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Timestamp: 2020-04-09 11:37:57
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Matched Legal Cases: ['§ 105', '§ 1', '§ 705', '§ 705', '§705', '§ 394']

2 Freunde, 1 Hobby-Projekt welches nun Gewinn bringen soll. im Forum für Gesellschafts- u. Handelsrecht
2 Freunde, 1 Hobby-Projekt welches nun Gewinn bringen soll.
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Beitrag von -MIK- » 18.06.15, 09:08
ich benötige Hilfe bei der Klärung folgender Situation:
Zwei Freunde betreiben gemeinsam ein Hobby-Projekt. Dieses Projekt soll nun durch Werbeeinnahmen "Geld einbringen". Freund 1 möchte ein Gewerbe anmelden und das Ganze für eine Probezeit von x Monaten als Einzelfirma laufen lassen. Sollte sich das Konzept als erfolgreich herausstellen, soll das Unternehmen in eine UG mit 50/50 Beteiligung der Freunde 1 und 2 umgewandelt werden. Die gewonnenen Einnahmen sollen wieder zu 100% in das Projekt investiert und für die Firmengründung verwendet werden.
Hintergrund: Firmengründung in Form von UG als "kleine GmbH" kostet zum Anfang mehr Geld und Aufwand, ohne abschätzen zu können, ob das Konzept erfolgreich ist.
Wie kann Freund 2 nun sicher gehen, dass Freund 1 a) Wort hält und b) die Einnahmen des gemeinsamen Projekts auch als Einzelfirma gemäß Absprache reinvestiert werden?
So die fiktive Situation. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
Zuletzt geändert von -MIK- am 18.06.15, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
Re: 2 Freunde, 1 Hobby-Projekt welches nun Gewinn bringen so
Beitrag von Name4711 » 18.06.15, 10:34
Hört sich seltsam an:
OHG = sowieso Handelsgeschäft - und was für "Gründungskosten"?
(genau wie GbR eigentlich schneller gegründet als einem manchmal lieb sein könnte)
Hat nicht viel mit Kapitalgesellschaft , juristischer Person = GmbH gemeinsam
Nur mal so als ganz allgemeine Anmerkung...
PS.: sollte das UG statt OHG heißen ? Dann sich mal die Formerfordernisse anschauen und Freund 1 und 2 fix zum Notar
Beitrag von freemont » 18.06.15, 10:52
-MIK- hat geschrieben: ...
Sollte sich das Konzept als erfolgreich herausstellen, soll das Unternehmen in eine OHG mit 50/50 Beteiligung der Freunde 1 und 2 umgewandelt werden.
das kann man sich ja nicht aussuchen, die oHG entsteht nach §§ 105 ff. HGB von Gesetzes wegen, schlicht durch den Betrieb des Gewerbes, sobald, § 1 II HGB, "ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb" erforderlich ist.
Will man das nicht, muss man das anders regeln.
Und bis da hin gelten die §§ 705 ff. BGB mit relativ konkreten inhaltlichen Regelungen. Auch da gilt, will man davon abweichen, muss man das gesellschaftsvertraglich passgenau regeln.
Aber auch die besten Verträge ersparen den Ärger nicht, wenn sich der Partner nicht daran hält.
Beitrag von -MIK- » 18.06.15, 11:05
Sorry, ich muss das korrigieren, natürlich sollte es UG anstelle OHG heißen, habe ich im Eingangspost korrigiert.
Die UG soll ja erst im zweiten Schritt gegründet werden, im ersten Schritt will Freund 1 feststellen, ob sich das überhaupt lohnt. Freund 2 will aber eine Sicherheit haben, dass wenn es sich lohnt, Freund 1 nicht ohne ihn weitermacht. Das im Falle einer UG Gründung beide Freunde zum Notar, Anwalt (zwecks Gesellschaftervertrag) und Steuerberater müssen ist verstanden.
Beitrag von PurpleRain » 18.06.15, 11:10
-MIK- hat geschrieben: Hintergrund: Firmengründung in Form von OHG als "kleine GmbH" kostet zum Anfang mehr Geld und Aufwand, ohne abschätzen zu können, ob das Konzept erfolgreich ist.
Welchen Zweck die Gründung einer OHG dient, ist mir nicht klar. Eine OHG ist rechtlich eine im Handelsregister eingetragene GbR. Es fallen einfach die Notar und Eintragungskosten an.
-MIK- hat geschrieben: Wie kann Freund 2 nun sicher gehen, dass Freund 1 a) Wort hält und b) die Einnahmen des gemeinsamen Projekts auch als Einzelfirma gemäß Absprache reinvestiert werden?
Die Freunde sollten die Vereinbarung schriftlich festhalten. Das ist dann ein Gesellschaftsvertrag. Damit ist es bereits eine GbR geworden.
