Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.06.1981&Aktenzeichen=IVb%20ZB%20529/80
Timestamp: 2019-05-27 10:45:33
Document Index: 256633276

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BGH, 03.06.1981 - IVb ZB 529/80 - dejure.org
https://dejure.org/1981,166
BGH, 03.06.1981 - IVb ZB 529/80 (https://dejure.org/1981,166)
BGH, Entscheidung vom 03.06.1981 - IVb ZB 529/80 (https://dejure.org/1981,166)
BGH, Entscheidung vom 03. Juni 1981 - IVb ZB 529/80 (https://dejure.org/1981,166)
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Rentenbegründung - Rentensteigerung - Ausgleichspflichtiger Ehegatte - Ausschluß - Zeitpunkt der Antragstellung - Ruhen der Verpflichtung - Ratenzahlung - Anwartschaft - Super-Splitting - Bindender Bescheid - Zuerkennung des Altersruhegeldes - Erlöschen des Anspruches - Voraussetzungen
BGB § 1587a, § 1587b, § 1587d
MDR 1982, 41
Soweit die weitere Beschwerde allerdings verfassungsrechtliche Bedenken gegen die gesetzlichen Vorschriften über den Versorgungsausgleich allgemein und deren Anwendbarkeit auf sogenannte Altehen erhebt, sind sie nach den zwischenzeitlich ergangenen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 53, 224) und des Bundesgerichtshofs (BGHZ 74, 38 und 86; 75, 241; 81, 152) unbegründet.
Insoweit wird insbesondere auf die ausführlichen Darlegungen in BGHZ 81, 152 ff. Bezug genommen, da andere wesentliche Gesichtspunkte hierbei nicht auftauchen (ebenso KG FamRZ 1982, 714, 715).
Zwar ist nicht zu verkennen, daß die gesetzliche Rentenversicherung Leistungen umfaßt, die die Mehrzahl der teildynamischen Versorgungen nicht kennt, wie Maßnahmen der Rehabilitation, die Aufnahme in die (derzeit kostenlose) Krankenversicherung der Rentner und die Anerkennung beitragsloser Versicherungszeiten (vgl. dazu BGHZ 81, 152, 166; Glockner BB 1980, 1475, 1478).
Dem entspricht es, daß der Bundesgerichtshof auf die weitere Beschwerde eines ausgleichspflichtigen Ehemannes festgestellt hat, das Beschwerdegericht habe es zu Recht abgelehnt, den Ausgleich der Zusatzversorgungsanrechte unter Anwendung des § 1587 b Abs. 4 BGB in anderer Weise als durch Beitragszahlungen zu regeln; denn damit bleibe unter anderem dem Ausgleichsberechtigten die Möglichkeit, die Beträge anstelle des Ausgleichspflichtigen aus etwaigen eigenen Mitteln zu entrichten und so seine Versorgungsposition zu verbessern (BGHZ 81, 152 (191 f.)).
Diese Erwägung kann aber nur die Regelung in § 1587 o Abs. 1 Satz 2 BGB tragen, nach der durch eine Vereinbarung der Ehegatten Anwartschaftsrechte in einer gesetzlichen Rentenversicherung nicht begründet oder übertragen werden können (vgl. dazu auch BGHZ 81, 152, 193 f.).
Innerhalb des öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleichs ist die Ausgleichsform des § 1587 b Abs. 3 BGB für den Berechtigten nachteiliger als der Ausgleich in den Formen des Splittings oder des Quasi-Splittings nach § 1587 b Abs. 1 und 2 BGB, weil sie mit dem Risiko der mangelnden Durchsetzbarkeit des Anspruchs auf Beitragsentrichtung behaftet ist, das dazu führen kann, daß der Berechtigte auf den schuldrechtlichen Versorgungsausgleich verwiesen wird (§ 1587 f Nr. 3 BGB; vgl. BGHZ 81, 152, 190 f.).
Die Ausgleichsrente kann erst dann verlangt werden, wenn der Ausgleichspflichtige eine Versorgung erlangt (§ 1587g Abs. 1 Satz 2 BGB), ihm die Leistung also bindend bewilligt wurde (BGH-Beschluss vom 3. Juni 1981 IVb ZB 529/80, BGHZ 81, 152, 189).
Insoweit kann auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Februar 1980 (BVerfGE 53, 257) sowie auf die Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 21. März 1979 (BGHZ 74, 38), 7. November 1979 (BGHZ 75, 241) und 3. Juni 1981 (IVb ZB 529/80 - EBE 1981, 350) verwiesen werden.
