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Timestamp: 2018-12-15 13:32:51
Document Index: 193258157

Matched Legal Cases: ['§ 36', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 36', '§ 53']

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Landkreis Harburg, Der Landrat, Abt. 32.1, Schloßplatz 6, 21423 Winsen (Luhe)
Wer Waffen oder Munition besitzt, muss die erforderlichen Vorkehrungen treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen können (§ 36 Abs. 1 des Waffengesetzes WaffG in Verbindung mit §§ 13 und 14 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung - AWaffV). Im Einzelnen gilt danach Folgendes:
Waffenaufbewahrung in dauernd bewohnten Gebäuden
Waffenaufbewahrung ab dem 06. Juli 2017
Aufbewahrung (Mindestanforderungen)
Art und Anzahl der erlaubnispflichtigen Waffen
Schrank des Widerstandsgrades 0 2)
Gewicht bis 200 kg
Langwaffen unbegrenzt und bis zu 5 Kurzwaffen sowie Munition
Gewicht über 200 kg
Langwaffen unbegrenzt und bis zu 10 Kurzwaffen sowie Munition
Schrank des Widerstandsgrades 1 4)
Langwaffen und Kurzwaffen unbegrenzt sowie Munition
Stahlblechschrank ohne Klassifizierung mit Stangenriegelschloss oder einer gleichwertigen Verschlussvorrichtung oder einem gleichwertigen Behältnis (§ 13 Abs. 2 Nr. 2 der AWaffV).
Bestandsschutzregelung ab dem 06. Juli 2017
Für vor dem 06.07.2017 gekaufte und genutzte Waffenschränke bisheriger Bauart gilt ein Bestandsschutz. D.h. der bisherige Waffenbesitzer kann diese weiterhin benutzen. Bei Neuanschaffungen von Sicherheitsbehältnissen; wenn z.B. der Schrank voll ist; sind die neuen Vorschriften einzuhalten. Beim Besitzwechsel des Waffenschrankes gilt der Bestandsschutz nicht weiter.
Die Bestandswahrung gilt nur für den bisherigen Besitzer. Außerdem kann der Waffenschrank im Rahmen einer gemeinschaftlichen häuslichen Aufbewahrung von einer berechtigten Person mitgenutzt werden. Das gilt auch für zukünftige Waffenbesitzkarteninhaber ab dem 06.07.2017 im Rahmen dieser häuslichen Gemeinschaft.
Die Waffenschränke der Klassen A und B können grundsätzlich nicht vererbt und dann weitergenutzt werden. Bestehende berechtigte Mitnutzer einer gemeinschaftlichen häuslichen Aufbewahrung können über den Tod des bisherigen Besitzers hinaus den Waffenschrank weiterhin nutzen, wenn sie das Sicherheitsbehältnis geerbt haben. Eine weitere Vererbung oder eine neue gemeinschaftliche häusliche Aufbewahrung mit einem zukünftigen Waffenbesitzkarteninhaber sind dann aber nicht möglich. Der Erbe ist nicht als ursprünglicher Besitzer anzusehen, ihm ist lediglich die Nutzungsberechtigung verblieben.
Sicherheitsbehältnis der Stufe A 1)
Bis zu 10 Langwaffen, Munition nur im vorhandenen Innentresor
Sicherheitsbehältnis der Stufe A 1) mit einem Innenfach der Sicherheitsstufe B 3)
(sog. Jägerschrank)
Bis zu 10 Langwaffen im A-Teil, bis zu 5 Kurzwaffen im B-Teil. Munition für LW und KW im B-Teil des A-Schrankes
Sicherheitsbehältnis der Stufe B 3), mit Innentresor aus Stahlblech, wenn das Behältnis leichter als 200kg ist oder die Verankerung gegen Abriss unter einem vergleichbaren Gewicht liegt
Langwaffen unbegrenzt, bis zu 5 Kurzwaffen, Munition im Innentresor; ist kein Innentresor vorhanden, darf die Munition nicht in diesem Schrank verwahrt werden
Sicherheitsbehältnis mit Widerstandsgrad 0 2) bzw. Sicherheitsstufe B 3), wenn das Behältnis schwerer als 200 kg ist oder die Verankerung gegen Abriss über einem vergleichbaren Gewicht liegt.
