Source: http://www.rechtscentrum.de/pdflink.php?db=arbeitsrecht&nr=6410
Timestamp: 2017-05-27 02:34:36
Document Index: 207274630

Matched Legal Cases: ['§ 575', '§ 189', '§ 176', '§ 189', '§ 575', '§ 329', '§ 72', '§189', '§705', '§72']

Neu registrieren Download des PDF-Dokuments - 27.05.2017 04:34h
Prozeßrecht - Zustellung RechtsmittelrechtBAG - ArbG Stuttgart
3 AZB 56/07
1. Eine den Fristbeginn auslösende Zustellung des angefochtenen Beschlusses (§ 575 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 2 ZPO) erfolgte nicht dadurch, dass dieser den Prozessbevollmächtigten der Vollstreckungsschuldnerin formlos zuging. Die formlose Zuleitung des Beschlusses steht einer förmlichen Zustellung nicht gleich. Insbesondere ist § 189 ZPO nicht anwendbar. Hier geht es um eine vom Gericht unterlassene Zustellung. Es liegt schon kein Zustellungsauftrag (§ 176 ZPO) vor. Auf derartige Fallgestaltungen ist § 189 ZPO nicht anwendbar. Er gilt nur, wenn das Gericht mit Zustellwillen gehandelt hat.
2. Obwohl damit weder die Frist zur Einlegung noch zur Begründung des Rechtsmittels begonnen hat, ist es wirksam eingelegt und begründet. Auch vor dem gesetzlich festgelegten Fristbeginn kann ein Rechtsmittel eingelegt und begründet werden, da die Begründung (hier nach § 575 Abs. 2 und 3 ZPO) nicht von vornherein ausgeschlossen ist. Voraussetzung
für die Zulässigkeit des Rechtsmittels ist jedoch, dass die Entscheidung bereits in der Welt ist. Das ist hier der Fall. Beschlüsse sind von dem Augenblick an in der Welt, in dem sie formlos mitgeteilt wurden. Das ist unabhängig davon, ob eine Verkündung oder Zustellung gesetzlich (§ 329 Abs. 2 und 3 ZPO) vorgesehen ist. (Leitsatz der Redaktion)
ArbGG § 72aAktenzeichen: 3AZB56/07 Paragraphen: ZPO§189 ZPO§705 ArbGG§72a Datum: 2008-02-28