Source: http://dedocz.com/doc/132713/handout-zum-kolloquium-vom-14.-november-2014-von------ger..
Timestamp: 2016-12-06 14:20:58
Document Index: 204052623

Matched Legal Cases: ['Art. 75', 'Art. 1', 'Art. 75', 'Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 6', 'Art. 14', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 14', 'Art. 31', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 26', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 21', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 39', 'Art. 22', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 24', 'Art. 18', 'Art. 25', 'Art. 292', 'Art. 24', 'Art. 1', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 3']

Handout zum Kolloquium vom 14. November 2014 von - Gerichte
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Handout zum Kolloquium vom 14. November 2014 von - GerichteEinbettenintegration code for your site or blogWidth: (Auto)
f&uuml;r Rechtspraktikantinnen und Rechtspraktikanten
Pascal Wyss-Kohler, Stv. Leiter Rechtsdienst
A. Planungsrecht
II. System und Grunds&auml;tze
III. Konzepte und Sachpl&auml;ne
IV. Richtpl&auml;ne
V. Nutzungspl&auml;ne
VI. Sondernutzungspl&auml;ne
VII. Instrumente zur Sicherung der Planung
B. Baurecht
I. IVHB und deren Umsetzung im Kanton Luzern
II. Nutzungsziffern
III. Bauvorschriften
IV. Baubewilligung
V. Verfahrenskoordination und Leitverfahren
VI. Aufsicht, Strafen, Wiederherstellung und Bestandesgarantie
VII. Kosten und Rechtsschutz
C. Rechtsprechung und Materialien
D. &Uuml;bungsfall &quot;H&uuml;nenberg&quot;
Stufe Bund: Raumplanungsgesetz
Rechtliche Grundlagen: Bundesverfassung (Art. 75 BV); Bundesgesetz &uuml;ber die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG) vom 22. Juni 1979 (SR 700) und Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000 (SR 700.1).
Stufe Kanton: Planungs- und Baugesetz
Rechtliche Grundlagen: Planungs- und Baugesetz (PBG) vom 7. M&auml;rz 1989 (SRL Nr. 735);
Planungs- und Bauverordnung (PBV) vom 29. Oktober 2013 (SRL Nr. 736) und erl&auml;uternde
Skizzen des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements zu den Baubegriffen und Messweisen (verf&uuml;gbar unter baurecht.lu.ch).
Stufe Gemeinde: Bau- und Zonenreglement (BZR)
Art. 1 Abs. 1 RPG umschreibt in nicht abschliessender Form die Ziele der Raumplanung:
- haush&auml;lterische Nutzung des Bodens,
- Koordination der raumwirksamen T&auml;tigkeiten,
- Ausrichtung der Besiedlung auf die erw&uuml;nschte Entwicklung.
Der Bund wird mit Art. 75 BV beauftragt, die Raumplanung in den Grundz&uuml;gen zu regeln.
Diesem verfassungsm&auml;ssigen Auftrag ist er mit dem Erlass des Raumplanungsgesetzes
nachgekommen. Entsprechend dem verfassungsm&auml;ssigen Auftrag beschr&auml;nkt sich das
Raumplanungsgesetz auf den Erlass von Grunds&auml;tzen. Im Rahmen dieser Grunds&auml;tze untersteht die Raumplanung der Regelung durch die Kantone.
Art. 2 RPG verpflichtet Bund, Kantone und Gemeinden zur Planung. Dazu geh&ouml;ren die
Grundlagen, Sachpl&auml;ne und Konzepte des Bundes (Art. 13 RPG), die Richtpl&auml;ne der Kantone (Art. 6 bis 12 RPG) und die Nutzungspl&auml;ne der Kantone und Gemeinden (Art. 14 bis 27
Planungstr&auml;ger
Der Bund hat Grundlagen, Konzepte und Sachpl&auml;ne zu erarbeiten und aufeinander abzustimmen (Art. 13 RPG).
Den Kantonen steht das Planungsinstrument der Richtpl&auml;ne zur Verf&uuml;gung. Das Planungsund Baugesetz gibt dem Kanton aber auch die Kompetenz, in genau bestimmten Bereichen
kantonale Nutzungspl&auml;ne zu erlassen (&sect;&sect; 33a und b PBG).
Die Regionalplanungsverb&auml;nde haben die Kompetenz, regionale Teilrichtpl&auml;ne f&uuml;r ihre Planungsregion zu erlassen (&sect; 8 PBG).
Die Planung obliegt im Wesentlichen den Gemeinden (&sect; 34 PBG). Nebst Richtpl&auml;nen (&sect; 9
PBG) erlassen die Gemeinden auch Nutzungspl&auml;ne (&sect; 17 PBG).
System und Grunds&auml;tze
System des RPG
Sachpl&auml;ne
(Art. 13 RPG, Art. 14
(gest&uuml;tzt auf kantonales
Nutzungspl&auml;ne
(keine Bundeskompetenz)
(Art. 6 ff. RPG, Art. 4 ff.
(Art. 14 ff. RPG, Art. 31
ff. RPV)
(&sect; 7 PBG)
Kantonaler Nutzungsplan
(&sect; 17 Abs. 2, &sect;&sect; 33a
und b PBG)
Sondernutzungspl&auml;ne
System des PBG
Regionaler Teilrichtplan
(&sect; 8 PBG)
(&sect; 9 PBG)
Zonenplan und BZR
(Bau- und Zonenordnung; &sect; 17 Abs. 1,
&sect;&sect; 34 ff. PBG)
(&sect; 17 Abs. 1, &sect;&sect; 65 ff.
(&sect; 74 Abs. 2 bis 4 PBG)
(&sect; 74 Abs. 1 PBG)
Die materiellen Planungsgrunds&auml;tze (Art. 1 Abs. 2 und Art. 3 RPG) gelten auch f&uuml;r die kantonale Planung (&sect; 2 Abs. 1 PBG), dienen als Wertungshilfen bei der Konkretisierung und
Umsetzung der Planung und betreffen im Wesentlichen die vier Hauptbereiche:
- Landschafts- und Umweltschutz
- Siedlungsgestaltung und Erschliessung
- F&ouml;rderung und Schutz der Wirtschaft
- F&ouml;rderung und Schutz sozialer und kultureller Werte
Zu den formellen Planungsgrunds&auml;tzen geh&ouml;ren
- Planvollst&auml;ndigkeit, Planoffenheit
- Planabstimmung, Planautonomie
- Plananpassung, Planbest&auml;ndigkeit
- Plan&ouml;ffentlichkeit
Konzepte und Sachpl&auml;ne
Konzepte sind Planungen &uuml;ber Sachbereiche, die aufzeigen, in welche Richtung Pl&auml;ne entwickelt werden sollen. Sie stellen die Vorstufe zu den Sachpl&auml;nen dar.
Sachpl&auml;ne sind Planungen des Bundes &uuml;ber Sachbereiche, f&uuml;r welche dieser &uuml;ber verfassungsrechtliche Kompetenzen verf&uuml;gt (z.B. Zivilluftfahrt, Bahnen, Nationalstrassen). Sachpl&auml;ne zeigen die r&auml;umlichen, zeitlichen und finanziellen Auswirkungen der vorgesehenen
T&auml;tigkeiten auf.
Die Richtpl&auml;ne dienen gleichzeitig mehreren raumplanerischen Aufgaben (Art. 6 und Art. 8
RPG, &sect; 10 PBG). Ihre Schwerpunkte liegen in folgenden Bereichen:
- Bestimmung der angestrebten r&auml;umlichen Entwicklung des Kantons,
- Abstimmung der raumwirksamen T&auml;tigkeiten der verschiedenen Planungsebenen (Koordination innerhalb des Kantons und der Regionen, zwischen Regionen, zwischen Bund
und Kantonen, zwischen Nachbarkantonen),
- Erf&uuml;llung der raumwirksamen Aufgaben (zeitliche Folge und erforderliche Mittel),
- Vorbereitung und Begrenzung der Nutzungsplanung der Gemeinden.
Der Richtplan vermittelt eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die geplanten r&auml;umlichen Ver&auml;nderungen in
einem bestimmten Gebiet. Massgebend f&uuml;r die Aufnahme eines Vorhabens in den Richtplan
ist dessen r&auml;umliche Wesentlichkeit, respektive dessen &uuml;ber&ouml;rtliche Bedeutung.
Nach Art. 6 RPV hat der Richtplan zwingend aus Karte und Text zu bestehen. Der Text ist
genauso verbindlich wie die kartographische Darstellung. Nach Art. 7 RPV sind dem Richtplan &uuml;berdies Erl&auml;uterungen beizugeben, wobei diesen keine Verbindlichkeit zukommt. Art. 5
Abs. 2 RPV schreibt den Kantonen in verbindlicher Weise die Gliederung der raumplanerischen Inhalte (Festsetzungen, Zwischenergebnisse, Vororientierungen) vor.
Der kantonale Richtplan kennzeichnet die wesentlichen r&auml;umlichen Bed&uuml;rfnisse des Kantons
und dient den untergeordneten Planungsbeh&ouml;rden als Massstab und Koordinationsinstrument.
Der regionale Teilrichtplan wird f&uuml;r je eine der sechs Planungsregionen des Kantons aufgestellt. Teilrichtpl&auml;ne verschiedenen Inhalts k&ouml;nnen zu einem Plan zusammengefasst werden.
Im Gegensatz zum kantonalen Richtplan kann sich auch der kommunale Richtplan auf einzelne Teilrichtpl&auml;ne beschr&auml;nken. Nach &sect; 9 PBG und &sect; 20 PBV haben die Gemeinden mindestens einen kommunalen Erschliessungsrichtplan zu erlassen.
