Source: https://vdvc.de/blog/2011/08/31/doom-vom-index-gestrichen/
Timestamp: 2018-04-24 16:21:14
Document Index: 110508776

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 23', '§ 21', '§86', '§86', '§86']

"Doom" vom Index gestrichen - VDVC
„Doom“ vom Index gestrichen
Veröffentlicht am 31. August 2011 von Rey Alp
(BPjM) Die BPjM hat „Doom“ vom Index gestrichen, da für eine Aufrechterhaltung der Indizierung nicht die notwendige Mehrheit erreicht werden konnte. Der Anbieter hatte die Streichung des Spiels beantragt, das mittlerweile zu den 10 einflussreichsten Computerspielen gezählt wird und somit als „wichtiges Kulturgut“ gilt. Bei der Begründung wurde unter anderem darauf abgestellt, dass Kinder und Jugendliche mittlerweile den Umgang mit virtuellen Welten gewohnt sind und dass dem Spiel keine fotorealistische Grafik bescheinigt werden könne, was der Annahme von „einem extrem hohem Realitätsbezug“ entgegenstehe. Dennoch waren einzelne Mitglieder der Ansicht, dass „Doom“ weiterhin als jugendgefährdend anzusehen sei, da das alternativlose Töten menschlicher Gegner zum wesentlichen Inhalt des Titels zähle. Diese konnten sich im 12er Ausschuss jedoch nicht durchsetzen, der aber betont, dass eine veraltete Grafik allein eine Indizierung nicht automatisch verfallen lasse. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass mittlerweile anerkannte Altersfreigaben existieren, so dass „Doom“ auch ohne Indizierung nicht an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden darf.
27 Gedanken zu “„Doom“ vom Index gestrichen”
purchaser sagte am 31. August 2011 um 11:37 :
Die Karawane zieht weiter. Es ist unerheblich was, wichtig nur, dass indiziert wird. Und da gibt es genug anderes Material. Dass Kinder und Jugendliche mittlerweile den Umgang mit virtuellen Welten gewohnt sind hätte ich gern im Kontext zu 1994 erklärt bekommen. Ein Zwölfjähriger von heute hat einen Umgangsvorsprung von 17 Jahren, also 17 Jahre mehr Umgang mit solchen Spielen als die damaligen Zwölfjährigen – oder?
Crusader sagte am 31. August 2011 um 12:01 :
Musste beim Lesen der Begründung erst an eine gelungene Satire denken. Aussagen wie „aus heutiger Sicht handele es sich bei „Doom“ nicht um eine realistische Darstellung“ wären doch auch schon damals absurd gewesen. Bin fast froh, dass die damals auch noch keine Zeitmaschinen hatten und sich heutige Spiele angucken konnten. Wahrscheinlich hätten sich die BPjM’ler dann in einer Panikreaktion in einen Bunker zurückgezogen und sich auf ewig versteckt. :D
Rey Alp (Uni) sagte am 31. August 2011 um 12:35 :
Sogar ab 16:
– „In der Folge konnte Doom als nicht-indiziertes Spiel bei der USK eingereicht und nach der Gremienprüfung mit „ab 16“ gekennzeichnet werden.“
hecter specter sagte am 31. August 2011 um 12:46 :
Psst, Rey, sonst indizieren die Doom doch nochmal :D
Hrothgar sagte am 31. August 2011 um 12:48 :
„Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass mittlerweile anerkannte Altersfreigaben existieren, so dass “Doom” auch ohne Indizierung nicht an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden darf.“
man könnte meinen selbiges gilt für alle andere indizierten spiele auch
Rey Alp sagte am 31. August 2011 um 13:14 :
Weiß wer sicher, das das Hakenkreuz aus Doom rausgepatcht wurde?
gordon-creAtive.com sagte am 31. August 2011 um 14:21 :
Fürs erste: http://doom.wikia.com/wiki/Easter_egg#Swastika
der_Typ sagte am 31. August 2011 um 14:22 :
ok also weg von liste a ?
und außerdem wer wir sich das spiel noch kaufen ?
gordon-creAtive.com sagte am 31. August 2011 um 14:26 :
Und noch was zum Swastika: http://doom.wikia.com/wiki/E1M4:_Command_Control_(Doom)#Inspiration_and_development
Mike L. sagte am 31. August 2011 um 14:28 :
na ich werde es ir zb noch kaufen wenn es auf xbla kommt
Doktor Trask sagte am 31. August 2011 um 14:37 :
Ich vielleicht irgendwann auch wenn es bei uns endlich freigeschaltet wird, im Umland ist es ja schon seit Jahren erhältlich aber ob da noch jemand von den Rechteträgern an einer Freischaltung interesse hat nachdem es das schon so lange auf XBLA gibt?
