Source: http://www.rechtsfreund.at/erbrecht.htm
Timestamp: 2017-04-23 17:41:30
Document Index: 370777405

Matched Legal Cases: ['§ 731', '§ 757', '§ 757', '§ 762', '§ 764', '§ 765', '§ 766']

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Erbrecht - Familienerbfolge - Testament
Die Rechtswissenschaft unterscheidet das Erbrecht im objektiven Sinn
vom Erbrecht im subjektiven Sinn. Unter Erbrecht im objektiven Sinn
versteht man die Summe der Bestimmungen im Allgemeinen Bürgerlichen
Gesetzbuch (ABGB), die das Schicksal des Nachlasses regeln. Unter
Erbrecht im subjektiven Sinn versteht man die Befugnis, den Nachlass
ganz oder zu einer Quote in Besitz zu nehmen. Das Erbrecht ist ein
absolutes Recht. Das bedeutet, dass es gegen jedermann durchsetzbar
ist. Es entsteht mit dem Tode des Erblassers und ist veräußerlich
und vererblich. „Entstehungsgründe“ für das Erbrecht können das
Gesetz, ein Testament oder ein Erbvertrag sein.
Erbrecht kann
grundsätzlich nach dem Prinzip der Familienerbfolge oder jenem der
Testierfreiheit ausgelegt sein. Nach dem Prinzip der Familienerbfolge
soll der Nachlass der Familie und somit den Verwandten des Erblassers zukommen
(altes Rechtssprichwort: „Wer will wohl und
selig sterben, lass sein Gut den rechten Erben“). Das Prinzip der
Familienerbfolge soll dem „vermuteten Willen“ de Erblassers gerecht werden. Im
Gegensatz dazu steht das Prinzip der
Testierfreiheit, das dem Erblasser ermöglicht, von Todes wegen über
sein Vermögen zu verfügen. Pflichtteil - Pflichtteilsrecht
Das österreichische Recht hat keines dieser Prinzipen
in Reinkultur verwirklicht, sondern sieht quasi eine „Zwischenlösung“ vor,
indem es das sogenannte Pflichtteilsrecht
eingeführt hat, das den Ausgleich zwischen den zwei Prinzipien herstellen soll.
Wenn der Erblasser stirbt, ohne eine letztwillige Verfügung hinterlassen zu
haben, fällt sein Erbe an die vom Gesetz bestimmten Erben (gesetzliche
Erbfolge). Hat aber der Erblasser eine letztwillige Verfügung hinterlassen, so
dürfen dadurch seine nächsten Angehörigen (die aus dem Kreis der gesetzlichen
Erben stammen) nicht verkürzt werden. Ihnen – den Pflichtteilsberechtigten –
muss jedenfalls der Pflichtteil zukommen. Links zum Erbrecht
Berechnungen - Erbschaft und Schenkung
Informationen zur Erbschaftssteuer
Notare in
Österreich und Weltweit
Der Fall Klimt
Gesetzliches Erbrecht der Verwandten
§ 731 ABGB - Parentelensystem
(1) Zur ersten Linie gehören diejenigen, welche sich unter dem
Erblasser, als ihrem Stamme, vereinigen, nämlich: seine Kinder
und ihre Nachkömmlinge.
(2) Zur zweiten Linie gehören des Erblassers Vater und Mutter
samt denjenigen, die sich mit ihm unter Vater und Mutter
vereinigen, nämlich: seine Geschwister und ihre Nachkömmlinge.
(3) Zur dritten Linie gehören die Großeltern samt den
Geschwistern der Eltern und ihren Nachkömmlingen.
(4) Von der vierten Linie sind nur des Erblassers erste
Urgroßeltern zur Erbfolge berufen.
§ 757 ABGB
§ 757. (1) Der Ehegatte des Erblassers ist
neben Kindern des Erblassers und deren Nachkommen zu einem Drittel des
Nachlasses, neben Eltern und Geschwistern des Erblassers oder neben Großeltern
zu zwei Dritteln des Nachlasses gesetzlicher Erbe. Sind neben Großeltern
Nachkommen verstorbener Großeltern vorhanden, so erhält überdies der Ehegatte
von dem restlichen Drittel des Nachlasses den Teil, der den Nachkommen der
verstorbenen Großeltern zufallen würde. Gleiches gilt für jene Erbteile, die den
Nachkommen verstorbener Geschwister zufallen würden. In den übrigen Fällen
erhält der Ehegatte den ganzen Nachlass.
(2) In den Erbteil des Ehegatten ist alles
einzurechnen, was dieser durch Ehepakt oder Erbvertrag aus dem Vermögen des
Erblassers erhält. Rechtsanwalt Erbrecht
Johannes Öhlböck LL.M. berät und vertritt Sie in Fragen des
Erbrechtes und ist Ihnen bei der Erstellung Testament und
Vermächtnis behilflich.. Dr. Johannes Öhlböck LL.M.
