Source: https://www.rechtslupe.de/brennpunkt/die-rentenversicherungspflicht-des-syndikusanwalts-383400
Timestamp: 2020-04-09 01:30:22
Document Index: 192231951

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 6', 'Art 12', 'Art 14', 'Art 2', '§ 6', 'Art 1', 'Art 1', 'Art 86', '§ 7', '§ 163', '§ 611', '§ 1', '§ 5', '§ 8', '§ 170', '§ 35', '§ 32', '§ 12', '§ 12', '§ 60', '§ 242', 'EuG', '§ 2', '§ 10', '§ 6', '§ 4', '§ 1', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 6', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'Art 267', 'Art 100', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 106', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 59', 'BGH', '§ 2', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 46', '§ 1', '§ 46', 'EuG', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 14', '§ 6', '§ 7', '§ 14', '§ 46', 'Art 12', '§ 46', 'BGH', 'EuG', '§ 6', '§ 7', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 6', '§ 6', 'Art 2', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 6', 'Art 14', 'Art 12', 'Art 2', 'Art 2', 'Art 2', 'Art 3', 'Art 74', '§ 44', '§ 6', '§ 6', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', '§ 2', '§ 1227', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', 'Art 2', '§ 157', '§ 2', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 539']

Die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht des Syn­di­kus­an­walts | Rechtslupe
Wer als Rechts­an­walt zuge­las­sen und zugleich ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt ist, kann wegen sei­ner berufs­stän­di­schen Ver­sor­gung für die­se Beschäf­ti­gung nicht von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung befreit wer­den.
Ist ein Rechts­an­walt abhän­gig beschäf­tigt (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV), unter­lie­gen er damit daher auf Grund sei­ner typi­sie­rend zu Grun­de zu legen­den Schutz­be­dürf­tig­keit grund­sätz­lich der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halb­satz 1 SGB VI). Aus­weis­lich der Sys­te­ma­tik die­ses Geset­zes wird die ange­nom­me­ne Schutz­be­dürf­tig­keit des betrof­fe­nen Per­so­nen­krei­ses auch nicht von vor­ne her­ein durch Umstän­de wider­legt, die nach der dem Gesetz zu Grun­de lie­gen­den Wer­tung Anlass gege­ben hät­ten, den­noch von der Anord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht abzu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des Anwen­dungs­be­reichs der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se unmit­tel­bar kraft Geset­zes wegen der Zuge­hö­rig­keit zu einem ande­ren Siche­rungs­sys­tem Ver­si­che­rungs­frei­heit anzu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 – Nr 3 SGB VI). Viel­mehr gehört die vor­lie­gend allein in Fra­ge ste­hen­de Rege­lung des § 6 Abs 1 Nr 1 SGB VI zu einem Kreis von Bestim­mun­gen, die den betrof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten nach Maß­ga­be ihrer eige­nen Ent­schei­dung und der im Gesetz jeweils im Ein­zel­nen umschrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen einen Anspruch auf eine kon­sti­tu­ti­ve Befrei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch eine gebun­de­ne Ent­schei­dung des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers gewäh­ren. Bei der­ar­ti­gen Rege­lun­gen han­delt es sich dem Kon­zept der abge­stuf­ten Schutz­be­dürf­tig­keit fol­gend um abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, die einer erwei­tern­den oder ent­spre­chen­den Anwen­dung nicht zugäng­lich sind 1. Die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt als ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig und ohne Ver­stoß gegen Art 12 Abs 1, Art 14 Abs 1 oder Art 2 Abs 1 GG aus­ge­stal­te­te gesetz­li­che Zwangs­ver­si­che­rung weder ein all­ge­mei­nes Befrei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Absi­che­rung in ande­ren Sys­te­men einen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sungs wegen kein Wahl­recht zuguns­ten der jeweils güns­tigs­ten Ver­sor­gungs­mög­lich­keit 2.
Mate­ri­ell-recht­lich ein­schlä­gig ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI in der Neu­fas­sung von Art 1 Nr 3 Buchst a des Geset­zes zur Ände­rung des Sechs­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze (SGB6uaÄndG) vom 15.12.1995 3, der am 1.01.1996 in Kraft getre­ten und durch Art 1 Nr 2 des Geset­zes zur Orga­ni­sa­ti­ons­re­form in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (RVOr­gG) vom 09.12.2004 4 ab dem 1.01.2005 (Art 86 Abs 1 aaO) gering­fü­gig modi­fi­ziert wor­den ist. Danach wer­den von der Ver­si­che­rungs­pflicht befreit Beschäf­tig­te und selb­stän­dig Täti­ge für die Beschäf­ti­gung oder selb­stän­di­ge Tätig­keit, wegen der sie auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied einer berufs­stän­di­schen Kam­mer sind, wenn
am jewei­li­gen Ort der Beschäf­ti­gung oder selb­stän­di­gen Tätig­keit für ihre Berufs­grup­pe bereits vor dem 1.01.1995 eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung zur Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Kam­mer bestan­den hat,
für sie nach nähe­rer Maß­ga­be der Sat­zung ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Bei­trä­ge unter Berück­sich­ti­gung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zur berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu zah­len sind und
auf­grund die­ser Bei­trä­ge Leis­tun­gen für den Fall ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit und des Alters sowie für Hin­ter­blie­be­ne erbracht und ange­passt wer­den, wobei auch die finan­zi­el­le Lage der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu berück­sich­ti­gen ist.
Eine Syn­di­kus­an­wäl­tin ist abhän­gig beschäf­tigt, weil die kon­sti­tu­ie­ren­den Merk­ma­le des ent­spre­chen­den sozi­al­recht­li­chen Anknüp­fungs­sach­ver­halts (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) nach den unan­ge­foch­te­nen und damit bin­den­den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) vor­lie­gen. Hier­nach erbringt die Syn­di­kus­an­wäl­tin bei der Bei­gela­de­nen zu 1. als juris­ti­sche Mit­ar­bei­te­rin nicht­selb­stän­di­ge Arbeit in einem Arbeits­ver­hält­nis (§§ 611 ff BGB). Ob sie auf­grund ihrer ent­gelt­li­chen Beschäf­ti­gung auch (renten-)versicherungspflichtig ist (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 Alt 1 SGB VI), kann auf der Grund­la­ge der tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht abschlie­ßend beur­teilt wer­den, weil ins­be­son­de­re Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts zu den tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­si­che­rungs­frei­heit wegen Gering­fü­gig­keit (§ 5 Abs 2 S 1 Nr 1 SGB VI iVm § 8 Abs 1 SGB IV) feh­len.
Des­sen unge­ach­tet war eine Auf­he­bung des ange­foch­te­nen Urteils und eine Zurück­ver­wei­sung der Sache zur wei­te­ren Sach­auf­klä­rung (§ 170 Abs 2 S 2 SGG) nicht gebo­ten. Für das Ergeb­nis des Ver­fah­rens ist uner­heb­lich, ob die begehr­te Befrei­ung bereits des­halb zu ver­sa­gen ist, weil die Syn­di­kus­an­wäl­tin mög­li­cher­wei­se nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig ist und es damit schon am not­wen­di­gen Inter­es­se für die Stel­lung eines zuläs­si­gen Befrei­ungs­an­trags fehlt. Die Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts genü­gen jeden­falls zur abschlie­ßen­den Ent­schei­dung über das Feh­len sons­ti­ger not­wen­di­ger Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen des Befrei­ungs­rechts.
Die Syn­di­kus­an­wäl­tin ist durch die Rechts­an­walts­kam­mer zur Rechts­an­walt­schaft zuge­las­sen wor­den. Am sel­ben Tag ist der ent­spre­chen­de (begüns­ti­gen­de) Ver­wal­tungs­akt (§ 35 S 1 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO), ver­kör­pert in einer von der Rechts­an­walts­kam­mer aus­ge­stell­ten Urkun­de, durch Aus­hän­di­gung wirk­sam gewor­den ist (§ 12 Abs 1 BRAO). Gemäß § 12 Abs 3 BRAO wur­de die Syn­di­kus­an­wäl­tin damit kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung (eo ipso) obli­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der zulas­sen­den Rechts­an­walts­kam­mer (§ 60 Abs 1 S 2 BRAO). Die rechts­ge­stal­ten­den Wir­kun­gen die­ses die Zulas­sung aus­spre­chen­den Ver­wal­tungs­ak­tes sind auch von den mit der Durch­füh­rung der Sozi­al­ver­si­che­rung betrau­ten Behör­den und den Gerich­ten der Sozi­al­ge­richts­bar­keit in der Wei­se zu beach­ten, dass die dort getrof­fe­nen Rege­lun­gen auch ihnen gegen­über als ver­bind­lich anzu­se­hen sind (sog Tat­be­stands­wir­kung). Unter ande­rem ist des­halb uner­heb­lich, ob die Syn­di­kus­an­wäl­tin im Zulas­sungs­ver­fah­ren Falsch­an­ga­ben gemacht hat, ob die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Zulas­sung im Ein­zel­nen vor­ge­le­gen haben und wel­che (Fehl-)Vorstellungen Amts­wal­ter der Rechts­an­walts­kam­mer ggf bei Erlass des Zulas­sungs­ver­wal­tungs­ak­tes hat­ten. Schon auf­grund der Tat­be­stands­wir­kung des Ver­wal­tungs­ak­tes kann es zudem nicht zu einer – von Tei­len der Anwalt­schaft befürch­te­ten – treu­wid­ri­gen (§ 242 BGB) und wider­sprüch­li­chen (veni­re con­tra fac­tum pro­pri­um) "Umge­hung des Rechts­wegs" zu den ordent­li­chen Gerich­ten und ggf zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und/​oder EuGH kom­men. Die Sozi­al­ge­richts­bar­keit ent­schei­det recht­lich grund­sätz­lich – mit Aus­nah­me der Fäl­le der Nich­tig­keit – nicht, wer sei­nem Sta­tus nach Rechts­an­walt ist.
