Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2094,%2044
Timestamp: 2019-06-26 23:19:08
Document Index: 298109683

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 348', '§ 465', '§ 467', '§ 537', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.02.1985 - VIII ZR 328/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,628
BGH, 27.02.1985 - VIII ZR 328/83 (https://dejure.org/1985,628)
BGH, Entscheidung vom 27.02.1985 - VIII ZR 328/83 (https://dejure.org/1985,628)
BGH, Entscheidung vom 27. Februar 1985 - VIII ZR 328/83 (https://dejure.org/1985,628)
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Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines Leasingvertrages - Wandelung eines Kaufvertrages - Wegfall der Geschäftsgrundlage eines Leasingvertrages
Bindung des Leasinggebers an die von Leasingnehmer und Lieferanten wegen Mangelhaftigkeit der Leasingsache getroffene Wandelungsvereinbarung
Zum Wegfall der Leasingratenzahlungspflicht bei Geltendmachung abgetretener Gewährleistungsrechte
BGB § 348, § 465, § 467, §§ 537 ff.
Finanzierungs-Leasing - Gewährleistungsvollzug - Leasing - Wandlungsvollzug - Einstandspflicht - Untergang der Leasingsache - Nachbesserung
BGB §§ 242, 276, 465, 536, 537
BGHZ 94, 44
NJW 1985, 1535
ZIP 1985, 546
MDR 1985, 664
MDR 1985, 665
WM 1985, 573
BB 1985, 826
DB 1985, 1281
JR 1985, 500
An das Ergebnis des Gewährleistungsprozesses ist der Leasinggeber bei interessengerechter Auslegung des Leasingvertrages gebunden (…Senatsurteile vom 13. März 1991 - VIII ZR 34/90, aaO S. 65;… vom 19. Februar 1986 - VIII ZR 91/85, aaO S. 143; vom 27. Februar 1985 - VIII ZR 328/83, BGHZ 94, 44, 48; vom 16. September 1981 - VIII ZR 265/80, BGHZ 81, 298, 305 f.).
Im Senatsurteil vom 5. Dezember 1984 (…aaO unter II 2 e) konnte die Frage dahingestellt bleiben, weil nicht der Leasinggeber, sondern der Lieferant aus abgetretenem Recht klagte; auch in dem weiteren Urteil vom 5. Dezember 1984 (VIII ZR 87/83 = WM 1985, 263 unter II 2 b und c) bedurfte sie keiner Entscheidung, weil sich dort die Wandelung endgültig als unbegründet herausgestellt hatte; im Urteil vom 27. Februar 1985 (BGHZ 94, 44) war die Wandelung wiederum vollzogen, im Urteil vom 24. April 1985 (BGHZ 94, 180 [BGH 24.04.1985 - VIII ZR 65/84]) war eine Wandelungsklage nicht erhoben.
Der erkennende Senat hat mehrfach darauf hingewiesen, daß sich die Vertragsbeteiligung des Leasinggebers nicht in der Finanzierungsfunktion erschöpft, sondern auch und gerade die Vermieterposition umfaßt (vgl. z. B. BGHZ 94, 44, 48; 94, 180, 188 [BGH 24.04.1985 - VIII ZR 65/84];… Senatsurteil vom 9. Oktober 1985 aaO).
d) Ausnahmsweise braucht der Leasinggeber eine vollzogene Wandelung nicht hinzunehmen, wenn bei deren Herbeiführung Leasingnehmer und Lieferant kollusiv zum Nachteil des Leasinggebers zusammengearbeitet haben (BGHZ 94, 44, 52), insbesondere wenn sie eine Wandelung im Bewußtsein dessen vereinbart haben, daß ein Mangel nicht vorlag.
Da die Leasinggeberin selbst durch die Formulierung ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Beklagte veranlaßt hat, Gewährleistungsansprüche gegen die Klägerin einzuklagen, muß sie sich hieran festhalten lassen (BGHZ 94, 44, 47).
Besteht kein Anspruch der Klägerin wegen unberechtigter Lösung vom Vertrag, so kann sich der vom Berufungsgericht angenommene Schadensersatzanspruch wegen einer unrichtigen Übernahmeerklärung sowohl aus § 4 Nr. 4 der AVB als auch allgemein aus der Verpflichtung des Beklagten ergeben, bei der Abwicklung des Leasingvertrages die Interessen der Klägerin hinreichend zu berücksichtigen (Senatsurteil vom 27. Februar 1985 - VIII ZR 328/83 = BGHZ 94, 44, 53 = WM 1985, 573 unter II 2).
Gegen die in der Literatur - im einzelnen mit Unterschieden - im Hinblick auf den Finanzierungszweck des Leasing empfohlene Behandlung als Auftrags- oder Geschäftsbesorgungsverhältnis spricht vor allem die nicht nur formale und vorübergehende, sondern sachliche und dauernde Zuordnung des Leasinggegenstandes zum Vermögen des Leasinggebers (Senatsurteil vom 27. Februar 1985 = BGHZ 94, 44 unter I 2 a;… in gleichem Sinne und mit Hinweis auf den steuerlichen Zweck der gewählten Vertragsform Graf von Westphalen, Der Leasingvertrag 2. Aufl. Rdn. 254 ff., 257).
Auf die Einhaltung dieses Verfahrens, das ihrem Schutze dient, durften sich die Beklagten verlassen, § 242 BGB (vgl. Senatsurteil BGHZ 94, 44, 47).
Es entspricht gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, daß sich der Leasinggeber von der mietrechtlichen Gewährleistung auch durch vorformulierte Vertragsbedingungen freizeichnen kann (BGHZ 68, 118, 123 f [BGH 23.02.1977 - VIII ZR 124/75]; 81, 298, 301 f; 94, 44, 47 f).
b) Das Berufungsgericht ist im Ansatz auch rechtlich zutreffend davon ausgegangen, daß ein Leasinggeber ungeachtet einer solchen Unwirksamkeit der Abtretung kaufrechtlicher Gewährleistungsansprüche das Ergebnis einer dennoch geführten gewährleistungsrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Leasingnehmer und Lieferanten - von dem Fall eines, hier nicht festgestellten, kollusiven Zusammenwirkens beider abgesehen (vgl. dazu BGHZ 94, 44, 52) - hinnehmen muß (BGHZ 94, 44, 47; 109, 139, 143 [BGH 25.10.1989 - VIII ZR 105/88]und Senatsurteil vom 27. April 1988 - VIII ZR 84/87 = WM 1988, 979, 984).
c) Im Einklang mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats steht ferner die Ansicht des Berufungsgerichts, daß es für die Bindung des Leasinggebers an dieses Ergebnis unerheblich ist, auf welchem Wege es erzielt worden ist (vgl. BGHZ 94, 44, 51).
OLG Düsseldorf, 12.06.2008 - 10 U 156/07
Zur Wirksamkeit und den Rechtsfolgen des Rücktritts vom Kaufvertrag durch den …
OLG Düsseldorf, 23.11.1989 - 10 U 178/88
Herausgabeanspruch des Leasinggebers nach vollzogener Wandelung durch …