Source: https://www.fehlerhafte-widerrufsbelehrung.org/vorfaelligkeitsentschaedigungsrechner/
Timestamp: 2018-01-23 08:07:09
Document Index: 81324964

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 502', '§ 490', 'BGH', '§ 346', '§ 489']

Der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner - Tipps und Tricks
Der Vorfälligkeits­entschädigungs­rechner: Wie hoch ist die Entschädi­gungszahlung?
Die Medien schreien es von den Dächern Deutschlands: Die Banken haben folgenschwere Fehler begangen, Kunden bekommen Geld zurück!
Plötzlich kann jeder Verbraucher das teuflisch lange Wort „Vorfälligkeitsentschädigung“ fehlerfrei und nahezu flüssig aussprechen. Immerhin ist dies der offizielle Name für das Geld, das er sparen kann. Meist endet das neu errungene Wissen an dieser Stelle.
In der Tat fanden verschiedene Verbraucherzentralen heraus, dass 75 % der Kreditverträge, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes geschlossen wurden, Fehler enthalten. Diese Fehler führen dazu, dass die berühmt-berüchtigte Vorfälligkeitsentschädigung nicht bezahlt werden muss.
Was ist aber mit den 15 %, die übrigbleiben? Und mit jenen Kreditnehmern, deren Vertrag zu früh oder zu spät geschlossen wurde? Diese müssen sich weit intensiver mit dem Thema beschäftigen. Denn es sind diejenigen, die von den Banken zur Kasse gebeten werden. Für diese Fälle ist ein Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner von Vorteil.
Folgender Artikel erklärt Ihnen, wie sich die Entschädigungszahlung bei der Baufinanzierung und beim Ratenkredit zusammensetzt, wie die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung funktioniert und auf welcher Rechtsgrundlage diese basiert. Tipps, Ratschläge und mögliche Stolpersteine werden ebenfalls dargelegt und erklärt.
1 Der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner: Wann wird er gebraucht?
1.1 Die Vorfälligkeitsentschädigung berechnen: Diese Formel wird angewandt
1.1.1 Der Refinanzierungsschaden: wenn die Bank den Schaden hat
1.1.2 Der Margenschaden: verlorene Gewinne
1.1.3 Die Restschuld berechnen: Der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner benötigt diese Summe
1.2 Welche Methode soll der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner anwenden?
2 Der Vorfälligkeitsrechner: Schritt für Schritt durch die Berechnung
2.0.1 Schritt 1: Die Restschuld berechnen
2.0.2 Refinanzierungsschaden und Margenschaden ausrechnen
2.0.3 Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung? Die Berechnung
2.1 Bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist die Sondertilgung nicht zu vergessen
2.1.1 Der Schadensersatz an die Banken
2.2 Weitere Einschränkungen: Bearbeitungs- und Risikogebühren
2.3 Wie berechnet sich die Vorfälligkeitsentschädigung beim Ratenkredit
3 Die Vorfälligkeitsentschädigung im Detail
3.1 Auch beim Forward-Darlehen ist der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner von Nutzen
3.1.1 Vorfälligkeits- oder Nichtabnahmeentschädigung: Der Rechner ist derselbe!
3.2 Sonderfälle: Dann brauchen Sie keinen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner
3.2.1 Fehler der Bank
3.2.2 Das Ende der Sollzinsbindung
4 Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet? Fazit
Der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner: Wann wird er gebraucht?
All jene Kreditnehmer, deren Verträge keine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthalten, müssen die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung berechnen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie daran denken, ihren Kredit vorzeitig zu beenden. Auch dieser Gedanke erfreut sich aktuell großer Beliebtheit – dazu an späterer Stelle mehr.
Folgender Artikel befasst sich prominent mit der Berechnung von Vorfälligkeitszinsen bei grundpfandrechtlich abgesicherten Darlehensverträgen mit festem Zinssatz – anders gesagt mir Immobilienkreditverträgen. Baufinanzierungen werden in der Regel über stattliche Summen und einen ausgeprägt langen Zeitraum abgeschlossen.
Bei diesen Kreditverträgen ist die Berechnung von Vorfälligkeitszinsen zwar gesetzlich geregelt, jedoch nicht gedeckelt. Es ist deshalb elementar, dass Baukreditnehmer die von der Bank vorgeschlagenen Rechnungen verstehen und überprüfen können.
Die Vorfälligkeitsentschädigung berechnen: Diese Formel wird angewandt
Vorab: Die Berechnung der Vorfälligkeitszinsen durch einen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner, welcher kostenlos im Internet zur Verfügung steht, kann nur approximativ erfolgen. Der Grund wird anhand folgender Formel deutlich:
[(Margenschaden + Refinanzierungsschaden) x Restlaufzeit in Jahren] x Restdarlehen
Wie funktioniert der Vorfälligkeitsentschädigungs­­rechner?
