Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/suesswausbv
Timestamp: 2020-01-29 06:30:56
Document Index: 117254163

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 1', '§ 6', '§ 34', '§ 3', '§ 4']

SüßwAusbV
Verordnung über die Berufsausbildung zum Süßwarentechnologen und zur Süßwarentechnologin
Der Ausbildungsberuf des Süßwarentechnologen und der Süßwarentechnologin wird nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.
(2) Eine vom Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere dann zulässig, wenn betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
Anwenden von Qualitätssicherungssystemen,
Anwenden von Hygienemaßnahmen,
Annehmen, Lagern und Vorbereiten von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen für Süßwaren,
Herstellen von Süßwaren,
Verpacken von Produkten sowie
Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken.
(3) Die berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind prozessbezogen in einem der folgenden Einsatzgebiete zu vermitteln:
Schokoladewaren und Konfekt,
Bonbons und Zuckerwaren,
Knabberartikel oder
Andere Einsatzgebiete sind zulässig, wenn in ihnen die berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können. Das Einsatzgebiet wird vom Ausbildungsbetrieb mit Abschluss des Ausbildungsvertrages festgelegt.
§ 5 Durchführung der Berufsausbildung, schriftlicher Ausbildungsnachweis
(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, was insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 6 und 7 nachzuweisen.
(3) Die Zwischenprüfung findet im Prüfungsbereich Herstellen von Grundmassen, Teigen oder Halbfabrikaten statt.
Arbeitsschritte festzulegen,
Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe zu kontrollieren,
Geräte und eingerichtete Maschinen in Betrieb zu nehmen, zu reinigen und zu pflegen,
Grundmassen, Teige oder Halbfabrikate nach Rezeptur zuzubereiten,
Grundmassen, Teige oder Halbfabrikate zu lagern,
seine Vorgehensweise zu begründen,
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz zu ergreifen,
Daten zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe einschließlich schriftlicher Arbeitsplanung durchführen; über die Arbeitsaufgabe wird mit ihm ein situatives Fachgespräch geführt;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 150 Minuten; die schriftliche Arbeitsplanung soll höchstens 30 Minuten und das situative Fachgespräch höchstens 10 Minuten dauern.
(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf
(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den folgenden Prüfungsbereichen:
Produktion von Süßwaren,
Süßwarentechnologie sowie
(4) Für den Prüfungsbereich Produktion von Süßwaren bestehen folgende Vorgaben:
Roh-, Hilfs- und Zusatzstoffe auszuwählen,
eigene und vorgegebene Rezepturen umzusetzen,
Vorschriften zur Herstellung von Lebensmitteln zu beachten,
Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit umzusetzen,
Anlagen einzurichten und in Betrieb zu nehmen,
Maßnahmen zur Hygiene, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz zu ergreifen,
Herstellungsprozesse zu steuern und zu dokumentieren,
Qualitätssicherungsmaßnahmen anzuwenden und
Anlagen zu reinigen;
für den Nachweis nach Nummer 1 ist eine der folgenden Tätigkeiten zugrunde zu legen, die der Prüfling auswählt:
Herstellen von Schokoladewaren und Konfekt,
Herstellen von Bonbons und Zuckerwaren,
Herstellen von feinen Backwaren,
Herstellen von Knabberartikeln oder
Herstellen von Speiseeis;
der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben durchführen, davon eine auf Basis einer eigenen Rezeptur; über eine der beiden Arbeitsaufgaben wird mit ihm ein situatives Fachgespräch geführt;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 240 Minuten; das situative Fachgespräch soll höchstens 20 Minuten dauern.
(5) Für den Prüfungsbereich Süßwarentechnologie bestehen folgende Vorgaben:
Arbeitsabläufe vorzubereiten und zu organisieren,
die Auswahl von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen zu begründen,
die Vorschriften zur Herstellung von Lebensmitteln zu beachten,
Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen,
den Einsatz von Maschinen und Anlagen unter Berücksichtigung ihres Aufbaus und ihrer Funktion für Produktionsabläufe einschließlich des Verpackungsvorgangs zu planen,
fachspezifische Berechnungen durchzuführen,
Abläufe anhand von Fließschemata zu steuern, zu kontrollieren und Maßnahmen zur Steuerung von Abläufen aufzuzeigen,
Qualitätssicherungssysteme zu unterscheiden,
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz zu ergreifen und
Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu erläutern;
Produktion von Süßwaren mit 50 Prozent,
Süßwarentechnologie mit 40 Prozent,
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Süßwarentechnologie“ oder „Wirtschafts- und Sozialkunde“ durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
Diese Verordnung tritt am 1. August 2014 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik vom 3. Oktober 1980 (BGBl. I S. 1911), die zuletzt durch Artikel 2 § 34 des Gesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045) geändert worden ist, außer Kraft.
