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Timestamp: 2016-10-24 23:52:17
Document Index: 330963411

Matched Legal Cases: ['Art. 56', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 59', 'Art. 56', 'Art. 59', 'Art. 380', 'Art. 80', 'Art. 92', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 312', 'Art. 10', 'Art. 59', 'Art. 66', 'Art. 68']

1B_486/2012 (14.03.2013)
1B_486/2012, 1B_496/2012
1B_486/2012
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Veronika Eggler,
A.________, Kantonsgerichtsvizepr�sidentin, Kollegiumstrasse 28, Postfach 2265, 6431 Schwyz,
B.________, 1. Kantonsgerichtsschreiber, Kollegiumstrasse 28, Postfach 2265, 6431 Schwyz,
Y.________, a.o. Oberstaatsanwalt, Bahnhofstrasse 7, Postfach 570, 6403 K�ssnacht am Rigi,
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Archivgasse 1, Postfach 1201, 6431 Schwyz,
1B_496/2012
Y.________, Beschwerdef�hrer,
X.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin Veronika Eggler,
Beschwerde gegen den Entscheid vom 28. Juni 2012 des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz, Kammer III.
Zwischen dem Kantonsgericht Schwyz, insbesondere dessen Pr�sidenten X.________, und den kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden bestanden seit L�ngerem Spannungen. Es kam zu einer Auseinandersetzung ("Schwyzer Justizstreit"), die zunehmend eskalierte. Dabei wurden zahlreiche Strafanzeigen erstattet. Sie betrafen namentlich X.________ und den vom Kantonsgericht eingesetzten ausserordentlichen Staatsanwalt Y.________, welcher Indiskretionen insbesondere im Zusammenhang mit einem als geheim eingestuften Bericht, dessen Inhalt den Medien zug�nglich gemacht worden war, zu untersuchen hatte.
Verschiedene in den Justizstreit verwickelte Staatsanw�lte sind heute nicht mehr in der Schwyzer Strafverfolgung t�tig. X.________ hat sein Amt am 30. Juni 2012 beendet. Die Vizepr�sidentin des Kantonsgerichts hat per Ende M�rz 2013 demissioniert. Y.________ hat sein Amt ebenfalls niedergelegt.
Die erste der erw�hnten Strafanzeigen datiert vom 15. September 2011. Sie richtet sich gegen X.________ und weitere Mitglieder des Kantonsgerichts. Zur Anzeige gebracht wurden die Tatbest�nde des Amtsmissbrauchs und der Amtsgeheimnisverletzung.
Am 20. September 2011 stellte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz dem Regierungsrat das Gesuch, infolge Befangenheit der ordentlich angestellten Mitarbeiter der zust�ndigen Strafverfolgungsbeh�rden im Kanton Schwyz sei ein ausserordentlicher Oberstaatsanwalt einzusetzen, welcher die Strafanzeige vom 15. September 2011 pr�fe und soweit erforderlich die n�tigen Massnahmen ergreife. Die Oberstaatsanwaltschaft f�hrte aus, k�rzlich sei Z.________ als Experte f�r die Untersuchung des Betriebs der Strafverfolgungsbeh�rden des Kantons Schwyz eingesetzt worden. Anlass dazu gegeben habe der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen dem Kantonsgericht, insbesondere X.________, einerseits und den kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden, namentlich der Oberstaatsanwaltschaft und der kantonalen Staatsanwaltschaft, anderseits. Aufgrund dieser j�ngsten Ereignisse ergebe sich sowohl hinsichtlich s�mtlicher Mitarbeiter der Oberstaatsanwaltschaft als auch der kantonalen Staatsanwaltschaft zumindest der Anschein der Befangenheit.
Mit Beschluss vom 19. Oktober 2011 setzte der Regierungsrat f�r die Leitung des Vorverfahrens und gegebenenfalls die Erhebung einer Anklage und deren Vertretung vor Gericht C.________ als ausserordentlichen Oberstaatsanwalt ein.
