Source: https://www.stadtwerke-kiel.de/swk/de/unternehmen/publikationen/geschaeftsberichte/2014_15/lagebericht/lagebericht_1.jsp
Timestamp: 2018-07-19 05:52:23
Document Index: 373618278

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG']

Unternehmen Publikationen Geschäftsberichte Geschäftsbericht 2014/15 Lagebericht
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014/15
I. Grundlagen der Gesellschaft
1. Gesellschaftsstruktur und Geschäftstätigkeit
Die Stadtwerke Kiel Aktiengesellschaft (nachfolgend Stadtwerke Kiel) hat ihren Sitz in Kiel, Deutschland. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 30. September 2015 insgesamt rund 56 Millionen Euro. Es ist eingeteilt in 110.000 vinkulierte Namensaktien. Die MVV Energie AG hält zum 30. September 2015 unmittelbar einen Anteil von 51 Prozent an den Stadtwerken Kiel, die Landeshauptstadt Kiel 49 Prozent.
Der vorliegende Einzelabschluss 2014/15 der Stadtwerke Kiel wurde nach den handelsrechtli-chen Vorschriften und ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes sowie des Energiewirt-schaftsgesetzes erstellt.
Wesentliche Beteiligungen halten die Stadtwerke Kiel an der SWKiel Netz GmbH (100,0 Prozent), der SWKiel Speicher GmbH (100,0 Prozent), der Gemeinschaftskraftwerk Kiel GmbH (50,0 Prozent), der ZVO Energie GmbH (49,9 Prozent) sowie der Soluvia GmbH (24,5 Prozent) und der MVV Trading GmbH (25,1 Prozent). Zu weiteren Beteiligungen verweisen wir auf die Anteilsliste im Anhang.
Die Stadtwerke Kiel und ihre Tochtergesellschaften sowie Beteiligungen sind als regionaler Energiedienstleister entlang der Wertschöpfungskette in der Energieerzeugung, im Handel, als Netz- und Speicherbetreiber sowie im Vertrieb für ihre Kunden tätig. Kernaufgabe ist die umweltschonende, zuverlässige, sichere und preisgünstige Versorgung mit Strom, Wärme, Gas und Wasser von Industriekunden, Weiterverteilern, öffentlichen Einrichtungen sowie Geschäfts- und Privatkunden. Darüber hinaus bieten die Stadtwerke Kiel ihren privaten und kommunalen Kunden umfassende Serviceleistungen zum umweltschonenden und effizienten Umgang mit Energie.
Zum Kerngeschäftsgebiet der Stadtwerke Kiel gehören die Landeshauptstadt Kiel und umliegende Kommunen. Die eigenen Strom- und Gasnetze im Stadtgebiet und in umliegenden Gemeinden sind an die SWKiel Netz GmbH verpachtet.
2. Strategische Ausrichtung, Ziele
Klare und langfristig ausgerichtete Ziele
Wir wollen den Unternehmenswert der Stadtwerke Kiel durch profitables Wachstum nachhaltig steigern und auch im Jahr 2020 als Zukunftsversorger zu den führenden Energieunternehmen in unserer Region gehören. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir unsere Unternehmensstrategie in den letzten Jahren auf das Energiesystem der Zukunft ausgerichtet: Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung sind und bleiben zentrale Bausteine der langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie. Der Anteil der effizient im Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Fernwärme soll in bestehenden Netzen verdichtet und darüber hinaus ausgebaut werden.
Unsere Ziele und unser Handeln sollen im Einklang mit den Erwartungen und Zielen unserer Stakeholder stehen. Die Unternehmensstrategie der Stadtwerke ist auf Regionalität, Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet. So wollen wir eine sinnvolle Balance zwischen finanziellen, ökologischen und sozialen Zielsetzungen finden. Wir wollen unseren Kunden auch in Zukunft zuverlässig und wirtschaftlich umweltfreundliche Energie liefern, unseren Anteilseignern Perspektiven aufzeigen und unseren Mitarbeitern sichere und attraktive Arbeitsplätze bieten.
Durch innovatives Asset- und Produktmanagement wollen wir unsere Umsatzerlöse profitabel steigern sowie die Kostenseite begrenzen. Ergebnisbelastungen aufgrund schwieriger energiepolitischer und energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen wirken wir mit kontinuierlichen Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen entgegen. So schaffen wir zum einen die Grundlage für unsere strategischen Investitionen, und erschließen zum anderen Möglichkeiten für weiteres Wachstum.
Wir wollen Chancen nutzen und setzen dabei auf unsere Kernkompetenzen. Wir realisieren Projekte, die der Modernisierung, Optimierung und Sicherung unserer Anlagen und Netze dienen, und Projekte, die unsere aussichtsreichen Wachstumsfelder weiterentwickeln. Au-ßerdem arbeiten wir an der Entwicklung innovativer Energieeffizienzlösungen und Energie-dienstleistungen und bauen den regionalen Vertrieb von Strom und Gas weiter aus.
Wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie ist unser Investitionsprogramm. Neben den permanenten Investitionen in die Modernisierung und Sicherung unserer Anlagen und Netze gibt es weitere Wachstumsfelder. Hierzu zählen
der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Fernwärme ,
die Umstellung des Fernwärmedampfnetzes auf die ökologischere und wirtschaftlichere Form des Fernwärmeheizwassernetzes,
die Modernisierung der Trinkwasserinfrastruktur,
die Weiterentwicklung unserer Energiedienstleistungen und die Erhöhung der Energieeffizienz für unsere Kunden,
sowie die Weiterentwicklung des Vertriebs mit stärkerem Fokus auf dezentraler und flexibler Energieversorgung.
Zur Erneuerung des Erzeugungsportfolios und damit zur Sicherstellung der Fernwärmeversor-gung der Stadt Kiel planen die Stadtwerke Kiel als Ersatz für das in den nächsten Jahren stillzulegende Gemeinschaftskraftwerk Kiel den Aufbau eines neuen Energieerzeugungssystems für die Strom- und die Fernwärmeerzeugung mit moderner Kraft-Wärme-Kopplung. Hauptbestandteil dieses Energieerzeugungssystems ist die Errichtung eines Gasmotorenkraftwerks mit circa 190 MW elektrischer Leistung. Weitere Bestandteile des Energieerzeugungssystems sind die Errichtung eines Wärmespeichers sowie eines Elektrodenkessels. Die Errichtung des Wärmespeichers wurde bereits begonnen und die Inbetriebnahme des Elektrodenkessels steht kurz vor dem Abschluss. Die Gesamtinvestition für dieses neue Energieerzeugungssystem beläuft sich auf etwa 280 Millionen Euro. Neben dem Bau des Wärmespeichers und Elektrodenkessels, der Baufeldvorbereitung und der unternehmensseitigen Netzanbindung wurden Finanzmittel für die Detailplanung des Gasmotorenkraftwerks freigegeben. Die endgültige Bauentscheidung für das Kraftwerk wird im kommenden Geschäftsjahr getroffen, wenn die Rahmenbedingungen des neuen KWK-Gesetzes feststehen und die Finanzierung sichergestellt ist.
3. Steuerungsrelevante Kennzahlen
Durch die Gesellschaft werden vor dem Hintergrund einer wertorientierten Unternehmenssteuerung verschiedene Kennzahlen verwendet. Schwerpunktmäßig sind der Jahresüberschuss nach HGB, die Eigenkapitalquote sowie die aus dem Konzernverbund resultierende IFRS Kennzahl Adjusted EBIT zu nennen.
Der Jahresüberschuss nach HGB leitet sich als gesetzlich verankerte Kennzahl aus § 275 II HGB ab und gibt das Ergebnis der Geschäftstätigkeit nach Zinsen und Steuern an.
Die Eigenkapitalquote berechnet sich aus dem vor allem um den Bilanzgewinn und die Zu-schüsse bereinigten Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme der Gesellschaft.
Das Adjusted EBIT basiert auf dem EBIT nach IFRS.
Das EBIT ist um den Ergebniseffekt aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung nach IAS 39 bereinigt und wird ohne Restrukturierungsaufwand, allerdings mit den Erträgen aus Finanzie-rungsleasingverträgen, berechnet und ergibt als Residualgröße das Adjusted EBIT.
Zur Überleitung des Jahresüberschusses auf das EBIT werden das Zins- und Steuerergebnis nach HGB hinzugerechnet sowie Ansatz- und Bewertungsunterschiede verrechnet.
Zu den wesentlichen Ansatz- und Bewertungsunterschieden zählen die folgenden Sachverhalte:
Die unterschiedliche Bewertung des Anlagevermögens und damit verbundener Abschreibungsmethoden in den Rechnungslegungsvorschriften sowie aus der Kaufpreisallokation und der im Rahmen des Unternehmenserwerbs zusätzlich identifizierten Vermögenswerte,
energiewirtschaftliche, regulatorische Rückstellungen
Zinseffekte bei Personalrückstellungen und sonstigen langfristigen Rückstellungen
sowie IAS 39-Effekte aus der Marktwertbewertung der energiewirtschaftlichen und sonstigen Sicherungsinstrumente
1. Gesamtwirtschaftliche, branchen- und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche, branchen- und energiewirtschaftliche Rahmenbedingung
Im Berichtsjahr wurde die energiepolitische Agenda in Deutschland vor allem durch die Diskussionen zur Umgestaltung des Strommarktdesigns sowie der Neuordnung der KWK-Förderung bestimmt. Die Ausrichtung der Stadtwerke Kiel konzentriert sich weiterhin insbesondere auf
den Ausbau hoch effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie der Fernwärme,
die Sicherstellung einer adäquaten Netzinfrastruktur,
und verschiedene Maßnahmen zur Gewährleistung der langfristigen Versorgungssicherheit.
Die Stadtwerke Kiel beteiligen sich auf energiepolitischer Ebene aktiv am Meinungsbildungsprozess – sowohl mit Blick auf Politik und energiewirtschaftliche Verbände als auch auf Behörden wie die Bundesnetzagentur (BNetzA).
