Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/vertrieb-oem-software-3130383
Timestamp: 2020-01-18 15:40:11
Document Index: 236903252

Matched Legal Cases: ['§ 106', '§ 106', '§ 106', '§ 143', '§ 14', '§ 14', 'BGH']

Ver­trieb gefälsch­ter OEM-Soft­ware | Rechtslupe
Ver­trieb gefälsch­ter OEM-Soft­ware
Der Schuld­spruch wegen uner­laub­ter Ver­wer­tung urhe­ber­recht­lich geschütz­ter Wer­ke im Sin­ne des § 106 Abs. 1 UrhG wird jeden­falls in der Tat­mo­da­li­tät des Ver­brei­tens schon allein von Fest­stel­lun­gen zu den an die Kun­den ver­äu­ßer­ten gefälsch­ten DVDs getra­gen.
Da der Schuld­spruch wegen uner­laub­ter Ver­wer­tung danach schon mit Blick auf die ver­äu­ßer­ten DVDs kei­nen durch­grei­fen­den Beden­ken begeg­net, kann der Bun­des­ge­richts­hof offen las­sen, ob der Tat­be­stand der uner­laub­ten Ver­wer­tung im Sin­ne des § 106 Abs. 1 UrhG in den Tat­va­ri­an­ten des Ver­brei­tens bzw. des Ver­viel­fäl­ti­gens durch den Haupt­tä­ter auch in den Fäl­len erfüllt ist, in denen den – getäusch­ten – Kun­den ledig­lich ein Pro­dukt­schlüs­sel über­sandt wur­de, der es die­sen ermög­lich­te, die betref­fen­de Soft­ware aus dem Inter­net her­un­ter­zu­la­den, ohne dass ein anschlie­ßen­der Down­load fest­ge­stellt wor­den ist. Nach der inso­weit maß­geb­li­chen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs greift der Kun­de bei einer der­ar­ti­gen Fall­ge­stal­tung regel­mä­ßig erst durch den Down­load in das Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht des Rech­te­inha­bers ein 1. Ob schon die – hier fest­ge­stell­te – blo­ße Gestat­tung der Ver­viel­fäl­ti­gung durch Über­las­sen des Pro­dukt­schlüs­sels für sich genom­men die Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen des § 106 Abs. 1 UrhG erfüllt, ist danach zwei­fel­haft.
Auch die Vor­aus­set­zun­gen einer straf­ba­ren Kenn­zei­chen­ver­let­zung im Sin­ne von § 143 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 14 Abs. 2 Nr. 2 Mar­kenG sind in einem sol­chen Fall erfüllt. Dass die Straf­kam­mer inso­weit ledig­lich auf den "Ver­trieb von Fäl­schun­gen" und damit auf die ver­äu­ßer­ten DVDs abstellt, nicht aber auf das Inver­kehr­brin­gen der Pro­dukt­schlüs­sel als mar­ken­recht­li­chen Ver­stoß im Sin­ne der §§ 14 Abs. 2 Nr. 1 bzw. Nr. 2 und Nr. 3, Abs. 5 und 6, 19 Abs. 1 und 3 Mar­kenG 2, beschwert die Ange­klag­ten nicht.
vgl. dazu BGH, Urteil vom 19.03.2015 – – I ZR 4/​14, NJW 2015, 3576, 3578[↩]
vgl. dazu OLG Mün­chen, GRUR-RR 2017, 136, 137[↩]
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