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Timestamp: 2017-06-22 20:44:26
Document Index: 222948216

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 143', '§ 5', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 132', '§ 4']

Tomischler Hauland | Polizeiverordnung über den Anschluss an die städtische Wasserleitung 1913/1914
Polizeiverordnung über den Anschluss an die städtische Wasserleitung 1913/1914
Autor: Zusammenstellung Gudrun Tabbert	13 Oktober 2012
Brunnen in der Bahnhofstrasse – AK-Sammlung des Wojtek Szkudlarski
Kann ein Grundstückseigentümer gezwungen werden, sein Grundstück an die Gemeindewasserleitung anzuschließen? So eine Überschrift eines Zeitungsartikels, der sich in den alten Akten des Wasserwerkes der Stadt Neutomischel findet.
Diese Frage hatte sich der Magistrat sicherlich gestellt, als er die Planungen zur Errichtung des Wasserwerkes begann. Die Bewohner sollten per Gesetz nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Wasserwerkes dann ja für etwas bezahlen, was sie bis zu diesem Zeitpunkt umsonst genutzt hatten, und dieses, obwohl die Städter von Neutomischel, soweit bekannt, zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Qualität des Wassers, welches aus den öffentlichen Brunnen entnommen wurde, gehabt hatten. Und so musste man sich von vornherein gegen den Widerspruch der Einwohner wappnen.
Der Argumentation der Ablehnung, dass Brunnen mit gutem Wasser vorhanden seien, und damit ein Anschluss an die städtische Wasserleitung durch einen Eigentümer eines Grundstückes nicht zu akzeptieren sei, wurde durch eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes nicht anerkannt. Der Entscheid, dass alle Grundstücke an die Gemeindewasserleitung anzuschließen seien, wurde begründet mit der Aussage, dass eine öffentliche Wasserleitung im allgemeinen Gesundheitsinteresse errichtet werden würde bzw. worden sei. Ein Wasserwerk einer Stadt würde nicht gebaut und betrieben werden können, wenn nicht sämtliche Eigentümer der Grundstücke verpflichtet werden würden, an dieses mit den verlegten Wasserleitungen angeschlossen zu werden.
Unter Berücksichtigung des § 10 II, 17 des Allgemeinen Landrechts , gehörte es zu den Aufgaben einer Polizeibehörde Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden. Um dieses durchzuführen, war es der Behörde sogar gesetzlich genehmigt den Anschluss von Grundstücken an die öffentliche Wasserleitung zu erzwingen.
Dieses galt selbstverständlich auch für die Stadt Neutomischel und deren Bewohner. Eine entsprechende Veröffentlichung, mit der die Verordnung vom 27.11.1913 nochmals bekanntgegeben wurde , ist zu finden im Kreis Blatt für den Kreis Neutomischel zugleich Neutomischeler Hopfenzeitung vom Freitag, den 16. Oktober 1914.
Brunnen auf dem Alten Markt / Ecke Goldstrasse – AK-Sammlung des Wojtek Szkudlarski
Polizeiverordnung über den Anschluss der bebauten Grundstücke innerhalb der Stadtgemeinde Neutomischel an die städtische Wasserleitung
Auf Grund der §§ 143, 144 des Landesverwaltungs-Gesetzes vom 30. Juli 1883 und der §§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird unter Zustimmung des Magistrats ( zu dem seinerzeit Bürgermeister Franke gehörte, der auch gleichzeitig die Polizeiverwaltung unter sich hatte) für den Stadtbezirk Neutomischel folgende Verordnung erlassen:
§ 1. Jedes Grundstück, auf welchem ein zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmtes Gebäude errichtet ist muss an die städtische Wasserleitung gemäß den über die Ausführung der Wasserleitungen in Privatgrundstücken der Stadt Neutomischel erlassenen technischen Vorschriften angeschlossen werden, sofern die Wasserleitung durch den angrenzenden Straßenteil gelegt oder an diesen bis auf höchstens 50 m Abstand herangeführt ist.
