Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.05.2007&Aktenzeichen=VI%20ZR%2017/06
Timestamp: 2019-07-22 17:11:48
Document Index: 100618876

Matched Legal Cases: ['§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Schadensersatz aus übergegangenem Recht aufgrund eines posttraumatischen Belastungssyndroms nach einem Verkehrsunfall; Verkehrsunfall auf der Autobahn durch einen "Geisterfahrer"; Posttraumatische Belastungsstörung durch einen Unfall; Heilbehandlungskosten wegen einer HWS/BWS-Distorsion; Beteiligung des Geschädigten an einem Unfall; Dienstunfähigkeit im Zusammenhang mit der HWS/BWS-Distorsion; Belastungen infolge der Wahrnehmung eines schrecklichen Geschehens als allgemeines Berufsrisiko; Falschfahren auf der Autobahn und den dadurch verursachten Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr
Ein furchtbar tragischer Fall, in dessen Zentrum klassische Probleme des Deliktsrechts, nämlich die Problematik der Schockschäden und der psychisch vermittelten Kausalität stehen. Die Kernaussagen sind nicht neu, jedoch wird eine Streitfrage geklärt: Seelische Erschütterungen begründen nur dann eine Rechtsverletzung i.S.v. § 823 I BGB, wenn sie Krankheitswert haben (
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 17/06 ("Schockschaden" eines nicht unmittelbar am Unfall Beteiligten)" von Susann Rochlitz, original erschienen in: VuR 2007, 350 - 352.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 17/06 (Zurechnung eines posttraumatischen Belastungssyndroms an den Schädiger)" von RiLG Dr. Jan Luckey, LL.M., original erschienen in: VRR 2007, 341 - 342.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 17/06 (Haftungserfordernis der unmittelbaren Unfallbeteiligung eines Geschädigten)" von RA Jörg Elsner LL.M., FA VerkehrsR u. FA VersicherungsR, original erschienen in: NJW 2007, 2766 - 2766.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum BGH-Urteil vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 17/06 (Ersatzfähigkeit von Gesundheitsschäden nur bei unmittelbarer Unfallbeteiligung eines Geschädigten)" von RiOLG Heinz Diehl, original erschienen in: ZfS 2007, 627 - 628.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 17/06" von Prof. em. Dr. Arndt Teichmann, original erschienen in: JZ 2007, 1156 - 1159.
Für die Zurechenbarkeit entscheidend ist die unmittelbare Beteiligung an dem Unfallgeschehen (vgl. BGH, Urteil vom 22.05.2007 - VI ZR 17/06, zitiert nach juris).
Der Geschädigte muss direkt am Unfall beteiligt sein und sei es dadurch, dass ihm die Rolle eines Unfallbeteiligten aufgezwungen wird (BGH, Urteil vom 22.05.2007 - VI ZR 17/06; Urteil vom 12.11.1985 - VI ZR 103/84, jeweils zitiert nach juris).
Psychische Beeinträchtigungen, die daraus folgen, dass jemand Zeuge eines Unfallgeschehens wird, an dem er nicht selbst beteiligt ist, sind demgegenüber im Grundsatz nicht zurechenbar (BGH, Urteil vom 22.05.2007 - VI ZR 17/06, zitiert nach juris, dort Tz. 13; Urteil vom 12.11.1985 - VI ZR 103/84, zitiert nach juris, dort Tz. 15).
Sie unterfallen selbst in dem grausamen Fall des Anblicks von in ihrem Auto verbrennenden Menschen dem allgemeinen Lebensrisiko (BGH, Urt. v. 22.05.2007 - VI ZR 17/06, zitiert nach juris, dort Tz. 13; Quaisser, NZV 2015, 465).