Source: https://hilfe.quick-lohn.de/sachbezuege.htm
Timestamp: 2020-07-03 19:43:55
Document Index: 71742046

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 20', '§ 20', '§ 8', '§ 3', '§ 3', '§ 40', '§ 1', '§40']

﻿ Sachbezüge (weitere)
Sachbezüge (weitere)
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Sachbezüge sind Leistungen, die ein Arbeitnehmer anstelle von Geld erhält. Das können z.B eine mietfreie Wohnung, Mahlzeiten, ein PKW, ein Fahrrad oder auch Waren- und Dienstleistungen sein. Dabei wird angenommen, dass diese Dinge dem Arbeitnehmer einen privaten Vorteil verschaffen, wie etwa die private Nutzung eines Firmen-PKWs.
Laut Einkommensteuergesetz sind sämtliche Güter, die einem Arbeitnehmer in Geld oder Geldeswert im Rahmen seiner Tätigkeit zufließen, als Einkommen zu werten. Sämtliche Einnahmen, egal ob es Sach- oder Geldbezüge sind, sind steuerpflichtig. Einige wenige Zuwendungen kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfrei zuwenden.
Sachbezüge, welche die monatliche Freigrenze von 44,00 € nicht übersteigen, sind steuerfrei. Ein Sachbezug bis zu diesem Wert kann 1x monatlich steuer- und beitragsfrei gewährt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ansonsten fallen Steuer und SV-Beiträge an. Übersteigt die Zuwendung in einem Monat diesen Betrag, werden alle Zuwendungen steuer- und beitragspflichtig.
Für einige Sachbezüge, etwa Mahlzeitengestellung und freie Unterkunft durch den Arbeitgeber, gibt es amtliche Sachbezugswerte. Diese können Sie den jährlich neu veröffentlichten amtlichen Bekanntmachungen entnehmen. Der Ansatz des Sachbezugswert ist zwingend. Die 44-Euro-Freigrenze kann hier nicht angewendet werden.
Sachbezüge, für die kein amtlicher Sachbezugswert festgelegt wurde, werden mit den üblichen Endpreisen am Abgabeort (gemindert mit den üblichen Preisnachlässen) der Besteuerung unterzogen. Für einige Sachbezüge hat das Bundesministerium der Finanzen eine alternative Pauschalbesteuerung zugelassen (§ 40 EStG). So dürfen beispielsweise Mahlzeiten, Erholungsbeihilfen, die Überlassung von Datenverarbeitungsgeräten oder ein Zuschuss zum privaten Internetzugang mit 25% pauschal besteuert werden. Der Arbeitgeber kann z.B. die unentgeltliche oder verbilligte Beförderung und auch die Erstattung der Pauschale für den Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte pauschal versteuern. Hier sind dann nur 15% Pauschalsteuer fällig. Die pauschalen Steuern trägt allein der Arbeitgeber.
Sachbezüge gelten nicht für Dienstreisen/Reisekostenerstattungen. Lesen Sie dazu auch unsere > Häufige Frage zum Thema Verpflegungsmehraufwand
Steuerpflichtige Sachbezüge behandeln wir hier
Die wichtigsten steuerfreien Sachbezüge
Sachbezüge sind steuerfrei, wenn die Leistungen freiwillig und zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden.
Sachbezüge an Arbeitnehmer, die die monatliche Freigrenze von 44,00 € nicht übersteigen sind immer steuerfrei. Ein Sachbezug bis zu diesem Wert kann 1x monatlich steuer- und beitragsfrei gewährt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, fallen Steuer und SV-Beiträge an. Übersteigt die Zuwendung in einem Monat diesen Betrag werden alle Zuwendungen steuer- und beitragspflichtig.
Erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Steuerberater über die genauen Modalitäten.
Aktivieren oder Legen Sie sich die entsprechende Lohnart im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten neu an. > neue Lohnart aktivieren / anlegen
Arten der steuerfreien Sachbezüge
•Kindergartenzuschuss
Steuer- und beitragsfrei sind Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen (z.B. Tagesmutter).
