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Timestamp: 2019-11-14 12:36:43
Document Index: 324612118

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 44', '§ 45', '§ 43', '§ 46', '§ 46', '§ 5', '§ 45', '§ 42', '§ 43']

ver.di – Betriebsversammlung, Themen 42-45
Zusammensetzung, Teilversammlung, Abteilungsversammlung - § 42 BetrVG
Zeitpunkt und Verdienstausfall - § 44 BetrVG
Themen der Betriebs- und Abteilungsversammlungen - § 45 BetrVG
Die Betriebsversammlung, Teilversammlung bzw. Abteilungsversammlung besteht aus den AN des Betriebs. Dieser Grundsatz wird jedoch vom Gesetz erweitert. So haben laut § 43 Abs. 2 Satz 1 der Arbeitgeber (bzw. sein offiziell von ihm benannter Vertreter) und die im Betrieb vertretenen Gewerkschaften (§ 46 Abs. 1 Satz 1) ein Teilnahmerecht. Der Arbeitgeber kann auch einen Beauftragten der Vereinigung der Arbeitgeber hinzuziehen (siehe § 46 Abs. 1 Satz 1). Dagegen sind die leitenden Angestellten nach § 5 Abs. 3 von Gesetzes wegen nicht teilnahmeberechtigt. Die Teilnahme von leitenden Angestellten ist jedoch möglich, wenn sie der BR zu der Versammlung zulässt oder wenn sie als Vertreter des AG teilnehmen.
Die Betriebsversammlung ist nicht öffentlich (Abs. 1 Satz 2). Das bedeutet vor allem, dass die Versammlung grundsätzlich in geschlossenen Räumen abzuhalten ist, weil regelmäßig nur dort die Nichtöffentlichkeit aufrechterhalten werden kann. Eine Beschränkung des Teilnehmerkreises muss auf diejenigen Personen erfolgen, die entweder ein gesetzliches Teilnahmerecht haben oder vom Betriebsrat wegen der bestehenden sachlichen Verbindung zur Betriebsversammlung eingeladen worden sind. Liegt für die Teilnahme betriebsfremder Personen, die der BR eingeladen hat, ein sachlicher Grund vor und wird § 45 des BetrVG hinsichtlich der behandelten Themen berücksichtigt, wird der Grundsatz der Nichtöffentlichkeit der Betriebsversammlung durch die Teilnahme dieser Personen nicht verletzt.
Öffentlich ist eine Versammlung immer dann, wenn der Kreis der Teilnehmer unbestimmt bleibt, sie also grundsätzlich jedermann zugänglich ist. Sachfremde Einflüsse sollen von der Betriebsversammlung fern gehalten werden, damit die Arbeitnehmer des Betriebs die gesetzlichen Möglichkeiten, die ihnen die Betriebsversammlung bietet, unbeeinflusst wahrnehmen können.
Der Versammlungsleiter (bei Betriebsversammlungen gem. § 42 Abs. 1 BetrVG immer der Vorsitzende des Betriebsrats) ist verpflichtet, auf die Einhaltung des Grundsatzes der Nichtöffentlichkeit zu achten und allen Nichtteilnahmeberechtigten den Zutritt zu verwehren. Dass bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass der Teilnehmerkreis jederzeit überprüfbar ist.
Tonbandaufzeichnungen der Betriebsversammlung sind ohne Zustimmung und ohne entsprechenden Hinweis des Versammlungsleiters den Teilnehmern der Betriebsversammlung gegenüber in jedem Fall unzulässig. Jeder Teilnehmer hat dabei aber das Recht, die Aufnahme seiner Wortbeiträge zu untersagen. Der Vorsitzende des Betriebsrats ist verpflichtet, etwaige Tonbandaufnahmen für den BR sicher zu verwahren, er darf sie Dritten nicht zugänglich machen. Der Arbeitgeber hat kein Einsichtsrecht bezüglich der vom Betriebsrat rechtmäßig vorgenommenen Tonbandaufzeichnungen oder erstellten Wortprotokolle. Unzulässig ist auch die Anfertigung von Wortprotokollen durch den AG, da durch solche Protokolle die freie Meinungsäußerung behindert wird. Dies gilt auch für die stichwortartige Protokollierung des Inhalts von Wortbeiträgen einzelner Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber (bzw. durch dessen Beauftragte), da ein derartiges Verhalten des AG regelmäßig geeignet ist, die Betriebsversammlung als ein Forum der freien Meinungsäußerung und der kritischen Auseinandersetzung in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.
Zeitpunkt der Betriebsversammlung - § 43 BetrVG