Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Verguetung_Praktikanten_LAG-Ba-Wue_5Sa45-07.html
Timestamp: 2017-08-21 00:56:00
Document Index: 14347979

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 612', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 612', '§ 138', '§ 612', '§ 97', '§ 72']

Schlag­worte: Praktikum, Lohnwucher
Akten­zeichen: 5 Sa 45/07
Ent­scheid­ungs­datum: 08.02.2008
Leit­sätze: Steht der Aus­bil­dungs­zweck in ei­nem sechs­mo­na­ti­gen so ge­nann­ten Prak­ti­kan­ten­verhält­nis nicht im Vor­der­grund, das heißt über­wiegt der Aus­bil­dungs­zweck nicht deut­lich die für den Be­trieb er­brach­ten Leis­tun­gen und Ar­beits­er­geb­nis­se, ist ei­ne Vergütung von 375,00 € mo­nat­lich sit­ten­wid­rig.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 22.03.2007, Aktenzeichen 35 Ca 9620/06
35 Ca 9620/06
durch die Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt Dr. Adam,
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Häfe­le
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 08.02.2008
1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Stutt­gart vom 22.03.2007 - Ak­ten­zei­chen 35 Ca 9620/06 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über Vergütungs­ansprüche der Kläge­rin aus be­en­de­tem Ver­trags­ver-hält­nis.
Die am 00.00.1980 ge­bo­re­ne Kläge­rin be­en­de­te im Jahr 2005 ihr Stu­di­um mit dem Ab­schluss Di­plom­in­ge­nieur (FH) für In­nen­ar­chi­tek­tur.
Bei der Be­klag­ten han­delt es sich um ei­nen Fach­ver­lag für A., I. und D.; zum Ver­lags­pro­gramm gehören Fachbücher und Zeit­schrif­ten.
Am 25.11.2005 schlos­sen die Par­tei­en ei­nen schrift­li­chen Ver­trag fol­gen­den In­halts:
Prak­ti­kan­ten­ver­trag
1. Die V. K. GmbH stellt für die Zeit vom 01.12.2005 bis 31.05.2006 ei­nen Prak­ti­kums-platz zur Verfügung.
2. Die Be­treu­ung der Prak­ti­kan­tin er­folgt durch die Mit­ar­bei­ter der V. K. GmbH.
3. Der Prak­ti­kan­tin wer­den all­ge­mei­ne Auf­ga­ben aus dem Be­reich der V. K. GmbH über­tra­gen.
4. Die Vergütung für die­sen Zeit­raum beträgt pro vol­lem Mo­nat brut­to 375,00 €.
5. Die tägli­che Beschäfti­gungs­zeit ent­spricht der be­triebsübli­chen Ar­beits­zeit.
6. Das Prak­ti­kum en­det am 31.05.2006, oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf.
Die Be­klag­te stell­te der Kläge­rin die Möglich­keit in Aus­sicht, nach Ab­sol­vie­ren ei­nes Prak­ti-kums in ein fes­tes Ar­beits­verhält­nis über­nom­men zu wer­den.
Die Kläge­rin hat­te während ih­res Stu­di­ums für den AS­tA Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen ad­mi­nis­tra­tiv und exe­ku­tiv be­treut. Ih­re Di­plom­ar­beit hat­te das The­ma „Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Bau-bran­che“. Die Kläge­rin war bei der Be­klag­ten da­her ab­spra­che­gemäß aus­sch­ließlich in der Ab­tei­lung GKT (G. für K.-T. in A. und B.) tätig. Die GKT ist im Be­reich Ver­an­stal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on/Event­ma­nage­ment tätig und rich­tet Ver­an­stal­tun­gen wie A.prei­se, Work­shops, Kon­gres­se, Kon­fe­ren­zen und Road­shows aus. Die GKT als Fach­ab­tei­lung der AIT, ei­ner Fach­zeit­schrift für A., nimmt für die­se ei­ne spe­zi­el­le Mar­ke­ting­funk­ti­on zur Bin­dung der An­zei­gen­kun­den wahr. Die GKT un­terhält je­weils ein Büro in S. und in H. un­ter der Lei­tung des Herrn D., der zu­gleich Lei­ter der Re­dak­ti­on ist. In S. sind zwei Pro­jekt­lei­ter, Herr B. und Frau B., beschäftigt; es wa­ren während des hier streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raums ins­ge­samt drei Prak­ti­kan­ten tätig. Für ein­zel­ne Ver­an­stal­tun­gen wer­den - falls er­for­der­lich - St­un­den­kräfte zu­ge­bucht.
We­gen der ein­zel­nen Pro­jek­te und der in de­ren Rah­men er­brach­ten Tätig­kei­ten wird auf den Tätig­keits­nach­weis in An­la­ge BK 1, Bl. 44 der Ak­te 2. In­stanz Be­zug ge­nom­men. Die Be­klag-
te zahl­te an die Kläge­rin im Zeit­raum 01.12.2005 bis 31.05.2006 ins­ge­samt 2.044,35 € brut­to.
