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Timestamp: 2018-09-23 06:28:07
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EGMR', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bürgerliches Gesetzbuch: BGB - PDF
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1 Beck`sche Kurz-Kommentare 7 Bürgerliches Gesetzbuch: BGB mit Nebengesetzen insbesondere mit Einführungsgesetz (Auszug) einschließlich Rom I-, Rom II- und Rom III-Verordnungen sowie Haager Unterhaltsprotokoll und EU-Erbrechtsverordnung, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (Auszug), Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz, BGB-Informationspflichten- Verordnung, Unterlassungsklagengesetz, Produkthaftungsgesetz, Erbbaurechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz, Versorgungsausgleichsgesetz, Lebenspartnerschaftsgesetz, Gewaltschutzgesetz Bearbeitet von Dr. Peter Bassenge, Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Brudermüller, Dr. Jürgen Ellenberger, Dr. Isabell Götz, Dr. Christian Grüneberg, Hartwig Sprau, Prof. Dr. Karsten Thorn, Walter Weidenkaff, Dr. Dietmar Weidlich 75. Auflage Buch. XXXIV, 3212 S. Mit Festschrift zur Jubiläumsausgabe (ca. 120 S.). In Leinen ISBN Format (B x L): 16,2 x 24,0 cm Recht > Zivilrecht > Zivilrecht allgemein, Gesamtdarstellungen Zu Inhalts- und Sachverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte.
2 Rechtsgeschäfte. Titel 2. Willenserklärung 138 gründen bestätigen, muss er sie formgerecht wiederholen (BGH aao). Führt eine bei ihrer Errichtg sittl unbedenkl Vfg wg einer grdlegden Änderg zu sittenwidr Auswirkgen, kann ihr der Einwand unzulässig RAusübg entggstehen (BGH aao). Ein Sonderfall sind arbeitsvertragl Vergütgsabreden. Bei ihrer Überprüfg ist auf die Verh im streitggständl Zeitraum u nicht auf den Ztpkt des VertrSchlusses abzustellen (BAG NZA 06, 1354, NZA 09, 837 Tz 10, krit Fischinger JZ 12, 546). bb) Wandel des sittlichen Maßstabes. Die sich aus den guten Sitten ergebden Anfordergen unterliegen dem Wandel. Ändern können sich sowohl die GrdWertgen der RGemsch als auch die in den beteiligten Verkehtskreisen anerkannten moral Anschauungen. Bsp für einen derart Wandel sind die Rspr zum Verkauf von Arzt- u RAPraxen (Rn 60), zum Geliebtentestament (BGH 53, 375), zu Vertr über Sterilisation (BGH 67, 48, Rn 55), zu MietVertr mit Dirnen (BGH NJW 70, 1179, Rn 52) u zu Vertr über Bordelle (BGH 63, 365, Rn 52). Maßgebd für die Beurteilg des RGesch sind grdsätzl die im Ztpkt seiner Vornahme herrschden Wertanschauungen (BGH NJW 83, 2692, Rn 9). Ein zzt seiner Vornahme gült RGesch wird dch einen Wandel der sittl Wertmaßst nicht nichtig (Staud/Sack Rn 82); Umst- od BewertgsÄnd können aber eine Anwendg des 242 (RMissbr) od des 313 (Wegfall der GeschGrdlage) rechtfertigen (BGH 126, 241, Medicus NJW 95, 2579). Soweit die Rspr einen bereits früher vollzogenen Wandel der Wertvorstellgen ledigl feststellt, gilt sie aber auch für früher abgeschl Vertr (BGH NJW 83, 2692, BVerfG NJW 84, 2345). War das Gesch bei seiner Vornahme sittenwidr, wird es dch einen Wertgswandel nicht ipso jure gült (Staud/Sack Rn 85, aa NK/Looschelders Rn 126); es bedarf vielmehr einer Bestätigg ( 141). Bei der Beurteilg der Wirksamk von Testamenten stellt die hm aber auf die sittl Maßst im Ztpkt des Erbfalls ab (Hamm OLGZ 79, 427, NK/Looschelders aao, and BGH 20, 75, BayObLG 96, 225, Stgt ZEV 98, 185; BGH NJW 99, 566 lässt offen). Zu der insow wenig deutl Rspr des BVerfG (Rn 49) s Horsch Rpfleger 05, 285. Vgl auch EGMR NJW 05, 875, der auf den Ztpkt der gerichtl Entsch abstellen will (!); eine Entsch, die auch iü nicht überzeugt, s Staudinger ZEV 05, 140. e) Anwendungsbereich. 138 gilt für RGesch jeder Art, nicht aber für den normativen Teil von TarifVertr (str, s BAG BB 04, 1909). Er ist auch auf letztw Vfgen (Rn 49) u dingl RGesch anwendb (Einl 11 v 854). Die Sittenwidrigk des GrdGesch hat aber nicht ow die des wertneutralen abstrakten ErfGesch zur Folge (Rn 20). 138 gilt auch für einseit RGesch wie Künd (Rn 91) od Rücktr, ferner für geschäftsähnl Handlgen wie Mahng u Fristsetzg. Bei abstrakten SchuldVerspr u SchuldAnerkenntn kann sich die Sittenwidrigk nur aus dem Gesamtcharakter des Gesch (Rn 8) ergeben (BGH NJW 87, 2015, Rstk OLG-NL 96, 6). Besond Grds gelten im Gesellschaftsrecht. Auf BeitrittsErkl zu KapitalGesellsch findet 138 im Interesse des Verkehrsschutzes keine Anwendg (Überbl 36 vor 104). GesellschterBeschl von KapitalGesellsch sind nur nichtig, wenn sie dch ihren Inhalt gg die guten Sitten verstoßen, AktG 241 Nr 4, der auch für die GmbH gilt (BGH 15, 385). Sonst Mängel müssen im Wege der Anfechtgsklage geltd gemacht werden. Ist der GesellschVertr einer PersonalGesellsch nichtig, finden die Grds der fehlerh Gesellsch Anwendg ( 705 Rn 17). Nichtigk von Anfang an kommt idr nur in Betr, wenn der GesellschZweck sittenwidr ist (BGH NJW 70, 1540, DB 76, 2106). 138 gilt auch, wenn das RGesch zugl eine Prozesshandlung ist (BGH 16, 390, ProzVergl). Verwaltungsakte, die gg die guten Sitten verstoßen, sind ebenfalls nichtig (VwVfG 44 II Nr 6). Entspr gilt für öffrechtl Vertr (VwVfG 59) u für einseit öffrechtl WillensErkl, die keine VerwAkte darstellen (RG 134, 167, JW 38, 43). 138 f) Verhältnis zu anderen Vorschriften. aa) 134 ist im Verh zu 138 I die speziellere Norm. Ein RGesch, das sowohl gg ein VerbotsG als auch gg die guten Sitten verstößt, ist gem 134 nichtig (BAG NJW 93, 2701/03, Erman/Palm/Arnold Rn 10). Besond gilt aber für das Verh zw StGB 291 u 138 II (Rn 65). 134 setzt voraus, dass das RGesch selbst gg das gesetzl Verbot verstößt ( 134 Rn 1). Andere bei Vornahme eines RGesch begangene RVerletzgen werden von der Sanktion des 134 nicht erfasst, sie können aber zur Nichtigk gem 138 führen. Verstößt ein RGesch gg rechtl Prinzipien od Wertgen, die keine VerbotsG is des 134 sind, ist uu 138 anwendb; das gilt insbes für RGesch, die gg WertEntsch des GG verstoßen (BGH NJW 72, 1414, Rn 4). 138 kann auch anwendb sein, wenn das RGesch selbst nicht verboten ist, die GeschPartner aber im Zushang mit Abschluss od Dchführg des Gesch gg Gesetz u Recht verstoßen (BGH 36, 395, Schenkg in Verletzg von Grds der Haushaltsführg der öff Hand); vgl Rn a (gemeinschaftswidr RGesch). Schließl ist 138 u nicht 134 maßg, wenn ein RGesch gg ein ausländ Gesetz verstößt ( 134 Rn 2). bb) 157 und 242. Bevor 138 angewandt wird, sind 157, 242 heranzuziehen. Wenn die Auslegg ( 133 Rn 24) ergibt, dass ein RGesch entgg dem ersten Anschein die Schranken des sittl Erlaubten einhält, ist 138 unanwendb. Auch soweit übermäß Beschränkgen gem 242, 314 auf ein vertretb Maß herabgesetzt werden können (Einwand unzuläss RAusübg, KündR aus wicht Grd), ist 138 nicht anzuwenden (BGH JZ 52, 366, LM (Bc) Nr 16, BayObLG NJW-RR 92, 15). cc) 123. Ist ein RGesch dch arglist Täuschg od widerrechtl Drohg zustande gekommen, ist es nicht sittenwidr, sond gem 123 ledigl anfechtb, nur wenn zu der unzuläss Willensbeeinflussg weitere Umst hinzutreten, kann 138 herangezogen werden (BGH 60, 104, NJW 02, 2774, 08, 982 Tz 11). Zielt der Vertr auf eine von den Part gemeinschaftl begangene Täuschg eines nicht anfechtgsberecht Dritten ab, kann die Absicht der Drittschädigg den Vertr sittenwidr machen (BGH NJW 88, 903). dd) Gläubigeranfechtung. Rn 15 gilt entspr. 