Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2014-02-12/iv-r-22_10
Timestamp: 2017-09-23 11:34:55
Document Index: 164021246

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 4', '§ 15', '§ 126', '§ 4', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

BFH, 12.02.2014 - IV R 22/10 - Ertragsteurliche Behandlung von Schuldzinsen einer Personengesellschaft für ein Darlehen ihres Gesellschafters | anwalt24.de
Urt. v. 12.02.2014, Az.: IV R 22/10
Referenz: JurionRS 2014, 16606
Aktenzeichen: IV R 22/10
FG Düsseldorf - 08.04.2010 - AZ: 11 K 3720/08 F
§ 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 1 Hs. 1, 2 EStG
§ 15a Abs. 4 EStG
BBK 2014, 697
BFH/NV 2014, 1256-1258
BFH/PR 2014, 285
BStBl II 2014, 621-624
DB 2014, 1524-1526
DStR 2014, 1216-1219
DStRE 2014, 886
DStZ 2014, 513-514
EStB 2014, 239
FR 2014, 765-768
GmbHR 2014, 835-837
GmbH-StB 2014, 224-225
GStB 2014, 38
GWR 2014, 311
HFR 2014, 678-680
KÖSDI 2014, 18907
MBP 2014, 127
NWB 2014, 1994
NWB direkt 2014, 696
NZG 2014, 918-920
RdW 2014, 609-611
StBW 2014, 535
StX 2014, 403-404
WPg 2014, 852-854
Streitig ist die Anwendung des § 4 Abs. 4a des Einkommensteuergesetzes in der jeweils in den Jahren 2000 bis 2003 und 2006 (Streitjahre) geltenden Fassung (EStG) im Konzern.
Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin), eine GmbH & Co. KG, die nunmehr unter der im Rubrum bezeichneten Firma im Handelsregister eingetragen ist (Amtsgericht --AG-- A, HRA ...4), ist Teil des Y-Konzerns. An der Spitze des Konzerns steht die Y Holding AG (Muttergesellschaft), die mittelbar über verschiedene Personengesellschaften zu 100 % an der Klägerin beteiligt ist. Komplementärgesellschaft der Klägerin ohne Vermögensbeteiligung war die X-GmbH; alleinige Kommanditistin war in den Streitjahren die X-GmbH & Co. KG, nunmehr firmierend unter Z-GmbH & Co. KG --AG B, HRA ...0-- (Beigeladene). Nach der gesellschaftsvertraglichen Gewinnverteilungsabrede der Klägerin erhält die Komplementärin eine Haftungsvergütung, während der verbleibende Gewinn der Kommanditistin zusteht. Die Beigeladene entnimmt ihren (handelsrechtlichen) Gewinnanteil jeweils in dem auf das Wirtschaftsjahr folgenden Jahr in voller Höhe.
Die Beigeladene ist zwischenzeitlich aus der Klägerin ausgeschieden (AG A, HRA ...4, Eintrag vom ... November 2012).
24.706 DM 15.564 DM 4.953 € 9.483 € 11.502 €
die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 22. August 2008 aufzuheben und die Bescheide über die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und des verrechenbaren Verlustes nach § 15a Abs. 4 EStG für die Jahre 2000 bis 2003 und 2006 vom 1. Juni bzw. 1. August 2007 mit der Maßgabe abzuändern, dass Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Höhe von
sowie die Bescheide über die gesonderte Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2000 bis 31. Dezember 2003 und auf den 31. Dezember 2006 vom 14. Juni bzw. 10. August 2007 mit der Maßgabe abzuändern, dass der vortragsfähige Gewerbeverlust mit
Die Revision der Klägerin ist begründet. Sie führt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Entscheidung in der Sache selbst (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Das FA hat zu Unrecht Hinzurechnungen nach § 4 Abs. 4a EStG vorgenommen.
bb) Die Darlehenszinsen waren auch bei der Gewinnermittlung der Klägerin gewinnwirksam zu berücksichtigen. Das Feststellungsverfahren bei doppelstöckigen bzw. mehrstöckigen Personengesellschaften ist zwei- bzw. mehrstufig. Es sind für jede Personengesellschaft (Ober- und Untergesellschaft(en)) gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellungen durchzuführen. Über Sonderbetriebsvermögen eines unmittelbar beteiligten Gesellschafters ist im Verfahren der gesonderten und einheitlichen Feststellung bei der Gesellschaft zu entscheiden, bei der dieses Sonderbetriebsvermögen besteht. Gleiches gilt für den mittelbar über eine Obergesellschaft beteiligten Gesellschafter, soweit er hinsichtlich der Sondervergütungen, die er von der Untergesellschaft erhalten hat, einem unmittelbar an der Untergesellschaft beteiligten Gesellschafter gleichgestellt wird. Diese Sondervergütungen werden auf Grund der Regelung des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG nicht erst bei der Gewinnermittlung der Obergesellschaft(en), sondern bereits bei der Gewinnermittlung der Untergesellschaft erfasst (Urteil des FG Düsseldorf vom 4. Juli 2012 9 K 3955/09 F, Deutsches Steuerrecht/Entscheidungsdienst 2013, 647; Ley, Kölner Steuerdialog 2010, Nr. 10, 17148, 17154; Rätke in Hermann/Heuer/ Raupach, § 15 EStG Rz 631, m.w.N.; Reiß in Kirchhof, EStG, 12. Aufl., § 15 Rz 348).