Source: https://sevdesk.de/blog/kassenbuch-fuehren/
Timestamp: 2019-02-21 21:40:31
Document Index: 161362591

Matched Legal Cases: ['§ 146', '§ 146', '§ 22', '§ 22', '§ 238', '§ 257', '§ 146', '§ 145', '§ 146', '§ 238', '§ 266']

Kassenbuch führen - Pflicht, Anleitung & Beispiel
Viele Buchführende unterschätzen die Bedeutung der Kassenbuchführung. In der Praxis gleicht die Kassenbuchführung oft dem reinen Chaos. Dabei ist das Führen eines ordnungsgemäßen Kassenbuchs nicht schwer. Das Finanzamt richtet wiederum das Augenmerk in jüngster Zeit verstärkt auf die Prüfung der Kassenbücher. Schon zu oft entgingen dem Staat entsprechende Steuereinnahmen durch verschwiegene Umsätze. Lehnt der Betriebsprüfer dann das Kassenbuch als nicht ordnungsgemäß ab, landest du als Unternehmer schnell in Teufels Küche. Im nachfolgenden Beitrag erfährst du daher alles Wissenswerte rund um die Kassenbuchführung.
Warum muss man ein Kassenbuch führen?
Wichtige Begriffe in der Kassenbuchführung
Wie sieht ein ordentlich geführtes Kassenbuch aus?
Gesetzliche Anforderungen bei der Kassenbuchführung
Dein Kassenbuch als Bilanzposten
Beispiel für ein Kassenbuch
Ist eine fehlerhafte Kassenbuchführung strafbar?
Möglichkeiten zur elektronischen Kassenbuchführung
Die Kassenbuchführung erfasst die Einnahmen und Ausgaben der internen Kasse in Barmitteln. Alle Geschäftsvorgänge eines Unternehmens, die mit Bargeld bezahlt werden, stehen im Kassenbuch. Als Teil der Buchführung vereinfacht die Kassenbuchführung die Verwaltung der Kasse in Form eines Hilfsbuchs.
In einigen Geschäftszweigen wie beispielsweise in der Gastronomie oder im Einzelhandel hast du als Selbstständiger mit einer Unmenge an Barzahlungen zu tun. Der Gesetzgeber hat an dieser Stelle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Damit keine Umsätze unterschlagen werden und es so zu massenhaften Steuerhinterziehungen kommen kann, sind Unternehmer zur Kassenbuchführung verpflichtet. Alle Einzahlungen und Auszahlungen sind im Kassenbuch schriftlich oder digital festgehalten. Die charakteristische Kontoform stellt beide Posten gegenüber, aus denen zum Schluss der Saldo gebildet wird. Diese Differenz zeigt nicht nur wie viel Geld sich in der Geschäftskasse befindet, der Saldo ist ein wichtiger Posten beim Erstellen des Jahresabschlusses. Wenn du ein Kassenbuch führst, nimmst du neben den einzelnen Geschäftsvorfällen auch die dazugehörigen Buchungsbelege mit auf.
Der Fiskus verlangt eine korrekte Buchhaltung!
Warum muss ich nun als Unternehmer ein Kassenbuch führen? Die Antwort liegt auf der Hand. Dein Kassenbuch gibt ein genaues Abbild dessen ab, was sich in deiner Kasse befindet. Es erfasst deine Bargeschäfte und für den Saldo interessieren sich nicht nur die Buchhaltung und dein Steuerberater, sondern vor allem das Finanzamt. Damit dein Kassenbuch ein genaues Abbild deiner Kasse ergibt, ist die tägliche Kassenbuchführung sehr wichtig. Zudem muss die zeitliche Reihenfolge aller Posten stimmen. Die Gläubiger deines Unternehmens und der Fiskus verlangen eine korrekte Buchhaltung – und dazu gehört das Kassenbuch.
Wichtig: Verantwortlich für die ordnungsgemäße Buchhaltung und somit auch für die Kassenbuchführung ist immer der Buchführende, also der Unternehmer selbst. Mit anderen Worten bedeutet das, dass du als Unternehmer für alle Fehler und Unstimmigkeiten in deinem Kassenbuch haftest!
