Source: https://www.landesverband-kindertagespflege-nrw.de/index.php?article_id=77
Timestamp: 2019-11-22 22:57:56
Document Index: 376474878

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 72', '§ 1', '§ 23', '§ 705', '§ 43', '§ 4', '§ 30', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 2']

Landesverband Kindertagespflege NRW | FAQ
Landschaftsveband Westfalen-Lippe (LWL)
An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich über die Kindertagespflege vor Ort informieren möchte?
Die erste Anlaufstelle bei Fragen zur Kindertagespflege ist das jeweilige Jugendamt vor Ort. Dieses kann gegebenenfalls an eine lokale Fachberatungsstelle vermitteln.
Der Landesverband für Kindertagespflege NRW e.V. steht zusätzlich zur Beratung bei allen Fragen rund um die Kindertagespflege zur Verfügung.
Des Weiteren unterstützen Kindertagespflegevereine vor Ort bei vielen Themen.
Ein zusätzliches Angebot ist die Online-Beratung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Online-Beratung Kindertagespflege des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Wo finden wir Unterstützung, wenn wir uns beraten lassen möchten und wie finden wir einen Platz in der Kindertagespflege?
Die Jugendämter vor Ort und /oder die lokalen Fachberatungsstellen sind bei der Vermittlung und während des gesamten Betreuungsverhältnisses Ansprechpartner*innen. Sie helfen gerne bei allen Fragen.
Die Jugendämter vor Ort geben Ihnen Auskunft über weitere Fachberatungsstellen in Ihrer Kommune / in Ihrem Kreis.
Für die Kindertagespflege sind die gesetzlichen Bestimmungen im Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) §§ 2, 5, 22 bis 24, 43 und 90 aber auch §§ 72a, 76, 86, 87a, 97a, 98, 99, 104 und 105 geregelt.
Die landesrechtlichen Bestimmungen NRW sind im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern in Nordrhein-Westfalen Kinderbildungsgesetz (KiBiz §§ 1 bis 4, 9 Abs.1, 10 Abs. 2 und 4, 11 Abs.1, 13, 13a Absatz 3, in Verbindung mit den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren 13b, 13c, 14, 14a, 16, 17, 18, 22, 23 und 26 Absatz 2) verankert.
Darüber hinaus sind Satzungen oder Richtlinien zur Kindertagespflege seitens der Träger der öffentlichen Jugendhilfe vor Ort zu beachten. Hier sind unter anderem die Ausgestaltung und Höhe der laufenden Geldleistungen, die an die Kindertagespflegepersonen zu zahlen sind, Höhe und Staffelung der Elternbeiträge, Anforderungen an Grund- und Aufbauqualifizierung bzw. Fort- und Weiterbildung der Kindertagespflegepersonen und die Regelungen der Ausfallzeiten festgelegt.
Für Ausfallzeiten einer Kindertagespflegeperson ist das Jugendamt vor Ort (nach § 23 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII) zuständig. Dabei stellt das Jugendamt sicher, dass die Kinder und Eltern im Vorfeld die Gelegenheit erhalten, die Vertretungsperson kennenzulernen.
Die Vertretungskraft verfügt über eine Erlaubnis zur Kindertagespflege und darf die Betreuung von max. 5 Kindern nicht überschreiten.
Die konkreten Vertretungsregelungen sind in Absprache mit den Eltern des Tageskindes im Betreuungsvertrag schriftlich festzuhalten.
Muss ich für eine Großtagespflegestelle immer eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen?
Wenn zwei oder maximal drei Kindertagespflegepersonen gemeinsam eine Großtagespflegestelle betreiben, sind sie auch ohne besondere (schriftliche) Vereinbarung oder Vertrag automatisch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
Die GbR ist in den §§ 705 – 740 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt.
Finanzierung in der Kindertagespflege
Wie gestaltet sich die finanzielle Förderung in Bezug auf U3 in der Kindertagespflege?
