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Timestamp: 2019-05-22 22:15:27
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Matched Legal Cases: ['§ 14', 'BGH', '§ 355', '§ 15', 'BGH', '§ 346', 'BGH', '§ 15', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 355', '§ 355', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: 5 U 2167/11 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG München, 06.12.2011
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OLG München, 17.01.2012 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2012,21184)
OLG München, Entscheidung vom 17.01.2012 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2012,21184)
OLG München, Entscheidung vom 17. Januar 2012 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2012,21184)
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Anrechenbarkeit von Steuervorteilen bei der Rückabwicklung von darlehensfinanzierten Kapitalanlagen im Wege des Widerrufs
Zum Widerruf eines Darlehensvertrages bei unrichtiger Widerrufsbelehrung und Anrechnung von Steuervorteilen bei der Rückabwicklung von Kapitalanlagen
Keine Geltung der Fiktion der Ordnungsgemäßheit des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV, wenn die Widerrufsbelehrung zwar der damaligen Musterbelehrung, nicht aber den gesetzlichen Anforderungen entsprach
OLG München, 06.12.2011 - 5 U 2167/11
BGH - XI ZR 67/12 (Verfahren ohne Entscheidung erledigt)
WM 2012, 1536
Andererseits wird angenommen, jede sprachliche Abweichung lasse die Gesetzlichkeitsfiktion entfallen (OLG Stuttgart…, Urteil vom 29. Dezember 2011 - 6 U 79/11, juris Rn. 34; OLG München, Urteil vom 17. Januar 2012 - 5 U 2167/11, juris Rn. 46; OLG Köln…, Urteil vom 23. Januar 2013 - 13 U 217/11, juris Rn. 24).
(aa) Während das Berufungsgericht in den Zusätzen "dem Darlehensvertrag über EUR 36.000,00" beziehungsweise "dem Darlehensvertrag über EUR 24.000,00" hinter den Worten "Widerrufsbelehrung zu" keine inhaltliche Bearbeitung erblickt, vertraten die Oberlandesgerichte Brandenburg (…Urteil vom 17. Oktober 2012 - 4 U 194/11 -, juris, Rn. 27) und München (Urteil vom 17. Januar 2012 - 5 U 2167/11 -, juris, Rn. 41 f.) die gegenteilige Auffassung.
b) Die vorgenannten Grundsätze sind auch, anders als von der Beklagten befürwortet, auf das Rückabwicklungsverhältnis nach Widerruf anwendbar (so auch das OLG München in einer ebenfalls aus den streitgegenständlichen Fonds "M... II" bezogenen Entscheidung vom 17.01.2012, a. a. O., Rn. 54).
Diese Erwägungen müssen auch für das nach § 355 BGB entstandene Rückgewährschuldverhältnis gelten (OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - 5 U 2167/11, Rn. 53; s. auch OLG Stuttgart…, Urteil vom 29.12.2011 - 6 U 79/11, Rn. 52).
Steht auch eine Ersatzleistung in einem solchen wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Kommanditbeteiligung, muss sie dem gewerblichen Bereich zugeordnet und als Betriebseinnahme nach § 15 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 EStG versteuert werden (…BGH Urteil vom 15.07.2010, III ZR 336/08, Rn.36 m. w. N., s., auch OLG Stuttgart, 29.12.2011 - 6 U 79/11, Rn. 54, OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - 5 U 2167/11, Rn. 58).
Die Beklagte hat jedenfalls die entsprechende, auf Äußerungen des XI. Zivilsenats in der mündlichen Verhandlung vom 18.12.2012 im Revisionsverfahren XI ZR 67/12 betreffend die Entscheidung des OLG München vom 17.01.2012 - 5 U 2167/11 - gestützte, Behauptung des Klägervertreters im Schriftsatz vom 08.01.2013 (dort S. 2 = Bl. 746) in seiner schriftsätzlichen Äußerung vom 16.04.2013 (dort S. 2 = Bl. 808) ausdrücklich bestätigt.
Die Verlustzuweisungen orientieren sich nämlich an dem Betrag, den der Anleger in die Gesellschaft eingebracht hat unabhängig davon, ob der Betrag aus Eigen- oder Kreditmitteln aufgebracht worden ist (im Ergebnis ebenso OLG München in seiner "M... II - Entscheidung" vom 17.01.2012, 5 U 2167/11, Rn. 57).
Dies hat allerdings nicht zur Klärung der Übertragbarkeit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Umfang geschuldeter Schadensersatzleistungen auf die Rechtsfolgen der Rückabwicklung gemäß §§ 346 ff. BGB zu erfolgen (a. A. etwa OLG München; dieses hatte in seinem Urteil vom 17.01.2012, 5 U 2167/11, ebenfalls den M... II - Fonds betreffend, die Revision zugelassen, a .a .O., Rz. 77; nach den beklagtenseits unbestritten gebliebenen Ausführungen des Klägervertreters im Schriftsatz vom 08.01.201 - dort S. 1, Bl. 743 - hat die Beklagte in jener Sache die Revision zurückgenommen).
Vorliegend ist die Belehrung bereits dadurch fehlerhaft, dass die Formulierung "die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" verwendet wurde (zuletzt BGH, Urteil vom 01.03.2012 - Az.: III ZR 83/11; OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11; OLG Stuttgart, Urteil vom 29.12.2011 - Az.: 6 U 79/11; wohl a.A.: OLG Frankfurt, Urteil vom 25.11.2011 - Az.: 23 O 182/10).
