Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%206%20KA%2049/02%20R
Timestamp: 2019-04-26 14:55:56
Document Index: 94375124

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 103', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 20', '§ 116', '§ 33', '§ 33', '§ 85', '§ 33', '§ 33', '§ 6', '§ 106', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 6', '§ 106', '§ 33', '§ 33', '§ 6', '§ 106', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 24', '§ 33', '§ 33']

BSG, 16.07.2003 - B 6 KA 49/02 R - dejure.org
Regelung über Gemeinschaftspraxis in Ärzte-ZV - formelles Gesetz - Zusammenschluss zu einer Berufsausübungsgemeinschaft iS des ärztlichen Berufsrechts - Verfassungsmäßigkeit des § 33 Abs 2 Ärzte-ZV
Genehmigung einer Gemeinschaftspraxis; Vertragsärztliche Versorgung der Versicherten; Zugehörigkeit zu überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften; Gesetz im formellen Sinne; Schutz der Berufsfreiheit; Inkorporierung in Rechtsverordnung; Genehmigung durch Zulassungsausschuss; Voraussetzungen der Versagung; Verhältnis von Eingriffszweck und -intensität; Landesrechtliche Vorschriften des Berufsrechts; BGB-Gesellschaft oder Partnerschaftsgesellschaft
Vertragsärztliche Tätigkeit in einer Gemeinschaftspraxis
SG Dortmund, 23.04.2002 - S 26 KA 18/01
BSGE 91, 164
NJW 2004, 1820
Die vertragsärztliche Tätigkeit muss in beruflicher und persönlicher Selbstständigkeit gesichert sein; erhebliche Einflussnahmen Dritter müssen ausgeschlossen sein; insbesondere darf nicht in Wahrheit ein verstecktes Angestelltenverhältnis vorliegen (…BSGE 99, 218 = SozR 4-2500 § 103 Nr. 3, RdNr 26, anknüpfend an BSG SozR 4-5520 § 33 Nr. 2; vgl auch BSGE 91, 164 RdNr 17, 18 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 16, 17; - jeweils betreffend Gemeinschaftspraxis) .
Eingriffszweck und Eingriffsintensität stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander (vgl hierzu BSGE 91, 164 RdNr 14 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 13 mwN) .
Der Senat war in der Vergangenheit in ständiger Rechtsprechung davon ausgegangen, dass die durch den Gesetzgeber geänderten Bestimmungen der Ärzte-ZV im Rang eines formellen Gesetzes stünden und deshalb keiner gesetzlichen Ermächtigung bedürften (BSGE 91, 164 RdNr 8 ff = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1, RdNr 7 ff;… BSGE 76, 59, 61 = SozR 3-5520 § 20 Nr. 1 S 4;… BSGE 70, 167, 172 = SozR 3-2500 § 116 Nr. 2 S 13 f) .
Für die berufliche Kooperation im Status der Gemeinschaftspraxis iS des § 33 Abs. 2 Satz 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) ist kennzeichnend, dass sich mehrere Ärzte des gleichen Fachgebietes oder ähnlicher Fachgebiete zur gemeinsamen und gemeinschaftlichen Ausübung des ärztlichen Berufs in einer Praxis zusammenschließen, wobei - über die gemeinsame Nutzung der Praxiseinrichtungen sowie die gemeinsame Beschäftigung von Personal hinaus - die gemeinschaftliche Behandlung von Patienten und die gemeinschaftliche Karteiführung und Abrechnung in den Vordergrund treten (vgl BSGE 91, 164 RdNr 19 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 18;… SozR 3-2500 § 85 Nr. 47 S 398;… BSGE 55, 97, 104 = SozR 5520 § 33 Nr. 1 S 8).
Dementsprechend ist das Gebot der persönlichen Leistungserbringung in der Weise modifiziert, dass bei den abgerechneten Leistungen - jedenfalls bei gleicher Qualifikation der Mitglieder - grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden muss, welcher der BAG angehörende Arzt welche Leistung erbracht hat (vgl BSGE 91, 164 RdNr 19 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 18) .
Schließlich werden in einer BAG die Behandlungsverträge nicht zwischen Patient und behandelndem Arzt, sondern zwischen ihm und der BAG geschlossen (…vgl BSG SozR 4-1930 § 6 Nr. 1 RdNr 14;… BSG SozR 4-2500 § 106 Nr. 6 RdNr 21; BSGE 91, 164 RdNr 22 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 21) .
