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Timestamp: 2018-09-20 03:17:26
Document Index: 5985855

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 17', '§ 4', '§ 16', '§ 16', '§ 5', '§ 15']

Förderungshöhe Auslands-BAföG - Studis Online
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Auslands-BAföG für ein Studium [Seite 2]
2. Höhe des Auslands-BAföG – wie viel gibt es als Höchstsatz?
Der mögliche Höchstsatz beim Auslands-BAföG liegt weit über dem im Inland, er kann im Monat bei weit über 1.000 € liegen.
Neben dem BAföG wie im Inland (649 €/Monat für alle, die nicht bei den Eltern wohnen) kommen noch Reisekostenzuschlag (bis zu insgesamt 1.000 €; in Europa 500 €) und notwendige Studiengebühren (höchstens 4.600 €) dazu. In einigen (wenigen) Ländern außerhalb der EU/Schweiz wird noch ein länderspezifischer Zuschlag gewährt. Schließlich kann es bis zu 71 € monatlich für eine Auslandskrankenversicherung geben. Studiengebühren und Reisekosten werden entweder auf alle Fördermonate verteilt ausgezahlt oder auf Antrag als Einmalzahlung.
Beachtet dabei, dass ihr auch im Ausland nur den niedrigeren BAföG-Satz für bei den Eltern-Wohnende bekommt, falls ihr zusammen mit den Eltern (oder einem Elternteil) im Ausland wohnt! Und natürlich gilt wie auch im Inland: Es geht hier zunächst um die Festellung eures Bedarfs. Wie viel ihr davon als BAföG bekommt, hängt u.a. vom Einkommen eurer Eltern ab, aber auch davon, wie viel ihr selbst jobbt und Vermögen habt.
BAföG-Höchstsatz Auslandsstudium
+länderspezifischer Auslandszuschlag bis zu 487 €+
=Monatlicher Gesamtbedarf bis 1293 €
+Kinderbetreuungszuschlag (monatlich) je 130 €
+einmalig Reisekostenzuschuss 500 € (Europa)
1.000 € (Rest der Welt)
+ Den höchsten Zuschlag gibt es zur Zeit in Venezuela (wobei er noch Anfang des Jahres nur bei 65 € lag). Was aber in der Höhe einmalig ist, sonst sind 195 € das höchste (Angola und Südsudan). Nur in 11 Ländern gibt es überhaupt mehr als 100 €, darunter Japan (162 €), ansonsten alles eher instabile Länder. In den meisten Ländern beträgt der Auslandszuschlag 0 €. In der EU und der Schweiz ist der Auslandszuschlag gar nicht vorgesehen.
* Nur wenn notwendig. Siehe für Details weiter unten.
Gesetzliche Regelung zu den auslandsspezifischen Zuschlägen: § 13 BAföG Abs. 4 (in Verbindung mit der AuslandszuschlagsVO)
Nachweisbar notwendige Studiengebühren im Ausland (bis 4.600 € / Jahr)
Finanzielle Beiträge zu den Studiengebühren werden in Höhe von maximal 4.600 Euro für insgesamt ein (!) Studienjahr geleistet. Die Förderung erfolgt in Form eines Vollzuschusses (§ 17 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BAföG). Darüber hinaus greift man euch finanziell nur dann in Sachen Studiengebühren unter die Arme, wenn die Ausbildung nur an der gewählten Hochschule durchgeführt werden kann oder Gutachten zweier Hochschullehrer bestätigen, dass euer besonderes Studienvorhaben insbesondere wegen eurer Leistungen besonders förderungswürdig ist. Es ist also besonderer Begründungsaufwand zu leisten.
In jedem Fall wird von euch erwartet, dass ihr euch zunächst um einen Erlass oder eine Ermäßigung der Studiengebühren bemüht. Entsprechende Belege müsst ihr dem zuständigen BAföG-Amt vorlegen.
Reiskosten zum Studienort (500 € in Europa, 1000 € sonst)
Die Zuschläge zu den Reisekosten werden als Pauschalen gezahlt und zwar für eine Hin- und eine Rückreise. Innerhalb Europas gibt es pro Reise 250 Euro, außerhalb Europas 500 Euro. Nur in Härtefällen können notwendige Aufwendungen für eine weitere Hin- und Rückreise geleistet werden (siehe dazu VwV 12.4.5, die entsprechend auch für Studierende gelten müsste, für die die Härtefallregelung in § 4 Abs. 2 AuslandszuschlagsVO zu finden ist). Die Förderung erfolgt zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als Staatsdarlehen.
