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Timestamp: 2016-10-24 22:00:54
Document Index: 395557588

Matched Legal Cases: ['Art. 231', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 231', 'Art. 231', 'Art. 82', 'Art. 14', 'Art. 115', 'Art. 149', 'Art. 52', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 81', 'Art. 81', 'Art. 85', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 34', 'Art. 34', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 34', 'Art. 52', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 134', 'e contrario', 'Art. 156', 'Art. 135', 'Art. 159', 'e contrario', 'Art. 135']

H 139/99 (28.11.2000)
H 139/99 Vr
Pr�sident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und nebenamtlicher Richter Walser; Gerichtsschreiberin Keel
W.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Humbert Entress, Wiesentalstrasse 27, Aadorf,
A.- Die X.________ AG war seit 12. M�rz 1996 im Handelsregister des Kantons Thurgau eingetragen und bezweckte die Beratung, Planung und Ausf�hrung aller Arbeiten an Bauten sowie die �bernahme von Akkord- und Regiearbeiten aller Art, insbesondere Schreinereimontagen und Ladenbau. Am 10. Juli 1997 er�ffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts Y.________ �ber die Gesellschaft den Konkurs, wobei dieser im summarischen Verfahren gem�ss Art. 231 SchKG durchgef�hrt wurde. Dabei blieben der Ausgleichskasse des Kantons Thurgau geschuldete parit�tische Beitr�ge, Verwaltungskosten, Mahngeb�hren und Betreibungskosten in der H�he von insgesamt Fr. 103'654. 30 ungedeckt. Mit Schreiben vom 1. Dezember 1997 teilte das Konkursamt des Kantons Thurgau der Ausgleichskasse mit, dass voraussichtlich nur die Gl�ubiger der 1. Klasse mit einer Konkursdividende von 8,5 % rechnen konnten, w�hrend die �brigen v�llig leer ausgehen d�rften.
Mit Verf�gung vom 18. Mai 1998 verpflichtete die Ausgleichskasse W.________, der dem Verwaltungsrat der X.________ AG seit 7. Juni 1996 (zuerst als Vizepr�sident sowie Delegierter und ab 15. Januar 1997 als Pr�sident) angeh�rte, zur Bezahlung von Schadenersatz f�r entgangene Beitr�ge in der H�he von Fr. 103'654. 30. Der Betroffene liess hiegegen Einspruch erheben.
B.- Am 9. Juli 1998 machte die Ausgleichskasse ihre Forderung klageweise geltend. Mit Entscheid vom 12. M�rz 1999 hiess die AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau, nach Durchf�hrung eines doppelten Schriftenwechsels, die Klage gut und verpflichtete W.________ zur Bezahlung von Schadenersatz in der H�he von gesamthaft Fr. 103'654. 30 (wovon Fr. 9520. 95 auf entgangene kantonalrechtlich geschuldete FAK-Beitr�ge fallen).
C.- W.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Schadenersatzklage f�r die bundesrechtlich geschuldeten Beitr�ge vollumf�nglich abzuweisen. Eventuell sei das Verfahren zur Erg�nzung zur�ckzuweisen.
Die Ausgleichskasse beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
2.- a) Nach Art. 52 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrl�ssige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so k�nnen subsidi�r gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden (BGE 123 V 15 Erw. 5b, 122 V 66 Erw. 4a, 119 V 405 Erw. 2, je mit Hinweisen).
b) Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beitr�ge aus rechtlichen oder tats�chlichen Gr�nden nicht mehr erhoben werden k�nnen (BGE 121 III 384 Erw. 3bb, 388 Erw. 3a, 113 V 257 f., 112 V 157 Erw. 2, 109 V 92 Erw. 9, je mit Hinweisen). Dies trifft dann zu, wenn die Beitr�ge im Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. z.B. BGE 112 V 156, 98 V 26) oder wenn ihre Entrichtung wegen Zahlungsunf�higkeit des beitragspflichtigen Arbeitgebers nicht mehr m�glich ist (vgl. z.B. BGE 121 V 234, 240). Im ersten Fall gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beitr�ge verwirkt sind (BGE 123 V 15 Erw. 5b, 170 Erw. 2a, 112 V 157 Erw. 2, 108 V 194 Erw. 2d, je mit Hinweisen). Im zweiten Fall gilt der Schadenseintritt als erfolgt, sobald die Beitr�ge wegen der Zahlungsunf�higkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordentlichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden k�nnen (BGE 123 V 16 Erw. 5b, 170 Erw. 2a, 121 III 384 Erw. 3bb, 113 V 256, 112 V 157 Erw. 2).