Entwicklungen und Veränderungen in der Energiepolitik
Für die Stadtwerke Kiel wesentliche energiepolitische Aspekte
Diskussionen zu energiepolitischen Reformen prägten auch in diesem Berichtsjahr die Energiepolitik in Deutschland. Zu einer Vielzahl von nationalen Diskussionen kamen Reformbestrebungen von Seiten der EU. Für die Geschäftsentwicklung der Stadtwerke Kiel sind insbesondere die folgenden energiepolitischen Entwicklungen und regulatorischen Rahmenbedingungen von hoher Relevanz:
die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG),
die fortlaufende Debatte zur Ausgestaltung des zukünftigen Strommarktdesign (Grünbuch: Ein Strommarkt für die Energiewende)
sowie die anstehende Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG).
Evaluierung der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Kraft
Die Reform des EEG, die am 1. August 2014 in Kraft trat, hatte zum Ziel, die Kosten im Zusammenhang mit dem Umbau des Energiesystems in Deutschland wirksam zu begrenzen – und so die EEG-Umlage stabil zu halten und die erneuerbaren Energien stärker an den Markt heranzuführen.
Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurde vor allem darüber diskutiert, wie die Auktionen auszugestalten sind, die in der Reform festgeschrieben wurden. Mit ihnen soll künftig die Vergütungshöhe für Strom aus erneuerbaren Energien ermittelt werden. Seit Jahresbeginn 2015 diskutiert das BMWi mögliche Ausgestaltungs- und Ansatzpunkte für das konkrete Ausschreibungsdesign mit Fachexperten. Das Eckpunktepapier des BMWi, das Ende Juli 2015 erschienen ist, wird nun im Rahmen eines Konsultationsprozesses bis Ende 2015 weiter konkretisiert. Die Vorschläge sollen zum einen mit den Beihilfegrundsätzen der EU konform sein, zum anderen sollen sie den Ansprüchen an ein effizientes, teilnehmerfreundliches Ausschreibungsdesign genügen.
Ausgestaltung des Strommarktdesigns steht aus
Am 3. Juli 2015 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Weißbuch, in dem erstmals Maßnahmen zur konkreten Ausgestaltung des künftigen Strommarktdesigns benannt werden. Insgesamt schlägt das BMWi 20 Maßnahmen vor; die wichtigsten dienen dazu, stärkere Marktmechanismen zur Weiterentwicklung des Strommarkts zu etablieren. Dazu gehören unter anderem: gesetzliche Regelungen zur politischen Selbstbindung in Bezug auf Preisspitzen, Regelungen zur Bilanzkreisbewirtschaftung und die Weiterentwicklung des Regelenergiemarkts. Die Versorgungssicherheit soll durch eine Kapazitätsreserve sichergestellt werden: Es ist geplant, zunächst ältere Braunkohle-Kraftwerksblöcke mit einer Leistung von 2,7 GW in die Reserve zu überführen; diese Kraftwerksblöcke sollen anschließend schrittweise stillgelegt werden. Ziel ist es, 22 Millionen Tonnen CO2 einzusparen, um das nationale Minderungsziel für CO2 bis zum Jahr 2020 zu erreichen.
Wir halten die vorgeschlagene Ausgestaltung des Strommarktdesigns für zukunftsfähig, denn sie beinhaltet eine konsequente Weiterentwicklung des heutigen Energy-Only-Markts und lässt bewusst Preisspitzen zu. Wichtig ist, dass Systemsicherheit geschaffen wird und permanente Eingriffe in den Markt unnötig werden. Bei der Ausgestaltung der nun vorgeschlagenen Kapazitätsreserve muss unserer Meinung nach darauf geachtet werden, dass keine Marktverzerrungen entstehen.
Nachdem der Konsultationsprozess im August 2015 beendet wurde, soll noch in diesem Jahr ein Entwurf für ein Strommarktgesetz vorgelegt werden, das im nächsten Schritt in den parlamentarischen Prozess überführt werden muss.
Novelle des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetzes
Für die Stadtwerke Kiel ist auch die Reform des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) von hoher Bedeutung. Die Novelle ist ein wichtiger Baustein der energiepolitischen Rahmenbedingungen; denn die KWK weist zum einen erhebliche CO2-Minderungspotenziale auf, und stellt zum anderen ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen dem Wärme- und dem Strommarkt dar.
Seit der letzten KWKG-Novelle im Jahr 2012 hat sich die wirtschaftliche Situation der meisten KWK-Anlagen deutlich verschlechtert. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 25 Prozent der Stromerzeugung aus KWK zu generieren, kann voraussichtlich nicht mehr erreicht werden. Eine Reform des KWKG halten wir daher für zwingend erforderlich, um ausreichend Investitionsanreize zu setzen und die Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie in Deutschland auszubauen.
Ein Kabinettsbeschluss zum KWKG wurde Mitte September 2015 getroffen; Wir rechnen damit, dass das neue Gesetz zum 1. Januar 2016 in Kraft treten wird.
Novelle der Anreizregulierung
Im Frühjahr 2015 veröffentlichte das BMWi seine Schwerpunkte für die Novellierung der Anreizregulierung. Sie bilden die Basis für die laufenden Diskussionen insbesondere über den Zeitverzug zwischen Investitionen und Kapitalrückflüssen, die Effizienzwertbestimmung sowie die künftige Anwendung des vereinfachten Verfahrens für kleinere Netzbetreiber. Mit Blick auf den Einsatz und die Finanzierung intelligenter Messsysteme stellt das BMWi derzeit vor allem die Fristen für den Rollout-Plan sowie eine Preisobergrenze zur Debatte. Die Verordnungsentwürfe zur Änderung der Anreizregulierung liegen vor. Die erstmalige Regelung des Rollouts und des Einsatzes intelligenter Messsysteme werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Deutsche Wirtschaft gewachsen
Die Wirtschaftskraft in Deutschland nahm in allen Quartalen unseres Geschäftsjahrs 2014/15 (Oktober 2014 bis September 2015) zu: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im Schlussquartal des Kalenderjahrs 2014 (Oktober bis Dezember 2014) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Im ersten Quartal des Kalenderjahrs 2015 (Januar bis März 2015) verlangsamte sich das Wachstum mit 0,3 Prozent etwas, setzte sich aber im zweiten Kalenderquartal (April bis Juni 2015) mit einem Plus von 0,4 Prozent weiter fort. In ihrem Herbstgutachten vom Oktober 2015 gehen die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute gemeinschaftlich davon aus, dass das BIP im dritten Kalenderquartal (Juli bis September 2015) gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gestiegen ist. Für das Gesamtjahr 2015 rechnen sie damit, dass das Bruttoinlandprodukt in Deutschland um 1,8 Prozent steigt. In erster Linie soll der private Konsum dieses Wachstum tragen – ob- wohl erwartet wird, dass die privaten Konsumausgaben im weiteren Jahresverlauf nicht mehr so hohe Zuwachsraten wie in den vergangenen Quartalen erreichen werden.
Energieverbrauch leicht angestiegen
Nach Schätzungen des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom September 2015 stieg der Stromverbrauch von Januar bis Juni 2015 gegenüber dem ersten Kalenderhalbjahr des Vorjahrs um 1,0 Prozent. Der Erdgasverbrauch lag in den ersten sieben Monaten 2015 um 11,7 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert.
Erneuerbare Energien erreichten Rekordanteil von 33 Prozent an deutscher Stromerzeugung
Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung ist nach Schätzungen des BDEW in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 auf eine neue Rekordmarke gestiegen: Nach 28 % im Vorjahreszeitraum erreichte er bis September 33 %. Während die Stromerzeugung aus Wind-kraftanlagen einen Zuwachs von 52 % verzeichnete, stieg die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahr um 5 %. Die Stromproduktion aus Biomassekraftwerken und biogenem Siedlungsabfall ist um 3 % gewachsen.
Zur Stromerzeugung in Deutschland steuerte Windkraft in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 einen Anteil von 12 % bei; der Anteil von Photovoltaik lag bei 7 % und der von Biomasse einschließlich biogenem Siedlungsabfall bei 8 %. Die Anteile, die konventionelle und nukleare Anlagen an der Stromerzeugung hatten, entwickelten sich rückläufig: Braunkohlekraftwerke 24 % (Vorjahr 25 %), Steinkohlekraftwerke 18 % (Vorjahr 19 %), Kernenergie 14 % (Vorjahr 15 %), Erdgas 8 % (Vorjahr 9 %).
Uneinheitliche Großhandelspreise
Die Energiepreise gingen im Verlauf des Berichtsjahrs größtenteils zurück: Die Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom sanken, insbesondere die Preise am Öl- und Kohlemarkt verloren deutlich. Dagegen stiegen die Preise für Emissionszertifikate aufgrund von politischen Entscheidungen an.
Im Geschäftsjahr 2014/15 bewegten sich die Notierungen der Rohölsorte Brent für die Lieferung im Folgemonat (Frontmonat) zwischen 42,69 US-Dollar/Barrel und 94,16 US-Dollar/Barrel; der durchschnittliche Preis lag im Berichtsjahr mit 61,76 US-Dollar/Barrel um 45,87 US-Dollar/Barrel unter dem Vorjahresniveau von 107,63 US-Dollar/Barrel. Bis Ende Januar prägte eine starke Überversorgung den Ölmarkt – damit einhergehend verfielen die Preise. Eine entscheidende Rolle hierbei spielte, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) das Angebot nicht anpasste. Ab Mitte April stabilisierte sich der Markt aufgrund der zurückgehenden Explorationstätigkeit in den USA über der Marke von 60,0 US-Dollar/Barrel. Ende Juli sanken die Preise wieder, weil sich eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran abzeichnete – und damit die Aussicht bestand, dass Sanktionen aufgehoben werden könnten. Auch danach konnte sich der Ölmarkt nicht deutlich erholen, aufgrund der Sorgen über die chinesische Konjunktur sowie der deutlichen Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten.
Die durchschnittlichen Erdgaspreise für das Frontjahrprodukt im Marktgebiet Net-Connect Germany (NCG) notierten im Berichtsjahr bei 21,77 Euro/MWh und damit um 3,63 Euro/MWh tiefer als im Vorjahr. Da Langzeit-Importverträge zum Teil noch an den Ölpreis gekoppelt sind, wurde auch der Gasmarkt vom Preisverfall am Ölmarkt beeinflusst. Die Ukraine-Krise und Spekulationen über mögliche Sanktionen gegen Gazprom stützten die Preise für Frontjahreskontrakte im Winter immer wieder. Für deutliche Preisaufschläge am Markt sorgte im Februar die Meldung, dass die Fördermenge des größten Gasfelds der Niederlande, Groningen, gekürzt wird, weil eine Häufung von Erdbeben in dieser Region aufgetreten ist. Ab Juli sank der Preis für das Frontjahresprodukt dann jedoch im Zusammenhang mit der Schwäche am Ölmarkt deutlich.
