Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20200/14
Timestamp: 2019-06-26 13:19:11
Document Index: 175421213

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 195', '§ 307', '§ 765', '§ 144', '§ 765', '§ 214', '§ 202', '§ 202', '§ 307', '§ 307', '§ 195', '§ 202', '§ 307', '§ 199', '§ 199', '§ 195', '§ 307', '§ 765', '§ 195', '§ 765', '§ 765', '§ 307', '§ 202', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH', '§ 24', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 202', '§ 548', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 195', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 195', '§ 305', '§ 202', '§ 202', '§ 199', 'BGH']

BGH, 21.04.2015 - XI ZR 200/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,13963
BGH, 21.04.2015 - XI ZR 200/14 (https://dejure.org/2015,13963)
BGH, Entscheidung vom 21.04.2015 - XI ZR 200/14 (https://dejure.org/2015,13963)
BGH, Entscheidung vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14 (https://dejure.org/2015,13963)
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BGB § 195, § 307 Abs. 2 Nr. 1, § 765
§ 144 Abs. 1 InsO, § ... 307 BGB, § 765 Abs. 1 BGB, § 214 Abs. 1 BGB, § 202 BGB, § 202 Abs. 2 BGB, § 307 Abs. 1 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 195 BGB, BGB, § 202, § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB, § 199 Abs. 4 BGB, § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB
§ 195 BGB, § 307 Abs 2 Nr 1 BGB, § 765 Abs 1 BGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Wirksamkeit der Verlängerung der Frist für die Verjährung der Bürgschaftsforderung
Verlängerung der Frist für die Verjährung einer Bürgschaftsforderung von drei Jahren auf fünf Jahre in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB); Inanspruchnahme des Bürgen aus einer selbstschuldnerischen Höchstbetragsbürgschaft; Billigung formularmäßiger Verlängerungen der Verjährungsfrist bei sachlicher Rechtfertigung
Zur formularmäßigen Verlängerung der Verjährungsfrist für eine Bürgschaftsforderung
Wirksame Verlängerung der Verjährungsfrist für Bürgschaftsforderung
Zur Verlängerung der Frist für die Verjährung einer Bürgschaftsforderung von drei Jahren auf fünf Jahre in Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Verlängerung der Verjährungsfrist von Bürgschaften durch Allgemeine Geschäftsbedingungen; §§ 195, 307 BGB
Kann die Frist für die Verjährung einer Bürgschaftsforderung auf fünf Jahre verlängert werden?
Zur Verlängerung der Verjährung in AGB - hier: Bürgschaft
AGB-mäßige Verjährungsfrist für eine Bürgschaftsforderung
Kosmetisches Mittel oder Funktionsarzneimittel?
Formularmäßige Verlängerung der Frist für die Verjährung einer Bürgschaftsforderung
BGB §§ 765, 195, 307 Abs. 2 Nr. 1
Verjährungsfrist für Bürgschaftsforderungen per AGB auf fünf Jahre verlängerbar!
Verlängerung der Verjährung einer Frist zur Geltendmachung einer Bürgschaftsforderung von drei auf fünf Jahre
BGB §§ 765, 195, 199 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 4, § 307
Wirksamkeit formularmäßiger Vereinbarungen über die Verjährung i.S.v. § 202 Abs. 2 BGB einer Bürgschaftsforderung
Verlängerung der regelmäßigen Verjährungsfrist in AGB
Verjährungsfrist für Bürgschaftsforderung auf fünf Jahre verlängerbar? (IBR 2015, 423)
Kurznachricht zu "Verlängerung der Verjährung für Ansprüche aus einer Bürgschaft in AGB - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.04.2015" von RiOLG a. D. Prof. Dr. Frank Peters, original erschienen in: NJW 2015, 2571 - 2573.
Kurznachricht zu "Bürgschaft: Verlängerung der Verjährungsfrist durch AGB - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.04.2015" von RA Arne Maier, original erschienen in: VuR 2015, 420 - 422.
