Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%202001,%20785
Timestamp: 2020-01-27 10:27:58
Document Index: 189433396

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', 'BGH', '§ 633', '§ 306', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 633', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 635', '§ 638', 'BGH', 'BGH', '§ 634', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 306', '§ 633', 'BGH']

BGH, 21.12.2000 - VII ZR 17/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,540
BGH, 21.12.2000 - VII ZR 17/99 (https://dejure.org/2000,540)
BGH, Entscheidung vom 21.12.2000 - VII ZR 17/99 (https://dejure.org/2000,540)
BGH, Entscheidung vom 21. Dezember 2000 - VII ZR 17/99 (https://dejure.org/2000,540)
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BGB §§ 306, 633 ff.
Haustürwiderrufsgesetz und "provozierte Bestellung"; Verhältnis der werkvertraglichen Mängelgewährleistung zu § 306 BGB
Werkvertragsrecht - Gewährleistung - Sonderregelung - Unternehmer - Haftung - Nichterteilung der Baugenehmigung - Bauvertrag - Architektenvertrag - Mangel des Bauwerks - Umplanung
Die Gewährleistungsvorschriften des Werkvertragsrechts als Sonderregelung gegenüber den § 306, 307 BGB
Bauvertrag - Haftung bei fehlender Genehmigungsfähigkeit des Bauvorhabens
BGB §§ 306, 633
Keine Verpflichtung des Bauherrn zur unzumutbaren Anpassung seines Bauvorhabens an allein genehmigungfähige Planung
Verschärfung der Haftung des Unternehmers für vor Vertragsschluss zu Grunde gelegte Pläne
Muss Bauherr Umplanungen zur Herstellung der Genehmigungsfähigkeit akzeptieren?
Welche Umplanungen muss ein Bauherr hinnehmen, damit die Planung genehmigungsfähig wird? (IBR 2001, 261)
NJW 2001, 1642
MDR 2001, 563
NZBau 2001, 261
WM 2001, 817
BB 2001, 647
DB 2001, 1303
BauR 2001, 785
ZfBR 2001, 219 (Ls.)
ZfBR 2001, 310
Die Unmöglichkeit, eine Planung umzusetzen, führt nicht zur Nichtigkeit des Werkvertrags nach § 306 BGB (BGH, Urteil vom 21. Dezember 2000 - VII ZR 17/99, BauR 2001, 785, 788 = NZBau 2001, 761 = ZfBR 2001, 310).
Fällt die Unmöglichkeit in den Verantwortungsbereich des Unternehmers, haftet dieser nach den §§ 633 ff. BGB, die als Sonderregelung grundsätzlich die Anwendbarkeit der §§ 306, 307 BGB ausschließen (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 2000 - VII ZR 17/99, aaO.).
Das gilt nach der Rechtsprechung des Senats selbst dann, wenn von vornherein festgestanden hätte, dass die Nachbarzustimmung nicht erteilt wird und die vorgesehene Planung deshalb nicht mangelfrei zu verwirklichen gewesen wäre (BGH, Urteil vom 21. Dezember 2000 - VII ZR 17/99, BauR 2001, 785, 788).
Der Unternehmer, der ein Bauvorhaben nach von ihm gefertigten Plänen zu errichten verspricht, haftet nach Gewährleistungsgrundsätzen, wenn feststeht, dass die Baugenehmigung aus Rechtsgründen nicht erteilt werden kann; von einer Risikoübernahme durch den Auftraggeber kann nur in besonderen Ausnahmefällen ausgegangen werden (BGH, NJW 2001, 1642;… 2003, 287 Rz. 27 ff.; OLG Naumburg, BauR 2009, 119).
