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Timestamp: 2020-02-28 16:48:12
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Arbeit und Ausbildung für alle Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf bis 2016 - intranda GmbH
Arbeit und Ausbildung für alle Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf bis 2016
Arbeit und Ausbildung für alle Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf bis 2016 : Aktionsprogramm zum Masterplan / Marzahn-Hellersdorf
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 50 S., 452 KB)
Datum des Herunterladens: 01.02.2014
urn:nbn:de:kobv:109-opus-215989
Anlage zur BA-Beschluss Nr. 0209/IV
Aktionsprogramm zum Masterplan
Aktionsprogramm zum Masterplan AAA
1. ZIELE UND GRUNDSÄTZE DES MASTERPLANES
1.1. Politische Ausgangslage  1.2. Ziele des Masterplans  1.3. Steuerung und Projektkoordinierung  1.4. Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Masterplans  1.5. Netzwerk der Partner  1.6. Jugendgerechte Beratung und Vermittlung  1.7. Analyse mittelfristiger Bedarfe von Unternehmen  1.8. Laufzeit und Termine  1.9. Kennzahlen für das Gelingen des Masterplanes  1.10. Berichtswesen  1.11. Verantwortlichkeiten und weitere Vorgehensweise  1.12. Finanzierung  1.13. Erwartungen an den Masterplan
4  5  7  8  9  11  12  13  13  14  14  16  17
2. HANDLUNGSFELDER DES MASTERPLANS
3. HANDLUNGSFELD I: ARBEITSLOS GEMELDETE JUGENDLICHE
3.1. Bestehende Maßnahmen:  3.2. Innovative Ansätze:  3.2.1. Längere Kita‐Öffnungszeiten  3.2.2. Praktikumsplätze Unfallkrankenhaus  3.2.3. Virtuelle Werkstatt   3.2.4. Corporate Volunteering  3.2.5. Anerkennung von Ausbildungs‐/Qualifizierungsabschlüssen  3.2.6. Das STUFEN‐Projekt  3.2.7. Jugendhotel als sozialer Betrieb  3.2.8. Ausbildungsplätze/Jobs aufs Handy  3.2.9. Berufsberatung für Eltern  3.2.10. Arbeitsvermittlung im Gewerbeamt  3.2.11. Projekt „Schluss mit Schulden“  3.2.12. Infopoints für Alleinerziehende
21  27  27  27  28  29  30  31  33  33  33  34  34  36
4. HANDLUNGSFELD II: AKTIVIERUNG UND MOBILISIERUNG IN SCHULEN
4.1. Bestehende Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler  4.2. Innovative Ansätze  4.2.1. Duales Lernen ausschließlich in Unternehmenspraxis  4.2.2. Coaching an allen 10 Sekundarschulen im Bezirk  4.2.3. MatchPoint
38  41  41  41  43
5. HANDLUNGSFELD III: AKTIVITÄT VOR LEISTUNGSANTRAG  6.VERARBEITUNG VON DATEN  7. AUSBLICK
1.1. Politische Ausgangslage
Arbeit und Ausbildung für alle Jugendlichen ist eine fast illusionär anmutende, ambitionierte  Zielsetzung  für  ein  Berliner  Bezirksamt.  Dennoch  hat  sich  das  Bezirksamt  Marzahn‐ Hellersdorf im Januar 2012 entschlossen dieses Ziel anzugehen. Den Bezirksamtsmitgliedern  war  bewusst,  dass  sie  sich  an  der  Realisierung  des  Ziels  2016  messen  lassen  müssen.   Trotzdem  waren  die  Bezirksamtsmitglieder  davon  überzeugt,  dass  das  Ziel  das  Risiko  wert  ist.    ‐ Über  die  Unterstützung  der  Jugendlichen  beim Übergang  in  das  Berufsleben  und  die  damit verbundene Nachwuchssicherung für die Unternehmen wird ein positives Klima  im Bezirk Marzahn‐Hellersdorf erreicht.   ‐ Die Sicherung von Erwerbstätigkeit in der Generation der Jugendlichen verhindert ein  generationsübergreifendes Vererben schwieriger sozialer Problemlagen.   ‐ Damit ist der Masterplan „Arbeit und Ausbildung für Alle Jugendlichen“ ein politischer  Beitrag  zur  Verbesserung  sozialer  Verhältnisse  und  einer  positiven
Außenwahrnehmung des Bezirks.    Aufbauend  auf  der  vom  Bezirksamt  im  Februar  2012  (BA‐Beschluss  Nr.  0110/IV)  beschlossenen  Grundkonzeption  beschreibt  das  vorliegende  Aktionsprogramm  die  Organisation  des  Masterplans  sowie  zahlreiche  Projekte  und  Aktivitäten  des  Bezirksamts  Marzahn‐Hellersdorf  und  seiner  PartnerInnen.  In  der  Konzeptphase  haben  sich  Projektpartner, Unternehmen, Einzelpersonen und Einrichtungen in hohem Maße mit Ideen  und Mitwirkung an dem Entstehen des Aktionsprogramms beteiligt.   Mit  dem  Aktionsprogramm  ist  es  gelungen,  viele  Ideen  bereits  zu  Beginn  des  Umsetzungszeitraums  zu  identifizieren  und  zu  beschreiben.  Ihre  Realisierung  mit  den  Partnern steht ab der zweiten Jahreshälfte 2012 an.   Das  Aktionsprogramm  beschreibt  die  Verantwortlichkeiten  innerhalb  der  Masterplan‐ Organisation  und  die  Steuerung  der  geplanten  Aktivitäten.  Damit  ist  die  Basis  für  die  Umsetzung  und  Weiterentwicklung  des  Masterplans  gelegt.  Eine  Weiterentwicklung  und
Ergänzung ist während der Durchführung beabsichtigt und durch die festgelegten Verfahren  und Strukturen möglich.
1.2. Ziele des Masterplans
Das  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf  beabsichtigt  unter  Einbeziehung  seiner  PartnerInnen  die  Ingangsetzung  und  Umsetzung  eines  Masterplans  „Arbeit  und  Ausbildung  für  Alle  Jugendlichen in Marzahn‐Hellersdorf bis 2016“, der sowohl den Unternehmen ausreichend  gut  qualifizierte  Arbeitskräfte  ermöglicht,  als  auch  allen  Jugendlichen  eine  berufliche  Perspektive bieten soll.   Die  arbeitsmarktliche  Zielsetzung  des  Modellvorhabens  besteht  darin,  bis  2016  die  Jugendarbeitslosigkeit im Bezirk zu beseitigen.    Marzahn‐Hellersdorf  ist  ein  wirtschaftlich  dynamischer  Bezirk,  in  dem  die  Unternehmen  einen  steigenden  Arbeitskräftebedarf  durch  Ausscheiden  älterer  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  sowie  eine  stabile  Wirtschaftsentwicklung  haben.  Zusätzlich  stehen  durch  die  Bestrebungen  der  Wirtschaftsförderung  in  den  nächsten  Jahren  die  Schaffung  von  rund  1.000  Arbeitsplätzen  in  den  Gewerbegebieten  und  dem  Industriegebiet  Clean‐Tech  Businesspark bevor.  Dieser im Bezirk, aber auch in ganz Berlin festzustellende steigende Arbeitskräftebedarf trifft  auf sinkende Absolventenzahlen der Berliner Schulen.    Der Masterplan und das Aktionsprogramm sind für das Bezirksamt Marzahn‐Hellersdorf von  höchster  strategischer  Bedeutung.  Es  ist  für  die  Entwicklung  eines  Gemeinwesens  grundlegend,  Arbeitslosigkeit  gerade  bei  Jugendlichen  und  jungen  Erwachsenen  zu  beseitigen bzw. zu verhindern. Damit wird aktuell die Situation der Betroffenen verbessert  und  langfristig  ein  generationsübergreifender  Kreislauf  des  Aussonderns  aus  dem  gesellschaftlichen Mitwirken beendet.   In  Zeiten  sich  verschärfenden  Arbeitskräftemangels  wird  zudem  die  Wirtschaft  in  die  Lage  versetzt,  ihr  Rekrutierungspotential  zu  erhöhen.  Der  Masterplan  ist  damit  auch  ein  Instrument der Wirtschaftsförderung.
Die  Erreichung  des  Ziels  ist  möglich,  da  die  wirtschaftlichen  und  demographischen  Rahmenbedingungen im Zeitraum 2012 bis 2016 ausgesprochen günstig sind:     ‐ Die  demographischen  Rahmenbedingungen  lassen  sinkende  AbsolventInnenenzahlen  aus den Schulen des Bezirks Marzahn‐Hellersdorf, vor allem aber der Berliner Schulen  insgesamt,  erwarten.  Damit  reduziert  sich  das  verfügbare  Arbeitskräftepotential  für  die Unternehmen der Region.  ‐ In  der  für  den  Masterplan  relevanten  Zielgruppe  zeigen  sich  die  demographischen  Veränderungen  im  Bezirk  besonders  stark.  Zusammengefasst  ist  in  der  Altersgruppe  „15‐  unter  25  Jährige“  ein  Rückgang  in  der  Alterstruktur  von  insgesamt  44 %  in  der  Zeitspanne 2000‐2011 zu verzeichnen.    Altersstruktur in Marzahn‐Hellersdorf 2011 und Veränderung gegenüber 2000
Altersgruppe  0<6  6<15  15<18  18<25  25<55  55<65  65+  Gesamt  Anzahl  2000  10.290  30.499  14.816  29.780  122.194  28.298  25.317  261.194  2011 14.190 17.209 4.995 23.315 109.779 38.243 41.501 41.501 Anteil an Gesamtbevölkerung  2000 3,90% 11,70% 5,70% 11,40% 46,80% 10,80% 9,70% 100,00% 5,70%  6,90%  2,00%  9,40%  44,00%  15,30%  16,70%  100,00%  Veränderung 2000‐2011  2011  absolut  3.900 ‐13.290 ‐9.821 ‐6.465 ‐12.415 9.945 16.184 ‐11.962 Prozent  37,90% ‐43,60% ‐66,30% ‐21,70% ‐10,20% 35,10% 63,90% ‐4,60%
Quelle: Basisbericht zur demographischen Entwicklung in Marzahn‐Hellersdorf 2011
‐ Die wirtschaftliche Entwicklung ist trotz Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung im  Euroraum, für deutsche und berliner Unternehmen grundsätzlich stabil bis gut. Somit  kann  von  einem  anhaltenden  Bedarf  nach  Arbeitskräften  ausgegangen  werden.  In  Zeiten  des  wirtschaftlichen  Aufschwunges  2007  gab  es  in  Marzahn‐Hellersdorf  1.488  Berufsausbildungsstellen. Im Jahr 2012 waren es, der Wirtschaftskrise geschuldet, 854  Berufsausbildungsstellen. Prognosen zeigen hier eine steigende Stellenanzahl bis über  1000 bis zum Projektende im Jahr 2016.
Es sind Partner aus der Wirtschaft, dem Senat von Berlin und  der Arbeitsverwaltung  im Bezirk tätig, die erhebliche Kompetenzen und Erfahrungen bei der Integration von  Jugendlichen in das Berufsleben aufweisen.
Durch diese Ausgangslage sind die Rahmenbedingungen gegeben, um durch einen von allen  Partnern  getragenen  Masterplan  sowohl  gegenwärtig  arbeitsuchende  Jugendliche  als  auch  künftig  auf  den  Arbeitsmarkt  kommende  Jugendliche  bei  der  Arbeitsaufnahme  zu  unterstützen und zugleich den Unternehmen bei der Personalrekrutierung zu helfen.      1.3. Steuerung und Projektkoordinierung  Die  Umsetzung  des  Masterplanes  versteht  sich  als  Gemeinschaftsaufgabe  des  Bezirksamts  Marzahn‐Hellersdorf  und  seiner  PartnerInnen.  Ziel  ist  es,  bereits  bestehende  Maßnahmen  des  Bezirkes  und  der  lokalen  Handlungspartner  zu  bündeln,  weiterzuentwickeln  und  durch  innovative Ansätze zu vervollständigen. Das Bezirksamt Marzahn‐Hellersdorf, die Agentur für  Arbeit,  das  Jobcenter  und  weitere  NetzwerkpartnerInnen  haben  ihre  Zusammenarbeit  in  wesentlichen  Punkten  abgestimmt.  Weitere  Festlegungen  werden  im  Verlauf  der  Masterplanumsetzung zu folgenden Punkten gefunden.    ‐ ‐ ‐ Berufsberatung und Coaching in Schulen  Übergang Schule/ Beruf, flankierende Maßnahmen seitens des Jugendamtes  Nutzung  des  Ausbildungsatlas  und  andere  bereits  bestehende  Vermittlungsangebote  implementiert in der Matchingsstelle (MatchPoint)    Organisatorisch  sind  der  Masterplan  und  das  dazugehörige  Aktionsprogramm  beim  „Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit“ (BBWA) angesiedelt. Die Steuerungsrunde  des  Bezirklichen  Bündnisses  fungiert  zugleich  als  Lenkungsrunde  des  Masterplans.  Bestehende  Strukturen  werden  nicht  ersetzt,  sondern  als  Bestandteil  des  Bezirklichen  Bündnisses  neu  aufgestellt.  Die  AG  „Übergang  Schule  /  Beruf“  wird  im  Einvernehmen  mit  dem  Jugendamt  als  Facharbeitsgruppe  tätig  werden.  Sie  wird  zukünftig  im  Rahmen  des  Aktionsprogramms unterstützend und beratend tätig sein. Eine Vertretung des MatchPoints  wird  in  der  Funktion  der  Gesamtkoordination  des  Projektes  an  den  monatlichen  Sitzungen
der  Geschäftsstelle  des  BBWA  teilnehmen.  Der  laufende  Informationsaustausch  ist  somit  gegeben. Ferner wird im Hinblick auf die Sitzung der Steuerungsrunde die Berichterstattung  über das Projekt mit vorbereitet.     Die  Steuerungsrunde  tagt  wie  bislang  einmal  im  Quartal.  Ihr  wird  fortan  als  Gast  für  die  Berichterstattung  eine  Vertreterin/  ein  Vertreter  von  MatchPoint  angehören.  Die  Steuerungsrunde kann für die Begleitung des Masterplans zusätzliche Termine festlegen und  hierzu  für  die  Masterplan‐Steuerung  interessante  Partnerinnen  und  Partner  sowie  andere  Gäste einladen.
