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Timestamp: 2020-03-31 03:13:10
Document Index: 288860049

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 20', 'Art. 103', '§ 141', '§ 448', 'Art. 6', 'EGMR', 'Art. 4', '§ 611']

BAG, Beschluss v. 22.05.2007 - 3 AZN 1155/06 - NWB Urteile
BAG v. 22.05.2007 - 3 AZN 1155/06
BAG Beschluss v. 22.05.2007 - 3 AZN 1155/06
[1] Hat ein Gespräch allein zwischen den Parteien stattgefunden, kann die für den Inhalt des Gesprächs beweisbelastete Partei Beweis antreten, indem sie ihre eigene Anhörung oder Vernehmung beantragt.
Gesetze: EMRK Art. 6 Abs. 1; GG Art. 20 Abs. 3; GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 141; ZPO § 448
Instanzenzug: ArbG Dresden 4 Ca 2888/05 vom 22.11.2005 Sächsisches LAG 7 Sa 964/05 vom 17.10.2006
a) Wird eine Beschwerde auf grundsätzliche Bedeutung gestützt, ist in ihr ua. aufzuführen, welche fallübergreifende, abstrakte Interpretation von Rechtsbegriffen das Landesarbeitsgericht vorgenommen hat und dass diese nach Auffassung des Beschwerdeführers fehlerhaft ist ( BAG 24. März 1993 - 4 AZN 5/93 - BAGE 73, 4). In der Begründung ist deshalb anzuführen, von welchen fallübergreifenden, abstrakten Überlegungen das Landesarbeitsgericht ausgegangen ist. Bezogen darauf ist dann die grundsätzliche Bedeutung darzulegen.
Dies ist für die Fallgestaltung, dass in einem Zivilprozess eine Seite auf einen ihr nahestehenden Zeugen zurückgreifen kann, während die andere Seite an einem "Vieraugengespräch" lediglich allein beteiligt war, in der Rechtsprechung anerkannt ( BVerfG 21. Februar 2001 - 2 BvR 140/00 - NJW 2001, 2531, zu III 1 b der Gründe; BAG 6. Dezember 2001 - 2 AZR 396/00 - BAGE 100, 52, zu B III 2 b bb der Gründe; zu Unrecht skeptisch: Sächsisches LAG 15. September 1999 - 2 Sa 519/99 - NZA-RR 2000, 497). Für diese Konstellation ist auch anerkannt, dass bei einer anderen Handhabung ein Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention vorliegt (EGMR 27. Oktober 1993 - 37/1992/382/460 - NJW 1995, 1413). Die Grundsätze sind darüber hinaus auch auf eine Fallgestaltung wie sie hier vorliegt zu übertragen, dass ein Gespräch allein zwischen den Parteien stattgefunden hat und deshalb kein Zeuge, auch kein "gegnerischer" Zeuge, zugegen ist. Auch in diesem Fall stünde die Partei vor einer nicht behebbaren Beweisnot, würde ihr nicht Gelegenheit gegeben, den notwendigen Beweis überhaupt zu führen (vgl. BAG 16. September 1999 - 2 AZR 712/98 - AP GrO kath. Kirche Art. 4 Nr. 1 = EzA BGB § 611 Kirchliche Arbeitnehmer Nr. 45, zu II 2 f dd der Gründe; im Ergebnis wie hier Zwanziger DB 1997, 776, 778).
LAG Rheinland-Pfalz 20.8.2019 - 8 Sa 424/17
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BB 2007 S. 1851 Nr. 34
DB 2007 S. 2379 Nr. 43
NJW 2007 S. 2427 Nr. 33
HAAAC-51458
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