Source: https://cardiovascmed.ch/en/archives/article/doi/cvm.2019.02023/
Timestamp: 2019-09-16 04:02:14
Document Index: 265411185

Matched Legal Cases: ['Art. 14', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 14', 'Art. 34', 'Art. 15']

Cardiovascular Medicine - Fahreignung und kardiovaskuläre Erkrankungen: gemeinsame Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin
Fahreignung und kardiovaskuläre Erkrankungen: gemeinsame Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin
Genehmigt am 5.5.2019 durch die Qualitätskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie und am 9.5.2019 durch die Sektion Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin
DOI: https://doi.org/10.4414/cvm.2019.02023
Cardiovasc Med. 2019;22:w02023
Buser Marcac, Christen Stefanad, Schär Beatae, Fellay Mauricebf, Pfäffli Matthiasbg
a Schweizerische Gesellschaft für Kardiologie
b Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin
c Kantonsspital St. Gallen
d Stadtspital Waid, Zürich
e Universitätsspital Basel
f Hôpital du Valais, Sierre
g Institut für Rechtsmedizin, Bern
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Gleichzeitig hat der motorisierte Strassenverkehr im privaten und beruflichen Setting einen hohen Stellenwert. Richtlinien zur Fahreignung bei kardiovaskulären Erkrankungen drängen sich somit auf.
Diese Richtlinien folgen in ihrer Grundstruktur der Pocket-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V. «Fahreignung bei kardiovaskulären Erkrankungen», Update 2018. Deren Tabellen wurden gemäss der im Literaturverzeichnis aufgeführten Dokumente, Schweiz-spezifischen Überlegungen und unter Berücksichtigung des Schweizer Verkehrsrechts angepasst. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Grundlagen wird auf die Literatur verwiesen (namentlich [1, 2]).
Diese Richtlinien beziehen sich auf die vom Gesetzgeber aufgestellten Mindestanforderungen für Fahrzeuglenker. Diese Mindestanforderungen gelten – da Bundesrecht – schweizweit. Nicht berücksichtigt werden können allfällige zusätzliche Vorgaben von einzelnen Transportunternehmen, die über die rechtlichen Mindestanforderungen hinausgehen.
Die vorliegenden Richtlinien sind tabellenübergreifend zu verwenden: So sind beispielsweise beim Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit, begleitet von einer Herzinsuffizienz und einem Linksschenkelblock, Tabelle 2 «Fahreignung bei Herzinsuffizienz», Tabelle 3 «Fahreignung bei koronarer Herzkrankheit» sowie Tabelle 4 «Fahreignung bei bradykarden Arrhythmien» zu berücksichtigen.
Der in den Tabellen verwendete Begriff «Einzelfallbeurteilung» bedeutet, dass die Arbeitsgruppe keine generelle Empfehlung zur Fahreignung abgibt. Das kann beispielsweise durch die Heterogenität der in einer Tabellenzeile subsummierten Erkrankungen bedingt sein, so bei den symptomatischen kongenitalen Herzerkrankungen (GUCH) in Tabelle 8. Die Beurteilung der Fahreignung hat in solchen Fällen fallspezifisch unter Berücksichtigung der Ausprägung der Erkrankung, des Funktionsniveaus des Betroffenen und der Prognose zu erfolgen. Die allzeit sichere Verkehrsteilnahme muss dabei gewährleistet sein. Die Mindestanforderungen gemäss Anhang 1 VZV sind in der Beurteilung immer zu beachten (siehe Abschnitt «Gesetzliche Grundlagen»). Im Zweifelsfall kann immer ein Verkehrsmediziner zur Beurteilung beigezogen werden.
In diesen Richtlinien sind stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermassen gemeint. Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.
Fahreignung (Art. 14 Abs. 2 SVG)
Ein Motorfahrzeugführer muss über Fahreignung verfügen. Diese ist gegeben, falls der Motorfahrzeugführer
das Mindestalter erreicht hat,
die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat,
frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt und
nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen (sog. charakterliche Eignung).
