Source: https://www.slideserve.com/Sophia/aktuelle-entwicklungen-im-verbraucherinsolvenz-und
Timestamp: 2018-06-23 01:22:24
Document Index: 319667541

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', '§ 290', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', '§ 295', '§ 4', 'BGH', '§ 296', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 295', '§ 296', '§ 4', '§ 4', 'BGH', '§ 850', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 207', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', '§ 290', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', '§ 6', '§ 765', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 36', '§ 850', 'BGH', '§ 36', '§ 850', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 850', 'BGH', '§ 60', 'BGH', '§ 52', '§ 60', 'BGH', '§ 36', 'BGH', '§ 36', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 109', '§ 66', 'BGH', '§ 66', '§ 765', 'BGH', '§ 109', 'BGH', '§ 190', '§ 190', '§ 313', 'BGH', '§ 240', 'BGH', 'BGH', '§ 302', 'BGH', 'BGH', '§ 189', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 189', '§ 290', 'BGH', '§ 290', 'BGH', '§ 295', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', 'BGH', '§ 295', 'BGH', '§ 295', '§ 296', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 295', 'BGH', '§ 290', '§ 83', 'BGH', '§ 295', '§ 295', 'BGH', '§ 83']

PPT - Aktuelle Entwicklungen im Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren aus höchstrichterlicher Sicht PowerPoint Presentation - ID:223518
Aktuelle Entwicklungen im Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren aus höchstrichterlicher Sicht PowerPoint Presentation
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Aktuelle Entwicklungen im Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren aus höchstrichterlicher Sicht - PowerPoint PPT Presentation
Aktuelle Entwicklungen im Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren aus höchstrichterlicher Sicht. Institut für Insolvenzrecht Hannover 11. Januar 2010 Referent: Richter am BGH Dr. Gerhard Pape. Teil 1. Verfahrenskostenstundung. Verfahrenskostenstundung.
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Hannover 11. Januar 2010
Richter am BGH Dr. Gerhard Pape
Stundungsversagung bei zweifelsfreiem Vorliegen von Versagungsgründen i. S. d. § 290 Abs. 1 InsO in jeder Verfahrensphase (BGH ZInsO 2008, 111)
Keine Beschränkung der Stundungsversagung auf Versagungs-gründe des § 290 Abs. 1 Nr. 1 und 3 InsO vor Eröffnung
Anwendbarkeit aller Versagungsgründe bei „zweifelsfreiem“ Vorliegen (BGH, ZInsO 2005, 207; BGH, ZInsO 2005, 265; BGH, ZInsO 2008, 318; Beschl. v. 27. 1. 2005 – IX ZA 20/04); keine Ermittlung von Versagungsgründen von Amts wegen (BGH, ZInsO 2005, 264)
Stundungsaufhebung wegen offenkundiger Versagungs-gründe ohne vorherige Versagung (BGH, NZI 2009, 615)
Versagung bei Verletzung von Mitwirkungspflichten im eröffneten Verfahren – z. B.: keine Vorlage von Lohnabrechnungen, Nichtmitteilung von Wohnsitzwechseln, Untertauchen des Schuldners
Vorherige Versagung der RSB nicht erforderlich
Stundungs-/Restschuldbefreiungsversagung wegen Vermögensverschwendung - § 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO:
Befriedigung einzelner Gläubiger nach Zahlungsunfähigkeit nicht ausreichend (BGH, ZInsO 2009, 732)
Versagungsgrund: Vermögensverschwendung = Werteverzehr außerhalb sinnvoller und nachvollziehbarer Verhaltensweise
Anfechtbarkeit der Befriedigung i.d.R. noch keine Verschwendung
Anwendungsfall: „Verbrauch“ der letzten Vermögenswerte vor Verfahrensbeginn für Familienunterhalt (BGH ZInsO 2006, 1103)
Keine Verstoß gegen – bei der Stundung nicht bestehende - Pflicht zur Rücklagenbildung (s. o.)
PKH-Vorschriften nicht übertragbar (s. o.)
