Source: https://blog.drkpi.de/dsgvo-eprivacy-auswirkungen-5/
Timestamp: 2019-07-18 13:26:25
Document Index: 259713468

Matched Legal Cases: ['EuG', '§38', '§38', 'Art. 37', 'Art 37', 'EuG', 'EuG', 'Art 9']

8. Juni 2018 15. September 2018 Urs E. Gattiker - DrKPI@ 4669 Views 28 Comments Governance, Kommunikation, Messdaten Facebook
Aber was können wir anstelle von Facebook-Seiten oder auch Facebook-Gruppen anbieten? Wir wollen schließlich medial präsent bleiben und unsere „Fans“ auf eine für sie bequeme Art über Neuigkeiten informieren.
Die Antwort ist: Ja, es gibt eine Alternative. Die Lösung wäre, die Seite als Betreiber vorübergehend „nicht sichtbar“ zu machen, bis Facebook eine Option bereithält, die das Speichern von Daten explizit ausschliesst.
Facebook Firmenseite „nicht sichtbar“ machen: So geht es
Klicken Sie auf „Seite bearbeiten“ oder „Manage Page“
Option „Seite nicht veröffentlichen“ auswählen.
Die neuesten Vorwürfe gegen Facebook besagen, dass das Unternehmen Nutzerdaten von Users und deren Freunden an ca. 60 Gerätehersteller weitergegeben hat. Facebook begründete dieses Verhalten mit dem Ziel, dadurch Nutzern von Apple, Samsung, Amazon und anderen Geräten ein „gutes-Erlebnis“ auf dem Social Network zu sichern.
Facebook scheint hier aber den „Verkauf von Daten“ falsch zu verstehen. Daten werden gewinnbringend weitergegeben und dann wird trotzdem behauptet, sie seien nicht verkauft worden.
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10. Februar 2019 Urs E. Gattiker - DrKPI@ 4
19. Mai 2016 Urs E. Gattiker - DrKPI@ 5
28 thoughts on “Facebook-Fanpages und das EuGH-Urteil”
7. Juni 2018 at 18:39
Danke, bin im Bilde, betreue einige Fanpages von Unternehmen.
Wort des Tages ist „Risikoabschätzung“.
Wir trinken jetzt erstmal a Maß im Biergarten denn wer soll einen Verein oder KMU schon anschwärzen. Erstmal Ruhe einkehren lassen.
7. Juni 2018 at 18:55
Danke für Dein Feedback. Ja ich glaube auch das hier irgend eine Lösung gefunden wird. Doch es zeigt wiederum schön, dass es ein Risiko darstellt, sich z.B. auf Facebook oder Instagram zu exponieren.
Je nachdem, wie diese Firmen die DSGVO verletzen oder eben nicht, entscheidet welche Risiken das Unternehmen eingehen muss um dort aktiv zu sein.
Wie sich dies weiter entwickelt, dass weiss keiner von uns… aber was wird gehen..
DSGVO 2018-05-25 5 Beschwerden von noyb.eu = none of your business
Max Schrem hat Beschwerden eingereicht zum Artikel 12 DSGVO “Informationen in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache”
Ebenfalls zum „Koppelungsverbot“ (Artikel 7 Abs 4) = „Dienstleistungen dürfen nicht davon abhängig gemacht werden ob ein Nutzer eine Zustimmung zur Datennutzung abgibt“
noyb Datenschutz kompakt Artikel 12 erfüllt
DrKPI Datenschutz kompakt Artikel 12 erfüllt
Diese Entwicklungen in Kombination mit dem Urteil von dieser Woche werden uns noch viel Spannung bringen.
8. Juni 2018 at 9:43
Das ist vielleicht noch interessant, die Antwort auf den obigen Blogeintrag vom
„Marketing Club Köln Bonn – 08/06/2018, 9:07 am
Wir haben uns entschlossen, zunächst abzuwarten und nichts zu unternehmen… Alles andere wäre kontraproduktiv und fast irrsinnig.“
Ich habe dann am gleichen Tag auf Xing geantwortet wie folgt:
„Danke für die Antwort….
Wir haben das ein wenig anders interpretiert und hoffen natürlich nicht, dass wir „… kontraproduktiv und fast irrsinnig“ vorgegangen sind.
Ich bezweifle, dass unsere Entscheidung dem Gerichtsentscheid Folge zu leisten und die DSGVO nach deren Sinn und Zweck umzusetzen, als „kontraproduktiv und fast irrsinnig“ bezeichnet werden sollte.
