Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201970,%20606
Timestamp: 2019-12-06 22:35:26
Document Index: 51033605

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 97', '§ 69', '§ 97', '§ 69', '§ 38', '§ 41', '§ 4', 'Art. 20']

Rechtsprechung: BStBl II 1970, 606 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 08.05.1970
BFH, 12.05.1970 - VII R 34/68
https://dejure.org/1970,1029
BFH, 12.05.1970 - VII R 34/68 (https://dejure.org/1970,1029)
BFH, Entscheidung vom 12.05.1970 - VII R 34/68 (https://dejure.org/1970,1029)
BFH, Entscheidung vom 12. Mai 1970 - VII R 34/68 (https://dejure.org/1970,1029)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,1029) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verjährungsfrist - Haftungsbescheid - Steuerschuldner - Falsche rechtliche Bezeichnung - Haftung
BFHE 99, 178
BStBl II 1970, 606
BFH, 19.10.1976 - VII R 63/73
Bescheid einer Finanzbehörde - Geltendmachung eines Steueranspruchs - …
Die Frage, ob durch den Bescheid einer Finanzbehörde ein Steueranspruch oder ein Haftungsanspruch geltend gemacht wird, ist nur nach dem Willen zu entscheiden, den die Finanzbehörde unter Berücksichtigung der Umstände durch den Bescheid selbst bekundet hat (Abkehr von dem Urteil vom 12. Mai 1970 VII R 34/68, BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606).
Das Gericht folge hierin dem Urteil des BFH vom 12. Mai 1970 VII R 34/68 (BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606).
Demgegenüber gehe die Bezugnahme auf das BHF-Urteil VII R 34/68 fehl, denn eine Umdeutung des ergangenen Haftungsbescheides verbiete sich schon deshalb, weil ein Steuerbescheid vorausgegangen sei und das HZA nach Rücknahme desselben die Inanspruchnahme als Haftungsschuldner ausdrücklich gewollt habe.
Diese Frage sei mit der BFH-Entscheidung VII R 34/68 zu verneinen.
In dem der FG-Entscheidung zugrunde gelegten Urteil VII R 34/68 hat der erkennende Senat in einem Verwaltungsakt, den das HZA gegen die Steuerschuldnerin nach der Zurücknahme eines an sie gerichteten Steuerbescheides als "Haftungsbescheid" erlassen hatte, einen Steuerbescheid gesehen.
Der erkennende Senat hält damit an seiner bereits im Urteil VII R 34/68 vertretenen Auffassung fest, daß ein Steuerpflichtiger, der eine Abgabe als Steuerschuldner zu entrichten hat, für diese selbe Abgabe nicht zugleich auf Grund des § 111 Abs. 1 AO haften kann.
Denn für diesen ist die Steuerschuld eine ihm fremde Schuld, für die er nur subsidiär einstehen muß (vgl. Senatsurteile vom 12. Mai 1970 VII R 34/68, BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606; vom 19. Oktober 1976 VII R 63/73, BFHE 120, 329, BStBl II 1977, 255, 256; vom 15. April 1987 VII R 160/83, BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167, 168, …und vom 14. Dezember 1988 VII R 107/86, BFH/NV 1989, 549, 550), und er nimmt die Tätigkeiten zur Erfüllung steuerlicher Pflichten als Vertreter (des Steuerschuldners) wahr.
Daher sei es ausgeschlossen, dass jemand für eine eigene Schuld hafte (BFH, Urt. v. 12.05.1970, VII R 34/68, BStBl II 1970, 606, BFHE 99, 178, 180 = juris Rn. 10, zu § 111 RAO;… Urt. v. 19.10.1976, VII R 63/73, BFHE 120, 329, 332 f. = juris Rn. 13 f., zu § 111 RAO;… Urt. v. 15.04.1987, VII R 160/83, BFHE 149, 505, 506 = juris Rn. 6;… Urt. v. 14.12.1988, VII R 107/86, BFH/NV 1989, 549, 550 = juris Rn. 10;… BFH, Beschl. v. 11.07.2001, VII R 29/99, HFR 2002, 277, juris Rn. 11;… im Anschluss hieran BFH, Urt. v. 07.03.2006, X R 8/05, BFHE 212, 398, 404 = juris Rn. 27;… a. A. noch BFH, Urt. v. 30.11.1951, II z 148/51 U, BFHE 56, 39, 42 = juris Rn. 11, zu § 111 AO).
