Source: https://www.umweltpakt.bayern.de/werkzeuge/branchenleitfaeden/module.htm?m=6
Timestamp: 2019-02-23 10:50:13
Document Index: 38497016

Matched Legal Cases: ['§4', '§ 6', 'Art. 15', '§ 3', 'Art. 69', '§ 202']

Checkliste Natur - PDF
Die fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) sind endlich und werden langfristig erschöpft sein. Um die Ressourcen zu schonen, aber auch um die Umwelt zu schützen, sollten fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden. In nahezu jedem Unternehmen können bis zu 50 % der benötigten Energie eingespart werden. Technische und organisatorische Maßnahmen helfen dabei, dieses Potenzial zu identifizieren und zu erschließen. Ein wichtiges Augenmerk ist dabei auf die Erzeugung, die Umwandlung und die Verteilung von Energie zu legen.
Anlagen zur Erdwärmenutzung (z. B. Erdwärmesonden, Flächenkollektoren).
Energiesparen bei Gewinnung und Aufbereitung
Der Energieverbrauch ist ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Geräte für Gewinnung und Aufbereitung. Überdimensionierte Gewinnungsgeräte benötigen unnötig Energie. Die Siebmaschinen und Brecher sollten so dimensioniert und eingestellt werden, dass sie gut ausgelastet sind. Auch Leerlauf kostet unnötig Energie.
Die Erzeugung von Druckluft ist sehr energie- und kostenintensiv. Die meisten Druckluftinstallationen weisen daher erhebliche Einsparpotenziale auf. Durch die Optimierung lässt sich durchschnittlich 30 % der Energie einsparen. Die größten Einsparpotenziale liegen dabei auf der Leckageortung und -behebung. Oft gehen durch Leckageverluste 50 % der Druckluft auf dem Weg zum Werkzeug verloren. So können in großen Unternehmen schnell fünfstellige Beträge durch die Beseitigung von Undichtigkeiten gespart werden. Insbesondere an folgenden Schwachstellen können Leckagen auftreten:
Unter Umständen ist eine Stromversorgung über das öffentliche Netz nicht möglich oder nicht wirtschaftlich. In diesen Fällen wird der Strom mit einem Generator vor Ort erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme sollte genutzt werden, zum Beispiel mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks (BHKW). Auch bei vielen Produktionsprozessen entsteht unvermeidbar Abwärme, deren Nutzung ein immenses Energiepotenzial beinhaltet.
Erfahrungsgemäß können durchschnittlich etwa 20 bis 30 % der in Produktionseinrichtungen insgesamt eingesetzten Strom- und Brennstoffenergie durch Abwärmenutzung wieder zurück gewonnen werden.
Bewegungs- und Präsenzmelder ermöglichen eine bedarfsgerechte Beleuchtung in wenig genutzten Räumen. Durch den Einsatz energieeffizienter Leuchtmittel (z. B. auf LED-Basis) und innovativer elektronischer Steuerung lässt sich die Lichtqualität in Räumen verbessern und gleichzeitig Energie einsparen.
An vielen Heizungsregelungen kann man für jeden Wochentag einzeln die Uhrzeit einstellen, zu der es im Gebäude warm sein soll. So lässt sich die Temperatur in Verkaufs- und Büroräumen genau regeln. Tagsüber ist in den meisten Arbeitsräumen eine Temperatur von 20° C optimal. Nachts genügt eine Temperatur zwischen 10 und 15° C. Eine Regulierung der Temperatur kann zu erheblichen Effizienzgewinnen führen.
Die Absenkung der Raumtemperatur um nur 1° C reduziert den Heizenergieverbrauch um rund 6 %.
Abfall, der nicht anfällt, muss nicht entsorgt werden. Aber ganz ohne Abfall geht es nicht. Abfallschlüssel für Abfälle von Betrieben der Rohstoffgewinnung sind im Kapitel 01 des Europäischen Abfallverzeichnisses (Anlage zur Abfallverzeichnisverordnung – AVV) zu finden, sofern es sich überhaupt um Abfälle handelt. Möglicherweise handelt es sich auch um Nebenprodukte (§4 Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG), die vermarktet werden können.
