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Timestamp: 2016-10-22 23:39:11
Document Index: 338885630

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

Der 1986 geborene L.________ war seit 16. August 2004 Betriebspraktiker-/Strassenw�rterlehrling bei der Baudirektion X.________ und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 16. September 2006 verunfallte er mit dem Motorrad und erlitt unter anderem eine Rissquetschwunde �ber der proximalen Tibiakante rechts, weshalb er zweimal operiert wurde. Die SUVA erbrachte Heilbehandlung und Taggeld. Der Versicherte schloss die Lehre am 15. August 2007 erfolgreich ab. Mit Verf�gung vom 21. Mai 2008 sprach ihm die SUVA eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 10 % zu. Ab 1. Februar 2010 arbeitete er abwechselnd zu 50 % und 100 % und seit 1. September 2010 zu 100 % als Betriebspraktiker im technischen Dienst der Firma Y.________. Mit Verf�gung vom 5. Oktober 2010 verneinte die SUVA den Rentenanspruch. Hieran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 fest, wobei sie einen Invalidit�tsgrad von 7,7 % ermittelte.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 21. August 2012 ab.
Beschwerdeweise beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei ihm ab 1. Februar 2010 eine Rente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber die Invalidit�tsbemessung nach dem Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) und den Rentenanspruch (Art. 18 Abs. 1, Art. 19 Abs. 1 UVG) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist die beruflich-erwerbliche Seite der Invalidit�tsbemessung. In diesem Rahmen ist unbestritten, dass das ohne Gesundheitsschaden erzielbare Valideneinkommen im Jahre 2010 Fr. 67'143.- betragen h�tte. Umstritten ist das trotz Gesundheitsschadens zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen. SUVA und Vorinstanz ermittelten dieses aufgrund der sogenannten DAP-Zahlen (Dokumentation von Arbeitspl�tzen seitens der SUVA) und kamen f�r das Jahr 2010 auf Fr. 61'972.- und damit auf einen rentenausschliessenden Invalidit�tsgrad von 7,7 %. Der Versicherte verlangt beim Invalideneinkommen die Heranziehung seines in der Firma Y.________ erzielten Jahreslohnes, der in den Jahren 2010 und 2011 bei einer 100%igen Besch�ftigung Fr. 57'055.- betragen h�tte, was einen Invalidit�tsgrad von 15 % erg�be.
4.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. �bt sie nach Eintritt der Invalidit�t eine Erwerbst�tigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverh�ltnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise voll aussch�pft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grunds�tzlich der tats�chlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbst�tigkeit aufgenommen hat, so k�nnen entweder Tabellenl�hne gem�ss den vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301).
4.2 Die Vorinstanz erwog, der Versicherte sei in der Firma Y._______ gut eingegliedert und verwerte seit der Pensumerh�hung auf 100 % am 1. September 2010 seine Arbeitskraft vollumf�nglich. Beim erzielten Verdient von Fr. 57'055.- k�nne nicht von einem Soziallohn, der seiner Arbeitsleistung nicht gerecht werde, gesprochen werden. Hingegen k�nne das Arbeitsverh�ltnis noch nicht als besonders stabil bezeichnet werden. Im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides am 3. Februar 2011 (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) habe der Versicherte seit einem Jahr in der Firma Y.________ und erst seit einem halben Jahr zu 100 % gearbeitet. Zudem sei er in diesem Zeitpunkt noch nicht 25 Jahre alt gewesen, so dass auch aus diesem Grund in absehbarer Zeit mit einem Stellenwechsel zu rechnen sei. Anderseits st�nden ihm aufgrund seines Alters, der abgeschlossenen Lehre, der sich angeeigneten Informatikkenntnisse und der trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung mit nur wenigen Einschr�nkungen verwertbaren vollumf�nglichen Arbeitsf�higkeit verschiedenste Stellen offen, so dass die SUVA zu Recht auf das auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erzielbare Einkommen abgestellt habe.
