Source: http://www.flensburg.de/Leben-Soziales/Umwelt-Naturschutz/index.php?object=tx%7C2306.332.1&NavID=2306.35&La=1
Timestamp: 2018-07-22 05:11:03
Document Index: 29810199

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 21', '§ 23', '§ 17', '§ 16', '§ 38']

Die UNB der Stadt Flensburg leistet einen Beitrag zur Förderung naturnaher Landschaften und gefährdeter Arten und kümmert sich insbesondere um
übergeordneten Naturschutzbehörden (MELUR und LLUR),
Wir laden Sie herzlich zum Stöbern, Informieren und Nachlesen ein. Für Rückfragen, Anliegen, Kümmernisse, Sorgen oder Hinweise in Bezug auf naturschutzrechtliche Belange stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung (siehe rechts).
Die Gewinnung von Kies, Sand, Ton, Steinen oder anderen selbständig verwertbaren Bodenbestandteilen (oberflächennahe Bodenschätze) oder andere Abgrabungen sowie Aufschüttungen, Auf- oder Abspülungen oder das Auffüllen von Bodenvertiefungen bedürfen einer behördlichen Genehmigung nach § 11 LNatSchG, sofern die betroffene Bodenfläche größer als 1.000 m² ist oder die zu verbringende Menge mehr als 30 m³ beträgt.
Vor diesem Hintergrund wurde bereits im November 1979 eine Baumschutzsatzung für den Bereich der Stadt Flensburg erlassen. Mit Beschlussfassung durch die Ratsversammlung vom 27.05.2004 wurde die Satzung zum Schutz der Bäume in der Stadt Flensburg (Baumschutzsatzung) auf Grundlage des Landesnaturschutzgesetzes Schleswig-Holstein neu gefasst.
Nadelbäume mit einem Stammumfang von mehr als 100 cm,
mehrstämmigen Laub- und Nadelbäume mit mindestens einem Stämmling mit einem Stammumfang von mehr als 80 cm,
Es ist verboten, geschützte Bäume zu beseitigen, zu zerstören, zu schädigen oder ihre Gestalt zu verändern. Schädigungen im Sinne der Baumschutzsatzung sind Einwirkungen im Wurzel-, Stamm- oder Kronenbereich eines Baumes, die zum Absterben des Baumes führen oder dessen Lebensfähigkeit oder weiteres Wachstum beeinträchtigen können.
Ausnahmen und Befreiungen können nach Maßgabe der Satzung erteilt werden und sind mit der Verpflichtung verbunden, eine angemessene und zumutbare Ersatzpflanzung vorzunehmen, diese zu pflegen und dauerhaft zu erhalten.
Ersatzpflanzungen sind, wenn nichts anderes bestimmt wird, innerhalb eines Jahres nach der Erteilung der Ausnahmeerlaubnis oder der Befreiung vorzunehmen, spätestens jedoch ein Jahr nach der Fällung. Die Durchführung der Ersatzpflanzung ist formlos mitzuteilen.
Bäume, die im Zusammenhang mit der rechtmäßigen Ausübung eines Baurechtes beeinträchtigt bzw. gefällt werden müssen,
Beauftragen Sie möglichst fachlich versierte Firmen mit der Pflege Ihres Baumbestandes, die die Maßnahmen nach dem Regelwerk ZTV-Baumpflege (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) durchführen. In der ZTV wird u. a. beschrieben, was als fachgerechte Maßnahme zu bezeichnen ist. Dann können Sie sicher sein, eine fachgerechte und baumschonende Ausführung baumpflegerischer Arbeiten zu erlangen.
Starkastschnitte mit Durchmessern größer als 10 cm sind zu vermeiden. Je dicker der zu schneidende Ast, desto größer die Wunde. Schnittflächen > 10 cm bergen ein erhöhtes Risiko von Faulungen durch Pilzbefall, der sich erst nach Jahren zeigt. Bereiche unterhalb der Schnittstelle sterben ab. Letztlich wird die Bruch- und Standsicherheit des Baumes gefährdet! Starkäste dürfen daher nur in begründeten Einzelfällen fachgerecht entnommen werden! Bitte achten Sie auch darauf, dass keine Starkastschnitte direkt am Stamm durchgeführt werden!
