Source: http://www.pass-the-eqe.com/category/pass-the-eqe-part-c/
Timestamp: 2020-08-10 20:31:29
Document Index: 90494243

Matched Legal Cases: ['Art. 158', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 56', 'Art. 56', 'Art. 123', 'Art. 54', 'Art. 56']

C-Teil | Pass the EQE!
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Im C-Teil der EQE geht es um das schnelle und korrekte Verfassen eines Einspruchsschriftsatzes.
Bei allen Teilen ist es wichtig, die Bewertungspraxis zu kennen und dementsprechend die Prüfungsstrategie richtig auszurichten. In diesem Beitrag gehe ich darauf ein, wie die Bewertungspraxis in Teil C aussieht und wie demensprechend eine erfolgreiche Prüfungsstrategie aussehen könnte.
Die Punktevergabe bei Teil C teilt sich in zwei Bereiche auf:
„Use of Information“
„Argumentation“
Für „Use of information“ gibt es in der Regel 45% der Punkte. Damit meint die Prüfungskommision dass der Prüfling zeigt, dass er alle zur Verfügung gestellten Informationen irgendwie zur Kenntnis genommen und in der Prüfung „verarbeitet“ hat.
Zeitränge und Typus der Entgegenhaltungen richtig beschreiben/bewerten.
Angaben wie Anspruchsmerkmale, technische Wirkungen, technische Aufgaben und Hinweise im Stand der Technik erkennen und sinnvoll verwenden.
Richtige Zitierungen (also z. B. Absatz, Figur oder Bezugszeichen).
Definitionen für Fachbegriffe aus den Unterlagen übernehmen (selbst wenn man vom Fach ist und die Definition in den Unterlagen für falsch oder ungenau hält, sollte man diese Definitionen verwenden und keine eigenen, R. 22 ABVEP).
Erläuterungen bei abweichender Terminologie zwischen Patentanmeldung und Entgegenhaltung.
Gute Begründung zum nächstliegender SdT beim Aufgabe-Lösungs-Ansatz.
Überhaupt die Ausarbeitung eines guten Aufgabe-Lösungs-Ansatzes unter Nutzung aller Informationen.
Ordentliche Anträge, Hinweis auf Gebührenzahlung, richtige Bezeichnung von angegriffenem Patent und Entgegenhaltungen, Einsprechender (meist das Unternehmen), etc.. Wer allerdings Form 2300 richtig ausfüllt (und abgibt!) kann hier leichte Punkte holen.
Wie man sieht, können diese Punkte zu einem großen Anteil allein durch eine gute Checkliste mit Formulierungshilfe eingesammelt werden. Natürlich muss man auch die Prüfungsunterlagen sorgfältig lesen und richtig markieren, aber wenn man gut vorbereitet in die Prüfung geht, sollte man in der Lage sein ca. 30 von 45 Punkten als „niedrig hängende Punkte“ einzusammeln.
Mit „Argumentation“ (55% der Punkte) ist die rechtlich-inhaltliche Auseinandersetzung mit der Prüfung gemeint. Das betrifft natürlich vor allem das Erkennen der richtigen Angriffe und eine gute Argumentation bei der Ausformulierung der Neuheits- und erfinderische Tätigkeitsangriffe.
Auch hier ist es selbstverständlich, dass die mitgebrachten Unterlagen richtige und gut ausformulierte Agriffe bezüglich Neuheit und erfinderischer Tätigkeit erlauben.
Vor allem die Anspruchs-Angriffs-Matrix (siehe „Detaillierter Ablauf von Teil C“) und die Merkmalstabelle sind hierbei wichtige Hilfsmittel, um überhaupt die richtigen Angriffe zu identifizieren.
Wenn ein Neuheitsangriff mittels einer Anlage möglich ist, sollte das gleiche Dokument nicht mehr gegen den gleichen Anspruch für erfinderische Tätigkeit verwendet werden.
Wenn wir einen Anspruch aus z.B. Anlage 3 bezüglich Neuheit, und aus den Anlagen 4 in Kombination mit Anlage 2 auch noch wegen erfinderischer Tätigkeit angreifen können, dann machen wir das! Und wenn auch noch ein Angriff wegen unzulässiger Erweiterung möglich ist, dann machen wir das ebenfalls!