§ 2. Der Anschluss ist von dem Eigentümer oder Verwalter des Grundstücks für die bereits bewohnten Gebäude binnen 6 Wochen nach einem auf ortsübliche Weise bekanntzumachenden Zeitpunkt, für neu erbaute Gebäude vor Beziehung derselben, zu bewirken.
Brunnen auf dem Neuen Markt vor dem Hotel Toeffling – Bild: Maennel-Archiv
§ 3. Wer es unterlässt sein Grundstück in der im § 2 festgesetzten Frist an die städtische Wasserleitung anzuschließen, erhält – abgesehen von der zwangsweisen Ausführung des Anschlusses gemäß § 132 des Landesverwaltungsgesetzes vom 30. Juli 1883 – in eine Geldstrafe bis zu 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechend Haft tritt.
§ 4. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft
Neutomischel, den 27. 11. 1913
Die Polizeiverwaltung Franke
Quellenangabe: Archiwum Państwowe w Poznaniu – Staatsarchiv Poznan –
Akta Miasta Nowy Tomyśl 4385 sign. 134 Der Bau einer Wasserleitung http://szukajwarchiwach.pl/53/4385/0/1.8/134
Akta Miasta Nowy Tomyśl 4385 sign. 135 Angelegenheiten des Wasserwerks http://szukajwarchiwach.pl/53/4385/0/1.8/135
Akta Miasta Nowy Tomyśl 4385 sign. 184 Bau: a) des städtischen Wasserwerks, b) des Kreiskrankenhauses http://szukajwarchiwach.pl/53/4385/0/1.10/183
Nachstehend eine Auflistung der Grundstücke mit den jeweiligen Eigentümern aus der Zeit der bevorstehenden Inbetriebnahme des Wasserwerkes 1913/14 und der im Entwurf errechneten einzufordernden Wassergeldabgabe:
Jahr Betrag No. Zu-, Vorname Stand Gewerbe Haus-No. Straße Wasseruhr 1913/14
Kurtz, Gotthold
Pflaum, Hermann
Munter, Georg
Paech & Wolf
Wollstein, David
Lutz, Paul (überschrieben mit Hampel, Bruno)
Toeffling, Otto
Goldmann, Walter
Kannewischer, Richard
x, Richard (wurde gestrichen)
Hecke, Reinhold
Janiszewski, Albert
Hunold, Reinhold
Palitzki, Hermann
Kuhnke, Paul
Korytowski, Stanislaus
Janiszewski, Joseph
Knobel, Karl
Tepper, Otto
Lippmann, Jacob
Hippel, Oskar
Schirmer, Emil
Manthei, Wilhelm
Bielke, Maria
Lüdke, Ferdinand
Chedor, Carl
in Nr. 34
Liepelt, Ernest
Goldmann, Carl Eduard
Loechel, Wilhelm
Schwedler, Gustav
Jaenicke, Hugo
Bez. Schornsteinfeger
Kubel, Dienegott
Lüdke, Karl
Lüdke, Alexander
Pretschker, Emil
Neuer Maerkt
Janott, Traugott
Woskowiak, Konstantin
Hiller, Wolff
Neutomischel, Stadtgemeinde
Rausch, Florentine (unleserlich überschrieben)
Saar, Hermann
Goldmann, Emilia (unleserlich überschrieben)
Weinert,Kkarl
Toeffling, Hugo
Maennel, Adolph
Sinder, Wilhelm
Rupozyk, Valentin
Aldefeld, Oskar
Goldstrape
Wandrey, Konstanze
Markus, Moritz
Gartzke, Otto
Roy, Oswald
mit Nr. 72
Rausch, Berthold
Kurtz, Hulda
Peikert, Wilhelm
Schulsozietät Neutomischel
x – unleserlich
Kirchengemeinde Neutomischel
Lemberg, Ferdinand
Nyga, Max
Janott, Heinrich
Cohn, Isidor – Vorname ist unleserlich geändert
Fechner, Gottlieb
Cigarrenfabr.
