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Timestamp: 2016-10-23 08:00:36
Document Index: 100986759

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 981', 'Art. 983', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 9', 'Art. 26', 'Art. 6', 'Art. 57', 'Art. 84', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 84', 'BGE', 'Art. 935', 'Art. 930', 'Art. 55', 'Art. 84', 'Art. 965', 'Art. 972', 'BGE', 'Art. 971', 'Art. 972', 'Art. 972', 'Art. 986', 'BGE', 'Art. 930', 'BGE', 'Art. 930', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 971', 'Art. 26', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 6', 'Art. 156', 'Art. 159']

4P.178/2003 (22.12.2003)
Erbengemeinschaft des F. A.________, n�mlich: M., D. und E. A.________ sowie B.________-A.________,
Beschwerdef�hrer, beide vertreten durch F�rsprecherin Alessia Chocomeli-Lisibach,
Art. 9, 26 und 29 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Zivilprozess; willk�rliche Beweisw�rdigung; rechtliches Geh�r; Eigentumsgarantie),
A.a E. A.________ war vom 1. Februar 1990 bis Ende 1995 Mitarbeiter der Bank X.________, die per 1. Januar 1996 von der Bank Y.________ �bernommen wurde. In den Jahren 1990 und 1991 gew�hrten ihm seine Eltern, F. und M. A.________, ein Darlehen von insgesamt Fr. 40'000.-. Zu dessen Tilgung �bergab er ihnen im Jahre 1994 oder 1995 f�nf Inhaberobligationen an Erf�llungs statt, die er aus Klientendossiers der Bank X.________ entwendet hatte. Die Bank Y.________ bemerkte das Fehlen der Obligationen am 28. Februar 1996 und leitete gleichentags ein Amortisationsverfahren gem�ss Art. 981 ff. OR ein. Am 21. Mai 1996 erstattete er zudem Strafanzeige gegen E. A.________.
Der Untersuchungsrichter im Strafverfahren liess die f�nf Inhaberobligationen am 3. Juni 1996 bei den Eltern A.________ beschlagnahmen. Am 28. Juni 1996 h�ndigte er sie der Bank Y.________aus.
Mit Urteil vom 4. Oktober 1996 stellte der Gerichtspr�sident des Broyebezirks des Kantons Freiburg fest, dass ihm trotz dreimaliger �ffentlicher Aufforderung im Schweizerischen Handelsamtsblatt (Art. 983 f. OR) die vermissten Inhaberobligationen nicht vorgelegt worden waren, und erkl�rte sie f�r kraftlos.
"Je sollicite votre aide pour la restitution d'obligations de caisse de la banque X.________ qui m'ont �t� s�questr�es le 3 juin 1996.
Ces obligations ont �t� faits sous mon ordre par mon fils E. qui souhaitait me rembourser deux pr�ts de 1990-1991 et pour un montant de Fr. 40'000.--.
Malheureusement, il a �t� tout d'abord dit que ces obligations avaient �t� pay�es avec de l'argent vol�, ensuite qu'ils (recte: elles) avaient �t� subtilis�es dans le dossier d'un client de l'ex-banque X.________.
J'esp�re que vous accepterez de me d�fendre et de pouvoir les r�cup�rer. Je vis modestement et j'esp�re que vous tiendrez compte de mes possibilit�s financi�res. Je reste � votre disposition pour mener � bien cette requ�te."
Der Beschwerdegegner wandte sich daraufhin am 11. Februar 1997 an den zust�ndigen Untersuchungsrichter und beantragte unter Hinweis auf BGE 120 Ia 120 die R�ckerstattung der Wertpapiere. Der Untersuchungsrichter teilte ihm am 18. Februar 1997 mit, er werde nach der Schlusseinvernahme von D. A.________, einem Bruder von E. A.________, gegen den ebenfalls ein Strafverfahren er�ffnet worden war, �ber den Antrag befinden. Mit Schreiben vom 3. M�rz 1997 teilte er dem Beschwerdegegner sodann Folgendes mit:
"Je reviens sur ma lettre du 18 f�vrier 1997 relative � la requ�te de vos clients tenant � la restitution des papiers-valeurs s�questr�s.
