Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2016/517/anlage_euer
Timestamp: 2019-04-22 06:37:53
Document Index: 100245594

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 60', '§ 84', '§ 328', '§ 146', '§ 147', '§ 11', '§ 6', '§ 15', '§ 27', '§ 4', '§ 4', '§ 8', '§ 4', '§ 8', '§ 4', '§ 4']

Steuererklärung (2016) | Anlage EÜR
Welcher Unterschied besteht zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern hinsichtlich der Anlage EÜR?
Was ist die "Anlage EÜR"?
Wie funktioniert die Einnahmenüberschussrechnung?
(2018): Anlage EÜR
Die Unterscheidung zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern ist gerade hinsichtlich der Einnahmenüberschussrechnung von besonderer Bedeutung:
Während Gewerbetreibende die Einnahmenüberschussrechnung nur dann anwenden dürfen, wenn sie bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen nicht überschreiten, dürfen Freiberufler die EÜR stets anwenden, ohne dass es auf die Höhe von Umsatz und Gewinn ankommt.
Genau genommen sind hier aber nicht nur Freiberufler gemeint, sondern alle Personen, die eine selbständige Tätigkeit gemäß § 18 EStG ausüben.
Wichtig ist also die Frage: Wer ist Freiberufler und wer übt eine sonstige selbständige Tätigkeit aus?
Freiberufler ist, wer selbständig und eigenverantwortlich tätig ist und einen bestimmten Katalogberuf oder eine bestimmte Tätigkeit ausübt, die in § 18 Abs. 1 EStG aufgeführt sind. Freie Berufe setzen eine Tätigkeit voraus, der nicht unbedingt ein Hochschulstudium vorangegangen sein muss. Es muss sich nur um eine Ausbildung wissenschaftlicher Art handeln. Darunter fallen auch das Selbststudium oder durch Berufstätigkeit erworbene Kenntnisse. Die Kenntnisse müssen dem Niveau eines Hochschulstudiums entsprechen.
(2) Freiberufler sind zum anderen Personen, die einen bestimmten Katalogberuf ausüben, der im Einkommensteuergesetz ausdrücklich genannt ist (§ 18 Abs.1 Nr.1 EStG):
Tätigkeiten, die nicht als freiberufliche Tätigkeit zu beurteilen sind und keinen Gewerbebetrieb darstellen, gehören zur sonstigen selbständigen Tätigkeit. Merkmal ist auch hier die persönliche Arbeitsleistung. Allerdings wird die sonstige selbständige Tätigkeit eher gelegentlich und nur ausnahmsweise nachhaltig ausgeübt (§ 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG):
Schiedsmänner,
Interviewer für statistische Landesämter,
Tagesmütter, Tagesväter (Kinderbetreuung),
ehrenamtliche Bürgermeister.
(2016): Welcher Unterschied besteht zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern hinsichtlich der Anlage EÜR?
Seit 2005 ist die Einnahmenüberschussrechnung standardisiert (§ 60 Abs. 4 und § 84 Abs. 3c EStDV). Das bedeutet: Einnahmenüberschussrechner müssen das amtliche Formular "Anlage EÜR" ausfüllen und der Steuererklärung beifügen.
Kleinstunternehmer, deren Betriebseinnahmen (Umsatz, nicht Gewinn!) weniger als 17.500 Euro brutto betragen, brauchen das Steuerformular "Anlage EÜR" nicht auszufüllen. Sie können Ihren Gewinn formlos durch Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ermitteln und diese Aufzeichnung der Steuererklärung beilegen (BMF-Schreiben vom 10.2.2005, BStBl. 2005 I S. 320).
In der "Anlage EÜR" sind streng formalistisch zahlreiche detaillierte Angaben zu Einnahmen und Ausgaben zu machen. Das Ausfüllen der insgesamt 56 Abfragezeilen auf drei Seiten erfordert viel zusätzliche Arbeit und Kenntnis - und damit häufig auch weitere Kosten für fachliche Beratung und Unterstützung.
Es empfiehlt sich, die Einnahmenüberschussrechnung an der Systematik der "Anlage EÜR" zu orientieren, damit Sie es später beim Jahresabschluss einfacher haben. Sie sollten Ihre Einnahmen und Ausgaben nach den Kriterien des Formulars gliedern, denn so können Sie diese dann leichter den Abfragen im Formular zuordnen.
Vorsicht: Kommen Sie Ihrer Verpflichtung zur Abgabe der "Anlage EÜR" nicht nach, kann das Finanzamt ein Zwangsgeld androhen und festsetzen (§ 328 AO). Doch einen Verspätungszuschlag darf das Finanzamt nicht verlangen, weil die "Anlage EÜR" nicht Teil der Steuererklärung ist (OFD Rheinland vom 21.2.2006, S 2500-1000-St 1).
(2016): Was ist die "Anlage EÜR"?
Auch die Einnahmeüberschussrechnung setzt voraus, dass Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben durch Belege nachgewiesen werden. Diese Belege sowie die Kontoauszüge müssen gesammelt werden. Eine bestimmte Form für die Belegsammlung ist zwar nicht vorgeschrieben, doch auf den berühmten Schuhkarton sollte man verzichten. Die geordnete Ablage von Belegen kann sogar anstelle von Aufzeichnungen ausreichen (§ 146 Abs. 5 AO).
Das bedeutet für Sie als Einnahmenüberschussrechner, dass Sie Ihre Betriebsausgaben nicht unbedingt aufzeichnen müssen, sondern allein anhand von Belegen nachweisen können. Die Belege müssen Sie nicht mit der Steuererklärung ans Finanzamt schicken. Die Belege müssen Sie aufbewahren - 10 Jahre lang. Denn aus steuerrechtlichen Gründen sind sämtliche Bücher und Aufzeichnungen aufzubewahren, die für die Besteuerung von Bedeutung sind (§ 147 Abs. 1 AO).
Eine Rechnung vom 30.11.2013 bezahlen Sie erst am 2.2.2014.
Bei der Gewinnermittlung des Jahres 2013 bleibt diese Ausgabe außer Betracht; sie wird erst bei der Gewinnermittlung für das Jahr 2014 erfasst.
Miete, Versicherungsbeiträge usw. gelten als regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die bis zu 10 Tage vor und nach dem Jahreswechsel geleistet werden, sind dem Jahr zuzuordnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Dies gilt nicht nur für Ausgaben, sondern auch für Einnahmen (§ 11 EStG).
Eine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe ist auch die Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Monat Dezember oder für das vierte Quartal, die bis zum 10. Januar des Folgejahres abzugeben sind. Die Zahlung im Januar ist also im alten Jahr als Betriebsausgaben absetzbar. Gleiches gilt für den Fall einer Umsatzsteuererstattung, auch wenn das Finanzamt das Geld erst nach dem 10. Januar überweist (BFH-Urteil vom 1.8.2007, BStBl. 2008 II S. 282).
Diese müssen nicht geführt werden. Somit gibt es auch kein Kassenkonto. Geldbestände auf Bankkonten müssen nicht mit Belegen abgestimmt werden. Es ist nicht erforderlich, vereinnahmte Barzahlungen in einem Kassenbuch aufzuzeichnen (BFH-Urteil vom 16.02.2006, X B 57/05).
Erhalten Sie für die Anschaffung oder Herstellung bestimmter Wirtschaftsgüter öffentliche Investitionszuschüsse, haben Sie als Einnahmeüberschussrechner die Wahl: Sie können
Müssen Sie eigentlich für betriebliche und private Vorgänge getrennte Bankkonten führen? Von Gesetzes wegen sind Sie hierzu nicht verpflichtet, besser ist es aber allemal. Falls Sie allerdings nur ein gemischtes Konto unterhalten, müssen Sie durch entsprechende Aufzeichnungen dafür sorgen, dass die Herkunft der auf diesem Konto eingehenden Geldbeträge geklärt werden kann (BFH-Urteil vom 12.6.2003, XI B 8/03).
(2016): Wie funktioniert die Einnahmenüberschussrechnung?
Ein weiteres besonderes Bestandsverzeichnis ist erforderlich für geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro netto, die vor dem 1.1.2008 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt wurden (§ 6 Abs. 2 Satz 4 EStG 2007). Geringwertige Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum 2008 bis 2009 angeschafft oder hergestellt wurden, müssen
bis 150 Euro netto nicht mehr erfasst werden (werden sofort abgeschrieben) und
von 151 Euro bis 1.000 Euro netto auf einem besonderen Konto erfasst und als Sammelposten über 5 Jahre abgeschrieben werden.
(2016): Welche Aufzeichnungen sind erforderlich?
(2016): Welche Besonderheiten bestehen bezüglich der Umsatzsteuer-Voranmeldung?
Geben Sie hier eine Kurzbezeichnung für Ihren Betrieb oder Ihre Tätigkeit an, z. B. Architekturbüro, Arztpraxis, Schreibwarengeschäft usw.
Für jeden Betrieb müssen Sie eine gesonderte "Anlage EÜR" abgeben. Anders als beim Umsatzsteuerrecht dürfen mehrere Betriebe hier nicht zusammengefasst werden.
Rechtsform des Betriebes (Anlage G)
Bitte wählen Sie aus der Auswahlliste die Rechtsform Ihres Gewerbebetriebes aus.
Einzelgewerbetreibende/r (außer Hausgewerbetreibende)
Hausgewerbetreibende oder Heimarbeit
Person mit Beteiligungen an gewerbl. Personengesellschaften
Hinweis: Es handelt sich hier um eine vorgegebene Liste der Finanzverwaltung. Die Auswahl "Einzelunternehmen" steht leider nicht zur Verfügung. Bitte wählen Sie hier eine andere passende Rechtsform. Bei der Auswahl ist die Art Ihrer Tätigkeit entscheidend.
Wählen Sie "Anwendung der Kleinunternehmerregelung" aus, wenn Sie Kleinunternehmer sind und Ihr Umsatz im Vorjahr weniger als 17.500 Euro betragen hat und für das laufende Jahr der voraussichtlich Umsatz unter 50.000 Euro liegen wird. In diesem Fall wird auf diese Umsätze keine Umsatzsteuer fällig, es darf jedoch auch keine Vorsteuer geltend gemacht werden.
Wählen Sie "Umsatzsteuerpflichtig" aus, wenn Sie als Unternehmer (freiberuflich oder gewerblich) auf eigene Rechnung arbeiten. In der Regel sind Sie in diesem Fall umsatzsteuerpflichtig.
Wählen Sie "Ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze mit Vorsteuerabzugsberechtigung" aus, wenn Sie Vorsteuerabzugsberechtigt sind. Zu den umsatzsteuerfreien Umsätzen mit Vorsteuerabzug gehören die in § 15 Abs. 3 UStG genannten Umsätze. Das betrifft u.a. folgende Umsätze: innergemeinschaftliche Lieferungen, Ausfuhrlieferungen und Reiseleistungen.
Wählen Sie "Umsatzsteuerfreie Umsätze ohne Vorsteuerabzugsberechtigung" aus, wenn Sie als Unternehmer ausschließlich steuerfreie Umsätze ohne Vorsteuerabzugsberechtigung getätigt haben. Dies trifft in der Regel aus Ärzte, Finanzmakler etc. zu.
Wählen Sie "Vorsteuerabzug anhand von Durchschnittssätzen" aus, wenn Sie zu einer Berufsgruppe gehören, die die Ermittlung der Vorsteuerbeträge nach einem Pauschalverfahren durchführen darf. In diesem Fall wird als abzugsfähige Vorsteuer ein bestimmter Prozentsatz des Nettoumsatzes zu Grunde gelegt. Außerdem darf der Nettoumsatz des Vorjahres nicht mehr als 61.356 Euro betragen haben.
Rechtsform des Betriebes (Anlage S)
Bitte wählen Sie aus der Auswahlliste Ihre Rechtsform aus.
Angehörige/r der freien Berufe
Sonstige selbständig tätige Person
Ist eine abweichende Betriebssteuernummer vorhanden?
Hier kann die (Betriebs-)Steuernummer eingetragen werden, unter welcher der Betrieb geführt wird, sofern es sich um eine von der Einkommensteuer abweichende Steuernummer handelt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Steuerpflichtige zwei Betriebe führt oder die Ehepartner beide je einen eigenen Betrieb führen.
Geben Sie hier an, in welchem Bundesland Ihr Betrieb seinen Sitz hat.
Tragen Sie hier die Steuernummer ein, unter welcher der Betrieb geführt wird, sofern es sich um eine von der Einkommensteuer abweichende Steuernummer handelt. Anzugeben ist hier die Steuernummer, die das Finanzamt zugeteilt hat, nicht die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (nach § 27a UStG).
Falls Sie mehrere Steuernummern haben, ist hier die Steuernummer des betreffenden Betriebes einzutragen.
Soll die Adresse des Betriebs angegeben werden, weil keine Steuernummer vorhanden ist?
Wenn keine Steuernummer vorhanden ist, ist zwingend die Adresse des Betriebs anzugeben.
Geben Sie hier Ihre derzeitige Anschrift Ihres Betriebes an.
Wenn keine Steuernummer vorhanden ist, ist zwingend die Adresse des Betriebes anzugeben.
Geben Sie hier die Postleitzahl Ihres Betriebes an.
Geben Sie hier den Namen Ihres Ortes an, wo Ihr Betrieb seinen Sitz hat.
Die von Lohnsteuer kompakt verwendete Auswahlliste basiert auf dem amtlichen Verzeichnis des Bundeszentralamt für Steuern, in dem alle aktuellen Finanzämter aufgelistet sind.
Lag ein Rumpfwirtschaftsjahr vor?
Wählen Sie hier "ja" aus, wenn die Angaben zur Einnahmeüberschussrechnung sich nicht auf das ganze Kalenderjahr 2016 sondern auf ein Rumpfwirtschaftsjahr beziehen.
Zeitraum für die Gewinnermittlung ist normalerweise das Wirtschaftsjahr. Das Wirtschaftsjahr umfasst grundsätzlich einen Zeitraum von 12 Monaten und entspricht im Allgemeinen dem Kalenderjahr. Für Kleinunternehmer und Freiberufler ist das stets der Fall (§ 4a EStG).
Von einem abweichenden Wirtschaftsjahr spricht man, wenn das Wirtschaftsjahr als Gewinnermittlungszeitraum
nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt.
Land- und Forstwirte haben immer ein abweichendes Wirtschaftsjahr, grundsätzlich vom 1.7. bis zum 30.6. des Folgejahres (§ 4a Abs. 1 Nr. 1 EStG und § 8c EStDV).
Bei Gewerbetreibenden unterscheidet sich das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr nur in Ausnahmefällen: Gewerbetreibende, die im Handelsregister eingetragen sind, können im Einvernehmen mit dem Finanzamt das Wirtschaftsjahr auf einen Zeitraum umstellen, der vom Kalenderjahr abweicht (§ 4a Abs. 1 Nr. 2 EStG).
Nur unter bestimmten Voraussetzungen darf das Wirtschaftsjahr einen Zeitraum von weniger als zwölf Monaten umfassen. Dann spricht man vom Rumpfwirtschaftsjahr (§ 8b Abs. 1 EStDV). Dies ist dann möglich, wenn
ein Steuerpflichtiger von regelmäßigen Abschlüssen auf einen bestimmten Tag zu regelmäßigen Abschlüssen
auf einen anderen bestimmten Tag übergeht. Im Allgemeinen darf diese Umstellung nur im Einvernehmen mit dem Finanzamt vorgenommen werden.
Zeitraum der Gewinnermittlung
Tragen Sie hier den Zeitraum (Rumpfwirtschaftsjahr) ein, auf den sich die Einnahmeüberschussrechnung bezieht.
Wurde der Betrieb im Wirtschaftsjahr veräußert oder aufgegeben?
Wählen Sie hier "ja" aus, wenn Sie im Jahre 2016 Ihren Betrieb veräußert oder aufgegeben haben
Wurden im Wirtschaftsjahr Grundstücke/grundstücksgleiche Rechte entnommen oder veräußert?
Wählen Sie hier "ja" aus, wenn Sie im Jahr 2016 Grundstücke oder grundstücksgleiche Rechte entnommen oder veräußert haben.
Wurde in diesem Wirtschaftsjahr die Gewinnermittlungsart gewechselt?
Wählen Sie hier "ja" aus, wenn im Wirtschaftsjahr die Gewinnermittlungsart gewechselt wurde.
Beim Übergang von der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich bzw. nach Durchschnittssätzen zur Einnahmeüberschussrechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG sind die durch den Wechsel der Gewinnermittlungsart bedingten Hinzurechnungen und Abrechnungen im ersten Jahr nach dem Übergang zur Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG vorzunehmen.
Bei Aufgabe oder Veräußerung des Betriebs ist eine Schlussbilanz nach den Grundsätzen des Betriebsvermögensvergleichs zu erstellen. Ein entsprechender Übergangsgewinn/-verlust ist ebenfalls einzutragen.
Sind bei der Gewinnermittlung Ergebnisanteile aus Beteiligungen einer Personengesellschaft zu berücksichtigen?
Wählen Sie hier "ja" aus, wenn bei der Gewinnermittlung Ergebnisanteile aus Beteiligungen einer Personengesellschaft berücksichtigt werden sollen.
Ergebnisanteile aus Beteiligungen an Personengesellschaften können zum Beispiel sein:
Kostenträgergemeinschaften (z.B. Bürogemeinschaften)
Sind weitere Einkünfte enthalten, die dem Teileinkünfteverfahren unterliegen?