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Timestamp: 2016-10-23 01:34:27
Document Index: 30208147

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 27', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 89', 'Art. 41', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 29', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 41', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_121/2011 (18.04.2011)
1C_121/2011
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Trauffer,
Bundesamt f�r Migration, Direktion Zuwanderung
und Integration, Abteilung B�rgerrecht, Quellenweg 6, 3003 Bern.
Beschwerde gegen das Urteil vom 10. Februar 2011
Die t�rkische Staatsangeh�rige X.________ (geboren 1970) heiratete am 21. Mai 1998 in der T�rkei den Schweizer B�rger Y.________ (geboren 1961). Am 29. Juni 1998 reiste sie zu ihrem Ehemann in die Schweiz und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung.
X.________ stellte am 15. M�rz 2002 ein Gesuch um erleichterte Einb�rgerung, auf welches jedoch mangels Erf�llung der zeitlichen Wohnsitzvoraussetzungen nicht eingetreten wurde. Am 24. September 2003 erneuerte sie ihr Gesuch. Im Einb�rgerungsverfahren unterzeichneten sie und ihr Ehemann am 3. Mai 2004 eine Erkl�rung, wonach sie in stabiler ehelicher Gemeinschaft zusammenlebten und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten best�nden. Gleichzeitig nahmen sie zur Kenntnis, dass die erleichterte Einb�rgerung nicht m�glich sei, wenn vor oder w�hrend des Einb�rgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt habe oder keine tats�chliche eheliche Gemeinschaft mehr bestehe. Am 24. Mai 2004 wurde X.________ das Schweizer B�rgerrecht verliehen.
Am 19. April 2005 wurde die Ehe von X.________ und Y.________ geschieden und die bereits am 15. November 2004 abgeschlossene Scheidungskonvention genehmigt. Am 20. Mai 2005 heiratete X.________ in der T�rkei den t�rkischen Staatsb�rger Z.________ (geboren 1983). Dieser stellte am 26. Mai 2005 beim schweizerischen Generalkonsulat in Istanbul ein Gesuch um Familiennachzug in die Schweiz. Am 23. August 2006 gebar X.________ in der T�rkei einen Sohn.
Mit Verf�gung vom 28. Januar 2009 erkl�rte das Bundesamt f�r Migration (BFM) die erleichterte Einb�rgerung f�r nichtig. Gleichzeitig ordnete es an, dass sich die Nichtigkeit auf alle Familienmitglieder erstrecke, deren Schweizer B�rgerrecht auf der nichtig erkl�rten Einb�rgerung beruhen. X.________ focht diese Verf�gung an. Mit Urteil vom 10. Februar 2011 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht vom 18. M�rz 2011 beantragt X.________, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdef�hrerin das Schweizer B�rgerrecht rechtsg�ltig erworben habe und es sei die Nichtigerkl�rung zu widerrufen.
Das BFM und das Bundesverwaltungsgericht haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Das angefochtene Urteil, ein Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 86 Abs. 1 lit. a, Art. 90 BGG), betrifft die Nichtigerkl�rung einer erleichterten Einb�rgerung gest�tzt auf Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 29. September 1952 �ber Erwerb und Verlust des Schweizer B�rgerrechts (B�G; SR 141.0), somit eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 82 lit. a BGG. Die Ausnahme der ordentlichen Einb�rgerung gem�ss Art. 83 lit. b BGG erstreckt sich nicht auf die Nichtigerkl�rung der Einb�rgerung. Die Beschwerdef�hrerin hat sich am Verfahren vor der Vorinstanz beteiligt und ist beschwerdelegitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG).
2.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Voraussetzungen der Nichtigerkl�rung der erleichterten Einb�rgerung nach Art. 41 Abs. 1 B�G seien nicht erf�llt. Sie habe die Einb�rgerung nicht erschlichen.
2.2 Gem�ss Art. 27 Abs. 1 B�G kann ein Ausl�nder nach der Eheschliessung mit einem Schweizer B�rger ein Gesuch um erleichterte Einb�rgerung stellen, wenn er insgesamt f�nf Jahre in der Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer B�rger lebt. Das Bundesgericht geht davon aus, dass eine eheliche Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 B�G nicht nur das formelle Bestehen einer Ehe, sondern eine tats�chliche Lebensgemeinschaft voraussetzt. Eine solche Gemeinschaft kann nur bejaht werden, wenn der gemeinsame Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft intakt ist. Gem�ss konstanter Praxis muss sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch im Zeitpunkt des Einb�rgerungsentscheids eine tats�chliche Lebensgemeinschaft bestehen, die Gew�hr f�r die Stabilit�t der Ehe bietet. Zweifel bez�glich eines solchen Willens sind angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einb�rgerung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird. Der Gesetzgeber wollte dem ausl�ndischen Ehegatten einer Schweizer B�rgerin oder eines Schweizer B�rgers die erleichterte Einb�rgerung erm�glichen, um die Einheit des B�rgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu f�rdern.
