Source: https://renten-experte.de/content/renten-blog/
Timestamp: 2020-03-30 19:58:57
Document Index: 148511739

Matched Legal Cases: ['§15', '§88', '§ 15', '§ 15', '§ 839', 'Art. 34', '§68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68']

Entlastung der Betriebsrentner bei der Verbeitragung ab 2020
Extrarente Irrtum Verbraucherzentrale
Beamte in gesetzliche Rentenversicherung - Das wäre ein fataler Fehler und eine Belastung für die gesetzliche Rentenversicherung.
Amtshaftung der Mitarbeiter der deutschen Rentenversicherung
Gesetzliche Rente - Lösungen der Parteien und Interesengruppen
Besteuerung gesetzliche Rentenversicherung
Riesterrente modernisieren
Rentenvorschlag der Grünen
Berufsunfähigkeit - Erwerbsminderung
Grundrente - Auch finanzmathematisch berechtigt
Rentenanpassung und die Auswirkungen auf Steuern Krankenversicherung und Hinzuverdienst
Pflegezusatzversicherung muss Bestandteil der Altersversorgung sein
Mittwoch, 1. Mai 2019 von Renten-Experte
Entlastung in der Verbeitragung für KVdR-Versicherte
Umsetzung zum 1.1.2020 geplant
#Renten-Experte & bAV-Experte informiert: #Verbeitragung #Betriebsrenten und die geplante Entlastung
Die Umsetzung soll anscheinend bereits zum 1.1.2020 erfolgen. Inwieweit dies in der Praxis klappt muss man bezweifeln. In allen Prozessen, die eine Veränderung auslösen, muss neben der gesetzlichen Umsetzung auch das Nadelöhr „technische Umsetzung“ beachtet werden. Die IT muss hier sehr oft angepasst werden.
Insoweit könnte es durchaus sein, dass die #Zahlstellen mit einer Verzögerung von 6-12 Monaten die Beitragsberechnung und die Beitragsabführung durchführen können. Darauf hat bereits die VBL hingewiesen (s. Artikel auf Internetseite der VBL –> Auswirkungen auf die Betriebsrente der VBL )
Eine bessere Systemlösung wäre es gewesen, alle Renten aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem halben Beitragssatz zu verbeitragen.
Jeder bAV-Experte sollte umfangreiches Knowhow in der betrieblichen Altersversorgung haben
Welche Garantien sollten in der bisherigen #betrieblichen #Altersversorgung und dem #Sozialpartnermodell enthalten sein?
Was müsste sich evtl. noch verändern?
- Beitragszusage mit Mindestleistung.
- reine Beitragszusage
- Erwerbsunfähigkeit / Erwerbsminderung / Berufsunfähigkeit oder/und
- Altersrente und / oder
Eine höhere Garantie kostet jedoch auch Renditechancen. Vielleicht wäre ein Kompromiss in der betrieblichen Altersversorgung, den der Gesetzgeber beschließen müsste, sinnvoll.
Deshalb sollten Arbeitgeber immer darauf achten, dass die Leistungsgarantie bei einer beitragsorienterten Leistungszusage möglichst hoch ist.
Eine Direktversicherung, Pensionskasse oder ein Pensionsfonds sollte deshalb bei der beitragsorientierten Leistungszusage auf jeden Fall auch bei kurzen Laufzeiten nahe der 100 %-Marke liegen (möglichst analog der Beitragszusage mit Mindestleistung zum Vertragsende).
- eingesparte Steuern
- Beiträgen zur Berufsgenossenschaft
- Umlage 1
- Umlage 2
- und Insolvenzgeldumlage
Je länger der Gesetzgeber in diesem Punkt keine Regelung schafft, wird die Vorsorge ein Diskussionballon bleiben und wertvolle Zeit vertan
Extrarente und weitere Irrtümer - Extrarente - Verbraucherzentrale irrt sich gewaltig
Freitag, 3. Mai 2019 von Renten-Experte
Extrarente - Verbraucherzentrale irrt sich gewaltig
Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung? Eine populäre Aussage, die nicht hilft
Warum Beamte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung passen
Die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung bringt für die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Vorteil und keine Lösung!
1. Der Dienstherr müsste neben dem bisherigen Bezügen den Arbeitgeberanteil, den Arbeitnehmeranteil und die dann höhere Lohn- und Kirchensteuer auf das bisherige Gehalt oben draufpacken, ansonsten sinken die Bezüge.
Dann würden die Beamten weniger verdienen, auch Polizeibeamte und auch andere Beamte des mittleren und gehobenen Dienstes.
2. Es würde für jeden Arbeitgeber ein Finanzierungsproblem bedeuten, wenn etwa 55% mehr Personalausgaben entstehen, die nur durch Steuererhöhungen gedeckt werden könnten.
3. Für die Deutsche Rentenversicherung entstehen zunächst mehr Einnahmen, die nur kurzfristig zu einer Beitragssatzreduzierung führt oder für laufende Rentenzahlungen entstehen.
Für die Zukunft würden jedoch enorme Mehrbelastungen entstehen, denn daraus erwachsen auch Rentenansprüche.
4. Bei Beamten ist die Anzahl der rentennahen Jahrgänge höher, als bei Arbeitnehmern.
Dies liegt daran, dass weniger Beamte inzwischen eingestellt werden.
5. Beamte haben im Durchschnitt mehr Kinder und mehr weibliche Beschäftigte, als dies bei Arbeitnehmern der Fall ist. Auch dies belastet die Rentenversicherung durch die Kindererziehungszeit und Berücksichtigungszeit höher.
6. Hierdurch würde der „aktuelle Rentenwert“ geringer steigen, da die Berechnung des aktuellen Rentenwerts unter der Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsfaktors berechnet wird.
Der Nachhaltigkeitsfaktor spiegelt das Verhältnis von Arbeitnehmern und Rentnern wieder.
7. Beamte haben eine längere Lebenserwartung als Arbeitnehmer, so dass die Rente für Beamte länger gezahlt werden müsste. Dies würde für Arbeitnehmer langfristig zu einer Reduzierung der gesetzlichen Rente führen.
8. Neben den o. g. Finanzierungsbelastungen müsste der Arbeitgeber (Dienstherr) dann noch die betriebliche Altersversorgung wie bei den Angestellten des öffentlichen Dienstes finanzieren.
Die Mehrbelastungen durch den Dienstherr würden dann etwa 75% höher liegen.
Statt 3.000 Euro Brutto müsste der Dienstherr dann 5.250 Euro tragen.
Dies müsste dann über Steuern mehr eingenommen werden.
