Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgtiergarten_2016
Timestamp: 2018-01-20 22:53:43
Document Index: 28130823

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 11', '§ 11', '§ 4', '§ 19', '§ 73', '§ 4', '§ 2']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Tiergarten“
(GVBl.II/95, [Nr. 64], S.595)
geändert durch Artikel 19 der Verordnung vom 10. Juni 2016
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in der Stadt Königs Wusterhausen und den Gemeinden Senzig und Zeesen (Landkreis Dahme-Spreewald) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Tiergarten".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 158 Hektar. Es umfaßt in den Gemarkungen
Königs Wusterhausen Flur 19 Flurstücke 53, 57, 59-63, 65/1, 65/2, 66, 67/2, 69, 70, 72, 77, 17/2 anteilig (nur die Fläche östlich des vom Krebssee nach Süden führenden Grabens), 64 anteilig (nur die Fläche östlich des vom Krebssee nach Süden führenden Grabens), 54, 56 jeweils anteilig (nur der Grünlandstreifen entlang des Bruchwaldes), 71, 75, 76 jeweils anteilig (nur Ostteil der Flurstücke, westlich begrenzt durch die Fasanenstraße), 78 anteilig (ohne die bebauten Anteile im Nordwesten);
Senzig Flur 1 Flurstück 1/2 anteilig (10 Meter Gewässerstreifen am Westufer des Krimnicksees);
Flur 2 Flurstücke 1, 4-23, 25, 26, 68, 70-72, 73, 74-80, 24 anteilig (nur der Ödlandanteil im Norden), 81 anteilig (Straßenanteil);
Flur 7 Flurstücke 1/1, 1/3 anteilig (begrenzt durch die Abgrenzung der Wochenendgrundstücke),1/4 anteilig (begrenzt durch die Abgrenzung der Wochenendgrundstücke);
Zeesen Flur 3 Flurstücke 1 anteilig, 2-4, 30, 31.
Eine Kartenskizze ist der Verordnung zur Orientierung als Anlage 1 beigefügt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführten zwei topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit den Blattnummern 1 und 2 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 2 aufgeführten fünf Flurkarten mit den Blattnummern 1 bis 5.
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wildwachender Pflanzengesellschaften, insbesondere der bestehenden Vielfalt von naturnahen Waldgesellschaften, einschließlich der durch die historischen Nutzungen des Gebietes entstandenen Besonderheiten, der großflächigen Röhrichte, der die Niederungen besiedelnden Erlen- und Weidenbrüche, der naturnahen Fließgewässer (u. a. des Fanggrabens) mit ausgeprägten Uferpflanzengesellschaften;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere
der vom Aussterben bedrohten, an aquatische Lebensräume gebundenen Säugetiere und Reptilien,
von Vogelarten, die an reichstrukturierte und großflächige Feuchtgebiete gebunden sind, insbe-sondere Höhlenbrüter und Rallen,
von Arten, wie zum Beispiel Fledermäuse, die an das Vorhandensein naturnaher Waldkomplexe gebunden sind,
von Großschmetterlingsarten, die an Grenzlebensräume zwischen Wald und Offenlandschaft gebunden sind;
aus ökologischen Gründen zum Erhalt eines ökologischen Ausgleichspotentials in dem durch zunehmenden Besiedelungsdruck geprägten Gebiet, zur Revitalisierung von Feuchtwiesen, die durch Übernutzung und nachfolgende Nutzungsaufgabe gefährdet sind sowie zur Sicherung des Biotopverbundes Dahmegewässer - Pätzer Seen.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Tiergarten“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae), Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli), Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra) und Bitterling (Rhodeus amarus) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
zu baden, zu tauchen oder Eisflächen zu betreten oder zu befahren;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher dafür genutzten Flächen;
die im Sinne von § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß Kirrungen auf nährstoffarmen Standorten wie Moorböden und Magerrasen verboten sind;
(2) Die im § 4 dieser Verordnung für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und andere beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Der Genehmigungsvorbehalt nach § 19 Abs. 3 Satz 2 des Landeswaldgesetzes bleibt unberührt.
(1) Ordnungswidrig im Sinne § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Soweit nichts anderes bestimmt ist, gehen die Vorschriften dieser Verordnung anderen naturschutzrechtlichen Schutzausweisungen im Bereich des im § 2 genannten Gebietes vor.
Potsdam, den 30. Juni 1995
Titel: Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Tiergarten“
1 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung (MUNR)
2 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR
Titel: Anlage zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Tiergarten“
1 Königs Wusterhausen 19 2 000 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR
2 Senzig 1 5 000 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR
3 Senzig 2 3 000 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR
4 Senzig 7 1 000 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR
5 Zeesen 3 3 000 unterzeichnet am 18. September 1995 von dem Bearbeiter Herrn Dietmar, Siegelnummer 9 des MUNR