Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2012-12-20/ix-zr-56_12
Timestamp: 2017-11-22 04:02:55
Document Index: 58146235

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 83', 'BGH', '§ 83', '§ 129', '§ 2290', '§ 2112', '§ 2100', '§ 2113', '§ 2112', '§ 2115', '§ 773', 'BGH', 'BGH', '§ 2115', '§ 773', '§ 83', '§ 2113', '§ 2115']

BGH, 20.12.2012 - IX ZR 56/12 - Anfechtbarkeit der Mitwirkung des vertraglich eingesetzten Erben an der Aufhebung seiner Erbeinsetzung | anwalt24.de
Urt. v. 20.12.2012, Az.: IX ZR 56/12
Anfechtbarkeit der Mitwirkung des vertraglich eingesetzten Erben an der Aufhebung seiner Erbeinsetzung
Referenz: JurionRS 2012, 31166
LG Hamburg - 16.06.2011 - AZ: 304 O 313/10
OLG Hamburg - 28.02.2012 - AZ: 2 U 18/11
§ 83 Abs. 1 InsO
DB 2013, 285-287
DNotI-Report 2013, 42
DNotZ 2013, 541-546
DStR 2013, 709-710
EBE/BGH 2013, 44-46
EE 2013, 44-46
ErbBstg 2013, 64-65
ErbR 2013, 148-151
EWiR 2013, 289
FamRZ 2013, 373-376
JurBüro 2013, 216
JZ 2013, 165
NJW 2013, 692-694
NJW-Spezial 2013, 245-246
NotBZ 2013, 132-133
NZI 2013, 137-139
WM 2013, 229-231
ZErb 2013, 129-132
ZErb 2013, 58-60
ZEV 2013, 266-268
ZInsO 2013, 243-245
ZIP 2013, 272-274
ZNotP 2013, 69-72
ZVI 2013, 111-114
InsO § 83 Abs. 1 Satz 1, §§ 129 ff; BGB § 2290
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 20. Dezember 2012 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Dr. Fischer, Dr. Pape, Grupp und die Richterin Möhring
aa) Durch ihr Mitwirken an dem zweiten Erbvertrag hat die Schuldnerin auf ihre unbeschränkte Erbeinsetzung verzichtet und sich zur nicht befreiten Vorerbin (§§ 2112 ff BGB) und ihre Tochter, die Beklagte, zur Nacherbin (§ 2100 BGB) einsetzen lassen. Zwar ist sie als Vorerbin nach dem Erbfall Inhaberin des Nachlasses und kann damit über die zur Erbschaft gehörenden Gegenstände verfügen, allerdings nur unter den Einschränkungen der §§ 2113 bis 2115 BGB (MünchKomm-BGB/Grunsky, 5. Aufl., § 2112 Rn. 1). Insbesondere ist eine Verfügung über einen Erbschaftsgegenstand, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder der Arrestvollziehung oder durch den Insolvenzverwalter erfolgt, im Falle des Eintritts der Nacherbfolge insoweit unwirksam, als sie das Recht des Nacherben vereiteln oder beeinträchtigen würde (§ 2115 Satz 1 BGB; vgl. zu § 773 ZPOBGH, Urteil vom 31. Januar 1990 - IV ZR 326/88, BGHZ 110, 176, 182; MünchKomm-BGB/Grunsky, § 2115 Rn. 2; MünchKomm-ZPO/Karsten Schmidt, 3. Aufl., § 773 Rn. 6). Die Veräußerung ist dem Insolvenzverwalter überdies durch § 83 Abs. 2 InsO ausdrücklich untersagt. Ihm ist untersagt, die Insolvenzgläubiger mit Mitteln des Nachlasses zu befriedigen, die vom Vorerben eingegangenen Verbindlichkeiten zur Veräußerung bestimmter Nachlassgegenstände zu erfüllen sowie Verfügungen zu treffen, die den §§ 2113, 2114 BGB widersprechen. Er kann nur die Erbschaftsnutzungen verwerten (MünchKomm-BGB/Grunsky, § 2115 Rn. 3, 8). Der Kläger kann deswegen das in die Masse gefallene, ererbte Grundstück nicht zugunsten der Masse durch Veräußerung verwerten.
Verkündet am: 20. Dezember 2012