Die Syn­di­kus­an­wäl­tin ist zugleich "auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs- oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung)" gewor­den ist. Das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­an­wäl­te im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len ist eine berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Mit der Zulas­sung durch die RAK wur­de die Syn­di­kus­an­wäl­tin auf der Grund­la­ge der ein­schlä­gi­gen ver­sor­gungs- und kam­mer­recht­li­chen Nor­men des Lan­des­rechts in § 2 Abs 1 RAVG NW iVm § 10 Nr 2 der Sat­zung des Ver­sor­gungs­werks ipso iure (ohne Erlass eines wei­te­ren Ver­wal­tungs- oder eines ande­ren kon­sti­tu­ti­ven Rechts­akts) zeit­gleich obli­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied des Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­werks und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied der RAK D.
§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gibt indes­sen ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten, die gleich­zei­tig ver­kam­mer­te Mit­glie­der einer berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sind, einen Anspruch auf Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht nur für die "Beschäf­ti­gung, wegen der" sie auf Grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zugleich kraft gesetz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied einer berufs­stän­di­schen Kam­mer sind. Die Syn­di­kus­an­wäl­tin weist zutref­fend dar­auf hin, dass die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft weder im Blick auf eine "Beschäf­ti­gung" noch auf einen bestimm­ten Kreis anwalt­li­cher Betä­ti­gun­gen erfolgt, son­dern mit der sta­tus­be­grün­den­den Zulas­sung stets der vol­le Umfang anwalt­li­cher Berufs­aus­übung eröff­net ist, der damit auch zur Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft wird näm­lich unter den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ins­be­son­de­re der §§ 4 ff BRAO unab­hän­gig von einer bestimm­ten Tätig­keit im Wesent­li­chen per­so­nen­be­zo­gen und ohne zusätz­li­che Beschrän­kung für alle Betä­ti­gun­gen erteilt, die mit dem Beruf des Rechts­an­walts als unab­hän­gi­ges Organ der Rechts­pfle­ge (§ 1 BRAO) und als beru­fe­ner unab­hän­gi­ger Bera­ter und Ver­tre­ter in allen Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten (§ 3 Abs 1 BRAO) ver­bun­den sind. Im Blick hier­auf könn­ten bei einem strikt Wort­laut getreu­en Norm­ver­ständ­nis die tat­be­stand­li­chen Befrei­ungs­vor­aus­set­zun­gen bei Rechts­an­wäl­ten zumin­dest grund­sätz­lich nicht erfüllt wer­den. Die ren­ten­recht­li­che Funk­ti­on des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI erlaubt und for­dert jedoch zwin­gend ein den Gege­ben­hei­ten des anwalt­li­chen Berufs- und Ver­sor­gungs­rechts ange­pass­tes Ver­ständ­nis des Tat­be­stands­ele­ments der­sel­ben Beschäf­ti­gung ("… für die Beschäf­ti­gung, wegen der …"), wenn und soweit es gera­de in die­sem Kon­text Anwen­dung fin­det. Die­se auch in der Lite­ra­tur erör­ter­ten Schwie­rig­kei­ten schlie­ßen indes­sen die Anwend­bar­keit nicht grund­sätz­lich aus. Im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang kann unter "der­sel­ben Beschäftigung"im Sin­ne der Norm die "von der Beschäf­ti­gung erfass­te Erwerbs­tä­tig­keit" ver­stan­den wer­den.
§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI betrifft die Koexis­tenz von jeweils auf­grund öffent­lich-recht­li­chen Zwangs ange­ord­ne­ten Ver­sor­gun­gen für die Fäl­le von ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit, Alter und Tod (sog "dop­pel­te Pflicht­mit­glied­schaft", Pross­li­ner, NZA 2013, 1384, 1389). Er über­lässt es dem hier­nach gesetz­lich Ermäch­tig­ten, es nach jeweils eige­ner Wil­lens­ent­schei­dung ent­we­der durch Untä­tig­keit bei der Par­al­le­li­tät als gesetz­lich still­schwei­gend ange­leg­tem Regel­fall zu belas­sen oder unter den gesetz­lich im Ein­zel­nen bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch einen hier­auf gerich­te­ten mate­ri­ell-recht­li­chen Antrag (§ 6 Abs 2 SGB VI) sein Recht auf Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung unter Ver­bleib in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung gel­tend zu machen. Mit einem Gebrauch­ma­chen von der gesetz­lich eröff­ne­ten posi­ti­ven Gestal­tungs­mög­lich­keit kann im Ergeb­nis eine Dop­pel­be­las­tung mit Bei­trä­gen und eine mehr­fa­che Absi­che­rung ver­gleich­ba­rer Risi­ken ver­mie­den wer­den. Das Ver­ständ­nis von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI hat sich an die­ser sys­tem­über­grei­fen­den Koor­di­nie­rungs­funk­ti­on zu ori­en­tie­ren und darf daher nicht bereits die Schnitt­men­ge bei­der Berei­che allein nach Kri­te­ri­en der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ("Beschäf­ti­gung") bestim­men, die für die Zuge­hö­rig­keit zu den berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen grund­sätz­lich ohne Bedeu­tung sind.
Maß­geb­lich für die Ein­be­zie­hung in die berufs­stän­di­sche Ver­sor­gung ist grund­sätz­lich näm­lich weder die inhalt­li­che Beschrän­kung auf ein­zel­ne Ver­rich­tun­gen inner­halb eines Berufs­bil­des noch die Form von deren Erbrin­gung in per­sön­li­cher Abhän­gig­keit von einem Arbeit­ge­ber, son­dern der durch Zulas­sungs­akt eröff­ne­te Zugang zu einer Berufs­tä­tig­keit in ihrer Gesamt­heit. Bei­de Siche­rungs­for­men (gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung und berufs­stän­di­sche Ver­sor­gung) stim­men jedoch – als Minus gegen­über der "Beschäf­ti­gung", die § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI auf bei­de Siche­rungs­sys­te­me anzu­wen­den scheint – jeden­falls dar­in über­ein, dass sie inhalt­lich jeweils an die Aus­übung einer Erwerbs­tä­tig­keit anknüp­fen und Schutz gegen die wirt­schaft­li­chen Fol­gen gera­de hier­mit ver­bun­de­ner Risi­ken gewähr­leis­ten. Kommt daher in Betracht, dass ein und die­sel­be Erwerbs­tä­tig­keit zur Ver­si­che­rungs­pflicht in bei­den Siche­rungs­sys­te­men führt, ist bereits damit der Anwen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI eröff­net und eine wei­ter­ge­hen­de Prü­fung ver­an­lasst.
Die Syn­di­kus­an­wäl­tin erfüllt indes­sen auch die Vor­aus­set­zun­gen der in die­ser Wei­se modi­fi­ziert ver­stan­de­nen Norm nicht. Ihre Erwerbs­tä­tig­keit bei der Arbeit­ge­be­rin kann dem Berufs­feld der Rechtsanwältin/​des Rechts­an­walts von vorn­her­ein nicht zuge­ord­net wer­den. Ihre anwalt­li­che Berufs­aus­übung ist in der äuße­ren Form der Beschäf­ti­gung nicht mög­lich. Umge­kehrt bedarf es – wor­auf bereits das LSG zutref­fend hin­ge­wie­sen hat – man­gels Tätig­keit in einer kon­kre­ten frem­den Ange­le­gen­heit für die Erbrin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen gegen­über einem Arbeit­ge­ber kei­ner Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft (§ 2 Abs 1, § 3 des Geset­zes über außer­ge­richt­li­che Rechts­dienst­leis­tun­gen – RDG). Die im Rah­men der Beschäf­ti­gung erbrach­te Erwerbs­tä­tig­keit ist damit für ihre Mit­glied­schaft beim Ver­sor­gungs­werk der Rechts­an­wäl­te und die hier­durch par­al­lel zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­de­te öffent­lich-recht­li­che Siche­rung ohne Bedeu­tung, sodass es bereits des­halb an der Grund­vor­aus­set­zung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI fehlt und sich eine wei­ter­ge­hen­de inhalt­li­che Prü­fung erüb­rigt. Der Bun­des­so­zi­al­ge­richt kann dies unge­ach­tet der Tat­be­stands­wir­kung der Zulas­sung der Syn­di­kus­an­wäl­tin zur Rechts­an­walt­schaft auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts nach dem ein­schlä­gi­gen Bun­des­recht selbst abschlie­ßend beur­tei­len. Ent­spre­chen­de Sta­tus begrün­den­de Ver­wal­tungs­ak­te umfas­sen ihrem Rege­lungs­ge­halt nach nicht die Zuord­nung ein­zel­ner Tätig­kei­ten und sind inso­fern im kon­kre­ten Zusam­men­hang not­wen­dig der eigen­stän­di­gen Aus­le­gung und Anwen­dung bedürf­tig.
Die ver­sag­te Befrei­ung ist bereits des­halb recht­mä­ßig und ver­letzt die Syn­di­kus­an­wäl­tin nicht in ihren Rech­ten. Auf die Fra­ge, ob die Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 3 Nr 1 SGB VI vor­lie­gen und auf die recht­li­che Bedeu­tung der dort als Vor­aus­set­zung einer Ent­schei­dung der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung über die Befrei­ung gefor­der­ten Bestä­ti­gung des "Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen" kommt es unter die­sen Umstän­den vor­lie­gend nicht an 5.
