Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20Ss%20OWi%20518/03
Timestamp: 2019-12-09 22:10:06
Document Index: 11984040

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 261', '§ 267', '§ 3', '§ 261', '§ 267', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH']

OLG Hamm, 22.09.2003 - 2 Ss OWi 518/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,3593
OLG Hamm, 22.09.2003 - 2 Ss OWi 518/03 (https://dejure.org/2003,3593)
OLG Hamm, Entscheidung vom 22.09.2003 - 2 Ss OWi 518/03 (https://dejure.org/2003,3593)
OLG Hamm, Entscheidung vom 22. September 2003 - 2 Ss OWi 518/03 (https://dejure.org/2003,3593)
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Berücksichtigung eines Toleranzwertes von 5 Prozent der ermittelten Geschwindigkeit bei Werten über 100 km/h bei einer Messung mit dem ProVidaSystem; Fahrlässige Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
StVO § 3 ; StPO § 261 ; StPO § 267
Geschwindigkeitsüberschreitung - Sicherheitsabschlag beim ProVida-System
StVO § 3; StPO § 261 § 267
Zum Ausgleich systemimmanenter Messungenauigkeiten reicht ein Toleranzabzug von 5% der gemessenen Geschwindigkeit aus BayObLG DAR 2004, 37 = VRS 105, 444 = NZV 2004, 49; OLG Düsseldorf VRS 99, 133 [135] = NStZ-RR 2000, 279 L. = DAR 2001, 374 L.; OLG Hamm [22.09.03] DAR 2004, 42 = VRS 106, 64).
Den erforderlichen Sicherheitsabschlag hat der Tatrichter unter Berücksichtigung der im jeweiligen Einzelfall in Betracht kommenden Fehler eigenverantwortlich zu bemessen (OLG Hamm, Beschluss vom 22.09.2003 - 2 Ss OW 518/03 - BeckRS 2003 09442).
Bei einer Messung nach dem ProVida-System, das gerade darauf ausgerichtet ist, in kurzen Zeiträumen Geschwindigkeiten zu messen, ist es, um möglichen Fehlern Rechnung zu tragen, ausreichend, wenn bei Fehlen besonderer Umstände ein Toleranzwert von 5 % der ermittelten Geschwindigkeit bei Werten über 100 km/h berücksichtigt wird (zu vgl. Senatsbeschlüsse vom 01.09.2009 - 2 Ss OWi 707/08 - und vom 22.09.2003 - 2 Ss OWi 518/03 - jeweils m. w. N.).
In den Urteilsgründen bedarf es dann in der Regel lediglich der Mitteilung des Messverfahrens und des berücksichtigten Toleranzwertes bzw. der toleranzbereinigten Geschwindigkeit (vgl. BGHSt 39, 291 ff.; 43, 277, 282; OLG Hamm, Beschluss vom 22. September 2003 - 2 Ss OWi 518/03 -, juris; Senatsbeschlüsse vom 2. März 2010 - Ss (B) 11/2010 (20/10) -, 5. November 2012 - Ss (B) 106/2012 (80/12 OWi) -, 5. März 2013 - Ss (B) 135/2012 (6/13 OWi) -, 8. August 2013 - Ss (B) 48/2012 (37/12 OWi) -, 8. November 2013 - Ss (B) 88/2013 (71/13 OWi) -, 20. Juli 2015 - Ss RS 10/2015 22/15 OWi -, 20. Oktober 2015 - Ss RS 22/2015 (40/15 OWi) - und vom 20. Januar 2016 - Ss RS 20/2015 (58/15 OWi) - Hentschel/Dauer/König, a.a.O., § 3 StVO, Rn 56 b m.w.N.).
Das angewandte ProVida 2000-System ist sowohl zur Geschwindigkeits- als auch zur gleichzeitigen Abstandsmessung seit über 15 Jahren in ständigem Gebrauch und als standardisiertes Messverfahren für Geschwindigkeitsmessungen anerkannt (Beschl. des II. Senats für Bußgeldsachen vom 20.06.2003 - 2 Ss-OWi 82/03 - Juris; BGHSt 39, 291; OLG Hamm, Beschl. v. 22.09.2003 - 2 Ss-OWi 518/03 - Juris; OLG Braunschweig, NZV 1995, 367 - Juris;… Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 39. Aufl., § 3 StVO Rdnr. 62 a).
Die Geschwindigkeitsermittlung auf der Grundlage des vorliegend verwendeten ProViDa-Systems ist in der obergerichtlichen Rechtsprechung des BGH anerkannt (zu vgl. Senatsbeschluss vom 22.09.2003 - 2 SsOWi 518/03 - m. w. N.).
Hinzukommen muss eine positive Prognose darüber, dass die Verhaltensänderung stabil ist, weil sie auf einem grundlegenden Einstellungswandel beruht (BayVGH vom 9.5.2005, VRS 106, 64 ff).