Falls Sie Steine bearbeiten, können Abfälle, wie etwa Steinschleifschlämme anfallen. Diese enthalten geringe Mengen Organik, wenn Kunstharze zur Oberflächenversiegelung verwendet werden. Schlämme müssen vor der Entsorgung, z. B. über Entwässerungssäcke oder Lochcontainer mit Vlieseinlagen, entwässert werden. Für die Entsorgung, die in der Regel eine Beseitigung sein dürfte, kommen je nach Zusammensetzung Deponien der Klassen 0, I oder II in Frage. Wenden Sie sich hierzu an Ihre kommunale Abfallberatung bzw. gleich an den Deponiebetreiber. Ihre Betriebsgenehmigung dürfte Auflagen zum Umgang mit ggf. anfallendem Abraum enthalten, eventuell auch Festlegungen zur weiteren Nutzung nach dem Abbau.
Am besten ganz ohne Verpackung
Für in Verkehr gebrachte Transport- und Verkaufsverpackungen gelten Rücknahme- und Entsorgungspflichten. Verkaufen Sie Ihre Produkte deshalb, wenn möglich, ohne Verpackung. Für Verpackungen, die beim privaten Endverbraucher anfallen, muss in der Regel bei einem dualen System lizenziert werden (mögliche Alternativen siehe §§ 6 Abs. 2 und 7 Verpackungsverordnung).
Nutzen Sie wo möglich die unverpackte Anlieferung bzw. Groß- oder Rücklaufgebinde, um im eigenen Betrieb möglichst wenig Produkte in Einwegverpackungen einzusetzen. Gut erhaltene Einwegpaletten können weiter im eigenen Betrieb eingesetzt oder auch weitervermittelt werden. Paletten und Folien etc. können im Rahmen wiederkehrender Lieferungen als Transportverpackungen auch zurückgegeben bzw. müssen zurückgenommen werden. Für Transportverpackungen (Kartonagen, Paletten, Folien, etc.) besteht eine Rücknahmepflicht durch den Hersteller oder Vertreiber. Im Rahmen wiederkehrender Belieferungen kann die Rücknahme auch bei einer der nächsten Anlieferungen erfolgen.
Übrigens können größere Mengen gut erhaltener Transportkartons mit Normgrößen aus dem Warentransport unter Firmen auch einer Weitervermittlung zugeführt werden. Das gilt auch für Füllmaterialien und Einwegpaletten.
Saubere Gewerbeabfalltrennung
Voraussetzung für eine sinnvolle Verwertung werthaltiger Fraktionen (auch im Hinblick auf deren hochwertige Verwertung) und eine kostengünstigere Beseitigung des verbleibenden Restmülls bildet eine dem Betriebsablauf angepasste Trennung und Sammlung für alle anfallenden Abfallfraktionen. Relevante Parameter können hier Art, Größe und Standort der Abfallbehälter sein sowie die interne Kennzeichnung der Sammelsysteme durch Farben oder Beschriftungen.
Der Austausch eines 1.100 Liter fassenden Restmüllcontainers gegen einen kleineren Behälter mit 770 Litern Inhalt spart pro Jahr zwischen 250 und 500 €.
Gegen ein höheres Entgelt, das für die Sortierung und Entsorgung zu bezahlen ist, können die ersten vier und weitere Abfallfraktionen auch gemischt einer Gewerbeabfall-Vorbehandlungsanlage zugeführt werden. In begründeten Fällen kann entsprechend den in der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) vorgesehenen Ausnahmen vorgegangen werden. Fragen Sie bei Ihrer Kommune nach. Restabfall zur Beseitigung ist der Kommune zu überlassen. Passen Sie Behältergröße und Abholrhythmen den anfallenden Abfallmengen an. Im Betrieb und Büro fallen darüber hinaus Abfälle an, wie Elektro(nik)-Altgeräte einschließlich Leuchtstoffröhren, Batterien oder Druckerpatronen. Über die Entsorgung Ihrer Abfälle informiert die Abfallberatung Ihrer Kommune.
Gefährliche Abfälle weisen eine oder mehrere gefährliche Eigenschaften auf, beispielsweise reizend, gesundheitsschädlich, giftig, ätzend oder ökotoxisch. Sie sind in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) durch einem Stern (*) gekennzeichnet; Beispiel: Ölabfälle von Maschinen siehe AVV-Kapitel 13. Können Abfälle nicht eindeutig den Abfallschlüsseln und -arten im Abfallverzeichnis zugeordnet werden, sind gefährlich eingestufte Bestandteile in Abfällen und Gefahrstoffsymbole/ GHS-Piktogramme auf nicht mehr gebrauchten Produktresten Anhaltspunkte für gefährlichen Abfall. Gefährliche Abfälle zur Beseitigung sind in Bayern der GSB Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH zu überlassen.
