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Timestamp: 2016-10-23 17:55:00
Document Index: 269169493

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 97', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 105', 'Art. 43', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 11', 'Art. 9', 'Art. 25', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 43', 'Art. 5', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 156']

1A.331/2000 (29.10.2001)
1A.331/2000/sta
F�raud, Ersatzrichter Rohner und Gerichtsschreiberin Gerber.
Einfache Gesellschaft KW Zrydsbr�gg, Frutigen, bestehend aus:
1. Ryter AG, Zrydsbr�gg, Frutigen,
2. Verein Energie Plus, Dorfstrasse 5, 3550 Langnau i.E.,
3. Verein Energie TAG Frutigen, Postfach, Frutigen, Beschwerdef�hrer, p.A. Ingenieurb�ro Peter Kast, Juraweg 19, 3053 M�nchenbuchsee,
Fischereipachtvereinigung S p i e z, p.A. Hanspeter G�ntensperger, Grassiweg 40, Frutigen, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher K. Urs Gr�tter, Moosstrasse 2, G�mligen, Einwohnergemeinde Frutigen, handelnd durch den Gemeinderat, Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, Rechtsamt, Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung,
Wasserkraftkonzession, hat sich ergeben:
A.- Am 15. November 1994 endete das Wasserkraftrecht der S�gerei Ryter AG an der Kander in Frutigen zufolge Zeitablaufs.
Da innert Nachfrist kein Gesuch um Erneuerung der Konzession eingereicht wurde, stellte die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) am 26. M�rz 1997 den Hinfall des Wasserkraftrechts fest und forderte die Konzession�rin zur Vornahme der n�tigen Wiederherstellungsarbeiten auf. Diese Verf�gung blieb unangefochten.
B.- Am 7. Februar 1998 reichte die Einfache Gesellschaft KW Zrydsbr�gg, bestehend aus der S�gerei Ryter AG, dem Verein Energie Plus und dem Verein Energie TAG, ein Konzessionsgesuch f�r die Nutzung von 800 l/s des Wassers der Kander zwecks Erstellung und Betriebs eines neuen Kleinwasserkraftwerkes am Standort der stillgelegten Anlage ein.
Nach dem Projekt soll das Wasser am linken Ufer der Kander gefasst, durch einen gedeckten Oberwasserkanal der Zentrale zugeleitet und ca. 40 m unterhalb der Wehranlage wieder dem Wasserbett zugef�hrt werden, wobei das Wasser durch ein auf den bestehenden Unterbau der alten Wehranlage aufgesetztes Schlauchwehr gestaut werden soll. Zusammen mit dem Konzessionsgesuch reichte die Gesuchstellerin ein Baugesuch sowie Ausnahmegesuche f�r das Bauen ausserhalb der Bauzone und in der Uferschutzzone ein. Die Fischereipachtvereinigung Spiez erhob Einsprache gegen das Konzessionsgesuch. Sie bestritt die Wirtschaftlichkeit des Projektes und erachtete dieses als Gefahr f�r die Fische, namentlich f�r die stark gef�hrdete Seeforelle.
C.- Am 8. September 1998 erteilte das Wasser- und Energiewirtschaftsamt des Kantons Bern den Gesuchstellern die beantragte Konzession f�r 40 Jahre. Hiergegen erhob die Fischereipachtvereinigung Spiez Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Sie beantragte zur Hauptsache, die Konzession zu verweigern; eventualiter, Verbesserungen am Projekt vorzunehmen und den Nachweis der Funktionst�chtigkeit der geplanten Schutzmassnahmen zu erbringen. Die Bauherrschaft reichte im Laufe des Verfahrens eine Projekt�nderung bez�glich des Fischpasses ein (Verlegung flussaufw�rts, so dass er unmittelbar unterhalb des Wehrs endet). Die Fischereipachtvereinigung opponierte dem Eintreten auf diese Projekt�nderung nicht, in der Sache blieb sie bei ihren Antr�gen. Das Fischereiinspektorat erachtete die Projekt�nderung als indifferent bzw. als leichte Verbesserung, meldete aber im Gegensatz zu seiner fr�heren Stellungnahme grunds�tzliche Opposition gegen die Konzessionierung an. Aufgrund eines von der Bauherrschaft eingereichten Gutachtens des Fischereibiologen H. Marrer zur Frage des angemessenen Rechenstababstandes verlangte die Fischereipachtvereinigung neu Massnahmen zur nachhaltigen Reduktion der Str�mungsgeschwindigkeit im Bereich des Feinrechens.
