Source: https://hartz.info/index.php?topic=112827.0
Timestamp: 2020-04-01 22:57:45
Document Index: 199823201

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 168', '§ 7', '§ 12', '§ 168', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

Hartz IV Forum - (Lebens-) Versicherungen trotz Hartz 4 ?? -HILFE
(Lebens-) Versicherungen trotz Hartz 4 ?? -HILFE (Begonnen von: jennykpr)
Autor Thema: (Lebens-) Versicherungen trotz Hartz 4 ?? -HILFE (Gelesen 3665 mal)
jennykpr
(Lebens-) Versicherungen trotz Hartz 4 ?? -HILFE
« am: 30. Dezember 2017, 13:36:41 »
ich bin neu hier und weiß daher noch nicht genau wie das hier alles funktioniert. Ich schildere jetzt einfach mal meine Situation:
Ich beziehe seit ca. 20 Jahren Hartz 4 und habe 2 Töchter ( Alter: 20,19). Meine Eltern haben direkt nach der Geburt meiner Kinder für meine Kinder eine Lebensversicherung ( in Höhe von jeweils 50 Euro im Monat) abgeschlossen. Meine Eltern zahlen diesen Betrag zwar, die Summe wird jedoch von meinem Girokonto abgebucht, da meine Eltern damals noch kein Girokonto besassen. Auslaufen werden diese Verträge 2022 und 2023. Meine ältere Tochter ist seit Dezemer 2016, und die Kleinere seit Feruar 2017, aus der Bedarfsgemeinschaft ausgeschieden und beziehen seitdem kein Hartz 4 mehr.
Ich selber hatte mir vor ca. 14 Jahren, also 2004, eine Versicherung zur Privatrente abgeschlossen. Es hat sich jetzt aber herausgestellt, dass es sich hierbei auch um eine Lebensversicherung handelt. Hierfür zahle ich monatlich 50 Euro.
Außerdem habe ich seit 2006 eine Riester-Renten-Versicherung in Höhe von monatlich 50 Euro laufen.
Mein getrenntlebender Mann hat jetzt jedoch ein anonymes Schreiben an das Jobcenter geschickt, in dem er behauptet, ich würde eine Eigentumswohnung besitzen. Dies ist jedoch eine Lüge. Außerdem berichtet er hier von vier obern genannten Versicherungen. Von diesen vier Versicherungen zahle ich selber jedoch nur die zwei Versicherungen für mich. Die Versicherungen meiner Töchter werden von meinen Eltern an mich gezahl und von meinem Konto abgebucht.
Im Internet habe ich gelesen, dass es sog. Freibeträge gibt. Jedoch habe ich die Erklärungen nicht ganz verstanden. Generell wollte ich mich nicht auf diese Aussagen aus dem Internet verlassen.
Für meine Privatrente wurde mir geraten einen Verwertungsausschuss zu beantragen. Dies werde ich Anfang des neuen Jahres auch tun.
Das Jobcenter möchte von mir nun aufgrund des anonymen Schreibens Kontoauszüge der letzten 6 Monate einsehen. Auf diesen findet man natürlich die Abbuchungen der Versicherungen wieder. Kann ich aufgrund der Versicherungen Nachteile vom Jobcenter erleiden? Kann das an mich gezahlte Hartz 4 Geld wieder von mir zurück verlangt werden? Ich habe Jahre lang an anderen Ecken gekürzt, nur um die 100 Euro für meine Altersvorsorge aufbringen zu können. Kann mir das jetzt vorgehalten werden? Was ist mit den Lebensversicherungen meiner Kinder? Wie sieht es mit den Freibeträgen aus? Liege ich hierdrunter oder überschreite ich diesen Wert? Habe ich mich hier irgendwie ungewollt strafbar gemacht?
Ich bin gerade echt verzweifelt. Kann mir bitte bitte jemand weiterhelfen??? Bitte so schnell wie möglich, wenns geht!
Re: (Lebens-) Versicherungen trotz Hartz 4 ?? -HILFE
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2017, 15:01:26 »
Es ist uninteressant, für welche Versicherungen du zahlst, wichtig ist alleine, wer Versicherungsnehmer ist. Problematischer könnte der Geldeingang deiner Eltern auf deinem Konto werden. Auch, wenn du es für Versicehrungen deiner Kinder weiterleitest, wird es schwierig, das Jobcenter daran zu hindern, diese Zahlungen als Einkommen bei dir anzurechnen.
