Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.03.1972&Aktenzeichen=I%20ZR%20140/71
Timestamp: 2020-08-12 17:47:01
Document Index: 95237470

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'BGH', '§ 11', '§ 15', 'BGH', '§ 27', '§ 52', '§ 27', 'BGH', '§ 11', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 52', '§ 53']

BGH, 10.03.1972 - I ZR 140/71 - dejure.org
https://dejure.org/1972,363
BGH, 10.03.1972 - I ZR 140/71 (https://dejure.org/1972,363)
BGH, Entscheidung vom 10.03.1972 - I ZR 140/71 (https://dejure.org/1972,363)
BGH, Entscheidung vom 10. März 1972 - I ZR 140/71 (https://dejure.org/1972,363)
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Verpflichtung zur Zahlung einer Vergütung an Schriftsteller für die Gebrauchsüberlassung von Büchern - Auslegung des Begriffs "Vermietung" in § 27 UrhG - Höhe der Gegenleistung als notwendiges Element eines Mietvertrages - Bewertung der Buchausgabe durch Werkbüchereien an ...
Vergütung für Medienausleihe in Betriebsbibliothek | Betriebsbibliothek, Urheberrecht
BGHZ 58, 270
NJW 1972, 1270
GRUR 1972, 617
BB 1972, 965
DB 1972, 1170
Dieser Grundsatz besagt jedoch nicht, daß dem Urheber jede nur denkbare wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeit zuzuordnen ist (BVerfG GRUR 1972, 485, 486 - Bibliotheksgroschen; vgl. auch BGHZ 58, 270, 275 - Werkbücherei).
Schon nach dem bis zum Inkrafttreten des UrhG 1965 geltenden Recht war das Vermieten und Verleihen von Werkstücken ohne Zustimmung des Urhebers frei zulässig; ein Vergütungsanspruch gegen den Vermieter oder Verleiher war aber noch nicht vorgesehen (vgl. § 11 Abs. 1 Satz 1 LUG, § 15 Abs. 1 Satz 1 KUG; dazu Begr. des Regierungsentwurfs, BT-Drucks. IV/270, S. 54; BGHZ 58, 270, 274 - Werkbücherei; BVerfG GRUR 1972, 485, 486 f. - Bibliotheksgroschen).
Unter dem Begriff des Vermietens hat das Berufungsgericht zu Recht die entgeltliche Gebrauchsüberlassung verstanden (so schon BGHZ 58, 270, 274 f - Werkbücherei, zu § 27 Abs. 1 UrhG a.F.).
Der urheberrechtliche Begriff des Vermietens ist nicht zwingend mit dem Mietbegriff des Bürgerlichen Gesetzbuches identisch (BGHZ 58, 270, 276).
Schon nach dem bis zum Inkrafttreten des UrhG 1965 geltenden Recht war das Vermieten und Verleihen von Werkstücken ohne Zustimmung des Urhebers frei zulässig; ein Vergütungsanspruch gegen den Vermieter oder Verleiher war aber noch nicht vorgesehen (vgl. § 11 Abs. 1 Satz 1 LUG, § 15 Abs. 1 Satz 1 KUG; dazu Begründung des Regierungsentwurfs, BT-Drucks. IV/270, S. 54; BGHZ 58, 270, 274 - Werkbücherei; BVerfG GRUR 1972, 485, 486 f. - Bibliotheksgroschen).
Denn selbst wenn, wie die Revision geltend macht, der Begriff des Erwerbszweckes in § 27 Abs. 1 UrhG alter Fassung und in § 52 Abs. 1 Nr. 1 UrhG im gleichen Sinne zu verstehen sein sollte, folgt die Freistellung öffentlicher und kirchlicher Bibliotheken im Fall der unentgeltlichen oder gegen einen Unkostenbeitrag erfolgenden Ausleihe eines geschützten Werkes von dem Bibliotheksgroschen durch die ursprüngliche Fassung des § 27 Abs. 1 UrhG allein schon daraus, daß es an einer "Vermietung" im Sinne der fraglichen Gesetzesbestimmung fehlt (vgl. BGHZ 58, 270, 274 ff - Werkbücherei).
So wurde auch in § 11 Abs. 1 Satz 1 LUG und § 15 Abs. 1 Satz 1 KUG der Begriff "Verleihen" nicht im Sinne des BGB verwendet (vgl. BGH GRUR 1972, 617/618 - Werkbücherei -).
Das genügt (BGH GRUR 1972, 617/618).
Das ergibt sich eindeutig aus der amtlichen Begründung zu dem mit § 52 Abs. 1 Nr. 1 UrhGübereinstimmenden § 53 Abs. 1 Nr. 1 des Regierungsentwurfs eines Urheberrechtsgesetzes (abgedr. Ufita Bd. 45 S. 286; vgl. das zum Abdruck in der Entscheidungssammlung des Bundesgerichtshofs bestimmte Urteil des erkennenden Senats vom heutigen Tage I ZR 140/71).