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Timestamp: 2019-07-19 22:11:09
Document Index: 373007246

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 14', '§ 7', '§ 10', '§ 11', '§ 37', '§ 40', 'Art 2', 'Art 3', 'Art 12', 'Art 14', 'Art 56', 'Art. 102', '§ 10', 'Art. 2', 'Art. 56', '§ 10', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 56', 'Art. 102', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 20', '§ 186', '§ 10', 'Art. 102', 'Art. 106', '§ 10']

BVerwG, 12.03.2014 - 8 C 27.12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,13385
BVerwG, 12.03.2014 - 8 C 27.12 (https://dejure.org/2014,13385)
BVerwG, Entscheidung vom 12.03.2014 - 8 C 27.12 (https://dejure.org/2014,13385)
BVerwG, Entscheidung vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 (https://dejure.org/2014,13385)
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GG Art. 2 Abs. 1; Art. 3 Abs. 1; Art. 12 Abs. 1; Art. 14 Abs. 1; AEUV Art. ... 56, 101, 102, 106; BetrAVG § 7 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2; § 10 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 bis 3, 5 und 6; Abs. 3 Nr. 1, 3 und 4; § 11 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3; VAG § 37; VwVfG § 40
Art 2 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, Art 12 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG, Art 56 AEUV
Zum Verhältnis von ungesicherten Direktzusagen mit durch Contractual Trust Arrangement gesicherten Direktzusagen; Vereinbarkeit mit europarechtlichen Wettbewerbsregeln; Auswahl des Glättungsverfahrens im Wirkbereich der Wirtschaftskrise war ermessensfehlerfrei
Verfassungs- und Unionsrechtskonformität der Beitragspflicht zum Pensions-Sicherungs-Verein
Beitragsrechtliche Gleichbehandlung von ungesicherten Direktzusagen mit den durch ein Contractual Trust Arrangement gesicherten Direktzusagen; Vereinbarkeit der gesetzlichen Insolvenzsicherungsbeitragspflicht mit Art. 102 , 106 AEUV
Unter Anwendung des Glättungsverfahrens im Jahr 2009 festgesetzter Insolvenzsicherungsbeitrag rechtmäßig
PSV-Beitragssatz ist auch für Contractual Trust Arrangements (CTA) korrekt
BetrAVG §§ 10, 7, 11; GG Art. 2, 3, 12, 14; AEUV Art. 56, 101 ff.
BVerwGE 149, 170
ZIP 2014, 1944
NVwZ-RR 2014, 805
NZI 2014, 715
DVBl 2014, 1321
NZA-RR 2014, 554
40.09 -, juris; Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris.
- 8 C 35.09 -, juris; Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris.
- 8 C 27.12 -, juris.
vgl. BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris.
vgl. ausführlich BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris.
vgl. BVerfG, Beschluss vom 16. Juli 2012 - 1 BvR 2983/10 -, NVwZ 2012, 1535; BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris; Urteil vom 25. August 2010 - 8 C 40.09 -, juris.
vgl. BVerwG, Urteil vom 22. November 1994 - 1 C 22.92 -, juris; Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris.
40.09 -, juris; Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 -, juris; OVG NRW, Beschluss vom 19. Juli 2012 - 12 A 1483/11 -, juris.
- 8 C 27.12 -, juris; OVG NRW, Beschluss vom 19. Juli 2012 - 12 A 1483/11 -, juris.
Die Regelungen zur Erhebung von Beiträgen zur Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung aus § 10 Abs. 1 - 3 BetrAVG sind verfassungsgemäß; sie sind insbesondere mit dem Eigentumsgrundrecht aus Art. 14 Abs. 1 GG, dem Grundrecht der Berufsfreiheit aus Art. 12 Abs. 1 GG, der wirtschaftlichen Betätigungsfreit aus Art. 2 Abs. 1 GG sowie dem Gleichbehandlungsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar (BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 13-35; B.v. 16.7.2012 - 1 BvR 2983/10 - juris;… BayVGH, U.v. 24.6.2010 - 5 BV 09.1340 - juris Rn. 22;… U.v. 20.7.2009 - 5 BV 08.118 - juris Rn. 32-49;… OVG NW, B.v. 17.8.2012 - 12 A 1140/11 - juris Rn. 3-28).
Die Regelungen stehen auch im Einklang mit Unionsrecht, insbesondere mit der Dienstleistungsfreiheit aus Art. 56 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union - AEUV - und den Wettbewerbsregeln aus Art. 102, 106 AEUV (BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 36-43;… OVG NW, B.v. 17.8.2012 - 12 A 1140/11 - juris Rn. 29-43).
Damit wird der Arbeitgeber von seiner Pflicht, die Erfüllung der zu sichernden Ansprüche auf die zugesagte betriebliche Altersversorgung als einer besonderen Form des Arbeitsentgelts zu gewährleisten, für den Fall der eigenen Insolvenz entlastet (siehe zum Ganzen: BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 21;… BVerwG, U.v. 25.8.2010 - 8 C 23/09 - NVwZ-RR 2011, 160 - juris Rn. 33-35).
Eine "Übersicherung" seitens des Beklagten ist ausgeschlossen, da eine über den erforderlichen Gesamtbedarf hinausgehende Beitragserhebung durch den Kostendeckungsgrundsatz des § 10 Abs. 2 BetrAVG ausgeschlossen wird (BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 22/25;… BVerfG, B.v. 16.7.2012 - 1 BvR 2983/10 - juris Rn. 38).
