Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20103/07
Timestamp: 2020-01-20 05:35:27
Document Index: 61790855

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 379', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 103', 'BGH', 'BGH', '§ 144', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 144', 'BGH']

BGH, 17.09.2009 - I ZR 103/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2617
BGH, 17.09.2009 - I ZR 103/07 (https://dejure.org/2009,2617)
BGH, Entscheidung vom 17.09.2009 - I ZR 103/07 (https://dejure.org/2009,2617)
BGH, Entscheidung vom 17. September 2009 - I ZR 103/07 (https://dejure.org/2009,2617)
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ZPO § 379 Abs. 1; GKG § 17 Abs. 3
Beweislastverteilung i.R.e. von Amts wegen angeordneten Beweisaufnahme; Abhängigkeit der Durchführung einer von Amts wegen angeordneten Beweisaufnahme von der Zahlung eines Auslagenvorschusses durch die beweisbelastete Partei
Zur Quersubventionierung von Laborgemeinschaften II
Verfahrensrecht - Wer ist Beweisführer bei Beweisaufnahme von Amts wegen?
Beweisaufnahme von Amtes wegen: Vorschusspflicht der beweisbelasteten Partei? (IBR 2010, 1156)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.09.2009, Az.: I ZR 103/07 (So helfen Sie Ihrem Mandanten, Geld zu sparen)" von der PA-Redaktion, original erschienen in: PA 2010, 67 - 69.
NJW-RR 2010, 1059
MDR 2010, 472
GRUR 2010, 365
Der BGH hat in einem Urteil vom 17.9.2009 - in einem Streit zwischen zwei laborärztlichen Gemeinschaftspraxen wegen unzulässiger Anlockhandlungen durch Angebote nicht kostendeckender Preise bei O I- und O II-Laborleistungen - herausgestellt, dass es keine Vermutung dafür gebe, dass die Anlockhandlung auch die angestrebte Anlockwirkung - mit Schädigung der Konkurrenten - entfalte; es gebe nicht einmal eine Vermutung dafür, dass Ärzte ihre O III-Laboraufträge denselben Laborärzten gäben, denen sie die O I- und O II-Aufträge geben (BGH NJW-RR 2010, 1059, RdNr 14 = GesR 2010, 197, RdNr 14) .
Diese Entscheidungspraxis steht in Einklang mit den Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Union (vgl. EuGH…, Urteil vom 16. Juli 1998 - C- 210/96, Slg. 1998, I-4657 = GRUR Int. 1998, 795 Rn. 30 bis 35 - Gut Springenheide und Tusky;… Urteil vom 8. September 2009 - C-478/07, Slg. 2009, I-7721 = GRUR 2010, 143 Rn. 89 - American Bud II) und ist durch eine gefestigte Rechtsprechung des Senats geklärt (vgl. BGH, Urteil vom 2. Oktober 2003 - I ZR 150/01, BGHZ 156, 250, 255 - Marktführerschaft; Urteil vom 17. September 2009 - I ZR 103/07, GRUR 2010, 365 Rn. 15 = WRP 2010, 531 - Quersubventionierung von Laborgemeinschaften II;… Urteil vom 13. September 2012 - I ZR 230/11, BGHZ 194, 314 Rn. 32 - Biomineralwasser).
Hierzu verweist sie auf ein Urteil des BGH (MDR 2010, 472 = JB 2010, 265).
Hierfür spricht insbesondere auch die von der Beklagten zur Stützung ihrer Rechtsansicht in Bezug genommene Entscheidung des BGH (MDR 2010, 472 = JB 2010, 265).
Denn die Geschäfts- und die Verfahrensgebühr können bei materieller Betrachtung niemals gleichzeitig Gegenstand des Kostenfestsetzungverfahrens nach Abschluss eines zivilrechtlichen Verfahrens sein, weil vorgerichtlich entstandene Rechtsverfolgungskosten wie z. B. die Geschäftsgebühr nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nicht zu den Kosten des Rechtsstreits zählen und daher auch nicht im Kostenfestsetzungsverfahren nach den §§ 103, 104 ZPO festgesetzt werden können (vgl. BGH JurBüro 2006, 586 f.; JurBüro 2006, 140 f.; BGH, Beschluss vom 14. August 2008, Az. I ZR 103/07; Beschluss vom 22. Januar 2008, Az. VIII ZB 57/07).
Ein Fall der Beweiserhebung von Amts wegen nach § 144 Abs. 1 ZPO, bei der ein Vorschuss von einer der Parteien nicht angefordert werden darf (vgl. dazu BGH GRUR 2010, 365, zitiert nach juris, Rn. 18), liegt nicht vor.
Der BGH hat in einem Urteil vom 17.09.2009 - in einem Streit zwischen zwei laborärztlichen Gemeinschaftspraxen wegen unzulässiger Anlockhandlungen durch Angebote nicht kostendeckender Preise bei O I- und O II-Laborleistungen - herausgestellt, dass es keine Vermutung dafür gebe, dass die Anlockhandlung auch die angestrebte Anlockwirkung - mit Schädigung der Konkurrenten - entfalte; es gebe nicht einmal eine Vermutung dafür, dass Ärzte ihre O III-Laboraufträge denselben Laborärzten gäben, denen sie die O I- und O II-Aufträge geben (BGH NJW-RR 2010, 1059, RdNr 14 = GesR 2010, 197, RdNr 14).
LG Köln, 28.07.2010 - 23 O 289/08
Schadensersatz nach Verkehrsunfall im Zusammenhang mit einer HWS-Distorsion Grad …
Soweit sich die Beklagten in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung des BGH vom 17.09.2009 (I ZR 103/07) berufen, ist diese vorliegend schon deshalb nicht einschlägig, da sie die Anordnung einer Beweisaufnahme von Amts wegen betrifft.
Ebenso darf die Vornahme einer von Amts/Gerichts wegen gebotenen Beweisaufnahme nicht vom Eingang eines Vorschusses abhängig gemacht werden (BGH NJW 2000, 743; MDR 1976, 396; Urteil vom 17.09.2009 - I ZR 103/07 - Rdn. 18, 19 - Quersubventionierung von Laborgemeinschaften II).
OLG Düsseldorf, 06.11.2012 - 10 W 127/12
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Denn es wäre widersprüchlich, die in § 144 Abs. 1 ZPO enthaltene Durchbrechung des Beibringungsgrundsatzes auf der Ebene des Kostenrechts wieder aufzuheben (BGH I ZR 103/07, Urteil vom 17. September 2009, juris Rn. 18 f).