Zu den gefährlichen Abfällen zählen beispielsweise auch alte Fahrzeugbatterien oder Ölfilter. Sie müssen getrennt vom Restmüll entsorgt werden und unterliegen der Nachweis- und Registrierpflicht. Beide Abfälle können beim jeweiligen Händler zurückgegeben werden.
Sofern nicht bereits behördlicherseits gefordert, ist zu überlegen, ob die Ernennung eines/r Abfall-Verantwortlichen Sinn macht, der/ die einerseits darauf achtet, dass die innerbetriebliche Abfalltrennung korrekt durchgeführt wird, und die Mitarbeitenden informiert. Eine innerbetriebliche Arbeitsanweisung über Abfallvermeidung und –entsorgung sollte eine Liste mit allen anfallenden Abfallarten mit Trennvorgaben und Entsorgungsweg enthalten.
Bei der Gewinnung, der Aufbereitung, dem Wiederverfüllen oder in der Verwaltung wird Wasser verbraucht. Mit der Rohstoffgewinnung wird der Wasserhaushalt verändert. Insbesondere bei der Nassgewinnung sind die Eingriffe in das Grundwasser nicht wieder rückgängig zu machen. Die Gewinnung von Rohstoffen einerseits und der Schutz des Grundwassers andererseits stehen deshalb in einem Interessenskonflikt. Von Gewinnungsstätten, in denen schützende Deckschichten fehlen und das Grundwasser freigelegt ist, können Gefahren hinsichtlich einer nachteiligen Veränderung der Grundwasserbeschaffenheit ausgehen. Bei der Aufbereitung werden je nach Zusammensetzung des Rohmaterials häufig große Mengen an Waschwasser benötigt.
Für die Wäsche von Sand, Kies, Brechsand und teilweise auch Naturstein wird in der Regel Grundwasser über Betriebsbrunnen oder direkt aus Baggerseen entnommen. Die für die Aufbereitung erforderliche Wassermenge ist vom Verschmutzungsgrad des Rohmaterials abhängig. Für derartige Entnahmen von Grundwasser ist eine beschränkte Erlaubnis im vereinfachten Verfahren nach Art. 15 BayWG notwendig. Bei einer Wasserentnahme von mehr als 100.000 m³/a ist eine Eigenüberwachung gemäß Eigenüberwachungsverordnung EÜV durchzuführen. Unter Umständen kann auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach § 3 UVPG i. V. mit Art. 69 BayWG erforderlich werden.
Grundwasserschutz bei der Wiederverfüllung
Die Unbedenklichkeit des Verfüllmaterials ist anhand seiner Herkunft nachzuzweisen. Deshalb muss stets geprüft werden, woher das Verfüllmaterial kommt und welche Nutzung es erfahren hat. Ansonsten wäre bei der Verfüllung die Besorgnis einer Grundwasserverunreinigung nicht auszuschließen. Der Herkunftsnachweis besteht aus der Verantwortlichen Erklärung (VE) des Verfüllmaterialerzeugers und der Annahmeerklärung des Verfüllbetriebs (AE). Der Betreiber prüft die Angaben in der VE. Bei größeren oder problematischeren Aushub- bzw. Abbruchmaßnahmen ist es zweckmäßig, vor Beginn der Arbeiten eine Inaugenscheinnahme des Materials und eine Auswertung vorhandener Unterlagen durchzuführen. Bei Verfüllstandorten der Kategorie N und A ist die Unbedenklichkeit der Herkunft entscheidend. Eine Freibeprobung von Verfüllmaterial ist hier kein zulässiger Nachweis. Gegebenenfalls kann eine stichprobenweise analytische Untersuchung des Materials zum Zwecke der Beweissicherung durchgeführt werden. Bei Standorten der Kategorie B und C gibt der Herkunftsnachweis wichtige Hinweise für die Untersuchung und Bewertung des Verfüllmaterials. Bei Zweifeln an der Eignung des Verfüllmaterials ist dieses analytisch zu untersuchen. Es sind alle Verdachtsparameter einer analytischen Untersuchung zu unterziehen, auch wenn sie nicht in den Wertetabellen aufgeführt sind. Unzulässiges Material ist bei der Überprüfung im Rahmen der Eingangskontrolle zurückzuweisen. Eine Zwischenlagerung von verdächtigen Material am Ort der Verfüllung ist bei Standorten der Kategorie N und A nicht erlaubt; auch Material von Sammelstellen darf dort nicht angenommen werden. Bei Standorten der Kategorie B und C ist eine Zwischenlagerung bis zur endgültigen Klärung zulässig. Achten Sie im eigenen Interesse zur Verringerung von Haftungsrisiken auf eine aussagekräftige Dokumentation der Eigenüberwachung, eine fachgerechte Grundwasserüberwachung und eine ordnungsgemäße und belastbare Fremdüberwachung.
