Source: https://www.bs-legal.de/familienrecht/vermoegensnachfolge-erben-vererben/
Timestamp: 2020-02-27 16:50:22
Document Index: 199396745

Matched Legal Cases: ['§ 1922', '§ 1922', '§ 1931', '§ 1931', '§ 1924', '§ 1933']

Vermögensnachfolge: Erben & Vererben | BS LEGAL
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Richtig Vererben: gesetzliche und gewillkürte Erbfolge
Mit dem Tode einer Person geht deren Vermögen auf eine oder mehrere Personen (Erben) über, vgl. § 1922 Abs. 1 BGB. Die gesetzliche Erbfolge ist in den §§ 1922 - 1941 BGB geregelt.
Gesetzliche Erben erster Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers. Kinder erben zu gleichen Teilen. Sind Kinder und Enkelkinder vorhanden, so erben nur die Kinder.
Gesetzliche Erben zweiter Ordnung sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge. Leben zur Zeit des Erbfalls die Eltern, so erben sie allein und zu gleichen Teilen. Lebt zur Zeit des Erbfalls der Vater oder die Mutter nicht mehr, so treten an die Stelle des Verstorbenen dessen Abkömmlinge. Wenn Abkömmlinge nicht vorhanden sind, so erbt der überlebende Elternteil allein.
Das BGB kennt noch eine dritte Ordnung von Erben. Dies sind die Großeltern und deren Abkömmlinge.
Das gesetzliche Erbrecht in der Zugewinngemeinschaft
Ist der Erblasser im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet und hat er kein Testament errichtet, so bestimmt sich die Erbfolge danach, welche weiteren Verwandten des Erblassers bei dessen Tod vorhanden sind.
Neben Verwandten der ersten Ordnung (Abkömmlinge des Erblassers), erbt der Ehegatte gem. § 1931 Abs. 1 BGB ein Viertel. Leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, erhöht sich der Erbanspruch um ein weiteres Viertel, §§ 1931 Abs. 1, Abs. 3 BGB. Insgesamt beträgt der Erbteil des Ehegatten neben den Kindern die Hälfte des Nachlasses. Dieser Erbteil ist als unabhängig von der Anzahl der Kinder. Die Kinder sind zu gleichen Teilen Erben des restlichen Vermögens, § 1924 Abs. 1 BGB.
Die Trennung der Ehepartner hat keinerlei Auswirkungen auf das gesetzlich Ehegattenerbrecht. Erst mit Rechtskraft der Scheidung endet das gesetzliche Ehegatten- und Pflichtteilsrecht.
Dieser Zeitpunkt wird in Ausnahmefällen vorverlagert: Das Erbrecht des überlebenden Ehegatten ist ausgeschlossen, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Das Gleiche gilt, wenn der Erblasser berechtigt war, die Aufhebung der Ehe zu beantragen, und den Antrag gestellt hatte, vgl. § 1933 BGB. Es ist daher sinnvoll, einer Scheidung umgehend zuzustimmen oder eigenen Scheidungsantrag zu stellen. Die Scheidung gilt als beantragt, sobald der Antrag rechtshängig geworden, also dem Ehegatten zugestellt worden ist. Der Eingang des Antrags bei Gericht reicht nicht aus.
Die gewillkürte Erbfolge: Testament und Erbverträge
Viele Ehegatten möchten sich zu alleinigen Erben einsetzen. Die Kinder sollen erst dann erben, wenn beide Ehegatten verstorben sind. Dies ist nur möglich, wenn Sie ein Testament oder einen Erbvertrag errichten. Damit wird die gesetzliche Erbfolge ausgeschlossen und der Wille des Erblassers erhält Vorrang.
Ehegatten können durch Einzeltestamente, durch gemeinschaftliche Testamente oder durch Erbverträge von Todes wegen verfügen.
Die jeweiligen Verfügungsarten bieten Vor-und Nachteile. Gerne sind wir Ihnen bei der Formulierung Ihres Testaments oder Erbvertrags behilflich, damit Sie und Ihr Ehegatte sicher gehen können, dass Ihre gewünschte Erbfolge eintritt. Als Team aus Rechtsanwälten und Steuerberatern klären wir Sie auch darüber auf, wie Sie die Steuerlast so gering wie möglich halten.
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