Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202005,%20150
Timestamp: 2019-09-16 05:04:51
Document Index: 345481063

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 25', 'Art. 25', 'EuG', 'Art. 25', 'Art. 23', 'EuG', 'Art. 23', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 17', 'EuG', 'BGH', 'Art. 23', 'EuG', 'BGH', 'Art. 23', 'BGH', 'Art. 23', 'EuG', 'BGH', 'Art. 23', 'EuG', 'Art. 17', 'Art. 23', 'EuG', '§ 3', 'Art. 23', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH']

BGH, 06.07.2004 - X ZR 171/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,3100
BGH, 06.07.2004 - X ZR 171/02 (https://dejure.org/2004,3100)
BGH, Entscheidung vom 06.07.2004 - X ZR 171/02 (https://dejure.org/2004,3100)
BGH, Entscheidung vom 06. Juli 2004 - X ZR 171/02 (https://dejure.org/2004,3100)
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Lugano-Übereinkommen Art. 17 Abs. 1 Satz 2
Bestimmung der internationalen Zuständigkeit eines deutschen Gerichts - Anforderungen an wirksame Vereinbarung einer Gerichtsstandsklausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen - Anforderungen an Schriftformerfordernis bei Vereinbarung von Gerichtsstandsklausel - ...
Voraussetzungen für Gerichtsstandsvereinbarung nach Luganer Übereinkommen
Zum Schriftformerfordernis für eine Gerichtsstandsvereinbarung nach Art. 17 Abs. 1 Satz 2 Lugano-Übereinkommen
Verfahrensrecht - Gerichtsstandbestimmung nach dem Lugano-Übereinkommen
BGH, 04.05.2004 - X ZR 171/02
NJW-RR 2005, 150
EuZW 2005, 256 (Ls.)
WM 2005, 1049
BB 2004, 938
Denn eine solche Betrachtungsweise wäre mit dem Sinn und Zweck des Schriftformerfordernisses nicht zu vereinbaren, weil dies zur Folge hätte, dass eine schriftliche Gerichtsstandsvereinbarung in der Regel schon dann zu bejahen wäre, wenn ein entsprechender Textentwurf dem anderen Teil ohne eigene Unterschrift übersandt und von jenem unterzeichnet zurückgegeben worden ist (BGH, Urteil vom 6. Juli 2004 - X ZR 171/02, WM 2005, 1049 unter II 2 b;… Beschluss vom 16. Januar 2014 - IX ZR 194/13, WM 2014, 534 Rn. 9).
Auch der Zweck des Schriftformerfordernisses, nämlich durch bestimmte formale Vorgaben zu gewährleisten, dass zum einen - im Sinne einer Warnfunktion - den Vertragsparteien die Einigung über diesen Regelungsgegenstand vor Augen geführt wird (…vgl. EuGH, EuZW 1999, 441 Rn. 19 - Castelletti;… EuZW 2004, 188 Rn. 50 - Gasser), und dass zum anderen - zur Gewährleistung von Rechtssicherheit - im Falle einer späteren Rechtshängigkeit die Einigung über den Gerichtsstand für die beteiligten Gerichte klar und präzise feststellbar sein soll (vgl. EuGH, NJW 1977, 494 - Estasis Salotti;… NJW 1997, 1431 Rn. 15 - MSG;… EuZW 2004, 188 Rn. 51 - Gasser; BGH, Urteil vom 6. Juli 2004 - X ZR 171/02, WM 2005, 1049 unter II 1), erfordert eine Verschlüsselung oder Signatur nicht.
Die Gepflogenheiten im Sinne dieser Norm können lediglich die ansonsten erforderliche Schriftform ersetzen, nicht jedoch die Einigung der Vertragsparteien (BGH, Urteil vom 6. Juli 2004 - X ZR 171/02, NJW-RR 2005, 150 Rn. 18;… Gottwald in MünchKomm.ZPO, 5. Auflage, Art. 25 Brüssel-Ia-VO Rn. 45;… Stadler in Musielak/Voit, ZPO, 15. Auflage, Art. 25 EuGVVO Rn. 12;… Mankowski in Rauscher, Europäisches Zivilprozess- und Kollisionsrecht, 4. Auflage, Art. 25 Brüssel-Ia-VO Rn. 105).
Maßgebender Zeitpunkt für die Feststellung einer "Gepflogenheit" ist nicht die Einreichung der Klage, sondern der Vertragsschluss (OLG Karlsruhe, IPRspr 2002 Nr. 131b;… Musielak/Stadler, ZPO, 9. Aufl. 2012, Art. 23 EuGVVO Rn. 10; Hau, IPRax 2005, 301, 304;… Staudinger/Hausmann, BGB, Neubearb. 2011, IntVertrVerfR Rn. 277;… Zöller/Geimer, a.a.O., Art. 23 EuGVVO Rn. 30; offen gelassen in BGH, NJW-RR 2005, 150, 152).
