Source: http://www.sicherheit.sachsen.de/1103.htm
Timestamp: 2017-09-26 16:23:30
Document Index: 106101645

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 38', '§ 53', '§ 36', '§ 13', '§ 2', '§ 42', '§ 42', '§ 29', '§ 38', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29']

﻿ Sicherheit - FAQ - Häufig gestellte Fragen
1. Welche Personen dürfen Umgang mit Waffen und Munition haben?
2. Wann brauche ich eigentlich eine waffenrechtliche Erlaubnis?
3. An wen kann ich mich wenden, wenn ich eine waffenrechtliche Erlaubnis benötige?
4. Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich eine Waffenbesitzkarte?
5. Wann brauche ich einen »Kleinen Waffenschein«?
6. Muss ich den »Kleinen Waffenschein« immer bei mir haben?
7. Was passiert, wenn ich eine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe, die das PTB-Zeichen besitzt, ohne »Kleinen Waffenschein« in der Öffentlichkeit führe?
8. Ich besitze ein Pfefferspraygerät. Darf ich dieses auch nach dem neuen Waffenrecht behalten oder muss ich es jetzt entsorgen?
9. Darf ich mein Reizstoffsprühgerät weiter mit mir führen?
10. Wie ist mit Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen zu verfahren, die kein PTB-Zeichen haben?
11. Berechtigt der »Kleine Waffenschein« auch zum Schießen (z.B. an Silvester)?
12. Muss ich für mein Luftgewehr jetzt eine waffenrechtliche Erlaubnis beantragen?
13. Wann darf ich mit meinem Luftgewehr schießen?
14. Ich bin im Besitz eines Elektroimpulsgerätes (Elektroschocker). Dies hat kein Prüfzeichen. Handelt es sich jetzt um einen verbotenen Gegenstand?
15. Welche Dokumente muss ich bei mir haben, wenn ich eine Waffe führe?
16. Wie muss ich meine Waffen aufbewahren?
17. Was muss ich veranlassen, wenn ich Waffen erbe?
18. Wann bekomme ich eine »gelbe Waffenbesitzkarte«?
19. Kann ich auf die »Sportschützenwaffenbesitzkarte« (»gelbe Waffenbesitzkarte«) Repetier-Langwaffen oder einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition erwerben?
20. Ändert sich etwas für Inhaber einer »gelben Waffenbesitzkarte«?
21. Wie werden Armbrüste waffenrechtlich bewertet?
22. Welche Waffen sind verboten?
23. Welche Arten von Messern sind verboten?
24. Wie muss ich mich verhalten, wenn ich eine verbotene Waffe finde?
25. Wozu brauche ich einen Europäischen Feuerwaffenpass?
26. Wie muss ich mich als Privatperson verhalten, wenn ich eine Schusswaffe oder Munition im Ausland gekauft habe und nach Deutschland bringen will?
27. Welche Regeln gelten für den Fall, dass ich Schusswaffen oder Munition in einen anderen Staat mitnehmen will?
28. Wie kommt man an einen Waffenschein, welche Regeln und Bedingungen gibt es dafür? Bekommt jeder der sich bedroht fühlt oder einen nicht ganz ungefährlichen Job hat die Erlaubnis, Waffen zu besitzen und zu benutzen?
Umgang mit einer Waffe oder mit Munition hat, wer diese erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, damit schießt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.
Umgang mit Waffen und Munition dürfen grundsätzlich nur Personen haben, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Allerdings lässt das Gesetz hiervon auch Ausnahmen zu.
So dürfen Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, Umgang mit geprüften Reizstoffsprühgeräten haben. Auch bestehen beispielsweise Ausnahmen hinsichtlich des Schießens von Minderjährigen auf Schießstätten oder für Inhaber von Jugendjagdscheinen.
Wer eine Schusswaffe erwerben, besitzen oder führen will, bedarf einer entsprechenden waffenrechtlichen Erlaubnis.
