Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%20188/03
Timestamp: 2019-03-21 04:36:08
Document Index: 114939546

Matched Legal Cases: ['§ 2333', 'Art. 14', '§ 2333', 'Art. 14', '§ 2303', '§ 2333', '§ 2339', '§ 2345', 'Art. 14', '§ 2333', '§ 2333', 'BGH', 'BGH', '§ 2333', '§ 2333', '§ 1611', '§ 1618', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'Art 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: 1 BvR 188/03 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 06.02.2003
BVerfG, 19.04.2005 - 1 BvR 1644/00, 1 BvR 188/03
Zum Pflichtteilsrecht der Kinder eines Erblassers und deren Grenzen durch Pflichtteilsentzug und -unwürdigkeit sowie zu verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Auslegung des § 2333 Nr 1 BGB
erbfall.eu
GG Art. 14 I 1, 6 I; BGB §§ 2333 Nrn. 1 u. 2, 2345 II, 2339 I Nr. 1
Verfassungsrechtliche Entscheidung zum Pflichtteilsrecht | Pflichtteilsrecht. Pflichtteil
GG Art. 14 Abs. 1; GG 6 Abs. 1; BGB § 2303; BGB § 2333; BGB § 2339; BGB § 2345
Pflichtteilsrecht ist verfassungskonform
Erbrechtsgarantie (Art. 14 GG), Testierfreiheit und Pflichtteilsrecht: Verfassungskonformität des Pflichtteilsrechts; verfassungskonforme Auslegung von § 2333 Nr. 1 BGB; Prüfungsdichte des BVerfG bei der Anwendung einfachen Rechts
Erbrechtsgarantie und Pflichtteilsrecht
Grundgesetz gewährleistet Mindestbeteiligung der Kinder des Erblassers an dessen Nachlass
Pflichtteilsanspruch und Grundgesetz
Familienrecht - Grundgesetz gewährleistet Mindestbeteiligung der Kinder des Erblassers an dessen Nachlass
Bundesverfassungsgericht beurteilt das Pflichtteilsrecht als verfassungskonform
Anrecht auf Erbschaftspflichtteil
Notare Bayern , S. 5 (Entscheidungsbesprechung)
Grundrechte und Testierfreiheit - "Preußen"-Beschluss und Pflichtteilsrecht
Pflichtteilsrecht - Mindestbeteiligung der Kinder gesichert
Pflichtteil - Grundgesetz sichert Mindestbeteiligung der Kinder eines Erblassers an dessen Nachlass
123recht.net (Entscheidungsbesprechung, 7.9.2006)
§ 2333 BGB
Enterbung und Entziehung des Pflichtteils
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BVerfG vom 19.04.2005, 1 BvR 1644/00 u. 1 BvR 188/03 (Verfassungsmäßigkeit des Pflichtteilsrechts)" von Notar Dr. Jörg Mayer, original erschienen in: FamRZ 2005, 1441 - 1444.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 19.04.2005, Az.: 1 BvR 1644/00 (Erbrechtsgarantie und Pflichtteilsrecht)" von Prof. Dr. Gerhard Otte, original erschienen in: JZ 2005, 1007 - 1010.
Zusammenfassung von "Verfassungsrechtliches Pflichtteilsrecht" von Zerberus, original erschienen in: ZErb 2005, 1.
Zusammenfassung von "Pflichtteilsrecht und Pflichtteilsentziehung - zugleich Anmerkung zu BVerfG - 1 BvR 1644/00 und 1 BvR 188/03" von Prof. Dr. Knut Werner Lange, original erschienen in: ZErb 2005, 205 - 208.
heckschen-vandeloo.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung)
Pflichtteilsrecht wird reformiert!
LG Köln, 25.04.1996 - 15 O 411/95
OLG Köln, 16.01.1997 - 1 U 63/96
LG Köln, 08.10.1998 - 15 O 411/95
OLG Köln, 30.03.2000 - 1 U 108/98
BVerfG, 10.10.2000 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 14.03.2001 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 11.09.2001 - 1 BvR 1644/00
LG Berlin, 27.11.2001 - 14 O 380/01
BVerfG, 12.03.2002 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 20.08.2002 - 1 BvR 1644/00
KG, 02.12.2002 - 26 U 4/02
BVerfG, 04.02.2003 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 06.02.2003 - 1 BvR 188/03
BVerfG, 09.07.2003 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 10.12.2003 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 14.05.2004 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 10.11.2004 - 1 BvR 1644/00
BVerfG, 20.09.2007 - 1 BvR 1644/00
BGH, 13.04.2011 - IV ZR 102/09
BVerfGE 112, 332
NJW 2005, 1561
NJW 2005, 2122
MDR 2005, 1052
NVwZ 2006, 79 (Ls.)