Die BVE wies die Beschwerde am 16. September 1999 ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden war, und erteilte entsprechend der nachtr�glichen Projekt�nderung die Konzession mit zus�tzlichen und pr�zisierten Auflagen. Technische Massnahmen zur Reduktion der Str�mungsgeschwindigkeit im Bereich des Feinrechens erachtete sie nicht als erforderlich.
D.- Die Fischereipachtvereinigung beschwerte sich gegen diesen Entscheid beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern.
Sie blieb bei ihrer grunds�tzlichen Opposition gegen das Projekt; im Eventualantrag verlangte sie technische Massnahmen zur Reduktion der Einlaufgeschwindigkeit beim Feinrechen, insbesondere eine Vergr�sserung des Einlaufquerschnitts.
Damit solle sichergestellt werden, dass die Str�mung nicht die Schwimmgeschwindigkeit namentlich der j�ngeren Fische �bersteige und den Fischen gen�gend Zeit bleibe, um sich auf die gegebenen Abstiegswege hin zu orientieren.
Im Einvernehmen der Parteien stellte die verwaltungsgerichtliche Instruktionsrichterin dem Experten Marrer weitere Fragen nach m�glichen Projektoptimierungen. Dieser kam zum Ergebnis, dass die Vorteile eines (durch Verbreiterung oder Vertiefung) erweiterten Einlaufprofils die Nachteile f�r die Fische "leicht �berwiegen". Weitere von der Fischereipachtvereinigung vorgeschlagene konkrete Verbesserungsans�tze (elektrische Scheuchanlage; Verwendung des Feinrechens als Leitwehr; geringerer Stababstand am Feinrechen) erachtete der Experte entweder als nicht wirksam oder als �berwiegend nachteilig. In einer abschliessenden W�rdigung unterbreitete er einen eigenen Vorschlag: Danach sei beim Einlauf in den Zuf�hrkanal anstatt des vorgesehenen Grobrechens ein mechanisches Leitwehr aus zur Hauptstr�mung leicht abgewinkelten Blechen anzubringen. Es sei abzusehen, dass dies eine Verbreiterung des Einlaufs gegen�ber der bisherigen Planung bedinge. Diese Konstruktion zwinge das in die Einlaufkammer str�mende Wasser zu einer s-f�rmigen Umlenkung, was zu gr�sseren Turbulenzen f�hre. Kontrolliert abwandernde Forellen w�rden diesem Strom nicht unvermittelt folgen, sondern sich in geb�hrendem Abstand in ruhigem Wasser neu orientieren. An jener Stelle sei eine zweite Leitstr�mung in Richtung Unterwasser zu erzeugen. Die Anlage sei im Detail noch zu planen.
Am 29. Juni 2000 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, hob den Entscheid der BVE auf und wies das Konzessionsgesuch ab.
E.- Mit Eingabe vom 3. September 2000 f�hrt die Einfache Gesellschaft KW Zrydsbr�gg "Beschwerde an das Bundesgericht" mit dem Rechtsbegehren:
2. Die mit Gesamtentscheid vom 8. September 1998
erteilte Wasserkraftkonzession sei mit Art. 9
BGF vereinbar und mit der von der BVE genehmigten
Projekt�nderung zu best�tigen.
3. Die Parteikostenentsch�digung sei angemessen zu
F.- Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern schliesst explizit, das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft implizit auf Abweisung der Beschwerde. Die Fischereipachtvereinigung Spiez beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die BVE hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.- Die Beschwerdef�hrer bezeichnen ihr Rechtsmittel als "Beschwerde an das Bundesgericht". Das Bundesgericht pr�ft frei und von Amtes wegen, ob und inwieweit ein bei ihm erhobenes Rechtsmittel als Verwaltungsgerichtsbeschwerde und/oder als staatsrechtliche Beschwerde entgegengenommen werden kann.
a) Das angefochtene Urteil hebt eine vom Wasser- und Energiewirtschaftsamt des Kantons Bern erteilte, durch die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mit Entscheid vom 16. September 1999 (mit gewissen �nderungen) best�tigte Wasserkraftkonzession auf und weist das Konzessionsgesuch ab, da es den aus Art. 9 Abs. 1 lit. b und d des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 �ber die Fischerei (BGF; SR 923. 0) folgenden fischereirechtlichen Anforderungen nicht gen�ge.