Die Preise für Grundlaststrom mit Lieferung im Folgejahr fielen durch die deutlichen Verluste am Kohlemarkt. Trotz leicht gestiegener Preise für Emissionsberechtigungen verlor der Frontjahrespreis im Berichtsjahr 3,46 Euro/MWh; im Durchschnitt lag er bei 32,35 Euro/MWh. Diskussionen um den Klimabeitrag für Kohlekraftwerke und die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken betreffen einen langfristigen Planungszeitraum, daher stützten sie lediglich die Frontjahrespreise von Kontrakten, die weiter in die Zukunft gerichtet waren.
Der seit 2011 bestehende Abwärtstrend bei den Kohlepreisen auf dem Europäischen Kohlemarkt setzte sich auch im Berichtsjahr fort – trotz der Stilllegung einiger Kohleminen: Die Frontjahrpreise für Steinkohle im ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) fielen verglichen mit dem Vorjahr um 20,18 US-Dollar/Tonne auf im Mittel 60,66 US-Dollar/Tonne. Grund für die Preisschwäche sind nach wie vor das Kohleüberangebot und die rückläufige Nachfrage nach Kohle weltweit. Hinzu kam eine Abwertung der Währungen vieler Exportländer gegenüber dem US-Dollar (zum Beispiel in Russland und Kolumbien), was zu vermehrtem Export führte.
Die Preise für Emissionsberechtigungen für die Lieferung im jeweils kommenden Jahr erreichten im Geschäftsjahr 2014/15 ein Durchschnittsniveau von 7,28 Euro/Tonne CO2 und lagen somit um 1,74 Euro/Tonne CO2 höher als im Vorjahreszeitraum. Weil der Markt mit Zertifikaten weiterhin von Überversorgung geprägt war, führten auch in diesem Jahr primär politische Entscheidungen zu dieser Entwicklung: Preistreiber war die Diskussion und der bevorstehende Beschluss der Markt-Stabilitätsreserve (MSR). Diese erlaubt es, dem Markt als „atmende“ Reserve sowohl Zertifikate zu entnehmen als auch wieder zuzuführen. Ab 2020 soll sie so zu einer Verknappung auf dem Markt beziehungsweise zu einer Stabilisierung der Preise auf einem höheren Niveau führen.
Die Erzeugungsmarge der Steinkohleverstromung, der Clean Dark Spread, verlor leicht und notiert weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Wenn man variable Kostenbestandteile berücksichtigt, können Steinkohlekraftwerke in Deutschland derzeit nicht rentabel betrieben werden.
Der Geschäftsverlauf der Stadtwerke-Unternehmensgruppe wird in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen während der Heizperiode geprägt, da diese sich insbesondere auf den Wärme- und Gasabsatz auswirken. Bei der Wärme ist die Korrelation zwischen Witterung und Absatzmenge in der Regel höher als bei Gas. Bei Letzterem hängt der Absatz aufgrund der Industriekunden auch von konjunkturellen Einflüssen ab. Die Stadtwerke verwenden die sogenannte Gradtagszahl als temperaturabhängigen Indikator für den Einsatz von Heizenergie. Niedrige Außentemperaturen in der Heizperiode führen zu hohen Gradtagszahlen – diese wiederum gehen einher mit einem höheren Heizenergiebedarf der Kunden. In den Sommermonaten begünstigen anhaltend hohe Temperaturen und geringe Niederschläge den Wasserabsatz. Er ist für das Unternehmensergebnis allerdings von deutlich geringerer Bedeutung als das Wärme- und Gasgeschäft.
Im Berichtsjahr war es in Kiel und Umgebung wie auch in den Vorjahren insgesamt deutlich wärmer als das zehnjährige Mittel, allerdings ein wenig kälter als im Vorjahr, jedoch mit deutlichen Unterschieden in der einzelmonatlichen Temperaturentwicklung: In den Monaten Oktober bis März war jeder Monat teilweise deutlich unter dem zehnjährigen Mittel. In der zweiten Geschäftsjahreshälfte war jeder Monat mit Ausnahme des Augusts über dem Durchschnitt. Das vierte Quartal 2014, insbesondere der Oktober, war auch im Vergleich zum Vorjahr außergewöhnlich warm. Im weiteren Verlauf der Heizperiode war der Monat Januar ebenfalls zu warm und deutlich zu niederschlagsreich, bevor mit Beginn des Februars eine Kälteperiode folgte, die im Februar und März für deutlich niedrigere Temperaturen gegenüber Vorjahr sorgte. Die kälteren Temperaturen zogen sich bis in den Frühling, sodass auch die Monate April und Mai kälter waren als das Vorjahr und das langjährige Mittel. Mit Ausnahme des Augusts fielen auch die Sommermonate kälter aus als im Vorjahr, sodass trotz des warmen vierten Quartals 2014, die Gradtagszahlen am Standort Kiel im Geschäftsjahr 2014/15 mit einem kumulierten Wert von 3.564 um 3,9 Prozent über dem kumulierten Vorjahreswert von 3.440 lagen, jedoch 5,8 Prozent unter dem langjährigen Mittel (3.781).
Zum 01.01.2014 begann in der Sparte Strom das erste Jahr der zweiten Regulierungsperiode. Seit Ende 2014 liegt der SWKiel Netz GmbH der endgültige Kostenbescheid zur Festlegung der kalenderjährlichen Erlösobergrenzen vor.
In der Sparte Gas befinden sich die Netzbetreiber zum 01.01.2014 bereits im zweiten Jahr der zweiten Regulierungsperiode. Die finale Festlegung der kalenderjährlichen Erlösobergrenzen der Bundesnetzagentur liegt der SWKiel Netz GmbH seit Frühjahr 2014 vor. Die SWKiel Netz GmbH ist jedoch der Auffassung, dass die Festlegung der zulässigen Erlöse für die zweite Regulierungsperiode nicht rechtsfehlerfrei erfolgt ist. Hierzu führt die SWKiel Netz GmbH ein Beschwerdeverfahren gegen die BNetzA. Schwerpunkt der Beschwerde ist die aus Sicht der SWKiel Netz GmbH nicht sachgerechte Genehmigungspraxis im Bereich des kalkulatorischen Sachanlagevermögens und der Festlegung von Eigenkapitalzinssätzen sowie die Benachteiligung des Netzbetreibers im Pachtmodell.
Im Rahmen der Festlegungen zur Erlösobergrenze wurden der SWKiel Netz GmbH auch die Effizienzwerte für die zweite Regulierungsperiode mitgeteilt. Sowohl der Effizienzwert für die Sparte Gas als auch der für die Sparte Strom sind im Vergleich zur ersten Regulierungsperiode angestiegen.
Im Geschäftsjahr 2014/15 gingen der SWKiel Netz GmbH die Bescheide für die Erlösobergrenzenübertragungen im Rahmen der Netzübergänge für die Jahre 2012 und 2013 zu. Diese betreffen die Konzessionsgebiete Raisdorf und Klausdorf sowie die Konzessionsgebiete Strande, Dänischenhagen und Schwedeneck.
Auch wenn in der Sparte Gas aufgrund des anhängigen Verfahrens noch kein bestandskräftiger Kostenbeschied vorliegt, so bildet für die SWKiel Netz GmbH das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15 das Fotojahr für die nächste Kostenprüfung in der Sparte Gas. Somit hat das abgelaufene Geschäftsjahr ganz entscheidenden Einfluss auf die Profitabilität sowie die finanzielle Leistungsfähigkeit des Netzbetriebs in der dritten Regulierungsperiode (ab 2018). Für die Sparte Strom wird das folgende Geschäftsjahr 2015/16 die Grundlage für die dann folgende Kostenprüfung sein.
Auch wenn durch die noch ausstehende Novelle der Anreizregulierungsverordnung noch nicht eindeutig klar ist, wie sich die Regularien des Regulierungsregimes in der dritten Regulierungsperiode darstellen, bereitet sich die SWKiel Netz GmbH auf die anstehenden Kostenprüfungen analog der vorherigen Regulierungsperioden vor. Neben den Unklarheiten aus der bevorstehenden Novellierung des Verordnungsrahmens zeichnet sich durch die Zinsentwicklung im zehnjährigen Mittel als Grundlage für die zugestandene Eigen- und Fremdkapitalverzinsung Einschnitte in der Ertragskraft ab, die nicht ohne wirtschaftliche Konsequenzen für die Netzbetreiber in Deutschland bleiben werden.
Durch ihre aktive Mitarbeit in den Verbänden der deutschen Energiewirtschaft beteiligt sich die SWKiel Netz GmbH auch weiterhin direkt an der energiepolitischen und regulatorischen Meinungsbildung.
Für die Konzessionen im Gebiet der Landeshauptstadt Kiel, die auch für die SWKiel Netz GmbH von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind und zum Ende des Jahres 2016 auslaufen, wurden die Verfahren gemäß § 46 EnWG zur Neuvergabe mit einem Interessenbekundungsverfahren mit nachfolgender Eignungsprüfung gestartet. Die Stadtwerke Kiel Aktiengesellschaft mit Unterstützung durch die SWKiel Netz GmbH hat im laufenden Verfahren Interesse bekundet und die Eignung entsprechend nachgewiesen.
Für die Fernwärmeversorgung im Gebiet der Landeshauptstadt Kiel wird ein Gestattungsvertrag verhandelt, der voraussichtlich noch im Geschäftsjahr 2015/16 unterzeichnet wird, um eine nachhaltige sowie umwelt- und ressourcenschonende Wärmeversorgung auch nach dem Auslaufen des Altvertrages zum Ende des Jahres 2016 für die Zukunft sicherzustellen.
Das Verfahren zur Neuvergabe der Konzession der öffentlichen Trinkwasserversorgung für das Gebiet der Landeshauptstadt Kiel wurde ebenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 gestartet. Die Stadtwerke Kiel Aktiengesellschaft sieht sich mit der jeweiligen Unterstützung der SWKiel Netz GmbH insbesondere im Wettbewerb um die Konzessionen im Gebiet der Landeshauptstadt sehr gut aufgestellt.
