Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.05.2008&Aktenzeichen=XII%20ZB%2053%2F08
Timestamp: 2019-04-19 09:26:17
Document Index: 197976466

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1836', '§ 1', '§ 2', '§ 1836', '§ 1', '§ 2', '§ 4', '§ 5', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 9', '§ 2', '§ 9', '§ 2', '§ 2', '§ 9', '§ 2', '§ 2', '§ 9', '§ 28', '§ 301', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 2', 'BGH']

BGH, 28.05.2008 - XII ZB 53/08 - dejure.org
BGB § 1836 Abs. 1; VBVG § 1 Abs. 2, §§ 2, 4, 5
Berücksichtigung einer 15-monatigen Ausschlussfrist im Hinblick auf einen Antrag eines Betreuers auf Vergütung für geleistete Betreuung; Berechnung der Fristen bei einem Antrag auf Betreuungsvergütung
BGB § 1836 Abs. 1; VBVG § 1 Abs. 2 § 2 § 4 § 5
Beginn der Ausschlussfrist für den Vergütungsanspruch des Berufsbetreuers; Voraussetzungen einer Vorlage zum Bundesgerichtshof
Familienrecht - Vergütungsanspruch des Berufsbetreuers und Ausschlussfrist
Betreuungsrecht - Ausschlussfrist für den Vergütungsanspruch
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 28.05.2008, Az.: XII ZB 53/08" von Vizepräsident des LG a.D. Prof. Dr. Walter, original erschienen in: FamRZ 2008, 1613.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss vom 28.5.2008, Az.: XII ZB 53/08 (Beginn der Ausschlussfrist des § 2 Satz 1 VBVG)" von RiAG Dr. Matthias Locher, original erschienen in: FamRB 2008, 344 - 345.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 28.5.2008, Az.: XII ZB 53/08 (Betreuervergütung: Beginn der Ausschlussfrist)" von RiAG Dr. Martin Menne, original erschienen in: ZKJ 2009, 37.
AG Nürnberg, 04.01.2007 - XVII 2661/02
LG Nürnberg-Fürth, 23.08.2007 - 13 T 391/07
OLG München, 03.03.2008 - 33 Wx 236/07
MDR 2008, 1399
FamRZ 2008, 1611
Rpfleger 2008, 568
Das Beschwerdegericht ist mit der herrschenden Meinung zu Recht davon ausgegangen, dass die Fünfzehn-Monatsfrist des § 2 VBVG erst nach Ablauf der Drei-Monatsfrist des § 9 VBVG beginnt (OLG Düsseldorf Beschluss vom 12. März 2010 - 25 Wx 82/09 - juris Rn.10;… OLG Brandenburg Beschluss vom 8. Juni 2009 - 11 Wx 84/08 - juris Rn. 14; KG FamRZ 2009, 456; OLG Köln BtPrax 2009, 80; OLG Dresden FamRZ 2008, 1285; OLG München NJW 2008, 1895; LG Göttingen FamRZ 2008, 92;… MünchKommBGB/Wagenitz 6. Aufl. § 2 VBVG Rn. 2;… MünchKommBGB/Fröschle 6. Aufl. § 9 VBVG Rn. 8;… Knittel Betreuungsrecht Stand 1. September 2012 § 2 VBVG Rn. 17 ff.;… Jurgeleit/Maier Betreuungsrecht 2. Aufl. § 2 VBVG Rn. 2;… Deinert/Lütgens Die Vergütung des Betreuers 6. Aufl. Rn. 1724 ff.;… Damrau/Zimmermann Betreuungsrecht 4. Aufl. § 9 VBVG Rn. 5;… Palandt/Götz BGB 72. Aufl. § 2 VBVG Rn. 7; offen gelassen im Senatsbeschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 32; aA OLG Frankfurt FamRZ 2008, 304;… Jürgens/Jürgens Betreuungsrecht 4. Aufl. § 2 VBVG Rn. 1).
(1) Grundsätzlich entsteht der Vergütungsanspruch zwar mit der vergütungspflichtigen Tätigkeit (Senatsbeschlüsse vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 29 …und vom 25. Januar 2012 - XII ZB 461/11 - FamRZ 2012, 627 Rn. 15) und kann ab diesem Zeitpunkt auch geltend gemacht werden.
