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Timestamp: 2016-10-28 23:42:56
Document Index: 30654031

Matched Legal Cases: ['Art. 220', 'Art. 183', 'Art. 184', 'Art. 78', 'Art. 80', 'Art. 130', 'Art. 112', 'Art. 112', 'Art. 10', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 184', 'Art. 183', 'BGE', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 183', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 184', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

1B_385/2009 (20.01.2010)
X.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Advokatin Catherine F�rst,
Haftverl�ngerungsverf�gung,
Beschwerde gegen die Haftverl�ngerungsverf�gung
vom 17. Dezember 2009 des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft, Pr�sidium.
Am 31. Oktober 1996 hatte A.________ beim Bezirksgericht Arlesheim eine Scheidungsklage gegen ihren damaligen Ehemann B.________ eingereicht. Mit Verf�gung vom 13. November 1996 wurden die beiden gemeinsamen Kinder, C.________ und D.________ vorl�ufig unter die Obhut der Mutter gestellt. Mit Verf�gung vom 28. April 1997 �nderte das Bezirksgericht Arlesheim die Obhutsregelung und stellte die beiden Kinder mit Wirkung vom 1. Juni 1997 f�r die Dauer des Verfahrens unter die Obhut des Vaters. Am 28. Mai 1997 zog A.________ ihre Scheidungsklage zur�ck, worauf B.________ am 29. Mai 1997 seinerseits eine Scheidungsklage einreichte. Mit Beschluss vom 29. Mai 1997 stellte das Bezirksgericht Arlesheim die beiden Kinder f�r die Dauer des Verfahrens unter die Obhut von B.________. Die Ehe wurde am 16. Dezember 1997 geschieden und die Kinder unter die elterliche Gewalt von B.________ gestellt.
Seit dem 29. Mai 1997 hatte B.________ keine Nachricht mehr von A.________ und den Kindern und wusste nicht, wo sich diese aufhielten. Die Ermittlungsbeh�rden gehen davon aus, dass A.________ am 29. Mai 1997, mit Hilfe ihrer Schwester X.________ und ihres Schwagers E.________, zusammen mit den Kindern nach Venezuela ausgereist ist.
Am 1. Juni 1997 erstattete B.________ Anzeige gegen A.________ wegen Entziehens von Unm�ndigen (Art. 220 StGB). Das Bezirksstatthalteramt leitete ein Strafverfahren ein, das auf den Tatbestand der qualifizierten Entf�hrung (Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 184 StGB) ausgedehnt wurde. Ende 2004/Anfang 2005 wurde ein Mediationsverfahren zwischen A.________ und B.________ eingeleitet, in dem die gegenseitig erhobene Strafantr�ge zur�ckgezogen wurden.
Mit Schlussbericht vom 8. Juni 2006 beantragte das Bezirksstatthalteramt die Einstellung des Strafverfahrens gegen A.________ wegen qualifizierter Entf�hrung und Entziehung Unm�ndiger und den Erlass eines Strafbefehls wegen Urkundenf�lschung. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft schloss sich dieser Auffassung nicht an, sondern wies mit Schreiben vom 1. Juli 2007 die Akten an das Bezirksstatthalteramt zur Vornahme weiterer Ermittlungen und zur Ausschreibung A.________s zur Verhaftung zur�ck.
Am 18. November 2009 wurden A.________ und ihre Schwester X.________ in Niederg�sgen angehalten und dem Kanton Basel-Landschaft zugef�hrt. Die Kinder wurden in eine Institution im Kanton Bern verbracht, wo sie station�r begutachtet werden.
Am 19. November 2009 ordnete das Pr�sidium des Verfahrensgerichts in Strafsachen Untersuchungshaft f�r X.________ an, befristet bis zum 17. Dezember 2009. Auch A.________ befindet sich seit dem 19. November 2009 in Untersuchungshaft.
