Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-07-2003-2A-149-2003
Timestamp: 2016-10-20 19:46:56
Document Index: 228836314

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 97', 'Art. 99', 'Art. 100', 'BGE', 'Art. 103', 'Art. 104', 'Art. 114', 'Art. 105', 'Art. 104', 'Art. 10', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 11', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 8', 'Art. 11', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 153', 'Art. 156', 'Art. 159']

2A.149/2003 (09.07.2003)
2A.149/2003 /kil
beide vertreten durch Rechtsanwalt Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44, 9000 St. Gallen,
Der am ... 1966 geborene chilenische Staatsangeh�rige A.________ wuchs bis zu seinem 16. Lebensjahr in Chile auf, wo er w�hrend acht Jahren die Volksschule besuchte. Am 4. Januar 1982 reiste er zusammen mit seiner Mutter im Rahmen des Familiennachzuges zu seinem bereits in Z�rich wohnhaften Vater in die Schweiz ein.1983 erhielt er zusammen mit seinen Eltern die Niederlassungsbewilligung.
Am 25. M�rz 1988 heiratete A.________ die Schweizerin B.________. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: der Sohn C.________, geboren am ... 1988, sowie die T�chter D.________, geboren am ... 1992, und E.________, geboren am ... 2002.
Nachdem die Bezirksanwaltschaft F.________ A.________ bereits am 8. Januar 1987 wegen Sachbesch�digung eine Busse von Fr. 400.-- auferlegt hatte, verurteilte sie ihn am 5. September 1988 wegen Fahrens ohne F�hrerausweis zu einer bedingten Haftstrafe von 15 Tagen sowie einer Busse von Fr. 200.--. Mit Strafbefehl vom 28. September 1989 erkl�rte sie ihn zudem des fortgesetzten F�hrens eines Motorfahrzeuges trotz Entzugs des F�hrerausweises schuldig und bestrafte ihn mit 15 Tagen Haft, bedingt aufgeschoben auf ein Jahr, sowie mit einer Busse von Fr. 200.--.
Mit Urteil vom 23. Dezember 1993 sprach das Bezirksgericht G.________ A.________ der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 �ber die Bet�ubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Bet�ubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) schuldig und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 3 1/2 Jahren.
Mit Verf�gung vom 2. Dezember 1996 drohte die Fremdenpolizei des Kantons St. Gallen f�r den Fall einer erneuten schweren strafrechtlichen Verfehlung oder allgemein schlechten Verhaltens die Ausweisung aus der Schweiz an.
Am 12. Januar 2000 befand das Kantonsgericht St. Gallen A.________ der schweren Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, begangen 1996 und 1997, schuldig und verurteilte ihn zu 2 1/2 Jahren Zuchthaus sowie zu einer Landesverweisung von f�nf Jahren, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren.
Am 3. Juli 2000 trat A.________ in den Strafvollzug. Am 14. November 2000 bestrafte der Kreispr�sident des Kreisamtes H._________ ihn wegen in der Zeit des Strafvollzugs begangener (geringf�giger) Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz mit einer Busse von Fr. 150.--.
Am 3. Dezember 2002 verf�gte das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen, dass A.________ bei weiterem klaglosem Verhalten am 31. Dezember 2002 aus der Strafanstalt Saxerriet bedingt entlassen werde, unter Ansetzung einer Bew�hrungsfrist von drei Jahren sowie einer Schutzaufsicht f�r ein Jahr.
Mit Verf�gung vom 13. M�rz 2002 wies das Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen A.________ f�r die Dauer von f�nf Jahren aus der Schweiz aus. Den dagegen von A.________ und seiner Ehefrau erhobenen Rekurs wies das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen am 14. November 2002 ab.
Die gegen diesen Rekursentscheid erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen am 27. Februar 2003 (Urteilsausfertigung f�lschlicherweise mit 27. Februar 2002 datiert) ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 7. April 2003 beantragen A.________ und B.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Februar 2003 aufzuheben. Der vom Rechtsvertreter verfassten Beschwerdeschrift ist als erg�nzender Bestandteil ein pers�nliches Schreiben von B.________ vom 29. M�rz 2003 beigelegt.
