Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20Sa%20982/14
Timestamp: 2019-10-18 12:54:01
Document Index: 81908944

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 26', '§ 7', '§ 7', '§ 26', '§ 280', '§ 283', '§ 249', '§ 249', '§ 251', '§ 275', '§ 280', '§ 283', '§ 286', '§ 7', '§ 286', '§ 286', 'Art. 7', '§ 7', '§ 7', '§ 87', '§ 254', 'Art. 5', 'Art. 2', '§ 26', '§ 288', '§ 97', '§ 72', '§ 249', '§ 7', '§ 26', '§ 7', '§ 275', '§ 280', '§ 283', '§ 249', '§ 251', '§ 280', '§ 280']

LAG München, 06.05.2015 - 8 Sa 982/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,29856
LAG München, 06.05.2015 - 8 Sa 982/14 (https://dejure.org/2015,29856)
LAG München, Entscheidung vom 06.05.2015 - 8 Sa 982/14 (https://dejure.org/2015,29856)
LAG München, Entscheidung vom 06. Mai 2015 - 8 Sa 982/14 (https://dejure.org/2015,29856)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,29856) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 64 Abs. 1, Abs. 2 b) ArbGG, § ... 7 Abs. 4 BUrlG, § 26 Abs. 1 Satz 6 TVöD, § 7 Abs. 3 Satz 1 BUrlG, § 7 Abs. 3 Satz 2 BUrlG, § 26 Abs. 2 TVöD, § 280 Abs. 1, Abs. 3, § 283 BGB, § 249 Abs. 1, 251 Abs. 1 BGB, § 249 Abs. 1 BGB, § 251 Abs. 1 BGB, § 275 Abs. 1 BGB, § 280 Abs. 3, § 283 Satz 1 BGB, § 286 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 7 Abs. 3 BUrlG, § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB, § 286 Abs. 2 Nr. 3 BGB, Art. 7 der Richtlinie 2003/88/EG, § 7 Abs. 3 Satz 1 und Satz 3 BUrlG, § 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG, § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG, § 254 BGB, Art. 5 Abs. 3 GG, Art. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG, § 26 Abs. 1 TVöD, § 288 Abs. 1 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO, § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG
BGB §§ 249, 251 I, 280 I, III, 283; BUrlG § 7 IV; TVöD § 26 I 6
Schadensersatzanspruch eines Arbeitnehmers in Form eines Ersatzurlaubes i.R.d. Beendigung des Arbeitsverhältnisses; Umwandlung eines Urlaubsersatzanspruchs in einen Abgeltungsanspruch
§ 7 Abs. 1, Abs. 4 BUrlG; Richtlinie 2003/88/EG (Arbeitszeitrichtlinie)
Auch ohne vorherige Aufforderung hat Arbeitgeber rechtzeitig Urlaub gewähren
Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts München vom 6. Mai 2015 - 8 Sa 982/14 - aufgehoben.
Denn das Recht des Arbeitgebers, die zeitliche Lage des Urlaubs festzulegen, setze weder voraus, dass ihm der Arbeitnehmer einen Urlaubswunsch mitgeteilt hat, noch dass er den Arbeitnehmer dazu befragt habe (so ausdrücklich LAG München v. 06.05.2015 - 8 Sa 982/14, Rn. 64, juris).
Der Arbeitgeber sei aufgrund seiner Organisationsmacht verpflichtet, seinen Betrieb so zu organisieren, dass die arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten würden (so ausdrücklich LAG München v. 06.05.2015 - 8 Sa 982/14, Rn. 64, juris).
Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (und ihm folgend das Landesarbeitsgericht München vom 06.05.2015 - 8 Sa 982/14 - Revision beim Bundesarbeitsgericht anhängig unter dem Aktenzeichen9 AZR 541/15) begründen den Schadensersatzanspruch entgegen der bisherigen ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (dazu noch unten III.) nicht aus dem Gesichtspunkt des Verzugs, sondern aus dem Gesichtspunkt der zu vertretenden Unmöglichkeit (§ 275 Abs. 1, § 280 Abs. 1 - 3, § 283 BGB i. V. m. § 249 Abs. 1 BGB) - ein Schadensersatzanspruch, der sich nach dieser Rechtsprechung mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach § 251 Abs. 1 BGB in einen Abgeltungsanspruch umwandelt (insofern auch für den aus Verzugsgesichtspunkten begründeten Schadensersatzanspruch: BAG, 06.08.2013 - 9 AZR 956/11).
Auch das Landesarbeitsgericht München (06.05.2012- 8 Sa 982/14 - ) diskutiert die Frage des Vertretenmüssens im Sinne des § 280Abs.
13) ist ein Arbeitgeber nicht verpflichtet, von sich aus - ohne entsprechendes Verlangen des Arbeitnehmers - Urlaub zu gewähren (entgegen LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12.06.2014, 12 Sa 221/14 und entgegen LAG München, Urteil vom 06.05.2016, 8 Sa 982/14).
Diesen Überlegungen hat sich grundsätzlich auch die 8. Kammer des LAG München angeschlossen (Urteil vom 06.05.2015, 8 Sa 982/14).
Nichts anderes ergibt sich für den Streitfall, wenn - entgegen der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung - mit der vereinzelten obergerichtlichen Rechtsprechung davon ausgegangen wird, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, den Urlaubsanspruch nach dem BUrlG von sich aus zu erfüllen (vgl. LAG Berlin-Brandenburg 12. Juni 2014 - 21 Sa 221/14; LAG Berlin-Brandenburg 7. Juni 2015 - 10 Sa 86/15 und 10 Sa 108/15; LAG München 6. Mai 2015 - 8 Sa 982/14).
Selbst nach dieser obergerichtlichen Rechtsprechung besteht kein Urlaubsersatzanspruch, wenn der Arbeitgeber die Nichterfüllung nicht zu vertreten hat (…LAG Berlin-Brandenburg 12. Juni 2014 - 21 Sa 221/14 - Rn. 48; LAG München 6. Mai 2015 - 8 Sa 982/14 - Rn. 60).
Auch das Landesarbeitsgericht München (06.05.2012 - 8 Sa 982/14 -) diskutiert die Frage des Vertretenmüssens im Sinne des § 280 Abs. 2 BGB nur unter dem Gesichtspunkt, ob der Arbeitgeber überfordert sei, wenn der Arbeitnehmer keinen Urlaubsantrag gestellt habe und ob ein Mitverschulden des Arbeitnehmers vorliege.