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Timestamp: 2016-10-28 16:17:23
Document Index: 156438860

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE']

U 466/06 (22.08.2007)
U 466/06
D.________, 1956, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Christian Wyss, Keltenstrasse 102, 3018 Bern,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. August 2006.
Der 1956 geborene D.________ war seit 1990 bei der Firma B.________ AG als Schlosser angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 21. Februar 2001 erlitt er einen Unfall mit Distorsion am rechten Knie, f�r dessen Behandlungskosten die SUVA bis Dezember 2001 aufkam. Bei einem Sturz auf die rechte Schulter am 20. Mai 2001 zog sich D.________ eine Partialruptur der Supraspinatussehne zu, welche am 28. Februar und 3. Juli 2002 operiert wurde. Am 16. Dezember 2002 schliesslich erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall mit Distorsion der HWS. Die SUVA stellte mit Verf�gung vom 14. Juli 2005 die f�r die Folgen des Unfalles vom 16. Dezember 2002 erbrachten gesetzlichen Leistungen per 31. Juli 2005 ein und sprach dem Versicherten mit Verf�gung vom 21. Juli 2005 f�r die Restfolgen des Unfalles vom 20. Mai 2001 ab 1. August 2005 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 19 % und eine Integrit�tsentsch�digung entsprechend einem Integrit�tsschaden von 5 % zu. Die gegen die beiden Verf�gungen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 29. November 2005 ab.
Die Beschwerde, mit welcher D.________ die R�ckweisung der Sache zu weiteren Abkl�rungen, die Festsetzung der unfallbedingten Invalidit�t auf mindestens 50 %, die angemessene Erh�hung der Integrit�tsentsch�digung sowie die weitere Ausrichtung des Unfalltaggeldes w�hrend des Verfahrens beantragen liess, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 25. August 2006 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst D.________ beantragen, es sei die ad�quat unfallkausale Invalidit�t neu zu bestimmen und auf mindestens 50 % festzusetzen, es sei das Unfalltaggeld w�hrend des Verfahrens weiter auszurichten und es sei die Integrit�tsentsch�digung angemessen zu erh�hen, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanzen zur�ckzuweisen.
Im angefochtenen Entscheid werden die Grundlagen f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) zutreffend wiedergegeben. Richtig dargelegt hat das kantonale Gericht des Weitern die Begriffe des f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E. 4.3.1 S. 406, 119 V 335 E. 1 S. 337, je mit Hinweisen) und ad�quaten (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461, je mit Hinweisen) Kausalzusammenhangs. Darauf wird verwiesen. Hervorzuheben ist, dass die Ad�quanzbeurteilung nach HWS-Distorsionen (ohne organisch nachweisbare Unfallfolgesch�den) grunds�tzlich nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E. 4b S. 382 dargelegten Rechtsprechung mit ihrer fehlenden Differenzierung zwischen k�rperlichen und psychischen Beschwerden zu erfolgen hat (zum Ganzen BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, 119 V 335, 117 V 359 und 369 E. 4b S. 382 f.). Von diesem Grundsatz ist abzuweichen, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben: diesfalls ist die Pr�fung der ad�quaten Kausalit�t praxisgem�ss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gem�ss BGE 115 V 133 ff. vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, U 164/01). Ebenfalls nach BGE 115 V 133 ff. vorzugehen ist, wenn bei einer versicherten Person bereits vor dem Unfall psychische Beschwerden vorlagen, die durch das Unfallereignis verst�rkt wurden. Dann n�mlich kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild - d.h. einem komplexen Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden psychischen Beschwerden und von ebenfalls (nat�rlich) unfallkausalen somatische Beschwerden - gesprochen werden, welches einer Differenzierung kaum zug�nglich ist, weshalb die Voraussetzungen f�r die Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS oder �quivalenten Verletzungsmechanismen (BGE 117 V 359) nicht erf�llt sind (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327, U 273/99; Urteil U 52/06 vom 14. Mai 2007).