1.4. Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Masterplans
Die  Zielerreichung  setzt  konzeptionelle  Vorstellungen  über  die  Realisierung  voraus.  Das  Projekt  basiert  auf  der  Annahme,  dass  folgende  wesentlichen  Erfolgsfaktoren  für  das  Gelingen vorhanden sind:    die  Angleichung  des  BewerberInnenpotentials  und  der  Fachkräftenachfrage,  die  durch  verbessertes  Berufsorientierung  und  Matching  BewerberInnen  mit  Unternehmen zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit führen können  ‐   die Integration innovativer Projektideen und einer neuartigen Organisationsform zur  Sicherung des Übergangs „von Schule in Beruf“ auf Bezirksebene  ein  Netzwerk  von  Partnerinnen  und  Partner,  das  grundsätzlich  vorhanden  ist  und  hinsichtlich des Anliegens des Masterplans aktiviert werden kann  professionelle  Methoden,  mit  denen  Jugendliche  altersgerecht  bereits  in  der  Schulzeit angesprochen und erfolgreich bei eine Berufsaufnahme begleitet werden  die  Möglichkeit  zuverlässiger  Aussagen  über  den  Arbeitskräftebedarf  von  Unternehmen in einem mittelfristigen Zeitraum von 2‐5 Jahren
1.5. Netzwerk der Partner
Im Bezirk Marzahn‐Hellersdorf sind zahlreiche relevante Partnerinnen und Partner mit hoher  Kompetenz  zu  verzeichnen.  Zudem  besteht  aufgrund  des  innovativen  und  anspruchsvollen  Ziels die Aussicht, externe Partnerinnen und Partner für das Projekt zu begeistern. Dies sind  u.a.:    Regionaldirektion Berlin‐Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit  Inhaltliche Unterstützung, Mitinitiatorin des Masterplans    Agentur für Arbeit Berlin Mitte  Durchführen  von  Projekten,  Beteiligung  an  MatchPoint,  inhaltliche  Unterstützung,  Umsetzung drittes Handlungsfeld    Jobcenter Berlin Marzahn‐Hellersdorf  Durchführen  von  Projekten,  Beteiligung  an  MatchPoint,  inhaltliche  Unterstützung,  Umsetzung drittes Handlungsfeld    Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft  Inhaltliche Unterstützung im Bereich Coaching und Duales Lernen    Integrierte Sekundarschulen des Bezirkes  Kooperationen für das Coaching     Gsub als Servicegesellschaft des Landes Berlin  Inhaltliche Unterstützung im Bereich der innovativen Projektansätze    Marzahn‐Hellersdorfer Wirtschaftskreis e.V.  Unterstützung  zur  Schaffung  des  Unternehmenpools,  sowie  Kommunikation  bei  Mitgliedsunternehmen für den Masterplan
Industrie‐ und Handelskammer  Unterstützung  zur  Schaffung  des  Unternehmenpools,  sowie  Kommunikation  bei  Mitgliedsunternehmen für den Masterplan
Handwerkskammer  Unterstützung  zur  Schaffung  des  Unternehmenpools,  sowie  Kommunikation  bei  Mitgliedsunternehmen für den Masterplan
‐  Deutscher Gewerkschaftsbund        beratende Tätigkeit    ‐   Senatsverwaltung für Arbeit und Integration  Inhaltliche Unterstützung und Beratung bei Förderfragen    ‐   Zahlreiche  Unternehmen  mit  hohem  Einstellungsbedarf,  einschließlich
Zeitarbeitsunternehmen  Einzelzusagen Praktikumsplätze, Duales Lernen, Ausbildungsstellen    ‐  Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen  Beratende Tätigkeiten, Angebote von Projekten    ‐  Bildungsträger  Inhaltliche Unterstützung durch Einbringen von innovativen Projektideen    Alle  NetzwerkpartnerInnen  haben  für  das  Aktionsprogramm  AnsprechpartnerInnen  für  das  Gelingen des Projektes benannt.     Im Bezirksamt ist das Projekt beim Bezirksbürgermeister angebunden und damit ist zugleich  das Amt für Schule und Sport einbezogen. Dieses ist sowohl koordinierend zu den Schulen  eingebunden,  als  auch  zu  Sportvereinen  und  Anbietern,  die  Gesundheitsangebote  unterbreiten  sollen.  Wichtige  weitere  Abteilungen  sind  die  Abteilung  Wirtschaft  und  Stadtentwicklung sowie die Abteilung Jugend und Familie, Weiterbildung und Kultur und die
Abteilung  für  Gesundheit,  Soziales  und  Planungskoordination.  Grundsätzlich  versteht  das  Bezirksamt das Projekt als ressortübergreifende Gemeinschaftsaufgabe.    Das  Vorhandensein  eines  Netzwerks  allein  ist  jedoch  nicht  ausreichend.  Entscheidend  ist,  dass  die  NetzwerkpartnerInnen  ihre  Aktivitäten  zielgerichtet  aufeinander  abstimmen.  Insofern  war  die  Erarbeitung  eines  Konzepts  über  einen  Fünfjahreszeitraum  notwendig,  in  dem  festgehalten  wurde,  in  welchem  Umfang  die  PartnerInnen  welche  Ressourcen  einsetzen.  Dieses  Konzept  wurde  in  der  ersten  Jahreshälfte  2012  unter  Moderation  des  Bezirksamts  Marzahn‐Hellersdorf  gemeinsam  erarbeitet.  Zu  dessen  Umsetzung  ist  eine  koordinierende  Stelle  bei  der  Matchingstelle  „MatchPoint“  und  zeitgleich  im  Bezirksamt  angesiedelt,  die  durch  externen  Sachverstand  bei  der  Projektkoordination  und  Qualitätssicherung unterstützt wird.    Generell  kann  festgehalten  werden,  dass  im  Bezirk  Marzahn‐Hellersdorf  viele  Projekte  und  Maßnahmen bereits durchgeführt werden, die die Erreichung des Ziels der Beseitigung der  Jugendarbeitslosigkeit unterstützen können. Diese werden einbezogen und auf das Ziel des  Masterplans verpflichtet.
1.6. Jugendgerechte Beratung und Vermittlung
Das ambitionierte Ziel der Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit und der Verbesserung der  Rekrutierungssituation  für  Unternehmen  ist  nur  erfolgreich,  wenn  die  Jugendlichen  auch  erreicht werden. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass bei einem großen Anteil der  Zielgruppe Aktivierungs‐ und Vermittlungshemmnisse in erheblichem Maße vorhanden sind.  Es ergibt sich damit die Notwendigkeit, moderne und innovative Methoden und Elemente in  der Beratung, Betreuung und Vermittlung einzusetzen. Wichtige Elemente sind:    ‐ intensive Betreuung mit dichter zeitlicher Folge an Terminen  ‐ Coaching und andere Formen individueller Angebote  ‐ Nutzung der Erkenntnisse aus der schulischen Pädagogik von Kindern mit     besonderen Förderbedarf, darunter auch Kinder mit Behinderungen  ‐ jugendgerechte Ansprache unter Nutzung moderner Medien
‐  Ergänzung  von  Vermittlungsangeboten  um  Angebote  aus  den  Bereichen  Gesundheit  und  Sport.    Diese  Elemente  müssen  in  allen  Angeboten,  insbesondere  von  Jobcenter  und  Agentur  für  Arbeit,  integriert  werden  um  eine  noch  höhere  Erfolgsaussicht  bei  noch  schwierigeren  Zielgruppen  zu  erreichen.  Dabei  soll  die  Entwicklung  und  Durchführung  von  innovativen  Angeboten unterstützt werden, da vorhandene Standardangebote voraussichtlich nur einen  kleinen Teil der Zielgruppe ansprechen.    Von besonderer Bedeutung ist es SchülerInnen in den Abschlussklassen bereits im Rahmen  des  Unterrichts  und  mit  Angeboten  der  Berufsorientierung  auf  den  Übergang  in  das  Berufsleben vorzubereiten. Insbesondere die Beratung zur Feststellung vorhandener Stärken  und  Schwächen  und  eine  individuell  gelungene  Auswahl  geeigneter  Ausbildungs‐  und  Studienmöglichkeiten  stehen  dabei  im  Fokus.  Ziel  dieses  Angebots  in  Schule  ist  es,  alle  SchulabsolventInnen  mit  einer  klaren  Vorstellung  über  die  weitere  berufliche  Perspektive  von der Schule gehen zu lassen.
1.7. Analyse mittelfristiger Bedarfe von Unternehmen
Es spricht viel für die Annahme, dass die Beseitigung von Arbeitslosigkeit umso eher erreicht  werden  kann,  je  genauer  die  Bedarfe  der  einstellenden  Unternehmen  ermittelt  werden  können. Wesentliche Bausteine sind:     die  systematische  Auswertung  vorhandener  Arbeitsmarktdaten,  z.B.  den  Arbeitsmarktmonitor  der  Agentur  für  Arbeit,    für  die  Gesamtregion  Berlin‐ Brandenburg und          die detaillierte Ermittlung des Arbeitskräftebedarfs der Region Marzahn‐Hellersdorf.
Dazu  werden  500  bestehende  Unternehmen  nach  ihrem  Bedarf  in  den  kommenden  fünf  Jahren befragt. Auf den Befragungsergebnissen aufbauend werden sowohl Maßnahmen der  Arbeitsvermittlung,  wie  Weiterbildungs‐Angebote  konzipiert  als  auch  konkrete  Vermittlung  aufgebaut. Im Idealfall informiert ein Unternehmen in 2012 über einen Bedarf in 2014 und  wird dann Ende 2013 von Agentur für Arbeit und Jobcenter bezüglich der Stellenbesetzung  kontaktiert.    Das bezirkliche Gewerbeamt soll als wichtige Schnittstelle zur Wirtschaft ausgebaut werden.  In  diesem  Amt  melden  sich  jährlich  ca.  1.900  Unternehmen  neu  an.  Obwohl  dies  weit  überwiegend  Einzelunternehmen  sind,  kommen  auch  rund  15  Prozent  Unternehmen  in  gesellschaftsrechtlicher  Form,  im  Wesentlichen  als  GmbH,  neu  hinzu.  Bereits  bei  der  Gewerbeanmeldung  sollen  Informationen  über  die  Beschäftigung  von  Jugendlichen  vermittelt werden.
1.8. Laufzeit und Termine
Als  Laufzeit  für  den  Masterplan  wird  der  Zeitraum  von  Juli  2012  bis  September  2016  definiert.  Im  April  2016  findet  ein  Abschlusssymposium  statt,  in  dessen  Verlauf ein  Bericht  über die Erfahrungen und Ergebnisse vorgestellt wird.
1.9. Kennzahlen für das Gelingen des Masterplanes
In  Abstimmung  mit  der  Bundesagentur  für  Arbeit  und  dem  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf  sind folgende Kennzahlen zur Ermittlung des Erfolges verständigt:    1. Arbeitslos gemeldete Jugendliche  2. Arbeitslosenquote ( Jugendliche 15 bis unter 15 Jahre)  3. unversorgte Bewerber um einen betriebliche Ausbildungsstelle  4. Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Schulabschluss
1.10. Berichtswesen
Zur Erfolgskontrolle des Aktionsprogramms zum Masterplan und einzelner Projekte wird die  im  MatchPoint  ansässige  koordinierende  Stelle  in  Abstimmung  mit  den
NetzwerkpartnerInnen  dem  BBWA  regelmäßig  informieren.  Der  Bericht  umfasst  hierbei  mindestens folgende Eckpunkte:    1. monatlicher  Bericht  über  die  Entwicklung  der  festgelegten  Kennzahlen  für  das  Gelingen des Masterplanes   2. halbjährig  ab  Jahresende  2012  Umsetzungsstand  laufender  Projekte  und  Projektideen der NetzwerkpartnerInnen inklusive Empfehlungen für Handlungs‐ und  Unterstützungsbedarfe
1.11. Verantwortlichkeiten und weitere Vorgehensweise
Der  Masterplan  benötigt  für  einen  erfolgreichen  Verlauf  erhebliche  finanzielle  und  personelle Ressourcen um konkrete Projekte und Maßnahmen zu realisieren. Diese können  nicht von einer einzelnen Einrichtung oder Institution erbracht werden. Der Schlüssel für den  Erfolg  liegt  deshalb  in  der  Bereitschaft  zur  Mitwirkung  durch  relevante  Akteure  und  in  der  Koordination der Akteure im Sinne des gemeinsamen Ziels.    Die  Koordination  des  Masterplans  und  des  dazugehörigen  Aktionsprogramms  mit  allen  drei  Handlungsfeldern  ist  beim  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf  angesiedelt.   Ein/e  Mitarbeiter/in  des  MatchPoints  übernimmt  die  Projektkoordination  und  fungiert  zeitgleich  als  Koordinator/in  der  Handlungsfelder.  Durch  die  zentrale  Ansiedlung beim Bezirksamt und gleichzeitig bei MatchPoint wird der Austausch von  Informationen  zwischen  den  Handlungsfeldern  und  mit  den  NetzwerkpartnerInnen  sichergestellt.  Diese  Mitarbeiterstelle  ist  hauptverantwortlich  für  die
Berichterstattung  im  Steuerungsgremium  des  BBWA.  Innerhalb  des  Bezirksamts  ist  der  Bezirksbürgermeister  federführend  verantwortlich.  Alle  Abteilungen  des  Bezirksamts  werden  eingebunden  und  richten  ihre  Aktivitäten  auf  das  Ziel  der  Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit aus.
