Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201979,%20809
Timestamp: 2019-10-15 10:20:28
Document Index: 204701968

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', '§ 211', 'BGH', 'BGH', '§ 204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', '§ 213', 'BGH', '§ 211', '§ 212', 'BGH', '§ 217', '§ 213', '§ 211', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.11.1978 - VII ZR 41/78 - dejure.org
BGH, 23.11.1978 - VII ZR 41/78
https://dejure.org/1978,247
BGH, 23.11.1978 - VII ZR 41/78 (https://dejure.org/1978,247)
BGH, Entscheidung vom 23.11.1978 - VII ZR 41/78 (https://dejure.org/1978,247)
BGH, Entscheidung vom 23. November 1978 - VII ZR 41/78 (https://dejure.org/1978,247)
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Antrag auf Aufrechterhaltung des Vollstreckungsbefehls zur Erstattung weiterer Kosten - Unterbrechung der Verjährungsfrist durch die Zustellung des Zahlungsbefehls - Beendung der Unterbrechung der Verjährung
Zur Frage des Weiterbetreibens des Prozesses i. S. v. § 211 BGB
BGB § 211 Abs. 2 S. 2
Begriff der Förderung des Prozesses
BGHZ 73, 8
NJW 1979, 809
MDR 1979, 572
JR 1979, 238
BauR 1979, 156
Vielmehr kommt es allein darauf an, dass das Verfahren nicht betrieben wird, d.h. dass keine zur Förderung des Verfahrens notwendigen Handlungen (BGHZ 73, 8, 11;… Palandt/Heinrichs, BGB 67. Aufl. § 204 Rdn. 49 jew. m.w.Nachw.) vorgenommen werden.
Nach gefestigter Rechtsprechung genügt vielmehr jede zur Förderung des Prozesses bestimmte und geeignet erscheinende Handlung einer Partei, wobei an diese Voraussetzung kein zu enger Maßstab angelegt werden darf; ob die Handlung zum Erfolg führt, ist nicht entscheidend (BGHZ 73, 8, 10 f.; Urteile vom 17. Oktober 1975 - I ZR 3/75 - VersR 1976, 36 unter II; vom 12. Oktober 1999 - VI ZR 19/99 - NJW 2000, 132 unter II 2).
In jeder Prozesshandlung einer Partei, die bei Anlegung nicht zu enger Maßstäbe dazu bestimmt und geeignet erscheint, den Stillstand des Verfahrens zu beenden, liegt ein Weiterbetreiben des Prozesses, selbst wenn die betreffende Prozesshandlung tatsächlich keine Förderung des Prozesses bewirkt (vgl. BGHZ 73, 8, 11; Urteile vom 17. Oktober 1975 - I ZR 3/75 - VersR 1976, 36 unter II; vom 12. Oktober 1999 - VI ZR 19/99 - NJW 2000, 132 unter II 2).
Zwar ist der Begriff des "Weiterbetreibens" weit zu verstehen (BGHZ 73, 8, 11 m.N.).
BGH, 12.10.1999 - VI ZR 19/99
Unter diesen Begriff fällt jede Prozeßhandlung einer Partei, die dazu bestimmt und geeignet ist, den stillstehenden Prozeß wieder in Gang zu setzen, ohne daß es darauf ankommt, ob sie eine Förderung des Prozesses tatsächlich bewirkt (BGHZ 73, 8, 11).
BGH, 20.10.1987 - VI ZR 104/87
Unter dem Begriff des Weiterbetreibens i.S. des § 211 Abs. 2 Satz 2 BGB fällt jede Prozeßhandlung, die dazu bestimmt und geeignet ist, den stillstehenden Prozeß wieder in Gang zu bringen (RGZ 97, 66, 67; BGHZ 73, 8, 10, 11 m.w.N.).
Ob die Voraussetzung des § 211 Abs. 2 Satz 2 BGB erfüllt ist, darf - das hat der Bundesgerichtshof wiederholt hervorgehoben - nicht mit einem engen Maßstab gemessen werden (BGHZ 73, 8, 11 m.w.N.).
Auch ist nicht entscheidend, daß der Erfolg im Einzelfall auch tatsächlich eintritt (BGHZ 73, 8, 11;… MünchKomm/v. Feldmann, § 211 Rdn. 7).
Denn es kommt nicht darauf an, ob das Verfahren mit der Prozeßhandlung tatsächlich seinen Fortgang genommen hat, sondern vielmehr darauf, daß diese Handlung eine geeignete Maßnahme dazu gewesen ist (BGHZ 73, 8, 11).
