fachbereiche. Sie erfolgt durch die Lehrenden in ihren Sprechstunden und/oder durch speziell eingesetzte Studienberaterinnen und Studienberater. Die studienbegleitende Fachberatung unterstützt die Studierenden insbesondere in Fragen der Studiengestaltung, der Studientechniken und der Wahl der Schwerpunkte des Studienganges. Die Inanspruchnahme der studienbegleitenden Fachberatung wird vor allem in folgenden Fällen empfohlen:
Übergangsregelungen ergeben sich aus §§ 66 a 1. LPVO und werden durch Aushang veröffentlicht.
Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse des Fachbereichsrates des Fachbereiches Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft vom 17.04.2000 und des Senats der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 15.02.2001.