Medizinische Mindestanforderungen (Art. 7 Abs. 1 VZV)
Wer einen Lernfahr-, Führerausweis oder eine Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport erwerben will, muss die medizinischen Mindestanforderungen gemäss Anhang 1 VzV erfüllen:
Keine erhebliche Blutdruckanomalie.
Keine bedeutsamen Rhythmusstörungen. Bei Herzerkrankung normaler Belastungstest (die Formulierung «normaler Belastungstest» wird in den vorliegenden Richtlinien wie folgt definiert: keine Angina pectoris, keine relevanten Arrhythmien, körperliche Belastbarkeit >4 METs; pathologisches EKG mit bildgebendem Ischämietest abgeklärt).
Führerausweiskategorien der 1. und 2. Gruppe
Führerausweis-Kategorien A und B
Führerausweis-Unterkategorien A1 und B1
Führerausweis-Spezialkategorien F, G und M
Führerausweis-Unterkategorie D1, falls Beschränkung auf 3.5 t
Führerausweis-Kategorien C und D
Führerausweis-Unterkategorien C1 und D1
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport
Eine detaillierte Beschreibung der Führerausweiskategorien findet sich in Anhang 1.
Abweichen von den medizinischen Mindestanforderungen (Art. 7 Abs. 3 VZV)
Die kantonale Behörde kann von den medizinischen Mindestanforderungen abweichen, wenn der Gesuchsteller über die Fahreignung nach Art. 14 Abs. 2 SVG verfügt und ein Arzt mit der Anerkennung der Stufe 4 dies bestätigt (Arzt Stufe 4 = Arzt mit Facharzttitel «Verkehrsmediziner SGRM»).
Führerausweis mit Beschränkungen (Art. 34 VZV)
Fahrzeuglenkern, welche die medizinischen Mindestanforderungen nicht mehr vollständig erfüllen, kann der Führerausweis z.B. örtlich (sog. «Rayon»), zeitlich oder auf bestimmte Strassentypen beschränkt werden. Eine Beschränkung ist nur möglich, wenn die sichere Verkehrsteilnahme weiterhin gewährleistet ist. Beschränkungen des Führerausweises müssen von einem Arzt Stufe 4 beurteilt werden.
Ärztliches Melderecht bei Verdacht auf fehlende Fahreignung (Art. 15d Abs. 3 SVG)
Ärzte dürfen – ohne sich einer Verletzung des ärztlichen Berufsgeheimnisses schuldig zu machen – Personen, bei denen Zweifel an der Fahreignung bestehen, der zuständigen kantonalen Strassenverkehrsbehörde oder der Aufsichtsbehörde für Ärzte melden.
Unabhängig vom ärztlichen Melderecht ist ein Arzt verpflichtet, seinen Patienten über die Fahreignung aufzuklären. Dies ist Teil der Sicherungsaufklärung, welche gemäss Obligationenrecht im Auftragsverhältnis zwischen Arzt und Patienten begründet ist.
Fahreignung bei Synkopen.
Einmalige vasovagale Synkope, nicht im Sitzen/beim Fahren Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Rezidivierende vasovagale Synkopen oder einmalige vasovagale Synkope im Sitzen/beim Fahren Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Monat ab letztem Ereignis Einzelfallbeurteilung, Wartefrist minimal 3 Monate ab letztem Ereignis
Synkope mit auslösenden, behebbaren Faktoren (z.B. Schmerz, Anämie, Fieber, Dehydratation) Fahrgeeignet, sobald auslösender Faktor behoben Fahrgeeignet, sobald auslösender Faktor behoben
Synkope bei Brady- oder Tachyarrhythmien Siehe Tabellen 4, 5 und 6 Siehe Tabellen 4, 5 und 6
Unklare Synkope ohne Prodromi, die eine adäquate Schutzreaktion des Patienten erlauben Fahrgeeignet, Wartefrist 3 Monate ab letztem Ereignis Nicht fahrgeeignet, bis Diagnose gestellt und Therapie eingeleitet. Bei fehlender Diagnose Wartefrist minimal 12 Monate ab letztem Ereignis
Herzinsuffizienz (beliebige Ätiologie).
