Source: https://www.recht-freundlich.de/abmahnung-urheberrechtlich-filesharing/wie-wird-der-urheber-im-gesetz-geschuetzt
Timestamp: 2019-06-18 15:57:42
Document Index: 8560194

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 12', '§ 15', '§ 31', '§ 44', '§ 64']

Das Urheberrecht ist ein in Deutschland viel diskutiertes Rechtsgebiet, denn es stehen sich besonders im digitalen Zeitalter die Interessen verschiedene Gruppierungen gegenüber und ein Ausgleich muss erzielt werden – auf der einen Seite möchte der Urheber “Herr über sein Werk” bleiben und, wenn möglich, auch einen wirtschaftlichen Gewinn erzielen. Dabei räumt er anderen Rechteinhabern Nutzungsrechte ein, beispielsweise seinem Verlag oder der Plattenfirma – hier treten dann rein wirtschaftliche Interessen hinzu. Letztlich gibt es noch die normalen “Nutzer der Werke”, die besonders im Internet ein neues, anderes Verständnis von Urheberrecht aufweisen und gerne frei die Werke teilen wollen. Im Folgenden zeigen wir auf, wie der Urheber überhaupt durch das Urheberrechtsgesetz geschützt ist und welche Rechte ihm zustehen.
Beziehung zum Werk
Der Gesetzgeber sieht in § 11 UrhG vor, den Urheber in seiner geistigen, persönlichen Beziehung zum Werk und in der Nutzung seines Werkes zu schützen. Deshalb hat der Gesetzgeber das Recht des Urhebers mit Ausstrahlungen sowohl nach der vermögensrechtlichen als auch nach der persönlichkeitsrechtlichen Seite ausgestaltet. Dies wird besonders durch die engen Verflechtungen der persönlichkeitsrechtlichen und vermögensrechtlichen Seite des Urheberrechts deutlich, wenn beispielsweise eine unerlaubte Vervielfältigung neben vermögensrechtlichen Folgen auch in das Urheberpersönlichkeitsrecht (z.B. Veröffentlichungsrecht) des Urhebers eingreift. Um diesen beiden Ausprägungen nachzukommen, gewährt das Urheberrecht dem Urheber positive Nutzungsrechte, negative Verbotsrechte und Vergütungsansprüche. Zur Entstehung des urheberrechtlichen Schutzes bedarf es keiner weiteren Handlung des Urhebers als der Schöpfung an sich.
Das Urheberpersönlichkeitsrecht ist eine rechtlich selbstständige Erscheinungsform des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es ist in den §§ 12 bis 14 UrhG geregelt und umfasst das Veröffentlichungsrecht, das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft und den Schutz vor Entstellung des Werkes. Das Urheberpersönlichkeitsrecht ist nicht übertragbar.
Die Verwertungsrechte des Urhebers sind in §§ 15 bis 24 UrhG geregelt und umfassen die körperliche und unkörperliche Verwertung. Zur körperlichen Verwertung gehören das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht und das Ausstellungsrecht. Die unkörperliche Verwertung geschieht in Form der öffentlichen Wiedergabe und umfasst das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das Senderecht, das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger und das Recht der Wiedergabe von Funksendungen. Diese Verwertungsrechte sind nicht abschließend, sondern als Beispiele aufgezählt.
Über die §§ 31 ff. UrhG kann der Urheber einfache oder ausschließliche Nutzungsrechte an seinem Werk einräumen und kann sich auf seine dort geregelten Vergütungsansprüche berufen. Die Verwertungsrechte als solche sind nicht übertragbar, weil auch die Verwertungsrechte insbesondere durch das Veröffentlichungsrecht des Urhebers einen persönlichkeitsrechtlichen Anteil aufweisen.
Alle Verwertungsrechte des Urhebers unterliegen den Schrankenbestimmungen der §§ 44a ff. UrhG Die Schutzdauer des Urheberrechts bestimmt sich nach den §§ 64-69 UrhG und dauert 70 Jahre über den Tod des Urhebers fort.