Source: http://www.recht-niedersachsen.de/79200/jpo.htm
Timestamp: 2016-05-28 09:44:58
Document Index: 101980508

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 1', '§ 38', '§ 2', '§ 5', '§ 6', '§\n7', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 5', '§ 7', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 11', '§ 14', '§ 5', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 17', '§ 2', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 24', '§\n10', '§ 11', '§ 25', '§ 26', '§ 6', '§ 21']

Niedersachsen Verordnung
über die Jäger- und die Falknerprüfung Vom
30. August 2005 (Nds.GVBl. Nr.18/2005 S.281), geändert durch
VO v. 18.4.2012 (Nds.GVBl. Nr.6/2012
S.80) - VORIS 79200 - Aufgrund des § 23 Abs. 3 des Niedersächsischen Jagdgesetzes
vom 16.März 2001 (Nds.GVBl. S.100), geändert durch Artikel 5 des
Gesetzes vom 16.Dezember 2004 (Nds.GVBl. S.616), wird verordnet: I n h a l t s ü b e r s i c h t E r s t e r T e i l Jägerprüfung § 1 Prüfungskommission § 2 Prüfungsausschüsse § 3 Zulassung zur Prüfung § 4 Gliederung der Prüfung § 5 Jagdliches Schießen § 6 Schriftliche Prüfung § 7 Mündlich-praktische Prüfung § 8 Bewertung der Prüfungsleistungen § 9 Gesamtergebnis der Prüfung § 10 Prüfungsniederschrift § 11 Prüfungszeugnis § 12 Rücktritt § 13 Wiederholung der Prüfung § 14 Täuschung § 15 Gleichgestellte Prüfungen § 16 Eingeschränkte Jägerprüfung Z w e i t e r T e i l Falknerprüfung § 17 Prüfungskommission § 18 Prüfungsausschuss § 19 Zulassung zur Prüfung § 20 Gliederung der Prüfung § 21 Schriftliche Prüfung § 22 Mündlich-praktische Prüfung § 23 Bewertung der Prüfungsleistungen; Gesamtergebnis der
Prüfung § 24 Ergänzende Vorschriften D r i t t e r T e i l Schlussvorschriften § 25 Übergangsregelung § 26 In-Kraft-Treten E r s t e r T e i l Jägerprüfung § 1 Prüfungskommission 1Für die
Durchführung der Jägerprüfung wird bei der Jagdbehörde eine
Prüfungskommission unter Vorsitz der Kreisjägermeisterin oder des
Kreisjägermeisters gebildet. 2Stellvertreterin oder
Stellvertreter für den Vorsitz ist die nach § 38 Abs. 4 Satz 1 des
Niedersächsischen Jagdgesetzes gewählte Person.
Kreisjägermeisterin oder der Kreisjägermeister beruft die weiteren
Mitglieder der Prüfungskommission für die Dauer von fünf Jahren.
4Die Mitglieder der
Prüfungskommission müssen jagdpachtfähig sein. 5Das
vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission sorgt für die
Organisation und den Ablauf der Jägerprüfung, soweit nichts anderes
bestimmt ist. § 2 Prüfungsausschüsse (1) 1Für die jeweilige
Jägerprüfung bildet das vorsitzende Mitglied der
Prüfungskommission aus den Mitgliedern der Prüfungskommission
für das Jagdliche Schießen (§ 5), die schriftliche Prüfung (§ 6) und jedes Fachgebiet der mündlich-praktischen Prüfung (§
7) jeweils einen Prüfungsausschuss.
2Jeder Prüfungsausschuss besteht aus mindestens zwei
Mitgliedern. 3Wer bei der Ausbildung mitgewirkt hat, darf einem
Prüflingsausschuss nicht angehören. 4Das vorsitzende
Mitglied der Prüfungskommission überträgt jeweils einem Mitglied
des Prüfungsausschusses den Vorsitz. 5Das vorsitzende Mitglied
der Prüfungskommission kann die Zusammensetzung der
Prüfungsausschüsse auch während der Jägerprüfung
ändern. (2) 1Der
Prüfungsausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit.