Die schein­ba­re Unver­ein­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit "kam­mer­recht­li­chen Nor­men" erlaubt es ent­ge­gen der Revi­si­on nicht, sei­nen Wort­laut wei­ter­ge­hend hint­an­zu­stel­len. Eines sys­tem­über­grei­fen­den Ver­ständ­nis­ses der Vor­schrift bedarf es allein, wenn und soweit das Gesetz not­wen­dig einen iden­ti­schen Aus­gangs­sach­ver­halt ("die­sel­be Beschäf­ti­gung" im Sin­ne einer poten­zi­ell dop­pel­re­le­van­ten Erwerbs­tä­tig­keit) erfor­dert. Kommt es dage­gen auf die Vor­aus­set­zun­gen der sich aus die­ser Erwerbs­tä­tig­keit erge­ben­den Ver­si­che­rungs­pflicht nach dem spe­zi­fi­schen Bin­nen­recht der jewei­li­gen Siche­rungs­form an, beruht die Anwend­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI nicht etwa auf der Erfül­lung eines ein­zi­gen, son­dern auf dem kumu­la­ti­ven Vor­lie­gen meh­re­rer ein­schlä­gi­ger und geson­dert zu prü­fen­der Tat­be­stän­de. Aus der Sicht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung kann daher ua nicht dar­auf ver­zich­tet wer­den, dass die kon­kret in Fra­ge ste­hen­de Erwerbs­tä­tig­keit gera­de in der äuße­ren Form einer Beschäf­ti­gung (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) aus­ge­übt wer­den kann und ande­rer­seits gleich­zei­tig zur Mit­glied­schaft in einer berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Eine ledig­lich inhalt­li­che Über­schnei­dung der in den zu koor­di­nie­ren­den Sys­te­men erfass­ten Erwerbs­tä­tig­keit genügt daher nicht. Sie ist zwar stets not­wen­dig, doch ist sie ggf recht­lich – wie in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art – nicht hin­rei­chend. Andern­falls wür­de im Wege der "Aus­le­gung" das funk­tio­nell unver­zicht­ba­re Erfor­der­nis der Dop­pel­re­le­vanz einer Erwerbs­tä­tig­keit auf­ge­ge­ben und damit der tat­be­stand­li­che Anwen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI über­haupt ver­las­sen. Prü­fungs­tech­nisch erüb­rigt sich jedes Ein­ge­hen auf inhalt­li­che Aspek­te einer in Fra­ge ste­hen­den Erwerbs­tä­tig­keit, wenn bereits auf­grund ihrer äuße­ren Form aus­schei­det, dass sie mehr­fach Ver­si­che­rungs­pflicht begrün­den könn­te.
Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt legt sei­ner Beur­tei­lung der sozi­al­recht­li­chen (Vor-)Frage, ob eine Erwerbs­tä­tig­keit dem Bereich anwalt­li­cher Berufs­tä­tig­keit zuge­ord­net wer­den kann, obwohl sie im Rah­men einer Beschäf­ti­gung einem nicht­an­walt­li­chen Arbeit­ge­ber geschul­det ist, die stän­di­ge über­ein­stim­men­de Recht­spre­chung des für das Berufs­recht der Rechts­an­wäl­te zustän­di­gen BGH, des BVerfG und des EuGH zugrun­de. Er sieht auch nach eige­ner Prü­fung kei­nen Rechts­grund, hier­von abzu­wei­chen, was grund­sätz­lich ohne­hin erst nach Vor­la­ge an den EuGH (Art 267 des Ver­tra­ges über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on – AEUV), das BVerfG (Art 100 Abs 1 GG) und/​oder durch Vor­la­ge an den Gemein­sa­men Bun­des­so­zi­al­ge­richt der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des (§ 11 des Geset­zes zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des – RsprEin­hG) mög­lich gewe­sen wäre. Es fällt auf, dass sich die Revi­si­on der anwalt­lich ver­tre­te­nen und ihrer­seits zur Rechts­an­walt­schaft zuge­las­se­nen Syn­di­kus­an­wäl­tin mit die­sem über­kom­me­nen und gefes­tig­ten Bestand des anwalt­li­chen Berufs­rechts allen­falls am Ran­de befasst. Dies gilt ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Recht­spre­chung des BGH, des­sen Bun­des­so­zi­al­ge­richt für Anwalts­sa­chen neben dem Prä­si­den­ten des BGH sowie zwei Mit­glie­dern des BGH gera­de aus Grün­den der berufs­spe­zi­fi­schen Sach­kun­de mit zwei Rechts­an­wäl­ten als Bei­sit­zern besetzt ist (§ 106 Abs 2 S 1 BRAO).
Unge­ach­tet des Feh­lens einer aus­drück­li­chen gesetz­li­chen Umschrei­bung ist zunächst der recht­li­che Sprach­ge­brauch in der stän­di­gen Recht­spre­chung ins­be­son­de­re des Bun­des­so­zi­al­ge­richts für Anwalts­sa­chen des BGH, dem sich das Bun­des­so­zi­al­ge­richt auch inso­fern anschließt, geklärt. Hier­nach ist unter einem "Syn­di­kus" der­je­ni­ge zu ver­ste­hen, der als stän­di­ger Rechts­be­ra­ter in einem fes­ten Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis bei einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht. Der "Syn­di­kus­an­walt" ist gleich­zei­tig als Rechts­an­walt zuge­las­sen 6.
Inhalt­lich ent­nimmt der BGH dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts in "gefes­tig­ter Recht­spre­chung" und unter Beru­fung auf die Geset­zes­ma­te­ria­li­en, dass der Syn­di­kus in die­ser Eigen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig ist. Bereits in der Ent­schei­dung vom 07.11.1960 7 heißt es inso­fern: "Der Syn­di­kus­an­walt hat eine Dop­pel­stel­lung inne: Er ist einer­seits Ange­stell­ter und ande­rer­seits Rechts­an­walt. Soweit es um das Anstel­lungs­ver­hält­nis geht, kann er aller­dings sei­ne Eigen­schaft als Rechts­an­walt nicht abstrei­fen, aber die­se Eigen­schaft ändert nichts dar­an, daß das Arbeits­ver­hält­nis von dem Prin­zip der Über- und Unter­ord­nung beherrscht wird. Die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ver­moch­te nicht in bestehen­de Arbeits­ver­trä­ge ein­zu­grei­fen und schreibt auch für nach ihrem Erlaß abge­schlos­se­ne Ver­trä­ge kei­nen neu­en Arbeits­ver­trags­ty­pus vor, der den Syn­di­kus­an­walt und sei­nen Dienst­herrn etwa gleich­ge­ord­net stellt. Wenn man, wie das die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung getan hat, die Insti­tu­ti­on des Syn­di­kus­an­walts bejaht, muß man auch dem gerecht wer­den, daß der Syn­di­kus­an­walt zwei Arbeits­be­rei­che hat, näm­lich einen arbeits­ver­trag­lich gebun­de­nen und einen als frei­er Anwalt. Die Amt­li­che Begrün­dung (zu § 59) sagt ganz mit Recht: 'Der Syn­di­kus­an­walt ent­spricht bei sei­ner Tätig­keit als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn nicht dem all­ge­mei­nen anwalt­li­chen Berufs­bild, wie es in der Vor­stel­lung der All­ge­mein­heit besteht. In das Berufs­bild des Anwalts, das sich von ihm als einem unab­hän­gi­gen Organ der Rechts­pfle­ge geformt hat, läßt sich nur die Tätig­keit ein­fü­gen, die der Syn­di­kus als Anwalt außer­halb sei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses aus­übt. Dage­gen sind bei der Tätig­keit, die er als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, die typi­schen Wesens­merk­ma­le der frei­en Berufs­aus­übung, die das Bild des Anwalts bestim­men, nicht gege­ben'."
Hier­an wird im Rah­men einer kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­wei­sungs­ket­te bis heu­te fest­ge­hal­ten 8. Im genann­ten Beschluss vom 07.02.2011 for­mu­liert der BGH – unter aus­drück­li­cher Erwei­te­rung die­ser Recht­spre­chung auf das Berufs­bild des euro­päi­schen Rechts­an­walts (§ 2 Abs 1 EuRAG) – aktu­ell wie folgt: "Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung zu dem Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts nach der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung wird der­je­ni­ge, der als stän­di­ger Rechts­be­ra­ter in einem fes­ten Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis zu einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht (Syn­di­kus), in die­ser Eigen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig 9. Die mit dem Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis ver­bun­de­nen Bin­dun­gen und Abhän­gig­kei­ten ste­hen nicht im Ein­klang mit dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Berufs­bild des Rechts­an­walts als frei­em und unab­hän­gi­gem Bera­ter und Ver­tre­ter aller Recht­su­chen­den. …"
In Über­ein­stim­mung hier­mit zitiert das BVerfG 10 aus der BT-Drs. III/​120, S 56 f: "Bei der Prü­fung im Ein­zel­fall wird der Maß­stab anzu­le­gen sein, der sich aus dem all­ge­mei­nen Berufs­bild des Rechts­an­walts ergibt. Der Rechts­an­walt muß als sol­cher in der Bera­tung und Ver­tre­tung unab­hän­gig und objek­tiv sein. Will der Bewer­ber z.B. eine Tätig­keit bei­be­hal­ten, die sei­ne gan­ze Arbeits­kraft in Anspruch nimmt und in der er streng an frem­de Wei­sun­gen gebun­den ist, so bleibt für eine Aus­übung des Beru­fes als Anwalt, an den sich jeder Recht­su­chen­de wen­den könn­te, kein Raum mehr. Die Berufs­be­zeich­nung Rechts­an­walt wür­de in einem sol­chem Fall zu einem inhalts­lee­ren Titel wer­den. – Unter ähn­li­chen Gesichts­punk­ten las­sen sich die Gren­zen für den sogen. Syn­di­kus­an­walt bestim­men, der in einem Dienst- oder Anstel­lungs­ver­hält­nis zu einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber steht. Zwar wird ein Bewer­ber, der Syn­di­kus und Rechts­an­walt zugleich sein will, in sei­ner Eigen­schaft als S y n d i k u s eine juris­ti­sche Tätig­keit aus­üben, wenn er sei­nem Arbeit­ge­ber in Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten Rat und Bei­stand gewährt; die­se Tätig­keit kann, rein fach­lich betrach­tet, der bera­ten­den Tätig­keit eines Rechts­an­walts durch­aus ent­spre­chen; sei­ne Stel­lung als Syn­di­kus mag auch so bedeu­tend sein, daß er sei­nem Arbeit­ge­ber gegen­über selb­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­lich zu han­deln ver­mag. Jedoch wür­de eine aus­schließ­li­che Tätig­keit für ein Unter­neh­men nicht dem Bild ent­spre­chen, das bei dem Beruf des Rechts­an­walts, von der All­ge­mein­heit der Recht­su­chen­den her gese­hen, in sei­ner Stel­lung inner­halb der Rechts­pfle­ge gege­ben sein muß. Das Berufs­bild des Rechts­an­walts kann nur dann vor­han­den sein, wenn der Syn­di­kus recht­lich und tat­säch­lich in der Lage ist, neben sei­ner Tätig­keit in dem Unter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er Anwalt zu bera­ten und zu ver­tre­ten. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht gege­ben, so wäre einem Bewer­ber die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu ver­sa­gen. … "
Damit ist ins­be­son­de­re geklärt, dass unge­ach­tet im Ein­zel­fall arbeits­recht­lich eröff­ne­ter Mög­lich­kei­ten, auch gegen­über dem Arbeit­ge­ber sach­lich selb­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­lich zu han­deln, allein die Ein­glie­de­rung in die von die­sem vor­ge­ge­be­ne Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Berufs­bild des Rechts­an­walts unver­ein­bar ist. Das für die Zulas­sung unver­zicht­ba­re Berufs­bild des Rechts­an­walts kann sich damit nur dar­aus erge­ben, dass der Syn­di­kus recht­lich und tat­säch­lich in der Lage ist, neben (!) sei­ner Tätig­keit im Unter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er Anwalt zu bera­ten und zu ver­tre­ten. Der Syn­di­kus­an­walt ist Rechts­an­walt, nicht weil er Syn­di­kus ist, son­dern weil er sich auf­grund einer nur des­halb zu ertei­len­den Zulas­sung unab­hän­gig hier­von und dane­ben geson­dert als Rechts­an­walt betä­tigt. Bei­de Tätig­kei­ten sind grund­sätz­lich getrennt zu betrach­ten 11. Soweit der BGH hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für den Erwerb von Fach­an­walts­be­zeich­nun­gen in begrenz­tem Umfang Aus­nah­men zulässt 12, ist dies für den vor­lie­gen­den Zusam­men­hang erkenn­bar ohne Bedeu­tung; im Übri­gen sieht der BGH hier­durch sei­ne sons­ti­ge Recht­spre­chung aus­drück­lich als nicht betrof­fen an.
