Source: https://www.paychex.de/news-liste/05-07-Zusaetzlicher-Beitragssatz-in-der-gesetzlichen-Krankenversicherung.html
Timestamp: 2018-07-18 23:44:37
Document Index: 247500180

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 241', '§ 20', '§ 257', '§ 257', '§ 241']

Zusätzlicher Beitragssatz | Paychex
Ab 1. Juli 2005 wird von den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung ein einheitlicher zusätzlicher Beitragssatz von 0,9 % erhoben. Im Folgenden wird dargestellt, welche Auswirkungen der zusätzliche Beitragssatz bei der Beitragsberechnung hat.
Da mit der Einführung des zusätzlichen Beitragssatzes die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr paritätisch aufgebracht werden, ist die Berechnung der Beitragsanteile nach § 2 Abs. 1 Satz 3 der Beitragszahlungsverordnung vorzunehmen: Beiträge, die vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer nicht je zur Hälfte getragen werden, sind als Summe der getrennt errechneten gerundeten Beitragsanteile zu ermitteln.
Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags ab 1. Juli 2005
Arbeitgeberanteil = Entgelt x ½ Beitragssatz
Arbeitnehmeranteil = Entgelt x (½ Beitragssatz + zusätzlicher Beitragssatz 0,9 %)
Der auf den zusätzlichen Beitragssatz entfallende Teil des Krankenversicherungsbeitrags ist nicht gesondert vom Krankenversicherungsbeitrag, der nach dem allgemeinen, erhöhten oder ermäßigten Beitragssatz ermittelt wird, zu erheben.
Beispiel Arbeitnehmer, versicherungspflichtig
monatliches Arbeitsentgelt 2.651,70 €
allgemeiner Beitragssatz der zuständigen Krankenkasse ab 1.7.2005 14,0 %
zusätzlicher Beitragssatz (§ 241a SGB V) 0,9 %
(2.651,70 € x 7,0 %) = 185,62 € Arbeitnehmeranteil
(2.651,70 € x [7,0 % + 0,9 %]) = 209,48 €
Gesamtbeitrag zur Krankenversicherung
(185,62 € + 209,48 €) = 395,10 €
Es ist jedoch zulässig, wenn der auf den zusätzlichen Beitragssatz entfallende Betrag eigenständig berechnet und dem Beitragsanteil des Arbeitnehmers, der sich nach dem halben allgemeinen, erhöhten oder ermäßigten Beitragssatz ergibt, hinzugerechnet wird (Gemeinsames Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherung vom 26.4.2005).
(2.651,70 € x 7,0 %) = 185,62 €
(2.651,70 € x 0,9 %) = 23,87 €
Gesamtbeitrag zur Krankenversicherung (185,62 € + 209,49 €) = 395,11 €
Für Arbeitnehmer, deren monatliches Arbeitsentgelt regelmäßig zwischen 400,01 € und 800,00 € liegt, werden die Sozialversicherungsbeiträge von einer ermäßigten Bemessungsgrundlage erhoben (Gleitzonenfall). Auch hier ist der Gesamtbeitrag nach den Bestimmungen der Beitragszahlungsverordnung zu ermitteln. (Es ist jedoch zulässig, wenn der auf den zusätzlichen Beitragssatz entfallende Betrag – wie im oberen Beispiel – eigenständig errechnet wird.)
