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Timestamp: 2016-10-27 13:07:10
Document Index: 264115060

Matched Legal Cases: ['Art. 103', 'Art. 14', 'Art. 100', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 17', 'in casu', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 100', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

2A.601/2003 (13.04.2004)
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 14. November 2003.
Die kroatische Staatsangeh�rige A.________, geboren 1962, reiste im Jahre 1990 als Saisonni�re in die Schweiz ein. Am 17. September 1993 wurde ihr eine Jahresaufenthalts- und am 20. M�rz 2000 die Niederlassungsbewilligung erteilt.
Aus einer fr�heren Ehe von A.________ in ihrem Heimatland waren der Sohn B.________, geboren am 20. Februar 1982, und die Tochter C.________, geboren am 28. Januar 1985, hervorgegangen. Mit der Scheidung im Jahre 1987 wurde das Sorgerecht �ber die beiden Kinder A.________ zugesprochen. Die Kinder werden seit dem Wegzug ihrer Mutter in die Schweiz von ihren Grosseltern betreut. Der Vater der Kinder verstarb 1993 im Krieg.
Am 20. M�rz 2001 stellte A.________ ein Familiennachzugsgesuch f�r ihre beiden Kinder, worauf ihr die Fremdenpolizei des Kantons Aargau (heute Migrationsamt) mitteilte, ihr Sohn sei zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bereits 18 Jahre alt gewesen, weshalb auf das ihn betreffende Gesuch nicht eingetreten werden k�nne. Mit Verf�gung vom 29. Juni 2001 lehnte die Fremdenpolizei das Familiennachzugsgesuch f�r die Tochter ab. Die Verf�gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 24. Juli 2001 reichte A.________ bei der Fremdenpolizei des Kantons Aargau ein Wiedererw�gungsgesuch gegen die Verf�gung vom 29. Juni 2001 ein. Am 19. September 2001 teilte die von der Fremdenpolizei mit Abkl�rungen vor Ort betraute Schweizerische Botschaft in Zagreb mit, dass die Grossmutter von C.________ - wie im Wiedererw�gungsgesuch vorgebracht - an Leuk�mie leide, zur Zeit jedoch nicht mehr in station�rer Behandlung sei, sondern sich einer ambulanten Chemotherapie unterziehe. Mit Verf�gung vom 16. September 2002 lehnte das Migrationsamt des Kantons Aargau, Sektion Aufenthalt, das Wiedererw�gungsgesuch ab.
Eine dagegen erhobene Einsprache wies das Migrationsamt des Kantons Aargau, nachdem es die Tochter sowie deren Grosseltern durch die Schweizerische Botschaft in Zagreb hatte besuchen und befragen lassen, am 8. Juli 2003 ab. Zur Begr�ndung f�hrte das Migrationsamt an, die engsten Bezugspersonen der Tochter seien deren Grosseltern; es fehle damit an einer vorrangigen Beziehung zu ihrer in der Schweiz lebenden Mutter. Aufgrund ihrer alters�blichen Selbst�ndigkeit bed�rfe die Tochter nicht mehr st�ndiger F�rsorge, weshalb die Betreuungssituation durch den tempor�ren Spitalaufenthalt und die andauernde ambulante Behandlung der Grossmutter bzw. den Gesundheitszustand des Grossvaters, welcher keine gr�sseren physischen und psychischen Belastungen ertragen k�nne, nicht grunds�tzlich in Frage gestellt werde. Der Nachzug erweise sich damit nicht als notwendig.
Mit Urteil vom 14. November 2003 hiess das Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau eine von A.________ erhobene Beschwerde gut, hob den Einspracheentscheid des Migrationsamtes vom 8. Juli 2003 auf, bewilligte das Familiennachzugsgesuch und wies die Fremdenpolizei an, den Aufenthalt von C.________ zu regeln. Das Gericht erachtete entgegen der Auffassung des Migrationsamtes eine �nderung in der Betreuungssituation aufgrund des Gesundheitszustandes der Grosseltern als notwendig, weshalb dem Gesuch zu entsprechen sei.
Mit Eingabe vom 11. Dezember 2003 erhebt das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES) beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde, mit der es die Aufhebung des Entscheids des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 14. November 2003 beantragt.
