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Timestamp: 2020-01-19 07:15:03
Document Index: 23178654

Matched Legal Cases: ['§ 124', '§ 124', '§ 29', '§ 2', '§ 29', '§ 14', '§ 30', '§ 22', '§ 29', '§ 29', '§ 34', '§ 4', '§ 29', '§ 34']

Rechtsprechung: NVwZ 1993, 985 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 03.12.1992
https://dejure.org/1992,1253
BVerwG, 03.12.1992 - 4 C 26.91 (https://dejure.org/1992,1253)
BVerwG, Entscheidung vom 03.12.1992 - 4 C 26.91 (https://dejure.org/1992,1253)
BVerwG, Entscheidung vom 03. Dezember 1992 - 4 C 26.91 (https://dejure.org/1992,1253)
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Außenwerbung - Hauptnutzung
Baurecht; Außenwerbung im reinen Wohngebiet
VG Stuttgart, 20.11.1990 - 6 K 3339/89
BauR 1993, 319
Eine Divergenz gemäß § 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO zu den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Dezember 1992 (4 C 26/91 NVwZ 1993, 985 und 4 C 27/91 NVwZ 1993, 983), vom 7. Juni 2001 (NVwZ 2002, 90) sowie vom 8. März 1995 (BRS 57 Nr. 176) und zu dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs vom 7. Juli 2004 (Az. 26 B 03.2798) wurde nicht den Anforderungen von § 124 a Abs. 4 Satz 4 VwGO entsprechend dargelegt und ist auch nicht ersichtlich.
In seinem Urteil vom 3. Dezember 1992 (4 C 26/91, a.a.O.) stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass es sich bei Werbeanlagen der Außenwerbung um bauliche Anlagen i.S.d § 29 BauGB mit städtebaulicher Relevanz handeln kann und dass sie entweder als Nebenanlagen oder als eigenständige Hauptnutzung (§§ 2 ff., 14 BauNVO) zu beurteilen sind.
Eine städtebauliche Relevanz der einzelnen Anlage ist dementsprechend dann anzunehmen, wenn sie gerade in ihrer gedachten Häufung das Bedürfnis nach einer ihre Zulässigkeit regelnden verbindlichen Planung hervorruft (BVerwG, Urt. v. 3.12.1992 - 4 C 26.91 - NVwZ 1993, 985).
Denn durch das Gebäude, auf dem sie angebracht sind, besitzen sie doch mittelbar eine ortsfeste Verbindung zum Erdboden (ebenso zum bauplanungsrechtlichen Begriff der baulichen Anlage, BVerwG, Urteile vom 3.12.1992 - 4 C 27.91 - und - 4 C 26.91 -, BRS 54 Nr. 126 und Nr. 127; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 12.7.1991 - 8 S 838/91 -, BRS 52 Nr. 130).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes (…Urt. v. 03.12.1992 - 4 C 27.91 -, BRS 54 Nr. 126; Urt. v. 03.12.1992 - 4 C 26.91 -, BRS 54 Nr. 127) gehören Werbeanlagen weder allein dem bundesrechtlichen Bauplanungsrecht noch allein dem landesrechtlichen Bauordnungsrecht an.
Erforderlich ist insoweit eine bautechnische Betrachtungsweise (vgl. BVerwG, Urteile v. 03.12.1992 - 4 C 27.91 - und - 4 C 26.91 -, a.a.O.).
Gleichwohl hat die Klägerin keinen Anspruch auf die Erteilung der beantragten Baugenehmigung, denn die zur Genehmigung gestellte Werbeanlage ist ein Vorhaben i.S.d. § 29 Abs. 1 BauGB und keine Nebenanlage i.S.d. § 14 BauNVO (vgl. BVerwG, Urteil vom 03.12.1992 - 4 C 26.91 -, BauR 1993, 319; Urteil vom 15.12.1994 - 4 C 19.93 -, NVwZ 1995, 897 = BauR 1995, 506) und verstößt gegen § 30 Abs. 1 BauGB i.V.m. § 22 Abs. 3 BauNVO, nämlich die Festsetzung der geschlossenen Bauweise in dem vorgenannten Bebauungsplan.
Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 03.12.1992 - 4 C 27.91 -, BVerwGE 91, 234 = NVwZ 1993, 983; Urteil vom 03.12.1992 - 4 C 26.91 -, NVwZ 1993, 985;… zustimmend Schlichter in Berliner Kommentar zum BauGB, 2. Auflage 1995, § 29 Rn. 8;… Battis/Krautzberger/Löhr, a.a.O., § 29 Rn. 13) zur Anbringung von Werbeanlagen der Fremdwerbung am Giebel eines Anwesens.
Vorliegend ist allein problematisch, ob sich das Vorhaben, das unabhängig von einer mehr oder weniger störenden Wirkung als gewerbliche Hauptnutzung einzustufen ist (BVerwG vom 03.12.1992 - 4 C 26.91 - BauR 1993, 319 = Buchholz 406.11 § 34 BauGB Nr. 153 = NVwZ 1993, 985 = BRS 54 Nr. 127), seiner Art nach in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt.
Entspricht die nähere Umgebung einem allgemeinen Wohngebiet (§ 4 BauNVO), schließt das die Zulässigkeit einer Fremdwerbeanlage regelmäßig aus (BVerwG vom 03.12.1992, a.a.O.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (…siehe Urt. v. 03.12.1992 - 4 C 27.91 -, DVBl. 1993, 439; auch Urt. v. 03.12.1992 - 4 C 26.91 -) gehören Werbeanlagen weder allein dem bundesrechtlichen Bauplanungsrecht noch allein dem landesrechtlichen Bauordnungsrecht an.
Eine Anlage der Außenwerbung, die bauliche Anlage im Sinne des § 29 Satz 1 BauGB ist und Fremdwerbung zum Gegenstand hat, kann als eigenständige Hauptnutzung gemäß § 34 Abs. 1 BauGB unzulässig sein, wenn sie sich nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt (BVerwG, U. v. 03.12.1992 - 4 C 27.91 - BRS 54 Nr. 126; U. v. 03.12.1992 - 4 C 26.91 - BRS 54 Nr. 127).