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Timestamp: 2019-09-22 18:54:59
Document Index: 142015496

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 12', '§ 12', 'Art 14', '§ 53', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 53', '§ 9', 'EuG', 'EuG', '§ 12']

ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.300419.VIIR10.18.0
Normen: § 9 Abs 1 Nr 2 StromStG, § 12 StromStV, § 12a StromStV, Pos 2716 KN, Art 14 Abs 1 Buchst a EGRL 96/2003, § 53 EnergieStG
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 30. April 2019 – VII R 10/18 –, BFHE nn
Der Verbrauch von Strom in den Transformations- und Umspannanlagen einer Photovoltaikanlage ist nicht nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG steuerfrei (Rn.21).
1. § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG kann richtlinienkonform nur dahin ausgelegt werden, dass die Steuerbefreiung nur für solchen Strom zu gewähren ist, der zur eigentlichen Stromerzeugung entnommen wird (Rn.12).
2. Die Steuerfreiheit gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG ist darüber hinaus auf die Erzeugung von Strom beschränkt. Dazu gehören nur solche Vorgänge, mit denen ein von Pos. 2716 KN erfasstes Erzeugnis hervorgebracht wird. Prozesse, die der eigentlichen Stromerzeugung nachgelagert sind (hier: Umspannung des zuvor erzeugten Stroms auf Mittelspannung bzw. Hochspannung), sind nicht steuerfrei (Rn.14) (Rn.17)(Rn.22).
3. Eine Ausnahme bildet die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom. § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG ist richtlinienkonform dahin auszulegen, dass der Verbrauch von Strom in Wechselrichtern steuerfrei ist (vgl. BFH-Urteil vom 06.10.2015 VII R 25/14) (Rn.19) (Rn.20)(Rn.22).
4. Verwaltungsrechtliche Vorgaben (hier: eine auf nationalem Recht beruhende Baugenehmigung) können nicht die Reichweite der Stromsteuerbefreiung bestimmen (Rn.13) (Rn.23).
5. § 53 EnergieStG und § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG ist ein gleiches Verständnis des Stromerzeugungsprozesses zugrunde zu legen (Rn.18).
BB 2019, 2069 (Leitsatz)
StE 2019, 547 (Leitsatz)
vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 10. Januar 2018, Az: 1 K 1142/16, Urteil
Vergleiche EuGH, 7. März 2018, Az: C-31/17
Vergleiche BFH, 6. Oktober 2015, Az: VII R 25/14
Vergleiche BFH, 19. Juni 2012, Az: VII R 49/11
Vergleiche BFH, 13. Dezember 2011, Az: VII R 73/10
Vergleiche BFH, 9. September 2011, Az: VII R 75/10
Vergleiche EuGH, 6. Oktober 1982, Az: 283/81
Mit Entlastungsanmeldung vom 20. November 2014 beantragte die Rechtsvorgängerin der Klägerin eine Steuerentlastung für Strom zur Stromerzeugung gemäß § 12a der Verordnung zur Durchführung des Stromsteuergesetzes (StromStV) für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 20. Oktober 2013 in Höhe von 1.348,78 €. Dies lehnte der Beklagte und Revisionskläger (das Hauptzollamt --HZA--) mit Bescheid vom 26. Januar 2015 ab, weil der Stromerzeugungsvorgang im technischen Sinn mit der Entstehung des Stroms in den Photovoltaik-Modulen abgeschlossen sei und Transformations- und Umspannanlagen sowie Wechselrichter einschließlich deren Beheizung oder Kühlung nicht begünstigt seien.
Mit Bescheid vom 21. April 2016 gewährte das HZA eine Steuerentlastung in Höhe von 146,58 € für die in den Wechselrichtern verbrauchte Strommenge. Im Übrigen wies es den Einspruch zurück.