Source: https://www.optitax.at/2017/02/
Timestamp: 2019-01-18 22:50:09
Document Index: 67916561

Matched Legal Cases: ['§ 131', '§ 132', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 2', '§2']

Februar 2017 - OPTITAX
Zusammenhang zwischen Aufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht
Aufzeichnungspflichten §§ 131 f BAO Belegerteilungspflichten § 132a BAO
0. Keine Aufzeichnungspflicht Keine Belegerteilungspflicht
Funktionäre von Körperschaften öffentlichen Rechts z. B. Bund, Länder, Gemeinden
Körperschaften öffentlichen Rechts im Hoheitsbereich
1. Vereinfachte Aufzeichnungspflicht z. B. Losungsermittlung durch Kassasturz Keine Belegerteilungspflicht
für Umsätze < 30.000,- €
im Freien – Kalte-Hände-Regelung
in unmittelbarem Zusammenhang mit Alm-, Berg-, Schi-, Schutzhütten etc.
in Buschenschank – Betrieb, in dem ein Landwirt seine Erzeugnisse serviert (max. 14 Tage/Jahr geöffnet)
in Kantinen gemeinnütziger Vereine (max. 52 Tage/Jahr geöffnet)
für unentbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen Körperschaften und bestimmte Umsätze entbehrlicher Hilfsbetriebe (kleine Vereinsfeste)
für Kleinbetragsautomaten mit Einzelumsätzen < 20,- € (Musikautomaten, Kaffeeautomaten, …) bis 31.12.2026
2. Normale Einzelaufzeichnungspflicht Belegerteilungspflicht ab 1.1.2016
Wenn vereinfachte Losungsermittlung nicht möglich ist, haben
andere Aufzeichnungspflichtige (E/A, V u. V)
täglich die Bareingänge und -ausgänge einzeln aufzuzeichnen – durch Beleg und Durchschrift Unternehmer haben über erhaltene Barzahlungen für Lieferungen und Leistungen (auch Kleinunternehmer oder USt-frei) dem Zahlenden einen Beleg zu erteilen.
Die Belege haben fünf Mindestangaben zu enthalten:
3. Besondere Einzelaufzeichnungspflicht mit elektronischer Registrierkasse
Jahresumsatz netto ≥ 15.000,- €
UND Barumsätze netto ≥ 7.500,- €
haben Betriebe die Bareinnahmen zum Zweck der Losungsermittlung mit elektronischer Registrierkasse, Kassensystem oder sonstigem elektronischen Aufzeichnungen einzeln zu erfassen.
Menge und Bezeichnung bzw. Art und Umfang der Lieferung/Leistung
Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht Ausnahmen von der Belegerteilungspflicht
Bareinnahmen österr. Unternehmer im Ausland
Altautomaten bis 31.12.2026
Kleinbetragsautomaten ( < 20,- €)
Kleinbetragsautomaten
Erleichterungen: Erleichterungen:
Für Umsätze außerhalb der Betriebsstätte (mobile Gruppen), Nacherfassung von Umsätzen in zeitlicher Hinsicht; Ausgenommen Taxi- und Mietwagenumsätze
Für gleich hohe Einzelumsätze, die zusammengefasst in einem Betrag erfasst werden dürfen
Vorbereitung von Belegen vor erfolgter Barzahlung und nachträgliche Stornierung nicht getätigter Barumsätze z. B. Schulbuffet, Theaterbuffet, …
Sicherheitsauflagen Sicherheitsauflagen
ab 1.4.2017 ist das elektronische Aufzeichnungssystem durch eine technische Sicherheitseinrichtung gegen Manipulation zu sichern
ab 1.4.2017 haben Belege bei der Verwendung elektronischer Registrierkassen, zusätzlich weitere vier Angaben zu enthalten:
Maschinenlesbarer Code z. B.: QR-Code
Inbetriebnahme einer Sicherheitseinrichtung für Registrierkassen – in nur 5 Schritten erklärt (bis 1.4.2017)
Erwerb einer Signaturkarte (z. B. A-Trust oder PrimeSign)
Initialisierung (Umrüstung) der Registrierkasse
Registrierung der Signaturkarte und der Registrierkasse
Prüfung des Startbelegs unmittelbar nach Registrierung (Prüf App: BMF Belegcheck)
Erklärungsvideo BMF: 5 Schritte zur legalen Registrierkasse
Ab 2017 wird es leichter bei der Umsatzsteuer unter die Kleinunternehmerregelung zu fallen
Wer weniger als EUR 30.000,00 netto Umsatz im Jahr hat, kann die Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer in Anspruch nehmen. Bisher mussten alle Umsätze bei der Berechnung dieser Grenze zusammengezählt werden – sowohl steuerfreie als auch steuerpflichtige Umsätze. Nicht zu berücksichtigen waren Umsätze aus Hilfsgeschäften einschließlich der Geschäftsveräußerung.