Vor dem 01.11.2005 war die Kläge­rin ar­beit­su­chend ge­mel­det und er­hielt durch­ge­hend und über den 31.05.2006 hin­aus Leis­tun­gen zur Si­che­rung des Le­bens­un­ter­hal­tes nach dem SGB II. Das An­ge­bot der Be­klag­ten ge­gen En­de des Prak­ti­kums, da­nach in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Brut­to­mo­nats­ge­halt von 2.000,00 € für sie tätig zu wer­den, lehn­te die Kläge­rin ab.
Die Kläge­rin hat mit der am 09.10.2006 er­ho­be­nen Kla­ge an­ge­mes­se­ne Vergütung ge­for­dert. Sie sei nicht als ein­fa­che Prak­ti­kan­tin tätig ge­wor­den, son­dern ha­be in den ein­zel­nen Pro­jek­ten als nor­ma­le Ar­beits­kraft der je­wei­li­gen Pro­jekt­lei­tung zu­ge­ar­bei­tet. Ab­ge­se­hen von der kon­kre­ten Ent­schei­dungs­be­fug­nis und der fi­nan­zi­el­len und kon­zep­tio­nel­len Ver­ant­wor­tung ha­be sie die glei­chen Ar­bei­ten wie die Pro­jekt­lei­tung selbst aus­geübt. Über die not­wen­di­gen fach­spe­zi­fi­schen Kennt­nis­se aus dem A.- und I.be­reich ha­be sie be­reits verfügt. Der A.preis F. (Far­be, Struk­tur, Oberfläche) et­wa sei An­fang Ju­ni 2006 nach ei­nem Jahr Vor­be­rei­tungs­ar­beit durch­geführt wor­den und die Kläge­rin sei ge­ra­de für die zwei­te in­ten­si­ve Pha­se, das kon­kre­te Ab­ar­bei­ten der Mas­sen­ar­bei­ten und die zeit­in­ten­si­ve Or­ga­ni­sa­ti­ons­um­set­zung ein­ge­setzt wor­den. Die im so­ge­nann­ten Prak­ti­kan­ten­ver­trag ver­ein­bar­te Vergütung sei sit­ten­wid­rig; als an­ge­mes­sen sei das für die Zeit da­nach an­ge­bo­te­ne Ent­gelt von 2.000,00 € mit ei­nem Ab­schlag von 250,00 € we­gen im Prak­ti­kum nicht be­ste­hen­der Ent­schei­dungs­be-fug­nis­se und Pro­jekt­ver­ant­wor­tung an­zu­set­zen, al­so 1.750,00 € mo­nat­lich.
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin 8.455,65 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit der Kla­ge zu zah­len.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ein wohl­wol­lend for­mu­lier­tes, qua­li­fi­zier­tes Ar­beits­zeug­nis zu er­tei­len.
Die Be­klag­te hat Klag­an­trag Ziff. 2 an­er­kannt. Hin­sicht­lich Klag­an­trag Ziff. 1 hat die Be­klag­te be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
Die Be­klag­te hat ein­ge­wen­det, dass im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum der Ver­trags­durch-führung der Aus­bil­dungs­zweck und nicht die ent­gelt­li­che Ge­gen­leis­tung im Vor­der­grund ge-stan­den ha­be. Nach Ab­schluss ih­res Stu­di­ums hätten der Kläge­rin sämt­li­che Kennt­nis­se in den wich­tigs­ten Be­rei­chen des Ver­lags­we­sens ge­fehlt, die - zu­min­dest oberflächlich - ge­ra­de im Rah­men von Be­rufs­prak­ti­ka ver­mit­telt würden. Man ha­be der Kläge­rin in in­ter­es­san­ten Pro­jek­ten ei­ne Einführung in das ge­sam­te Ge­biet der Ab­tei­lung ge­ge­ben, in der sie tätig war. Die Höhe der Vergütung sei für Prak­ti­ka nicht unüblich und ha­be der Hin­zu­ver­dienst­gren­ze im Rah­men des Leis­tungs­be­zu­ges nach dem SGB II ent­spro­chen. Die For­de­rung der Kläge­rin sei ver­wirkt, da sie fünf Mo­na­te nach Be­en­di­gung des Prak­ti­kums erst ge­klagt ha­be.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge im über­wie­gen­den Um­fang statt­ge­ge­ben und der Kläge­rin ei­ne Vergütung in Höhe von 7.090,65 € brut­to zu­ge­spro­chen. Im übri­gen hat das Ar­beits­ge-richt die Kla­ge als un­be­gründet ab­ge­wie­sen. Die Kläge­rin sei - un­be­scha­det der Be­zeich-
