Source: http://strafverteidigung-roehrich.de/rechtsanwalt-strafrecht/verteidigungsarten.html
Timestamp: 2020-02-22 22:35:02
Document Index: 27536073

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 137', '§ 137', '§ 112', '§ 126', '§ 275', '§ 81', '§ 397', '§ 140']

Arten der Verteidigung - Strafverteidigung Essen - Strafrecht - Nadine Röhrich - Rechtsanwalt - Ordnungswidrigkeit
Gem. § 138 Absatz 1 StPO dürfen nur zugelassene Rechtsanwälte und Rechtslehrer an deutschen Hochschulen einen Beschuldigten, Angeschuldigten oder Angeklagten verteidigen. Mehr als drei gleichzeitig tätige Verteidiger lässt § 137 Absatz 1 Satz 2 StPO nicht zu.
Nach § 137 Absatz 1 StPO kann ein Verteidiger in jeder Lage des Verfahrens vom Beschuldigten hinzugezogen werden, dh im Ermittlungsverfahren, Zwischenverfahren oder erst im Hauptverfahren.
Wenn der Beschuldigte einen Rechtsanwalt hinzuzieht, ohne dass eine notwendige Verteidigung besteht, nennt man das Wahlverteidiger.
Gem. 140 StPO gibt es jedoch auch Fälle, in denen eine notwendige Verteidigung besteht:
„(1) Die Mitwirkung eines Verteidigers ist notwendig, wenn
gegen einen Beschuldigten Untersuchungshaft nach den §§ 112, 112a oder einstweilige Unterbringung nach § 126a oder § 275a Absatz 6 vollstreckt wird.
zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung nach § 81 in Frage kommt.
dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Abs. 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist.
(3) Die Bestellung eines Verteidigers nach Absatz 1 Nr. 5 kann aufgehoben werden, wenn der Beschuldigte mindestens zwei Wochen vor Beginn der Hauptverhandlung aus der Anstalt entlassen wird. Die Bestellung des Verteidigers nach Absatz 1 Nr. 4 bleibt unter den in Absatz 1 Nr. 5 bezeichneten Voraussetzungen für das weitere Verfahren wirksam, wenn nicht ein anderer Verteidiger bestellt wird.“
In diesen Fällen nennt man den Verteidiger dann Pflichtverteidiger. Dieser wird von dem Gericht bestellt, selbst wenn der Beschuldigte keinen Verteidiger möchte. Der Beschuldigte kann jedoch einen Rechtsanwalt bennen, der dann zum Pflichtverteidiger bestellt wird.
§ 140 StPO ist eine Konkretisierung des Rechtsstaatsprinzips. Mit diesem Instrument der notwendigen Verteidigung und mit der Bestellung eines Verteidigers, ohne Rücksicht auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschuldigten / Angeklagten, sichert der Gesetzgeber das Interesse, das der Rechtsstaat an einem prozessordnungsgem. Strafverfahren und zu diesem Zweck nicht zuletzt an einer wirksamen Verteidigung des Beschuldigten / Angeklagten hat.