Source: https://www.123recht.de/Autoverkauf,-werde-nun-verklagt-__f166801.html
Timestamp: 2019-02-20 06:02:18
Document Index: 209552688

Matched Legal Cases: ['§ 443', '§ 442', '§ 442', '§442', '§ 440', '§ 440', '§ 281', '§ 323', '§ 439', '§ 281', '§ 323']

Autoverkauf, werde nun verklagt. Auto - Kauf und Verkauf Forum 123recht.de
www.123recht.de Forum Auto - Kauf und Verkauf Fahrzeug Autoverkauf, werde nun verkla...
Autoverkauf, werde nun verklagt.
8.7.2009 Thema abonnieren Zum Thema: Fahrzeug recht Auto Käufer
Frage vom 8.7.2009 | 09:19
Ich kaufte im Juli 2008 ein neues Auto. Die Karosserie und der Motor hatte 230 000 Kilometer auf dem Buckel. Das Auto war in einem guten Zustand und fuhr einwandfrei. Ein VW Golf 3 welcher eben nach fast 15 Jahren so seine Macken hatte aber ich erwartete für 2000 Euro keinen Neuwagen. Der Verkäufer teilte mir mit, dass der Wagen einen Frontschaden erlitt, dieser aber in einer Werkstatt behoben wurde. Spaltmaße an fast allen Stellen das Fahrzeugs waren nicht mehr 100% in Ordnung aber im Prinzip halb so wild.
Innerhalb von 6 Monaten erlitt das Fahrzeug einen Motorschaden und ich ließ diesen von einem guten Bekannten austauschen. Ich investierte innerhalb dieser Zeit knapp 2500 Euro in das Fahrzeug da immer wieder neue Mängel auftauchten.
Ich möchte kurz beschreiben, wie der Verkauf des Fahrzeugs am Abend des Verkaufs ablief.
Es war am Abend, ca. 20 Uhr im Januar. Der Kaufinteressierte kam mit seinem Cousin um sich das Auto anzuschauen. Am Telefon teilte ich dem Käufer bereits mit das meine Schmerzgrenze 2000 Euro ist. Beide schauten sich das Auto an und der Cousin, welcher mir sagte, dass er Karosseriebauer sei und von Autos eine Menge verstehen würde, wies mich auf die unstimmigen Spaltmaße hin. Nach 10 Minuten Rundgang um das Fahrzeug sagten beide, dass sie das Fahrzeug gerne kurz auf eine Hebebühne in der Werkstatt eines Bekannten fahren wollte. Ich willigte ein und beide fuhren los. Nach ca. 1,5 Stunden bekam ich einen Anruf und der Cousin des Kaufinteressierten teilte mir mit, das sie das Auto kaufen würden.
Ich fertigte den vorgefertigten Kaufvertrag der bekanntesten Autoplattform in Deutschland an.
Handelt es sich um ein Unfallfahrzeug? Ja, Frontschaden. (fachmännisch behoben)
Ich schrieb das der Schaden fachmännisch behoben wurde, da mit der Verkäufer damals erzählt, dass der Frontschaden in einer Werkstatt behoben wurde.
Dazu unterschrieb der Käufer mir ein Schriftstück, in welchem Stand.
Das Fahrzeug wird als Bastlerfahrzeug verkauft. Es bestehen keine Ansprüche auf Garantie oder Ersatzansprüche. Der Käufer kennt dies an.
Am Abend bezahlte der Käufer gleich 1000 Euro an und durfte das Fahrzeug, jedoch nicht den Fahrzeugbrief mitnehmen. 2 Tage später bezahlte er die restlichen 1000 Euro und nahme dazu noch die Winterreifen mit welche im Kaufpreis enthalten waren.
Nach nur 3 Tagen bekam ich einen Anruf in welchem mit gedroht wurde, ich sollte das Fahrzeug umgehend zurück nehmen da ich die zwei beschissen hätte weil das Fahrzeug ein "Totalschaden" sei.
Ich wies beide auf den unterschriebenen Kaufvertrag hin und sagte, dass sie mich in Ruhe lassen sollten.
Verständlich das ich keine Lust habe mich am Telefon beleidigen und anschreien zu lassen.