Das solltet ihr schnellstens ändern, vorausgesetzt, deine Kinder sind auch Versicherungsnehmer und nicht du.
« Antwort #2 am: 30. Dezember 2017, 15:22:36 »
Zitat von: jennykpr am 30. Dezember 2017, 13:36:41
Ich beziehe seit ca. 20 Jahren Hartz 4
"Hartz IV" gibt es erst seid 12 Jahren!
« Antwort #3 am: 30. Dezember 2017, 15:49:35 »
Für meine Privatrente wurde mir geraten einen Verwertungsausschuss zu beantragen
Guter Rat und würde ich auch tun.
Die Kinder bekommen kein Hartz IV mehr, was soll dir da angerechnet werden?
Was du mit deinem Regelsatz machst, kann dem JC egal sein.
Ich nehme mal an deine Eltern zahlen das Geld nicht erst bei dir auf dein Konto ein?
Wenn doch dann sollte das geändert werden und von den Eltern, direkt an die Versicherung gezahlt werden.
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2017, 17:43:59 »
Das Jobcenter möchte von mir nun aufgrund des anonymen Schreibens Kontoauszüge der letzten 6 Monate einsehen. Auf diesen findet man natürlich die Abbuchungen der Versicherungen wieder. Kann ich aufgrund der Versicherungen Nachteile vom Jobcenter erleiden? Kann das an mich gezahlte Hartz 4 Geld wieder von mir zurück verlangt werden? Ich habe Jahre lang an anderen Ecken gekürzt, nur um die 100 Euro für meine Altersvorsorge aufbringen zu können.
Die geforderten Auszüge wirst du vorlegen müssen und die anderen Fragen kann dir hier Niemand beantworten, weil deine "Erzählung" hier für so eine Beurteilung einfach nicht ausreicht.
etwas sehr ungenau auch die Angaben, was sind ca. 20 Jahre und 50 EUR gibt es auch erst seit 2001... In so einem langen Zeitraum gab es zig Gesetzesänderungen. Wer soll das hier alles noch wissen und daraus etwas zutreffendes ableiten?
« Antwort #5 am: 31. Dezember 2017, 10:52:55 »
Meine Eltern haben direkt nach der Geburt meiner Kinder für meine Kinder eine Lebensversicherung ( in Höhe von jeweils 50 Euro im Monat) abgeschlossen.
Dann sind deine Eltern Versicherugnsnehmern und die Kinder die jeweils Begünstigten. Du hast damit nichts zu tun.
Auf diesen findet man natürlich die Abbuchungen der Versicherungen wieder. Kann ich aufgrund der Versicherungen Nachteile vom Jobcenter erleiden?
Nein. Selbst wenn du die Beiträge zahlst, kann das JC dir dies nicht verbieten.
Abgesehen davon wäre es für weitere Hinweise wichtig, zu wissen, wie du und deine Eltern den Beitragsausgleich geregelt habt. Bekommst du die Beiträge von deinen Eltern in bar erstattet?
Hast du diese beim JC angegeben?
Kann das an mich gezahlte Hartz 4 Geld wieder von mir zurück verlangt werden?
Nicht aufgrund der Zahlung der Versicherungsbeiträge.
Ich habe Jahre lang an anderen Ecken gekürzt, nur um die 100 Euro für meine Altersvorsorge aufbringen zu können. Kann mir das jetzt vorgehalten werden?
Das kommt darauf an, ob das JC Kenntnis von deiner RV hat und wie hoch deren aktueller Rückkaufswert ist.
Was ist mit den Lebensversicherungen meiner Kinder?
Damit hast du nichts zu schaffen.
Wie sieht es mit den Freibeträgen aus? Liege ich hierdrunter oder überschreite ich diesen Wert?
Das kann man nicht beantworten. Dazu müsste man alle deine Vermögenswerte und dein Alter kennen. Dazu hast du aber bislang nichts geschrieben.
