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Timestamp: 2019-07-16 09:33:36
Document Index: 144732941

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 29', '§ 6', '§ 6', 'BGH']

BFH, 13.03.1986 - IV R 1/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,681
BFH, 13.03.1986 - IV R 1/84 (https://dejure.org/1986,681)
BFH, Entscheidung vom 13.03.1986 - IV R 1/84 (https://dejure.org/1986,681)
BFH, Entscheidung vom 13. März 1986 - IV R 1/84 (https://dejure.org/1986,681)
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Wirtschaftliche Identität - Umlegung - Flurbereinigung - Surrogation - Nach Umlegung zurückerlangtes Grundstück - Gewinnrealisierung - Betriebsvermögen - Fortsetzung der Betriebsvermögenseigenschaft
EStG §§ 4, 5, 6 Abs. 1 Nr. 1, 2
Bei Grundstückstausch im Rahmen der Flurbereinigung setzt sich die Betriebsvermögenseigenschaft des eingebrachten an dem erlangten Grundstück fort
BFHE 146, 538
BB 1986, 1630
BStBl II 1986, 711
Der BFH hat dies für die Fälle einer Grundstücksteilung (vgl. BFH-Urteil vom 19. Juli 1983 VIII R 161/82, BFHE 139, 251, BStBl II 1984, 26) und eines "Grundstückstauschs" innerhalb eines Flurbereinigungsverfahrens anerkannt (BFH-Urteil vom 13. März 1986 IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711).
BFH, 22.05.2003 - IX R 9/00
So verhält es sich u.a. (vgl. zum Grundstücksaustausch das BFH-Urteil vom 13. März 1986 IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711) im Fall der Ausgabe von Bezugsrechten oder von neuen Gesellschaftsrechten aufgrund einer Kapitalerhöhung (BFH in BFHE 188, 27, BStBl II 1999, 638), die wirtschaftlich zu einer Abspaltung der in den Stammaktien verkörperten Substanz und deshalb zu einer Abspaltung eines Teils der ursprünglichen Anschaffungskosten führt (ständige Rechtsprechung des BFH, vgl. BFH in BFHE 188, 27, BStBl II 1999, 638, und in BFHE 194, 182, BStBl II 2001, 345).
Gewichtige Gründe, die Identität der Grundstücke allein daran zu messen, ob diese insgesamt wertgleich seien --so das BFH-Urteil vom 13. März 1986 IV R 1/84 (BFHE 146, 538 , BStBl II 1986, 711 )-bestünden nicht.
Nach dem BFH-Urteil in BFHE 146, 538 , BStBl II 1986, 711 ist der "Austausch" von Grundstücken im Rahmen eines Umlegungsverfahrens (Flurbereinigung) nicht nach den für den (freiwilligen) Tausch von Wirtschaftsgütern maßgeblichen Grundsätzen zu beurteilen.
Diese Wertung folgt daraus, daß die Umlegung "ihrem Wesen nach eine ungebrochene Fortsetzung des Eigentums an einem verwandelten Grundstück" bedeutet und demgemäß eine Umlegung grundsätzlich keine Enteignung ist, "weil dem Eigentümer bei Anlegung einer vernünftigen wirtschaftlichen Betrachtungsweise sein Eigentum nicht genommen wird, sondern in veränderter Gestalt erhalten bleibt" (BFHE 146, 538, 540, BStBl II 1986, 711 , unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs-).
BFH, 23.09.2009 - IV R 70/06
Betriebsvermögenseigenschaft von Grundstücken nach Umlegungsverfahren
Dies hat die einkommensteuerrechtliche Folge, dass zum einen keine Gewinnrealisierung nach Tauschgrundsätzen eintritt und zum anderen sich die etwaige Betriebsvermögenseigenschaft des eingebrachten Grundbesitzes an den erlangten Grundstücken unverändert fortsetzt (BFH-Urteil vom 13. März 1986 IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711, m.w.N.).
FG Münster, 17.10.2007 - 1 K 1336/05
Anschaffung bei Grundstückstausch im Flurbereinigungsverfahren
So beträfe das Urteil des BFH vom 13.3.1986 (BStBl II 1986, 711), in dem dieser bei einem Flurbereinigungsverfahren keine Anschaffung aufgrund des Surrogationsgedankens sehe, den Fall, dass das in dieses Umlageverfahren eingebrachte Vermögen Betriebsvermögen gewesen sei.
So hat der BFH im Urteil vom 13.3.1986 (IV R 1/84, BStBl II 1986, 711) zwar im Fall der Flurbereinigung eine Gewinnrealisierung aufgrund der aus seiner Sicht vorliegenden wirtschaftlichen Identität verneint, und damit diesen Fall nicht als Tausch angesehen.