BGH, 29.06.1989 - III ZR 92/87
Amtspflichten des Urkundsbeamten bei Zustellungen im Mahnverfahren; …
Auf sich beruhen kann auch, wie lange eine solche - etwaige - Unterbrechung der Verjährung andauerte (vgl. §§ 213, 212 a, 211 BGB und BGHZ 73, 8, 9/10).
Nach § 211 Abs. 2 BGB - in Verbindung mit §§ 212 a Satz 2, 213 Satz 1 BGB (vgl. BGHZ 73, 8, 9 f) - wird, wenn das Verfahren in Stillstand gerät, weil es nicht betrieben wird, die Unterbrechung der Verjährung mit der letzten Prozeßhandlung der Parteien oder des Gerichts beendet; die danach beginnende neue Verjährung (§ 217 BGB) wird dadurch, daß eine der Parteien den Prozeß weiterbetreibt, in gleicher Weise wie durch Klageerhebung unterbrochen (§ 213 Satz 1 mit §§ 211 Abs. 2, 212 a Satz 2 BGB).
Es ist anerkannt, daß im Sinne des § 211 Abs. 2 Satz 2 BGB der Rechtsstreit durch eine Prozeßhandlung weiterbetrieben wird, die dazu bestimmt und geeignet ist, das stillstehende Verfahren wieder in Gang zu bringen; unerheblich ist, ob diese Handlung im Einzelfall zum Erfolg führt (BGHZ 52, 47, 51; 73, 8, 10 f;… BGH, Urt. v. 20. Oktober 1987 - VI ZR 104/87, NJW-RR 1988, 279 f; v. 19. Januar 1994 - XII ZR 190/92, NJW-RR 1994, 514, 515 [BGH 19.01.1994 - XII ZR 190/92], jeweils m.w.N.).
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des BGH (z.B. BGHZ 52, 47, 51; BGHZ 55, 212, 216; BGHZ 73, 8, 11; BGH NJW-RR 88, 297; BGH NJW-RR 94, 514, 516) fällt unter den Begriff des Weiterbetreibens i. S. des § 211 Abs. 2 Satz 2 BGB a. F. jede Prozesshandlung, die dazu bestimmt und geeignet ist, den stillstehenden Prozess wieder in Gang zu setzen, ohne dass es darauf ankommt, ob sie eine Förderung des Prozesses tatsächlich demnächst bewirkt.
bb) Erforderlich ist demgemäß eine als objektiv zur Förderung des Prozesses geeignet erscheinende Handlung der Partei (BGHZ 55, 212, 216; BGHZ 73, 8, 11 m.w.N.).
Selbst das Stellen eines Antrages auf Terminsbestimmung nach Abschluss des Mahnverfahrens und Verweisung an das Streitgericht ist nach der Rechtsprechung des BGH (BGHZ 55, 212, 216; BGHZ 73, 8, 11) für sich allein nicht objektiv zur Förderung des Rechtsstreits geeignet, wenn nicht gleichzeitig die fällige weitere Prozessgebühr einbezahlt wird, weil der Prozess ohne diese Zahlung im Stillstand verbleibt.
Auch unter Berücksichtigung, dass die Erfüllung der Voraussetzungen des § 211 Abs. 2 Satz 2 BGB a. F. nicht mit einem engen Maßstab gemessen werden dürfen (BGHZ 73, 8,11; BGH NJW-RR 88, 279) wie unter Beachtung, dass der Kläger das Schreiben im Jahre 2000 selbst und ohne anwaltliche Unterstützung verfasste, kann dem Schreiben unter Abwägung aller Umstände des vorliegenden Einzelfalles eine Eignung zur Förderung des Prozesses i. S. der BGH-Rechtsprechung nicht zuerkannt werden.
Das war zunächst der Fall, denn der Kläger hat das Verfahren durch die Schriftsätze vom 6. März 1990 und vom 5. März 1991 (neuerliches Zustellungsersuchen) weiter im Sinne des § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB a.F. "betrieben" (vgl. BGH, Urt. v. 23. November 1978 - VII ZR 41/78, NJW 1979, 810).
Anforderungen an die Unterbrechung der Verjährung des Anspruchs auf …
BGH, 12.03.1992 - VII ZR 207/91
BGH, 20.10.1983 - I ZR 86/82
OLG Köln, 11.04.2003 - 19 U 122/02
Bedeutung des Stillstandes des Verfahrens nach Widerspruch des Schuldners gegen …
BayObLG, 02.04.1992 - BReg. 3 Z 197/91
Verjährung des Gebührenanspruchs eines Notars
OLG Köln, 13.06.1996 - 24 U 238/95