« Antwort #6 am: 31. Dezember 2017, 12:22:36 »
erst einmal vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Vllt. kannst du mit paar weiteren Informationen noch etwas weiter helfen. Danke :)
Zitat von: Ottokar am 31. Dezember 2017, 10:52:55
ann sind deine Eltern Versicherugnsnehmern und die Kinder die jeweils Begünstigten. Du hast damit nichts zu tun.
Meine Eltern sind Versicherungsnehmer, aber ich stehe neben meinen Kindern (da dieser noch nicht volljährig waren) als Mitversicherte (erste Mitversicherte bin ich, zweite Mitversicherte sind die Kinder) auf den Policen.
Meine Eltern zahlen mir den Betrag immer bar aus. Abgebucht wird die Summe aber von meinem Konto.
Ich ging davon aus, dass es sich hierbei nur um Rentenversicherungen handelt und ich das darf. Ich wusste nicht, dass es sich hier um Lebensversicherungen handelt. Daher habe ich das nie angegeben. Auf Formularen habe ich auch immer angekreuzt ich hätte keine Lebensversicherung, da ich mir eben nicht bewusst war, dass es sich hier um Lebensversicherungen handelt.
Wie oben geschrieben, habe ich das JC nicht darüber informiert. Was genau ist ein Rückkaufswert? Und wie kann ich diesen berechnen? Wie hoch darf/ soll dieser sein?
Zitat von: MichaK am 30. Dezember 2017, 17:43:59
Ich bin 45 Jahre alt. Was zählt sonst noch zu Vermögenswerten? Ein Auto etc. besitze ich nicht. Bei der Bank bin ich stark im Minus. Angespartes besitze ich auch nicht. Das einzige, was ich habe sind die beiden Rentenversicherungen.
Zitat von: zugchef werner am 30. Dezember 2017, 15:49:35
etwas sehr ungenau auch die Angaben, was sind ca. 20 Jahre und 50 EUR gibt es auch erst seit 2001.
Ich erhalte seit 1995 Sozialgeld, später Hartz 4. Die Lebensversicherungen meiner Kinder haben damals mit jeweils 100DM angefangen und als dann der Eurowechsel war, wurden die Beiträge auf 50 Euro monatlich umgeändert.
Die Riesterversicherung hat im Jahre 2006 mit 50 Euro angefangen. Zurzeit werden monatlich 57 Euro abgebucht. Für meine private Rentenversicherung zahle ich seit 2004 monatlich 50 Euro.
« Antwort #7 am: 31. Dezember 2017, 13:10:08 »
Vielleicht dröseln wir erstmal die Versicherungsbezeichnungen auf.
1. Versicherungsnehmer (VN) - das sind deine Eltern oder ein Elternteil
2. Versicherte Personen(VP)- hier handelt es sich um die Person welche versichert ist, was nichts anderes bedeutet, dass bei Lebensversicherungen die Versicherungssumme ausgezahlt wird, wenn die versicherte Person vor Ablauf der Versicherungszeit verstirbt!
3. begünstigte im Versicherungsfall(Bezugsberechtige): Das ist die Person, welche die Versicherungssumme bekommt wenn die versicherte Person von ihrem Ableben Gebrauch macht.
4. begünstiger im Erlebensfall(Bezugsberechtigte), also bei Ablauf der Versicherungszeit, diese Person bekommt das Sparguthaben welches nach Ablauf der Versicherungszeit ausgezahlt wird.
5. Beitragszahler, die Person die jeden Monat dies Sparrate zahlt.
Das können alles ein und die Selbe Person sein, oder diverse andere Konstellationen.
Wenn die Großeltern für die Enkel Versicherungen abgeschlossen haben hatten sie dafür zwei Möglichkeiten: Die Großeltern sind Versicherungsnehmer und die Kinder sind jeweils die versicherte Person, die Kinder sind jeweils begünstigt im Erlebensfall (bei Tod der versicherten Person kann diese kaum noch etwas anfangen mit der Versicherungssumme:) ) Damit hat das Jobcenter so gar keine Rechte an dieser Versicherung, denn weder dir noch den Kindern konnte es möglich sein während des Bezuges von Hilfe irgendwie an das Geld ran zu kommen welches da angespart wurde. Es war und ist auch nicht notwendig Angaben über die Existenz zu machen.
