Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2087,%202808
Timestamp: 2019-04-23 09:17:58
Document Index: 37790620

Matched Legal Cases: ['§ 909', '§ 906', 'BGH', 'BGH', '§ 909', 'BGH', '§ 909', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 909', '§ 909', '§ 909', 'BGH', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 909', 'BGH', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', '§ 909', 'BGH', 'BGH', '§ 909', 'BGH', '§ 8', '§ 627', '§ 656', 'BGH', 'BGH', '§ 627', '§ 627', 'BGH', 'BGH', '§ 627', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 627', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1987, 2808 - dejure.org
Grundstücksvertiefungen - Verbot - Architekten - Ausnahme - Duldungspflicht
BGB §§ 909, 242, § 906 Abs. 2
BGHZ 101, 290
NJW 1987, 2808
MDR 1987, 1012
WM 1987, 1400
DB 1988, 113
BauR 1987, 717
Dieser Anspruch richtet sich, entgegen der Ansicht der Revision, gegen den Beklagten zu 1. Denn Anspruchsgegner ist grundsätzlich der Eigentümer des unsachgemäß vertieften Grundstücks (vgl. Senat, BGHZ 101, 290, 294; 113, 384, 392;… Urt. v. 26. Januar 1996, V ZR 264/94, NJW-RR 1996, 852, 853).
Welche Stütze im Sinne von § 909 BGB erforderlich ist, beurteilt sich danach, welche Befestigung das Grundstück nach seiner tatsächlichen Beschaffenheit benötigt (Senat, BGHZ 101, 290, 293) .
b) Wie das Berufungsgericht zutreffend annimmt, richtet sich das Verbot des § 909 BGB, dem Nachbargrundstück die Stütze zu entziehen, nicht nur gegen den Eigentümer des Grundstücks, von dem die Störung ausgeht, sondern gegen jeden, der an der Vertiefung mitwirkt, wie z.B. gegen den Architekten (Senat, BGHZ 85, 375, 378 ff; BGHZ 101, 290 f), den Bauunternehmer (…Senat, Urt. v. 4. Juli 1980, V ZR 240/77, NJW 1981, 50 f m.w.N.) , den bauleitenden Ingenieur (…BGH, Urt. v. 18. Juni 1964, III ZR 65/63, VersR 1964, 1070, 1072) oder auch den Statiker, dessen Berechnungen die Grundlage für den Bodenaushub und die dabei zu beachtenden Sicherungsmaßnahmen bilden (OLG Düsseldorf, BauR 1975, 71; OLG Köln, BauR 1987, 472;… MünchKomm-BGB/Säcker, 2. Aufl., § 909 Rdn. 25;… Staudinger/Beutler, BGB, 12. Aufl., § 909 Rdn. 28;… Soergel/Baur, BGB, 12. Aufl., § 909 Rdn. 8).
Steht - wie hier - fest, dass die Klage unbegründet ist, wird sie durch Sachurteil abgewiesen, ohne dass es auf das Vorliegen eines Feststellungsinteresses ankäme (vgl. BGH, Urteil vom 10.7.1987 - V ZR 285/85, NJW 1987, 2808 m.w.N.).
Entgegen der Auffassung der Revision ist es im Grundsatz nicht zu beanstanden, daß das Berufungsgericht das Vorliegen des gemäß § 256 Abs. 1 ZPO erforderlichen Feststellungsinteresses offengelassen hat (vgl. BGH, Urteil vom 10. Juli 1987 - V ZR 285/85 -, NJW 1987, 2808, 2809; BGHZ 12, 308, 316).
Hiergegen bestehen dann keine Bedenken, wenn der sowohl für die Feststellungs- als auch für die Leistungsklage maßgebliche Anspruchsgrund zu verneinen und demnach auch die Leistungsklage unbegründet wäre (Senat, Urteil vom 10. Juli 1987 - V ZR 285/85, NJW 1987, 2808, 2809;… Musielak/Foerste, ZPO, 8. Aufl., vor § 253 Rn. 12).
Entsprechend richtet sich auch hier das Verbot nicht nur gegen den Eigentümer des Grundstücks, von dem aus die Grenzeinrichtung angegangen wird, sondern gegen jeden, der an der Maßnahme mitwirkt wie z.B. der Bauunternehmer, der bauleitende Ingenieur oder auch der Statiker, dessen Aufgabe die Ermittlung der Sicherungsmaßnahmen ist (vgl. BGHZ 85, 375; BGHZ 101, 290; OLG Köln BauR 1987, 472).
Ist dies nicht der Fall, besteht auch keine Duldungspflicht, die einem Rückgriff auf Hilfspersonen entgegen stehen könnte (BGHZ 101, 290).
Der Ausgleichsanspruch kann auch durch Schädigungen infolge einer unzulässigen Vertiefung (§ 909 BGB) begründet werden (vgl. BGHZ 147, 45, 49 f.; 101, 290, 294; 85, 375, 384; 72, 289, 292).
Verpflichtet ist nicht notwendigerweise (nur) der Eigentümer des Nachbargrundstücks, sondern auch dessen "Benutzer", d. h. derjenige, der die Nutzungsart des beeinträchtigenden Grundstücks bestimmt (…vgl. BGHR BGB § 906 Abs. 2 Satz 2 Passivlegitimation 1; BGHZ 101, 290, 294; ähnlich BGHZ 72, 289, 295).