4.3.1 Dem vermag der Versicherte nichts Entscheidendes entgegenzusetzen. Namentlich kann in der Begr�ndung der Vorinstanz, wonach der ab 1. September 2010 in der Firma Y._______ bei einer 100%igen Erwerbst�tigkeit erzielte Lohn nicht als massgebendes Invalideinkommen herangezogen werden k�nne, da bei Erlass des Einspracheentscheides noch kein besonders stabiles Arbeitsverh�ltnis vorgelegen habe und anderseits die T�tigkeit - wiewohl hinsichtlich des gesundheitlichen Anforderungsprofils zwar grunds�tzlich geeignetes Einsatzgebiet darstellend - nicht die bestm�gliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsf�higkeit gew�hrleiste, keine Bundesrechtsverletzung erblickt werden. Vielmehr besteht kein Raum f�r das Abstellen auf das tats�chlich erzielte Einkommen, wenn mit der zumutbaren Aussch�pfung des noch vorhandenen Leistungspotenzials eine Rente zu vermeiden w�re. Der relevante ausgeglichene Arbeitsmarkt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f. mit Hinweis) bietet zahlreiche Optionen an, die im vorliegenden Fall behinderungsbedingt in Frage k�men. Es sprechen weder das Alter noch andere Faktoren dagegen, dass der Versicherte seiner Schadenminderungspflicht nachkommt und ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt (vgl. auch Urteil 8C_825/2011 vom 11. April 2012 E. 4.3.2, wo ein im Verf�gungszeitpunkt seit elf Monaten dauerndes Arbeitsverh�ltnis als nicht besonders stabil qualifiziert wurde).
4.3.2 Der Versicherte wendet insbesondere ein, rechtsmissbr�uchlich und widerspr�chlich sei die Tatsache, dass die SUVA anf�nglich seine angestrebte berufliche Umorientierung zum Lkw-Chauffeur unterst�tzt und gar versprochen habe, im Falle der erfolgreichen Umschulung freiwillige Differenzzahlungen zu leisten. Sein Lohn h�tte diesfalls ca. 10 % weniger betragen als er heute verdiene. Die SUVA habe nie moniert, dass er als Chauffeur seine Erwerbsm�glichkeiten nicht in zumutbarer Weise aussch�pfen w�rde.
Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3, Art. 9 BV) verbietet den staatlichen Beh�rden und den Privaten, sich in ihren �ffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widerspr�chlich oder rechtsmissbr�uchlich zu verhalten (nicht publ. E. 6 des Urteils BGE 132 V 412, in SVR 2007 UV Nr. 6 S. 18 [U 62/06]). Dieser Grundsatz verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in beh�rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begr�ndendes Verhalten der Beh�rden. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Beh�rde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat (nicht publ. E. 5.2 des Urteils BGE 135 V 412, in SVR 2010 UV Nr. 2 S. 7 [8C_784/2008]; SVR 2012 AlV Nr. 3 S. 5 E. 5.2 [8C_332/2011]). Aus dem Umstand, dass die SUVA am 28. Oktober 2008 gegen die geplante Umschulung des Versicherten zum Lkw-Chauffeur keine Einw�nde erhob und ihm freiwillige Differenzzahlungen in Aussicht stellte, konnte er nicht ohne Weiteres darauf vertrauen, sie werde die am 1. Februar 2010 zu 50 % angetretene und ab 1. September 2010 definitiv zu 100 % ausge�bte Arbeitsstelle bei der Firma Y.________ als Grundlage f�r die Berechnung des Invalideneinkommens heranziehen. Es w�re ihm offen gestanden, diesbez�glich bei der SUVA vorg�ngig nachzufragen. Seine Berufung auf Treu und Glauben scheitert somit.
5.1 Das Abstellen auf DAP-L�hne setzt voraus, dass, zus�tzlich zur Auflage von mindestens f�nf DAP-Bl�ttern, Angaben gemacht werden �ber die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitspl�tze, �ber den H�chst- und den Tiefstlohn sowie �ber den Durchschnittslohn der entsprechenden Gruppe. Allf�llige Einwendungen der versicherten Person bez�glich des Auswahlermessens und der Repr�sentativit�t der DAP-Bl�tter im Einzelfall sind grunds�tzlich im Einspracheverfahren zu erheben. Ist die SUVA nicht in der Lage, den erw�hnten verfahrensm�ssigen Anforderungen zu gen�gen, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (BGE 129 V 472). Diesfalls hat das im Beschwerdeverfahren angerufene Gericht die Sache entweder an den Versicherer zur�ckzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gest�tzt auf die LSE vorzunehmen (BGE 129 V 472 E. 4.2.2 S. 481).
