Source: http://www.sommerfeld-majka.de/gesetzliche-versicherungsbeitrage/
Timestamp: 2017-10-20 01:47:20
Document Index: 20901481

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 223', '§ 6', '§ 3', '§ 1', '§ 167', '§ 341', '§ 341', '§ 23']

Gesetzliche Versicherungsbeiträge -
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Ab dem 1. Januar 2014 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beitragsbemessungsgrenze ist ein Regelungsindikator des Sozialversicherungssystems und beschreibt, von welchem Bruttolohnbetrag höchstens Sozialabgaben erhoben werden. Bis zum Erreichen dieser Grenze steigen die Abgaben prozentual während sie ab der Grenze konstant bleiben, sodass die Sozialabgaben bei steigendem Einkommen prozentual abnehmen. Damit ist eine geringere Beitragsbemessungsgrenze für den Abgabepflichtigen vorteilhaft.
Davon zu unterscheiden ist seit 2003 die Versicherungspflichtgrenze. Bei Erreichen dieser Grenze entfällt die Versicherungspflicht gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen. Auch hier ist eine geringere Grenze für den Pflichtigen vorteilhaft, schließlich wird ihm so eine größere Wahlmöglichkeit eingeräumt.
Bis 2003 waren Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze identisch. Die Versicherungspflichtgrenze steigt zum Jahresbeginn 2014 um 1.200,00 € auf 53.550,00 € Bruttojahreseinkommen. Runtergerechnet bedeutet dies, dass eine private Krankenversicherung ab 4.462,50 € monatlichem Bruttoeinkommen in Betracht kommt. Bei der Krankenversicherung, welche in Deutschland gemäß § 5 SGB V zu den Pflichtversicherungen gehört, steigt die Bemessungsgrenze gemäß § 223 Abs. 3 i.V.m. § 6 Abs. 7 SGB V um 112,50 € auf 4.050,00 € pro Monat.
Ähnlich sieht es bei der Rentenversicherung nach dem 6. Sozialgesetzbuch aus. Dort werden jedoch wegen der unterschiedlichen Entwicklung Deutschlands unterschiedliche Betragsbemessungsgrenzen angesetzt. Im Westen steigt diese um 150,00€ auf 5.950€ pro Monat; im Osten um 100 € auf 5000 € monatlich. Bei der knappschaftlichen Rentenversicherung steigt die Bemessungsgrenze auf 7.300,00 € im Westen bzw. auf 6.150 € im Osten, wie jeweils in der 2. Anlage zum SGB VI in Euro statuiert wird. Für Arbeitnehmer könnte zudem eine Betriebsrente im Sinne des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) interessant sein. Im Rahmen dessen wird ein Teil des Bruttomonatsgehalts in eine ergänzende Altersvorsorge umgewandelt, z.B. durch Einzahlung in einer Direktversicherung, d.h. eines Lebensversicherungsvertrags zwischen dem Arbeitsgeber als Versicherungsnehmer und einem deutschen Versicherung bezogen auf das Leben des Arbeitnehmers. Der Vorteil dieser Möglichkeit zur Altersvorsorge wird bei einem Blick auf § 3 Nr. 62 EStG deutlich: Bis zu einer Höhe von 2.856,00€ bleibt das nach § 1a BetrAVG umgewandelte Gehalt steuerfrei. Allerdings besteht mit Billigung der Betriebsrente eine Abgabepflicht von 17% für die Kranken- und Pflegeversicherung. Andersherum, d.h. wenn Arbeitnehmer bereits eine Betriebsrente beziehen, entstehen die genannten Sozialabgaben nur, wenn die Bruttomonatsrente 138,25€ übersteigt. 2013 lag die Grenze noch bei 174,75 € pro Monat. Der Mindestbeitrag zur freiwilligen Rentenversicherung bleibt 2014 unverändert bei 85,05 € im Monat, die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage gemäß § 167 SGB VI bei 450,00 €.
Auch in der Arbeitslosenversicherung haben sich zum Jahreswechsel die Beitragsbemessungsgrenzen geändert. In den alten Bundesländern wurden sie auf 5.950,00€, in den neuen Bundesländern auf 5.000,00 € angehoben, denn § 341 Abs. 4 SGB III verweist für die Beitragsbemessungsgrenze auf die Rentenversicherung. Das hat zur Folge, dass der Spitzenbetrag um 4,50€ steigt um 178,50€, auch wenn der Beitragssatz gemäß § 341 Abs. 1 SGB III konstant bei 3 Prozentpunkten geblieben ist.
Die Künstlersozialabgabe gemäß §§ 23 ff KSVG steigt um 1,1 Prozentpunkte auf 5,2% des Bruttoeinkommens.