Source: https://cryptotax.io/category/steuern/
Timestamp: 2019-04-21 03:08:20
Document Index: 229513568

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 14', '§ 140', '§ 238', '§ 141', '§ 15', '§ 18', '§ 13', '§ 18', '§ 18', '§ 13', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 11', '§ 22', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 22', '§ 7', '§ 22', '§ 23', '§ 89', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 20', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', 'EuG', '§ 4', 'Art. 91', 'EuG', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 4', 'EuG']

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August 19, 2018 Steuern
Steuerliche Behandlung von Verlusten bei Kryptowährungen
Wurden im Jahr 2017 durch die steigenden Kurse meist große Gewinne realisiert, sind in diesem Kalenderjahr viele Steuerpflichtige von Verlusten betroffen. Können Gewinne durch spätere Verluste ausgeglichen werden? Kann verhindert werden, dass Cash-Reserven für die Steuer der Gewinne aus dem Jahre 2017 verbraucht werden? In diesem Kurzartikel geben wir einen Überblick über die Verlustrechnung und zeigen euch einen wertvollen Praxistipp!
Durch die erheblichen Kurschwankungen bei Kryptowährungen wie Bitcoin stellt sich für private Investoren vermehrt die Frage, wie Verluste im Rahmen der Steuererklärung zu behandeln sind. Da viele Steuerpflichtige im Jahre 2017 hohe Gewinne und durch signifikante Kursverluste im Jahre 2018 Verluste generiert haben, ist ein Verständnis über die Verlustrechnung innerhalb der privaten Veräußerungsgeschäfte im Sinne des § 23 EStG essentiell für eine nachhaltige Steueroptimierung. Weiterhin können Liquiditätsengpässe – bedingt durch Steuerzahlungen – oftmals vermieden werden.
Grundsätzlich gilt im Kontext der steuerlichen Verlustrechnung, dass ein Verlust erst eine steuerliche Relevanz erreichen kann, wenn dieser realisiert wurde. Dies kann durch einen Tausch in eine andere Kryptowährung oder in FIAT-Geld etc. vollzogen werden und bedeutet weiterhin, dass reine Kursverluste durch das Halten einer Kryptowährung keine steuerliche Auswirkung haben können.
Berechnung des steuerlichen Veräußerungsergebnisses
Der Gewinn bzw. Verlust aus dem Handel mit Kryptowährungen wird gemäß § 23 Abs. 3 EStG durch die folgende Formel berechnet:
Veräußerungspreis-Anschaffungskosten-Werbungskosten
=Veräußerungsergebnis
Tausch von BTC gegen Euro
Veräußerungspreis: 5.000,00 EUR
Anschaffungskosten: 7.000,00 EUR
Werbungskosten: 15,00 EUR
5.000,00 EUR-7.000,00 EUR-15,00 EUR= -2.015,00 EUR
In diesem Beispiel wurde somit ein Verlust i.H.v. 2.015,00 EUR realisiert.
Da die Aufzeichnung der Anschaffungsdaten sowie der korrespondierenden Transaktionskosten für eine steuerliche Verlustfeststellung essenziell sind, kommt der Dokumentation der Transaktionsdaten eine große Bedeutung zu. Allerdings ist eine manuelle Aufarbeitung meist fehleranfällig und daher eine verlässliche automatisierte Steuerlösung zu empfehlen. Mit Hilfe der webbasierten Steuerlösung von CryptoTax kann nach einem automatisierten Datenimport ein Steuerreport erstellt werden, welcher durch die KPMG AG zertifiziert ist und somit immer dem aktuellen Rechtsstand entspricht. Mehr Informationen über das Tool findet ihr hier.
Realisierung der Verluste innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist
Damit ein Verlust steuerlich relevant wird, muss dieser innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist des § 23 EStG realisiert werden. Dies hat den Hintergrund, dass private Veräußerungsgeschäfte (PVG) mit Kryptowährungen nach einem Jahr steuerfrei sind, d.h. werden Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten, sind potentielle Gewinne nicht steuerbar und führen somit nicht zu einer Steuerlast des Verkäufers. Allerdings gilt gleiches für Verluste, sodass der Gesetzgeber eine Verlustrechnung nur zulässt, insofern die Verlustrealisierung innerhalb des einjährigen Spekulationszeitraums stattgefunden hat. Somit kann es im Einzelfall günstig sein, Verluste noch innerhalb der Jahresfrist zu realisieren um damit historische oder zukünftige Veräußerungsgewinne auszugleichen. Dies sollte natürlich nur unter Beachtung aller mit der Veräußerung einhergehenden wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt werden. Sollte eine Verlustrealisierung nur aus steuerlichen Beweggründen vorgenommen werden und z.B. gleich nach Realisierung wieder in die Ursprungswährung getauscht werden, birgt dies das Risiko von der Finanzverwaltung nicht anerkannt zu werden. Daher ist darauf zu achten, dass mit der verlustrealisierenden Transaktion in jedem Fall ein wirtschaftlicher Aspekt einhergeht. Durch die hohe Volatilität von Kryptowährungen und das damit einhergehende wirtschaftliche Risiko, sollte dies bereits vorliegen, wenn zwischen der Veräußerung und Reinvestition mehrere Stunden oder wenige Tage liegen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Verluste für steuerliche Zwecke nur dann relevant sind, wenn diese innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist realisiert wurden und der Realisierungsvorgang nicht ausschließlich steuerlichen Zwecken diente.
Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, können Verluste aus dem Handel mit Kryptowährungen nur mit gleichartigen Gewinnen aus PVG im Sinne des § 23 EStG ausgeglichen werden. Werden weitere Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen oder Vermietung & Verpachtung etc. erzielt, können Verluste aus PVG diese nicht mindern. Eine Verlustverrechnung ist ausschließlich innerhalb des § 23 EStG denkbar. Somit können Verluste aus der Veräußerung von Kryptowährungen auch Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken, Edelmetallen oder Fremdwährungen ausgleichen.
Verluste, die der Steuerpflichtige innerhalb der Jahresfrist realisiert, können neben den Gewinnen derselben Periode – der steuerliche Veranlagungszeitraum entspricht dem Kalenderjahr – Gewinne der vorherigen oder der folgenden Perioden mindern. Steuerlich kann der Verlust somit vor- oder zurückgetragen werden. Der Verlustrücktrag ist dabei auf das vorangegangene Jahr der Verlustrealisierung beschränkt. Ein Verlustvortrag kann hingegen unbeschränkt in der Zukunft genutzt werden.
Werden Verluste zurückgetragen, verringert dies das zu versteuernde Einkommen des vorangegangenen Steuerjahres, da die Gewinne aus PVG gemäß § 23 EStG retrospektiv gemindert werden. Der Bescheid des jeweiligen Jahres wird angepasst und der Steuerpflichtige hat ggf. Forderung gegenüber dem Finanzamt resp. erhält eine Erstattung der zu viel entrichteten Steuer.
Wurden innerhalb des Kalenderjahres 2017 Gewinne und innerhalb des Kalenderjahres 2018 Verluste erzielt, kann der Steuerpflichtige die Verluste von 2018 in das Jahr 2017 zurücktragen. Für eine transparente Auflistung der jeweiligen Gewinne und Verluste kann dabei das zertifizierte Tool von CryptoTax verwendet werden.
Die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2017 kann dabei so spät wie möglich, und für das Jahr 2018 so früh wie möglich abgegeben werden. Die Intention dahinter ist, dass die Bescheide beinahe zeitgleich erlassen werden, um somit die FIAT Liquidität möglichst hoch zu halten. Die Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt durch die Besteuerung der Gewinne aus dem Jahre 2017 kann dabei durch die Forderung aus dem Verlustrücktrag des Jahres 2018 ausgeglichen werden. Werden die Bescheide zeitgleich bearbeitet, kann weiterhin durch Kommunikation mit dem Finanzamt der Verlustrücktrag direkt angewendet werden.