2Bei Stimmengleichheit
gibt die Stimme des vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag. (3) Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses trifft die
Verfahrensentscheidungen während des Prüfungsablaufs. (4) 1Die
Mitglieder des Prüfungsausschusses und das vorsitzende Mitglied der
Prüfungskommission erhalten für jeden angefangenen Tag, an dem sie an
einer Prüfung mitwirken, eine Vergütung in Höhe von 80 Euro.
2Zusätzlich sind
die Fahrtkosten in entsprechender Anwendung der für Landesbeamte geltenden
reisekostenrechtlichen Vorschriften zu erstatten. § 3 Zulassung zur Prüfung (1) Die Jagdbehörde gibt frühzeitig bekannt, wann die
nächste Jägerprüfung stattfindet und wann die Zulassung zur
Prüfung bei ihr zu beantragen ist. (2)
1Zur Prüfung ist
von der Jagdbehörde zuzulassen, wer spätestens sechs Monate vor der Prüfung das 15.Lebensjahr
vollendet hat, die für den Erwerb des Jagdscheins erforderliche
Zuverlässigkeit besitzt, die für das Ablegen der Jägerprüfung erforderliche
körperliche Eignung besitzt und eine ausreichende Haftpflichtversicherung für den
Waffengebrauch abgeschlossen hat. 2Andere Personen dürfen nicht
zugelassen werden. (3) Der Prüfling ist von der Jagdbehörde spätestens eine
Woche vor der Prüfung zu laden. (4) Liegen der Jagdbehörde bis vier Wochen vor Prüfungsbeginn
weniger als 18 Anmeldungen vor, so kann sie mit einer anderen Jagdbehörde
eine gemeinsame Jägerprüfung durchführen. § 4 Gliederung der Prüfung
(1) Die Jägerprüfung besteht aus
den Prüfungsabschnitten Jagdliches Schießen, schriftliche Prüfung und mündlich-praktische Prüfung. (2) Das Jagdliche Schießen kann vor den anderen
Prüfungsabschnitten, jedoch nicht länger als sechs Monate vor Beginn
des nächsten Prüfungsabschnittes durchgeführt werden. (3)
Jägerprüfung ist nicht öffentlich.
Jägerprüfung, ausgenommen die Beratung der
Prüfungsausschüsse, dürfen anwesend sein Beauftragte der Jagdbehörden und vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission zugelassene
Personen, wenn kein betroffener Prüfling widerspricht. § 5 Jagdliches Schießen (1)
1Im Jagdlichen
Schießen hat der Prüfling auf einem Schießstand die sichere
Handhabung der Schusswaffe und seine Schießfertigkeit nachzuweisen.
2Er hat hierzu unter
Beachtung der Schießvorschriften des Deutschen Jagdschutz-Verbandes die
folgenden Leistungen zu erbringen: Schießdisziplin (Waffe, Kaliber)
Ziel Entfernung Mindestergebnis Art der Ausführung Büchse(Kaliber 6,5
mm oder stärker, Auftreffenergie auf 100 m mindestens 2 000 Joule) Rehbock- Scheibe 5 Schüsse 100 m 25 Ringe Anschlag stehend
angestrichen, Visierung und Optik beliebig Büchse(Kaliber .222
Remington oder stärker) flüchtige
Überläufer- scheibe 5 Schüsse 50 moder60 m 2 Wertungstreffer Anschlag stehend
freihändig aus der Erwartungshaltung, Visierung und Optik beliebig Flinte (Kaliber 20 oder
stärker) Wurfscheiben 15 Stück mit jeweils
höchstens 2 Schüssen 5 Treffer Skeet oder Trap aus jagdlicher
Erwartungshaltung; bei der Disziplin Skeet werden die Wurfscheiben der
Stände 2, 6 und 7 als Einzeltauben geschossen. 3Stehen einer Jagdbehörde nicht
genügend Wurfscheibenschießstände zur Verfügung, so kann
die oberste Jagdbehörde auf Antrag der Jagdbehörde zulassen, dass
längstens bis zum 30. Juni 2015 anstelle des Ziels Wurfscheibe das Ziel
Kipphase verwendet wird; in diesem Fall beträgt das Mindestergebnis zehn
Treffer. 4Werden die
geforderten Leistungen nicht erbracht, so ist das Schießen in der
betreffenden Disziplin einmal, auf Wunsch des Prüflings auch am selben
Tage, zu wiederholen. (2) Die Jägerprüfung hat nicht
bestanden, wer beim Umgang mit der Schusswaffe einen Fehler begangen hat, der ihn
selbst oder andere hätte gefährden können, gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen hat oder die geforderten Leistungen auch nach einmaliger Wiederholung nicht
erbracht hat. § 6 Schriftliche Prüfung 1Der
Prüfling hat in der schriftlichen Prüfung in jedem der in der
1 genannten Fachgebiete 20 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren unter
Aufsicht zu beantworten. 2Die Bearbeitungszeit
für die Fragen eines Fachgebiets beträgt 30 Minuten.
