Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.1980&Aktenzeichen=VI%20ZR%20263/78
Timestamp: 2019-05-25 06:29:23
Document Index: 366633760

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', 'BGH', '§ 223', '§ 223', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823']

BGH, 22.01.1980 - VI ZR 263/78 - dejure.org
https://dejure.org/1980,448
BGH, 22.01.1980 - VI ZR 263/78 (https://dejure.org/1980,448)
BGH, Entscheidung vom 22.01.1980 - VI ZR 263/78 (https://dejure.org/1980,448)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 (https://dejure.org/1980,448)
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Ersatz eines materiellen Schadens auf Grund einer Operation - Anspruch auf Schmerzensgeld - Verletzung der ärztlichen Auskunftspflicht - Fehlerhafte Durchführung einer Operation - Aufklärung über eventuelle Risiken
NJW 1980, 1333
VersR 1967, 495
VersR 1980, 428
JR 1980, 276
Nach allgemeinen Grundsätzen des Arzthaftungsrechts muss jedoch der Behandelnde beweisen, dass der Patient auch im Fall einer ordnungsgemäßen Aufklärung in die Maßnahme eingewilligt hätte (BGH in ständiger Rechtsprechung, vgl. z.B. Urt. v. 22.01.1980 - VI ZR 263/78, juris-Rn. 20; seit dem 26.02.2013: § 630h Abs. 2 BGB).
Denn der Arzt schuldet dem Patienten nicht die erfolgreiche Herstellung seiner Gesundheit, sondern lediglich das sorgfältige Bemühen um Hilfe und Heilung; die Vorgänge im lebenden Organismus können auch vom besten Arzt nicht immer so beherrscht werden, daß schon der ausbleibende Erfolg oder auch ein Fehlschlag auf sein Verschulden bei der Behandlung hindeuten würden (Senatsurteile vom 17. Dezember 1968 - VI ZR 212/67 - VersR 1969, 310, 312; vom 15. März 1977 - VI ZR 201/75 - VersR 1977, 546, 547 und vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 - VersR 1980, 428 = AHRS 6325/4).
Daß der Einwand der Beklagten, die Klägerin würde sich auch bei ordnungsmäßiger Aufklärung über das Querschnittsrisiko zu dem Eingriff entschlossen haben, grundsätzlich beachtlich ist, hat der erkennende Senat wiederholt gesagt (vgl. Senatsurteil vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 = NJW 1980, 1333 = VersR 1980, 428, 429 m.w.N.).
Aufklärungsmängel können - was die Strafkammer nicht verkannt hat - eine Strafbarkeit des Arztes wegen Körperverletzung nur begründen, wenn der Patient bei einer den Anforderungen genügenden Aufklärung in den Eingriff nicht eingewilligt hätte (…BGHR StGB § 223 Abs. 1 Heileingriff 2;… Eser in Schönke/Schröder StGB 24. Aufl. § 223 Rdn. 40;… Ulsenheimer, Arztstrafrecht in der Praxis, 1988, Rdn. 130, 132 ff.; zur "hypothetischen Einwilligung" in den ärztlichen Eingriff im Zivilrecht vgl. u.a. BGH NJW 1980, 1333 [BGH 22.01.1980 - VI ZR 263/78]; BGHZ 90, 96, 100) [BGH 07.02.1984 - VI ZR 188/82].
Die Klägerin hat das, wie das Berufungsgericht richtig erkannt hat, zu beweisen (Senatsurteil vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 - NJW 1980, 1333 = VersR 1980, 428; st.Rspr.).
An den Nachweis dieser Behauptung sind grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen, damit nicht auf diesem Weg das Aufklärungsrecht des Patienten unterlaufen wird (vgl. etwa Senatsurteile vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 - VersR 1980, 428, 429 = AHRS 1050/3 und vom 7. April 1992 - VI ZR 192/91 - VersR 1992, 960, 962) [BGH 07.04.1992 - VI ZR 192/91].
Ist mithin davon auszugehen, daß es infolge unzureichender ärztlicher Aufklärung an einer wirksamen Einwilligung der Klägerin in die Operation vom 13. April 1976 gefehlt hat, sind die Beklagten der Klägerin zum Ersatz des infolge dieses schuldhaft rechtswidrigen ärztlichen Eingriffs entstandenen Schadens nach §§ 823 Abs. 1, 831, 847 BGB verpflichtet, sofern sie nicht den ebenfalls ihnen obliegenden Nachweis für ihre Behauptung erbringen können, daß sich die Klägerin auch bei ordnungsmäßiger Aufklärung zu der Operation entschlossen hätte (Senatsurteil vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 - VersR 1980, 428; ständige Rechtsprechung).
Schmerzensgeld wegen der fehlerhaften Durchführung einer Tätowierung an einem …
Schadensersatz aufgrund Arzthaftung - Pflichtverletzung und Behandlungsfehler - …
OLG Köln, 25.08.2010 - 5 U 31/10
Abweisung der Klage eines Patienten mangels Feststellung von Behandlungsfehlern …
OLG Hamm, 29.11.2006 - 3 U 37/06
Wirksame Einwilligung zu einer Operation im Hinblick auf Sprachschwierigkeiten …
OLG Köln, 13.03.2002 - 5 U 70/00