9. Darüber hinaus ist die Umgestaltung der Altersversorgung verfassungsmäßig nicht möglich (Alimentationsprinzip).
„VdK fordert höheren Rentenbeitrag der Arbeitgeber
Mit einer groß angelegten Kampagne will der VdK ab Montag, 6. Mai, seine Positionen und Forderungen unters Volk bringen. Dazu gehören mehr Steuergeld für die Rente, eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung und höhere Belastungen für Arbeitgeber. „Die Menschen müssen sich auf die Rente verlassen können und keine Angst vor sozialem Abstieg haben“, sagte Bentele unserer Redaktion."
https://www.abendblatt.de/politik/article217095101/VdK-fordert-hoeheren-Rentenbeitrag-der-Arbeitgeber.html
Amtshaftung der Mitarbeiter Deutsche Rentenversicherung
Deutsche Rentenversicherung soll vollständig informieren
#Amtshaftung für #Mitarbeiter der #Deutschen #Rentenversicherung erweitert
Nach §15 Abs. 4 SGB I :
„Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sollen über Möglichkeiten zum Aufbau einer staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge produkt- und anbieterneutral Auskünfte erteilen.“
Auch das #Betriebsrentenstärkungsgesetz verweist darauf, dass die #Deutsche #Rentenversicherung über die #betriebliche #Altersversorgung informieren „soll“.
Für die Mitarbeiter der deutschen Rentenversicherung eine fast nicht zu bewältigende #Fachwissensflut, wenn dies die Versicherten einfordern.
Schon jetzt dauert eine Anfrage über individuelle schriftliche Fragen in Berlin locker 5-6 Monate.
Übrigens: nach §88 SGG kann bei einer Bearbeitungszeit von länger als 6 Monaten ruhig auch mal eine #Untätigkeitsklage angedroht werden.
#Personalengpässe bei der #Deutschen #Rentenversicherung sind an der Tagesordnung, die allerdings noch deutlicher werden.
Auch bei der Deutschen Rentenversicherung gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente.
Sofern ein Mitarbeiter bei der #Deutschen #Rentenversicherung #Auskünfte zur #Altersversorgung gibt, kann bei falscher #Auskunft ein #Haftungsanspruch entstehen.
Dies geht aus den „gemeinsamen rechtlichen Anweisungen" hervor
„Der Umstand, dass die Rentenversicherungsträger im Rahmen des § 15 Abs. 4 SGB I Auskünfte erteilen "sollen", führt nicht dazu, dass eine Haftung für fehlerhafte, das bedeutet unrichtige, missverständliche, unvollständige oder nicht-wettbewerbsneutrale Auskünfte ausgeschlossen wäre. Im Gegenteil:
Wird der oben beschriebene Handlungsrahmen verlassen, drohen sowohl im Verhältnis zu den Versicherten als auch im Verhältnis zu den Produktanbietern Haftungsrisiken.
Auskunftsfehler können somit Schadensersatzansprüche auslösen, wenn die Auskunft unrichtig (das heißt unzutreffend oder unvollständig) war und die betroffene Person dadurch einen Rechtsnachteil erleidet.
Anspruchsgrundlage für einen Schadensersatzanspruch infolge von Auskunfts- und Beratungsfehlern im Rahmen des § 15 Abs. 4 SGB I ist der Amtshaftungsanspruch nach § 839 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG.
Eine unrichtige Auskunft kann nicht durch ein Verwaltungshandeln nach dem SGB im Wege eines sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs korrigiert werden.
Ein sozialrechtlicher Herstellungsanspruch als Grundlage für die Korrektur der Folgen einer unrichtigen Auskunft scheidet daher aus.“
Die DRV-Mitarbeiter sind ja hoffentlich gut abgesichert, denn bei grober Fahrlässigkeit kann - und muss sogar - die DRV den Mitarbeiter in Regress nehmen.
Vorschläge Rentenverbesserung
Von verschiedenen Interessengruppen werden naturgemäß auch unterschiedliche Lösungsvorschläge entwickelt.
Vorschläge der SPD:
So wurde von der SPD die Grundrente vorgeschlagen, bei der die Grundrente eine Mindestrente ist, bei der keine Bedürftigkeitsprüfung stattfindet und die nur dann gezahlt wird, wenn 35 Jahre Wartezeit erfüllt sind.
Wer die 35 Jahre nur um 1 Monat nicht erfüllt, hat nur Anspruch auf eine Grundsicherung (2018: 399 € zuzüglich anrechenbare Miete und Heizkosten).
Darüber hinaus sollen alle Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert werden, wenn sie keine eigene Altersversorgung in Form einer Altersversorgung selbst aufbauen).
Die Überprüfung der Bedürftigkeit wäre auf jeden Fall sinnvoll, denn so gibt es Ehepaare, bei denen - meist - der Ehemann eine Höchstrente bezieht (ca. 2.800 €) und die Ehefrau aufgrund des hohen Einkommens des Ehemanns nur immer Teilzeit gearbeitet hat.
Konsequenz: Ohne Bedürftigkeitsprüfung würde die Ehefrau die höhere Grundrente beziehen und somit eine wesentliche Besserstellung erfolgen, als wenn der Ehemann und die Ehefrau vollzeitgearbeitet hat, weil der Ehemann weniger verdient hat.
Auch die Mondeszeit von 35 Jahren würde vielen Alleinerziehenden nicht helfen. 365 Jahre Beitragszeit ist schon für Versicherte oft schwer erreichbar, auch wenn die Kindererziehungszeit mitzählt.
Die Einbeziehung der Selbstständigen ist sinnvoll, insbesondere dann, wenn der Selbstständige keine private Altersversorgung aufbaut. Gerade bei Selbstständigen kann sich die Planung auch verändern.
Ein Selbstständiger, der heute gut verdient, kann morgen am Existenzminimum nagen. Dies gilt nicht nur für die Mono-Selbstständigen, sondern auch für heute erfolgreiche Unternehmer, die plötzlich durch Verluste in die Insolvenz gehen müssen.
Aus diesem Grund ist die Einbeziehung aller Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung eine richtige Entscheidung, wenn keine eigene private bzw. betriebliche Altersversorgung insolvenzgeschützt besteht. Andere Sparformen, die nicht insolvenzgeschützt sind, sollten dabei nicht berücksichtigt werden (Beispiel: vermietete Immobilien, Aktien, Sparbücher etc.)
Letztendlich würden - und dies ist der Hauptgrund - Selbstständige, die keine lebenslange Altersversorgung haben, in der Rente dem Steuerzahler auf der Tasche liegen.
Link --> Vorschlag der SPD
Vorschlag des Sozialverbandes VDK
Der VDK geht hier noch einen Schritt weiter. Er schlägt nicht nur die Einbeziehung der Selbstständigen, sondern auch die Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung vor.
Zusätzlich schlägt der VDK die Anhebung des Arbeitgeber-Beitragsanteils von 2 % Zusatzbeitrag vor.
Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung - wäre nicht finanzierbar und extrem teuer für die gesetzliche Rentenversicherung
Diese Forderung ist nicht nur wirklichkeitsfremd, sondern darüber hinaus für die gesetzliche Rentenversicherung extrem teuer. (Gründe: Hier)
Arbeitgeberbeitrag um 2 % zur Rentenversicherung erhöhen
Auch dies ist - zumindest von heute auf morgen - wirklichkeitsfremd aus folgenden Gründen:
Würde der Arbeitgeber plötzlich 2 % mehr Beitrag aufwenden müssen, dann würde dies auf die Kosten der Produkte und Dienstleistungen unmittelbare Auswirkungen haben (Internationaler Wettbewerb, Inflation etc.). Darüber hinaus würde in der Rentenkasse von heute auf morgen mehr Geld eingehen, das nicht angespart werden darf, sondern sofort entweder wieder ausgegeben werden müsste oder zur Reduzierung des allgemeinen Beitragssatzes führen würde.
Die Auswirkungen auf die mathematischen Grundlagen (aktueller Rentenwert, insbesondere Nachhaltigkeitsfaktor §68 SGB VI ) würden hierdurch nicht verändert (Berechnungsgrundlagen § 68 SGB VI)
Sinnvoller wäre es, den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung langsam anzuheben und hierdurch die negative Auswirkung des Nachhaltigkeitsfaktors auszugleichen, so dass durch den demografischen Wandel keine weitere negative Entwicklung in der Rentenversicherung stattfindet (Äquivalenzrentner und Äquivalenzbeitragszahler)
Link --> Gesetzliche Rente Vorschlag VDK
Vorschlag - Die Linke - undurchführbar und realitätsfremd
Die Linke möchte, dass die Altersversorgung ausschließlich durch den Staat erfolgt. Eine staatliche Vollversorgung wird es jedoch in einer Demokratie nie geben können, insbesondere in einer sozialen Marktwirtschaft, in der durch den Staat nicht alles vorgegeben wird (wie in der früheren DDR).
Vorschlag AFD - Kritisieren und keinen echten wirklichkeitsnahen Vorschlag
Die Konzepte der AFD sind widersprüchlicher, als man dies jemals machen könnte.
Der Brandenburger Abgeordnete Norbert Kleinwächter will viel Rente für Kinderreiche, fast nichts für Kinderlose.
Höcke will eine sogenannte Staatsbürgerrente etablieren. Demnach sollen nur Menschen mit deutschem Pass eine Aufstockung der Rente erhalten, wenn sie nur geringe Alterseinkünfte zu erwarten haben.
Kommentar: Die Vorschläge sind allesamt nicht umsetzbar und zielen darauf ab, das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung abzuschaffen.
Für alle Versicherte wäre dies ein Fiasko. Die Altersversorgung muss aus einer Mischung von Umlage und Kapitalansparung stattfinden.
Beispiel: Wäre die gesetzliche Rentenversicherung bei dem Betritt der ehemaligen DDR kein Umlagesystem gewesen, dann wäre es nicht möglich gewesen, an die ehemaligen DDR-Rentner eine Rente zu zahlen.
Ein reines Kapitalanlagesystem hat seine Schwächen ebenso, wie das Umlagesystem.
Konzept der Grünen - etwas wirklichkeitsnaher, aber trotzdem nicht stimmig
Auch die Grünen wollen alle Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen, allerdings ist dies wie bereits erwähnt bei Beamten nicht zu finanzieren und auch für die gesetzliche Rentenversicherung extrem teuer (s. Link).
Bei der Mindestrente möchte die Grüne die Wartezeit auf 30 Jahren festlegen. Angerechnet werden soll auch die Zurechnungszeit.
Eine Einkommensprüfung (Bedürftigkeitsprüfung) bei der Mindestrente soll nicht stattfinden. Auch die betriebliche Altersversorgung und auch vorhandenes Vermögen soll nicht angerechnet werden.
Auch hier sind wirklichkeitsfremde Elemente noch vorhanden.
Familie A (Familieneinkommen mtl. 6.950 €)
Bei einer Familie mit einem sehr gut verdienender Ehepartner (A: mtl. 6.500 Euro) könnte es sich leisten, dass der Ehepartner (B) zu Hause bleibt oder nur einen Minijob (450 Euro) ausübt.
Familie B: (Familieneinkommen: mtl. 6.950 €)
Bei dieser Familie verdient der Ehepartner A und Ehepartner B jeweils 3.475 Euro, also genauso viel wie Familie A.
Wenn keine Bedürftigkeitsprüfung stattfindet, dann würde die Gesamtrente bei Familie A erheblich höher sein, denn die Ehefrau würde die Mindestrente beziehen, die weit über der Grundsicherung liegt.
Darüber hinaus ist der Reformvorschlag der Grünen in einer zusätzlichen Altersversorgung etwas laienhaft (Begründung s. hier)
Link--> Das Positionspapier der Grünen
Rentenvorschlag FDP
Wenn es nach der FDP geht, sollen alle Versicherten selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen.
Wer früher in Rente geht, muss - wie bisher auch mit Rentenabschlägen rechnen.
Voraussetzung für den früheren Renteneintritt ist nur, dass das Einkommen aus gesetzlicher Rente und sonstiger Altersvorsorge über dem Grundsicherungsniveau liegt – also das Existenzminimum abgesichert ist.
In der Folge muss sichergestellt werden, dass die länger arbeitenden Älteren bei der Rentenbesteuerung nicht durch die Erhöhung des zu versteuernden Rentenanteils „bestraft“ werden.
Die Höhe der Rente berechnet sich anhand der durchschnittlichen Lebenserwartung der jeweiligen Generation und kann sich über die Jahre verändern. Dieser jahrgangsindividuelle Faktor sorgt für eine solide Finanzierung und einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen. Damit trägt jede Generation ihre eigenen Kosten und bürdet sie nicht den nachfolgenden Generationen auf.
Die bestehende Hinzuverdienstgrenze soll abgeschafft werden.
Die betriebliche Altersversorgung und private Altersversorgung soll dadurch gestärkt werden, dass auch Geldanlagen in Aktien und Unternehmensbeteiligungen gefördert werden.
Neben teilweise interessanten Gesichtspunkten sind hier jedoch auch erhebliche Bedenken vorhanden.
Rentenbeginn und Rentenhöhe
Die Gliederung in sogenannte Kohorten (jeder Jahrgang hat eine andere Lebenserwartung und soll sich selbst finanzieren) führt zu unterschiedlichen Rentenhöhen. Ein Rentner, der in 10 Jahren in Rente geht, hat eine voraussichtlich um 30 Monate längere Lebenserwartung und würde hierdurch eine niedrigere Rente beziehen, als der Rentner, der heute in Rente geht.
