Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202008,%20Seite%201126
Timestamp: 2020-07-06 08:17:52
Document Index: 305203840

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 134', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 2008, 1126 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 24.04.2008
https://dejure.org/2008,173
BGH, 24.04.2008 - VII ZR 140/07 (https://dejure.org/2008,173)
BGH, Entscheidung vom 24.04.2008 - VII ZR 140/07 (https://dejure.org/2008,173)
BGH, Entscheidung vom 24. April 2008 - VII ZR 140/07 (https://dejure.org/2008,173)
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BGB § 139, 242
Mängelhaftung eines Ingenieurs für mangelhafte Ingenieurleistung trotz unwirksamer Schwarzgeldabrede jedenfalls nach Errichtung des Bauvorhabens
Beurteilung der Nichtigkeit eines Werkvertrags aufgrund einer Ohne-Rechnung-Abrede; Geltung des das gesamte Rechtsleben beherrschenden Grundsatzes von Treu und Glauben im Rahmen nichtiger Rechtsgeschäfte; Treuwidrige Berufung eines Ingenieurs auf die Gesetzwidrigkeit der ...
Werkvertrag - Schwarzarbeit - Schadensersatzansprüche
Werkvertrag - Schwarzgeldabrede und Schadensersatzansprüche
Nichtigkeit einer Ohne-Rechnung-Abrede führt nicht automatisch zur Nichtigkeit des gesamten Vertrags
BGB § 139 § 242
Rechtsfolgen einer "ohne-Rechnung-Abrede"
Haftung am Bau trotz Ohne-Rechnung-Abrede
Gewährleistung am Bau trotz Ohne-Rechnung-Abrede - Mangelhafte Werkleistung: Auftraggeber kann auch bei Schwarzarbeit Ansprüche geltend machen
Hat der Auftraggeber Mängelrechte bei einem Werkvertrag ohne Rechnung
Schwarzarbeit schließt Gewährleistungsansprüche nicht aus
Auch wer schwarz bezahlt, hat einen Anspruch auf Gewährleistung
Gewährleistung am Bau trotz Schwarzarbeit
Haftung des Ingenieurs trotz "Ohne-Rechnungs-Abrede"
Schwarzarbeit - Schadenersatz bei Ohne-Rechnung-Werkvertrag
Fördert der Richter die Schwarzgeldabrede? (RA Prof. Dr. Ekkehart Reinelt; BauR 2008, 1231)
Werkunternehmer haftet unter Umständen auch ohne Rechnung für Baumängel - "Schwarze Aufträge" sind riskant (RA Robert Schulze)
mkrg.com (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Ohne Rechnung = Ohne Rechte? - Zu den Rechtsfolgen einer "Ohne-Rechnung-Abrede" (RA Dr. Matthias Orlowski)
wiwo.de (Entscheidungsbesprechung)
Gewährleistung bei "Schwarzarbeit" (Erik Becker)
Ohne Rechnung = Ohne Rechte? Zu den Rechtsfolgen einer "Ohne-Rechnung-Abrede" (RA Dr. Matthias Orlowski; BauR 2008, 19)
Gewährleistungsansprüche: Auch bei Schwarzarbeit?
Ingenieurhaftung trotz Abrede "Ohne Rechnung"! (IBR 2008, 397)
LG Aachen, 28.04.2006 - 12 O 621/04
OLG Köln, 18.12.2006 - 11 U 89/06
NJW-RR 2008, 1051
NZBau 2008, 435
NZBau 2008, 436
NZM 2008, 497
BauR 2008, 1330
ZfBR 2008, 572
BGH, 01.08.2013 - VII ZR 6/13
Die anders lautenden Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 24. April 2008 - VII ZR 42/07, BGHZ 176, 198 und VII ZR 140/07, BauR 2008, 1330 = NZBau 2008, 436) seien überholt, weil sie zu einer vor 2004 geltenden Rechtslage ergangen seien, bei der allein Steuervorschriften als Verbotsgesetze hätten herangezogen werden können.