Die Recht­spre­chung des BGH wird durch die Mate­ria­li­en zum Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung eines Geset­zes zur Neu­ord­nung des Berufs­rechts der Rechts­an­wäl­te und der Patent­an­wäl­te 13 bestä­tigt. Der Rechts­aus­schuss (6. Aus­schuss) ver­merkt in der Drucks 12/​7656 (Beschluss­emp­feh­lung und Bericht) auf S 49 zu Num­mer 18a (§ 46 BRAO):
"… Nicht auf­ge­grif­fen hat der Aus­schuß den in der Anhö­rung am 1.12 1993 von Ver­tre­tern der Syn­di­kus­an­wäl­te im Deut­schen Anwalt­ver­ein vor­ge­brach­ten Vor­schlag, durch eine Ände­rung des § 46 BRAO dem Syn­di­kus­an­walt ein­zu­räu­men, daß er auch im Ange­stell­ten­ver­hält­nis als Anwalt tätig wird.
Eine sol­che Ände­rung hät­te zur Fol­ge gehabt, daß der Syn­di­kus­an­walt, der jetzt im Neben­be­ruf Rechts­an­walt ist und im Haupt­be­ruf als Ange­stell­ter sei­nen Arbeit­ge­ber in recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten berät, auch in sei­ner Eigen­schaft als recht­li­cher Bera­ter sei­nes Arbeit­ge­bers Rechts­an­walt mit allen Rech­ten und Pflich­ten ist. Der Aus­schuß ist in sei­nen Bera­tun­gen zu dem Ergeb­nis gekom­men, daß das in den §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­te Berufs­bild des Rechts­an­walts, wie es sich auch in der All­ge­mein­heit von ihm als unab­hän­gi­gem Organ der Rechts­pfle­ge gebil­det hat, mit der Tätig­keit unver­ein­bar ist, wenn der Syn­di­kus im Rah­men sei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses als Anwalt auf­tritt. Bei der Tätig­keit, die der Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, sind dann, wenn der Syn­di­kus per­sön­lich mit der Mate­rie des Ein­zel­falls befaßt gewe­sen ist, die durch das Gesetz der frei­en Advo­ka­tur gekenn­zeich­ne­ten typi­schen Wesens­merk­ma­le der frei­en Berufs­aus­übung, die das Bild des Rechts­an­walts bestim­men, nicht gege­ben. Sei­ne freie und unre­gle­men­tier­te Selbst­be­stim­mung wäre im Rah­men sei­nes Arbeits­ver­hält­nis­ses, in dem er grund­sätz­lich dem Prin­zip der Über- und Unter­ord­nung unter­liegt, nicht gewähr­leis­tet. Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 04.11.1992 zum anwalt­li­chen Zweit­be­ruf 14 spricht zwar einer­seits für eine weit­ge­hen­de Öff­nung zum Zweit­be­ruf, wenn durch Berufs­aus­übungs­re­ge­lun­gen die Gefahr von Inter­es­sen­kol­li­sio­nen ver­mie­den wird. Das Gericht hat in die­sem Zusam­men­hang aber auch erneut die Gemein­schafts­gü­ter der Stel­lung des Rechts­an­walts als unab­hän­gi­ges Rechts­pfle­ge­or­gan und der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Rechts­pfle­ge aner­kannt. Bei­des steht nach der ein­hel­li­gen Auf­fas­sung des Aus­schus­ses einer Ände­rung des § 46 BRAO in dem gewünsch­ten Sinn ent­ge­gen."
Eben­so hat schließ­lich der EuGH 15 ent­schie­den, dass die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Man­dant und Rechts­an­walt einer gemein­sa­men Tra­di­ti­on der Mit­glieds­staa­ten ent­spre­chend nur für Schrift­wech­sel gilt, der von "unab­hän­gi­gen Rechts­an­wäl­ten" aus­geht, dh von Anwäl­ten, die nicht durch einen Dienst­ver­trag an den Man­dan­ten gebun­den sind.
Die gegen die­ses Ergeb­nis vor­ge­brach­ten Ein­wän­de grei­fen nicht durch.
Unge­ach­tet mög­li­cher inhalt­li­cher Über­ein­stim­mun­gen kommt für das Deckungs­ver­hält­nis der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht in Betracht, abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung und eine dane­ben aus­ge­üb­te selb­stän­di­ge Tätig­keit als Rechts­an­walt im Sin­ne einer ein­heit­li­chen Betrach­tung "zusam­men­zu­zie­hen". Die iso­lier­te Fra­ge­stel­lung, ob eine anwalt­li­che Tätig­keit in Gestalt einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung aus­ge­übt wer­den kann und damit grund­sätz­lich eine Befrei­ungs­mög­lich­keit eröff­net ist, wür­de damit gera­de ver­las­sen. Die bei­den (ein­zi­gen) For­men der Aus­übung einer Erwerbs­tä­tig­keit, die selb­stän­di­ge Tätig­keit und die abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung, schlie­ßen sich im Übri­gen wech­sel­sei­tig aus. Wo – wie vor­lie­gend – die Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung in Fra­ge steht, kön­nen Gesichts­punk­te der selb­stän­di­gen Erwerbs­tä­tig­keit kei­ne Rol­le spie­len. Es ent­spricht daher stän­di­ger Recht­spre­chung des BSG im Ren­ten­ver­si­che­rungs­recht, dass, wenn neben­ein­an­der ver­schie­de­ne ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­lich bedeut­sa­me Sach­ver­hal­te vor­lie­gen, das Bestehen von Ver­si­che­rungs­pflicht (oder Ver­si­che­rungs­frei­heit bzw Ver­si­che­rungs­be­frei­ung) hin­sicht­lich des einen Sach­ver­halts grund­sätz­lich kei­ne Wir­kung für den ande­ren Sach­ver­halt hat, jeder Sach­ver­halt mit­hin, wenn gesetz­lich nichts ande­res bestimmt ist, selb­stän­dig zu beur­tei­len ist und es des­halb zuläs­si­ger­wei­se zu Mehr­fach­ver­si­che­run­gen und mehr­fa­cher Bei­trags­pflicht kom­men kann 16.
Recht­lich ist auch uner­heb­lich, ob die in Fra­ge ste­hen­de Beschäf­ti­gung inhalt­lich "Ele­men­te" der anwalt­li­chen Berufs­tä­tig­keit auf­weist. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI for­dert – wie dar­ge­legt – nach Norm­wort­laut und Funk­ti­on stets zusätz­lich, dass die Tätig­keit, die zur Ver­si­che­rungs­pflicht bei der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt, gleich­zei­tig in der Form der Beschäf­ti­gung aus­ge­übt wird und Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­det. Ist dies – wie vor­lie­gend für eine Tätig­keit als Rechts­an­walt bei einem nicht dem Stan­des­recht unter­wor­fe­nen Arbeit­ge­ber – von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, sind mög­li­che Sach­be­zü­ge der aus­ge­üb­ten Erwerbs­tä­tig­keit zum Berufs­bild des Rechts­an­walts ohne recht­li­che Bedeu­tung. Ihr Vor­lie­gen könn­te nicht mehr zu einem Lebens­sach­ver­halt füh­ren, der die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI in vol­lem Umfang erfüllt.
Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI kön­nen auch nicht dadurch umgan­gen wer­den, dass ein inne­rer (sach­li­cher) Zusam­men­hang der behaup­te­ten Art "theorie-"gestützt begrün­det wird. Was für den inne­ren Zusam­men­hang als sol­chen gilt, betrifft not­wen­dig auch alle zum Beleg sei­nes Vor­lie­gens benann­ten Ein­zel­kri­te­ri­en und "Kri­te­ri­en­for­meln", damit auch die sog Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie ("rechts­be­ra­tend, rechts­ver­mit­telnd, rechts­ent­schei­dend, rechts­ge­stal­tend") und jedes ihrer Ele­men­te. Erst recht fehlt es an jeder Rechts­grund­la­ge, die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an Stel­le des gesetz­li­chen Tat­be­stands der Rechts­an­wen­dung zugrun­de zu legen und damit die Rechts­fol­ge des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit der vor­lie­gend in Fra­ge ste­hen­den Fall­grup­pe zu ver­bin­den, für die sie der hier­zu ein­zig beru­fe­ne Gesetz­ge­ber gera­de nicht vor­ge­se­hen hat. Unter­schied­li­che Absi­che­run­gen in unter­schied­li­chen Sys­te­men sind Kon­se­quenz des Umstan­des, dass syn­chron und dia­chron eine Viel­zahl von Erwerbs­tä­tig­kei­ten betrie­ben wer­den kann, und deren hier­an anknüp­fen­de Absi­che­rung nicht ihrer­seits im Sin­ne eines ein­heit­li­chen Gesamt­kon­zepts durch zwin­gen­des Recht koor­di­niert ist. Es gibt des­halb auch kei­nen Rechts­satz des Inhalts, dass stets nur die Zuge­hö­rig­keit zu einem ein­zi­gen Siche­rungs­sys­tem in Betracht kom­men könn­te oder es unge­ach­tet einer Ände­rung der hier­für recht­lich maß­geb­li­chen Umstän­de stets bei der ein­mal begrün­de­ten Zustän­dig­keit eines Sys­tems zu ver­blei­ben habe. Nur soweit der Gesetz­ge­ber hier­für im Ein­zel­fall Anlass gese­hen hat und im Anwen­dungs­be­reich der jewei­li­gen Koor­di­nie­rungs­re­ge­lung, kann hier­von aus­nahms­wei­se abge­se­hen wer­den. Auch inso­fern bedarf es schließ­lich kei­nes nähe­ren Ein­ge­hens auf den Theo­rie-Cha­rak­ter der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" im Sin­ne der Wis­sen­schafts­theo­rie bzw einer wis­sen­schaft­lich betrie­be­nen Juris­pru­denz.
Die gesetz­lich gefor­der­te posi­ti­ve Fest­stel­lung, dass die­sel­be Erwerbs­tä­tig­keit, die die Mit­glied­schaft in der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung begrün­det hat, wegen ihrer Aus­übung in der Form der Beschäf­ti­gung zugleich Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung begrün­det, kann erst recht nicht durch die­je­ni­ge ersetzt wer­den, dass die in der Form der Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­te Erwerbs­tä­tig­keit der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft nicht ursprüng­lich oder nach­träg­lich ent­ge­gen­steht. Zwar stellt sich aus der Sicht der allein auf einer arbeits­recht­li­chen Neben­tä­tig­keit grün­den­den Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft umge­kehrt die Fra­ge, ob eine dane­ben aus­ge­üb­te Tätig­keit mit dem Anwalts­be­ruf ver­ein­bar ist und daher ihrer Ertei­lung nicht ent­ge­gen­steht (§ 7 Nr 8 BRAO) bzw ihren Wider­ruf nicht for­dert (§ 14 Abs 2 Nr 8 BRAO). Indes­sen ist die hier­zu vor­lie­gend umfang­rei­che – und seit dem Beschluss des BVerfG vom 04.11.1992 17 im Sin­ne der Libe­ra­li­sie­rung nach­hal­tig geän­der­te – Recht­spre­chung soweit ersicht­lich zu kei­nem Zeit­punkt – selbst­wi­der­sprüch­lich – auf den Gedan­ken gekom­men, dass eine Unver­ein­bar­keit schon des­halb nicht vor­lie­gen könn­te, weil es sich bei der im Rah­men einer Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­ten Tätig­keit um einen genui­nen Teil des anwalt­li­chen Berufs­bil­des han­deln könn­te. Die oft zitier­te Beschäf­ti­gung als Taxi-Fah­rer steht der anwalt­li­chen Berufs­aus­übung nicht ent­ge­gen, gehört ihr aber evi­dent nicht zu. Das­sel­be gilt ins­be­son­de­re für den Inhalt sol­cher Beschäf­ti­gun­gen, die Rechts­be­ra­tung gegen­über drit­ten Per­so­nen 18 oder die juris­ti­sche Sach­be­ar­bei­tung bei einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung 19 zum Inhalt haben. Die Ver­ein­bar­keit von Anwalts­be­ruf und dane­ben aus­ge­üb­ter Tätig­keit ist damit zwar not­wen­dig, weil andern­falls eine Zulas­sung zur Anwalt­schaft nicht erfol­gen könn­te, zur Begrün­dung der für die Anwen­dung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI not­wen­dig erfor­der­li­chen Dop­pel­re­le­vanz aber nicht hin­rei­chend. Auch alle sonst von § 7 Nr 8, § 14 Abs 1, Abs 2 Nr 8 BRAO erfass­ten Tätig­kei­ten sind gera­de sol­che außer­halb des anwalt­li­chen Berufs­felds in einem Zweit­be­ruf 20.
Hin­wei­se für eine feh­len­de Anwend­bar­keit von § 46 BRAO auf Fäl­le der vor­lie­gen­den Art feh­len voll­stän­dig. Die Vor­schrift gehört zu den Berufs­aus­übungs­re­ge­lun­gen, die als gegen­über Berufs­zu­gangs­re­ge­lun­gen (Art 12 Abs 1 GG) der vor­ste­hend erör­ter­ten Art weni­ger schwer wie­gen­der Ein­griff das Ver­hält­nis der durch Zulas­sung eröff­ne­ten anwalt­li­chen Berufs­tä­tig­keit zu einer dane­ben aus­ge­üb­ten Beschäf­ti­gung betref­fen. Inso­fern begrün­det § 46 BRAO beson­de­re Berufs­pflich­ten der Syn­di­kus­an­wäl­te und bestä­tigt im Rück­schluss gleich­zei­tig, dass die Aus­übung einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung der Rechts­stel­lung eines unab­hän­gi­gen Organs der Rechts­pfle­ge selbst dann nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen­steht, wenn sie anwalt­li­chen Stan­des­pflich­ten nicht unter­wor­fen und die Arbeits­zeit und Arbeits­kraft über­wie­gend in Anspruch nimmt 21. Auch inso­fern geht es jedoch stets um die Abgren­zung ver­schie­de­ner rechts­be­ra­ten­der und ‑besor­gen­der Tätig­kei­ten 22 und ins­be­son­de­re um die Unter­schei­dung zwi­schen dem wei­sungs­frei­en, unab­hän­gi­gen Rechts­an­walt und dem Syn­di­kus­an­walt, der im Rah­men eines stän­di­gen Dienst- oder ähn­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses sei­ne Arbeits­zeit und Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung stel­len muss 23.
Der von der Revi­si­on mit der ver­brei­te­ten Bezeich­nung "Dop­pel­be­rufs­theo­rie" bezeich­ne­te recht­li­che Umstand gibt unter die­sen Umstän­den der Sache nach die von BGH, BAG, BVerfG und EuGH über­ein­stim­mend gege­be­ne und fort­lau­fend bestä­tig­te nega­ti­ve Ant­wort auf die Rechts­fra­ge wie­der, ob der Syn­di­kus­an­walt auch in sei­ner abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung als Rechts­an­walt anzu­se­hen ist. Soweit mit der Wort­wahl eine gerin­ge­re Ver­bind­lich­keit im Sin­ne einer inter­pre­ta­ti­ven "Klein­theo­rie" 24 behaup­tet wer­den soll, steht dem "die fun­da­men­ta­le objek­ti­ve Bedeu­tung der seit einem Jahr­hun­dert durch­ge­setz­ten frei­en Advo­ka­tur" 25 und das Gewicht einer über Jahr­zehn­te fort­ge­führ­ten ein­hel­li­gen Auf­fas­sung der Recht­spre­chung und von deren Bin­dungs­wir­kung ent­ge­gen, die ein form­lo­ses Abwei­chen zuguns­ten eines ande­ren gedank­li­chen Kon­strukts zumin­dest nicht ohne Wei­te­res erlau­ben. Weder wird mit einem der­ar­ti­gen Ver­ständ­nis der BRAO ein "ein­heit­li­cher Beruf künst­lich auf­ge­spal­ten" noch führt die Revi­si­on nach­voll­zieh­ba­re Hin­wei­se auf eine "Auf­wei­chung" oder "Auf­he­bung" des mit der Bezeich­nung "Dop­pel­be­rufs- oder Zweit­be­rufs­theo­rie" benann­ten recht­li­chen Sach­ver­halts auf.
§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI ist als abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lung einer wei­ten, erwei­tern­den oder ana­lo­gen Anwen­dung weder bedürf­tig noch fähig. Die Syn­di­kus­an­wäl­tin gehört als abhän­gig Beschäf­tig­teim Sin­ne von § 7 Abs 1 S 1 SGB IV zum Kern­be­reich der typi­siert Schutz­be­dürf­ti­gen und des­halb grund­sätz­lich in allen Zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung (vgl § 2 Abs 2 Nr 1 SGB IV) und ins­be­son­de­re in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 SGB VI) Zwangs­ver­si­cher­ten. Die­se ein­fach­ge­setz­li­che Leit­ent­schei­dung wird für den Per­so­nen­kreis, dem die Syn­di­kus­an­wäl­tin zuge­hört, auch nicht unmit­tel­bar spe­zi­al­ge­setz­lich modi­fi­ziert oder revo­ziert. Umstän­de, die – ihrer­seits typi­sie­rend – trotz Aus­übung einer Beschäf­ti­gung der Annah­me der Schutz­be­dürf­tig­keit ent­ge­gen­ste­hen und daher Anlass zu einer Tat­be­stands­re­duk­ti­on geben könn­ten, sind gesetz­lich nicht umschrie­ben. Die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen einer Tat­be­stands­re­duk­ti­on, die Anlass gege­ben hät­ten, von vorn­her­ein von der Anord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht abzu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des Anwen­dungs­be­reichs der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se unmit­tel­bar kraft Geset­zes Ver­si­che­rungs­frei­heit anzu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 – Nr 3 SGB VI), sind erkenn­bar nicht erfüllt. Die vor­lie­gend allein in Fra­ge ste­hen­de Rege­lung des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gehört zu einem Kreis von Bestim­mun­gen, die den betrof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten unter den im Gesetz jeweils im Ein­zel­nen umschrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen nach eige­nem "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" einen Anspruch auf eine kon­sti­tu­ti­ve Befrei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch einen gebun­de­nen Ver­wal­tungs­akt des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers mit grund­sätz­lich auf die in Fra­ge ste­hen­de Beschäf­ti­gung begrenz­ter Wir­kung (§ 6 Abs 5 SGB VI) gewäh­ren, um nach­fol­gend allein im berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk mit güns­ti­ge­ren Bedin­gun­gen zu ver­blei­ben. Eine voll­stän­di­ge Ent­las­sung aus der öffent­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung ist dage­gen nicht mög­lich 26.