Die  für  Arbeitsvermittlung  zuständigen  Einrichtungen  Agentur  für  Arbeit  und  Jobcenter  konzentrieren  ihre  Vermittlungs‐  und  sonstige  Aktivierungstätigkeit  besonders  auf  die  Bekämpfung  der  Jugendarbeitslosigkeit.  Jeweils  eine  Mitarbeiterstelle  wird  von  der  Bundesagentur  für  Arbeit  und  des  Jobcenters  neben  der  Koordinierungsstelle  des  Bezirksamtes  für  die  Matchingstelle  „MatchPoint“  zur  Vermittlung und Informationsbereitstellung von Praktika‐ und Ausbildungsplätzen zur  Verfügung gestellt.
Maßnahmen und Projekte werden auf ihre Effizienz im Sinne der Zielerreichung hin  überprüft  und  beauftragt.  Die  Koordinierungsstelle  entwickelt  zusammen  mit  den  Netzwerkpartnern  hierfür  ein  geeignetes  Berichtswesen  und  bereitet  etwaige  Entscheidungen  für  das  Steuerungsgremium  des  BBWA,  sowie  fallbezogen  anderer  Entscheidungsgremien, vor.
Bei  der  Vergabe  von  Aufträgen  an  Dienstleister  wird  besonders  auf  die  Leistungsfähigkeit und die Beherrschung effizienter Methodik in der Vermittlung von  Jugendlichen geachtet.
Die Agentur für Arbeit unterstützt mit Berufsberatung und Berufseinstiegsbegleitung  in  den  letzten  beiden  Jahren  des  Schulbesuchs  mit  dem  Ziel,  dass  keine  Schülerin  oder Schüler ohne konkrete Orientierung für den weiteren beruflichen Weg, Studium  oder  Ausbildung,  die  Schule  verlässt.  Hierbei  wird  eng  mit  MatchPoint  und  den  Coaches an Schulen zusammengearbeitet.
Das  Projekt  kann  auf  die  Erfahrungen  der  bezirklichen  Arbeitsgruppe  „Übergang  Schule‐Beruf“ und der Projekte“ Excellenzinitiative“ und „Wir bleiben hier“ aufbauen.
Die regionalen Wirtschaftsunternehmen in Marzahn‐Hellersdorf verpflichten sich zur  Mitwirkung  insbesondere  zur  Teilnahme  an  Befragungen  und  der  Meldung  des  Arbeitskräftebedarfs.
Über  das  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf  wird  ein  externer Partner  für die  Analyse  der  mittelfristigen  Bedarfe  der  Unternehmen  gesucht.  Dabei  wird  ein  profilierter  Partner gesucht, der das Projekt im Rahmen seines Portfolios als attraktiv einschätzt.
Das Gesamtprojekt Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit wird in einzelne Teilprojekte mit  dezentraler Verantwortlichkeit aufgeteilt, so dass handlungsfähige Einheiten entstehen. Die  Steuerung erfolgt über das Steuerungsgremium mit jeweils einem Vertreter der Partner im  „Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit“.
1.12. Finanzierung
Für das Projekt ist keine umfängliche zusätzliche Gesamtfinanzierung notwendig, da Mittel  aus  vorhandenen  Budgets  eingesetzt  werden  können.  Eine  projektspezifische  zusätzliche  Finanzierung ist in geringem Umfang erforderlich, um Koordinations‐ und Leitungsaufgaben  zu  finanzieren.  MatchPoint  wird  über  Eigenmittel  der  Bundesagentur  für  Arbeit,  das  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf,  sowie  durch  bestehende  Ressourcen  des  Bezirksamtes  finanziert. Zusätzlicher Aufwendungen bedarf es bei MatchPoint somit nicht.  Die  weiteren  als  innovativ  angesehenen  Projekte  bedürfen  einer  Finanzierung  durch  das  Jobcenters  Marzahn‐Hellersdorf  und  Agentur  für  Arbeit.  Hierbei  ist  insbesondere  die  freie  Förderung  nach  §  16  f.  SBG  II  denkbar.  Weitere  Formen  der  Finanzierung  könnten  im  Rahmen  der  Instrumente  des  BBWA  fokussiert  werden.  Verschiedene  Förderprogramme,  wie etwa  „Aktionsräume Plus“ sollten zudem zukünftig genutzt werden.     Die  weitere  Ausgestaltung  des  Aktionsprogramms  in  der  Projektdurchführungsphase  wird  sich  an  zwei  Kernzielen  der  EU‐2020‐Strategie  –  Verringerung  der
SchulabbrecherInnenquote auf unter 10 % und Sicherung der Erwerbstätigkeit von 75 % der  20‐ bis 64‐Jährigen – orientieren. Damit besteht die Möglichkeit weitere EU‐ und nationale  Fördermittel für den Bezirk akquirieren zu können.    Die beteiligten PartnerInnen verpflichten sich aus dem für ihre Kernaufgaben zur Verfügung  stehenden  Budgets  zu  einer  Finanzierung  der  von  ihnen  übernommenen  Maßnahmen.  Die  Höhe  dieser  Verpflichtungen  wurde  nach  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  von der beteiligten Einrichtung im Rahmen einer Abfrage definiert.
1.13. Erwartungen an den Masterplan
Von  Seiten  der  NetzwerkpartnerInnen  wird  erwartet,  dass  für  die  Jugendlichen  im  Bezirk  vielfältigste  innovative  Lösungen  aufgezeigt  werden,  damit  für  alle  Zielgruppen  zukünftig  flächendeckende, passgenaue Angebote fortgeführt und geschaffen werden. Im Rahmen der  Workshops  und  der  Abfrage  von  Projekten  wurde  dabei  schon  in  der  Startphase  die  Bereitschaft zur Transparenz und des Austausches deutlich. Weitere Erwartungen sind:     Bereits  vorhandene  bezirkliche  und  überbezirkliche  Kompetenzen,  Erfahrungen  aus  der  Integration  Jugendlicher  in  Ausbildung  und  Beruf  sollen  noch  enger  vernetzt  werden.   Der Masterplan soll als dynamischen Prozess gesehen werden.   Innovative  Ansätze  werden  auch  in  Zukunft  aufgenommen;  gerade  in  Hinblick  auf  ressortübergreifende  Projekte  bei  der  Umsetzung  des  “Aktionsraum  Plus  Marzahn  Nord  /  Hellersdorf  Nord“  soll  es  die  nötige  Zeit  geben,  um  über  neue  Ansätze  nachzudenken.     Die  NetzwerkpartnerInnen  unterstützen  den  Masterplan  mit  dem  ausdrücklichen  Wunsch,  dass  zukünftig  Jugendlichen  noch  effektiver  als  bisher  den  Weg  in  ein  selbstbestimmtes  Leben ohne Abhängigkeiten von sozialen Hilfesystemen finden.
Die Einzelmaßnahmen und Aktivitäten des Masterplans setzen in drei Handlungsfeldern an:    Handlungsfeld I: Arbeitslos gemeldete Jugendliche  Für  Jugendliche,  die  zu  Beginn  des  Masterplanzeitraums  bereits  arbeitsuchend  gemeldet sind, gibt es in Abhängigkeit von der persönlichen Problemlage spezifische  Angebote,  z.B.  für  arbeitsuchende  Jugendliche  ohne  Schulabschluss,  ohne  Berufsabschluss oder mit einer bereits länger andauernden Arbeitslosigkeit.
Handlungsfeld II: Aktivierung und Mobilisierung in Schulen  Bei SchülerInnen die in den kommenden Jahren die Schule als Absolventen verlassen  werden,  erfolgt  eine  Konzentration  auf  die  Integrierten  Sekundarschulen.  Für  sie  sollen  Angebote  in  Klasse  8  und  9  durchgeführt  werden,  die  zu  einem  deutlich  höheren  Anteil  als  bislang  den  nahtlosen  Übergang  von  der  Schule  in  den  Beruf  ermöglichen. Hierzu sollen alle rund 1.000 Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs  in  den  Integrierten  Sekundarschulen  des  Bezirks  Marzahn‐Hellersdorf  durch  individuelles  Coaching  erreicht  werden.  Ein  neu  zu  errichtende  Matchingstelle  „MatchPoint“ stellt die Verbindung in die Unternehmen her.
Handlungsfeld III : Aktivität vor Leistungsbeantragung   bei den Jugendlichen, die trotz der Unterstützung nach der Schulzeit einen Antrag auf  Arbeitslosigkeit stellen müssen, gibt es nach dem Ansatz „Work‐First“ mit der Abgabe  des Leistungsantrags ein Angebot für eine berufsintegrierende Maßnahme.
Schematische Darstellung der Handlungsfelder
Zum Jahresende 2011 sind bei Jobcenter und Arbeitsagentur in Marzahn‐Hellersdorf aus den  beiden  Rechtskreisen  SGB  II  und  SGB  III  rund  2.600  Jugendliche  zwischen  15  und  unter  25 Jahren arbeitsuchend gemeldet. Sie sind die Hauptadressaten des Handlungsfelds I.   Während  in  den  letzten  drei  Jahren  rund  jeder  3.  jugendliche  Arbeitslose  mit  abgeschlossener  Berufsausbildung  Arbeit  fand,  nahm  die  Anzahl  jugendlicher  Arbeitsloser  ohne abgeschlossene Berufsausbildung zu.       Übersicht jugendliche Arbeitslose (15‐ unter 25) Unterteilung nach Berufsausbildung
Quelle Bundesagentur für Arbeit Statistik‐Service Ost
Betrachtet  man  das  Jahr  2008  bis  Ende  2011  so  ist  die  Zahl  jugendlichen  Arbeitslosen  mit  mittlerer Reife um rund 30 % von 1239 auf 876 Personen zurückgegangen. Dagegen blieb die  Anzahl der Jugendlichen mit und ohne Hauptschulabschluss (HSA) konstant.
HSA 2011:
1.151 (davon 61 % männlich, 39 % weiblich)     575 (davon 67,4 % männlich, 32, 6% weiblich)
ohne HSA 2011
Weitere relevante Daten der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen:    2.223 Arbeitslose sind zwischen 20 und 24 Jahre alt   (davon 54,6 % männlich, 44,4 % weiblich  1.688 haben keinen Berufsabschluss (davon 67, 4 % männlich, 32, 6 % weiblich)  204  sind  langzeitarbeitslos,  davon  32  Jugendliche  länger  als  zwei  Jahre  (88,9  %  männlich, 11,1 % weiblich)  Ca. 130 haben einen Migrationshintergrund (davon sind 59,6 % männlich und 40,4 %  weiblich)    Die  Angebote  des  Masterplans  wurden  in  Auswertung  der  aus  den  Daten  ableitbaren  Problemlagen konzipiert.    Insgesamt  leben  rund  6.800  Jugendliche  im  Bezirk  Marzahn‐Hellersdorf  in  Haushalten  mit  Bezug  von  SGB  II‐Leistungen.  Die  Differenz  zu  den  2.000  arbeitslosen  Jugendlichen  erklärt  sich aus Jugendlichen, die sich noch in Schulen, auch Berufsschulen, oder in Maßnahmen der  Arbeitsverwaltung  befinden.  Diese  Zahl  ist  insofern  für  das  Aktionsprogramm  zum  Masterplan relevant, als sich daraus eine Tendenz der für den weiteren Projektzeitraum zu  betrachtenden  Zahl  an  möglichen  Angeboten  für  Jugendliche  ergibt.  Dies  deshalb,  da  zusätzlich  zu  den  2.000  arbeitslos  gemeldeten  Jugendlichen  nach  Schul‐  oder  Maßnahmenende in den nächsten Jahren weitere rund 4.800 Jugendliche in Arbeit integriert  werden müssen zuzüglich einer noch nicht bemessbaren Anzahl von Zuzügen.    Eine über den Projektzeitraum hinausgehende Anforderung ergibt sich aus der Zahl von rund  20.500 Kindern und Jugendlichen in Haushalten mit SGB‐II Bezug. Aus dieser Zahl lässt sich  die langfristige Integrationsaufgabe ermessen.    210 Jugendliche sind alleinerziehend.
