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Timestamp: 2020-08-14 05:28:39
Document Index: 278793391

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 573', 'BGH', 'BGH', '§ 573', '§ 573', 'BGH', '§ 573', 'BGH', 'BGH', '§ 573', '§ 573']

Eigenbedarfskündigung: Leibliche Nichten und Neffen Familienangehörige
Eigenbedarfskündigung: Leibliche Nichten und Neffen sind Familienangehörige
Date:27. Januar 2010
Schlagwörter: Berlin, BGH, Charlottenburg, Eigenbedarfskündigung, Fachanwalt, Familienangehörige, leibliche, Mitte, Nichten und Neffen, Rechstanwalt, Urteil vom 27. Januar 2010, Vermieter, VIII ZR 159/09
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Eigenbedarfskündigung – Leibliche Nichten und Neffen des Vermieters sind kraft ihres nahen Verwandtschaftsverhältnisses zum Vermieter Familienangehörige im Sinne von § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB.
Zum BGH Urteil vom 27. Januar 2010 – VIII ZR 159/09 –, BGHZ 184, 138-148 ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Berlin und Essen.
Gemäß § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB kann der Vermieter das Mietverhältnis wegen Eigenbedarfs unter anderem dann kündigen, wenn er die Räume als Wohnung für seine Familienangehörigen benötigt. Hier stellt sich die Frage, wer Familienangehörige im Sinne des Gesetzes ist? Der Bundesgerichtshof hat bereits in der Vergangenheit entschieden, dass Geschwister des Vermieters kraft ihres nahen Verwandtschaftsverhältnisses privilegierte Familienangehörige im Sinne von § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB sind. Das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Geschwistern sei so eng, dass es eines zusätzlichen einschränkenden Tatbestandsmerkmals, wie etwa einer engen sozialen Bindung zum Vermieter, nicht bedarf (BGH Urteil vom 9. Juli 2003 – VIII ZR 276/02, NJW 2003, 2604).
Dadurch hat der Bundesgerichtshof nach eigener Darstellung zum Ausdruck gebracht, dass für die Bestimmung des Kreises der durch § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB privilegierten Familienangehörigen bei entfernten Verwandten eines zusätzlichen Merkmals bedarf, welches sich auf die persönliche und soziale Bindung des Vermieters zu dem jeweiligen Angehörigen im Einzelfall abstellt.
Andernfalls wäre letztlich jeder irgendwie Verwandte ein solcher privilegierter Familienangehöriger. Das kann vom Gesetz so nicht gewollt sei. Allgemein gilt daher, je weitläufiger der Grad der Verwandtschaft, umso größer ist der Bedarf der zusätzlichen Begründung im Hinblick auf die persönliche und soziale Bindung zum Vermieter.
Im Rahmen der vorstehend zitierten Entscheidung hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass Nichten und Neffen des Vermieters zwar nicht mehr zu dessen engsten Angehörigen wie Eltern, Kinder oder Geschwister, gehören, allerdings trotzdem noch derart eng verwandt mit dem Vermieter sind, dass kein erhöhter Begründungbedarf im Hinblick auf eine soziale Bindung besteht, wie dies bei entfernten Verwandten der Fall ist (BGH, Urteil vom 27. Januar 2010 – VIII ZR 159/09 –, BGHZ 184, 138-148).
(§ 573 BGB in der Fassung vom 2.1.2002) § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB
Wer Eigenbedarf für Nichten und Neffen geltend macht, sieht sich keinem erhöhten Begründungsbedarf im Hinblick auf die persönliche und soziale Nähe zu den betreffenden Familienangehörigen ausgesetzt. Dies erleichtert die Eigenbedarfskündigung in solchen Fällen enorm.