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Timestamp: 2016-10-27 05:08:07
Document Index: 351563332

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE']

8C_555/2013 (18.12.2013)
8C_555/2013 {T�0/2} � � Urteil vom 18. Dezember 2013
Helsana Unfall AG, Recht, 8081 Z�rich Helsana,
Der 1962 geborene Z.________ ist seit 1981 bei der A.________ als Kundenberater t�tig und bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend Helsana) obligatorisch unfallversichert. Am 6. Dezember 2009 verdrehte er sich beim Beachvolleyball das linke Knie. Die Helsana erbrachte Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung; zun�chst bestand keine Arbeitsunf�higkeit. Am 10. August 2010 meldete die Arbeitgeberin der Helsana einen R�ckfall ab 2. August 2010. In der Folge kam Letztere f�r die Heilbehandlung und das Taggeld auf. Am 3. M�rz 2011 wurde der Versicherte in der Klinik X.________ am linken Knie operiert (arthroskopische Gelenktoilette, Knorpelgl�ttung, Plicaresektion); die Operationsdiagnose lautete Chondrose III. Grades Femur trochlea Knie links und Plica infrapatellaris. Mit Verf�gung vom 10. M�rz 2011 stellte die Helsana ihre Leistungen per Ende Dezember 2010 ein, woran sie mit Einspracheentscheid vom 24. November 2011 festhielt; zur Begr�ndung f�hrte sie aus, die Kniebeschwerden links seien nicht mehr �berwiegend wahrscheinlich unfallkausal.
Dagegen f�hrte der Versicherte beim Kantonsgericht Basel-Landschaft Beschwerde. Dieses holte ein Gutachten des Prof. Dr. med. H.________, Chefarzt, und des Dr. med. F.________, Oberarzt, Orthop�die und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital L.________, vom 13. Dezember 2012 mit Erg�nzung vom 25. April 2013 ein. In Gutheissung der Beschwerde hob die Vorinstanz den Einspracheentscheid sowie die Verf�gung der Helsana auf und verpflichtete diese, dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen �ber den 31. Dezember hinaus bis auf Weiteres zu erbringen (Entscheid vom 23. Mai 2013).
Mit Beschwerde beantragt die Helsana, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei festzustellen, dass sie dem Versicherten �ber den 31. Dezember 2010 hinaus keine gesetzlichen Leistungen schulde; eventuell sie die Sache zur Neubeurteilung und Anordnung eines neuen Gerichtsgutachtens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Trotzdem pr�ft es - vorbeh�ltlich offensichtlicher Fehler - nur die in seinem Verfahren geltend gemachten Rechtswidrigkeiten (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und E. 9.5 S. 125), den Wegfall unfallbedingter Ursachen eines Gesundheitsschadens bei Erreichen des Status quo sine vel ante und die damit verbundene Beweislast (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2 [8C_901/2009]) sowie den im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125) richtig dargelegt. Gleiches gilt betreffend den Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) und den Beweiswert von Arztberichten bzw. medizinischen Gerichtsgutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471). Darauf wird verwiesen.
3.1.�Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerden des Versicherten am linken Knie auch nach dem 31. Dezember 2010 nat�rlich-kausal auf den Unfall vom 6. Dezember 2009 zur�ckzuf�hren sind. Die Vorinstanz bejahte diese Frage, wobei sie das von ihr angeordnete Gutachten des Prof. Dr. med. H.________ und des Dr. med. F.________ vom 13. Dezember 2012/25. April 2013 als zuverl�ssige Beurteilungsgrundlage ansah.
Die Gerichtsgutachter zogen eine Ganzbeinaufnahme und R�ntgenbilder des linken Knies a.p./seitlich sowie der Patella axial vom 30. November 2012 bei. Sie stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit: Status nach Distorsion Kniegelenk links am 6. Dezember 2009 mit posttraumatischem Bone bruise mediale Femurkondyle; Guillain-Barr�-Syndrom (ED 12/2011). Zur Frage nach der Urs�chlichkeit des Unfalls vom 6. Dezember 2009 f�hrten sie aus, davor berichte der Versicherte �ber keinerlei Probleme mit dem linken Kniegelenk. Auch bei st�rkeren sportlichen Belastungen sei er v�llig beschwerdefrei gewesen. Er gebe auch kein vorausgegangenes Trauma an. Aus diesen Gr�nden k�nne, trotz eines im MRI beschriebenen osteochondralen Defekts an der Femurcondyle, nicht von einem degenerativen Vorzustand ausgegangen werden. Somit sei der Unfall vom 6. Dezember 2009 als alleinige Ursache f�r die nachher aufgetretenen Probleme zu sehen. In der Erg�nzung vom 25. April 2013 legten die Gutachter dar, im Operationsbericht vom 3. M�rz 2011 seien degenerative Ver�nderungen im Kniegelenk in Sinne einer Chondrose III. Grades im Bereich der medialen Femurtrochlea beschrieben. Diese entspr�chen in etwa den im MRI vom 18. August 2010 beschriebenen Ver�nderungen. Diese seien durch das Trauma alleine nicht erkl�rbar. Es handle sich somit zumindest zum Teil auch um degenerative Ver�nderungen. Da der Versicherte, wie im Hauptgutachten erl�utert, vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei, seien diese degenerativen Ver�nderungen jedoch zu vernachl�ssigen. Mit dem Trauma vom 6. Dezember 2009 bestehe eine richtungsweisende Verschlechterung der Situation am Knie. Die im Operationsbericht beschriebene Plica mediopatellaris sei mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbestehend. Im Rahmen einer Knieverletzung k�nne es zu einer Traumatisierung dieser Plica kommen, die dann symptomatisch werden k�nne. Aus oben genannten Gr�nden k�nnten aus dem Operationsbericht keine f�r den Verlauf relevanten degenerativen Ver�nderungen identifiziert werden.