Als Vorstand in einem Verein denke ich dem Motto „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ zu folgen is für uns effektiver.“
Marketing Club Köln Bonn auf Xing
Marketing Club Köln Bonn – 08/06/2018, 10:28 am
Entschuldigung, falls Sie mein „kontraproduktiv und fast irrsinnig“ auf Ihre Entscheidung bezogen haben! Das war keinesfalls so gemeint. Inhaltlich und juristisch handeln Sie nach aktuellem Stand sicher korrekt und reduzieren damit mögliche Risiken.
Meine Aussage bezog sich auf das Urteil an sich und die sich hieraus ergebenden Implikationen. Das war in der Tat aber aus meinem Kommentar nicht ersichtlich.
Wo steckt der Sinn, wenn wir alle Facebook-Fanpages und Gruppen schließen? Das kann auch bei enger Auslegung des Urteils nicht im Sinne der Rechtssprechung sein.
Insofern staune ich wieder einmal über die Auswirkungen der DSGVO, deren Summe mich zu der Aussage „kontraproduktiv und fast irrsinnig“ brachte.
Wir haben uns im Vorstand entschieden, unsere Seite sichtbar zu lassen. So handeln im übrigen auch namhafte Rechtsanwaltskanzleien, deren Fachrichtung Internetrecht und Datenschutz ist. 🙂 Solange dies noch so ist, sind wir zunächst beruhigt. Bestimmt wird sich in den nächsten Wochen hier eine klarere Linie abzeichnen. Am Ball bleiben und die Entwicklung beobachten ist in jedem Fall notwendig.
8. Juni 2018 at 14:10
Meine Antwort auf Xing
Prof. Dr. Urs E. Gattiker 08/06/2018, 1:49 pm
Danke für die interessante Antwort. Und nein, dass sah ich nicht als Angriff 🙂 nur als klare Ausdrucksweise. Sie schreiben:
Das Sie die Facebook Page nicht schliessen, würde ich in Ihren Schuhen auch als faires Risikomanagement sehen.
Aber die Seite „unsichtbar“ machen scheint mir aus 2 Gründen die beste Lösung:
Doch wenn wir es tolerieren und dem Recht mit unserem Verhalten keinen Nachdruck verschaffen, dann wird Facebook sich keine Sorgen machen. Es kann warten was die Gerichte jetzt tun werden.
Geld für die Prozesskosten ist ja bei Facebook vorhanden.
9. Juni 2018 at 10:01
9. Juni 2018 at 10:19
„… spannende Zeit bevor stehen, in der auch Facebook gefordert ist, sich der geltenden Rechtslage anzupassen. Es wäre gut und richtig. Und nicht zuletzt notwendig, um die weitere Nutzung in Europa nicht quasi abzubrechen.“
„Für die Bereiche der gemeinsamen Verantwortung von Facebook und Fanpage Betreibern
ist in einer Vereinbarung festzulegen, wer von ihnen welche Verpflichtung
der DS-GVO erfüllt. “
„Soweit Facebook Besucherinnen und Besucher einer Fanpage durch Erhebung
DS-GVO erfüllt. “
10. Juni 2018 at 14:47
vielen Dank für Deine Ausführungen. Es stimmt wirklich, das Wort des Tages ist Risikoabschätzung! Als ich ich meinem Post auf der Seite des MC Weser-Ems, bei gleichzeitiger Verlinkung zu Eurem Blog, geschrieben habe, habe ich ausgeführt, dass die Politik jetzt am Zug ist. Für mich ist es nach wie vor unverständlich, das ausgerechnet ein deutscher Politiker im Europaparlament, also aus einem Land wo schon fast traditionell der Datenschutz sehr hoch gehalten wird, unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Sprecher einer Gruppe diese Form der DSGVO umsetzen konnte. Wie konnte das passieren?
Hier werden vielen kleine und mittelständische Unternehmen dadurch geschädigt, dass diese einen unverhältnismäßigen Aufwand für die Umsetzung der neuen DSGVO betreiben müssen. Hier sind wir alle gefordert unseren regionalen politischen Vertretern kräftig Druck zu machen, dass hier schnellstmöglich Anpassungen vorgenommen werden, die das alles wieder in ein halbwegs verträgliche Maß bringen.
Vor allem aber müssen sofort Maßnahmen getroffen werden, die den Abmahnvereinen einen Riegel vorschieben.
Wie bereits gesagt – Keiner weiß nichts genaues! Egal welche Quelle ich nutze, ich bekomme immer wieder unterschiedliche Antworten. Es ist wie beim Arzt – Fragst du drei, bekommst du vier Antworten. Das heißt, es gibt bei dem Versuch der Umsetzung der neuen DSGVO keinerlei Rechtssicherheit. Selbst wenn man nachweisen kann, durch entsprechende Dokumentation – das man sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat, ist man noch lange nicht auf der sicheren Seite. Als hoffentlich ordentliche Kaufleute, sind wir seit jeher immer vertraulich mit den Informationen unserer Kunden umgegangen und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern!
