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Timestamp: 2018-05-27 19:15:53
Document Index: 373203628

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 90', '§ 33']

Tipp 20 Welche Leistungen sind absetzbar? - Helfer in Steuersachen
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Tipp 20 Welche Leistungen sind absetzbar?
Absetzbar sind die üblichen für den Unterhalt bestimmten Leistungen sowie Aufwendungen für eine Berufsausbildung, auch gelegentliche oder nur einmalige Leistungen. Diese dürfen aber regelmäßig nicht als Unterhaltsleistungen für Vormonate und auch nicht zur Deckung des Unterhaltsbedarfs für das Folgejahr bestimmt sein (BFH Urteil 13.02.1987 - III R 196/82.
Die Steuerermäßigung wird nur für typische Unterhaltskosten gewährt, z. B. für Ernährung, Wohnung, Heizung, Kleidung und andere notwendige Ausgaben dieser Art. Es ist gleichgültig, ob die Unterhaltsleistung in Geld oder Geldeswert (durch Sachleistungen) gewährt wird. Gehört der Unterhaltsempfänger zum Haushalt des Unterhaltsleistenden, wird regelmäßig davon ausgegangen, dass mindestens Unterhaltsaufwendungen i. H. d. Unterhaltshöchstbetrags entstehen.
Abzugsfähig sind Unterhaltsleistungen an nahe Angehörige bis zu einem Höchstbetrag von 9.000 € (Wert für 2018). Der Höchstbetrag entspricht dem Grundfreibetrag nach § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG. Lebt die unterstützte Person im Ausland, gilt u. U. ein gekürzter Höchstbetrag, entsprechend der Ländergruppe.
Zusätzlich sind absetzbar die für die unterhaltene Person aufgewendeten Beiträge für seine Kranken- und Pflegeversicherung (§ 33a Abs. 1 EStG).
Haushaltsbezogene Angaben - Zeilen 4 bis 6
Das Gesetz sieht vor, Unterhaltsleistungen haushaltsbezogen zu beurteilen. Anzugeben ist, in welchem Haushalt der Unterhaltsbedürftige lebt (Zeilen 4 und 5) und wie viele weitere Personen zum Haushalt gehören
Es sind Angaben bis zu drei unterstützten Personen in ein und demselben Haushalt möglich. Die Anzahl der zum Haushalt gehörenden Personen ist in Zeile 6 anzugeben.
Der Steuerzahler unterstützt ganzjährig seine verwitwete Mutter und seine kranke Schwester, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, mit 4.800 € im Jahr.
Die Zahlung an die Schwester kann nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht gesetzlich unterhaltsberechtigt ist.
Weil zwei Personen in dem Haushalt leben, beträgt der Höchstbetrag für die Unterhaltsleistungen an die Mutter (9.000 € : 2 =) 4.500 .
Absetzbar sind die Aufwendungen von 4.800 €, höchstens aber 4.500 €.
Zeile 6 Anzahl der Personen, die in dem Haushalt lt. Zeile 4 lebten 02
Zeile 7 Erster Unterstützungszeitraum 0101 bis 3112 Gesamtaufwendungen 4.800 €
Es wird also nach Haushaltszugehörigkeit unterschieden. Unterstützen Sie zwei Personen, die in getrennten Haushalten leben, ist für jede Person eine gesonderte Anlage Unterhalt abzugeben.
Höhe der Leistungen in den Haushalt - Zeilen 7 bis 16
Anzugeben sind, in welcher Höhe Mittel in den Haushalt geflossen sind, in dem der Unterhaltsempfänger lebt. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem keine Leistungen geflossen sind, ermäßigt sich der Höchstbetrag um je ein Zwölftel (§ 33a Abs. 3 EStG).
Der Steuerzahler hat seine Eltern monatlich in unterschiedlicher Höhe unterstützt. Die erste Zahlung erfolgte im Januar und die letzte im Dezember. Insgesamt kann er Zahlungen in Höhe von 9.000 € belegen. Der Unterhaltshöchstbetrag wird nicht gekürzt, weil übers ganze Jahr Unterhaltsleistungen erbracht wurden.
Der Steuerzahler hat nur im Juli 4.000 € überwiesen. Diese Zahlung wird als Unterhaltsleistung für die Monate Juli bis Dezember angerechnet. Der Unterhaltshöchstbetrag wird um 6/12 auf 4.500 € (Wert für 2018) gekürzt.
Die vom Steuerzahler unterstützte Person gehört zu seinem Haushalt und erhält ein Taschengeld in unterschiedlicher Höhe. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass dem Steuerzahler jährlich Unterhaltsaufwendungen in Höhe des Höchstbetrages von 9.000 € / monatlich 750 € entstanden sind. Einzutragen sind in Zeile 7 = 9.000 € (Werte für 2018).
Angaben zur unterstützten Person - Zeilen 31 bis 54
Es können im Formular für den einzelnen Haushalt bis zu drei Personen eingetragen werden. Alter, Beruf, Familienstand, Unterhaltsleistungen von dritter Seite, Vermögen und Einkünfte, alle diese Faktoren haben an dieser Stelle steuerliche Bedeutung.
