Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20246/89
Timestamp: 2019-07-19 09:08:50
Document Index: 234175572

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 47', '§ 46', '§ 47', 'BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 667', 'BGH', '§ 667', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.02.1991 - II ZR 246/89 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1022
BGH, 04.02.1991 - II ZR 246/89 (https://dejure.org/1991,1022)
BGH, Entscheidung vom 04.02.1991 - II ZR 246/89 (https://dejure.org/1991,1022)
BGH, Entscheidung vom 04. Februar 1991 - II ZR 246/89 (https://dejure.org/1991,1022)
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Prozessuales Vorgehen - Beweispflichten - Rückzahlung von Vorschüssen - Auftraggeber
Beweislast des beauftragten Prokuristen einer gelöschten GmbH für Verbrauch des Erlangten zur Auftragserledigung
Anspruchsberechtigte Gesellschaft, Darlegungs- und Beweislast, Förmelei, Geschäftsführer, Gesellschafterbeschluss nach 46 Nr. 8 GmbHG, Haftung 43 GmbHG, Herausgabe, Innenhaftung, Zwei-Personen-Gesellschaft
NJW 1991, 1884
ZIP 1991, 582
MDR 1991, 1095
WM 1991, 1049
BB 1991, 937
DB 1991, 1068
Rechtstellung eines Gesellschafters einer zweigliedrigen, wegen …
b) Gegenüber einer Gesellschafterklage besteht allerdings ein grundsätzlicher Vorrang der inneren Zuständigkeitsordnung der Gesellschaft (…vgl. Sen.Urt. v. 28. Juni 1982 aaO; v. 4. Februar 1991 - II ZR 246/89, ZIP 1991, 582;… mißverständlich Sen.Urt. v. 14. Mai 1990 aaO), der aber jedenfalls dann entfällt, wenn eine Klage der Gesellschaft undurchführbar, durch den Schädiger selbst vereitelt worden oder infolge der Machtverhältnisse in der Gesellschaft so erschwert ist, daß es für den betroffenen Gesellschafter ein unzumutbarer Umweg wäre, müßte er die Gesellschaft erst zu einer Haftungsklage zwingen (dazu BGHZ 65, 15, 21;… Sen.Urt. v. 28. Juni 1982 aaO).
Weiter hat der Senat im Urteil vom 4. Februar 1991 (aaO) eine Gesellschafterklage im Fall einer im Handelsregister gelöschten zweigliedrigen GmbH mit Rücksicht darauf zugelassen, daß ihr ein Vertretungsorgan fehlte und das Erfordernis eines Gesellschafterbeschlusses gemäß § 46 Nr. 8 GmbHG hier wegen des Stimmrechtsausschlusses des in Anspruch zu nehmenden Gesellschafters (§ 47 Abs. 4 Satz 2 GmbHG) eine überflüssige Formalität bedeuten würde.
Maßgebend ist vielmehr, daß die GmbH i.L. von sich aus zur Klageerhebung nicht in der Lage und der Beklagte deshalb - im vorliegenden Fall einer zweigliedrigen Gesellschaft auch ohne förmlichen Gesellschafterbeschluß gemäß § 46 Nr. 8 GmbHG (vgl. Sen.Urt. v. 4. Februar 1991 aaO) - zu der Gesellschafterklage befugt ist.
Sonach scheitert die Zulässigkeit des Hilfsantrages des Klägers - entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts - nicht daran, daß inzwischen ein Nachtragsliquidator für die GmbH i.L. bestellt worden ist, zu dessen Händen die von dem Kläger begehrte Auskunft ggf. zu erteilen ist (vgl. Sen.Urt. v. 4. Februar 1991 aaO).
Da die Beklagten als betroffene und mitbeteiligte Gesellschafter gemäß § 47 Abs. 4 Satz 2 GmbHG von der Abstimmung ausgeschlossen wären (vgl. BGH, Urteil v. 20. Januar 1986 - II ZR 73/85, NJW 1986, 2051 ), reduzierte sich eine Beschlussfassung zur überflüssigen Formalität (vgl. dazu BGH, Urteil vom 4. Februar 1991 - II ZR 246/89, ZIP 1991, 582 juris Rn. 9).
Rechtsanwaltliche Verpflichtung zur Abrechnung erhaltener Vorschüsse nach der …
Darlegungs- und beweispflichtig für die tatsächlichen Voraussetzungen des Herausgabeanspruchs aus §§ 675, 667 BGB ist der Auftraggeber (BGH, Urteil vom 4. Februar 1991 - II ZR 246/89, NJW 1991, 1884; vom 30. Mai 2000 - IX ZR 121/99, WM 2000, 1596, 1600, insoweit in BGHZ 144, 343 nicht abgedruckt; vom 23. Juni 2005 - IX ZR 139/04, WM 2005, 1956, 1958), hier also der Kläger.
Der Auftraggeber kann die Ansprüche auf Auskunft und Rechnungslegung erforderlichenfalls gesondert geltend machen, um den Zahlungsanspruch vorzubereiten, oder im Wege der Stufenklage zunächst die Mitteilung der Berechnung verlangen, um nach deren Vorlage seinen Zahlungsanspruch zu beziffern (vgl. BGH, Urteil vom 4. Februar 1991, aaO).
Das entspricht der Rechtsprechung des Senats (vgl. BGHZ 65, 15, 21;… Sen.Urt. v. 28. Juni 1982 - II ZR 199/81, WM 1982, 928 f.; v. 14. Mai 1990 - II ZR 125/89, NJW 1990, 2627, 2628; v. 4. Februar 1991 - II ZR 246/89, ZIP 1991, 582, 583;… näher Henze, Handbuch zum GmbH-Recht, 2. Aufl., Rdn. 914 ff.).
Der Beklagte hingegen hat die ihm überlassenen Gelder an die Kläger herauszugeben (§ 667 BGB), soweit er sie nicht bereits in Ausführung des Auftrags weitergeleitet hatte, wobei er für die bestimmungsgemäße Verwendung der entsprechenden Beträge darlegungs- und beweispflichtig ist (BGH, Urteil vom 4. Februar 1991 - II ZR 246/89, NJW 1991, 1884 unter 2 b).
a) Der Beauftragte hat gemäß §§ 667, 675 BGB dem Auftraggeber herauszugeben, was er zur Ausführung des Auftrags erhalten hat; dazu gehört auch der Vorschuss (BGH NJW 1991, 1884).
Ist - wie im vorliegenden Fall - unstreitig, dass der Auftragnehmer den Vorschuss erhalten hat, so ist es im Prozess nur noch dessen Sache, im Einzelnen darzulegen und zu beweisen, dass das Geld bei Erledigung des Auftrags für Rechnung des Auftraggebers verbraucht worden ist (BGH NJW 1991, 1884).
Insoweit bedurfte es nicht einmal eines förmlichen Beschlusses der Gesellschafterversammlung, weil dies in einer zweigliedrigen GmbH eine überflüssige Formalität wäre (vgl. BGH WM 91, 1049, 1050).
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