Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/frsaftausbv
Timestamp: 2020-01-22 10:50:52
Document Index: 362326857

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Der Ausbildungsberuf Fachkraft für Fruchtsafttechnik wird staatlich anerkannt.
Auswählen, Annehmen, Lagern und Verarbeiten von Früchten und Gemüse zu Saft und Mark,
Haltbarmachen, Lagern und Überwachen von Saft und Mark,
Auswählen, Prüfen und Verarbeiten der Halbware,
Aufbereiten von Trinkwasser und Herstellen von entmineralisiertem Wasser,
Herstellen von Fruchtwein und Fruchtschaumwein,
Abfüllen, Ausstatten, Lagern, Versandfertigmachen und Transportieren der Fertigware.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für die ersten 3 Halbjahre aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend den Rahmenlehrplänen zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 3 Stunden 4 Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Prüfen der Rohware auf Qualität, Verwendbarkeit und Lagerfähigkeit,
Vorbereiten und Bedienen technischer Einrichtungen für die Entsaftung,
Durchführen einer einfachen Schönung,
Vorbereiten und Ansetzen der Filtration,
Durchführen einfacher Qualitätsuntersuchungen,
Beurteilen der Wasserqualität,
Auswählen und Einstellen von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.
Anforderungen an die Rohware,
Qualitätsmerkmale typischer Anbaugebiete und Sorten,
technische Einrichtungen für die Vorbereitung und Entsaftung der Rohware,
Schönung und Filtration von Säften,
Gewinnung von Frucht- und Gemüsemark,
Mischungsberechnung.
(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 6 Stunden 4 Arbeitsproben ausführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Durchführen von sensorischen, chemischen und mikrobiologischen Prüfungen,
Durchführen und Auswerten von Schönungsvorversuchen,
Vorbereiten der Haltbarmachung und sterilen Ein- und Auslagerung,
Zusammenstellen von Halbwaren und Zutaten nach Rezeptur,
Prüfen der füllfertigen Erzeugnisse auf Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften,
Erstellen einer Rezeptur zur Herstellung von Fruchtwein,
Vorbereiten der Abfüllung und Kontrollieren der Fertigware.
Saftgewinnung, -behandlung und -einlagerung,
Verarbeitung von fruchtfleischhaltigen Früchten und Gemüse,
Frucht- und Dessertweinherstellung,
Verfahren der Abfüllung und Verpackung,
Qualitätskontrolle von Roh-, Halb- und Fertigwaren,
betriebliche Unfallquellen und Arbeitsschutzmaßnahmen;
Mischungsberechnung;
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für die Lehrberufe, Anlernberufe und vergleichbar geregelten Ausbildungsberufe, die in dieser Rechtsverordnung geregelt sind, insbesondere für den Ausbildungsberuf Süßmoster sind vorbehaltlich des § 10 nicht mehr anzuwenden.
