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Timestamp: 2020-07-05 23:54:10
Document Index: 310722727

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 2']

Jahrgang 2002 Nr. 39 ausgegeben am 8. März 2002
über Massnahmen gegenüber Simbabwe
Aufgrund von Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes vom 8. Mai 1991 über Massnahmen im Wirtschaftsverkehr mit fremden Staaten, LGBl. 1991 Nr. 41, unter Einbezug der aufgrund des Zollvertrages und der Fremdenpolizeilichen Vereinbarungen anwendbaren Schweizerischen Rechtsvorschriften und gestützt auf den Gemeinsamen Standpunkt des Rates der Europäischen Union vom 18. Februar 2002 (2002/145/GASP) verordnet die Regierung:
Verbot der Lieferung von Rüstungsgütern und verwandtem Material
1) Die Lieferung, der Verkauf und die Vermittlung von Rüstungsgütern jeder Art, einschliesslich Waffen und Munition, Militärfahrzeuge und -ausrüstung sowie Zubehör und Ersatzteile dafür, nach Simbabwe sind verboten.
2) Für die Lieferung nichtletalen militärischen Geräts, das ausschliesslich für humanitäre oder Schutzzwecke bestimmt ist, sowie für die Ausfuhr von Schutzkleidung (z.B. kugelsichere Westen) zur persönlichen Verwendung durch Personal der Vereinten Nationen, Medienvertreter und humanitäres Personal kann die Regierung Ausnahmen bewilligen.
3) Die Gewährung, der Verkauf und die Vermittlung von technischer Beratung, Hilfe oder Ausbildung im Zusammenhang mit der Lieferung, der Herstellung, dem Unterhalt oder der Verwendung von Gütern nach Abs. 1 an Simbabwe sind verboten.
4) Ebenfalls verboten sind die Lieferung, der Verkauf und die Vermittlung von Gütern nach Anhang 1, die zur internen Repression benützt werden können, an Simbabwe.
5) Abs. 1, 3 und 4 gelten nur so weit, als nicht die Bestimmungen der schweizerischen Kriegsmaterial- und Güterkontrollgesetzgebung anwendbar sind.
Sperrung von Geldern und Zahlungsverkehr
1) Die Gelder, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle der in Anhang 2 aufgeführten Personen befinden, sind gesperrt.
2) Es ist verboten, den in Abs. 1 erwähnten Personen Gelder zu überweisen oder sonstwie direkt oder indirekt zur Verfügung zu stellen.
3) Zahlungen aus gesperrten Konten und Übertragungen aus gesperrten Vermögenswerten können zum Schutze liechtensteinischer Interessen und zur Vermeidung von Härtefällen ausnahmsweise von der Regierung bewilligt werden.
1) Personen und Institutionen, die Gelder halten oder verwalten, von denen anzunehmen ist, dass sie unter die Sperre nach Art. 2 Abs. 1 fallen, müssen diese der Regierung unverzüglich melden.
2) Die Meldungen müssen die Namen der Begünstigten sowie Gegenstand und Höhe der gesperrten Gelder enthalten.
Einreise in Liechtensein und Durchreise
1) Die Einreise in Liechtenstein und die Durchreise durch Liechtenstein sind den in Anhang 2 aufgeführten Personen verboten.
2) Die Regierung kann aus erwiesenen humanitären Gründen oder zur Wahrung liechtensteinischer Interessen Ausnahmen gewähren.
a)	Gelder: finanzielle Vermögenswerte, einschliesslich Bargeld, Schecks, Geldforderungen, Wechsel, Geldanweisungen oder andere Zahlungsmittel, Guthaben, Schulden und Schuldenverpflichtungen, Wertpapiere und Schuldtitel, Wertpapierzertifikate, Obligationen, Schuldscheine, Optionsscheine, Pfandbriefe, Derivate; Zinserträge, Dividenden oder andere Einkünfte oder Wertzuwächse aus Vermögenswerten; Kredite, Rechte auf Verrechnung, Bürgschaften, Vertragserfüllungsgarantien oder andere finanzielle Zusagen; Akkreditive, Konnossemente, Sicherungsübereignungen, Dokumente zur Verbriefung von Anteilen an Fondsvermögen oder anderen Finanzressourcen und jedes andere Finanzierungsinstrument für Exporte;
b)	Sperrung von Geldern: die Verhinderung jeder Handlung, welche die Verwaltung oder die Nutzung der Gelder ermöglicht; ausgenommen sind normale Verwaltungshandlungen von Banken und Finanzgesellschaften.
Widerhandlungen gegen Art. 1 bis 4 dieser Verordnung werden nach Art. 4 und 5 des Gesetzes geahndet, soweit nicht Strafbestimmungen der schweizerischen Zoll-, Kriegsmaterial- und Güterkontrollgesetzgebung sowie der Gesetzgebung über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer Anwendung finden.
Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden und den Vereinten Nationen
1) Die für Vollzug, Kontrolle, Verhütung und Strafverfolgung zuständigen liechtensteinischen Behörden können mit den ausländischen Behörden und den Vereinten Nationen zusammenarbeiten.
2) Sie können die ausländischen Behörden sowie die Vereinten Nationen namentlich um Herausgabe der für den Vollzug dieser Verordnung erforderlichen Daten ersuchen. Zu diesem Zweck können sie ihnen Daten bekannt geben über gesperrte Gelder und Konten, über Beschaffenheit, Menge, Bestimmungs- und Verwendungsort, Verwendungszweck, Empfänger der Güter, Bestandteile und Technologien sowie an deren Herstellung, Lieferung oder Vermittlung beteiligte Personen, sofern die ausländischen Behörden oder die Vereinten Nationen:
a)	an das Amtsgeheimnis gebunden sind;
b)	zusichern, dass die Daten ausschliesslich zur Beschaffung der gewünschten Informationen verwendet werden.
Amtshilfe zu Gunsten ausländischer Behörden und der Vereinten Nationen
1) Die für Vollzug, Kontrolle, Verhütung und Strafverfolgung zuständigen liechtensteinischen Behörden können den ausländischen Behörden oder den Vereinten Nationen die Daten nach Art. 7 Abs. 2 auch bekannt geben, wenn die ersuchende Stelle:
a)	die Daten im Zusammenhang mit der Verhütung oder Verfolgung von strafbaren Handlungen benötigt;
b)	an das Amtsgeheimnis gebunden ist;
c)	bestätigt, dass die Daten nur dann in einem Strafverfahren verwendet werden, wenn die Rechtshilfe in Strafsachen nicht wegen der Art der Straftat ausgeschlossen wäre;
d)	zusichert, dass die Daten ausschliesslich für Massnahmen nach dieser Verordnung verwendet und nicht weitergeleitet werden; und
e)	Gegenrecht hält.
2) Die Bestimmungen des Rechtshilfegesetzes bleiben vorbehalten.
1) Die liechtensteinischen Behörden dürfen die Daten, die im Zusammenhang mit dieser Verordnung anfallen, nur zum Vollzug dieser Verordnung verwenden.
2) Vorbehalten bleibt die Verwendung in einem anderen Strafverfahren, sofern konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass die Daten in diesem Verfahren Aufschluss geben können.
(Art. 1 Abs. 4)
Güter zur internen Repression, deren Lieferung, Verkauf und Vermittlung verboten sind
1.	Kugelsichere Helme, Polizeihelme, Polizeischilde und kugelsichere Schilde und speziell hierfür ausgelegte Bauteile
2.	Spezielle Fingerabdruck-Ausrüstung
3.	Elektrische Suchscheinwerfer
4.	Kugelsichere Baugeräte
5.	Jagdmesser
6.	Spezielle Ausrüstung zur Herstellung von Schrotflinten
7.	Handladeausrüstung für Munition
8.	Geräte zum Abhören von Nachrichtenverbindungen
9.	Optische Festkörper-Detektoren
10.	Bildverstärkerröhren
11.	Teleskop-Visiereinrichtungen
12.	Waffen mit glattem Lauf und dazugehörige Munition - ausser speziell für militärische Zwecke ausgelegte Waffen und Munition - sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile, ausgenommen:
-	Signalpistolen;
-	Druckluft- oder Patronen-Schussgeräte in Form von Industriewerkzeugen oder Tierbetäubungsgeräten
13.	Simulatoren für das Training im Umgang mit Feuerwaffen und speziell hierfür ausgelegte oder angepasste Bauteile und Zubehörteile
14.	Bomben und Granaten - mit Ausnahme der speziell für militärische Zwecke bestimmten - sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile
15.	Panzerwesten - mit Ausnahme der nach Militärnormen oder -spezifikationen hergestellten - und speziell hierfür ausgelegte Bauteile
16.	Geländegängige Allrad-Nutzfahrzeuge, die bei der Herstellung oder nachträglich mit einer Kugelsicherung ausgerüstet wurden, sowie Panzerverkleidung für derartige Fahrzeuge
17.	Wasserwerfer und speziell hierfür ausgelegte oder angepasste Bauteile
18.	Fahrzeuge, die mit einer Wasserkanone ausgerüstet sind
19.	Fahrzeuge, die speziell dafür ausgelegt oder angepasst sind, zur Abwehr von Angreifern unter Strom gesetzt zu werden, sowie speziell für diesen Zweck ausgelegte oder angepasste Bauteile