Stundungsversagung bei offensichtlicher Unerreichbarkeit der Restschuldbefreiung
Verbrauch für allg. Lebenshaltung nicht ausreichend
Anwendungsfall: Luxusreise mit Familie pp.
Aufhebung der Stundung wegen unrichtiger Angaben des Schuldners - § 4c Nr. 1 InsO
Verschweigen einer Stellung als GmbH-Geschaftsführer als „unrichtige Angabe“ (BGH ZInsO 2009, 297)
Verpflichtung des Schuldners zu vollständigen und richtigen Angaben
Gleichsetzung von unrichtigen und unvollständigen Angaben
Erforderlichkeit der Ursächlichkeit der falschen Angaben für die Stundungsbewilligung
Stundungsaufhebung bei Verletzung von Auskunfts- und Mitwirkungspflichten
Erwerbspflichten entsprechend Wohlverhaltensphase - § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO
Nichterfüllung der Auskunftspflicht über die Ausübung/ Bemühung um eine angemessenen Erwerbstätigkeit als selbständiger Aufhebungsgrund i. S. d. § 4c Nr. 4 letzter Halbsatz InsO (BGH ZInsO 2008, 736)
Grundlage: Verweis auf § 296 Abs. 2 Satz 3 InsO
Keine Verpflichtung des Insolvenzgerichts zur Umschreibung einer dem Schuldner zumutbaren Tätigkeit
Zulässigkeit von Nachfragen des Gerichts bei konkretem Anfangsverdacht schuldhafter Nichterfüllung der Erwerbspflicht
Zulässigkeit von Nachfragen ohne Verdacht offen
Keine Stundungsaufhebung wegen fehlender Bemühungen um Beschäftigungsaufnahme (§ 4c Nr. 4 InsO) bei fehlender Gläubigerbeeinträchtigung (BGH, NZI 2009, 899)
Mitteilung, sich nicht um Tätigkeit zu bemühen, ausreichend für Erfüllung der Auskunftspflicht
Bestehen der Erwerbsobliegenheit aus § 4c Nr. 4 InsO ab Bewilligung der Stundung
Anders Obliegenheit aus § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO
Voraussetzung für Verstoß: Beeinträchtigung der Befriedigung der Gläubiger
Abstrakte Gefährdung nicht ausreichend (wie § 296 Abs. 1)
Kein weitergehender (Disziplinierungs-)Zweck des § 4c Nr. 4 InsO
Auswirkungen gläubigerbenach-teiligender Steuerklassenwahl
Steuerklassenwahl (V/III statt IV/IV) zum Nachteil der Staatskasse Widerrufsgrund nach § 4c Nr. 5 InsO (BGH ZInsO 2008, 976)
Ableitung aus § 850h Abs. 2 ZPO - Einkommensverschleierung
Vorhergehender Versagungsantrag/Versagung der Restschuldbefreiung kein Erfordernis
Benachteiligende Steuerklassenwahl in Wohlverhal-tensphase Versagungsgrund (BGH, ZInsO 2009, 734) bei fehlendem sachlichen Grund
Keine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei Angabe nicht exakt bezifferbarer Forderungen mit „0“ EURO (BGH; ZInsO 2008, 860)
Keine Pflicht zur Schätzung der Forderungen
Sicherung der Beteiligung des Gläubiger durch Angabe mit null
Versagung der Restschuldbefreiung bei vorsätzlichem oder grob fahrlässigen Verschweigen von bestrittenen Forderungen (BGH, NZI 2009, 562)
Pflicht des Schuldners zur Angabe bestrittener Forderungen
Verschweigen von anhängigen Rechtstreitigkeiten als Versagungsgrund (BGH, NZI 2009, 856)
Ablehnung erneuter Stundung nach Entziehung (BGH, NZI 2009, 615)
Folge der Stundungsaufhebung:
Einstellung nach § 207 InsO
Voraussetzung: Aufhebung der Stund-ung wegen „zweifelsfreier“ Verwirk-lichung von Versagungstatbeständen
Abgrenzung Verbraucher-/ Regelinsolvenz
Zuordnung des Schuldners zum Verfahren
