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Timestamp: 2017-11-20 03:59:38
Document Index: 369993752

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 73', '§ 73', '§ 114', '§ 121', '§ 114', '§ 73', '§ 114', '§ 121']

Möchte Anwalt - was braucht er? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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14.10.2012, 20:33 #1
Möchte Anwalt - was braucht er?
Habe mich jetzt dazu entschlossen, zu der Anwältin zu gehen, die ich vor Monaten mir rausgesucht habe, Spezialisiert auf Arbeitslosengeldempfänger.
Da ich alleine das nicht Packe mit dem Sozialgericht brauche ich also eine Anwältin.
Was genau muss ich Ihr vorlegen. Wie ich gelesen habe kann auch Sie den Beratungshilfeschein beantragen, was für mich schon mal eine Erleichterung wäre.
Kontoauszüge der letzten 3 Monate.
Aktueller Bescheid sowie Schriftverkehr mit meiner SB
Was wird noch benötigt? Möchte nicht ganz unwissend auftreten möchte.
Und da ich finanziell kaum mehr Möglichkeiten habe muss ich auch die Fahrtkosten niedrig halten.
14.10.2012, 22:17 #2
AW: Möchte Anwalt - was braucht er?
Ich würd sagen. Ob zum Gericht und bei einem dortigen zuständigen Rechtspfleger einen Beratungsschein holen. Kostet, wenn ich mich nicht irre, 10 € und damit ab zu Deinen Rechtsanwältin. Von ihr wird Du das meiste Infos bekommen, was benötigt wird. Das ist das grobe, was ich sagen kann.
15.10.2012, 13:40 #3
Als Rechtsanwältin kann ich Dir folgendes sagen:
Die wenigsten Kolleginnen und Kollegen werden sich bereit erklären, die Beratungshilfe für Dich zu beantragen und ich selber mache das inzwischen auch nicht mehr.
Denn wenn ich versuche ohne den Berechtigungsschein vom Amtsgericht meine Vergütung abzurechnen klappt das sehr häufig überhaupt nicht, mit der Folge, dass ich massiv drauf zahle, was num mal nur ginge, wenn ich mir das leisten könnte.
Also schicke ich und schicken die Kollegen und Kolleginnen die ich so kenne alle erst mal zum Amgsgericht (Rechtsantragsstelle) zum Beantragen der Beratungshilfe.
Dorthin mitnehmen musst Du Deine Bescheide über Sozialleistungen, Kontoauszüge, auch von Sparkonten oder sonstigem Vermögen die Nachweise, Personalausweis, Mietvertrag, gegebenenfalls auch Nachweise über Verbindlichkeiten, also wenn Du wo Schulden hast, z.B. auch Unterhaltstitel und sowas alles.
Außerdem brauchst Du dort meist noch Belege, die quasi beweisen, warum Du anwaltliche Hilfe brauchst, wie z.B. einen Dich belastenden Bescheid.
Am Besten solltest Du da auch sagen, dass Du selbst schon ganz viel gemacht hast, aber es ohne Anwalt nicht geklappt hat.
Will man Dich abweisen:
Bestehe unbedingt auch eine SCHRIFTLICHE ABLEHNUNG!!!!
Denn nur dann kannst Du auch dagegen Vorgehen und zwar mittels der sogenannten ERINNERUNG, die auch bei der Rechtsantragsstelle eingelegt wird und zwar bitte SCHRIFTLICH.
Fristgebunden ist das nicht.
Dann muss ein Richter am Amtsgericht entscheiden.
Wenn Du Hilfe brauchen solltest beim Formulieren der Erinnerung kannst Du mich fragen und zwar helfe ich gern, auch wenn mir das keinerlei Geld bringt, weil ich darauf bestehe, dass die Gewährung der Beratungshilfe wichtig ist und nicht wegfallen darf. Was es bei mir kostenlos gibt ist die Beratung über Beratungshilfe, denn dafür sieht ohnehin kein Gesetz eine Vergütung vor. (Ist jetzt mein Spezialgebiet geworden, diese Erinnerungen )
Sollte es mit der Erinnerung dann auch wieder nicht klappen, ist leider der Rechtsweg schon erschöpft und es bleibt nur der direkte Weg zum Bundesverfassungsgericht, von dem ich mir wünsche, dass er immer wieder gegangen wird.