Grundsätzlich endete die Frist für die Steuererklärung für das Kalenderjahr 2017 am 31.05.2018. Wird die Erklärung in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater erstellt, verlängert sich die Frist automatisch auf den 31.12.2018. Es kann jedoch ohne einen Berater eine Verlängerung beim Finanzamt beantragt werden. Wird die Erklärung für das Kalenderjahr 2017 somit am Ende des Jahres abgegeben, und die Erklärung für 2018 am Anfang des Folgejahres, kann die Verrechnung der Gewinne und Verluste theoretisch direkt erfolgen bzw. ein möglicher Liquiditätsengpass auf wenige Monate begrenzen lassen.
Ein schlechtes Timing der Abgabe der Steuererklärungen kann hingegen dazu führen, dass der Steuerpflichtige für die in 2017 erzielten Gewinne Steuer entrichten muss, welche ihm nie in Euro zugeflossen ist. Die Kursrückgänge in 2018 könnten darüber hinaus dazu führen, dass selbst eine Liquidation der offenen Positionen nicht für ausreichend Steuerliquidität sorgen kann. Eine mögliche Steuererstattung aus einem Verlustrücktrag wäre dann erst nach mehreren Monaten denkbar, insofern die Verluste rechtzeitig realisiert worden sind.
Im Zweifel sollte ein Steuerberater zu Rate gezogen werden. Für eine Vermittlung an ausgewählte Experten im Bereich der Besteuerung von Blockchain-basierten Vermögenswerte aus dem CryptoTax Partnernetzwerk stehen wir gerne unter contact@cryptotax.io zur Verfügung.
Image: “Bitcoin price drop” by descryptive.com, used under CC BY / Hue changed from original
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April 20, 2018 Steuern
Masternodes: Was sind die wirtschaftlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen?
Neben Einkünften aus Proof of Stake basierten Blockchain-Systemen bieten Masternodes für Investoren eine interessante Möglichkeit passive Erträge zu erwirtschaften. Fraglich ist, wie sich eine Investition in Masternodes gegen Alernativen behaupten kann und was für steuerliche Implikationen zu erwarten sind.
Knotenpunkte in einem dezentralen Netzwerk erfüllen viele wichtige Aufgaben um die Sicherheit des Systems zu gewährleisten. Da bei einigen Kryptowährungen, wie z.B. Bitcoin die Aufgabe eines Knotenpunktes ohne Miningfunktion nicht vergütet wird, müssen Netzwerkteilnehmer dort anstatt aus ökonomischen Anreiz aus Ideologie handeln.
Um die Anzahl der Knotenpunkte trotz laufender Strom- und Opportunitätskosten der verwendeten Hardware nicht zu verringern, wurde im Jahre 2015 durch private Investoren ein Incentivierungsprogramm gestartet, mit der Zielsetzung den Anreiz zum Betrieb eines vollwertigen Bitcoin-Blockchain Knotenpunktes zu erhöhen. Die Vergütung sollte dabei nicht durch das System, sondern durch Spendengelder in Form von Bitcoin-Einheiten bezahlt werden. Dieser Versuch der Incentivierung mit Hilfe einer privat finanzierten Ausschüttung konnte jedoch keine Popularität in der Community erreichen und somit keinen Erfolg aufweisen.[1]
Im Gegensatz dazu entlohnen einige Blockchainprojekte wie DASH oder PIVX systemgesteuert bestimmte Netzwerkknoten, dort Masternodes genannt, um den ökonomischen Anreiz zu steigern, Transaktionen zu legitimieren und eine Kommunikation zwischen den Netzwerkteilnehmern bereitzustellen.[2] Da im Bitcoin-System, für welches die meiste steuerliche Fachliteratur besteht, keine derartige Vergütung vorgesehen ist, sind fundierte Aussagen zur steuerlichen Behandlung von Masternodes bisher schwer zu finden. Bedingt durch die steigende Relevanz o.g. Vergütungssysteme, soll der folgende Beitrag die technische und wirtschaftliche Perspektive von Masternodes untersuchen, um anschließend eine erste steuerliche Einschätzung geben zu können.
Die Blockchain stellt eine peer-to-peer Technologie dar und benötigt daher für die Validierung von Wertübertragungen keine dritte kontrollierende Instanz.[3] Dies wird dadurch erreicht, dass sich die jeweiligen Netzwerkteilnehmer gegenseitig kontrollieren, und somit Sicherheit und Transaktionslegitimität garantieren. Die Netzwerkteilnehmer, auch Knotenpunkte genannt, prüfen Transaktionen und teilen die erhaltenen Informationen über den Transaktionskonsensus an verbundene Teilnehmer weiter.
Arten von Netzwerkteilnehmern
Für ein besseres technisches Verständnis der Materie sollte vorab geklärt werden, welche Arten von Knotenpunkten existieren und welche Funktionen diese im Netzwerk übernehmen:
Netzwerkknoten, welche die gesamte Blockchain lokal gespeichert haben, werden als Full-Nodes bezeichnet. Diese kontrollieren Transaktionen nach den Konsensregeln der jeweiligen Blockchain. Fehlverhalten wird an verbundene Knoten gemeldet, um gegen das Konsensusprotokoll verstoßende Aktivitäten (z.B. double spending) möglichst schnell aufzudecken und zu bekämpfen.
Light-Nodes
Im Gegensatz dazu stehen Light-Nodes, die nicht die gesamte, sondern nur einen Teil der Blockchain gespeichert haben. Diese kontrollieren und bestätigen Transaktionen mit Hilfe der Simplified Payment Verification (SPV) und greifen hierfür auf Full-Node Server zu. Durch den strukturellen Aufbau der Transaktionen in den Blöcken in Form von ,,Merkle-Trees” können Light-Nodes nur durch den Block-Header Transaktionen verifizieren.[4] Dadurch wird es Light-Nodes ermöglicht auch auf mobilen Endgeräten, die begrenztes mobiles Datenvolumen und Speicherkapazitäten aufweisen, als Netzwerkknoten zu agieren.
Funktionen der Netzwerkteilnehmer
Knotenpunkte können die folgenden Funktionen besitzen:[5]
Verifizierungsfunktion
Mining-Funktion
Vollwertige Knotenpunkte, also Full-Nodes, besitzen mindestens eine Verifizierungsfunktion, durch die Transaktionsnachrichten kontrolliert und an verbundene Knotenpunkte weitergeleitet werden.
Knotenpunkte, die eine Wallet-Funktion beinhalten, werden um die folgenden Grundfunktionen erweitert:[6]
Senden und Empfang von Coin-Einheiten
Erstellung, Darstellung und Sicherung eigener Adressen
Signieren von Nachrichten
Zugriff auf den privaten Schlüssel
Bei einer zusätzlichen Mining-Funktion tragen die Knotenpunkte aktiv an der Erstellung neuer Blöcke bei.
Miner werden für den Prozess einer erfolgreichen und gültigen Block-Erstellung vergütet. Die Auszahlungen variieren je nach Blockchain in Höhe und Zusammensetzung.
Nachdem die Netzwerkteilnehmer und deren Grundfunktionen erläutert wurden, sollen nun die technischen Aspekte von Masternodes aufgezeigt werden.
Masternodes lassen sich in die Kategorie der vollwertigen Netzwerkknoten einordnen und können somit auch als “vergütete Full-Nodes” definiert werden.
