Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/zweites-familienentlastungsgesetz_idesk_PI16039_HI13915405.html
Timestamp: 2020-08-08 00:57:38
Document Index: 120482863

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 36', '§ 43', '§ 36', '§ 51', '§ 51', '§ 51']

Zweites Familienentlastungsgesetz | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Die Bundesregierung BMF hat am 29.7.2020 den Entwurf für ein Zweites Familienentlastungsgesetz beschlossen. Greifen soll die Kindergelderhöhung ab Januar 2021. Die Senkung des Einkommensteuertarifs erfolgt in zwei Schritten.
Wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, werden nach den bereits in Kraft getretenen Verbesserungen durch das (erste) Familienentlastungsgesetz in einer weiteren Stufe das Kindergeld und die steuerlichen Kinderfreibeträge entsprechend angepasst. Ab Januar 2021 wird für jedes Kind 15 EUR mehr Kindergeld ausgezahlt (§ 6 BKGG).
Mit der Vorschrift des § 36a EStG wird bei Kapitalerträgen im Sinne des § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG die volle Anrechenbarkeit der Kapitalertragsteuer verhindert, wenn bestimmte Anrechnungsvoraussetzungen nicht erfüllt werden. In diesem Fall darf die einbehaltene Kapitalertragsteuer nur zu 2/5 angerechnet werden. Nun soll klargestellt werden, dass bei der Kirchensteuer die Anrechnungsbeschränkung des § 36a EStG nicht gilt (§ 51a Abs. 1 Satz 1 EStG).
Kapitalerträge aus Betriebskonten von natürlichen Personen wurden bislang nicht im Kirchensteuerabzugsverfahren berücksichtigt und vom Kirchensteuerabzug ausgenommen, weil in diesem Fall keine Abgeltungswirkung eintritt. Für diese Kapitalerträge stellt die Abgeltungsteuer lediglich eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer dar. Auf die Vornahme des Kirchensteuerabzugs bei betrieblichen Konten soll daher ab dem Jahr 2022 dauerhaft verzichtet werden (§ 51a Abs. 2b Satz 2 EStG).
Bei Begründung einer Geschäftsbeziehung soll von den Kirchensteuerabzugsverpflichteten ab dem Jahr 2022 eine Anlassabfrage verpflichtend vorgenommen werden (§ 51a Abs. 2c Satz 1 Nr. 3 EStG). Hierdurch soll die Aktualität des Kirchensteuerabzugs sichergestellt werden.
Zweites Familienentlastungsgesetz (Referentenentwurf)