Diese mathematische Gleichung dient ebenfalls nur der Orientierung.
Sie bezieht sich auf die gängigste Methode zur Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung. Rechner im Internet benutzen meist obige Formel.
Dabei werden jedoch einige wichtige Elemente ausgelassen. Doch der Rechner kann Ihnen einen ersten Überblick über die drohende Zahlung verschaffen.
Bevor wir uns aber der konkreten Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung anhand der Formel zuwenden, müssen die einzelnen Komponenten dargelegt und erklärt werden.
Der Refinanzierungsschaden: wenn die Bank den Schaden hat
Der sogenannte Refinanzierungsschaden ist eine der wichtigsten Elemente, die ein Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner benötig. Egal, nach welcher Methode Sie das Vorfälligkeitsentgelt berechnen möchten: Der Refinanzierungsschaden spielt immer eine Rolle.
Wenn Geldinstitute mit Verbrauchern einen Kreditvertrag zur Baufinanzierung schließen, gehen Sie einen Pakt über einen langen Zeitraum ein – mindestens zehn Jahre lang binden sich die Vertragspartner durch gegenseitige Verpflichtungen aneinander.
Dabei gehen beide Parteien ein gewisses Risiko ein. Der Kreditgeber hofft darauf, sein verliehenes Geld zurückzubekommen und zusätzlichen Gewinn aus der Transaktion zu ziehen. Der Hausbauer in spe möchte seinen Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen und muss hoffen, dass er die regelmäßigen Zahlungen stets erbringen kann und dass das Geldinstitut nicht die gesamte Summe verfrüht zurückhaben möchte.
Der Kreditvertrag sichert beide ein Stück weit ab. Aufgrund des Vertrages vertrauen Banken und Verbraucher darauf, dass die festgehaltenen Konditionen eingehalten werden. Von Seiten der Geldinstitute basiert das gesamte Vorgehen auf diesem Vertrauen: Ihnen entstehen durch die Kreditvergabe Kosten, die sie sich über die Laufzeit verteilt zurückholen.
Die meisten Kreditvergeber zahlen selbst für die entsprechende Summe Zinsen und sind ebenfalls vertraglich gebunden. Das entsprechende Geld müssen Sie sich nämlich erst selbst ausleihen. Zur genauen Funktionsweise eines Darlehens kommen wir an späterer Stelle zurück.
Unterbrechen Kreditnehmer durch die vorzeitige Ablösung der Baufinanzierung die Vertragslaufzeit, bleiben die Banken meist auf einem reellen Schaden sitzen. Dieser nennt sich Refinanzierungsschaden. Er berechnet sich aus der Zinsdifferenz zwischen den Zahlungen, welche die Bank regelmäßig leisten muss und dem aktuellen Marktzins.
Die Bank zahlt Zinsen. Der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner berücksichtigt dies.
Zur Verdeutlichung: Nehmen wir an, eine Hausbank B muss zehn Jahre lang 5 % Zinsen für das Darlehen an ihre Entleiher entrichten. B vergibt Ihnen einen Kredit über die Summe für 10 % Zinsen, auch für eine zehnjährige Laufzeit – so deckt sie einerseits ihre eigenen Zahlungen ab und erwirtschaftet zusätzlichen Gewinn.
Nun beenden Sie den Vertrag nach fünf Jahren und zahlen die restliche Geldsumme einfach zurück. B muss aber weiterhin fünf Jahre lang 5 % Zinsen bezahlen. Um ihren Verlust zu minimieren, möchte B das Geld erneut verleihen, um so Zinszahlungen zu bekommen. In der Zwischenzeit sind die marktüblichen Zinsen jedoch in den Keller gefallen – etwa aufgrund der Eurokrise.
B kann die Summe nur noch für 2 % Verzinsung verleihen. Ihr reeller Verlust beläuft sich also auf den Unterschied zwischen den 5 %, die sie zahlen muss und den 2 %, die sie bekommt. Der Refinanzierungsschaden in diesem fiktiven Beispiel beläuft sich auf 5 – 2 = 3 %.
Wie wird aus einem Prozentsatz eine reelle Zahl? Diese 3 % müssen auf die Summe angewandt werden, die zum Zeitpunkt des Abbruchs noch offen war: die sogenannte Restschuld.
Der Margenschaden: verlorene Gewinne
Die nächste Komponente für den Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner ist der Margenschaden. Die Bezeichnung ist verwirrend, denn es handelt sich dabei nicht um einen Schaden im eigentlichen Sinne – übernimmt doch der Refinanzierungsschaden diesen Part.