Selbst eine - wie hier gegebene - besondere Schadensanfälligkeit des Nachbarhauses beseitigt das Vertiefungsverbot des § 909 BGB nicht (BGHZ 101, 290, 293 m. w. N.).
Der Beklagte zu 2) war auch "Benutzer" des Straßengrundstücks, da die Kanalbauarbeiten in seinem Auftrag ausgeführt wurden, er mithin die Nutzungsart des Straßengrundstückes bestimmte (BGHZ 101, 290, 294).
LG Karlsruhe, 13.12.2016 - 7 O 180/16
Eigenes Grundstück abgegraben: Nachbar hat Befestigungsanspruch!
OLG Düsseldorf, 13.05.1998 - 22 U 203/97
Adressat des § 909 BGB - Architekt
LSG Nordrhein-Westfalen, 27.10.2009 - L 1 AS 24/09
LG Stuttgart, 22.06.2010 - 24 O 119/10
Nachbarrecht - Wesentlicher Lärm bei Abbrucharbeiten/Sicherheitsleistung?
OLG Brandenburg, 21.02.2013 - 5 U 80/11
Braunkohlenplanung und Entschädigungsrecht in den neuen Bundesländern
OLG Köln, 03.08.1992 - 9 U 19/92
BGH, 24.06.1987 - IVa ZR 99/86
Leistung von Diensten höherer Art durch Eheanbahnungsinstitute - Überprüfung der Rechtmäßigkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungs-Klauseln von Eheanbahnungsinstituten - Recht des Eheanbahnungsinstitutes Mitglieder aus dem Partnerkreis auszuschließen - Erfordernis des besonderen Vertrauens zu dem Vermittler
Ehevermittlung als Dienstvertrag
AGBG §§ 8, 9; BGB § 627 Abs. 1, § 656
NJW-RR 1988, 114 (Ls.)
MDR 1988, 34
FamRZ 1987, 1125 (Ls.)
a) Dienste höherer Art können solche sein, die besondere Fachkenntnis, Kunstfertigkeit oder wissenschaftliche Bildung voraussetzen (…Mugdan aaO S. 912) oder die den persönlichen Lebensbereich betreffen (vgl. nur BGH, Urteil vom 24. Juni 1987 - IVa ZR 99/86, NJW 1987, 2808 zum Ehe- oder Partnerschaftsvermittler; Senat…, Urteil vom 9. Juni 2011 - III ZR 203/10, NJW 2011, 2955 Rn. 17 f zum ambulanten Pflegedienst).
Diese Auffassung steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 24. Juni 1987 - IV a ZR 99/86 - BGHR BGB § 627 Abs. 1 »Eheanbahnung« 1 = NJW 1987, 2808).
Davon ist auch der Senat im Urteil vom 24. Juni 1987 (aaO) als selbstverständlich ausgegangen.
Diese Verträge sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gemäß § 627 BGB jederzeit kündbar, weil sie Leistungen höherer Dienste zum Gegenstand haben (vgl. BGHZ 106, 341, 345 f; BGH, Urteile vom 24. Juni 1987 - IVa ZR 99/86 - NJW 1987, 2808; vom 29. Mai 1991 - IV ZR 187/90 - NJW 1991, 2763).
Mit Recht haben die Vorinstanzen den Formularvertrag als Partnerschaftsanbahnungsdienstvertrag ausgelegt, der gemäß § 627 BGB jederzeit kündbar gewesen sei, weil er die Leistung höherer Dienste zum Gegenstand gehabt habe (Senatsurteil vom 24.6.1987 - IVa ZR 99/86 - NJW 1987, 2808; BGHZ 106, 341).
AG Bremen, 03.07.2013 - 23 C 106/13
Online-Partnerschaftsvermittlungsvertrag - fristlose Kündigung
Hierauf stellt die Rechtsprechung des BGH unabhängig davon, dass in dortiger Entscheidung ein persönlicher Kontakt zu bejahen war, nicht mehr ab (vgl. nur BGH, Urt. v. 24.06.1987 - IV a ZR 99/86).
AG München, 05.05.2011 - 172 C 28687/10
Dies wird damit begründet, dass die Partnersuche im Wege eines persönlichen Kontakts zwischen dem Vermittler als Person und seinem Kunden zustande kommt, in dessen Rahmen "äußerste Diskretion und ein hohes Maß an Taktgefühl" (BGH NJW 87, 2808 f.) verlangt wird.
In einem Fall betrieb die Beklagte ein Partnerschaftsvermittlungsinstitut (BGHZ 106, 341), im anderen Fall ein Eheanbahnungsinstitut (NJW 87, 2808); das bedeutet, daß der Kunde für die zu erbringenden Dienste nicht mit einer bestimmten natürlichen Person in Vertragsbeziehung getreten ist.
Entsprechend heißt es in den Leitsätzen auch "Ein Ehe-(oder Partnerschafts-)anbahnungsinstitut kann das seinem Vertragspartner nach § 627 BGB zustehende Kündigungsrecht ..." (BGHZ 106, 341) bzw. "Eheanbahnungsinstitute leisten Dienste höherer Art" (NJW 87, 2808).
Der Partnerschaftsanbahnungsvertrag ist ein Dienstvertrag, gerichtet auf die Leistung von Diensten höherer Art. (vgl. BGH NJW 1987, 2808 ; NJW 1989, 1479 ; NJW 1991, 2763 ).