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Timestamp: 2018-07-17 07:32:20
Document Index: 342550592

Matched Legal Cases: ['§ 545', '§ 545', '§ 546', '§ 545', '§ 545', '§ 546', '§ 545', '§ 546', '§ 545']

ᐅ wohnung gekündigt und keine neue Wohnung gefunden - Mietrecht - JuraForum.de
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Dieses Thema "ᐅ wohnung gekündigt und keine neue Wohnung gefunden - Mietrecht" im Forum "Mietrecht" wurde erstellt von Susi2, 29. März 2010.
Susi2 Junior Mitglied 29.03.2010, 18:02
Was passiert, wenn die Mieterin ihre Wohnung rechtzeitig, z. B. zum Ende März, gekündigt, nun aber in den letzten drei Monaten doch keine geeignete Wohnung gefunden hat.
Die Mieterin muss weiter Miete zahlen, das ist klar aber was ist, wenn sie dann eine geeignete Wohnung gefunden hat? Muss sie dann erneut kündigen oder kann sie ausziehen?
Ron-Wide V.I.P. 29.03.2010, 18:26
AW: wohnung gekündigt und keine neue Wohnung gefunden
Muss sie dann erneut kündigen oder kann sie ausziehen?
Nö, weder noch! Sie muss zum Kündigungstermin die Wohnung geräumt und übergeben haben!
Nur dann, wenn der Vermieter ein weiteres Verbleiben erlaubt, könnte die Mieterin in der Wohnung verbleiben.
Die Kündigungsfrist würde dann wieder neu beginnen!
J.Sand Forum-Interessierte(r) 29.03.2010, 18:34
Zitat von Susi2:
Hallo ich bin kein Jurist, war allerdings schon zweimal in dieser Situation:
beim ersten Mal wurde die Wohnung gekündigt und dannach monatlich verlängert (der Vermieter hat sich aber nur darauf eingelassen, da kein potenzieller Nachmieter vorhanden war), die Verlängerung wurde schriftlich gemacht, aber immer nur bis Monatsende.
beim zweiten Mal genau wie beim ersten Fall, jedoch war ein Nachmieter vorhanden (der aber zum Glück auch variabel mit dem Einzugstermin war) da wurde das dann mündlich vereinbart.
(dies sind nur Beispiele und entsprechen sicherlich nicht der Regel)
am besten einfach mal mit dem Vermieter reden (falls möglich).
Ansonsten, wenn ein Mieter nicht ausziehen sollte, muss ein Vermieter erstmal mit ner Räumungsklage anrücken (und sowas zieht sich auch immer einige Monate hin)...
772 V.I.P. 29.03.2010, 19:05
Bitte den Beitrag nach den Forenregeln verändern - konkrete Rechtsfragen dürfen nicht beantwortet werden!
Ron-Wide V.I.P. 29.03.2010, 19:09
Zitat von J.Sand:
beim zweiten Mal genau wie beim ersten Fall, jedoch war ein Nachmieter vorhanden (der aber zum Glück auch variabel mit dem Einzugstermin war) da wurde das dann mündlich vereinbart.(dies sind nur Beispiele und entsprechen sicherlich nicht der Regel) am besten einfach mal mit dem Vermieter reden (falls möglich).
Eigentlich ist es doch für diesen fiktiven Fall völlig uninteressant, was für persönliche Erfahrungen irgendjemand schon mit der Nichteinhaltung von Verträgen gemacht hat.
Sollten wir nicht lieber die rechtlichen Möglichkeiten betrachten.
Und über die Räumungskosten, die locker mehrere tausend € betragen können, sollte man auch reden. Möglicherweise noch über den Schadensersatz für den Nachmieter, der nicht einziehen kann. Ich möchte den Beitrag nicht als Hilfestellung werten, sondern eher als negatives Beispiel.
Susi2 Junior Mitglied 29.03.2010, 19:31
Natürlich ist das keine konkrete Frage sondern ein Gedankenexperiment.
Wenn die Mieterin nach einer Kündigung, mit Einverständnis der Vermieterin (es gibt auch keine Nachmieter) in der Wohnung bleibt, was passiert dann mit den Kündigungsfristen?
Meine Logik sagt mir auch, die Kündigungsfristen beginnen von neuem, denn sonst könnte ja jeder Mieter die Fristen umgehen, in dem er gleich nach Einzug wieder kündigt. Aber ich bin keine Juristen - was sagen also die Juristen dazu?
vico V.I.P. 29.03.2010, 20:04
Ist der Vermieter mit dem Verbleib in der Wohnung einverstanden, muss die Mieterin erneut kündigen mit gesetzlicher Kündigungsfrist. Das heißt, sie muss weitere 3 Monate zahlen, auch wenn sie vorher eine neue Wohnung gefunden hat. 3 Monate dürften eigentlich zur Wohnungssuche ausreichen. Bis dahin sollte sich etwas finden.