nung im Ver­trag - als Ar­beit­neh­me­rin und nicht als Prak­ti­kan­tin tätig ge­we­sen. Ih­re Ar­beits­leis­tung ha­be im Vor­der­grund ge­stan­den und nicht die Ver­mitt­lung be­stimm­ter Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten, da sie im ge­sam­ten Zeit­raum aus­sch­ließlich der Ab­tei­lung GKT zu­ge­wie­sen ge­we­sen sei. Die sons­ti­gen, bei der Be­klag­ten im Ver­lags­we­sen zu ver­mit­teln­den vielfälti­gen fach­spe­zi­fi­schen Auf­ga­ben hin­ge­gen sei­en nicht In­halt des Ver­trags­verhält­nis­ses ge­we­sen. Die im Prak­ti­kan­ten­ver­trag ge­trof­fe­ne Vergütungs­re­ge­lung erfülle den Tat­be­stand des Lohn­wu­chers im Sin­ne des § 138 Abs. 2 BGB und sei des­halb nich­tig: Bei der ge­schul­de­ten Ar­beits­zeit von 152,25 St­un­den be­tra­ge der St­un­den­lohn 2,46 € brut­to. Der Lohn­wu­cher führe zur Ge­samt­nich­tig­keit des Ver­tra­ges, die aber nicht zurück­wir­ke - der Wu­cher­lohn sei durch die übli­che Vergütung im Sin­ne des § 612 Abs. 2 BGB zu er­set­zen. Da­bei sei von dem Maßstab aus­zu­ge­hen, nach dem die Be­klag­te die stun­den­wei­se zu­ge­buch­ten Kräfte bei Abend­ver­an­stal­tun­gen, et­wa Hos­tes­sen, be­zah­le, da die Tätig­keit der Kläge­rin als zu­min­dest gleich­wer­tig an­zu­se­hen sei. Es sei da­her ein St­un­den­satz von 10,00 € brut­to an­zu­set­zen. Da­mit ste­he der Kläge­rin für die 35-St­un­den-Wo­che ei­ne Vergütung von 1.522,50 € brut­to mo­nat­lich zu; auf den Ge­samt­be­trag von 9.135,00 € müsse sie sich be­reits aus­be­zahl­te 2.044,35 € brut­to an­rech­nen las­sen. Die Rück­ab­wick­lung hin­sicht­lich der be­zo­ge­nen Leis­tun­gen nach dem SGB II fin­de zwi­schen dem Grund­si­che­rungs­träger und der Kläge­rin statt und sei nicht in Ab­zug zu brin­gen. Die For­de­rung sei auch nicht ver­wirkt, da we­der für die Ver­wirk­li­chung des Zeit- noch des Um­stands­mo­ments An­halts­punk­te er­sicht­lich sei­en. Zur Er­tei­lung des Zeug­nis­ses hat das Ar­beits­ge­richt die Be­klag­te durch An­er­kennt­nis­ur­teil ver­pflich­tet.
Ge­gen die­ses Ur­teil vom 22.03.2007, der Be­klag­ten zu­ge­stellt am 19.06.2007, rich­tet sich ih-re am 19.06.2007 ein­ge­leg­te und nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist am 17.09.2006 aus­geführ­te Be­ru­fung.
Die Be­klag­te hat gerügt, das Ar­beits­ge­richt ha­be den zu den von der Kläge­rin ver­rich­te­ten Tätig­kei­ten ge­leis­te­ten, weit­ge­hend un­strei­ti­gen Sach­vor­trag ein­sei­tig und oh­ne hin­rei­chen­den Pra­xis­be­zug be­wer­tet. Die Kläge­rin ha­be oh­ne je­de kon­zep­tio­nel­le und fi­nan­zi­el­le Ver-ant­wor­tung ge­ar­bei­tet und aus­sch­ließlich un­ter der fach­li­chen An­lei­tung des je­weils Pro­jekt-ver­ant­wort­li­chen, die/der die Ar­beits­er­geb­nis­se ge­prüft, be­wer­tet, den um­setz­ba­ren Teil her-aus­ge­fil­tert, so­dann ver­vollständigt und um­ge­setzt ha­be. Das vom Ar­beits­ge­richt mo­nier­te Feh­len ei­nes Prak­ti­kums­pla­nes sei nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung unschädlich, ein Prak­ti­kum sei ge­ra­de nicht durch sys­te­ma­ti­sche Be­rufs­aus­bil­dung ge­kenn­zeich­net. Die Be­schränkung auf ei­nen Un­ter­neh­mens­teil sei viel­mehr Usus und die Kläge­rin sei den­noch nicht - wie ein nor­ma­ler Ar­beit­neh­mer im ers­ten Beschäfti­gungs­jahr - nur in ei­nem eng ein­ge­grenz­ten Be­reich beschäftigt wor­den. Das Ar­beits­ge­richt ha­be fälsch­lich der Be­klag­ten die Be­weis­last für den im Vor­der­grund ste­hen­den Aus­bil­dungs­zweck auf­er­legt und nicht der Kläge­rin für den Schwer­punkt als Ar­beits­verhält­nis. Die feh­len­de fach­li­che Eig­nung der Klä-ge­rin für ei­ne Tätig­keit als Pro­jekt­lei­te­rin sei stets sub­stan­ti­iert be­strit­ten wor­den. Das Ar­beits­ge­richt