Source: https://www.hensche.de/Betriebsuebergang_Klage_auf_Fortsetzung_des_Arbeitsverhaeltnisses_bei_Verstoss_gegen_Informationspflicht_LAG_Sachsen-Anhalt_8Sa146-08-u.html
Timestamp: 2020-05-30 21:45:27
Document Index: 38227165

Matched Legal Cases: ['§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', 'EuG', '§ 613', '§ 613', '§ 1', '§ 1', '§ 91', '§ 72']

LAG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 20.01.2009, 8 Sa 146/08 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Sach­sen-An­halt, Ur­teil vom 20.01.2009, 8 Sa 146/08
Aktenzeichen: 8 Sa 146/08
9 Ca 1894/07
Verkündet am: 20.01.2009
We­gen der Be­rich­ti­gung
sie­he Be­schluss v. 11.05.2009
hat die 8. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Sach­sen-An­halt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 20. Ja­nu­ar 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den und den eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter als Bei­sit­zer für Recht er­kannt:
Die Par­tei­en strei­ten zweit­in­stanz­lich noch darüber, ob das von der … gekündig­te Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin im We­ge des Be­triebsüber­gangs auf die Be­klag­te (ursprüng­li­che Be­klag­te zu 2) über­ge­gan­gen ist.
Die in… geschäfts­ansässi­ge Be­klag­te ist ein Un­ter­neh­men des-Kon­zerns. Sie ist Her­aus­ge­be­rin der Ta­ges­zei­tung „, zu de­nen der mitt­wochs und sonn­tags er­schei­nen­de “ gehört. Zur Her­stel­lung die­ser Pro­duk­te ist die Be­klag­te mit ei­ner Viel­zahl von an­de­ren Un­ter­neh­men im Großraum durch Dienst­leis­tungs­verträge ver­bun­den. Hier­zu gehören kon­zern­an­gehöri­ge und ex­ter­ne Dienst­leis­ter. Im ört­li­chen Sprach­ge­brauch wird das Kon­glo­me­rat als „“ be­zeich­net.
c) Dis­patcher/Auf­sicht
g) War­tung, Pfle­ge, In­stand­hal­tung der An­la­gen zur Klein­pa­ket­fer­ti­gung
a) Li­ni­enführung bei der Pro­duk­ti­on der Aus­ga­ben der Ta­ges­zei­tung „Volks­stim­me“
b) Li­ni­enführung bei der Pro­duk­ti­on der Aus­ga­ben des Ob­jek­tes „Ge­ne­ral-An­zei­ger am Sonn­tag“ und des Ob­jek­tes „Blick­fang“
c) Li­ni­enführung bei der Pro­duk­ti­on der Aus­ga­ben des Ob­jek­tes „Ge­ne­ral-An­zei­ger am Mitt­woch“ und von Vor­pro­duk­ten ein­sch­ließlich der Li­ni­enführung der Auf­wi­ckel­an­la­gen
d) Lo­gis­ti­kertätig­kei­ten für das Ob­jekt der Ta­ges­zei­tung, die An­zei­gen­ob­jek­te und die Vor­pro­duk­te (Bei­la­gen und Ma­te­ri­al­an­nah­me, Ver- und Ent­sor­gungs­pro­zes­se, Hilfstätig­kei­ten)
a) Ma­nage­ment- und Be­ra­tungs­leis­tun­gen
b) Lo­gis­tik-Dienst­leis­tun­gen auf An­for­de­rung
c) an­de­re von Fall zu Fall zu be­stim­men­de Auf­ga­ben
war ne­ben dem Stand­ort in Bar­le­ben auch an an­de­ren Stand­or­ten für an­de­re Auf­trag­ge­ber mit Dienst­leis­tungs­auf­ga­ben be­fasst, so u. a. seit 2003 für die Fir­ma I GmbH und D KG mit Kom­mis­sio­nie­rungs- und Post­be­ar­bei­tungs­auf­ga­ben.
Im Ja­nu­ar 2007 kündig­te die Be­klag­te die Dienst­leis­tungs­verträge mit zum 31. März 2007. Mit Wir­kung zum 1. April 2007 über­nahm die Be­klag­te die ge­sam­te Wei­ter­ver­ar­bei­tung wie­der in Ei­gen­re­gie. Die Pro­duk­ti­on setz­te sie naht­los fort. Hier­zu be­dien­te sie sich ei­ner Viel­zahl von Ar­beit­neh­mern des eben­falls zur gehören­den Leih­ar­beits­un­ter­neh­mens Per­so­nal­ser­vice . Von die­sen Leih­ar­beit­neh­mern wa­ren zu­vor ca. 30 bei so­wie sämt­li­che Li­ni­enführer bei MSB tätig ge­we­sen. Die ver­blie­be­nen Beschäftig­ten von er­hiel­ten nicht mehr Zu­tritt auf das Be­triebs­gelände des .
