Source: https://www.detmold.ihk.de/de/service/newsletter/archiv/507
Timestamp: 2019-01-24 04:56:49
Document Index: 128606864

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 22', '§ 22', '§ 26', '§ 22', '§ 26', '§ 22', '§ 22', '§ 19', '§ 12']

Newsletter Aus- und Weiterbildung 02/15 | IHK Detmold Newsletter
Newsletter Aus- und Weiterbildung 02/15
alles neu macht der Mai und Gutes bleibt bestehen. In diesem Sinne möchten wir Sie auf interessante Infos rund um die Aus- und Weiterbildung aufmerksam machen.
Das Thema Mindestlohn ist nicht nur für Arbeitnehmer ein großes Thema. Wie ist das eigentlich bei Praktikanten geregelt? Auch hier gibt es einiges zu beachten.
"IHK-Bildungspreis":Sind Sie ein Gipfelstürmer? Unter diesem Motto verleihen die IHK-Organisation und die Otto Wolff Stiftung gemeinsam den „IHK-Bildungspreis 2016“. Nach erfolgreicher Premiere im Jahr 2014 können Unternehmen nun wieder zeigen, wie sie Aus- und Weiterbildung gestalten und so auch Hürden meistern. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online auf www.ihk-bildungspreis.de. Am 15. Februar 2016 werden in Berlin die Gewinner durch eine 400-köpfige IHK-Prüfer-Jury live gewählt.
Ausbilden ist viel zu teuer! Oder eine Investition, die sich lohnt? Eine neue und repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BiBB) nennt Zahlen und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.
Inklusion ist nicht nur Illusion: Ein Kurzfilm zeigt recht anschaulich, wie sich die betriebliche Zusammenarbeit mit behinderten und nichtbehinderten Kollegen mit einfachen Gesten bewerkstelligen lässt.
Kennen Sie eigentlich unsere bundeseinheitliche Prüfungsstatistik? Nicht nur für Zahlenfreunde bietet sie Informationen für Ausbildungsbetriebe und Azubis.
Der Mindestlohn im Praktikum
"IHK-Bildungspreis":Sind Sie ein Gipfelstürmer?
Praktikanten haben seit dem 01.01.2015 Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 € (§§ 1, 22 Abs. 1 MiLoG),
Sie können auch nicht rechtswirksam auf den Mindestlohn verzichten und sich mit einer geringeren Vergütung begnügen. Ausnahmen von der Mindestlohnpflicht bestehen nur bei folgenden fünf Konstellationen, für deren Vorliegen der Arbeitgeber im Streitfall darlegungs- und beweispflichtig ist:
Pflichtpraktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung (§ 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 MiLoG)
Hierunter fallen auch die Praxisphasen im Rahmen eines dualen Studiums. Entscheidend ist ,dass sich Dauer und Notwendigkeit des Praktikums direkt aus der (auch ausländischen) Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung ergeben. Die Bestätigung der Praktikumspflicht durch ein Schreiben der Hochschule genügt nicht. Der Arbeitgeber sollte sich die Studienordnung und eine Studienbescheinigung des Praktikanten vorlegen lassen und zu den Akten nehmen.
Freiwillige studien- oder ausbildungsbegleitende Praktika von maximal drei Monaten (§ 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 MiLoG)
Die Mindestlohnbefreiung gilt hier nur, wenn nicht schon zuvor ein solches freiwilliges Praktikum beim gleichen Arbeitgeber absolviert wurde. Trotz Mindestlohnbefreiung besteht beim freiwilligen Praktikum aber wie bisher Anspruch auf eine der Praktikantentätigkeit angemessenen Vergütung nach §§ 26, 17 BBIG: Dauert das freiwillige Praktikum länger als drei Monate, fällt es komplett unter den Mindestlohn uns ist (ggf. rückwirkend) ab dem ersten Tag mit dem Mindestlohn zu vergüten. Dies gilt auch für Praktika, die 2014 begonnen haben. Komplette Mindestlohnpflicht besteht auch, wenn ein zunächst dreimonatiges Praktikum nachträglich verlängert wird. Unklar ist bislang, ob ein vorheriges Praktikumsverhältnis beim selben Unternehmen unschädlich ist, wenn das vorherige und das aktuelle Praktikumsverhältnis zusammengerechnet die Dauer von drei Monaten nicht übersteigen.
Freiwillige Praktika von maximal drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen (§§ 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 MiLoG)
Voraussetzung ist grundsätzlich, dass der Praktikant zuvor weder Ausbildung noch Studium absolviert hat. Trotz Mindestlohnbefreiung besteht dann aber ein Anspruch auf eine angemessene Vergütung nach §§ 26, 17 BBiG. Dauer ein solches Praktikum länger als 3 Monate, fällt es komplett unter den Mindestlohn.
Einstiegsqualifizierungen (EQ) oder Praktikum im Rahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 4 MiLoG)
Praktikant ist jünger als 18 Jahre und ohne Berufsabschluss (§§ 22 Abs. 2 MiLoG)
Verstöße gegen das Mindestlohngesetz können mit Bußgeldern bis zu 500.000 € sanktioniert werden. Zudem können Unternehmen, die gegen das MiLoG verstoßen, von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden (§ 19 MiLoG). Praktikanten, die Anspruch auf Mindestlohn haben, fallen zudem seit dem 01.01.2015 unter das Nachweisgesetz. Ihnen muss bereits vor Aufnahme der Praktikantentätigkeit eine vom Arbeitgeber unterschriebene Niederschrift der wesentlichen Vertragsbedingungen ausgehändigt werden (§ 12 NachwG).
