Source: https://issuu.com/tourenspuren/docs/patientenanwalt2007
Timestamp: 2017-04-30 14:58:43
Document Index: 43476841

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 6', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'BGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 97', 'OGH']

2007 by undefined - issuu
Jahresbericht 2 0 0 7Patienten a n w a l tVorwort
Das Jahr 2008 steht im Zeichen von heftigen Diskussionen über
die Situation der Pflege in Vorarlberg. Die Patientenanwaltschaft ist auch Anlaufstelle für Beschwerden aus den Heimen
Vorarlbergs. Es werden in diesem Zusammenhang auch regelmäßig Sprechstunden abgehalten. Eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit wird betrieben, um diesen Umstand auch bekannt zu
machen.Die Situation der Pflege ist gekennzeichnet durch zwei Eckpunkte. Zum einen gelangt der Gesundheits- und Sozialbereich
an die Grenzen der Finanzierbarkeit. Kaum ein Heimbewohner
ist noch Selbstzahler. Die öffentliche Hand finanziert die Lücken
und gerät damit ihrerseits in die Fragestellung, woher das Geld
zu nehmen sei. Zum anderen steigen die Standards, welche der
Pflege vorgegeben werden; dies wohl auch deshalb, weil die
Pflegebedürftigkeit der Heimbewohner steigt. Damit steigen
wiederum die Kosten und das System wird zum Zuschussempfänger.VorwortErstaunlicher Weise ist die Patientenanwaltschaft kaum mit
Beschwerden aus den Heimen Vorarlbergs befasst. Freilich kann
dies unterschiedliche Ursachen haben, wie etwa die Angst vor
Repressionen oder das Nichterkennen von Problemen durch Angehörige. Das Faktum bleibt aber.Bei allem Verständnis für die Forderung nach immer besseren
Standards muss doch die langfristige Sicherung einer ausreichenden Pflegesituation im Auge behalten werden. Dazu ist es
notwendig, die Heime leistbar zu halten. Dies bedingt, wie in
jedem anderen Bereich des Lebens auch, Sparsamkeit im Umgang mit den Mitteln. Man tut den Bewohnern von heute und
vor allem jenen von Morgen keinen guten Dienst, wenn die Finanzierbarkeit nicht mehr gegeben ist; dann kommt es wirklich
zum Pflegenotstand.
Was mir in der gesamten Pflegediskussion jedoch fehlt, ist der
menschliche Aspekt, der sich nicht in der Anzahl von diplomierten Mitarbeitern von Heimen und Quadratmetervorgaben
01in Verordnungen widerspiegeln kann. Es geht um Liebe und
Zeit, die Pflege erst jene Qualität gibt, die sie menschengerecht
macht. Angehörige, Freunde, freiwillige Helfer, jung und alt –
alle sind aufgerufen, sich zu kümmern. Unsere älteren und bedürftigen Mitmenschen bedürfen der Solidarität aller, nicht nur
wenn es darum geht, von der öffentlichen Hand immer mehr zu
RA Dr. Wolfgang BlumIm Jahre 2007 war zu erkennen, dass der Trend, Beschwerden
durch den Patientenanwalt bearbeiten zu lassen, zunimmt. Dies
hat im Jahre 2006 zu Arbeitsrückständen geführt, weshalb
Herr Mag. Christoph Grager halbtägig angestellt worden ist. Im
Februar 2007 wurde das Ausmaß der Anstellung ausgeweitert,
um der Zunahme der Beschwerdefälle begegnen zu können. In
diesem Zusammenhang darf ausdrücklich dem Patientenschutzverein und der Landesregierung gedankt werden, dass auf die
erhöhte Inanspruchnahme der Patientenanwaltschaft prompt
reagiert wurde, indem Herr Mag. Christoph Grager ab Februar
2007 eine ganztägige Arbeitsstelle erhalten hat.
Durch die Aufstockung des Personalstandes konnte erreicht
werden, dass längere Wartezeiten für Patienten verhindert werden können und jede Beschwerde in absehbarer Zeit erledigt
wird. Dadurch kann auch garantiert werden, dass keine lange
Wartezeiten bis zum Erstkontakt in Kauf genommen werden
müssen, sondern Patienten und Klienten, die sich beschwert
fühlen, innerhalb einer Woche einen Termin erhalten, in Ausnahmefällen sogar noch am gleichen Tag vorsprechen können.
Erwähnt werden muss noch, dass es auch im Bereich des Patientenschutzvereins selbst eine personelle Veränderung gegeben
hat. Herr Univ. Doz. Dr. Umlauft ist als Mitglied des Patientenschutzvereines ausgeschieden. An dieser Stelle möchte nicht nur
der Patientenschutzverein, sondern insbesondere das Team der
Patientenanwaltschaft Herrn Univ. Doz. Dr. Umlauft für seine
Tätigkeit für den Patientenschutz danken.Die InstitutionDie InstitutionWeiters muss erwähnt werden, dass der Zuständigkeitsbereich
der Patientenanwaltschaft auf zwei weitere Betreuungseinrichtungen ausgedehnt wurde.
Im Jahre 2007 konnten mit dem Projekt „Gemeinsam Leben
Lernen“ und mit „aqua mühle“ in Frastanz Vereinbarungen abgeschlossen werden. Sollte es in diesen Bereichen zu Beschwerden
kommen, die im Rahmen eines internen Verfahrens nicht gelöst
werden können, kann die Patientenanwaltschaft als externer
Vermittler herangezogen werden.KrankenanstaltenBehindertenbereichGesetzliche
PflegeheimeKommissionenEthikkommisionDie InstitutionDurch diese weiteren Vertragsabschlüsse mit Institutionen, die
insbesondere auf den psychosozialen Sektor tätig sind, konnte
ein notwendiger Lückenschluss vollzogen werden:GesundheitsplattformVertragliche
Ärztlicher BereichSozialer Bereich
)F3