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Timestamp: 2018-02-18 00:56:02
Document Index: 282198711

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 7', '§ 8']

Luftdichtheitsmessung » Fahrstuhlschächte
#1 | Fahrstuhlschächte 06.07.2007 07:20
Wie müssen Fahrstuhlschächte bei der Luftdichtheitsmessung behandelt werden.
Abdichten oder nicht?
#2 | Re: Fahrstuhlschächte 09.07.2007 16:29
Wenn man einen Nachweis nach EnEV erbringen muss, dann gibt es hierzu mittlerweile zwei Fachmeinungen.
Der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen führt in seiner Checkliste für EnEV-Schlussmessung (Stand Dezember 2004) auf, dass die "Fahrschachtbelüftung von Aufzügen keine Maßnahmen" erfordert.
Seit Frühjahr 2007 vertritt die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz die Auffassung, dass "nicht verschließbare Öffnungen abgedichtet werden dürfen". Dies wird allerdings im Zusammenhang mit "geplanten Öffnungen, die aufgrund anderer Rechtsbereiche (Sicherheit, Brandschutz) notwendig sind (z.B. Rauchabzugsöffnung bei Aufzugsschächten)" genannt.
Weitere Informationen erhält man unter http://www.flib.de/publikationen_sonder.html und http://www.dibt.de/de/data/EnEG_Staffel8.pdf
#3 | Re[2]: Fahrstuhlschächte 18.07.2007 07:31
Ok, es gibt zwei Fachmeinungen.
Welche soll ich denn meinem Auftraggeber gegenüber vertreten?
Bisher habe ich die Empfehlungen des FLiB weitergegeben,
da ich der Meinung bin, dass wir alle auf der gleichen Basis unsere
Messungen durchführen sollten, denn nur dann sind unsere Mess-
ergebnisse vergleichbar.
Machen wir uns als Messteams nicht unglaubwürdig, wenn wir
je nach Auftraggeber unser Gebäude vorbereiten. Oder je
nach Anhängerschaft der einen oder dem anderen Empfehlung folgen?
#4 | Re[3]: Fahrstuhlschächte 19.07.2007 08:02
Da stimme ich zu, dass die Glaubwürdigkeit leidet.
Bisher finde ich persönlich die Überlegungen und Ausarbeitungen des FLiBs konzeptionell am besten geeignet, auch im Hinblick auf konstante Aussagen, eine ordentliche Messung durchzuführen.
#5 | Re[4]: Fahrstuhlschächte 20.07.2007 07:00
Staubwedel ( Gast )
"Um im Vollzug der EnEV eine möglichst einheitliche Anwendung der Energieeinsparverordnung zu ermöglichen, hat die Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz Arbeitsgruppe eingerichtet, die die in den Ländern eingehenden Anfragen von allgemeinem Interesse beantworten soll. Die Entwürfe der Arbeitsgruppe werden dann in den Sitzungen der Fachkommission beraten. Die Arbeitsgruppe wurde unter Beteiligung von Vertretern des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen, der Obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder Nordrhein-Westfalens und Baden-Württembergs sowie des DIBt eingerichtet."
So lautet jeweils die Einleitung der "Auslegungsstaffeln".
Die in der EnEV offen gebliebene Frage, welches der in DIN 13829 definierten Verfahren (A oder B) bei einem Dichtheitsnachweis nach EnEV anzuwenden ist, ist ein gutes Beispiel für Auslegungsbedarf.
Bisher zum Thema Luftdichtheit herausgebrachte Auslegungen habe ich unter http://www.luftdicht.de/auslegung-der-enev.htm zusammengetragen.
Welchen rechtlichen Charakter haben die Auslegungen, die diese Fachkommission herausgibt?
Normalerweise werden solche Auslegungen doch von Gerichten im Einzelfall vorgenommen!
Ich habe RA Herrn Köpcke gebeten, dazu mal etwas zu sagen.
#6 | Re[5]: Fahrstuhlschächte 02.08.2007 15:15
Um nicht immer die Gerichte zu beschäftigen...
Ist es nicht sinnvoll die erste Messung nach der FLiB-Checkliste durchzuführen. Der erreichte Luftwechsel kann dann mit den Anforderungen verglichen werden.
Kommt es zu Diskussionen, klebt man die kritischen Punkte (hier den Fahrstuhlschacht) ab und macht eine zweite Messung. Man hat dann zusätzlich auch noch Zahlen in der Hand, mit der eine Verbesserungsmaßnahme begründet werden kann.
Ist das nicht ein gangbarer Weg für alle Beteiligten?