Der Arbeitgeber darf die monatlichen Gesamtkosten für Unterbringung, Betreuung und Verpflegung komplett steuer- u. beitragsfrei erstatten (Barzuschuss).
Barzuschüsse sind nur dann steuer- und beitragsfrei, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die zweckentsprechende Verwendung nachgewiesen hat. Der Arbeitgeber hat die Nachweise im Original als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren.
Der Arbeitgeber kann den Zuschuss an seine Arbeitnehmer oder an die Betreuungseinrichtung direkt bezahlen.
Der Kinderbetreuungsbeitrag wird nicht bei der 44-EUR-Freigrenze mit einbezogen
•Gesundheitsfördernde Maßnahmen
Gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Massagen, Rückenschule o.ä. können bis zu 600,00 € (bis 2019 500,00 €) pro Mitarbeiter im Jahr übernommen werden. Die Förderung eines Mitgliedsbeitrags im Fitnessstudios oder Sportvereins ist hingegen leider nicht förderfähig.
Begünstigte Maßnahme: Welche Maßnahmen begünstigt werden, entscheiden die jeweils zuständigen Finanzämter. Die Leistungen des Arbeitgebers müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielsetzung den Anforderungen der §§ 20 und 20b Sozial-gesetz-buch V genügen. Sie sind im „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbands beschrieben. Neu ab 2019 kam hinzu, dass ab 1. Januar 2019 eine Zertifizierung für die Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken (verhaltensbezogene Prävention) entsprechend § 20 Abs. 2 und 5 des SGB V erforderlich ist.
Der Betrag von 600,00 € ist ein Freibetrag, keine Freigrenze. Überschreitet die Leistung des Arbeitgebers also diesen Betrag, so ist lediglich der übersteigende Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Praxis-Tipp: Sind die gesundheitsfördernden Maßnahmen von „überwiegendem betrieblichen Interesse“, bleibt auch der überschreitende Betrag lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.
Diese steuerfreien Leistungen werden nicht auf die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44,00 € (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG) angerechnet. Die Maßnahmen im Sinne des § 3 Nr. 34 EStG sind steuerfrei.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden nicht bei der Berechnung der 44-EUR-Freigrenze berücksichtigt
Das Jobticket, welches zusätzlich zum geschuldeten Entgelt vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird, ist ab 2019 wieder steuerfrei. Die Steuerbegünstigung gilt auch für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Die steuerfreien Leistungen mindern den bei der Steuererklärung als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag (0,30 € je Entfernungskilometer und Arbeitstag). Dadurch soll eine Überbegünstigung gegenüber denjenigen verhindert werden, die die betreffenden Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen bezahlen. Zum Nachweis ist das Jobticket in der Lohnsteuerbescheinigung im KZ 17 gemeldet werden. Aktivieren Sie die steuerfreie Lohnart Jobticket im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten. > neue Lohnart aktivieren / anlegen
•Warengutscheine, Tankgutscheine
Ein bei einem Dritten einzulösender Warengutschein ist nur dann ein Sachbezug, wenn die Ware nach Art und Menge konkret bezeichnet ist (z.B. Benzin für 30,00 €, 20 Liter Diesel). Es darf nur den Gutschein geben, nicht das Wahlrecht zwischen Gutschein und Barlohn. Gutscheine werden in die 44-EUR-Freigrenze mit eingerechnet. Aktivieren Sie die steuerfreie Lohnart Tankgutschein bzw. Gutschein im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten. > neue Lohnart aktivieren / anlegen
•Werkzeuggeld
Ohne Einzelnachweis sind pauschale Entschädigungen für die betriebliche Benutzung eigenen Werkzeugs des Arbeitnehmers bis € 410 (netto ohne Umsatzsteuer) pro Kalenderjahr steuer- und beitragsfrei frei, soweit sie die tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitnehmers für Anschaffung und Instandhaltung nicht übersteigen. Werkzeuge im Sinne § 3 Nr.30 EStG sind nur solche, die einen geringeren Anschaffungspreis als € 410 haben. Bei einem höheren Anschaffungspreis kann es sich laut BFH nicht mehr um Werkzeug als geringwertiges Wirtschaftsgut handeln.