NYHA I Fahrgeeignet Fahrgeeignet, falls LVEF >35% und Belastungstest normal plus *
NYHA II Fahrgeeignet Fahrgeeignet, falls LVEF >35% plus *
NYHA III Fahrgeeignet, falls stabil und kompensiert Nicht fahrgeeignet
NYHA IV Nicht fahrgeeignet Nicht fahrgeeignet
Herzunterstützendes System (left ventricular assist device) Einzelfallbeurteilung Nicht fahrgeeignet
Status nach Herztransplantation Fahrgeeignet nach erfolgreicher Rekonvaleszenz Fahrgeeignet, falls NYHA I oder II und LVEF>35%, Wartefrist 3 Monate plus*
* keine Angina pectoris, keine relevanten Arrhythmien, körperliche Belastbarkeit >4 METs. Pathologisches EKG mit bildgebendem Ischämietest abgeklärt.
Fahreignung bei koronarer Herzkrankheit.
(konservative und invasive Therapie) Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche sofern keine Ruhebeschwerden (nicht CCS IV) Fahrgeeignet, falls asymptomatisch, LVEF >35% und Belastungstest normal plus *, Wartefrist 6 Wochen
Elektive PCI Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Koronare Bypassoperation Fahrgeeignet nach erfolgreicher Rekonvaleszenz Fahrgeeignet, falls NYHA I oder II, LVEF>35% und Belastungstest normal plus *, Wartefrist 3 Monate
Stabile koronare Herzkrankheit Fahrgeeignet, sofern keine Ruhebeschwerden (nicht CCS IV) Fahrgeeignet, falls asymptomatisch, LVEF >35%, jährlicher Belastungstest normal plus *
* keine Angina pectoris, keine relevanten Arrhythmien, körperliche Belastbarkeit >4 METs. Pathologisches EKG mit bildgebendem Ischämietest abgeklärt (siehe auch Tabelle 2 «Fahreignung bei Herzinsuffizienz»).
Fahreignung bei bradykarden Arrhythmien.
(SA-Blockierung, Sinusarrest)
Asymptomatisch Fahrgeeignet Fahrgeeignet, falls Pausen <6 s. Ansonsten fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7)
Symptomatisch Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7) Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7)
AV-Block I Fahrgeeignet Fahrgeeignet
AV-Block II (Wenckebach, Mobitz I) Fahrgeeignet Fahrgeeignet
AV-Block II (Mobitz II) Paroxysmal, im Schlaf Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Im Wachzustand, unabhängig ob paroxysmal oder permanent und unabhängig von Symptomen Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7) Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7)
AV-Block III (angeboren) Fahrgeeignet, falls asymptomatisch Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7)
AV-Block III (erworben), unabhängig von Symptomen Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7) Fahrgeeignet nach PM-Implantation (siehe Tabelle 7)
Rechtsschenkelblock/
Isolierter Hemiblock Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Linksschenkelblock Fahrgeeignet Fahrgeeignet nach Echokardiographie
Andere bifaszikuläre Blockbilder mit normaler PQ-Zeit Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Andere bifaszikuläre Blockbilder mit verlängerter PQ-Zeit Fahrgeeignet, falls asymptomatisch Fahrgeeignet, falls asymptomatisch
Fahreignung bei supraventrikulären Arrhythmien.
Regelmässige supraventrikuläre Tachykardien (AVNRT, AVRT, ektop atriale Tachykardien, Vorhofflattern) Ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Mit erheblichen Symptomen* Fahrgeeignet nach Radiofrequenzablation, Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt Fahrgeeignet nach Radiofrequenzablation, Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt
Ventrikuläre Präexzitation («WPW», ohne Tachykardieanamnese) Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Vorhofflimmern Ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Mit erheblichen Symptomen* Fahrgeeignet nach effektiver Therapie (medikamentös, interventionell, Herzschrittmacher), Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt Fahrgeeignet nach effektiver Therapie (medikamentös, interventionell,
Herzschrittmacher), Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt
* starker Schwindel, Präsynkope, Synkope
Fahreignung bei ventrikulären Arrhythmien.
