Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_05_08_2013_5_StR_327_13_Beruecksichtigung_der_Strafrahme-d5807241.html
Timestamp: 2017-01-18 14:40:40
Document Index: 172276677

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', '§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 49', '§ 31', '§ 349', '§ 349', '§ 349', '§ 29', '§ 30', '§ 29', '§ 29', '§ 31', '§ 49', '§ 30', '§ 337', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 30', '§ 31', '§ 27', '§ 49', '§ 30', '§ 31', '§ 30', '§ 27', '§ 30', '§ 29', '§ 31', '§ 29']

BGH, 05.08.2013 - 5 StR 327/13 - Berücksichtigung der Strafrahmenmilderung hinsichtlich der Einzelstrafaussprüche wegem Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 05.08.2013 Suche
BGH, 29.08.2013 - III ZB 37/13 - Vortragen von Ablehnungsgründen im Ablehnungsge...…BGH, 05.08.2013 - 5 StR 327/13 - Berücksichtigung der Strafrahmenmilderung hinsi...BGH, 05.08.2013 - 4 StR 142/13 - Berücksichtigung der Bestimmungen des Unionsrec...BGH, 02.08.2013 - IX ZB 45/13 - Anfechtbarkeit der Nichtzulassung der Rechtsbesc...BGH, 02.08.2013 - IX ZA 17/13 - Prozesskostenhilfe für Antrag auf Ablehnung des ...BGH, 01.08.2013 - IX ZR 64/11 - Begründetheit einer AnhörungsrügeBGH, 01.08.2013 - VII ZB 1/13 - Einstellung der Zwangsvollstreckung hinsichtlich...BGH, 01.08.2013 - VII ZR 33/13 - Zurückweisung der Erinnerung gegen den Kostenan...BGH, 01.08.2013 - VII ZR 268/11 - Genügen eines begründeten Verdachts einer Vert...BGH, 01.08.2013 - IX ZB 51/13 - Verwerfung einer Rechtsbeschwerde als unzulässigBGH, 01.08.2013 - IX ZR 61/11 - Anspruch auf rechtliches Gehör i.R.d. Kenntnisna...BGH, 01.08.2013 - VII ZR 6/13 - Verbot zum Abschluss eines Werkvertrages bei die...BGH, 01.08.2013 - 4 StR 189/13 - Nötigung einer Prostituierten zum unentgeltlich...BGH, 01.08.2013 - 2 StR 242/13 - Erforderlichkeit einer Revisionsbegründung für ...BGH, 01.08.2013 - 2 StR 110/13 - Verfolgungsverjährung im Zusammenhang mit sexue...BGH, 01.08.2013 - IX ZB 53/13 - Möglichkeit der Rechtsbeschwerde im Prozesskoste...BGH, 01.08.2013 - 2 ARs 281/13; 2 AR 193/13 - Gerichtszuständigkeit im jugendstr...BGH, 01.08.2013 - IX ZA 8/13 - Versagung der ProzesskostenhilfeBGH, 01.08.2013 - VII ZR 75/11 - Leistungsverweigerungsrecht des Hauptunternehme...BGH, 01.08.2013 - 2 AR 193/13 - Gerichtszuständigkeit im jugendstrafrechtlichen ...BGH, 01.08.2013 - 2 StR 63/13 - Teilweise Einstellung des Verfahrens auf die Rev...BGH, 01.08.2013 - V ZB 7/12 - Einhaltung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dur...
BGH, 05.08.2013 - 5 StR 327/13 - Berücksichtigung der Strafrahmenmilderung hinsichtlich der Einzelstrafaussprüche wegem Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge
BundesgerichtshofBeschl. v. 05.08.2013, Az.: 5 StR 327/13Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 05.08.2013Referenz: JurionRS 2013, 42756Aktenzeichen: 5 StR 327/13 Verfahrensgang:vorgehend:LG Lübeck - 11.04.2013Rechtsgrundlagen:§ 29a Abs. 1 BtMG§ 29a Abs. 2 BtMG§ 30a Abs. 3 BtMG§ 31 S. 1 Nr. 1 BtMG§ 49 Abs. 1 Nr. 3 StGBFundstellen:NStZ 2014, 167-168StraFo 2013, 482StRR 2014, 113StV 2013, 707Redaktioneller Leitsatz:1.Die Anwendung des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG scheitert nicht daran, dass die aufgedeckten Taten als rechtlich selbständig zu bewerten sind, sofern sie nur mit der strafbaren Beteiligung des Angeklagten an der Handelstätigkeit in Zusammenhang stehen. 2.Ein solcher Zusammenhang ist gegeben, wenn der Angeklagte seine fortlaufende Kurier- und Verkaufstätigkeit strikt im Auftrag und nach Anweisung nur eines Auftraggebers verrichtet hat.Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 5. August 2013 beschlossen: Tenor:Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Lübeck vom 11. April 2013 im gesamten Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen gemäß § 349 Abs. 4 StPO aufgehoben. Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. Gründe1 Das Landgericht hat den Angeklagten unter Freisprechung im Übrigen wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in acht Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten erzielt mit der Sachrüge den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie unbegründet nach § 349 Abs. 2 StPO. 2 1. Gegen die Einzelstrafaussprüche für die Taten 1 bis 4 bestehen durchgreifende rechtliche Bedenken. Das Landgericht hat diese Strafen dem Regelstrafrahmen nach § 29a Abs. 1 BtMG entnommen, weil dieser gegenüber § 30a Abs. 3 BtMG Sperrwirkung entfalte. Dabei hat es jedoch übersehen, dass in Bezug auf den Strafrahmen des § 29a Abs. 1 BtMG - bei von der Strafkammer abgelehntem minder schweren Fall nach § 29a Abs. 2 BtMG - aufgrund des für diesen Fall nicht verbrauchten vertypten Strafmilderungsgrundes nach § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG eine Strafrahmenmilderung nach § 49 Abs. 1 Nr. 3 StGB in Betracht gekommen wäre; wegen der im Vergleich zu § 30a Abs. 3 BtMG milderen Mindeststrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe würde eine Sperrwirkung dann nicht ausgelöst. Da die für die Taten 1 bis 4 verhängten Einzelfreiheitsstrafen von jeweils einem Jahr und drei Monaten nahe bei der von der Strafkammer angenommenen Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe liegen, kann ein Beruhen des Urteils auf dem Rechtsfehler (§ 337 Abs. 1 StPO) nicht ausgeschlossen werden. 