Aus Versicherungstechnischer Sicht zwar logisch, allerdings führt dies zu erheblichen Ungerechtigkeiten. So ist bekannt, dass sehr gut verdienende Versicherte eine erheblich längere Lebenserwartung, als ein Geringverdiener hat. Wenn der sehr gut verdienende Arbeitnehmer sich aufgrund seines vergangenen Verdienstes leisten kann, früher in Rente zu gehen, dann wird dieser Rentner erheblich mehr Rente beziehen, als der Fabrikarbeiter, der noch 10 Jahre arbeiten muss, damit er sich die "Rente" leisten kann.
Die sozialen Brennpunkte würden hierdurch noch einmal der Gesellschaft schaden.
Betriebliche und private Altersversorgung durch Aktien und Unternehmensbeteiligungen
Auch hier ist größte Vorsicht geboten. Was zunächst als Freiraum des Bürgers angesehen wird, ist auch ein erhebliches Risiko für ihn, denn hier gibt es keine Garantien für eine Rentenzahlung.
Wer Unternehmensbeteiligungen erwirbt, ist von den Entwicklungen abhängig. Und so manches Unternehmen ging in den letzten Jahren auch mal in Konkurs, so dass der angesparte Betrag nicht mehr vorhanden ist.
Die Spitze des Eisberges kann dann sein, dass ein Sparer Unternehmensbeteiligungen erwirbt, aber nur einen Teil selbst einzahlt. Im Extremfall übernimmt der Sparer nicht nur das Risiko des Verlustes aus dem eingezahlten Betrag, sondern muss dann noch den nicht eingezahlten Unternehmensbeteiligungsanteil nachschießen.
Auch bei Aktien, bei denen keine Garantie vorhanden ist, sind als Altersversorgung nicht zu empfehlen. Eines der letzten
Wer Aktien von airberlin erworben hatte, steht heute mit "0" da. Aus diesem Grund müssen auch Garantien bei der zusätzlichen Altersversorgung vorhanden bleiben, zumindest eine indirekte Garantie wie es beim Sozialpartnermodell durch die PFAV vorhanden ist.
Bei allen geförderten Produktvarianten sollte auf jeden Fall die Garantie so hoch sein, dass der selbst gezahlte Sparbetrag am Ende vorhanden bleibt. Anlage in Fonds oder Aktien sollten durchaus möglich sein und die eine höhere Renditechance beinhalten; das Verlustrisiko sollte jedoch auch 25 % begrenzt werden.
Gezahlter Sparbeitrag: 75 %
Mindestförderungen: 25 %*
Gesamtanlagebetrag: 100 %
*aus Steuern und Sozialversicherung.
Gesetzliche Rente Vorschlag FDP
Gesetzliche Rente - Vorschlag Verbraucherzentrale
Der Vorschlag der Verbraucherzentrale klingt zwar bestechend einfach, führt jedoch völlig an der Problematik vorbei. Dieser Vorschlag ist in keiner Weise sinnvoll.
Link--> Vorschlag Extrarente
Doppelbesteuerung der gesetzlichen Rente
Renten müssen versteuert werden
Immer mehr Rentner müssen ihre Rente versteuern. Wer nur eine mtl. eine Rente von 1.000 Euro erhält (nur gesetzliche Rente mit Rentenbeginn 2019) wird auch die Rente versteuern müssen. Sofern noch andere Einkünfte vorhanden sind, beginnt die Steuerpflicht schon früher. Dies gilt zumindest für einen ledigen Rentner. Bei verh. Rentner beginnt die Steuerpflicht erst später.
Die Besteuerung der gesetzlichen Rente kurz erläutert:
Versteuerung der Renten und Zahlung der Rentenbeiträge vor 2005
Wer bis 2004 als Arbeitnehmer Beiträge in die #gesetzliche #Rentenversicherung einzahlen musste, konnte die Beiträge steuerlich nicht absetzen. Insofern war hierdurch das Nettogehalt niedriger (Abzug über Lohnsteuer).
Dafür war die gesetzliche Rente fast steuerfrei (#Besteuerung des #Ertragsanteils).
Es handelte sich um eine sogenannte #vorgelagerte #Besteuerung.
Versteuerung der Renten und Zahlung der Rentenbeiträge ab 2040
Ab 2040 werden die #Rentenversicherungsbeiträge zu 100% von der #Lohnsteuer befreit, wodurch im Vergleich zu 2004 mehr Netto ausgezahlt wird.
Als Ausgleich sind die gesetzlichen Renten dann zu 100% zu versteuern.
Man spricht von #nachgelagerter #Besteuerung.
Zwischen 2005 und 2039 gibt es eine #Übergangsregelung.
So werden im Jahr 2019 schon 88% der #Rentenversicherungsbeiträge bei der #Berechnung der #Lohnsteuer berücksichtigt, wodurch das #Nettoeinkommen höher ist.
Allerdings sind Renten, die 2019 beginnen, mit 76% dauerhaft zu besteuern. Genauer—> Es wird ein dauerhafter Freibetrag ermittelt, der dann steuerfrei ist.
Man nennt dies auch eine teilweise #nachgelagerten #Besteuerung.
Dies ergibt sich dadurch, dass der Rentner, der 2019 in Rente geht, Beiträge vor 2005 ohne #Steuervergünstigung und auch ab 2005 teilweise steuerbegünstigt Beiträge eingezahlt hat.
Regulär wäre dies eigentlich richtig, wenn sich die gesetzliche Rentenversicherung nicht verändert hätte.
Da die #gesetzliche #Rente durch vergangene #Neuregelungen (Regelaltersrente mit 67, Abschläge) sich verändert hat, müsste auch die Besteuerung der Renten reduziert werden.
Dies erfolgte jedoch nicht. Nachfolgend Tabellen der Deutschen Rentenversicherung
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2019_1.pdf?__blob=publicationFile&v=7
Im Wirtschaftsmagazin Capital ist hierzu folgender Interessanter Artikel erschienen—>
https://www.capital.de/geld-versicherungen/rente-der-zaehe-kampf-gegen-die-doppelbesteuerung
Wer ist schuld an der Rentenbesteuerung? Was hätte anders gemacht werden können?
Bei der Verabschiedung durch den Bundestag (von der vorgelagerten auf die nachgelagerten Besteuerung) hatten sich zunächst viele gefreut, dass mehr Nettoeinkommen zunächst übrig bleibt.
Von Dezember 2004 auf Januar 2005 verringerte sich die Lohnsteuer für alle Arbeitnehmer deutlich. Und so freute sich jeder Arbeitnehmer über "mehr Netto".
An die höhere Besteuerung der Rente dachte dabei keiner. Zar hatte die damalige Bundesregierung zwar immer wieder darauf hingewiesen, allerdings merklich angekommen ist diese Botschaft weder beim aktiven Steuerzahler, noch beim Rentner.
Lediglich die private Versicherungswirtschaft hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass es sinnvoll ist, die Altersversorgung über betriebliche oder private Altersversorgung aufzustocken.
