Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2018/189/kinderbetreuungskosten
Timestamp: 2020-01-17 21:51:50
Document Index: 334429214

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 10', '§ 10', '§ 33', '§ 64', '§ 33']

Steuererklärung (2018) | Kinder > Vorname > Kinderbetreuungskosten
Kinder Vorname Kinderbetreuungskosten
Internatskosten: Ist die Unterbringung von ADHS-Kindern in einer Privatschule absetzbar?
(2019): Kinderbetreuungskosten
Aufwendungen für die Internatsunterbringung eines gesunden Kindes zwecks Schulausbildung sind steuerlich leider bisher nicht absetzbar. Diese Aufwendungen stellen typische Ausbildungskosten dar, die mit dem Kindergeld oder dem Kinder- und BEA-Freibetrag (für Betreuung, Erziehung und Ausbildung) abgegolten sind. Nicht abzugsfähig sind die Internatskosten auch dann, wenn die Internatsunterbringung aus sozialen, psychologischen oder pädagogischen Gründen erfolgt, etwa weil das Kind schwer erziehbar oder lernbehindert ist oder die Eltern sich nicht um das Kind kümmern können.
Ist jedoch ein Internatsaufenthalt durch eine Krankheit oder Behinderung verursacht, können die Internatskosten als außergewöhnliche Belastung abziehbar sein. Wichtig ist, dass die Heilbehandlung im Vordergrund steht und der Schulbesuch nur anlässlich dieser Heilbehandlung gleichsam nebenbei und nachrangig erfolgt. Dann stellen die Internatskosten unmittelbare Krankheitskosten dar, die in vollem Umfang - unter Anrechnung der zumutbaren Belastung - als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 EStG absetzbar sind. Aktuell hat das Finanzgericht Thüringen eine neue Tür geöffnet: Internatskosten - mit Ausnahme der Verpflegungskosten - stellen Kinderbetreuungskosten dar und sind zu zwei Drittel, höchstens 4.000 Euro, im Rahmen der Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG abzugsfähig (FG Thüringen vom 25.10.2016, 2 K 95/15).
Der Fall: Die 11-jährige Tochter besucht eine Ganztagsschule. Während der Schulwochen ist das Kind in dem der Schule angegliederten Internat untergebracht. Die Betreuung der im Internat wohnenden Schüler erfolgt auf der Grundlage eines mit der Schule abgestimmten Konzepts zur ganzheitlichen Erziehung und Betreuung. Nach der Erziehungsvereinbarung hat das Internat neben der Unterbringung und Verpflegung auch für die Erziehung, gesundheitliche Betreuung und Freizeitgestaltung Sorge zu tragen.
Die Internatskosten betragen 2.435 Euro, wovon 1.035 Euro auf die Unterkunft und 1.400 Euro auf die Verpflegung entfallen. Das Finanzamt will die Unterkunftskosten nicht - die Verpflegungskosten schon gar nicht - anerkennen, weil "nicht die persönliche und behütende Fürsorge für das Kind im Vordergrund standen, sodass die Internatskosten nicht zu den förderfähigen Betreuungsdienstleistungen zählten. Die Finanzrichter:
Wenn das Finanzamt meint, dass nur die behütende oder beaufsichtigende Betreuung begünstigt sei und die persönliche Fürsorge für das Kind im Vordergrund stehen müsse, so habe der Bundesfinanzhof diese enge Sicht bereits verworfen (BFH-Urteil vom 19.4.2012, III R 29/11).
Die Betreuungsangebote können in unterschiedlichen Formen erfolgen: Betreuung außer Haus, in Kindergärten, Tageseinrichtungen, Kinderheimen, Kinderkrippen sowie bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen, aber auch durch Kinderpfleger, Erzieher und Hilfen im Haushalt sowie bei der Beaufsichtigung von häuslichen Schulaufgaben. Es sei nicht ersichtlich, wieso die Unterbringung in einem "Kinderheim" begünstigt sein soll, die Unterbringung in einem "Internat" jedoch nicht.
(2018): Internatskosten teilweise als Kinderbetreuungskosten absetzbar?
Aufwendungen für den Privatschulbesuch eines Kindes sind grundsätzlich mit dem Kindergeld oder den steuerlichen Freibeträgen (Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag) sowie dem Ausbildungsfreibetrag abgegolten und daher nicht zusätzlich absetzbar. Dabei können Schulgelder - nicht jedoch Internatskosten - zu 30 %, begrenzt auf 5.000 Euro, als Sonderausgaben abgesetzt werden (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG). Die Frage ist, ob bei einer krankheitsbedingten Internatsunterbringung des Kindes die Kosten als außergewöhnliche Belastungen gemäß § 33 EStG berücksichtigt werden.
Aktuell hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden, dass Internatskosten in Höhe von 28. 000 Euro nicht als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden, wenn das Kind wegen einer einfachen Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) eine englische Privatschule (College in England) mit kleineren Klassenverbänden und einer intensiveren Betreuung besucht. Hier sei der Besuch einer Privatschule nicht zum Zwecke der Heilbehandlung erfolgt und der Schulbesuch an sich stelle keine Heilbehandlung dar. Daher handele es sich nicht um Krankheitskosten, sondern lediglich um Aufwendungen der Gesundheitsvorsorge bzw. um Folgekosten von Krankheiten, die nicht zwangsläufig erwachsen und deshalb nicht absetzbar sind (FG Düsseldorf vom 14.3.2017, 13 K 4009/15 E, Revision).
