Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=03.06.1986&Aktenzeichen=IX%20R%202/79
Timestamp: 2019-06-26 03:02:12
Document Index: 50766258

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 12', '§ 22', '§ 9', '§ 10', '§ 22', '§ 10', '§ 22', '§ 12', '§ 10', '§ 22']

BFH, 03.06.1986 - IX R 2/79 - dejure.org
https://dejure.org/1986,418
BFH, 03.06.1986 - IX R 2/79 (https://dejure.org/1986,418)
BFH, Entscheidung vom 03.06.1986 - IX R 2/79 (https://dejure.org/1986,418)
BFH, Entscheidung vom 03. Juni 1986 - IX R 2/79 (https://dejure.org/1986,418)
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EStG 1975 § 10 Abs. 1 Nr. 1, § 12 Nr. 2, § 22 Nr. 1
Zugewinnausgleich - Ehegatte - Lebenslängliche Versorgung - Versorgungsleistung
NJW 1987, 95
FamRZ 1987, 280
BB 1986, 1554
Da die Versorgungsleistungen, wie hervorgehoben, keine Gegenleistung des Übernehmers beinhalten, müssen sie auch nicht vorab mit dem Wert des übertragenen Vermögens verrechnet werden (vgl. BFH in BFHE 83, 568, BStBl III 1965, 706; BFH-Urteil vom 3. Juni 1986 IX R 2/79, BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674).
bb) Wird das Entgelt für den Erwerb eines zur Einkunftserzielung bestimmten Wirtschaftsguts in Form lebenslanger gleichmäßiger Zahlungen (Leibrente) erbracht, so bestimmt die Vorschrift des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Satz 2 EStG (ebenso wie § 10 Nr. 1 a Satz 2 und § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG), daß auch in diesen Fällen die wiederkehrenden Leistungen sich einkommensteuerrechtlich insoweit nicht auswirken, als sie nur zu einer Vermögensumschichtung führen (Senatsurteil vom 3. Juni 1986 IX R 2/79, BFHE 146, 442, 445f., BStBl II 1986, 674).
Soweit sich aus der Entscheidung des erkennenden Senats in BFHE 146, 442, 446, BStBl II 1986, 674 etwas anderes ergeben sollte, ist sie jedenfalls durch die Entscheidung des Großen Senats überholt.
Zwar folgt das Institut der Vermögensübertragung --wie auch das Realsplitting des § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG, § 22 Nr. 1a EStG-- dem sog. Korrespondenzprinzip (BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 X R 14/06, BFHE 219, 160, BStBl II 2008, 123; zur Korrespondenz im Rahmen der sog. Gegenwertlehre vgl. BFH-Urteil vom 3. Juni 1986 IX R 2/79, BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674).
Der IX. Senat hat in seinem Urteil in BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674 festgestellt, der IV. Senat des BFH habe bereits in seinem Urteil in BFHE 83, 568, BStBl III 1965, 706 auf die Schwierigkeiten hingewiesen, den Begriff der dauernden Last und den Umfang ihrer Abziehbarkeit näher zu bestimmen, der IV. Senat habe deshalb ein Tätigwerden des Gesetzgebers angeregt, diese Anregung habe der Gesetzgeber jedoch nicht aufgegriffen.
Der IX. Senat kommt nur dann zur Annahme einer dauernden Last, wenn die Parteien des Übergabevertrages die Abänderbarkeit ausdrücklich vorbehalten haben; solches war der Fall in den Urteilen vom 28. Januar 1986 IX R 1/80 (…BFH/NV 1986, 457), in BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674, vom 10. Juni 1986 IX R 7/82 (…BFH/NV 1987, 26), vom 17. November 1987 IX R 16/83 (…BFH/NV 1988, 294), in BFHE 152, 203, BStBl II 1988, 404.
Insoweit ist die Rechtslage anders zu beurteilen als im Falle des Verzichts eines Ehegatten auf seinen Zugewinnanspruch gegen Ratenzahlung (BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674); dieser Verzicht betrifft einen gegenwärtigen gesicherten Rechtsanspruch des Ehegatten im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.
Im Ergebnis diente sie aber stets - unter Ablehnung einer bloßen unentgeltlichen Zuwendung i. S. von § 12 Nr. 2 EStG einerseits und eines Veräußerungsgeschäfts andererseits - der Begründung einer Besteuerung der Abfindung nach den für eine Versorgungszeitrente geltenden Rechtsfolgen, also dem Abzug der Zahlungen in voller Höhe als Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG einerseits und der Besteuerung als Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen gemäß § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG andererseits (zu dem insoweit geltenden Korrespondenzprinzip vgl. etwa BFH-Urteil in BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674).
Dieser Grundsatz ist bekräftigt worden im Urteil vom 3. Juni 1986 IX R 2/79 (BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674): Im Umfang der erbrachten Gegenleistung sei die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen, der durch den Abzug einer dauernden Last Rechnung getragen werden solle, (noch) nicht gemindert.
Der Große Senat hat Bezug genommen auf die Rechtsprechung zu wiederkehrenden Leistungen aus "kauf- und darlehensähnlichen Vorgängen" und darüber hinaus allen Rechtsvorgängen "im Austausch mit einer Gegenleistung" (BFHE 161, 317, 329, BStBl II 1990, 847, unter Hinweis auf die BFH-Urteile vom 16. September 1965 IV R 67/61 S, BFHE 83, 568, BStBl III 1965, 706, und vom 3. Juni 1986 IX R 2/79, BFHE 146, 442, BStBl II 1986, 674).