Nicht alle Selbstständigen sind dazu verpflichtet, ein Kassenbuch zu führen. Die Art des Unternehmens entscheidet über die Pflicht zur Führung des Kassenbuchs. Wenn du freiberuflich arbeitest oder ein Kleingewerbe betreibst, erstellst du lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und brauchst kein Kassenbuch zu führen.
Grundsätzlich werden also nur diejenigen Unternehmer eingespannt, die zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet sind. Unternehmen, die im Handelsregister stehen, müssen ebenfalls ein Kassenbuch führen. Wer nicht im Handelsverzeichnis steht, braucht nur dann sein Kassenbuch aufzustellen, wenn sein Betrieb nach Art und Umfang einen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert.
Wer gegenüber dem Finanzamt lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung anfertigen muss, braucht kein Kassenbuch anzulegen. Dennoch ist das Führen eines Geschäftsbuchs vor allem im Einzelhandel ratsam. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die überwiegend mit Bargeld arbeiten, profitieren von der Kassenbuchführung. Mit dem Kassenbuch bekommst du eine glasklare Übersicht über alle Bargeld-Posten – auch wenn du eigentlich nicht dazu verpflichtet bist. Unternehmen, die eine Bilanz aufstellen müssen, haben wesentlich komplexere Verbuchungen zu bewerkstelligen. GmbHs sind beispielsweise neben der doppelten Buchführung auch zum Führen eines Kassenbuchs verpflichtet.
Überblick über alle Unternehmen mit Kassenbuch-Pflicht
Firmen, die zur Bilanzierung und doppelten Buchführung verpflichtet sind
Betriebe, die nach Umfang und Art einen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erforderlich machen
Kassenbuch führen: Kleingewerbe & Freiberufler
Überschreitet dein Jahresumsatz keine 600.000 Euro und beträgt dein Gewinn maximal 60.000 Euro, gehörst du in die Gruppe der Kleingewerbetreibenden. Zudem darfst du keine Rechtsform wählen, für die die Bilanzierungspflicht gilt. Dazu gehört die bereits erwähnte GmbH.
Unter die Kategorie Freiberufler fallen beispielsweise Ärzte, Steuerberater und Rechtsanwälte sowie die meisten künstlerischen, wissenschaftlichen, unterrichtenden oder erzieherischen Berufe. So gehören auch Berater, Designer, Journalisten und Übersetzer zu den sogenannten freien Berufen. Der Status der Freiberufler ist dabei unabhängig von ihrem Gewinn und Umsätzen.
Achtung: Nach § 146 AO ist jeder Unternehmer dazu verpflichtet, eine Einzelaufzeichnung aller Umsätze anzufertigen. Die Pflicht ein Kassenbuch zu führen ergibt sich wiederum aus § 146 AO in Verbindung mit § 22 UStG. Die Aufzeichnung in Form eines Kassenbuchs braucht allerdings nur zu erfolgen, wenn der Unternehmer nach § 22 UStG dazu verpflichtet ist, Umsatzsteuern abzuführen. So sind Kleingewerbetreibende zwar dazu verpflichtet, jede Einnahme einzeln aufzustellen, brauchen aber kein Kassenbuch führen. Selbstständige in den freien Berufen fallen gar nicht unter diese Kategorie und sind aus diesem Grund nicht buchführungspflichtig.
Kasse, Kassenbuch oder doch Registrierkasse? Innerhalb der Kassenbuchführung werden häufig Begriffe synonym benutzt, die streng genommen nicht denselben Gegenstand beschreiben. Genaue Erklärungen zu den einzelnen Begriffen findest du hier:
Kassenbuch: Im Kassenbuch werden alle Geschäftsvorgänge des Unternehmens festgehalten, die mit Bargeld bezahlt wurden.
Registrierkasse: Ein Erfassungsgerät, das den Umsatz vom Bargeld abrechnet und einen Beleg darüber erstellt. Die Registrierkasse kommt beim Verkauf von Waren und Dienstleitungen zum Einsatz.
Barkasse: Die Barkasse ist ein konkreter Gegenstand. Mit dem Kassenbestand der Handkasse können beispielsweise kleinere Ausgaben beglichen werden.
Kasse: Einzahlungen und Auszahlungen fallen unter den abstrakten Begriff „Kasse“. Die Bezeichnung „Kasse“ findet sich wiederum im Kassenbuch.
