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Timestamp: 2016-10-21 18:40:12
Document Index: 394681072

Matched Legal Cases: ['Art. 58', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 65', 'BGE', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 45', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in casu', 'Art. 122', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 45', 'Art. 45', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 45', 'Art. 47', 'Art. 41', 'Art. 47', 'Art. 1', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 64', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 64', 'Art. 64', 'Art. 58', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'Art. 239', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 64']

138 III 27643. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. Versicherung AG gegen A.Y. und B.Y. (Beschwerde in Zivilsachen)
Art. 58 et 65 LCR; responsabilit� pour des dommages r�flexes subis par des parents de victimes d'accident. Celui qui re�oit un choc en apprenant la nouvelle de la mort par accident d'un parent est directement l�s� par l'�v�nement accidentel et peut r�clamer en tant que tel de l'auteur de l'accident en principe des dommages-int�r�ts et une indemnit� satisfactoire pour son propre pr�judice de sant� (ATF 112 II 118). Application de cette jurisprudence lorsque la responsabilit� se fonde sur l'art. 58 LCR (consid. 2 et 3). Question d'une limitation de responsabilit� (consid. 4). Faits � partir de page 277
Am 1. November 2002 starb der 17-j�hrige C.Y. bei einem von D. verursachten Verkehrsunfall auf der Autobahn A 14 in Z. Die Eltern des Unfallopfers, A.Y. und B.Y. (Beschwerdegegner), wurden noch in der Unfallnacht von Bekannten �ber den Unfalltod ihres Sohnes informiert.
Die Beschwerdegegner erhoben am 20. Mai 2009 beim Kantonsgericht Zug eine Teilklage gegen die X. Versicherung AG (Beschwerdef�hrerin), den Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers. Mit pr�zisiertem Rechtsbegehren vom 10. Mai 2010 beantragten sie unter Vorbehalt des Nachklagerechts sowie der Pr�zisierung nach dem Beweisverfahren, die Beschwerdef�hrerin sei zu verpflichten, f�r die 12 Monate vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2005 dem Beschwerdegegner Fr. 37'436.55 und der Beschwerdegegnerin Fr. 38'544.70, je nebst Zins, f�r Erwerbsausfall und Haushaltschaden sowie als Genugtuungsrente zu bezahlen. Zur Begr�ndung f�hrten sie im Wesentlichen aus, der schmerzhafte und unvermittelte Verlust ihres Sohnes und die aufw�hlenden Begleitumst�nde h�tten bei ihnen zu einem Schock gef�hrt, von dessen Folgen sie sich bis heute nicht mehr h�tten erholen k�nnen. Sie seien beide in eine Depression gefallen, arbeitsunf�hig geworden und w�rden heute eine IV-Rente beziehen.
Die Beschwerdef�hrerin stellte sich u.a. auf den Standpunkt, Art. 58 SVG, auf den die Beschwerdegegner ihre Anspr�che st�tzen, BGE 138 III 276 S. 278verlange eine direkte Sch�digung durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges. Damit werde der Kreis der Schadenersatzberechtigten vom SVG auf die direkt Unfallbeteiligten beschr�nkt. Die Sch�digung durch die Nachricht vom Tod eines Angeh�rigen reiche im Strassenverkehrsrecht nicht, um eine Haftpflicht zu begr�nden.
Eine von der Beschwerdef�hrerin gegen dieses Urteil erhobene Berufung wies das Obergericht des Kantons Zug am 10. Mai 2011 ab, best�tigte den erstinstanzlichen Entscheid und wies die Sache zur weiteren Entscheidung an das Kantonsgericht zur�ck.
Das Bundesgericht weist die von der Beschwerdef�hrerin gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde in Zivilsachen ab.
