Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.03.2009&Aktenzeichen=IX%20ZR%20214/07
Timestamp: 2019-05-20 16:05:36
Document Index: 256395176

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.03.2009 - IX ZR 214/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1358
BGH, 19.03.2009 - IX ZR 214/07 (https://dejure.org/2009,1358)
BGH, Entscheidung vom 19.03.2009 - IX ZR 214/07 (https://dejure.org/2009,1358)
BGH, Entscheidung vom 19. März 2009 - IX ZR 214/07 (https://dejure.org/2009,1358)
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Anspruch auf Ersatz jeglicher Nachteile aus der Besteuerung eines Veräußerungsgewinns aufgrund fehlerhafter Beratung eines Anwalts über den sichersten Weg zur Erlangung eines auslaufenden Steuervorteils; Vorliegen einer Fehlberatung bzgl. Steuersparmodelle im Falle einer möglichen zukünftigen Änderung relevanter Normen aus dem Steuerrecht
Beratungspflicht für Rechtsanwalt über Steuervorteil; Haftung des Rechtsanwaltes für Fehlberatung
Beratung über sichersten Weg zur Erlangung von Steuervorteil
Beratungspflicht bei auslaufendem Steuervorteil
Kurznachricht zu "Anmerkungen zur Entscheidung des BGH vom 19.03.2009, Az.: IX ZR 214/07 (Beraterhaftung: Erlangung eines auslaufenden Steuervorteils)" von RA Dr. Oliver Tomat, original erschienen in: GmbH-StB 2009, 159 - 160.
NJW 2009, 2949
DB 2009, 953
AnwBl 2009, 456
b) Bei pflichtgemäßem Vorgehen hätten der Steuerberater S und Rechtsanwalt Q dem Vater des Klägers den relativ sichersten und ungefährlichsten Weg zu dem angestrebten Ziel deutlich machen und die für den Erfolg notwendigen Schritte vorschlagen müssen, damit der Mandant eine sachgerechte Entscheidung treffen kann (st. Rspr., siehe nur BGHZ 129, 386, 396; BGH, Urteil vom 19. März 2009 - IX ZR 214/07, NJW 2009, 2949, Tz. 9 m. w. N.) Mit Rücksicht darauf hätten sie vorschlagen müssen, dass der Vater des Klägers die Aufhebung der Anrechnungsbestimmungen im Rahmen einer Verfügung von Todes wegen erklärt.
Dazu hat er dem Auftraggeber den sichersten und gefahrlosesten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche Risiken aufzuklären, damit der Mandant zu einer sachgerechten Entscheidung in der Lage ist (BGH, WM 1993, 1376; WM 2007, 419; NJW 2007, 2485; WM 2008, 1560; NJW 2009, 2949).
Die im Falle der Zulässigkeit der Klage notwendige Sachabweisung stünde mit dem Verbot der reformatio in peius in Einklang (BGHZ 23, 36, 50; 46, 281, 283 f; BGH, Urt. v. 19. März 2009 - IX ZR 214/07 Rn. 7 z.V.b.).
Dazu gehört insbesondere, dass der Steuerberater - ebenso wie der in der Steuerrechtsmaterie agierende Rechtsanwalt - den relativ sichersten und ungefährlichsten Weg zu dem steuerlichen Ziel zu wählen bzw. zu empfehlen hat (vgl. BGH, Urteil vom 19.03.2009, IX ZR 214/07, zitiert nach juris, dort Tz. 9).
Dazu hat er dem Auftraggeber den sichersten und gefahrlosesten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche Risiken aufzuklären, damit der Mandant zu einer sachgerechten Entscheidung in der Lage ist (BGH WM 1993, 1376; WM 2007, 419; NJW 2007, 2485; WM 2008, 1560; NJW 2009, 2949).
Bei zweifelhafter Rechtslage hat der Steuerberater seinem Mandanten den relativ sichersten Weg vorzuschlagen, damit der Mandant eine sachgerechte Entscheidung treffen kann (BGH, Urteil vom 29. März 2009 - IX ZR 214/07 m. w. N.).
Unter Würdigung der Umstände des Einzelfalls geht es vielmehr, ohne Zulassungsgründe zu schaffen, davon aus, dass die Inanspruchnahme des Bauträgers bei Erteilung des Mandats der einfachste, schnellste und zunächst naheliegende und deshalb durch den Rechtsanwalt zu empfehlende Weg gewesen sei (vgl. BGH…, Urteil vom 1. März 2007, aaO Rn. 9;… vom 13. März 2008 - IX ZR 136/07, NJW-RR 2008, 1235 Rn. 14; vom 19. März 2009 - IX ZR 214/07, NJW 2009, 2949 Rn. 9;… Vill in Zugehör/G. Fischer/Vill/D. Fischer/Rinkler/Chab, Handbuch der Anwaltshaftung, 3. Aufl. Rn. 635 ff jeweils mwN).
Aufgrund der ihm erteilten Hinweise muss der Mandant in der Lage sein, die bestehenden Risiken selbst abzuwägen (BGH, Urteil vom 29. März 2009 - IX ZR 214/07).
Er muss seinen Auftraggeber vor Schaden bewahren und ihm den nach den Umständen relativ sichersten und ungefährlichen Weg zu dem erstrebten steuerlichen Ziel aufzeigen (BGHZ 129, 386, 396; BGH, Urt. v. 19.3.2009 - IX ZR 214/07, NJW 2009, 2949; NJW 2001, 3478).