Source: https://duetrust.de/6427___trashed-3-12-6__trashed-3-25
Timestamp: 2019-08-19 19:15:50
Document Index: 235795205

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', 'Art. 7', 'EuG', '§ 1', '§ 1', '§ 125', '§ 26']

Abgeltung des Urlaubs bei Tod des Arbeitnehmers im laufenden Arbeitsverhältnis – Pressemitteilung zum Urteil vom 22.01.2019 – AZR 45/16 | Thomas Terhaag, Testamentsvollstrecker
Abgeltung des Urlaubs bei Tod des Arbeitnehmers im laufenden Arbeitsverhältnis – Pressemitteilung zum Urteil vom 22.01.2019 – AZR 45/16
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Tod des Arbeitnehmers ist der Resturlaubgrundsätzlich abzugelten.
Chronologie zum Urteil
Spruchkörper: 9 AZR
Urlaub, der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann, ist nach § 7 Abs. 4 BUrlG abzugelten. Die nach dem europäischen Unionsrecht gebotene Auslegung von §§ 1, 7 Abs. 4 BUrlG ergibt, dass der Resturlaub auch dann abzugelten ist, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Arbeitnehmers endet. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat entschieden, dass der durch Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 2003/88/EG (Arbeitszeitrichtlinie) gewährleistete Anspruch auf bezahlten Mindestjahresurlaub nicht mit dem Tod des Arbeitnehmers im laufenden Arbeitsverhältnis untergehen darf, ohne dass ein Anspruch auf finanzielle Vergütung für diesen Urlaub besteht, der im Wege der Erbfolge auf den Rechtsnachfolger des Arbeitnehmers überzugehen hat (EuGH 6. November 2018 – C-569/16 und C-570/16 – [Bauer und Willmeroth]). Daraus folgt für die richtlinienkonforme Auslegung von §§ 1, 7 Abs. 4 BUrlG, dass die Vergütungskomponente des Anspruchs auf den vor dem Tod nicht mehr genommenen Jahresurlaub als Bestandteil des Vermögens Teil der Erbmasse wird. Der Abgeltungsanspruch der Erben umfasst dabei nicht nur den Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub nach §§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG von 24 Werktagen, sondern auch den Anspruch auf Zusatzurlaub für schwerbehinderte Menschen nach § 125 Abs. 1 Satz 1 SGB IX a. F. sowie den Anspruch auf Urlaub nach § 26 TVöD, der den gesetzlichen Mindesturlaub übersteigt. Dem TVöD lässt sich nicht entnehmen, dass dem Erben das Verfallrisiko für den tariflichen Mehrurlaub bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Tod des Arbeitnehmers zugewiesen ist.
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