3.- a) Der Beschwerdef�hrer macht erneut geltend, die Ausgleichskasse habe die Schadenersatzforderung nach Ablauf der einj�hrigen Verwirkungsfrist und damit versp�tet geltend gemacht. Er begr�ndet diesen Standpunkt damit, dass die Beschwerdegegnerin �ber die absolut desolate finanzielle Situation der X.________ AG mit Schreiben vom Januar, 16. Februar und 16. M�rz 1997 informiert worden sei und demnach sp�testens im Februar 1997 gewusst habe, dass es die tats�chlichen Gegebenheiten bei der X.________ AG nicht mehr erlaubten, die geschuldeten Beitr�ge einzufordern. Von einer Ausgleichskasse m�sse verlangt werden, dass sie sich, sobald sie alle tats�chlichen Umst�nde �ber die Existenz, die Beschaffenheit und die wesentlichen Merkmale des Schadens kenne, �ber die Einzelheiten eines allf�lligen Schadenersatzanspruchs informiere. Die Beschwerdegegnerin habe, obwohl sie den Schaden bereits im Februar 1997 ziemlich genau gekannt habe, absolut nichts vorgekehrt, um diesen abzuwenden bzw. genauere Informationen einzuholen. Dabei habe sie seit Erhalt des Schreibens vom 16. Februar 1997 davon ausgehen m�ssen, dass ihre Forderungen weitestgehend ungedeckt bleiben w�rden und sie in erheblichem Ausmass zu Schaden kommen werde.
b) Nach Art. 82 Abs. 1 AHVV "verj�hrt" die Schadenersatzforderung, wenn sie nicht innert Jahresfrist seit Kenntnis des Schadens durch Erlass einer Schadenersatzverf�gung geltend gemacht wird. Bei dieser Frist handelt es sich entgegen dem Wortlaut der Bestimmung um eine Verwirkungsfrist, die von Amtes wegen zu ber�cksichtigen ist (BGE 121 III 388 Erw. 3b, 119 V 92 Erw. 3, 118 V 195 Erw. 2b, je mit Hinweisen).
c) Nach der Rechtsprechung ist bei Konkursen Kenntnis des Schadens grunds�tzlich bei Auflage des Kollokationsplanes (und des Inventars) anzunehmen und beispielsweise nicht etwa schon im Zeitpunkt der Anordnung des summarischen Konkursverfahrens (BGE 119 V 92 Erw. 3, 116 II 161 Erw. 4a, 116 V 75 Erw. 3b, 113 V 182 Erw. 2; AHI 1996 S. 161 Erw. 3). Nur ausnahmsweise wurde der Zeitpunkt der Schadenskenntnis vor die Auflage des Kollokationsplanes verlegt, wobei das Gericht in diesen F�llen die Schadenskenntnis im Zeitpunkt der ersten Gl�ubigerversammlung sowie eines nicht genehmigten Nachlassvertrages mit Verm�gensabtretung bejahte (BGE 121 V 240 Erw. 3c/aa, AHI 1995 S. 164 Erw. 4d, S. 189 Erw. 3c, ZAK 1992 S. 479 Erw. 3b).
