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Timestamp: 2020-08-11 06:51:50
Document Index: 96956507

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705', 'BGH', 'BGH', '§ 32']

Mittelbare Beteiligung an Publikumsgesellschaften | Rechtslupe
Es ent­spricht seit der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 13. Mai 1953 [1] der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs [2], dass im Fal­le einer so genann­ten offe­nen oder qua­li­fi­zier­ten Treu­hand, gera­de bei der treu­hän­de­ri­schen Zusam­men­fas­sung zahl­rei­cher Geld­ge­ber, die an der Gesell­schaft Betei­lig­ten ihr gesell­schafter­li­ches Innen­ver­hält­nis so gestal­ten kön­nen, als ob die Treu­ge­ber selbst Gesell­schaf­ter wären. Durch eine sol­che Rege­lung besteht für die Betei­lig­ten die Mög­lich­keit, ihre Rechts­be­zie­hun­gen unter­ein­an­der der wirk­li­chen Sach­la­ge anzu­pas­sen; in die­ser Hin­sicht, d.h. bezo­gen auf das Innen­ver­hält­nis, sind sie durch zwin­gen­des Recht nicht ein­ge­schränkt, da die Gestal­tung ihrer inter­nen Rechts­be­zie­hun­gen im all­ge­mei­nen einer frei­en ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung zugäng­lich ist [3]. Ein sol­ches Ver­trags­ver­hält­nis mit den Gesell­schaf­tern ist regel­mä­ßig anzu­neh­men, wenn – wie bei Publi­kums­ge­sell­schaf­ten häu­fig – die mit­tel­ba­re Betei­li­gung erst noch zu wer­ben­der Anle­ger und damit eine Ver­zah­nung von Gesell­schaft und Treu­hand im Gesell­schafts­ver­trag von vorn­her­ein vor­ge­se­hen ist und im Hin­blick dar­auf bestimm­te Rech­te und Pflich­ten der Anle­ger schon im Gesell­schafts­ver­trag gere­gelt sind. Eine sol­che Rege­lung ist recht­lich unbe­denk­lich. Sol­len im Ein­zel­fall die Treu­ge­ber Rech­te aus­üben dür­fen, die, wie z. B. das Stimm­recht, von der Mit­glied­schaft des Treu­hän­ders grund­sätz­lich nicht abge­spal­ten wer­den kön­nen, ist das aus­nahms­wei­se zuläs­sig, weil dem alle Gesell­schaf­ter im Gesell­schafts­ver­trag zuge­stimmt haben. Der Anle­ger muss die ihn betref­fen­den Rege­lun­gen des Gesell­schafts­ver­tra­ges, auf den er bei sei­nem Bei­tritt Bezug nimmt, regel­mä­ßig so ver­ste­hen, dass die Gesell­schaf­ter damit schlüs­sig den Treu­hand­ge­sell­schaf­ter, mit dem er unmit­tel­bar abschließt, bevoll­mäch­tigt haben, ihn wie einen Gesell­schaf­ter in das Gesell­schafts­ver­hält­nis ein­zu­be­zie­hen, soweit sei­ne Rechts­stel­lung im Gesell­schafts­ver­trag ange­spro­chen ist [4].
Nach dem Inhalt des Gesell­schafts­ver­tra­ges, den der Bun­des­ge­richts­hof selbst aus­le­gen kann [5], und unter Berück­sich­ti­gung des Treu­hand­ver­tra­ges und der Bei­tritts­er­klä­rung der Beklag­ten han­delt es sich bei dem Ver­hält­nis zwi­schen der Gesell­schaft einer­seits und den Treu­ge­bern ande­rer­seits nicht um ein ein­fa­ches Treu­hand­ver­hält­nis, son­dern um eine von gesell­schafts­recht­li­chen Bin­dun­gen über­la­ger­te Treu­hand­be­zie­hung.
Bereits in der Bei­tritts­er­klä­rung hat die Beklag­te aner­kannt, dass für ihre Stel­lung in der Gesell­schaft sowohl der Gesell­schafts- als auch der Treu­hand­ver­trag gel­ten soll­ten. Sie hat erklärt, sich an dem Objekt „Wohn­an­la­ge K. , P. – K. Fonds – A. Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft mbH & Co. K. Fonds OHG“ (= Klä­ge­rin) betei­li­gen zu wol­len. Die Treu­hän­de­rin wird dem­ge­gen­über nur als rechts­tech­ni­sches Mit­tel zum Zweck erwähnt. Die Geschäfts­füh­re­rin der Klä­ge­rin hat für die übri­gen Gesell­schaf­ter – wie im Gesell­schafts­ver­trag vor­ge­se­hen – die Bei­tritts­er­klä­rung selbst ange­nom­men.
BGH, Urteil vom 13.05.1953 – II ZR 157/​52, BGHZ 10, 44, 49 f.[↩]
sie­he nur BGH, Urteil vom 30.03.1987 – II ZR 163/​86, ZIP 1987, 912, 913; Urteil vom 02.07.2001 – II ZR 304/​00, BGHZ 148, 201, 205; Urteil vom 23.06.2003 – III ZR 46/​02, ZIP 2003, 1702, 1703; Urteil vom 13.07.2006 – III ZR 361/​04, ZIP 2006, 1631 Rn. 10; Urteil vom 11.11.2008 – XI ZR 468/​07, BGHZ 178, 271 Rn.20[↩]
BGH, Urteil vom 13.05.1953 – II ZR 157/​52, BGHZ 10, 44, 49 f. m.w.N.[↩]
BGH, Urteil vom 30.03.1987 – II ZR 183/​86, ZIP 1987, 912, 913; Teb­ben, ZGR 2001, 586 ff.; Münch­Komm-BGB/Ul­mer, 5. Aufl., § 705 Rn. 91 ff.[↩]
st. Rspr., sie­he BGH nur Urteil vom 16.12.1991 – II ZR 58/​91, BGHZ 116, 359, 364; Urteil vom 19.03.2007 – II ZR 73/​06, ZIP 2007, 812 Rn. 18, jeweils m.w.N.[↩]
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