Source: http://faro.at/nca/PrfgsVerw/PrfgsVerwMainPage.htm
Timestamp: 2017-03-25 01:49:06
Document Index: 34545977

Matched Legal Cases: ['§ 202', '§ 14', '§ 202', '§ 8', '§ 8', '§ 14', '§ 12', '§ 8', '§ 15', '§ 4', '§ 2', '§ 1', '§ 3']

Stand: Version 6.1, März 2016, nach Rechtswirksamkeit
von SeeSchFVO Änderung 2015 und
JachtPrO 2015; nach ersten Erfahrungen mit Theorieprüfungen.
Das Wichtigste zuerst - ab 1.1.2016 ist alles anders.
Diese elementare Tatsache gilt nun seit etwa 2008 für jedes zweite bis dritte Jahr. Aufgrund von üblen Techniken und Missinterpretationen einiger "autorisierter Prüfungsorganisationen" hat sich die Behörde gezwungen gesehen, eine vollständige Prüfungsordnung - mit allen detaillierten Vorgaben - für Ablauf, Nachweise, Lernziele, Kartenarbeiten und Prüfungsfragen als Verordnung zu entwickeln und zu veröffentlichen. Es waren verschiedene Autoren (kurz "Z") am Werke.
ein kurzer Abriss der wesentlichen Änderungen zum Download als .pdf.
Für die Zulassung zur praktischen Prüfung sind ab 1.1.2016 folgende Nachweise zu erbringen (gilt nicht für FB4):
Sämtliche Erfahrung muss auf einer entsprechenden Segeljacht gemacht worden sein, sie muss eine entsprechende Zulassung besitzen.
18 Tage auf See (Es gelten "volle Tage")
500 Meilen auf See
3 Nachtfahrten mit je mindestens einer Nachteinsteuerung
SeeschFVO, i.d.F. 2015
§ 202 Abs. 5 (Auszug) - notwendige praktische Erfahrung ist nachzuweisen ...
JachtPrO, § 14, Seemännische Praxis und Seefahrterfahrung
Diese Erfahrung ist recht einfach zu machen, der Nachweis allerdings ist nicht einfach zu erbringen. Die Nachweise werden formal und auf Plausibilität überprüft, es ist jetzt ein übertriebenes Schwergewicht darauf gelegt - manche Organisationen werden wissen, warum. Jedenfalls sind die Vorschriften ganz genau einzuhalten, Abweichungen (und Aufweichungen) werden nicht (mehr) akzeptiert.
§ 202 Abs. 5 (Auszug)
(5) Die seemännische Praxis und die Seefahrterfahrung gemäß Abs. 1 Z 3 sind unter Berücksichtigung des Fahrtbereichs, der Art (Motor- oder Segeljacht) und Größe der Jacht und deren Bedienung und Führung bei Tag und bei Nacht mittels Logbuchs, vom Schiffsführer unterfertigter auszugsweiser Abschrift des Logbuchs oder sonstiger logbuchähnlicher Aufzeichnungen nachzuweisen
Offen ist die Frage, was mit Nachweisen aus der Vergangenheit geschehen wird. Für diese gelten die Bestimmungen, die damals gegolten haben. Aber im Bereich Segeln (ÖSV) waren einfache Seemeilenbestätigungen nie ausreichend. Jedenfalls gilt für ALLE Törns, die nach dem 25. Juni 2015 absolviert wurden:
Der Nachweis ist mittels Logbuch oder logbuchähnlicher Aufzeichnungen zu erbringen. "Logbuchähnlich" ist in der JachtPrO, § 8, Abs (8), detailliert definiert:
JachtPrO, § 8, Abs (8) Als logbuchähnliche Aufzeichnungen gemäß Abs. 1 gelten Aufzeichnungen mit folgenden Mindestinhalten:
Seemeilenbestätigungen sind zum Nachweis nicht geeignet.
