Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201992,%20123
Timestamp: 2020-02-27 21:56:27
Document Index: 196072499

Matched Legal Cases: ['§ 157', '§ 172', '§ 26', '§ 157', '§ 68', '§ 64', '§ 40', '§ 68', '§ 351']

BFH, 24.05.1991 - III R 105/89 - dejure.org
https://dejure.org/1991,712
BFH, 24.05.1991 - III R 105/89 (https://dejure.org/1991,712)
BFH, Entscheidung vom 24.05.1991 - III R 105/89 (https://dejure.org/1991,712)
BFH, Entscheidung vom 24. Mai 1991 - III R 105/89 (https://dejure.org/1991,712)
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AO 1977 § 157 Abs. 1, § 172 Abs. 1; EStG § 26 Abs. 1 Satz 1
Einkommensteuer - Ehe - Veranlagung - Wahlrecht
§§ 157 Abs. 1, 172 Abs. 1 AO
Abgabenordnung; mündliche Bekanntgabe eines Aufhebungsbescheids zu Protokoll des FG
BFHE 165, 345
NJW 1992, 1648 (Ls.)
BB 1992, 546
DB 1992, 118
BStBl II 1992, 123
Da das Gesetz für die Ausübung des Wahlrechts keine Frist vorsieht und es grundsätzlich auch keine Bindung an die einmal getroffene Wahl gibt, können Ehegatten ihr Veranlagungswahlrecht bis zur Unanfechtbarkeit sogar eines Berichtigungs- oder Änderungsbescheids ausüben und bis zu diesem Zeitpunkt die einmal getroffene Wahl - außer im Falle rechtsmissbräuchlichen oder willkürlichen Verhaltens - im Verhältnis zur Finanzverwaltung frei widerrufen (BFHE 134, 412; 155, 91; 165, 345; 171, 407).
Indessen erfüllt diese Funktion auch die mündliche Bekanntgabe eines Bescheids zu Protokoll des Gerichts in der mündlichen Verhandlung (vgl. im einzelnen BFH-Urteil vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123, 124, zugleich mit einer Abgrenzung zum Urteil des BFH vom 11. Januar 1991 III R 104/87, BFHE 163, 295, BStBl II 1991, 501).
Den Bescheid betreffend die Aufhebung der Ablehnung der begehrten Billigkeitsmaßnahme hinsichtlich des vortragsfähigen Gewerbeverlustes auf den 31.12.2008 sowie den Bescheid über die erneute Ablehnung der beantragten Billigkeitsmaßnahme konnte der Beklagte zu Protokoll erklären (vgl. BFH-Urteil vom 24.05.1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123).
§ 68 FGO soll dem Kläger nach Möglichkeit ein weiteres Rechtsbehelfsverfahren ersparen und verhindern, dass das FA den Steuerpflichtigen gegen seinen Willen aus einem Klageverfahren drängt (BFH-Urteil vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123, m.w.N.).
Die Schriftform ist wegen der "besonderen Bedeutung" der Steuerbescheide vorgeschrieben worden und soll den Steuerpflichtigen zuverlässig über den Regelungsinhalt des Steuerverwaltungsaktes unterrichten (BFH-Urteil vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BStBl II 1992, 123).
Auch die Schriftform der Klage beim FG kann nach § 64 Abs. 1 Satz 2 FGO durch Protokollierung ersetzt werden (BFH-Urteil in BStBl II 1992, 123).
Unter den Umständen des Streitfalles, in dem es um ein Verpflichtungsbegehren in Gestalt einer Vornahmeklage geht (dazu Tipke in Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 40 FGO Tz. 10), das notwendigerweise auch ein Anfechtungsbegehren beinhaltet, gebieten Normzweck und Interessenlage, § 68 FGO auf die lückenhafte Regelung der Verpflichtungsklage zu übertragen (vgl. auch BFH-Urteil vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123, m.w.N.).
Dies setzt zwar voraus, dass der die erneute Wahlrechtsausübung eröffnende Änderungsbescheid bestehen bleibt (Senatsurteil vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123).
Die in der mündlichen Verhandlung zu Protokoll des Gerichts erklärte Aufhebung oder Bekanntgabe eines Steuerbescheides erfüllt die Funktion der gesetzlich vorgeschriebenen Schriftform und ist wirksam (Urteil des Senats vom 24. Mai 1991 III R 105/89, BFHE 165, 345, BStBl II 1992, 123; BFH-Urteil vom 25. November 1997 VIII R 4/94, BFHE 184, 255, BStBl II 1998, 461).
BFH, 25.06.1993 - III R 32/91
Keine Anfechtungsbeschränkung gem. § 351 Abs. 1 AO hinsichtlich der Ausübung des …