Denn der Bauträger schuldet eine dauerhaft genehmigungsfähige Planung (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 2000 - VII ZR 17/99, NJW 2001, 1642, 1643;… Basty, Der Bauträgervertrag, 9. Aufl., Rn. 797;… Pause, Bauträgerkauf und Baumodelle, 6. Aufl., Rn. 669; vgl. auch Senat…, Urteil vom 20. Juli 2018 - V ZR 56/17, ZNotP 2018, 363 Rn. 18), woran es auch dann fehlt, wenn - wie es hier in Betracht kommen könnte - das Werk zwar der übernommenen Bauverpflichtung gerecht wird, jedoch nicht den zu beachtenden rechtlichen Vorgaben (…vgl. Basty, Der Bauträgervertrag, 9. Aufl., Rn. 797).
Fehlt einem Werk die vertraglich vereinbarte Beschaffenheit, so haftet der Lieferant auch dann nach den §§ 633 ff. BGB a.F., wenn es technisch nicht möglich ist, dem Vertragsgegenstand die geschuldete Beschaffenheit zu verleihen (vgl. BGH, Urt. v. 21.12.2000 - VII ZR 17/99, NJW 2001, 1642, 1644; BGHZ 96, 111, 115; 54, 236, 238).
Soweit der BGH im Urteil vom 30.09.1999 (VII ZR 162/97, NJW 2000, 133 = BauR 2000, 128) ausgeführt hat, dass bei einem nicht nachbesserungsfähigen Mangel eines Architektenwerks der Bauherr vor Abnahme einen Anspruch auf Schadensersatz gemäß § 635 BGB habe, welcher der dreißigjährigen Verjährungsfrist unterliege, die gemäß § 638 Abs. 1 Satz 2 BGB (a.F.) mit der Abnahme, der Vollendung des Werks oder der endgültigen (berechtigten oder unberechtigten) Abnahmeverweigerung beginne (vgl. auch OLG Rostock, Urteil vom 11.07.2006, 4 U 128/04, BauR 2006, 2092; Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen durch BGH, Beschluss vom 11.03.2006, VII ZR 164/06, IBR 2009, 277 mit Anm. Löffelmann), folgt daraus entgegen den Berufungseinwänden des Beklagten nicht, dass der BGH damit eine nicht sachgerechte Verkürzung der gesetzlichen Verjährungsfrist für Leistungsmängel nach endgültiger Abnahmeverweigerung herbeiführen wollte (…vgl. Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Auflage 2008, Rn 506; Kniffka, ibr-online-Kommentar, Stand 05/2009, § 634 a, Rn 47/220/221; Kuffer/Wirth-Leupertz, Handbuch des Fachwanwalts für Bau- und Architektenrecht, 2. Auflage 2008, 10. Kap., Teil C, Rn 191 mwN), jedenfalls wenn es sich - wie hier - um nicht nachbesserungsfähige Leistungsmängel der Genehmigungsplanung als Architektenwerk handelt (vgl. BGH, Urteil vom 21.12.2000, VII ZR 17/99, BauR 2001, 785; BGH, Urteil vom 26.09.2002, VII ZR 290/01, BauR 2002, 1872; vgl. auch Senat, Urteil vom 30.04.1985, 23 U 208/84, BauR 1986, 469;… Werner/Pastor, a.a.O., Rn 1482 mwN in Fn 179/180 und 186/187; Kuffer/Wirth-Leupertz, Handbuch des Fachwanwalts für Bau- und Architektenrecht, 2. Auflage 2008, 19, Kap., Teil C , Rn 86 mwN in Fn 209).
Nach der zwar nicht unumstrittenen, aber mehrfach bestätigten höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. grundlegend BGHZ 54, 236, 237f; zuletzt NJW 2001, 1642, 1644) findet § 306 BGB a.F. dann keine Anwendung, wenn in einem Rechtsgebiet spezielle Gewährleistungsregeln wie hier in §§ 633ff BGB a.F. bestehen und sich die anfängliche objektive Nichtigkeit aus Sachverhalten ergeben soll, die auch unter Gewährleistungsrechte subsumiert werden können.
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[20]) BGH Urteil vom 21.12.2000, VII ZR 17/99.
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