Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/anwaltskosten-fuer-die-deckungszusage-als-verzugsschaden-327728
Timestamp: 2020-08-11 16:12:35
Document Index: 112054334

Matched Legal Cases: ['§ 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 23', 'EuG', 'Art. 23', 'EuG']

Anwaltskosten für die Deckungszusage als Verzugsschaden | Rechtslupe
Anwalts­kos­ten für die Deckungs­zu­sa­ge als Ver­zugs­scha­den
Unter dem Gesichts­punkt des Ver­zugs­scha­dens sind Anwalts­kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge der Rechts­schutz­ver­si­che­rung des Geschä­dig­ten – unab­hän­gig von der Fra­ge, ob es sich hier­bei um eine beson­de­re Ange­le­gen­heit im Sin­ne des § 18 RVG han­delt – nicht zu erstat­ten, wenn die Inan­spruch­nah­me anwalt­li­cher Hil­fe zur Ein­ho­lung der Deckungs­zu­sa­ge nicht erfor­der­lich war [1].
Denn unter dem Gesichts­punkt des Ver­zugs­scha­dens sind Rechts­ver­fol­gungs­kos­ten – dazu gehö­ren auch etwa ent­ste­hen­de Kos­ten für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge der Rechts­schutz­ver­si­che­rung – nur dann zu erstat­ten, wenn die Inan­spruch­nah­me anwalt­li­cher Hil­fe zur Wah­rung und Durch­set­zung der Rech­te unter den Umstän­den des Fal­les erfor­der­lich und zweck­mä­ßig ist [2].
Die­se Vor­aus­set­zung ist hier nicht gege­ben. Die Klä­ge­rin macht gel­tend, die Inan­spruch­nah­me anwalt­li­cher Hil­fe für die Ein­ho­lung einer Deckungs­zu­sa­ge der Rechts­schutz­ver­si­che­rung sei erfor­der­lich gewe­sen, weil die Rechts­schutz­ver­si­che­rung die Deckungs­zu­sa­ge gegen­über dem erst­in­stanz­li­chen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin zunächst ver­wei­gert habe; daher kön­ne nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Klä­ge­rin die Deckungs­zu­sa­ge ohne Wei­te­res selbst hät­te ein­ho­len kön­nen. Das trifft nicht zu.
Die gegen­über dem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin zunächst aus­ge­spro­che­ne Ver­wei­ge­rung der Deckungs­zu­sa­ge bezog sich, wie aus dem von der Revi­si­on ange­führ­ten Schrei­ben der Rechts­schutz­ver­si­che­rung vom 8. Janu­ar 2009 ersicht­lich ist, nur auf die kla­ge­wei­se Gel­tend­ma­chung des nicht bestehen­den Anspruchs auf Rück­zah­lung von Betriebs­kos­ten, nicht dage­gen auf die recht­lich unpro­ble­ma­ti­schen Ansprü­che auf Rück­zah­lung der Miet­kau­ti­on und der Heiz­kos­ten­vor­schüs­se; inso­weit gewähr­te die Rechts­schutz­ver­si­che­rung auf die blo­ße Anfra­ge des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin hin sofort „Teil­kos­ten­schutz“. Dass die Klä­ge­rin hin­sicht­lich der Ansprü­che auf Rück­zah­lung der Miet­kau­ti­on und der Heiz­kos­ten­vor­schüs­se die von der Rechts­schutz­ver­si­che­rung umstands­los erteil­te Deckungs­zu­sa­ge nicht selbst hät­te ein­ho­len kön­nen und inso­weit die Inan­spruch­nah­me anwalt­li­cher Hil­fe erfor­der­lich gewe­sen wäre, ist nicht dar­ge­tan.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. März 2011 – VIII ZR 132/​10
Fort­füh­rung zu BGH, Urteil vom 06.10.2010 – VIII ZR 271/​09, WuM 2010, 740[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 06.10.2010 – VIII ZR 271/​09, WuM 2010, 740, Rn. 9, zur Erstat­tungs­fä­hig­keit vor­ge­richt­li­cher Rechts­an­walts­kos­ten für die Abfas­sung eines Kün­di­gungs­schrei­bens; BGH, Urteil vom 10.01.2006 – VI ZR 43/​05, NJW 2006, 1065, Rn. 6, m.w.N., zur Ersatz­fä­hig­keit von Rechts­ver­fol­gungs­kos­ten, die dem Geschä­dig­ten durch die anwalt­li­che Gel­tend­ma­chung von Ansprü­chen gegen sei­nen eige­nen Unfall­ver­si­che­rer ent­ste­hen[↩]
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