Aufgrund des Verlustes der Wasserkonzessionen für die Gebiete der Gemeinden Dänischenhagen und Strande an einen öffentlich-rechtlichen Wasserbeschaffungsverband erfolgte die Übertragung der entsprechenden Wasserversorgungsanlagen zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15.
Zur rechtsicheren Ausgestaltung von Konzessionsverfahren hat zum einem der Gesetzgeber das EnWG novelliert und haben zum anderen das Bundeskartellamt zusammen mit der Bundesnetzagentur einen überarbeiteten Leitfaden zur Vergabe von Gas- und Stromkonzessionen verfasst. Der Wettbewerb um Konzessionen in Schleswig-Holstein ist dennoch stark rückläufig, was sich insbesondere in der abnehmenden Anzahl geeigneter Bewerber in Konzessionsverfahren widerspiegelt.
Wärmeversorgung und Erzeugung
Die in der Landeshauptstadt mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugte Fernwärme deckt rund 39 Prozent des Wärmemarktes. Die Gebäudestruktur in den von uns mit Fernwärme versorgten Gebieten bietet die Chance, die Versorgung mit dieser umweltfreundlich erzeugten Energie noch erheblich auszuweiten. Ziel ist es, bis 2030 den Anteil von Fern- und Nahwärme deutlich zu vergrößern. Dies kann zum einen durch Verdichtung in den Stadtteilen erfolgen, in denen bereits Fernwärmeleitungen liegen. Zusätzlich bietet der gezielte Ausbau dezentraler Versorgungsstrukturen (Objektwärme) außerhalb des innerstädtischen Verbundnetzes Potenziale, um mit Blockheizkraftwerken den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung auszuweiten.
Wesentliche Komponente der Stadtwerke Kiel im aktuellen Wärmekonzept zur Versorgung der Landeshauptstadt ist die Wärme- und Stromerzeugung in einem zentralen Großkraftwerk (Gemeinschaftskraftwerk Kiel). Durch das Erreichen des technischen-wirtschaftlichen Endes der Nutzungsdauer dieses Kraftwerks wird derzeit eine Anschlusslösung zur wirtschaftlichen und ökologischen Sicherung der Wärmeversorgung Kiels geplant. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurde bereits mit der konkreten Planung für das neue Gasheizkraftwerk begonnen. Seit Sommer 2013 sind die Planungen im Wesentlichen abgeschlossen. Sie sehen als zentrales Vorhaben den Bau eines neuen hoch effizienten Gasheizkraftwerks vor, welches auf 20 Großmotoren der 10 MW-Klasse basiert. Seit Mitte letzten Jahres werden im Rahmen der Genehmigungen der ersten Teilbudgets erste vorbereitende Errichtungsmaßnahmen umgesetzt sowie die notwendigen genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen.
Der Bau des neuen Gasmotorenkraftwerks soll in unmittelbarer Nachbarschaft des GKK durch die Stadtwerke Kiel erfolgen. Zur wirtschaftlichen Optimierung der Strom- und Fernwärmeerzeugung werden zuvor dort ein Fernwärmespeicher und ein Elektrodenkessel errichtet. Da für das Gemeinschaftskraftwerk Kiel keine genehmigungsrechtlichen Auflagen existieren, die zu einer zwingenden Abschaltung des GKK führen, ist zur Aufrechterhaltung der Fernwärmeversorgung geplant, die erforderliche Fernwärme in Kiel im bestehenden Kohleblock bis zur Fertigstellung des Gasmotorenkraftwerks zu erzeugen.
Der technologische und modulare Aufbau dieses Gasmotorenkraftwerks ermöglicht eine sehr flexible Fahrweise und eignet sich somit optimal zur Ergänzung der schwankenden Einspeisung von Wind- und Solarenergie in die Stromnetze. Die Gasversorgung des neuen Kraftwerks wird durch die DEUDAN-Transportleitung sowie über die nachgelagerten Gasnetze der Schleswig-Holstein Netz AG bis nach Kiel sichergestellt. Die vorhandenen Kapazitäten in der DEUDAN werden durch eine Erhöhung der Verdichterleistungen am Übergabepunkt Quarnstedt erweitert. Im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadtwerke Kiel sinken mit der Inbetriebnahme des Gasheizkraftwerks die CO2-Emissionen in Kiel bezogen auf die heutige CO2-Menge um etwa 1,3 Millionen Tonnen. Dies bedeutet eine Einsparung von mehr als 70 Prozent.
Im Geschäftsfeld Erzeugung standen im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere die Projektarbeiten zum Bau des Gasheizkraftwerks als Nachfolge für das GKK im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Der operative Geschäftsverlauf im Geschäftsfeld Erzeugung war neben dem laufenden Betrieb und der Unterhaltung der Bestandsanlagen bestimmt durch umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen an den Kesseln 2 und 3 im Heizwerk Nord sowie an den zur Wärmeauskopplung aus dem Gemeinschaftskraftwerk Kiel erforderlichen Wärmetauschern in der den Stadtwerken gehörenden Heizzentrale des GKK. Zwei neue Gasturbinenanlagen am Standort Heizkraftwerk Humboldtstraße wurden fertiggestellt und die Anlagen im Berichtszeitraum in den regulären Betrieb überführt. Zur Versorgung von Kunden aus der Immobilien- und Wohnungswirtschaft sind im Rahmen des Contractings insgesamt drei fabrikneue BHKWs in den Stadtteilen Elmschenhagen, Gaarden und Schilksee in Betrieb genommen worden. Im Nahwärmenetz Neu-Meimersdorf wurde die Anschlussverdichtung fortgesetzt.
Im Vertriebssegment Firmenkunden wurde der strategische Schwerpunkt in der Kundenakquise auf das Segment mittelständischer Geschäftskunden gelegt. In einem schwierigen Marktumfeld konzentrieren wir uns auf ein für das Portfolio der Stadtwerke Kiel AG attraktives Kundensegment und bauen dieses durch Neukunden im norddeutschen Raum weiter aus.
Die gesetzlichen Anforderungen zur Steigerung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei Firmenkunden nutzen wir für neue vertriebliche Ansatzpunkte. Neben der erfolgreichen Einführung eines Energiemanagement-Tools, dem Energiecockpit, runden Wärmecontracting und Unterstützung bei der Zertifizierung/Auditierung unser Produktportfolio der energienahen Dienstleistungen ab.
Bei der Umstellung auf das neue Fernwärmepreissystem 2014 konnte bereits ein großer Teil der Firmenkunden und der Wohnungswirtschaft überführt werden. Kundeneinwände zur Leistungsermittlung und Anpassung nach Gebäudesanierung konnten weitgehend aufgelöst werden.
Dem Wettbewerb im Privat- und Gewerbekundensegment wurde mit verschiedenen Maßnahmen begegnet. Neben der positiven Weiterentwicklung des Bindungsprogramms »Stadtmark« durch neue Partner mit entsprechend verschiedenen neuen Vorteilen für unsere Kunden, wurde der »Umzugsservice« eingeführt, den unsere Kunden mit zunehmender Intensität in Anspruch nehmen. Eine erhöhte Transparenz bezüglich der Produktalternativen im Internet und die Implementierung eines Energiesparshops sowie eines Photovoltaik-Portals im Internetauftritt der Stadtwerke Kiel AG unterstreichen eine Positionierung als Dienstleister rund um Energie.
Neben dem Vertrieb im angestammten Markt Kiel und den bisherigen Grundversorgungsgebieten wurde die Produktserie 24/7 HorizontStrom und 24/7 HorizontGas geschaffen und damit die Lieferfähigkeit im ganzen Schleswig-Holstein und Hamburg erreicht. Erste Markttests zur Neukundengewinnung sind im Frühjahr erfolgt und sollen ausgebaut werden.
Im Strombereich wurden die sinkenden Energiepreise zum 01.01.2015 an die Endkunden weitergegeben.
Die Preise für die Privat- und Gewerbekunden im Gas blieben in der Grundversorgung stabil, da sich die Entwicklung der Energiepreise und der Netzentgelte kompensierten.
Im Fernwärmebereich war die Fortsetzung der Einführung des Fernwärmepreissystems 2014 im Verbundnetz und die Einführung eines neuen Nahwärmepreissystems in den definierten Nahwärmegebieten weiterhin der Schwerpunkt der Aktivitäten. Aufgrund der Einhaltung der derzeitigen Vertragslaufzeiten wird sich das Thema der Änderungskündigungen noch bis zum Jahr 2020 erstrecken.
Zu Diskussionen mit den Kunden kam es im letzten Geschäftsjahr insbesondere in Folge der Einführung einer Mindestleistung und des degressiven Verlaufs des Preissystems. In mehreren Kundenveranstaltungen wurden die Gründe seitens der Stadtwerke hierfür dargelegt und verschiedene Optimierungsschritte umgesetzt. Für die Mindestleistung wurde mit 5 kW ein einheitlicher Wert für das Verbund- und die Nahwärmenetze definiert, das Informationsangebot im Internet wurde ausgeweitet und den Kunden werden persönliche Beratungsgespräche angeboten, um Ihre Fragen und Anliegen zu klären.
Die Wasserpreise blieben in diesem Geschäftsjahr stabil.
Der Großhandel mit Energie in Deutschland befindet sich, bedingt durch weltweit rückläufige ökonomische Entwicklungen, in einer preislichen Abwärtsbewegung.
Besonders im Strombereich führte die Energiewende zu einem nachhaltigen Strukturwandel. Der stetige Anstieg der durch die erneuerbaren Energien produzierten Strommengen führt nicht nur zu einem nachhaltigen Absinken der Großhandelspreise, sondern auch zu einer strukturellen Veränderung der Märkte. Der Terminmarkt verliert weiterhin zugunsten der Kurzfristmärkte an Bedeutung. Gleichzeitig steigt die Volatilität der Preise im Short-Term-Bereich, da die Märkte auf kurzfristige Wind- und Solarentwicklungen recht auffällig reagieren. Mit dem Zubau von Solar- und Windkraft sind die Anforderungen an die Frequenzhaltung gestiegen.
Vor diesem Hintergrund werden die Erzeugungseinheiten der Stadtwerke Kiel AG auch verstärkt am kurzfristigen Markt bewirtschaftet. Zusätzlich trägt die Stadtwerke Kiel durch die Vermarktung von Regelenergie zur Systemstabilität im Regelenergieverbund bei.
