Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.10.1987&Aktenzeichen=IX%20ZR%20117/86
Timestamp: 2019-05-24 12:15:46
Document Index: 240841783

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 252', 'BGH', 'BGH', '§ 252', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.10.1987 - IX ZR 117/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,201
BGH, 01.10.1987 - IX ZR 117/86 (https://dejure.org/1987,201)
BGH, Entscheidung vom 01.10.1987 - IX ZR 117/86 (https://dejure.org/1987,201)
BGH, Entscheidung vom 01. Januar 1987 - IX ZR 117/86 (https://dejure.org/1987,201)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,201) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schadensersatz wegen Schlechterfüllung eines Anwaltsvertrages - Feststellung der Kausalität zwischen Pflichtverletzung und Schaden - Auslegung einer Vereinbarung über das Ruhegeld in einem Arbeitsaufhebungsvertrag - Beweislast bei der Geltendmachung von Schadensersatz im Anwaltshaftungsprozess - Voraussetzungen für eine Umkehr der Beweislast - Verletzung einer Dokumentationspflicht eines Rechtsanwalts
Zur Beweislast im Anwaltshaftungsprozeß
ZPO § 286, § 287
NJW 1988, 200
MDR 1988, 226
WM 1987, 1520
AnwBl 1988, 241
Daher findet auch bei groben Vertragsverletzungen rechtlicher Berater hinsichtlich der Frage, wie sich der Auftraggeber im Falle vertragsgemäßer Leistung verhalten hätte, keine Beweislastumkehr statt (im Ergebnis ebenso OLG Karlsruhe VersR 1978, 852;… Borgmann/Haug, Anwaltshaftung 2. Aufl. S. 251 f; vgl. auch BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 203).
Demzufolge hat der Bundesgerichtshof gerade bei Dienst- und Geschäftsbesorgungsverträgen eine Umkehr der Beweislast abgelehnt, wenn nicht der Rat zu einer bestimmten Maßnahme geschuldet war und im Falle erhaltener Aufklärung mehrere, vom Ansatz her gleichwertige, aber mit unterschiedlichen Folgen verbundene Möglichkeiten vernünftigen Verhaltens bestanden (…BGH, Urt. v. 2. Dezember 1980 - VI ZR 175/78, NJW 1981, 630, 632; v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 203; v. 28. März 1989 - VI ZR 157/88, NJW 1989, 2320, 2321).
Voraussetzung sind danach tatsächliche Feststellungen, die im Falle sachgerechter Aufklärung durch den rechtlichen Berater aus der Sicht eines vernünftig urteilenden Mandanten eindeutig eine bestimmte tatsächliche Reaktion nahegelegt hätten (vgl. auch Senatsurt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 203).
Denn für den Inhalt einer Vereinbarung ist der übereinstimmende Wille der Parteien maßgebend, auch wenn er in ihren Erklärungen keinen oder nur einen unvollkommenen Niederschlag gefunden hat (vgl. u.a. BGHZ 20, 109, 110; 71, 243, 247; BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, WM 1987, 1520, 1522;… Urt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, WM 1987, 659, 660).
Diese Grundsätze gelten insbesondere für Anwaltsverträge mit Schutzwirkung zugunsten von Angehörigen des Mandanten (BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 201; v. 13. Juli 1994 - IV ZR 294/93, NJW 1995, 51, 52; v. 13. Juni 1995 - IX ZR 121/94, NJW 1995, 2551, 2552).
Aktenvermerke, die im Rahmen einer freiwilligen Aktendokumentation (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 203; v. 13. Februar 1992 - IX ZR 105/91, NJW 1992, 1695, 1696;… v. 11. Oktober 2007 - IX ZR 105/06, NJW 2008, 371, 372 Rn. 14;… ferner Sieg in Zugehör/Fischer/Sieg/Schlee aaO Rn. 782 f) erstellt werden, mögen zwar in anderen Fallgestaltungen für die Annahme einer Anfangswahrscheinlichkeit genügen; in Anwaltshaftungssachen scheidet dies jedoch regelmäßig aus.
Diese Voraussetzungen sind zu bejahen, wenn es nach den Umständen des Falles wahrscheinlicher ist, daß der Gewinn ohne das haftungsbegründende Ereignis erzielt worden wäre, als daß er ausgeblieben wäre (Senatsurt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, NJW 1988, 200, 204).
Allerdings ist Voraussetzung für die Anwendung der dem Geschädigten günstigen Beweisregel, daß er zunächst die für eine Schätzung erforderlichen Anknüpfungstatsachen darlegt und nach § 287 ZPO beweist (Senatsurt. v. 1. Oktober 1987, aaO;… BGH, Urt. v. 17. Februar 1998 - VI ZR 342/96, NJW 1998, 1633, 1634; v. 3. März 1998 - VI ZR 385/96, NJW 1998, 1634, 1635).
Die hierzu getroffenen Anstalten und Vorkehrungen, die die Grundlage für das nach § 252 Satz 2 zu bildende Wahrscheinlichkeitsurteil sind, hat sie darzulegen und im Streitfalle nachzuweisen (vgl. etwa BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987, IX ZR 117/86, BGHR BGB § 252 Satz 2 Ruhegeldzusage 1).
BGH, 11.11.1992 - VIII ZR 211/91
OLG Koblenz, 31.10.1995 - 6 U 690/94
Finanzierungsleasingvertrag über einen PkW; Abschluß einer Vollkaskoversicherung …
OLG Oldenburg, 22.05.1992 - 11 U 12/92
Schadensersatz, Wertpapierhandel, Optionsscheine, Kommissionsgeschäft, …
BGH, 07.02.1991 - III ZR 25/90
OLG Düsseldorf, 28.06.1991 - 7 U 109/90
BGH, 07.02.1991 - III ZR 26/90
Anspruch auf Ersatz von entgangenem Gewinn gegenüber einer Stadt - Versagung der …
BGH, 17.10.1989 - IX ZR 173/88
Anspruch auf Schadensersatz wegen Schlechterfüllung des Anwaltsvertrages auf …
LG Gießen, 07.07.1999 - 1 S 5/99