In der JachtPrO werden „Verschärfungen“ zu den in der SeeSchFVO vorgeschriebenen Praxisnachweisen gemacht, Nachteinsteuerungen und Überfahrten. Diese sind in der Verordnung § 14. Seemännische Praxis und Seefahrterfahrung, Abs. (2) detailliert definiert:
1. Überfahrt: eine Fahrt in annähernd gerader Linie zwischen zwei Häfen, bei denen die gerade Verbindung eine Strecke von mindestens 20 Seemeilen außerhalb des Fahrtbereichs 2 beinhaltet;
2. Nachtansteuerung: eine Fahrt oder ein Teil einer Fahrt, bei der ein Liegeplatz mehr als zwei Stunden nach Sonnenuntergang, jedoch nicht später als zwei Stunden vor Sonnenaufgang erreicht wird;
3. Nachtfahrt: Fahrt zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang mit einer Dauer von mindestens drei Stunden;
4. Gezeitenrevier: ein Küstengebiet, in dem der Tidenhub bei Nippzeit mindestens zwei Meter beträgt.
Die Logbücher/logbuchähnlichen Aufzeichnungen müssen in Kopie oder als "elektronische" Kopie (zB .pdf) vorliegen; sie werden elektronisch gespeichert und mehrere Jahre für eine Nachschau zur sofortigen Verfügung gehalten. Ein "Nachbringen" ist nicht möglich.
Aber das ist noch nicht alles: Wird ein Logbuch (bzw. eine Kopie, logbuchähnliche Aufzeichnungen) als Nachweis eingereicht, so muss eine Art Deckblatt ("Anlage 5" oder ein bisschen besser verwendbar: NdsPuS) dazugeliefert werden, etwas, wie die früheren (ausführlichen) Meilenbestätigungen, allerdings in stark übertriebener Form:
JachtPrO, § 12, Abs (2)
Jedenfalls können Meilen nur eingereicht werden, wenn dazu eine "Anlage 5" existiert. Dabei ist die Form zwar frei, aber sämtlicher Text, der in der "Anlage 5" erscheint, MUSS identisch und vollständig auch in eventuell selbstkreierten Formularen (= NdsPuS) aufscheinen. Zu beachten ist dabei, dass unbedingt die Originalunterschrift des Schiffsführers oben sein muss. Das heißt:
Ab 26.6.2015 (1.1.2016 nach anderer Lesart) gibt es keine Meile ohne "Anlage 5/NdsPuS". Und bitte - ohne "Anlage 5/NdsPuS" gar nichts mehr einreichen, es GILT NICHT.
Natürlich gibt es noch weitere Formulare:
Bundesgesetz über die Seeschifffahrt (Seeschifffahrtsgesetz - SeeSchFG)
BGBl. Nr. 174/1981, i.d.F. BGBl. I Nr. 46/2012
SeeschFG (BGBl) - gesamte
Verordnung über die Seeschifffahrt (Seeschifffahrts-Verordnung – SeeSchFVO)
BGBl. Nr. 189/1981, i.d.F. BGBl. II Nr. 169/2012
SeeSchFVO (BGBl)
- gesamte
BGBl. II Nr. 169/2015
- Änderung vom 15.6.2015
170. Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie, mit der eine Prüfungsordnung für private Befähigungsausweise, auf deren Grundlage Internationale Zertifikate für die Führung von Jachten ausgestellt werden sollen, erlassen wird (Jachtführung-Prüfungsordnung – JachtPrO)
JachtPrO (BGBl)
Anlage 5 - notwendiges Beiblatt für JEDEN Törn
NdsPuS - die eigene (anwenderfreundliche) Variante der Anlage 5
NdsPuS - NdsPuS (excel)
Lernzielkatalog - 33 interessante Seiten (von Z)
Anlage 3 - Lernzielkatalog 15.6.2015
Anlage 3a -
Anforderungen an die Theorieprüfung (von Z)
Anlage 3a - Theorieprüfung
Anlage 3b -
Anforderungen an die Praxisprüfung (von Z)
Anlage 3b - Praxisprüfung
Antrag auf Prüfungszulassung original JAchtPrO
Anlage 4 - Antrag auf Prüfungszulassung
Antrag auf Prüfungszulassung Variante WSVO (bevorzugt)
Antrag Zulassung JachtPrO - WSVO
Liste notwendiger Unterlagen
für Praxis-Zulassung
der notwendigen Praxis und Erfahrung
aktuell nach JachtPrO 2015
Packliste FB3
Was brauche ich jetzt genau für FB3?
Packliste FB4
Was brauche ich jetzt genau für FB4?
Form des Nachweises von Praxis und Erfahrung
Jetzt - und früher?
