Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=23.06.2004&Aktenzeichen=22%20CS%2004.1048
Timestamp: 2019-11-15 15:07:09
Document Index: 98344264

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 19', '§ 4', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

VGH Bayern, 23.06.2004 - 22 CS 04.1048 - dejure.org
https://dejure.org/2004,9803
VGH Bayern, 23.06.2004 - 22 CS 04.1048 (https://dejure.org/2004,9803)
VGH Bayern, Entscheidung vom 23.06.2004 - 22 CS 04.1048 (https://dejure.org/2004,9803)
VGH Bayern, Entscheidung vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 (https://dejure.org/2004,9803)
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Sofortige Vollziehbarkeit einer bodenschutzrechtlichen Anordnung; Ordnungspflichtigkeit durch kausale Verursachung einer schädlichen Bodenverunreinigung; Schaffung einer Gefahrenlage durch Belieferung einer defekten Tankanlage mit Mineralöl; Person des Betreibers von ...
VG Ansbach, 18.03.2004 - AN 9 S 04.120
Er macht geltend (Schriftsatz vom 18.9.2015), das Verwaltungsgericht habe die Klägerin zu Recht als Verursacher im Sinn von § 4 Abs. 3 Satz 1 BBodSchG angesehen; das hierfür erforderliche, im Rahmen einer rechtlichen Bewertung zu prüfende (BayVGH, B. v. 23.6.2004 - 22 CS 04.1048) unmittelbar gefahrbegründende Verhalten, das selbst die Gefahrenschwelle überschreite und eine Nähe zum späteren Schadenseintritt habe (BayVGH, B. v. 13.10.2004 - 22 CS 04.2489), liege bei der Klägerin vor.
Sonach kommt der Betreiberstellung im Sinn von § 19i WHG a. F. erhebliche Bedeutung für die Beurteilung der Verursachereigenschaft im Sinn von § 4 Abs. 3 BBodSchG zu (vgl. BayVGH, B. v. 23.6.2004 - 22 CS 04.1048 - GewArch 2004, 390, Rn. 18 bis 20).
Richtig ist, dass der Verwaltungsgerichtshof im letztgenannten Beschluss auf die Betreibereigenschaft insofern abgestellt hat, als er darauf hingewiesen hat, dass im dortigen Fall die die Tankstelle beliefernde Mineralölgesellschaft nach der gesetzlichen Wertung des - seinerzeit geltenden - § 19g und § 19i WHG a. F. als Betreiberin der Tankstelle anzusehen sei, daher nach diesen Vorschriften insbesondere Sorgfalts- und Überwachungspflichten habe und gerade beim Befüllen des Tanklagers (§ 19k WHG a. F.) noch besondere Pflichten erfüllen müsse (BayVGH, B. v. 23.6.2004 - 22 CS 04.1048 - GewArch 2004, 390, juris Rn. 18 bis 20).
Rückschlüsse auf die Verteilung der Verantwortung und darauf, wer als Verursacher im Sinn des § 4 Abs. 3 Satz 1 BBodSchG angesehen werden darf, können sich vorliegend aus dem Vertrag vom 8. März 1965 (bzw. 10.2.1965) zwischen Herrn G. und der Klägerin ergeben, der - wie das Verwaltungsgericht zutreffend festgestellt hat (UA, S. 25 oben) - demjenigen Tankstellenvertrag ähnelt, der im Verfahren 22 CS 04.1048 streitgegenständlich war.
Wie der Verwaltungsgerichtshof in dem genannten Verfahren 22 CS 04.1048 (B. v. 23.6.2004, a. a. O.) ausgeführt hat, gehen die genannten Vorschriften davon aus, dass jeder von mehreren Verpflichteten seine Pflichten erfüllt.
Dem entspricht es nicht, das sich die mehreren Verpflichteten wechselseitig aufeinander verlassen und die Pflichten dabei unerfüllt bleiben (BayVGH, B. v. 23.6.2004 - 22 CS 04.1048 - juris Rn. 18); dass der Tankstellenhalter vertraglich im Innenverhältnis zur Mineralölgesellschaft, als deren Handelsvertreter er agiert, die Verantwortung und alleinige Haftung bezüglich der im Eigentum der Mineralölgesellschaft stehenden Tanklagerbehälter übernommen hat, ändert an der Verantwortlichkeit der Mineralölgesellschaft in Bezug auf öffentlich-rechtliche Pflichten nichts (BayVGH, B. v. 23.6.2004 - 22 CS 04.1048 - juris Rn. 20).
vgl. BayVGH, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 -, juris Rn. 16 unter Hinweis auf die Amtliche Begründung zum Regierungsentwurf des Bundes-Bodenschutzgesetzes, Bundestags-Drucksache 13/6701, S. 34; Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht (NdsOVG), Urteil vom 19. April 2007 - 7 LC 67/05, NVwZ-RR 2007, 666 = juris Rn. 62.
vgl. zu dieser Möglichkeit wiederum: BayVGH, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 -, juris Rn. 18.
vgl. BayVGH, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 -, juris Rn. 18; Czychowski/Reinhardt, WHG, 9. Auflage 2007.
Entscheidend ist, dass die Kontaminationen auf dem Tanklagerbetrieb beruhen, durch welche konkrete Ursache - undichte Tanks, undichte Rohrleitungen, Handhabungsverluste und/oder Überfüllungen - dies auch immer geschehen sein mag, vgl. VGH München, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 -, juris.
vgl. dazu Bayerischer VGH, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 - , juris.
vgl. dazu Bayerischer VGH, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 - , juris; siehe allerdings auch VG Braunschweig, Beschluss vom 27. Juni 1988 - 2 D 34/88 - , juris, demzufolge ein Grundstückseigentümer gegen seine Inanspruchnahme als Zustandsstörer nicht einwenden könne, Boden - und Grundwasserverunreinigungen (hier: aus einem undichten Tank ausgetretenes Heizöl) seien ganz oder überwiegend von Voreigentümern verursacht worden, so dass er die Gefahrenlage nicht durch eigenes Handeln geschaffen habe.
Erforderlich ist insofern ein unmittelbar gefahrbegründendes Verhalten, das bereits selbst die Gefahrenschwelle überschreitet und eine Nähe zum späteren Schadenseintritt besitzt (Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048;… vgl. auch Landmann/Rohmer/Dombert, BBodSchG, Stand: 1. Mai 2016, § 4 Rn. 21).
Nach der Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, der die Kammer folgt, richtet sich die Verursachung im Sinne des § 4 Abs. 3 Satz 1 BBodSchG nach allgemeinem Sicherheits- und Polizeirecht (BayVGH, Beschluss vom 23.6.2004 - 22 CS 04.1048).
VG Aachen, 10.05.2006 - 6 K 2724/03
vgl. BayVGH, Beschlüsse vom 15. Januar 2003 - 22 CS 02.3223 -, juris und NVwZ 2003, 1137 f., und vom 23. Juni 2004 - 22 CS 04.1048 - juris; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 3. September 2002 - 10 S 957/02 -, juris und NVwZ-RR 2003, 103 ff.