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Timestamp: 2018-06-24 12:36:56
Document Index: 20862597

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 8', '§ 52', '§ 53', '§ 54', '§ 52', '§ 9', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 8', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 6', '§ 9', '§ 1', '§ 12', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 9']

Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 24 – Spendenabzug
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6.5.2 Spendenabzug
Zu den abziehbaren Aufwendungen gehören Spenden, soweit sie den Vorgaben des § 9 Abs. 1 Nr. 2 bzw. 9 Abs. 2 KStG entsprechen.
6.5.2.1 steuerbegünstigte Spendenzwecke
Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG sind vorbehaltlich des § 8 Abs. 3 KStG Zuwendungen (Spenden u. Mitgliedsbeiträge) zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der §§ 52 – 54 AO an eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine inländische öffentliche Dienststelle oder an eine nach 5 Abs.1 Nr. 9 KStG steuerbefreite Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse abziehbar.
Steuerbegünstigte Zwecke sind mildtätige (§ 53 AO), kirchliche (§ 54 AO), sowie die in § 52 AO genannten gemeinnützigen Zwecke.
Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 KStG sind nicht abziehbar die Mitgliedsbeiträge an Körperschaften, die
den Sport, § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO
kulturelle Betätigungen, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen
die Heimatpflege und Heimatkunde, § 52 Abs. 2 Nr. 22 AO oder
Zwecke im Sinne des § 52 Abs. 2 Nr. 23 AO, wie die Förderung der Tier- und Pflanzenzucht, der Kleingärtnerei, der Soldaten- und Reservistenbetreuung und des Hundesports
6.5.2.2 Höhe des Abzugs
Die Abziehbarkeit beschränkt sich auf 20% des Einkommens, vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 2, 1. KStG bzw. auf 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne u. Gehälter, vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 2, 2. KStG.
Sofern Zuwendungen, die grundsätzlich abziehbar sind, die Höchstbeträge nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG überschreiten, sind sie im Rahmen der Höchstbeträge in den folgenden Veranlagungszeiträumen abzuziehen, § 9 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 KStG. Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 KStG gilt § 10 d Abs. 4 EStG entsprechend.
Die J & B GmbH hat 2015 folgende Zuwendungen geleistet:
zur Förderung von Wissenschaft und Förderung 15.000 €
zur Förderung der Religion 10.000 €
an eine politische Partei 5.000 €
Das Einkommen der J & B GmbH beträgt 230.000 € nach Abzug der Zuwendungen von insgesamt 30.000 €. Der Gesamtbetrag der Einkünfte wird für den VZ 2015 wie folgt ermittelt.
Das Einkommen nach Abzug der Zuwendungen beträgt 230.000,- €. Nun rechnet man sämtliche Zuwendungen (15.000 + 10.000 + 5.000) hinzu und erhält die Summe der Einkünfte in Höhe von 260.000 €. Von der Summe der Einkünfte werden die abzugsfähigen Zuwendungen ermittelt. Dabei werden nur die Zuwendungen zur Förderung von Wissenschaft und Förderung und zur Förderung der Religion herangezogen, da Zuwendungen an eine politische Partei gem. § 8 Abs. 1 i.V.m. § 4 Abs. 6 EStG nicht abzugsfähig sind d.h. es sind Zuwendungen von insgesamt 25.000 € zu berücksichtigen.
Nach § 9 Abs. 1 Nr. 2, 1. KStG sind maximal 20 % von der Summe der Einkünfte abziehbar d.h. 20 % von 260.000 €. Mithin können 52.000 € als geleistete Zuwendungen anerkannt werden. Im Ergebnis betragen die Einkünfte 235.000 € (260.000 ./. 25.000 = 235.000).
Wären die tatsächlichen Zuwendungen jedoch höher gewesen als der Höchstbetrag, so wäre die Differenz in den Folgejahren abziehbar § 9 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 KStG.
