Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201990,%20657
Timestamp: 2020-04-07 16:17:45
Document Index: 233538351

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 264', '§ 264', 'BGH', '§ 265', '§ 264', '§ 264', '§ 265', '§ 265', '§ 101', '§ 523', '§ 264', '§ 264', 'BGH', 'BGH', '§ 264', 'BGH', 'BGH', '§ 263', 'BGH', '§ 264', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2039', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.12.1989 - VII ZR 84/89 - dejure.org
https://dejure.org/1989,410
BGH, 21.12.1989 - VII ZR 84/89 (https://dejure.org/1989,410)
BGH, Entscheidung vom 21.12.1989 - VII ZR 84/89 (https://dejure.org/1989,410)
BGH, Entscheidung vom 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89 (https://dejure.org/1989,410)
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Klage eines ursprünglichen Inhabers einer sicherungshalber abgetretenen Forderung auf Erfüllung dieser Forderung in gewillkürter Prozessstandschaft - Fortdauer der Prozessführungsbefugnis bei Vermögensverfall - Schutzwürdiges Eigeninteresse an der Geltendmachung eines ...
Sachdienlichkeit des Übergangs von einer Klage in gewillkürter Prozeßstandschaft auf Klage im eigenen Namen nach Rückabtretung der Forderung auch bei zwischenzeitlichem Vermögensverfall
Sachdienliche Klageänderung
NJW 1990, 1608 (Ls.)
NJW-RR 1990, 505
ZIP 1990, 332
MDR 1990, 710
WM 1990, 657
DB 1990, 1325
BauR 1990, 254
b) Handelt es sich allerdings um eine Antragsänderung, die, wie die Umstellung des Klageantrags auf Leistung an den Abtretungsempfänger, den Bestimmungen des § 264 Nr. 2 oder 3 ZPO unterfällt (…für eine Anwendung von § 264 Nr. 2 ZPO: BGH, Urt. v. 3. Juni 1987, IVb ZR 68/86, FamRZ 1987, 926, 928; Urt. v. 21. Dezember 1989, VII ZR 84/89, NJW-RR 1990, 505;… Musielak/Foerste, aaO, § 265 Rdn. 10;… Zöller/Greger, aaO, § 264 Rdn. 3b;… für eine Anwendung von § 264 Nr. 3 ZPO: Stein/Jonas/Schumann, aaO, § 265 Rdn. 42;… MünchKomm-ZPO/Lüke, aaO, § 265 Rdn. 87;… Rosenberg/Schwab/Gottwald, aaO, § 101 I 3), ist sie kraft ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung nicht als eine Klageänderung anzusehen.
Nach früherem Recht (§ 523 ZPO a. F. in Verbindung mit § 264 ZPO) war eine derart unökonomische Verfahrensgestaltung ausgeschlossen, weil § 264 ZPO in der Berufungsinstanz Anwendung fand (BGHZ 85, 140, 143; BGH, Urt. v. 21. Dezember 1989, VII ZR 84/89, NJW-RR 1990, 505;… MünchKomm-ZPO/Lüke, aaO, § 264 Rdn. 5) und in den von der Vorschrift geregelten Fällen eine Antragsänderung unabhängig von dem Vorliegen weiterer Voraussetzungen ermöglichte.
Dies ist etwa angenommen worden, wenn die Vermögenslosigkeit der klagenden GmbH erst während des Prozesses eingetreten ist und kein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang zwischen der Überschuldung, der Offenlegung der Abtretung und der Ermächtigung zur Prozeßführung besteht (…BGH, Urt. v. 22. Dezember 1988, aaO; v. 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89, WM 1990, 657, 659; v. 19. September 1995 - VI ZR 166/94, NJW 1995, 3186, 3187).
Zwar eröffnet die Beurteilung der Sachdienlichkeit einen Ermessensspielraum; in der Revisionsinstanz kann grundsätzlich nur geprüft werden, ob der Rechtsbegriff der Sachdienlichkeit verkannt oder die Grenzen des Ermessens überschritten worden sind (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89 - LM ZPO 1976, § 263 Nr. 15 unter II. 4. c).
Der Sachdienlichkeit einer Klageänderung stünde nicht einmal entgegen, dass im Falle ihrer Zulassung Beweiserhebungen nötig werden und dadurch die Erledigung des Rechtsstreits verzögert würde (BGH 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89 - zu II 4 a der Gründe mwN; BAG 26. Februar 1986 - 7 AZR 503/84 -) .
Da der Kläger nach wie vor einen Anspruch der Erbengemeinschaft geltend macht, ist der Übergang von dem ursprünglichen Antrag auf Zahlung an sich selbst, dem das Amtsgericht sachlich nicht entsprochen hat, zu einem Antrag auf Hinterlegung zugunsten der Erbengemeinschaft keine Klageänderung, sondern lediglich eine nach § 264 Nr. 2 ZPO zulässige Beschränkung des ursprünglichen Klageantrages (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89 - NJW-RR 1990, 505 m.w.N.; zur Zulässigkeit nach neuem Recht, vgl. BGHZ 158, 295, 305 ff.).
Die diesbezügliche Beurteilung eröffnet dem Tatrichter einen Ermessensspielraum und kann im Revisionsverfahren nur daraufhin überprüft werden, ob der Begriff der Sachdienlichkeit verkannt und damit die Grenzen des Ermessens überschritten wurden (st. Rspr., vgl. etwa BGHZ 123, 132, 137; BGH, Urt. v. 21. Dezember 1989 - VII ZR 84/89, WM 1990, 657, 658; jeweils m.w.N.).
Das ist der Fall, wenn - wie hier - ein Miterbe neben der Leistung an sich selbst im Wege eines Hilfsantrags nach § 2039 Satz 1 BGB die Leistung an die Erbengemeinschaft fordert (RG JW 1928, 107, 108; vgl. auch RGZ 158, 302, 314;… BGH, Urt. v. 3. Juni 1987, IVb ZR 68/86, NJW-RR 1987, 1534, 1535; Urt. v. 21. Dezember 1989, VII ZR 84/89, NJW-RR 1990, 505).
BGH, 13.04.1994 - XII ZR 168/92
Umdeutung der Zeugenbenennung eines Organs in einen Antrag auf Parteivernehmung
BGH, 01.02.1994 - XI ZR 105/93
LG Bonn, 09.09.2008 - 13 O 196/07
OLG Düsseldorf, 06.01.2010 - 21 U 104/09
Zulässigkeit einer Klageänderung bei Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen …
OLG Naumburg, 12.12.1995 - 7 U 145/95
Anspruch auf Unterlassung irreführender Herkunftsangaben; Wiederholungsgefahr des …