Am 9. Dezember 2009 stellte das Bezirksstatthalteramt Arlesheim Antrag auf Haftverl�ngerung um 6 Monate wegen Kollusions-, Flucht- und Fortsetzungsgefahr. Am 17. Dezember 2009 f�hrte das Pr�sidium des Verfahrensgerichts in Strafsachen eine m�ndliche Anh�rung durch und verl�ngerte anschliessend die Untersuchungshaft um 8 Wochen bis zum 11. Februar 2010. Es bejahte in seiner einseitigen handschriftlichen Begr�ndung den dringenden Tatverdacht der Beihilfe zur mindestens eventualvors�tzlich begangenen Entf�hrung von Minderj�hrigen sowie den Haftgrund der Kollusionsgefahr.
Gegen die Haftverl�ngerungsverf�gung hat X.________ am 29. Dezember 2009 Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, die angefochtene Verf�gung sei aufzuheben und die Beh�rden des Kantons Basel-Landschaft seien anzuweisen, sie unverz�glich aus der Haft zu entlassen. �berdies sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren und ein Replikrecht einzur�umen.
Das Bezirksstatthalteramt Arlesheim beantragt Abweisung der Beschwerde. Auch das Verfahrensgericht in Strafsachen Basel-Landschaft schliesst auf Beschwerdeabweisung. Es begr�ndet in seiner achtseitigen Vernehmlassung, weshalb der dringende Tatverdacht der Gehilfenschaft zur qualifizierten Entf�hrung von Minderj�hrigen vorliege und Kollusionsgefahr bestehe.
In ihrer Replik vom 18. Januar 2010 h�lt die Beschwerdef�hrerin an ihren Antr�gen fest und macht erg�nzende Ausf�hrungen zum Verfahrensstand.
Gem�ss Art. 78 Abs. 1 BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen; dazu geh�rt auch der vorliegende Haftverl�ngerungsentscheid. Gegen diesen steht kein kantonales Rechtsmittel zur Verf�gung (Art. 80 i.V.m. Art. 130 Abs. 1 BGG). Da auch alle �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
Gem�ss Art. 112 Abs. 1 BGG m�ssen Entscheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, unter anderem die massgebenden Gr�nde tats�chlicher und rechtlicher Art enthalten (lit. b). Das Bundesgericht kann nach Art. 112 Abs. 3 BGG einen Entscheid, der den Anforderungen von Absatz 1 nicht gen�gt, an die kantonale Beh�rde zur Verbesserung zur�ckweisen oder aufheben (vgl. Urteil 1B_61/2008 vom 3. April 2008 E. 2.2 mit Hinweisen).
Es ist fraglich, ob der angefochtene Entscheid diesen Erfordernissen gen�gt. Nachdem jedoch bereits ein Schriftenwechsel durchgef�hrt worden ist, in welchem das Verfahrensgericht ausf�hrlich die massgebenden Gr�nde tats�chlicher und rechtlicher Art dargelegt und die Beschwerdef�hrerin in ihrer Replik dazu Stellung genommen hat, wobei sie einen Entscheid des Bundesgerichts in der Sache verlangt, rechtfertigt es sich, zur Wahrung des Beschleunigungsgebots von einer R�ckweisung abzusehen.
Die Untersuchungshaft schr�nkt die in Art. 10 Abs. 2 und Art. 31 BV sowie Art. 5 Ziff. 1 EMRK garantierte pers�nliche Freiheit der Beschwerdef�hrerin ein. Ein Eingriff in dieses Grundrecht ist zul�ssig, wenn er auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist; zudem darf er den Kerngehalt des Grundrechts nicht beeintr�chtigen (Art. 36 BV; BGE 128 I 184 E. 2.1 S. 186 mit Hinweisen).
