Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZBau%202004,%20322
Timestamp: 2020-04-03 12:16:06
Document Index: 189495387

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 9', '§ 9', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.03.2004 - VII ZR 453/02 - dejure.org
BGH, 25.03.2004 - VII ZR 453/02
https://dejure.org/2004,512
BGH, 25.03.2004 - VII ZR 453/02 (https://dejure.org/2004,512)
BGH, Entscheidung vom 25.03.2004 - VII ZR 453/02 (https://dejure.org/2004,512)
BGH, Entscheidung vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02 (https://dejure.org/2004,512)
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AGBG § 6 Abs. 2, § 9 Abs. 1
Wirksamkeit einer vorformulierten Sicherungsabrede, die eine Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern vorsieht; Wirksamkeit einer von der öffentlichen Hand gestellten Klausel; Auslegung des Vertrages bei Unwirksamkeit einer Klausel; Ergänzende Vertragsauslegung ...
Verpflichtung zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern auch in AGB der öffentlichen Hand unwirksam
Bürgschaft auf erstes Anfordern im Bauvertrag; ergänzende Vertragsauslegung für unwirksame Bürgschaft
Unwirksame AGB eines öffentlichen Auftraggebers über die Verpflichtung eines Bauunternehmers, zur Sicherung von Vertragserfüllungsansprüchen eine Bürgschaft auf erstes Anfordern zu stellen
AGBG § 9 Abs. 1 § 6 Abs. 2
Bürgschaft a.e.A. in AGB des öffentl. Auftraggebers nicht wirksam
Unwirksamkeit der Verpflichtung zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern auch in AGB der öffentlichen Hand
Unwirksamkeit des Verlangens nach Stellung einer auf erstes Anfordern zahlbarenBürgschaft in AGB eines öffentlichen Auftraggebers
Öffentliche Bauaufträge und Vertragserfüllungsbürgschaften auf erstes Anfordern: Zulässig? (IBR 2004, 312)
Öffentliche Bauaufträge: Regelung über Umwandlung von Vertrags- und Gewährleistungssicherheit wirksam! (IBR 2004, 311)
Zusammenfassung von "Die unwirksame Bürgschaft auf erstes Anfordern - Die Rechtsprechung des BGH zur Aufrechterhaltung von (unwirksamen) Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften auf erstes Anfordern" von RAe Dr. Oliver Moufang und Dr. Andrej Latinovic, ...
NJW-RR 2004, 880
ZIP 2004, 1004
NVwZ 2004, 1017
NZBau 2004, 322
WM 2004, 1079
BB 2004, 1360
DB 2004, 1882
BauR 2004, 1143
ZfBR 2004, 550
Die Sicherungsvereinbarung ist jedoch dahin auszulegen, dass der Auftragnehmer eine unbefristete, selbstschuldnerische Bürgschaft schuldet (vgl. BGH…, Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, aaO), wenn - wie hier - die Sicherungsvereinbarung vor dem 1. Januar 2003 abgeschlossen wurde (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = NZBau 2004, 322 = ZfBR 2004, 550).
Er hat auch eine Vereinbarung als noch wirksam angesehen, die eine Sicherheit durch eine kombinierte Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaft von 6 % vorgesehen hat, mit der gleichzeitig Überzahlungs- und Gewährleistungsansprüche abgesichert worden sind (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = NZBau 2004, 322 = ZfBR 2004, 550).
Vielmehr ist für eine Übergangszeit, wobei der maßgebende Zeitpunkt der 1. Januar 2003 ist, der Vertrag dahin auszulegen, dass der Auftragnehmer eine unbefristete, selbstschuldnerische Bürgschaft schuldet (vgl. BGH, Urteil vom 4. Juli 2002 - VII ZR 502/99, BGHZ 151, 229, 234 ff.; Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143, 1145 = NZBau 2004, 322;… Urteil vom 9. Dezember 2010 - VII ZR 7/10, BauR 2011, 677 Rn. 20 = NZBau 2011, 229).
Es kann dahinstehen, ob an der Rechtsprechung festzuhalten ist, dass in Ausnahmefällen eine Vereinbarung noch als wirksam anzusehen ist, die eine Sicherheit durch eine kombinierte Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaft von 6 % vorsieht, mit der gleichzeitig Überzahlungs- und Gewährleistungsansprüche abgesichert werden (vgl. BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143, 1145 = NZBau 2004, 322).
a) Die Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Bauvertrages, die vorsieht, daß ein Sicherheitseinbehalt von 5 % der Bausumme nur durch eine Bürgschaft auf erstes Anfordern abgelöst werden kann, ist auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines öffentlichen Auftraggebers unwirksam (im Anschluß an BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143).
(1) Eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines öffentlichen Auftraggebers, die vorsieht, daß der Auftragnehmer verpflichtet ist, zur Sicherung von Vertragserfüllungsansprüchen eine Bürgschaft auf erstes Anfordern zu stellen, hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erachtet (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = ZfBR 2004, 550 = NZBau 2004, 322).
Die in den streitgegenständlichen Vertrag einbezogenen Vertragsklauseln entsprächen denjenigen, die der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 25.3.2004, AZ: VII ZR 453/02, zugrunde gelegen seien.