So wurde von der privaten Versicherungswirtschaft die sogenannte Rüruprente entwickelt, bei der die Beiträge - wie die Beiträge zur gesetzlichen Rente - steuerlich behandelt wird und somit die Beiträge geltend gemacht werden können.
Im Prinzip hätte jeder aktive Steuerpflichtige (insbesondere die Arbeitnehmer) die Steuerersparnis für die spätere Besteuerung der Renten ansparen müssen. Umgesetzt hatten die tatsächlich wenige Arbeitnehmer.
Wenn man eine Schuld hier verteilen möchte, dann muss man dies nicht nur der Politik geben, sondern auch natürlich jedem eigenen Bürger, der den Nettomehrbetrag nicht konsequent angespart hat und lieber in den Konsum steckte.
Wäre die Steuerersparnis verpflichtend - oder mindestens als Automatismus (Opt-Out) - bei
- Arbeitnehmer in die betriebliche Altersversorgung
- Selbstständigen in die Rüruprente
- Beamten in die Riesterrente bzw. Rüruprente
eingezahlt worden, würden die Netto-Alterseinkünfte heute und auch in Zukunft wesentlich höher.
Für Arbeitnehmer mit Kleinrenten (unter 1.000 Euro) wäre die Situation heute ebenso erheblich besser. Sie bezahlen zwar auf ihre Rente (und auch in Zukunft wahrscheinlich) keine Steuern, hatten jedoch in der aktiven Beschäftigungsphase evtl. auch Steuervorteile.
Wäre dieser Steuervorteil auch bei diesen Beschäftigten verpflichtend in eine Vorsorge angelegt worden, würden auch diese Menschen eine höhere Rente erhalten.
Es zeigt sich, dass der mündige Bürger in der Altersversorgung verpflichtet werden muss - oder zumindest ein Automatismus vorhanden sein muss. Ein Opt-Out-Modell bewirkt, dass die Umwandlung von Beiträgen in
- Absicherung der Invalidität
automatisch erfolgt und nur ein Widerspruch des Arbeitnehmers diese zusätzliche Altersversorgung nicht durchführt.
Wie sich dies auswirkt, kann man in den Niederlanden sehen. Rund 88 % aller Beschäftigten erhalten zusätzlich eine betriebliche Altersversorgung.
Das Kind ist in den Brunnen gefallen - Welche Möglichkeiten bestehen?
Inzwischen treten die Konsequenzen ein. Die Nettorenten sinken und Geringverdiener erhalten eine Rente, von der man schwer leben kann.
Wer im Jahr 2017 mtl. 2.200 Euro Brutto verdient (Jahreseinkommen 26.400 € p.a. bei 12 Monatsgehältern), erhält hierfür 0,7120 Entgeltpunkte. Wer das Durchschnittseinkommen von 37.077 verdiente, erhält für das Jahr 2017 1,0 Entgeltpunkte.
Wer den Durchschnitt über 45 Jahre verdient erhält somit eine Rente von:
45 Jahre x 1,0 Entgeltpunkte x 32,03 (aktueller Rentenwert)= 1.441,35 Euro Brutto-Rente
Wer in den letzten 45 Jahren verhältnismäßig pro Jahr nur 0,7120 Entgeltpunkte erarbeitet hat, erhält eine Rente von:
45 Jahre x 0,7120 Entgeltpunkte x 32,03 = 1.026,24 € Monatsbruttorente
Diese Rentenhöhe ist brutto. Abgezogen werden hiervon noch Steuern und Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung.
Sofern man vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen möchte, wird der Brutto-Rentenbetrag von reduziert (pro Monat um 0,3 %). Wird der Rentenbeginn um ein Jahr vorverlegt, dann beträgt die Rentenkürzung 3,6 % der bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Entgeltpunkte.
Für einen Rentenbeginn mit Vollendung des 63. Lebensjahres würde (wenn die Wartezeiten von 35 Jahren erfüllt ist) ein Abschlag über 3,6 % (pro Jahr) x 4 Jahre = 14,4 % entstehen. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass der tatsächliche Abschlag wesentlich höher ist, da auch 4 Jahre kürzer eingezahlt wird und somit der Abschlag höher ausfällt.
Beim Durchschnittsverdiener würde sich dies wie folgt berechnen:
1,0 Entgeltpunkte x 0,856 (Zugangsfaktor) x 41 Jahre x 32,03 = 1.124,12 Euro
Die tatsächliche Rente mit 63 Jahren wäre somit um 22 % geringer (im Vergleich zu Rente mit 67). Beim Geringverdiener (Beispielberechnung) würde sich die Rente mit 63 wie folgt berechnen:
0,7120 EP x 0,856 x 41 Jahre x 32,03 = 800,37 Euro.
Nach Abzug von Krankenversicherung und Pflegeversicherung würde wohl auf jeden Fall eine Rente unterhalb des Sozialhilfeniveau entstehen.
Um die Problematik für zukünftige Rentner zu lösen, wäre es sinnvoll die betriebliche oder private Alters-, Hinterbliebenen- und Invaliditätsvorsorge verpflichtend als Opt-Out einzuführen, wobei der Arbeitnehmer die Wahlfreihit haben sollte, ob und wo er dies macht.
Natürlich sollte hierbei auch die Möglichkeit einer bewussten Abwahl zur Verfügung stehen. Vorsorgequoten aus den Niederlanden zeigen, dass ein Opt-Out hohe Umsetzungen einer betrieblichen oder privaten Vorsorge möglich machen.
Warum die Riesetrrente schwächelt - Riester-Rente muss verbessert werden
Die Riesterrente ist für viele Arbeitnehmer und auch Beamte durchaus interessant, wenn man den richtigen Anbieter hat und derzeit nicht 45 Jahre oder älter ist.
Allerdings hat die Riesterrente auch einige Nachteile, die nachfolgend erläutert werden.
Die Riesterrente etwas kompliziert für viele Bürger oft zu kompliziert
Viele Bürger tun sich schwer, die Riesterrente zu verstehen. Neben der Zulage wird eine Steuervergünstigung gewährt.
Positiv: Die Zulage wird direkt vom Sparbetrag abgezogen, so dass der zu zahlende Beitrag geringer ist.
Die Steuervergünstigung erfolgt allerdings erst mit der Steuererklärung.
Zulagen können sich ändern
Die Zulagenhöhe ist davon abhängig, ob man beispielsweise Kinder hat und wann die Kinder geboren sind (185 bzw. 300 Euro p.a.).
Die Zulagen werden so lange gewährt, bis das Kindergeld wegfällt.
Fällt das Kindergeld weg, müsste der zu zahlende Eigenbeitrag erhöht werden, damit man die eigene Zulage (Grundzulage: 175 Euro p.a.) voll ausgeschöpft wird.
Für den Ehegatten gibt es ebenso eine Zulage von 175 Euro (bzw. Wenn der Ehegatte selbst Arbeitnehmer oder Beamter ist, eigener unmittelbarer Anspruch).