A.________ ersucht in ihrer Vernehmlassung um "Best�tigung des Entscheides des Rekursgerichts". Das Migrationsamt des Kantons Aargau schliesst (sinngem�ss) auf Gutheissung der Beschwerde. Das Rekursgericht im Ausl�nderrecht beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
1.1 Nach Art. 103 lit. b OG ist das in der Sache zust�ndige Departement oder, soweit das Bundesrecht es vorsieht, die in der Sache zust�ndige Dienstabteilung der Bundesverwaltung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht berechtigt. Gem�ss Art. 14 Abs. 2 der Organisationsverordnung vom 17. November 1999 f�r das Eidgen�ssische Justiz- und Polizeidepartement (OV-EJPD; SR 172.213.1; Fassung mit der per 1. Mai 2003 angepassten Beh�rdenbezeichnung) ist das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES; vormals Bundesamt f�r Ausl�nderfragen) erm�chtigt, Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zu f�hren.
1.2.1 Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG schliesst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf dem Gebiete der Fremdenpolizei aus gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einr�umt. Gem�ss Art. 4 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142.20) entscheiden die zust�ndigen Beh�rden, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Vertr�ge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen �ber die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Es besteht damit grunds�tzlich kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, der Ausl�nder oder seine in der Schweiz lebenden Angeh�rigen k�nnten sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts (einschliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertrages berufen (BGE 128 II 145 E. 1.1 S. 148; 127 II 161 E. 1a S. 164, je mit Hinweisen).
1.2.2 Gem�ss Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern, wenn sie mit diesen zusammen wohnen. Die Beschwerdegegnerin besitzt die Niederlassungsbewilligung. Ihre Tochter war zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (bzw. in casu der Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs), auf den es im Rahmen von Art. 17 Abs. 2 ANAG f�r die Eintretensfrage ankommt (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1f S. 262; zuletzt: BGE 129 II 249 E. 1.2 S. 252, 11 E. 2 S. 13), noch nicht 18 Jahre alt. Sie hat daher gest�tzt auf diese Bestimmung grunds�tzlich einen Anspruch auf Nachzug zu ihrer Mutter. Damit ist vorliegend der erw�hnte Ausschlussgrund gem�ss Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG nicht gegeben, weshalb der Weg der eidgen�ssischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde zum Vornherein offen steht, ohne dass auf die f�r die Beh�rdenbeschwerde f�r gewisse Konstellationen entwickelten Sonderregeln (vgl. das zur Publikation bestimmte Urteil 2A.457/2003 vom 16. Januar 2004, E. 1.2) zur�ckgegriffen werden muss.
Zu pr�fen ist, ob das kantonale Rekursgericht - wie das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES) behauptet - durch die Bejahung eines Anspruches auf Nachzug der Tochter der Beschwerdegegnerin gest�tzt auf Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG Bundesrecht falsch angewendet hat.
2.1 Zweck des Familiennachzugs gem�ss Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG ist es, das famili�re Zusammenleben zu erm�glichen. Sind die Eltern voneinander getrennt oder geschieden und h�lt sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es nicht um eine Zusammenf�hrung der Gesamtfamilie gehen. In solchen F�llen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen (BGE 129 II 11 E. 3.1.1-3.1.3 S. 14 f., 249 E. 2.1 S. 252 mit Hinweisen). Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zu dem in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige famili�re Beziehung unterh�lt, wobei auch das Verh�ltnis des Kindes zu weiteren Betreuungspersonen (Grosseltern, �ltere Geschwister) in Betracht zu ziehen ist (BGE 129 II 11 E. 3.1.4 S. 15 mit Hinweisen). Im �brigen wird das gesetzgeberische Ziel von Art. 17 Abs. 2 ANAG, das famili�re Zusammenleben zu erm�glichen und rechtlich abzusichern, nicht erreicht, wenn der in der Schweiz niedergelassene Ausl�nder jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor Vollendung des 18. Altersjahrs in die Schweiz holt. Eine Ausnahme kann nur gelten, wenn die Familiengemeinschaft in der Schweiz aus guten Gr�nden erst nach Jahren hergestellt wird; solche Gr�nde m�ssen sich aus den Umst�nden des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a S. 587; 119 Ib 81 E. 3a S. 88; 115 Ib 97 E. 3a S. 101). Es werden hohe Beweisanforderungen gestellt (BGE 124 II 361 E. 4c S. 370 f.). An den Nachweis der fehlenden Betreuungsm�glichkeit im Heimatland sind - zumal es aus integrationspolitischer Sicht nicht erw�nscht ist, dass Jugendliche erst kurz vor Erreichen der Altersgrenze in die Schweiz geholt werden - umso h�here Anforderung zu stellen, je �lter das Kind ist bzw. je gr�sser die ihm in der Schweiz drohenden Integrationsschwierigkeiten sind (BGE 129 II 11 E. 3.3.2 S. 16, mit Hinweis). Die Verweigerung einer Bewilligung l�sst sich jedenfalls dann nicht beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen urspr�nglich selbst freiwillig herbeigef�hrt worden ist, f�r die �nderung der bisherigen Verh�ltnisse keine �berwiegenden famili�ren Interessen bestehen bzw. sich ein Wechsel nicht als zwingend erweist und die Fortf�hrung und Pflege der bisherigen famili�ren Beziehungen nicht beh�rdlich verhindert wird (BGE 129 II 11 E. 3.1.3 S. 15, 249 E. 2.1 S. 253; 124 II 361 E. 3a S. 366 f. mit Hinweisen).
