Source: http://www.gmbhr.de/61074.htm
Timestamp: 2020-04-03 08:08:23
Document Index: 316294578

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 20', '§ 8', '§ 3', '§ 7', '§ 8', '§ 8', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 17', '§ 17', '§ 52', '§ 17', '§ 17', '§ 20', '§ 20']

Aktuelles Steuerrecht rund um die GmbH zum Jahreswechsel 2019/2020 (Binnewies/MÃ¼ckl/Olbing, GmbHR 2019, 1313)
I. Jahressteuergesetz 2018
II. Jahressteuergesetz 2019
III. Umwandlung
IV. Gesetz zur Ã„nderung des Grunderwerbsteuergesetzes
V. Forschungszulagengesetz
VI. Anzeigepflicht fÃ¼r grenzÃ¼berschreitende Steuergestaltungen
I. BMF-Schr. v. 5.4.2019 zu nachtrÃ¤glichen Anschaffungskosten bei Â§ 17 EStG
II. Zuordnung von Leistungen aus dem steuerlichen Einlagekonto bei Anteilserwerb zu verschiedenen Zeitpunkten
C. Aktuelles aus der Rechtsprechung
I. Aktuelles zum Einlagekonto
II. Besteuerung von AusschÃ¼ttungen auf der Ebene der Gesellschafter
III. Einbringung nach Â§ 20 UmwStG
IV. Zur steuerlichen Behandlung der VerÃ¤uÃŸerung von GmbH-Anteilen
V. Aktuelles zur Betriebsaufspaltung
VI. Umwandlung
VII. Organschaft
VIII. Gesellschafterdarlehen
IX. Verluste
X. Aktuelles zur vGA
XI. Grunderwerbsteuer
XII. Internationales Steuerrecht
Wie im letzten Jahresaufsatz angekÃ¼ndigt, ist durch das â€žGesetz zur Vermeidung von UmsatzsteuerausfÃ¤llen beim Handel mit Waren im Internet und zur Ã„nderung weiterer steuerlicher Vorschriftenâ€œ vom 11.12.2018 sowohl die Sanierungsklausel nach Â§ 8c Abs. 1a KStG, als auch der steuerfreie Sanierungsgewinn nach Â§ 3a EStG sowie Â§ 7b GewStG rÃ¼ckwirkend in Kraft gesetzt worden. Zudem wurde Â§ 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a.F. mit dem anteiligen Untergang des Verlustabzugs aufgehoben, so dass nur noch AnteilsÃ¼bertragungen von mehr als 50 % schÃ¤dlich sind. Die Ã„nderungen zu Â§ 8c KStG waren jedoch so unvollkommen, dass im â€žGesetz zur weiteren steuerlichen FÃ¶rderung der ElektromobilitÃ¤t und zur Ã„nderung weiterer steuerlicher Vorschriftenâ€œ gesetzliche Klarstellungen erforderlich geworden sind.
Da aufgrund der Rechtsprechung des BFH und der Reaktion des BMF nicht eindeutig ist, unter welchen Voraussetzungen Gesellschafterdarlehen steuerwirksam geltend gemacht werden kÃ¶nnen, hat der Gesetzgeber im JStG 2019 reagiert. In Â§ 20 Abs. 2 EStG-E sollte in einem neuen Satz 3 klargestellt werden, dass keine VerÃ¤uÃŸerung ist:
die ganze und teilweise Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung,
die Ausbuchung wertloser WirtschaftsgÃ¼ter i.S.v. Â§ 20 Abs. 1 EStG durch die die KapitalertrÃ¤ge auszahlende Stelle,
die Ãœbertragung wertloser WirtschaftsgÃ¼ter i.S.v. Â§ 20 Abs. 1 EStG auf einen Dritten oder
ein vergleichbarer Ausfall von WirtschaftsgÃ¼tern.
Damit wollte der Gesetzgeber klarstellen, dass der 8. Senat des BFH bei seiner Rechtsprechung zu Â§ 20 EStG den Gesetzgeber unzutreffend bei der EinfÃ¼hrung der Abgeltungssteuer interpretiert hat. Die Neuregelung sollte erstmals fÃ¼r den Veranlagungszeitraum 2020 gelten. Derzeit ist diese Ã„nderung allerdings zurÃ¼ckgestellt, mangels Einigung in der Koalition. UnabhÃ¤ngig davon sollte ernsthaft Ã¼berlegt werden, von der MÃ¶glichkeit Gebrauch zu machen, noch in diesem Veranlagungszeitraum die Darlehensforderungen zu verÃ¤uÃŸern, um die alte Rechtslage abzusichern. Der BFH hat in seinem Urteil vom 11.12.2018 sowie vom 12.6.2018 klargestellt, dass die VerÃ¤uÃŸerung von wertgeminderten Kapitalforderungen mÃ¶glich ist und damit zu einem steuerlich anzuerkennenden Verlust fÃ¼hrt. Dem ist die Finanzverwaltung im BMF-Schr. v. 10.5.2019 gefolgt. Es ist ist weiterhin geplant, in Â§ 17 Abs. 2a EStG-E die alte Rechtslage vor EinfÃ¼hrung des MoMiG wieder einzufÃ¼hren. Danach sind Anschaffungskosten die Aufwendungen, die geleistet werden, um die Anteile i.S.v. Â§ 17 Abs. 1 EStG zu erwerben. Zu den Anschaffungskosten gehÃ¶ren auch die Nebenkosten sowie die nachtrÃ¤glichen Anschaffungskosten. Zu den nachtrÃ¤glichen Anschaffungskosten gehÃ¶ren insbesondere
offene und verdeckte Einlagen,
Darlehensverluste soweit die GewÃ¤hrung des Darlehens oder das Stehenlassen des Darlehens in der Krise der Gesellschaft gesellschaftsrechtlich veranlasst war, und
AusfÃ¤lle von BÃ¼rgschafts-, Regress- und vergleichbaren Forderungen, soweit die Hingabe oder das Stehenlassen der betreffenden Sicherheit gesellschaftsrechtlich veranlasst waren.
Eine gesellschaftsrechtliche Veranlassung soll vorliegen, wenn ein fremder Dritter das Darlehen oder Sicherungsmittel bei sonst gleichen UmstÃ¤nden zurÃ¼ckgefordert oder nicht gewÃ¤hrt hÃ¤tte. Leistet der Steuerpflichtige Ã¼ber den Nennbetrag seiner Anteile hinaus Einzahlungen in das Kapital der Gesellschaft, sind die Einzahlungen bei der Ermittlung der Anschaffungskosten gleichmÃ¤ÃŸig auf seine gesamten Anteile einschlieÃŸlich seiner im Rahmen von KapitalerhÃ¶hungen erhaltenen neuen Anteile aufzuteilen. Nach Â§ 52 Abs. 25a EStG-E soll Â§ 17 Abs. 2a EStG-E erstmals fÃ¼r VerÃ¤uÃŸerungen nach dem 31.7.2019 als Datum des Kabinettbeschlusses zur Anwendung kommen. Auf Antrag des Steuerpflichtigen ist eine Anwendung auch fÃ¼r frÃ¼here VerÃ¤uÃŸerungen mÃ¶glich. Vor der AusÃ¼bung des Wahlrechts sind die Vor- und Nachteile des Â§ 17 EStG gegenÃ¼ber Â§ 20 EStG sorgsam abzuwÃ¤gen. Entscheidender Vorteil des Â§ 20 EStG ist, dass ...
Verlag Dr. Otto Schmidt vom 10.12.2019 15:37
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