Source: https://takeoverpractice.ch/praxiskommentar/FinfraV-FINMA/42-4-
Timestamp: 2019-01-19 05:26:48
Document Index: 309849596

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 40', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'Art. 48', 'Art. 42', 'Art. 30', 'Art. 42', 'Art. 30', 'in casu', 'in casu', 'in casu', 'Art. 27', 'Art. 128', 'Art. 42', 'Art. 128', 'Art. 46', 'Art. 24', 'Art. 46', 'Art. 42']

Praxis zu Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA - takeoverpractice.ch - Schweizer Übernahmerecht Online
Praxis zu Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA (vormals Art. 40 Abs. 4 BEHV-FINMA)
Bewertung als Ersatzhandlung für das Abstellen auf den Börsenkurs
Die Bewertung durch die Prüfstelle stellt bei illiquiden Beteiligungspapieren die notwendige Ersatzhandlung für das Abstellen auf den Börsenkurs als Grundlage für die Ermittlung des Mindestpreises dar.
Verfügung 679/01 vom 23. Februar 2018 in Sachen Hügli Holding AG, Erw. 6.2, Rz. 20-23 Verfügung 651/01 vom 17. Februar 2017 in Sachen LifeWatch AG, Erw. 4.1.1, Rz. 12 Verfügung 637/02 vom 7. Oktober 2016 in Sachen ACRON HELVETIA VII Immobilien AG, Erw. 4.2, Rz. 8 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 609/01 vom 14. Juli 2015 in Sachen SHL Telemedicine Ltd., Erw. 3.2.1, Rz. 14 und 17
Liquidität der Beteiligungspapiere
Ziel und Zweck des Liquiditätskriteriums
Ziel des Gesetzgebers bei Einführung des Liquiditätskriteriums war es nicht, die Liquidität von an der Börse kotierten Aktien zu gewährleisten, sondern vielmehr, den Minderheitsaktionären eine angemessene Entschädigung für deren Ausstieg zuzugestehen.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung FINMA vom 6. April 2009 in Sachen Harwanne Compagnie de participations industrielles et financières SA, Erw. C, Rz. 36
(in casu mit der zusätzlichen Feststellung der FINMA, wonach es notorisch sei, dass die Mehrzahl der an der SIX Swiss Exchange kotierten Beteiligungspapiere illiquid im Sinne des Übernahmerechts sei)
Liquiditätskriterien nach UEK-Rundschreiben Nr. 2
Die Kriterien für die Liquidität eines Beteiligungspapiers werden im UEK-Rundschreiben Nr. 2 zur Liquidität im Sinn des Übernahmerechts vom 26. Februar 2010 (UEK-Rundschreiben Nr. 2) festgelegt. Das UEK-Rundschreiben Nr. 2 ist auf alle Angebote anwendbar, die nach dem 31. März 2010 veröffentlicht beziehungsweise vorangemeldet werden.
Verfügung 679/01 vom 23. Februar 2018 in Sachen Hügli Holding AG, Erw. 6.2, Rz. 20-21 Verfügung 678/01 vom 1. Februar 2018 in Sachen Goldbach Group AG, Erw 4.2, Rz. 16 Verfügung 637/02 vom 7. Oktober 2016 in Sachen ACRON HELVETIA VII Immobilien AG, Erw. 4.2, Rz. 8 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 611/01 vom 12. August 2015 in Sachen Sulzer AG, Erw. 4.2, Rz.9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 609/01 vom 14. Juli 2015 in Sachen SHL Telemedicine Ltd., Erw. 3.2.1.2, Rz. 16 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 580/01 vom 16. Oktober 2014 in Sachen Swisslog Holding AG, Erw. 4.1, Rz. 19 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 569/01 vom 24. Juni 2014 in Sachen Pretium AG, Erw. 5, Rz. 12
(in casu in Bezug auf die Bewertung von illiquiden zum Tausch angebotenen Effekten)
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 562/02 vom 3. Juli 2014 in Sachen PubliGroupe SA, Erw. 5.1, Rz. 24 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 562/01 vom 11. Juni 2014 in Sachen PubliGroupe SA, Erw. 4.1, Rz. 17 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/01 vom 7. November 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 5.2, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 542/02 vom 31. Juli 2013 in Sachen Società Elettrica Sopracenerina SA, Erw. 3, Rz. 6 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 10 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 489/01 vom 22. September 2011 in Sachen Escor Casinos & Entertainment AG, Erw. 4.2, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1, Rz. 11 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 15 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 464/01 vom 18. Januar 2011 in Sachen Datacolor AG, Erw. 5.2, Rz. 9