Übrigens: Der Einspruchsgrund nach Artikel 100 b) EPÜ (unvollständige Offenbarung) sollte in der Prüfung nicht erhoben werden, weil dies gegen Regel 25 (5) ABVEP verstößt!
Dieser Beitrag wurde am 3. Januar 2015 von Nico in C-Teil veröffentlicht. Schlagworte: Bewertungspraxis, C-Teil, EQE.
Der C-Teil ist der Prüfungsteil der die größte Anforderung an eine gute Zeiteinteilung stellt. Daher ist ein guter Arbeitsplan mit Checklisten und Vorformulierungen hier unerlässlich. Allerdings gilt auch hier: „Jeder Jeck ist anders“, daher kann mein Weg zur Lösung des C-Teils vielleicht nicht zu Deinem Arbeitsstil passen. Mir hat er aber offensichtlich geholfen und hier schildere ich, wie er aussah.
Im Grunde gibt es folgende Schritte, die man im C-Teil durchlaufen muss:
1. Unterlagen sichten und vorsortieren
Zeit: ca. 9:30 – 9:40.
Alle Prüfungsblätter entklammern, lochen, abheften
Während der gesamten Prüfung:
Alle eigenen Blätter mit weichem Bleistift oder hellem Marker nummerieren:
Mandantenschreiben: M-1, usw.
Einspruchsschriftsatz:
Einleitung: E-1, usw.
Angriffe gegen Anspruch 1: C1-1, usw.
Angriffe gegen Anspruch 2: C2-1, usw.
Angriffe wegen unzulässiger Erweiterung oder anderes: S-1, usw.
Wir schreiben nun die erste Seite mit verwendeten Abkürzungen und Einleitung (Adresse, Betreff, Anträge).
2. Form 2300 ausfüllen (so weit möglich)
Zeit: ca. 9:40 – 9:50.
Es empfiehlt sich sich eine Form 2300 daheim fertig ausgefüllt als Vorlage mitzunehmen, so dass man in der Prüfung schnell weiß, was man wo in welchem Textfeld ausfüllen muss.
3. Mandantenschreiben analysieren
Zeit: ca. 9:50 – 10:00.
Erste Durchsicht Mandantenschreiben
Markierungen am Rand und/oder mittels Farbcode:
RF – Rechtsfragen (ohne Bezug zum Angriff) (Gelb)
AF – Rechtsfragen relevant für Angriff (Gelb)
123 – Unzulässige Erweiterungen; Hierbei den Zeitpunkt der unzulassigen Erweiterung feststellen („Nach Einreichung der Anmeldung“ oder „Während des Prüfverfahrens“?) (Grün)
Prio – Prio-Probleme (Pink)
V – Offenkundliche Vorbenutzung (Gelb)
! – Wichtige sonstige Infos (Gelb)
SdT – Hinweise auf allg. Stand der Technik/Wissen des Fachmanns (Gelb)
Zweite Durchsicht Mandantenschreiben (mit den neuen Prüfungsregeln für Teil C sollten die folgenden Schritte eigentlich nicht mehr nötig sein).
Zuerst Beantwortung der Fragen, die keinen Einfluss auf den Angriff haben.
Ungewöhnliche Sachverhalte sind meist Hinweise auf Entscheidungen und RiLi.
Verbindung zwischen SV und Rechtsgrundlage kurz darstellen (kein Gutachten).
Bei Fragen mit Bezug zum Angriff (Prio, 123, Beweise, etc.) in der Hauptsache auf Einspruchs-Schriftsatz verweisen.
Nach der Bearbeitung Markierungen abhaken/streichen!
Wir schreiben an den Mandanten eine Beantwortung seiner Fragen bzw. verweisen auf den Einspruchsschriftsatz (Hierbei so kurz fassen, wie möglich!).
4. Streitpatent analysieren
Zeit: ca. 10:00 – 10:20.