Grundlage der Förderung ist die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen für zusätzliche Plätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege“ gemäß dem Runderlass des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI) vom 3. August 2017.
Welche Anträge für Investitionskosten können gestellt werden?
Wie gestaltet sich die finanzielle Förderung in Bezug auf Inklusion in der Kindertagespflege?
Für Kinder mit Behinderung oder Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, und bei denen dies von einem Träger der Eingliederungshilfe festgestellt wurde, erhält das Jugendamt die 3,5-fache Pauschale, die das Land NRW bereitstellt. Jugendämter erhalten diese Pauschale pro Jahr.
Beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
besteht zusätzlich die Möglichkeit, eine weitere Pauschale von 5000 € für Kinder mit Behinderung in Kindertagespflege pro Betreuungsjahr zu beantragen.
fördert die frühkindliche Erziehung und therapeutische Behandlung von Kindern mit (drohender) Behinderung in der Kindertagespflege. Jugendämter erhalten für Kinder mit Behinderung in der Kindertagespflege auf Antrag eine Pauschale in Höhe von 5000 €, die sog. IBIK-Pauschale (Pauschale zur Unterstützung der inklusiven Betreuung von Kindern mit Behinderung in der Kindertagespflege).
Erlaubnis zur Kindertagespflege/Qualifizierung
Informationen zu Bildungsträgern, die entsprechende Qualifizierungen durchführen, erhalten Interessierte beim zuständigen Jugendamt oder beim Landesverband Kindertagespflege NRW e.V.
Die Personen, die sich für die Tätigkeit in der Kindertagespflege interessieren, benötigen eine Erlaubnis des örtlichen Jugendamtes. Vor Erteilung der Erlaubnis wird unter anderem geprüft (SGB VIII § 43 und KiBiz § 4), ob sich die Person zur Kindertagespflegeperson eignet, für die Kindertagespflege qualifiziert ist und geeignete Räumlichkeiten für die Betreuung zur Verfügung stellen kann.
Zusätzlich muss bei Durchführung der Kindertagespflege in privaten Räumlichkeiten für alle im Haushalt lebenden Personen, die über 18 Jahre alt sind, ein erweitertes Führungszeugnis gem. § 30a Bundeszentralregistergesetz (BZRG) vorliegen.
Die Qualifizierung bezüglich der Anforderungen in der Kindertagespflege müssen durch vertiefte Kenntnisse nachgewiesen werden.
Wie sieht die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen aus?
Um die Eignung nachzuweisen, müssen Kindertagespflegepersonen "über vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege verfügen, die sie in qualifizierten Lehrgängen erworben oder in anderer Weise nachgewiesen haben" (§ 23 Abs. 3 SGB VIII).
Grundqualifizierungen werden beispielsweise von Jugendämtern, Kindertageselternvereinen, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten.
Als Grundlage für die Qualifizierung dienen das Curriculum des DJI (Deutsches Jugendinstitut) „Qualifizierung in der Kindertagespflege“ im Umfang von 160 Unterrichtsstunden oder das „Kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ (QHB) des DJI mit 300 Unterrichtseinheiten, welches seit 2015 verwendet wird.
Weitere Informationen zum „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ (QHB) sind beim Bundesverband für Kindertagespflege e.V. zu finden und nachzufragen.
Kindertagespflegepersonen können laut Gesetz bis zu fünf fremde Kinder gleichzeitig betreuen. Im Einzelfall können sie insgesamt acht Kinder über die Woche (zu unterschiedlichen Zeiten, regelmäßiges Platz-Sharing) verteilt betreuen. Kindertagespflegepersonen können daher maximal acht Betreuungsverträge abschließen.
Ausschlaggebend für die genehmigte Anzahl der Kinder, die Kindertagespflegepersonen betreuen dürfen, ist der Stand der Qualifikation, der Praxiserfahrung sowie eventuell zu berücksichtigende eigene Kinder.
Bei einem Verbund von Kindertagespflegepersonen (Großtagespflege) ist im KiBiz festgehalten, dass insgesamt höchstens neun Kinder durch höchstens drei Kindertagespflegepersonen betreut werden dürfen.
