Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201993,%20562
Timestamp: 2020-01-19 15:27:25
Document Index: 199353175

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', '§ 550', 'Art. 9', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 550', 'BGH', 'BGH', '§ 550', '§ 4', '§ 415', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.10.1992 - VIII ZR 99/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,569
BGH, 21.10.1992 - VIII ZR 99/91 (https://dejure.org/1992,569)
BGH, Entscheidung vom 21.10.1992 - VIII ZR 99/91 (https://dejure.org/1992,569)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1992 - VIII ZR 99/91 (https://dejure.org/1992,569)
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Vertragsübernahme - Gaststättengrundstück - Getränkebezugsverpflichtung
NJW-RR 1993, 562
MDR 1993, 736
DNotZ 1993, 443
WM 1993, 114
BB 1993, 94
DB 1993, 1512
Da weitere tatsächliche Feststellungen nicht in Betracht kommen, kann der Senat die Auslegung selbst vornehmen (vgl. BGH, Urteil vom 14. Dezember 1990 - V ZR 223/89 = NJW 1991, 1180 unter 2; Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91 = WM 1993, 114 unter II 1 a und st.Rspr.).
Ist die Begründung in diesem Sinne lückenhaft, so leidet die Entscheidung an einem revisionsrechtlich erheblichen Mangel (…vgl. BGH, Urt. v. 16. Oktober 1991, VIII ZR 140/90, WM 1992, 32, 33; Urt. v. 21. Oktober 1992, VIII ZR 99/91, WM 1993, 114, 115).
Erst im Laufe der Zeit hat sich in der höchstrichterlichen Rechtsprechung die Auffassung durchgesetzt, daß die Auslegung einer Individualvereinbarung vom Revisionsgericht - der Leitbildfunktion seiner Entscheidungen entsprechend - in der dargelegten Weise nur eingeschränkt zu überprüfen ist (st. Rspr.; BGH, Urteil vom 25. Februar 1992 - X ZR 88/90, NJW 1992, 1967 unter II 3 a; Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91, WM 1993, 114 unter II 1 a; BGH, Urteil vom 11. März 1996 - II ZR 26/95, NJW-RR 1996, 932 unter I;… Urteil vom 18. September 1997, aaO).
Dessen Auslegung bindet aber das Revisionsgericht u.a. dann nicht, wenn sie unter Verletzung der gesetzlichen Auslegungsregeln (§§ 133, 157 BGB) und der zu ihnen entwickelten allgemein anerkannten Auslegungsgrundsätze vorgenommen worden ist (st.Rspr., vgl. nur BGHR ZPO § 550 Vertragsauslegung 4).
a) Auf derartige Verträge finden die Bestimmungen des Abzahlungsgesetzes auch nach Inkrafttreten des Verbraucherkreditgesetzes in entsprechender Anwendung des Art. 9 Abs. 1 VerbrKr/ZPOuaÄndG weiterhin uneingeschränkt Anwendung (BGHZ 119, 283, 294 f; 126, 56, 59; Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91 = WM 1993, 114 unter II 2).
Zum anderen war die Widerrufsbelehrung vom Streithelfer zusammen mit der Bestätigung des Empfangs eines Vertragsexemplars und der Belehrung selbst und somit entgegen § 1 b Abs. 2 Satz 3 AbzG nicht "gesondert" unterschrieben (dazu BGHZ 119, 283, 295 ff; Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 aaO.; zu § 2 Abs. 1 Satz 3 HWiG ebenso BGH, Urteil vom 8. Juli 1993 - I ZR 202/91 = WM 1993, 1840 [BGH 08.07.1993 - I ZR 202/91] unter II 1 und 2).
Die zur Beurteilung dieser Frage erforderliche Auslegung kann der Senat selbst vornehmen, weil hierzu weitere tatrichterliche Feststellungen nicht zu erwarten sind und die Sache damit zur abschließenden Entscheidung reif erscheint (vgl. Senatsurteile vom 16. Oktober 1991 - VIII ZR 140/90, WM 1992, 32, unter II 1 b bb und vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91, WM 1993, 114, unter II 1 a).
Zwar handelt es sich bei der Ermittlung des Sinngehalts jener Vertragsbestimmung um die in erster Linie dem Tatrichter obliegende Auslegung einer Individualerklärung; das Revisionsgericht kann das Ergebnis deshalb nur daraufhin überprüfen, ob gesetzliche Auslegungsregeln, anerkannte Auslegungsgrundsätze, Denkgesetze, Erfahrungssätze oder Verfahrensvorschriften verletzt worden sind (st.Rspr., so Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91, NJW-RR 1993, 562 = BGHR ZPO § 550, Vertragsauslegung 4; BGH, Urteil vom 1. Oktober 1999 - V ZR 168/98, WM 1999, 2513 = NJW 99, 3704 unter III 2 a, jew. m.w.Nachw.).
Ist die Begründung in diesem Sinne lückenhaft, so leidet die Entscheidung an einem rechtlichen Mangel (ständige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 16. Oktober 1991 - VIII ZR 140/90, NJW 1992, 170 unter II 1 b aa, und vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91, BGHR ZPO § 550 - Vertragsauslegung 4, jew. m.w.N.).
b) Im Streitfall kann offenbleiben, ob, wie das Berufungsgericht meint, durch § 4 des Vertrages vom 8. Dezember 1993 den Beklagten die Möglichkeit eingeräumt wurde, ihre Verpflichtungen aus diesem Vertrag dem Geschäftsnachfolger im Wege der befreienden Schuldübernahme gemäß § 415 BGB aufzuerlegen, oder ob nach der vorgenannten Klausel, wie sie von der Revision verstanden wird, die Vertragsverpflichtungen lediglich durch eine kumulative Schuldübernahme übertragen werden durften; daneben kommt als weitere, besonders naheliegende Möglichkeit hinsichtlich des Getränkelieferungsvertrages eine Vertragsübernahme in Betracht (vgl. BGH, Urteil vom 21. Oktober 1992 - VIII ZR 99/91, WM 1993, 114 unter II 1 a m.w.Nachw.).
Es ist anerkannt, daß eine Trennung der zunächst zusammengefaßten darlehens- und bezugsrechtlichen Teile eines Vertrages, wie ihn die Klägerin und die Beklagten am 8. Dezember 1993 geschlossen hatten, ohne weiteres möglich ist (Senatsurteil vom 21. Oktober 1992 aaO unter II 1 b cc bbb).
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