Source: https://www.privatinsolvenz.net/anmelden/
Timestamp: 2019-02-22 01:44:50
Document Index: 324105876

Matched Legal Cases: ['§ 304', '§ 2', '§ 3', '§ 287', '§ 305', '§ 302']

Privatinsolvenz anmelden: So müssen Schuldner vorgehen
Privatinsolvenz anmelden – Wie Schuldner einen Privatinsolvenzantrag stellen können
Möchten Schuldner die Privatinsolvenz anmelden, sind viele Unterlagen einzureichen.
Laut dem „Schuldenbarometer 2016“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel wurden im betreffenden Jahr in Deutschland 100.984 private Insolvenzverfahren angemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Rückgang um rund 6,4 Prozent dar. Für die gesunkenen Zahlen wird vor allem die niedrige Arbeitslosenquote verantwortlich gemacht.
Nichtsdestotrotz ist für viele Schuldner eine private Insolvenz immer noch die einzige Möglichkeit, um endlich einen Weg aus der Schuldenfalle zu finden. Viele Betroffene sind jedoch unsicher, wie laut Insolvenzrecht vorzugehen ist, wenn sie eine Privatinsolvenz anmelden möchten. Welche Unterlagen sind einzureichen? Wo meldet man die Privatinsolvenz an? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Ratgeber.
Anmeldung der Privatinsolvenz kurz zusammengefasst
Bevor Schuldner die Privatinsolvenz beantragen können, müssen sie zunächst einen außergerichtlichen Einigungsversuch durchführen.
Wo kann ich die Privatinsolvenz beantragen bzw. anmelden? Als zuständiges Insolvenzgericht fungiert das jeweilige Amtsgericht, in dessen Bezirk der betroffene Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat.
Wie meldet man die Privatinsolvenz an? Beim Insolvenzgericht muss der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie des Restschuldbefreiungsverfahrens gestellt werden. Hierzu ist eine Vielzahl von Unterlagen einzureichen.
Weitere Informationen zum Anmelden der Insolvenz
1 Anmeldung der Privatinsolvenz kurz zusammengefasst
1.1 Weitere Informationen zum Anmelden der Insolvenz
2 Wer kann einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen?
2.1 Wo melde ich die Privatinsolvenz an?
3 Wie kann ich die Privatinsolvenz genau beantragen?
3.1 Einzureichende Unterlagen – Darauf sollten Schuldner achten
Wer kann einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen?
Selbstständige können in der Regel keine Privatinsolvenz beantragen.
Haben Personen so hohe Schulden angehäuft, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr abgezahlt werden können, ist die private Insolvenz häufig der einzige Ausweg. Wird ein Insolvenzverfahren angemeldet, kommt es zunächst dazu, dass das pfändbare Vermögen des Schuldners vom Insolvenzverwalter an die Gläubiger verteilt wird.
An das eigentliche Insolvenzverfahren schließt sich die bis zu sechsjährige Wohlverhaltensphase an. Während dieser Zeit muss der Schuldner sein Einkommen zu einem bestimmten Teil an den Insolvenzverwalter abgeben. Auch dieses Geld erhalten die Gläubiger. Am Ende der Privatinsolvenz steht die Restschuldbefreiung. Alle noch offenen Forderungen der Gläubiger werden damit nichtig und der ehemalige Schuldner kann befreit in ein schuldenfreies Leben starten.
Doch welche Schuldner können überhaupt eine Privatinsolvenz anmelden? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein privates Insolvenzverfahren nur Privatpersonen offensteht. Ob der Schuldner erwerbstätig ist, spielt hierbei keine Rolle. Auch Hartz-4-Empfänger, Rentner oder Hausfrauen können eine Privatinsolvenz durchlaufen. Des Weiteren haben auch ausländische Staatsbürger, die einen Wohnsitz in Deutschland vorweisen können, ein Recht darauf, eine Privatinsolvenz anzeigen zu können.
Selbstständige können in der Regel keine private Insolvenz anmelden. Sie müssen die sogenannte Regelinsolvenz durchlaufen. Jedoch können ehemalige Selbstständige einen Privatinsolvenzantrag stellen, wenn sie die folgenden Voraussetzungen, welche in § 304 der Insolvenzordnung (InsO) festgehalten sind, erfüllen:
Die Vermögensverhältnisse müssen überschaubar sein. Das bedeutet, dass der Schuldner weniger als 20 Gläubiger haben darf.
Es bestehen keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen, etwa Schulden beim Finanzamt oder Ansprüche ehemaliger Angestellter.
Wo melde ich die Privatinsolvenz an?
Privatinsolvenz: Wo diese zu beantragen ist, wird in der InsO festgelegt.
