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Timestamp: 2016-10-26 17:16:35
Document Index: 161055498

Matched Legal Cases: ['Art. 137', 'BGE', 'Art. 137', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 610/06 (04.07.2007)
U 610/06
R.________, 1975, Beschwerdef�hrerin, vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. Max Sidler, Unterm�li 6, 6302 Zug,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 15. November 2006.
Die 1975 geborene R.________ war seit August 1990 bei der Fabrik V.________ angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 20. M�rz 2001 kollidierte sie als Fahrzeuglenkerin beim Spurwechsel mit einen anderen Auto. Der gleichentags aufgesuchte Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt FMH f�r Allgemeinmedizin, fand multiple Kontusionsmarken und diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbels�ule (Bericht vom 6. April 2001). Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen, indem sie f�r die Heilbehandlung aufkam und Taggelder ausrichtete. R.________ nahm am 17. April 2001 ihre Arbeit wieder halbtags auf, klagte aber zunehmend �ber Beschwerden im rechten Arm, sodass sie sich vom 19. September bis 24. Oktober 2001 in der Klinik B.________ aufhielt. Dieser Aufenthalt brachte jedoch keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes, zumal eine psychische Problematik in Form einer Anpassungsst�rung mit l�ngerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) weit im Vordergrund stand (Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 20. M�rz 2001).
Am 17. August 2002 erlitt R.________ einen Auffahrunfall und zog sich dabei eine erneute HWS-Distorsion zu (Arztzeugnis des Dr. med. G.________ vom 30. August 2002). Mit Verf�gung vom 23. Februar 2005 stellte die SUVA ihre bis dahin erbrachten Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) auf den 31. M�rz 2005 ein, da die nun noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 21. M�rz 2006 fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 15. November 2006 ab.
R.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihr �ber den 31. M�rz 2005 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Die erste Eingabe vom 21. Dezember 2006 wurde mit pr�sidialer Verf�gung vom 30. Januar 2007 zur Verbesserung an die Versicherte zur�ckgewiesen, da sie Ausf�hrungen ungeb�hrlichen Inhalts enthielt. Am 8. Februar 2007 (Posteingang) ist sie dieser Verpflichtung nachgekommen und hat ihre Beschwerdeschrift zugleich erg�nzt. Mit nachtr�glicher Eingabe vom 6. M�rz 2007 reicht die Versicherte ausserdem einen medizinischen Aufsatz ein.
W�hrend die SUVA auf Abweisung schliesst, hat das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist k�nnen - ausser im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels - keine neuen Akten mehr eingebracht werden. Vorzubehalten ist immerhin der Fall, dass solche Aktenst�cke neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen und als solche eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen k�nnten (BGE 127 V 353). Derartige massgebende neue Gesichtspunkte sind in den nachtr�glich eingereichten Akten indes nicht enthalten. Sie sind daher unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel im Sinne von Art. 137 lit. b OG unerheblich und haben bei der Beurteilung ausser Acht zu bleiben. Ebensowenig kann demnach auf die nach Ablauf der Rechtsmittelfrist vorgenommenen Erg�nzungen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingetreten werden.
3.1 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) erforderlichen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und Gesundheitsschaden im Allgemeinen (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286 E. 1b S. 289, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E. 4.3.1 S. 406) sowie bei Unf�llen mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) im Besonderen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 340 f.) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt f�r die Beweislastverteilung in Bezug auf das Dahinfallen einer zun�chst anerkannten nat�rlichen Kausalit�t (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, U 180/93, mit Hinweisen) sowie den Beweiswert und die W�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Darauf wird verwiesen. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zur �berdies erforderlichen Ad�quanz des Kausalzusammenhangs (vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 402 E. 2.2 S. 405, 125 V 456 E. 5a S. 461 f. mit Hinweisen), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen (BGE 115 V 133) oder einem HWS-Schleudertrauma (BGE 117 V 359).
3.2 Zu betonen ist, dass die Ad�quanzbeurteilung nach einem Unfall mit HWS-Schleudertrauma, HWS-Distorsion oder Sch�del-Hirntrauma (ohne organisch [hinreichend] nachweisbare Gesundheitssch�digung) grunds�tzlich nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E. 4b S. 382 dargelegten Rechtsprechung zu erfolgen hat, sofern innerhalb einer Latenzzeit von h�chstens 72 Stunden Kopf- oder Nackenschmerzen auftreten (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 f. E. 5e, U 264/97) und sich in der Folge das f�r derartige Verletzungen charakteristische Beschwerdebild (dazu BGE 119 V 335 E. 1 S. 338) herausbildet. Auch wenn diese Voraussetzungen erf�llt sind, ist die Pr�fung der ad�quaten Kausalit�t jedoch unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) vorzunehmen, wenn die zum erw�hnten Beschwerdebild geh�renden Symptome im Vergleich zu einer ausgepr�gten psychischen Problematik ganz in den Hintergrund treten (vgl. dazu: BGE 119 V 338, 117 V 360 Erw. 4b, 377 Erw. 3c, 382 Erw. 4b).