Am 2. Mai 2012 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz (Kammer III) als ausserordentliche Beschwerdekammer des Kantonsgerichts das Ausstandsbegehren der Oberstaatsanwaltschaft vom 20. September 2011 nachtr�glich gut. Das Verwaltungsgericht erwog, nach fr�herem kantonalen Recht h�tten die Staatsanw�lte bei Ausstandsgr�nden einzig an die Aufsichtbeh�rde zu gelangen gehabt. Nach Inkrafttreten der Eidgen�ssischen Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 sei bei Ausstandsgr�nden nach Art. 56 lit. f StPO gem�ss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO ein formeller Entscheid der Beschwerdeinstanz, d.h. des Kantonsgerichts, erforderlich, bevor nach � 72 Abs. 3 der Justizverordnung vom 18. November 2009 des Kantons Schwyz, in Kraft seit 1. Januar 2011 (JV; SRSZ 231.110), die Aufsichtsbeh�rde, d.h. gem�ss � 54 Abs. 1 JV der Regierungsrat, einen Ersatz ernenne. Eine solche Aufgabenverteilung zwischen Kantonsgericht und Regierungsrat sei dem fr�heren kantonalen Recht fremd gewesen. Darin sei wohl die Ursache daf�r zu erblicken, dass sowohl die Oberstaatsanwaltschaft bei der Einreichung des Gesuchs vom 20. September 2011 an den Regierungsrat als Aufsichtsbeh�rde als auch dieser bei der Ernennung von C.________ das Erfordernis eines formellen Entscheids der Beschwerdeinstanz nach Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO, d.h. eines Entscheids des Kantonsgerichts, �bersehen h�tten. Das Verwaltungsgericht bejahte (als ausserordentliche Beschwerdekammer des Kantonsgerichts) den Anschein der Befangenheit der Oberstaatsanwaltschaft und der kantonalen Staatsanwaltschaft und hiess das Gesuch vom 20. September 2011 deshalb gut. Die Nichtigkeit der Einsetzung von C.________ durch den Regierungsrat verneinte es. Es befand, mit seinem Entscheid werde der Mangel, dass vor Einsetzung von C.________ der Ausstand der Oberstaatsanwaltschaft und der kantonalen Staatsanwaltschaft nicht nach Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO bewilligt worden sei, nachtr�glich geheilt. Damit bleibe es bei der vom Regierungsrat am 19. Oktober 2011 erfolgten Einsetzung von C.________.
Dieser verwaltungsgerichtliche Entscheid blieb unangefochten.
Mit Beschl�ssen vom 14. Februar 2012 und 21. M�rz 2012 hatte der Regierungsrat auf Ersuchen der Oberstaatsanwaltschaft bzw. von C.________ hin dessen Mandat als ausserordentlicher Oberstaatsanwalt auf weitere Strafanzeigen ausgedehnt. Diese betrafen teilweise wiederum X.________; ebenso Y.________. Zur Anzeige gebracht wurden insbesondere Amtsmissbrauch, Amtsgeheimnisverletzung, Amtsanmassung und strafbare Handlungen gegen den Geheim- und Privatbereich im Zusammenhang mit der geltend gemachten Erhebung von Telefon- und EDV-Daten der Staatsanwaltschaft durch X.________ und Y.________.
Am 22. Juni 2012 ersuchte der Regierungsrat das Verwaltungsgericht als ausserordentliche Beschwerdekammer des Kantonsgerichts "in Umsetzung von dessen Urteil vom 2. Mai 2012" darum, die von der Oberstaatsanwaltschaft in Bezug auf die genannten weiteren Strafanzeigen geltend gemachten Ausstandsgr�nde nachtr�glich zu genehmigen.
