Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.08.2002&Aktenzeichen=IX%20ZR%20217/99
Timestamp: 2019-06-18 14:05:02
Document Index: 83258735

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 401', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 414', 'BGH', '§ 414']

BGH, 15.08.2002 - IX ZR 217/99 - dejure.org
https://dejure.org/2002,718
BGH, 15.08.2002 - IX ZR 217/99 (https://dejure.org/2002,718)
BGH, Entscheidung vom 15.08.2002 - IX ZR 217/99 (https://dejure.org/2002,718)
BGH, Entscheidung vom 15. August 2002 - IX ZR 217/99 (https://dejure.org/2002,718)
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Bürgschaft - Bürge - Erteilung - Zedent - Zessionar - Gewährleistung - Abtretung - Zeitpunkt - Gläubigeridentität
Berechtigung des Zedenten von Gewährleistungsansprüchen aus nach Abtretung erteilter Gewährleistungsbürgschaft bei Vereinbarung des Übergangs künftiger Sicherheiten bei Abtretung
Zur Frage der Berechtigung des Zessionars aus Gewährleistungsbürgschaften, die dem Zedenten erst nach der Abtretung der Gewährleistungsansprüche erteilt worden sind
BGB §§ 401 765
Bürgschaftsrecht - Bürgschaftserteilung erst nach Forderungsabtretung
BGB §§ 765, 401
Gewährleistungsbürgschaft;Gläubigeridentität bei Abtretung künftiger Sicherheiten
Vorausabtretung: Gläubiger der Hauptforderung und Bürgschaftsgläubiger müssen identisch sein! (IBR 2003, 130)
NJW 2002, 3461
MDR 2002, 1443 (Ls.)
WM 2002, 1968
BB 2002, 2249
BauR 2002, 1849
ZfBR 2003, 28
Die Abtretungsvereinbarung der Klägerin mit der Grundstücksgesellschaft enthält auch keine Regelung, die als Übertragung künftiger Sicherheiten im Sinne des Senatsurteils vom 15. August 2002 (IX ZR 217/99, WM 2002, 1968) verstanden werden könnte.
In solchen Fällen kann im allgemeinen nicht statt der benannten Person ein Dritter als Gläubiger angesehen werden; denn die Person des Gläubigers ist für den Bürgen von wesentlicher Bedeutung (vgl. BGH, Urt. v. 15. August 2002 - IX ZR 217/99, WM 2002, 1968, 1969).
Zwar wird ein Zessionar aus einer erst nach dem Forderungserwerb bestellten Bürgschaft berechtigt, wenn in der Abtretungsabrede der Übergang künftiger Sicherheiten vorgesehen war (BGH, Urteil vom 15. August 2002 - IX ZR 217/99, WM 2002, 1968, 1970).
Im Einverständnis aller Beteiligten können im Wege der Vertragsübernahme sogar die gesamten Rechte und Pflichten aus einem Schuldverhältnis übertragen werden (vgl. etwa BGH, Urteil vom 20. Juni 1985 - IX ZR 173/84, BGHZ 95, 88, 93 ff; vom 15. August 2002 - IX ZR 217/99, WM 2002, 1968, 1970;… vom 11. Mai 2012 - V ZR 237/11, WM 2012, 1331 Rn. 7).
Wird einem Zedenten eine Gewährleistungsbürgschaft zu einem Zeitpunkt erteilt, in dem die zu sichernden Gewährleistungsansprüche bereits an den Zessionar abgetreten worden sind, so ist dieser jedenfalls dann ungeachtet des Erfordernisses der Gläubigeridentität aus der Bürgschaft berechtigt, wenn in der Abtretungsvereinbarung der Übergang künftiger Sicherheiten vorgesehen war (BGH, Urteil vom 15. August 2002, IX ZR 217/99, NJW 2002, 3461 ff.).
Darauf, ob Hauptforderung und/oder Bürgschaftsforderung einem Durchgangserwerb der Zedentin unterlagen, kommt es bei der insoweit gebotenen wirtschaftlichen Betrachtung nicht an (BGH, Urteil vom 15. August 2002, IX ZR 217/99, a.a.O., hier zitiert nach juris, Rdn. 29).
Die Beklagte ist somit aufgrund Vertragsübernahme zwar in die Rechte und Pflichten aus der Vereinbarung vom 21.02.2001 eingetreten, soweit diese Rechte und Pflichten noch offenstanden (vgl. BGH, Urteil vom 15.08.2002, IX ZR 217/99 juris Tz. 31 m. w. N.).
Bei dem zwischen dem Kläger zu 1. und S. mit Zustimmung der Beklagten geschlossenen Übernahmevertrag handelte es sich um eine gewillkürte, im Gesetz nicht geregelte Vertragsübernahme, die nach einhelliger Meinung grundsätzlich zulässig ist (BGHZ 95, 88 (94 ff.); 96, 302 (308 ff.); 129, 371 (375); 133, 71; 154, 171; BGH WM 1986, 763; ZIP 2002, 1897; vgl. auch Senat ZMR 2008, 122 f.;… Staudinger/Rieble, BGB, Neubearbeitung 2005, § 414 Rn. 95 m.w.N.).
Nach ständiger Rechtsprechung ist die rechtsgeschäftliche Übertragung der gesamten Rechte und Pflichten aus einem Schuldverhältnis (Vertragsübernahme) zulässig (BGH ZIP 2002, 1897 (II 2 c, aa); Rohe in Bamberger/Roth, BGB (2003), §§ 414 bis 415, 26).