Source: https://kirchenrecht-ekir.de/document/2593
Timestamp: 2018-01-17 19:43:37
Document Index: 223596855

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 12', '§ 2', '§ 2', '§ 12', '§ 3', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

932 Beschlüsse und Richtlinien zum Diakonengesetz - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
932 Beschlüsse und Richtlinien zum Diakonengesetz
Beschluss über die Feststellung von anerkannten Sozial- und Pflegeberufen
Beschluss über die Anerkennung von Ausbildungsstätten für die theologisch-diakonische Ausbildung
Allgemeine Richtlinien für die theologisch-diakonische Abschlussprüfung
für die theologisch-diakonische Ausbildung
(ABl. EKD S. 256)
Aufgrund von § 2 Abs. 3 des Diakonengesetzes vom 5. Juni 1993 (ABl. EKD S. 447) wird Folgendes bestimmt:
Die Ausbildung zur Diakonin und zum Diakon führt zu einer doppelten Qualifikation, vermittelt
durch die theologisch-diakonische Ausbildung und
in der Regel durch die Ausbildung zu einem staatlich anerkannten Sozial- oder Pflegeberuf.
Die Ausbildung soll dazu befähigen, fachgerechte Hilfe mit christlichem Zeugnis zu verbinden. Deshalb stehen die beiden Ausbildungszweige nicht unverbunden nebeneinander, sondern sind integrale Bestandteile der einen Vorbereitung für die Aufgaben im Diakonat, in denen der Dienst der helfenden Liebe mit dem Dienst am Wort verbunden ist.
Die theologisch-diakonische Ausbildung vermittelt die biblische Begründung für den Auftrag der Kirche, insbesondere für den Diakonat. Sie leitet an zum DiakonischenDienst innerhalb dieses Gesamtauftrages.
Die theologisch-diakonische Ausbildung will die künftigen Diakoninnen und Diakone in ihrem persönlichen Glauben fördern und sie Formen christlichen Lebens erfahren und einüben lassen.
Die Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden ist wesentliches Element der Ausbildung. Sie erhält ihren besonderen Charakter durch das Angebot einer über die Ausbildungszeit hinausreichenden Einbindung in eine mit der Ausbildungsstätte verbundene diakonische Gemeinschaft.
Lehrfächer der theologisch-diakonischen Ausbildung sind insbesondere
Bibelkunde und Auslegung des Alten und Neuen Testamentes,
Kirchengeschichte einschließlich Kirchen- und Konfessionskunde,
Homiletik und Liturgik,
Diakonik.
Beschluss über die Feststellung
von anerkannten Sozial- und Pflegeberufen
In Ausführung von § 12 Abs. 3 des Diakonengesetzes (DiakG) vom 5. Juni 1993 (ABl.EKD S. 447) wird die nachfolgende Liste von staatlich anerkannten Sozial- und Pflegeberufen, deren Ausbildungsabschlüsse, ggf. unter Einschluss eines Anerkennungsjahres, als Teil der Ausbildung zum Diakon gelten, aufgestellt:
Liste I gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1
Arbeitserzieher und Arbeitserzieherin
Heilpädagoge und Heilpädagogin
Sonderpädagoge und Sonderpädagogin
Liste II gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2
Familienpfleger und Familienpflegerin
Heilgymnast und Heilgymnastin
Kinderkrankenpfleger und Kinderkrankenschwester
Krankengymnast und Krankengymnastin
Krankenpfleger und Krankenschwester
über die Anerkennung von Ausbildungsstätten
In Ausführung von § 12 Abs. 1 und 2 des Diakonengesetzes (DiakG) vom 5. Juni 1993 (ABl. EKD S. 447) werden die nachfolgenden Listen aufgestellt:
Ausbildungsstätten, die nach § 3 Abs. 1 DiakG anerkannt sind
Diakonenschule Paulinum der Diakonie-Anstalten Bad Kreuznach, Bad Kreuznach
Diakonische Brüderschaft Wittekindshof, Bad Oeynhausen
Wichern-Kolleg des Evangelischen Johannesstiftes, Berlin-Spandau
Diakonenschule der Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth, Bielefeld
Diakonisch-Theologische Ausbildungsstätte des Theodor-Fliedner-Werks, Mülheim an der Ruhr
Diakonenschule der Neinstedter Anstalten, Brüderhaus „Lindenhof“, Neinstedt
Diakonenschule des Erziehungsvereins Neukirchen-Vluyn
Diakonenschule der Stiftung Tannenhof, Remscheid
Brüderhaus Martinshof Rothenburg, Rothenburg/Ol
Evangelische Diakonenanstalt Martineum, Witten
Züllchower-Züssower Diakonen- und Diakoninnengemeinschaft Züssow
Ausbildungseinrichtungen, deren Ausbildungsabschlüsse als Prüfung im Sinne von § 5 DiakG anerkannt werden
Brüderschaft des Johannes-Falk-Hauses, Eisenach
Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik der Diakonenanstalt des Rauhen Hauses Hamburg
Kirchliche Ausbildungsstätte für Diakonie Karlshöhe, Ludwigsburg
Brüderschaft des evangelisch-lutherischen Diakonenhauses Moritzburg e.V., Moritzburg in Verbindung mit der Evangelischen Fachhochschule für Sozialarbeit, Dresden
Diakonenschaft des Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerks Neuendettelsau
Schleswig-Holsteinisches Brüderhaus, Rickling
Diakonenschule des Hessischen Brüderhauses e.V., Schwalmstadt
Diakonenanstalt Rummelsberg, Schwarzenbruck
(ABl. EKD S. 257)
Aufgrund von § 5 Abs. 4 des Diakonengesetzes (DiakG) vom 5. Juni 1993 (ABl. EKD S. 447) wird Folgendes bestimmt:
Zulassungsvoraussetzung sind insbesondere
die fortdauernde Zugehörigkeit zu einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, sofern nicht eine Ausnahme gem. § 4 Abs. 2 DiakG zugelassen ist,
der Nachweis des Ausbildungsabschlusses in einem staatlich anerkannten Sozialoder Pflegeberuf,
im Falle des § 2 Abs. 1 Nr. 3 DiakG der Nachweis einer fünfjährigen hauptberuflichen Tätigkeit in Kirche oder Diakonie nach Abschluss einer Ausbildung in einem Sozial- oder Pflegeberuf oder einem anderen Beruf, der für die Mitarbeit im Diakonat förderlich ist.
Über die Vergleichbarkeit eines Ausbildungsabschlusses mit einem Fachschulabschluss(§ 2 Abs. 1 Nr. 1 und 2 DiakG) entscheidet das Konsistorium (Landeskirchenamt)allgemein oder im Einzelfall.
Dauert die Ausbildung zu einem staatlich anerkannten Sozialberuf nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 DiakG auch ohne Anerkennungsjahr regelmäßig mindestens drei Jahre, so kann die Prüfung mit Zustimmung des Konsistoriums (Landeskirchenamtes) bereits vor Ableistung des Anerkennungsjahres abgelegt werden. Die Einsegnung setzt jedoch die Ableistung des Anerkennungsjahres voraus.
Die Prüfung gliedert sich in einen praktischen, einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der praktische Teil findet in der Regel vor Beginn der übrigen Teile der Prüfung statt und soll sich auf zwei Gebiete erstrecken.
Über die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt, das das Gesamtergebnis, die Schlusszensuren und die Ergebnisse der praktischen Prüfung enthält und Aufschluss über die durchlaufene Ausbildung zu dem Beruf nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 DiakG gibt.