Erstens: Markierungen des Streitpatents (und später der Entgegenhaltungen):
SdT – Informationen über den SdT (Gelb)
TG – Ausführungen zum technischen Gebiet (Gelb)
123 – Unzulässige Erweiterungen (Grün)
Prio – Prioritätsprobleme (Pink)
A – Aufgabe und Lösung (Rot)
E – Technischer Effekt (Blau)
Technische Vor- und Nachteile -> „T+“ oder „T-“
Def – Definitionen (Gelb)
Bemerk. – Wichtige Hinweise (z.B. „Löten muss unter Vakuum erfolgen“) (Gelb)
FW – Allgemeines Fachwissen (Gelb)
Zweitens: Beginn der Analyse der Ansprüche:
Jedes Merkmal nummerieren
Eintragen in „Merkmalsanalyse-Tabelle“ (Nur die Spalten 1 und 2 der Tabelle ausfüllen!)
Markierungen und Informationen überprüfen!
Wichtig für erf. Tätigkeit:
Erst am Anmeldetag (also mit Nachanmeldung) eingeführte/geänderte Ansprüche kennzeichnen.
Nach dem Anmeldetag (also im Prüfverfahren) eingeführte Abschnitte in der Beschreibung/ Zeichnungen/ Ansprüchen kennzeichnen.
5. Anspruchs-Angriffs-Matrix (1. Teil)
Zeit: ca. 10:20 – 10:35.
Nun folgt das Eintragen in die „Anspruchs-Angriffs-Matrix“, die unter anderem in den CEIPI-Kursen zum C-Teil und im C-Book sehr gut erklärt wird.
Ich habe mir diese Matrix nicht ausgedacht und möchte daher den Eindruck vermeiden, dass ich mich hier mit fremden Loorbeeren schmücken will, außerdem würde eine detaillierte Erklärung der Vorgehensweise den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Daher möchte ich alle, die diese Matrix überhaupt nicht kennen auf den verlinkten CEIPI-Kurs zum C-Teil oder das C-Book verweisen.
Für die Anderen reicht die hier folgende kurze Checkliste:
Gegenstände des Streitpatents (A1):
Unabhängige Ansprüche (Spalte links)
Abhängige Ansprüche in allen Kombinationen (Spalte links)
Bei „oder“ oder anderen Alternativen, dies entsprechend getrennt eintragen (z.B. „2a + 1; 2b + 1“)
Prioritäten der Ansprüche (-Kombinationen) einzeln überprüfen!!!
Gleiche Erfindung?
Erste Einreichung?
Gleicher Anmelder?
87 EPÜ
Beachte RiLi F-VI
Zeitränge der Ansprüche eintragen (Spalte „P“ oder „AT“)
Für jede Änderung muss es eine Grundlage in den ursprünglich eingereichten Unterlagen geben. Wenn nicht vorhanden -> A. 100 c) – Einwand auf separatem Blatt der Einspruchsschrift formulieren
Aufpassen bei Stütze nur in Abbildungen
100 c) – Einwand wahrscheinlich angebracht (T 169/83)
Beachte auch Bemerkungen im Mandantenschreiben
z.B. wenn Merkmal nur in Kombination mit anderen Merkmalen offenbart ist
ggf. in Spalte „A. 123“ eine Markierung!
Anspruchs-Angriffs Matrix am Ende nochmals überprüfen!
Wir schreiben weitere Seiten, die sich mit dem „Tatsachen-Vortrag“ befassen, also vor allem dem Zeitrang der Ansprüche.
6. Analyse der fünf Entgegenhaltungen
Zeit: ca. 10:35 bis 11:00.
1. Für jedes Dokument den Typ des Dokuments feststellen
EP oder WO-Schrift
Nationale „Nicht-EP“-Schrift (Achtung bei 54 (3) – Angriffen dürfen nur Schriften mit Erstreckung auf EP genutzt werden!)
Wissenschaftliche Publikation; Dokument aus EP-Register. (Achtung: Wann war diese Schrift der Öffentlichkeit zugänglich?)
Eidesstattliche Versicherung, Internetpublikation, etc. (Beweismittel zulässig? Zeugenbeweis hilfsweise anbieten?)
2. Zeitränge bestimmen
Anmeldung vor AT bzw. Prio, Veröffentlichung danach -> 54 (3)
Vor dem AT bzw. der Prio -> 54 (2)
Datum der Veröffentlichung bestimmen -> „X“
Datum der Einreichung bestimmen -> „P“
Beachte: Vor in Kraft treten des EPÜ2000 (13.12.2007) -> Benennung der einzelnen Staaten wichtig (Benennungsgebühr bezahlt?, R. 23a) (Art. 158 bei PCT) (RiLi C-III, 8.1)
Beachte Teilanmeldungen vs. Stammanmeldung (verschiedene Kriterien möglich -> siehe Übergangsregelungen)
Beachte: Bei 54 (3) – Schriften nur EP-Anmeldungen relevant (oder PCT-Anmeldungen für die die regionale Phase vor dem EPA eingeleitet wurden).