3.1 Die Vorinstanz ging im Wesentlichen gest�tzt auf die Berichte des SUVA-Kreisarztes Dr. med. G.________ vom 27. Februar 2003, 12. August 2003 und 6. Juni 2005 sowie des Dr. med. L.________ vom 25. September 2003 davon aus, dass im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen aus dem Unfall vom 16. Dezember 2002 per Ende Juli 2005 noch gewisse somatische Beschwerden vorlagen, die jedoch einerseits mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 20. Mai 2001 zur�ckzuf�hren seien und unter Ber�cksichtigung derer andrerseits ein ganzt�giger Einsatz f�r leichte bis mittelschwere k�rperliche Aktivit�ten ohne Arbeiten mit der Schulter �ber der Horizontalen sowie ohne schnelle, repetitive, kraftverlangende Rotationsbewegungen der Schulter und ohne Arbeiten in Zwangshaltung des Kopfes oder schnelle, repetitive Bewegung verlangende T�tigkeiten m�glich seien. Was die im Sommer 2005 vorhandenen psychischen Beschwerden anbelangt, kam das kantonale Gericht zum Schluss, dass diese - selbst wenn sie teilweise unfallbedingt seien - mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs zu einem der Unfallereignisse keinen Leistungsanspruch gegen�ber der Unfallversicherung begr�nden w�rden. Die Ad�quanz pr�fte es nach den von der Rechtsprechung f�r Unf�lle mit psychischen Folgesch�den, nicht nach den f�r ein HWS-Schleudertrauma aufgestellten Kriterien. Unter Ber�cksichtigung der unfallkausalen somatischen Restbeschwerden best�tigte die Vorinstanz den von der SUVA vorgenommenen Einkommensvergleich und den daraus resultierenden unfallbedingten Invalidit�tsgrad von 19 % sowie die zugesprochene, auf einer Integrit�tseinbusse von 5 % basierenden Integrit�tsentsch�digung.
3.2 Der Beschwerdef�hrer macht demgegen�ber geltend, eine kombinierte, vernetzte Beurteilung der Folgen der beiden Unf�lle vom 20. Mai 2001 und 16. Dezember 2002 w�rde zu einem andern Ergebnis f�hren. Der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen der physischen und psychischen Arbeitsunf�higkeit und den beiden Unf�llen sei unbestritten. Bei der Beurteilung der ad�quaten Kausalit�t zwischen der psychisch mitbedingten Arbeitsunf�higkeit von 50 % und den Unfallereignissen sei die Vorinstanz zu Unrecht nicht nach den Kriterien der Rechtsprechung f�r Schleudertraumas vorgegangen, da das Vorliegen des typisch bunten Beschwerdebildes �rztlich best�tigt worden sei. Von den sieben Kriterien der sogenannten Schleudertraumapraxis seien vier klarerweise erf�llt, so die lange Dauer der Behandlung, Dauerbeschwerden, ein schwieriger Heilungsverlauf sowie eine lange Dauer hoher Arbeitsunf�higkeit. Die ad�quate Kausalit�t des letzten Unfalls und erst recht der beiden Unf�lle in ihrem Zusammenwirken an der 50%igen psychischen Arbeitsunf�higkeit w�ren daher zu bejahen, was zusammen mit der somatischen Beeintr�chtigung von 18 % zu einem unfallbedingten Invalidit�tsgrad von 50-60 % und einem entsprechend h�heren Anspruch gegen�ber der Unfallversicherung f�hren w�rde. Auch die zugesprochene Integrit�tsentsch�digung ber�cksichtige einseitig die Schulterbeschwerden und w�re unter Ber�cksichtigung des grossen Verlusts der Konzentrationsf�higkeit sowie der persistierenden somatoformen Schmerzen auf 25 % zu erh�hen.
Aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht zu beanstanden und auch nicht bestritten ist die Feststellung, dass der Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen f�r den Unfall vom 16. Dezember 2002 per Ende Juli 2005 noch an gewissen somatischen Beschwerden litt, die ihn jedoch hinsichtlich der Arbeitsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit nicht einschr�nken. Streitig und zu pr�fen ist jedoch, ob aufgrund der vorhandenen psychischen Beschwerden ein h�herer Leistungsanspruch gegen�ber der SUVA besteht und in diesem Rahmen insbesondere die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs.
4.1 Der Versicherte hatte am 21. August 2002 wegen einer depressiven Entwicklung erstmals das Zentrum X.________ aufgesucht. Dort fanden am 10. und 25. September 2002, am 23. Oktober 2002 sowie am 7. und 17. Februar 2003 weitere Konsultationen statt. Im Vordergrund standen gem�ss Bericht vom 11. Juli 2003 eine anxio-subdepressive Grundstimmung, k�rperbezogene �ngste mit Vermeidungsverhalten, eine leichte Minderung des Antriebs sowie eine kaum korrigierbare kognitive Fixierung auf chronische Schmerzen. Diagnostiziert wurde eine Anpassungsst�rung mit inad�quater Krankheitsbew�ltigung bei chronischem Schmerzsyndrom und psychosozialer Belastung. Anl�sslich der psychiatrischen Untersuchung vom 29. Oktober 2003 stellte die SUVA-Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Frau Dr. med. H.________ die Diagnose einer mittelschweren depressiven St�rung ohne somatisches Syndrom sowie einer Angstst�rung. Sie hielt im Bericht vom 26. November 2003 fest, der Beginn der depressiven Symptomatik sei nicht genau datierbar, doch sei sie sicher seit Sommer 2002 ausgepr�gt vorhanden. Es bestehe wahrscheinlich - so die Fach�rztin - kein direkter Kausalzusammenhang zwischen der depressiven St�rung und der Schulterverletzung oder der HWS-Distorsion, doch spreche der Verlauf daf�r, dass sich die bereits vorbestehende ausgepr�gte depressive Symptomatik nach dem letzten Unfallereignis im Dezember 2002 verst�rkt habe. In den Berichten vom 15. Dezember 2004 und 23. M�rz 2005 kam der SUVA-Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. A.________, zu �hnlichen Ergebnissen, ging jedoch nur noch von einer leichten depressiven St�rung ohne somatisches Syndrom aus. Die Arbeitsunf�higkeit sch�tzte er aus rein psychiatrischer Sicht auf 50 %.
