Source: http://www.janvonbroeckel.de/oekonomie/gmbh-reform.html
Timestamp: 2018-01-22 13:57:55
Document Index: 70337051

Matched Legal Cases: ['§ 105', '§ 64', '§ 92', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 823']

Mit einer zum November 2008 eingeführten Reform soll die deutsche GmbH attraktiver gemacht werden und Unternehmensgründungen vereinfacht werden. Insbesondere soll ein Ausweichen auf ausländische Rechtsformen, zum Beispiel der englischen Limited, vermieden werden.
Nachfolgend eine gedrängte Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen:
Die Beurkundung des Gesellschaftsvertrages einer GmbH unter Verwendung eines Musterprotokolls ist deutlich günstiger als die Beurkundung einer regulären GmbH, da der Mindestgeschäftswert von 25.000 Euro nicht gilt
(§ 105 Absatz 6 Gerichts- und Notarkostengesetz). Die drei Dokumente Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste werden in diesem Fall zusammengefasst.
Wenn eine GmbH zahlungsunfähig wird, haben die Geschäftsführer unverzüglich, spätestens drei Wochen ab Kenntnis der Notlage, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Die bisher in
§ 64 Absatz 1 GmbHG (bzw. § 92 Absatz 2 Aktiengesetz für die Aktiengesellschaft) geregelte Pflicht findet sich nunmehr in § 15 a Absatz 1 InsO. Ist eine GmbH durch den Wegfall des Geschäftsführers führungslos, müssen die Gesellschafter im Fall der Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen (§ 15 a Absatz 3 InsO; bei einer Aktiengesellschaft trifft diese Pflicht den Aufsichtsrat). Ein Verstoß gegen die Pflicht zur Einleitung des Insolvenzverfahrens - auch fahrlässig - ist strafbar (§ 15 a Absatz 4 und 5 InsO) und führt zur Schadensersatzpflicht gegenüber der Gesellschaft (§ 823 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch).
Seite zuletzt bearbeitet: 16.01.2018