Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201985,%20258
Timestamp: 2020-01-21 08:44:06
Document Index: 35229264

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 5', '§ 33', '§ 29', '§ 29', '§ 33', '§ 8', '§ 29', '§ 142', '§ 9', '§ 4', '§ 171', '§ 115', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 91']

Rechtsprechung: BStBl II 1985, 258 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 12.12.1984
https://dejure.org/1985,1509
BFH, 26.03.1985 - VII B 12/85 (https://dejure.org/1985,1509)
BFH, Entscheidung vom 26.03.1985 - VII B 12/85 (https://dejure.org/1985,1509)
BFH, Entscheidung vom 26. März 1985 - VII B 12/85 (https://dejure.org/1985,1509)
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GG Art. 20 Abs. 3; VO (EWG) Nr. 804/68 Art. 5c; VO (EWG) Nr. 856/84; VO (EWG) Nr. 857/84; Milch-Garantiemengen-Verordnung; FGO § 33 Abs. 1 Nr. 4; MOG § 29 Abs. 1
Rechtsweg - Milch-Garantiemengen-Verordnung - Festsetzung einer Referenzmenge - Rückwirkung - Verfassungsmäßigkeit
BFHE 142, 534
BStBl II 1985, 258
Für Einwände gegen die Richtigkeit dieses Verwaltungsakts ist -- sowohl im Verfahren zur Hauptsache als auch in demjenigen des vorläufigen Rechtsschutzes -- der Rechtsweg zu den Finanzgerichten gegeben (BFH, Beschluß vom 26. März 1985, VII B 12/85, Agrarrecht 1985, S. 154).
Maßgeblich hierfür ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs der Charakter der Abgabe nach der Milch-Garantiemengen- Verordnung -- und damit auch der ihre Grundlage bildenden Referenzmengenfestlegung -- als "Abgabe im Rahmen von Produktionsregelungen" im Sinne des § 29 Abs. 1 Satz 1 MOG, für deren Überprüfung diese Vorschrift in Verbindung mit § 33 Abs. 1 Nr. 1 FGO den Finanzrechtsweg eröffnet (BFH, Beschluß vom 26. März 1985, a.a.O.); der Begriff der "Abgabe im Rahmen von Produktionsregelungen" wird auch in § 8 Abs. 1 Nr. 1 MOG verwendet, einer der Regelungen, die die Milch- Garantiemengen-Verordnung als ihre Ermächtigungsgrundlage in Anspruch nimmt.
Bei den Mitteilungen der Molkerei an das Hauptzollamt hinsichtlich der Referenzmenge wie auch der Abgabe handelt es sich um Abgabenanmeldungen (…BFH, a.a.O. -- zur Abgabe; vgl. ferner im Beschluß des Bundesfinanzhofs vom 26. März 1985, VII B 12/85, Agrarrecht 1985, S. 154 -- zur Referenzmenge -- die Bezugnahme gerade auf die Entgegennahme der Mitteilung der Molkerei durch das Hauptzollamt).
Mit der Erhebung dieser Abgabe steht die Festsetzung der Referenzmenge in einem engen sachlichen Zusammenhang, so daß eine Streitigkeit über die Festsetzung der Referenzmenge als eine solche über "Abgaben im Rahmen von Produktionsregelungen" im Sinne des § 29 Abs. 1 Satz 1 MOG a.F. anzusehen und die Zuständigkeit desselben Gerichtszweiges sachgerecht ist (BFH, Beschl. v. 26.3. 1985 - VII B 12/85 -, BFH, § 142, 534 = AgrarR 1985, 154).
Als behördliche Regelung mit Außenwirkung sind die nach § 9 Abs. 2 MGVO zu erteilenden Bescheinigungen Verwaltungsakte und können im verwaltungsgerichtlichen Verfahren angefochten werden (BFH, Beschl. v. 26.3. 1985, aaO, OVG Münster, Beschl. v. 4.10.1985 - 9 B 1232/85 -, AgrarR 1986, 27; OVG Koblenz, Beschl. v. 8.11.1985 - 8 B 31/85 -, RdL 1986, 24; Beschl. d. Sen. v. 6.6. 1986 - 3 OVG B 85/86 -, SchlHA 1986, 167).
An dieser bisher in Verfahren auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes vertretenen Rechtsansicht hält der Senat nicht zuletzt auch im Interesse eines effektiven Rechtschutzes für die Milcherzeuger und unter Berücksichtigung der vom Bundesfinanzhof (Beschl. v. 26.3. 1985, aaO) vertretenen Auffassung nicht mehr fest.