Nach Art. 41 Abs. 1 B�G kann die Einb�rgerung vom Bundesamt f�r Migration mit Zustimmung der Beh�rde des Heimatkantons innert f�nf Jahren nichtig erkl�rt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist. Das blosse Fehlen der Einb�rgerungsvoraussetzungen gen�gt daher nicht. Die Nichtigerkl�rung der Einb�rgerung setzt vielmehr voraus, dass diese "erschlichen", das heisst mit einem unlauteren und t�uschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestands ist nicht erforderlich. Immerhin ist notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die Beh�rde bewusst in einem falschen Glauben l�sst und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Beh�rde �ber eine erhebliche Tatsache zu informieren (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).
2.3 In verfahrensrechtlicher Hinsicht richtet sich die erleichterte Einb�rgerung nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 �ber das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). Danach gilt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Beh�rde den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 12 VwVG). Bei der Nichtigerkl�rung einer erleichterten Einb�rgerung ist deshalb von der Beh�rde zu untersuchen, ob die Ehe im massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und der Einb�rgerung tats�chlich gelebt wurde. Da es dabei im Wesentlichen um innere Vorg�nge geht, die der Verwaltung oft nicht bekannt und schwierig zu beweisen sind, darf sie von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) schliessen. Es handelt sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Der Betroffene ist bei der Sachverhaltsabkl�rung mitwirkungspflichtig.
Die tats�chliche Vermutung betrifft die Beweisw�rdigung. Da sie keine Umkehrung der Beweislast bewirkt, muss der Betroffene nicht den Beweis des Gegenteils erbringen. Vielmehr gen�gt der Nachweis von Zweifeln an der Richtigkeit der Indizien und der daraus gezogenen Schlussfolgerung. Die Beweislast daf�r, dass eine eheliche Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 B�G im massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und der Einb�rgerung nicht oder nicht mehr besteht, liegt deshalb bei der Verwaltung.
Begr�ndet die kurze Zeitspanne zwischen der erleichterten Einb�rgerung einerseits und der Trennung oder Einleitung einer Scheidung andererseits die tats�chliche Vermutung, es habe schon bei der Einb�rgerung keine stabile eheliche Gemeinschaft mehr bestanden, so muss der Betroffene somit nicht das Gegenteil beweisen. Es gen�gt, dass er einen oder mehrere Gr�nde angibt, die es plausibel erscheinen lassen, dass er im Zeitpunkt seiner Erkl�rung mit dem Schweizer Ehepartner in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft lebte und dass er diesbez�glich nicht gelogen hat. Ein solcher Grund kann entweder ein ausserordentliches Ereignis sein, das zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft im Anschluss an die Einb�rgerung f�hrte, oder die betroffene Person kann darlegen, aus welchem Grund sie die Schwere der ehelichen Probleme nicht erkannte und im Zeitpunkt, als sie die Erkl�rung unterzeichnete, den wirklichen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. mit Hinweisen).
2.4 Zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin im Zeitpunkt der Einb�rgerung einen intakten Ehewillen besass und ob sie auf das Fortbestehen einer stabilen ehelichen Gemeinschaft vertrauen durfte. Da die Beschwerdef�hrerin und ihr damaliger Gatte am 15. November 2004, das heisst knapp sechs Monate nach der erleichterten Einb�rgerung, eine Scheidungskonvention unterzeichneten, geht das Bundesverwaltungsgericht richtigerweise von der Vermutung aus, dass dies nicht zutraf.
2.5 Die Beschwerdef�hrerin argumentiert im Wesentlichen, ihr damaliger Ehemann habe sich ihr gegen�ber bez�glich ehelicher Probleme erstmals im Juli 2004 ge�ussert, als er ihr v�llig �berraschend mitgeteilt habe, dass er gar keine Kinder wolle. Aufgrund dieser Aussage sei es vermehrt zu Streitereien gekommen, wobei allm�hlich auch die Unzufriedenheit ihres Manns bez�glich der Finanzen zum Streitthema geworden sei. Schliesslich h�tten aus seiner Sicht die Streitereien die Ehe dermassen zerr�ttet, dass er die Beschwerdef�hrerin mit der Scheidung konfrontiert habe.
