Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=22.10.1998&Aktenzeichen=8%20AZR%20457/97
Timestamp: 2019-12-16 04:48:52
Document Index: 8984575

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 138', '§ 781', '§ 823', '§ 826', '§ 123', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 781', '§ 781', '§ 781', '§ 781', '§ 781', '§ 781', '§ 781', '§ 781', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 781', '§ 781', 'BGH', 'BGH', '§ 14']

BAG, 22.10.1998 - 8 AZR 457/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,709
BAG, 22.10.1998 - 8 AZR 457/97 (https://dejure.org/1998,709)
BAG, Entscheidung vom 22.10.1998 - 8 AZR 457/97 (https://dejure.org/1998,709)
BAG, Entscheidung vom 22. Januar 1998 - 8 AZR 457/97 (https://dejure.org/1998,709)
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Anfechtung wegen Drohung: Problem der Widerrechtlichkeit der Drohung mit einer Strafanzeige (Zweck-Mittel-Relation); Abgrenzung des konstitutiven vom deklaratorischen Schuldanerkenntnis
Anfechtung eines Schuldanerkenntnisses - Wiedergutmachung des Schadens - Schädigende Handlungen - Strafanzeige des Arbeitgebers - Widerrechtliche Drohung
BGB § 123 Abs. 1, § 138, § 781, § 823, § 826
Arbeitsrecht; Anfechtung eines Schuldanerkenntnisses wegen Drohung
BGB § 123 Abs. 1, §§ 138, 781, 823, 826
Wiedergutmachungsanspruch in Höhe des Schuldanerkenntnisses eines Arbeitnehmers auch bei Drohung des Arbeitgebers mit Strafanzeige wegen schädigender Handlung
ArbG Karlsruhe, 19.07.1996 - 5 Ca 18/96
NJW 1999, 2059
NZA 1999, 417
BB 1999, 849
DB 1999, 586
Es genügt bereits der gute Glaube bzw. ein berechtigtes Interesse an dem erstrebten Erfolg (…BGH, Urt. v. 16.01.1997 - IX ZR 250/95, NJW 1997, 1980; BAG NJW 1999, 2059;… Staudinger/Singer-v. Finckenstein, aaO Rdn. 69).
die erwartete Willenserklärung, oder jedenfalls der Einsatz des fraglichen Mittels zu dem fraglichen Zweck von der Rechtsordnung nicht gedeckt ist (vgl. BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 d bb der Gründe) .
Die Notwendigkeit eines Beweisantritts ist eine Ausprägung der den Zivilprozess beherrschenden Verhandlungsmaxime, in der die grundlegende Bedeutung der Parteifreiheit und Parteiverantwortung im Zivilprozess zum Ausdruck kommt (…BVerfG 29. Dezember 1993 - 2 BvR 65/93 - Rn. 17;… vgl. zudem: BGH 24. Januar 2012 - VIII ZR 235/11 - Rn. 7;… 13. Juli 2000 - I ZR 156/98 - Rn. 19; BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - Rn. 41) .
Ein Rechtsgeschäft kann nach den Gesamtumständen bei Vertragsschluss, insbesondere nach seinem Inhalt, Beweggrund und Zweck sittenwidrig sein (BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - EzA BGB § 781 Nr. 5).
Sie wird sich nicht darauf beschränken können, die detaillierte Schadensaufstellung der Klägerin lediglich mit der Behauptung zu bestreiten, diese sei übersetzt (BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - EzA BGB § 781 Nr. 5).
Dazu gehören nicht nur Einreden, sondern auch echte rechtshindernde oder -vernichtende Einwendungen und das Fehlen anspruchsbegründender Tatsachen (Staudinger/Marburger § 781 Rn. 11 mwN; Palandt/Sprau 69. Aufl. § 781 Rn. 4; BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 c der Gründe, AP BGB § 781 Nr. 5 = EzA BGB § 781 Nr. 5).
die abgenötigte Willenserklärung, oder jedenfalls die Verknüpfung von beidem widerrechtlich ist (BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - AP BGB § 781 Nr. 5 = EzA BGB § 781 Nr. 5 mwN).
(a) Drohung ist die vom Gegner ernst genommene Ankündigung eines zukünftigen Übels, das nach Bekundung des Drohenden und der Ansicht des Gegners vom Drohenden herbeigeführt werden kann und soll, wenn der Bedrohte die angesonnene Willenserklärung nicht abgibt (vgl. BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 d aa der Gründe, NZA 1999, 417; BGH 7. Juni 1988 - IX ZR 245/86 - zu I 1 a der Gründe, NJW 1988, 2599) .
die abgenötigte Willenserklärung, oder jedenfalls die Verknüpfung von beidem widerrechtlich ist (vgl. BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 d bb der Gründe, NZA 1999, 417) .
Denn praktisch hing die Strafverfolgung - wie sich im Nachhinein bestätigt hat - von einer "eigenen" Anzeige der Beklagten oder zumindest der Eröffnung der Vorwürfe gegenüber den betreffenden Patienten oder deren Angehörigen ab (vgl. BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - zu I 4 d ee der Gründe, NZA 1999, 417) .
Damit hat das notarielle Schuldanerkenntnis vom 24.07.2006 die Wirkung, dass das Schuldverhältnis insgesamt dem Streit oder der Ungewissheit der Parteien entzogen werden und insoweit endgültig festgelegt werden soll (vgl. BAG 15.03.2005 - 9 AZR 502/03; BAG 15.12.1999 - 10 AZR 881/98; BAG 22.10.1998 - 8 AZR 457/97).
Bei der Würdigung des Gesamtcharakters eines Rechtsgeschäfts ist somit auch die Art und Weise seines Zustandekommens mit zu berücksichtigen (BAG 15.03.2005 - 9 AZR 502/03; BAG 22.10.1998 - 8 AZR 457/97; BGH 07.06.1988 - IX ZR 245/86).
Solche Belastungen können sich insbesondere daraus ergeben, dass der Gläubiger die Geschäftsunerfahrenheit oder eine seelische Zwangslage des Schuldners ausnutzt oder ihn auf andere Weise in seiner Entscheidungsfreiheit unzulässig beeinträchtigt (BAG 22.10.1998 - 8 AZR 457/97, BGH 16.01.1997 - IX ZR 250/95).
Ein solches ist in Rechtsprechung und Schrifttum seit langem anerkannt (vgl. BAG 22. Oktober 1998 - 8 AZR 457/97 - AP BGB § 781 Nr. 5 = EzA BGB § 781 Nr. 5; 15. März 2000 - 10 AZR 101/99 - BAGE 94, 73; BGH 24. März 1976 - IV ZR 222/74 - BGHZ 66, 250).
LAG Baden-Württemberg, 05.12.2006 - 22 Sa 67/06
Befristung - gerichtlicher Vergleich i. S. § 14 Abs 1 S 2 Nr 8 TzBfG - Anfechtung …
LAG Baden-Württemberg, 11.06.1999 - 14 Sa 100/97