Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202013,%20919
Timestamp: 2019-03-22 09:21:52
Document Index: 26776927

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 51', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', 'BGH', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 4', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'Art. 51', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG']

EuGH, 27.06.2013 - C-320/12 - dejure.org
Rechtsangleichung - Richtlinie 2008/95/EG - Art. 4 Abs. 4 Buchst. g - Marken - Voraussetzungen für den Erwerb und die Aufrechterhaltung einer Marke - Ablehnung der Eintragung oder Ungültigkeit - Begriff der 'Bösgläubigkeit' des Anmelders - Kenntnis des Anmelders von einer ausländischen Marke
Rechtsangleichung - Richtlinie 2008/95/EG - Art. 4 Abs. 4 Buchst. g - Marken - Voraussetzungen für den Erwerb und die Aufrechterhaltung einer Marke - Ablehnung der Eintragung oder Ungültigkeit - Begriff der "Bösgläubigkeit" des Anmelders - Kenntnis des Anmelders von einer ausländischen Marke
Rechtsangleichung - Richtlinie 2008/95/EG - Art. 4 Abs. 4 Buchst. g - Marken - Voraussetzungen für den Erwerb und die Aufrechterhaltung einer Marke - Ablehnung der Eintragung oder Ungültigkeit - Begriff der ‚Bösgläubigkeit‘ des Anmelders - Kenntnis des Anmelders von einer ausländischen Marke“
Vorabentscheidungsersuchen - Højesteret - Auslegung von Art. 4 Abs. 4 Buchst. g der Richtlinie 2008/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2008 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken (ABl. L 299, S. 25) - Zurückweisung der Anmeldung oder Nichtigkeit einer Marke - Begriff "bösgläubig" - Anmelder, der zum Zeitpunkt der Anmeldung einer Marke eine ausländische Marke kannte oder hätte kennen müssen - Aufhebung der Eintragung einer Milchflasche aus Plastik als Marke mit der Begründung, dass der Anmelder zum Zeitpunkt seiner Markenanmeldung die im Ausland von einem konkurrierenden Unternehmen benutzte ähnliche ältere Marke kannte
GRUR 2013, 919
EuZW 2013, 748
Maßgeblich ist die Absicht des Anmelders zum Zeitpunkt der Anmeldung, die anhand der objektiven Umstände zu bestimmen ist (vgl. zu Art. 51 Abs. 1 Buchst. b GMV aF EuGH…, Urteil vom 11. Juni 2009 - C-529/07, Slg. 2009, I-4893 = GRUR 2009, 763 Rn. 37 ff., 53 - Lindt & Sprüngli/Franz Hauswirth; zu Art. 4 Abs. 4 Buchst. g MarkenRL EuGH, Urteil vom 27. Juni 2013 - C-320/12, GRUR 2013, 919 Rn. 36 f. = WRP 2013, 1166 - Malaysia Dairy Industries; BGH…, Beschluss vom 2. April 2009 - I ZB 8/06, GRUR 2009, 780 Rn. 18 = WRP 2009, 820 - Ivadal).
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union ist für die Prüfung des Nichtigkeitsgrundes der bösgläubigen Anmeldung nach Art. 51 Abs. 1 Buchst. b GMV aF (Art. 52 Abs. 1 Buchst. b GMV nF) ebenso wie für die Beurteilung der Bösgläubigkeit im Sinne des Art. 4 Abs. 4 Buchst. g MarkenRL auf den Zeitpunkt der Anmeldung der Marke abzustellen (EuGH…, Urteil vom 11. Juni 2009 - C-529/07, Slg. 2009, I-4893 = GRUR 2009, 763 Rn. 35 - Lindt & Sprüngli/Franz Hauswirth; Urteil vom 27. Juni 2013 - C-320/12, GRUR 2013, 919 Rn. 36 = WRP 2013, 1166 - Malaysia Dairy/Beschwerdeausschuss).
Auch bezüglich der Auslegung des Art. 4 Abs. 4 Buchst. g MarkenRL hat der Gerichtshof der Europäischen Union ausgeführt, dass es für die Beurteilung der Bösgläubigkeit auf den Anmeldezeitpunkt ankommt (EuGH, Urteil vom 27. Juni 2013 - C-320/12, GRUR 2013, 919 Rn. 36 = WRP 2013, 1166 - Malaysia Dairy/Beschwerdeausschuss).
