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Timestamp: 2016-10-25 22:55:13
Document Index: 324768028

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 89', 'Art. 91', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE']

9C_382/2012 (25.06.2012)
9C_382/2012
Mit Verf�gung vom 25. Januar 2010 verneinte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Anspruch von A.________ auf eine Rente der Invalidenversicherung.
In Gutheissung der Beschwerde des A.________ hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 19. April 2012 die angefochtene Verf�gung auf und wies die Sache zur Abkl�rung des Sachverhalts im Sinne der Erw�gungen und zur anschliessenden neuen Verf�gung an die IV-Stelle zur�ck.
Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 19. April 2012 sei aufzuheben.
Der angefochtene Entscheid spricht dem Beschwerdegegner ungeachtet des Ergebnisses der von der Vorinstanz als notwendig erachteten Abkl�rungen im Zusammenhang mit der H�ftoperation vom 15. April 2009 ab 1. Februar 2005 bis mindestens Ende Oktober 2009 eine Invalidenrente zu. Die Beschwerde f�hrende IV-Stelle r�gt dies als bundesrechtswidrig (Art. 95 lit. a BGG), wozu sie berechtigt ist (Art. 89 Abs. 1 BGG sowie Art. 91 lit. a und Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG; vgl. BGE 135 V 141).
Die Vorinstanz hat bei der Invalidit�tsbemessung durch Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 2 IVG) bei dem auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (vgl. dazu BGE 124 V 321) ermittelten Invalideneinkommen einen Abzug vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 75 von 10 % vorgenommen. Nach Auffassung der IV-Stelle rechtfertigt sich kein solcher Abzug.
3.1 Ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begr�ndeter) Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, stellt eine vom Bundesgericht frei �berpr�fbare Rechtsfrage dar (Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 E. 4 in fine, nicht publiziert in BGE 135 V 297). Dagegen ist die H�he des (im konkreten Fall grunds�tzlich angezeigten) Abzuges eine Ermessensfrage und daher letztinstanzlich nur bei Ermessens�berschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung korrigierbar (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 39; Urteil 9C_481/2011 vom 30.September 2011 E. 3.2).
3.2.1 Die IV-Stelle weist richtig auf die Rechtsprechung hin, wonach der Umstand, dass ein grunds�tzlich vollzeitlich arbeitsf�higer Versicherter gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsf�hig ist, keinen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt (Urteile 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und 9C_481/2011 vom 30. September 2011 E. 3.1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Ein solcher Sachverhalt ist hier indessen nicht gegeben: Die Vorinstanz ist zwar nur sinngem�ss, aber doch im Sinne einer Feststellung nicht offensichtlich unrichtig und somit f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) davon ausgegangen, der Beschwerdegegner habe ab dem 1. Februar 2005 bis zu einem noch genau zu bestimmenden Zeitpunkt vor der H�ftoperation im April 2009 aus gesundheitlichen Gr�nden nur noch teilzeitlich bei einem Besch�ftigungsgrad von 70 % eine leidensadaptierte T�tigkeit aus�ben k�nnen. Dies rechtfertigt praxisgem�ss einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei M�nnern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut entl�hnt wird als eine Vollzeitt�tigkeit (SVR 2010 IV Nr. 28 S. 87, 9C_708/2009 E. 2.1.1 mit Hinweisen; Urteil 9C_653/2011 vom 16. Dezember 2011 E. 4.4).
3.2.2 In Bezug auf die H�he des Abzugs bringt die IV-Stelle ebenfalls insoweit richtig vor, dass die weiteren von der Vorinstanz angef�hrten Umst�nde (fehlende Flexibilit�t quantitativer und qualitativer Art, Gefahr �berproportionaler Krankheitsabsenzen) grunds�tzlich nicht als abzugsrelevant anerkannt werden k�nnen (vgl. SVR 2010 IV Nr. 28 S. 87, 9C_708/2009 E. 2.3.3). Zu beachten ist indessen, dass gem�ss den einschl�gigen Tabellen der durchschnittliche Lohn bei einer vom Anforderungsprofil und den beruflichen Voraussetzungen in Betracht fallenden Teilzeitt�tigkeit von 70 % verglichen mit dem Verdienst bei einem Vollzeitpensum rund 9 % tiefer ist (SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109, 9C_ 721/2010 E. 4.2.2.2; vgl. auch Urteil 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011 E. 5.2). Im Weitern sind dem Beschwerdegegner zwar k�rperlich leichte, wechselbelastende, vorwiegend eher sitzende T�tigkeiten zu 70 % zumutbar. Er leidet jedoch an Schwerh�rigkeit, wahrscheinlich bedingt durch langj�hrige L�rmbelastung am Arbeitsplatz, was gegen�ber gesunden Arbeitnehmern doch eher ein Nachteil sein d�rfte. Insgesamt kann die vorinstanzliche K�rzung des Tabellenlohnes um 10 % - jedenfalls im Ergebnis - nicht als rechtsfehlerhaft (ermessensmissbr�uchlich; vorne E. 3.1) bezeichnet werden.
3.3 Die vorinstanzliche Invalidit�tsbemessung ist weiter nicht bestritten. Es besteht kein Anlass zu einer n�heren Pr�fung.