Im nicht ver�ffentlichten Urteil I. vom 27. Juni 2000, H 12/99, hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht diese Grunds�tze best�tigt und die Auffassung, in BGE 121 V 240 sei im Sinne einer Praxis�nderung der fristausl�sende Zeitpunkt der Schadenskenntnis generell vor den Zeitpunkt der Auflegung des Kollokationsplanes und des Inventars verlegt worden, f�r unzutreffend erkl�rt. Unter Hinweis auf BGE 116 V 77 Erw. 3c hielt das Gericht fest, dass auch im Fall des summarischen Konkursverfahrens kein Anlass bestehe, eine Schadenersatzverf�gung vor der Auflage des Kollokationsplans und des Inventars zu erlassen. Die entsprechenden Erw�gungen beziehen sich zwar auf Art. 231 SchKG in der bis Ende 1996 g�ltig gewesenen Fassung, haben aber auch f�r den am 1. Januar 1997 in Kraft getretenen und im vorliegenden Fall anwendbaren Art. 231 SchKG zu gelten, da die Gesetzesrevision bez�glich der hier massgebenden Verfahrensabl�ufe keine �nderungen gebracht hat.
d) Die Beschwerdegegnerin hat die Schadenersatzverf�gung am 18. Mai 1998 erlassen, also weniger als ein Jahr nach Er�ffnung des (im summarischen Verfahren durchgef�hrten) Konkurses �ber die X.________ AG (10. Juli 1997). Die einj�hrige Verwirkungsfrist w�re demnach, was auch der Beschwerdef�hrer nicht bestreitet, selbst dann gewahrt, wenn man entgegen konstanter Rechtsprechung davon ausginge, eine Ausgleichskasse erhalte schon im Zeitpunkt der Anordnung des summarischen Konkursverfahrens Kenntnis des Schadens im Sinne von Art. 82 Abs. 1 AHVV.
Indessen will der Beschwerdef�hrer den Zeitpunkt der Kenntnis des Schadens noch weiter zur�ckverlegen, n�mlich auf die Zeit zwischen Januar und M�rz 1997, als sich die X.________ AG an ihre Gl�ubiger wandte, diese um einen teilweisen Forderungsverzicht ersuchte und damit eine aussergerichtliche Sanierung anstrebte. Diese Auffassung verkennt die Tatsache, dass es die Rechtsprechung bisher stets abgelehnt hat, die Schadenskenntnis der Ausgleichskasse nur schon auf den Zeitpunkt der Anordnung des summarischen Konkursverfahrens hin anzunehmen, geschweige denn auf einen fr�heren Zeitpunkt (vgl. Erw. 3c hievor). Im Weitern �bersieht sie, dass unter den gegebenen Umst�nden der Schaden vor der Konkurser�ffnung noch gar nicht eingetreten war, weil ein rein privater aussergerichtlicher Sanierungsversuch der Beschwerdegegnerin noch keineswegs verunm�glichte, die Beitr�ge im ordentlichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG zu erheben. Zudem wies die X.________ AG in ihren beiden Schreiben vom 16. Februar und 16. M�rz 1997 selber auf ihren Willen hin, das Unternehmen angesichts des guten Auftragsbestandes zu retten, d.h. einen Konkurs zu vermeiden, und unter anderem auch die Schulden bei den Sozialversicherungen sukzessive abzutragen. Auf Grund dieser Feststellungen bestand f�r die Beschwerdegegnerin kein Anlass, davon auszugehen, dass sie mit den ausstehenden Beitragsforderungen zu Verlust kommen w�rde. Ganz abgesehen davon, dass der Schaden damals noch nicht eingetreten war, konnte auch dessen H�he auf Grund der Mitteilungen der X.________ AG nicht ann�herungsweise abgesch�tzt werden.
e) Die X.________ AG ist von der Beschwerdegegnerin im Jahr 1996 offensichtlich mehrmals betrieben worden. Es ergibt sich indessen weder aus den Akten, noch wird behauptet, dass diese Betreibungen bis zur Pf�ndung oder bis zur Ausstellung von Pf�ndungsverlustscheinen weitergef�hrt worden w�ren. Damit kann sich der Beschwerdef�hrer auch nicht auf die Rechtsprechung berufen, wonach der Pf�ndungsverlustschein gem�ss Art. 115 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 149 SchKG manifestiert, dass der Arbeitgeber seine Beitragspflicht nicht erf�llt hat, damit realistischerweise auch der Schadenersatzpflicht nach Art. 52 AHVG nicht nachkommen k�nne, weshalb die Ausgleichskasse in diesem Zeitpunkt auch Kenntnis des Schadens habe mit der Folge, dass die einj�hrige Verwirkungsfrist nach Art. 82 Abs. 1 AHVV in Gang gesetzt wird (BGE 113 V 257 f. Erw. 3c am Ende).
f) Aus diesen Gr�nden ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die am 18. Mai 1998 erlassene Schadenersatzverf�gung fristgerecht ergangen ist, weshalb von einer Verwirkung des Schadenersatzanspruchs keine Rede sein kann.