2.6.1 Hinsichtlich des Kinderwunsches erw�hnt der angefochtene Entscheid eine Stellungnahme vom 15. Oktober 2008, welche die Beschwerdef�hrerin zuhanden des BFM verfasst hat. Darin erkl�rt die Beschwerdef�hrerin, sie habe sich bereits sofort nach der Heirat Kinder gew�nscht, allerdings sei sie von ihrem Ehemann auf drei Jahre vertr�stet worden. Da sich im Jahr 2003 ihr Kinderwunsch immer noch nicht erf�llt habe, habe sie sich anfangs 2004 f�r eine Behandlung bei der Gyn�kologin Dr. med. A. Mohr entschieden. Anl�sslich des Einb�rgerungsverfahrens seien gleichzeitig einige gyn�kologische Tests durchgef�hrt worden. Mitte 2004 habe der Ehegatte jedoch endg�ltig sein jahrelang gut verstecktes Geheimnis preisgegeben. Er habe erstmals angegeben, dass er im Grunde genommen gar keine Kinder w�nsche und habe umgehend die gyn�kologischen Tests abgebrochen. Somit sei f�r die Beschwerdef�hrerin ihr gr�sster Kindertraum geplatzt. Erst nach dem Testabbruch durch den Ehegatten h�tten die grossen Streitereien begonnen. Ihr selbst sei die Entscheidung sehr schwer gefallen, schliesslich habe sie ihren Mann noch geliebt. Doch der Kinderwunsch h�tte �berwogen. Zum besagten Zeitpunkt sei sie bereits 35 Jahre alt gewesen. Ihr sei die "biologische Zeit" davongelaufen.
Die Vorinstanz erw�gt hierzu, dass aus den Akten nicht ersichtlich sei, dass sich das Ehepaar nach dem Einb�rgerungsverfahren �berhaupt noch gyn�kologischen Tests bez�glich des Kinderwunsches unterziehen liess. Sie verweist daf�r auf einen Bericht von Dr. med. A. Mohr vom 24. M�rz 2009. Aus diesem geht hervor, dass die Beschwerdef�hrerin sich am 21. Juli 2004 in der Praxis von Dr. med. A. Mohr meldete. Der Grund sei aber nicht die Kinderlosigkeit gewesen, sondern die �berf�llige Periode. Am Tag der Konsultation sei die Periode spontan eingetreten. Der Grund der Konsultation sei damit hinf�llig geworden, weshalb an diesem Tag keinerlei Untersuchungen durchgef�hrt worden seien. Der Bericht enth�lt dar�ber hinaus Angaben zu den seit dem 1. M�rz 1999 get�tigten Untersuchungen. Damals habe sich die Beschwerdef�hrerin wegen eines Infekts gemeldet und gleichzeitig erw�hnt, dass sie seit l�ngerer Zeit schwanger werden m�chte. Man habe ihr empfohlen, eine Bauchspiegelung vornehmen zu lassen, habe dann aber nichts mehr von ihr geh�rt, bis sie sich am 5. September 2002 wieder in der Praxis gemeldet habe. Man habe eine Ultraschalluntersuchung gemacht und eine Blutprobe zur Laboruntersuchung entnommen. Gleichzeitig sei die Durchf�hrung einer Samenuntersuchung (Spermiogramm) empfohlen worden. Diese habe eine m�ssige Einschr�nkung der Samenzellbeweglichkeit sowie etwas vermehrt abnorme Formen ergeben. Da aufgrund der Laboruntersuchung ebenfalls eine St�rung des Eisprungs vorzuliegen schien, habe man ihr die Ausl�sung des Eisprungs mittels Medikamenten sowie die intrauterine Insemination empfohlen. Die Beschwerdef�hrerin habe sich aber dann erst f�nf Monate sp�ter wieder gemeldet, jedoch nicht wegen eines Kinderwunsches, sondern wegen eines Infekts. Einige Wochen sp�ter habe sie gar die Verh�tungspille verlangt. Im Januar, M�rz und Oktober 2005 sei sie noch je einmal in die Praxis gekommen, jedoch nicht wegen eines Kinderwunsches. Am 20. Januar 2006 sei sie erneut gekommen und sei in der 8. Woche schwanger gewesen.
Schliesslich weist die Vorinstanz auf ein Best�tigungsschreiben des Ex-Ehemanns vom 20. November 2008 hin. Darin f�hrt dieser aus, vor dem Juli 2004 seien diverse Tests, unter anderem eine Spermauntersuchung bei der Firma Ilamed in Frauenfeld durchgef�hrt worden. Er habe sich im Juli 2004 entschieden, keine Kinder mehr zu wollen. Weil er keine Kinder mehr gewollt habe, sei die Ehe zu Grunde gegangen. Seine damalige Partnerin habe die Scheidung nicht gewollt.
