Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bag/2009-10-22/8-azr-889_08
Timestamp: 2017-09-19 19:59:45
Document Index: 186053550

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 1', '§ 14', '§ 1', '§ 14', '§ 17', '§ 15', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 613', '§ 17', '§ 3', '§ 9', '§ 253', '§ 256']

BAG, 22.10.2009 - 8 AZR 889/08 - Rückkehrrecht eines Arbeitnehmers in den Öffentlichen Dienst Hamburgs nach Betriebsteilübergang einer Anstalt öffentlichen Rechts auf eine GmbH und deren nachfolgende Überführung in privatrechtliche Trägerschaft | anwalt24.de
Urt. v. 22.10.2009, Az.: 8 AZR 889/08
Referenz: JurionRS 2009, 30957
Aktenzeichen: 8 AZR 889/08
LAG Hamburg - 11.06.2008 - AZ: 5 Sa 10/08
ArbG Hamburg - 17.12.2007 - AZ: 8 Ca 217/07
§ 17 HVFG i.d.F. vom 21. November 2006
§ 1 LBKBetriebG i.d.F. vom 17. Dezember 2004
§ 14 LBKBetriebG i.d.F. vom 17. Dezember 2004
§ 1 LBKHG i.d.F. vom 11. April 1995
§ 14 LBKHG i.d.F. vom 11. April 1995
§ 17 LBKHG i.d.F. vom 11. April 1995
§ 15 LBK-Immobilien Gesetz i.d.F. vom 17. Dezember 2004
§ 1 LBKUmwG i.d.F. vom 17. Dezember 2004
§ 2 LBKUmwG i.d.F. vom 17. Dezember 2004
§ 1 LBKUmwVO i.d.F. vom 4. Januar 2005
BB 2010, 500
FA 2010, 121
NZA-RR 2010, 327-332
ZTR 2010, 212
Einem Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis im Wege eines Betriebsteilübergangs (§ 613a Abs. 1 BGB) vom Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg - Anstalt öffentlichen Rechts - auf eine GmbH übergegangen ist, steht kein Recht auf Rückkehr zur Freien und Hansestadt Hamburg nach § 17 HVFG zu, wenn der Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg - Anstalt öffentlichen Rechts - nach erfolgter Rechtsformänderung in privatrechtliche Trägerschaft überführt worden ist und der Arbeitnehmer mit der GmbH in der Zwischenzeit einen Auflösungsvertrag sowie einen neuen Arbeitsvertrag abgeschlossen hatte.
hat der Achte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 22. Oktober 2009 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Hauck, den Richter am Bundesarbeitsgericht Böck, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Schmidt sowie den ehrenamtlichen Richter Dr. Hermann und die ehrenamtliche Richterin Koglin für Recht erkannt:
1. Wegen des Verlustes des Arbeitsplatzes und der Aufgabe eines sozialen Besitzstandes zahlt die C GmbH Frau Z gemäß § 3 Ziff. 9 EStG in Verbindung mit den §§ 9, 10 KSchG eine Abfindung in Höhe von DM 72.676,00 brutto (in Worten: zweiundsiebzigtausendsechshundertundsechsundsiebzig).
Zwar hat aus Gründen der Prozesswirtschaftlichkeit eine Leistungsklage grundsätzlich Vorrang vor einer Feststellungsklage, wenn dem Kläger die ausreichende Konkretisierung (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO) seines geltend gemachten Anspruches möglich ist, jedoch kann ein Feststellungsinteresse iSd. § 256 Abs. 1 ZPO bestehen, wenn das angestrebte Urteil trotz seiner einer Vollstreckung nicht zugänglichen Wirkung geeignet ist, den Konflikt der Parteien endgültig zu lösen und weitere Prozesse zwischen ihnen zu vermeiden.
Die verfassungskonforme Auslegung findet nämlich ihre Grenze dort, wo sie zu dem Wortlaut und dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers in Widerspruch treten würde (BVerfG 24. Mai 1995 - 2 BvF 1/92 - BVerfGE 93, 37 [BVerfG 24.05.1995 - 2 BvF 1/92]) und der Gesetzgeber daher die von ihm getroffene Regelung nach der Interpretation "inhaltlich nicht wiedererkennen" würde (vgl. BVerfG 19. September 2007 - 2 BvF 3/02 - BVerfGE 119, 247, so im Ergebnis auch: LAG Hamburg 13. August 2008 - 5 Sa 12/08 -).
a) Der allgemeine Gleichheitssatz gebietet, alle Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln. Er verpflichtet die Grundrechtsadressaten, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches entsprechend seiner Verschiedenheit und Eigenart ungleich zu behandeln. Der Gleichheitssatz ist verletzt, wenn die gleiche oder ungleiche Behandlung der geregelten Sachverhalte mit Gesetzlichkeiten, die in der Natur der Sache selbst liegen, und mit einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtungsweise nicht mehr vereinbar ist, wenn also bezogen auf den jeweils in Rede stehenden Sachbereich und seine Eigenart ein vernünftiger, einleuchtender Grund für die Regelung fehlt (st. Rspr., vgl. BVerfG 20. September 2007 - 2 BvR 855/06 - mwN, NJW 2008, 209).