Source: https://www.betanet.de/zahnbehandlung.html
Timestamp: 2019-04-23 15:06:54
Document Index: 74853234

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 26', '§ 22', '§ 28', '§ 11', '§ 27', '§ 11', '§ 29', '§ 28', '§ 22', '§ 26', '§ 27']

Zahnbehandlung > Kostenübernahme - betanet
Die Krankenversicherung zahlt Zahnbehandlungen vollständig. Als Zahnbehandlungen zählen auch vorbeugende und kieferorthopädische Behandlungen. Bei kieferorthopädischen Behandlungen ist ein Eigenanteil zu leisten.
2. Verhütung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
(§ 22 SGB V)
Die Krankenversicherung zahlt bei versicherten Kindern zwischen dem 6. und noch nicht vollendeten 18. Lebensjahr einmal im Kalenderhalbjahr eine Untersuchung mit folgenden Maßnahmen:
Befund und Zustand des Zahnfleischs
Aufklärung und Vermeidung von Krankheitsursachen
Mundhygiene und -pflege
Maßnahmen zur Schmelzhärtung der Zähne
Fissurenversiegelung der Molaren, d.h. Versiegelung von Rissbildungen bei Backen- und Mahlzähnen zur Vermeidung von Karies
3. Kinderuntersuchung
(§ 26 SGB V)
Versicherte Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres haben im Rahmen der Früherkennung von Krankheiten Anspruch auf Untersuchung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Zu diesen Früherkennungsuntersuchungen zählen z.B.:
Einschätzung oder Bestimmung des Kariesrisikos
Maßnahmen zur Schmelzhärtung der Zähne und zur Senkung der Keimzahl
4. Vorsorge für pflegebedürftige Menschen und für Menschen mit Behinderungen
(§ 22a SGB V)
Menschen, die einen Pflegegrad haben oder Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen erhalten, haben seit Juli 2015 Anspruch auf zusätzliche Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen.
Untersuchung des Mundgesundheitsstatus
Aufklärung über die Bedeutung von Mundhygiene
Aufklärung über Maßnahmen zur Erhaltung der Mundhygiene
Erstellung eines individuellen Mund- und Prothesenpflegeplans
Die Pflegeperson sollte in die Aufklärung und Planerstellung einbezogen werden.
5. Zahnärztliche Behandlung
Die Krankenversicherung zahlt die Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten im ausreichenden und zweckmäßigen Umfang (§ 28 Abs. 1 S. 1).
Die Unfallversicherung zahlt die Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten im erforderlichen und zweckmäßigen Umfang, wenn die Erkrankung Folge eines Arbeitsunfalls, Wegeunfalls oder einer Berufskrankheit ist (§ 11 Abs. 5 SGB V i.V.m § 27 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII).
5.1. Ausnahmsweise Kostenübernahme auf Anfrage
Gesetzlich Versicherte können sich bei ihrer Krankenkasse erkundigen, ob sie über die genannten Voraussetzungen hinaus freiwillig die zahnärztliche Behandlung (ohne die Versorgung mit Zahnersatz) übernimmt (§ 11 Abs. 6 SGB V). Voraussetzung ist, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) diese Leistungen nicht von der freiwilligen Erstattung durch die Krankenkasse ausgeschlossen hat.
6. Kieferorthopädische Behandlung
(§ 29 SGB V)
Die Krankenversicherung zahlt die kieferorthopädische Behandlung, wenn Kiefer- oder Zahnfehlstellungen vorliegen, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigen oder wenn sich eine solche Funktionsbeeinträchtigung andeutet. In Einzelfällen tritt die Krankenhilfe des Sozialhilfeträgers für die Kosten ein.
Bei der Höhe der Kostenübernahme ist zwischen Kinder/Jugendlichen und Erwachsenen zu differenzieren:
6.1. Kostenübernahme bei Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag:
Eigenanteil des Versicherten im Regelfall 20 %
Verringerung des Eigenanteils für das zweite und jedes weitere Kind, welches gleichzeitig in Behandlung ist, auf 10 %
Rückzahlung des Eigenanteils, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde
Bei Geringverdienenden oder Sozialleistungsberechtigten kann auch für die 20 % bzw. 10 % Eigenanteilsvorleistung ein Antrag beim zuständigen Sozialamt gestellt werden.
6.2. Kostenübernahme bei Erwachsenen
Die Krankenversicherung übernimmt einen Kostenanteil von 80 % (Versicherten-Eigenanteil von 20 %) nur, wenn so schwere Kiefer- oder Zahnfehlstellungen vorliegen, dass eine Kombination von kieferchirurgischen und -orthopädischen Maßnahmen notwendig wird (§ 28 Abs. 2 S. 6, 7 SGB V). Der Versicherten-Eigenanteil wird zurückgezahlt, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde.
7. Richtlinien
Der Anspruch der Versicherten auf zahnärztliche Leistungen wird in Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses konkretisiert. Download der Richtlinien unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/zum-unterausschuss/9.
Gesetzesquellen: § 22 SGB V, §§ 26 - 29 SGB V - § 27 SGB VII
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