Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bsg/2015-11-12/b-14-as-34_14-r
Timestamp: 2017-09-26 10:54:05
Document Index: 35836809

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 170', '§ 21', '§ 39']

BSG, 12.11.2015 - B 14 AS 34/14 R - Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II; Mehrbedarf für erwerbsfähige behinderte Leistungsberechtigte wegen einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung als Bürogehilfe in einer Fahrradwerkstatt; Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch zweites Buch (SGB II) | anwalt24.de
Urt. v. 12.11.2015, Az.: B 14 AS 34/14 R
Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II; Mehrbedarf für erwerbsfähige behinderte Leistungsberechtigte wegen einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung als Bürogehilfe in einer Fahrradwerkstatt; Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch zweites Buch (SGB II)
Referenz: JurionRS 2015, 39307
Aktenzeichen: B 14 AS 34/14 R
LSG Saarland - 22.11.2013 - AZ: L 9 AS 42/12
SG Saarbrücken - AZ: S 26 AS 376/11
§ 33 SGB IX
info also 2016, 186
NDV-RD 2016, 83-85
SGb 2016, 38-39
BSG, 12.11.2015 - B 14 AS 34/14 R
Az: B 14 AS 34/14 R
L 9 AS 42/12 (LSG für das Saarland)
S 26 AS 376/11 (SG für das Saarland)
Jobcenter im Landkreis Saarlouis,
Bahnhofsallee 4, 66740 Saarlouis,
Prozessbevollmächtigte: ............................................. .
Der 14. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 12. November 2015 durch den Richter Prof. Dr. B e c k e r als Vorsitzenden, den Richter Dr. S c h ü t z e und die Richterin H a n n a p p e l sowie die ehrenamtlichen Richter Dr. O m a g b e m i und G r o s k r e u t z
Bei dem am 11.3.1953 geborenen Kläger wurde mit Bescheid des Landesamts für Jugend, Soziales und Versorgung vom 15.7.2004 ein Grad der Behinderung (GdB) von 40 festgestellt. Das beklagte Jobcenter bewilligte dem Kläger mit Bescheid vom 7.2.2011 Arbeitslosengeld II (Alg II) für die Zeit vom 1.3. bis 31.8.2011 in Höhe von 735,12 Euro monatlich (Regelbedarf 359 Euro, Kosten für Unterkunft und Heizung [KdUH] 376,12 Euro). Gegen diesen Bescheid legte der Kläger Widerspruch ein mit der Begründung, in der Zeit vom 8.9.2010 bis 7.3.2011 habe er an einer Maßnahme, nämlich einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, teilgenommen. Daraus entstehe ein Mehrbedarf nach den §§ 33 und 104 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) iVm § 21 Abs 4 SGB II. Nachdem dem Kläger für die Zeit vom 1.3. bis 31.8.2011 Alg II unter Berücksichtigung eines Regelbedarfs in Höhe von 364 Euro pro Monat bewilligt worden war (Bescheid vom 26.3.2011), wurde der Widerspruch mit Widerspruchsbescheid vom 5.5.2011 zurückgewiesen, weil die vom 8.9.2010 bis 7.3.2011 ausgeübte Arbeitsgelegenheit in keinem Zusammenhang mit den nach § 21 Abs 4 SGB II zu gewährenden Leistungen stehe.
In dem anschließenden Klageverfahren hat der Kläger Zeugnisse vorgelegt, wonach er vom 8.9.2010 bis zum 7.3.2011 im Rahmen der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten in der ... - und vom 7.2. bis zum 4.3.2011 als Praktikant beim K eingesetzt gewesen sei. Das Sozialgericht (SG) für das Saarland hat mit Urteil vom 9.5.2012 den Beklagten unter Aufhebung des Bescheids vom 7.2.2011 und der hierzu ergangenen Änderungsbescheide und des Widerspruchsbescheids vom 5.5.2011 verurteilt, dem Kläger höhere Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts unter Berücksichtigung eines Mehrbedarfs nach § 21 Abs 4 SGB II für den Zeitraum vom 1.3. bis zum 7.3.2011 zu gewähren; im Übrigen hat das SG die Klage als unzulässig abgewiesen und die Berufung zugelassen.
Auf die Revision des Klägers ist das Urteil des LSG aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an dieses Gericht zurückzuverweisen (§ 170 Abs 2 Satz 2 Sozialgerichtsgesetz [SGG]). Es konnte nicht abschließend entschieden werden, ob dem Kläger höhere Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts unter Berücksichtigung eines Mehrbedarfs nach § 21 Abs 4 SGB II zustehen.
1. Gegenstand des Revisionsverfahrens ist der Bescheid vom 26.3.2011 betreffend den Leistungszeitraum vom 1.3. bis zum 31.8.2011, durch den der ursprüngliche Bescheid vom 7.2.2011 für denselben Zeitraum wegen der Erhöhung des Regelbedarfs ab dem 1.1.2011 komplett ersetzt worden ist (§ 39 Abs 2 Sozialgesetzbuch Zehntes Buch [SGB X]), in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 5.5.2011.