Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+10,+399
Timestamp: 2018-11-18 19:39:32
Document Index: 228475177

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'OGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', '§ 211', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'OGH']

BGH, 22.10.1957 - 1 StR 435/57 - dejure.org
BGH, 22.10.1957 - 1 StR 435/57
Vorliegen des Mordmerkmals Habgier bei Handeln in Absicht des Freiwerdens von Unterhaltspflichten
BGHSt 10, 399
NJW 1957, 1808
MDR 1958, 48
Habgier bedeutet schon nach allgemeinem Sprachgebrauch ein Streben nach materiellen Gütern oder Vorteilen, das in seiner Hemmungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit das erträgliche Maß weit übersteigt (vgl. BGHSt 10, 399; BGH, Urteile vom 22. September 1953 - 1 StR 372/53; vom 5. Januar 1954 - 1 StR 603/53; vom 13. November 1979 - 1 StR 526/79; OGHSt 1, 81; 1, 87, 90; 1, 133, 136; 1, 365, 366).
Auch die Absicht, sich durch die Tötung von einer drückenden Schuld oder einer Unterhaltsverpflichtung zu befreien, begründet nach der Rechtsprechung das Mordmerkmal der Habgier (vgl. OGHSt 1, 81; BGHSt 10, 399).
OLG Celle, 18.10.2007 - 1 Ws 367/07
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Zwar kann das Mordmerkmal der Habgier im Sinne von § 211 Abs. 2 StGB auch dann gegeben sein, wenn der Täter tötet, um sich von einer Zahlungsverpflichtung zu befreien oder um auf ihn zukommende Ansprüche bereits im Keim zu ersticken (BGHSt 10, 399;… MüKo-Schneider, StGB, § 211 Rdnr. 65;… Tröndle/Fischer, StGB, 54. Aufl., § 211 Rdnr. 8 a jew. M. w. N.).
Bedenken bestehen auch nicht gegen die Annahme, daß beide Angeklagte aus Habgier (vgl. BGHSt 10, 399) und heimtückisch gehandelt haben (vgl. BGHSt 3, 183, 185 [BGH 30.09.1952 - 1 StR 296/52]; 6, 120, 121 [BGH 05.05.1954 - 1 StR 626/53]; 11, 139, 143) [BGH 02.12.1957 - GSSt - 3/57].
Die Annahme der Habgier (UA S. 58, 59) ist deshalb rechtlich nicht zu beanstanden (BGHSt 10, 399).
Derart handelt nur, wer "um jeden Preis unter Mißachtung der Rechte und Interessent Dritter nach Gewinn strebt" (OGHSt 1, 133, 136; 1 StB 691/54 vom 1. Februar 1955), wer ein "übertriebenes", "ungezügeltes" Streben nach wirtschaftlichen Vorteilen an den Tag legt (vgl. BGHSt 10, 399; BGH 3 StR 46/50 und 3 StR 51/50 je vom 20. Februar 1951; 3 StR 84/54 vom 8. Juli 1954).
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Habgier ist ein übertriebenes Streben nach wirtschaftlichen Vorteilen (BGHSt 10, 399).
Außer auf grausame und heimtückische Art hat sie der Beschwerdeführer somit auch aus Habgier (BGHSt 10, 399) und in der Absicht getötet, eine andere Straftat zu ermöglichen und zu verdecken (OGHSt 2, 19).