2.2 Das Rekursgericht hat im angefochtenen Entscheid festgestellt, dass die in die Schweiz eingewanderte Beschwerdegegnerin bereits als Jahresaufenthalterin (seit 1993) rechtlich die M�glichkeit gehabt h�tte, ein Familiennachzugsgesuch einzureichen, ein solches jedoch erst rund 7 � Jahre sp�ter stellte. Die von ihr vorgebrachten Gr�nde (gesundheitliche Probleme mit mehrw�chiger Arbeitsunf�higkeit im Jahre 1998, Widerstand ihres damaligen Lebenspartners) verm�chten das lange Zuwarten an sich nicht zu rechtfertigen. Der Beschwerdegegnerin sei aber zugute zu halten, dass sie schon 1992 - aufgrund ihres damaligen Saisonnier-Status jedoch erfolglos - um Nachzug ihrer beiden Kinder ersucht habe. Zu pr�fen sei somit, ob die Betreuung der jahrelang von ihr getrennt lebenden, im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bereits 16-j�hrigen Tochter nicht weiterhin durch die bisherigen Bezugspersonen erfolgen k�nne, bzw. ob sich der Nachzug effektiv als notwendig erweise. Da der Beschwerdegegnerin mit dem Scheidungsurteil im Jahre 1987 das Sorgerecht �ber ihre Tochter �bertragen worden sei, bestehe formell eine vorrangige Beziehung zu dieser. Es sei jedoch offensichtlich, dass die Grosseltern m�tterlicherseits die n�chsten Bezugspersonen der Tochter darstellten, betreuten sie diese doch seit vielen Jahren im Heimatland, wogegen die Beschwerdegegnerin seit 1990 in der Schweiz und demnach seit �ber 13 Jahren getrennt von ihr lebe. Daran verm�chten auch die regelm�ssigen telefonischen Kontakte und die j�hrlichen Besuchsaufenthalte bei der Beschwerdegegnerin in der Schweiz nichts zu �ndern. Den Akten sei zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand der Mutter der Beschwerdegegnerin seit 1999 bis zur Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs am 24. Juli 2001 massiv verschlechtert habe, so dass sie aufgrund ihrer Erkrankung an Leuk�mie sogar habe (am 4. Juli 2001) hospitalisiert werden m�ssen. Es sei deshalb nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin diese neuen Tatsachen nicht bereits anl�sslich des Familiennachzugsgesuchs vom 20. M�rz 2001 geltend gemacht habe. Aufgrund der Akten sei von einem ausserordentlich schlechten Gesundheitszustand der Mutter der Beschwerdegegnerin auszugehen, obwohl deren Behandlung ambulant stattfinde und sie grunds�tzlich zu Hause sei. Die Chemotherapie schw�che und belaste sie zudem noch weiter, weshalb sie - entgegen der Auffassung des Migrationsamtes - ihre Enkelin nicht mehr weiter betreuen k�nne. Ebenso wenig k�nnten diese Aufgabe der Grossvater oder der Bruder wahrnehmen: Ersterer sei ebenfalls in �rztlicher Behandlung und bereits durch die Pflege seiner Ehefrau stark belastet; letzterem k�nne nicht zugemutet werden, f�r seine Schwester zu sorgen, sei er doch nur unwesentlich (weniger als drei Jahre) �lter als diese. Schliesslich vertritt das Rekursgericht den Standpunkt, einem Familiennachzugsgesuch sei dann zu entsprechen bzw. eine Einsprache oder Beschwerde gegen die Abweisung desselben dann gutzuheissen, wenn die Voraussetzungen f�r den Nachzug im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung erf�llt gewesen seien, was auch dann gelte, wenn das Kind im laufenden Verfahren 18 Jahre alt geworden sei. Die Tochter der Beschwerdegegnerin sei im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 20. M�rz 2001, auf welchen f�r die Betrachtung der Notwendigkeit eines Wechsels der Betreuungsverh�ltnisse abzustellen sei, rund 16 Jahre alt gewesen und h�tte - auch als Teenager - weiterhin der Betreuung durch eine Bezugsperson ben�tigt. Zusammenfassend erweise sich daher eine �nderung der Betreuungssituation aufgrund des Gesundheitszustandes der Grosseltern insgesamt als notwendig, weshalb das Familiennachzugsgesuch zu bewilligen sei.