Regelinsolvenzverfahren bei geschäftsführendem Alleingesellschafter einer GmbH (BGH, ZInsO 2005, 1163)
Selbständige wirtschaftliche Tätigkeit des GmbH-Geschäftsführers sofern GmbH persönlich haftende Gesellschafterin einer GmbH&Co KG (BGH ZInsO 2009, 682)
Kein Unterschied zum Alleingesellschafter bei 96%igen Gesellschaftsanteil / Komplementär-GmbH unerheblich
Keine Gehörsverletzung wegen fehlender Gelegenheit zur Antragstellung im Regelverfahren ohne vorherigen Antrag
Anwendung der Vorschriften des Regelinsolvenzverfahrens in Zweifelsfällen (BGH, NZI 2003, 647)
BG-Beiträge des Schuldners selbst keine Ansprüche aus Arbeitsverhältnissen (BGH, ZInsO 2009, 2216)
Bindung an den Antrag des Schuldners (BGH ZInsO 2008, 1324)
Abweisung bei fehlender Anpassung auf Hinweis des Gerichts
Keine Eröffnung v. A. w. im zutreffenden Verfahren
Eröffnungsverfahren – Anschließung an Fremdantrag
Richterliche Frist zur Anschließung an Gläubigeranträge (BGH ZInsO 2008, 924; BGH ZInsO 2008, 1138)
Dauer: 3-4 Wochen – verlängerbar
Schutzfrist für den Schuldner
Bedeutung: Keine Verfahrenseröffnung innerhalb des Laufs der Frist, Zulässigkeit der Eröffnung nach Ablauf
Anschließend: Präklusion mit Eigenantrag nach Eröffnung
Anwendung der Frist des § 287 Abs. 1 Satz 2 InsO (BGHZ 162, 181; BGH 2004, 974)
Ausschlussfrist bei Schuldneranträgen
Unanwendbarkeit auf Gläubigeranträge
Ausnahme: Zulässigkeit isolierter RSB-Anträge bei fehlerhafter Belehrung
Eröffnungsverfahren – erneute Antragstellung
Zulässigkeit eines weiteren Insolvenzverfahrens
Kein weiterer Insolvenzantrag – egal ob Eigen- oder Fremdantrag – zulässig nach Eröffnung (BGH ZInsO 2004, 739; ZInsO 2008, 924)
Unzulässigkeit eines erneuten Insolvenzantrags nach Versagung der Restschuldbefreiung in früherem Verfahren ohne zwischenzeitliches Hinzutreten neuer Gläubiger (BGH ZInsO 2007, 1233)
Unzulässigkeit eines erneuten Antrag mit Antrag auf RSB bei Präklusion des früheren RSB-Antrags durch Versäumung der Frist des § 287 Abs, 1 Satz 2 InsO (BGH ZInsO 2006, 821)
Zulässigkeit eines erneuten Antrags mit Stundung nach Abweisung eines Fremdantrags mangels Masse (BGH, ZInsO 2006, 99) bei fehlender Präklusion in früherem Verfahren
Rechtsprechungsänderung: 3-Jahres-Sperre für Stundungsbewilligung nach Ver-sagung in früherem Verfahren analog § 290 Abs. 1 Nr. 3 InsO/RegE Entschuldungsgesetz (BGH, ZInsO 2009, 1777)
RSB-Antrag unzulässig drei Jahre ab rechtskräftiger Ver-sagung nach § 290 Abs. 1 Nr. 5 oder 6 InsO - Stundung (-)
Aufgabe von BGH, ZInsO 2008, 821
Neue Verbindlichkeiten unerheblich
Sanktion aufgrund früherer Versagung
Offen: Zulässigkeit neuer Insolvenzanträge nach Fristversäumung in vorausgehendem Eröffnungsverfahren
Zulässigkeit eines weiteren Insolvenzverfahren über das freigegebene insolvenzfreie Vermögen des Schuldners
Freigegebener Betrieb ist insolvenzfähiges Sondervermögen (AG Hamburg InsO 2008, 680)
Zulässigkeit offengelassen in BGH ZInsO 2008, 924 für § 35 Abs. 2 InsO
Verwerfung des Antrags als unzulässig (AG Dresden, Beschl. v. 19. 3. 2009 – 531 IN 459/09)
Zulässigkeit eines Antrags nach Abweisung mangels Masse nur bei Ermittlung ausreichenden Schuldnervermögens oder Einzahlung eines ausreichenden Vorschusses (BGH ZInsO 2002, 818)
