Source: https://www.kvmyk.de/kv_myk/Themen/Gesundheit/Infektionsschutz/?bsinst=0&bstype=l_get&bsparam=RLP:entry:27090
Timestamp: 2020-07-07 18:04:12
Document Index: 151013300

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 7', '§ 1', '§ 6', '§ 8', '§ 4', '§ 7', 'Art. 13', '§ 6', '§ 11', '§ 34', '§ 34']

Infektionsschutz | Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
Infektionsschutz
Hier finden Sie ale Verwaltungsleistungen zum Thema "Infektionsschutz".
⇑ Epidemie
Andres, Sigrid
Eller, Stefan
Gallinger, Alwis
Grüterich, Reiner
Veltens, Ansgar
Gesundheit (Abteilung 5.3.)
Gesundheitsamt Andernach
Gesundheitsamt Koblenz
Gesundheitsamt Mayen
Eine Epidemie ist die zeitliche und örtliche Häufung einer Krankheit innerhalb einer Bevölkerungsgruppe, wobei es sich dabei im engeren Sinn um Infektionskrankheiten, also von Mensch zu Mensch übertragbare Erkrankungen handelt.
Eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit wird als Pandemie bezeichnet.
Epidemisch auftretende Krankheiten sind viele Tropenkrankheiten wie z.B. das Dengue-Fieber, aber auch Cholera, Grippe oder Typhus können Epidemien auslösen.
Zur Bekämpfung von Epidemien kommen unter anderem Quarantäne und Absonderungsmaßnahmen in Frage. Darüber hinaus können Großveranstaltungen abgesagt werden. Hierüber entscheiden die örtlichen Gesundheitsbehörden in Abstimmung mit den zuständigen Ordnungsbehörden.
Bei folgenden Krankheiten ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung und der Tod dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich zu melden (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 1 Infektionsschutzgesetz):
Clostridium-difficile-Infektion (nur: Erkrankung oder Tod mit klinisch schwerem Verlauf)
humane spongiforme Enzephalopathie, außer familiär-hereditären Formen
enteropathisches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
virusbedingtes hämorrhagisches Fieber
Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis
Poliomyelitis (als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
Röteln, auch Rötelembryopathie
Außerdem besteht eine namentliche Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt für folgende Tatbestände (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffern 1 bis 5 Infektionsschutzgesetz):
a) Die Erkrankung und der Tod an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose, auch wenn ein bakteriologischer Nachweis nicht vorliegt (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 1 Infektionsschutzgesetz).
b) Personen, die an einer behandlungsbedürftigen Lungentuberkulose leiden, aber eine Behandlung verweigern oder abbrechen (Paragraph 6 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz).
Der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn
a) eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Lebensmittelbereich ausübt,
b) zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 2 Infektionsschutzgesetz)
Der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 3 Infektionsschutzgesetz).
Die Verletzung eines Menschen durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder ansteckungsverdächtiges Tier sowie die Berührung eines solchen Tieres, Tierkörpers oder eines Impfköders (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 4 Infektionsschutzgesetz).
Verdacht auf eine schwerwiegende Gefahr durch eine Infektionskrankheit mit noch nicht identifiziertem Erreger:
Das Auftreten einer bisher (das heißt vorstehend) noch nicht genannten
a) bedrohlichen Krankheit oder
b) von zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,
wenn dies auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist und Krankheitserreger als Ursache in Betracht kommen, die nicht der Meldepflicht nach Paragraph 7 (meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern) unterliegen (Paragraph 6 Absatz 1 Ziffer 5 Infektionsschutzgesetz).
Die unter (A) und (B) genannten namentlichen Meldungen müssen unverzüglich, spätestens innerhalb von 24 Stunden nach erlangter Kenntnis gegenüber dem für den Aufenthalt des Betroffenen zuständigen Gesundheitsamt erfolgen. Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden. Die Nachmeldung oder Korrektur von Angaben hat unverzüglich nach deren Vorliegen zu erfolgen. Bestätigt sich ein Verdacht, so muss dies dem Gesundheitsamt nicht mitgeteilt werden, wohl aber wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt hat, um dem Gesundheitsamt unnötige Arbeit zu ersparen. Der Tod gilt als neuer meldepflichtiger Tatbestand (Paragraph 9 Infektionsschutzgesetz).
Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden.
Namentlich meldepflichtige Erregernachweise:
Namentlich ist bei folgenden Krankheitserregern, soweit nicht anders bestimmt, der direkte oder indirekte Nachweis zu melden, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen (Meldung durch das Labor):
· Actinebacter spp. mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit oder bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante (Meldepflicht bei Infektion und Kolonisation)
· Adenoviren; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis im Konjunktivalabstrich
· Arboviren, sonstige
· Bordetella pertussis, Bordetella parapertussis
· Borrelia recurrentis
· Campylobacter sp., darmpathogen
· Chikungunya-Virus
· Chlamydia psittaci
· Clostridium botulinum oder Toxinnachweis
· Corynebacterium diphtheriae, Toxin bildend
· Coxiella burnetii
· Dengue-Virus
· humanpathogene Cryptosporidium sp.
· Ebolavirus
· Enterobacteriaceae mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit oder bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante, außer isolierte Nichtempfindlichkeit gegen Imipenem bei Proteus spp., Morganella spp., Providencia spp. und Serratia marcescens (Meldepflicht bei Infektion und Kolonisation)
· a) Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC) b) Echerichia coli, sonstige darmpathogene Stämme
· Francisella tularensis
· FSME-Virus
· Gelbfiebervirus
· Haemophilus influenzae; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Liquor oder Blut
· Hantaviren
· Hepatitis-A-Virus
· Hepatitis-B-Virus
· Hepatitis-C-Virus; Meldepflicht für alle Nachweise, soweit nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt
· Hepatitis-D-Virus
· Hepatitis-E-Virus
· Influenzaviren; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis
· Lassavirus
· Legionella sp.