Im Zuge der Konzeption des Masterplanes wurden folgende Zielgruppen im Handlungsfeld I  definiert:    . . . . . . .   Hierbei werden vor allem klassische Instrumente der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und  Bildungsträger zum Zuge kommen.       Jugendliche Erwerbslose mit Berufsschulabschluss   Jugendliche Erwerbslose mit Oberschulabschluss  Jugendliche Langzeiterwerbslose   Jugendliche Erwerbslose ohne Schulabschluss   Jugendliche Erwerbslose mit anerkannten Grad der Behinderung   Jugendliche Erwerbslose mit Migrationshintergrund   Sonstige jugendliche Zielgruppe
3.1. Bestehende Maßnahmen:
Agentur für Arbeit und Jobcenter haben im erheblichen Umfang  Angebote auf der Basis des  SGB II und SGB III zur Integration arbeitslos gemeldeter Jugendlicher zugesagt. Damit wurde  eine  Aussage  zur  geplanten  Vorgehensweise  gemacht,  die  jedoch  selbstverständlich  unter  dem  Vorbehalt  von  verfügbaren  Haushaltmitteln  steht.  Die  Beauftragung  gewünschter  Maßnahmen  erfolgt  im  Rahmen  der  Vergabevorschriften  für  die  Agentur  für  Arbeit  und  Jobcenter.    Umfang  /  Anzahl  Teil‐ Projektlaufzeit  Zielgruppe  nehmer  pro  (von/ bis)  Jahr  alle  vorgeschlagenen  Zielgruppen,  insbesondere  Jugendliche  mit  ganzjährig  180 Plätze  multiplen  Vermittlungs‐  hemmnissen
Angebot  Heranführung  an  den  Ausbildungs‐  und  Ar‐ beitsmarkt n. § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 45  SGB III  Aktivierungshilfen,  Aktivierungshilfen  für  jugendliche  Kundinnen  und  Kunden  im  Fallmanagement ,  Bewerbungsmanagement  Arbeitsagentur, Jobcenter
Umfang  /  Anzahl  Teil‐ Projektlaufzeit  Angebot  Zielgruppe  nehmer  pro  (von/ bis)  Jahr  Feststellung,  Verringerung  oder  Beseitigung  alle  vor‐ von Vermittlungshemmnissen  geschlagenen  Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen  Zielgruppen  Eingliederung n. § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. §  45 SGB III  (z.B.:  ‐  Module  zur  Kenntnisvermittlung  je  nach  Bedarf u.a. in den Bereichen Verkauf, Lager,  gewerblich,  Wachschutz,  Dienstleistung  Ge‐ bäudereinigung.  290 Plätze  ganzjährig  ‐ Modul Orientierung und Aktivierung   ‐ Maßnahmen zur Aktivierung mit intensiver  Betreuung und Anwesenheitspflicht  ‐ Maßnahmen für Jugendliche, welche sich in  einer Nebentätigkeit befinden  ‐ Bewerbercenter)   Arbeitsagentur, Jobcenter      Arbeitsgelegenheiten  zur  Herstellung  der  Beschäftigungsfähigkeit  nach § 16d SGB II  (z.B.:  im  kulturellen  Bereich;  im  handwerkli‐ 130 Plätze  chen Bereich oder in der Stadtteilarbeit)  Arbeitsagentur, Jobcenter    Berufsausbildung  in  außerbetrieblichen  Ein‐ richtungen  (BaE)  gemäß  §76  SGB  III (1.Ausbildungsjahr)  20 Plätze  Arbeitsagentur, Jobcenter    Berufsvorbereitende  Bildungsmaßnahme  (BvB) gemäß §51 ff SGB III  30 Plätze   Arbeitsagentur, Jobcenter    Ausbildungsbegleitende  Hilfen  (abH)  gemäß  § 75 SGBIII  60 Plätze  Arbeitsagentur, Jobcenter    Einstiegsqualifizierung  (Maßnahmen  beim  Arbeitgeber) EQ gemäß §54 SGB III  135 Plätze  Arbeitsagentur, Jobcenter
Jugendliche  mit  multiplen  Hemmnissen  und  in  marktfernen  ganzjährig  Profillagen  Ausbildungsreife  Jugendliche  mit  Hemmnissen  ab 01.09.2012
Jugendliche  mit  fehlender  Ausbildungs‐reife  ab 01.09.2012  Azubis  mit  Unterstützungs‐  bis August  bedarf  2013  nicht vollst.  ausbildungsreife  Jugendliche
bis Juli 2013
Alle Maßnahmen können grundsätzlich bis 2016 fortgeführt werden      Jugendamt  Das  Jugendamt  hat  seine  Aktivitäten  auf  die  Zielsetzung  des  Masterplans  hin  abgestimmt  und bringt Kompetenzen mit Angeboten der Berufsorientierung und der Berufsvorbereitung  für  junge  Menschen,  die  in  Besonderem  Maß  auf  Unterstützung  in  Form  von  sozialpädagogischen  Hilfen  angewiesen  sind  (§13  SGB  VIII)  sowohl  im  Handlungsfeld  I  als  auch  im  Handlungsfeld  II,  in  darüber  hinaus  gehende  Beratungs‐  und  Betreuungsangebote  für alle Jugendlichen sowie in die Gremien‐ und Netzwerkarbeit ein.          Angebot/ Projekt  Jugendberatungsha us  XXL  kommunale  Einrichtung  deren  Angebote  in  Kooperation  mit  freien  Trägern  der  Jugendhilfe  unterbreitet werden  Allgemeine  Jugendberatung  /Jugendsozialarbeit  §  11  SGB  VIII/  Schnittstellen    §  13  SGB  VIII  /  Hilfen  zur  Erziehung §§ 27 ff.       Jugendberufshilfe   Leistungen  nach  §  13 SGB VIII –   Schnittstellen  zum  SGB II und SGB III    Anzahl der Plätze  Zielgruppe  Projektlaufzeit
alle  jungen  Menschen  ab  15  laufend  Jahre  27  Jahre  deren  Eltern  und andere Bezugspersonen  Ziel:  Beratung  und  Unterstützung bei beruflicher  und sozialer Integration
alle  jungen  Menschen  ab  15  Jahre 27 Jahre  Ziel  Beratung  und  Unter‐ stützung  bei  beruflicher  und  sozialer Integration
junge  Menschen,    mit  erhöhtem  sozialpädago‐ gischen  Unterstützungs‐ bedarf  Beendigung  der  Schulpflicht‐  i.d.R.  bis  zur  Vollendung  des  21.  Lebensjahres  bei  Eintritt  in ein Projekt
Angebot/ Projekt  „Jugend‐ KompAkt‐  Kompetenzen  aktivieren“     Netzwerkprojekt
Anzahl der Plätze  Ambulante  so‐ zialpädagogische  Begleitung  nach § 13.2 SGB VIII
Zielgruppe  Junge  Menschen  nach  Beendigung der Schulpflicht ‐  Vorbereitung  auf    bzw.  in‐ tensive  Nachbetreuung  bzw.  ambulante  Begleitung  während  BV/BA  (SGB  II/  III  teilstationärer BO , BV, BA)      Schüler/innen  im  9.  und  10.  Schulbesuchsjahr  und  deren  Eltern  mit  manifestierter  Schuldistanz,   niedrigschwelliger Zugang
Projektlaufzeit  Trägervertrag  gem.  Leistungs‐ beschreibung  SenBJW  Laufzeit  des  Vertrages  bis  2014  Individuelle  Bedarfsprüfung     Kofinanzierung   (Projektförderung ) zum ESF‐ Projekt „Schulverweigeru ng  ‐die  2.  Chance“    ESF Förderung    01.09.2011  bis  31.12.2013  ESF  Förderung   01.09.2008    bis  31.12.2013    Kofinanzierung  Jugend  als  Projektförderung    Trägervertrag  gem.  Leistungsbeschrei bung SenBJW  Laufzeit  des  Vertrages  bis  2014  Individuelle  Bedarfsprüfung
Ambulante  so‐ zialpädagogische  Begleitung  nach § 13.2 SGB VIII    bis zu 22 Plätze          Kompetenzagentur  Ambulante    sozialpädagogische  Standorte  Begleitung  Landsberger  Allee  nach § 13.2 SGB VIII  (Jugendberatungsha   us)  und  Peter‐  bis  zu  200  junge  Huchel‐Str.   Menschen im Jahr    GLOBUS‐ Verbund      Berufsorientierung  nach § 13 .2 SGB VIII     bis zu 20 Plätze
Jugendliche 15 ‐ 25 Jahre, die  im  Übergangssystem  zu  scheitern  drohen  bzw.  bereits gescheitert sind,  Casemanagement;
Junge  Menschen  nach  Beendigung der Schulpflicht ,  die  für  Maßnahmen  nach  dem SGB II bzw. III noch nicht  geeignet sind
Angebot/ Projekt  Jaccomo
Anzahl der Plätze  Berufsorientierung  nach § 13 .2 SGB VIII   bis zu 15 Plätze
Zielgruppe  Jugendliche  16‐  19/20  Jahre  mit  psychischen  Beeinträchtigungen  teilw.  ungeklärter Reha‐ Bedarf
Perspektivwerkstät ten
Trägervertrag  gem.  Leistungsbeschrei bung SenBJW  Laufzeit  des  Vertrages  bis  2014  Individuelle  Bedarfsprüfung   Teilstationäre  BO  mit  Jugendliche  zw.  16  und  19  Trägervertrag  direkt  Jahren,  die  Maßnahmen  des  gem.  angeschlossener  BV  JobCenters  oder  der  AA  Leistungsbeschrei nach § 13 .2 SGB VIII  abgebrochen haben,   bung SenBJW      Laufzeit  des  bis zu 10 Plätze  Vertrages  bis  2014  Individuelle  Bedarfsprüfung
Zusätzliche Projekte von NetzwerkpartnerInnen    Mehrere  ProjektpartnerInnen  haben  Projekte  in  der  Planung  oder  Durchführung  die  in  die  Masterplan‐Umsetzung  eingebracht  werden.  Deren  Durchführbarkeit  wird  im  Rahmen  der  Masterplanlaufzeit geprüft.      Angebot/ Projekt  ESF‐ IdA  Integration durch Austausch  Anzahl der  Plätze  40 Plätze  Zielgruppe  Projektlaufzeit
Arbeitslose  Mai 14  Jugendliche  Ohne Ausbildung, mit  /ohne Schulabschluss  Mit Behinderung  Auch Migranten  Alle Schüler+  Juli 14  Arbeitslose  Jugendliche  Ohne Ausbildung, mit  /ohne Schulabschluss  Mit Behinderung  Auch Migranten
JUWEL (BIWAQ)  BO Klasse 10
100 Plätze
Angebot/ Projekt
Anzahl der  Plätze
Stark durch Vielfalt  70 Plätze  Praxisorientiertes Arbeiten in einer  Juniorfirma
Arbeitslose  Dezember 14  Jugendliche  Ohne Ausbildung, mit  /ohne Schulabschluss  Mit Behinderung  Auch Migranten  Jugendliche  mit  Grad  Bis 09.13  Behinderung  Bis 08.14
BVB Reha gewerblich  BVB Reha Metall / Holz
76 Plätze 55 Plätze
Erwerb Schulabschluss , HSA
35 Plätze
Nicht  ausbildungs‐  Bis 09.13  reife Jugendliche
RAV    Ausbildungsverbund
Regionaler  50‐70 Plätze
Jugendliche  ohne  Bis 2013  Berufsabschluss
Infopoints     (derzeit 11 Standorte)  Netzwerk  Alleinerziehende  Marzahn – Hellersdorf    nähere  Erläuterungen  und  Punkt:  3.2.12  Ausbildungsschnuppertouren  mit  20 – 25 Plätze  dem  Bus  bei  gleichzeitig  gesicherter Kinderbetreuung  Netzwerk  Alleinerziehende  Marzahn ‐ Hellersdorf
Alleinerziehende    Mütter  und  Väter  auch  Altersgruppen  übergreifend
Erweiterung  Berufswahl‐ spektrums;
des  2 Mal in 2012
3.2. Innovative Ansätze:
Im  Folgenden  werden  innovative  Ansätze  skizziert,  welche  für  den  Masterplan  von  den  Netzwerkpartnern  und  dem  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf  als  besonders  interessant  betrachtet werden.  Diese sind zum Teil noch nicht abschließend formuliert und eingeplant.
