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Timestamp: 2019-10-16 20:51:54
Document Index: 88904891

Matched Legal Cases: ['§ 86', 'Art. 86', 'Art. 87', 'Art. 8', 'Art. 38', 'Art. 87', 'Art. 86']

Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. :: Thema anzeigen - Schulausschluss wg. Angeberei und angeb. Handyvideo
Schulausschluss wg. Angeberei und angeb. Handyvideo
Verfasst am: 15.10.2007, 21:11 Titel: Schulausschluss wg. Angeberei und angeb. Handyvideo
ich habe Sorge ausführlich schreiben, daher nur kurz. Unser Sohn (7. Klasse Realsch. gutmeinend vom Gymmi genommen) wurde vor ein paar Tagen sozusagen zwangsweise krankgeschrieben - er dürfe keinesfalls noch an die Schule kommen. Hat einige Verweise, vorallem wegen Hausaufgaben und Störungen" - zuletzt aber nichts mehr.
Über Details möchte ich hier aus bestimmten Gründen nicht berichten. Sind uns aber absolut nicht sicher, ob die Vorwürfe, vor allem im schlimmsten Punkt (Video) wirklich stimmen. Angeberische Lügengeschichten, ja.
Einerseits kein wirklich unfairer Umgang, andererseits doch Zweifel an der Richtigkeit des Vorgehens. Wäre dringend für uns selbst nötig, herauszufinden, ob das wirklich stimmt. Wer und wie kann uns da geholfen werden, das herauszufinden, ohne dass noch weiterer Schaden entsteht.
Nun : Darf nur an andere Schule wechseln, wenn psychiatrisch behandelt wird ????? Sonst Ministerialbeauftragter und offizieller Schulausschluss!
Sehen ein - psychologische Betreuung - aber so gleich ?????
Verfasst am: 16.10.2007, 14:42 Titel:
Ohne nähere Beschreibung ist es schwer zu beurteilen, ob die Ordnungsmaßnahme angemessen ist.
Kennst du den § 86 der BayEUG in dem die möglichen Ordungsmaßnahmen aufgeführt sind?
Art. 86: Ordnungsmaßnahmen als Erziehungsmaßnahmen
(1) Zur Sicherung des Bildungs- und Erziehungsauftrags oder zum Schutz von Personen und Sachen können nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Ordnungsmaßnahmen gegenüber Schülern getroffen werden, soweit andere Erziehungsmaßnahmen nicht ausreichen.
1. der schriftliche Verweis durch die Lehrkraft oder den Förderlehrer,
2. der verschärfte Verweis durch den Schulleiter,
3. die Versetzung in eine Parallelklasse der gleichen Schule durch den Schulleiter,
4. der Ausschluss in einem Fach für die Dauer von bis zu vier Wochen durch den Schulleiter,
5. der Ausschluss vom Unterricht für drei bis sechs Unterrichtstage, bei Berufsschulen mit Teilzeitunterricht für höchstens zwei Unterrichtstage, durch den Schulleiter
6. der Ausschluss vom Unterricht für zwei bis vier Wochen (ab dem neunten Schulbesuchsjahr bei Vollzeitunterricht) durch die Lehrerkonferenz,
7. bei Pflichtschulen die Zuweisung an eine andere Schule der gleichen Schulart auf Vorschlag der Lehrerkonferenz durch die Schulaufsichtsbehörde,
8. die Androhung der Entlassung von der Schule durch die Lehrerkonferenz,
9. die Entlassung von der Schule durch die Lehrerkonferenz (Art. 87),
10. der Ausschluss von allen Schulen einer oder mehrerer Schularten durch das zuständige Staatsministerium (Art. 8 .
(3) 1Andere als die in Absatz 2 aufgeführten Ordnungsmaßnahmen sowie die Verhängung von Ordnungsmaßnahmen gegenüber Klassen oder Gruppen als solche sind nicht zulässig. 2Körperliche Züchtigung ist nicht zulässig.
(4) 1Gegenüber Schulpflichtigen in Pflichtschulen sind die Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 8 bis 10 nicht zulässig. 2Die Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 8 und 9 sind jedoch gegenüber Schulpflichtigen in Berufsschulen, die in keinem Ausbildungsverhältnis stehen, sowie gegenüber Schulpflichtigen zulässig, die die Hauptschule nach Art. 38 oder die Freiwillige 10. Klasse der Hauptschule besuchen.