Vorliegend hat die Beklagte in den Mustertext eingegriffen, wie auch das OLG München (vgl. Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11) in einem Parallelverfahren zutreffend feststellte:.
Denn die Ersatzleistung ist in Fällen wie diesem entweder nach § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG oder nach § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG zu versteuern (vgl. BGH v. 15.07.2010 - III ZR 336/08 Tz. 36, 50; OLG Stuttgart, Urteil vom 29.12.2011 - Az.: 6 U 79/11; OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11).
Soweit die Beklagte der Auffassung sein sollte, dass eine Versteuerung nur als Veräußerungsgewinn in Betracht käme und ein solcher nicht behauptet worden sei, schadet dies nicht, da es maßgeblich und ausreichend ist, dass überhaupt eine Steuerpflicht besteht, ohne dass es auf eine konkrete Höhe ankäme (vgl. OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11).
"Außergewöhnlich" sind die Steuervorteile, wenn der Steuervorteil über die Höhe der Einlageleistung des Anlegers hinausgeht (vgl. OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11; BGH, Urteil vom 15.07.2010 - Az.: III ZR 336/08).
Dabei ist hinsichtlich der Einlageleistung auf die gesamte Einlageleistung zuzüglich Agio und nicht bloß auf die Eigenkapitalaufbringung abzustellen (vgl. OLG München, Urteil vom 17.01.2012 - Az.: 5 U 2167/11).
Denn beide Widerrufsbelehrungen sind jedenfalls insoweit zu beanstanden, als sie jeweils die Formulierung "Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" enthalten, für die der BGH schon verschiedentlich ausgesprochen hat, dass sie hinsichtlich des Beginns der Frist unzureichend ist und deshalb den Lauf der Frist nicht gemäß § 355 Abs. 2 a.F. BGB in Gang setzen kann, weil die o.g. Formulierung den Verbraucher über den nach § 355 Abs. 2 BGB maßgeblichen Beginn der Widerrufsfrist nicht umfassend und damit nicht richtig belehrt (BGH NJW 2012, 3298, NJW-RR 2012, 183; NZG 2012, 427; NJW 2011, 1061; NJW-RR 2011, 785; NJW 2010, 989; OLG München WM 2012, 1536 betr.
Auch auf die Frage, ob sich der Mangel zulasten des Verbrauchers auswirkt, etwa das Verständnis des Verbrauchers durch diesen erschwert werde, kann es entgegen der Ansicht des OLG Frankfurt (Beschl. v. 22.06.2009, 9 U 111/08, zit. nach juris, Tz. 11) nicht ankommen (ebenso z.B. OLG München, Urt. v. 17.01.2012, 5 U 2167/11, zit. nach juris, Tz. 46).
Man kann aber dann nicht nur diese Entscheidung, sondern muss die Rechtsprechung in ihrer Gesamtheit - und damit auch die oben dargestellten Entwicklungen der neueren Rechtsprechung - auf das Recht der Rückabwicklung nach erfolgtem Widerruf übertragen (ebenso mit ausführlicher Begründung OLG München, Urt. v. 17.01.2012, 5 U 2167/11, zit. nach juris, Tz. 50 ff, insb. Tz. 55).
Im Übrigen hat auch ein Anleger, der eine Anlage ganz oder teilweise durch ein Darlehen fremdfinanziert, letztlich eigene Mittel aufgewendet (ebenso OLG München, Urt. v. 17.01.2012, 5 U 2167/11, zit. nach juris, Tz. 57).
https://dejure.org/2011,44781
OLG München, 06.12.2011 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2011,44781)
OLG München, Entscheidung vom 06.12.2011 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2011,44781)
OLG München, Entscheidung vom 06. Dezember 2011 - 5 U 2167/11 (https://dejure.org/2011,44781)
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Nachdem die Beklagte die von ihr gegen ihre Verurteilung eingelegte Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts München vom 06.12.2011 (5 U 2167/11) zurückgenommen habe, habe sie die Fehlerhaftigkeit ihrer Widerrufsbelehrung selbst anerkannt, ohne sich auf einen Vertrauensschutz berufen zu können.
Ebenfalls kann es dann nicht darauf ankommen, ob sich der Mangel der Widerrufsbelehrung zu Lasten des Verbrauchers ausgewirkt hat (BGH, Urteil vom 23.06.2009, XI ZR 156/08 [Tz. 25];… OLG Hamm, a.a.O;… OLG Köln a.a.O; OLG München, Urteil vom 17.01.2012, 5 U 2167/11 zit. nach juris; a.A. OLG Bamberg, Urteil vom 25.06.2012, 4 U 262/11, BKR 2013, 199; OLG Frankfurt, Beschluss vom 22.06.2009, 9 U 111/08, NJW-RR 2010, 637).
Im Recht der Rückabwicklung nach Widerruf des Rechtsgeschäftes gelten hinsichtlich der Anrechnung von Steuervorteilen die gleichen Maßstäbe, wie bei der Rückabwicklung im Wege des - auf das negative Interesse gerichteten - Schadensersatzes (vgl. m.w.N. OLG München, Urteil vom 06.12.2011, 5 U 2167/11, BeckRS 2012, 03696).