Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%201990,%20442
Timestamp: 2019-12-12 13:32:23
Document Index: 206535267

Matched Legal Cases: ['§ 133', '§ 118', '§ 5', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 255', '§ 255', '§ 247', '§ 7', '§ 7']

BFH, 26.07.1989 - I R 49/85 - dejure.org
BFH, 26.07.1989 - I R 49/85
https://dejure.org/1989,3329
BFH, 26.07.1989 - I R 49/85 (https://dejure.org/1989,3329)
BFH, Entscheidung vom 26.07.1989 - I R 49/85 (https://dejure.org/1989,3329)
BFH, Entscheidung vom 26. Juli 1989 - I R 49/85 (https://dejure.org/1989,3329)
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Auslegung von Willenserklärungen und Verträgen als Feststellung des Finanzgerichts - Nachprüfung der Rechtsanwendung durch das Revisionsgericht
BFH/NV 1990, 442
Eine Ausnahme kommt in Betracht, wenn feststeht, daß mit dem (gesondert vereinbarten) Entgelt für das Wettbewerbsverbot wirtschaftlich weder ein Geschäftswert des veräußerten Betriebs noch der Wert eines immateriellen Wirtschaftsguts vergütet werden sollte (vgl. BFH-Urteil vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442).
a) Als firmen- oder geschäftswertähnliche Wirtschaftsgüter sind in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) z.B. ein Kundenstamm, ein Verlagswert und eine Güterfernverkehrsgenehmigung angesehen worden (BFH-Urteile vom 14. März 1979 I R 37/75, BFHE 127, 386, BStBl II 1979, 470; vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; vom 22. Januar 1992 I R 43/91, BFHE 167, 61, BStBl II 1992, 529).
Dies hat der BFH etwa bei Aufwendungen für die Übernahme der Zweigstelle einer Bank, deren Stillegung beabsichtigt war, angenommen (Urteil vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; ebenso Senatsurteil in BFHE 127, 180, BStBl II 1979, 369).
Demzufolge kann ein Geschäftswert nur mit der Übernahme eines ganzen lebenden und eingeführten Betriebs (oder Teilbetriebs) erworben werden (BFH-Urteile vom 28. März 1966 VI 320/64, BFHE 85, 433, BStBl III 1966, 456; vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; vom 20. August 1986 I R 150/82, BFHE 149, 25, BStBl II 1987, 455).
Als firmenwertähnliche Wirtschaftsgüter sind in der Rechtsprechung des BFH z. B. ein Kundenstamm, ein Verlagswert, eine Güterfernverkehrsgenehmigung angesehen worden (BFH-Urteile vom 14. März 1979 I R 37/75, BFHE 127, 386, BStBl II 1979, 470; vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; vom 22. Januar 1992 I R 43/91, BFHE 167, 61, BStBl II 1992, 529).
cc) Zu Unrecht nimmt das FG das BFH-Urteil vom 26. Juli 1989 I R 49/85 (BFH/NV 1990, 442) und den BFH-Beschluss vom 22. April 1998 IV B 24/97 (…BFH/NV 1998, 1467) für seine Auffassung in Anspruch.
Aufwendungen für einen Kundenstamm oder ein Wettbewerbsverbot können jedoch als Anschaffungskosten für ein nichtabnutzbares immaterielles Wirtschaftsgut zu aktivieren sein, wenn sich der Wert dieses Wirtschaftsguts tatsächlich nicht innerhalb einer bestimmbaren Zeit erschöpft (BFH-Urteil vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442, unter 5. der Gründe).
Soweit das Ergebnis den gesetzlichen Auslegungsregeln (§§ 133, 157 des Bürgerlichen Gesetzbuchs --BGB--) entspricht und nicht gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungssätze verstößt, ist es für den BFH als Revisionsgericht bindend (vgl. § 118 Abs. 2 FGO), selbst wenn die vorgenommene Wertung nicht zwingend, sondern lediglich möglich ist (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; vom 5. Mai 1999 XI R 6/98, BFHE 188, 415, BStBl II 1999, 735, und vom 30. November 2005 I R 110/04, BFHE 212, 83, BStBl II 2007, 251;… BFH-Beschluss vom 29. November 2002 VIII B 127/02, BFH/NV 2003, 746).