Wenn Du unbedingt willst, dass ein Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin für Dich die Beratungshilfe beantragt, dann dürfte das schwer werden. In relativ klaren Fällen kannst Du vielleicht aber Glück haben, wenn Du vollständige (siehe oben) Nachweise mitbringst zur finanziellen Situation und auch zum Fall. Relativ klare Fälle sind solche, wo bislang noch keinem Amtsgericht was eingefallen ist, um die Absicht, sich Rechtsanwaltliche Hilfe zu holen als mutwillig zu betrachten oder auf angebliche "andere Hilfemöglichkeiten" zu verweisen.
Deine Rechtsanwältin ist nicht böse, wenn sie Dich vorab zum Amtsgericht schickt, sondern tut nur, was richtig ist, nämlich nicht zu versuchen, den Sozialstaat durch perönlichen ehrenamtlichen Einsatz zu ersetzen, sondern die Verantwortung bei diesem zu belassen.
Problematisch wird es, wenn Sie Geld verlangt, obwohl Du die Beratungshilfe willst. Das ist so dann nicht ok, außer, wenn Dir das lieber ist, als der Kampf um den Schein (ist es vielen).
Dann darfst Du aber auch nicht sauer sein, wenn sie Geld will.
Der Beruf als Rechtsanwältin ist nämlich nicht unbedingt existenzsichernd, und auch die Rechtsanwältin muss sehen, wo sie bleibt.
Ach ja, wenn Du aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen es nicht schaffst, zum Amtsgericht zu gehen kannst Du den Antrag auch schriftlich einreichen. Je nach Bundesland gibt es leicht unterschiedliche Vordrucke dafür, die Du im Internet downloaden kannst. Du musst dann umfassende Erklärungen, worum es geht, warum Du Anwaltliche Hilfe brauchst schicken und die ganzen Kopien zu Einkommen und Vermögen, Mietvertrag und Verbindlichekeiten und möglichst Nachweisen darüber, warum Du Hilfe brauchst.
Bis Du Antwort bekommst dauert es dann leider oft lange, eine schriftliche Antwort, also der Schein oder die Ablehnung wird Dir aber dann irgendwann geschickt.
Wenn es eilig ist musst Du zwingend persönlich zur Rechtsantragsstelle und daruf bestehen, den Schein sofort zu erhalten, sowie eventuell schon mal fristwahrend selbst Widerspruch oder Klage erheben, damit keine Fristen ablaufen.
Wovon ich abrate ist, erst mal eine anwaltliche Erstberatung zum Dumpingpreis anzunehmen, und dann noch versuchen, die Beratungshilfe zu bekommen. Denn dann ist es sehr häufig, dass Du darauf verwiesen wirst, Du hättest die ja gleich bei diesem Anwalt beantragen müssen usw.
Ach ja, zur Rechtsanwältin nimm auch noch 10€ mit, außer, Deine Anwältin gehört zu jenen, die damit offen werben, immer auf die 10 € zu verzichten (da gibts auch einige).
Mir ist schon klar, dass dieser Antragskram extrem nervig ist und auch belastend, ich möchte aber darum bitten und dazu ermuntern, diesen Weg dennoch zu gehen, damit das Institut der Beratungshilfe nicht letztlich ganz gestrichen werden kann, weil es keine Nachfrage mehr gibt.
Einen Satz den ich vor kurzem hören musste ("wir sind Hartzer und können uns doch sowieso nicht wehren") möchte ich nämlich möglichst nicht hören müssen.
Soviel zum Thema Beratungshilfe, ohne die meines Erachtens der Rechtsstaat mindestens halbtot ist.
Viel Glück beim Beantragen!
15.10.2012, 13:51 #4
Hier irrst du, denn die besagten € 10,00 sind ein Gebührentatbestand des VV zum RVG (Nr. 2500), folglich hat das AG, das den Antrag auf BerH bearbeitet wenig bis gar nichts damit zu tun. Schuldner ist immer der Rechts-oder Ratsuchende (siehe auch § 44 RVG).