Unzulässigkeit weiteren Antrags in Wohlverhaltensphase (AG Oldenburg ZVI 1009, 195)
Vorläufiger Verwalter – Entlassung des vorläufigen Treuhänders
Voraussetzungen für Entlassung (BGH, ZInsO 2009, 1491):
Feststehende Pflichtverletzung
Beibehaltung des Treuhänders sachlich unvertretbar
Auswirkungen auf Verfahrensablauf
Berechtigte Belange der Beteiligten
Keine Rechtfertigung zu ehrenrührigen Äußerungen über Schuldner ohne ausreichende Tatsachengrundlage
Ausreichend: Abqualifizierung des Schuldners als „hinterhältig“ und „hinterlistig“ in Gutachten
Rücknahmefiktion – überzogene Auflagen
Unanfechtbarkeit der Rücknahmefiktion - § 305 Abs. 3 Satz 2 InsO – bei nicht willkürlichen erfüllbaren Auflagen (BGH, ZInsO 2009, 2262)
Kein Beschwerderecht wegen fehlender gesetzlicher Anordnung (§ 6 InsO)
Beschwerde unstatthaft
Auflage, Kontounterlagen vorzulegen in Verbindung mit Aufforderung zur Berichtigung der Abtretungserklärung nicht willkürlich
Vorlage der Unterlagen zur Überprüfung der Verzeichnisse geeignet
Vereinfachtes Verfahren - Anwendbarkeit des § 765a ZPO
Befugnis des Schuldners zur Beantragung von Vollstreckungsschutz nach § 765a ZPO wegen Suizidgefahr für sich oder einen nahen Angehörigen im Verfahren über die Zwangsversteigerung eines zur Masse gehörenden Grundstücks nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens (BGH ZInsO 2009, 254; BGH ZInsO 2009, 1029)
Grundsätzlich Verlust der Antragsbefugnis des Schuldners im Zwangsversteigerungsverfahren nach Insolvenzeröffnung (BGH ZInsO 2008, 741 - Verkehrswertfestsetzung)
Ausnahme: Beschwerde nach Freigabe des Grundstücks durch Insolvenzverwalter (BGH NJW-RR 2008, 360)
Vereinfachtes Verfahren - Bestimmung der Einkünfte des Unterhaltsberechtigten
Bestimmung des pfändbaren Einkommens des Schuldners nach § 36 Abs. 4 InsO, § 850c Abs. 4 ZPO durch Insolvenzgericht (BGH ZInsO 2009, 1071)
Berücksichtigung des von einem anderen Unterhaltsverpflichteten gezahlten Barunterhalts bei eigenen Einkünften des Unterhaltsberechtigten
Verfahren: Beschwerde – zugelassene Rechtsbeschwerde
Keine Erhöhung des unpfändbaren Teils des Arbeitseinkommens wegen von gesetzlicher Krankenkasse nicht übernommener Kosten für medizinische Behandlungsmethoden nach § 36 Abs. 4 InsO, § 850f Abs. 1 ZPO (BGH ZInsO 2009, 1072)
Vereinfachtes Verfahren – Bestimm-ung der pfändbaren Einkünfte
Anordnung der Nichtberücksichtigung einer unterhaltsberechtigten Person (neue Ehefrau) mit eigenen Einkünften durch Insolvenzgericht (BGH, ZInso 2009, 2351)
BGH, Urt. v. 5.12.2009: Entscheidung zu bedingt pfändbaren Bezüge i. S. d. § 850b Abs. 1 InsO – z.B. private Berufsunfähigkeitsrenten - als Bestandteil der Insolvenzmasse
Einbeziehung der Rente in die Insolvenzmasse
Billigkeitsentscheidung durch Prozessgericht (gegen bisher hM) – Abwägung Individualinteresse des Schuldners gegen kollektive Gläubigerinteressen
Todesfallversicherungen kein Bestandteil der Insolvenzmasse – vgl. BGH, ZInsO 2009, 915
Verfahren: ordentlicher Rechtsweg zu den Prozessgerichten
Vereinfachtes Verfahren – Haftung des Treuhänders
