Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Frankfurt&Datum=20.11.2001&Aktenzeichen=20%20W%20419/01
Timestamp: 2013-05-21 21:54:29
Document Index: 82379257

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung OLG Frankfurt, 20.11.2001 - 20 W 419/01 Volltextver�ffentlichungen (7)
� 1904 Abs 1 BGB, � 27 Abs 1 ZPO, � 550 ZPOBetreuung: Genehmigungserfordernis f�r die Betreuerentscheidung �ber den Abbruch k�nstlicher Ern�hrung des Betreuten
Vormundschaftsgerichtliche Genehmigung, Abbruch der Ern�hrung, Genehmigung des Betreuers
�� 1896 I, 1904 I BGB: Entsprechende Anwendung von � 1904 BGB auf den Abbruch der Ern�hrung mittels PEG-Sonde
uni-koeln.de Sterbebegleitung - Entscheidung des Betreuers �ber Abbruch der k�nstlichen Ern�hrung bedarf bei irreversibel hirngesch�digtem Betroffenem der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung
Bei Abbruch der k�nstlichen Ern�hrung eines Komapatienten ist dessen mutma�licher Wille entscheidend // Entscheidung �ber lebensbeendende Ma�nahmen geh�rt auch zum Aufgabenkreis des Betreuers
vgt-ev.de , S. 219 (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Irrwege bei � 1904 BGB - Entscheidungen �ber Leben und Tod (Andreas J�rgens)
Zur Beteiligung des Vormundschaftsgerichts an lebensbeendenden Ma�nahmen (Petra Frantzioch; Kritische Justiz 2003, 111)
AG Frankfurt/Main - 47 XVII HAG 977/00
LG Frankfurt/Main, 11.09.2001 - 28 T 124/01
NJW 2002, 689
MDR 2002, 218
FGPrax 2002, 31
FamRZ 2002, 575
Rpfleger 2002, 143
Wird zitiert von ... (9) BGH, 17.03.2003 - XII ZB 2/03 Arztrecht - Lebenserhaltende und -verl�ngernde Ma�nahmenEs sieht sich daran durch die Beschl�sse des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 15. Juli 1998 - 20 W 224/98 - FamRZ 1998, 1137 und vom 20. November 2001 - 20 W 419/01 - FamRZ 2002, 575 sowie des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 29. Oktober 2001 - 19 Wx 21/01 - FamRZ 2002, 488 gehindert.
OLG Schleswig, 12.12.2002 - 2 W 168/02 Abbruch der Ern�hrung eines Betreuten; vormundschaftsgerichtliche Genehmigung?Er sieht sich an der Zur�ckweisung des Rechtsmittels jedoch durch das Urteil des BGH vom 13.09.1994 - 1 StR 357/94 - (NJW 1995, 204) sowie durch die auf weitere Beschwerde ergangenen Beschl�sse des OLG Frankfurt vom 20.11.2001 - 20 W 419/01 (FamRZ 2002, 575; vgl. bereits Beschlu� vom 15.07.1998 - 20 W 224/98 NJW 1998, 2747) und des OLG Karlsruhe vom 29.10.2001 - 19 Wx 21/01 (FamRZ 2002, 488) gehindert.Die Einwilligung unterf�llt auch dem Aufgabenkreis der "Gesundheitsf�rsorge" (OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575, 576; OLG Karlsruhe FamRZ 2002, 488, 489, LG Duisburg NJW 1999, 2744; Dodegge NJW 2000, 2704, 2707; Gr�ndel NJW 1999, 3392; a.A. LG M�nchen NJW 1999, 1789, 1789; LG Augsburg FamRZ 2000, 320, 321; Bienwald FamRZ 2002, 577; Seitz ZRP 1998, 417, 420).Eine rechtliche Grundlage f�r eine vormundschaftsgerichtliche Genehmigung einer solchen Einwilligung des Betreuers ist entgegen insbesondere der Auffassung des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte Frankfurt und Karlsruhe - jeweils a.a.O. - nicht gegeben (vgl. zum Streitstand in Rechtsprechung und Literatur zu dieser Frage im einzelnen OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575 und Eberbach MedR 2000, 267, 268 ff).Die von der Gegenmeinung (OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575, 576; OLG Karlsruhe FamRZ 2002, 488, 491) zur Erkundung der Auffassung des Gesetzgebers erw�hnte Anwort der damaligen Bundesregierung auf die Anfrage des Abgeordneten Hubert H�ppe, ob ein gesetzgeberischer Handlungsbedarf hinsichtlich � 1904 BGB erkennbar geworden sei:.Der Auffassung der Gegenmeinung, die sachlichrechtlichen Kriterien einer Genehmigung seien gesichert und diese sei nunmehr auf ein verl��liches justizf�rmiges Verfahren gestellt (OLG Frankfurt NJW 1998, 2747, 2749; OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575, 577; OLG Karlsruhe FamRZ 2002, 488, 491, 492; LG Duisburg NJW 1999, 2744, 2745; Coeppicus NJW 1998, 3381, 3383; Knieper NJW 1998, 2270; Otto Jura 1999, 434, 440; Saliger JuS 1999, 16, 18, 19; Sch�ch NStZ 1995, 155, 156; Verrel JR 1999, 5, 8), vermag der Senat nicht zu folgen.Das gilt insbesondere f�r die Frage, ob ein Sachverst�ndigengutachten einzuholen ist (vgl. Alberts NJW 1999, 835, 836; Eberbach MedR 2000, 267, 269), und ob dann, wenn sich bei der Pr�fung Umst�nde f�r die Feststellung des individuellen mutma�lichen Willens des Betreuten nicht finden lassen, "auf Kriterien zur�ckgegriffen werden mu�, die allgemeinen Wertvorstellungen entsprechen" (…so BGH a.a.O. S. 205; Kritik bei OLG Frankfurt FamRZ 2002, 575, 577; ferner J�rgens BtPrax 1998, 159, 160; May/Brink/Baumann BtPrax 1998, 213; Opderbecke/Wei�auer MedR 1998, 395; Seitz ZRP 1998, 417, 421; Stalinski BtPrax 1999, 86, 89; Vogel MDR 1995, 337, 338; Verrel JR 1999, 5, 8).
BGH, 28.07.2010 - XII ZR 140/07 Familienrecht - Ermittlung der Leistungsf�higkeit zum ElternunterhaltSoweit vertreten wird, Belastungen, die die Lebensstellung vor der Inanspruchnahme auf Elternunterhalt gepr�gt h�tten (etwa Hausrats-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen), seien unterhaltsrechtlich anzuerkennen (vgl. etwa OLG K�ln FamRZ 2002, 575 f.), kann dieser Auffassung nicht mehr gefolgt werden.
LG L�beck, 25.06.2002 - 7 T 318/02 Sterbebegleitung - Beschwerde gegen die Ablehnung eines Antrages nach � …Das OLG Frankfurt hat mit Beschluss vom 20.11.2001 (FamRZ 2002, 575) an seiner oben dargestellten Rechtsauffassung ausdr�cklich festgehalten und sich mit der Kritik an diesem Urteil auseinandergesetzt.Das OLG Frankfurt (FamRZ 2002, 575/577) scheint die Einholung eines Gutachtens eines unabh�ngigen �rztlichen Sachverst�ndigen gem�� � 69 d Abs. 2 FGG jedenfalls f�r erforderlich zu halten, demgegen�ber f�hrt das OLG Karlsruhe (FamRZ 2002, 488/492) aus, dass wegen der Besonderheiten von Fallkonstellationen bei Wachkomapatienten, die sich schon mehrere Jahre in einem derartigen Zustand befinden, eine neuere �rztliche Stellungnahme einer neurologischen Universit�tsklinik ggf. ausreicht und die Einholung eines zus�tzlichen Sachverst�ndigengutachtens entbehrlich macht.Sowohl das OLG Frankfurt (FamRZ 2002, 575/577) als auch das OLG Karlsruhe (FamRZ 2002, 488/492) heben allerdings hervor, dass gegen die Auffassung des BGH erhebliche Bedenken best�nden, soweit dieser es ausnahmsweise f�r zul�ssig erachtet habe auf Kriterien zur�ckzugreifen, die allgemeinen Wertvorstellungen entspr�chen, wenn sich konkrete Umst�nde f�r die Feststellung eines individuellen mutma�lichen Willens des Be treuten nicht finden lassen.