Kryptowährungen wie DASH und PIVX haben die Funktionen eines vollwertigen Knotens erweitert, und hierfür eine Vergütungsstruktur aufgebaut (Proof of Service). Da die Funktionen je nach Blockchain unterschiedlich sein können, wird nachfolgend nur ein Auszug dargestellt, der u.E. die relevantesten Funktionalitäten enthält:
Private Send (anonyme Transaktionen)
Instant Send (sofortige Bestätigung der Transaktion)
Coin-Mixing
Teilnahme an der Politik des Coins mit Hilfe von Stimmrechten (pro Masternode meist ein Stimmrecht)
Um eine Masternode betreiben zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:
Gewisse Anzahl an Coins pro Masternode
Die Einlage muss für eine Ausschüttung dauerhaft auf einer Adresse hinterlegt werden. Falls der Nutzer die Coins ausgibt oder versendet, werden keine Vergütungen an die Masternode ausbezahlt.
Einen Server (ggf. VPS) um einen durchgängigen Betrieb der Node zu gewährleisten
Falls längere Zeit keine Verbindung hergestellt werden kann (z.B. bei DASH > 1h pro Tag), werden bis zur erneuten Verbindung keine Vergütungen an die Masternode ausbezahlt
Genügend Speicherplatz für eine kontinuierliche Synchronisation der Blockchain
Da laufend neue Blöcke im DASH oder anderen Blockchain-basierten Systemen generiert werden, muss der Speicherplatz für Aktualisierungen groß genug sein. Falls die Speicherkapazität nicht ausreicht, kann die Masternode nicht mit dem Netzwerk synchronisiert werden, die heruntergeladene Blockchain befindet sich im Rückstand.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, wie hoch die Mindestsummen bei den derzeit fünf größten Kryptowährungen mit einer Implementierung von Masternodes, gemessen an der Marktkapitalisierung, sind:
Durch die hohen Eintrittsbarrieren soll Fehlverhalten verhindert werden, da dieses sich negativ auf den Kurs und somit auf die eigene Investition auswirken würde.
Als Vergütung für die Bereitstellung der o.g. Funktionen erhalten Masternodes einen Anteil am Block-Reward, also an der Vergütung, die Miner oder Staker für die Blockfindung erhalten. Bei DASH, wird der Block-Reward beispielsweise zu gleichen Teilen zwischen den Masternodes und den Minern aufgeteilt. Außerdem gehen 10 % in einen sog. DASH Treasury Account über dessen Verwendung ebenfalls von den Masternodes entschieden wird. Dabei erfolgt die Ausschüttung der Masternode Vergütung, ähnlich wie bei Mining auch nicht kontinuierlich. Bei DASH wird die Masternode, welcher an der Blockvergütung im o.g. Verhältnis beteiligt werden soll, aus einer Datenbank ausgewählt. Die Datenbank umfasst alle Masternodes des Netzwerks und ein Zufallsalgorithmus wählt aus dem ersten Zehntel den Vergütungsempfänger, welcher anschließend wieder am Ende der Liste eingereiht wird. Der enthaltende Zufallsaspekt soll somit trotz nachvollziehbarer Auszahlungsreihenfolge den Schutz vor manipulativen Eingriffen erhöhen.
Wirtschaftliche Implikationen
Im Folgenden soll die Wirtschaftlichkeit von Masternodes untersucht werden. Wie den vorstehenden Ausführungen zu entnehmen ist, muss für den Betrieb einer Masternode eine bestimmte Mindestmenge an Coins gehalten werden. Demnach ist der Aufbau einer Masternode mit einem gewissen Kapitaleinsatz verbunden. Abhängig von den dem Netzwerk zur Verfügung gestellten Ressourcen erwirtschaftet das eingesetzte Kapital anschließend passive Einkünfte für den Masternodebetreiber.
In einem ersten Schritt soll die Masternode aus Renditegesichtspunkten untersucht werden. In diesem Zusammenhang gilt es zu festzustellen, in welchem Verhältnis die zu erwartenden passiven Erträge zum benötigten Kapitaleinsatz stehen. Anschließend soll die Rendite in Beziehung zu dem einzugehenden Risiko gebracht werden. Hieraus erfolgt eine Chance/Risiko Betrachtung, in dessen Zuge eine Analyse der Rendite einer Masternode in Relation zu den einzugehenden Kursrisiken angestrebt wird. Beide Betrachtungsweisen sollen anschließend in einen bewertbaren Kontext gebracht werden. Hierfür wird die Masternode einer passiven Einkunftsquelle aus der klassischen Finanzindustrie, der Dividende einer Aktiengesellschaft, gegenübergestellt.
Berechnung des Return on Investment (ROI)
Für die folgenden Rechenexempel wird die DASH-Masternode als Vertreter der Masternodefraktion gewählt. Alle durchgeführten Berechnungen sind per Stand zum 06.04.2018. Um eine neue DASH-Masternode zu errichten müssen zu diesem Zeitpunkt DASH Coins im Wert von etwa 243.087 EUR erworben werden. Der Return on Investment pro Jahr berechnet sich für eine DASH-Masternode hierbei wie folgt:[7]
Auszahlung pro Tag = n/(t+n) * r * b * a – c/365
n = Anzahl der Masternodes des jeweiligen Investors
t = Anzahl aller Masternodes (4.740)
r = aktueller Blockreward (3,35 DASH)
b = Blöcke die pro Tag erstellt werden (ca. 576)
a = Anteil der Blockrewards für Masternodes (45 %)
c = Kosten pro Jahr (ca. 0,57 DASH für die Servermiete + Hardwarekosten)
Auszahlung pro Tag = n/(4740+n) * 3,35 * 576 * 0,45 – 0,57*n/365
Bei einer Investition in eine Masternode (n= 1) beläuft sich die zu erwartende Rendite somit aktuell auf etwa 6,63 % pro Jahr. Da in der derzeitigen Niedrigzinspolitik solche Renditen nur selten erreicht werden, scheinen Masternodes ein sehr attraktives Investitionsobjekt zu sein.
Berücksichtigung der Volatilität in der Sharpe Ratio
Zu beachten ist jedoch, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Finanzprodukten die Volatilität von Kryptowährungen i.d.R. signifikant höher ausfällt. Starke Kursschwankungen betreffen nicht nur die positiven Cach Flows, sondern auch die Investitionssubstanz welche für den Betrieb der Masternode benötigt wird.
Aus diesem Grund wird die Volatilität oftmals als Gradmesser für das Risiko betrachtet.
Dies gilt im Speziellen für passive Investments, da mit ihrem Anstieg die Planbarkeit und Sicherheit der passiven Einkünfte abnimmt. Die annualisierte Volatilität der letzten 365 Handelstage des DASH Coins beträgt stattliche 134,18 %.
Um anschließend einen Bezug zwischen der Chance und dem Risiko einer Geldanlagemöglichkeit herzustellen, kann die von Nobelpreisträger William F. Sharpe entwickelte Sharpe Ratio zurate gezogen werden. Hierbei wird die Überschussrendite pro Risikoeinheit ermittelt, wodurch Investitionsmöglichkeiten mit grundverschiedenen Chance/Risiko-Profilen miteinander vergleichbar gemacht werden. Die Sharpe Ratio liegt, bezogen auf die passiven Einkünfte aus einer DASH-Masternode, aktuell bei 0,05.