2. Prozessthema des angefochtenen Entscheids bildet einzig, ob es sich bei der behaupteten gesundheitlichen Beeintr�chtigung (Sch�digung) der Beschwerdegegner um einen direkten Schaden handelt, f�r den der Unfallverursacher bzw. die Beschwerdef�hrerin als dessen Versicherung nach Art. 58 in Verbindung mit Art. 65 SVG grunds�tzlich ersatzpflichtig ist, oder ob ein blosser Reflexschaden aus der Sch�digung des Sohnes behauptet ist, f�r den keine Ersatzpflicht besteht. Noch nicht entschieden ist dagegen, ob der behauptete Schaden tats�chlich besteht und die ad�quat-kausale Folge des f�r den Sohn der Beschwerdegegner t�dlichen Unfalls ist.
Die Vorinstanz verwarf diese Auffassung und folgte dem gegenteiligen Standpunkt der Beschwerdegegner, diese seien, da in ihrer BGE 138 III 276 S. 279Gesundheit und damit in einem absolut gesch�tzten Rechtsgut beeintr�chtigt, als durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges im Sinne vonArt. 58 SVG direkt Gesch�digte anzusehen, so dass die Beschwerdef�hrerin hafte. Sie st�tzte sich dabei massgeblich auf das in BGE 112 II 118 ff. publizierte Urteil des Bundesgerichts (sog. "Hunterurteil").
In der Begr�ndung erinnerte das Bundesgericht zun�chst daran, dass nach den Grunds�tzen des schweizerischen Haftpflichtrechtes, die der Haftung vern�nftige Grenzen setzen wollen, nur derjenige einen ersatzpflichtigen Schaden erlitten hat, der durch eine unerlaubte Handlung direkt betroffen ist und dem dadurch ein direkter Schaden in seinem Verm�gen zugef�gt worden ist; der Dritte, der nur aufgrund einer besonderen Beziehung zum Direktgesch�digten einen Reflexschaden - bzw. indirekten Schaden - erleidet, besitzt grunds�tzlich keinen Anspruch gegen den Schadensverursacher. Ausnahmen bestehen zum einen hinsichtlich der gesetzlichen Anspr�che auf Versorgerschaden (Art. 45 Abs. 3 OR) und auf Genugtuung (Art. 47 OR) bei Tod oder K�rperverletzung eines Angeh�rigen. Zum anderen hat der Drittbetroffene einen Ersatzanspruch, wenn der Urheber der sch�digenden Handlung eine Verhaltensnorm verletzt hat, die Dritte nach ihrem Zweck vor Beeintr�chtigungen der eingetretenen Art sch�tzen soll; die Frage, ob ein direkter (ersatzf�higer) oder ein indirekter Schaden (Reflexschaden, nicht ersatzf�higer Schaden) vorliegt, deckt sich insoweit mit der Frage nach der Widerrechtlichkeit der Sch�digung (vgl. BGE 112 II 118 E. 5b/c S. 124 f. mit Hinweisen; ferner: BGE 131 III 306 E. 3.1.1; BGE 127 III 403 E. 4b/aa S. 407; BGE 126 III 521 E. 2a; BGE 125 III 86 E. 3b).BGE 138 III 276 S. 280
Im zu beurteilenden Fall erkannte das Bundesgericht, dass der mittelbar Gesch�digte prinzipiell als widerrechtlich und mithin direkt Gesch�digter betrachtet werden m�sse, wenn er durch ein Schreckerlebnis in seinen absoluten, von der Rechtsordnung gesch�tzten Rechten verletzt sei, wie in casu seiner psychischen bzw. k�rperlichen Integrit�t, die in allgemeiner Weise durch die den Art. 122 ff. StGB zugrunde liegenden Verbote gesch�tzt sei; in einem solchen Fall m�sse nicht abgekl�rt werden, ob ein Verstoss gegen eine spezifische Verhaltensnorm vorliege (BGE 112 II 118 E. 5e; vgl. dazu auch BGE 112 II 220 E. 2a; ferner BGE 119 II 127 E. 3 S. 128; BGE 115 Ia 175 E. 2b S. 181). Es verwies zuvor auf ein