Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=30.01.2013&Aktenzeichen=XII%20ZR%2038/12
Timestamp: 2019-06-24 09:55:54
Document Index: 115434191

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 550', '§ 550', '§ 578', '§ 550', '§ 578', '§ 550', 'BGH', '§ 550', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 550', 'BGH', '§ 550', 'BGH', 'BGH', '§ 182', 'BGH', 'BGH', '§ 398', '§ 550', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 398', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 398']

BGH, 30.01.2013 - XII ZR 38/12 - dejure.org
BGH, 30.01.2013 - XII ZR 38/12
https://dejure.org/2013,2629
BGH, 30.01.2013 - XII ZR 38/12 (https://dejure.org/2013,2629)
BGH, Entscheidung vom 30.01.2013 - XII ZR 38/12 (https://dejure.org/2013,2629)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 (https://dejure.org/2013,2629)
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BGB §§ 550, 578 Abs. 2
§ 550 BGB, § 578 Abs 2 BGB
Gewerberaummiete: Anforderungen an die wegen der Vertragslaufzeit erforderlichen Schriftform der Vertragsübernahme bei einem Mieterwechsel
Erforderliche Einhaltung der Schriftform zwischen Vor- und Nachmieter, wenn die Laufzeit des Mietvertrages erhalten bleiben soll
Mietvertragsübernahme - Zustimmung des Vermieters
Vertragsübernahme und Schriftform
Anforderungen an die Wahrung der mietvertraglichen Schriftform bei Geschäftsübertragung als "asset-deal"
BGB § 550; BGB § 578 Abs. 2
Anforderungen an Schriftformwahrung bei Mieterwechsel
Schriftform beim Mieterwechsel
Mietvertragsübernahme und die Schriftformerfordernis - Firmen / Gewerbe
Erwerber, Gesamtrechtsnachfolge, Gesellschaftsrecht, Unternehmenskauf
Zu den Anforderungen an die Schriftform beim Mieterwechsel
Wahrung der Schriftform bei Vertragsübernahme
Wahrung der Schriftform beim Wechsel des Mieters
Mieterwechsel: Schriftform erfordert Bezugnahme auf den Mietvertrag
mummenhoff.net , S. 7 (Entscheidungsbesprechung)
Gewerberaummiete: Anforderungen an die wegen der Vertragslaufzeit erforderlichen Schriftform der Vertragsübernahme bei Mieterwechsel
Mieterwechsel: Schriftform erfordert Bezugnahme auf den Mietvertrag! (IMR 2013, 146)
LG Lübeck, 07.06.2011 - 17 O 120/10
OLG Schleswig, 23.03.2012 - 4 U 84/11
NJW 2013, 1083
MDR 2013, 394
NZM 2013, 269
ZMR 2013, 425
NZG 2013, 430
Treffen die Mietvertragsparteien nachträglich eine Vereinbarung, mit der wesentliche Vertragsbestandteile geändert werden sollen, muss diese zur Erhaltung der Schriftform des § 550 Satz 1 BGB hinreichend deutlich auf den ursprünglichen Vertrag Bezug nehmen, die geänderten Regelungen aufführen und erkennen lassen, dass es im Übrigen bei den Bestimmungen des ursprünglichen Vertrages verbleiben soll (…Senatsurteile BGHZ 205, 99 = NJW 2015, 2034 Rn. 27;… vom 11. Dezember 2013 - XII ZR 137/12 - ZMR 2014, 439 Rn. 16 und vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 22 mwN).
Sie müssen daher ebenfalls der Schriftform des § 550 BGB genügen, es sei denn, dass es sich um unwesentliche Änderungen handelt (…st. Rspr. des Senats, vgl. etwa Senatsurteile vom 13. November 2013 - XII ZR 142/12 - NJW 2014, 52 Rn. 22 mwN und vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 22 mwN).