#7 | Re: Fahrstuhlschächte 18.08.2007 11:53
Rolfsmeier>Wie müssen Fahrstuhlschächte bei der Luftdichtheitsmessung behandelt werden.
Rolfsmeier>Abdichten oder nicht?
Die Antwort muss einfach lauten: Vorhandene Entrauchungsöffnungen müssen für eine Messung nach EnEV geschlossen bzw. abgedichtet werden.
Die FLiB-Checkliste ist in diesem Punkt nicht konform zur EnEV und den bestehenden Auslegungen von offizieller Seite.
Wenn andere Aufgabenstellungen vorliegen, z.B. die Frage "Wieviel Energie geht über Entrauchungsöffnungen verloren?", kann man selbstverständlich die Wirkung der Entrauchungsöffnungen untersuchen und dokumentieren.
Insofern halte ich den von Frau Rolfmeier vorgeschlagenen Weg für gangbar.
#8 | Re[2]: Fahrstuhlschächte 20.08.2007 15:50
Ich bin mir da nicht so sicher, dass "die Antwort einfach lauten muss: Vorhandene Entrauchungsöffnungen müssen für eine Messung nach EnEV geschlossen bzw. abgedichtet werden".
Die Fachkommission bemüht sich Antworten auf Auslegungsfragen zu finden. Welche/n Rechtsverbindlichkeit/Rechtsstatus haben diese Antworten? Es sind keine Gesetze, keine Verordnungen...?
Zwischen der 7. und 8. Staffel gab es auch gerade in diesem Punkt der "nicht verschließbaren Öffnungen" eine Änderung. Anfangs durften sie nicht abgedichtet werden, nun dürfen sie abgedichtet werden. Dürfen bedeutet wohl auch nicht gleichzeitig "müssen".
Ich würde es begrüßen, wenn sich dazu mal ein Jurist äußern würde.
#9 | Re[3]: Fahrstuhlschächte 02.09.2007 12:01
Die Staffel 8 ist bezüglich des hier diskutierten Punktes eine
überarbeitete Neufassung. Sie "ersetzt die erste Fassung, veröffentlicht in der 7. Staffel der Auslegungen". Es handelt sich also um eine Korrektur. Eine Korrektur steht grundsätzlich in einem gewissen Widerspruch zur Originalfassung!
>>"Geplante Undichtigkeiten", die aufgrund anderer Rechtsvorschriften (z. B. Landesbauordnungen) für den bestimmungsgemäßen Betrieb des Gebäudes eingebaut werden müssen und der dort vorgesehenen Größe entsprechen, werden von dieser Dichtheitsanforderung (der EnEV) nicht erfasst.<<
ist doch eindeutig ausgedrückt, was die Fachkommossion meint!
Die Frage nach der Rechtsverbindlichkeit der Auslegungen wäre noch zu klären.
#10 | Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 04.09.2007 10:46
Die Auslegungen beginnen jeweils mit folgender Einleitung:
>>Der Bund hat auf Grund des § 1 Abs. 2, des § 2 Abs. 2 und 3, des § 3 Abs. 2, der §§ 4 bis 6, des § 7 Abs. 3 bis 5 und des § 8 des Energieeinsparungsgesetzes vom 22. Juli 1976 (BGBl. I S. 1873) die
"Verordnung über energieeinsparenden Wärmeschutz und energieeinsparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung – EnEV)" erlassen (BGBl. I 2001, S. 3085 ff). Die Energieeinsparverordnung ist am 01.02.2002 in Kraft getreten.
Um im Vollzug eine möglichst einheitliche Anwendung der Energieeinsparverordnung zu ermöglichen, hat die Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die die in den Ländern eingehenden Anfragen mit allgemeinem Interesse beantworten soll. Die Entwürfe der Arbeitsgruppe werden dann in den Sitzungen der Fachkommission beraten.
Die nachfolgend abgedruckten Anfragen und deren Antworten ... wurden beschlossen....<<
Die Anwendung der Energieeinsparverordnung ist Ländersache. Da eine Fachkommission der Bauministerkonferenz, also eine Ländereinrichtung, die Auslegungen herausgibt, muss man davon ausgehen, dass die Auslegungen die Sicht der Länder wiedergeben.
Daher habe ich weiter oben ausgeführt, "die Antwort kann nur so und so lauten".
Die Ausführungen beziehen sich nur auf eine Messung nach EnEV (DIN 13829, Verfahren B)
#11 | Re: Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 20.09.2007 13:11
Ich habe beim zuständige Ministerium in Niedersachsen angefragt, welchen rechtlichen Charakter die Auslegungen zur Energieeinsparverordnung, die die Fachkommission Bautechnik beschließt, eigentlich haben.