6.5.2.3 Sachspende
Neben reinen Geldspenden ist die Zuwendung von Wirtschaftsgütern als Sachspende möglich und damit vom Einkommen abziehbar. Ausgenommen sind jedoch Nutzungen und Leistungen, vgl. § 9 Abs. 2 S. 2 KStG.
Im Fall der Sachspende ist der Wert der Zuwendung gem. § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 1 u. 5 EStG zu ermitteln.
6.5.2.4 Großspende
Soweit bisher ein Großspendenvortrag über einen zeitlich begrenzten Zeitraum möglich war (Einzelzuwendungen von mindestens 25.565,00 €), ist eine solche Begrenzung nicht mehr vorgesehen. Die Großspendenregelung wurde durch einen zeitlich unbegrenzten Spendenvortrag ersetzt, vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 2 S. 3 KStG.
Eine GmbH hat im vergangenen Kalenderjahr verschiedene Spenden für kirchliche Zwecke i.H.v. 12.000,00 €, an eine politische Partei i.H.v. 2.500,00 € und für besonders förderungswürdige kulturelle Zwecke i.H.v. 7.000,00 € vorgenommen. Nach Abzug aller Spenden beträgt das Einkommen lediglich 78.500,00 €.
Einkommen 78.500,00 € + sämtliche Spenden 21.500,00 € = Einkommen vor Spendenabzug 100.000,00 €
20 % von 100.000,00 € = 20.000,00 € ist die maximale Abziehbarkeit der Spenden
Die Spende für die kulturellen und kirchlichen Zwecke ergeben insgesamt 19.000,00 €; die Spende an die politische Partei ist nicht abzugsfähig.[1]
Im Ergebnis: 100.000,00 € ./. 19.000,00 € = 81.000,00 € (Einkommen)
Das richtig auszuweisende Einkommen liegt bei 81.000,00 €.
[1] BVerfG vom 09.04.1992 (2 BvE 2/89), BStBl 1992 II, 766.
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 01 – Einführung, Steuerpflicht
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 02 – Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 - 6 KStG
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 03 – Ausländische Gesellschaften, Auswirkungen der unbeschränkten Körperschaftsteuerpflicht
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 04 – Beschränkte Steuerpflicht, Beginn der Körperschaftsteuerpflicht, Ende der Steuerpflicht wegen Liquidation und Entstrickung
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 05 – Entstrickungstatbestände nach § 12 KStG
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 07 – Steuerbefreiungen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 08 – Ermittlung des Einkommens im Allgemeinen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 09 – Einkommen, Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 10 – Gewinnausschüttungen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 11 – Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, Zuwendung der Kapitalgesellschaft, gesellschaftsrechtliche Verursachung der verdeckten Gewinnausschüttung
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 12 – Verdeckte Gewinnausschüttung, Besonderheiten bei beherrschendem Gesellschafter
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 13 – Klarheitsgebot, Rückwirkungs- bzw. Nachzahlungsverbot, Durchführungsgebot
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 14 – Beweislast für das Vorliegen, Rückgewähr, Wert einer verdeckten Gewinnausschüttung, Einzelfälle zu den verdeckten Gewinnausschüttungen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 15 – Pensionszusagen, Tantiemen, Geschäftsführervergütung
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 16 – Einlagen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 17 – Einzelheiten im Zusammenhang mit einer Unternehmenssanierung
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 19 – Verzicht auf Pensionsansprüche
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 20 – sonstiges Einkommen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 21 – Besonderheiten bei Körperschaften
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 22 – Gewinnminderung § 8b Abs. 3 KStG
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 23 – Regelung des § 8b Abs. 3 S. 4 ff. KStG, Vom Einkommen abziehbare Positionen
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 25 – Verlustausgleich
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 26 – Sanierungsklausel
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 27 – Organschaft, Die Besteuerung des Liquidationsgewinns
Besteuerung von Kapitalgesellschaften – Teil 28 – Ermittlung des Abwicklungsgewinns, Hinweise zum Abwicklungsendvermögen, Tarif
Normen: § 9 Abs. 1 KStG, § 9 Abs. 2 KStG