Der angefochtene Entscheid st�tzt sich insofern auf Bundesverwaltungsrecht und kann mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (Art. 97 OG i.V.m.
Art. 5 VwVG). In diesem Verfahren k�nnen auch die von den Beschwerdef�hrern aufgeworfenen Fragen des kantonalen Verfahrensrechts mitbeurteilt werden (vgl. BGE 123 I 275 E. 2e S. 278 mit Hinweis).
b) Es liegt keiner der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vorgesehenen Ausschlussgr�nde vor.
Auf die Beschwerde ist daher grunds�tzlich als Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten.
c) Nicht einzutreten ist allerdings auf den Antrag der Beschwerdef�hrer, den vorinstanzlichen Kostenspruch angemessen zu reduzieren: Die Beschwerdef�hrer legen mit keinem Wort dar, inwiefern die vom Verwaltungsgericht zugesprochene Parteikostenentsch�digung auf einer willk�rlichen Anwendung kantonalen Rechts beruhe oder in anderer Weise gegen Verfassungsrecht verstosse. Zwar gilt im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Art. 90 OG nicht; ohne eine entsprechende, zumindest ansatzweise begr�ndete R�ge besteht aber f�r das Bundesgericht keine Veranlassung, sich mit dem kantonalen Recht n�her zu befassen (vgl. BGE 123 II 359 E. 6b/bb).
d) Die Beschwerdef�hrer k�nnen mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes r�gen (Art. 104 lit. a und b OG); die R�ge der Unangemessenheit (Art. 104 lit. c OG) ist im vorliegenden Sachzusammenhang nicht gegeben. Soweit die Verletzung selbst�ndigen kantonalen Rechts ger�gt wird, kann das Bundesgericht dessen Auslegung und Anwendung nur auf Willk�r hin �berpr�fen (BGE 125 II 1 E. 2a S. 5 mit Hinweis). Da der angefochtene Entscheid von einer gerichtlichen Instanz ausgeht, ist das Bundesgericht an den festgestellten Sachverhalt gebunden, es sei denn, dieser sei offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden (Art. 105 Abs. 2 OG).
2.- Nach Art. 8 Abs. 1 BGF bed�rfen Eingriffe in die Gew�sser, ihren Wasserhaushalt oder ihren Verlauf sowie Eingriffe in die Ufer und den Grund von Gew�ssern einer Bewilligung der f�r die Fischerei zust�ndigen kantonalen Beh�rde, soweit sie die Interessen der Fischerei ber�hren k�nnen. Eine solche Bewilligung ist insbesondere erforderlich f�r die Nutzung der Wasserkr�fte (Art. 8 Abs. 3 lit. a BGF). Art. 9 BGF enth�lt die bei der Bewilligung von Neuanlagen zu ber�cksichtigenden Grunds�tze, Art. 10 BGF diejenigen f�r bestehende Anlagen. Unbestritten ist, dass vorliegend eine Neukonzessionierung in Frage steht. Die Vorinstanz hat daher f�r die Frage der fischereirechtlichen Bewilligung zu Recht den Art. 9 BGF als anwendbar erachtet. Diese Bestimmung lautet:
Massnahmen f�r Neuanlagen
1. Die zur Erteilung der fischereirechtlichen Bewilligung
zust�ndigen Beh�rden haben unter Ber�cksichtigung
der nat�rlichen Gegebenheiten und allf�lliger
anderer Interessen alle Massnahmen vorzuschreiben,
die geeignet sind:
a) g�nstige Lebensbedingungen f�r die Wassertiere
zu schaffen hinsichtlich:
3. der Beschaffenheit der Sohle und der B�schungen,
c) die nat�rliche Fortpflanzung zu erm�glichen;
d) zu verhindern, dass Fische und Krebse durch
bauliche Anlagen oder Maschinen get�tet oder verletzt