ha­be bei sei­nen Be­wer­tun­gen auch nicht dem Um­stand Rech­nung ge­tra­gen, dass es zwi­schen­zeit­lich üblich sei, an Ex­ami­na ein Prak­ti­kum an­zu­sch­ließen, zu ei­nem ho­hen Pro­zent­satz so­gar oh­ne je­de Be­zah­lung. Die Be­wer­bungs­chan­cen erhöhten sich da­durch er­heb­lich, ins­be­son­de­re bei ei­nem fach­frem­den Prak­ti­kum, wie es vor­lie­gend der Fall ge­we­sen sei. Die An­nah­me der Sit­ten­wid­rig­keit der Vergütungs­ab­re­de sei un­zu­tref­fend, da ent­ge­gen den Fest­stel­lun­gen des Ar­beits­ge­richts kei­ne Zwangs­la­ge der Kläge­rin vor­ge­le­gen ha­be.
Un­ter Auf­he­bung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Stutt­gart vom 22.03.2007, 35 Ca 9620/06, wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
Die Kläge­rin hat das erst­in­stanz­li­che Ur­teil im We­sent­li­chen ver­tei­digt und auf ihr bis­he­ri­ges Vor­brin­gen Be­zug ge­nom­men. Auf die man­geln­de Ent­schei­dungs­be­fug­nis der Kläge­rin kom­me es nicht an, da de­ren Vor­han­den­sein nicht das Ar­beits­verhält­nis von ei­nem Prak­ti­kum ab­gren­ze und un­abhängig da­von kei­ne Aus­bil­dung, son­dern die prak­tisch zu leis­ten­de Ar­beit ei­ner Sach­be­ar­bei­te­rin/Se­kretärin ein­deu­tig im Vor­der­grund ge­stan­den ha­be.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des und des sons­ti­gen Vor­brin­gens der Par­tei­en wird gem. §§ 64 Abs. 6 ArbGG, 313 Abs. 2 Satz 2 ZPO auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen und auf das Pro­to­koll der Be­ru­fungs­ver­hand­lung vom 08.02.2008 Be­zug ge­nom­men.
Die gem. § 64 Abs. 2b ArbGG statt­haf­te, form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te Be­ru­fung der Be-klag­ten ist auch im übri­gen zulässig (§§ 64 Abs. 6 ArbGG, 519, 520 ZPO). So­weit das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen hat, ist das Ur­teil in Rechts­kraft er­wach­sen.
Die Be­ru­fung kann je­doch in der Sa­che kei­nen Er­folg ha­ben. Das Ar­beits­ge­richt hat mit zu-tref­fen­der Be­gründung an­ge­nom­men, dass die Kläge­rin im Zeit­raum vom 01.12.2005 bis 31.05.2006 bei der Be­klag­ten als Ar­beit­neh­me­rin tätig war und nicht als Prak­ti­kan­tin und dass die ver­ein­bar­te und ge­leis­te­te Vergütung von 375,00 € brut­to mo­nat­lich lohn­wu­che­risch und die Ab­re­de da­mit nich­tig ist. Die durch das Ar­beits­ge­richt im Sin­ne des § 612 Abs. 2 BGB er­mit­tel­te übli­che Vergütung von 1.522,50 € brut­to steht der Kläge­rin auch nach Auf­fas­sung des Be­ru­fungs­ge­richts zu.
Mit zu­tref­fen­der Be­gründung hat das Ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men, dass die Kläge­rin ent­ge­gen der Be­zeich­nung in der schrift­li­chen Ver­trags­ur­kun­de vom 25.11.2005 nicht als Prak­ti­kan­tin, son­dern als Ar­beit­neh­me­rin zu qua­li­fi­zie­ren ist.
1. In rich­ti­ger An­wen­dung der Grundsätze höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung zu den Vo-raus­set­zun­gen ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ner­seits und ei­nes Prak­ti­kan­ten­verhält­nis­ses an­de­rer­seits, von de­ren er­neu­ter Dar­stel­lung hier zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen ab­ge­se­hen wird, hat das Ar­beits­ge­richt fest­ge­stellt, dass die Kläge­rin in Voll­zeit aus­sch­ließlich in ei­ner Ab­tei­lung der Be­klag­ten wei­sungs­abhängig tätig war, mit Auf­ga­ben im Rah­men der Or­ga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen be­traut wur­de, da­mit für den Be­trieb not­wen­di­ge Ar­beit ge­leis­tet und ei­ne an­sons­ten er­for­der­li­che Ar­beits­kraft er­setzt hat.
