Source: https://www.steuerschroeder.de/steuerlexikon/154307/Kinder%20-%20Berufsausbildung
Timestamp: 2018-07-22 20:17:49
Document Index: 368722002

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 32', '§ 8', '§ 32', '§ 32', '§ 32']

Steuerlexikon von A-Z Kinder - Berufsausbildung
Zwangspause vor und nach Ableistung des Wehr- oder Zivildienstes
Belegung weiterer Semester
Der Besuch von Abend- oder Tageskursen von nur kurzer Dauer täglich kann nicht als Berufsausbildung angesehen werden. Unterbrechungszeiten wegen Erkrankung oder Mutterschaft zählen auch zur Berufsausbildung. Zeiten des Erziehungsurlaubs bzw. der Elternzeit zählen dagegen nicht zur Ausbildung, da die Kinderbetreuung im Vordergrund steht (BZSt, 16.07.2012 - St II 2 - S 2280-DA/12/00002, DA-FamEStG 63.3.2.8, BStBl I 2012, 774 sowie BFH, 15.07.2003 - VIII R 47/02, BStBl II 2003, 848). In Berufsausbildung befindet sich, wer seine Berufsziele noch nicht erreicht hat, sich aber ernstlich darauf vorbereitet (BFH, 09.06.1999 - VI R 50/98, BStBl II 1999, 706). Die Ferienzeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten gehört zur Berufsausbildung, nicht aber die Übergangszeit zwischen dem Abschluss der Berufsausbildung und dem Berufsantritt sowie die Probezeit bei erstmaligem Berufsantritt (BFH, 31.01.1964 - VI 5/63, BStBl II 1964, 300). Zur Berücksichtigung eines Kindes bei einem Auslandsaufenthalt in einem sog. "Au-pair-Verhältnis" vgl. Kinder - Au-pair-Tätigkeit.
Wesentlich ist die Auffassung des BFH, dass die Ausbildungsmaßnahme weder in einer Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschrieben noch dass diese Kenntnisse zwingend notwendig sein müssen. Denn den Eltern und dem Kind kommt bei der Gestaltung der Ausbildung von Verfassungswegen ein weiter Entscheidungsspielraum zu. Dies gilt auch in Bezug auf eine Ausbildung im Ausland.
Eltern haben für Kinder bis 25 Jahren, die ein Praktikum ableisten, in der Regel Anspruch auf Kindergeld. Mit Urteil vom 09.06. 2011 - III R 28/09 -hat der BFH entschieden, dass die Vergütung für ein Praktikum während des Studiums zu den für den Bezug des Kindergelds schädlichen Einnahmen zählt. Sie kann nicht um die Kosten für Miete und Verpflegungsmehraufwand gekürzt werden, wenn gleichzeitig der Wohnsitz am Studienort aufgegeben wird. Derartige Aufwendungen für die auswärtige Unterbringung des Kindes in Ausbildung seien durch den Jahresgrenzbetrag für eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes von derzeit 8.004 EUR abgegolten. Im Streitfall unterbrach das Kind, das seinen Lebensmittelpunkt unverändert im Haus der Eltern beibehalten hatte, sein Studium im Inland und gab seine Wohnung am Studienort auf, um in den USA ein berufsbezogenes Praktikum zu absolvieren. Der BFH verneinte den Anspruch auf Kindergeld. Da das Kind seine Wohnung am Studienort aufgegeben hatte, könnten die Miet- und Verpflegungsmehraufwendungen nicht unter dem Gesichtspunkt der doppelten Haushaltsführung bei der Ermittlung seiner Auslandseinkünfte abgezogen werden. Der Abzug dieser Aufwendungen nach Reisekostengrundsätzen bei der Ermittlung der übrigen Einkünfte und Bezüge scheitere daran, dass die (unterbrochene) Ausbildung an der regelmäßigen inländischen Ausbildungsstätte keiner Einkunftsart zuzurechnen sei. Zudem könnten die nach obigen Grundsätzen ermittelten Einkünfte und Bezüge nach ständiger Rechtsprechung auch nicht um den ausbildungsbedingten Mehraufwand gekürzt werden, da bei der Bemessung des Jahresgrenzbetrages nach § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG der erhöhte Lebensbedarf eines auswärts untergebrachten Kindes in Ausbildung bereits berücksichtigt sei.
Handelt es sich um ein Praktikum innerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses, können die Kosten für Unterkunft und Verpflegung berücksichtigt werden.
Wie bei einem Kind ohne Ausbildungsplatz kann die Einbeziehung der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungszeiten bis 2011 auch nachteilig sein, wenn der in diesem Zeitraum erzielte Lohn des Kindes zum Überschreiten der Jahreseinkunftsgrenze führt.
6. Zwangspause vor und nach Ableistung des Wehr- oder Zivildienstes
7. Traineeeinsatz
8. Belegung weiterer Semester
9. Wiederholungsprüfung
10. Abitur für Nichtschüler
11. Fortbildung zur Handelsfachwirtin
12. Zweitausbildung / Zweitstudium
Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung und eines Erststudiums wird ein Kind in den Fällen des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nummer 2 EStG ab 2012 nur berücksichtigt, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Sinne der §§ 8 und 8a SGB IV sind unschädlich. Zu Einzelheiten vgl. BMF, 07.12.2011 - IV C 4 - S 2282/07/0001:01.
Ein Kind schließt nach dem Abitur zunächst eine Berufsausbildung mit der Gesellenprüfung ab und studiert ab dem Jahr 2010. Ab dem 20.07.2012 nimmt es unbefristet eine Teilzeitbeschäftigung mit 30 Stunden pro Woche auf.
Aufgrund des Studiums ist das Kind nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a EStG zu berücksichtigen. Das Studium wird jedoch nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung durchgeführt, sodass das Kind nach § 32 Absatz 4 Satz 2 EStG nur berücksichtigt werden kann, wenn es keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Die Erwerbstätigkeit des Kindes ist gemäß § 32 Absatz 4 Satz 3 EStG daher zwar grundsätzlich als schädlich einzustufen. Das Kind kann aber für jeden Kalendermonat berücksichtigt werden, in dem wenigstens an einem Tag die Anspruchsvoraussetzungen - hier "keiner Erwerbstätigkeit nachgeht" - vorgelegen haben, somit für die Monate Januar bis Juli 2012. Für die Monate August bis Dezember 2012 ist eine Berücksichtigung des Kindes nicht möglich.