Source: https://www.zbb-online.com/heft-1-2015/zbb-2015-71-5-zur-insolvenzanfechtung-von-zinszahlungen-auf-genussrechte-und-nachrangdarlehen/
Timestamp: 2019-12-06 21:37:49
Document Index: 321225152

Matched Legal Cases: ['§ 135', '§ 39', '§ 32', '§ 135', '§ 39', '§ 32', '§ 32', '§ 135', '§ 39', '§ 813']

Zur Insolvenzanfechtung von Zinszahlungen auf Genussrechte und Nachrangdarlehen (OLG Düsseldorf, Urt. v. 20.05.2014 – I-12 U 87/13) – ZBB 2015, 71 | ZBB online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 2199-1715 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2015 Rechtsprechung III. Oberlandesgerichte InsO § 135 Nr. 2 a. F., § 39; GmbHG §§ 32a, 32bZur Insolvenzanfechtung von Zinszahlungen auf Genussrechte und Nachrangdarlehen InsO a.F.§ 135 InsO§ 39 GmbHG§ 32a GmbHG§ 32b OLG Düsseldorf, Urt. v. 20.05.2014 – I-12 U 87/13 (nicht rechtskräftig; LG Düsseldorf), ZIP 2015, 187 = WM 2014, 2218OLG DüsseldorfUrt.20.5.2014I-12 U 87/13nicht rechtskräftigZIP 2015, 187WM 2014, 2218LG Düsseldorf
1. Auch Zinszahlungen, die nur ein Entgelt für die Überlassung der Darlehensvaluta sind, fallen in den sachlichen Anwendungsbereich von § 135 Nr. 2 InsO a. F.
2. Die Gleichstellung des gesellschaftsrechtlich nicht beteiligten Darlehensgebers mit einem Gesellschafter setzt voraus, dass er im Zeitpunkt der Darlehensgewährung bei einer Gesamtbetrachtung eine Position einnimmt, die der eines Gesellschafters des Kreditnehmers vergleichbar ist.
3. Erklärt sich ein Kapitalgeber in einer Nachrangklausel bereit, gegenüber den Ansprüchen aller gegenwärtigen und zukünftigen Gläubiger der Schuldnerin in der Weise im Rang zurückzutreten, dass er im Fall der Liquidation oder Insolvenz der Schuldnerin zumindest im Rang nach den Forderungen gem. § 39 Abs. 1 Nr. 4 InsO zu befriedigen ist, so unterwirft er sich damit nicht dem Regelungsregime für Gesellschafterdarlehen mit der Folge, dass er sich auch anfechtungsrechtlich so behandeln lassen müsste, als sei er gesellschaftergleicher Dritter.
4. Der Schuldnerin steht bei einer solchen Rangrücktrittsvereinbarung im maßgeblichen Zeitpunkt der Zinszahlungen gegenüber dem Zinszahlungsanspruch des Kapitalgebers keine Einrede nach § 813 Abs. 1 Satz 1 BGB zu.