Urteil aus dem Jahre 1897 (BGE 23 II 1033 E. 6), in dem es bereits in �hnlichem Sinn entschieden hatte, indem es bei der Schadenersatzbemessung ber�cksichtigte, dass die Ehefrau des Kl�gers als Folge eines t�dlichen Unfalls ihres einzigen Kindes einen Nervenschock erlitten hatte, der einen materiellen und einen immateriellen Schaden nach sich ziehe (BGE 112 II 118 E. 5b S. 124). Sodann f�hrte es aus, es k�nne nicht an einen Entscheid aus dem Jahre 1928 (BGE 54 II 138 E. 3) angekn�pft werden, in dem eine Entsch�digung f�r einen entsprechenden Schaden mit dem Argument verweigert worden war, es handle sich dabei nicht um einen nach Art. 45 (und 47) OR ersatzf�higen Schaden. Denn die Beschr�nkung ersatzf�higer Sch�den nach Art. 45 OR beziehe sich nicht auf Sch�den als Folge der Beeintr�chtigung Dritter in ihrer eigenen k�rperlichen Integrit�t, die durch die Rechtsordnung gesch�tzt sei, sondern nur auf reine Verm�genssch�den Dritter, die nur ersatzf�hig seien, wenn der Urheber der sch�digenden Handlung eine Verhaltensnorm verletzt hat, die nach ihrem Zweck vor derartigen Sch�digungen sch�tzen soll (BGE 112 II 118 E. 5e S. 128; vgl. auch BGE 119 II 127 E. 3 S. 128 f.; BGE 125 III 86 E. 3b). Die Person, die als Folge des Unfalls in ihrer k�rperlichen Integrit�t und damit in einem absolut gesch�tzten Rechtsgut verletzt ist, sei im Lichte der allgemeinen Grunds�tze des Haftpflichtrechts direkt durch eine widerrechtliche Handlung Gesch�digter und k�nne vom Verursacher des daraus resultierenden Schadens Ersatz verlangen, unabh�ngig davon, ob die Kausalkette k�rzer oder l�nger sei, d.h. ob die Beeintr�chtigung direkt durch den Unfall verursacht sei oder bloss indirekt eine Person betreffe, die mit dem direkten Unfallopfer verbunden sei (BGE 112 II 118 E. 5e S. 127 f.).
3. 3.1 Diese Rechtsprechung stellt die Beschwerdef�hrerin nicht grunds�tzlich in Frage. Insoweit ist denn auch zu bemerken, dass das BGE 138 III 276 S. 281Hunterurteil in der Lehre einhellig begr�sst oder zumindest kritiklos gebilligt wurde. Soweit dar�ber eine Diskussion stattfindet, betrifft diese praktisch ausschliesslich die Begrenzung der Haftung in verschiedenen Konstellationen, die sich von derjenigen im Hunterfall unterscheiden (vgl. ERNST A. KRAMER, Schocksch�den mit Krankheitswert - noch offene Fragen?, in: Festschrift f�r Helmut Koziol, Peter Apathy und andere [Hrsg.], Wien 2010, S. 743 ff., 744; derselbe, Die Kausalit�t im Haftpflichtrecht, ZBJV 1987 S. 289 ff., 310 ff., 312; PETER GAUCH, Grundbegriffe des ausservertraglichen Haftpflichtrechts, recht 1996 S. 225 ff., 231; ROLAND BREHM, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, N. 24, 33a f. zu Art. 41 OR, N. 39c f. zu Art. 45 OR, N. 5b zu Art. 46 OR, N. 147a f. zu Art. 47 OR; HARDY LANDOLT, Z�rcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 114 in Vorbem. zu Art. 45/46 OR, N. 137 zu Art. 47 OR; derselbe, Ersatzpflicht f�r Schocksch�den, in: Innovatives Recht, Festschrift f�r Ivo Schwander, 2011, S. 361 ff., 364, 377; derselbe, Angeh�rigenschaden, Reflex- oder Direktschaden - oder sogar beides?, HAVE 1/2009 S. 3 Rn. 34; HEINZ REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 4. Aufl. 2008, Rz. 225, 353; OFTINGER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer Teil, Bd. II/1, 4. Aufl. 1987, � 16 Fn. 151 und Bd. II/2, 4. Aufl. 1989, � 25 Fn. 525; ALFRED KELLER, Haftpflicht im Privatrecht, Bd. I, 6. Aufl. 2002, S. 74 und Bd. II, 2. Aufl. 1998, S. 53; INGEBORG SCHWENZER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 2009, Rz. 14.21; ALFRED KOLLER, in: Das Schweizerische Obligationenrecht, Guhl/Koller/Schnyder/Druey [Hrsg.], 9. Aufl. 2000, � 24 Rz. 17; HEIERLI/SCHNYDER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, Bd. I, 5. Aufl. 2011, N. 9 zu Art. 41 OR, N. 1 zu Art. 47 OR; BEAT SCH�NENBERGER, in: Obligationenrecht, Art. 1-529, 2008, N. 11 zu Art. 41 OR; VITO ROBERTO, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 2010, S. 34 f. Rz. 116 ff.; LANDOLT/ROBERTO, Haftpflichtrecht, 2010, S. 17 f.; KIESER/LANDOLT, Unfall - Haftung - Versicherung, 2012, S. 528; SCHNYDER/PORTMANN/M�LLER-CHEN, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2008, S. 23 f. Rz. 63; HEINRICH HONSELL, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 4. Aufl. 2005, � 1 Rz. 46, � 3 Rz. 31, � 4 Rz. 12; FRANZ WERRO, La responsabilit� civile, 2. Aufl. 2011, � 2 Rz. 305; BEATRICE GURZELER, Beitrag zur Bemessung der Genugtuung, 2005, S. 198 f.; WILLI FISCHER, Ausservertragliche Haftung f�r Schocksch�den Dritter, 1988, S. 7 f.; ROLAND SCHAER, Schocksch�den und psychische �berlagerungen, in: Relazioni tra diritto civile e assicurazioni sociali, Giordano Beati und andere [Hrsg.], 1993, S. 30 ff., der ein Begr�ndungsdefizit in BGE 112 II 118
BGE 138 III 276 S. 282beklagt und die Frage aufwirft, wie ersatzf�hige und nicht ersatzf�hige psychische Einwirkungen abzugrenzen w�ren [vgl. auch die Gegenmeinung dazu bei GURZELER, a.a.O., S. 145 ff. und 199 ff.]; SCHAFFHAUSER/ZELLWEGER, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. II, 1988, Rz. 954; CHRISTOPH KARCZEWSKI, Die Haftung f�r Schocksch�den, Frankfurt am Main 1992, S. 116; vgl. ferner: WIDMER/WESSNER, Erl�uternder Bericht zur Revision und Vereinheitlichung des Haftpflichtrechts, 1999, S. 75 f., 98 f.).
Dies ist nicht zu beanstanden. Im Hunterfall bestanden keinerlei Zweifel daran, dass der Tod der prim�r gesch�digten S�hne des Kl�gers im Sinne von Art. 64 Abs. 1 LFG vom herabgest�rzten Luftfahrzeug verursacht worden war und damit grunds�tzlich die Schadenersatzpflicht der Eidgenossenschaft als Halterin des Luftfahrzeugs begr�ndete. Die zu entscheidende Frage war, ob die Ersatzpflicht des Halters des Luftfahrzeuges gegen�ber dem damaligen Kl�ger auch f�r BGE 138 III 276 S. 283dessen eigene, ihm �ber die wegen des Verlusts seiner Kinder erlittene immaterielle Unbill hinaus zugef�gte Beeintr�chtigung in seiner psychischen Gesundheit bestand, obwohl diese nicht direkt durch den Flugunfall, bei dem er nicht zugegen war, verursacht wurde, sondern bloss mittelbar durch die Nachricht �ber das schreckliche Ereignis der T�tung seiner zu ihm in einer besonders nahen Beziehung (Eltern - Kind) stehenden Angeh�rigen bei diesem Unfall. Dies bejahte das Bundesgericht, wie dargelegt, da der Kl�ger als Folge des Flugunfalls in seinen durch die Rechtsordnung gesch�tzten absoluten Rechten verletzt und damit widerrechtlich und direkt gesch�digt worden sei (vgl. BGE 112 II 118 E. 5e S. 128).