2. Lassen sich bei den vorgesehenen Eingriffen in
die Gew�sser, ihren Wasserhaushalt oder ihren Verlauf
sowie bei Eingriffen in die Ufer und den Grund
von Gew�ssern keine Massnahmen finden, die schwerwiegende
Beeintr�chtigungen von Interessen der Fischerei
im Sinne von Artikel 1 verhindern k�nnen, so muss nach der Abw�gung der Gesamtinteressenlage entschieden
3. Massnahmen nach Absatz 1 m�ssen bereits bei der
Projektierung der technischen Eingriffe vorgesehen
3.- Das Verwaltungsgericht erachtete es als unbestritten, dass die vom Experten vorgeschlagenen Massnahmen den Zielen des Art. 9 Abs. 1 BGF besser gerecht werden als die bisher projektierten Fischabwehrmassnahmen. Die Bauherrschaft wende auch nicht ein, dass diese Massnahmen wirtschaftlich nicht tragbar seien. Aus fischereirechtlicher Sicht komme daher eine Konzessionierung auf der Basis des Entscheides der BVE nicht in Frage. Solange wirtschaftlich tragbare Optimierungsmassnahmen im Sinne von Art. 9 Abs. 1 lit. b und d BGF m�glich seien, bestehe kein Raum f�r eine weitergehende Interessenabw�gung.
a) Die Beschwerdef�hrer stellen die Optimierbarkeit des Projekts gem�ss Expertise nicht in Abrede; sie sind jedoch der Auffassung, dass die Vorschl�ge des Experten ohne eigentliche Projekt�nderung im Rahmen der Detailprojektierung umgesetzt werden k�nnten. Das Verwaltungsgericht nahm dagegen an, es handle sich um eine Projekt�nderung, die nach Art. 43 Abs. 4 des bernischen Dekrets vom 22. M�rz 1994 �ber das Baubewilligungsverfahren (BewD) im Verfahren vor Verwaltungsgericht ausgeschlossen sei. Art. 43 BewD lautet:
Projekt�nderungen w�hrend des Verfahrens und w�hrend
der Bauausf�hrung
1. Eine Projekt�nderung im Sinne dieser Bestimmung
liegt vor, wenn das Bauvorhaben in seinen Grundz�gen
2. Die Baubewilligungsbeh�rde kann nach Anh�rung der
Beteiligten und der von der Projekt�nderung ber�hrten
Dritten das Verfahren ohne erneute Ver�ffentlichung
fortsetzen bzw. die �nderung des bewilligten
Projekts ohne neues Baugesuchsverfahren gestatten,
wenn �ffentliche oder wesentliche nachbarliche Interessen
nicht zus�tzlich betroffen sind.
3. Erfolgt die Projekt�nderung im Baubeschwerdeverfahren,
sind die Gemeinde, die Gegenpartei und die
von der Projekt�nderung ber�hrten Dritten anzuh�ren.
Die Beschwerdeinstanz kann die Sache zur Weiterbehandlung
an die Vorinstanz zur�ckweisen.
4. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
sind Projekt�nderungen ausgeschlossen. Vorbehalten
bleibt die Befugnis des Verwaltungsgerichts, die Sache
zwecks Pr�fung einer Projekt�nderung an die Vorinstanz
zur�ckzuweisen oder das Beschwerdeverfahren
durch Vergleich zu erledigen.
5. Erfolgt die Projekt�nderung erst w�hrend der Bauausf�hrung,
richtet sich die Zust�ndigkeit allein
nach der �nderung. Es ist das im Zeitpunkt der Einreichung
der Projekt�nderung geltende Recht anzuwenden.
b) Das Verwaltungsgericht ging davon aus, die Anpassung des Vorhabens an die Vorschl�ge des Experten bedinge zumindest teilweise eine neue Planung. Zwar bleibe das Kraftwerkskonzept in seinen Grundz�gen gleich; die �nderungen des Fischabwehrkonzepts betr�fen aber nicht nur nebens�chliche Details; so bedinge das neue Abwehrkonzept etwa eine Verbreiterung des Einlaufs.