Hinweise auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf dem Praktikumsverhältnis anzuwenden sind.
Weitere Informationen erhalten Sie über die eingerichtete Internetseite des Bundesarbeitsministeriums:
Die IHK-Organisation und die Otto Wolff Stiftung verleihen gemeinsam den „IHK-Bildungspreis 2016“. Nach erfolgreicher Premiere im Jahr 2014 können Unternehmen nun wieder zeigen, wie sie Aus- und Weiterbildung gestalten und so auch Hürden meistern. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online auf www.ihk-bildungspreis.de. Während der Preisverleihung am 15. Februar 2016 werden aus Finalisten Gewinner: Eine 400-köpfige IHK-Prüfer-Jury wählt live einen Preisträger pro Kategorie aus jeweils drei Finalisten.
Der „IHK-Bildungspreis“ bietet neben der Chance, einen der begehrten Preise gewinnen zu können, eine Plattform zum Austausch und Netzwerken untereinander. Die Preise sind jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro dotiert, das jedes Gewinner-Unternehmen zweckgefunden an eine Einrichtung zur Förderung der Beruflichen Bildung spendet. Bewerbungen können in folgenden Preiskategorien eingereicht werden:
„IHK-Bildungspreis“ - unterteilt nach Betriebsgrößenklasse:
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online in zwei Stufen: In einem ersten Schritt findet die Registrierung statt und es sind einige Fragen zu beantworten. Im Anschluss werden die Teilnahmevoraussetzungen geprüft. In einer zweiten Stufe können ergänzende Unterlagen oder Links hochgeladen werden. Nach Ablauf des Bewerbungszeitraumes findet eine erste Vorauswahl durch unsere Fachjury statt, aus der die nominierten Finalisten hervorgehen. Diese Finalisten werden zur großen Preisverleihung am 15. Februar 2016 nach Berlin eingeladen. Während der Veranstaltung werden die Finalisten vorgestellt und die Gewinner live durch unsere 400-köpfige IHK-Jury bestimmt. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Für alle weiteren Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Betriebe investieren in hohem Umfang in die Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses. Nach den Ergebnissen einer neuen repräsentativen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung sind die Aufwendungen der Betriebe im Vergleich zur letzten Erhebung 2007 um real etwa 600 Euro pro Auszubildendem und Jahr auf 5.398 Euro gestiegen. Im Ausbildungsjahr 2012/2013 entstanden den Betrieben im Durchschnitt pro Auszubildendem und Jahr Bruttokosten in Höhe von 17.933 Euro, die sich durch die produktiven Leistungen in Höhe von durchschnittlich 12.535 Euro reduzieren. In den technischen Berufen sind die Nettokosten am höchsten, in den kaufmännischen Berufen am geringsten. Bei einer Übernahme der Auszubildenden entstehen zusätzliche erhebliche Kosteneinsparungen für die Betriebe, außerdem reduziert sich die Abhängigkeit von den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Mehrzahl (59%) der mehr als 3.000 befragten Ausbildungsbetriebe ist nach eigener Aussage "sehr zufrieden" oder "zufrieden" mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Ausbildung.
Weitere Ergebnisse und BIBB REPORT
In kurzen schnellen Schnitten zeigt der Film Menschen mit und ohne Behinderung, die Selbstverständlichkeit der Zusammenarbeit im betrieblichen Alltag, die Potentiale und wie inklusive Beschäftigung im Arbeitsleben mit wenig großen Worten, dafür mit vielen kleinen Gesten erfolgreich gestaltet werden kann. Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) hat gemeinsam mit der Handwerkskammer Düsseldorf und der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg im Rahmen des Projektes „Wissenstransfer Inklusion“ den 13 minütigen Film produziert, der zeigt, dass sich die Integration von Menschen mit Behinderung in den täglichen Prozess der Leistungserstellung mit einfachen Mitteln bewerkstelligen lässt und es für alle Beteiligten ein großer Gewinn ist.
http://www.handwerk-nrw.de/aktuelles/presse/aktuelle-meldungen/einzelansicht/datum/2015/03/13/kurzfilm-zusammenarbeit-foerdert-inklusion.html
...und hier gehts zum Film
Die Industrie- und Handelskammern führen jährlich in über 270 Berufen mehr als 300.000 Abschlussprüfungen durch. Um die Prüfungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erstellen und veröffentlichen die IHKs seit Oktober 2009 eine bundesweit einheitliche Prüfungsstatistik für Abschlussprüfungen in allen Ausbildungsberufen. Ziel ist es, dass Betriebe und Prüfungsteilnehmer die individuellen Prüfungsergebnisse mit den Ergebnissen auf IHK-, Landes- und Bundesebene vergleichen können.
Die Statistiken der Abschlussprüfungen werden regelmäßig am letzten Dienstag im März (Prüfungsergebnisse der Winterabschlussprüfung) und am letzten Dienstag im September (Prüfungsergebnisse der Sommerabschlussprüfung) veröffentlicht. Auf der Basis der ersten Erfahrungen ist eine sukzessive Optimierung der Prüfungsstatistik geplant. Ihre Anregungen nimmt Ihre IHK Lippe gerne entgegen.