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Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 32', '§ 32', '§ 9', '§ 9', '§ 8', '§ 1']

﻿ Gewerbe? Auswandern im März! - Steuer-Forum
Beitragvon Maxed » 3. Jan 2016, 02:56
Ich habe die Möglichkeit erhalten über das Internet in kurzer Zeit sowie langfristig viel Geld zu verdienen. Nun ist es aber so, dass ich plane im März in ein anderes Land auszuwandern. Meine Frage ist nun wie sich das mit einem Gewerbe & den Steuern verhält. Ich werde bis März voraussichtlich 15 bis 20 Tausend Euro Gewinn auszahlen lassen.
Da ich keine 6 Monate in Deutschland sein werde, würde ich hierzulande auch nicht steuerpflichtig sein, da die Einnahmen im Internet entstehen, außereuropäisch. Somit dürften die bis dahin verdienten Einnahmen in dem anderen Land versteuert werden, richtig?
Muss ich das Gewerbe dann einfach nur abmelden oder benötige ich gar kein Gewerbe, wenn die Absicht besteht das Land VOR der Steuerpflichtigkeit zu verlassen?
Beitragvon Petz » 4. Jan 2016, 10:12
Da ich keine 6 Monate in Deutschland sein werde, würde ich hierzulande auch nicht steuerpflichtig sein
Hier handelt es sich um einen Wegzugsfall, da gilt die 6 Monatsregel nicht.
Du musst den Gewinn hier versteuern, die ausländischen Einkünfte unterliegen im Jahr des Wegzugs dem Progressionsvorbehalt.
Beitragvon Maxed » 4. Jan 2016, 15:51
Aber was ist denn, wenn ich nur soviele Einkünfte habe, dass es die Freigrenze von 8400 nicht übersteigt?
Angenommen im Januar verdiene ich 8000,- , die nach deiner Aussage hier versteuert werden müssen -> steuerfrei, da Freibetrag
Und im Febraur lass ich mich auf Zypern nieder und gründe eine Firma und versteuere darüber den weiteren Gewinn. Bleiben die zuvor verdienten 8000€ dann unversteuert?
Beitragvon Petz » 4. Jan 2016, 18:00
die ausl. Einkünfte unterliegen dem Progessionsvorbehalt, die Einkünfte können dadurch über den Grundfreibetrag liegen und so wird eben der fiktive Steuersatz auf diese 8.000 angewendet, so dass durchaus eine Einkommensteuer dabei rauskommen kann.
Beitragvon Maxed » 5. Jan 2016, 12:52
um mir weitere Meinungen einzuholen habe ich die selbe Frage an einen Online-Steuerberater gestellt und er schreibt etwas anderes:
(Wer hat nun recht...?)
grds. gilt für unbeschränkt Steuerpflichtige in Deutschland das sog. Welteinkommensprinzip. D.h. das Deutschland Steuern auf alle Einkünfte erhebt, egal wo sie auf der Welt erzielt werden. Einzelheiten bei den bilateralen Beziehungen regeln die Doppelbesteuerungsabkommen. Hier ist Ihr Sachverhalt nicht eindeutig, da das Land wurde nicht angegeben.
Sobald Sie Deutschland verlassen und hier weder Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind Sie weder unbeschränkt noch, so deute ich den Sachverhalt, beschränkt steuerpflichtig. Beschränkt steuerpflichtig sind die Steuerausländer (Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland) mit inländischen Einkünften. Auch hier ist der Sachverhalt nicht eindeutig. Welche Art der Beteiligung liegt vor, wo sitzt die Firma an der Sie beteiligt sind, etc.
Ergänzung: Auswandern möchte ich nach Zypern, das Unternehmen von dem ich passive Einnahmen verdiene, hat seinen Sitz in Indonesien.
Beitragvon Petz » 6. Jan 2016, 19:28
tja, wenn man meint, man muss sein Geld bei einem online-Steuerberater lassen, über dessen Qualifikation man überhaupt nichts weiß....
Wie kann man in so wichtigen Fragen sich an eine völlig unbekannte Person wenden ?
Ich würde ihm schreiben, in seinem Interesse sollte ers eine Berufshaftpflichtversicherung überprüfen und ggfs erhöhen.
Und ich würde das gezahlte Geld zurückfordern wegen Falschauskunft.
Ich kann die mit Gesetzestexten antworten:
§ 2 Abs. 7 Satz 1 und 2 EStG in Verbindung mit § 32b Abs. 1 Nr. 2 EStG
Beschränkte Steuerpflicht ist etwas ganz anderes, das sind Personen, die im Ausland wohnen und während dieser Zeit deutsche Einkünfte haben. Das trifft bei dir doch gar nicht zu.
Beitragvon Maxed » 6. Jan 2016, 21:50
Also Geld habe ich zum Glück keines bezahlt. Ich habe einen Steuerberater per Facebook angeschrieben, der mit netterweise geantwortet hat.
Bzgl der beschrängten Steuerpflich sagt er ja das selbe wie du, dass es Personen im Ausland betrifft mit inländischen Einkünften.
Danke für die Paragraphen, ich werde mir das mal anschauen.
Bei Nachfragen melde ich mich noch mal.
Beitragvon Maxed » 7. Jan 2016, 13:07
§ 32b Abs. 1 Nr. 2 EStG
Bin ich aber grundsätzlich nicht erst dann unbeschränkt steuerpflichtig, wenn ich länger als 6 Monate hierzulande verbringe?
§ 9 AO --> http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__9.html
Ich habe mal von Leuten gelesen, die gar keine Steuern bezahlen, weil sie alle 4 Monate das Land wechseln innerhalb von Europa...
Beitragvon Petz » 7. Jan 2016, 17:00
Bin ich aber grundsätzlich nicht erst dann unbeschränkt steuerpflichtig, wenn ich länger als 6 Monate hierzulande verbringe
Der von dir zitierte § 9 AO gilt nur für Personen, die hier keinen Wohnsitz haben.
Für dich gilt § 8 AO in Verbindung mit § 1 EStG.
Beitragvon Maxed » 8. Jan 2016, 20:20
Ok, das habe ich nicht gewusst.
Aber was heißt das jetzt im Klartext?
Das Geld dass ich hier in DE auszahle, muss ich hier auch versteuern, das ist mir jetzt klar.
Aber wenn ich mich dann in Zypern niederlasse und eine Limited Firma gründe, dann lass ich mir als Director ein Jahresgehalt von 12.000 Euro auszahlen, worauf eigentlich Einkommenssteuer anfällt, aber auf Zypern ist die Freigrenze 19.500 €. So muss ich also nur 19% Sozialabgaben auf die 12.000 zahlen.
1. Spielt der Progressionsvorbehalt auf die 12,000 € Gehalt eine Rolle?
So, den REST der Einnahmen lasse ich als Gewinn der Firma verbuchen worauf 12,5% Körperschaftssteuer anfällt. Und diese lasse ich mir als DIVIDENDE einkommenssteuerfrei auf mein privates Konto auf Zypern auszahlen. Das ist ein völlig normaler, legitimer Vorgang.
2. Spielt der Progressionsvorbehalt auf die Dividende eine Rolle?
Wichtig auch, es handelt um Außereuropäischer Geldverkehr.