Alles in allem ist die Riesterrente zwar interessant, allerdings in der Verwaltung zu kompliziert.
Gerade der Wegfall von Zulagen - wenn das Kindergeld wegfällt - sorgen oft zu Rückzahlungen von Zulagen von dem Anbieter.
Riester muss Mindestrente bzw. Mindestkapital am Laufzeitende sicherstellen
Was sich zunächst gut anhört ist, dass bei Riester am Ende der Sparphase eine Mindestvertragssumme vorhanden sein muss.
Die Niedrigzinsphase sorgt dafür, dass bei Riester die Anbieter hierdurch in der Kapitalanlage sehr beschränkt sind. Vorsichtige Kapitalanlage bedeutet auch auf Renditechancen für den Verbraucher zu verzichten.
Je höher die Renditechancen, desto höher ist natürlich auch das Kapitalanlagerisiko.
Bei einem Kapitalzins von 1% kann man naturgemäß weniger Risiken eingehen, als wenn der allgemeine Kapitalanlagezins bei 3 oder 4% liegt.
Da sich der Niedrigzins auch in den kommenden 20 Jahren nicht mehr ändern wird (nur noch geringfügig), muss für eine höhere Rendite das angesparte Sparguthaben auch chancenorientierter angelegt werden.
Da jedoch als Auszahlung mindestens das Gesamtguthaben am Ende der Sparphase vorhanden sein muss, können die Anbieter höhere Risiken nicht eingehen.
Aus diesen Gründen wäre es sinnvoll die Riesterrente zu reformieren.
Wie sollte die Riesterrente verändert werden?
1. Die Riesterrente sollte nicht nur bei Arbeitnehmern und Beamten gefördert werden, sondern für alle Bürger.
2. Die Riesterrente sollte aufgrund der noch lang andauernden #Niedrigzinsphase entweder
- jedem Geförderten die Freiheit lassen Selbst zu entscheiden, ob er lieber ein Garantieprodukt oder ein chancenorientiertes Produkt wählen möchte
- oderdie Mindestgarantie sollte auf 75 % der Gesamteinzahlung reduziert werden. Garantiert wären hierdurch im Durchschnitt trotzdem die tatsächlich selbst eingezahlten Eigenbeiträge, denn je nach Konstellation sind 25% der Einzahlungen mindestens aus staatlichen Förderungen.
Dies würde für den Bürger die Sicherheit geben, dass seine eigenen Einzahlungen sicher bleiben und eine wesentlich höhere Renditechance ermöglichen.
3. Auch der Förderweg gehört reformiert.
Es wäre wesentlich einfacher, wenn beispielsweise die Förderung ausschließlich über die Steuererklärung erfolgt, zumindest für alle Bürger, die ein Einkommen über 2.500 Euro p.m. (30.000 Euro p.a.) erhalten.
Grund: Die Zulage wird direkt abgezogen, die Steuervergünstigung kommt erst mit der Steuererklärung. Für Geringverdiener sollte die Zulage weiter gewährt werden, denn hierbei wird die Sparzahlung direkt entlastet.
Oder der Staat bezahlt eine pauschalierte Förderung, die prozentual bemessen wird und direkt vom Staat in den Rietservertrag eingezahlt wird. Vorteil wäre, dass dann der zu zahlende Beitrag des Bürgers dauerhaft klar erkennbar ist.
Beispiel: Der Riester-Gesamtbeitrag beträgt 100 €, davon werden 25 % an Zuschuss gewährt, so dass der tatsächliche Eigenbeitrag 75 Euro beträgt. Hierbei könnte man eine Beitragsobergrenze von 4 % aus der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze festlegen.
Fakt ist, dass die Riesterrente reformiert werden muss.
Die Niedrigzinsphase ist nicht von kurzer Dauer, sondern wird noch Jahre andauern.
Dies liegt nicht nur an der hohen Staatsverschuldung, wodurch die Staaten günstig Kredite finanzieren.
Viel entscheidender ist, dass die Bevölkerungsgröße in den Industrieländern rückläufig ist.
Mit 1,59 Kindern pro Frau wird die Bevölkerung von ca 82,5 Mio. in rund 40 Jahren auf etwa 64 - 73 Mio. schrumpfen (je nach Zuwanderung).
Und gerade dies hat enorme Auswirkungen darauf, dass die Niedrigzinsphase noch sehr lange erhalten bleibt.
Berufsunfähigkeit Erwerbsminderungsrente
Wichtig nicht nur für Berufsanfänger
Wie wichtig der Schutz bei Erwerbsminderung oder Berufsunfähigkeit ist, wird dann erst deutlich, wenn man sich die Berechnung vor Augen führt.
Zwar wurde die Höhe der Erwerbsminderungsrente 2019 für neu beginnende Erwerbsminderungsrenten verbessert, allerdings darf man nicht übersehen, dass die Erwerbsminderungsrente nur einen Minimal-Versicherungsschutz bietet.
Warum dies so ist, wird deutlich, wenn man auf den Link klickt (Hier klicken)
Grundrente auch für Geringverdiener finanzierbar
Die Grundrente hat ihre Berechtigung nicht nur aus sozialer Sichtweise, sondern auch aus finanzmathematischer Berechnung.
Versicherte, die in Deutschland sehr gut verdient hatten, leben länger, als Geringverdiener.
Die gesetzliche Rentenversicherung muss somit im Durchschnitt bei Versicherten mit einem geringen Einkommen nicht nur mtl. weniger Rente, sondern auch die Rente kürzer leisten.
Hierzu ein Beispielvergleich:
- Rentner A erhält eine mtl. Rente von 1.000 Euro (Lebenserwartung: 15 Jahre)
- Rentner B erhält eine mtl. Rente von 2.000 Euro (Lebenserwartung: 22 Jahre)
Ohne Zins- und Rentensteigerung würde
- Rentner A 180.000 Euro (1.000x12 Monx15 Jahre)
- Rentner B 528.000 Euro (2.000x12 Monx22 Jahre)
in der jeweiligen Rentenzeit erhalten.
Auswirkung Hinterbliebenenrente auf Gesamtleistung
Noch nicht berücksichtigt ist, dass nach dem Tod eine Hinterbliebenenrente weiter gezahlt werden muss und bei hohen Renten ggf. eine Hinterbliebenenrente an die Witwe / den Witwer aufgrund zu hohen Einkünften beim besserverdienenden Rentner B entfällt (z. B. Mieteinkünfte, wenn ab 2002 geheiratet wurde).
Da der Rentner A (Geringverdiener) wahrscheinlich aufgrund seiner Gehaltsentwicklung keine zusätzlichen Einkünfte aufbauen konnte, wird hier dann die Hinterbliebenenrente geleistet werden müssen.