Wenn du zum Führen eines Kassenbuchs verpflichtet bist oder freiwillig deine Bargeschäfte erfassen willst, solltest du die nachfolgenden Punkte berücksichtigen.
Der Aufbau deines Kassenbuchs
Ob schriftlich oder digital: Jede Buchung im Kassenbuch umfasst stets folgende Informationen:
Kennzeichnung der Buchung als Einnahme oder Ausgabe
Eine eindeutige Belegnummer wie beispielsweise die Rechnungsnummer
Erklärender Buchungstext wie „geschäftliches Mittagessen“ oder „Briefumschläge“
Netto-Betrag und Währung der Bareinnahme oder -ausgabe
Umsatzsteuersatz in Prozent (7 oder 19 %)
Endbestand der Kasse bzw. Saldo
Grundsätzlich solltest du dein Kassenbuch in Kontoform führen. Das bedeutet, dass du deine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellst, um im letzten Schritt ein Saldo zu bilden. Der Saldo gibt an, wie viel Geld sich in deiner Kasse befindet. Ist dein Unternehmen bilanzierungspflichtig, fließt dieser Betrag in deinen Jahresabschluss beziehungsweise in deine Bilanzierung mit ein.
Darüber hinaus erfordert jede Buchung einen Beleg. Dabei muss das Kassenbuch zu jeder Zeit mit dem tatsächlichen Kassenbestand übereinstimmen. Das Kassenbuch gilt nicht umsonst als Nebenbuch oder Hilfsbuch der Buchhaltung. Es unterliegt somit allen gesetzlichen Vorschriften, die bereits für deine Buchhaltung gelten. Der Endbestand des Kassenbuchs findet sich in der Bilanzierung unter dem Umlaufvermögen.
Korrekturen im Kassenbuch
Natürlich können dir beim Führen deines Kassenbuchs und beim Eintragen neuer Buchungen Fehler unterlaufen. Während sich Korrekturen in analogen Kassenbüchern komplizierter gestalten, halten digitale Bücher für kleine Schnitzer meist galante Lösungen parat. Bei deinem analogen Kassenbuch solltest du in erster Linie beachten, dass du die ursprüngliche, fehlerhafte Buchung nicht einfach schwärzt oder anderweitig unkenntlich machst. Du hättest sofort die Aufmerksamkeit des Finanzamts auf deiner Seite. Korrekturen im Kassenbuch werden stets folgendermaßen durchgeführt:
1. Markiere die fehlerhafte Buchung und achte darauf, dass der Eintrag weiterhin lesbar bleibt.
2. Erstelle einen neuen Eintrag. Die Änderung der Buchung muss für eine außenstehende Person nachvollziehbar sein.
Die gleichen Regeln gelten natürlich nicht nur für analoge, sondern auch für digitale Kassenbücher. Arbeitest du mit einer Software, darfst du hier ebenfalls keine Buchungen einfach löschen. Korrekturen müssen stets ersichtlich und nachvollziehbar sein.
Eine Buchhaltungssoftware mit Kassenbuch erleichtert dir den Alltag!
Typische Fehler bei der Kassenbuchführung
Es gibt eine Reihe von Fehlern, die auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, die allerdings bei der ordnungsgemäßen Kassenbuchführung nicht geschehen dürfen.
1. Der häufigste Fehler findet sich unter den Ein- und Ausgängen, die nicht als Buchung vermerkt wurden. Auch Einzahlungen vom Geschäftskonto und Privatentnahmen musst du im Kassenbuch festhalten.
2. Da das Kassenbuch im Nachhinein nicht mehr geändert werden darf, entfallen veränderbare Dateien wie Excel zum Führen eines Kassenbuchs.
3. Viele Unternehmer lassen bei ihren Kassenbüchern in Papierform gern eine Zeile frei zwischen den Buchungen. Warum? Weil es ordentlicher und übersichtlicher wirkt. Das Finanzamt ahndet diese Ordnungsliebe allerdings als Ordnungswidrigkeit, denn die Leerzeilen bieten Platz für nachträgliche Buchungen. Mit den später ergänzten Einträgen könntest du schließlich versuchen, deine Bilanz besser aussehen zu lassen.
