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Timestamp: 2019-04-21 20:08:52
Document Index: 272074903

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 17', '§ 10', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 18']

Meister-BAföG 2018 - Aufstiegsförderung bei Weiterbildung nach AFBG › bafoeg-aktuell.de
Meister-BAföG 2018
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Die Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungförderungsgesetz (AFBG) verfolgt in erster Linie, die Teilnehmer bei einer Aufstiegsfortbildung zu unterstützen um somit die Existenzgründungsrate zu erhöhen. Im folgenden Ratgeber zum Meister BAföG sind die Änderungen der Novelle 2016 mit den aktuellen Regelungen eingearbeitet.
Zum einen wurden die Förderbeträge und zum anderen auch die Freibeträge auf Einkommen erhöht. Meister-BAföG wird zu einem Teil aus einem Zuschuss und zum anderen Teil über ein zinsgünstiges Darlehen der KfW gewährt. Hier stiegen ab August 2016 die Zuschussbeiträge von 44 Prozent auf 50 Prozent für Teilnehmer und Ehegatten/ Lebenspartner sowie Kinder auf 55 Prozent. Darüber hinaus können auch Bachelorabsolventen das Meister-BAföG erhalten, sofern sie den Meister machen und später einen Betrieb leiten wollen.
Die positiven Änderungen in Bezug auf Erhöhung der Fördersätze sowie der Freibeträge greifen seit dem 01.08.2016. Die letzte Zinsanpassung für das AFBG Meister BAföG Darlehen, die einen Teil der Förderung ausmacht, gab es zum 01.04.2017, die nächste folgt zum 01.10.2017.
Anders als bei der Förderung für Studenten oder Schüler-BAföG gibt es beim Meister-BAföG keine Altersbeschränkung. Es müssen lediglich vorgegebene persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen erfüllt sein.
Der Antrag wird beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung am Wohnsitz des Antragstellers gestellt, die ebenfalls fachkundige Informationen rund um die Förderung der Weiterbildung bieten. Eine Liste mit den Adressen der zuständigen Ämter finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, hier. Auf dieser Seite können auch die entsprechenden Antragsformulare ausgefüllt und ausgedruckt werden, die für die Beantragung notwendig sind.
Ausbildung zum Altenpfleger/ Altenpflegerin
Die (reine) Ausbildung zum Altenpfleger ist nach dem Meister BAföG nicht förderungsfähig. Dieser Berufsabschluss ist wie eine Erstausbildung zu werten und keine Aufstiegsfortbildung, da hierfür keine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt wird.
Da aber seit dem 01.07.2009 die Altenpflege in den Anwendungsbereich des Aufstiegsfortbildungsgesetzes aufgenommen wurde, können sich Altenpfleger fortbilden und damit auch eine Meister-BAföG Förderung erhalten.
Erhält der Antragsteller bereits Leistungen (z.B. nach dem SGB oder BAföG), so besteht ebenfalls kein oder nur teilweiser Förderungsanspruch. Da es Ausbildungen gibt, die sowohl mit dem Meister-BAföG als auch mit dem Schüler-BAföG förderungsfähig sind, sollten Antragsteller prüfen, ob sie noch die Voraussetzungen für das Schüler-BAöG erfüllen. Dies ist immer günstiger, da die Schülerförderung als Vollzuschuss gewährt wird, während die Meisterförderung einen überwiegenden Darlehensanteil vorsieht.
Sofern das Einkommen oder Vermögen die Freibeträge übersteigt, mindert sich der Bedarf für das Meister-BAföG. Maßgeblich für die Ermittlung des Einkommens ist die Prognose über das Einkommen des Antragstellers für den Bewilligungszeitraum und das Einkommen des Ehegatten aus dem vorletzten Jahr vor Antragstellung. Dabei richtet sich die Einkommensanrechnung sowie die Vermögensanrechnung beim Meister BAföG nach §§ 17 und 17a AFBG.
Freibeträge vom Einkommen des Antragstellers
Antragsteller 255 € 290 €
Ehegatten/ Lebenspartner des Antragstellers 535 € 570 €
jedes Kind des Antragstellers 485 € 520 €
Ehegatten/ Lebenspartner 1.070 € 1.145 €
jedes Kind 485 € 520 €
Weitere Freibeträge für das Vermögen sind nach § 17a AFBG :
Antragsteller 35.800 € 45.000 €
Ehegatten des Antragstellers 1.800 € 2.100 €
jedes Kind des Antragstellers 1.800 € 2.100 €
Höhe des Meister BAföG
Die Höhe der Leistungen des Meister-BAföG ist nach den Bedarfssätzen des BAföG geregelt, die für mit abgeschlossener Ausbildung, auswärtig untergebrachter Schüler gelten. In § 10 Abs 2 AFBG heißt es dazu „Als monatlicher Unterhaltsbedarf gilt für einen Teilnehmer oder eine Teilnehmerin der Bedarfssatz nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 Nr. 2 und § 13a des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. § 13 Abs. 3 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes ist entsprechend anzuwenden.“ Die Erhöhungsbeträge und Zuschläge für Krankenversicherung sowie Pflegeversicherung finden Anwendung nach dem AFBG.