4.2 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, erf�llen die vorhandenen medizinischen Berichte die von der Rechtsprechung entwickelten beweisrechtlichen Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) und erm�glichen eine Beurteilung der sich stellenden Fragen, weshalb sich weitere medizinische Abkl�rungen er�brigen.
4.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers hat das kantonale Gericht den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen den diagnostizierten psychischen Beeintr�chtigungen und den Unfallereignissen nicht bejaht, sondern vielmehr zu Recht nur festgehalten, dass diese Beschwerden, auch wenn sie teilweise unfallbedingt seien, keinen Leistungsanspruch begr�nden w�rden, weil es an der ebenfalls erforderlichen Ad�quanz fehle.
4.4.1 Was den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und den Unfallereignissen anbelangt, ist zun�chst mit der Vorinstanz festzustellen, dass er bez�glich des Unfalles vom 20. Mai 2001 zu verneinen ist, da es sich dabei um einen leichten Unfall im Sinne der Rechtsprechung gehandelt hatte.
4.4.2 Bez�glich des Unfalles vom 16. Dezember 2002, bei welchem der Versicherte eine HWS-Distorsion erlitten hatte, sodann stellt sich die Frage, wie die Ad�quanz zu pr�fen ist. Die Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS, nach welcher nicht unterschieden wird, ob die Beschwerden mehr organischer und/oder psychischer Natur sind (BGE 117 V 359 E. 5d/aa S. 363), geht davon aus, dass diese Beschwerden miteinander eng verwoben sind und eine "Differenzierung angesichts des komplexen und vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen F�llen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereitet" (BGE 117 V 359 E. 5d/aa S. 363f.). Voraussetzung f�r die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zur�ckzuf�hren sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben. So verh�lt es sich im vorliegenden Fall - wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat - nicht. Vielmehr litt der Beschwerdef�hrer, wie aus E. 4.1 hervorgeht, bereits vor dem Unfallereignis vom 16. Dezember 2002 an psychischen Beschwerden, die teilweise identisch sind mit nach dem Unfall festgestellten Leiden, und begab sich deswegen in Behandlung. Selbst wenn das Unfallereignis die psychische Situation verschlimmert hat, zeigt sich diese Verschlechterung nicht als mit dem organisch-psychischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS eng verflochtene Entwicklung, sondern als ein durch den Unfall verschlechterter Vorzustand.
In Anbetracht der vorbestehenden und dominierenden psychischen Beschwerden hat die Vorinstanz die ad�quate Kausalit�t zu Recht nach den bei Unf�llen mit psychischen Folgesch�den geltenden Grunds�tzen gepr�ft (BGE 115 V 133). Zutreffenderweise hat sie dabei den Unfall als h�chstens mittelschwer, im Grenzbereich zu einem leichten Ereignis qualifiziert. Mit dem kantonalen Gericht ist sodann festzustellen, dass die praxisgem�ss in die Beurteilung miteinzubeziehenden Kriterien weder in geh�ufter Weise erf�llt sind noch eines der Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise gegeben ist. Auf die entsprechenden Ausf�hrungen wird verwiesen. Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Soweit einzelne Kriterien auffallen, wie der Beschwerdef�hrer geltend macht, ist dies n�mlich in der psychischen Problematik begr�ndet, was im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen mit psychischen Folgesch�den eben ausser Acht zu lassen ist.
4.5 Der von der SUVA unter Ber�cksichtigung der somatischen Einschr�nkungen vorgenommene und vorinstanzlich best�tigte Einkommensvergleich ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden und wird auch nicht bestritten.
Die Integrit�tsentsch�digung f�r die unfallbedingte Integrit�tseinbusse schliesslich hat die SUVA gest�tzt auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. G.________ vom 27. Februar 2003 auf 5 % festgesetzt. Dies ist mit der Vorinstanz als rechtm�ssig zu erachten (vgl. Art. 24 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 1 UVG; Art. 36 UVV; Anhang 3 zur UVV; BGE 124 V 29 E. 1c S. 32 mit Hinweis). Sowohl die SUVA wie auch das kantonale Gericht haben dargelegt, dass der so abgegoltene Integrit�tsschaden eine Folge des Unfalles vom 20. Mai 2002 ist, wohingegen aus dem Unfall vom 16. Dezember 2002 entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers kein weiterer Anspruch resultiert. Auf die diesbez�glichen Ausf�rungen wird verwiesen.