Source: https://natura2000.thueringen.de/rechtliche-grundlagen/eg-vogelschutzrichtlinie/
Timestamp: 2020-01-18 12:06:42
Document Index: 168822461

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 9', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15']

Europäische Vogelschutzrichtlinie | Natura 2000
Die erste bisher in Deutschland nachgewiesene 6 er Brut von Schwarzstörchen bei Judenbach (Foto: C. Rohde, 8.7.2011)
Ziel der aus dem Jahr 1979 stammenden Vogelschutzrichtlinie ist es, sämtliche wild lebenden Vogelarten einschließlich der Zugvögel, die in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (außer Grönland) heimisch sind, und deren Lebensräume langfristig zu erhalten. Die Richtlinie regelt den langfristigen Schutz dieser Arten, deren Nutzung und deren Bewirtschaftung.
Zur Umsetzung der Richtlinienziele wurden
die Ausweisung von Schutzgebieten,
Beschränkungen von Jagd und Handel, sowie
Beschränkungen der Nutzung der Lebensräume der Vogelarten
Übersicht über die Inhalte der Vogelschutzrichtlinie
Artikel der Vogelschutzrichtlinie
Art. 1 Geltungsbereich der Richtlinie
Art. 2 Ziele und Maßnahmen zur Sicherung der Bestände
Art. 3 Ziele und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensräume
Art. 4 Abs. 1 Schutzgebietsausweisungen für die Arten des Anhangs I
Art. 4 Abs. 2 Maßnahmen zum Schutz von Zugvogelarten
Art. 5 Verbote / direkte Artenschutzregelungen zum Schutz der Vogelarten
Art. 6 Beschränkungen zum Handel mit Vogelarten
Art. 7 u. 8 Regelungen zur Jagd und zu verbotenen Jagdmethoden
Art. 9 Ausnahmen von Handels- und Jagdeinschränkungen der Art. 5 – 8
Art. 10 Forschungsförderung
Art. 11 Regelungen / Sorgfaltspflicht bei Ansiedlung wildlebender Arten
Art. 12: Berichtspflichten
Art. 13: Verschlechterungsverbot für Gebietszustand
Art. 14: Zulässigkeit strengerer Schutzmaßnahmen
Art. 15 -17: Änderungsverfahren, Einrichtung eines Ausschusses zur Durchführung
Anhänge der Vogelschutzrichtlinie
Anhang I: Vogelarten, auf die besondere Schutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Lebensräume anzuwenden sind
Anhang II.1 Jagdbare Vogelarten
Anhang II.2 Jagdbare Vogelarten für bestimmte Mitgliedsstaaten
Anhang III.1 u. 2 Vom grundsätzlichen Handelsverbot ausgenommene Arten
Anhang IV: Verbotene Jagdmittel, -einrichtungen und -methoden
Anhang V: Forschungsthemen, denen besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist
Die Umsetzung der europäischen Vogelschutzrichtlinie ist durch die entsprechenden Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 29. Juli 2009 (Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege – BNatSchG) und weiterhin geltende Regelungen des Thüringer Gesetzes für Natur und Landschaft in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. August 2006 realisiert (siehe Unterseite "Umsetzung in Thüringen").
Besondere Schutzgebiete (SPA)
Zu den Verpflichtungen aus der Vogelschutzrichtlinie an die Mitgliedsstaaten gehört u.a. die Auswahl und Meldung der flächen- und zahlenmäßig geeignetsten Gebiete zur Erhaltung der wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume an die Europäische Kommission. Diese ausgewählten und gemeldeten „besonderen Schutzgebiete“ (SPA) bilden zusammen mit den nach der FFH-Richtlinie festgesetzten „Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung“ (SCI) das Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Mit Artikel 7 der FFH-Richtlinie werden die Verpflichtungen aus Artikel 6 Abs. 2-4 der FFH-Richtlinie auch auf die nach der Vogelschutzrichtlinie zu besonderen Schutzgebieten erklärten Gebiete ausgeweitet (siehe Unterseite "Meldeverfahren, Schutzgebietssystem").