Vergleich der Analyseergebnisse mit Investitionsalternativen
Um diese Ergebnisse einordnen zu können, werden im Anschluss die gleichen Berechnungen für passive Einkünfte aus einem Aktieninvestment durchgeführt. Hierfür wird die Aktie der Allianz, einer der Dividenden-Aristokraten aus dem Deutschen Aktienindex, analysiert. Die Allianz konnte inzwischen zum fünften Mal in Folge den absoluten Betrag der Dividendenausschüttung pro Aktie für ihre Aktionäre erhöhen und zählt damit zu den absoluten Lieblingen bei den Dividendenstrategien. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 wird seitens des Vorstandes eine Dividende in Höhe von 8,00 EUR pro Aktie angestrebt. Kauft man heute ein, so ergibt das eine Dividendenrendite in Höhe von 4,29 %, womit die passiven Einkünfte aus der Allianz Aktie nicht an die der DASH-Masternode heranreichen.
Erwartungsgemäß dreht sich allerdings das Bild, sobald das Risiko in Form der Volatilität in die Betrachtung miteinbezogen wird. Die annualisierte Volatilität der letzten 250 Handelstage der Allianz Aktie beträgt aktuell 14,57 %. Die Sharpe Ratio, bezogen auf die Dividende der Allianz Aktie, liegt somit zum aktuellen Zeitpunkt bei 0,29. Folglich lässt sich in Bezug auf die passiven Einkünfte feststellen, dass die Überrendite der DASH-Masternode den Verlust an Planungssicherheit und Kursstabilität gegenüber der Allianz Aktie nicht kompensieren kann.
Dieses Fazit darf jedoch nicht als allgemeingültige Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Masternode verstanden werden, betrachtet es doch nur eine Seite der Medaille. So kann zwar der reine passive Ertrag aus einer DASH-Masternode aufgrund der hohen Volatilität bei der klassischen Chance/Risiko Bewertung nicht mit einer guten Dividendenaktie mithalten, so bleibt hierbei aber eine mögliche Wertsteigerung der zu erwerbenden Assets gänzlich unberücksichtigt.
Mit dem Einkauf der höheren Volatilität erhält der Investor nämlich nicht nur die Chance auf höhere passive Erträge, sondern auch auf überdurchschnittliche Kurssteigerungen.
Lässt man die Year-to-date Kursentwicklung in die Auswertung mit einfließen, so erhöht der Wertzuwachs der DASH Coins in Höhe von 344,72 % die Sharpe Ratio um 2,57 Punkte. Die Allianz Aktie konnte im gleichen Betrachtungszeitraum dagegen lediglich 7,80 % zulegen, womit sich die Sharpe Ratio um 0,54 Punkte verbessert. Selbstverständlich sind vergangene Kursgewinne kein Garant für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft. Dementsprechend sind hohe Sharpe Ratios immer mit Vorsicht zu genießen und sollten mit gesundem Realismus eingeordnet werden. In dem vorliegenden Bewertungskontext dürfen die Wertentwicklungen der zugrundeliegenden Assets aber durchaus Beachtung finden, da eine einseitige negative Berücksichtigung der historischen Volatilität ohne den daraus entstandenen Upside-Potentialen inkonsequent wäre. Zieht man somit die Kursgewinne in die Auswertung mit ein, ergibt das auf Seiten der DASH-Masternode eine Sharpe Ratio in Höhe von 2,62 und auf Seiten der Allianz Aktie eine Sharpe Ratio in Höhe von 0,83.
Da es sich bei Blockchain-basierten Vermögenswerten und Anteilen an Aktiengesellschaften um Investitionsmöglichkeiten aus grundlegend verschiedene Asset-Klassen handelt, gibt es zum einen die bereits behandelten Unterschiede in der Rendite/Risiko Struktur, darüber hinaus aber auch Divergenzen in der steuerlichen Behandlung. Alle aufgezeigten Renditen sind hierbei aus einer Vor-Steuer Perspektive, also als Bruttorenditen, zu verstehen. Damit kann die intrinsische Leistungsfähigkeit jedes Investmentobjekt objektiv bewertet und verglichen werden. In der Praxis macht es für die Nettorendite jedoch einen großen Unterschied, ob die Erträge aus einem Investment mit Kapitalertragsteuer (25% zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer), dem persönlichen progressiven Einkommensteuersatz (bis zu 45%) oder gar nicht versteuert werden müssen. Aus diesem Grund beschäftigen sich die nachfolgenden Kapitel intensiv mit den steuerlichen Implikationen von Masternodes.
Abgrenzung zur gewerblichen Tätigkeit
Bei Einkünften, die durch das Errichten einer Masternode erzielt werden, sind Parallelen zu einer Miningtätigkeit erkennbar. Da diese regelmäßig den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugeordnet werden, ist dies auch für Masternodes zu prüfen.[8] Die Folgen einer Einstufung als Gewerbetreibender sind:
Verpflichtende Anmeldung bei dem zuständigen Gewerbeamt nach § 14 Abs. 1 S. 1 Gewerbeordnung (GewO)
Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften Zahlung von Gewerbesteuer soweit der Freibetrag in Höhe von 24.500 EUR überschritten wurde
Derivative (§ 140 AO i.V.m. §§ 238 und 241a HGB) oder originäre (§ 141 AO) Buchführungspflicht
Um von gewerblichen Einkünften ausgehen zu können, müssten die positiven Tatbestandsmerkmale des § 15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) kumulativ erfüllt sein:[9]
Das Tatbestandsmerkmal erfordert, dass der Steuerpflichtige in der Absicht agiert, Gewinne zu erzielen. Davon abgrenzen lässt sich die nicht steuerbare Liebhaberei.[10] Diese liegt vor, wenn die Tätigkeit des Steuerpflichtigen nicht auf eine Einkunftserzielung ausgerichtet ist. Da die Errichtung einer Masternode hohe Investitionsbeträge erfordert sowie ein technisches Grundverständnis voraussetzt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Steuerpflichtige dies nur aus moralischen und ideellen Gründen tätigt. Selbst wenn ein etwaiger Gewinn aus Sicht des Steuerpflichtigen lediglich ein Nebenprodukt aus einer Tätigkeit darstellt, welche er ohne finanziellen Anreiz betreibt, sollte dies regelmäßig nicht zu einer negativen Beurteilung des Tatbestandsmerkmals führen.
Eine nachhaltige Tätigkeit wird in der Literatur als eine ,,auf Wiederholung angelegte Tätigkeit“ umschrieben.[11] Da die Intention einer Masternode zweifelsohne in der Generierung von passiven Einkommen liegt, ist bei der hohen Anfangsinvestition regelmäßig davon auszugehen, dass diese auf Dauer ausgerichtet ist.
Das Merkmal der Selbstständigkeit liegt vor, wenn der Steuerpflichtige Unternehmerinitiative und Unternehmerrisiko trägt.[12] Eine Tätigkeit auf eigene Rechnung (Unternehmerrisiko) ist gegeben, wenn der Steuerpflichtige das Risiko der Tätigkeit trägt, und direkt an anfallenden Gewinnen und Verlusten beteiligt ist. Einnahmen, die für den Steuerpflichtigen nominal keine Verluste darstellen können, stehen der Selbstständigkeit jedoch nicht entgegen, da eine Verlustbeteiligung nicht zwingend erforderlich ist.[13] Im Kontext von Masternodes sollte der Betreiber regelmäßig nur an Gewinnen und Verlusten i.S.v. Kursveränderungen beteiligt sein. Daher ist fraglich, ob im Einzelfall die aktive Teilnahme z.B. an Abstimmungsprozessen des Netzwerks und dadurch die indirekte Beeinflussung des Erfolgspotentials des Projekts – also des Kurswerts der Coins – die rein passive Tätigkeit des Haltens eines Investitionsobjektes überschatten kann. Denn wie die vorangegangenen wirtschaftlichen Untersuchungen zeigen, wird die Rendite der Totalperiode maßgeblich von Kursveränderungen und nicht von den durch den Betrieb der Masternode generierten Cash Flows beeinflusst.
