Source: http://www.aussergewoehnliche-belastungen.de/unterhalt-beispiele/
Timestamp: 2018-08-18 18:31:12
Document Index: 185160237

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 33', '§ 9', '§ 9', '§ 19', '§ 33', '§ 33', '§ 32', '§ 33', '§ 33', '§ 19', '§ 33', '§ 9']

Beispiele Unterhalt | Außergewöhnliche Belastungen
Beispiele Unterhalt
Beispielfälle zu der Berechnung von Unterhaltsleistungen
Der Steuerpflichtige Arno Sommerwind, wohnhaft in Dresden, unterstützt im gesamten VZ 2016 (= Veranlagungszeitraum) seine vermögenslose Mutter, Eleonore Sommerwind, 67 Jahre, wohnhaft in Erfurt, mit monatlich 400€. Die Mutter erhält seit Januar 2015 eine Pension (= Versorgungsbezug nach § 19 Abs. 2 EStG) von jährlich 3.800€ und eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung von jährlich 2.400€. Die Höhe der Pension und Rente bleibt in 2016 unverändert. Der Zuschuss zur Krankenversicherung betrug 220€.
Welchen Betrag kann Herr Sommerwind als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Abs. 1 EStG im VZ 2016 berücksichtigen?
Höchstbetrag (jährlich) 8.652€
Kürzung um:
Bruttoarbeitslohn 3.800€
– Versorgungsfreibetrag (Basis 2015) 912€
24% von 3.800€, max. 1.800€
– Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag 540€
– WK-Pauschbetrag (§ 9a S. 1 Nr. 1b EStG) 102€
Einkünfte 2.246€ –> 2.246€
Rente (Basis 2015) 2.400€
Besteuerungsanteil (70% von 2.400€) 1.680€
– WK-Pauschbetrag (§ 9a S. 1 Nr. 3 EStG) 102€
Einkünfte 1.578€ –> 1.578€
steuerlich nicht erfasster Teil der Rente* 720€
steuerfrei bleibende Einkünfte nach § 19 Abs. 2 EStG** 1.452€
Zuschuss zur KV 220€
Zwischensumme 2.392€
– Kostenpauschale 180€
Bezüge 2.212€ –> 2.212€
– Karenzbetrag 624€
übersteigender Betrag 5.412€ –> 5.412€
gekürzter Höchstbetrag 3.240€
tatsächliche Aufwendungen 4.800€, max. abziehbar 3.240€
* = 30% von 2.400€ (nicht der Besteuerung unterliegende Teil der Rente)
** = Versorgungsfreibetrag + Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag (912€ + 540€)
Der Rechtsanwalt Rudi Recht, Berlin, hat seine 23-jährige Tochter Valentina, die in Bremen Jura studiert, in 2016 mit 700€ monatlich unterstützt. Er hat für seine Tochter Kindergeld erhalten.
Welchen Betrag kann Recht im VZ 2016 nach § 33a Abs. 1 EStG für seine Tochter geltend machen?
Die Aufwendungen können nach § 33a Abs. 1 EStG nicht berücksichtigt werden, weil der Steuerpflichtige Anspruch auf Kindergeld bzw. einen Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG hat. Allerdings kann ein Sonderausbildungsfreibetrag nach § 33a Abs. 2 EStG beansprucht werden.
Der Steuerpflichtige Lukas Kolle hat im VZ 2016 seinen kranken Vater ab dem 02.03.2016 in seinem Haushalt aufgenommen. Ihm sind hierdurch in 2016 Aufwendungen für den Unterhalt in Höhe von 3.500€ entstanden. Der vermögenslose Vater erhielt seit Januar 2016 (Versorgungsbeginn) eine kleine Beamtenpension von insgesamt 4.200€. Außerdem erzielte er in 2016 Einnahmen aus Kapitalvermögen vor Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 953€. Diese Einnahmen unterliegen der Abgeltungssteuer. Ein Freistellungsauftrag in maximaler Höhe hat der Bank vorgelegen.
Ermitteln Sie die abziehbaren Unterhaltsaufwendungen nach § 33a Abs. 1 EStG für den Veranlagungszeitraum 2016!