Apr�s r�examen du dossier, je constate que ces obligations de caisse ont �t� restitu�es � la banque Y.________ le 28 juin 1996.
En cons�quence, votre requ�te du 11 f�vrier est devenue sans objet.
En effet, j'avais alors consid�r� qu'il n'y avait pas lieu de maintenir le s�questre sur ses papiers-valeurs en vue de leur confiscation, pour motif qu'ils devaient �tre restitu�s aux l�s�s en r�tablissent de leurs droits au sens de l'art. 59 ch. 1 al. 1 CP.
En outre, par ordonnance du 4 octobre 1996, le Pr�sident du Tribunal civil de la Broye a prononc� l'annulation desdites obligations de caisse. (...)"
Dieses Schreiben leitete der Beschwerdegegner am 5. M�rz 1997 an das Ehepaar A.________ weiter. Am 2. Juni 2002 (recte 1997) unterrichtete er seine Mandanten �ber die tats�chlichen Begebenheiten in Bezug auf die f�nf Inhaberobligationen, die daraus resultierende materielle Rechtslage sowie die prozessualen M�glichkeiten. Namentlich f�hrte er aus:
a) Theoretisch besteht die M�glichkeit, Herrn Untersuchungsrichter G.________ zu ersuchen, seine Verf�gung vom 3. M�rz 1997 zu widerrufen, die Obligationen einzuziehen und die Bank auf den Klageweg zu verweisen. In einem solchen Falle w�ren Sie in der prozessual g�nstigeren Position des Beklagten, und die Bank m�sste Klage einreichen. Die Chancen, dass der Untersuchungsrichter auf seinen Entscheid zur�ckkommt, liegen unter 50 Prozent.
b) Als sicherster Weg verbleibt die M�glichkeit, dass Sie selbst als rechtm�ssiger Eigent�mer der Wertpapiere auf deren Herausgabe sowie auf Abtretung der Gl�ubigerrechte gegen die Bank klagen. Ein solcher Zivilprozess ist allerdings �usserst kostspielig und nimmt eine gewisse Zeitspanne f�r sich in Anspruch. Die Chancen, dass Sie den Prozess gewinnen, stehen aber relativ gut."
Nach einer Besprechung mit seinen Klienten reichte der Beschwerdegegner am 10. Juni 1997 beim Untersuchungsrichter ein Wiedererw�gungsgesuch ein. Diesem wurde am 12. Juni 1997 nicht statt gegeben, was der Beschwerdegegner seinen Mandanten am 16. Juni 1997 mitteilte. Er wies darauf hin, dass er nunmehr vereinbarungsgem�ss den zivilrechtlichen Weg in Angriff nehme und vorerst versuche, eine aussergerichtliche Vereinbarung zu treffen. Eine solche konnte jedoch nicht erzielt werden. Nach weiteren Besprechungen schlug der Beschwerdegegner am 24. Dezember 1997 seinen Mandanten vor, die Bank Y.________ an ihrem Gesch�ftssitz H.________ einzuklagen und hierzu ein Anwaltsb�ro vor Ort beizuziehen.
A.c Am 5. Januar 1998 wandten sich die Eheleute A.________ an die Anklagekammer des Kantonsgerichts Freiburg und baten um Mitteilung, welchen Weg sie einzuschlagen h�tten, um den Entscheid des Untersuchungsrichters, die Obligationen an die Bank herauszugeben, anzufechten. Ohne von der Anklagekammer eine einl�ssliche Antwort erhalten zu heben, erhoben sie am 2. Februar 1998 in der gleichen Sache Beschwerde, welche die Anklagekammer mit Entscheid vom 19. M�rz 1998 abwies, soweit sie darauf eintrat. Gegen diesen Entscheid legten sie erfolglos strafrechtliche Nichtigkeitsbeschwerde und staatsrechtliche Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht ein; auf die Nichtigkeitsbeschwerde trat das Gericht am 6. Mai 1998 nicht ein, die staatsrechtliche Beschwerde wies es am 10. Juni 1998 ab, soweit es darauf eintrat.