4.1 Das kantonale Gericht stellte nach umfassender Pr�fung und sorgf�ltiger, beweisrechtlich einwandfreier W�rdigung der medizinischen Akten zutreffend fest, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. M�rz 2005) - hinsichtlich der geltend gemachten Beschwerden mit haupts�chlich Nacken-, Kopf- und R�ckenschmerzen - keine objektivierbaren, somatischen Unfallfolgen das Beschwerdebild pr�gen, welche weitere Heilbehandlungen bedurft oder zu fortgesetzter unfallbedingter Arbeitsunf�higkeit gef�hrt h�tten. Zu Recht haben Vorinstanz und SUVA somit das Vorliegen einer organisch nachweisbaren Sch�digung, die mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit durch die Unfallereignisse vom 20. M�rz 2001 und 17. August 2002 verursacht worden w�re, verneint, wobei die Vorinstanz offen gelassen hat, ob die Versicherte beim ersten Unfall eine HWS-Distorsion erlitten hatte.
4.2 Insoweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen ausgef�hrt wird, insbesondere gest�tzt auf die Ausf�hrungen des Dr. med. V.________, Leitender Arzt am Zentrum f�r funktionelle Kernspintomographie, seien klar fassbare Verletzungen an der oberen Halswirbels�ule ausgewiesen (Bericht vom 11. Oktober 2005), kann dem nicht gefolgt werden. Bereits im Bericht des Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, vom 12. April 2004 finden sich Hinweise auf eine Diskrepanz zwischen den erhobenen Befunden (keine neurologischen oder vegetativen Defizite, keine oss�ren L�sionen bei verkrampfter Schulter-/Nackenmuskulatur, mit Kopfschmerzen okzipital) und den beklagten Beschwerden. Neurologische Ausf�lle wurden beim diagnostizierten HWS-Syndrom ebenso wenig anl�sslich ihres ersten Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik B.________ vom 19. September bis 24. Oktober 2001 festsgestellt, wobei die diagnostizierte Anpassungsst�rung mit l�ngerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) die somatischen Beschwerden �berlagert sowie Untersuchung und Beurteilung erschwert hat (Austrittsbericht vom 25. Oktober 2001). Dies best�tigte die Neurologische Klinik und Poliklinik am Spital U.________, welche gem�ss Bericht vom 11. Februar 2002 keine fokal-neurologischen Ausf�lle erheben konnte und als Hauptdiagnose ein schweres depressives Zustandsbild festhielt, welches das Ausmass der Schmerzsymptomatik und der multiplen Begleitbeschwerden bestimme. Sogar der Hausarzt Dr. med. G.________ wies am 7. Mai 2001 auf die fehlende Objektivierbarkeit pathologischer Befunde hin. Anl�sslich der station�ren Abkl�rung in der medizinischen Klinik am Spital K.________ gut anderthalb Jahre nach den beiden Unf�llen, wurde eine funktionelle Anpassungsst�rung mit anhaltender depressiver St�rung diagnostiziert und eine station�re Therapie in einer Psychosomatikstation angeregt (Bericht vom 21. M�rz 2003). Demgegen�ber war ein ausgepr�gtes somatisches Korrelat nicht mehr diagnostizierbar (Kreis�rztliche Untersuchung des SUVA-Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. L.________, FMH Chirurgie, vom 23. September 2003). Entgegen der von der Beschwerdef�hrerin vertretenen Auffassung, k�nnen die erst rund drei Jahre nach dem zweiten Unfall durchgef�hrten funktionellen Magnetresonanztomografien (MRT) der HWS kein Indiz f�r eine organisch nachweisbare Sch�digung liefern, wie der SUVA-Mediziner Dr. med. B.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie, in seinen �rztlichen Beurteilungen vom 6. M�rz und 7. Juli 2006 einleuchtend und nachvollziehbar darlegte. Die von Dr. med. V.________ durchgef�hrten funktionellen HWS-MRT, soweit im vorliegenden Zusammenhang wissenschaftlich �berhaupt anerkannt (vgl. die �rztliche Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 6. M�rz 2006), sind demnach nicht geeignet, die �ber den 31. M�rz 2005 hinaus bestehende Unfallkausalit�t allenfalls erhobener Befunde schl�ssig nachzuweisen. �berdies erstattete Dr. med. V.________ nicht unter Einbezug aller medizinischer Akten Bericht, weshalb nicht auf seine Beurteilung abzustellen ist.