Richtpl&auml;ne sind f&uuml;r die Beh&ouml;rden verbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG, &sect; 11 Abs. 1 PBG). Im Gegensatz zu den Nutzungspl&auml;nen kommt den Richtpl&auml;nen keine unmittelbare Grundeigent&uuml;merverbindlichkeit zu. Sie wirken aber trotzdem auf Private, da die grundeigent&uuml;merverbindliche Nutzungsplanung mit den Richtpl&auml;nen &uuml;bereinstimmen muss (Art. 26 Abs. 2 RPG und
&sect; 20 Abs. 2 PBG).
Vorpr&uuml;fung durch
das BUWD
Auflage mit &ouml;ffentlicher Bekanntmachung
Erlass (Beschluss)
Beh&ouml;rde des Kantons
(R&uuml;cksprache mit Bund,
Nachbarkantonen, Gemeinden und regionalen Entwicklungstr&auml;gern)
Regionaler Entwicklungstr&auml;ger (RET)
Regionaler Entwicklungstr&auml;ger
Kantonsrat und Bundesrat
Regierungsrat (im Rahmen von &sect; 9 Abs. 3 PBG)
&Uuml;berpr&uuml;fung alle 10 Jahre
Nach &sect; 13 Abs. 4 PBG ist auf kantonaler Ebene sowohl die Verwaltungs- als auch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Erlass und die Genehmigung von Richtpl&auml;nen ausgeschlossen.
Im Nutzungsplan werden Zweck, Ort und Mass der Bodennutzung grundeigent&uuml;merverbindlich festgelegt (Art. 14 Abs. 1 RPG, &sect; 15 PBG). Er bestimmt den &ouml;rtlichen Geltungsbereich
der verschiedenen Nutzungsvorschriften des BZR (&sect; 16 PBG). Der Nutzungsplan darf den
&uuml;bergeordneten Richtpl&auml;nen (kantonal oder regional) nicht widersprechen.
Die Zonenpl&auml;ne stellen f&uuml;r jedes Gemeindegebiet eine allgemeine, fl&auml;chendeckende Grundordnung auf. Die Bau- und Zonenordnung (Zonenplan und BZR) erfasst das Planungsgebiet
l&uuml;ckenlos und regelt die zul&auml;ssige Bodennutzung durch die Unterscheidung von Nutzungszonen (&sect; 36 Abs. 1 PBG). Demgegen&uuml;ber verfeinern Sondernutzungspl&auml;ne (Bebauungsplan
und Gestaltungsplan) f&uuml;r kleinere Fl&auml;chen im Siedlungsgebiet die allgemeine Grundordnung
und &auml;ndern sie in unterschiedlichem Ausmass ab (&sect;&sect; 65 und 74 PBG).
Die Nutzungsplanung beschr&auml;nkt sich darauf, die in den einzelnen Zonen maximal zul&auml;ssige
Bodennutzung zu bezeichnen. Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens entfaltet der Nutzungsplan seine konkrete, grundeigent&uuml;merverbindliche Wirkung, indem Bauvorhaben dem
Nutzungsplan entsprechen m&uuml;ssen.
Nutzungszonen des RPG
Das RPG unterscheidet drei Zonen: die Bauzone (Art. 15 RPG), die Landwirtschaftszone
(Art. 16 RPG) und die Schutzzone (Art. 17 RPG), wobei das kantonale Recht weitere Nutzungszonen vorsehen kann (Art. 18 RPG). Die Umschreibung der Zonenart und des Masses
der Nutzung &uuml;berl&auml;sst das RPG den Kantonen und den Gemeinden.
Die Bauzone dient Siedlungszwecken. Das kantonale Recht bestimmt im Einzelnen die zul&auml;ssigen Bauten und Anlagen, indem es Unterteilungen nach den verschiedenen baulichen
Nutzungsarten festlegt. Art. 15 RPG schreibt den Kantonen die Kriterien f&uuml;r die Festsetzung
der Bauzonen vor. Die Bauzone darf nur Land umfassen, das sich f&uuml;r die &Uuml;berbauung eignet
und weitgehend &uuml;berbaut ist oder voraussichtlich innert 15 Jahren ben&ouml;tigt und erschlossen
Die Landwirtschaftszone ist multifunktional (Art. 16 RPG). Sie dient der langfristigen Sicherung der Ern&auml;hrungsbasis des Landes, der Erhaltung der Landschaft und des Erholungsraums oder dem &ouml;kologischen Ausgleich. Die Landwirtschaftszone umfasst demnach in erster Linie Land, das sich f&uuml;r die landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder den produzierenden
Gartenbau eignet und zur Erf&uuml;llung der verschiedenen Aufgaben der Landwirtschaft ben&ouml;tigt
In Schutzzonen sind alle Nutzungen untersagt, welche die gesch&uuml;tzten Objekte beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnten. Art. 17 Abs. 1 RPG z&auml;hlt die zu sch&uuml;tzenden Objekte auf. Um den Kantonen
mehr Flexibilit&auml;t zu gew&auml;hren, gestattet Art. 17 Abs. 2 RPG anstelle von Schutzzonen auch
den Erlass anderer geeigneter Schutzmassnahmen (Schutzverordnungen, Schutzverf&uuml;gungen, Vereinbarungen).
Nutzungszonen des PBG
Auch im PBG wird unterschieden zwischen Bauzonen (&sect;&sect; 44 ff. PBG), Nichtbauzonen (&sect;&sect; 54
ff. PBG) und Schutzzonen (&sect; 60 PBG). Die Gemeinden sind verpflichtet, in den Zonenpl&auml;nen
die zul&auml;ssige Nutzung ihres Gebietes zu ordnen (&sect; 34 PBG). Zu diesem Zwecke muss im
Planungsgebiet die zul&auml;ssige Bodennutzung durch Ausscheidung von Nutzungszonen bestimmt werden. Gleichzeitig erlassen die Gemeinden das BZR (&sect; 36 PBG), worin die zu den
Festlegungen im Zonenplan korrespondierenden maximal oder minimal zul&auml;ssigen Grundst&uuml;cksnutzungen festgelegt werden (beispielsweise Bauziffern, Gesamt- und Fassadenh&ouml;he,
Geb&auml;udel&auml;nge und -breite, Dachgestaltung; &sect; 36 PBG). Nebst den im PBG aufgef&uuml;hrten
k&ouml;nnen die Gemeinden auch weitere Bau- und Nichtbauzonen vorsehen und die Schutzzonen unterteilen (&sect; 35 Abs. 5 PBG). Auch gemischte und &uuml;berlagernde Zonen sind zul&auml;ssig,
soweit sich die einzelnen Nutzungen nicht widersprechen (&sect; 35 Abs. 6 PBG).
- Kern- oder Dorfzone (&sect; 44 PBG)
- Wohnzone (&sect; 45 PBG)
- Arbeitszone (&sect; 46 PBG)
- Weilerzone (&sect; 47 PBG)
- Zone f&uuml;r &ouml;ffentliche Zwecke (&sect; 48 PBG)
- Zone f&uuml;r Sport- und Freizeitanlagen (&sect; 49 PBG)
- Gr&uuml;nzone (&sect; 50 PBG)
- Deponiezone, Abbauzone (&sect; 51 PBG)
- Verkehrszone (&sect; 52 PBG)
- Landwirtschaftszone (&sect; 54 PBG)
- Reservezone (&sect; 55 PBG)
- &Uuml;briges Gebiet (&sect; 56 PBG)
- Gefahrenzone (&sect; 57 PBG)
- Freihaltezone (&sect; 58 PBG)
&sect; 60 PBG
Fruchtfolgefl&auml;chen
Das qualitativ bestgeeignete ackerf&auml;hige Kulturland wird als Fruchtfolgefl&auml;chen (FFF) bezeichnet. FFF stehen unter einem besonderen Schutz, weshalb die Einzonung solcher Fl&auml;chen nur unter strengen Voraussetzungen erfolgen kann(&sect; 3 PBV). Eine Einzonung muss
stets durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gerechtfertigt sein (&sect; 3 Abs. 1 PBV). Daneben m&uuml;ssen weitere Vorgaben erf&uuml;llt sein (Richtplan, Siedlungsleitbild, Bedarfsnachweis; &sect; 3
Abs. 2 PBV). Wenn dieser Pr&uuml;fkatalog erfolgreich durchlaufen wurde und die Einzonung von
FFF ohne Alternative bleibt, sind fl&auml;chengleiche Ersatzmassnahmen zu leisten (&sect; 3 Abs. 4
und 5 PBV).
Inhalt und Verbindlichkeit
Nutzungspl&auml;ne sind f&uuml;r jedermann verbindlich, weil sie parzellengenau die zul&auml;ssige Nutzung eines Grundst&uuml;ckes festlegen (&sect; 15 Abs. 2 PBG). Haben sich die Verh&auml;ltnisse erheblich ge&auml;ndert, werden die Nutzungspl&auml;ne &uuml;berpr&uuml;ft und n&ouml;tigenfalls angepasst oder aufgehoben (&sect; 22 Abs. 1 PBG, Art. 21 Abs. 2 RPG).
