Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202016,%20596
Timestamp: 2019-10-21 08:56:39
Document Index: 392807355

Matched Legal Cases: ['§ 164', '§ 164', '§ 4', '§ 6', '§ 16', '§ 4', '§ 18', '§ 16', '§ 16', '§ 34', '§ 252', '§ 24']

BFH, 20.10.2015 - VIII R 33/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,50334
BFH, 20.10.2015 - VIII R 33/13 (https://dejure.org/2015,50334)
BFH, Entscheidung vom 20.10.2015 - VIII R 33/13 (https://dejure.org/2015,50334)
BFH, Entscheidung vom 20. Januar 2015 - VIII R 33/13 (https://dejure.org/2015,50334)
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§ 164 Abs 1 AO, § 164 Abs 2 AO, § 4 Abs 1 S 1 EStG 2002, § 6 Abs 3 S 1 EStG 2002, § 16 Abs 1 EStG 2002
Berichtigung eines gewinnwirksamen Bilanzierungsfehlers einer real geteilten Personengesellschaft im Falle der Realteilung mit Buchwertfortführung; Bilanzansatz für ein vor der Realteilung vollständig abgeschriebenes Wirtschaftsgut
Berichtigung eines gewinnwirksamen Bilanzierungsfehlers einer real geteilten Personengesellschaft im Falle der Realteilung mit Buchwertfortführung
Anforderungen an die Berichtigung eines gewinnwirksamen Bilanzierungsfehlers
Bilanzenzusammenhang nach Realteilung
Formeller Bilanzenzusammenhang erfordert Gewinnerhöhung bei Realteilung
EStG § 4 Abs 1 S 1, EStG § 18 Abs 3, EStG § 16 Abs 1, EStG § 16 Abs 3, EStG § 34, HGB § 252 Abs 1 Nr 1, UmwStG § 24
Personengesellschaft, Ergänzungsbilanz, Realteilung, Bilanzenzusammenhang, Passivierung, Mandantenstamm, Auflösung, Bilanzberichtigung
Kurznachricht zu "Der Grundsatz des formellen Bilanzenzusammenhangs nach einer Realteilung" von WP/StB RA Dr. Ulf-Christian Dißars, original erschienen in: StuB 2016, 624 - 626.
Kurznachricht zu "Anwendbarkeit der Grundsätze des formellen Bilanzenzusammenhangs nach Realteilung einer Personengesellschaft auf Realteiler - Kommentar zum Urteil des BFH vom 20.10.2015" von StB Jens Thomas Otto, original erschienen in: BB 2016, 1199 - 1202. ...
BB 2016, 1199
DB 2016, 927
BStBl II 2016, 596
NZG 2016, 636
Diesen Grundsätzen liegt der sog. Stornierungsgedanke zugrunde (vgl. weiterführend BFH-Urteil vom 20. Oktober 2015 VIII R 33/13, BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596, Rz 35, m.w.N.).
Sie können allerdings unter Berücksichtigung der Grundsätze von Treu und Glauben durchbrochen werden (s. zum Ganzen BFH-Urteil in BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596, Rz 35, m.w.N.), wenn das FA dem Kläger unrichtige Bilanzansätze aufgedrängt hat (BFH-Urteil vom 19. Januar 1982 VIII R 21/77, BFHE 135, 282, BStBl II 1982, 456, unter I.3.c).
Hat sich der Bilanzierungsfehler bislang steuerlich nicht ausgewirkt, ist der fehlerhafte Bilanzansatz unter Durchbrechung des formellen Bilanzenzusammenhangs hingegen in der Anfangsbilanz des ersten noch änderbaren Veranlagungszeitraums gewinnneutral durch den richtigen zu ersetzen (vgl. BFH-Urteil vom 20. Oktober 2015 VIII R 33/13, BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596).
So hat der BFH in Fällen der Bilanzberichtigung wegen eines den gesetzlichen Regelungen widersprechenden Bilanzansatzes den Grundsatz von Treu und Glauben zu Lasten des Steuerpflichtigen vor allem dann in Betracht gezogen, wenn dieser bewusst unrichtig bilanziert hat, um unrechtmäßige Steuervorteile zu erlangen (vgl. BFH-Urteile vom 3. Juli 1980 IV R 31/77, BFHE 131, 229, BStBl II 1981, 255, m.w.N., in BFH/NV 2010, 1419, m.w.N., und in BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596).
Zu Lasten des FA wurde der Grundsatz angewendet, wenn dieses dem Steuerpflichtigen unrichtige Bilanzansätze aufgedrängt hatte (BFH-Urteil in BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596 m.w.N.).
Der Spitzenausgleich führt bei der Realteilung mit Buchwertfortführung beim ausgleichsberechtigten Realteiler nur deshalb zu einer Gewinnrealisierung, weil die Realteilungsvereinbarung in Höhe der Wertdifferenz zwischen der Summe der Verkehrswerte der übernommenen Wirtschaftsgüter und dem ursprünglichen Auseinandersetzungsanspruch eine Abtretung dieses Anspruchs an den anderen Gesellschafter enthält und der Spitzenausgleich ausschließlich ein Entgelt im Rahmen dieser Abtretung darstellt (s. BFH-Urteile vom 01.12.1992 VIII R 57/90, BStBl II 1994, 607; vom 20.10.2015 VIII R 33/13, BStBl II 2016, 596).
Der Grundsatz des formellen Bilanzzusammenhangs führt dazu, dass ein fehlerhafter Bilanzansatz, der einer bestandskräftigen Veranlagung zugrunde liegt, im ersten Wirtschaftsjahr zu berücksichtigen ist, dessen Ergebnis unter Beachtung der Rechtsregeln über die Bestandskraft und Verjährung noch Eingang in die Steuerveranlagung oder einen hierfür bindenden Feststellungsbescheid finden kann (vgl. BFH-Urteil vom 20.10.2015 VIII R 33/13, BFHE 253, 28, BStBl II 2016, 596 m.w.N.).