Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2016-03-22/vi-zr-467_14
Timestamp: 2020-02-19 11:01:06
Document Index: 198236629

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 249', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.03.2016 - VI ZR 467/14 - Gesundheitsbeschädigung eines Patienten aufgrund einer mangels wirksamer Einwilligung rechtswidrig ausgeführten Operation; Beweispflichtigkeit des Arztes (Schädigers) bzgl. des gleichen Auswirkens des hypothetischen Kausalverlaufs bzw. einer Reserveursache wie der tatsächliche Geschehensablauf | anwalt24.de
Urt. v. 22.03.2016, Az.: VI ZR 467/14
Referenz: JurionRS 2016, 14593
Aktenzeichen: VI ZR 467/14
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:220316UVIZR467.14.0
LG Mainz - 04.06.2013 - AZ: 2 O 8/11
OLG Koblenz - 22.10.2014 - AZ: 5 U 806/13
ArztR 2016, 213-215
GesR 2016, 362-363
GuP 2017, 31-32
JR 2017, 478-479
MedR 2016, 973-974
MedR 2017, 442-443
NJW 2016, 3522-3523 "hypothetischer Kausalverlauf"
ZMGR 2016, 174-176
BGB § 823 Aa, § 249 Bb
Hat eine - mangels wirksamer Einwilligung - rechtswidrig ausgeführte Operation zu einer Gesundheitsbeschädigung des Patienten geführt, so ist es Sache der Behandlungsseite zu beweisen, dass der Patient ohne den rechtswidrig ausgeführten Eingriff dieselben Beschwerden haben würde, weil sich das Grundleiden in mindestens ähnlicher Weise ausgewirkt haben würde (im Anschluss an Senatsurteil vom 5. April 2005 - VI ZR 216/03, VersR 2005, 942).
aa) Hat eine rechtswidrig ausgeführte Operation zu einer Gesundheitsbeschädigung des Patienten geführt, so ist es Sache des beklagten Arztes zu beweisen, dass der Patient ohne den rechtswidrig ausgeführten Eingriff dieselben Beschwerden haben würde, weil sich das Grundleiden in mindestens ähnlicher Weise ausgewirkt haben würde (Senat, Urteile vom 13. Januar 1987 - VI ZR 82/86, VersR 1987, 667, 668; vom 5. April 2005 - VI ZR 216/03, VersR 2005, 942; vgl. auch Senat, Urteile vom 7. Oktober 1980 - VI ZR 176/79, BGHZ 78, 209, 214; vom 6. Dezember 1988 - VI ZR 132/88, BGHZ 106, 153, 156). Dies entspricht dem allgemeinen Grundsatz, wonach der Schädiger zu beweisen hat, dass sich ein hypothetischer Kausalverlauf bzw. eine Reserveursache ebenso ausgewirkt haben würde, wie der tatsächliche Geschehensablauf (Senat, Urteil vom 5. April 2005, aaO).