Vom Ehepaar A.________ am 14. Februar 1998 dazu aufgefordert, nahm der Beschwerdegegner zum bisherigen Geschehen Stellung. Er riet von einem Staatshaftungsverfahren wegen Aussichtslosigkeit ab und schlug vor, "den Aspekt der Rechtm�ssigkeit der durch den Untersuchungsrichter vorgenommenen Amtshandlung abzuschliessen" und sich auf den anstehenden Zivilprozess zu konzentrieren.
Dessen ungeachtet machten die Ehegatten A.________ zusammen mit und durch ihren Sohn D. A.________ beim Staatsrat des Kantons Freiburg f�r den ihnen durch Untersuchungsrichter G.________ zugef�gten Schaden Ersatzanspr�che in der H�he von Fr. 48'907.30 geltend. Der Staatsrat bestritt den Anspruch und verwies die Gesuchsteller an das kantonale Verwaltungsgericht.
Das Ehepaar A.________ und der Beschwerdegegner entzweiten sich in der Folge �ber die Frage, ob das vom Beschwerdegegner gew�hlte Vorgehen das Richtige war, oder ob nicht der Entscheid des Untersuchungsrichters, die Inhaberobligationen an die Bank herauszugeben, h�tte angefochten werden sollen. Eine g�tliche Einigung konnte nicht erzielt werden, worauf F. und M. A.________ den Beschwerdegegner am 27. M�rz 1999 vor dem Zivilgericht des Sensebezirks (FR) auf Schadenersatz und Genugtuung belangten. Im Laufe des Verfahrens verstarb der Kl�ger F. A.________. Seine Erben M., E. und D. A.________ sowie B.________-A.________ traten an seiner Stelle in den Prozess ein.
Mit Urteil vom 9. Juli 2002 wies das Zivilgericht die Genugtuungsklage ab, hiess die Schadenersatzklage teilweise gut und verurteilte den Beschwerdegegner, den Kl�gern Fr. 42'000.- nebst Zins zu bezahlen.
Die Kl�ger (Beschwerdef�hrer) beantragen mit staatsrechtlicher Beschwerde, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben. Sie r�gen Verletzungen ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV), des Willk�rverbots (Art. 9 BV) sowie der Eigentumsgarantie gem�ss Art. 26 BV in Verbindung mit Art. 6 EMRK.
Die Beschwerdef�hrer haben des kantonsgerichtliche Urteil ebenfalls mit eidgen�ssischer Berufung angefochten.
Nach der Regel von Art. 57 Abs. 5 OG ist die staatsrechtliche Beschwerde vor der anh�ngigen Berufung zu beurteilen.
2.1 Weil die staatsrechtliche Beschwerde nicht das vorangegangene kantonale Verfahren weiterf�hrt, sondern als ausserordentliches Rechtsmittel ein selbst�ndiges staatsgerichtliches Verfahren er�ffnet, welches - in der Erscheinungsform der Verfassungsbeschwerde (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG) - der Kontrolle kantonaler Hoheitsakte unter dem spezifischen Aspekt ihrer Verfassungsm�ssigkeit dient, pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene R�gen (BGE 117 Ia 393 E. 1c S. 395). Die Beschwerdef�hrer haben die als verletzt behaupteten Verfassungsbestimmungen zu nennen und �berdies darzutun, inwiefern diese missachtet sein sollen (BGE 129 I 185 E. 1.6 mit Hinweisen). Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein. Es gen�gt daher nicht, wenn mit pauschalen Vorw�rfen behauptet wird, der angefochtene kantonale Entscheid sei verfassungswidrig zustande gekommen oder verletze in seinem Ergebnis materielles Verfassungsrecht. Vielmehr ist im Einzelnen aufzuzeigen, inwiefern das kantonale Verfahren nach Auffassung der Beschwerdef�hrer den formellen Verfassungsgarantien nicht entsprach, oder weshalb in materieller Hinsicht die Beweisw�rdigung oder die Rechtsanwendung des kantonalen Gerichts in Missachtung des Willk�rverbots mit der tats�chlichen Situation in krassem und offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt, sonstwie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft oder gegen andere Grundrechte verst�sst (BGE 125 I 492 E. 1b mit Hinweisen).
