Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201992,%20652
Timestamp: 2019-09-16 09:20:03
Document Index: 71851628

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 17', 'BGH', '§ 149', '§ 154', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 149', '§ 149', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.03.1992 - IV ZR 51/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,656
BGH, 18.03.1992 - IV ZR 51/91 (https://dejure.org/1992,656)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1992 - IV ZR 51/91 (https://dejure.org/1992,656)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1992 - IV ZR 51/91 (https://dejure.org/1992,656)
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Trennungsprinzip und Bindungswirkung im Rechtsschutzdeckungsprozeß
ARB (Vor) § 1
Rechtsschutzversicherungsvertrag - Voraussetzungsidentität - Bindende Tatsachenfeststellung - Einredefreier Deckungsschutz - Arglistige Täuschung des Prozeßgegners - Stichentscheid gemäß § 17 ARB
BGHZ 117, 345
NJW 1992, 1509
MDR 1992, 652
VersR 1992, 568
Ein rechtskräftiger Titel gegen den Konkursverwalter würde allerdings nach Maßgabe der §§ 149, 154 VVG zugleich gegen den Haftpflichtversicherer wirken; er würde gemäß § 154 Abs. 1 Satz 1 VVG die Fälligkeit des versicherungsrechtlichen Deckungsanspruchs (…vgl. hierzu BGH, Urt. v. 9. Januar 1991 - IV ZR 264/89, VersR 1991, 414, 415) sowie die versicherungsrechtliche Bindungswirkung (vgl. dazu RGZ 167, 243, 246 f; BGHZ 117, 345, 350 f; 119, 276, 278 f m.w.N.;… Bruck/Möller/Johannsen, VVG 8. Aufl. IV. Band Anm. B 61 und B 103 am Ende) auslösen.
Damit wird verhindert, dass die im Haftpflichtprozess getroffene Entscheidung und die ihr zugrunde liegenden Feststellungen im Deckungsprozess erneut überprüft werden können und müssen (BGH…, Urteil vom 20. Juni 2001 aaO; BGHZ 117, 345, 350; 119, 276, 278 f. m.w.N.).
Der erkennende Senat hat diese Grundsätze zuletzt im Urteil vom 18. März 1992 (IV ZR 51/91IV ZR 51/91 - VersR 1992, 568 unter 3 a - d, für BGHZ vorgesehen) bekräftigt.
Ob der Versicherer dafür eintrittspflichtig ist, wird im Deckungsprozeß geklärt (ständige Rechtsprechung, zuletzt BGHZ 117, 345, 350; BGHZ 119, 276, 278 m.w.N.).
Damit wird verhindert, daß die im Haftpflichtprozeß getroffene Entscheidung und die zugrundeliegenden Feststellungen im Deckungsprozeß erneut überprüft werden können (BGHZ 117, 345, 350; BGHZ 119, 276, 278 f m.w.N.).
Auch in anderen Punkten unterscheidet sich die Haftpflichtversicherung von der Rechtsschutzversicherung (…vgl. BGH, Urteile vom 20. Februar 1961 aaO unter II und vom 18. März 1992 - IV ZR 51/91 - VersR 1992, 568 unter 3).
Die zwischen diesen beiden Versicherungssparten bestehenden erheblichen Unterschiede hinsichtlich Voraussetzungen und Art des Versicherungsschutzes sprechen gegen eine Übertragbarkeit der für die Haftpflichtversicherung geltenden Regeln auf die Rechtsschutzversicherung (BGH NJW 1992, 1509).
Anders als in der Haftpflichtversicherung ist der Deckungsschutz der Rechtsschutzversicherung nicht nur vom Vorliegen einer rechtlichen Auseinandersetzung mit einem Dritten abhängig, sondern zusätzlich von der Erfolgsaussicht der Wahrnehmung rechtlicher Interessen sowie fehlender Mutwilligkeit, also vom Ergebnis einer wertenden Prognose des Versicherers (BGH NJW 1992, 1509, Rn. 21).
Es erstreckt sich somit nicht auf die Ansprüche des Versicherungsnehmers selbst, sondern nur auf die Art ihrer Durchsetzung (BGH NJW 1961, 1113; 1992, 1509).
Er hat gegebenenfalls den Haftpflichtprozess gegen den Dritten zu führen, und zwar - wenn auch im Namen des Versicherungsnehmers - in eigener Verantwortung, auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko; er hat gegebenenfalls durch Zahlungen an den Dritten den Versicherungsnehmer von der Inanspruchnahme aus einem gegen ihn erwirkten Zahlungstitel freizustellen; schließlich hat er an den Versicherungsnehmer selbst Zahlung zu leisten, wenn dieser den Dritten bereits zulässigerweise befriedigt hat (BGH NJW 1992, 1509, Rn. 11).
Werde die Berechtigung von Forderungen des Prozessbevollmächtigten nämlich in einem Rechtsstreit zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Prozessbevollmächtigten geklärt, so sei das Ergebnis dieses Rechtsstreits nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH VersR 1992, 568, Rn. 17 ff.) für den Versicherer in dem Sinne bindend, dass auch ein Prozessverlust des Versicherungsnehmers die einmal entstandene Leistungspflicht des Versicherers nicht wieder zum Erlöschen bringe.
BGH, 24.01.2007 - IV ZR 208/03
Gibt der Haftpflichtversicherer zur Verteidigung gegen den Haftpflichtanspruch in Unkenntnis eines Ausschlussgrundes eine Deckungszusage ab, kann er sich, wenn die Voraussetzungen des Ausschlusses später festgestellt werden, in vollem Umfang auf Leistungsfreiheit berufen (vgl. BGH, Urteile vom 20. September 1978 - IV ZR 57/77 - VersR 1978, 1105 unter I und vom 7. November 1966 - II ZR 12/65 - VersR 1967, 27 unter III;… Langheid in Römer/Langheid, VVG 2. Aufl. § 149 Rdn. 26 a.E.;… Voit/Knappmann in Prölss/Martin, VVG 27. Aufl. § 149 Rdn. 7; vgl. zur Deckungszusage in der Rechtsschutzversicherung BGH, Urteil vom 18. März 1992 - IV ZR 51/91 - VersR 1992, 568 unter 2).
Grundsätzlich ist im Haftpflichtprozess zu entscheiden, ob und in welcher Höhe der Versicherungsnehmer dem Dritten gegenüber haftet, und wird im Deckungsprozess geklärt, ob der Versicherer dafür eintrittspflichtig ist (ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, vgl. VersR 2007, 461; BGHZ 117, 345, 350; BGHZ 119, 276, 278).
Damit wird verhindert, dass die im Haftpflichtprozess getroffene Entscheidung und die zugrundeliegenden Feststellungen im Deckungsprozess erneut überprüft werden können (BGHZ 117, 345, 350; BGHZ 119, 276, 278 f.).
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