Neben der Beseitigung, Zerstörung oder Schädigung eines geschützten Baumes ist es verboten, einen Baum in seiner charakteristischen, arteigenen Gestalt (Habitus) zu verändern oder zu verunstalten. Ist diese Veränderung oder Verunstaltung erheblich, muss - wie auch bei der Beseitigung - eine Ersatzpflanzung erfolgen.
Ein Biotop ist ein durch bestimmte Pflanzen- und Tiergesellschaften gekennzeichneter Lebensraum und / oder der Lebensraum einer bestimmten Art. Es ist dabei von einer seiner Umgebung gegenüber abgrenzbarer Beschaffenheit (z. B. Moor, Teich, Knick, Buchenwald, Höhle) und häufig unter besonderen Schutz gestellt. Mehrere Biotope werden häufig zu Biotopverbundsystemen zusammengefasst, deren Ziel es ist, die Lebensräume durch geeignete Strukturen so zu vernetzen, dass ein Austausch stattfinden kann.
Näher Informationen erhalten Sie in der Landesverordnung über gesetzlich geschützte Biotope (Biotopverordnung) vom 22.01.2009 (GVOBl. Schl.-H. 2009 S. 48).
Knicks stellen im Stadtgebiet ein prägendes Landschaftselement dar und sind zudem seit ca. 250 Jahren von kulturhistorischer Bedeutung. Knicks wurden als „lebende Zäune“ zur Einfriedung von Weiden und Äckern angelegt. Sie dienen dem Windschutz, der Brennholzentnahme und der Feldbegrenzung. Charakteristische Knickwälle bestehen aus Feldsteinen im Wallkern, bedeckt mit Bodenaushub. Ursprünglich waren die Wälle 1,00 m hoch, an der Wallbasis ca. 2,50 m und auf der Wallkrone ca. 1,00 m breit. Bepflanzt wurden Knicks mit aus der Region stammenden heimischen Bäumen und Sträuchern in bunter Zusammensetzung
Vor allem die Krautschicht wird bedroht durch Gülle- und Düngemitteleinsatz sowie durch Ablagerung von organischen Abfällen oder Feldsteinen. In Siedlungen werden Knicks geschädigt durch fehlende Schutzzäune bei Baumaßnahmen, Anschüttungen, abgelegte Kompost- oder Gartenabfälle auf den Knickwällen, die Nutzung als Durchgang, die Pflanzung nicht-heimischer Gehölze oder durch die ungenehmigte Beseitigung.
Knicks sind Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere. Außerdem sind sie Windschutz und verhindern so auf den Äckern die Bodenerosion durch Wind (Deflation). Auf der Luvseite (dem Wind zugewandt) können sie auf 25 bis 30 m den Wind abschwächen, auf der Leeseite gar bis zu 170 m weit. Knicks sollten deshalb in Abständen von 150 bis 200 m gepflanzt werden. Knicks binden Staub von ungebundenen Straßen, vermindern die Verdunstung, verbessern die Taubildung und die Bodenfeuchtigkeit: Die Taubildung auf der Leeseite eines Knicks wird noch in 100 m Entfernung positiv beeinflusst!
Darüber hinaus sind stellen Knicks natürliche Barrieren für die Ausbreitung von tierischen Schädlingen von einem Feld zum anderen dar. Außerdem dämpfen sie Lärm und verringern den Störeffekt durch Menschen in der Landschaft. Für diesen wiederum bereichern sie das Landschaftsbild und ermöglichen eine leichtere Tierbeobachtung (Sichtschutz).
