Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201988,%20184
Timestamp: 2013-05-23 07:17:26
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Rechtsprechung: WM 1988, 184
Rechtsprechung BGH, 03.12.1987 - III ZR 103/86 Volltextver�ffentlichungen (4)
Auswirkungen der Sittenwidrigkeit eines Kreditvertrages auf die Beurteilung eines nachfolgenden; Wirksamkeit sog. Kettenkreditvertr�ge
Anpassung des wirksamen Folgevertrages bei Sittenwidrigkeit des vorangegangenen Ratenkreditvertrages
NJW-RR 1988, 363
ZIP 1988, 226
MDR 1988, 384
WM 1988, 184
Wird zitiert von ... (10) BGH, 15.12.1988 - III ZR 195/87 Unzul�ssigkeit der Zwangsvollstreckung aus einem rechtskr�ftigen …Zins- oder Nutzungsverg�tung f�r die hiernach vorgesehene Zeit der Kapital�berlassung nicht umfa�t (vgl. Senatsurteile BGHZ 99, 333, 338/339 und zuletzt vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = BGHR BGB � 812 Abs. 1 Satz 1 Ratenkredit 2).Nach der st�ndigen Rechtsprechung schon des Reichsgerichts und auch des Bundesgerichtshofs, von der das Berufungsgericht an sich ausgeht, verbleibt dem Kreditnehmer bei Sittenwidrigkeit des Darlehensvertrages, wie ausgef�hrt, der Kreditbetrag nach � 817 Satz 2 BGB f�r die gesamte Vertragszeit zinsfrei (vgl. Senatsurteile BGHZ 99, 333, 339 und zuletzt vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = BGHR BGB � 812 Abs. 1 Satz 1 Ratenkredit 2).Auch im Streitfall, in dem es um die Anwendung des � 826 BGB zur Abwehr der Zwangsvollstreckung aus einem rechtskr�ftigen Vollstreckungsbescheid �ber einen Anspruch aus einem sittenwidrigen Ratenkreditvertrag geht, kann die Unverzinslichkeit als Rechtsfolge aus � 817 Satz 2 BGB nicht im Wege der Anpassung des Vertragsinhalts auf ein gerade noch zul�ssiges Ma� ausgeschaltet werden (vgl. auch Senatsurteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 - zu II 2 e = BGHR BGB � 812 Abs. 1 Satz 1 Ratenkredit 2 a. E.).
OLG K�ln, 18.07.1991 - 1 U 11/91 BGB � 138 Abs. 1, � 607Kontextvorschau leider nicht verf�gbar
BGH, 29.11.2011 - XI ZR 220/10 Restschuldversicherungskosten bei sittenwidrigem DarlehensvertragDies entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach welcher die f�r die Sittenwidrigkeitspr�fung au�er Acht zu lassenden Restschuldversicherungskosten grunds�tzlich (vgl. f�r den Ausnahmefall, in welchem die Kredit- und Bearbeitungsgeb�hren f�r die Restschuldversicherung nach einem h�heren Prozentsatz als die des Hauptkredits berechnet werden, BGH, Urteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86, WM 1988, 184, 187) nicht nur die Versicherungspr�mien, sondern auch die darauf entfallenden Anteile der Kreditgeb�hren und der Bearbeitungsgeb�hr umfassen, da sie ohne Abschluss der Restschuldversicherung nicht entstanden w�ren (BGH, Urteile vom 24. M�rz 1988 - III ZR 24/87, WM 1988, 647, 649, vom 13. Juli 1989 - III ZR 78/88, NJW-RR 1989, 1321, 1322, vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88, WM 1990, 136 und vom 30. Mai 1990 - IV ZR 22/89, WM 1990, 1236).Hierf�r k�nnte sprechen, dass eine Bank nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Rahmen einer Umschuldung ihre eigenen Interessen nicht ohne R�cksicht auf die wirtschaftlichen Belange des Darlehensnehmers durchsetzen darf, dass sich vielmehr ein Kredit als gem�� � 138 Abs. 1 BGB sittenwidrig und damit nichtig erweisen kann, wenn die Bank die Kreditvergabe von Bedingungen abh�ngig macht, die unter Abw�gung aller Vor- und Nachteile zu einer unverh�ltnism��ig gesteigerten finanziellen Gesamtbelastung des Kreditnehmers f�hren (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86, WM 1988, 181, 182 f.); auch m�ssen Kredit- und Bearbeitungsgeb�hren einer Restschuldversicherung, die nach einem h�heren Prozentsatz als die des Hauptkredits berechnet werden, schon jetzt hinsichtlich des �berschie�enden Teils zu Lasten der Bank in den �quivalenzvergleich einbezogen werden (BGH, Urteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86, WM 1988, 184, 187).