Ortsplanungsverfahren (&sect;&sect; 17 Abs. 1, 19 ff., 61 bis 65 und 206 PBG, &sect; 6 PBV)
Das nachfolgende Verfahren gilt f&uuml;r den Zonenplan und den Bebauungsplan (siehe unten VI.
a) &ouml;ffentliche Auflage (mit Planungszonenwirkung und Hinweis auf Einsprachem&ouml;glichkeit)
b) Zustellung
c) Markierung im Gel&auml;nde in geeigneter Weise
a) Wahrung des rechtlichen Geh&ouml;rs
b) Einspracheverhandlung (zwingend)
a) Erlass (Beschluss)
b) Mitteilung an Einsprecher
Gemeinde (w&auml;hrend 30 Tagen)
an alle Grundeigent&uuml;mer und Haushaltungen
Gemeinde (nur f&uuml;r neue Bauzonen)
Einsprache (w&auml;hrend der Auflagefrist)
-g&uuml;tliche Erledigung: Antrag auf Gutheissung oder
Erledigterkl&auml;rung
-keine Einigung: Antrag auf Ablehnung oder
Stimmberechtigte / evtl. Gemeindeparlament
Gemeinde innert 3 Tagen
Verwaltungsbeschwerde innert 20 Tagen
mit Entscheid &uuml;ber allf&auml;llige Verwaltungsbeschwerden und evtl. Erteilung des Enteignungsrechts
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Kantonsgericht, anschliessend Beschwerde in &ouml;ffentlichrechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht
&Uuml;berpr&uuml;fung in der Regel alle 10 Jahre
unterliegen dem gleichen Verfahren
Neu kann die Gemeinde nach &sect; 64a PBG die Kosten ganz oder teilweise den interessierten
Grundeigent&uuml;mern &uuml;berbinden, wenn eine &Auml;nderung der BZO der Realisierung eines bestimmten Vorhabens dient.
Sondernutzungspl&auml;ne (Bebauungsplan und Gestaltungsplan) gestalten die im Zonenplan
und BZR enthaltene Grundnutzungsordnung n&auml;her aus oder schaffen davon abweichende
Regelungen. Sie bezwecken namentlich die Festlegung massgeblicher Elemente einer
&Uuml;berbauung, die Realisierung der Erschliessungs- und Gemeinschaftsanlagen oder die Ausscheidung des im &ouml;ffentlichen Interesse nicht zu &uuml;berbauenden Gebietes. Sie m&uuml;ssen eine
siedlungsgerechte, erschliessungsm&auml;ssig gute, auf das &uuml;bergeordnete Verkehrsnetz abgestimmte, der baulichen und landschaftlichen Umgebung angepasste &Uuml;berbauung eines zusammenh&auml;ngenden Gebietes aufzeigen und eine architektonisch hohe Qualit&auml;t aufweisen.
Bei Wohn&uuml;berbauungen ist den Erfordernissen der Wohnhygiene, der Wohnqualit&auml;t und der
effizienten Nutzung der Energie in besonderem Mass Rechnung zu tragen (&sect; 65 PBG, &sect;&sect; 7
und 8 PBV).
Der Bebauungsplan ist ein verfeinertes Ortsplanungsinstrument der Gemeinden. Er kann die
Bau- und Zonenordnung n&auml;her bestimmen und dabei von dieser Ordnung abweichen (&sect; 68
PBG). Damit sind gr&ouml;ssere Abweichungen als beim Gestaltungsplan m&ouml;glich.
Der Gestaltungsplan ist grunds&auml;tzlich das Planungsinstrument der Privaten. Im Grundsatz
sind deshalb die Grundeigent&uuml;merinnen f&uuml;r das Aufstellen, &Auml;ndern und Aufheben von Gestaltungspl&auml;nen zust&auml;ndig (&sect; 74 Abs. 1 PBG). Es ist erst dann Aufgabe der Gemeinde, einen
Gestaltungsplan aufzustellen, zu &auml;ndern oder aufzuheben, wenn sich die Grundeigent&uuml;mer
uneinig sind (&sect; 74 Abs. 2 PBG).
Der Gestaltungsplan kann unterschiedlich stark vom Zonenplan, dem Bau- und Zonenreglement oder dem Bebauungsplan abweichen (&sect; 75 PBG). Je nach Variante (Gestaltungsplanpflicht im Zonen- oder Bebauungsplan bereits vorgesehen) ist die zul&auml;ssige Abweichung bei
der Gesamth&ouml;he und der &Uuml;berbauungsziffer beschr&auml;nkt (&sect; 75 Abs. 1 und 2 PBG). Die Vo-
raussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Abweichungen sind in &sect; 75 Abs. 3 PBG und allenfalls
versch&auml;rfend im BZR aufgef&uuml;hrt.
Das Verfahren orientiert sich am m&ouml;glichen Ausmass der Abweichung von der Grundordnung. Der Bebauungsplan kann hingegen umfangreich von der Grundordnung abweichen
und bedarf im selben Verfahren wie die Zonenplanung der Genehmigung durch den Regierungsrat (&sect; 69 PBG, siehe Schema oben unter V. 6 zum Ortsplanungsverfahren). Der Gestaltungsplan kann nur beschr&auml;nkt von der Grundordnung abweichen, weshalb die Gemeinde in einem baubewilligungs&auml;hnlichen Verfahren &uuml;ber den Gestaltungsplan entscheidet (&sect; 77
PBG):
Grundeigent&uuml;mer oder Gemeinde
Gemeinde (w&auml;hrend 20 Tagen)
an Grundeigent&uuml;mer (im Plangebiet und angrenzend)
c) Markierung / Aussteckung
Modell (evtl. weitere Unterlagen)
evtl. Aussteckung
a) rechtliches Geh&ouml;r
Einsprache w&auml;hrend der Auflagefrist
b) Einspracheverhandlung (fakultativ)
- g&uuml;tliche Erledigung: Gutheissung oder Erledigterkl&auml;rung
- keine Einigung: Abweisung oder Nichteintreten
Entscheidverfahren
a) Entscheid
Gemeinde (mit Entscheid Einsprachen)
b) Ver&ouml;ffentlichung
d) Rechtsmittel
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Kantonsgericht und anschliessend Beschwerde in &ouml;ffentlichrechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht
Baubeginn innert 5 Jahren seit Inkrafttreten, mit
zweimaliger Verl&auml;ngerung maximal 9 Jahre
Geringf&uuml;gige &Auml;nderungen
Verzicht auf &ouml;ffentliche Bekanntmachung und
Auflage bei unterschriftlicher Zustimmung aller
betroffenen Grundeigent&uuml;mer
Instrumente zur Sicherung der Planung
Die Planungszone stellt eine Planungssicherungsmassnahme dar. Sie soll verhindern, dass
vor Erlass der grundeigent&uuml;merverbindlichen Nutzungspl&auml;ne Baubewilligungen erteilt werden, welche die Planungsziele vereiteln k&ouml;nnten. Planungszonen dienen somit der Sicherstellung der Nutzungsplanung (&sect; 81 Abs. 1 PBG). Innerhalb der Planungszone darf nichts
unternommen werden, was die Nutzungsplanung erschweren k&ouml;nnte (Art. 27 RPG). Mit der
Bestimmung der Planungszone sind zugleich die provisorischen Bau- und Nutzungsvorschriften festzulegen (&sect; 81 Abs. 2 PBG). Diese Vorschriften werden mit der &ouml;ffentlichen Auflage der Planungszone wirksam (&sect; 85 Abs. 1 PBG).
Die Gemeinde ist zust&auml;ndig f&uuml;r die Bestimmung von Planungszonen f&uuml;r genau bezeichnete
Gebiete in der Gemeinde und der Regierungsrat ist zust&auml;ndig f&uuml;r die Bestimmung von Planungszonen auf Kantonsgebiet (&sect; 82 PBG). Die Planungszone wird mit der &ouml;ffentlichen Auflage der massgebenden Pl&auml;ne und Vorschriften wirksam; neue Nutzungspl&auml;ne und BZRBestimmungen gelten ab ihrer &ouml;ffentlichen Auflage als Planungszone (&sect; 85 PBG). Gegen
den Erlass einer Planungszone kann w&auml;hrend der Auflagefrist von 30 Tagen bei der Beh&ouml;rde, welche die Planungszone erlassen hat, Einsprache eingereicht werden (&sect; 84 Abs. 1 und
3 PBG). Der Einspracheentscheid der Gemeinde bzw. des Regierungsrates kann ohne aufschiebende Wirkung mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefochten
Mit der Geltungsdauer von zwei Jahren und der einmaligen Verl&auml;ngerungsm&ouml;glichkeit um
ein Jahr ab Erlass der Planungszone bis zur Planauflage des entsprechenden Nutzungsplans sch&ouml;pft &sect; 83 Abs. 1 PBG die Frist von f&uuml;nf Jahren gem&auml;ss Art. 27 Abs. 2 RPG nicht
aus. Die Planungszone erlischt auch dann, wenn die Nutzungspl&auml;ne nicht innert f&uuml;nf Jahren
seit der Auflage der Planungszone in Kraft getreten sind, wobei der Regierungsrat diese Frist
um h&ouml;chstens zwei Jahre verl&auml;ngern kann (&sect; 83 Abs. 2 PBG).
und geplanter Anlagen und Fl&auml;chen sowie der baulichen Gestaltung (&sect; 30 Abs. 1 PBG). Die
wichtigsten Anwendungsf&auml;lle betreffen die Freihaltung von R&auml;umen f&uuml;r Verkehrsanlagen,
Gew&auml;sser oder W&auml;lder.
Baulinien gehen allen anderen &ouml;ffentlich-rechtlichen Abstandsvorschriften, beispielsweise im
Strassen- oder Wasserbaugesetz, aber auch den Grenzabst&auml;nden nach &sect; 122 PBG, vor
(&sect; 30 Abs. 4 PBG).
Sie k&ouml;nnen Bestandteil eines Nutzungsplanes (Bebauungs-, Gestaltungs- oder Strassenplan) sein und werden in dem f&uuml;r diesen Plan massgebenden Verfahren festgelegt, ge&auml;ndert
oder aufgehoben (&sect; 31 Abs. 1 PBG). In den &uuml;brigen F&auml;llen ist ein separater Baulinienplan
nach den Vorschriften des Strassengesetzes zu erlassen (&sect;&sect; 64 bis 66 des Strassengesetzes).