Nun werde ich seit 4 Monaten vom Anwalt des Käufers darauf verklagt. Ein uminöses Gutachten, welches ich niemals zu Gesicht bekommen habe, sollte bestätigen, dass das Auto nicht fachmännisch nach dem Frontschaden wieder hergerichtet wurde und der Käufer nun das Fahrzeug zurückgeben wolle. Es sollte ein Anspruch besten auf den Kaufpreis des Fahrzeug, An- und Abmeldegebühren, diverse Ersatzteile die der Käufer verbaut hatte bis dato und natürlich die Anwaltskosten.
Also gesamt um 2740 Euro.
Ich bin nicht Rechtschutzversicht und zur Zeit auf arbeitssuche, also kann ich mir keinen rechtlichen Beistand leisten. Ich forderte als vom Verkäufer von dem ich da Fahrzeug selbst kaufte, die schriftliche Bestätigung der Werkstatt an, welche das Fahrzeug damals nach dem Unfall wieder instandsetzte. Welches ich dem Anwalt des Käufers zukommen lies.
Trotzdem lässt der Käufer nicht locker.
Fahrzeug recht Auto Käufer
Antwort vom 8.7.2009 | 10:56
Wenn der Unfallschaden damals in der Tat von einer Werkstatt behoben wurde, dürfte der K aus dem Schneider sein (wenn nicht, dann nicht, denn er darf nicht ins Blaue hinein "fachmännisch behoben" zusichern, wenn er es nicht sicher weiß).
Die Deklaration als "Bastlerfahrzeug" ist bei einem 15 Jahre alten Golf 3 (Serie) mit einem Preis von immerhin noch 2000 EUR wohl als unschädliche Falschbezeichnung zu verstehen, da dies dem üblichen Marktpreis für ein funktionstüchtiges fahrbereites Auto dieser Gattung entsprechen dürfte (und daher untauglich ist, den VK von der gewissenhaften Angabe von ihm bekannten Mängeln zu befreien).
Ideal wäre natürlich, wenn der VK Zeugen hätte, daß der K den Wagen vor Kauf von einem (angeblich) fachkundigen Bekannten hatte prüfen lassen; wie wollte er dann noch behaupten, evtl. Mängel vor Kauf nicht gekannt zu haben?
Um Erfolg zu haben, müßte der K dem VK also nachweisen, daß er einen ihm bekannten Mangel arglistig verschwiegen oder konkrete falsche Zusicherungen gemacht hat. Wenn es über die Unfallreparatur eine Werkstattrechnung gibt, dürfte das nicht nachweisbar sein.
Antwort vom 8.7.2009 | 11:03
Der Schaden wurde damals vom Vater des Verkäufers behoben, der in der Unfallwiederherstellungsabteilung eines großes Vertragsautohauses arbeitet. Er reparierte den Wagen während der Arbeitszeit und darüber gibt es auch eine schriftliche Bestätigung des Autohauses mit Stempel und Unterschrift.
Das das Schriftstück mit dem Bastlerfahrzeug nichts wert ist, dachte ich mir schon.
Den Autoverkauf führte ich leider alleine durch und habe somit keine Zeugen das ein fachkundiger Verwandter des Käufers mit dabei war.
Antwort vom 8.7.2009 | 15:21
Edit: ich werde nicht verklagt. Sondern nur von einem Anwalt kontaktiert.
Antwort vom 9.7.2009 | 11:21
... Und die machen gerne viel Wind.
So oder so ist der Käufer mit samt seinem Anwalt in der Pflicht zu beweisem, dass du falsche Angaben gemacht hast.
Bitte möglichst wenig, am besten gar nicht weiter mit dem Anwalt kommunizieren, da du sonst nur Hilfestellung gibst dich in Widersprüche verwickeln zu lassen! Auch das Zusenden von Unterlagen hilft denen nur, darin Schwachstellen zu suchen.
Unfall war angegeben. Ein Fachmann hat ihn repariert.
KFZ wurde als Bastlerfahrzeug verkauft - Und? Gewährleistung wurde vermutlich auch mit dem zusätzlichen "Häkchen" im Vertrag ausgeschlossen.
Mal angenommen die würde tatsächlich vor Gericht ziehen (Wahrscheinlichkeit gering), dann müssten DIE beweisen, dass der Schaden NICHT fachmännisch repariert wurde. Das wiederum erfolgt dann durch ein UNABHÄNGIGES Gutachten, durch einen vom Gericht gestellten Gutachter. Da aber schon vorab von denen repariert wurde ist das praktisch gar nicht mehr möglich.