Formular - Liste der Nachteinsteuerungen
Raster zum Eintragen der Nachteinsteuerungen (+ Vorgaben)
Kostenbeitragsblatt
Kostenbeitragsblatt 21.12.2012
Törnliste FB2
FB2 Aufstellung der konformen Törns, die verwendet werden sollen
bk vs42, 11.3.2016
Törnliste FB3
FB3 Aufstellung der konformen Törns, die verwendet werden sollen
Beschreibung 50-Stunden-Törn
Formular zur nachvollziehbaren Angabe des 50-Stunden-Törns
Dezember 2015 - JachtPrO 2015 (NEU)
März 2015 - Alte PRO 2013
Praxis-Anforderungen - aber rechtlich gültig ist die absurde Liste nach Anlage 3b
Hinweise zur praktischen
Prüfung - Was erwartet mich? - Kann man auch durchfallen?
1.8.2013 (v10)
Wie gehe ich vor, um mich anzumelden? - Achtung, derzeit nicht ganz aktuell - kommt, wenn die ersten praktischen Fehler aufgetreten sind.
Schritt 1: Kontrollieren, ob alle Voraussetzungen
(insbesonders die Praxis) erfüllt sind.
Die Theorieprüfung gilt genau 24 Monate, dann verfällt sie.
Schritt 2: Zusammensammeln aller Unterlagen
nach der Liste notwendiger Unterlagen.
Schritt 3: Kontrollieren, ob die
Praxis-Nachweise in gültiger Form
vorliegen (inkl. NdsPuS, oder früher "Törnzusammenfassung" bei Abgabe von
Logbuch/Kladde).
Schritt 4: Alle Törns exakt in die entsprechende Liste in der Törnliste
FB2 oder
FB3 eintragen -
UND die Namen der Skipper anführen!
Schritt 5: Kontakt mit dem NCA aufnehmen,
Prüfungstermine bestätigen, ev. zum Praxistörn anmelden (und Koje
Schritt 6: Antrag auf Zulassung
fertig ausfüllen und mit der Unterschrift bestätigen, dass ....
Schritt 7: Prüfungsgebühr von derzeit € 60,-- überweisen
an NCA - (Kostenblatt - NCA-Konto)
Schritt 8: Unterlagen (lt. Liste)
rechtzeitig (spätestens 4 Wochen vor der Prüfung) in geeigneter Form an den NCA übermitteln.
Schritt 9: Kontrollieren, ob kein
Nahverhältnis zum Prüfer besteht - ev. Namen des Prüfers nachfragen!
Genügt es, wenn ich die folgende Frage- und
Antwortliste durcharbeite, oder kommt noch mehr?
Diese folgende Frage- und Antwortliste soll
Ihnen ermöglichen, Ihre Prüfungsvoraussetzungen zu kontrollieren und die
entsprechenden Anträge samt notwendigen Nachweisen zu stellen. Es gibt Fälle,
in denen Teilnehmer aufgrund der Informationen DIESER Seite selbstständig und
fehlerfrei die Anträge zur Zulassung stellen und alle notwendigen Nachweise
vorschriftskonform beibringen. Jedenfalls sollten die Informationen aber
ermöglichen, dass Sie große Teile der Voraussetzungen kennen und die Nachweise
selbstständig beibringen - oder zumindest bereits gezielte Fragen stellen
können. Aber Achtung: Hier wird nur die administrative Abwicklung beschrieben,
zusätzlich müssen Sie noch den Stoff lernen.
Wie kann ich die Unterlagen geeignet an den
NCA übermitteln?
Alle Unterlagen sollten in Form von .pdf-Dokumenten elektronisch übermittelt
werden. Dabei können die Dokumente per eMail an [segeln @ nca . at] (betreff: "[Anmeldung Praxis]") geschickt werden, oder per ftp. Im Falle von ftp müssen die gültigen
Zugangsdaten aktuell per eMail von [segeln @ nca . at] (betreff:
"[Anmeldung Praxis ftp]") erfragt werden.
Welches Format ist zur elektronischen
Übermittlung geeignet?
Bevorzugt werden .pdf-Dokumente, GreyScale, 200
dpi oder 300 dpi - Farbe bitte bei Originalunterschriften (Anmeldung, Attest,
Fahrtnachweis), aber nicht schwarzweiß. Leserliche .jpeg- oder .bmp-Dokumente (gleiche Auflösung) sind ebenfalls möglich, .tiff-Dokumente
sind aufgrund der Größe meist nicht geeignet.