Dieser Vergütungsanspruch, der anknüpfend an die pauschale monatliche Vergütung frühestens am Ende des jeweiligen Betreuungsmonats entstehen könnte (vgl. Senatsbeschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 30), ist anders als der Vergütungsanspruch nach Zeitaufwand nicht sofort fällig, sondern kann gemäß § 9 VBVG erstmals nach Ablauf von jeweils drei Betreuungsmonaten für diesen Zeitraum geltend gemacht werden.
Dieser Vergütungsanspruch gelangt allerdings erst mit dem Ablauf des jeweiligen Abrechnungsmonats und nicht bereits kalendertäglich zur Entstehung (Senatsbeschluss vom 18. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611, 1612).
e) Ob für den Fristbeginn der Ausschlussfrist auf das Entstehen des Vergütungsanspruchs mit Aufnahme der Tätigkeit (…vgl. Senatsbeschluss vom 1. August 2012 - FamRZ 2012, 1630 Rn. 18) oder auf deren Ende (vgl. Senatsbeschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 29 zur Betreuervergütung;… OLG Hamm Beschluss vom 6. November 2015 - 6 WF 106/15 Rn. 11, juris für die Vergütung des Verfahrensbeistands) abgestellt wird, kann hier offen bleiben.
Die Ausübung einer konkreten Betreuungstätigkeit wird bei der pauschalen Vergütung typisierend unterstellt; nicht erforderlich ist, dass der Betreuer in dem zu vergütenden Zeitraum auch tatsächlich für den Betreuten in dem vom Gesetz pauschalierend unterstellten Umfang tätig geworden ist (Senatsbeschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 30; OLG München BtPrax 2007, 129; OLG Schleswig FamRZ 2007, 236).
Denn es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichtshofs, über abtrennbare Teile eines teilbaren Verfahrensgegenstandes zu entscheiden, für welche die zur Vorlage verpflichtende Frage unerheblich ist (Senatsbeschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611).
Zwar ist die Vorlage zu beschränken, wenn die Voraussetzungen für eine Vorlage zum Bundesgerichtshof nach § 28 FGG aF nur hinsichtlich eines Teils des Verfahrensgegenstandes gegeben ist und das Oberlandesgericht befugt ist, hinsichtlich des übrigen Teils eine dem Urteil des § 301 ZPO entsprechende Teilentscheidung zu erlassen (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 -, Juris BayObLG…, Beschluss vom 11. September 2001 - 3Z BR 101/99 -, Juris Rdn. 16).
Die Ausübung einer konkreten Betreuungstätigkeit wird bei der pauschalen Vergütung typisierend unterstellt; nicht erforderlich ist, dass der Betreuer in dem zu vergütenden Zeitraum auch tatsächlich für den Betreuten in dem vom Gesetz pauschalierend unterstellten Umfang tätig geworden ist (…Senatsbeschlüsse vom 11. April 2012 - XII ZB 459/10 - FamRZ 2012, 1051 Rn. 23 und vom 28. Mai 2008 - XII ZB 53/08 - FamRZ 2008, 1611 Rn. 30).
Damit gelangt der Vergütungsanspruch des Betreuers mit dem Ablauf des jeweiligen Betreuungsmonats und nicht bereits kalendertäglich zur Entstehung (vgl. BGH Beschluss vom 28.5.2008 - XII ZB 53/08 FamRZ 2008, 1611/1612).
Anders als bei Betreuern, gilt insbesondere § 9 VBVG nicht, so dass für Erwägungen, den Beginn der Ausschlussfrist nach § 2 S. 1 VBVG erst auf den Beginn des Folgemonats (vgl. BGH, FamRZ 2008, 1611 für die Betreuervergütung) bzw. gar auf das Ende eines Quartals (statt vieler nur OLG Düsseldorf, Beschluss v. 12. März 2010, I-25 Wx 82/09 - zitiert nach juris, für die Betreuervergütung m.w.N.) zu verlegen, kein Raum besteht (OLG Naumburg, Rpfleger 2012, 319).