Source: https://www.fibucom.com/wohnungseigentumsgesetz/hausverwaltung/1059-die-aufgaben-rechte-und-pflichten-der-hausverwaltung.html
Timestamp: 2019-02-21 07:32:10
Document Index: 17834465

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 21', '§ 21', '§ 27', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 25', '§ 46']

Im Wohnungseigentumsgesetz werden sie keine abschließende Aufzählung der Aufgaben und Rechte eines WEG-Verwalters an einem zentralen Platz finden. Die Rechte und Pflichten des Hausverwalters bestimmen sich hinsichtlich der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums nach
1. den Vorschriften des WEG
2. den Regelungen der Teilungserklärung / der Gemeinschaftsordnung der Wohnungseigentümergemeinschaft
3. den nach § 10 Abs. 1 Satz 2 WEG getroffenen Vereinbarungen
4. den Beschlüssen der Eigentümergemeinschaft
5. den Vorschriften des BGB.
Die Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes
Der Gesetzgeber hat in den §§ 21, 23, 24, 25, 27, 28, 43 Wohnungseigentumsgesetz die Rechte und Pflichten der Wohnungseigentümer und der Hausverwaltung umrissen.
§ 21 WEG beschäftigt sich mit der Verwaltung allgemein
Zu einer ordnungsmäßigen, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer entsprechenden Verwaltung gehört insbesondere:
Die Punkte 1 bis 5 liegen in der Hand der Wohnungseigentümergemeinschaft, sie muss hierzu Beschlüsse fassen. Praktisch bedeutet dies, dass die Aufstellung einer Hausordnung oder die notwendigen Instandhaltungen und Instandsetzungen des gemeinschaftlichen Eigentums von der Eigentümergemeinschaft zu beschließen sind. Die Hausverwaltung ist ausführendes Organ.
Die Aufgaben und Befugnisse des WEG-Verwalters sind in § 27 WEG geregelt
Der Verwalter ist berechtigt und verpflichtet:
die für die ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eingentums erforderlichen Maßnahmen zu treffen;
die gemeinschaftlichen Gelder zu verwalten.
Der Verwalter ist weiter berechtigt und verpflichtet im Namen aller Wohnungseigentümer und mit Wirkung für und gegen sie:
die Erklärungen abzugeben, die zur Vornahme der in § 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG bezeichneten Maßnahmen erforderlich sind (§ 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG lautet: "Zu einer ordnungsmäßigen, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer entsprechenden Verwaltung gehört insbesondere die Duldung aller Maßnahmen, die zur Herstellung einer Fernsprechteilnehmereinrichtung, einer Rundfunkempfangsanlage oder eines Energieversorgungsanschlusses zugunsten eines Wohnungseigentümers erforderlich sind.")
Der Verwalter ist verpflichtet, Gelder der Wohnungseigentümer von seinem Vermögen gesondert zu halten. Die Verfügung über solche Gelder kann von der Zustimmung eines Wohnungseigentümers oder eines Dritten abhängig gemacht werden.
Der Hausverwalter kann von den Wohnungseigentümern die Ausstellung einer Vollmachtsurkunde verlangen, aus der der Umfang seiner Vertretungsmacht ersichtlich ist.
Die Buchhaltung der WEG - Wirtschaftsplan und Rechnungslegung sind eine Kernaufgabe der Hausverwaltung
die Beitragsleistung der Wohnungseigentümer zu der in § 21 Abs. 5 Nr. 4 WEG vorgesehenen Instandhaltungsrückstellung.
Die Wohnungseigentümer sind verpflichtet, nach Abruf durch den Verwalter dem beschlossenen Wirtschaftsplan entsprechende Vorschüsse zu leisten.
Der Hausverwalter hat nach Ablauf des Kalenderjahres eine Abrechnung aufzustellen.
Die Aufgaben des WEG-Verwalters rund um die Eigentümerversammlung
Die Eigentümerversammlung wird von dem Verwalter mindestens einmal im Jahr einberufen. Die Einberufung hat in Textform zu erfolgen. Die Frist der Einberufung soll, sofern nicht ein Fall besonderer Dringlichkeit vorliegt, mindestens zwei Wochen betragen.
Eine Eigentümerversammlung ist vom WEG-Verwalter auch einzuberufen, wenn dies in den durch Vereinbarung der Wohnungseigentümer bestimmten Fällen notwendig ist oder wenn dies schriftlich unter Angabe des Zweckes und der Gründe von mehr als einem Viertel der Wohnungseigentümer verlangt wird.
Der WEG-Verwalter muss die Beschluss-Sammlung führen
Ist eine Versammlung nicht beschlussfähig (§ 25 Abs. 4 WEG), muss die Hausverwaltung eine neue Versammlung mit dem gleichen Gegenstand einberufen.
§ 46 Abs. 1 WEG: Das Amtsgericht, in dessen Bezirk das Grundstück liegt, entscheidet im Verfahren der Zivilprozessordnung auf Antrag eines Wohnungseigentümers oder des Verwalters über die Gültigkeit von Beschlüssen der Wohnungseigentümer.
Die Rechte, Pflichten und Aufgaben einer Hausverwaltung sind durch das Wohnungseigentumsgesetz eindeutig und grundsätzlich geregelt. Hinzu kommen am 01. August 2018 neue Bestimmungen zur Zulassung eines WEG-Verwalters. Kredite, die Führung von Konten auf eigenen Namen, die Durchführung von Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen ohne Auftrag der Gemeinschaft liegen außerhalb der Befugnisse eines Hausverwalters. Solche Regelungen geben allen beteiligten Parteien einen eindeutigen Handlungsrahmen. Oder, wie man so schön sagt, dadurch wissen alle Beteiligten „woran sie sind“.