Im vorliegenden Fall verh�lt es sich nicht anders. Auch vorliegend bestehen keine Zweifel und ist unbestritten, dass der t�dliche Verkehrsunfall des Sohnes der Beschwerdegegner durch den Betrieb des Motorfahrzeuges im Sinne von Art. 58 SVG verursacht wurde, dessen Halter bei der Beschwerdef�hrerin versichert ist, und dass der Halter nach Art. 58 SVG grunds�tzlich f�r den daraus ad�quat-kausal entstandenen Schaden haftet. Die hier strittige Frage, ob die Beschwerdef�hrerin auch f�r den geltend gemachten Schockschaden haftet, den die beim Unfall nicht anwesenden Beschwerdegegner durch die Nachricht �ber den Unfalltod ihres Sohnes, mithin als mittelbare Folge des Unfalls, erlitten haben sollen, stellt sich damit in genau gleicher Weise wie beim Hunterfall und ist nach den allgemeinen Grunds�tzen des Haftpflichtrechts auch in gleicher Weise zu beantworten, was die Vorinstanz zutreffend erkannte. Wenn die Beschwerdef�hrerin geltend macht, aus BGE 112 II 118 k�nne f�r den vorliegenden Fall nichts abgeleitet werden, weil sich die Haftung damals auf Art. 64 LFG abgest�tzt habe, vermischt sie die Frage der grunds�tzlichen Haftung f�r die Folgen des Unfalls mit derjenigen, ob eine Haftung auch f�r einen Schockschaden von nicht unmittelbar unfallbeteiligten Angeh�rigen besteht. Indem die Vorinstanz die Grunds�tze, die im Hunterfall zur Bejahung der Haftung f�r den Schockschaden des Vaters f�hrte, auf den vorliegenden Fall anwandte, nahm sie entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin keine "fundamentale Praxis�nderung in der Motorfahrzeughaftpflicht" vor. So wird denn auch in der Literatur zum SVG davon ausgegangen, dass im Lichte der Rechtsprechung in BGE 112 II 118 E. 5 eine Haftung des Motorfahrzeughalters nach Art. 58 SVG auch f�r Schocksch�den von Angeh�rigen unmittelbarer Unfallopfer in Betracht kommt (SCHAFFHAUSER/ZELLWEGER, a.a.O., Rz. 954; HARDY BGE 138 III 276 S. 284LANDOLT, Immaterielle Unbill nach Verkehrsunfall, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2011, S. 67 ff., 72; OFTINGER/STARK, a.a.O., Bd. II/2, � 25 Fn. 525).
Der Beschwerdef�hrerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie aus dem Wortlaut von Art. 58 SVG eine Beschr�nkung der Haftung auf Sch�den, die den direkt am Unfallgeschehen Beteiligten erwachsen sind, herleiten will, die sich aus dem Wortlaut von Art. 64 LFG im Vergleich nicht ergebe, zumal sie dabei nur einen Teil des Wortlauts von Art. 64 LFG zitiert; eine entsprechende Beschr�nkung l�sst BGE 138 III 276 S. 285sich aus dem Wortlaut von Art. 58 SVG genauso wenig entnehmen wie aus demjenigen von Art. 64 LFG. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ist auch f�r eine Haftung nach Art. 64 LFG schon dem Wortlaut dieser Bestimmung nach eine "Betriebsurs�chlichkeit" erforderlich. So verlangt dieser, was die Beschwerdef�hrerin �bergeht, dass der Schaden von einem im Fluge befindlichen Luftfahrzeug zugef�gt wird. Darauf weiter einzugehen er�brigte sich im Hunterurteil, da keine Zweifel daran bestanden, dass die T�tung der unmittelbar bzw. prim�r gesch�digten Kinder durch ein im Flug befindliches Luftfahrzeug, mithin durch den Betrieb eines solchen zugef�gt worden war, und dass damit auch die weitere Folge des Schockschadens ihres Vaters indirekt auf den Betrieb des Luftfahrzeugs zur�ckzuf�hren war.
