Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/178196,0.html
Timestamp: 2019-10-16 18:13:29
Document Index: 347703758

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 280', 'BGH', '§ 280', '§ 280', '§ 280', '§ 280', '§ 823', '§ 823', '§ 826']

HA ZivR 1.semester europa-uni frankfurt(O)/ Prof.Littbarski
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juwelzbabe
Verfasst am: 26 Feb 2008 - 20:35:32 Titel: HA ZivR 1.semester europa-uni frankfurt(O)/ Prof.Littbarski
hallo, vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen... (vielleicht stell ich mich auch einfach nur zu blöd an *schnief*)
mir fällt es grad irgendwie schwer eine vernünftige anspruchsgrundlage für folgenden fall zu finden...ich geb ihn mal grob mit meinen eigenen worten wieder:
Student A hat von seinem Onkel 100.000 euro geerbt, welche er anlegen will.Er geht zu seiner Hausbank B und einigt sich mit Mitarbeiter M auf den hauseigenen Aktienfond,wo er für 20.000 euro Anteile erwirbt.
Des weiteren sollen weitere 30.000 euro in eine festverzinsliche Anleihe des Unternehmens "new economy ag" investiert werden.
M hat gegenüber dem A die Sicherheit dieser Anleihe hervorgehoben und dass so gut wie kein Risiko besteht.
A schließt also beides ab.
Tags darauf redet A mit F, einem selbständigen Handelsvertreter der L "Ludwig Vermögensberatung gmbh".Für die Vermittlung der Anlageprodukte erhält F von L eine Provision.
F bietet dem A an, Anteile eines geschlossenen Immobilienfonds zu erwerben. F versichert ihm Seriösität und Sicherheit dieser Geldanlage. A ist überzeugt und legt auch die restlichen 50.000 euro an!
In der folgenden Zeit brechen stürmische Zeiten auf den Finanzmärkten an. A geht zu B,weil er etwas unsicher geworden ist und der Wert der Anteile sich vermindert hat. B rät vom Verkauf der Anteile explizit ab!
Auch hinsichtlich der Anleihe der "new economy ag" sieht es schlecht aus, denn die Buchführung entsprach nicht der eines ordentlichen Kaufmanns. Die AG befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten und muss Antrag auf Eröffnung eines Insolvensverfahrens stellen.Die Rückzahlung der Anleihe i.H.v. 30.000 euro kann er nicht mehr erwarten.
Schließlich handelt es sich auch bei dem vom F empfohlenen Immobilienfonds um nen Missgriff. Von dem gesamten Geld sind niemals Immobilien gekauft worden.Hinter dem Fonds standen nur betrügerische Machenschaften.Als dies rauskommt wird der Geschäftsführer der L-Gmbh verhaftet und die L-Gmbh geht in Insolvenz.A sieht auch hier das Geld nicht wieder!
A sieht nicht ein,warum er auf dem Verlust sitzen bleiben soll und will die Vermögenseinbußen von B und F ersetzt haben.
Hat A Ansprüche gegen B und F? (Ansprüche aus dem Wertpapierhandelsgesetz bleiben unberücksichtigt!)
ich weiß nun nicht wie ich genau anfangen soll...ob schadensersatzansprüche, ungerechtfertigte bereicherung oder unerlaubte handlungen.
ein fall in der art wurde auch nicht in den übungen behandelt.
würde mich freuen über nen kleinen denkanstoß,wie ich den fall am besten angehe!
Zuletzt bearbeitet von juwelzbabe am 02 März 2008 - 23:08:35, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 26 Feb 2008 - 23:00:08 Titel:
Bitte auch noch Uni und Prof im Titel nennen, siehe Forenregeln.
Verfasst am: 02 März 2008 - 23:11:10 Titel:
ok sorry...hmm,jemand ne idee wie ich am besten anfange?
Verfasst am: 03 März 2008 - 22:51:03 Titel:
Also ich bin heut fertig gewurden, ich nenne dir mal die Ansprüche und 1,2 Stichpunkte zu den Ansprüchen, die ich geprüft habe:
A. Schadensersatzansprüche des A gegen B
I. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I, 241 II (Rechtskauf)
- Rechtskauf kommt zu stande
- Die Risikobewertung ist nicht Gegenstand der nebenpflicht der Aufklärung
also (-)
II. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I, 241 II (allg.Bankvertrag)
- Es ist umstritten, ob es einen allg. BV überhaupt gigt, der BGH hat dies beneint, also (-)
III. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I, 241 II (Anlageberatung)
Ein Anlageberatungsvertrag kommt stillschweigend zu Stande, vgl. 611 I, 675 I
Pflichverletzung liegt vor
also (+)
IV. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I, 241 II (Anlageberatung)
Vertrag +, Pflichtverletzung -, also -
B. Schadensersatzansprüche des A gegen F
I. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I, 241 II (Anlagevermittlung)
Vertrag +, PflichtV +
II. Schadensersatzanspruch gemäß §§ 280 I 1, 241 II, 311 II cic
Schuldverh. +, Pflichtverletzung +
III. Schadenersatzanspruch aus § 823 I
Vermögen nicht darunter subsumierbar, also (-)
IV Schadenersatzanspruch aus § 823 II
Es gibt auch keine Schutzgesetze, außer das WpHG, aber daraus sollen wir ja keine Ansprüche herholen, also -
V. Schadensersatzanspruch aus § 826
Sittenwidrig + aber Vorsatz -
Ich hab dir nur ganz grobe Stichpunkte gegeben und natürlich musst du dich erstmal mit den Aufbau von Schadensersatz beschäftigen, ich habe bewusst nur die Hauptüberschriften aufgeschrieben, da du ja auch selbst etwas tun musst.
Verfasst am: 04 März 2008 - 14:50:14 Titel:
freu mich,dass es hier noch wen gibt,der sich auch damit quälen muss ,bzw da du ja schon fertig bist,musste!
ich danke dir sehr für die hilfe,hat mich in einigen sachen auch bei meiner ausarbeitung bestätigt!dann bin ich ja doch nicht so blöd
nun kann ich auch die zivilrechtHA zu nem ende bringen...ich fand sie ganz schön hart!
da war die Strafrecht HA um einiges angenehmer!
dann wünsch ich dir viel glück und erfolg,dass du die HA mit nem guten ergebnis bestehst
ick werd mal wieder reinhaun...