Source: http://www.juramagazin.de/154859.html
Timestamp: 2019-06-26 01:46:37
Document Index: 205998163

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 31', '§ 48', '§ 31']

Für nicht mehr im unmittelbaren Wohnungsumfeld spielende Kinder werden zwei öffentliche Spielplätze ausgewiesen. In der Mitte des Plangebiets ist ein etwa 2500 m² großer Quartiersspielplatz festgesetzt. Er befindet sich am zentralen Fuß- und Radweg und hat im Süden eine Öffnung zur Hauptanliegerstraße. Damit ist er aus allen Wohnbereichen gut erreichbar. Nördlich der Hauptanliegerstraße wird in Verbindung mit der Kindertagesstätte ein weiterer Spielplatz festgesetzt. Zusammen mit dem Quartiersspielplatz stellt dieser Bereich den zentralen und öffentlich zugänglichen Gemeinschafts- und Freizeitbereich des Wohngebietes dar.
In der Mitte des Wohnquartiers wurde eine öffentliche Grünfläche festgesetzt, die als sog. Wasserwirtschaft bezeichnet wurde. Auf dieser Fläche ist ein Graben vorgesehen, in dem das Oberflächenwasser aus den angrenzenden Wohnquartieren und Straßen gesammelt und dann zu einem Rückhaltebecken westlich des Baufelds (10) abgeleitet werden soll. Diese Fläche wurde durch die Linie Begrenzung der unverbindlichen Vormerkung gekennzeichnet (siehe Nummer 4. 10).
Private Grünflächen:
Den Baufeldern (3), (4) und (9) werden insgesamt drei private Grünflächen mit der Zweckbestimmung Spielplatz zugeordnet, um auch in unmittelbarer Nähe zu den dichter bebauten Wohnquartieren eine Spielmöglichkeit für kleinere und größere Kinder zu schaffen. Die beiden privaten Grünflächen für die Baufelder (3) und
(4) sind am zentralen Fuß- und Radweg ausgewiesen.
Damit wird das Konzept der grünen Mitte durch angrenzende Freiflächen ergänzt.
Nach der zweiten öffentlichen Auslegung ist die Zuordnung zum privaten Spielplatz südlich des Baufelds (9) geändert worden. Die privaten Spielplätze sind für den Geschosswohnungsbau vorgesehen. Aus diesem Grund kann die Zuordnung für die Baufelder (7) und (8) mit einer Reihenhausbebauung aufgegeben werden. Die Grundzüge der Planung wurden nicht berührt. Gemäß der bisher geltenden Vorschrift des § 3 Absatz 3 Satz 2 Baugesetzbuch wurde eine eingeschränkte Bürgerbeteiligung durchgeführt.
Der vorhandene Diagonalknick soll als prägendes Landschaftselement erhalten bleiben (siehe Nummer 4.18.1).
Die angrenzenden Flächen werden überwiegend als private Grünfläche festgesetzt. Damit können die Flächen den angrenzenden Wohngebieten zugewiesen und erhalten werden. Zudem wurde nach der ersten öffentlichen Auslegung eine 10 m breite private Grünfläche ausgewiesen und dem Baufeld (13) zugeordnet. Mit dieser Grünflächenausweisung wird eine zentrale, in verlaufende Grünverbindung zwischen den öffentlichen Spielplätzen geschaffen.
4.15 Wasserflächen:
Die vorhandenen Wasserflächen des Rückhaltebeckens Boltwischen, des Neurahlstedter Grabens, des Grabens 1 und des Grabens 2 sind entsprechend dem Bestand nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen worden.
4.16 Fläche für die Landwirtschaft
Die Festsetzung als Fläche für die Landwirtschaft erfolgt auf den Flurstücken 46, 47, 49, 1155 (teilweise), 1219, 3878 (teilweise) und 3642 (teilweise), die bereits landwirtschaftlich genutzt werden und auch langfristig gesichert werden sollen. Auf den Flächen für die Landwirtschaft sind nur aus betriebstechnischen Gründen notwendige, untergeordnete bauliche Anlagen zulässig (§ 2 Nummer 11). Mit dieser Festsetzung soll die bestehende, standortgerechte Art der Landbewirtschaftung langfristig gesichert werden. Die auentypische Grünlandnutzung in der Niederung des Neurahlstedter Grabens ist prägend für das Landschaftsbild. Die eingeschränkte Zulässigkeit baulicher Anlagen auf diesen Flächen dient damit auch dem Erhalt des Landschaftsbildes.