Beim Margenschaden geht es um die Gewinne, welche dem Verleiher entgehen. Bildlich gesprochen handelt es sich beim Refinanzierungsschaden um Geldsummen, die unterhalb der schwarzen Null des Geldinstituts liegen. Der Margenschaden deckt jenen Bereich ab, der sich oberhalb der Null befinden.
Da die Kreditgeber fest mit den Einnahmen gerechnet haben, möchten sie diese ebenfalls ersetzt haben. Der Margenschaden ist deshalb meist ein Bestandteil der Berechnung durch einen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner.
Die entgangenen Gewinne ermitteln die Banken, indem Sie die Differenz zwischen den vertraglich vereinbarten Zinsen und dem aktuellen Marktzins ausrechnen. Anders gesagt ziehen sie die aktuell möglichen Gewinne von den erwarteten Gewinnen ab.
Nehmen wir unser obiges Beispiel wieder auf, um die Berechnung zu verdeutlichen. B rechnete mit Zinszahlungen von 10 % für weitere fünf Jahre. Ihre Gewinnmarge beträgt dabei 5 % – da sie selbst 5 % Zinszahlungen leisten muss.
Nun muss sie das Geld für 2 % erneut verleihen. Die Gewinnmarge beträgt nunmehr – 3 %. Der Unterschied zwischen beiden Gewinnen beläuft sich auf 5 – (- 3) = 8 %. Auch dieser Prozentsatz wird auf die Restschuld angewandt.
Die Restschuld berechnen: Der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner benötigt diese Summe
Mit der Formel können Sie selbst zum Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner werden!
Um die genaue Ablösesumme zu berechnen, muss die Höhe der Restschuld bekannt sein. Zum einen stellt diese einen Bestandteil der Formel dar, zum anderen können Sie Refinanzierungs- und Margenschaden mithilfe dieses Wertes ermitteln.
Die monatlichen Raten, welche der Kreditnehmer entrichtet, bestehen jeweils aus zwei Teilzahlungen: einem Tilgungsteil und einem Zinsteil. Je nachdem, welche Zahlungsmodalitäten im Vertrag ausgehandelt wurden, variiert die Zusammensetzung der Raten.
Als Tilgung wird die Rückzahlung des verliehenen Geldes bezeichnet – die Zinszahlungen stellen die Mietgebühr dafür dar.
Bei einem Tilgungskredit bleibt der Tilgungsteil immer gleich. Da die Zinszahlungen sich stets nach der restlichen Schuld richten, verringert sich dieser Anteil Monat für Monat durch das Abbezahlen der Schulden. Entsprechend verkleinert sich die Monatsrate im Laufe der Zeit zunehmend.
Beim Annuitätenkredit bleibt die monatliche Rate immer gleich. Anfangs besteht sie jedoch zum großen Teil aus Zinszahlungen. Nach und nach verschiebt sich die Aufteilung der Raten hin zum Tilgungsteil.
Beispiel: Sie nehmen ein Darlehen über 10.000 Euro auf. Beim Tilgungskredit zahlen Sie beispielsweise 100 Euro pro Monat zurück. Eine einzelne Rate beträgt also 100 Euro + Zinszahlung.
Beim Annuitätendarlehen zahlen Sie hingegen jeden Monat beispielsweise 150 Euro. Anfangs stellt sich die Rate beispielsweise aus 100 Euro Zinsen und 50 Euro Tilgung zusammen. Nach und nach verschiebt sich das Verhältnis und der Tilgungsanteil wächst.
Je nach Kreditart berechnet sich die Restschuld nach einem anderen Schema. Für einen Tilgungskredit fällt folgende Berechnung an:
R = Gesamtschuld – (Jährliche Tilgungsrate x gezahlte Jahre)
Beim Annuitätenkredit ist die Berechnung etwas umständlicher. Die meisten Immobiliendarlehen sind jedoch als Annuitätendarlehen konzipiert, da sie benutzerfreundlicher sind: Verbraucher können einen Dauerauftrag bei ihrer Hausbank einrichten, um die gleichbleibenden Raten der Baufinanzierung zu bezahlen. Im Gegenzug müssen sie sich mit folgender Gleichung auseinandersetzen, um ihre Restschuld zu errechnen:
R= Gesamtschuld – [(Tilgung im ersten Jahr x (QTilgungsjahr der zu berechnenden Schuld – 1)) / Q-1]
Q ist Zinssatz im Dezimal + 1.
Welche Methode soll der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner anwenden?
Die komplizierte Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung: Was sagt der BGH?
Zwei verschiedene Wege führen zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung bei Darlehen. Die Ergebnisse variieren je nach angewandter Methode.