LG Koblenz, 29.08.2013 - 3 O 13/13
OLG Koblenz, 04.04.2014 - 8 U 1224/13
BGHZ 205, 83
NJW 2015, 2571
ZIP 2015, 1332
MDR 2015, 781
NJ 2015, 429
VersR 2015, 1300
WM 2015, 1232
DB 2015, 1774
BauR 2015, 1485
Die inhaltliche Unausgewogenheit einer Klausel, die den Verwender einseitig begünstigt, kann aber nur durch Vorteile für dessen Vertragspartner kompensiert werden, die ihm vom Klauselverwender gewährt werden (vgl. auch Senatsurteil vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, WM 2015, 1232 Rn. 18).
cc) Formularmäßige Verlängerungen der Verjährungsfrist sind vor diesem Hintergrund in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur dann gebilligt worden, wenn sie sachlich gerechtfertigt sind und maßvoll erfolgen, wobei es für die Ausgewogenheit einer Klausel spricht, wenn die Begünstigung des Verwenders durch Vorteile für dessen Vertragspartner kompensiert wird (BGH, Urteil vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, BGHZ 205, 83 Rn. 18 [zur formularmäßigen Verlängerung der Regelverjährung von drei auf fünf Jahre in einem Bürgschaftsvertrag bei gleichzeitiger Verkürzung der Höchstfrist des § 199 Abs. 4 BGB]; vgl. ferner Senatsurteil vom 5. Oktober 2005 - VIII ZR 16/05, BGHZ 164, 196, 200 ff. [zur Verlängerung der kaufrechtlichen Gewährleistungsansprüche eines Baumarktbetreibers gegenüber seinen Lieferanten von zwei auf drei Jahre]).
Die in § 24 des Mietvertrags vorgesehene spiegelbildliche Verlängerung der Verjährungsfrist für die Ansprüche des Mieters auf Ersatz von Aufwendungen und auf Gestattung der Wegnahme einer Einrichtung stellt auch keine ausreichende Kompensation für den Mieter dar mit der Folge, dass die Bestimmung in ihrer Gesamtheit als eine interessengerechte Gleichbehandlung beider Vertragsparteien verstanden und damit als ausgewogen angesehen werden könnte (vgl. BGH, Urteil vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, aaO).
Ziffer 10 der Allgemeinen Kreditbedingungen ist nicht nach § 307 Abs. 1 BGB unwirksam, weil sie die Klägerin nicht entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligt (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333 zu einer der vorliegenden Klausel entsprechenden AGB bei einer Bürgschaft).
Diese Vermutung ist aber widerlegt, wenn - wie hier - eine umfassende Interessenabwägung ergibt, dass die Klausel den Vertragspartner des Verwenders in ihrer Gesamtheit nicht unangemessen benachteiligt (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333 zu einer der vorliegenden Klausel entsprechenden AGB bei einer Bürgschaft).
Maßvolle Veränderungen der Verjährungsfrist sind auch in AGB zulässig, wenn die Klausel inhaltlich ausgewogen ist (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333).
Dabei spricht es für die inhaltliche Ausgewogenheit einer solchen Klausel, wenn die Begünstigung des Verwenders durch Vorteile für dessen Vertragspartner kompensiert wird (BGH ZIP 2015, 1332, 1333).
Die Auslegung von AGB hat sich an dem objektiven Inhalt und typischen Sinn der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu orientieren, wie diese von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der regelmäßig beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners zugrunde zu legen sind (BGH ZIP 2015, 1332, 1333 m.w.N.).
Auf Grundlage dieses Verständnisses benachteiligt die Klausel in ihrer Gesamtheit den Vertragspartner des Verwenders nicht unangemessen (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333 zu einer der vorliegenden Klausel entsprechenden AGB bei einer Bürgschaft).
Die Abweichung vom gesetzlichen Leitbild ist sachlich gerechtfertigt, die Verlängerung der Verjährungsfrist bleibt maßvoll und der gesetzliche Schutzzweck des Verjährungsrechts wird nicht gefährdet (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333 zu einer der vorliegenden Klausel entsprechenden AGB bei einer Bürgschaft).
Es handelt sich um eine in sich ausgewogene, die Interessen beider Vertragsparteien berücksichtigende Gesamtregelung (vgl. BGH ZIP 2015, 1332, 1333 zu einer der vorliegenden Klausel entsprechenden AGB bei einer Bürgschaft).
