Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=17.06.2014&Aktenzeichen=10%20C%207.13
Timestamp: 2019-05-24 06:25:53
Document Index: 211364475

Matched Legal Cases: ['Art. 78', '§ 59', '§ 60', '§ 4', '§ 13', '§ 25', '§ 29', '§ 34', 'Art. 2', 'Art. 33', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 49', '§ 91', '§ 92', '§ 161', '§ 47', 'Art 78', 'Art 78', '§ 59', '§ 60', '§ 60', 'Art. 78', '§ 59', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 4', '§ 13', '§ 15', '§ 25', '§ 29', '§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 38', '§ 77', 'Art. 2', 'Art. 33', 'Art. 13', 'Art. 20', 'Art. 13', 'Art. 23', 'Art. 49', '§ 91', '§ 92', '§ 161', '§ 47', '§ 29', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 29', '§ 4', '§ 4', '§ 60', '§ 60', '§ 60', 'Art. 33', 'Art. 49', 'Art. 49', '§ 71']

BVerwG, 17.06.2014 - 10 C 7.13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,13371
BVerwG, 17.06.2014 - 10 C 7.13 (https://dejure.org/2014,13371)
BVerwG, Entscheidung vom 17.06.2014 - 10 C 7.13 (https://dejure.org/2014,13371)
BVerwG, Entscheidung vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 (https://dejure.org/2014,13371)
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AEUV Art. 78 Abs. 2 Buchst. a und b; A... ufenthG § 59 Abs. 3, § 60 Abs. 1 Satz 1 und 2, Abs. 2 Satz 2, Abs. 5, 7 und 10; AsylVfG § 4 Abs. 1, §§ 13, 15 Abs. 2, § 25 Abs. 1, §§ 29, 32, 33 Abs. 1, §§ 34, 38, 77 Abs. 1; Richtlinie 2013/32/EU Art. 2 Buchst. i, Art. 33 Abs. 2 Buchst. a; Dublin II-VO Art. 13 und 20; Dublin III-VO Art. 13, 23 Abs. 2, Art. 49 Abs. 2; VwGO § 91 Abs. 1, § 92 Abs. 3, § 161 Abs. 2; VwVfG § 47 Abs. 1
Art 78 Abs 2 Buchst a AEUV, Art 78 Abs 2 Buchst b AEUV, § 59 Abs 3 AufenthG, § 60 Abs 1 S 1 AufenthG, § 60 Abs 1 S 2 AufenthG
Einstellung des Asylverfahrens bei nicht fristgerechtem Nachkommen der berechtigten Aufforderung zur Reisewegdarlegung; kein neues Asylverfahren bei ausländischer Flüchtlingsanerkennung
Rechtmäßigkeit der Einstellung eines Asylverfahrens wegen unzureichender schriftlicher Auskünfte des Asylbewerbers über seinen Reiseweg nach Deutschland; Bestehen eines Abschiebungsverbots durch die Bindungswirkung einer ausländischen Flüchtlingsanerkennung
AEUV Art. 78 Abs. 2 Bst. a, AEUV Art. ... 78 Abs. 2 Bst. b, AufenthG § 59 Abs. 3, AufenthG § 60 Abs. 1 S. 1, AufenthG § 60 Abs. 1 S. 2, AufenthG § 60 Abs. 2 S. 2, AufenthG § 60 Abs. 5, AufenthG § 60 Abs. 7, AufenthG § 60 Abs. 10, AsylVfG § 4 Abs. 1, AsylVfG § 13, AsylVfG § 15 Abs. 2, AsylVfG § 25 Abs. 1, AsylVfG § 29, AsylVfG § 32, AsylVfG § 33 Abs. 1, AsylVfG § 34, AsylVfG § 38, AsylVfG § 77 Abs. 1, RL 2013/32/EU Art. 2 Bst. i, RL 2013/32/EU Art. 33 Abs. 2 Bst. a, VO 343/2003 Art. 13, VO 343/2003 Art. 20, VO 604/2013 Art. 13, VO 604/2013 Art. 23 Abs. 2, VO 604/2013 Art. 49 Abs. 2, VwGO § 91 Abs. 1, VwGO § 92 Abs. 3, VwGO § 161 Abs. 2, VwVfG § 47 Abs. 1
Fingerabdrücke, Identitätsfeststellung, Abschiebungsandrohung, Abschiebungsverbot, Reiseweg, Betreibensaufforderung, Anlass für Betreibensaufforderung, Asylantrag, ausländische Flüchtlingsanerkennung, Flüchtlingsanerkennung, Auswertbarkeit, Belehrung, Bindungswirkung, Dublinverfahren, Dublin II-VO, Dublin III-Verordnung, Einstellung, Einstellung des Verfahrens, Einstellung des Asylverfahrens, Erledigung, internationaler Schutz, Klageänderung, Mitwirkungspflicht, nationaler Abschiebungsschutz, unionsrechtlicher subsidiärer Schutz, subsidiärer Schutz, Umdeutung, Weiterwanderung von Flüchtlingen, Weiterwanderung, Zielstaat, Zielstaat der Abschiebung
Flüchtlinge - Kein neues Asylverfahren in Deutschland
Einstellung eines Asylverfahrens bei fehlender Darlegung des Reiseweges und eventueller Asylantragstellung im Ausland möglich
