Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202005,%20865
Timestamp: 2019-06-16 13:55:30
Document Index: 227952341

Matched Legal Cases: ['§ 155', '§ 171', '§ 175', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 101', '§ 110', '§ 175', '§ 175', '§ 169', '§ 36', '§ 171']

BFH, 28.07.2005 - III R 48/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1725
BFH, 28.07.2005 - III R 48/03 (https://dejure.org/2005,1725)
BFH, Entscheidung vom 28.07.2005 - III R 48/03 (https://dejure.org/2005,1725)
BFH, Entscheidung vom 28. Juli 2005 - III R 48/03 (https://dejure.org/2005,1725)
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AO 1977 § 155 Abs. 3, § 171 Abs. 3, § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Satz 2; EStG § 26 Abs. 1, § 26a, § 26b; FGO § 101, § 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1
Zusammenveranlagung - Wechsel auf getrennte Veranlagung
Wechsel von der Zusammenveranlagung zur getrennten Veranlagung
Gerichtliche Verpflichtung zu einer getrennten Veranlagung eines Ehepaars; Aufhebung eines Zusammenveranlagungsbescheids zwecks Durchführung einer getrennten Veranlagung; Ansetzen von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bei der Einkommensteuer; Berücksichtigung von Verjährungsvorschriften bei einem Antrag auf eine getrennte Veranlagung als rückwirkendes Ereignis; Sicherstellung einer Entscheidung über die Veranlagungsart zur einheitlichen Anwendung der Änderung einer Veranlagungsart; Ausübung eines Veranlagungswahlrechts von Ehegatten
Zusammenfassung von "BFH-Rechtsprechung zur Abgabenordnung im Jahr 2005" von RiBFH Reinhart Rüsken, original erschienen in: NWB 2006, 2917 - 2926.
BFHE 210, 393
FamRZ 2005, 1904 (Ls.)
DB 2005, 2389
BStBl II 2005, 865
Ob ein Ereignis in die Vergangenheit zurückwirkt, ist den Normen des materiellen Steuerrechts zu entnehmen (Senatsurteil vom 28. Juli 2005 III R 48/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865).
Der Rechtsprechung des BFH zu anderen Anwendungsfällen des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO lässt sich eine derartige Einschränkung ebenfalls nicht entnehmen (vgl. BFH-Urteile vom 12. Juli 1989 X R 8/84, BFHE 157, 484, BStBl II 1989, 957, und vom 28. Juli 2005 III R 48/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865, unter II.2.a.;… vgl. auch den Überblick bei Loose in Tipke/Kruse, a.a.O., § 175 AO Rz 33 ff.).
ff) Der Senat weicht mit seiner Entscheidung nicht vom Urteil des BFH vom 28. Juli 2005 III R 48/03 (BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865) ab.
Wie die Klägerin selbst ausführt, beschäftigen sich die von ihr genannten Senatsentscheidungen (Urteile vom 3. März 2005 III R 22/02, BFHE 209, 454, BStBl II 2005, 690; vom 28. Juli 2005 III R 48/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865;… vom 15. Dezember 2005 III R 49/05, BFH/NV 2006, 933) nicht mit einer Wahlrechtsausübung im Rahmen der verlängerten Festsetzungsfrist des § 169 Abs. 2 Satz 2 AO.
Entsprechend führt der X. Senat des BFH am Ende seiner Entscheidung aus, eine vergleichbare Sachlage zur Senatsentscheidung in BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865 bestehe nicht.
Der Senat erkannte zwar in mehreren Entscheidungen die Wahl einer bestimmten Veranlagungsart oder deren Änderung durch einen Ehegatten für den anderen Ehegatten als rückwirkendes Ereignis an, weil die Wahl bzw. deren Änderung durch den einen Ehegatten sich auf die gesetzlichen Voraussetzungen der Veranlagung des anderen, bereits bestandskräftig veranlagten Ehegatten auswirke (vgl. Senatsurteile vom 3. März 2005 III R 22/02, BFHE 209, 454, BStBl II 2005, 690, unter II.2.; vom 28. Juli 2005 III R 48/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865, unter II.2.a;… vom 15. Dezember 2005 III R 49/05, BFH/NV 2006, 933, unter II.1.).
Die nachträgliche Änderung der Veranlagungsart wirkt sich nach ständiger Rechtsprechung des BFH rechtsgestaltend auf die Steuerschuld aus, und zwar rückwirkend auf die Entstehung der Steuer zum Ablauf des Veranlagungszeitraums, § 36 Abs. 1 EStG (BFH-Beschluss vom 3. März 2005 III R 22/02, BFHE 209, 454, BStBl II 2005, 690; vgl. auch BFH-Urteil vom 28. Juli 2005 III R 48/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865).
Seit den Senatsentscheidungen vom 3. März 2005 III R 22/02 (BFHE 209, 454, BStBl II 2005, 690) und vom 28. Juli 2005 III R 48/03 (BFH/NV 2005, 2082) sind die für das Verfahren des Klägers erheblichen Rechtsfragen geklärt.
Ob ein Ereignis in die Vergangenheit zurückwirkt, ist den Normen des materiellen Steuerrechts zu entnehmen (BFH-Urteil vom 28. Juli 2005 III R 43/03, BFHE 210, 393, BStBl II 2005, 865).
Der Ablauf der Festsetzungsverjährung ist gemäß § 171 Abs. 3 AO so lange gehemmt, bis über einen innerhalb der Festsetzungsfrist gestellten Antrag auf Steuerfestsetzung oder auf Aufhebung oder Änderung der Steuerfestsetzung unanfechtbar entschieden worden ist (BFH-Urteil vom 28.07.2005 III R 48/03, BStBl II 2005, 865).