stell­te die ver­blie­be­nen Mit­ar­bei­ter, dar­un­ter die Kläge­rin, von der Ar­beit frei. Bemühun­gen um ei­ne Fort­set­zung des Dienst­leis­tungs­ver­tra­ges blie­ben er­folg­los. Mit Schrei­ben vom 30. Ju­li 2007, der Kläge­rin zu­ge­gan­gen am 31. Ju­li 2007, kündig­te das Ar­beits­verhält­nis mit der Kläge­rin zum 30. No­vem­ber 2007.
Mit ih­rer am 21. Au­gust 2007 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat sich die Kläge­rin ge­gen die Kündi­gung von (vor­ma­li­ge Be­klag­te zu 1) ge­wen­det und zu­gleich gel­tend ge­macht, dass ihr Ar­beits­verhält­nis seit dem 1. April 2007 im We­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs auf die Be­klag­te (vor­ma­li­ge Be­klag­te zu 2) über­ge­gan­gen sei. Die­se führe die Pro­duk­ti­on un­verändert fort. Der Iden­tität des Be­triebs­teils ste­he nicht ent­ge­gen, dass die Wei­ter­ver­ar­bei­tung zu­vor von zwei Un­ter­neh­men un­ter der Re­gie der Be­klag­ten und nun­mehr von der Be­klag­ten in Ei­gen­re­gie – mit Hil­fe von Leih­ar­beit­neh­mern – aus­geführt wer­de. Die Iden­tität wer­de be­stimmt durch Wei­ter­ver­ar­bei­tungs­ma­schi­ne, SAP-Pro­gramm, Räum­lich­kei­ten, sons­ti­ge Geräte und Ma­schi­nen so­wie das iden­ti­sche Pro­dukt und Ar­beits­er­geb­nis, die den un­veränder­ten Pro­duk­ti­ons­ab­lauf vor­ge­ben. Die künst­li­che Auf­spal­tung ei­nes ein­heit­li­chen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses auf zwei Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men und ih­re Rückführung auf die Be­klag­te ließen un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler
Ge­gen das ihr am 13. März 2008 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Kläge­rin mit ei­nem am 11. April 2008 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 9. Mai 2008 be­gründet. Die Kläge­rin stellt klar, dass sich die Be­ru­fung nur ge­gen die Be­klag­te (frühe­re Be­klag­te zu 2) rich­tet und die Wirk­sam­keit der Kündi­gung von VDS nicht mehr an­ge­grif­fen wer­de. Sie hält die Gel­tend­ma­chung des Be­triebsüber­gangs nicht für ver­spätet. Im Ge­gen­satz zu den vom Ar­beits­ge­richt an­geführ­ten Fällen ha­be sie in ei­nem un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis ge­stan­den. Auch ha­be sie von den maßgeb­li­chen Umständen, die den Be­triebsüber­gang aus­ge­macht hätten, kei­ne Kennt­nis ge­habt. Ins­be­son­de­re feh­le es an ei­nem ent­spre­chen­den In­for­ma­ti­ons­schrei­ben gemäß § 613a Abs. 5 BGB. Außer­dem ha­be sie mit der Fir­ma dar­auf ge­hofft, dass der Dienst­leis­tungs­auf­trag doch noch fort­ge­setzt wer­de.
Im Übri­gen macht die Kläge­rin wei­ter­hin gel­tend, dass ein Be­triebs­teilüber­gang auf die Be­klag­te statt­ge­fun­den ha­be. Iei­nen or­ga­ni­sa­to­risch ab­grenz­ba­ren Be­triebs­teil un­ter­hal­ten. Sie ha­be dort 40 bis 50 Mit­ar­bei­ter ein­ge­setzt. Täglich sei­en acht da­von in der Klein­pa­ket­fer­ti­gung so­wie ei­ne wech­seln­de An­zahl wei­te­rer Ar­beit­neh­mer (ca. 5 bis 35) in an-de­ren Be­rei­chen der Wei­ter­ver­ar­bei­tung (Lo­gis­tik, Dis­patching, An­le­ger) zum Ein­satz ge­kom­men. Der Schwer­punkt der Beschäfti­gung der Kläge­rin ha­be bis zu­letzt im ge­le­gen. Ihr Ein­satz im Rah­men des Dienst­leis­tungs­ver­tra­ges zwi­schen sei nur von zeit­lich un­ter­ge­ord­ne­tem Um­fang ge­we­sen. Sch­ließlich be­strei­tet die Kläge­rin, dass die Be­klag­te nur drei Leih­ar­beit­neh­mer der Fir­ma mit Tätig­kei­ten beschäfti­ge, mit de­nen die­se zu­vor bei be­fasst wa­ren. Die Kläge­rin meint, dass es im Rah­men ei­nes sub­stan­ti­ier­ten Be­strei­tens der Be­klag­ten ob­lie­ge, den Ein­satz der ent­lie­he­nen PSB-Leih­ar­bei­ter im in ein­zel­nen dar­zu­le­gen.