Zu Unrecht wirft der Beschwerdef�hrer der Ausgleichskasse in diesem Zusammenhang schliesslich vor, sie habe ihn durch ihr Verhalten im falschen Glauben gelassen, dass seine Sanierungsbem�hungen von ihr mitgetragen w�rden. Denn in den Akten findet sich nicht der geringste Anhaltspunkt daf�r, dass die Beschwerdegegnerin der X.________ AG gegen�ber auf die gesetzlich vorgeschriebenen Beitragsforderungen teilweise oder sogar ganz verzichten und auch davon absehen wollte, sp�ter gegebenenfalls Schadenersatzforderungen gegen die verantwortlichen Organe geltend zu machen. Ganz im Gegenteil war sich der Beschwerdef�hrer offensichtlich bewusst, dass der Ausgleichskasse gegen�ber noch erhebliche Beitragsausst�nde existierten, sind solche doch jeweils auf den Forderungslisten aufgef�hrt, die den Schreiben vom 16. Februar und 16. M�rz 1997 beilagen.
4.- Nach Auffassung des Beschwerdef�hrers ist die Schadenersatzforderung, welche vom Gericht nur gepr�ft werden kann, weil sie nicht auf einer formell rechtskr�ftigen Verf�gung beruht (AHI 1993 S. 172 Erw. 3a; ZAK 1991 S. 126 Erw. II/1b), in masslicher Hinsicht unklar.
a) Der Schadenersatzprozess gem�ss Art. 81 AHVV ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 81 Abs. 3 AHVV in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG), welcher besagt, dass der Richter von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen hat (vgl. BGE 108 V 197 Erw. 5). Der Untersuchungsgrundsatz gilt aber nicht uneingeschr�nkt, sondern wird durch die verschiedenen Mitwirkungspflichten der Parteien erg�nzt (BGE 122 V 158 Erw. 1a mit Hinweisen). Dazu geh�rt auch die Substanziierungspflicht, welche beinhaltet, dass die wesentlichen Tatsachenbehauptungen und -bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein m�ssen (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. , Bern 1983, S. 208). Dementsprechend ist es Sache der Ausgleichskasse, die Schadenersatzforderung soweit zu substanziieren, dass sie �berpr�ft werden kann. Anderseits obliegt es im Bestreitungsfall dem Beklagten, substanziiert darzulegen, weshalb der von der Kasse ermittelte Schadensbetrag unzutreffend ist (ZAK 1991 S. 126 Erw. II/1b).
b) Die Beschwerdegegnerin hat zusammen mit der Schadenersatzverf�gung dargelegt, dass ihre Forderung auf den von ihrem Revisor ermittelten Lohnsummen der Jahre 1996 und 1997 beruht. Zudem ist die Forderung durch die entsprechenden Zusammenstellungen in den Akten nachvollziehbar und widerspruchsfrei begr�ndet. Weder im vor- noch im letztinstanzlichen Verfahren hat der Beschwerdef�hrer diese Abrechnung substanziiert bestritten. Dies gilt auch bez�glich der beiden von der Ausgleichskasse zu seinen Gunsten ber�cksichtigten Postzahlungen vom 21. November 1997 und 25. M�rz 1998, hinter welche der Beschwerdef�hrer zwar ein Fragezeichen setzt, ohne indessen zu bestreiten, dass diese tats�chlich erfolgt sind.
Im Lichte der Rechtsprechung (vgl. Erw. 4a) ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die vorhandenen Akten abgestellt und von n�heren Abkl�rungen abgesehen hat. Auch die Vorbringen des Beschwerdef�hrers im letztinstanzlichen Verfahren lassen die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid nicht als mangelhaft im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG erscheinen, zumal nicht konkret dargelegt wird, welche Abrechnungspositionen die Ausgleichskasse nicht korrekt ber�cksichtigt h�tte.