Die Begr�ndung muss zudem in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein. Verweise auf Ausf�hrungen in anderen Rechtsschriften, namentlich solchen des kantonalen Verfahrens, sind unbeachtlich (BGE 115 Ia 27 E. 4a S. 30 mit Hinweis).
2.2 Die Begr�ndung der staatsrechtlichen Beschwerde deckt sich �ber weite Strecken mit derjenigen der Berufung, im Wesentlichen bloss mit dem Unterschied, dass die Rechtsanwendung des Kantonsgerichts in jener als verfassungswidrig und in dieser als bundesrechtswidrig ausgegeben wird.
Die �bereinstimmende Begr�ndung hat nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht unbesehen die Unzul�ssigkeit der beiden Eingaben zur Folge. Vielmehr ist jede Rechtsschrift daraufhin zu pr�fen, ob darin R�gen vorgebracht werden, die im Rahmen des entsprechenden Rechtsmittels zul�ssig sind und den dortigen Begr�ndungsanforderungen gen�gen. Folge der Verflechtung zweier an sich zu trennender Begr�ndungen ist indessen, dass Vorbringen, die weder eindeutig zugeordnet noch offenkundig zuzuordnen sind, vom Bundesgericht �bergangen werden (BGE 116 II 745 E. 2b).
2.3 Soweit die Beschwerdeschrift den vorstehenden Anforderungen nicht entspricht, hat sie unbeachtet zu bleiben. Einzutreten ist hingegen auf die hinreichend begr�ndeten R�gen, soweit sie der staatsrechtlichen Beschwerde, namentlich unter Beachtung ihrer absoluten Subsidiarit�t (Art. 84 Abs. 2 OG), zug�nglich sind.
Nach den Feststellungen des Kantonsgerichts erhielten die Beschwerdef�hrer erstmals mit dem Schreiben des Untersuchungsrichters an ihren Anwalt vom 3. M�rz 1997 Kenntnis davon, dass die bei ihnen beschlagnahmten Inhaberobligationen am 28. Juni 1996 der Bank Y.________ ausgeh�ndigt worden waren. Mit Erhalt dieser Mitteilung habe ihnen die Frist zu laufen begonnen, die Herausgabe der Titel an einen Dritten bei der Anklagekammer des Kantonsgerichts anzufechten. Auf diese M�glichkeit wurden sie vom Beschwerdegegner - nach Auffassung des Kantonsgerichts vertragswidrig - nicht aufmerksam gemacht. Die Pflichtverletzung war indessen aus der Sicht des Kantonsgerichts f�r den geltend gemachten Schaden nicht kausal, da die Obligationen bereits am 4. Oktober 1996 kraftlos erkl�rt worden waren, damit ihren Wertpapiercharakter verloren hatten und folglich den Beschwerdef�hrern nicht mehr als solche h�tten zur Verf�gung gestellt werden k�nnen. Demzufolge - so das Kantonsgericht weiter - w�re die Anklagekammer trotz fehlerhafter Verf�gung des Untersuchungsrichters (vgl. BGE 120 Ia 120) auf eine Beschwerde mangels aktuellen Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten und h�tte ein Beschwerdeverfahren die Rechtsstellung der Beschwerdef�hrer weder in privatrechtlicher noch in staatshaftungsrechtlicher Hinsicht verbessert.
