Source: https://anwalt-kg.de/newsbeitrag/bankenrecht/bauzinsen-steigen-zum-jahresende-jetzt-widerrufen/
Timestamp: 2019-09-17 00:11:53
Document Index: 357446479

Matched Legal Cases: ['§ 87', '§ 240', '§ 179', '§ 86', '§ 86', '§ 55']

Bauzinsen steigen zum Jahresende - jetzt widerrufen | KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ
Bauzinsen steigen zum Jahresende – jetzt widerrufen
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„So billig war Baugeld noch nie“, titelte der Focus. „Wie Häuslebauer vom Zinstief profitieren.“, schrieb das Handelsblatt. Dass der Nullzins Bauvorhaben begünstigt und Immobiliardarlehen erschwinglicher macht, hat sich in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch große mediale Aufmerksamkeit – herumgesprochen. Die Niedrigzinspolitik Mario Draghis macht es möglich. Doch langsam zeichnet sich eine Wende ab. Die Deutsche Bank zumindest erwartet bis zum Jahresende einen leichten Anstieg der Bauzinsen. Der richtige Zeitpunkt, um von seinem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen und günstig umzuschulden.
Sie prognostiziert eine Erhöhung der Bauzinsen für ein Darlehen mit fünf bis zehn Jahren Zinsbindung von 1,6 % auf 1,7 %. Bis Ende des Jahres 2018 wird sogar ein Anstieg auf 1,9 % erwartet. Dabei weichen die Zinssätze teils stark voneinander ab. Während der günstigste Anbieter nur 1,25 % verlangt, gibt es auch welche, die das Doppelte fordern. Insgesamt ist hier ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Bereits Ende 2016 kündigte die Allianz eine Zinserhöhung von 0,25 % an. Auch bei anderen Kreditinstituten war allein Ende 2016 ein Anstieg zwischen 0,16 % und 0,27 % zu verzeichnen.
Die Deutsche Bank erwartet bis zum Jahresende einen leichten Anstieg der Zinsen im Baugewerbe.
Die niedrigen Zinsen kommen nicht von ungefähr. Mit ihrer anhaltenden Niedrigzinspolitik will die Europäische Zentralbank die Konjunktur in der Eurozone stärken. Es geht insbesondere darum, eine Deflation zu verhindern und die vermehrte Aufnahme von Darlehen zu evozieren. Günstiges Geld steigert die Nachfrage der Konsumenten und bringt die Wirtschaft in Schwung. Der Nachteil: Viele Banken und Lebensversicherer geraten in eine Schieflage – Zinsversprechen können nicht oder nur mit großen Einbußen für die Anbieter eingehalten werden. Trotzdem wird es vorerst keinen Kurswechsel in der Geldpolitik geben. So zumindest hat es Mario Draghi auf der Tagung „The ECB and its watchers“ angekündigt und dabei auf die nur zögerlich steigende Inflation verwiesen. Experten erwarten zwar einen Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm frühestens 2018 und eine Erhöhung des Leitzinses erst gegen Ende des gleichen Jahres. Warum dennoch ein leichter Anstieg der Bauzinsen zu verzeichnen ist? Grund hierfür wird wohl sein, dass sich eine Zinswende langfristig abzeichnet. Eine Zinserhöhung – wie die der Federal Reserve Bank in den USA Ende 2016 – beeinflusst auch die europäischen Märkte. Außerdem weckte sie die Erwartung einer baldigen Zinswende in Europa. Eine Änderung, die die Europäische Zentralbank zwar nicht vornahm, die auf lange Sicht aber eintreten wird.
Erschwinglichkeitsindex steigt – Wohneigentum bleibt günstig
Trotz steigender Bauzinsen ist Wohneigentum in Deutschland weiterhin verhältnismäßig preiswert. Das zeigt zumindest der Erschwinglichkeitsindex des Immobilienverbandes IVD. Dieser bezieht nicht nur das Zinsniveau, sondern auch Immobilienpreise und Lohnniveau mit ein. Hierdurch entsteht ein umfassender Überblick, der alle relevanten Faktoren berücksichtigt. Aktuell werden steigende Preise durch die immer noch niedrigen Zinsen und ein wachsendes Einkommen kompensiert.
Gelegenheit nutzen und günstig umschulden
Die steigenden Bauzinsen bedeuten nicht nur, dass Wohneigentum künftig teurer werden könnte. Auch setzen sie eine Deadline für den lukrativen Widerrufsjoker. LINK Aktuell bietet dieser die Möglichkeit, Immobiliardarlehen mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung rückabzuwickeln und so günstig umzuschulden. Steigende Bauzinsen bedeuten: Die Umschuldung wird weniger günstig und könnte sich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr rentieren. Darlehensnehmer sollten deswegen schnell handeln. Betroffen sind Verträge, die nach dem 11. Juni 2010 geschlossen wurden. Etwa 60 % dieser Verträge enthalten angreifbare Widerrufsbelehrungen. Verbraucher sollten deswegen ihre Verträge auf fehlerhafte Widerrufsbelehrungen hin untersuchen lassen. Aktuell sind Ersparnisse von bis zu 20 % der ursprünglichen Kreditsumme möglich. Ein Wert, der sich bei steigenden Bauzinsen nicht halten wird.
Unsere Sozietät verfügt im Bereich des Darlehenswiderrufs über umfassende Expertise und Erfahrung. Im Rahmen unserer kostenlosen Erstberatung überprüfen wir Ihre Widerrufsbelehrung und beraten Sie zu Chancen und Risiken eines Widerrufs. Wir übernehmen die Verhandlungen mit Ihrem Kreditinstitut und vertreten Ihre Interessen – sowohl außergerichtlich, als auch vor Gericht.
Während eines laufenden Insolvenzverfahren ist es den Insolvenzgläubigern genommen, ihre Forderungen gegen den Schuldner auf gerichtlichem Wege geltend zu machen. Vielmehr sind sie gehalten, ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anzumelden (§§ 87, 174 InsO). Die bereits eingeleiteten Verfahren werden unterbrochen (§ 240 InsO). Nur wenn eine Anmeldung scheitern sollte, kann das Verfahren weitergeführt werden ((§§ 179 Abs. 1, 180 Abs. 2 InsO).
Ein Scheitern in diesem Sinne liegt vor, wenn die angemeldete Forderung vom Insolvenzverwalter (oder einem anderen Gläubiger) bestritten wird. An die Stelle des Schuldners tritt dann der Insolvenzverwalter oder der bestreitende Gläubiger.
Sonstige Passivprozesse
Besser haben es sog. Massegläubiger (§ 86 Abs. 1 Nr. 3 InsO) und Aus- und Absonderungsberechtigte (§ 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 InsO). Massegläubiger werden im Insolvenzverfahren bevorzugt befriedigt. Ihre Ansprüche sind dabei grundsätzlich solche, die erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden oder durch das Insolvenzverfahren selbst veranlasst worden sind (siehe auch § 55 InsO). Aussonderungsberechtigte haben ein Recht an einem Gegenstand, der nicht zur Insolvenzmasse gehört. Sie können die Herausgabe des Gegenstandes verlangen. Absonderungsberechtige haben ein Recht auf gesonderte Befriedigung (d.h. außerhalb des eigentlichen Insolvenzverfahrens). Sie sind damit ebenfalls gegenüber den Insolvenzgläubigern privilegiert. Prozesse der genannten Personen können jederzeit fortgeführt werden.