7. Anspruchs-Angriffs-Matrix (2. Teil)
Zeitränge „P“ und „X“ in Anspruchs-Angriffs-Matrix eintragen
Evtl. benannte Staaten in Anspruchs-Angriffs-Matrix eintragen
„Verwendbarkeit“ in Anspruchs-Angriffs-Matrix eintragen („X“ und „@“)
Wir schreiben außerdem eine Übersicht über alle verwendeten Dokumente (inklusive Zeitrang) und sonstigen Beweismittel. Dies klingt einfach, erfordert aber eine große Sorgfalt.
8. Durchlesen & Kennzeichen der Entgegenhaltungen
Zeit: ca. 11:00 – 11:45 [6-8 min. pro Druckschrift].
1. Markierungen der Entgegenhaltungen:
A – Gelöste Aufgabe (Rot)
Vor allem „Weglehre“ (Blau-Gelb )
– Wichtige Hinweise (z.B. „Löten muss unter Vakuum erfolgen“) (Gelb)
Q – Explizite Querverweise auf andere Druckschriften (Gelb)
2. Welche der Merkmale sind in Entgegenhaltung offenbart?
Eintragen in „Merkmalsanalyse-Tabelle„
Notwendige Interpretationen von Merkmalen kennzeichnen
Bemerkungen zu besonderen Auffälligkeiten notieren.
Nur wenige Unterschiede -> Effekt der Unterschiede in Streitpatent nachlesen
Äquivalente, Alternativen? -> weitere Erläuterungen notwendig?
Etwaige Interpretationen mit anderem Dokument notwendig?
Vorurteile oder sonstige negative Bemerkungen im Text?
9. Überlegen der Angriffe
Zeit: bis ca. 12:00.
1. Systematische Abarbeitung der Angriffsmöglichkeiten mittels der Anspruchs-Angriffs-Matrix und der Merkmalsanalysetabelle
Alle Merkmale in einer Entgegenhaltung gefunden?
Angriffe nach Art. 54 (Neuheit)
Dokument, z.B. „A2“ bei Art. 54 – Spalte eintragen
Bei 54 (3)- Schriften:
Sollten auch nur für Neuheitsangriffe zu gebrauchen sein!
Extra-Spalte beachten!
Alle Merkmale bis auf eines (oder zwei) gefunden?
Angriffe nach Art. 56 (Erf. Tät.)
Suche „Kombinationsdokument“, beachte aber:
„Negative Lehre“ meist Hinweis, dass anderes Dokument nSdT
Abweichender technischer Hintergrund ebenfalls Hinweis auf anderes Dokument als nSdT
Fachwissen – „FW“ (Gelb) ebenfalls beachten!!!!
Bei „unabhängigen Teillösungen“ sind auch mehr als zwei Dokumente kombinierbar
Dokument-Kombination z.B. „A3 + A6“bei Art. 56 – Spalte eintragen
Beachte: Vorgehensweise bei abhängigen Ansprüchen
In der Regel Dokumente ansehen, die für übergeordneten, unabhängigen Anspruch gefunden wurden.
Neuheits-Dokument ->
Neuheitsangriff,
wenn nicht, dann meist erf. Tät.-Angriff
Tät.-Dokument -> nur für erf. Tät. nutzbar
Ein Erf. Tät.-Angriff kann fortgesetzt werden, wenn:
Zusätzliche Merkmale im nächstliegenden SdT (gleiche Aufgabe und gleiche Unterschiede)
Zusätzliche Merkmale in der zweiten Entgegenhaltung
Beachte! Bei einer unabhängigen Teilaufgabe:
Zusätzliche Merkmale in einer dritten Entgegenhaltung verwenden.
Dokumente des übergeordneten Angriffs nicht verwenden, wenn eine bessere Entgegenhaltung verwendbar wird (prüfe nSdT-Bewertung; insbesondere wenn die verwendete Entgegenhaltung in eine andere Richtung führt)
Überprüfe Angriffe (insbesondere nSdT), markieren nSdT in Merkmalsanalysetabelle!!!!