Variante 2- Die Kinder sind Versicherungsnehmer und versicherte Person (ja, das geht, auch wenn die Kiddies noch klein sind) mit Volljährigkeit müssten dann die Kinder entweder das komplette Geld mit Zinsen bekommen oder aber sie unterschreiben, so dass die Versicherung bis zum geplanten Ablauf weiter läuft. In dem Fall hätte während der Hilfebedürftigkeit eine Angabe dieser Versicherungen erfolgen müssen.
Dass Du und die Kinder allesamt in einem Vertrag versicherte Person ist, ist ausgeschlossen. Es gibt jedoch eine andere Variante- diese ist eine Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit. Da sind zwei Leutchens mit der gleichen Summe versichert. Man beerbt sich quasi über diese Versicherung gegenseitig je nachdem wer erster ist :)
Um versicherte Person zu sein ist Volljährigkeit nicht notwendig. Aus Kostengründen ist es sogar sehr sinnvoll die Kinder jeweils als versicherte Personen einzutragen. Das Risiko ist statistisch weitaus geringer....
Der Unterschied von Lebens und Rentenversicherungen ist marginal. Bei Rentenversicherungen hat man ein Wahlrecht auf Zahlung in einer Summe oder in Rentenraten. Bei LV kann man zwischen Teilauszahlungen oder ganzer Sparsumme bei Ablauf wählen. Lebensversicherungen sind eher dafür , dass der Todesfall für die Hinterbliebenen finanziell abgesichert ist. Bei Rente wettet man auf ein langes Leben.
« Antwort #8 am: 31. Dezember 2017, 13:20:10 »
Zitat von: jennykpr am 31. Dezember 2017, 12:22:36
Das ist erst mal egal.
Wer steht denn als Begünstigter im Überlebensfall drin?
D.h. deine Eltern erstatten dir den Betrag. Das ist nicht leistungsrelevant.
Ich ging davon aus, dass es sich hierbei nur um Rentenversicherungen handelt und ich das darf. Ich wusste nicht, dass es sich hier um Lebensversicherungen handelt. Daher habe ich das nie angegeben.
Auch Rentenversicherungen sind anzugeben, das steht dort auch.
Was genau ist ein Rückkaufswert?
Das ist der Betrag, den dir die Versicherung bei einer Kündigung auszahlen würde und der somit als Vermögen beim ALG II berücksichtigt wird. Den Rückkaufswert musst du bei der Versicherung erfragen.
Ich bin 45 Jahre alt.
Dann hast du derzeit einen Vermögensfreibetrag von (§ 12 Abs. 2 S 1 Nr 1 und 4 SGB II):
150€ x 45 Jahre = 6750€ + 750€ = 7500€
Was zählt sonst noch zu Vermögenswerten?
Allles was in der Anlage VM aufgeführt ist.
Lies dazu bitte mal den "Ratgeber Vermögen".
Für meine private Rentenversicherung zahle ich seit 2004 monatlich 50 Euro.
Da wurden somit bis heute ca. 6600€ eingezahlt, d.h. der Rückkaufswert dürfte kaum darüber liegen.
Die Riesterversicherung hat im Jahre 2006 mit 50 Euro angefangen. Zurzeit werden monatlich 57 Euro abgebucht.
Diese Versicherung unterliegt einem separaten Vermögensschutz (§ 12 Abs. 2 S 1 Nr 2 SGB II).
Der Jahresbeitrag liegt hier unter dem Höchstbetrag der staatlichen Förderung, d.h. diese Versicherung ist in voller Höhe geschützt.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2017, 13:36:21 von Ottokar »
« Antwort #9 am: 31. Dezember 2017, 14:20:23 »
Mein getrenntlebender Mann hat jetzt jedoch ein anonymes Schreiben an das Jobcenter geschickt, in dem er behauptet, ich würde eine Eigentumswohnung besitzen. Dies ist jedoch eine Lüge. Außerdem berichtet er hier von vier obern genannten Versicherungen.
Vieleicht ja die Eltern und für deine Versicherungen wird er bestimmt auch einen Teil bezahlt haben und wenn sie jetzt veräußert werden sollen geht er leer aus wundert es mich da nicht.
