Source: http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Reisekosten-333.html
Timestamp: 2018-04-23 17:19:56
Document Index: 226260722

Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 5', '§ 6', '§ 9', '§ 7', '§ 60', '§ 28', '§ 43', '§ 64']

Reisekosten - Soziales & Recht - betanet
4. Höhe der Kostenübernahme
Reisekosten sind Fahrtkosten, Transportkosten, Unterkunft- und Verpflegungskosten, die infolge von Krankheit, Reha oder Behinderung entstehen. Sie können, abhängig von den individuellen Voraussetzungen, von verschiedenen Trägern übernommen werden.
Die Reisekosten werden als ergänzende Leistung zur Reha vom jeweiligen Kostenträger übernommen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
Unter Reisekosten fallen die erforderlichen (nicht die tatsächlich angefallenen)
Fahrt- und Transportkosten,
Kosten für besondere Beförderungsmittel, deren Inanspruchnahme wegen Art oder Schwere der Behinderung erforderlich ist,
Kosten für Kinder, deren Mitnahme an den Rehaort erforderlich ist, weil ihre anderweitige Betreuung nicht sichergestellt ist, sowie
Wegstrecken- und Mitnahmeentschädigungen.
Übernommen werden auch:
Kosten für eine wegen der Behinderung erforderliche Begleitperson einschließlich deren Verdienstausfall. Nachweis der Erforderlichkeit durch Schwerbehindertenausweis-Eintragung oder ärztliche Bescheinigung.
Reisekosten für 2 Familienheimfahrten im Monat zur Familienwohnung
für 2 Besuchsfahrten eines Angehörigen zum Aufenthaltsort des Versicherten
werden in beiden Fällen nur übernommen, wenn die Rehabilitation länger als 8 Wochen dauert.
Reisekosten für einen Reisebegleiter bei Kindern bis zum vollendeten 15. Lebensjahr, die wegen einer Kinderheilbehandlung unterwegs sind.
Maßgeblich für die Kostenübernahme ist das Bundesreisekostengesetz (BRKG):
Für Fahrtkosten und Wegstrecken (§ 73 SGB IX i.V.m. § 5 Abs. 1 BRKG)
0,20 € pro km, maximal 130 €
Für Verpflegung (§ 6 BRKG i.V.m. § 9 Abs. 4a S. 3 EStG)
24 € pro Kalendertag bei einem mehrtägigen Aufenthalt
12 € bei einem eintägigen Aufenthalt von mindestens 8 Stunden bzw. für jeweils den An- und Abreisetag
Für Übernachtung (§ 7 BRKG)
Die Unfallversicherung ersetzt den entgangenen Arbeitsverdienst einer Begleitperson (z.B. Angehörige des Versicherten), wenn der Ersatz in einem angemessenen Verhältnis zu den sonst für eine Pflegekraft entstehenden Kosten steht.
Die Erstattung der Reisekosten wird bei den verschiedenen Leistungsträgern unterschiedlich gehandhabt. Es ist wichtig, sich vor Antritt der Rehamaßnahme beim zuständigen Kostenträger zu informieren. In der Regel verschicken die Leistungsträger mit den Reha-Informationen auch ein Merkblatt zu den Reisekosten.
Individuelle Auskünfte erteilt der jeweils zuständige Sozialversicherungsträger: Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger, Krankenkassen oder die Agentur für Arbeit.
Gesetzesquellen: § 60 Abs. 5 SGB V - § 28 SGB VI - jeweils i.V.m. - § 43 SGB VII - §§ 64, 73 SGB IX
Letzte Aktualisierung am 23.02.2018 Redakteur/in: Ines Grocki