5.- Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er hafte nicht f�r die Differenz zwischen den im Jahr 1996 geschuldeten Akontozahlungen und den genauen Beitr�gen. Dabei st�tzt er sich auf das in ZAK 1992 S. 246 publizierte Urteil, gem�ss welchem der Arbeitgeber f�r die Differenz zwischen den geleisteten Akontozahlungen und den genauen Beitr�gen nicht haftbar gemacht werden kann, es sei denn, er bezwecke auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten die F�lligkeit seiner Schulden durch deutlich ungen�gende Akontozahlungen weitm�glichst hinauszuschieben (ZAK 1992 S. 247 Erw. 3b). Weder die Ausgleichskasse noch die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer indessen vor, die X.________ AG als damalige Arbeitgeberin habe versucht, auf diese Weise eine Verz�gerung zu erreichen. Im Weitern �bersieht der Beschwerdef�hrer bei seiner Argumentation, dass die Ausgleichskasse zwar dem Arbeitgeber auf Grund von Art. 34 Abs. 3 AHVV bewilligen kann, f�r die Zahlungsperiode statt der genauen Beitr�ge einen diesen ungef�hr entsprechenden Betrag zu entrichten, wobei aber der Ausgleich am Ende des Kalenderjahres zu erfolgen hat. Art. 35 Abs. 3 AHVV pr�zisiert dazu, dass der Arbeitgeber die Angaben f�r die definitive Abrechnung innert eines Monats nach Ablauf der Abrechnungsperiode zu liefern hat. Zudem sind gem�ss Art. 34 Abs. 4 AHVV die f�r die Zahlungsperiode geschuldeten Beitr�ge mit deren Ablauf f�llig und innert 10 Tagen zu bezahlen. Dies gilt auch f�r die gem�ss Art. 34 Abs. 3 AHVV vorgesehene Ausgleichszahlung am Ende des Kalenderjahres. Diesen Pflichten ist die X.________ AG offensichtlich nicht nachgekommen, hat sie doch im Januar 1997 weder eine Lohnbescheinigung f�r die 1996 effektiv ausbezahlten L�hne eingereicht noch die sich gest�tzt auf diese Bescheinigung ergebende Nachzahlung geleistet. Somit war die entsprechende Ausgleichszahlung bereits f�llig gewesen, als sich der Beschwerdef�hrer im Februar und M�rz 1997 um die Sanierung der X.________ AG bem�hte, also Monate vor Konkurser�ffnung. Dass der geschuldete Restbetrag nicht unverz�glich entrichtet worden ist, muss als grobe Fahrl�ssigkeit betrachtet werden (vgl. ZAK 1992 S. 247 Erw. 4).
Der Beschwerdef�hrer kann deshalb auch nichts zu seinen Gunsten aus der Tatsache ableiten, dass im privaten Schuldenruf vom 16. Februar 1997 nur die f�r das Jahr 1996 ausstehenden Akontozahlungen als Schulden aufgef�hrt sind, und dies selbst dann nicht, wenn die Organpersonen der X.________ AG damals davon ausgingen, dass keine weiteren Beitragsschulden f�r das Jahr 1996 best�nden. Es w�re deren Pflicht gewesen, im Januar 1997 die definitive Lohnbescheinigung zu erstellen und der Beschwerdegegnerin einzureichen sowie die sich daraus ergebende Ausgleichszahlung zu leisten. Die Beschwerdegegnerin selber war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, eine Nachtragsrechnung zu stellen, weil die X.________ AG ihrer Pflicht zur Einreichung einer Lohnbescheinigung f�r das Jahr 1996 nicht nachgekommen war. Offensichtlich konnte diese Lohnbescheinigung erst im August 1997 durch den Revisor der Ausgleichskasse erstellt werden. Soweit der Beschwerdef�hrer daraus ableitet, er sei f�r die resultierende Ausgleichszahlung nicht haftbar, kann ihm mit Blick auf die erw�hnten Pflichtverletzungen durch die X.________ AG nicht gefolgt werden.