Ralle82 Forum-Interessierte(r) 30.03.2010, 00:46
Ist der Vermieter nicht einverstanden, kann er (neben der Möglichkeit, Räumungsklage zu erheben) Schadensersatz fordern. Dazu gehören z.B. eine alternative Unterbringung des Nachmieters (hier erfolgt die Durchreichung des Schadens des neuen Mieters, da natürlich der Vermieter erst einmal gegenüber diesem schadensersatzpflichtig ist), Kosten für Wohnungsanzeigen und Besichtigungstermine, etc. ... Bezahlt wird dann auch nicht mehr die ursprüngliche Miete, sondern die Kosten für den Nutzungsausfall. Die können natürlich erheblich über der Miete liegen.
772 V.I.P. 30.03.2010, 09:40
Ganz allgemein kann man es für alle Fälle einer gekündigten Wohnung ruhig deutlicher ausdrücken: Es fällt die Miete an (ggf. höhere Miete des Nachmieters) + Kosten für den Nutzungsausfall, wie von Dir genannt.
Nicht zu vergessen die mögliche Räumungsklage: Streitwert ist eine Jahresmiete, da ist man schnell ein paar tausend Euro an Gerichts- und Anwaltsgebühren los!
Spätestens bis zu diesem Urteil sollte man ausgezogen sein, weil sonst noch der Gerichtsvollzieher aktiv wird - Gebühren, Einlagerungskosten für Möbel etc...
Fazit: Es gibt nur zwei günstige Alternativen:
- rechtzeitig ausziehen (und ggf. renovieren)
- sich mit dem Vermieter einigen, ggf. auch auf Kosten einer höheren Miete!
schielu V.I.P. 30.03.2010, 10:46
Das Thema ist über § 545 BGB geregelt.
Ron-Wide V.I.P. 30.03.2010, 13:52
Nicht das jemand auf die Idee kommt und glaubt, nun er hätte mit dem § 545 BGB diesen Fall gelöst. Die Fortsetzung des Mietverhältnisses ist vom Vermieter abhängig.
Es geht hier nicht um eine stillschweigende Verlängerung, wie nach einem Zeitmietvertrag oder einem Kündigungsverzicht. Hier wurde fristgerecht gekündigt und dieser Vorgang läuft nach § 546 BGB ab.
Was zwischen Vermieter und Mieter an persönlichen Übereinkünften abgesprochen wird, steht auf einem andern Blatt.
schielu V.I.P. 30.03.2010, 14:22
Faszinierend, wie RW ständig versucht die Gesetze auf den Kopf zu stellen!
Nutzt der Mieter die Wohnung weiterhin auch nach Ablauf der Mietzeit ( = Kündigungstermin), muss ihm der Vermieter innerhalb von zwei Wochen seit Kenntnis von der Weiternutzung erklären, dass er nicht mit einer Fortsetzung des Mietverhältnisses einverstanden ist. Tut er das nicht, verlängert sich das Mietverhältnis gemäß § 545 BGB auf unbestimmte Zeit und es wird eine neue Kündigung erforderlich. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Anwendung des § 545 BGB vertraglich ausgeschlossen worden ist. Das hat mit Zeitmietvertrag und dem 546 gar nichts zu tun!
Ron-Wide V.I.P. 30.03.2010, 18:50
Man könnte jetzt nochmal die Eingangsfrage und die erste Antwort betrachten und man würde dabei feststellen, dass die Frage im Hinblick auf den § 546 BGB richtig und vollständig beantwortet wurde.
Der Einwand mit Blick auf § 545 BGB hat nichts mit dem Vorgang zu tun, da von einer Rücksprache mit dem Vermieter keine Rede war. Die Mieterin hat hat wohl angenommen sie müsse nur wohnen bleiben und alles wird gut. Der Mieterin war nicht bekannt, ob die Wohnung bereits fristgerecht weiter vermiete wurde und der Vermieter bei einer nicht fristgerechten Wohnungsübergabe sofort einer Fortsetzung widersprochen hätte.
772 V.I.P. 30.03.2010, 20:49
Man könnte jetzt nochmal die Eingangsfrage und die erste Antwort
von Ron-Wide!
betrachten und man würde dabei feststellen, dass die Frage im Hinblick auf den § 546 BGB richtig und vollständig beantwortet wurde.
Ach, R-W...
Der Einwand mit Blick auf § 545 BGB hat nichts mit dem Vorgang zu tun, da von einer Rücksprache mit dem Vermieter keine Rede war.
545 kommt doch gerade dann zum tragen, wenn es an Rücksprache fehlt. "Stillschweigend" heißt das Zauberwort.
Allerdings haben Sie Recht, 545 ist irrelevant, jedoch gerade weil es eine Rücksprache gegeben hat. Die Frage wurde nach Ihrer brillianten ersten Antwort wie folgt präzisiert:
Der Mieterin war nicht bekannt, ob die Wohnung bereits fristgerecht weiter vermiete wurde und der Vermieter bei einer nicht fristgerechten Wohnungsübergabe sofort einer Fortsetzung widersprochen hätte.
ist damit haltlos - für diesen Fe ler sollten Sie sich einen Minuspunkt geben bzw. einen Tag lang auf Ihre Egobooster-Signatur verzichten.
Dr.Kamphausen V.I.P. 31.03.2010, 00:13
Dies ist ohne weiteres möglich, ohne dass eine Mietverhältnis enstünde.
Deshalb gibt es auch keine erneuten Kündigungsfristen.