Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=10.06.2005&Aktenzeichen=1%20BvR%202790/04
Timestamp: 2019-06-20 02:24:06
Document Index: 12642125

Matched Legal Cases: ['EGMR', 'EGMR', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 101', 'Art. 33', 'Art. 20', '§ 1684', 'Art. 103']

BVerfG, 10.06.2005 - 1 BvR 2790/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,615
BVerfG, 10.06.2005 - 1 BvR 2790/04 (https://dejure.org/2005,615)
BVerfG, Entscheidung vom 10.06.2005 - 1 BvR 2790/04 (https://dejure.org/2005,615)
BVerfG, Entscheidung vom 10. Juni 2005 - 1 BvR 2790/04 (https://dejure.org/2005,615)
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Willkürliche Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter sowie Verletzung des Elternrechts und Verstoß gegen die Bindungswirkung von Urteilen des EGMR durch fachgerichtlichen Ausschluss des Umgangsrechts des Vaters mit seinem bei Pflegeeltern lebenden Kind
Bindung an Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
Art. 3, 6, 20, 101 GG; Art. 8 EMRK
Befugnisse des mit einer Untätigkeitsbeschwerde angerufenen Gerichts
efkir.de , S. 2 (Leitsatz)
GG Art. 101 I 2 i.V. mit Art. 33 I, 6 II 1 i. V. mit Art. 20 III; BGB §§ 1684, 1696
Verfassungswidrigkeit des Ausschlusses des Umgangsrechts eines nichtehelichen Vaters
BVerfGK 5, 316
NJW 2005, 2685
NJ 2005, 365
FamRZ 2005, 1233
Wie auch bei anderen, im Vergleich zum Wechselmodell weniger weitreichenden Umgangsregelungen begegnet es daher - insbesondere bei bestehender gemeinsamer elterlicher Sorge - keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass ein Rechtsmittel gegen eine das Wechselmodell anordnende einstweilige Anordnung nicht statthaft ist (vgl. BVerfG FamRZ 2005, 1233, 1235).
- Mit weiterem Beschluss vom 10. Juni 2005 (FamRZ 2005, 1233) hob das Bundesverfassungsgericht den Beschluss des 14. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg vom 20. Dezember 2004 auf, soweit er das Umgangsrecht in Abänderung der einstweiligen Anordnung des Amtsgerichts Wittenberg vom 2. Dezember 2004 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache ausgeschlossen hatte.
(1) Das rechtsstaatliche Erfordernis der Messbarkeit und Vorhersehbarkeit staatlichen Handelns als Grundlage des Rechtsfriedens erfordert es, die Voraussetzungen, unter denen gerichtliche Entscheidungen einer Überprüfung unterliegen, hinreichend klar zu bestimmen (BVerfG 10. Juni 2005 - 1 BvR 2790/04 - zu II 2 a aa (2) (a) (aa) der Gründe, NJW 2005, 2685) .
In diesem Fall entspricht es der Billigkeit, die öffentliche Hand ohne weitere Prüfung an ihrer Auffassung festzuhalten und dem Beschwerdeführer die Erstattung seiner Auslagen in gleicher Weise zuzubilligen, als wenn seiner Verfassungsbeschwerde stattgegeben worden wäre (vgl. etwa BVerfGE 85, 109 ; 87, 394 ; BVerfGK 5, 316 ).
Unter solchen Umständen sieht es das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) - jedenfalls außerhalb des Bereichs gerichtlicher Untätigkeit bei freiheitsentziehenden Maßnahmen - als fraglich an, ob die gesetzlich nicht geregelte Untätigkeitsbeschwerde dem aus dem Rechtsstaatsgebot abzuleitenden Gebot der Rechtsmittelklarheit genügen kann (vgl BVerfG 1. Kammer 1. Senat, Beschluss vom 10.6.2005 - 1 BvR 2790/04 - NJW 2005, 2685 RdNr 29;… generell ablehnend: Beschluss des Plenums des BVerfG vom 30.4.2003, BVerfGE 107, 395, 416 = SozR 4-1100 Art. 103 Nr. 1).
OLG Düsseldorf, 16.01.2008 - 24 W 109/07
Untätigkeitsbeschwerde bei "Rechtsverweigerung"
OLG Naumburg, 11.10.2005 - 8 WF 190/05
OLG Düsseldorf, 24.07.2006 - 23 W 35/06