138 ist nur anwendb, wenn außerhalb des Anfechtgstatbestandes liegde sittenwidr Umst hinzutreten (BGH 53, 180, 56, 355, 130, 331, BB 02, 1227). ee) Inhaltskontrolle gemäß 307 ff: Sie hat ggü 138 den Vorrang. 138 ist anwendb, wenn die Individualvereinbg sittenwidr ist od gg die AGB Bedenken bestehen, die nicht in den Schutzbereich der 307 ff fallen (Übbl 15 v 305). Entspr gilt, wenn der Vertr insges so einseit abgefasst ist, dass nur die Rechte des einen Teils dchgesetzt, die des and dagg missachtet werden (BGH NJW 01, 2466/68). ff) u 826 haben unterschiedl Funktionen. 138 versagt sittenwidr RGesch die rechtl Anerkenng, 826 knüpft an eine vorsätzl sittenwidr Schädigg eine SchadErsPfl. In vielen Anwendgsfällen des 138 ist 826 nicht erfüllt (beiderseit Sittenverstoß, Fehlen eines Schädiggsvorsatzes); das gilt umgekehrt entspr (Schädigg dch eine nicht rgeschäftl Handlg). Eine Konkurrenz zw beiden Vorschr besteht idr, wenn ein RGesch wg eines sittenwidr Verhaltens ggü dem GeschPartner nichtig ist (Rn 24 39). Hier kann die Anwendg des 826 dazu führen, dass dem Geschädigten die Vorteile des sittenwidr Gesch ganz oder teilw erhalten bleiben. gg) UWG, 312. Ein RGesch ist nicht schon deshalb gem 138 I nichtig, weil es unter Einfluss von unlauterem Wettbew (BGH 110, 174, NJW 98, 2531, aa Nassall NJW 06, 127) od unter Ausnutzg einer Haustürsituation ( 312) zustande gekommen ist; nur wenn zusätzl sittenwidr Umst hinzutreten, ist 138 anwendb (BGH aao). Auch der nach sittenwidr Telefonwerbg zustande gekommene Vertr verstößt nicht ow gg 138 (aa LG Ffm NJW-RR 97, 1332), ebso der ag eines Lockvogelangebots geschlossene Vertr (BGH NJW 08, 982 Tz 11). Vertr, zu deren Abschluss alte Menschen dch arglist Täuschg u missbräuchl Gewinnzusagen bestimmt worden sind, sind aber sittenwidr (BGH NJW 05, 2991/92), ebso HaustürGesch, wenn ein unerfahrener Kunde zu einem für ihn ungünst, mit seinen Bedürfn od finanziellen Möglichk unvereinb Vertr überredet wird, so zu einer Möbelbestellg für DM (BGH NJW
3 138 Buch 1. Abschnitt 3. Ellenberger , 1373) od ein 81jähr Hauseigtümer zu einem Fassadenanstrich für DM (Ffm NJW-RR 88, 501). An der Haustür abgeschl Aussteueranschaffungsverträge mit einer AnsparVerpfl verstoßen gg 138, wenn der Kunde prakt das gesamte VertrRisiko trägt od der Vertr ohne gehörige Aufkl mit einer gerade volljähr Gewordenen abgeschl wird (BGH NJW 82, 1455/57). g) Rechtsfolgen. aa) Die Nichtigkeit erstreckt sich idr auf das RGesch im Ganzen (BGH NJW 89, 26). Sie ist endgült u kann nicht geheilt werden; dazu bedarf es der Neuvornahme od der Bestätigg nach 141 I mit unbedenkl Inhalt (BGH NJW 12, 1570 Tz 17 f). Ausnahmsw kann das RGesch gem 139 ohne den sittenwidr Teil aufrecht erhalten werden, wenn dies dem mutmaßl PartWillen entspricht (BGH 52, 24, NJW 72, 1459, 01, 815), der Sittenverstoß sich eindeut auf einen abtrennb Teil beschränkt u iü gg Inhalt u Zustandekommen des Vertr keine Bedenken bestehen (BGH NJW 79, 1606, 01, 815, grdsätzl für Zulassg der geltgserhaltden Reduktion NK/Faust 139 Rn 31 ff). Bsp für eine Teilaufrechterhaltg des RGesch: Mithaftgsabreden (Bürgsch), die den Mithaftden krass überfordern, hinsichtl eines Teilbetrags aber nicht gg die guten Sitten verstößt (BGH NJW 01, 815, Rn 38 e). Zu lange Laufzeit beim BierbezugsVertr (BGH NJW 72, 1459, 74, 2089/90, 79, 865, Rn 81) u beim WettbewVerbot (Rn 104). Abtrennb, dch berecht Belange des and Teils gerechtf Abreden in einem gg 138 verstoßden Vertr über Scheidgsfolgen (Rn 47). Schuldanerkenntn, das neben sittenwidr auch abtrennb unbedenkl KausalGesch betrifft (BGH ZIP 87, 519). Sittenwidr Recht zur Ausschließg eines Gesellschters, das sich auf das zeitl u sachl vertretb Maß beschränken lässt (BGH 105, 220, 107, 355). Sittenwidr Regelg (nur) der Kontrollbefugn in einem KreditVertr (BGH NJW 93, 1589). Ist das Entgelt sittenwidr überhöht, ist das RGesch im Ganzen nichtig. Eine Aufrechterhaltg mit angem GgLeistg ist nicht mögl (BGH 44, 162, 68, 207; Ausn s Rn 75 f). Vertr, die mit der sittenwidr Vereinbg im Zushang stehen, können von der Nichtigk erfasst werden. Lässt sich der Vertreter zum Nachteil des Vertretenen ein Schmiergeld versprechen, ist neben dieser Zusage auch der HauptVertr nichtig (BGH NJW 89, 26), es sei denn, dass sich das Schmiergeld auf den Inhalt des HauptVertr nachweisl nicht nachteil ausgewirkt hat (BGH NJW-RR 90, 443). bb) Verfügungen. Das wertneutrale abstrakte VfgsGesch wird idr von der Sittenwidrigk des VerpflGesch nicht erfasst (BGH NJW 90, 384). Anders ist es, wenn die Unsittlichk gerade im Vollzug der Leistg liegt (BGH NJW 73, 615, 85, 3007, NJW-RR 92, 594, 96, 235, 06, 888/89), so etwa bei SichgÜbereigng od Abtretg, die gg 138 verstoßen (BGH 19, 18, 30, 153). Im Fall des Wuchers erstreckt sich die Nichtigk auch auf die VfgsGesch des Bewucherten, nicht aber auf die des Wucherers (Rn 75). cc) Die Nichtigk ist von Amts wegen zu beachten. Sie kann von jedermann geltd gemacht werden, auch von dem, der sittenwidr gehandelt hat (BGH 27, 180, 60, 105, BAG NJW 76, 1959). Bei einem einseit Sittenverstoß kann es aber rechtsmissbräuchlich sein, wenn der sittenwidr Handelnde sich zum Nachteil des and auf die Nichtigk beruft (BGH WM 57, 1158, 72, 488). Ausnahmsw kann 242 der Geltdmachg der Nichtigk auch bei einem beiderseit Sittenverstoß entggstehen (BGH NJW 81, 1439, BAG NJW 68, 1648). Bei vollzogenen Arbu GesellschVertr kann die NichtigkFolge des 138 idr nur mit Wirkg ex nunc geltd gemacht werden ( 611 Rn 23 a, 705 Rn 18). dd) Schadensersatz. Besteht der zur Nichtigk führde Sittenverstoß in einem Verhalten ggü dem GeschPartner, hat dieser idr einen SchadErsAnspr aus 826, zugl auch aus c. i. c. (BGH 99, 106, NJW 01, 1127/29). Zu ersetzen ist das negative Interesse, nicht das ErfInteresse (BGH NJW 96, 1204). Bei einem beiderseit Sittenverstoß bestehen keine SchadErsAnspr. Die Rückabwicklg erfolgt nach BereichergsR, jedoch steht dem Anspr aus 812 vielfach 817 S 2 entgg (s dort). Zum Wucher s Rn 75. h) Die Beweislast für die obj u subj Voraussetzgen der Sittenwidrigk trägt derjen, der sich auf die Nichtigk des RGesch beruft (BGH 53, 379, 95, 85, NJW 74, 1821, 95, 1429). Die Würdigg, ob das RGesch nach dem festgestellten Sachverhalt gg die guten Sitten verstößt, ist eine revisible Rechtsfrage (BGH LM (Cd) Nr 2, NJW 91, 354) ) Sittenwidriges Verhalten gegenüber dem Geschäftspartner. a) Allgemeines. Der Sittenverstoß kann in einem Verhalten ggü dem GeschPartner bestehen. Hierher gehört als Sonderfall der in II geregelte Wucher. Aber auch I hat die Funktion, den Schwächeren gg wirtschaftl u intellektuelle Übermacht zu schützen (BGH NJW 81, 1206). Er verpfl den Gläub aber if eines Leistgsunvermögens des Schu nicht, unter Zurückstellg eig Interessen mit dem Schu einen Ausgl zu