We­gen des wei­te­ren Be­ru­fungs­vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt ih­rer vor­be­rei­ten­den Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie ih­re Pro­to­kollerklärun­gen ver-wie­sen. Das Be­ru­fungs­ge­richt hat Be­weis er­ho­ben durch Ver­neh­mung der Zeu­gen zu Art und Um­fang der Tätig­keit der Kläge­rin im . We­gen des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me wird auf die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 20. Ja­nu­ar 2009 Be­zug ge­nom­men.
1. Das Kla­ge­be­geh­ren ist nicht ver­wirkt.
a) Al­ler­dings kann die Gel­tend­ma­chung ei­nes Be­triebsüber­gangs durch den Ar­beit­neh­mer wie je­der an­de­re An­spruch aus dem Ar­beits­verhält­nis ver­wirkt wer­den. Das ist der Fall, wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te erst nach Ab­lauf ei­nes länge­ren Zeit­raums den An­spruch er­hebt (Zeit­mo­ment) und da­durch beim Ver­pflich­te­ten ei­nen Ver­trau­en­stat­be­stand ge­schaf­fen hat, er wer­de nicht mehr in An­spruch ge­nom­men (Um­stands­mo-
ment). Hier­bei muss das Er­for­der­nis des Ver­trau­ens­schut­zes auf Sei­ten des Ver­pflich­te­ten das In­ter­es­se des Be­rech­tig­ten der­art über­wie­gen, dass ihm die Erfüllung des An­spruchs nicht mehr zu­zu­mu­ten ist (vgl. BAG vom 8. Au­gust 2002 – 8 AZR 583/01 – NZA 2003, 315). Die wei­te­re vom Ar­beits­ge­richt an­geführ­te Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, wo­nach der Ar­beit­neh­mer, dem wirk­sam be­triebs­be­dingt gekündigt wor­den war, nach Kennt­nis­er­lan­gung von den, den Be­triebsüber­gang aus­ma­chen­den tatsächli­chen Umständen sein Fort­set­zungs­ver­lan­gen ge­genüber dem Be­triebs­er­wer­ber „un­verzüglich“ gel­tend zu ma­chen hat (u. a. BAG vom 11. No­vem­ber 1998 – 8 AZR 265/97 – BA­GE 90, 153), ist für den vor­lie­gen­den Fall nicht ein­schlägig. Denn es geht nicht um die Gel­tend­ma­chung ei­nes Fort­set­zungs­ver­lan­gens nach wirk­sa­mer Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern um die Gel­tend­ma­chung ei­nes un­gekündigt fort­be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses, wenn auch auf­grund Be­triebsüber­gangs nun­mehr mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber. Hierfür gel­ten an­de­re Maßstäbe (BAG vom 08. Au­gust 2002, a. a. O.).
b) Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze er­weist sich das Kla­ge­be­geh­ren nicht als ver­wirkt. Al­ler­dings ist es der Be­klag­ten erst am 25. Au­gust 2007 und da­mit na­he­zu fünf Mo­na­te nach der Über­nah­me der Wei­ter­ver­ar­bei­tung durch die Be­klag­te (1. April 2007) zu­ge­stellt wor­den. Auch ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Be­klag­te selbst nicht oh­ne Wei­te­res von ei­nem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses im We­ge der Be­triebs­nach­fol­ge aus­ge­hen muss­te. In­so­weit be­stand ei­ne recht­li­che Un­si­cher­heit. Auch die Kläge­rin ging of­fen­bar zunächst da­von aus, dass ihr Ar­beits­verhält­nis nicht auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen sei. Denn sie hat das Ar­beits­verhält­nis zu ih­rer vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­be­rin VDS fort­ge­setzt, wenn auch un­ter Frei­stel­lung von der Ar­beit.