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Mängelansprüchen aus einem Bauvertrag, der eine Ohne-Rechnung-Abrede enthält (BGH, Urteile vom 24. April 2008 - VII ZR 42/07, BGHZ 176, 198 und VII ZR 140/07, BauR 2008, 1330 = NZBau 2008, 436), betrifft nicht die Fälle, in denen ein Verstoß gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in Rede steht (vgl. BGH…, Urteil vom 24. April 2008 - VII ZR 42/07, aaO S. 204 unter III. Rn. 19).
Schließlich hat der Senat im Urteil vom 4. September 2008 (…a.a.O.) unter Bezugnahme auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Nichtigkeit von Verträgen wegen Steuerhinterziehung (siehe neben den im vorgenannten Urteil bereits zitierten Entscheidungen auch: BGH, Urteile vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95 - BGHZ 136, 125 und vom 24. April 2008 - VII ZR 140/07 - NJW-RR 2008, 1051) darauf hingewiesen, dass sich die im Rahmen des Ausbildungsförderungsrechts vorzunehmende Prüfung der zivilrechtlichen Wirksamkeit der Treuhandabrede auf das Vorliegen der zivilrechtlichen Nichtigkeitsgründe nach §§ 134, 138 BGB zu erstrecken hat, wenn im konkreten Fall ausreichende Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass Vermögenswerte treuhänderisch übertragen worden sind, um dem Fiskus in rechtswidriger Weise Steuern auf Zinserträge vorzuenthalten.
Darüber hinaus hat der Senat im Urteil vom 4. September 2008 (…a.a.O.) unter Bezugnahme auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Nichtigkeit von Verträgen wegen Steuerhinterziehung (siehe neben den im vorgenannten Urteil bereits zitierten Entscheidungen auch: BGH, Urteile vom 23. Juni 1997 II ZR 220/95 BGHZ 136, 125 und 24. April 2008 VII ZR 140/07 NJW-RR 2008, 1051) darauf hingewiesen, dass sich die im Rahmen des Ausbildungsförderungsrechts vorzunehmende Prüfung der zivilrechtlichen Wirksamkeit der Treuhandabrede auf das Vorliegen der zivilrechtlichen Nichtigkeitsgründe nach §§ 134, 138 BGB zu erstrecken hat, wenn im konkreten Fall ausreichende Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass Vermögenswerte treuhänderisch übertragen worden sind, um dem Fiskus in rechtswidriger Weise Steuern auf Zinserträge vorzuenthalten.
40 Zwar wäre der zwischen dem Kläger und seinem Bruder T geschlossene Treuhandvertrag nach § 134, § 138 Abs. 1 BGB nichtig, wenn die Erlangung der Steuervorteile der alleinige bzw. der Hauptzweck der vertraglichen Vereinbarung gewesen wäre (…vgl. BGH, Urt. v. 30.01.1985 - VIII ZR 292/83 - WM 1985, 647;… Urt. v. 23.06.1997 - II ZR 220/95 - BGHZ 136, 125; Beschl. v. 02.11.2005 - IV ZR 57/05 - NJW-RR 2006, 283 und Urt. v. 24.04.2008 - VII ZR 140/07 - BauR 2008, 1330).
Ob die Vermutung der Gesamtnichtigkeit durch einen entgegenstehenden (hypothetischen) Parteiwillen entkräftet wird, ist jeweils anhand der Umstände des Einzelfalls zu prüfen (st. Rspr. vgl. nur Bundesgerichtshof NJW-RR 2008, 1051).
Hat ein Unternehmer seine Bauleistungen mangelhaft erbracht und den vereinbarten Werklohn hierfür erhalten, so handelt er regelmäßig treuwidrig, wenn er sich zur Abwehr von Mängelansprüchen des Bestellers auf die Gesetzwidrigkeit einer Nebenabrede und die daraus folgende Gesamtnichtigkeit des Bauvertrages beruft (BGHZ 176, 198 ; NJW-RR 2008, 1051 ).