2.3 In seiner Beschwerde bringt das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES) vor, das Rekursgericht gehe fehl in der Annahme, auch bei der Pr�fung der materiellen Rechtslage des Familiennachzugsgesuchs auf den Sachverhalt im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (bzw. der Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs) abstellen zu k�nnen. Vielmehr d�rfe laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil 2A.469/2001 vom 6. M�rz 2002, E. 3.4) ber�cksichtigt werden, dass die nachzuziehende Tochter der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des rekursgerichtlichen Entscheids das 18. Altersjahr vollendet habe. Entgegen der im angefochtenen Urteil vertretenen Auffassung bed�rfe C.________, welche kurz vor ihrem 19. Geburtstag stehe und die obligatorische Schule wohl im Sommer 2003 beendet habe, als reife, ziemlich selbst�ndige junge Erwachsene keiner st�ndigen pers�nlichen Betreuung mehr wie ein j�ngeres Kind. Sie habe zudem selber geschrieben, dass sie in der Schweiz bessere Perspektiven f�r die Zukunft und ihr Leben h�tte, und ihre beruflichen Ziele klar formuliert (Ern�hrungstechnikerin, Stelle in der Schweiz, ev. Fortsetzung der Ausbildung). Schon aufgrund ihres Alters k�nne beim Nachzugsgesuch nicht mehr das Familienleben im Vordergrund gestanden haben, sondern es m�ssten andere Gr�nde - wie bessere Ausbildungs- und Berufschancen in der Schweiz - ausschlaggebend gewesen sein. Solche an sich legitimen �konomischen Gr�nde w�rden jedoch von Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG nicht gesch�tzt. Im Weiteren fehle es auch an den besonders stichhaltigen famili�ren Gr�nden f�r den nachtr�glichen Familiennachzug: Es sei nicht nachvollziehbar, wieso die Beschwerdegegnerin mit dem Nachzug ihrer Tochter so lange zugewartet habe. Bereits 1992 w�re es ihr m�glich gewesen, um Verl�ngerung des Besuchsaufenthalts der Kinder im Rahmen der Aktion Bosnien-Herzegowina zu ersuchen, was sie unterlassen habe, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt �ber eine geeignete Unterkunft und ausreichende finanzielle Mittel verf�gt habe. Stattdessen habe sie ihre Kinder bereits vorzeitig wieder in ihre Heimat bringen lassen. Weder die zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden kriegerischen Verh�ltnisse im Heimatland noch der Tod des Kindsvaters im Jahre 1993 habe die Beschwerdegegnerin dazu bewogen, ein weiteres Gesuch um Familiennachzug zu stellen, womit sie selbst nach Erhalt der Jahresaufenthalts- bzw. der Niederlassungsbewilligung noch zugewartet habe. Da die Grossmutter anscheinend bereits im Februar 1993 gesundheitlich angeschlagen gewesen sei und seit 1999 regelm�ssig im Spital behandelt werde, stelle auch deren Gesundheitszustand keinen stichhaltigen Grund f�r den nachtr�glichen Familiennachzug dar. Es seien damit keine stichhaltigen Gr�nde gegeben, welche eine �nderung der Betreuungsverh�ltnisse im Zeitpunkt des Wiedererw�gungsgesuchs notwendig gemacht h�tten, zumal nicht ersichtlich sei, dass eine weitere altersgerechte Betreuung der damals 16 � Jahre alten Tochter durch die Grosseltern nicht mehr m�glich gewesen sein solle. Dazu komme, dass die Tochter im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids bereits vollj�hrig und auf eine Betreuung durch Dritte nicht mehr angewiesen gewesen sei.