Kalkuliere Zeiten für Angriffe:
Rest-Gesamtzeit sollte an dieser Stelle mindestens sein: 2h 30min.
123 – ca. 10 min./Angriff
Neuheit – ca. 20 min/Angriff
Erf.- Tät. – ca. 30 min./Angriff
10. Schreiben der Angriffe
Zeit: variabel, Berechnung siehe unter 9.
An dieser Stelle sollten alle Angriffe und welche Dokumente sich dafür eignen feststehen!
Ist das der Fall schreiben wir nun detaillierte Angriffe gemäß folgender Reihenfolge:
11. Form 2300 fertig ausfüllen
Zeit: ca. 15 Minuten vor Abgabe.
Wie die Überschrift schon sagt, füllen wir nun die Form 2300 fertig aus. Es fehlen in der Regel noch die Einträge welche Angriffe erfolgen sollen und welche Beweismittel abweichend von Dokumenten verwendet werden (z.B. Zeugenbeweis).
12. „Zusammenbau“ des Einspruchsschriftsatzes
Zeit: ca. 10 Minuten vor Abgabe.
Folgende Reihenfolge sollte hierbei beachtet werden (Achtung! Danach die Seiten „dokumentenecht“ nummerieren (Schema [Seitenzahl]/[Gesamtzahl]):
123 und sonst. Angriffe
Neuheitsangriffe
13. Endkontrolle und Abgabe
Zeit: ca. 5-10 Minuten vor Abgabe.
Nun folgt noch die Endkontrolle, also:
Überprüfung der Nummerierung der Seiten
Vollständigkeit der Seiten
Alle Angriffe erfolgt?
Noch offene Mandantenfragen?
Form 2300 vollständig (unterschrieben?)
Wie man sieht ist dies ein ziemlich straffer Ablaufplan und man sollte sich zur Zeitersparnis daher unbedingt für jeden der Abschnitte „Wir schreiben“ eine eigene Formulierungshilfe erstellen. Idealerweise sollte diese alle denkbaren Alternativen abdecken, so dass man in der Prüfung lediglich noch erkennen muss welcher Fall hier vorliegt und dann die richtigen Argumente, Formulierungen und insbesondere Zitate der Rechtsquellen nur noch „herunterschreiben“ muss.
Wer z.B. bei einer „unzulässiger Erweiterung mit nicht einschränkendem fakultativen Merkmal“ noch nach Worten und Gesetzes-Zitaten suchen muss, hat eigentlich schon verloren.
Gleiches gilt natürlich insbesondere für den Aufgabe-Lösungs-Ansatz, der bei Angriffen wegen erfinderischer Tätigkeit perfekt beherrscht werden muss!
Ich habe damals übrigens eine Tabelle in Querformat verwendet, die in einer linken Spalte meine Checklisten für jeden der oben genannten Schritte enthielt und in der rechten Spalte die jeweiligen Formulierungshilfen mit der maximal möglichen Detailtiefe und allen denkbaren Alternativen.
Dieser Beitrag wurde am 1. Januar 2015 von Nico in C-Teil veröffentlicht. Schlagworte: C-Teil, Detaillierte Checkliste, EQE.
Die richtige Ordnung auf dem Tisch (und darunter) ist nicht zu unterschätzen. Gerade in Teil C hat man mit so vielen Dokumenten zu tun, dass es prüfungsentscheidend sein kann, ob man auch in der Hektik immer den Überblick über seine Unterlagen hat.
Ich gebe es offen zu: Ich bin kein Leertischler. Zwar bemühe ich mich in der täglichen Arbeit einen aufgeräumten Schreibtisch zu bewahren, aber ich bin weit davon entfernt ein echter Leertischler zu werden, so wie es von vielen Zeit- und Produktivitätsmanagern gefordert wird.
Ich bin einfach ein zu kreativer Mensch, als dass ich mit nur einem Schreibwerkzeug, Schreibblock und der Computertastatur auf meinem Schreibtisch zufrieden wäre.
Was im normalen Arbeitsleben allerdings noch eine „lässliche Sünde“ ist, kann in der Prüfung häufig eine entscheidende Bedeutung bekommen: Wer nicht zu jeder Zeit alle Unterlagen griffbereit und geordnet sortiert hat, wird ernsthafte Probleme bekommen.
