Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20U%201236/04
Timestamp: 2019-03-18 18:40:54
Document Index: 254309499

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 17', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17']

OLG Koblenz, 04.10.2005 - 12 U 1236/04 - dejure.org
§ 7 Abs 2 StVG, § 17 StVG, § 2 Abs 2 StVO
Haftungsverteilung bei einem Unfall aufgrund übermäßiger Bremsreaktion wegen eines entgegenkommenden Lastzuges
Anspruch auf Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall; Bestimmung des Begriffs eines "unabwendbaren Ereignisses"; Sachgemäßes und geistesgegenwärtiges Handeln über den Maßstab der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hinaus als Voraussetzung für die Vermeidbarkeit eines Unfalls; Annahme der Unabwendkarkeit eines Unfalls bei einer übermäßigen Bremsreaktion; Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung; Bewertung von Schockreaktionen bei einem Unfallereignis
Begegnungsschaden - Prüfung der Unabwendbarkeit
Verkehrsrecht - Übermäßige Bremsreaktion - kein unabwendbares Ereignis
LG Mainz, 16.09.2004 - 1 O 377/02
NJW-RR 2006, 94
NZV 2006, 201
Wenn aber z.B. ein Fahrer eine überzogene Bremsreaktion verursacht, war er in der eigentlichen Kollisionslage auch nicht mehr in der Situation eines "Idealfahrers" (OLG Koblenz, NJW-RR 2006, Seiten 94 f. = OLG-Report 2006, Seiten 336 ff.).
Gefordert wird nicht absolute Unvermeidbarkeit, sondern ein an durchschnittlichen Verhaltensanforderungen gemessenes ideales, also überdurchschnittliches Verhalten (BGH NJW 1986, 183; OLG Koblenz NZV 2006, 201), welches sachgemäß, geistesgegenwärtig und über den gewöhnlichen und persönlichen Maßstab hinausgeht, wobei alle möglichen Gefahrenmomente zu berücksichtigen sind (BGH 113, 164).
Hierzu gehört ein sachgemäßes, geistesgegenwärtiges Handeln erheblich über den Maßstab der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hinaus (vgl. etwa OLG Koblenz, NZV 2006, 201, 202;… Heß, in: Burmann/Heß/Jahnke/Janker, Straßenverkehrsrecht, 21. Aufl., § 17 StVG Rn. 8).
Der Unfall muss also auch bei der äußerst möglichen Sorgfalt unvermeidbar gewesen sein (vgl. BGH NZV 2005, 305; OLG Koblenz NZV 2006, 201).
Hierbei kommt es nicht nur darauf an, wie ein "Idealfahrer" in der konkreten Gefahrensituation reagiert hätte, sondern auch darauf, ob ein "Idealfahrer" überhaupt in eine solche Gefahrenlage geraten wäre (BGH NJW 1992, 1684; OLG Koblenz NZV 2006, 201).
Gemessen an den in der Rechtsprechung anerkannten Maßstäben (vgl. bereits oben, etwa BGH NJW 1992, 1684; OLG Koblenz NZV 06, 201), an denen sich auch das hiesige Gericht orientiert, kann sich der Fahrer des landwirtschaftlichen Gefährts (und so auch die Beklagte) hier nicht darauf berufen, in dieser Situation "ideal" gehandelt zu haben.
Vom Idealfahrer wird eine Fahrweise verlangt, die auf Grund allgemeiner Erfahrung geeignet ist, Gefahrensituationen nach Möglichkeit zu vermeiden (BGH NJW 1992, 1684, 1685; OLG Koblenz NZV 2006, 201, 202).
Hierbei kommt es nicht nur darauf an, wie ein Idealfahrer in der konkreten Gefahrensituation reagiert hätte, sondern auch darauf, ob ein Idealfahrer überhaupt in eine solche Gefahrenlage geraten wäre (vgl. BGH NJW 1992, 1684; OLG Koblenz NZV 2006, 201).
Es reicht aus, dass der Unfall auch bei der äußersten möglichen Sorgfalt nicht abgewendet werden kann (OLG Koblenz NZV 06, 201).
Dabei kommt es allerdings nicht nur darauf an, wie ein "Idealfahrer" in der konkreten Gefahrensituation reagiert hätte, sondern auch darauf, ob ein "Idealfahrer" überhaupt in eine solche Gefahrenlage geraten wäre (vgl. BGH , NJW 1992, 1684; OLG Koblenz , NZV 2006, 201;… Burmann/ Heß /Jahnke/Janker, Straßenverkehrsrecht, 23. Aufl. 2014, StVG, § 17 Rn. 8).
LG Landshut, 04.10.2016 - 42 O 458/16
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