Daraus folgt, daß verfassungsrechtliche Bedenken, die zwar die Voraussetzungen über die Erhebung der Abgabe als solche betreffen, über die aber bereits im Feststellungsverfahren abschließend entschieden wird, in diesem Verfahren geltend zu machen und von den Verwaltungsgerichten zu überprüfen sind (ebenso OVG Münster, Beschl. v. 27.7. 1986 - 9 B 249/86 -, - AgrarR 1986, 297; BFH, Beschl. v. 26.3. 1985, aaO;… Beschl. v. 17.12.1985, aaO).
Es widerspräche Sinn und Zweck der Rechtswegregelungen, zwar Streitigkeiten zwischen dem Erzeuger und dem Hauptzollamt (HZA) über die Erhebung der Milchgarantiemengenabgabe den FG zu überlassen, nicht aber Streitigkeiten zwischen Erzeuger und Käufer über den Abzug dieser Abgabe vom Milchentgelt (vgl. Beschluß des Senats vom 26. März 1985 VII B 12/85, BFHE 142, 534, BStBl II 1985, 258, Abschn. II 1 letzter Absatz der Gründe).
Wie der Senat bereits entschieden hat (BFHE 142, 534, BStBl II 1985, 258), ist die Milchgarantiemengenabgabe eine Abgabe im Rahmen einer Produktionsregelung.
In der Entgegennahme der Mitteilung nach § 4 Abs. 5 MGV durch das Hauptzollamt ist ein die Festsetzung der Referenzmenge umfassender Verwaltungsakt zu sehen, der im Verfahren vor den Finanzgerichten angefochten werden kann (BFH, Beschluß vom 26.3.1985 - VII B 12/85 -, BFHE 142, 534).
Für die Festsetzung der Referenzmenge als einer Vorbereitungshandlung der Besteuerung sind danach die Hauptzollämter zuständig und ist der Finanzrechtsweg gegeben (vgl. auch BFH, Beschluß vom 26.3.1985, a. a. O.).
Zur Begründung verweist der Senat auf die Gründe seines Beschlusses vom 26. März 1985 VII B 12/85 (BFHE 142, 534, BStBl II 1985, 258).
Im Übrigen sei die ausgestellte Bescheinigung als steuerlicher Grundlagenbescheid im Sinne des § 171 Abs. 10 Abgabenordnung anzusehen, so dass unter Zugrundelegung der einschlägigen Rechtsprechung (vgl. BVerfG, Beschluss vom 18. Dezember 1985 - 2 BvR 1167/84 -, BFH, Beschluss vom 26. März 1985 - VII B 12/85 -, FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 8. November 2007 - 6 K 2615/05 Z -) der Rechtsweg zu den Finanzgerichten gegeben sei.
Rechtsstreitigkeiten sollen möglichst durch die Gerichte entschieden werden, die durch besondere Sachkunde und Sachnähe dazu berufen sind (vgl. BFH, Urt. v. 26.3.1985, VII B 12/85, BFHE 142, 534, 537, juris Rn. 13;… Urt. v. 15.4.1986, VII R 106/85, BFHE 146, 298, 301 = BayVBl. 1987, 345, 346, juris Rn. 11).
Zur Begründung führte es im wesentlichen aus: Der Finanzrechtsweg sei gegeben (Beschluß des Bundesfinanzhofs - BFH- vom 26. März 1985 VII B 12/85, BFHE 142, 534, BStBl II 1985, 258).
https://dejure.org/1984,2544
BFH, 12.12.1984 - I R 78/83 (https://dejure.org/1984,2544)
BFH, Entscheidung vom 12.12.1984 - I R 78/83 (https://dejure.org/1984,2544)
BFH, Entscheidung vom 12. Dezember 1984 - I R 78/83 (https://dejure.org/1984,2544)
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FGO § 115 Abs. 1 und 2, § 138
Revision - Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache - Erledigungserklärung - Statthaftigkeit der Revision
BFHE 143, 8
Zwar kann in einem unzulässigen Rechtsmittelverfahren nicht wirksam die Erledigung der Hauptsache erklärt werden (vgl. u. a. Beschluß des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258;… Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl., § 138 Rdnr. 18, m. w. N.).