suchen (BGH NJW 01, 1414). Sowohl um den Schutz des VertrPartners als auch um die Sichg von WertEntsch des GG geht es beim Schutz vor Diskriminierungen. Er wird jetzt dch das AGG (s NebenG) umfassd gewährleistet. Für sittenwidr Verhalten ggü dem and Teil, das zur Anwendg des 138 führt, hat sich keine allg anerkannte Einteilg in Fallgruppen dchgesetzt. Hier werden zunächst nur die Probleme der KreditVertr, der wucherähnl RGesch, der Vertr, die die finanzielle Leistgsfähigk des Schu überfordern, u der KnebelgsVertr behandelt. Vgl iü die Einzelfälle in Rn 77 ff. b) Kreditverträge. aa) Überhöhte Verzinsung. KreditVertr können bei einer im Vergl zum Marktzins überhöhten Verzinsg sittenwidr u nichtig sein. II ist allerd idr unanwendb, da sein subj Tatbestandsmerkmal (Ausbeutg einer Zwangslage usw) nicht erfüllt ist. PrüfgsMaßst ist daher I. Aus ihm hat die Rspr den RGrds entwickelt, dass KreditVertr sittenwidr sind, wenn zw Leistg u GgLeistg ein auffäll MissVerh besteht u der KreditG die schwächere Lage des and Teils bewusst zu seinem Vorteil ausnutzt od sich leichtfert der Erkenntn verschließt, dass der KreditN sich nur wg seiner schwächeren Lage auf die drückden Bedinggen einlässt (BGH 80, 160, 128, 257, strspr). bb) Vergleich zwischen Vertrags- und Marktzins. Kreditgebühren sind nach der Tabelle von Sievi- Gillardon in Zinsen umzurechnen (s 246 Rn 7). Die Vermittlgsprovision ist beim VertrZins in die Umrechng einzubeziehen, and nur, wenn die Tätigk des Vermittlers vorwiegd im Interesse des KreditN lag (BGH NJW 87, 181), so etwa, wenn der Vermittler einem kreditunwürd KreditN einen Risikokredit verschafft (Köln ZIP 02, 563). Die Provision ist als laufzeitunabhäng Leistg kein Zins im RSinne ( 246 Rn 3), ist aber Teil des vom KreditN geschuldeten Gesamtentgelts u mindert die Personal- u Werbeaufwendgen der Bank (BGH 80, 166, NJW 88, 1662). Als Marktzins konnte früher der Schwerpktzins der Bundesbank zuzügl 2,5% Bearbeitgsgebühr (BGH NJW 95, 1019) herangezogen werden (BGH 80, 163, 98, 176, strspr). Da die Bundesbank diesen Zinssatz nicht mehr veröffentlicht, kann die EWU-Zinsstatistik als AusgangsPkt des ZinsVergl herangezogen werden, möglicherw mit Zu- od Abschlägen, da es noch keinen europaweiten Konsumentenkreditmarkt gibt (str, s Reifner VuR 05, 370, Schulte-Mattler WM 07, 1865, Godefroid VerbrKrVrtr Rn 355 f). Ist der Kredit dch ein GrdPfandR gesichert, darf beim ZinsVergl auf den Marktzins für grdpfandrechtl gesicherte Kredite abgestellt werden, wenn der Kredit nicht mehr als 80% des sorgfält ermittelten Verkehrswerts des Grdst ausmacht (BGH NJW-RR 00, 1431, Bambg NJW-RR 02, 264). Zu den Kosten der RestschuldVers u den auf sie entfallden Kreditkosten s 65. Aufl. Bei einem Zusatzkredit sind dessen Kosten u die des weiterlaufenden Kredits mit denen einer neuen Kreditaufnahme über den Gesamtbetrag zu vergleichen (BGH NJW 90, 1599). 140
4 Rechtsgeschäfte. Titel 2. Willenserklärung 138 cc) Auffälliges Missverhältnis. Es ist idr zu bejahen, wenn der VertrZins den marktübl Effektivzins relativ um 100% od absolut um 12 Prozentpkte übersteigt (BGH 110, 338, strspr). Ist der Kredit währd einer Niedrigzinsphase (7 8%) langfrist ohne Anpassgsklausel gewährt worden, tritt an die Stelle der 100%-Grenze ein Richtwert von 110% (BGH NJW 91, 834, Hamm NJW-RR 93, 1326). Auch wenn die Grenzwerte von 100% oder 12% nicht erreicht sind, kann bei relativen Abweichgen zw 90 u 100% eine Gesamtwürdigung aller Umst die Anwendg des 138 I rechtfertigen (BGH 104, 105), so bei 91% (BGH NJW 82, 2433) od 96% (BGH NJW 87, 183). Dabei kann zu Lasten der Bank berücksichtigt werden, dass sie über die Höhe des effektiven Jahreszinses keine od unricht Angaben gemacht hat (BGH NJW 82, 2437), dass die Verzugsregelg den KreditN übermäß belastet, aber nur bei hoher Wahrscheinlichk, dass der Verzugsfall eintreten wird (BGH NJW 82, 2436, NJW- RR 89, 1320), dass für den Fall einer unricht SelbstAusk eine offensichtl unangem Regelg vorgesehen ist (BGH NJW 80, 2078), dass dch Ablösg eines früheren Kredits Umschuldgsnachteile entstanden sind (BGH NJW 88, 818, NJW-RR 91, 502), dass die Kosten einer von der Bank zur Bedingg gemachten RestschuldVers (bei Umschuldg aus Alt- u NeuDarl) zu einer inadäquten Verteuerg der Gesamtkosten des KreditN führt (Metz BKR 07, 401). Eine RestschuldVers ist weder beim Vertr- noch beim Marktzins zu berücksicht, wenn die Bank die Kreditgewährg nicht von ihrem Abschl abhängg gemacht hat (BGH NJW-RR 12, 416 Tz 13 ff). Bei zwingder Vorgabe der RestschuldVers sind deren Kosten nach PAngV 6 III Nr 4 in die Berechng des Effektivzinses einzubeziehen, sie müssen daher auch beim Vergleich zum Marktzins berücksicht werden (offen BGH NJW-RR 12, 416 Tz 28 mwn). In Umschuldungsfällen kann sich die Sittenwidrk auch unabhängg vom Zinsvergleich daraus ergeben, dass die (wiederholte) Mitfinanzierg von RestschuldVers einschließl Kosten zu einer unverhältnmäß Belastg des Kreditnehmers führt (BGH NJW-RR 12, 416 RN 28), was jedenfalls dann nahe liegt, wenn die vom Kunden in Raten abzutragende Kreditsumme dadch rund doppelt so hoch ist wie der dem Kunden insgesamt zur Vfg stehde Nettokreditbetrag. Ist der KreditN Kaufm, führen Verstöße gg die 307 ff aber ledigl zur Nichtigk der betreffden Klausel; bei Prüfg des 138 bleiben sie außer Betr (BGH NJW 80, 446, Hamm BB 83, 404). Abzulehnen ist die Tendenz, die Wuchergrenze weiter abzusenken. 138 I ist daher (idr) unanwendb, wenn der Marktzins um 80,5% (BGH 99, 336), um 81,8% (BGH NJW 88, 1662) od um 87,6% (BGH NJW 89, 829) überschritten wird. Auch bei langer Laufzeit (180 Monate) führt eine Abweichg von 46% nicht zur Nichtigk des Vertr (Hamm WM 92, 483). dd) Subjektiver Tatbestand. Ist der KreditVertr gem Rn 27 ff obj sittenwidr, ist auch der subj Tatbestand vorsätzl od grob fahrläss Ausnutzg der schwächeren Lage des Kunden (Rn 25) bei Vertr zw einem gewerbl KreditG u einem Verbr idr erfüllt (BGH 98, 178, NJW 95, 1022, Bambg NJW-RR 02, 264). Diese tats Vermutg gilt aber nicht, wenn der KreditN Kaufm od Freiberufler ist (BGH NJW 91, 1810, 95, 1022). ee) Bei Kettenverträgen kann sich die Sittenwidrigk des FolgeVertr daraus ergeben, dass die Zinsen des abgelösten Vertr wesentl niedriger od die Kosten der Umschuldg besond hoch waren (BGH NJW 88, 818, Stgt NJW-RR 88, 427). Dagg führt die Sittenwidrigk des früheren Vertr, insbes bei externer Umschuldg, nicht zur Nichtigk des FolgeVertr (BGH NJW 90, 1597), and nur, wenn der KreditG in Kenntn der Nichtigk des Erst- Vertr die Sichg des unberecht Gewinns erstrebt hat od die Bedinggen des neuen Vertr schon bei isolierter Betrachtg der krit Grenze nahe kommen (BGH 99, 336, NJW-RR 87, 679, Köln NJW-RR 91, 1457). Aus dem neuen Vertr stehen dem KreditG bei interner Umschuldg nur die Anspr zu, die ihm bei Berücksichtigg der Nichtigk des früheren Vertr billigerw eingeräumt worden wären (BGH aao, NJW-RR 88, 363, ZIP 02, 701). Die Kreditsumme des neuen Vertr wird daher um den GgAnspr gekürzt, der dem KreditN wg der Zuvielzahlgen auf Grd des sittenwidr