Also, hier „bestraft“ die neue DSGVO ausdrücklich die falsche Zielgruppe. Während die großen Konzerne – natürlich auch die aus Amerika, die wir alle so lieben – nach wie vor mit unseren Daten so umgehen wie sie es für richtig halten, werden die „Kleinen“ im Zweifelsfall als Schuldige behandelt.
Ja ich weiß! Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. D.h. wenn ich ein Fahrrad kaufe und dieses ist gestohlen, muss ich es im Fall der Fälle auch wieder zurückgeben. Aber mal ehrlich, wir sind seit fast 10 Jahren im sozialen Netzwerk unterwegs. Und dabei ist es egal, ob wir das als Privatperson sind oder als Unternehmen oder Verein. Wir geben unsere Daten also freiwillig seit vielen Jahren ins Netz, damit wir ggf. die Vorzüge der Digitalisierung nutzen können und das soll jetzt alles falsch sein. Da sollten wir lieber anfangen unseren Nachwuchs im Umgang mit Daten besser zu schulen, da hier Datenschutz so gar nicht vorkommt.
Es gibt also noch wirklich viel zu tun, um mit dem Thema Datenschutz vernünftig umzugehen. Die neue DSGVO ist hier leider nicht zu Ende gedacht. Hier haben einige wenige Personen versucht Ihre Visionen eines selbstbestimmten Lebens im Netz zu verwirklichen. Das funktioniert leider ebenso wenig wie der Irrglaube, den Menschen vorschreiben zu können, an welchem Tag diese Fleisch essen oder ob überhaupt.
Lieber Urs, ich hoffe, das sich vielen Deinem Blog anschließen und wir über den gemeinsamen Erfahrungsaustausch den Aufwand und den Schaden für uns alle minimieren.
In der Hoffnung, dass dieser Datenschutzalptraum bald ein Ende findet
10. Juni 2018 at 15:22
Super Kommentar ich muss meine Antwort aufteilen
TEIL 1 – ABMAHNUNGEN
Abmahnungen sind ja ein echt deutsches Phänomen, welches mir einiges Verständnis abringt… und ich nicht so ganz kapiert habe noch vor einigen Jahren.
„Hier werden vielen kleine und mittelständische Unternehmen dadurch geschädigt, dass diese einen unverhältnismäßigen Aufwand für die Umsetzung der neuen DSGVO betreiben müssen. Hier sind wir alle gefordert unseren regionalen politischen Vertretern kräftig Druck zu machen, dass hier schnellstmöglich Anpassungen vorgenommen werden, die das alles wieder in ein halbwegs verträgliche Maß bringen.
Vor allem aber müssen sofort Maßnahmen getroffen werden, die den Abmahnvereinen einen Riegel vorschieben.“
Ich glaube da hilft vielleicht auch für unsere Leser zu verstehen, wann eine Abmahnung von wem inkl. Anwälte die auf Abmahnungen spezialisiert sind geschrieben werden kann.
Eine Abmahnung können wir beschreiben als, z.B.:
1. eine Aufforderung zur Unterlassung eines rechtswidrigen Verhaltens z.B.:
– kein Impressum auf der Webseite,
– Cookie sammelt Daten vom Besucher der Webseite oder der Facebook Fanpage ohne dessen vorher eingeholte Zustimmung (opt-in);
2. dient der Vermeidung von Gerichtsverfahren;
3. verlangt vom z.B. abgemahntem Verein einer Facebook Fanpage die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung;
4. bei Verstössen gegen Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in DE kann z.B. ausgesprochen werden u.a. von der Konkurrenz, Wettbewerbsverbänden, Industrie- und Handelskammern und Verbraucherschutzverbänden – nicht von Konsumenten;
5. ist rechtsmissbräuchlich, wenn der Rechtsverstoss nur gerügt wird, um
Abmahnkosten geltend machen zu können; und
6. kann auch die Forderung von Rechtsanwaltskosten enthalten.
Gerade bei Punkt 6 wäre es vielleicht gut, wenn die Politiker wie von einigen geplant in Berlin diese Methode für 12 Monate aussetzen. Das heisst, für die nächsten 12 Monate können Kosten für eine Abmahnung nicht in Rechnung gestellt werden was zu Beispiel Dinge im Zusammenhang mit der DSGVO betrifft.
Doch die Politik wartet zur Zeit ab, wenn es allenfalls zu einer Flut kommt, wollen die gewählten Repräsentanten wohl was unternehmen. Bis dann….
