Source: https://www.dansef.de/bgh-anordnung-des-wechselmodells-durch-umgangsregelung-des-familiengerichts/
Timestamp: 2019-12-06 02:35:22
Document Index: 99222356

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1684', '§ 1684']

BGH: Anordnung des Wechselmodells durch Umgangsregelung des Familiengerichts | Deutsche Anwalts-, Notar- und Steuerberatervereinigung für Erb- und Familienrecht e.V.
BGH: Anord­nung des Wech­sel­mo­dells durch Umgangs­re­ge­lung des Fami­li­en­ge­richts
(Stutt­gart) Der u.a. für Fami­li­en­recht zustän­di­ge XII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen das Fami­li­en­ge­richt auf Antrag eines Eltern­teils gegen den Wil­len des ande­ren Eltern­teils ein sog. pari­tä­ti­sches Wech­sel­mo­dell, also die etwa hälf­ti­ge Betreu­ung des Kin­des durch bei­de Eltern, als Umgangs­re­ge­lung anord­nen darf.
Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht“ der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 27.02.2017 zu sei­nem Beschluss vom 1. Febru­ar 2017 – XII ZB 601/15.
Die Betei­lig­ten zu 1 und 2 sind die geschie­de­nen Eltern ihres im April 2003 gebo­re­nen Soh­nes. Sie sind gemein­sam sor­ge­be­rech­tigt. Der Sohn hält sich bis­lang über­wie­gend bei der Mut­ter auf. Im Mai 2012 tra­fen die Eltern eine Umgangs­re­ge­lung, nach wel­cher der Sohn den Vater alle 14 Tage am Wochen­en­de besucht. Im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren erstrebt der Vater die Anord­nung einer Umgangs­re­ge­lung in Form eines pari­tä­ti­schen Wech­sel­mo­dells. Er will den Sohn im wöchent­li­chen Tur­nus abwech­selnd von Mon­tag nach Schul­schluss bis zum fol­gen­den Mon­tag zum Schul­be­ginn zu sich neh­men. Das Amts­ge­richt hat den Antrag des Vaters zurück­ge­wie­sen. Des­sen Beschwer­de ist vor dem Ober­lan­des­ge­richt ohne Erfolg geblie­ben.
Auf die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Rechts­be­schwer­de des Vaters hat der BGH den Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts auf­ge­ho­ben und die Sache an die­ses zurück­ver­wie­sen. Nach § 1684 Abs. 1 BGB hat das Kind das Recht auf Umgang mit jedem Eltern­teil und ist jeder Eltern­teil zum Umgang mit dem Kind ver­pflich­tet und berech­tigt. Gemäß § 1684 Abs. 3 Satz 1 BGB kann das Fami­li­en­ge­richt über den Umfang des Umgangs­rechts ent­schei­den und sei­ne Aus­übung, auch gegen­über Drit­ten, näher regeln.
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