Daher will ich sieben Tipps geben, wie ihr optimal vorbereitet in die Prüfung geht:
7 Tipps für einen ordentlichen Prüfungsplatz
1. Ordner mit Trennstreifen und Klarsichthüllen
Stellt euch für jeden Prüfungsteil einen Schnellhefter oder schmalen Leitz-Ordner zusammen, der folgendes enthält:
a. Als erstes braucht ihr Trennstreifen . Am besten verschiedenfarbig für jedes Schreiben, welches ihr bekommt. Also z.B. in Teil C für das Mandantenschreiben, das Patent, jede der Entgegenhaltungen und Form 2300.
b. Sowie weitere Trennstreifen für jedes Dokument, welches ihr selbst anfertigen werdet. Also z.B. Antwort auf Mandantenschreiben, neue Ansprüche, etc.
Bei Teil C geht ihr sogar noch weiter ins Detail und macht zusätzlich einen Abschnitt für „Einleitung“, „unzulässige Erweiterung (Art. 123)“, einen für „Neuheit (Art. 54)“, einen für „erfinderische Tätigkeit (Art. 56)“, einen für „Sonstiges“ und evtl. noch einen für „Schluss“.
c. Weiterhin braucht ihr Klarsichthüllen , die möglichst transparent sind und sich oben und seitlich öffnen lassen.
d. Zu jedem Trennstreifen, den ihr für ein eigenes Dokument vorgesehen habt, heftet ihr nun mittels eines Heftstreifens eine Klarsichthülle, so dass ihr die Einzelseiten eines selbst angefertigten Dokuments leicht in die dafür thematisch passende Klarsichthülle stecken könnt.
e. Die Heftstreifen könnt ihr nun in den Schnellhefter oder schmalen Leitz-Ordner abheften.
Wenn ihr nun in der Prüfung eure Unterlagen erhaltet, dann entfernt ihr zuerst einmal alle Heftklammern (Enthefter ), locht die Dokumente und heftet sie auf dem passenden Heftstreifen inklusive Trennstreifen ab.
Auf diese Weise erhaltet ihr einen Schnellhefter oder schmalen Leitz-Ordner mit leicht entnehmbaren und dank Trennstreifen korrekt beschrifteten (und farblich markierten) Dokumenten.
Wenn ihr euch dann noch angewöhnt eure Farbmarkierungen in anderen Texten mit den passenden Textmarkern zu machen, also Textmarker verwendet, die farblich zu dem passen Dokument gehören (z.B. orangener Marker und orangener Trennstreifen), dann habt ihr eine zusätzliche Möglichkeit einfach festzuhalten, welches Dokument zu welchem Argument gehört.
Weiterhin könnt ihr so alles was ihr selbst anfertigt in die passende Klarsichthülle stecken (Seitenzahlen aber nicht vergessen) und so griffbereit aufbewahren.
Auf diese Weise habt ihr immer Ordnung in euren Unterlagen, denn ihr habt auf kleinstem Raum dafür gesorgt, dass ihr immer jedes Dokument an der richtigen Stelle habt.
Diese Herangehensweise wurde übrigens vom sehr guten Michalski-Hüttermann-Seminar inspiriert, die eine ähnliche Vorgehensweise empfehlen.
2. Nutzt eine Hängemappen-Transportbox
Nutzt eine Hängemappen-Transportbox für eure vorgefertigten und mitgebrachten Unterlagen.
Update: Alternativ zu der genannten Box, habe ich die Hängemappenbox SWING entdeckt, welche mir handlicher und für die Teile A, B und C geeigneter erscheint, bei denen man eigentlich nicht alle Materialien mitschleppen muss (im Gegensatz zu Teil D). Da die Boxen außerdem in verschiedenen Farben bestellt werden können, könnte man sich z.B. eine rote Box speziell für Teil A herrichten und z.B. eine blaue Box für Teil C vorbereiten. Selbst wenn einige Unterlagen dann doppelt einsortiert werden müssten, hat man auf diese Weise seine Sammlung für den jeweiligen Teil stets griffbereit ohne sich zu überladen.