4. Ein anderer Fehler ist, Belege nicht direkt im Kassenbuch zu hinterlegen. Arbeitest du noch mit klassisch analogen Büchern, solltest du Rechnungsbelege direkt in deinem Kassenbuch sammeln. Verwendest du ein digitales Programm, werden sämtliche Belege eingescannt und abgespeichert.
5. Ebenfalls untersagt ist die ausschließlich rechnerische Führung deiner Bücher. Als Kassenbuch-Verantwortlicher bist du in der Pflicht, den Kassenbestand regelmäßig nachzuzählen. Unabhängig davon, wie sorgfältig deine Kassenbuchführung ist und wie fehlerfrei die meisten Programme arbeiten, solltest du alle Einträge im Blick haben.
6. Vergleiche den errechneten Saldo regelmäßig mit deinem Kassenbestand. Kommt es hier zu Abweichungen, solltest du den Fehler zeitnah finden und beheben.
Die Aufbewahrungspflicht beträgt auch bei der Kassenbuchführung 10 Jahre. Bewahre also das Kassenbuch selbst und alle Belege für 10 Jahre auf.
Führst du dein Kassenbuch nicht ordnungsgemäß, kann dies weitreichende Konsequenzen haben. Üblicherweise erfolgt eine Hinzuschätzung der gemeldeten Einnahme durch das Finanzamt. Solltest du dein Kassenbuch vorsätzlich fehlerhaft führen, wertet das Finanzamt dies im schlimmsten Fall als Steuerhinterziehung. Interessanterweise gelten die Vorschriften der ordnungsgemäßen Kassenbuchführung auch für Unternehmer, die freiwillig ihr Kassenbuch führen, dazu aber nicht verpflichtet sind.
Wer ein Kassenbuch führt, muss sich an die gesetzlichen Anforderungen halten! Sonst drohen Strafen.
Tipp: Mit einer Software zur Kassenbuchsführung kannst du Zeit sparen und und ordnungsgemäß deine Buchhaltung erledigen. Jetzt kostenlos ausprobieren.
Damit dein Kassenbuch als vorschriftsgemäß eingestuft wird, muss es verschiedene Anforderungen erfüllen:
Vollständigkeit und Chronologie: Nach § 238 Abs. 2 HGB muss das Kassenbuch immer chronologisch geführt werden. Alle Einträge dürfen nur in der zeitlich richtigen Reihenfolge stehen.
Revisionssicherheit: Ob digital oder analog – Dein Kassenbuch muss so geführt werden, dass es sich hinterher nicht mehr verändern lässt. Excel-Kassenbücher sind aus diesem Grund kaum mehr im Bereich des Zulässigen. Bücher in Papierform müssen frei von Leerzeilen sein, während Buchungen nicht mit Bleistift oder ähnlichen Schreibgeräten eingetragen werden dürfen.
Aufbewahrungspflicht für 10 Jahre: Nach § 257 Abs. 1 und 4 HGB sind Unternehmer verpflichtet die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren einzuhalten. In einem Zeitraum von 10 Jahren musst du dabei nicht nur die Kassenbücher, sondern alle aufbewahrungspflichtigen Belege geordnet archivieren.
Zeitnahe Bearbeitung: Mit § 146 Abs. 1 AO regelt der Gesetzgeber die Bearbeitungsfrist deiner täglichen Bareinnahmen. Hat ein Bargeschäft stattgefunden, solltest du die Buchungen spätestens am nächsten Tag eintragen. Nur so kannst du beweisen, dass du nicht irgendwann Einträge hinzugefügt und damit deine Bilanz nachträglich aufgebessert hast.
Verständlichkeit: Ein sachverständiger Dritter muss sich laut § 145 AO in angemessener Zeit einen Überblick über dein Kassenbuch, die enthaltenen Geschäftsvorfälle und über die Lage deines Unternehmens verschaffen können.
In deutscher Sprache: Laut § 146 Abs. 3 AO darf das Kassenbuch grundsätzlich nur in deutscher Sprache geführt werden. Verwendest du eine andere Sprache, wird dich das Finanzamt um eine Übersetzung bitten. Symbole und Abkürzungen musst du ebenfalls auf Nachfrage erklären können.