PS. Gerichte werden klären müssen, in welcher Höhe mit Abmahnungen auch Schadenersatz für Datenschutzverletzungen gefordert werden kann. Viele Abmahnungen im Zusammenhang mit der DSGVO wird es also nur dann geben, wenn deutsche Gerichte in den nächsten Monaten in ihren Urteilen finanzielle Anreize für Abmahner setzen.
10. Juni 2018 at 15:45
TEIL 2 – VERHALTENSWEISE
Eric du schreibst:
Aber mal ehrlich, wir sind seit fast 10 Jahren im sozialen Netzwerk unterwegs. Und dabei ist es egal, ob wir das als Privatperson sind oder als Unternehmen oder Verein. Wir geben unsere Daten also freiwillig seit vielen Jahren ins Netz, damit wir ggf. die Vorzüge der Digitalisierung nutzen können und das soll jetzt alles falsch sein.
Da stimme ich natürlich mit Dir überein. Doch leider ist die Problematik diejenige wie wir diese auch anderswo immer wieder sehen.
1. Alle wollen was für die Umwelt tun, doch dafür den nächsten Städtebesuch oder Anreise für eine Sitzung im Zug anstatt Flieger oder Auto zu machen wollen wir dann doch nicht.
2. Geo-Location Daten sind uns ein Plage, aber wenn wir dann wissen wollen wo wir uns in Düsseldorf gerade befinden und das Konferenzzentrum finden möchten, dann wird schnell das GPS oder Google Maps genutzt.
Also nutzen wir Facebook und andere Kanäle obwohl wir wissen was es für unseren Datenschutz bedeutet.
Aber eben, kostenlos einen Service offerieren ist für viele von uns ein überzeugendes Argument, auch wenn es bedeutet, dass der Anbieter persönliche Daten sammelt.
Auch uns umweltbewusster zu verhalten sind wir alle willens, bis wir dann unsere nächste Reise in die Ferien per Flugzeug absagen sollten…
Aber ich glaube hier geht es auch nur bedingt um heute. Die Datenflut wird immer grösser und unsere Privatsphäre auch immer kleiner. Wir wollen nicht, dass unsere Regierung zu viel über uns weiss. Warum soll dann Facebook wissen das ich eine neue Freundin habe oder aber eine Vorliebe für Lindt oder Frey Schokolade?
Das schöne finde ich, wenn wir die DSGVO konsequent umsetzen werden wir entweder Facebook nicht mehr nutzen können oder aber Facebook passt sich den Regeln an was es schon lange hätte tun müssen.
Übrigens, das Leben geht weiter und als Marketing Club Lago oder auch Ems und als Verein überhaupt, eine Facebook Fanpage ist nicht mein USP 🙂 Als wir werden auch ohne Facebook weiter lieben, Kinder kriegen und tolle Marketing Veranstaltungen machen.
Lasst es uns Weise anpacken und die uns noch verbleibende Privatspähre schützen.
Interessante Links zum obigen Slide
1. https://www.syzygy.net/germany/de/news/digital-insight-umfrage-2018-der-preis-der-personlichen-daten
2. 1 Stück Pizza für weniger Datenschutz – Stanford Studenten: https://blog.drkpi.de/dsgvo-eprivacy-auswirkungen-2/
3. Geo Location nein danke, aber Google Maps, GPS, Wetter Daten, usw. werden trotzdem genutzt: https://retail.emarketer.com/article/some-retailers-find-location-tracking-creepy/5a68f78febd40008bc791217?ecid=NL1014
10. Juni 2018 at 21:09
In meinen Kontakten und Diskussionen rund um die DSGVO und deren Folgen, taucht nun immer wieder die Frage auf, ab wann wir eigentliche einen Datenschutzbeauftragten brauchen. Ich war immer von der Regelung ausgegangen, das bei weniger als Mitarbeitern kein Datenschutzbeauftragter benannt werden muss, also auch keine Person namentlich im Internet benannt werden muss.
„Die Regelung bzgl. den Mitarbeitern (eigentlich, den entsprechende Inhalte verarbeitende Personen) ist mit dem Übergang zur EU-DSGVO nicht mehr maßgeblich. Maßgeblich ist die Art der persönlichen Daten. U. a. da es sich bei einer politischen Organisation automatisch um persönliche Daten besonderer Art/sensitive Daten handelt (u.a. Politische Meinungen), ist ein Datenschutzbeauftragter zu bestellen. Siehe dazu aber auch §38 BDSG-neu. “
Dazu heißt es in §38 BDSG-neu:
„Nehmen der Verantwortliche oder der Auftragsverarbeiter Verarbeitungen vor, die einer Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 35 der Verordnung (EU) 2016/679 unterliegen, oder verarbeiten sie personenbezogene Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung, der anonymisierten Übermittlung oder für Zwecke der Markt- oder Meinungsforschung, haben sie unabhängig von der Anzahl der mit der Verarbeitung beschäftigten Personen eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten zu benennen.“
Frage dazu: „Interpretiere ich das richtig, dass wir dann auch in den Marketingclubs einen Datenschutzbeauftragen benennen muss, oder übernimmt das der DMV? Reicht dann für uns der AV-Vertrag zwischen Club und Softwarehersteller.
