Source: https://www.dashoefer.de/dasfibuwissen/kinderbetreuungskosten%3A-aufwendungen-steuerlich-f%C3%B6rdern.html
Timestamp: 2019-11-22 20:11:14
Document Index: 175257702

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 9', '§ 10', '§ 3', '§ 9', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 1', '§ 9', '§ 52']

Kinderbetreuungskosten: Aufwendungen steuerlich fördern | dasFiBuWissen - Fachwissen von Experten für Ihren Erfolg.
Wenn Arbeitnehmer Aufwendungen für die Betreuung ihrer Kinder haben, gibt es verschiedene Wege, die Aufwendungen steuerlich zu fördern. Unser Lohnsteuerexperte Volker Hartmann erläutert in diesem Fachartikel einige Möglichkeiten.
Kindergarten-Zuschuss durch den Arbeitgeber
Wenn der Arbeitgeber sich bereit erklärt, die Kosten für die Betreuung der Kinder seiner Arbeitnehmer ganz oder teilweise zu bezuschussen, kann dieser Arbeitgeber-Zuschuss steuerfrei gewährt werden.
Rechtsgrundlage ist § 3 Nr. 33 EStG. Danach sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen steuerfrei. Wesentliche Voraussetzung dieser Steuerbefreiungsvorschrift ist, ist, dass der Zuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird (also nicht im Rahmen einer Gehaltsumwandlung) und dass das Kind noch nicht schulpflichtig ist.
Wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen, handelt es sich um Arbeitslohn, der sowohl der Lohnversteuerung als auch der Verbeitragung zur Sozialversicherung zu unterwerfen ist.
Höhere Aufwendungen des Arbeitnehmers
Wenn der Arbeitnehmer höhere Aufwendungen hat als der Arbeitgeber erstattet, kann der Arbeitnehmer den übersteigenden Betrag im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Bitte beachten Sie, dass ein Werbungskostenabzug wegen erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten nach § 9c EStG seit 2012 nicht mehr in Betracht kommt.
Rechtsgrundlage für den Sonderausgabenabzug
Der Sonderausgabenabzug für Kinderbetreuungskosten ist in § 10 Absatz 1 Nr. 5 EStG geregelt. Danach können zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens jedoch 4.000 Euro je Kind und Jahr, für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Kindes, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Kinderbetreuungskosten erwerbsbedingt oder anderweitig veranlasst sind.
Nicht begünstigte Aufwendungen
Nicht begünstigt sind Aufwendungen, die auf die Erteilung von Unterricht (z.B. Nachhilfeunterricht oder Sprachunterricht), die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (z.B. Musikunterricht) oder auf sportliche und andere Freizeitaktivitäten entfallen.
Voraussetzung für den Abzug der Aufwendungen als Sonderausgaben ist, dass eine Rechnung vorliegt und die Zahlung unbar auf ein Konto des Leistungserbringers erfolgt ist.
Wenn die Eltern getrennt leben, darf jeder Elternteil die Aufwendungen steuerlich geltend machen, die er tatsächlich getragen hat. Der Höchstbetrag in Höhe von 4.000 Euro gilt pro Kind und pro Jahr. Evtl. Zuschüsse des Arbeitgebers (siehe oben) sind dabei gegenzurechnen.
Nachweis für die Steuerfreiheit des Arbeitgeberzuschusses
Voraussetzung für die Steuerfreiheit des Kindergarten-Zuschusses nach § 3 Nr. 33 EStG ist neben den materiell-rechtlichen Voraussetzungen die Vorlage einer Rechnung im Original. Eine Kopie ist grundsätzlich nicht ausreichend, weil der Arbeitnehmer sonst die Möglichkeit hätte, neben der steuerfreien Erstattung durch den Arbeitgeber zusätzlich den Sonderausgabenabzug im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung geltend zu machen.
Wenn der Arbeitnehmer den Original-Beleg für seine Unterlagen benötigt und dieser daher wieder zurückgegeben wird, ist vom Arbeitgeber ein Vermerk über den tatsächlichen Erstattungsbetrag auf dem Original-Beleg erforderlich. Um die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung nachweisen zu können, ist es erforderlich, die entsprechenden Belegnachweise als Anlage zum Lohnkonto zu nehmen.
§ 9c – Kinderbetreuungskosten
(1) 1Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Kindes im Sinne des § 32 Absatz 1, die wegen einer Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen anfallen, können bei Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4 000 Euro je Kind, bei der Ermittlung der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit wie Betriebsausgaben abgezogen werden. 2Im Fall des Zusammenlebens der Elternteile gilt Satz 1 nur, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind.
(2) 1Nicht erwerbsbedingte Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Kindes im Sinne des § 32 Absatz 1 können bei Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4 000 Euro je Kind, als Sonderausgaben abgezogen werden, wenn der Steuerpflichtige sich in Ausbildung befindet, körperlich, geistig oder seelisch behindert oder krank ist. 2Erwachsen die Aufwendungen wegen Krankheit des Steuerpflichtigen, muss die Krankheit innerhalb eines zusammenhängenden Zeitraums von mindestens drei Monaten bestanden haben, es sei denn, der Krankheitsfall tritt unmittelbar im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit oder Ausbildung ein. 3Bei zusammenlebenden Eltern ist Satz 1 nur dann anzuwenden, wenn bei beiden Elternteilen die Voraussetzungen nach Satz 1 vorliegen oder ein Elternteil erwerbstätig ist und der andere Elternteil sich in Ausbildung befindet, körperlich, geistig oder seelisch behindert oder krank ist. 4Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Kindes im Sinne des § 32 Absatz 1 können bei Kindern, die das dritte Lebensjahr vollendet, das sechste Lebensjahr aber noch nicht vollendet haben, in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4 000 Euro je Kind, als Sonderausgaben abgezogen werden, wenn sie weder nach Absatz 1 noch nach Satz 1 zu berücksichtigen sind.
(3) 1Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Aufwendungen für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen. 2Ist das zu betreuende Kind nicht nach § 1 Absatz 1 oder Absatz 2 unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, ist der in den Absätzen 1 und 2 genannte Betrag zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Kindes notwendig und angemessen ist. 3Voraussetzung für den Abzug der Aufwendungen nach den Absätzen 1 und 2 ist, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist.
() Fußnote § 9c: Zur Anwendung vgl. § 52 Abs. 23e