Liquiditätskriterien nach altem Recht – UEK-Mitteilung Nr. 2 vom 3. September 2007
Gemäss Mitteilung Nr. 2 (anwendbar auf alle Angebote, die bis zum 31. März 2009 veröffentlicht wurden) wurde ein Titel als liquid angesehen, wenn er während 60 Börsentagen vor Publikation des Angebots bzw. der Voranmeldung an mindestens 30 Tagen gehandelt wird. Die Berücksichtigung anderer Kriterien, insb. der während der Referenzperiode gehandelten Volumen, wurde jedoch vorbehalten: "Die UEK behält sich jedoch vor, nicht nur dieses eine Kriterium zu berücksichtigen, falls die Umstände dies rechtfertigen. Die UEK zieht insbesondere in Betracht, auch die während der Referenzperiode gehandelten Volumen zu berücksichtigen."
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 403/02 vom 16. März 2009 in Sachen Harwanne Compagnie de participations industrielles et financières SA, Erw. 2, Rz. 6-18
(in casu Praxisänderung, d.h., erstmals Mitberücksichtigung anderer Kriterien i.S. des Vorbehalts, indem zusätzlich zur Anzahl Tage, an denen der Titel gehandelt wurde, auch Handelsvolumina, Besonderheiten der Bilanz und der Natur der Zielgesellschaft sowie der Mangel an Verfügbarkeit aktueller Unternehmensinformationen berücksichtigt wurden; Liquidität verneint, da mangels hinreichender Preisbildung kein Aktienkurs vorliege, der den Wert der Zielgesellschaft zuverlässig widerspiegle; bestätigt in Verfügung FINMA vom 6. April 2009 in Sachen Harwanne, Erw. C, Rz. 31-43)
Bewertungspflicht aufgrund fehlender Liquidität (i.S.v. UEK-Rundschreiben Nr. 2)
Mangels Kotierung der Aktien der Zielgesellschaft
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 406/01 vom 17. März 2009 in Sachen Hammer Retex Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 13
Mangels ausreichenden Handelsvolumens (i.S.v. UEK-Rundschreiben Nr. 2)
Verfügung 679/01 vom 23. Februar 2018 in Sachen Hügli Holding AG, Erw. 6.2, Rz. 21 Verfügung 651/01 vom 17. Februar 2017 in Sachen LifeWatch AG, Erw. 4.1.1, Rz. 13
(in casu ohne nähere Begründung)
Verfügung 637/02 vom 7. Oktober 2016 in Sachen ACRON HELVETIA VII Immobilien AG, Erw. 4.2, Rz. 9
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 609/01 vom 14. Juli 2015 in Sachen SHL Telemedicine Ltd., Erw. 3.2.1.2, Rz. 16
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 569/01 vom 24. Juni 2014 in Sachen Pretium AG, Erw. 5, Rz. 12
(in casu - in Bezug auf zum Tausch angebotene Effekten - monatlicher Median des täglichen Handelsvolumens in allen zwölf der Voranmeldung vorausgehenden vollständigen Monaten kleiner als 0.04% des Free Float)
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/01 vom 7. November 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 5.2, Rz. 10
Verfügung 550/01 vom 7. November 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 5.2, Rz. 10 (in casu monatlicher Median des täglichen Handelsvolumens an keinem der zwölf dem Angebot vorausgehenden vollständigen Monaten gleich oder grösser als 0.04% des Free Float, und zwar an beiden Börsen, an denen die Zielgesellschaft kotiert war, SIX Swiss Exchange und Berne Exchange)
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 542/02 vom 31. Juli 2013 in Sachen Società Elettrica Sopracenerina SA, Erw. 3, Rz. 7 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 11
Bewertungsgutachten/Bewertungsbericht
Anforderungen an das Bewertungsgutachten/den Bewertungsbericht
Offenlegung der Bewertungsmethoden, -annahmen und -grundlagen
Im Bewertungsbericht sind die Bewertungsmethoden, die Bewertungsannahmen und die angewandten Parameter sowie deren Herleitung offenzulegen sowie die Bewertungsgrundlagen aufzuzeigen.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 569/01 vom 24. Juni 2014 in Sachen Pretium AG, Erw. 5, Rz. 13
