Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.08.2009&Aktenzeichen=VIII%20ZB%2062/08
Timestamp: 2020-01-18 06:11:55
Document Index: 77630650

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 520', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.08.2009 - VIII ZB 62/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,5018
BGH, 18.08.2009 - VIII ZB 62/08 (https://dejure.org/2009,5018)
BGH, Entscheidung vom 18.08.2009 - VIII ZB 62/08 (https://dejure.org/2009,5018)
BGH, Entscheidung vom 18. August 2009 - VIII ZB 62/08 (https://dejure.org/2009,5018)
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LG Freiburg, 18.04.2008 - 8 O 316/07
OLG Karlsruhe, 21.08.2008 - 14 U 65/08
Ein Prozessbevollmächtigter einer Partei darf grundsätzlich darauf vertrauen, dass einem unter Darlegung eines erheblichen Grundes im Sinne des § 520 Abs. 2 Satz 3 ZPO gestellten ersten Verlängerungsantrag stattgegeben wird (st. Rspr.;… vgl. Senatsbeschlüsse vom 10. März 2009 - VIII ZB 55/06, NJW-RR 2009, 933 Rn. 12; vom 18. August 2009 - VIII ZB 62/08, juris Rn. 11; jeweils mwN).
Dies gilt insbesondere wenn - wie hier - eine konkrete mündliche Weisung im Einzelfall erteilt worden ist (vgl. BGH, Beschl. v. 18.8.2009 - VIII ZB 62/08 -, juris Rn. 9 m. w. N.).
Denn allgemeine organisatorische Vorkehrungen oder Anweisungen zur Fristwahrung in einer Anwaltskanzlei bleiben für die Frage eines persönlichen Verschuldens einer Prozessbevollmächtigten dann ohne Bedeutung, wenn die Anwältin - wie hier - eine konkreteEinzelweisung erteilt, die erkennen lässt, dass von dem üblichen Arbeitsablauf abgewichen werden soll (BGH, Beschl. v. 25.6.2009 - V ZB 191/08 - sowie Beschl. v. 18.8.2009 - VIII ZB 62/08 -, juris).
Dies gilt auch für die Übermittlung eines fristgebundenen Schriftsatzes per Telefax (vgl. BGH, Beschluss vom 18. August 2009 - VIII ZB 62/08 -, zitiert nach Juris m. w. N.).
Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Anwalt die Unterzeichnung eines bestimmenden Schriftsatzes vergisst und das nicht unterzeichnete Schriftstück durch ein Versehen des eingearbeiteten und überwachten Büropersonals abgeschickt wird, das allgemein angewiesen war, sämtliche ausgehenden Schriftstücke vor der Absendung auf das Vorhandensein der Unterschrift zu überprüfen (…vgl. Stein/Jonas/Roth, ZPO, 22. Aufl., § 233 Rdnr. 31; BVerfG NJW 1996, 309; BGH, 8. Zivilsenat, Beschluss vom 18. August 2009 - VIII ZB 62/08, zitiert nach juris).
Allgemeine organisatorische Vorkehrungen und Anweisungen für die Fristenwahrung sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs lediglich dann entbehrlich, wenn der Anwalt einer zuverlässigen Kanzleikraft eine konkrete Einzelanweisung erteilt, welche für sich selbst bei Befolgung die Fristwahrung gewährleistet hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 18. August 2009 - VIII ZB 62/08, JurBüro 2010, 56 Rn. 10).