Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Forderungen-EOS-Deutscher-InkassoDienst--f336658.html
Timestamp: 2020-02-29 09:52:21
Document Index: 277084156

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 34', '§11', '§11', '§ 305', '§ 195', '§ 197', '§ 766']

Forderungen EOS Deutscher InkassoDienst - frag-einen-anwalt.de
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| 13.01.2020 11:17 |
Ich habe von EOS haargenau zwei Forderungen erhalten. Beide "ehemals Seiler & Kollegen", "etwa gleicher Zeitraum" und "Telekom" - Ich schreibe hier jetzt aber nur über eine Forderung:
Daraufhin habe ich diese Mail erhalten:
"...die oben genannte Forderung wurde bereits durch das zuständige Mahngericht unter der
Geschäftsnummer 00591456001 mit dem Datum 16.02.2001 rechtskräftig tituliert.
wurde. Die Forderung verjährt dadurch frühestens nach 30 Jahren. Es besteht
nach der Titulierung zu spät. Daher werden auch keine Unterlagen mehr hierzu überlassen.
nicht möglich sein, füllen Sie bitte die beigefügte Anlage aus und senden uns diese umgehend
mit einem Rückzahlungsvorschlag zurück.
Nutzen Sie zur sicheren Online-Bezahlung unser Serviceportal: www.eos-serviceportal.de."
(Das ist alles an Forderungsaufstellung, was sie geschickt haben; außerdem ist kein Gericht genannt worden)
ich habe Ihr Schreiben vom 07.01.2020 per Mail erhalten.
Ich bitte nochmalig um Zusendung folgender Unterlagen:
einen Nachweis des Forderungsübergangs oder Gläubigervollmacht gemäß BGB § 174
Datenauskunft gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz
Titel der Forderung (bzw. Titelkopie) gemäß §11a RDG
Außerdem bitte ich um Streichung der verjährten Zinsen, die zwischen der Titulierung und dem 01.01.2017 angefallen sind.
Für die Zusendung der geforderten Unterlagen, Titelkopie und bereinigten und detaillierten Forderungsaufstellung setze ich Ihnen eine Frist bis 20.01.2020
Bei Weigerung werde ich Beschwerde beim Aufsichtsgericht einlegen und ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen §11a RDG beantragen.
Sobald ich die angeforderten Unterlagen erhalten habe, werde ich mich unverzüglich und unaufgefordert mit Ihnen wegen einer Ratenzahlung bzw wegen eines Vergleichs in Verbindung setzen...."
Etwa am gleichen Tag erhielt ich wieder (zwei) Schreiben von EOS mit deren Bankverbindung und der Mitteilung, dass alle Zahlungen darüber laufen müssen und jeweils einer Kopie einer Vollmacht der Telekom - Datum der Vollmacht war der 07.01.2020.
Ich glaube aber nicht, dass das schon die Antwort auf mein Schreiben war. Auf deren Brief steht der 07.01.2020 als Datum (wie auch auf der Vollmacht) - und ich habe mein Schreiben erst am 09.01.2020 verschickt.
- Was kann ich tun, wenn EOS mir keine Titelkopie und detaillierte Forderungsaufstellung schickt?
- Wie kann das zusammenpassen: Aufforderung zur Zahlung im Dezember 2019 und Vollmacht der Telekom erst vom 07.01.2020?
- Warum wird im ersten Schreiben im Dezember geschrieben, dass die Forderung übergeht von Seiler & Kollegen und in der Vollmacht steht, dass die Forderung übergeht von EOS SAF Forderungsmanagement?
- Ist der Zeitraum zum Streichen der verjährten Zinsen (zwischen der Titulierung und dem 01.01.2017) korrekt?
- Wie sieht es mit Verwirkung einer titulierter Forderung aus? Die beiden Forderungen sind schon 19 Jahre alt und ich habe seitdem (nach meiner Erinnerung) nichts mehr davon gehört?
Ich muss noch dazu sagen, dass ich nicht weiß, ob die Forderung(en) gerechtfertigt sind oder nicht. Ich hatte früher sehr viele Schulden bei verschiedenen Gläubigern und dachte eigentlich, dass ich seit 4-5 Jahren schuldenfrei sei...
Gerade auch deshalb möchte ich wissen, ob das wirklich mich betrifft oder es sich um eine Verwechslung handelt.
Ich danke Ihnen im voraus für die Antworten und Hilfe.
Einsatz editiert am 13.01.2020 12:42:37
Forderung Forderung Zahlung Telekom Seiler
1. Anspruch auf Titelkopie
Im außergerichtlichen Bereich besteht kein Anspruch darauf, dass Ihnen eine Kopie des Titels oder gar das Original vorgelegt wird. Dies ist nur dann der Fall wenn eine Vollstreckung gegen Sie durch z.B. den Gerichtsvollzieher erfolgt. Hier wird dann aber schon vom Amts wegen das Vorliegen eines Titels geprüft.
Um eine Kopie zu erlangen empfehle ich sich an das Mahngericht Berlin-Brandenburg zu wenden, Schönstedtstr. 5, 13357 Berlin, Tel. 030 901560. Soweit Sie bei Erlass des Mahnbescheides in einem anderen Bundesland gewohnt haben müssen Sie sich an das dortige Mahngericht wenden.
2. Anspruch auf Forderungsaufstellung
Hier ist es ähnlich wie bei dem Anspruch auf einen Titel, bei der Vollstreckung wird der Gläubiger meist von sich aus eine qualifizierte Forderungsaufstellung mitsenden. Weiterhin ist bei einem Einigungsversuch nach § 305 Insolvenzordnung der Gläubiger verpflichtet, eine entsprechende Aufstellung mitzusenden. Ansonsten gibt es keine greifbare gesetzliche Pflicht eine ausführliche Ausfstellung zu übersenden.
Auch hier wäre erst im Vollstreckungsverfahren die Bevollmächtigung lückenlos nachzuweisen. Erfahrungsgemäß ist aber der DID das "richtige" Inkassoistitut, wenn es um Forderungen der Telekom geht. Von daher ist jedenfalls zu erwarten, dass im Vollstreckungsverfahren alle Unterlagen vorliegen werden.
4. Abtretung EOS SAF
Hier ist auch wieder darauf hinzuweisen, dass bei der Vollstreckung dann wohl eine ausführliche Darstellung der Forderungsabtretungen nebst Belegen erfolgen wird. Es ist erfahrungsgemäß davon auszugehen, dass die Forderung der Telekom an EOS SAF Forderungsmanagement abgetreten wurde und nunmehr durch den DID geltend gemacht wird.
5. Streichung der Zinsen
Grundsätzlich verjähren die Zinsen nicht, die bereits durch den Mahnbescheid festgesetzt worden sind. Diese können auch noch nach 30 Jahren oder ggf. später eingefordert werden. Für die Zinsen nach Erlass des Mahnbescheides gilt dann aber die Regelverjährung nach § 195 BGB. Allerdings kann diese Verjährung durch das Ergreifen von Vollstreckungsmaßnahmen verhindert werden, hier sollten Sie überlegen ob und wann gegen Sie in den vergangenen Jahren vollstreckt wurde. Genau beurteilen läßt sich die Höhe der Zinsen auch erst dann, wenn die Zinsen aus dem Titel ersichtlich sind.
6. Verwirkung
Eine Verwirkung des Titels gegen Sie bedürfte schon extrem besonderer Umstände, es gilt hier grundsätzlich die Verjährung von 30 Jahren nach § 197 Absatz 1 Nr. 3 BGB. Auch diese ist kann aber durch Vollstreckungsmaßnahmen verlängert werden und beginnt dann neu zu laufen.
Um zu einem für Sie befriedigenden Ergebnis zu kommen empfehle ich Ihnen dem DID ein Vergleichsangebot am Besten in Form einer Einmalzahlung zu unterbreiten und dabei Ihre finanziellen Verhältnisse möglichst negativ darzustellen. Erfahrungsgemäß ist man beim DID bei insbesondere älteren Forderungen der Telekom bereit auf erhebliche Teile (25-75%) der Gesamtforderung zu verzichten. Um ganz sicher zu gehen nicht zu viel zu zahlen können Sie natürlich noch vorher die Titelkopie anfordern. Alles was in diesem enthalten ist wird man zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr angreifen können. Wenn Sie dann also vergleichsweise weniger zahlen müssen Sie sich auch nicht mehr über die ansonsten fehlende Kooperationsbereitschaft ärgern.
Ich hoffe damit Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
Nachfrage vom Fragesteller	13.01.2020 | 14:40
Lieber Herr RA Fricke,
das mit dem Vergleich ist eine gute Idee, der ich nachgehen werde, wenn (oder wenn nicht) ich bis zum 20.01.2020 die angeforderten Unterlagen erhalten habe.
Meine Nachfrage aber:
Das heißt ja dann am Ende, ich kann vorher nicht prüfen, ob die Forderung gerechtfertigt ist oder nicht und muss - sollte ich nicht zahlen - damit rechnen muss, dass es bspw. eine Kontopfändung geben könnte?
Nocheinmal vielen Dank für die ausführliche Antwort und Ihen einen schönen Tag.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2020 | 15:10
im Prinzip haben Sie recht, begründet wird dies damit, dass Sie ja den Titel irgendwann mal zugestellt bekommen haben und daher kennen müssten.
im Falle eines gerichtlichen Vorgehens (Pfändung) haben Sie dann den Anpruch darauf eine Forderungsaufstellung zu erhalten und auch den Titel vorgelegt zu bekommen. Das Vollstreckungsgericht bzw. der Gerichtsvollzieher werden Ihnen diese dann vorlegen und Sie können bei Zweifeln auch nach § 766 Erinnerung gegen die Vollstreckung einlegen.
Allerdings ist der DID erfahrungsgemäß eher eines von den kooperationsbereiten Inkassoinstituten und sollte eigentlich auch den Titel in Kopie übersenden. Notfalls mehrfach anrufen bis Sie einen freundlichen Sachbearbeiter dort erreichen.
Bewertung des Fragestellers 13.01.2020 | 14:33
"Sehr sehr ausführliche Antwort auf meine Fragen. Super... Vielen Dank."
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.01.2020
Sehr sehr ausführliche Antwort auf meine Fragen. Super... Vielen Dank.