Source: https://ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJR_20040218_OGH0002_0130OS00179_0300000_002
Timestamp: 2019-02-17 08:07:12
Document Index: 374307767

Matched Legal Cases: ['OGH', '§22', '§23', '§ 281', '§ 281', '§ 21', '§ 281', '§ 281', 'OGH', 'OGH', '§ 21', 'OGH', '§ 21', 'OGH', '§ 281', 'OGH', 'OGH', '§ 345', '§ 281', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 281', 'OGH', '§ 281', '§ 21', 'OGH', 'OGH', '§ 21', '§ 21', '§ 281', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 4', '§ 21', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 220', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 281', '§ 281', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

RIS - 13Os179/03 13Os78/04 11... - Rechtssatz - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 13Os179/03 13Os78/04 11...
RS0118581
13Os179/03; 13Os78/04; 11Os97/04; 11Os31/04; 13Os20/06z; 13Os136/06h; 12Os52/07z; 13Os62/07b; 15Os61/07w; 13Os108/07t; 13Os130/07b; 15Os50/07b; 13Os134/07s; 13Os129/07f; 11Os14/08f (11Os15/08b); 13Os5/08x; 13Os41/08s; 13Os77/08k; 13Os120/08h; 14Os19/09i; 15Os65/09m; 15Os22/09p; 12Os51/09f; 15Os124/09p; 12Os145/09d; 13Os157/09a; 12Os47/10v; 11Os75/10d (11Os109/10d); 13Os12/10d; 13Os9/11i; 15Os34/11f; 11Os47/11p; 12Os79/11a; 15Os117/11m; 11Os33/12f; 11Os29/12t; 12Os32/12s; 15Os60/12f; 15Os159/12i; 14Os120/12x; 12Os14/13w; 15Os103/13f; 15Os55/14y; 14Os88/14v; 15Os161/14m; 12Os10/15k; 12Os134/14v; 13Os71/15p; 11Os111/15f; 12Os127/15s (12Os137/15m); 11Os50/16m; 14Os55/16v; 11Os67/16m; 14Os59/16g; 13Os107/16h; 15Os60/17p; 14Os122/18z
StGB §22
StGB §23
Hinsichtlich der für die Sanktionsbefugnis (§ 281 Abs 1 Z 11 erster Fall StPO) entscheidenden Tatsachen lässt die Rechtsprechung neben der Berufung auch eine Bekämpfung mit Verfahrensrüge, Mängelrüge und Tatsachenrüge zu (§ 281 Abs 1 Z 11 erster Fall in Verbindung mit Z 2 bis 5a StPO). Soweit die Gefährlichkeitsprognose nach §§ 21 bis 23 StGB auf ganz bestimmte Erkenntnisquellen gegründet sein muss, ist sie nur dann rechtsrichtig vorgenommen, wenn sie auf sämtlichen der genannten Sachverhaltskriterien basiert. Ist dies nicht der Fall, liegt Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO vor. Im Fall einer Maßnahmenanordnung muss bei sonstiger Nichtigkeit aus § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO die Feststellungsgrundlage so umfassend sein, dass die daran unabdingbar rechtlich gebundene Ermessensentscheidung einer Befürchtung, also die rechtliche Wertung einer hohen Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden darf, für die Sachverhaltsannahme, der Rechtsbrecher werde eine oder mehrere bestimmte Handlungen begehen, welche ihrerseits rechtlich als mit Strafe bedroht und entsprechend sozialschädlich (mit schweren beziehungsweise nicht bloß leichten Folgen) zu beurteilen wären.