Wie er mit Beschluß vom 3. Juni 1981 (IVb ZB 529/80 - EBE 1981, 350, 358 f.) entschieden hat, ist der Versorgungsausgleich durch Beitragsentrichtung zur Begründung von Anwartschaften in einer gesetzlichen Rentenversicherung erst ausgeschlossen (§ 1587 b Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz BGB), wenn dem Berechtigten ein bindender Bescheid über die Zuerkennung des Altersruhegeldes erteilt ist.
Dabei kann es die Grundsätze heranziehen, die der Bundesgerichtshof in seinen Beschlüssen vom 17. Oktober 1979 (IV ZB 10/79 - FamRZ 1980, 129, 130), 12. November 1980 (IVb ZB 503/80 - FamRZ 1981, 340), 29. April 1981 (IVb ZB 813/80 - FamRZ 1981, 756); 3. Juni 1981 (IVb ZB 529/80 - EBE 1981, 350, 360) und 10. Juni 1981 (IVb ZB 765/80) zur Anwendung dieser Vorschriften dargelegt hat.
BGH, 04.10.1989 - IVb ZB 106/88
Denn das Gesetz will generell verhindern, daß zu Lasten der gesetzlichen Rentenversicherung für den Berechtigten mehr Anwartschaften begründet werden, als ihm nach der gesetzlichen Regelung zustehen (vgl. Senatsbeschluß BGHZ 81, 152, 192 ff.).
Ebenso wie der Versorgungsausgleich in Form des Rentensplittings - § 1587 b Abs. 1 BGB - (s. insoweit BVerfGE 53, 257; BGHZ 74, 38) und des sogenannten Quasi-Splittings - § 1587b Abs. 2 BGB - (…s. insoweit BVerfGE aaO; BGHZ 74, 86) ist auch der Versorgungsausgleich durch Beitragsentrichtung zur Begründung von Rentenanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung - § 1587 b Abs. 3 BGB - mit dem Grundgesetz vereinbar (BGHZ 75, 241, 256; 81, 152, 156).
Zwar findet in Art. 12 Nr. 3 Abs. 3 Satz 3 des 1. EheRG der Gedanke Niederschlag, daß für den Versorgungsausgleich bei Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft die eigentlich rechtfertigende Grundlage fehlt und seine Durchführung daher für die Zeit des Getrenntlebens unbillig sein kann (BGHZ 75, 241, 270; Senatsbeschlüsse vom 12. November 1980 - IVb ZB 503/80 - FamRZ 1981, 130, 131; vom 3. Juni 1981 - BGHZ 81, 152, 195; vom 9. Dezember 1981 - IVb ZB 569/80 - FamRZ 982, 475, 477).
Umstände, die für diese Härteregelung von Bedeutung sind, dürfen nicht nochmals nach § 1587 c Nr. 1 BGB berücksichtigt werden (BGHZ 75, 241, 269;… Senatsbeschlüsse vom 12. November 1980 a.a.O. S. 132; vom 3. Juni 1981 a.a.O. S. 196;… vom 9. Dezember 1981 a.a.O. S. 477).
Entgegen dem Wortlaut dieser Bestimmung ist der Versorgungsausgleich durch Beitragsentrichtung erst ausgeschlossen, wenn der Bescheid über die Zuerkennung des Altersruhegeldes bindend ist (Senatsbeschluß vom 3. Juni 1981 a.a.O. S. 1059 m.w.N.).
Der Maßstab der unbilligen Belastung schloß nicht aus, daß dem Verpflichteten wesentlich größere Vermögensopfer zugemutet wurden als es derjenige der wirtschaftlichen Zumutbarkeit nunmehr zuläßt - über Kreditaufnahmen bis hin zu einer Verwertung seines Vermögensstammes, u. U. auch eines Eigenheims (vgl. BT-Drucks. 10/6379 S. 18; aber auch Senatsbeschluß BGHZ 81, 152, 182).
Diese Regelung folgt aus dem Grundsatz, dass Anwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung als Grundlage der sozialen Sicherung an sich nicht übertragbar sind und § 1587 b Abs. 1 Satz 1 BGB insoweit eine Ausnahmeregelung darstellt (…Staudinger/Rehme, aaO, § 1587 b Rdn. 32;… vgl. zur Übertragbarkeit gesetzlicher Rentenanrechte: Senatsbeschlüsse vom 18. Dezember 1985, aaO, S. 251 und vom 3. Juni 1981 - IVb ZB 529/80 - FamRZ 1981, 1051, 1060; BT-Drucks. 7/650, 171).
BGH, 04.12.1985 - IVb ZB 907/81
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