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Timestamp: 2019-11-20 04:43:42
Document Index: 39847713

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 162', '§ 17', '§ 17', '§ 42', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 42', '§ 42', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 135', '§ 115']

FG Düsseldorf, 16 K 7445/00 F: FG Düsseldorf (Anschaffungskosten, Wirtschaftliches Interesse, Anteil, Kaufpreis, Darlehen, Kaufvertrag, Stundung, Verzinsung, Erwerb, Gestaltung)
Urteil des FG Düsseldorf vom 17.02.2004, 16 K 7445/00 F
Aktenzeichen: 16 K 7445/00 F
FG Düsseldorf (Anschaffungskosten, Wirtschaftliches Interesse, Anteil, Kaufpreis, Darlehen, Kaufvertrag, Stundung, Verzinsung, Erwerb, Gestaltung)
Finanzgericht Düsseldorf, 16 K 7445/00 F
2Streitig ist die Höhe eines Auflösungsverlustes nach § 17 EStG insoweit, als aus dem Erwerb von GmbH-Anteilen der Klägerin durch den Kläger Anschaffungskosten herrühren sollen.
3Am 31.12.1991 waren die Kläger zu je 25 % (nominal je 50.000,-- DM) an der Firma X- Gesellschaft für Leasing mbH (X-GmbH) beteiligt. Die Gesellschaft verleaste u. a. überwiegend hochwertige Automobile.
4Am 22.5.1992 veräußerte der Kläger die Hälfte seines Anteils (nominal 25.000,-- DM) zum Preis von 1 Mio DM an Herrn B. Den Kaufpreis gewährte der Kläger der X-GmbH als Darlehen.
5Am 15.7.1992 (Urkunde Nr. 259/92 Notar C) verkaufte die Klägerin ihren 25%igen Anteil (= nominal 50.000 ,-- DM) zum Preis von 2 Mio DM an den Kläger, der damit einen Anteil an der GmbH von 37,5 % besaß. I.H.v. 200.000,-- DM wurde der Kaufpreis durch den Kläger dadurch entrichtet, dass eine Kaufpreisschuld der Ehefrau aus dem im gleichen Vertrag vom Kläger veräußerten Geschäftsanteil i.H.v. 200.000,-- DM an der D Verwaltungs- Beteiligungsgesellschaft mbH mit der Kaufpreisschuld des Ehemannes aus dem Erwerb des hier strittigen Gesellschaftsanteils verrechnet wurde.
6Der noch verbleibende Restkaufpreis von 1.800.000,-- DM wurde laut Vertrag auf unbestimmte Zeit gestundet und war ab Vertragsschluss mit jährlich 10 % zu verzinsen. Die Zinsen waren jeweils nachträglich am 31.12. eines jeden Jahres fällig und wurden ebenfalls gestundet.
7Hinsichtlich der Kaufpreiszahlungsverpflichtung zuzüglich Zinsen unterwarf sich der Kläger im Vertrag der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen.
8Mit Rücksicht darauf, dass der Restkaufpreis von 1.800.000,-- DM zuzüglich 10 % Zinsen sowie ein Zugewinnausgleich der Ehefrau i.H.v. 500.000,-- DM zuzüglich 10 % Zinsen
aufgrund eines anderen notariellen Vertrages vom gleichen Tage gestundet wurden, erhielt die Ehefrau vom Kläger im notariellen Vertrag vom 15.7.1992 diverse Sicherheiten.
9Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Vereinbarungen im notariellen Vertrag vom 15.7.1992 verwiesen.
10Am 16.10.1992 stellte die X-GmbH beim Amtsgericht den Konkursantrag, der am 3.12.1992 mangels Masse abgelehnt wurde.
11Wegen Nichtabgabe der Einkommensteuererklärung 1992 schätzte das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen gem. § 162 AO. Gegen den Schätzungsbescheid legten die Kläger Einspruch ein und reichten zur Begründung am 28.12.1994 die Steuererklärung ein.
