Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F12-07-2012-9C_49-2012
Timestamp: 2016-10-21 15:02:18
Document Index: 94309065

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGer', 'BGer', 'Art. 66', 'BGE']

9C_49/2012 (12.07.2012)
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 20. Dezember 2011.
A.a K.________ verf�gt �ber einen Lehrabschluss, einen Handelsschulabschluss und eine Ausbildung als Finanzberater. Zuletzt war er ab Februar 2003 als Finanzberater auf Provisionsbasis beim Firma A.________ AG t�tig. Am 10. Dezember 2004 meldete er sich unter Hinweis auf Kopfschmerzen, verursacht durch ein "verschlepptes Schleudertrauma", bestehend seit 1980, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich f�hrte erwerbliche und medizinische Abkl�rungen durch. Am .... 2005 erlitt K.________ bei einem Verkehrsunfall ein (weiteres) Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS). Mit Verf�gung vom 16. Dezember 2005 sprach die IV-Stelle K.________ eine halbe Rente ab 1. Dezember 2004 zu, haupts�chlich gest�tzt auf eine Beurteilung des Dr. med. G.________, FMH Neurologie, Klinik X.________ (vom 5. Juli 2005).
Die Vaudoise Versicherungen als Unfallversicherung des K.________, veranlasste eine Begutachtung bei Dr. med. H.________, FMH f�r Neurologie, Z�rich, vom 5. Januar 2007, wobei sie der IV-Stelle Gelegenheit einr�umte, Zusatzfragen zu stellen. Die IV-Stelle holte zum Gutachten der Dr. med. H.________ eine Beurteilung des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD; Dr. med. S.________) vom 28. Februar 2007 ein und sprach K.________ mit Verf�gungen vom 23. November 2007 eine vom 1. November 2005 bis 30. September 2006 befristete ganze Rente, ab 1. Oktober 2006 wiederum eine halbe Rente zu.
A.b Auf Beschwerde des K.________ hin hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 18. Dezember 2008 die Verf�gungen vom 23. November 2007 auf und wies die Sache zur Vervollst�ndigung des medizinischen Sachverhaltes an die IV-Stelle zur�ck.
Die IV-Stelle holte eine Expertise des Dr. med. O.________, FMH f�r Neurologie, vom 20. April 2010 ein und verf�gte nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren am 7. Juli 2011 die wiedererw�gungsweise Aufhebung der Verf�gung vom 16. Dezember 2005 sowie die Abweisung des Rentenerh�hungsgesuches vom 19. September 2005 und die Aufhebung der Rente auf Ende des der Verf�gungszustellung folgenden Monats.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des K.________ wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 20. Dezember 2011 ab.
K.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides die Zusprechung der "gesetzlichen Leistungen", mindestens aber einer halben Invalidenrente beantragen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen zur zus�tzlichen interdisziplin�ren Abkl�rung.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde, Vorinstanz und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist, ob das kantonale Gericht die Rentenaufhebungsverf�gung der Beschwerdegegnerin vom 7. Juli 2011 zu Recht gesch�tzt hat.
3.1 Die Vorinstanz erwog, die urspr�ngliche Verf�gung vom 16. Dezember 2005 habe nicht auf einer nachvollziehbaren �rztlichen Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit beruht und sei daher zweifellos unrichtig im wiedererw�gungsrechtlichen Sinn. Die Beschwerdegegnerin habe sowohl den Untersuchungsgrundsatz als auch den Grundsatz Eingliederung vor Rente verletzt, indem sie auf die Beurteilungen des Dr. med. G.________ abgestellt habe, obwohl dessen erster (undatierter) Bericht nicht beweistauglich sei, die darin erw�hnten Berichte sich nicht bei den Akten bef�nden, und eine Begr�ndung f�r die 50 %ige Arbeitsf�higkeit als Finanzberater ebenso fehle wie eine Einsch�tzung der Leistungsf�higkeit in einer angepassten Besch�ftigung. Nicht nachvollziehbar sei auch die Beurteilung des RAD, wonach die Einsch�tzung des Dr. med. G.________ einleuchtend scheine. Entgegen den Ausf�hrungen des RAD habe Dr. med. G.________ nicht ausgef�hrt, eine h�here Arbeitsf�higkeit w�re auch in einer adaptierten T�tigkeit nicht zu erwarten. Demgegen�ber komme dem auf pers�nlicher Untersuchung beruhenden, nachvollziehbar begr�ndeten Gutachten des Dr. med. O.________ voller Beweiswert zu, die abweichenden Einsch�tzungen des Naturarztes C.________ sowie des Dr. med. G.________ verm�chten daran nichts zu �ndern, umso weniger als selbst Hausarzt Dr. med. R.________, Facharzt f�r Allgemeine Medizin FMH, das Gutachten O.________ als "nicht realit�tsfremd" beurteile und die Neurologen am Universit�tsspital Y.________ die Kopfschmerzen als deutlich verbessert (sowie ein Medikamentenentzug f�r nicht mehr n�tig) erachtet h�tten. Eine anspruchsrelevante Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit sei daher zu verneinen und die Rentenaufhebung zu sch�tzen, zumal die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung mit Blick auf die zugesprochene Dauerleistung erf�llt werde. Hinsichtlich des Unfalles vom 30. August 2005 stehe fest, dass keine gesundheitlichen Folgen persistierten und nur eine vor�bergehende unfallbedingte Arbeitsunf�higkeit bestanden habe.
