Source: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009126&TabbedMenuSelection=BundesrechtTab
Timestamp: 2017-06-27 00:13:54
Document Index: 58366352

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 98', '§ 1', '§ 2', '§ 40', '§ 40', '§ 41', '§ 2', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 3', '§ 41', '§ 4', '§ 3', '§ 2', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 6', '§ 8', '§ 6', '§ 2', '§ 6', '§ 9', '§ 5', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 5', '§ 11', '§ 42', 'Art;3', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 12', '§ 12', '§ 14', '§ 7', '§ 43', '§ 5', '§ 13', '§ 14', '§ 95', '§ 9', '§ 110', '§ 42', '§ 125', '§ 53', '§ 110', '§ 49', '§ 114', '§ 65', '§ 110', '§ 71', '§ 114', '§ 81', '§ 107', '§ 110', '§ 3', '§ 5', '§ 7', '§ 9', '§ 11', '§ 12', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 10', '§ 12', '§ 1', '§ 2', '§ 3']

RIS - Gesamte Rechtsvorschrift für Verordnung biologische Arbeitsstoffe - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 27.06.2017
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Verordnung biologische Arbeitsstoffe, Fassung vom 27.06.2017
Verordnung der Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales über den Schutz der Arbeitnehmer/innen gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe (Verordnung biologische Arbeitsstoffe - VbA)StF: BGBl. II Nr. 237/1998 (CELEX-Nr.: 390L0679, 393L0088, 395L0030, 397L0059, 397L0065)
Auf Grund der §§ 2 Abs. 6, 40 bis 44, 48 Abs. 1 Z 1 und § 98 Abs. 5 des Bundesgesetzes über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz – ASchG), BGBl. Nr. 450/1994, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 47/1997, wird verordnet:
Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen§ 1. (1) Diese Verordnung gilt für die Verwendung (§ 2 Abs. 6 ASchG) von biologischen Arbeitsstoffen § 40 Abs. 5 ASchG) einschließlich unkonventioneller Agenzien, die mit transmissiblen spongiformen Enzephalopathien assoziiert sind.(2) Im Sinne des § 40 Abs. 5 ASchG sind1.Mikroorganismen: alle zellularen oder nichtzellularen mikrobiologischen Einheiten, die zur Vermehrung oder zur Weitergabe von genetischem Material fähig sind;2.Zellkulturen: in-vitro-Vermehrungen von aus vielzelligen Organismen isolierten Zellen.(3) Beabsichtigte Verwendung im Sinne dieser Verordnung liegt vor, wenn der Zweck einer Tätigkeit oder eines Arbeitsverfahrens die Verwendung eines oder mehrerer biologischer Arbeitsstoffe ist, wie insbesondere1.an industriellen Arbeitsplätzen in der Biotechnologie und2.an Laborarbeitsplätzen in Forschung und Entwicklung, einschließlich diagnostischer mikrobiologischer Labors, jedoch mit Ausnahme klinischer, veterinärmedizinischer und allgemein diagnostischer Labors.(4) Unbeabsichtigte Verwendung im Sinne dieser Verordnung liegt vor, wenn keine beabsichtigte Verwendung vorliegt, es aber offenkundig ist oder die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren nach § 41 ASchG ergeben hat, daß eine Tätigkeit oder ein Arbeitsverfahren zu einer Exposition gegenüber einem oder mehreren biologischen Arbeitsstoffen führen kann.
Zuordnung zu Risikogruppen bei beabsichtigter Verwendung§ 2. (1) Bei beabsichtigter Verwendung haben Arbeitgeber/innen die biologischen Arbeitsstoffe entsprechend ihrem Infektionsrisiko einer der vier Risikogruppen nach § 40 Abs. 5 Z 1 bis 4 ASchG zuzuordnen.(2) Die Zuordnung nach Abs. 1 hat gemäß den Organismenlisten (Anhang 2) zu erfolgen.(3) Sofern ein biologischer Arbeitsstoff in den Organismenlisten (Anhang 2) nicht enthalten ist, hat die Zuordnung nach Abs. 1 nach dem Stand von Wissenschaft und Technik, unter Beachtung der Kriterien gemäß § 40 Abs. 5 Z 1 bis 4 ASchG zu erfolgen. Bei dieser Zuordnung können national oder international anerkannte Listen der EU-Mitgliedstaaten herangezogen werden, die eine Einstufung biologischer Arbeitsstoffe in Risikogruppen im Sinne des § 40 Abs. 5 Z 1 bis 4 ASchG enthalten.(4) Ist die Zuordnung eines biologischen Arbeitsstoffes nicht eindeutig möglich, ist er der höchsten der in Betracht kommenden Risikogruppen zuzuordnen.(5) Viren, die bereits beim Menschen isoliert, aber noch nicht in der Organismenliste (Anhang 2) eingestuft sind, sind mindestens der Risikogruppe 2 zuzuordnen, es sei denn, das Virus ist in einer Liste im Sinne des Abs. 3 in Risikogruppe 1 eingestuft.
Ermittlung und Beurteilung der Gefahren bei beabsichtigter Verwendung§ 3. Bei der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren sind zu berücksichtigen:1.die Risikogruppe der biologischen Arbeitsstoffe;2.Art und Häufigkeit der Tätigkeit;3.mögliche Infektionswege, zB durch Inhalation von Aerosolen oder Staub, durch direkten oder indirekten Haut- oder Schleimhautkontakt, durch Verletzungen oder Bisse, durch orale Aufnahme;4.die aus der Arbeit der Arbeitnehmer/innen resultierenden möglichen allergieauslösenden oder toxigenen Wirkungen;5.Informationen im Sinne des § 41 Abs. 2 ASchG über mögliche oder tatsächlich aufgetretene Erkrankungen, die auf die Verwendung von biologischen Arbeitsstoffen zurückzuführen sind oder sein könnten;6.die Ungewißheit hinsichtlich des Vorhandenseins von sowie die Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe, die im Organismus menschlicher Patienten oder von Tieren oder in den von Menschen oder Tieren stammenden Proben, Ausscheidungen oder Abfällen vorhanden sind oder sein könnten.
Ermittlung und Beurteilung der Gefahren bei unbeabsichtigterVerwendung§ 4. (1) Bei unbeabsichtigter Verwendung ist die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren anhand von Informationen über Erfahrungen mit vergleichbaren Arbeitsplätzen vorzunehmen. Dabei ist § 3 anzuwenden, soweit dies ohne Kenntnis der Identität des biologischen Arbeitsstoffes möglich ist.(2) Sofern bei unbeabsichtigter Verwendung die Identität eines biologischen Arbeitsstoffes bekannt ist, muß überdies eine Zuordnung zu einer Risikogruppe gemäß § 2 vorgenommen werden.
Hygiene, Expositionsvermeidung, Impfung§ 5. (1) Werden biologische Arbeitsstoffe verwendet, müssen Arbeitgeber/innen für die Einhaltung folgender Hygienemaßnahmen sorgen:1.Arbeitsplätze und Arbeitsmittel sind in einem dem Arbeitsablauf entsprechenden sauberen Zustand zu halten.2.Von den Arbeitnehmer/innen mitgebrachte Lebensmittel, Kosmetika, Medikamente und Tabakerzeugnissea)müssen so aufbewahrt werden, daß eine Kontamination mit biologischen Arbeitsstoffen vermieden wird undb)dürfen an Arbeitsplätzen oder in Räumen, an bzw. in denen die Gefahr einer Kontamination mit biologischen Arbeitsstoffen besteht, nicht konsumiert bzw. angewendet werden.3.Auf die Verbote nach Z 2 lit. b muß durch deutlich sichtbare Anschläge hingewiesen werden.4.Die Arbeitnehmer/innen haben nach Ende der Arbeit sowie vor dem Essen, Trinken oder Rauchen die Hände zu waschen.5.Ungeziefer muß gegebenenfalls in geeigneter Weise bekämpft werden.(2) Werden biologische Arbeitsstoffe verwendet, müssen Arbeitgeber/innen dafür sorgen, daß folgende Maßnahmen zur Expositionsvermeidung getroffen werden:1.Spitze, schneidende oder zerbrechliche Arbeitsgeräte sind, wenn möglich, durch solche zu ersetzen, bei denen keine oder weniger Gefahr von Stich- oder Schnittverletzungen besteht.2.Für das Pipettieren müssen Pipettierhilfen zur Verfügung gestellt werden. Mundpipettieren ist verboten.3.Wenn eine Exposition von Arbeitnehmer/innen gegenüber biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 2, 3 oder 4 möglich ist, sind Tätigkeiten und Arbeitsverfahren mit Staub- oder Aerosolbildung, einschließlich Reinigungsverfahren, wenn möglich durch solche ohne Staub- oder Aerosolbildung zu ersetzen. Bei allen Tätigkeiten ist Staub- oder Aerosolbildung möglichst zu vermeiden.4.Wenn Staub- oder Aerosolbildung nicht vermieden werden kann, ist die Anzahl der Arbeitnehmer/innen, die tatsächlich oder möglicherweise gegenüber biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 2, 3 oder 4 exponiert sind, auf das niedrigstmögliche Niveau zu begrenzen.(3) Abs. 2 Z 3 und 4 gelten auch für biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 1, sofern der damit verbundene Aufwand vertretbar ist.(4) Ergibt die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren, daß ein Risiko für die Sicherheit oder Gesundheit der Arbeitnehmer/innen auf Grund der Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen besteht, gegen die es wirksame Impfstoffe gibt, haben Arbeitgeber/innen den betreffenden Arbeitnehmer/innen die Impfung anzubieten.