DNotZ 2006, 60
FamRZ 2005, 1441 (Ls.)
FamRZ 2005, 872
Der Einfluss der Grundrechte auf die Auslegung und Anwendung der zivilrechtlichen Normen ist nicht auf Generalklauseln beschränkt, sondern erstreckt sich auf alle auslegungsfähigen und -bedürftigen Tatbestandsmerkmale der zivilrechtlichen Vorschriften (vgl. BVerfGE 112, 332 [358]; 129, 78 [102]).
BGH, 19.01.2011 - IV ZR 7/10
Pflichtteilsverzicht eines behinderten Sozialleistungsbeziehers
Das Bundesverfassungsgericht hat bei seiner Entscheidung zur Bestandsgarantie des Pflichtteilsrechts darauf jedenfalls nicht abgestellt (NJW 2005, 1561, 1563 f.; vgl. auch Keim, ZEV 2010, 56 [unter 3] m.w.N.).
Soweit die Revision in Anlehnung an das Pflichtteilsrecht und unter Bezugnahme auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 2005 zu § 2333 Abs. 1 Nr. 1 BGB (FamRZ 2005, 872, 877) meint, ein Verschulden im rechtstechnischen Sinne sei nicht erforderlich, vielmehr genüge es, wenn der Unterhaltsberechtigte in einem natürlichen Sinne vorsätzlich handle, verkennt sie, dass in § 2333 Abs. 1 Nr. 1 BGB - anders als in § 1611 Abs. 1 BGB - ein schuldhaftes Verhalten als Tatbestandsmerkmal nicht aufgenommen worden ist; hierauf hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich abgestellt (BVerfG FamRZ 2005, 872, 877).
Der Einfluss der Grundrechte auf die Auslegung und Anwendung der zivilrechtlichen Normen ist nicht auf Generalklauseln beschränkt, sondern erstreckt sich auf alle auslegungsfähigen und -bedürftigen Tatbestandsmerkmale der zivilrechtlichen Vorschriften (vgl. BVerfGE 112, 332 m.w.N.).
Verfassungsrechtlichen Schutz genießt insofern die familiäre Verantwortlichkeit füreinander, die von der wechselseitigen Pflicht von Eltern wie Kindern zu Beistand und Rücksichtnahme geprägt ist, wie es auch der Gesetzgeber als Leitbild der Eltern-Kind-Beziehung in § 1618a des Bürgerlichen Gesetzbuchs statuiert hat (BVerfG-Beschluss vom 19. April 2005 1 BvR 1644/00 u.a., BVerfGE 112, 332, unter C.I.3.a).
Der Einfluss der Grundrechte auf die Auslegung und Anwendung der zivilrechtlichen Normen ist nicht auf Generalklauseln beschränkt, sondern erstreckt sich auf alle auslegungsfähigen und -bedürftigen Tatbestandsmerkmale der zivilrechtlichen Vorschriften (vgl. BVerfG 19. Juli 2011 - 1 BvR 1916/09 - Rn. 86, NJW 2011, 3428; 19. April 2005 - 1 BvR 1644/00, 1 BvR 188/03 - zu C II 1 a der Gründe, BVerfGE 112, 332; aA Höpfner NZA 2011, 893, 898, der die sog. verfassungsorientierte Auslegung nur für die Konkretisierung von unbestimmten Rechtsbegriffen, Ermessensspielräumen und Generalklauseln des einfachen Rechts anerkennt) .
In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist geklärt, dass Testierfreiheit und Verwandtenerbrecht zum grundlegenden Gehalt der Erbrechtsgarantie aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG gehören (vgl. BVerfGE 93, 165 sowie BVerfGE 67, 329 ; 91, 346 ; 112, 332 ).