Daher sind bei der Auslegung dieses Begriffs die Systematik und die Ziele der Regelung, zu der er gehört (…vgl. in diesem Sinne Urteil vom 9. Januar 2003, Davidoff, C-292/00, Slg. 2003, I-389, Rn. 24), sowie insbesondere der Kontext der Vorschrift, in der er enthalten ist, zu berücksichtigen (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 27. Juni 2013, Malaysia Dairy Industries, C-320/12, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Rn. 25).
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Regelung über Gemeinschaftsmarken ein autonomes System ist, das aus einer Gesamtheit von Vorschriften besteht und Zielsetzungen verfolgt, die ihm eigen sind, und dessen Anwendung von jedem nationalen System unabhängig ist (vgl. Urteile vom 22. März 2012, Génesis, C-190/10, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 36, und vom 27. Juni 2013, Malaysia Dairy Industries, C-320/12, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 33).
Zur Auslegung dieser Vorschrift ist zunächst davon auszugehen, dass die Begriffe einer unionsrechtlichen Bestimmung in der Regel in der gesamten Union eine autonome und einheitliche Auslegung erhalten müssen, die unter Berücksichtigung des Kontextes der Bestimmung und des mit der fraglichen Regelung verfolgten Ziels gefunden werden muss (EuGH, GRUR 2013, 919, 920 - Malaysia Dairy).
Nach ständiger Rechtsprechung folgt aus den Anforderungen sowohl der einheitlichen Anwendung des Unionsrechts als auch des Gleichheitsgrundsatzes, dass die Begriffe einer unionsrechtlichen Bestimmung, die für die Ermittlung ihres Sinnes und ihrer Bedeutung nicht ausdrücklich auf das Recht der Mitgliedstaaten verweist, in der Regel in der gesamten Union eine autonome und einheitliche Auslegung erhalten müssen, die unter Berücksichtigung des Kontexts der Bestimmung und des mit der fraglichen Regelung verfolgten Ziels gefunden werden muss (vgl. u. a. Urteil vom 27. Juni 2013, Malaysia Dairy Industries, C-320/12, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 25 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Maßgeblich ist die Absicht des Anmelders zum Zeitpunkt der Anmeldung, die anhand der objektiven Umstände zu bestimmen ist (…BGH GRUR 2015, 1214, 1220 Rn. 58 - Goldbären;… vgl. zu Art. 51 Abs. 1 Buchst. b GMV aF EuGH GRUR 2009, 763 Rn. 37 ff., 53 - Lindt & Sprüngli/Franz Hauswirth; zu Art. 4 Abs. 4 Buchst. g MarkenRL EuGH, GRUR 2013, 919 Rn. 36 f. - Malaysia Dairy Industries;… BGH GRUR 2009, 780 Rn. 18 - Ivadal).
En outre, aux fins de l'appréciation de l'existence de la mauvaise foi du demandeur, il convient de prendre en considération tous les facteurs pertinents propres au cas d'espèce et existant au moment du dépôt de la demande d'enregistrement d'un signe en tant que marque de l'Union européenne et, notamment, premièrement, le fait que le demandeur sait ou doit savoir qu'un tiers utilise un signe identique ou similaire pour un produit ou un service identique ou similaire prêtant à confusion avec le signe dont l'enregistrement est demandé, deuxièmement, l'intention du demandeur d'empêcher ce tiers de continuer à utiliser un tel signe et, troisièmement, le degré de protection juridique dont jouissent le signe du tiers et le signe dont l'enregistrement est demandé (voir, en ce sens, arrêts du 11 juin 2009, Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli, C-529/07, EU:C:2009:361, points 37 et 53, et du 27 juin 2013, Malaysia Dairy Industries, C-320/12, EU:C:2013:435, points 36 et 37).
Als bösgläubig kann danach auch eine Markenanmeldung zu bewerten sein, die der Anmelder allein zu dem Zweck vorgenommen hat, den Marktzutritt eines Dritten zu verhindern, ohne die Benutzung der Marke zu beabsichtigen (vgl. BGH GRUR 2016, 380 - GLÜCKSPILZ; s. auch EuGH GRUR 2009, 763 - Lindt & Sprüngli/Franz Hauswirth; GRUR 2013, 919 - Malaysia Dairy/Beschwerdeausschuss).
EuGH, 18.01.2018 - C-58/17
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