Source: http://drucker.berufschule.com/?p=3725
Timestamp: 2020-08-05 19:39:09
Document Index: 239543128

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 8', '§ 10', '§ 12', '§ 24']

Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Drucktechnik-Ausbildungsordnung, Fassung vom 18.05.2014 - medientechnologe
18. Mai 2014 | Von hayox | Kategorie: Ausbildung
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Drucktechnik (Drucktechnik-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 452/2004
Lehrberuf Drucktechnik
§ 1. (1) Der Lehrberuf Drucktechnik ist mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren und folgenden Schwerpunkten eingerichtet:
1. Bogenflachdruck,
2. Rollenrotationsdruck,
3. Digitaldruck,
4. Siebdruck.
(2) Der Lehrbetrieb hat neben dem Allgemeinen Teil (Basismodul) zumindest einen Schwerpunkt (Schwerpunktmodul) zu vermitteln. Eine Zusatzausbildung in einzelnen Fertigkeiten und Kenntnissen anderer Schwerpunkte ist möglich.
(3) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Drucktechniker oder Drucktechnikerin) zu bezeichnen.
(4) Die Schwerpunktausbildung ist jedenfalls im Lehrvertrag durch einen entsprechenden Hinweis neben der Bezeichnung des Lehrberufs zu vermerken.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling allgemeine Kenntnisse in allen Schwerpunkten der Drucktechnik erwerben und befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich auszuführen:
1. Drucktechnik – Schwerpunkt Bogenflachdruck:
a) Handhaben der einschlägigen Werkzeuge, Geräte und Maschinen,
b) Arbeitsabläufe planen und Vorbereiten des Druckprozesses,
c) Aufbereiten von digitalen und analogen Daten,
d) Herstellung von Flachdruck-Druckformen (Druckplatten),
e) Auswahl und Abmischung von Druckfarben,
f) Steuerung von Ein- und Mehrfarben-Bogenflachdruckmaschinen einschließlich Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten,
g) Vorbereiten des Druckproduktes zur Weiterverarbeitung;
2. Drucktechnik – Schwerpunkt Rollenrotationsdruck:
e) Steuerung von Rollenrotationsdruckmaschinen einschließlich Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten,
f) Vorbereiten des Druckproduktes zur Weiterverarbeitung;
3. Drucktechnik – Schwerpunkt Digitaldruck:
d) Erstellen von Druckformen für den Digitaldruck (Bebilderung in der Druckmaschine),
e) Umgang mit Datenbanken, Workflowmanagement und Personalisierung,
f) Steuerung von Digitaldruckmaschinen einschließlich Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten,
4. Drucktechnik – Schwerpunkt Siebdruck:
d) Herstellung von Siebdruck-Druckformen,
e) Steuerung von Siebdruck-Automaten einschließlich Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten,
f) Vorbereiten des Druckproduktes zur Weiterverarbeitung.
§ 3. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Drucktechnik wird folgender allgemeiner Teil (Basismodul) festgelegt, wobei die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse, spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend, derart zu vermitteln sind, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt:
1. Handhaben und Instandhalten der in der Drucktechnik zu
verwendenden Werkzeuge, Geräte, Maschinen, Vorrichtungen,
Verwendungsmöglichkeiten und Verarbeitungsmöglichkeiten
unter Beachtung der einschlägigen Verarbeitungsrichtlinien
3. Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum
Schutze der Umwelt: Grundkenntnisse der betrieblichen Maßnahmen
zum sinnvollen Energieeinsatz im berufsrelevanten
Arbeitsbereich; Grundkenntnisse über die im berufsrelevanten
Grundbegriffe – – –
5. Kenntnis der Grundbegriffe der
– – Densitometrie und deren
Rechtsform – – –
7. Kenntnis des organisatorischen
Zuständigkeiten der einzelnen – –
8. Kenntnis Kenntnis
Druck- der
verfahren verschiedenen
wie Druck- und
Flachdruck, Kopiermaschi- – –
Hochdruck, nen sowie
Siebdruck deren
und technischer,
Digitaldruck elektronischer
9. Kenntnis des wesentlichen
technischen Arbeitsablaufes – –
10. Kenntnis des
arbeitsorganisatorischen
Ablaufes eines – –
Druckauftrages inklusive
11. Kenntnis der einschlägigen englischen Fachausdrücke
12. Kenntnis des
Ablaufs in
der – – –
13. Kenntnis von
Ausschieß- Anwendung von Ausschießregeln
regeln für für die Weiterverarbeitung –
die Weiter-
14. Handling von Daten in der
Druckvorstufe – –
15. Kenntnis der Fachgerechte Auswahl und
Papierformate Einsatz der Bedruckstoffe
und entsprechend ihrer –
Grammaturen Eigenschaften und
16. – Kenntnis der Farbenlehre –
17. Grundeinstel-