Ich hatte mal so einen Fall mit verschwiegenem Unfall und wurde als erstes von meinem Anwalt istruiert bloß nichts am Auto machen zu lassen (siehe oben).
Antwort vom 9.7.2009 | 11:48
Ich habe heute morgen einen Brief an den Anwalt der Gegenseite geschickt in dem ich Ihn auffordere, mir alle bisher zusammen getragenen Unterlagen zur Vertragssache zukommen zu lassen oder es unterlassen solle mich zu kontaktieren.
Ja, eine Gewährleitung gibt es von privat zu privat nicht. Dies wurde auch schon im Kaufvertrag festgehalten.
Ich glaube die Gegenseite ist rechtschutzversichert, deshalb ist diese Briefeschreiberei für den Anwalt ein "gefundenes Fressen".
Hoffe das beruhigt sich bald.
Antwort vom 10.7.2009 | 11:09
Schüler (170 Beiträge, 24x hilfreich)
leider die die Sache wohl nicht so einfach aus, wie du meinst. Wenn im Kaufvertrag zugesichert wurde, dass der Schaden fachmännisch behoben wurde, dann muss der Schaden auch fachmännisch behoben worden sein. Hat die Werkstatt bei der Behebung geschlampt geht das zu Lasten des Verkäufers (§ 443 BGB), also zu deinen Lasten und zwar auch dann, wenn der Käufer den Mangel kennt (§ 442 BGB). Eine Reparatur durch einen Fachmann garantiert keine fachmännische Reparatur. Es liegt also voraussichtlich ein Fall einer Sachmangelhaftung vor, denn bei einer fachmännischen Reparatur stimmen die Spaltmaße. Letztlich ist das eine Gutachterfrage. Der Verkäufer sollte den Wagen besser zurücknehmen, wenn abzusehen ist, dass die Reparatur nicht wirklich fachmännisch ausgeführt wurde (einfach mal in diversen Werstätten nachfragen). Fraglich ist, ob der Verkäufer für die verbauten Ersatzteile aufkommen muss. Zumindest dann wohl nicht, wenn diese (grob) fahrlässig eingebaut wurden. Die Anwaltsgebühren müssen erst übernommen werden, wenn der Verkäufer in Verzug gesetzt wurde, der Sachmangel also angemahnt wurde.
Der Verkäufer hat aber ggf. noch Ansprüche gegen den Vorbesitzer, wenn dieser ihm nachweißlich die fachmännische Behebung zugesichert hat und der Anspruch noch nicht verjährt ist, (also i.d.R. noch keine 3 Jahre zurückliegt).
-- Editiert am 10.07.2009 11:23
Antwort vom 10.7.2009 | 13:13
> und zwar auch dann, wenn der Käufer den Mangel kennt (§ 442 BGB)
Das ist falsch, was sich aus dem Wortlaut des §442 BGB auch unmittelbar erschließt. Der VK haftet bei arglistigem Verschweigen dem K nicht bei Kenntnis, wohl aber bei grob fahrlässiger Unkenntnis (des K).
> wenn der Verkäufer in Verzug gesetzt wurde, der Sachmangel also angemahnt wurde
"Also" ist ein non sequitur, weil eine Mahnung noch keinen Verzug begründet, wenn sie nicht gleichzeitig auch eine Frist beinhaltet.
> und der Anspruch noch nicht verjährt ist, (also i.d.R. noch keine 3 Jahre zurückliegt)
Wobei für Verjährung auch auf den Kenntniszeitpunkt abzustellen ist, der möglicherweise erst erheblich nach der Reparatur anzusetzen ist.
Antwort vom 10.7.2009 | 14:43
Der VK haftet bei arglistigem Verschweigen dem K nicht bei Kenntnis, wohl aber bei grob fahrlässiger Unkenntnis (des K).