2. Ent­ge­gen den An­grif­fen der Be­ru­fung spricht nicht ge­gen die Ar­beit­neh­mer­ei­gen­schaft, dass die Kläge­rin kei­ne kon­zep­tio­nel­le und fi­nan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung trug und dass sie spe­zi­fi­sche Fach­kennt­nis­se nicht be­saß, die sie zur Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen befähig­ten. Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass die in der Tätig­keits­be­schrei­bung An­la­ge BK 1 (Bl. 44 der Ak­te 2. In­stanz) auf­ge­lis­te­ten Auf­ga­ben durch­geführt wur­den, dass de­ren Ab­ar­bei­tung den Schwer­punkt des Rechts­verhält­nis­ses bil­de­te und dass nicht der Aus­bil­dungs­zweck im Vor­der­grund stand, des­sen nur ne­bensäch­li­cher Aus­fluss die er­ziel­ten prak­ti­schen Ar­beits­er­geb­nis­se wa­ren.
a) Die Par­tei­en woll­ten nach übe­rein­stim­men­der Dar­stel­lung im Ter­min der Be­ru­fungs­ver­hand­lung von vorn­her­ein aus­sch­ließlich den Ein­satz der Kläge­rin in der Ab­tei­lung GKT. Sämt­li­che von der Be­klag­ten auf­gezähl­ten Be­rei­che ih­res Ver­la­ges, et­wa in Re­dak­ti­on, Lek­to­rat und Ver­trieb, al­so die ver­lags­spe­zi­fi­schen Auf­ga­ben und Tätig­kei­ten soll­te die Kläge­rin über­haupt nicht ken­nen­ler­nen, das Ver­trags­verhält­nis war von An­fang an be­schränkt auf die Ab­tei­lung GKT und da­mit fest um­ris­sen und we­sent­lich ein­ge­schränk­ter als dies bei Durch­lau­fen sämt­li­cher Be­rei­che des Be­trie­bes oder zu­min­dest meh­re­rer Ab­tei­lun­gen der Fall wäre. Wie die Kläge­rin un­wi­der­spro­chen dar­ge­legt hat, lag der Grund hierfür in ih­ren Er­fah­run­gen mit der Or­ga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen im Be­reich der Fach­hoch­schu­le und in der The­ma­tik ih­rer Di­plom­ar­beit, die nicht in ei­nem Ent­wurf be­stan­den hat­te, son­dern sich mit Kom­mu­ni­ka­ti­on im Bau­we­sen be­fasst. Das Ver­lags­we­sen an sich war hin­ge­gen für die Kläge­rin völlig fach­fremd, soll­te ihr aber auch nach dem Wil­len bei­der Par­tei­en gar nicht nä-her­ge­bracht wer­den.
Zwar trifft es zu, dass das Bun­des­ar­beits­ge­richt für ein Prak­ti­kan­ten­verhält­nis kei­ne sys­te­ma­ti­sche Be­rufs­aus­bil­dung ver­langt, es muss aber der Aus­bil­dungs­zweck im Vor­der­grund ste­hen (BAG, Ur­teil vom 13.03.2003, 6 AZR 564/01, Rn. 35 - Ju­ris). Dies wie­der­um be­deu­tet, dass bei ei­ner Ge­genüber­stel­lung der An­tei­le „Aus­bil­dungs­zweck“ und „für den Be­trieb er­brach­te Leis­tun­gen und Ar­beits­er­geb­nis­se“ das Er­ler­nen prak­ti­scher Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen deut­lich über­wie­gen muss. Zwar mag es, wie die Be­klag­te in der Be­ru­fungs­be­gründung un­ter 2.2 ausführt, so sein, dass Prak­ti­ka häufig nur auf ei­nen Un­ter­neh­mens­teil be­schränkt wer­den und Prak­ti­kan­ten übli­cher­wei­se nicht in den Ge­nuss kom­men, in je­der Ab­tei­lung ein­ge­lernt zu wer­den. Al­ler­dings liegt bei ei­nem Durch­lau­fen sämt­li­cher Ab­tei­lun­gen ei­nes un­ter Umständen größeren oder zu­min­dest viel­schich­ti­gen Be­trie­bes der Schwer­punkt zwei­fels­frei auf dem Aus­bil­dungs­zweck - selbst wenn in ein­zel­nen Ab­tei­lun­gen (auch) ver­wert­ba­re Ar­beits­er­geb­nis­se pro­du­ziert wer­den. Denn je brei­ter das Spek­trum ver­mit­tel­ter Ein­bli­cke in Ar­beits­abläufe, in be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Zu­sam­menhänge ist und je mehr An­sprech­part­ner es gibt, die für ih­ren Be­reich Kennt­nis­se ver­mit­teln und
ih­re Pra­xis­er­fah­rung wei­ter­ge­ben, des­to kla­rer lässt sich der Aus­bil­dungs­zweck er­ken­nen. Vor­lie­gend tritt der Aus­bil­dungs­zweck dem­ge­genüber deut­lich in den Hin­ter­grund, weil die Kläge­rin bei ei­ner Prak­ti­kums­dau­er von sechs Mo­na­ten zwei An­sprech­part­ner hat­te, die bei­de Pro­jekt­lei­ter wa­ren und de­nen die Kläge­rin in der Durchführung der durch­aus viel­ge­stal­ti­gen Pro­jek­te zu­ge­ar­bei­tet hat.
