Source: http://www.jurablogs.com/2014/11/27/lichtensteinische-vermoegensverwaltung-und-deutscher-gerichtsstand
Timestamp: 2017-12-15 06:53:20
Document Index: 244510577

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 312', '§ 29', '§ 312', '§ 29', '§ 312', '§ 29', '§ 29', '§ 40', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 40']

Nach § 29c Abs. 1 Satz 1 ZPO1 ist für Klagen aus Haustürgeschäften im Sinne des § 312 BGB2 das Gericht zuständig, in dessen Bezirk der Verbraucher zur Zeit der Klageerhebung seinen Wohnsitz, in Ermangelung eines solchen seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (jetzt: besonderer Gerichtsstand für Klagen aus außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen; siehe jeweils § 29c Abs. 1 Satz 1 ZPO und § 312b BGB3).
Der Anwendungsbereich des § 29c ZPO ist eröffnet, wenn der Kläger geltend macht, dass ein Haustürgeschäft im Sinne des § 312 BGB vorliege4.
Bei der Klage eines Verbrauchers aus einem Haustürgeschäft nach § 29c Abs. 1 Satz 1 ZPO aF ist – anders als bei Klagen gegen den Verbraucher nach § 29c Abs. 1 Satz 2 ZPO – kein ausschließlicher Gerichtsstand gegeben5. Der streitgegenständlichen Gerichtsstandsvereinbarung steht daher nicht § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO entgegen6.
Der Gerichtsstand für Klagen des Verbrauchers ist in § 29c Abs. 1 Satz 1 ZPO als besonderer Gerichtsstand ausgestaltet, um dem Verbraucher zugleich die Möglichkeit zu erhalten, am allgemeinen Gerichtsstand der anderen Vertragspartei und am Erfüllungsort zu klagen7. Die Ausgestaltung des § 29c Abs. 1 Satz 1 ZPO als besonderer Gerichtsstand bedeutet indes nicht, dass Gerichtsstandsvereinbarungen, durch die dieser Gerichtsstand derogiert wird, gesetzlich nicht begrenzt beziehungsweise ausgeschlossen sein können. Letzteres erfolgt in § 29c Abs. 3 ZPO. Nach dieser Vorschrift ist die streitgegenständliche Gerichtsstandsvereinbarung unzulässig.
Nach § 29c Abs. 3 ZPO ist eine von § 29c Abs. 1 ZPO abweichende Vereinbarung zulässig für den Fall, dass der Verbraucher nach Vertragsschluss seinen Wohn- oder Aufenthaltsort ins Ausland verlegt oder sein Wohn- und Aufenthaltsort im Zeitpunkt der Klageerhebung nicht bekannt ist. Die Vorschrift erlaubt damit für den von ihr genannten Fall in Abweichung von § 29c Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr ...
Veröffentlicht November 27, 2014 5:37am im Blog Rechtslupe.
Vermögensverwaltung, Haustürgeschäft, Gerichtsstandsvereinbarung, Kapitalanlage Und Bankrecht