Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=01.08.2012&Aktenzeichen=10%20ZB%2011.2438
Timestamp: 2020-04-03 09:39:15
Document Index: 347601820

Matched Legal Cases: ['§ 154', '§ 154', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 170', 'Art. 54', 'Art. 38', 'Art. 54', 'Art. 62', '§ 154', 'Art. 38', 'Art. 45', 'Art. 103', '§ 152', '§ 152', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 153', 'Art. 38', 'Art. 103', '§ 152', '§ 170', 'Art. 54', 'Art. 38']

VGH Bayern, 01.08.2012 - 10 ZB 11.2438 - dejure.org
https://dejure.org/2012,25401
VGH Bayern, 01.08.2012 - 10 ZB 11.2438 (https://dejure.org/2012,25401)
VGH Bayern, Entscheidung vom 01.08.2012 - 10 ZB 11.2438 (https://dejure.org/2012,25401)
VGH Bayern, Entscheidung vom 01. August 2012 - 10 ZB 11.2438 (https://dejure.org/2012,25401)
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Entfallen des der Speicherung zugrunde liegenden Verdachts; Einstellung nach § 154 Abs. 2 StPO i.V.m. § 154 Abs. 1 Nr. 1 StPO; Auskunft mittels Bildschirmausdruck; Auskunft über die Empfänger übermittelter Daten
Deshalb steht auch die Unschuldsvermutung einer Datenspeicherung bei einer Verfahrensbeendigung nach §§ 153 ff. StPO oder bei einem Freispruch, der aus Mangel an Beweisen erfolgt, nicht entgegen (BayVGH, Beschl. v. 01.08.2012 - 10 ZB 11.2438 - ; vgl. auch BVerwG, Beschl. v. 12.11.1992 - 1 B 164/92 - m.w.N.).
Bei den Verfahrenseinstellungen nach §§ 153 ff. StPO wird nämlich teilweise eine Feststellung zum Tatverdacht getroffen (§ 153 StPO, hinreichender Tatverdacht) oder es besteht der durch die Anklagerhebung bzw. die Eröffnung des Hauptverfahrens von der Staatsanwaltschaft bzw. vom Gericht bejahte Tatverdacht trotz der Einstellungsverfügung fort (BayVGH, Beschl. v. 01.08.2012, aaO unter Hinweis auf BayVGH, Urt. v. 12.05.2011 - 10 ZB 10.778 - Rn 4 m.w.N.;… VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 20.02.2001, aaO).
Bei Einstellungen nach § 170 Abs. 2 StPO ist jeweils zu prüfen, ob die Einstellung wegen erwiesener Unschuld erfolgt ist, oder ob ein "Restverdacht" fortbesteht, wenn etwa ein Tatnachweis vor Gericht nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit geführt werden kann (…BayVGH, B.v. 22.1.2015 - 10 C 14.1797 - juris Rn. 13 m.w.N.;… BayVGH, B.v. 10.6.2013 - 10 C 13.62 - juris Rn. 4; BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 3;… BayVGH, B.v. 20.2.2013 - 10 ZB 12.2455 - juris. Rn. 5;… BayVGH, B.v. 5.1.2017 - 10 ZB 14.2603 - juris Rn. 13;… Aulehner in Möstl/Schwabenbauer, BeckOK Polizei- und Sicherheitsrecht Bayern, Stand 10.11.2019, Art. 54 PAG Rn. 28 ff.;… Schmidbauer in Schmidbauer/Steiner, Bayerisches Polizeiaufgabengesetz, 4. Aufl. 2014, Art. 38 PAG a.F. Rn. 33 ff.).
VG München, 18.02.2020 - M 7 K 18.4570
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das vor der unbegrenzten Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe persönlicher Daten schützt, ist nicht schrankenlos gewährleistet und findet in den Regelungen der jeweiligen Landespolizeigesetze für den Bereich der Polizeidaten und Kriminaldaten in Art. 54 Abs. 2 Satz 2 PAG und Art. 62 Abs. 2 Satz 1 PAG eine verfassungsmäßige Grenze (vgl. BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 7).
VGH Bayern, 24.02.2015 - 10 C 14.1180
Löschung von personenbezogenen Daten aus dem Kriminalaktennachweis und aus dem …
Eine Verfahrenseinstellung nach § 154 Abs. 2 oder Abs. 1 StPO lässt den einmal festgestellten Tatverdacht nicht entfallen, weil die Einstellung lediglich im Hinblick auf die in einem anderen Strafverfahren zu erwartenden Sanktionen erfolgt (BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 3 m.w.N.).
