Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202012,%20733
Timestamp: 2019-06-25 20:49:15
Document Index: 305467298

Matched Legal Cases: ['§ 169', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 1600', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 183', '§ 183']

OLG Oldenburg, 18.11.2011 - 13 UF 148/11 - dejure.org
OLG Oldenburg, 18.11.2011 - 13 UF 148/11
https://dejure.org/2011,10280
OLG Oldenburg, 18.11.2011 - 13 UF 148/11 (https://dejure.org/2011,10280)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 18.11.2011 - 13 UF 148/11 (https://dejure.org/2011,10280)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 18. November 2011 - 13 UF 148/11 (https://dejure.org/2011,10280)
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FamFG § 169 Nr. 1; FamFG § 81 Abs.
Voraussetzungen für eine Beteiligung der Kindesmutter an den gerichtlichen Kosten der Vaterschaftsfeststellung
Das Vaterschaftsgutachten zahlt in der Regel der Vater
Abstammungsverfahren - Wer trägt Gerichtskosten?
AG Meppen, 22.08.2011 - 20 F 96/11
FamRZ 2012, 733
Dabei ist zwischen den Gerichtskosten einerseits und den Aufwendungen der Beteiligten andererseits zu unterscheiden (vgl. OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, 13 UF 148/11, FamRZ 2012, 733; OLG Celle, Beschluss vom 26.4.2010, 15 UF 40/10, FamRZ 2010, 1840, beide zitiert nach juris;… Zimmermann in Keidel, FamFG, 16. Aufl., § 81, Rdnr. 8;… Feskorn in Prütting/Helms, FamFG, § 81, Rdnr. 9f.).
Macht der Vater eine Anerkennung seiner Vaterschaft nämlich trotz der für seine Vaterschaft streitenden gesetzlichen Vermutung des § 1600 d Abs. 2 Satz 1 BGB von der vorherigen Einholung eines Abstammungsgutachtens abhängig, muss er die hiermit verbundenen Kosten tragen und hat - jedenfalls dann, wenn das eingeholte Gutachten seine Vaterschaft beweist - keine Regressmöglichkeit gegen die Mutter (so auch OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, 13 UF 148/11, FamRZ 2012, 733, zitiert nach juris).
Es kann dabei dahingestellt bleiben, ob dem Antrag stellenden minderjährigen Kind nach § 81 Abs. 3 FamFG ohnehin keine Gerichtskosten auferlegt werden dürfen (so OLG Brandenburg, Beschluss vom 5.7.2012, 9 WF 147/12, FamFR 2012, 425; OLG Schleswig, Beschluss vom 27.1.2012, 10 WF 237/11, OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, 13 UF 148/11, FamRZ 2012, 733; OLG Stuttgart, Beschluss vom 13.4.2011, 17 UF 82/11, FamRZ 2011, 1751; OLG Celle, Beschluss vom 26.4.2010, 15 UF 40/10, FamRZ 2010, 1840, alle zitiert nach juris;… Thomas/Putzo, ZPO, § 81 FamFG Rdnr. 16; DIJuF-Rechtsgutachten JAmt 2010, 284;… a. A. Zimmermann in Keidel, FamFG, 16. Aufl., § 81 Rdnr. 66; Rüntz/Viefhues, FamRZ 2010, 1285, 1293).
Es sind vor diesem Hintergrund keine Umstände ersichtlich, welche es rechtfertigen könnten, diese Kosten ganz oder teilweise der Mutter aufzuerlegen (vgl. auch OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, 13 UF 148/11, FamRZ 2012, 733, zitiert nach juris).
Eine Beteiligung der Kindsmutter an den gerichtlichen Kosten der Vaterschaftsfeststellung entspricht in der Regel der Billigkeit (entgegen OLG Oldenburg FamRZ 2012, 733f).
Der Vater habe hingegen die Möglichkeit gehabt, das Entstehen der Kosten zu vermeiden (OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011 - 13 UF 1348/11 - FamRZ 2012, 733).
Während die herrschende Meinung (OLG Celle FamRZ 2010, 1840 ; OLG Stuttgart FamRZ 2011, 1321; OLG Stuttgart FamRZ 2011, 1751 ; OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, Az. 13 UF 148/11 zitiert nach [...]; AG Sinsheim FamRZ 2010, 1931;… Thomas/Putzo, ZPO § 81 FamFG Rn. 16; DIJuF-Rechtsgutachten JAmt 2010, 284) § 81 Abs. 3 FamFG auch auf Abstammungsverfahren anwendet, hält eine Mindermeinung (…Keidel, FamFG § 81 Rn. 66; Rüntz/Viefhues FamRZ 2010, 1285, 1293) § 81 Abs. 3 FamFG in Abstammungsverfahren nicht für anwendbar.
Zwar trägt in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit in der Regel jeder Beteiligte seine außergerichtlichen Kosten selbst (OLG Oldenburg, Beschluss vom 18.11.2011, Az. 13 UF 148/11 zitiert nach [...]).
OLG Oldenburg, 15.01.2013 - 13 UF 135/12
Kostenentscheidung im Vaterschaftsfeststellungsverfahren: Beteiligung des Kindes …
Streitig war, ob das Abstammungsverfahren ein "die Person des Kindes betreffendes Verfahren" in diesem Sinne ist (dafür OLG Celle, Beschluss v. 26.04.2010 - 15 UF 40/10;… Münchener Kommentar ZPO/Coester-Waltjen/Hilbig, § 183 FamFG Rn. 3; OLG Stuttgart FamRZ 2011, 1751 f.; OLG Schleswig, Beschluss v. 27.01.2012 - 10 WF 237/11; Senat, Beschluss vom 18.11.2011, FamRZ 2012, 733 f.).
Der Senat hält an seiner Rechtsprechung, wonach es in Abstammungssachen grundsätzlich der Billigkeit entspricht, dass jeder Beteiligte seine eigenen Aufwendungen selbst trägt ( Senat FamRZ 2010, 1840, 1841;… weitere Nachweise bei Keske/Schwonberg in: Schulte-Bunert/Weinreich, FamFG, 4. Auflage 2014, § 183 Rn. 16a) insoweit nicht mehr fest, als dies Fallkonstellationen betrifft, in denen der im gerichtlichen Verfahren als Vater festgestellte Mann keine konkreten Anhaltspunkte für einen Mehrverkehr der Kindesmutter hatte (…so auch: OLG Brandenburg FamRZ 2012, 1966 Rn. 5; OLG Oldenburg FamRZ 2012, 733 Rn. 5).
Auch wer als Vater in Anspruch genommen Zweifel an seiner Vaterschaft ohne Einschaltung des Gerichts durch Einholung eines privaten Gutachtens klären will, muss dies auf eigenes Kostenrisiko tun und hat - jedenfalls dann, wenn seine Vaterschaft festgestellt wird - wegen der Kosten der Begutachtung keine Regressmöglichkeiten gegen die Kindesmutter (OLG Oldenburg, Beschluss vom 18. November 2011 - 13 UF 148/11 -, Rn. 5, juris).
Bei seiner vor diesem Hintergrund zu treffenden eigenen Ermessensentscheidung über die Kosten berücksichtigt der Senat zunächst, dass es dem Grundsatz des Verfahrens der freiwilligen Gerichtsbarkeit entspricht, dass jeder Beteiligte seine eigenen Kosten selbst zu übernehmen hat, und dass insbesondere bei Streitigkeiten unter Familienangehörigen bei der Anordnung einer Kostenerstattung Zurückhaltung geboten ist (vgl. OLG Oldenburg FamRZ 2012, 733, 734).