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Timestamp: 2018-12-13 11:54:57
Document Index: 45593022

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13']

Umsatzsteuer, Wechsel der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Leistungsempfänger = Steuerschuldner
4823 SKR 04
Ein Unternehmer wird als Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer, wenn er selbst Bauleistungen von einem anderen Unternehmer bezieht. Voraussetzung ist, dass von seinen Gesamtumsätzen mindestens 10 % auf Bauleistungen entfallen.[1] Der leistende Unternehmer stellt Nettorechnungen aus und weist in seiner Rechnung auf den Wechsel der Steuerschuldnerschaft hin.
Der Leistungsempfänger, der die Umsatzsteuer schuldet, berechnet die Umsatzsteuer selbst und bucht sie auf das Konto "Umsatzsteuer nach § 13 b UStG 19 %" 1787 (SKR 03) bzw. 3837 (SKR 04). Ist der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, verwendet er als Gegenkonto das Konto "Abziehbare Vorsteuer nach § 13 b UStG 19 %" 1577 (SKR 03) bzw. 1407 (SKR 04).
2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Bauleistungen durch Subunternehmer
Bauunternehmer Huber hat den Heizungsbauer Krüger beauftragt, in mehreren Einfamilienhäusern Heizungsanlagen einzubauen. Heizungsbauer Krüger führt den Auftrag aus und stellt dem Bauunternehmer Huber dafür 35.000 EUR (ohne Umsatzsteuer) in Rechnung. In seiner Rechnung weist er darauf hin, dass nicht er, sondern Herr Huber als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet. Im Zeitpunkt der Rechnungserstellung bucht Herr Krüger den Rechnungsbetrag als Forderung aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren-Konto 25300).
25300 Huber (Bauunternehmer) 35.000 8337 Erlöse aus Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet 35.000
25300 Huber (Bauunternehmer) 35.000 4337 Erlöse aus Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet 35.000
3 Buchungskonten für Bauleistungen
Bei Bauleistungen schuldet der Empfänger die Umsatzsteuer nur, wenn er Unternehmer ist, der selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt. Davon ist auszugehen, wenn von seinen Gesamtumsätzen zumindest 10 % auf Bauleistungen entfallen.[1] Das gilt dann für alle Bauleistungen, die er von anderen Unternehmern in Anspruch nimmt. In diesem Zusammenhang stehen folgende Konten zur Verfügung:
1785 3835 Umsatzsteuer nach § 13b UStG
1787 3837 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %
1577 1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %
1578 1408 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG
3110 5910 Bauleistungen eines im Inland ansässigen Unternehmers 7 % Vorsteuer und 7 % Umsatzsteuer
3120 5920 Bauleistungen eines im Inland ansässigen Unternehmers 19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer
3130 5930 Bauleistungen eines im Inland ansässigen Unternehmers ohne Vorsteuer und 7 % Umsatzsteuer
3140 5940 Bauleistungen eines im Inland ansässigen Unternehmers ohne Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer
8337 4337 Erlöse aus Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet
Tab. 1: Übersicht der Konten (Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04)
Der Leistungsempfänger kann die Umsatzsteuer, die er nach § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG schuldet, als Vorsteuer abziehen, wenn er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist und die Leistung für sein Unternehmen bezieht. Der Vorsteuerabzug ist beim Reverse-Charge-Verfahren nicht von einer ordnungsgemäßen Rechnung abhängig. Das heißt, dass der Leistungsempfänger, der die Umsatzsteuer schuldet, automatisch zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.
4 Umsatzsteuer: Reverse-Charge-Verfahren bei Bauleistungen
Grundsätzlich ist der Unternehmer, der eine Leistung erbringt, Schuldner der Umsatzsteuer. Von diesem Grundsatz gibt es gemäß § 13b UStG einige Ausnahmen, bei denen der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer wird. Der Leistungsempfänger ist dann anstelle des leistenden Unternehmers verpflichtet, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Ist der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer, dann schuldet nur er die Umsatzsteuer und nicht der leistende Unternehmer. Fazit: Beim Reverse-Charge-Verfahren handelt sich nicht um ein Wahlrecht!
Der leistende Unternehmer darf beim Wechsel der Schuldnerschaft in seiner Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Wei...