Sonstiges Vorgehen steht in o.a. Beitrag.
Tipp für TE:
Da vom Antrag auf BerH bis zur möglichen Erteilung eines Berechtigungscheines "etwas" Zeit vergehen kann, sollte man an den Fristablauf zu z.B. Klagerhebung gegen Widerspruchsbescheide denken.
Hier wäre anzuraten, Klage zu erheben* und PKH unter Beiordnung eines RA (siehe auch § 73a SGG i.V.m. der ZPO) zu beantragen.
* Erheben ist nicht begründen..... das kann später erfolgen! Wichtig ist die Wahrung der Frist(en).
15.10.2012, 14:56 #5
Nachdem ich es nicht mag, wissen zu "horten" um damit Geld verdienen zu können, möchte ich hier ein Muster für das fristwahrende Einlegen einer Klage zum Sozialgericht einstellen.
- Klägers/Klägerin -
Hiermit erhebe ich Klage und beantrage,
1. den Bescheid der ... vom ... Az.:... in der Gestalt des Widerspruchsbescheides der ... vom ..., Az: aufzuheben und dem Kläger die am ... beantragte ... zuzusprechen.
2. dem Kläger Prozeßkostenhilfe unter Beiordnung der Rechtsanwältin/ des Rechtsanwalts... zur Vertretung meiner Interessen zu gewähren.
Bescheid und Widerspruchsbescheid füge ich in Kopie bei. Eine Begründung wird innerhalb der vom Gericht noch zu setzenden Frist erfolgen.
Zum Antrag auf Prozesskostenhilfe wird Bezug genommen auf anliegende Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Klägers nebst beigefügtem Alg 2-Bescheid, Kontoauszug und Mietvertrag.
Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Klägers
nebst Alg 2 Bescheid, Kontoauszug und Mietvertrag
15.10.2012, 16:00 #6
Wer die Klage bzw. den Eilantrag um die PKH erweitern möchte, dem sei folgende Formulierungshilfe an die Hand gegeben:
Dem Antragsteller bzw. Kläger wird für das Verfahren vor dem Sozialgericht XYZ Prozesskostenhilfe ohne Ratenzahlung bewilligt und
R e c h t s a n w ä l t -In XYZ
Adresse /Telefon / etc.
beigeordnet.
Der Antragsteller bzw. Kläger hat für das Verfahren vor dem SG Aktenzeichen 1234567890 einen Anspruch auf Bewilligung von PKH unter Beiordnung der o.a. RAin/des RA.
Nach § 73a Abs.1 SGG i.V. mit § 114 ZPO erhält ein Beteiligter, der nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Ist eine Vertretung durch Rechtsanwälte nicht vorgeschrieben, wird der Partei auf ihren Antrag ein zur Vertretung bereiter Rechtsanwalt ihrer Wahl beigeordnet, wenn die Vertretung erforderlich erscheint oder der Gegner durch einen Rechtsanwalt vertreten ist ( § 121 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
Die Voraussetzungen der §§ 114 ZPO , 73a SGG liegen hier vor. Insbesondere kann der Antragsteller bzw. Kläger die Kosten der Prozessführung nicht aufbringen, wie sich aus der Anlage ergibt.
Eine hinreichende Erfolgsaussicht ist im vorgenannten Sinne gegeben. Bei der Prüfung der hinreichenden Aussicht auf Erfolg im Rahmen der PKH erfolgt nur eine vorläufige Prüfung.
Dabei ist der verfassungsrechtliche gezogene Rahmen (Art.. 3 Abs. 1, 20 Abs. 3 , 19 Abs. 4 Grundgesetz) zu beachten. Deshalb dürfen keinen überspannten Anforderungen gestellt werden (BVerfG vom 07.04. 2000, -1 BvR 81/00 -, NJW 2000, 1936).