Meister BAföG wird grundsätzlich aus zwei Bestandteilen gewährt: zum einen aus einem Zuschuss, der den geringeren Teil der Förderung ausmacht und zum anderen aus einem Darlehensanteil, der durch die KfW Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) geleistet wird. Wie hoch jeweils der Darlehens- und Zuschussanteil ist, hängt u. A. davon ab, was gefördert wird und in welcher familiären Situation sich der Antragsteller befindet.
In der Regel liegt aber die Förderung bei ca. 1/3 als Zuschuss und 2/3 als zinsgünstiges Darlehen.
Konditionen für das Meister BAföG Darlehen der KfW
Das Darlehensanteil der Aufstiegsfortbildung wird von der KfW gewährt, welches den Abschluss eines privatrechtlichen Darlehensvertrages voraussetzt. Die Zinsen liegen unter den marktüblichen Kreditzinsen und werden halbjährlich, immer zum 01.04 und zum 01.10 eines jeden Jahres angepasst.
Die letzte Änderung gab es zum 01.04.2017, mit der sich die Zinsen auf 1,45% variabel p.a. belaufen (bis 31.03.2017: 1,09% p.a.). Die aktuellen Konditionen, insbesondere durch Veränderungen anhand der Zinsbindungsfristen, können im Zinsverlauf der KfW nachgelesen werden, die hier zu finden ist: KfW Zinsverlauf. Die nächste Zinsanpassung findet planmäßig zum 01.10.2017 statt.
Bedarf beim Meister BAföG – Höhe der Förderung
Der Grundbedarf (sog. Unterhaltsbeitrag) für Alleinstehende bei einer Vollzeitmaßnahme wurde zum 01.08.2016 erhöht und beträgt zusammen 768 EUR (333 € Zuschuss/ 435 € Darlehen). Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen:
Grundbedarf Antragsteller 348 € 372 €
Wohnbedarf 224 € 250 €
Zuschlag Krankenversicherung 62 € 71 €
Zuschlag Pflegeversicherung 11 € 15 €
Erhöhungsbetrag 52 € 60 €
Gesamt 697 EUR 768 €
Förderbeträge im Überblick
Alleinstehende 697 € 238 € / 459 € 768 € 333 € / 435 €
Alleinstehende mit einem Kind 907 € 343 € / 564 € 1.003 € 462 € / 541 €
Verheiratete/ eingetragene Lebenspartner 912 € 238 € / 674 € 1.003 € 451 € / 552 €
Verheiratete/ eingetragene Lebenspartner mit einem Kind 1.122 € 343 € / 779 € 1.238 € 580 € / 658 €
Verheiratete/ eingetragene Lebenspartner mit zwei Kindern 1.322 € 448 € / 874 € 1.473 € 709 € / 764 €
Der Grundbetrag von 768 € (697 € bis 31.07.2016) erhöht sich einkommens- und vermögensabhängig für jedes weitere Kind, für welches Anspruch auf Kindergeld besteht, um 235 € (210 € bis 31.07.2016), die zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsgünstiges Darlehen der KfW ausgegeben werden. Darüber hinaus erhalten Alleinerziehende einen einkommensunabhängigen Kinderbetreuungszuschlag als Pauschale (ohne Kostennachweis) in Höhe von 130 € (113 € bis 31.07.2016) als Zuschuss.
Für die Finanzierung der Gebühren von Vollzeit- oder Teilzeitmaßnahmen besteht ein einkommens- und vermögensunabhängiger Förderungsbeitrag in Höhe der tatsächlichen Kosten des Lehrgangs, jedoch nicht mehr als 15.000 € (10.226 € bis 31.07.2016). Dieser Betrag wird zu 40 % als Zuschuss und zu 60% als zinsgünstiges Darlehen gewährt (bis 31.07.2016 30,5 % Zuschuss). Das Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren (maximal sechs Jahre) zins- und tilgungsfrei.
Kosten für Meisterstück
Zum 01.08.2016 wurde beim Meister BAföG das „Attraktivitätspaket Meisterstück“ eingeführt, womit die Förderung der Materialkosten für das Meisterstück auf 2.000 € gestiegen ist und gleichzeitig ein Zuschussanteil von 40 Prozent eingeführt wurde. Nach der bisherigen Regelung bis 31.07.2016 wurden bei einem eventuellen Meisterstück 50% (maximal 1.534 €) mit einem zinsgünstigem Darlehen gefördert.