Ja - wünschenwert ist eine Namens-Struktur:
NNNNNNNNNNN_V_DocType.pdf; NNNNNNNNN: Nachnamen, max. 10 Zeichen; V Vornamen, 1. Buchstabe; _pxAnm_, als
Unterscheidungsmerkmal; DocType DokumentenTyp, jedoch abgekürzt, zB. Mayer_X_pxAntrag_.pdf (200pix, col)
Die Zusammenfassung mehrerer Dokumente in ein .pdf
Warum brauche ich ein Antragsformular, eine
Törnzusammenfassung, Seemeilenbestätigungen, ...
Im Seeschifffahrtsgesetz, in der Seeschifffahrts-Verordnung und in der JachtPrO sind Umfang
der notwendigen Praxis-Erfahrung und Art des Nachweises exakt geregelt. Diese
Nachweise müssen vom Veranstalter kontrolliert und archiviert werden. Der dazu
notwendige Aufwand ist erheblich. Die Verwaltung muss so geschehen, dass auf
Nachfragen seitens Behörde/Prüfungsorganisation sofort reagiert werden kann. Dazu ist eine
Strukturierung der Daten notwendig.
Wofür diese "Bestätigungen" auf
dem Antragsformular?
Der Veranstalter kontrolliert, ob die
eingereichten Unterlagen formal entsprechen und muss darüber Nachweis führen.
Die volle Verantwortung über die Echtheit und Richtigkeit der Unterlagen trägt
immer der Antragsteller. Dies wird mit der Unterschrift bestätigt.
Muss ich ich unbedingt ein Logbuch (bzw. eine
Brückenkladde) in Kopie einschicken?
Ab 2012 (Seeschifffahrtsgesetz
2012, Seeschifffahrts-Verordnung 2012) JA...in
- Der Fahrtnachweis der WSVO kann auch
Ab 26.6.2015 (SeeSchFVO, JachtPro 2015) JA
Was für eine Bedeutung hat eine
Seemeilenbestätigung für mich?
Mit der Abgabe einer Seemeilenbestätigung
bestätigt der Antragsteller gleichzeitig, dass die Angaben der
Seemeilenbestätigung der Wahrheit entsprechen und dass auf Nachfrage weitere
Unterlagen (Logbuch/Kladde, Wachliste, Crewliste, ..) kurzfristig beigebracht werden
können. Das Abgeben einer Seemeilenbestätigung, zu der kein Logbuch existiert,
kann nicht empfohlen werden. Zur Anmeldung reicht eine Seemeilenbestätigung
allein NICHT aus. Ab 26.6.2015 sind Meilenbestätigungen unnötig, weil sie durch (die zwingende) Anlage 5 ersetzt werden.
Was hat es denn mit diesem
"Fahrtnachweis" auf sich?
Laut Gesetz ist eine
"logbuchähnliche" Aufzeichnung zum Nachweis der praktischen Erfahrung
ausreichend (gewsen!). Gemeint ist hier natürlich, dass die Route des Bootes EINDEUTIG
(und einfach) nachvollzogen werden kann - darum geht es hier. Da viele
"Logbücher" sehr übel geführt werden und dann trotzdem anerkannt,
wird ein "Fahrtnachweis", der die Route im Detail darstellt, ebenfalls
anerkannt. Wichtig ist hier aber, dass sowohl Skipper wie auch Einreicher
eidesstattlich erklären, dass die Inhalte Tatsachen sind und dies mit
originaler Unterschrift bestätigen.
Können Seemeilenbestätigungen/Fahrtnachweise auch
Ja! Wenn notwendige Daten fehlen, können
Seemeilenbestätigungen nicht angenommen werden. Viele Bestätigungen sind von
der Form: Frau/Herr Xxx hat vom dd.mm.yy bis dd.mm.yy 1.000 sm erfolgreich
zurückgelegt. Solche "Bestätigungen" bitte gar nicht einschicken,
sie werden NICHT akzeptiert!
In einem solchen Fall ist irgendwie eine
Logbuchkopie / ein Fahrtnachweis zu beschaffen.
