Source: http://www.nabu-shk.de/sites/stellungnahmen.htm
Timestamp: 2020-05-26 03:58:56
Document Index: 264348607

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 5', '§ 63', '§ 9', '§ 63', '§ 45', '§44', '§ 5', '§ 12', '§ 4', '§ 35', '§ 45', '§ 63', '§ 45']

Bauamt z.H. Frau Glass
Betr.: B - Plan zum Golfareal Schuderbachwiese Oberhof
Hier: Beurteilung der Planung aus naturschutzrechtlichen Gründen
Der Herzogliche Golfclub Oberhof hat die Absicht, im Bereich der Schuderbachwiese einen Golfplatz zu errichten.
2. Planungsträger
Der B-Plan wurde von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen erarbeitet.
3. Eigentümer der Flächen
Thüringenforst / Land Thüringen
4. Beplante Fläche
28,6 ha, davon 5,8 ha Flächennaturdenkmal "Schuderbachwiese"
5. Gründe der Unterschutzstellung
Prioritärer europäischer FFH - LRT 4230 - Artenreicher Borstgrasrasen mit Rot - Liste - Arten Arnika und Grüner Hohlzunge auf der gesamten Fläche
Die Schuderbachwiese steht seit 1992 unter Naturschutz.
Auf Grund des geltenden Naturschutzrechts und der Schutzgebietsverordnung gemäß des BNatSchG sind Nutzungsänderungen und Eingriffe in das Schutzgebiet verboten.
Der Erhalt EU - geschützter Lebensraumtypen nach der FFH - RL ist durch die staatlichen Behörden zu sichern.
Die Planung im FND Schuderbachwiese verstößt gegen die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung, dient nicht dem Gemeinwohl, ist nach Baurecht kein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich und ist daher aus unserer Sicht abzulehnen.
NABU SHK e.V. Jena
Talstraße 86 A
Verband für Landentwicklung und
Flurneuordnung (VLF) Thüringen
Geplantes Flurbereinigungsverfahren Gumperda
Ihr Schreiben vom 06.08.2019
Hier: Stellungnahme NABU Thüringen e.V. als Träger öffentlicher Belange nach§ 63 BNatSchG / und § 5 Abs.2 und Abs.3 FlurbG
Bearbeiter: Klaus Götze, Berufener Mitarbeiter NABU Thüringen e.V. für Stellungnahmen
der Naturschutzbund Thüringen bedankt sich für die frühzeitige Beteiligung amVerfahren und beurteilt den zu betrachtenden und aktuellen Konfliktbereich Gewässerschutz - Hochwasserschutz wie folgt:
Wir sind ein gemeinnütziger und anerkannter Naturschutzverband im Sinne § 63 Bundesnaturschutzgesetz und betreiben im Plangebiet keine Nutzungen. Im Bereich des Verfahrensgebietes existieren keine Naturschutzgebiete. Für den oberen Reinstädter Grund liegen eigene Erhebungen zur Flora, zu den Brutvögeln sowie von Karstquellen (Abflussmessungen, Analysen) vor. Landwirtschaftliche Nutzungen überwiegen in der Talaue, im Bereich des Rötsockels (Oberer Buntsandstein) und an den Muschelkalkhängen bis zu den versteilten Bereichen und Felsklippen mit hohem Waldanteil. Lückige Streuobstbestände sind meist an Feldwegen gebunden und werden kaum bzw. nicht bewirtschaftet. Der oberirdische Abfluss erfolgt über den ganzjährig wasserführenden Reinstädter Bach. Das Fließgewässer wurde in den sechziger bis siebziger Jahren linear begradigt und die Auenbereiche melioriert. Mit diesen Maßnahmen wurde das Retentionsvermögen in der holozänen Aue
verringert, der oberirdische Abfluss in der Bachaue erhöht und die Fließgeschwindigkeit des Wassers im Bach beschleunigt. Hochwasserschäden sind bei lokalen Sturzregenfällen dadurch vorprogrammiert. Am 30.08.2019 hat es durch einen lokal auftretenden Stark- bzw. Sturzregen eine örtliche Überschwemmung des in der Aue liegenden Ortsteils gegeben, der auch Schäden verursachte.
Priorität hat bei der Planung deshalb für den NABU der Hochwasserschutz.
