Source: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Vorgesetztenverordnung.html
Timestamp: 2020-01-27 15:35:00
Document Index: 317937074

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 65', 'Art. 115', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§6', '§5', '§3', '§1', '§2', '§4', '§1', '§2', '§3', '§4', '§5', '§6', '§1', '§1', '§2', '§3', '§3', '§4', '§4', '§4', '§4', '§4', '§4', '§4', '§5', '§6']

In Deutschland regelt die Vorgesetztenverordnung (VorgV) als elementarer Bestandteil der Inneren Führung Bundeswehr die Vorgesetztenverhältnisse nach denen sich das von Befehl und Gehorsam in der Bundeswehr zu richten hat.
Nach § 1 Soldatengesetz (SG) ist Vorgesetzter wer befugt ist Soldaten Befehle zu erteilen. Das Grundgesetz regelt dass der oberste militärische Vorgesetzte Friedenszeiten der Bundesminister der Verteidigung (Art. 65 a GG) ist und im Verteidigungsfall die Befehls- und Kommandogewalt auf Bundeskanzler (Art. 115b GG) übergeht.
Die Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses - VorgV) wurde am 19. März 1956 erlassen trat mit Verkündung am 7. Juni 1956 Kraft. Zuletzt wurde sie durch Verordnung am Oktober 1981 geändert.
§ 1 Unmittelbarer Vorgesetzter
§ 2 Fachvorgesetzter
§ 3 Vorgesetzter mit besonderem Aufgabenbereich
§ 4 Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades
§ 5 Vorgesetzter aufgrund besonderer Anordnung
§ 6 Vorgesetzter aufgrund eigener Erklärung
Dominanzreihenfolge der Vorgesetztenverhäältnisse gemäß VorgV
Bestehen zwischen Soldaten gleichzeitig wechselseitige Vorgesetzten-/Untergebenenverhältnisse und ist damit jeder gegenüber anderen befugt Befehle zu erteilen geht die der konkreten Situation speziellere Befehlsbefugnis vor und in der Reihenfolge §6-§5-§3-§1-§2-§4 VorgV.
Wie wird verhindert dass Soldaten sich mit widersprechenden Befehlen herumschlagen müssen?
Der Befehlsgeber hat auch die Folgen Befehls zu tragen (Befehlsverantwortung).
Gibt ein Vorgesetzter einem Untergebenen einen Befehl der einem diesen bereits erteiltem Befehl widerspricht oder den zuerst erteilten Befehl der Ausführung nicht unerheblich verzögert so hat Untergebene die Pflicht den Vorgesetzten darauf hinzuweisen der Befehlsprüfung) dass er bereits einen anderen hat. Der Befehlsgeber muss nun seinerseits prüfen sein Auftrag wichtiger ist und entsprechend den wiederholen oder den Auftrag einem anderen Soldaten Der Untergebene muss immer dem zuletzt erfolgten Gehorsam leisten es sei denn dass dessen eine Straftat beinhaltet oder gegen geltendes Völkerrecht verstösst.
Der Untergebene hat den Befehlsgeber über neuen Befehl zu unterrichten wenn er nicht beide gleichzeitg ausführen kann. Entweder erledigt dies (in meisten Fällen) der neue Befehlsgeber für ihn Ich sage dem Hauptmann bescheid ) oder der Untergebene teilt dies dem Befehlsgeber nach Erledigung des neuen Auftrags mit Oberfeldwebel XXX hat mich mit YYY beauftragt ). Der Untergebene ist hiermit aller Verantwortung dass er den eigentlichen Befehl nicht ausgeführt hat. Im Jargon gibt es einen Spruch: Melden macht frei und belastet den dem
1 §1 VorgV "unmittelbare Vorgesetzte"
2 §2 VorgV "Fachvorgesetzter"
3 §3 VorgV "mit besonderem Aufgabenbereich"
4 §4 VorgV "Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades"
5 §5 VorgV "Vorgesetzter aufgrund besonderer Anordnung"
6 §6 VorgV "Vorgesetzter aufgrund eigener Erklärung"
§1 VorgV "unmittelbare Vorgesetzte"
Wer? Führer eines Verdandes Führer einer Einheit Führer Teileinheit Leiter einer mil. Dienststelle
Wem gegenüber? allen unterstellten Soldaten
Wann Vorgesetzt? im und außer Dienst
Wann Untergeben?
Wo? innerhalb und außerhalb militärisch umschlossener Anlagen
Was / Wozu? allgemeine Befehlsbefugnis
Beispiele GrpFhr HsLtr InChef LehrGrpKdr SchulKdr
Die Befehlsbefugnis besteht gegenüber direkt unterstellten Soldaten. Ist der STAN-Stelleninhaber "offiziel Dienst abwesend" (z.B. Krankheit Urlaub Kommandierung) gehen Vorgesetzteneigenschaften nach §1 VorgV auf den Stellvertreter
Eine Einheit ist die unterste militärische Gliederungsform deren die Disziplinargewalt hat. Eine Teileinheit ist jede Gliederungsform unterhalb der Einheit Führer keine Disziplinargewalt hat.