In Fortführung der im Urteil vom 13.3.1986 (BFH-Urteil vom 13.3.1986 IV R 1/84, BStBl II 1986, 711) entwickelten Rechtsprechung zu Flurbereinigungsverfahren geht der BFH dort davon aus, dass Grundstücke, die im Umlegungsverfahren zugeteilt werden, dann zu einem Betriebsvermögen gehören, wenn das in das Umlegungsverfahren eingebrachte Grundstück diesem Betriebsvermögen angehört hat.
Der Rückgriff der höchstrichterlichen Steuerrechtsprechung (vgl. nur BFH-Urteil vom 13.3.1986 IV R 1/84, BStBl II 1986, 711) auf den Surrogationsgedanken des Zivilrechts enthält Billigkeitsaspekte.
BFH, 27.08.1992 - IV R 89/90
Durch Umlageverfahren zugeteilte Grundstücke als Betriebsvermögen
Grundstücke, die im Umlegungsverfahren zugeteilt werden, gehören zum land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen, wenn das in das Umlegungsverfahren eingebrachte Grundstück zu diesem Betriebsvermögen gehört hatte (Anschluß an BFH-Urteile vom 6. Februar 1986 IV R 133/85, BFHE 146, 244, BStBl II 1986, 666, vom 13. März 1986 IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711).
Nach der Rechtsprechung des Senats, an der festzuhalten ist, gehören Grundstücke, die im Umlegungsverfahren zugeteilt werden, zum land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen, wenn das in das Umlegungsverfahren eingebrachte Grundstück zu diesem Betriebsvermögen gehört hatte; darauf, ob das zugeteilte Grundstück für Zwecke des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs benutzt wird oder, wie im Streitfall, von Anfang an brachgelegen hat, kommt es grundsätzlich nicht an (Senatsurteile vom 6. Februar 1986 IV R 133/85, BFHE 146, 244, BStBl II 1986, 666, und vom 13. März 1986 IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711).
FG Münster, 07.04.2017 - 4 K 2406/16
Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise wird dem Steuerpflichtigen somit nicht sein Eigentum genommen, es bleibt nach Maßgabe des Surrogationsgedankens in bloß veränderter Gestalt (hereingetauschtes Grundstück) erhalten (vgl. BFH-Urteile vom 13.3.1986 IV R 1/84, BStBl II 1986, 711;… vom 1.7.2010 IV R 7/08, BFH/NV 2010, 2250;… Weber-Grellet in Schmidt, EStG, 36. Aufl., § 5 Rdnr. 631;… Kanzler in Leingärtner, Besteuerung der Landwirte, § 29 Rdnr. 15;… Ehmcke in Blümich, § 6 EStG Rdnr. 1392;… Eckstein in Hermann/Heuer/Raupach, § 6 EStG Rdnr. 1716;… Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, Teil A Rdnr. 1275).
BFH, 15.07.2003 - IV B 34/02
Das FG weicht nicht von dem Urteil des erkennenden Senats vom 13. März 1986 IV R 1/84 (BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711) ab.
Das FG hat der Klage (sodann) deshalb stattgegeben, weil aufgrund des von ihm festgestellten Sachverhalts die Versteuerung eines Entnahmegewinns in den Streitjahren (1992 und 1993) nicht damit zu vereinbaren wäre, dass --wegen der bis zum Ergehen des Senatsurteils in BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711 gültigen Verwaltungsauffassung-- davon auszugehen sei, dass das FA bereits den seinerzeitigen Einbringungsvorgang (im Jahre 1973) versteuert hat.
Im Rahmen einer Billigkeitsentscheidung ist aber zu berücksichtigen, dass die vom erkennenden Senat im Urteil in BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711 aufgestellten Grundsätze nur in den noch offenen Fällen angewandt werden sollten (vgl. Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 19. April 1988 IV B 2 -S 2138- 7/88, BStBl I 1988, 152), so dass sich an der bis 1987 gültigen Verwaltungsauffassung, der erfolgte Tausch der Grundstücke habe (hier im Jahre 1973) zu einer Gewinnrealisierung geführt, im Streitfall nichts ändern konnte.
BFH, 15.12.1993 - X R 102/92
Teilwertabschreibung für Liniengenehmigung (Konzession des …
BFH, 01.07.2010 - IV R 7/08
Keine Rücklagenübertragung auf Abfindungsgrundstücke im Flurbereinigungsverfahren
BFH, 06.07.1989 - IV R 27/87
Flächenbeitrag in einem Umlegungsverfahren als nachträgliche Anschaffungskosten …
BFH, 29.10.1986 - II R 59/85
Sportverein - Gemeinnützigkeit - Erwerb von Grundstücke - Schlittschuhbahn - …
BGH, 08.02.1990 - IX ZR 273/88
FG Münster, 26.09.2017 - 12 K 4186/14
FG München, 22.02.2005 - 13 K 1055/98
Veränderung von Wirtschaftsgütern des gewillkürten Betriebsvermögens durch …
FG Nürnberg, 08.02.2017 - 5 K 153/15
Gemeinde, Bescheid, Abfindung, Gemarkung, Einspruchsverfahren, …