1. Naturnaher Rückbau des Baches zwischen Reinstädt und Gumperda sowie Bibra.
2. Demelioration der Auenbereiche
3. Anlage eines Rückhaltebeckens oberhalb Gumperda mit Erdwall und seitlichen Abläufen an der Krone des Dammes (ähnlich wie am Ammerbacher Becken)
4. Innerörtlicher Ausbau und Fassung des Vorfluters zur Sicherung der Bewohner und ihrer Immobilien gegen Hochwasserereignisse
KV SHK e.V.
Landratsamt Saale - Holzland - Kreis
Abfallordnung, Emmissionsschutz, Chemikalienrecht
Schloßgasse 170
7602 Eisenberg
Betr.: Ihr Schreiben vom 31.07.2019 / Ihr Zeichen 67.03/Kl/106.11.09/04/2017 Vollzug des Bundesimmissionsschutzgesetzes ( BImSchG ) in der Neufassung der Bekanntmachung vom 17.05.2013 ( BGBl. S. 1274 ) in der zurzeit gültigen Fassung
Vorhaben: Vorbescheidsverfahren nach § 9 BImSchG für die Errichtung und den Betrieb von neun WEA TYP Nordex N 149-4,0 MW, NH 1164 m, RD 149 m GH 238,5 m in der Gemarkung St. Gangloff, Flur 4, Flurstücke 306/12, 318/1 sowie Flur 5, Flurstücke 311/ 6 und 311/ 17
Hier: Stellungnahme des NABU Thüringen e.V. als anerkannter Naturschutzverband nach § 63 BNatSchG und gemäß § 45 Thüringer Gesetz für Natur und Landschaft
Bearbeiter: Klaus Götze,Vorsitzender NABU SHK e.V., Berufener Mitarbeiter von Stellungnahmen im Namen des Thüringer NABU - Landesverbandes
Sehr geehrte Frau Kliesch,
Der NABU Thüringen e.V. bedankt sich für die frühzeitige Beteiligung am emmissionsschutzrechtlichen Verfahren und beurteilt den UVP - Bericht wie folgt:
Gemäß unserer Satzung ergeben sich vor allem Schwerpunkte in der naturschutzfachlichen Bewertung der avifaunistischen Erhebungen und zu den Fledermäusen. Wirbellose, Lurche, Kriechtiere wie auch die Flora als auch wasserhaushaltliche Betrachtungen sind für die Beurteilung der Eingriffe in Natur und Landschaft hinsichtlich der punktuellen Eingriffe durch die Fundamente der WEA unbedeutend. Die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung in der vorliegenden UVP bildet die Basis zur Einschätzung des Eingriffspotenzials in die Lebensräume der heimischen Vogelwelt und der Fledermäusen nach den Arten des Anh. IV der FFH - RL und der EU - Vogelschutzrichtlinie. Zur Vertiefung der artenschutzrelevanten, gutachterlichen Erkenntnisse fließen zusätzlich spezielle Gutachten zur Avifauna und Habitatanalysen für planungsrelevante Vogelarten in die UVP mit ein. Vorbelastuungen des Gebietes sind gegeben durch die Nutzung als reiner Fichtenforst mit geringen
Unterholzbereichen sowie selten ausgebildeten Gebüschen und Krautsäumen. Frequentiert wird das Gebiet im Osten durch die Führung der 6-streifigen Autobahn A 9 mit merklicher Verlärmung sowie luftverfrachteten Schadstoffeinträgen möglicherweise bis in das Untersuchungsgebiet. Flora - Fauna - Habitat - Gebiete und europäische Vogelschutzgebiete werden nicht tangiert. Das betrifft auch NSG, FND und ND. Konfliktvermeidende Maßnahmen für Vogelarten und Fledermäuse werden beschrieben.
2. Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Prüfung gemäß §44 Abs.1 / § 5 BNatSchG ( Artenschutzrechtliche Verbote nach der FFH - RL, Anh. IV und Anh. II ) FledermäuseIn 2017 und 2018 nachgewiesene Arten Anh. IV im Vorranggebiet: 10 Arten Baumhöhlenbewohner und 3 Arten Gebäudebewohner. Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sind zum Schutz der Fledermausquartiere notwendig und vor dem Beginn von Waldrodungen zu realisieren.VögelNachgewiesene europäische Vogelarten: Schwarzstorch, Hohltaube, Mäusebussard, Rotmilan, Schwarzspecht, Sperlingskauz, Stockente, Trauerschnäpper, Turteltaube, Waldschnepfe, darunter Gehölzbrüter: Bachstelze, Blaumeise, Buntspecht, Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Kleiber, Star, Tannenmeise und Waldbaumläufer.