Höchstbetrag (jährlich) 8.652€ x 10/12 = 7.210€ –> 7.210€
Bruttoarbeitslohn 4.200€
– Versorgungsfreibetrag
24% von 4.200€, max. 1.800€ 1.075€
Einkünfte (gerundet) 2.483€ x 10/12 –> 2.070€
(Die Einkünfte unterliegen der Abgeltungssteuer.) 0€ –> 0€
steuerfrei bleibende Einkünfte nach § 19 Abs. 2 EStG* 1.615€
Einnahmen aus Kapitalvermögen (brutto) 953€
Bezüge 2.388€ x 10/12 –> 1.990€
Summe der Einkünfte und Bezüge 4.060€
– Karenzbetrag 624€ x 10/12 520€
übersteigender Betrag 3.540€ –> 3.540€
gekürzter Höchstbetrag 3.670€
tatsächliche Aufwendungen 3.500€, max. abziehbar 3.500€
* = Versorgungsfreibetrag + Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag (1.075€ + 540€)
Die unbeschränkt steuerpflichtigen Geschwister Josef und Maria Hell unterstützen im VZ 2016 ihre in München lebende vermögenslose Mutter. Josef mit 2.800€, Maria mit 1.600€. Die Mutter bezieht eine steuerfreie Unfallrente in Höhe von 4.820€.
Ermitteln Sie die abziehbaren Unterhaltsaufwendungen der Geschwister nach § 33a Abs. 1 EStG für den Veranlagungszeitraum 2016!
Einkünfte 0€ –> 0€
steuerfreie Unfallrente 4.820€
Bezüge 4.640€ –> 4.640€
übersteigender Betrag 4.016€ –> 4.016€
gekürzter Höchstbetrag 4.338€
tatsächliche Aufwendungen 4.400€, max. abziehbar 4.338€
Die Unterhaltsaufwendungen von Josef und Maria sind nach dem Verhältnis der Unterhaltsleistungen aufzuteilen:
abziehbare Unterhaltsaufwendungen
Josef 2.800€ 63,64% 2.760,70€
Maria 1.600€ 36,36% 1.577,30€
gesamt 4.400€ 100,00% 4.338,00€
Der 30-jährige Sohn eines Steuerpflichtigen beendet sein auswärtiges Studium am 10.07.2016. In 2016 bestand kein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Der Sohn verfügte bis zum Juli 2016 über keine eigenen Einkünfte und Bezüge. Ab 01.08.2016 erhielt der Sohn ein Bruttogehalt als Angestellter in Höhe von 2.000€ monatlich. Der Vater unterstützte seinen Sohn bis zum 30.07.2016 mit monatlich 700€.
Höchstbetrag (jährlich) 8.652€ x 7/12 5.047€
Die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sind nicht anzusetzen, da sie wirtschaftlich nicht zu dem Unterhaltszeitraum gehören.
gekürzter Höchstbetrag 4.900€
tatsächliche Aufwendungen 4.900€, max. abziehbar 4.900€
Der Steuerpflichtige Weingeist, wohnhaft in Bingen, unterstützt im gesamten VZ 2016 seine vermögenslose 34-jährige Tochter Sina mit 150€ monatlich. Die Tochter absolviert eine Umschulung und bezieht einen jährlichen Arbeitslohn von 7.200€. Davon wurden gesetzliche Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 1.470,60€ abgezogen (Krankenversicherung 590,40€, Rentenversicherung 680,40€, Pflegeversicherung 91,80€ und Arbeitslosenversicherung 108€). Daneben erhält sie seit dem 28. Lebensjahr eine steuerfreie Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung in Höhe von 50€ monatlich und eine lebenslängliche Rente aus einer privaten Unfallversicherung i.H.v. 120€ monatlich.
+ Erhöhungsbetrag Basis-KV/PV
Krankenversicherung 590,40€
– Kürzung 4% für Lohnfortzahlung 23,62€
verbleibender Betrag 566,78€
+ Pflegeversicherung 91,80€
Erhöhungsbetrag (gerundet) 658,58€ –> 659€
Summe aus Höchstbetrag und Erhöhungsbetrag 9.311€
Bruttoarbeitslohn 7.200€
– WK-Pauschbetrag (§ 9a S. 1 Nr. 1a EStG) 1.000€
Einkünfte 6.200€ –> 6.200€
Private Unfallrente 1.440€
Ertragsanteil (45% von 1.440€) 648€
Einkünfte 546€ –> 546€
steuerlich nicht erfasster Teil der Rente* 792€
steuerfreie Unfallversicherung 600€
Zwischensumme 1.392€
Bezüge 1.212€ –> 1.212€
übersteigender Betrag 7.334€ –> 7.334€
gekürzter Höchstbetrag 1.977€
tatsächliche Aufwendungen 1.800€, max. abziehbar 1.800€
* = 55% von 1.440€ (nicht der Besteuerung unterliegende Teil der Rente)