Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4209.htm
Timestamp: 2018-12-11 20:53:35
Document Index: 172380640

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 7']

4.209 Herrgottsried
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Herrgottsried« vom 17. August 1992 (GBl. v. 16.10.1992, S. 675).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (85/337/EWG) vom 12, Dezember 1991 (GBl. S. 848), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
(1) Die in § 2 Abs.2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Bad Wurzach, Gemarkung und Flur Gospoldshofen, Landkreis Ravensburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(3) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Herrgottsried«.
(2) Das Naturschutzgebiet umfaßt auf der Flur Gospoldshofen im wesentlichen folgende Wege, Gewässer und Grundstücke:
· die Feldwege (FW) Nr. 16,72teilweise (tw), 81/1,85 tw, die Gewässer Wurzacher Ach tw, den Vögelesgraben tw, den Wassergraben (Flst.Nr. 213/ 1) und Gräben ohne Bezeichnung, sowie die Flst. Nr. 44d tw, 45, 52/1 tw, 53/4 tw, 55, 56, 57/20, 57/22-57/27, 57/32-57/34, 58, 59/1, 59/3, 60, 67/1 tw, 70-76, 77tw, 112/1-121/17, 122, 123/1 und 214-215.
· die FW Nr. 1, Nr. 7 und Nr. 17, die Wurzacher Ach tw, den Vögelesgraben tw, den Mühlbach tw und Wassergräben ohne Bezeichnung, die Flurstücke Nr. 44a tw, 44d tw, 49/2 tw, 5111 tw, 53/2, 53/3, 53/4 tw, 54,57/21, 61-64,65 tw, 65/1,65/2, 66, 67/1 tw, 68, 69, 77 tw, 78, 79, 81 tw, 85 tw, 95 / 2 tw, 96 tw, 97 tw, 103/1 tw, 104/2, 104/11, 106-111, 123/2, 124-130/2, 213, 216, 216/1-217, 218, 219-220, 22i/1-221/4 und 222/1-222/4.
(4) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 des Regierungspräsidiums Tübingen vom 6.März 1992 dargestellt. Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind rot und die des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den in der Karte eingetragenen Grundstücksflächen des Natur- und des Landschaftsschutzgebiets mit der textlichen Beschreibung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes sind die Erhaltung und die erneute moorökologische Aufwertung eines durch menschliche Eingriffe stark veränderten Niedermoorkomplexes als
· Landschaftsteil von besonderer landschaftlicher Schönheit,
· Lebensraum für eine artenreiche und gefährdete Tier- und Pflanzenwelt,
· bedeutender Rastplatz im Vogelzug,
· wichtiger Bestandteil in dem Lebensraumverbund von Feuchtgebieten entlang der Wurzacher Ach und in der Region des Württembergischen Allgäus.
· Teil des Lebensraumes von im Gesamtgebiet beheimateten Pflanzen- und Tierarten, insbesondere auch von rastenden, durchziehenden und im Gebiet brütenden Vogelarten,
· Pufferzone zur Vermeidung nachteiliger Einflüsse auf das Naturschutzgebiet durch störende, den Naturhaushalt oder das Landschaftsbild des Tales beeinträchtigende Veränderungen,
· offene Landschaft von besonderer Schönheit und Eigenart zur Sicherung des Landschaftsbildes und der Erholungsfunktion.
2. Sport-, Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;
12. das Schutzgebiet außerhalb der Straßen und Wege zu betreten oder zu befahren;
15. mit Luftfahrzeugen jeglicher Art einschließlich Modellflugzeugen zu starten oder zu landen;
16. Düngemittel, Chemikalien oder sonstige umweltgefährdende Stoffe einzubringen;
17. Brach- oder Grünland in Äcker oder zur Neueinsaat umzubrechen.
b) jagdliche Einrichtungen auf trittempfindlichen Bereichen nicht errichtet, neue Jagdkanzeln nicht erstellt und Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern neu hergestellt werden dürfen;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß ein Besatz nur entsprechend der Produktionsfähigkeit der Gewässer und nur mit standortgemäßen, einheimischen Fischarten erfolgt. Hierzu zählen die Regenbogenforelle, der Bachsaibling und der Aal nicht. Die Brutbachbewirtschaftung ist nicht zulässig;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß auf Moorboden eine Bewirtschaftung als Moorplenterwald erfolgt und die gepflanzten Fichtenreinkulturen langfristig in einen standortgemäßen Moorplenterwald umgebaut werden;
a) die in der Schutzgebietskarte schraffiert dargestellten Wirtschaftswiesen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfange bewirtschaftet werden können,
b) die übrigen Grünlandflächen streuwiesenartig, d. h. ohne Düngung und die Mahd nicht vor dem 1.September, genutzt werden,
c) landeseigene Flächen nur als extensives Grünland genutzt werden dürfen; § 4 der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und § 4 Abs. 2 Nr. 5, 8, 10 und 17 dieser Verordnung bleiben unberührt;
5. für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Eine maschinelle Grabenräumung darf nur zwischen dem 15. September und dem 15. November durchgeführt werden. Maschinelle Räumarbeiten außerhalb dieses Zeitraums sind nur im Einvernehmen mit der unteren oder der höheren Naturschutzbehörde zulässig;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke. § 6 Abs. 2 und § 7 Abs. 2 Nr. 4, 11 und 15 bleiben unberührt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen - insbesondere Entwässerungseinrichtungen - in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren ordnungsgemäße Unterhaltung und Instandsetzung. Die maschinelle Grabenräumung darf nur zwischen dem 15. September und dem 15. November erfolgen. Maschinelle Räumarbeiten außerhalb dieses Zeitraums sind nur im Einvernehmen mit der unteren oder der höheren Naturschutzbehörde zulässig;