Haftung des Treuhänders - § 60 InsO
Problem: Vereinnahmung unpfändbarer Ver-sorgungsbezüge durch Sozialversicherungs-träger/Treuhänder (BGH, ZInsO 2008, 971)
Keine Haftung des Treuhänders wegen insolvenzrechtlich unzulässiger Verrechnung durch Sozialversicherungsträger in der Wohlverhaltensphase nach § 52 Abs. 1 Satz 2 SGB I in Bezug auf massefreies Vermögen
Widerspruch gegen Verrechnung Sache des Schuldners
Persönliche Haftung des Treuhänders (§ 60 InsO) bei Einziehung unpfändbarer Versorgungsbezüge
Spezifische Pflicht des Verwalters/Treuhänders dafür zu sorgen, dass Schuldner Betrag iHv Pfändungsgrenze verbleibt
Beispiel: Verweigerung der Auskehrung massefremder Beträge
Unzulässigkeit der Nachtragsverteilung von einem vom Schuldner erwirkten Schadensersatzanspruch gegen den Treuhänder wegen der Ausschüttung unpfändbaren Vermögens (BGH, ZInsO 2008, 921)
Grundsatz: Schadensersatzansprüche gegen den Insolvenzverwalter oder Treuhänder als neuer der Nachtragsverteilung zugänglicher Vermögens-gegenstand, falls aus der Veruntreuung von Massegegenständen beruhender Gesamtschaden
Keine Zuführung des als Einzelschaden erstrittenen Betrages zur Masse – andernfalls Doppelbegünsti-gung der Gläubiger durch zu Unrecht ausgeschüttete Sozialleistung und Abführung des darauf beruhenden Schadensersatzes
Unzuständigkeit des Insolvenzgerichts zur Entscheidung über Lastschriftwiderruf
Keine Klärung der Frage der Zulässigkeit des Lastschriftwiderrufs durch Treuhänder im Rahmen des § 36 InsO (BGH, ZInsO 2008, 1207)
Ausschließliche Regelung der Anwendung der Pfändungsschutzvorschriften durch § 36 Abs. 1 und 4 InsO
Unerheblichkeit der Frage, ob durch Widerruf zur Masse gezogene Beträge aus unpfändbaren Einkünften stammen
Klärung des Streits der Massezugehörigkeit von Gegenständen zwischen Verwalter/Treuhänder und Schuldner durch die Prozessgerichte
Massearmes (Klein-)Verfahren -Vergütung Gläubigerausschuss
Zulässigkeit der Bemessung der Vergütung mit Pauschalbetrag (BGH, ZInsO 2009, 2165)
Orientierung an Treuhänder-/Verwaltervergütung zulässig
Vergütung nach Zeitaufwand nicht in jedem Fall zwingend
Ausschuss grundsätzlich auch in Kleinverfahren zulässig
Vergütungshöhe – Sache des Tatrichters
Vereinfachtes Verfahren – Anteil an Wohnungsgenossenschaft
Kein Verbot der Kündigung der Mitgliedschaft in Wohnungsgenossenschaft (BGH, ZInsO 2009, 875; BGH, ZInsO 2009, 2104)
Analogie § 109 Abs. 1 Satz 2 InsO trotz bestehender Regelungslücke unzulässig
Befugnis des Verwalters zur Kündigung der Mitgliedschaft nach § 66 GenG
Kündigungsgrund bei Beendigung der Mitgliedschaft (BGH NJW-RR 2004, 12 – offen ob auch bei § 66 GenG)
Pfändung und Überweisung des Anteils zulässig – keine Unzumut-barkeit i. S. d. § 765a ZPO (BGH, Urt. v. 1. 10. 2009 – VII 41/08)
Regelungsvorschlag im Entschuldungsgesetz (BT-Drucks. 16/7416)
Ergänzung § 109 Abs. 1 Satz 2 InsO
Vereinfachtes Verfahren – Berücksich-tigung von Absonderungsberechtigten
Berücksichtigung von Absonderungsberech-tigten bei Verteilungen in der Wohlverhaltens-phase (BGH, ZInsO 2009, 1507)