6.- Erneut bestreitet der Beschwerdef�hrer, dass ihn am eingetretenen Schaden ein Verschulden trifft. Die Vorinstanz hat sich in Erw. 6 ihres Entscheids sehr eingehend und unter Ber�cksichtigung der einschl�gigen Rechtsprechung mit dieser Frage befasst und zutreffend dargelegt, warum sich der Beschwerdef�hrer den Vorwurf grobfahrl�ssigen Verhaltens gefallen lassen muss. Darauf kann verwiesen werden. Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorgebracht wird, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren.
a) Vorab erblickt der Beschwerdef�hrer einen Exkulpationsgrund - unter sinngem�sser Berufung auf BGE 108 V 183 - darin, dass sein ganzes Verhalten bei den Kapitalerh�hungen, den privaten Lohnzahlungen und beim Versuch zur Sanierung der Gesellschaft darauf gerichtet gewesen sei, das Unternehmen und dessen Arbeitspl�tze zu erhalten. Aus diesem Grunde k�nne ihm kein Vorwurf gemacht werden, wenn er zuerst die f�r das �berleben des Unternehmens wesentlichen Forderungen der Arbeitnehmer zu befriedigen suchte.
Es steht fest und ist unbestritten, dass sich der Beschwerdef�hrer um eine Sanierung der Firma bem�hte und dabei private Mittel investierte. Ein solches Vorgehen f�hrt allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gem�ss Art. 52 AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung auf Grund der objektiven Umst�nde und einer seri�sen Beurteilung der Lage damit rechnen durfte, dass er die Forderung der Ausgleichskasse innert n�tzlicher Frist w�rde befriedigen k�nnen (BGE 108 V 188; ZAK 1992 S. 248 Erw. 4b). Dies war bei der X.________ AG offensichtlich nicht der Fall, musste deren Verwaltungsrat nach dem Sanierungsversuch im Februar und M�rz 1997 doch selber feststellen, dass damit die finanziellen Probleme der X.________ AG keineswegs gel�st waren, sondern strukturell bedingt weiter bestanden, weil die Firma offensichtlich wesentliche Auftr�ge zu nicht kostendeckenden Preisen �bernommen hatte. Auf Grund dieser f�r aussenstehende Dritte zwar nicht erkennbaren, aber objektiv gegebenen Umst�nde konnte somit weder in der zweiten H�lfte 1996 noch in den Monaten Februar und M�rz 1997 mit einer dauerhaften Konsolidierung oder Sanierung der finanziellen Lage der X.________ AG gerechnet werden.
Wenn der Beschwerdef�hrer nun sogar geltend macht, die Firma sei bereits bei seinem Eintritt in den Verwaltungsrat praktisch derart schlecht gestellt gewesen, dass Interventionen zur Bezahlung von Beitragsforderungen am entstandenen Schaden nichts mehr h�tten �ndern k�nnen, ist daran zu erinnern, dass es dem Beschwerdef�hrer als grobe Fahrl�ssigkeit angerechnet werden muss, unter solchen Umst�nden �berhaupt ein Verwaltungsratsmandat f�r die Firma angenommen zu haben, und dies unabh�ngig davon, ob bereits damals eine fachkundige Buchhaltungsexpertise vorlag. Denn auf Grund der Tatsache, dass die Firma bereits vor dem Eintritt des Beschwerdef�hrers in den Verwaltungsrat wegen eingetretener finanzieller Schwierigkeiten einen neuen
Aktion�r suchen und anschliessend das Aktienkapital erh�hen musste, h�tte f�r ihn aller Anlass bestanden, die Situation der Firma vor dem Eintritt in den Verwaltungsrat fachkundig �berpr�fen zu lassen. Wenn er dies nicht getan hat, hat er sich diese Unterlassung als grobe Fahrl�ssigkeit anrechnen zu lassen.