12Hierin machte der Kläger u.a. nach § 17 EStG einen Veräußerungsverlust aus dem Konkurs der X-GmbH in Höhe von insgesamt 3.280.421 DM geltend.
Der Verlust wurde im Einspruchsverfahren reduziert auf: 13
1. GmbH Anteil - Anschaffungskosten 25.000 DM
2. Kaufpreis für den Erwerb des Anteils der Klägerin durch Vertrag v. 15.7.1992 2.000.000 DM
3. verlorenes Darlehen finanziert aus dem Kaufpreis Herrn B 1.000.000 DM
4. weiteres verlorenes Darlehen aus dem Jahr 1989 150.000 DM
5. kapitalersetzende Sicherheit 50.421 DM
Summe 3.225.421 DM
15Das Finanzamt erkannte den geltend gemachten Verlust zunächst nicht an. Im Einspruchsverfahren ging das Finanzamt davon aus, dass ein Verlust grundsätzlich anzuerkennen sei. Die Übertragung der Anteile sei jedoch unengeltlich erfolgt, da keine echten Gegenleistungen vorlägen.
16Im weiteren Fortgang des Vorverfahrens erzielten die Beteiligten teilweise Einigung über die Höhe des aus der Beteiligung des Klägers an der X-GmbH resultierenden Verlustes. Aufgrund der eingereichten Unterlagen ermittelte das Finanzamt im Einspruchsverfahren den Verlust wie folgt:
Anschaffungskosten GmbH-Anteil 25.000 DM
Darlehen aus Kaufpreis Herrn B 1.000.000 DM
Kaufpreisverrechnung aus Anteilserwerb an der D Verwaltungs-Beteiligungs- GmbH Verrechnung des Kaufpreises aus einer Anteilsübertragung des Klägers an seine Ehefrau betreffend die E GmbH mit der Forderung der Ehefrau aus der 200.000 DM
Übertragung der X-GmbH -Anteile
Abtretung eines Steuererstattungsan- spruches durch den Kläger an seine Ehefrau ( Einkommensteuer 1997, Bescheid vom 18.4.2000 ) 337.926 DM
180.000 DM Begleichung des von der Ehefrau geschuldeten Kaufpreises für deren Anteilserwerb an der F GmbH&Co.KG durch den Kläger in den Jahren 1996 und 1997 unter Anrechnung auf seine Schulden gegenüber der Ehefrau
Scheckzahlung vom September 1999 als Kaufpreisrate auf den Anteilserwerb X-GmbH 150.000 DM
Scheckzahlung des Klägers vom November 1999 an die Ehefrau als Kaufpreiszahlung für den Anteilserwerb X-GmbH 40.000 DM
Summe: 1.992.926 DM
18Damit erkannte das Finanzamt bezüglich des strittigen Kaufpreisanspruches von 2 Mio DM aus dem Notarvertrag vom 15.7.1992 einen Betrag von 967.926 DM an ( Verrechnung mit Kaufpreis D GmbH = 200.000 DM, mit E-GmbH = 60.000 DM, mit Steuererstattung = 337.926 DM, mit F-GmbH & CoKG = 180.000 DM, mit Scheckzahlung über 150.000 DM und über 40.000 DM ).
19Es berücksichtigte bei der Verlustfeststellung im Rahmen von § 17 EStG nicht den Verkauf des Einfamilienhausgrundstückes Z-Strasse vom 24.6.1999 durch den Kläger an seine Ehefrau ( Notarvertrag Nr. 291 für 1999, Notar C). Trotz mehrfacher Aufforderung, so die Einspruchsentscheidung, habe der Kläger den Eintrag der Eigentumsübertragung im Grundbuch nicht nachgewiesen.
20Die Kläger sind der Ansicht es müsse ein höherer Auflösungsverlust aus der Beteiligung an der X-GmbH als bisher berücksichtigt anerkannt werden.
