Source: https://www.peterlang.com/view/9783653988062/xhtml/chapter004.xhtml
Timestamp: 2018-07-16 11:38:08
Document Index: 12093203

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 12', 'Art. 17', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 13', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 38']

D. Die Flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls : Streitbeilegung im Rahmen des Kyoto-Protokolls und der Flexiblen Mechanismen
D. Die Flexiblen Mecha...
Streitbeilegung im Rahmen des Kyoto-Protokolls und der Flexiblen Mechanismen
Ein Blick auf das Schiedsverfahren
Im Kyoto-Protokoll von 1997 haben sich Industriestaaten verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen auf einem für das Klimasystem unschädlichen Niveau zu stabilisieren. Mit den Flexiblen Mechanismen eröffnet das Kyoto-Protokoll die Möglichkeit, eingegangene Verpflichtungen durch Emissionsreduktionsprojekte in anderen Staaten oder durch den Handel mit Emissionszertifikaten erfüllen zu können. Bei der Durchführung der Projekte sowie der im Rahmen der Mechanismen eingegangenen Verträge kann es zu rechtlichen Streitigkeiten kommen. Der Autor zeigt mögliche Konflikte mit dem Ziel auf, Konfliktlösungsmechanismen für derartige Streitigkeiten auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. Hierbei geht er insbesondere auf das Schiedsverfahren ein und erläutert prozessuale Besonderheiten.
978-3-653-98806-2
https://doi.org/10.3726/978-3-653-04340-2
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XXXIV, 184 S.
D. Die Flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls
Kernelement zur Erreichung der Vorgaben des Kyoto-Protokolls sind die bereits erwähnten Flexiblen Mechanismen. Diese eröffnen den Annex-B-Staaten die Möglichkeit, ihren Verpflichtungen durch Projekte in anderen Industriestaaten (im Falle von Joint Implementation) und in Entwicklungsländern (im Falle von Clean Development Mechanism) nachzukommen sowie durch Handel von Emissionsrechten die Vorgaben des Kyoto-Protokolls zu erfüllen.117 Da sich die Emissionsreduktionen global auswirken ist es gleichgültig, in welchem Land die jeweilige Maßnahme vorgenommen wird.118 So ermöglichen die Flexiblen Mechanismen die kosteneffiziente Durchführung von Großprojekten in Entwicklungsländern oder Osteuropa.119 Dass die Möglichkeit der kostengünstigen Emissionsreduktion tatsächlich genutzt wird, zeigt die Verteilung der JI-Projekte. Von derzeit 756 JI-Projekten (sowohl Track-1- als auch Track-2-JI; ohne zurückgenommene oder abgelehnte Projekte) werden 183 Projekte in Russland, 315 Projekte in der Ukraine sowie weitere 208 Projekte in anderen Staaten Osteuropas durchgeführt.120 CDM-Projekte finden zu rund 95 % in Lateinamerika sowie in der Region Asien-Pazifik statt.121
Zu beachten ist im Rahmen der projektbezogenen Flexiblen Mechanismen die Voraussetzung der „Additionality“. Das bedeutet, die durch die Flexiblen Mechanismen erzielten Emissionsreduktionen müssen zusätzlich zu den sonstigen Klimaschutzanstrengungen des jeweiligen Staates erfolgen und die Reduktionen hätten ohne das konkrete Projekt nicht erreicht werden dürfen.122
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C. Entstehung und Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen
I. Wiener Übereinkommen (1985) und Montrealer Protokoll (1987)
II. Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen
III. Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen, 1992
IV. 1. Vertragsstaatenkonferenz, Berlin 1995 (COP-1) – Berliner Mandat
V. 3. Vertragsstaatenkonferenz, Kyoto 1997 (COP-3) – Kyoto-Protokoll
VI. Weitere Entwicklung bis zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls
1. COP-4 – Buenos Aires Plan of Action
2. COP-6
3. COP-6/2
4. COP-7 – Marrakesh Accords
5. Weitere Vertragsstaatenkonferenzen
VII. Post-Kyoto-Prozess
1. COP-13/CMP-3 – Bali Action Plan
2. COP-15/CMP-5 – Copenhagen Accord
3. COP-16/CMP-6 – Cancún Agreement
4. COP-17/CMP-7
5. COP-18/CMP-8
I. Vorab: Emissionszertifikate – „Assigned Amount Units“
1. Nationale Register für Emissionszertifikate
2. Der Lebenszyklus von Emissionszertifikaten am Beispiel Deutschlands
II. Joint Implementation, Art. 6 Kyoto-Protokoll
3. Track-1-JI und Track-2-JI
5. Projektvertrag
III. Clean Development Mechanism, Art. 12 Kyoto-Protokoll
IV. Emissionshandel, Art. 17 Kyoto-Protokoll
4. Handel mit „heißer Luft“ – Green Investment Schemes
V. „Burden Sharing“ als Flexibler Mechanismus?
VI. Schutzprogramm für Wälder (REDD/REDD+)
E. Konfliktpotential
I. Streitigkeiten im Zusammenhang mit UNFCCC und Kyoto-Protokoll
1. Auslegungs- und Interpretationsstreitigkeiten
2. Nichteinhaltung von Vorgaben des Kyoto-Protokolls
II. Streitigkeiten im Zusammenhang mit den Flexiblen Mechanismen
1. Streitigkeiten unter Beteiligung von Behörden, Organisationen und Gremien
a) Verteilung der Zertifikate
b) Letter of Approval
c) Ausführung des JI- oder CDM-Projekts
d) Rechtlicher Charakter von Emissionszertifikaten
2. Streitigkeiten zwischen Projekt- bzw. Vertragsparteien
a) Ausführung des JI- oder CDM-Projekts
b) Nichtlieferung
c) Unabgestimmte Verträge in Vertragsketten
d) Greening
e) Ergreifen einstweiliger Maßnahmen
3. Streitigkeiten unter Beteiligung Dritter
III. Streitigkeiten aufgrund Verletzung internationaler Investitionsschutzabkommen
1. Grundlagen des internationalen Investitionsschutzrechts
a) Begriff der Investition
b) Diskriminierungsverbote
aa) Inländergleichbehandlung
bb) Meistbegünstigung
c) Enteignungsverbot
d) Streitbeilegung
2. Enteignung oder Diskriminierung des Investors
a) JI- bzw. CDM-Projekt als Investition
b) Entschädigungslose Enteignung oder Diskriminierung
c) Verletzung eines BIT durch Vorgaben der Flexiblen Mechanismen
3. Enteignung oder Diskriminierung eines Dritten
a) Verletzung eines BIT durch ein JI- oder CDM-Projekt
b) Verletzung eines BIT durch Vorgaben der Flexiblen Mechanismen
F. Konfliktlösung
I. Schiedsverfahren
1. Arten der Schiedsgerichtsbarkeit
a) Verwaltungsrechtliche Schiedsgerichtsbarkeit
b) Völkerrechtliche Schiedsgerichtsbarkeit
c) Private Schiedsgerichtsbarkeit
2. Vor- und Nachteile von Schiedsverfahren
a) Neutralität
b) Fachkompetenz
d) Flexibilität
e) Verfahrensdauer und -kosten
f) Internationale Vollstreckbarkeit
g) Verzicht auf Immunität
h) Beteiligung Dritter
3. Schiedsvereinbarung
b) Anforderungen und Mindestinhalt
aa) Objektive Schiedsfähigkeit
(1) Schiedsfähigkeit nach lex fori