3.2.1. Längere Kita‐Öffnungszeiten
Im Zuge der Zusammenstellung des Masterplanes wurde seitens der Arbeitsagentur, IHK und  Handwerkskammer  formuliert,  eine  längere  Kinderbetreuung  im  Bezirk  anzubieten.  Insbesondere die Wirtschaftsgruppen Handel, Verkehr und Gastgewerbe befinden, die durch  Schichtarbeit  oder  etwa  lange  Arbeitzeiten  bis  spät  Abends  geprägt  sind.  Interessenten  dieser Tätigkeiten sollen in Zukunft im Rahmen des Aktionsprogramms zum Masterplan die  Möglichkeit gegeben werden, von flexibleren Kita‐Öffnungszeiten Gebrauch zu machen.     Ein Träger hat sich bereiterklärt, im Rahmen des Masterplanes eine flexible Kinderbetreuung  über das bisherige Maß (6:00‐ 18:00 Uhr) hinaus zu ermöglichen. Darüber hinaus bietet der  Träger an, dieses bis zum Aufbau einer „Kinderpension“ weiterzuentwickeln. Gedacht ist im  ersten Schritt eine Kapazität von 8‐10 Plätzen in einer Einrichtung des Trägers im Bezirk. Die  Anzahl kann bei entsprechender Nachfrage erhöht werden. Ebenfalls kündigte der Träger an,  bei der Schaffung neuer Kita‐Plätze mitzuwirken und wird ab 2013 mit der Inbetriebnahme  eine neuen Kita im Bezirk 10‐12 neue Plätze schaffen, welche im Rahmen des Masterplanes  jugendlichen  Alleinerziehenden,  welche  eine  Arbeit,  bzw.  Ausbildung  aufnehmen  können  und über keine Möglichkeiten verfügen ihr Kind betreuen zu lassen.
3.2.2. Praktikumsplätze Unfallkrankenhaus
Im  Rahmen  der  Zusammenstellung  des  Aktionsplanes  hat  der  Ausbildungsleiter  des  Pflegebereiches  angekündigt,  bis  zu  200  Praktikumsplätze  im  Unfallkrankenhaus  Berlin  gleichzeitig bereitstellen zu können.
3.2.3.  Virtuelle  Werkstatt  Marzahn‐  Hellersdorf  für  junge  Erwachsene  mit  Handicap
Das innovative Konzept einer „virtuellen Werkstatt“ basiert auf Erfahrungen in den USA, der  Schweiz und in Deutschland, speziell im Saarland. Es steht in enger Beziehung zu dem in der  Behindertenhilfe  seit  Jahren  fest  verankerten  Begriff  der  „Inklusion“,  der  die  gleichberechtigte Teilhabe behinderter und nicht behinderter Menschen in der Gesellschaft  und im Arbeitsleben in den Mittelpunkt rückte.    Das Konzept einer „virtuellen Werkstatt“ basiert auf einem Gesellschaftsbegriff, in welchem  Arbeit allgemein als  guter Weg zur Integration, Teilhabe und Selbstverwirklichung aufgefasst  wird. Vermittlung in neigungsorientierte Beschäftigung sowie der Grundsatz „erst platzieren,  dann trainieren“ sind wichtige, ergänzende Bausteine des Konzepts.    Der Grundansatz  Die  „virtuelle  Werkstatt“  bietet  –  im  Unterschied  zu  einer  traditionellen,  anerkannten  Werkstatt – für primär seelisch behinderte bzw. von einer seelischen Behinderung bedrohte  Menschen  ausschließlich  Beschäftigungen  auf  ausgelagerten  Arbeitsplätzen  ‐  d.h.  ohne  „eigene“  Arbeitsplätze  ‐  an.  Diese  externe  Beschäftigung  liegt  grundsätzlich  nicht  im  Ermessen  des  Trägers  der  „virtuellen  Werkstatt“,  sondern  ist  Programm  und  Zweck  der  „virtuellen Werkstatt“ selbst.  Die  Wirksamkeit  und  Nachhaltigkeit  dieses  Ansatzes  ist  begründet  in  einer  auf  die  individuellen  Bedürfnisse  eines  jeden  Werkstattbeschäftigten  ausgerichteten  Begleitung  durch  entsprechend  qualifiziertes  Fachpersonal.  Aufgabe  des  Fachpersonals  ist  es,  im  Ergebnis  eines  Eingangsverfahrens  das  für  jeden  Beschäftigten  „passende“  Setting   zusammenzustellen  und  dieses  dann  im  gesamten  Maßnahmeverlauf  den  sich  ändernden  Gegebenheiten flexibel und individuell anzupassen.
3.2.4.  Corporate  Volunteering  –  Bürgerschaftliches  Engagement  von  Unternehmen schafft Chancen für Jugendliche“
Für viele (Groß‐)Unternehmen gehört gesellschaftliches Engagment zum guten Ton. Diese als  Corporate  Social  Responsibility,  kurz  CSR,  bezeichneten  gemeinnützigen  Aktivitäten  sind  heute  verstärkt  Gegenstand  der  strategischen  Planung  von  Unternehmen.  Im  Rahmen  der  Umsetzung  des  CSR  wird  oftmals  die  Methode  des  "Corporate  Volunteering"  genutzt.  In  dieser  werden  Mitarbeiter_innen  entweder  für  einen  Teil  ihrer  Arbeitszeit  freigestellt,  um  einem  sozialen  oder  ökologischen  Engagement  nachzugehen  oder  es  werden  Gemeinschaftaktionen  über  ein  bis  mehrere  Tage  durchgeführt.  Die  Aktiven  sind  meist  Führungskräfte und Personalverantwortliche der Unternehmen.   Bewerbungen  von  Jugendlichen  auf  eine  berufliche  Ausbildungsstelle  oder  einen  Arbeitsplatz,  die  über  keinen  oder  einen  sehr  schlechten  Schulabschluss  verfügen  haben  kaum eine Chance auf Erfolg..    Das  Projekt  "Corporate  Volunteering  ‐  Bürgerschaftliches  Engagement  von  Unternehmen  schafft  Chancen  für  Jugendliche"  basiert  auf  der  Kernidee,  gesellschaftliches  Engagement  von Unternehmen mit der Verbesserung der Chancen für Jugendliche im Übergang Schule‐ Beruf, einen Ausbildungs‐ bzw. Arbeitsplatz zu erhalten, zu kombinieren: Führungskräfte der  Unternehmen und arbeitssuchende Jugendliche sollen gemeinnützige Vorhaben zusammen  durchführen.  Dabei  stehen  das  gemeinsame  Arbeiten  und  Erleben  und  die  Schaffung  von  persönlichen Kontakten im Vordergrund.
3.2.5. Anerkennung von Ausbildungs‐/Qualifizierungsabschlüssen
als innovatives Kriterium der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung     Nachqualifizierung (NQ) bedeutet:   Schritt für Schritt bis zum Berufsabschluss durch…  ‐   in sich abgeschlossene und einzeln absolvierbare Qualifizierungsmodule auf der Basis  der Ausbildungsverordnung des jeweiligen Berufes, inklusive Prüfungsvorbereitung  ‐   Das System einzeln absolvierbarer und zertifizierbarer Module garantiert eine hohe  individuelle Flexibilität und kann den zeitlichen und ggf. finanziellen Aufwand für den  Lernenden  erheblich  reduzieren.  Es  ermöglicht  den  Teilnehmern  einen  flexiblen  Einstieg  und  berücksichtigt,  dass  die  einzelnen  Module  unabhängig  von  einander  absolviert werden können  ‐   Individuelle  Qualifizierungsplanung  und  –Begleitung  durch  Nutzung  beruflicher  Vorerfahrungen  auf  Grundlage  fachlicher  Feststellung,  ggf.  Verkürzung  der  Qualifizierung  ‐   Individuelle Unterstützungsangebote    Sind  alle  erforderlichen  Module  eines  Berufes  nachgewiesen  bzw.  im  Rahmen  einer  Nachqualifizierung absolviert, erfolgt die Zulassung zur Prüfung.     Zielgruppe:  Das Qualifizierungskonzept richtet sich an Arbeitssuchende die   • • • • an‐ oder ungelernt sind  Berufserfahrungen haben aber keinen anerkannten Berufsabschluss  eine Ausbildung abgebrochen haben  die Qualifizierung im Arbeitsprozess als notwendig erachten
einen  Berufsabschluss  im  Ausland  erworben  haben,  der  in  Deutschland  nicht  anerkannt  wird.
Verkürzung und Unterbrechung möglich   NQ berücksichtigt berufliche Vorerfahrungen (Beschäftigungs‐ AGH‐, MAE‐, Qualifizierungs‐  und Ausbildungszeiten). Die NQ‐Dauer ist somit individuell (i.d.R. 6 – 24 Monate). Grundlage  ist  eine  mit  der  zuständigen  Kammer  vereinbarte  individuelle  Feststellung  der  fachlichen  Kenntnisse und Fertigkeiten.
3.2.6. Das STUFEN‐Projekt   Soziales  Training  und  Unterricht,  Förderung  von  Eigenverantwortung  und  Normenakzeptanz
Die Zielgruppe  Das Angebot richtet sich vornehmlich an integrations‐ und bildungsferne junge Erwachsene,  ehemalige  SchulverweigerInnen  oder  junge  Menschen,  die  andere  Maßnahmen  bereits  erfolglos durchlaufen haben. Das Projekt zielt auf die Vermittlung in Ausbildung, Arbeit oder  zu  weiterführenden  Schulen  über  den  Weg  des  Arbeitstrainings  und  der  schulischen,  sozialen und/oder beruflichen Qualifizierung. Insofern bestimmt der Entwicklungsverlauf des  jungen Erwachsenen die individuelle Verweildauer im Projekt.  Das  Projekt  ist  so  ausgerichtet,  dass  die  aufeinander  aufbauenden  Stufen  als  arbeitssozialisierendes  und  stabilisierendes  Training  zu  verstehen  sind.  Zuverlässigkeit,  Arbeits‐ und Lernfähigkeit sollen gestärkt werden, um den Sozialisationsprozess im Hinblick  auf ein selbstverantwortetes Leben zu stärken.    • Das  Lern‐  und  Arbeitskonzept  zeigt  verschiedene  Zugänge  des  Lernens  auf  und  bezieht lebensnahe Konfliktfelder ein.  • Soziales  Lernen  bildet  die  Grundlage  für  die  weitere  Entwicklung.  Daher  werden  folgenden  Eckpunkten  besondere  Bedeutung  zugemessen  und  entsprechend  geschult:  Zuverlässigkeit,  Selbstdisziplin,  Verantwortungsbewusstsein,  Solidarität,  Konflikt‐  und
Frustrationstoleranz,  Kooperationsfähigkeit.
• Ausgewählte  Exkursionen  regen  soziales  Lernen  an  und  erweitern  den  Horizont  der  Teilnehmer/‐innen.
• Ein  differenziertes  Regelwerk  in  Bezug  auf  Fehltage,  im  Umgang  mit  Krankheiten,  disziplinarischen Entgleisungen oder strafrechtlichen Belangen unterstützt die jungen  Erwachsenen  bei  ihren  Bemühungen  und  stärkt  die  Reflexionsfähigkeit  und  den  Sozialisationsprozess als Ganzes.   • Über  das  Stufenkonzept  lernen  die  jungen  Erwachsenen,  dass  die  Gestaltung  des  Lebensweges in ihrer eigenen Verantwortung liegt.     Die  TeilnehmerInnen  durchlaufen  sieben  Stufen,  deren  jeweilige  Bewältigung  die  Voraussetzung für den Übergang in die nächste Stufe darstellt. Im Falle der Nichtbewältigung  wiederholen sie die betreffende Stufe oder werden in die vorhergehende zurückversetzt.     1. Stufe:   Es beginnt mit einfacher Arbeit für wenige Stunden am Tag, vorwiegend in Tätigkeiten mit  geringem Anlern‐Aufwand.   2. Stufe:   Sechsstündige  gemeinnützige  Arbeit  in  öffentlichen  oder  gemeinnützigen  Einsatzstellen.  Nach Möglichkeit wird den beruflichen Wünschen der TeilnehmerInnen entsprochen.  3. Stufe:   Die  schulische  Basisstufe  besteht  aus  aufeinander  aufbauenden  Unterrichtsblöcken.  Hier  beginnt  die  schulische  Vorbereitung  auf  die  Externenprüfung.  Eine  ausgewogene  Methodenwahl  soll  neben  den  fachlichen  Inhalten  auch  soziale  und  individuelle  Kompetenzen  fördern.  Allgemeinbildende  Fächer  werden  durch  Exkursionen,  innovative  Lern‐ und Arbeitstechniken und soziale Trainingsangebote ergänzt.  4.‐5.Stufe:   Hier  erfolgt  die  intensive  Prüfungsvorbereitung.  Fernab  von  häuslichen  Gewohnheiten  finden  einwöchige  Lerncamps  statt.  Beide  Stufen  fordern  die  jungen  Erwachsenen  in  besonderem Maße.   6.‐7.Stufe:   Nach  der  Prüfung  erfolgt  die  Vermittlung  in  Arbeit  oder  Ausbildung.  Je  nach  individueller  Zielstellung kann hier eine berufliche Teilqualifikation erworben werden.
3.2.7. Jugendhotel als sozialer Betrieb
Arbeitslose  Jugendliche  werden  im  ersten  Schritt  qualifiziert  und  übernehmen  im  zweiten  Schritt die Führung eines Jugendhotels mit gastronomischen und touristischen Angeboten.
3.2.8. Ausbildungsplätze/Jobs aufs Handy
Passende freie Ausbildungsplätze/ Jobangebote sollen ohne Zeitverlust per SMS aufs Handy  von  Jobsuchenden  geschickt  werden.  Handys  und  Smartphones  dienen  nicht  nur  dem  mobilen  Informations‐  und  Kommunikationsaustausch,  sondern  sind  auch  coole  und  emotionale  Lifestyleprodukte,  die  gern  und  ausdauernd  von  Jugendlichen  benutzt  werden.  Die  Jugendlichen  haben  einen  immens  wichtigen  Zeitvorteil,  sie  haben  ja  ohne  Zeitverzug  eine gute Nachricht, den freien Ausbildungsplatz oder das Jobangebot erhalten (und andere  nicht!)  und  sie  haben  ihr  Handy   in  der  Hand  und  können  direkt  auf  das  die  freie  Ausbildungsstelle reagieren, wenn sie möchten.
