Source: https://www.enet.eu/aktuelles/2013/grossteil-der-umlagen-fuer-das-jahr-2014-stehen-fest
Timestamp: 2018-12-15 01:24:38
Document Index: 82041301

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 9', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 20']

Großteil der Umlagen für das Jahr 2014 stehen fest - ene't GmbH
Großteil der Umlagen für das Jahr 2014 stehen fest
EEG-Umlage steigt wie erwartet
Im Laufe des Jahres wurden Werte bis zu 7 Cent pro Kilowattstunde befürchtet. Derart drastisch fiel die Steigerung nicht aus. Für nicht privilegierte Letztverbraucher beträgt die Umlage für das kommende Jahr 6,240 ct/kWh. Dies entspricht trotzdem noch einer Steigerung von rund 18 % oder knapp einem Cent je Kilowattstunde. Neben dem Ausgleich der Differenz zwischen gezahlter Einspeisevergütung und erzielten Vermarktungserlösen an der Strombörse muss ein zusätzlich auf dem Umlagekonto aufgelaufenes Defizit von 2,2 Mrd. Euro umgelegt werden, dass durch hohe Fotovoltaikeinspeisungen und gefallene Börsenpreise entstand.
Aufgrund der gesetzlichen Deckelung bleibt die Offshore-Haftungsumlage, die das Risiko verspäteter Netzanschlüsse für Investoren und Betreiber von Offshore-Windparks auf den allgemeinen Strompreis umlegt, für das Kalenderjahr unverändert. Für die Letztverbrauchergruppe A werden weiterhin 0,250 ct/KWh erhoben, für die Gruppe B 0,050 ct/kWh, und für die Letztverbraucher der Gruppe C werden wie im laufenden Jahr 0,025 Cent je Kilowattstunde fällig.
Offizieller Wert für abschaltbare Lasten veröffentlicht
Bereits zum 1. Januar 2013 wurde die Einführung einer Umlage zur Finanzierung abschaltbarer Lasten nach § 18 AbLaV zur Stabilisierung des Stromnetzes beschlossen. Bis dato wurde für die „abLa-Umlage“ allerdings kein Wert festgesetzt. Das hat sich am 15. Oktober geändert. Die Übertragungsnetzbetreiber legten die Höhe der Umlage, die an die Letztverbraucher weitergereicht wird, nun auf 0,009 ct/kWh fest. Über die Umlage erhalten Anbieter von Abschaltleistungen aus abschaltbaren Lasten einerseits Vergütungen für deren Bereitstellung (Leistungspreis) sowie für den tatsächlichen Abruf (Arbeitspreis). Weiterhin legten die ÜNB fest: „Ein Belastungsausgleich erfolgt dabei entsprechend § 9 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes mit der Maßgabe, dass die Belastungsgrenzen für bestimmte Letztverbrauchergruppen (Kategorie B und C) keine Anwendung finden.
Festlegung der § 19 Abs. 2 StromNEV für das Jahr 2014
Für entgangene Erlöse,die nachgelagerten Betreibern von Elektrizitätsverteilernetzen aus individuellen Netzentgelten für Letztverbraucher gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 oder Satz 2 Strom NEV entstehen, sind die Übertragungsnetzbetreiber zum Ausgleich verpflichtet. Dies geschieht über einen Aufschlag auf die Netzentgelte, der anteilig auf alle Letztverbraucher umgelegt wird (§ 19 StromNEV-Umlage).
Für das Jahr 2014 wurde die Höhe der Umlage am 21. Oktober veröffentlicht. Demnach werden theoretisch für Letztverbraucher der Gruppe A` 0,187 ct/kWh erhoben, für die Gruppe B` 0,050 ct/kWh, und für die Letztverbrauchergruppe C` werden 0,025 ct/kWh fällig. Durch eine Anpassung der StromNEV wurde außerdem eine Rückabwicklung bis zum 1. Januar 2012 notwendig. Daraus ergibt sich eine neue Einteilung in jetzt fünf Letztverbrauchergruppen. Gruppe A (bis 100.000 kWh) wird entlastet und nur noch mit 0,092 ct/kWh belegt. Die nachgelagerten Belastungen werden auf den beiden neu geschaffenen Letztverbrauchergruppen A+ (100.000 – 1.000.000 kWh) und A++ (100.000 – 1.000.000 kWh stromintensiv) mit 0,482 und 0,532 ct/kWh verteilt. Details zur Berechnung haben die ÜNB im Internet veröffentlicht.
Die Bekanntgabe der KWK-Umlage für das Kalenderjahr 2014 wird für den 25. Oktober erwartet.
Niedrigere Umlagen bis März 2014
Seit dem 1. Oktober 2013 wird in den Marktgebieten von Gaspool (GP) und NetConnect Germany (NCG) keine Regel- und Ausgleichsenergieumlage mehr erhoben. Dies gilt für die aktuelle Umlageperiode, die am 31. März 2014 endet. Der Grund dürften hohe aufgelaufene Überschüsse auf den Umlagekonten beider Marktgebietsverantwortlichen, gesunkene Beschaffungspreise für Regelenergie an der Börse sowie ein unterdurchschnittliches Regelenergievolumen sein.
Gaspool senkte darüber hinaus das Entgelt am Virtuellen Handelspunkt (VHP) aufgrund gestiegenen Handelsvolumens von 0,25 ct/MWh auf 0,2 ct/MWh. Auch das Konvertierungsentgelt sank im GP-Marktgebiet von 1,76 €/MWh auf aktuell 1,18 €/MWh. Im NCG-Gebiet wurde das VHP-Entgelt ebenfalls leicht von 0,11 auf 0,08 ct/MWh reduziert (gültig bis 30. September 2014).
Bundeseinheitlicher Biogaswälzungsbetrag ab Januar 2014
Basierend auf der Novelle der Gasnetzentgeltverordnung (§ 20 b GasNEV) wird ein bundesweit einheitlicher Biogaswälzungsbetrag Vorschrift. Die beiden Marktgebietsbetreiber in Deutschland, Gaspool (GP) und NetConnect Germany (NCG), haben sich auf eine identische Kostenwälzung der Biogaseinspeisung ins Gasnetz geeinigt. Ab dem 1. Januar 2014 belaufen sich die Kosten auf einheitlich 0,0014 €/kWh/h/d bzw. 0,511 €/kWh/h/a, also 51 Eurocent je Kilowatt Ausspeiseleistung pro Jahr.
Bisher wurde die Biogasumlage in den beiden Marktgebieten getrennt erhoben. Durch die Neuregelung soll einer ungleichen Verteilung der Belastungen entgegengesteuert werden. Erstmalig werden nun die Kosten, die bei den Netzbetreibern mit Biogas-Netzzugang entstehen, vom marktgebietsaufspannenden Netzbetreiber bundesweit auf die relevanten Ausspeisepunkte umgelegt. Im GP-Marktgebiet sinkt die Wälzung von derzeit 0,75 €/kWh/h/a. Im Gebiet der NCG steigt die Umlage dagegen deutlich von 0,26 €/kWh/h/a im Jahr 2013.
Wie sich die allgemeinen Netzentgelte nach aktuellem Datenbankstand voraussichtlich entwickeln, können Sie außerdem in unserem aktuellen Newsletter nachlesen.