Source: https://www.duengerfuchs.de/newsletter-artikel/sperrfrist-guelle/
Timestamp: 2019-02-23 17:16:39
Document Index: 13031728

Matched Legal Cases: ['§6', '§3', '§8', '§5', '§5', '§6', '§6']

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Wann beginnen mit der organischen Düngung?
Der Kalender zeigt Februar, die Sperrfristen sind vorbei, insofern diese nach Länderecht nicht verschoben wurden (§6 Abs. 8 und Abs. 10 ggf. Verschiebung der Sperrfrist um bis zu 4 Wochen, Verkürzung nicht gestattet).
Dennoch muss man genau hinschauen, bevor man mit dem Güllefass vom Hof fährt. Allem voran steht die Düngebedarfsermittlung zur jeweiligen Kultur, die gedüngt werden soll. Repräsentative Nmin-Proben sind daher eine Voraussetzung für die Gülleausbringung. Wenn die repräsentativen Ergebnisse der Länderberatung noch aussteht muss auf eigene Ergebnisse zurückgegriffen werden.
Ungeachtet der Vorgaben der Bedarfsermittlung dürfen im Betriebsdurchschnitt auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche nicht mehr als 170 kg/ha Gesamt Stickstoff aus Gülle und Gärrest im Jahr ausgebracht werden. Die Vorgaben nach Landesrecht sind hier unbedingt zu beachten, denn die Auslegung wird unterschiedlich gehandhabt.
Inhaltsstoffe der Gülle müssen näher untersucht werden
Es ist anzuraten auch den Stickstoffgehalt in der Gülle oder im Gärrest analysieren zu lassen. Die Mischprobe sollte aus einem gut gerührten Behälter stammen. Mindestens die Gehalte von Gesamtstickstoff und Ammonium sollten vorliegen bevor man mit der N-Düngeplanung beginnt. In Getreide und Mais kann der Ammoniumanteil voll angerechnet werden, wenn die Applikation zu Vegetationsbeginn oder im späteren Frühjahr erfolgt.
Dazu kommt das Mineraldüngeräquivalent (MDÄ) von Gülle und Gärreste. Denn die sehr frühen Gaben im Februar haben in der Regel ein MDÄ, welches unterhalb der vorgeschriebenen Mindestwirksamkeit (§3 Abs. 5 und Anlage 3) liegt. Erst ab Mitte März werden in der Regel höhere MDÄ`s, als in der DüV vorgeschrieben, erreicht (Getreide, Mais ab April). Da die Bedarfsermittlung die N-Menge begrenzt kann hier eine Versorgungslücke entstehen. Für die Bilanzierung von Güllegaben ist dieser Sachverhalt von noch größerer Bedeutung (§8 Abs. 4 und Anlage 1 und 2), denn die vorgegeben Werte zur Bilanzierung werden nur unter idealen Bedingungen zur Nährstoffverwertung erreicht. Durch den Einsatz des Gülleveredlers PIADIN® können diese Versorgungslücken reduziert werden.
Befahrbarkeit des Ackers beachten
Sollen Gülle oder Gärrest gefahren werden, muss der Boden aufnahmefähig sein, er darf also nicht überschwemmt, wassergesättigt oder schneebedeckt sein (§5 Abs. 1). Einen Hinweis zur Wassersättigung geben Diagramme des DWD https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfeuchte/bodenfeuchte.html
Auf gefrorenen Boden darf bis zu 60 kg/ha Gesamtstickstoff ausgebracht werden, wenn der Boden über Tag durch Auftauen aufnahmefähig wird und weitere Voraussetzungen zwingend eingehalten werden (§5 Abs. 1). Eine Begüllung bei Frost auf Brache oder ohne Ansaat ist nicht möglich, für abfrierende Zwischenfrüchte muss wieder das Länderecht befragt werden.
Wurden Gülle oder Gärrest nun auf einem unbestellten Acker ausgebracht, so muss er innerhalb von vier Stunden eingearbeitet werden (§6 Abs. 1). Auf bestelltem Acker darf ab 2020 nur noch streifenförmig ausgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden (§6 Abs. 3).
Bevor die Gülle oder der Gärrest gefahren werden kann, sind alle Voraussetzungen zu dokumentieren, die Bedarfsermittlung muss für den jeweiligen Schlag ebenso vorliegen.