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Timestamp: 2020-06-03 09:06:58
Document Index: 1429844

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 161', '§ 23']

BGH entscheidet über Auskunftsansprüche von Anlegern von Filmfonds in der Form von Publikums-Kommanditgesellschaften - Ebner Stolz
BGH entscheidet über Auskunftsansprüche von Anlegern von Filmfonds in der Form von Publikums-Kommanditgesellschaften
Urteile des BGH vom 5. Februar 2013 - II ZR 134/11 u.a.
Der für das Gesell­schafts­recht zustän­dige II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) hat mit Urtei­len vom 5. Februar 2013 ent­schie­den, dass Anle­ger, die sich als Treu­ge­ber über einen Treu­hand­ge­sell­schaf­ter an einem (Film)Fonds in der Form von Pub­li­kums-Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten betei­ligt haben, Aus­kunft über Namen und Anschrif­ten der übri­gen an der Gesell­schaft betei­lig­ten Anle­ger ver­lan­gen kön­nen, wenn ihnen im Innen­ver­hält­nis der Gesell­schaft die Stel­lung eines unmit­tel­ba­ren Gesell­schaf­ters (Kom­man­di­tis­ten) ein­ge­räumt ist.
In den vier am 5. Februar 2013 ver­han­del­ten – und ebenso in einer Viel­zahl wei­te­rer beim II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs und bei Land- und Ober­lan­des­ge­rich­ten anhän­gi­gen - Ver­fah­ren haben Anle­ger von Pub­li­kums­ge­sell­schaf­ten in der Form von Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten mit den jewei­li­gen Gesell­schaf­ten, teils auch mit deren geschäfts­füh­r­en­den Gesell­schaf­tern oder mit der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin dar­über ges­trit­ten, ob sie ein Recht auf Aus­kunft­s­er­tei­lung über Namen, Anschrif­ten und (in einem Fall) die Betei­li­gungs­höhe der übri­gen an den Gesell­schaf­ten betei­lig­ten Anle­ger haben.
An den Fonds­ge­sell­schaf­ten konn­ten sich die Anle­ger ent­we­der als Kom­man­di­tis­ten (= unmit­tel­bare Gesell­schaf­ter) betei­li­gen mit der Folge, dass sie mit Namen, Wohn­ort und Haft­summe in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wur­den, oder sie betei­lig­ten sich als Treu­ge­ber (= mit­tel­bare Gesell­schaf­ter) über eine Treu­hän­de­rin an dem Fonds, wobei in die­sem Fall nur die Treu­hän­de­rin als (Treu­hand-)Kom­man­di­tis­tin mit Name, Wohn­ort und Haft­summe im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wurde. Namen, Anschrif­ten sowie die Betei­li­gungs­höhe der Treu­ge­ber sind dann nur der Treu­hän­de­rin oder der Fonds­ge­sell­schaft bekannt. Die Betei­li­gungs- und Treu­hand­ver­träge ent­hal­ten Rege­lun­gen, nach denen die Anle­ger kei­nen Anspruch dar­auf haben, dass ihnen vom Treu­hän­der oder der Gesell­schaft die dort bekann­ten Daten der ande­ren Anle­ger mit­ge­teilt wer­den.
Die kla­gen­den Anle­ger haben die Ansicht ver­t­re­ten, ihnen stünde ein Recht auf Kennt­nis der Iden­ti­tät der ande­ren an dem jewei­li­gen Fonds betei­lig­ten Anle­ger zu, da sie ohne diese Kennt­nis ihre Gesell­schaf­ter- oder Treu­ge­ber­rechte nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ü­ben könn­ten. Die Beklag­ten haben die ver­lang­ten Aus­künfte u.a. unter Hin­weis auf ein schüt­zens­wer­tes Anony­mi­täts­in­ter­esse der nur über einen Treu­hän­der betei­lig­ten Anle­ger und die Gefahr der miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung der Daten ver­wei­gert. In allen vier Fäl­len hat­ten die Kla­gen vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen Erfolg.
Nach der münd­li­chen Ver­hand­lung haben in zwei Ver­fah­ren die Beklag­ten ihre Revi­sio­nen vor der Ver­kün­dung der Urteile zurück­ge­nom­men. In den bei­den ande­ren Ver­fah­ren hat der Bun­des­ge­richts­hof die Ent­schei­dun­gen des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen bestä­tigt. Er hat dar­auf abge­s­tellt, dass die als Treu­ge­ber bei­ge­t­re­te­nen Anle­ger nach den bei ihrem Bei­tritt von allen – unmit­tel­bar oder mit­tel­bar - bei­ge­t­re­te­nen Anle­gern als für ihre Recht­stel­lung ver­bind­lich aner­kann­ten Rege­lun­gen in den Gesell­schafts­ver­trä­gen der Fonds­ge­sell­schaf­ten, auf die die jewei­li­gen Treu­hand­ver­träge Bezug neh­men, im Innen­ver­hält­nis den als Kom­man­di­tis­ten bei­ge­t­re­te­nen Anle­gern in Rech­ten und Pflich­ten gleich­ge­s­tellt sind. Ein Kom­man­di­tist hat ebenso wie der Gesell­schaf­ter einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts und einer offe­nen Han­dels­ge­sell­schaft einen aus sei­nem Mit­g­lied­schafts­recht fol­gen­den Anspruch auf Kennt­nis der Iden­ti­tät sei­nes gesell­schafts­ver­trag­li­chen Ver­trag­s­part­ners. Wegen der in den Gesell­schafts­ver­trä­gen erfolg­ten Gleich­stel­lung der Treu­ge­ber mit den (unmit­tel­ba­ren) Kom­man­di­tis­ten steht die­ser Anspruch auch den nur über einen Treu­hän­der bei­ge­t­re­te­nen Anle­gern zu und kann in den Gesell­schafts- und Treu­hand­ver­trä­gen nicht aus­ge­sch­los­sen wer­den. Hin­rei­chende Anhalts­punkte für eine kon­k­rete Gefahr des Miss­brauchs der Daten durch die kla­gen­den Anle­ger selbst oder unter deren Betei­li­gung waren in den ent­schie­de­nen Fäl­len nicht dar­ge­legt.
Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BGH Nr. 21/2013 vom 5. Februar 2013
Ein­ho­lung eines Schieds­gu­t­ach­tens bei Bestim­mung der Abfin­dungs­höhe
Gem. §§ 161 Abs. 2, 105 Abs. 3 HGB, 738 Abs. 1 S. 1 BGB trifft gegen­über dem aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter die Pflicht zur Erstel­lung der Abfin­dungs­bi­lanz die Gesell­schaft. Aus die­ser Pflicht zur Bilanz­er­stel­lung folgt den­k­lo­gisch auch die Pflicht, die zur Bilanz­er­stel­lung not­wen­di­gen vor­be­rei­ten­den Schritte ein­zu­lei­ten. Zu die­sen Vor­be­rei­tungs­maß­nah­men gehört auf­grund der Schieds­klau­sel des § 23 Nr. 6 Abs. 1 S. 2 GV auch, durch die Wirt­schafts­prü­fer­kam­mer die Benen­nung eines Schieds­gu­t­ach­ters in die Wege zu lei­ten. ...lesen Sie mehr