Nur aus­nahms­wei­se gewin­nen daher die von bei­den Sys­te­men Erfass­ten ihre Vor­sor­ge­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) durch Befrei­ungs­re­ge­lun­gen begrenzt zurück. Bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI han­delt es sich dem Kon­zept der abge­stuf­ten Schutz­be­dürf­tig­keit fol­gend bereits inner­halb der Beschäf­tig­ten­ver­si­che­rung um eine abschlie­ßen­de Aus­nah­me­re­ge­lung, die einer erwei­tern­den oder ent­spre­chen­den Anwen­dung nicht zugäng­lich ist 27. Sein Aus­nah­me­cha­rak­ter wird zudem dadurch wei­ter bestä­tigt, dass er auch inner­halb sei­nes Anwen­dungs­be­reichs ein Befrei­ungs­recht kei­nes­wegs für alle Fäl­le der Dop­pel­zu­ge­hö­rig­keit vor­sieht. Etwas ande­res ergibt sich ent­ge­gen der Revi­si­on auch nicht etwa des­halb, weil es sich bei ihm um eine "Kol­li­si­ons­norm" han­de­le, deren Auf­ga­be dar­in lie­ge, zuguns­ten der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen die Anwend­bar­keit jeweils nur einer (ein­zi­gen) Rechts­mas­se sicher­zu­stel­len.
Kol­li­si­ons­nor­men betref­fen die Fra­ge, wel­ches Recht als sog Sach­norm zur Anwen­dung kommt, wenn der Rege­lungs­ge­gen­stand gleich­zei­tig von meh­re­ren Rechts­mas­sen erfasst ist. Sie bestim­men ent­we­der beschränkt auf die Bin­nen­sicht nur einer Men­ge von Rechts­sät­zen, ob die­se Anwend­bar­keit bean­spru­chen, obwohl gleich­zei­tig ande­re Norm­be­stän­de als ein­schlä­gig in Betracht kom­men (ein­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm) oder legen für die Gesamt­heit der ein­schlä­gi­gen Rechts­mas­sen umfas­send fest, nach wel­cher von ihnen sich die recht­li­che Beur­tei­lung des Rege­lungs­ge­gen­stan­des rich­tet (mehr­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm). Nur soweit umfas­send für alle Fäl­le des Zusam­men­tref­fens ein­schlä­gi­ger Rechts­sät­ze die Anwend­bar­keit wenigs­tens einer der in Fra­ge ste­hen­den Rechts­mas­sen abschlie­ßend abs­trakt-gene­rell bestimmt wird, kann ohne Wei­te­res von einer Kol­li­si­ons­norm in die­sem Sin­ne gespro­chen wer­den. Im Blick hier­auf han­delt es sich bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI im umfas­sen­den Sin­ne um eine Koor­di­na­ti­ons­re­ge­lung und ent­ge­gen der Behaup­tung der Syn­di­kus­an­wäl­tin allen­falls in einem sehr beschränk­ten Sin­ne um den Son­der­fall einer Koor­di­nie­rung von Sys­te­men durch eine Kol­li­si­ons­norm mit Aus­schluss­wir­kung zuguns­ten der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gung. Bei­des schließt sich damit ent­ge­gen dem Ein­wand der Bei­gela­de­nen zu 2. nicht aus. Nur wenn näm­lich kumu­la­tiv alle objek­ti­ven Ele­men­te des umfang­rei­chen mehr­glied­ri­gen Tat­be­stan­des erfüllt sind, ins­be­son­de­re allen Anfor­de­run­gen an die Art der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, an die Gleich­ar­tig­keit der Bei­trags­er­he­bung sowie an die Gleich­wer­tig­keit des Ver­si­che­rungs­schut­zes genügt ist, und die hier­nach Berech­tig­ten posi­tiv von dem ihnen ein­ge­räum­ten "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" Gebrauch gemacht haben, kommt es (mit­tel­bar) zum Aus­schluss der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht. Das Gesetz beschränkt sich inso­fern typi­sie­rend auf Fall­kon­stel­la­tio­nen, bei denen ins­be­son­de­re glei­cher­ma­ßen das Bestands­in­ter­es­se und die Leis­tungs­fä­hig­keit der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung wie der Gesichts­punkt der Gewähr­leis­tung eines aus­rei­chen­den Schut­zes der Betrof­fe­nen durch die berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung berück­sich­tigt und gegen­ein­an­der abge­wo­gen sind. Han­delt es sich dem­ge­gen­über um Sach­ver­hal­te außer­halb des objek­ti­ven Anwen­dungs­be­reichs oder betä­tigt ein Berech­tig­ter sein "Ent­schlie­ßungs­er­mes­sen" nicht, fehlt es voll­stän­dig an einer kol­li­si­ons­recht­li­chen Rechts­fol­genan­ord­nung und belässt es das Gesetz mit der Fol­ge der Dop­pel­ver­si­che­rung bei der par­al­le­len Anwend­bar­keit der jeweils ein­schlä­gi­gen Rechts­sät­ze. Kei­nes­wegs besteht damit nach dem zugrun­de lie­gen­den Rege­lungs­kon­zept für jeden Kol­li­si­ons­fall auch Bedarf nach einer ein­deu­ti­gen (Nicht-)Anwendungsregelung und damit ggf einem wei­ten Ver­ständ­nis des gesetz­li­chen Tat­be­stands.
Eben­falls ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI weder bevor­zugt dazu bestimmt, den Inter­es­sen von Frei­be­ruf­lern zu die­nen, noch bezweckt er in beson­de­rer Wei­se den Bestands­schutz berufs­stän­di­scher Ver­sor­gungs­wer­ke. Im Rah­men sei­nes posi­ti­ven Anwen­dungs­be­reichs bestimmt § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI aus der Bin­nen­per­spek­ti­ve der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­sei­tig, ob es bei der nor­ma­ti­ven Anord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht aus § 1 S 1 Nr 1 SGB VI ver­bleibt oder ob hier­von aus­nahms­wei­se wegen einer aus ihrer Sicht aus­rei­chen­den ander­wei­ti­gen Absi­che­rung abge­se­hen wer­den kann 28. Er kann schon des­halb kei­ne "magna char­ta" der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen reprä­sen­tie­ren, die allen­falls im Sin­ne eines Rechts­re­fle­xes betrof­fen sind.
Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te bestä­tigt die­ses Ergeb­nis. § 6 Abs 1 Nr 1 SGB VI hat­te bis zum 31.12.1995 fol­gen­den Wort­laut:
"(1) Von der Ver­si­che­rungs­pflicht wer­den befreit
Ange­stell­te und selb­stän­dig Täti­ge, die auf­grund einer durch Gesetz ange­ord­ne­ten oder auf Gesetz beru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glie­der einer öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ihrer Berufs­grup­pe (berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) sind, wenn für sie nach nähe­rer Maß­ga­be der Sat­zung ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Bei­trä­ge unter Berück­sich­ti­gung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zu ent­rich­ten sind und auf­grund die­ser Bei­trä­ge Leis­tun­gen für den Fall ver­min­der­ter Erwerbs­fä­hig­keit und des Alters sowie für Hin­ter­blie­be­ne erbracht und angepaßt wer­den, wobei auch die finan­zi­el­le Lage der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung zu berück­sich­ti­gen ist, …
Soweit die Mate­ria­li­en zum Gesetz zur Ände­rung des Sechs­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch vom 15.12.1995 3 in ihrem "All­ge­mei­nen Teil" meta­pho­risch von einer "Frie­dens­gren­ze" 29 unter "Berück­sich­ti­gung der berech­tig­ten Inter­es­sen bei­der Sys­te­me" 30 spre­chen, geschieht dies allein im Kon­text der beab­sich­tig­ten Ver­schär­fung der ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Befrei­ungs­re­ge­lung und zur Ver­mei­dung der befürch­te­ten Ero­si­on der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Belan­ge der Ver­sor­gungs­trä­ger fin­den dem­ge­gen­über nur inso­fern Erwäh­nung, als mit der vor­ge­se­he­nen Beschrän­kung des Befrei­ungs­rechts "im Ergeb­nis die seit lan­gem akzep­tier­te Abgren­zung zwi­schen berufs­stän­di­scher Ver­sor­gung und gesetz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung in ihrer bis­he­ri­gen Aus­prä­gung gefes­tigt wird." Ins­be­son­de­re ergibt sich aus den in BT-Drs. 13/​2590 nie­der­ge­leg­ten Erwä­gun­gen nicht andeu­tungs­wei­se, dass mit der Schaf­fung der der­zeit gel­ten­den Fas­sung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI für bestimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Dop­pel­re­le­vanz einer im Rah­men der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als Beschäf­ti­gung aus­ge­üb­ten Erwerbs­tä­tig­keit abge­se­hen bzw die Alters­si­che­rung für eine ledig­lich par­al­lel hier­zu aus­ge­üb­te frei­be­ruf­li­che Tätig­keit als eigen­stän­di­ger Befrei­ungs­grund aus­ge­stal­tet wer­den soll­te. Viel­mehr hat der Gesetz­ge­ber nach neu­em (inso­fern seit 1.01.1996 gel­ten­dem) Recht erfol­gen­de Befrei­un­gen für alle erfass­ten Berufs­grup­pen in glei­cher Wei­se aus­ge­stal­tet. Die "Klar­stel­lung", auf wel­che Tätig­keit oder Beschäf­ti­gung sich das Befrei­ungs­recht beschränkt 31, erfasst daher die Gesamt­heit der Norm­be­trof­fe­nen und damit selbst­ver­ständ­lich auch den von der Syn­di­kus­an­wäl­tin reprä­sen­tier­ten Per­so­nen­kreis. Ob das bis dahin gel­ten­de Recht mög­li­cher­wei­se anders ver­stan­den wer­den konn­te und daher die seit dem 1.01.1996 gel­ten­de Neu­fas­sung über eine blo­ße Klar­stel­lung hin­aus die Set­zung neu­en Rechts ver­kör­pert, ist für die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung ohne Bedeu­tung 32.