rungs­stre­ben der Be­klag­ten ins­be­son­de­re bei der Ge­stal­tung von Be­triebs- und Un­ter­neh­mens­zu­schnit­ten geht da­bei nicht sel­ten in recht­li­che Grenz­be­rei­che, wie die im Tat­be­stand auf­geführ­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts be­le­gen, die al­le­samt zu recht­li­chen Um­ge­stal­tun­gen im Be­reich der Me­di­en­grup­pe Mag­de­burg er­gin­gen. Be­reits von die­sem Aus­gangs­punkt aus kann auf Be­klag­ten­sei­te nur ein be­grenz­tes Ver­trau­en dar­in be­stan­den ha­ben, dass die streit­ge­genständ­li­chen un­ter­neh­me­ri­schen Um­ge­stal­tun­gen kei­nem Zwei­fel im Hin­blick auf ei­nen mögli­chen Be­triebsüber­gang un­terlägen. Hin­zu tritt, dass die Kläge­rin ganz we­sent­lich des­halb dar­an ge­hin­dert war, das Fort­be­ste­hen ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses ge­genüber der Be­klag­ten gel­tend zu ma­chen, weil die Be­klag­te es ih­rer­seits – und sei es in Ver­ken­nung der Rechts­la­ge – versäumt hat, die Beschäftig­ten pflicht­gemäß nach § 613a Abs. 5 BGB über den Be­triebsüber­gang zu un­ter­rich­ten. Ei­ne sol­che Un­ter­rich­tung ist un­strei­tig un­ter­blie­ben, zu­mal sie der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten wi­der­spro­chen hätte. Sie liegt ins­be­son­de­re auch nicht in dem kur­zen An­schrei­ben „In­for­ma­ti­on zum Dienst­leis­ter­wech­sel“ vom 5. Ja­nu­ar 2007 (Bl. 13 d. A.). Auf der Kla­ge­sei­te fehl­te es da­ge­gen schon an aus­rei­chen­der Kennt­nis al­ler maßgeb­li­chen Umstände, de­ren Ge­samt­be­trach­tung erst die Fest­stel­lung ei­nes Be­triebsüber­gangs ermöglicht (vgl. un­ten Ziff. 2). Es er­scheint dem Be­ru­fungs­ge­richt da­her nicht an­ge­mes­sen, das In­ter­es­se der Be­klag­ten, die den Be­triebsüber­gang zur Op­ti­mie­rung ih­rer Un­ter­neh­mens­struk­tur durch­geführt hat, die al­le Umstände kann­te und recht­lich in­ten­siv be­ra­ten war so­wie ih­rer­seits die Un­ter­rich­tung der Be­leg­schaft versäum­te, dem In­ter­es­se der Kläge­rin an dem Fort­be­stand ih­res un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses über­zu­ord­nen.
2. Im Streit­fall hat am 1. April 2007 ein Teil­be­triebsüber­gang von der auf die Be­klag­te statt­ge­fun­den.
a) Ein Be­triebsüber­gang liegt vor, wenn ein neu­er Recht­sträger die wirt­schaft­li­che Ein­heit un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität fortführt. Der Be­griff „wirt­schaft­li­che Ein­heit“ be­zieht sich auf ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ge­samt­heit von Per­so­nen und Sa­chen zur auf Dau­er an­ge­leg­ten Ausübung ei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­ner Ziel­set­zung. Bei der Prüfung, ob ei­ne sol­che Ein­heit un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität über­ge­gan­gen ist, sind sämt­li­che den be­tref­fen­den Vor­gang kenn­zeich­nen­den Tat­sa­chen zu berück­sich­ti­gen. Zu die­sen Tat­sa­chen zählen ins­be­son­de­re die Art des be­tref­fen­den Be­triebs, der Über­gang ma­te­ri­el­ler Be­triebs­mit­tel wie Gebäude und be­weg­li­che Güter so­wie de­ren
Nicht er­for­der­lich ist nach dem Zweck des § 613a BGB, dass ein Rechts­geschäft un­mit­tel­bar zwi­schen dem bis­he­ri­gen In­ha­ber und dem Be­wer­ber zu­stan­de kommt. Ein rechts­geschäft­li­cher Be­triebsüber­gang kann da­her auch dann an­ge­nom­men wer­den, wenn er durch ei­ne Rei­he von ver­schie­de­nen Rechts­geschäften ver­an­lasst wird. Das ist zum Bei­spiel dann der Fall, wenn ein mit Be­zug auf den Be­trieb oder Be­triebs­teil ab­ge­schlos­se­ner Pacht­ver­trag en­det und ein neu­er Päch­ter die wirt­schaft­li­che Ein­heit über­nimmt. Der Wort­laut des § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB steht die­ser Aus­le­gung nicht ent­ge­gen. Für sie spricht der Schutz­zweck der Norm, denn die­ser be­steht in ers­ter Li­nie dar­in, die be­ste­hen­den Ar­beitsplätze zu schützen. Haf­tungs­recht­li­che Pro­ble­me für den nach­fol­gen­den Päch­ter können dem­ge­genüber kei­ne durch­grei­fen­den Be­den­ken ge­gen die An­wend­bar­keit des § 613a Abs. 1 BGB be­gründen. Auch die Richt­li­nie 2001/23/EG setzt nicht vor­aus, dass zwi­schen Veräußerer und Be­wer­ber un­mit­tel­bar ver­trag­li­che Be­zie­hun­gen be­ste­hen. Das Feh­len ei­ner sol­chen di­rek­ten ver­trag­li­chen Be­zie­hung kann zwar ein In­diz dafür dar­stel­len, dass ein Über­gang im Sin­ne der Richt­li­ni­en nicht er­folgt ist; ihm kommt in die­sem Zu­sam­men­hang je­doch kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Be­deu­tung zu (vgl. zu al­lem BAG vom 21.08.2008 – 8 AZR 201/07, NJW 2009, 391).
b) Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Grundsätze ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Be­klag­te von der VDS den Be­triebs­teil „Wei­ter­ver­ar­bei­tung“ mit Aus­nah­me der von MSB be­trie­be­nen Li­ni­enführung und ei­nes Teils der Lo­gis­tik über­nom­men hat.
aa) Die Fir­ma VDS un­ter­hielt am Stand­ort Bar­le­ben ei­nen Be­triebs­teil im Sin­ne von § 613a Abs. 1 BGB. Ih­re Ak­ti­vitäten im Druck­zen­trum B bil­de­ten ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Un­ter­glie­de­rung ih­res Ge­samt­be­trie­bes, die in­ner­halb des be­trieb­li­chen Ge­samt­zwecks der VDS ei­nen Teil­zweck ver­folg­te, nämlich die Mit­wir­kung im Pro­duk­ti­ons­pro­zess der von der Be­klag­ten her­aus­ge­ge­be­nen Zei­tun­gen gemäß den ver­schie­de­nen Dienst­leis­tungs­verträgen (vgl. zum ei­ge­nen Teil­zweck des Be­triebs­teils BAG vom
An­ge­sichts die­ser Umstände steht der An­nah­me ei­ner ab­grenz­ba­ren be­trieb­li­chen Ein­heit nicht ent­ge­gen, dass die dort ein­ge­setz­ten Ar­beit­neh­mer sich zum Teil aus ei­nem „Pool“ von Ar­beit­neh­mern re­kru­tier­ten, die auch an­der­wei­tig ein­ge­setzt wur­den. Ei­ne be­trieb­li­che Teil­ein­heit iSd. § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB er­for­dert nicht, dass die dort beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer nur in die­sem Be­triebs­teil ein­ge­setzt wer­den. An­ge­sichts des kom­ple­xen Funk­ti­ons­zu­sam­men­hangs von Stand­ort, An­la­gen, Ma­schi­nen, Geräten, Pro­duk­ten und soft­ware­ge­steu­er­ten Ar­beits­abläufen kommt dem Merk­mal ei­nes fest­ste­hen­den Krei­ses von aus­sch­ließlich dort ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­tern in die­sem Zu­sam­men­hang kei­ne be­stim­men­de Be­deu­tung zu. Ei­ner ab­grenz­ba­ren be­trieb­li­chen Teil­ein­heit steht auch nicht ent­ge­gen, dass die Einsätze der Ar­beit­neh­mer im Druck­zen­trum Bar­le­ben nach dem Vor­trag der Be­klag­ten vom Be­triebs­sitz der aus er­folg­ten. Die ge­ge­be­nen­falls von dort er­ge­hen­den Wei­sun­gen be­zo­gen sich nämlich auf die be­trieb­li­chen Ak­ti­vitäten der Be­klag­ten im Druck­zen­trum Bar­le­ben und da­mit auf ei­ne ab­grenz­ba­re Be­triebs­ein­heit.
bb) Der Be­triebs­zweck der an die­sem Stand­ort war nicht le­dig­lich auf die Ausführung ei­nes Auf­tra­ges oder die Ausübung ei­ner Funk­ti­on ge­rich­tet, wel­che die Be­klag­te im Jah­re 1996/1997 „out­ge­sour­ced“ und nun­mehr im We­ge der Kündi­gung des Dienst­leis­tungs­ver­tra­ges wie­der „in­ge­sour­ced“ hätte. Viel­mehr erfüllen die über­tra­ge­nen und nun­mehr rücküber­tra­ge­nen Auf­ga­ben in der Ge­samt­schau der Funk­ti­ons­zu­sam­menhänge, Be­triebs­mit­tel und sons­ti­gen Umstände zur Über­zeu­gung des Be­ru­fungs­ge­richts die An­for­de­run­gen an ei­nen über die bloße Funk­ti­ons­ausübung hin­aus­ge­hen­den sub­stan­ti­el­len Be­triebs­teil iSv. § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB. Hiefür spricht be­reits der oben un­ter aa) fest­ge­stell­te kom­ple­xe räum­li­che, zeit­li­che und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Zu­sam­men­hang der sächli­chen Be­triebs­mit­tel und der zu er­brin­gen­den Ar­bei­ten. Die Auf­ga­ben im Be­reich Klein­pa­ket­fer­ti­gung, Lo­gis­tik, Dis­patching/Auf­sicht, Ein­le­ger etc.