Für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist der Erwerb und Besitz für Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, erlaubnisfrei (vgl. hierzu auch Ziffer 5).
Waffenrechtliche Erlaubnisse sind grundsätzlich erforderlich für den Erwerb, Besitz und Führen von Waffen und den Erwerb und Besitz von Munition. Waffenrechtliche Erlaubnisse sind z.B. Waffenbesitzkarten oder Waffenscheine.
Zuständig für den Vollzug des Waffenrechts sind im Freistaat Sachsen die Landkreise und Kreisfreien Städte, so dass Sie sich mit der für Sie örtlich zuständigen Kreis- oder Stadtverwaltung in Verbindung setzen müssen.
Folgende allgemeine Voraussetzungen müssen für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte erfüllt sein:
a)Vollendung des 18. Lebensjahres
b)Vorliegen der erforderlichen Zuverlässigkeit
Um festzustellen, ob die erforderliche Zuverlässigkeit vorliegt, holt die Waffenbehörde eine unbeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister, eine Auskunft aus dem zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister sowie die Stellungnahme der örtlichen Polizeidienststelle ein.
c) persönliche Eignung
Des Weiteren muss der Antragsteller persönlich geeignet sein. Gründe für das Nichtvorliegen der persönlichen Eignung können z.B. darin liegen, wenn eine Person geschäftsunfähig oder abhängig von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln ist. Der persönlichen Eignung können auch im Erziehungsregister eingetragene Entscheidungen entgegenstehen.
d) Nachweis eines Bedürfnisses
Ein Bedürfnis ist dann als gegeben anzusehen, wenn ein besonderes wirtschaftliches oder persönliches Interesse anzuerkennen ist, beispielsweise als Jäger, Sportschütze oder Waffensammler.
e) Nachweis der erforderlichen Sachkunde
Durch das neue Waffengesetz ist der »Kleine Waffenschein« eingeführt worden. Dieser wird benötigt, wenn eine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe, die das PTB-Zeichen (vgl. Abbildung) besitzt, geführt werden soll. »Führen« bedeutet in diesem Zusammenhang, das »Dabeihaben« einer derartigen Waffe außerhalb der eigenen Wohnung, des eigenen Geschäfts oder des eigenen Grundstücks.
Generell verboten ist das Führen dieser Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen wie beispielsweise Versammlungen, Sportveranstaltungen oder Jahrmärkten.
Dies bedeutet aber auch, dass der bloße Besitz einer solchen Waffe in der eigenen Wohnung nicht erlaubnispflichtig ist.
Ein Antrag auf Erteilung eines »Kleinen Waffenscheins« ist bei der jeweils zuständigen Waffenbehörde zu stellen.
Voraussetzung für die Erteilung ist, dass Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, zuverlässig und persönlich geeignet sind.
Hinzuweisen ist darauf, dass auch weiterhin das Schießen in der Öffentlichkeit, außer in Notwehrfällen, grundsätzlich verboten ist. Ausnahmen von diesem Verbot werden durch das Gesetz geregelt (z.B. im Rahmen der Mitwirkung bei Theateraufführungen, als Startzeichen oder zur Abgabe von Seenotsignalen).
Wenn Sie die Waffe in der Öffentlichkeit führen, müssen Sie den »Kleinen Waffenschein« sowie Ihren Personalausweis oder Reisepass dabei haben.
Derjenige, der ohne eine derartige Erlaubnis angetroffen wird, muss mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe rechnen. Des Weiteren droht die Einziehung der Waffe.
Pfefferspraygeräte fallen nur dann nicht unter das Waffengesetz, wenn sich aus der Beschreibung des Gerätes zweifelsfrei ergibt, dass sie ausschließlich zur Tierabwehr eingesetzt werden dürfen. Solche Geräte können weiterhin erworben, besessen und geführt werden.
Reizstoffsprühgeräte dürfen erworben, besessen und geführt werden, wenn sie zum Nachweis der erforderlichen gesundheitlichen Unbedenklichkeit, der Reichweiten- und der Sprühdauerbegrenzung ein amtliches Prüfzeichen tragen. Allerdings dürfen erst Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, mit diesen Geräten Umgang haben.
Hierfür benötigen Sie weiterhin eine »normale« Waffenbesitzkarte oder einen Waffenschein.
Nein, außerhalb des befriedeten Besitztums benötigen sie eine gesonderte Schießerlaubnis.
Innerhalb des befriedeten Besitztums kann mit den in Frage 8. genannten Waffen geschossen werden, wenn der Hausrechtsinhaber selbst schießt oder dessen Zustimmung vorliegt, den Geschossen nicht mehr als 7,5 Joule Bewegungsenergie erteilt wird oder die Waffen nach § 7 Beschussgesetz zugelassen sind und die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können.
Für die waffenrechtliche Beurteilung einer derartigen Waffe kommt es darauf an, ob sie das sogenannte »F« im Fünfeck (vgl. Abbildung) hat.
In diesem Fall gelten für die Waffe erleichterte Erwerbs- und Besitzbestimmungen.
Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen, bei denen zum Antrieb der Geschosse kalte Treibgase Verwendung (CO 2-Waffen) finden, deren Geschosse eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 Joule erteilt wird und die das oben genannte Kennzeichen haben, können durch Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, erlaubnisfrei erworben und besessen werden.
Ebenfalls ist der Erwerb und Besitz von Druckluft-, Federdruckwaffen und Waffen, bei denen zum Antrieb der Geschosse kalte Treibgase Verwendung (CO 2-Waffen) finden, die vor dem 01.01.1970 in die Bundesrepublik Deutschland bzw. vor dem 02.04.1991 des im Einigungsvertrag genannten Gebietes in den Handel gebracht wurden, erlaubnisfrei.
Allein für den Besitz des Luftgewehrs, das die zuvor genannten Voraussetzungen hat, ist also keine weitere waffenrechtliche Erlaubnis erforderlich.
Zum Führen dieser Waffen in der Öffentlichkeit (d.h. außerhalb der eigenen Wohnung oder des eigenen Grundstückes) wird ein Waffenschein benötigt.
Grundsätzlich darf nur auf Schießstätten geschossen werden. Außerhalb von Schießstätten ist das Schießen nur zulässig durch den Inhaber des Hausrechts oder mit dessen Zustimmung im befriedeten Besitztum, sofern die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können.
Elektroimpulsgeräte werden vom deutschen Waffengesetz erfasst. Dabei ist der Umgang mit diesen Geräten verboten, »sofern sie nicht als gesundheitlich unbedenklich amtlich zugelassen sind und ein amtliches Prüfzeichen«tragen.
Seit dem Jahr 2008 ist die Zulassung solcher Geräte aufgrund entsprechender Rechtsverordnungen gesetzlich geregelt, wobei der Umgang mit dem Altbestand an Elektroimpulsgeräten für eine Übergangszeit geschützt wurde. Diese Übergangsfrist endete am 31.12.2010.
Seit 01.01.2011 ist nur noch der Umgang mit Elektroimpulsgeräten, die ein Prüfzeichen der PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) tragen, erlaubt. Das Bundeskriminalamt empfiehlt deshalb, beim Kauf entsprechender Geräte auf das Vorhandensein des amtlichen Zulassungszeichen zu achten.
Privatpersonen, die nachweislich bereits vor dem 01.01.2011 im Besitz eines verbotenen Altgerätes waren, wird der weitere Besitz, aber nicht das Führen dieser Geräte, genehmigt. Für den Handel mit Altgeräten wären Ausnahmegenehmigungen erforderlich, die das Bundeskriminalamt nach Einzelfallprüfung erteilen kann.