früheren Vertr zustanden (BerechngsBsp in der 53. Aufl). ff) Andere Kreditverträge. (1) Auf GelegenhKredite von nicht gewerbsmäßigen DarlG finden die in Rn 25 ff dargestellten Grds keine Anwendg; nicht übertragb sind insbes die 100%-Grenze u die Vermutg gem Rn 30 (BGH NJW-RR 90, 1199). Auch wenn der KreditN das Darl von DM nach 6 Wochen in Höhe von DM zurückzahlen soll, kann bei einem risikoreichen GelegenhDarl ein Verstoß gg 138 entfallen (BGH NJW 94, 1056). (2) Gibt ein Kreditinstitut gewerbliche Kredite aus, können die Grds der Rn 25 ff bis auf die Vermutg der Rn 30 entspr herangezogen werden (BGH NJW 91, 1810, krit Horn BKR 06, 1/3). Für die Vermittlgsprovision gilt Rn 26, wenn KreditG u Vermittler ständ zusarbeiten. (3) Die zunächst für Raten- Kredite entwickelten Grds der Rn 25 ff gelten auch für andere Konsumentenkredite, jedoch muss bei jedem Vertr seine Risikostruktur berücksichtigt werden. Zu prüfen ist, ob nicht in Wahrh ein normaler, ledigl and bezeichneter Ratenkredit vorliegt, so idr beim Kontokorrentkredit u ähnl Krediten (BGH NJW 91, 833, Köln WM 92, 435). Besond zu beurteilen sind die mit einer Lebensversicherung kombinierten Ratenkredit- Vertr (BGH 111, 119, NJW 88, 1319). Beim Vergl von Leistg u GgLeistg müssen die VersPrämien, aber auch die Vorteile aus der Versicherg (Gewinnbeteiligg, etwa entstehde Steuerersparn) berücksichtigt werden (BGH aao); diese sind vom DarlG konkret darzulegen (Celle NJW-RR 89, 1134). Auch Darl zur Vorfinanzierg des Anspr auf Lohnsteuerrückzahlung sind sittenwidr, wenn die Verzinsg den Marktzins um 100% od mehr übersteigt (AG Kamen NJW 91, 1065, AG Reutlingen NJW-RR 93, 1267). Ein auffäll MissVerh kann aber entfallen, wenn der Bank der GgWert des Darl nicht nach der übl Bearbeitgszeit für steuerl ErstattgsAnspr (5 6 Monate), sond erst wesentl später zufließt (AG Stgt NJW-RR 97, 1545). gg) Leasingverträge. Sie sind idr sittenwidr, wenn die Leasingraten die übl um 100% oder mehr übersteigen (BGH 128, 259). Ist das übl Entgelt mangels aussagekräft VerglVertr nicht feststellb, sind die Leasingraten entspr Rn 25 ff mit dem Marktzins zu vergleichen; der Vertr ist idr sittenwidr, wenn die Leasingraten relativ um 100% od absolut um 12% höher sind als der übl Effektivzins (BGH aao). Der Berechng ist der tats Verkehrswert des LeasingGgst u nicht der im LeasingVertr genannte angebl höhere Beschaffgspreis zu Grde zu legen (Köln NJW-RR 97, 1549). Für den subj Tatbestand gilt Rn 30 entspr (Düss BB 96, 1687). Zusätzl Aufwendgen des LeasingG (Gewerbesteuer, höhere Refinanziergskosten) sind zu berücksichtigen, ebso steuerl Vorteile des LeasingN (BGH 128, 259). Kommt nach der Restwertklausel ein Mehrerlös dem LeasingG zugute, so begründet das nicht ow die Sittenwidrigk (BGH NJW 95, 1148), der Mehrerlös ist aber in die Umrechng gem Rn 26 einzubeziehen (Dresd NJW-RR 00, 1305). Zu den Problemen der Restwertermittlg, wenn keine Begrenzg der Fahrleistg besteht s Mü u Kuhnert DAR 07, 155. c) Andere wucherähnliche Rechtsgeschäfte. aa) Sittenwidrigkeit nach 138 I. Auch and als Kredit- Vertr können als wucherähnl RGesch nichtig sein. Sind die Voraussetzgen des II nicht voll erfüllt, darf aber aus dem Vorliegen des einen od and Wuchermerkmals nicht ow auf Sittenwidrigk nach I geschlossen werden. Insbes führt ein auffäll MissVerh zw Leistg u GgLeistg nicht allein zur Nichtigk; hinzutreten müssen vielmehr weitere sittenwidr Umst, etwa eine verwerfl Gesinng (BGH NJW 14, 1652 Tz 10). Dafür trägt derj, der sich auf die Sittenwidrigk beruft, die Behauptgs- u Darleggslast (BGH aao). Ist das obj wucher Gesch dadch zustande gekommen, dass der wirtschaftl od intellektuell Überlegene die schwächere Lage des and Teil bewusst zu seinem a 32b 33 34
5 34a 34b 34c 34d 138 Buch 1. Abschnitt 3. Ellenberger Vorteil ausgenutzt hat, ist I anwendb (BGH NJW 80, 446, 1156). Dem steht es gleich, wenn sich der sittenwidr Handelnde leichtfert der Erkenntn verschließt, dass der and sich nur wg seiner schwächeren Lage auf den ungünst Vertr einlässt (BGH aao, BAG NJW 85, 2661). bb) Besonders grobes Missverhältnis. (1) Bei einem besond groben MissVerh zw Leistg u GgLeistg besteht nach der Rspr eine tatsächliche Vermutung für ein Handeln aus verwerflicher Gesinnung, die idr eine weitere Prüfg subj Voraussetzgen entbehrl macht u die Sittenwidrigk des Vertr begründet (BGH NJW 01, 1127, 02, 429, 3165, WM 08, 967 Tz 35). Ein auffälliges MissVerh liegt vor, wenn der Wert der Leistg rund doppelt so hoch ist wie der Wert der GgLeistg (BGH aao Tz 31, Rn 67). Bei Grundstücken ist diese Voraussetzg bereits bei einer Verkehrswertüber- oder -unterschreitg von 90% erfüllt (BGH NJW 14, 1652 Tz 8). Die Vermutg ist widerlegb, so wenn der Verk auf ein Wertgutachten vertraut hat (BGH aao Tz 36); sie kann auch dch besondere Umstände erschüttert sein (BGH NJW 03, 283). Die Vermutg gilt grdsätzl auch, wenn der Benachteiligte das krasse MissVerh von Leistg u GgLeistg kennt (BGH NJW 07, 2841 Tz 18). Die Vermutg befreit die ProzessPart zwar nicht von ihrer Behauptgslast, an diese sind aber keine hohen Anfordergen zu stellen (BGH NJW 10, 363 Tz 19). Für ein Entfallen der Vermutg bei Preisbildg im BieterVerf Hamm NJW NJW-RR 11, (2) Das MissVerh muss unter Berücksichtigg der Umst des Einzelfalls sorgfältig ermittelt werden. Bei Immobilien ist grds die VerglWertmethode anzuwenden (BGH WM 08, 967 Tz 32). Trägt der Käufer einer Wohng vor, diese habe zum Ztpkt des VertrSchlusses einen bestimmten Verkehrswert gehabt, der weniger als die Hälfte des (Netto-)Kaufpreises ausmache, hat er seiner Darleggslast genügt, es sei denn, es handelt sich erkennb um eine Behauptg ins Blaue hinein (BGH NJW-RR 09, 1236). Bei Time-Sharing-Vertr kann der insges erzielte Preis nicht kurzer Hand mit dem von EigtWohngen verglichen werden (aa LG Paderborn VuR 98, 92). 138 ist aber anwendb, wenn der Gesamtpreis das 7 10fache des Preises für EigtWohngen ausmacht (BGH NJW 94, 1346, LG Bln u Duisbg NJW-RR 95, 754 u 884). Der Pachtwert von Imbissständen kann nicht mit dem von Läden u Verkaufsflächen gleichgesetzt werden (BGH NJW-RR 04, 1454). Besteht ein gespaltener Markt (Sammler/ Händler), wie zb bei Sondermünzen (Händlerverkaufspreis 8mal so hoch wie Einkaufspreis), kann bei einem Kauf von einem Händler Sittenwidrigk nicht einfach aus dem Überschreiten des Händlereinkaufspreises hergeleitet werden (BGH NJW 00, 1254). Bei einem Vertr über einen Hausbausatz ergibt sich das MissVerh nicht schon daraus, dass ein Einkauf der Einzelteile in einem Baumarkt erhebl billiger gewesen wäre (Düss NJW-RR 02, 14). Bei Pauschalvergütgen für Heilbehandlgsmaßn (Bandscheibenoperationen) ist bei der Prüfg auf den obj Marktwert, nicht auf die Kosten des Krankenhauses abzustellen (BGH NJW 03, 1596). Bei PachtVertr ist die sog EOP od die indirekte VerglWertMethode zur Ermittlg der VerglPacht offensichtl ungeeignet (BGH 141, 257, NJW 02, 55, NJW-RR 02, 1521). Haben mehrere hundert Erwerber ir eines Steuersparmodells denselben od annäherd denselben Preis für ihre Immobilie