4.17 Fläche für Wald:
Der teilweise vorhandene und erhaltenswerte Wald westlich der Straße Höltigbaum soll als prägendes Landschaftselement bestehen bleiben und weiter entwickelt werden. Aus diesem Grunde wird auch nördlich angrenzend bis zum Neurahlstedter Graben der Wald ausgedehnt. Mit dieser Ausweisung soll der auf den Flurstücken 1224 (teilweise), 1169 (teilweise) und 1178 (teilweise) festgesetzte Wald mittelfristig den reinen Wohngebieten zur Abschirmung gegenüber der Straße Höltigbaum dienen. Die Ausweisung Wald dient außerdem der Klimaverbesserung und der Naherholung.
Während die Ausweisung auf dem Flurstück 1169 dem Bestand entspricht, muss sie auf Flurstück 1224 noch verwirklicht werden. Auch bei der Verwendung schnellwachsender Gehölze ist hier mit einer Herstellungsdauer von mindestens zwei Jahrzehnten zu rechnen.
Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege:
Für die im Plangebiet vorhandenen dem Baumschutz unterliegenden Bäume gilt die Baumschutzverordnung vom 17. September 1948 (Sammlung des bereinigten hamburgischen Landesrechts I 791-i), zuletzt geändert am 2. Juli 1981 S. 167).
Die Lindenreihen um den ehemaligen Exerzierplatz sind ein erkennbar bleibendes Element der alten Nutzung und werden daher in ihrem Bestand durch die Festsetzung von Erhaltungsgeboten von Einzelbäumen ebenso besonders geschützt, wie die erhaltenswerten Bäume im Eingangsbereich zum neuen Wohngebiet nördlich Sieker Landstraße.
Ein ehemals landwirtschaftlicher Knick durchquert das Wohngebiet zwischen Pahlblöckensredder und der Straße Höltigbaum. Die ökologische Wertigkeit eines Knicks ist im Umfeld von Hausgärten eingeschränkt; allerdings wird ein Erhaltungsgebot für Bäume und Sträucher ausgewiesen, um seine prägende Struktur langfristig zu erhalten. Im Bereich der Kindertagesstätte wird zur Sicherung des Knicks der Ausschluss von Nebenanlagen, Stellplätzen und Garagen festgesetzt.
Für die nach der Planzeichnung zu erhaltende Baumreihe sind bei Abgang Ersatzpflanzungen so vorzunehmen, dass der Charakter und Umfang einer geschlossenen Gehölzpflanzung erhalten bleibt (§ 2 Nummer 23).
Die mit Erhaltungsgebot versehenen Bäume sind fester Bestandteil der Grünplanung, sowohl hinsichtlich ihrer
ökologischen als auch ihrer räumlich-gestalterischen Funktionen für das zukünftige Wohngebiet und daher zahlenmäßig an den jeweiligen Standorten unverzichtbar.
Der landwirtschaftliche Knick im Norden der Wohngebiete erfüllt wichtige Funktionen für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts. Er ist daher in der Planzeichnung als Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft umgrenzt (siehe Nummer 4.18.4).
Begrünungsmaßnahmen:
Für festgesetzte Pflanzungen sind standortgerechte, einheimische Laubbäume und Sträucher zu verwenden.
Großkronige Bäume müssen einen Stammumfang von mindestens 18 cm, kleinkronige Bäume einen Stammumfang von mindestens 14 cm, in 1 m Höhe über dem Erdboden gemessen, aufweisen. Im Kronenbereich jedes Baumes ist eine Vegetationsfläche von mindestens 12 m² anzulegen. Außerhalb von öffentlichen Straßenverkehrsflächen sind Geländeaufhöhungen oder Abgrabungen im Kronenbereich dieser Bäume unzulässig (§ 2 Nummer 18).
Diese Festsetzung dient dem Ziel einer stadtökologisch besonders wirksamen Anreicherung des Naturhaushalts.
