Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/ermessensausuebung-bei-der-marktzulassung-312346
Timestamp: 2019-11-15 05:50:01
Document Index: 16810319

Matched Legal Cases: ['§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 39', '§ 70', '§ 39', '§ 70', '§ 70']

Ermes­sens­aus­übung bei der Markt­zu­las­sung | Rechtslupe
Ermessensausübung bei der Marktzulassung
§ 70 Abs. 1 GewO bestimmt, dass Jeder­mann, der dem Teil­neh­mer­kreis eines Mark­tes ange­hört, nach Maß­ga­be der für alle Ver­an­stal­tungs­teil­neh­mer gel­ten­den Bestim­mun­gen zur Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung berech­tigt ist. Da aller­dings ein Markt nicht end­los wach­sen kann, son­dern immer nur in einem räum­lich begrenz­ten Umfeld statt­fin­det, kann der Ver­an­stal­ter aus sach­lich gerecht­fer­tig­ten Grün­den, ins­be­son­de­re wenn der zur Ver­fü­gung ste­hen­de Platz nicht aus­reicht, ein­zel­ne Aus­stel­ler, Anbie­ter oder Besu­cher von der Teil­nah­me aus­schlie­ßen, § 70 Abs. 3 GewO. Auch kann der Ver­an­stal­ter, wenn es für die Errei­chung des Ver­an­stal­tungs­zwecks erfor­der­lich ist, den Markt auf bestimm­te Aus­stel­ler­grup­pen, Anbie­ter­grup­pen und Besu­cher­grup­pen beschrän­ken, soweit dadurch gleich­ar­ti­ge Unter­neh­men nicht ohne sach­lich gerecht­fer­tig­ten Grund unmit­tel­bar oder mit­tel­bar unter­schied­lich behan­delt wer­den, § 70 Abs. 2 GewO.
Soweit der Markt durch die ört­li­che Kom­mu­ne ver­an­stal­tet wird, kann die Gemein­de selbst­ver­ständ­lich auch die Anbie­ter­aus­wahl tref­fen, wobei ihr ein weit­rei­chen­des Ermes­sen zusteht, des­sen Aus­übung die Gemein­de gegen­über den abge­lehn­ten Bewer­bern aller­dings im Ein­zel­fall begrün­den muss, §§ 39, 40 VwVfG.
Wie jetzt das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schied, ver­langt eine den Grund­rechts­schutz sichern­de Ver­fah­rens­ge­stal­tung für alle Bewer­ber auf Zulas­sung zu einer fest­ge­setz­ten Ver­an­stal­tung (§ 70 Abs. 1 – 3 GewO) ein gericht­lich über­prüf­ba­res Ver­fah­ren 1. Die bei der Ableh­nung einer bean­trag­ten Markt­zu­las­sung erfor­der­li­che Ermes­sens­be­grün­dung (§§ 39,40 VwVfG) muss dem erfolg­lo­sen Bewer­ber daher recht­zei­tig, grund­sätz­lich spä­tes­tens mit dem Abschluss des ver­wal­tungs­be­hörd­li­chen Ver­fah­rens gege­ben wer­den 2.
Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 5. August 2009 – 7 ME 80/​09
Nds. OVG, Urteil vom 16.06.2005 – 7 LC 201/​03 -, NVwZ-RR 2006, 177, 179[↩]
Landmann/​Rohmer, GewO, Lose­blatt, § 70 Rn. 10, 31; Tettinger/​Wank, GewO, 7. Aufl. 2004, § 70 Rn. 56[↩]
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