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Timestamp: 2016-10-26 11:26:42
Document Index: 214703666

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7']

I 149/04 (04.11.2004)
I 149/04
B.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Christe, Bahnstrasse 5, 8603 Schwerzenbach,
Der 1972 geborene B.________ rutschte am 1. November 1999 bei seiner Arbeit als Dachdecker aus und konnte einen Sturz in die Tiefe vermeiden, indem er sich mit der rechten Hand an der Dachrinne festhielt. In der Folge litt er an einem lumbovertebralen Syndrom und an einem myofaszialen Schmerzsyndrom der panvertebralen und glutealen Muskulatur. Am 25. Oktober 2000 meldete sich B.________ zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Aufgrund von medizinischen und erwerblichen Abkl�rungen lehnte die IV-Stelle des Kantons Z�rich das Leistungsbegehren mit der Begr�ndung ab, die bisherige T�tigkeit als Hilfsdachdecker sei dem Versicherten auch weiterhin vollschichtig zumutbar (Verf�gung vom 10. M�rz 2003, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2003).
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 3. Februar 2004).
B.________ l�sst mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen, es sei ihm, unter Aufhebung von Einsprache- und kantonalem Gerichtsentscheid, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Verwaltung zur�ckzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob beim Beschwerdef�hrer eine die Arbeits- bzw. Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigende Gesundheitsst�rung im Sinne der Art. 6 und 7 ATSG vorliegt. Der Versicherte leidet im Wesentlichen an vorwiegend myofaszial bedingten Schmerzen im Bereich der rechten K�rperseite (Bericht des Dr. C.________, Innere Medizin FMH, speziell Rheumatologie, vom 5. Januar 2002) und an einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (Gutachten des Zentrums X._______ f�r Medizin in Betrieb und Arbeit vom 7. September 2002).
2.1 Bei der Pr�fung des Anspruchs auf eine Invalidenrente, der allenfalls schon vor dem Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 entstanden ist, wird das anwendbare Recht nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln ermittelt. Danach sind grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Sachverhalts galten (BGE 130 V 329). Demzufolge ist der Rentenanspruch f�r die Zeit bis zum 31. Dezember 2002 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu pr�fen (noch nicht in der Amtlichen Sammlung publiziertes Urteil M. vom 5. Juli 2004, I 690/03, Erw. 1).
2.2 Die am 1. Januar 2004 - und somit nach dem Erlass des Einspracheentscheides vom 14. Mai 2003 - in Kraft getretenen �nderungen des Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung vom 21. M�rz 2003 (4. IVG-Revision) und der Verordnung �ber die Invalidenversicherung vom 21. Mai 2003 finden keine Anwendung (vgl. BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
2.3 Das ATSG brachte hinsichtlich der Invalidit�tsbemessung keine substantiellen �nderungen gegen�ber der bis zum 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Rechtslage (BGE 130 V 343), so dass auch die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judikatur weiterhin massgebend ist. Daher schadet es im Ergebnis nicht, dass das kantonale Gericht und die Einsprachebeh�rde die Anspruchspr�fung formal allein aufgrund der ab dem 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen vorgenommen haben. Dies betrifft namentlich den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG [sowohl in der bis Ende 2002 als auch in der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung]; Art. 8 Abs. 1 ATSG), den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 [in der bis Ende 2003 g�ltig gewesenen Fassung] und Abs. 1bis IVG [in Kraft gestanden bis Ende 2003]), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis Ende 2002 g�ltig gewesenen Fassung]; Art. 16 ATSG), die Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 115 V 134 Erw. 2 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc) und die beweisrechtliche W�rdigung von medizinischen Berichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.4 In tatbest�ndlicher Hinsicht kann der nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichte Bericht des Instituts f�r Psychotraumatologie Y.________ vom 21. April 2004 im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht mehr ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 353).
3.1 Das kantonale Gericht hat die medizinischen Akten zutreffend gew�rdigt; auf die entsprechenden Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid - namentlich die Erw. 4.2 und 4.3 - ist zu verweisen. Mit der Vorinstanz ist auf das Gutachten des Zentrums X.________ f�r Medizin in Betrieb und Arbeit abzustellen, wonach die Arbeitsf�higkeit in der letzten T�tigkeit zu 100 % gegeben ist. Der Beschwerdef�hrer macht letztinstanzlich geltend, im genannten Gutachten werde verkannt, dass es sich bei der somatoformen Schmerzst�rung um eine psychiatrische St�rung mit Krankheitswert handle. Diese Gesundheitsst�rung bewirke vorliegend eine vollst�ndige Erwerbsunf�higkeit, wie aus dem psychiatrischen Begleitbericht des Gutachtens vom 29. August 2002 hervorgehe, in welchem Verzweiflung und Perspektivenverlust sowie eine bio-psycho-soziale Dekonditionierung beschrieben werde.
3.2 Dem kann nicht gefolgt werden: Die Gutachter stellen aus medizinischer Sicht nicht in Abrede, dass der Beschwerdef�hrer an einer gesundheitlichen St�rung leidet. Jedoch haben sie ohne Vorbehalt festgehalten, dass weder die psychischen Grundfunktionen noch die Belastbarkeit in beruflicher Hinsicht beeintr�chtigt sind. Allein dies ist im Hinblick auf die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit entscheidend. Die Beschwerden des Versicherten ergeben sich nach den schl�ssigen Darlegungen der Experten aus einer medizinisch nicht indizierten Schonung, durch welche sekund�re Probleme - wie �bergewicht und, damit verbunden, hoher Blutdruck und eine Haltungsinsuffizienz - entstanden seien. Diese Befunde stehen einem vollschichtigen Erwerb nicht entgegen. Ausserdem w�rde die beantragte Gew�hrung einer Invalidenrente die k�nftige erwerbliche Umsetzung des Leistungsverm�gens nachhaltig gef�hrden. Zweifelhaft ist h�chstens, ob dem Beschwerdef�hrer eine Weiterbesch�ftigung im bisherigen Beruf als Dachdecker noch zumutbar w�re, nachdem ihn das Unfallereignis (zumindest vor�bergehend) offenkundig stark traumatisierte. Da jedoch in Bezug auf eine Vielzahl von Besch�ftigungen auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 und 16 ATSG) keine Einschr�nkung besteht, kann diese Frage offen bleiben.