wa­ren dau­er­haft ein­ge­bet­tet in den fort­lau­fen­den Pro­duk­ti­ons­pro­zess der Be­klag­ten in fes­ten Pro­duk­ti­onsräum­en mit zu­ge­ord­ne­ten Be­triebs­mit­teln.
Der Be­triebs­zweck des Be­triebs­teils be­stand ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten nicht le­dig­lich dar­in, „an“ den über­las­se­nen Be­triebs­mit­teln se­kundäre Dienst­leis­tun­gen zu er­brin­gen, wie es et­wa bei Rei­ni­gung, War­tung, Be­wa­chung, Fa­ci­li­ty Ma­nage­ment etc. in Be­zug auf an­der­wei­ti­gen Zwe­cken die­nen­de sächli­che Be­triebs­mit­tel oder Gebäude der Fall ist. Viel­mehr war der Be­triebs­zweck ge­ra­de auch dar­auf ge­rich­tet, „mit“ den über­las­se­nen bzw. vor­han­de­nen Ma­schi­nen im Rah­men ih­rer primären Zweck­be­stim­mung gleich­ge­rich­tet mit den wei­te­ren im Druck­zen­trum täti­gen Un­ter­neh­men am Pro­duk­ti­ons­pro­zess der Zei­tun­gen mit­zu­wir­ken. Die über­las­se­nen Be­triebs­mit­tel bil­de­ten ei­ne vollständi­ge be­trieb­li­che In­fra­struk­tur, in de­ren Zweck­be­stim­mung – an der Fer­tig­stel­lung der Pro­duk­te teil­nahm.
cc) Die iden­titäts­be­stim­men­den Merk­ma­le die­ser be­trieb­li­chen Teil­ein­heit be­stan­den in der vom Dienst­leis­tungs­ver­trag fest­ge­leg­ten Ein­bet­tung in ei­nen vor­ge­ge­be­nen kom­ple­xen Pro­duk­ti­ons­ab­lauf mit vor­han­de­ner, stark durch ma­te­ri­el­le Be­triebs­mit­tel ge­prägter In­fra­struk­tur zur Her­stel­lung der Zei­tungs­pro­duk­te. Da­bei wa­ren die Mit­ar­bei­ter der VDS über­wie­gend un­mit­tel­bar an den Fe­r­ag-An­la­gen ein­ge­setzt. Dies gilt für die Lo­gis­ti­ker wie für die Ein­le­ger und die Auf­sich­ten/Dis­patcher. Die­se Tätig­kei­ten wa­ren – wie oben aus­geführt – dar­auf ge­rich­tet, am ei­gent­li­chen Wertschöpfungs­pro­zess der An­la­gen mit­zu­wir­ken. Oh­ne die ge­nann­ten Tätig­kei­ten konn­ten die­se zu kei­nem Zeit­punkt ih­re Funk­ti­on erfüllen. Wei­ter­hin sind prägend für den Be­triebs­teil der VDS die für al­le Tätig­kei­ten im Druck­zen­trum Bar­le­ben bin­den­den Vor­ga­ben der
Soft­ware des SAP-Pro­gramms. Die­se be­stim­men den Takt und die Ge­schwin­dig­keit und die ein­zel­nen In­hal­te der Tätig­kei­ten. Kenn­zeich­nend für den Be­triebs­teil sind fer­ner die not­wen­di­ge räum­li­che An­bin­dung an das und die dort be­find­li­chen Fer­ti­gungs­s­traßen zwi­schen Druck und Ram­pe so­wie die be­ste­hen­den or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­ga­ben. In An­be­tracht die­ser Umstände kann von ei­nem be­triebs­mit­tel­ar­men Be­triebs­teil nicht die Re­de sein. Die Fe­r­ag-An­la­ge war eben­so den Lo­gis­ti­kern, Ein­le­gern und Auf­sich­ten/Dis­patchern der zu­ge­ord­net wie den Li­ni­enführern der . Al­le Ar­bei­ten wa­ren im Rah­men des von der Ma­schi­ne vor­ge­ge­be­nen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses „an“ und „mit“ den An­la­gen im Rah­men de­ren Zweck­be­stim­mung zu er­brin­gen.