Äußere Einflüsse bestimmen, welche Berechnungsmethode günstiger für den Kreditnehmer ist. Grundsätzlich unterscheiden sich die aktiv-aktiv-Methode und die aktiv-passiv-Methode. Beide werden im Folgenden kurz beschrieben.
Die aktiv-aktiv-Methode berechnet den Schaden und entgangenen Gewinn des Geldverleihers, wenn diese die Restschuld erneut als Kredit zum marktaktuellen Zins vergibt. In Zeiten, in denen die Zinsentwicklung steigt, verringert sich der Schaden der Bank. Entsprechend kleiner fällt der Schadensersatz aus. Umgekehrt bedeuten fallende Zinsen, dass die geforderte Zahlung höher ausfällt.
Bei der aktiv-passiv-Methode legt das Kreditinstitut das Geld an, anstelle es neu zu vergeben. Bei dieser Vorgehensweise muss der Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner lediglich den Refinanzierungsschaden berechnen. Anlegen können Banken die Beträge in Finanzierungstitel – etwa in Anleihen oder in Aktien. Auch Hypothekenpfandbriefe werden oft als Anlage genutzt.
Die Bank legt fest, nach welcher Methode verfahren wird. Meist wird sie sich für die Berechnung entscheiden, bei welcher der Schadensersatz höher ausfällt. Allerdings ist sie dann auch verpflichtet, mit der zurückgezahlten Geldsumme nach dem gewählten Prinzip zu verfahren.
Der ehemalige Kunde ist in diesem Fall jedoch in der Beweispflicht. Wenn er nachweisen kann, dass das Geldinstitut ein anderes Vorgehen wählt und dadurch mehr Gewinn bzw. weniger Verlust macht, kann er die Differenz zurück verlangen.
Der Vorfälligkeitsrechner: Schritt für Schritt durch die Berechnung
Nun haben wir die einzelnen Bestandteile aufgeschlüsselt und können die Höhe der Entschädigungszahlung wegen Vorfälligkeit berechnen.
Zur Erinnerung, diese Gleichung hilft Ihnen, einen groben Wert zu ermitteln:
Nun erläutern wir diese Berechnung anhand eines konkreten Beispiels. Dies sind die Rahmenbedingungen:
Sie nehmen im Jahr 2005 ein Immobiliendarlehen über 60.000 Euro auf.
Sie vereinbaren einen Zinssatz von 8 %.
Ihr Hausbank zahlt 4 % Zinsen für das Darlehen.
Der Einfachheit halber nehmen wir an, Ihr Darlehen sei auf dem Tilgungskreditmodell aufgebaut.
Die monatliche Tilgungsrate beträgt 500 Euro, die jährliche Tilgung liegt also bei 6.000 Euro.
Sie möchten den Vertrag 2010 vorzeitig beenden.
Der Marktzins beträgt 2010 2 %.
Die Vorfälligkeitszahlung wird nach dem aktiv-aktiv-Modell errechnet.
Mit Hilfe dieser Angaben können wir als Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner fungieren und einen ersten Richtwert ermitteln.
Schritt 1: Die Restschuld berechnen
Der erste Schritt zur Berechnung von Ihrem Vorfälligkeitsentgelt ist die Ermittlung der Restschuld. Dafür wenden wir die passende Gleichung an:
R = 60.000 – (6.000 x 5)
R = 60.000 – 30.000
R= 30.000
Nun können wir den Vorfälligkeitsentschädigung­srechner mit dem ersten Wert bestücken.
Refinanzierungsschaden und Margenschaden ausrechnen
Diese beiden Prozentsätze sind als nächstes zu bestimmen.
Refinanzierungsverlust = 4 – 2
Refinanzierungsverlust = 2 %
Margenentschädigung = (8 – 4) – (2 – 4)
Margenentschädigung = 4 – (-2)
Margenentschädigung = 6 %
Wir haben nun die drei benötigten Werte ermittelt.
Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung? Die Berechnung
Unsere Gleichung sieht bestückt wie folgt aus:
V = [(2 + 6) x 5] x 30.000
V = (8 x 5) x 30.000
V = 40 x 30.000
In unserem fiktiven Fall würden also laut Formel 12.000 Euro Vorfälligkeitszahlung anfallen. Dies stellt 20 % der Darlehenssumme dar!
Dies ist in der Regel die Berechnung, welche Kreditinstitute verwenden, um die Summe festzulegen, welche sie von ihren Kunden verlangt. Allerdings müssen auch gewisse Werte abgezogen und beachtet werden.
Zur Erinnerung: Der auf den obigen Formel basierende Wert ist lediglich ein Richtwert – bei einer akkuraten Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung muss jede Rate einzeln betrachtet werden.
Bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist die Sondertilgung nicht zu vergessen
Die Vorfälligkeitsentschädigung berechnen: Bei der Baufinanzierung keine leichte Aufgabe!
An dieser Stelle versagt jeder Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner, den Sie online finden. Die vertraglich festgehaltenen Besonderheiten spielen nämlich eine entscheidende Rolle. Darunter fällt das Sondertilgungsrecht.
Was ist eine Sondertilgung? Grundsätzlich vereinbaren Sie mit Ihrer Hausbank einen Rückzahlungsplan für die Darlehenssumme, welcher auf der Zahlung von monatlichen Raten beruht.
Dies ist meist auch im Interesse der Verbrauchers: So kann er sich auf eine regelmäßige Zahlung vorbereiten und seinen Lebensstil entsprechend einrichten.
Allerdings ist die Abzahlung eines Immobiliendarlehens eine langwierige und teils belastende Angelegenheit. Haben Sie die Möglichkeiten dazu, möchten viele Kreditnehmer den Prozess gerne abkürzen. Die Sondertilgung ist eine solche Möglichkeit.
Mit dem Sondertilgungsrecht erlaubt die Bank ihrem Kunden, eine größere Summe außerplanmäßig zurückzuzahlen, um so die Restschuld schneller zu verringern. Wie oft, wie hoch und in welchen Abstände diese Sonderrückzahlungen erfolgen dürfen, vereinbaren die Vertragspartner vorab.
Sondertilgungsrechte werden oft am Ende des Jahres genutzt, wenn das Weihnachtsgeld auf dem Konto landet. Auch eine Erbschaft oder ein sonstiger Geldgewinn kann zu Sondertilgungen führen – sofern den Verbrauchern das entsprechende Recht zusteht.
Grundsätzlich gilt für Verbraucher: Je ausgedehnter das Recht, desto besser. Dies spiegelt sich auch wider, wenn die Vorfälligkeitsentschädigung zu berechnen ist. Die Sondertilgung nimmt dann eine prominente Rolle ein. Aber was soll ein Vorfälligkeitsentschädigungsrechner genau mit dem Sondertilgungsrecht anfangen?
Der Schadensersatz an die Banken
Wir haben es oben bereits aufgeschlüsselt: Die Kreditinstitute verlangen einen Schadensersatz für das Geld, welches sie verlieren und jenes, welches sie als Gewinn erwarten durften. Letzteres ist der Knackpunkt.
Wurde ein Sondertilgungsrecht eingeräumt, musste die Bank damit rechnen, dass dieses auch erschöpfend vom Darlehensnehmer genutzt wird. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Berechnung nicht zwingend auf der aktuellen Restschuld basieren darf. Hat der Verbraucher die Sondertilgungsmöglichkeiten nicht genutzt ist dies ein Bonus für die Bank – sie durfte aber keinesfalls damit rechnen.
Daraus folgt, dass der Vorfälligkeitsrechner alle möglichen Sondertilgungen berücksichtigen und abziehen muss – sowohl die zukünftigen als auch die vergangenen. Es ist dabei vollkommen irrelevant, ob der Kunde das Recht in Anspruch genommen hat. Auch bei einem Bankkunden, der keine einzige Sondertilgung geleistet hat, muss der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner das Recht des Kunden berücksichtigen und rückwirkend mit einkalkulieren.
Es lohnt sich also, bei Vertragsverhandlungen auf ein ausgedehntes Sondertilgungsrecht zu achten. Viele Darlehensnehmer konzentrieren sich besonders auf die Höhe der Zinsen und verlieren andere Konditionen schnell aus dem Blick.
Unabhängig von der Entschädigungszahlung können Sondertilgungen die Rückzahlung Ihres Darlehens stark beschleunigen und so wiederum bares Geld sparen: Je länger Sie für die Abbezahlung brauchen, desto mehr Zinszahlungen fallen an.
Weitere Einschränkungen: Bearbeitungs- und Risikogebühren
Eine kompetente Beratung hilft oft mehr als ein Vorfälligkeits­entschädigungs­rechner.
Einer Bank entstehen nicht nur Schäden, wenn ein Kredit vorzeitig beendet wird. Immerhin beinhaltet die frühe Ablösung, dass der Kunde die gesamte restliche Schuld zurückzahlt.
Für den Geldgeber bedeutet dies eine Risikoverminderung von 100 %. Auch der Verwaltungsaufwand für das Darlehenskonto fällt unvermindert früh weg.
Diese Umstände schlagen sich auch in der Vorfälligkeitsentschädigungsberechnung nieder. In der Regel zieht der Rechner für diese beiden Faktoren einen Prozentsatz von 0,5 % ab.