Derjenige, der eine Waffe führt, muss einen Personalausweis oder Pass und wenn es einer Erlaubnis zum Erwerb bedarf, die Waffenbesitzkarte oder, wenn es einer Erlaubnis zum Füh-ren bedarf, den Waffenschein mit sich führen (§ 38 WaffG).
Beim Führen einer Hieb- und Stosswaffe ist ebenfalls Personalausweis oder Pass mit sich zu führen.
Verstöße gegen die Ausweispflicht werden als Ordnungswidrigkeit gem. § 53 Abs. 1 Nr. 20 WaffG geahndet.
Jeder, der Waffen und/oder Munition besitzt, ist dafür verantwortlich, dass diese sicher aufbewahrt werden. Dies bedeutet, dass er Vorkehrungen zu treffen hat, um das Abhandenkommen oder das unbefugte Ansichnehmen dieser Gegenstände von Dritten zu verhindern. Diese Grundsätze gelten für alle Waffen, also beispielweise auch für die Besitzer von Schreckschuss-, Reizstoff-, Signal- , Hieb- und Stoßwaffen.
Konkret werden die Voraussetzungen der Aufbewahrung im § 36 WaffG i.V.m. §§ 13, 14 AWaffV geregelt.
Im Erbfall müssen Sie innerhalb eines Monats nach der Annahme der Erbschaft oder dem Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vorgeschriebenen Frist die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte für die zum Nachlass gehörenden erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder die Eintragung in die bereits ausgestellte Waffenbesitzkarte bzw. einen Nachtrag in eine bereits vorhandene Waffenbesitzkarte beantragen.
Bisher brauchten Erben grundsätzlich kein eigenes Bedürfnis zum Besitz ererbter Waffen. Dieses sog. Erbenprivileg war bis 31. März 2008 befristet. An seine Stelle tritt nun folgende Regelung: Erben brauchen auch künftig kein eigenes Bedürfnis nachzuweisen, wenn sie die Waffe von einem dazu autorisierten Waffenhersteller oder -händler durch ein Blockiersystem, das in den Lauf eingebracht wird, unbenutzbar machen lassen. Solange es für eine Erbwaffe noch kein Blockiersystem gibt, lässt die Waffenbehörde auf Antrag vorerst eine Ausnahme zu.
Die Blockierpflicht gilt nicht für Erben, die ein eigenes Bedürfnis zum Waffenbesitz haben, d. h. insbesondere für Jäger, Sportschützen oder Sammler. Die Waffenbehörde kann auf Antrag auch Erbwaffen, die Teil einer kulturhistorisch bedeutsamen Sammlung sind oder werden sollen, von der Blockierpflicht befreien.
Die Regeln zur Blockierpflicht finden nur auf Erbfälle Anwendung, die ab dem 1. April 2008 eintreten. Bereits ererbte Waffen fallen also vorerst nicht darunter, sondern erst wenn sie künftig weiter vererbt werden.
»Gelbe Waffenbesitzkarten« werden nur an Mitglieder von anerkannten Schießsportverbänden ausgegeben.
Nein. Die bisher erteilten waffenrechtlichen Erlaubnisse gelten nur in dem bisherigen Umfang weiter (unbefristete Erlaubnis zum Erwerb von Einzelladerwaffen mit einer Länge von mehr als 60 cm).
Für die oben genannten Waffen bedarf es einer neuen Erlaubnis.
Die bisherige »gelbe Waffenbesitzkarte« gilt im bisherigen Umfang weiter. Sportschützen können künftig auch sogenannte verbandsfremde Waffen erwerben.
Armbürste unterliegen den Vorschriften des Waffengesetzes. Erwerb, Besitz, Führen, Handel und Herstellung sind für Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, erlaubnisfrei.
§ 2 Abs. 2 WaffG i. V. m. Anlage 2 Abschnitt 1 verbietet den Umgang, d.h. insbesondere den Erwerb, Besitz und das Führen von bestimmten Waffen.
