Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4190.htm
Timestamp: 2018-12-11 18:44:28
Document Index: 209635860

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4']

4.190 Tailfinger Ried
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Tailfinger Ried« vom 10. Mai 1991 (GBl. v. 30.07.1991, S. 490).
Auf Grund von H 21,58Abs.2 und § 64Abs. 1 Nr.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), und von § 22 Ahs.2 und § 33 Abs.2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung, vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Albstadt, Gemarkungen Onstmettingen und Tailfingen, Zollernalbkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Tailfinger Ried«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 9,60 ha. Es umfaßt im wesentlichen folgende Flurstücke:
1. Gemarkung Onstmettingen
Flst. Nr. 5011,
2. Gemarkung Tailfingen
Wassergraben Nr. 9 (teilweise),
Feldwege Nr. 58 (teilweise), 59 (teilweise), 60 (teilweise), 61 (teilweise), 64 (teilweise) und 66 (teilweise) sowie Flst. Nr. 2515, 2516, 2517, 2518, 2519, 2520, 2522, 2523, 2524, 2525, 2526, 2527, 2528, 2529, 2530, 2985 (Schmiecha, teilweise), 2997, 2998, 2999, 3000, 3004, 3005, 3006, 3007, 3008, 3009, 3011, 3012, 3013, 3014, 3015, 3016, 3017, 3019, 3020, 3021, 3022, 3023, 3024, 3025, 3026, 3027, 3028, 3029, 3030, 3031, 3032, 3033, 3034, 3035, 3036, 3037, 3038, 3039, 3040, 3041, 3042, 3043, 3044, 3046, 3047, 3048, 3049, 3050, 3051, 3052, 3053, 3054, 3055, 3056, 3057, 3058, 3060, 3061 und 3066.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 3. April 1991 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den in der Karte eingetragenen Grundstücksflächen des Naturschutzgebietes mit der textlichen Beschreibung in Absatz 1 gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen und beim Bürgermeisteramt Albstadt in Albstadt auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(3) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 4 bezeichneten Stellen Zur kostenlosen Einsicht durch jedermann der Sprechzeiten niedergelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Verbesserung eines für die durch trockene Standorte geprägte Schwäbische Alb seltenen Feuchtgebietskomplexes als Lebensraum zahlreicher gefährdeter und geschützter Tier- und Pflanzenarten, sowie als gliederndes Landschaftselement in einer dichtbesiedelten Stadtlandschaft. Von besonderer ökologischer Bedeutung sind hierbei:
1. der weitgehend naturnahe Bachlauf der Schmiecha und deren Seitengräben;
2. die dem jeweiligen Wasserstand angepaßten ungenutzten Großseggengesellschaften;
3. die randlich gelegenen, extensiv genutzten Naßwiesen;
4. die Flachmoore mit den daran gebundenen Schmetterlingsarten;
5. das gesamte Gebiet als Brut-, Nahrungs- und Rastbiotop für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Vogelarten.
13. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterung n zu verursachen;
17. Wiesen und Brachflächen in Ackerland umzuwandeln;
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß keine Wildfütterung stattfindet und keine Hochsitze errichtet werden;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Grünlandnutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang. Die Herbstweide mit Schafen in Hütehaltung ist auf den Mähwiesen zulässig. § 4 Abs. 2 Nrn. 4, 14, 15 und 17 dieser Verordnung sowie § 4 der Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung vom 27. Juli 1988 (BGBl I S. 1196) Bleiben unberührt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Die Durchführung von Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an den Wasserleitungen des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung und des Zweckverbandes Wasserversorgung Zollern-Alb hat in Abstimmung mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Tübingen zu erfolgen;
Schutz- und Pflegemaßnahmen im Rahmen der Naturschutzgebietsverordnung können von der höheren Naturschutzbehörde auf Grund von Einzelanordnungen oder eines von ihr erstellten Pflegeplanes angeordnet werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Zollernalbkreis, über das Landschaftsschutzgebiet »Albstadt-Bitz« vom 7. September 1983 (Amtsblatt des Zollernalbkreises vom 10. September 1983) außer Kraft, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.
TÜBINGEN, den 10. Mai 1991