b) Selbst wenn sodann der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdef�hrers gefolgt w�rde, wonach er vom Ehepaar A.________ �ber die tats�chliche Situation der X.________ AG und deren Verpflichtungen get�uscht worden w�re, verm�chte dies ihn nicht zu entlasten. Denn wie er selber ausf�hrt, war er schon im Fr�hjahr 1996 erstaunt, dass der Kapitalbedarf der Firma durch die Ende Februar 1996 eingeschossenen Mittel von Fr. 50'000. - nicht gedeckt war und das Aktienkapital im Mai um weitere Fr. 100'000. - erh�ht werden musste. Nur gerade zwei Monate sp�ter wurde eine weitere Erh�hung des Aktienkapitals auf Fr. 301'000. - notwendig.
Unter diesen Umst�nden musste dem Beschwerdef�hrer klar geworden sein, dass die X.________ AG offensichtlich mehr oder weniger st�ndig mit finanziellen Problemen, zum Mindesten mit ernsthaften Liquidit�tsschwierigkeiten, zu k�mpfen hatte. Unter solchen Umst�nden ist es nicht verst�ndlich, warum sich der Beschwerdef�hrer immer wieder zu neuen finanziellen Eins�tzen bereit erkl�rte, ohne die tats�chliche Situation der Firma mittels einer fachm�nnischen und unabh�ngigen Analyse genau abkl�ren zulassen. Dies w�re umso mehr angezeigt gewesen, als sich der Beschwerdef�hrer entschloss, als Vizepr�sident und Delegierter in den Verwaltungsrat der X.________ AG einzutreten. Der Beschwerdef�hrer muss es sich als grobfahrl�ssiges Verhalten anrechnen lassen, unter solchen Umst�nden in den Verwaltungsrat eingetreten zu sein, und dabei noch die Stellung eines Vizepr�sidenten und Delegierten �bernommen zu haben, ohne �ber seri�se Abkl�rungsergebnisse betreffend die tats�chliche Situation der X.________ AG zu verf�gen (vgl. BGE 119 V 408 Erw. 4d). Dass der Beschwerdef�hrer �ber keine kaufm�nnische Ausbildung und Erfahrung verf�gte, vermag ihn daher nicht zu entlasten. Ganz im Gegenteil h�tte ihn gerade dieser Umstand umso mehr veranlassen m�ssen, die finanzielle Situation der Firma fachm�nnisch durchleuchten zu lassen.
Hinzu kommt, dass mit den vom Beschwerdef�hrer eingeschossenen Mitteln, wie er selber einr�umt, im Wesentlichen gerade auch Lohnzahlungen vorgenommen werden mussten. Unter diesen Umst�nden w�re es seine Pflicht gewesen, darauf zu achten, dass im Zusammenhang mit den vorgenommenen Lohnzahlungen auch die Beitragspflicht gegen�ber der Beschwerdegegnerin erf�llt worden w�re, da grunds�tzlich nur so viel Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf ex lege unmittelbar entstehenden Beitragsforderungen gedeckt sind (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5). Im Lichte der sich aus Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV ergebenden Zahlungspflichten des Arbeitgebers h�tte die offensichtlich schleppende Art der Lohnauszahlungen durch die X.________ AG den Beschwerdef�hrer veranlassen m�ssen, zu kontrollieren, ob die Firma den Zahlungsverpflichtungen gegen�ber der Beschwerdegegnerin nachkam, und gegebenenfalls f�r deren Erf�llung zu sorgen. Bei dieser Sachlage kann sich der Beschwerdef�hrer nicht einfach mit dem Hinweis auf die raffinierten und gezielten Machenschaften der Eheleute A.________ entlasten. Auch als kaufm�nnischer Laie durfte er sich nicht auf deren m�ndliche Versicherungen verlassen, zumal er schon im Fr�hsommer 1996 erkannt haben musste, dass diese in klarem Widerspruch zu dem akut gewordenen Bedarf an zus�tzlichen Mitteln standen. Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass der Beschwerdef�hrer die ihm als Vizepr�sident und Delegierter des Verwaltungsrats obliegenden Aufsichts- und Kontrollaufgaben nicht gen�gend wahrgenommen hat, was er sich unter dem Gesichtswinkel von Art. 52 AHVG als grobfahrl�ssiges Verhalten anrechnen lassen muss.