Zur Begründung (BT-Drs. VI/1982, S. 119) wird ausdrücklich Bezug genommen auf die Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 12.05.1970 (VII R 34/68, BStBl. II 1970, 606), in der er für § 111 RAO - in Abkehr von einer früheren Entscheidung aus dem Jahr 1951 (siehe oben) - gestützt auf § 97 Abs. 2 AO die Exklusivitätsthese von Schuld und Haftung aufgestellt hatte.
BFH, 15.04.1987 - VII R 160/83
Ein GmbH-Geschäftsführer haftet auch für seine eigene von der GmbH nicht …
Wegen dieser Besonderheit ergebe sich aus den vom FG angeführten Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Mai 1970 VII R 34/68 (BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606) und vom 19. Oktober 1976 VII R 63/73 (BFHE 120, 329, BStBl II 1977, 255) nichts Gegenteiliges.
Denn die Stellung als Steuerschuldner ist mit der eines Fremdhaftenden begrifflich unvereinbar (vgl. die Urteile des Senats in BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606, und in BFHE 120, 329, BStBl II 1977, 255;… ferner Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 12. Aufl., Tz. 3 vor § 69 AO 1977, m.w.N.).
Dieser Grundsatz gilt jedoch, wie der Senat in seinen Entscheidungen in BFHE 99, 178, BStBl II 1970, 606 und in BFHE 120, 329, 333, BStBl II 1977, 255, 257 unter Hinweis auf § 97 Abs. 1 AO ausgeführt hat, nur dann, wenn derjenige, der als Haftungsschuldner in Anspruch genommen werden soll, diese selbe Abgabe als Steuerschuldner "zu entrichten hat".
FG Hamburg, 23.05.2002 - II 314/01
Geschäftsführer-Haftung:
Denn die Stellung als Steuerschuldner ist mit der eines Fremdhaftenden begrifflich unvereinbar (vgl. die Urteile des BFH vom 12. Mai 1970, Az: VII R 34/68, BStBl II 1970, 606 , und vom 9. Oktober 1976 Az: VII R 63/73, BStBl II 1977, 255 ; ferner Tipke/Kruse, AO - FGO , 12.Aufl., Tz.3 vor § 69 AO 1977 , m.w.N.).
Nach § 38 Abs. 3 i.V.m. § 41a Abs. 1 Nr. 2 EStG hat aber nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber dessen Lohnsteuer einzubehalten und an das FA abzuführen (BFH in BStBl II 1970, 606 und in BStBl II 1977, 255, 257).
BFH, 27.10.1983 - V R 104/77
NV: Die steuerrechtlichen Wirkungen einer Hinterziehungshandlung, die ein Vertreter bei Ausübung seiner Obliegenheiten vornimmt, treffen den Vertretenen wie diejenigen einer eigenen Handlung (vgl. BFH-Urteil vom 12.5.1970 VII R 34/68).
BFH, 08.05.1970 - VII R 52/67
https://dejure.org/1970,1020
BFH, 08.05.1970 - VII R 52/67 (https://dejure.org/1970,1020)
BFH, Entscheidung vom 08.05.1970 - VII R 52/67 (https://dejure.org/1970,1020)
BFH, Entscheidung vom 08. Mai 1970 - VII R 52/67 (https://dejure.org/1970,1020)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,1020) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Auslegung des Begriffs "Ausfuhr" nach § 4 Abs. 2 Nr. 3 des Aussenwirtschaftsgesetzes durch den nationalen Gesetzgeber
BFHE 99, 281
Der Übernahmevertrag als begünstigender Verwaltungsakt mit privatrechtsgestaltender Wirkung war nicht frei widerruflich, sondern konnte nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zurückgenommen werden (vgl. BFHE 99, 281).
BFH, 15.12.1970 - VII R 98/68
Der Vorlagebeschluß des Senats steht nicht in Widerspruch zu seinem Urteil VII R 52/67 vom 8. Mai 1970 (Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 99 S. 281, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1970 S. 428), weil in diesem Urteil im Ergebnis nur darüber entschieden wurde, ob der nationale Gesetzgeber den Begriff "Ausfuhr" im Sinne des Art. 20 Abs. 2 VO ( EWG ) 19/62 festzulegen berechtigt war.
BFH, 31.10.1972 - VII B 134/70
Einfuhrstellen - Vorratsstellen - Finanzbehörden - Rechtsverfolgung - …
Das hat der erkennende Senat in seinem Urteil VII R 52/67 vom 8. Mai 1970 (Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 99 S. 281 - BFH 99, 281 -) entschieden.