Gepflogenheiten können also nur die Form, nicht jedoch die Einigung ersetzen (BGH, IPRax 2005, 338 [= NJW-RR 2005, 150, 152] m. Anm. Hau 301;… Staudinger/Hausmann, a.a.O., IntVertrVerfR RN 278).
Allerdings hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine schriftliche Vereinbarung im Sinne von zu Art. 17 Abs. 1 Satz 2 lit. a) LugÜ/EuGVÜ nicht schon dann zu bejahen ist, wenn ein entsprechender Vertragstext dem anderen Teil ohne eigene Unterschrift übersandt worden und von jenem unterzeichnet zurückgegeben worden ist, weil dies nicht dem entspreche, was im Rechtsverkehr allgemein unter einer schriftlichen Vereinbarung verstanden wird, (BGH NJW-RR 2005, 150 Tz. 16).
Nur in der zweiten Komponente unterscheiden sich die Varianten des Art. 23 Abs. 1 EuGVVO (BGH, U. v. 06.07.2004, X ZR 171/02, NJW-RR 2005, 150, 152;… Geimer/Schütze, Art. 23 Rn. 101, 115, 118a).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs reicht es für die Schriftform nicht einmal aus, wenn die Partei, zu deren Lasten die Gerichtsstandsvereinbarung geht, eine schriftliche Erklärung unterzeichnet, nachdem sie vom Inhalt der Klausel Kenntnis erhalten hat (BGH, Urteil vom 06.07.2004, X ZR 171/02, NJW-RR 2005, 150, 151).
Die Vereinbarung wahrt die prozessuale Schriftform des Art. 23 Abs. 1 S. 3 lit. a.) EuGVVO, ein unterschriebenes Telefax reicht aus (BGH NJW-RR 2005, 150, 151;… Thomas/Putzo/Hüßtege, ZPO, 34. Aufl. 2013, Art. 23 EuGVVO, Rn. 8).
OLG Dresden, 07.05.2009 - 10 U 1816/08
Internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte für Ansprüche aus einem unter …
Der Austausch von E-Mails erfüllt nach Ansicht des Senats das in Art. 17 Abs. 1 S. 2 Buchstabe a) Alt. 1 LugÜ aufgestellte Schriftformerfordernis, da beide auf den Abschluss der Gerichtsstandsvereinbarung gerichteten Willenserklärungen ausgedruckt werden können (…vgl. Zöller-Geimer, a.a.O., Art. 23 EuGVVO Rn 14, S. 1923;… Nagel/Gottwald, IZPR, 6. Aufl. 2007, § 3 Rn 153, S. 132 unter Hinweis auf Art. 23 Abs. 2 EuGVVO) und die Erklärungen nicht in derselben Urkunde enthalten sein müssen (vgl. zum Vertragsschluss durch Schriftwechsel und Übermittlung der Vertragserklärungen durch "moderne Kommunikationsmittel": BGH…, Urteil vom 22. Februar 2001 - IX ZR 19/00, NJW 2001, S. 1731 ff Rn 8; BGH, Urteil vom 6. Juli 2004 - X ZR 171/02, NJW-RR 2005, S. 150 ff Rn 13).
OLG Düsseldorf, 27.07.2011 - 18 U 81/08
Eine Einigung über eine Gerichtsstandsklausel ist erzielt, wenn ein Vertrag im Rahmen laufender Geschäftsbeziehungen zwischen den Parteien mündlich abgeschlossen wurde und feststeht, dass diese Beziehungen in ihrer Gesamtheit bestehenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen unterliegen, die eine Gerichtsstandsklausel enthalten (BGH NJW-RR 2003, 192, 194; BGH NJW-RR 2004, 1292, 1293; BGH NJW-RR 2005, 150, 152; EuGH NJW 1977, 494, 495).
OLG Rostock, 18.03.2009 - 1 U 232/08
Gerichtsstand: Internationale Zuständigkeit bei einer Niederlassung in …
Insoweit fehlt es - wie von der Klägerin mehrfach eingewandt (vgl. nur Ss. vom 18.06.2008, Bl. 1 = GA 38) - an der Einhaltung der Schriftform für die Gültigkeit einer entsprechenden Gerichtsstandsvereinbarung (siehe dazu auch die von der Klägerin in den Rechtsstreit eingeführten Judikate: BGH, NJW 2001, 1731-1732; NJW-RR 2005, 150-152 [GA 75ff.]).
LG Landshut, 12.06.2008 - 43 O 1748/07
Internationaler Warenkauf: Vereinbarung eines Gerichtsstands durch Einbeziehung …
LG Bonn, 30.10.2012 - 12 O 9/12
Zahlung von Provisionen aus einem Handelsvertretervertrag