(2) Schiedsfähigkeit von Streitigkeiten im Zusammenhang mit den Flexiblen Mechanismen
bb) Subjektive Schiedsfähigkeit
c) Formulierung
d) Beteiligung Dritter
aa) Bindung Dritter an die Schiedsvereinbarung
bb) Mehrparteienschiedsverfahren
(1) Gleichberechtigung bei Wahl des Schiedsrichters
(2) Einverständnis der Parteien und der Schiedsrichter
(3) Verbindung von Verfahren
a) Merkmale der PCA Environmental Rules
b) Verfahren nach den PCA Environmental Rules
aa) Einleitende Bestimmungen (Art. 1–4)
(1) Anwendungsbereich, Art. 1
(2) Fristenberechnung, Art. 2
(3) Einleitungsanzeige, Art. 3
(4) Prozessvertretung, Art. 4
bb) Zusammensetzung des Schiedsgerichts (Art. 5–14)
(1) Anzahl und Wahl der Schiedsrichter, Art. 5–8
(2) Ablehnung von Schiedsrichtern, Art. 9–12
(3) Ersetzen eines Schiedsrichters und Verhandlungswiederholung, Art. 13–14
(4) Haftungsausschluss (nur nach UNCITRAL- Regelung aus 2010)
cc) Schiedsverfahren (Art. 15–30)
(1) Allgemeine Vorgaben, Art. 15
(2) Schiedsort und Verfahrenssprache, Art. 16–17
(3) Schriftverkehr, Art. 18–23
(4) Beweisführung, Art. 24
(5) Verhandlung, Art. 25
(6) Einstweiliger Rechtsschutz, Art. 26
(7) Sachverständige, Art. 27
(8) Säumnis, Verfahrensbeendigung, Rechtsverzicht, Art. 28–30
dd) Schiedsspruch (Art. 31–41)
(1) Entscheidungsfindung, Form und Wirkung des Schiedsspruches, Art. 31–32
(2) Anwendbares Recht, Art. 33
(3) Verfahrenseinstellung, Interpretation, Korrektur und Ergänzung des Schiedsspruches, Art. 34–37
(4) Kosten, Art. 38–41
5. Anerkennung und Vollstreckung
b) Exekutionsimmunität
c) Commercial reservation der NYC
6. Einstweiliger Rechtsschutz
b) Einstweiliger Rechtsschutz nach den PCA Environmental Rules
aa) Anscheinsbeweis
bb) Dringlichkeit
cc) Notwendigkeit
c) Bindung des Treuhänders an eine einstweilige Verfügung
7. Investitionsschiedsverfahren
a) Verfahren nach den ICSID-Regelungen
aa) Zuständigkeit und Verfahrenseinleitung
bb) Bildung des Schiedsgerichts
cc) Verfahrensablauf
dd) Anwendbares Recht
ee) Anerkennung und Vollstreckung
ff) Rechtsmittel
gg) Einstweiliger Rechtsschutz
b) Abwägung zwischen handelsrechtlichem Schiedsverfahren und Investitionsschiedsverfahren
II. Sonstige Verfahrensarten
1. Streitbeilegung nach UNFCCC und Kyoto-Protokoll
a) Regelungen der UNFCCC und des Kyoto-Protokolls
aa) Regelungsinhalt
bb) Praktische Bedeutung
b) Compliance Committee
c) Schwachstellen des Compliance-Verfahrens
aa) Eingeschränkte Beschwerdemöglichkeit
bb) Öffentlichkeit des Verfahrens
cc) Durchsetzbarkeit der Sanktionen
dd) Beeinflussung Dritter
e) Compliance-Verfahren neben (schieds)gerichtlichem Verfahren
2. Verfahren vor den staatlichen Gerichten
a) Verfahren vor den Verwaltungsgerichten
(1) Eröffnung des Verwaltungsrechtsweges
(2) Statthafte Klageart
(3) Klagebefugnis
(4) Erfolglos durchgeführtes Vorverfahren
(5) Klagefrist und -gegner, Beteiligten- und Prozessfähigkeit
(6) Allgemeines Rechtsschutzbedürfnis
b) Verfahren vor den Zivilgerichten
aa) Internationale Zuständigkeit nach der Verordnung Nr. 44/2001
(1) Eröffnung des Anwendungsbereichs
(2) Bestimmung der internationalen Zuständigkeit
bb) Anwendbares Recht
3. Mangelnde Rechtsschutzmöglichkeit