Aus dem Logbuch müssen sich für jeden Zeitpunkt der Fahrt die Position des Boots ablesen lassen, die Teilnehmer, die Bootsdaten, die zurückgelegten Meilen. Wenn das nicht möglich ist, dann kann die Aufzeichnung als Nachweis nicht anerkannt werden. Der Gesetzgeber hat in der JachtPrO § 8 Abs (8) detailliert vorgeschrieben, was "er" als Inhalt mindestens erwartet. Alles das muss einfach ablesbar sein. Aber es gibt noch mehr Kriterien:
Für FB3 sind 500 Meilen als Skipper notwendig. Die Funktion als Skipper muss aus dem Logbuch (oder der beiliegenden Crewliste) hervorgehen. Für FB3 ist eine kleine "Langfahrt" notwendig. Die Daten dieser notwendigen "Langfahrt" müssen sich einfach im Logbuch finden lassen. Es ist nicht Aufgabe der Behörde/Prüfungsorganisation, einen eingereichten Törn nachzuzeichnen um die Erfüllung der Bedingungen zu prüfen. Am besten deshalb eine "Langfahrt-Bestätigung" beilegen.
Ich bin FB3-fähig, aber mir fehlen ein paar
Meilen außerhalb des FB2 - was kann ich tun?
Ab JachtPrO 2015 sind die Erfahrungen für FB3 nicht Zulassungsvoraussetzung für die Praxisprüfung. Man kann ohne die "Mini-Langfahrt" zur Praxisprüfung antreten. Eine Ausstellung ist allerdings nur nach Vorlage aller Nachweise möglich.
Ich bin FB3-fähig, aber ich war noch nie als
Skipper unterwegs - was kann ich tun?
Ab JachtPrO 2015 sind die Erfahrungen für FB3 nicht Zulassungsvoraussetzung für die Praxisprüfung. Man kann ohne die Skippermeilen zur Praxisprüfung antreten. Eine Ausstellung ist allerdings nur nach Vorlage aller Nachweise möglich.
Wie soll ich zu den Skippermeilen kommen,
bevor ich den Schein habe?
Die Idee hinter der jetzigen Regelung war, dass
der Einsteiger zuerst FB2 macht, dann seine Meilen skippert, und dann - wenn ihm
die Freude noch nicht vergangen ist - mit Upgrade auf FB3 aufrüstet. Allerdings
kommen auch "Fortgeschrittene" hierher, nicht nur Einsteiger. In
machen Ländern gibt es keine Führerscheinpflicht. Dort muss man aber meist
einen Meilennachweis vorlegen oder dem Bootseigner/Vercharterer vorführen, was
man kann. In den skandinavischen Ländern ist das so (zumindest gewesen).
Einfach wäre auch der Erwerb eines kroatischen Voditelj Brodice, mit dem sich in
Kroatien Urlaubsboote chartern lassen. Auf diese bequeme und angenehme Weise
lassen sich dann auch die notwendigen 500 Skippermeilen vor der Ausstellung eines FB2-Ausweises erwerben.
Ich bin FB3-fähiger FB2-Skipper mit
ausreichend Erfahrung; wie komme ich endlich zum FB3-Schein?
Laut JachtPrO 2015 kann im Rahmen einer FB3-Theorieprüfung auf die Überprüfung von Theoriestoff-Modulen, die bereits in der FB2-Prüfung geprüft wurden, verzichtet werden. Damit reduziert sich die FB3-Prüfung auf den FB3-Teil der Theorie. Ob nun eine FB3-Praxisprüfung (die es laut Gesetz gibt, die aber gleich ist, wie FB2) absolviert werden muss, ist derzeit noch unklar. Hier finden Sie einen Versuch, die verfahrene Situation zu beleuchten: Vom FB2 zum FB3.
Grundsätzlich sind die praktischen
Voraussetzungen VOR BEGINN der (praktischen) Prüfung zu erfüllen. Die
Nachweise müssen aber zur Zulassung zur (praktischen) Prüfung (rechtzeitig
davor) eingereicht werden. Dies dient auch dazu, dass diese Nachweise überprüft und archiviert werden können. Haben Sie zu diesem Zeitpunkt die 500
Meilen noch nicht beisammen, dann können Sie im Antrag einen
"gebuchten" Törn anführen und erhalten die Zulassung VORBEHALTLICH
der Tatsache, dass Sie dem Prüfungsobmann VOR Beginn der praktischen Prüfung
einen geeigneten schriftlichen Nachweis über die Absolvierung der beim Antrag
noch mangelnden Erfahrung übergeben; aber es sind nur "Erfahrungsreste" erlaubt, die auf den unmittelbar der Prüfung vorausgehenden Übungstagen gemacht werden. Diese Unterlagen müssen dann dem
Prüfungsprotokoll beigefügt werden. Wenn also der Prüfer um 07:00 das Boot
betritt und die Prüfung eröffnet, dann können Sie 5 Minuten vorher angelegt
haben und die 500. Meile gefahren sein. Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung
sollten 30 fehlende Meilen leicht nachzuholen sein, 300 aber nicht.