Voraussetzung f�r die Anordnung und Fortdauer von Untersuchungshaft ist nach � 77 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Basel-Land vom 3. Juni 1999 (StPO/BL), dass die verhaftete Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verd�chtigt wird, deshalb gegen sie ein Strafverfahren er�ffnet worden ist, und aufgrund konkreter Indizien ernsthaft zu bef�rchten ist, sie werde die Freiheit ben�tzen zur Flucht (lit. a), zur Erschwerung oder Vereitelung der Untersuchung, namentlich durch die Beeinflussung anderer Personen oder durch Beseitigung von Beweismitteln (lit. b) oder zur Fortsetzung der deliktischen T�tigkeit, sofern diese eine erhebliche Gefahr f�r Leib, Leben, Freiheit oder Eigentum anderer Personen darstellt (lit. c). Untersuchungshaft darf nicht angeordnet werden oder muss unverz�glich aufgehoben werden, wenn sie unverh�ltnism�ssig w�re oder geworden ist, insbesondere wenn Ersatzmassnahmen nach � 79 StPO/BL m�glich und ausreichend sind oder sie die Dauer einer zu erwartenden Freiheitsstrafe erreicht (� 78 StPO/BL).
Das Verfahrensgericht bejaht den dringenden Tatverdacht der Gehilfenschaft zur qualifizierten Entf�hrung (Art. 183 Ziff. 2 i.V.m. Art. 184 StGB).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin macht zum einen geltend, dass schon der Tatbestand der Kindesentf�hrung nicht erf�llt sei, weil A.________ im Zeitpunkt ihrer Abreise mit den Kindern am 29. Mai 1997 mindestens Mitinhaberin der elterlichen Gewalt gewesen sei. Als solche habe sie keine Entf�hrung i.S.v. Art. 183 Ziff. 2 StGB begehen k�nnen (BGE 126 IV 221 E. 1b S. 223).
Im Entscheid BGE 126 IV 221 E. 1b S. 223 legte das Bundesgericht dar, dass das Verbringen eines Kindes unter sechzehn Jahren an einen anderen Aufenthaltsort durch einen Elternteil, der die elterliche Sorge innehabe, nicht unter Art. 183 Ziff. 2 StGB falle, auch wenn die Ortsver�nderung nicht dem Wohl des Kindes entspreche, weil die elterliche Sorge auch das Recht umfasse, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen. Anders sei die Rechtslage dagegen, wenn die Obhut �ber das Kind - beispielsweise durch vorl�ufige Massnahmen im Scheidungsverfahren - ausschliesslich einem Elternteil zugeteilt worden sei. In diesem Fall erl�sche das Recht des anderen Elternteils, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen. Wenn der nicht obhutsberechtigte Elternteil den Aufenthaltsort des Kindes einseitig verlege, k�nne er somit eine Kindesentf�hrung i.S.v. Art. 183 Ziff. 2 StGB begehen.
A.________ hat am 29. Mai 1997 mit den beiden Kindern die Schweiz verlassen, vermutlich in Richtung Venezuela. Objektiv war bereits an diesem Tag die Obhut �ber die Kinder dem Vater zugeteilt worden (vorsorgliche Verf�gung vom 29. Mai 1997). Auch wenn A.________ die Verf�gung vom 29. Mai 1997 noch nicht kannte, liegt der Verdacht nahe, dass die Ausreise erfolgte, um einer Scheidungsklage des Ehemanns und einer Zuteilung der Kinder an diesen zuvorzukommen. Daf�r sprechen das ferne Reiseziel (Venezuela) und die Geheimhaltung der Abreise, sowie der zeitliche Zusammenhang mit der Verf�gung vom 28. April 1997, mit der erstmals dem Vater die Obhut �ber die Kinder zugeteilt worden war. Nahm A.________ in Kauf, die Kinder auch gegen den Willen des - zwischenzeitlich m�glicherweise allein obhutsberechtigt gewordenen - Vaters ins Ausland zu verbringen, so handelte sie eventualvors�tzlich.
