Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/kuerschausbv
Timestamp: 2019-01-21 03:41:25
Document Index: 278955908

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 24', '§ 25', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Auf Grund des § 25 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch § 24 Nr. 1 des Gesetzes vom 24. August 1976 (BGBl. I S. 2525) geändert worden ist, in Verbindung mit Artikel 56 des Zuständigkeitsanpassungs-Gesetzes vom 18. März 1975 (BGBl. I S. 705) und dem Organisationserlaß vom 17. November 1994 (BGBl. I S. 3667) und auf Grund des § 25 der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Dezember 1965 (BGBl. 1966 I S. 1) verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie:
Diese Verordnung gilt für die Berufsausbildung in dem Ausbildungsberuf Kürschner/Kürschnerin nach der Handwerksordnung und für die Berufsausbildung in dem nach § 2 anerkannten Ausbildungsberuf.
Der Ausbildungsberuf Kürschner/Kürschnerin wird staatlich anerkannt.
Beurteilen von Pelzfellen und Leder unter Beachtung der Artenschutzbestimmungen,
Entwerfen und Entwickeln von Arbeitsmustern,
Bereitstellen und Kombinieren von Werk- und Hilfsstoffen,
Vorbereiten und Nachbehandeln von Werkstoffen,
Schneiden und Zuschneiden von Werk- und Hilfsstoffen,
Nähen von Werkstücken,
Fertigen von Werkstücken,
Pflegen und Instandhalten von Arbeitsgeräten und Maschinen,
(1) Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 4 sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildungsinhalte ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr und unter laufender Nummer 6 Buchstabe a und b, laufender Nummer 7 Buchstabe a bis c und laufender Nummer 10 Buchstabe d bis g für das zweite Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend den Rahmenlehrplänen zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens sechs Stunden drei Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Sortieren von Pelzfellen und Leder unter Berücksichtigung der Materialbeschaffenheit und von Verarbeitungstechniken,
materialgerechtes Auswählen, Anlegen und Schneiden von Höhen- und Seitenverbindungen,
Ausführen von Höhen- und Seitenverbindungen und Teilnäharbeiten für die Textil- und Lederverarbeitung,
Ausführen von Einzelschnitten zur Formveränderung von Pelzfellen oder
Abnehmen von Mustern für Besatz.
(4) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in insgesamt höchstens 180 Minuten Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, aus folgenden Gebieten schriftlich lösen:
Funktion von Werkzeugen, Geräten und Maschinen,
Herkunft der Pelzfelle und Lederarten unter Einbeziehung des Artenschutzes und der RAL-Bezeichnungsvorschriften,
Aufbau und Struktur von Pelzfellen und Leder,
Funktion und Bezeichnung von Teilen des Arbeitsmusters,
Eigenschaften und Verwendung textiler Werk- und Hilfsstoffe für die Pelzverarbeitung,
fachbezogene Berechnungen.
(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens sieben Stunden zwei Arbeitsproben durchführen und in insgesamt höchstens 40 Stunden ein Prüfungsstück anfertigen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Zuschneiden und Nähen von Lederbekleidung als Kleinteil,
Vornehmen einer Formveränderung durch eine umfassende Schnittanlage für einen Jacken- oder Mantelstreifen,
Entwickeln eines Arbeitsmusters nach vorgegebenem Entwurf oder
komplettes Ausfertigen eines Teilstückes aus Pelz oder eines Teilstückes aus Pelz mit anderen Werkstoffen kombiniert;
Herstellen von Pelzbekleidung als Großstück in Flächenarbeit mit Höhen- und Seitenverbindungen, insbesondere unter Berücksichtigung von modischen Gesichtspunkten und optischen Wirkungsgrundsätzen oder
Herstellen von Pelzbekleidung als Großstück in Materialkombination in Flächenarbeit mit Höhen- und Seitenverbindungen, insbesondere unter Berücksichtigung von modischen Gesichtspunkten und optischen Wirkungsgrundsätzen.
Die Arbeitsproben zusammen sollen mit 25 vom Hundert und das Prüfungsstück soll mit 75 vom Hundert gewichtet werden.
