Source: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/6410.php
Timestamp: 2017-10-18 11:04:31
Document Index: 70308648

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 48', '§ 44', '§ 48', '§ 23', '§ 91']

vom 04.10.2017 - Abgabetermin: 22.12.2017
Der Bund gewährt die Zuwendungen nach Maßgabe dieser Richtlinie, der §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) und den dazu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften sowie der „Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Ausgabenbasis (AZA)“ und/oder der „Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Kostenbasis (AZK)“ des BMBF. Ein Anspruch auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Gefördert werden soll ein Vorhaben zur Begleitforschung für den Erfolg von kompetenzbezogenen Auswahlverfahren der Hochschulen, das folgende Gegenstände beinhaltet:
a) systematische Erfassung, Analyse und Weiterentwicklung bereits bestehender Auswahlverfahren, wissenschaftlicher Erfahrungsaustausch zu angewendeten Auswahlverfahren und die
b) Konzeption eines Methodensets, aus dem die Hochschulen das für sie geeignete Auswahlverfahren generieren können unter Abschätzung der damit verbundenen Kosten (Das Konzept soll standardisierte, allgemein nützliche Methoden ebenso vorsehen wie variable Vorgehensweisen. So ist gewährleistet, dass der Diversität der Hochschullandschaft ebenso Rechnung getragen werden kann wie dem Bedarf, Vergleichbarkeit herzustellen. Den Spezifika des Fachs Medizin bzw. des Arztberufs ist Rechnung zu tragen. Die Ansätze sollen die Profile der medizinischen Fakultäten und gegebenenfalls daraus resultierende Anforderungen widerspiegeln.) sowie
c) Entwicklung eines nachhaltigen Konzepts für die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse und für die Qualitätssicherung kompetenzbezogener Auswahlverfahren an medizinischen Fakultäten.
Die Ergebnisse und Zwischenergebnisse der Begleitforschung sollen wissenschaftlich und praktisch anschlussfähig sein. Sie könnten z. B. die Grundlage bilden für eine longitudinale Evaluation von Messinstrumenten/Auswahlverfahren und deren Weiterentwicklung. Das Vorhaben soll quantitative und qualitative Methoden für die systematische Erfassung, Analyse, Entwicklung und Weiterentwicklung der kompetenzbezogenen Auswahlverfahren anwenden.
Geschlechtsspezifische Aspekte sollen angemessen berücksichtigt werden.
Wo immer möglich, ist die gezielte Nutzung von bereits existierenden Datensätzen und Materialsammlungen für Forschungsfragestellungen vorzusehen.
Am geförderten Vorhaben soll mindestens eine medizinische Fakultät beteiligt sein.
Mögliche Ansätze für das Vorgehen im Rahmen der Begleitforschung können z. B. sein:
eine Auswertung bereits erfolgter (internationaler) wissenschaftlicher Evaluationen von kompetenzbezogenen Auswahlverfahren;
eine Bestandsaufnahme zu kompetenzbezogenen Auswahlverfahren an allen 38 medizinischen Fakultäten unter Berücksichtigung des Profils der jeweiligen Fakultät (Größe der Fakultät, Anzahl der Studienplätze und Studienplatzbewerberinnen und Studienplatzbewerber, Orientierung der Fakultät, z. B. zu Primärversorgung oder Forschung, Herkunft und Sprachfähigkeiten der Studierenden, etc.), eine exemplarische Bestandsaufnahme zu Auswahlverfahren für weitere gegebenenfalls auch nur örtlich zulassungsbeschränkte Fächer, wie z. B. Psychologie, Pädagogik oder Medienwissenschaft. Auch aussagekräftige Befunde zu Auswahlverfahren für Ausbildungsberufe können in die Analyse einbezogen werden;
eine Bilanzierung kompetenzbezogener Auswahlverfahren durch die Befragung von Absolventinnen und Absolventen zulassungsbeschränkter Studiengänge;
