Source: https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/pruettinggehrlein-zpo-kommentar-zpo-341-einspruchs-ii-verwerfung-des-nicht-statthaften-oder-unzulaessigen-einspruchs_idesk_PI17574_HI13246683.html
Timestamp: 2019-11-20 11:34:10
Document Index: 232085727

Matched Legal Cases: ['§ 341', 'BGH', 'BGH', '§ 122', '§ 526', '§ 310', '§ 517', '§ 26', 'BGH', 'Art 2']

Prütting/Gehrlein, ZPO Kommentar, ZPO § 341 – Einspruchs ... / II. Verwerfung des nicht statthaften oder unzulässigen Einspruchs | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Die Verwerfung muss durch Urteil erfolgen. Eine Entscheidung durch Beschl ist seit dem ZPO-RG vom 1.1.02 an nicht mehr möglich (dazu BGH NJW-RR 08, 218 [BGH 19.07.2007 - I ZR 136/05]). Bei fehlerhafter Entscheidungsform gilt der Meistbegünstigungsgrundsatz (Schenkel MDR 03, 136, 138). Entscheidet der Einzelrichter fehlerhaft durch Beschl, so ist dieser wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten in Berufungs- und Beschwerdeverfahren (§ 122 I GVG §§ 526, 568 I 1) auf ein Rechtsmittel des Einspruchsführers aufzuheben und die Sache zurückzuverweisen (Celle NJW-RR 03, 647, 648 [OLG Celle 06.02.2003 - 2 W 5/03]; OLGR Köln 07, 228; aA St/J/Bartels Rz 12 Fn 13 – Überleitung in das Urteilsverfahren unter Übertragung auf den für Entscheidungen über Berufungen zuständigen Senat). Bei ohne mündliche Verhandlung ergangenem Urteil ersetzt die Zustellung die Verkündung (§ 310 III 2); fehlt diese, ist das Urt nicht existent und auch § 517 nicht anwendbar (OLGR Kobl 09, 712).
Das den Einspruch verwerfende Urt ist mit den allgemeinen Rechtmitteln (Berufung oder Revision) anzufechten, soweit deren Zulässigkeitsvoraussetzungen vorliegen (allgM). Eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen ein Urt des Berufungsgerichts soll danach nur zulässig sein, wenn der Wert der Beschwer 20.000 EUR übersteigt, die für die Verwerfung der Berufung geltende Vorschrift § 26 Nr 8 S 2 EGZPO soll nicht anwendbar sein (BGH MDR 11, 1251). Der Zweck der mit Art 2 Nr. 1 JuMod eingefügten Vorschrift, einen gleichmäßigen, willkürfreien Rechtsschutz gegen Verwerfungsentscheidungen des Berufungsgerichts zu schaffen (BTDrs 15/1508, 22), dürfte indes die analoge Anwendung gebieten.