3.3 Zuzugestehen ist der Beschwerdef�hrerin, dass der Betriebsbegriff nach Art. 58 SVG nicht so weit geht, dass dem Betrieb des unfallverursachenden Fahrzeugs auch die behaupteten Vorg�nge in Q. und auf dem Polizeiposten R. zuzurechnen w�ren, womit sie wohl die von der Vorinstanz wiedergegebenen Behauptungen der Beschwerdegegner �ber belastende Begleitumst�nde meint, die �ber die blosse Nachricht vom Tod des Kindes hinausgehen und die psychische Sch�digung der Beschwerdegegner mitverursacht haben sollen. Diese Vorg�nge w�ren als weitere Teilursachen f�r die Sch�digung zu betrachten, f�r die der Verursacher des Verkehrsunfalls nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Das Bestehen solcher weiterer Teilursachen ist indessen f�r die von der Vorinstanz BGE 138 III 276 S. 286entschiedene Frage �ber die grunds�tzliche Haftung des Unfallverursachers f�r die geltend gemachten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen der Beschwerdegegner ohne Belang. Denn f�r eine solche gen�gt es, dass der durch den Betrieb des Fahrzeugs verursachte Tod des Kindes der Beschwerdegegner und die Nachricht dar�ber eine Teilursache f�r den behaupteten Schockschaden ist (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f.; BGE 133 III 462 E. 4.4.2 S. 470; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; BGE 115 V 359 E. 4b S. 360).
4. Bei der Qualifizierung eines "reflektorischen" Schockschadens der vorliegenden Art als grunds�tzlich ersatzf�higer Schaden ist - wie von der Beschwerdef�hrerin mehrfach angesprochen - die Gefahr einer Ausuferung der Haftung nicht von der Hand zu weisen und stellt sich die Frage nach einer vern�nftigen Haftungsbegrenzung. In der Lehre wird bei der Ausdehnung der Haftung f�r indirekte (reflektorische) Sch�digungen Dritter bzw. f�r Sch�den von bloss mittelbar durch ein sch�digendes Ereignis Betroffenen allgemein zur Vorsicht gemahnt, um eine Ausuferung der Haftung zu vermeiden (BREHM, a.a.O., N. 24a zu Art. 41 OR). Entsprechende Stimmen wurden in der Lehre insbesondere im Anschluss an zwei Urteile erhoben, in denen das Bundesgericht die Haftung f�r reine Verm�genssch�den Dritter bejaht hatte, die indirekt als Folge der Besch�digung von Stromleitungen entstanden waren (BGE 101 Ib 252 E. 2; BGE 102 II 85 E. 6). Diese Entscheide stiessen in der Lehre allerdings namentlich deshalb auf Kritik, weil das Bundesgericht die Bestimmung von Art. 239 StGB als Norm qualifiziert hatte, die Dritte vor den Folgen der Besch�digung einer Stromleitung sch�tzen will (vgl. insbesondere KRAMER, a.a.O., recht 1984 S. 133 f.; HANS MERZ, Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, SPR Bd. VI/1, 1984, S. 191 f.; derselbe, ZBJV 1978 S. 129 ff.; PIERRE GIOVANNONI, Le dommage indirect en droit suisse de la responsabilit� civile, compar� aux droits allemand et fran�ais, ZSR 1977 I S. 31 ff., 60; PIERRE TERCIER, La r�paration du pr�judice r�fl�chi en droit suisse de la responsabilit� civile, in: Ged�chtnisschrift Peter J�ggi, Gauch/Schnyder [Hrsg.], 1977, S. 262 f.; ROBERTO, a.a.O., Rz. 145; REY, a.a.O., Rz. 700). Die BGE 138 III 276 S. 287Frage der Verletzung einer spezifischen Schutznorm stellt sich indessen im vorliegenden Fall, in dem eine Beeintr�chtigung der k�rperlichen Integrit�t als mittelbare Folge des sch�digenden Ereignisses geltend gemacht wird, nicht; auch ist in der Lehre im Anschluss an das Hunterurteil unbestritten geblieben, dass bei einer mittelbaren Sch�digung Dritter in ihrer k�rperlichen Integrit�t, die in allgemeiner Weise durch die Rechtsordnung, namentlich durch die den Art. 122 ff. StGB zugrunde liegenden Verbote und durch Art. 28 ZGB gesch�tzt ist, ohne weiteres ein Schutznormverstoss anzunehmen ist.
