Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20237,%20421
Timestamp: 2019-12-06 01:22:36
Document Index: 168654664

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 22', 'BGH', '§ 15', '§ 22', '§ 11', '§ 11']

BFH, 15.03.2012 - III R 30/10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,18895
BFH, 15.03.2012 - III R 30/10 (https://dejure.org/2012,18895)
BFH, Entscheidung vom 15.03.2012 - III R 30/10 (https://dejure.org/2012,18895)
BFH, Entscheidung vom 15. März 2012 - III R 30/10 (https://dejure.org/2012,18895)
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§ 15 Abs 2 EStG 2002, § 22 Nr 3 EStG 2002, ProstG
Qualifizierung der Einkünfte aus Eigenprostitution - Vorlage an den Großen Senat des BGH
EStG § 15 Abs. 2; EStG § 22 Nr. 3
Das älteste Gewerbe der Welt - wird Eigenprostitution jetzt wirklich zum Gewerbe?
Zu sexuellen Dienstleistungen - Eigenprostitution ist gewerbesteuerpflichtig
Vorlage an den Großen Senat wegen Qualifizierung der Einkünfte aus Eigenprostitution
Qualifizierung der Einkünfte aus Eigenprostitution - Vorlage an den Großen Senat des BFH
Prostituierten drohen Gewerbesteuerzahlungen
Entscheidung über die Qualifizierung der Einkünfte aus Eigenprostitution
BFHE 237, 421
BB 2012, 1953
DB 2012, 1722
BStBl II 2012, 661
Der III. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat durch Beschluss vom 15. März 2012 III R 30/10 (BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661) dem Großen Senat gemäß § 11 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) folgende Rechtsfrage zur Entscheidung vorgelegt:.
Denn die erneute Vorlage der Rechtsfrage, ob selbständig tätige Prostituierte sonstige Einkünfte oder gewerbliche Einkünfte erzielen, ist jedenfalls schon deshalb zulässig, weil seit der Entscheidung des Großen Senats mehr als 45 Jahre vergangen sind, Verwaltung und Literatur einhellig die Auffassung vertreten, Prostituierte erzielten gewerbliche Einkünfte (s. C.I.2. und 3.), und sich überdies die rechtlichen Rahmenbedingungen --wie im Einzelnen aus dem Beschluss des vorlegenden III. Senats in BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661 ersichtlich-- für die Ausübung der Prostitution seither geändert haben.
Die Entwicklung der Rechtsprechung zur Behandlung der Einkünfte aus Prostitution ist im Vorlagebeschluss in BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661 wiedergegeben.
Da dies einhelliger Auffassung in Verwaltung und Literatur (s. C.I.2. und 3.) entspricht, sieht der Große Senat von weiteren Ausführungen hierzu ab, sondern verweist zur Begründung auf die zutreffenden Ausführungen im Vorlagebeschluss des III. Senats in BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661.
Bei der Abgrenzung zwischen Gewerbebetrieb und der nicht steuerbaren Sphäre ist auf das Gesamtbild der Verhältnisse und die Verkehrsanschauung abzustellen (vgl. Beschlüsse des Großen Senats des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 3. Juli 1995 GrS 1/93, BFHE 178, 86, BStBl II 1995, 617; vom 10. Dezember 2001 GrS 1/98, BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291; Senatsbeschluss vom 15. März 2012 III R 30/10, BStBl II 2012, 661).
Der Senat hatte die Rechtsfrage, ob Prostituierte Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder sonstige Einkünfte erzielen, gemäß § 11 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) dem Großen Senat des BFH vorgelegt (Senatsbeschluss vom 15. März 2012 III R 30/10, BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661).
Zur Begründung verweist der Senat auf den Beschluss des Großen Senats in BStBl II 2013, 441 und auf seinen Vorlagebeschluss in BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661.
Das Gericht teilt insoweit die Auffassung des III. Senats des BFH, der die Frage der Art der Einkünfte aus Eigenprostitution dem Großen Senat erneut zur Entscheidung vorgelegt hat (Beschluss vom 15.3.2012, III R 30/10, BStBl II 2012, 661).
Die Rechtsposition der Prostituierten hat sich u. a. auch durch den Zugang zum sozialen Sicherungssystem verbessert (vgl. BFH-Beschluss vom 15.03.2012, III R 30/10, BStBl II 2012, 661).