5.2 Zwei der von der SUVA beigezogenen DAP-Arbeitspl�tze (Nrn. 11195 und 395741) setzen den Staplerfahrzeug-Fahrausweis voraus. Der Versicherte bringt vor, er besitze diesen nicht. Dr. med. G.________, Facharzt f�r Allg. Medizin FMH, gab im Bericht vom 26. M�rz 2010 - auf den die Vorinstanz abstellte - an, ab und zu blute die Narbe infrapatell�r; st�rend seien Wadenkr�mpfe rechts, die beim Autofahren hinderlich seien. Gem�ss der SUVA-Information zur Ausbildung von Staplerfahrern werden k�rperliche Beweglichkeit und ein gutes Reaktionsverm�gen vorausgesetzt (www.suva.ch). In diesem Lichte ist es fraglich, ob der Versicherte als Staplerfahrer geeignet ist und die entsprechenden zwei DAP-Arbeitspl�tze repr�sentativ sind. Dies kann jedoch offenbleiben. Denn die Verifizierung aufgrund des statistischen Durchschnittslohns ergibt, dass die Rentenverneinung rechtens ist (vgl. Urteil 8C_607/2012 vom 3. Dezember 2012 E. 4.1).
Der statistische Durchschnittslohn betrug gem�ss der LSE 2010, Tabelle TA1 (S. 26), f�r M�nner im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive T�tigkeiten) bei 40 Wochenarbeitsstunden monatlich Fr. 4'901.-. Umgerechnet auf die betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit "Total" von 41,6 Stunden im Jahre 2010 (vgl. Staatssekretariat f�r Wirtschaft, Die Volkswirtschaft, 10-2012, S. 94 Tabelle B9.2) ergibt sich f�r das Jahr 2010 ein monatliches Einkommen von Fr. 5'097.- beziehungsweise ein Jahreslohn von Fr. 61'164.50. Dieser LSE-Ausgangswert kann gek�rzt werden, soweit anzunehmen ist, dass die verbleibende Leistungsf�higkeit infolge eines oder mehrerer Merkmale (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann. Der Abzug darf 25 % nicht �bersteigen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsf�higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; Urteil 8C_514/2012 vom 11. Dezember 2012 E. 6.1). Vorliegend bestehen keine Gr�nde f�r einen Abzug, insbesondere auch nicht wegen einer leidensbedingten Einschr�nkung. Denn in seiner in 100%igem Pensum ausge�bten T�tigkeit in der Firma Y._______ wird der Versicherte als Haustechniker und Hauswart eingesetzt. Aufgrund des k�rperlichen Anforderungsprofils an diese Arbeit (vgl. Stelleninserat; Arbeitsplatzbeschreibung der Arbeitgeberin vom 12. April 2010) ist nicht davon auszugehen, dass er bei Arbeiten im LSE-Anforderungsniveau 4 gesundheitsbedingt handicapiert w�re. Der Vergleich des LSE-Einkommens von Fr. 61'164.50 mit dem Valideneinkommen von Fr. 67'143.- (vgl. E. 3 hievor) f�r das Jahr 2010 ergibt ebenfalls einen rentenausschliessenden Invalidit�tsgrad von gerundet 9 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121).
5.3 Dass sich hieran bis zum Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 etwas ge�ndert h�tte, ist nicht ersichtlich, zumal die Nominallohnentwicklung zwischen den Jahren 2010 und 2011 bei M�nnern im Baugewerbe (Valideneinkommen) und im Bereich "Total" (Invalideneinkommen) mit je 1 % identisch war (Bundesamt f�r Statistik, Lohnentwicklung 2011, T1.1.10, Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011).
Der unterliegende Beschwerdef�hrer tr�gt die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1, 68 Abs. 2 BGG).