Source: https://www.juracademy.de/bgb-allgemeiner-teil2/wirksamkeitshindernisse.html
Timestamp: 2018-07-16 14:22:33
Document Index: 174791325

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 125', '§ 135', '§ 883', '§ 164', '§ 125', '§ 134', '§ 119', '§ 139', '§ 140', '§ 141', '§ 311', '§ 550', '§ 766', '§ 925']

Rechtsgeschäfte - Wirksamkeitshindernisse
BGB Allgemeiner Teil 2 - Die Wirksamkeitshindernisse bei Rechtsgeschäften
Kursangebot | Grundkurs BGB AT II | Die Wirksamkeitshindernisse bei Rechtsgeschäften
Die Wirksamkeitshindernisse bei Rechtsgeschäften
Je nach Art und Inhalt des Rechtsgeschäfts und der an ihm beteiligten Personen können außerdem besondere Wirksamkeitshindernisse bestehen.
Definition: Wirksamkeitshindernisse
Wirksamkeitshindernisse werden durch solche Normen begründet, die zur Nichtigkeit eines konkret zustande gekommenen Rechtsgeschäfts führen.
Anders als die Wirksamkeitserfordernisse fällen die Wirksamkeitshindernisse das endgültige Urteil über die Wirksamkeit des Rechtsgeschäfts, indem sie es für nichtig (= endgültig unwirksam) erklären. Das Rechtsgeschäft ist von Anfang an dauerhaft gegenüber jedermann unwirksam.
Medicus Allgemeiner Teil des BGB Rn. 487; Schreiber „Die Nichtigkeit von Verträgen“, JURA 2007, 25 ff. unter Ziff. I. Wirksamkeitshindernisse können sich auch aus Gesetz oder einem vorher (wirksam!) geschlossenen Vertrag ergeben.
Gesetzliche Nichtigkeitsanordnungen in §§ 111 S. 2, 3, 125 S. 1, 134, 138, 142 Abs. 1, 174 S. 1, 180 S. 1, 248 Abs. 1, 388 S. 2, 494 Abs. 1, 925 Abs. 2;
fehlende Gestaltungsbefugnis bei Ausübung eines Gestaltungsrechts, also Anfechtung ohne Anfechtungsrecht, Kündigung ohne Kündigungsgrund, Rücktritt ohne Rücktrittsrecht;
Verstoß gegen vertraglich vereinbartes Formerfordernis (vgl. Auslegungsregel in § 125 S. 2).
Bestimmte Vorschriften sehen eine abgeschwächte Form der Unwirksamkeit vor, nämlich eine „relative Unwirksamkeit“. Die Besonderheit besteht hier darin, dass das Geschäft nur gegenüber bestimmten Personen unwirksam ist, gegenüber allen anderen Personen aber wirksam.
Medicus Allgemeiner Teil des BGB, Rn. 493; Schreiber JURA 2007, 25 ff. unter Ziff. I.
Veräußerungsverbote nach §§ 135, 136,
vormerkungswidrige Verfügung, § 883 Abs. 2.
Die Anwendungsfälle gehören thematisch ins Sachenrecht und werden dort behandelt.
Wir werden uns in diesem Skript mit den allgemeinen Wirksamkeitserfordernissen und -hindernissen von Rechtsgeschäften beschäftigen, die im ersten Band noch nicht behandelt wurde. Es geht um folgende Themen: Stellvertretung (§§ 164 ff.), Formvorschriften (§ 125), Verbots- oder Sittenwidrigkeit (§§ 134, 138) und Anfechtung (§§ 119 ff.). Abschließend betrachten wir die Reichweite der Nichtigkeit (§ 139), die Umdeutung nach § 140 und die Bestätigung nach § 141.
Die Wirksamkeitshindernisse des Allgemeinen Teils werden aus Gründen der besseren Verständlichkeit und zur Verdeutlichung ihrer Examensrelevanz nicht nur hier im Allgemeinen, sondern auch in den anderen Skripten bei den konkreten Rechtsgeschäften, wo sie im Examen typischerweise auftauchen, kurz wiederholt.
So werden beispielsweise Formfragen beim Kauf (§ 311b Abs. 1), Miete (§§ 550, 568), Bürgschaft (§ 766) oder Auflassung (§ 925) angesprochen und dadurch wiederholt.
Wirksamkeitshindernisse werden durch solche NormenHandlungenTatsachen begründet, die zur Aufhebbarkeit eines konkret zustande gekommenen Rechtsgeschäftszur Nichtigkeit eines konkret zustande gekommenen Rechtsgeschäftszur Anfechtung eines konkret zustande gekommenen Rechtsgeschäfts führen.
In welchem Fall liegt ein Wirksamkeitshindernis eines Rechtsgeschäftes vor?
Eine Vertragspartei hat den Vertrag wegen arglistiger Täuschung wirksam angefochten.
Ein Minderjähriger schließt einen Vertrag, der für ihn nicht lediglich vorteilhaft ist, ohne Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters ab.
Ein Vertreter schließt ein Rechtsgeschäft ohne Vertretungsmacht.