Source: https://mediendienst-integration.de/flucht-asyl/zahl-der-fluechtlinge.html
Timestamp: 2018-09-21 08:20:38
Document Index: 116269634

Matched Legal Cases: ['Art. 16', '§ 60', 'Art. 16', '§ 60', '§ 3', '§104']

Von Januar bis Ende August 2018 wurden 127.525 Asylanträge gestellt, davon 111.685 Erstanträge.
Das sind etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Allein im August wurden 13.141 Anträge gestellt.
Über 154.257 Anträge hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in dieser Zeit entschieden. Die Schutzquote lag bei 32,2 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes..QuelleAsylgeschäftsbericht 8/2018
Im Gesamtjahr 2017 gab es 222.683 Asylanträge, davon 198.317 Erstanträge. Die Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat in dieser Zeit über 603.428 Anträge entschieden. Die Schutzquote lag bei 43,4 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes.. 186.644 Asylsuchende sind in dieser Zeit nach Deutschland eingereist.QuelleAsylgeschäftsbericht 12/2017, Bundesinnenministerium, Pressemitteilung vom 15.1.2017
Monatlich aktualisierte Zahlen zu den Asylanträgen bietet der BAMF-Asylgeschäftsbericht.
Zwischen Januar und August 2018 kamen die meisten Asylantragsteller aus folgenden Ländern:
TOP-Herkunftsländer 2017
QuelleBAMF, Asylgeschäftsbericht 8/2018 und 12/2017
Über 154.257 Asylanträge hat das BAMF zwischen Januar und Ende August 2018 entschieden. 49.658 Personen wurde Schutz zugesprochen. Das ergibt eine Schutzquote von 32,2 Prozent (Gesamtschutzquote).QuelleAsylgeschäftsbericht 7/2018
27.965 Menschen "Flüchtlingsschutz" nach § 3 Asylverfahrensgesetz,
1.978 Menschen "Asyl" nach Artikel 16a des Grundgesetzes,
17.499 Menschen subsidiären Schutz,
7.216 Menschen ein Abschiebeverbot aufgrund des EU-Rechts oder internationaler Abkommen.
Obwohl Asylbescheide auf Bundesebene vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erlassen werden, gibt es beachtliche Unterschiede zwischen den Schutzquoten in den einzelnen Bundesländern. So lag 2017 die Schutzquote für afghanische Asylsuchende in Thüringen bei 51 Prozent – in Brandenburg bei lediglich 30 Prozent. Das BAMF erklärt die Diskrepanzen zum Teil dadurch, dass Asylanträge ungleichmäßig unter den Bundesländern verteilt sind. Eine Untersuchung der Universität Konstanz führt die Unterschiede hingegen auf den sozioökonomischen Hintergrund der Entscheider sowie auf die bürokratische Überlastung der Behörden zurück.QuelleBundestagsdrucksache 19/1371, Seite 13
Entscheidungen: 603.428
Positive Entscheidungen: 261.642
Schutzquote: 43,4 Prozent
Flüchtlingsschutz: 119.550 / Asylberechtigte nach Artikel 16a GG: 4.359 / subsidiärer Schutz: 98.074 / Abschiebeverbot: 39.659QuelleAsylgeschäftsstatistik 12/2017
Bereinigte Schutzquote: Die Gesamtschutzquote gibt keine Auskunft darüber, wie viele Asylbewerber tatsächlich schutzbedürftig sind. Denn viele Anträge werden "formell" entschieden, also ohne inhaltliche Prüfung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Asylantrag zurückgezogen wurde oder ein anderes EU-Land zuständig ist. Zieht man von den bearbeiteten Fällen die „formellen EntscheidungenAls formelle Entscheidungen versteht man alle Fälle, die sich anderweitig erledigen, zum Beispiel wenn ein Antrag zurückgezogen wird oder der Bewerber einen deutschen Staatsbürger heiratet oder – was in den meisten Fällen zutrifft – weil nach der Dublin-Verordnung ein anderer Staat für den Asylantrag zuständig ist. “ ab, kommt man für den Zeitraum Januar bis Ende August 2018 auf eine "bereinigte" Schutzquote von 47,6 Prozent. Im Gesamtjahr 2017 lag sie bei 53 Prozent. 2016 sogar bei 71,4 Prozent.QuelleAsylgeschäftsbericht 12/2017, Seite 6, und Bundestagsdrucksache 18/11262, Seite 4
Unter den Asylbewerbern, die von Januar bis Ende Juli 2018 in Deutschland einen Antrag gestellt haben, waren 42,9 Prozent Mädchen und Frauen. In der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen gab es mit rund 29 Prozent den geringsten Frauenanteil. Unter den Kindern (unter 16 Jahre) ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichener, hier überwiegt der Anteil der Jungen nur leicht. Seit 2016 ist der Frauenanteil unter den Flüchtlingen um etwa sieben Prozentpunkte gestiegen.