IVHB und deren Umsetzung im Kanton Luzern
Da das &ouml;ffentliche Baurecht eine kantonale Aufgabe ist, besteht gesamtschweizerisch eine
grosse Regelungsvielfalt. So verwenden die Kantone f&uuml;r die Ermittlung der Geb&auml;udeh&ouml;he
nicht weniger als sieben verschiedene Definitionen. Einheitliche Baubegriffe und Messweisen erleichtern und verbessern die Zusammenarbeit mit den zust&auml;ndigen Stellen der Kantone und der Gemeinden. Darum verabschiedete die Schweizerische Bau-, Planungs- und
Umweltdirektoren-Konferenz im Jahr 2005 die Interkantonale Vereinbarung &uuml;ber die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB). Gegenstand der Vereinbarung sind Baubegriffe und
Messweisen, die sich unter anderem mit dem Terrain, den Geb&auml;uden, den H&ouml;hen, den Geschossen, den Abst&auml;nden und den Nutzungsziffern befassen. Die Vereinbarung ist am 26.
November 2010 in Kraft getreten. Der Beitritt des Kantons Luzern war Ausl&ouml;ser f&uuml;r die letztj&auml;hrige Revision von PBG und PBV und erfolgte zusammen mit dem Inkrafttreten der genannten Erlasse per 1. Januar 2014.
Mit der Umsetzung der IVHB ist ein Systemwechsel - vor allem bei den Baubegriffen und
Messweisen - verbunden. So ersetzt beispielsweise die &Uuml;berbauungsziffer die bisherige
Ausn&uuml;tzungsziffer, die nicht untereinander kompatibel oder umzurechnen sind. Bevor diese
neuen Vorschriften zur Anwendung kommen, m&uuml;ssen die Gemeinden bis sp&auml;testens Ende
2023 eine Gesamtrevision der Ortsplanung durchf&uuml;hren, um diese dem neuen Regime anzupassen. Anschliessend wird der Regierungsrat die neuen Bestimmungen gemeindeweise
in Kraft setzen. Das wird f&uuml;r die ersten Gemeinden fr&uuml;hestens 2015 der Fall sein.
Das gilt aber nicht f&uuml;r alle &Auml;nderungen. So k&ouml;nnen beispielsweise neue Verfahrensvorschriften sofort umgesetzt werden. Um festzustellen, welche Paragraphen sofort oder erst nach
der erw&auml;hnten Gesamtrevision anwendbar sind, dienen die Fussnoten im PBG und PBV
beim entsprechenden Paragraphen. Wenn diese „der Regierungsrat setzt die Bestimmung
gemeindeweise in Kraft (vgl. Anhang)“ lautet, ist der Paragraph im Anhang von PBG und
PBV in der bisherigen Fassung weiterhin g&uuml;ltig. Der Anhang gibt aus Gr&uuml;nden der Benutzerfreundlichkeit den bisherigen Wortlaut wider.
Zur Bestimmung der zul&auml;ssigen maximalen und minimalen Nutzung in den Bauzonen k&ouml;nnen im BZR &Uuml;berbauungsziffern und Gr&uuml;nfl&auml;chenziffern festgelegt werden (&sect; 23 PBG). Diese werden jeweils als Verh&auml;ltnis zur anrechenbaren Grundst&uuml;cksfl&auml;che definiert. Als anrechenbare Grundst&uuml;cksfl&auml;che gelten die in der entsprechenden Bauzone liegenden Grundst&uuml;cksfl&auml;chen beziehungsweise Grundst&uuml;cksteile (&sect; 11 PBV).
Die &Uuml;berbauungsziffer ist das Verh&auml;ltnis der anrechenbaren Geb&auml;udefl&auml;che zur anrechenbaren Grundst&uuml;cksfl&auml;che. Sie kann f&uuml;r Zonen, Nutzungen und Geb&auml;ude sowie innerhalb einer
Zone differenziert nach Gesamth&ouml;hen festgelegt werden (&sect; 25 PBG). Als anrechenbare Geb&auml;udefl&auml;che gilt die Fl&auml;che innerhalb der projizierten Fassadenlinie (&sect; 12 Abs. 2 PBV).
Die Gr&uuml;nfl&auml;chenziffer ist das Verh&auml;ltnis der anrechenbaren Gr&uuml;nfl&auml;che zur anrechenbaren
Grundst&uuml;cksfl&auml;che. Sie kann je nach Zone unterschiedlich festgelegt werden (&sect; 27 PBG). Als
anrechenbare Gr&uuml;nfl&auml;che gelten nat&uuml;rliche und bepflanzte Bodenfl&auml;chen eines Grundst&uuml;cks,
die nicht versiegelt sind und die nicht als Abstellfl&auml;chen dienen (&sect; 18 PBV).
Die Gesamth&ouml;he ist der gr&ouml;sste H&ouml;henunterschied zwischen den h&ouml;chsten Punkten der
Dachkonstruktion und den lotrecht darunter liegenden Punkten auf dem massgebenden Terrain. Die Gemeinde legt die Gesamth&ouml;hen fest (&sect; 139 PBG). Gem&auml;ss &sect; 34 PBV darf die
Oberkante der Dachfl&auml;che h&ouml;chstens 50 cm &uuml;ber den f&uuml;r die Gesamth&ouml;he massgebenden
h&ouml;chsten Punkten der Dachkonstruktion liegen, wobei diese Beschr&auml;nkung nicht f&uuml;r technisch bedingte Aufbauten gilt.
Der Grenzabstand ist die Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie und der Parzellengrenze. Vorspringende und unbedeutend r&uuml;ckspringende Geb&auml;udeteile bleiben bei der
Berechnung des Grenzabstands unber&uuml;cksichtigt. (&sect; 120 PBG). Bei den gesetzlichen
Grenzabst&auml;nden handelt es sich um Minimalabst&auml;nde. Baulinien gehen s&auml;mtlichen Grenzabstandsvorschriften vor (&sect; 30 Abs. 4 PBG). Betreffend Strassen-, Wald- und Gew&auml;sserabstand wird auf die entsprechenden Gesetzesbestimmungen verwiesen (&sect;&sect; 135 bis 137
PBG).
Der minimale ordentliche Grenzabstand f&uuml;r Bauten ergibt sich aus der - gem&auml;ss Bau- und
Zonenordnung, Bebauungsplan und Gestaltungsplan - zul&auml;ssigen Gesamth&ouml;he. Er betr&auml;gt
beispielsweise 5 m bei einer Gesamth&ouml;he bis 14 m (&sect; 122 Abs. 1 PBG).
Besondere Grenzabst&auml;nde, in der Regel geringere, gelten in Kern-, Dorf- und Arbeitszonen,
in Zonen f&uuml;r &ouml;ffentliche Zwecke und in Zonen f&uuml;r Sport- und Freizeitanlagen sowie in Gebieten mit geschlossener Bauweise und zur Erhaltung architektonisch und historisch wertvoller
Ortsteile (&sect; 122 Abs. 2 PBG), bei Klein- und Anbauten (&sect; 124 PBG) und bei unterirdischen
und Unterniveaubauten (&sect; 125 PBG).
Die Grenzabst&auml;nde von Mauern, Einfriedungen, B&ouml;schungen und Gew&auml;chsen berechnen
sich in Abh&auml;ngigkeit von ihrer H&ouml;he zum massgebenden (nicht tiefer gelegten) Terrain
(&sect; 126 Abs. 1 PBG). F&uuml;r Gew&auml;chse wird in &sect; 126 Abs. 3 PBG auf &sect; 86 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGZGB) verwiesen.
In allen F&auml;llen kann die Gemeinde eine Ausnahmebewilligung nach &sect; 133 PBG erteilen,
wenn die dort aufgef&uuml;hrten Voraussetzungen gegeben sind.
Geb&auml;udeabstand
Der minimale Geb&auml;udeabstand entspricht der Summe der gesetzlichen Grenzabst&auml;nde. Bei
Bauten auf dem gleichen Grundst&uuml;ck ist der minimale Geb&auml;udeabstand so zu bemessen,
wie wenn eine Grenze zwischen ihnen w&auml;re (&sect; 131 PBG).
Besondere Geb&auml;udeabst&auml;nde, in der Regel geringere, gelten f&uuml;r Kleinbauten und masslich
beschr&auml;nkte Bauten mit Nebennutzfl&auml;chen (&sect; 132 PBG).
Auch hier ist eine Ausnahmebewilligung der Gemeinde nach &sect; 133 PBG m&ouml;glich.
&sect; 140 Abs. 1 PBG stellt eine generelle &Auml;sthetikklausel (Eingliederungsgebot / Verunstaltungsverbot) dar. Ihre Anwendung ist beschr&auml;nkt. In erster Linie ist im Rahmen der Nutzungsplanung und mittels Bauvorschriften der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes sicherzustellen. Soweit deshalb ein Bauvorhaben die entsprechenden Bauvorschriften einh&auml;lt,
darf grunds&auml;tzlich vermutet werden, dass es sich in die Umgebung eingliedert.