3Die Fragen wählt
das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission aus einem Fragenkatalog
der obersten Jagdbehörde aus. § 7 Mündlich-praktische
Prüfung (1) 1Die
mündlich-praktische Prüfung wird in einem Jagdrevier abgehalten und
erstreckt sich auf die in der
genannten Fachgebiete. 2Zu Beginn werden auf dem
Jagdhorn fünf Jagdsignale geblasen, aus denen der Prüfling die drei
sicherheitsrelevanten Leitsignale Anblasen des Treibens,
Treiber in den Kessel und Aufhören zu
schießen erkennen muss. (2) Die Jägerprüfung hat nicht
bestanden, wer die in Absatz 1 Satz 2 genannten drei Leitsignale auch nach
einmaliger Wiederholung der fünf Jagdsignale nicht erkannt hat oder beim Umgang mit der Schusswaffe einen Fehler begangen hat, der ihn
selbst oder andere hätte gefährden können. § 8 Bewertung der
1In der schriftlichen
Prüfung wird die Antwort auf jede Frage mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet.
22 Punkte werden vergeben, wenn alle richtigen
Antwortmöglichkeiten markiert sind. 31 Punkt wird vergeben,
wenn nur eine von mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten markiert ist.
40 Punkte werden vergeben, wenn eine falsche Antwortmöglichkeit
markiert ist, und zwar unabhängig davon, ob auch eine richtige
Antwortmöglichkeit oder mehrere richtige Antwortmöglichkeiten
markiert sind, oder wenn keine Antwortmöglichkeit markiert ist.
5Daraus ergeben sich je
Fachgebiet die Noten: sehr gut (1) bei 40 Punkten, gut (2) bei 36 bis 39 Punkten, befriedigend (3) bei 32 bis 35 Punkten, ausreichend (4) bei 28 bis 31 Punkten, mangelhaft (5) bei 14 bis 27 Punkten, ungenügend (6) bei 0 bis 13 Punkten. (2) Die Leistungen in der schriftlichen Prüfung werden jeweils von
zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses bewertet. (3)
1Die Leistungen in jedem
Fachgebiet der mündlich-praktischen Prüfung sind mit folgenden Noten
zu bewerten: sehr gut (1) - eine den Anforderungen in besonderem Maß
entsprechende Leistung, gut (2) - eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung,
befriedigend (3) - eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende
Leistung, ausreichend (4) - eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im
Ganzen den Anforderungen noch entspricht, mangelhaft (5) - eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung,
die jedoch erkennen lässt, dass Grundkenntnisse vorhanden sind und die
Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können, ungenügend (6) - eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung,
bei der selbst die Grundkenntnisse lückenhaft sind. 2Zwischennoten werden nicht
erteilt. (4) 1Die
Leistungen in der mündlich-praktischen Prüfung werden von den
hierfür eingeteilten Mitgliedern des Prüfungsausschusses bewertet.
2Die Bewertenden
entscheiden mit Stimmenmehrheit.
3Bei Stimmengleichheit
setzt das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses die Note für
das Fachgebiet fest und begründet seine Entscheidung schriftlich. § 9 Gesamtergebnis der Prüfung
1Zur Ermittlung des
Gesamtergebnisses der Jägerprüfung wird aus den Notenwerten der
schriftlichen und der mündlich-praktischen Prüfung das arithmetische
Mittel bis auf eine Dezimalstelle ohne Rundung errechnet.