Zitat von: Peter Viersen am 30. Dezember 2017, 15:22:36
Relevant sind eh nur die letzten 10 Jahre.
« Antwort #10 am: 31. Dezember 2017, 15:47:29 »
Danke Ottomar,
Zitat von: Ottokar am 31. Dezember 2017, 13:20:10
Das müsste ich nochmal in den Unterlagen nachgucken. Die Info würde ich dann ergänzen.
Zitat von: crazy am 31. Dezember 2017, 13:10:08
Dann hast du derzeit einen Vermögensfreibetrag von:
Heißt das, ich dürfte momentan 7500 Euro angespart haben oder heißt das, dass ich bisher 7500 Euro in meine Versicherungen eingezahlt haben dürfte??
Ich habe gerade nämlich den "Ratgeber Vermögen" gelesen. Dort schreibst du:
"Nicht staatlich gefördertes Altersvorsorgevermögen (Lebens-oder Rentenversicherung) kann eigenständig geschützt sein, Voraussetzung ist ein im Versicherungsvertrag rechtsverbindlich vereinbarter unwiderruflicher Verwertungsausschluß nach § 168 Abs. 3 VVG (keine Kündigung/Beleihung), so dass die Versicherung erst mit Erreichen des individuellen Rentenalters lt. § 7a SGB II verwertet werden kann (§ 12 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 und 1a SGB II).
Die Freibeträge für den erwerbsfähigen leistungsberechtigten Hilfebedürftigen und dessen Partner werden addiert, ebenso wie das nicht staatlich geförderte Altersvorsorgevermögen. Freibeträge für erwerbsfähige leistungsberechtigte Kinder sind ausschließlich diesen zuzuordnen.
Den Freibetrag gibt es erst ab dem 15. Lebensjahr, er beträgt 750€ * Alter und beträgt maximal für:
- vor dem 1. Januar 1958 geborene: 48.750 Euro,
- nach dem 31. Dezember 1957 und vor dem 1. Januar 1964 geborene: 49.500 Euro,
- nach dem 31. Dezember 1963 geborene: 50.250 Euro.
(Die o.g. Frei- und Höchstbeträge gelten erst seit 17.04.2010, für Zeiten davor gelten die, im jeweils gültigen, SGB II angegebenen Frei- und Höchstbeträge.)
Bitte beachten: Der Verwertungsausschluss nach § 168 Abs. 3 VVG umfasst nicht die gesamte Versicherung, sondern nur den nach § 12 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 SGB II geschützten Betrag. Alles was diesen übersteigt, kann mittels Teilkündigung bzw. Beleihung verfügbar gemacht werden und zählt deshalb zum normalen Vermögen (§ 12 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 SGB II)."
Also dachte ich dürfen meine Rentenversicherungen einen Freibetrag in Höhe von 22.500 Euro haben. Auf diesen Wert kommt man, wenn man von meinem Alter 15 abzieht, da dieser Freibetrag ja erst ab dem 15. Lebensalter gilt, und diese Zahl dann mit 750 multipliziert.
Also 30 x 750 Euro = 22.500 Euro.
Der in meine Rentenversicherungen eingezahlte Wert müsste ja dann eigentlich unter diesem Wert liegen.
Privatrente (seit 2004) : 14 Jahre x 12 Monate x 50 Euro = 8.400 Euro
Riesterrente (seit 2006): 11 Jahre x 12 Monate x 57 Euro = 7.524 Euro
8400 + 7524 = 15.924 Euro -> somit würde ich ja noch unter meinem Freibetrag von 22.500 Euro liegen oder nicht?
Und du hast zum Rückkaufswert der Privatrente geschrieben :
"Da wurden somit bis heute ca. 6600€ eingezahlt, d.h. der Rückkaufswert dürfte kaum darüber liegen."
Das habe ich nicht ganz verstanden. Ist das gut oder schlecht für mich?
Und was kann das für Folgen für mich haben, dass ich die Versicherungen nicht in den Formularen mitangeben habe? Ich wusste nämlich wirklich nicht, dass das mit unter die Kategorie Lebensversicherung zählt und ich das angeben muss??