Die Beschwerdef�hrer bestreiten dies: Aus fischereirechtlicher Sicht sei eine Verbreiterung des Einlaufs nicht erforderlich; im Gegenteil: Die Wirkung der erzwungenen s-f�rmigen Umlenkung w�rde dadurch abgeschw�cht. Aus energiewirtschaftlicher Sicht f�hre diese s-f�rmige Umlenkung allerdings zu einem hydraulischen H�henverlust, welcher durch eine Verbreiterung des Einlaufquerschnitts teilweise kompensiert werden k�nne. Der Experte Marrer habe sich bei seinen �usserungen von dieser energiewirtschaftlichen �berlegung leiten lassen. Die Beschwerdef�hrer bewerten jedoch den hydraulischen H�henverlust als minimal und sind der Auffassung, dass auf eine Verbreiterung des Einlaufquerschnitts verzichtet werden k�nne.
Bez�glich der Einlaufbreite h�lt der Bericht Marrer vom 12. April 2000 auf S. 8 fest: "Es ist abzusehen, dass dies (d.h. das von ihm vorgeschlagene mechanische Leitwehr am Einlauf) eine Verbreiterung des Einlaufs gegen�ber der Planung bedingt". Die Beschwerdef�hrer haben dieser Aussage in ihrer Stellungnahme vom 12. Mai 2000 nicht widersprochen.
Das Verwaltungsgericht durfte somit davon ausgehen, diese Aussage sei unbestritten und hatte keine Veranlassung, weitere Abkl�rungen vorzunehmen. Zudem best�tigen die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrer, dass zumindest aus energiewirtschaftlicher Sicht durchaus ein Zusammenhang zwischen der Modifizierung des Leitsystems und der Einlaufbreite besteht, so dass selbst bei Verzicht auf die Verbreiterung des Einlaufs eine �nderung des Projekts im Sinne einer Kapazit�tsverminderung vorliegen kann. Unter diesen Umst�nden ist die Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts weder offensichtlich unrichtig noch unvollst�ndig. Sie ist daher im Folgenden zugrunde zu legen (Art. 105 Abs. 2 OG).
c) Geht man deshalb davon aus, dass das neue Fischabwehrsystem mit einer Verbreiterung des Einlaufs verbunden ist, ist es nicht willk�rlich, dies als Projekt�nderung i.S.v. Art. 43 BewD zu betrachten. Die Beschwerdef�hrer haben diese Auffassung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren selbst vertreten, haben sie doch in ihrer Beschwerdeantwort vom 25. November 1999 das Eventualbegehren der heutigen Beschwerdegegnerin, den Einlaufquerschnitt zur Verminderung der Fliessgeschwindigkeit zu vergr�ssern, als vor Verwaltungsgericht unzul�ssige Projekt�nderung bezeichnet.
d) Schliesslich ist zu ber�cksichtigen, dass die Vorschl�ge des Experten Marrer nicht ohne weiteres umgesetzt werden k�nnen, sondern die Anlage nach dessen eigener Aussage noch im Detail geplant werden muss. Gem�ss Art. 9 Abs. 3 BGF m�ssen Massnahmen nach Abs. 1 bereits bei der Projektierung der technischen Eingriffe vorgesehen werden; damit soll eine enge Zusammenarbeit zwischen den mit der Projektierung beauftragten Stellen und den zust�ndigen Fischereibeh�rden zu einem m�glichst fr�hen Zeitpunkt gew�hrleistet und verhindert werden, dass die zum Schutze der Wassertiere erforderlichen Massnahmen erst nach Bewilligungserteilung angeordnet werden, wenn bereits Sachzw�nge geschaffen worden sind (vgl. BGE 107 Ib 151 E. 3b S. 152 f. zum damals geltenden Art. 25 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1973 �ber die Fischerei; [FG]). Dann aber entspricht es auch Art. 9 Abs. 3 BGF zu verlangen, dass die Gesuchsteller - in Zusammenarbeit mit den zust�ndigen Fachstellen - ihr Projekt �berarbeiten und darin die vom Experten vorgeschlagenen Fischabweisungsmassnahmen konkretisieren. Angesichts der Bedeutung der Kander als Aufstiegswasser f�r die stark gef�hrdete Seeforelle k�nnen diese Massnahmen nicht als unwesentliche Einzelheiten betrachtet werden, die einem Detailprojektierungsverfahren nach Konzessionserteilung vorbehalten werden k�nnten.