20.	Akustikgeräte, die nach Angaben des Herstellers oder Lieferanten zur Niederschlagung von Aufständen geeignet sind, sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile
21.	Fussschellen, Fussketten, Fesseln und Elektroschock-Gürtel, die speziell für die Fesselung von Menschen ausgelegt sind, ausgenommen:
-	Handschellen, deren grösste Gesamtabmessung einschliesslich Kette in geschlossenem Zustand 240 mm nicht überschreitet
22.	Tragbare Geräte, die für die Niederschlagung von Aufständen oder die Selbstverteidigung ausgelegt oder angepasst sind und einen kampfunfähig machenden Stoff abgeben (z.B. Tränengas oder Reizgas), sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile
23.	Tragbare Geräte, die für die Niederschlagung von Aufständen oder die Selbstverteidigung ausgelegt oder angepasst sind und einen elektrischen Schock abgeben (einschliesslich Elektroschock-Stöcke, Elektroschock-Schilde, Betäubungspistolen und Elektroschock-Kletten [Taser]), sowie speziell für diesen Zweck ausgelegte oder angepasste Bauteile
24.	Elektronische Geräte zum Aufspüren von versteckten Explosivstoffen sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile, ausgenommen:
-	TV- oder Röntgeninspektionsgeräte
25.	Elektronische Störgeräte, die speziell zur Verhinderung der funkferngesteuerten Detonation von improvisierten Sprengladungen ausgelegt sind, sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile
26.	Geräte und Einrichtungen, die speziell zur Auslösung von Explosionen durch elektrische oder sonstige Mittel ausgelegt sind, einschliesslich Zündvorrichtungen, Sprengkapseln, Zünder, Zündverstärker, Sprengschnüre, sowie speziell hierfür ausgelegte Bauteile, ausgenommen:
-	speziell für einen bestimmten gewerblichen Einsatz ausgelegte Geräte und Einrichtungen, wobei der Einsatz in der durch Explosivstoffe bewirkten Betätigung oder Auslösung von anderen Geräten oder Einrichtungen besteht, deren Funktion nicht die Herbeiführung von Explosionen ist (z.B. Airbag-Füllvorrichtungen, Überspannungsvorrichtungen an Schaltelementen von Sprinkleranlagen)
27.	Geräte und Einrichtungen, die speziell für die Beseitigung von Explosivstoffen ausgelegt sind, ausgenommen:
-	Bombenschutzdecken
-	Behälter für die Aufnahme von Gegenständen, bei denen es sich bekanntermassen oder vermutlich um improvisierte Explosivladungen handelt
28.	Nachtsicht- und Wärmebildgeräte und Bildverstärkerröhren oder Festkörpersensoren hierfür
29.	Explosivladungen mit linearer Schneidwirkung
30.	Explosivstoffe und dazugehörige Stoffe wie folgt:
-	Amatol
-	Nitrocellulose (mit mehr als 12,5% Stickstoff)
-	Nitroglykol
-	Pentärythrittetranitrat (PETN)
-	Pikrylchlorid
-	Trinitrophenylmethylnitramin (Tetryl)
-	2,4,6-Trinitrotoluol (TNT)
31.	Software, die speziell für die aufgeführten Ausrüstungen entwickelt wurde, und Technologie, die für die aufgeführten Ausrüstungen erforderlich ist
(Art. 2 Abs. 1 und 2 sowie Art. 4)
Liste der Personen, gegen die sich die Massnahmen nach den Art. 2 und 4 richten
Präsident, geb. 21.2.1924, Kutama
Utete Charles
Kabinettschef, geb. 30.10.1938
Mnangagwa Emmerson
Parlamentssprecher, geb. 15.9.1946
Nkomo John
Minister für Inneres, geb. 22.8.1934
Goche Nicholas
Minister für Sicherheit, geb. 1.8.1946
Manyika Elliot
Minister für Jugend, geb. 30.7.1955
Minister für Information, geb. 12.1.1957
Ständiger Sekretär und Sprecher des Ministers für Information
Chinamasa Patrick
Minister für Justiz, geb. 25.1.1947
Made Joseph
Minister für Landwirtschaft, geb. 21.11.1954
Minister für Kommunalverwaltung, geb. 1.8.1952
Mudenge Stan
Aussenminister, geb. 17.12.1941, Zimutu Reserve
Chiwewe Willard
Erster Sekretär im Aussenministerium, geb. 19.3.1949
Zvinavashe Vitalis
General (CDS), geb. 1943
Chiwenga Constantine
Generalleutnant der Landstreitkräfte, geb. 25.8.1956
Shiri Perence
Generalleutnant der Luftwaffe, geb. 1.11.1955
Chihuri Augustine
Polizeichef, geb. 10.3.1953
Muzonzini Elisha
Brigadegeneral (Nachrichtendienst), geb. 24.6.1957
Zimonte Paradzai
Leiter der Strafvollzugsanstalten
Sekeramayi Sidney
Minister für Verteidigung, geb. 30.3.1944