Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.12.2012&Aktenzeichen=XII%20ZB%20670/10
Timestamp: 2019-09-23 05:44:38
Document Index: 289626381

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1574', '§ 1577', '§ 1578', '§ 239', '§ 1578', 'BGH', '§ 1573', '§ 238', '§ 1578', 'BGH']

BGH, 05.12.2012 - XII ZB 670/10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,40490
BGH, 05.12.2012 - XII ZB 670/10 (https://dejure.org/2012,40490)
BGH, Entscheidung vom 05.12.2012 - XII ZB 670/10 (https://dejure.org/2012,40490)
BGH, Entscheidung vom 05. Dezember 2012 - XII ZB 670/10 (https://dejure.org/2012,40490)
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§ 1573 Abs 2 BGB, § 1574 BGB, § 1577 BGB, § 1578b BGB, § 239 FamFG
Nachehelicher Unterhalt: Aktuell genügende Erwerbsobliegenheit des Unterhaltsberechtigte und Vorwurf, früher zu wenig Bemühungen unternommen und einen zu hohen ehebedingten Nachteil verursacht zu haben
Vorwurf mangelnder Bewerbungsbemühungen in der Vergangenheit zur Kompensation aktueller ehebedingter Nachteile bei ausreichender aktueller Erwerbsobliegenheit
Familienrecht - Ehebedingter Nachteil und fehlende Bewerbungsbemühungen
Konkrete Bewerbungsbemühungen zur Kompensation ehebedingter Nachteile (§ 1578b BGB u. a.)
Es reicht aus, wenn der Unterhaltsberechtigte aktuell seiner Erwerbsobliegenheit nachkommt
Keine Unterhaltsbefristung, wenn Erwerbsobliegenheiten im Vergleich festgelegt wurden
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 05.12.2012, Az.: XII ZB 670/10 (§§ 1573 II, 1578b BGB: Bewerbungsbemühungen und ehebedingter Nachteil)" von Dr. Wolfram Viefhues, original erschienen in: FamRZ 2013, 274 - 277.
AG Linz am Rhein, 28.07.2010 - 4 F 87/10
OLG Koblenz, 17.11.2010 - 13 UF 596/10
NJW 2013, 528
MDR 2013, 155
NJ 2013, 295
FamRZ 2013, 274
Da es allein um die Frage geht, welches Einkommen die Antragsgegnerin ohne Ehe und Kindererziehung erzielte, ist fiktiv auf den für Alleinstehende zutreffenden Steuertarif abzustellen (vgl. Senatsbeschluss vom 5. Dezember 2012 - XII ZB 670/10 - FamRZ 2013, 274 Rn. 32 zur Anwendung der Steuerklasse I ohne Kinderfreibetrag).
Diese Feststellung ist auch im Abänderungsverfahren maßgebend und der Antragsteller mit dem entsprechenden Einwand gemäß § 238 Abs. 2 FamFG präkludiert (vgl. Senatsbeschluss vom 5. Dezember 2012 - XII ZB 670/10 - FamRZ 2013, 274 Rn. 28 mwN).
Sind die Umstände dagegen im Ausgangsverfahren schon in anderer Hinsicht relevant gewesen, so ist ihre Berücksichtigung im Abänderungsverfahren auch im Zusammenhang mit der Herabsetzung und Befristung des Unterhalts nach § 1578 b BGB ausgeschlossen (vgl. Senatsbeschluss vom 5. Dezember 2012 - XII ZB 670/10 - FamRZ 2013, 274 Rn. 28 und Senatsurteil vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 42 mwN).
Bestehen ehebedingte Nachteile, scheidet eine Befristung zwar nicht generell aber doch regelmäßig aus (vgl. BGH Beschluss vom 05.12.2012, XII ZB 670/10, bei juris, Rn 32 m.w.N.).
Das unstreitig gestellte fiktive Nettoeinkommen beruht - wie ein Vergleich mit den Ausführungen im von der Antragsgegnerin erstinstanzlich in Bezug genommenen (Bl. 39 GA) Schriftsatz vom 19. Mai 2011 (Bl. 273, 286 BA 68 F 268/09 UE) belegt - auf der Steuerklasse I/0 und entspricht damit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (FamRZ 2013, 274).