Voraussetzung: Abgabe einer Erklärung – Verzicht auf / Ausfall bei abgesonderter Befriedigung - nach §§ 190, 189 Abs. 1 InsO innerhalb einer Ausschlussfrist von zwei Wochen ab öffentlicher Bekanntgabe des Verteilungsverzeichnisses
Geltung des Ausschlusswirkung auch im Verbraucherinsolvenzverfahren
Kein Ausschluss nach § 190 Abs. 3 InsO wegen Verwertungsrechts des Gläubigers aus § 313 Abs. 3 InsO
Anwaltshaftung bei Versäumung der Erklärung
Vereinfachtes Verfahren – Rechtsschutzbedürfnis für Leistungsklage
Kein Wegfall des Rechtsschutzbedürfnisses für eine Leistungsklage durch Vorlage eines Schuldenbereinigungsplans (BGH, ZInsO 2009, 1505)
Titulierung erst mit Planfeststellung
Schuldenbereinigungsplanverfahren kein einfacheres und billigeres Verfahren
Voraussetzung für Zustimmungsersetzung
Keine Verfahrensunterbrechung nach § 240 ZPO durch Schuldenbereinigungsverfahren
Eröffnetes Verfahren – Anmeldung ausgenommener Forderungen
Anmeldung einer Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung - „Mietbetrug“ - (BGH, BGH ZInsO 2008, 809)
Zulässigkeit der Klage auf Feststellung einer Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung vor Verfahrensabschluss
Ziel: Sicherung einer ausgenommenen Forderung nach § 302 Nr. 1 InsO
Gegner: Schuldner persönlich
Kein Widerspruchsrecht des Verwalters gegen Anmeldung ausgenommener Forderung (s. auch BGH ZInsO 2008, 356)
Klage gegen Widerspruch des Schuldners unbefristet zulässig – Grenze Verjährung
Keine Frist für Klageerhebung des Gläubigers nach Widerspruch des Schuldners gegen Anmeldung einer Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung (BGH ZInsO 2009, 278)
Keine Pflicht zur Klageerhebung vor Schlusstermin
Analogie zu § 189 Abs. 1 InsO unzulässig
Zulässigkeit der Verfolgung des Widerspruchs des Schuldners durch negative Feststellungsklage
Bestehendes Rechtsschutzbedürfnis ab Anmeldung der Forderung (entgegen OLG Hamm ZInsO 2004, 683; LG Bochum ZInsO 2003, 1051)
Zulässige Nachmeldung des Attributs (BGH ZInsO 2008, 325)
Bindungswirkung eines Vergleichs über ausgenommene Forderung bei entsprechender Auslegung (BGH ZInsO 2009, 1494)
Haftungsrisiken bei Vergleichsschluss
Einigung „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“
Abgrenzung zum Vollstreckungsbescheid (BGH ZInsO 2006, 704)
Unverbindlichkeit eines Versäumnisurteils (LG Koblenz NZI 2008, 117, demnächst auch BGH)
Kein Ausschluss des Widerspruchs durch rechtskräftiges Anerkenntnisurteil nach OLG Brandenburg ZInsO 2009, 1503)
Streitwert einer Klage auf Feststellung einer Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung (BGH ZInsO 2009, 435; OLG Celle ZInsO 2007, 42; OLG Rostock, NZI 2007, 358, gegen OLG Hamm NZI 2007, 249)
Keine Bemessung nach dem Nennwert der Forderung
Maßgeblichkeit der späteren Vollstreckungsaussichten des Insolvenzgläubigers nach Beendigung des Insolvenzverfahrens und Erteilung der Restschuldbefreiung
Notfalls Abschlag von 75 Prozent des Nennwerts der Forderung
Pflicht zur unverzüglichen Entscheidung über RSB bei nicht abgeschlossenem Verfahren nach Fristablauf (BGH, Beschl. v. 3. 12. 2009 – IX ZB 247/08)
Anberaumung eines Termins (Bestimmung einer Frist) zur Entscheidung über RSB
Entfall der Beschlagnahme des Neuerwerbs ab Erteilung der RSB
