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Timestamp: 2019-08-18 17:15:59
Document Index: 241493609

Matched Legal Cases: ['Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 134', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 66', 'EGMR', 'EGMR', 'BGer', 'BGE', 'BGer', 'BGE', 'BGer', 'BGE', 'BGer', 'BGE', 'BGer', 'BGE', 'BGer', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 64', 'Art. 16', 'Art. 134']

Ein fachübergreifendes Prüfprogramm für die obligatorische Landesverweisung nach Art. 66a StGB | forumpoenale
Ein fachübergreifendes Prüfprogramm für die obligatorische…
From the magazine forumpoenale 2/2018 | S. 97-104 The following page is 97
Prof. Dr. Sabine Gless, Professorin für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Basel
Prof. Dr. Anna Petrig, LL. M., Professorin für Völkerrecht und Öffentliches Recht an der Universität Basel
Prof. Dr. Christa Tobler, LL. M., Professorin für Europarecht an der Universität Basel
Mit Hinweisen zu den Urteilen des Bezirksgerichts Winterthur, Rs. DG170031, Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland gegen A., vom 4. Mai 2017, und des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich, A. gegen Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, vom 22. August 2017.
I. Einleitung: Die Ausgangsurteile in Kürze
II. Prüfschema für die Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung
III. Strafrecht Teil 1: Verurteilung für eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 StGB
IV. Potenziell relevante völkerrechtliche Bestimmungen
1. FZA, EFTA-Konvention und Europarat (ohne Menschenrechte)
2. Menschenrechte und Flüchtlingsrecht
V. Verhältnis Art. 66a StGB (Bundesgesetz) zum Völkerrecht
1. Vorgehen in den Ausgangsentscheiden
2. Vom Bundesgericht entwickelte Konfliktlösungsregeln
VI. Recht auf Einreise und Aufenthalt und/oder Ausweisungsverbot am Beispiel des FZA
1. Einreise- und Aufenthaltsrecht
2. Einschränkungen des Aufenthaltsrechts
VII. Strafrecht Teil 2: Härtefall oder Ausnahme nach Art. 66a Abs. 2 und 3 StGB
VIII. Völkerrechtliche Grenzen betr. Vollzug und Dauer der Ausweisung
I. Einleitung: Die Ausgangsurteile in Kürze ​
Was müssen Strafgerichte prüfen, wenn eine ausländische Person für eine im Katalog von Art. 66a Abs. 1 StGB aufgeführte Straftat verurteilt wird, was grundsätzlich die Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung zur Folge hat?
Ein vom Bezirksgericht Winterthur1 wegen Angriffs gem. Art. 134 StGB verurteilter Deutscher akzeptiert die Verurteilung zu 8 Monaten bedingter Freiheitsstrafe, nicht aber die Landesverweisung für 5 Jahre nach Art. 66a StGB. Letztere sieht er als unvereinbar mit dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU sowie deren Mitgliedstaaten (FZA) an.2 Seine Berufung an das Obergericht ist erfolgreich.3 Der Fall wird von der Staatsanwaltschaft an das Bundesgericht weitergezogen, wo er hängig ist (Stand: Dezember 2017).
Das erstinstanzliche Gericht bejahte in einem ersten Schritt das Vorliegen einer Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 StGB und prüfte dann eingehend die Härtefallklausel nach Art. 66a Abs. 2…
art. 66a CP
Art. 66a StGB
EGMR, 2004/38 ➡
EGMR, 1612/68 ➡
BGer, 2A.246/2002 ➡ BGE 129 II 249 ➡
BGer, 6B_126/2016 ➡ BGE 143 IV 97 ➡
BGer, 2C_196/2009 ➡ BGE 136 II 5 ➡
BGer, 2C_828/2011 ➡ BGE 139 I 16 ➡
BGer, 2C_716/2014 ➡ BGE 142 II 35 ➡
BGer, C 101/04 ➡ BGE 133 V 367 ➡
Art. 10 Abs. 1 AuG ➡
Art. 64 ff. AuG ➡
Art. 16 Abs. 2 FZA ➡
Art. 134 StGB ➡