Darüber hinaus muss noch angemerkt werden, dass es weitere Einflussfaktoren gibt, die noch nicht berücksichtigt sind:
1. So gibt es auch sehr gut verdienende Berufsgruppen, die durchaus eine kürzere Lebenserwartung haben und eine hohe Rente erhalten.
2. Ebenso wirkt sich auf die Gesamtrentenzahlung auch aus, ob der bzw. die Altersrentner(in) verheiratet war und wie groß der Altersunterschied (zwischen dem Versicherten und den zukünftigen Hinterbliebenen) ist.
In der durchschnittlichen Gesamtbetrachtung ist es jedoch so, dass der Regelaltersrentner
- A mit 31,2207 Entgeltpunkten (=mtl. Rente von 1.000 Euro) insgesamt 180.000 Euro
- B mit 62,4415 Entgeltpunkten (=mtl.Rente von 2.000 Euro) mit insgesamt 528.000 Euro
bezogen hat (Grundlage aktueller Rentenwert bis 30.06.2019, § 68 SGB VI).
Pro Entgeltpunkt bezieht der
- Rentner A: 5.765,41 Euro
- Rentner B: 8.455,91 Euro
Diesem Argument darf sich der Gesetzgeber nicht verschließen, wenn es um das Thema #Grundrente geht.
Insofern ist es für den Durchschnitt der Rentner keine soziale Leistung, wenn Geringverdiener nach 35 Jahren Wartezeit eine Rente bezieht, die höher ist, als die reguläre Rente wäre.
1. Die o. g. Monatsrenten sind Bruttorenten. Hiervon muss noch die Kranken-, Pflegepflichtversicherung und ggf. noch Steuern abgezogen werden. Je höher die Renten sind, desto höher sind natürlich auch die Steuern.
2. Eine zusätzliche Altersversorgung ist jedem Versicherten zu empfehlen, wobei zu der Altersversorgung auch die Pflegezusatzversicherung gehört. Der heutige Eigenanteil von rund 2.000 Euro ist alleine durch die Rente nicht finanzierbar.
3. Reine Kapitalanlage schafft noch keine Rente. Wer beispielsweise
- 100.000 Euro angespart hat,
- mit 2% anlegt,
- mtl. 1.000 Euro entnimmt,
hat das Kapital nach 9,12 Jahren verbraucht.
Insoweit sind reine Kapitalanlagen nicht sinnvoll. Es sollte somit immer eine lebenslang garantierte Rentenoption vorhanden sein.
4. Auch bei den Renten gibt es vielfältige Möglichkeiten.
Neben der reinen Privatrente gibt es die staatlich geförderte:
Ein Rezept für jeden gibt es nicht.
Zu unterschiedlich sind die persönlichen Voraussetzungen.
Das Wichtigste ist, dass bei Rentenbeginn eine lebenslang garantierte Rente gewährt wird.
Und dies gilt nicht nur für die Geringverdiener, sondern auch für einen Versicherten, der 45 Jahre immer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient hat. Denn letztendlich ist die Rente auch in diesem Fall nur bei ca. 2.828 Euro Brutto.
Sonntag, 16. Juni 2019 von Renten-Experte
Notfallordner - Vorsorge im Ernstfall
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- Warum sollte das Original-Scheidungsurteil aufbewahrt werden?
- Was müssen unverheiratete Paare besonders beachten?
- Welche Besonderheiten sind in der betrieblichen Altersversorgung dringend zu beachten?
- Besondere Tipps für geschiedene Ehepaare
Notfallordner Beamte, Notfallordner Pensionär
Donnerstag, 20. Juni 2019 von Renten-Experte
Auf geht es zur Zeitreise in der Rentenversicherung
Die Anhebung der Regelaltersgrenze von 67 auf 69 Jahren ist aus wissenschaftlicher Sicht unvermeidbar.
1. Lebenserwartung verlängert sich. Wenn die durchschnittliche Lebenserwartung steigt, muss auch die #Rente über einen längeren Zeitraum gezahlt werden.
2. Die Geburtenrate mit 1,59 Kindern pro Frau sind deutlich unter der notwendigen Geburtenrate von 2,1 Kindern. Der heutige fehlende Nachwuchs fehlt in 20-25 Jahren an Erwerbstätigen.
Dies war auch vor 20 Jahren nicht anders. Hierdurch hat sich der heutige Fachkräftemangel ergeben.
Die Zuwanderung konnte diesem Problem nur teilweise entgegenwirken.
Eine vollständige Lösung dieses Fachkräftemangel-Problems wäre nur dann möglich, wenn die Zuwanderung jährlich bei ca. 260.000 liegen würde.
3. Aufgrund dieser demographischen Entwicklung wird das Verhältnis von Erwerbstätigen und Rentnern zugunsten der #Rentner ansteigen.
Da die heutigen Renten aus heute eingezahlten Beiträgen finanziert werden (Umlagesystem), müssen entweder die Beiträge erhöht oder die Renten gesenkt werden.
Das Verhältnis Beiträge zu Rente ergibt sich aus § 68 SGB VI. Dort wird in § 68 Abs. 4 (Formel § 68 Abs. 5 SGB VI) der #Nachhaltigkeitsfaktor berechnet.
Eine Zeitreise macht das Problem deutlich
Würde man die Zeit einfach um ca. 30 Jahre nach vorne drehen (also die Bevölkerung einfach 30 Jahre älter machen), dann ergibt sich eine Reduzierung der Erwerbstätigen und eine weitere Erhöhung der Rentneranzahl.
Bevölkerungsentwicklung, Zuwanderung, Geburtenrate, Erwerbsquote nehmen also direkten Einfluss auf die Rentenhöhe.
Die Hochrechnung von 37-42% unterstellt die verschiedenen Einflussfaktoren. Der Wissenschaftler Axel Börsch-Supan vom Max-Planck-Institut kommt im Übrigen auf ca. 42%. (Link—> https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/grundrente-experte-kritisiert-spd-plaene-staat-hat-kein-geld-zu-verschenken_id_10840681.html)
2. Die Mietobjekte müssten auch im Alter verwaltet werden (Mietabrechnung, Neuvermietung, Mietausfallrisiko etc.)
4. Mitentscheidend ist der Standort einer Immobilie (Region und Lage). Durch die Digitalisierung und das autonomes Fahren wird sich der Bedarf durch andere Lebensgewohnheiten verändern. Inwieweit Großstädte, Ballungszentren und Universitätsstädte weiter diesen Bedarf an Wohnimmobilien haben, kann durchaus bezweifelt werden.
– zu Beginn der Rente eine lebenslang garantierte Rente gezahlt,
– bis zum Rentenbeginn auch bei Berufsunfähigkeit eine Rente geleistet,
Nicht zu vergessen ist bei der Höhe der Altersversorgung der evtl. Pflegefall, der mtl. ca 2.000 Euro Eigenkosten heute veranschlagt wird.