aa) Die Kläge­rin hat über ei­nen Zeit­raum von sechs Mo­na­ten ei­ne ein­zi­ge Ab­tei­lung ken­nen­ge­lernt, in der Ver­an­stal­tun­gen ge­plant und aus­ge­rich­tet wer­den. Sie hat zwar an den ver­schie­de­nen Pro­jek­ten (A.preis F., Road­show, Work­shop in S., etc.) mit­ge­wirkt, aber die Be­klag­te hat nicht auf­ge­zeigt, dass je­weils um­fas­send zunächst ei­ne Ver­mitt­lung prak­tisch not­wen­di­gen Wis­sens statt­ge­fun­den hätte, das da­nach erst an­ge­wen­det wer­den konn­te. Dass die Kläge­rin ein­ge­wie­sen, an­ge­lei­tet, kon­trol­liert wur­de, dass ih­re Ar­beits­er­geb­nis­se auf ih­re Rich­tig­keit oder Vollständig­keit hin über­prüft wur­den, liegt in der Na­tur der Sa­che so­wohl bei ei­nem Be­rufs­anfänger als auch bei ei­nem neu ein­ge­stell­ten (er­fah­re­ne­ren) Ar­beit­neh­mer. Un­be­kannt ist zu Be­ginn ei­ner Zu­sam­men­ar­beit stets, in­wie­weit vor­han­de­ne Fähig­kei­ten und ge­stell­te Er­war­tun­gen und An­for­de­run­gen sich de­cken.
bb) Die Be­klag­te hat nicht in ei­nem über­wie­gen­den zeit­li­chen Um­fang der Kläge­rin prak­ti­sches Wis­sen, spe­zi­fi­sche, nur in der Pra­xis er­fahr­ba­re Zu­sam­menhänge ver­mit­telt, son­dern hat die von der Kläge­rin in ih­rem Stu­di­um be­reits er­wor­be­nen Grund­la­gen ver­wer­tet. Dass die Pro­jekt­lei­ter, de­nen die Kläge­rin zu­ge­ar­bei­tet hat, die Ein­wei­sung und die Kon­trol­le der Prak­ti­kan­tin als zeit­auf­wen­dig emp­fun­den ha­be mögen, reicht eben­falls nicht aus, dies als Aus­bil­dung im wei­tes­ten Sin­ne zu qua­li­fi­zie­ren. Glei­cher­maßen wäre die­se Be­las­tung auch in ei­nem Pro­be­ar­beits­verhält­nis ge­ge­ben - des­sen Dau­er übli­cher­wei­se auch sechs Mo­na­te beträgt.
b) Auch die feh­len­de Pro­jekt­ver­ant­wor­tung der Kläge­rin in kon­zep­tio­nel­ler und fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht ändert hier­an nichts - Ver­ant­wor­tungs­zu­wachs und Stei­ge­rung der Auf­ga­ben­kom­ple­xität sind ty­pi­sche Kenn­zei­chen ei­ner Fort­ent­wick­lung in ei­nem Ar­beits­verhält­nis. Die Be­klag­te hat der Kläge­rin nach sechs Mo­na­ten die Stel­le ei­ner Pro­jekt­lei­te­rin (al­so mit Ent­schei­dungs­voll­macht) an­ge­bo­ten, was durch­aus üblich ist nach po­si­ti­vem Ver­lauf ei­ner Pro­be­zeit. Dass, wie die Be­klag­te in ih­rem Be­ru­fungs­vor­brin­gen be­tont, die fach­li­che Eig­nung hierfür zu Be­ginn der Ver­trags­be­zie­hung nicht vor­lag, zeigt ei­ne gu­te Ein­ar­bei­tung der Kläge­rin in die Ma­te­rie, wie ihr aber die an­fangs feh­len­de Eig­nung be­tref­fend die künf­tig zu tra­gen­de Ver­ant­wor­tung bei­ge­bracht wor­den sein soll­te und dass eben die­se Aus­bil­dung den Schwer­punkt des Rechts­verhält­nis­ses bil­de­te, konn­te die Kam­mer nicht er­ken­nen.