Insoweit ist auf Ziffer 1 der Entscheidungsgründe des Urteils des Landgerichts Stuttgart sowie die dort zitierten Entscheidungen des BGH (BGHZ 151, 229, Juris RN 28 und NJW-RR 2004, 880 = BauR 2004, 1143, Juris RN 24 f) zu verweisen.
Der Bundesgerichtshof hatte in dem Urteil vom 4.7.2002 (AZ: VII ZR 502/99, BGHZ 151, 229, Juris RN 11) und im Urteil vom 25.3.2004 (AZ: VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143, Juris RN 8) über Vertragserfüllungsbürgschaften zu entscheiden, deren Sicherungszweck sich neben Überzahlungen auch auf die Gewährleistung bezogen hatte, ohne die Einbeziehung der Gewährleistung in eine Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern zu problematisieren.
Entgegen der Auffassung des Landgerichts belastet dies den Auftragnehmer im Hinblick auf den vereinbarten Sicherungszweck, der nicht nur Erfüllungs- und Gewährleistungsansprüche, sondern auch Überzahlungen und Schadensersatzansprüche umfasst, nicht unangemessen (vgl. BGH BauR 2004, 1143, Juris RN 28).
Das folge aus der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = NZBau 2004, 322 = ZfBR 2004, 550; Urteil vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, BauR 2005, 539 = NZBau 2005, 219 = ZfBR 2005, 255).
Denn diese Bürgschaft kann ohne weiteres in Anspruch genommen und dadurch dem Auftragnehmer die Liquidität auch dann wieder für längere Zeit entzogen werden, wenn sich herausstellt, dass ein Sicherungsfall nicht vorliegt (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, aaO;… Urteil vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, aaO.).
Entsprechend ist auch der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 25.03.2004 (VII ZR 453/02, ZIP 2004, 1004 ff., zitiert nach Juris, TZ 28) hinsichtlich vergleichbarer allgemeiner Vertragsbedingungen von einer teilweise identischen Zweckbestimmung ausgegangen.
1.3 Infolge dessen kam ein "Nebeneinander" beider Sicherungsmittel für die Zeit ab Abnahme bis zur Erfüllung sämtlicher bis zur Schlusszahlung erhobener Ansprüche in Betracht, weshalb auch der Bundesgerichtshof (mit Urteil vom 25.03.2004, a.a.O., TZ 28) von einer "Verdoppelung der Sicherheit" im Falle der Ablösung des Gewährleistungseinbehalts durch die vertraglich vorgesehene Gewährleistungsbürgschaft ausgeht.
Die hier gegebene Fallgestaltung gebietet auch nicht deshalb eine abweichende Beurteilung, weil die vertraglich ausbedungenen Erfüllungs- und Gewährleistungssicherheiten jeweils auch der Absicherung auf etwaige Überzahlungen gestützter Ansprüche dienen sollten (so aber: BGH, Urteil vom 25.03.2004, a.a.O., TZ 28).
überdies hatte sich der Kläger eine Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern "außer bei Inanspruchnahme zur Gewährleistung" ausbedungen, eine nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ebenfalls unangemessene und daher unwirksame Klausel (vgl. nur: Urteil vom 25.03.2004, a.a.O., TZ 22 ff.).
Die hier maßgeblichen Klauseln wurde dem Vergabehandbuch für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes im Zuständigkeitsbereich der Finanzverwaltung, Ausgabe 1999, entnommen (so auch: BGH, Urteil vom 25.03.2004, a.a.O., TZ 19; VHB Bund).
Dies gilt insbesondere auch nicht in Ansehung des - vergleichbare Klauseln betreffenden - Urteils des Bundesgerichtshofs vom 25.03.2004 (a.a.O.).
Die Klausel benachteiligt den Auftragnehmer unangemessen, weil er im Falle einer unberechtigten Inanspruchnahme die damit verbundenen Nachteile, insbesondere das Liquiditätsrisiko, zu tragen hat (…BGH, aaO; Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = NZBau 2004, 322 = ZfBR 2004, 550).
BGH, 28.02.2008 - VII ZR 51/07
Formularmäßige Vereinbarung der Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft auf …
Dies gilt auch für eine entsprechende Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines öffentlichen Auftraggebers, da dem Auftragnehmer bei Inanspruchnahme der Bürgschaft durch den Rückgriff des Bürgen Liquidität entzogen wird und er seinen möglichen Rückforderungsanspruch gerichtlich geltend machen muss (BGH, Urteil vom 25. März 2004 - VII ZR 453/02, BauR 2004, 1143 = NZBau 2004, 322 = ZfBR 2004, 550).
Soweit sich eine derartige Klausel als unzulässig erweist, ist sie jedoch für bis zum 31.12.2002 abgeschlossene Verträge ergänzend dahin auszulegen, dass der Unternehmer eine unbefristete, selbstschuldnerische Bürgschaft schuldet (BGH BauR 2004, 1143; BGH BauR 2009, 809).
bb) Dagegen stellt 109.2 der ZVB/E-StB 95 eine unangemessene Benachteiligung des Auftragnehmers dar, wobei keine Rolle spielt, dass die Klausel von einem öffentlichen Auftraggeber verwendet worden ist (siehe zur Problematik "öffentlicher Auftraggeber" im Zusammenhang mit der Bürgschaft auf erstes Anfordern BGH BauR 2004, 1143).
OLG München, 19.09.2006 - 9 U 1946/06
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