3.2.�Das Gerichtsgutachten ist bereits deshalb nicht �berzeugend, weil die Gutachter am 13. Dezember 2012 trotz Kenntnis des Operationsberichts vom 3. M�rz 2011 einen degenerativen Vorzustand ausschlossen; erst am 25. April 2012 r�umten sie ein, dass aufgrund dieses Berichts zum Teil auch degenerative Ver�nderungen im Sinne einer Chondrose vorl�gen.
Zudem wendet die Helsana zu Recht ein, dass die Argumentation der Gutachter auf einen unzul�ssigen "post hoc, ergo propter hoc"-Schluss hinausl�uft, soweit sie die Beschwerdefreiheit des Versicherten vor dem Unfall vom 6. Dezember 2009 betonen (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 40 E. 3.2 [8C_626/2009]). Weiter sind ihre Ausf�hrungen, es k�nne im Rahmen des Traumas vom 6. Dezember 2009 zu einer Traumatisierung der vorbestehenden Plica mediopatellaris kommen, die dann symptomatisch werden k�nne, zu vage, um daraus auf eine �berwiegend wahrscheinliche Unfallkausalit�t schliessen zu k�nnen (vgl. auch Urteil 8C_838/2011 vom 20. M�rz 2012 E. 4.3.2).
Die Helsana beruft sich auf die Aktenstellungnahmen ihrer beratenden �rzte Dr. med. R.________, Facharzt f�r Innere Medizin FMH, vom 20. Oktober 2010 und Prof. Dr. med. E.________, Facharzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, vom 17. Februar 2011. Dr. med. R.________ ging im Gegensatz zum Gerichtsgutachten davon aus, aufgrund des Unfalls vom 6. Dezember 2009 bestehe �berwiegend wahrscheinlich bloss eine vor�bergehende Verschlimmerung der im MRI vom 18. August 2010 im linken Knie gefundenen, eher vorbestehenden retropatell�ren Knorpelsch�digung, wobei der Status quo ante oder sine noch nicht erreicht sei. Auch Prof Dr. med. E.________ postulierte lediglich eine vor�bergehende Verschlimmerung des Knieschadens links durch diesen Unfall, wobei der Status quo sine sp�testens Ende Dezember 2010 erreicht worden sei. Zur Begr�ndung f�hrte er aus, im MRI vom 18. Januar 2010 seien ausser einem Bone bruise an der medialen/ventralen Femurkondyle keine eigentlichen L�sionen nachgewiesen worden, die zweifelsfrei traumatischen Ursprungs gewesen w�ren. Dagegen werde von offensichtlich degenerativ bedingten, subchondralen, zystischen Signalalterationen in der ventralen/medialen Femurkondyle gesprochen. Der Knorpelansatz sei dort als deutlich reduziert interpretiert worden. Die Menisci zeigten degenerative Ver�nderungen. Aus dieser Befundung lasse sich kein traumatisch gesetzter Kniegelenksschaden erkennen, der zu sp�teren Heilbehandlungen ("Gelenkstoilette") f�hren m�sste. Die Helsana r�gt zu Recht, dass sich die Gerichtsgutachter mit diesen Aktenstellungnahmen (zu deren Beweiswert siehe SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 7.2 [8C_239/2008]; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d) nicht auseinandergesetzt haben; sie haben sie nicht einmal erw�hnt (vgl. auch SVR 2013 IV Nr. 40 S. 119 E. 5.3 [8C_231/2013]).
Nach dem Gesagten ist das Gerichtsgutachten vom 13. Dezember 2012/25. April 2013 nicht �berzeugend und die Aktenlage weiterhin unklar. Die Sache kann nicht durch freie Beweisw�rdigung zu Gunsten der einen oder anderen fachlichen Betrachtungsweise entschieden werden. Entgegen der Vorinstanz kann nicht im Sinne antizipierter Beweisw�rdigung (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236) gesagt werden, von einer zus�tzlichen, nachvollziehbar und schl�ssig begr�ndeten medizinischen Beurteilung seien keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. Sie hat daher ein medizinisches Obergutachten zur Kl�rung der Kausalit�t der Knieproblematik links anzuordnen und danach �ber die Beschwerde neu zu entscheiden.
3.3.�Unter diesen Umst�nden kann offen bleiben, ob die Vorinstanz - wie die Helsana vorbringt - die Begr�ndungspflicht und damit ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88) verletzt hat.
Der unterliegende Versicherte tr�gt die Verfahrenkosten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 137 V 210 E. 7.1 S. 271).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 23. Mai 2013 aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.