Daraus lässt sich nicht herleiten, sie hätten darauf vertrauen können, der Vertragspartner werde nicht von der besonderen Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen, die das Gesetz vorsieht, wenn die Schriftform nicht eingehalten ist (st. Rspr. des Senats, vgl. etwa Senatsurteile vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 26 mwN …und vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 28 mwN).
Bei einem Erwerb von Gesamtheiten einzelner Wirtschaftsgüter eines Unternehmens wird der Erwerber nicht Gesamtrechtsnachfolger des Veräußerers (Anschluss an BGH, Urteil vom 30. Januar 2013, XII ZR 38/12, NJW 2013, 1083 Rn. 16).
Bei einem solchen Erwerb von Gesamtheiten einzelner Wirtschaftsgüter eines Unternehmens wird der Erwerber jedoch nicht Gesamtrechtsnachfolger des Veräußerers (vgl. BGH, Urteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12, NJW 2013, 1083 Rn. 16).
Die Vertragsübernahme kann als dreiseitiger Vertrag oder durch Vertrag zwischen zwei Beteiligten geschlossen werden, der durch den dritten Beteiligten genehmigt wird (vgl. BGHZ 96, 302 = NJW 1986, 918 und Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 19 mwN).
Um den Voraussetzungen des § 550 BGB - weiterhin - zu genügen, hätte die Nachtragsvereinbarung vom 6. Juni 2001 ebenfalls unter Wahrung der Schriftform (vgl. dazu Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 22 f.) geschlossen werden müssen.
BGH, 11.12.2013 - XII ZR 137/12
b) Wie der Senat in einer Parallelsache bereits entschieden hat (Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 16 f.) und sich die Revision im vorliegenden Verfahren zu eigen macht, stellt der streitgegenständliche Kauf- und Übertragungsvertrag einen sogenannten asset-deal dar, mit dem die Rechtsvorgängerin der Klägerin die Gesamtheit der einzelnen Wirtschaftsgüter, nicht aber Gesellschaftsanteile der J. GmbH erworben hat (vgl. Ziff. 1 des Vertrags).
Nachdem der Mieterwechsel hier in Form einer Vereinbarung zwischen dem Vormieter und dem neuen Mieter vorgenommen wurde, bedurfte er der Genehmigung durch den Vermieter, die auch durch schlüssiges Verhalten erfolgen kann (Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 19).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Senats (Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 22 f. mwN) ist die Schriftform des § 550 BGB nur gewahrt, wenn sich die für den Abschluss des Vertrags notwendige Einigung über alle wesentlichen Vertragsbedingungen - insbesondere den Mietgegenstand, die Miete sowie die Dauer und die Parteien des Mietverhältnisses - aus einer von beiden Parteien unterzeichneten Urkunde ergibt.
b) Diesen Anforderungen genügen die hier vorliegenden, über den Mieterwechsel erstellten Urkunden, nämlich der ursprüngliche Mietvertrag vom 25. August 1995, der Kauf- und Übertragungsvertrag über einen Geschäftsbetriebsteil vom 26. April 2001 sowie dessen Anlage 3.1, die nur in ihrer Gesamtheit die Voraussetzungen eines formwirksamen Mietvertrags erfüllen können, nicht (vgl. Senatsurteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 24).
OLG München, 06.02.2019 - 32 Wx 147/18
Beseitigung einer baulichen Veränderung von einem Wohnungseigentümer
Die Vertragsübernahme kann grundsätzlich als dreiseitiger Vertrag oder durch Vertrag zwischen zwei Beteiligten geschlossen werden, der durch den dritten Beteiligten genehmigt wird (BGH…, Urteil vom 12. Juli 2017 - XII ZR 26/16 -, Rn. 19, juris; BGH, Urteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 -, Rn. 19, juris).