Steht bei Ihnen eine Vorfälligkeitszahlung an, ist die Hilfestellung durch einen Experten dringend anzuraten. Dies können ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht oder auch eine Verbraucherzentrale sein.
Fachleute können die Forderungen Ihrer Hausbank überprüfen und gegebenenfalls anpassen. In der Regel verlangen Kreditinstitute zu hohe Entschädigungszahlungen.
Ein fachlich geschulter Anwalt kann Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche weiter behilflich sein und Sie im ungünstigsten Fallen sogar vor Gericht vertreten.
Wie berechnet sich die Vorfälligkeitsentschädigung beim Ratenkredit
Bisher befassten wir uns mit dem Schadensersatz bei grundpfandrechtlich abgesicherten Immobiliendarlehen. Wie festgestellt fallen die Forderungen bei diesen Krediten ausgesprochen hoch aus. Zudem sind die Berechnungen kompliziert und umständlich. Bei einer anderen gängigen Kreditform bekommt der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner jedoch seine volle Bedeutung: Beim Ratenkredit lassen sich die Vorfälligkeitszinsen mit einem Rechner leicht bestimmen.
Beim Raten- oder Autokredit bekommt der Geldgeber im Gegensatz zum Baudarlehen keine Sicherheiten im Gegenzug zur Leihgabe. Das Risiko ist also ungleich größer. Als Ausgleich sind die Zinsen beim Autokredit höher. Hinzu kommt, dass die verliehenen Summen deutlich geringer sind, als bei Darlehensformen mit Sicherheiten.
Das Gehalt des Verbrauchers fungiert als einzige Sicherheit für die Banken beim Raten- oder Kleinkredit.
Die Höhe der Entschädigung für diese Darlehen ist in § 502 BGB festgehalten:
Dieses Gesetz macht es für einen Rechner für die Vorfälligkeitsentschädigung beim Ratenkredit im Vergleich zur Baufinanzierung leicht: Lediglich die Höhe der Restschuld und die restliche Laufzeit müssen bekannt sein. Anschließend führt der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner eine simple Prozentrechnung durch und ermittelt so einen Maximalbetrag.
Auch hier lohnt es sich, einen Anwalt hinzuzuziehen. Dieser kann kontrollieren, ob die günstigere der beiden Varianten von der Bank verlangt wird – in der aktuellen Zinskonjunktur ist es jedoch nicht wahrscheinlich, dass die zweite Möglichkeit greift.
Das Recht auf eine Entschädigungszahlung bei einem Vertragsbruch durch vorzeitige Kündigung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschrieben:
(2) Der Darlehensnehmer kann einen Darlehensvertrag, bei dem der Sollzinssatz gebunden und das Darlehen durch ein Grund- oder Schiffspfandrecht gesichert ist, unter Einhaltung der Fristen […] vorzeitig kündigen, wenn seine berechtigten Interessen dies gebieten und seit dem vollständigen Empfang des Darlehens sechs Monate abgelaufen sind. Ein solches Interesse liegt insbesondere vor, wenn der Darlehensnehmer ein Bedürfnis nach einer anderweitigen Verwertung der zur Sicherung des Darlehens beliehenen Sache hat. Der Darlehensnehmer hat dem Darlehensgeber denjenigen Schaden zu ersetzen, der diesem aus der vorzeitigen Kündigung entsteht (Vorfälligkeitsentschädigung).“ (§ 490 BGB, Hervorhebungen des Autors)
Die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist im Recht verankert.
Worauf beruht dieses Recht? Die Antwort auf diese Frage findet sich in der Funktionsweise eines Kredits. Viele Menschen gehen davon aus, dass Banken über riesige Vermögen verfügen. In vielen Fällen mag dies zutreffen – doch das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass sie über dieses Geld frei verfügen können.
Ein Großteil ihres Vermögens ist nämlich fest angelegt – ohne schwere Verluste lässt es sich nicht flüssig auszahlen.
Möchten Sie also ein Darlehen aufnehmen, muss Ihre Hausbank das entsprechende Geld in den meisten Fällen selbst refinanzieren: Sie nimmt deshalb einen eigenen Kredit bei einer Zentralbank auf. Diese verlangt dafür entsprechende Zinszahlungen. Beide Bankinstitute binden sich durch einen Vertrag.
Das geliehene Geld verleiht Ihre Hausbank an Sie weiter – zu höheren Zinsen, immerhin möchte Sie Gewinn machen. Ein Darlehen ist also in der Regel zweistufig aufgebaut. Ihre Bank fungiert als Mittelsmann: Sie hat sowohl Einnahmen als auch Ausgaben, die sie miteinander koordinieren muss.