Die Antwort kann hier nachgelesen werden:
#12 | Re[2]: Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 29.09.2007 14:32
in dem Beitrag http://flib.communityhost.de/thread/?thread__mid=480410082
definieren Sie die Verfahren A und B richtig.
Nachdem nun die Fachkommission das Verfahren B als anzuwendendes Verfahren bei einem Nachweis nach EnEV vorgegeben hat, verstehe ich Ihre Ausführungen bei dem vorliegenden Thema nicht.
Mir kommt es manchmal so vor als ob beim FLiB eine Mischung aus Wunschdenken, Besserwissenwollen, Fehler-aus-der-Vergangenheit-nicht-zugeben-können vorherrscht.
An einer sachlichen Diskussion scheint kein Interesse zu bestehen. Ich würde mir als FLiB-Mitglied eine solche Bevormundung und Gängelung nicht gefallen lassen.
Das war übrigens auch der Grund für meinen Austritt. Ich empfehle Ihnen, diesen Betrag oder das ganze Thema zu löschen. Dann können Sie unverändert weitermachen. Bitte löschen Sie in dem Fall dann auch meine Benutzereintragungen "Staubwedel" und "Herbert Trauernicht".
Ich werde im Forum www.luftdicht-forum.de weiter über interessante Dinge vom FLiB berichten. Dafür gibt es das eigens dafür angelegte Unterforum "Nachrichten aus einschlägigen Fachverbänden, Fachgruppen usw."
( http://www.luftdicht-forum.de/forumdisplay.php?f=31 )
#13 | Re[3]: Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 08.10.2007 13:06
Der FLiB schlägt in einem Schreiben vom 12.12.2006 an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vor, den (damaligen) EnEV-Entwurf so zu ändern, dass zukünftig Verfahren A (Gebäude im Nutzungszustand) anzuwenden ist.
Quelle: FLiB Newsletter 1 / Januar 2007
Liegt dazu eigentlich eine Antwort vor?
#14 | Re[3]: Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 08.10.2007 18:07
ich würde mir persönlich auch mehr Klarheit in Einzelfragen wünschen. Dass dieses leidige Thema Verfahren A, B oder A/B so hoch gekocht wurde ist bedauerlich. Im Moment ist der Zustand unbefriedigend: Unterschiedliche Vorbereitungen bei gleichem Anforderungsniveau (EnEV, DIN 4108-7) sind in der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln.
Meine Beiträge geben nur den Sachstand wieder. Hinsichtlich ihrem Hinweis "Besserwisserei etc." kann ich nur aus dem mir bekannten kleinen Bereich als FLiB-Mitglied "Bearbeitung der EnEV-Checkliste" mitteilen, dass die beteiligten Personen sehr viel inhaltlich diskutiert und abgewogen haben. Die haben es sich alles andere als leicht gemacht.
Das Thema ist meines Erachtens noch nicht abschließend behandelt und bedarf einfach der weiteren Diskussion. Dafür ist wohl ein Forum da. Lassen Sie es uns gemeinsam angehen und darauf hoffen, dass sich mehr Personen daran beteiligen und neue Gedanken die Diskussion beflügeln.
#15 | Re[4]: Auslegungen der von der Fachkommission "Bautechnik" der Bauministerkonferenz eingerichteten Arbeitsgruppe 09.10.2007 05:53
"das leidige Thema Verfahren A/B" - das sind auch die Worte von Herrn Bolender , die ich nicht einordnen kann. Wieso ist das ein leidiges Thema?!
Es ist für die Dienstleister, die sich mit dem FLiB eine Lobby geschaffen haben, ein existentielles Thema und damit kein "leidiges". In dem genannten Brief werden Zahlen genannt, wie stark Luftdichtheitsmessungen unterschiedlich ausfallen können, je nachdem was ich abdichten darf.
Es geht bei dem hier diskutierten Thema meines Erachtens nicht darum, was ich aus energetischer Sicht für sinnvoll halte, sondern darum herauszufinden, was der Verordungsgeber will. Dazu fehlt es nicht an klaren Aussagen. Wenn die Diskussionen in dem Ausschuss zur EnEV-Checkliste sehr schwierig waren, dann liegt es vermutlich daran, dass hier in dem beschriebenen Sinne Wunsch und Wirklichkeit nicht unterschieden wurden.
Den Verordnungsgeber zu vernünftigen Vorgaben zu bewegen, steht auf einem anderen Blatt. Dazu hätte der erwähnte Brief dienen können. der aber vielleicht zu spät kam? Leider ist die Antwort nicht bekannt. Warum eigentlich?