Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-kostenfestsetzungsbeschluss-umsatzsteuererstattung-3116954
Timestamp: 2020-07-10 00:45:24
Document Index: 39803481

Matched Legal Cases: ['§ 812', '§ 15', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 91']

Der rechtskräftige Kostenfestsetzungsbeschluss - und die unberechtigte Umsatzsteuererstattung | Rechtslupe
Der rechtskräftige Kostenfestsetzungsbeschluss - und die unberechtigte Umsatzsteuererstattung
Der rechts­kräf­ti­ge Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss – und die unbe­rech­tig­te Umsatz­steu­er­erstat­tung
Der Klä­ge­rin steht gegen die Beklag­te ein Anspruch auf Rück­zah­lung der auf­grund eines rechts­kräf­ti­gen Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlus­ses geleis­te­ten Umsatz­steu­er­be­trä­ge gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB zu, wenn die Erstat­tung der Umsatz­steu­er in den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlüs­sen zu Unrecht zuguns­ten der Beklag­ten fest­ge­setzt wor­den ist.
Ein der­ar­ti­ger – im Wege einer Leis­tungs­kla­ge gel­tend zu machen­der – Rück­for­de­rungs­an­spruch aus unge­recht­fer­tig­ter Berei­che­rung kommt in Betracht, obwohl die Zah­lung der Klä­ge­rin auf­grund rechts­kräf­ti­ger Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlüs­se erfolgt ist [1]. Im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren wer­den mate­ri­ell­recht­li­che Ein­wän­de gegen die Berech­ti­gung zur Gel­tend­ma­chung der Umsatz­steu­er grund­sätz­lich nicht berück­sich­tigt [2].
Ist die Beklag­te somit nicht von der Umsatz­steu­er befreit, so ist ihre Vor­steu­er­ab­zugs­be­rech­ti­gung gemäß § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG nicht aus­ge­schlos­sen. Besteht ihre Berech­ti­gung zum Vor­steu­er­ab­zug gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, so steht ihr die in den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlüs­sen zu Las­ten der Klä­ge­rin und ihres Ehe­man­nes aus­ge­wie­se­ne Umsatz­steu­er nicht zu.
Die Klä­ge­rin kann die­se von der Beklag­ten mit­hin außer­halb des Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­rens erstat­tet ver­lan­gen [3]. Für den Anspruch der Klä­ge­rin kommt es nicht dar­auf an, ob die Beklag­te von der Mög­lich­keit Gebrauch gemacht hat, einen Vor­steu­er­ab­zug für die zu ihren Guns­ten in den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schlüs­sen aus­ge­wie­se­ne Umsatz­steu­er vor­zu­neh­men.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Okto­ber 2016 – IV ZR 34/​16
vgl. hier­zu BGH, Urtei­le vom 07.07.2005 – VII ZR 351/​03, BGHZ 163, 339, 341 f.; vom 17.02.1982 – IVb ZR 657/​80, BGHZ 83, 278, 279 f.; OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 14.10.2003 I24 U 79/​03, Jur­Bü­ro 2004, 536, 538; fer­ner OLG Stutt­gart Jus­tiz 2000, 340, 341[↩]
Zöller/​Herget, ZPO 31. Aufl. § 91 Rn. 13 "Umsatz­steu­er"[↩]
vgl. hier­zu OLG Stutt­gart Jus­tiz 2000, 340, 341[↩]
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