13 Os 179/03
Entscheidungstext OGH 18.02.2004 13 Os 179/03
13 Os 78/04
Entscheidungstext OGH 14.07.2004 13 Os 78/04
Auch; nur: Hinsichtlich der für die Sanktionsbefugnis (Z 11 erster Fall) entscheidenden Tatsachen lässt die Rechtsprechung neben der Berufung auch eine Bekämpfung mit Verfahrensrüge, Mängelrüge und Tatsachenrüge zu (Z 11 erster Fall in Verbindung mit Z 2 bis 5a). (T1); Beisatz: Da § 21 StGB die Befugnis zur Anordnung der Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher neben einer Mindeststrafdrohung für die Anlasstat und einem auf einer geistigen oder seelischen Abartigkeit höheren Grades beruhenden Zustand auch an dessen Einfluss auf die Anlasstat bindet, kann diese Sanktionsbefugnisgrenze aus Z 11 erster Fall in Frage gestellt werden, deren Tatsachengrundlage zugunsten des Angeklagten aus Z 11 erster Fall in Verbindung mit Z 1 bis 5a. (T2)
11 Os 97/04
Entscheidungstext OGH 19.10.2004 11 Os 97/04
Auch; Beisatz: Für die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach § 21 StGB bedarf es eindeutiger Sachverhaltsannahmen zur prognostizierten Tat, die den Schluss ermöglichen, dass damit eine mit Strafe bedrohte, als besonders folgenschwer zu wertende Handlung zu befürchten sei. (T3)
11 Os 31/04
Entscheidungstext OGH 27.04.2004 11 Os 31/04
Auch; Beisatz: Der bloß pauschale - und damit undeutliche (vgl WK-StPO § 281 Rz 396) - Verweis auf das als „klar und deutlich beziehungsweise frei von Widersprüchen und nachvollziehbar" bezeichnete Sachverständigengutachten vermag derartige Feststellungen nicht zu ersetzen. (T4)
13 Os 136/06h
Entscheidungstext OGH 24.01.2007 13 Os 136/06h
12 Os 52/07z
Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 52/07z
Auch; Beisatz: Im geschworenengerichtlichen Verfahren nimmt die Rechtsprechung zur Vermeidung von Wertungswidersprüchen insoweit Maß an den im schöffengerichtlichen Verfahren geltenden Grundsätzen und räumt demgemäß in Hinsicht auf die tatsächliche Grundlage der Sanktionsbefugnis (Z 13 erster Fall) eine Anfechtung einerseits in Verbindung mit § 345 Abs 1 Z 3 bis 5 StPO und andererseits in Verbindung mit § 281 Abs 1 Z 5 und 5a StPO ein. (T5)
15 Os 61/07w
Entscheidungstext OGH 08.08.2007 15 Os 61/07w
13 Os 108/07t
Entscheidungstext OGH 03.10.2007 13 Os 108/07t
13 Os 130/07b
Entscheidungstext OGH 05.12.2007 13 Os 130/07b
15 Os 50/07b
Entscheidungstext OGH 22.11.2007 15 Os 50/07b
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Bekämpfung des strafbestimmenden Wertbetrags; vgl WK-StPO § 281 Rz 673. (T6)
13 Os 134/07s
Entscheidungstext OGH 05.12.2007 13 Os 134/07s
Auch; Beisatz: Als Erkenntnisquellen für die Befürchtung der sogenannten Prognosetat nennt das Gesetz (1.) die Person des Rechtsbrechers, (2.) seinen Zustand, also seine Verfassung im Urteilszeitpunkt, und (3.) die Art der Anlasstat. Durch deren konjunktive Verknüpfung („und") wird eine Gesamtwürdigung angeordnet. Die Beurteilung hat jede der drei Erkenntnisquellen zu berücksichtigen. Wird auch nur eine davon gänzlich außer Acht gelassen, liegt darin eine rechtsfehlerhafte Bewertung der Prognosekriterien und Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO (WK-StGB - 2 § 21 Rz 24). (T7)
Vgl auch; Beisatz: Indem aus Z 11 zweiter Fall weder das Übergehen einer gesetzlich angeordneten Erkenntnisquelle noch ein unvertretbarer Schluss aus herangezogenen Erkenntnisquellen behauptet, vielmehr die Befürchtung einer der Anlasstat ähnlichen Prognosetat nur spekulativ in Frage gestellt wird, gelangt der angezogene Nichtigkeitsgrund nicht prozessförmig zur Darstellung. (T8)
11 Os 14/08f
Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 14/08f
13 Os 5/08x
Entscheidungstext OGH 24.04.2008 13 Os 5/08x