Anlage (zu § 4)Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik
(Fundstelle: BGBl. I 1984, 777 - 781)
1 Arbeitsschutz, Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung (§ 3 Nr. 1) a) berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften aus Gesetzen und Verordnungen nennen während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
c) Vorschriften über den Umgang mit Druckbehältern erläutern
d) Gefahren im Umgang mit ätzenden und leicht entzündbaren Stoffen beschreiben
e) Unfallverursachendes Verhalten sowie betriebstypische Unfallquellen und -Situationen beschreiben
f) Schutzmaßnahmen an elektrischen Einrichtungen, insbesondere in Feuchträumen, erläutern
g) Schutzvorrichtungen technischer Einrichtungen verwenden
h) Brandschutzeinrichtungen bedienen
i) Maßnahmen zur Ersten Hilfe einleiten
k) Notwendigkeit der Arbeitshygiene erläutern
l) Ursachen von Umweltbelastungen, insbesondere durch Lärm, Nässe, Kälte und Dämpfe, beschreiben und Möglichkeiten ihrer Beseitigung nennen
m) Abwässer und Abfälle unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen beseitigen
n) im Ausbildungsbetrieb anfallendes Altmaterial sammeln und die Notwendigkeit seiner Wiederverwendung erläutern
o) die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich anführen
2 Kenntnisse der produktbezogenen Rechtsvorschriften (§ 3 Nr. 2) a) Begriffsbestimmungen der genormten Fruchtgetränke wiedergeben
b) Fruchtsaft- und Fruchtnektar-Verordnung sowie die Leitsätze für Fruchtsäfte erläutern
c) Leitsätze für Gemüsesaft und -trunk aufzeigen
d) Qualitätsvorschriften für süße, alkoholfreie Erfrischungsgetränke erläutern
e) Qualitätsvorschriften für Fruchtweine erläutern
f) Trinkwasser-Verordnung wiedergeben
g) wesentliche Vorschriften aus der Kennzeichnungs-Verordnung, der Diät-Verordnung, Zusatzstoffzulassungs- und -verkehrs-Verordnung sowie Fertigpackungsverordnung erläutern
h) Grundzüge der für den Betrieb einer Gaststätte notwendigen lebensmittelrechtlichen Vorschriften aufzeigen
c) Reinigungsgeräte handhaben
d) Reinigungsanlagen bedienen
e) Produktions-, Lager- und Transportgefäße reinigen und desinfizieren
f) Produktionsmittel, insbesondere Leitungen, Schläuche, Pumpen und Maschinen, reinigen und desinfizieren
g) Arbeitsplatz reinigen
4 Kenntnisse des Ausbildungsbetriebs (§ 3 Nr. 4) a) Art, Rechtsform, organisatorischen Aufbau und Aufgaben des Ausbildungsbetriebs beschreiben X
c) Aufgaben der Produktionsabteilungen, insbesondere der Kelterei, Aufbereitungs- und Abfüllungsbereiche, beschreiben X
d) Produktionsabläufe und ihre betrieblichen Zusammenhänge erläutern X
e) im Ausbildungsbetrieb hergestellte Produkte beschreiben X
f) Durchführung einer Inventur beschreiben X
g) übliche Wege der Materialbeschaffung nennen X
h) Betriebsordnung erläutern X
i) betriebliche Ordnungsmittel, insbesondere zur Berufsausbildung und den Tarifvertrag, erläutern X
k) Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung aufzeigen X
l) Sozialversicherungsträger nennen X
m) Bedeutung und Leistung der Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung für den Arbeitnehmer erläutern X
5 Auswählen, Annehmen, Lagern und Verarbeiten von Früchten und Gemüse zu Saft und Mark (§ 3 Nr. 5) a) Qualitätsmerkmale typischer Anbaugebiete und Sorten nennen X
b) Bedeutung der Inhaltsstoffe für die Verarbeitung erläutern X
c) Rohware auf Verderb, Qualität und Verwendbarkeit prüfen X
d) Gewicht und Volumen der Rohware feststellen X
e) Annahmebelege erstellen und Lieferscheine prüfen X
f) Sorten- und qualitätsbedingte Lagerfähigkeit der Rohware bestimmen X
g) Fördergeräte, Obstreinigungsanlagen, Entrappungs- und Entsteinungsmaschinen, Obstmühlen, Dampferzeuger, Obstdämpfer, Passier- und Homogenisiermaschinen, Obstpressen und Separatoren bedienen und warten X