Beiderseitige Erledigungserklärungen sind zwar auch in der Revisionsinstanz möglich und zulässig, doch tritt die verfahrensrechtliche Wirkung - die auf Grund der übereinstimmenden Erklärungen anzunehmende Erledigung (§ 138 Abs. 1 FGO) - nur ein, wenn die Revision statthaft und zulässig ist (Bundesfinanzhof - BFH -, Beschlüsse vom 14. Juli 1971 I R 127, 154/70, BFHE 103, 36, 41, BStBl II 1971, 805; vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258;… vom 24. April 1987 IX R 80/86, BFH/NV 1988, 95, …und vom 29. September 1987 IX R 42/86, BFH/NV 1988, 323;… vgl. auch Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl. 1987, § 138 Anm. 18 m.w.N.).
Diese Einschränkung gibt nur die Rechtslage wieder, da die Hauptsache im Rechtsmittelverfahren nur dann wirksam für erledigt erklärt werden kann, wenn die Zulässigkeitsvoraussetzungen des Rechtsmittels im Zeitpunkt der Erledigungserklärung vorlagen (…Ruban in Gräber, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 138 Rz. 14, m.w.N.); Erledigungserklärungen, die in einem unzulässigen Rechtsmittelverfahren abgegeben werden, sind wirkungslos (ständige Rechtsprechung, vgl. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Juli 1971 I R 127, 154/70, BFHE 103, 36, 41, BStBl II 1971, 805; vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258;… vom 24. April 1987 IX R 80/86, BFH/NV 1988, 95, …und vom 29. September 1987 IX R 42/86, BFH/NV 1988, 323).
Sowohl die auf Antrag eines Beteiligten vom Gericht zu treffende Feststellung der Erledigung der Hauptsache als auch die Erledigung der Hauptsache aufgrund übereinstimmender Erledigterklärungen der Beteiligten erfordern die, im vorliegenden Fall nicht gegebene, Zulässigkeit des Rechtsmittels, denn sowohl die einseitige Erledigterklärung als auch die übereinstimmenden Erledigterklärungen setzen die Rechtsbehauptung voraus, daß das Rechtsmittel zur Zeit des Eintritts des erledigenden Ereignisses zulässig und begründet gewesen sei; war das Rechtsmittel nicht zulässig, so fehlt dem Rechtsmittelgericht von vornherein die Möglichkeit, sachlich auf den Antrag des Rechtsmittelführers einzugehen (vgl. BFH-Beschlüsse vom 26. Januar 1971 VII B 137/69, BFHE 101, 209, BStBl II 1971, 306, und vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258 für die beiderseitige Erledigterklärung; BFH-Urteil vom 9. August 1977 VII R 123/74, BFHE 122, 443, BStBl II 1977, 697, und BFH-Beschluß vom 5. Juni 1985 II S 3/85, BFHE 143, 414, BStBl II 1985, 469 für die einseitige Erledigterklärung;… Thomas / Putzo, Zivilprozeßordnung, 13. Aufl., § 91 a, Anm. 6. b), 7.).
Der Wirksamkeit der Erledigungserklärungen der Beteiligten bezüglich des Rechtsstreits wegen USt-Vorauszahlungen VI bis X/1981 in der Revisionsinstanz steht ferner nicht der Umstand entgegen, daß im Revisionsverfahren abgegebene Erledigungserklärungen ihre Wirkungen nur entfalten können, wenn die Revision statthaft und auch im übrigen zulässig ist (BFH-Beschluß vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) kann eine Hauptsacheerledigung nicht eintreten, wenn das Rechtsmittel unzulässig ist (vgl. die Beschlüsse vom 14. Juli 1971 I R 127, 154/70, BFHE 103, 36, BStBl II 1971, 805, und vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258).
Eine Hauptsacheerledigung durch übereinstimmende Erklärungen ist auch noch in der Revisionsinstanz möglich und zulässig (Beschluß des BFH vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258).
Die nach ständiger Rechtssprechung erforderliche Voraussetzung für die Erledigung, daß das Rechtsmittel statthaft und zulässig ist (vgl. die Beschlüsse des BFH vom 26. Januar 1971 VII B 137/69, BFHE 101, 209, BStBl II 1971, 306 und vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258) liegt vor.
BFH, 30.10.1985 - VIII R 427/83
Zulässigkeit einer Hauptsacheerledigung durch übereinstimmende Erklärung in der …
Eine Hauptsacheerledigung durch übereinstimmende Erklärung ist auch noch in der Revisionsinstanz möglich und zulässig (BFH-Beschluß vom 12. Dezember 1984 I R 78/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258).