Demgegen�ber machen die Beschwerdef�hrer geltend, im Beschwerdeverfahren h�tten die erst am 23. Dezember 1997 zur R�ckzahlung f�lligen Inhaberobligationen durch Aufhebung der Kraftloserkl�rung und Ausstellung von Ersatzurkunden wiederhergestellt und ihnen ausgeh�ndigt werden m�ssen. Dies h�tte die Bank Y.________ gezwungen, privatrechtlich gegen sie vorzugehen. Angesichts ihres guten Glaubens (Art. 935 ZGB) und der Rechtsvermutung aus dem Besitz (Art. 930 ZGB) w�re ihre Gl�ubigerstellung jedoch nicht zu ersch�ttern gewesen.
Welche Folgen die Kraftloserkl�rung eines Wertpapiers auf die darin verbriefte Forderung zeitigt, ist eine Frage des Bundesrechts. Dagegen beurteilt sich nach kantonalem Organisations- und Verfahrensrecht, welche Beh�rde zust�ndig ist, die Rechtsfolgen einer zu Unrecht erfolgten Kraftloserkl�rung festzulegen und gegebenenfalls dem Wertpapiergl�ubiger zu seinem Recht zu verhelfen. Damit beurteilt sich nach kantonalem Recht, ob die Anklagekammer zust�ndig gewesen w�re, die mit der Amortisation und allenfalls Vernichtung der Wertpapiere untergegangenen Rechtsvermutungen auf die Gl�ubigerrechte zu Gunsten der Beschwerdef�hrer wiederherzustellen. Dessen Anwendung kann im Berufungsverfahren nicht �berpr�ft werden (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), so dass insoweit die staatsrechtliche Beschwerde offen steht (Art. 84 Abs. 2 OG). Erhebliche Entscheidungsparameter des Bundesprivatrechts zur an sich kantonalen Kompetenz bilden in diesem Verfahren Gegenstand von Vorfragen.
5.1 Die Amortisation von Wertpapieren ist die gerichtliche Erkl�rung, dass der Schuldner in Aufhebung des Grundsatzes von Art. 965 OR auch ohne Vorweisung der Urkunde leisten darf. Sie beraubt den Titel der formellen Legitimation, die er dem Inhaber verschafft. Das Recht wird vom Papier getrennt und der Berechtigte wird in die Lage versetzt, das Recht ohne Vorlage der Urkunde geltend zu machen. Die Wirkungen der Kraftloserkl�rung sind damit rein legitimationsrechtlicher Natur; die materielle Rechtslage bleibt davon unber�hrt (Art. 972 OR; BGE 84 II 174 E. 1; 82 II 224 E. 3b; J�ggi, Z�rcher Kommentar, N. 197 f. zu Art. 971/72 OR; Furter, Basler Kommentar, N. 1 ff. zu Art. 972 OR; Meier-Hayoz/von der Crone, Wertpapierrecht, 2. Aufl., Bern 2000, S. 48 f.; Guhl/Druey, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl., Z�rich 2000, S. 904 f.). Nach erfolgter Kraftloserkl�rung kann der Berechtigte indessen die Ausfertigung einer neuen Urkunde verlangen und damit das Recht wiederum wertpapierm�ssig einkleiden (Art. 972 Abs. 1 und Art. 986 Abs. 3 OR; BGE 84 II 174 E. 1 S. 177).