h) mit Werkzeugen und -Stoffen für Wartungsarbeiten umgehen X
i) frische Rohware verlesen und reinigen sowie tiefgefrorene Rohware auftauen X
k) Rohware sortenbedingt entrappen, entsteinen, zerkleinern, dämpfen, passieren und enzymatisch behandeln X
l) Frucht- und Gemüsemark gewinnen X
m) Maische zur Saftherstellung pressen X
n) Säfte vorklären, separieren, schönen und filtrieren X
o) fruchtfleischhaltige Säfte homogenisieren X
p) Trester verwerten X
6 Haltbarmachen, Lagern und Überwachen von Saft und Mark (§ 3 Nr. 6) a) Lagergefäße, Befüllungssysteme und Pasteurisationseinrichtungen prüfen, reinigen und entkeimen X
b) Aroma aus Saft und Mark gewinnen X
c) Konzentrat und Halbkonzentrat aus Saft und Mark herstellen X
d) Saft, Mark und Halbkonzentrat durch Hochkurzzeiterhitzung und Warmentkeimung haltbarmachen X
e) Lagergefäße steril füllen und verschließen X
f) keimfreie Lagerung überwachen X
g) Tanklagerbuch führen X
7 Auswählen, Prüfen und Verarbeiten der Halbware (§ 3 Nr. 7) a) Halbware, insbesondere die zugekaufte, auf ihre ordnungsgemäße Herstellung, auf Verderb, Qualität und Verwendbarkeit prüfen X
b) Rezepturen zur Herstellung von Fruchtsäften, Fruchtnektaren und Fruchtsaftgetränken unter Beachtung der qualitativen und kalkulatorischen Gesichtspunkte erstellen X
c) Halbware und Zutaten nach Rezeptur zusammenzustellen X
d) Anteil des entmineralisierten Wassers zur Aufbereitung von Konzentraten berechnen und das Mischungsverhältnis einstellen X
e) Filtersysteme und Rührwerkbehälter bedienen und warten X
f) Fertigware durch Mischen, Fermentieren, Schönen und Filtrieren herstellen X
g) fruchtfleischhaltige und naturtrübe Produkte homogenisieren, stabilisieren und entlüften X
h) mit Oechsle-Waage, Refraktometer und pH-Meter umgehen und kellertechnische Schnelltestmethoden anwenden X
i) Fertigware auf Einhalten der gesetzlichen Vorschriften prüfen X
k) Analysenwerte und Produktionsdaten protokollieren X
8 Aufbereiten von Trinkwasser und Herstellen von entmineralisiertem Wasser (§ 3 Nr. 8) a) Mindestanforderungen an die X
b) Trinkwasserqualität erläutern X
c) Trinkwasser nach Aussehen, Geruch und X
d) Geschmack prüfen Wasserhärten und pH-Wert X
e) bestimmen einfache Wasseranalyse auswerten X
f) Wasseraufbereitungsanlagen bedienen und warten Wasserentmineralisierungsanlagen unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen zur Herstellung von Säften aus Konzentrat bedienen und warten X
9 Herstellen von Fruchtwein und Fruchtschaumwein (§ 3 Nr. 9) Teil des a) Begriffsbestimmungen der verschiedenen Fruchtweine und Fruchtschaumweine -wiedergeben X
b) Roh- und Halbware auswählen und prüfen X
c) Rezepturen zur Herstellung von Fruchtweinen und Fruchtschaumweinen unter Beachtung der qualitativen und kalkulatorischen Gesichtspunkte erstellen X
d) Gärung einleiten und überwachen X
e) Fruchtwein abstechen und klären X
f) Fertigware prüfen und Analysenwerte sowie Produktionsdaten aufzeichnen X
10 Abfüllen, Ausstatten, Lagern, Versandfertigmachen und Transportieren der Fertigware (§ 3 Nr. 10) a) Verpackungs-, Füll-, Verschließ- und Transportsysteme erläutern X
b) Leergut, Ausstattungsmittel, Flaschenverschlüsse und Verpackungsmaterial bereitstellen X
c) Auspack-, Wasch-, Flaschenfüll-, Verschließ-, Etikettier- und Einpackmaschinen, Palettierer und Transportbahnen sowie Kontrolleinrichtungen betriebsbereit machen und bedienen X
d) Abfüllung der Fertigware unter Berücksichtigung von Temperatur, Füllmenge, Abfüllgut und Ausstattung überwachen X
e) Kontrollproben ziehen und prüfen X
f) Produktionsmenge feststellen und aufzeichnen X
g) Fertigware ein-, zwischen- und auslagern X
h) Fertigware versandfertig machen, kommissionieren und transportieren X
1984, 774: BGBl I