Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20K%C3%B6ln&Datum=14.07.2010&Aktenzeichen=2%20Ws%20431/10
Timestamp: 2019-06-16 19:53:14
Document Index: 175296486

Matched Legal Cases: ['§ 67', '§ 66', 'EGMR', 'Art. 5', 'Art. 7', '§ 2', 'EGMR']

OLG Köln, 14.07.2010 - 2 Ws 431/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,2064
OLG Köln, 14.07.2010 - 2 Ws 431/10 (https://dejure.org/2010,2064)
OLG Köln, Entscheidung vom 14.07.2010 - 2 Ws 431/10 (https://dejure.org/2010,2064)
OLG Köln, Entscheidung vom 14. Juli 2010 - 2 Ws 431/10 (https://dejure.org/2010,2064)
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StGB § 67d Abs. 1 a.F.; StGB § 66
Sicherungsverwahrung - Keine automatische Entlassung nach 10 Jahren trotz EGMR-Urteil
Sicherungsverwahrung - Keine automatische Entlassung nach 10 Jahren - Gerichte müssen trotz Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sensibel zwischen Freiheitsrechten der Sicherungsverwahrten und staatlicher Schutzpflicht für Allgemeinheit abwägen
Die Rechtsprechung der zuständigen Oberlandesgerichte war ebenfalls uneinheitlich (vgl. einerseits OLG Frankfurt am Main…, Beschluss vom 24. Juni 2010 - 3 Ws 485/10 -, NStZ 2010, S. 573; OLG Hamm, Beschluss vom 6. Juli 2010 - 4 Ws 157/10 -, juris; OLG Karlsruhe…, Beschluss vom 4. August 2010 - 2 Ws 227/10 -, NStZ-RR 2010, S. 322; andererseits OLG Celle…, Beschluss vom 25. Mai 2010 - 2 Ws 169/10, 170/10 -, NStZ-RR 2010, S. 322; OLG Stuttgart…, Beschluss vom 1. Juni 2010 - 1 Ws 57/10 -, RuP 2010, S. 157; OLG Koblenz…, Beschluss vom 7. Juni 2010 - 1 Ws 108/10 -, RuP 2010, S. 154; OLG Nürnberg, Beschluss vom 24. Juni 2010 - 1 Ws 315/10 -, juris; OLG Köln, Beschluss vom 14. Juli 2010 - 2 Ws 431/10 -, juris).
Zur weiteren Begründung verweist der Senat auf seinen Beschluss vom 01.06.2010 in dieser Sache (zugänglich in JURIS), an dem festgehalten wird, und auf die im Ergebnis und weitgehend in der Begründung gleichlaufenden Beschlüsse der Oberlandesgerichte Celle vom 25.05.2010 - 2 Ws 169 und 170/10 -, Koblenz vom 07.06.2010 - 1 Ws 108/10 - und vom 22.06.2010 - 1 Ws 240/10 -, Köln vom 14.07.2010 - 2 Ws 431/10 - sowie Nürnberg vom 24.06.2010 - 1 Ws 315/10 - und vom 07.07.2010 - 1 Ws 342/10 -.
Dem sind im Ergebnis das Oberlandesgericht Stuttgart mit Beschluss vom 01.06.2010 (1 Ws 57/10), das Oberlandesgericht Koblenz mit Beschlüssen vom 22.06.2010 (1 Ws 240/10) und vom 07.06.2010 (1 Ws 108/10), das Oberlandesgericht Nürnberg mit Beschlüssen vom 24.06.2010 (1 Ws 315/10 und 2 Ws 78/10) und das Oberlandesgericht Köln mit Beschluss vom 14.07.2010 (2 Ws 431/10) gefolgt.
Auch die Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln ( 2 Ws 431/10) gibt dem Senat keine Veranlassung von seiner Rechtsauffassung, die im Übrigen von den Oberlandesgerichten Frankfurt in zwischenzeitlich sieben Beschlüssen (zu letzt 3 Ws 638/10), dem Oberlandesgericht Karlruhe (2 Ws 44/10 und 2 Ws 458/10) sowie dem Oberlandesgericht Schleswig (1 OJs 2/10 und 1 OJs 3/10) geteilt wird, abzuweichen.
Zur Begründung bezieht sie sich im wesentlichen auf den Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 14. Juli 2010 (2 Ws 431/10), durch welchen dieses abgelehnt hat, Art. 5 u. Art. 7 EMRK in der Form der Auslegung durch den Europäischen Gerichtshof als anderweitige Regelung i. S. d. § 2 Abs. 6 StGB mit der Folge anzusehen, dass das alte Recht Anwendung finden muss.
Zum anderen sieht sich die Kammer - wie auch das OLG Köln, Beschluss vom 14.07.2010 - 2 Ws 431/10 - auch in gleichgelagerten Fallgestaltungen nicht durch das inzwischen endgültige Kammerurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 17.12.2009 - Individualbeschwerde Nr. 19359/04 - (NStZ 2010, 263) - daran gehindert, im hier zu entscheidenden Fall die Fortdauer der Sicherungsverwahrung anzuordnen.