5.2 Die Beschwerdef�hrer waren im Zeitpunkt der Beschlagnahme Besitzer der Inhaberobligationen und standen damit im Genuss der gesetzlichen Vermutung ihrer Berechtigung aus den Wertpapieren (Art. 930 ZGB; BGE 109 II 239 E. 2a mit Hinweisen; Stark, Basler Kommentar, N. 27 zu Art. 930 ZGB). Der Untersuchungsrichter h�tte die Papiere daher ihnen zur�ckgeben m�ssen, sobald die Beschlagnahme nicht mehr notwendig war (BGE 120 Ia 120 E. 1b). Davon geht zu Recht auch das Kantonsgericht aus. Folgerichtig h�tte die Anklagekammer als Beschwerdeinstanz gegen�ber der verf�gten Herausgabe an die Bank Y.________ korrigierend eingreifen k�nnen und m�ssen.
Nun weist der vorliegende Fall jedoch die Besonderheit auf, dass die Wertpapiere im Zeitpunkt, in dem die Beschwerdef�hrer Kenntnis von deren Herausgabe an die Bank Y.________ erhielten und in dem ihnen die Beschwerdefrist zu laufen begann, bereits kraftlos erkl�rt und allenfalls vernichtet waren. Die Wiederherstellung des urspr�nglichen Rechtszustandes war damit unm�glich geworden, weil die Obligationen vernichtet oder jedenfalls ihres Wertpapiercharakters beraubt worden waren. Daraus schliesst das Kantonsgericht, dass die Beschwerdef�hrer in diesem Zeitpunkt kein Rechtsschutzinteresse mehr hatten, die Verf�gung des Instruktionsrichters anzufechten, weil das Beschwerdeverfahren ihnen den angestrebten Besitz an den Papieren bzw. die wertpapierrechtliche Legitimation nicht mehr h�tte verschaffen k�nnen. Daher w�re die Anklagekammer seines Erachtens im Fr�hjahr 1997 auf eine Beschwerde nicht eingetreten.
Die Beschwerdef�hrer halten diese Auffassung f�r verfassungswidrig, weil das Kantonsgericht insbesondere ausser Acht gelassen habe, dass sie im Beschwerdeverfahren ihren Anspruch auf die Ausstellung von Ersatzurkunden h�tten geltend machen k�nnen. Dies ist eine Frage des kantonalen Organisations- und Verfahrensrechts, dessen verfassungskonforme Anwendung das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren nach Massgabe der rechtsgen�glich erhobenen und begr�ndeten R�gen �berpr�ft.
Die Beschwerdef�hrer r�gen in verschiedener Hinsicht Verletzungen ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r.
6.1 Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dieses dient einerseits der Sachaufkl�rung, anderseits stellt es ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift (BGE 127 I 54 E. 2b; 124 I 241 E. 2). Dies gilt vorab f�r Sachfragen, in beschr�nktem Umfange auch f�r deren rechtliche Beurteilung, namentlich wenn die Parteien mit einer �berraschenden, unvorhersehbaren Rechtsanwendung konfrontiert werden sollen (BGE 126 I 19 E. 2d/bb; 116 Ia 455 E. 3cc).
Der Grundsatz des rechtlichen Geh�rs verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, sorgf�ltig und ernsthaft pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt, soweit sie rechtserheblich sind. Daraus folgt die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Der Rechtsuchende soll wissen, warum entgegen seinem Antrag entschieden wird. Die Begr�ndung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Erforderlich ist daher, dass wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen die Beh�rde sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 129 I 232 E. 3.2 S. 236).
6.2 Soweit die Beschwerdef�hrer geltend machen, der angefochtene Entscheid sei nicht hinreichend begr�ndet, ist die R�ge einer Geh�rsverweigerung unbegr�ndet. Die �berlegungen, die das Kantonsgericht zur Abweisung der Klage f�hrten, sind in tats�chlicher wie in rechtlicher Hinsicht hinreichend klar und vollst�ndig, um die Tragweite und Begr�ndung des Urteils zu verstehen. Das Gericht vermochte keine Rechtsgrundlage auszumachen, die den Strafverfolgungsbeh�rden erm�glicht h�tte, den Nachteil zu beheben, den die Beschwerdef�hrer aus der Kraftloserkl�rung und allenfalls Vernichtung der Wertpapiere erlitten haben. Es schloss daraus, das vers�umte Beschwerdeverfahren h�tte den Beschwerdef�hrern von vornherein nicht zu verschaffen vermocht, was sie begehrten, weshalb die Anklagekammer auf ein Rechtsmittel mangels Interesses nicht eingetreten w�re. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r liegt in dieser in sich schl�ssigen Begr�ndung offensichtlich nicht.
Die rechtliche Begr�ndung des angefochtenen Entscheids zum fehlenden Kausalzusammenhang zwischen der anwaltlichen Sorgfaltspflichtverletzung und dem zum Ersatz beanspruchten Schaden folgt dem allgemein bekannten Schema der erforderlichen Haftungsvoraussetzungen. Sie bedurfte daher mangels Unvorhersehbarkeit keiner besonderen Anh�rung der Parteien. Auch insoweit wurde kein Geh�rsanspruch verletzt.
6.3 Die Beschwerdef�hrer erblicken eine Verletzung ihres Geh�rsanspruchs weiter darin, dass das Kantonsgericht sich mit den Erw�gungen des Bezirksgerichts und ihren Vorbringen in der kantonalen Berufungsantwort nicht vollst�ndig auseinander gesetzt habe. Sie legen indessen mit einer Ausnahme nicht dar, welche rechtserheblichen Vorbringen unber�cksichtigt geblieben seien. Die R�ge ist insoweit nicht hinreichend begr�ndet (Erw�gung 2 vorne).
Die genannte Ausnahme betrifft den F�lligkeitstermin der Inhaberobligationen, der im Urteil des Kantonsgerichts nicht erw�hnt wird, von den Beschwerdef�hrern aber mit dem 23. Dezember 1997 behauptet wurde. Unter der Rechtsauffassung des Kantonsgerichts ist diese Tatsache indessen nicht erheblich. Waren die Strafverfolgungsbeh�rden unzust�ndig, den Amortisationsentscheid des Zivilrichters aufzuheben oder die Ausstellung von Ersatzurkunden anzuordnen, und leitet sich aus dieser Unzust�ndigkeit das fehlende Rechtsschutzinteresse der Beschwerdef�hrer ab, spielt augenf�llig keine Rolle, ob die Obligationen im Zeitpunkt der m�glichen Beschwerdef�hrung bereits f�llig waren oder nicht. In der unterlassenden Feststellung liegt damit keine Geh�rsverweigerung.
7.1 Die Beschwerdef�hrer geben den Entscheid des Kantonsgerichts als willk�rlich aus, weil darin die M�glichkeit einer Ausstellung von Ersatzurkunden nicht in Betracht gezogen worden sei. Dabei �bersehen sie, dass unter dem Blickwinkel der Kausalit�t der anwaltlichen Unterlassung nicht entscheidend ist, ob sie als fr�here Besitzer der Obligationen Anspruch auf die Ausstellung von Ersatzurkunden hatten. Wesentlich ist vielmehr, ob ein Beschwerdeverfahren vor der Anklagekammer gegebenenfalls geeignet gewesen w�re, ihnen diese Ersatzurkunden zu verschaffen. Das Kantonsgericht hat dazu keine Zust�ndigkeit der Strafverfolgungsbeh�rden auszumachen vermocht, und die Beschwerdef�hrer zeigen nicht auf, welche klare Norm dabei willk�rlich ausser Betracht geblieben ist. Sie �bersehen zudem offenbar, dass die Ausstellung eines Ersatztitels die Bedeutung einer Schuldanerkennung hat und daher gleich dem Erf�llungsanspruch bloss in einem kontradiktorischen Verfahren mit Beteiligung des Schuldners zu bewirken ist (BGE 84 II 174 E. 1 S. 177 f.; 82 II 224 E. 3c; J�ggi, Z�rcher Kommentar, N. 204 zu Art. 971/72 OR). Inwiefern das vers�umte Beschwerdeverfahren diesen Erfordernissen h�tte gen�gen k�nnen, ist weder dargetan noch ersichtlich. Die Willk�rr�ge ist unbegr�ndet, soweit darauf eingetreten werden kann (Erw�gung 2.1 vorne).
