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Timestamp: 2019-01-21 04:12:55
Document Index: 155284374

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 1', '§ 5', '§ 57']

3. Verordnung 2004 - Kärntner Jägerschaft
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3. Verordnung 2004
3. Verordnung des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft vom 4. November 2004, Zahl: ABSR/1/2/2004, mit der die Abschussrichtlinien erlassen werden
Auf Grund des § 56 des Kärntner Jagdgesetzes 2000, LGBl. Nr. 21, zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 18/2004, wird verordnet:
§ 1 Allgemeine Richtlinien
1. Der Abschussplan ist für jedes Jagdgebiet unter Berücksichtigung der Ziele der Wildökologischen Raumplanung so zu erstellen, dass alle der Planung unterliegenden Wildarten in ihrem Bestand gesichert sind und keine für die Land- und Forstwirtschaft untragbaren Wildschäden entstehen. Es ist auch auf den Wildlebensraum über die Grenze eines Jagdgebietes hinaus Bedacht zu nehmen.
2. Das Geschlechterverhältnis des Wildes (männlich : weiblich) soll seiner biologischen Natur entsprechen (1 : 1 bei Reh-, Rot- und Muffelwild und 1 : 1,1 bei Gamswild).
Die biologisch angepasste Altersstruktur soll durch stärkeren Abschuss des Jungwildes und Schonung der Stücke mittleren Alters erreicht werden. Diese Grundsätze sind bei beiden Geschlechtern anzuwenden.
3. Mit dem Abschuss ist sofort nach Aufgehen der Jagdzeit zu beginnen.
4. In allen Wildklassen sind zuerst körperlich verhältnismäßig schwache, schlecht verfärbte, kranke, verletzte und erst in weiterer Folge gesunde Stücke zu erlegen.
Es darf keine führende Geiß, kein führendes Tier bzw. Schaf vor Erlegung des dazugehörigen Kitzes, Kalbes bzw. Lammes erlegt werden.
§ 2 Alters- und Qualitätsklassen
a) Rehwild:
1. Böcke der Klasse I:
Alle Böcke fünfjährig und älter (ab der Vollendung des fünften Lebensjahres).
Alle Böcke zwei- bis vierjährig (ab der Vollendung des zweiten Lebensjahres bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres, das sind drei Jahrgänge).
Alle Böcke einjährig (ab der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres).
4. Geißen:
Alle Geißen ab der Vollendung des ersten Lebensjahres.
5. Kitze beiderlei Geschlechts:
Alle Kitze im ersten Lebensjahr.
b) Rotwild:
1. Hirsche der Klasse I:
Alle Hirsche zehnjährig und älter (ab der Vollendung des zehnten Lebensjahres).
2. Hirsche der Klasse IIa:
Alle Hirsche fünf- bis neunjährig (ab der Vollendung des fünften bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres - fünf Jahrgänge), die nicht zu der Klasse der Hirsche IIb gehören. Sie sind zu schonen!
3. Hirsche der Klasse IIb:
Alle Hirsche fünf- bis neunjährig (ab der Vollendung des fünften bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres - fünf Jahrgänge) mit einem für ihr Alter unterdurchschnittlichen Geweih, sowie Hirsche mit auffallend geringem Wildbretgewicht, welche dem zuständigen Hegeringleiter in frischem Zustand vorzulegen sind.
5. Hirsche der Klasse III:
7. Kälber beiderlei Geschlechts:
Alle Kälber im ersten Lebensjahr.
c) Gamswild:
Das Zielalter bei Gamsgeißen beträgt zwölf Jahre.
d) Muffelwild:
1. Widder der Klasse I:
Alle Widder fünfjährig und älter (ab der Vollendung des fünften Lebensjahres).
2. Widder der Klasse II:
Alle Widder drei- bis vierjährig (ab der Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres - zwei Jahrgänge).
3. Widder der Klasse III:
Alle Widder ein- bis zweijährig (ab der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres - zwei Jahrgänge).
4. Schafe:
Alle Schafe ab der Vollendung des ersten Lebensjahres.
5. Lämmer beiderlei Geschlechts:
Alle Lämmer im ersten Lebensjahr.
§ 3 Fehlabschüsse bei Rotwild und Gamswild
Wird ein Gamsbock der Klasse I, II oder III erlegt, der im Abschussplan nicht zum Abschuss bewilligt war, so ist dieser in der Reihenfolge I, II, III im laufenden Abschussplan anzurechnen. Ist eine Anrechnung im laufenden Abschussplan nicht möglich, so ist eine sinngemäße Einsparung im Abschussplan für die nächsten Jahre vorzunehmen.