Warum muss ich denn jetzt bei einer
FB3-Upgrade-THEORIE-Prüfung für die Zulassung Praxis-Nachweise liefern?
Nein, das gibt es nicht mehr. Die Nachweise für FB3 48 Tage auf See
Überfahrt 50 Stunden
5 Nachtfahrten mit Ansteuerung
Eigentlich wollte ich FB3 machen, aber es ist
doch etwas kompliziert. Kann ich mich auf FB2 rückstufen lassen?
Der letzte Anmeldetermin zu einer
Theorieprüfung liegt - aus verständlichen abwicklungstechnischen Gründen - 21
Tage vor dem Prüfungstermin - allerdings einlangend bei der
Prüfungsorganisation. Wenn der Teilnehmer sich für FB3 angemeldet hat, dann
aber sieht, dass es nicht mehr zu schaffen ist, kann er VOR Beginn der Prüfung
beim Prüfungsobmann formlos den Antrag auf Rückstufung stellen. Er erhält
dann im Zuge der Prüfung nur die Prüfungsaufgaben für FB2 - damit ist er
FB2-Kandidat und der Fall ist - administrativ - für ihn erledigt. Nach
Prüfungsbeginn ist eine Rückstufung jedenfalls ausgeschlossen. Derzeit ist es so: Wird mit einer
FB3-Prüfung begonnen, so bleibt der Kandidat FB3-Kandidat; dies heißt auch, dass
bei einem negativen Ergebnis in den FB3-Modulen die eventuell positiv erledigten
FB2-Module (Fragen, Karte) NICHT für die Ausstellung eines positiven
FB2-Protokolls verwendet werden können! Der umgekehrte Weg, nämlich sich FB2
anzumelden, dies positiv zu erledigen, und dann, in einer weiteren
Theorieprüfung - vor der Praxis - die FB3-Theorie-Module zu absolvieren, ist
aber möglich. Dann müssen aber 2 verschiedene Prüfungen angemeldet werden, FB2 am Vormittag, FB3 am Nachmittag. Und dann gibt es keine Abmeldung mehr.
Wie weise ich nach, dass ich rot und grün
wirklich unterscheiden kann, und warum überhaupt?
Die Unterscheidung der Farbe von Leuchtfeuern und Bootsgegnern,
aber auch von Seezeichen, sowohl in der Natur, als auch in den Unterlagen, muss
rasch und zweifelsfrei möglich sein. Laut Gesetz muss daher zur Zulassung zur
(praktischen) Prüfung (das heißt VORHER) die Farbsichttauglichkeit
nachgewiesen werden. Dies ist möglich mit einer ärztlichen Untersuchung (Formular);
Kfz-Führerscheinbesitzer, die ihre
Prüfung vor dem 1. November 1997 abgelegt haben, wurden damals schon getestet,
deshalb würde auch ein solcher Kfz-Führerschein als Nachweis dienen. Bei einer
Neuausstellung ist das Erstausstellungsdatum auf der Rückseite eingedruckt,
deshalb muss auch die Rückseite kopiert und eingereicht werden.
Erste Hilfe auf See - warum brauche ich das,
wie weise ich meine Fähigkeiten nach?
Im Seeschifffahrtsgesetz und in der Seeschifffahrts-Verordnung
ist der Nachweis über die Ausbildung in Maßnahmen der Ersten Hilfe klar
vorgeschrieben. Zur Ausstellung des
Befähigungsausweises muss der Nachweis erbracht werden. Den Originaltext finden
Sie hier auszugsweise. Als Nachweis dient die
offizielle Teilnahmebestätigung an einem 16-stündigen Kurs. Wer dies offiziell
ausbilden darf finden Sie hier.
Natürlich gibt es Ausnahmen - wenn jemand Arzt oder Sanitäter oder ... ist,
dann braucht er eine solche Bestätigung nicht - wer genau, finden Sie auch hier.