21Die Kläger haben den ursprünglichen Klageantrag in der mündlichen Verhandlung eingeschränkt und beantragen nunmehr,
22den Verlustfeststellungsbescheid zum 31.12.1992 vom 13.7.2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 6.11.2000 abzuändern und den festgestellten Verlust um weitere 1.032.074,-- DM zu erhöhen.
Klageabweisung. 24
25Es sei fraglich, ob die Grundstücksübertragung Z-Strasse einem Fremdvergleich standhalte, es könne auch Rechtsmissbrauch im Sinne des § 42 AO vorliegen.
26Die Klägerseite ist mit Schreiben des Gerichts vom 19.11.2003 darauf hingewiesen worden, dass unter anderem auch zu prüfen sei, ob der unter nahen Angehörigen abgeschlossene Anteilsübertragungsvertrag vom 15.7.1992 einem Fremdvergleich standhält. Ferner wurden die Kläger um Mitteilung gebeten, welche Anschaffungskosten die Klägerin für ihren 25-Prozent-Anteil an der X-GmbH hatte. Hierauf haben sie mit Schriftsatz vom 7.12.2003 die damalige Anmeldung zum Handelsregister eingereicht.
Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Protokolle der mündlichen Verhandlungen vom 27
12.11.2003 ( Vertagung ) und vom 17.2.2004 Bezug genommen.
31I. Ein höherer aus dem Konkurs über das Vermögen der X-GmbH resultierender Auflösungsverlust des Klägers als bislang vom Beklagten berücksichtigt, ist nicht nach § 17 EStG anzuerkennen.
321. Nach § 17 Abs. 1 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung gehört zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Veräußerer innerhalb der letzten fünf Jahre am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt war und die innerhalb eines Veranlagungszeitraums veräußerten Anteile ein Prozent des Kapitals der Gesellschaft übersteigen. Veräußerungsgewinn i.S. des Absatzes 1 ist der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten die Anschaffungskosten übersteigt (§ 17 Abs. 2 Satz 1 EStG). Die Absätze 1-3 sind entsprechend anzuwenden, wenn eine Kapitalgesellschaft aufgelöst wird (§ 17 Abs. 4 Satz 1, 1. Alternative EStG).
33Dem Kläger sind keine zusätzlichen Anschaffungskosten durch den Anteilserwerb von der Ehefrau mit notariellem Vertrag vom 15.7.1992 entstanden, die die begehrte höhere Verlustfeststellung rechtfertigen könnten.
34Verträge zwischen nahen Angehörigen wie im Streitfall sind steuerrechtlich nur dann anzuerkennen, wenn sie klar und eindeutig vereinbart, ernsthaft gewollt und bürgerlichrechtlich wirksam abgeschlossen sind. Ferner muss der Vertrag tatsächlich durchgeführt werden und nach Inhalt und Durchführung einem Fremdvergleich standhalten. Maßgebend für die Beurteilung, ob ein Vertrag zwischen Angehörigen den Anforderungen entspricht, ist die Gesamtheit der objektiven Gegebenheiten. Diese allgemeinen Grundsätze gelten auch, wenn eine Anteilsveräußerung zwischen Angehörigen im Rahmen des § 17 EStG zu überprüfen ist ( so BFH-Urteil vom 10.11.1998 VIII R 28/97, BFH/NV 1999, 616 ; vgl. zur Überprüfung von Kaufverträgen zwischen Angehörigen BFH-Urteile vom 24. 10. 1978 VIII R 172/75, BFHE 126, 282, BStBl II 1979, 135; vom 18. 1. 1990 IV R 50/88, BFH/NV 1990, 693, und vom 6. 11. 1991 XI R 2/90, BFH/NV 1992, 297).
35Die besonderen Anforderungen an Angehörigenverträge sind verfassungsgemäß. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 7. 11. 1995 2 BvR 802/90 (BStBl II 1996, 34) die BFH-Rechtsprechung grundsätzlich gebilligt.