Dies führt zur Fragestellung, ob der Betreiber einer Masternode Unternehmerinitiative entfalten kann. Dass Masternodes einen hohen Kapitaleinsatz erfordern, dürfte jedoch kein Kriterium zur Abgrenzung sein. Vielmehr gilt zu analysieren, ob die Initiative des Steuerpflichtigen die Erträge beinflussen kann. Dafür spricht, dass mit der Anzahl der erworbenen Masternodes die absolute Höhe des Ertrags gezielt gesteuert werden kann, wenn alle Faktoren, die für eine Auszahlung relevant sind, bekannt sind. Da die Variablen zur Einkommensbestimmung für den Steuerpflichtigen nur schwer zugänglich sind, und die für einen Erfolg entscheidenden Kursveränderungen i.d.R. nicht der Kontrolle des Nutzers obliegen, kann die Auszahlung und deren Wert in Euro als spekulative Größe angesehen werden. Weiter folgt die zu entlohnende Tätigkeit in Form von Weiterleiten und Überprüfen von Transaktionsnachrichten einem festgeschriebenen Konsensalgorithmus. Da der Investor somit nur eine Einlage tätigt, ist u.E. die Durchführung der Tätigkeit als unselbständig zu klassifizieren.
Die Tätigkeit des Betriebs einer Masternode an sich kann also aufgrund der fehlenden selbstständigen Ausführung und Erfolgskontrolle nicht entscheidend für eine Selbstständigkeit sprechen.
Aufgrund der Neuartigkeit der Thematik kann leider nicht auf Entscheidungskriterien bestehender Rechtsprechung zurückgegriffen werden um ein abschließendes Urteil abzuleiten.[14]
Gewerbeeinkünfte umfassen keine Tätigkeiten, die weder auf Güter- noch auf Leistungsaustausch gerichtet sind.[15] Das Merkmal erfordert, dass die Leistung des Steuerpflichtigen nach außen in Erscheinung tritt und sich an die Marktteilnehmer richtet. Die Tätigkeit muss für Außenstehende, jedoch nicht zwangsweise durch den Steuerpflichtigen selbst, erkennbar angeboten werden.[16] Im Kontext von Masternodes wendet sich der Betreiber den Marktteilnehmer zu. Er bietet durch seine Tätigkeit spezielle Funktionen an. Beispiele hierfür sind z.B. private und sofortige Transaktionen auf der DASH Blockchain, für welche der Masternode-Eigentümer vom System vergütet wird. Die Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr dürfte u.E. somit regelmäßig gegeben sein.
Ungeachtet der bisherigen Ergebnisse werden zur Vollständigkeit der Untersuchungen neben den positiven Voraussetzungen ebenfalls die drei negativen Abgrenzungstatbestände des Gewerbebetriebs geprüft. Diese sind wie folgt definiert:
Abgrenzung gegenüber der selbstständigen Arbeit i.S.d. § 18 EStG
Abgrenzung gegenüber Land- und Forstwirtschaft i.S.d. § 13 EStG
Abgrenzung zur privaten Vermögensverwaltung
Um Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erzielen, muss die Tätigkeit über eine private Vermögensverwaltung hinausgehen. Der Rechtsprechung zufolge liegt dies neben weiteren Voraussetzungen vor, wenn die Umschichtung des Vermögens gegenüber der Nutzung im Sinne einer Fruchtziehung entscheidend in den Vordergrund tritt. Da zum Betreiben einer Masternode nur zwei Transaktionen notwendig sind (Tauschgeschäft von Euro in Coin-Währung der Blockchain und die Hinterlegung der Coins als Einlage) und die Fruchtziehung i.S.d. passiven Einkommens die wohl größte Intention des Anlegers darstellt, sollte dies keinen Gewerbebetrieb begründen können. Auch im weiteren Betrieb sind neben der einmaligen Investition, keine weiteren Aufwendungen notwendig, was weiterhin für ein nicht gewerbliches Gesamtbild sprechen sollte. Hierfür wären nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Ausprägungsmerkmale wie das Unterhalten von Büroräumen, Mitarbeitern oder gewerbliche Stromtarifen für das Erscheinungsbild einer betrieblichen Organisation maßgeblich. So ist auch der Kauf- und Verkauf von Wertpapieren in einem größeren Umfang i.d.R. der privaten Vermögensverwaltung zuzuordnen, wenn die o.g. Merkmale des Gesamtbildes nichtzutreffend sind und der Steuerpflichtige nicht als Händler auftritt.[17]
Weiter kann argumentiert werden, dass viele Anleger die Entscheidung zum Betreiben einer Masternode erst nach einer Investition in Coins getätigt haben, und somit nur verfügbares Vermögen zur Fruchtziehung genutzt wird. Masternodes sollten somit regelmäßig die Grenze der privaten Vermögensverwaltung nicht überschreiten.
Abgrenzung zur selbstständigen Arbeit
Selbstständige Arbeit ist im Gegensatz zum Betrieb eines Gewerbebetriebs durch den Einsatz von geistiger Fähigkeit und der eigenen Arbeitskraft geprägt.[18] Um Einkünfte durch Masternodes zu erzielen sind jedoch keine speziellen Kenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich, es muss grundsätzlich nur eine Kapitaleinlage in Form digitaler Wirtschaftsgüter geleistet werden. Die technischen Anforderungen an den Betreiber beschränken sich ausschließlich auf die Einrichtung und können durch im Internet verfügbare Leitfäden zumeist auch von technischen Laien bewältigt werden. Außerdem müssten für das Vorliegen von Einkünften aus selbstständigen Tätigkeit i.S.d. § 18 EStG – wie bei einem Gewerbebetrieb – alle vier der o.g. positiven Tatbestandsmerkmale erfüllt sein, was auch hier durch die u.E. fragliche Selbständigkeit nicht gegeben sein sollte. Ferner muss die Tätigkeit oder der Beruf entweder explizit im Gesetzestext aufgeführt werden, oder einer der aufgelisteten Tätigkeit ähnlich sein. Da auch diese Voraussetzung nicht zutrifft, dürfte der Betrieb einer Masternode nicht als selbstständige Tätigkeit nach § 18 EStG qualifizieren.
Abgrenzung zur Land und Forstwirtschaft
Da Einkünfte durch Masternodes nicht auf eine Nutzung des Bodens, der Viehzucht oder der Waldwirtschaft ausgerichtet ist, können keine Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft i.S.d. § 13 EStG vorliegen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Betrieb einer Masternode – falls das Gesamtbild der Verhältnisse nicht dagegen spricht – regelmäßig nicht als gewerblich qualifizieren sollte.
Ertragssphäre
Da die positiven Cash Flows in ihrer Eigenschaft als passive Einkunftsquelle aus der Hingabe von Vermögenswerten charakteristisch einem Ertrag aus der Anlage bestehenden Vermögens darstellen, liegt eine ertragsteuerliche Einordnung als Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 EStG nahe.
Klassifizierung als Kapitaleinkünfte
In Betracht kommt eine Qualifikation als Dividende[19], Partiarisches Darlehen[20] oder sonstige Kapitalforderung[21]
Wie sich zeigt, scheitert die Klassifizierung der Vergütung von Masternodes als Kapitalertrag an den Legaldefinitionen der Besteuerungstatbestände. Fraglich ist ob demnach Einkünfte aus sonstigen Leistungen gemäß § 22 Nr. 3 EStG vorliegen.