Kindergeld / Kinderfreibeträge
Ein Abzug scheidet aus, wenn in dem betreffenden Kalenderjahr irgend jemand für die unterhaltene Person einen Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge hat (§ 33a Abs. 1 Satz 4 EStG). Mit Kindergeld oder Kinderfreibeträgen ist das Existenzminimum für Kinder gedeckt, eine weitere steuerliche Förderung ist ausgeschlossen.
Andere Personen im selben Haushalt
Lebt der Unterhaltsempfänger zusammen mit anderen Personen im selben Haushalt, die nicht unter die Förderung fallen, wird gleichwohl der Höchstbetrag nach Köpfen aufgeteilt, wenn z. B. eine Person nicht unterhaltsberechtigt ist. Für Ehegatten gibt es eine Sonderregelung. Lesen Sie dazu den Tipp 25.
Der Unterhaltsemfänger muss bedürftig sein. Neben eigenen Einkünften und Bezügen wird auch das vorhandene Vermögen berücksichtigt. Der Unterhaltsempfänger muss zunächst sein eigenes Vermögen einsetzen und verwerten, sofern sein Vermögen nicht als geringfügig einzuschätzen ist. Als geringfügig kann in der Regel ein Vermögen bis zu einem gemeinen Wert (Verkehrswert) von 15.500 € angesehen werden, nach Abzug der darauf entfallenden Verbindlichkeiten.
Dabei bleiben außer Betracht:
1. Vermögensgegenstände, deren Veräußerung offensichtlich eine Verschleuderung bedeuten würde.
2. Vermögensgegenstände, die einen besonderen persönlichen Wert, z. B. Erinnerungswert, für den Unterhaltsempfänger haben oder zu seinem Hausrat gehören, und ein angemessenes Hausgrundstück im Sinne von § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII, wenn der Unterhaltsempfänger das Hausgrundstück allein oder zusammen mit Angehörigen bewohnt, denen es nach seinem Tode weiter als Wohnung dienen soll (Abschn. 33 a 1 Abs. 2 Satz 4 EStR).
Eigene Arbeitskraft
Bei der Prüfung der Bedürftigkeit wird gefordert, dass Unterhaltsempfänger im erwerbsfähigen Alter (bis 65 Jahre) alle zur Verfügung stehenden Einnahmequellen ausschöpfen. Dazu gehört auch die eigene Arbeitskraft. Der Fiskus spricht von Erwerbsobliegenheit. Wer seiner Erwerbsobliegenheit nicht nachkommt, gilt nicht als bedürftig. Das Alter des Unterhaltsempfängers ergibt sich aus seinem Geburtsdatum (Zeile 4 der Anlage Unterhalt).
Hierbei unterscheidet der Fiskus indessen zwischen im Inland und im Ausland lebenden Unterhaltsempfängern.
Bei Unterhaltsempfängern, die im Inland leben und die dem Grunde nach gesetzlich unterhaltsberechtigt sind, ist die Erwerbsobliegenheit nicht zu prüfen (BFH 18.5.2006, III R 26/05). Dazu im Einzelnen BMF – Schreiben vom 7.6.2010, IV C 4 - S 2285/07/0006 / Unterhaltsaufwendungen, Inland.
Bei Unterhaltsempfängern, die im Ausland leben, wird die Erwerbsobliegenheit hingegen geprüft (§ 33a Abs. 1 Satz 6 EStG). Dazu im Einzelnen BMF – Schreiben vom 7.6.2010, IV C 4 - S 2285/07/0006 / Unterhaltsaufwendungen, Ausland.
Hat die unterhaltene Person eigene Einkünfte oder Bezüge, so sind diese vom Höchstbetrag von 9.000 € (Wert für 2018) abzuziehen, aber nur, soweit diese den Betrag von 624 € im Kalenderjahr übersteigen, sowie um die von der unterhaltenen Person als Ausbildungshilfe aus öffentlichen Mitteln oder von Förderungseinrichtungen bezogenen Zuschüsse.
Außerdem ist die so genannte Opfergrenze zu beachten. Dies bedeutet: Die Unterhaltsleistungen müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum Einkommen des Steuerzahlers stehen. Dem Steuerzahler müssen nach Abzug seiner Aufwendungen genügend Mittel zur Bestreitung des Lebensbedarfs für sich und seine engere Familie verbleiben.
Die Opfergrenze wird im Finanzamt automatisch berechnet. Aufwendungen für den Unterhalt werden nur anerkannt, soweit sie einen bestimmten Prozentsatz des Nettoeinkommens (die Opfergrenze) des Steuerzahlers nicht übersteigen. Die Opfergrenze beträgt 1 % je volle 500 € des Nettoeinkommens, höchstens 50 %, und ist um je 5 %-Punkte für den (ggf. auch geschiedenen) Ehegatten und für jedes Kind, für das der Steuerzahler Freibeträge für Kinder oder Kindergeld erhält, zu kürzen, höchstens um 25 %-Punkte. Nur bis zu dieser Grenze werden Unterhaltsleistungen steuerlich überhaupt berücksichtigt.
Ein alleinstehender Steuerzahler unterstützt sein mittelloses Kind. Bei einem Nettoeinkommen von 15.000 € kann er höchstens 4.500 € absetzen. Berechnung: Nettoeinkommen 15.000 € : 500 € = 30 % von 15.000 € = 4 .500 €.