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/01 vom 7. November 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 5.2, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 542/02 vom 31. Juli 2013 in Sachen Società Elettrica Sopracenerina SA, Erw. 3, Rz. 8 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 10 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 489/01 vom 22. September 2011 in Sachen Escor Casinos & Entertainment AG, Erw. 4.2, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1, Rz. 10 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/03 vom 10. März 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 3.1, Rz. 20 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 15 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 464/01 vom 18. Januar 2011 in Sachen Datacolor AG, Erw. 5.2, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 403/06 vom 29. Mai 2009 in Sachen Harwanne Compagnie de participations industrielles et financières SA, Erw. 1, Rz. 1
(in casu mit detaillierterem Beschrieb der Anforderungen an den Bewertungsbericht)
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Empfehlung 329/03 vom 6. Oktober 2007 in Sachen Unilabs S.A., Erw. 2.2.2.7
Transparenz, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit
Der Bewertungsbericht muss transparent, plausibel und nachvollziehbar sein.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 542/02 vom 31. Juli 2013 in Sachen Società Elettrica Sopracenerina SA, Erw. 3, Rz. 9 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1, Rz. 16 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 20
Gutachten basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen ausreichend
Bewertungsgutachten, die lediglich auf öffentlich zugänglichen Informationen und allgemeinen Industrie- und Marktanalysen basieren, sind ausreichend, wenn die Prüfstelle keinen Zugang zu den internen Daten der Zielgesellschaft erhält.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/01 vom 7. November 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 5.2, Rz. 11 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 20
Beschränkung der Inhalte des Bewertungsberichts aufgrund von Geheimhaltungsinteressen
Abwägung zwischen Interessen der Zielgesellschaft und Recht der Aktionäre auf Information
Das Transparenzgebot im Übernahmerecht darf durch Geheimhaltungsinteressen nicht ohne weiteres eingeschränkt oder gar illusorisch werden. Die Frage, ob der Bewertungsbericht transparent, plausibel und nachvollziehbar ist, erfordert eine Interessensabwägung zwischen dem Interesse der Zielgesellschaft an der Geheimhaltung und den Interessen der Aktionäre, konkretisiert in deren Recht auf Information. Das Recht der Aktionäre auf Information findet seine Grenze dort, wo es über das, was für die Aktionäre im Hinblick auf das Kaufangebot notwendig ist, hinausgeht oder gar Betriebsgeheimnisse der Zielgesellschaft veröffentlicht werden.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/03 vom 10. März 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 3.1, Rz. 21 und 23
Die Werte, die der Berechnung des Free Cash Flow (FCF) und des Terminal Value (Restwert) im Rahmen der DCF-Methode zugrunde liegenden Eckwerte (z.B. Umsatz, EBITDA, EBIT, Annahmen bezüglich des ewigen Wachstums in Bezug auf den Terminal Value), nicht jedoch der jährliche FCF und der Terminal Value, sind im Bewertungsbericht bzw. in der Fairness Opinion offen zu legen. Ein allgemeiner Verweis auf den Jahresbericht genügt nicht. Für die zukünftigen Zeiträume reicht es aus, wenn Durchschnittswerte bzw. Bandbreiten angegeben werden.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/02 vom 3. Dezember 2013 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 2.2, Rz. 12-16 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/03 vom 10. März 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 3.1, Rz. 24
Plausibilisierung der Ergebnisse der DCF-Methode durch Transaction Multiples
(in casu betreffend Fairness Opinion; zukünftiges Geschäftsjahr 2014 basierend auf Budget 2014, da sich Zielgesellschaft in vergangenen Geschäftsjahren in Turnaround befand und negative Konzernergebnisse auswies)
Unzulässiger Minderheitsabschlag
Die Berücksichtigung eines Minderheitsabschlages – als Kehrwert eines Kontrollzuschlages - im Rahmen der Bewertung von illiquiden Beteiligungspapieren ist vor dem Hintergrund der abgeschafften Kontrollprämie nicht zulässig. Die Bewertung von illiquiden Beteiligungspapieren hat vielmehr einheitlich und ohne Differenzierung nach dem Halter des jeweiligen Beteiligungspapiers zu erfolgen.