Die operative Abwicklung des Handelsgeschäftes von Strom, Gas und weiteren Commodities sowie der Zugang zur European Energy Exchange (EEX) und anderen Handelsplätzen erfolgt im Konzernverbund der MVV durch die MVV Trading GmbH.
Die Verfügbarkeit des GKK stellte sich weitgehend planmäßig dar. Von der Marktseite wurde der Ergebnisbeitrag des GKK allerdings durch das anhaltend niedrige Niveau des Clean-Dark-Spreads (Kennzahl für den Deckungsbeitrag aus der Umwandlung von Brennstoff und CO2-Zertifikaten in Strom) geprägt. Die Stillstandszeiten sind daher aus wirtschaftlichen Gründen gestiegen. Durchgeführte Optimierungen der Kraftwerksregelung führen zu einer wirtschaftlichen Verbesserung der Strom- und Wärmeproduktion im GKK.
Grundsätzlich werden neben der Wärmelieferung aus dem GKK Wärmemengen von der Müllverbrennung Kiel (MVK) sowie aus eigenen Erzeugungsanlagen bezogen. Die größten den Stadtwerken gehörenden Erzeugungsanlagen sind das Heizwerk Nord (180 MW thermisch) und das Heizkraftwerk in der Humboldtstraße (131 MW thermisch, 31 MW elektrisch).
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2014/15 wird die Bewirtschaftung der Gaskavernen, die von der der SWKiel Speicher GmbH bereitgestellt werden, marktrational unter Beachtung einer stochastischen Kavernenoptimierung vorgenommen. Neben der Bewirtschaftung an den Terminmärkten liefern die Kavernen den kurzfristig benötigten Gasbedarf für die Kraft- und Heizwerke der Stadtwerke Kiel AG. Das Kavernenvolumen ist durch die Inbetriebnahme der K103 auf circa 640 GWh gestiegen.
Der Stromabsatz betrug 2.375 GWh und lag somit um 209 GWh unter dem Wert des Vorjahres in Höhe von 2.584 GWh. Darin enthalten ist eine gegenüber dem Vorjahr geringere Produktionsmenge des GKK die um 123 GWh (Vorjahr 956 GWh) zurückging. Die Kundenmenge aus dem End- und Drittkundengeschäft hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 197 GWh auf 1.003 GWh verringert. Ursächlich hierfür sind Kundenverluste sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Firmenkundenbereich im out-of-area-Vertriebsgebiet. Außerdem wurden Verträge mit Weiterverteilern nicht verlängert, sodass die Menge hier um 70 GWh auf 7 GWh sank.
Der Gasabsatz betrug 3.232 GWh und lag somit um 1.224 GWh über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 2.008 GWh. Dies liegt vor allem an einem Strategiewechsel von der Beschaffung über Flexverträge auf einen temperaturabhängigen Liefervertrag. Der neue Vertrag deckt temperaturabhängige Endkundenmengen ab, weshalb die bis zur Lieferung durch den Temperaturvertrag beschafften Mengen verkauft wurden. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich dies in einer deutlich gestiegenen Verkaufsmenge. Das Gasportfolio ist mengenmäßig ausgeglichen. Die End- und Drittkundenmenge liegt mit 1.242 GWh witterungsbedingt 45 GWh über dem Vorjahreswert, da sowohl die Drittkunden als auch die Firmenkundenmenge gestiegen ist. Der Absatz an Privatkunden ist hingegen gesunken.
Der Wärmeabsatz erhöhte sich um 43 GWh auf 1.058 GWh. Dies war zum einen witterungsbedingt, zum anderen wurden rund 150 Haushalte sowie 19 gewerbliche Kunden für die Fernwärmeversorgung hinzugewonnen.
Der Wasserabsatz liegt mit 17,4 Millionen Kubikmeter leicht über dem Niveau des Vorjahres.
Insgesamt erwirtschafteten die Stadtwerke Kiel AG im Geschäftsjahr 2014/15 Umsatzerlöse in Höhe von 576,6 Millionen Euro (Vorjahr 579,3 Millionen Euro). Hiervon entfielen 463,9 Millionen Euro auf den Verkauf von Strom, Erdgas, Wärme und Wasser (Vorjahr 456,0 Millionen Euro). Daneben werden im Wesentlichen Umsatzerlöse aus den Leistungsbeziehungen mit der Tochtergesellschaft SWKiel Netz GmbH, erstmals von der SWKiel Speicher GmbH sowie weiteren verbundenen Unternehmen ausgewiesen.
Die gegenüber dem Vorjahr geringere Produktionsmenge des GKK (-123 GWh) führte zu geringeren Umsätzen in der Portfoliooptimierung im Strombereich. Dieser negative Effekt wurde durch eine auf der Absatzseite zum 1. Januar 2015 durchgeführte Preissenkung um durchschnittlich 0,90 ct/kWh verstärkt. Infolgedessen sank der Stromumsatz gegenüber dem Vorjahr um 35,7 Millionen Euro auf 233,1 Millionen Euro (Vorjahr 268,8 Millionen Euro). Auf der anderen Seite sanken die Aufwendungen für den Strombezug im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 Millionen Euro auf 168,5 Millionen Euro (Vorjahr 195,0 Millionen Euro). Die Ursachen hierfür sind im Wesentlichen die niedrigere Produktionsmenge aus dem GKK, die von der Entwicklung der Großhandelspreise abhängig ist, sowie geringerer Nachfrage auf der Absatzseite aufgrund leicht rückläufiger Kundenzahlen.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Gas stiegen um 29,9 Millionen Euro auf 113,1 Millionen Euro. Die Umsatzerlössteigerung ist vor allem durch einen Wechsel in der Gasbeschaffungsstrategie hervorgerufen und somit mengenbedingt. Das Gaspreisniveau lag dagegen unterhalb des Vorjahresniveaus. Die Aufwendungen für den Erdgasbezug stiegen gegenüber dem Vorjahr um 32,4 Millionen Euro auf 98,6 Millionen Euro (Vorjahr 66,2 Millionen Euro). Diese Entwicklung ist ebenfalls dem Wechsel der Beschaffungsstrategie zuzurechnen, die sich insbesondere im Abschluss des oben genannten temperaturabhängigen Liefervertrages ausdrückt. Zum Lieferzeitpunkt des temperaturabhängigen Liefervertrages wurden die bis dahin beschafften Mengen verkauft und gleichzeitig über den temperaturabhängigen Vertrag abgedeckt. Dieses Tauschgeschäft spiegelt sich sowohl in gestiegenen Umsatzerlösen als auch den Aufwendungen für den Erdgasbezug wider. Darüber hinaus stand das GKK im Vergleich zum Vorjahr nicht ganzjährig zur Wärmeerzeugung zur Verfügung, sodass mehr Gas zur eigenen Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt wurde.
Der Fernwärmeumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 14,0 Millionen Euro auf 82,0 Millionen Euro (Vorjahr 68,0 Millionen Euro). Dies ist zum einen auf die auf die gestiegene Absatzmenge und zum anderen die planmäßig voranschreitende Umstellung von Kunden aus alten Tarifen auf das neue Preissystem zurückzuführen. Zum Ende des Geschäftsjahres waren 2.895 Verträge auf das neue Preissystem umgestellt -einschließlich eines neuen Preissystems in den Nahwärmenetzen. Daneben trugen Korrekturen für das Vorjahr ebenfalls dazu bei, die Umsatzerlöse auszubauen.
Die Fernwärmeaufwendungen sind aufgrund der Verschiebung der Inbetriebnahme GHKW gestiegen, jedoch sind die Kosten für eigene Anlagen stärker gesunken, sodass der Fernwärmebezug insgesamt leicht gesunken ist.
Der Wasserumsatz aus dem Endkundengeschäft stieg um 0,9 Millionen Euro auf 35,8 Millionen Euro (Vorjahr 34,9 Millionen Euro). Aufgrund einer höheren Absatzmenge lagen die Beschaffungskosten für Wasser mit 33,3 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 33,1 Millionen Euro).
Zur Preissicherung des Energiebezugs werden im Rahmen des bestehenden Regelwerks Sicherungsgeschäfte geschlossen. Bei der Beschaffung der Liefermengen an Letztverbraucher und Weiterverteiler werden vor allem Swapgeschäfte geschlossen. Die Sicherung der Vermarktung des GKK-Stroms erfolgte auf Basis des Kohlepreises. Fernwärmeseitig wurden für den Bezug des kommenden Geschäftsjahres ebenfalls Preisabsicherungen kohlepreisseitig vorgenommen.
Die aus der Verpachtung der Netz- und Verteilungsanlagen, der Förder- und Aufbereitungsanlagen, der Kavernen und Speicheranlagen sowie der Gebäude an die Tochtergesellschaften SWKiel Netz GmbH und SWKiel Speicher GmbH erzielten Erlöse sind wegen der unterjährigen Beendigung im Geschäftsjahr 2014/15 in den Bereichen Wasser und Wärme auf 33,6 Millionen Euro (Vorjahr 46,8 Millionen Euro) gesunken. Die Erlöse aus der Personalgestellung an Tochtergesellschaften sowie weitere verbundene Unternehmen haben sich bedingt sich durch die Umstrukturierung des technischen Services und der damit verbundenen Abstellung von Mitarbeitern an die SWKiel Netz GmbH auf 36,2 Millionen Euro (Vorjahr 19,6 Millionen Euro) erhöht.
Die aktivierten Eigenleistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr (6,8 Millionen Euro) auf 2,3 Millionen Euro verringert, da diese Leistungen seit 2014/15 von der SWKiel Netz GmbH bezogen werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf 12,0 Millionen Euro (Vorjahr 9,8 Millionen Euro). Die Summe ergibt sich aus einer Vielzahl von Einzelpositionen, wobei die wesentlichen Positionen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (4,0 Millionen Euro, Vorjahr 3,7 Millionen Euro), Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens, vor allem aus der Veräußerung der Wassernetze aufgrund der Konzessionsverluste, (3,8 Millionen Euro, Vorjahr 0,0 Millionen Euro) sowie Erträge aus der Auflösung/Herabsetzung von Wertberichtigungen und Guthaben (1,6 Millionen Euro, Vorjahr 1,8 Millionen Euro) sind.