lungen sowie
Ein- und Druckmaschine und Zusatzgeräte
– Umstell- farb- und bedruckstoffabhängig
arbeiten an einstellen
18. Druckprozesskontrolle und
– – -optimierung sowie Erkennen von
Fehlern und deren Behebung
19. Erkennen und Beseitigen von
prozessspezifischen Störungen
– – und Sicherstellen der Einhaltung
20. Anwendung und Handhabung von
– elektronischen Kontroll- und –
21. Drucke zur Weiterverarbeitung
22. Druckprodukte
– transport- – –
gerecht lagern
23. Kenntnisse der Qualitätssicherung einschließlich der
Reklamationsbearbeitung und Durchführung von
betriebsspezifischen und qualitätssichernden Maßnahmen
24. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
25. Kenntnis über Inhalt und Ziel der Ausbildung sowie über
einschlägigen Vorschriften zum Schutz des Lebens und der
Gesundheit unter besonderer Beachtung der von den
Versorgungseinrichtungen ausgehenden Gefahren
27. Kenntnis über die Erstversorgung bei betriebsspezifischen
28. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
1. Schwerpunkt Bogenflachdruck:
1. Handhaben von analogen
Druckformen von der
Herstellung über die Montage – –
bis zur Kontrolle und
2. Handhaben von digitalen
– – Herstellung bis zur Kontrolle
3. Kenntnis der drucktechnischen
– Einsatzmöglichkeiten der –
Druckfarben und der
4. Farbtöne nach Rezept und
– Vorlage mischen, abstimmen und –
5. Produktbezogenes Herrichten, Drucktechnische Optimierung
Einrichten und des Druckproduktes
6. Selbständiger Ein- und
Mehrfarbendruck an
Bogenoffsetmaschinen,
insbesondere Vornehmen der
– – Grundeinstellung, Auswahl der
Druckfarben, Beachtung der
Passgenauigkeit des
Bedruckstoffes sowie laufende
7. Durchführen von
prozessorientierten Messungen
– und Prüfungen an –
Bedruckstoffen und
8. Standardisierter Flachdruck inklusive
– Überwachung, Kontrolle und Prüfung der Produkte
2. Schwerpunkt Rollenrotationsdruck:
1. Kenntnis von
Zusatzeinrichtungen wie Leim-,
– Heft-, Rill-, Stanz-, –
Nummerier-, Kartenaufklebe-
und Bogenschneidaggregaten
2. Vorbereiten der Papierrollen am Rollenträger und Einziehen der
3. Kenntnis der drucktechnischen Eigenschaften und
– Einsatzmöglichkeiten der Druckfarben und der
4. Farbtöne nach Rezept und Vorlage mischen,
– abstimmen und andrucken
5. Einrichten und Anfahren der Maschine inklusive Überwachung,
Kontrolle und Prüfung der Produkte
6. Steuerung und Überwachung der laufenden
7. – Bedienen der Druckmaschine über den Leitstand
8. Durchführen von
9. Durchführen von Rollenwechseln
– – und Einrichten der
10. Konfigurieren der Druckmaschine
für den Druck, Anfahren der
– – Produktion, Bedienen der
Maschine über den Leitstand
11. Kontrolle, Überprüfung und
– – Optimierung der Produktion
12. Durchführen von standardisiertem
– Rollenrotationsdruck inklusive Kontrolle und
3. Schwerpunkt Digitaldruck:
1. Handling von digitalen Daten
wie Übertragung,
Komprimierung, Schutz,
– Archivierung, Sicherung und –
Verwaltung auf geeigneten
Datenträgern sowie Erzeugung
2. Auswahl und Überprüfung von Bedruckstoffen,
– Tonern, Tinten und Farben
3. Kalibrieren von Digitaldruckmaschinen
– – (Color-Management)
4. Einrichten und Verwalten von
Datenbanken sowie Aufbereitung
– von Daten für den Druck und –
5. Erstellen von systemspezifischen
– – Druckprofilen inklusive
Anwendung, Kontrolle und Prüfung
6. Abarbeiten von Druckjobs, insbesondere Auswahl
– der Druckdaten, Berücksichtigung der
Auftragsparameter sowie Einhaltung der Vorgaben
und digitales Ausschießen
7. Handhaben des digitalen
– – Workflows
8. Optimierung von
– – Systemeinstellungen und deren
9. Durchführen von
– prozessorientierten Messungen –
10. Sachgemäßer Umgang mit
– Verbrauchsmaterialien –
4. Schwerpunkt Siebdruck:
1. Bespannen von
Siebdruck- – – –
2. Herstellen von direkten und
indirekten Siebdruckformen – –
3. Herstellen von
– mittels – –
4. Einrichten der Schablonen
5. Kenntnis der drucktechnischen
6. Farbtöne nach Rezept und
7. Kenntnisse über
Siebdruckmaschinen – –
8. Einrichten und Anfahren
der Siebdruckmaschine
– inklusive Kontrolle und –
9. Steuerung und Überwachung der
– – laufenden Produktion
10. Durchführen von prozessorientierten Messungen
– und Prüfungen an Bedruckstoffen, Druckfarben,
Druckprodukten und Druckformen
11. Optimierung von
– – Produktionsprozessen
(3) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist – unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben – auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbstgesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.