§2 VorgV "Fachvorgesetzter"
Wer? Leiter eines Fachdienstes (nur MilGeo-Dienst San-Dienst und
Wem gegenüber? allen fachdienstlich unterstellten Soldaten
Wann Vorgesetzt? im Dienst
Was / Wozu? spezielle Befehlsbefugnis (zu fachdienstlichen Zwecken)
Beispiele Leitender Sanitätsoffizier einer Division dem TrpArtzt
§3 VorgV "mit besonderem Aufgabenbereich"
Wer? Soldat mit besonderem Aufgabenbereich
Wem gegenüber? allen Soldaten im Aufgabenbereich soweit es die vorsieht *
Wann Untergeben? im und außer Dienst
Was / Wozu? spezielle Befehlsbefugnis (zur Erfüllung der besonderen Aufgabe)
Beispiele Uvd Wache FvW KpFw TrpArtzt Feldjäger KasKdt SgbLtr
UvD ist allen Soldaten seiner Einheit vorgesetzt oder -niedriger sind mit Ausnahme seiner unmittelbaren
Der KpFw ist allen Unteroffizieren und Mannschaften Einheit vorgesetzt.
Der FvW ist allen Mannschaften und Unteroffizieren Einheit bzw. der Einehiten für die er ist vorgesetzt mit Ausnahme der OStFw; KpFw seiner unmittelbaren Vorgesetzten.
Der Aufgabenbereich muss so umfangreich sein er eine Dienststellung erfordert. Dienststellung ist ein auf Dauer oder ständige Wiederkehr angelegter und organisatorisch festgelegter Pflichtenkreis der durch Dienstvorschriften oder Dienstanweisungen geregelt sein muss. den Dienstgrad kommt es dabei nicht an. Vorgesetztenverhältnis nach §3 VorgV besteht nur wenn zumindest der Befehlsgeber im Dienst befindet. Unter "Dienst" ist die im festgelegte Dauer des täglichen Dienstes zu verstehen.
§4 VorgV "Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades"
Wer? Offz Uffz m.P. Uffz o.P. Dienstgradgruppenhöhere
Wem gegenüber? Uffz Mannschaften Uffz o.P. Mannschaften Manschaften Dienstgradgruppenniedrigeren
derselben Einheit=§4(1)
desselben Stabes/mil. Dienststelle=§4(2)
Wann Vorgesetzt? im Dienst im und außer Dienst
Wo? innerhalb und außerhalb militärisch umschlossener Anlagen innerhalb militärisch umschlossener Anlagen
Beispiele Hptm dem HptFw StUffz dem Gefr Maj dem Hptm Hptm dem OLt Uffz Gefr
Es gibt 4 Laufbahnen und 7 wie nachfolgend aufgelistet. Teilweise überscheiden sich diese.
Offiziere Unteroffiziere mit Portepee Unteroffiziere ohne Portepee Mannschaften
Generäle Stabsoffiziere Hauptleute Leutnante
§4 VorgV kennt drei verschiedene Vorgesetztenregelungen:
Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades in Kompanien/Einheiten sowie Schiffen (§4 Abs. 1)
Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades in Stäben und militärischen Dienststellen (§4 Abs. 2); hier gilt 1 entsprechend.
Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades innerhalb umschlossener militärischer (§4 Abs. 3)
Eine militärische Anlage ist eine Zusammenfassung von militärischen Objekten einem einheitlichen Zweck (z.B. Kaserne Fliegerhorst). Ihr ist die Bodenständigkeit . Ein Schiff oder Boot ist damit keine militärische Anlage. Umschlossen ist eine militärische Anlage dann wenn mit Schutzvorichtungen versehen ist die ein Unbefugter unter Aufwand von Kraft oder Geschicklichkeit überwinden kann (z.B. Zaun Mauer). Verbotschilder genügen nicht.
§5 VorgV "Vorgesetzter aufgrund besonderer Anordnung"
Wer? Soldat mit bestimmter Aufgabe
Wem gegenüber? allen durch dienstliche Bekanntgabe vorübergehend unterstellten Soldaten
Was / Wozu? spezielle Befehlsbefugnis (zur Erfüllung der übertragenen Aufgabe)
Beispiele Leiter der Sportausbildung
Befehlsbefugt ist jeder Soldat dem ein innerhalb seinr Befehlsbefugnis andere Soldaten für eine bestimmte einmalige Aufgabe vorübergehend unterstellt hat. Dabei soll die Untertellung im Dienstgrad höheren Soldaten nur erfolgen wenn dienstliche Gründe dies erfordern. Den unterstellten Soldaten die Anordnung ihrer Unterstellung dienstlich bekannt zu geben wobei eine bestimmte Form nicht vorgeschrieben ist. In der Regel geschieht dadurch dass der zum Vorgesetzten bestimmte Soldat ihm unterstellten Soldaten erklärt: "Alles hört auf mein Kommando!" Soweit er und die ihm übertragene den Soldaten nicht bekannt sind wird er dabei vorstellen und die Aufgabe nennen zu Durchführung ihm die Soldaten unterstellt worden sind.
§6 VorgV "Vorgesetzter aufgrund eigener Erklärung"
Wer? Offz und Uffz durch eigene Erklärung nur
a) sofortigen Hilfe bei Notlagen
b) Aufrechterhaltung der Disziplin/sicherheit
c) Herstellung einer einheitlicher Befehlsgebung zur Behuebung kritischen Lage
Wem gegenüber? Soldaten die nicht dienstgradhöher und keine Vorgesetzten $$1-3 oder 5 VorgV sind.
Was / Wozu? spezielle Befehlsbefugnis (zur Abhilfe in den Situationen bis c))
Beispiele Verkehrsunfälle Randalierende Soldaten im Zug
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