Keine Buchung ohne Beleg: Nach § 238 Abs. 2 HGB darfst du keine Buchung vornehmen, wenn die dazugehörigen Rechnungen, Quittungen oder Kassenzettel nicht vorhanden sind.
Einzelaufzeichnungspflicht: Alle Buchungen sind einzeln im Kassenbuch aufzuführen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Betriebe, die täglich sehr viele Bargeschäfte abwickeln. In diesem konkreten Fall ist es ausreichend, den Tagessaldo einzutragen. Mithilfe einer Registrierkasse können sämtliche Ein- und Ausgänge revisionssicher als Kassenbericht nachgewiesen werden.
Diese gesetzlichen Anforderungen gelten für alle, die ein Kassenbuch führen. Kleinunternehmer und Freiberufler, die freiwillig ihr Kassenbuch aufstellen, müssen sich ebenfalls an die Vorschriften der ordnungsgemäßen Kassenbuchführung halten!
Das Kassenbuch bildet einen wesentlichen Bestandteil der Bilanz deines Unternehmens. Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung, die du zum Jahresende dem Finanzamt vorlegst, ist schließlich auch der Bargeldverkehr enthalten. Den Saldo deines Kassenbuchs hältst du hierfür als Aktivposten unter dem Punkt „Umlaufvermögen“ fest. Unter § 266 HGB findest du die genauen Vorschriften zur Bilanzgliederung.
Der nachfolgende Auszug soll dir einen Überblick über ein beispielhaftes Kassenbuch verschaffen. Jeder Geschäftsvorfall ist mit einem Buchungstext, der laufenden Nummer, dem Datum, der Höhe der Einnahme oder Ausgabe sowie der Umsatzsteuer-Angaben und einer laufenden Berechnung des Kassenstands versehen.
Als Unternehmer bist du zu einer ordnungsgemäßen Buchhaltung und Buchführung gesetzlich verpflichtet. Schließlich bilden unter anderem auch deine Kassenbücher die Grundlage der Besteuerung. Der Staat sichert sich mithilfe der Gesetze in erster Linie seine Steuereinnahmen. Das Finanzamt dient an dieser Stelle als Mittelsmann. Deine Bücher müssen so stets durch einen sachverständigen Dritten nachzuvollziehen sein. Nicht umsonst musst du beispielsweise jede einzelne Rechnung über einen langen Zeitraum aufbewahren. Dabei darf kein Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben missachten. Bei einer fehlerhaften Kassenbuchführung drohen deshalb:
Gewerberechtliche Sanktionen
Im Falle berechtigter Steuerhinterziehung sogar Freiheitsstrafen
Fehler in der Kassenbuchführung im Rahmen einer nicht ordnungsgemäßen Finanzbuchhaltung werden vom Finanzamt nicht akzeptiert. Bei fehlenden Angaben oder nachträglichen Korrekturen kann das Finanzamt die eingereichten Unterlagen zurückschicken und den Unternehmer auffordern, fehlende oder falsche Daten zu berichtigen. Bei schwerwiegenden Fällen drohen ungünstige Schätzungen, der Entzug steuerlicher Vergünstigungen oder gar ein Steuerstrafverfahren.
<h2 „elektronische-kassenbuchfuehrung“>Möglichkeiten zur elektronischen Kassenbuchführung
Manuelle Kassenbücher führen mit Word- und Excel-Vorlagen
Mit einer Kassenbuch-Vorlage für Word oder Excel können Formulare schnell und bequem erstellt und ausgedruckt werden. Einzige Voraussetzung für die kostenlose Verwendung der Dokumente sind hier lediglich das Vorhandensein der Software auf dem eigenen Computer. Für kleinere Unternehmen mit überschaubaren Bargeldbewegungen kann sich diese manuelle Lösung lohnen. Wichtig ist hierbei der Unterschied zwischen dem Arbeiten mit der Software und dem Ausdrucken der Formulare. Das Führen des Kassenbuchs mit einer Excel-Datei entspricht nicht den Richtlinien der GoBD und ist daher unzulässig. Schließlich könnten Kassenbucheinträge in Programmen wie Word oder Excel jederzeit bearbeitet werden.