Auch; Beisatz: Die Prognosetat ist im Urteil ihrer Art nach näher zu umschreiben (WK-StGB - 2 § 21 Rz 26). (T9); Beisatz: Denn nur so kann eine Subsumtion unter den Rechtsbegriff einer mit gerichtlicher Strafe bedrohten Handlung (also einer Kategorie des materiellen Strafrechts) mit schweren Folgen stattfinden. (T10)
Vgl auch; Beisatz: Der Einwand der mangelhaften beweiswürdigenden Fundierung der Gefährlichkeitsprognose im Sinn des § 21 Abs 1 StGB spricht einen Berufungsgrund, nicht § 281 Abs 1 Z 11 StPO an. (T11)
13 Os 120/08h
Entscheidungstext OGH 01.10.2008 13 Os 120/08h
Auch; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T11
14 Os 19/09i
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 14 Os 19/09i
15 Os 65/09m
Entscheidungstext OGH 24.06.2009 15 Os 65/09m
15 Os 124/09p
Entscheidungstext OGH 14.10.2009 15 Os 124/09p
12 Os 145/09d
Entscheidungstext OGH 08.04.2010 12 Os 145/09d
13 Os 157/09a
Entscheidungstext OGH 17.06.2010 13 Os 157/09a
12 Os 47/10v
Entscheidungstext OGH 10.06.2010 12 Os 47/10v
13 Os 9/11i
Entscheidungstext OGH 07.04.2011 13 Os 9/11i
15 Os 34/11f
Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 34/11f
11 Os 47/11p
Entscheidungstext OGH 19.05.2011 11 Os 47/11p
Vgl; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T9
12 Os 79/11a
Entscheidungstext OGH 09.08.2011 12 Os 79/11a
Vgl; Beisatz: Hier: Verzögerte Reife iSd § 4 Abs 2 Z 1 JGG. (T12)
Auch; Beisatz: Der Sanktionsausspruch ist dann nichtig, wenn im Rahmen der Gefährlichkeitsprognose eine der in § 21 StGB genannten Erkenntnisquellen (Person, Zustand des Rechtsbrechers und Art der Tat) vernachlässigt wird oder die Feststellungsgrundlage die Ableitung der schweren Folgen als willkürlich erscheinen lässt. (T13)
11 Os 29/12t
Entscheidungstext OGH 24.05.2012 11 Os 29/12t
12 Os 32/12s
Entscheidungstext OGH 15.05.2012 12 Os 32/12s
15 Os 60/12f
Entscheidungstext OGH 27.06.2012 15 Os 60/12f
15 Os 159/12i
Entscheidungstext OGH 16.01.2013 15 Os 159/12i
14 Os 120/12x
Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 120/12x
Vgl; Ähnlich Beis wie T11; Beisatz: Die Anfechtung des Urteils über die Anordnung einer Maßnahme nach § 21 Abs 1 StGB wegen Nichtigkeit ist aber nur in Bezug auf jene materiell‑rechtlichen Voraussetzungen des § 21 Abs 1 StGB möglich, deren Beurteilung dem richterlichen Ermessen entzogen sind, sohin der Grundvoraussetzungen dieser Anstaltsunterbringung; die Beurteilung der Gefährlichkeitsprognose im Sinn des § 21 Abs 1 StGB ist hingegen als Ermessensentscheidung ausschließlich mit Berufung bekämpfbar. (T14)
Auch; Beisatz: Hier: Tätigkeitsverbot nach § 220b Abs 2 StGB. (T15)
14 Os 88/14v
Entscheidungstext OGH 11.09.2014 14 Os 88/14v
15 Os 161/14m
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 15 Os 161/14m
12 Os 10/15k
Entscheidungstext OGH 05.03.2015 12 Os 10/15k
12 Os 134/14v
Entscheidungstext OGH 09.04.2015 12 Os 134/14v
Auch; Beisatz: Die Prognosetat ist mit „äquivalente Taten wie bisher“ und „Gewalttaten mit nicht bloß leichten Verletzungsfolgen gegen Zufallsopfer“ hinreichend konkret beschrieben. (T16)
11 Os 111/15f
Entscheidungstext OGH 20.10.2015 11 Os 111/15f
12 Os 127/15s
Entscheidungstext OGH 17.12.2015 12 Os 127/15s
11 Os 50/16m
Entscheidungstext OGH 10.05.2016 11 Os 50/16m
11 Os 67/16m
Entscheidungstext OGH 13.09.2016 11 Os 67/16m
14 Os 59/16g
Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 59/16g
Auch; Beisatz: Eine Anfechtung aus Z 5 des § 281 Abs 1 StPO steht nur in Verbindung mit dem ersten Fall, nicht jedoch mit dem zweiten Fall des § 281 Abs 1 Z 11 StPO offen. (T17)
15 Os 60/17p
Entscheidungstext OGH 23.08.2017 15 Os 60/17p
ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0118581
JJR_20040218_OGH0002_0130OS00179_0300000_002