Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.12.2007&Aktenzeichen=III%20ZR%20172/07
Timestamp: 2020-03-31 11:36:28
Document Index: 171478089

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 615', '§ 615', '§ 812', '§ 615', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 87', '§ 5', '§ 5', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 85', 'BGH', 'BGH', '§ 87', '§ 615', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.12.2007 - III ZR 172/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1835
BGH, 13.12.2007 - III ZR 172/07 (https://dejure.org/2007,1835)
BGH, Entscheidung vom 13.12.2007 - III ZR 172/07 (https://dejure.org/2007,1835)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 2007 - III ZR 172/07 (https://dejure.org/2007,1835)
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BGB §§ 615 Satz 2, 812 Abs. 1 Satz 1
Anspruch eines Heimbewohners gegen den Heimträger auf Erstattung ersparter allgemeiner Verpflegungskosten bei Inanspruchnahme von der gesetzlichen Krankenversicherung finanzierter Sondernahrung; Verpflichtung eines Heimbewohners zur Zahlung des vollen ...
Ersparte Verpflegungskosten
Erstattung ersparter allgemeiner Verpflegungskosten durch Heimträger
BGB § 615 S. 2 § 812 Abs. 1 S. 1
Heimvertrag: Erstattung von Verpflegungskosten
§§ 615 Satz 2, 812 Abs. 1 Satz 1 BGB
Erstattung ersparter Verpflegungskosten bei Sondennahrung [Verpflegungskosten, Sondennahrung, Erstattung ersparter Verpflegungskosten, Heimentgelt, Pauschalvergütung, stationäre Pflegeeinrichtung]
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 13.12.2007, Az.: III ZR 172/07 (Rückerstattungsanspruch bei ersparter Heimverpflegung)" von RA Michael Drasdo, original erschienen in: NJW 2008, 654 - 654.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 13.12.2007, Az.: III ZR 172/07 (Erstattung ersparter Verpflegungskosten bei Sondennahrung)" von RA Robert Roßbruch, original erschienen in: PflR 2008, 216 - 217.
AG Karlsruhe, 25.07.2006 - 3 C 18/06
LG Karlsruhe, 13.04.2007 - 9 S 416/06
NJW 2008, 653
NZM 2008, 181
FamRZ 2008, 604
VersR 2008, 693
Insofern ist die Rechtslage bei Kindergartenverträgen vergleichbar mit der Rechtslage bei Heimverträgen (s. hierzu Senatsurteile vom 5. Juli 2001 - III ZR 310/00, BGHZ 148, 233, 234 ff; vom 22. Januar 2004 - III ZR 68/03, BGHZ 157, 309, 313; vom 4. November 2004 - III ZR 371/03, NJW 2005, 824, 825; vom 27. Oktober 2005 - III ZR 59/05, NJW 2005, 3632, 3633; vom 13. Dezember 2007 - III ZR 172/07, NJW 2008, 653 …und vom 6. Februar 2014 aaO S. 1957 Rn. 20 ff).
Eine heimvertragliche Regelung, in der die Reduzierung des Heimentgelts bei Heimbewohnern mit Sondenernährung auf rund ein Drittel des Verpflegungsanteils des Heimentgelts festgelegt wird, ist angemessen im Sinne von § 87 Satz 2 SGB XI, § 5 Abs. 7 HeimG a.F. und § 5 Abs. 2 WTG NRW (Fortführung von BGH, Urteile vom 22. Januar 2004, III ZR 68/03, BGHZ 157, 309; vom 4. November 2004, III ZR 371/03, NJW 2005, 824 und vom 13. Dezember 2007, III ZR 172/07, NJW 2008, 653).
Die in § 4 Abs. 1 Satz 2 des Heimvertrags in Verbindung mit dem Beschluss des Grundsatzausschusses vom 23. August 2004 geregelte nur teilweise Erstattung des von der früheren Klägerin gezahlten Verpflegungsentgelts steht nicht im Widerspruch zur bisherigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteile vom 22. Januar 2004 - III ZR 68/03, BGHZ 157, 309; vom 4. November 2004 - III ZR 371/03, NJW 2005, 824 und vom 13. Dezember 2007 - III ZR 172/07, NJW 2008, 653).
Andererseits darf eine solche Pauschalierung nicht dazu führen, dass Bewohner, die mit Sondennahrung verpflegt werden müssen, zu einem Solidarausgleich für die Vergütung eines Leistungsbestandteils herangezogen werden, den sie auf Grund ihrer persönlichen Situation nicht in Anspruch nehmen können (…Senat, Urteile vom 4. November 2004 aaO sowie vom 13. Dezember 2007 aaO Rn. 6).
Auch der BGH hat zum alten Recht (HeimG), die Ansicht vertreten dass Heimverträge der AGB-rechtlichen Kontrolle unterliegen, weil der Gesetzgeber auf eine umfassende und abschließende Regelung des Vertrages verzichtet hat (BGH NJW 2002, 507; 2004, 1104, 2005, 824; 2008, 653).
Die Vertragspartner der Beklagten, mit denen sie die Vergütungsvereinbarungen nach §§ 85, 87 SGB XI geschlossen hat, sollen nach der Vorstellung des Gesetzgebers zwar, soweit sie auch für die Heimbewohner verbindlich die von den Heimbewohnern selbst aufzubringenden Unterkunfts- und Verpflegungskosten mit dem jeweiligen Heimträger aushandeln, Sachwalter der Interessen der Heimbewohner sein (vgl. BT-Drs. 12/5262, S. 147, 168), haben vorliegend jedoch ungeachtet der in Fachkreisen allgemein bekannt gewordenen grundlegenden Ausführungen des BGH in seinen - in Juris zu recherchierenden - Entscheidungen vom 22.01.2004 - III ZR 68/03 -, vom 04.11.2004 - III ZR 371/03 - (später fortgeführt im Urteil vom 13.12.2007 - III ZR 172/07 -) eine sog. Quersubventionierung vorgenommen, die dazu führt, dass der Heimbewohner, der ausschließlich über eine Magensonde ernährt wird, durch die Verpflichtung zur Zahlung eines Entgelts für Verpflegung Aufwendungen des Heimträgers im Verpflegungsbereich, etwa Personalkosten, deckt, die nur anderen zugute kommen.
Aus der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Verpflegungsentgelt bei Sondenernährung eines Heimbewohners (Urteil vom 22.1.2004 - III ZR 68/03, in: BGHZ 157, 309 ff.; Versäumnisurteil vom 4.11.2004 - III ZR 371/03, in: NJW 2005, 824 ff.; Urteil vom 13.12.2007 - III ZR 172/07, in: MDR 2008, 439), auf die sich beide Parteien zur Untermauerung ihres jeweiligen Standpunktes berufen, ergibt sich entgegen der Meinung des Klägers kein vollständiges Entfallen des Zahlungsanspruchs des Heimträgers für Verpflegungsleistungen in derartigen Fällen.
OLG Saarbrücken, 27.06.2008 - 5 W 74/08
Heimvertrag: zuständiges Gericht bei einer Entscheidung über die Erstattung …
Durch die getroffenen Vereinbarungen nach § 87 Satz 1 SGB XI ist daher insbesondere ein Rückgriff auf § 615 Satz 2 BGB nicht verschlossen (…vgl. BGH, Urt. v. 04.11.2004 - III ZR 371/03, NJW 2005, 824 (826); BGH, Urt. v. 13.12.2007 - III ZR 172/07, NJW 2008, 653).