Mit Entscheid vom 28. Juni 2012 hiess das Verwaltungsgericht (Kammer III) als ausserordentliche Beschwerdekammer des Kantonsgerichts das Gesuch gut. Es erwog, nachdem hinsichtlich der ersten Strafanzeige vom 15. September 2011 die von der Oberstaatsanwaltschaft geltend gemachte Befangenheit der ordentlich angestellten Mitarbeiter der zust�ndigen kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden im Entscheid vom 2. Mai 2012 nachtr�glich anerkannt und dieser Ausstandsgrund gutgeheissen worden sei, habe das Gleiche grunds�tzlich auch f�r die weiteren Strafanzeigen zu gelten, welche in einem engen objektiven Zusammenhang st�nden. Hinzu komme das Koordinationsgebot, wonach Konstellationen, in welchen zwischen den vorgeworfenen strafbaren Handlungen eine enge objektive Konnexit�t bestehe, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grunds�tzlich gemeinsam zu verfolgen und zu beurteilen seien. Mit der nachtr�glichen Genehmigung des vorliegenden Gesuchs sei die auf den regierungsr�tlichen Einsetzungsbeschl�ssen vom 14. Februar und 21. M�rz 2012 lastende Wirksamkeitshemmung beseitigt, so dass C.________ seinem Auftrag nachkommen k�nne.
X.________ und Y.________ f�hren je Beschwerde in Strafsachen mit dem Antrag, der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 28. Juni 2012 sei nichtig zu erkl�ren. Eventualiter sei dieser Entscheid aufzuheben und die Sache zur Beurteilung an das Kantonsgericht, allenfalls eine andere Instanz, zu �berweisen.
Die Oberstaatsanwaltschaft hat sich vernehmen lassen mit dem Antrag, die Beschwerden abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Sie h�lt daf�r, diese seien rechtsmissbr�uchlich. Die Beschwerdef�hrer seien zudem nicht beschwert, weshalb es an der Beschwerdelegitimation fehle.
Das Verwaltungsgericht hat Gegenbemerkungen eingereicht, ohne einen f�rmlichen Antrag zu stellen.
Der Regierungsrat hat sich vernehmen lassen. Er beantragt, die Beschwerden seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Er erachtet diese ebenfalls als rechtsmissbr�uchlich.
X.________ hat zur Beschwerde von Y.________ Stellung genommen. Er h�lt diese f�r begr�ndet.
X.________ und Y.________ haben je eine Replik eingereicht.
Die beiden Beschwerden richten sich gegen den gleichen Entscheid. Sie stimmen inhaltlich im Wesentlichen �berein und k�nnen mit derselben Begr�ndung behandelt werden. Die Beschwerdeverfahren werden deshalb vereinigt.
2.2 Wird ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. f StPO geltend gemacht, so entscheidet gem�ss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO ohne weiteres Beweisverfahren und endg�ltig die Beschwerdeinstanz, wenn die Staatsanwaltschaft betroffen ist. Bezeichnet dieses Gesetz einen Entscheid als endg�ltig, so ist nach Art. 380 StPO dagegen kein Rechtsmittel nach diesem Gesetz zul�ssig.
Die Beschwerde steht folglich gem�ss Art. 80 BGG offen.
2.3 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen selbst�ndig er�ffneten Zwischenentscheid �ber den Ausstand. Dagegen ist die Beschwerde nach Art. 92 BGG zul�ssig.
2.4 Das Kantonsgericht hat mit Beschluss vom 22. Juli 2010 unter Vorsitz des Beschwerdef�hrers X.________ den Beschwerdef�hrer Y.________ als ausserordentlichen Staatsanwalt eingesetzt. Dabei ging es um einen Teilaspekt des Justizstreits. Der Beschwerdef�hrer Y.________ hat sein Amt in der Folge ausge�bt. Die Beschwerdef�hrer waren somit offenbar selber der Auffassung, die zust�ndigen kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden seien in dieser Angelegenheit befangen. Damit kann man sich fragen, ob es nicht widerspr�chlich und deshalb rechtsmissbr�uchlich sei, wenn sich die Beschwerdef�hrer heute - nachdem sich der Justizstreit noch verst�rkt hat - gegen einen Entscheid richten, der den Ausstand der zust�ndigen kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden bewilligt.
