Source: https://www.gsavheminfo.de/apotheken
Timestamp: 2020-08-10 05:41:56
Document Index: 318392728

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 17', '§ 21', '§ 21', '§ 43', '§ 11']

Apotheken | GSAV Hämophilie
Neue Aufgaben für Apotheken ab 01. September 2020
Muss ich als Apotheker Hämophilie-Präparate besonders dokumentieren?
Neben Ihrer regulären Dokumentationspflicht haben Sie eine Meldepflicht gegenüber dem verordnenden Arzt. Was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie unter Dokumentation.
Wie werden Notfalldepots organisiert?
Zukünftig dürfen Apotheken mit ärztlichen Einrichtungen, die auf die Behandlung von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie spezialisiert sind, entsprechende Vereinbarungen treffen, um gemeinsam die Notfallversorgung sicherzustellen. Wie Notfalldepots organisiert sind, lesen Sie unter Organisation von Notfalldepots.
Was bedeuten die Veränderungen für Sie als Apothekerin? Wie sehen Sie die Herausforderungen bei der pharmazeutischen Versorgung? Gibt es Indikationen, mit denen die zukünftige Situation vergleichbar ist?
Inhaberin der Witzleben Apotheke 24 und Witzleben Apotheke 26
am Kaiserdamm, Berlin-Charlottenburg
Als Apotheker sind Sie damit vertraut, den Erwerb und die Abgabe aller verschreibungspflichtigen Medikamenten zu dokumentieren. Die Dokumentationspflicht verlangt, folgende Angaben zu dokumentieren und 30 Jahre aufzubewahren:
die Chargenbezeichnung und die Menge des Arzneimittels
das Datum des Erwerbs und der Abgabe
Name und Anschrift des verschreibenden Arztes sowie Name oder Firma und Anschrift des Lieferanten
Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse des Patienten
oder, bei der für die Arztpraxis bestimmten Abgabe: der Name und die Anschrift des verschreibenden Arztes
Die Dokumentationspflicht unterliegt dem Transfusionsgesetz.
Meldepflicht nach § 17 Abs. 6a ApBetrO
Durch eine Änderung des § 17 Abs. 6a Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) wird eine neue Meldepflicht der Apotheken eingeführt – ähnlich der Meldepflicht für Betäubungsmittel (BTM) an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Vertreiben Sie Arzneimittel zur spezifischen Therapie von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie, müssen Sie zusätzlich zur regulären Dokumentation nach der Abgabe solcher Medikamente an Patienten folgende Angaben – elektronisch oder schriftlich –an den verschreibenden Arzt melden:
Menge + Chargenbezeichnung,
Versorgungsdatum,
Name, Vorname, Geburtsdatum und Wohnort des Patienten.
Der Verordner muss die von der Apotheke gemeldeten Daten an den dauerhaft behandelnden Hämophilie-Arzt weiterleiten, damit dieser anschließend die Meldung an das Deutsche Hämophilieregister (DHR) gemäß § 21 des Transfusionsgesetzes (TFG) übernehmen kann.
Gut zu wissen: Deutsches Hämophilieregister (dhr)
Das 2009 gegründete nationale, klinische Register mit Sitz im Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfasst therapierelevante Daten von Patientinnen und Patienten mit Blutgerinnungsstörungen. Im DHR werden medizinische Daten von Patienten mit Hämophilie A, Hämophilie B, von-Willebrand-Syndrom oder anderen Gerinnungsfaktormangel-Erkrankungen registriert und langfristig dokumentiert.
Um der gesetzlichen Verpflichtung der Meldung über die Anwendung von Blutprodukten nach § 21 Transfusionsgesetz (TFG) nachzukommen, ist das DHR so konzipiert, dass die Angaben zur Anzahl von Hämophilie-Patienten in Deutschland und deren Verbrauch von Gerinnungspräparaten im Jahresrhythmus ausgewertet werden können.
Das DHR erfasst darüber hinaus Daten zu Hämophilie-Therapien und ermöglicht somit deren langfristige klinische Erforschung. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts.
Arzneimittel zur spezifischen Therapie von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie müssen mindestens bis zur Abgabe durchgängig gekühlt werden. Weitere Details entnehmen Sie bitte der jeweiligen Fachinformation zum Präparat.
Organisation von Notfalldepots
Patienten mit Gerinnungsstörungen benötigen neben ihrer planbaren Prophylaxe-Behandlung auch Medikamente für Notfälle, z. B. bei einem Unfall. Diese Vorräte müssen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche verfügbar sein. Bisher liegt die Verantwortung zur Organisation der Notfalldepots für Hämophilie-Präparate bei den behandelnden Ärzten bzw. den ärztlichen Einrichtungen zur Hämophilie-Behandlung.
Zukünftig dürfen an der Notfallversorgung teilnehmende Apotheken gemeinsam mit ärztlichen Einrichtungen, die auf die Behandlung von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie spezialisiert sind, die Bevorratung nach § 43 Absatz 3a AMG organisieren. Diese Vorräte für den unvorhersehbaren und dringenden Bedarf (Notfallvorrat) dürfen laut GSAV auch in den Räumlichkeiten des Zentrums oder der Praxis bereitgehalten werden. Um dies zu ermöglichen, wurde im § 11 Absatz 2a des Apothekengesetzes (ApoG) eine Ausnahmeregelung verankert, die Apotheken und entsprechenden ärztlichen Einrichtungen erlaubt, diesbezüglich Absprachen und Vereinbarungen miteinander zu treffen.
Hämophilie & Notfall – was tun?
Gut vorbereitet für den Fall der Fälle, sind Sie entspannter unterwegs! Checklisten und praxisbewährte Tipps helfen, bei einem Blutungsereignis souverän zu handeln und so Komplikationen vorzubeugen. Hier geht es zum Download der Broschüre.
Urlaub & Reisen: Was muss in die Reiseapotheke?
Egal ob Kurztrip oder Sommerurlaub: Eine Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Hier finden Sie wertvolle Tipps, eine praktische Checkliste sowie wichtige Informationen zu Schmerzmitteln und Hämophilie.
Praktische Fragen & Antworten
Die Neuerungen einfach erklärt
Versorgung über die Apotheke
Hämophilie & Notfall