Das kantonale Recht macht Vorgaben zur Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit. Die
Regelungsinhalte umfassen dabei Vorschriften f&uuml;r Bauten und Grundst&uuml;cke (&sect; 145 PBG),
Baubeschr&auml;nkungen oder -verbote in gef&auml;hrdeten Gebieten, wobei Gefahrenkarten in der
Nutzungsplanung umzusetzen sind (&sect; 146 PBG), Brandmauern (&sect; 147 PBG), Seilbahnen
und Skilifte (&sect; 149 PBG), baubiologische und &ouml;kologische Vorgaben (&sect; 150 PBG), Besonnung (&sect; 153 PBG), Radonstrahlung (&sect; 44 PBV) Belichtung und Bel&uuml;ftung (&sect; 153 PBG), Mindestmasse von R&auml;umen zum Aufenthalt von Menschen (&sect; 154 PBG), Isolation (&sect; 155 PBG),
behindertengerechtes Bauen (&sect; 157 PBG und &sect; 45 PBV) Spielpl&auml;tze und Freizeitanlagen
und entsprechende Ersatzabgaben (&sect;&sect; 158 und 159 PBG), zum Immissionsschutz (&sect; 161
PBG) und Voraussetzungen f&uuml;r den Bezug von Neubauten (&sect; 162 PBG). Die Gemeinde
kann Ausnahmen von den &sect;&sect; 152 bis 155 PBG bewilligen (&sect; 156 PBG).
Wenn die Ben&uuml;tzung von R&auml;umen gesundheitssch&auml;dlich oder mit Gefahr verbunden ist, hat
sie die Gemeinde zu verbieten (&sect; 151 PBG).
In den &sect;&sect; 163 bis 165 PBG werden Vorgaben zur Ausn&uuml;tzung der Energie, zur Isolation gegen W&auml;rmeverlust und zu gemeinsamen Heizzentralen und Fernheizwerken gemacht.
Hochh&auml;user sind Bauten mit einer Gesamth&ouml;he von mehr als 25 m. F&uuml;r deren Errichtung
gelten strengere Vorgaben als f&uuml;r Bauten mit kleinerer Gesamth&ouml;he. Je nach Gesamth&ouml;he
sind ein Bebauungs- oder ein Gestaltungsplan erforderlich, die Baubewilligung hat dar&uuml;ber
hinaus die Vorgaben von &sect; 166 Abs. 3 zu erf&uuml;llen.
Einkaufs- oder Fachmarktzentren sind Betriebe von einem oder mehreren Unternehmen des
Detailhandels mit einem Warenangebot f&uuml;r Selbstverbraucher und gegebenenfalls von
Dienstleistungsunternehmen, deren Nettofl&auml;chen in enger r&auml;umlicher Beziehung zueinander
stehen und die planerisch oder baulich eine Einheit bilden (&sect; 169 PBG). F&uuml;r deren Errichtung
ist je nach realisierter Nettofl&auml;che (&sect; 46 PBV) ein Gestaltungs- oder ein Bebauungsplan erforderlich (&sect; 170 PBG). Ihr Standort, ihre Gr&ouml;sse und ihr Einzugsgebiet haben sich nach der
im kantonalen Richtplan umschriebenen Bedeutung und Funktion der Siedlungszentren zu
richten, denen sie sich zuordnen lassen (&sect; 171 PBG).
Abh&auml;ngig von der Verweildauer, der beanspruchten Landfl&auml;che, der Anzahl Standpl&auml;tze von
Wohnwagen, Wohnmobilen, Zelten und dergleichen ben&ouml;tigt Campieren eine Baubewilligung, eine spezielle Zone in der Nutzungsplanung und/oder einer Betriebsbewilligung (&sect; 174
PBG und &sect;&sect; 48 bis 50 PBV). F&uuml;r Fahrende gilt die Ausnahmem&ouml;glichkeit nach &sect; 177 PBG.
Baubewilligungspflichtige Bauten und Anlagen
Gem&auml;ss Art. 22 Abs. 1 RPG d&uuml;rfen auf Dauer angelegte Bauten und Anlagen nur mit beh&ouml;rdlicher Bewilligung errichtet oder ge&auml;ndert werden. Bauliche Massnahmen bed&uuml;rfen einer
Bewilligung, sofern sie bestimmt oder geeignet sind, die Vorstellungen &uuml;ber die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum &auml;usserlich erheblich ver&auml;ndern, die Erschliessung belasten, oder die Umwelt beeintr&auml;chtigen. Bewilligungsbed&uuml;rftig sind daher alle
bau- oder planungsrechtlich relevanten &auml;usseren Ver&auml;nderungen von Grundst&uuml;cken oder
von deren Nutzung (&sect; 184 Abs. 1 PBG). Die Bewilligung nach Art. 22 Abs. 1 RPG ist nicht
nur eine Bau-, sondern auch eine Nutzungsbewilligung. Eine wesentliche Nutzungs&auml;nderung
bedarf daher auch dann einer Bewilligung, wenn keine baulichen &Auml;nderungen vorgenommen
werden. &sect; 53 Abs. 1 PBV enth&auml;lt eine exemplarische Aufz&auml;hlung bewilligungspflichtiger Bauten und Anlagen. Diese Aufz&auml;hlung ist nicht abschliessend, da Art. 22 Abs. 1 RPG als Bundesrecht direkt anwendbar ist. Die Baubewilligung ist eine Polizeibewilligung, die bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen erteilt werden muss (&sect; 195 Abs. 1 PBG).
&sect; 54 Abs. 2 PBV enth&auml;lt eine exemplarische Aufz&auml;hlung baubewilligungsfreier Bauten und
Anlagen (&sect; 184 Abs. 2 PBG). Daneben bed&uuml;rfen Reparatur- und Unterhaltsarbeiten keiner
Baubewilligung (&sect; 184 Abs. 2 PBG).
Zonenkonformit&auml;t
Zentrale Voraussetzung f&uuml;r die Erteilung der Baubewilligung ist die &Uuml;bereinstimmung der
Bauten und Anlagen mit dem Zweck der Nutzungszone (Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG). Das Bauvorhaben muss zonenkonform sein. Die Zonenkonformit&auml;t ergibt sich f&uuml;r jede Zone aus dem
Nutzungsplan und den zugeh&ouml;rigen Nutzungsvorschriften im BZR.
Das kantonale Recht kann Ausnahmen vom Erfordernis der Zonenkonformit&auml;t innerhalb der
Bauzone vorsehen (Art. 23 RPG). Das PBG delegiert diese M&ouml;glichkeit an die Gemeinden,
die aus wichtigen Gr&uuml;nden Ausnahmen von den Vorschriften des BZR bewilligen k&ouml;nnen
(&sect; 37 PBG).
Ausserhalb der Bauzonen ist die kantonale Dienststelle Raum und Wirtschaft (rawi) f&uuml;r Ausnahmebewilligungen zust&auml;ndig (Art. 24 bis 24d, 25 Abs. 2 und 37a RPG, Art. 39 RPV,
&sect;&sect; 180 bis 182 PBG, &sect; 51 PBV).
Die Erschliessung ist ebenfalls Voraussetzung f&uuml;r die Erteilung der Baubewilligung. Sie darf
nur erteilt werden, wenn das Land im Zeitpunkt des Baubewilligungsentscheides sowohl in
tats&auml;chlicher als auch in rechtlicher Hinsicht erschlossen ist (Art. 22 Abs. 1 lit. b RPG). Land
ist erschlossen, wenn f&uuml;r die betreffende Nutzung eine hinreichende Zufahrt besteht und die
erforderlichen Wasser-, Energie- sowie Abwasserleitungen so nahe heranf&uuml;hren, dass ein
Anschluss ohne erheblichen Aufwand m&ouml;glich ist (Art. 19 RPG).
Die Erschliessung muss den Beanspruchungen gewachsen sein, die sich einerseits aus der
Nutzung des Baugrundst&uuml;cks, anderseits aus der Nutzung der weiteren Grundst&uuml;cke ergeben k&ouml;nnen. Bei der Beurteilung der tats&auml;chlich gen&uuml;genden Erschliessung ist somit auf die
nach den geltenden Zonenvorschriften gesamthaft m&ouml;gliche Nutzung abzustellen. Diese
Beurteilung richtet sich nach den Gesetzesvorschriften, bei Fehlen gesetzlicher Bestimmungen nach den anerkannten Regeln von Fachverb&auml;nden.
Neben der tats&auml;chlichen muss auch die rechtlich gen&uuml;gende Erschliessung dauernd gesichert sein. Muss bis zum Anschluss an ein &ouml;ffentliches Werk (Leitung, Strasse) ein Drittgrundst&uuml;ck in Anspruch genommen werden, ist die privatrechtliche Regelung dann gen&uuml;gend, wenn der Bestand eines Rechts (Dienstbarkeit) aus dem Grundbuch ersichtlich ist
(Grundbucheintragung). Die Baubewilligungsbeh&ouml;rde kann sich auf eine summarische Pr&uuml;fung beschr&auml;nken. Nach erfolgreicher Pr&uuml;fung sind allf&auml;llige Einsprachen zu diesem Punkt
an den Zivilrichter zu verweisen (&sect; 62 Abs. 2 PBV).
Erschliessungsanspruch
Gem&auml;ss Art. 19 Abs. 2 RPG sind die Bauzonen durch das Gemeinwesen innerhalb der im
Erschliessungsprogramm (kommunaler Erschliessungsrichtplan gem&auml;ss &sect; 9 PBG und &sect; 20
PBV) vorgesehenen Fristen zu erschliessen. Erschliesst das Gemeinwesen Bauzonen nicht
fristgerecht, ist den Grundeigent&uuml;mern zu gestatten, ihr Land nach den vom Gemeinwesen
genehmigten Pl&auml;nen selber zu erschliessen oder die Erschliessung durch das Gemeinwesen
nach den Bestimmungen des kantonalen Rechts bevorschussen zu lassen (Art. 19 Abs. 3
RPG, &sect; 117b PBG, &sect;&sect; 21 und 22 PBV).
