Source: http://deine-ekbo.de/blog/faqmonday-frage-3-liebe-ist-nicht-evangelisch-%E2%9D%A4%EF%B8%8F%E2%80%8D-mindestens-genauso-wichtig-wie-die-frage-welchen-beruf-du-ergreifst-ist-die-frage-mit-wem-du-dein-leben-verbringen-wirst-2886/
Timestamp: 2017-08-18 12:36:50
Document Index: 227115541

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 22', '§ 39', '§ 22', '§ 39', '§ 22', '§ 39', '§ 39']

#FAQMonday Frage 3: Liebe ist nicht evangelisch. ❤️‍ Mindestens genauso wichtig wie die Frage, welchen Beruf du ergreifst, ist die Frage, mit wem du dein Leben verbringen wirst. - Deine EKBO
Deine Frage: Welche Konsequenzen hat es, einen Partner oder eine Partnerin zu haben, welche*r nicht landeskirchlich-evangelisch ist?
Unsere Antwort: Hier geben § 39 des Pfarrdienstgesetzes der EKD sowie § 22 des Pfarrdienstausführungsgesetzes der EKBO Auskunft. Das Pfarrdienstgesetz der EKD ist in allen 20 Gliedkirchen bindend, also auch in der EKBO. Es ist in § 39 PfDG.EKD zunächst einmal sehr klar: „Ehepartnerinnen und Ehepartner sollen evangelisch sein. Sie müssen einer christlichen Kirche angehören.“ Doch: „Im Einzelfall kann eine Ausnahme zugelassen werden“.
Jedes sog. Pfarrdienstausführungsgesetz einer Gliedkirche stimmt dem Pfarrdienstgesetz der EKD im Grundsatz zu und legt die geltenden Bestimmungen für sich entsprechend aus. In der EKBO können Pfarrerinnen und Pfarrer unter drei Bedingungen von dem Erfordernis befreit werden, dass der Partner bzw. die Partnerin einer christlichen Kirche angehören muss, § 22 PfDAG.EKBO siehe unten.
Es gibt zum Beispiel mehrere christlich-muslimische Pfarrehen in der EKBO.
In der EKBO leben und arbeiten über 950 Pfarrerinnen und Pfarrer, allein, als Paar, in einer Ehe oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, mit einem evangelischen Partner oder einer evangelischen Partnerin oder eben auch nicht. Es gibt darunter auch christlich-muslimische Pfarrehen in der EKBO. Einen absolut hörenswerten Erfahrungsbericht von Pfarrerin Carmen Khan und Monir Khan und anderen Pfarrerinnen und Pfarrern der EKBO hört ihr hier: http://mediathek.rbb-online.de/radio/Gott-und-die-Welt/Kreuz-und-queer/kulturradio/Audio?bcastId=9839166&documentId=38200438.
§ 39 (2) PfDG.EKD: Ehe und Familie
§ 22 (zu § 39 PfDG.EKD) PfDAG.EKBO
( 3 ) Die Befreiung setzt für den Fall, dass eine Ehe beabsichtigt ist, voraus, dass die nicht der evangelischen Kirche angehörende Ehepartnerin oder der nicht der evangelischen Kirche angehörende Ehepartner
( 4 ) Die Befreiung setzt für den Fall, dass eine eingetragene Lebenspartnerschaft beabsichtigt ist, voraus, dass die nicht der evangelischen Kirche angehörende Lebenspartnerin oder der nicht der evangelischen Kirche angehörende Lebenspartner
Wie stehst du zu Paragraf 39 (2) PfDG.EKD? Schreib uns im Kommentar, warum!
Es ist richtig, dass die Partnerin bzw. der Partner einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers auch evangelisch sein soll.
Es ist nicht richtig, dass die Partnerin bzw. der Partner einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers auch evangelisch sein soll.
Es ist richtig, dass die Partnerin bzw. der Partner einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers auch evangelisch sein soll. - 13
Es ist nicht richtig, dass die Partnerin bzw. der Partner einer Pfarrerin bzw. eines Pfarrers auch evangelisch sein soll. - 29
2017/07/06 | Antworten
Ich würde mir wünschen, dass hier entsprechend dem Titel auch noch darauf eingegangen wird, wie es denn mit (Ehe-)PartnerInnen anderer christlicher Konfessionen aussieht. Zwar ist dies „nur“ eine Soll-Bestimmung im PfDG, aber was soll eine Soll-Bestimmung, die nicht wirklich überprüfbar oder einforderbar ist?
„Könnte Ihr syrisch-orthodoxer Freund nicht eigentlich auch evangelisch werden?“, oder: „Müssen Sie wirklich die Katholikin heiraten? Vielleicht finden wir ja noch eine evangelische Frau für Sie!“, sind Sätze, die hoffentlich nie ein/e Konsistoriumsvertreter/in ernstgemeint aussprechen werden.
Außerdem würde mich interessieren, wie oft in der EKBO schon BewerberInnen für den Pfarrdienst abgelehnt (oder bereits im Dienst Befindliche suspendiert/diszipliniert/abgemahnt?) wurden, weil ihre PartnerInnen nicht rechtskonform waren bzw. sich nicht rechtskonform verhielten. Ich vermute eine eher geringe Ziffer für die letzten Jahrzehnte. Die Absicht der Rechtsprechung leuchtet ja ein, aber es gibt Dinge, bei denen wirkt eine gesetzliche Regelung (zumindest auf mich) nicht ganz angemessen.
Vielen Dank übrigens für diese tolle Idee mit dem FAQMonday!
2017/07/07 | Antworten
vielen Dank für Ihr positives Feedback zum #FAQMonday.
Ich teile Ihre Hoffnung, dass solche Sätze in der Ausbildungs- und Personalabteilung weder gedacht noch gesprochen werden. Denn sie widersprächen § 39 (2) PfDG.EKD: Ehepartnerinnen und Ehepartner von Pfarrer*innen „müssen einer christlichen Kirche angehören“. Damit sind die Mitgliedskirchen in der sog. Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gemeint. Sowohl die genannte Syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland als auch die Römisch-katholische Kirche ist (wie die EKD) sog. ACK-Mitglied.
Teil 2 Ihrer Frage zu Ablehnung von Anwärter*innen oder Abmahnung von Ordinierten in der EKBO in der Vergangenheit muss ich recherchieren. Die Mühlen der kirchlichen Verwaltung mahlen bekanntlich langsam, und ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie freigiebig die Personalabteilung hier mit Informationen sein darf. Darum bitte ich Sie hier um etwas Geduld.
http://deine-ekbo.de/blog/faqmonday-frage-3-liebe-ist-nicht-evangelisch-%E2%9D%A4%EF%B8%8F%E2%80%8D-mindestens-genauso-wichtig-wie-die-frage-welchen-beruf-du-ergreifst-ist-die-frage-mit-wem-du-dein-leben-verbringen-wirst-2886/