Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202007,%201147
Timestamp: 2020-01-23 13:15:14
Document Index: 133321206

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 126', '§ 126', '§ 126', 'BGH', 'BGH', '§ 126', 'BGH', '§ 122', 'BGH', '§ 126', '§ 126', 'BGH', '§ 126', '§ 124', 'BGH', 'BGH', '§ 59', 'BGH', '§ 123', '§ 122', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.02.2007 - XII ZB 112/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2039
BGH, 14.02.2007 - XII ZB 112/06 (https://dejure.org/2007,2039)
BGH, Entscheidung vom 14.02.2007 - XII ZB 112/06 (https://dejure.org/2007,2039)
BGH, Entscheidung vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 (https://dejure.org/2007,2039)
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Aufrechnung mit einem Kostenerstattungsanspruch; Einwendungen oder Einreden aus der Person der berechtigten Prozesspartei gegen die Kostenforderung
Geltendmachung von Einwendungen oder Einreden gegenüber der Kostenforderung eines Rechtsanwalts bei Bewilligung von Prozesskostenhilfe
Entfallen der Verstrickungswirkung
AG Berlin-Pankow/Weißensee, 02.02.2006 - 20 F 6277/03
KG, 23.05.2006 - 19 WF 56/06
NJW-RR 2007, 1147
MDR 2007, 918
FamRZ 2007, 710
Rpfleger 2007, 269
Dies ist nicht ohne Kritik geblieben (…Wendl/Klinkhammer Das Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis 8. Aufl. § 2 Rn. 449 mit Fn. 293; Luthin FamRZ 2007, 710; Wellenhofer JuS 2007, 873, 874), was im vorliegenden Fall aber keiner näheren Erörterung bedarf, weil der Antragsgegner weder die im Zuge des erweiterten Umgangsrechts durch ihn getragenen (Mehr-)Aufwendungen für die Verköstigung der Antragstellerin noch etwaige Ersparnisse dargelegt hat, die dadurch im Haushalt der Kindesmutter entstanden sein könnten.
Dem Rechtsanwalt ist damit die Einziehung des Kostenerstattungsanspruchs seiner Partei als Prozessstandschafter übertragen (Senatsbeschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 - FamRZ 2007, 710 Rn. 11;… BGH Beschluss vom 9. Juli 2009 - VII ZB 56/08 - FamRZ 2009, 1577 Rn. 4).
Mit dieser Regelung sollen dem beigeordneten Rechtsanwalt - über die Gebühren im Rahmen der Prozesskostenhilfe hinaus - seine Vergütungsansprüche gesichert werden (Senatsbeschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 - FamRZ 2007, 710 Rn. 11).
Unerheblich ist demgegenüber, ob der Rechtsanwalt sein Beitreibungsrecht nach § 126 Abs. 1 ZPO im Zeitpunkt der Einwendung bereits ausgeübt hatte (Senatsbeschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 - FamRZ 2007, 710 Rn. 12).
Zwar kann die Verstrickung des Kostenerstattungsanspruchs nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift dann entfallen, wenn - z.B. durch den Erlass eines Kostenfestsetzungsbeschlusses für die Partei - deutlich wird, dass der Rechtsanwalt von seinem Einziehungsrecht keinen Gebrauch macht (…BeckOK ZPO/Kratz [Stand: 1. Juni 2015] § 126 Rn. 19; vgl. auch Senatsbeschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 - FamRZ 2007, 710 Rn. 13).
Zwar steht der Partei der Kostenerstattungsanspruch trotz des ihrem Rechtsanwalt gemäß § 126 ZPO eingeräumten Beitreibungsrechts weiterhin zu (Senatsbeschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 - FamRZ 2007, 710 Rn. 11;… BGH Beschluss vom 9. Juli 2009 - VII ZB 56/08 - FamRZ 2009, 1577 Rn. 4), weshalb er auch weiterhin der Forderungspfändung unterliegt.
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden (BGH, Beschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06, FamRZ 2007, 710 = NJW-RR 2007, 1147), dass der Partei trotz des ihrem beigeordneten Rechtsanwalts gemäß § 126 Abs. 1 ZPO eingeräumten Beitreibungsrechts der Kostenerstattungsanspruch weiterhin zusteht.
Der Kostenerstattungsanspruch der Partei und das Beitreibungsrecht ihres Anwalts stehen selbständig nebeneinander (BGH, Beschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06, aaO).
Er kann von dem unterlegenen Gegner insbesondere auch seine Wahlanwaltsgebühren beitreiben, die er von seiner bedürftigen Partei gemäß § 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO nicht verlangen kann, solange ihr Prozesskostenhilfe gewährt wird (vgl. BGH, Beschlüsse vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06, NJW-RR 2007, 1147 Rn. 11;… vom 9. Juli 2009 - VII ZB 56/08, NJW 2009, 2962 Rn. 7;… Bork in Stein/Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 126 Rn. 1;… Musielak/Fischer, ZPO, 9. Aufl., § 126 Rn. 1).
Die Partei kann aber nicht mit Wirkung gegenüber dem Anwalt über den Kostenerstattungsanspruch verfügen; eine Zahlung des Gegners an die Partei wirkt nicht gegenüber dem Anwalt (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Februar 2007 - XII ZB 112/06, aaO;… Bork in Stein/Jonas, aaO;… Musielak/Fischer, aaO Rn. 9;… Pukall in Hk-ZPO, 4. Aufl., § 126 Rn. 5; vgl. zu § 124 ZPO aF: BGH, Urteil vom 6. März 1952 - IV ZR 171/51, BGHZ 5, 251, 253).
Denn bei dem nach § 59 RVG geltend gemachten Anspruch der Staatskasse handelt es sich nicht um einen eigenen originären Anspruch der Staatskasse, sondern um einen Anspruch aus übergegangenem Recht, der dem beigeordnetem Prozessbevollmächtigten des Gegners als dessen gesetzlicher Prozessstandschafter (vgl. BGH FamRZ 2007, 710) zusteht und damit letztlich um einen Anspruch des Gegners im Sinne des § 123 ZPO.
Die Vorschrift will dem beigeordneten Rechtsanwalt - über die Gebühren im Rahmen der Prozesskostenhilfe hinaus - seinen Vergütungsanspruch sichern, zumal er nach § 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO nach der Bewilligung von Prozesskostenhilfe keine Vergütungsansprüche mehr gegen die eigene Partei geltend machen darf (BGH, Beschluss vom 14.Februar 2007, XII ZB 112/06, juris).
vgl. BGH, Beschluss vom14. Februar 2007 - XII ZB 112/06 -, juris Rn. 11.
vgl. BGH, Beschluss vom 11. Oktober 2006 - XII ZR 285/02 -, juris Rn. 7 (Ausschluss der Kostenerstattung vor der Kostengrundentscheidung) und Beschluss vom 14. Februar 2007, a.a.O., juris Rn. 13.
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