Mitwirkungspflicht/Verfahrenseinstellung/ausländische Flüchtlingsanerkennung
Ausländische Flüchtlingsanerkennung verhindert neues Asylverfahren in Deutschland
Keine Flüchtlingsanerkennung in der BRD, wenn bereits ausländische Flüchtlingsanerkennung besteht
VG Chemnitz, 10.03.2004 - A 5 K 1234/02
BVerwG, 26.10.2010 - 10 B 28.10
BVerwGE 150, 29
NVwZ 2014, 1460
DÖV 2014, 939
Für Asylanträge von Ausländern, denen in einem anderen Mitgliedstaat - wie hier - die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden ist, ergab sich deren Unzulässigkeit bis zum Inkrafttreten des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG im August 2016 aus § 60 Abs. 1 Satz 3 AufenthG (vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 29).
Danach gilt das gesetzliche Abschiebungsverbot in den Verfolgerstaat nach § 60 Abs. 1 Satz 2 AufenthG auch für ausländische Flüchtlingsanerkennungen (BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 29).
Dies hat zur Folge, dass seitdem auch ein Begehren auf subsidiären Schutz unzulässig ist, wenn dem Ausländer in einem anderen Mitgliedstaat die Rechtsstellung eines Flüchtlings oder eines subsidiär Schutzberechtigten zuerkannt worden ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 30; Beschluss vom 30. September 2015 - 1 B 51.15 - juris).
Der darin liegenden "unechten Rückwirkung" steht nationales Verfassungsrecht im konkreten Fall nicht entgegen (so der Sache nach bereits BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 28 ff.).
Nach Auffassung des Senats richtet sich jedenfalls die Beurteilung des Wiederaufnahmegesuchs nach den Regelungen der Dublin III-VO (vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 27).
Ein gleichwohl gestellter Antrag ist unzulässig (vgl. BVerwG, Urteil vom 17.06.2014 - 10 C 7.13 - Rdnr. 29 m.w.N.).
Dem steht auch die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2014 (10 C 7.13, a.a.O.) nicht entgegen, da im dortigen Fall von einem anderen Sachverhalt, nämlich dem Nichtvorliegen systemischer Mängel in dem Mitgliedstaat der ersten Anerkennung, auszugehen gewesen ist.
Ziffer 1 des Bescheides begründet das Bundesamt unter Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 - damit, dass der Kläger aufgrund der Schutzgewährung in Bulgarien gemäß § 60 Abs. 1 Satz 2 und 3 und Abs. 2 Satz 2 AufenthG keine weitere Schutzgewährung verlangen könne und daher ein erneutes Anerkennungsverfahren unzulässig sei.
Das Bundesamt hat in seiner Begründung zu Ziffer 1 des Bescheides auch keine Rechtsgrundlage genannt, sondern auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 - verwiesen.
Dieser Ausspruch ist vom BVerwG bestätigt worden, wobei es ausdrücklich offen ließ, ob die Einstellung in eine Entscheidung über die Unzulässigkeit des Asylantrags nach § 60 Abs. 1 Satz 2 und 3 AufenthG oder in eine Entscheidung über seine Unbeachtlichkeit nach § 29 AsylVfG umgedeutet werden könne, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, BVerwGE 150, 29 ff und juris, Rdn. 24.
In dem vom BVerwG entschiedenen Fall hatte das Bundesamt zudem über den vom dortigen Kläger hilfsweise geltend gemachten Anspruch auf Zuerkennung subsidiären Schutzes nach § 4 Abs. 1 AsylVfG (jetzt: § 4 AsylG), der von der Einstellung des Asylverfahrens wegen fingierter Rücknahme des Asylantrages aufgrund alten Rechts nicht erfasst war, vgl. Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, BVerwGE 150, 29 ff und juris, Rdn. 28, eine (negative) Sachentscheidung getroffen, nämlich in Nummer 2 des angefochtenen Bescheides festgestellt, dass Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 2 bis 7 AufenthG (a.F.) nicht vorliegen.
vgl. Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, BVerwGE 150, 29 ff und juris, Rdn. 28 - 31.
