Source: https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/telekommunikationsunternehmen-zusammenfassung_idesk_PI11525_LI2885398.html
Timestamp: 2020-01-18 16:51:08
Document Index: 236097051

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 13', '§ 3', 'Art. 24']

Telekommunikationsunternehmen / Zusammenfassung | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Die Umsatzbesteuerung von Leistungen auf dem Gebiet der Telekommunikation und auch bei elektronischen Dienstleistungen sowie bei Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen richtet sich bei
B2B-Umsätzen oder
Leistungen an Nichtunternehmer (§ 3a Abs. 5 UStG i. d. F. ab 1.1.2015 bzw. modifiziert i. d. F. ab 1.1.2019)
grds. danach, wo der Leistungsempfänger seinen Sitz oder Wohnsitz hat. Wird die Telekommunikationsdienstleistung (B2C) von einem Unternehmer erbracht, der in nur einem Mitgliedstaat ansässig ist, bestimmt sich der Leistungsort nach § 3a Abs. 1 UStG (Sitzort des leistenden Unternehmers), wenn der Gesamtbetrag der Entgelte für Telekommunikationsdienstleistungen (bzw. elektronische Dienstleistungen und Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen) an in anderen Mitgliedstaaten ansässige Nichtunternehmer (Privatpersonen) insgesamt 10.000 EUR im vorangegangenen Kalenderjahr nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr nicht überschreitet. Der Telekommunikationsunternehmer muss sich bei seinen Leistungen immer über die entsprechenden Verhältnisse seines Vertragspartners informieren. Insbesondere muss er wissen, wo der Kunde ansässig ist, weil sich die Umsatzbesteuerung der Telekommunikationsdienstleistung grds. nach dem Recht dieses Staates richtet (wenn nicht die 10.000-EUR-Grenze greift). Angesichts der raschen Entwicklung immer neuer Dienstleistungen und Vertriebsformen mithilfe der Telekommunikation sollte sich der Unternehmer auch angesichts der eher unbestimmten Definition, was eine Telekommunikationsdienstleistung darstellt, in Zweifelsfällen um verbindliche Auskünfte der Finanzverwaltung bemühen.
Der Leistungsort bestimmt sich nach §§ 3a Abs. 2, 3a Abs. 4-5 oder 3a Abs. 6 Nr. 3 UStG; vgl. hierzu auch Abschn. 3a.9a und 3a.10 UStAE. Zum Reverse-Charge-Verfahren bei Lieferung von Mobilfunkgeräten s. § 13b Abs. 2 Nr. 10 UStG und Abschn. 13b.7 UStAE. Die unberechnete Übereignung eines Mobilfunkgerätes ist nach Abschn. 3.3 Abs. 20 UStAE eine einer Lieferung gleichgestellte Wertabgabe. Zum Mini-One-Stop-Shop (MOSS) s. Abschn. 18.7a UStAE (Besteuerungsverfahren für nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer), Abschn. 18.7b UStAE (Besteuerungsverfahren für im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer) und Abschn. 18h.1 UStAE (Besteuerungsverfahren für im Inland ansässige Unternehmer, die sonstige Leistungen nach § 3a Abs. 5 UStG im übrigen Gemeinschaftsgebiet erbringen). Im Übrigen sind auch die Regelungen der Art. 24a - 25 MwStSystRL-DVO (Durchführungsbestimmungen zum Dienstleistungsort als unmittelbar geltendes Unionsrecht) beachtlich.
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