Standortgerechte und einheimische Laubgehölze bieten neben ihren sonstigen klimatischen Funktionen einheimischen Tierarten Lebensraum. Zwischen Pflanzen und Tieren besteht in diesem Zusammenhang eine enge Verflechtung, so können sich bestimmte Insektenarten nur auf entsprechenden Pflanzenarten entwickeln. Die Festsetzung dient daher dem Artenschutz. Die Festschreibung von Mindestqualitätsmerkmalen für Ersatz- und Neuanpflanzungen ist erforderlich, um ein ausreichendes Grünvolumen zu erhalten und das Landschaftsbild zu beleben. Für die dauerhafte Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen der Bäume sind mindestens 12 m² unversiegelter Boden erforderlich und Geländeaufhöhungen oder Abgrabungen im Kronenbereich unzulässig.
In den Baugebieten ist für je 500 m² Grundstücksfläche ein großkroniger Baum sowie auf Grundstücken von unter 500 m² Grundstücksfläche ein kleinkroniger Baum zu pflanzen (§ 2 Nummer 19). Als großkronig gelten solche Bäume, die bei normalem Wachstum einen Kronendurchmesser von mindestens 8 m erreichen. Durch diese Festsetzung wird eine Durchgrünung der Wohngebiete sichergestellt. Bestehende Bäume in entsprechender Qualität und Anpflanzungen entsprechend § 2 Nummer 20, 21 und 22 werden angerechnet. Flächen und Bepflanzungen von Stellplatzanlagen werden nicht berücksichtigt.
In den Baufeldern (8), (10), (14), (15), (17), (18), (22) bis (26) sowie (28) bis (30) sind kleinkronige Bäume straßenparallel in den Vorgärten zu pflanzen (§ 2 Nummer 20). Diese Festsetzung erfolgt mit dem Ziel, in den Straßen und Wohnhöfen mit Stellplätzen und Carports in den Vorgärten eine einseitige Verbauung des Straßenraumes zu vermeiden. Durch kleinkronige Bäume erhalten die Vorgärten ein naturbezogenes Gestaltungs- und Gliederungselement, das sich in die Höhenentwicklung zwischen Fahrbahn, Carport und Wohngebäude einfügt. Die Festsetzung bezieht sich überwiegend auf beide Straßenseiten, um ein ausgewogenes Straßenbild zu erreichen.
In den Baufeldern (6), (11) und (13) sind straßenbegleitend großkronige Bäume zu pflanzen (§ 2 Nummer 21). Die Hauptanliegerstraße soll durch die Anordnung von Einzelbäumen im Randbereich in ihrer Funktion als prägendes Haupterschließungselement hervorgehoben werden. Eine Anordnung der Bäume auf der Straßenverkehrsfläche ist in den Abschnitten der Baufelder (6) und (11) an der Ostseite im Hinblick auf das Planungsziel ­ flächen- und kostengünstiges Bauen zu gewährleisten ­ nicht möglich. Aus diesem Grunde sollen die Einzelbäume auf den Wohngebieten unmittelbar an der Straßenbegrenzungslinie angepflanzt werden. Mit dieser Anordnung kann eine zu große Verschattung zwischen den Bauzeilen vermieden werden. An der Ostseite der Baufelder (6) und (11) am Wohnhof sollen die Bäume paarweise an den Zugängen der Wohnwege angeordnet werden, um durch ein besonderes Gestaltungselement die Eingangssituation zu den einzelnen Bauzeilen hervorzuheben. Bei diesen Bäumen soll es sich gleichzeitig um die notwendigen Pflanzungen für die parallel zum Wohnhof angeordneten Stellplätze entsprechend § 2 Nummer 27 handeln.
In den Baufeldern (3), (4), (5) und (12) sind fußwegbegleitend großkronige Bäume zu pflanzen (vgl. § 2 Nummer 22). Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende öffentliche Fuß- und Radweg in der Mitte des neuen Wohnquartiers soll durch Einzelbäume am Rand in seiner zentralen Funktion betont werden. Wegen des geplanten flächen- und kostensparenden Bauens, das sich aus der Notwendigkeit ergibt, die begrenzten Flächenressourcen einer Großstadt zweckmäßig zu nutzen, können die Bäume nicht im Bereich des 4 m breiten Weges angepflanzt werden. Aus diesem Grunde sollen die Bäume in den Wohngebieten unmittelbar an dem öffentlichen Weg angeordnet werden. Durch die Anordnung der Bäume am zentralen Weg und im Südteil der Grundstücke wird die Verschattung der Gebäude in der Hauptwohnrichtung vermieden.