Die Gemeinde kann, wenn das &ouml;ffentliche Interesse es erfordert, auf Gesuch einer Grundeigent&uuml;merin hin Erschliessungsanlagen erstellen, sofern aufgrund des kommunalen Erschliessungsrichtplanes die Grundeigent&uuml;mer dazu verpflichtet sind, sich aber nicht einigen.
Die Gemeinde entscheidet im jeweiligen Plangenehmigungs- oder Projektbewilligungsverfahren &uuml;ber das Gesuch und die Erstellung, den Ausbau oder den Ersatz der Erschliessungsanlagen. Die interessierten Grundeigent&uuml;merinnen haben die Kosten zu tragen. Einigen sie
sich nicht, verteilt die Gemeinde die Kosten nach dem Perimeterverfahren (&sect; 117a PBG).
Das Verfahren wird mit dem Baugesuch eingeleitet. Es muss alle Unterlagen enthalten, die
f&uuml;r die Beurteilung des Bauvorhabens erforderlich sind (&sect; 188 PBG, &sect; 55 PBV).
Projekte f&uuml;r neue Bauten und Anlagen und f&uuml;r bauliche Massnahmen, welche die &auml;ussere
Form einer Baute oder Anlage ver&auml;ndern, sind sp&auml;testens am Tag der Einreichung des Baugesuchs so auszustecken, dass daraus der gesamte Umfang der Baute oder der Anlage
ersichtlich ist. Dabei sind die Oberkante des Erdgeschossbodens und die Oberkante der
Dachfl&auml;che zu kennzeichnen. (&sect; 191 Abs. 1 PBG).
Vorpr&uuml;fung: Die Gemeinde pr&uuml;ft formal, welches Baubewilligungsverfahren (ordentliches
oder vereinfachtes) durchzuf&uuml;hren ist, ob das Baugesuch mit den erforderlichen Beilagen
vorliegt, das Baugespann (Aussteckung) mit den Pl&auml;nen &uuml;bereinstimmt und ob neben der
Baubewilligung in der gleichen Sache weitere Bewilligungen erforderlich sind (&sect; 192 PBG).
Allenfalls verlangt die Gemeinde vom Gesuchsteller die Behebung der ger&uuml;gten M&auml;ngel innert angesetzter Frist mit der Androhung, dass andernfalls auf das Baugesuch nicht eingetreten werde.
&Ouml;ffentliche Bekanntmachung: Entspricht das Baugesuch den formellen Anforderungen, hat
die Baubewilligungsbeh&ouml;rde das Vorhaben sofort &ouml;ffentlich bekanntzumachen und zusammen mit den Beilagen w&auml;hrend 20 Tagen &ouml;ffentlich aufzulegen (&sect; 193 Abs. 1 und 2 PBG).
Den Anst&ouml;ssern an das Baugrundst&uuml;ck ist die Auflage mit eingeschriebenem Brief und dem
Hinweis auf die Einsprachem&ouml;glichkeit w&auml;hrend der Auflagefrist bekannt zu geben (&sect; 193
Abs. 3 PBG).
Einspracheverfahren: W&auml;hrend der Auflagefrist k&ouml;nnen &ouml;ffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einsprachen eingereicht werden (&sect; 194 Abs. 1 PBG). Die Einsprachen sind dem Bauherrn und den Grundeigent&uuml;merinnen zur Stellungnahme zuzustellen (&sect; 194 Abs. 3 PBG).
Sonderbewilligungen: W&auml;hrend und nach der Auflagefrist werden die f&uuml;r das Bauvorhaben
erforderlichen Sonderbewilligungen eingeholt (Unterschreitung des Strassenabstandes, des
Waldabstandes, des Gew&auml;sserabstandes usw.). Bei einem Bauvorhaben ausserhalb der
Bauzone, das eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG voraussetzt, darf der Gemeinderat erst nach Vorliegen des Entscheids der Dienststelle rawi (&sect; 58 PBV) die Baubewilligung
erteilen (&sect; 182 Abs. 2 PBG). Andernfalls ist die erteilte Baubewilligung nichtig. Baubewilligung und Sonderbewilligungen sind gleichzeitig zu er&ouml;ffnen (&sect; 196 Abs. 3 PBG; siehe dazu
auch unten Kap. IV. zur Verfahrenskoordination).
Entscheid: Nach Ablauf der Einsprachefrist und nach Vorliegen der erforderlichen Sonderbewilligungen hat der Gemeinderat ohne Verzug &uuml;ber das Baugesuch sowie die &ouml;ffentlichrechtlichen Einsprachen zu entscheiden (&sect; 196 Abs. 1 PBG). Privatrechtliche Einsprachen
sind an den Zivilrichter zu verweisen (&sect; 62 Abs. 2 PBV). Entspricht das Bauvorhaben den
&ouml;ffentlich-rechtlichen Bau- und Nutzungsvorschriften, ist die Baubewilligung zu erteilen (195
Abs. 1 PBG). Andernfalls ist die Baubewilligung zu verweigern, sofern die M&auml;ngel nicht mit
Nebenbestimmungen (Auflagen und Bedingungen) behoben werden k&ouml;nnen.
Im vereinfachten Baubewilligungsverfahren entfallen die Pflicht zur Aussteckung, zur &ouml;ffentlichen Bekanntmachung und zur Auflage des Bauvorhabens (&sect; 198 PBG). Das vereinfachte
Baubewilligungsverfahren kommt in den F&auml;llen von &sect; 53 Abs. 2 PBV zur Anwendung, sofern
dadurch keine wesentlichen privaten oder &ouml;ffentlichen Interessen beeintr&auml;chtigt werden. Auf
die Zustellung des Baugesuchs an die Anst&ouml;sser sowie an weitere betroffene Grundeigent&uuml;merinnen kann verzichtet werden, wenn diese dem Baugesuch unterschriftlich zugestimmt
haben. Ansonsten wird diesen das Bauvorhaben mit dem Hinweis auf eine Einsprachefrist
von 10 Tagen angezeigt (&sect; 198 lit. d PBG).
Sind neben der Baubewilligung in der gleichen Sache weitere Bewilligungen oder Verf&uuml;gungen erforderlich und gebieten es die Grunds&auml;tze der Koordination, ist das vereinfachte Verfahren ausgeschlossen und das ordentliche durchzuf&uuml;hren (&sect; 53 Abs. 3 PBV).
Das Anzeigeverfahren ist im PBG f&uuml;r Abbrucharbeiten vorgesehen, der Eigent&uuml;mer einer
Baute oder Anlage hat der Gemeinde Abbrucharbeiten sp&auml;testens 20 Tage vorher zu melden (&sect; 187 PBG). Im Gegensatz zum vereinfachten Baubewilligungsverfahren ergeht f&uuml;r
Abbrucharbeiten keine f&ouml;rmliche Baubewilligung, sondern bloss eine formlose Baufreigabe.
Ein weiteres Anzeigeverfahren ergibt sich gest&uuml;tzt auf die bundesrechtliche Vorgabe in
Art. 18a RPG), wonach Solaranlagen &uuml;ber 20 m2 der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde 20 Tage vor der
Erstellung zu melden sind (&sect; 54 Abs. 2b PBV).
Mit den Bauarbeiten darf grunds&auml;tzlich erst dann begonnen werden, wenn eine rechtskr&auml;ftige Baubewilligung vorliegt. In begr&uuml;ndeten F&auml;llen kann die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde dem Bauherrn den Baubeginn auf sein Risiko hin bereits vorher bewilligen (&sect; 200 Abs. 1 PBG).
Die Geltungsdauer der Baubewilligung betr&auml;gt zwei Jahre ab Rechtskraft der Baubewilligung
oder im Falle einer Zivilklage ab deren rechtskr&auml;ftigen Erledigung. Diese Frist kann von der
Gemeinde bei Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben h&ouml;chstens um drei Jahre erstreckt werden (&sect; 201 Abs. 1 lit. a und 2 PBG).
Plan&auml;nderungen
F&uuml;r die Ausf&uuml;hrung der Bauten und Anlagen sind die genehmigten Pl&auml;ne verbindlich (&sect; 202
Abs. 1 PBG). F&uuml;r jede Abweichung von den genehmigten Pl&auml;nen ist das Baubewilligungsverfahren erneut durchzuf&uuml;hren, sofern die Abweichung als solche der Bewilligungspflicht untersteht. Auf das Auflageverfahren kann verzichtet werden, wenn alle betroffenen Grundeigent&uuml;mer (Anst&ouml;sser sowie weitere Grundeigent&uuml;merinnen) den ge&auml;nderten Pl&auml;nen unterschriftlich zugestimmt haben (&sect; 202 Abs. 2 PBG). Abweichungen, die offensichtlich keine
schutzw&uuml;rdigen privaten Interessen Dritter und keine wesentlichen &ouml;ffentlichen Interessen
ber&uuml;hren, kann die Gemeinde oder die von ihr bezeichnete Stelle von sich aus gestatten
(&sect; 202 Abs. 3 PBG).
Verfahrenskoordination und Leitverfahren
Sind f&uuml;r ein Bauvorhaben neben der Baubewilligung noch andere Bewilligungen (z.B. Ausnahmebewilligungen und Sonderbewilligungen) einzuholen, m&uuml;ssen die Verfahren formell
und materiell (inhaltlich) koordiniert werden (Art. 25a RPG, &sect; 192 lit. c PBG, &sect; 61 PBV).
Formelle Koordination heisst, dass die Verfahren gleichzeitig eingeleitet, die Gesuchsunterlagen den beteiligten Amtsstellen und Beh&ouml;rden gleichzeitig zur Bearbeitung &uuml;berwiesen und
die Entscheide dem Bauherrn unter Gew&auml;hrung eines Rechtsmittels gesamthaft er&ouml;ffnet
werden (&sect; 193 Abs. 1, &sect; 196 Abs. 3 PBG).