(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Angewandte Mathematik, Grundlagen der Drucktechnik und Technologie.
§ 5. (1) Die Prüfung ist unter Berücksichtigung der Schwerpunktausbildung nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrages durchzuführen.
(2) Die Aufgabe hat sich auf die Herstellung eines mehrfarbigen Druckproduktes nach Vorgabe der Prüfungskommission unter Einschluss von Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, allenfalls erforderliche Maßnahmen zum Umweltschutz und Maßnahmen zur Qualitätskontrolle (Erfassen, Auswerten und Dokumentieren qualitätsrelevanter Prozessdaten von der Druckvorstufe bis zum Druckprodukt) zu erstrecken. Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind händisch oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.
(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und die Schwerpunktausbildung jedem Prüfling eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sieben Stunden ausgeführt werden kann.
1. fachgerechte Ausführung,
2. Passgenauigkeit des Drucks,
3. Erreichen und Halten des Farbtones,
4. fachgerechtes Rüsten der Maschine,
5. fachgerechtes Verwenden der Maschinen, Geräte und Materialien,
6. Ordnung und Sauberkeit der Durchführung.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung des Prüflings zu entsprechen. Hierbei sind Materialproben, Werkzeuge, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.
§ 8. (1) Die Prüfung hat die Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
1. Längen-, Flächen-, Volums- und Masseberechnung,
2. Materialkosten- und Regienberechnung,
3. Farb- und Papierflächenberechnung,
4. Nutzenberechnung, Papierverbrauchsberechnung, Zuschussberechnung und Einteilungsbogenberechnung.
1. Werkstoffe (Bedruckstoffe und Druckformen),
2. Druckfarben,
3. Ausschießschemata,
4. Druckverfahren,
5. Weiterverarbeitung.
(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich acht Aufgaben zu stellen.
§ 10. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
1. Arbeitsablauf in einer Druckerei,
2. Werkzeuge und Druckmaschinen,
3. Prozesssteuerung,
4. Kopie,
5. Messtechnik.
§ 12. (1) Mit dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung treten unbeschadet Abs. 2 folgende Rechtsvorschriften außer Kraft:
1. Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Drucker, BGBl. Nr. 244/1982;
2. Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Flachdrucker, BGBl. Nr. 300/1972, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 291/1979;
3. Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Kupferdrucker, BGBl. Nr. 300/1972, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 291/1979;
4. Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Siebdrucker, BGBl. Nr. 300/1972, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 291/1979;
5. Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Drucker, BGBl. Nr. 182/1982;
6. Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Flachdrucker, BGBl. Nr. 429/1974, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 183/1982;
7. Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Kupferdrucker, BGBl. Nr. 262/1977, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 183/1982;
8. Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Siebdrucker, BGBl. Nr. 430/1974, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 183/1982.
(2) Lehrlinge, die am Tag der Kundmachung dieser Verordnung im Lehrberuf Drucker, Siebdrucker oder Flachdrucker ausgebildet werden, sind gemäß den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit auszubilden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß den in Abs. 1 angeführten Prüfungsordnungen antreten.
(3) Personen, die die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Drucker, Siebdrucker oder Flachdrucker abgelegt haben, sind auf Grund des § 24 Abs. 5 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 79/2003, unmittelbar zur Führung der Berufsbezeichnung Drucktechniker oder Drucktechnikerin berechtigt.
(4) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Drucker, Siebdrucker und Flachdrucker zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Drucktechnik voll anzurechnen.
Quelle: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003813