Auf Stellplatzanlagen ist für je vier Stellplätze ein großkroniger Baum zu pflanzen (§ 2 Nummer 27). Die auf ebenerdigen Stellplatzanlagen vorgeschriebene Pflanzung von großkronigen Bäumen ist aus gestalterischen, klimatischen und lufthygienischen Gründen erforderlich. Die Bäume mindern durch Schattenwurf und Verdunstungskälte eine extreme Aufheizung der befestigten Fläche im Sommer und filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft.
Die Außenwände einer Sporthalle in Baufeld (13) sind mit Schling- oder Kletterpflanzen zu begrünen; je 2 m Wandlänge ist mindestens eine Pflanze zu verwenden (§ 2 Nummer 26). Bei einer Realisierung einer Sporthalle ist die Wandbegrünung der baulichen Anlagen städtebaulich erforderlich zur Einbindung in das Reihenhausgebiet und um das Grünvolumen zu erhöhen.
Auf den Gemeinschaftsstellplätzen sind an den Rändern Flächen von 50 cm bzw. 1 m Breite für die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern festgesetzt, um die Stellplätze gegenüber den angrenzenden Wohngebäuden optisch abzuschirmen.
An den Rändern der Baufelder (8), (9) und (15) und der dem Baufeld (9) zugeordneten privaten Grünfläche zur vorhandenen Bebauung außerhalb des Plangebiets ist eine 2 m breite Fläche zum Anpflanzen bzw. zum Anpflanzen und für die Erhaltung von Bäumen und Sträuchern zur optischen Abschirmung festgesetzt.
4.18.3 Schutz des Bodens und des Wassers:
Auf den privaten Grundstücksflächen sind mit Ausnahme der mit Gemeinschaftsstellplätzen festgesetzten Wohngebiete Fahr- und Gehwege sowie Stellplätze in wasser- und luftdurchlässigem Aufbau herzustellen (§ 2 Nummer 24).
Im Plangebiet soll eine Verminderung der Bodenversiegelung über wasser- und luftdurchlässige Wegebauweisen erreicht werden. Diese Maßnahme trägt zu einem verminderten Oberflächenabfluss und zu einer Grundwasseranreicherung bei. Um den Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sind Fahr- und Gehwege sowie Stellplätze, mit Ausnahme von Gemeinschaftsstellplätzen, in wasser- und luftdurchlässiger Bauweise herzustellen. Die Befestigung und Versiegelung von Flächen im Bereich der Erschließungswege und befestigten Stellplätze verhindert die Versickerung von Regenwasser, verringert die natürliche Verdunstung, verschlechtert die Wasserversorgung von Bäumen und Sträuchern und zerstört Lebensraum für Tiere und Pflanzen an der Erdoberfläche und im Boden. Die Folgen sind hoher und schneller Abfluss in die Kanalisation, Hochwasserereignisse, Senkung des Grundwasserspiegels, Verschlechterung des Kleinklimas und Verödung von Stadträumen. Die Wasser- und Luftdurchlässigkeit des Bodens wesentlich mindernde Befestigungen wie Betonunterbau, Fugenverguss, Betonierung oder Asphaltierung sollen daher nicht verwendet werden.
Bauliche und technische Maßnahmen, die zu einer dauerhaften Absenkung des vegetationsverfügbaren Grundwasserspiegels bzw. zu Staunässe führen, sind unzulässig (§ 2 Nummer 25). Diese Festsetzung dient dazu, den wertvollen Baumbestand zu erhalten und nicht durch Grundwasserabsenkungen infolge der Baumaßnahmen zu beeinträchtigen. Kurzzeitige Grundwasserabsenkungen während der Bauphase müssen durch ausreichende Bewässerung des Baumbestandes ausgeglichen werden.
4.18.4 Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft
Auf den mit P1 bezeichneten Flächen beiderseits des Neurahlstedter Grabens sowie der Gräben 1 und 2 soll das Gewässersystem des Neurahlstedter Grabens, das bisher technisch verbaut ist, renaturiert werden. Damit wird einerseits ein Ausgleich für den verlorenen Lebensraum wildlebender Tiere und Pflanzenarten in den Baugebieten geschaffen, andererseits der landschaftliche Reiz dieser Niederung als Naherholungsgebiet erhöht.