Über eine Pflegeerlaubnis muss jede Kindertagespflegeperson verfügen.
Wer berät die Kindertagespflegepersonen?
Die Verantwortung für die fachliche Beratung der Kindertagespflegepersonen (§ 23 Absatz 1 SGB VIII) obliegt dem Jugendamt vor Ort.
Die Aufgaben der Fachberatung für Kindertagespflege können aber auch einem freien Träger vor Ort übertragen worden sein.
Kindertagespflegepersonen und Eltern haben ein Recht auf Beratung in allen Fragen der Kindertagespflege (SGB VIII § 23).
Gibt es Muster-Betreuungsverträge?
Ja, der Landesverband Kindertagespflege NRW e.V. stellt eine ausführliche Muster-Betreuungsvereinbarung kostenlos als Download zur Verfügung.
Bezahlung in der Kindertagespflege
Die Kosten richten sich nach der öffentlichen Förderung. Sie sind in Satzungen / Richtlinien / Empfehlungen zur Kindertagespflege vor Ort verankert.
Die Höhe des Elternbeitrags bei öffentlich geförderten Plätzen ist abhängig vom Einkommen der Eltern und wird vom örtlichen Jugendamt festgesetzt (siehe Elternbeitragstabelle).
Bei privat finanzierter Kindertagespflege wird die Höhe der Bezahlung zwischen den Eltern und der Kindertagespflegeperson frei vereinbart.
Ausschlaggebend für die anfallenden Kosten ist, wie viele Stunden in der Woche das Kind betreut wird.
Ich wohne in einer anderen Kommune als mein Tageskind, die Eltern arbeiten ebenfalls in einer anderen Kommune. Welches Jugendamt ist für die Zahlung der Geldleistung zuständig?
Es zahlt das Jugendamt am Wohnort des Kindes.
Die Finanzierung der öffentlichen Kindertagespflege liegt in der Zuständigkeit der Kommune vor Ort und kann deshalb nicht bundesweit einheitlich geregelt werden.
Die Jugendämter haben die Höhe der Geldleistung entsprechend der Vorgaben der bundesgesetzlichen Regelung des § 23 SGB VIII unter Beachtung der hierzu ergangenen Ausführungsgesetze der jeweiligen Bundesländer auszugestalten.
Arbeiten Kindertagespflegepersonen außerhalb der eigenen Wohnung (angemietete Räume), benötigen sie eine Betriebshaftpflichtversicherung. Es empfiehlt sich, bei jedem Versicherungsabschluss genau nachzufragen, inwieweit die Versicherung Schäden übernimmt, die a) die Tageskinder im eigenen privaten Haushalt anrichten, b) die die Tageskinder gegenüber Dritten verursachen. Stichworte zur Nachfrage sind das Alter der Kinder (in Kindertagespflege betreute Kinder sind in der Regel unter 7 Jahre alt und damit für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar zu machen; zwischen 7 und 14 Jahren sind Kinder nur bedingt haftungsfähig).
Am besten lassen Sie sich von Ihrer Versicherung schriftlich bestätigen, für welche Schäden sie bei Ihrer Tätigkeit als Kindertagespflegeperson aufkommt.
Kinder in Kindertagespflegestellen sind über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt (§ 2 Abs. 1 Nr. 8 a SGB VII). Entscheidend dabei ist, dass die Eignung der Kindertagespflegeperson durch den Jugendhilfeträger festgestellt wurde, das heißt, dass die Kindertagespflegeperson über eine aktuelle Pflegeerlaubnis verfügt. Ob die Kinder in öffentlich oder privat finanzierter Kindertagespflege betreut werden, ist unbeachtlich.
Zu beachten ist, dass eine Kindertagespflegeperson maximal 5 Kinder gleichzeitig betreuen darf und im Falle einer Großtagespflegestelle nur neun Kinder die Großtagespflegestelle besuchen dürfen.