Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20StR%20185/05
Timestamp: 2019-05-20 21:48:23
Document Index: 225025139

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 224', '§ 212', '§ 15', '§ 212', '§ 224', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.10.2005 - 4 StR 185/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,6312
BGH, 25.10.2005 - 4 StR 185/05 (https://dejure.org/2005,6312)
BGH, Entscheidung vom 25.10.2005 - 4 StR 185/05 (https://dejure.org/2005,6312)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2005 - 4 StR 185/05 (https://dejure.org/2005,6312)
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§ 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB; § 212 Abs. 1 StGB; § 15 StGB
Das Leben gefährdende Behandlung (Würgen; Angriff auf den Hals des Opfers); bedingter Tötungsvorsatz (Gesamtwürdigung; Ausschluss einer entgegenstehenden hochgradigen Alkoholisierung und affektiver Erregung trotz mangelnder Erörterung)
Dauer und Stärke in Form des Würgens als Tatbestandselemente einer gefährlichen Körperverletzung; Annahme bedingten Tötungsvorsatzes wegen massiven schneidenden Einwirkung mit einem Brotmesser auf den Hals der Geschädigten; Annahme eines Tötungsvorsatzes trotz Alkoholisierung und affektiver Erregung
StGB § 212 Abs. 1 § 224 Abs. 1 Nr. 5
Schnitt in den Hals und Tötungsvorsatz; Würgen als lebensgefährliche Behandlung
NStZ-RR 2006, 11
Von maßgeblicher Bedeutung sind vielmehr Dauer und Stärke der Einwirkung, die zwar nicht dazu führen müssen, dass das Opfer der Körperverletzung tatsächlich in Lebensgefahr gerät, aber abstrakt geeignet sein muss, das Leben des Opfers zu gefährden (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2005 - 4 StR 185/05, NStZ-RR 2006, 11, 12 mwN).
Hochgradige Alkoholisierung und affektive Erregung gehören daher zu den Umständen, die der Annahme eines bedingten Vorsatzes entgegenstehen können und deshalb ausdrücklicher Erörterung in den Urteilsgründen bedürfen (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2005 - 4 StR 185/05, NStZ-RR 2006, 11, 12 mwN (zum bedingten Tötungsvorsatz)).
Von maßgeblicher Bedeutung sind insoweit vielmehr Dauer und Stärke der Einwirkung, zu denen sich die Urteilsfeststellungen je nach Lage des Falles verhalten müssen (st. Rspr. des Bundesgerichtshofs, vgl. z.B. BGH, NStZ-RR 2004, 44 m.w.N.; BGH, Urteil vom 25. Oktober 2005 zu 4 StR 185/05, zitiert nach juris Rn. 10 m.w.N.; BGH…, Beschluss vom 12. März 2013 zu 4 StR 42/13, zitiert nach juris Rn. 4).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann festes Würgen am Hals zwar generell geeignet sein, eine Lebensgefährdung herbeizuführen, allerdings reicht insoweit nicht jeder Griff an den Hals aus, der zu würgemalähnlichen Druckmerkmalen oder Hämatomen führt (vgl. BGH NJW 2002, 3264, 3265; BGH NStZ-RR 2005, 44; BGH NStZ-RR 2006, 11; BGH NStZ 2011, 90).