In dem betreffenden Fall hatte das Bundesamt im Übrigen auch eine (negative) Sachentscheidung über die Feststellung nationalen Abschiebungsschutzes getroffen, die das BVerwG ebenfalls bestätigte, vgl. Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, BVerwGE 150, 29 ff und juris, Rdn. 32 f.
Denn er hat unter keinem denkbaren Gesichtspunkt einen Anspruch auf eine Sachentscheidung über sein Begehren auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder Zuerkennung unionsrechtlichen subsidiären Schutzes, weil sein hierauf gerichteter Asylantrag nach geltendem Recht unzulässig ist, vgl. Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, BVerwGE 150, 29 ff und juris, Rdn. 31.
Insoweit wird auf die Ausführungen in dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, Rdn. 29 f verwiesen, denen das Gericht sich anschließt:.
Für Anträge auf subsidiären Schutz von Ausländern, denen in einem anderen Mitgliedstaat bereits die Flüchtlingseigenschaft oder subsidiärer Schutz zuerkannt worden ist, ergab sich die Unzulässigkeit bereits seit dem 1. Dezember 2013 auch aus § 60 Abs. 2 Satz 2 AufenthG (vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 30; Beschluss vom 30. September 2015 - 1 B 51.15 - juris).
Das Vertrauen der Betroffenen in den Fortbestand der früheren (jedenfalls bis zum Inkrafttreten des § 60 Abs. 2 Satz 2 AufenthG am 1. Dezember 2013 bestehenden) Rechtslage wiegt nach Auffassung des Senats weniger schwer als das mit der Neuregelung verfolgte Ziel, Sekundärmigration nach erfolgter Schutzgewährung in Übereinstimmung mit Art. 33 Abs. 2 Buchst. a Richtlinie 2013/32/EU zu vermeiden (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 1. Juni 2017 - 1 C 22.16 - juris Rn. 13; der Sache nach auch Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 28 ff.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 -, juris, Rn. 28 ff.
vgl. OVG Rh.-Pf., Urteil vom 18. Februar 2016 - 1 A 11081/14 -, juris, Rn. 18-21; OVG NRW, Beschluss vom 11. Mai 2015 - 14 A 926/15.A -, juris, Rn. 5; VG Berlin, Urteil vom 10. März 2016 - 23 A 10.16.A -, juris Rn. 17 m. w. N.; offen gelassen, aber mit Tendenz in diese Richtung BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 -, BVerwGE 150, 29 = juris, Rn. 26; vgl. auch Schweizerisches Bundesgericht, Urteil vom 14. November 2013 - D-4751/2013 -.
Der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, ein solcher Antrag sei unzulässig, vgl. BVerwG Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 -, juris, Rn. 24, ist nicht zu entnehmen, dass und auf welcher Rechtsgrundlage es zu einem solchen Ausspruch ermächtigt ist.
Zwar hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 -, juris, Rn. 28 ff., entschieden, dass der Antrag eines Ausländers auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder subsidiären Schutzes, dem im Ausland bereits entsprechender Schutz gewährt worden ist, unzulässig ist, weil kein Anspruch auf neuerliche Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder auf Feststellung subsidiären Schutzes besteht.
Die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats erfolgt vorliegend gemäß Art. 49 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 vom 26. Juni 2013 (ABl EU L 180 S. 31 - Dublin III-VO) vom Grundsatz her nach der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (ABl EG L 50 S. 1 - Dublin II-VO), da der Asylantrag in der Bundesrepublik Deutschland noch vor dem 1. Januar 2014 gestellt worden ist (vgl. dazu näher BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014 - 10 C 7/13 -, juris, Rn. 27).
Insbesondere ergibt sich hierfür nichts aus der Dublin III-VO, welche nach ihrem Art. 49 Abs. 2 für das nach dem 1. Januar 2014 gestellte Wiederaufnahmeersuchen an Bulgarien jedenfalls im Hinblick auf das zu beachtende Verfahren maßgeblich ist (vgl. näher BVerwG, Urteil vom 17. Juni 2014, a. a. O., m. w. N.).
Dies zu verhindern, ist der Zweck der Sachurteilsvoraussetzung des Rechtsschutzbedürfnisses (vgl. BVerwG, Urteile vom 28. April 1998 - 9 C 1.97 - BVerwGE 106, 339 und vom 17. Juni 2014 - 10 C 7.13 - BVerwGE 150, 29 Rn. 32 f.).
BVerwG, 23.10.2015 - 1 B 41.15
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Abschiebung, Niederlande, Dublin-Verfahren, Überstellungsfrist, …