Eine hinreichende Erfolgsaussicht ist anzunehmen, wenn das Gericht den Rechtsstandpunkt des Klägers bzw. Antragstellers aufgrund der Sachverhaltsschilderung und der vorliegenden Unterlagen für zutreffend oder zumindest für vertretbar hält und in tatsächlicher Hinsicht von der Möglichkeit der Beweisführung überzeugt ist (Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG Kommentar, 9. Auflage, Rn 7, 7a zu § 73a) bzw. wenn die Erfolgsaussicht nicht nur eine entfernte ist ( vgl. z.B. BVerfG vom 13.07.2005, - 1 BvR 175/05 -; BVerfG 81, 347, 7 ; st. Rspr.). Der Zweck der PKH, dem Unbemittelten weitgehend gleichen Zugang zu Gericht wie dem eines Bemittelten zu gewähren, gebietet, ihn einem solchem Bemittelten gleichzustellen, der seine Prozessaussichten vernünftig abwägt und dabei auch das Kostenrisiko mitberücksichtigt (BVerfG 81, 347, 356 ff = NJW 1991, 431f; BVerfG FamRZ 1993, 664, 665). Unter Zugrundelegung dieser Maßgaben ist eine hinreichende Aussicht auf Erfolg im Sinne des § 114 ZPO zu bejahen. Nach der hier nur gebotenen summarischen Prüfung liegt eine hinreichende Aussicht auf Erfolg des auf die vorläufige Gewährung von XXXXXXXXXXXX gerichteten Verfahrens vor***. Im Hinblick auf die schwierige Rechtslage erscheint die Beiordnung der/des o.a. RA im Sinne des § 121 II 1 ZPO als erforderlich.
*** ggf. abändern
Anlage: Erklärung zu den wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen / Umfang - - Seiten
15.10.2012, 16:23 #7
@hartaber4 + @12345678
Ja, kann mich auch total irren, denn ich habe bisher noch nie sowas zu tun gehabt. Ja, es gibt immer ein erstes mal, das gebe ich zu. Dank der informative Erklärung von Dir und @12345678 wissen wir jetzt wenigsten wie wir da vorgehen sollen.
15.10.2012, 17:31 #8
Wer die Klage bzw. den Eilantrag um die PKH erweitern möchte, dem sei folgende Formulierungshilfe an die Hand gegeben: [...]
So umfangreich würde ich es gar nicht gestalten... . Da besteht die Gefahr, dass sich ein Richter genervt fühlt, weil er für Ihn Überflüssiges lesen muss und Richter wollen gewöhnlich möglichst wenig Arbeit haben.
Völlig ausreichend ist im Normalfall eine solche Formulierung zur Begründung des PKH Antrages:
"Der Kläger ist nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht dazu in der Lage, die Kosten der Rechtsverfolgung aufzubringen. Insoweit wird Bezug genommen auf anliegende Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Klägers nebst Anlagen.
Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet hinreichende Aussicht auf Erfolg und ist nicht mutwillig. Insoweit wird Bezug genommen auf die Begründung des Klageantrages. "
Es nützt nicht soo viel einem Richter noch die ganzen Zitate aus dem Gesetz und den Urteilen um die Ohren zu hauen, denn insbesondere ein Sozialrichter kennt den Kram und fühlt sich eher etwas "veralbert", wenn er das alles lesen soll...
... nur so als Tipp. Manchmal ist weniger mehr.
15.10.2012, 19:04 #9
Du hast mit deiner Empfehlung natürlich Recht..... kann man reduziert vortragen.... da ich (fast) nur mit angesäuerten (subjektiv begriffsstutzigen) RichterInnen zu tun habe......bin ich so "sozialisiert" worden ....mein Fehler.
Hier ist fast nur "Schlagabtausch"...
P.S. Nicht alle Sozialrichter kennen den "Kram"..... so mein Eindruck.
Oft muss man sich anhören:
"Tja....äh.... das kann ich heute nicht ausurteilen/entscheiden...muss mich nochmal reinlesen.....".
(also nach neuen Ausreden suchen)
15.10.2012, 21:18 #10
Siehste, schon da bin ich komplett überfordert.