Durch Undichtigkeiten und Havarien kann es zu Verunreinigungen von Gewässern und Böden kommen. Biologisch abbaubare Hydrauliköle und aus pflanzlichen oder tierischen Ölen hergestellte Schmierstoffe zeichnen sich durch eine gute biologische Abbaubarkeit aus und stellen eine umweltfreundliche Alternative dar. Auch die zur Verbesserung der technischen Eigenschaften zugesetzten Additive enthalten keine ökotoxikologisch kritischen Stoffe. Die Verwendung von biologisch abbaubaren Hydraulikölen und Schmierstoffen entbindet den Anwender jedoch nicht von einem ordnungsgemäßen Umgang mit diesen bei Lagerung, Umfüllung, Gebrauch und Entsorgung. Auch hier muss mit größtmöglicher Sorgfalt vorgegangen werden.
Überprüfen Sie Ihren Wasserzähler, wenn in Ihrem Gebäude eigentlich kein Wasserverbrauch mehr stattfindet. Zeigt der Zähler Ihnen nach z.B. fünf Minuten einen Wasserverbrauch von drei Litern an, wissen Sie, dass irgendwo etwas tropft oder leckt. Dann lohnt es sich, das Gebäude genau zu kontrollieren.
Wassergefährdende Stoffe sind solche, die geeignet sind, die Beschaffenheit des Wassers (Grundwasser oder Oberflächengewässer) nachteilig zu verändern. Zu dieser Kategorie gehören viele der in Betrieben gelagerten und eingesetzten Stoffe wie Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Säuren, Laugen, organische Lösemittel, Benzin und Heizöl. Regelungen ergeben sich unter anderem aus der Anlagenverordnung (VAwS). Beim Lagern und Abfüllen dieser Stoffe ist besondere Vorsicht geboten.
Die Abwasserbelastung kann durch technische Maßnahmen reduziert werden, die in der Regel durch die Aufsichtsbehörden vorgeschrieben werden. Die Mindestanforderungen an das Einleiten von Abwasser können meist mit einfachen Verfahren der Abwasserreinigung erreicht werden. Zur Feststoffabtrennung wird das Produktionswasser und das mit produktionsspezifischen Stoffen verunreinigte Niederschlagswasser üblicherweise in ausreichend dimensionierte Absetzbecken geleitet und der Ablauf wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Bei der Brauchwasseraufbereitung kommen auch Klärtürme zum Einsatz.
Staub- und Lärmemissionen so gering wie möglich halten
Bei der Rohstoffgewinnung entstehen Staub- und Lärmemissionen insbesondere durch:
Bohren der Sprengbohrlöcher,
Brech- und Klassieranlagen,
Materialumschlag,
An- und Abfahren der Transportfahrzeuge.
Als Voraussetzung für die Akzeptanz bei den Nachbarn und in der Gemeinde gilt es, die Belästigungen durch Staub- und Lärmemissionen durch den laufenden Betrieb so gering wie möglich zu halten.
Einhalten von Mindestabständen
Die Einhaltung der Immissionsrichtwerte und die Vermeidung von Belästigungen der Nachbarn durch Lärm bei der Gewinnung von Rohstoffen kann sichergestellt werden, wenn Mindestabstände der Rohstoffgewinnungsflächen nicht unterschritten werden:
zu reinen Wohngebieten: 300 m,
zu allgemeinen Wohngebieten 200 m,
zu Mischgebieten 150 m.