2.6.2 Die Beschwerdef�hrerin bringt in ihrer Beschwerdeschrift an das Bundesgericht vor, das ausschlaggebende Ereignis, welches zur Zerr�ttung der Ehe gef�hrt habe, sei im Juli 2004 erfolgt. Damals habe ihr Ex-Gatte �berraschend angegeben, dass er im Grunde gar keine Kinder wolle. Dass sie konkrete Massnahmen und Therapien zur Behebung der Kinderlosigkeit unterlassen habe und dem Vorschlag von Dr. med. A. Mohr zur Behandlung einer bei ihr diagnostizierten St�rung mittels Medikamenten keine Folge geleistet bzw. am 2. Juli 2003 die Pille verlangt habe, sei irrelevant. Sie habe sich f�r vollumf�nglich gesund gehalten und daher habe ihrer Ansicht nach f�r eine medizinische Behandlung kein Grund bestanden. Den Vorschlag betreffend die medikament�se Behandlung habe sie gar nicht bewusst registriert und die Pille sei zur Behandlung von Zwischenblutungen verschrieben worden.
Diese Darstellung der Ereignisse sei plausibel. Da ihre Aussagen jenen von Dr. med. A. Mohr deutlich widerspr�chen, w�re das Bundesverwaltungsgericht gem�ss Art. 12 VwVG verpflichtet gewesen, diesbez�glich Klarheit zu schaffen, indem es Dr. med. A. Mohr mit der Behauptung der Beschwerdef�hrerin konfrontierte. Stattdessen habe es in Verletzung des rechtlichen Geh�rs die Stellungnahme der Beschwerdef�hrerin in keiner Art und Weise ber�cksichtigt. Im Weiteren habe das Bundesverwaltungsgericht auch Art. 12 und Art. 29 VwVG verletzt, weil es den damaligen Ehemann nicht als Zeugen befragen liess, sondern sich mit einer schriftlichen Stellungnahme begn�gte, welcher es im Ergebnis aber keine Relevanz zuschrieb. Wenn im angefochtenen Entscheid zudem darauf hingewiesen werde, dass die Gyn�kologin keine Spermauntersuchung erw�hnt habe, so sei dies damit zu erkl�ren, dass diese bei der Firma Ilamed stattgefunden habe. Das Bundesverwaltungsgericht habe deshalb den Sachverhalt falsch festgestellt. Indem es unterliess, die Firma Ilamed als Auskunftsperson einzuvernehmen, habe es zudem Art. 12 VwVG verletzt. Schliesslich sei unbestritten, dass ihr Ehemann sie am 21. Juli 2004 zur gyn�kologischen Untersuchung begleitet habe. So etwas geschehe in der Regel dann, wenn Kinderfragen im Vordergrund st�nden.
2.6.3 Zur Frage der Bedeutung des Kinderwunsches f�r die Scheidung erscheint die Stellungnahme der Beschwerdef�hrerin vom 15. Oktober 2008 zuhanden des BFM aufschlussreich. Wie bereits ausgef�hrt, schreibt sie darin, sich bereits sofort nach der Heirat Kinder gew�nscht zu haben, allerdings von ihrem Ehemann vertr�stet worden zu sein. Sie habe sich gyn�kologischen Tests unterzogen und sei schliesslich von ihrem Ehemann mit dem Umstand konfrontiert worden, dass er gar keine Kinder wolle. Die Beschwerdef�hrerin distanziert sich in ihrer Beschwerde an das Bundesgericht nicht von dieser Darstellung und erw�hnt, der Kinderwunsch sei urspr�nglich ein gemeinsamer gewesen. Vor diesem Hintergrund fragt es sich, weshalb der damalige Ehegatte in seinem Schreiben vom 20. November 2008 betont, er sei es gewesen, der die Scheidung gewollt habe, w�hrend seine Frau an der Ehe festgehalten habe. Diese Darstellung, welche auch die Beschwerdef�hrerin vertritt, ist schwer vereinbar mit ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2008. Darin f�hrt sie weiter, es sei ihr gr�sster Kindertraum geplatzt, nachdem ihr Ehemann endg�ltig sein jahrelang gut verstecktes Geheimnis preisgegeben habe, und die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen, der Kinderwunsch habe aber �berwiegt. Auch wenn man der Darstellung der Beschwerdef�hrerin folgt und davon ausgeht, dass sie selbst an der Ehe festgehalten habe und die Eheprobleme von ihrem Ehemann ausgegangen sind, so ist nicht nachvollziehbar, weshalb dessen endg�ltiger Entschluss, keine Kinder haben zu wollen, an seinem Willen zur ehelichen Gemeinschaft etwas h�tte �ndern sollen. Die Beschwerdef�hrerin versucht denn auch nicht ansatzweise, dies zu erkl�ren.
Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass es der Beschwerdef�hrerin nicht gelungen ist, mit der Kinderlosigkeit glaubhaft ein ausserordentliches Ereignis geltend zu machen, das zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft im Anschluss an die Einb�rgerung gef�hrt haben k�nnte. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern das Einholen einer weiteren Stellungnahme von Dr. med. A. Mohr oder die Befragung des Ex-Ehemanns als Zeuge diesbez�glich entscheidende Anhaltspunkte h�tten liefern k�nnen. Die Vorinstanz hat damit weder ihre Pflicht zur Feststellung des Sachverhalts (Art. 12 VwVG) noch das rechtliche Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG) verletzt, wenn sie auf das Erheben dieser Beweise verzichtete (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen).
Was die Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung anbelangt, so ist eine solche von vornherein nur dann zu ber�cksichtigen, wenn sie f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Nach dem Gesagten ist vorliegend nicht entscheidend, bis zu welchem Zeitpunkt die damaligen Ehegatten Abkl�rungen bez�glich ihrer Kinderlosigkeit angestellt haben. Auf die R�ge ist deshalb nicht einzutreten.
Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz die Darstellung der Beschwerdef�hrerin in Verletzung des rechtlichen Geh�rs nicht ber�cksichtigt haben sollte (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236 mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin unterl�sst es, konkret aufzuzeigen, welche ihrer Argumente im angefochtenen Entscheid unber�cksichtigt geblieben sein sollen. Auf diese R�ge ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG).
2.7.1 Die Beschwerdef�hrerin bringt weiter vor, allm�hlich seien auch die Finanzen zum Streitthema geworden. Ihr damaliger Ehemann sei nicht damit einverstanden gewesen, dass er f�r den ganzen Haushalt und Lebensunterhalt aufkommen musste, w�hrend sie ihr verdientes Geld behielt oder teilweise auch ihren Eltern zur Unterst�tzung schickte. Es sei jedoch zu bezweifeln, dass sich ihr Ehemann diesbez�glich jemals ihr gegen�ber ge�ussert habe. Demnach sei sie sich im Zeitpunkt der Einb�rgerung in keinster Weise bewusst gewesen, dass er mit der finanziellen Situation unzufrieden war. Immerhin habe sie ja immer den ganzen Lohn f�r eigene Bed�rfnisse brauchen und ein sch�nes Leben f�hren k�nnen. Es verstehe sich von selbst, dass dies f�r sie eine �usserst angenehme Situation war und f�r sie in diesem Kontext die Finanzen alles andere als ein Problem darstellten. Insgesamt lasse sich die Situation nur so erkl�ren, dass der unerf�llte Kinderwunsch erstmals im Juli 2004 zu Streitereien f�hrte, welche sich wegen der finanziellen Probleme verschlimmerten. Schlussendlich sei die Ehe nach Ansicht des damaligen Ehemanns derart zerr�ttet gewesen, dass er die Beschwerdef�hrerin mit der Scheidung konfrontiert habe.
2.7.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass die finanziellen Unstimmigkeiten nicht ein ausserordentliches Ereignis seien, das zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft im Anschluss an die Einb�rgerung f�hrte. Dem ist zuzustimmen. Es ist bereits schwer zu verstehen, weshalb die Beschwerdef�hrerin, die nach ihren eigenen Angaben ein sch�nes Leben f�hren konnte und sich deshalb keine Fragen zur angeblichen Unzufriedenheit ihres Ehemanns mit der Verteilung des Einkommens machen musste, nicht Hand f�r eine einvernehmliche L�sung bieten konnte. Nach ihren eigenen Angaben war ihr die Ehe wichtig und willigte sie nur in die Scheidung ein, weil ihr Mann es w�nschte. Es ist damit nicht glaubhaft, dass die bis kurz zuvor gut funktionierende Ehe an diesem Problem scheiterte.
2.8 Eine Gesamtbetrachtung ergibt, dass es die Vorinstanz zur Recht abgelehnt hat, in den vorgebrachten Problemen des unerf�llten Kinderwunsches und der Finanzen Ereignisse zu sehen, die den raschen Zerfall einer funktionierenden ehelichen Gemeinschaft erkl�ren k�nnten. Die R�ge der Verletzung von Art. 41 Abs. 1 B�G erweist sich demnach als unbegr�ndet.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 2 BGG).
des Schweizerischen Bundesger ichts
Aemisegger Dold