Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2058,%2040
Timestamp: 2020-03-29 04:11:19
Document Index: 27813615

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.01.1972 - VI ZR 187/70 - dejure.org
https://dejure.org/1972,442
BGH, 11.01.1972 - VI ZR 187/70 (https://dejure.org/1972,442)
BGH, Entscheidung vom 11.01.1972 - VI ZR 187/70 (https://dejure.org/1972,442)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 1972 - VI ZR 187/70 (https://dejure.org/1972,442)
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Verletzungen auf Grund eines Skiunfalls - Ersatz eines Unfallschadens - Missachtung der gebotenen Sorgfalt beim Skifahren
BGHZ 58, 40
NJW 1972, 627
MDR 1972, 405
VersR 1972, 370
DB 1972, 2465
Die Sorgfaltsanforderungen an den Teilnehmer eines Wettkampfs bestimmen sich nach den besonderen Gegebenheiten des Sports, bei dem sich der Unfall ereignet hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 58, 40, 43;… vom 16. März 1976 - VI ZR 199/74 - a.a.O.).
Denn im Falle einer Kollision zweier Pistenbenutzer, von denen keiner der wesentlich schnellere und keiner der hinterer und/oder obere Fahrer ist, FIS-Regel 3 also keine Anwendung findet, spricht zunächst in Ermangelung weiterer Aufklärbarkeit eine widerlegliche Vermutung dafür, dass jeder der beiden dem jeweils anderen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt und damit schuldhaft, nämlich fahrlässig, gegen die FIS-Regeln 1 (allgemeine Sorgfaltspflicht) und 2 (Sichtfahrgebot bei angepasster Geschwindigkeit) verstoßen hat (BGH, NJW 1972, 627;… Dambeck, Piste und Recht, Rn. 20).
Dies ergibt sich, wie der Senat mehrfach entschieden hat, aus der inhaltlichen Bestimmung der allgemeinen Sorgfaltspflichten für diese Sportart, wie sie in den vom Internationalen Skiverband (FIS) 1967 aufgestellten Verhaltensregeln für den Skiläufer Nr. 1, 2 und 3 und in den "Eigenregeln des Skilaufens" Nr. 1, 2 und 3 ihren Ausdruck gefunden haben (s. BGHZ 58, 40, 43; Senatsurteil vom 23. Oktober 1984 - VI ZR 85/83 - VersR 1985, 64, 65; OLG Köln OLGZ 1969, 153, 155).
An ihnen orientiert sich die Rechtsprechung bei der Zuordnung von Schäden aus diesem Bereich (s. BGHZ 58, 40, 43;… Steffen a.a.O. Rz. 363, 364).
31 Schließlich ist auch die diskutierte Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGHZ 58, 40 bis 47 = NJW 1972, 627 f.) nicht einschlägig.
Denn die Sorgfaltsanforderungen an den Teilnehmer eines Wettkampfs bestimmen sich nach den besonderen Gegebenheiten des Sports, bei dem sich der Unfall ereignet hat (vgl. BGHZ 58, 40, 43; BGH VersR 1976, 775, 776).
Die Sorgfaltsanforderungen an den Teilnehmer eines Wettkampfs bestimmen sich nach den besonderen Gegebenheiten des Sports, bei dem sich der Unfall ereignet hat (BGH NJW 1972, 627; NJW 1976, 2160).
Unter Abwägung der beiderseitigen Verschuldensanteile erscheint es angemessen, den Schaden dem Beklagten zu 1/2 aufzuerlegen, vgl. für einen vergleichbaren Fall auch BGHZ 58, 40, 42 f, 46 f = VersR 1972, 370, 372. .
Dem Beklagten zu 5 kann kein Vorwurf gemacht werden, wenn er sich an die Empfehlung des Röntgenleitfadens gehalten und keine Dokumentation und Aufklärung vorgenommen hat; denn nicht nur Gesetze oder Verordnungen, sondern auch Richtlinien von Spitzenverbänden oder Sportregeln können den Umfang der erforderlichen Sorgfalt bestimmen (BGHZ 58, 40, 43 f; OLG Köln NJW 90, 2261, 2262).
OLG Hamm, 22.10.1993 - 11 U 64/93