Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZB%20309/04
Timestamp: 2019-04-24 11:01:18
Document Index: 113098145

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 520', '§ 85', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.12.2006 - IX ZB 309/04 - dejure.org
BGH, 21.12.2006 - IX ZB 309/04
Organisatorische Vorkehrungen zur Überwachung von Fristen innerhalb einer Anwaltskanzlei; Geltendmachung eines Anwaltshonorars aus einer Stundenabrechnungsvereinbarung ; Fehlende Sicherung der mündlichen Vermittlung der Notierung einer Berufungsfrist durch den Rechtsanwalt als Organisationsmangel
ZPO § 520 Abs. 2 § 85 Abs. 2 § 233
Anforderungen an die Büroorganisation bei unterlassener Notierung von Fristen
Fristenkontrolle in der Anwaltskanzlei
LG Düsseldorf, 18.06.2004 - 15 O 425/03
OLG Düsseldorf, 06.12.2004 - 24 U 162/04
AnwBl 2007, 236
BGH, 15.11.2007 - IX ZB 219/06
a) Ein Rechtsanwalt darf zwar grundsätzlich darauf vertrauen, dass eine Büroangestellte, die sich bisher als zuverlässig erwiesen hat, eine konkrete Einzelanweisung befolgt (st. Rspr., z.B. BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 - VI ZB 10/04, NJW-RR 2004, 1361, 1362;… v. 13. September 2006 - XII ZB 103/06, BGHReport 2006, 1493; v. 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04, AnwBl 2007, 236;… v. 4. April 2007 - III ZB 85/06, BGHReport 2007, 623, 624).
In einer Anwaltskanzlei müssen jedoch ausreichende organisatorische Vorkehrungen dagegen getroffen sein, dass die mündliche Einzelanweisung über die Eintragung oder Einhaltung einer wichtigen Frist in Vergessenheit gerät und die Fristeintragung oder rechtzeitige Übermittlung eines fristwahrenden Schriftsatzes unterbleibt (für die Eintragung einer wichtigen Frist vgl. z.B. BGH, Beschl. v. 4. November 2003 - VI ZB 50/03, NJW 2004, 688, 689; v. 21. Dezember 2006 aaO;… für die Einhaltung einer wichtigen Frist zur Übermittlung eines Schriftsatzes per Fax vgl. z.B. BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 aaO;… v. 13. September 2006 aaO;… v. 4. April 2007 aaO).
In einem solchen Fall bedeutet das Fehlen jeglicher Sicherung einen entscheidenden Organisationsmangel (…BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 aaO;… v. 13. September 2006 aaO; v. 21. Dezember 2006 aaO;… v. 4. April 2007 aaO).
BGH, 04.03.2008 - VI ZB 69/05
In der Anwaltskanzlei müssen jedoch ausreichende organisatorische Vorkehrungen dagegen getroffen sein, dass die mündliche Einzelanweisung über die Eintragung einer nur mündlich mitgeteilten Rechtsmittelfrist in Vergessenheit gerät und die Fristeintragung unterbleibt (vgl. Senatsbeschlüsse vom 17. September 2002 - VI ZR 419/01 - NJW 2002, 3782, 3783; vom 5. November 2002 - VI ZR 399/01 - NJW 2003, 435, 436; vom 22. Juni 2004 - VI ZB 10/04 - NJW-RR 2004, 1361, 1362; BGH, Beschlüsse vom 15. November 2007 - IX ZB 219/06 - EBE/BGH 2008, 13; vom 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04 - AnwBl 2007, 236 und vom 13. September 2006 - XII ZB 103/06 - FamRZ 2006, 1663, 1664).
Ein Rechtsanwalt darf zwar grundsätzlich darauf vertrauen, dass eine Büroangestellte, die sich bisher als zuverlässig erwiesen hat, eine konkrete Einzelanweisung befolgt (st. Rspr., z.B. BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 - VI ZB 10/04, NJW-RR 2004, 1361, 1362;… v. 13. September 2006 - XII ZB 103/06, BGHReport 2006, 1493; v. 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04, AnwBl. 2007, 236;… v. 4. April 2007 - III ZB 85/06, NJW-RR 2007, 1430, 1431 Rn. 9;… v. 15. November 2007 - IX ZB 219/06, NJW 2008, 526, 527 Rn. 10).