3. Zu Un­recht hat die Be­klag­te be­an­stan­det, dass das Ar­beits­ge­richt die Be­weis­last un­zu­tref­fend fest­ge­legt ha­be. In der schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en sind kei­ner­lei den Aus­bil­dungs­zweck cha­rak­te­ri­sie­ren­de Re­ge­lun­gen fest­ge­hal­ten, wohl aber sol­che, die übli­cher­wei­se ein Ar­beits­verhält­nis kenn­zeich­nen, nämlich die re­gelmäßige be­trieb­li­che tägli­che Ar­beits­zeit und die Über­tra­gung all­ge­mei­ner Auf­ga­ben aus dem Be­reich der Be­klag­ten. Der ergänzend hier her­an­zu­zie­hen­de Tätig­keits­nach­weis (An­la­ge BK 1, Bl. 44 der Ak­te 2. In­stanz) enthält die Bestäti­gung der Durchführung all­ge­mein übli­cher Auf­ga-
ben ei­ner Sach­be­ar­bei­te­rin oder ei­ner Se­kretärin. Die­se Ar­bei­ten hätten bei Nicht­be-schäfti­gung ei­nes Prak­ti­kan­ten von ei­ner an­de­ren Per­son er­le­digt wer­den müssen, da sie not­wen­dig wa­ren und sie hätten auch er­heb­li­che Ka­pa­zitäten ge­bun­den, da die Kläge­rin voll­zei­tig da­mit be­fasst war. Es hätte an­ge­sichts des­sen auch in der hier vor­lie­gen­den Fall­kon­stel­la­ti­on der Be­klag­ten ob­le­gen, den An­teil an Aus­bil­dung in zeit­li­cher und in­halt­li­cher Hin­sicht zu schil­dern und in Be­zie­hung zu set­zen zu dem zeit­li­chen Um­fang prak­ti­scher Ar­beit. Nur da­mit wäre die übli­cher­wei­se not­wen­di­ge Ein­wei­sung in die zu leis­ten­den Tätig­kei­ten von ei­nem im Vor­der­grund ste­hen­den Aus­bil­dungs­zweck zu un­ter­schei­den ge­we­sen. Im­mer­hin han­delt es sich hier um ei­nen Zeit­raum von sechs Mo­na­ten, in dem auch ei­ne Ver­fes­ti­gung und Ver­ste­ti­gung ein­mal er­wor­be­ner Kennt­nis­se ein­tritt, die um­ge­hend der Tätig­keit selbst wie­der zu­gu­te kom­men. In­so­weit be­deu­tet der ein­ge­schränk­te Ein­satz­rah­men für den Be­trieb ei­nen we­sent­lich höhe­ren Er­trag aus den zu Be­ginn der Zu­sam­men­ar­beit dort er­lern­ten Abläufen, die dann letzt­lich ähn­lich blei­ben. Bei kürze­rer Ver­weil­dau­er ei­nes Prak­ti­kan­ten in ein­zel­nen Un­ter­neh­mens­be­rei­chen hin­ge­gen ist ein sol­cher Er­trag ent­we­der ge­rin­ger oder gar nicht vor­han­den.
So hat die Be­klag­te le­dig­lich aus­geführt, die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen hätten den „um­setz­ba­ren An­teil“ aus der ge­leis­te­ten Tätig­keit der Kläge­rin her­aus­ge­fil­tert, ver­vollständigt und in die Um­set­zung ge­bracht. Die­se pau­scha­le Be­haup­tung er­laubt kei­ner­lei Rück­schluss auf den dies­bezügli­chen Um­fang und ist auch oh­ne kon­kre­te Nen­nung von Bei­spie­len nicht ein­las­sungsfähig für die Kläge­rin ge­we­sen.
Ge­ra­de das Ver­traut­wer­den mit den be­trieb­li­chen Abläufen und den An­for­de­run­gen, die an die Kläge­rin im Rah­men ih­rer Zu­ar­beit für die Pro­jekt­lei­ter ge­stellt wur­den, sind vor­lie­gend ein maßgeb­li­ches Kri­te­ri­um, das ge­gen ei­nen im Vor­der­grund ste­hen­den Aus­bil­dungs­zweck und für ein Ar­beits­verhält­nis spricht.
Zu Recht ist das Ar­beits­ge­richt zu dem Er­geb­nis ge­langt, dass es sich bei der mo­nat­li­chen Vergütung von 375,00 € brut­to um Lohn­wu­cher im Sin­ne des § 138 Abs. 2 BGB han­delt, die Vergütungs­re­ge­lung des­halb nich­tig ist und an ih­re Stel­le die übli­che Vergütung im Sin­ne des § 612 Abs. 1 BGB zu tre­ten hat.