So wie ich das auch sehe, brauche ich erstmal was in der Hand, bis auf den Widerspruch, habe ich nichts. Noch nicht mal Antwort darauf.
Auf dem letzten Bescheid steht dann halt, dass nach dem einreichen des Kindergeldeinstellungsbescheides das Kindergeld gestrichen wird.
Meine Mutter hat mir jetzt auch noch eine Alternative vorgeschlagen, wir fahren gemeinsam zur Familienkasse und stellen uns mal vor. Das letzte mal als meine Mutter alleine dort war, hat es noch bei dem Besuch geklappt.
Die am Telefon wissen ja selbst nicht um was es geht. Mir hat man heute erzählt, da wäre irgendeine Nachricht eingegangen. Von wem, keine Ahnung.
Sie entscheiden, ob ich noch Kindergeld erhalte...obwohl die Entscheidung bereits gefallen ist. Naja Familienkasse halt.
Gegen die Familienkasse werde ich sowieso nichts machen können. Klage geht nicht, da Bearbeitungszeit von 6 Wochen...
Höchstens halt gegen meine Sachbearbeiterin. Aber ob da Klage oder was anderes hilft keine Ahnung. Die Beruft sich halt auf den Einstellungsbescheid, den mir die Familienkasse nicht gibt.
Ich danke euch trotzdem, vor allem schätze ich Rechtsanwälte sehr, die auch vernünftig Ihre Arbeit machen.
Muss ich halt dann selbst zum Amtsgericht, habe ja jetzt eine genaue Liste, was ich alles mitbringen muss. Habe bis jetzt auch alles alleine geschafft
Wenn es wirklich hart kommen sollte, muss ich halt meine Sozialbetreuerin hier im Ort fragen ob sie mit mir kommen würde.
16.10.2012, 06:53 #11
Das wird nicht notwendig. Bis jetzt lief bei mir die Beantragung immer ohne Komplikationen. Nachweis der Bedürftigkeit vorlegen und kurz den Grund für die Notwendigkeit eines Anwaltes.
Das Amtsgericht ist verpflichtet, bei Bedürftigkeit einen Beratungsschein auszustellen. Sollte dieser vom Justizangestellten ohne triffigen Grund verweigert werden, kann man dagegen sogar Beschwerde einlegen.
Also einfach ablehnen ist nicht.
16.10.2012, 12:12 #12
OT @ 12345678:
In Bremen und Hamburg gibt es die ÖRA, die bei Verfahren beim SG unter aller Sau ist, weil der Stadtstaat nicht gegen sich selber prozessieren will und schon gar nicht dafür auch noch Geld ausgeben.
Was kann ein Bedrüftiger tun um dennoch bei einer Klage z.B vor dem BSG einen Anwalt in Anspruch zu nehmen und nicht die ÖRA?
Dieses Thema kann auch gerne in einen eingenen Thread, da ich die Frage nur hier stelle, weil @1234567 hier ist und vielleicht in ein anderes Thema nicht reinschaut. Ich bitte um Verständnis, aber ich halte die Frage für sehr wichtig für die Stadtstaaten
16.10.2012, 23:09 #13
@123usw : In Berlin gibt des etliche RAs bzw. Sozialrecht-RA-Ketten/Sozietäten, die extra damit werben, dass sie für ihre (massenweise damit angelockten) Mandanten die Beratungshilfescheine ihrerseits besorgen....
Daraus schließe ich, dass es lokal recht unterschiedlich ist, wie sich SGBII-Anwaltschaft und Gerichte betr. Beratungshilfe(zahlung) ins Benehmen setzen?
N.B. ist in Berlin bei Sozialrechtsanwälten ein spürbarer Konzentrationsprozess im Gange, so dass tendenziell nur noch größere Kanzleien mit mehreren Anwälten (bzw. 1 RA mit mehreren Referendaren) "überleben" - die Abläufe sind da stark "durchrationalisiert".
17.10.2012, 00:40 #14
@ethos:
Seid froh, dass ihr solche "cluster" habt in Berlin!!
