Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2033/67
Timestamp: 2019-10-21 11:25:00
Document Index: 368246087

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BGH, 28.03.1969 - I ZR 33/67 - dejure.org
https://dejure.org/1969,354
BGH, 28.03.1969 - I ZR 33/67 (https://dejure.org/1969,354)
BGH, Entscheidung vom 28.03.1969 - I ZR 33/67 (https://dejure.org/1969,354)
BGH, Entscheidung vom 28. März 1969 - I ZR 33/67 (https://dejure.org/1969,354)
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Belieferung brauereigebundener Gastwirte mit Bier aus fremden Brauereien - Handelsbrauch zwischen Brauereien bzw. Brauereien und Bierverlegern betreffend die Achtung ausschließlicher Bierbezugsverträge - Begriff der "sittenwidrigen Verleitung zum Vertragsbruch" - ...
NJW 1969, 1293
NJW 1969, 1810 (Ls.)
GRUR 1969, 474
Ein Verleiten kann auch dann vorliegen, wenn der andere bereits entschlossen ist, seine bestehenden Vertragspflichten nicht zu erfüllen (BGH, Urt. v. 28.3.1969 - I ZR 33/67, GRUR 1969, 474 = WRP 1969, 378 - Bierbezug I).
Er kann auch herangezogen werden, um Vertragslücken zu schließen oder bestehende Verpflichtungen zu ergänzen, und hat dann in gewisser Weise normativen Charakter (BGH, Urteil vom 28. März 1969 - I ZR 33/67 - DB 1969, 1010 [BGH 28.03.1969 - I ZR 33/67]).
BGH, 08.11.1990 - I ZR 48/89
Verletzung von Wettbewerbsrichtlinien
Das gilt auch dann, wenn eine Wettbewerbsrichtlinie - was für Nr. 56 WV unter den Parteien dieses Rechtsstreits nicht umstritten ist - die Anschauungen der beteiligten Berufskreise wiedergibt (vgl. dazu auch BGH, Urt. v. 28.3.1969 - I ZR 33/67, GRUR 1969, 474, 476 - Bierbezug I; OLG München WRP 1980, 284, 285; OLG Köln WRP 1985, 235, 236;… vgl. weiter v. Gamm aaO Kap. 18 Rdn. 34 f.;… Baumbach/Hefermehl aaO UWG Einl. Rdn. 88 ff.; Piper GRUR 1990, 643, 648 f.).
BGH, 14.04.1994 - I ZR 123/92
Ziegelvorhangfassade - Verletzung schützenswerter Interessen; …
Nach den weiteren Feststellungen des Berufungsgerichts kann auch nicht davon ausgegangen werden, daß sich die nach Behauptung der Klägerin von der Beklagten bei Errichtung der Ziegelvorhangfassade verletzten DIN-Normen bereits als Branchenübung durchgesetzt hätten und die Verletzung einer solchen Übung wettbewerbswidrig sein könnte, weil die Einhaltung der Regel unerläßlich wäre, um einen geschäftlichen Verkehr zu gewährleisten (BGH, Urt. v. 28.3.1969 - I ZR 33/67,. GRUR 1969, 474, 475 = WRP 1969, 378 - Bierbezug;… Urt. v. 13.12.1984 - I ZR 71/83, GRUR 1985, 555 = WRP 1985, 402 - Abschleppseile).
Voraussetzung dafür ist vielmehr, daß dem von einer einheitlichen und gefestigten Standesüberzeugung getragenen berufsständischen Gebot ein Rang zukommt, der eine Verletzung auch von dem insoweit mit zu berücksichtigenden Standpunkt der Allgemeinheit aus als verwerflich erscheinen läßt (…vgl. BGH, Urt. v. 9.12.1964 - Ib ZR 181/62, GRUR 1965, 690, 693 - Facharzt; Urt. v. 28.3.1969 - I ZR 33/67, GRUR 1969, 474, 476 = WRP 1969, 378 - Bierbezug I).
BGH, 15.01.1987 - I ZR 215/84
Unter Verleiten ist nicht nur die erfolgreiche Anstiftung im strafrechtlichen Sinn zu verstehen, sondern darüber hinaus jedes bewußte Hinwirken darauf, daß der andere einen Vertragsbruch begeht, mag auch der Widerstand, den er dabei findet, noch so gering sein (…vgl. BGH, Urt. v. 20.05.1960 - I ZR 93/59, GRUR 1960, 558, 559 f. - Eintritt in Kundenbestellung; BGH, Urt. v. 28.03.1969 - I ZR 33/67, GRUR 1969, 474 - Bierbezug).
Dabei sind keineswegs nur ethische Wertungen maßgebend; auch Berufsanschauungen und allgemeine Übungen, die nicht auf sittlichen Motiven beruhen, aber nach dem Anstandsgefühl der beteiligten Berufskreise unerläßlich sind, um eine redliche Berufsausübung zu gewährleisten, können insoweit die Grundlagen für die Unlauterkeit im Wettbewerb abgeben (vgl. BGH in GRUR 1969, 474, 476 - Bierbezug).
Ein Verleiten kann selbst dann vorliegen, wenn der andere bereits entschlossen ist, seine bestehenden Vertragspflichten nicht zu erfüllen (BGH GRUR 1969, 474 "Bierbezug I").
Es ist auch nicht ersichtlich, daß sich die DIN-Normen bereits als Branchenübung durchgesetzt hätten und die Verletzung einer solchen Übung wettbewerbswidrig sein könnte, weil die Einhaltung der Regel unerläßlich wäre, um einen redlichen Geschäftsverkehr zu gewährleisten (vgl. dazu BGH, Urt. v. 28.03.1969 - I ZR 33/67, GRUR 1969, 474, 475 = WRP 1969, 378 - Bierbezug).
Dabei muss das Verhalten desjenigen, der zum Vertragsbruch verleitet, objektiv auf einen Vertragsbruch des vertraglich Gebundenen angelegt sein, mag der Widerstand, den er dabei findet, auch noch so gering sein (BGH GRUR 1987, 532, 533 "Zollabfertigung" und BGH GRUR 1969, 474 "Bierbezug", jeweils m.w.N.).