Auch die Klein­pa­ket­fer­ti­gung war durch Ma­schi­nen und Geräte so­wie die An­bin­dung an das elek­tro­ni­sche und das ma­nu­el­le Lauf­band so­wie ins­be­son­de­re auch die Soft­ware des SAP-Sys­tems, die für die ein­zel­nen Ar­beits­schrit­te un­ver­zicht­bar war, in er­heb­li­chem Maße durch sächli­che Be­triebs­mit­tel ge­kenn­zeich­net. Die Klein­pa­ket­fer­ti­gung bil­de­te über­dies mit den wei­te­ren be­trieb­li­chen Tätig­kei­ten von VDS am Stand­ort Bar­le­ben ei­ne Ein­heit. Dies kommt so­wohl in dem ein­heit­li­chen Dienst­leis­tungs­ver­trag als auch in der prak­ti­schen Hand­ha­bung zum Aus­druck. Un­strei­tig wur­den nach Wei­sung von VDS Ar­beit­neh­mer so­wohl in der Klein­pa­ket­fer­ti­gung als auch im Be­reich Lo­gis­tik, Dis­patching/Auf­sicht ein­ge­setzt, auch wenn sich im Lau­fe der Zeit Ein­satz­schwer­punk­te für die je­wei­li­gen Mit­ar­bei­ter her­aus­bil­de­ten.
dd) Sämt­li­che der vor­ge­nann­ten iden­titäts­be­stim­men­den Merk­ma­le des Be­triebs­teils sind nach Kündi­gung des Dienst­leis­tungs­ver­tra­ges auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Es wird die glei­che Ar­beit am sel­ben Ort für das­sel­be Pro­dukt mit den­sel­ben Ma­schi­nen, der­sel­ben Soft­ware und im We­sent­li­chen der­sel­ben Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on ver­rich­tet und an der Her­stel­lung der Pro­duk­te in un­veränder­ter Wei­se mit­ge­wirkt. Nach un­strei­ti­gem Vor­trag sind die Tätig­kei­ten der dort nach­fol­gend ein­ge­setz­ten Leih­ar­beit­neh­mer die glei­chen Tätig­kei­ten, wie sie die von dort ein­ge­setz­ten Ar­beit­neh­mer ver­rich­tet hat­ten. Die Be­klag­te hat den Be­trieb naht­los oh­ne Un­ter­bre­chung fort­ge­setzt. Sie hat zu­dem un­strei­tig auch ei­nen Großteil der Ar­beit­neh­mer der vor­ma­li­gen Be­triebs­in­ha­be­rin ein­ge­setzt, wenn auch – nach dem we­nig sub­stan­ti­ier­ten Vor­brin­gen der Be­klag­ten, auf des­sen wei­te­re Klärung es je­doch nicht an­kam – mögli­cher­wei­se nicht mit den­sel­ben Tätig­kei­ten. So­weit die Be­klag­te Führungs­per­so­nal der nicht über­nom­men hat, steht dies der Wah­rung der Iden­tität der wirt­schaft­li­chen Ein­heit
Im Übri­gen ist das Fort­be­ste­hen ei­ner un­veränder­ten or­ga­ni­sa­to­ri­schen Selbständig­keit und Struk­tur des Be­triebs­teils beim Er­wer­ber kei­nes­wegs un­ver­zicht­ba­re Vor­aus­set­zung für die Wah­rung der Iden­tität der wirt­schaft­li­chen Ein­heit. Dies würde da­zu führen, dass § 613a BGB wie auch die zu­grun­de lie­gen­de Be­triebsüber­g­angs­richt­li­nie 21/23/EG al­lein des­halb aus­ge­schlos­sen wären, weil sich der Er­wer­ber ent­schließt, den er­wor­be­nen Un­ter­neh­mens- oder Be­triebs­teil auf­zulösen und in sei­ne ei­ge­ne Struk­tur ein­zu­glie­dern, und so den Ar­beit­neh­mern der von die­sen Be­stim­mun­gen gewähr­te Schutz vor­ent­hal­ten würde. Dem­gemäß hat der EuGH in sei­nem Ur­teil vom 12.02.2009 (C-466/07) ent­schie­den, dass Ar­ti­kel 1 Abs. 1 Buch­sta­be a und b der Richt­li­nie 2100/23/EG da­hin aus­zu­le­gen sei, dass die­se (dem § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB ent­spre­chen­de) Vor­schrift auch dann an­ge­wandt wer­den kann, wenn der über­tra­ge­ne Un­ter­neh­mens- oder Be­triebs­teil sei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Selbständig­keit nicht
3. Die Kläge­rin war dem Be­triebs­teil der im Druck­zen­trum B zu­ge­ord­net. Ihr Ar­beits­verhält­nis ist da­her gemäß § 613a Abs. 1 BGB zu­sam­men mit dem Be­triebs­teil auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen.