Um ausreichend Fläche für den Bau naturnaher Mäander und Uferböschungen zu haben, wird ein etwa 30 m breiter Streifen als Maßnahmenfläche ausgewiesen. Die Umgestaltung der Gewässer bedarf eines gesonderten wasserrechtlichen Verfahrens.
Den mit Z1 bezeichneten Wohngebieten auf den Flurstücken 1169 (teilweise) und 1224 (teilweise) werden diese Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft für Ausgleichsmaßnahmen zugeordnet. Die Zuordnung ist Voraussetzung dafür, dass die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen auf die Vorhabenträger bzw. Eigentümer umgelegt werden können.
Auf der mit P2 bezeichneten Fläche ist an der nordwestlichen Grenze des Flurstücks 1224 die Entwicklung eines Knicks mit Hochstaudensaum einschließlich Pflegemaßnahmen festgesetzt. Der dortige Knick prägt das Landschaftsbild und markiert die Grenze zwischen Wohnbaugebiet und der Niederung am Neurahlstedter Graben. Insofern wirkt er als Puffer. Darüber hinaus erfüllt er wichtige Funktionen für den Biotop- und Artenschutz. Zur Umsetzung dieser Festsetzung soll er unter Erhaltung von Einzelbäumen, sogenannten Überhältern, alle 8 bis 15 Jahre auf den Stock gesetzt werden (knicken). Der Abstand der Überhälter soll 20 m bis 40 m betragen. Lücken in der Bepflanzung sollen mit einheimischen, standortgerechten Sträuchern geschlossen werden. Ein Schutzstreifen von mindestens 5 m Breite beiderseits des Knickfußes soll von jeglicher Bebauung und Versiegelung freigehalten werden. Die Ausweisung ist für den langfristigen Erhalt des Knicks erforderlich, da die Bestimmungen der Baumschutzverordnung in dieser Hinsicht nicht genügen. Der festgesetzte Schutzstreifen dient der Optimierung des Schutzes als Lebensraum. Zur Vermeidung von Störungen durch Anwohner ist die Fläche abzuzäunen.
Den mit Z2 bezeichneten Wohngebieten auf den Flurstücken 1169 (teilweise) und 1224 (teilweise) werden diese Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft für Ausgleichsmaßnahmen zugeordnet.
Auf der mit P3 bezeichneten Teilfläche östlich der Straße Pahlblöckensredder sollen in Verbindung mit der für das Plangebiet notwendigen offenen Oberflächenentwässerung Weichholzauen entstehen. Diese Weichholzvegetation entspricht der natürlichen Entwicklung offener Gräben und Flüsse in der norddeutschen Tiefebene.
Sie ist Lebensraum für speziell an diese Pflanzengesellschaften angepasste Tier- und Pflanzenarten.
Den mit Z3 bezeichneten Wohngebieten auf den Flurstücken 1224, 1169 (teilweise), 54 (teilweise), 1390 (teilweise), 1389 (teilweise) der Gemarkung Neurahlstedt wird die Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft für Ausgleichsmaßnahmen zugeordnet.
5. Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft:
Durch die Bebauung auf dem ehemaligen Kasernengelände und den nördlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen wird die Niederung des Neurahlstedter Grabens erheblich eingeengt. Damit wird ihre Funktion als Erholungslandschaft beeinträchtigt. Wegebeziehungen werden dadurch nicht gestört. Dagegen beinhaltet der Plan die Ergänzung des Wegenetzes um die fehlende Radwegverbindung zum Eichberg und zur Sieker Landstraße über Waterblöcken und zwischen Pahlblöckensredder und der Unterführung Höltigbaum.
Beeinträchtigungen des Bodens sowie der Pflanzen- und Tierwelt sind im Bereich dieser Baugebiete nicht vermeidbar. Der Boden wird in Bereichen von Bebauung und Versiegelung vernichtet und denaturiert; damit werden seine Filter-, Puffer- und Lebensraumfunktionen zerstört. Diese Beeinträchtigungen werden gemindert durch die Festsetzung weitgehend wasser- und luftdurchlässiger Befestigungen von Stellplatzanlagen und Zufahrten und ausgeglichen durch die Renaturierung landwirtschaftlicher Böden in Uferbereichen des Neurahlstedter Grabens.
