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Timestamp: 2019-09-17 02:55:29
Document Index: 72140118

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 52', '§ 60', '§ 35', '§ 36', '§ 8', '§ 8', '§ 34', '§ 8', '§ 8', '§ 16', '§ 8', '§ 60', '§ 8', '§ 8', '§ 34', '§ 34', '§ 8', '§ 10', '§ 35']

ECLI: ECLI:DE:BFH:2018:U.191218.IR71.16.0
Normen: § 10d Abs 4 S 4 EStG 2009 vom 08.12.2010, § 10d Abs 4 S 5 EStG 2009 vom 08.12.2010, § 52 Abs 25 S 5 EStG 2009 vom 08.12.2010, § 60 Abs 3 FGO, § 35b Abs 2 S 2 GewStG 2002 vom 08.12.2010, § 36 Abs 10 S 1 GewStG 2002 vom 08.12.2010, § 8b Abs 2 KStG 2002, § 8b Abs 3 KStG 2002, § 34 Abs 7 S 1 Nr 2 KStG 2002, EStG VZ 2009, GewStG VZ 2009, KStG VZ 2009
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 19. Dezember 2018 – I R 71/16 –, BFHE 264, 115, BStBl II 2019, 493
(Steuerfreistellung nach § 8b Abs. 2 KStG bei gewinn- und umsatzabhängigen Kaufpreisforderungen)
Die Rechtsprechung, nach der gewinn- oder umsatzabhängige Kaufpreisforderungen erst im Zeitpunkt ihrer Realisation zu einem Veräußerungsgewinn führen, gilt auch für Veräußerungsgewinne nach § 8b Abs. 2 KStG(Rn.27).
1. Die Rechtsprechung zu § 16 EStG, nach der ein Veräußerungsgewinn im Zeitpunkt des Übergangs der wirtschaftlichen Inhaberstellung entsteht, unabhängig davon, ob der vereinbarte Kaufpreis sofort fällig, in Raten zahlbar oder langfristig gestundet ist und wann der Verkaufserlös dem Veräußerer tatsächlich zufließt, ist auch für § 8b Abs. 2 KStG zu beachten(Rn.20).
2. Auch nach der Neukonzeption des Verhältnisses zwischen Steuerfestsetzung und Verlustfeststellung durch das Jahressteuergesetz 2010 kann gegen einen auf Null € lautenden Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheid Klage erhoben werden (vgl. BFH-Rechtsprechung)(Rn.16).
3. Fragestellungen und die daraus resultierende rechtliche Beurteilung, die nicht unmittelbar auf die steuerrechtlichen Verhältnisse der klagenden GmbH einwirken, sondern einen Gesellschafter der GmbH betreffen und in einem anderen Steuerbescheid zu entscheiden sind, führen nicht dazu, dass die Vorrausetzungen einer notwendige Beiladung i.S. von § 60 Abs. 3 FGO erfüllt sind(Rn.13).
4. Die Steuerbefreiung nach § 8b Abs. 2 KStG greift im Streitfall auch für die im Streitjahr 2009 zugeflossene Kaufpreiszahlung, obwohl das dingliche Rechtsgeschäft (Veräußerungsvertrag) vor dem im Streitfall erst ab dem 1.1.2002 anzuwendenden § 8b KStG - hier im Jahr 1999 - abgeschlossen wurde (vgl. Übergangsregelung § 34 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 KStG bzw. ursprünglich § 34 Abs. 6d KStG i.d.F. vom 23.10.2000) (Rn.28).
BFHE 264, 115
BStBl II 2019, 493
DB 2019, 1478-1481 (Leitsatz und Gründe)
DStR 2019, 1353-1356 (Leitsatz und Gründe)
NJW 2019, 2198-2200 (Leitsatz und Gründe)
BFH/NV 2019, 883-886 (Leitsatz und Gründe)
NZG 2019, 957-959 (Leitsatz und Gründe)
GmbHR 2019, 913-916 (Leitsatz und Gründe)
DStRK 2019, 224 (Leitsatz und Gründe)
BB 2019, 2160-2161 (Leitsatz und Gründe)
StE 2019, 403 (Leitsatz)
StuB 2019, 562-563 (Leitsatz)
DStRE 2019, 911 (Leitsatz)
DStZ 2019, 520 (Kurzwiedergabe)
BFH/PR 2019, 218 (Leitsatz)
vorgehend FG Hamburg, 19. September 2016, Az: 6 K 67/15, Urteil
Volker Pfirrmann, BFH/PR 2019, 218-219 (Anmerkung)
Dirk Roßmann, DStRK 2019, 224 (Anmerkung)
Fabian Schmitz-Herscheidt, jurisPR-SteuerR 34/2019 Anm 5 (Anmerkung)
jh, StuB 2019, 563 (Anmerkung)
Vergleiche BFH, 31. Januar 2018, Az: I R 25/16
im Text BFH, 27. September 2017, Az: I R 62/15
Vergleiche BFH, 7. Dezember 2016, Az: I R 76/14
Vergleiche BFH, 6. Dezember 2016, Az: I R 79/15
Vergleiche FG München, 25. April 2016, Az: 7 K 1364/14
Vergleiche BFH, 27. Oktober 2015, Az: VIII R 47/12
Vergleiche BFH, 17. Juli 2013, Az: X R 40/10
Vergleiche BFH, 21. September 2011, Az: I R 7/11
Vergleiche BFH, 8. Juni 2011, Az: I R 79/10
Vergleiche BFH, 22. Dezember 2010, Az: I R 58/10
Vergleiche BFH, 14. Mai 2002, Az: VIII R 8/01
Vergleiche BFH, 12. Januar 2001, Az: VI R 49/98
Vergleiche BFH, 16. März 1999, Az: VIII B 90/98
Vergleiche BFH, 8. November 1989, Az: I R 174/86
Vergleiche BFH, 19. April 1988, Az: VII R 56/87
Vergleiche BFH, 21. September 1982, Az: VIII R 140/79
Vergleiche BFH, 28. September 1967, Az: IV 288/62
Der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt --FA--) setzte die Körperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag 2009 auf jeweils 0 € fest. Allerdings ging er dabei davon aus, dass der von der Klägerin als steuerbefreit erklärte inländische Gewinn in Höhe von ... € als steuerpflichtig zu berücksichtigen sei, da es sich um Zahlungen aus dem Anteilsverkauf des Jahres 1999 handele, auf die § 8b KStG keine Anwendung finde. Die streitgegenständlichen Bescheide wurden mehrfach geändert, die Änderungen betrafen jedoch nicht den als steuerpflichtig eingeordneten Gewinn in Höhe von ... €.
b) Das Vorliegen einer Beschwer hat der Senat unter Geltung des § 10d Abs. 4 Satz 4 und 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG 2010) vom 8. Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) mit Urteilen in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704 sowie in BFH/NV 2018, 838, bezogen auf einen auf Null € lautenden Körperschaftsteuerbescheid ebenso bejaht, wie unter Geltung des § 35b Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 1 GewStG i.d.F. des JStG 2010 mit Urteil vom 6. Dezember 2016 I R 79/15 (BFHE 256, 199), bezogen auf einen auf Null € lautenden Gewerbesteuermessbescheid. Der Senat verweist hinsichtlich der vorgenannten gesetzlichen Neukonzeption und der damit bewirkten inhaltlichen Bindung an den Einkommen-/Körperschaftsteuerbescheid bzw. Gewerbesteuermessbescheid auf die genannten Senatsentscheidungen.