(5) 1Die Ordnungsmaßnahme der Versetzung in eine Parallelklasse (Absatz 2 Nr. 3) kann auch neben den Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 1, 2, 4, 5, 6 und 8 angewandt werden. 2Im Fall einer Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 6 oder Nr. 8 entscheidet über eine zusätzliche Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 3 die Lehrerkonferenz.
(6) Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nr. 4 sind nur zulässig, wenn der Schüler durch schwere oder wiederholte Störung des Unterrichts in diesem Fach, Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 6 bis 10 sind nur zulässig, wenn der Schüler durch schweres oder wiederholtes Fehlverhalten die Erfüllung der Aufgabe der Schule oder die Rechte anderer gefährdet hat.
(7) Außerschulisches Verhalten darf Anlass einer Ordnungsmaßnahme nur sein, soweit es die Verwirklichung der Aufgabe der Schule gefährdet.
(8 ) 1Vor der Anwendung von Ordnungsmaßnahmen ist dem Schüler, bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 3 bis 10 zusätzlich auch den Erziehungsberechtigten des Schülers, Gelegenheit zur Äußerung zu geben, bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 7 bis 10 auf Antrag persönlich in der Lehrerkonferenz. 2Der Schüler und die Erziehungsberechtigten können eine Lehrkraft ihres Vertrauens einschalten. 3Bei der Einleitung des Anhörungsverfahrens sind die Berechtigten auf das Antragsrecht nach Satz 1 und die Möglichkeiten nach Satz 2 hinzuweisen.
(9) 1Bei Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 2 Nrn. 6, 7 und 8 wirkt auf Antrag eines Erziehungsberechtigten des Schülers oder des volljährigen Schülers der Elternbeirat mit. 2Die Stellungnahme des Elternbeirats ist bei der Entscheidung zu würdigen. 3Entspricht die Lehrerkonferenz nicht der Stellungnahme des Elternbeirats, so ist dies gegenüber dem Elternbeirat zu begründen; im Fall der Ordnungsmaßnahme nach Absatz 2 Nr. 7 ist die Stellungnahme des Elternbeirats dem Vorschlag der Lehrerkonferenz an die Schulaufsichtsbehörde beizufügen.
(10) Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Verfahren bei Ordnungsmaßnahmen, insbesondere bei der Anhörung der Beteiligten und bei der Feststellung des Sachverhalts, sowie sonstigen Erziehungsmaßnahmen zu regeln; als Erziehungsmaßnahme kann bei nicht hinreichender Beteiligung des Schülers am Unterricht auch eine Nacharbeit unter Aufsicht einer Lehrkraft vorgesehen werden.
Art. 87: Entlassung
(1) 1Die Entlassung eines Schülers kann die Lehrerkonferenz nur mit mindestens zwei Dritteln der Stimmen ihrer anwesenden stimmberechtigten Mitglieder beschließen. 2Die Lehrerkonferenz ist beschlussfähig, wenn mindestens zwei Drittel ihrer stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind. 3Auf Antrag eines Erziehungsberechtigten des Schülers oder des volljährigen Schülers wirkt der Elternbeirat im Entlassungsverfahren mit; hierauf ist bei Einleitung des Anhörungsverfahrens hinzuweisen. 4Die Stellungnahme des Elternbeirats ist bei der Entscheidung zu würdigen. 5Entspricht die Lehrerkonferenz nicht der Stellungnahme des Elternbeirats, so ist dies gegenüber dem Elternbeirat zu begründen. 6Hat sich der Elternbeirat mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder gegen die Entlassung ausgesprochen, so kann die Entlassung nur im Einvernehmen mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde ausgesprochen werden.
(2) Im Entlassungsverfahren ist nach Lage des Falls der Schularzt oder der zuständige Schulpsychologe zur gutachtlichen Äußerung beizuziehen.