AG Frankfurt/Main, 03.05.2002 - 47 XVII H 977/00 Sterbebegleitung - Anwendbarkeit des � 1904 BGBDaran, da� eine Rechtsgrundlage f�r den Antrag des Betreuers sich aus einer analogen Anwendung vo n � 1904 BGB ergibt, ist das Gericht aufgrund des Beschlusses des OLG Frankfurt/M. v. 20.11.2001 - 20 W 419/01 - (BtPrax 2002, 84) gebunden.Anmerkung: Es handelt es sich um die Folgeentscheidung zu OLG Frankfurt/M., BtPrax 2002, 84.
OLG M�nchen, 13.02.2003 - 3 U 5090/02 Vater kann k�nstliche Ern�hrung des Sohnes nicht einstellen lassenAbweichend von den Gr�nden des angefochtenen Urteils bedarf es hier keiner Entscheidung zu der in der Rechtsprechung und Lehre umstrittenen Frage einer entsprechenden Anwendung des � 1904 BGB in F�llen eines geplanten Behandlungsabbruchs mit dem Ziel der Beendigung des Lebens des Betreuten (vgl. OLG Frankfurt a.M., NJW 1998, 2747, und NJW 2002, 689; OLG Karlsruhe, NJW 2002, 685; LG M�nchen I, NJW 1999, 788).
LG Kaiserslautern, 20.01.2003 - 1 T 292/02 Eilma�nahme nach � 1846 BGB zur Verhinderung des Abbruchs einer …Vielmehr ist hier der Aufgabenkreis der "Gesundheitsf�rsorge" betroffen (vgl. hierzu OLG Frankfurt NJW 2002, 689, OLG Karlsruhe NJW 2002, 685; vgl. auch OLG Frankfurt NJW 1998, 2747 und BGH NJW 1995, 204).Hierzu sei verwiesen auf OLG Frankfurt NJW 2002, 689, OLG Karlsruhe NJW 2002, 685, OLG Frankfurt NJW 1998, 2747 und BGH NJW 1995, 204.
AG Schw�bisch Gm�nd, 20.01.2003 - 2 XIV 95/02 Sterbebegleitung - Abbruch der k�nstlichen Ern�hrung2) � 1904 BGB kann dar�ber hinaus nicht einmal analog angewendet werden (…Schwab in M�nchener Kommentar, BGB, 4. Aufl., � 1904 Rd-Nr. 38;… Marschner in J�rgens, Betreuungsrecht, 2. Aufl., � 1904 Rd-Nr. 7;… Diederichsen in Palandt, BGB, 61. Aufl., Einf�hrung vor � 1896, Rd-Nr. 10, ebenso LG M�nchen I NJW 1999, 1788; LG Augsburg NJW 2000, 2363 und LG Frankfurt FamRZ 2000, 1184; a.A. BGH NJW 1995, 204; OLG Karlsruhe NJW 2002, 685; OLG Frankfurt FamRZ 1998, 1137 und OLG Frankfurt NJW 2002, 689).So hat das OLG Frankfurt, NJW 2002, 689 ausgef�hrt, dass letztendlich die Entscheidung dem Betreuer obliegt und das Gericht lediglich die Vertretbarkeit dieser Entscheidung zu pr�fen hat.