Du siehts auch hier mal wieder Fragen über Fragen und jeder denkt etwas anderes.
Ich mache mir jetzt einen ruhigen Restsonntag ohne Datenschutz 😉
LG Eric Romba
10. Juni 2018 at 21:52
Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort inklusive Fragen. Auf Deine Frage
„Die Regelung bezgl. den Mitarbeitern….“ kann ich nicht beantworten, denn ich weiss nicht in welchem Teil der DSGVO du das gefunden hast. Ansonsten ist das eine Interpretation eines Experten den du gefragt hast? DAnn nuss dies von der Working Group 29 und/oder den Gerichten noch bestätigt oder als gegenstandslos klassifiziert werden.
Deine Frage war ja:
„Frage dazu: „Interpretiere ich das richtig, dass wir dann auch in den Marketingclubs einen Datenschutzbeauftragen benennen muss, oder übernimmt das der DMV? Reicht dann für uns der AV-Vertrag zwischen Club und Softwarehersteller.
Die Antwort ist nicht einfach. Doch als nicht-öffentliche Stelle müssen wir dann einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn unsere „Kerntätigkeit“ als Unternemen oder Verein:
[…] in der Durchführung von Verarbeitungsvorgängen besteht, welche aufgrund ihrer Art, ihres Umfangs und/oder ihrer Zwecke eine umfangreiche regelmäßige und systematische Überwachung von betroffenen Personen erforderlich machen“ (Art. 37 Abs. 1 b DSGVO) oder ihre „Kerntätigkeit […] in der umfangreichen Verarbeitung besonderer Kategorien von Daten gemäß Artikel 9 oder von personenbezogenen Daten über strafrechtliche Verurteilungen und Straftaten gemäß Artikel 10 besteht.“ (Art 37 Abs. 1 c DSGVO).
Siehe auch: https://dejure.org/gesetze/BDSG_2018/38.html
Ein Marketing Club oder aber ein Verein hat in den wenigsten Fällen eine „… umfangreiche regelmässige und systematische Überwachung von betroffen Personen…“ als Kernaufgabe seiner Tätigkeit oder Grund seines Bestehens. Wir beim MC Lago haben als Kerntätigkeit das Vermitteln von Wissen welches wir primär mit Hilfe von öffentlichen Vorträgen und unserer Webseite realisieren. Das trifft vielleicht auch für MC Weser-Ems zu?
Aus diesem Grunde hast du in einem Marketingclub wohl eine Person im Vorstand welche verantwortlich ist in Sachen Datenschutz. Diese hat, wie in einigen Clubs, vielleicht auch ein Mitglied oder Beirat welcher sich in diesem Gebiete auskennt (z.B. Datenschutzbeauftragter im Unternehmen X) und den Vorstand unterstützt oder die Arbeit sogar macht. Doch verantwortlich bleibt das Vorstandsmitglied, der Präsident, alle Vorstände und der Club. Das heisst, verzeigt wird der Club aber bei gewissen Fällen kann auch gegen den Vorstand direkt vorgegangen werden.
Und nein, einen Datenschutzbeauftragten braucht es dann auch nicht.
PS. ein Vertrag für die Auftragsdatenverarbeitung (AV von Dir gennant) den du ja schon unterschrieben haben solltest mit dem Deutschen Marketing Verband, sollte ebenfalls reichen.
10. Juni 2018 at 22:07
Danke Urs, das ist im wesentlichen genau die Antwort auf die ich gehofft hatte. Getreu dem Motto kann man machen, muss man aber nicht! Denn am Ende ist eh Vorstand oder Geschäftführung verantwortlich.
10. Juni 2018 at 22:15
Und danke für Deine Fragen die es mir erlaubten zu antworten.
Gute Nacht und einen guten Wochenstart wünsche ich.
Vielen Dank für diesen interessanten Blogbeitrag.
Ich habe mich als Administrator nun entschieden, die Facebook-Seite unseres Plauscheishockeyvereins EHC Winti Stars ebenfalls vorläufig auf „nicht veröffentlicht“ – also unsichtbar – zu setzen.