Bei der Besichtigung bemerkt der K zwar das was nicht stimmt, hält das aber für geringfügig und lässt sich bestätigen, dass der Schaden fachmännisch repariert wurde. Nun stellt sich raus, dass es ein Totalschaden ist. Der K hatte zwar Kenntnis vom Unfallschaden, aber keine Kenntnis vom Mangel, dem Totalschaden, bzw. dem nicht fachmännisch reparierten Schaden. Selbst wenn dies grob fahrlässig wäre, da der K den Schaden kennen müsste, müsste der VK zahlen, da er die fachmännische Reparatur zugesichert hat. Etwas anderes wäre der Fall, wenn der K oder sein Begleiter ein ausgewiesener Fachmann (und nicht nur Autoschrauber) wäre. Dann wäre von der Kenntnis des Mangels auszugehen, wenn dieser offensichtlich wäre. Wenn z.B. die Achse verbogen ist muss das auch für einem Fachmann nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar sein, wenn der Schaden nur durch eine Achsvermessung festzustellen ist. Hier ist der K offenbar nicht davon in Kenntnis gewesen, dass es sich um einen Totalschaden handelt, sondern ist davon ausgegangen, dass die Reparatur fachmännisch war, sonst hätte der nicht auch noch Geld ins Auto gesteckt.
Ohne auf alles einzugehen, - man sich im Zweifel alles hier gechriebene von einem Rechtsanwalt schriftlich geben lassen - der Verzug kommt meines Wissens erst nach Fristablauf, also nie mit dem ersten Schreiben zustande, in jedem Fall scheint der Käufer hier aber auch vergessen zu haben, eine Frist zur Nacherfüllung zu setzen (§ 440 BGB). Vor Gericht wird er daher so wohl nicht durchkommen. Die Verjährung dürfte im übrigen 2 Jahre betragen, wird aber z.B. durch Verhandlungen gehemmt.
-- Editiert am 10.07.2009 14:45
Antwort vom 10.7.2009 | 21:08
dass es sich um einen Totalschaden handelt, sondern ist davon ausgegangen, dass die Reparatur fachmännisch war,
Wieso soll denn eine "fachmännische Reparatur" bedeuten, dass das Fahrzeug wieder 100% so da steht wie vorher?
Wenn jetzt einer hingeht und schreibt zu seinem 15 Jahre alten Golf mit 350.000km, den er - wie hier - für ca. 2.000,- EUR verkauft: "Fahrzeug wurde gerade fachmännisch gereinigt und innen sowie außen aufbereitet", dann kommt der Käufer und sagt "Das Auto riecht innen komisch, der Stoff ist an manchen Stellen abgewetzt und der Lack sieht blasser aus als im Neuzustand ". Wird dann auch argumentiert, dass eine "fachmännische Aufbereitung" alles verschwinden lässt und eine "Aufbereitung" nicht?
Antwort vom 11.7.2009 | 14:04
Trotzdem bin ich mir jetzt unsicher wie ich mich zu verhalten habe, denn am Tag des Verkaufs war der Käufer mit seinem Cousin bei mir, der Karsosseriebauer ist. Zeugen habe ich dafür nicht aber das er nicht mit diesem bei mir war am Tag des Verkaufs lässt sich auch nicht leugnen da das Verkaufsgespräch ausschließlich nur mit dem Cousin statt fand, da der Käufer gerade mal 18 Jahre jung war und kaum einen Ton sagte.
Antwort vom 12.7.2009 | 12:49
Das ist letztlich wohl eine Gutachterfrage und unterliegt zudem der Wertung des Gerichts. Vermutlich gibt es bereits eine höchstrichterliche Definition.