3.2.9. Berufsberatung für Eltern
Für  bildungsferne  Eltern  werden  wir  innovative  Formen  der  Ansprache  benötigt.  Wer  sich  grundsätzlich  für  die  berufliche  Zukunft  seiner  Kinder  interessiert,  kann  schon  bisher  aus  vielen  Informationsquellen  schöpfen.  Das  Projekt  will  anderen  Eltern  mobilisieren  –  auch  jene,  die  keiner  Einladung  zu  Elternabenden  o.ä.  folgen.  Dazu  müssen  die  Eltern  und  sonstigen Bezugspersonen im Alltag aufgesucht werden. Die Idee ist: Die Umrüstung einen  Bus/LKW zum Info‐Bus und fahren Einkaufszentren oder Märkte an.     Es  werden  nach  dem  Muster  der  ehemaligen  beliebten  Fernseh‐Show  ein  „heiteres  Beruferaten“ veranstaltet:  PassantInnen (oder AusbilderInnen) repräsentieren einen Beruf,  der von ProtagonistInnen aus dem Publikum geraten werden muss. Als Anreiz gibt es einen  Pott Kaffee o.ä., und eine „Berufsberatung für Eltern“ im Info‐Bus.   Sportler zum Anfassen: Der Träger ist der Füchse, die ausgesprochen erfolgreich und damit  bekannt  sind.  Zusammen  mit  SpielerInnen  und  ManagerInnen  könnten  Konzepte  für  Vor‐ Ort‐Aktionen  (kleine  Spiele,  Ansprachen:  vor  der  Sportlerkarriere  hab  ich  eine  Ausbildung  gemacht, u.a.) entwickelt werden. Abhängig von Ort, Jahreszeit usw. gibt es immer wieder  neue Aktionen.
3.2.10. Arbeitsvermittlung im Gewerbeamt
Im Gewerbeamt werden wie beschrieben pro Jahr 1900 Neuanmeldungen von Unternehmen  in  Marzahn‐Hellersdorf  erfasst.  15%  davon,  also  ca.285  Unternehmen  sind  werden  als  Kapitalgesellschaft  angemeldet.  Im  Zuge  Projektlaufzeit  des  Masterplanes  werden  im  Einvernehmen  mit  dem  für  Wirtschaft  zuständigen  Bezirksstadtrat  Beratungen  zur  Einstellung von Jugendlichen bereits im Gewerbeamt stattfinden. Dieses geschieht entweder  durch  die  Bundesagentur  für  Arbeit,  oder  durch  eine  Weiterqualifikation  der  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  im  Gewerbeamt.  Bereits  bei  der  Anmeldung  eines  Gewerbes  in  Marzahn‐Hellersorf  soll  der  Bedarf  an  Arbeitskräfte,  Auszubildenden  oder  Praktikantinnen  und  Praktikanten  erfragt  werden.  Bei  einer  positiven  Rückmeldung  wird  unmittelbar der Kontakt zu den Netzwerkpartnern und MatchPoint hergestellt.
3.2.11. Projekt „Schluss mit Schulden“
Das  Projekt  „Schluss  mit  Schulden“  ist  ein  auf  die  Bewältigung  von  Krisensituationen  ausgerichtetes,  reaktives,  helfendes  Angebot  einer  aufsuchenden  Schuldenbearbeitung  in  Verbindung  mit  Präventionsmaßnahmen  zur  nachhaltigen  Stärkung  der  Finanzkompetenz  von  Schuldnern,  insbesondere  von  Mietschuldnern.  Das  Projekt  ist  strukturiert  im  Rahmen  des  §  13  Abs.  4  SGB  X,  insbesondere  im  Rahmen  von  Begleitung  und  Fürsprache  und  der  persönlichen  Hilfe  Ratsuchender  bei  der  Lösung  wirtschaftlicher  und  sozialer  Angelegenheiten  der  Schuldner  nach  §§  1,  17  SGB  II  und  §§  5,  11  SGB  XII.  Es  ist  keine  Einrichtung der Schuldnerberatung nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 der Insolvenzordnung (InsO) und  auch  kein  zugelassener  Inkassodienstleister  gemäß  §  1  Abs.  3  Satz  2  RDGEG.  Alle  angebotenen  Leistungen  dienen  dazu,  Ratsuchende  in  ihrer  Lebenswelt  zu  begleiten,  ihre  vorhandenen  Ressourcen  zu  entdecken  und  zu  aktivieren.  Sie  sind  ausgerichtet  auf  die  Erhöhung  der  Selbsthilfekompetenz  der  Ratsuchenden,  mit  dem  Ziel,  sie  in  die  Lage  zu  versetzen,  persönliche  Anforderungen  zunehmend  eigenständig  zu  meistern  und  für  sich  neue tragfähige Lebensperspektiven zu entwickeln. Insofern geht es auch um die Befähigung  der  Ratsuchenden,  sich  perspektivisch  den  Alltagsbelastungen  zu  stellen  und  diese  ohne  professionelle Unterstützung zu bewältigen.
Durch  die  kompetente  Beratung  und  die  Perspektive  einer  dauerhaften  Regelung  der  individuellen  Verschuldungsproblematik  wird  den  Betroffenen  wieder  eine  Chance  auf  ein  selbst  bestimmtes  Leben  eingeräumt.  Den  bei  jungen  Menschen  häufig  vorherrschenden  kontraproduktiven  Problemlösungsstrategien  wird  individuell  und  konkret  begegnet.  Ihnen  wird die Chance eingeräumt, gemachten Fehlern ins Auge zu sehen, Altlasten hinter sich zu  lassen,  um  wieder  positiver  in  die  Zukunft  schauen  zu  können.  Dass  Betroffene  als  Ratsuchende  agieren  ist  auch  ein  Indiz  dafür,  dass  sie  gewillt  sind,  für  sich  Übergänge  und  neue  Perspektiven  zu  gestalten.  Durch  das  Angebot  wird  auch  in  Vermeidung  von  Zugangsbarrieren  und  Schwellenängsten  eine  aufsuchende  Kontaktaufnahme  zum  Betroffenen  praktiziert,  wodurch  eine  sehr  individuelle  Kenntnisnahme  des  konkreten  Lebensumfeldes  erfolgt  und  über  die  damit  verbundene  Anamnese,  die  wesentlichen  Ursachen  und  Bedingungen  der  Überschuldung  ermittelt  werden.  Es  erfolgen  Maßnahmen  zur  Existenzsicherung  und  Krisenintervention,  Forderungsüberprüfung  und
Schuldnerschutzmaßnahmen,  es  werden  Handlungsstrategien  zur  Schuldenregulierung  und  Vermeidung  von  Neuverschuldung  entwickelt  (Mietschuldenübernahmen,  AG‐Darlehen,  Ratenzahlungsvereinbarungen,  außergerichtliche  Vereinbarungen,  Drittmittelbeschaffung,  Lohnabtretungen etc.).     Die  soziale  Betreuung  von  MietschuldnerInnen  im  Regulierungsverlauf  wird  von  den  Betroffenen  als  wohltuend  empfunden  und  die  Fürsorge  (Hilfe)  in  persönlichen  Notlagen  wird als Pendant zu erlebten Egoismen und Gleichgültigkeit empfunden. Durch das Projekt  werden  soziale  und  wirtschaftliche  Interessen  miteinander  verbunden.  Durch  die  Verhinderung  und  Minimierung  von  Mietausfällen,  damit  Verringerung  von  Kündigungen,  Räumungsklagen  und  Zwangsräumungen;  (Einsparung  von  Kosten,  Mietrechtliche  Grundlagen  §§  543,  569  BGB,  Räumungsfrist/Vollstreckungsschutz  §§  721,  765a  ZPO)  erfahren  auch  im  Bezirk  agierende  Unternehmen  der  Wohnungswirtschaft  eine  ökonomische Stärkung.
3.2.12. Infopoints für Alleinerziehende
Der  Träger  unterstützt  und  berät  alleinerziehende  Mütter  und  Väter  in  ihren  verschiedensten  Lebenslagen  unterstützt  und  beraten.  Ziel  ist  es,  ihr  Lebensumfeld  so  zu  gestalten,  dass  sie  gleichberechtigt  und  in  ihren  Kompetenzen  gestärkt,  am  gesellschaftlichen  Leben  teilhaben  können.  Wichtigste  Voraussetzung  dafür  ist,  sie  beim  (Wieder)einstieg  in  Arbeit,  Ausbildung  und  Schule  zu  unterstützen.  Die  Infopoints  konzentrieren  sich  in  ihrer  Arbeit  darauf,  vorhandene  Strukturen  im  Interesse  der  Alleinerziehenden  zu  nutzen  und  im  Sinne  von  Dienstleistungsketten  miteinander  zu  verknüpfen.  Jede(r)  Alleinerziehende  erhält  ohne  sich  erklären  zu  müssen,  in  diesen  Infopoints  eine  Auskunft,  wird  wertfrei  an  andere  Netzwerkpartnerinnen  und  Institutionen  vermittelt.  In  Realisierung  eines  ressourcen‐  und  lösungsorientierten  Ansatzes  erfolgen  die  aktive  Einbeziehung  und  eine  Interessenvertretung  im  Sinne  der  Alleinerziehenden.  Die  Infopoints sind ausgerichtet auf die Erhöhung der Selbsthilfekompetenz der Ratsuchenden,  mit  dem  Ziel,  sie  in  die  Lage  zu  versetzen,  persönliche  Anforderungen  zunehmend  eigenständig  zu  meistern  und  für  sich  neue  tragfähige  Lebensperspektiven  zu  entwickeln.  Insofern  geht  es  auch  um  die  Befähigung  der  Ratsuchenden,  sich  perspektivisch  den  Alltagsbelastungen  zu  stellen  und  diese  ohne  professionelle  Unterstützung  zu  bewältigen.  Die  Infopoints  sind  Mittler  bei  der  Ausgestaltung  von  Übergängen,  begleiten  aktiv  und  helfen,  das Potenzial  der  Alleinerziehenden  auch  unter  ökonomischen  Gesichtspunkten  für  die Gesellschaft wieder nutzbar zu machen.
Während im Schuljahr 2003/2004 noch rund 4300 Absolventinnen und Absolventen von der  Schule abgingen, sind es im Schuljahr 2012/2013 noch rund 1700 Schulabgänger.    700  davon  sind  Abiturienten,  ungefähr  Zweidrittel    davon  suchen  sich  eigenständig  einen  Studienplatz.  Die  anderen  ca.  200  Absolventen  sind  aufgrund  des  höheren  Abschlusses  hervorragend  für  den  Ausbildungsmarkt  qualifiziert  oder  absolvieren  zusätzlich  zur  Berufsorientierung ein freiwilliges ökologisches‐ oder soziales Jahr. Das Bezirksamt und seine  Netzwerkpartner  sehen  im  Zusammenhang  mit  dem  Masterplan  für  diese  Absolventengruppe keinen erhöhten Handlungsbedarf.  Weitere  ca.  1000  Schüler  verlassen  pro  Jahr  die  Integrierten  Sekundarschulen  (ISS).  Schon  heute ist die Zahl der Ausbildungsplätze im Bezirk Marzahn‐Hellersdorf so hoch, dass jeder  Schulabgänger einer ISS auf einen der rund 1000 Ausbildungsplätze treffen kann.
Verhältnis der Schulabgänger/innen zu den Berufsausbildungsstellen in  Marzahn‐Hellersdorf
4.663 4.244
Anzahl Schulabgänger/innen und Berufsausbildungsstellen
3.999 3.374 2.878 2.549 2.073 1.488 1.133 891 520 428 1.052 951 1.606 1.873 1.617 1.955 1.684
2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 Berufsausbildungstellen  Marzahn‐Hellersdorf Schulabgänger/innen  Marzahn‐Hellersdorf Prognose Berufsausbildungsplätze Marzahn‐Hellersdorf
4.1. Bestehende Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler
Angebot/ Projekt  Vertiefte  Berufsorientierung  (verschiedene  Projekte:  BBVO,  Berliner  Netzwerk  Ausbildung,  Komm  auf  Tour)  gemäß § 48 SGB III  Bundesagentur für Arbeit, JobCenter    ESF‐Projekt „Stark durch Vielfalt“  (Programm XENOS)  - verbindet  Berufsorientierung  und interkulturelles Lernen  - projektorientiertes  Arbeiten  in  einer Juniorfirma  Anzahl der  Plätze  an  verschiedene n Schulen des  Bezirkes  70 Plätze    Zielgruppe  Alle  Schülerinnen  und  Schüler  Bis Juli 2013  Projektlaufzeit
Schülerinnen  und  Dezember  Schüler in Praxislernen  2014
Die nachfolgend dargestellten Angebote (Hilfen zur Erziehung/Jugendberufshilfe) werden  mit dem Ziel der  Vermeidung von Schulabbrüchen/zur Erlangung von Schulabschlüssen von  Trägern der Jugendhilfe  in Kooperation mit Schulen umgesetzt:
Angebot/ Projekt  Anzahl der  Plätze  Zielgruppe  Projektlaufzeit
Therapeutische Tagesgruppe II  7 Plätze  nach §§ 27 Abs. 3 /35a SGB VIII   JAO gGmbH in Kooperation mit der Jean  – Piaget‐ Schule
7./  8.  Schulbesuchsjahr  bei  Beginn  ‐ Schnittstelle  Psychiatrie, JH, Schule  tief  greifende  Sozialisationsdefizite  durch  sozial  – laufend  emotionale  Störungen  Individuelle  und  gravierende  Bedarfsprüfung  Leistungs‐  und  Lerndefizite  Fachliche  Stellungnahme  Schulpsychologie  notwendig!