(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. Es kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus den folgenden Gebieten in Betracht:
Grundlagen der Betriebsorganisation,
Eigenschaftsveränderung durch Veredlungsverfahren,
Funktion von Zutaten und Hilfsmittel und ihre Eigenschaftsanforderungen,
Verwendungszweck und Verarbeitungsmöglichkeiten von Pelzfellen, Leder, textilen Flächengebilden und Materialkombinationen,
Auswahlkriterien für Materialkombinationen,
technologische Darstellungen,
Schnittentwicklung,
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Kürschner/zur Kürschnerin
(Fundstelle: BGBl. I 1997, 242 - 245)
d) Gefahren beschreiben, die beim Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen, Dämpfen, Gasen und leichtentzündbaren Stoffen ausgehen
e) Gefahren beschreiben, die bei der Anwendung des elektrischen Stroms entstehen
f) zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzen
5 Beurteilen von Pelzfellen und Leder unter Beachtung der Artenschutzbestimmungen (§ 4 Nr. 5) a) branchenbezogene Bestimmungen anwenden, insbesondere das Washingtoner Artenschutzübereinkommen und die Bundesartenschutzverordnung 8
b) Pelzfelle und Lederarten nach Provenienzen sowie nach ihren Handels- und zoologischen Bezeichnungen ordnen
c) Pelzfelle und Lederarten nach ihren Eigenschaften und Merkmalen unterscheiden, insbesondere nach ihrem Verwendungszweck und ihren Verarbeitungsmöglichkeiten
d) Auswirkungen von Veredlungsprozessen auf Pelzfelle und Lederarten beurteilen, insbesondere auf Optik und Haltbarkeit 4
6 Entwerfen und Entwickeln von Arbeitsmustern (§ 4 Nr. 6) a) Musterteile nach ihrer Funktion unterscheiden 10
b) Muster abnehmen und abgeformte Teile planlegen und bezeichnen, insbesondere für Innenfutter und Besatz
c) Körper abformen
d) Modetendenzen beachten, Kosten einschätzen 12
e) Grundschnitte nach vorgegebenen Maßen erstellen
f) Arbeitsmuster unter Berücksichtigung der optischen Wirkung einteilen und den Materialbedarf berechnen
g) Arbeitsmuster für bestimmte Materialien und Verarbeitungstechniken umstellen
h) verarbeitungsbedingte Korrekturen am Arbeitsmuster nach Anprobe ausführen
i) Arbeitsmuster nach vorgegebenen und eigenen Entwürfen herstellen
7 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen (§ 4 Nr. 7) a) Auftragsunterlagen prüfen, Auftragsbeschreibung erfassen und Arbeitsabläufe festlegen 5
b) Skizzen anfertigen sowie Fachzeichnungen anwenden
c) Werkzeuge und Maschinen rationell in den Arbeitsablauf einsetzen
d) Arbeitsgänge nach personellen, organisatorischen und zeitlichen Gesichtspunkten festlegen, Fertigungskosten beachten 2
8 Bereitstellen und Kombinieren von Werk- und Hilfsstoffen (§ 4 Nr. 8) a) Werk- und Hilfsstoffe sachgerecht lagern 12
b) Werkstoffe auswählen, insbesondere textile Flächengebilde nach Art und Strukturen einteilen und die wesentlichen Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften aufzeigen
c) Pelzfelle und Leder unter Berücksichtigung der Materialbeschaffenheit und Verarbeitungstechniken sortieren, insbesondere nach Farb- und Strukturfolgen 4
d) Zutaten auswählen und zuordnen
e) Pelzfelle und Leder nach modischen Gesichtspunkten und optischen Wirkungsgrundsätzen auswählen 4
9 Vorbereiten und Nachbehandeln von Werkstoffen (§ 4 Nr. 9) a) Leder und Haare befeuchten und Trockenverfahren anwenden 5
b) Pelzfelle und Leder strecken und zwecken sowie textile Flächen und andere Werkstoffe bügeln und glätten
c) Lederkanten und Ledernähte blenden
d) Pelzfälle läutern und finishen
e) Pelzbekleidung klopfen
10 Schneiden und Zuschneiden von Werk- und Hilfsstoffen (§ 4 Nr. 10) a) Schneidewerkzeuge handhaben und Schneidetechniken ausführen 10
b) Pelzfelle anbrachen
c) Leder schneiden
d) Einzelschnitte und Schnittgruppen zur Formveränderung von Pelzfellen ausführen 14
e) Schnittanlagen bei Material mit unterschiedlichem Haarprofil und unterschiedlicher Haarfarbe ausführen
f) Höhen- und Seitenverbindungen unter Berücksichtigung von Farbe, Struktur, Wirkung und Wirtschaftlichkeit herstellen
g) textile Flächen zuschneiden, insbesondere Zwischenfutter und Futterseiden
h) Auslaßberechnungen durchführen und Ergebnisse anwenden 10
11 Nähen von Werkstücken (§ 4 Nr. 11) a) Nähmaschinen nach ihrem Einsatz unterscheiden und handhaben, insbesondere Spezialnähmaschinen für Pelzfelle und Leder 14
b) Nahtarten unterscheiden und entsprechend ihrer Einsatzgebiete anwenden
c) Näharbeiten für die Pelzfell-, Leder- und Textilverarbeitung ausführen
d) Einfütterungsarbeiten ausführen 10
e) Reparaturen und Umarbeitungen ausführen
12 Fertigen von Werkstücken (§ 4 Nr. 12) a) Fertigungsschritte vom Modell und Material ableiten 14
b) Verarbeitungstechniken festlegen, insbesondere unter Berücksichtigung der Auswirkungen von natürlichen oder durch Veredlung geschaffenen Materialeigenschaften
c) Werkstück zusammenstellen und ausfertigen
d) Werkstück aus Pelzfell oder Leder mit anderen Materialien kombinieren
e) Endabnahme vornehmen
13 Pflegen und Instandhalten von Arbeitsgeräten und Maschinen (§ 4 Nr. 13) a) Handwerkszeuge instandhalten 3
b) Arbeitsmittel und Werkzeuge ordnen und lagern
c) Geräte und Hilfsmittel zur Maschinenpflege einsetzen
d) Arbeitsgeräte und Maschinen reinigen und pflegen
e) Maschinenstörungen feststellen und Fehlerbeseitigung einleiten
14 Qualitätssicherung (§ 4 Nr. 14) a) Ziele, Aufgaben, Bedeutung und betrieblichen Aufbau der Qualitätssicherung beschreiben 5
b) Begleitpapiere aus der Produktion bearbeiten, Datenerfassungssysteme anwenden
c) Erzeugnisse gemäß den betrieblichen Richtlinien lager- und versandfertig aufmachen und verpacken
d) Eingangs-, Zwischen- und Endkontrollen ausführen, Prüfergebnisse bewerten 10
e) Qualitätsausfall überprüfen, insbesondere nach Fertigmaßen und Verarbeitung
f) Fehler feststellen, Fehlerursachen erkennen und Fehlerbeseitigung einleiten
1997, 239: BGBl I