Source: https://www.recht-hat.de/bgh-zur-internationalen-zustaendigkeit-deutscher-gerichte-bei-persoenlichkeitsrechtsverletzenden-aeusserungen-im-internet-bgh-vi-zr-11110-2/
Timestamp: 2018-12-17 13:59:45
Document Index: 51556414

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 32', '§ 32']

BGH zur internationalen Zuständigkeit deutscher Gerichte bei persönlichkeitsrechtsverletzenden Äußerungen im Internet, BGH VI ZR 111/10 - Sievers & Kollegen Berlin
Verfasst am 27. Juli 2011
2 Die Parteien, die aus Russland stammen und dort gemeinsam zur Schu­le gegangen sind, trafen sich am 29. Juni 2006 anlässlich eines Klassentreffens in der Wohnung des Klägers in Moskau. Die Beklagte verfasste nach ihrer Rückkehr in die USA einen Bericht “Sieben Tage in Moskau – Der dritte Tag” und stellte diesen von dort aus in das Internet. Sie äußerte sich darin auch über die Lebensumstände und das äußere Erscheinungsbild des Klägers. Der Artikel
7 b) Nach § 32 ZPO ist für Klagen aus unerlaubten Handlungen das Ge­richt zuständig, in dessen Bezirk die Handlung “begangen” ist. Zur Begründung der Zuständigkeit reicht die schlüssige Behauptung von Tatsachen aus, auf de­ren Grundlage sich eine im Gerichtsbezirk begangene unerlaubte Handlung ergibt (Senat, Urteil vom 29. Juni 2010 – VI ZR 122/09, aaO; BGH, Urteile vom 24. September 1986 – VIII ZR 320/85, BGHZ 98, 263, 273; vom 25. November 1993 – IX ZR 32/93, BGHZ 124, 237, 240 f.; vom 28. Februar 1996 – XII ZR 181/93, BGHZ 132, 105, 110). Begehungsort der deliktischen Handlung ist da­bei sowohl der Handlungs- als auch der Erfolgsort, so dass eine Zuständigkeit wahlweise dort gegeben ist, wo die Verletzungshandlung begangen oder wo in ein geschütztes Rechtsgut eingegriffen wurde (Senat, Urteil vom 2. März 2010 – VI ZR 23/09, aaO Rn. 8; BGH, Urteil vom 28. Februar 1996 – XII ZR 181/93, aaO). Erfasst werden neben Ansprüchen auf Schadensersatz auch Unterlas­sungsansprüche (vgl. BGH, Beschluss vom 17. März 1994 – I ZR 304/91, AfP 1994, 288, 290; Zöller/Vollkommer, ZPO, 28. Aufl., § 32 Rn. 14, 16; Stein/Jonas/Roth, ZPO, 22. Aufl., § 32 Rn. 23). § 32 ZPO setzt nicht voraus, dass eine Rechtsgutsverletzung eingetreten ist. Es genügt, wenn eine solche droht, so dass auch vorbeugende Klagen in den Anwendungsbereich dieser Bestimmung fallen.