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Timestamp: 2019-02-17 13:08:25
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Matched Legal Cases: ['§ 76', '§ 77', '§ 33', '§ 39', '§ 76', '§ 77', '§ 33', '§ 39', '§ 76', '§ 77', '§ 83', '§ 83', '§ 77', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 93', '§ 77', '§ 33', '§ 39', '§ 39', '§ 39']

OVG Nordrhein-Westfalen, 24.11.1995 - 24 A 4833/94 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.11.1995 - 24 A 4833/94
Sozialhilferecht: Berücksichtigung des Erziehungsbeitrags bei Hilfe zum Lebensunterhalt eines Kindes
BSHG § 76 § 77 Abs. 1; KJHG § 33 § 39
BSHG § 76 § 77 Abs. 1 ; KJHG § 33 § 39
Unterhalt eines Kindes; Kosten der Erziehung ; Berücksichtigung als Einkommen; Zweckbestimmte Leistung
VG Düsseldorf, 16.08.1994 - 22 K 9874/92
FamRZ 1996, 900
Als Bestandteil des Unterhaltsanspruchs des Kindes kann er nicht hiervon abgekoppelt und als zweckneutrale Zuwendung an die Pflegeperson aufgefasst werden (OVG Münster, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94, FamRZ 1996, 900).
Dementsprechend wird der Erziehungsbeitrag auch im Anwendungsbereich des § 76 BSHG nicht als Einkommen angesehen und mindert einen etwaigen Sozialhilfeanspruch der Pflegeeltern nicht (OVG Münster, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94, FamRZ 1996, 900).
Dies galt sowohl zu § 77 Abs. 1 BSHG (vgl OVG Münster, Urteil vom 24. November 1995, FEVS 46, 452 ff) wie auch zur Nachfolgeregelung des § 83 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch ( vgl Grube/Wahrendorf, SGB XII, § 83 RdNr 7).
Soweit daneben in der Leistung für die Erziehung des Pflegekindes auch ein Anteil für die Pflegeeltern als Anerkennung der Erziehungsleistung enthalten ist, stellt sich dieser Anteil, da er wirtschaftlich nicht abgrenzbar und somit wirtschaftlich nicht fassbar ist, lediglich als ideeller Anreiz für die Aufnahme eines Pflegekindes dar, so dass er mangels eines tatsächlichen wirtschaftlichen Wertes die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Pflegeperson nicht beeinflussen kann (vgl. BSG, Urteil vom 29. März 2007 - B 7 b AS 12/06 R; Oberverwaltungsgericht - OVG - für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94, abgedruckt in FamRZ 1996, 900; BVerwG, Beschluss vom 26. März 1999 - 5 B 129/98).
Mit der Erhöhung der Leistungen zur Erziehung des Pflegekindes sollte dieser Entwicklung entgegengewirkt werden, um überhaupt einen Anreiz zu schaffen, Personen zu finden, die anstelle der eigenen Eltern Erziehungsaufgaben übernehmen (wegen des seinerzeit insoweit angemessenen Erziehungsbeitrages vgl. OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94).
Die Leistung zur Erziehung des Pflegekindes stellt daher auch keine Entlohnung der Pflegeperson dar (OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94).
Als Bestandteil des Unterhaltsanspruchs des Kindes kann er entgegen der Auffassung des Amtsgerichts nicht hiervon abgekoppelt und als zweckneutrale Zuwendung an die Pflegeperson aufgefasst werden (OVG Münster, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94, FamRZ 1996, 900).
Sie stelle auch keine Entlohnung der Pflegeperson dar (Oberverwaltungsgericht -OVG- NRW, Urteil vom 24. November 1995, -24 A 4833/94).
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Diese Besonderheit dürfte das OVG Münster (FamRZ 1996, 900) übersehen, wenn es auch die der Pflegeperson zufließenden Kosten der Erziehung schon deswegen nicht im Sinne des § 77 Abs. 1 S. 1 BSHG als demselben Zweck wie die Sozialhilfe dienend ansehen will, weil der Erziehungsbeitrag "Bestandteil des Unterhaltsanspruches des Kindes bzw. des Jugendlichen" sei.
Im Bereich des Bundessozialhilfegesetzes entsprach es der allgemeinen Auffassung, auch die Erziehungsanteile des Pflegegeldes nicht als Einkommen der Pflegeperson anzusehen (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 24.11.1995 in FEVS 46, 452; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 9.Dez.1996 - AZ: 6 S 2472/94, zitiert nach Juris).
Da neben dem Pflegegeld nur einmalige Beihilfen nach § 39 Abs. 3 SGB VIII für wichtige persönliche Anlässe sowie für Urlaubs- und Ferienreisen gewährt werden, sind Ausflüge, Nachhilfe, Geschenke, Sportvereinsbeiträge und vieles mehr aus dem Erziehungsgeldanteil zu bestreiten (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 24.11.1995 in FEVS 46, 452; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 9.Dez.1996 - AZ: 6 S 2472/94, zitiert nach Juris;… SG Aurich, Beschluss v. 15. April 2005, S 15 AS 27/05 ER, Jans/Happe/Saurbier/Maas, Jugendhilferecht, § 39, Rn. 17;… a.A. wohl Stähr in Hauck/Noftz, SGB VIII, § 39, Rn. 14).
§ 93 Abs. 1 Satz 3 SGB VIII F. 2006 soll verhindern, dass Leistungen, die nach ausdrücklicher öffentlich-rechtlicher Bestimmung für einen bestimmten Zweck erbracht werden, vom Hilfesuchenden für einen anderen Zweck eingesetzt werden müssen (siehe dazu OVG NRW vom 24.11.1995 FamRZ 1996, 900).
vgl. dazu: OVG NW, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94 - Bundessozialhilfegesetz, Lehr- und Praxiskommentar (LPK-BSHG), 5. Aufl. 1998, § 77 Rdnr. 33.
Unabhängig davon, ob man den Personensorgeberechtigten oder den Minderjährigen als Inhaber des Anspruchs nach §§ 33, 39 SGB VIII/SGB VIII a.F. ansieht, vgl. dazu: OVG NW, Urteil vom 24. November 1995 - 24 A 4833/94 -, S. 7, und Hauck, SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe, Loseblattkommentar, Stand: 1. Juli 1999, § 39 Rdnr. 5, einerseits sowie Wiesner/Kaufmann/Mörsberger/Oberloskamp/ Struck, aa0., § 39 Rdnr. 16 a.E., andererseits, ist eine sozialhilferechtlich relevante Bedarfslücke des Kindes U4 im Hinblick auf die nach § 39 SGB VIII/SGB VIII a.F. gewährten Leistungen nicht erkennbar.
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