Source: http://www.jurabiblio.de/2012/10/kopp-schenke-vwgo-kommentar-verwaltungsgerichtsordnung.html
Timestamp: 2013-05-23 10:18:50
Document Index: 56277084

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 68', 'EGMR', 'Art. 19', '§ 173', '§ 56']

von Ferdinand Kopp
, Ralf Peter Schenke
, Wolf-Rüdiger Schenke
Ralf Peter Schenke,
Ebenso wie der Kopp/Ramsauer zum VwVfG gehört der leuchtend orangefarbene Kommentar zur VwGO von Kopp/Schenke längst zur Standardausstattung eines jeden Verwaltungsjuristen. Natürlich darf dieser Kommentar auch während der Verwaltungsstation und in den Klausuren zur 2. Juristischen Prüfung nicht fehlen; dieser ist in allen Bundesländern für die Assessorklausuren zugelassen. Erstmals in dieser 18. Auflage wird das Erläuterungswerk von Vater (Professor an der Universität Mannheim) und Sohn Schenke (Professor an der Universtität Würzburg) bearbeitet, wobei die Abstimmungsprozesse nach eigener Aussage "in enger Absprache miteinander" erfolgen.
Seit nunmehr fast 40 Jahren gibt der von Ferdinand O. Kopp begründete, und in Ausbildung und Praxis bewährte Handkommentar zuverlässige und wissenschaftlich genaue Antworten auf verwaltungsprozessuale Fragestellungen. Dank der engen inhaltlichen Abstimmung mit dem "Parallelwerk" von Kopp/Ramsauer gelingt eine nahtlose Arbeit mit den beiden Werken.
Der Aufbau der Kommentierungen folgt im Wesentlichen der des Kopp/Ramsauers, wenn hier auch auf eine Einführung in die Thematik verzichtet wird. Vor der Kommentierung einer Norm steht jeweils der Wortlaut der Vorschrift abgedruckt, der durch hochgestellte Ziffern auf die Randnummern in der folgenden Kommentierung verweist. Dies beschleunigt in der täglichen Anwendung das Nachschlagen ungemein. Als ebenfalls sehr hilfreich empfanden wir den Abdruck von eventuellen Parallelvorschriften in anderen Gesetzen sowie auch die zahlreichen Literatur- und Rechtsprechungshinweise. Nicht zuletzt ist die Übersichtlichkeit und das ausführliche Sachverzeichnis positiv hervorzuheben.
Neben allen mit dem Verwaltungsrecht befassten Juristen richtet sich das Werk nicht zuletzt auch an Referendarinnen und Referendare. Ein gutes Prüfungsschemata aller Prozess- und Sachentscheidungsvoraussetzungen finden diese unter Rn. 17 vor § 40 VwGO, was freilich eine Menge an Lernarbeit ersparen dürfte (Rn. 12 vor § 68 VwGO für den Widerspruch). Im Vergleich zum Thomas/Putzo wäre wünschenswert, dass den Referendaren mehr Beispiele für die korrekte Formulierung an die Hand gegeben werden könnten. Gut zu wissen ist, dass verschiedene Auffassungen von Schenke und Ramsauer zu gleichen Sachfragen in beiden Werken klar als solche gekennzeichnet sind.
Ein besonderes Augenmerk wird in den Erläuterungen stets auch auf die Entwicklungen im europäischen Gemeinschaftsrecht gelegt. Dadurch sorgt er dafür, dass auch nicht mit dem Europarecht befasste Praktiker, dieses "nicht aus dem Auge" verlieren - handelt es sich schließlich um eine Materie, die immer stärker in die deutsche Verwaltungsgerichtsbarkeit einstrahlt und dadurch an Praxisrelevanz gewinnt.
Im Mittelpunkt dieser Neukommentierung steht v.a. das nach langen Verzögerungen in Kraft getretene Gesetz über den Rechtschutz bei überlangen Gerichtsverfahren, mit welchem der Gesetzgeber nun schließlich auch im Bereich des Verwaltungsprozessrechts den Vorgaben des EGMR sowie der verfassungsrechtlichen Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG Rechnung getragen hat. Das neue Gesetz, dass eine Reihe von schwierigen Rechtsfragen aufwirft, ist im Zusammenhang mit § 173 VwGO ausführlich kommentiert. Berücksichtigt ist zudem bereits der Gesetzesentwurf zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung. Lediglich redaktionelle Änderungen betrafen die §§ 56a, 65 VwGO. Zahlreiche neue Rechtsprechung sowie Literatur wurde ergänzt, so dass diese Auflage einen Rechtsstand von Februar 2012 erreicht. Die 19. Auflage wird voraussichtlich im Mai 2013 erscheinen.
Fazit: Das Fazit muss eindeutig ausfallen: Ebenso wie Kopp/Ramsauer verdient auch dieser Handkommentar unsere uneingeschränkte Empfehlung. Beide Werke haben sich gleichsam bewährt und zurecht einen festen Platz in der Verwaltungsrechtspraxis eingenommen. Dies kommt keinesfalls von ungefähr, sondern ist der Prägnanz, guten Schwerpunktsetzung und Übersichtlichkeit zu verdanken.
18. neu bearb. Aufl. 2012, 1.982 Seiten, Leinen | C.H. Beck | ISBN 978-3-406-62669-2
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