Online Rechner für Meister-BAföG
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt Interessierten auch einen Online Meister-BAföG-Rechner zur Verfügung, welcher auf der folgenden Seite zu finden ist: https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/foerderrechner-1708.html
Bei einer Vollzeitmaßnahme beträgt die Förderungsdauer höchstens 24 Monate, bei einer Teilzeitmaßnahme höchstens 48 Monate.
In bestimmten Ausnahmesituationen erhöht sich die Förderungsdauer des Meister-BAföG um weitere zwölf Monate.
Wird die Fortbildungsmaßnahme in mehreren Teilmaßnahmen absolviert, so gilt für eine Vollzeitmaßnahme eine Höchstdauer von 36 Monaten und für eine Teilzeitmaßnahme eine Höchstdauer von 48 Monaten der Förderung durch das Meister-BAföG.
Die Frist der Förderungsdauer beginnt mit der Aufnahme der Fortbildung, frühestens jedoch mit dem Monat der Antragstellung.
Rückzahlung und Stundung
Das Darlehen, also der Anteil am Meister-BAföG welcher nicht als Zuschuss gewährt wurde, muss nach Ablauf der zweijährigen Karenzzeit innerhalb von vier Jahren, mit einer monatlichen Mindestrate von 128 EUR abbezahlt werden. Der Zinssatz des Darlehens liegt deutlich unter dem marktüblichen Zinssatz.
Eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten Darlehens ist nur in Beträgen von vollen 500 EUR möglich.
Antrag auf Existenzgründungserlass
Wird innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der geförderten Fortbildungsmaßnahme ein neues Unternehmen in Deutschland gegründet oder ein vorhandener Betrieb übernommen, so kann frühestens nach Ablauf von 12 Monaten nach der Abschlussprüfung ein Antrag auf Existenzgründungserlass bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, 53170 Bonn, Tel.: 0228/8310) gestellt werden, wenn:
wenn mindestens ein Auszubildender eingestellt wurde, dessen Ausbildungsverhältnis zum Zeitpunkt der Beantragung des Erlasses mindestens seit 12 Monaten besteht (Erlass: 33 Prozent auf den Restdarlehensanteil für Prüfungs- und Lehrgangsgebühren) oder
mindestens ein sozialversicherungspflichtiger Angestellter mit unbefristetem Arbeitsvertrag seit mindestens 6 Monaten im Betrieb beschäftigt ist (Erlass: 33 Prozent auf Restdarlehensanteil)
Für jeden weiteren Auszubildenden oder Angestellten, der die o.g.- Bedingungen erfüllt, wird ein weiterer Nachlass von 33 Prozent gewährt, in der Summe aber höchstens 66 Prozent. Die Beschäftigungsverhältnisse müssen zum Antragszeitpunkt fortbestehen.
Findet man nach erfolgreich bestandener Prüfung den Weg in die Selbstständigkeit, sei es durch eine neue Unternehmensgründung oder Unternehmensübernahme, so erhält der Teilnehmer einen Erlass von 33 Prozent (40 Prozent ab 01.08.2016) auf das auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallene Restdarlehen. Voraussetzung ist allerdings, dass dauerhaft mindestens ein sozialversicherungpflichtiger Arbeitnehmer oder Auszubildender im Betrieb beschäftigt wird.
Stundung des Darlehens
Muss ein Kind bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres elterlich betreut oder ein behindertes Kind gepflegt werden und beträgt die Wochenarbeitszeit unter 30 Stunden, so kann die Rückzahlung des Darlehens gestundet oder später sogar erlassen werden, wenn das Einkommen folgende Beträge nicht übersteigt (§ 18a BAföG) Die Beträge in Klammern gelten bis 31.07.2016:
1.145 € (1.070 €) Förderungsberechtigter
570 € (535 €) Ehegatte
520 € (485 €) ) pro Kind
Diese drei Voraussetzungen müssen alle gemeinsam vorliegen. Eine Voraussetzung reicht hier nicht aus.
Noch Fragen zum Meister-BAföG?
Schildere deinen Fall einfach im Meister-BAföG Forum. Vielleicht hatte auch schon jemand eine ähnliche Frage, die bereits geklärt wurde.
Weitere Informationen und Bildquelle
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Aus dem Meister-BAföG Forum
AufstiegsBAföG für Fernstudium bei der SGD – Hilfe bei der Antragsstellung für die teilweise Übernahme der Lehrgangsgebühren
Teil 3 in VZ und 1 und 2 in Teilzeit