Nach Auffassung der Finanzrichter fehlt es zudem an einem amtsärztlichen Attest, das vor Beginn der Internatsunterbringung ausgestellt worden ist. Zwar wurde vom Facharzt eine "emotionale Entwicklungsverzögerung mit Aufmerksamkeitsstörung bei Teilleistungshochbegabung" bescheinigt, doch dies erfüllt nicht die geforderte Voraussetzung gemäß § 64 Abs. 1 Nr. 2c EStDV. Denn für eine "medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung eines an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidenden Kindes" ist der Nachweis durch ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes zu erbringen.
Im Urteilsfall aber liegt weder eine Legasthenie noch eine Behinderung vor. Allenfalls kann die diagnostizierte Aufmerksamkeitsstörung als Krankheit beurteilt werden. Ob diese aber so schwerwiegend war, dass sie als Behinderung angesehen werden kann, ist nicht ersichtlich. Die Richter jedenfalls wagen sich weit vor und legen die o.g. Bedingung so aus, dass unter Behinderung auch das Merkmal der Krankheit fällt. Und so weiten sie den gesetzlichen Wortlaut auf "Krankheit oder Behinderung" aus und verlangen auch für die "Krankheit" ein amtsärztliches Attest.
Wenn das Kind aufgrund einer Behinderung oder Krankheit in einer Heimsonderschule untergebracht ist, sind die Internatskosten (Unterkunft und Verpflegung) für die Privatschule als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abzugsfähig. Wichtig ist, dass die Heilbehandlung im Vordergrund steht. Und diese Heilbehandlung kann auch die pädagogische Förderung durch medizinisch geschultes Personal sein. Dann stellen die Internatskosten unmittelbare Krankheitskosten dar, die in vollem Umfang - unter Anrechnung der zumutbaren Belastung - absetzbar sind.
Bedingung aber ist, dass die medizinische Notwendigkeit durch ein im Vorhinein ausgestelltes amtsärztliches Attest nachgewiesen wird.
(2018): Internatskosten: Ist die Unterbringung von ADHS-Kindern in einer Privatschule absetzbar?
Bei mir zu berücksichtigender Anteil an den Kinderbetreuungskosten
Bei bei der Einzelveranlagung für Eheleute tragen Sie hier ein, welcher Anteil der Kinderbetreuungskosten bei Ihnen berücksichtigt werden soll. Jeder Elternteil kann die Kosten geltend machen, die er selbst getragen hat, maximal jedoch die Hälfte des Höchstbetrags von 4.000 Euro.
Wenn Sie eine andere Aufteilung wünschen, fügen Sie bitte eine einvernehmliche Erklärung beider Elternteile bei.
Sind Ihnen Kinderbetreuungskosten entstanden
Wenn Ihnen im Veranlagungszeitraum 2018 Aufwendungen für die Kinderbetreuung Ihres Kindes entstanden sind, wählen Sie "ja" aus.
Die Kinderbetreuungskosten sind ab dem Steuerjahr 2012 einheitlich als Sonderausgaben abziehbar.
Der gemeinsame Haushalt bestand
Geben Sie hier den Zeitraum an, in dem die Eltern einen gemeinsamen Haushalt geführt haben.
Falls Sie nicht während des gesamten Veranlagungsjahres 2018 einen gemeinsamen Haushalt mit dem anderen Elternteil geführt haben, können die Kinderbetreuungskosten evtl. nur anteilig in Ihrer Steuererklärung berücksichtigt werden.
Gehörte Moritz das ganze Jahr 2018 zu Ihrem Haushalt?
Wählen Sie "ja" aus, wenn das Kind während des gesamten Jahres 2018 zu Ihrem Haushalt gehörte.
Wohnte das Kind teilweise bei Ihnen und teilweise beim anderen Elternteil. wählen Sie "nein" aus.
Der Höchstbetrag für die Kinderbetreuungskosten ist ...
Sie können hier angeben, zu welchem Prozentsatz Sie den Höchstbetrag für die Kinderbetreuungskosten zwischen den Eltern aufteilen wollen. Wenn Sie für Ihr Kind Anspruch auf den halben Kinder- und Erziehungsfreibetrag haben, steht Ihnen grundsätzlich auch der halbe Höchstbetrag für die Kinderbetreuungskosten (50%) zu.
Sie können sich aber mit dem anderen Elternteil über eine andere Aufteilung des Höchstbetrags für die Kinderbetreuungskosten einigen.
Gesamtaufwendungen für die Kinderbetreuung
Summe der der steuerfreien Erstattungen
Zeitraum, in dem kein gemeinsamer Haushalt der Eltern bestand
Geben Sie hier den Zeitraum an, in dem kein gemeinsamer Haushalt der Eltern bestand.
Zeitraum, in dem Maximilian nicht zu Ihrem Haushalt gehörte
Geben Sie hier den Zeitraum an, in dem das Kind nicht zu Ihrem Haushalt gehörte.