Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20235,%20241
Timestamp: 2019-06-26 19:11:52
Document Index: 112336700

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 255', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 249', '§ 5']

BFH, 08.09.2011 - IV R 5/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,1217
BFH, 08.09.2011 - IV R 5/09 (https://dejure.org/2011,1217)
BFH, Entscheidung vom 08.09.2011 - IV R 5/09 (https://dejure.org/2011,1217)
BFH, Entscheidung vom 08. September 2011 - IV R 5/09 (https://dejure.org/2011,1217)
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Rückstellungen für Zulassungskosten eines Pflanzenschutzmittels; Rezeptur eines Pflanzenschutzmittels als immaterielles Wirtschaftsgut
§ 249 Abs 1 S 1 HGB, § 255 Abs 2 HGB, § 5 Abs 1 EStG 1997, § 5 Abs 2 EStG 1997, § 5 Abs 4b S 1 EStG 1997
EStG § 5 Abs. 2; HGB § 249 Abs. 1 S. 1
Kurznachricht zu "Zum umstrittenen Rückstellungskriterium der wirtschaftlichen Verursachung" von Prof. Dr. Dieter Dziadkowski, original erschienen in: BB 2012, 2167 - 2169.
Kurznachricht zu "Rückstellungen für Zulassungskosten eines Pflanzenschutzmittels" von RiFG Dr. Kai Tiede, original erschienen in: StuB 2012, 96 - 98.
Kurznachricht zu ""Weißer Rauch" für die Passivierung rechtlich bestehender Verbindlichkeiten?" von RiBFH a.D. Dr. Alfred Christiansen, original erschienen in: DStR 2011, 2483 - 2485.
Kurznachricht zu "Rückstellung für Zulassungskosten eines Pflanzenschutzmittels - Licht und Schatten des BFH-Urteiles vom 8.9.2011, IV R 5/09" von StB/Dipl.-Kfm. Mark Schüttler und WP/StB/Dipl.-Kfm. Eckhard Berthold, original erschienen in: DStR 2011, 2485 - 2487.
Kurznachricht zu "Einmal mehr: Die wirtschaftliche Verursachung" von WP/StB Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann, original erschienen in: StuB 2012, 49 - 50.
BFHE 235, 241
BB 2011, 3119
BStBl II 2012, 122
Als weitere Voraussetzung muss der Schuldner ernsthaft mit seiner Inanspruchnahme rechnen (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122, Rz 12, m.w.N.).
Der rechtliche und wirtschaftliche Bezugspunkt der Verpflichtung muss in der Vergangenheit liegen, so dass die Verbindlichkeit nicht nur an Vergangenes anknüpft, sondern auch Vergangenes abgilt (BFH-Urteil in BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122, Rz 30, m.w.N.).
Einer weiteren Sanktionsandrohung --etwa in Form eines Bußgeldes-- bedarf es nicht (vgl. BFH-Urteil vom 8. September 2011 IV R 5/09, BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122; Heger, StbJB 2005/2006, S. 246; Blümich/Buciek, § 5 EStG Rz 793c).
Voraussetzung für die Bildung einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten ist das Bestehen einer nur ihrer Höhe nach ungewissen Verbindlichkeit oder die hinreichende Wahrscheinlichkeit des Entstehens einer Verbindlichkeit dem Grunde nach, deren Höhe zudem ungewiss sein kann (u.a. BFH-Urteil vom 8. September 2011 IV R 5/09, BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122, unter II.1.a der Gründe).
Diese Voraussetzungen gelten auch für Verpflichtungen aus öffentlichem Recht, die auf ein bestimmtes Handeln in Form einer Geldzahlung oder eines anderen Leistungsinhalts gerichtet sind, sofern die öffentlich-rechtliche Verpflichtung bereits konkretisiert, d.h. inhaltlich hinreichend bestimmt, in zeitlicher Nähe zum Bilanzstichtag zu erfüllen sowie sanktionsbewehrt ist (ständige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil in BFHE 240, 252, BStBl II 2013, 686; BFH-Urteile vom 8. September 2011 IV R 5/09, BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122; vom 17. Oktober 2013 IV R 7/11, BFHE 243, 256, BStBl II 2014, 302).
Da das Entgelt für den Schuldbeitritt unstreitig sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach betrieblich veranlasst war, führt es --mangels Erfüllung der Voraussetzungen für die Aktivierung eines Wirtschaftsguts-- zu sofort abziehbaren Betriebsausgaben (vgl. BFH-Urteil vom 8. September 2011 IV R 5/09, BFHE 235, 241, BStBl II 2012, 122).
FG Köln, 30.05.2012 - 10 K 2477/11