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Timestamp: 2016-10-26 07:40:32
Document Index: 332996555

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE']

U 354/01 (23.07.2002)
A.- M.________, geboren 1966, arbeitete ab Februar 1990 als Metallbauschlosser f�r die Firma C.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unf�lle versichert. Am 2. November 1991 st�rzte er beim Snowboard-Fahren auf den Hinterkopf; der gleichentags aufgesuchte Stellvertreter des Dr. med. K.________, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte eine Kontusion der Halswirbels�ule. Am 16. M�rz 1992 nahm M.________ seine Arbeit zu 100 % wieder auf.
Im Oktober 1992 liess M.________ einen R�ckfall melden; nach umfangreichen medizinischen Abkl�rungen (unter anderem mehrere Berichte des Dr. med. W.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, ferner Begutachtung durch die Rheumaklinik und das Institut f�r physikalische Therapie des Spitals X.________ vom 8. Juni 1994) sowie in Nachachtung des Entscheides des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 4. Januar 1995 anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht.
In einer weiteren R�ckfallmeldung von Juli 1995 machte M.________ Schulterbeschwerden geltend; nach einer Begutachtung durch Dr. med. H.________, Oberarzt der Klinik f�r Orthop�die des Spitals Y.________, vom 31. August 1996 anerkannte die SUVA mit Schreiben vom 13. September 1996 ihre Leistungspflicht. Im November 1997 meldete der Hausarzt Dr. med. S.________, FMH Allgemeine Medizin (resp. der bei ihm angestellte Psychoanalytiker), dass M.________ an psychischen Problemen leide. Die SUVA zog das von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebene Gutachten des Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Januar 1998 bei und lehnte mit Verf�gung vom 6. M�rz 1998 ihre Leistungspflicht mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs zum Unfall von November 1991 ab. Mit Verf�gung vom 2. Juni 1999 sprach die SUVA M.________ aufgrund der somatischen Einschr�nkungen mit Wirkung ab dem 1. September 1998 eine Invalidenrente von 10 % zu. Mit Einspracheentscheid vom 3. M�rz 2000 best�tigte die SUVA ihre Verf�gungen von M�rz 1998 und Juni 1999. Im Weiteren sprach sie mit Verf�gung vom 16. M�rz 2000 M.________ eine Integrit�tsentsch�digung aufgrund einer Integrit�tseinbusse von 5 % zu, woran mit Einspracheentscheid vom 3. Juli 2000 festgehalten wurde.
B.- Die gegen die Einspracheentscheide vom 3. M�rz und 3. Juli 2000 erhobenen Beschwerden hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit zwei Entscheiden vom 12. September 2001 teilweise gut und sprach M.________ eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 30,73 % zu; im �brigen wies es die Beschwerden, soweit es darauf eintrat, ab.
C.- M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides sei ihm eine angemessene Integrit�tsentsch�digung aufgrund einer Integrit�tseinbusse von mindestens 50 % zuzusprechen; im Weiteren beantragt er die Gew�hrung der unentgeltlichen Prozessf�hrung und Verbeist�ndung.
1.- Zutreffend sind die - sich im Entscheid �ber die Invalidenrente befindenden - Darlegungen der Vorinstanz betreffend Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, 117 V 376 Erw. 3a mit Hinweisen) und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 123 III 112 Erw. 3a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, je mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod), insbesondere auch zur Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen und der in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 115 V 133). Dasselbe gilt f�r die Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVV), zu deren Abstufung nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG und Anhang 3 zur UVV, gest�tzt auf Art. 36 Abs. 2 UVV) und zur Bedeutung der von der medizinischen Abteilung der SUVA erarbeiteten weiteren Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (so genannter Feinraster; vgl. dazu auch BGE 124 V 32 Erw. 1c). Darauf wird verwiesen.
2.- Nach dem R�ckzug der Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend Invalidenrente ist nur noch streitig, ob die Integrit�tsentsch�digung einzig auf die somatischen Beschwerden zu st�tzen sei (so die Vorinstanz), oder ob die geklagten psychischen Leiden ebenfalls zu ber�cksichtigen seien, wie dies der Beschwerdef�hrer geltend macht.
a) Der Psychiater Dr. med. A.________ hat in seinem Gutachten vom 9. Januar 1998 eine narzisstisch extreme Kr�nkbarkeit (F60.8 [sonstige spezifische Pers�nlichkeitsst�rungen] nach ICD-10) sowie eine pathologische Verarbeitungsst�rung des Unfalles (F43.25 [Anpassungsst�rungen mit gemischter St�rung von Gef�hlen und Sozialverhalten] nach ICD-10) diagnostiziert und diesen Krankheitswert beigemessen. Der Experte beantwortet die Frage nach dem Kausalzusammenhang dieses Leidens mit dem Unfall von November 1991 nicht direkt: es sei vorstellbar, dass der vorliegende Gesundheitsschaden ohne den Unfall und die wiederholten Arbeitsausf�lle nicht eingetreten w�re, jedoch sei die zugrunde liegende Pers�nlichkeit dermassen fragil, dass auch ein anderes psychisch traumatisierendes Ereignis zu einem sp�teren Zeitpunkt zu einem �hnlichen Ergebnis h�tte f�hren k�nnen (eine damit angesprochene bloss potenzielle "Reserveursache" w�re jedoch nicht massgebend [vgl. dazu Thomas Ackermann, Ad�quanz und Vorhersehbarkeitsregel, Bern 2002, S. 141 f.], ausser es sei damit konkret der 1994 erfolgte Konkurs seiner im Aufbau befindlichen Firma gemeint, der unabh�ngig vom Unfall zum vorliegenden Schaden h�tte f�hren k�nnen). Da es jedoch an der Ad�quanz zwischen dem Unfall von November 1991 und dem 1997 gemeldeten vorliegenden Gesundheitsschaden mangelt (vgl. sogleich Erw. 2b hienach), er�brigen sich weitere Beweisabkl�rungen zur nat�rlichen Kausalit�t (SVR 1995 Nr. UV 23 S. 68 Erw. 3c).