Ich glaube zwar nicht, dass es Klagen gegen solch kleine Fische im Teich, wie wir es mit 65 Freunden sind, hageln wird. Trotzdem möchte ich die Verantwortung in einem Streitfall nicht (mit-)tragen, auch weil wir offiziell nicht einmal ein Verein mit Statuten sind. Im schlimmsten Fall würden also womöglich noch alle Spieler gemeinsam mithaften.
Ich hoffe, dass noch andere diesem Beispiel folgen werden. Vielleicht können wir so Facebook gemeinsam Beine machen, dass sie eine DSGVO-konforme Funktion bei den Facebook-Seiten einführen.
11. Juni 2018 at 16:46
Gerne, liebe es immer zu hören das unsere Blogeinträge von Nutzen sind für Unternehmen. Du schreibst:
„Ich habe mich als Administrator nun entschieden, die Facebook-Seite unseres Plauscheishockeyvereins EHC Winti Stars ebenfalls vorläufig auf „nicht veröffentlicht“ – also unsichtbar – zu setzen.
Das finde ich eine sehr gute Strategie: Statt die Vogel Strauss Politik zu verfolgen, setzt du den Gerichtsspruch umm indem du eine akzeptable Zwischenlösung implementierst.
Das gibt Facebook wiederum die Möglichkeit eine Lösung anzubieten welche die DSGVO Compliance für Unternehmen mit eigenen Facebook Seiten auf deren Plattform ermöglicht.
Es macht auf jeden Fall keinen Sinn wegen Facebook ein Risiko einzugehen, welches im Falle einer Abmahnung nur zu unnötigen Kosten und Arbeit führen dürfte für den Verein.
Aber Statuten / Satzung sind schon notwendig denn im Falle von Konflikten hilft dies. Statuten werden nicht mehr geändert wenn die Mitglieder diese akzeptiert haben (z.B. beim MC Lago beim Gründungstreffen). Deshalb haben wir die Datenschutzbestimmungen als Anhang, da in DE z.B. die Registrierung vom Verein über eine Amt gemacht werden muss (Gericht) sodass man dann auch von der Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer, etc. befreit wird.
Wir ändern das gerade aber wenn du in einer Woche das runterladen möchtest vom MCLago kannst du das tun und als Vorlage verwenden https://mclago.com/der-club/#1491246620486-3b5ae712-a073
Es lohnt sich hier was zu machen, vorallem wenn Daten wie Telefonnummern und Postadressen gesammelt werden braucht es den Datenschutz egal wo man zu Hause ist.
11. Juni 2018 at 16:37
Ein guter Beitrag zum richtigen Zeitpunkt.
Persönlich stelle ich fest, dass GDPR-Projektverantwortliche und Marketing-und Kommunikationsabteilungen zwar Vorgaben zur Umsetzung der DSGVO machen, doch bei berechtigten Rückfragen ausweichen, oder sogar in Notwehr zum Gegenangriff übergehen. Das erstaunt, denn für den interessierten Betreiber einer firmeninternen Website offenbart sich hierbei ein wahres Informations-Fiasko.
„Wer ein Verfechter der DSGVO ist, der sollte doch auch detailliert darüber Bescheid wissen?“
Subsumierend schlussfolgere ich, dass wenn GDPR-Verantwortliche bereits um Antworten ringen, resultiert daraus, dass die Differenzierung der DSGVO-Umsetzungsmassnahmen kaum Raum einnehmen kann.
Den DSGVO-Umsetzungsmassnahmen konzerninterner Datenschutzbeauftragten werden dadurch erst recht stillschweigend Folge geleistet.
Kann das so in die richtige Richtung gehen?
Als Eigentümer einer Firma würde mir bei solchen Settings Angst und Bange werden. Denn wer sagt mir am Ende des Tages, dass mich meine Datenschutz- und Kommunikationsspezialisten in Zukunft wirklich schadlos halten können?
Zudem würde mich interessieren, wie z.B. Onlinevermarketer mit dem Datenschutz umgehen. Diese agregieren ja Daten der Nutzer und deren Besuchen auf vielen verschiedenen Webseiten.
Mit Hilfe dieser Informationen können sie dann individualisierte Werbung schalten. Hier wird Big Data genutzt aber womöglich die Rechte der Nutzer verletzt?
11. Juni 2018 at 17:19
Herzlichen Dank für Deinen Kommentar der natürlich nicht einfach ist zu beantworten.
Hier denke ich werde ich meine Antwort an Dich in 4 Kommentare einpacken.