Nahverhältnis zum Prüfer - was ist
denn das schon wieder?
Laut Gesetz - aber auch nach den
(selbstverständlichen) Standesregeln für Prüfer, darf ein Prüfer nicht
einmal den Anschein der Befangenheit (eigentlich des Befangenseins) erwecken. So
etwas liegt vor, wenn der Prüfer Ausbilder, Ausbildungsskipper, oder einfach
nur Skipper eines Kandidaten ist (war). Deshalb muss der Prüfer vorab eine
Kandidatenliste bekommen; aber noch sicherer ist der umgekehrte Weg: Ab Herbst
2013 müssen die Teilnehmer rechtzeitig den Namen des Prüfers erfahren. Falls
Sie ihn nicht wissen - bitte fragen Sie nach! Und ab Herbst 2013 müssen Sie im
"Ansuchen ..." auch die vollständigen Namen Ihrer Skipper
verzeichnen. - Ach ja, und wenn Sie mit dem Prüfer verwandt, verschwägert,
befreundet sind, wirtschaftlich oder moralisch abhängig in irgendeiner Weise -
dann darf dieser Prüfer Sie auch nicht prüfen.
Kann man bei der Praxis-Prüfung
durchfallen? Was erwartet mich?
Ja, man kann durchfallen. Meist scheitert es
aber an elementaren Dingen, nicht an spitzfindigen Manövern. Hier ein paar Ideen
zur praktischen Prüfung.
Kann man alles über eMail abwickeln? Was
soll ich mit den Fotos machen?
Grundsätzlich ist bei normalen Anmeldungen (das
heißt alle Voraussetzungen sind erfüllt, alle Gebühren bezahlt) fast alles über
eMail/Internet abwickelbar. Wie Sie den Befähigungsausweis nach
erfolgreich abgelegter Prüfung erhalten sehen Sie hier.
Und wenn Sie dann auch ein IC haben wollen, der Antrag ist hier.
Was ist das "IC", was hat es damit
Das "IC" (International Certificate)
heißt eigentlich "International
Certificate for Operators of Pleasure Craft". Dieses Internationale
basiert auf der UNO-Resolution 40,
die von der Economic Commission for Europe,
Inland Transport Committee,
ausgearbeitet und unter
dem Zeichen TRANS/SC.3/147 veröffentlicht wurde.
Alle Staaten, die diese
Resolution ratifiziert haben, sollten diesen "Internationalen
Befähigungsausweis" auch anerkennen. Bei uns ist es ein Ausweis in
Scheckkartenformat, getrennt ausgestellt für die Führung von Segelbooten und
von Motorbooten - ab 2013 eventuell auch auf einer "Scheckkarte". Den Antrag auf Ausstellung hat der
Bewerber selbst zu stellen, nachdem ihm eine autorisierte Prüfungsorganisation
einen "privatrechtlich" gültigen Befähigungsausweis für den
entsprechenden Fahrtbereich ausgestellt hat. Mit diesem Befähigungsausweis kann dann bei der "via
donau" ein
Internationales Zertifikat beantragt werden (Antragformular).
Zitat SeeSchFG 2012 :
12. § 15 samt Überschrift lautet: „Internationale Zertifikate für die Führung von Jachten
(11) Die „via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m. b. H.“ (§ 4 Abs. 1
Wasserstraßengesetz, BGBl. I Nr. 177/2004) hat auf Grundlage von im privaten Rechtsverhältnis von Prüfungsorganisationen gemäß Abs. 1 ausgestellten Befähigungsausweisen, welche den Vermerk gemäß Abs. 5
enthalten, bei gleichzeitiger Vorlage eines Nachweises über die Ausbildung für die Leistung Erster Hilfe
Internationale Zertifikate gemäß Abs. 1 auszustellen. Diese gelten als amtlich anerkannte Befähigungsausweise zur selbstständigen Führung von Jachten auf See. (12) Der Nachweis über die Ausbildung für die Leistung Erster Hilfe gilt durch ein Kapitänspatent,
das Schiffsführerpatent – 20 m oder das Schiffsführerpatent – 20 m – Seen und Flüsse gemäß 7. Teil des
Schifffahrtsgesetzes – SchFG, BGBl. I Nr. 62/1997 in der jeweils geltenden Fassung, eine inländische, zu
Recht bestehende Lenkberechtigung für Kraftfahrzeuge der Klasse D gemäß § 2 des Führerscheingesetzes
– FSG, BGBl. I Nr. 120/1997 in der jeweils geltenden Fassung, eine gemäß § 1 Abs. 4 FSG
gleichgestellte Lenkberechtigung oder durch eine entsprechende Bescheinigung einer der gemäß § 3 Abs. 3 FSG
benannten Institutionen, bei der die Ausbildung vorgenommen wurde, als erbracht. (13) Als Ersatz für die mit der Ausstellung Internationaler Zertifikate ursächlich im Zusammenhang
stehenden Kosten haben Bewerberinnen und Bewerber vor Ausfolgung eines Internationalen Zertifikats
einen pauschalierten Geldbetrag an die „via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m. b. H.“ zu entrichten, welcher die Umsatzsteuer und die mit dem Antrag zur Ausstellung
des Internationalen Zertifikats anfallenden Gebühren und Verwaltungsabgaben beinhaltet. Der
Pauschalbetrag ist von der „via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m. b. H.“ nach ihrem
Aufwand unter Berücksichtigung steuer-, gebühren- und abgabenrechtlicher Vorschriften zu bemessen und
von der Bundesministerin bzw. dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Verkehr zu
genehmigen. Wann muss ich was an wen bezahlen??