Im �brigen d�rfte A.________ nachtr�glich, durch ihre Schwester oder ihren Schwager, �ber die vorsorgliche Verf�gung vom 29. Mai 1997 und das Scheidungsurteil informiert worden sein. Sp�testens Ende 2004/Anfang 2005, bei Einleitung des Mediationsverfahrens, musste sie wissen, dass die elterliche Sorge �ber die Kinder B.________ zugeteilt worden war. Dennoch hielt sie die Kinder weiter versteckt, womit der rechtswidrige Zustand aufrecht erhalten wurde (vgl. BGE 119 IV 216 E. 2f S. 221), und nahm weitere Aufenthaltswechsel vor, die den Verdacht vors�tzlicher Entf�hrungshandlungen begr�nden (vgl. Vera Delnon/Bernhard R�dy, in: Basler Kommentar zum StGB, Bd. 2, 2. Aufl., Art. 183 Rn. 29).
Insgesamt besteht daher gegen A.________ der dringende Tatverdacht einer Entf�hrung Minderj�hriger. Aufgrund der Dauer der Trennung vom Vater ist vom qualifizierten Tatbestand gem�ss Art. 184 Abs. 4 StGB auszugehen.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin bestreitet ferner den Tatverdacht der Gehilfenschaft zur Kindesentf�hrung. Es sei nicht ersichtlich, welche Unterst�tzungshandlungen ihr vorgeworfen w�rden. In der m�ndlichen Verhandlung habe der Pr�sident der Verfahrenskammer Gehilfenschaft wegen der auf sie ausgestellten Vollmacht bejaht, und darauf abgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin mit ihrer Reinigungsfirma A.________ ein Einkommen erm�glicht habe. Beides sei jedoch strafrechtlich nicht relevant und habe mit dem vorgeworfenen Delikt der Kindesentf�hrung nichts zu tun.
In seiner Vernehmlassung legt das Verfahrensgericht dar, dass die Beschwerdef�hrerin ihre Schwester A.________ physisch und psychisch unterst�tzt habe. Der rege Kontakt zwischen beiden Schwestern vor deren Abreise und die verf�gten Vollmachten wiesen darauf hin, dass die Beschwerdef�hrerin mindestens unterst�tzend bei der Planung der Entf�hrung vom 29. Mai 1997 mitgewirkt habe. Zudem habe die Beschwerdef�hrerin A.________ am 26. Mai 1997, kurz vor ihrer Abreise, eine Unterschriftenkarte f�r ihre Konto bei der PostFinance ausstellen lassen. Auch in der Folge habe die Beschwerdef�hrerin ihrer Schwester materielle und affektiv-emotionale Hilfe geleistet (Verschaffung einer Arbeitsstelle, Gastrecht, Unterst�tzung bei der Kinderbetreuung und -unterrichtung, Besuche im Ausland) und habe damit wesentlich zur Aufrechterhaltung des Dauerdelikts der Entf�hrung beigetragen.
Es ist unstreitig, dass die Beschwerdef�hrerin und ihr Ehemann 1997 in engem Kontakt zu A.________ standen. Inzwischen hat sich der Verdacht der Ermittlungsbeh�rden, wonach A.________ bei der Ausreise nach Venezuela von ihrem Schwager E.________ begleitet wurde, erh�rtet (vgl. Einvernahme von A.________ vom 21. Dezember 2009 S. 4). Die Beschwerdef�hrerin k�mmerte sich ihrerseits um die Angelegenheiten ihrer Schwester in der Schweiz und besuchte diese auch einmal in S�damerika. Nach ihrer R�ckkehr aus S�damerika unterst�tzte die Beschwerdef�hrerin ihre Schwester A.________ in vielf�ltiger Weise und �bernahm teilweise auch die Betreuung der Kinder. Ohne die Hilfe ihrer Schwester und ihres Schwagers h�tte A.________ die Kinder vermutlich nicht so lange versteckt und von ihrem Vater fernhalten k�nnen.
Insofern liegt auch ein dringender Tatverdacht gegen die Beschwerdef�hrerin als mutmassliche Gehilfin vor.