Das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen und das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne.
1.1 Gegen gest�tzt auf Art. 10 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142.20) ergangene Ausweisungsverf�gungen steht gem�ss Art. 97 ff. OG die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen. Ein Ausschlussgrund im Sinne der Art. 99-102 OG liegt nicht vor; insbesondere f�llt die Ausweisungsverf�gung nicht unter die in Art. 100 Abs. 1 lit. b OG genannten, von der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausgenommenen Verf�gungen (BGE 114 Ib 1 E. 1a S. 2). Die Beschwerdef�hrer sind gem�ss Art. 103 lit. a OG zur Beschwerde legitimiert; auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde pr�ft das Bundesgericht Rechtsfragen frei (Art. 104 lit. a in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 letzter Teilsatz OG). Nach Art. 105 Abs. 2 OG ist es an die Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Entscheid gebunden, wenn wie vorliegend eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz entschieden und den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen ermittelt hat. Nicht �berpr�fen kann es die Angemessenheit des angefochtenen Entscheids (Art. 104 lit. c OG).
Gem�ss Art. 10 Abs. 1 ANAG kann der Ausl�nder aus der Schweiz unter anderem dann ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (lit. a). Die Ausweisung soll nach Art. 11 Abs. 3 ANAG nur verf�gt werden, wenn sie nach den gesamten Umst�nden angemessen erscheint. F�r die Beurteilung der Angemessenheit, d.h. der Verh�ltnism�ssigkeit (vgl. BGE 125 II 521 E. 2a S. 523) der Ausweisung erkl�rt Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. M�rz 1949 zum ANAG (ANAV; SR 142.201) namentlich als wichtig die Schwere des Verschuldens des Ausl�nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile. Ob die Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV verh�ltnism�ssig ist, stellt eine Rechtsfrage dar und kann damit vom Bundesgericht frei �berpr�ft werden (BGE 125 II 105 E. 2a S. 107, 521 E. 2a S. 523, mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer ist zweimal zu mehrj�hrigen Zuchthausstrafen verurteilt worden. Er erf�llt den Ausweisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG. Es ist zu pr�fen, ob die Ausweisung verh�ltnism�ssig ist.
3.1 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung ist die vom Strafrichter verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216)
Der Beschwerdef�hrer ist �ber einen gr�sseren Zeitraum hinweg insgesamt sechs Mal verurteilt worden. Hinsichtlich der Schwere des Verschuldens f�llt vor allem ins Gewicht, dass er zweimal wegen schwerwiegender Bet�ubungsmitteldelikte zu Zuchthausstrafen von 3 1/2 und 2 1/2 Jahren verurteilt worden ist. Gem�ss Urteil des Bezirksgerichtes G.________ vom 23. Dezember 1993 war der Beschwerdef�hrer unter anderem im Oktober 1992 bei der Einfuhr bzw. bei Anstalten zur Inverkehrbringung und Bef�rderung von rund 4'671 Gramm Kokain als auch bei der Inverkehrbringung bzw. Aufbewahrung von 250 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 86% bzw. 40% beteiligt (Urteil des Bezirksgerichts, S. 28). Das Bezirksgericht G.