SozR muss man straff machen (alle Schwerpunkt-SGB´s halte ich für sehr selten).... sonst kannst du einpacken..ist eh schon auf Kante genäht.
Gerade in diesem komplexen Rechtsgebiet ist keine Zeit (kein Geld) für ausführliche oder auch mal empathische Gespräche mit Mandanten.
Ich denke für SozR muss man auch "einen kleinen (humanistischen) Hau haben" als RA.... oder aus anderen nicht nachvollziehbaren Gründen daran Blut geleckt haben.
Berliner Mundart auch bei RA und Gerichten?
Muss sich ja witzig anhören....
Ick glob det hackt Herr Richter....
17.10.2012, 09:22 #15
Die genannten Berliner Kanzleien sind mir zum Teil durch Stellenanzeigen in der Jobbörse der Arbeitsagentur bekannt.
Ziel dort ist in der Tat die Massenabfertigung im Sozialrecht. Es geht dabei darum, möglichst viele gleichartige Fälle zu bekommen, um so dann ausreichend Gebühren einzustreichen. Dafür werden dann Anwätlinnen und Anwälte gesucht, die sich für niedrige Gehälter einstellen lassen. Da ist dann in den Stellenanzeigen die Rede von "Wirtschaftlichem Denken" und der "Bereitschaft eine hohe Anzahl von Mandaten in kürzester Zeit" zu bearbeiten. Weiterhin wird hier faktisch auf Erfolgshonorar gearbeitet. Man nimmt hin, nur etwas einzunehmen, wenn 1. mindestens ein Widerspruch, besser noch ein Klageverfahren ansteht UND letzteres gewonnen wird, denn dann ist egal, was mit Beratungshilfe usw. wird. Die Gebühren zahlt dann im Zweifel das JobCenter oder die sonstige Behörde, gegen die es geht.
Die Kolleginnen und Kollegen versuchen es nach dem Prinzip "die Masse macht´s". Bisweilen wird eine sogenannte "kostenlose Vorprüfung der Erfolgsaussichten" angeboten, was ich für berufsrechtlich problematisch halte, nachdem es berufsrechtlich nicht erlaubt ist, derartigen "kostenlosen Service" anzubieten. Dazu kann man dann Alg 2 Bescheide einschicken und so.
Bei dieser "Vorprüfung" geht es um eine Grobeinschätzung ob sich ein Verfahren ergeben könnte, das unproblematisch ist und wo es noch eine Masse gleichgelagerter Fälle gibt, die dann als Massenprodukt bearbeitet werden können.
Ergibt eine solche Vorprüfung "negativ", heißt das nicht, dass man keine Erfolgsaussichten hat, sondern, dass der individuelle Fall nicht ausreichend gut ins Schema F passt, sondern zu individuell ist und sich folglich für die Kanzlei nicht lohnt.
Aber die JobCenter machen halt bisweilen einen Fehler nicht nur einmal, sondern Massenweise, insbesondere in einer Großstadt wie Berlin. Und so kann man teils als Anwältin oder Anwalt dadurch ein ausreichendes Einkommen erzielen.
Aber die Leute mit humanistischem Tuch die nicht sonderlich wirtschaftlich denken gibts auch. Sicherlich auch in Berlin.
17.10.2012, 20:02 #16
Leipziger Kanzleien/RAe:
Mr Oizo - Flat Beat - YouTube
(ab 1:30 min ist süß...)
(ab 1:55 min kriegt auch nen hungriger Mandant was in den Mund)
22.10.2012, 15:44 #17
du musst nur den aktuellen bescheid, evtl. 10 €, und die papeire mitbrinen worum es geht.
bei meinem ra war das so das auch er immer die beratungshilfe beantragt hat, weil wenn man selber hingeht, die beratungshilfe immer abgelehnt wurde, wenn der ra es aber beantragt hat durchging.
Bekannte braucht hilfe Summergirl10 ALG II 4 15.08.2012 18:53
U25 möchte eigene wohnung braucht rat Lion101 U 25 3 26.10.2010 14:27
Anwalt des Vermieters möchte die neue Adresse babsi10 Allgemeine Fragen 1 29.04.2009 17:47