Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%2056/89
Timestamp: 2018-12-15 01:22:19
Document Index: 319990705

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 2', '§ 15', '§ 19', '§ 2', '§ 42', '§ 19', '§ 42', '§ 14']

BFH, 14.05.1992 - V R 56/89 - dejure.org
AO 1977 § 42; UStG 1980 § 2 Abs. 1, § 15 Abs. 1, § 19 Abs. 3 a. F
Erwerb eines Kfz - Berechtigung zum Vorsteuerabzug - Vorgeschalteter Ehegatte - Steuerabzugsbetrag
§§ 2, 15, 19 a. F. UStG 1980; § 42 AO
Umsatzsteuer; Zwischenvermietung zur Inanspruchnahme der Regelungen nach § 19 Abs. 3 UStG 1980
BFHE 168, 472
DB 1992, 2122
BStBl II 1992, 859
Der Mißbrauch kann auch darin bestehen, daß der Steuerpflichtige einen anderen zu einer derartigen unangemessenen Gestaltung veranlaßt und daraus einen ungerechtfertigten Steuervorteil zieht (BFH-Urteil in BFHE 168, 472, BStBl II 1992, 859).
Insoweit ist zu berücksichtigen, dass ein Missbrauch auch darin bestehen kann, dass der Steuerpflichtige einen anderen zu einer derartigen unangemessenen Gestaltung veranlasst und hieraus einen ungerechtfertigten Steuervorteil zieht (BFH, Urteil vom 14.05.1992 V R 56/89, BStBl II 1992, 859).
Ein Mißbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten i. S. des § 42 AO 1977 ist gegeben, wenn eine rechtliche Gestaltung gewählt wird, die zur Erreichung des erstrebten Ziels unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gründe nicht zu rechtfertigen ist (BFH-Urteile vom 14. Mai 1992 V R 56/89, BFHE 168, 472, BStBl II 1992, 859;… vom 5. Mai 1992 IX R 281/87, BFH/NV 1992, 661).
Gegenstand des umsatzsteuerrechtlichen Leistungsaustauschs ist allein, was der Leistende tatsächlich erbracht hat, nicht was unter Fremden üblicherweise vereinbart zu werden pflegt (vgl. Urteile des BFH vom 22. Juni 1989 V R 37/84, BFHE 158, 144; vom 14. Mai 1992 V R 56/89, aaO).
Das Motiv, Steuern zu sparen, macht eine rechtliche Gestaltung noch nicht unangemessen (Urteil des BFH vom 14. Mai 1992 V R 56/89, aaO).
Denn Voraussetzungen aller Fälle, in denen die "Vorschaltung" einer Person oder einer Gesellschaft angenommen wurde, ist, dass der den Vorsteuerabzug begehrende Leistungsempfänger dem Leistenden mit finanziellen Mitteln ausstattete und dieser daraufhin die Leistungen an den Leistungsempfänger erbrachte (…vgl. BFH-Urteile vom 30. März 2000 - V R 105/98, BFH/NV 2000, 1368, vom 15. April 1999 - V R 85/98, BFH/NV 1999, 1389;… vom 18. Dezember 1996 - XI R 12/96, BStBl. II 1997, 374, vom 29. Januar 1997 - XI R 27/95, BFH/NV 1997, 816; vom 18. Dezember 1996 - XI R 12/96, BStBl. II 1997, 374;… vom 7. September 1995 - V R 52/94, BFH/NV 1996, 443;… vom 8. Oktober 1992 - V R 92/87, BFH/NV 1994, 196; vom 10. September 1992 - V R 104/91, BStBl. II 1993, 253; vom 14. Mai 1992 - V R 56/89, BStBl. II 1992, 859, vom 16. Januar 1992 - V R 1/91, BStBl. II 1992, 541;… BFH-Beschluss vom 14. Januar 1999 - V B 156/97, BFH/NV 1999, 989; Hessisches Finanzgericht, Urteil vom 15. Juni 2004 - 6 K 2609/00, EFG 2005, 68; Finanzgericht Rheinland-Pfalz 6. Senat, Urteil vom 24. August 2000 - 6 K 2993/99, n.v., FG Münster, Urteil vom 3. Mai 2000 - 5 K 44/98 U, EFG 2001, 602).
(bb) Ist der Leistungsempfänger - wie hier die Klägerin - im Gegensatz zu der vorgenannten Fallkonstellation zum Vorsteuerabzug berechtigt, werden auch "besonders gekünstelte Gestaltungen" nicht als Gestaltungsmissbrauch qualifiziert (so ausdrücklich BFH-Urteil vom 14. Mai 1992 - V R 56/89, BStBl. II 1992, 859).
Kennzeichnend für ein missbräuchliche Gestaltung ist, dass der Steuerpflichtige nicht die vom Gesetzgeber vorausgesetzte "angemessene" rechtliche Gestaltung zum Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Ziele gebraucht, obwohl dafür beachtliche außersteuerliche Gründe nicht vorliegen, sondern einen ungewöhnlichen rechtlichen Weg wählt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers, das Ziel, Steuern zu sparen, nicht erreichbar sein soll (BFH-Urteil vom 26. März 1996 - IX R 51/92, BStBl. II 1996, 443; vom 14. Mai 1992 - V R 56/89, BStBl. II 1992, 859; vom 14. Januar 1992 - IX R 33/89, BStBl. II 1992, 549).
Dagegen hat der BFH einen Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten verneint, wenn dem anmietenden Ehegatten beim Eigenerwerb oder der Eigenherstellung des Wirtschaftsgutes der Vorsteuerabzug zugestanden hätte; die fehlender Mittel des anderen Teiles spielen in solchen Fällen keine Rolle (vgl. BFH-Urteile 13. Juli 1989 V R 8/86, BFHE 158, 166, BStBl II 1990, 100; vom 14. Mai 1992 V R 56/89, BFHE 168, 472, BStBl II 1992, 859, vom 8. Oktober 1992 V R 92/87, BFH/NV 1994, 196 …und vom 26. Januar 1995 V R 75/93, BFH/NV 1995, 931).
BFH, 09.12.1993 - V R 25/93
Rechtmäßigkeit der Steuerfestsetzung nach § 14 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz (UStG)
BFH, 14.05.1992 - V R 57/89
Bindung des Revisionsgerichts bei der Beurteilung von Prozesserklärungen an die …