________ beurteilte das Verschulden des Beschwerdef�hrers als objektiv schwer; es hielt ihm zwar den gelegentlichen Kokainkonsum zugute, was zu einem pers�nlichen Ungleichgewicht gef�hrt habe, ohne aber eine verminderte Zurechnungsf�higkeit im Sinne von Art. 11 StGB anzunehmen (Urteil des Bezirksgerichts, S. 31 und 34). Die Drogengesch�fte, welche im Jahr 2000 zur Verurteilung durch das Kantonsgericht St. Gallen f�hrten, betrafen insgesamt ungef�hr 6.5 kg Kokain. Das Kantonsgericht ging in seinem Urteil sowohl hinsichtlich der Menge als auch aufgrund der Bandenm�ssigkeit von einem schweren Fall aus (Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 12. Januar 2002, S. 16). Es trifft zwar zu, dass der Tatbeitrag des Beschwerdef�hrers als Mitglied einer Bande in der Regel in der Lagerung und Abpackung der Drogen sowie der Aufbewahrung des Drogenerl�ses bestand. Hingegen hat er aber auch selber Drogen in mittleren und kleineren Mengen verkauft. Zudem vermittelte er auch mittlere und gr�ssere Mengen dieser Drogen und beteiligte sich zudem an der Finanzierung des Bet�ubungsmittelhandels (Urteil des Kantonsgerichts, S. 8-15, S. 20). Das Kantonsgericht St. Gallen bezeichnete das Verschulden des Beschwerdef�hrers als schwer, wobei es ihm bei der Strafzumessung seine umfassende Gest�ndigkeit, seine Einsicht in das Unrecht seiner Taten und seine Reue stark strafmindernd anrechnete und strafmildernd eine verminderte Zurechnungsf�higkeit im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum ber�cksichtigte. Im Hinblick auf die Strafzumessung hielt es jedoch fest, dass das Hauptmotiv f�r den Drogenhandel - gem�ss eigener Aussage des Beschwerdef�hrers - nicht der Eigenkonsum, sondern kommerzieller Natur (Schuldenreduktion) war, weshalb doch eine Freiheitsstrafe von klar �ber zwei Jahren ausgef�llt wurde.
Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Verwaltungsgericht gest�tzt auf die Ausf�hrungen in beiden Strafurteilen zum Schluss gekommen ist, dass der Beschwerdef�hrer beim Handel mit Kokain im Kilobereich t�tig gewesen sei und eine nicht unerhebliche Rolle beim organisierten internationalen Drogenhandel gespielt habe. Es hat das Verschulden des Beschwerdef�hrers in fremdenpolizeirechtlicher Sicht zutreffend als gravierend bewertet. Dies entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichts, welches im Zusammenhang mit schwereren Bet�ubungmitteldelikten im Hinblick auf den Kampf gegen den Drogenhandel sowie auf die damit zusammenh�ngende Gef�hrdung der Gesundheit einer Vielzahl von Menschen bei der Ausweisung eine strenge Praxis verfolgt; das Interesse an der Fernhaltung von Ausl�ndern, die an der Verbreitung von Drogen teilnehmen, ist als gewichtig einzustufen (BGE 125 II 521 E. 4a S. 527). Dies ist nicht nur schweizerische Auffassung, sondern entspricht der in Europa herrschenden Rechts�berzeugung (vgl. BGE 129 II 215 betreffend die Zul�ssigkeit der Ausweisung eines aus einem EU-Staat stammenden Drogenh�ndlers unter dem Gesichtspunkt des Freiz�gigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ�ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits [Freiz�gigkeitsabkommen; FZA; SR 0.142.112.681]). Nach der bisherigen Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte stellt die Bek�mpfung des Bet�ubungsmittelhandels denn auch ein gewichtiges �ffentliches Interesse dar, das eine Ausweisung, trotz eines allenfalls damit verbundenen Eingriffs in das Familienleben, in weitgehendem Masse zu rechtfertigen vermag (vgl. Urteil vom 19. Februar 1998 i.S. Dalia c. France [Recueil CourEDH 1998 76] Rz. 52-55). Das �ffentliche Interesse an einer Ausweisung des Beschwerdef�hrers, der sich auch von einer ersten schweren Verurteilung wegen Bet�ubungsmitteldelikten nicht davon abhalten liess, in gleicher Weise straff�llig zu werden, ist sehr gross und k�nnte nur aufgewogen werden, wenn er bzw. seine Familie besonders gewichtige Gr�nde f�r einen weiteren Verbleib in der Schweiz geltend machen k�nnten.