Außer Ansatz bleiben seit 1.1.2017 die steuerfreien Umsätze. Beispielsweise
Umsätze von Blinden
Privatschulen und Privatlehrer und anderen allgemein bildenden oder berufsbildenden Einrichtungen
Pflege- und Tagesmüttern
Krankenanstalten und Altersheime von Körperschaften öffentlichen Rests
Heilbehandlungen – auch als Psychotherapeut oder Heilmasseur
Zahntechniker, Krankentransporte
Theater-, Musik-, Gesangsaufführungen von Körperschaften öffentlichen Rechts
Museum, Zoo, Naturparks von Körperschaften öffentlichen Rechts
Umsätze, für die der Kleinunternehmer auf Grund eines Übergangs der Steuerschuld Steuerschuldner geworden ist, und innergemeinschaftliche Erwerbe sind bei der Ermittlung der Grenze von 30.000,- € nicht zu berücksichtigen.
Beispiel: Hatte ein Masseur, der sowohl gewerbliche als auch Heilmassagen anbot, einen Gesamtumsatz von 40.000,- €, wobei der gewerbliche Anteil 25.000,- € betrug, war er bisher kein Kleinunternehmer. Da nur mehr der gewerbliche Teil der Beurteilung der Kleinunternehmer Grenze heranzuziehen ist, kann der Masseur Kleinunternehmer sein, weil seine Umsätze aus der Tätigkeit als gewerblicher Masseur unter 30.000,- € liegen. Wichtig: Ab 01.01.2017 darf er keine Rechnungen mehr mit Umsatzsteuer ausstellen.
Beispiel: Im Jahr 2018 werden differenzbesteuerte Gegenstände um 27.500,- € brutto verkauft. Der Einstandspreis beträgt 22.500,- € brutto.
Weiters wurde eine Wohnung um 15.000,- € vermietet
Differenzbesteuerter Umsatz: netto 4.166,67,- € (27.500,- € abzüglich 22.500,- €) / 1,2
Umsatz Vermietung Wohnung: netto 13.636,36 € (15.000,- € / 1,1)
Entscheidender Umsatz: netto 17.803,03 € (4.166,67 € plus 13.636,36 €) wobei die differenzbesteuerten Umsätze mit 20 % steuerpflichtig sind (4.166,667 € * 20% = 833,33 €) Die Wohnungsvermietung bleibt steuerfrei.
Beispiel: (aus den UStR Rz 996):
Der Unternehmer erzielt im Veranlagungszeitraum Gesamteinnahmen von 31.860,- €, die sich wie folgt zusammensetzen:
Einnahmen aus einer Vortragstätigkeit bei einem privaten Seminarveranstalter in Höhe von 17.400,- €.
Einnahmen aus einer Vortragstätigkeit als Privatlehrer an einer öffentlichen Schule in Höhe von 11.270,- €.
Einnahmen aus der Vermietung einer Wohnung in Höhe von 3.190,- €.
Weiters tätigt der Unternehmer einen durch die laufende 40-prozentige private Nutzung eines ansonsten unternehmerisch genutzten PCs bedingten Eigenverbrauch
in Höhe von 750,- €.
