Source: http://intecon.de/mandantenzeitung-non-profit-052011/
Timestamp: 2018-08-22 07:03:59
Document Index: 281511013

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 52', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 328', '§ 5']

Mandantenzeitung 'Non Profit' 05/2011 - INTECON
Mandantenzeitung ‚Non Profit‘ 05/2011
Die E-Bilanz kommt – auch für „Gemeinnützige“!?
Für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen (also i. d. R. ab Geschäftsjahr 2012), schreibt § 5 b EStG i. V. m. § 52 Abs. 15 a EStG verbindlich vor, dass „Unternehmen“ die Verpflichtung haben, die Inhalte ihrer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie Überleitungsrechnungen elektronisch dem Finanzamt zu übermitteln (E-Bilanz). „Unternehmen“ sind dabei solche Einrichtungen, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 1, § 5 oder § 5 a EStG ermitteln.
Diese Datenübermittlung hat zwingend nach einem von der Finanzverwaltung festgelegten Klassifikationsschema zu erfolgen (sog. Taxonomie) und zwar im XBRL-Datenformat (eXtensible Business Reporting Language), einem international gängigen Standard für den elektronischen Datenaustausch. Kommt das Unternehmen diesen Anforderungen nicht nach, kann und wird die Finanzbehörde empfindliche Zwangsgelder bis zur Höhe von 25.000 ¤ festsetzen (§ 328 AO).
Die Anforderungen der Taxonomie im Einzelnen hat die Finanzverwaltung bekannt gegeben (http://www.eSteuer.de). Hier wird deutlich, dass es sehr strenge und kleinteilige Gliederungsvorschriften für die zu übermittelnden Daten der Steuerbilanz und GuV gibt und die im Unternehmen üblicherweise digital vorhandenen Daten und Gliederungstiefen in vielen Fällen bei Weitem überschritten werden.
All dies bedeutet für die betroffenen Unternehmen insbesondere folgenden Handlungsbedarf:
Frühzeitige Auseinandersetzung mit den zu übermittelnden Daten: Stehen diese im Unternehmen zur Verfügung ? Wie sind sie zu beschaffen/abzuleiten? (Zur Erinnerung: Es geht um die Steuerbilanzdaten; sollte ggfs. unterjährig auch steuerbilanziell gebucht werden?)
Sind die eigenen Mitarbeiter in der Lage, die Anforderungen umzusetzen? Müssen Tätigkeiten ausgelagert werden (z. B. auf Steuerberater)?
Ist die eingesetzte Buchhaltungssoftware XBRL-fähig?
Ist das Finanz- und Rechnungswesen XBRLkonform?
Was das alles mit Ihnen zu tun hat?
Nun – überall, wo die gemeinnützige Einrichtung/ steuerbegünstigte Körperschaft steuerlich als „Unternehmen“ zu qualifizieren ist (ihren Gewinn also durch Bilanzierung nach den einschlägigen einkommensteuerlichen Vorschriften ermittelt), also in jedem Fall im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, hat sie die vorgenannten Anforderungen des § 5 b EStG vollumfänglich zu erfüllen.