Bei € 410 übersteigenden Beträgen kommt mit Nachweis der Auslagenersatz in Betracht. Pauschaler Auslagenersatz kann mit € 50 pro Monat geleistet werden, wenn die pauschale Abgeltung im Großen und Ganzen den tatsächlichen Aufwendungen entspricht, was anhand der durchschnittlichen Rechnungsbeträge für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten belegt werden kann. Der pauschale Auslagenersatz bleibt grundsätzlich so lange steuerfrei, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern.
Übersicht der Lohnarten (steuerfreie Sachbezüge)
Wenn Sie die entsprechende Lohnart nicht in dieser Tabelle finden, ist diese schon in Quick-Lohn vorhanden. Aktivieren Sie diese Lohnart im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten. > neue Lohnart aktivieren / anlegen
Details (Liste der steuerfreien Lohnarten)
Lohnarten-name
z.B. Gutschein (oder jeder Betrag, der direkt vom Arbeitgeber bezahlt wird.
Berufsgen-Brutto
Versorgungsbrutto
Vormonatsvorgabe
Regelmäßig negativ
SFN-Grundlohn
Fibu-Kontonummer/n
SKR 03*
SKR 04*
* Die Konten sind lediglich ein Vorschlag und können von Ihrer Buchhaltung abweichen. Bitte tragen Sie die entsprechenden, möglicherweise umsatzsteuerpflichtigen Konten ein.
Die wichtigsten steuerpflichtigen Sachbezüge
Um zu beurteilen, ob etwas pauschal besteuert werden darf, lesen Sie bitte § 40 des Einkommensteuergesetzes (EStG).
Um zu beurteilen, ob eine pauschal besteuerte Lohnart sozialversicherungspflichtig ist, lesen Sie bitte § 1 der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV).
Bitte stimmen Sie sich mit Ihrem Steuerberater ab auch über die zu verwendenden Konten.
Spezialfall: Wenn beispielsweise ein Geschäftspartner die Sachzuwendung erhalten hat und diese deshalb keinem Mitarbeiter zugeordnet werden kann, legen Sie einen > fiktiven Mitarbeiter wie unter Gruppenunfallversicherung beschrieben an. Nur die Lohnart ist wie hier beschrieben.
Aktivieren bzw. legen Sie sich die entsprechende Lohnart im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten neu an. > neue Lohnart aktivieren / anlegen
Arten der steuerpflichtigen Sachbezüge
•Mahlzeitengestellung
Die ausführliche Beschreibung finden Sie unter > Mahlzeitengestellung
•Fahrrad- und E-Bike-Nutzung
Die ausführliche Beschreibung finden Sie unter > Firmenfahrrad / E-Bike
•PKW-Nutzung (Firmenfahrzeug)
Die ausführliche Beschreibung finden Sie unter > Firmenfahrzeug
•Fahrten mit dem eigenem PKW - Fahrgeld (pauschal 15%)
Nutzt der Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit seinen eigenen PKW, darf der Arbeitgeber (seit 2009 wieder) einen Zuschuss von 0,30 € je km gewähren und hierauf die pauschale Lohnsteuer in Höhe von 15% übernehmen. Verwenden Sie die Lohnart Nr. 31 "Fahrgeld Pausch.-St" (falls nicht vorhanden, bitte anlegen) und nutzen Sie dazu die Übersicht der Lohnarten für steuerpflichtige Sachbezüge am Ende des Artikels.
•Erholungsbeihilfe (pauschal 25%)
Der Arbeitgeber kann freiwillig als zusätzliche Leistung eine Erholungsbeihilfe zahlen. Diese muss in zeitlichem Zusammenhang mit einem Urlaub oder einer Erholungsmaßnahme stehen, darf aber keinesfalls ein zustehendes Urlaubsgeld ersetzen. Wenn die Beihilfe vom Arbeitgeber pauschal mit 25% versteuert wird, fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Sie sollten nachweisen können, dass die Beihilfe zweckgemäß verwendet wurde (Reisequittung, Hotelrechnung oder schriftliche Bestätigung des Arbeitnehmers).