Für die Ermittlung der 30.000 Euro-Umsatzgrenze sind ab 1.1.2017 zuerst die Umsätze herauszurechnen, die für die Berechnung de Grenze nicht heranzuziehend sind:
Umsätze aus einer Vortagstätigkeit als Privatlehrer an einer öffentlichen Schule in Höhe von 11.270,- €. (gemäß § 6 Abs. 1 Z 11 lit. b UStG 1994 steuerfrei)
Sodann ist von der Besteuerung der Leistungen unter Außerachtlassung der unechten Steuerbefreiung gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994 auszugehen und die in den Einnahmen enthaltene USt herauszurechnen. Es ergibt sich somit folgende für die Kleinunternehmerregelung maßgebliche Umsatzhöhe:
Umsätze aus einer Vortragstätigkeit bei einem privaten Seminarveranstalter in Höhe von 14.500,- € (Herausrechnung von 20% USt),
Umsätze aus der Wohnungsvermietung in Höhe von 2.900,- € (Herausrechnung von 10% USt) und
Eigenverbrauch in höhe von 750,- € für die private Benutzung des PCs.
Dies ergibt insgesamt maßgebliche Umsätze in Höhe von 18.150,- €. Die 30.000,- € Kleinunternehmergrenze wurde nicht überschritten.
Steuerfreie Kreditgewährungen, Grundstückslieferungen und die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken sind beispielsweise nicht von der Neuregelung betroffen. Diese Umsätze sind somit wie bisher bei der Ermittlung der Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung zu berücksichtigen. Ebenso bleibt die Toleranz der einmaligen Überschreitung der Umsatzgrenze um nicht mehr als 15 % innerhalb eines Zeitraumes von 5 Kalenderjahren gleich.
Neuerungen im GSVG und FSVG
Beiträge und Beitragssätze des Jahres 2017 im GSVG und FSVG
Beiträge für Selbständige mit Gewerbeschein
(§ 2 Abs. 1 Z 1 GSVG)
In den ersten 2 Jahren der selbständigen Erwerbstätigkeit
Mindestbeiträge (in der KV fixer Betrag ohne Nachbem.)
Ab dem 3. Jahr der selbständigen Erwerbstätigkeit
Mindestbeiträge (mit Nachbemessung)
Beiträge für Selbständige ohne Gewerbeschein
(§ 2 Abs. 1 Z 4 GSVG)
7,65 % PV
Beiträge für freiberuflich Erwerbstätige nach dem FSVG
(Ärzte, Apotheker, Patentanwälte)
UNFALLVERSICHERUNG (ist immer zu bezahlen – auch bei geringfügiger Selbständigkeit)
Bis zum Einlangen des jeweiligen Einkommensteuerbescheides werden in der Pensions- und Krankenversicherung vorläufige Beitragsgrundlagen auf Basis des Einkommensteuerbescheides des drittvorangegangenen Jahres gebildet.
Absenkung der PV-Mindestbeitragsgrundlage ab 1.1.2018
Ab dem Jahr 2018 wird auch die Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung bis zum Jahr 2022 bis auf die jeweilige Geringfügigkeitsgrenze herabgesenkt.
Vermeidung des Beitragszuschlages
Wenn ein Neuer Selbständiger (§2 Abs. 1 Z 4 GSVG) eine selbständige Tätigkeit der SVA nicht mitteilt und die SVA diese Einkünfte über den Einkommensteuerbescheid übermittelt bekommt, muss nachträglich für dieses Kalenderjahr die Pflichtversicherung festgestellt und ein Beitragszuschlag von 9,3 % der Beiträge verhängt werden.
Bis 31.12.2015 war die Abgabe einer Überschreitungserklärung im laufenden Kalenderjahr notwendig, um einen allfälligen Beitragszuschlag zu vermeiden. Seit 1.1.2016 muss die Überschreitungserklärung innerhalb von acht Wochen ab Erstellung des Einkommensteuerbescheides der SVA gemeldet werden.
Fälligkeitsdatum 15. März 2017
Klienten-Info Februar
Der Registrierkassenbeleg am 1. April 2017
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