Auslandskrankenversicherung (bis 71 €)
Wer das Bestehen eines beitragspflichtigen Krankenversicherungsschutzes nachweist, kann zur Deckung dieser Kosten bis zu 71 Euro erhalten. Studiert ihr nur vorübergehend im Ausland oder macht dort ein Praktikum, seid ihr weiterhin im Inland versicherungspflichtig. Ihr bekommt deshalb den genannten Betrag zusätzlich zum Inlands-Bedarf, der auch einen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung umfasst.
Anders ist dies, wenn ihr euer Studium komplett im Ausland absolviert. Dann ist im Inland gar keine Versicherungspflicht als Student/-in entstanden. Folglich gibt es auch beim BAföG nur den Betrag für den Krankenversicherungsschutz im Ausland.
Der Formulierung „bis zu 71 Euro“ lässt sich unschwer entnehmen, dass der Betrag auch niedriger ausfallen kann. Dann nämlich, wenn ihr privat versichert seid, euer Versicherungsschutz nur Teilleistungen abdeckt und eure tatsächlichen Aufwendungen unter 71 Euro liegen. Damit das BAföG-Amt diese Dinge prüfen kann, sind neben den Versicherungskosten auch die Vertragsleistungen nachzuweisen. Habt ihr dagegen eine private Vollversicherung abgeschlossen, bekommt ihr auf jeden Fall den kompletten Betrag von 71 Euro. Eine Pflicht zur Selbstbeteiligung ändert daran nichts.
Nur außerhalb der EU/Schweiz (und auch dort nicht überall): Auslandszuschlag
Die AuslandszuschlagsVO sieht für einen Auslandsaufenthalt außerhalb der EU/Schweiz einen Auslandszuschlag vor, dessen Höhe von Land zu Land unterschiedlich ausfällt. Wir haben die aktuellen Auslandszuschläge natürlich für euch zusammengestellt. Nur bevor ihr euch wundert, dass ihr in der verlinkten Tabelle so viele Nullen seht, was bedeutet, dass es keinen Auslandszuschlag gibt: Früher war es so, dass der mietkostenabhängige Wohnkostenzuschlag beim Auslands-BAföG unberücksichtigt blieb. Ausgeglichen wurde dies durch den Auslandszuschlag. Nach der aktuellen Regelung wird nun von vornherein ein höherer Grundbedarf zugrunde gelegt (mit voller Wohnkostenpauschale in rechnerischer Höhe von 250 Euro). Die Folge ist, dass die Auslandszuschläge geringer ausfallen oder ganz gestrichen wurden. Immerhin wird auf Abschläge verzichtet (die wären theoretisch auch möglich).
Wichtig noch: Ausschlaggebend für die konkrete Auszahlung der Zuschläge sind jeweils der Kalendermonat des tatsächlichen Beginns und derjenige des tatsächlichen Endes der Ausbildung im Ausland. Für unterrichts- und vorlesungsfreie Zeiten vor Beginn oder nach Beendigung der Ausbildung werden die Zuschläge nur geleistet, wenn ihr euch tatsächlich im Ausland aufhaltet. Den Zuschlag zur Krankenversicherung gibt es, solange ihr im Ausland eingeschrieben seid (VwV 13.4.2).
Übersicht BAföG-Auslandszuschlag (mit Archiv seit 2010)
3. Wie lange gibt es Auslands-BAföG? (§ 16 BAföG)
Wer innerhalb der EU/Schweiz oder im Rahmen eines integrierten Studienganges im Ausland studieren will, kann ohne besondere zeitliche Begrenzung gefördert werden. Das heißt natürlich nicht, dass die Ausbildung beliebig lange dauern darf. Die Regelungen zur Förderungshöchstdauer gelten hier in gleicher Weise wie bei der Förderung im Inland. Die zeitlich unbegrenzte Förderung innerhalb der EU/Schweiz (Fallgruppe 3) setzt ab sofort nicht mehr voraus, dass ihr vor Beginn des Auslandsstudiums mindestens drei Jahre euren ständigen Wohnsitz in Deutschland gehabt haben müsst (vgl. § 16 Abs. 3 BAföG).
Ansonsten beträgt die Förderungsdauer in aller Regel ein Jahr, und zwar am Stück. Diese Voraussetzung ist auch erfüllt, wenn ihr nicht nur im Ausland studiert, sondern im selben Land in zeitlichem Zusammenhang mit dem Studium außerdem ein Praktikum absolviert, vgl. VwV 16.1.2. Wollt ihr länger gefördert werden oder jeweils ein Semester in zwei unterschiedlichen Ländern außerhalb der EU/Schweiz studieren, so müsst ihr jeweils darlegen, warum dies für eure Ausbildung von besonderer Bedeutung ist. Eine längere Förderung (max. drei weitere Semester) kommt im Übrigen nur beim Studium an einer Hochschule in Betracht.
