Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20259/94
Timestamp: 2020-08-15 03:24:45
Document Index: 28286295

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 307', '§ 9', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 539', '§ 306', 'BGH', '§ 306', '§ 271', '§ 306']

BGH, 09.05.1996 - VII ZR 259/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,680
BGH, 09.05.1996 - VII ZR 259/94 (https://dejure.org/1996,680)
BGH, Entscheidung vom 09.05.1996 - VII ZR 259/94 (https://dejure.org/1996,680)
BGH, Entscheidung vom 09. Mai 1996 - VII ZR 259/94 (https://dejure.org/1996,680)
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Bauvertrag - Verjährung - Flachdach
AGBG § 9 Abs. 1, 2 Nr. 1
Unzulässige Verkürzung der Verjährungsfrist in AGB
Vertragliche Verlängerung einer Gewährleistungsfrist
Bauvertrag; Verjährung von Gewährleistungsansprüchen bei Flachdacharbeiten
- Flachdach -, formularmäßige Verlängerung der Verjährungsfrist, unangemessene Benachteiligung, Prüfungsmaßstab, objektive Auslegung, Inhaltskontrolle von AGB bei abstrakt genereller Betrachtung, überindividueller Maßstab, überindividuelle generalisierende Auslegung, ...
10-jährige Gewährleistungsfrist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen wirksam? (IBR 1996, 315)
BGHZ 132, 383
NJW 1996, 2155
WM 1996, 1322
BB 1996, 1797
DB 1996, 1562
BauR 1996, 707
ZfBR 1996, 265
Dabei ist ein generalisierender, überindividueller Prüfungsmaßstab und eine von den Besonderheiten des Einzelfalls losgelöste typisierende Betrachtungsweise zugrunde zu legen (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 20. Januar 2016 - VIII ZR 26/15, aaO;… vom 17. April 2012 - X ZR 76/11, NJW 2012, 2107 Rn. 10 und vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, BGHZ 132, 383, 388 f., juris Rn. 28, jeweils m.w.N.).
Für das Abwägen dieser einander gegenüberstehenden Interessen sind ein generalisierender, überindividueller Prüfungsmaßstab und eine typisierende Betrachtungsweise zugrunde zu legen; auf die speziellen Umstände des Einzelfalls kommt es insoweit nicht an, sondern darauf, wie die Klausel unter Berücksichtigung aller nicht fernliegender Fallgestaltungen verwendet werden kann (vgl. BGH, Urteile vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, BGHZ 132, 383 unter III 2 b cc mwN; vom 21. Februar 2001 - IV ZR 11/00, NJW 2001, 3406 unter 3 b cc;… Erman/Roloff, BGB, 13. Aufl., § 307 Rn. 5).
Diese formularmäßige Bestimmung enthält damit keine inhaltlich voneinander trennbaren, einzeln aus sich heraus verständlichen Bestandteile und kann daher nicht teilweise aufrechterhalten werden (vgl. dazu BGHZ 107, 185, 190 f; 132, 383, 389).
Dabei ist ein genereller Prüfungsmaßstab, eine von den Besonderheiten des Einzelfalls losgelöste, typisierende Betrachtungsweise zugrunde zu legen (BGHZ 105, 24, 31; BGH, Urt. v. 9. Mai 1996, VII ZR 259/94, NJW 1996, 2155, 2156).
Denn für die Beurteilung der Klausel nach § 307 Abs. 1 BGB ist nicht auf die gegenwärtigen tatsächlichen Gegebenheiten abzustellen, sondern generalisierend auf die Möglichkeiten, die die Klausel dem Verwender eröffnet (…vgl. Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 307, Rn. 4; zu § 9 AGBG a. F.: BGH NJW 1996, 2155, 2156;… Wolf/Horn/Lindacher, a. a. O.,§ 9, Rn. 51); diese aber liegen hier - jedenfalls auch - in der Ermöglichung und Durchsetzung der Abgabe von Getränken zu unangemessenen oder überhöhten Preisen.
Nach gefestigter Rechtsprechung können inhaltlich voneinander trennbare, einzeln aus sich heraus verständliche Regelungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch dann Gegenstand einer gesonderten Wirksamkeitsprüfung sein, wenn sie in einem äußeren sprachlichen Zusammenhang mit anderen unwirksamen Regelungen stehen (BGH, Urteil vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, BGHZ 132, 383, 389 mwN;… vom 10. Oktober 2013 - III ZR 325/12, NJW 2014, 141 Rn. 14;… vom 14. Januar 2015 - XII ZR 176/13, WM 2015, 1161 Rn. 23).
Auf die Frage, ob die Klausel über das Austauschrecht (Nr. 13.2.2), die als solche den Auftragnehmer begünstigt und damit einer Inhaltskontrolle nach dem AGBG ohnehin nicht unterliegt, teilbar ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, BGHZ 132, 383, 389), kommt es daher nicht an.
Ein wesentlicher Verfahrensmangel, der zum Fehlen einer ordnungsgemäßen Entscheidungsgrundlage führt, kann ferner nur angenommen werden, wenn er sich auf das Ergebnis der Entscheidung rechtlich ausgewirkt hat (vgl. BGH, Urteil vom 19. Oktober 1989 - I ZR 22/88, GRUR 1990, 68, 69 = WRP 1990, 274 - VOGUE-Ski; Urteil vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, NJW 1996, 2155 jeweils mwN, zu § 539 ZPO).
Dies hat die Rechtsprechung wiederholt bei Regelungen über Fristbeginn und Fristdauer angenommen, zumal auch der Schutzzweck des § 306 Abs. 1 BGB dafür spricht, dass ein Vertrag nicht wegen zu kurz bemessener Fristen oder unangemessener Regelungen zum Fristbeginn unwirksam ist (vgl. BGH, Urteil vom 9. Mai 1996 - VII ZR 259/94, juris Rn. 30 m.w.N.;… Schmidt in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 12. Aufl., § 306 BGB Rn. 1 unter Hinweis auf die Gesetzesbegründung zu § 271a BGB;… Staudinger/Peter Schlosser [2013], BGB, § 306 Rn. 20).
LG Frankfurt/Main, 03.07.2020 - 24 O 100/19
OLG Düsseldorf, 09.03.2010 - 21 U 46/09
OLG Stuttgart, 07.07.2016 - 2 U 181/15
Werkvertrag: Schadenersatzanspruch aufgrund von Mängeln; Abgrenzung zwischen …