Wie wir bereits geklärt haben, können nur Privatpersonen die Privatinsolvenz anmelden. Doch wo ist der Privatinsolvenzantrag eigentlich zu stellen und welche Behörde ist zuständig? Die Antwort auf die Frage „Wo beantrage ich die die Privatinsolvenz?“ ist in der Insolvenzordnung zu finden.
§ 2 Abs. 1 InsO ist Folgendes zu entnehmen:
Für das Insolvenzverfahren ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk ein Landgericht seinen Sitz hat, als Insolvenzgericht für den Bezirk dieses Landgerichts ausschließlich zuständig.
In der Regel fungiert also ein Amtsgericht als Insolvenzgericht. Doch wie verhält es sich nun mit der örtlichen Zuständigkeit? Wo ist die Privatinsolvenz genau zu beantragen? Laut § 3 Abs. 1 InsO muss ein Schuldner bei dem Amts- bzw. Insolvenzgericht für die Privatinsolvenz einen Antrag stellen, in dessen Bezirk er seinen allgemeinen Gerichtsstand hat.
Wie kann ich die Privatinsolvenz genau beantragen?
Möchten Sie die Privatinsolvenz anmelden, empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachmann.
Wir wissen nun, wer die Privatinsolvenz anmelden kann und wo dies vorzunehmen ist. Für betroffene Schuldner steht nun noch die folgende Frage im Vordergrund: „Wie gehe ich in die Privatinsolvenz und welche Schritte müssen dabei durchlaufen werden?“
Möchten Schuldner die Privatinsolvenz anmelden, führt sie der erste Weg allerdings nicht zum zuständigen Insolvenzgericht. Vielmehr muss dem eigentlichen Antrag ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern vorgeschaltet werden. Die Schuldner müssen diesen einen Plan vorlegen, wie sie gedenken, ihre bestehenden Schulden abzuzahlen.
Erst wenn sich die Gläubiger mit einem solchen Schuldenbereinigungsplan nicht zufrieden geben, können Schuldner die Privatinsolvenz anmelden. Der entsprechende Antrag umfasst verschiedene Formulare. Des Weiteren muss eine schriftliche Bestätigung darüber vorliegen, dass der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert ist.
Nur bestimmte Stellen sind dazu befugt, einen solchen Nachweis auszustellen. Hierzu gehören etwa ein Anwalt, ein Mitarbeiter einer offiziell anerkannten Schuldnerberatung oder ein Notar. Aus diesem Grund sollten sich Schuldner, die einen solchen außergerichtlichen Einigungsversuch anstreben, sich dabei von einem Profi beraten und unterstützen lassen.
Einzureichende Unterlagen – Darauf sollten Schuldner achten
Privatinsolvenz anmelden: Online ist dies nicht möglich.
Neben dem Nachweis über den gescheiterten Einigungsversuch müssen noch weitere Formulare und Unterlagen für einen erfolgreichen Privatinsolvenzantrag eingereicht werden. Grundlegend ist der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Mit diesem teilen Schuldner dem Gericht mit, dass ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse es ihnen nicht ermöglichen, bestehenden Zahlungspflichten nachzukommen und ihre Schulden abzuzahlen.
Wenn Schuldner die Privatinsolvenz anmelden, ist es außerdem von großer Bedeutung, in diesem Formular anzugeben, dass sie einen Antrag auf Restschuldbefreiung gemäß § 287 InsO stellen. Entfällt ein solcher Antrag, ist am Ende des Insolvenzverfahrens keine Restschuldbefreiung möglich.
Außerdem müssen Antragssteller die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Angaben versichern. Allen Betroffenen sollte klar sein, dass vorsätzliche Falschangaben strafbar sein können. Zudem können sie dazu führen, dass die Restschuldbefreiung versagt wird. Das ganze private Insolvenzverfahren wäre damit umsonst gewesen.
Zusätzlich zu diesem grundlegenden Formular müssen noch weitere Anlagen sowie Ergänzungsblätter ausgefüllt und beim Insolvenzgericht eingereicht werden, wenn Schuldner die Privatinsolvenz anmelden. Aufgrund des großen Umfangs der benötigten Unterlagen sollten sich Antragssteller von einer kompetenten Beratungsperson unterstützen lassen. Dies kann etwa ein Rechtsanwalt sein, aber beispielsweise auch ein Mitarbeiter einer Schuldnerberatungsstelle.
Mit der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises im Scheckkartenformat können bereits einige Behördengänge bequem im Internet abgewickelt werden. In diesem Zusammenhang fragen sich auch viele Schuldner, ob sie, wenn sie beabsichtigen, die Privatinsolvenz zu beantragen, dies auch online durchführen können. Während die entsprechenden Formulare zwar im Internet zu finden sind, muss der Antrag dennoch in schriftlicher Form beim Insolvenzgericht eingereicht werden. Dies ist in § 305 InsO festgehalten.
