Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20ZR%20254/88
Timestamp: 2020-01-20 05:44:21
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2325', '§ 2325', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', 'BGH', 'BGH', '§ 2325', 'BGH']

BGH, 30.05.1990 - IV ZR 254/88 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1441
BGH, 30.05.1990 - IV ZR 254/88 (https://dejure.org/1990,1441)
BGH, Entscheidung vom 30.05.1990 - IV ZR 254/88 (https://dejure.org/1990,1441)
BGH, Entscheidung vom 30. Mai 1990 - IV ZR 254/88 (https://dejure.org/1990,1441)
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BGB § 2325 Abs. 1 § 2325 Abs. 2
Pflichtteilsergänzungsanspruch - Geschenke - Betragsmäßiger Ansatz - Kapitalisierte Werte
LG Schweinfurt, 01.06.1982 - 1 O 202/79
OLG Bamberg, 24.05.1988 - 5 U 89/85
NJW-RR 1990, 1158
DNotZ 1991, 902
FamRZ 1991, 552
WM 1990, 1637
Allerdings geht der Senat in seiner Rechtsprechung zum Niederstwertprinzip (§ 2325 Abs. 2 Satz 2 BGB) davon aus, daß die Schenkung eines Grundstücks unter Nießbrauchsvorbehalt lediglich in dem Umfang ergänzungspflichtig ist, in dem der Grundstückswert den Wert des dem Erblasser verbliebenen Nießbrauchs übersteigt (BGHZ 118, 49ff. [BGH 08.04.1992 - IV ZR 2/91]; Urteil vom 30. Mai 1990 - IV ZR 254/88 - WM 1990, 1637f.).
BGH, 08.04.1992 - IV ZR 2/91
Der Senat hat diese Praxis zuletzt in dem Urteil vom 30. Mai 1990 (IV ZR 254/88 - WM 1990, 1637, 1638 = BGHR BGB § 2325 Abs. 2 Satz 2 "Nießbrauchsvorbehalt") einer erneuten Prüfung unterzogen mit dem Ergebnis, daß an ihr festgehalten werden muß.
Die Kritik, die Reiff (FamRZ 1991, 553 [BGH 30.05.1990 - IV ZR 254/88]) inzwischen an der angeführten Rechtsprechung des Senats geübt hat, ist nicht berechtigt.
Daß dieser Ansatz zutrifft, zeigt sich besonders deutlich, wenn der Schenker den Nießbrauch an dem weggeschenkten Grundstück sich nicht selbst vorbehält, sondern (an eine andere Person) ebenfalls wegschenkt (vgl. den Fall in BGHZ 85, 274, 286, zitiert in WM 1990, 1637, 1638; siehe auch Reiff, Dogmatik der Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt S. 236).
Der Wert dieser Leistung des Erblassers mindert sich von vornherein um den Wert des vorbehalten Nießbrauchs (…OLG Düsseldorf a.a.O.; BGH NJW-RR 1990, 1158 unter Ablehnung entgegenstehender Literaturstimmen), der im Übertragungsvertrag mit 110.000 DM in Ansatz gebracht ist.
Die Schenkung war schon vor der mit der Eheschließung einsetzenden Pflichtteilsberechtigung der Klägerin vollzogen (Senatsurteil vom 30. Mai 1990 (IV ZR 254/88) - NJW-RR 1990, 1158 = FamRZ 1991, 352 unter I 1 sowie BGHZ 118, 49, 51 f. [BGH 08.04.1992 - IV ZR 2/91] und 125, 395, 397).
Die Rechtsprechung geht davon aus, dass der für Pflichtteilsergänzungsansprüche bedeutsame Wert eines schenkweise übertragenen Grundstücks durch einen vom Erblasser vorbehaltenen Nießbrauch gemindert wird (BGHZ 18, 49 ff.; 125, 395, 397; BGH WM 1990, 1637 f.).
Wird der Wert des weggeschenkten Grundstücks um den Wert der dem Erblasser verbleibenden kapitalisierten Nutzungen vermindert und zwar unter Berücksichtigung der Lebenserwartung des Nießbrauchers, dann ist dadurch zugleich der Wert erfasst, den der künftige Wegfall der Nutzungsmöglichkeiten des Nießbrauchers für den Beschenkten bereits im Zeitpunkt der Schenkung hat (BGHR BGB § 2325 Abs. 2 Satz 2 Nießbrauchsvorbehalt 1).
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats, an der festzuhalten ist und an die sich auch die Vorinstanzen gehalten haben, sind bei dem Wertvergleich zur Feststellung des Bewertungsstichtages vom Erblasser vorbehaltene Nutzungen außer acht zu lassen (BGHZ 118, 49 ff.; 125, 395 ff.; siehe ferner BGH, Urteile vom 17. Januar 1996 - IV ZR 214/94 - WM 1996, 684 unter 2 c und 30. Mai 1990 - IV ZR 254/88 - WM 1990, 1637 unter I 1).
Vielmehr ist bei der Bewertung auf die Vorstellungen der Vertragsteile bei Vertragsabschluss abzustellen (vgl. BGH, NJW-RR 1990, 1158 [1159]; BGH, NJW-RR 1996, 705 [707]; BGH, NJW 2002, 2469 [2470];… Palandt/Weidenkaff, a.a.O., § 516 Rdn. 13).
Gegen diese Auffassung könnte sprechen, daß es für die Beurteilung der Unengeltlichkeit auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses ankommt (BayObLGZ 1957, 285, 289) und daß zu diesem Zeitpunkt der Grundstückswert durch die Belastung mit dem Nießbrauch gemindert ist (vgl. BGH FamRZ 1991, 552, 553 [BGH 30.05.1990 - IV ZR 254/88] und 1992, 802 f, jew.m. abl. Anm. Reiff; zu § 2325 BGB ).
Auch wenn der vom Erblasser vorbehaltene Nießbrauch und die zu seinen Gunsten eingetragene Reallast den Wert der Zuwendungen an die Beklagte schmälern (vgl. dazu BGH FamRZ 1991, 552 f.), ist von einem zugewandten Wert von mindestens 200.000,-- DM bis 300.000,-- DM auszugehen.
AG München, 29.06.1992 - Forstenried Bd 50 Bl 1822
Löschungserleichterung bei Rückauflassungsvormerkung regelmäßig eintragungsfähig