Source: https://www.dohrendorff.de/rechtsgebiete/familienrecht/ehescheidung/
Timestamp: 2019-04-25 16:30:04
Document Index: 348693212

Matched Legal Cases: ['§ 1565', '§ 1566', '§ 1566', '§ 1567', '§ 1567', '§ 1566']

Ehescheidung - DOHRENDORFF Rechtsanwälte + Notar
Nach dem Scheidungsrecht ist eine Ehe gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen, § 1565 Abs. 2 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dabei wird das Scheitern der Ehe nach bestimmten Zeiten der Trennung bzw. des Getrenntlebens vermutet. Diese Vermutung für das Scheitern der Ehe besteht, wenn die Ehegatten seit
einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder ein Ehegatte den Scheidungsantrag stellt und der andere zustimmt, § 1566 Abs. 1 BGB
drei Jahren getrennt leben, § 1566 Abs. 2 BGB, wobei der eine Ehegatte die Scheidung beantragt und der andere sich nicht scheiden lassen möchte
Die Ehepartner leben getrennt, wenn einer der beiden aus der gemeinsamen ehelichen Wohnung auszieht oder innerhalb der Wohnung für jeden ein räumlich getrennter Bereich geschaffen wird, so dass kein gemeinsames Leben und keine Gemeinsamkeiten in den einzelnen Lebensbereichen mehr vorliegen, § 1567 Abs. 1 BGB. Einkaufen, kochen, waschen, eine eigene Kasse führen usw. muss also jeder Ehegatte alleine, damit die für die Scheidung erforderliche Trennungszeit auch eingehalten wird. Dagegen wird durch kurze Versöhnungsversuche (bis drei Monate), in denen die Ehepartner zusammenleben, die Trennungszeit nicht unterbrochen, § 1567 Abs. 2 BGB. Ist die Trennungszeit abgelaufen, kann die gesetzliche Vermutung über das Scheitern der Ehe nicht widerlegt werden, § 1566 BGB.
Auch wenn die Trennungszeiten den Ehegatten Gelegenheit geben soll, wieder zusammenzufinden, sind bei einer Trennung einige Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Selbst wenn zwischen den Ehegatten noch Vertrauen besteht oder vielleicht eine Trennung nach 20 Jahren stattfindet und ein schmutziger Rosenkrieg tunlichst vermieden werden soll, ersparen solche Maßnahmen späteren Ärger und finanzielle Schwierigkeiten. Das gilt vor allem in Fragen des Unterhalts. Hier hilft eine unverzügliche anwaltliche Beratung, damit nicht wichtige Massnahmen versäumt werden.