TEIL 1 – Datenschutz und Interdiszipliniartät
„„Wer ein Verfechter der DSGVO ist, der sollte doch auch detailliert darüber Bescheid wissen?“
Subsumierend schlussfolgere ich, dass wenn GDPR-Verantwortliche bereits um Antworten ringen, resultiert daraus, dass die Differenzierung der DSGVO-Umsetzungsmassnahmen kaum Raum einnehmen kann.“
Wie die obige Grafik zeit brauchen wir eine Datenschutz Arbeitsgruppe:
Diese muss Wissen aus den Gebieten wie Recht, Informationssicherheit, Psychologie (z.B. Nutzer, Kundenverhalten), Risiko Management haben. Die Gruppe sollte auch ein gutes Verständnis über das Business des Unternehmens besitzen.
Geleitet wird das Team vom Vorstand/Geschäftsleitungsmitglied, welches verantwortlich ist für den Datenschutz.
Mit anderen Worten: Kein Datenschützer oder Rechtsanwalt der Datenschutz macht kann diese Interdisziplinarität alleine sicher stellen. Da braucht es mehr als 1 Person.
Urs E. Gattiker - #DrKPI #ComMetricsPost author
11. Juni 2018 at 18:21
2. TEIL DER ANTWORT AN ROLF
„Zudem würde mich interessieren, wie z.B. Onlinevermarketer mit dem Datenschutz umgehen. Diese agregieren ja Daten der Nutzer und deren Besuchen auf vielen verschiedenen Webseiten.
Mit Hilfe dieser Informationen können sie dann individualisierte Werbung schalten. Hier wird Big Data genutzt aber womöglich die Rechte der Nutzer verletzt?“
Das auch e-Commerce oder Digitale Marktplätze wie Amazon, Galaxus, usw. an diese Regeln halten müssen, da stimmen wir sicher überein.
Hier müssen wir noch auf die e-Privacy oder die Cookie Verordnung warten. Wenn diese so umgesetzt werden soll wie vom Europäischen Parlament verlangt, dann habe solche Services Probleme, denn personalisierte Werbung ist dan ein Ding der Vergangenheit. Doch im Moment klappt es noch.
13. Juni 2018 at 14:16
3. TEIL DER ANTWORT AN ROLF
Aber es gibt ausser der Problematik mit der e-Privacy und natürlich dem Tracking der Nutzer auch noch die Sache mit Mailings.
Zum Beispiel habe ich und einer meiner Mitarbeiter am Marken Award in Düsseldorf am 29. Mai teilgenommen als Gast vom Deutschen Marketing Verband (Organisator dieser Award Night ist das Management Forum der Handelsblatt Media Group GmbH).
Seither kriegen wir beide Informationen zu Kongressen welche die Handelsblatt Gruppe aka Management Forum durchführt.
Leider interessieren uns diese nicht, oder wir wissen dank Print Media schon lange über den Kongress wenn dann die Brochure per Post in unserem Briefkasten landet.
Komisch ist, dass weder meine Kollegin noch ich irgendwo unsere Zustimmung für solche Werbung gegeben haben (d.h. opt-in unsererseits nicht vorhanden).
Wir haben jetzt eine eMail an Datenschutz@ManagementForum.com versandt um diese Dinge zu ändern (siehe unten).
Das sollte jetzt klappen. Für uns ist dies ein weiterer Testfall der uns zeigen sollte, ob die DSGVO in der Praxis funktioniert (d.h. werden meine Daten auf Wunsch gelöscht).
13. Juni 2018 at 15:05
4. TEIL DER ANTWORT AN ROLF
Die Antwort vom Management Forum – Datenschutz Kontakt – kam praktisch postwendend.
Zusicherung, dass unsere Daten für Werbung gesperrt wurden (siehe unten).
Das ist eine der schnellsten Antworten welche ich bekommen habe in einem solchen Fall.
Ein Benchmark für andere Organisationen.
Management Forum Datenschutz: Man kann Fehler machen, aber diese so schnell ausbügeln erscheint uns als sehr vorbildlich.
Danke an Herrn Streb.
19. Juni 2018 at 12:39
Facebook hat auf diese Problematik nun reagiert und will die notwendigen Schritte unternehmen. Dies wird es Unternehmen auch weiterhin ermöglichen deren Fanpages rechtssicher betreiben zu können.
„Unserer Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, Seitenbetreibern eine gleichrangige Verantwortung für die von Facebook durchgeführte Datenverarbeitung aufzuerlegen…“
schreibt Facebook in deren Stellungnahme. Facebook will deren Richtlinien für Seitenbetreiber anpassen. Das soziale Netzwerk erhofft sich dabei, dass damit zukünftig klar ist, welche Verantwortlichkeiten beim Seitenbetreiber und welche bei Facebook liegen.
Details zu den Änderungen will das soziale Netzwerk in Kürze veröffentlichen.
19. Juni 2018 at 12:41
Da sind wir ja alle gespannt wie diese Richtlinien für Seitenbetreiber angepasst werden sollen.