Jährliche Höchstgrenzen erfragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse.
Wenn Sie solche Leistungen gewähren wollen, legen Sie eine entsprechende Lohnart an. Die Lohnart muss Erholungsbeihilfe heißen, damit Quick-Lohn die korrekte Zuordnung für die DLS-Prüfdatei vornehmen kann. Nutzen Sie dazu die Übersicht der Lohnarten für steuerpflichtige Sachbezüge am Ende des Artikels.
•Telefon-, Computer-, oder Internetkosten (pauschal 25%)
Telefon,- Computer,- Internet-kosten bis zu 50,00 € monatlich kann der Arbeitgeber übernehmen und mit 25% pauschal versteuern, wenn die Kosten des Arbeitnehmers mehr als 600,00 € im Jahr betragen.
Wenn Sie solche Leistungen gewähren wollen, legen Sie jeweils eine Lohnart an. Die Lohnart muss Telefon(-kosten oder Aufwendungen), Computerkosten oder Internetkosten heißen, damit Quick-Lohn die korrekte Zuordnung für die DLS-Prüfdatei des Finanzamtes vornehmen kann. Zum Anlegen der Lohnarten aktivieren Sie diese bitte. Hinweise zur Aktivierung einer neuen Lohnart finden Sie unter > neue Lohnart aktivieren / anlegen.
•Sachzuwendung / Geschenke an einen Mitarbeiter über 44,00 € (pauschal 30%)
Beim Überschreiten der 44-Euro-Freigrenze ist die Steuer und SV-Freiheit für den gesamten Betrag aufgehoben. Aus Vereinfachungsgründen besteht die Pauschalierungsmöglichkeit. Wenn Sie solche Zahlungen gewähren wollen, legen Sie eine Lohnart an (ausführliche Hinweise zum Anlegen einer neuen Lohnart > hier).
Der Lohnartenname lautet z.B. Sachzuwendung pauSt.
•Betriebsfeier
Wenn auf Grund einer Betriebsfeier ein Arbeitslohn oder oder eine besondere Vergütung nach §40 (2) Nr. 2 gezahlt wird kann dieser mit 25% pauschal versteuert werden. Der Lohnartenname muss Betriebsfeier heißen oder den Bestandteil "Betriebs" enthalten, damit Quick-Lohn die korrekte Zuordnung für die DLS-Prüfdatei vornehmen kann
Generell kann ein Arbeitgeber 2 betriebliche Feiern pro Jahr steuerlich geltend machen, eine weitere Feier ist dann komplett steuer und sozialversicherungspflichtig.
Bei Betriebsfeiern gilt ein Freibetrag (seit 2015) von 110,00 € pro Person. Bei der Berechnung werden alle anfallenden Kosten wie z.B. Saalmiete, Hotel und Servicepersonal mit eingerechnet. Aber Achtung: Kostet die Feier z.B. 70,00 € pro Person und Ihr Mitarbeiter Herr Müller bringt noch seine Frau mit, kommt er auf 140,00 € und der übersteigende Betrag von 30,00 € muss entweder individuell oder mit 25% pauschal versteuert werden.
Für die Pauschalversteuerung aktivieren Sie die Lohnart "Betriebsfeier". Hinweise zur Aktivierung einer neuen Lohnart finden Sie unter > neue Lohnart aktivieren / anlegen.
Übersicht der Lohnarten (steuerpflichtige Sachbezüge)
Details (Liste der steuerpflichtigen Lohnarten) Die Lohnarten der PKW-Nutzung und andere nicht häufig genutzte Lohnarten finden Sie im Bereich Stammdatenverwaltung → Lohnarten → F5 zusätzliche Lohnarten aktivieren. Hinweise zur Aktivierung einer neuen Lohnart finden Sie unter > neue Lohnart aktivieren / anlegen.
Sachbezug pauschal versteuert 30%
Mahlzeiten-gestellung 25% pauAG
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