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Timestamp: 2020-04-04 16:05:27
Document Index: 317063046

Matched Legal Cases: ['§959', '§958', '§677', '§683', '§689', '§965']

zugelaufener Kater 1 im Forum für Tierrecht/ Tierkaufrecht/ Haftung
zugelaufener Kater 1
sosnrt
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Beitrag von sosnrt » 21.11.14, 11:29
Im Sommer 2010 ist mir ein Kater zugelaufen. Dieser trieb sich mehrere Wochen in unserem Garten rum und war offensichtlich verwahrlost und abgemagert. Ich habe das Tier dann zunächst draußen gefüttert und irgendwann kam er ins Haus. Der Kater trug kein Halsband und hatte seinerzeit keinen Chip. Ich verblieb mit dem örtlichen Tierheim so, dass ich das Tier behalte, das Tierheim aber meine Kontaktdaten weitergibt, sofern dort nach einem Kater gefragt wird, dessen Beschreibung auf diesen zutrifft. Hierzu habe ich auch seinerzeit aktuelle Bilder des Tieres abgegeben.
Nun lebt der Kater seit 4 1/2 Jahren bei uns. Er wurde zwischenzeitlich kastriert (da wir bereits Katzen hatten), gechipt und es wurde eine Operation durchgeführt ohne die er laut Tierarzt vermutlich gestorben wäre.
Wie würde sich die Situation darstellen, wenn jetzt jemand käme und angeben würde, dieser Kater wäre seiner? Dies ist zwar bisher nicht passiert und ich halte es aufgrund der vergangenen Zeit für recht unwahrscheinlich aber trotzdem wäre es interessant zu erfahren wie sich die Rechtslage darstellt.
Beitrag von webelch » 21.11.14, 11:33
Nach so langer Zeit würde ich auf
§959 BGB hat geschrieben: Eine bewegliche Sache wird herrenlos, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt.
abstellen. Und wohl richtigerweise vermuten, dass
§958 Absatz 1 BGB hat geschrieben: Wer eine herrenlose bewegliche Sache in Eigenbesitz nimmt, erwirbt das Eigentum an der Sache.
Sollte der ursprüngliche Eigentümer sich der Meinung nicht anschliessen wollen, könnte man ihn mit der Erstattungsfähigkeit der in den letzten vier Jahren angefallenen Kosten sicher überzeugen, denn
§677 BGB hat geschrieben: Wer ein Geschäft für einen anderen besorgt, ohne von ihm beauftragt oder ihm gegenüber sonst dazu berechtigt zu sein, hat das Geschäft so zu führen, wie das Interesse des Geschäftsherrn mit Rücksicht auf dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen es erfordert.
und dabei gilt
§683 Satz 1 BGB hat geschrieben: Entspricht die Übernahme der Geschäftsführung dem Interesse und dem wirklichen oder dem mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn, so kann der Geschäftsführer wie ein Beauftragter Ersatz seiner Aufwendungen verlangen.
Schliesst sich der ursprüngliche Eigentümer dann immer noch nicht der gewünschten Sicht an, gibt es auch noch die Verwahrung. In den §§689 und 693 BGB ist die Vergütung bzw Aufwendungserstattung in diesem Fall geregelt.
Zuletzt geändert von webelch am 21.11.14, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von Tastenspitz » 21.11.14, 11:36
Beitrag von sosnrt » 21.11.14, 11:45
So etwas in der Art hatte ich bereits vermutet, aber oftmals ist das Rechtsverständnis von Nichtjuristen ja nicht unbedingt identisch mit der tatsächlichen Rechtslage..
Wobei es wie gesagt recht unwahrscheinlich ist, dass nach über vier Jahren jetzt noch ein ursprünglicher Besitzer auftaucht
Beitrag von Tastenspitz » 21.11.14, 11:48
Und noch unwahrscheinlicher dürfte der Eigentumsnachweis ohne Chip werden, falls da einer aufkreuzt. Das Tierheim dürfte die Sache vermutlich auch schon ad acta gelegt haben.