Trotzdem bin ich mir jetzt unsicher wie ich mich zu verhalten habe,
Meines Erachtens muss wie gesagt die Gegenseite zunächst die Nachbesserung fordern, denn von einer arglistige Täuschung ist wohl nicht auszugehen. Jedenfalls habe ich auf Anhieb nichts gefunden, wonach der Käufer nicht zunächst die Nachbesserung verlangen müsste, selbst wenn die Nachbesserung dem Verkäufer nicht zumutbar wäre, da die Kosten der Reparatur den Kaufpreis übersteigen würden. Meines Erachtens und ohne Gewähr der Richtigkeit also erst mal abwarten und Tee trinken, bis Gegenseite die Nachbesserung verlangt. Vielleicht verjährt die Sache darüber und der Anwalt der Gegenseite muss dem Käufer den Schaden bezahlen, da er versäumt hat dich in Verzug zu setzen? Wenn doch zur Nachbesserung aufgefordert wird, ist halt fraglich, ob vor Gericht der Schaden als fachmännisch behoben eingestuft wird, und ob der Käufer den Schaden kannte. Wenn der Schaden als fachmännisch behoben eingestuft wird, bist du aus dem Schneider. Wenn der Schaden nicht als fachmännisch behoben eingestuft wird, aber es nur um die Spaltmaße geht, ist davon auszugehen, dass der Käufer den Schaden kannte. Er hätte also keine Ansprüche. Wenn der Schaden aber größer ist, ist nicht davon auszugehen, dass er den Schaden kannte. Er hätte also einen Anspruch auf eine fachmännische Reparatur. Vermutlich dürfte er aber vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn die Reparatur theoretisch unmöglich ist. Insofern ist fraglich, ob du nicht doch ggf. bei einem nicht zu behebenden Schaden bereits in Verzug gesetzt wurdest. Hat er denn den Kaufvertrag angefochten oder ist er zurückgetreten? Der Fall der Anfechtung wäre wohl nichtig, da wohl keine arglistige Täuschung vorliegt. Im Fall des Rücktritts müsste ein Fall vorliegen, in dem er nicht zur Nachbesserung auffordern müsste. Keine Ahnung ob es so was gibt, wenn keine arglistige Täuschung vorliegt.
Ich bin nicht Rechtschutzversicht und zur Zeit auf arbeitssuche, also kann ich mir keinen rechtlichen Beistand leisten.
Du kannst hier bei Frag einen Anwalt eine Höchstbetrag von z.B. 30,-- Euro einsetzen und erhältst dann eine verbindliche Antwort.
Antwort vom 12.7.2009 | 14:02
Hier noch ein paar §§
> § 440 Satz 1 BGB: Außer in den Fällen des § 281 Abs. 2 und des § 323 Abs. 2 bedarf es der Fristsetzung auch dann nicht, wenn der Verkäufer beide Arten der Nacherfüllung gemäß § 439 Abs. 3 verweigert oder wenn die dem Käufer zustehende Art der Nacherfüllung fehlgeschlagen oder ihm unzumutbar ist.
> § 281 Abs. 2 BGB: Die Fristsetzung ist entbehrlich, wenn der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert oder wenn besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die sofortige Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs rechtfertigen.
> § 323 Abs. 2 BGB: Die Fristsetzung ist entbehrlich, wenn
Liegt tatsächlich ein Totalschaden vor, muss der Käufer vermutlich wohl keine Nacherfüllung verlangen, so dass du im Fall eines tatsächlich vorliegenden Totalschadens wohl in Verzug wärest und der Rücktritt des Käufers vom Kaufvertrag unter den zuvor genannten Bedingungen wohl berechtigt wäre. In jedem Fall solltest du mal rausfinden, ob es sich um einen Totalschaden handelt. Schau dir den Schaden an – fahr in ein paar Werkstätten und frage nach. Wenn du beim Kauf übers Ohr gehauen wurdest, ist das ja nicht die Schuld des jetzigen Käufers.
Antwort vom 12.7.2009 | 16:30
Nun habe ich nochmals ein Schreiben der Gegeseite durchgelesen. (Welches schon 1 Monat alt ist)
Zur Nachbesserung wurde ich schon aufgefordert und da ich diese abgelehnt habe solle ich das Fahrzeug nun in einen Zustand versetzen der einem fachmanännischen reparierten Zustand entspricht.
Sollte ich dies nicht tun wird Schadensersatz geltend gemacht und ich solle den Kaufpreis und alle anderen finanziellen Aufwendungen rückerstatten.
Anscheinend wurde das Fahrzheug von einem sachverständigen begutachtet, dieser den den Schaden als nicht fachmännisch behoben einstufte.
Was bedeutet: "Im Falle einer Klage werden Sie als zustellbevolmächtigten benennen"?
Was ich noch anfügen möchte, ist, dass der Käufer des Fahrzeugs daran bereits modifikationen vorgenommen hat. Er baute am Schiebedach, den Fensterhebern herum und bohrte Löcher in den Luftfilterkasten damit dieser ein lauteres Ansauggeräusch vorweisst.
Ich habe das Fahrzeug damals als Bastlerfahrzeug verkauft aus gutem Grund. Alle 4 Fensterheber und das Schiebedach waren defekt.