3.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt namentlich, das kantonale Gericht habe den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt, indem es nicht alle vorhandenen Arztberichte ber�cksichtigt, sich widersprechende Beurteilungen als �bereinstimmend erachtet, andere - insbesondere das Gutachten der Dr. med. H.________ - nur fragmentarisch gew�rdigt und widerspr�chliche Beurteilungen (so die Gutachten der Dres. med. O.________ und H.________) nicht einander gegen�bergestellt habe. G�nzlich unber�cksichtigt geblieben sei zum einen, dass sich die Rentenzusprache im Dezember 2005 in medizinischer Hinsicht auf mehrere Arztberichte des Dr. med. G.________, das Gutachten der Dr. med. H.________ sowie die Stellungnahmen des RAD st�tzte, zum andern dass Dr. med. G.________ eine Arbeitsunf�higkeit zwischen 50 % und 100 % attestiert habe und schliesslich dass verschiedene Behandlungsversuche (z.B. mittels Neurofeedback [bei med. dent. B.________] und Naturmedizin [bei Herrn C.________]) erfolglos geblieben seien.
Die urspr�ngliche Rentenzusprechung werde bundesrechtswidrig als offensichtlich unrichtig erachtet; sein Fall lasse sich nicht vergleichen mit dem vorinstanzlich zitierten Urteil 9C_1014/2008 (vom 14. April 2009). Nicht nur habe sich die Beschwerdegegnerin auf drei beweistaugliche Arztberichte und eine (ausf�hrliche) Begr�ndung des RAD abst�tzen k�nnen, sondern auch Dr. med. H.________ habe eine 50 %ige Arbeitsf�higkeit vor und nach dem Unfallereignis best�tigt. Dr. med. O.________ unterstelle in Missachtung der mannigfaltigen misslungenen Therapieversuche eine Therapierbarkeit der Kopfschmerzen, ohne einen "konstruktiven Therapievorschlag" zu unterbreiten. Zudem ber�cksichtige er nicht, dass trotz starker Medikamente permanent ein Restschmerz vorhanden sei, welcher die Leistungs- und Konzentrationsf�higkeit beeintr�chtige. Die Sch�tzung des Dr. med. O.________ k�nne nicht als Diagnose gelten, seiner Beurteilung fehle es daher an Beweiskraft. Der Wiedererw�gungsgrund liege im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen und sei insofern nicht von rechtlicher Tragweite, weshalb die Wiedererw�gung Bundesrecht verletze. Sein Gesundheitszustand sei aktenkundig seit Anmeldung bei der Invalidenversicherung unver�ndert, die konstante erhebliche Kopfschmerzproblematik schr�nke die Arbeitsf�higkeit seit 5. Dezember 2003 l�ckenlos zu mindestens 50 % ein. Eine Verbesserung sei auch seit 2005 nicht eingetreten, weshalb weiterhin eine Invalidit�t bestehe, was eine Rentenherabsetzung ausschliesse. Der vorinstanzliche Verzicht auf eine Oberbegutachtung verletze den Untersuchungsgrundsatz.
