Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.09.2008&Aktenzeichen=VI%20ZR%20226/07
Timestamp: 2019-05-20 19:56:28
Document Index: 5477089

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.09.2008 - VI ZR 226/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2397
BGH, 16.09.2008 - VI ZR 226/07 (https://dejure.org/2008,2397)
BGH, Entscheidung vom 16.09.2008 - VI ZR 226/07 (https://dejure.org/2008,2397)
BGH, Entscheidung vom 16. September 2008 - VI ZR 226/07 (https://dejure.org/2008,2397)
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Erstattung von Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall; Sittenwidrigkeit eines 166 % über dem Normaltarif liegenden Mietwagentarifs
Mietwagenkosten, Schadenminderungspflicht / Auswahlverschulden
Schadensrecht - Erstattung restlicher Mietwagenkosten
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.09.2008, Az.: VI ZR 226/07 (Zur Sittenwidrigkeit von Mietverträgen zum Unfallersatztarif; ersatzfähige Mietkosten)" von Ass. jur. F. Roland A. Richter, original erschienen in: SVR 2009, 28.
AG Plauen, 08.01.2007 - 7 C 1171/06
LG Zwickau, 24.08.2007 - 6 S 34/07
Auch eine Abtretung dieses Anspruchs an den Mietwagenunternehmer ändert daran nichts (BGH, NJW-RR 2009, 130, 131).
Der Beklagten erwachsen aus der Abtretung keine weitergehenden Einwendungen gegenüber dem Anspruch auf Erstattung der objektiv erforderlichen Mietwagenkosten (BGH, NJW-RR 2009, 130, 131).
In rechtlicher Hinsicht ist jedoch darauf hinzuweisen, dass eine Aufklärungspflichtverletzung im mietvertraglichen Verhältnis zwischen Mietwagenunternehmer und Geschädigtem den Anspruch des Geschädigten gegen den Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherer ohnehin nicht berührt (BGH, NJW-RR 2009, 130, 131).
Mithin kann sich der Haftpflichtversicherer des Schädigers nicht im Hinblick auf möglicherweise bestehende vertragliche Ansprüche des Geschädigten gegen den Vermieter befreien und auch nicht die Abtretung eventueller vertraglicher Ansprüche verlangen, weshalb er auch nicht deshalb die Leistung bis zur Abtretung zurückhalten kann (BGH, Urteil vom 16.09.2008 - VI ZR 226/07 -, NJW-RR 2009, 130; Urteil vom 09.10.2007 - VI ZR 27/07, VersR 2007, 1577).
Unabhängig davon hätte auch die Unwirksamkeit der Mietverträge auf die vorliegenden Sachverhalte keinen Einfluss (vgl. BGH, Urt. v. 16.09.2008, Az: VI ZR 226/07).
Dabei kann wiederum die Dringlichkeit gegen eine leichte Zugänglichkeit sprechen (vgl. BGH, NJW-RR 2009, 130).
Soweit die Klägerin über die Risiken einer Anmietung eines Fahrzeuges zum Unfallersatztarif nicht oder nicht hinreichend aufgeklärt worden sein sollte, hätte sie sich vielmehr gegebenenfalls bei der Nebenintervenientin als Vermieterin unter dem Gesichtspunkt einer culpa in contrahendo schadlos zu halten beziehungsweise könnte die Erfüllung des den Normaltarif übersteigenden Teil der ihr in Rechnung gestellten Mietwagenkosten verweigern (BGH, Urteil vom 08.06.2006, XII ZR 50/04 -, Urteil vom 24.10.2007 - XII ZR 155/05 -, Urteil vom 16.09.2008 - VI ZR 226/07 -, jeweils zitiert nach juris;… Palandt - Grüneberg, Bürgerliches Gesetzbuch, 72. Auflage, § 249, Rdnr. 34).
Dabei kann wiederum die Dringlichkeit gegen eine leichte Zugänglichkeit sprechen (vgl. BGH, Urt. v. 16. September 2008 - VI ZR 226/07 -, juris Rn. 10).
Der vom Geschädigten tatsächlich aufgewandte Betrag ist daher weder notwendig mit dessen Schaden identisch noch kann die Berechnung des ersatzfähigen Schadens von etwaigen rechtlichen Mängeln der zu seiner Beseitigung eingegangenen Verbindlichkeiten abhängig gemacht werden, die in anderen Umständen als gerade für die Bemessung des Umfangs der Verpflichtung zum Schadensersatz relevanten Gegebenheiten ihren Grund haben (BGH vom 16.09.2008, Az. VI ZR 226/07; BGH vom 19.11.1974, Az. VI ZR 197/73).
Zutreffend hat das Amtsgericht ausgeführt, dass im Hinblick auf § 249 Abs. 2 S. 1 BGB den Schädiger die Frage, ob zwischen dem Geschädigten und der Mietwagenfirma überhaupt ein wirksamer Mietvertrag zustande gekommen ist, nicht zu entlasten vermag (vgl. BGH NJW 2005, 1043; BGH NJW-RR 2009, 130).