Bei Steinbrüchen können je nach Gewinnungsverfahren auch größere Abstände aus Immissionsschutzgründen erforderlich werden.
Bei unvermeidlichen Lärmquellen sollten Vorkehrungen, wie beispielsweise Abschirmen oder Einkapseln von Lärmquellen, getroffen werden, um die Ausbreitung unvermeidbarer Geräusche auf ein Mindestmaß zu beschränken. Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Anlagengeräusche enthält die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm“ Immissionsrichtwerte.
Staub verhindern oder verringern
Staubemissionen (z. B. durch Gewinnen, Brechen, Mahlen, Schütten, Abwerfen, Trennen, Sieben, Be-/Entladen, Transportieren sowie evtl. Schleifen, Fräsen, Bohren, Strahlen und Behauen) sind durch technische oder organisatorische Maßnahmen soweit wie möglich und zumutbar zu reduzieren.
Entfernung von unvermeidbaren Staubablagerungen mit Feucht- oder Nassverfahren oder mit saugenden Verfahren,
Staubbindung durch Feuchthalten des Materials,
Transport und Umschlagverfahren mit geringen Abwurfhöhen, kleinen Austrittsgeschwindigkeiten und geschlossenen oder abgedeckten Auffangbehältern,
Vermeidung von Materialverschleppung (z. B. durch Reifenwaschanlagen).
Der Immissionsschutz bezieht grundsätzlich alle technischen Anlagen, Fahrzeuge und Geräte mit ein. Bei der Überwachung von Anlagen wird der jeweilige Stand der Technik berücksichtigt. Kern des gesetzlichen Regelwerks sind das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit seinen Verordnungen (BImSchV), die „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft“ und die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm“, in denen Emissionswerte (TA Luft) und Immissionsrichtwerte (TA Lärm) festgelegt sind.
Der Transport von mineralischen Rohstoffen wie Sand, Kies und Naturstein erfolgt zum größten Teil durch LKWs. Kraftstoffkosten haben einen großen Anteil an den Betriebskosten für LKW. Das Fahrverhalten, die Wahl des Transportmittels und die Zahl der Transporte spielen eine große Rolle, wenn der Spritverbrauch reduziert und weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden sollen.
Durch einfach umzusetzende Maßnahmen und geringfügige Änderungen des Fahrverhaltens lassen sich deutliche Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch erzielen.
Insbesondere die Zahl der Transporte, dem Transportgut angepasste Transportmittel und deren Auslastung spielen eine große Rolle, wenn Kosten gesenkt und weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden sollen. Durch eine bessere Anpassung des bestehenden Fahrzeugparks an die Transportbedürfnisse kann die gleiche Gütermenge mit einer geringeren Fahrleistung transportiert werden.
Die Wahl des Transportmittels hängt in erster Linie von der erforderlichen Transportleistung, der Transportstrecke und dem Material ab. Je kürzer die Wege zur Aufbereitungsanlage und je geringer die Überwindung von Höhenunterschieden desto weniger Energie wird verbraucht. Auch das Verladen aus Silos spart Energie, da das Material nicht zuerst auf die Erde geschüttet wird und danach wieder auf den LKW geladen werden muss.
Achten Sie bei LKW-Fahrten darauf, so schnell wie möglich die Reisegeschwindigkeit zu erreichen, um den Tempomaten einzusetzen. Dieser erkennt sofort, wenn ein Fahrzeug in die Rollphase kommt und schaltet automatisch die Schubabschaltung ab, so dass der Laster ohne jeden Kraftstoffverbrauch über die Strecke rollt.
Je geringer der Rollwiderstand eines Reifens ist, umso weniger Energie benötigt das Fahrzeug und umso weniger CO2 wird freigesetzt. Ein Reifendruckkontrollsystem hilft Ihnen den richtigen Reifendruck einzuhalten.
Bei Nutzfahrzeugen hat der Rollwiderstand der Reifen einen Anteil von 30 bis 50 % am Kraftstoffverbrauch – je nach Fahrer und Strecke. Sinkt der Spritverbrauch je 100 km nur um zwei Liter, dann lassen sich bei einer Fahrleistung von 100.000 km im Jahr pro LKW ca. 2.000 Liter Kraftstoff einsparen. Bei zehn Fahrzeugen summiert sich die Einsparung auf 20.000 Liter. Bei einem Kraftstoffpreis von 1,30 € je Liter ergibt sich so eine Einsparung von 26.000 € pro Jahr.
Halbtageskurse werden beispielsweise von Fahrschulen oder auch von einigen LKW-Herstellern angeboten.
Die Gewinnung und die Aufbereitung von mineralischen Rohstoffen wie Sand, Kies, Naturstein oder Gips verursachen zwangsläufig Eingriffe in Natur und Landschaft. Diese verändern das Landschaftsbild, die Lebensräume wildlebender Pflanzen und Tiere, den Boden und unter Umständen auch den Wasserhaushalt. Andererseits können Gewinnungsstätten bereits während der Gewinnung wertvolle neue Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten darstellen. Durch geeignete Renaturierungsmaßnahmen nach Beendigung der Gewinnung lassen sich die Lebensräume für diese und andere Arten längerfristig sichern oder gezielt entwickeln.
Im Zuge der Genehmigungsverfahren sind eine Vielzahl rechtlicher Anforderungen, wie beispielsweise aus dem Wasserhaushaltsgesetz, dem Immissionsschutzrecht, dem Bodenschutzgesetz, dem Bundesnaturschutzgesetz, dem Bayerischen Naturschutzgesetz oder auch aus dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung zu erfüllen.
Vorgaben im Genehmigungsbescheid
Die Abmessungen der Gewinnungsstätten mit Böschungsneigungen, Sicherheitsabständen, Gewinnungsabschnitten und -tiefe sind im Abbauplan vorgegeben. Der landschaftspflegerische Begleitplan stellt die Maßnahmen dar, die zur Kompensation oder Minimierung des Eingriffs geplant sind. Diese Abmessungen und Zielvorgaben müssen eingehalten werden.
Die Gestaltung und Rekultivierung bzw. Renaturierung des Gewinnungsgeländes bietet häufig die Möglichkeit, die Landschaft reichhaltig zu gestalten. Durch entsprechende Ausformung der Gewinnungsflächen, Böschungsgestaltung, Anlegen von Biotopzonen und Bepflanzungen kann das Landschaftsbild bereichert werden.
Naturnahe Biotope
Vor-, während und nach der Gewinnung von mineralischen Rohstoffen können neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere (Biotope) geschaffen werden.
Biotope können geschaffen werden, indem
Humus und Abraum frühzeitig abgeräumt, d. h. nährstoffarme Trockenstandorte geschaffen,
Tümpel- und Flachwasserzonen angelegt,
Steilwände (Gruben- bzw. Steinbruchswände oder Kunstbauten) z. B. für Uferschwalben oder Uhu angelegt,
Hecken oder Gehölze angepflanzt oder
wechselfeuchte Standorte für Initialstadien mit Seggen und Binsen geschaffen werden.
Schutz des fruchtbaren Oberbodens
Beim Abräumen der Deckschichten ist darauf zu achten, dass der kulturfähige Oberboden (Mutterboden) mit Beginn der jeweiligen Gewinnungsabschnitte, getrennt von den übrigen Bodenmassen abgetragen, gelagert und für die spätere Wiederverwendung gesichert wird. Wird der Boden zwischengelagert, sollte er in möglichst flachen Mieten gelagert werden, um für das Bodenleben günstige Voraussetzungen zu schaffen.
Zur Vermeidung von Verhagerung durch Sonnen-, Wind- und Niederschlagseinflüsse sollten Bodenlager eingesät werden. Hierzu eignen sich besonders wurzelaktive Pflanzen wie z. B. Lupine, Senf, kleereiche Grasmischungen u. ä.
Beziehen Sie Projekte in den Rohstoffgewinnungsstätten zum Erhalt gefährdeter Arten, wie zum Beispiel Flussregenpfeifer, Heidelerche, Uferschwalbe, Uhu, Wanderfalke, Gelbbauchunke, Kammmolch, Wechsel- und Kreuzkröte, sowohl im laufenden Betrieb als auch in die Konzeptionen für die Folgenutzung ein. Die Naturschutzbehörden können Ihnen dabei helfen, aber nicht die Arbeit abnehmen. Hierfür brauchen Sie in der Regel professionelle Beratung und Unterstützung!
GLA, LfU: Das Schutzgut Boden in der Planung, Bewertung natürlicher Bodenfuktionen und Umsetzung in Planungs- und Genehmigungsverfahren - PDF
IZU: Praxisbeispiel der Münchner Kies Union: Gelebter Umweltschutz im Kieswerk - PDF
IZU: Leitfaden zum Eckpunkte-Papier Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen
IZU: Richtlinien für Anlagen zur Gewinnung von Kies, Sand, Steinen und Erden
Energieatlas Bayern: Abwärmerechner
LfU: Anforderungen zum Lärmschutz bei der Planung von Abbauflächen für Kies, Sand und andere Bodenschätze - PDF
LfU: DV-Programm Druckluftcheck
LfU: Merkblatt Nr. 3.3/13, Betanken von Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen in Kiesgruben und Steinbrüchen - PDF
LfU: Merkblatt Nr. 4.5/2-26, Hinweise zu Anhang 26 zur Abwasserverordnung (Steine und Erden) - PDF
LfU: Steinbrüche und Gruben Bayerns und ihre Bedeutung für den Arten und Biotopschutz
LUBW: Informativ: Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung. Arbeitshilfe - PDF
LUBW: Informativ: Kiesgewinnung und Wasserwirtschaft Empfehlungen für die Planung und Genehmigung des Abbaus von Kies und Sand - PDF
BIV, LBV, ABBM, RvS: Kiesgewinnung und Artenvielfalt - Handlungsleitfaden für Schwaben - PDF
LfU: Abwärmenutzung im Betrieb, Klima schützen – Kosten senken. - PDF
LfI: Arbeitshilfe zur Anwendung der bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV) bei Rohstoffgewinnungsvorhaben
LfU: Energiemanagement im Betrieb, Klima schützen – Kosten senken
LfU: Effiziente Energienutzung in Bürogebäuden - Planungshilfen
LfU: Fremdüberwachung bei der Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen
IHK Region Stuttgart: Praxisleitfaden zur IHK-Studie "Grüne Logistik". Umsetzungsbeispiele und Handlungsempfehlungen aus der Praxis - PDF
Tel.: 089 514030
Fax: 089 5328359
rohstoff@steine-erden-by.de
http://www.sand-kies-by.de
Achten Sie bei der Wahl der Gewinnungs- und Aufbereitungsgeräte auf die Leistung und den Energieverbrauch.
Überprüfen Sie Druckluftanlagen und Leitungen bei regelmäßigen Wartungen auf Undichtigkeiten, sogenannte Leckagen.
Nutzen Sie anfallende Abwärme für Warmwasserbereitung oder Raumheizung.
Setzen Sie möglichst wenige Produkte in Einwegverpackungen ein und nutzen Sie wo möglich große und/oder nachfüllbare Gebinde.
Prüfen Sie, ob in Ihrem Unternehmen gefährliche Abfälle anfallen. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden.
Achten Sie auf die Eigenüberwachung bei der Grundwasserentnahme durch Betriebsbrunnen.
Prüfen Sie die Herkunft des Materials genau und achten Sie auf eine aussagekräftige Dokumentation und Fremdüberwachung.
Nutzen Sie biologisch abbaubare Hydrauliköle und Schmierstoffe.
Optimieren Sie die mechanische Feststoffabtrennung im Prozess-/Abwasser und sparen Sie so Kosten für die Abwasserbehandlung.
Stellen Sie sicher, dass die Mindestabstände der Rohstoffgewinnungsflächen zu Wohn- und Mischgebieten nicht unterschritten werden.
Nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Verhinderung oder Verringerung der Staubentwicklung.
Durch kurze Wege, geringe Höhen und rationelle Transportmittel lässt sich Energie einsparen.
Halten Sie sich an die Vorgaben im Genehmigungsbescheid.
Achten Sie darauf, Rohstoffgewinnungsflächen und Böschungen landschaftsgerecht auszuformen und zu bepflanzen.
Schaffen Sie neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Gehen Sie schonend mit dem fruchtbaren Oberboden um und verwenden Sie diesen nicht als Auffüllmaterial, da dieser nach § 202 BauGB geschützt ist.
Kooperieren Sie mit Naturschutzbehörden und Naturschutzverbänden zum Schutz gefährdeter Arten.