Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%FCrttemberg&Datum=08.02.2012&Aktenzeichen=4%20S%203153%2F11
Timestamp: 2018-05-22 17:40:38
Document Index: 97842110

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 167', '§ 172', '§ 890', '§ 167', '§ 890', '§ 168', '§ 123', '§ 172', '§ 167', '§ 890']

VGH Baden-Württemberg, 08.02.2012 - 4 S 3153/11 - dejure.org
§ 123 Abs 1 VwGO, § 167 Abs 1 S 1 VwGO, § 172 VwGO, § 890 Abs 2 ZPO
VwGO § 167 Abs. 1 S. 1; ZPO § 890 Abs. 2
Ordnungsgelder bei der Konkurrentenklage
ZfBR 2012, 381
Denn eine solche Androhung ist schon aus Gründen effektiven Rechtschutzes bei Vorliegen der allgemeinen Vollstreckungsvoraussetzungen ohne Rücksicht auf einen bereits erfolgten oder wenigstens drohenden Pflichtverstoß zu erlassen, um dem Vollstreckungsgläubiger die Möglichkeit zu geben, im Fall tatsächlicher Zuwiderhandlungen sofort gegen den Vollstreckungsschuldner vorgehen zu können (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 15.08.2012 - 3 S 767/12 -, juris; vom 08.02.2012 - 4 S 3153/11 -, juris; vom 03.04.1990 - 8 S 341/90 -, VBlBW 1990, 335; OVG Thüringen…, Beschluss vom 08.01.2010, a.a.O.).
Dem Antragsteller kann auch das Rechtsschutzinteresse nicht abgesprochen werden (vgl. zum Ganzen VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.02.2012 - 4 S 3153/11 - IÖD 2012, 129 m.w.N.).
Dafür, dass im vorliegenden Fall der Antragsgegner der Verpflichtung zuwider handeln könnte, bestehen keinerlei Anhaltspunkte (zur Androhung eines Ordnungsgeldes im beamtenrechtlichen Stellenbesetzungsverfahren vgl. Bay. VGH, Beschluss vom 05.08.2014 - 3 CE 14.771 - m.w.N.; s. aber auch VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 08.02.2012 - 4 S 3153/11 - juris).
Dabei ist die Androhung bei - wie hier - Vorliegen der allgemeinen Vollstreckungsvoraussetzungen (vollstreckbarer Prozessvergleich vom 24.10.2007, vgl. §§ 168 Abs. 1 Nr. 3, 171 VwGO) ohne Rücksicht auf einen bereits erfolgten oder wenigstens drohenden Pflichtverstoß zu erlassen, um dem Vollstreckungsgläubiger die Möglichkeit zu geben, im Fall tatsächlicher Zuwiderhandlungen sofort gegen den Vollstreckungsschuldner vorgehen zu können (ständige Rechtspr., vgl. etwa VGH Bad.-Württ., Beschlüsse vom 08.02.2012 - 4 S 3153/11 -, ZfBR 2012, 381 ff. und vom 03.04.1990 - 8 S 341/90 -, VBlBW 1990, 335 ff., sowie OVG Thüringen, Beschluss vom 18.01.2010 - 2 VO 327/08 -, ThürVBl 2010, 230 ff.).
Die zusammen mit dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung nach § 123 VwGO zur Sicherung des Bewerbungsverfahrensanspruchs (Ziffer I.) für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die begehrte Verpflichtung beantragte Androhung eines Ordnungsgelds in Höhe von (mindestens) 10.000 EUR zur Durchsetzung der Anordnung (Ziffer II.) wirkt sich nicht streitwerterhöhend aus, unabhängig davon, ob man hierfür § 172 VwGO, der die Nichterfüllung der gerichtlichen Verpflichtung voraussetzt (vgl. BayVGH B.v. 17.7.2013 - 3 C 13.458), oder § 167 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 890 Abs. 2 ZPO, der nicht daran anknüpft, dass gegen die gerichtliche Verpflichtung verstoßen wurde (vgl. VGH BW B.v. 8.2.2012 - 4 S 3153/11), heranzieht.