Die gültigen Gebühren sind den jeweiligen Kostenbeitragsblättern der Prüfungsorganisationen zu entnehmen - immer
natürlich vorbehaltlich Irrtum und Änderungen! Generell wird die Prüfungsgebühr vom
Veranstalter an die Prüfungsorganisation bezahlt, damit es nicht zu
Fristverlusten kommt. Deshalb bitte: Bei Theorieprüfungen: Betrag in bar einfach mitnehmen.
Bei Praxisprüfungen:
Die Prüfungsgebühren an den NCA überweisen!
Die Ausstellungsgebühr ist vom Antragsteller
bei Antragstellung an die entsprechende Prüfungsorganisation zu bezahlen.
Die Regeln zur Scheinausstellung finden Sie auf
der Homepage der Prüfungsorganisation. Ein Antragsformular
Wer ist jetzt wirklich die
"Prüfungsorganisation"?
Derzeit gibt es in Österreich 8 oder 9
Prüfungsorganisationen, zum Teil mit ganz verschiedenen Zielsetzungen. Unsere
Prüfungen machen wir mit der WSVO, einer
Organisation, die ihren Mitgliedern eine vernünftige Struktur bietet. Da die
WSVO am finanziellen Aspekt des Prüfungswesens weniger Interesse hat (als Verband
der gewerblichen Segelschulen), dafür umso mehr am Ruf und an der Kontinuität,
ist sie auch für uns ein sehr guter Partner. Und - die Prüfungen sind fair,
aber die einfachsten sind sie nicht.
Schicken Sie ein eMail oder rufen Sie mich an:
B. Kotnig, 0676 790 2075
Kann es sein, dass die Antworten hier nicht
Im Großen und Ganzen sollten die Antworten
schon stimmen, aber die Materie ist derart kompliziert und
"wechselhaft", dass ich manchmal auch nicht auf dem ganz letzten Stand
bin. Manche Dinge sind jetzt (Anfang 2016) auch noch unklar, da die gesetzlichen Regelungen sich zum Teil widersprechen, weil noch "interpretiert" werden muss.
Sagen Sie es mir dann bitte, ich bemühe mich um Korrektur oder Aufklärung. Allerdings gibt
es keine Fehler in der Art, dass ich hier 1.000 Meilen Erfahrung anfordere, es
ist aber falsch, weil Sie das seemännische Know-How in einer Urlaubswoche ja
Wenn ich mir die Gesetze und Zitationen anschaue, bekomme ich Kopfweh. War diese JachtPrO wirklich notwendig?
Scheint so, wenn auch Z hier M übertreffen wollte. Bedanken können Sie sich bei gewissen "Prüfungsorganisationen".
Insgesamt haben wir jetzt die 5. "Prüfungsordnung" seit 2007, also 4 Mal neu. Mit allen Lernzielen, Beispielen, Fragenkatalogen, .... Es sind Tausende Mannstunden vergeudet worden, das Endresultat ist dürftig. Die formalen Zwänge sind enorm, das Segeln kommt zu kurz; dem wirklichen Segler ist damit nicht gedient.