BGH, 24.03.1988 - III ZR 30/87 Sittenwidrigkeit eines RatenkreditvertragesDie �bliche Bearbeitungsgeb�hr hat das Berufungsgericht dagegen mit 3 % des Nettokredits = 900, - DM beziffert, obwohl beide Parteien hierf�r nur 2 % angesetzt hatten, wie es den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank f�r die Vertragszeit und der st�ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats - auch f�r Kredite mit l�ngerer Laufzeit - entspricht (…vgl. Senatsurteile vom 2. Oktober 1986 aaO und BGHR BGB � 138 Abs. 1 - Ratenkredit 2 - vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = WM 1987, 463;… vom 5. M�rz 1987 aaO und vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 zur Ver�ffentlichung in BGHR BGB � 138 Abs. 1 - Ratenkredit 11 + 12 - vorgesehen).
BGH, 20.02.1990 - XI ZR 195/88 Ber�cksichtigung der Nichtigkeit eines Vorkredits im Rahmen einer UmschuldungBei der internen Umschuldung ber�cksichtigt die Rechtsprechung allerdings die Nichtigkeit eines Vorkredits bei der Beurteilung des Folgekreditvertrags in der Weise, da� der Inhalt des zweiten Vertrags der Rechtslage, die sich aus der Nichtigkeit des ersten ergibt, nach den Grunds�tzen �ber das Fehlen der Gesch�ftsgrundlage gem�� � 242 BGB angepa�t wird; dem Kreditgeber stehen Anspr�che aus dem zweiten Vertrag nur in dem Umfange zu, in dem die Parteien solche Anspr�che billigerweise auch dann begr�ndet h�tten, wenn sie die Nichtigkeit des Erstvertrags und deren Auswirkungen auf ihre Rechtsbeziehungen gekannt h�tten (BGHZ 99, 333 ; Urteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 ).
BGH, 24.03.1988 - III ZR 24/87 Auff�lliges Mi�verh�ltnis zwischen Leistung und Gegenleistung beim Ratenkredit; …a) Bei l�ngeren Kreditlaufzeiten (�ber 48 Monate) ist nicht die Uniformmethode, sondern - unter Benutzung einschl�giger Tabellenwerke - eine finanzmathematisch genauere Methode anzuwenden (…Senatsurteil vom 5. M�rz 1987 - III ZR 43/86 = BGHR BGB � 138 Abs. 1 Ratenkredit 8 = WM 1987, 613 , vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181 und vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 zu III 3, demn�chst in BGHR BGB � 138 Abs. 1 - Ratenkredit 11 -).
OLG Stuttgart, 10.05.1988 - 6 U 134/87 BGB � 138Bei sog. Kettenkreditvertr�gen sind die komplizierten Rechenoperationen, die die Urteile des BGH (BGHZ 99, 333 = NJW 1987, 944; NJW-RR 1987, 679 = WM 1987, 463 und NJW-RR 1988, 363 = WM 1988, 184) nahelegen, nicht notwendig, um zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen.Die Zahlungen der Schuldner auf einen nichtigen Kredit werden nicht in Zahlungen auf die Valuta und Zahlungen auf (nicht geschuldete) Zinsen gesplittet, sondern insgesamt auf die Bereicherungsforderung der Bank verrechnet (entgegen BGH, NJW-RR 1988, 363 = WM 1988, 184 [185]).
OLG K�ln, 15.01.2003 - 13 U 90/00 Sittenwidrigkeit einer Bankb�rgschaftDem Kreditgeber stehen daher aus dem wirksamen neuen Vertrag Anspr�che nur zu, soweit sie ihm bei Kenntnis und Ber�cksichtigung der Nichtigkeit des fr�heren Vertrages billigerweise auch einger�umt worden w�ren (BGH, Urteil vom 03.12.1987 - III ZR 103/86, WM 1988, 184, 185 m.w.Nachw.).
OLG Bamberg, 08.08.2001 - 8 U 93/97 Sittenwidrigkeit einer DarlehensvereinbarungDer Bundesgerichtshof hat sich in mehreren Entscheidungen mit der Frage befasst, wie sich bei sog. Kettenkreditvertr�gen die Sittenwidrigkeit eines der (Vor-)vertr�ge auf die Beurteilung der nachfolgenden auswirkt (vgl. hierzu BGH, NJW-RR 88, 363 ff.; BGHZ 99, 332 ff.).
FG Hessen, 23.03.2011 - 4 K 1065/07 Bilanzsteuerliche Behandlung von PfandgeldernDa sie durch den Aufdruck "X-Flasche" dauerhafte Individualisierungsmerkmale der geschlossenen Herstellergruppe aufweisen, verbleibt das Eigentum bei den Flaschen auch bei Lieferung des Vollguts an die H�ndler bei den Getr�nkeherstellern (OLG K�ln, Urteil vom 03.11.1987, 20 U 54/87 NJW-RR 1988, 363, OLG Karlsruhe, Urteil vom 10.04.1987 14 U 5/85 NJW-RR 1988, 370) und wird nicht an den Erwerber der Flaschen des Flascheninhalts �bertragen.