Pyri sagte am 31. August 2011 um 15:39 :
Vielleicht sollte man schon noch hinzufügen WEM man diese historische Entwicklung zu verdanken hat, nämlich ZeniMax Germany. Also plant man offenbar doch eine Neuveröffentlichung, wobei es wohl ja immer noch so viele Index-Leichen gibt die allesamt geborgen werden müssten – wenn sich die Industrie in Deutschland mal darum kümmern würde. Da kann der Felix Falk aus aktuellem Anlass noch so oft jubilieren, da hätte die Industrie schon auch eine Verantwortung zu tragen. Es müsste einen Fond geben mit dem sich darum bemüht wird so viele Titel wie möglich nach den zehn Jahren vom Index zu bekommen. Und damit müsste die BPjM halt auch auf Trab gehalten werden – denn wohl nur dann, wenn es auch Druck gibt wird diese unsägliche und aus meiner Sicht menschlich verabscheuungswürdige Praxis im Land sich vielleicht irgendwann gänzlich aufhören http://www.videogameszone.de/Doom-3-XBox-72161/News/Doom-erhaelt-USK-Einstufung-Shooter-ab-sofort-ab-16-freigegeben-842156/
Ich verstehe ja nicht weshalb da immer so herumgetan wird, von „Antragstellerin“ gefaselt aber nicht erklärt wer das im konkreten Fall gewesen ist.
Pyri sagte am 31. August 2011 um 15:44 :
Ich rätsel übrigens grad ob der notorische Swastika-Raum aus dem US-Doom in Deutschland rechtlich überhaupt als Swastika durchginge http://doom.wikia.com/wiki/E1M4:_Command_Control_(Doom)#Inspiration_and_development –
Doktor Trask sagte am 31. August 2011 um 15:56 :
Bei Spielen sind es soweit ich weiß ein paar Jahre mehr als nur 10 die vergehen müssen(kann mich aber auch irren, da gibt es zig unterschiedliche Aussagen zu).
Die deutschen Versionen waren zensiert, in Teil 1 fehlte das Swastika und in Doom 2 fehlten die Bonus-Maps.
Pirat72 sagte am 31. August 2011 um 16:41 :
Microsoft nutzt zum ersten Mal ein PEGI-System für Mobile Games und will, daß PEGI von der KJM anerkennt werden muss.
Ab sofort unterstützt Microsoft europäisches PEGI-System.
http://www.mediabiz.de/games/news/microsoft-nutzt-pegi-fuer-mobile-games/309271
Vicarocha sagte am 31. August 2011 um 18:33 :
§ 18 Abs. 7 JuSchG:
„Medien sind aus der Liste zu streichen, wenn die Voraussetzungen für eine Aufnahme nicht mehr vorliegen. Nach Ablauf von 25 Jahren verliert eine Aufnahme in die Liste ihre Wirkung.“
§ 23 Abs. 4 JuSchG:
„Nach Ablauf von zehn Jahren seit Aufnahme eines Mediums in die Liste kann die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Streichung aus der Liste unter der Voraussetzung des § 21 Abs. 5 Nr. 2 im vereinfachten Verfahren beschließen.“
Crusader sagte am 31. August 2011 um 20:16 :
Gibt es eigentlich schon eine Reaktion der Spielekritiker? Kann doch nicht in deren Sinne sein, dass der Vater aller Shooter nun zugänglicher wird. ;)
Pyri sagte am 31. August 2011 um 20:34 :
Du kannst Dir etwa folgendes merken: was für Videospiele gilt, gilt etwa auch für Filme. Lediglich in Hinblick auf §86a gibt es da traditionell andere Auslegungen, aber die werden im Text des Strafrechts selbst schonmal ebenfalls nicht dezidiert zum Ausdruck gebracht.
Ich wüsste weder aus dem Strafrecht noch dem Jugendschutzgesetz schonmal eine Stelle wo ausdrücklich nur auf Videospiele Bezug genommen werden würde, also da irgendetwas unterschieden werden würde. Etwa in Hinblick auf elektronisches Spielzeug oder so.
Und das ist ehrlich gesagt auch das einzig Positive was ich in den deutschen Gesetzen diesbezüglich finden kann, nämlich dass anders als in Australien zumindest bis vor kurzem soweit (also vom §86 und §86a mal abgesehen) da keine Diskriminierung stattfindet.
Medien werden prinzipiell gleich behandelt, also muss man wohl etwa auch sagen, dass die USK Videospiele als Kunstwerke ungeschaut ihres Inhaltes ansieht, wahrnimmt. Wie dann konkrete Inhalte wahrgenommen werden steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.