Die Flüchtlinge sind im Durchschnitt sehr jung: 74,2 Prozent der Asylbewerber, die im ersten Halbjahr 2018 einen Antrag gestellt haben, waren unter 30 Jahren alt. Minderjährige machten 48 Prozent der Asylbewerber aus.QuelleAktuelle Zahlen zu Asyl, August 2018, Seite 7
Im ersten Halbjahr 2018 wurden weltweit 53.759 Visa zum Zweck der Familienzusammenführung ausgestellt – davon rund 17.000 an Angehörige von Menschen, die aus den drei wichtigsten Flüchtlings-Herkunftsländern kommen:
Syrien: 11.654
Irak: 4.416
Afghanistan: 932
2015 waren es rund 25.300: Davon gingen 21.500 an syrische, rund 2.800 an irakische und rund 1.000 an afghanische Staatsangehörige.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES
Bevor Angehörige nach Deutschland reisen können, müssen sie ein Visum beantragen. Im Juli 2018 lagen den diplomatischen Außenstellen in Libanon, Jordanien, Nord-Irak, Türkei und Ägypten etwa 31.000 Terminanfragen zur Beantragung eines Visums für den Nachzug zum Schutzberechtigten vor. Davon wurden etwa 29.000 von Angehörigen von subsidiär Schutzberechtigten gestellt. Im April gab es noch 45.000 Terminanfragen – davon 23.000 von Angehörigen von subsidiär Schutzberechtigten.QuelleAuswärtige Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES. Bundestags-Plenarprotokoll 19/28 vom 25.4.2018, Seite 2605
Die Wartezeiten für einen Termin, um ein Visum zu beantragen, sind in den vergangenen zwei Jahren in allen diplomatischen Außenstellen deutlich kürzer geworden: Mussten Antragsteller früher mehr als ein Jahr auf einen Termin warten, können sie aktuell in Beirut und Kairo schon nach vier Wochen ihr Visum beantragen – in Ankara und Amman nach einer Woche (Stand: April 2018).QuelleBundestags-Plenarprotokoll 19/28 vom 25.4.2018, Seite 2605
Für Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten, gelten andere Regelungen: Sie durften bis zum 31. Juli 2018 keine Familienangehörige zu sich nach Deutschland holen. Seit dem 1. August ist das wieder erlaubt. Vorgesehen sind jedoch nur 1.000 Menschen pro Monat – davon sind sogenannte Härtefälle ausgenommen. Von diesen Maßnahmen sind vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak betroffen. Menschenrechtsorganisationen haben diese RegelungAufenthG §104 Absatz 13 wiederholt als verfassungs- und europarechtlich nicht zulässigSiehe hierzu etwa Stellungnahme des Deutschen Instituts für Menschenrechte von Dezember 2016 kritisiert.