Knicks sind im Flensburger Stadtgebiet noch häufige Landschaftselemente und vor allem im Stadtrandgebiet in landwirtschaftlichen Nutzflächen zu finden. Knicks befinden sich aber auch in Siedlungsbereichen. Obwohl Knicks unter Schutz stehen, sind nur etwa 40 % des 123 km langen Flensburger Knicksystems in einem guten Zustand. Sie erfahren eine ökologische Abwertung durch unsachgemäße Pflege wie z. B. durch Heckenschnitt, Ablagerung von Grünabfällen, Errichtung baulicher Anlagen im und am Knick und durch Bepflanzung mit nicht heimischen Gehölzen.
Nachdem die Knicks in den vergangenen Jahrzehnten stark dezimiert wurden und noch immer durch einen steigenden Bewirtschaftungsdruck angrenzender Flächen gefährdet sind, gelten sie nunmehr als besonders geschützte Biotope (§ 21 Abs. 1 Ziff. 4 LNatSchG). Daher sind Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung von Knicks führen können, verboten.
Halten Sie beim seitlichen Rückschnitt eines Knicks einen Mindestabstand von 1 m zum Knickwallfuß ein. Benutzen Sie, um ein sauberes Schnittbild zu erreichen, statt Schlegelgeräten lieber Messerbalken und / oder Kreissägen.
Wenn Sie (durchgewachsene) Bäume aus Ihrem Knick entfernen möchten, sprechen Sie vorher mit der UNB. Alle 40 bis 50 m sollen Überhälter stehen bleiben. Darüber hinaus sind unterliegen Überhälter mit einem Stammumfang von mehr als 2,00 m einem generellen Fällverbot.
Wenn Sie einen Zugang oder eine Zufahrt durch einen Knick legen möchten oder ihn in kürzerem Abstand als nach 10 Jahren auf den Stock setzen wollen, benötigen Sie dafür eine Ausnahmegenehmigung. Diese erteilt ggf. die UNB.
Hier erfahren Sie Wissenswertes über das einzige Naturschutzgebiet in Flensburg.
Als Naturschutzgebiet (NSG) wird eine bestimmte Schutzgebietskategorie innerhalb des Bun-desnaturschutzgesetztes bezeichnet. Im Vergleich zu Landschaftsschutzgebieten handelt es sich zumeist um kleinräumigere Gebiete. Zudem sind die Auflagen und Nutzungseinschränkungen in der Regel strenger als bei anderen Schutzgebietseinheiten. Nach welchen Kriterien Gebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden regelt § 23 BNatSchG.
Das Naturschutzgebiet „Twedter Feld“ liegt im Stadtteil Mürwik und umfasst im Norden einen ehemals von der Bundeswehr genutzten Standortübungsplatz sowie im südlichen Teil landwirt-schaftliche Nutzflächen. Es ist im Norden von den Straßen Twedter Feld, Tremmerupweg und der Waldsiedlung Tremmerup, im Süden von der Nordstraße / Osterallee, im Westen von der Bebauung am Kiefernweg und dem Flensburger Fahr- und Reitverein sowie im Nordosten / Os-ten von dem sich anschließenden Süderholz sowie dem Blocksbergweg begrenzt.
Das von den Menschen für Ackerbau, Viehzucht, Waldbeweidung und Torfabbau genutzte Ge-biet erfuhr in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch militärische Nutzung eine markante Veränderung. Für die Marineschule Mürwik wurden ab 1910 Einrichtungen wie Schießstände und ein Standortübungsplatz geschaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der restliche Baum-bestand dem Brennholzbedarf der in Flensburg lebenden Menschen zum Opfer.
In der sich anschließenden militärischen Nutzung durch die Bundeswehr konnte sich die Pflan-zen- und Tierwelt wieder erholen, da die Gebiete von intensiver Nutzung ausgeschlossen waren. Es bildete sich im nördlichen Teil auf natürlichem Wege ein neuer Wald, ein landesweit einmaliger natürlich entstandener Wald (Sukzessionswald). Erst mit der Aufgabe der militäri-schen Nutzung ab 1994 entstand durch Naherholung ein verstärkter Nutzungsdruck.