4. Sonderfall: Abschlussarbeit im Ausland (VwV 5.2.4)
Wenn ihr eure Abschlussarbeit im Ausland schreibt und die unter Punkt 1 aufgeführten Voraussetzungen nicht erfüllt, könnt ihr für Bewilligungszeiträume ab August 2013 Inlands-BAföG erhalten, und zwar für maximal zwölf Monate. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
Ihr besucht eine Bildungseinrichtung oder einen Betrieb im Ausland, um dort eure Abschlussarbeit (z. B. Bachelor- oder Masterarbeit) anzufertigen.
Ihr seid während dieser Zeit ausschließlich im Inland eingeschrieben.
Das Vorhaben ist in das weiterhin förderungsfähige Inlandsstudium eingebunden.
5. Folgen des Auslandsstudiums für die Förderung im Inland (§ 5a BAföG)
Dass ein Auslandsaufenthalt euch und eure Ausbildung bereichert, steht außer Frage. Für den Fall, dass ihr anschließend im Inland weiterstudiert, gibt es zusätzlich förderungsrechtliche Vorteile: Die Zeit, die ihr zu Studienzwecken im Ausland verbracht habt, bleibt bei der Berechnung der Förderungshöchstdauer für eure Ausbildung im Inland unberücksichtigt - wenn auch maximal im Umfang von einem Jahr. Es muss also niemand Angst haben, dass durch den Auslandsaufenthalt die BAföG-Berechtigung gegen Ende des Studiums gefährdet ist. Vielmehr ist förderungsrechtlich nach eurer Rückkehr aus dem Ausland alles so, als ob ihr niemals weg gewesen wärt. Das gilt auch dann, wenn ihr im Ausland BAföG erhalten habt. In diesem Fall werdet ihr im Ergebnis also länger gefördert als ohne Auslandsaufenthalt. Anders stellen sich die Dinge allerdings dar, wenn die Auslandsausbildung in Ausbildungsbestimmungen zwingend vorgeschrieben ist!
In dem Fall, dass ihr im Ausland eure Abschlussarbeit schreibt und Inlands-BAföG bezieht (siehe oben Punkt 2), tritt die oben beschriebene Folge nicht ein, ihr werdet also nicht länger gefördert (VwV 5a.0.1a).
Bei ergänzenden Auslandsausbildungen (siehe oben Fallgruppe 1) könnt ihr sogar auch dann von der oben genannten Regelung profitieren, wenn ihr euch zu dem Zeitpunkt, in dem die Förderungshöchstdauer überschritten wird, im Ausland befindet (vgl. VwV 5a.0.3).
Ein Beispiel: Ihr studiert in einem Studiengang mit 6 Semestern Regelstudienzeit. In eurem 6. Fachsemester wollt ihr ein Jahr nach Australien gehen, um dort das Studium fortzusetzen. Im 6. Fachsemester ist die Förderung unproblematisch möglich, weil ihr auch im Inland gefördert worden wärt. Im 7. Semester sieht es anders aus. Hier seid ihr an sich nicht mehr BAföG-berechtigt, weil die Förderungshöchstdauer überschritten ist. Da das eine Semester, das ihr bereits im Ausland verbracht habt, bei der Förderungshöchstdauer jedoch unberücksichtigt bleibt, ist die Förderung nach der neuen Regelung auch im 7. Semester möglich. Dabei ist unerheblich, dass ihr in diesem Semester im Ausland seid.
Und noch ein Hinweis zu Übergangszeiten zwischen Auslands- und Inlandsstudium: Gehen nach Abschluss eurer Ausbildung im Ausland längstens vier Monate ins Land, bevor ihr im Inland weiterstudieren könnt, so könnt ihr nur während der letzten zwei Monate vor Beginn der Inlandsausbildung BAföG erhalten, also nicht während der kompletten „Auszeit“ (§ 15b Abs. 2a BAföG). Dasselbe gilt, wenn ihr nicht im Inland weiterstudiert, sondern in einem anderen Land. In diesem Fall ist für die Weiterförderung das Auslands-BAföG-Amt der künftigen Ausbildung zuständig (VwV 15b.2a.3).
Seite 1: Voraussetzungen für die BAföG-Förderung im Ausland
Seite 3: Förderung eines Praktikums im Ausland; weitere Sonderfälle; Antragstellung und zuständiges BAföG-Amt
Ergänzende Info: Übersichtsartikel „Finanzierung des Auslandsstudiums“
BAföG-Antrag 2018
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