Ende August 2018 lagen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach eigenen AngabenAsylgeschäftsbericht 8/2018, Seite 7 59.410 Asylanträge, bei denen die Entscheidung noch anstand. Nachdem die Zahl über Jahre angestiegen ist, geht sie seit Oktober 2016 tendenziell zurück. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Asylbewerber gestiegen, die gegen die Bescheide des BAMF klagen: Im März 2018 waren an den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten rund 367.000Bundestagsdrucksache 19/3148, Seite 53 Verfahren im Bereich Asyl anhängig. Rund 18 Prozent aller Klagen waren erfolgreich. Wenn man allerdings die Fälle abzieht, in denen es zu keinem Urteil kam – etwa weil die Klage zurückgenommen wurde oder weil mehrere verbundenen Klagen zusammengezogen wurden – kommt man auf eine Erfolgsquote von rund 33 Prozent.QuelleBundestagsdrucksache 19/3148 Seite 51 ff.
Nach Angaben der Bundesregierung warteten zum Stichtag 28.2.2018 rund 4.800 Asylbewerber seit mehr als zwei Jahren auf eine Entscheidung vom BAMF. Die durch den Stau entstehende Wartezeit belastet sowohl die Flüchtlinge als auch die Gemeinden, in denen sie untergebracht werden.
Nach Angaben des Europäischen Statistikamts haben rund 704.600 Menschen einen Asylantrag in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gestellt (Erst- und Folgeanträge) – das ist etwas mehr als die Hälfte der Asylanträge, die im gleichen Zeitraum 2016 gestellt wurden. Die meisten Antragsteller kamen aus Syrien (105.000), dem Irak (51.700), Afghanistan (47.800) und Nigeria (41.000) .
Deutschland: 222.600
Italien: 128.900
Frankreich: 98.600
Griechenland: 58.700
Großbritannien: 33.800
2016 haben laut Eurostat rund 1,2 Millionen Menschen einen Asylantrag in der EU gestellt – die meisten von ihnen aus Syrien (334.800), Afghanistan (183.000) und dem Irak (127.000). Das sind etwa 50.000 weniger Asylsuchende als 2015.
Deutschland: rund 722.300
Italien: ca. 121.200
Frankreich: 76.000
Griechenland:49.000
Österreich: 39.900
Deutschland: etwa 8,8 Antragsteller pro Tausend Einwohner
Griechenland: etwa 4,6
Österreich: 4,6
Luxemburg: 3,6
Bearbeitungsstau: Rund 927.000 Antragsteller warteten zum Stichtag 31.12.2017 in der gesamten EU auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag, davon etwa 444.000 in Deutschland (wobei Eurostat auch anhängige Gerichtsverfahren einberechnet).
In seinem Jahresbericht 2017 schätzt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen (forcibly displaced) weltweit auf 68,5 Millionen. Mehr als die Hälfte aller Geflüchtete sind Kinder. Allein 2017 ist die Zahl derjenigen, die ihr Zuhause verlassen mussten, um 16,2 Millionen gestiegen – das sind 30 Menschen pro Minute.
Weitere 25,4 Millionen sind anerkannte Flüchtlinge – also Menschen, denen gemäß internationaler AbkommenDazu gehören die "Genfer Flüchtlingskonvention", die "Konvention zur Regelung der besonderen Aspekte der Flüchtlingsprobleme in Afrika", die Satzung des UNHCR sowie eine Reihe regionaler Abkommen zum Flüchtlingsschutz. Eine Übersicht bietet der UNHCR in einem Handbuch, Seite 5-9 Schutz gewährt wurde.
3,1 Millionen sind Asylsuchende – also Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten.
Mehr als die Hälfte aller Geflüchteten, die in einem anderen Land Schutz fanden, kommen aus drei Ländern:
Syrien (6,3 Millionen)
Afghanistan (2,6 Millionen)
Süd-Sudan (2,4 Millionen)
Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten: Anders als in Deutschland gibt es in vielen Aufnahmeländern kein funktionierendes Asylsystem. Das heißt, Geflüchtete werden dort nicht automatisch registriert. Knapp 60 Prozent der rund 68,5 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, konnten außerdem das eigene Land nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nicht verlassen. Sie werden als sogenannte Internally Displaced People (Binnenflüchtlinge) gezählt. Die meisten Geflüchteten, die Schutz im Ausland finden, bleiben zudem in der Nähe ihrer Heimat. 84 Prozent aller Geflüchtete leben in sogenannten Entwicklungsländern.
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