Das gefun­de­ne Ergeb­nis ver­stößt auch nicht gegen Ver­fas­sungs­recht. Die ein­schlä­gi­gen Fra­gen sind durch die Recht­spre­chung des BVerfG geklärt. Der Gesetz­ge­ber darf zur Bestim­mung der Schutz­be­dürf­ti­gen typi­sie­rend an den Sach­ver­halt der Beschäf­ti­gung anknüp­fen und in Ver­bin­dung hier­mit Ver­si­che­rungs­zwang anord­nen. Hier­ge­gen bestehen nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BVerfG kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken 33. Die Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­letzt die Betrof­fe­nen ins­be­son­de­re nicht in ihrem Grund­recht aus Art 14 Abs 1 GG 34 und berührt man­gels eines unmit­tel­bar berufs­re­geln­den Cha­rak­ters nicht den Schutz­be­reich des Art 12 Abs 1 GG 35. Ein – von der Syn­di­kus­an­wäl­tin im Übri­gen auch nicht gerüg­ter – Ein­griff in ihr Grund­recht aus Art 2 Abs 1 GG schei­det schon des­halb aus, weil der Gesetz­ge­ber ins­be­son­de­re mit der Ein­füh­rung einer grund­sätz­li­chen Ver­si­che­rungs­pflicht für Beschäf­tig­te von sei­nem wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum im Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen der indi­vi­du­el­len Frei­heit und den Anfor­de­run­gen einer sozi­al­staat­li­chen Ord­nung 36 in ver­fas­sungs­ge­mä­ßer Wei­se Gebrauch gemacht hat. Ins­be­son­de­re ver­let­zen die Pflicht­mit­glied­schaft und die damit ggf ein­her­ge­hen­de Pflicht zur Bei­trags­tra­gung in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung grund­sätz­lich auch bei Höher­ver­die­nen­den, die ander­wei­tig für ihre Alters­si­che­rung Sor­ge tra­gen könn­ten, nicht Art 2 Abs 1 GG. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass die Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht die indi­vi­du­el­le sozia­le Schutz­be­dürf­tig­keit eines Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen, son­dern ledig­lich den Tat­be­stand der Beschäf­ti­gung vor­aus­setzt. Der Gesetz­ge­ber durf­te davon aus­ge­hen, dass die­je­ni­gen Per­so­nen, die ihre Arbeits­kraft in den Dienst ande­rer stel­len, im All­ge­mei­nen auf die­se Beschäf­ti­gung zur Erlan­gung ihres Lebens­un­ter­halts ange­wie­sen und daher – auch im Hin­blick auf die Alters­si­che­rung – sozi­al schutz­be­dürf­tig sind 37.
Bei der aus­nahms­wei­sen Eröff­nung von Befrei­ungs­mög­lich­kei­ten zur Besei­ti­gung eines unmit­tel­bar gesetz­lich ange­ord­ne­ten Ver­si­che­rungs­zwangs darf der Gesetz­ge­ber, der die Vor­sor­ge­frei­heit Beschäf­tig­ter aus Art 2 Abs 1 GG ver­fas­sungs­recht­lich beden­ken­frei begrenzt hat, erst recht die Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­blei­ben­den Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung berück­sich­ti­gen und ins­be­son­de­re dem Anlie­gen, Ver­si­cher­te mit typi­scher­wei­se güns­ti­gen Risi­ken in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu hal­ten, vor dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG) erheb­li­che Bedeu­tung bei­mes­sen; inso­fern kommt es auf die mög­li­cher­wei­se gerin­ge Zahl der Betrof­fe­nen nicht an 38. Die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt unter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben weder ein all­ge­mei­nes Befrei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Absi­che­rung in ande­ren Sys­te­men einen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sung wegen kein Wahl­recht zuguns­ten der jeweils güns­tigs­ten Ver­sor­gungs­mög­lich­keit 39. Umge­kehrt ist für das berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­recht geklärt, dass es nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht ver­stößt, wenn sich die Mit­glied­schaft in einem berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk auch auf in der gesetz­li­chen Ange­stell­ten­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­cher­te Berufs­an­ge­hö­ri­ge erstreckt 40.
Der ver­fas­sungs­recht­lich damit unbe­denk­li­che öffent­lich-recht­li­che Ein­griff in die Vor­sor­ge­frei­heit der betrof­fe­nen Ver­si­cher­ten steht umge­kehrt für sei­nen Anwen­dungs­be­reich eige­nen indi­vi­du­el­len Gestal­tun­gen durch pri­vat­recht­li­chen Ver­trags­schluss ent­ge­gen. Der beson­de­re Schutz­zweck der Sozi­al­ver­si­che­rung und ihre Natur als eine Ein­rich­tung des öffent­li­chen Rechts schlie­ßen es grund­sätz­lich aus, über die recht­li­che Ein­ord­nung allein nach dem Wil­len der Ver­trags­par­tei­en, ihren Ver­ein­ba­run­gen oder ihren Vor­stel­lun­gen hier­über zu ent­schei­den 41. Das gilt ohne Wei­te­res auch für die Wahl unter meh­re­ren öffent­lich-recht­lich aus­ge­stal­te­ten Siche­rungs­sys­te­men nach Maß­ga­be indi­vi­du­el­ler Güns­tig­keits­er­wä­gun­gen des Beschäf­tig­ten bzw der Arbeits­ver­trags­par­tei­en. Die­sen bleibt es im Übri­gen zwar grund­sätz­lich unbe­nom­men, Anknüp­fungs­sach­ver­hal­te des Pri­vat­rechts, auf die das Gesetz öffent­lich-recht­li­che Norm­be­feh­le tat­be­stand­lich stützt, selbst zu gestal­ten 42. Auch der­ar­ti­ge Mög­lich­kei­ten der auto­no­men Gestal­tung von Anknüp­fungs­sach­ver­hal­ten sind indes­sen ver­sperrt, wo der Gesetz­ge­ber die öffent­lich-recht­li­che Anord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht auch tat­be­stand­lich auf zwin­gen­des öffent­li­ches Recht stützt. Soweit er daher in Aus­übung sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus Art 74 Abs 1 Nr 1 GG die "Rechts­an­walt­schaft" aus­ge­stal­tet hat, ist weder für ein­zel­ne Norm­be­trof­fe­ne – ggf im Zusam­men­wir­ken mit ihren Arbeit­ge­bern – noch für berufs­stän­di­sche Orga­ni­sa­tio­nen die Mög­lich­keit eröff­net, selbst über die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu dis­po­nie­ren oder das Berufs­recht "fort­zu­ent­wi­ckeln". Man­gels pri­vat­recht­li­cher Gestal­tungs­mög­lich­keit schei­det inso­fern auch eine mikro­öko­no­mi­sche Betrach­tung unter dem Gesichts­punkt der "win-win-Situa­ti­on" von vorn­her­ein aus. Hier­von unab­hän­gig kön­nen die Arbeits­ver­trags­par­tei­en indes­sen – wenn auch ohne ver­sor­gungs­recht­li­che Aus­wir­kun­gen – die Grund­la­gen für eine Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft neben dem Arbeits­ver­hält­nis schaf­fen, dem Arbeit­neh­mer auf die­se Wei­se ein zusätz­li­ches Betä­ti­gungs­feld eröff­nen und den Arbeit­ge­ber am Sozi­al­pres­ti­ge der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft teil­ha­ben las­sen.
