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Timestamp: 2020-04-10 12:15:48
Document Index: 236090304

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 69', '§ 44', '§ 111']

Wann macht man sich wegen Unfallflucht strafbar, was droht einem in einem solchen Fall und wann kann eine Entziehung der Fahrerlaubnis - Haerlein
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Wann macht man sich wegen Unfallflucht strafbar, was droht einem in einem solchen Fall und wann kann eine Entziehung der Fahrerlaubnis
…. bei einer Unfallflucht auch dann unzulässig sein, wenn an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist?
Schuldig des unerlaubten Entfernens vom Unfall nach § 142 Strafgesetzbuch (StGB) nach einem Unfall im Straßenverkehr,
also der „Unfallflucht“,
macht sich ein Unfallbeteiligter
- und das ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann -
nicht nur, wenn er sich vom Unfallort entfernt,
bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht (§ 142 Abs. 1 Nr. 1 StGB) oder
eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen (§ 142 Abs. 1 Nr. 2 StGB),
sondern nach § 142 Abs. 2 StGB auch derjenige, der sich
nach Ablauf der Wartefrist (§ 142 Abs. 1 Nr. 2) oder
berechtigt oder
vom Unfallort entfernt hat und
die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.
Verhängt werden kann gegen einen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort Schuldigen nicht nur
eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.
Vielmehr droht daneben auch entweder die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 3 StGB, wenn
der Schuldige Führer eines Kraftfahrzeugs war und
er wusste oder wissen konnte, dass
bei dem Unfall ein Mensch getötet, nicht unerheblich verletzt worden oder
an fremden Sachen bedeutender Schaden (der ab einer Größenordnung von ca. 1.300,- € beginnt) entstanden ist
oder (zumindest) ein Fahrverbot nach § 44 StGB für die Dauer von einem Monat bis zu sechs Monaten.
Allerdings kann, abhängig von den Umständen des Einzelfalles, nach einer Unfallflucht
auch dann, wenn bei dem Unfall ein Sachschaden entstanden ist, der über der Wertgrenze für den bedeutenden Sachschaden liegt,
eine Entziehung der Fahrerlaubnis unzulässig sein, wenn der des unerlaubten Entfernens vom Unfallort Schuldige
vor der Tat langjährig beanstandungsfrei als Kraftfahrzeugführer am Straßenverkehr teilgenommen hat und
ebenso über einen längeren Zeitraum nach der Tat nicht auffällig war,
bereits durch die lange Dauer einer vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 111a Strafprozessordnung (StPO) nachhaltig beeindruckt worden ist oder
sich die Tat in einer für ihn außergewöhnlichen, beispielsweise emotional belastenden Situation ereignet hat (Hanseatisches Oberlandesgericht (OLG) Hamburg, Beschluss vom 27.07.2018 – 2 Rev 50/18 - 1 Ss 91/18 –).