Entwicklung weiterer wesentlicher Positionen in der GuV
Der Materialaufwand lag im Berichtsjahr mit 384,8 Millionen Euro (Vorjahr 424,5 Millionen Euro) um 39,7 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahrs. Hauptgrund für den Rückgang waren - wegen der unterjährigen Beendigung der Verpachtung von Anlagevermögen im Geschäftsjahr 2014/15 in den Bereichen Wasser und Wärme -, die nicht mehr anfallenden Netznutzungsentgelte in Höhe von 45,6 Millionen Euro für Fernwärme und Wasser. Ge-genläufig wirkten sich höhere Aufwendungen im Gasbereich aus. Der Materialaufwand beinhaltet zum größten Teil Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und für bezogene Waren in Höhe von 287,0 Millionen Euro und damit überwiegend energiewirtschaftliche Geschäftsvorfälle.
Weiterhin sind bezogene Fremdleistungen in Höhe von 97,8 Millionen Euro angefallen. Davon betreffen 79,2 Millionen Euro die Netznutzungsentgelte (Vorjahr 100,1 Millionen Euro). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Wegfall der Netznutzungsentgelte (23,3 Milli-onen Euro) insbesondere im Fernwärmebereich (18,7 Millionen Euro) . Demgegenüber stehen höhere Aufwendungen für die Gasspeicherung (4,6 Millionen Euro)
Der Personalaufwand betrug 68,4 Millionen Euro (Vorjahr 64,4 Millionen Euro). Der Anstieg ist auf höhere Lohn- und Personalkosten über alle Bereiche sowie durch höhere Aufwendungen für das Erfolgsprämienmodell und für Altersteilzeit bedingt.
Die Abschreibungen beliefen sich auf 24,9 Millionen Euro (Vorjahr 22,8 Millionen Euro). Die Zunahme liegt in Relation über dem Anstieg des abschreibungsfähigen Anlagevermögens.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im Betrachtungsjahr mit 63,7 Millionen Euro um 7,7 Millionen Euro höher als im vorherigen Geschäftsjahr (Vorjahr 56,0 Millionen Euro). Ursachen hierfür waren höhere Dienstleitungsentgelte nach der organisatorischen Änderung der Zuordnung des technischen Service an die Tochter SWKiel Netz GmbH (14,3 Millionen Euro; Vorjahr 0,8 Millionen Euro), an die Städte und Gemeinden zu leistende Konzessionsabgaben (15,2 Millionen Euro; Vorjahr 13,7 Millionen Euro), die an die SWKiel Netz GmbH im Rahmen der Pachtentgelte weiterberechnet wurden, sowie gestiegene Entgelte für die Wasserentnahme. Demgegenüber standen geringere Aufwendungen für die Absicherung des Kohle- und Heizölbezuges (5,5 Millionen Euro, Vorjahr 8,7 Millionen Euro), für Emissionszertifikate (6,7 Millionen Euro, Vorjahr 8,8 Millionen Euro), geringere Aufwendungen für Dienstleistungsentgelte an verbundene Konzernunternehmen (10,9 Millionen Euro, Vorjahr 12,8 Millionen Euro) sowie weniger Abschreibungen und Wertberichtungen auf den Forderungsbestand (1,7 Millionen Euro, Vorjahr 3,4 Millionen Euro).
Wie aus den vorstehenden Erläuterungen hervorgeht, ist das Betriebsergebnis um 20,9 Millionen Euro auf 49,1 Millionen Euro angestiegen. Grund hierfür sind im Wesentlichen die stabil gebliebenen Umsatzerlöse unter anderem bedingt durch Anpassung des Fernwärmepreissystems. Die geringeren Bezugskosten haben wesentlich zu diesem Effekt beigetragen. Darüber hinaus wirkten sich entscheidend die Erträge aus dem Abgang der Wassernetze sowie die geringeren Kosten für bezogene Dienstleistungen aus.
Das Beteiligungsergebnis von -6,7 Millionen Euro (Vorjahr 8,5 Millionen Euro) setzt sich wie folgt zusammen:
Gewinnabführung SWKiel Netz GmbH 0 2.732
Verlustausgleich SWKiel Netz GmbH -12.304 0
Gewinnabführung SWKiel Speicher GmbH 591 0
Ausschüttungen von bzw. Erträge betreffend
4.003 4.158
Kommunaler Windenergiepark GbR
Beteiligungsergebnis gesamt -6.682 8.459
Die SWKiel Netz GmbH erwirtschaftete im Betrachtungszeitraum ein negatives Ergebnis von 12,3 Millionen Euro (Vorjahr +2,7 Millionen Euro). Diese erhebliche Verschlechterung ist hauptsächlich auf das geänderte Geschäftsmodell der SWKiel Netz GmbH nach der Aufhebung der Pachtverträge für die Wärme- und Wasserverteilungs- sowie Wasserförderungsanlagen im Vorjahr sowie auf die Verringerung des Ergebnisses im Strombereich zurückzuführen. Durch die operative Übernahme des Technischen Services durch die Tochtergesellschaft haben sich zudem die Liefer- und Leistungsbeziehungen gegenüber dem Vorjahr verändert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Stadtwerke Kiel Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 5,0 Millionen Euro erhalten. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 12,1 Prozent. Hauptursache ist die geringere Ausschüttung der Soluvia GmbH.
Das Zinsergebnis im Betrachtungsjahr lag bedingt durch im Saldo niedrigere Zinsaufwendungen bei -8,3 Millionen Euro (Vorjahr -9,4 Millionen Euro). Ursächlich hierfür ist der Rückgang der Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus.
Das Finanzergebnis ist im Geschäftsjahr, bedingt durch das deutlich schlechtere Beteiligungsergebnis, um -14,1 Millionen Euro auf -15,0 Millionen Euro (Vorjahr -0,9 Millionen Euro) zurückgegangen.
Das Steuerergebnis verringerte sich auf 10,4 Millionen Euro (Vorjahr 11,9 Millionen Euro). Ursächlich hierfür ist der Wegfall von Steueraufwendungen aus Betriebsprüfungsrisiken, die die höhere Steuerlast aus dem gestiegenen Jahresergebnis nicht überkompensiert haben.
Der Jahresüberschuss beträgt damit 23,7 Millionen Euro und liegt 6,8 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahres.
Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr (526,2 Millionen Euro) leicht auf 545,8 Millionen Euro erhöht. Die Veränderung auf der Aktivseite resultiert zum einen aus dem Anstieg des Sachanlagevermögens (+30,9 Millionen Euro) – hauptsächlich bedingt durch die Anlaufinvestitionen in das neue Gasmotorenkraftwerk. Demgegenüber stehen die Rückgänge bei den Vorräten(um 5,3 Millionen Euro) und bei den Forderungen (-4,5 Millionen Euro). Infolgedessen beträgt die Anlagenintensität der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens 77,4 Prozent (Vorjahr: 74,4 Prozent). Zusätzlich haben sich die aktiven latenten Steuern um 1,0 Millionen Euro reduziert.
Im Geschäftsjahr 2014/2015 betrug die Investitionssumme der Stadtwerke Kiel 58,8 Millionen Euro. Davon entfallen 58,4 Millionen Euro auf Sachanlagen. Der wesentliche Anteil der investierten Summe in Sachanlagen entfällt auf die Erzeugungsanlagen sowie die Versorgungsnetze der Stadtwerke Kiel.
Die Reduzierung des Umlaufvermögen um 9,9 Millionen Euro auf 83,4 Millionen Euro (Vorjahr 93,3 Millionen Euro) ist hauptsächlich zurückzuführen auf den Rückgang der Vorräte infolge gesunkener Beschaffungskosten sowie aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen (-9,3 Millionen Euro) durch Verrechnung offener Forderungspositionen der SWKiel Netz GmbH mit dem Saldo aus der Ergebnisabführung. Des Weiteren haben sich die flüssigen Mittel, insbesondere die Guthaben bei Kreditinstituten, verringert.
Auf der Passivseite ist im Wesentlichen der Anstieg des Eigenkapitals um 11,3 Millionen Euro und der Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht um 28,2 Millionen Euro ursächlich für die gestiegene Bilanzsumme. Demgegenüber stand ein Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 12,0 Millionen Euro. Die bilanzielle Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr (28,2 Prozent) inklusive Bilanzgewinn leicht auf 29,3 Prozent gestiegen. Die in den Planungen unterstellte Mindesteigenkapitalquote von 25 Prozent ist sicher erreicht worden.
Die Ertragszuschüsse sind durch trotz planmäßiger Auflösungen und Abgängen durch Netzabgänge unverändert geblieben.
Die Rückstellungen haben sich insgesamt um 1,3 Millionen Euro auf 71,9 Millionen Euro verringert. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der Wegfall der Steuerrückstellungen um 2,8 Millionen Euro infolge der Abbildung von Betriebsprüfungsrisiken. Die sonstigen Rückstellungen haben sich um 1,0 Millionen Euro erhöht. Der Anstieg resultiert hauptsächlich durch Rückstellungen für laufende Rechtstreitigkeiten.
Die Verbindlichkeiten sind insgesamt um 10,0 Millionen Euro angestiegen. Während sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 12,0 Millionen Euro und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 8,0 Millionen Euro verringert haben, sind die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, vor allem wegen der Aufnahmen eines Darlehens bei der Gemeinschaftskraftwerk Kiel GmbH in Höhe von 25,0 Millionen Euro angestiegen. Zusätzlich haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 0,9 Millionen Euro und die sonstigen Verbindlichkeiten um 0,9 Millionen Euro erhöht.
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten hat um 0,4 Millionen Euro abgenommen.
Das langfristige Vermögen ist durch langfristiges Kapital zu 80,9 Prozent (Vorjahr: 89,5 Prozent) gedeckt. Da die Kreditlinien noch nicht vollständig ausgeschöpft sind (ungenutzt: 129,7 Millionen Euro), kann die Unterdeckung durch Ausschöpfung der Kreditlinien kompensiert werden.
Der nach den Regelungen des DRS 21 berechnete Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 38,2 Millionen Euro auf 58,4 Millionen Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf geringere Mittelabflüsse für bezogene Netzentgelte, auf die Umsetzung der Maßnahmen zur Optimierung des Working Capitals sowie der Einführung eines neuen Fernwärmepreissystems zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ist bedingt durch die Investitionen in die neue Energieversorgungsanlage mit 55,8 Millionen Euro (Vorjahr 20,0 Millionen Euro) gestiegen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt -45,1 Millionen Euro, nach -62,3 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ursache liegt unter anderem in der vermehrten Aufnahme neuer Kredite im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verbesserte sich der Finanzmittelfonds um 47,7 Millionen Euro.
