Source: https://www.juracademy.de/schuldrecht-bt2/gebrauchsueberlassungsvertraege/1-teil-gebrauchsueberlassungsvertraege/a-der-mietvertrag/ii-primaeranspruch-des-mieters-gem-535-abs-1/2-rechtsvernichtende-einwendungen/c-fristablauf/bb-wirksamkeitsvoraussetzungen-bei-wohnraummiete/2-schriftliche-angabe-eines-besonderen-grundes-575.html
Timestamp: 2018-10-19 23:09:27
Document Index: 330565333

Matched Legal Cases: ['§ 575', '§ 575', '§ 575', '§ 549', '§ 575', '§ 575', '§ 126', '§ 549', '§ 575', '§ 575', '§ 542', '§ 575', '§ 575', '§ 573', '§ 575', '§ 573', '§ 575']

(2) Schriftliche Angabe eines besonderen Grundes, § 575
Schuldrecht Besonderer Teil 2 - (2) Schriftliche Angabe eines besonderen Grundes, § 575
Kursangebot | Grundkurs Schuldrecht BT II | (2) Schriftliche Angabe eines besonderen Grundes, § 575
Lesen Sie bitte die wichtigen Ausnahmetatbestände in § 549 Abs. 2 und 3 durch – diese betreffen insbesondere die Vermietung von Wohnraum an Studierende!
Nach § 575 Abs. 1 können bestimmte Mietverhältnisse über Wohnraum überhaupt nur dann befristet abgeschlossen werden, wenn der Vermieter für die Befristung einen der in § 575 Abs. 1 S. 1 Nr. 1–3 – abschließend – genannten Gründe für sich in Anspruch nehmen kann und er dem Mieter einen solchen Grund bei Vertragsschluss schriftlich (§ 126) mitteilt.
Wird der gesamte Vertrag schriftlich geschlossen, kann die Mitteilung auch im Vertrag selbst erfolgen. Eine Ausnahme gilt nur für die in § 549 Abs. 2 und 3 genannten Mietverträge, die vom Anwendungsbereich des § 575 ausgenommen sind.
Besteht einer der in § 575 Abs. 1 S. 1 Nr. 1–3 genannten Gründe tatsächlich nicht oder wurde er dem Mieter nicht in Schriftform mitgeteilt, gilt das Mietverhältnis ohne Befristung, also auf unbestimmte Zeit i.S.d. § 542 Abs. 1 geschlossen, § 575 Abs. 1 S. 2. Diese Vorschriften sind zugunsten des Mieters zwingend, § 575 Abs. 4. Der Sinn dieser Regelungen liegt darin, dass der Wohnraummieter bei unbefristeten Mietverträgen einen besonderen Kündigungsschutz nach §§ 573 ff. genießt. Im Fall einer wirksamen Befristung wird dieser Kündigungsschutz „ausgehebelt“, da das Mietverhältnis dann ja allein durch Zeitablauf, also ohne Kündigung endet. Mit § 575 will der Gesetzgeber dem Mieter von Wohnräumen deshalb einen besonderen Schutz vor solchen „gefährlichen“ Befristungen gewähren. Der Mieter soll seinen Kündigungsschutz nach §§ 573 ff. also nur in besonderen Ausnahmefällen verlieren.
Unter den Voraussetzungen des § 575 Abs. 2 und 3 kann der Mieter vom Vermieter trotz wirksamer Befristung eine Verlängerung des Mietverhältnisses über das Fristende hinaus verlangen.