· humanpathogene Leptospira sp.
· Listeria monocytogenes; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Blut, Liquor oder anderen normalerweise sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen
· Marburgvirus
· Masernvirus
· Mumpsvirus
· Mycobacterium tuberculosis/africanum, Mycobacterium bovis; Meldepflicht für den direkten Erregernachweis sowie nachfolgend für das Ergebnis der Resistenzbestimmung; vorab auch für den Nachweis säurefester Stäbchen im Sputum
· Neisseria meningitidis; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten oder anderen normalerweise sterilen Substraten
· Norwalk-ähnliches Virus; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Stuhl
· Poliovirus
· Rabiesvirus
· Rickettsia prowazekii
· Rubellavirus
· Salmonella Paratyphi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
· Salmonella Typhi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
· Salmonella, sonstige
· Shigella sp.
· Staphylococcus aureaus; nur Methicillin-resistente Stämme bei Nachweis aus Blut oder Liquor
· Trichinella spiralis
· Varizella-Zoster-Virus
· Vibrio cholerae O 1 und O 139
· West-Nil-Virus
· Yersinia enterocolitica, darmpathogen
· Yersinia pestis
· Zika-Virus
· andere Erreger hämorrhagischer Fieber.
sowie in dieser Vorschrift nicht genannte Krankheitserreger, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.
Namentlich sind außerdem in dieser Vorschrift nicht genannte Krankheitserreger zu melden, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.
Nicht namentlich meldepflichtige Erregernachweise:
Nicht namentlich ist bei folgenden Krankheitserregern der direkte oder indirekte Nachweis zu melden (vom Labor direkt an das Robert-Koch-Institut; ein Durchschlag ist vom behandelnden Arzt zu komplettieren und ebenfalls an das Robert-Koch-Institut zu senden):
1. Treponema pallidum
3. Echinococcus sp.
4. Plasmodium sp.
5. Toxoplasma gondii; Meldepflicht nur bei konnatalen Infektionen.
Telefon: 030 / 18754-0
FAX: 030 / 18754-2328
Internet-URL: www.rki.de
Hinweis zum Coronavirus (Meldepflicht ab 1.2.2020):
Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes auf Infektionen mit dem erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/Volksrepublik China aufgetretenen neuartigen Coronavirus ("2019-nCoV")
§ 1 Ausdehnung der Meldepflicht
(1) Die Pflicht zur namentlichen Meldung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Infektionsschutzgesetzes wird auf den Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie den Tod in Bezug auf eine Infektion ausgedehnt, die durch das erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/Volksrepublik China aufgetretene neuartige Coronavirus („2019-nCoV“) hervorgerufen wird. Dem Gesundheitsamt ist in Abweichung von § 8 Absatz 3 Satz 2 des Infektionsschutzgesetzes die Erkrankung in Bezug auf die in Satz 1 genannte Krankheit auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Dem Gesundheitsamt ist auch zu melden, wenn sich der Verdacht einer Infektion nach Satz 1 nicht bestätigt.
(2) Die Meldung des Verdachts einer Erkrankung in Bezug auf die in Absatz 1 Satz 1 genannte Krankheit hat nur zu erfolgen, wenn der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist. Die vom Robert Koch-Institut auf der Grundlage des § 4 Absatz 2 Nummer 1 des Infektionsschutzgesetzes veröffentlichte Empfehlung zu der in Absatz 1 Satz 1 genannten Krankheit ist zu berücksichtigen.
(3) Die Pflicht zur namentlichen Meldung nach § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes wird auf den direkten oder indirekten Nachweis des in Absatz 1 Satz 1 genannten Krankheitserregers ausgedehnt, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
Hinweis zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für zur Benachrichtigung (Meldung, Übermittlung) verpflichtete Personen wie Ärzte und Gemeinschaftseinrichtungen:
Die Rechtmäßigkeit der Meldungen und Übermittlungen bleibt vom Inkrafttreten der DSGVO unberührt. Die betroffene Person muss aber entsprechend den Vorgaben in Art. 13 DSGVO informiert werden, sofern personenbezogene Daten erstmals bei ihr erhoben werden.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 25.06.2018:
Melde- und Benachrichtigungswesen nach dem Infektionsschutzgesetz: Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung
Meldebogen für Ärzte
Meldebogen für Ärzte - Lyme-Borreliose
Meldebogen für Ärzte - Influenza
Meldebogen für Ärzte - Impfkomplikationen
Hinweis zur Meldung von Impfkomplikationen ans Gesundheitsamt:
Da die Meldung ans Gesundheitsamt gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) namentlich erfolgen muss, sind in dem Formular zur Meldung von Impfkomplikationen Namen und Adresse vollständig anzugeben, wenn dieses Formular für die Meldung ans Gesundheitsamt verwendet wird. Die Weitermeldung vom Gesundheitsamt ans Paul-Ehrlich-Institut und Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung gemäß § 11 Abs. 3 IfSG erfolgt dann anonymisiert (nur Initialen).
Meldebogen für Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen nach § 34 IfSG
Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Wiederzulassung in Gemeinschaftseinrichtungen nach § 34 Infektionsschutzgesetz:
Wiederzulassung_Tabelle.pdf