Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=256
Timestamp: 2019-02-17 18:19:10
Document Index: 333749203

Matched Legal Cases: ['§ 4115', '§ 4116', '§ 4121', '§ 4115', '§ 4116', '§ 4121', '§ 4115', '§ 4116', '§ 4121', '§ 210', '§ 4115', '§ 4116', '§ 4121']

barbirer, bader, künstler etc; Handwerk hinge-
gen, wo die arbeit mehr tut, als der verstand. Die
professionisten stehen in gesellschaften, aembtern,
oder gilden; die handwerker aber in zünften, in-
nungen, gaffeln etc. Waaren heissen dijenige be-
wegliche dinge, welche im handel, ausser den vi-
ctualien, welche man zum markte bringet, verkeret,
und verkaufet werden, oder bewegliche güter, wel-
che zur bequemlichkeit, und nohtdurft des mensch-
lichen lebens dinen, und des endes angeschaffet wer-
den, um solche gegen andere sachen, oder baares
gelt, mit vorteile, zu verkauffen, auch umzusezen.
Solchemnach ist ein kauf- und handelsmann:
welcher mit solchen waaren einen handel im gan-
zen treibet, auch wohl schiffe auf der see zu disem
endzwecke hat. Wovon allso die krämer, gewandt-
schneider, höcker zu unterscheiden sind. Dijenige,
welche zu einer kaufmanns- und handlungsgilde
nicht gehören, dürfen keinen handel mit kaufmanns-
waaren treiben, Freiherr von Cramer in wezlar.
nebenstunden XXIIIten th., s. 3 fgg., Diet. Herm.
Kemmerich de collegiis mercator. Jena 1739, 4t,
Mevius P. 1, decis. 508, Barth. Leonh.
Schwendendörfer de priuilegiis mercatorum,
Leipz. 1685.
von den han-
delsleuten,
Die handelschaft ist sowohl vilerlei (§ 4115,
des IIten th.), als auch die waaren mancherlei sind
(§ 4116 fgg. des IIten th.). Man hat allso wein-
fisch- holz- vih- roß- eisen- kupfer- feder- etc hände-
ler (§ 4121 des IIten th.). Da nun die städte in
Teutschlande durch die handelung besonders em-
por gekommen sind; so nennete man die handels-
städte: hansestädte, das ist kaufmannsstädte, han-
delungtreibende städte (emporia), Kais. wahlcap.
barbirer, bader, kuͤnſtler ꝛc; Handwerk hinge-
gen, wo die arbeit mehr tut, als der verſtand. Die
profeſſioniſten ſtehen in geſellſchaften, aembtern,
oder gilden; die handwerker aber in zuͤnften, in-
nungen, gaffeln ꝛc. Waaren heiſſen dijenige be-
wegliche dinge, welche im handel, auſſer den vi-
und verkaufet werden, oder bewegliche guͤter, wel-
che zur bequemlichkeit, und nohtdurft des menſch-
lichen lebens dinen, und des endes angeſchaffet wer-
den, um ſolche gegen andere ſachen, oder baares
gelt, mit vorteile, zu verkauffen, auch umzuſezen.
Solchemnach iſt ein kauf- und handelsmann:
welcher mit ſolchen waaren einen handel im gan-
zen treibet, auch wohl ſchiffe auf der ſee zu diſem
endzwecke hat. Wovon allſo die kraͤmer, gewandt-
ſchneider, hoͤcker zu unterſcheiden ſind. Dijenige,
nicht gehoͤren, duͤrfen keinen handel mit kaufmanns-
nebenſtunden XXIIIten th., ſ. 3 fgg., Diet. Herm.
Mevius P. 1, deciſ. 508, Barth. Leonh.
Schwendendoͤrfer de priuilegiis mercatorum,
ſtaͤdten.
Die handelſchaft iſt ſowohl vilerlei (§ 4115,
des IIten th.), als auch die waaren mancherlei ſind
(§ 4116 fgg. des IIten th.). Man hat allſo wein-
fiſch- holz- vih- roß- eiſen- kupfer- feder- ꝛc haͤnde-
ler (§ 4121 des IIten th.). Da nun die ſtaͤdte in
Teutſchlande durch die handelung beſonders em-
por gekommen ſind; ſo nennete man die handels-
ſtaͤdte: hanſeſtaͤdte, das iſt kaufmannsſtaͤdte, han-
delungtreibende ſtaͤdte (emporia), Kaiſ. wahlcap.
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[232/0256] XXXVII haubtſtuͤck, barbirer, bader, kuͤnſtler ꝛc; Handwerk hinge- gen, wo die arbeit mehr tut, als der verſtand. Die profeſſioniſten ſtehen in geſellſchaften, aembtern, oder gilden; die handwerker aber in zuͤnften, in- nungen, gaffeln ꝛc. Waaren heiſſen dijenige be- wegliche dinge, welche im handel, auſſer den vi- ctualien, welche man zum markte bringet, verkeret, und verkaufet werden, oder bewegliche guͤter, wel- che zur bequemlichkeit, und nohtdurft des menſch- lichen lebens dinen, und des endes angeſchaffet wer- den, um ſolche gegen andere ſachen, oder baares gelt, mit vorteile, zu verkauffen, auch umzuſezen. Solchemnach iſt ein kauf- und handelsmann: welcher mit ſolchen waaren einen handel im gan- zen treibet, auch wohl ſchiffe auf der ſee zu diſem endzwecke hat. Wovon allſo die kraͤmer, gewandt- ſchneider, hoͤcker zu unterſcheiden ſind. Dijenige, welche zu einer kaufmanns- und handlungsgilde nicht gehoͤren, duͤrfen keinen handel mit kaufmanns- waaren treiben, Freiherr von Cramer in wezlar. nebenſtunden XXIIIten th., ſ. 3 fgg., Diet. Herm. Kemmerich de collegiis mercator. Jena 1739, 4t, Mevius P. 1, deciſ. 508, Barth. Leonh. Schwendendoͤrfer de priuilegiis mercatorum, Leipz. 1685. § 210 Die handelſchaft iſt ſowohl vilerlei (§ 4115, des IIten th.), als auch die waaren mancherlei ſind (§ 4116 fgg. des IIten th.). Man hat allſo wein- fiſch- holz- vih- roß- eiſen- kupfer- feder- ꝛc haͤnde- ler (§ 4121 des IIten th.). Da nun die ſtaͤdte in Teutſchlande durch die handelung beſonders em- por gekommen ſind; ſo nennete man die handels- ſtaͤdte: hanſeſtaͤdte, das iſt kaufmannsſtaͤdte, han- delungtreibende ſtaͤdte (emporia), Kaiſ. wahlcap. art.
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/256
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 232. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/256>, abgerufen am 17.02.2019.