Source: https://www.ra-kotz.de/vorsorgevollmacht-aufwendungsersatzanspruch.htm
Timestamp: 2020-04-04 04:24:34
Document Index: 330060245

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', '§ 611', '§ 631', '§ 612', '§ 632', 'BGH']

AG Brandenburg – Az.: 31 C 107/19 – Urteil vom 12.03.2020
Die Klägerin beantragt, die Beklagte zu verurteilen, an sie – die Klägerin – 900,00 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz hieraus seit dem 02.03.2019 zu zahlen.
Ein Gefälligkeitsverhältnis des täglichen Lebens mit der Folge der Unentgeltlichkeit kann man bei der Vorsorgevollmacht aber wohl nicht immer annehmen, weil in der Regel ein Rechtsbindungswille hier zu bejahen ist (BGH, Urteil vom 22.06.1956, Az.: I ZR 198/54, u.a. in: NJW 1956, Seiten 1313 f.; Reichsgericht, Urteil vom 09.03.1938, Az.: VI 212/37, u.a. in: RGZ Band 157, Seiten 228 ff.; Reichsgericht, Recht 1923, Seite 132 [Nr. 508]; OLG Hamm, Urteil vom 29.01.1997, Az.: 31 U 145/96, u.a. in: NJW-RR 1997, Seiten 1007 f.; Volmar, MittBayNot 2018, Seiten 507 ff.; Jülicher, ErbR 2017, Seiten 645 ff.; Zimmermann, FamRZ 2013, Seiten 1535 ff.).
Deshalb haben z.B. auch Familienangehörige in der Regel keinen Vergütungsanspruch (auch nicht für Zeitverlust, für dadurch entgangene Einnahmen), wenn nichts ausdrücklich über eine Vergütung vereinbart ist (BGH, Urteil vom 22.06.1956, Az.: I ZR 198/54, u.a. in: NJW 1956, Seiten 1313 f.; Reichsgericht, Urteil vom 09.03.1938, Az.: VI 212/37, u.a. in: RGZ Band 157, Seiten 228 ff.; Reichsgericht, Recht 1923, Seite 132 [Nr. 508]; OLG Köln, Urteil vom 19.09.2012, Az.: I-16 U 196/11, u.a. in: ZEV 2013, Seiten 339 ff.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 28.03.2006, Az.: I-4 U 102/05, u.a. in: ZEV 2007, Seiten 184 f.; OLG Zweibrücken, Urteil vom 09.09.2004, Az.: 4 U 168/03, u.a. in: OLG-Report 2005, Seiten 132 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 29.01.1997, Az.: 31 U 145/96, u.a. in: NJW-RR 1997, Seiten 1007 f.; Volmar, MittBayNot 2018, Seiten 507 ff.; Jülicher, ErbR 2017, Seiten 645 ff.; Zimmermann, FamRZ 2013, Seiten 1535 ff.).
Allerdings wird § 675 BGB nur dann bejaht, wenn eine selbstständige Tätigkeit wirtschaftlicher Art zur Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen vorliegt, also etwa die Tätigkeit als Bevollmächtigter im Rahmen der Vermögensverwaltung (BGH, Urteil vom 22.06.1956, Az.: I ZR 198/54, u.a. in: NJW 1956, Seiten 1313 f.; Reichsgericht, Urteil vom 09.03.1938, Az.: VI 212/37, u.a. in: RGZ Band 157, Seiten 228 ff.; Reichsgericht, Recht 1923, Seite 132 [Nr. 508]; Volmar, MittBayNot 2018, Seiten 507 ff.; Jülicher, ErbR 2017, Seiten 645 ff.; Zimmermann, FamRZ 2013, Seiten 1535 ff.).
Für Tätigkeiten außerhalb der Wahrnehmung von Vermögensinteressen kann ein Dienst-/Werkvertrag in Frage kommen. Ist im Geschäftsbesorgungsvertrag nichts vereinbart, kommen dann bei diesen Verträgen bezüglich der Vergütung die §§ 611 ff. und §§ 631 ff. BGB zur Anwendung (Volmar, MittBayNot 2018, Seiten 507 ff.; Jülicher, ErbR 2017, Seiten 645 ff.; Zimmermann, FamRZ 2013, Seiten 1535 ff.).
Eine Vergütung gilt (sowohl beim Geschäftsbesorgungsvertrag wie beim Dienst-/Werkvertrag) als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung „den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist“ (§ 612 BGB; ähnlich § 632 Abs. 1 BGB). In beiden Fällen sind aber objektive Kriterien gemeint, losgelöst von den nicht erkennbar gewordenen Vorstellungen der Parteien. Es kommt auf die Verkehrssitte, Art, Umfang und Dauer der Dienstleistung sowie auf die Stellung der Beteiligten zueinander an; auch auf ihre Vermögensverhältnisse. Wer Rechtsanwälte, Steuerberater, Hausverwalter und ähnliche Berufsträger mit einer Tätigkeit in ihrem Berufsfeld beauftragt, kann die Geschäftsbesorgung in der Regel nämlich wohl nur gegen Vergütung erwarten (BGH, Urteil vom 22.06.1956, Az.: I ZR 198/54, u.a. in: NJW 1956, Seiten 1313 f.; Reichsgericht, Urteil vom 09.03.1938, Az.: VI 212/37, u.a. in: RGZ Band 157, Seiten 228 ff.; Reichsgericht, Recht 1923, Seite 132 [Nr. 508]; Volmar, MittBayNot 2018, Seiten 507 ff.; Jülicher, ErbR 2017, Seiten 645 ff.; Zimmermann, FamRZ 2013, Seiten 1535 ff.).
Allgemeine Aufwandspauschale für ein Jahr: 399,00 Euro,
anteilig für 253/365 Tage (01.04.2017 bis 09.12.2017): = 276,56 Euro.
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