Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BayVBl%201991,%2026
Timestamp: 2018-12-15 08:02:25
Document Index: 117335302

Matched Legal Cases: ['§ 113', 'BGH', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 75']

BVerwG, 09.08.1990 - 1 B 94.90 - dejure.org
Widerruf einer gewerberechtlichen Erlaubnis zum Betrieb zweier Pflegeheime
VG Berlin, 31.12.1986 - 14 A 133.82
OVG Berlin, 20.03.1990 - 4 B 4.89
NJW 1991, 1697 (Ls.)
NVwZ 1991, 270
DVBl 1991, 51
DÖV 1991, 77
BayVBl 1991, 26
Nach seiner Auffassung ist für die Aufbürdung der Schadensersatzpflicht entscheidend die "Freiheit des Gläubigers sich mit Risiko für oder ohne Risiko gegen die vorzeitige Durchsetzung einer Rechtsposition zu entscheiden" (DVBl 1991, 51, 52).
Ein solches Interesse ist nach einer erledigten polizeilichen Maßnahme dann als berechtigt anzuerkennen, wenn mit ihr ein Eingriff in grundrechtlich geschützte Rechtspositionen verbunden und sie geeignet war, das Ansehen des Betroffenen in der Öffentlichkeit herabzusetzen (…vgl. Senatsurteil vom 12.07.2010 - 1 S 349/10 - a.a.O.; BVerwG, Beschl. v. 09.08.1990 - 1 B 94.90 - NVwZ 1991, 270;… Kopp/Schenke, VwGO, 16. Aufl., § 113 Rn. 142 m.w.N.;… BayVGH, Urt. v. 02.12.1991 - 21 B 90.1066 - BayVBl 1993, 429).
Bezogen auf Amtshaftungsklagen ist das etwa dann der Fall, wenn - wie hier - ein Kollegialgericht das Verhalten eines Beamten als rechtmäßig gewertet hat und diesem gegenüber deshalb nicht der Vorwurf erhoben werden kann, er habe offensichtlich fehlsam gehandelt und damit schuldhaft eine ihm obliegende Amtspflicht verletzt (stRspr, z.B. BVerwG, Beschluss vom 9. August 1990 - BVerwG 1 B 94.90 - NVwZ 1991, 270 und Urteil vom 3. Juni 2003 - BVerwG 5 C 50.02 - NVwZ 2004, 104).
In allen solcherart festgeschriebenen Fällen des Vorrangs des öffentlichen Interesses fehlt es der Behörde bzw im Sozialrecht dem Leistungsträger an der für die Aufbürdung der Schadensersatzpflicht entscheidenden Freiheit des "Gläubigers", sich mit Risiko für oder ohne Risiko gegen die vorzeitige Durchsetzung einer Rechtsposition zu entscheiden (BVerwG NVwZ 1991, 270; BGHZ 83, 190, 196 jeweils mwN).
BVerwG, Urteil vom 17.12.1991 - 1 C 42.90 -, a.a.O., Beschluss vom 9.8.1990 - 1 B 94.90 -, Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 220; OVG NRW, Urteil vom 13.11.1998 - 11 A 2641/94 -, a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 21.1.1997 - 5 S 3206/95 -, a.a.O.
BVerwG, Beschluss vom 4.3.1976 - I WB 54.74 -, a.a.O., Urteil vom 21.11.1980 - 7 C 18.79 -, BVerwGE 61, 164, Beschluss vom 9.8.1990 - 1 B 94.90 -, a.a.O.; Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, a.a.O., § 113 Rdnr. 92; Sodan/Ziekow, a.a.O., § 113 Rdn. 170 ff.
Soweit abweichend von den vorgenannten Grundsätzen ein Verschulden des Amtswalters in Betracht kommt, wenn das Kollegialgericht die Rechtslage offensichtlich verkannt hat oder von einem falschen Sachverhalt ausgegangen ist (vgl. BVerwG, Beschl. v. 9.8.1990 - 1 B 94/90 -, NVwZ 1991, 270;… Urt. v. 17.8.2005 - 2 C 37.04 -, BVerwGE 124, 99;… Schmaltz, a.a.O., § 75 Rdnr. 116), besteht für die Annahme einer derart groben Fehleinschätzung durch das Berufungsgericht kein Anhalt.
Vorausgesetzt ist allerdings stets, dass im Einzelfall ein berechtigtes Schutzbedürfnis gegenüber rufbeeinträchtigenden Nachwirkungen vorhanden ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. August 1990 - BVerwG 1 B 94/90 - NVwZ 1991, S. 270).
Weitere Ausnahme von diesem Grundsatz liegen vor, wenn das Kollegialgericht die Rechtslage trotz eindeutiger und klarer Vorschriften verkannt oder eine eindeutige Bestimmung handgreiflich falsch ausgelegt hat (vgl. BVerwG, Beschl. v. 03.05.2004 - 6 B 17.04 -, juris RdNr. 5), wenn es von einem falschen Sachverhalt ausgegangen ist (vgl. BVerwG, Beschl. v. 09.08.1990 - 1 B 94.90 -, juris RdNr. 10) oder wenn es bereits in seinem rechtlichen Ausgangspunkt von einer verfehlten Betrachtungsweise ausgegangen ist oder wesentliche rechtliche Gesichtspunkte unberücksichtigt gelassen hat (…vgl. BVerwG, Urt. v. 17.08.2005 - 2 C 37.04 -, a.a.O. RdNr. 30;… Urt. v. 16.05.2013 - 8 C 14.12 -, a.a.O. RdNr. 47).
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VG Münster, 07.03.2003 - 1 L 177/03
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OVG Schleswig-Holstein, 30.08.1996 - 3 L 27/95