Source: https://www.peterlang.com/view/9783631782125/html/ch11.xhtml
Timestamp: 2019-05-22 15:33:37
Document Index: 252430207

Matched Legal Cases: ['§3', '§3', '§ 263', '§ 331', '§ 370', '§ 399', '§ 331', '§ 266']

§3 Der verjährungsrechtliche Beendigungsbegriff im Wirtschaftsstrafrecht : Verjährungsbeginn im Wirtschaftsstrafrecht. Eine Untersuchung der nachtatbestandlichen Unrechtsphase anhand einiger ausgewählter Delikte des Wirtschaftsstrafrechts
§3 Der verjährungsrech...
Nachdem sich das vorangegangene Kapitel mit dem abstrakten Verständnis zwischen dem Zeitablauf und dem Verhältnis der personalen Unrechtslehre zu einer nachtatbestandlichen Unrechtsphase beschäftigt hat, werden im Folgenden die herausgearbeiteten Thesen auf ausgewählte Wirtschaftsstrafdelikte übertragen. In der Einleitung wurde bereits dargelegt, weshalb dieser Bereich des Strafrechts im Besonderen geeignet ist, die Nachvollendungsphase entsprechend zu untersuchen. Dies liegt an der häufig als Gefährdungsdelikt ausgestalteten Deliktsumschreibung, bei der das Umschlagen in einen tatsächlichen Schaden einen Aufschub der Verjährung bedeuten könnte. Ähnliches wird vor dem Hintergrund der Konstruktion einer schadensgleichen Vermögensgefährdung bei Betrug und Untreue zu diskutieren sein. Schließlich beabsichtigt der Delinquent häufig durch einen zeitlich gestreckten Geschehensablauf, den Strafverfolgungsbehörden zu entgehen.
Als Kernelement des (wirtschafts-)strafrechtlichen Vermögensschutzes hat der Betrugstatbestand des § 263 StGB, neben externen Ausdehnungsbestrebungen wie der Schaffung von Spezialtatbeständen650, innerhalb der Vorschrift einige Modifikationen erhalten. Daneben tritt diese Norm regelmäßig neben den Bestechungsdelikten der §§ 331 ff. StGB, der Steuerhinterziehung nach § 370 AO, den Bilanzfälschungsdelikten des AktG und des HGB (§§ 399, 400, 403 AktG und §§ 331, 332 HGB) sowie dem Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt nach § 266a StGB auf.
Aufgrund des nahezu unveränderten Wortlauts seit der Einführung im Rahmen des RStGB, musste die Rechtsprechung u. a. aufgrund des gesellschaftlichen- und technischen Wandels, einige Tatbestandsmerkmale aufweichen. Da die Untersuchung der verjährungsrechtlichen Komponenten (Handlungs- und ←157 | 158→Erfolgsunrecht sowie Unterbrechungszäsuren) unmittelbar mit den einzelnen Tatbestandsmerkmalen und deren jeweiliger...