Eine GbR kann dann einfach in eine UG umgewandelt werden. Eine UG mit 500€ Stammkapital dürfte wohl für unter 100€ zu gründen sein.
Beitrag von Name4711 » 18.06.15, 11:19
Wobei die aber wenigsten den Ärger ersparen nachzuweisen, was eigentlich vereinbart war. (und das dann noch in der richtigen Form)
So wie in dem Beispiel geschildert könnte ich mir gut vorstellen, das Freund1 - sofern wirklich Gewinne anfallen Freund2 einfach vergisst
Beitrag von freemont » 18.06.15, 11:21
Könnten Sie denn nicht einfach mal den Klunzingerauszug lesen, den ich Ihnen gestern angegeben habe, das ist ermüdend.
Da wird neben der GbR auch die oHG dargestellt.
Noch mal: http://www.vahlen.de/fachbuch/leseprobe ... esellr.pdf
Kennzeichen der BGB-Gesellschaft sind demnach
der vertragliche Zusammenschluß (ausdrücklich oder stillschweigend)
Beitrag von Name4711 » 18.06.15, 11:28
Eine GbR kann dann einfach in eine UG umgewandelt werden.
Eine GbR kann sogar konkludent geschlossen werden - die Krux mit der UG ist die Formerfordernis (auch wenn nur später eine UG gegründet werden soll)
Das schöne an der GbR ist (wenn man sie nachweisbar begründet), dass fast alle Streifragen zur Not im BGB geregelt sind
Beitrag von -MIK- » 18.06.15, 11:29
Also wäre es für alle Beteiligten sauberer, wenn gleich mit einer UG gestartet wird, richtig?
Beitrag von freemont » 18.06.15, 11:40
-MIK- hat geschrieben: Also wäre es für alle Beteiligten sauberer, wenn gleich mit einer UG gestartet wird, richtig?
Wenn die persönliche Haftung ausgeschlossen sein soll ja.
Im Moment, für das Hobby Projekt, gelten die §§ 705 ff. BGB.
Beitrag von -MIK- » 18.06.15, 12:02
Die Frage dennoch einmal anders gestellt:
Wie können sich die beiden Freunde alternativ einigen, ohne eine UG zu gründen? Wie kann Freund 1, Freund 2 überhaupt an den Einnahmen (und natürlich auch Kosten) beteiligen, wenn das Gewerbe auf Freund 1 läuft? Freund 2 muss hierzu sicherlich auch noch Voraussetzungen schaffen, allein um die Einnahmen zu versteuern, etc.
@Name4711: Was meinst Du mit "Kurx und Formerfordernis"? Und welchen Vorteil hätte die Regelung nach BGB im Streifall?
Beitrag von Name4711 » 18.06.15, 12:16
Und welchen Vorteil hätte die Regelung nach BGB im Streifall?
Das ist so gemeint: Wenn A & B grundsätzlich eine GbR begründet haben - was schon sein kann, wenn sie einfach losmokeln - ist nahezu alles was nicht ausdrücklich zwischen A & B anders geregelt ist im BGB geregelt - Das snd die §705ff. von denen der freemont spricht.
Also habt ihr z.B. vergessen zu regeln, wie der Gewinn verteilt wird - dann steht da 50/50 - und da steht auch, wie ihr den Schlamassel im Zweifel wieder aufgelöst bekommt
Mit der Formerfordrnis ist gemeint, das z.B. ein Vorvertrag die selbe Form haben mus wie sie für den Vertrag selber vorgeschrieben ist.
Willst du jemanden verpflichetn dir z.B. ein Grundstück später zu verkaufen , braucht dieser Vorvertrag auch den segen des Notars....
Beitrag von -MIK- » 18.06.15, 12:19
Beitrag von taxalus » 19.06.15, 13:09
PurpleRain hat geschrieben: Eine UG mit 500€ Stammkapital dürfte wohl für unter 100€ zu gründen sein.
Ja, eine UG ist schnell und preiswert gegründet. Wenn die Freunde aber nach kurzer Zeit merken, dass es nicht läuft, ist die UG genauso zu liquidieren wie eine GmbH. Hier ein Link zu einer IHK-Seite mit den Infos.
http://www.ulm.ihk24.de/recht_und_fair_ ... bH/1629262
Beitrag von PurpleRain » 19.06.15, 13:47
taxalus hat geschrieben: Wenn die Freunde aber nach kurzer Zeit merken, dass es nicht läuft, ist die UG genauso zu liquidieren wie eine GmbH.
Das klingt alles sehr kompliziert. Bei Vermögenslosigkeit ist auch eine GmbH von Amts wegen zu löschen (§ 394 FamFG). Soweit man die Buchhaltung im Griff hat, geht es ziemlich einfach, sogar ohne Insolvenz