Pflaum, Emil
luth. Kirchengemeinde
evangelische Kirchen – ist gestrichen
Glaesemer, Emma
mit Nr. 100A
Glaesemer, Otto
Faust, Traugott – überschrieben mit Begorow
Töpfermeister – gestrichen
Stiller, Heinrich
Gebr. Wolke (Speicher) – gestrichen
Gebr. Wolke
Friedhof – städtischer
Friedhof Straße
Janott, Oswald
Birkholz, Richard
Rausch, Otto
zu ? gehörig
Gutsch, Luise
Wittkowski, Louis
Fimmel, Otto
Maennel, Lydia – gestrichen
Tepper, Gustav – gestrichen unleserl. Vermerk
Oehlmühle Paech & Wolf
Markus, Aaron – Aaron mit Alfred überschrieben
Maennel, Lydia (Post)
Ramm, August
Weinert (Speicher) – gestrichen
Goldmann, Carl Eduard (Scheune) – gestrichen
Paech, Waldemar
Heinrich, Gustav
Altomischler Straße
Lorke, Heinrich
Wanke, Reinhold
Korn, Berthold
Leciejewicz, Wilhelm
Aldefeld, Otto
Bengsch, Wilhelm
Hildebrandt, Berthold
Hendschinski, Amalia
Schwaebe, Hugo
Morzynski, Gustav – der Vorname ist unleserlich überschrieben
Neustädter Chaussee
Morzynski wie 153
Neustädter Chausse
Morzynski, Gustav – Vorname mit Georg überschrieben
Hiersekorn, Otto
Arndts, Johannes
Hasenfelder, Hermann
Rausch, Heinrich (Mühle)
Bartecki, Adalbert
Hausbesitzer überschr. Rechtsanwalt
Chedor, Karl
Neustädter Chaussee x
Katholische Kirche – gestrichen
Müller, Emilie
Schütze, Traugott
Wendenburg, Hermann
Nitschke, Wilhelm
Militär Zeughaus – gestrichen
Tepper, Ernst
Wunicke, Gustav
Maennel, Otto
Gärtnereibetr.
Paetzold, Paul
Wilhelm, Gustav – jetzt Ehefrau
Kreisbote a.D.
Glühlichtfabrik
Kruschel, Hermann
Weckwerth, Ludwig
Kgl. Amt?meister
Buddee, Dr.
Kgl. Kreisarzt
Neustädter Chaussee Messer
Röschke, Karl
Weidenschälerei – gestrichen
Linke, Wilhelm
Knispel, Reinhold
Goldmann, Carl Eduard – gestrichen
Seide, Beate
Taeubner, Heinrich
Roy’schen Erben
Friedenwälder Straße
Steinäcker, Baron von
Kgl. Beamter
Ludwig, Max – gestrichen – Schultz, Georg
Vereinigte Schulen – gestrichen
Molzahn, Hermann
Tietze, Gustav
Seilermeiser
Hasselmann, Karl
Krgl. Kreistierarzt
Hasenfelder, Herrmann
Giering, Reinhold
Winter, Gottlieb – gestrichen
Knoll, Berthold – gestrichen
x – nicht bebaut
Knoll, Heinrich – gestrichen
Knoll, Mathilde
Pflaum, Gottlieb – gestrichen
211 gestr.
Kreis Neutomischel – gestrichen
Schulz, Wanda verehel. Winter – gestrichen
Seide, Berthold
Bielke, Emilie
Giering, Gottlieb – gestrichen
Weber, Johann – gestrichen
Tepper, Gustav
Rebotzki, Wilhelm
Wittkowsky, Louis
Beitsch, August
Froede, Otto
Janott, Dienegott
Much, Wilhelm
gew. Weichensteller
Joachim, Berthold – ? Seide, Wilhelm
231 gestr.
Rosenau, Otto
Maennel, Adolf
Rathaus Neutomischel – gestrichen
Schule IV Glinau