In Bezug auf den Beschwerdef�hrer X.________ kommt Folgendes hinzu: Der Entscheid vom 2. Mai 2012 stellt gewissermassen den Grundsatzentscheid dar, mit welchem das Verwaltungsgericht die M�glichkeit der nachtr�glichen Genehmigung des Ausstands anerkannt hat. Diesen Entscheid hat der Beschwerdef�hrer X.________, der damals Partei war, nicht angefochten. Er hat das Vorgehen des Verwaltungsgerichts somit akzeptiert. Damit d�rfte es ein widerspr�chliches Verhalten darstellen, wenn er nun den Folgeentscheid vom 28. Juni 2012 anficht, der im Wesentlichen die gleiche Konstellation betrifft.
Wie es sich damit verh�lt, kann jedoch offen bleiben. Auf die Beschwerden kann jedenfalls aus folgendem Grund nicht eingetreten werden.
2.5.1 Gem�ss Art. 81 Abs. 1 BGG ist zur Beschwerde berechtigt, wer, a. vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten hat; und b. ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids hat, insbesondere die beschuldigte Person (Ziff. 1).
Auch Letztere ist zur Beschwerde nur befugt, soweit sie ein Rechtsschutzinteresse nachweisen kann (BGE 133 IV 121 E. 1.1 S. 123).
2.5.2 Die Vorinstanz hat den Ausstand der Oberstaatsanwaltschaft und der kantonalen Staatsanwaltschaft bewilligt. Wie dargelegt, bestanden zwischen dem Kantonsgericht und insbesondere dem Beschwerdef�hrer X.________ einerseits und den kantonalen Strafverfolgungsbeh�rden anderseits seit Jahren Spannungen, die in der Folge eskalierten. Der Beschwerdef�hrer X.________ hat kein Rechtsschutzinteresse daran, dass eine Staatsanwaltschaft, mit der er in zunehmend unvers�hnlichem Streit lag, das Strafverfahren gegen ihn f�hrt. Der Ausstand ist f�r ihn vielmehr von Vorteil.
Der Beschwerdef�hrer Y.________ ist, wie sich aus dem Bericht Z.________ vom 17. April 2012 ergibt, mit dem Beschwerdef�hrer X.________ befreundet. Der Beschwerdef�hrer Y.________ wurde durch das Kantonsgericht unter dem Vorsitz des Beschwerdef�hrers X.________ als ausserordentlicher Staatsanwalt eingesetzt, um Indiskretionen nachzugehen. Seine Ermittlungen richteten sich gegen die kantonale Staatsanwaltschaft (damals noch Verh�ramt), wo die Indiskretionen vermutet wurden. Der vom Beschwerdef�hrer Y.________ eingesetzte a.o. Untersuchungsrichter stellte die Strafuntersuchung mit Verf�gung vom 14. Dezember 2010 ein. Diese hob der Beschwerdef�hrer Y.________ auf und erliess am 30. September 2011 gegen den fr�heren Leiter des Verh�ramts einen Strafbefehl wegen Amtsgeheimnisverletzung. Nachdem der Bestrafte dagegen Einsprache erhoben hatte, reichte der Beschwerdef�hrer Y.________ Anklage beim zust�ndigen Bezirksgericht ein, welches diese am 25. Januar 2012 zur Erg�nzung zur�ckwies. In seinem Schlussbericht vom 14. M�rz 2012 erhebt der Beschwerdef�hrer Y.________ gegen die Staatsanwaltschaft schwerste Vorw�rfe. Er f�hrt insbesondere aus, die Leiter des Verh�ramtes h�tten seine Abkl�rungen systematisch behindert, was die Oberstaatsanwaltschaft teilweise unterst�tzt habe. Es erg�ben sich hinreichende Anhaltspunkte daf�r, dass in der kantonalen Staatsanwaltschaft bzw. dem fr�heren Verh�ramt erhebliche Arbeitszeit aufgewendet worden sei, um sachfremden Bet�tigungen nachzugehen, d.h. unter Verletzung des Amtsgeheimnisses Indiskretionen gegen die Gerichte zu verbreiten, Beschwerden gegen diese auszuarbeiten, Gerichtspersonen zu fichieren, Medienkampagnen anzuzetteln und die Gerichtsarbeit (erfolgreich) zu diskreditieren. Der Beschwerdef�hrer Y.________ empfiehlt im Schlussbericht personalrechtliche Konsequenzen bei der Staatsanwaltschaft. In Anbetracht dessen hat der Beschwerdef�hrer Y.________, der im Justizstreit der Seite des Beschwerdef�hrers X.________ zuzurechnen ist, ebenso wenig ein Rechtsschutzinteresse daran, dass die Oberstaatsanwaltschaft und die kantonale Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen ihn f�hren. Der Ausstand ist auch f�r ihn von Vorteil.
