Source: https://www.versorgungskassen.de/beihilfen/rheinland-pfalz/ambulante-psychotherapie.html
Timestamp: 2019-03-26 16:08:03
Document Index: 388921089

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 18', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 17']

Weiterlesen Änderungen im Beihilfenrecht NRW ab dem 01.01.2019
Ambulante Psychotherapie § 17 ff BVO
Aufwendungen für eine ambulante Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie sowie Verhaltenstherapie) sind nur nach vorheriger Genehmigung durch die Beihilfefestsetzungsstelle beihilfefähig.
Lediglich die Aufwendungen der psychosomatischen Grundversorgung gemäß § 18 BVO bedürfen keiner vorherigen Anerkennung.
Vor Beginn der eigentlichen Behandlung muss die Anerkennung der ambulanten Psychotherapie bei der Beihilfefestsetzungsstelle unter Verwendung spezieller Formulare beantragt werden.
Der Antragsvordruck wird zusammen mit einem Bericht des behandelnden Therapeuten (gesondert in einem verschlossenen Umschlag) an die Beihilfefestsetzungsstelle gesandt. Diese leitet die Unterlagen an einen Gutachter weiter. Aufgrund der gutachterlichen Stellungnahme trifft die Beihilfefestsetzungsstelle ihre Entscheidung über die Beihilfefähigkeit und gegebenenfalls den Umfang der Behandlung (Anzahl der Sitzungen, die als beihilfefähig anerkannt werden können). Eine Verlängerung der Behandlung über den anerkannten Rahmen hinaus erfordert immer ein erneutes Genehmigungsverfahren (mit Gutachter). Das Gleiche gilt bei einem Therapeutenwechsel, da die beihilfenrechtliche Anerkennung einer psychotherapeutischen Behandlung jeweils auf den behandelnden Therapeuten bezogen ist.
Die entsprechenden Vordrucke können auf den Internetseiten der Beihilfekasse der Rheinischen Versorgungskassen ausgedruckt werden.
Vor Beginn der Therapie werden regelmäßig probatorische Sitzungen durchgeführt. Diese dienen der Therapievorbereitung. Probatorische Sitzungen sind auch ohne vorherige Anerkennung beihilfefähig (bis zu fünf Sitzungen bei tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder Verhaltenstherapie bzw. acht Sitzungen bei analytischer Psychotherapie).
Voraussetzungen und Umfang der Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für ambulant durchgeführte psychotherapeutische Leistungen und Maßnahmen der psychosomatischen Grundversorgung bestimmen sich nach den §§ 17 bis 20 BVO sowie der Anlage 2 der BVO.
Gemäß § 17 Abs. 2 BVO sind Aufwendungen für psychotherapeutische Behandlungen beihilfefähig, sofern
nach einer biographischen Analyse oder Verhaltensanalyse und ggf. nach höchstens fünf, bei analytischer Psychotherapie bis zu acht probatorischen Sitzungen die Voraussetzungen für einen Behandlungserfolg gegeben sind und
die Beihilfefestsetzungsstelle vor Beginn der Behandlung die Beihilfefähigkeit der Aufwendungen aufgrund eines ärztlichen Gutachtens zur Notwendigkeit und zu Art und Umfang der Behandlung anerkannt hat.
Für die psychosomatische Grundversorgung nach § 18 BVO müssen die Voraussetzungen nach den Ziffern 2 und 3 nicht erfüllt sein.
Leistungsumfang der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapie (§ 19 BVO)
besondere Fälle: weitere 30 Sitzungen weitere 20 Sitzungen
erreicht: höchstens weitere
Regelfall: 80< Sitzungen 40 Sitzungen
bei erneuter eingehender Begründung des Therapeuten: weitere 80 Sitzungen weitere 40 Sitzungen
wird das Behandlungsziel nicht innerhalb der genannten Sitzungen erreicht: höchstens weitere
bei erneuter eingehender Begründung des Therapeuten: weitere 50 Sitzungen weitere 20 Sitzungen
in besonderen Ausnahmefällen: nochmals weitere 30 Sitzungen nochmals weitere 30 Sitzungen
in besonderen Ausnahmefällen: nochmals weitere 40 Sitzungen nochmals weitere 30 Sitzungen
Leistungsumfang der Verhaltenstherapie (§ 20 BVO)
wird das Behandlungsziel nicht innerhalb der genannten
Sitzungen erreicht: weitere 15
Sitzungen höchstens weitere
nur in besonders begründeten Ausnahmefällen: weitere
wird das Behandlungsziel nicht innerhalb der genannten Sitzungen erreicht: weitere 15 Sitzungen weitere 15 Sitzungen
in besonderen Ausnahmefällen: nochmals
80 Sitzungen nochmals
nur in besonders begründeten Ausnahmefällen: höchstens
Psychosomatische Grundversorgung (§ 18 BVO)
Die psychosomatische Grundversorgung nach § 18 BVO umfasst:
übende und suggestive Interventionen (autogenens Training, Jacobsonsche Relaxationstherapie, Hypnose) nach den Nummern 845 bis 847 GOÄ.
Leistungen der verbalen Intervention dürfen in derselben Sitzung nicht mit autogenem Training, Jacobsonscher Relaxationstherapie oder Hypnose kombiniert werden. Neben den Aufwendungen für eine verbale Intervention nach Nummer 849 GOÄ sind Aufwendungen für körperbezogene Leistungen des Arztes beihilfefähig.
Nach Anlage 2 zu den §§ 17 bis 20 der BVO sind Aufwendungen für folgende Behandlungsverfahren nicht beihilfefähig:
Nicht zu den psychotherapeutischen Leistungen im Sinne der §§ 17 bis 20 BVO gehören Behandlungen, die zur schulischen, beruflichen oder sozialen Anpassung oder Förderung bestimmt sind. Entsprechendes gilt für Maßnahmen der Erziehungs-, Ehe-, Lebens- oder Sexualberatung, für heilpädagogische und ähnliche Maßnahmen sowie für psychologische Maßnahmen, die der Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte dienen. Auch die Neuropsychologische Therapie gehört nicht zu den psychotherapeutischen Leistungen.
Psychotherapeutische Behandlungen nach §§ 17 bis 20 BVO durch einen Heilpraktiker sind nicht beihilfefähig.
Stationäre psychotherapeutische Behandlungen im Krankenhaus bedürfen keiner vorherigen beihilfenrechtlichen Genehmigung.
Hinsichtlich der Beihilfefähigkeit der Aufwendungen für eine stationäre Behandlung in einer Privatklinik informieren Sie sich bitte auf der Seite Krankenhausbehandlungen (Merkblatt).