5.1 Kollusion bedeutet insbesondere, dass sich der Angeschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverst�ndigen oder Mitangeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Die strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Angeschuldigte die Freiheit dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abkl�rung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu gef�hrden. Gem�ss � 77 Abs. 1 StPO/BL gen�gt indessen die theoretische M�glichkeit, dass der Angeschuldigte in Freiheit kolludieren k�nnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen; es m�ssen vielmehr konkrete Indizien f�r die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen. Dies entspricht auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Kollusionsgefahr (BGE 123 I 31 E. 3c S. 35; 117 Ia 257 E. 4c S. 261).
Je weiter das Strafverfahren vorangeschritten ist und je pr�ziser der Sachverhalt bereits abgekl�rt werden konnte, desto h�here Anforderungen sind an den Nachweis von Verdunkelungsgefahr zu stellen (BGE 132 I 21 E. 3.2.2 S. 24 mit Hinweisen).
5.2 Das Verfahrensgericht begr�ndet in der Beschwerdevernehmlassung die Kollusionsgefahr im Hinblick auf die weiteren Einvernahmen von Opfern (Kinder), Mitt�tern und Auskunftspersonen und die noch ausstehenden Ermittlungen. Da es sich bei den Einzuvernehmenden �berwiegend um Familienangeh�rige der Beschwerdef�hrerin handle, bestehe die M�glichkeit und auch ein konkretes Interesse der Beschwerdef�hrerin, auf deren Aussagen Einfluss zu nehmen. Zudem bestehe Kollusionsgefahr im Hinblick auf die mittels Rechtshilfe in Frankreich angeordnete Hausdurchsuchung im Haus der Beschwerdef�hrerin in Dessevet. Insbesondere k�nne die Beschwerdef�hrerin mit Hilfe ihres Ehemanns, der sich vermutlich in Dessevet aufh�lt, allf�llige, f�r das Verfahren wichtige Beweise vernichten.
5.3 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, sie habe bereits in mehreren Befragungen und handschriftlichen Aufzeichnungen detailliert Auskunft gegeben und dabei einger�umt, dass sie in den letzten Jahren oft mit ihrer Schwester und deren Kinder Kontakt gehabt habe. Zudem sei die Geschichte der letzten 12 Jahre bereits durch die bei der Hausdurchsuchung in Niederg�sgen beschlagnahmten Datentr�ger, die Aussagen von A.________ und der Kinder in allen Details bekannt. Insofern bestehe kein Spielraum mehr f�r Kollusionshandlungen. So seien der Beschwerdef�hrerin in der letzten Einvernahme vom 15. Januar 2010 keinerlei belastenden Aussagen mehr im Zusammenhang mit der Kindesentf�hrung vorgelegt worden, sondern es sei nur noch um allf�llige AHV-Vergehen gegangen.
Im �brigen h�tten sich die Beschuldigten bereits in den zur�ckliegenden Jahren intensiv mit dem Strafverfahren besch�ftigt und viel Zeit zusammen verbracht. Falls sie sich also h�tten absprechen wollen, so h�tten sie dies l�ngst schon getan.
5.4 Das vorliegende Verfahren weist die Besonderheit auf, dass die Angeschuldigten schon vor ihrer Verhaftung in engem Kontakt untereinander und mit den Opfern (den Kindern) standen. Das Strafverfahren wurde bereits 1997 eingeleitet. Schon vor ihrer Verhaftung waren A.________, die Beschwerdef�hrerin und E.________ polizeilich als Angeschuldigte einvernommen worden, wobei A.________ freies Geleit zugesichert worden war (vgl. Einvernahmen A.________s vom 28. Februar 2005, vom 17. M�rz 2006 und vom 20. September 2007; X.________ und E.________ wurden am 24. Juni 1997 als Angeschuldigte befragt). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Aussagen im Strafverfahren schon vor der Verhaftung abgesprochen worden sind.
