Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20AZR%20589/73
Timestamp: 2020-04-07 21:08:19
Document Index: 204177652

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 263', '§ 823', '§ 13', 'BGH', '§ 13', '§ 13', '§ 64', '§ 823', '§ 13', 'BGH', '§ 263', '§ 823', 'BGH', '§ 13']

BAG, 24.09.1974 - 3 AZR 589/73 - dejure.org
BAG, 24.09.1974 - 3 AZR 589/73
https://dejure.org/1974,237
BAG, 24.09.1974 - 3 AZR 589/73 (https://dejure.org/1974,237)
BAG, Entscheidung vom 24.09.1974 - 3 AZR 589/73 (https://dejure.org/1974,237)
BAG, Entscheidung vom 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 (https://dejure.org/1974,237)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1974,237) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verschulden bei Vertragsschluß - Culpa in contrahendo - Zahlungsschwierigkeiten - Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Arbeigebers - Aufklärungspflicht - Vertreter - Verschulden - Schadensersatzpflicht - Eingehungsbetrug - Schutzgesetz
LAG Schleswig-Holstein, 02.11.1973 - 4 Sa 298/73
NJW 1975, 708
VersR 1975, 340
DB 1975, 307
Auch das Bundesarbeitsgericht ist dieser Rechtsprechung gefolgt (Urt. v. 24. September 1974 - 3 AZR 589/73, NJW 1975, 708 und v. 17. September 1991 - 3 AZR 521/90, soweit ersichtlich, nicht veröffentlicht).
Unter Umständen kann der Arbeitgeber auch dazu verpflichtet sein, darauf hinzuweisen, dass er zu pünktlichen Gehaltszahlungen nicht in der Lage sein werde (BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - aaO) .
Das setzt voraus, dass er entweder dem Vertragsgegenstand besonders nahe steht und bei wirtschaftlicher Betrachtung gleichsam in eigener Sache handelt oder wenn er gegenüber dem Verhandlungspartner in besonderem Maße persönliches Vertrauen in Anspruch genommen und dadurch die Vertragsverhandlungen beeinflusst hat (…BGH 3. April 1990 - XI ZR 206/88 - aaO; BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - aaO).
aa) Einen Betrug, § 263 StGB, der in Verbindung mit § 823 Abs. 2 BGB einen Schadensersatzanspruch begründen würde (st. Rspr. BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - AP GmbHG § 13 Nr. 1), hat der Beklagte gegenüber dem Kläger nicht begangen.
Nach ständiger Rechtsprechung kann ausnahmsweise jedoch auch ein Vertreter aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen persönlich haften, wenn er entweder dem Vertragsgegenstand besonders nahe steht und bei wirtschaftlicher Betrachtung gleichsam in eigener Sache handelt oder wenn er gegenüber dem Verhandlungspartner in besonderem Maße persönliches Vertrauen in Anspruch genommen und dadurch die Vertragsverhandlungen beeinflusst hat (…BGH 3. April 1990 - XI ZR 206/88 - a.a.O.; BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - a.a.O.).
Für den Arbeitnehmer ist eine der wichtigsten Voraussetzungen des Vertragsschlusses, dass er mit einer pünktlichen Gehaltszahlung rechnen kann, zumal er zur Vorleistung verpflichtet ist (BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - AP GmbHG § 13 Nr. 1).
Auf der anderen Seite ist versucht worden, die Haftung des die Gesellschaft beherrschenden Gesellschafters aus Verschulden bei Vertragsschluß letztlich mit konzernrechtlichen Gesichtspunkten zu rechtfertigen (Mertens, AP § 13 GmbHG Nr. 1 Bl. 7 in einer Anm. zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts v. 24. September 1974 a.a.O., in dem ein ausreichendes wirtschaftliches Eigeninteresse des Gesellschafters verneint worden ist).
Auch das Bundesarbeitsgericht folgt dieser Rechtsprechung (Urt. v. 24. September 1974 - 3 AZR 589/73, NJW 1975, 708).
§ 64 Abs. 1 GmbHG ist ein Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB zugunsten der Gesellschaftsgläubiger, unabhängig davon, ob sie ihre Gläubigerstellung vor oder nach der Konkursreife erworben haben (allgemeine Meinung, vgl. z. B. BAG Urteil vom 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - AP Nr. 1 zu § 13 GmbHG, zu III 3 der Gründe und BGH Urteil vom 6. Juni 1994 - II ZR 292/91 - NJW 1994, 2220, 2222).
Dieses hat sich der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu dieser Frage in seinem Urteil vom 24. September 1974 (3 AZR 589/73, NJW 1975, 708) angeschlossen (vgl. darüber hinaus auch das, soweit ersichtlich, nicht veröffentlichte Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 17. September 1991 - 3 AZR 521/90).
a) Einen Betrug, § 263 StGB, der in Verbindung mit § 823 Abs. 2 BGB eine Schadensersatzpflicht begründen würde (st. Rspr., vgl. BGH 5. März 2002 - VI ZR 398/00 - NJW 2002, 1643; 22. Juni 1992 - II ZR 178/90 - NJW 1992, 3167; BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - AP GmbHG § 13 Nr. 1), hat der Beklagte zu 1) gegenüber dem Kläger nicht begangen.
LAG Berlin, 15.12.1981 - 3 Sa 49/81
Fürsorgepflicht hinsichtlich der Ruhegeldansprüche von Arbeitnehmern; …