eine Auswertung des BMBF geförderten wissenschaftlichen Transferprojekts zu „Kompetenzmodelle und Instrumente der Kompetenzerfassung im Hochschulsektor – Validierungen und methodische Innovationen“ (KoKoHs);
eine Bewertung der prognostischen Qualität kompetenzbezogener Auswahlverfahren durch die Analyse von Daten zu Berufsverläufen von Absolventinnen und Absolventen zulassungsbeschränkter Studiengänge;
eine Identifikation valider kompetenzbezogener Auswahlverfahren zur Messung von sozialen und kommunikativen Kompetenzen;
die Durchführung eines Seminars oder einer Konferenz zum wissenschaftlichen Austausch mit Anwenderinnen und Anwendern sowie Entwicklerinnen und Entwicklern kompetenzbezogener Auswahlverfahren;
eine Entwicklung von allgemein anwendbaren Methoden für intersubjektiv valide, digitale Messungen von psychosozialen und kommunikativen Kompetenzen;
eine Entwicklung von allgemein anwendbaren Methoden für die Qualitätssicherung von Auswahlverfahren;
eine Entwicklung von allgemein anwendbaren Methoden für die Sicherung der Anpassungsfähigkeit von Aktualisierungen und Weiterentwicklungen;
die Darstellung des Mehrwerts, den die medizinischen Fakultäten durch die Anwendung der dargestellten Methoden erzielen können;
die Benennung von Best-Practice-Auswahlverfahren und Abschätzung des finanziellen Umsetzungsaufwands;
eine Prüfung, ob Fakultäten aufgrund ihrer Profile gruppiert oder regional zusammengefasst werden können bzw. sollten;
eine adressatengerechte Aufbereitung der Projektergebnisse für verschiedene Zielgruppen (Universitäten, Politik und Öffentlichkeit);
die Einbindung aller für die Umsetzung relevanten Akteure.
Antragsberechtigt sind deutsche staatliche und nichtstaatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind nicht antragsberechtigt.
Die Antragstellenden müssen durch einschlägige Vorarbeiten in Forschung und Entwicklung (FuE) zu kompetenzbezogenen Auswahlverfahren ausgewiesen sein.
In das Vorhaben müssen alle zur Bearbeitung erforderlichen Partner aus Wissenschaft und Praxis einbezogen werden. Die notwendige Kooperation kann auf unterschiedliche Weise – auch nebeneinander − erfolgen, z. B. durch die gemeinsame Bearbeitung des Vorhabens (Teilprojekte), durch die Einbindung in Projektveranstaltungen wie Seminare oder Konferenzen zum wissenschaftlichen Austausch, durch die Einrichtung eines Projektbeirats, durch die Einbeziehung einschlägiger Verbände wie den Medizinischen Fakultätentag (MFT) und die Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA).
Von den Partnern eines Verbunds ist eine Koordinatorin oder ein Koordinator zu benennen. Die Partner eines Verbundprojekts regeln ihre Zusammenarbeit in einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung. Vor der Förderentscheidung über ein Verbundprojekt muss eine grundsätzliche Übereinkunft über bestimmte vom BMBF vorgegebene Kriterien nachgewiesen werden. Einzelheiten sind dem „Merkblatt für Antragsteller/Zuwendungsempfänger zur Zusammenarbeit der Partner von Verbundprojekten“, das von Antragstellenden und Zuwendungsempfängern zu beachten ist, zu entnehmen (BMBF-Vordruck Nr. 0110, Fundstelle: https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare, Bereich BMBF − Allgemeine Vordrucke und Vorlagen für Berichte).
Voraussetzung für eine Förderung ist die hohe Qualität der Methodik des beantragten Projekts. Bei der Projektplanung müssen der nationale und internationale Forschungsstand adäquat berücksichtigt werden. Die Validität der Erhebungs- und Analyseverfahren muss in Bezug auf die gewählte Forschungsfrage gewährleistet sein. Die kontinuierliche Einbindung methodologischer Expertise in das Vorhaben ist sicherzustellen.