So könnte man z.B. jeweils eine Hängemappe für
EPÜ-Leitfaden
Nationales Patentrecht
GBK-Entscheidungen
Wichtige T- und R-Entscheidungen
Auszüge aus dem EPA-Amtsblatt
und prüfungsteilspezifische Unterlagen
mitnehmen. Dies ist natürlich nur ein Vorschlag, ihr wollt vielleicht etwas ganz anderes in der Prüfung dabei haben. Auf jeden Fall könnt ihr so viele Informationen auf kleinstem Raum neben euch auf den Boden stellen und habt bei Bedarf alles sofort griffbereit.
3. Nutzt Buchstützen
Für die Bücher, die ihr auf jeden Fall dabei haben wollt, z.B. EPÜ und Rechtsprechung des EPA, solltet ihr einfache Buchstützen mitnehmen.
Das schafft Platz und Ordnung auf dem Schreibtisch und es vermeidet den peinlichen Vorfall wenn mitten in der Prüfung ein Buch mit lautem Knall auf den Boden donnert.
4. (Optional) Nutzt einen Leseständer
Dieser Punkt ist deshalb optional, weil ich selbst einen Leseständer in der Prüfung nie benutzt habe und daher nicht aus Erfahrung sprechen kann. Offensichtlich kann man die Prüfung auch ohne bestehen und mir persönlich wäre es etwas zu viel auf dem Schreibtisch. Dennoch kann es sein, dass man gerade in Situationen, in denen man viel Text aus dem Gesetz oder einem Kommentar abschreiben will, solch einen Leseständer gerne verwenden möchte. Wichtig ist nur, dass ihr auf eine stabile Ausführung achtet, die aber gleichzeitig nicht zu viel Platz wegnimmt.
5. Macht verkleinerte und gebundene Kopien
Manche Literatur, die man in die Prüfung mitnehmen will, hat im Original einfach eine unhandliche Größe. Ich denke da z.B. an die EPA-Richtlinien.
Hier empfiehlt es sich diese Dokumente zweiseitig auszudrucken (Vorder- und Rückseite) und in einem Copyshop binden zu lassen. So kann man z.B. die derzeit 874 Seiten (sic!) der EPA-Richtlinien auf 218 Seiten reduzieren und dennoch verbleiben sie in einem leserlichen Format.
Spare allerdings nicht bei der Bindung: Du willst Doch nicht, dass mitten in der Prüfung beim Blättern die Seiten herausfliegen.
Und, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, achtet darauf, dass ihr die aktuellste Version des jeweiligen Textes habt. Es soll in der Vergangenheit Prüflinge gegeben haben, die nach der Reform der EPA-Richtlinien immer noch die alten Zitatstellen benutzt haben…
6. Nutzt die guten alten „Mäppchen“
Ja, denkt zurück an eure Schulzeit: Die klassische „Schlamperrolle “ sorgt hier für Ordnung. Farbe und Form überlasse ich jedem selbst, denkt aber daran, dass ihr genügend Platz braucht für:
verschiedenfarbige Haftstreifen
Bleistift, sowie Spitzer und Radiergummi
kleine Vielzweckklammern
…und was ihr sonst noch mitnehmen wollt!
7. Nutzt eine Brotbox
Gerade bei den langen Prüfungen ist es unerlässlich zwischendrin eine Kleinigkeit zu essen, wie z.B. eine Banane oder einen Apfel. Auch Traubenzucker und ausreichend Flüssigkeit zum Trinken gehören zu einer guten Ausrüstung dazu.
Eine Brotbox erspart euren Mitprüflingen den unschönen Anblick einer halb abgebissenen Brotstulle oder eines langsam braun werdenden Apfelrests und verhindert Butter- oder Saftflecken auf euren Unterlagen.
Hinweis: Für die hier verlinkten Artikel bekomme ich eine Vermittlungsprovision von Amazon, wenn ihr darüber den Artikel bestellt. Euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Ich empfehle hier nur Artikel, die ich selbst in der EQE genutzt habe und für nützlich befunden habe. Ihr könnt natürlich gerne auch andere, vergleichbare Hilfsmittel anderer Firmen und Anbieter kaufen.
Dieser Beitrag wurde am 21. Dezember 2014 von Nico in C-Teil, Werkzeugkasten veröffentlicht. Schlagworte: EQE, Ordentlicher Schreibtisch, Ordnung.