Klassifizierung als sonstige Einkünfte
§ 22 Nr. 3 EStG umfasst Einkünfte aus sonstigen Leistungen.[22] Durch das Subsidiaritätsprinzip kommt die Norm jedoch nur in Betracht, wenn keine andere Einkunftsart des EStG einschlägig ist, was nach den vorstehenden Analysen für Masternode Vergütungen zutreffen sollte.
Fraglich ist, ob das Betreiben einer Masternode eine sonstige Leistung i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG darstellt. Eine solche wird in Literatur und Rechtsprechung als jedes Tun, Unterlassen oder Dulden beschrieben, dass eine Gegenleistung begründet. Zwar ist vom Steuerpflichtigen außer der einmaligen Einrichtung keine proaktive Handlung vorzunehmen, bzw. beschränkt sich diese auf einen minimalen Wartungsaufwand. Dennoch stellt er durch den Betrieb des Masternode Servers Funktionen zur Verfügung, resp. Leistungen, die von den Teilnehmern des dezentralen Netzwerks in Anspruch genommen und durch einen Anteil am Block-Reward vergütet werden. Wie der weit gefassten Definition der “sonstigen Leistung” zu entnehmen ist, bedarf es ausdrücklich keiner andauernden körperlichen oder geistigen Handlung des Steuerpflichtigen, u.E. reicht daher die Bereitstellung von Rechenleistung regelmäßig aus. Vor diesem Hintergrund zeigt sich ebenso deutlich, dass die Einkunftsquelle nicht originär auf die notwendige Einlage von Vermögenswerten zurückzuführen ist, sondern vielmehr als Vergütung für die zu leistende Bereitstellung von Funktionalitäten verstanden werden sollte.
Folgt man dieser Betrachtungsweise zeigt sich, dass die ursprüngliche Einlage der Coins zwar eine Eintrittsbarriere darstellt, jedoch nicht den Anspruch auf eine Vergütung begründet.
Die Gegenleistung, die der Steuerpflichtige für seine Leistung erhält, kann dabei aus Geld- oder Sachwerten bestehen.[23] Damit sollten die Tatbestandsmerkmale des § 22 Nr. 3 EStG u.E. regelmäßig erfüllt sein und Einkünfte aus sonstigen Leistungen vorliegen.
Der Zeitpunkt der Besteuerung ist gemäß § 11 EStG durch das Zufluss-Abfluss-Prinzip geregelt.[24] Erhaltene Zahlungen müssen demnach mit dem jeweiligen Euro-Wechselkurs im Zuflusszeitpunkt auf die Exchange oder Wallet dokumentiert und offengelegt werden.[25]
Falls die gesamten Einkünfte aus sonstigen Leistungen in einem Kalenderjahr weniger als 256 € betragen, sind diese nicht steuerbar. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt, deren Überschreitung die Steuerpflicht der gesamten Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG zur Folge hat. Da sich aufgrund der herrschenden Meinung mehrere Einkunftsarten im Bereich der Kryptowährungen unter den Auffangtatbestand des § 22 Nr. 3 EStG subsumieren lassen, ist darauf zu achten, dass sich die Freigrenze auf die addierten Einkünfte aus sonstigen Leistungen bezieht.
Vermögenssphäre
Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen sowie einschlägige Literatur zeigen, dass Kryptowährungen resp. private Wirtschaftsgüter den privaten Veräußerungsgeschäften gemäß § 23 EStG unterliegen.[26] Davon ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die sich nachweislich länger als ein Jahr im Besitz des Steuerpflichtigen befinden. Diese können steuerfrei veräußert werden.
Fehlen eines entgeltlichen Anschaffungsvorgangs
Coins, die der Steuerpflichtige durch den Betrieb einer Masternode erhält, wurden durch ihn selbst erstellt und haben somit keinen entgeltlichen Anschaffungsvorgang. Da das Tatbestandsmerkmal des privaten Veräußerungsgeschäftes einen Anschaffungsvorgang gegen Entgelt fordert,[27] sollten Verkäufe und damit verbundene Gewinne kein privates Veräußerungsgeschäft und damit steuerneutral zu behandeln sein.
Verlängerung der Spekulationsfrist
Oft diskutiert wird eine etwaige Verlängerung der Spekulationsfrist, wenn durch den Betrieb einer Masternode neue Coins zufließen. Gemäß § 23 EStG stellen Verkäufe von privaten Wirtschaftsgütern nur ein privates Veräußerungsgeschäft dar, insofern zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr liegt. Falls durch das Wirtschaftsgut in zumindest einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich die Haltefrist gemäß § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 4 EStG auf zehn Jahre. Eine Verzehnfachung der Haltefrist hätte enorme Auswirkungen auf das Anlageverhalten, steuerfreie Gewinne in einem derzeit noch sehr neuen und volatilen Markt wären nicht planbar. Masternodes würden somit zumindest in Deutschland weniger Interesse erfahren.
Die Einführung der Haltefristverlängerung lässt sich auf das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 zurückführen. Die Verlängerung wurde aufgrund von Steuersparmodellen – sog. Containerleasingmodellen – eingeführt, um neben Mieteinnahmen steuerfreie Veräußerungen von Containern zu vermeiden. Gesellschaften kauften dabei Container und schlossen anschließend Mietverträge mit verschiedenen Parteien ab. Gleichzeitig verkaufte die Gesellschaft die Container an Investoren und bot ihnen Verwaltungsverträge, sowie zugesicherte Mieten und Rückkaufswerte an. Die Investoren erzielten mit den Containern Mieteinkünfte, welche steuerlich aufgrund der Beweglichkeit des Wirtschaftsguts als Einkünfte aus sonstigen Leistungen i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG erfasst wurden. Die Investoren konnten dabei die Mieteinkünfte um eine sog. Absetzung für Abnutzung (AfA) der Container mindern. Diese bemisst sich gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 und 2 EStG nach der gewöhnlichen Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes. Die Nutzungsdauer wird dabei zur Vereinfachung pauschal durch AfA-Tabellen des Bundesministeriums für Finanzen festgelegt. Transportcontainer besitzen hierbei eine Nutzungsdauer von zehn Jahren.[28] Die Einkünfte der sonstigen Leistungen i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG wurden somit jährlich durch die pauschale AfA i.H.v. 10 % der Anschaffungskosten des Containers verringert, was regelmäßig nicht der tatsächlichen Abnutzung der Container entsprach und darin Ausdruck fand, dass der vereinbarte Rückkaufswert erheblich über dem steuerlichen Buchwert lag.
Die pauschale AfA entfaltet i.d.R. jedoch nur eine temporäre Wirkung, da eine Diskrepanz zwischen steuerlichem Buch- und tatsächlichen Marktwert spätestens bei Veräußerung im Rahmen eines privaten Veräußerungsgeschäftes durch entsprechende Adjustierung der Anschaffungskosten berücksichtigt wird. Da vor dem Unternehmensteuerreformgesetz im Jahre 2008 allerdings Veräußerungen von privaten Wirtschaftsgütern ausnahmslos nach einem Jahr steuerfrei waren und somit eine steuerliche Berücksichtigung der AfA-Diskrepanz ausblieb, wurden derartige Containerleasingmodelle zu attraktiven Investitions- und Steuersparmodellen. Um das Erreichen der Steuerfreiheit zu verschieben, wurde die Haltefrist für vergleichbare Steuersparmodelle auf zehn Jahre erhöht. Die teleologische Normauslegung des Gesetzesentwurfs zeigt demnach, dass die Haltefristverlängerung nicht sinnwahrend auf nicht abnutzbare digitale Wirtschaftsgüter übertragbar ist.
