Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.01.2002&Aktenzeichen=IX%20ZR%20228/00
Timestamp: 2019-05-24 10:27:58
Document Index: 288567428

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 51', '§ 9', '§ 51', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.01.2002 - IX ZR 228/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,566
BGH, 24.01.2002 - IX ZR 228/00 (https://dejure.org/2002,566)
BGH, Entscheidung vom 24.01.2002 - IX ZR 228/00 (https://dejure.org/2002,566)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2002 - IX ZR 228/00 (https://dejure.org/2002,566)
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ErbbauVO § 9; BRAO § 51 a. F.
Anpassung des Erbbauzinses - Leistungsvorbehalt - Vermögensschaden - Eintritt eines Schadens durch Annahme - Schlechterfüllung eines Anwaltsvertrages
Erbbauzins, Leistungsvorbehalt bei -
Zur Anpassung des Erbbauzinses aufgrund eines Leistungsvorbehalts; zum Beginn der Verjährung des Schadensersatzanspruchs gegen einen Rechtsanwalt, der durch Verletzung seiner Anwaltspflichten ein ungünstiges Vertragsangebot seines Mandanten veranlasst hat
ErbbauVO § 9; BRAO § 51 (a.F.)
Verjährungsbeginn § 51b BRAO bei vertraglichen Vereinbarungen
Anwaltshaftung;Verjährung; Risiko-Schaden-Formel
NJW 2002, 1421
MDR 2002, 695
VersR 2002, 486
WM 2002, 1073
Ist der Vertragsgegner infolge einer fehlerhaften Vertragsgestaltung zur Irrtumsanfechtung befugt, verwirklicht sich der Schaden folglich erst dann, wenn jener von diesem Recht tatsächlich Gebrauch macht (…BGH, Urt. v. 16. November 1995 aaO; Urt. v. 24. Januar 2002 - IX ZR 228/00, WM 2002, 1073, 1076).
Begeht der Mandant auf Anraten seines Anwalts eine Vertragsverletzung, erwächst ein Schaden nicht vor dem Zeitpunkt, zu dem der Vertragsgegner daraus Rechte herleitet (…BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, WM 1993, 610, 612; BGH, Urt. v. 24. Januar 2002 aaO).
In einer solchen Risikolage entsteht ein Schaden zwar erst dann, wenn der Vertragspartner tatsächlich von seinen Rechten Gebrauch macht (…vgl. BGH, Urt. v. 17. Februar 2000 - IX ZR 436/98, NJW 2000, 1498, 1499 unter II.3.a, aa; v. 24. Januar 2002 - IX ZR 228/00, WM 2002, 1073, 1076).
Die Leistungsbestimmung konkretisiert den Leistungsinhalt endgültig, sie ist für den Bestimmenden unwiderruflich (BGH, Urteil vom 24. Januar 2002 - IX ZR 228/00, NJW 2002, 1421, unter III).
Besteht der Pflichtverstoß des Rechtsanwalts darin, daß durch die Ausübung eines vertraglichen Gestaltungsrechts andere, sonst erfolgversprechende Ansprüche dauerhaft vereitelt werden, so entsteht der Schaden bereits mit der Ausübung des Gestaltungsrechts, weil sich bereits dadurch die Vermögenslage des Auftraggebers endgültig verschlechtert hat (…vgl. BGH, Urt. v. 26. Februar 1985 - VI ZR 144/83, WM 1985, 1038, 1040; v. 24. Januar 2002 - IX ZR 228/00, WM 2002, 1073, 1076).
Das ergibt sich, wie in der mündlichen Verhandlung erörtert, aus der von der Klägerin angenommenen Erklärung des Zeugen vom 12. April 2002, die die Klägerin als Anlage BK 5 zu den Akten des Berufungsverfahrens gereicht hat und die das Revisionsgericht, nachdem das Berufungsgericht dies unterlassen hat und weitere tatsächliche Feststellungen dazu weder erforderlich noch zu erwarten sind, selbst auslegen kann (vgl. BGH, Urt. v. 24.1.2002 - IX ZR 228/00, NJW 2002, 1421, 1424;… Urt. v. 30.9.1999 - IX ZR 329/98, NJW 1999, 3708, 3709).
Nach der "Risiko-Schaden-Formel" liegt ein Schaden vor, wenn bei wertender Betrachtung über eine bloße Vermögensgefährdung hinaus die Pflichtverletzung des Anwalts zu einer objektiven Verschlechterung der Vermögenslage des Betroffenen geführt hat (BGH NJW 2000, 1263, 1264; NJW 2002, 1421, 1424;… Fahrendorf, in: Rinsche/Fahrendorf/Terbille Rn. 1010).
Zwar wird bei Eintritt der Verjährung eines Anspruchs regelmäßig ein Schaden und damit die Entstehung eines Regressanspruchs angenommen (BGH NJW 2000, 1263, 1264; NJW 2002, 1421, 1424;… Fahrendorf, in: Rinsche/Fahrendorf/Terbille Rn. 1010, 1034).
Die Leistungsbestimmung konkretisiert den Leistungsinhalt endgültig und sie ist für den Bestimmenden unwiderruflich (BGH NJW 2002, 1421 unter III).
Da weitere für die Auslegung erhebliche Tatsachenfeststellungen nicht zu erwarten sind, darf der Senat die Vertragsänderung selbst auslegen (st. Rspr. des BGH; s. nur Urt. v. 24.01.2002 - IX ZR 228/00, NJW 2002, 1421).