Keine strukturelle Herzerkrankung, keine Ionenkanalerkrankung (typischerweise aus dem RVOT oder dem LVOT stammend)
Ventrikuläre Extrasystolen Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Nicht-anhaltende Kammertachykardie (>3 Schläge, >120/min, <30 s) ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Einzelfallbeurteilung
Anhaltende Kammertachykardie (>30 s) ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Einzelfallbeurteilung
Nicht-anhaltende und anhaltende Kammertachykardie mit erheblichen Symptomen* Fahrgeeignet nach effektiver Therapie (Medikamente, Ablation), Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt Fahrgeeignet nach effektiver Therapie (Medikamente, Ablation), Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle erfolgt
Idiopathisches Kammerflimmern Siehe Tabelle 7 Nicht fahrgeeignet
Strukturelle Herzerkrankung (typischerweise bei KHK oder dilatativer Kardiomyopathie)
Anhaltende Kammertachykardie mit/ohne Symptome oder Kammerflimmern Siehe Tabelle 7 Nicht fahrgeeignet (siehe Tabelle 7)
Nicht anhaltende Kammertachykardie Ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Einzelfallbeurteilung
Mit erheblichen Symptomen* fahrgeeignet nach effektiver Therapie (Medikamente, Ablation, ICD), Wartefrist 3 Monate und kardiologische Kontrolle nicht fahrgeeignet (siehe Tabelle 7)
Fahreignung bei Devices (PM, ICD, CRT).
PM-Implantation oder PM-Wechsel Mit Synkopen in der Anamnese Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Fahrgeeignet, Wartefrist 3 Monate und kardiologische Kontrolle erfolgt.
Falls nur PM-Wechsel: Wartefrist 2 Wochen.
Ohne Synkopen in der Anamnese Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Fahrgeeignet, Wartefrist 4 Wochen und kardiologische Kontrolle.
Primärprävention Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Nicht fahrgeeignet
Sekundärprävention Fahrgeeignet, Wartefrist 3 Monate Nicht fahrgeeignet
Nach einmaligem, adäquatem Schock Fahrgeeignet, Wartefrist 3 Monate Nicht fahrgeeignet
ATP einer Kammertachykardie Mit erheblichen Symptomen* Fahrgeeignet, Wartefrist 3 Monate Nicht fahrgeeignet
Ohne erhebliche Symptome* Fahrgeeignet Nicht fahrgeeignet
Nach inadäquatem Schock Fahrgeeignet nach Beseitigung der zugrundeliegenden Ursache Nicht fahrgeeignet
Nach Aggregatswechsel Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Nicht fahrgeeignet
Nach Sondenwechsel Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Nicht fahrgeeignet
Verweigerung eines ICD Primärpräventiv Fahrgeeignet Nicht fahrgeeignet
Sekundärpräventiv Fahrgeeignet, Wartefrist 7 Monate nach letztmaliger ventrikulärer Arrhythmie Nicht fahrgeeignet
CRT-D bei nicht-ischämischer Kardiopathie in der Primärprävention Fahrgeeignet, Wartefrist 1 Woche Fahrgeeignet, falls eine anhaltende (im Allgemeinen >6 Monate) Verbesserung der LVEF auf >50% dokumentiert ist und der D-Teil deaktiviert wird
Fahreignung bei weiteren kardiovaskulären Erkrankungen.