Die erheblichen Turmhöhen der WEA mit 238,5 m sind weithin sichtbar und nicht kompensierbare Beeinträchtigungen in den Charakter des Bildes der Landschaft und verändern den Sichthorizont des Betrachters in der freien Landschaft im erheblichen Maße.
4. Kompensationsmaßnahmen und Überwachung des Baugeschehens
Konfliktvermeidende Maßnahmen sind für folgende Vogelarten notwendig: Hohltaube, Mäusebussard, Schwarzspecht, Stockente, Trauerschnäpper, Hohltaube, Waldschnäpfe und für alle nachgewiesenen gehölzbrütenden Vogelarten. Die dazu vorgesehenen Maßnahmen auf Seite 81 / 82 UVP Bericht sind schwer zu realisieren. Vor allem die Einhaltung von Abschaltzeiten der WEA ist problematisch einzuschätzen. Das gilt auch für vorgesehene Bauzeitbeschränkungen bei der Baufeldfreimachung als auch bei Fundament- und Hochbauarbeiten.
5. Vorschläge zur Kompensation der Eingriffe
Die potenziell vorhandenen Quartierbäume für Fledermäuse und Bäume mit Höhlen sind zu markieren und zu erhalten. Für die Versiegelung von produktiven Böden in Höhe von über 4,5 ha und die Teilversiegelung von ca. 27,5 ha schlagen wir einen Waldumbau zu 1:1 auf mindestens 32 ha vom derzeitigem artenarmen Fichtenforst auf einen ökologisch wertvollen Laubholzmischwald vor.
Wurde das Vorhaben mit den enorm hohen WEA mit dem aktuellen Vogelzugatlas für Thüringen abgeglichen? Führt eine Vogelzugroute über das Gebiet? Welche Flughöhen erreichen die im Untersuchungsgebiet vorkommenden Fledermäuse und wie hoch ist das Kollissionsrisiko mit den Rotorblättern einzuschätzen? Was versteht man unter der Ertüchtigung von Waldwegen? Wurden emmissionsbedingte Schäden an Bäumen festgestellt? Ist das Untersuchungsgebiet windbruch-gefährdet?
Der NABU Thüringen fordert eine ökologische Bauüberwachung von Beginn der Bauphasen bis zum Ende der Fertigstellung der WEA bzw. des Wegenetzes. Die vorliegenden Gutachten sind fachlich versiert und entsprechen dem aktuellen Wissensstand sowie Gesetzgebungen. Aus unserer Sicht wurden die wichtigsten Schwerpunkte des Vorhabens in der UVS dargelegt, analysiert und umfassend erläutert. Das Umweltschadensgesetz findet keine Anwendung, weil FFH - Arten als auch FFH - Gebiete und europäische Vogelschutzarten durch das Vorhaben in ihren Lebensräumen nicht gefährdet sind. Für die offenen Fragen bitten wir um Antworten bzw. Erklärungen. Der UVS wird im vollem Umfang zugestimmt. Gegen den Bau der WEA bestehen von seiten des NABU Thüringen e.V. keine Bedenken.
KV Saale - Holzland - Kreis e.V.
Postfach 800117
Betreff: Ihre Schreiben vom 07. und 12. November 2018
Bezug: 1. Änderung Vorhabensbezogener Bebauungsplan gem. § 12 Bau GB "Parkplatz Leuchtenburg - Sondergebiet für Anlagen zur
Nutzung und Bewirtschaftung der Burg, der Gemeinde Seitenroda - VG "Südliches Saaletal" Sondergebiet "Schrägaufzug zur Leuchtenburg" Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs.1 Bau GB
Bearbeiter: Klaus Götze, Freiberuflicher Diplomgeologe
der Landesvorstand des Naturschutzbundes Thüringen e.V. bedankt sich für die Beteiligung am o.g. Planverfahren und hat mir die Vollmacht erteilt, eine erste Stellungnahme zu den beschlossenen Planänderungen vom 6. September 2018 der Gemeinde Seitenroda zu erarbeiten. Dabei geht es in erster Linie um technische Anlagen zur Nutzung und Bewirtschaftung der Burg. Die wichtigsten Unterlagen wurden uns per CD (2) von Ihnen zur Verfügung gestellt. Wir gehen auch davon aus, dass ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden muss !