3.2 Die Beschwerdef�hrer legen Wert darauf, dass das Kantonsgericht St. Gallen die Landesverweisung nur bedingt ausgesprochen und dem Beschwerdef�hrer anfangs 2000, drei Jahre nach der Delinquenz, strafrechtlich eine g�nstige Prognose gestellt habe; dies m�sse um so mehr weitere drei Jahre sp�ter gelten, nachdem die g�nstige Entwicklung angehalten habe. Angesprochen ist damit das Verh�ltnis zwischen strafrechtlicher Landesverweisung und Ausweisung.
Ver�bt ein Ausl�nder ein Verbrechen oder ein Vergehen, hat bereits der Strafrichter die M�glichkeit, die strafrechtliche Landesverweisung anzuordnen (Art. 55 StGB). Sieht er hievon ab oder gew�hrt er f�r die Landesverweisung den bedingten Strafvollzug, bleibt es den Fremdenpolizeibeh�rden unbenommen, den Ausl�nder auszuweisen; sie d�rfen in diesem Fall strenger urteilen als der Strafrichter und m�ssen ihre Interessenabw�gung nicht nach den gleichen Kriterien vornehmen wie dieser. Dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts kann dabei immerhin im Rahmen der umfassenden fremdenpolizeirechtlichen Interessenabw�gung Rechnung getragen werden (BGE 129 II 215 E. 3.2 S. 216 f.; 125 II 105 E. 2b und 2c S. 107 ff., je mit Hinweisen). Bei schweren Drogendelikten aber r�ckt bei fremdenpolizeirechtlichen Verfahren der Resozialisierungsgedanke in den Hintergrund, kann doch angesichts der von diesen ausgehenden Gefahren f�r die Gesellschaft ausl�nderrechtlich nur ein geringes Restrisiko toleriert werden (BGE 125 II 521 E. 4a/aa S. 527). Was konkret den Fall des Beschwerdef�hrers betrifft, ist hinsichtlich der Resozialisierung im �brigen zu beachten, dass die f�r die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zust�ndige Beh�rde, das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen, in seiner Verf�gung vom 3. Dezember 2002 festhielt, dass dem Beschwerdef�hrer eine Chance gegeben werden k�nne, weil er voraussichtlich die Schweiz verlassen m�sse, wo er sich gerade nicht bew�hrt habe.
Aus der Tatsache, dass nur eine bedingte Landesverweisung ausgesprochen worden ist, kann der Beschwerdef�hrer f�r das Ausweisungsverfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten.
3.3 Was die pers�nlichen Verh�ltnisse des Beschwerdef�hrers betrifft, f�llt vorab seine lange Anwesenheit in der Schweiz ins Gewicht.
3.3.1 Je l�nger ein Ausl�nder in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen sind grunds�tzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu ber�cksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausl�nder in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausl�nder, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausl�nder der "zweiten Generation"), ist eine Ausweisung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber insbesondere bei gravierenden Straftaten wie bei schweren Bet�ubungsmitteldelikten und bei wiederholter Delinquenz nicht ausgeschlossen (BGE 122 II 433 E. 2 und 3 S. 435 ff.). Erst recht gilt dies f�r den Ausl�nder, der als Kind oder gar erst als Jugendlicher in die Schweiz gelangt ist (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523 f. mit Hinweisen auf weitere nicht publizierte Urteile des Bundesgerichts).
3.3.2 Der Beschwerdef�hrer reiste 1982 im Alter von knapp 16 Jahren in die Schweiz ein. Er befindet sich somit seit nunmehr 21 Jahren hier. Er ist indessen nicht ein in der Schweiz aufgewachsener Ausl�nder der zweiten Generation, sondern er hat seine pr�genden Jugendjahre in seiner Heimat Chile verbracht und dort die Schulen besucht. Er ist, wie das Verwaltungsgericht zu Recht festgestellt hat, nach wie vor mit der Kultur seines Heimatlandes verbunden. Er beherrscht die dortige Sprache und hat zudem �ber seine Eltern, die im Jahre 1997 wieder in ihre alte Heimat zur�ckgekehrt sind, eine direkte Beziehung zu Chile. Es sollte ihm m�glich sein - gegebenenfalls auch ohne die Hilfe von Verwandten - eine neue Existenz aufzubauen.
