Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.07.1971&Aktenzeichen=VI%20ZR%20260/69
Timestamp: 2019-07-17 11:41:40
Document Index: 362995168

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1607', 'BGH', 'BGH', '§ 1360', '§ 1607', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 844', 'BGH', 'BGH', '§ 844']

BGH, 13.07.1971 - VI ZR 260/69 - dejure.org
https://dejure.org/1971,615
BGH, 13.07.1971 - VI ZR 260/69 (https://dejure.org/1971,615)
BGH, Entscheidung vom 13.07.1971 - VI ZR 260/69 (https://dejure.org/1971,615)
BGH, Entscheidung vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 (https://dejure.org/1971,615)
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Klage auf Schadensersatz infolge des Unfalltodes der Mutter - Haftung des Halters und Fahrers des am Unfall beteiligten Lastkraftwagens - Ersatzansprüche Dritter bei Tötung - Streit über die Höhe des kindlichen Unterhaltsanspruchs
NJW 1971, 2069
VersR 1971, 1045
DB 1971, 1813
Zwar ist die Vorschrift des § 1607 Abs. 2 BGB auf die (Teil-)Unterhaltsschulden der Eltern gegenüber einem minderjährigen Kinde anwendbar (BGH Urteil vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 - NJW 1971, 2069, 2070;… s. auch bereits BGHZ 50, 266, 270 mit Anmerkung Johannsen bei LM § 1360b BGB Nr. 1 - a.E. - Soergel/Häberle BGB 12. Aufl. § 1607 Rdn. 2).
Im Urteil vom 13. Juli 1971 (VI ZR 260/69 = VersR 1971, 1045, 1047) hat er die Erträgnisse aus einer zur Lebensversicherung zusätzlich abgeschlossenen Unfallversicherung in Ergänzung zu BGHZ 39, 249 als Risikoversicherung behandelt.
Maßgebend ist grundsätzlich, was ein verständiger Geschädigter an Mitteln aufwenden würde, wenn er diese selbst zu tragen hätte und tragen könnte (vgl. Senatsurteile vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69, VersR 1971, 1045, juris Rn. 15;… vom 8. November 1977 - VI ZR 117/75, VersR 1978, 149, 150, juris Rn. 19).
Hinweise des Senats auf die für eine Familienunterbringung zu zahlenden Pflegesätze als eine mögliche Orientierungshilfe der Unterhaltsbemessung (Urteile v. 13. Juli 1971 - VI ZR 260/79 - VersR 1971, 1045 = FamRZ 1971, 571; v. 12. Februar 1974 - VI ZR 187/72 - VersR 1974, 601, 604 = FamRZ 1974, 246, 249 - insoweit in BGHZ 62, 126 [BGH 12.02.1974 - VI ZR 187/72] nicht abgedr.
Vielmehr war - seinerzeit in Ermangelung besserer Anhaltspunkte - auf das gesamte Pflegegeld als Orientierungshilfe für einen Schätzungsbetrag verwiesen; der Senat hat im Urteil vom 13. Juli 1971 (VI ZR 260/69 aaO) ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Sachleistungen gesondert zu berechnen seien.
Der Bundesgerichtshof hat stets betont, daß die konkrete Gestaltung bei der Versorgung der Kinder, wie sie sich in ihrem wohlverstandenen Interesse anbietet und ermöglichen läßt, den Maßstab für den erforderlichen Betreuungsaufwand setzt (Senatsurteile vom 8. Juni 1982 - VI ZR 288/79 - VersR 1982, 874; vom 12. Juni 1973 - VI ZR 26/72 - VersR 1973, 939, 940; vom 2. Mai 1972 - VI ZR 80/70 - VersR 1972, 948, 951 und vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 aaO).
Dieser Gesichtspunkt wurde schon für die Bemessung der Ersatzansprüche der Hinterbliebenen aus § 844 Abs. 2 BGB wegen Verlust des Rechts auf Unterhalt anerkannt (s. Senatsurt.v. 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 = VersR 1971, 1045 = FamRZ 1971, 571).
Das Berufungsgericht ermittelt darum zu Recht den durch den Tod der Mutter entstandenen Unterhaltsschaden unter Berücksichtigung von Haushaltführung und Bareinkommen (BGH Urt.v. 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 = VersR 1971, 1045; v. 2. Mai 1972 - VI ZR 80/70 = VersR 1972, 948).
Auch entspricht es der Rechtsprechung, daß der durch den Ausfall der Mutter zu schätzende Schaden sich an den Kosten orientiert, die für eine Unterbringung der Kinder in Familienpflegestellen anfallen (BGH Urt. v. 13. Juli 1971 a.a.O.).
Dieser Gesichtspunkt wurde schon für die Bemessung der Ersatzansprüche der Hinterbliebenen aus § 844 Abs. 2 BGB wegen Verlust des Rechts auf Unterhalt anerkannt (s Senatsurt v 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 = VersR 1971, 1045 = FamRZ 1971, 571).
Wie der Senat in dem gleichzeitig verkündeten Urteil vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 - (zur Veröffentlichung vorgesehen) im einzelnen dargelegt hat, bemißt sich jedoch der Wert der durch den Tod der Mutter weggefallenen persönlichen Unterhaltsleistungen nicht stets nach den gedachten Kosten, die bei Einstellung einer Ersatzkraft anfallen würden.