gezahlt, kann nicht allein deshalb ein besond grobes MissVerh verneint werden (BGH NJW-RR 05, 1418). (3) Einschränkungen. Die Vermutg einer verwerfl Gesinng gilt idr nicht, wenn der Benachteiligte Kaufm ist (BGH NJW 03, 2230). Sie setzt nicht voraus, dass der Begünstigte das besond grobe MissVerh kannte (BGH NJW 01, 1127). Es muss für ihn aber erkennb gewesen sein (BGH NJW 02, 55, 04, 3553, NJW-RR 02, 8); erfdl ist eine tatrichterl Würdigg wg der bestehden Bewertgsschwierigk vor allem bei PachtVertr (BGH aao). Bei ebay- Auktionen gilt die Vermutung auch bei Abgabe eines Höchstgebots nicht (BGH MMR 12, 451 Tz 19 ff). Bei Übertragg von VermWerten ir einer umfassden VermAuseinandersetzg etwa aus Anlass einer Scheidg (BGH NJW 03, 1860) gilt die Vermutg nicht. Sie kann auch entfallen, wenn sie im Einzelfall dch bestehde Bewertgsschwierigk od and besond Umst erschüttert wird, so etwa wenn die Part bei gleichem Wissensstand von einer Unbebaubark des möglw zt als Bauerwartgsland einzustufden Grdst ausgegangen sind (BGH NJW 03, 283), wenn sie sich um die Ermittlg eines angem LeistgsVerh bemüht haben (BGH NJW 02, 3165), wenn es sich um eine ausgefallene, seltene u schwier zu beurteilde Immobilie, wie ein Schloss od Herrenhaus, handelt (s BGH NJW 06, 3054), wenn der überhöhte Preis von einem geschäftserfahrenen Partner nach Einholg eines Wertgutachtens gezahlt worden ist (BGH ZIP 97, 931). Besteht bei Anwendg der VerglWertmethode kein besond grobes MissVerh, kann die Sittenwidrigk nicht aus einer Wertermittlg nach der Ertragswertmethode hergeleitet werden (BGH NJW 04, 2671). Bei Anwendg der Ertragswertmethode bedarf es besond AnhaltsPkte, aus denen sich die verwerfl Gesinng ergibt (BGH WM 08, 967 Tz 35). Hat sich der scheinb Benachteiligte bewusst zu einer höheren Leistg verpfl, um den and zu begünstigen, ist der Vertr nicht sittenwidr (Köln ZEV 98, 435). Gehen DarlN u DarlG übereinstimmd davon aus, dass mit der DarlSumme von DM in kurzer Zeit ein Gewinn von DM erzielt werden kann, ist eine Abrede über die Teilg dieses Gewinns in der Relation von 2 zu 1 nicht sittenwidr, auch wenn sie im Ergebn zu einer Verzinsg von mehr als 60% führt (Dresd WM 03, 1988). Bei KaufVertr über Grdst in der DDR, die unmittelb nach Aufhebg der Preisbindg abgeschl worden sind, kann ein besond grobes MissVerh Nichtigk begründen, jedoch bedarf der subj Tatbestand einer sorgfält Prüfg (BGH NJW 00, 1487, KG VIZ 00, 614). Die nach dem zu DDR-Baulandpreisen abgeschl sog Modrow-Vertr sind wg der gebotenen Gleichstellg mit AntrStellern, die den Vertr vor dem Stichtag wirks abgeschl haben, nicht sittenwidr (BGH ZfIR 04, 998). (4) Einzelfälle (ja = sittenwidr, nein = nicht) Grdst/EigtWohngen: DM zu , ja (BGH NJW 92, 899); DM zu , ja (BGH NJW 01, 1127); DM zu , nein (BGH NJW 03, 2529), DM zu , nein (BGH NJW 04, 2671); DM zu , nein (BGH ZIP 04, 549); Preis von 15 DM/qm bei einem Wert von 1,56, nein if einer beiderseit Falschbeurteilg der Bauerwartg (Naumbg OLG-NL 03, 243). And VertrObj: Turnierpferd, DM zu , ja (BGH NJW-RR 03, 558); Bilder, 1500 Euro zu , ja (Brem MDR 04, 738); RückerstattgsAnspr nach dem VermG, DM zu , ja (Rstk OLG-NL 95, 269); Spielgerät, DM zu , ja (BGH NJW-RR 98, 1065); Topfset, 4850 DM zu 2000 ja (Hbg VuR 03, 115); GmbH-Anteil, Preis 220% über Wert, ja (Mü BB 95, 2235); WerkVertr: Entgelt 4-fache des Übl, ja (KG NJW-RR 95, 1422); Achthundertfache Überschreitung von Einheitpreisen in Bauvertrag, ja (BGH NJW 09, 835 Tz 13); 8-fache od 12-fache Überschreitg des übl Preises in BauVertr (BGH NJW 13, 1950 Tz 25 u 1953 Tz 19); Aufg einer RPosition, die wirtschaftl einem ErbR gleichsteht gg ein viel zu geringes Entgelt, ja (BGH NJW 02, 429); RA: 17-fache der gesetzl Gebühr, ja (BGH NJW 03, 3486), 4,5-, 5- od 6-fache der gesetzl Gebühren, nein (BGH NJW 00, 2669, 03, 2386, NJW-RR 04, 1145, Köln NJW 98, 1960, Düss NJW-RR 07, 129); zu RVG 4 IV s Rn 58; Gehalt eines angestellten RA von netto monatl 610 od brutto 1300 DM, ja (ArbG Bad Hersfeld DB 99, 2115, LAG Hessen MDR 00, 893); Praktikantenlohn von 375 Euro brutto für Dipl. Ing. (FH), ja (LAG BaWü NZA 08, 768). ImmobilienVermittlgsVertr, DM monatl für die erfolgsunabhängg Präsentierg von Investitionsobjekten, ja (BGH NJW 12, 2099). PartnerschVermittlgsVertr, Entgelt von 3016 DM für 2 statt wie übl für 6 Partneradressen, ja (LG Köln NJW-RR 03, 1426). Beitritt zu einer KapitalanlagenGesellsch, ja bei schwerwiegder Disparität im Verh zu den Gründgsgesellschtern 142
6 Rechtsgeschäfte. Titel 2. Willenserklärung 138 (Schlesw BB 02, 2034). Internet by Call-Tarif, bei dem dch eine Kombination aus Minutenpreisen und Einwahlgebühren der marktübl Preis um bis zum 100-fachen überschritten wird (Saarbr NJW-RR 14, 686, AG Hbg NJW-RR 14, 121). Ein Erlass ist sittenwidr, wenn der Gläub unter Ausschaltg seines RA veranlasst wird, ohne trift Grd auf DM zu verzichten u das Risiko eines weiteren beträchtl Verlusts zu übernehmen (BGH NJW-RR 98, 590). Eine Abfindungsvereinbarung, die ein LPG-Mitgl in Kenntn aller maßg Umst abschließt, ist auch dann nicht sittenwidr, wenn die Abfindg erhebl niedriger ist als der gesetzl Anspr (BGH VIZ 01, 52). Anders ist es, wenn der berecht AbfindgsAnspr dch die rwidr Bildg von Rücklagen von DM auf 2207 DM gekürzt wird (Dresd VIZ 04, 287). Beruht ein wucherähnl Gesch auf der Ausnutzg einer Monopolstellung, ist 138 anwendb, ohne dass es der Feststellg einer verwerfl Gesinng bedarf (BGH LM (Cc) Nr 4). cc) Ausnutzung einer Zwangslage (der Unerfahrenh, des mangelnden UrtVermögens od einer erhebl Willensschwäche s Rn 69 ff). Sie kann, wenn II wg Fehlens eines auffäll MissVerh von Leistg u GgLeistg nicht anwendb ist, bei Hinzutreten weiterer sittenwidr Umst die Anwendg von I rechtfertigen, so die Ausbeutg der Geistesschwäche des and Teils zur Erlangg außergewöhnl Vorteile (RG 72, 68), die Ausnutzg einer psych Zwangslage zu einer Erbeinsetzg (BGH 50, 71) od Schenkg (BGH FamRZ 90, 1344). Es ist aber nicht ow sittenwidr, die Hilfestellg in einer Notlage von einer angem Vergütg abhäng zu machen (s BGH 69, 299). d) Überforderung des Schuldners. Privatautonomie bedeutet nicht nur Selbstbestimmg, sond auch Selbstverantwortg. Der Schu hat grdsätzl selbst zu prüfen u zu entscheiden, wo die Grenzen seiner Leistgsfähigk liegen. Die Tats, dass eine Verpfl das Leistgsvermögen des Schu subj überfordert, ist daher nicht ow ein NichtigkGrd (Brdbg NJW-RR 02, 578). Sind die vom Schu zu leistden Zahlgen höher als sein pfändbares Einkommen, so rechtfertigt das nicht die Anwendg von 138 (BGH NJW 89, 1666, Celle NJW-RR 89, 1135, Gaßner NJW 88, 1131, aa LG Münster NJW 90, 1669). Die PfändgsschutzVorschr schützen vor Vollstrgszugriffen, beschränken aber nicht die Verpfl- u VfgsFreih des Schu. e) Überforderung des Bürgen. BürgschVertr sind unwirks, wenn sie erkennb Ausdr einer strukturellen Unterlegenh des Bürgen sind u für ihn eine nicht hinnehmb, mit seinen Einkommens- u VermögensVerh unvereinb Belastg begründen (BVerfG NJW 94, 36, 2749, BGH 125, 206, NJW 01, 815, strspr). Bürgen, die