Der Jahresüberschuss liegt mit 23,7 Millionen Euro (Vorjahr 16,9 Millionen Euro) deutlich über den Planungen von 20,7 Millionen Euro. Die wesentlichen Ursachen waren stromseitig die schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die kontinuierlich gesunkenen Strompreise an den Großhandelsmärkten sowie die niedrige Erzeugungsmarge aus der Steinkohleverstromung (Clean Dark Spread), die zu den Ergebnisbelastungen geführt haben. Dieser negative Effekt konnten jedoch durch höhere Erträge aus Bereichen Gas und Fernwärme überkompensiert werden Auf der Aufwandsseite haben eine Vielzahl von Kosteneinsparungen insbesondere im Materialaufwand. zu weiteren Ergebnisverbesserungen geführt.
Auch das adjusted EBIT liegt um rund 50 Prozent über dem Jahresüberschuss und entwickelte sich im laufenden Jahr deutlich besser als erwartet. Wesentliche Abweichungen gegenüber dem adjusted EBIT des Vorjahres ergeben sich aus den negativen Absatz- und Preiseffekten im Bereich Strom, die im Wesentlichen durch positive Ergebnisbeiträge aus der Gasbewirtschaftung, durch Einführung eines neuen Fernwärmepreissystems sowie Kosteneinsparungen in vielen Bereichen mehr als ausgeglichen werden konnten. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der adjusted EBIT im Berichtsjahr um rund 65 Prozent erhöht.
Der Umsatz ist leicht auf 576,6 Millionen Euro gesunken und spiegelt damit die derzeit unverändert zum Vorjahr schwierigen Marktbedingungen wider.
Der Vorstand ist unter Berücksichtigung des herausfordernden Marktumfelds mit der Entwicklung des Geschäftsjahres zufrieden, denn wir konnten die negativen Auswirkungen des schwierigen Marktumfelds auf unser Ergebnis durch kontinuierliche Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen deutlich überkompensieren.
Im Geschäftsjahr beschäftigten die Stadtwerke Kiel durchschnittlich 1.010 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 57 Auszubildende sowie 19 Trainees, Praktikanten und Diplomanden. Die Zahl der Beschäftigten sank damit im Vergleich zum Vorjahr (1.045 Mitarbeiter) leicht. Die Mitarbeiter werden nach den Regelungen des Tarifvertrages TV-V (Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe) beschäftigt.
103 Mitarbeiter nahmen bis zum 30. September 2015 die bestehende Altersteilzeitregelung in Anspruch. Von diesen befinden sich 50 in der Arbeitsphase und 53 Mitarbeiter in der Freistellungsphase. Weitere acht treten zu einem Zeitpunkt nach dem 30. September 2015 in die Arbeitsphase ein.
Die Ausbildung bei den Stadtwerken Kiel genießt über die Grenzen des Versorgungsgebietes hinaus großes Ansehen. Zum 1. September 2015 begannen sieben Elektroniker für Betriebstechnik, fünf Industriemechaniker sowie sieben Industriekaufleute ihre Ausbildung, sodass zum Stichtag 30. September 68 junge Menschen im Unternehmen ausgebildet werden. Zur Sicherung des eigenen akademischen Nachwuchses werden Traineeprogramme sowie Studienförderungen angeboten.
4. Tätigkeitsabschlüsse 2014/2015
Das Ergebnis der Elektrizitätsverteilung liegt unter dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr ergibt sich ein Jahresüberschuss von 0,3 Millionen Euro (Vorjahr Jahresüberschuss von 3,4 Millionen Euro), da das Ergebnis der SWKiel Netz GmbH gegenüber Vorjahr gesunken ist und somit die Aufwendungen aus der Verlustübernahme für die Stadtwerke Kiel AG steigen. In der Sparte Elektrizitätsverteilung sind nur die Bestandteile enthalten, welche die Pacht der überlassenen Netzinfrastruktur betreffen.
Die Umsatzerlöse sind durch eine erhöhte Pachtverrechnung geprägt, die sich durch Investitionen in die Netzanbindung des GHKW-Neubaus begründen. Die Personalaufwendungen spiegeln die Leistungen der Mitarbeiter zur Verwaltung der Netzinfrastruktur wider. Sowohl die Abschreibungen (6,8 Millionen Euro / Vorjahr 6,7 Millionen Euro) als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (9,3 Millionen Euro /Vorjahr 9,3 Millionen Euroo) liegen auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt steigt das Betriebsergebnis in der Tätigkeit Elektrizitätsverteilung in gleichem Verhältnis wie die Umsatzerlöse um rund 0,6 Millionen Euro auf 9,8 Millionen Euro. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis dieser Tätigkeit wird im Wesentlichen durch das Jahresergebnis der SWKiel Netz GmbH beeinflusst, das im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages der Elektrizitätsverteilung anteilig zugerechnet wird. Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme steigen durch einen Rückgang der Umsatzerlöse bei gleichzeitig steigenden Personalaufwendungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Im Gegenzug konnten Reduktionen im Materialaufwand diesen Ergebniseffekt nicht kompensieren.
Die Bilanzsumme sinkt von 106,8 Millionen Euro auf 95,0 Millionen Euro. Das Anlagevermögen beinhaltet dabei im Wesentlichen Technische Anlagen und Maschinen mit
72,3 Millionen Euro (Vorjahr 63,4 Millionen Euro). Die Forderungen sinken insbesondere durch die Verringerung der Forderungen gegen andere Unternehmenstätigkeiten. Das Eigenkapital sinkt durch den negativen Bilanzgewinn. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten reduziert werden, da man ein zinsgünstiges Darlehn von einem Unternehmen, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht, aufnehmen konnte.
Die Anlagenquote steigt aus den genannten Gründen auf 97,5 Prozent (Vorjahr 83,7 Prozent), die Eigenkapitalquote erhöht sich maßgeblich als Folge der gesunkenen Bilanzsumme, auf 38,0 Prozent (Vorjahr 37,0 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr verbessert sich das Jahresergebnis der Gasverteilung auf -0,6 Millionen Euro (Vorjahr -1,9 Millionen Euro). Es sind nur die Bestandteile enthalten, welche die Pacht der überlassenen Netzinfrastruktur betreffen.
Die Umsatzerlöse sind durch eine erhöhte Pachtverrechnung geprägt, die sich durch Investitionen in die Netzanbindung des GHKW-Neubaus begründen. Die Personalaufwendungen spiegeln die Leistungen der Mitarbeiter zur Verwaltung der Netzinfrastruktur wider. Während die Abschreibungen leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen, haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 1,1 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro erhöht, da im Vorjahr periodenfremde Gutschriften der Konzessionsabgaben enthalten waren. Insgesamt steigt das Betriebsergebnis um 1,0 Millionen Euro auf 8,1 Millionen Euro. Als Folge des geringeren Ergebnisses der SWKiel Netz GmbH (-7,4 Millionen Euro/ Vorjahr -7,3 Millionen Euro), das auf Grundlage des Ergebnisabführungsvertrages übernommen wird, ergibt sich ein Jahresergebnis in der Gasverteilung von -0,6 Millionen Euro (Vorjahr -1,9 Millionen Euro).
Die Bilanzsumme sinkt von 75,7 Millionen Euro auf 68,0 Millionen Euro. Das Anlagevermögen bleibt auf Vorjahresniveau. Die Forderungen reduzierten sich, da in den Vorjahren noch Steuererstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt bestanden. Die Eigenkapitalveränderung folgt im Wesentlichen der Veränderung des Bilanzgewinns. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten reduziert werden, da man eine zinsgünstiges Darlehen von einem Unternehmen, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht, aufnehmen konnte. Somit kommt es zu einer Reduzierung der Gesamtverbindlichkeiten.
Die Anlagenquote steigt auf 99,6 Prozent (Vorjahr 88,9 Prozent), die Eigenkapitalquote sinkt auf 34,6 Prozent (Vorjahr 29,3 Prozent).
Das Ergebnis der Gasspeicherung ist im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen durch die Neugründung der SWKiel Speicher GmbH zum 1. Oktober 2014 geprägt. Ziel dieser Gesellschaft ist der Betrieb und die Vermarktung von Speicherkapazitäten der Kavernen K101, K102 und K103. Somit sind die Werte im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr vergleichbar. Seit dem Geschäftsjahresbeginn werden die Erträge und Aufwendungen, die der Verpachtung der Infrastruktur zuzurechnen sind, in dieser Tätigkeit erfasst. Im Vorjahr betraf die Tätigkeit noch den Betrieb der Speicher. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Jahresergebnis von 4,1 Millionen Euro um 1,8 Millionen Euro auf 2,3 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr der SWKiel Speicher GmbH wird im Wesentlichen durch die Inbetriebnahme der Kaverne 103 beeinflusst.
Die Bilanzsumme bleibt auf Vorjahresniveau und beträgt 35,4 Millionen Euro. Dies ergibt sich aus dem planmäßigen Rückgang des Anlagevermögens. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind auf Vorjahresniveau. Das Eigenkapital verändert sich in dem Maße des Bilanzgewinns und ist somit die korrespondierende Größe auf der Passivseite.
Die Anlagenquote fällt leicht auf 94,8 Prozent (Vorjahr 97,1 Prozent). Die Eigenkapitalquote beträgt aktuell 15,0 Prozent (Vorjahr 18,9 Prozent).
Vom Bilanzstichtag 30. September 2015 bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2014/15 sind keine Vorgänge mit wesentlicher Auswirkung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Stadtwerke Kiel bekannt geworden. Auch die Rahmenbedingungen für das Geschäft haben sich nicht wesentlich verändert.
IV. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht
Die künftige Entwicklung des Unternehmens wird in den kommenden Geschäftsjahren geprägt von instabilen Rahmenbedingungen des Energiemarktes einerseits und von den Investitionsschwerpunkten – insbesondere dem geplanten Neubau des Gasmotorenkraftwerkes – im lokalen kommunalen Umfeld und deren Finanzierung andererseits. Vertriebsseitig wird der Ausbau unseres Strom- und Gasvertriebs wesentliche Akzente setzen – netzseitig die Sicherung der Konzessionsgebiete und regulatorische Fragestellungen.