Das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin hat­te sei­nen Schwer­punkt in dem über­ge­gan­ge­nen Be­triebs­teil. Dort war die Kläge­rin ganz über­wie­gend tätig. Dies hat die Be­weis­auf­nah­me un­ter Berück­sich­ti­gung des ge­sam­ten In­halts der münd­li­chen Ver­hand­lung er­ge­ben. Gemäß § 1 ih­res Ar­beits­ver­tra­ges vom 26.06.1997 war die Kläge­rin als Mit­ar­bei­te­rin in der Klein­pa­ket­fer­ti­gung in B beschäftigt. Sie hat­te sich gemäß § 1 Abs. 2 be­reit erklärt, auch an­de­re Zu­satz­auf­ga­ben zu über­neh­men. Als wöchent­li­che Ar­beits­zeit wa­ren 30 St­un­den ver­ein­bart. Der mit der Be­klag­ten durch ei­ne Rei­he von Rechts­strei­ten ver­bun­de­ne Zeu­ge H hat be­kun­det, dass die Kläge­rin bis zu­letzt im Rah­men die­ses Ar­beits­ver­tra­ges mit un­veränder­ter St­un­den­zahl im Druck­zen­trum B ein­ge­setzt war. Die erst vie­le Jah­re später auf­ge­nom­me­ne Tätig­keit im Rah­men des Dienst­leis­tungs­ver­tra­ges zwisch ha­be die Kläge­rin zusätz­lich zu ih­rer Tätig­keit in B aus­geübt und letz­te­re in bis­he­ri­gem Um­fang fort­geführt. Der Zeu­ge gab an, dass er den Um­fang der auf den Auf­trag DDE ent­fal­len­den Tätig­keit der Kläge­rin auf 20 bis 30 % ih­rer Ge­samt-
ar­beits­zeit schätze. Dies dürf­te mit der auf 30 Wo­chen­stun­den für B ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit in Ein­klang ste­hen. Als Geschäftsführer der wird der Zeu­ge H zu den ge­mach­ten An­ga­ben aus ei­ge­ner Kennt­nis in der La­ge ge­we­sen sein. Auch die Aus­sa­ge des von der Be­klag­ten be­nann­ten Zeu­gen B, der als un­ge­lern­ter Lo­gis­ti­ker und Dis­patcher im be­gon­nen hat und nun­mehr Geschäftsführer ei­ner der Fir­men der Me­di­en­grup­pe Mag­de­burg ist, bestätigt, dass die Kläge­rin über­wie­gend dort ein­ge­setzt war. Der Zeu­ge gab an, dass die Kläge­rin im Wech­sel mit ei­ner Kol­le­gin sechs Ta­ge in der Klein­pa­ket­fer­ti­gung und drei Ta­ge in der Post­be­ar­bei­tung „der Be­klag­ten“ tätig ge­we­sen sei, wo­mit er of­fen­kun­dig die Post­be­ar­bei­tung der für die Fir­ma mein­te. Die übe­rein­stim­men­den Aus­sa­gen der Zeu­gen sind glaub­haft, da sie mit sämt­li­chen un­strei­ti­gen Tat­sa­chen übe­rein­stim­men und ge­gen­tei­li­ge An­halts­punk­te nicht er­sicht­lich sind. Die Zeu­gen sind in­so­weit auch glaubwürdig, zu­mal sie im ent­schei­den­den Punkt übe­rein­stimm­ten, ob­wohl bei­de ei­ne ent­ge­gen­setz­te persönli­che In­ter­es­sen­la­ge in Be­zug auf den Ge­gen­stand des Rechts­streits ha­ben.
5. Nach al­le­dem konn­te da­hin­ste­hen, ob und/oder der Be­klag­ten ei­nen ge­mein­sa­men Be­trieb ge­bil­det hat­te. Auch wenn dies der Fall ge­we­sen wäre, hätte die Be­klag­te den
vor­ma­li­gen Ge­mein­schafts­be­trieb als Nach­fol­ge­rin in Al­lein­stel­lung rechts­geschäft­lich über­nom­men. Das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin wäre auf sie über­ge­gan­gen.
Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 91 ZPO. Die Re­vi­si­on war gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG zu­zu­las­sen.
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