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Timestamp: 2017-06-23 22:37:06
Document Index: 315694069

Matched Legal Cases: ['§ 651', 'BGH', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651']

Reisevertrag BGB: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Neueintrag für Anwälte	Reisevertrag BGBLexikon | Jetzt kommentieren(1) Teilen Twittern E-Mail
Erklärung zum Begriff Reisevertrag BGBInhaltsverzeichnis1. Zustandekommen des Reisevertrag im BGB2. Sicherungsschein3. Rechte und Pflichten für den Reisevertrag4. Reisevertragsmangel5. SchadenersatzansprücheBeim Reisevertrag handelt es sich um eine besondere Vertragsart, die in §§ 651a - 651m BGB geregelt ist, wobei bei der Art des Reisevertrages zwischen einer
Der Reiseveranstalter wird durch den Reisevertrag BGB verpflichtet, dem Reisenden die gesamten Reiseleistungen frei von Mängeln zu erbringen. Dafür hat der Reisende im Gegenzug den Reisepreis an den Reiseveranstalter zu entrichten.
1. Zustandekommen des Reisevertrag im BGB
Der Reisende sucht aus dem Reisekatalog ein passendes Angebot aus und bietet dem Reiseveranstalter die Buchung dieser Reise an. Die Bindung des Kunden an dieses Angebot gilt solange, bis der Reiseveranstalter angenommen hat, was durch
die Zusendung der Buchungsbestätigung per E-Mail,
die Aushändigung der Buchungsbestätigung durch den Reisevermittler nebst Vorgangsnummer,
die Übersendung der Reisebestätigung durch den Reiseveranstalter
erfolgen kann. Die Rechtskraft des Reisevertrages entsteht durch die Annahme des Angebots und nicht erst durch die Unterzeichnung des Reisevertrages bzw. Entrichtung einer Anzahlung. Laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist eine Anzahlung von 10-20% des Reisepreises angemessen. Frühestens vier Wochen vor Reiseantritt ist die Zahlung des Restbetrages zu leisten. [BGH, 20. 6. 2006, Az. X ZR 59/05]
Anfang der 1990er Jahre gingen viele Reiseveranstalter in Konkurs bzw. Insolvenz, bevor die Reisenden zurückgekehrt waren. Seit 1994 sind alle Reiseveranstalter zum Abschluss einer Versicherung verpflichtet, die derartige Fälle absichert und
bereits geleistete Zahlung zurückzahlt,
bei Insolvenz des Reiseveranstalters die Kosten des Rücktransports an den Reiseendpunkt übernimmt.
Der Reiseveranstalter muss den Sicherungsschein an den Kunden aushändigen, bevor dieser die erste Zahlung bzw. eine Anzahlung des Reisepreises an den Reiseveranstalter vornimmt.
3. Rechte und Pflichten für den Reisevertrag
Aus dem gegenseitigen Reisevertrag ergibt sich, dass
die versprochenen Leistungen von dem Reiseveranstalter zum vereinbarten Reisepreis erbracht werden;
die Sicherheit der in der Leistungsbeschreibung beworbenen Einrichtung durch den Reiseveranstalter kontrolliert wurde;
für diese Leistungen der vereinbarte Reisepreis zu den vereinbarten Reisebedingungen vom Reisenden entrichtet wird.
4. Reisevertragsmangel
Sofern die Reise nicht den vereinbarten bzw. den allgemein erwarteten Leistungen entspricht, hat der Reisende die Möglichkeit, den Mangel zu rügen und gemäß § 651c BGB innerhalb einer angemessenen Frist die Beseitigung des Mangels zu verlangen. Dazu muss er vor Ort bei dem Reiseveranstalter (örtliche Reiseleitung) die Reklamation protokollieren lassen bzw. ihn über seine gesetzlich vorgeschriebene Notrufnummer informieren. Ist der Reiseveranstalter nicht erreichbar, so ist der Mangel umgehend dem Erfüllungsgehilfen (z. B. Busunternehmen, Hotel) mitzuteilen. In den Fällen, in denen der Reiseveranstalter bzw. dessen Erfüllungsgehilfe keine Abhilfe schaffen kann, hat der Reisende die Möglichkeit, bei
schwerwiegendem Mangel den Reisevertrag gemäß § 651e BGB zu kündigen. Da er eine Schadensminderungspflicht hat, muss der Reisende die möglichst preiswerteste Variante wählen und kann nach der Rückkehr gemäß § 651c BGB beim Reiseveranstalter die Erstattung des Mehraufwand fordern.
leichterem Mangel diesen bestätigen lassen, nach Reiseende innerhalb von vier Wochen beim Reiseveranstalter beanstanden und eine Reisepreisminderung zu fordern.
Die Frankfurter Tabelle enthält unterschiedliche Quoten zur Minderung des Reisepreises im Falle von Reisemängeln. Für die Gerichte ist sie nicht bindend und stellt lediglich eine Größenordnung dar, wobei oftmals die einzelnen Umstände von entscheidender Bedeutung sind. Der Reisende kann gemäß § 651f Abs. 2 BGB zusätzlich zur Reisepreisminderung eine angemessene Entschädigung verlangen. Dabei wird der Tagesreisepreis für die Berechnung berücksichtigt und mit den Tagen, die von dem Mangel betroffen waren, multipliziert.
Mitwirkende/Autoren: JuraforumWiki-RedaktionErstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00 Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.Nachrichten zu Reisevertrag BGBKein Rückerstattungsanspruch bei Behandlung durch einen Schamanen (21.11.2012, 14:51)Der 16. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln hat in einem Urteil vom 21.11.2012 die Berufung der Klägerin gegen ein Urteil des Landgerichts Köln zurückgewiesen (Az. OLG Köln 16 U 80/12). Damit wurde eine Klage abgewiesen, mit der eine unheilbar...Die Vorverlegung des Rückflugs um 10 Stunden kann den Reiseveranstalter zum Schadensersatz verpflich (19.04.2012, 14:22)Die Klägerin verlangt aus eigenem und abgetretenem Recht ihres Lebensgefährten die Rückzahlung eines gezahlten Reisepreises und Schadensersatz. Der Lebensgefährte der Klägerin buchte im Februar 2009 für sich und die Klägerin bei der Beklagten...Reisebüro: Reiseveranstalter oder Reisevermittler ? (01.10.2010, 10:29)Die Klägerin nahm an einer bei der Rechtsvorgängerin des beklagten Reisebüros gebuchten kombinierten Flug- und Schiffsreise mit zwei Hotelaufenthalten auf Jamaika teil, die im Reisebüro nach den Wünschen der Klägerin individuell zusammengestellt...Aktuelle ForenbeiträgeÄnderung Flughafen bei Pauschalreise (12.06.2013, 17:00)Es handelt sich um einen fiktiven Fall.
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