Der Verlust von Lebensraum für viele wildlebende Pflanzen- und Tierarten wird gemindert durch qualitativ hochwertige Begrünungsfestsetzungen im Baugebiet.
Ein Ausgleich verbleibender Beeinträchtigungen erfolgt durch die Renaturierung des Neurahlstedter Grabens, mit der eine Vervielfachung aquatischer Lebensräume erreicht wird. Des Weiteren erfolgt ein Ausgleich durch die Entwicklung von Weichholzauenbereichen und die Entwicklung eines Knicks mit Hochstaudensaum.
Durch die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes in der Mitte und im Süden des neuen Wohngebiets wird eine nachhaltige Beeinträchtigung von Natur und Landschaft ausgelöst. Die Beeinträchtigung auf den ehemals landwirtschaftlich genutzten und unversiegelten Flächen im Norden des neuen Wohngebiets (Baufelder (17) bis (30)) ist dagegen deutlich höher. Dementsprechend werden den Baufeldern (17) bis (30) alle drei Ausgleichsmaßnahmen und den übrigen Baufeldern nur eine Ausgleichsmaßnahme zugeordnet.
Die prägenden Gehölze wurden in der Planung soweit berücksichtigt, dass sie zum überwiegenden Teil erhalten werden. Grünfestsetzungen des Bebauungsplans gewährleisten eine qualitativ hochwertige Begrünung der Baugebiete. Das Landschaftsbild wird durch Rückbau der großen Betonflächen und der technischen Bereiche aufgewertet.
Die verbleibenden Beeinträchtigungen werden durch die festgesetzten Maßnahmen fast vollständig ausgeglichen.
Durch die Nutzung des Kasernengeländes kann eine Vielzahl von Wohnungen geschaffen werden, ohne sehr intensiv in Natur und Landschaft einzugreifen.
Der Flächenbedarf der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen wird in einem wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren nach § 31 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes in der Fassung vom 12. November 1996 (BGBl. I S. 1696), zuletzt geändert am 9. September 2001 (BGBl. I S. 2331, 2334), in Verbindung mit § 48 des Hamburgischen Wassergesetzes vom 20. Juni 1960 S. 335), zuletzt geändert am 18. Juli 2001 S. 251, 256), verbindlich festgesetzt. Anstelle eines Planfeststellungsbeschlusses kann nach § 31 Absatz 3 des Wasserhaushaltsgesetzes für einen nicht UVP-pflichtigen Gewässerausbau eine Plangenehmigung treten.
7. Flächen- und Kostenangaben:
Das Plangebiet ist etwa 300 000 m² groß. Hiervon entfallen auf Straßenverkehrsflächen etwa 39 650 m², (davon neu etwa 35 170 m²), auf öffentliche Grünflächen etwa 51 320 m² (Bolzplatz etwa 1800 m², Parkanlagen etwa 45 760 m² davon neu etwa 1760 m²) und zwei Kinderspielplätze neu etwa 3760 m². Auf Flächen für den Gemeinbedarf entfallen etwa 5300 m² (Kindertagesstätte etwa 2300 m², Jugendclub etwa 3000 m²) und auf Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft neu etwa 33 660 m². Auf Wasserflächen entfallen etwa 12 060 m², auf Flächen für Wald etwa 6400 m², (davon neu etwa 3380 m²) und auf Flächen für die Wasserwirtschaft etwa 680 m².
Kostenangaben:
Für die Realisierung des Bebauungsplans müssen etwa 35 170 m² für den Straßenbau, etwa 5520 m² für öffentliche Grünflächen und 5300 m² für den Gemeinbedarf durch die Freie und Hansestadt Hamburg erworben werden.
Weitere Kosten werden durch Straßen- und Sielbaumaßnahmen, durch die Herrichtung der Oberflächenentwässerung, der Spielplätze und des Bolzplatzes, durch den Wegebau innerhalb der öffentlichen Grünflächen und deren Ausgestaltung, der Anpflanzung des Waldes sowie die Errichtung einer Kindertagesstätte und eines Jugendclubs entstehen.
8. Maßnahmen zur Verwirklichung Enteignungen können nach den Vorschriften des Fünften Teils des Ersten Kapitels des Baugesetzbuchs durchgeführt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.