In einer Anwaltskanzlei müssen jedoch ausreichende organisatorische Vorkehrungen dagegen getroffen sein, dass die mündliche Einzelanweisung über die Eintragung oder Einhaltung einer wichtigen Frist in Vergessenheit gerät und die Fristeintragung oder rechtzeitige Übermittlung eines fristwahrenden Schriftsatzes unterbleibt (für die Eintragung einer wichtigen Frist vgl. z.B. BGH, Beschl. v. 4. November 2003 - VI ZB 50/03, NJW 2004, 688, 689; v. 21. Dezember 2006 a.a.O.;… für die Einhaltung einer wichtigen Frist zur Übermittlung eines Schriftsatzes per Fax vgl. z.B. BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 a.a.O.;… v. 13. September 2006 a.a.O.;… v. 4. April 2007 a.a.O.).
In einem solchen Fall bedeutet das Fehlen jeglicher Sicherung einen entscheidenden Organisationsmangel (…BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 a.a.O.;… v. 13. September 2006 a.a.O.; v. 21. Dezember 2006 a.a.O.;… v. 4. April 2007 a.a.O. ;… v. 15. November 2007 a.a.O. Rn. 11).
Eine konkrete Einzelanweisung vermag den Rechtsanwalt jedenfalls dann nicht zu entlasten, wenn sie unvollständig ist und deshalb der Fristversäumung nicht wirksam entgegenwirken kann (vgl. BGH, Beschlüsse vom 23. Oktober 2003 - V ZB 28/03, NJW 2004, 367, 369;… vom 6. Dezember 2007 - V ZB 91/07, juris Rn. 8 und vom 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04, AnwBl. 2007, 236).
BGH, 20.03.2008 - IX ZB 92/06
Versäumung der Berufungsbegründungsfrist aufgrund Nichtbefolgung einer …
a) Ein Rechtsanwalt darf zwar grundsätzlich darauf vertrauen, dass eine Büroangestellte, die sich bisher als zuverlässig erwiesen hat, eine konkrete Einzelanweisung befolgt (st. Rspr. des Bundesgerichtshofs, z.B. BGH, Beschl. v. 22. Juni 2004 - VI ZB 10/04, NJW-RR 2004, 1361, 1362;… v. 13. September 2006 - XII ZB 103/06, BGHReport 2006, 1493; v. 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04, AnwBl 2007, 236;… v. 4. April 2007 - III ZB 85/06, BGHReport 2007, 623, 624; Beschl. v. 15. November 2007 - IX ZB 219/06, 526, 527).
In einem solchen Fall bedeutet das Fehlen jeglicher Sicherung einen entscheidenden Organisationsmangel (…BGH, Beschl. v. 13. September 2006, aaO; v. 21. Dezember 2006, aaO;… v. 4. April 2007, aaO;… v. 15. November 2007, aaO).
In diesem Fall kann auch eine konkrete Einzelanweisung den Rechtsanwalt von einer unzureichenden Büroorganisation nicht entlasten (BGH Beschlüsse vom 21. Dezember 2006 - IX ZB 309/04 - AnwBl. 2007, 236 und vom 23. Oktober 2003 - V ZB 28/03 - NJW 2004, 367, 369) .
Versäumung der Berufungsfrist und Anforderungen an die Büroorganisation eines …
In solch einem Fall, etwa wenn die Weisung nur die Art der Übermittlung betrifft, kommt es auf die Kanzleiorganisation im übrigen an und können Organisationsfehler im Falle der darauf beruhenden Fristversäumnis einer Wiedereinsetzung entgegen stehen (Senat, Beschl. v. 23. Oktober 2003, V ZB 28/03, NJW 2004, 367; BGH, Beschl. v. 21. Dezember 2006, IX ZB 309/04, AnwBl 2007, 236, 237).
Wenn ein so wichtiger Vorgang wie die Notierung einer solchen Frist nur mündlich vermittelt wird, bedeutet das Fehlen jeder Sicherung einen entscheidenden Organisationsmangel (vgl. zuletzt BGH, Beschlüsse vom 21.12.2006 - IX ZB 309/04 und vom 09.10.2007 - XI ZB 14/07, jeweils unter II 1a m.w.N.).