Source: http://coupleseurope.eu/de/france/topics/3-Wie-k%C3%B6nnen-die-Ehegatten-ihre-Verm%C3%B6gensverh%C3%A4ltnisse-regeln
Timestamp: 2020-05-27 06:13:02
Document Index: 372691402

Matched Legal Cases: ['Art. 1387', 'Art. 1497', 'Art. 1526', 'Art. 212', 'Art. 1394', 'Art. 76', 'Art. 1395', 'Art. 1396', 'Art. 1397']

Wie können die Ehegatten ihre Vermögensverhältnisse regeln? - Paare in Frankreich
Art. 1387 CC legt den Grundsatz fest, dass die Ehegatten ihre ehelichen Beziehungen frei gestalten können. Sie können sich für eine vertraglich vereinbarte Gütergemeinschaft entscheiden (Art. 1497 ff. CC), eine universelle Gütergemeinschaft, bei der alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammengefasst werden (Art. 1526 CC), eine Gütertrennung, bei der es keine Gütergemeinschaft gibt (1536 ff. CC), eine Zugewinngemeinschaft, bei der es keine Gütergemeinschaft gibt, bei der aber jeder Ehegatte im Fall der Ehescheidung oder des Todes Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich hat, falls er während der Ehe ein geringeres Vermögen als der andere Ehegatte erworben hat (1569 ff. CC).
Die Ehegatten dürfen jedoch niemals die Anwendung der „Primärregelungen“ ausschließen, die allein aufgrund der Ehe Anwendung finden (Art. 212 ff. CC).
Der Ehevertrag muss vor einem Notar errichtet werden (Art. 1394 CC). Der Trauschein muss die Angabe enthalten, ob ein Ehevertrag abgeschlossen wurde, sowie den Namen und die Anschrift des beurkundenden Notars aufführen (Art. 76 CC). Wird dies versäumt, gelten die Ehegatten gegenüber Dritten als im gesetzlichen Güterstand verheiratet.
Der Ehevertrag muss vor der Eheschließung geschlossen werden und tritt am Tag der Eheschließung in Kraft (Art. 1395 CC).
Der Vertrag kann vorbehaltlich der gleichen Formalitäten, die auch für seinen Abschluss gelten, vor der Eheschließung geändert werden (Art. 1396 CC) (siehe Frage 3.2). Nachdem der eheliche Güterstand zwei Jahre lang in Kraft gewesen ist, können die Ehegatten entscheiden, die gewählte Regelung durch eine notarielle Urkunde zu ändern (Art. 1397 CC). Die Gläubiger und erwachsenen Kinder der Ehegatten können sich einer solchen Änderung widersetzen. Im Fall einer Anfechtung oder falls einer der Ehegatten minderjährige Kinder hat, muss der Vorgang durch das Gericht genehmigt werden.