Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211948
Timestamp: 2018-04-24 14:27:32
Document Index: 159949490

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 19', '§ 2', '§ 20', '§ 20', '§ 5', '§ 21', '§ 20', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 72', '§ 74']

(GVBl.II/02, [Nr. 04], S.106)
Auf Grund des § 21 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes (BbgNatSchG) vom 25. Juni 1992 (GVBl. I S. 208), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 18. Dezember 1997 (GVBl. I S. 124), verordnet der Minister für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in der Gemeinde Klosterfelde im Landkreis Barnim wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Torfstich Klosterfelde“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 31 Hektar. Es umfasst im Gebiet der Gemarkung Klosterfelde folgende Flurstücke:
Flur 2: 71 teilweise, 140/20 teilweise (Wald südlich des Weges), 201/1, 202, 203, 206 teilweise (westlich der Grenze Nutzungsart Wald), 207 - 257;
Flur 3: 417 - 435.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(3) Die Verordnung mit den Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Barnim, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeit kostenlos eingesehen werden.
Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Regeneration eines nacheiszeitlich entstandenen Flachmoorkomplexes, eines Kleingewässers sowie einer Binnendüne mit standorttypischer Biotopausprägung und Artenzusammensetzung.
Schutzzweck ist dabei insbesondere:
die Erhaltung und naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung des Gebietes
als Lebensraum wildlebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Ufer-Röhrichte, Großseggenriede, Feucht- und Frischwiesen, Faulbaum-Grauweidengebüsche und Moor- und Bruchwälder sowie der Sandtrockenrasen,
als Lebensraum wildlebender und bestandsbedrohter Tierarten, darunter zahlreiche nach § 20a Abs. 1 Nr. 7 und 8 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Amphibien, Kriechtiere und störungsempfindliche und gefährdete Wat- und Großvogelarten;
die Erhaltung und Wiederherstellung weiterer stark gefährdeter, insbesondere nach § 20a Abs. 1 Nr. 7 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Pflanzenarten wie Steifblättriges und Breitblättriges Knabenkraut;
die Erhaltung des Gebietes als Zufluchtsort und als potenzielles Wiederausbreitungszentrum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere der an Gewässer und Feuchtgebiete gebundenen Arten;
die Erhaltung des Moorkörpers und der Binnendüne als erdgeschichtliches und geologisches Zeugnis der nacheiszeitlichen Landschaftsentwicklung und Vegetationsgeschichte;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden landschaftlichen Schönheit des Gebietes, dessen Charakter in der Senke durch die Abfolge von Kleingewässern, naturnaher Moorvegetation, Gras- und Staudenfluren und daran anschließend durch die bewaldete Binnendüne geprägt wird.
(1) Vorbehaltlich der nach § 5 dieser Verordnung zulässigen Handlungen sind in dem Naturschutzgebiet gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 des Brandenburgisches Naturschutzgesetzes alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können.
außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege und der nach öffentlichem Straßenrecht oder auf Grund des § 20 Abs. 3 des Landeswaldgesetzes gekennzeichneten Reitwege zu reiten;
Pflanzenschutzmittel jeder Art oder chemische Holzschutzmittel anzuwenden;
Wildäcker, Ansaatwiesen und Kirrungen anzulegen.
die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 19 und 22 bis auf die Ausbringung von Düngern gelten,
die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 23 mit Ausnahme für das Flurstück 207, Flur 2, Gemarkung Klosterfelde und der Flurstücke 417 - 420, Flur 3, Gemarkung Klosterfelde gelten;
die Forstflächen mittel- bis langfristig, möglichst durch Naturverjüngung in naturnahe, an der potenziell natürlichen Vegetation orientierte Waldbestände zu überführen sind,
bei der Holzentnahme ausreichend Totholz und Überhälter im Bestand für bestimmte Arten verbleiben, die an diese Habitatstrukturen gebunden sind; der Altholzanteil soll dabei einen Anteil von 10 % am Holzvorrat nicht unterschreiten;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei vom Südufer des Torfstichs aus außerhalb der Hauptbrutzeit vom 1. März bis zum 30. Juni eines jeden Jahres;
behördliche sowie behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen, soweit sie auf den Schutzzweck des Gebietes hinweisen oder als hoheitliche Kennzeichnungen, Orts- oder Verkehrshinweise oder Warntafeln dienen;
Der Abzugsgraben des Moorkomplexes soll so gestaltet werden, dass der natürliche Wasserhaushalt im Gebiet wiederhergestellt wird.
Die Grünlandbereiche sollen extensiv bewirtschaftet werden.
Das Südufer des Torfstichs soll aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes teilweise abgeflacht werden.
Es sollen Maßnahmen zur Besucherlenkung ergriffen werden.
Von den Verboten des § 4 dieser Verordnung kann die oberste Naturschutzbehörde auf Antrag gemäß § 72 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Befreiung gewähren.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu hunderttausend Deutsche Mark/51 100 Euro (in Worten: einundfünfzigtausendeinhundert Euro) geahndet werden.
Potsdam, den 27. Dezember 2001