Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201990,%202121
Timestamp: 2019-04-26 07:09:09
Document Index: 122661932

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH']

In dem Maße, wie dies dennoch der Fall ist, ist regelmäßig die Freiheit der Berufsausübung des Verpflichteten übermäßig eingeschränkt mit der Folge, dass das Wettbewerbsverbot sittenwidrig und damit nichtig ist (st. Rechtsprechung des BGH; Urteil vom 08.05.2000 - II ZR 308/98, NJW 2000, 2584 ; vom 29.10.1990 - II ZR 241/89, NJW 1991, 699 ; vom 28.04.1986 - II ZR 254/85, NJW 1986, 2944 ; vom 26.03.1984 - II ZR 229/83, NJW 1994, 2366).
Vielmehr muss jede vertragliche Beschränkung der Berufsausübung durch ein anerkennenswertes Bedürfnis des Vertragspartners gerechtfertigt sein (BGH, Urteil vom 29.10.1990 - II ZR 241/89, NJW 1991, 699 ).
Da sich diese Beziehungen nach einer gewissen Zeit verflüchtigen, muss das Konkurrenzverbot zeitlich begrenzt sein (Urteil vom 08.05.2000 - II ZR 308/98 -, NJW 2000, 2584 ; vom 29.10.1990 - II ZR 241/89 -, NJW 1991, 699 ).
Dem liegt die Erwägung zugrunde, dass eine zu weit gehende zeitliche Erstreckung der Beschränkung derart in Teilabschnitte zu zerlegen ist, dass diese sich als Teile eines ganzen Vertrags im Sinne des § 139 BGB darstellen mit der Folge, dass sie bei einem entsprechenden Parteiwillen mit einer kürzeren, nicht zu beanstandenden Laufzeit aufrechterhalten bleiben (st. Rechtsprechung, BGH, Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96 -, NJW 1997, 3089 ; vom 29.10.1990 - II ZR 241/89 -, NJW 1991, 699 ).
Die einen derart weit gehenden Schutz bezweckende Regelung in § 2 Abs. 2 Satz 3 und 4 des Gesellschaftsvertrags ist daher nichtig (vgl. hierzu auch BGH, Urteil vom 29.10.1990 - II ZR 241/89 -, NJW 1991, 699 , für den Fall eines Wettbewerbsverbots bei einer Steuerberaterkanzlei).
Dies überschreitet den den Gerichten eingeräumten Gestaltungsspielraum und widerspricht zudem dem mit § 138 BGB verfolgten Zweck, dem Betroffenen das Risiko der Sittenwidrigkeit eines Wettbewerbsverbots zuzuweisen (BGH, Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96 -, NJW 1997, 3089 ; vom 29.10.1990 - II ZR 241/89 -, NJW 1991, 699 ).
Nach seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft ist der Verfügungsbeklagte nicht gehalten, durch eigene geschäftliche Zurückhaltung die Gesellschaft vor wirtschaftlichen Nachteilen zu bewahren (BGH, Urteil vom 29.10.1990 - II ZR 241/89 -, NJW 1981, 699).