Nur wenn diese Bedingungen der Altersversorgung erfüllt sind, besteht eine ausreichende Altersvorsorge.
Montag, 1. Juli 2019 von Renten-Experte
Rentenanpasssung und die Auswirkungen auf Steuern Krankenversicherung und Hinzuverdienst
Rentenerhöhung Wirkung auf Witwenrente, Nachhaltigkeitsfaktor
Zum 1.7.2019 wurden die Renten erhöht. In Westdeutschland steigt die Bruttorente um 3,18 %. In Ostdeutschland steigt die Rente um 3,91 %.
Eigentlich wäre die Rentenerhöhung bei 2,39 % (West), bzw. 2,99 % (Ost).
Zusätzlich wirkte sich der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor (§ 68 SGB VI) aus. Der Nachhaltigkeitsfaktor spiegelt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern wider.
Da die Anzahl der Beschäftigten sich (noch) sehr gut entwickelt hat, beeinflusste der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,64 Prozentpunkten die Rentenerhöhung (noch) positiv (Wichtig: siehe unten). Der Nachhaltigkeitsfaktor hat somit 26,78 % der Rentenerhöhung ausgemacht.
Für Witwenrenten und Erziehungsrenten ergibt sich zusätzlich eine Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze. Hierzu hier weitere Informationen.
Die Rentenerhöhung zum 1.7.2019 führt allerdings teilweise zu einer Besteuerung oder zu einer leicht angestiegenen Einkommensteuer sowie zu einer Beitragsanpassung für gesetzlich Krankenversicherte.
Aus dem Rentenerhöhungsbetrag werden in der Kranken- und Pflegeversicherung 10,35 % (sofern nie Kinder vorhanden waren: 10,6 %) abgezogen.
Rente Brutto: 1.000 Euro
Rentenerhöhung: 31,80 €
erhöhter Kranken- und Pflegeversicherung: 3,29 €
Die Berechnung der Steuern stellt sich etwas umfangreicher dar. Hierbei ist die zu berechnende Steuer von dem zu versteuernden Einkommen abhängig. Bei einem zu versteuernden Einkommen bis zu 9.168 Euro (verheiratet bis 18.336 €) sind keine Steuern zu bezahlen. Die Rente kann selbst hierbei wesentlich höher sein, da zusätzlich noch andere verschiedene Freibeträge abgezogen werden und auch der steuerpflichtige Teil am Beginn der Rentenzahlung abhängig ist.
Wichtige Ergänzung zum Thema Nachhaltigkeitsfaktor:
Der Nachhaltigkeitsfaktor, der bei der Berechnung des aktuellen Rentenwertes berücksichtigt wird, beeinflusst die Rentenerhöhungen in den kommenden Jahren erheblich stärker. Dann nicht mehr positiv, sondern eher negativ.
Steigt die Anzahl der Rentner überproportional an und sinkt die Anzahl der Beitragszahler, dann wird der Nachhaltigkeitsfaktor negativ. Dies kann und wird dann auch dazu führen, dass Rentenerhöhungen ggf. ausbleiben und die Renten wertmäßig nicht steigen und unter Berücksichtigung einer Inflation sogar sinken.
So schön die zusätzliche Rentenerhöhung durch den Nachhaltigkeitsfaktor für die heutigen Rentner ist, je bedenklicher ist die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors für die Rentenzahlungen ab ca. 2025/2030.
Warum dies so ist, steht im Artikel "Rente mit 69"
Donnerstag, 11. Juli 2019 von Renten-Experte
Zur Altersversorgung gehört Pflegeabsicherung
Pflegeversicherung muss Bestandteil der Altersversorgung sein
Die Grundversorgung einer vernünftigen Altersversorgung bildet die gesetzliche Rentenversicherung, bzw. ein Versorgungswerk sowie die Rüruprente.
Diese wird und muss durch die private Altersversorgung und die betriebliche Altersversorgung ergänzt werden, denn derzeit gibt es zwar noch die doppelte Haltelinie (wer 45 Jahre im Durchschnitt aller verdient hat, erhält danach 48 % des Gehalts), allerdings werden die 48 % Leistung bei einem Beitragssatz von max. 20 % nicht langfristig gehalten werden.
Bestandteil einer vernünftig garantierten Altersversorgung muss auch:
- die Absicherung bei Berufsunfähigkeit
- die Fortsetzung des Altersversorgungs-Sparvorgangs bei Berufsunfähigkeit
- die Hinterbliebenenversorgung
Ein weiterer Bestandteil der Altersversorgung wird sehr oft (in 95 %) übersehen. DER PFLEGEFALL!
Im Pflegefall - den im Übrigen auch junge Menschen immer wieder durch Unfall und Krankheit treffen - muss sichergestellt werden, dass die Pflegekosten finanziert werden.
Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung bietet ausschließlich einen Grundschutz an. So entstehen beispielsweise bei Pflegegrad 1 ca. 2.600 Euro Eigenkosten. Bei Pflegegrad 2-5 betragen ist der Eigenanteil bei rund 2.375 Euro (Quelle: Pflegeheim in einer Kreisstadt in Baden-Württemberg (https://www.pflege-navigator.de/index.php?module=nursinghome&id=28414 )
Bei einer Befragung waren 25 % aller Personen der Auffassung eine private Pflegezusatzversicherung zu besitzen. Tatsächlich wurde jedoch der Begriff Pflegepflichtversicherung mit dem Begriff Pflegezusatzversicherung verwechselt. Tatsächlich haben nur 5 % aller Einwohner eine private Pflegezusatzversicherung.
Ob die Eigenbeteiligung in der Pflegepflichtversicherung nicht anwächst, muss kritisch hinterfragt werden, da die Anzahl der Pflegefälle mittelfristig erheblich ansteigen wird, so dass entweder der Beitragssatz auf rund 5 % ansteigen muss oder die Leistungen reduziert werden müssen.
Auch dies ist ein Grund, warum die Pflegezusatzversicherung
- steuerlich besser begünstigt werden müsste
- und auch in der betrieblichen Altersversorgung anerkannt werden sollte. Im Betriebsrentenstärkungsgesetz (BetrAVG) ist sie bisher noch nicht berücksichtigt.
Gerade die o. g. Absicherungen (Berufsunfähigkeit, Hinterbliebenenversorgung, Pflegezusatzversicherung etc.) fehlen bei so manchem Reformvorschlag verschiedener Gruppierungen (z. B. Grüne, Verbraucherzentrale etc.).
Nur die Altersversorgung als reinen Sparvorgang gesetzlich zu verbessern, ist keine Lösung, sondern nur Augenwischerei. Gründe: Entweder eine Person wird berufsunfähig, verstirbt frühzeitig (Hinterbliebenenversorgung) oder wird sehr alt und das ersparte Vermögen ist schneller aufgebraucht und man wird dann noch Pflegefall,