2 Dinge muss Facebook lösen:
ANTWORT 1 AN ROBERT
1. Verantwortung: EuGH bestätigte die gemeinsame Verantwortung von Facebook und Fanpage-Betreibern. Damit ist eine Vereinbarung zwischen den beiden Parteien notwendig die festlegt, wer von ihnen welche Verpflichtung der DS-GVO erfüllt.
Zum Beispiel Google ermöglich jedem Unternehmen welches Google Analytics nutzt (das sind einige 🙂 ) an Google Ireland eine von Google vorbereitete Vereinbarung zur Datenverarbeitung durch Google unterschrieben einzusenden.
Diese wird dann von Google unterschrieben per Post an das Unternehmen retourniert. Eine logistische Herkulesaufgabe für Google.
Wird Facebook dies auch anbieten…. ?
Seihe Antwort 2 unten
20. Juni 2018 at 11:37
Hier ANTWORT 2
2. Rechte der Besucher/Nutzer:
Details: Entschließung der Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder – Düsseldorf, 6. Juni 2018. Die Zeit der Verantwortungslosigkeit ist vorbei: EuGH bestätigt gemeinsame Verantwortung von Facebook und Fanpage-Betreibern.
Wie oben erwähnt, macht dies Facebook zur Zeit, denn nur mit Hilfe dieser Daten kann es Nutzern personalisierte Werbung anzeigen. Und diese bringt bis 50% höhere Erträge als Werbung welche nicht mit Hilfe sensibler Daten des Nutzers optimiert wird.
Um die obige Bedingung zu erfüllen muss der Nutzer vor dem Besuch der Facebook Seite (auch Facebook Fanseite genannt) vom Unternehmen die Möglichkeit erhalten, seine Zustimmung zu verweigern.
Diese Zustimmung muss der Nutzer vor dem eigentlichen Besuch der Fanpage geben oder verweigern können. Wenn er auf die Fanpage kommt ist es zu spät. Von diesem Moment an sammelt Facebook Daten.
Die Koppelungsproblematik (siehe Antwort 3 unten) zeigt auch, dass Facebook gemäss DSGVO die Nutzung seiner Services aber nicht davon abhängig machen darf, ob der Nutzer der Erhebung zustimmt!
PS. Facebook hat von mehr als 40% der EU Bevölkerung sensible Daten. Das sind laut DSGVO Art 9, Absatz 1, = Zum Beispiel Daten zur Gesundheit, Sexualität und Gewerkschaftszugehörigkeit.
20. Juni 2018 at 15:45
Hier meine letzte Antwort zu deinem tollen Hinweis, Robert.
Antwort 3 an Robert
Facebook hat wegen dem „Koppelungsverbot“ (Artikel 7 Abs 4) auch schon Probleme. Da sagt es nämlich:
„Dienstleistungen dürfen nicht davon abhängig gemacht werden ob ein Nutzer eine Zustimmung zur Datennutzung abgibt“
Auch das wird für Facebook nicht einfach.
Koppelung heisst: die Nutzung von Facebook setzt die Einwilligung des Nutzers voraus, dass Facebook Nutzerdaten sammeln wie auch für Werbezwecke nutzen darf (PS. Darf Facebook auch mit den Inhalten wie Videos, Fotos, usw. tun, welche der Nutzer gepostet hat).
Mit Hilfe sensibler Daten des Nutzers kann Werbung optimiert werden. Dies resultiert wiederum in bis zu 50% höhere Verkaufserträge mit personalisierten Ads auf Facebook. Für Unternehmen sind solche Kennzahlen fast unwiderstehlich attraktiv. Sie bringen damit Facebook grössere Werbeeinnahmen. Diese lukrative Arbeit aufzugeben wird Facebook kaum freiwillig tun wollen.
Kurz, wenn hier Facebook compliant wird, stellt es sein eigenes Business- oder auch Ertragsmodell in Frage.
Da warten wir mal ab und wollen dann sehen wie Facebook seinen Service DSGVO compliant macht.
20. Juni 2018 at 18:42
Habe gerade den Artikel gelesen „bis zu 50% höhere Verkaufserträge mit personalisierten Ads auf Facebook„.
Da steht auch, dass bit zu 74% der EU Nutzer auf Facebook personalisierte Werbung erhalten welche mit Hilfe sensibler Daten optimiert wurde.
20. Juni 2018 at 18:52
Danke für diesen wichtigen Hinweis… da kann ich nichts mehr dazufügen 🙂
Urs E. Gattiker, #BrandBuzz #ComMetrics
Mehr Infos auch hier: https://mclago.com/best-practice-10/#comment-169