Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1247.htm
Timestamp: 2018-11-17 09:37:18
Document Index: 374527309

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4', '§ 40', '§ 4', '§ 5']

1.247 Rot- und Seebachtal
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet „Rot- und Seebachtal" vom 03. September 2001(GBl. v. 25.09.2001, S. 541).
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Gschwend, Landkreis Ostalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung „Rot- und Seebachtal".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 15,6 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet umfasst nach dem Stand vom 11.12.2000 auf dem Gebiet der Gemeinde Gschwend auf Gemarkung Frickenhofen ganz oder teilweise die Gewanne Rappenhof, Rotäcker, Halde, Tal, Platz, Hofwiesen, Teich, Seebach, Holzgerus und Sandäcker, auf Gemarkung Frickenhofen Flur 1 (Mittelbronn) teilweise die Gewanne Wolfsmühle, Mühlsteig und Brechtenhalden sowie auf Gemarkung Gschwend Flur 3 (Schlechtbach) teilweise das Gewann Weiher.
(3) Das Naturschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 11.12.2000 im Maßstab 1:25000 flächig rot angelegt und mit einer durchgezogenen roten Linie umgrenzt sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 11.12.2000 im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, rot angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
- die Erhaltung und Pflege von naturnahen Wiesentälern im Welzheimer Wald mit arten­reichen Fließgewässern, Gehölzsäumen, Feuchtwiesen, Tümpeln, Röhricht, feuchten Hoch­staudenfluren, Gebüschgruppen, Erlen-Eschen-Auwald und einem teilweise erhaltenen historischen Mühlkanal aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen, landes­kundlichen und kulturellen Gründen;
- die Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten einer artenreichen, an feuchte Standorte gebundenen Tier- und Pflanzenwelt mit seltenen, bedrohten Arten;
- die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Wiesentäler und Waldflächen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebens­raum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass:
3. kein Dauergrünland oder Dauerbrache umgebrochen wird;
5. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume und Röhrichtbestände nicht beeinträchtigt werden.
1. die Bewirtschaftung mit der Maßgabe erfolgt, dass angestrebt wird, die Auewaldstandorte sukzessiv in naturnahe Bestände (z.B. Erlen-Eschen-Wald) zu überführen;
1. Hochsitze nur außerhalb von trittempfindlichen Bereichen (insbesondere Feuchtwiesen, Tümpeln, Röhricht, feuchten Hochstaudenfluren) und nur landschaftsgerecht aus naturbe­lassenen Hölzern im Anschluss an vorhandene, hochwüchsige Gehölze errichtet werden;
2. keine weiteren Futterstellen und außerhalb des Waldes keine Wildäcker angelegt werden;
3. auf Feuchtwiesen keine Kirrplätze und Ablenkungsfütterungen angelegt werden;
4. das Schutzgebiet nur im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf befestigten Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird, es sei denn, das Verlassen befestigter Wege ist zu Transportzwecken unumgänglich und erfolgt unter Berücksichtigung des Schutzzwecks;
(4) Für die Ausübung der Fischerei gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass Besatzmaßnahmen nur mit standortheimischen Fischarten erfolgen.
(5) Die Gemeindeverbindungsstraße, Flurstück Nr. 638, darf bis zu einer Breite von 5 Metern ausgebaut werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Natur­schutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer in dem Natur­schutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Abiauf der Auslegungsfrist in Kraft.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnung des Landratsamts Backnang zum Schütze von Landschaftsteilen im Landkreis Backnang vom 15. April 1971 für den Geltungsbereich dieser Verordnung sowie die 3. Sammelverordnung zum Schutz von Naturdenkmalen des Landratsamts Ostaibkreis vom 19. Dezember 1990, betreffend die flächenhaften Naturdenkmale 13/26 „Pfianzenstandort nördlich der Wolfsmühle", 13/33 „Feuchtgebiet nordöstlich Reißenhöfle" und 13/44 „Streuwiese im Seebachtal" außer Kraft.
Stuttgart, den 03.09.2001