-- Editiert am 12.07.2009 16:31
Antwort vom 12.7.2009 | 16:57
Wahrscheinlich nicht, denn der Sachverständige muss vom Gericht beauftragt werden. Interessant ist daher schon, wie denn der Käufer nun erfahren haben will, dass es sich um einen Totalschaden handelt. Denn zwar darf er beim Kauf auch grob fahrlässig darauf vertrauen, dass die Zusage „fachmännisch repariert“ stimmt, damit dürften aber auch im Fall des tatsächlichen Totalschadens nicht automatisch auch die anderen Forderungen berechtigt sein. Vielleicht hast du auch Ansprüche gegen Ihn wegen der vorgenommen Veränderungen, wenn er diese vorgenommen hat und dabei grob fahrlässig angenommen hat, der Unfallschaden sein fachmännisch repariert worden. Da fragst du aber mal besser einen Anwalt.
-- Editiert am 12.07.2009 17:00
Antwort vom 15.7.2009 | 22:02
Nun habe ich heute die "Einladung" zur Gerichsverhandlung der Gütersache erhalten. Mir wird vorgeworfen, dass ich vom Mangel des nicht fachmännisch behobenen Unfallschadens wusste aber dies verschwieg.
Also arglistige Täuschung vorliegt und deshalb der Kaufvertrag als ungültig zu bewerten ist.
Ich wusste aber wirklich nichts davon. Nun kommt die Sache vor Gericht und ich gehe davon aus, dass ich schlechte Karten habe.
Trotzdem danke an Alle, die mir geholfen haben.
Antwort vom 15.7.2009 | 22:37
Was steht denn in der Klageschrift? Arglistige Täuschung dürfte sehr wahrscheinlich nicht vorliegen, da ja nach den Informationen des Vorbesitzer davon ausgegangen werden konnte, dass der Wagen fachmännisch repariert wurde. Vor Gericht wird der Käufer damit wohl nicht durchkommen, allerdings kann er ggf. hilfsweise vom Vertrag zurücktreten, wenn keine fachmännische Reparatur erfolgte. Das wird dann deutlich billiger. Ggf. kann Prozesskostenhilfe beantragt werden. Ob die Reparatur fachmännisch erfolgte muss letztlich durch ein Sachverständigen geklärt werden. Hier ist meines Wissens unklar, wem die durchaus recht hohen Kosten auferlegt werden. Wenn nach nun vorliegenden neuen Erkenntnissen klar ist, dass die Reparatur nicht fachmännisch ausgeführt wurde, sollte das wohl besser auch eingeräumt werden.
-- Editiert am 15.07.2009 22:44
Antwort vom 16.7.2009 | 09:07
Ich schreibe ab.
Dem Beklagten waren alle diese Umstände bekannt. Er hat diese verschwiegen uns somit den Kläger arglistig getäuscht. Der Kläger ist damit zur Anfechtugn berechtigt.
Selbst wenn der Vertrag mangels berechtigter Anfechtung wirksam wäre, so wäre der Beklagte auf Grund der Sachmangelhaftung zur Nachbesserung verpflichtet gewesen.
Dieser Nachbesserung ist er nicht nachgekommen, weshalb der Kläger berechtigt ist, das Fahrzeug ebenfalls zurückzugeben und den Kaufpreis zurückzufordern.
Mir wird unterstellt, dass ich beim Motorwechsel hätte feststellen müssen, dass der Schaden weitaus größer ist und ich dies hätte erkennen müssen.
Den Motorwechsel habe ich nicht selbst durchgeführt und der, der diesen einbaute teilte mir über den Zustand des Fahrzeugs nichts mit.
Das "Verrückte" ist, dass mir der Schaden wirklich nicht bewusst war. Ich investierte innerhalb eines halben Jahres in dieses Auto rund 2000 Euro da ich davon ausging, dass es in einem guten Zustand ist und es sich lohnt zu investieren.
Neu ist der Motor, Hi-Fi Radio, Auspuff, Bremszangen, Bremsscheiben und Beläge, hintere Radlager, alle 4 Stoßdämpfer.
Alles lies ich bei einem guten Bekannten verbauen, da ich selbst mich mit Autos nicht im Geringsten auskenne.