362. Die Anwendung dieser Rechtsgrundsätze auf den Streitfall führt dazu, dass der notariell beurkundete Vertrag vom 15.7. 1992 steuerrechtlich nicht als Kaufvertrag über einen entgeltlichen Anteilserwerb zu einem Preis von 2 Mio DM anzuerkennen ist. Der Vertrag hält einem Fremdvergleich nicht stand.
37Bei dem komplexen Vertragswerk handelt es sich zivilrechtlich, soweit der hier zu entscheidende Sachverhalt betroffen ist, um einen Anteilskaufvertrag, bei dem der größte Teil des Kaufpreises auf unbestimmte Zeit gestundet wurde i.V.m. einer entsprechenden Verzinsung, die ihrerseits wiederum auf unbestimmte Zeit gestundet wurde.
Ein fremder Dritter hätte sich als Veräußerer der Gesellschaftsanteile auf eine vergleichbare Regelung nur dann eingelassen, wenn zumindest die ausbedungenen 28 29
Zinsen regelmäßig zu entrichten gewesen wären. Dies folgt aus der Wahrung eigener wirtschaftlicher Interessen, von der bei einem fremden Dritten ohne weiteres auszugehen ist. Die stattdessen vereinbarte unbestimmte Stundung des ganz überwiegenden Kaufpreises von 1,8 Mio DM in Kombination mit einer ebenfalls zeitlich unbestimmten Stundung der hierfür zu entrichtenden Zinsrate ist dagegen bei einem Geschäft unter Dritten nicht vorstellbar, sondern nur im familiären Bereich denkbar. Hieran ändern auch die der Klägerin vertraglich eingeräumten umfangreichen Sicherheiten nichts. Ein fremder Dritter hätte als Verkäufer trotzdem auf einer zeitnahen tatsächlichen Verzinsung des gestundeten Kaufpreises durch entsprechende Zinszahlungen bestandet. Die Sicherheiten können allenfalls die Stundung des Kaufpreises rechtfertigen, nicht aber zusätzlich auch die Stundung der Zinsen, welche gerade wegen des gestundeten Kaufpreises vereinbart wurden.
Damit liegt für das gesamte Rechtsgeschäft, also auch für den Anteilsverkauf selbst, eine unübliche, dem Drittvergleich nicht standhaltende Gestaltung vor. Unerheblich ist hierbei die Ableitung des Ergebnisses aus der Stundungsabrede hinsichtlich des geschuldeten Zinses. Kaufvertrag sowie die Verzinsungs- und Stundungsvereinbarungen sind hier ein untrennbares Ganzes. Die Vertragspartner haben ein einheitliches zusammengehörendes Rechtsgeschäft gewollt. Die tatsächliche, also nicht nur die "auf dem Papier stehende" Verzinsung ist für einen fremden und kaufmännisch vernünftig denkenden Dritten angesichts der hier zu beurteilenden Vertragsgestaltung eine entscheidende Hauptpflicht des Zinsschuldners und gleichzeitigen Anteilserwerbers. Wegen des einheitlichen Rechtsgeschäftes unterscheidet sich der Fall von dem BFH-Urteil vom 15.10.2002 IX R 46/01, BFHE 200,372, BStBl II 2003,243, in dem ein der Kaufpreisfinanzierung dienendes Darlehen bei einem Kreditinstitut, also einem nicht am Vertrag beteiligten Dritten, aufgenommen worden war.
40Somit sind die späteren, vom Finanzamt und den Klägern als Kaufpreiszahlung behandelten Leistungen des Klägers in Höhe von 767.926 DM ( 60.000 DM für E-GmbH, 337.926 DM wegen der Abtretung des Steuererstattungsanspruches, 180.000 DM als Kaufpreiszahlung F-GmbH & Co KG, 150.000 DM und 40.000 DM als Scheckzahlung) zu Unrecht als Anschaffungskosten bei § 17 EStG berücksichtigt worden. Das Vertragverhältnis ist insgesamt nicht anzuerkennen ( ständige Rechtsprechung, vgl. BFH vom 15.10.2002 a.a.O. ).