Sammlung der abzuführenden Beträge durch Verwalter/Treuhänder bis zur Rechtskraft
Auskehrung an Schuldner bei Bestätigung
Restschuldbefreiungsverfahren – allgemeine Grundsätze
Strikte Trennung Schlusstermin/ Wohlverhaltensphase (BGH ZInsO 2009, 299; BGH, ZInsO 2003, 413)
Beschränkung der Geltendmachung von Versagungsgründen des § 290 Abs. 1 InsO auf Schlusstermin/an dessen Stelle tretende Frist im schriftlichen Verfahren (BGH, ZInsO 2006, 647)
Nachträgliche Kenntniserlangung unerheblich
Grundsatz: Glaubhaftmachung im Termin
Entbehrlichkeit bei fehlendem Bestreiten
Kein Nachschieben im Beschwerdeverfahren
Bestreiten nach Schlusstermin unerheblich
Zulässigkeit der Glaubhaftmachung eines Versagungs-grundes durch Bezugnahme auf den Schlussbericht des Verwalters (BGH, NJW Spezial 2008, 566)
Glaubhaftmachung entbehrlich bei fehlendem Bestreiten (BGHZ 156, 139, 141 ff.)
Restschuldbefreiungsverfahren – Korrektur unrichtiger Angaben
Keine Versagung der Restschuldbefreiung bei rechtzeitiger Berichtigung unrichtiger Angaben vor Beanstandung durch Gläubiger (BGH, ZInsO 2009, 1954)
Hinweis: Unzulässigkeit außerhalb des Schlusstermins/an dessen Stelle tretender Frist gestellter Anträge (BGH, ZInsO 2003, 413)
Einstufung als bloße Ankündigung eines Versagungsantrags
Unverhältnismäßigkeit der Versagung bei irrtümlich falscher Zuordnung einer Forderung zu einem Gläubiger
Keine subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung (vgl. BGH, ZInsO 2006, 370; BGH, ZInsO 2007, 1150; BGH, ZInsO 2009, 786)
Anders bei vollständigem Verschweigen eines Gläubigers (BGH, ZInsO 2008, 1278)
Restschuldbefreiungsverfahren – Antragsbefugnis
Zulässigkeit der Antragstellung im Schlusstermin bei Anmeldung der Forderung (BGH,ZInsO 2009, 2215)
Feststellung zur Tabelle/Teilnahme an der Schlussverteilung nicht zwingend nötig
Antragstellung unzulässig bei fehlender Anmeldung (BGH, ZInsO 2007, 446)
RSB-Versagung bei fehlender Information des Verwalters über anhängige Schadensersatzklage
Offen, ob bei bestrittener Forderung Klageerhebung erforderlich - § 189 InsO
Restschuldbefreiungsverfahren - Gläubigerbenachteiligung
Konkrete Beeinträchtigung der Befriedigungs-aussichten der Gläubiger keine Voraussetzung für Verletzung von Auskunfts- und Mitwirkungspflichten des Schuldners i. S. d. § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO (BGH ZInsO 2009, 395)
Entsprechung zu § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO (BGH, ZInsO 2004, 920)
SV: monatelang nicht erteilte Auskünfte über Einnahmen des Schuldners aus unselbständiger Tätigkeit
Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten muss nach ihrer Art geeignet sein Befriedigung der Insolvenzgläubiger zu gefährden
Konkret messbare Beeinträchtigung der Befriedigungs-aussichten nicht nötig – anders §§ 295, 296 InsO
Restschuldbefreiungsverfahren – subjektive Voraussetzungen
Voraussetzungen für die Annahme grober Fahrlässigkeit – ständige Rechtsprechung (BGH, ZInsO 2007, 1150)
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders hohem Maße verletzt wird, ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt werden und dasjenige unbeachtet bleibt, was jedem einleuchten würde