vor dem Urt des BVerfG (aao) rkräft verurteilt worden sind, können uu nach BVerfGG 79 II 3 VollstrgsGgKlage erheben (BVerfG ZIP 06, 60). Die Möglichk, nach 286 ff InsO Restschuldbefreig zu erlangen, ändert an der Beurteilg der Sittenwidrigk nichts (BGH NJW 09, 2671, Krüger NJW 09, 3408). f) Angehörige. aa) Anwendungsbereich. Währd der BGH zunächst für die Bürgsch von Kindern besond Kriterien entwickelt hatte (61. Aufl), geht er jetzt von einheitl Grds für Bürgsch von Angehörigen aus. Er stellt entscheidd auf die zw dem finanziell überforderten Bürgen u dem HauptSchu bestehde emotionale Verbundenheit ab (BGH NJW 00, 1182, 01, 815, 02, 744). Geschützt sind neben Eheg auch Verlobte (BGH 136, 347/50), Partner einer nelgemsch (BGH NJW 97, 1005, 02, 744, NJW 09, 2671) u Eltern (BGH ZIP 01, 1190). Gleichgestellt sind Kinder (BGH NJW 00, 1182, ZIP 02, 167), dagg nicht ow erwachsene Geschwister (BGH 137, 329, NJW 99, 2372), and aber, wenn sie zugl ArbN sind (Köln VersR 02, 1288). Die insow von der Rspr entwickelten Grds gelten für KredInst, gewerbl u berufl KreditG (BGH NJW 02, 746) u vielleicht auch für GelegenhDarl privater DarlG (Brdbg ZIP 07, 1596, krit Buchler EWiR 07, 487). bb) Abgrenzung. Gleichgült ist, wie die Mithaftg begründet wird. Geschützt ist neben dem Bürgen auch der Unterzeichner eines Schuld- Anerkenntn (Kblz NJW-RR 03, 1559), der DarlN, der den Kredit ausschließl im Interesse des Partners aufnimmt (aa LG Kiel WM 06, 808) u der Mitunterzeichner des DarlVertr, es sei denn, dass er nicht nur Mithaftder sond gleichberecht DarlN ist (BGH NJW 01, 815, 02, 744, 2705, 05, 973, NJW 09, 2671). Das ist nur der Fall, wenn er ein eig Interesse an der Kreditgewährg hat u über die Auszahlg u Verwendg mitentscheiden darf (BGH aao); er kann hinsichtl eines Teils des Kredits Mitdarlehensnehmer, iü dagg nur Mithaftder sein (BGH aao, Rn 38 e). Erwerben Eheg gemeinsam ein Haus, sind beide hinsichtl des aufgenommenen Kredits MitDarlN (Köln WM 02, 123). Entspr gilt beim finanzierten Erwerb eines Fam-Pkws, auch wenn der KaufVertr allein vom Ehemann abgeschl wird (BGH NJW-RR 04, 924, s auch Rn 38 c ae). Ist str, ob der Eheg nur Mithaftder od MitDarlN ist, trägt der KreditG die Beweislast, nach den Grds der sekundären Darleggslast muss die Ehefrau aber darlegen, dass der Kredit ihr von Beginn an weder ganz noch teilw zugute gekommen ist (BGH WM 09, 645 Tz 14; NJW 09, 2671). Auf Sicherungsgrundschulden sind die für Bürgsch geltden Grds nicht übertragb, auch dann nicht, wenn die Grdschuld aus emotionaler Verbundenh bestellt worden ist u die Vollstrg dazu führt, dass ein betagtes Ehepaar sein langjähr genutztes Eigenheim verliert (BGH NJW 02, 2633, aa Wagner AcP 05, 715). cc) Krasse Überforderung. (1) Grundsatz. Wird der Eheg od Angehörige dch die von ihm übernommene Bürgsch (Mithaftg) krass überfordert, besteht eine tats (widerlegl) Vermutg, dass die Mithaftg ohne rationale Einschätzg der Interessenlage u der wirtschaftl Risiken aus emotionaler Verbundenh übernommen worden ist u dass das KreditInst die emotionale Beziehg zw HauptSchu u Mithaftden in sittl anstöß Weise ausgenutzt hat (BGH NJW 99, 2584, 01, 815, 02, 744, 05, 971, strspr). Eine krasse Überforderg liegt vor, wenn der Bürge (Mithaftde) voraussichtl nicht einmal die laufden Zinsen der Hauptschuld aufzubringen vermag (BGH NJW 00, 1182, 01, 815, 02, 744, 05, 973). Bei Höchstbetragsbürgsch kommt es darauf an, ob der Bürge die vertragl Zinsen aus der BürgschSumme aufbringen kann (BGH NJW 13, 1534 Tz 10). Die Belastgen dch mehrere Bürgsch zg desselben KreditG sind zusammenzurechnen, zumindest dann, wenn zw ihnen ein sachl u zeitl Zushang besteht (Köln ZIP 02, 844). Dass das Einkommen beider Partner zusammen voraussichtl zur Tragg der Zins- u Tilggsraten ausreicht, ändert an der Sittenwidrigk grdsätzl nichts (BGH NJW 99, 2585, 00, 1182, 01, 815). Auch wenn 305 c I (überraschde Klausel) die Haftg des Bürgen auf ein erträgl Maß reduziert, bleibt die Bürgsch sittenwidr (BGH 136, 347). Eine krasse Überforderg liegt dagg nicht vor, wenn der Wert des GrdBesitzes des Bürgen größer ist als die BürgschSchuld (BGH NJW 01, 2466, Köln WM 05, 557/60, Brdbg WM 06, 1014). Bei der Beurteilg der Leistgsfähigk sind die im Ztpkt des VertrSchlusses bestehden dingl Belastgen zu berücksichtigen (BGH NJW 02, 2228, BKR 10, 63 Tz 15). Die Darleggslast für die Werthaltigk des Grundbesitzes trägt der BürgschGläub (BGH BKR 10, 63, Rn 16). Sichert das GrundpfandR dieselbe Hauptforderg wie die Bürgsch, enfällt dessen wermindernde Berücksichtigg nicht, wenn die Bürgsch noch eine weitere Forderg des BürgschGläub sichert, zu deren Tilgg der Bürge ebenf nicht in der Lage ist u der Gläub den Erlös aus der Verwertg des GrundpfandR nicht auf die BürgschForderg anrechnen muss (BGH BKR 10, 63 Tz 17). Eine Überforderg kann entfallen, wenn eine Prognose, bezogen auf den Ztpkt der Inanspruchnahme des Bürgen, ergibt, dass er einen erhebl Teil der übernommenen Schuld aus eig Mitteln erfüllen kann (BGH NJW-RR 02, 1130, Zahnarzt). Die Sittenwidrigk der Bürgsch wird nicht dadch ausgeschl, dass der Bürge nach einer bei Übernahme der Bürgsch nicht vorhersehb Insolvenz des HauptSchu dessen Untern übernimmt u weiterführt (BGH ZIP 03, 796). Sie entfällt, wenn nach der vom Bürgen ausgefüllten SelbstAusk nach sorgfält Überprüfg dch den Gläub keine Bedenken gg seine Leistgsfähigk bestanden (BGH WM 14, 989 Tz 21) a 38b
7 38c 38d 38e 38f 38g Buch 1. Abschnitt 3. Ellenberger (2) Eine Gesamtwürdigung kann ergeben, dass die Vermutg, die Bürgsch (Mithaftgsabrede) sei sittenwidr, widerlegt wird u die Bürgsch trotz krasser Überforderg wirks ist. Erlangt der Bürge (Mithaftde) dch den aufgenommenen Kredit unmittelb einen Vorteil (MitEigt an der geplanten Anschaffg), kann ein Sittenverstoß entfallen (BGH NJW 99, 2584/88), so wenn der Bürge sich an dem Projekt als MitUntern mit erhebl Gewinnaussichten beteiligen wollte (BGH 125, 216), wenn er hälft MitEigt an dem Obj erhalten soll (BGH NJW-RR 04, 337) od wenn der Kredit einer elterl GmbH zufließen sollte, deren GeschFührer der 24 Jahre alte, aber bereits geschäftl erfahrene Bürge ist (BGH NJW 97, 940). Die Übernahme einer Bürgsch für ein ExistenzgründgsDarl dch die 51-jähr arbeitslose Ehefrau ist dagg sittenwidr, auch wenn sie in dem auf Grd einer unrealist Marktanalyse gegründeten Untern eine leitde Stelle übernehmen sollte u sie früher ein relativ hohes Einkommen hatte (BGH NJW 05, 971). Ein nur mittelb Vorteil (höherer Unterh, Verbesserung der WohnVerh, Aussicht, später im Betrieb mitarbeiten zu können) ändert an der Sittenwidrigk nichts (BGH NJW 97, 52, 01, 815, 02, 2705, KG MDR 02, 1443). Auch die Tats, dass der Bürge an der kaufm Leitg des Untern mitwirkt u einen Teil der Kreditgespräche für den HauptSchu geführt hat, schließt die Anwendg des 138 nicht aus (BGH BKR 03, 157). Andere Sicherheiten sind nur zu berücksichtigen, wenn sie das Haftgsrisiko in rechtl gesicherter Weise auf ein vertretb Maß beschränken (BGH NJW 99, 2584/88, 00, 1182, 01, 815). Dazu