Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=17.03.2005&Aktenzeichen=5%20U%2075/04
Timestamp: 2020-02-17 09:19:00
Document Index: 394557869

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 638', 'BGH', 'BGH']

OLG Düsseldorf, 17.03.2005 - I-5 U 75/04 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 17.03.2005 - I-5 U 75/04
https://dejure.org/2005,3880
OLG Düsseldorf, 17.03.2005 - I-5 U 75/04 (https://dejure.org/2005,3880)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 17.03.2005 - I-5 U 75/04 (https://dejure.org/2005,3880)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 17. März 2005 - I-5 U 75/04 (https://dejure.org/2005,3880)
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Anspruch auf Schadensersatz gegen den Architekten wegen Überschreitung der vorgegebenen Bausumme; Vereinbarung eines Kostenrahmens bei Umbau des Wohnhauses und Geschäftshauses; Substantiierte Darlegung des Schadensersatzanspruches der Höhe nach
Zum Schadensersatzanspruch gegen einen Architekten wegen erheblicher Überschreitung der Bausumme
Überschreitung des Kostenrahmens: Mangel?
Vertragsrecht - Schulden Planer das fertige Bauwerk und Zeichnungen?
Überschreitung des Kostenrahmens: Mangel? (IBR 2006, 104)
BauR 2006, 419 (Ls.)
BauR 2006, 547
Diese Pflichtverletzung kann darin liegen, dass der Architekt die Kosten fehlerhaft ermittelt, ihre Entwicklung ungenügend kontrolliert, die Kostensteigerung selbst verursacht oder aber den Auftraggeber unzureichend beraten und über die Kostensteigerung nicht aufgeklärt hat (vgl. BGH, Urteil vom 23.01.1997 - VII ZR 171/95 - NJW-RR 1997, 850, 851; Urteil vom 24.6.1999 - VII ZR 196-98 - NJW 1999, 3554, 3556; Senat, Urteil vom 17.03.2005, 5 U 75/04 - BauR 2006, 547 = BeckRS 2006, 02079; OLG Köln, Urteil vom 17.11.2004, 11 U 53/04, BeckRS 2004, 11619; OLG Naumburg, Urteil vom 11.04.2001, 2 U 100/99, OLGR Naumburg 2001, 410 = IBR 2001, 680).
Diese Auffassung hat der Senat bereits in seinen Entscheidungen vom 17.03.2005 - 5 U 75/04 - a.a.O - und vom 06.12.2002, 5 U 28/02, BauR 2003, 1604 vertreten.
Regelmäßig kann in den Fällen der Vertragskündigung durch den Architekten von einer solchen die Auslösung der Verjährungsfrist rechtfertigenden Konstellation gesprochen werden (vgl. BGH, Urteil vom 30.09.1999, VII ZR 162/97, NJW 2000, 133, 134 m.w.N.), wobei dies sich insbesondere durch die Überlegung rechtfertigt, dass mit der Kündigung für den Bauherrn klar ist, dass das Architektenwerk künftig endgültig in dem Zustand verbleiben wird, den es zu diesem Zeitpunkt erreicht hat (vgl. BGH Urteil vom 24.06.1971, VII ZR 254/69, NJW 1971, 1840, 1841; Senat, Urteil vom 17.03.2005, a.a.O.).
Dass die hier in Betracht gekommenen Schadensersatzansprüche wegen Bausummenüberschreitung - ebenso wie solche wegen Verletzung der Bauüberwachung oder Planungs- und Koordinierungspflichten des Architekten - der fünfjährigen Gewährleistungspflicht des § 638 BGB a.F. unterliegen und nicht der 30 - jährigen Verjährung, wie sie bei einer positiven Vertragsverletzung regelmäßig eingreift, hat der Senat hat im Vorprozess in seinem Urteil vom 17.03.2005, I-5 U 75/04 - (veröffentlicht in BauR 2006, 547ff) dort UA 13f unter Bezugnahme auf seine Entscheidung vom 06.12.2002, 5 U 28/02 (veröffentlicht in BauR 2003, 1604 = IBR 2003, 613 mit zustimmender Anmerkung Büchner) näher ausgeführt und begründet.
Damit entstand der Schadensersatzanspruch in Hinblick auf die unnütz entstandenen Verfahrenskosten bei Eingang des Mahnantrages beim Mahngericht am 05.07.2000 (vgl. GA 5 der Beiakte I-5 U 75/04).
Mit Recht hat das Landgericht vielmehr eine gewährleistungsrechtlich relevante Haftung der Beklagten für eine Bausummenüberschreitung festgestellt, weil die Parteien einen bestimmten Kostenrahmen als vertraglich geschuldete Beschaffenheit vereinbart haben und deshalb jede Überschreitung des Kostenrahmens unter Berücksichtigung etwaiger Toleranzen einen Mangel des geschuldeten Architektenwerkes darstellt (vgl. BGH NJW-RR 1997, 850 f.; BGH NJW-RR 2003, 593 f.; OLG Düsseldorf BauR 2006, 547 ff. m.w.N.).
Mit Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 17.03.2005 (I-5 U 75/04) wurde die Berufung zurückgewiesen.