Das grundsätzlich Abweichungen von der grammatikalischen Gesetzesauslegung möglich sind, zeigt Rechtsprechung und ein konsekutives Schreiben des Bayerischen Landesamts für Steuern zu Fremdwährungsdarlehen.[29]
Daher sollte u.E. das Risiko einer Verlängerung der Spekulationsfrist durch den Betrieb einer Masternode regelmäßig unbegründet sein.
§ 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 4 EStG ist als Missbrauchsbekämpfungsvorschrift zu verstehen, welche ferner aus einem konkreten Steuersparmodell geboren wurde. Bei signifikanten Investitionsbeträgen ist es jedoch aus Risikogesichtspunkten durchaus ratsam eine rechtsverbindliche Auskunft gemäß § 89 AO vor Beginn der Tätigkeit einzuholen.
Klaus Himmer ist Geschäftsführer und Mitgründer der 21 Consulting GmbH (www.cryptotax.io) sowie Senior Associate im Financial Services Tax bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in München (klaus.himmer@cryptotax.io).
Magnus Berchtold ist CFO und Mitgründer der 21 Consulting GmbH (www.cryptotax.io) sowie Senior Associate im Financial Services Tax bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in München (magnus.berchtold@cryptotax.io).
Jan Messmer ist Analyst bei der 21 Consulting GmbH (www.cryptotax.io) sowie Student der informationsorientierten Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg (jan.messmer@cryptotax.io).
Klaus Hipfinger ist Mitgründer der Dash Embassy D-A-CH UG (haftungsbeschränkt) und zuständig für Administration und Controlling (hipfinger@dash-embassy.org).
Die enthaltenen Informationen in diesen Artikel dienen allgemeinen Informationszwecken und beziehen sich nicht auf die spezielle Situation einer Einzelperson oder einer juristischen Person. Sie stellen keine betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Im konkreten Einzelfall kann der vorliegende Inhalt keine individuelle Beratung durch fachkundige Personen ersetzen.
[1] Vgl. BERENTSEN, A./SCHÄR, F., Bitcoin, Blockchain und Kryptoassets, 2017, S. 255.
[2] Vgl. https://github.com/DASHpay/DASH/wiki/Whitepaper (abgerufen am 21.03.2018); https://pivx.org/wp-content/uploads/2017/03/PIVX-purple-paper-Technincal-Notes.pdf (abgerufen am 21.03.2018).
[3] Vgl. NAKAMOTO, S., 2008, https://bitcoin.org/bitcoin.pdf (abgerufen am 27.03.2018).
[4] Vgl. https://medium.com/verifyas/merkle-trees-simple-yet-powerful-4c44dad19539 (abgerufen am 01.04.2018).
[5] Vgl. BERENTSEN, A./SCHÄR, F., Bitcoin, Blockchain und Kryptoassets, 2017, S. 97 f.
[6] Vgl. SIXT, E., Bitcoins und andere dezentrale Transaktionssysteme, 2017, S. 36f.; http://Bitcoinblog.de/2014/03/05/wallets-im-vergleich (abgerufen am 26.03.2018).
[7] Vgl. https://github.com/DASHpay/DASH/wiki/Whitepaper (abgerufen am 21.03.2018).
[8] Vgl. BT-Drs. 19/370 vom 05.01.2018, S. 21.
[9] Vgl. BODE, W., in: Blümich, EStG, § 15, Rz. 13.
[10] Vgl. WACKER, R., in: Schmidt, EStG, § 15, Rz. 24.
[11] Vgl. STAPPERFEND, T., in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 15, Rz. 1040; BODE, W., in: Blümich, EStG, § 15, Rz. 32.
[12] Vgl. STAPPERFEND, T., in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 15, Rz. 1032-1035.
[13] Vgl. STAPPERFEND, T., in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 15, Rz. 1032-1035.
[14] Vgl. BFH, U. v. 14.06.2007, VI R 5/06, in: BStBl II 2009, S. 931; BFH, U. v. 12.10.1978, IV R 1/77, in: BStBl II 1081, S. 706; BFH, U. v. 14.06.1985, VI R 150-152/82, in: BStBl II 1985, S. 661.
[15] Vgl. BFH, U. v. 16.09.2016, X R 43/12, in: BStBl II 2016, S. 48.
[16] Vgl. BODE, W., in: Blümich, EStG, § 15, Rz. 52.
[17] Vgl. BFH, U. v. 29.10.1998, XI R 80-97, in: BStBl II 1999, S. 448.
[18] Vgl. BFH, U. v. 10.10.1963, IV 198/62 S, in: BStBl III 1964, S. 120.
[19] Vgl. RATSCHOW, E., in: Blümich, EStG, § 20, Rz. 64, 68.
[20] Vgl. BFH, U. v. 21.05.2015, IV R 25/12, BStBl II 2015 S. 772.
[21] Vgl. WEIßBRODT, J./MICHALKE, D., Die sonstige Kapitalforderung i. S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, in: DStR, 2012, S. 1535.
[22] Vgl. NACKE, A., in: Blümich, EStG, § 22, Rz. 13.
[23] Vgl. ECKHARDT, A., in: Kanzler/Kraft/Bäuml, EStG, § 22, Rz. 165.
[24] Vgl. WEBER-GRELLET, H., in: Schmidt, EStG, § 22, Rz. 143.
[25] Vgl. hierzu das Onlineangebot von CryptoTax unter www.cryptotax.io.
[26] Vgl. BT-Drs. 19/370 vom 05.01.2018, S. 21 f.; PINKERNELL, R., Ertrag- und umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin-Transaktionen, 2015, S. 25; ECKERT, K.-P., Steuerliche Betrachtung elektronischer Zahlungsmittel am Beispiel sog. Bitcoin-Geschäfte, in: DB, 2013, S. 2110.
[27] Vgl. BFH, U. v. 22.09.1987, IX R 15/84, BStBl II 1988 S. 250.
[28] Vgl. BMF-Schreiben v. 15.12.2000, IV D 2-S 1551-188/00, BStBl I 2000 S. 1532.
[29] Vgl. LfSt Bayern-Schreiben v. 12.03.2013, S 2256.1.1-6/4 St32, in: BeckVerw 270378, Tz. 3.
Neue TeammitgliederNeue Kooperation mit Dash Embassy D-A-CH
März 3, 2018 Steuern
+++ BREAKING NEWS – Ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel nach Anfrage beim Bundesfinanzministerium weiter unklar +++
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 27. Februar 2018 ein Schreiben bezüglich der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen veröffentlicht. Wir haben dazu auch einen ausführlichen Artikel verfasst, diesen findet ihr hier. Offensichtlich hat dieses BMF Schreiben bei einigen Investoren und sogar Medienvertretern für Unklarheiten gesorgt. Es heißt darin nämlich unter dem Gliederungspunkt „Die Verwendung von Bitcoin als Entgelt“ im Wortlaut:
„Die Verwendung von Bitcoin wird der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt, soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen. Die Hingabe von Bitcoin zur bloßen Entgeltentrichtung ist somit nicht steuerbar.“
Diese Formulierung wurde von vielen Lesern so interpretiert, dass die Verwendung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel von der Ertragsteuer befreit ist. Das würde bedeuten, dass der Kursgewinn der bei der Verwendung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen entsteht (auch wenn man diese vor Ablauf der Jahresfrist als Zahlungsmittel verwendet) nicht versteuert werden müsste. Da es in dem BMF Schreiben vom 27. Februar 2018 jedoch ausschließlich um die umsatzsteuerliche Behandlung geht, ist diese Annahme nicht zutreffend. Das wurde uns auch nochmal von Seiten des BMF am 1. März 2018 telefonisch bestätigt.
