Source: http://dassozluk.com/forum/berufsbezogene-themen-cevirmenlik-meslegi/schweigepflicht/
Timestamp: 2020-01-20 11:25:25
Document Index: 201272516

Matched Legal Cases: ['§34', 'Art. 10', '§ 53', '§ 137', '§ 185', '§ 53']

Schweigepflicht – Berufsbezogene Themen / Çevirmenlik Mesleği – Almanca Türkçe Sözlük Forumu | Forum des türkisch-deutschen Wörterbuches DasSözlük | ehemals CafeUni.
DasForum Berufsbezogene Them... Schweigepflicht
gerne würde ich zu folgender Frage eure Meinung hören: Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens, wird ein beeidigter Dolmetscher von der ermittelnden Behörde als Dolmetscher herangezogen und noch einmal formell von der Behörde verpflichtet. Bei der Vernehmung ist auch der Anwalt des U-Häftlings zugegen. Während einer Pause möchte der Angeschuldigte mit seinem Anwalt unter vier Augen sprechen. Da dieser jedoch der Muttersprache des Angeschuldigten nicht mächtig ist, wird es ein 6 Augengespräch zusammen mit dem Dolmetscher. Während des Gespräches treten Einzelheiten zutage, welche den Ausgang des gesamten Verfahrens mitunter erheblich beeinflussen könnten, die aber in der weiteren Vernehmung nicht angesprochen werden. Die ermittelnde Behörde interessiert sich natürlich dafür, was bei dem 6 Augen Gespräch so erörtert wurde. Darf, sollte bzw. muss der Dolmetscher in so einer Situation gemäß §34 StGB evtl. sogar der ermittelnden Behörde irgendwelche Auskünfte geben?
Art. 10 [Schweigepflicht]
| 3976 Beiträge
Nein! Abgelehnt! "Das kommt nicht in die Tüte!.."
Selbstverständlich Nein!
Denn der D ob allg. beeidigt oder nicht, begeht Vertrauensbruch, wenn er von dem Gespräch an die Behörden erzählt, das ist im Grunde ein Beratungsgespräch, das auf keinen Fall offenbart werden darf. Es wäre genauso, wenn ein RA seinen Mandanten in der JVA oder sonstwo berät und ein vorzugsweise beeid. D. herangezogen wird, der D darf solche Details nur für sich behalten, er ist kein Informant der StA, allein manche Situationen wie Terrorismus, Staatsschutz unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit etc. könnte ihn evtl. bewegen, etwas anderes zu tun, das ist aber sehr selten der Fall. Auch ein RA darf den Freispruch nicht fordern, wenn nach Aktenlage und Beweisen sein Mandant eindeutig schuldig ist, er kann hier nur für die bessere Lösung kämpfen.
aufklärungsreich! vielen dank, aslanzade.
Nein und nicht einschüchtern lassen von Polizisten/Richtern (auch die sollen schon versucht haben, Dolmetscher abzuschöpfen).
Hier noch mal ein Urteil zu der Frage:
LG Verden 1. Strafkammer
Entscheidungsdatum:	06.03.1996
Aktenzeichen:	1 Qs 57/96
Normen:	§ 53a StPO, § 137 StPO, § 185 GVG
"Verschwiegenheitspflicht des zur Hauptverhandlung in einer Strafsache hinzugezogenen Dolmetschers
Hat das Strafgericht für die Verständigung mit einem der deutschen Sprache nicht mächtigen Angeklagten einen Dolmetscher hinzugezogen, so unterliegt dieser im Hinblick auf die von ihm wahrgenommenen Gespräche zwischen Angeklagtem und Verteidiger als Hilfspersonal im Sinne des StPO § 53a der Verschwiegenheitspflicht."
gulsezer