2.4.1 Die �berlegungen des Rekursgerichts beruhen auf vertretbaren und damit verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen (E. 1.3). Auch im angefochtenen Urteil wird mit Bezug auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung davon ausgegangen, die von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Gr�nde verm�chten das lange Zuwarten an sich nicht zu rechtfertigen, und folgerichtig erkannt, dass nicht die Beschwerdegegnerin, wiewohl sie Inhaberin des elterlichen Sorgerechts �ber ihre Tochter ist, sondern die Grosseltern die n�chsten Bezugspersonen darstellen. Wenn das Rekursgericht im Ergebnis dennoch zu einer Bejahung des Anspruches auf nachtr�glichen Nachzug kommt, so deshalb, weil es die Aufrechterhaltung der bisherigen, an sich gen�genden Betreuung der Tochter im Heimatland aufgrund eines sich rapide verschlechternden Gesundheitszustandes der Grossmutter als im Zeitpunkt der Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs nicht mehr gew�hrleistet erachtete. Zwar ist aktenkundig und wird von der Vorinstanz auch nicht �bersehen, dass sich die Grossmutter bereits seit 1999 wegen ihrer Leuk�mieerkrankung in �rztlicher Behandlung befindet und ihre Krankheit demnach bereits zwei Jahre vor Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs diagnostiziert worden war. Es ist jedoch ebenso erstellt, dass die Grossmutter sich im Juli 2001 in Spitalpflege begeben und anschliessend einer ambulanten Chemotherapie unterziehen musste. Unter diesen Umst�nden ist es jedenfalls nicht offensichtlich unrichtig, wenn das Rekursgericht davon ausgeht, vor Einreichung des Wiedererw�gungsgesuchs (am 24. Juli 2001) habe sich der Gesundheitszustand der Mutter der Beschwerdegegnerin massiv verschlechtert. Aufgrund der zeitlichen Abl�ufe konnten die genannten Sachumst�nde ausserdem als zu diesem Zeitpunkt neu betrachtet werden. Die Feststellung im rekursgerichtlichen Urteil, wonach die Grossmutter unter den gegebenen Umst�nden nicht mehr in der Lage sei, ihre Enkelin weiter zu betreuen, ist damit nicht zu beanstanden, zumal auch ein spital�rztlicher Bericht zum Ergebnis kommt, sie k�nne aufgrund ihrer Therapien zeitweise nicht einmal f�r sich selber sorgen und eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten.
2.4.2 Die Ausf�hrungen im angefochtenen Urteil hinsichtlich der weiteren Familienangeh�rigen im Heimatland (Grossvater und Bruder) sind im Ergebnis zwar nicht unhaltbar, doch gilt es zu pr�zisieren, dass �ltere Geschwister nicht allein aufgrund eines geringen Altersunterschieds als subsidi�re Betreuungspersonen ausser Betracht fallen. Zu w�rdigen sind vielmehr die konkreten Lebensumst�nde des f�r die Beistandsfunktion in Frage kommenden Geschwisterteils insgesamt (Alter, Selbst�ndigkeit, berufliche Belastung, eigene famili�re Verpflichtungen, Wohnort und -situation, etc.). Zudem ist das durch die Bezugspersonen im Heimatland (noch) erbringbare Mass an F�rsorge und Beistand ins Verh�ltnis zu setzen zu den aktuellen Betreuungsbed�rfnissen des Kindes, welche sich hinsichtlich Art und Intensit�t mit zunehmendem Alter und erh�hter Selbst�ndigkeit ver�ndern. So ist durchaus denkbar, dass sich ein Grosselternteil aufgrund altersbedingter Gebrechlichkeit und schwindenden K�rperkr�ften zwar ausser Stande sieht, die Obhuts- und Erziehungsfunktionen f�r ein Kleinkind wahrzunehmen, jedoch einem Adoleszenten den ben�tigten Beistand nach wie vor zu vermitteln in der Lage ist. Die diesbez�glichen Ausf�hrungen des Rekursgerichts, welches sich im Wesentlichen mit der Feststellung begn�gt, mit rund 16 Jahren bed�rfe die Tochter der Beschwerdegegnerin "als Teenager" weiterhin der Betreuung durch eine Bezugsperson, erscheinen insofern als Begr�ndung nur knapp gen�gend, jedoch mit Blick auf die Umst�nde im Ergebnis nicht als geradezu unhaltbar.