413. Die fehlende Anerkennung des Vertrages vom 15.7.1992 folgt auch aus § 42 der Abgabenordnung (AO). Der Anteilserwerb in der vertraglich vereinbarten Art und Weise stellt nämlich einen Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne der vorerwähnten Vorschrift dar. Durch Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts kann das Steuergesetz nicht umgangen werden. Liegt ein Missbrauch vor, so entsteht der Steueranspruch so, wie er bei einer den wirtschaftlichen Vorgängen angemessenen rechtlichen Gestaltung entsteht (§ 42 Abs. 1 Sätze 1 und 2 AO).
42Nach dem Ergebnis der ersten mündlichen Verhandlung vom 12.11.2003 sollte die Eigenkapitalbasis der X-GmbH auf Wunsch der Banken verstärkt werden, was durch Anteilsverkäufe möglich war. Bei einer derartigen Sachlage ist aber kein vernünftiges wirtschaftliches Interesse bzw. Bedürfnis dafür erkennbar, die Anteile zunächst - ohne dass das für die Stärkung der Eigenkapitalbasis nötige Finanzkapital tatsächlich fließt -, allein in der Hoffnung auf einen noch höheren Erlös beim Kläger "zu parken"
( so aber das Sitzungsprotokoll vom 12.11.2003), um sie erst später weiter zu veräußern. Es hätte nahegelegen, diese Anteile sogleich - wie schon zuvor bei dem Kaufvertrag mit 39
Herrn B geschehen - zu einem angemessenen Preis an Dritte zu verkaufen, um auf diese Weise rasch die erforderliche Stärkung des Eigenkapitals zu erreichen. Die hier gewählte Konstruktion der "Zwischenschaltung" des Klägers als eines Familienangehörigen, welcher erstmals durch diesen Anteilserwerb "wesentlich"
44( nämlich mit 37,5 %) i.S.v. § 17 an der GmbH beteiligt war, erklärt sich nur vor dem Hintergrund, damit nicht auszuschließende Auflösungsverluste aus der GmbH-Beteiligung steuerlich im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung geltend machen zu können.
454. Auch wenn man in dem Vertrag des Klägers vom Juli 1992 mit der Ehefrau einen (teil ) unentgeltlicher Anteilserwerb des Klägers im Sinne von § 17 Abs. 2 Satz 3 EStG sehen würde, könnten keine höheren Anschaffungskosten als die bislang berücksichtigten anerkannt werden. Mangels anderweitiger Klägerangaben ist von Gesamtanschaffungskosten der Ehefrau von maximal 50.000 DM auszugehen. Selbst wenn man (ohne Rücksicht auf eine ggf. in Betracht kommende Quotierung) diese Anschaffungskosten dem Kläger als Rechtsnachfolger in voller Höhe zurechnen würde, wären sie schon dadurch im Ergebnis berücksichtigt, dass der Beklagte aus dem Kaufvertrag den oben angeführten weit höheren Betrag von insgesamt 767.926 DM zu Unrecht als Anschaffungskosten berücksichtigt hat.
46II. Anschaffungskosten der Klägerin sind bei der Berechnung des Auflösungsverlustes nach § 17 Abs. 4 Satz 1 EStG nicht zu berücksichtigen. Diese war im Streitzeitraum mit dem 25- Prozent Anteil nicht "wesentlich" im Sinne von § 17 EStG an der GmbH beteiligt. Hierunter fallen nur solche Beteiligungen, die mehr als ein Viertel ausmachen (§ 17 Abs. 1 Satz 4 EStG 1992 ).
III. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 1 Finanzgerichtsordnung ( FGO ). 47
48IV. Die Revision wird nicht zugelassen. Die Voraussetzungen des § 115 FGO liegen nicht vor.
16 K 7445/00 F
Anschaffungskosten, Wirtschaftliches Interesse, Anteil, Kaufpreis, Darlehen, Kaufvertrag, Stundung, Verzinsung, Erwerb, Gestaltung