Dabei sind die Vorstellungen und Verständnismöglichkeiten eines durchschnittlichen, rechtlich nicht vorgebildeten Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen (st. Rspr.;… z.B. Senatsurteile vom 5. Mai 2010 - III ZR 209/09, BGHZ 185, 310 Rn. 14 …und vom 14. Juli 2016 - III ZR 446/15, BGHZ 211, 201 Rn. 18; BGH, Urteile vom 10. Juni 2008 - XI ZR 331/07, WM 2008, 1350, 1352;… vom 16. September 2009 - XI ZR 145/08, NJW 2009, 3422 Rn. 19; vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, BGHZ 205, 83 Rn. 20 …und vom 20. Januar 2016 - VIII ZR 152/15, NJW-RR 2016, 526 Rn. 17; jew. mwN).
Die Auslegung hat sich an dem objektiven Inhalt und typischen Sinn der vorformulierten Vertragsbedingungen zu orientieren, wie diese von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der regelmäßig beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners zugrunde zu legen sind (st. Rspr.; vgl. Senat…, Urteil vom 9. Juni 2011 - III ZR 157/10, WM 2011, 1678 Rn. 33; BGH, Urteil vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, BGHZ 205, 84 Rn. 20; jeweils mwN).
LG Berlin, 26.10.2016 - 65 S 305/16
Verjährungsfrist beginnt mit vorzeitiger Wohnungsrückgabe!
Ob die vom Gesetzgeber im Rahmen der Reform des Verjährungsrechts in § 202 Abs. 2 BGB n. F. bewusst vorgesehene Verlängerung der Verjährungsfrist (vgl. Gesetzentwurf zur Modernisierung des Schuldrechts, BT-Drs. 14/6040, S. 110) auch im Anwendungsbereich des § 548 BGB und/oder der §§ 305ff. BGB möglich ist und welchen Grenzen eine solche Regelung gegebenenfalls unterliegt, kann hier dahin stehen (…offen gelassen: BGH, Urt. v. 15.03.2006 - VIII ZR 153/05, WuM 2006, 319, beck-online; vgl. auch BGH, Urt. vom 21.4.2015 - XI ZR 200/14, NJW 2015, 257.;… BGH, Urt. v. 15.3. 2006, VIII ZR 123/05, NJW 2006, 1588, beck-online).
BGH, 28.11.2017 - X ZR 42/16
Allgemeine Geschäftsbedingungen eines Luftfahrtunternehmens für ein …
b) Die Regelverjährungsfrist nach § 195 BGB von drei Jahren gehört zu den wesentlichen Grundgedanken des Verjährungsrechts (BGH, Urteil vom 21. April 2015 - XI ZR 200/14, BGHZ 205, 83 Rn. 17).
AG Dortmund, 07.02.2017 - 425 C 6067/16
Kurze Verjährungsfrist lässt sich nicht durch AGB verlängern!
Eine Abweichung hiervon ist nur aufgrund ganz besonderer Interessen des Verwenders zulässig und möglich (so auch BGH NJW 2015, 2571 für Bürgschaftsforderung).
Die Verlängerung der allgemeinen Verjährungsfrist von drei Jahren ab Ende des Kalenderjahres der Anspruchsentstehung nach §§ 195, 199 Abs. 1 BGB auf fünf Jahre ist auch als allgemeine Geschäftsbedingung i. S. d. § 305 BGB wirksam, wie sich aus § 202 Abs. 2 BGB ergibt (…vgl. insbesondere Palandt, Ellenberger, aaO., § 202 BGB, Rn. 12 ff.), zumal es sich bei der Regelung in Nr. 10 der Allgemeinen Kreditbedingungen insofern um eine ausgewogene Änderung der Verjährungsregelung handelt, als damit zugleich die 10-jährige Verjährungshöchstfrist des § 199 Abs. 4 BGB verkürzt wird (ähnlich BGH, Urteil vom 21.04.2015 - XI ZR 200/14, zit. nach juris, Rn. 22 ff.).
LG Dortmund, 29.09.2017 - 17 S 47/17