Angebot/ Projekt  Tagesgruppe „Havel 32“   nach §§ 32/35a  SGB VIII/
Anzahl der  Plätze    10 Plätze
Zielgruppe  ab 7. Schulbesuchsjahr,  auch  im  Übergang  von  Schulpflicht  zur  Jugendberufshilfe  Schnittstelle  Psychiatrie, JH, Schule  Schuldistanzierte  und  /oder  psychisch  stark  beeinträchtigte  Jugendliche  Schulabschluss  im  Projekt möglich!   Fachliche  Stellungnahme  KJPD  notwendig!  ab  Sek  I  möglichst  frühzeitig/  Ziel  Reintegration  in  die  Regelschule  bzw.  Vorbereitung  auf  Übergang  in  Anschlussmaßnahmen     Schüler/innen  mit  komplexem Hilfebedarf  aufgrund  besonderer  Problemdichte  im  familiären und sozialen  Umfeld  Schulabschluss  im  Projekt möglich!  Fachliche  Stellungnahme  Schulpsychologie  notwendig!  Schulbesuchsjahr:  7;  8,  9  –  Beschulung  Klassenstufe 7/8   Kinder/  Jugendliche  von    11‐14    Jahren  mit  starken  Defiziten  im  Bereich  "Soziale  Kompetenz".
laufend    Individuelle  Bedarfsprüfung
Tagesgruppe  für  Schüler/innen  § 32 SGB VIII
schuldistanzierte    10 Plätze
Coole Schule I  § 30 SGB VIII
10 Plätze
Angebot/ Projekt  Coole Schule II  § 30 SGB VIII
Anzahl der  Plätze  6 Plätze
Zielgruppe  Schulbesuchsjahr  8/9/10   Jugendliche    ab  14   Jahre  mit  starken  Defiziten  im  Bereich  "Soziale Kompetenz".   Schulabschluss  im  Projekt möglich!        Berufsorientierung   mit  integrierter  BV  analog der Schulpflicht  im  10.  Schulbesuchsjahr    Schüler/innen    mit  manifestierter  Schuldistanz  im  10.  Schulbesuchsjahr,    bei  denen  eine  Reintegration  in  die  Regelschule  nicht  gelungen  bzw.  nicht  zu  erwarten ist    2 Teilprojekte:  1. Aufbau einer  bezirklichen  Koordinierungsstelle    2.  Casemanagement.  im  Übergang  von  der  Grundschule  in  die  Sekundarschule/  Elternarbeit  Schüler/innen  im  9.  und  10.  Schulbe‐ suchsjahr  und  deren  Eltern  mit  manifestierter  Schuldistanz,   niedrigschwelliger  Zugang
Projektlaufzeit    laufend    Individuelle  Bedarfsprüfung
Plan B –     § 13.2 SGB VIII  15 Plätze  FiPP  e.V.  in  Kooperation  mit  der    Kerschensteiner‐ Schule
laufend  voraussichtlich   bis  zum  Ende  des  Schuljahres  2013/14 –  Trägervertrag  gem.  Leistungsbesch reibung  SenBJW  individuelle  Bedarfsprüfung
Schulverweigerung ‐ die 2. Chance  (ajb gmbh und FiPP e.V.)‐ Kooperation  insbesondere mit der    Kerschensteiner Schule
ESF  Förderung   01.09.2011    bis  31.12.2013
Neustart    (ajb gmbh und FiPP e.V.)    Kooperation  mit  der  Wachsmann‐ Schule
Konrad‐
Kofinanzierung   zum ESF‐  Projekt  „Schulverweige rung ‐die 2.  Chance“  ESF Förderung    01.09.2011 bis  31.12.2013
4.2. Innovative Ansätze
Für  Schülerinnen  und  Schüler  der  Integrierten  Sekundarschule  (ISS)  wird  ein  qualitativ  und  quantitativ über bisherige Ansätze hinausgehende Angebot geschaffen.
4.2.1. Duales Lernen ausschließlich in Unternehmenspraxis
10‐  12  %  also  100‐  bis  120  der  Schülerinnen  und  Schüler  einer  ISS  werden  in  die  sog.  „Praxislerngruppen“  ab  der  9.  Klasse  gehen.  Beim  Praxislernen  wird  Ende  der  8.  Klasse  festgestellt,  ob  der  Schulerfolg,  also  der  Abschluss  gefährdet  ist.  In  diesem  Fall  wird  den  Schülern  die  Möglichkeit  gegeben  pro  Woche  bis  zu  drei  Tage  im  Unternehmen,   Schülerwerkstätten  oder  Schülerfirmen  praxisnahe  zu  arbeiten.    Ziel  des  Masterplanes  in  Marzahn‐Hellersdorf ist es, das Praxislernen ausschließlich in den Unternehmen zu gestalten.  Die Matchingsstelle „MatchPoint“ wird die Schulen hierbei unterstützen.
4.2.2. Coaching an allen 10 Sekundarschulen im Bezirk
Coaching spielt eine wichtige Rolle im Berufsorientierungsprozess für Schülerinnen und  Schüler an den Integrierten Sekundarschulen des Bezirkes. Nach Ermittlung des Bedarfes  und in Abstimmung mit an den Schulen bereits vorhandenen Beratungsformen und  Projekten zur Berufswahl soll in jeder Integrierten Sekundarschule im Rahmen des  Unterrichtes Wirtschaft Arbeit Technik (WAT) ein individuelles und regelmäßiges Coaching  stattfinden, vorzugsweise in den Klassenstufen 8 und 9.    Ziel des Coaching ist es, die Eigenmotivation der Schülerinnen und Schüler zu steigern und  darauf hinzuwirken, dass sie sich mit ihren eigenen Zukunftsperspektiven auseinandersetzen  und eigenständig tätig werden. Dabei geht es nicht darum, mögliche Berufswahlen  vorzugeben, sondern darum, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, Berufswünsche  selbst herauszufinden.   Wenn diese erkennbar werden, kann beispielsweise durch den Coach über den Projektträger  mittels des Unternehmenspools der direkte Kontakt zum gewünschten Partner hergestellt.  Über Praktika oder „Schnuppertage“ wird und kann die Beziehung zwischen Unternehmen  und Schüler intensiviert werden.
Im  Rahmen  des  Masterplanes  wird  ein  entsprechendes  Projekt  gefördert  beauftragt,  Coaching Aufgaben  im Rahmen der Finanzierung durch PEB für zwei Jahre koordiniert durch  Träger für alle 10 integrierten Sekundarschulen zu übernehmen.     Diese sind:    1. Caspar‐David‐Friedrich‐Schule  2. Jean‐Piaget‐Schule  3. Johann‐Julius‐Hecker‐Schule  4. Klingenberg‐Schule  5. Konrad‐Wachsmann‐Schule  6. Kerschensteiner‐Schule  7. Thüringen‐Schule  8. Rudolf‐Virchow‐Schule  9. Ernst‐Haeckel‐Schule  10. Wolfgang‐Amadeus‐Mozart‐Schule    Am 22.5. 2012 wurden alle Schulleiterinnen und Schulleiter der Integrierten Sekundarschule  in Marzahn‐Hellersdorf über den Rahmen des Coach‐Einsatzes an ihren Schulen informiert.  Beginn des Coachings an den Integrierten Sekundarschulen soll das zweite Schulhalbjahr  2012/2013 sein. Im Vorfeld werden organisatorische Vorbereitungen in enger Kooperation  mit der Berufsberatung und den Schulen getroffen.    Die Coachingtätigkeit an den 10 Sekundarschulen geschieht in enger Zusammenarbeit mit  den BerufsberaterInnen der Bundesagentur für Arbeit und den Schulen. So werden im  Vorfeld Berufsorientierungskonzepte mit jeder Schule abgestimmt. Ebenso abgestimmt wie  integriert werden bestehende Projekte, wie etwa „Komm auf Tour“ in der 7.‐ und 8. Klasse  sowie die Nutzung des Berufswahlpasses und andere bereits an den Schulen vorhandene   Maßnahmen.  Coaches verstehen sich hierbei um eine unterstützende sowie ergänzende Maßnahme an  Schulen.
Ziele und Inhalte:  Durch die gezielte Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit der Schülerinnen und Schüler  wird  deren berufliche Eingliederung gefördert und somit ihre Teilhabe am gesellschaftlichen  Miteinander gestärkt. Durch die Expertise der Coaches wird eine individualisierte  Herangehensweise an die Beratung der Schülerinnen und Schüler im Bereich Coaching und  Berufsorientierung im schulischen Kontext verstetigt. Ziel ist es, jedem Schüler der  Integrierten Sekundarschule in Marzahn‐Hellersdorf durch Coaching einen leichteren  Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Hierfür werden an allen ISS Coaches eingesetzt.  Diese bringen zusätzliche, neue Kompetenzen in den Lebensraum Schule; sie ergänzen das  Kompetenzspektrum des schulischen Lehrpersonals im Bereich der Individualzielsetzung  und‐ Betreuung. Coaches sind pädagogisch ausgebildete Fachkräfte. Sie werden von noch  auszuschreibenden Bildungspartnern beauftragt und für die Aufgaben des Coaching  qualifiziert.
4.2.3. MatchPoint
Zusammenarbeit Bezirksamt, Bundesagentur für Arbeit, JobCenter Marzahn‐Hellersdorf    Das  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf,  die  Bundesagentur  für  Arbeit  und  das  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf  werden  gemeinsam  eine  Matchingeinheit  (MatchPoint)  mit  einem  Unternehmenspool  als  Schnittstelle  zwischen  den  Schulen  und  den  Unternehmen  im  zweitem  Handlungsfeld  des  Masterplanes  schaffen.  Der  Unternehmenspool  wird  aus  den  vorhandenen  Ausbildungs‐Datenbanken  der  Bundesagentur  für  Arbeit  und  dem  Jobcenter  bestehen  und  um  Praktikumsbetriebe  erweitert.  Die  Möglichkeiten  des  Ausbildungsatlas  werden hierbei mit einbezogen.
Die  regionale  Wirtschaft,  vertreten  durch  den  MHWK,  hat  sich  für  das  Gelingen  von  MatchPoint auf folgende Punkte selbstverpflichtet:    Der MWHK wird im Rahmen des Aktionsprogramms zum Masterplan "Arbeit und Ausbildung  für  alle  Jugendlichen  in  Marzahn‐Hellersdorf  bis  2016"  die  geplante  Matchingeinheit  "MatchPoint" aktiv unterstützen. Ebenso werden Sie im Rahmen des Aktionsprogramms zum  Masterplan  "Arbeit  und  Ausbildung  für  alle  Jugendlichen  in  Marzahn‐Hellersdorf  bis  2016"  bei  ihren  Mitgliedsunternehmen  intensiv  für  Praktikumsplätze  und  Ausbildungsplätze  werben,  um  MatchPoint  zu  unterstützen.  Der  MHWK  erklärt  sich  bereit  bei  seinen  Mitgliedsunternehmen  besonders  für  Jugendliche  mit  Startschwierigkeiten  für  Chancen  in  Form von Praktika oder Ausbildungsplätze zu werben.    MatchPoint  wird  einerseits  die  Schulen  unterstützen  und  andererseits  anhand  der  Interessenprofile der Schülerinnen und Schüler, sowie der Anforderungen der Unternehmen  individuell  für  jedes  Unternehmen  den  passenden  Auszubildenden  und  für  jeden  Absolventen den passenden Ausbildungsbetrieb finden.    MatchPoint soll zukünftig neben dem Coaching an Schulen den zweiten besonders wichtigen  und  innovativen Ansatz im zweiten Handlungsfeld darstellen.   MatchPoint  verwaltet  die  Datenbank  mit  den  Wirtschaftsunternehmen,  die  Praktikums‐  sowie  Ausbildungsbedarf  anzeigen.  Im  zweiten  Schritt  bringt  MatchPoint  die  von  der  Coaching‐Koordinierungsstelle  vermittelten  Schülerinnen  und  Schüler  mit  den
Wirtschaftsunternehmen zusammen, wobei Schülerinnen und Schüler aktiv auf MatchPoint  zukommen.  Die  Berufswahlfreiheit  der  Schülerinnen  und  Schüler  wird  jederzeit  gewährleistet.     Bei  MatchPoint  erfolgt  die  Bündelung  der  Aufgaben.  MatchPoint  ist  primär  für  die  Informationen  zu  Praktikumsplätzen  und  die  Bereitstellung  einer  Unternehmensübersicht,  sowie  die  Vermittlung  zuständig.  Für  Planung,  Organisation  und  Durchführung  der  Vernetzungsaufgaben  stellt  das  Bezirksamt  eine  Vollzeitstelle  zur  Verfügung  und  das  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf  und  die  Arbeitsagentur  jeweils  ebenfalls  eine  Vollzeitstelle.
