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Timestamp: 2019-06-18 22:47:03
Document Index: 95010607

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 118', '§ 42', '§ 118', '§ 207', '§ 124', '§ 207', '§ 207', '§ 42', '§ 38']

BMF v. 18.02.2011 - IV C 5 -S 2388/0-01 - NWB Datenbank
BMF v. 18.02.2011 - IV C 5 -S 2388/0-01BStBl 2011 I S. 213
BMF v. 18.02.2011 - IV C 5 -S 2388/0-01 BStBl 2011 I S. 213
Anrufungsauskunft als feststellender Verwaltungsakt; Anwendung der BFH-Urteile vom 30. April 2009 - VI R 54/07 (BStBl 2010 II S. 996) - und vom 2. September 2010 - VI R 3/09 (BStBl 2011 II S. 233) -
Mit Urteilen vom 30. April 2009 - VI R 54/07 - (BStBl 2010 II S. 996) und vom 2. September 2010 - VI R 3/09 - (BStBl 2011 II S. 233) hat der BFH unter Abänderung seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, dass die Erteilung und die Aufhebung (Rücknahme, Widerruf) einer Anrufungsauskunft nach § 42e Einkommensteuergesetz (EStG) nicht nur Wissenserklärungen (unverbindliche Rechtsauskünfte) des Betriebsstättenfinanzamts darstellen, sondern vielmehr feststellende Verwaltungsakte im Sinne des § 118 Satz 1 Abgabenordnung (AO) sind.
Die Rechtsgrundsätze der Urteile sind über die entschiedenen Einzelfälle hinaus anzuwenden. Für die Anrufungsauskunft nach § 42e EStG gelten die Regelungen in §§ 118 ff. AO unmittelbar, und zwar insbesondere:
Die Anrufungsauskunft kann darüber hinaus mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben oder geändert werden; § 207 Absatz 2 AO ist sinngemäß anzuwenden. Hierbei handelt es sich um eine Ermessensentscheidung, die zu begründen ist (vgl. BFH vom 2. September 2010 - VI R 3/09 -, BStBl 2011 II S. 223). Im Falle einer zeitlichen Befristung der Anrufungsauskunft (vgl. R 42e Absatz 1 Satz 3 Lohnsteuerrichtlinie [LStR]) endet die Wirksamkeit des Verwaltungsaktes durch Zeitablauf (§ 124 Absatz 2 AO). Außerdem tritt eine Anrufungsauskunft außer Kraft, wenn die Rechtsvorschriften, auf denen die Entscheidung beruht, geändert werden (analoge Anwendung des § 207 Absatz 1 AO). Die Anweisungen im Anwendungserlass zu § 207 AO sind sinngemäß anzuwenden.
Mögliche Antragsteller (Beteiligte im Sinne von § 42e Satz 1 EStG) sind der Arbeitgeber, der die Pflichten des Arbeitgebers erfüllende Dritte im Sinne von § 38 Absatz 3a EStG und der Arbeitnehmer. Auch als feststellender Verwaltungsakt wirkt die Anrufungsauskunft nur gegenüber demjenigen, der sie beantragt hat. Das Betriebsstättenfinanzamt ist daher durch eine vom Arbeitgeber beantragte und ihm erteilte Anrufungsauskunft nicht gehindert, gegenüber dem Arbeitnehmer einen für ihn ungünstigeren Rechtsstandpunkt einzunehmen ( BFH vom 28. August 1991 - BStBl 1992 II S. 107).
Das Wohnsitzfinanzamt ist bei der Einkommensteuerfestsetzung gegenüber dem Arbeitnehmer nicht an die Anrufungsauskunft des Betriebsstättenfinanzamts gebunden ( BFH vom 9. Oktober 1992 - BStBl 1993 II S. 166).
BMF v. 18.02.2011 - IV C 5 -S 2388/0-01
Bayerisches Landesamt für Steuern v. 11.03.2011 - S 2388.2.1-11/23 St32
BStBl 2011 I Seite 213
AO-StB 2011 S. 107 Nr. 4
BB 2011 S. 598 Nr. 10
DStR 2011 S. 414 Nr. 9
StBW 2011 S. 213 Nr. 5
HAAAD-61791
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