2Die Mittelwerte sind
den Noten wie folgt zugeordnet: 1,0 bis 1,4 der Note sehr gut, 1,5 bis 2,4 der Note gut, 2,5 bis 3,4 der Note befriedigend, 3,5 bis 4,4 der Note ausreichend, 4,5 bis 5,4 der Note mangelhaft, 5,5 bis 6,0 der Note ungenügend. (2) Außer in den in § 5 Abs. 2 und
§ 7 Abs. 2 bezeichneten Fällen ist die Jägerprüfung auch
nicht bestanden, wenn der Mittelwert aus den Notenwerten der schriftlichen und der
mündlich-praktischen Prüfung für das Fachgebiet 1 oder 2 der
Anlage 1 schlechter als 4,4, der Mittelwert aus den Notenwerten der mündlich-praktischen
Prüfung schlechter als 4,4 oder der Mittelwert nach Absatz 1 schlechter
als 4,4 ist. (3) Im Anschluss an die mündlich-praktische Prüfung wird dem
Prüfling das Gesamtergebnis der Jägerprüfung mitgeteilt. § 10 Prüfungsniederschrift
1Über den
Verlauf der Jägerprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen und vom
vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.
2Die Leistungen im
Jagdlichen Schießen sind in einer Schießliste festzuhalten, die
Bestandteil der Niederschrift ist. § 11 Prüfungszeugnis 1Wer die
Jägerprüfung bestanden hat, erhält von der Jagdbehörde ein
Zeugnis. 2Wer die
Jägerprüfung nicht bestanden hat, erhält hierüber einen
Bescheid. § 12 Rücktritt (1) Tritt ein Prüfling ohne Genehmigung von der
Jägerprüfung oder einem Prüfungsabschnitt zurück, so gilt
die Jägerprüfung als nicht bestanden. (2) 1Wird der
Rücktritt genehmigt, so gilt die Jägerprüfung oder der
Prüfungsabschnitt als nicht unternommen.
2Die Genehmigung darf
nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der
Prüfling die Jägerprüfung oder den Prüfungsabschnitt wegen
Krankheit nicht ablegen kann; die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses
kann verlangt werden. § 13 Wiederholung der Prüfung
1Hat ein Prüfling die
Jägerprüfung nicht bestanden, so kann er sie wiederholen.
2Wird die Zulassung zur Wiederholung der Jägerprüfung
innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Bescheides nach § 11 Satz 2
beantragt, so werden auf Verlangen des Prüflings auf die
Wiederholungsprüfung angerechnet die Prüfungsleistungen des Jagdlichen Schießens, wenn die geforderten Leistungen
erbracht wurden, der schriftlichen Prüfung, wenn mindestens die Note
ausreichend erreicht wurde, und der mündlich-praktischen Prüfung, wenn der Mittelwert aus
den Notenwerten mindestens 4,4 beträgt. 3Bei einer weiteren Wiederholung
können nur Leistungen aus einer unmittelbar vorangegangenen Prüfung
angerechnet werden. 4Ist die Prüfung bereits unter
Inanspruchnahme des Satzes 2 einmal wiederholt worden, so ist die
Jägerprüfung insgesamt zu wiederholen. § 14 Täuschung 1Versucht ein
Prüfling, das Ergebnis der Jägerprüfung oder einzelner
Prüfungsabschnitte durch Täuschung zu beeinflussen, so nimmt er
zunächst weiter an der Prüfung teil.
2Über die Folgen
eines Täuschungsversuchs entscheidet der Prüfungsausschuss.
3Je nach Schwere der
Verfehlung kann von Maßnahmen abgesehen, die Wiederholung der
betreffenden Prüfungsleistung angeordnet, die betreffende
Prüfungsleistung mit ungenügend bewertet oder die
Jägerprüfung insgesamt für nicht bestanden erklärt werden.
Die Jägerprüfung gilt als bestanden, wenn die Bachelorprüfung im Rahmen des Studiengangs
Forstwissenschaften und Waldökologie an der Universität
Göttingen, einschließlich einer Prüfung im Fach Jagdtechnik,
oder die Diplom- oder Bachelorprüfung im
Rahmen des Studiengangs Forstwirtschaft an der Fakultät
Ressourcenmanagement der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen,
einschließlich einer Prüfung im Fach Wildbiologie und
Jagdbetriebslehre, bestanden ist und diese Prüfungen die Anforderungen der
§§ 5 und 7 erfüllen. § 16 Eingeschränkte
Jägerprüfung 1Es kann eine
eingeschränkte Jägerprüfung durchgeführt werden.