Ausdrücklich nur über Computer- und Videospiele spricht das Gesetz jedoch eigentlich nicht. Afaik gäbe es irgendwo eine Unterscheidung zwischen USK- und FSK-geprüften Importen, darauf wurde ich jedenfalls mal von wem hingewiesen, aber die hab ich eben auch nie wirklich ausfindig machen können.
Vicarocha sagte am 31. August 2011 um 20:36 :
… dafür müßten die überhaupt einen Plan vom Markt haben: Die „Spielekritiker“ kennen die Spiele, über die sie sich brüskieren, ja i.d.R. nicht – denen werden von ein oder zwei Meinungsführern irgendwelche Zusammenschnitte aus diesem oder jenem Spiel gezeigt und das war es… und bei diesen Meinungsführern sieht es nicht anders aus (wesentlich mehr als ein „GTA IV“ oder „Der Pate“ dürfte auch ein CHristian PFEIFFER nie im Leben gesehen haben). Das aht schon seinen Grund, warum in den „Debatten“ immer dieselben Spiele als Bsp. herangezogen werden.
DerMarc42 sagte am 31. August 2011 um 21:36 :
Hmm, wenn es jetzt ab 16 ist, wo kann man es denn jetzt kaufen, Steam hat es noch nicht im Angebot :/
Hybris sagte am 31. August 2011 um 21:55 :
Geduld, es ist ja erst seit heute offiziell gestrichen. Ich denke das wird sehr bald in irgendeiner Form zu kaufen sein, solche Prüfungen beantragt man ja nicht zum Spaß.
Nocturne sagte am 1. September 2011 um 00:39 :
Erst Gears of War 3, nun Doom. Man merkt, dass 2012 näher rückt.
Mike L. sagte am 1. September 2011 um 01:50 :
Doch damit recne ic auf jeden Fall-das wird ja der grund sein warum die ne Überprüfung gebeten aben-un das auch hier noc verkaufen zu dürfen
El Konsolero sagte am 1. September 2011 um 03:59 :
Naja gesehen wird er mit Sicherheit schon mehr haben als deine 2 Bsp. , aber darum geht es nicht. Sehen kann ich auch auf Screenshots oder in kurzen Videos. Das Problem aller Kritiker ist (ja ich verallgemeinere bewusst), dass sie die Spiele nicht selbst spielen oder wenn dann nur bereits mit einer vorgefertigten Meinung. Es gibt nicht den Christian Pfeiffer, der nach der Arbeit gemütlich ne Runde FIFA an der Konsole daddelt oder den Manfred Hopf der aufm DS Tetris spielt. Das einzige was diese Herren (und Damen) mit Videospielen machen, ist die Gewalt aus Titeln zu extrahieren und mit dem Finger drauf zu zeigen, völlig egal was das Spiel sonst noch bietet.
Ich erinnere da gerne an den Realschullehrer aus Erfurt, den Galileo vor die Kamera gezerrt hat. Nach dem Shooterspielen (ich glaube es war Quake 3) meinte er (sinngemäß, genauer Wortlaut nicht parat): „Es hat mir zwischendrin sogar richtig Spaß gemacht bis ich dann nachdachte ob mir das Spiel überhaupt spaßmachen sollte“
Pyri sagte am 1. September 2011 um 13:46 :
Ich möchte noch anmerken, dass die BPjM naturgemäß nicht selbst Doom als nunmehr „wichtiges Kulturgut“ ansieht, sondern sich auf Seite 12 mit dieser Interpretation lediglich auf die Aufnahme von Doom in die Library of Congress in den USA beruft –
Was man so wohl annehmen darf ist, dass so eine Aufnahme auch für die BPjM nicht unwesentlich ist, wobei ich aber ehrlich gesagt nicht genau weiß wie die Auswahlkriterien dort aussehen – neben dem Doom-Spiel ist etwa auch der Doom-Film mit The Rock in deren Datenbank zu finden ^^ Also wie sich das etwa von hiesigen Nationalbibliotheken unterscheidet, wo ja jeder Schmöker reinkommt. Auch alles was an Unis so fabriziert wird. Soweit ich weiß gab es in der Bibliothek vor ein paar Jahren aber zumindest mal eine Spiele-Ausstellung mit Doom http://www.sueddeutsche.de/digital/doom-neben-kant-killerspiele-als-kulturgut-1.911511
Gegebenenfalls sollte man so hoffen, dass dort noch mehr Titel unterkommen, wenn man noch mehr vom Index in Deutschland bekommen möchte…
Doktor Trask sagte am 1. September 2011 um 15:01 :
@Pyri und Vicarocha
maSu sagte am 1. September 2011 um 22:16 :
nicht Doom gehört vom Index gestrichen, sondern der Index selbst gehört gestrichen. Ein altes bürokratisches Zensur-Monstrum, in denen manche Typen „Gott“ spielen wollen und können :x