Was die Integration des Beschwerdef�hrers in der Schweiz betrifft, ist Folgendes von Bedeutung: Erstmals f�nf Jahre nach seiner Einreise wurde er - wenn auch wegen eines geringf�gigen Vergehens - verurteilt. Insgesamt kam es zu sechs Verurteilungen, wobei zweimal mehrj�hrige Zuchthausstrafen verh�ngt werden mussten. Weder die strafrechtlichen Sanktionen und eine fremdenpolizeirechtliche Verwarnung (Androhung der Ausweisung) noch die Tatsache, dass er seit 1988 verheiratet ist, Verantwortung als Familienvater tr�gt und in stabilen famili�ren Verh�ltnissen lebt, vermochten ihn von der Begehung massiver Straftaten abzuhalten. Von einer g�nstigen Entwicklung l�sst sich unter diesen Umst�nden nicht sprechen. Dass er Ende 2002 bedingt aus der Haft entlassen wurde, f�llt insofern nicht ins Gewicht, als die bedingte Entlassung im schweizerischen Strafvollzug die Regel ist. Wohl hat sich der Beschwerdef�hrer vorerst im Zeitraum zwischen den zur Verurteilung durch das Kantonsgericht St. Gallen f�hrenden Taten und dem entsprechenden Strafurteil und anschliessend seit seiner Haftentlassung Ende 2002 korrekt verhalten. Er steht noch f�r l�ngere Zeit unter Probezeit und ist zus�tzlich unter Schutzaufsicht gestellt. Sein Wohlverhalten seit anfangs Jahr bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils (27. Februar 2003) bzw. offenbar auch bis heute l�sst unter diesen Umst�nden noch keine Schl�sse �ber eine grundlegende Besserung zu (vgl. BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 4/5; Urteile 2A.279/2003 vom 17. Juni 2003 E. 2.2.2; 2A.447/2002 vom 23. September 2002 E. 2.2.2). Nicht sehr wichtig, aber doch nicht g�nzlich ausser Acht zu lassen ist dabei auch das - geringf�gige - Drogendelikt w�hrend des Strafvollzugs im Jahr 2000.
Beim Beschwerdef�hrer kann damit, selbst wenn er eine feste Arbeitsstelle hat, wo er offenbar zur Zufriedenheit des Arbeitgebers arbeitet, nicht von einem den schweizerischen Verh�ltnissen angepassten Leben oder gar einer Verwurzelung in der Schweiz gesprochen werden. Eine R�ckkehr in seine Heimat ist f�r ihn durchaus zumutbar.
Gegen seine Ausweisung k�nnten h�chstens die famili�ren Verh�ltnisse sprechen.
3.4 Die Beschwerdef�hrer bestreiten die Zumutbarkeit der Ausreise f�r die Beschwerdef�hrerin und die Kinder.
In der Tat ist nicht zu verkennen, dass eine �bersiedlung insbesondere f�r die beiden �lteren Kinder problematisch w�re. Ein Umzug w�re beim Sohn, der bereits einen Grossteil der schulischen Grundausbildung absolviert hat, und der �lteren Tochter, obwohl sie sich noch in einem anpassungsf�higen Alter befindet, im schulischen Bereich mit nur schwierig zu �berwindenden Problemen verbunden. Immerhin ist in diesem Zusammenhang dem Verwaltungsgericht insofern teilweise zu folgen, als es angenommen hat, der Beschwerdef�hrerin und den Kindern d�rfte nach dem (allerdings durch lange Epochen von Freiheitsentzug unterbrochenen) Zusammenleben mit dem Beschwerdef�hrer sowie aufgrund der Tatsache, dass die chilenischen Eltern des Beschwerdef�hrers bis 1997 in der Schweiz lebten, die chilenische Kultur jedenfalls nicht v�llig unbekannt sein. Nach den f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen (E. 1.2) des Verwaltungsgerichts sollen die beiden �lteren Kinder die spanische Sprache bis zu einem gewissen Grad sprechen oder wenigstens verstehen, wenn auch nicht beherrschen. Nach den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin in ihrem Schreiben vom 29. M�rz 2003 spricht immerhin sie selber spanisch, der Sohn beschr�nkt, die (�ltere) Tochter allerdings nicht. Die chilenische Gesellschaft ist sodann, wie das Verwaltungsgericht zutreffend festh�lt, wie die Schweiz westlich gepr�gt. Wenn auch kaum anzunehmen ist, dass die Beschwerdef�hrerin und die Kinder sich in dem f�r sie fremden Land ohne weiteres zurechtfinden w�rden, erscheint die M�glichkeit einer Angew�hnung an die chilenischen Verh�ltnisse nicht zum Vornherein ausgeschlossen.