muss gesichert sein, dass der Mithaftde erst nach Verwertg der anderen Sicherh und begrenzt auf das zum Ztpkt der Haftgsübernahme bestehde Ausfallrisiko in Anspruch genommen wird (BGH NJW 09, 2671). Die sittenwidr Überforderg kann entfallen, wenn der Eheg ohne eig Einkommen u Vermögen für einen aus gemeinsamen vernünft Erwäggen aufgenommenen Kredit die Mithaftg übernimmt (Hausrat, Pkw) u die Höhe der Mithaftg sich ir des Angemessenen hält (BVerfG NJW 94, 39: DM ; Kblz NJW-RR 00, 639: DM ; BGH NJW 00, 1182; Naumbg ZIP 03, 1929, Kblz WM 05, 693: DM , DM, Pkw, s auch Rn 38 a). Anders kann es bei einem Betriebsmittelkredit von od DM (Celle NJW-RR 06, 131, Dresd BKR 07, 248) u einem Kredit von knapp DM für die Anschaffg eines Motorrads liegen (LG MöGladb NJW 06, 67). (3) Vermögensverlagerungen. AnfechtgsAnspr sind gg eine gut dchdachte Organisation des FamVerm kaum dchsetzb; gefährdet sind wg ihrer langen Laufzeit vor allem Anspr der KreditInst. Um sich gg VermVerlagergen zu schützen od um auf zu erwartden späteren VermErwerb des Mithaftden (Erbsch) zugreifen zu können, dürfen sich Banken auch von Eheg ohne Einkommen od Vermögen Bürgsch geben lassen (BGH 128, 230, NJW 96, 2089, 02, 2228/30). Bei krass überfordernden Bürgsch entfällt die Sittenwidrigk aber nur, wenn der beschränkte Haftungszweck unzweideut vertragl festgelegt ist (BGH NJW 02, 2228/30). Das gilt auch für Bürgsch, die vor dem übernommen worden sind (BGH aao). Trotz des begrenzten Haftgszwecks ist die Bürgsch sittenwidr, wenn ihre Höhe das berecht SichgsInteresse des Gläub weit übersteigt (BGH NJW 00, 1182) od wenn im Hinbl auf eine zu erwartende Erbsch von DM eine Bürgsch von 1 Mio DM übernommen wird (BGH NJW 99, 58). (4) Teilaufrechterhaltung der Mithaftungsabrede. Die nichtige Mithaftgsabrede ist nach 139 teilw aufrechtzuerhalten, wenn die Part bei Kenntn der Nichtigk die Mithaftg auf das zuläss Maß beschränkt hätten u sich der VertrInhalt eindeut in den nichtigen u den von der Nichtigk unberührten Rest aufteilen lässt (BGH NJW 01, 815, Rn 19). Eine solche Aufteilg kommt in Betr, wenn ein Teil des Kredits zur Ablösg gemeinsamer Schulden verwandt (BGH aao) od dem Mithaftden überlassen wird. Leistgen des HauptSchu sind nach 366 II izw auf den nicht dch die Haftgsmitübernahme gesicherten Teil des Kredits anzurechnen (BGH aao), Leistgen des Mithaftden auf den Teil des Kredits, für den er haftet (and offenb fallbezogen BGH aao). dd) Verwerfliche Einwirkung auf die Entscheidungsfreiheit des Bürgen (Mithaftden) begründet unabhäng von einer krassen Überforderg Sittenwidrigk, so wenn das Kreditinstitut das Risiko der Mithaftgsabrede verharmlost (BGH NJW 99, 135, ZIP 02, 1395) od schwerwiegde Risiken verschweigt (BGH 125, 206/17). Das gilt, wenn die Bürgsch aus emotionaler Verbundenh übernommen worden ist, auch für einen Bürgen, der kein Angehöriger im RSinn ist (BGH NJW-RR 02, 1130: Mönch). Sittenwidrigk ist auch zu bejahen, wenn die Bank eine Bürgsch (Mithaftgsübernahme) erst nach teilw Auszahlg des Darl fordert, nachdem sie vorher der Erkl des Schu nicht widersprochen hat, seine Frau werde sich nicht verbürgen (BGH NJW 96, 513). Die Bank handelt aber vorbehaltl Rn 38 b nicht ow sittenwidr, wenn sie von Anfang an erklärt hat, dass der Kredit von der Bürgsch (Mithaftgsübernahme) der Partnerin abhäng sei (BGH NJW 97, 1005). g) Gesellschafter, Arbeitnehmer. Auf Bürgsch, die ein Gesellschafter für Schulden der Gesellsch übernimmt, finden die für AngehörigenBürgsch entwickelten RGrds keine Anwendg (BGH 137, 329, NJW 98, 894, 02, 956, 1337). Auch die von einem an der GeschFührg nicht beteiligten MinderhGesellschter übernommene, krass überfordernde Bürgsch ist idr wirks (BGH NJW 03, 967), ebso die Bürgsch der zu 50% beteiligten Ehefrau (Celle WM 07, 928). Anders ist es bei unbedeutden Bagatellbeteiliggen (BGH aao) od wenn ein GmbH- GeschFührer od Kommanditist, der ausschließl Strohmannfunktion hat, die Mithaftg aus emotionaler Verbundenh mit einem Hintermann übernimmt u beides für den KreditG evident ist (BGH 137, 329, NJW 02, 956, 02, 2634, ZIP 02, 2249); dafür trägt der Bürge die Beweislast (BGH NJW 02, 1337). Auch eine nur wg Überrumpelg übernommene Bürgsch kann sittenwidr sein (BGH NJW 97, 2578: zur Rettg der GmbH sinnlose Bürgsch nach Drohg mit KreditKünd). Verbürgt sich ein Handlgsbevollmächtigter, der die GmbH anstelle eines GeschFührers leitet, für die zur Hälfte im FamBesitz befindl Gesellsch, ist die Bürgsch nicht ow sittenwidr (BGH NJW 00, 1179), ebso, wenn ein Gesellschafter der Konzernmutter für Schu der TochterGesellsch bürgt (Kblz ZIP 07, 2022). Wird ein Arbeitnehmer aus Sorge um seinen ArbPlatz veranlasst, für einen Kredit des ArbG eine ihn krass überfordernde Bürgsch (Rn 38 b) einzugehen, ist die Bürgsch sittenwidr (BGH NJW 04, 161, Zweibr NJW-RR 05, 1652, Seifert NJW 04, 1707). Entspr gilt, wenn sich die Mutter des ArbN ihv 5000 DM für alle Anspr gg ihren Sohn verbürgt (BAG NJW 00, 3299, wendet 307 an). h) Knebelungsverträge, die die wirtschaftl Freih des and Teils so sehr beschränken, dass dieser seine freie Selbstbestimmg ganz od im Wesentl einbüßt, sind sittenwidr (BGH 19, 12, 44, 158/61, NJW 62, 102, 93, 1587). Eine Schädiggsabsicht ist nicht erfdl (BGH NJW 93, 1587); entscheidd ist das Ausmaß der auferlegten Beschränkgen. Nicht jede Einschränkg der wirtschaftl EntschFreih verstößt gg 138 (BGH NJW 62, 102), so nicht die einseit Pfl zum Erwerb eines Grdst (BGH LM (Bc) Nr 13) od die AnkaufsPfl in einem ErbbauRVertr (BGH 68, 1, ErbbauRG 2 Rn 8). Ein Vertr ist aber sittenwidr, wenn ein VertrPartner seine wirtschaftl HandlgsFreih nahezu völl einbüßt (BGH 19, 12). Das ist der Fall, wenn er nur noch die Stellg eines Verw hat u der and Teil fakt zum stillen GeschInhaber wird (BGH WM 76, 181). Missbrauch einer GeneralVollm zur Gründg einer GmbH, auf die das Vermögen des VollmGebers unter Ausschl seiner VfgBefugn übertragen wird, ist sittenwidr (BGH NZG 11, 1225 Tz 9). Eine sittenwidr Knebelg kann sich aus umfassden Eingriffs- u Kontrollbefugn des and Teils od eines Dritten ergeben (BGH NJW 93, 1587), aber auch daraus, dass der Tankstellenbetreiber den Vertr mit dem Mineralölkonzern prakt nur mit dessen Zustimmg beenden kann (BGH 83, 313/16). Sittenwidr wg Knebelg können etwa sein: AutomatenaufstellVertr (Rn 80). BierbezugsVertr (Rn 81). 144