1. Die Be­ru­fung hat le­dig­lich be­an­stan­det, dass das Ar­beits­ge­richt un­zu­tref­fend ei­ne Zwangs­la­ge der Kläge­rin und da­mit ein sub­jek­ti­ves Mo­ment an­ge­nom­men ha­be, das vor-lie­gend nicht ge­ge­ben sei. Da die Kläge­rin erst we­ni­ge Mo­na­te Leis­tun­gen zur Si­che­rung des Le­bens­un­ter­hal­tes be­zo­gen ha­be, sei an­ge­sichts der Ge­samt­umstände die An­nah­me ei­ner Zwangs­la­ge nicht ge­recht­fer­tigt.
2. Das Ar­beits­ge­richt hat nicht nur den Be­zug der Leis­tun­gen zur Si­che­rung des Le­bensun-ter­hal­tes nach dem SGB II an sich als die Zwangs­la­ge der Kläge­rin be­gründend er­ach­tet, son­dern ins­be­son­de­re die von der Kläge­rin vor­ge­tra­ge­ne und von der Be­klag­ten nicht be­strit­te­ne Be­mer­kung des Re­dak­ti­ons­lei­ters D. ge­genüber der Kläge­rin, es fin­de sich im­mer wie­der je­mand, der sich dar­auf ein­las­se (vgl. Sei­te 9 der Ent­schei­dungs­gründe des Ar­beits­ge­richts). Deut­li­cher kann kaum zum Aus­druck ge­bracht wer­den, dass der Ar­beit­ge­ber, der für sechs Mo­na­te über die Fähig­kei­ten ei­ner di­plo­mier­ten Fach­hoch-
schul­ab­sol­ven­tin verfügen kann, die wirt­schaft­lich schwäche­re La­ge des Ver­trags­part­ners zu sei­nem Vor­teil nutzt un­ter Hin­weis auf den Zwang der Verhält­nis­se. Auch ein Be­zugs­zeit­raum von we­ni­gen Mo­na­ten von Leis­tun­gen zur Si­che­rung des Le­bens­un­ter­hal­tes ver­mag das Bild ei­nes er­folg­rei­chen aka­de­mi­schen cur­ri­cu­lum vi­tae zu stören. Da­her war für die Kläge­rin we­gen ei­ner er­heb­li­chen Be­dräng­nis ein zwin­gen­der Be­darf ge­ge­ben, die­sen ih­re Er­folgs­aus­sich­ten auf dem Ar­beits­markt min­dern­den Zu­stand zu be­en­den. Der Kläge­rin ist außer­dem ein re­guläres Ar­beits­verhält­nis für die Zeit nach dem Prak­ti­kum in Aus­sicht ge­stellt wor­den. Es kommt nicht dar­auf an, dass die Kläge­rin die­ses An­ge­bot letzt­end­lich aus­ge­schla­gen hat und da­mit das Vor­han­den­sein ei­ner Zwangs­la­ge selbst wi­der­legt hat, wie die Be­klag­te in ih­rer Be­ru­fungs­be­gründung meint. Dass die Kläge­rin ge­gen En­de des Prak­ti­kums - aus wel­chen Gründen auch im­mer - nicht im Be­trieb der Be­klag­ten wei­ter­hin tätig sein woll­te, ver­mag die sechs Mo­na­te zu­vor be­ste­hen­de Zwangs­la­ge nicht zu ent­kräften. Im übri­gen hat­te die Kläge­rin nun­mehr prak­ti­sche Be­rufs­er­fah­rung vor­zu­wei­sen und konn­te sich nach Be­en­di­gung der Tätig­keit bei der Be­klag­ten auch in der Tat bes­se­re Chan­cen auf dem Ar­beits­markt ver­spre­chen. Dass dies ein aus ei­nem Prak­ti­kan­ten­verhält­nis her­vor­ge­hen­der po­si­ti­ver und nütz­li­cher Be­gleit­um­stand ist, ändert je­doch nichts an den zu­tref­fen­den Ausführun­gen des Ar­beits­ge­richts zum Tat­be­stand des Lohn­wu­chers im übri­gen. Die­se Ausführun­gen des Ar­beits­ge­richts hat­te die Be­ru­fung nicht an­ge­grif­fen, so dass die Be­ru­fungs­kam­mer sich hier­mit auch nicht aus­ein­an­der­zu­set­zen hat­te.
Die Be­klag­te hat die Kos­ten der er­folg­lo­sen Be­ru­fung zu tra­gen gem. § 97 Abs. 1 ZPO.
Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on war nicht ver­an­lasst, weil die Vor­aus­set­zun­gen des § 72 Abs. 2 ArbGG nicht vor­lie­gen.
gez. Häfe­le
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