Allerdings wurde in der Lehre auch im Anschluss an den Hunterfall �ber eine vern�nftige Haftungsbegrenzung bei Schockschadenf�llen mit Hilfe der Ad�quanztheorie, d.h. mittels Pr�fung der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem unfallverursachenden Verhalten und dem eingetretenen Erfolg diskutiert. Im Vordergrund der Diskussion steht dabei insbesondere, wie eng die Beziehung zwischen dem direkten Unfallopfer und dem Schockgesch�digten sein muss (bzw. wie weit der Kreis der Ersatzberechtigten gezogen werden darf), wie schwer die Betroffenheit des direkten Unfallopfers sein muss (gen�gt nur eine T�tung oder reicht auch eine blosse Verletzung oder Bedrohung desselben aus?) und wie nahe das schockausl�sende Miterleben sein muss (unmittelbares Miterleben des prim�ren Schadensereignisses durch den Dritten, allenfalls mit Selbstgef�hrdung desselben [vgl. dazu BGE 51 II 73 E. 2 S. 79 f.] oder blosse Benachrichtigung dar�ber, allenfalls auch �ber die Medien), damit der vom Dritten erlittene Schaden dem Unfallverursacher billigerweise zugerechnet werden kann (vgl. GAUCH, a.a.O., recht 1996 S. 231; KRAMER, a.a.O., ZBJV 1987 S. 312 ff.; SCHAER, a.a.O., S. 32 ff.; FISCHER, a.a.O., S. 17 ff., 43; SCHWENZER, a.a.O., Rz. 50.10; vgl. zur Begrenzung der Haftung mit dem "Ad�quanzkriterium" bei indirekten Sch�digungen Dritter bzw. bei Schocksch�den ferner: BREHM, a.a.O., N. 31g zu Art. 41 OR; KOLLER, a.a.O., � 24 Rz. 17; KELLER, a.a.O., Bd. I, S. 81; GURZELER, a.a.O., S. 198 ff.; TERCIER, a.a.O., S. 266; HONSELL, a.a.O., � 3 Rz. 31; KRAMER, a.a.O., recht 1984 S. 128 ff., 134; PIERRE CAVIN, Le dommage indirect dans le droit de la responsabilit� civile, Revue g�n�rale d'assurances terrestres 1975 S. 101 ff., 111; MERZ, ZBJV 1978 S. 131).
Im Hunterfall war weder der Schaden noch die nat�rliche Kausalit�t bestritten; das Bundesgericht bejahte die Ad�quanz in der Folge angesichts der besonderen Umst�nde des Falles ohne eingehende BGE 138 III 276 S. 288 Erw�gungen dar�ber anzustellen (BGE 112 II 118 E. 5e S. 127 unten; der Entscheid wurde insoweit durch SCHAER [a.a.O., S. 31 f. und 35] kritisiert). Vorliegend zieht die Beschwerdef�hrerin in ihrer Argumentation verschiedentlich in Zweifel, ob bei den Beschwerdegegnern �berhaupt ein Schaden mit Krankheitswert vorliegt, der ad�quat-kausal auf den t�dlichen Verkehrsunfall ihres Sohnes zur�ckzuf�hren ist, wenn auch diese Fragen noch nicht Thema des angefochtenen Entscheids und damit der bundesgerichtlichen Beurteilung bilden. Dem wird die Vorinstanz bzw. die Erstinstanz im Rahmen des fortzuf�hrenden Verfahrens geb�hrend Rechnung zu tragen haben.
131 III 306 suite... ,
115 V 359,
Art. 58 et 65 LCR,
Art. 64 Abs. 1 LFG,