2Sie dient als
Zulassungsvoraussetzung für die Falknerprüfung.
3Auf sie sind die im
Zusammenhang mit dem Schusswaffengebrauch und den Jagdsignalen stehenden
Vorschriften nicht anzuwenden. 4Die erfolgreich abgelegte
eingeschränkte Jägerprüfung kann nicht durch eine spätere
Zusatzprüfung zur Jägerprüfung erweitert werden. Z w e i t e r T e i l Falknerprüfung § 17 Prüfungskommission 1Für die
Durchführung von Falknerprüfungen wird bei der Landesjägerschaft
eine Prüfungskommission gebildet.
2Die oberste
Jagdbehörde beruft auf Vorschlag der Falknerorganisationen, des
Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft,
Küstenschutz und Naturschutz und der Landesjägerschaft für die
Dauer von fünf Jahren das vorsitzende Mitglied sowie das stellvertretende
vorsitzende Mitglied und die weiteren Mitglieder der Prüfungskommission.
Falknerorganisationen haben das Vorschlagsrecht für die Hälfte der
Mitglieder und der Niedersächsische Landesbetrieb für
Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz und die
Landesjägerschaft für je ein Viertel der Mitglieder.
Prüfungskommission müssen jagdpachtfähig sein. § 18 Prüfungsausschuss 1Die
Falknerprüfung wird von einem Prüfungsausschuss abgenommen.
2Das vorsitzende
Mitglied der Prüfungskommission beruft aus den Mitgliedern der
Prüfungskommission einen oder mehrere Prüfungsausschüsse unter
Berücksichtigung der Vorschlagsanteile nach § 17 Satz 3.
3§ 2 Abs. 1
Sätze 3 und 5 sowie Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend. § 19 Zulassung zur Prüfung
Falknerprüfung ist von der Landesjägerschaft zuzulassen, wer die
Jägerprüfung oder die eingeschränkte Jägerprüfung
bestanden hat. 2Die
Zugelassenen sind spätestens eine Woche vor der Prüfung von der
Landesjägerschaft zu laden. § 20 Gliederung der Prüfung
schriftliche Prüfung und mündlich-praktische Prüfung. (2) 1Die
Falknerprüfung ist nicht öffentlich.
Falknerprüfung dürfen anwesend sein Beauftragte der Obersten Jagdbehörde und vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission zugelassene
Personen, sofern kein Prüfling widerspricht. § 21 Schriftliche Prüfung 1Der
2 genannten Fachgebiete zehn Fragen zu beantworten.
2Die Bearbeitungszeit
3Die Fragen bestimmt das
vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission. § 22 Mündlich-praktische
Prüfung 1Die
mündlich-praktische Prüfung erstreckt sich auf die in der
genannten Fachgebiete. 2Die Prüfung kann als
Gruppenprüfung durchgeführt werden.