In einer Stellungnahme vom 14.08.2011 wurde vom NABU Thüringen e.V. die Planung eines neuen Parkplatzes unterhalb des alten Parkplatzes abgelehnt. In der Zwischenzeit wurde der Parkplatz im Außenbereich der Gemeinde Seitenroda als nach § 35 Bau GB nicht priviligiertes Vorhaben bereits fertig gestellt.
Die Abgabe der Stellungnahme schließt nicht automatisch das Einverständnis des NABU Thüringen mit der Durchführung eines Bauleitverfahrens ein, sondern ist unser verbrieftes Recht als anerkannter Naturschutzverband nach § 45 Landes- bzw. § 63 Bundesnaturschutzgesetz. Bei den in den Unterlagen vorgeschlagenen Baumaßnahmen an der denkmalgeschützten Anlage der Leuchtenburg an der Grenze zum Naturschutzgebiet "Dohlenstein - Pfaffenberg" und im FFH - Gebiet sind nach den vorliegenden Vorplanungen auch mit Eingriffen in Natur, Landschaft und abiotische Schutzgüter zu rechnen.
2. Beurteilung der Vorzugsvariante
Abschrift zur Vorzugsvariante 6. Schrägaufzug - gerade Variante - teiluntertunnelt aus dem BP Sondergebiet "Schrägaufzug zur Leuchtenburg", Seite 26, Stand Oktober 2018.
"Nach langjähriger Planungszeit und Variantenprüfung wurde die ursprüngliche, gerade Variante eines Schrägaufzuges durch eine Untertunnelung modifiziert und zeigt sich dadurch unter denkmalspflegerischen und naturschutzrelevanten Gesichtspunkten als Vorzugsvariante. Die Eingleisigkeit, der Einsatz lediglich einer Kabine mit einer auf Langfristigkeit ausgerichteten 50 Pers. Kapazität sowie die kurze Trassenführung sind eindeutige Vorteile unter dem Aspekt der Eingriffsminimierung. Das Denkmal "Leuchtenburg" wird bei dieser Trassenführung, die 171 m gesamt aufweist, wobei davon 69 m untertunnelt verlaufen, wenig beeinflusst. Die Trassenführung erfolgt überwiegend bodennah und durch den "Waldpark" wenig bis kaum einsehbar. Weinlauben und Weinterrassen sollen ein wesentliches Gestaltungsmerkmal bilden und fügen sich harmonisch in die aktuelle Weinbergoptik ein. Ein Wildzaun zum Schutz der Trasse vor Betreten wird erst nach der Untertunnelung notwendig und kann über 90 cm hohe Robinienpfähle realisiert werden. Ein optimal bei Veranstaltungen oder zur Bewirtschaftung im Weinberg anwählbare Mittelstation greift den bestandsmäßig vorhandenen Mittelweg auf, so dass dieser nicht durch den Zauneingriff abgeschnitten ist. Für den Burgberg wurden bereits im Jahr 2009 auf Initiative der Stiftung Leuchtenburg unter Beteiligung der Naturschutzbehörde sowie angehörter betroffener Träger öffentlicher Belange im Bereich Naturschutz und Wald inhomogene Freistellungen unter dem Aspekt der Wiederherstellung historisch belegter Landschaftsbilder genehmigt."
Eine direkte Beeinträchtigung der denkmalgeschützten Burganlage ist durch die oberirdische Trassenführung auszuschließen.
Mit dem Abtrag der Bodensedimente und der oberen Verwitterungszone sowie der Entnahme von anstehenden Kalk- und Mergelsteinen des unteren Muschelkalks am südöstlichen Steilhang sind bandförmige Eingriffe in das Boden- und Gesteinsprofil und in Karstgerinne nicht zu vermeiden.
Bewirtschaftungen am Weinberg über Terrassen und Bau einer Mittelstation bedingen auch Eingriffe in den zerklüfteten Gesteinsverband und in die Vegetation.
Die aufgeständerte Trasse des Schrägaufzugs im offenen Gelände an der Südostflanke des Leuchtenberges wird auch das Landschaftsbild beeinträchtigen.
Die etwa 70 m lange Schrägtunnelröhre mit ca. 5 bis 6 m Durchmesser inkl. der Zugangsstollen zum Einstieg in den Triebwagen des Aufzugs ist mit Eingriffen in das Sickerwasser- bzw. Grundwasserregime verbunden.
