Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20157/11
Timestamp: 2019-04-25 05:11:35
Document Index: 181458772

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', '§ 280', '§ 823', '§ 280', '§ 823', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 287']

BGH, 22.05.2012 - VI ZR 157/11 - dejure.org
§ 249 BGB, § 280 Abs 1 BGB, § 823 Abs 1 BGB
Arzthaftung - Einstandspflicht für Folgen Zweiteingriff
Einstandspflicht eines Arztes für die Folgen eines Zweiteingiffs durch einen nachbehandelnden Arzt bei Erforderlichkeit wegen des Unterlaufens eines Behandlungsfehlers beim Ersteingriff
Zur Haftung des fehlerhaft erstbehandelnden Arztes für die Folgen eines fehlerhaften Zweiteingriffs
christmann-law.de (Zusammenfassung und Volltext)
Der Arzt, der grob fehlerhaft operiert, haftet für einen Schaden, der bei dann notwendiger Nachoperation entsteht
BGB § 280 Abs. 1; BGB § 823 Abs. 1; ZPO § 287
Schadensrecht - Einstandspflicht eines Arztes für Zweit-OP nach Kunstfehler
Zur Arzthaftung bei Zweiteingriff
Ärzte können nach eigenen Behandlungsfehlern auch noch für Schädigungen durch Dritte haften
Zur Haftung des Arztes wegen der Notwendigkeit eines Zweiteingriffs
Arzt haftet für die Fehler anderer
Arzthaftung - Erstbehandelnder Arzt haftet auch für Folgen eines Zweiteingriffs!
Arzt haftet für Folgefehler
Klinik haftet für durch Fehler erforderlichen Zweiteingriff
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2012, Az.: VI ZR 157/11 (Haftung für die Folgen eines ärztlichen Zweiteingriffs)" von VorsRiOLG a.D. RA Hermann Lemcke, original erschienen in: r+s 2012, 409 - 412.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2012, Az.: VI ZR 157/11 (Schätzen des Stundenlohns beim Haushaltsführungsschaden)" von Ass. iur. Rüdiger Balke, original erschienen in: SVR 2012, 422 - 423.
LG München I, 24.02.2010 - 9 O 11012/09
LG München I, 22.03.2010 - 9 O 11012/09
LG München I, 24.02.2011 - 9 O 11012/09
OLG München, 21.04.2011 - 1 U 2363/10
NJW 2012, 2024
MDR 2012, 762
NJ 2012, 426
VersR 2012, 905
Insoweit ist eine wertende Betrachtung geboten (…vgl. BGH, Urteile vom 20. Mai 2014 - VI ZR 381/13, BGHZ 201, 263 Rn. 10;… vom 26. Februar 2013 - VI ZR 116/12, NJW 2013, 1679 Rn. 12;… vom 6. September 2012 - VII ZR 72/10, NJW 2012, 3371 Rn. 11; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, NJW 2012, 2024 Rn. 14;… vom 11. Januar 2005 - X ZR 163/02, NJW 2005, 1420, 1421 f., juris Rn. 18, jeweils m.w.N.;… Palandt/Grüneberg, BGB, 75. Aufl., vor § 249 Rn. 29 f. m.w.N.).
Die revisionsrechtliche Nachprüfung ist darauf beschränkt, ob der Tatrichter Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Betracht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, NJW 2012, 2024 Rn. 23 mwN).
Sie ist revisionsrechtlich nur daraufhin überprüfbar, ob der Tatrichter Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Betracht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, NJW 2012, 2024 Rn. 23 m.w.N.).