3Auf jeden Prüfling
sollen je Fachgebiet etwa zehn Minuten entfallen. § 23 Bewertung der
Prüfungsleistungen, Gesamtergebnis der Prüfung (1)
2Daraus ergeben sich je
Fachgebiet die Noten: sehr gut (1) bei 19 bis 20 Punkten, gut (2) bei 16 bis 18 Punkten, befriedigend (3) bei 13 bis 15 Punkten, ausreichend (4) bei 10 bis 12 Punkten, mangelhaft (5) bei 7 bis 9 Punkten, ungenügend (6) bei 0 bis 6 Punkten. 3§ 8 Abs. 2 bis 4 gilt
entsprechend. (2) Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses gilt § 9 Abs. 1
entsprechend. (3) Die Falknerprüfung ist nicht
bestanden, wenn der Mittelwert aus den Notenwerten der schriftlichen und der
mündlich-praktischen Prüfung für das Fachgebiet 1, 2 oder 3 der
Anlage 2 schlechter als 4,4 oder der Mittelwert nach § 9 Abs. 1 schlechter als 4,4 ist. § 24 Ergänzende Vorschriften
1Hat ein Prüfling die Falknerprüfung nicht
bestanden, so kann er sie wiederholen. 2Prüfungsleistungen
werden auf eine Wiederholungsprüfung nicht angerechnet. 3§
10 Satz 1 und die §§ 11, 12 und 14 gelten für die
Durchführung der Falknerprüfung entsprechend mit der Maßgabe,
dass das Prüfungszeugnis von der Landesjägerschaft ausgestellt
wird. D r i t t e r T e i l Schlussvorschriften § 25 Übergangsregelung Auf eine Jägerprüfung, die vor dem 1. Juli 2012 begonnen hat,
sind die am 30. Juni 2012 geltenden Vorschriften weiterhin anzuwenden. § 26 In-Kraft-Treten (1) Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Jäger- und
Falknerprüfung vom 24.Juni 1994 (Nds.GVBl. S.285), zuletzt geändert
durch Verordnung vom 30.August 2001 (Nds.GVBl. S.601), außer Kraft. Anlage 1 (zu
den §§ 6 und 7) Fachgebiete der
Jägerprüfung Fach-
gebiet Prüfungsgegenstand
1 Dem Jagdrecht unterliegende und andere frei lebende
Tiere - Biologie sowie ökologische Ansprüche, Verhalten
und Bedürfnisse der wichtigsten in der Bundesrepublik Deutschland
vorkommenden wild lebenden Tiere - Grundlagen der Populationsdynamik 2 Jagdwaffen und Fanggeräte - Jagdwaffenkunde - Umgang mit Lang- und Kurzwaffen, blanken Waffen, Optik,
Zielhilfen und sonstigen Jagdgeräten sowie deren Pflege und Verwahrung
- Fanggeräte und Praxis der tierschutzgerechten Fangjagd
- Unfallverhütungsvorschriften 3 Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb - Grundlagen der Wechselbeziehungen des Natur- und
Artenschutzes und des Land- und Waldbaus - Biotopschutz und -gestaltung - Kenntnis der wichtigsten Feldfrüchte, Baum- und
Straucharten - Jagdmethoden, Verhalten auf der Jagd, Jagdeinrichtungen,
Sicherheitsbestimmungen - Kenntnis der Jagdsignale - Jagdschutz, Wild- und Jagdschäden 4 Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten,
Jagdhundewesen, jagdliches Brauchtum - Versorgung und Verwertung des Wildes, Wildbrethygiene - Wildkrankheiten - Grundlagen des Jagdhundewesens, Kenntnis der
Jagdhunderassen - theoretische Sachkunde nach dem Niedersächsischen
Hundegesetz - zeitgemäßes jagdliches Brauchtum - Waidgerechtigkeit 5 Jagdrecht und verwandtes Recht - Bundes- und Landesjagdrecht einschließlich des
zugehörigen Artenschutzrechts - Waffenrecht - Tierschutz-, Tierseuchen- und
Tierkörperbeseitigungsrecht - Recht des Naturschutzes und der Landschaftspflege
einschließlich des zugehörigen Artenschutzrechts - Recht des Waldes und der Landschaftsordnung, insbesondere
Betretensrecht - Rechtsvorschriften für den Umgang mit Hunden Anlage 2(zu
den §§ 21 und 22) Fachgebiete der
Falknerprüfung Fach-
1 Haltung und Pflege von Beizvögeln - Erwerb - Aufzucht - Ernährung -
Unterbringung - Mauser - Gesunderhaltung - Beizvogelkrankheiten
2 Umgang mit Beizvögeln - Lockemachen - Appell - Einjagen -
Flugtraining 3 Greifvogelschutz - Greifvogelkunde - Gefährdung und Gefährdungsursachen - praktische Schutzmaßnahmen - Rechtsgrundlagen der Falknerei, des Greifvogelschutzes
einschließlich der natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen im
Hinblick auf die Beschaffung, die Kennzeichnung und das In-Verkehr-Bringen von
Greifvögeln 4 Beizjagd - Hege und Bejagung von Beizwild - Falknerhunde
- Versorgung des gebeizten Wildes - Brauchtum Recht und Gesetz in Niedersachsen (www.recht-niedersachsen.de)