3. Geologische Situation der Leuchtenburg
Rechts der Saale zwischen Kahla und Stadtroda bildet der weithin sichtbare Muschelkalkrücken mit Dohlenstein, Leuchtenburg und Pfaffenberg ein weithin sichtbares und reizvolles landschaftliches Ensemble.
Durch tektonische Vorgänge während der alpidischen Gebirgsbildung in der Erdkruste sind an der Leuchtenburg auf einer Breite von ca. 1 km Muschelkalkschichten grabenförmig bis zu 200 m tief in Schichten des Buntsandsteins eingesunken. An den Hauptstörungen am südöstlichen Rand des Grabens verwerfen Schichten des unteren Muschelkalks gegen die des Mittleren Buntsandsteins. Dadurch wurden der Bergsporn des Dohlensteins und des Pfaffenberges sowie des Leuchtenberges herausmodelliert und präsentiert sich heute als geomorphologischer Bergrücken, ist aber ein geologischer Graben (Reliefumkehr). Die Schichten wurden durch tektonische Prozesse intensiv geklüftet und tiefgründig zerrüttet. Der Dohlenstein hat durch seine vielen Bergstürze wie in den Jahren 1740, 1780, 1829, 1881 und 1920 auf sich aufmerksam gemacht. Der Leuchtenburggraben endet südöstlich von Seitenroda als Keilgraben. Das Grabeninnere zeigt einen schwachen Muldenbau mit fiederförmig abgesetzten Grabrändern und nebeneinander vorkommenden Zerrungs- und Pressungsstrukturen. Schollenabbrüche, Hangrutsche und Schuttfächen zwischen Dohlenstein und der Leuchtenburg sind Zeugen von hoher Mobilität im Grabensystem durch die Schwerkraft verursachten Hangabgänge.
4. Alternativer Vorschlag zum Transport von Besuchern und Gütern zur Burg
Vor allem aus ingenieurgeologischer Sicht und aus Sicherheitsgründen sowie zur Vermeidung von nicht genau zu definierenden Beeinträchtigungen des Reliefs, der ungeklärten Karstverhältnisse in der ungesättigten Grundwasserzone, schlagen wir folgendes Konzept vor:
1. Vortrieb eines horizontalen bergmännischen Erschließungsstollens (Länge ca.100 bis 120 m) von der neugeschaffenen Parkplatzebene unter der Landstraße oder aus einer morphologisch höher gelegenen Ebene in den Sockel des Leuchtenberges. Die Länge und exakte Richtung des bergmännischen Vortriebes hängt von den Plänen der Stiftung ab (vgl. Anlage 1), an welcher Stelle die Mündung des Schachtes innerhalb der Burg liegen soll.
2. Am Streckenende des etwa 2,5 m breiten und 2,0 m hohen Stollens im Berg erfolgt die Anlage eines Schachtes von ca. 60 m bis 65 m Höhe zur Erdoberfläche mit der Mündung des Schachtbauwerkes im Burggelände. Mit Hilfe eines Lasten- bzw. Personenaufzuges können Mitarbeiter der Burg, Besucher als auch Versorgungsgüter schnell und sicher transportiert werden. Weitere Nutzungen für Ver- und Entsorgungsleitungen sind möglich. Es entstehen nur geringe Betriebs- und Instandhaltungskosten.
Die bergmännischen Anlagen - Stollen und Schacht - sind absolut wettergeschützt, plustemperaturkonstant, immissionsarm und bautechnisch sehr sicher.
Die zu prognostizierenden Eingriffe bei Umsetzung dieser vom NABU vorgeschlagenen Variante sind als wesentlich geringer einzuschätzen als bei der Vorzugsvariante. Zum anderen ist die NABU - Variante sicherer für die Menschen, im Bau kostengünstiger (1 lfd. Meter Stollen und Schacht zu etwa 8 - 9 Tausend Euro, 1 lfd. Meter Schrägaufzug zu ca. 12 - 15 Tausend Euro) für die Stiftung und schont das FFH - Gebiet und Naturschutzgebiet "Dohlenstein - Pfaffenberg" und damit Einmaligkeit und Schönheit der Landschaft !
3. Vor allem die latent vorhandenen, nicht auszuschließenden Hangrutschgefahren und lokale Verkarstungsbereiche des Muschelkalksockels der SE - Flanke des Leuchtenberges wurden bei der Vorzugsvariante außer acht gelassen. Daher haben die noch festzulegenden karsthydrogeologischen Kartierungen und hydrologischen Untersuchungen, geodätischen Vermessungen, Probebohrungen sowie tektonischen Gefügeanalysen zu dem Problem Bergrutsche höchste Priorität.