4.- Die Beschwerdef�hrer werfen dem Verwaltungsgericht ferner vor, es h�tte - wie die kantonalen Instanzen vor ihm - eine Gesamtinteressenabw�gung vornehmen und dabei das erhebliche �ffentliche Interesse an der Nutzung einheimischer Wasserkraft ber�cksichtigen m�ssen.
a) Gem�ss Art. 9 Abs. 2 BGF ist eine Gesamtinteressenabw�gung jedoch erst dann vorzunehmen, wenn sich keine Massnahmen i.S.v. Art. 9 Abs. 1 BGF finden, die schwerwiegende Beeintr�chtigungen von Interessen der Fischerei verhindern k�nnen. Art. 9 Abs. 1 BGF weist sachlich eine gewisse Verwandtschaft zu Art. 11 Abs. 2 USG auf. Beiden Bestimmungen wohnt der Gedanke inne, dass das M�gliche vorzukehren ist, um Beeintr�chtigungen der Umwelt zu vermeiden.
Zwar enth�lt Art. 9 Abs. 1 BGF, der auf den �lteren Art. 25 Abs. 1 FG zur�ckgeht, keinen Hinweis auf das technisch und betrieblich M�gliche und das wirtschaftlich Tragbare; diese immanente Schranke ergibt sich aber letztlich auch aus dem Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz.
Im vorliegenden Fall steht aufgrund des Gutachtens Marrer fest, dass weitere, technisch und betrieblich m�gliche und wirtschaftlich tragbare Massnahmen zur Optimierung des Fischabwehrsystems m�glich sind; dies wird auch von den Beschwerdef�hrern nicht bestritten. Dann aber scheitert die Erteilung der fischereirechtlichen Bewilligung bereits auf der Stufe von Art. 9 Abs. 1 BGF.
b) Eine Verpflichtung zur Vornahme einer Gesamtinteressenabw�gung nach Art. 9 Abs. 2 BGF best�nde in dieser Situation allenfalls, wenn bereits festst�nde, dass selbst bei optimaler Umsetzung der vom Experten vorgeschlagenen Massnahmen eine schwerwiegende Beeintr�chtigung von Interessen der Fischerei verbleiben werde, und das Verwaltungsgericht bereits �ber die notwendigen Entscheidungsgrundlagen verf�gte, um die Gesamtinteressenabw�gung vorzunehmen. In diesem Fall w�re es ein Gebot der Fairness, die Interessenabw�gung vorzunehmen, damit die Gesuchsteller wissen, ob es sich lohnt, das Projekt in dem vom Experten vorgeschlagenen Sinne abzu�ndern, oder ob von vornherein keine Aussicht auf Erteilung der Konzession besteht.
Das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass es - auch bei Verwirklichung des vom Experten vorgeschlagenen Abwehrkonzepts - keinen absoluten Schutz f�r s�mtliche in Richtung Thunersee migrierenden Fische gebe und es weiterhin zu Verletzungen und T�tungen von Seeforellen kommen werde.
Dies stelle eine schwerwiegende Beeintr�chtigung von Interessen der Fischerei dar, sofern damit langfristig der Bestand der stark gef�hrdeten Seeforelle gef�hrdet werde. Definitive Aussagen zu diesen Fragen hielt das Verwaltungsgericht jedoch f�r verfr�ht. Auch das BUWAL vertritt in seiner Vernehmlassung die Auffassung, dass erst nach der genauen Planung der Massnahmen und weiterer, im neuen Konzessionsverfahren vorzunehmender Untersuchungen beurteilt werden k�nne, ob schwerwiegende Nachteile f�r die Interessen der Fischerei verbleiben.
