Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.09.2011&Aktenzeichen=VI%20ZB%209/10
Timestamp: 2018-02-26 03:34:00
Document Index: 145060740

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 91', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die ausländische Partei kann die Auswahl ihres inländischen Prozessbevollmächtigten vielmehr - wie die inländische Partei (…vgl. BGH NJW 2008, 2122 Rn. 14; BGH NJW 2011, 3520 Rn. 8;… MünchKomm.ZPO/Schulz, 4. Aufl., § 91 Rn. 62) - nach dem Gesichtspunkt des Vertrauens in die Bereitschaft und Fähigkeit des Rechtsanwalts zur optimalen Vertretung ihrer Belange vor Gericht vornehmen, ohne dass ihr daraus grundsätzlich kostenrechtliche Nachteile erwachsen.
Die Kosten eines sogenannten "Rechtsanwaltes am dritten Ort" sind regelmäßig nur in Höhe der fiktiven Reisekosten eines am Wohnort des Klägers ansässigen Anwaltes erstattungsfähig (vgl. zuletzt etwa BGH, Beschl. v. 20.12.2011 - XI ZB 13/11; Beschl. v. 25.10.2011 - VIII ZB 93/10; Beschl. v. 13.9.2011 - VI ZB 9/10;… Senat, Beschl. v. 2.2.2012 - 11 W 201/12;… Gerold/Schmidt-Madert/Müller-Rabe, RVG, 19. Aufl., Nr. 7005, 7006 VV RVG Rn. 25 ff., jew. m. w. N.).
Auch in der neuen Rechtsprechung des BGH wird der Vertrauensbeziehung zwischen Anwalt und Mandant nach wie vor ein gewisser Stellenwert eingeräumt (Beschl. v. 13.9.2011 - VI ZB 9/10 Tz. 8 m. w. N.).
Ist der mandatierte Anwalt weder am Gerichtsort noch am Sitz der Partei niedergelassen (sog. "Rechtsanwalt am dritten Ort"), sind die Reisekosten zwar regelmäßig nur in dem Maße zu erstatten, in dem sie - fiktiv - auch einem am Sitz der Partei ansässigen Anwalt entstanden wären (BGH, MDR 2011, 1321; BGH, NJW-RR 2012, 695).