01 / 505 49 59 www.raoe.at
Pflichtteilsrecht (Auszug) - ABGB
§ 762. Die Personen, die
der Erblasser in der letzten Anordnung bedenken muss, sind seine
Kinder, in Ermangelung solcher seine Eltern, und der Ehegatte.
§ 764. Der Erbteil, welchen
diese Personen zu fordern berechtigt sind, heißt: Pflichtteil;
sie selbst werden in dieser Rücksicht Noterben genannt.
§ 765. Als Pflichtteil
gebührt jedem Kind und dem Ehegatten die Hälfte dessen, was ihm
nach der gesetzlichen Erbfolge zugefallen wäre.
§ 766. In der aufsteigenden
Linie gebührt jedem Noterben als Pflichtteil ein Dritteil
dessen, was er nach der gesetzlichen Erbfolge erhalten haben
Bücher Erbrecht
Die EU-Erbrechtsverordnung
Die seit August 2015 in 25 Mitgliedstaaten der EU anwendbare Europäische Erbrechtsverordnung(EuErbVO) hat sich zum Ziel gesetzt, eine einheitliche Regelung für Erbrechtsfälle mit Auslandsbezug zu schaffen. So folgt sie dem Prinzip der Nachlasseinheit, wonach ein Gericht und die Rechtsordnung jenes Staates für die Abwicklung einer Erbschaft zuständig sind, in dem der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Es sei jedoch erwähnt, dass eine Rechtswahl auf das Heimatrecht zulässig ist. Mit der EuErbVO wurde mit dem sogenannten „Europäischen Nachlasszeugnis“ ein Instrument geschaffen, das den mit einem Nachlass befassten Personen den Nachweis ihrer Rolle erleichtern soll. Der vorliegende Kommentar ist ein Auszug aus dem Loseblattwerk „Internationales Zivilverfahrensrecht“, mit dem die EuErbVO vom Expertenteam Burgstaller, Neumayr, Geroldinger und Schmaranzer detailliert ausgearbeitet wird. Die sorgfältige Gliederung der einzelnen Artikel der EuErbVO ermöglicht es den Autoren, diese besonders verständlich und umfassend zu kommentieren, wodurch das Werk eine wesentliche Hilfestellung bei der Abhandlung von Verlassenschaften mit Auslandsbezug darstellt.
Bei der im September 2015 abgehaltenen Fachtagung „Reform des Erbrechts“ wurden die sich durch das Erbrechtsänderungsgesetz 2015 ergebenden Auswirkungen für die Vermögensplanung und Nachlassabwicklung behandelt. Vor allem die Themen das neue Pflegevermächtnis, das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten und des Lebensgefährten, die Änderungen bei den letztwilligen Verfügungen als auch die Neugestaltung des Pflichtteilsrechts wurden praxisnahe behandelt.
Das vorliegende Werk beleuchtet an Hand von praxisrelevanten Beispielen die sich durch das Erbrechtsänderungsgesetz 2015 ergebenden Problemstellungen. Es stellt ein fundiertes und unverzichtbares Nachschlagewerk für Rechtsanwender dar.
Das vorliegende Werk, eine Monographie, erörtert umfassend die Rechtsnatur, Gültigkeitsvoraussetzungen sowie einschlägige Folgeprobleme der Schenkung auf den Todesfall. Zudem werden zahlreiche Streit- und Spezialfragen in Theorie und Praxis behandelt. Dabei wird nicht auf einschlägige Rechtsprechung und Literatur verzichtet. Neben altbekannten Rechtsquellen werden auch die Auswirkungen des ErbRÄG 2015 auf das Wesen der Schenkung auf den Todesfall diskutiert.
Österreichisches Verlassenschaftsverfahren
Das vorliegende Werk setzt sich mit dem österreichischen Verlassenschaftsverfahren auseinander und behandelt dabei Themen, wie zum Beispiel die Abgabe von Erbantrittserklärungen und den gerichtlichen Einantwortungsbeschluss. Es zeichnet sich durch seine Praxisnähe aus und bietet durch übersichtliche Schaubilder und Tabellen zum Verfahrensablauf einen guten Überblick über die Materie Verlassenschaftsverfahren. Dabei wird einschlägige Judikatur und Literatur systematisch wiedergegeben und erläutert.
Erbrecht, Erbschaft, Testament, Kodizill, Vermächtnis, fideikommissarische
Subsitution, Ersatzerbschaft,
Nacherbschaft, Legat, Mutter, Vater, Eltern, Schwester, Bruder, Erbteil