Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Verlaengerte_Klagefrist_bei_Streit_um_Befristung_Hessisches_LAG_17Sa1018-12_u.html
Timestamp: 2019-05-25 06:09:29
Document Index: 331673306

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 4', '§ 17', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 17']

Hessisches LAG, Urteil vom 08.04.2013, 17 Sa 1018/12 - HENSCHE Arbeitsrecht
Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 08.04.2013, 17 Sa 1018/12
Schlagworte: Entfristungsklage, Befristung, Befristungskontrollklage
Aktenzeichen: 17 Sa 1018/12
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 05.06.2012, 8 Ca 6/12
7. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 211.945,56 € brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus je­weils 17.662,13 brut­to seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008; 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
7b. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 3.942,24 € brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus ei­nem Be­trag von 328,42 € seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008; 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
(bb) Der auf die Un­wirk­sam­keit ei­nes ers­ten Be­en­di­gungs­tat­be­stands gestütz­te Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch kann je­doch in ent­spre­chen­der An­wen­dung des § 6 KSchG auch ei­ne frist­wah­ren­de Kla­ge­er­he­bung ge­gen ei­nen strei­ti­gen zwei­ten Be­en­di­gungs­tat­be­stand dar­stel­len.
59 (i) Zweck der ge­setz­li­chen Re­ge­lung des § 6 KSchG ist es, im Zu­sam­men­spiel mit § 4 KSchG (hier: § 17 Tz­B­fG ) frühzei­tig Rechts­klar­heit und -si­cher­heit zu schaf­fen. § 6 KSchG will den – häufig rechts­un­kun­di­gen – Ar­beit­neh­mer vor ei­nem unnöti­gen Ver­lust sei­nes Kündi­gungs­schut­zes (hier: der Be­fris­tungs­kon­trol­le) aus for­ma­len Gründen schützen. Der Ar­beit­neh­mer ist nach §§ 4 , 6 KSchG nur ver­pflich­tet, durch ei­ne recht­zei­ti­ge An­ru­fung des Ar­beits­ge­richts sei­nen Wil­len, sich ge­gen die Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung weh­ren zu wol­len, genügend klar zum Aus­druck zu brin­gen. Die­ser Wil­le kann während der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist auch oh­ne aus­drück­li­chen Hin­weis auf ei­ne ganz kon­kre­te Kündi­gungs­erklärung für den Kündi­gen­den hin­rei­chend klar zum Aus­druck kom­men, wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne Leis­tungs­kla­ge er­ho­ben hat, de­ren An­spruch zwin­gend die Un­wirk­sam­keit der aus­ge­spro­che­nen Kündi­gung vor­aus­setzt. Das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an ei­ner schnel­len Klärung der Rechts­la­ge wird hier­durch re­gelmäßig nicht bzw. nur ge­ringfügig berührt und muss un­ter Berück­sich­ti­gung des Sinn und Zwecks des § 6 KSchG zurück­tre­ten ( BAG 23. April 2008 – 2 AZR 699/06 – aaO, Rd­nr. 24). Es be­ste­hen zunächst auch kei­ne Be­den­ken, die­se Über­le­gun­gen grundsätz­lich auch auf den Be­reich der Ent­fris­tungs­kla­ge des § 17 Tz­B­fG zu über­tra­gen.
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