Viele Gründe sprechen für die NABU - Variante.
GÖTZE, K: Der Burgbrunnen der Leuchtenburg bei Kahla. - Beitr. Geol. Thüringen, NF 23, 137 - 154, 2 Tab. Jena 2016
Zur Entstehung unterirdischer Karstsysteme an der Mittleren Saale Beitr. Geol. Thüringen, NF 22, 37 - 44 ,2 Tab. Jena 2015
Jena, 30. November 2018
Umweltamt, Wasserwirtschaft, Bodenschutz, Altlasten
Ihr Schreiben vom 05.07.2018
Vollzug WHG und ThürWG im wasserrechtlichen Plangenehmigungsverfahren
Hier: Gewässerausbau an der Gleise unterhalb Golmsdorf bis zur Mündung in die Saale
Stellungnahme des NABU SHK e.V.
Bearbeiter: Klaus Götze, § 45 Bearbeiter Thür. NatSchG
im Rahmen der Anerkennung des NABU Thüringen e.V. als Träger öffentlicher Belange bedanken wir uns für die Zusendung der Unterlagen per CD zur o.g. Plangenehmigung und bewerten die mit den gewässerstrukturellen verbundenen Eingriffe in den Naturhaushalt an der Gleise wie folgt:
- Beseitigung von Durchflusshindernissen in der Gleise
- Beseitigung von Rasengitterplatten und -bausteinen
- Neuschaffung mäanderförmiger Abflussbereiche der Gleise im Auebereich der Saale zur eigendynamischen Entwicklung
- Bepflanzung von Uferzonen mit ausgewählten, standortgerechten Baumarten
2. Auswirkungen der Maßnahmen auf die Biologie und Hydrologie der Gleise
Durch die Beseitigungen von Sohleabstürzen, Querbauten und den Rückbau von alten Rasengittersteinen sowie den Umbau begradigter Strecken im Auebereich vor Einmündung in die Saale werden Voraussetzungen geschaffen, die eine weitere naturnahe Gewässerentwicklung garantieren. Die Fließgeschwindigkeit des Baches wird durch den mäandrierenden Bachbereich und den Ausbau der Gitterbetonelemente geringer, das verbunden sein wird mit der Sedimentation von Ablagerungen aus Schluffen, Steinen und organischen Materialien. Dadurch wird eine Wiederbesiedelung dieser Bachbereiche mit Wirbellosen des Süßwassers erfolgen, die wiederum den Fischen eine gute zusätzliche Nahrungsgrundlage bilden werden. Vor allem die neuen, leicht mäandrierenden Bachbereiche im Übergangsbereich zum
Retentionsgebiet der Saale wird sich zusammen mit der Bepflanzung des nördlichen Ufers der Gleise positiv auf den Landschaftswasserhaushalt auswirken und das Wasserrückhaltevermögen der Lockersedimente der Bachaue begünstigen. Inwieweit sich der Einbau gestützter Rechenbuhnen und Lebender Abweiser auswirken bei Mittel- und Hochwasserlagen sei dahingestellt. Wichtig ist auch der Abbau des Absturzbauwerkes mit 0,8 m Höhe vor der Einmündung der Gleise in die Saale. Die Beseitigung der Sohleabstürze wird auch befürwortet.
3. Uferbepflanzungen
Durch die ausgewählten Baumarten Feldahorn, Schwarzerle und Esche lassen sich die Uferböschungen befestigen und widerstandsfähig gegen mittlere Hochwässer machen. Das Belassen von Uferabbrüchen ist nicht nur für die Bachdynamik von Bedeutung, sondern auch für den Eisvogel, der glatte hohe Wände, vegetationsfreie Uferzonen aus Sedimenten für das Graben seiner Bruthöhle benötigt. An Überhängen hat oft die Wasseramsel ihr Nest. Im Übrigen ist das Gleistal bekannt durch seine hohe Brutdichte an Wasseramseln.
Der Naturschutzbund Kreisverband SHK befürwortet ausdrücklich das vorgesehene Plangenehmigungsverfahren und steht für fachliche Nachfragen gerne zur Verfügung.
Klaus Götze, Ehrenamtsvorsitzender NABU SHK e.V.