Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/ruerup-rente-fuer-pensionierte-beamte.html
Timestamp: 2018-02-18 02:00:02
Document Index: 306223049

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 3', '§ 10']

Rürup-Rente für pensionierte Beamte | Ihre Vorsorge
Rürup-Rente für pensionierte Beamte
Beamte und pensionierte Beamte können meines Wissens auch eine Rürup-Rente abschließen. Bei der Ermittlung des steuerlich relevanten jährlichen Höchstbeitrags wird lt. Rürup-Rechner ein fiktiver Beitrag zur Rentenversicherung abgezogen. Bei verheiraten Beamten sind demnach statt 40.000 nur 27.463 Euro in 2007 möglich. So der Rürup-Rechner bei meine-vorsorge.de.
Gilt diese Beschränkung auch für Pensionäre, also Beamte im Ruhestand? - Hierzu bekomme ich von allen befragten &#34;Experten&#34; die unterschiedlichsten Antworten!
die Möglichkeit des Aufbaus einer Alterssicherung durch Abschluss einer Rürup-Rente wurde originär für Selbständige geschaffen, die bisher in keinem System der ersten Säule der Alterssicherung abgesichert sind (GRV, Beamtenpension, berufsständige Versorgungswerke usw.).
Sie fragen an, ob ehemalige Beamte, die ja bereits eine Altersversorgung (Pension) erhalten, aus steuerlichen Gründen eine Rürup-Rente abschließen und wie hoch die steuerlich geltend zu machenden Beiträge sein können.
Die erste Frage ist eindeutig zu bejahen. Auch Beamte und Angestellte haben die Möglichkeit, eine Rürup-Rente zum Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge abzuschließen. Im Gesetz ist hierzu keine Altersgrenze vorgesehen.
Die Höhe der steuerlich zu berücksichtigenden Beiträge resultiert aus § 10 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b Satz 2 EStG. In Verbindung mit § 3 Nr. 62 EStG sind von den maximal zu berücksichtigenden Beiträgen (40.000 Euro) die vergleichbaren Aufwendungen des Arbeitgebers zur Altersicherung abzusetzen. Der Rürup-Rechner auf ihre-vorsorge.de setzt pauschal 19,9 % des vorgegebenen Jahresbrutto ab. Der Betrag von 27.463 Euro ergibt sich bei einem Jahresbruttoeinkommen von 63.000 Euro (40.000-19,9*63.000/100). Das ist insofern auch korrekt, da die Rürup-Rente originär eine Versicherung ist, die in der aktiven Phase abgeschlossen werden soll. Dabei ist der Weg über eine sofort beginnende Rentenversicherung durch die Zahlung eines hohen Einmalbetrages nicht ausgeschlossen.
Leider ist mir kein Rundschreiben des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu dieser Problematik bekannt. Eine verbindliche Antwort zu dieser Frage kann Ihnen nur Ihr zuständiges Finanzamt oder evtl. das BMF erteilen.
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich glaube allerdings, dass die genannte Fundstelle nicht korrekt ist: In § 10 gibt es nicht nur einen Absatz (wie die Angabe unterstellt), sondern mehrere. Und in Abs. 1 Nr.2 Buchst. B gibt es keinen zweiten Satz. Vermutlich ist gemeint: § 10, Abs. 1 Satz 2. Denn dort wird Bezug genommen auf § 3 Nr. 62.
Und dort werden allerdings steuerfreie Zuschüsse aufgeführt. Und zwar in Nr. 62
a. Zuschüsse auf gesetzlicher Basis und
b. freiwillig gezahlte AG-Zuschüsse.
Die Aussage, bei Beamten müssten fiktive Zuschüsse abgezogen werden, lässt sich m.E. aus diesen Bestimmungen nicht ableiten. Und erst recht kann man die Behauptung für pensionierte Beamte daraus nicht erkennen.
Kann es sein, dass alles dies nur bis 2006 gegolten hat und dass das mit dem EStG 2007 abgeschafft worden ist? - Das würde erklären, dass diese Aussage immer noch herumgeistert, aber im EStG nicht mehr zu finden ist.