Beitrag von webelch » 21.11.14, 11:49
sosnrt hat geschrieben: Vielen Dank für die schnelle Antwort.
sosnrt hat geschrieben: Wobei es wie gesagt recht unwahrscheinlich ist, dass nach über vier Jahren jetzt noch ein ursprünglicher Besitzer auftaucht
Vermutlich. Zumal dann, wenn das örtliche Tierheim mit involviert ist. Dort hätte der usprüngliche Besitzer ja sicher zuerst nach seinem Tier gesucht.
Beitrag von all-in » 21.11.14, 12:20
Das Fundrecht ist in §§965ff. BGB geregelt.
Bereits nach 6 Monaten wird der Finder Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten, Vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__973.html
Allerding kann in den ersten 3 Jahren die Herausgabe verlangt werden, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Fundrecht_ ... es_Finders
Aufwendungen sind zu erstatten, vgl. http://dejure.org/gesetze/BGB/970.html
Nun lebt der Kater seit 4 1/2 Jahren bei uns.
Dann ist entgültig Feierabend, wenn keine Fundunterschlagung vorliegt.
Beitrag von FM » 21.11.14, 12:57
Allerdings beginnt die Frist erst "nach der Anzeige des Fundes bei der zuständigen Behörde ..." - hier ist nur eine Mitteilung an ein Tierheim erwähnt, nicht an das Fundamt. Die meisten Tierheime werden von privaten Vereinen betrieben.
Beitrag von Waschbärin » 21.11.14, 19:27
In welcher Weise sollte der vorherige Eigentümer denn nach über 4 Jahren nachweisen können dass es sich um seine Katze handelt? Eir wird weder einen Identitäts- noch Eigentumsnachweis haben, und viele Katzen sehen sich ähnlich.
Zudem wurde es schon geschrieben, nach 6 Monaten geht das Eigentum an einer Fundsache auf den Finder über. Ob in diesem Fall die Meldung im Tierheim über den Fund der Katze ausreicht oder ob das Fundbüro oder die Stadt-/Gemeindeverwaltung hätte zusätzlich informiert werden müssen kann von hier aus nicht beurteilt werden. Manche Tierheime melden so etwas weiter, andere nicht.
Aber ich denke das ist in so einem Fall sowieso nur zweitrangig. Wie schon gesagt, wie sollte denn jemand nach so langer Zeit sein Eigentumsrecht an einer nicht genau zu identifizierenden (weil damals nicht gechippten) Katze nachweisen können?
Beitrag von hws » 12.12.14, 17:00
Sommer 2010 ist mir ein Kater zugelaufen. Dieser trieb sich mehrere Wochen in unserem Garten rum und war offensichtlich verwahrlost und abgemagert. Ich habe das Tier dann zunächst draußen gefüttert und irgendwann kam er ins Haus. Der Kater trug kein Halsband und hatte seinerzeit keinen Chip. Ich verblieb mit dem örtlichen Tierheim so, dass ich das Tier behalte, das Tierheim aber meine Kontaktdaten weitergibt, sofern dort nach einem Kater gefragt wird, dessen Beschreibung auf diesen [quote][/quote]. Hierzu habe ich auch seinerzeit aktuelle Bilder des Tieres abgegeben.ohne GewLt kriegen sie ihn nicht wieder los
Si verkennn die Sirtzation detr Katere hat ihre Wohnung Haus besetzt. Meine letzten b4eiden Kater habe ichso so be3kommn
außer zum füttern und warmen Sofaqsirtplarzw wernn es rgnetefnet
Beitrag von Waschbärin » 12.12.14, 17:46
hws hat geschrieben: Si verkennn die Sirtzation detr Katere hat ihre Wohnung Haus besetzt. Meine letzten b4eiden Kater habe ichso so be3kommn außer zum füttern und warmen Sofaqsirtplarzw wernn es rgnetefnet
Ja, so ist das in der Weihnachtsmarktszeit: "Ein Glühwein... Swei Glühweih...Rei Lühwei... Hie Hühei... Flünei...Snlwln..."
Re: zugelaufener Kater 1
Beitrag von flokon » 12.12.14, 23:12
Der Kater ist bestimmt über die Tastatur gelaufen.