Source: http://www.droitpourlepraticien.ch/?page_id=22539&arret=1C_281/2016&year=2017&retour=1143
Timestamp: 2019-07-21 15:32:46
Document Index: 103584786

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 90', 'Art. 33', 'Art. 97', 'Art. 95', 'Art. 89', 'Art. 33', 'Art. 89', 'Art. 82', 'Art. 66']

BauG-Beschwerde
1C_281/2016
Am 21. Juni 2014 reichte die A.________ AG bei der Bauverwaltung Inneres Land AI ein Baugesuch für die Überbauung der Parzelle Nr. xxx im Gebiet Rohr in Schwende mit acht Mehrfamilienhäusern für insgesamt 46 Wohnungen ein.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die A.________ AG, diesen Entscheid des Kantonsgerichts aufzuheben. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt sie die Durchführung eines Augenscheins.
Das Kantonsgericht beantragt, die Beschwerde abzuweisen und verzichtet im Übrigen auf Vernehmlassung. Die Standeskommission und die Baukommission beantragen, die Beschwerde abzuweisen. B.________ verzichtet auf eine explizite Vernehmlassung und verweist auf seine im bisherigen Verfahren gemachten Ausführungen. D.D.________ sowie H.________, I.________, E.________, F.________ und G.________ beantragen, die Beschwerde abzuweisen.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer Angelegenheit des öffentlichen Rechts. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 82 ff. BGG offen; ein Ausnahmegrund ist nicht gegeben (Art. 83 BGG). Der angefochtene Entscheid, welcher die Ablehnung des Baugesuchs der Beschwerdeführerin schützt, schliesst das Baubewilligungsverfahren ab; es handelt sich um einen Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG. Gerügt wird die Verletzung von Art. 33 RPG sowie eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 97 Abs. 1 BGG), mithin von Bundesrecht, was zulässig ist (Art. 95 lit. a BGG). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des Bauabschlags befugt, Beschwerde zu erheben (Art. 89 Abs. 1 BGG). Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist.
Nach Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG gewährleistet das kantonale Recht die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Die Beschwerdebefugnis setzt nach Art. 89 Abs. 1 BGG insbesondere voraus, dass der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat. Nach Art. 82 Abs. 1 des kantonalen Baugesetzes ist dagegen jede im Kanton wohnhafte natürliche Person befugt, gegen bewilligungspflichtige Bauvorhaben Einsprache zu erheben und gegen den Bauentscheid Rechtsmittel zu ergreifen. Das kantonale Recht kennt somit in Bausachen die Popularbeschwerde, vorausgesetzt wird einzig ein innerkantonaler Wohnsitz.
Hauptstreitpunkt in der Sache ist die Frage der Bewilligungsfähigkeit der Dachfirsten, die nach dem Bauprojekt nicht horizontal verlaufen, sondern geneigt sind. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass bereits im Quartierplan verbindlich festgelegt sei, dass die Bauten geneigte Firsten aufweisen müssten, und diese Bauweise erfülle die Anforderungen an eine gute Einordnung in die Landschaft.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner haben praxisgemäss keinen Anspruch auf Parteientschädigungen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Baukommission Inneres Land AI, dem Bezirksrat Schwende, der Standeskommission des Kantons Appenzell I.Rh. und dem Kantonsgericht Appenzell I.Rh., Abteilung Verwaltungsgericht, schriftlich mitgeteilt.