Wer dennoch lieber mit handschriftlichen Dokumenten arbeitet, für den besteht die Möglichkeit darin, das mit Excel erstellte Dokument auszudrucken und per Hand auszufüllen. Die Kassenbuch-Vorlage darf dabei noch keine Buchungen aufweisen. Die Formulare gelten dann als analoges Kassenbuch. Alle, die auf die händische Arbeit setzen, müssen allerdings auch bei dieser Kassenbuch-Form die Regelungen des Gesetzgebers einhalten. So sollte die Excel- oder Word-Vorlage in den Kopfzeilen folgende Bezeichnungen vorweisen:
Für jede einzelne Buchung ist folgendes anzugeben:
Die fortlaufende Nummer
Umsatzsteuer mit Steuersatz
Abhängig von der Anzahl der Buchungen wird der Bericht täglich, wöchentlich oder monatlich abgeschlossen und mit einer Unterschrift versehen.
Die elektronische Kassenführung mit Online-Tools
Besser als jede Papiervorlage eignen sich diverse Online-Tools zur Erstellung des Kassenbuchs. Der wesentliche Vorteil: Deine Buchführung ist in der Cloud von jedem Ort erreichbar. Als Unternehmer sparst du bei der Erstellung von Kassenbuch, Kassenzählprotokoll und Kassenbericht mit dem passenden Tool viel Zeit. Wer täglich viele Bargeschäfte abwickelt und sich zu lange mit seiner Buchhaltung beschäftigen muss, dem bleibt kaum Zeit für sein Kerngeschäft.
Unter dem Kassenbuch online wird an dieser Stelle ein browserunterstütztes Hilfsprogramm verstanden, mit dem du deine Kassenbuchführung online umsetzt. Das bedeutet, du erfasst deine Kassenbelege direkt über das Internet. Während du deine Belege erfasst, prüft das Online-Tool deine Eingaben laufend auf Vollständigkeit. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung hältst du mit den Hilfsprogrammen im Netz problemlos ein.
Kassenbuchführung mit Buchhaltungssoftware
Kassenbücher handschriftlich zu führen ist anfällig für Fehler und sehr zeitaufwändig. Ein einfacher Zahlendreher kann dabei deine ganze Arbeit zunichte machen. Sollte dieser Fall einmal eintreten, muss das gesamte Kassenbuch korrigiert werden. Mit einer leistungsfähigen Software lassen sich diese Problempunkte mühelos umgehen. Zudem ist die Buchhaltungssoftware effektiv und zeitsparend zu führen. Ein weiterer Vorteil: Die ausgeklügelte Finanzsoftware erspart dir viel Rechenarbeit, während du deinen Kassenbestand ständig im Blick behältst.
Junge Unternehmer, die gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen, fragen sich häufig, ob sie ihre Buchhaltung dem Steuerberater überlassen können. Dabei besteht zwischen der Buchführung durch den Steuerberater und der eigenen Finanzsoftware kein Widerspruch. Beide Möglichkeiten schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Behältst du deine Buchhaltung täglich im Blick, kannst du dich mit deinem Steuerberater auch besser verständigen. Eine wirklich gute Buchhaltungssoftware ist dabei selbsterklärend. Praktisch nebenbei zeigt sie dir, wie du ein Kassenbuch richtig führst.
Kassenbuch führen mit sevDesk
Eine ordnungsgemäße Kassenführung hilft dir dabei, dem Finanzamt keine Räume für Hinzuschätzungen zu geben. Eine Buchhaltungssoftware wie sevDesk unterstützt dich bei deiner Kassenbuchführung und nimmt dir die manuelle Buchführung ab. Bei der handschriftlichen Kassenbuchführung ist lediglich wichtig, dass die Grundsätze der ordnungsgemäßen Kassenbuchführung eingehalten werden. Bei Betriebsprüfungen kommt es nicht umsonst regelmäßig zu Hinzuschätzungen. Stellen Prüfer eine fehlerhafte Kassenführung fest, kann die gesamte Buchführung angezweifelt werden. Eine kleine Nachlässigkeit kann so massive finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Die Folgen können weitreichend sein. Hat die gesamte Buchführung keine Beweiskraft mehr, kann das Finanzamt auf Steuerschuld plädieren.
Steuernummer beantragen – So meisterst du alle Hürden!