Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-02-08/ii-zr-243_09
Timestamp: 2017-11-22 02:17:10
Document Index: 192505089

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 705', '§ 128', '§ 110', '§ 6', '§ 91', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.02.2011 - II ZR 243/09 - Keine Berechnung der Haftungsquote der Gesellschaft aus der Restschuld nach Abzug des Verwertungserlöses bei Begnügen mit einem geringeren als dem ihrer Beteiligungsquote entsprechenden Haftungsbetrag; Beschränkung der Haftung der Gesellschaft für die vertraglich begründete Gesellschaftsschuld auf den ihrer Beteiligungsquote entsprechenden Anteil und Minderung der Schuld der Gesellschaft durch Tilgungen aus dem Gesellschaftvermögen | anwalt24.de
Urt. v. 08.02.2011, Az.: II ZR 243/09
Keine Berechnung der Haftungsquote der Gesellschaft aus der Restschuld nach Abzug des Verwertungserlöses bei Begnügen mit einem geringeren als dem ihrer Beteiligungsquote entsprechenden Haftungsbetrag; Beschränkung der Haftung der Gesellschaft für die vertraglich begründete Gesellschaftsschuld auf den ihrer Beteiligungsquote entsprechenden Anteil und Minderung der Schuld der Gesellschaft durch Tilgungen aus dem Gesellschaftvermögen
Referenz: JurionRS 2011, 14731
Aktenzeichen: II ZR 243/09
LG Frankfurt am Main - 21.12.2006 - AZ: 2/20 O 1/04
OLG Frankfurt am Main - 25.02.2009 - AZ: 23 U 18/07
BB 2011, 385 (Pressemitteilung)
DStR 2011, 984-988
EWiR 2011, 425
GmbHR 2011, 165
GWR 2011, 208
KSI 2011, 183-184
Life&Law 2011, 471-478
MDR 2011, 741-742
NJ 2011, 7 (Pressemitteilung)
NJW 2011, 2045-2048
NWB 2011, 600
NWB direkt 2011, 186
NZG 2011, 580-583
StuB 2011, 240
WM 2011, 889-893
WuB 2011, 507-508
ZAP 2011, 774
ZAP EN-Nr. 497/2011
ZIP 2011, 914-918
BGB §§ 705, 133 B, 157 D; HGB §§ 128, 129, 110
Die Haftungsquote des Klägers ist nicht deshalb aus der nach Abzug des Verwertungserlöses verbleibenden Darlehensrestschuld der Gesellschaft zu berechnen, weil die Beklagte mit einzelnen Gesellschaftern Vergleiche geschlossen und sich mit einem geringeren Haftungsbetrag begnügt hat. Es steht dem Gläubiger frei, einzelne Gesellschafter, auch wenn sie teilschuldnerisch haften, nicht oder nur in geringerem Umfang in Anspruch zu nehmen. Die Innenhaftung unter den Gesellschaftern wird hierdurch nicht berührt. Ein etwaiger (Teil-)Verzicht des Gläubigers befreit den Gesellschafter im Verhältnis zu seinen Mitgesellschaftern mangels Gesamtwirkung nicht. Soweit ein Gesellschafter seinen Haftungsanteil zahlt, kann er von der Gesellschaft analog § 110 HGB Ersatz verlangen. Verfügt die Gesellschaft nicht mehr über Vermögen und hat ein Gesellschafter an den Gläubiger der Gesellschaft einen höheren Betrag gezahlt, als seinem Anteil an den - unter Berücksichtigung des Gesellschaftsvermögens und gegebenenfalls der durch dessen Verwertung erzielten Erlöse bestehenden - Verbindlichkeiten der Gesellschaft entspricht, kann er von seinen Mitgesellschaftern Ausgleich verlangen, soweit diese von einer Inanspruchnahme in Höhe der im Innenverhältnis auf sie entfallenden Haftungsquote befreit wurden (vgl. für die Partenreederei K. Schmidt, Die Partenreederei als Handelsgesellschaft, 1995, § 6 I 2, S. 71 f.; ders., NJW 1997, 2201, 2205; Bote/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 1, § 91 Rdn. 18; vgl. auch für den Innenausgleich bei Höchstbetragsbürgschaften BGH, Urteil vom 11. Dezember 1997 - IX ZR 274/96, BGHZ 137, 292).