4.3 Sind somit keine unfallbedingten organischen Folgen am Bewegungsapparat struktureller Natur vorhanden, sondern handelt es sich einzig um Beschwerden im Kopf-, Nacken- und R�ckenbereich, liegen die typischen Beschwerden bei HWS-Verletzungen vor, weshalb sie grunds�tzlich unter dem Gesichtspunkt einer organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Gesundheitsch�digung zu beurteilen w�ren (BGE 117 V 359). Im relevanten Zeitpunkt der Leistungseinstellung sind jedoch erhebliche psychische Leiden ausgewiesen, die nach einhelliger Einsch�tzung der �rzte massgebend an der Entstehung des vielf�ltigen Beschwerdebildes beteiligt sind (Psychosomatisches Konsilium der Klinik B.________ vom 27. September 2001 [Diagnose: Anpassungsst�rung mit l�ngerer depressiver Reaktion]; Bericht der Fachstelle P.________ vom 28. Februar 2002 [Diagnose: Reaktive depressive St�rung, leichte posttraumatische Belastungsst�rung]) und das, mangels objektivierbarer somatischer Befunde, aus rein k�rperlicher Sicht an sich V.________ Leistungsverm�gen zu 100 % einschr�nken. Im Lichte der gesamten medizinischen Aktenlage hat das kantonale Gericht zutreffend erkannt, worauf verwiesen wird, dass die Ad�quanz aufgrund dieser schon wenige Monate nach dem ersten Unfall ganz im Vordergrund stehenden Problematik (vgl. auch E. 4.2 hievor), nach der mit BGE 115 V 133 begr�ndeten Rechtsprechung zu beurteilen ist. Der diesbez�gliche Einwand der Beschwerdef�hrerin, durch die nachgewiesenen, anhaltenden organisch-somatischen Beschwerden sei eine rechtliche Beurteilung der Ad�quanz nach den in BGE 115 V 133 aufgestellten Kriterien hinf�llig, ist somit nicht stichhaltig.
4.4.1 Hat eine Person mehr als einen Unfall mit organisch nicht nachweisbaren Gesundheitssch�digungen erlitten, ist grunds�tzlich f�r jedes Ereignis eine separate Ad�quanzbeurteilung vorzunehmen (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 E. 4b, U 213/95; SVR 2007 UV Nr. 1 S. 2 f. E. 3.2.2 und 3.3.2, U 39/04).
4.4.2 Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass bei beiden Ereignissen von einem mittelschweren Unfall auszugehen ist, wobei dahingestellt bleiben kann, ob es sich je um einen mittelschweren Unfall im eigentlichen Sinne, oder um einen solchen im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen gehandelt hat. Beide Unf�lle ereigneten sich weder unter dramatischen Begleitumst�nden noch waren sie besonders eindr�cklich. Die dabei erlittenen Verletzungen sind nicht als schwer zu bezeichnen. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertrauma�hnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, f�r sich allein nicht zu begr�nden. Es bedarf dazu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (Urteil U 380/04 vom 15. M�rz 2005, auszugsweise publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 S. 238), welche hier nicht vorliegen, wie die Vorinstanz bereits erkannte. Die �rztliche Behandlung dauerte zwar lange, wurde jedoch zu einem wesentlichen Teil wegen der Folgen der psychischen Unfallfehlverarbeitung notwendig. Aus demselben Grund kann auch bei beiden Unf�llen nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Eine �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert h�tte, liegt nicht vor. Schliesslich sind Grad und Dauer der physisch begr�ndeten Arbeitsunf�higkeit nicht als besonders ausgepr�gt zu bezeichnen, da die Versicherte bereits vier Wochen nach dem ersten Unfall ihre Arbeit im Umfang von 50 % wieder aufgenommen hatte und bald schon nach dem ersten Ereignis die psychisch bedingte Arbeitsunf�higkeit das Geschehen dominierte (Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 25. Oktober 2001). Wie es sich mit dem vorinstanzlich ebenfalls verneinten Kriterium k�rperlicher Dauerschmerzen verh�lt, bedarf keiner abschliessenden Pr�fung. Denn auch die Erf�llung (allein) dieses Kriteriums reichte praxisgem�ss nicht aus, um den Unf�llen vom 20. M�rz 2001 und 17. August 2002 eine ad�quanzrechtlich massgebende Bedeutung f�r die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin zuzuschreiben. Damit stehen die �ber den 31. M�rz 2005 hinaus andauernden Beschwerden in keinem ad�quaten Zusammenhang mit den Unfallereignissen, sodass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat.