Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=15%20U%2013/12
Timestamp: 2019-06-27 11:41:21
Document Index: 215030623

Matched Legal Cases: ['§ 194', 'Art. 19', '§ 823', '§ 185', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 194', '§ 1004', '§ 185', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Köln, 31.07.2012 - I-15 U 13/12 - dejure.org
OLG Köln, 31.07.2012 - I-15 U 13/12
https://dejure.org/2012,37148
OLG Köln, 31.07.2012 - I-15 U 13/12 (https://dejure.org/2012,37148)
OLG Köln, Entscheidung vom 31.07.2012 - I-15 U 13/12 (https://dejure.org/2012,37148)
OLG Köln, Entscheidung vom 31. Juli 2012 - I-15 U 13/12 (https://dejure.org/2012,37148)
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LG Köln, 18.01.2012 - 28 O 703/11
Zwar wird man mit Blick auf den § 194 Abs. 3 Satz 2 StGB davon ausgehen müssen, dass die Klägerin als Kommune oder Gebietskörperschaft des öffentlichen Rechts "beleidigungsfähig" in diesem Sinne ist und daher - obwohl eine grundrechtliche Verankerung darauf basierender Abwehr- und Unterlassungsansprüche nicht in Betracht kommt (Art. 19 Abs. 3 GG) - einfachgesetzlich auf der Grundlage der §§ 823 Abs. 2 BGB, 185 ff. StGB oder des 1004 Satz 2 BGB einen entsprechenden "Persönlichkeitsschutz" einfordern könnte, wenn sie selbst "beleidigt" worden wäre.(vgl. dazu auch OLG Köln, Urteil vom 31.7.2012 - 15 U 13/12 -, juris, wonach eine juristische Person des öffentlichen Rechts zivilrechtlichen Ehrenschutz gegenüber Angriffen in Anspruch nehmen kann, durch die ihr Ruf in der Öffentlichkeit in unzulässiger Weise herabgesetzt wird und ihr im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben gemäß §§ 185 ff. StGB strafrechtlicher Ehrenschutz zukommt, der auch zivilrechtliche Ansprüche nach §§ 1004, 823 Abs. 2 BGB auslösen kann, unter Verweis auf BGH, Urteil vom 22.4.2008 - VI ZR 83/07-, NJW 2008, 2262(Leck im BKA)).
Ihr kommt in Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben strafrechtlicher Ehrenschutz zu, der auch zivilrechtliche Unterlassungsansprüche auslösen kann (OLG Köln, Urteil vom 31. Juli 2012 - I-15 U 13/12, 15 U 13/12 -, juris).
Das Oberlandesgericht Köln hat mit Urteil vom 31. Juli 2012 (I-15 U 13/12, 15 U 13/12 -, juris) den Unterlassungsanspruch einer juristischen Person des öffentlichen Rechts mit der Begründung verneint, dass es an deren unmittelbarer Betroffenheit fehle, wenn mit der beanstandeten Äußerung lediglich Kritik an dem Verhalten eines leitenden Bediensteten geübt wurde, da es einer solchen Kritik immanent sei, dass sie sich zugleich reflexartig auch auf die Behörde auswirke.
Ein solcher Ehrenschutz steht auch der Bundesrepublik und den Bundesländern jedenfalls dann zu, wenn die konkrete Äußerung geeignet ist, die Behörde schwerwiegend in ihrer Funktion zu beeinträchtigen (…BGH, a. a. O., Rn. 29; OLG Köln, Urteil vom 31.07.2012, - I-15 U 13/12, 15 U 13/12 -, juris, Rn. 68 - jeweils m. w. N. in Bezug auf die abweichende Literaturmeinung).
Hingegen ist das von der Beklagten zitierte Urteil des OLG Köln vom 31.07.2012 - 15 U 13/12 - nicht einschlägig.
Sie genießen vielmehr, wie § 194 Abs. 3 StGB zeigt, im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben strafrechtlichen Ehrenschutz, der über §§ 1004, 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 185 ff. StGB auch zivilrechtliche Unterlassungsansprüche begründen kann (BGH, Urteil v. 22.04.2008 - VI ZR 83/07 - BGHZ 176, 175 ff. m.w.N., OLG Köln, Urteil vom 31.07.2012, 15 U 13/12).
Anderes ergibt sich insbesondere auch nicht aus der von dem Verfügungskläger in Anspruch genommenen obergerichtlichen Rechtsprechung (OLG Köln, Urteil vom 31. Juli 2012, 15 U 13/12), auch nicht aus der in dieser obergerichtlichen Entscheidung zitierten höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 22. April 2008, VI ZR 83/07).