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2017, 16:12:38 von jennykpr »
« Antwort #11 am: 31. Dezember 2017, 16:25:09 »
Zitat von: jennykpr am 31. Dezember 2017, 15:47:29
« Antwort #12 am: 31. Dezember 2017, 17:01:26 »
Ist die Privatrente auch eigenständig geschützt? Also dein Zugriff kann erst mit dem Eintritt in Rente erfolgen?
Wenn JA, dann liegen Privatrente und Risterrente im Schonbereich.
(Es heisst Alter mal 750 Euro, also 45 X 750 = 33.750)
Wenn die Privatrente nicht geschützt ist, dann wäre sie durch deinen Vermögenschonbetrag (sofern kein weiteres Vermögen vorhanden) in Höhe von 45 X 150 + 750 = 7500 Euro geschützt. 900 Euro wären dann allerdings an die Leistung anzurechnen.
Jedenfalls sollte dann für die Versicherung nachträglich ein Verwertungsausschluss vereinbart werden.
Kann mir nicht vorstellen, dass das JC das nicht doch schon weiß.
« Antwort #13 am: 31. Dezember 2017, 17:50:54 »
Die Riesterrente ist eigenständig geschützt. Geschützt sind die geförderten Altersvorsorgeaufwendungen (Eigenbeiträge und Zulagen) sowie die Erträge daraus.
für sonstige Altersvorsorge werden
der/dem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten,
deren/dessen Partnerin/Partner (die/der auch nicht erwerbsfähig sein kann),
dem erwerbsfähigen Kind nach Vollendung des 15. Lebensjahres
ein Freibetrag in Höhe von 750,00 EUR je vollendetem Lebensjahr für geldwerte Ansprüche, die der Altersvorsorge dienen, eingeräumt
(15 Jahre ist nur die Altersgrenze für die theoretische Erwerbsfähigkeit, das Alter wird nirgends abgezogen.) Der Freibetrag gilt für jegliche Form der Altersvorsorge. Maßgebend ist jedoch, dass deren Verwertung vor Eintritt in den Ruhestand vertraglich unwiderruflich ausgeschlossen ist. Auch ein Rückkauf/eine Kündigung oder eine Beleihung darf nicht möglich sein.
« Antwort #14 am: 31. Dezember 2017, 18:52:46 »
D.h. das die Gesamtheit deines nach § 12 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB II zu berücksichtigenen Vermögens bis zu einem Betrag i.H.v. 7500€ geschützt ist.
Also dachte ich dürfen meine Rentenversicherungen einen Freibetrag in Höhe von 22.500 Euro haben.
Das betrifft private Rentenversicherungen mit Verwertungsauschluss, diese sind i.H.v. 750€ x Alter nach § 12 Abs. 2 S 1 Nr 3 SGB II geschützt. Eine solche hast du aber nicht.
Deine Riesterrente ist anderweitig nach § 12 Abs. 2 S 1 Nr 2 SGB II geschützt.
Und was kann das für Folgen für mich haben, dass ich die Versicherungen nicht in den Formularen mitangeben habe?
Sofern das Vermögen nach § 12 SGB II geschützt ist, passiert gar nichts.
Ob das so ist, kann ich nicht beantworten. Dazu muss man den aktuellen Rückkaufswert der Lebensversicherung kennen sowie den Wert ev. vorhandenen anderen nach § 12 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB II zu berücksichtigenden Vermögens:
Zitat von: Ottokar am 15. November 2008, 13:04:16
- Bargeld auf Konten und Depots,
- Aktien, Wechsel, Gesellschaftsanteile, Genossenschaftsanteile, Rechte aus Grundschulden,
- Rückkaufswert von Versicherungen,
- Schmuckstücke, Gemälde, Möbel, goldenen Wasserhähne, Diamanten besetzte Kronleuchter usw.,
- landwirtschaftliche Nutzflächen,
Ich wusste nämlich wirklich nicht, dass das mit unter die Kategorie Lebensversicherung zählt und ich das angeben muss??
Ob du das wusstest oder nicht, ist egal. Fakt ist, in der bei Antragstellung auszufüllenden Anlage VM unter 3.6 steht:
Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen und/oder Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr