Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202005,%202197
Timestamp: 2019-03-24 01:39:00
Document Index: 116442889

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.09.2005 - IX ZR 23/04 - dejure.org
Anwaltshaftung: Prüfungspflichten bei der Abwehr von Ansprüchen gegen den Mandanten; Anwendung der Verordnung über die Herstellung und den Vertrieb von Medaillen und Marken (MedVO) auf einen Kaufvertrag über den Erwerb von Einkaufswagen-Chips; Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Rechtsprüfung und Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt; Verpflichtung des in der Phase der Vertragsabwicklung beauftragten Rechtsanwalts zur weiteren Erforschung des Sachverhalts nach rechtshindernden Einwendungen; Vorliegen einer Pflichtverletzung eines Anwalts durch Übersehen einer einschlägigen Rechtsnorm aus einer entlegenen Rechtsmaterie
Zu den Pflichten des Rechtsanwalts, den ihm von seinem Mandanten unterbreiteten Sachverhalt weiter aufzuklären; Pflichtverletzung des Anwalts, der eine einschlägige Vorschrift aus einer entlegenen Rechtsmaterie übersieht
Pflichtverletzung im Geschäftsbesorgungsvertrag, oder: Was ein Anwalt alles wissen muß
Zum Umfang der Sachverhaltsaufklärung durch den Rechtsanwalt
Informationspflichten des Mandanten
Pflicht des Anwalts zur mandatsbezogenen Einarbeitung in entlegene Rechtsgebiete
Pflicht des Rechtsanwalts zur Sachverhaltsaufklärung; Pflichtverletzung des Anwalts, der eine einschlägige Vorschrift aus einer entlegenen Rechtsmaterie übersieht
Anwaltshaftung: Auch für Nichtkenntnis von entlegenen Rechtsverordnungen wird gehaftet! (IBR 2006, 1018)
NJW 2006, 501
MDR 2006, 238
FamRZ 2005, 2058 (Ls.)
WM 2005, 2197
BB 2005, 2602 (Ls.)
AnwBl 2006, 68
Konnte sie dies nicht, hätte sie Schriftsatznachlass beantragen, sich in das Problem einarbeiten (vgl. BGH, Urt. v. 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2198 m.w.N.) und im nachgelassenen Schriftsatz auf den aktuellen Meinungsstand sowie insbesondere die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 29. Mai 2000 hinweisen können.
Der um eine Beratung ersuchte Rechtsanwalt ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu einer umfassenden und möglichst erschöpfenden Belehrung seines Auftraggebers verpflichtet, sofern dieser nicht eindeutig zu erkennen gibt, dass er des Rats nur in einer bestimmten Richtung bedarf (zuletzt BGH, Urteil vom 22. September 2005 - IX ZR 23/04 - NJW 2006, 501 unter II 1 b).
Erscheint jedoch nach den Umständen für eine zutreffende rechtliche Einordnung die Kenntnis weiterer Tatsachen erforderlich und ist deren rechtliche Bedeutsamkeit für den Mandanten nicht ohne Weiteres ersichtlich, darf sich der Anwalt nicht mit dem begnügen, was sein Auftraggeber berichtet, sondern hat sich durch zusätzliche Fragen um eine ergänzende Aufklärung zu bemühen (…BGH, Urt. v. 2. April 1998 - IX ZR 107/97, WM 1998, 1542, 1544; v. 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2199).
Notfalls muss sich der steuerliche Berater die mandatsbezogenen Rechtskenntnisse, soweit sie nicht zu seinem präsenten Wissen gehören, ungesäumt verschaffen und sich auch in eine Spezialmaterie einarbeiten (BGH, Urt. v. 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2198).
Der Rechtsanwalt muss die rechtlichen Grundlagen des Falles kennen, insbesondere die maßgeblichen Gesetze, untergesetzliche Rechtsnormen und private Rechtsquellen (BGH, Urteil vom 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2198;… Weinland, aaO Rn. 158 mwN), die einschlägige höchstrichterliche Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 28. September 2000 - IX ZR 6/99, BGHZ 145, 256, 263;… vom 6. November 2008 - IX ZR 140/07, BGHZ 178, 258 Rn. 9), etwa zu wahrende Fristen und das jeweilige Verfahrensrecht.
Erforderlichenfalls muss er sich auch in eine Spezialmaterie einarbeiten (BGH, Urteil vom 22. September 2005 - IX ZR 23/04, WM 2005, 2197, 2198 mwN;… Fahrendorf in Fahrendorf/Mennemeyer, Die Haftung des Rechtsanwalts, 9. Aufl. Rn. 517;… Vill, aaO Rn. 53, 57;… Weinland, aaO Rn. 156 f).
Die Klägerin verkennt, dass ein wesentlicher und wichtiger Teil der vergütungspflichtigen anwaltlichen Tätigkeit darin besteht, die Informationen des Mandanten entgegen- und aufzunehmen sowie Fragen zum Verständnis und zur Schließung von Sachverhaltslücken zu stellen (vgl. Vorbem. 2.4 Abs. 3 VV RVG Nr. 2400 a.F., jetzt Vorbem. 2.3 Abs. 3 VV RVG Nr. 2300; vgl. auch BGH NJW 1981, 2741, 2743; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 2006, 501, BGH NJW-RR 2006, 923; Senat OLGR Düsseldorf 2008, 130 = FamRZ 2008, 622 sub III.1).
An diesen Informationen durfte Rechtsanwalt Dr. Q sich orientieren (siehe BGH, Urteil vom 22. September 2005 - IX ZR 23/04, NJW 2006, 501, unter II 2 a bb).
Anhand des pflichtgemäß in Erfahrung gebrachten Sachverhaltes muss der Anwalt prüfen, ob dieser geeignet ist, den vom Mandanten erstrebten Erfolg herbeizuführen (zB. BGH, Urteil vom 22.09.2005 in NJW 2006, 501).
Der Anwalt muss den ihm vorgetragenen Sachverhalt daraufhin prüfen, ob er geeignet ist, den vom Auftraggeber erstrebten Erfolg herbeizuführen (BGH NJW 2006, 501, 503).
Hierbei muss der Anwalt prüfen, ob der ihm vorgetragene Sachverhalt geeignet ist, den vom Auftraggeber erstrebten Erfolg herbeizuführen (vgl. BGH, Urteil vom 22.09.2005, IX ZR23/04, NJW 2006, 501).
Lediglich dann, wenn nach den Umständen für eine zutreffende rechtliche Einordnung die Kenntnis weiter Tatsachen erforderlich und deren Bedeutung für den Mandanten nicht ohne weiteres ersichtlich ist, muss sich der Rechtsanwalt um weitere Aufklärung bemühen (vgl. BGH, Urteil vom 22.09.2005, IX ZR 23/04, NJW 2006, 501, 502).
BGH, 30.06.2011 - IX ZR 139/10
Revision wird mangels grundsätzlicher Bedeutung und keiner Rechtsfortbildung zur …
KG, 14.12.2006 - 1 U 55/06
Haftung des Rechtsanwalts: Beweislast für den Umfang des erteilten Mandats; …
AG Halle/Saale, 02.05.2013 - 93 C 3060/12
Rechtsanwaltsvertrag: Pflicht des Rechtsanwalts zur Sachverhaltsermittlung
OLG Hamm, 29.08.2017 - 28 U 3/16
AG Halle/Saale, 10.11.2011 - 93 C 1136/11
Haftung des Rechtsanwalts: Pflichtverletzung bei Unterlassen widersprüchlichen …