Ein Bewertungsgutachten, welches einen solchen Minderheitsabschlag macht, muss aufdatiert und der über das Bewertungsgutachten festgestellte Wert der Beteiligungspapiere muss unter Ausserachtlassung eines Minderheitsabschlags ermittelt werden.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 609/01 vom 14. Juli 2015 in Sachen SHL Telemedicine Ltd., Erw. 3.2.1.3, Rz. 18-22, Erw. 3.2.2, Rz. 25 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 13
(in casu Zulässigkeit zwar angezweifelt, insbesondere weil die Zielgesellschaft von keinem Aktionär kontrolliert wurde, letztendlich aber offen gelassen)
Bewertung bei Konkurrenzangeboten
Bewertung durch Prüfstelle im vorhergehenden Angebot ist auch für das nachfolgend lancierte, konkurrierende Angebot massgebend
Sind illiquide Beteiligungspapiere Gegenstand von konkurrierenden Kaufangeboten, besteht keine Notwendigkeit für eine zweite Bewertung, soweit bereits eine Bewertung durch eine Prüfstelle erfolgt ist und diese von der Übernahmekommission mit Verfügung akzeptiert wurde. Dafür spricht bereits, dass gemäss Art. 48 Abs. 3 lit. a UEV bei einem konkurrierenden Angebot für die Ermittlung des Börsenkurses das Datum der Voranmeldung des vorhergehenden Angebots massgebend ist. Dass die Prüfstelle von der Anbieterin des vorhergehenden Angebots ausgewählt wurde, schadet nicht, da die Prüfstelle ohnehin unabhängig sein muss.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 550/04 vom 13. Januar 2014 in Sachen Victoria-Jungfrau Collection AG, Erw. 7.2, Rz. 24-25
Verhältnis zur Fairness Opinion
Bewertungsgutachten ist von Fairness Opinion zu unterscheiden
Die Bewertung von illiquiden Beteiligungspapieren i.S.v. Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA ist von der Fairness Opinion i.S.v. Art. 30 Abs. 5 UEV zu unterscheiden.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung FINMA vom 6. April 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. II. E., Rz. 66 bzw. Erw. II. G., Rz. 73
Ermittlung eines Mindestwerts (Wertgutachten) gegenüber einer Wertbandbreite (Fairness Opinion)
Aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsoptik können eine Bewertung und eine Fairness Opinion zu verschiedenen Resultaten führen. Mittels Wertgutachten gemäss Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA ist ein Mindestwert zu ermitteln; demgegenüber wird zwecks Erstellung der Fairness Opinion i.S.v. Art. 30 Abs. 5 UEV eine Wertbandbreite pro Aktie ermittelt und gestützt darauf beurteilt, ob der Angebotspreis aus finanzieller Sicht als fair und angemessen erscheint.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 12-13, Erw. 7.2, Rz. 29
(in casu zum Mindestpreis (Wertgutachten) und zur Wertbandbreite (Fairness Opinion))
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 489/01 vom 22. September 2011 in Sachen Escor Casinos & Entertainment AG, Erw. 4.2, Rz. 12
(in casu zum Mindestwert)
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1 Rz. 13
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 18-19
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 464/01 vom 18. Januar 2011 in Sachen Datacolor AG, Erw. 5.2 Rz. 12
Unterschiedliche Bewertungsergebnisse nicht per se problematisch
Es ist nachvollziehbar, dass der Wert gemäss einer Bewertung zum Zwecke der Bestimmung des Mindestpreises unter dem Mittelwert einer Fairness Opinion liegen kann. Eine signifikante Differenz der Bewertungsergebnisse gibt jedoch Anlass zur detaillierten Überprüfung und allfälligen vertieften Auseinandersetzung mit den verwendeten Bewertungsparametern der Bewerter seitens der UEK.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 499/01 vom 13. Dezember 2011 in Sachen Newave Energy Holding AG, Erw. 4.2, Rz. 13
