Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZfS%202000,%2065
Timestamp: 2019-03-27 03:52:19
Document Index: 225737536

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 463', '§ 463', '§ 249', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.10.1999 - V ZR 218/98 - dejure.org
Kontaminationsstellen
§ 463 BGB <Fassung bis 31.12.01>, Gemeindewissen, 'Aktenwissen'
BGB § 463 Satz 2
Liegenschaftsamt - Gemeinde - Grundstück - Selbstverwaltung - Kommunal - Altlasten - Kontamination - Nachbargrundstück - Hinweispflicht - Untersuchungspflicht
Altlasten - Hinweispflicht auf mögliche Kontamination
Haftung einer Gemeinde als Grundstücksverkäuferin wegen arglistigen Verschweigens eines Altlastenrisikos: Umfang der Nachforschungspflicht
Altlasten, Täuschung des Käufers über -; Bodenkontamination, Täuschung des Käu- fers über -
Umfang der Nachforschungspflicht einer Gemeinde zu Altlasten auf zu verkaufendem Grundstück
Altlasten: Erkundungspflicht der Gemeinde? (IBR 2000, 189)
LG Kaiserslautern, 23.05.1997 - 2 O 86/96
NJW 1999, 3777
ZIP 1999, 293
DNotZ 2000, 46
VersR 2000, 104
WM 1999, 2515
DVBl 2000, 272
DB 2000, 141 (Ls.)
BauR 2000, 152 (Ls.)
zfs 2000, 65
Die Frage, ob nach einem Verkehrsunfall ein in Relation zur Schadenshöhe berechnetes Sachverständigenhonorar als erforderlicher Herstellungsaufwand im Sinne des § 249 Abs. 2 BGB verlangt werden kann, wird von einer Vielzahl von Gerichten bejaht (vgl. etwa AG Altenkirchen ZfS 1994, 88; AG München DAR 1996, 298; AG Köln VersR 1988, 1251, 1252; AG Aachen, ZfS 1999, 196; AG Herne-Wanne NZV 1999, 256, 257; AG Halle-Saalkreis ZfS 1999, 337; AG Hattingen VersR 2000, 1426, 1427; AG Darmstadt ZfS 2000, 65; AG Frankfurt a.M. ZfS 2001, 165; SP 2002, 287, 288; AG Wiesbaden SP 2002, 360; AG Westerburg ZfS 2000, 63, 64; ZfS 2002, 72, 73; AG Eltville SP 2002, 322; AG Bad Kreuznach SP 2002, 72; AG Hamm SP 2002, 322; AG Dresden DAR 2002, 459, 460; AG Siegburg ZfS 2003, 237, 238; AG Weinheim ZfS 2004, 18; AG Nürnberg ZfS 2004, 131; AG Berlin-Mitte SP 2005, 175; LG Halle ZfS 2006, 91;… ebenso Roß, aaO; a.A. z.B. LG Köln SP 2002, 320; AG Leipzig SP 2002, 287; LG Leipzig, Urteil vom 23. März 2005 - 1 S 7099/04).
Anders liegt es aber, wenn die frühere Nutzung die Gefahr von erheblichen Schadstoffbelastungen begründet, wie etwa bei einer ehemaligen "wilden Müllkippe" (Senat, Urteil vom 12. Juli 1991 - V ZR 121/90, NJW 1991, 2900, 2901) oder einer Tankstelle (Senat, Urteil vom 1. Oktober 1999 - V ZR 218/98, NJW 1999, 3777, 3778 unter II. 1.).
Nach den vom Bundesgerichtshof hierzu entwickelten Grundsätzen, denen sich der Senat anschließt, kommt bei juristischen Personen des öffentlichen oder privaten Rechts allerdings grundsätzlich entsprechend § 166 BGB eine Wissenszurechnung in Betracht (vgl. etwa BGH, Urteil vom 10. Dezember 2010 - V ZR 203/09 - juris; BGH, Urteil vom 01. Oktober 1999 - V ZR 218/98 - NJW 1999, 3777; Urteil vom 02. Februar 1996 - V ZR 239/94 - BGHZ 132, 30).
In diesem Sinne hat der Bundesgerichthof etwa in einer späteren Entscheidung BGH, Urteil vom 01. Oktober 1999 - V ZR 218/98 - NJW 1999, 3777) etwa angenommen, das Liegenschaftsamt einer kommunalen Selbstverwaltungskörperschaft sei als Verkäufer eines Grundstücks selbst auf die gezielte Frage nach Altlasten ohne dahingehende Anhaltspunkte nicht verpflichtet, sämtliche die Nachbargrundstücke betreffenden Akten auf Zufallsinformationen zu einer möglichen Kontamination des Vertragsobjekts durchzusehen.
Die Gemeinde würde jedoch schlechter gestellt, wenn man jedes theoretisch verfügbare Wissen des einen Amtes mit der Begründung, es habe eine Nachforschungspflicht bestanden, dem anderen Amt zurechnen wollte (vgl. BGH, Urteil vom 1. Oktober 1999, a.a.O.).
aa) Allerdings nimmt das Berufungsgericht zutreffend an, dass der Grundstücksverkäufer grundsätzlich nicht haftet, sofern er den Käufer vor Vertragsschluss (was allerdings notwendig ist: Senatsurteile vom 12. Juli 1991 - V ZR 121/90, NJW 1991, 2900, 2901; vom 3. März 1995 - V ZR 43/94, NJW 1995, 1549, 1550; vom 2. Februar 1996 - V ZR 239/94, BGHZ 132, 30, 32; vom 1. Oktober 1999 - V ZR 218/98, NJW 1999, 3777, 3778 und vom 20. Oktober 2000 - V ZR 285/99, NJW 2001, 64) auf den Altlastenverdacht hingewiesen hat.
Der Senat läßt offen, ob dabei dem LSG zu folgen ist, das unter Hinweis auf die Literatur (Heinz, ZfS 2000, 65 ff) angenommen hat, im OEG werde für den Begriff des tätlichen Angriffs wie auch sonst im deutschen Recht traditionell an Einzelhandlungen angeknüpft.
AG Darmstadt ZfS 2000, 65; AG Frankfurt a.M. ZfS 2001, 165; SP 2002, 287,.
LG Leipzig, 23.03.2005 - 1 S 7099/04
Im übrigen verweist der Kläger auf die veröffentlichen Entscheidungen AG Wiesbaden (Az.: 92 C 2398/02; Schaden-Praxis 2002, 360), AG Frankfurt (Az.: 30 C 303/02; Schaden-Praxis 287), AG Westerburg (Az.: 23 C 268/01; ZfS 2002, 72), AG Gelsenkirchen (Az.: 36 C 175/01; Schaden-Praxis 2002, 144), AG Bad Kreuznach (Az.: 2 C 1181/00; Schaden-Praxis 2002, 72), AG Riebnitz-Damgarten (Az.: 1 C 22 / 98; Schaden-Praxis 2001, 140) und AG Darmstadt (Az.: 306 C 2045 / 99; ZfS 2000, 65).
Eine Gemeinde würde schlechter gestellt, wenn man jedes theoretisch verfügbare Wissen des einen Amtes mit der Begründung, es habe eine Nachforschungspflicht bestanden, dem anderen Amt zurechnen wollte (BGH, Urteil vom 01.10.1999, V ZR 218/98, Rz. 12).
SG Dortmund, 11.06.2014 - S 18 KN 703/12
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