Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/tatvorwurf-wohnungseinbruchsdiebstahl-abs-nr-stgb_027803.html
Timestamp: 2019-12-06 11:15:23
Document Index: 164010573

Matched Legal Cases: ['§ 244', '§ 244', '§ 242', '§ 242', '§ 244', '§ 244', '§ 244', '§ 244', '§ 244', 'BGH', '§ 244']

Tatvorwurf: Wohnungseinbruchsdiebstahl, § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB
Der sogenannte Wohnungseinbruchsdiebstahl - gesetzlich geregelt in § 244 Absatz 1 Nummer 3 StGB - ist ein Sonderfall des „klassischen" Diebstahls im Sinne des § 242 Strafgesetzbuch. Während aber der einfache Diebstahl lediglich mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, liegt die Strafe für einen sog. Wohnungseinbruchsdiebstahl schon zwischen 6 Monaten und 10 Jahren. Geldstrafe kann somit also grundsätzlich nicht mehr verhängt werden.
Inhaltlich ist der Straftatbestand - der sich aus den Tatbeständen des § 242 (Grundfalls des Diebstahls) und des § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB (Wohnungseinbruchsdiebstahl) zusammensetzt - erfüllt, wenn eine Person:
Gute Verteidigungsmöglichkeiten bieten sich hier insbesondere in rechtlicher Hinsicht, denn die inhaltliche Auslegung des Begriffes „Wohnung" ist nicht ganz eindeutig. Grundsätzlich gilt: Wohnungen sind Räumlichkeiten, deren Hauptzweck darin besteht, Menschen zur ständigen Benutzung zu dienen (vgl. nur: Kudlich, in: SSW-StGB, § 244, Rn. 38). An den Wohnungsbegriff sind hierbei hohe Anforderungen zu stellen.
Denn um den hohen Strafrahmen des § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB zu rechtfertigen, sind nur diejenigen Räumlichkeiten erfasst, die zum Kernbereich der privaten Lebensführung zählen (Fischer, Kommentar zum StGB, § 244, Rn. 24a). Nicht erfasst werden demnach Nebenräume einer Wohnung, wie beispielsweise Kellerräume oder die Garage (OLG Schleswig NStZ 2000, 479f.), ebenso wenig: Arbeits-, Geschäfts- oder Laderäume, Gartenhäuser oder Wohncontainer (Kudlich, in: SSW-StGB, § 244, Rn. 38). Entgegen der zurückhaltenden Auslegung werden aber Hotelzimmer offenbar vom Wohnungsbegriff erfasst (BGH StV 2001, 624), ebenso wie Obdachlosenunterkünfte, Schiffe, Wohnwagen oder Wohnanhänger - soweit sie zumindest dem nicht nur vorrübergehenden (dauerhaften) Aufenthalt von Menschen dienen und hierzu auch tatsächlich genutzt werden.
Inhaltlich lässt sich der Tatvorwurf eines Wohnungseinbruchsdiebstahls - zumindest nach hiesiger Erfahrung - nur schwer bestreiten. Denn oft ist es so, dass ein Tatnachweis infolge von Fingerspuren geführt wird, welche sich an dem Fester oder der Tür zu der Wohnung finden lassen.
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