Aus den gleichen Gründen (s. oben I.4.) kann offen bleiben, ob die beanstandeten Regelungen des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der Fassung nach dem Jahressteuergesetz 1997 mit der Erbrechtsgarantie aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG und den vom Bundesverfassungsgericht hierzu entwickelten Grundsätzen (vgl. BVerfGE 91, 346 ; 93, 165 ; 97, 1 ; 112, 332 ) in Einklang stehen.
Sie zeichnen sich durch schicksalhafte Gegebenheit aus und können von besonderer Nähe und Zuneigung, von Verantwortungsbewusstsein und Beistandsbereitschaft geprägt sein (vgl. BVerfGE 57, 170 ; 112, 332 ).
Darüber hinaus sei die Bedeutung des Pflichtteilsrechts nicht beachtet worden (Verweis auf BVerfGE 112, 332).
Auch der dadurch begünstigte Erbe genießt den Schutz des Grundrechts und kann ihn, jedenfalls vom Eintritt des Erbfalls an, geltend machen (vgl. etwa BVerfGE 19, 202 ; 67, 329 ; 112, 332 ).
Darüber hinaus ist auch die grundsätzlich unentziehbare und bedarfsunabhängige wirtschaftliche Mindestbeteiligung der Kinder am Nachlass als tragendes Strukturprinzip des geltenden Pflichtteilsrechts durch die Erbrechtsgarantie des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG geschützt (BVerfGE 112, 332 ).
BGH, 14.11.2018 - XII ZB 292/16
Aussetzung des Verfahrens zur Wirksamkeit von sogenannten Kinderehen und Vorlage …
BGH, 11.03.2015 - IV ZR 400/14
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BVerfG, 25.03.2009 - 1 BvR 909/08
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BAG, 19.06.2012 - 3 AZR 464/11
Betriebsrentenanpassung - Prüfungszeitraum
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BVerfG, 11.05.2005 - 1 BvR 933/02
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LG Mosbach, 31.01.2014 - 2 O 182/13
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OLG Frankfurt, 10.05.2010 - 20 W 3/10
Ägyptisches Erbrecht: Verstoß gegen den deutschen ordre public wegen …
OLG Saarbrücken, 16.06.2010 - 5 W 116/10
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OVG Hamburg, 30.07.2010 - 4 Bs 143/10
Durchsuchung von Räumen des Vereins Taiba, Arabisch-Deutscher Kulturverein e.V. …
LG Tübingen, 21.12.2007 - 7 O 404/07
Gewerberaummiete: Besichtigungsrecht der Vermietergesellschaft; Wahrnehmung durch …
Kein drohender schwerer Nachteil durch zivilrechtliche Verurteilung auf Erteilung einer Auskunft über den Bestand eines Nachlasses
Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) auf Aussetzung einer Zwangsvollstreckung; Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung durch das Bundesverfassungsgericht; Folgen des Fehlens einer näheren verfassungsrechtlichen Prüfung der einzelnen gesetzlichen Regelungen des Pflichtteilsrechts, insbesondere die Ausgestaltung der Pflichtteilsentziehungsgründe durch das Bundesverfassungsgericht; Bedeutung der Folgenabwägung bei offenem Ausgang des Verfassungsbeschwerdeverfahrens für die Entscheidung über das Ergehen der einstweiligen Anordnung; Notwendigkeit der Prüfung eines endgültigen und nicht wiedergutzumachenden Nachteils im Falle des Erweises der Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Entscheidung; Auswirkungen des Vorliegens eines zur Auskunft verpflichtenden Teilurteils als Vorstufe zum eigentlichen Streitverfahren; Verurteilung zur Auskunftserteilung über den Bestand eines Nachlasses
BVerfGK 1, 28
OLG Köln, 05.08.2009 - 2 U 190/08
Zeitliche Grenzen eines Auskunftsanspruchs gegenüber dem Testamentsvollstrecker
Der dem Beklagte derzeit nur drohende Nachteil, möglicherweise (derzeit) unberechtigt Rechenschaft ablegen zu müssen, wiegt weniger schwer als der Schaden aus der weiteren Verzögerung der Entscheidung für die ordnungsgemäße Abwicklung des Nachlasses (vgl. hierzu auch BVerfGK 1, 28 ff.).