Die Regelungen der jeweiligen Landespolizeigesetze für den Bereich der Polizeidaten und Kriminaldaten in Art. 38 Abs. 2 Satz 2 und Art. 45 Abs. 2 PAG stellen eine solche verfassungsmäßige Schranke dar (BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 7 m.w.N.;… U.v. 21.1.2009 - 10 B 07.1382 - juris Rn. 35).
Das Verfahren auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts Regensburg vom 30. August 2011 (10 ZB 11.2438) ist nicht fortzuführen, weil der Anspruch der Klägerin auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) durch die Entscheidung des Senats vom 1. August 2012 nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt worden ist (§ 152a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 VwGO).
Gegenstand der Anhörungsrüge vor dem Verwaltungsgerichtshof kann also nur der Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vom 1. August 2012 (Az. 10 ZB 11.2438) sein (§ 152a Abs. 2 Satz 4 VwGO).
Insbesondere verkennt der Kläger, dass die durch das Landgericht erfolgte endgültige Einstellung des Strafverfahrens wegen Verletzung der Unterhaltspflicht wegen Erfüllung der Auflagen nach § 153a StPO zwar zur Folge hat, dass mit der Einstellung die zugrunde liegende Tat nicht mehr als Vergehen verfolgt werden kann (§ 153a Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Abs. 1 Satz 5 StPO), diese Vorschrift dem Gericht aber gerade die Möglichkeit bietet, in einem Bereich oberhalb der kleinen Kriminalität, in dem § 153 StPO nicht mehr anwendbar ist, zu einer Erledigung des Verfahrens ohne Strafmaßnahmen zu kommen, weil die Einstellung ohne jede Ahndung dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen würde (…vgl. Diemer in Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung, 7. Aufl. 2013, § 153a Rn. 1, 55 ff.); der fortbestehende Resttatverdacht liegt damit folglich auf der Hand (generell zu Einstellungen nach §§ 153 ff. StPO und einem fortbestehenden Resttatverdacht vgl. auch BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 3).
VGH Bayern, 10.06.2013 - 10 C 13.62
Speicherung personenbezogener Daten im Kriminalaktennachweis; Löschungsanspruch; …
Das Verwaltungsgericht hat jedoch in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Senats zutreffend festgestellt, dass die Beendigung eines Strafverfahrens durch Einstellung insbesondere nach den §§ 153 ff. StPO den Straftatverdacht nicht notwendig ausräumt und deshalb auch die weitere Datenspeicherung zu Zwecken präventiver Gefahrenabwehr nicht ausschließt (BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 3 m.w.N.).
Für den Verdacht, der Anlass zur Speicherung gegeben hat, ist ein weiterhin bestehender Anfangsverdacht ausreichend, ein hinreichender Tatverdacht ist nicht erforderlich (…Berner/Köhler/Käß, Polizeiaufgabengesetz, 20. Aufl. 2010, Art. 38 Rn. 10; BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 4).
Das Verfahren auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts München vom 22. Juni 2011 (Az. 10 ZB 11.2438) ist nicht fortzuführen, weil der Anspruch der Beklagten auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) durch die Entscheidung des Senats vom 3. September 2012 nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt worden ist (§ 152a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 VwGO).
Bei Einstellungen nach § 170 Abs. 2 StPO ist jeweils zu prüfen, ob die Einstellung wegen erwiesener Unschuld erfolgt ist, oder ob ein "Restverdacht" fortbesteht, wenn etwa ein Tatnachweis vor Gericht nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit geführt werden kann (…BayVGH, B.v. 22.1.2015 - 10 C 14.1797 - juris Rn. 13 m.w.N.;… BayVGH, B.v. 10.6.2013 - 10 C 13.62 - juris Rn. 4; BayVGH, B.v. 1.8.2012 - 10 ZB 11.2438 - juris Rn. 3;… BayVGH, B.v. 20.2.2013 - 10 ZB 12.2455 - juris. Rn. 5;… BayVGH, B.v. 5.1.2017 - 10 ZB 14.2603 - juris Rn. 13;… Aulehner in Möstl/Schwabenbauer, BeckOK Polizei- und Sicherheitsrecht Bayern, Stand 1.2.2019, Art. 54 PAG Rn. 28 ff.;… Schmidbauer in Schmidbauer/Steiner, Bayerisches Polizeiaufgabengesetz, 4. Aufl. 2014, Art. 38 PAG a.F. Rn. 33 ff.).