Für eine nochmalige Überprüfung wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Sorry. Ich habe natürlich § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Satz 2 EStG gemeint. Dieser Satz 2 gehört zu Nr. 2 Buchst. b und nicht allgemein zu Absatz 1. Beamte erhalten ihre Pension vom Dienstherren. Aus diesem Grund wird ihnen - lt. offizieller Lesart - auch ein niedrigeres Brutto als einem vergleichbaren Angestellten gezahlt, also fiktive Rentenversicherungsbeiträge in Ansatz gebracht.
Durch das JStG 2007 ist diese Vorschrift nur hinsichtlich der Beiträge zur Absicherung von Kindern im Falle des Todes des Versicherungsnehmers geändert worden.
Die Intention des Gesetzgebers zur Schaffung der Rürup-Rente habe ich vorhin schon geschildert. Dass damit auch eine willkommene Steuersparmöglichkeit für hohe Einmalzahlungen entstanden ist, wird sicher hingenommen.
Detaillierter kann und darf ich Ihnen im Rahmen dieses Forums nicht antworten. Dazu sind nur die Finanzbehörden oder Steuerberater befugt.
Halla lieber Experte, danke für die Klarstellung. Ich kann allerdings nicht verstehen, warum - jenseits aller richtigen und falschen Motivationen des Gesetzgebers - ein solches Geheimnis um eine reine Faktenfrage gemacht wird:
Wird bei der Ermittlung der steuerlich anerkannten Höchstbeiträge bei der Rürup-Rente für die Gruppe der pensionierten Beamten ein fiktiver AG-Beitrag zur RV in Abzug gebracht oder nicht? Und in welchem Gesetz oder in welcher Verordnung ist das geregelt?
Für die meisten Berufs-Gruppen ist diese Frage aus dem EStG zu beantworten. Für die Gruppe der Beamten in Ruhestand jedoch nicht. Mein Steuerberater weiß das nicht, die Versicherungs-Anbieter wissen das auch nicht. Und mein Sachbearbeiter beim FA sagt, ich solle eine kostenpflichtige schriftliche Anfrage stellen; er müsse diese &#34;Grundsatzfrage&#34; weiterleiten. Das kann doch eigentlich nicht sein! Bei meiner Frage handelt es sich doch nicht um eine individuelle steuerliche Angelegenheit, sondern um eine ganz allgemeine Frage, die sich auf eine allgemeine Fallgruppe bezieht.
Wenn Sie schon nicht antworten können oder dürfen: Vielleicht weiß ein anderer User oder Experte eine Antwort.
Fakt ist, dass es selten vorkommt, dass ein pensionierter Beamter noch eine Rürup-Rentenversicherung abschließen will. Es handelt sich hier um ein rein steuerrechtliches Problem, dass sich - wie Sie selber festgestellt haben - nicht direkt aus dem Gesetz beantworten lässt. Für Auslegungen oder Interpretationen sind zum EStG aber nunmal die Finanzämter und als oberste Instanz das BMF zuständig. Wenn Ihr zuständiges Finanzamt die Frage nur kostenpflichtig klären lassen will, warum senden Sie Ihr Problem nicht an das BMF direkt (buergerreferat@bmf.bund.de)?
Hallo Herr Experte, auch wenn Sie meine Frage letztlich auch nicht beantworten konnten, möchte ich mich doch bei Ihnen ganz herzlich für die kurzfristigen Reaktionen und für das intensive Eingehen auf mein Problem bedanken. Ich finde es toll, dass es dieses Forum gibt und dass dort auch Experten eingesetzt und tätig werden, die (vermutlich: in aller Regel) das leisten können, was in anderen Foren nicht möglich ist.
Aus der (Nicht-)Reaktion anderer Forenmitglieder habe ich erkennen können, dass wir - Sie und ich - uns doch mehr oder weniger &#34;privat&#34; mit meiner Frage auseinander gesetzt haben, weil es sich dabei, wie Sie richtig feststellen, doch um ein sehr spezielles Problem handelt. Deshalb also mein ganz persönlicher Dank an Sie!
- Ich habe Ihre Anregung aufgegriffen und die Frage an das BMF weiter gegeben. Sollte ich von dort eine Antwort erhalten, werde ich Sie an dieser Stelle darüber informieren.