Source: https://www.steuerberaterlupe.de/der-medienfonds-der-wirtschaftspruefer-als-mittelverwendungskontrolleur-und-die-verjaehrung-von-haftungsanspruechen-1783/
Timestamp: 2020-02-26 13:07:50
Document Index: 188051297

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 139', '§ 51', '§ 823', '§ 264', '§ 27', '§ 826', '§ 31', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Der Medienfonds, der Wirtschaftsprüfer als Mittelverwendungskontrolleur — und die Verjährung von Haftungsansprüchen | Steuerberaterlupe
Der Medienfonds, der Wirtschaftsprüfer als Mittelverwendungskontrolleur - und die Verjährung von Haftungsansprüchen
Die fünf Jahre betra­gende Ver­jährungs­frist des § 51a WPO aF find­et — gegebe­nen­falls nach Maß­gabe des § 139b Abs. 1 WPO — auf Schadenser­satzansprüche gegen einen Wirtschaft­sprüfer wegen der Ver­let­zung von Aufk­lärungspflicht­en aus einem Mit­telver­wen­dungskon­trol­lver­trag Anwen­dung.
Dies hat der Bun­des­gericht­shof in seinen dieselbe Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft und eben­falls Medi­en­fonds betr­e­f­fend­en Urteilen vom 11.04.2013 entsch­ieden1.
In dem Zeit­punkt, in dem der Anspruch ent­standen ist, begin­nt der Lauf der Frist des § 51a WPO aF.
Der Anleger leit­et seine Forderung gegen die Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft vor­liegend aus dem Vor­wurf her, diese habe es unter­lassen, ihn vor seinem Beitritt zu dem Fonds über die (von ihm behaupteten) Män­gel der Mit­telver­wen­dungskon­trolle aufzuk­lären. Ein hier­aus erwach­sen­er Schaden bestünde in der Einge­hung der Beteili­gung und wäre dem­nach mit Ein­tritt der rechtlichen Bindung des Klägers an seine Beteili­gungsentschei­dun­gen ent­standen2.
Die Grund­sätze der Sekundärhaf­tung greifen zugun­sten des Anlegers nicht ein3.
Allerd­ings kommt ein unver­jährter Schadenser­satzanspruch des Anlegers gegen die Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 264 a Abs. 1 Nr. 1, § 27 StGB sowie §§ 826, 830 BGB in Betra­cht, weil deren Mitar­beit­er, für die sie gemäß § 31 oder § 831 BGB haft­bar sein kön­nte, an delik­tis­chen Hand­lun­gen des früheren Fondsini­tia­torin mit­gewirkt haben kön­nten.
Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 10. Juli 2014 — III ZR 177/12
BGH, Urteile vom 11.04.2013 — III ZR 79/12, WM 2013, 1016 Rn. 23 ff; und — III ZR 80/12, BeckRS 2013, 07847 Rn. 21 ff; sei­ther ständi­ge Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs, z.B.: BGH, Urteile vom 31.10.2013 — III ZR 164/12, BeckRS 2013, 19774 Rn. 14 und — III ZR 294/11, BeckRS 2013, 19775 Rn. 13; Beschlüsse vom 27.02.2014 — III ZR 200/13; und vom 28.01.2014 — III ZR 209/13, BeckRS 2014, 03307 Rn. 3 [↩]
vgl. BGH, Urteile vom 11.04.2013 — III ZR 79/12 aaO Rn. 29; — III ZR 80/12 aaO Rn. 27 jew­eils mwN [↩]
vgl. BGH, Urteile vom 11.04.2013 — III ZR 79/12 aaO Rn. 31; — III ZR 80/12 aaO Rn. 29 [↩]