Der Zugang zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten ist eine wesentliche Grundlage für Forschung, Entwicklung und Innovation. Die langfristige Sicherung und Bereitstellung der Forschungsdaten leistet einen Beitrag zur Nachvollziehbarkeit und Qualität wissenschaftlicher Arbeiten. Deshalb sollen Forschungsergebnisse, die im Rahmen dieser Förderrichtlinie entstehen, als Open-Access-Veröffentlichung publiziert (siehe auch Nummer 6), und Forschungsdaten (digital; unter Wahrung der Rechte Dritter, insbesondere Datenschutz, Urheberrecht) zur Nachnutzung bereitgestellt werden.
Die zu erwartenden Ergebnisse müssen einen konkreten Erkenntnisgewinn für die künftige Anwendung von kompetenzbezogenen Auswahlverfahren an medizinischen Fakultäten erbringen. Die geplante Verwertung, der Transfer der Ergebnisse in die Praxis sowie Strategien zur nachhaltigen Umsetzung müssen bereits in der Konzeption des beantragten Projekts adressiert und auf struktureller und prozessualer Ebene beschrieben werden.
Zuwendungsfähig ist der vorhabenbedingte Mehraufwand, wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie in begründeten Ausnahmefällen projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des oder der Antragstellenden zuzurechnen sind.
Die Förderung ist für einen Zeitraum von etwa drei Jahren mit bis zu drei Millionen Euro (inklusive Projektpauschale bzw. Overheadkosten) beabsichtigt.
Ausgaben für Forschung an bereits existierenden Datensätzen und Kohorten können gefördert werden, wenn die Nachhaltigkeit dieser Infrastrukturen sichergestellt ist.
Kooperationen mit thematisch verwandten FuE-Vorhaben im europäischen und außereuropäischen Ausland sind möglich, wobei der internationale Partner grundsätzlich über eine eigene nationale Förderung für seinen Projektanteil verfügen muss. Zusätzlich anfallende Mittel z. B. für die wissenschaftliche Kommunikation, für die Durchführung von Workshops und Arbeitstreffen, Gastaufenthalte von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern (Doktoranden, Post-Docs) aus dem Verbund an externen Forschungseinrichtungen und Kliniken sowie die Einladung von Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern sind grundsätzlich zuwendungsfähig, wenn dadurch synergistische Effekte erwartet werden können. Kooperationen mit thematisch verwandten FuE-Vorhaben im europäischen und außereuropäischen Ausland sind möglich, wobei der internationale Partner grundsätzlich über eine eigene nationale Förderung für seinen Projektanteil verfügen muss.
Hochschulen und Universitätskliniken wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.
Bestandteile eines Zuwendungsbescheids auf Ausgabenbasis werden die Allgemeinen Nebenbestimmungen für ­Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) und die Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen des BMBF zur Projektförderung auf Ausgabenbasis (BNBest-BMBF 98).
Bestandteile eines Zuwendungsbescheids an die FhG oder Helmholtz-Gemeinschaft (auf Kostenbasis) werden die „Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Kostenbasis des BMBF an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft für FuE-Vorhaben (NKBF 98).
Dr. Gunnar Meyer (Telefon: 02 28/38 21-11 24, E-Mail: Gunnar.Meyer@dlr.de),
Dr. Marijke Looman (Telefon: 02 28/38 21-16 11, E-Mail: Marijke.Looman@dlr.de).
Dem Projektträger sind
bis spätestens 22. Dezember 2017
von jedem Vorhaben förmliche Förderanträge (AZA/AZAP/AZK) für jeden Verbundpartner einzureichen, der eine Förderung beantragt. Die Förderanträge sind in Abstimmung mit dem Verbundkoordinator einzureichen.