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9 Replies to “Privatinsolvenz anmelden – Wie Schuldner einen Privatinsolvenzantrag stellen können”
Artur schrieb am 30. Oktober 2018 um 11:13 Uhr:
Hallo ich wollte fragen ob ich privatinsolvenz beantragen kann.
ich habe damals 2015 ein fehler beim ausfüllen des antrags für arbeitslosengeld 2 gemacht. dadurch hab ich ca. 16 monate kein geld bekommen.
in der zeit war ich aber krankenversichert und nun möchte die krankenkasse das geld dafür. es sind über 4200€
ich bekomme erst ab januar 2017 arbeitslosengeld.
des weiteren will das jobcenter für das jahr 2012 und 2013 auch geld haben.
es hieß das die zu dieser zeit mir zu viel gezahlt haben.
die summe beträgt ca. 3600€
wie sie sich vorstellen können kann ich das nicht so einfach zurück zahlen und als ich beim anwalt deswegen war, hat er mir nur gesagt dies ist zu lange her man kann da nichts mehr dagegen tun.
ich sehe daher keine lösung für mich außer insolvenz zu beantragen.
privatinsolvenz.net schrieb am 2. November 2018 um 8:49 Uhr:
grundsätzlich sollten Sie die Möglichkeit haben, die Privatinsolvenz anzumelden. Eine Schuldnerberatungsstelle oder ein Anwalt kann Sie zum weiteren Vorgehen beraten.
Rita schrieb am 8. November 2018 um 4:46 Uhr:
Mein Exman hat vor einigen Jahren privatinsolvenz angemeldet, und zahlt seit dem kein Unterhalt mehr für unsren gemeinsamen Sohn, in der Zwischenzeit hat er 2 Kinder mit einer andere n Frau bekommen. Was kann ich da tun, er meint er kann nicht zahlen weil er pleite ist.
privatinsolvenz.net schrieb am 9. November 2018 um 8:51 Uhr:
geht Ihr Exmann einer Erwerbstätigkeit nach, muss er während der Wohlverhaltensphase der Privatinsolvenz den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter abgeben. Bei der Ermittlung des pfändbaren Einkommens werden die Unterhaltspflichten des Schuldners berücksichtigt. Je mehr Personen er Unterhalt gewähren muss, umso mehr Geld darf er behalten. Ihm sollte also genügend Geld übrig bleiben, um weiterhin seinen Unterhaltspflichten nachkommen zu können. Ein Anwalt kann Sie zum weiteren Vorgehen beraten.
Axmann schrieb am 11. Dezember 2018 um 14:10 Uhr:
haben Schulden zusammen von über 31.000€ und nun haben wir ein Gerichtsverfahren verloren wo wir gesamtschuldner sind, und alles bezahlen sollen😲über 9.500€ mein Mann ist Alleinverdiener und haben eine Tochter 4…
Können wir somit also Insolvent gehen und einen Antrag auf dem Amtsgericht beantragen???
privatinsolvenz.net schrieb am 14. Dezember 2018 um 14:18 Uhr:
grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Privatinsolvenz anzumelden – allerdings muss jede Person ein eigenes Verfahren durchlaufen. Beachten Sie jedoch, dass nicht alle Schulden von der Restschuldbefreiung erfasst werden (siehe § 302 InsO).
Peter G. schrieb am 29. Dezember 2018 um 21:46 Uhr:
Hallo ich lebe getrennt und bin Rentner meine Rente beträgt 1167,57 meine Schulden beträgt 22000.00 euro 375.00 euro pro Monat ist die Rate dazu Lebensversicherungen plus Rechtsschutz plus 300 Euro an die Mieterin wo ich ab und zu schlafen darf komme ich damit durch
Michael V. schrieb am 15. Januar 2019 um 13:22 Uhr:
Hallo,ich habe bereits schon mal eine außergerichtliche Schuldenbereinigung veranlasst über einen Anwalt,was aber nix gebracht hat,da ich damals arbeitslos war. Müsste so 2010 gewesen sein. Wollte nun die Privatinsolvenz direkt beantragen,was brauch ich da alles für? Mit freundlichen Grüßen Michael V.
privatinsolvenz.net schrieb am 18. Januar 2019 um 15:21 Uhr:
Informationen zu den einzureichenden Unterlagen finden Sie unter https://www.privatinsolvenz.net/anmelden/#Einzureichende_Unterlagen_8211_Darauf_sollten_Schuldner_achten