Beenden Sie das Vertragsverhältnis vorzeitig, stören Sie das Gleichgewichtsgefüge der Bank. Plötzlich überwiegen bei Ihrem Kreditgeber die Verluste.
Damit die Bank nicht „auf dem Trockenen“ sitzen bleibt, gewährt ihr das Recht einen Schadensersatz.
Auch beim Forward-Darlehen ist der Vorfälligkeitsentschädigungsrechner von Nutzen
Es existiert eine große Vielfalt an Darlehen. Beim Forward-Darlehen handelt es sich um eine besondere Art von Kredit, welche lange im Voraus geplant werden kann. Zurzeit sind die Zinsen in Deutschland rekordverdächtig tief. Seit September 2014 liegt der europäische Leitzins bei 0,05 %.
Der Leitzins bestimmt, wie viel Zinsen die Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie sich Geldbeträge von der Zentralbank leihen. 2016 konnten sich Kreditinstitute das Geld nahezu umsonst ausleihen. Aus diesem Grund sanken auch die Zinssätze für Darlehen an Verbraucher. Kredite, die vergeben wurden, lockten deshalb mit sehr niedrigen Zinszahlungen. Besitzer von alten Kreditverträgen waren aufgrund der Sollzinsbindung zu deutlich höheren Zahlungen verpflichtet.
Wenn eine vorzeitige Umschuldung aufgrund der Entschädigungszahlung nicht in Frage kommt, kann ein Forward-Darlehen die Lösung sein. Dabei schließen beide Parteien heute einen Kreditvertrag, welcher jedoch erst in der Zukunft in Kraft treten soll. Wie bei anderen Darlehensverträgen werden dabei eine Laufzeit und ein Zinssatz vereinbart – letzterer orientiert sich am aktuellen Marktzins.
Für den Kunden bedeutet dies, dass er sich aktuelle, günstige Konditionen frühzeitig sichern kann. Im Gegenzug verpflichtet er sich dazu, den Kredit innerhalb eines vereinbarten Zeitraums anzutreten.
Vorfälligkeits- oder Nichtabnahmeentschädigung: Der Rechner ist derselbe!
Die Berechnung der Nichabnahmeentschädigung folgt demselben Prinzip.
Auch wenn die Aufnahme des Kredits in die Zukunft verschoben wurde, sind die Verträge bindend. Beschließt der Kreditnehmer, dass er das Darlehen doch nicht antreten möchte, kann die Bank einen Schadensersatz geltend machen: Die Nichtabnahmeentschädigung.
Immerhin reserviert das Geldinstitut die verlangte Geldsumme und garantiert dafür einen niedrigen Zinssatz. Die Berechnung der Nichtabnahmeentschädigung erfolgt nach demselben Muster wie die Ermittlung der Vorfälligkeitszahlung.
Aus diesem Grund können Sie einen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner verwenden, um einen ungefähren Wert zu erhalten.
Ohne Zweifel ist diese Entschädigungszahlung für den Kunden besonders bitter: Unter Umständen muss er eine fünfstelligen Strafbetrag entrichten, obwohl er keinen Cent der Darlehenssumme jemals besaß. Da die Nichtabnahmeentschädigung ganz am Anfang der Laufzeit anfällt, ist die Summe sehr hoch aus.
Deshalb muss die Schließung eines Vertrags für ein Forward-Darlehen wohlüberlegt sein. Seriöse Geldverleiher lassen ihren Kunden ausreichend Bedenkzeit und drängen nicht auf einen schnellen Vertragsschluss. Sie sollten die Vereinbarung von einem Fachmann überprüfen lassen, bevor Sie Ihre Unterschrift darunter setzen.
Sonderfälle: Dann brauchen Sie keinen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner
Nach den Formeln, Gleichungen und Berechnungsmethoden kommen wir zu jenen glücklichen Darlehensnehmern, die keinen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner benötigen. Das bedeutet aber nicht, dass deren Weg aus dem Kreditvertrag immer einfacher abläuft.
Immobilienkreditverträge, die zwischen November 2002 und Juni 2010 geschlossen wurden, enthalten in 75 % der Fälle eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung. Für die Besitzer dieser Verträge kommt diese einem regelrechten Joker gleich: Sie können den Vertrag jederzeit widerrufen.
Die fehlerhafte Widerrufsbelehrung ist nicht nur das Ticket aus der Vorfälligkeitsentschädigung, sondern auch eine wahre Geldeinsparung. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied in mehreren Urteilen, dass bereits kleinste Fehler zu einem ausgedehnten Widerrufsrecht führen können.