Verboten sind demnach beispielsweise:
Vorderschaftsrepetierflinten mit Pistolengriff (»Pump-Gun«),
Stahlruten, Totschläger oder Schlagringe,
Wurfsterne, d.h. sternförmige Schreiben, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung zum Wurf auf ein Ziel bestimmt und geeignet sind, die Gesundheit zu beschädigen,
Präzisionsschleudern,
Gegenstände die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen (z.B. Nun-Chakus, unabhängig von der jeweiligen Materialbeschaffenheit und Konstruktion der Geräte, oder sonstige Würgehölzer),
Hieb- und Stoßwaffen, die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen, oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind (z.B.: Stockdegen oder Gürtelschnallmesser),
Distanz-Elektroimpulsgeräte (sog. Air-Taser).
Wer trotz des Umgangsverbotes mit derartigen Waffen angetroffen wird, macht sich strafbar
Nach § 42 a (1) 3. WaffG ist es verboten:
» (...) Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12cm zu führen.(...) «
Dies gilt laut § 42 a (2) WaffG nicht:
»1. für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen, 2. für den Transport in einem verschlossenen Behältnis, 3. für das Führen der Gegenstände nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.«
In Absatz (3) desselben Paragraphen wird das berechtige Interesse explizit wie folgt geregelt.:
»Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.«
Wer eine verbotene Waffe findet muss diesen Sachverhalt unverzüglich der zuständigen Behörde (d.h. Waffenbehörde oder in Eilfällen jede Polizeidienststelle) anzeigen. Die zuständige Behörde kann dann Anordnungen treffen, wie weiter zu verfahren ist. So kann sie z.B. die Sicherstellung oder die Unbrauchbarmachung anordnen.
In jedem Fall sollten sie die Waffe nicht einfach mitnehmen und in Ihrer Wohnung aufbewahren. Je nach Art der Waffe ist der unerlaubte Besitz von Waffen mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bewehrt.
Der Europäische Feuerwaffenpass wird benötigt, wenn Sie beabsichtigen, mit Schusswaffen oder Munition in einen oder durch einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zu reisen. Gegenüber den Behörden des anderen Mitgliedstaates dient der Europäische Feuerwaffenpass als Legitimationspapier für die von Ihnen mitgeführten Schusswaffen und Munition.
Ausgestellt wird dieses Dokument von der für Sie zuständigen Waffenbehörde. Eingetragen werden hierbei die Waffen, für die Sie waffenrechtlich legitimiert sind.
Zu beachten ist, dass bei einigen Mitgliedsländern vor der Einreise die Zustimmung zur Waffeneinfuhr einzuholen ist. Erleichterungen bestehen teilweise für Jäger und Sportschützen.
Nähere Auskünfte hierzu werden durch die jeweiligen diplomatischen Vertretungen der Mitgliedsländer erteilt.
Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass der Europäische Feuerwaffenpass nicht die im Bundesgebiet waffenrechtlich erforderlichen Erlaubnisse ersetzt.
Es ist zunächst danach zu unterscheiden, ob Sie die Schusswaffe oder Munition aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder aus einem Drittland nach Deutschland verbringen wollen.
Die Einfuhr von genehmigungspflichtigen Waffen und Munition aus einem Drittland ist erlaubnispflichtig (§ 29 Abs. 1 WaffG). Diese Erlaubnis (Erlaubnisschein) wird durch die für Sie örtlich zuständige Waffenbehörde erteilt. Der Erlaubnisschein ist beim Verbringen mitzuführen (§ 38 Nr. 1 b) WaffG).
Voraussetzung für die Erteilung des Erlaubnisscheins ist, dass der Empfänger eine für den Erwerb und Besitz berechtigte Person ist sowie die Gewährleistung des sicheren Transportes durch eine zum Erwerb und Besitz waffenrechtlich legitimierte Person (§ 29 Abs. 1 WaffG). Vorgelegt müssen also die entsprechende waffenrechtliche Erlaubnis sowie der Nachweis des ordnungsgemäßen Transportes.
