Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20272/03
Timestamp: 2019-09-20 21:28:09
Document Index: 131258605

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 8', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', '§ 4', '§ 8', '§ 76', 'BGH', 'BGH', '§ 76', 'BGH', '§ 43', 'BGH', '§ 8', '§ 8', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH']

BGH, 06.04.2006 - I ZR 272/03 - dejure.org
https://dejure.org/2006,748
BGH, 06.04.2006 - I ZR 272/03 (https://dejure.org/2006,748)
BGH, Entscheidung vom 06.04.2006 - I ZR 272/03 (https://dejure.org/2006,748)
BGH, Entscheidung vom 06. April 2006 - I ZR 272/03 (https://dejure.org/2006,748)
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Klagebefugnis der Zahnarztkammer als berufsständische Vertretung bei Wettbewerbsverstößen
Wettbewerbswidrige Verwendung des Begriffs "Zahnärztliche Praxisgemeinschaft" in einem Briefkopf; Möglichkeit der Verfolgung von Wettbewerbsverstößen von Kammerangehörigen oder Wettbewerbern im Zivilrechtsweg; Klagebefugnis bei Geltendmachung wettbewerbsrechtlicher ...
"Zahnarztbriefbogen"; Verfolgung von Wettbewerbsverstößen von Kammerangehörigen durch eine Kammer freier Berufe
Wettbewerbsverstöße von Kammermitgliedern
LG Düsseldorf, 26.02.2003 - 12 O 262/02
NJW 2006, 2481
MDR 2006, 1244
GRUR 2006, 598
Die Klägerin ist als berufsständische Vertretung der Zahnärzte (§§ 1, 6 HeilBerG NRW) gemäß § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG befugt, Wettbewerbsverstöße zu verfolgen, die von ihren Mitgliedern oder von deren Wettbewerbern begangen werden (vgl. BGH, Urteil vom 6. April 2006 - I ZR 272/03, GRUR 2006, 598 Rn. 12 = WRP 2006, 891 - Zahnarztbriefbogen, mwN).
Die Möglichkeit der mitgliedstaatlichen Behörden zur Verhängung von Sanktionen bei Verstößen gegen die Verordnung schließt die Anwendung des § 3a UWG nicht aus (zum Verhältnis von berufsrechtlichen zu lauterkeitsrechtlichen Ansprüchen vgl. BGH, Urteil vom 6. April 2006 - I ZR 272/03, GRUR 2006, 598 Rn. 14 = WRP 2006, 891 - Zahnarztbriefbogen;… Köhler in Köhler/Bornkamm/Feddersen, UWG, 36. Aufl., § 3a Rn. 1.33;… GroßKomm.UWG/Metzger, 2. Aufl., § 4 Nr. 11 Rn. 17).
Daneben ist anerkannt, dass die Steuerberaterkammern gemäß § 8 Abs. 3 Nr. 2 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) befugt sind, Wettbewerbsverstöße von Kammerangehörigen oder deren Wettbewerbern im Zivilrechtsweg zu verfolgen (Kleemann in Kuhls u.a., StBerG, § 76 Rdz 64; vgl. auch BGH-Urteil vom 6. April 2006 I ZR 272/03, NJW 2006, 2481; BGH-Urteil vom 2. April 1998 I ZR 4/96, NJW 1998, 2533).
Die Möglichkeit, im Zivilrechtsweg gegen berufswidrige Wettbewerbsverstöße von Kammerangehörigen vorzugehen, steht grundsätzlich neben den Befugnissen, die der Steuerberaterkammer nach dem Steuerberatungsgesetz gegenüber ihren Kammerangehörigen zustehen (Kleemann in Kuhls u.a., StBerG, § 76 Rdz 64; vgl. auch BGH-Urteil vom 6. April 2006 I ZR 272/03, NJW 2006, 2481).
Voraussetzung eines Anspruchs der Rechtsanwaltskammer auf Unterlassung im Rahmen des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb ist daher auch eine Verletzung der berufsrechtlichen Regeln, hier also des § 43b BRAO (vgl. BVerfGE 111, 366, 374 ff.; BGH, Urteil vom 6. April 2006 - I ZR 272/03, NJW 2006, 2481).
Der Bundesgerichtshof (GRUR 2006, 598;… zustimmend Köhler in Köhler/Bornkamm, 28. Aufl., § 8 Rn. 3.33) hat dazu ausgeführt: Die Ausübung der Klagebefugnis nach § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG sei grundsätzlich nicht unverhältnismäßig, wenn sie darauf abziele, eine nach Ansicht der Kammer unlautere Werbung eines Kammerangehörigen zu unterbinden.
Die Klägerin ist als berufsständische Vertretung befugt, Wettbewerbsverstöße zu verfolgen, die von ihren Kammerangehörigen oder deren Wettbewerbern begangen werden (BGH, GRUR 2006, 598 Rn. 12 - Zahnarztbriefbogen).
Die Neuregelung in § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG in der seit dem 3.7.2004 geltenden Fassung stellt ausdrücklich klar, dass auch die Verbände zur Förderung "selbständiger beruflicher Interessen" als klagebefugt anzusehen sind (BGH, Urteil vom 6.4.2006, I ZR 272/03 - Zahnarztbriefbogen).
Bei unlauterer Werbung ist ein Einschreiten im Wege der Unterlassungsklage verhältnismäßig, denn es droht neben einer Schädigung des Ansehens eines Berufsstandes eine Beeinträchtigung der Mitbewerber und der Verbraucher (BGH, GRUR 2006, 598, 599 - Klagebefugnis einer Zahnärztekammer für den Fall von Wettbewerbsverstößen von Kammerangehörigen).
Die Klägerin ist als Rechtsanwaltskammer nach § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG klagebefugt, denn die Kammern der freien Berufe sind als juristische Personen des öffentlichen Rechts berufen, die beruflichen Belange ihrer Mitglieder zu wahren und zu fördern (BGH GRUR 2006, 598 Rn. 12 - Zahnarztbriefbogen).
LG Oldenburg, 14.12.2006 - 15 O 1987/06