Langwaffen unbegrenzt, bis zu 10 Kurzwaffen, Munition nur im Sicherheitsbehältnis mit Widerstandgrad 0 2) Sicherheitsstufe B ist nicht mit der Sicherheitsstufe 0 gleichzusetzen!
1) Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995)
2) Widerstandsgrad 0 nach DIN/EN 1143-1 (Stand Mai 1997)
3) Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995)
4) Widerstandsgrad 1 nach DIN/EN 1143-1 (Stand Mai 1997)
Es empfiehlt sich, Behältnisse mit Zahlenkombinationsschloss zu wählen, um Probleme bei der sicheren
Aufbewahrung der Schlüssel zu vermeiden. Waffen sind ungeladen aufzubewahren (§ 13 Abs. 2 AWaffV).
Änderungen der Aufbewahrung sind der Behörde unter Vorlage der Rechnung und des Sicherheitszertifikates unverzüglich mitzuteilen.
Aufbewahrung in nicht dauernd bewohnten Gebäuden
In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu 3 erlaubnispflichtige Langwaffen in einem Sicherheitsbehältnis mit Widerstandsgrad 1 4) aufbewahrt werden (§ 13 Abs. 4 AWaffV).
3.Erlaubnisfreie Waffen und erlaubnisfreie Munition
Luftdruck-, Federdruck- oder CO2-Waffen mit F-Zeichen oder Schreckschuss-, Gas- und Signalwaffen mit PTB-Zeichen sowie Hieb- und Stoßwaffen müssen gegen die Wegnahme durch Unbefugte gesichert werden. Es reicht aus, sie in einem verschlossenen Behältnis aufzubewahren (§ 13 Abs. 2 Nr. 1 der AWaffV). Zu den Waffen gehörende Munition muss verschlossen und getrennt von den Waffen aufbewahrt werden.
Personen, die in häuslicher Gemeinschaft leben und zum Waffenbesitz berechtigt sind, dürfen Waffen und Munition gemeinsam aufbewahren. Alle Zugriffsberechtigten müssen das gleiche Erlaubnisniveau haben.
Waffen dürfen auch zur vorübergehenden Aufbewahrung nur noch an Personen, die Inhaber einer Waffenbesitzkarte sind, abgegeben werden. Dies bedeutet, dass Ehepartner soweit diese keine Waffenbesitzkarten besitzen in keinem Fall Zugang zu Waffen und Munition haben dürfen (§ 13 Abs. 8 AWaffV).
Im Einzelfall kann die Waffenbehörde eine andere gleichwertige Aufbewahrung zulassen. Solche Ausnahmen kommen insbesondere in Betracht, wenn Waffen und Munition in einem Waffenraum aufbewahrt werden, der dem Stand der Technik entspricht. Auch für Schützenhäuser, Schießstätten oder den gewerblichen Bereich sind Ausnahmen möglich, wenn ein geeignetes Aufbewahrungskonzept besteht. Dieses ist der Waffenbehörde zur Genehmigung vorzulegen.
Besitzer von Schusswaffen oder Munition oder Antragsteller einer waffenrechtlichen Erlaubnis haben der zuständigen Behörde die zur sicheren Aufbewahrung getroffenen oder vorgesehenen Maßnahmen nachzuweisen. Waffenbesitzer haben der Behörde zur Überprüfung der sicheren Aufbewahrung Zutritt zum Ort der Aufbewahrung zu gestatten, in denen die Waffen und Munition aufbewahrt werden (§ 36 Abs. 3 WaffG).
Wer seine Waffen und Munition nicht oder nicht richtig aufbewahrt oder die entsprechenden Vorkehrungen für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung nicht rechtzeitig trifft und dadurch die Gefahr verursacht, dass Waffen oder Munition abhandenkommen oder Unbefugte darauf zugreifen können, begeht eine Straftat (§ 53 Abs. 3 Nr. 7a WaffG), die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.
Ferner wird durch eine unsachgemäße Aufbewahrung die waffen- und jagdrechtliche Zuverlässigkeit des Waffenbesitzers in Frage gestellt. Eine Missachtung der Aufbewahrungsvorschriften kann letztendlich zum Widerruf von waffen- und jagdrechtlichen Erlaubnissen führen.
Am 06. Juli trat die Änderungen des Waffengesetzes in Kraft!
Presseinformation des Deutschen Jagdverbandes! PDF...