Eine Haftung besteht nur für diejenigen äquivalenten und adäquaten Schadensfolgen, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu deren Abwendung die verletzte Norm erlassen oder die verletzte Vertragspflicht übernommen wurde (vgl. Senatsurteile vom 22. April 1958 - VI ZR 65/57, BGHZ 27, 137, 140 ff.; vom 6. Juni 1989 - VI ZR 241/88, BGHZ 107, 359, 364; vom 7. Juni 1968 - VI ZR 1/67, VersR 1968, 800, 802 f. und vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 14;… BGH, Urteile vom 11. Juni 2010 - V ZR 85/09, NJW 2010, 2873 Rn. 24; vom 11. Januar 2005 - X ZR 163/02, NJW 2005, 1420, 1421;… Palandt/Grüneberg, BGB, 72. Aufl., vor § 249 Rn. 29 f. mwN).
Dagegen betrifft die haftungsausfüllende Kausalität den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Rechtsgutsverletzung und weiteren Gesundheitsschäden (…vgl. Senatsurteil vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 9; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 10).
Insoweit ist eine wertende Betrachtung geboten (vgl. Senatsurteile vom 20. September 1988 - VI ZR 37/88, VersR 1988, 1273, 1274; vom 6. Mai 2003 - VI ZR 259/02, VersR 2003, 1128, 1130 und vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, juris Rn. 14).
Eine Haftung besteht nur für diejenigen äquivalenten und adäquaten Schadensfolgen, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu deren Abwendung die verletzte Norm erlassen wurde (…Senatsurteile vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, VersR 2012, 1038 Rn. 33; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 14;… vom 26. Februar 2013 - VI ZR 116/12, VersR 2013, 599 Rn. 12;… vgl. ferner Senatsurteil vom 20. Mai 2014 - VI ZR 381/13, BGHZ 201, 263 Rn. 10;… BGH, Urteile vom 11. Juni 2010 - V ZR 85/09, NJW 2010, 2873 Rn. 24;… vom 6. September 2012 - VII ZR 72/10, VersR 2013, 68 Rn. 11;… Palandt/Grüneberg, BGB, 74. Aufl., vor § 249 Rn. 29 f. mwN).
Insoweit ist eine wertende Betrachtung geboten (…Senatsurteile vom 20. Mai 2014 - VI ZR 381/13, BGHZ 201, 263 Rn. 10;… vom 26. Februar 2013 - VI ZR 116/12, VersR 2013, 599 Rn. 12; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 14; vom 20. September 1988 - VI ZR 37/88, VersR 1988, 1273, 1274; BGH…, Urteil vom 6. September 2012 - VII ZR 72/10, VersR 2013, 68 Rn. 11; jeweils mwN).
Die Feststellung der haftungsausfüllenden Kausalität und damit der Ursächlichkeit der Rechtsgutverletzung für alle weiteren (Folge-)Schäden richtet sich hingegen nach § 287 ZPO; hier kann zur Überzeugungsbildung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit genügen (…vgl. Senatsurteile vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 9 mwN; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 10 mwN;… vom 2. Juli 2013 - VI ZR 554/12, VersR 2013, 1174 Rn. 15; näher Senatsurteile vom 24. Juni 1986 - VI ZR 21/85, VersR 1986, 1121, 1122 f.; vom 4. November 2003 - VI ZR 28/03, VersR 2004, 118, 119 f.;… siehe auch Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 6. Aufl., Rn. B 189 ff.;… Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 12. Aufl., Rn. 626 ff.).
d) Ob es auch bei einem rechtzeitigen Eingriff zu einer Sauerstoffunterversorgung hätte kommen können, betrifft nicht die Kausalität der tatsächlich durchgeführten Behandlung für den eingetretenen Schaden, sondern einen hypothetischen Kausalverlauf bei rechtmäßigem Alternativverhalten, für den die Beklagten beweispflichtig sind (vgl. Senatsurteile vom 15. März 2005 - VI ZR 313/03, VersR 2005, 836, 837; vom 22. Mai 2012 - VI ZR 157/11, VersR 2012, 905 Rn. 12, jeweils mwN).
OLG Hamm, 24.01.2017 - 9 U 54/15
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