7.- a) Nach Auffassung des Beschwerdef�hrers fehlt es schliesslich auch an dem f�r die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers im Sinne von Art. 52 AHVG vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang (vgl. hiezu BGE 119 V 406 Erw. 4a mit Hinweisen) zwischen seinem Verhalten und dem der Beschwerdegegnerin erwachsenen Schaden. Er begr�ndet dies damit, dass er als Verwaltungsrat auch bei pflichtgem�ssem Verhalten die Bezahlung der Sozialversicherungsbeitr�ge nicht h�tte durchsetzen k�nnen. Bez�glich der X.________ AG habe sich nachtr�glich gezeigt, dass diese rund 80 % ihres Umsatzes als Verlust ausweisen musste, weshalb nie die M�glichkeit bestanden habe, die ausstehenden Beitragsschulden zu bezahlen. Die X.________ AG sei deshalb bereits zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Verwaltungsrat finanziell so schlecht gestellt gewesen, dass Interventionen zur Bezahlung von Beitragsforderungen an dem nun entstandenen Schaden nichts mehr h�tten �ndern k�nnen. Zum Beweis f�r diese Behauptungen beantragt der Beschwerdef�hrer die Einholung einer Buchhaltungsexpertise sowie den Beizug der Akten des Konkursamtes des Kantons Thurgau.
b) Der Beschwerdef�hrer weist selber darauf hin, dass er bereits Ende Februar 1996 Fr. 50'000. - in die Firma eingeschossen habe und damit Eigent�mer des h�lftigen Aktienkapitals geworden sei, wobei mit den neu zur Verf�gung stehenden Mitteln offene Lohnforderungen beglichen wurden. Da der Kapitalbedarf der Firma damit nicht gedeckt gewesen sei, habe das Aktienkapital schon am 3. Mai 1996 erneut um Fr. 100'000. - auf Fr. 150'000. - erh�ht werden m�ssen, welchen Betrag er alleine aufgebracht habe. Im August 1996 sei bereits eine zweite Erh�hung des Aktienkapitals auf Fr. 301'000. - notwendig geworden, die wiederum praktisch ausschliesslich von ihm finanziert worden sei. Misstrauisch sei er im September 1996 geworden, als er wiederum als Geldgeber habe einspringen m�ssen, damit offene L�hne bezahlt werden konnten.
Unter diesen Umst�nden war f�r den Beschwerdef�hrer einerseits deutlich geworden, dass sich die X.________ AG in finanziellen Schwierigkeiten befand und mindestens gewichtige Liquidit�tsprobleme bestanden. Anderseits wusste er offensichtlich, dass die eingeschossenen Mittel vornehmlich zur Bezahlung von ausstehenden Lohnforderungen eingesetzt wurden. Entgegen der bereits in Erw. 6b erw�hnten Rechtsprechung gem�ss SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 5, wonach bei finanziellen Schwierigkeiten der geltend gemachten Art nur soviel L�hne ausbezahlt werden, als die darauf unmittelbar ex lege entstandenen Beitragsforderungen gedeckt sind, hat es der Beschwerdef�hrer offensichtlich bewusst zugelassen, dass den Lohnzahlungen gegen�ber der Beitragsentrichtung Priorit�t einger�umt wurde. Damit ist sein Verhalten ohne weiteres auch als ad�quat kausal zu betrachten, weshalb die Vorinstanz seine Haftbarkeit unter diesem Gesichtswinkel zu Recht bejaht hat. Auf eine zus�tzliche Buchhaltungsexpertise sowie den Beizug der Konkursakten kann bei dieser Sachlage verzichtet werden.
8.- Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 134 OG e contrario). Entsprechend dem Ausgang des Prozesses gehen die Gerichtskosten zu Lasten des unterliegenden Beschwerdef�hrers (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG), dem damit auch kein Anspruch auf Parteientsch�digung zusteht (Art. 159 Abs. 1 e contrario in Verbindung mit Art. 135 OG).
II.Die Gerichtskosten von Fr. 4000. - werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.