So hat der Senat zum Typus der Berufsausübungsgemeinschaften (BAGen) entschieden, dass - ungeachtet der mittlerweile gegebenen Nachvollziehbarkeit anhand der lebenslangen Arztnummer - bei gleicher Qualifikation der Mitglieder grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden musste, welcher der BAG angehörende Arzt welche Leistung erbracht hat (…vgl BSG SozR 4-5532 Allg Nr. 2 RdNr 28; BSGE 91, 164 RdNr 19 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 18) .
Für die Rechtslage vor Einführung der lebenslangen Arztnummer hat der Senat entschieden, dass das Gebot der persönlichen Leistungserbringung in der Weise modifiziert ist, dass bei den abgerechneten Leistungen - jedenfalls bei gleicher Qualifikation der Mitglieder - grundsätzlich nicht gekennzeichnet werden muss, welcher der BAG angehörende Arzt welche Leistung erbracht hat (vgl BSGE 91, 164 RdNr 19 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 18) .
In einer BAG werden die Behandlungsverträge nicht zwischen Patient und behandelndem (Zahn-)Arzt, sondern zwischen ihm und der BAG geschlossen (…vgl BSG SozR 4-1930 § 6 Nr. 1 RdNr 14;… BSG SozR 4-2500 § 106 Nr. 6 RdNr 21; BSGE 91, 164 RdNr 22 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 21) .
Die Hauptforderung steht der Gemeinschaftspraxis als eigenständiger und einheitlicher Rechtspersönlichkeit zu (BSGE 91, 164 RdNr 22 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 21;… BSG SozR 4-1930 § 6 Nr. 1 RdNr 14;… BSG SozR 4-2500 § 106 Nr. 6 RdNr 22).
Diese ist durch die gemeinsame Ausübung der ärztlichen Tätigkeit durch mehrere Ärzte der gleichen oder ähnlicher Fachrichtung in gemeinsamen Räumen mit gemeinsamer Praxisausrichtung, gemeinsamer Karteiführung und Abrechnung sowie mit gemeinsamem Personal auf gemeinsame Rechnung geprägt (zuletzt Senatsurteile vom 16. Juli 2003 - B 6 KA 49/02 R -, BSGE 91, 164, 170 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 18 und - B 6 KA 34/02 R -, SozR 4-5520 § 33 Nr. 2 RdNr 18; s auch Urteil des Senats vom 20. Oktober 2004 - B 6 KA 15/04 R - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Dadurch ist der Bestätigungswille des Gesetzgebers deutlich geworden (vgl BSGE 91, 164, RdNr 8 ff = SozR 4-5520 § 33 Nr. 1, RdNr 7 ff;… BSG SozR 4-5520 § 24 Nr. 1 RdNr 10;… BSG, Urteile vom 23. Februar 2005 - B 6 KA 69/03 R und B 6 KA 70/03 R, zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen; ebenso Kamps, MedR 2004, 40, 42).
Demgegenüber geht der 6. Senat des BSG (Urteil vom 16. Juli 2003 - B 6 KA 49/02 R -, SozR 4-5520 § 33 Nr. 1) davon aus, dass die einschlägigen Vorschriften der Zulassungsverordnung für Ärzte (ÄrzteZV) im Rang eines formellen Gesetzes stehen, weil sie durch den Gesetzgeber selbst erlassen bzw bestätigt worden seien (vgl hierzu auch LSG Berlin, Urteil vom 11. Juni 2004 - L 6 AL 25/04).
Der Gesetzgeber hat insofern nicht deutlich gemacht, dass er die gesamte AlhiV mit sämtlichen Einzelregelungen in den Rang eines formellen Gesetzes erheben wollte (anders der Wille des Gesetzgebers bei der Ärzte-ZV vgl BSG SozR 4-5520 § 33 Nr. 1 RdNr 9).
SG Marburg, 25.05.2005 - S 12 KA 43/05
Vertragszahnarzt - Genehmigung - Vorbereitungsassistent mit …
SG Marburg, 18.05.2005 - S 12 KA 30/05
Vertragszahnarzt - Beschäftigung - Vorbereitungsassistent mit …
LSG Mecklenburg-Vorpommern, 27.02.2008 - L 1 KA 7/06
Vertragsarzt - Ausübung der vertragsärztlichen Tätigkeit in freier Praxis - …