Das  Bezirksamt  wird  für  die  gemeinsame  Organisationseinheit  externe  bezirkseigene  Räumlichkeiten bereitstellen.    Ab Juli 2012 wird das Bezirksamt in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit und dem  Jobcenter  eine  Kooperationsvereinbarung  erarbeiten  und  Detailfragen  im  Bereich  Organisation  und  Aufbau  der  Organisationseinheit,  Belange  des  Datenschutzes  sowie  Nutzung  der  zentralen  IT‐Infrastruktur  der  Bundesagentur  für  Arbeit  abstimmen.  Alle  drei  gleichberechtigten  Kooperationspartner  werden  im  Rahmen  der  Erarbeitung  der  Kooperationsvereinbarung etwaige Schnittstellenprobleme lösen. Der Start der Tätigkeit ist  für den 1. Januar 2013 vorgesehen.     Zu  Beginn  der  Tätigkeit  wird  von  MatchPoint  eine  Bedarfsabfrage  der  Unternehmen  erfolgen.  Aufgrund  der  Ergebnisse  dieser  Abfrage  werden  Soll‐Anforderungsprofile  erstellt,  welche  den  Coaches  an  den  Schulen  zur  Verfügung  gestellt  werden.  Im  Rahmen  des  Coaching‐Programms  kommt  der  Matchingstelle  „MatchPoint“  die  Funktion  zu,  die  Schülerinnen  und  Schüler  nach  erfolgreichen  Coaching  mit  passenden
Wirtschaftsunternehmen  zusammenzubringen.  Die  Koordinierungsstelle  für  Coaching  in  Schulen,  die  Matchingsstelle,  beim  Bezirksamt  und  die  Berufsberatung  der  Agentur  für  Arbeit stimmen sich dafür regelmäßig ab. Ziel enger Abstimmungen ist es, die prozessualen  Synergieeffekte  von  Coaching  und  Matching  sowie  andere  Dienstleistungen  erfolgreich  auszuschöpfen.  Die  Coaches  sollen  die  Berufsangebote  kennen,  um  die  Schülerinnen  und  Schüler  daraufhin  im  Rahmen  des Coachings  entsprechend  sensibilisieren  und  qualifizieren  zu  können.  Darauf  aufbauend  schafft  die  Matchingsstelle  den  Kontakt  der  interessierten  Schülerinnen  und  Schüler  zu  den  Wirtschaftsunternehmen  mit  Personalbedarf.  Die  Daten  der  erfolgten  Vermittlungen  liefert  MatchPoint  an  die  Koordinationsstelle  zur  Auswertung.  Die konkrete Ausgestaltung der Evaluation wird in der Projektlaufzeit abgestimmt.
5. Handlungsfeld III: Aktivität vor Leistungsantrag
Nicht  alle  Jugendlichen werden  durch  das  Coaching  erreicht.  Ein  kleiner  Teil  wird nach  der  Schule aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sein, sich direkt um eine Ausbildung  oder anderes zu kümmern und ist auf Transferleistungen angewiesen. Die Beantragung von  Leistungen  soll  im  Rahmen  des  Masterplans  nicht  mehr  ohne  Entscheidung  für  ein  aktivierendes  Angebot  möglich  sein.  Federführend  verantwortlich  für  dieses  Handlungsfeld  ist das Jobcenter Marzahn‐Hellersdorf.    Dieser  Ansatz  ergänzt  neben  den  bestehenden  Instrumenten  im  Rahmen  der  Eingliederungshilfe  der  Agentur  für  Arbeit  und  dem  Jobcenter  um  den  sog.  „Work‐First“‐ Ansatz.    Der Work‐First‐ Ansatz verfolgt das Prinzip der sofortigen Aktivierung durch Sofortangebote  am Tag der Antragstellung beim Jobcenter. Arbeitsfähige junge Menschen erhalten nur dann  Transferleistungen,  wenn  sie  bereit  sind,  sich  in  Arbeit,  Ausbildung  oder  ein  Praktikum  vermitteln zu lassen. Dieser Ansatz wurde im sog. "Jungen Mannheim" erfolgreich umgesetzt  und vom Jobcenter Marzahn‐Hellersdorf an die Bedarfe des Bezirkes angepasst    Implementierung Work‐First‐Ansatz in Marzahn‐Hellersdorf  Eckpunkte    Das  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf  hat  im  Rahmen  der  Zusammenstellung  des  Aktionsplanes  folgende  Eckpunkte  zur  Umsetzung  des  Work‐First‐Ansatzes  in  Marzahn‐ Hellersdorf entwickelt. Zur Konkretisierung der Eckpunkte ist ein zeitlicher Vorlauf von sechs  Monaten erforderlich. Start der Umsetzung ist 1. Januar 2013.
„Work  First“  bedeutet  für  arbeitslose  Jugendliche  die  Vermittlung  in  Arbeit  vor  der  Leistungsgewährung. Dieses gilt ebenso für die Ablauforganisation in der Agentur für Arbeit  und  im  Jobcenter  Marzahn‐Hellersdorf.  Im  Selbstverständnis  gilt,  dass  auch  Grundsicherungsleistungen  „Gegenleistungen“  für  Arbeit  sind.  Eine  Aktivierungsmaßnahme  allein  ist  demnach  kein  ausreichendes  „Sofortangebot“.  Eine  Arbeitsaufnahme  oder  die  Aufnahme eines Praktikums wird konsequent in jedem Einzelfall verfolgt. Ein Ausweichen in  Nichtarbeit wird nicht geduldet.    Themenkomplexe    Zugang zum Jobcenter  Der Erstkontakt der Kundinnen und Kunden erfolgt bei der Arbeitsvermittlung, noch bevor  andere  Anliegen  angenommen  oder  bearbeitet  werden.  Der  Arbeitsvermittler  als  erster  Anlaufpunkt  verfügt  immer  über  Jobangebote  (z.B.  Tages‐,  oder  Aushilfsjobs),  die  sofort  angetreten werden können. Der Vermittler schaltet einen oder mehrere private Dienstleister  ein, mit denen entsprechende Vereinbarungen zur Sofortvermittlung bestehen und zu denen  Kundinnen  und  Kunden  sofort  geschickt  werden  können.  Der  Vermittler  kann  auf  ein  Netzwerk  von  Trägern  zurückgreifen,  die  sofort  Arbeits‐  oder  Praktikumsangebote  bereitstellen.  Die  entsprechende  Kontaktaufnahme  mit  dem  Arbeitgeber,  dem  privaten  Dienstleister oder dem Trägernetzwerk oder die Arbeitsaufnahme ist nachzuweisen.    Bearbeitung von Geldleistungen  Die  Aufnahme  der  sofort  vermittelten  Tätigkeit  ist  Voraussetzung  für  die  Bearbeitung  des  Leistungsantrages.  Bei  der  Tätigkeit  bei  einem  Träger  wird  die  Grundsicherungsleistung  durch  den  Träger  ausgezahlt.  Das  Modell  muss  auch  bei  Jugendlichen  in  der  Bedarfsgemeinschaft der Eltern funktionieren.
Enge Betreuung  Jeder  Abbruch  einer  Tätigkeit  führt  zur  sofortigen  Einladung  beim  Vermittler.  Bei  Nichterscheinen  wird  der  Kunde  zu  Hause  aufgesucht,  unabhängig  von  möglichen  Sanktionen.  Eigene  Aktivitäten  des  Kunden  /  der  Kundin  werden  konsequent  überwacht,  wenn  lediglich  eine  Praktikumstätigkeit  geleistet  wird  (Eingliederungsvereinbarung,  Pflichtenheft,  „Tagebuch“  des  Kunden/  der  Kundin).  Werden  gesundheitliche  Gründe  geltend  gemacht,  ist  unverzüglich  eine  ärztliche  Untersuchung  durchzuführen.  Für  die  Umsetzung ist eine hohe Professionalität in der Betreuung erforderlich. Im Fallmanagement  ist ein Betreuungsschlüssel 1: 40 vorgesehen.    Organisatorische Aktivitäten  Akquise und Betreuung von Tages‐ und Aushilfsjobs  Verträge  /  Vereinbarungen  mit  nahe  am  Jobcenter  gelegenen  PDL‐Büros  (private  Dienstleister, wie etwa private Arbeitsvermittlung)  Gründung eines Trägernetzwerkes  Rechtmäßige  Vergabe  von  (Aktivierungs‐)  Maßnahmen  mit  Arbeits‐  oder  Praktikumsangeboten    Vorschlag zur Umsetzung  Alle  Jugendlichen  erhalten  ein  Angebot.  Die  Angebote  sind  stets  integrationsorientiert  und  individuell  zugeschnitten.  Sie  werden  verbindlich  in  der  Eingliederungsvereinbarung  festgelegt  und  nachgehalten.  Die  Kundinnen  und  Kunden  werden  in  drei  Gruppen  differenziert:  1. Kundinnen  und  Kunden  mit  einer  abgeschlossenen  Ausbildung   Hauptziel  Arbeitsvermittlung  2. Kundinnen  und  Kunden    mit  Schulabschluss  aber  ohne  Berufsabschluss  Hauptzielrichtung Ausbildungsvermittlung  3. Kundinnen  und  Kunden  ohne  Schul‐  und  Ausbildungsabschluss  Arbeitsvermittlung, Nebenzielrichtung Ausbildungsvermittlung      Hautzielrichtung    Bearbeitungsabläufe in Agentur und Jobcenter umstellen.
Diese KundInnendifferenzierung erfolgt sowohl bei Neukundinnen und Neukunden als auch  bei  BestandskundInnen.  Für  jede  KundInnengruppe  wird  ein  Angebotspaket  mit  klar  strukturierten Schritten und verbindlichen Zeitschienen zusammengestellt. Ein Wechsel der  Angebotspakete  ist  bei  Veränderung  der  Zielrichtung  möglich.  Die  Angebotspakete  kombinieren die bekannten Regelinstrumente entsprechend der verfolgten Hautzielsetzung  und schöpfen dabei aus drei Quellen:    1. Arbeitsmarkt mit verfügbaren Stellenangeboten, inklusive Jobvermittlung, Netzwerk  „PDL“ (private Dienstleister)  2. Ausbildungsmarkt  mit  verfügbaren  Ausbildungsstellen  (Einbeziehung
Arbeitsgemeinschaft‐U25, Berufsberatung und Regionaler Ausbildungsverbund)  3. Beschäftigungsnetzwerk  mit  stets  verfügbaren  Arbeits‐  und  Trainingsangeboten  in  verschiedenen Berufsfeldern.    Klärungsbedarf  Zur  erfolgreichen  Umsetzung  des  Work‐First‐Ansatzes  im  Bezirk  sind  durch  das  Jobcenter  insbesondere folgende Punkte zu klären:      „Beschäftigungsnetzwerk“ entwickeln, Ausschreibungen realisieren  Netzwerk „PDL“ prüfen und organisieren  Tages‐ und Aushilfsjobs als Sofortangebote akquirieren  KundenInnenorientierte Angebotspakete entwickeln  Bearbeitungsabläufe neu organisieren
6.Verarbeitung von Daten
Im  Hinblick  auf  die  Erhebung  und  Verarbeitung  von  Daten  werden  die  einschlägigen  Rechtsnormen, insbesondere die Vorschriften des § 35 SGB I,  des  Bundesdatenschutzgesetzes  und  des  Berliner  Datenschutzgesetzes  angewendet.  In  enger Abstimmung mit den für Datenschutz zuständigen Stellen des Bezirkes, des Jobcenters  und  der  Bundesagentur  für  Arbeit  werden  in  Hinblick  auf  die  einschlägigen  Rechtsnormen  die jeweils notwendigen Kooperationsvereinbarungen geschlossen.
7. Ausblick
Der  Masterplan  „Arbeit  und  Ausbildung  für  alle  Jugendlichen  in  Marzahn‐Hellersdorf  bis  2016“  eröffnet  durch  die  Bündelung  vorhandener  Kompetenzen  und  die  Entwicklung  innovativer  Ansätze  Jugendlichen  Berufschancen  und  unterstützt  Unternehmen  bei  der  Gewinnung geeigneter Fachkräfte.  Bereits  in  der  viermonatigen  Konzeptionsphase  des  Aktionsprogramms  haben  sich  die  erheblichen  Potentiale  bei  einem  aufeinander  abgestimmten  Agieren  relevanter  Partner  gezeigt.  Diese  Potentiale  zu  wirksamen  Projekten  und  Maßnahme  weiterzuentwickeln  ist  nunmehr  Aufgabe  aller  Akteure.  Dabei  sind  Hinweise  und  Kritik,  Anregungen  und  Mitwirkung ausdrücklich erbeten. Es ist den Akteuren bewusst, dass wichtige Aspekte noch  weiterentwickelt werden müssen. Dazu zählen zum Beispiel:    die Einbindung der Eltern  die  Unterstützung  nach  Ausbildungs‐  und  Arbeitsaufnahme  zur  Vermeidung  von  Abbrüchen    Das  Bezirksamt  Marzahn‐Hellersdorf  und  seine  Partner  sind  an  einem  berlinweiten  und  überregionalen Austausch interessiert und freuen sich auf Rückmeldungen.  die Entwicklung von Angeboten vor den 8. Klassen.