Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=28.03.2000&Aktenzeichen=VIII%20R%2077/96
Timestamp: 2020-02-23 05:26:33
Document Index: 117965178

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 249', 'Art. 234', 'EuG', '§ 4', '§ 249', '§ 5', '§ 5', '§ 252', '§ 5']

BFH, 28.03.2000 - VIII R 77/96 - dejure.org
https://dejure.org/2000,557
BFH, 28.03.2000 - VIII R 77/96 (https://dejure.org/2000,557)
BFH, Entscheidung vom 28.03.2000 - VIII R 77/96 (https://dejure.org/2000,557)
BFH, Entscheidung vom 28. März 2000 - VIII R 77/96 (https://dejure.org/2000,557)
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EStG §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 Satz 1; HGB §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 252 Abs. 1 Nr. 4; EGV Art. 234 Abs. 3
Rückerstattung des Kaufpreises - Verpflichtung des Käufers - Rückstellung - Wandlung des Kaufvertrages - Kapitalgesellschaft - Vorabentscheidung des EuGH
Einkommensteuer; Rückstellung bei Wandlung eines Kaufvertrags nach dem Bilanzstichtag
Zur Vorlagepflicht des BFH in Bilanzierungsfragen von Personengesellschaften und Einzelunternehmen (RA Dr. Wienand Meilicke; BB 2001, 40)
Rückstellungen wegen des Risikos der drohenden Vertragsauflösung
Einkommensteuergesetz, §§ 4 Abs. 1, und 5 Abs. 1 Satz 1 ; Handelsgesetzbuch, §§ 249 Abs. 1 Satz 1, und 252 Abs. 1 No. 4
FG Niedersachsen, 04.09.1996 - II 97/95
BFHE 191, 339
BB 2000, 1616
BB 2000, 2568
DB 2000, 1442
BStBl II 2002, 227
c) Darüber hinaus muss die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag gegeben sein (BFH-Urteil vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227;… Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 5 Rz. 376, 377).
Der zu beurteilende Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung ist daher auf die am Bilanzstichtag --objektiv-- bestehenden Verhältnisse zu beziehen (BFH-Urteil vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BFH/NV 2000, 1156, m.w.N.).
(aa) Die von den Klägern begehrte steuerliche Rückwirkung ihrer letzten Vertragsänderung verstieße zum einen gegen das bilanzsteuerrechtliche Stichtagsprinzip, wonach die Bilanz die objektiv bestehenden Verhältnisse des Bilanzstichtags abzubilden hat (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 28. März 2000 - VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227, unter II.2.c bb, m.w.N.).
Eine Rückstellung darf dafür nur gebildet werden, wenn aus der Sicht des Bilanzstichtags eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist (u.a. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227, unter II.2.a der Gründe; vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733, unter II.1. der Gründe).
Für eine solche darf eine Rückstellung nur dann gebildet werden, wenn aus der Sicht des Bilanzstichtags eine Inanspruchnahme des Verpflichteten wahrscheinlich ist (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227; vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733;… Schreiber in Blümich, § 5 EStG Rz. 796, m.w.N.).
Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG 2002 sind bei der Bewertung --wie beim Ansatz von Wirtschaftsgütern (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227, m.w.N.)-- alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.
c) Hinsichtlich der Frage, ob eine durch mehrjährige Bürgschaften abgesicherte Gewährleistungsverpflichtung in Höhe dieser Absicherung die Realisierung der Forderung des Bauunternehmers gegen seine Auftraggeber verhindere, verweist der Senat auf sein Urteil in BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227, aus dem sich ergibt, dass Gewährleistungsverpflichtungen die mit der Leistungserstellung durch das Unternehmen verbundene Gewinnrealisierung unberührt lassen (vgl. dazu auch Gschwendtner, DStZ 2000, 646, m.w.N.); die mit der Gewährleistung am Bilanzstichtag verbundenen Risiken sind durch Bildung einer Rückstellung zu erfassen.