Eine finanzielle Unterdeckung ist hier somit - wie umgekehrt auch eine Gewinnerzielung durch den Beklagten - denknotwendig ausgeschlossen (vgl. BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 45).
Denn ansonsten müsste sich das Gericht nicht um die Stimmigkeit des jahresbezogenen Finanzierungssystems aus § 10 Abs. 2 BetrAVG sorgen, nach dem es - wie bereits ausgeführt - denknotwendig nie zu einer finanziellen Unterdeckung kommen kann, da der gesamte Kapitalbedarf nach § 10 Abs. 2 und 3 BetrAVG stets auf sämtliche insolvenzsicherungspflichtige Arbeitgeber umgelegt wird (vgl. BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 45).
Bei der Ermittlung des Beitragssatzes nach § 10 Abs. 2 und 3 BetrAVG sind somit prognostische Elemente enthalten, deren Ansatz sich im Nachhinein als unzutreffend erweisen kann (vgl. BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 45).
Die Regelungen zur Erhebung von Beiträgen zur Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung aus § 10 Abs. 1 - 3 BetrAVG sind verfassungsgemäß; sie sind insbesondere mit dem Eigentumsgrundrecht aus Art. 14 Abs. 1 GG, dem Grundrecht der Berufsfreiheit aus Art. 12 Abs. 1 GG, der wirtschaftlichen Betätigungsfreiheit aus Art. 2 Abs. 1 GG sowie dem Gleichbehandlungsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar (BVerwG, U.v. 12.3.2014 - 8 C 27/12 u.a. - ZIP 2014, 1944 - juris Rn. 13-35; B.v. 16.7.2012 - 1 BvR 2983/10 - juris;… BayVGH, U.v. 24.6.2010 - 5 BV 09.1340 - juris Rn. 22;… U.v. 20.7.2009 - 5 BV 08.118 - juris Rn. 32-49;… OVG NW, B.v. 17.8.2012 - 12 A 1140/11 - juris Rn. 3-28).
Das Äquivalenzprinzip ist im Betriebsrentenrecht nur eingeschränkt anzuwenden, weil dort - wie im Sozialversicherungsrecht - das im Sozialstaatsgebot (Art. 20 Abs. 1 GG) wurzelnde Prinzip des sozialen Ausgleichs gilt (Solidaritätsprinzip, vgl. BSG…, Urteil vom 31. Mai 1978 - 12 RAr 57/77 - SozR 4100 § 186c Nr. 2 - juris Rn. 16; BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 ).
Die Erhebung des Insolvenzsicherungsbeitrags gemäß § 10 BetrAVG ist unabhängig von dessen Einordnung als Beitrag oder als Sonderabgabe verfassungskonform als solidarische Umlage des durch die Erteilung sicherungspflichtiger Versorgungszusagen geschaffenen Gesamtrisikos und nicht als Versicherung eines individuellen Risikos ausgestaltet (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 16. Juli 2012 - 1 BvR 2983/10 - NVwZ 2012, 1535 ; BVerwG, Urteile vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 …und vom 8. Februar 2017 - 8 C 2.16 - BVerwGE 157, 292 Rn. 47, je m.w.N.).
Die Dienstleistungsfreiheit ist wegen der Verhältnismäßigkeit der Heranziehung der Klägerin zum Insolvenzsicherungsbeitrag nicht verletzt (vgl. BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 Rn. 37 f.).
Zweifelhaft ist schon, ob der Beklagte zu den Unternehmen im Sinne der Art. 102 und 106 AEUV zählt; jedenfalls greift die Bereichsausnahme des Art. 106 Abs. 2 AEUV ein, weil es sich bei der gesetzlichen Insolvenzsicherung durch den Beklagten um eine Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Sinne der Vorschrift handelt (vgl. BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 Rn. 38 ff.).
Nach diesem Prinzip, das eine beitragsrechtliche Ausformung des verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes darstellt, darf die Höhe der Beiträge nicht im Missverhältnis zu dem gebotenen Vorteil stehen; auch dürfen einzelne Beitragspflichtige nicht im Verhältnis zu anderen übermäßig belastet werden (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 12. Mai 1999 - 6 C 14.98 - BVerwGE 109, 97 und vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 Rn. 22).
Entscheidend ist allein, ob die Beitragserhebung - einschließlich der Nacherhebung - über den zur Aufwands- und Kostendeckung des Beklagten zu erhebenden Betrag hinausgeht (…BVerwG, Urteile vom 25. August 2010 - 8 C 40.09 - Buchholz 437.1 BetrAVG Nr. 20 Rn. 5 f. und vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 Rn. 22).
Dabei äußert es sich ebenso wenig wie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - (BVerwGE 149, 170) zu zeitlichen Grenzen der Beitragsfestsetzung oder dazu, für welche der deckungsfähigen Aufgaben oder Kosten die Einnahmen aus nachträglichen Beitragsfestsetzungen zu verwenden sind.
Dass für die Rechtmäßigkeit der Beitragsfestsetzung nach §§ 10 f. BetrAVG der Zeitpunkt der Festlegung des Jahresbeitragssatzes zur Beitragsverteilung auf die Beitragspflichtigen maßgeblich ist (BVerwG, Urteil vom 12. März 2014 - 8 C 27.12 - BVerwGE 149, 170 Rn. 45), ergibt sich aus der vorgeschriebenen Jährlichkeit der Beitragserhebung aufgrund der im betreffenden Jahr erhobenen Daten.
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.06.2014 - 12 A 2590/12
Berechnung der Beitragspflicht bei Eintritt der Insolvenzfähigkeit im Verlaufe …
BSG, 20.02.2018 - B 8 SO 108/17 B