Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20279/08
Timestamp: 2019-01-21 06:28:52
Document Index: 377144461

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 426', 'BGH', '§ 128', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 774', '§ 426', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.04.2011 - II ZR 279/08 - dejure.org
Haftungsübernahme durch GmbH-Gesellschafter: Inanspruchnahme der Mitgesellschafter aus einem von der Bank abgetretenen Darlehensrückzahlungsanspruch gegen die GmbH
Betreiben der Zwangsvollstreckung durch den Rechtsnachfolger der Bank gegen die Gesellschafter aus den von diesen erklärten, als Schuldbeitritte zu wertenden Haftungsübernahmen ist rechtmäßig; Zwangsvollstreckung durch den Rechtsnachfolger der Bank gegen die Gesellschafter aus den von diesen erklärten, als Schuldbeitritte zu wertenden Haftungsübernahmen; Gesamtschuld der Gesellschafter im Verhältnis zu der Gesellschaft
Persönliche Haftung des GmbH-Gesellschafters nach Abtretung einer Bankforderung an Mehrheitsgesellschafter
Zum Haftungsumfang im Innenverhältnis, wenn einem GmbH-Gesellschafter von der Bank ein Darlehensrückzahlungsanspruch gegen die Gesellschaft abgetreten worden ist, für den die Gesellschafter in einem begrenzten Umfang die persönliche Haftung übernommen haben
Zwangsvollstreckung durch den Rechtsnachfolger der Bank gegen die Gesellschafter aus den von diesen erklärten, als Schuldbeitritte zu wertenden Haftungsübernahmen; Gesamtschuld der Gesellschafter im Verhältnis zu der Gesellschaft
Haftungsfreistellung nach Ausscheiden
Zwangsvollstreckung gegen einen Mitgesellschafter nicht treuwidrig
Persönliche Haftung von GmbH-Gesellschaftern
BGB §§ 426, 421, 775
Innenausgleich zwischen mehreren Höchstbetrags-Sicherungsgebern
Gesamtschuldnerausgleich zwischen Mitgesellschafter
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.04.2011, Az.: II ZR 279/08 (Haftung des Gesellschafters: Persönliche Haftung nach Abtretung einer Bankforderung an Mehrheitsgesellschafter)" von RA/FAHandels-/GesellschaftsR Dr. Lutz Münnich, original erschienen in: GmbHR 2011, 763 - 766.
Kurznachricht zu "Hafungsgefahren für GmbH-Gesellschafter" von RA/FAHandels-/GesellschR/Mediator (CfM) Dr. Jochen Blöse, original erschienen in: NWB 2011, 2803 - 2807.
OLG Düsseldorf, 01.07.2008 - 3 U 15/08
ZIP 2011, 1103
WM 2011, 1232
BB 2011, 1665
DB 2011, 1518
DB 2011, 19
NZG 2011, 745
Das Berufungsgericht hat im Ausgangspunkt zutreffend angenommen, dass der Beklagte als Gesellschafter der Alt-GbR der Klägerin als Rechtsnachfolgerin der Gläubigerbank für die Darlehensverbindlichkeiten der Alt-GbR in voller Höhe analog § 128 HGB entsprechend seiner Beteiligungsquote haftet (vgl. auch BGH, Urteil vom 5. April 2011 - II ZR 279/08, ZIP 2011, 1103 Rn. 12).
Ebenso ist anerkannt, dass Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die für eine Verbindlichkeit der Gesellschaft Bürgschaften übernommen haben, im Innenverhältnis im Zweifel anteilig in Höhe ihrer jeweiligen Anteile am Gesellschaftsvermögen haften (BGH, Urteile vom 19. Dezember 1985 - III ZR 90/84, WM 1986, 363, 364, vom 19. Dezember 1988 - II ZR 101/88, WM 1989, 406, 407, vom 24. September 1992 - IX ZR 195/91, WM 1992, 1893, 1894 und vom 5. April 2011 - II ZR 279/08, WM 2011, 1232 Rn. 13; vgl. auch BGH, Urteile vom 14. Juli 1983 - IX ZR 40/82, BGHZ 88, 185, 190 und vom 11. Dezember 1997 - IX ZR 274/96, WM 1998, 235, 237 (nicht abgedruckt in BGHZ 137, 292 ff.); OLG Frankfurt, MDR 1968, 838; OLG Köln, WM 1995, 249; MünchKommBGB/Habersack, 6. Aufl., § 774 Rn. 24; Staudinger/Horn, BGB, Neubearb.
Dem Beklagten ist auch zuzugestehen, dass Gesellschafter, die gemeinsam die persönliche Mithaft für die Gesellschaftsschulden übernommen haben und insoweit als Gesamtschuldner zu behandeln sind, im Innenverhältnis gemäß § 426 Abs. 1 BGB im Zweifel nur anteilig in Höhe ihrer jeweiligen Anteile am Gesellschaftsvermögen und bezogen auf die Höhe des Aufwands des in Anspruch genommenen Mitgesellschafters haften (BGH, Urteil vom 05.04.2011 - II ZR 279/08, ZIP 2011, 1103 Rn. 13).
Anders als in dem vom Bundesgerichtshof am 05.04.2011 - II ZR 279/08, ZIP 2011, 1103 (vorausgehend: OLG Düsseldorf, Urteil vom 01.07.2008 - 3 U 15/08) - entschiedenen Fall ist hierin ein Treuepflichtverstoß zu sehen.
Hierunter fallen ohne weiteres die unter Abschnitt 2.2 allgemein umschriebenen Aufgabenbereiche, mögen diese auch abstrakt voneinander unterscheidbare strategische Ziele (z.B. "Diversifikation", "Produktentwicklung") betreffen (vgl. die Beispiele bei BGH vom 20.11.2006 - II ZR 279/08, NJW 2007, 298, unter II. 2. b.).
Dieser Rechtsauffassung hat der Bundesgerichtshof indes in seiner Revisionsentscheidung vom 5. April 2011 (II ZR 279/08) - zu Recht - eine Absage erteilt und ausgeführt, dass ein etwaiger Freistellungsanspruch der Kläger in jenem Verfahren sich jedenfalls nur gegen die Gesellschaft richten und nicht auch eine Einwendung gegen die Inanspruchnahme des dortigen beklagten "faktischen" Alleingesellschafters begründen könne.