Source: https://landsberg-recht.de/strafverteidigung/durchsuchung
Timestamp: 2019-11-15 07:21:57
Document Index: 250353904

Matched Legal Cases: ['§ 94', '§ 102', '§ 100', '§ 110', '§ 304', '§ 98']

Durchsuchung - Rechtsanwalt Strafrecht Landsberg am Lech
Strafrecht Landsberg am Lech, Kaufering, Buchloe + Umgebung
Gerade im digitalen Zeitalter wird man schnell mit einem strafrechtlichen Vorwurf und unter Umständen auch mit einer überraschenden Durchsuchungsmaßnahme konfrontiert.
Auslöser können Forenbeiträge, eine ungewollte Verbindung zu verdächtigen Internetseiten (z.B. durch Pop Up) und manchmal sogar E-Mails mit einem verdächtigen Inhalt sein.
Daneben finden Hausdurchsuchungen bei Verdacht auf ein strafbares Verhalten in vielen Deliktsbereichen im „klassischen Strafrecht“, im Wirtschaftsstrafrecht oder auch Steuerstrafrecht statt.
Zweck der Durchsuchung ist das Auffinden von Beweismitteln oder die Ergreifung des Beschuldigten.
Ihre Rechtsgrundlage ergibt sich aus den §§ 94 ff., §§ 102 ff., §§ 100a ff., § 110 StPO. Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die Staatsanwaltschaft oder die Polizei angeordnet werden.
Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Zur umfassenden Wahrung Ihrer Rechte sollten Sie einen Anwalt, möglichst einen Strafverteidiger, kontaktieren.
Sie haben das Recht auf anwaltliche Beratung!
Wenn sichergestellt ist, dass Sie die Durchsuchung nicht behindern und nicht zu anderen Personen oder Verdächtigen Kontakt aufnehmen, darf Ihnen ein Telefonat mit dem Anwalt nicht untersagt werden.
Durchsuchungen finden häufig außerhalb der üblichen Bürozeiten eines Anwalts statt. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, im Telefonbuch nach einem Strafverteidiger-Notruf für Ihre Region zu suchen. Die dort registrierten Kollegen sind auch an Feiertagen und nachts erreichbar.
Das Notfalltelefon der Kanzlei Andresen: 08191/6474513
Bitten Sie darum, die Durchsuchung bis zum Eintreffen des Anwalts zu unterbrechen, wenn Sie einen Anwalt kontaktiert haben. Äußern Sie sich in der Zwischenzeit nicht zum Sachverhalt!
Bewahren Sie weiterhin die Ruhe und machen Sie keine Aussage zur Sache!
Wenn Sie keinen Anwalt erreichen konnten:
Auch hier gilt wiederum: Ruhe bewahren! Lassen Sie sich nicht nervös machen oder einschüchtern. Bleiben Sie in jedem Fall höflich und sachlich, auch wenn Ihnen das unter den gegebenen Umständen möglicherweise schwer fällt.
Machen Sie auf keinen Fall Aussagen zur Sache! Alles, was Sie zum Sachverhalt sagen, kann u.U. negative Auswirkungen für Sie haben. Geben Sie nur Ihre Personalien an und lassen Sie sich nicht in ein Gespräch über den Sachverhalt verwickeln!
Lassen Sie sich die Durchsuchungsanordnung zeigen! Die Durchsuchung darf nur in den dort bezeichneten Räumen stattfinden. Sie erfahren so auch, ob Sie als Verdächtiger oder als unverdächtiger Dritter angesehen werden.
Lassen Sie sich den Dienstausweis des leitenden Beamten zeigen und notieren Sie die Daten (Name und Behörde).
Ziehen Sie möglichst eine Person Ihres Vertrauens als Zeugen hinzu!
Sie müssen nicht aktiv an der Durchsuchung mitwirken! Sie sind lediglich zur Duldung verpflichtet!
Allerdings können Sie u.U. durch eine Mitwirkung die Durchsuchung beschleunigen oder auch Nachteile verhindern: Im Durchsuchungsbeschluss ist auch aufgeführt, nach welchen Gegenständen oder Unterlagen gesucht wird.
Manchmal ist es ratsam, den Ermittlern zu zeigen, wo Sie die betreffenden Unterlagen aufbewahren. Möglicherweise können Sie so eine Durchsuchung der übrigen Räume vermeiden.
Bei einer Durchsuchung ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren! Daten, die für das Ermittlungsverfahren nicht von Bedeutung sind, dürfen nicht erfasst werden.
Lassen Sie sich eine Kopie des Durchsuchungsberichts bzw. ein Sicherstellungsprotokoll geben! Achten Sie darauf, dass die Liste der Gegenstände, die mitgenommen werden sollen, vollständig ist.
Kontaktieren Sie unverzüglich nach Beendigung der Durchsuchung einen Anwalt und lassen Sie sich beraten!
Die Hinweise zum Verhalten bei Durchsuchungen finden Sie auch als PDF-Dokument zum Download unter dem o.a. Link oder im Bereich Formulare.
Die Anordnung der Durchsuchung muss Angaben über den Inhalt des Tatvorwurfs, die zu suchenden Beweismittel und die zu durchsuchenden Räume enthalten. Das Hinzuziehen von Durchsuchungszeugen ist erst zu Beginn der eigentlichen Durchsuchungshandlung erforderlich.
Ein Durchsuchungsbeschluss darf nicht älter als 6 Monate sein, andernfalls ist er unwirksam.
Die Durchsuchung ist mit Erreichung des Durchsuchungszwecks beendet, d.h wenn die gesuchte Person ergriffen, die gesuchte Sache in Verwahrung genommen, die gesuchte Spur gesichert wurde oder die Durchsuchung erfolglos war. Einer ausdrücklichen Erklärung oder Aufhebung bedarf es nicht.
Allerdings ist eine Durchsuchungsmaßnahme noch nicht beendet, solange die Durchsicht der bei einer Durchsuchung sichergestellten Geschäftsunterlagen nicht abgeschlossen ist.
Gegen eine noch andauernde Durchsuchung kommt als Rechtsbehelf die Beschwerde gegen die richterliche Durchsuchungsanordnung (§ 304 StPO) in Betracht. Bei Beanstandungen der Rechtmäßigkeit oder der Art und Weise der abgeschlossenen Durchsuchung ist nach geltender Rechtsprechung auch ein Antrag nach § 98 Abs. 2 StPO in entsprechender Anwendung möglich. (Quelle: Strafprozessordnung, Kommentar von Prof. Dr. Gerd Pfeiffer).
Im Strafrecht, insbesondere bei Durchsuchungen, Verhaftungen und Vernehmungen, ist häufig eine schnelle anwaltliche Reaktion erforderlich. Gerade in diesen Situationen werden ohne Strafverteidiger die schwerwiegendsten Fehler begangen.
Deshalb stehe ich Ihnen auch kurzfristig zur Verfügung.
Sie können mich unter der o.a. Telefonnummer anrufen oder mir eine eMail senden.
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