-- Editiert am 16.07.2009 09:16
Antwort vom 16.7.2009 | 10:15
Also wenn der Schaden fachmännisch repariert sein sollte, liegt weder ein Anspruch wegen arglistige Täuschung noch aus der Sachmangelhaftung vor.
Wenn der Schaden nicht fachmännisch repariert sein sollte:
a) Fraglich ist, wieso der Käufer erst nun im Nachhinein darauf kommt, dass der Schaden nicht fachmännisch repariert sei. Wann und wie hat er das festgesellt? Hat er das nicht bereits zum Kaufzeitpunkt festgestellt? Wenn ja, dann liegt weder ein Anspruch wegen arglistige Täuschung noch aus der Sachmangelhaftung vor.
b) Fraglich ist für das Gericht, ob der Verkäufer wusste, dass der Schaden nicht fachmännisch repariert ist. Wenn ja, dann liegt arglistige Täuschung vor, wenn kein Fall von a) vorliegt.
c) Auch wenn der Verkäufer nicht wusste, dass der Schaden nicht fachmännisch repariert war, hat der Käufer dennoch Ansprüche aus der Sachmangelhaftung, wenn kein Fall von a) vorliegt.
Du kommst aus der Sache also nur völlig raus, wenn der Schaden wirklich fachmännisch repariert wurde oder der Käufer nachweißlich wusste, dass der Schaden nicht fachmännisch repariert wurde.
Wenn der Vorbesitzer dir nachweißlich zugesichert hat, dass der Schaden fachmännisch repariert wurde, kannst du, falls dies nicht zutrifft, gegen ihn Ansprüche aus der Sachmangelhaftung gelten machen, ggf. auch wegen arglistiger Täuschung, so die Ansprüche noch nicht verjährt sind. Die Frist beginnt im Falle der arglistigen Täuschung mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte die Täuschung entdeckt, im Fall der Sachmangelhaftung beträgt sie hier vermutlich 2 Jahre.
Antwort vom 16.7.2009 | 10:21
Es war so am Abend des Verkaufs.
Der Käufer kam mit seinem Cousin, der Karosseriebauer ist. Ich teilte beiden mit, dass das Fahrzeug einen Frontschaden erlitt und dieser in einer Werkstatt behoben wurde.
Der Cousin ging um das Auto herum und sagte zu mir, dass die Spaltmaße über all im vorderen Bereich nicht stimmen und die Werkstatt die diesen Schaden anscheinend behoben hatte, gepfuscht hätte.
Also wusste der Käufer doch über den Schaden und dessen Reparatur und den Zustand des Fahrzeugs Bescheid.
Vor 1,5 Jahren habe ich das Fahrzeug gekauft. Also könnte ich noch Ansprüche gegenüber dem Vorbesitzer stellen.
Antwort vom 16.7.2009 | 10:34
Sie haben ein Auto gekauft welches einen Frontschaden hatte. Dieser wurde vom Vorbsitzer in einer Werkstatt repariert, darüber haben Sie alle notwendigen Unterlagen erhalten.
Sie mussten also davon ausgehen, das der Wagen auch tatsächlich, eben in einer Werkstatt, fachmännisch repariert wurde.
Dies haben Sie so an den jetzigen Käufer weitergegeben, dieser hat sich selbst vorher noch von dem Zustand, im Beisein eines Karosseriebauers, in Kenntnis gesetzt.
Hier wird nun versucht dem Verkäufer zu unterstellen er hätte eine Zusicherung ins blaue gemacht und der Schaden wäre, im Gegensatz der Zusicherung, nicht fachmännisch behoben worden.
M.E. nach ist die Reparaturrechnung der Werkstatt ein guter Nachweis für die fachmännische Reparatur und die daraus resultierende, vertragliche Zusicherung.
Sicherlich ist die Zusicherung ein Anhaltspunkt für den gegnerischen Anwalt, evtl. auch etwas unglücklich vom Verkäufer ausgedrückt, dennoch hat der Verkäufer hier in vollem Umfang über den vorhandenen Unfallschaden aufgeklärt.
Abschliessend möchte ich Ihnen noch angeraten einen Anwalt aufzusuchen, der sich Anhand des Vertragswerks und dem bisherigen Schriftverkehr ein besseres Bild von Ihrer derzeitigen Situation machen kann.