8 Rechtsgeschäfte. Titel 2. Willenserklärung 138 Finanziergs- u SichgVertr (BGH 19, 12, NJW 62, 102, Weitnauer ZIP 05, 790/92, Rn 97). TreuhandVertr (BGH 44, 158, NJW 67, 1043). FranchisingVertr (Hamm NZG 00, 1169). UnternPachtVertr (BGH WM 76, 181). VerlagsVertr, die dem Verleger ein OptionsR für alle künft Werke des Autors ohne angem GgLeistg einräumen (BGH 22, 347). PachtVertr mit dem Verbot, als Ersatz geeignete Grdst zu kaufen, können sittenwidr (BGH WM 72, 882), aber auch wirks sein (Kblz NJW-RR 05, 570). Vgl auch Rn 79 u 92. Sittenwidr ist ein umfassdes VfgVerbot bei landwirtschaftl Betrieb, das Verkauf u Verpfändg für 35 Jahre ausschließt (BGH BeckRS 12, Tz 31). 3) Sittenwidriges Verhalten gegenüber der Allgemeinheit oder Dritten. a) Allgemeines. aa) Subjektiver Tatbestand. Ergibt sich der Sittenverstoß nicht bereits aus dem Inhalt des RGesch (Rn 7), sond aus seinem Gesamtcharakter (Rn 8), ist 138 bei einer Verletzg von Interessen der Allgemeinh od Dritter grdsätzl nur anwendb, wenn alle Beteiligten sittenwidr handeln, dh die Tats, die die Sittenwidrigk begründen, kennen od sich ihrer Kenntn grob fahrläss verschließen (BGH NJW 90, 568, 92, 310, 07, 1446 Tz 13); der gute Glaube eines Beteiligten kann unerhebl sein, wenn die and ihn für vollständ informiert hielten (BGH NJW-RR 90, 751). Die bloße Kenntn des unsittl BewegGrde des and Teils genügt idr nicht, hinzukommen muss die Billigg, Förderg od Ausnutzg der sittenwidr Absicht des and (BGH BGH NJW 55, 586, DB 71, 39). bb) Fallgruppen. Eine allg od überwiegd anerkannte Einteilg hat sich nicht dchgesetzt. Hier werden zunächst nur Verstöße gg die GemschOrdng, gg die Ehe- u FamOrdng, gg die Sexualmoral, RGesch, die eine missbilligte Kommerzialisierg zum Ggst haben, sowie standeswidr u drittschädigde RGesch behandelt. Vgl iü die Einzelfälle in Rn 77 ff. b) Gemeinschaftswidrige Rechtsgeschäfte. aa) Absicherung der Rechtsordnung. RGesch, die gg wichtige rechtl geschützte Belange der Allgemeinh verstoßen, können sittenwidr sein. Neben 134 hat auch 138 die Funktion, die Einhaltg der ROrdng zu sichern. Vertr, die der Vorbereitg, Förderg od Ausnutzg strafbarer Handlungen dienen, sind daher sittenwidr (BGH NJW-RR 90, 1522), so der Vertr, der zur Vornahme einer strafb Handlg verpfl (BGH NJW 95, 2027), der Verkauf von Diebesgut, wenn der Erwerber grob fahrläss handelt (BGH NJW 92, 310), der Vertr zur Dchführg einer strafb Werbg (Stgt BB 96, 2060), RGesch zur Verwirklichg eines Betrugsplans (BGH NJW-RR 90, 1522), Abrede zw einem Zahnarzt u einem Labor, nach der dieses dem Zahnarzt einen Teil der Vergütg erstattet, der Zahnarzt dem Patienten aber das volle Entgelt in Rechng stelltl (Köln NJW-RR 02, 1630, Rn 64). Auch der KaufVertr über ein Radarwarngerät ist sittenwidr (BGH NJW 05, 1490, 10, 136 Tz 13), zweifelh, ob das auch für den Kauf eines Organizers (Personal Digital Assistent) gilt (Thiele NZV 06, 66). VermittlgsVertr zum Erwerb ausl Führerscheins mit UmgehgsAbsicht ist sittenwidr (LG Bln NJW-RR 09, 1352). Geschützt werden auch Wertentscheidungen des GG u die sich aus ihnen ergebden Rechte des Einzelnen. Sittenwidr sind wg Verletzg des Rechts auf informationelle Selbstbestimmg Vereinbgen über heiml VaterschTest (s BGH NJW 05, 497, BVerfG NJW 07, 753). Nichtig sind auch die auf Bestechung abzielden Vertr, u zwar auch dann, wenn ausländ Staatsbedienstete bestochen werden sollen (BGH NJW 85, 2406, Hbg NJW 92, 635). Dagg ist 138 unanwendb, wenn das Verhalten des VertrPartners nicht als Unterstützg der strafb Handlg gewertet werden kann. Kein Verstoß gg 138, wenn ein WerbeVertr für eine Veranstaltg abgeschl wird, die nach dem UWG unzuläss ist (Hamm GRUR 88, 564), wenn der Telekommunikationsnetzbetreiber einem Untern einen RufNrBlock mit fiktiven ausländ Nr überlässt, die dieser Telefonsexanbietern zur Vfg stellt (Mü NJW 04, 78), wenn der and Teil erst nach VertrSchluss von der strafb Handlg erfährt (BGH NJW 55, 586). Die Übernahme von Geldstrafen, die nicht mehr als Strafvereitelg strafb ist (BGH NJW 91, 990), ist wg Rn 6 auch nach 138 nicht zu beanstanden (Kapp NJW 92, 2797). bb) Steuerrecht. Vertr, die mit einer Steuerhinterziehg verbunden sind, verstoßen nur dann gg 138, wenn diese den Hauptzweck des Vertr darstellt ( 134 Rn 23); das kann bei TafelGesch zutreffen (Jena OLG-NL 95, 193, 96, 28). Der GrdstKaufVertr, der den Kaufpreis zur Steuerhinterziehg zu niedr od zur Ermöglichg der Finanzierg zu hoch angibt, ist nicht sittenwidr (BGH NJW 66, 588, Oldbg MDR 00, 877). Eine Ohne-Rechng- Abrede ist nichtig (BGH NJW-RR 08, 1050 Tz 8 u 1051 Tz 9). Der Vertr ist gem 139 im Ganzen unwirks, wenn die Ohne-Rechngs-Abrede die VertrBedinggen, insbes die Preisvereinbg beeinflusst hat (BGH NJW 03, 2742, NJW-RR 08, 1050 Tz 10 u 1051 Tz 11 unter Aufgabe von NJW-RR 01, 380). Zur Nichtigk u den RFolgen beim Verstoß gg das SchwarzArbG 134 Rn 13. cc) Umweltbezogene Sittenwidrigkeit. Zu den dch 138 geschützten Werten gehören auch die natürl LebensGrdlage einschließl der künft Generationen. RGesch, die auf eine Umweltschädigg abzielen, können daher sittenwidr sein, so ein WerkVertr, der auf Umgehg der naturschutzbehördl Genehmigg angelegt ist (Oldbg NdsRpfl 96, 120). Soweit das öffr die beabsichtigte Maßn zulässt, ist 138 aber unanwendb, auch wenn sie von der öff Meing als umweltschädl abgelehnt wird (Rn 6). Der Verkauf eines kontaminierten Grdst an eine vermögenslose jur Pers, um von der Zustandsverantwortg frei zu werden, soll nicht sittenwidr sein (VGH Mannheim BB 96, 393, Knissel BB 97, 2013), auch nicht die Freigabe eines kontaminierten Grdst dch den InsolvenzVerw (BVerwG ZIP 04, 2145/47). Vgl aber BBodSchG 4 III. dd) Verletzung wichtiger Gemeinschaftsbelange. Sittenwidr sind wertvolle Schenkgen unter offensichtl Verletzg von Haushaltsvorschriften (BGH 36, 398); GesellschVertr über den Betrieb einer Spielbank ohne Konzession (Hamm NZG 01, 747); Vertr, die den Ertrag einer Sammlg in Verletzg des landesrechtl Sammlungsgesetzes zu 90% dem dchführden Untern u nur zu 10% der gemeinnütz Organisation zuweisen (Hamm NJW-RR 95, 1010); Vertr über die Täuschung von Behörden zur Erlangg von rwidr Vorteilen (BGH NJW 85, 2953, NJW-RR 92, 949). Die Täuschg ausländ Behörden rechtfertigt die Anwendg des 138 zumindest dann, wenn auch deutsche Interessen berührt werden (BGH 34, 177, NJW 62, 1436). Auch VermÜbertraggen od UnterhVerzichte zu Lasten des Sozialhilfeträgers können sittenwidr sein (BGH NJW 09, 1346 Tz 10, Schwarz JZ 97, 545, Rn 47). Die treuhänd Übertragg eines Sparguthabens ist dann nicht sittenwidr, wenn eine Pfl zur Anzeige des Sparguthabens nicht bestand u deshalb obj Nachteile des Leistgsträgers nicht eingetreten sind (BGH BeckRS 12, Tz 22). Zur Ausschlagg einer Erbsch zu Lasten des SozHilfeträgers s Rn 50 a. c) Ehe- und Familienordnung. aa) Schutz der Ehe. Vereinbgen, die gg das Wesen der Ehe verstoßen, sind sittenwidr. Gem 138 nichtig sind daher: Vereinbg eines Entgelts od eines Darl für das Eingehen einer Scheinehe (Düss FamRZ 83, 1023). EheVerspr eines Verheirateten (Karlsr NJW 88, 3023) od eines bereits Verlobten (BayObLG NJW 83, 831). Vereinbg über ein dauerndes Recht zum Getrenntleben (Düss FamRZ 81, 545). VertrStrafVerspr zur Sichg ehegemäß Verhaltens (RG 158, 300). Vereinbg über den Ausschluss der Scheidg (BGH 97, 304) od über die Geltg des Schuldprinzips (Herb FamRZ 88, 123). Vereinbg, dass if der Scheidg ein Betrag in existenzvernichtder Höhe zu zahlen ist (Hamm FamRZ 91, 443). Vereinbg, in der der scheidgswill Partner dem and sein MitEigt an dem gemeinsamen Haus gg Zahlg etwa der Hälfte des Werts überträgt u dieser zusagt, im ScheidgsVerf falsche Angaben über den Ablauf des Trenngsjahres zu machen (BGH NJW 03, 1860) a 46