Subjektiv muss die Pflichtverletzung schlechthin unentschuldbar sein
Ausschluss grober Fahrlässigkeit bei unpräziser Fragestellung nach unterhaltsberechtigten Personen (BGH, ZInsO 2009, 786)
Handeln zur Erlangung eines Kredits oder Vermeidung von Leistungen als zusätzliches subjektives Erfordernis bei § 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO (BGH, ZInsO 2008, 157)
In jedem Fall beachtlich: Ausschluss ganz geringfügiger Verstöße nach Verhältnismäßigkeitsgrundsätzen
Restschuldbefreiungsverfahren - Erwerbsobliegenheit
Unzulässigkeit der Erweiterung der Versagungsgründe in der Wohlverhaltensphase von Amts wegen (BGH, ZInsO 2007, 322)
Versagung nach §§ 295, 296 InsO nur bei Beein-trächtigung der Befriedigung der Insolvenzgläubiger
Glaubhaftmachung konkret messbarer Schlechterstellung durch Gläubiger erforderlich - fiktiv vergleichbarer Verdienst
Gefährdung der Befriedigungsaussichten nicht ausreichend
Fehlende unverzügliche Mitteilung von Wohnsitzwechseln ohne Beeinträchtigung nicht genügend (BGH, WuM 2009, 534)
Versagung nach § 295 Abs. 2 InsO nur bei Chance Ein-nahmen entsprechend abhängiger Beschäftigung zu erzielen
Unerheblichkeit der Beeinträchtigung der Gläubigerbe-friedigung bei § 296 Abs. 3 Satz 2 InsO (BGH, ZInsO 2009, 2162; BGH, ZInsO 2009, 1268)
Abführungspflicht bei Selbständigen (BGH ZInsO 2009, 1217)
Grds. Pflicht des Schuldners zur Abführung von Beträgen entsprechend vergleichbarer abhängiger Beschäftigung
Zeitpunkt der Abführung offen
Pflichten des Schuldners bei Erkennbarkeit unzulänglicher Einnahmen
Keine Pflicht zur sofortigen Beendigung der Tätigkeit
Bemühen um abhängige Beschäftigung wie beschäftigungsloser Schuldner - § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO
Glaubhaftmachung Gläubiger
Nachweisobliegenheit/Entlastung beim Schuldner
Kein Erfordernis der Glaubhaftmachung einer „schuldhaften“ Obliegenheitsverletzung (BGH ZInsO 2009, 2069)
Glaubhaftmachung des objektiven Verstoßes gegen Erwerbspflicht (Vereinbarung unangemessen niedri-ger Vergütung mit Arbeitgeber - „Anstimmung mit Pfändungsfreibetrag“) durch Gläubiger ausreichend
Bezugnahme auf Treuhänderbericht ausreichend
Beispielsmaßstab: Bezüge eines vergleichbar beschäftigten Treuhänders
Pflicht des Schuldners zur Führung des Entlastungsbeweises
Keine vorherige Glaubhaftmachung durch Gläubiger
Restschuldbefreiungsverfahren – Erbausschlagung pp.
Keine Verletzung von Mitwirkungspflichten (§ 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO) bei Erbausschlagung/ Pflichtteilsverzicht im eröffneten Verfahren (LG Mainz ZInsO 2003, 525)
Entscheidungsbefugnis des Schuldners - § 83 InsO
Beginn der Obliegenheitspflichten mit Eintritt in die Wohlverhaltensphase (BGH ZInsO 2009, 299)
Kein § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO bei Erbfall während der Wohlverhaltensphase
Erbausschlagung/Pflichtteilsverzicht in der Wohlverhaltensphase kein Versagungsgrund nach § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO (BGH ZInsO 2009, 1461; LG Tübingen ZVI 2008, 450)
Arg.: Halbteilungsgrundsatz (vgl. LG Dortmund, ZVI 2008, 32; AG Neubrandenburg NZI 2006, 647) sonst obsolet
Parallelität zu § 83 InsO