Source: https://www.juracademy.de/strafrecht-bt1/freiheitsdelikte/4-teil-freiheitsdelikte/f-exkurs-widerstand-gegen-und-taetlicher-angriff-auf-vollstreckungsbeamte-113-bis-115/ii-widerstand-gegen-vollstreckungsbeamte-113/4-besonders-schwere-faelle-gem-113-abs-2.html
Timestamp: 2019-02-18 03:29:43
Document Index: 353838876

Matched Legal Cases: ['§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 244', '§ 244', '§ 113', '§ 226', '§ 224']

4. Besonders schwere Fälle gem. § 113 Abs. 2
Strafrecht Besonderer Teil 1 - 4. Besonders schwere Fälle gem. § 113 Abs. 2
Kursangebot | Grundkurs Strafrecht BT I | 4. Besonders schwere Fälle gem. § 113 Abs. 2
Nach der Ziffer 1 liegt ein besonders schwerer Fall in der Regel vor, wenn „der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt“. Da auch hier das Bei-Sich-Führen ausreicht, haben Sie in der Klausur an dieser Stelle bzgl. der Definition des gefährlichen Werkzeugs die gleichen Probleme wie bei den §§ 244 Abs. 1 Nr. 1a und 250 Abs. 1 Nr. 1a. Wir verweisen insofern auf unsere Ausführungen zu diesem Problem im Skript „Strafrecht BT II“.
Anders als bei den §§ 244 und 250 gibt es hier allerdings keinen minder schweren Fall, mit welchem Grenzfälle angemessen berücksichtigt werden könnten. Allerdings ist § 113 Abs. 2 eine Strafzumessungsnorm, bei welcher das erkennende Gericht ein Ermessen hat, d.h. der besonders schwere Fall kann sogar dann abgelehnt werden, wenn die Voraussetzungen einer der Ziffern vorliegen.
Bei der gem. Ziffer 2 erforderlichen Gefahr des Todes oder der schweren Gesundheitsschädigung muss es sich um eine konkrete Gefahr handeln, also um einen Zustand, bei dem es nur noch vom „rettenden“ Zufall abhängt, ob die Gefahr in eine Verletzung umschlägt. Unter einer schweren Gesundheitsschädigung ist eine solche zu verstehen, die mit den Schädigungen des § 226 vergleichbar ist.
Wessels/Hettinger/Engländer SR BT 1 Rn. 350.
Gem. Ziffer 3 liegt ein besonders schwerer Fall vor, wenn die Tat gemeinschaftlich begangen wird. Die gemeinschaftliche Begehung wird wie in § 224 Abs. 1 Nr. 4 im Sinne eines örtlich-räumlichen Zusammenwirkens verstanden.