Die Amortisation der Wertpapiere beeintr�chtigte nicht die materielle Rechtsstellung der Beschwerdef�hrer, sondern bloss die zu ihren Gunsten bestandenen Vermutungen der Gl�ubigerschaft aus dem Besitz der Inhaberpapiere. Diese hatten somit bloss ein Rechtsschutzinteresse an einer Beschwerde im Strafverfahren, wenn diese geeignet gewesen w�re, ihnen die verlorene besitz- und wertpapierrechtliche Legitimation wieder zu beschaffen. Dies hat das Kantonsgericht nach dem Gesagten willk�rfrei verneint. Damit ist auch die Verneinung eines Rechtsschutzinteresses und die angenommene Aussichtslosigkeit einer Beschwerde an die Anklagekammer verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Darauf hat denn auch bereits das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 10. Juni 1998 hingewiesen.
7.2 Nach Auffassung des Kantonsgerichts war die Einreichung der Beschwerde an die Anklagekammer nicht notwendig, um die Rechte der Beschwerdef�hrer in einem allf�lligen Staatshaftungsverfahren zu wahren. So gelte der Grundsatz, dass der Gesch�digte vor Inanspruchnahme der Staatshaftung alle Rechtsmittel gegen den fehlerhaften Staatsakt zu ergreifen hat, bloss f�r Erfolg versprechende Rechtsmittel, zu denen die hier interessierende Beschwerde gerade nicht z�hle.
Die Beschwerdef�hrer geben auch diese Auffassung als willk�rlich aus, indessen wiederum bloss mit dem Hinweis auf die M�glichkeit der Ausstellung von Ersatzurkunden. Der Einwand ist aus den bereits genannten Gr�nden auch in diesem Zusammenhang unbegr�ndet.
Schliesslich r�gen die Beschwerdef�hrer eine Verletzung der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) in Verbindung mit Art. 6 EMRK. Sie berufen sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach dem von einer Beschlagnahme betroffenen Eigent�mer oder Besitzer einer Sache ein Verfahren zur Verf�gung zu stellen ist, seine Anspr�che geltend zu machen und dazu innert angemessener Frist einen richterlichen Entscheid zu erhalten (BGE 128 I 129 E. 3.1.3 mit Hinweisen).
Die R�ge ist unbegr�ndet. Die zitierte Rechtsprechung l�sst ausdr�cklich zu, die Eigentums- oder Besitzesfrage bei umstrittenen Verh�ltnissen in ein besonderes Verfahren vor dem Zivilrichter zu verweisen. Dieses Vorgehen stand oder steht den Beschwerdef�hrern ebenfalls offen, indem sie auf zivilrechtlichem Wege die Erf�llung der Schuldpflicht aus den amortisierten Obligationen oder die Ausstellung von Ersatzurkunden beanspruchen k�nnen. Bleibt diesem Vorgehen wegen der fehlerhaften Anordnung des Untersuchungsrichter der Erfolg versagt, steht zus�tzlich die Verantwortlichkeitsklage aus dem kantonalen Staatshaftungsrecht zur Verf�gung. Damit sind die grundrechtlichen Anliegen der Beschwerdef�hrer hinreichend gesch�tzt. Eine Verletzung von Art. 26 BV oder Art. 6 EMRK scheidet aus.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 3'000.- wird den Beschwerdef�hrern unter solidarischer Haftung auferlegt.
Die Beschwerdef�hrer haben den Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren unter solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 3'500.- zu entsch�digen.