Der erwartete adjusted EBIT wird im nächsten Geschäftsjahr gegenüber dem aktuellen Abschluss deutlich sinken. Diese Erwartungen basieren auf folgenden, teilweise konträr wirkenden Annahmen:
ein niedriges Niveau der Kraftwerksmargen insbesondere aus kohlebasierter Verstromung (Ab Januar 2016 belasten Ausgleichszahlungen an EKW für den Weiterbetrieb des GKK über den 31.12.2015 hinaus das Ergebnis),
zusätzliche Kosten aus zinsbedingten Zuführungen zu Pensionsrückstellungen in der GKK GmbH,
die Fortsetzung der Umstellung auf das neue Fernwärmepreissystem aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen auf den Energiemärkten,
die Fortschreibung des Netz- und Vertriebsgeschäftes im Rahmen der heutigen regulatorischen Leitplanken bei weiterhin zunehmendem Wettbewerbsdruck,
einem Beteiligungsergebnis unter dem Niveau der Vorjahre,
sowie dem Wegfall periodenfremder Erträge des Geschäftsjahres 2014/15.
Der erwartete Jahresüberschuss nach HGB wird im nächsten Geschäftsjahr ebenfalls gegenüber dem aktuellen Abschluss deutlich sinken. Diese Erwartungen basieren auf folgenden Annahmen:
den bereits oben gewürdigten Effekten des operativen Geschäftes
und auf dem Umbau des lokalen Energieversorgungssystems mit hohen Investitionen in den Bau des Gasheizkraftwerks zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und damit einhergehend steigenden Zinsbelastungen.
Die erwartete Eigenkapitalquote wird im nächsten Geschäftsjahr stabil bei 25,0 Prozent liegen. Diese Erwartung basiert auf folgenden Annahmen:
Für die Entwicklung der Eigenkapitalquote nach Bankenformel wird planerisch eine Einhaltung der Untergrenze von 25,0 Prozent unterstellt
Die Einhaltung der Eigenkapitalquote wird durch eine Ausschüttung des Jahresüberschusses bei gleichzeitiger Einstellung notwendiger Mittel in die Kapitalrücklagen gewährleistet
Die Gesellschaft setzt für die Begrenzung gegenwärtiger und zukünftiger Gefahren ein DV-gestütztes Managementsystem ein. In der Gesellschaft werden Risikopotenziale regelmäßig analysiert und bewertet. Ziel ist es, dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) Rechnung zu tragen und möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu gewinnen. Dazu werden in regelmäßigen Abständen in der Gesellschaft die Chancen- und Risikopotenziale analysiert, bewertet und entsprechend kommuniziert. Wagnisse werden von den Risikobeauftragten der Gesellschaft nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit beschrieben und auf deren Basis konkrete Steuerungsmaßnahmen abgeleitet.
Für die Gesellschaft wurden insgesamt 102 Risiken identifiziert, welche sich über einen Zeitraum von 2014/15 bis 2016/17 erstrecken, jedoch keine Gefährdung des Fortbestands des Unternehmens erkennen lassen. Diese werden zum 30.09.2015 mit einem bewerteten Schadenspotenzial in Höhe von 29,4 Millionen Euro im Risikomanagementsystem geführt (2014/15: 6,8 Millionen Euro; 2015/16: 9,2 Millionen Euro; 2016/17: 13,4 Millionen Euro). Das bewertete Schadenspotenzial lag im Vorjahr bei 27,2 Millionen Euro.
Nachfolgend sind die aus unserer Sicht größten Risiken in absteigender Größenordnung beschrieben:
Risiko aus laufendem Finanzierungsprozess
Ein grundsätzliches Realisierungsrisiko für das GHKW und weitere Folgerisiken ergeben sich aus dem zum Frühjahr 2016 abzuschließenden Finanzierungsprozess mit den Kreditgebern, nachdem das Risiko aus ungeklärter Gesellschafterstruktur bedingt durch die Einigung der Anteilseigner nicht mehr besteht. Bei einer Verzögerung der geplanten Inbetriebnahme des GHKW und einer daraus notwendigen Betriebsverlängerung des Gemeinschaftskraftwerks Kiel würden Zusatzkosten entstehen, um den weiteren technischen Betrieb des Gemeinschaftskraftwerks Kiel zu gewährleisten. Außerdem tragen die Stadtwerke Kiel das volle Preisrisiko für die Stromvermarktung.
Ausfallrisiko Gemeinschaftskraftwerk Kiel
Der Ausfall des Gemeinschaftskraftwerks Kiel als Fernwärme-Haupterzeuger ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, stellt jedoch nach wie vor ein erhebliches Risiko dar. Dies betrifft insbesondere die Heizperiode, in der wesentliche Umsatzerlöse in der Fernwärme erwirtschaftet werden. Neben dem wirtschaftlichen Risiko besteht darüber hinaus auch ein Versorgungsrisiko, sollten weitere Reservekapazitäten nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Preisrisiko: Werteverfall der CO2-Zertifikate (EUA)
Der Bestand an CO2-Zertifikaten wird zum 30.09.2015 mit dem aktuellen Marktpreis bewertet. Dieser kann unter dem Preis zum Zeitpunkt des Kaufs bzw. der Übertragung liegen, was eine entsprechende Abwertung zur Folge hätte. Ausgehend von der aktuellen Marktlage hat sich das Risiko leicht erhöht.
Preisrisiko: Umsetzungsrisiko aus Einführung des neues Fernwärme-Preissystems
Die Reaktionen und Folgen der Einführung des neuen Fernwärme-Preissystems sind nur schwer absehbar. Es besteht das zum Vorjahr leicht gesunkene Risiko, dass Kunden das Versorgungsmedium und im Nachgang den Versorger wechseln.
Mengenrisiko: mengenbeeinflussende Witterungseffekte
Das geplante Ergebnis beruht auf Annahmen, denen normierte Verkaufsmengen zugrunde liegen. Hierauf aufbauend wird die Absatzplanung erstellt. Bei signifikanten Abweichungen der Basisdaten kann es ähnlich wie in der Vorjahreseinschätzung zu Ergebnisabweichungen kommen, da sich die Witterungseinflüsse (Gradtagsabweichungen) auf die Verkaufsmenge und somit die Rohmargen im Gas und in der Fernwärme auswirken.
Wesentliche Einflussfaktoren auf den Geschäftserfolg der Gesellschaft stellen darüber hinaus Marktpreisentwicklungen, Wettbewerbsentwicklungen, Forderungslaufzeiten, gesetzliche sowie regulatorische Vorgaben, insbesondere Risiken aus der Regulierung der Netznutzungsentgelte bei der SW Kiel Netz GmbH, sowie operative, technische Risiken bei der Erzeugung und in der Versorgung (Schäden, fehlerhafte Geräte und Leitungen) dar. Insbesondere der Ausfall des Gemeinschaftskraftwerks Kiel als energetischer Haupterzeuger stellt ein nicht unerhebliches Risiko dar. Dies betrifft insbesondere die Heizperiode. Seit der Liberalisierung hat der Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten eine wesentliche Dynamik entfaltet. Es ist zu erwarten und wird auch von politischer Seite forciert, dass sich das Wettbewerbsumfeld für Energieversorgungsunternehmen in den kommenden Jahren weiter verschärfen und die Wechselbereitschaft der Kunden weiter zunehmen wird.
Die Gültigkeit von vertraglich vereinbarten Preisänderungsklauseln bleibt ein intensiv diskutiertes Thema und ist für die gesamte Energiebranche ein Risikofaktor. Im Hinblick auf die Anforderungen an Preisanpassungsklauseln in Gassonderverträgen folgte dabei der Bundesgerichtshof (BGH) im Sommer 2013 in seinem Urteil einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus März 2013. Demnach müssen in Gassonderverträgen mit Haushaltskunden Anlass, Voraussetzungen und Umfang etwaiger Preisanpassungen bereits bei Vertragsschluss transparent und verständlich dargestellt werden. Der BGH setzte damit die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) um, der Preiserhöhungen für Sonderkunden ohne transparente Begründung für unwirksam erklärt hatte. Nach Ansicht des EuGH reicht es nicht aus, dass ein Gasversorger in seinen Verträgen auf gesetzliche Vorschriften verweist.
Insgesamt bleibt unter Berücksichtigung des rechtlichen Rahmens in allen Versorgungssparten abzuwarten, wie sich der Markt und der Wettbewerb entwickeln und inwieweit Preisanpassungen, die aus Kostenerhöhungen auf der Beschaffungsseite resultieren, umsetzbar sind.
Die Gesamtbeurteilung der gegenwärtigen Risikosituation hat ergeben, dass es keine Anhaltspunkte für Risiken gab oder gibt, die den Fortbestand des Unternehmens im Berichtszeitraum gefährdet haben oder über diesen hinaus gefährden könnten.
Vor dem Hintergrund des Transformationsprozesses in der Versorgungswirtschaft sind wir gezwungen, eine abwartende Haltung in unseren klassischen Energiegeschäftsfeldern einzunehmen. Wir sind jedoch bereit, uns in veränderten Märkten anpassungsfähig zu zeigen und uns weiterzuentwickeln.
Viele der oben genannten Risiken bergen auf der anderen Seite auch Chancen. Hier wären beispielsweise höhere Verfügbarkeiten der Kraftwerke, insbesondere des Gemeinschaftskraftwerks, und Witterungseffekte zu nennen. Wir befinden uns in der Bauphase des Wärmespeichers mit Elektrodenkessel nebst Anbindung in die bestehende Strom- und Wärmeinfrastruktur. Hieraus ergibt sich nach Inbetriebnahme die Chance, die Strom- und Wärmeerzeugung durch den Wärmespeicher produktionsseitig zu entkoppeln und gegebenenfalls auch am Energieregelmarkt zu partizipieren.
Insgesamt sehen wir im Zuge der Energiewende und der Neujustierung in der ganzen Energiewirtschaft Potenziale und Chancen, uns als moderner Energiedienstleister zu positionieren und neue Geschäftsmodelle auszubauen.
V. Schlusserklärung
Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zum Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.
Kiel, den 27. Oktober 2015
Lagebericht (522,24kB)