Source: https://www.tactical-dad.com/jagdschutz/gedankenspiel-jagdrecht/
Timestamp: 2020-03-29 03:06:20
Document Index: 67419046

Matched Legal Cases: ['Art 56', 'Art. 56', 'Art. 35', '§19', '§ 19', '§ 39']

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Gedankenspiel Jagdrecht
Achtung: Es geht hier nur um rechtliche Gedankenspiele. Keine Rechtsberatung! Bedenkt, dass hier alles auf dem Jagdgesetz von Bayern basiert und die Ländergesetze in diesen Details sehr unterschiedlich sind!
Jagen mit Legbüchsen ist zum Glück schon lange verboten. Das sind Selbstschussanlagen. Ein sicheres Töten des Wildes war damit ausgeschlossen!
Weitere Legbüchsen (Selbstschussanlagen) sie wurden an Wildwechseln angebracht.
-Was begeht ein Jagdgast, der ohne Genehmigung des Revierinhabers eine wildernde Katze erlegt? Eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit? Nach dem Jagdgesetz oder Tierschutzgesetz?
Eine Owi gem. Art 56 Nr. 11 Bay. Jagdgesetz: "....ohne Begleitung oder schriftliche Erlaubnis des Revierinhabers aufsichtslosen Hunden oder Katzen mit der Schußwaffe nachstellt oder solche erlegt,...."
-Was begeht ein Jäger, wenn er den Aufbruch nicht ordentlich versorgt?
Das Tierkörperbeseitigungsgesetz wurde mittlerweile durch die EU abgeschafft. Und das Nachfolgegesetz, das Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz gilt nicht für Jagden in üblichem Umfang. Es stellt also eine Abfallrechtliche Owi dar, oder das "Zurücklassen von Gegenständen in der Natur" aus dem Naturschutzgesetz (wobei das etwas weit hergeholt ist um ehrlich zu sein) oder "Belästigung der Allgemeinheit (OwiG). Wenn man will und lange genug in den Gesetzen sucht findet man meistens etwas. Man muss jedoch bedenken, dass es üblich und prinzipiell auch zulässig ist den Aufbruch im Revier zu lassen. Es sollte halt ordentlich auf dem Luderplatz ausgebracht werden oder in absolut dichtes Gestüpp gebracht werden, so dass keine Spaziergänger darüber stolpern. (In meiner Gegend haben mal die Teilnehmer einer Staats-Drückjagd den Aufbruch von etwa 10 Stück Rehwild hinter eine Wanderhütte geworfen...)
-Was begeht ein Jäger auf einem Jägernotweg, also dem Weg durch ein fremdes Jagdrevier, mit geladener Waffe?
Eigentlich sollte man meinen, dass dieser Jäger seine Waffe unerlaubt führt (waffenscheinpflichtig, Vergehen). Aber das Bay. Jagdgesetz hat eine sehr spezielle Owi dafür und daher vertrete ich die Meinung, dass in diesem Fall die Straftat zurück tritt, was eigentlich sonst nicht möglich ist. Art. 56 Abs. 2 Nr. 6 : "entgegen Art. 35 Abs. 2 bei der Benutzung eines Jägernotwegs geladene Langwaffen .. mitführt". In so einem Fall würde vermutlich schnell der Vorwurf der Wilderei im Raum stehen, aber Wilderei begeht man erst mit dem "Nachstellen" und das wird man auf einem Weg meist nicht so einfach begründen können.
-Nach welcher Gesetzesstelle kann man einen unliebsamen Waldbesucher anzeigen der durch eine Dickung trampelt?
Nach §19a BJagdG: Verboten ist, Wild, insbesondere soweit es in seinem Bestand gefährdet oder bedroht ist, unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören.
Eine Dickung ist eindeutig eine Zufluchtsstätte und das Wort "insbesondere" bedeutet, dass damit auch jedes nicht gefährdete Wild damit gemeint ist.
Im Frankonia Katalog von 1964 wurde noch offen mit dem Erlegen von Hunden und Greifvögeln geworben.
-Ein Händler verkauft über seinen Onlineshop Tellereisen und ein Zweiter auf dem Flohmarkt fertig geknüpfte Schlingen aus Klavierseiten. Welcher von beiden muss rechtliche Konsequenzen fürchten?
Auch wenn es eine "Tellereisenverordnung" gibt ist der Besitz davon erlaubt. Aber § 19 Abs. 1 Nr. 8 verbietet das Herstellen und Verkaufen von Schlingen. Dieser Verstoß ist auch in § 39 als OWI sanktioniert und mit Bußgeld bedroht.
-Ein Reviernhaber nimmt einen Freund ohne Jagdschein mit auf die Jagd und lässt seinen Freund ein Reh erlegen. Der Jäger steht direkt daneben und sagt ihm genau was er tun soll. Was begehen Jäger und "Schütze"? Etwa Jagdwilderei?
Nein. Es wird kein fremdes Jagdrecht verletzt. Die Aneignung und der Abschuss erfolgen im Auftrag des Berechtigten. Da der "Schütze" die Waffe auch nicht führt, wenn der Jäger daneben steht, bleibt lediglich eine OWI aus dem Waffg übrig "Schießen ohne Schießerlaubnis". Der Jäger begeht diese OWI ebenfalls durch "Beteiligung" (Was die Anstiftung im OWI-Recht ist).
Anleitung einer Legbüchse.