Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201996,%20412
Timestamp: 2019-06-18 02:09:55
Document Index: 368842164

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', '§ 649', '§ 288', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.02.1996 - VII ZR 219/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,436
BGH, 08.02.1996 - VII ZR 219/94 (https://dejure.org/1996,436)
BGH, Entscheidung vom 08.02.1996 - VII ZR 219/94 (https://dejure.org/1996,436)
BGH, Entscheidung vom 08. Februar 1996 - VII ZR 219/94 (https://dejure.org/1996,436)
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Architektenvertrag - Ersparte Aufwendungen
Berechnung der ersparten Aufwendungen bei einem vorzeitig beendeten Architektenvertrag
Kündigung des Architektenvertrages: Ersparte Aufwendungen
Architektenrecht; ersparte Aufwendungen in Kündigungsfällen
60 %-Pauschale bei Kündigung durch Auftraggeber unzulässig
60:40-Regelung: BGH ändert seine Rechtsprechung! (IBR 1996, 294)
NJW 1996, 1751
MDR 1996, 686
WM 1996, 1097
BB 1996, 1299
BauR 1996, 412
ZfBR 1996, 200
Da es sich bei dem Anspruch für die nicht erbrachten Leistungen um einen modifizierten Erfüllungsanspruch handelt (BGH, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, BauR 1996, 412, juris Rn. 19, zu § 649 S. 2 BGB;… Peters/Jacoby in Staudinger, BGB - Neubearbeitung 2013, § 649 Rn. 32), ist er ebenso wie der Anspruch für die erbrachten Leistungen als Entgeltforderung im Sinne von § 288 Abs. 2 BGB anzusehen.
Die Abrechnung muß den Auftraggeber in die Lage versetzen zu überprüfen, ob der Auftragnehmer ersparte Kosten auf der Grundlage der konkreten, dem Vertrag zugrunde liegenden Kalkulation zutreffend berücksichtigt hat (vgl. zur Prüfbarkeit einer Honorarschlußrechnung des Architekten nach gekündigtem Vertrag: BGH, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94 = NJW 1996, 1751 = BauR 1996, 412 = ZfBR 1996, 200).
Der vor der mündlichen Verhandlung erteilte Hinweis auf die Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 21. Dezember 1995 - VII ZR 198/94 = BGHZ 131, 362, 365; Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94 = NJW 1996, 1751 = BauR 1996, 412 = ZfBR 1996, 200, und Urteil vom 4. Juli 1996 - VII ZR 227/93 = NJW 1996, 3270, 3272 = BauR 1996, 846 = ZfBR 1996, 310) und auf die Notwendigkeit einer Offenlegung der Kalkulation war mißverständlich.
Dazu genügt nicht der Ansatz eines nicht vertragsbezogen ermittelten Prozentsatzes von z.B. vierzig Prozent (BGH, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94 = BauR 1996, 412 = ZfBR 1996, 200).
Entgegen der Ansicht der Revision ist die Schlußrechnung der Klägerin jedenfalls prüffähig; sie unterscheidet nach erbrachten und nicht erbrachten Leistungen und berücksichtigt die Abschlagszahlungen der Beklagten (zu den diesbezüglichen Anforderungen vgl. Senat, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, NJW 1996, 1751; Urteil vom 9. Juni 1994 - VII ZR 87/93, BauR 1994, 655, 656 = ZfBR 1994, 219).
Was er sich in diesem Sinne als ersparte Aufwendungen anrechnen lassen will, hat der Unternehmer vorzutragen und zu beziffern, weil regelmäßig nur er dazu in der Lage ist (Senat, Urteil vom 21. Dezember 1995 - VII ZR 198/94, BGHZ 131, 362, 365; Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, NJW 1996, 1751).
Bei einem Architektenvertrag genügt der Unternehmer (Architekt) diesen Anforderungen nicht, wenn er seine ersparten Aufwendungen mit einem Prozentsatz des betreffenden Honorars (z.B. 40 %) ansetzt, ohne vorzutragen, wie er gerade zu diesem Prozentsatz im Hinblick auf den konkreten Auftrag gekommen ist (Senat, Urteil vom 8. Februar 1996 a.a.O.).
Ferner wird es der Klägerin Gelegenheit geben vorzutragen, welche ersparten Aufwendungen und welchen anderweitigen Erwerb sie sich anrechnen lassen will; der Vortrag eines bestimmten Prozentsatzes (z. B. 40 %) ohne Bezug zu ihren konkreten Verhältnissen genügt hierfür nach der neuen Rechtsprechung des Senats nicht (Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, NJW 1996, 1751).
Sollte sich herausstellen, daß die Kündigung der Beklagten nicht auf einen von den Klägern zu vertretenden wichtigen Grund gestützt werden kann, sind die Kläger berechtigt, das gesamte Vertragsverhältnis nach § 649 Satz 2 BGB abzurechnen (BGH, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, BauR 1996, 412 = ZfBR 1996, 200).
Dies ist zulässig; insbesondere hat der BGH wiederholt entschieden, dass für die Feststellung der ersparten Aufwendungen diejenigen maßgebend sind, die sich nach den Vertragsunterlagen unter Berücksichtigung der Kalkulation ergeben (BGH NJW 1996, 1282; BGH NJW 1996, 1751).
bb) Bezüglich der nicht erbrachten Leistungen muß sich der Unternehmer auf seinen Anspruch auf vertragliche Vergütung u.a. anrechnen lassen, was er durch die Kündigung an Aufwendungen erspart (Senatsurteile vom 21. Dezember 1995 - VII ZR 198/94 - BGHZ 131, 362 und vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94 - BauR 1996, 412).
Welche Gewinnspanne branchenüblich ist, spielt keine Rolle (vgl. Senatsurteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94 = BauR 1996, 412).
Ein solcher Vortrag erlaubt den für höhere Ersparnisse darlegungsbelasteten, aber über die Einzelheiten des Betriebs der Klägerin nicht informierten Beklagten kein sachgerechtes Eingehen (vgl. Senatsurteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, aaO.).
OLG Frankfurt, 05.12.2006 - 11 U 9/06
Urheberrecht des Architekten: Schadensersatzanspruch des Architekten für die …
OLG Köln, 16.06.1998 - 22 U 260/96
OLG Frankfurt, 02.04.1998 - 1 U 82/96
Freie Kündigung: Vergütung für nicht erbrachte Leistungen kann in AGB nicht …