Materielle Koordination heisst, dass die verschiedenen Stellungnahmen und Entscheide einander nicht widersprechen d&uuml;rfen (&sect; 195 Abs. 2 PBG).
Als Leitverfahren gilt das Verfahren vor dem Regierungsrat, wenn neben der Baubewilligung
in der gleichen Sache ein Entscheid des Regierungsrates erforderlich ist, andernfalls das
Nutzungsplan- oder Baubewilligungsverfahren (&sect; 192a PBG).
Aufsicht, Strafbarkeit, Wiederherstellung und Bestandesgarantie
Der Regierungsrat &uuml;bt die Aufsicht &uuml;ber die Anwendung der Bau- und Nutzungsvorschriften
aus (&sect; 208 Abs. 1 PBG).
Vors&auml;tzliche und fahrl&auml;ssige Widerhandlungen gegen Bestimmungen des Planungs- und
Baugesetzes sind strafbar (&sect; 213 PBG), wobei jedermann anzeigeberechtigt ist (&sect; 214 PBG).
Wer einer gest&uuml;tzt auf das RPG und das PBG erlassenen Verf&uuml;gung zuwiderhandelt oder
eine Bedingung oder Auflage nicht erf&uuml;llt, hat auf seine Kosten den rechtswidrigen Zustand
zu beseitigen. Die Gemeinde hat nach den Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) f&uuml;r die Wiederherstellung des gesetzm&auml;ssigen Zustandes zu sorgen (&sect; 209 PBG).
Zu ber&uuml;cksichtigen sind dabei die Verh&auml;ltnism&auml;ssigkeit (nachtr&auml;gliches Bewilligungsverfahren), der Vertrauensschutz (nach Massgabe der beh&ouml;rdlichen Zusicherung), die Verwirkung
(30 Jahre) und die Rechtsgleichheit (nach Massgabe der Gleichbehandlung im Unrecht).
Es wird unterschieden zwischen formeller Rechtswidrigkeit (Baute wurde ohne die erforderliche Bewilligung erstellt) und materieller Rechtswidrigkeit (Baute verletzt Bauvorschriften).
Der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;ssigkeit f&uuml;hrt vorab zur Pr&uuml;fung, ob die formell rechtswidrig
erstellte Baute in der bestehenden Form nachtr&auml;glich bewilligt werden kann. Dieses nachtr&auml;gliche Baubewilligungsverfahren erfolgt von Amtes wegen, der Bauherr ist jedoch bez&uuml;glich der Abkl&auml;rung des Sachverhalts mitwirkungspflichtig. Je nach Baufortschritt verf&uuml;gt die
zust&auml;ndige Beh&ouml;rde die Einstellung der Bauarbeiten (&sect; 210 Abs. 1 PBG).
Wenn die Baute nachtr&auml;glich nicht bewilligt werden kann oder von vornherein materiell
rechtswidrig ist, verweigert die Gemeinde die Baubewilligung (a) und verf&uuml;gt die Beseitigung
innert Frist (b). F&uuml;r den Fall der Nichtbefolgung wird die Ersatzvornahme durch die erstinstanzliche Verwaltungsbeh&ouml;rde, in diesem Fall die Gemeinde, nach &sect;&sect; 209 ff. VRG vollzogen (c) und eine Strafanzeige wegen Missachtung von Art. 292 StGB erhoben (d). Die Kosten werden dem Bauherrn auferlegt (e). Die Inhalte a-e sind Bestandteil des Rechtsspruchs.
Das revidierte PBG soll nicht dazu f&uuml;hren, dass unter dem bisherigen Recht bewilligte und
erstellte Bauten und Anlagen entfernt oder ge&auml;ndert werden m&uuml;ssen, wenn sie dem neuen
Recht widersprechen. Vielmehr sollen diese im Rahmen des Bestehenden erhalten, erneuert, umgebaut, ge&auml;ndert und erweitert werden d&uuml;rfen.
Bauten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, die rechtm&auml;ssig erstellt wurden, aber nicht
mehr zonenkonform (z.B. Schreinereibetrieb in einer Wohnzone) oder baupolizeiwidrig (z.B.
nicht eingehaltene Grenzabstandsvorschriften) geworden sind, d&uuml;rfen erhalten und zeitgem&auml;ss erneuert werden. Ein Umbau, eine Nutzungs&auml;nderung oder eine angemessene Erweiterung sind zul&auml;ssig, wenn dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht oder nur unwesentlich verst&auml;rkt wird und keine &uuml;berwiegenden &ouml;ffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen
(&sect; 178 PBG).
Ausnahmen von der Zonenkonformit&auml;t f&uuml;r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen
sind bundesrechtlich geregelt (&sect; 180 PBG, Art. 24 ff. RPG). Zudem sind in &sect; 181 PBG weitere kantonalrechtliche Ausnahmetatbest&auml;nde geregelt.
Die Kosten f&uuml;r das Baubewilligungsverfahren werden der Gesuchstellerin nach Massgabe
der entsprechenden Bestimmung im Bau- und Zonenreglement auferlegt (&sect; 212 Abs. 1
Die planungs- und baurechtliche Einsprache stellt kein Rechtsmittel dar, sondern gilt als
Formalisierung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r. Dies hat zur Folge, dass im Rahmen
des Einspracheverfahrens keine Parteientsch&auml;digung zugesprochen werden kann (vgl.
&sect;&sect; 201 und 127 VRG).
Im Baubewilligungs- bzw. Gestaltungsplanverfahren sind die durch die Einsprache verursachten amtlichen Kosten dem unterliegenden Einsprecher bzw. dem Einsprecher zu &uuml;berbinden, sofern auf dessen Einsprache nicht eingetreten wird. Bei leichtfertigen oder tr&ouml;lerischen Einsprachen gilt dies auch f&uuml;r die weiteren Verfahrenskosten (&sect; 212 Abs. 2 PBG). Die
amtlichen Kosten k&ouml;nnen jedoch erlassen oder angemessen reduziert werden, wenn die
Einsprache zur&uuml;ckgezogen wird (&sect; 64 PBV).
Im Rechtsmittelverfahren richtet sich die Kostenverlegung nach &sect;&sect; 193 ff. VRG bzw. nach
den bundesrechtlichen Bestimmungen.
Entscheide und Beschl&uuml;sse in Anwendung des Bundesgesetzes &uuml;ber die Raumplanung und
des Planungs- und Baugesetzes k&ouml;nnen innert 20 Tagen (Zwischenentscheide innert 10
Tagen) mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefochten werden
(&sect; 206 PBG). Gegen den Entscheid des Kantonsgerichts ist die Beschwerde in &ouml;ffentlichrechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegeben.
Zur Erhebung von Einsprachen und Beschwerden nach dem Planungs- und Baugesetz sind
die in &sect; 207 Abs. 1 PBG aufgef&uuml;hrten Personen, Beh&ouml;rden, Dienststellen, Organisationen
und Gemeinden befugt.
Insbesondere sind Personen, die an der Abweisung eines Gesuchs oder an der &Auml;nderung
oder Aufhebung eines Entscheids ein schutzw&uuml;rdiges Interesse haben, einsprache- und beschwerdelegitimiert. Als schutzw&uuml;rdig gelten nicht nur die rechtlich gesch&uuml;tzten Interessen,
sondern auch die wirtschaftlichen, ideellen und tats&auml;chlichen Interessen. Ein schutzw&uuml;rdiges
Interesse ist zu bejahen, wenn die Einsprecherin oder der Beschwerdef&uuml;hrer eine tats&auml;chliche Benachteiligung von sich abwenden oder einen praktischen Nutzen und Erfolg erreichen
will. Ein bloss mittelbares oder ausschliesslich &ouml;ffentliches Interesse begr&uuml;ndet f&uuml;r sich allein
keine Einsprache- oder Beschwerdebefugnis.
Entscheide des Regierungsrates und Urteile des Verwaltungs- bzw. Kantonsgerichts des
Kantons Luzern finden sich unter http://www.gerichte.lu.ch/index/rechtsprechung.htm
unter anschliessender Auswahl aus den Rechtsgebieten Bau- und Planungsrecht, Bauen
ausserhalb der Bauzonen und Raumplanung.
Rechtsgrundlagen, Materialien, Erl&auml;uterungen, Skizzen, Anwendungshilfen und Kontakte
sind auf der daf&uuml;r vom Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement zur Verf&uuml;gung gestellten Seite http://www.baurecht.lu.ch/ zu finden.
(Aus dem Skript &quot;Luzerner Bau-, Planungs- und Umweltrecht&quot; von Erik Lustenberger)
Oberhalb der Schachenstrasse in Ebikon steht in erh&ouml;hter Lage das Schl&ouml;sschen H&uuml;nenberg. Der im 18. Jahrhundert erstellte herrschaftliche Landsitz steht unter Denkmalschutz.
Die unmittelbare Umgebung des Sitzes ist nicht &uuml;berbaut (Wald/Wiese), mit Ausnahme eines
kleinen Landwirtschaftsbetriebes, der sich rund 50 m westlich des Schl&ouml;sschens befindet.
Das Schl&ouml;sschen H&uuml;nenberg liegt zurzeit im &Uuml;brigen Gebiet. Im Rahmen einer Teilrevision
der Ortsplanung will die Gemeinde das Gebiet der zweigeschossigen Wohnzone zuweisen.
