Source: http://hebammenzentrum.at/index.php/2-uncategorised/227-hebammengesetz
Timestamp: 2018-03-21 16:26:52
Document Index: 137941327

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 18', '§ 6', '§ 7', '§ 37', '§ 3', '§ 10', '§ 39', '§ 1']

Der Hebammenberuf zählt, wie z.B. auch die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Heilmasseure oder Sanitäter, zu den sogenannten nichtärztlichen Gesundheitsberufen. Die gesetzliche Grundlage stellt das Hebammengesetz von 1994 in der jeweils geltenden Fassung dar. Der Tätigkeitsbereich der Hebamme wird in § 2 zuerst allgemein dargestellt und anschließend beispielhaft aufgezählt:
§ 2. (1) Der Hebammenberuf umfasst die Betreuung, Beratung und Pflege der Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerin, die Beistandsleistung bei der Geburt sowie die Mitwirkung bei der Mutterschafts- und Säuglingsfürsorge.
Die Hebamme darf also eigenverantwortlich Frauen mit einem physiologischen Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sowie gesunde Neugeborene betreuen. Bei regelwidrigen oder gefahrdrohenden Zuständen ist das Beiziehen einer Ärztin/eines Arztes erforderlich. Die Grenzen der eigenverantwortlichen Berufsausübung sind in § 4 wiederum zunächst allgemein umrissen und anschließend beispielhaft aufgelistet (z.B. Mehrlingsgeburten, Frühgeburten, starke Blutungen, regelwidrige Herztöne...). Der Verdacht oder das Auftreten dieser regelwidrigen und gefahrdrohenden Zustände stellt gleichzeitig die Grenze zur hebammengeleiteten Hausgeburtshilfe dar. Unter Hinzuziehung einer Ärztin/eines Arztes geht die Verantwortung auf diese/n über.
Hebammen dürfen ihren Beruf freiberuflich und / oder im Rahmen eines Dienstverhältnisses ausüben (§ 18).
Hebammen haben ihren Beruf ohne Unterschied der Person gewissenhaft auszuführen und dürfen im Notfall ihre fachkundige Hilfe nicht verweigern (§ 6). Sie unterliegen der Schweige- und Dokumentationspflicht, der Fortbildungsverpflichtung sowie personenstandsrechtlichen Pflichten (z.B. Geburtsanzeige). Weiters haben sie die Frauen über Ausmaß und Kosten der Hebammenbetreuung aufzuklären. (§§ 7-9 und § 37.)
Nicht nur für Hebammen, auch für werdende Eltern wichtig ist der § 3:
Dieser Paragraph hat unter anderem personenstandsrechtliche Gründe. Durch eine ganzheitliche Betreuung der Frauen durch eine Hebamme wird ein positiver Einfluss auf den Geburtsverlauf erwartet.
Abschnitt 3 (§§ 10-22) regelt die Berufsberechtigung (z.B. Eigenberechtigung und Vertrauenswürdigkeit, Eintrag ins Hebammenregister, Hebammenausweis, Qualifikationsnachweise, Gründe für Entziehung oder vorläufige Untersagung der Berufsberechtigung...), Abschnitt 6 (§§ 39-53) legt den Wirkungskreis der gesetzlichen Standesvertretung der Hebammen, also des Österreichischen Hebammengremiums, fest. Die Grundlage der Hebammenausbildung stellt die FH-Hebammenausbildungsverordnung von 2006 dar. Im Zuge des Bologna-Prozesses erfolgte die Umstellung auf eine dreijährige Ausbildung an der Fachhochschule mit akademischem Abschluss.
In § 1 beantwortet das Hebammengesetz übrigens auch eine uns sehr häufig gestellte Frage: In Österreich lautet die Berufsbezeichnung für männliche Hebammen ebenfalls Hebamme. Es gibt in Österreich bis jetzt keinen Mann, der den Hebammenberuf ausübt, der erste männliche Hebammenstudent absolviert aber gerade seine Ausbildung in Wien.