Am 09.12.1997 erfolgte die einstweilige Sicherstellung des Gebietes und im Jahre 2003 die Ausweisung des Gebietes als erstes Naturschutzgebiet der Stadt Flensburg.
Aufgrund der mit der militärischen Nutzung verbundenen Unzugänglichkeit des Gebietes entwi-ckelten sich im Twedter Feld vielfältige und selten gewordene Lebensräume. Neben Wald auf steilen Hängen, naturnahen Bachläufen und vernässten Bereichen finden sich ausgedehnte Staudenfluren, Trockenrasen und landwirtschaftliche Nutzflächen mit Kleingewässern. Der durch natürliche Eigenentwicklung (Sukzession) entstandene Wald ist reich an unterschiedlichen Gehölzarten.
Wegen seiner Einzigartigkeit hat das NSG "Twedter Feld" auch eine europaweite Bedeutung. Es ist Teil des "NATURA 2000-Programmes", eines europäischen Netzes besonders schutz-würdiger Flächen!
Gesetzliche Grundlage und Verhaltensregeln
Das ca. 89 Hektar große Gebiet wurde am 20.03.2003 vom damaligen Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft zum Naturschutzgebiet (NSG) erklärt. Als gesetzliche Grundla-ge dienten § 17 Abs. 1 i. V. m. den §§ 16 Abs. 2 und 53 Abs. 7 LNatSchG sowie § 38 des Jagdgesetzes des Landes Schleswig-Holstein (Landesjagdgesetz - LJagdG).
Näheres ist in der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Twedter Feld“ geregelt.
Naturschutzgebiete dienen z. B. der Erhaltung, der Entwicklung oder der Wiederherstellung von Biotopen. Sie können auch aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit oder Schönheit ausgewiesen werden.
In Naturschutzgebieten werden alle Tier- und Pflanzenarten sowie der Boden, das Wasser und die Luft geschützt. So sollen Lebensgemeinschaften umfassend vor Störungen bewahrt werden, denn besonders seltene Arten können aufgrund ihrer sehr spezifischen Lebensraumansprüche in der Regel nicht in die umgebende Landschaft ausweichen.
Allgemein gesagt gilt: Im NSG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschä-digung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer er-heblichen oder nachhaltigen Störung führen können. Verstöße gegen diese Verbote werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet und können ein Bußgeld nach sich ziehen.
Als Landschaftsschutzgebiet (LSG) wird eine bestimmte Schutzgebietskategorie gemäß Bun-desnaturschutzgesetz bezeichnet. Im Vergleich etwa zu Naturschutzgebieten handelt es sich meistens um relativ großräumige Gebiete in denen das allgemeine Erscheinungsbild und der Charakter einer (Kultur-)Landschaft erhalten bleiben soll.
Zudem sind in einem LSG die Nutzungseinschränkungen und Auflagen geringer, wobei jedoch grundsätzlich nur solche Nutzungen möglich sind, die dem Charakter des Gebietes entsprechen. Beeinträchtigungen im Naturhaushalt sollen minimiert und vorhandene naturnahe Bereiche erhalten werden.
In der Stadtverordnung über das Landschaftsschutzgebiet in der Stadt Flensburg vom 14.03.2001 (LSG-VO) sind insgesamt 14 Landschaftsteile mit einer Gesamtfläche von 1.136,2 ha unter Schutz gestellt. Bei den geschützten Landschaftsteilen handelt es sich um folgende Gebiete:
3. Schwarzenbachtal 27,0 ha
10. Volksparkgelände 71,8 ha
11. Osbektal 49,3 ha
12. Fördeufer Mürwik-Solitüde 80,2 ha
Naturdenkmale sind geschützte Landschaftselemente. Sie stehen unter besonderem Schutz und haben besonderen Wert für die Landeskunde, Wissenschaft, Naturgeschichte oder auch ihrer Schönheit wegen. Im Bereich der Stadt Flensburg gibt es insgesamt 34 Naturdenkmale. Dazu gehören sowohl Einzelobjekte wie Bäume als auch Parks und Baumgruppen.