Sollten Sie beabsichtigen, erlaubnispflichtige Waffen aus einem Mitgliedstaat der EU nach Deutschland zu verbringen, benötigen Sie ebenfalls einen entsprechenden Erlaubnisschein (§ 29 Abs. 2 WaffG). Der Inhalt ergibt sich aus § 29 Abs. 2 Nr. 1-4 AWaffV.
Allerdings wird der (deutsche) Erlaubnisschein erst nach Vorliegen der Erlaubnis des Mitgliedstaates zum Verbringen der genehmigungspflichtigen Waffe oder Munition erteilt (§ 29 Abs. 2 WaffG).
Auch hier ist danach zu unterscheiden, ob Sie Waffen in ein Drittland oder einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union mitnehmen wollen.
Die Mitnahme in einen Drittstaat ist nach deutschen Recht erlaubnisfrei. Möglicherweise existieren aber in dem jeweiligen Zielland entsprechende Einfuhrbestimmungen. Es ist daher zu empfehlen, sich hiernach rechtzeitig vor Antritt der Reise zu erkundigen.
Auch für die Mitnahme von Schusswaffen oder Munition in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union ist nach deutschen Waffenrecht keine Erlaubnis erforderlich. Allerdings wird für die Mitnahme in den jeweiligen Mitgliedstaat der Europäische Feuerwaffenpass benötigt (s. Frage 27). Des Weiteren muss die Genehmigung des besuchten Mitgliedstaates vorhanden sein, die die Mitnahme der Schusswaffen oder Munition in den entsprechenden Staat erlaubt.
Erleichterungen gibt es für Sportschützen und Jäger.
Allerdings ist insgesamt zur Vermeidung von Überraschungen anzuraten, sich zur Klärung der Rechtslage rechtzeitig mit den Bestimmungen des jeweiligen Ziellandes vertraut zu machen.
Einen Waffenschein benötigt man zum Führen einer Waffe. Diese Erlaubnis wird nur dann erteilt, wenn neben den üblichen Voraussetzungen für die Erteilung von waffenrechtlichen Erlaubnissen wie, z.B. Zuverlässigkeit, durch den Antragsteller glaubhaft gemacht wird, dass er wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib und Leben gefährdet ist und der Erwerb und der Schusswaffe geeignet ist, diese Gefahr zu mindern. Führen darf er diese Waffe nur, wenn er glaubhaft macht, dass die eben genannten Voraussetzungen auch außerhalb seiner Wohnung, Geschäftsräume oder seines befriedeten Besitztum vorliegen.
Daher hat z.B. auch nicht jeder Privatdetektiv, wie es im Fernsehen oft dargestellt wird, einen Waffenschein. Auch hier gilt, dass er ein entsprechendes Bedürfnis hierfür geltend machen muss.
Auch Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten bekommen nur unter bestimmten Voraussetzungen die Berechtigung zum Führen von Waffen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn glaubhaft gemacht wird, dass eine Person oder ein Objekt besonders gefährdet ist.
Ein Waffenschein wird auf höchstens drei Jahre für bestimmte Schusswaffen erteilt. Er kann zweimal um höchstens drei Jahre verlängert werden. Sein Geltungsbereich ist von der Waffenbehörde auf bestimmte Anlässe oder Gebiete zu beschränken. Nur in Ausnahmefällen kann von diesen Regeln abgewichen werden.
Adressenliste der Waffenbehörden im Freistaat Sachsen [Download,*.pdf, 0,40 MB]
(+49) (0)351-5 64 30 40 oder (+49) (0)152-01614366
(+49) (0)351-5 64 30 49
(+49) (0)351-5 64 30 41