Antwort vom 16.7.2009 | 10:50
Ich habe Informationen nur so weitergegeben, wie ich diese erhalten haben. Also liegt keine arglistige Täuschung vor.
Ich werde die Tage einen Anwalt kontaktieren um von diesen meinen Fall prüfen zu lassen.
Wäre es nicht sinnvoll, die Gegenseite um ein Entgegenkommen zu bitte, so dass ich z.B. 500 Euro des Kaufpreises zurückerstatte um dem Käufer entwas entgegen zu kommen oder macht dies wenig Sinn?
-- Editiert am 16.07.2009 10:54
-- Editiert am 16.07.2009 10:56
Antwort vom 16.7.2009 | 11:16
Lässt sich dann nicht gleich die Klage des Käufers, auf den Vorbesitzer des Fahrzeugs abwälzen?
Antwort vom 16.7.2009 | 11:20
Wenn objektiv der Wagen nicht fachmännisch repariert wurde nützt die Rechnung im Fall der Sachmangelhaftung gar nichts, da die fachmännische Reparatur garantiert wurde.
Wenn der Preis nun gemindert werden soll, ist fraglich, ob noch Ansprüche gegen den Vorbesitzer gestellt werden können.
Ein guter Anwalt, der dann auch ggf. vorhandene Ansprüche gegen den Vorbesitzer prüft, und gleich am Anfang über das Kostenrisiko genau aufklärt, wäre sicher nicht schlecht. Ein bloßes Gespräch ohne Beratung sollte kostenlos sein. Bei einer Beratung sollte der Preis zuvor vereinbart werden. Über die Kosten die bei einer Vertretung anfallen können, sollte der Anwalt genau aufklären.
Antwort vom 16.7.2009 | 11:25
Nein, denn der Käufer hat ja mit dem Vorbesitzer nichts zu tun.
Antwort vom 17.7.2009 | 10:10
Die versuchern Druck zu machen - was offensichtlich auch gelingt. Wenn du denen 500,- EUR anbietest kommt sofort eine Forderung von 2500,- EUR und du wirst am Ende auf 1500,- "hochgehandelt".
Kontaktiere einen Anwalt. Ich sehe hier immer noch keinen echten Angriffspunkt des Käufers.
Antwort vom 17.7.2009 | 12:15
Ich werde gleich am Montag einen Anwalt aufsuchen, denn so einfach gebe mich auch nicht geschlagen. Hoffe nur, dass das investierte Geld in einen Rechtsbeistand auch seinen Zweck erfüllt.
Antwort vom 17.7.2009 | 12:42
ein Angebot über beispielsweise 500,- € kann einem u.U. auch als Schuldanerkenntnis ausgelegt werden.
Von daher denke ich auch das der Weg zum Anwalt, wie schon angemerkt, eingeschlagen werden sollte.
Antwort vom 23.7.2009 | 11:13
vor einer Stunde hatte ich den Termin beim Anwalt. Dieser sagte mir sehr gute Erfolgschanchen zu, da der Käufer mir arglistige Täuschung nachweisen müsste und dies nicht oder kaum möglich wäre.
Dazu hat das Fahrzeug 5 Tage nach dem Kauf noch vom TÜV die Hauptuntersuchung bestanden.
Er räumt mir sehr gute Chancen ein. Ich hoffe das wird, weil wenn ich verliren sollte bezahle ich anstatt 2500 Euro fast 4000 Euro für Fahrzeugrücknahme und Erstattung des Kaufpreises, Gerichtskosten, meine Anwaltskosten und die der Gegenseite.
Antwort vom 25.7.2009 | 07:49
Praktikant (558 Beiträge, 108x hilfreich)
Im Grunde steht und fällt alles mit der Frage der fachgerechten Reparatur. Im Übrigen gibt es Beratungs- und Prozesskostenhilfe. Von daher...
Antwort vom 25.7.2009 | 10:28
Ich habe das Auto nie selbst genau inspiziert. Es ist aber davon auszugehen, so wie es sich jetzt herausstellte, was ich aber nicht genau sagen kann, dass der Schaden eben nicht fachmännisch repariert wurde. Das konnte aber ich nicht wissen.
Dann sollte ich diese Prozesskostenhilfe wohl beantragen.
Autoverkauf, werde nun verklagt. Auto - Kauf und Verkauf Forum 123recht.de © 2019 QNC GmbH