Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.11.1996&Aktenzeichen=II%20ZR%20207/95
Timestamp: 2020-03-31 09:24:12
Document Index: 303752251

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 110', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 32', '§ 110', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 32', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 9', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.11.1996 - II ZR 207/95 - dejure.org
BGH, 18.11.1996 - II ZR 207/95
https://dejure.org/1996,1187
BGH, 18.11.1996 - II ZR 207/95 (https://dejure.org/1996,1187)
BGH, Entscheidung vom 18.11.1996 - II ZR 207/95 (https://dejure.org/1996,1187)
BGH, Entscheidung vom 18. November 1996 - II ZR 207/95 (https://dejure.org/1996,1187)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,1187) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GmbHG §§ 30, 31, 32a, b; HGB § 110
Anwendung eigenkapitalersetzender Regeln bei Übernahme einer Bürgschaft für GmbH durch Komplementär der Gesellschafterin der GmbH
GmbH - Komplementär - Bürgschaft - Freistellungsanspruch
Eigenkapitalersatzhaftung bei Übernahme einer Bürgschaft als Komplementär der Gesellschafterin einer GmbH
GmbHG § 30, § 31, § 32a, § 32b; HGB § 110
Eigenkapitalersetzendes Darlehen des Komplementärs der Gesellschafterin einer GmbH
Gesellschaftsrecht; eigenkapitalersetzende Bürgschaft
Eigenkapitalersetzende Bürgschaft des Komplementärs einer Gesellschafter-KG
NJW 1997, 740
ZIP 1997, 115
WM 1997, 116
BB 1997, 220
DB 1997, 269
Als mittelbare, die Schuldnerin beherrschende Alleingesellschafterin ist die Beklagte wie ein Gesellschafter zu behandeln (BGH, Urteil vom 18. November 1996 - II ZR 207/95, WM 1997, 116).
Hierzu reicht es aus, dass die von dem Dritten gewährte Hilfe wirtschaftlich aus dem Vermögen des Gesellschafters aufgebracht werden soll (BGH…, Urteil vom 14. Juni 1993, aaO; vom 7. November 1994 - II ZR 270/93, ZIP 1994, 1934, 1939, insoweit nicht in BGHZ 127, 336; vom 18. November 1996, aaO; vom 26. Juni 2000 - II ZR 21/99, WM 2000, 1697, 1698).
Dies ist etwa der Fall, wenn dem Dritten im Verhältnis zu dem Gesellschafter ein Freistellungsanspruch zusteht (BGH, Urteil vom 18. November 1996, aaO;… vom 26. Juni 2000, aaO), selbst wenn der Dritte als naher Angehöriger die Mittel vorübergehend für den Gesellschafter bevorschusst hat (BGH…, Urteil vom 7. November 1994, aaO).
Diese Voraussetzung ist nicht nur in Umgehungsfällen, sondern immer dann erfüllt, wenn die Finanzierungshilfe des Dritten wirtschaftlich für Rechnung des Gesellschafters gewährt wird, z.B. weil dieser dem Dritten im Innenverhältnis zum Ausgleich verpflichtet ist (BGH-Urteile in BB 1997, 220, DStR 1997, 172, mit Anm. Goette; in BGHZ 127, 336, ZIP 1994, 1934, BB 1995, 58; in BB 2000, 1750).
Von diesem Ausnahmetatbestand werden insbesondere Finanzierungshilfen erfasst, die zwar nicht rechtlich, aber im wirtschaftlichen Ergebnis aus dem Vermögen eines Gesellschafters aufgebracht werden sollen (BGH-Urteile in BB 1991, 641, ZIP 1991, 366; vom 14. Juni 1993 II ZR 252/92, ZIP 1993, 1072; vom 7. November 1994 II ZR 8/93, ZIP 1995, 125; vom 7. November 1994 II ZR 270/93, BGHZ 127, 336, BB 1995, 58, ZIP 1994, 1934 mit zustimmender Anm. von Altmeppen; vom 18. November 1996 II ZR 207/95, BB 1997, 220, DStR 1997, 172; vom 26. Juni 2000 II ZR 21/99, BB 2000, 1750; OLG München, Urteil in DStR 1993, 614; OLG Stuttgart, Urteil in NZG 1998, 997;… Baumbach/Hueck, a.a.O., § 32a Rz. 25;… v. Gerkan/ Hommelhoff, Kapitalersatz im Gesellschafts- und Insolvenzrecht, 5. Aufl., Rz. 4.12; Kamprad, GmbH-Rundschau (GmbHR) 1984, 339;… Lutter/Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 15. Aufl., 2000, §§ 32a, 32b Rz. 61; Noack, GmbHR 1996, 153;… Scholz/K. Schmidt, a.a.O, §§ 32a, 32b Rz. 134; K. Weber, GmbHR 1992, 354, 356).
Diese Voraussetzung ist nicht nur in Umgehungsfällen, sondern immer dann erfüllt, wenn die Finanzierungshilfe des Dritten --wie auch im Streitfall-- wirtschaftlich für Rechnung des Gesellschafters gewährt wird, z.B. weil dieser dem Dritten im Innenverhältnis zum Ausgleich verpflichtet ist (BGH-Urteile in BB 1997, 220, DStR 1997, 172 mit Anm. Goette; in BGHZ 127, 336, ZIP 1994, 1934, BB 1995, 58; in BB 2000, 1750).
OLG Jena, 22.02.2006 - 6 U 347/05
Kapitalersatzhaftung; Gesellschaftersicherheit; Drittdarlehen
Das ist der Fall beim Gesellschafter einer GbR, oder beim Komplementär einer KG (BGH NJW 1997, 740).
Der Bundesgerichtshof hat in der Entscheidung vom 18.11.1996 (NJW 1997, 740) darauf hingewiesen, dass ausnahmsweise die Erstreckung der Eigenkapitalersatzregeln auf nicht zum Kreis der Gesellschafter gehörende Dritte in Betracht kommt, so dass neben verbundenen Unternehmen solche Personen wie Gesellschafter zu behandeln sind, die mit Mitteln des Gesellschafters der GmbH Finanzierungshilfen gewähren.
Die in § 11 Nr. 12 a AGB-Gesetz a. F. zum Ausdruck gekommene Regelungsabsicht des Gesetzgebers ist aber regelmäßig auch bei der nach § 9 AGB-Gesetz a. F. vorzunehmenden Abwägung zu berücksichtigen, um festzustellen, wann eine "unangemessene Benachteiligunsabsicht" vorliegt (BGHZ 134, 325; AG Bremen NJW-RR 2000, 1585 f.; BGH NJW 1997, 740).
Im Hinblick darauf ist die Rückzahlungspflicht auch aus §§ 30, 31 Abs. 1 GmbHG begründet (vgl. zu alledem etwa BGH NJW 1992, 1166; BGH WM 1997, 116, 117, jew. m.w.N.).
Eine Pflicht des Tatsachenrichters, alle für die Vertragsauslegung wesentlichen Umstände von Amts wegen zu ermitteln, besteht nicht (BGH, Urteil vom 23.02.1956 - II ZR 207/95 -, a.a.O.).
OLG Jena, 22.03.2006 - 6 U 347/05