Beispiel Arbeitnehmer mit Arbeitsentgelt in der Gleitzone
monatliches Arbeitsentgelt 600,00 €
ermäßigte Bemessungsgrundlage (2005) nach Gleitzonenformel 519,04 €
(519,04 € x 7,0 % + 519,04 € x 7,9 %) = 77,33 €
Arbeitgeberanteil 600,00 € x 7,0 % = 42,00 € Arbeitnehmeranteil 77,33 € ./. 42,00 € = 35,33 €
Bei Geringverdienern, das sind Versicherte, die im Rahmen ihrer betrieblichen Berufsausbildung (Auszubildende oder Vor- und Nachpraktikanten) monatlich höchstens 325 € Arbeitsentgelt erhalten, trägt der Arbeitgeber abweichend von den besonderen Vorschriften für die einzelnen Versicherungszweige den Gesamtsozialversicherungsbeitrag allein (§ 20 SGB IV Abs. 3). Diese Vorschrift gilt auch für den zusätzlichen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Beispiel Auszubildender mit 325 € Azubi-Vergütung (Geringverdiener)
monatliches Arbeitsentgelt 400,00 €
Beitragssatz für den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (Bundesknappschaft) 11,0 %
Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung
400,00 € x 11,0 % = 44,00 €
Arbeitgeberanteil = 44,00 € Arbeitnehmeranteil = 0,00 €
Für geringfügig Beschäftigte gilt der zusätzliche Beitragssatz nicht. Der Arbeitgeber hat bei geringfügig entlohnten Beschäftigten weiterhin den Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 11 % zu entrichten. An der Aufbringung dieses Beitrags ist der Arbeitnehmer nach wie vor nicht beteiligt.
Beispiel geringfügig Beschäftigter
Für freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer wird der Beitragszuschuss des Arbeitgebers abgesenkt. Sie erhalten als Beitragszuschuss des Arbeitgebers die Hälfte des Betrags, den sie bei Anwendung des allgemeinen Beitragssatzes tatsächlich zu zahlen haben (§ 257 Abs. 1 Satz 1 SGB V). Dadurch ist der auf den zusätzlichen Beitragssatz entfallende Betrag nicht zuschussfähig.
Beispiel Arbeitnehmer, freiwillig versichert
monatliches Arbeitsentgelt > 3.525,00 €
Gesamtbeitrag zur freiwilligen Krankenversicherung 525,23 €
3.525,00 € x 7,0 % = 246,75 € Beitragsbelastung des Arbeitnehmers
525,23 € ./. 246,75 € = 278,48 €
Arbeitnehmer, die bei einem privaten Versicherungsunternehmen krankenversichert sind, erhalten einen Zuschuss des Arbeitgebers in Höhe der Hälfte des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenkassen vom 1.1. des Vorjahres, höchstens jedoch die Hälfte des tatsächlich zu leistenden Beitrages (§ 257 Abs. 2 SGB V). Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung des laufenden Jahres. Da mit § 241a SGB V eine gesetzliche Beitragssatzverminderung wirksam wird, ist diese Beitragssatzminderung auch für den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung maßgebend.
Beispiel Arbeitnehmer, privat krankenversichert
monatliches Arbeitsentgelt > 3.525,00 €
durchschnittlicher allgemeiner Beitragssatz der Krankenkassen
- am 1.1.2004 14,3 %
- durch gesetzliche Beitragssatzminderung 0,9 % ab 1.7.2005 gültig 13,4 %
maximaler Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung
½ x 3.525,00 € x 13,4 % = 236,18 €
Zeitliche Zuordnung des Arbeitsentgelts
Für die Beitragsabrechnung ist laufendes Arbeitsentgelt dem Abrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem es erzielt wurde (Entstehungsprinzip). Der zusätzliche Beitragssatz ist demnach grundsätzlich für Entgeltgeltabrechnungszeiträume nach dem 30. Juni 2005 zu berücksichtigen. Wird laufendes Arbeitsentgelt für Abrechnungszeiträume für Abrechnungszeiträume vor dem 1.7.2005 nachgezahlt, bleibt der zusätzliche Beitragssatz unberücksichtigt.
Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist dem Entgeltabrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem es ausgezahlt wird (Zuflussprinzip). Bei beitragspflichtigen Sonderzahlungen, die nach dem 30. Juni 2005 ausgezahlt werden, ist also der zusätzliche Beitragssatz zu berücksichtigen.
Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Zusätzlicher Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung" zum Download als pdf-Datei.