Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2013/12
Timestamp: 2019-09-15 10:43:25
Document Index: 88885068

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 833', '§ 833', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.04.2013 - VI ZR 13/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,11952
BGH, 30.04.2013 - VI ZR 13/12 (https://dejure.org/2013,11952)
BGH, Entscheidung vom 30.04.2013 - VI ZR 13/12 (https://dejure.org/2013,11952)
BGH, Entscheidung vom 30. April 2013 - VI ZR 13/12 (https://dejure.org/2013,11952)
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§ 254 Abs 1 BGB, § 833 S 1 BGB
(Tierhalterhaftung: Unfall beim Reiten eines Pferdes ohne Einverständnis des Halters; Mitverschulden
Tierhalterhaftung - Mitverschulden
Haftung des Pferdehalters für Sturz eines Reiters
Pferderecht - Reitunfall und das fehlende Einverständnis des Halters
Haftung für Reiterverletzung gemäß § 833 Satz 1 BGB auch bei Reiten ohne Einverständnis des Halters
Tierhalterhaftung auch ohne Einverständniserklärung
Strenge Haftung des Pferdehalters
Reiterin verunglückt beim Aufsteigen - Haftet der Tierhalter für die Unfallfolgen, wenn sie das Pferd ohne sein Einverständnis reiten wollte?
Reitunfall - Sturz von fremdem Pferd - Halterhaftung - Mitverschulden
Haftung nach Reiterunfall: Fehlendes Einverständnis des Pferdehalters zum Reiten begründet grundsätzlich keinen Haftungsausschluss - Haftungsausschluss wegen Handelns auf eigene Gefahr nur in engen Ausnahmefällen
NJW 2013, 2661
NJ 2013, 468
VersR 2013, 874
Deshalb greift dieser Ansatz gegenüber der Tierhalterhaftung nur dann ein, wenn sich der Verletzte bewusst Risiken aussetzt, die über die normale Tiergefahr hinausgehen (BGH NJW 2013, 2661;… Palandt-Grüneberg, § 254 Rdz. 32 mwN).
Eine Haftungsfreistellung des Tierhalters unter dem Gesichtspunkt des Handelns auf eigene Gefahr kommt in eng begrenzten Ausnahmefällen in Betracht, etwa wenn der Geschädigte sich mit der Übernahme des Pferdes oder der Annährung an ein solches bewusst einer besonderen Gefahr aussetzt, die über die normalerweise mit dem Reiten oder der Nähe zu einem Pferd verbundenen Gefahren hinausgeht (BGH, Urteil vom 30.4.2013 - VI ZR 13/12, iuris Rdn. 11, abgedruckt in VersR 2013, 874 f.).
Die Haftungsfreistellung wegen Handelns auf eigene Gefahr ist - nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) - auf Ausnahmefälle beschränkt, in denen sich der Geschädigte ohne triftigen Grund bewusst einer besonderen Gefahr aussetzt und ungewöhnliche Risiken übernimmt, die über den normalen Umgang mit Tieren hinausgehen (vgl. BGH ZfS 2013, 499).
Die Sache befindet sich beim BGH: VI ZR 13/12.
Das Bewusstsein der besonderen Gefährdung ist dabei stets Voraussetzung, um ein Handeln des Geschädigten auf eigene Gefahr annehmen zu können (BGH, Urteil vom 30. April 2013 - VI ZR 13/12, NJW 2013, 2661 Rn. 11).
Das Verhalten des Klägers, es auf einen - kostenträchtigen - Versuch der Durchführung der Modernisierungsmaße trotz entgegenstehender Ankündigung der Beklagten ankommen zu lassen, stellt sich im Ergebnis als Gefährdung eigener Interessen dar, die unter § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB zu fassen ist (vgl. BGH, Urteil vom 14. März 1961 - VI ZR 189/59, NJW 1961, 655; Urteil vom 8. Januar 1965 - VI ZR 234/63, BeckRS 9998, 113123; BGH, Urteil vom 17. Oktober 2000 - VI ZR 313/99, NJW 2001, 149; Urteil vom 3. Mai 2005 - VI ZR 238/04, NJW-RR 2005, 1183; Urteil vom 20. Dezember 2005 - VI ZR 225/04, NJW-RR 2006, 813; Urteil vom 30. April 2013 - VI ZR 13/12, NJW 2013, 2661.).