Um nun trotzdem eine Aussage zu bekommen, wie sich die Verwendung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel ertragsteuerlich verhält, haben wir zu diesem Sachverhalt eine schriftliche Anfrage an das BMF gestellt. Am 2. März 2018 haben wir daraufhin folgende Antwort erhalten:
Die ertragsteuerliche Beurteilung des vorgetragenen Sachverhalts wird derzeit mit den obersten Finanzbehörden der Länder erörtert. Die Erörterungen sind noch nicht abgeschlossen.
Damit steht fest: Die Frage, wie die Nutzung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel ertragsteuerlich behandelt wird, bleibt weiter offen. Sobald es neue Informationen zu diesem Thema gibt werden wir euch natürlich umgehend auf unserer Website informieren.
Wenn ihr solche News in Zukunft nicht verpassen wollt meldet euch gerne auf unserer Startseite für unseren Newsletter an.
Picture credits: Tibor Duris / Shutterstock.com
Neues Schreiben vom Bundesfinanzminesterium zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen KryptowährungenSteuerliche Spekulationen nach G20-Treffen unbegründet
Neues Schreiben vom Bundesfinanzminesterium zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 27. Februar 2018 ein Schreiben veröffentlicht, in dem es sich zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in verschiedenen Szenarien äußert. Diese neuen Aussagen basieren auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) welches bereits am 22. Oktober 2015 gefällt wurde. Wir haben in diesem Artikel alle wichtigen Inhalte und Neuerungen für euch einfach verständlich zusammengefasst.
Vorab noch ein wichtiger Hinweis: Alle Informationen beziehen sich nur auf die Umsatzsteuer und haben nichts mit der steuerlichen Beurteilung im Zusammenhang mit anderen Steuerarten wie z.B. der Einkommensteuer zu tun. Unter dem Punkt „Die Verwendung von Bitcoin als Entgelt” gehen wir nochmal näher auf diese Thematik ein.
Der Tausch zwischen gesetzlichen Zahlungsmitteln (Dollar, Euro, etc.) und Bitcoin ist nach § 4 Nr. 8 Buchst. b Umsatzsteuergesetz (UStG) umsatzsteuerfrei. Diese Regelung gilt aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes auch für alle anderen Kryptowährungen. Anderes gilt für virtuelles Spielgeld wie zum Beispiel Ingame-Währungen in Onlinespielen. Geschäfte mit solchen sind nicht von der Umsatzsteuer befreit.
Die Verwendung von Bitcoin wird der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt. Wenn man also mit Bitcoin bezahlt und diese dabei keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen, ist der Vorgang ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit.
Die Höhe der Zahlung bestimmt sich dabei nach dem Gegenwert von Bitcoin in der Landeswährung des jeweiligen Mitgliedstaates in welchem die Leistung (z.B. der Verkauf) erfolgt. Als gültiger Zeitpunkt wird die Ausführung der Leistung (z.B. des Verkaufs) festgehalten. Die Umrechnung findet nach Art. 91 Abs. 2 Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) zum letzten (z.B. auf einer Tauschplattform im Internet) veröffentlichen Verkaufskurs statt und muss vom Leistenden (z.B. dem Verkäufer) dokumentiert werden.
Auch diese Aussagen gelten nach den Gründen des Urteils des EuGH und der Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes für alle virtuellen Währungen/Kryptowährungen (ausgenommen In-Game Währungen). Einzige Voraussetzung ist, dass diese Währungen von den an der Transaktion beteiligten Parteien als alternatives vertragliches und unmittelbares Zahlungsmittel akzeptiert worden sind und keinem anderen Zweck als der Verwendung als Zahlungsmittel dienen.
Die in diesem BMF Schreiben vorgebrachten Informationen haben jedoch, wie eingangs bereits erwähnt, nichts mit der ertragssteuerlichen Behandlung von Bitcoin als Zahlungsmittel zu tun. Wir haben diesbezüglich am 1. März 2018 eine Anfrage an das BMF gestellt und folgende Antwort erhalten:
“Die ertragsteuerliche Beurteilung des vorgetragenen Sachverhalts wird derzeit mit den obersten Finanzbehörden der Länder erörtert. Die Erörterungen sind noch nicht abgeschlossen.”
Die Frage wie die Nutzung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel ertragssteuerlich behandelt wird bleibt also weiter offen. Unseren News-Beitrag zu diesem Thema findet ihr hier.
Auch die Leistungen der Miner sind von der Umsatzsteuer befreit. Die Begründung dafür ist, dass die Transaktionsgebühr, welche die Miner von anderen Nutzern des Systems erhalten können, freiwillig gezahlt werden und in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den Leistungen der einzelnen Miner stehen. Auch die Entlohnung in Form des Erhalts neuer Bitcoin durch das System selbst ist nicht als Entgelt für die Minerleistungen anzusehen, da diese Leistungen nicht im Rahmen eines Leistungsaustauschverhältnisses erbracht werden. Dieses setzt neben dem Leistenden das Vorhandensein eines identifizierbaren Leistungsempfängers voraus. Bei der Gewährung von Rechenleistung für das gesamte Bitcoin-Netzwerk ist der einzelne Leistungsempfänger jedoch nicht identifizierbar.
Soweit ein Anbieter von digitalen Wallets (elektronische Geldbörsen) eine Zahlung von Gebühren verlangen, liegen auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen i. S. d. § 3a Abs. 5 Satz 2 Nr. 3 UStG vor, die nach Maßgabe des § 3a Abs. 2 bzw. Abs. 5 Satz 1 UStG steuerbar und umsatzsteuerpflichtig sind, soweit der Leistungsort im Inland liegt (vgl. hierzu auch Abschnitt 3a.9a Abs. 1 bis 8 Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE)).
Handelsplattformen / Börsen
Wenn der Betreiber einer Handelsplattform bzw. Börse seine Internetseite den Marktteilnehmern als technischen Marktplatz zum Erwerb bzw. Handel von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zur Verfügung stellt, handelt es sich um die Ermöglichung einer rein EDV-technischen Abwicklung. Nach § 4 Nr. 8 UStG kommt eine Befreiung von der Umsatzsteuer hierfür nicht in Betracht.
Falls der Betreiber der Plattform allerdings den Kauf und Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Mittelsperson im eigenen Namen vornimmt, ist die Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 8 Buchst. b UStG einschlägig.
Änderungen im Umsatzsteueranwendungserlass
Die Grundsätze der neuen Verwaltungsanweisung werden ebenfalls in den Umsatzsteueranwendungserlass aufgenommen. Im Erlass vom 1. Oktober 2010, Bundessteuerblatt (BStBl) I S. 846, wird nun in Abschnitt 4.8.3 nach Absatz 3 folgender neuer Absatz 3a eingefügt:
„(3a) 1 Sog. virtuelle Währungen (Kryptowährungen, z.B. Bitcoin) werden den gesetzlichen Zahlungsmitteln gleichgestellt, soweit diese sog. virtuellen Währungen von den an der Transaktion Beteiligten als alternatives vertragliches und unmittelbares Zahlungsmittel akzeptiert worden sind und keinem anderen Zweck als der Verwendung als Zahlungsmittel dienen (vgl. EuGH-Urteil vom 22. Oktober 2015, C-264/14, Hedqvist, BStBl 2018 II S. xxx). 2 Dies gilt nicht für virtuelles Spielgeld (sog. Spielwährungen oder Ingame-Währungen, insbesondere in Onlinespielen).“
Änderungen sind auch rückwirkend geltend
Am Ende des BMF-Schreibens wird bemerkt:
„Die Grundsätze dieses Schreibens sind in allen offenen Fällen anzuwenden.“
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Bitcoin und andere Kryptowährungen – Warum Steuersünder erwischt werden+++ BREAKING NEWS – Ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel nach Anfrage beim Bundesfinanzministerium weiter unklar +++
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