Wird ein Hirsch der Klasse IIa erlegt oder ein Hirsch der Klasse I, IIb oder III, der im Abschussplan nicht zum Abschuss bewilligt war, so ist dieser in der Reihenfolge I, IIb, III im laufenden Abschussplan anzurechnen. Ist eine Anrechnung im laufenden Abschussplan nicht möglich, so ist eine sinngemäße Einsparung im Abschussplan für die nächsten Jahre vorzunehmen.
Wird ein Hirsch der Klasse IIa im siebenten, achten oder neunten Lebensjahr (sechs-, sieben- oder achtjährig) erlegt, so ist dieser zusätzlich zu der Anrechnung gemäß dem obigen Absatz im nächstfolgenden Abschussplan in der Klasse I oder der Klasse IIb einzusparen.
§ 4 Abschussfreigabe in den einzelnen Wildklassen
Die Abschussfreigabe hat sich an folgenden Prozentsätzen zu orientieren, wobei notwendige Abweichungen, die im Standort des gegenständlichen Jagdgebietes begründet sind, bei der Erstellung des Abschussplanes zulässig sind. Außergewöhnliche Verhältnisse wie Mängel in der Altersstruktur, Seuchen, andere Wildverluste (Verkehr) oder besondere Wildschäden, sind zu berücksichtigen.
Wird der im Abschussplan festgesetzte Abschuss von weiblichem Schalenwild oder von Rehkitzen, Rotwildkälbern oder Muffellämmern ohne triftigen Grund nicht nur unwesentlich unterschritten, so ist mit Rücksicht auf die Interessen der Land- und Forstwirtschaft und unter Bedachtnahme auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei der nächsten Abschussplanfestsetzung eine der Nichterfüllung des Abschussplanes entsprechende Anzahl männlicher Stücke nicht zum Abschuss freizugeben.
Böcke: 35 % Geißen: 35 % Kitze: 30 %
Klasse I: 27 % Klasse II: 25 % Klasse III: 48 %
Keine Altersklassen. Es sind mindestens 40 % Schmalgeißen im zweiten Lebensjahr (einjährig) zu erlegen.
Die Bestimmungen des § 1 der Abschussrichtlinien sind zu beachten.
Hirsche: 32 % Tiere: 34 % Kälber: 34 %
Klasse I: 15 % Klasse IIb: 10 % Klasse III: 75 %
(Davon sind mind. 45 % Klasse III - einjährig zu erlegen).
Böcke: 40 % Geißen: 40 % Kitze: 20 %
Klasse I: 40 % Klasse II: 20 % Klasse III: 40 %
40 % in der Jugendklasse ab der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres, 20 % in der Mittelklasse ab der Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, 40 % in der Ernteklasse ab der Vollendung des zwölften Lebensjahres.
Die Abschussfreigabe ist den örtlichen Verhältnissen anzupassen, wobei das Verhältnis der Geschlechter 1:1 zu betragen hat.
§ 5 Gemeinsamer Abschuss
Für mehrere Jagdgebiete kann gem. § 57 Abs. 8 K-JG ein gemeinsamer Abschussplan erlassen werden (Gemeinsamer Abschuss). Wird ein Wildstück, das zum gemeinsamen Abschuss freigegeben wurde, in einem der beteiligten Jagdgebiete erlegt, so gilt der Gemeinsame Abschuss hinsichtlich dieses Stückes als erfüllt. Der Jagdausübungsberechtigte hat das erlegte Wildstück unverzüglich dem zuständigen Hegeringleiter zu melden. Dieser hat die Jagdausübungsberechtigten der beteiligten Jagdgebiete unverzüglich zu verständigen.
Für einen Hegering oder eine Wildregion kann ein zusätzlicher Abschuss erlassen werden, wobei nur Wildstücke der Klasse III, weibliches Wild und Jungwild (Kitz, Kalb und Lamm) freigegeben werden dürfen. Diese zusätzliche Abschussbewilligung kann von allen Jagdausübungsberechtigten im bezeichneten Gebiet (Hegering, Wildregion) nach Erfüllung der jeweiligen Wildklasse im Abschussplan des eigenen Jagdgebietes, nach Rücksprache mit dem Hegeringleiter, für die erfüllte Wildklasse in Anspruch genommen werden. Die Abschussmeldung an den Hegeringleiter hat unverzüglich zu erfolgen. Dieser hat die Meldung an jenen Hegeringleiter weiterzuleiten, der durch den Bezirksjägermeister für diese Tätigkeit aus dem Kreis der beteiligten Hegeringe bestimmt wurde (Leiter der Wildregion). Die vollständige Ausschöpfung der zusätzlichen Freigabe des zusätzlichen Abschusses hat der Leiter der Wildregion den betroffenen Hegeringleitern und dem Bezirksjägermeister unverzüglich mitzuteilen. Eine Abschussverpflichtung bezüglich des zusätzlichen Abschusses besteht nicht. Die Registrierung erfolgt im Jagdgebiet, in dem das Wildstück erlegt wurde.
Jagdzeiten (28,9 kB)