Source: http://www.strafverteidiger-gp.de/2015/10/16/verkehrsstrafrecht3/
Timestamp: 2017-08-21 12:05:05
Document Index: 31804049

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 142', '§ 315', '§ 316', '§ 69', '§ 111', '§ 304', '§ 69', '§ 44']

Verkehrsstrafrecht - Strafverteidiger Goebel & Partner
Ein weitere Strafbarkeit im Verkehrsstrafrecht ergibt sich aus dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB. Dies ist der Fall, wenn sich ein Unfallbeteiligter nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er anderen Unfallbeteiligten oder dem Geschädigten seine Kontaktdaten hinterlassen hat oder keine angemessene Zeit auf den abwesenden Geschädigten am Unafllort wartet, um diesem seine Kontaktdaten mitzuteilen.
Sollte sich der Unfallbeteiligte vom Unfallort ohne Hinterlassung seiner Kontaktdaten entfernt habe, so sind insbesondere die ersten 24 Std. nach Unfallgeschehen entscheidend. Nach § 142 Abs. 4 StGB kann dann nämlich im Wege der tätigen Reue innerhalb von 24 Std. eine solche Mittelung nachgeholt worden, damit die Strafe gemildert oder von Strafe gänzlich abgesehen werden kann.
Handelt es sich bei der Verkehrsstraftat um einen Unfall oder eine Handlung aufgrund von Alkoholeinfluss nach § 315c Abs. 1 Nr. 1 a) StGB oder § 316 StGB droht stets neben der strafrechtlichen Belangung auch der Entzug der Fahrerlaubnis (§ 69 StGB) oder zumindest der vorläufige Entzug der Fahrerlaubnis (§ 111a StPO). Gegen die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis kann immer mit der Beschwerde gem. § 304 StPO vorgegangen werden. Das Gericht kann daraufhin abhelfen und die Entscheidung zu Gunsten des Beschuldigten ändern.
Ein Entzug der Fahrerlaubnis nach § 69 StGB, die als Folge einer Verkehrsstraftat erfolgte und oftmals als Nebenstrafe gem. § 44 StGB verhängt wird, kann schon daher schwerwiegende Folgen für die betroffende Person haben, wenn sie beruflich darauf angewiesen ist. Daher sollte keine Selbstvertretung vor Gericht vorgenommen werden, sondern stets ein Strafrechtsanwalt herangezogen werden, der mit den Problematiken des Verkehrsstrafrechts vertraut ist.