Eine Folge des Widerrufs ist das Entfallen einer Vorfälligkeitsentschädigung. Zudem sind beide Vertragspartner dazu verpflichtet, bereits empfangene Leistungen zurückzuzahlen. Die rechtliche Grundlage ist im § 346 BGB begründet:
(1) Hat sich eine Vertragspartei vertraglich den Rücktritt vorbehalten oder steht ihr ein gesetzliches Rücktrittsrecht zu, so sind im Falle des Rücktritts die empfangenen Leistungen zurückzugewähren und die gezogenen Nutzungen herauszugeben.“
Zwar müssen Sie sich in diesem Fall nicht mit einem Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner befassen, doch dafür stehen rechtliche Auseinandersetzungen an. Kaum ein Kreditinstitut akzeptiert den Widerruf des Immobiliendarlehens. Nicht selten endet der Widerruf vor Gericht. Eine Rechtsvertretung ist daher unabdingbar.
Sollzinsbindung vorbei? Dann brauchen Sie keinen Vorfälligkeitsentschädigungsrechner!
Wir haben es bereits erwähnt: Bei Kreditverträgen spielt die Planungssicherheit eine große Rolle – für beide Parteien. Deshalb vereinbaren die Vertragspartner eine Mindestlaufzeit für ihren Vertrag.
Der Kreditnehmer verpflichtet sich dazu, einen bestimmten Zinssatz innerhalb dieser Zeit zu entrichten. Dieser Zinswert ist der sogenannte Sollzins. Der vereinbarte Zeitraum heißt dementsprechend Sollzinsbindungsfrist.
Nach Ablauf dieser Frist kann der Kreditnehmer den Vertrag regulär kündigen. Hält er die einmonatige Kündigungsfrist ein, darf die Bank keine Entschädigung verlangen.
Zinsschwankungen sind unvorhersehbar und können sehr weitreichende Auswirkungen haben. Ein fester Sollzins schützt den Bankkunden in Zeiten steigender Zinsen. Purzelt der Zinssatz in den Keller – dies ist aktuell der Fall – hat der Kreditnehmer das Nachsehen.
Das Gesetz versucht einerseits, dem Sicherheitsbedürfnis der Beteiligten zu entsprechen und andererseits zu verhindern, dass ein Vertragspartner durch eine ewige Sollzinsbindungsfrist zu stark benachteiligt wird.
Laut § 489 BGB können Verbraucher daher ihren Vertrag
in jedem Fall nach Ablauf von zehn Jahren nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten [kündigen]“,
ohne dass eine Entschädigungszahlung ansteht.
Sie können aber durchaus längere Zinsbindungsfristen vereinbaren. Für den Fall, dass die Zinsen nämlich steigen, profitieren Sie von der Verpflichtung Ihrer Hausbank, den vereinbarten Satz zu garantieren.
Fallen die Zinsen hingegen, können Sie erst nach zehn Jahren kündigen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zu riskieren.
Übrigens: Kündigt die Bank Ihnen aufgrund eines Fehlverhaltens Ihrerseits, kann sie ebenfalls einen Schadensersatz verlangen. Zusätzlich bekommen Sie einen Eintrag bei der SCHUFA.
Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet? Fazit
Möchten Sie frühzeitig aus Ihrem Kreditvertrag austreten, können einige Stolpersteine auf Ihrem Weg liegen. Es empfiehlt sich, zuallererst zu prüfen, ob die Widerrufsbelehrung in Ihrem Kreditvertrag Fehler enthält. Ist dies der Fall, brauchen Sie keinen Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner, sondern einen versierten Anwalt.
Stellt sich Ihr Vertrag als wasserdicht heraus, kommen Sie um eine Schadensersatzzahlung nicht umhin. Grob umrissen setzt sich die Zahlung aus folgenden Komponenten zusammen:
Margenschaden (nur bei der aktiv-aktiv-Methode)
Bearbeitungsgebühren werden abgezogen
Risikogebühren werden abgezogen
Da sich die Höhe des Vorfälligkeitsentgelts auf die verbliebene Restschuld bezieht, ist die Berücksichtigung der Sondertilgungsrechte maßgeblich entscheidend.
Schließlich: Vorfälligkeitsentschädigungs­rechner aus dem Internet helfen nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Die Materie ist zu komplex, als dass sie mit einigen einfachen Rechnungen zu bewältigen wäre. Auch die oben erwähnte Formel soll Ihnen lediglich einen Richtwert liefern.
Steht bei Ihnen eine Vertragskündigung bevor, ist die Zuhilfenahme eines Fachmannes anzuraten. Finanzthemen sind qua Definition kompliziert. Ein Experte kann Sie sowohl über aktuelle Entwicklungen in der Rechtsprechung informieren als auch kompetente Hilfe im Falle von rechtlichen Uneinigkeiten bieten.