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Timestamp: 2019-02-20 02:01:00
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Urteil des BGH zu Zahnersatzauktionsportalen
3. Dezember 2010 10. September 2011 orpha-RedaktionGesundheitswesen/Recht
Bundeszahnärztekammer spricht von „schleichender Vergewerblichung des Zahnarztberufs“
Berlin (bzaek) – – Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied am Mittwoch über Zahnersatz-Auktionsportale im Internet. Nach Ansicht des Gerichts sei die Internetplattform „2te-zahnarztmeinung.de“, auf der Patienten den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes „versteigern“ können, nicht berufsrechtswidrig. „Der BGH gestattet damit, medizinische Behandlungen wie Konsumprodukte versteigern zu lassen“, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel. „Behandlungskosten können nicht ohne eine gründliche Voruntersuchung am Patienten vorgeschlagen werden, dies verbietet die Ethik des Berufsstandes“, so Engel weiter.
Eine Entscheidung für einen Zahnarzt hänge zudem von wesentlich mehr Faktoren als allein dem Preis – angegeben als Auktionsangebot ohne genügend Hintergrundinformationen – ab. Der gesamte Zahn- und Mund-Zustand des Patienten ist dem mitbietenden Zahnarzt bei einem anonymen Verfahren im Internet unbekannt. „Vor allem aber verliert der Patient eine auf Kontinuität und Vertrauensverhältnis basierende, gewachsene Beziehung zu seinem Zahnarzt“, betont Engel.
Die Bundeszahnärztekammer legt besonderes Gewicht auf den Patientenschutz: „Weder der Patient noch sein Heil- und Kostenplan sind Waren. Der schleichenden Vergewerblichung des Zahnarztberufs ist entschieden entgegen zu treten, auch wenn der BGH mit seiner aktuellen Entscheidung hierfür Vorschub leistet“, unterstreicht Engel.
(Pressemeldung der Bundeszahnärztekammer)
BGH, Zahnersatz
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