(exklusive Aortenstenose) Asymptomatisch Fahrgeeignet Fahrgeeignet, falls LVEF >35% und keine schwere Mitralstenose
Symptomatisch Beurteilung gemäss Tabelle 2 Fahrgeeignet, falls NYHA I oder II, LVEF >35% und keine schwere Mitralstenose
Nach Herzklappenoperation Fahrgeeignet nach erfolgreicher Rekonvaleszenz Fahrgeeignet, falls NYHA I oder II und LVEF >35%, Wartezeit 3 Monate
(aortal, subaortal, supraaortal) Asymptomatisch Fahrgeeignet Fahrgeeignet, falls leichte bis mittelschwere Stenose, regelmässige (jährliche) Reevaluation
Symptomatisch Nicht fahrgeeignet Nicht fahrgeeignet
Kongenitale Herzerkrankungen (GUCH) Asymptomatisch Fahrgeeignet Fahrgeeignet
Symptomatisch Einzelfallbeurteilung Einzelfallbeurteilung
Hypertrophe Kardiomyopathien Asymptomatisch Fahrgeeignet Nicht fahrgeeignet, falls Richtlinien eine ICD-Implantation empfehlen
Symptomatisch Beurteilung gemäss Tabelle 1 und 2 Nicht fahrgeeignet
Angeborenes Long-QT-Syndrom Fahrgeeignet
falls ICD-Indikation: siehe Tabelle 7 Einzelfallbeurteilung
nicht fahrgeeignet, falls ICD-Indikation
Brugada-Syndrom Fahrgeeignet
falls ICD-Indikation: Tabelle 7 Einzelfallbeurteilung
Arterielle Hypertonie Fahrgeeignet, falls keine zerebrale Symptomatik oder Sehstörungen (maligne Hypertonie) vorliegen Fahrgeeignet, falls systolische Blutdruckwerte <180 mmHg oder diastolische Blutdruckwerte <110 mmHg unter Therapie und keine zerebrale Symptomatik oder Sehstörungen (maligne Hypertonie) vorliegen
Pulmonale Hypertonie Fahrgeeignet, falls NYHA I-III Fahrgeeignet, falls NYHA I-II und keine Dauersauerstofftherapie
Thorakales Aortenaneurysma Fahrgeeignet, falls Diameter ≤6.5 cm (Marfansyndrom ≤5.5 cm) Fahrgeeignet, falls Diameter ≤5.5 cm (Marfansyndrom ≤5.0 cm)
Header image: © Poliki / Dreamstime.com
Prof. Dr. med. Beat Schär, Universitätsspital Basel, Klinik für Kardiologie, Petersgraben 4, CH-4031 Basel, Beat.Schaer[at]usb.ch
1 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e. V., Pocket-Leitlinie: Fahreignung bei kardio-vaskulären Erkrankungen, Update 2018 (https://leitlinien.dgk.org/files/2018_Pocket_Leitlinien_Fahreignung_Internetversion.pdf)
2 Klein HH, Krämer A, Pieske BM, Trappe HJ, de Vries H. Positionspapier Fahreignung bei kardiologischen Erkrankungen. Der Kardiologe. 2010;4:441–73. doi:. http://dx.doi.org/10.1007/s12181-010-0308-9
3 Driver and Vehicle Licensing Agency. Assessing fitness to drive – a guide for medical professionals, Version August 2018 (https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/736938/assessing-fitness-to-drive-a-guide-for-medical-professionals.pdf)
4 Brignole M, Moya A, de Lange FJ, Deharo JC, Elliott PM, Fanciulli A, et al.; ESC Scientific Document Group. 2018 ESC Guidelines for the diagnosis and management of syncope. Eur Heart J. 2018;39(21):1883–948 . http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehy037 PubMed
5 Baumgartner H, Falk V, Bax JJ, De Bonis M, Hamm C, Holm PJ, et al.; ESC Scientific Document Group. 2017 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease. Eur Heart J. 2017;38(36):2739–91 . http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehx391 PubMed
6 Ponikowski P, Voors AA, Anker SD, Bueno H, Cleland JGF, Coats AJS, et al.; ESC Scientific Document Group. 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure: The Task Force for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure of the European Society of Cardiology (ESC)Developed with the special contribution of the Heart Failure Association (HFA) of the ESC. Eur Heart J. 2016;37(27):2129–200 . http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehw128 PubMed
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8 Brignole M, Auricchio A, Baron-Esquivias G, Bordachar P, Boriani G, Breithardt OA, et al.; ESC Committee for Practice Guidelines (CPG); Document Reviewers. 2013 ESC Guidelines on cardiac pacing and cardiac resynchronization therapy: the Task Force on cardiac pacing and resynchronization therapy of the European Society of Cardiology (ESC). Developed in collaboration with the European Heart Rhythm Association (EHRA). Eur Heart J. 2013;34(29):2281–329 . http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/eht150 PubMed
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10 Simpson C, Dorian P, Gupta A, Hamilton R, Hart S, Hoffmaster B, et al.; Canadian Cardiovascular Society Consensus Conference. Assessment of the cardiac patient for fitness to drive: drive subgroup executive summary. Can J Cardiol. 2004;20(13):1314–20. PubMed
11 Ross D, Essebag V, Sestier F, Soder C, Thibeault C, Tyrrell M, et al.; Canadian Cardiovascular Society Consensus Conference. Assessment of the cardiac patient for fitness to fly: flying subgroup executive summary. Can J Cardiol. 2004;20(13):1321–3. PubMed
12 Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin. Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, Verlag Hans Huber, Bern, 2005
Übersicht der Führerausweiskategorien
A1 Motorräder mit einem Hubraum von nicht mehr als 125 cm3 und einer Motorleistung von höchstens 11 kW.
