Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4185.htm
Timestamp: 2018-11-20 16:33:09
Document Index: 122311581

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4']

4.185 Mönchsteig
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Mönchsteig« vom 20.Februar 1991 (GBl. v. 13.05.1991, S. 205).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs.2 und § 33 Abs.2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Nellingen, Gemarkung Aichen, Alb-Donau-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Mönchsteig«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 49,86 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Aichen im wesentlichen die Flurstücke Nr. 91 teilweise (tw), 90, 89, 88/2, 88/1, 87, 85 (tw), 81/1c (tw), 8111 d (tw), 81/1g (tw), 81/11 (tw), 81/lm (tw), 81/10 (tw), 73 (tw), 70, 68/2 (tw), 55/3 und 52/1 (tw) sowie die innerhalb des Naturschutzgebietes verlaufenden Wege.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 1. März 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den in der Karte eingetragenen Grundstücksflächen des Naturschutzgebiets mit der textlichen Beschreibung in Absatz 1 gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung und Pflege einer Heidelandschaft in ihrem typischen Erscheinungsbild mit der daran gebundenen extensiven Landwirtschaft als Schafweide.
Von besonderem ökologischem Wert ist hierbei:
1. der Lebensraum der Magerwiesen mit ihren vielen geschützten Tier‑ und Pflanzenarten,
2. der aufgelockerte, gegliederte Waldsaum mit den vielen, auf diese Struktur angepaßten Vogelarten.
7. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
9. zu zelten, zu grillen, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;
14. die Feldwege außer mit wassergebundenen Materialien zu befestigen;
15. mit Luftfahrzeugen aller Art zu starten oder zu landen einschließlich Modellflugzeugen;
16. Holz auf den Flächen zu lagern.
a) jagdliche Einrichtungen nur dort errichtet werden, wo sie weder wertvolle Pflanzenstandorte noch das Landschaftsbild beeinträchtigen;
b) auch weiterhin keine Wildfutterstellen eingerichtet werden und
c) Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Hölzern erstellt werden;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die Holzlagerung nur bis zum 1. Juni eines jeden Jahres erfolgen darf; Ausnahmen hiervon können in besonderen Fällen (z. B. bei Naturkatastrophen wie Steinwurf etc.) von der höheren Naturschutzbehörde zugelassen werden;
3. für die ordnungsgemäße Schafbeweidung mit der Maßgabe, daß keine Pferche errichtet werden;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. § 4 Abs. 2 Nr. 14 bleibt unberührt;
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des früheren Kultusministeriums Stuttgart zum Schutze von Landschaftsbestandteilen und Landschaftsteilen entlang der Reichsautobahn Stuttgart ‑ München vom 12. August 1940, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 20. Februar 1991