2.5.3 In der Sache geht es den Beschwerdef�hrern denn auch gar nicht um die Aufhebung des Ausstands der Oberstaatsanwaltschaft und der kantonalen Staatsanwaltschaft. Sie wenden sich dagegen, dass C.________ das Verfahren f�hrt und bringen vor, mit der Strafuntersuchung k�nnte eine kantonale Bezirksstaatsanwaltschaft betraut werden.
Gem�ss � 5 Abs. 1 JV sind Untersuchungs- und Anklagebeh�rden: a. die Oberstaatsanwaltschaft; b. die kantonale Staatsanwaltschaft (und die hier nicht interessierende Jugendanwaltschaft); c. die Staatsanwaltschaften der Bezirke. Nach � 56 Abs. 1 JV f�hrt die kantonale Staatsanwaltschaft die Verfahren, die in die Zust�ndigkeit des kantonalen Strafgerichts fallen. Gem�ss � 20 lit. a JV beurteilt das kantonale Strafgericht Verbrechen. Die in dieser Bestimmung vorgesehen Ausnahmen fallen hier ausser Betracht. Gegenstand der Strafanzeigen bildet insbesondere der Tatbestand des Amtsmissbrauchs nach Art. 312 StGB. Daf�r droht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren an. Es handelt sich also um ein Verbrechen (Art. 10 Abs. 2 StGB). Damit ist die kantonale Staatsanwaltschaft zust�ndig, nicht eine Bezirksstaatsanwaltschaft (� 65 Abs. 1 JV).
Die Beschwerdef�hrer m�chten demnach, dass anstelle von C.________ eine an sich unzust�ndige Bezirksstaatsanwaltschaft ermittelt. Damit richten sie sich gegen die Einsetzung von C.________. Diese ist nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids. Eingesetzt hat C.________ der Regierungsrat mit Beschluss vom 19. Oktober 2011. Dieser hat das Mandat in der Folge mit Beschl�ssen vom 14. Februar und 21. M�rz 2012 erweitert. Die Einsetzung einer Bezirksstaatsanwaltschaft hat der Regierungsrat im Beschluss vom 19. Oktober 2011 in der Sache abgelehnt. Er befand, als ausserordentlicher Oberstaatsanwalt k�men Mitarbeitende der anderen kantonalen Justizbeh�rden nicht in Betracht (E. 3.2). Die Beschl�sse des Regierungsrats sind hier nicht Anfechtungsobjekt.
Es kann sich einzig fragen, ob diese - wie die Beschwerdef�hrer geltend machen - nichtig seien.
2.5.4 Fehlerhafte Entscheide sind nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gef�hrdet wird. Inhaltliche M�ngel einer Entscheidung f�hren nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgr�nde fallen vorab funktionelle und sachliche Unzust�ndigkeit der entscheidenden Beh�rde sowie krasse Verfahrensfehler in Betracht. Die Nichtigkeit eines Entscheids ist von s�mtlichen rechtsanwendenden Beh�rden jederzeit von Amtes wegen zu beachten (138 II 501 E. 3.1 S. 503 f. mit Hinweisen).