OLG Nürnberg, 24.04.2013 - 12 U 932/12
Rechtsfolgen der Begründung und anschließenden Veräußerung von Wohnungseigentum …
Auch im Falle der Formbedürftigkeit eines Mietvertrags ist die Zustimmung des Mieters zu einem Vermieterwechsel formfrei möglich, § 182 Abs. 2 BGB (BGH, Urteil vom 12.03.2003 - XII ZR 18/00, BGHZ 154, 171; Urteil vom 30.01.2013 - XII ZR 38/12, NJW 2013, 1083;… Palandt/Grüneberg, BGB 72. Aufl. § 398 Rn. 43).
LG Kleve, 27.07.2016 - 1 O 45/16
Schriftformerfordernis für Mietvertragsänderungen; Nachträglich vereinbarte …
Sie müssen daher ebenfalls der Schriftform des § 550 BGB genügen, es sei denn, dass es sich um unwesentliche Änderungen handelt (…st. Rspr. des BGH, vgl. etwa Urteil vom 13. November 2013 - XII ZR 142/12 - NJW 2014, 52 Rn. 22 m.w.N. und vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 22 m.w.N.).
Daraus lässt sich nicht herleiten, der Kläger hätte darauf vertrauen können, der Vertragspartner werde nicht von der besonderen Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen, die das Gesetz vorsieht, wenn die Schriftform nicht eingehalten ist (st. Rspr. des BGH, vgl. BGH, Urteil vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 26 m.w.N. …und vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 28 m.w.N.).
Eine Vertragsübernahme kann nach deutschem Recht nur durch ein einheitliches Rechtsgeschäft (vgl. BGH, NJW-RR 2005, 958, 959; NJW 2013, 1083, 1084;… Palandt/Grüneberg, BGB, 74. Aufl., § 398 Rn. 42) zwischen der verbleibenden Vertragspartei, der ausscheidenden Vertragspartei und der übernehmenden Vertragspartei vollzogen werden, d.h. unter Mitwirkung aller Beteiligter.
Möglich ist dies nach allgemeiner Meinung entweder im Wege eines dreiseitigen Vertrags zwischen der ausscheidenden, der übernehmenden und der verbleibenden Partei oder durch Vereinbarung zwischen zwei Beteiligten unter Zustimmung des Dritten (vgl. BGHZ 95, 88, 93 = NJW 1985, 2528; BGHZ 96, 302, 308 = NJW 1986, 918; BGH, NJW-RR 2005, 958, 959; NJW-RR 2010, 1095; NJW 2013, 1083, 1084;… Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 398 Rn. 42).
OLG Saarbrücken, 10.01.2018 - 5 U 5/17
Zustandekommen eines Mietvertrages mit einer neu gegründeten GmbH als …
OLG Hamburg, 05.10.2015 - 4 U 54/15
Geschäftsraummiete: Formbedürftigkeit eines einseitigen Kündigungsverzichts
LG Düsseldorf, 24.03.2016 - 4b O 7/15
Patentfähigkeit des Klagepatents mit der Bezeichnung "Rauchartikel mit …
OLG Frankfurt, 05.07.2017 - 2 U 152/16
Sperrung einer Landstraße als Mangel der vermieteten Gaststätte
OLG Hamm, 22.02.2017 - 30 U 115/16
Untermietverhältnis; Herausgabeanspruch des Untervermieters; Besitzrecht
OLG Köln, 11.03.2016 - 20 U 189/14
Wirksamkeit der Übertragung einer Kapitallebensversicherung auf einen Dritten bei …
Verpflichtung zur Räumung der angemieteten Büroräume aufgrund Eintritts in den …
OLG Dresden, 01.12.2017 - 8 U 1278/17
Anforderungen an den Nachweis der Aktivlegitimation einer anderen als der …
OLG Köln, 15.08.2018 - 12 U 26/18
Voraussetzungen des Eintritts eines Dritten in einen Darlehensvertrag anstelle …
LG Paderborn, 17.10.2017 - 2 O 176/17
Räumungs- und und Herausgabebegehren bzgl. eines Backshops auf Grundlage eines …