(in casu signifikante Differenz von rund 19% zwischen Bewertungsgutachten und Fairness Opinion durch Minderheitsabzug und Risikozuschlag in Kapitalkosten für KMU in Bewertungsgutachten, nicht aber auch in Fairness Opinion; im Ergebnis aber ohne Relevanz, da Minimum Price Rule in jedem Fall eingehalten)
Aufgabe der Prüfstelle
Prüfstelle hat bei Bewertung technisches Ermessen
Die Bewertung illiquider Beteiligungspapiere betrifft eine Fachfrage. Die Prüfstelle zeichnet sich durch besondere Fachkunde aus und hat die Aufgabe, die relevanten Tatsachen festzustellen und aufgrund ihres Fachwissens und anhand anerkannter Erfahrungssätze zu beurteilen. Dabei steht der Prüfstelle ein gewisser Beurteilungsspielraum zu (sog. "technisches Ermessen"), welcher die Wahl (und Gewichtung) der Methoden und der hierfür verwendeten Grundlagen umfasst.
Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 489/01 vom 22. September 2011 in Sachen Escor Casinos & Entertainment AG, Erw. 4.2, Rz. 12 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung FINMA vom 6. April 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. II. G, Rz. 74 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/03 vom 10. März 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 3, Rz. 19 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1, Rz. 14 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 19
Zum technischen Ermessen der Prüfstelle im Allgemeinen, vgl. auch die Praxis und Kommentierung zu Art. 27 Abs. 1 UEV.
Mandatierung der gleichen Prüfstelle für Prüfung des Angebots i.S.v. Art. 128 FinfraG und Bewertungsgutachten zulässig
Die gleiche Prüfstelle darf sowohl mit der Bewertung illiquider Beteiligungspapiere (Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA) als auch mit der Prüfung des Angebots im allgemeinen (Art. 128 FinfraG) betraut werden.
Verfügung 637/02 vom 7. Oktober 2016 in Sachen ACRON HELVETIA VII Immobilien AG, Erw. 4.2, Rz. 10 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 489/01 vom 22. September 2011 in Sachen Escor Casinos & Entertainment AG, Erw. 4.2, Rz. 11 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 468/01 vom 10. Februar 2011 in Sachen Genolier Swiss Medical Network SA, Erw. 4.1, Rz. 12 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 467/01 vom 28. Januar 2011 in Sachen Feintool International Holding AG, Erw. 5.2, Rz. 17
Analoge Anwendung von Abs. 4 auf nicht kotierte Tauscheffekten gemäss Art. 46 FinfraV-FINMA
Pflicht zur Bewertung von nicht kotierten oder illiquiden Tauscheffekten
Gemäss Art. 24 Abs. 6 UEV i.V.m. Art. 46 FinfraV-FINMA sowie in Übereinstimmung mit der bisherigen Praxis der Übernahmekommission sind nicht kotierte oder illiquide Effekten, die zum Tausch angeboten werden (oder bei einem vorausgegangenen Erwerb getauscht wurden), unter sinngemässer Anwendung von Art. 42 Abs. 4 FinfraV-FINMA von einer Prüfstelle zu bewerten.
Verfügung 651/01 vom 17. Februar 2017 in Sachen LifeWatch AG, Erw. 4.1.1, Rz. 13 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 569/01 vom 24. Juni 2014 in Sachen Pretium AG, Erw. 5, Rz. 11 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Verfügung 418/01 vom 7. Juli 2009 in Sachen BB Medtech AG, Erw. 4.3, Rz. 15 Entscheid ergangen vor Inkrafttreten der neuen Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung am 1. Januar 2016Empfehlung 349/01 vom 20. Dezember 2007 in Sachen MicroValue AG, Erw. 3.4.1