Source: https://www.strafrecht-braunschweig.de/meine-leistungen/opfervertretung/nebenklage/
Timestamp: 2020-01-27 18:26:46
Document Index: 143141379

Matched Legal Cases: ['§ 395', '§ 395', '§ 395', '§ 185', '§ 249', '§ 238', '§ 244', '§ 249', '§ 316', '§ 396', '§ 397', '§ 472', '§ 397', '§ 239', '§ 239', '§ 239', '§ 251', '§ 252', '§ 255', '§ 244', '§ 249', '§ 252', '§ 255', '§ 316']

Nebenklage - www.strafrecht-braunschweig.de
RA Kai Hertweck ist Fachanwalt für Strafrecht. Als Strafverteidiger vertritt er zumeist Täter bzw. Personen, die vor einem Gericht wegen einer Straftat angeklagt sind. Das Wissen und die Erfahrung aus der Strafverteidigung kann RA Kai Hertweck für Vertretung von Opfern einer Straftat in der Nebenklagen und im Adhäsionsverfahren (Schadenersatzverfahren innerhalb eines Strafverfahrens) optimal nutzen.
Geschädigte bestimmter Straftaten oder dessen Hinterbliebene können gem. §§ 395 - 402 Strafprozessordnung (StPO) im Straf- bzw. Sicherungsverfahren vor Gericht als sog. Nebenkläger auftreten. Bei welchen Straftaten das der Fall ist und welche Personen hierzu berechtigt sind, ist abschließend in § 395 StPO geregelt.
§ 395 StPO (Befugnis zum Anschluss als Nebenkläger)
(3) Wer durch eine andere rechtswidrige Tat, insbesondere nach den §§ 185 bis 189, 229, 244 Absatz 1 Nummer 3, §§ 249 bis 255 und 316a des Strafgesetzbuches, verletzt ist, kann sich der erhobenen öffentlichen Klage mit der Nebenklage anschließen, wenn dies aus besonderen Gründen, insbesondere wegen der schweren Folgen der Tat, zur Wahrnehmung seiner Interessen geboten erscheint.
Die Nebenklage ist bei Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (z. B. Sexueller Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung, Sexuelle Nötigung u. ä.), versuchtem Mord, versuchtem Totschlag, Aussetzung, allen vorsätzlichen Körperverletzungsdelikten, allen Freiheitsdelikten einschließlich erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme möglich. Seit neuestem können auch Stalkingopfer (Nachstellung gem. § 238 StGB) als Nebenkläger bei Verstößen gegen Verfügungen nach dem Gewaltschutzgesetzauftreten. Bei anderen rechtswidrigen Taten, insbesondere einer fahrlässigen Körperverletzung (z. B. bei Verkehrsunfällen) und Delikten gegen die Ehre (Beleidigung, Verleumdung o. ä.), sowie verschiedenen Eigentumsdelikten wie § 244 Absatz 1 Nummer 3 und §§ 249 bis 255, als auch der räuberische Angriff auf Kraftfahrer nach § 316a des Strafgesetzbuches ist für den Verletzten die Nebenklage zulässig, wenn dies aus besonderen Gründen, namentlich wegen der schweren Folgen der Tat, zur Wahrnehmung seiner Interessen geboten erscheint, Absatz. 3 der Vorschrift. Ist durch die rechtswidrige Tat jemand getötet worden, so steht das Nebenklagerecht den Eltern, Kindern, Geschwistern und dem Ehegatten oder Lebenspartner zu.
Die Anschlusserklärung ist bei dem Gericht schriftlich einzureichen, § 396 Abs. 1 StPO. Der Nebenkläger kann sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Ihm kann auch durch das Gericht im Falle seiner finanziellen Bedürftigkeit (Prozesskostenhilfe) oder bei besonders schwereren Straftaten gem. § 397 a StPO ein Rechtsanwalt als Beistand beigeordnet werden. Im Falle einer Verurteilung trägt die Kosten dieses Rechtsanwalts der Angeklagte, § 472 StPO.
Dem Nebenkläger stehen – ähnlich wie der Staatsanwaltschaft – eigene Verfahrensrechte zu, die in den § 397 - 401 StPO geregelt sind. Insbesondere ist der Nebenkläger, auch wenn er als Zeuge vernommen werden soll, zur Anwesenheit in der Hauptverhandlung berechtigt. Der Nebenkläger hat auch wichtige prozessuale Rechte wie z. B. die Richter- und Sachverständigen-Ablehnung, das Beweisantragsrecht und das Fragerecht. Darüber hinaus kann er unabhängig von der Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegen, allerdings nicht in Bezug auf die Höhe des Strafmaßes.
Im Strafverfahren gegen Jugendliche ist die Nebenklage nur bei Verbrechen gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit oder die sexuelle Selbstbestimmung, oder nach § 239 Abs. 3, § 239a, § 239b StGB oder § 251 StGB, auch in Verbindung mit den § 252, § 255 StGB oder bei bestimmten Vermögensdelikten (§ 244, § 249, § 252, § 255, § 316a) zulässig.
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