Source: https://www.grundpfandrecht.ch/umfang-der-pfandhaft
Timestamp: 2018-02-19 23:18:20
Document Index: 54895392

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 805', 'Art. 806', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Umfang der Pfandhaft › Grundpfandrecht (Hypothek)
Der Umfang der Pfandhaft betrifft die von der Pfandrechtsrealisation durch Versteigerung umfassten Teile des als Pfandobjekt dienenden Grundstücks.
Von der Pfandhaft erfasst werden
mit all seinen Bestandteilen [vgl. ZGB 805]
Die Pfandhaft-Erfassung der Bestandteile ist eine Folge des sachenrechtlichen Akzessionsprinzips
Nach dem Akzessionsprinzip ist Bestandteil und gehört zum Grundstück, was mit ihm fest und dauernd verbunden ist [vgl. ZGB 642 Abs. 2, ZGB 667 Abs. 2]
Als Bestandteile Grundstücks gelten
Dauerbauten
Pflanzen (vorbehältlich Fahrnispflanzen)
Keine Bestandteile
Fahrnisbauten [vgl. ZGB 677]
Pfandhaft umfasst auch Zughör [vgl. ZGB 805 Abs. 1]
Zugehör = bewegliche Sachen (Fahrnis), welche mit dem Grundstück funktional eng verbunden ist [vgl. ZGB 644 f.]
Hotelmobiliar bei Hotelimmobilie
Druckmaschine in Druckereiliegenschaft
Weitergehende Informationen zur Pfandhafterstreckung
Wirkung der Qualifikation als Zugehör | zugehoer.ch
Alternativen heute
Industrie-Leasing
Natürliche Früchte
Früchte sind bis zur Trennung Bestandteil des Grundstücks und daher von der Pfandhaft mit umfasst [vgl. ZGB 643 Abs. 3 und ZGB 805 Abs. 1]
Früchte nach der Trennung sind der Pfandhaft nicht mehr unterworfen
Einleitung der Betreibung auf Pfandverwertung vor Trennung der Früchte
Abgetrennte Früchte bleiben unter Pfandhaft [vgl. SchKG 94 Abs. 3]
Zivile Früchte
= Miet- und Pachtzinse
Pfandhaft erstreckt sich – innert bestimmter Schranken – auch auf die Miet- und Pachtzinse
Unter die Pfandhaft fallen Miet- oder Pachtzinse, die entstanden sind nach
Einleitung der Betreibung auf Grundpfandverwertung
Bestätigung des Nachlassvertrages mit Vermögensabtretung [vgl. BGE 108 III 83]
Vgl. ferner ZGB 806 Abs. 2 und 3
Versicherungssummen aus Brand- und Elementarschäden
Versicherungssummen als Pfandsurrogat (Ersatz für das zerstörte Pfandobjekt)
an den Grundeigentümer nur mit Zustimmung aller Grundpfandgläubiger oder
für Gebäudewiederherstellung bzw. Ersatzneubau [vgl. ZGB 822]
Vgl. ZGB 808 bis ZGB 810
Güterzusammenlegung in Fällen, wo Neuzuteilung nur teilweise oder gar nicht möglich ist
Auszahlung der Geldentschädigung primär an den Grundpfandgläubiger und sekundär an den Grundeigentümer beim Vollzug der Güterzusammenlegung
Vgl. auch Untergang-Untergang-ohne-Zwangsvollstreckung
Hofstillegung
Entschädigung nach LG
analoge Anwendung der Regeln für die Güterzusammenlegung
Siehe BGE 110 II 24 ff.
Art. 805 ZGB
1 Das Grundpfandrecht belastet das Grundstück mit Einschluss aller Bestandteile und aller Zugehör.
2 Werden bei der Verpfändung Sachen als Zugehör ausdrücklich angeführt und im Grundbuch angemerkt, wie Maschinen und Hotelmobiliar, so gelten sie als Zugehör, solange nicht dargetan ist, dass ihnen diese Eigenschaft nach Vorschrift des Gesetzes nicht zukommen kann.
3 Vorbehalten bleiben die Rechte Dritter an der Zugehör.
Art. 806 ZGB
II. Miet- und Pachtzinse
1 Ist das verpfändete Grundstück vermietet oder verpachtet, so erstreckt sich die Pfandhaft auch auf die Miet- oder Pachtzinsforderungen, die seit Anhebung der Betreibung auf Verwertung des Grundpfandes oder seit der Eröffnung des Konkurses über den Schuldner bis zur Verwertung auflaufen.
2 Den Zinsschuldnern gegenüber ist diese Pfandhaft erst wirksam, nachdem ihnen von der Betreibung Mitteilung gemacht oder der Konkurs veröffentlicht worden ist.
3 Rechtsgeschäfte des Grundeigentümers über noch nicht verfallene Miet- oder Pachtzinsforderungen sowie die Pfändung durch andere Gläubiger sind gegenüber einem Grundpfandgläubiger, der vor der Fälligkeit der Zinsforderung Betreibung auf Verwertung des Unterpfandes angehoben hat, nicht wirksam.
Siehe auch Grundstück-als-Unterpfand-Liegenschaften
Pflanzensuperficies
Das Sonderrecht an Pflanzen ähnlich einer Baurechtsdienstbarkeit ist ausgeschlossen [vgl. ZGB 678, SchlTzZGB 20 und 45]
Zugehör | zugehoer.ch
BGE 106 III 24
BGE 97 III 41
Pra 1985 Nr. 250
BGE 80 II 229 f.
BGE 60 II 195 ff.
BGE 64 II 87
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