Die Teilrevision liegt auf der Gemeindekanzlei Ebikon, Riedmattstrasse 14, 6030 Ebikon vom
1. - 30. M&auml;rz 2012 &ouml;ffentlich auf. Der Luzerner Heimatschutz, der sich als Verein seit Jahrzenten mit Fragen des Natur- und Heimatschutzes befasst, kommt zu Ihnen als Rechtsanwalt und ersucht Sie um Hilfe. Er m&ouml;chte um jeden Preis verhindern, dass das Grundst&uuml;ck
verbaut wird. Es gebe ohnehin schon genug Bauzonen in Ebikon und man m&uuml;sse die letzten
gr&uuml;nen Flecken bewahren. Zudem stehe das Schl&ouml;sschen unter Denkmalschutz.
1. Schreiben Sie eine Einsprache f&uuml;r den Luzerner Heimatschutz. Welche formellen Anforderungen sind zu beachten?
2. Welche Zonen w&uuml;rden dem Anliegen des Luzerner Heimatschutzes dienen?
3. Mit welchen Argumenten begr&uuml;nden Sie Ihre Einsprache?
4. Welche Beweismittel w&uuml;rden Sie beantragen?
I. Voraussetzungen der Einsprache
&sect; 61 Abs. 5 PBG:
Die Einsprachen sind w&auml;hrend der Auflagefrist mit einem Antrag und dessen Begr&uuml;ndung
schriftlich bei der in der &ouml;ffentlichen Bekanntmachung und in der Zustellung an die Grundeigent&uuml;mer und an die Haushaltungen angegebenen Stelle einzureichen.
Wann? w&auml;hrend der Auflagefrist (30 Tage &sect; 61 Abs. 1 PBG)
Wo? bei der angegebenen Stelle
Wie? schriftlich, mit Antrag, mit Begr&uuml;ndung des Antrags
Bei der konkreten Ausgestaltung der Einsprache sind formal verschiedene L&ouml;sungen m&ouml;glich (Briefform, Rechtsschrift, Mischformen).
II. Formelle M&auml;ngel der Planung
Hier aus dem Sachverhalt keine ersichtlich.
III. Materielle M&auml;ngel der Planung
&sect; 20 Abs. 2 PBG:
Bei der Genehmigung sind die Pl&auml;ne und Vorschriften auf ihre Recht- und Zweckm&auml;ssigkeit
und auf ihre &Uuml;bereinstimmung mit den Richtpl&auml;nen zu &uuml;berpr&uuml;fen.
1. RECHTM&Auml;SSIGKEIT
• Bundesverfassung (z.B. Eigentumsgarantie)
• RPG; Planungsziele und -grunds&auml;tze (Art. 1 und 3 RPG), Art. 14 - 18 RPG (insb. Definition
von Bauzonen gem&auml;ss Art. 15 RPG)
• &uuml;briges Bundesrecht (USG, NHG, WaG etc.)
• PBG
• andere kantonale Gesetze (z.B. Gesetz &uuml;ber den Schutz der Kulturdenkm&auml;ler)
C. Gemeinde
• Vorschriften &uuml;ber Naturgefahren im BZR (in roten Gefahrengebieten gem&auml;ss Gefahrenkarte
ist grunds&auml;tzlich keine Einzonung m&ouml;glich)
• Vorschriften zum Schutz von Kulturobjekte im BZR
2. ZWECKM&Auml;SSIGKEIT
&Uuml;berzeugt die Interessenabw&auml;gung (vgl. Art. 3 RPV)?
3. RICHTPLAN
&Uuml;bereinstimmung mit dem Richtplan auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Stufe
Luzern, 19. M&auml;rz 2012
(&sect; 61 Abs. 5 PBG)
Luzerner Heimatschutz, vertreten durch Rechtsanw&auml;ltin X, ….., Luzern,
Entwurf der Zonenplan&auml;nderung im Gebiet des Schl&ouml;sschens H&uuml;nenberg gem&auml;ss &ouml;ffentlicher Auflage vom 1. - 30 M&auml;rz 2012
Sehr geehrter Herr Gemeindepr&auml;sident
Sehr geehrte Damen und Herren Gemeinder&auml;te
Namens und im Auftrage der Einsprecherin stelle ich Ihnen folgende
1. Das Gebiet H&uuml;nenberg sei nicht wie im Entwurf vorgesehen einer zweigeschossigen
Wohnzone zuzuweisen.
2. Das Gebiet H&uuml;nenberg sei der Gr&uuml;nzone zuzuweisen.
3. Eventuell sei das Gebiet H&uuml;nenberg der Landwirtschaftszone zuzuweisen.
(4. Unter Kosten- und Entsch&auml;digungsfolge zulasten der Einwohnergemeinde Ebikon.)
1. Die unterzeichnete Anw&auml;ltin ist bevollm&auml;chtigt.
Urkunde: Bel. 1 Vollmacht vom 15. M&auml;rz 2012
2. Einsprachen sind im Ortsplanungsverfahren w&auml;hrend der Auflagefrist mit einem Antrag und dessen Begr&uuml;nung schriftlich bei der in der &ouml;ffentlichen Bekanntmachung und in
der Zustellung an die Grundeigent&uuml;mer und an die Haushaltungen angegebenen Stelle
einzureichen (&sect; 61 Abs. 5 PBG). Mit heutiger Eingabe wird diese Frist gewahrt.
3. Nach &sect; 207 Abs. 1d PBG sind private Vereinigungen f&uuml;r Natur- und Heimatschutz im
Rahmen ihres statuarischen Zwecks zur Beschwerde befugt, die sich seit f&uuml;nf Jahren
dem Natur- und Heimatschutz oder verwandten Zielen im Kanton Luzern widmen, soweit
die Interessen des Natur und Heimatschutzes ber&uuml;hrt werden. Diese Voraussetzungen
sind vorliegend erf&uuml;llt, weil der Luzerner Heimatschutz sich gem&auml;ss seinen Statuten seit
Jahrzehnten f&uuml;r Anliegen des Heimatschutzes im Kanton Luzern einsetzt und die Zuweisung zu einer zweigeschossigen Wohnzone das unter Denkmalschutz stehende
Schl&ouml;sschen H&uuml;nenberg und seine Umgebung unmittelbar betrifft.
II. Materielles (in Stichworten)
• Es bestehen bereits gen&uuml;gend grosse Bauzonen, um den Bedarf l&auml;ngerfristig zu decken (haush&auml;lterischer Umgang mit dem Boden, Art. 1 Abs. 1 RPG)
• Verhindern einer Ausuferung der Besiedlung (Begrenzung der Siedlungsausdehnung,
Art. 3 Abs. 3 RPG)
• Die Einzonung ist unzweckm&auml;ssig, weil andernorts in Ebikon noch &Uuml;brige Gebiete bestehen, die ohne Konflikte mit dem Natur- und Heimatschutz eingezont werden k&ouml;nnten.
• Naturnahe Landschaften und Erholungsr&auml;ume sind zu erhalten (Art. 3 Abs. 2d RPG)
• Nat&uuml;rliche Siedlungsgrenze von grosser landschaftlicher Sch&ouml;nheit.
• Siedlungstrennung als Planungsziel wird missachtet. Die Gr&uuml;nzone dient der Trennung
von Quartieren und Gemeinden und soll Freifl&auml;chen im Baugebiet schaffen (&sect; 50 Abs. 1b
• Das Gebiet ist schlecht erschliessbar. Aufgrund des H&ouml;henunterschiedes l&auml;sst sich
eine kanalisationsm&auml;ssige Erschliessung nur schwer verwirklichen. Das Strassensystem
gen&uuml;gt nicht, um den zus&auml;tzlichen Verkehr aufzunehmen.
• Im Denkmalverzeichnis eingetragene Immobilien (so das Schloss H&uuml;nenberg) d&uuml;rfen in
ihrer Wirkung nicht beeintr&auml;chtigt werden (&sect; 5 Abs. 1 Gesetz &uuml;ber den Schutz der Kulturdenkm&auml;ler [DSchG]). Die Gemeinden ber&uuml;cksichtigen in ihren Zonenpl&auml;nen die Baudenkm&auml;ler gem&auml;ss Denkmalverzeichnis (Koordinationsaufgabe S3-2 [Kantonal gesch&uuml;tzte Kulturdenkm&auml;ler]). Der Umgebungsschutz des Schlosses H&uuml;nenberg ist nur
durch die Einzonung des Gebietes H&uuml;nenberg in eine Gr&uuml;nzone oder die Landwirtschaftszone gew&auml;hrleistet.
- Augenschein vor Ort (&sect;&sect; 100 ff. VRG)
- Amtsbericht (&sect; 70 VRG) bei der kantonalen
- Gutachten eines Sachverst&auml;ndigen (&sect;&sect; 93 ff.
VRG)
- Kantonaler und regionaler Richtplan
Ich ersuche Sie den eingangs gestellten Antr&auml;gen zu entsprechen.
Rechtsanw&auml;ltin X
Kopie: Klient
Beilage: gem&auml;ss Aktenverzeichnis
Variante: Einsprache Privatperson
Einsprache gegen Einzonung des Schl&ouml;sschens H&uuml;nenberg
In oben genannter Angelegenheit beantrage ich Ihnen das Gebiet H&uuml;nenberg nicht wie im Entwurf
vorgesehen einer zweigeschossigen Wohnzone zuzuweisen. Es ist in einer Nichtbauzone zu belassen.
Das Gebiet um das Schl&ouml;sschen H&uuml;nenberg ist f&uuml;r uns Quartierbewohner ein wichtiges Erholungsgebiet von besonderer Sch&ouml;nheit. Wir gehen dort immer mit unserem Hund laufen. Es w&auml;re
schade, wenn dieser letzte Flecken Gr&uuml;n auch noch verbaut w&uuml;rde. Es hat in unserem Gebiet
kaum mehr Gr&uuml;nbereiche.
Ich ersuche Sie, meinen Antrag zu ber&uuml;cksichtigen.