Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/173217,0.html
Timestamp: 2019-09-20 21:21:47
Document Index: 348389932

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 223', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 252', '§ 252']

252 zu 223 StGB Idealkonkurrenz?
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Verfasst am: 25 Jan 2008 - 23:12:33 Titel: 252 zu 223 StGB Idealkonkurrenz?
In meiner Falllösung besteht Tateinheit, § 52 StGB, zwischen räub. Diebstahl nach 252 und KV , 223, weil diese nicht notwendigerweise bei 252 enthalten sei. Das sehe ich auch so aber typischerweise ist es doch mit drin - muss dann 223 nicht unter dem Gesichtspunkt der Spezialität hinter 252 als spezielleren Delikt zurücktreten?
Verfasst am: 25 Jan 2008 - 23:28:39 Titel:
Ich habe es so gelernt, dass ein Delikt, das typischerweise in einem anderen enthalten ist, im Wege der Konsumtion zurücktritt, nicht wegen Spezialität. Spezialität liegt nur vor, wenn ein Delikt zwangsläufig im anderen enthalten ist.
Aber abgesehen davon würde ich hier auch nicht sagen, dass § 223 von § 252 konsumiert wird, da zumindest eine Drohung (eine Variante des § 252) keine Körperverletzung darstellt. Vielleicht könnte man da aber auch noch zwischen Drohung und Gewalt unterscheiden...
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 01:31:23 Titel:
§ 252 StGB zielt aber auf ein anderes Rechtsgut, daher würde ich hierbei Idealkonkurrenz und nicht Konsumtion annehmen.
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 06:55:31 Titel:
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 15:37:11 Titel: re
ich dachte immer es ist genau andersrum. Wollte ich grad schreiben aber hab sicherheitshalber nochmal nachgeschaut und es hierhttp://lawww.de/Library/Konkurrenzen/skript.html#Spezialitaet auch so gefunden.
Dabei nahm ich immer an Konsumieren heisst notwendigerweise mitverwirklicht eben weil das eine Delikt das andere konsumiert sozusagen "auffrisst"
da wurde ja ein viel wichtigerer Irrtum aufgedeckt, sehr gut. zurück zur Ausgangsfrage..nach der Def der Konsumtion im Link
Nach h.Lit. und Rsp. ist bei Handlungseinheit Konsumtion denn zu bejahen, wenn weder Spezialität noch Subsidiarität vorliegen, jedoch ein bestimmtes Strafgesetz trotz an sich anderer Schutzrichtung neben einem anderen Strafgesetz üblicherweise - aber nicht notwendigerweise - mitverwirklicht ist, und wenn mit der Bestrafung aus dem vorrangigen Gesetz auch die andere Gesetzesverletzung (-erfüllung!!) mitabgegolten ist.
müsste doch Konkurrenz wg Konsumtion dennoch anzunehmen sein?
Oder liegt es daran das mit 223 der KV-Erfolg bestraft wird und mit 252 die Gewaltanwendung als solche..
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 17:47:40 Titel:
Konsumtion ist - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - nur möglich, wenn die eine Tat vom Unrechtsgehalt her bereits in der anderen Tat enthalten ist. Also etwa die Sachbeschädigung an der Kleidung, wenn ich jemanden ersteche. Insofern wird wohl Dein letzter Satz zutreffen: Vom Unrechtsgehalt ist eine Körperverletzung nicht im § 252 enthalten, da dieser ja lediglich Gewaltanwendung verlangt.
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 22:45:56 Titel: re
so kannte ich es auch aber in der Def steht ja wie gesagt "nicht notwendigerweise"
Verfasst am: 26 Jan 2008 - 23:26:16 Titel: Re: re
Ja, diese Def. stimmt auch. Simples Beispiel: § 223 tritt unumstritten im Wege der Spezialität hinter § 224 zurück und § 223 ist notwendig in § 224 enthalten. Daraus lässt sich entnehmen: Ein Delikt, welches notwendig in einem anderen enthalten ist, tritt wegen Spezialität zurück.
"Parallelwertung" meinte - denke ich - etwas anderes. Er sprach davon, dass Konsumtion vorliegt, wenn der Unrechtsgehalt (!) eines Delikts in einem anderen bereits enthalten ist. Das ist nicht gleichzusetzen mit Tatbestandsmerkmalen, die notwendig mitverwirklicht sind wie bei der Spezialität.
Spezialität liegt also vor, wenn ein Delikt vom Tatbestand her notwendig im anderen Delikt enthalten ist.
Konsumtion liegt vor, wenn ein Delikt vom Tatbestand her typischerweise im anderen Delikt enthalten ist und vom Unrechtsgehalt mit erfasst ist.
Im Prinzip sagt ihr also zum Ausgangsproblem beide das Gleiche: Parallelwertung sagt, der Unrechtsgehalt der KV sei nicht in dem des § 252 enthalten, da § 252 keine Körperverletzung, sondern nur die Gewaltanwendung verlange.
Genau das sagst du hier doch auch:
Verfasst am: 27 Jan 2008 - 10:11:13 Titel: Re: re
Jupp, genau so habe ich's gemeint.