Gem�ss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO entscheidet �ber ein Ausstandsgesuch in einem Fall wie hier die Beschwerdeinstanz. Braucht eine Justizbeh�rde wegen Ausstand oder sonstiger Verhinderung einen ausserordentlichen Ersatz, so wird gem�ss � 72 Abs. 3 JV ein solcher von der Aufsichtsbeh�rde ernannt. Aufsichtsbeh�rde �ber die Oberstaatsanwaltschaft ist nach � 54 Abs. 1 JV der Regierungsrat. Dieser war f�r die Einsetzung von C.________ somit zust�ndig. Zwar hat der Regierungsrat nicht beachtet, dass nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung im Gegensatz zum fr�heren kantonalen Recht vorg�ngig die Bewilligung des Ausstands durch die Beschwerdeinstanz erforderlich war. Dieser Mangel kann jedoch nicht als besonders schwer beurteilt werden. Die Einsetzung von C.________ war lediglich verfr�ht. Sie blieb bis zur Bewilligung des Ausstands in der Schwebe. Nach der zutreffenden Ansicht der Vorinstanz wurde der genannte Mangel mit ihren Entscheiden vom 2. Mai und 28. Juni 2012 nachtr�glich behoben. Er ist damit als geheilt anzusehen. Nichtigkeit ist zu verneinen.
2.5.5 Dies gilt erst recht f�r den angefochtenen Entscheid. Die Vorinstanz hat als ausserordentliche Beschwerdekammer des Kantonsgerichts entschieden. Daf�r besteht in � 72 Abs. 1 JV eine gesetzliche Grundlage. Danach erg�nzen oder ersetzen sich das Kantons- und das Verwaltungsgericht gegenseitig, wenn eine ordentliche Besetzung nicht m�glich ist. Dass man unter den gegebenen Umst�nden zum Schluss gekommen ist, beim Kantonsgericht bestehe der Anschein der Befangenheit, weshalb das Verwaltungsgericht entscheiden solle, ist nachvollziehbar. Ein besonders schwerer und offensichtlicher Mangel haftet dem angefochtenen Entscheid nicht an.
2.5.6 Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerden nicht einzutreten.
3.1 Bei diesem Ausgang der Verfahren tragen die Beschwerdef�hrer die Kosten (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Parteientsch�digungen sind keine zuzusprechen (Art. 68 BGG).
3.2 Mit dem vorliegenden Entscheid braucht �ber das Gesuch um aufschiebende Wirkung nicht mehr befunden zu werden.
3.3 Mit Eingabe vom 7. Januar 2013 beantragt die Vizepr�sidentin des Kantonsgerichts, das bundesgerichtliche Urteil sei in Bezug auf ihre Person in anonymisierter Form zu publizieren bzw. in der bundesgerichtlichen Datenbank zug�nglich zu machen.
F�r die Langzeitarchivierung in jenen Datenbanken, die einen �ffentlichkeitsbezug aufweisen, kann dem entsprochen werden. Das bundesgerichtliche Urteil wird insoweit - auch in Bezug auf die weiteren Verfahrensbeteiligten - anonymisiert. Der Presse ist das Urteil dagegen in nicht anonymisierter Form zug�nglich zu machen. Es geht um eine Angelegenheit, welche die �ffentlichkeit insbesondere im Kanton Schwyz besch�ftigt. Diese hat ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, um wen es geht. Die Namen der Beteiligten sind aufgrund der bisherigen Medienberichterstattung ohnehin bekannt und wer welches Amt bekleidet bzw. bekleidet hat, kann dem Staatskalender entnommen werden.
Die Verfahren 1B_486/2012 und 1B_496/2012 werden vereinigt.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Regierungsrat des Kantons Schwyz, A.________, B.________ sowie der Oberstaatsanwaltschaft und dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz (Kammer III) schriftlich mitgeteilt.