Auf eine vom Gesetz abwei­chen­de rechts­wid­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung kann sich der von der Syn­di­kus­an­wäl­tin reprä­sen­tier­te Per­so­nen­kreis nicht beru­fen 43. Außer­halb der vor­lie­gend zur Ent­schei­dung ste­hen­den Fäl­le, bei denen es jeweils um die erst­ma­li­ge Befrei­ung für einen bestimm­ten Zeit­raum geht, weist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hin­sicht­lich der der­zei­ti­gen Inha­ber einer begüns­ti­gen­den Befrei­ungs­ent­schei­dung auf Fol­gen­des hin: Sie haben – bezo­gen auf die jewei­li­ge Beschäf­ti­gung, für die die Befrei­ung aus­ge­spro­chen wur­de – ein recht­lich geschütz­tes Ver­trau­en in den Bestand die­ser Ent­schei­dun­gen, das über den Schutz durch die §§ 44 ff SGB X hin­aus­ge­hen dürf­te. Ins­be­son­de­re haben die Trä­ger der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (wenn auch ohne gesetz­li­che Grund­la­ge) die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" selbst mit beför­dert und ange­wandt. Schon weil damit bei der gebo­te­nen typi­sie­ren­den Betrach­tung Lebens­ent­schei­dun­gen über die per­sön­li­che Vor­sor­ge nach­hal­tig mit beein­flusst wur­den, kann einer Ände­rung der Rechts­auf­fas­sung hin­sicht­lich ergan­ge­ner Befrei­ungs­ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich kei­ne Bedeu­tung zukom­men. Dem­ge­gen­über ist vor­lie­gend nicht näher dar­auf ein­zu­ge­hen, dass der 12. Bun­des­so­zi­al­ge­richt des BSG bereits in sei­ner Sit­zung vom 09.03.2005 eine der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung ent­spre­chen­de Rechts­auf­fas­sung ange­deu­tet hat­te. Damals war es in den Ver­fah­ren B 12 RA 3/​04 R, B 12 RA 4/​04 R und B 12 RA 11/​04 R jeweils um die Fra­ge gegan­gen, ob die Klä­ger, die jeweils als Rechts­an­wäl­te in Schles­wig-Hol­stein zuge­las­sen waren und bei unter­schied­li­chen in Ham­burg resi­die­ren­den Unter­neh­men beschäf­tigt waren, für ihre Beschäf­ti­gung von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu befrei­en waren. Die Revi­sio­nen wur­den damals in allen drei Ver­fah­ren zurück­ge­nom­men.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 3. April 2014 – B 5 RE 13/​14 R
Die urhe­ber­recht­li­che Abmah­nung Hopp­la, was flat­tert denn da aus dem Brief­kas­ten? Post von einem Rechts­an­walt, eine Abmah­nung!!! So oder ähn­lich ergeht es jeden Tag einer beacht­li­chen Zahl von…
Ver­si­che­rungs­pflicht für Ärz­te Die gegen­über einem Arzt aus­ge­spro­che­ne Befrei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung für eine ärzt­li­che Tätig­keit gilt nicht für eine Tätig­keit als so genann­ter…
Ärz­te und Apo­the­ker als Phar­ma­be­ra­ter Beschäf­ti­gung im Sin­ne des § 6 Abs 5 Satz 1 SGB VI ist jede berufs­grup­pen­spe­zi­fi­sche Tätig­keit, für die die Vor­aus­set­zun­gen für eine Befrei­ung nach §…
BSG vom 30.04.1997 ? 12 RK 20/​96, USK 9733[↩]
vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG von 9.03.2005 ? B 12 RA 8/​03 R, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 3[↩]
BGBl I 1824[↩][↩]
BGBl I 3242[↩]
vgl hier­zu BSG vom 31.10.2012 – B 12 R 3/​11 R, BSGE 112, 108, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 9, RdNr 36[↩]
vgl exem­pla­risch BGH Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97 – BGHZ 141, 69, 71 mit Hin­weis auf BT-Drs. III/​120 S 77 und Beschluss vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10 – NJW 2011, 1517, 1518 RdNr 6[↩]
BGH, Beschluss vom 07.11.1960 – AnwZ (B) 4/​60 – BGHZ 33, 276, 279 f[↩]
vgl exem­pla­risch BGH Beschluss vom 25.04.1988 – AnwZ (B) 2/​88 – BRAK-Mitt 1988, 271 f; Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97 – BGHZ 141, 69, 71; Beschluss vom 13.03.2000 – AnwZ (B) 25/​99 – NJW 2000, 1645; Beschluss vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00 – NJW 2001, 3130; Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09 – NJW 2010, 377, 379 RdNr 17, inso­fern in BGHZ 183, 73 ff nicht abge­druckt; Beschluss vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10 – NJW 2011, 1517, 1518 RdNr 6; eben­so BAG Beschluss vom 19.03.1996 – 2 AZB 36/​95 – BAGE 82, 239, 241[↩]
BVerfGE 87, 287; BGH, Beschluss vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00, NJW 2001, 3130; Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09, NJW 2010, 377 Rn. 17[↩]
BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287, 294 f[↩]
vgl BGH Beschluss vom 22.03.1999 – Pat­An­wZ 10/​98 – EBE/​BGH 1999, 150 f, zum Erfor­der­nis einer min­des­tens halb­jäh­ri­gen Tätig­keit "bei einem Patent­an­walt", das nur dann erfüllt ist, wenn der Antrag­stel­ler auf dem Gebiet eines Patent­an­walts tätig gewor­den ist und nicht ledig­lich im Rah­men eines "Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses in einem Unter­neh­men" bei einem dort eben­falls ange­stell­ten Syn­di­kus­an­walt[↩]
vgl BGH Beschluss vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09 – NJW 2010, 377, 379 RdNr 17 mwN, inso­fern in BGHZ 183, 73 nicht abge­druckt; vgl zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Vor­ge­hens der Fach­ge­rich­te, wenn sie Nach­wei­se des Bewer­bers über die in sei­ner Eigen­schaft als Syn­di­kus­an­walt betreu­ten Fäl­le als nicht aus­rei­chend bewer­ten, BVerfG Beschluss vom 20.03.2007 – 1 BvR 142/​07 – NJW 2007, 1945[↩]
BT-Drs. 12/​4993[↩]
BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 u. a.[↩]
EuGH, Urteil vom 14.09.2010 – C‑550/​07 P – NJW 2010, 3557[↩]
vgl BSG Urtei­le vom 04.11.2009 – B 12 R 7/​08 R, SozR 4 – 2600 § 2 Nr 13 RdNr 19 mit Hin­weis auf die Rechts­la­ge bereits vor Inkraft­tre­ten des SGB VI; vom 13.09.1979 – 12 RK 26/​77, BSGE 49, 38, 39 f, SozR 2200 § 1227 Nr 29 S 67, 68 f, mwN; und vom 02.06.1982 – 12 RK 66/​80, SozR 5800 § 2 Nr 3; s auch – hier­an anknüp­fend – die Begrün­dung zum Ent­wurf eines Ren­ten­re­form­ge­set­zes 1992, BT-Drs. 11/​4124 S 148[↩]
BVerfG, Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287[↩]
vgl BGH Beschlüs­se vom 03.03.1986 – AnwZ (B) 1/​86 – BGHZ 97, 204, 206; und vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95 – NJW-RR 1995, 1083, 1084 und die Nach­wei­se bei BGH Beschluss vom 27.05.1991 – AnwZ (B) 4/​91 – NJW 1991, 2289[↩]
BGH Beschluss vom 21.11.1994 – AnwZ (B) 44/​94 – NJW 1995, 1031[↩]
vgl exem­pla­risch BGH vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95 – NJW-RR 1995, 1083, 1084[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 04.11.1992 – 1 BvR 79/​85 ua – BVerfGE 87, 287, 297; zur feh­len­den Anwend­bar­keit von § 46 BRAO bei einem ange­stell­ten Rechts­an­walt, der unab­hän­gig und wei­sungs­frei Man­da­te bear­bei­tet, die sein Arbeit­ge­ber oder Dienst­herr über­nom­men hat s im Übri­gen BGH Beschlüs­se vom 06.03.2006 – AnwZ (B) 37/​05 – BGHZ 166, 299; und vom 04.11.2009 – AnwZ (B) 16/​09 – NJW 2010, 377, 379 RdNr 17 inso­fern in BGHZ 183, 73 nicht abge­druckt[↩]
vgl BGH Beschluss vom 19.06.1995 – AnwZ (B) 4/​95 – NJW-RR 1995, 1083, 1084[↩]
BGH Urteil vom 25.02.1999 – IX ZR 384/​97 – BGHZ 141, 69; BGH Beschlüs­se vom 18.06.2001 – AnwZ (B) 41/​00 – NJW 2001, 3130; und vom 07.02.2011 – AnwZ (B) 20/​10 – NJW 2011, 1517, 1520 RdNr 27; Anwalts­ge­richts­hof Ham­burg Beschluss vom 03.09.2002 – II ZU 11/​01 – BRAK-Mitt 2002, 283[↩]
vgl zur Klas­si­fi­ka­ti­on in Anleh­nung an Ralf Drei­er Röhl/​Röhl, All­ge­mei­ne Rechts­leh­re, 3. Aufl, Köln/​München 2008, S 163, 165[↩]
BVerfG Beschluss vom 08.03.1983 – 1 BvR 1078/​80 – BVerfGE 63, 266, 282[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 05.05.2008 – 1 BvR 1060/​05 ua, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 7 RdNr 16[↩]
vgl BSG Urteil vom 30.04.1997 – 12 RK 20/​96 – USK 9733[↩]
vgl BT-Drs. 13/​2590, S 18; Fich­te in Hauck/​Noftz, SGB VI, K § 6 RdNr 22; Horn/​Jung, AnwBl 2013 , 420, 421; Horn, NJW 2012, 966, 971; Gürt­ner in Kas­se­ler Kom­men­tar, SGB VI, § 6 RdNr 4; Kilger/​Prossliner, NJW 2004, 821, 823; Offer­mann-Burck­art, MDR 2013, 1197; Rid, BB-Spe­cial 3/​2008, 10, 14[↩]
BT-Drs. 13/​2590 S 1[↩]
BT-Drs. 13/​2590 S 18[↩]
BT-Drs. 13/​2590 S 22[↩]
vgl zur Bedeu­tung einer gesetz­ge­be­ri­schen "Klar­stel­lung" für die Ver­gan­gen­heit zuletzt BVerfG Beschluss vom 17.12.2013 – 1 BvL 5/​08 – DB 2014, 634, NVwZ 2014, 577[↩]
BVerfG Beschlüs­se vom 20.05.1996 – 1 BvR 21/​96, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 11 S 27 f; und vom 14.10.1970 – 1 BvR 753/​68 ua, SozR Nr 8 zu Art 2 GG; vgl im Übri­gen die Nach­wei­se bei BSG Urteil vom 05.07.2006 – B 12 KR 20/​04 R, SozR 4 – 2600 § 157 Nr 1 RdNr 29[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 26.06.2007 – 1 BvR 2204/​00, 1 BvR 1355/​03, SozR 4 – 2600 § 2 Nr 10 RdNr 25[↩]
BVerfG vom 26.06.2007 aaO RdNr 27[↩]
BVerfG vom 26.06.2007 aaO RdNr 28[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 31.08.2004 – 1 BvR 945/​95, SozR 4 – 2600 § 7 Nr 2 RdNr 13 mwN[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 05.05.2008 – 1 BvR 1060/​05 ua, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 7 RdNr 16 ff, 19[↩]
vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG Urteil vom 09.03.2005 – B 12 RA 8/​03 R, SozR 4 – 2600 § 6 Nr 3 RdNr 6[↩]
vgl BVerwG Beschluss vom 23.03.2000 – 1 B 15/​00 – Buch­holz 430.4 Ver­sor­gungs­recht Nr 42 und die dor­ti­gen Nach­wei­se[↩]
BSG Urteil vom 18.12.2001 – B 12 KR 8/​01 R, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 19 S 73 und die dor­ti­gen Nach­wei­se[↩]
vgl exem­pla­risch BSG Urteil vom 27.01.1994 – 2 RU 17/​93, SozR 3 – 2200 § 539 Nr 27 S 95 ff: Aus­ge­stal­tung der Übungs­lei­ter­tä­tig­keit wahl­wei­se als Beschäf­ti­gung oder als Aus­druck der Mit­glied­schafts­pflicht[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 17.06.2004 – 2 BvR 383/​03 – BVerfGE 111, 54[↩]
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