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Timestamp: 2018-04-27 04:39:48
Document Index: 319604782

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 142', '§ 69', '§ 44', '§142']

Rechtsanwalt Fahrerflucht Rechtsanwälte | anwalt.de
Unter Fahrerflucht versteht das Gesetz gem. § 142 Strafgesetzbuch (StGB) das unerlaubte Entfernen vom Unfallort. Fahrerflucht ist im strafrechtlichen Sinne ein Vergehen, das mit einer Geldstrafe oder einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann.
Fahrerflucht i. S. d. § 142 Abs. 1 StGB begeht, wer sich im Straßenverkehr als Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt, ohne dass seine Personalien, das Fahrzeug und die Art der Beteiligung festgestellt werden konnten oder wer eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die genannten Feststellungen zu treffen. Nach § 142 Abs. 2 StGB wird ein Unfallbeteiligter auch bestraft, wenn er sich nach Ablauf der Wartefrist berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.
Eine Entfernung vom Unfallort liegt dann vor, wenn der Unfallbeteiligte den unmittelbaren Unfallbereich verlässt. Ein Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen des Einzelfalles zur Verursachung des Unfalles beigetragen haben kann.
Um die Feststellungen gem. § 142 Abs. 1 StGB nachträglich zu ermöglichen, genügt es nach § 142 Abs. 3 StGB, wenn der Unfallbeteiligte entweder den anderen Unfallbeteiligten oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, dass er an dem Unfall beteiligt war, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Allerdings darf er die Feststellungen durch sein Verhalten nicht absichtlich vereiteln.
Das Gericht kann in den Fällen § 142 Abs. 1 und 2 StGB die Strafe mildern oder von einer Strafe absehen, sofern der Täter die erforderlichen Feststellungen innerhalb von 24 Stunden nachträglich ermöglicht, sog. „Tätige Reue“ nach § 142 Abs. 4 StGB. Voraussetzung ist allerdings, dass sich der Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs ereignet und lediglich einen nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, z. B. ein geringfügiger Parkrempler.
Eine Verurteilung wegen Fahrerflucht wird sowohl in das Bundeszentralregister als auch in das Verkehrszentralregister eingetragen. Das Strafmaß ist einzelfallabhängig und richtet sich nach der Schadenshöhe, eventuellen Vorstrafen u. Ä. Bei einem Schaden bis zu einer Bagatellgrenze von ca. 1400 Euro kommt es häufig zur Entziehung der Fahrerlaubnis gem. § 69 StGB. Liegt der verursachte Schaden darüber, so muss mit einem Fahrverbot nach § 44 StGB gerechnet werden.
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