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Timestamp: 2013-06-19 01:40:27
Document Index: 347757596

Matched Legal Cases: ['§ 558', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 558', '§ 558', '§ 558', 'BGH']

Mieterhöhung und Wohnfläche - RAin Paschen | Rechtsanwalt Kanzlei Neuruppin, DR. FURMANEK GOLLAN KRANE
Mieterhöhung und Wohnfläche - RAin Paschen
Furmanek	Einer Mieterhöhung nach § 558 BGB ist die vereinbarte Wohnfläche zugrunde zu legen, wenn die tatsächliche Wohnfläche zum Nachteil des Mieters um nicht mehr als 10 % davon abweicht.
In dem von BGH entschiedenen Fall war die Wohnung eines Mieters tatsächlich 51,03 m² groß. Im Mietvertrag war angegeben, dass die Fläche 55,75 m² betrage. Der Vermieter macht eine Mieterhöhung geltend und geht bei der Berechnung von der vereinbarten größeren Wohnfläche von 55,75 m² aus. Die Parteien streiten darüber, ob die vereinbarte oder die tatsächliche Wohnfläche zugrunde zu legen ist.
Der BGH geht davon aus, dass die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche von 55,75 m² und nicht die geringere tatsächliche Wohnfläche von 51,03 m² maßgeblich ist. Zur Begründung führt der BGH aus:
„In der Angabe der Wohnfläche im Mietvertrag liegt nach der Rechtsprechung des Senats eine Beschaffenheitsvereinbarung, die auch für die Beurteilung einer Mieterhöhung nach § 558 BGB maßgeblich ist, wenn die Flächenabweichung - wie hier - nicht mehr als 10 % beträgt (Senatsurteile vom 7. Juli 2004 - VIII ZR 192/03, NZM 2004, 699, unter II 1, sowie vom 23. Mai 2007 - VIII ZR 138/06, NJW 2007, 2626, Tz. 17 f. ). In der Entscheidung vom 7. Juli 2004 ging es um eine Abweichung von mehr als 10 %; der Senat hat aus diesem Grund einen Anspruch des Mieters auf Erstattung überzahlter Miete bejaht, weil der Mieterhöhung zu Unrecht die überhöhte vereinbarte Wohnfläche zugrunde gelegt worden war. In dem der Entscheidung vom 23. Mai 2007 zugrunde liegenden Sachverhalt war die tatsächliche Wohnfläche - unterhalb der Grenze von 10 % - größer als die vereinbarte Wohnfläche, so dass sich die Verbindlichkeit der geringeren Größe zum Nachteil des Vermieters auswirkte. Vorliegend geht es hingegen um die Frage, ob sich auch der Mieter bei der Mieterhöhung nach § 558 BGB an einer für ihn nachteiligen, aber im Rahmen der Toleranzgrenze von 10 % liegenden Wohnflächenvereinbarung festhalten lassen muss. Dies hat das Berufungsgericht zutreffend bejaht. Entgegen der Auffassung der Revision ist die Beschaffenheitsvereinbarung der Parteien über die Wohnfläche auch für diesen Fall maßgebend.
Auch der Mieter muss sich deshalb - innerhalb der Toleranzgrenze - an einer Wohnflächenvereinbarung im Rahmen eines Mieterhöhungsverfahrens nach § 558 BGB in gleicher Weise wie der Vermieter festhalten lassen. Erst bei einer Differenz von mehr als 10 % ist es dem davon jeweils nachteilig betroffenen Vertragspartner nicht mehr zumutbar, an der Vereinbarung festzuhalten, und ist infolge dessen die tatsächliche Wohnfläche maßgeblich.“
(BGH, Urteil vom 08.07.2009 zum Aktenzeichen: VIIIZR 205/08)
Nach wie vor ist Mietern zu empfehlen, auch in Hinblick auf das Bestehen etwaiger Minderungsrechte zu überprüfen, ob die im Mietvertrag benannte Wohnfläche tatsächlich auch vorhanden ist.Für weitere Informationen steht zur Verfügung: RAin Paschen