Im �brigen ist zwar, wie das IMES zu Recht geltend macht, nur f�r die Beurteilung der Zul�ssigkeit der Beschwerde auf das Alter des Kindes im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen. F�r die materielle Beurteilung darf dagegen mitber�cksichtigt werden, welches Alter das nachzuziehende Kind im Zeitpunkt der Entscheidf�llung inzwischen erreicht hat (BGE 124 II 361 E. 4b S. 370; Urteile 2A.469/2001 vom 6. M�rz 2002, E. 3.4, sowie 2A.95/2001 vom 30. Mai 2001, E. 2b). Das Rekursgericht h�tte den Nachzug aufgrund des inzwischen fortgeschrittenen Alters der Tochter (im Urteilszeitpunkt 18 � Jahre) auch verweigern d�rfen. Die Bewilligung des Familiennachzugs liegt aber - bei ansonsten gegebenen Voraussetzungen - noch innerhalb des der kantonalen Rechtsmittelinstanz in solchen F�llen zuzugestehenden Beurteilungsspielraumes.
2.4.3 Das angefochtene Urteil schweigt sich im Weiteren zur Frage der Integrationsschwierigkeiten aus, welche bei einem Nachzug von Kindern dieses Alters unweigerlich zu erwarten sind und welchen es - auch im Interesse des Kindes - Rechnung zu tragen gilt. Aus den Akten bzw. den Feststellungen im angefochtenen Entscheid geht diesbez�glich immerhin hervor, dass die nachzuziehende Tochter ihre Mutter in der Schweiz regelm�ssig und f�r l�ngere Zeit (1992 f�r sechs Monate und danach allj�hrlich f�r zwei Monate) besuchte und ihr insofern die Verh�ltnisse hierzulande nicht v�llig fremd sein d�rften. Auch beherrscht sie zwar noch keine Landessprache, doch ist sie willens, deutsch zu lernen, und besitzt gute Englischkenntnisse, was ihr eine gewisse Hilfe sein wird, sich zu verst�ndigen. Nach dem Gesagten liegen, was die Integration der Tochter der Beschwerdegegnerin in der Schweiz anbelangt, jedenfalls keine un�berwindbaren Hindernisse vor.
2.4.4 Schliesslich befasst sich das Rekursgericht auch nicht explizit mit der Frage, ob dem erst kurz vor Vollj�hrigkeit eingereichten Nachzugsgesuch nicht m�glicherweise prim�r wirtschaftliche �berlegungen zu Grunde liegen k�nnten. Entsprechende Anhaltspunkte, auf welche in der Beschwerde hingewiesen wird, ergeben sich ansatzweise aus den Akten, namentlich aus den Aussagen von Tochter und Mutter selber. In W�rdigung der gesamten Umst�nde, insbesondere in Ber�cksichtigung der im Rahmen des M�glichen intensiv gepflegten famili�ren Beziehungen zwischen Mutter und Tochter (allj�hrliche mehrmonatige Besuchsaufenthalte seit �ber zehn Jahren, regelm�ssige telefonische Kontakte), erscheint der von der Beschwerdegegnerin ge�usserte Wunsch nach Zusammenleben mit ihrer Tochter und damit Zusammenf�hrung der Teilfamilie als echt. Die vom IMES angef�hrten Indizien lassen insofern keinen eindeutigen Schluss auf eine prim�r berufs- und ausbildungsbezogene Motivation in der Gesuchseinreichung zu. Entsprechend erscheint der angefochtene Entscheid auch in diesem Punkt jedenfalls im Ergebnis nicht als unhaltbar.
2.5 Nach dem Gesagten ist von einem Grenzfall auszugehen. Zwar entspr�che der umsichtig redigierte Einspracheentscheid des Migrationsamtes vom 8. Juli 2003 ebenso gut oder sogar besser der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Abgesehen von den aufgezeigten M�ngeln in der Begr�ndung erscheint das angefochtene Urteil des Rekursgerichts zwar als grossz�gig, aber aufgrund der vom Gericht getroffenen, als verbindlich erkannten Sachverhaltsfeststellungen nicht bundesrechtswidrig.
Bei diesem Ausgang sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG). Das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES) hat die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES) hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Rekursgericht im Ausl�nderrecht und dem Migrationsamt des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.