b) Was die Frage der Ad�quanz betrifft, ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie in Anbetracht der Umst�nde (Sturz mit dem Snowboard auf R�cken mit Anschlagen des Hinterkopfes) den Unfall von November 1991 den mittelschweren Ereignissen zuordnet; dabei ist der erlittene Unfall zu den leichteren im mittleren Bereich zu z�hlen. Da ein mittlerer Unfall vorliegt, sind die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa f�r Unf�lle mit psychischen Folgesch�den festgelegten Kriterien massgebend; dies w�rde sogar dann gelten, wenn ein - hier erstmals im Bericht des Dr. med. W.________ vom 21. Januar 1993 erw�hntes - Schleudertrauma der Halswirbels�ule vorliegen sollte, da die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas geh�renden Beschwerden nie aufgetreten sind (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb mit Hinweisen).
Beim vorliegenden Sturz mit dem Snowboard kann - obwohl der Beschwerdef�hrer nach eigenen Angaben einen anderthalbfachen R�ckw�rtssalto gemacht hat - nicht von einem besonders eindr�cklichen Unfall gesprochen werden (vgl. BGE 115 V 141 oben); der Versicherte wurde �berdies nicht besonders schwer oder gar lebensgef�hrlich verletzt.
Die erlittenen Verletzungen (Kontusion der Halswirbels�ule, Schulterverletzung) sind erfahrungsgem�ss nicht geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszul�sen. Ab dem 17. Februar 1992 erachtete der damalige Hausarzt den Versicherten als 50 % arbeitsf�hig; ab dem 16. M�rz 1992 war der Beschwerdef�hrer vollst�ndig arbeitsf�hig. Dieser Zustand dauerte - bis auf zwei Unterbr�che von Oktober 1992 bis Januar 1993 und von Juni 1995 bis Juni 1996 infolge R�ckfall - bis Januar 1997 an, als der Hausarzt Dr. med. S.________ eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit aus psychischen Gr�nden annahm. Damit sind Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit wenig gewichtig. In der Folge lag bis zum Auftreten der psychischen St�rungen auch keine langdauernde �rztliche Behandlung vor; ebenso klagte der Versicherte nicht �ber k�rperliche Dauerschmerzen. Die nicht fr�hzeitige Erkennung des somatischen Schulterdefekts trotz Anzeichen im Gutachten des Spitals X.________ vom 8. Juni 1994 kann - entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - nicht als �rztliche Fehlbehandlung angesehen werden, da die geklagten Beschwerden klarerweise von Hals und Nacken ausgingen, was auch im Bericht des Spitals X.________ vom 8. Juni 1994 festgehalten ist; aus diesem Grund kann im �brigen die Kausalit�t zwischen dem Unfall und den geklagten psychischen Beschwerden auch nicht mit einer �rztlichen Fehlbehandlung (Art. 6 Abs. 3 UVG) begr�ndet werden. Somit liegen die gem�ss Rechtsprechung bei einem mittleren Unfall notwendigen objektiven Kriterien weder geh�uft vor, noch ist eines davon besonders ausgepr�gt (BGE 115 V 140 Erw. 6c); der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten psychischen Beschwerden ist deshalb zu verneinen und die Integrit�tsentsch�digung einzig auf die somatischen Beschwerden abzust�tzen.
c) Der SUVA-Arzt Dr. med. B.________ hat mit Bericht vom 21. Januar 2000 auf die Schulterprellung rechts von November 1991 und die in der Folge eingetretene leichte bis m�ssige PHS (Periarthropathia humeroscapularis) abgestellt und gest�tzt auf Tabelle 1.2 (herausgegeben von den �rzten der SUVA) die Integrit�tseinbusse auf 5 % gesch�tzt. Damit ist die vom Beschwerdef�hrer erw�hnte dauernde Beeintr�chtigung der rechten Schulter ber�cksichtigt worden; weitere Einw�nde gegen die Sch�tzung der Integrit�tseinbusse durch Dr. med. B.________ werden nicht vorgebracht und sind aus den Akten auch nicht ersichtlich.
wird Rechtsanw�ltin Dr. Barbara Wyler, Frauenfeld, f�r