Diese Rechtsanwendung unterliegt hingegen der Nachprüfung durch das Revisionsgericht (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 1990, 442).
Er ist seiner Natur nach der Ausdruck für die Gewinnchancen eines Unternehmens, soweit sie nicht in einzelnen Wirtschaftsgütern verkörpert sind (BFH-Urteil in BFHE 145, 194, BStBl II 1986, 176, m.w.N.), sondern durch den Betrieb des eingeführten und fortlebenden Unternehmens im Ganzen gewährleistet erscheinen (BFH-Urteile vom 28. März 1966 VI 320/64, BFHE 85, 433, BStBl III 1966, 456, und in BFH/NV 1990, 442).
Er kann Gegenstand eines selbständigen Übertragungsgeschäfts sein (…vgl. Schmidt/Weber-Grellet, Einkommensteuergesetz, 15. Aufl., § 5 Rdnr. 270 "Mandantenstamm";… Frotscher, Einkommensteuergesetz, § 7 Rdnr. 49 f.; BFH-Urteil vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442;… zum Kundenstamm siehe auch Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, § 7 Rdnr. 600 "Kundenstamm"; BFH-Urteile vom 17. März 1977 IV R 218/72, BFHE 122, 70, BStBl II 1977, 595; vom 19. Januar 1960 I 213/59, Steuerrechtsprechung in Karteiform, Einkommensteuergesetz bis 1974, § 5, Rechtsspruch 220).
Ein solcher wird definiert als Unterschiedsbetrag zwischen dem (Ertrags-) Wert eines Unternehmens und dessen Substanz (§ 255 Abs. 4 Satz 1 HGB) und wird vornehmlich durch die vom FA angeführten Elemente eines immateriellen "Mehrwerts" wie Ruf, Kundenstamm, Bezugs- und Absatzmöglichkeiten, Standort, Organisation, Know-how und Belegschaftsqualität entscheidend bestimmt (BFH-Urteil vom 6. März 1970 III R 20/66, BFHE 99, 50, BStBl II 1970, 489;… BFH-Beschluss vom 18. August 1993 II S 7/93, BFH/NV 1994, 151;… vgl. dazu auch Adler/Düring/Schmaltz --ADS--, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl., § 255 HGB Rn. 257;… Ellrott/Schmidt-Wendt in Beck'scher Bilanzkommentar, 5. Aufl., § 247 HGB Rn. 406), der sich in erhöhten Ertragserwartungen eines Unternehmens niederschlägt (BFH-Urteile vom 18. Februar 1993 IV R 40/92, BFHE 171, 422, BStBl II 1994, 224; vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442; vom 8. Mai 1985 II R 184/80, BFHE 144, 268, BStBl II 1985, 608).
Zwar hat für die KG wegen ihres strategischen Ziels, einen Konkurrenten aufzukaufen, der Wert der GmbH für die Bemessung des Kaufpreises im Ergebnis keine entscheidende Rolle gespielt, sondern die zu erwartende Mehrung ihres eigenen Ertrages (vgl. BFH-Urteile vom 25. Januar 1979 IV R 21/75, BFHE 127, 180, BStBl II 1979, 369, und vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442 bzgl. Geschäftswert bei sofortiger Stilllegung;… Piltz, Die Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung, 3. Aufl. 1994, S. 10 f., 48).
BFH, 22.04.1998 - IV B 24/97
Die steuerliche Behandlung des Kundenstamms nach den für den allgemeinen Geschäftswert geltenden Grundsätzen folgt aus der ständigen Rechtsprechung des BFH, die sich ursprünglich auf die Rechtslage vor Inkrafttreten des § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG bezogen hat (BFH-Urteile vom 16. September 1970 I R 196/67, BFHE 101, 76, BStBl II 1971, 175; vom 14. Februar 1973 I R 89/71, BFHE 109, 222, BStBl II 1973, 580; vom 26. Juli 1989 I R 49/85, BFH/NV 1990, 442), an der aber auch für die im Streitfall anzuwendende neue Rechtslage ab 1987 festzuhalten ist (…Senatsurteil in BFH/NV 1997, 751).
Abschreibungszeitraum von entgeltlich erworbenen Vertreterrechten nach § 7 Abs. 1 …
FG Rheinland-Pfalz, 24.02.1999 - 1 K 2368/96