Wie bereits oben (E. 3c) dargelegt worden ist, m�ssen die vom Experten vorgeschlagenen Fischabweisungsmassnahmen noch im Detail geplant und anschliessend von den zust�ndigen Fachstellen begutachtet werden. Erst dann kann zuverl�ssig beurteilt werden, welche Nachteile trotz verbesserter Fischabweisung f�r die Fischerei verbleiben, ob der Bestand der Seeforelle langfristig gef�hrdet wird und damit eine schwerwiegende Beeintr�chtigung der Interessen der Fischerei vorliegt, und ob eine allf�llige Beeintr�chtigung durch andere Interessen ausgeglichen werden kann. Die Durchf�hrung dieser Verfahrens- und Pr�fungsschritte war dem Verwaltungsgericht jedoch gem�ss Art. 43 Abs. 4 BewD verwehrt (vgl. oben, E. 3). In dieser Situation konnte das Verwaltungsgericht lediglich - im Sinne eines obiter dictum - auf die auch bei Optimierung der Fischabwehrmassnahmen noch bestehenden Bedenken hinweisen, um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, die Konzession werde nach �berarbeitung des Projekts mit Sicherheit erteilt werden k�nnen. Dass diese Bedenken nicht aus der Luft gegriffen sind, belegen die Ausf�hrungen des BUWAL (S. 3 seiner Vernehmlassung) zu Art. 5 der Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz �ber die Fischerei (VBGF) i.V.m. Anh. 1 VBGF. F�r eine abschliessende, verbindliche Gesamtinteressenabw�gung fehlten dem Verwaltungsgericht dagegen die Entscheidgrundlagen.
5.- a) Die Beschwerdef�hrer werfen dem Verwaltungsgericht vor, "das �ffentliche Interesse an der Wasserkraftnutzung nicht allzu stark" gewichtet zu haben und die "Fundamentalopposition" der Fischereipachtvereinigung auch insoweit unterst�tzt zu haben, als von einer R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz abgesehen wurde.
b) Das Verwaltungsgericht ging unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 1 BewD davon aus, dass die vom Experten vorgeschlagenen �nderungen an sich ohne neues Baugesuchsverfahren auf ihre Rechtm�ssigkeit hin �berpr�ft werden k�nnten, da das urspr�ngliche Projekt in seinen Grundz�gen gleich bleibe.
Andererseits hielt es fest, dass im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht Projekt�nderungen ausgeschlossen seien (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 BewD). Vorbehalten bleibe allerdings die Befugnis des Verwaltungsgerichts, die Sache zwecks Pr�fung einer Projekt�nderung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen oder das Beschwerdeverfahren durch Vergleich zu erledigen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 BewD). Das Verwaltungsgericht verneinte die Vergleichsm�glichkeit und die Voraussetzungen f�r eine R�ckweisung. Eine solche komme praxisgem�ss nur in Frage, wenn die �nderung ohne weiteres zur Folge h�tte, dass sich der Streit �ber die im Beschwerdeverfahren zu entscheidenden Fragen erledige.
c) Es ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb das kantonale Recht im vorliegenden Fall eine R�ckweisung an die Vor- oder die Erstinstanz ausschliessen soll.
Der Hinweis auf das nicht publizierte Urteil des Berner Verwaltungsgerichts vom 6. Juli 1995 (VGE 19451 i.S. K. AG) tr�gt nichts zur Kl�rung bei, weil dieses Pr�judiz auf einer ganz anderen Prozesslage beruht. Auf die Sache kann jedoch nicht weiter eingegangen werden. Die Beschwerdef�hrer legen mit keinem Wort dar, inwiefern das Verwaltungsgericht nach kantonalem Verfahrensrecht zur R�ckweisung verpflichtet gewesen w�re und weshalb ihr gegenteiliger Entscheid willk�rlich oder anderweitig verfassungswidrig sein soll. Mangels entsprechender, zumindest ansatzweise begr�ndeter R�gen hatte das Verwaltungsgericht auch keine Veranlassung, seine Praxis in der Vernehmlassung zus�tzlich zu erl�utern. Unter diesen Umst�nden ist es dem Bundesgericht nicht m�glich zu pr�fen, ob der Verzicht auf eine R�ckweisung auf einer willk�rlichen Handhabung des kantonalen Rechts beruht oder sonstwie gegen verfassungsm�ssige Rechte verst�sst.
6.- Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen, soweit auf die einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156, 159 OG).
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 4'000.-- wird den Beschwerdef�hrern auferlegt.
3.- Die Beschwerdef�hrer haben die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 1'500.-- zu entsch�digen. Sie haften zu gleichen Teilen als Solidarschuldner.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Einwohnergemeinde Frutigen, handelnd durch den Gemeinderat, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, sowie dem Eidgen�ssischen Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) schriftlich mitgeteilt.