Source: https://findok.bmf.gv.at/findok/ilink?bereich=RL&id=53500&ida=EStR2000&gueltig=20181213&hz_gz=06+0104%2F9-IV%2F6%2F00&dz_VonRandzahl=8006c
Timestamp: 2020-07-07 07:23:20
Document Index: 382001751

Matched Legal Cases: ['§ 99', '§ 98', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 1', '§ 100', '§ 99', '§ 100']

Die Abzugsteuer gemäß § 99 EStG 1988 beträgt 20% der Einnahmen ohne Berücksichtigung von Ausgaben (Bruttobesteuerung). Eine Ausnahme davon bildenFür Einkünfte aus einer echten stillen Beteiligung gemäßnicht öffentlich angebotenen Anteilen an § 98 Abs. 1 Z 5 lit. c EStG 1988, sieImmobilienfonds (§ 99 Abs. 1 Z 6 EStG 1988 unterliegen einem Satz von 25 Prozent (siehe Rz 7968) und Gewinnanteilen aus stillen Beteiligungen an inländischen Unternehmen (§ 99 Abs. 1 Z 7 EStG 1988). Eine weitere Ausnahme ergibt sich nach Maßgabe von beträgt der Steuersatz jedoch 27,5% (für Zuflüsse ab § 99 Abs. 1 Z 6 EStG 1988 für Einkünftedem 1.1.2016; BGBl. I Nr. 118/2015; davor 25%). Allerdings kann in diesen beiden Fällen aus "private placement"-VeranlagungenVereinfachungsgründen eine Abzugsteuer in ImmobilienfondsHöhe von 25% einbehalten werden, wenn der Einkünfteempfänger eine Körperschaft iSd § 1 Abs. 1 KStG 1988 ist und damit ohnedies mit diesen Einkünften lediglich mit 25% Körperschaftsteuer besteuert würde (§ 100 Abs. 1a EStG 1988; BGBl. I Nr. 163/2015).
Für zugeflossene Einkünfte ab dem 24. Mai 2007 bestehtEs besteht in bestimmten Fällen neben der Bruttobesteuerung eine Nettobesteuerung (Berücksichtigung von mit den Einnahmen unmittelbar zusammenhängenden Ausgaben, siehe Rz 8006a ff). In diesem Fall beträgt die Abzugsteuer 25% (für Zuflüsse ab dem 1.1.2016; BGBl. I Nr. 163/2015; davor 35%, wenn der Empfänger eine natürliche Person ist bzw. 25%, wenn der Empfänger eine juristische Person ist).
Die Nettobesteuerung führt im Vergleich zur Bruttobesteuerung zu einer geringeren Abzugsteuer, wenn die abziehbaren Ausgaben zumindest 42,8620,01% der Einnahmen betragen:
42,8620,01
Bemessungsgrundlage für Abzugsteuer (3525%)
57,1479,99
Abzugsteuer bei Nettobesteuerung (3525% von 57,1479,99)
1. Der beschränkt steuerpflichtige Künstler A erhält vom Veranstalter B (Abzugsverpflichteter) ein Honorar von 2.000 Euro, die Spesen von insgesamt 1.700 Euro (Flug, Nächtigung, Fahrtkosten) werden von B übernommen. Die gesamten Einnahmen betragen somit 3.700 Euro. Die Bruttobesteuerung würde zu einer Abzugsteuer iHv 740 Euro (20% von 3.700 Euro) führen. Die Nettosteuer führt hingegen nur zu einer Abzugsteuer von 700500 Euro (3525% von 2.000 Euro). Da die Nettobesteuerung günstiger ist, teilt A dem B unter Bekanntgabe sämtlicher Spesen schriftlich den Wunsch nach einer Nettobesteuerung mit, nachdem er sich bei B über ihre Höhe informiert hat.
2. Der beschränkt steuerpflichtige Künstler A erhält vom Veranstalter B (Abzugsverpflichteter) ein Honorar von 2.6005.000 Euro, die Spesen von insgesamt 1.1001.000 Euro (Flug, Nächtigung, Fahrtkosten) werden von B übernommen. Die gesamten Einnahmen betragen 3.7006.000. Die Bruttobesteuerung führt zu einer Abzugsteuer iHv 7401.200 Euro (20% von 3.7006.000 Euro). Die Nettosteuer würde dagegen zu einer Abzugsteuer von 9101.250 Euro führen (3525% von 2.6005.000 Euro). Da die Nettobesteuerung nicht günstiger ist, teilt A dem B die Spesen nicht mit, es unterbleibt jedenfalls eine Nettobesteuerung.
Ohne besondere Vereinbarung verbleibt dem Vortragenden nach Abzug einer Abzugsteuer in Höhe von 1.4001.000 Euro (3525% von 4.000 Euro) ein Betrag von 2.6003.000 Euro (4.000 Euro abzüglich der 3525-prozentigen Abzugsteuer von 1.4001.000 Euro).
Sollen dem Vortragenden 4.000 Euro verbleiben, dh. der Veranstalter trägt vereinbarungsgemäß die Abzugsteuer, stellt der Auszahlungsbetrag von 4.000 Euro für die Ermittlung der Höhe der Abzugsteuer 6575% der Bemessungsgrundlage dar. In diesem Fall beträgt die Abzugsteuer rechnerisch 53,8533,33% des ausbezahlten Betrages, das sind hier 2.1541.333 Euro:
Abzugsteuer (53,8533,33%)
2.1541.333
Bemessungsgrundlage Abzugsteuer 3525%
6.1545.333
12.15411.333
- Abzugsteuer 3525% von 6.1545.333
- 2.1541.333
Ein Steuerabzug nach § 99 Abs. 1 EStG 1988 hat unabhängig von einer allfälligen inländischen Betriebsstätte des beschränkt Steuerpflichtigen zu erfolgen (zur Auswirkung eines unionsrechtlichen oder abkommensrechtlichen Diskriminierungsverbotes auf den Steuerabzug siehe Rz 8022allerdings Rz 8029 ff).
Schuldner der Abzugsteuer ist der Empfänger der Einkünfte, das ist der beschränkt Steuerpflichtige. Ihm ist die Abzugsteuer nach §§ 100 Abs. 3 EStG 1988 100 AbsidF StRefG 2015/2016 (BGBl. 3 EStG 1988I Nr. 118/2015) ausnahmsweise vorzuschreiben, wenn der Schuldner der Einkünfte die geschuldeten Beträge nicht vorschriftsmäßig gekürzt hat und die Haftung nach Abs. 2 nicht oder nur erschwert durchsetzbar wäre (Z 1) oder wenn er weiß, dass der Schuldner der Einkünfte die einbehaltene Abzugsteuer nicht vorschriftsmäßig abgeführt hat und der beschränkt Steuerpflichtige dies dem Finanzamt nicht unverzüglich mitteilt (Z 2).
Findok-Nr: 19973.17, aufgenommen am: 28.05.2018 09:01:41, zuletzt geändert am: 28.05.2018, Dokument-ID: 8e817158-0e57-468b-b7b0-5a2b88ed1b4a, Segment-ID: c43deed7-17f6-4d93-aca5-2a1cce2fde32