Ob eine �bersiedlung der Familie nach Chile als v�llig unzumutbar erscheint, kann indessen offenbleiben. Wohl k�nnen famili�re Beziehungen dazu f�hren, dass von einer Ausweisung eines straff�llig gewordenen Ausl�nders abzusehen ist, wenn die Massnahme wegen der Unzumutbarkeit der Ausreise f�r die Familienangeh�rigen zu einer Trennung der Familiengemeinschaft f�hrt. Die Art und Schwere der hier begangenen Bet�ubungsmitteldelikte, das Verschulden des Beschwerdef�hrers, seine wiederholte Straff�lligkeit trotz strafrechtlicher und fremdenpolizeilicher Massnahmen l�sst eine solche R�cksichtnahme indessen nicht zu. Das - wie dargelegt (E. 3.1) - grosse �ffentliche Interesse an der Ausweisung des Beschwerdef�hrers �berwiegt sein und seiner Angeh�rigen privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz, selbst wenn die famili�re Beziehung deshalb unter Umst�nden kaum mehr bzw. nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann (vgl. BGE 129 II 215 E. 3.4 und 4.1 S. 218; Urteil 2A.364/2001 vom 18. Oktober 2001 E. 4). Vorliegend darf erg�nzend ber�cksichtigt werden, dass die famili�ren Beziehungen wegen der vom Beschwerdef�hrer erwirkten Freiheitsstrafen bis vor Kurzem ohnehin nur in beschr�nktem Rahmen gelebt werden konnten. Bei der Interessenabw�gung ist zudem zu beachten, dass die Ausweisung des Beschwerdef�hrers nicht unbefristet, sondern f�r die Dauer von f�nf Jahren ausgesprochen worden ist. Insofern erscheint die Ausweisung auch unter diesem Aspekt als verh�ltnism�ssig und zul�ssig.
3.5 Unter diesen Umst�nden steht der Ausweisung des Beschwerdef�hrers auch der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK (und Art. 13 BV) verankerte Anspruch auf Achtung des Familien- und Privatlebens nicht entgegen. Zwar hat er aufgrund der gelebten Beziehung zur schweizerischen Beschwerdef�hrerin und den Kindern gest�tzt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK grunds�tzlich einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz (BGE 129 II 215 E. 4.1 S. 218, mit Hinweis); im vorliegenden Fall ist aber ein Eingriff in das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gem�ss Ziff. 2 dieser Bestimmung gerechtfertigt: Er st�tzt sich auf Art. 10 ANAG und verf�gt damit �ber eine gesetzliche Grundlage im Landesrecht. Er bezweckt die Aufrechterhaltung der hiesigen Ordnung sowie die Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen und verfolgt �ffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdr�cklich genannt sind; schliesslich h�lt der Eingriff der Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 ANAG, bei welcher die famili�ren Verh�ltnisse und damit grunds�tzlich auch der Aspekt von Art. 8 EMRK vollumf�nglich miteinbezogen werden, stand (vgl. BGE 125 II 521 E. 5 S. 529).
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdef�hrer die bundesgerichtlichen Kosten je zu gleichen Teilen unter Solidarhaft zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG sowie Art. 156 Abs. 7 OG). Eine Parteientsch�digung ist nicht geschuldet (Art. 159 Abs. 2 OG).