3 2. Auch die Bemessung der Einzelstrafen für die Taten 5 bis 8 hält rechtlicher Nachprüfung nicht stand. Denn die Strafkammer ist insoweit von einem zu engen Anwendungsbereich des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG ausgegangen. Sie hat dem Angeklagten für die Taten 1 bis 4 die Wohltaten des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG zugebilligt, weil dieser die Namen der Lieferanten benannt hatte. Für die Taten 5 bis 8 hat es die Voraussetzungen des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG hingegen verneint, weil "seine Angaben hier keine neuen Erkenntnisse" geboten hätten (UA S. 8). 4 a) Das lässt besorgen, dass das Landgericht in den betroffenen Fällen § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG deswegen für grundsätzlich unanwendbar gehalten hat, weil sich der Aufklärungserfolg auf andere, rechtlich selbständige Taten (die Taten 1 bis 4) bezogen hat. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Gesetzgeber mit der am 1. August 2013 in Kraft getretenen Neufassung des § 31 Satz 1 BtMG durch das 46. Strafrechtsänderungsgesetz vom 10. Juni 2013 (BGBl. I S. 1497) Rechnung getragen hat (vgl. BT-Drucks. 17/9695 S. 9), scheitert die Anwendung des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG indessen nicht daran, dass die aufgedeckten Taten als rechtlich selbständig zu bewerten sind, sofern sie nur mit der strafbaren Beteiligung des Angeklagten an der Handelstätigkeit in Zusammenhang stehen (vgl. BGH, Beschluss vom 15. März 1995 - 3 StR 77/95, BGHR BtMG § 31 Nr. 1 Tat 3 mwN; eingehend Weber, BtMG, 4. Aufl., § 31 Rn. 40 ff.: "autonomer Begriff der Tat"). Ein solcher Zusammenhang ist vorliegend gegeben, weil der Angeklagte seine fortlaufende Kurier- und Verkaufstätigkeit strikt im Auftrag und nach Anweisung nur eines Auftraggebers, nämlich des Bandenmitglieds S. , verrichtet hat (vgl. BGH aaO, sowie Urteil vom 20. Februar 1991 - 2 StR 608/90, BGHR BtMG § 31 Nr. 1 Tat 1). 5 b) Das Landgericht hat die Ablehnung des minder schweren Falls nach § 30a Abs. 3 BtMG bei den Taten 5, 7 und 8 ausdrücklich auch auf die Nichtanwendbarkeit des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG gestützt und die Strafen deswegen dem nach § 27 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 3 StGB gemilderten Strafrahmen des § 30a Abs. 1 BtMG entnommen. Vor diesem Hintergrund kann der Senat insbesondere nicht ausschließen, dass diese bei zutreffender Interpretation des § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG an dem in § 30a Abs. 3 BtMG bezeichneten Strafrahmen ausgerichtet worden und deswegen niedriger ausgefallen wären. 6 Entsprechendes gilt für den Einzelstrafausspruch bei Tat 6. Das Landgericht ist insoweit aufgrund allgemeiner Strafmilderungsgründe und wohl auch des vertypten Strafmilderungsgrundes nach § 27 Abs. 2 Satz 2 StGB von einem minder schweren Fall nach § 30a Abs. 3 BtMG ausgegangen und im Weiteren wegen der auch hier angenommenen Sperrwirkung des § 29a Abs. 1 BtMG zur Anwendung des letztgenannten Strafrahmens gelangt. Bei Erfüllung des vertypten Milderungsgrundes nach § 31 Satz 1 Nr. 1 BtMG hätte die Sperrwirkung des § 29a Abs. 1 BtMG aus den oben genannten Gründen jedoch nicht bestanden. 7 3. Die Aufhebung der Einzelstrafaussprüche entzieht der Gesamtstrafe die Grundlage. 8 4. Das neu verhandelnde Tatgericht wird die bei der Würdigung vertypter Strafmilderungsgründe im Verhältnis zur Annahme minder schwerer Fälle gebotenen Prüfschritte (vgl. dazu Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 5. Aufl., Rn. 930) transparenter sowie Art und Umfang der vom Angeklagten geleisteten Aufklärungshilfe eingehender darzustellen haben, als dies im angefochtenen Urteil geschehen ist. Ferner wird es bei der Strafhöhenbemessung das Maß einer etwaigen Strafe gegen das Bandenmitglied S. (vgl. UA S. 5), bei dem es sich nach den Feststellungen um den "Kopf der Bande" handelte (UA S. 6), nicht völlig aus dem Blick verlieren dürfen. Basdorf Sander Schneider Dölp König Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.