Zur Erstellung von förmlichen Förderanträgen ist das elektronische Antragssystem „easy-Online“ zu nutzen ).
Als Anlage zu den förmlichen Förderanträgen ist eine gemeinsame Vorhabenbeschreibung aller Verbundpartner in deutscher Sprache vom Verbundkoordinator vorzulegen (upload als Anlage in easy-Online). Der Umfang der Vorhabenbeschreibung darf 30 Seiten (DIN-A4-Format, Arial 11 Punkt, 1,5-zeilig, einseitig) nicht überschreiten und muss alle notwendigen Informationen enthalten, die dem Kreis begutachtender Personen eine abschließende fachliche Stellungnahme erlauben.
Die gemeinsame Vorhabenbeschreibung muss gemäß der Gliederungspunkte in den Richtlinien für Zuwendungs­anträge (BMBF Vordrucke AZA [Nr. 0027] und AZK [Nr. 0047], jeweils AZA 6 bzw. AZK 6, Fundstelle: https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare, Bereich BMBF) aufgebaut sein. Insbesondere sind Aussagen zu den folgenden Punkten zu treffen:
Organisationsstruktur des Verbunds;
Darlegung der angestrebten Ziele;
Forschungsfrage und Methodik;
gegebenenfalls Beschreibung der Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen den Verbundpartnern, Benennung der Zuständigkeiten einzelner Verbundpartner;
gegebenenfalls Darstellung der Kompetenzen, Vorarbeiten und geplanten Rolle der Partner im Verbund;
Beschreibung abgrenzbarer Arbeitspakete;
ausführliches Konzept für breitenwirksamen Wissenstransfer;
gemeinsamer Verwertungsplan;
detaillierter Arbeitsplan inklusive vorhabenbezogener Ressourcenplanung (Zuordnung von Personenmonaten zu ­Arbeitspaketen) und Meilensteinplanung;
als Anhang zur Vorhabenbeschreibung (zählt nicht zum oben genannten Seitenumfang) sollen je Verbundpartner die Lebensläufe der Projektleitungen und der maßgeblich beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (je ­Lebenslauf maximal eine DIN-A4-Seite, Arial 11 Punkt, 1,5-zeilig, einseitig) sowie drei einschlägige Publikationen zu kompetenzbezogenen Auswahlverfahren beigefügt werden.
Unterlagen, die den hier niedergelegten Anforderungen nicht genügen, können ohne weitere Prüfung abgelehnt werden.
schlüssige Darstellung der Vorgehensweise gemäß der Zielsetzung der Förderung;
wissenschaftliche Qualität (u. a. Innovationsgehalt, Methodik);
Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten der erwarteten Ergebnisse, insbesondere deren Praktikabilität, zu erwartende Akzeptanz sowie die Qualität des Konzeptes zum breitenwirksamen Wissenstransfer;
Expertise bzw. einschlägige Vorarbeiten des/der Antragstellenden; Ausgewiesenheit der Antragstellenden auf dem Gebiet der Forschung zu Auswahlverfahren und der Durchführung von Auswahlverfahren sowie auf dem Gebiet der psychologischen Kompetenzmessung, insbesondere im Bereich von Auswahlverfahren zum Medizinstudium;
Nachvollziehbarkeit (Notwendigkeit und Angemessenheit) der beantragten Mittel und des Finanzierungsplans.
Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung der ­gewährten Zuwendung gelten die Verwaltungsvorschriften zu den §§ 48 bis 49a des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG), § 44 BHO sowie die §§ 48 bis 49a VwVfG, die §§ 23, 44 BHO und die hierzu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften, soweit nicht in dieser Förderrichtlinie Abweichungen von den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zugelassen worden sind. Der Bundesrechnungshof ist gemäß den §§ 91, 100 BHO zur Prüfung berechtigt.
Diese Richtlinie tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und ist bis zum 31. Oktober 2027 gültig.