Zwar ist dem Verfahrensgericht einzur�umen, dass nicht alle Einzelheiten im Voraus abgesprochen werden konnten. Nach ihrer Verhaftung wurden die Beschwerdef�hrerin und ihre Schwester A.________ intensiver befragt und erstmals mit Erkenntnissen der Ermittlungsbeh�rden konfrontiert (z.B. Befunden der Hausdurchsuchung oder von Telefonabh�rungen), hinsichtlich derer noch keine Absprachen getroffen worden waren. Zudem war erstmals eine Befragung der Kinder als wichtigste Auskunftspersonen erfolgt.
Zwar lag die Videobefragung der Kinder zum Zeitpunkt der Haftverl�ngerungsverf�gung bereits vor; sie musste jedoch A.________ und der Beschwerdef�hrerin noch vorgehalten werden. Der Verteidigung ist einzur�umen, dass zu diesem Zeitpunkt keine Kollusionsgefahr mehr gegen�ber den Kindern bestand, die sich ohnehin in einer geschlossenen Anstalt befanden. Dagegen bestand ein berechtigtes Interesse der Ermittlungsbeh�rden, die Aussagen der Kinder A.________ einerseits und der Beschwerdef�hrerin andererseits vorzuhalten, ohne dass diese beiden miteinander Kontakt aufnehmen und ihre Reaktion auf die Videoeinvernahme absprechen konnten. Dieses Interesse rechtfertigte allerdings nur eine Verl�ngerung der Haft um wenige Tage: Die Videobefragung der Kinder wurde A.________ am 21. Dezember 2009 vorgehalten; daraufhin machte diese erstmals ausf�hrliche Angaben zu ihrer Ausreise und zu ihren Aufenthaltsorten in S�damerika. Diese Aussagen wiederum wurden am 22. Dezember 2009 auszugsweise der Beschwerdef�hrerin vorgehalten.
Im Hinblick auf die rechtshilfeweise vorzunehmende Hausdurchsuchung in Frankreich erscheint die Kollusionsgefahr bei einer Freilassung der Beschwerdef�hrerin gering: Sofern E.________ - der selbst zur Verhaftung ausgeschrieben ist - sich im Haus in Dessevet befindet (wovon die Ermittlungsbeh�rden ausgehen), hatte dieser bereits die M�glichkeit, allf�llige Beweismittel zu beseitigen.
Der �ussere Ablauf des Geschehens (Ausreise, Aufenthaltsorte, Unterst�tzungshandlungen von X.________ und E.________) ist zwischenzeitlich weitgehend erstellt, weshalb die Verdunkelungsgefahr bei einer Freilassung der Beschwerdef�hrerin gering erscheint. Nachdem zwischenzeitlich die Haftbeschwerde von A.________ als Hauptverd�chtige gutgeheissen und ihre Entlassung aus der Untersuchungshaft angeordnet worden ist (Entscheid 1B_379/2009 vom 19. Januar 2010), rechtfertigt es sich nicht, die Beschwerdef�hrerin, die nur der Gehilfenschaft verd�chtigt wird, l�nger in Haft zu belassen.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdef�hrerin aus der Haft zu entlassen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Basel-Landschaft muss jedoch die Beschwerdef�hrerin f�r die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens entsch�digen. Dabei ist zu ber�cksichtigen, dass aufgrund der knappen Begr�ndung des Haftverl�ngerungsentscheids eine ausf�hrliche Beschwerde und Replik verfasst werden mussten.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Haftverl�ngerungsverf�gung des Pr�sidiums des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft vom 17. Dezember 2009 wird aufgehoben. Die Beschwerdef�hrerin ist unverz�glich aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten des erstinstanzlichen Haftverfahrens an das Pr�sidium des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft zur�ckgewiesen.
Der Kanton Basel-Landschaft hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'500-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft, Pr�sidium, schriftlich mitgeteilt.