A beschränkt Motorräder mit einer Motorleistung von nicht mehr als 35 kW und einem Verhältnis von Motorleistung und Leergewicht von nicht mehr als 0.20 kW/kg.
A Motorräder mit einer Motorleistung von mehr als 35 kW und einem Verhältnis von Motorleistung und Leergewicht von mehr als 0.20 kW/kg.
B1 Klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge mit einem Leergewicht von nicht mehr als 550 kg.
B Motorwagen und dreirädrige Motorfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 3’500 kg und nicht mehr als acht Sitzplätzen ausser dem Führersitz. Mit einem Fahrzeug dieser Kategorie darf ein Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitgeführt werden. Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Kategorie B und einem Anhänger von mehr als 750 kg, sofern das Gesamtzugsgewicht 3’500 kg und das Gesamtgewicht des Anhängers das Leergewicht des Zugfahrzeuges nicht übersteigen.
C1 Motorwagen ‒ ausgenommen jene der Kategorie D ‒ mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3’500 kg, aber nicht mehr als 7’500 kg. Mit einem Motorwagen dieser Unterkategorie darf ein Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitgeführt werden.
C1E Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Unterkategorie C1 und einem Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 kg, sofern das Gesamtzugsgewicht 12’000 kg und das Gesamtgewicht des Anhängers das Leergewicht des Zugfahrzeugs nicht übersteigen.
C Motorwagen ‒ ausgenommen jene der Kategorie D ‒ mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3’500 kg. Mit einem Motorwagen dieser Kategorie darf ein Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitgeführt werden.
CE Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Kategorie C und einem Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.
D1 Motorwagen zum Personentransport mit mehr als acht, aber nicht mehr als 16 Sitzplätzen ausser dem Führersitz. Mit einem Motorwagen dieser Unterkategorie darf ein Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitgeführt werden.
D1E Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Unterkategorie D1 und einem Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 kg, sofern das Gesamtzugsgewicht 12’000 kg und das Gesamtgewicht des Anhängers das Leergewicht des Zugfahrzeugs nicht übersteigen und der Anhänger nicht zum Personentransport verwendet wird.
D Motorwagen zum Personentransport mit mehr als acht Sitzplätzen ausser dem Führersitz. Mit einem Motorwagen dieser Kategorie darf ein Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitgeführt werden.
DE Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Kategorie D und einem Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.
F Motorfahrzeuge, ausgenommen Motorräder, mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h.
G Landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 30 km/h, unter Ausschluss der Ausnahmefahrzeuge.
M Motorfahrräder.
Berufsmässiger Personentransport Berufsmässiger Personentransport mit Fahrzeugen der Kategorien B und C, der Unterkategorien B1 und C1 sowie der Spezialkategorie F.
Für weitere Details wird auf die Website der Vereinigung der Strassenverkehrsämter asa, https://fuehrerausweise.ch/ausweiskategorien, verwiesen.