5.1 Die f�r die urspr�ngliche Rentenzusprache massgeblichen medizinischen Beurteilungen ergeben folgendes Bild:
5.1.1 Dr. med. G.________ f�hrte mit undatiertem Bericht und Erg�nzungen vom 5. Juli 2005 aus, der Versicherte sei seit 5. Dezember 2003 bis auf weiteres in der zuletzt ausge�bten T�tigkeit zu 50 % arbeitsunf�hig, wobei es sich wahrscheinlich um ein "Mischbild" handle, indem wegen der Kopfschmerzen an gewissen Tagen Leistungseinschr�nkungen best�nden, an anderen bei besserer Leistungsf�higkeit nicht ganztags gearbeitet werde k�nne. Eine volle Arbeitsf�higkeit existiere wahrscheinlich in keinem Bereich, weil die Kopfschmerzen stark und extrem chronifiziert seien, nur sporadisch auftr�ten und oft einen halben Tag oder l�nger anhielten. Als Diagnosen gab er ein leichtes Zervikalsyndrom und eine leichte Bewusstseinseinschr�nkung an. Die "ICD-10 �quivalente" einer chronischen Aura sei die Ziffer G43.3, diejenige schmerzmittelinduzierter Kopfschmerzen bzw. "Kopfschmerzen bei Medikamenen�bergebrauch" G44.41 oder G44.83. Die bisherige Medikamentenliste sei extrem hoch (gegen 20 Medikamente), eine zweimalige Botoxbehandlung sei wirkungslos geblieben. Es sei immer m�glich, eine Therapie zu finden um die Arbeitsf�higkeit zu steigern, eine solche sei ihm momentan jedoch nicht bekannt. In der Folge ordnete Dr. med. G.________ die Kopfschmerzen als chronische Migr�ne ohne Aura (International Headache Society- [IHS-] Code 1.1) und analgetikainduzierten Kopfschmerz (IHS-Code 8.2.2; Notfallkontrolle vom 5. September 2005) ein bzw. als chronische Migr�ne mit HWS-Myogelosen (UVG-Zeugnis vom 3. Oktober 2005) und attestierte eine 50 %ige Arbeitsunf�higkeit ab 30. August 2005 bis auf weiteres.
Nach Verf�gungserlass vom 16. Dezember 2005 best�tigte er das Vorliegen einer chronischen Migr�ne mit HWS-Myogelosen (�rztlicher Zwischenbericht vom 11. September 2006), sp�ter hielt er ein leichtes Zervikalsyndrom fest (Nachkontrolle vom 25. April 2007) bzw. einen chronischen Spannungstypkopfschmerz (Verlaufsbericht vom 27. November 2007), und �usserte am 29. Oktober 2008 zus�tzlich den Verdacht auf einen Medikamenten�bergebrauchskopfschmerz ("M�KS"; IHS-Code 8.2.3).
5.1.2 RAD-Arzt Dr. med. Regazzoni erachtete die Ausk�nfte des Dr. med. G.________ vom 5. Juli 2005 als "ausreichend", so dass "nun ein Entschluss m�glich" sei (Stellungnahme vom 9. September 2005). Mit Blick darauf, dass es sich um ein subjektives Syndrom handle, sei eine Krankheitsanamnese, der Nachweis einer Medikation und vor allem auch der Verlauf des Kopfweh-Syndroms entscheidend. Es werde eine gute Patientenmitarbeit attestiert; eine dauerhafte Arbeitsunf�higkeit in der angestammten T�tigkeit als Versicherungsagent mit Hauptt�tigkeit Hausbesuche sei einleuchtend. Auch sei nachvollziehbar, dass keine angepassten T�tigkeiten mit h�herer Arbeitsf�higkeit existierten, weitere Abkl�rungen w�ren nicht zweckm�ssig.
5.2 In dem von der Unfallversicherung veranlassten, nach Erlass der rentenzusprechenden Verf�gung der IV-Stelle ergangenen neurologischen Gutachten vom 5. Januar 2007 (Untersuchung vom 20. September 2006) kam Dr. med. H.________ zum Schluss, ca. ein Jahr nach dem Trauma sei der Status quo ante wieder erreicht worden; in bisheriger sowie in leidensangepasster T�tigkeit bestehe wiederum eine 50 %ige Arbeitsunf�higkeit aufgrund der unfallfremden chronischen Migr�ne und des ebenfalls unfallfremden medikamenteninduzierten Kopfschmerzes ("Naramig"-Abh�ngigkeit).
Es trifft zu, dass die von Dr. med. G.________ erhobenen Diagnosen (chronische Migr�ne mit HWS-Myogelosen, Kopfschmerzen bei Medikamenten�bergebrauch, leichtes Zervikalsyndrom, Spannungskopfschmerz) nicht ohne weiteres auf einen invalidisierenden Gesundheitsschaden schliessen lassen. Indes sind f�r die invalidenversicherungsrechtliche Beurteilung nicht die genaue Diagnose, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsf�higkeit entscheidend (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281 mit Hinweis auf BGE 127 V 294 E. 4c und 5a S. 298 f.; eine Suchtproblematik im Sinne einer Medikamentenabh�ngigkeit als solche ist allerdings grunds�tzlich nicht invalidisierend [Urteil I 504/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.1 mit Hinweisen auf AHI 1996 S. 301 E. 2 und BGE 102 V 165]). Die gesamten Umst�nde, namentlich die Tatsache, dass der Versicherte, welcher seit dem 20. Altersjahr an Kopfschmerzen leidet, seit vielen Jahren sowohl in fach�rztlicher Behandlung steht (insbesondere am Universit�tsspital Y.________, zun�chst bei Dr. med. I.________, nachfolgend bei Dr. med. G.________) und sich nachgewiesenermassen mit zahlreichen unterschiedlichen Therapien - kooperativ, aber weitgehend erfolglos - bem�hte, die Schmerzen in den Griff zu bekommen, lassen die Beurteilung des Dr. med. G.________ (h�lftige Arbeitsf�higkeit) und die hierauf abstellende urspr�ngliche Leistungszusprache vor dem massgeblichen Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der Leistungszusprechung am 16. Dezember 2005 darbot, nicht als geradezu unvertretbar erscheinen (E. 4 hievor). Dies gilt umso mehr, als sowohl der RAD am 9. September 2005 mit nachvollziehbarer Begr�ndung die Beurteilung des Dr. med. G.________ teilte und weitere Abkl�rungen f�r unzweckm�ssig hielt, als auch Dr. med. H.________ eine 50 %ige Arbeitsf�higkeit (vor dem Unfall bzw. nach Abheilung der Unfallfolgen; Expertise vom 5. Januar 2007) best�tigte. �berdies enthalten die Akten keine Hinweise auf Simulation, Aggravation oder mangelhafte Compliance des Versicherten. Die Einsch�tzung des Dr. med. G.________ vom 5. Juli 2005, wonach die Kopfschmerzen einerseits extrem chronifiziert seien und anderseits nur sporadisch auftr�ten, ist zwar in der Tat nicht auf den ersten Blick einsichtig, doch kann sie mit Blick auf den Gesamtzusammenhang vern�nftigerweise nur so verstanden werden, dass Dr. med. G.________ mit der Verwendung des Wortes "sporadisch" nicht ausdr�cken wollte, die Kopfschmerzen tr�ten nur vereinzelt und selten auf, sondern den wechselhaften Verlauf beschreiben wollte, wie dieser auch aus seinem undatierten Bericht hervorgeht, wonach der Versicherte in sehr unterschiedlichem Ausmass auf Medikamente angewiesen war (so ben�tige er monatlich an 10 bis 23 Tagen das Medikament "Naramig"). Wenn die IV-Stelle ausgehend vom Gutachten des Dr. med. O.________ hinsichtlich der gesundheitlichen Einschr�nkungen nachtr�glich zu einer anderen Erkenntnis gelangte, rechtfertigt dies nach dem Gesagten nicht die wiedererw�gungsweise Rentenaufhebung. Der angefochtene Entscheid verst�sst insoweit gegen Bundesrecht.
7.1 Zu pr�fen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers seit der urspr�nglichen Rentenzusprechung anspruchserheblich verbessert hat und dabei besonders, ob das Gutachten des Dr. med. O.________ in revisionsrechtlicher Hinsicht beweiskr�ftig ist. Dies h�ngt davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche �nderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer von fr�heren medizinischen Einsch�tzungen abweichenden Beurteilung fehlt es in der Regel am Beweiswert, wenn sie sich nicht hinreichend dar�ber ausspricht, inwiefern eine effektive Ver�nderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat, selbst wenn die Ausf�hrungen f�r sich allein betrachtet vollst�ndig, nachvollziehbar und schl�ssig und daher f�r eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweistauglich w�ren (Urteil 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Eine verl�ssliche Abgrenzung der tats�chlich eingetretenen von der nur angenommenen Ver�nderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Hingegen ist die Feststellung �ber eine seit der fr�heren Beurteilung eingetretene tats�chliche �nderung gen�gend untermauert, wenn der medizinische Sachverst�ndige aufzeigt, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunf�higkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einsch�tzung des Schweregrades der St�rungen gef�hrt haben (BGer a.a.O. E. 4.3). Je mehr bei einer Diagnose �rztliches Ermessen eine Rolle spielt, desto wichtiger sind klinische Feststellungen, gutachtliche Verlaufsbeobachtungen und anamnestische Daten (BGer a.a.O. E. 4.4).