Anlage (zu § 3 Absatz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Süßwarentechnologen und zur Süßwarentechnologin
(Fundstelle: BGBl. I 2014, 447 - 449)
1 Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team, Organisation
Arbeitsaufträge entgegennehmen und prüfen
Arbeitsaufgaben im Team und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte umsetzen
Arbeitsabläufe eigenständig und im Team planen und dokumentieren
Arbeitsergebnisse kontrollieren, bewerten und dokumentieren
2 Anwenden von Qualitätssicherungssystemen
Ziele, Aufgaben und Aufbau von Qualitätsmanagementsystemen beachten
Produkte im Rahmen der Prozesskontrolle prüfen und Ergebnisse dokumentieren
betriebliches Qualitätssicherungssystem anwenden, insbesondere Einhaltung von Produktstandards anhand von Laborergebnissen und sensorischen Kriterien beurteilen und dokumentieren
qualitätssichernde Vorbeuge- und Korrekturmaßnahmen einleiten, durchführen und dokumentieren
3 Anwenden von Hygienemaßnahmen
Maßnahmen der Personal-, Produkt- und Betriebshygiene durchführen
Reinigungs- und Desinfektionslösungen unter Beachtung von Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz anwenden
Reinigungsanlagen und -systeme bedienen
Produktionsanlagen und Leitungssysteme reinigen und desinfizieren, Maßnahmen dokumentieren
Ergebnisse bewerten, bei Abweichungen entsprechende Maßnahmen ergreifen und dokumentieren
4 Annehmen, Lagern und Vorbereiten von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen für Süßwaren
Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe kontrollieren und annehmen
Lagerbestand kontrollieren, pflegen und dokumentieren
Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe für die Weiterverarbeitung auswählen, prüfen und vorbereiten
5 Herstellen von Süßwaren
Fließschemata anwenden
Bedienungsanleitungen umsetzen
Mischungen unter Berücksichtigung produktspezifischer Rezepturen ansetzen
Grundmassen, Teige, Halbfabrikate, Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe prüfen, lagern und bereitstellen
Geräte und Maschinen in Betrieb nehmen und Sicherheitsmaßnahmen beachten
produktspezifische Verfahren zur Herstellung von Süßwaren unterscheiden
Geräte und Maschinen vorbereiten und einrichten
Produktionsanlagen vorbereiten, einrichten, in Betrieb nehmen und Sicherheitsmaßnahmen beachten
Produktionsprozesse überwachen, Störungen feststellen, Maßnahmen zur Beseitigung ergreifen und dokumentieren
Prozessleittechnik unter Berücksichtigung technologischer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte bedienen
an der Entwicklung neuer Süßwarenprodukte mitwirken, insbesondere Rezepturen erstellen
Betriebsstoffe prüfen und einsetzen, Produktionsanlagen, Maschinen und Geräte warten und prüfen
6 Verpacken von Produkten
Verpackungsmaterialien annehmen, prüfen und unter Berücksichtigung des Verwendungszwecks bereitstellen
Abfüll- und Verpackungsanlagen beschicken und bedienen
Vorgaben für die Produktkennzeichnung umsetzen
Fertigpackungen prüfen, beurteilen und Ergebnisse dokumentieren
Abfüll- und Verpackungsanlagen einrichten
Produkte versandfertig verpacken und Versandeinheiten prüfen
Versandeinheiten abgeben und Abgabe dokumentieren
7 Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken
betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme nutzen, insbesondere arbeitsplatzspezifische Software anwenden
Daten erfassen, sichern und pflegen; Regeln zum Datenschutz und zur Datensicherheit beachten
Sachverhalte, auch unter Anwendung fremdsprachlicher Fachbegriffe, darstellen und Gespräche situationsgerecht führen
zur Vermeidung von Konflikten im Team beitragen
(§ 4 Absatz 4 Nummer 4) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
2014, 444: BGBl I