(3) 1Ein entlassener Schüler kann an einer anderen Schule aufgenommen werden. 2In die früher besuchte Schule darf er frühestens ein halbes Jahr nach der Entlassung, aber nur zu Beginn des Schuljahres, wieder eintreten; Voraussetzung ist, dass er sich inzwischen tadelfrei geführt hat und andere öffentliche Schulen der gleichen Schulart und Ausbildungsrichtung am Ort oder in zumutbarer Entfernung nicht besucht werden können. 3Ein nach Art. 86 Abs. 4 Satz 2 entlassener Berufsschüler ist bei Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses an der zuständigen Berufsschule wieder aufzunehmen; Gleiches gilt auf Antrag des Schülers auch ohne Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses frühestens drei Monate nach der Entlassung, wenn ein regelmäßiger Schulbesuch zu erwarten ist.
(4) Für Schüler, die bereits zweimal entlassen wurden, ist die Aufnahme in eine andere Schule der gleichen Schulart nur vom nächsten Schuljahr an mit Genehmigung des zuständigen Staatsministeriums zulässig, das auch die Schule bestimmt.
http://www.asamnet.de/~amgmg/unterr/bayeug_gso/indexeug.htm
Wenn du weiteren Beratungsbedarf hast, schick mir eine Mail:
doris.carnap@emgs.de
Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 19.10.2007, 09:23, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 17.10.2007, 00:44 Titel:
ich habe eine mail gesandt.
Unser Sohn gilt zudem als überdurchschnittlich begabt. Aber er konnte nie zeigen was er kann, ein Lehrer hat sogar ins Zeugnis geschrieben, es sei nicht richtig, das mal zu zeigen.
Kann es sein, dass das Fehlverhalten davon kommen kann, dass einem Kind nicht geholfen wurde, seine Talente zu zeigen ??
Wo kann man sich - außer der Psychiatrie - da hin wenden ??
Ist villeicht ne dumme Frage, aber könnte ein Kind, das die Klasse hätte am Gymnasium wiederholen dürfen - evtl. wieder ans Gymmi zurück. ?? Dort war er eigentlich glücklich und als wir ihn nicht haben wiederholen lassen, haben wirs eigentlich nur gut gemeint.
Verfasst am: 17.10.2007, 19:40 Titel:
Jetzt heißt es auch noch, dass unser Sohn keinen Anspruch auf einen Realschulplatz an einer anderen Schule hätte, obwohl er die Aufnahmeprüfung bestanden hatte.
Verfasst am: 19.10.2007, 09:55 Titel:
toto:...," aber könnte ein Kind, das die Klasse hätte am Gymnasium wiederholen dürfen - evtl. wieder ans Gymmi zurück. ?? Dort war er eigentlich glücklich und als wir ihn nicht haben wiederholen lassen, haben wirs eigentlich nur gut gemeint.
Das könnte man über das Schulamt versuchen. Ein Wechsel zurück ist normalerweise wesentlich schwieriger, denn gerade in der Pubertät gehen die Noten oft in den Keller. Noten haben aber wenig mit Leistungsfähigkeit zu tun. Die die nächste Möglichkeit zu wechseln besteht in der 10. Klasse ? ist das als Ziel für deinen Sohn akzeptabel?
Das Verhalten deines Sohnes könnte mit diesem, von ihm ungewollten (?), Wechsel zusammenhängen. Versuch herauszufinden, wogegen dein Sohn protestiert. Ist der schulpsychologische Dienst schon eingeschaltet? Den könntest du zur Unterstützung gebrauchen.
toto: ?Jetzt heißt es auch noch, dass unser Sohn keinen Anspruch auf einen Realschulplatz an einer anderen Schule hätte, obwohl er die Aufnahmeprüfung bestanden hatte.?
Bei den weiterführenden Schulen haben Schüler grundsätzlich keinen Anspruch mehr eine bestimmte Schule zu besuchen, es geht nur um die Schulform. Ob sie bei der gewünschten Schule aufgenommen werden, hängt auch davon ab, ob dort Platz ist und der ist bei großer Nachfrage häufig begrenzt. Gab es eine Begründung für die Absage?
Zuletzt bearbeitet von Doris Carnap am 19.10.2007, 17:44, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 19.10.2007, 17:00 Titel:
Haben jetzt Kontakt zu anderen Schulen. Wurde uns nun mal richtig erklärt und wir werden den weiteren Weg wohl finden. Es gibt sowieso noch ein paar Sachen denen man auf den Grund gehen muss.
Im Moment ist die Realschule schon noch aktuell.
Nur wenn die noch lange rummachen, dann kommt unser Sohn komplett aus dem Rhytmus und dann reichen zum Schluss die Noten nicht mehr.