7.2 Dr. med. O.________ hielt fest, gem�ss Angaben des Beschwerdef�hrers sei die Kopfschmerzproblematik seit mehr als zehn Jahren weitgehend unver�ndert. Auch seinen �brigen Ausf�hrungen l�sst sich nichts entnehmen, was auf eine (wesentliche) gesundheitliche Ver�nderung schliessen liesse. Die Kernaussage seines Gutachtens besteht darin, dass die Kopfschmerzen Folge eines behandelbaren Medikamenten�bergebrauchs seien, die bei unauff�lligem neurologischem Befund die Leistungsf�higkeit nicht beeintr�chtigten und bislang einzig noch keine gen�gende Behandlung erfolgt sei. Dabei aber handelt es sich lediglich um eine andere Beurteilung eines unver�nderten Zustandes. Nachdem eine Vielzahl erfolgloser Therapieversuche dokumentiert ist und ein von Dr. med. G.________ mehrfach angeregter station�rer Entzug an der fehlenden Bereitschaft der Krankenversicherung scheiterte, f�r die entsprechenden Kosten aufzukommen, ist die Feststellung des Dr. med. O.________ �berdies nicht nachvollziehbar, es "verwundere", dass der offenbar �ber Jahre hinweg hohe Triptanverbrauch bislang nicht mit ad�quaten Massnahmen angegangen worden sei. Abgesehen davon, dass eine andere diagnostische Beurteilung eines im wesentlichen unver�nderten Gesundheitszustandes allein revisionsrechtlich unbeachtlich ist, �berzeugt die Infragestellung der von Dr. med. G.________ erhobenen Diagnose (chronischer Kopfschmerz) durch Dr. med. O.________ ohnehin nicht restlos. Die Begr�ndung, der Versicherte habe laut Kopfschmerzkalender der Jahre 2009 und 2010 durchschnittlich nur an 13 Tagen monatlich Kopfschmerzen gehabt, w�hrend ein chronischer Schmerz definitionsgem�ss an mehr als der H�lfte der Zeit (d.h. an 15-16 Tagen pro Monat) vorhanden sein m�sse, ist schon deshalb fragw�rdig, weil der Beschwerdef�hrer ein solches Tagebuch aktenkundig nicht l�ckenlos f�hrte. Aber auch mit Blick auf den stark schwankenden Verlauf ist eine exakte Berechnung des durchschnittlichen Schmerzauftretens problematisch. Zusammengefasst ist den Ausf�hrungen des Dr. med. O.________ keine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu entnehmen, sondern sie enthalten lediglich eine revisionsrechtlich unerhebliche abweichende medizinische Beurteilung.
7.3 Gem�ss Kurzbericht der Mediziner am Universit�tsspital Y.________, Klinik f�r Neurologie (Kopfwehsprechstunde), vom 8. Februar 2011, ist indes Ende Dezember 2010 eine deutliche gesundheitliche Verbesserung eingetreten. Die �rzte gaben an, im Januar 2011 habe der Versicherte (nurmehr) an sechs Tagen das Medikament Naramig eingenommen. Dieses Mittel helfe innert zwei bis vier Stunden, dann sei der Schmerz komplett weg; eine Entzugsbehandlung sei derzeit nicht n�tig. Ob es sich dabei um eine dauerhafte Verbesserung handelt und in welchem Ausmass sich die Arbeitsf�higkeit dadurch allenfalls verbessert hat, geht aus den Akten nicht hervor. Unklar ist mit Blick auf das (nach Verf�gungserlass datierende) Schreiben des Dr. med. G.________ vom 2. September 2011 an die Rechtsschutzversicherung des Beschwerdef�hrers namentlich, ob es sich dabei nur um eine kurzfristige Verbesserung gehandelt hat. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zur�ckzuweisen, damit sie diesbez�glich - noch einmal - weitere Abkl�rungen vornimmt, etwa indem sie bei den Neurologen am Universit�tsspital Y.________ (Dres. med. N.________ und E.________) genauere Ausk�nfte einholt, und hernach �ber den Rentenanspruch neu entscheidet.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu bezahlen (BGE 135 V 473).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 20. Dezember 2011 und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons Z�rich vom 7. Juli 2011 werden aufgehoben. Die Sache wird an die IV-Stelle des Kantons Z�rich zur�ckgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf Invalidenrente neu verf�ge.