Ausstattung, Persönliche Schutzausrüstung, sichere Handhabung§ 6. (1) Werden biologische Arbeitsstoffe verwendet, ist den Arbeitnehmer/innen zur Verfügung zu stellen:1.Seifenspender, Hautdesinfektionsmittel, Einweghandtücher und Hautpflegemittel an den Waschplätzen,2.geeignete Arbeitskleidung,3.geeignete Schutzhandschuhe,4.geeignete Schutzmasken bei staub- oder aerosolbildenden Arbeitsverfahren,5.getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Straßenkleidung einerseits und Arbeitskleidung oder persönliche Schutzausrüstung andererseits.(2) Die Oberflächen von Werkbänken und Arbeitstischen müssen wasserundurchlässig, leicht zu reinigen und desinfizierbar sowie gegen die zu erwartenden mechanischen, chemischen oder physikalischen Einflüsse widerstandsfähig sein.(3) Arbeitgeber/innen haben dafür zu sorgen, daß1.Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung außerhalb des Arbeitsraumes bzw. außerhalb des Arbeitsbereiches nicht getragen wird, und2.persönliche Schutzausrüstung nach jedem Gebrauch, erforderlichenfalls auch vor jedem Gebrauch, überprüft und gereinigt wird.(4) Arbeitgeber/innen müssen geeignete Verfahren für die Entnahme, die Handhabung sowie für die Verarbeitung von Proben menschlichen oder tierischen Ursprungs festlegen und dafür geeignete Einrichtungen zur Verfügung stellen.(5) Arbeitgeber/innen haben dafür zu sorgen, daß nur solche Behälter zur Sammlung, zur Aufbewahrung, zum Transport oder zur Beseitigung von biologischen Arbeitsstoffen, von Proben, von Rückständen oder von möglicherweise kontaminierten Gegenständen oder Materialien verwendet werden, die1.hinsichtlich ihrer Beschaffenheit (zB Material, Festigkeit, Größe, Verschluß) geeignet sind, den Inhalt sicher zu umschließen, wobei auf die Art des jeweiligen Inhalts (zB scharfe Gegenstände, Flüssigkeiten, Gewicht) Bedacht zu nehmen ist,2.deutlich erkennbar sind (zB durch Farbkodierung, Beschriftung oder Kennzeichnung mit dem Symbol für Biogefährdung) und3.ihrer Art nach nicht zur Aufbewahrung von Lebensmitteln bestimmt sind oder mit solchen Behältern verwechselt werden können.
Desinfektion, Vorsorge für besondere Fälle§ 7. (1) Arbeitgeber/innen müssen festlegen, welche spezifischen Desinfektionsverfahren für die verwendeten biologischen Arbeitsstoffe geeignet und wie oft diese anzuwenden sind und müssen die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen.(2) Arbeitgeber/innen haben dafür zu sorgen, daß1.eine unverzügliche Reinigung und Desinfektion des kontaminierten Bereiches erfolgt, wenn Material, das biologische Arbeitsstoffe enthalten kann, ausgetreten ist oder verschüttet wurde,2.Arbeitsflächen täglich gereinigt und regelmäßig desinfiziert werden,3.soweit dies auf Grund des Arbeitsablaufs möglich und erforderlich ist, Arbeitsmittel, die in Kontakt mit biologischen Arbeitsstoffen waren, desinfiziert werden:a)vor der Reinigung oderb)bevor sie aus dem Arbeitsbereich gebracht werden,4.im Fall von Hautkontakt eine Desinfektion der betroffenen Hautflächen erfolgt.(3) Für folgende Fälle (Z 1 bis 4) müssen Arbeitgeber/innen auf Grund der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren im voraus schriftlich festlegen, welche Maßnahmen (wie zB Abgrenzen des betroffenen Bereiches, Desinfektion mit bestimmten Mitteln, Reinigung mit bestimmten saugenden Verfahren, Tragen von bestimmter persönlicher Schutzausrüstung, Filtergeräte für die Selbstrettung) zu treffen sind und müssen die dazu erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen:1.für Reinigungsarbeiten, insbesondere wenn Material, das biologische Arbeitsstoffe enthalten kann, ausgetreten ist oder verschüttet wurde,2.für den Umgang mit bzw. die Beseitigung von Rückständen oder von möglicherweise kontaminierten Gegenständen oder Materialien,3.für Wartungs-, Instandhaltungs- und Abbrucharbeiten, bei denen die Möglichkeit einer beträchtlichen Erhöhung der Exposition der Arbeitnehmer/innen vorherzusehen ist und4.für den Fall von Betriebsstörungen oder Zwischenfällen, durch die es zu einer beträchtlichen Erhöhung der Exposition der Arbeitnehmer/innen kommen könnte.
Ausnahmen von §§ 6 und 7§ 8. (1) Bei beabsichtigter Verwendung müssen die Maßnahmen gemäß §§ 6 und 7 nicht getroffen werden, wenn die Zuordnung nach § 2 ergeben hat, daß ausschließlich biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 1 verwendet werden.(2) Bei unbeabsichtigter Verwendung müssen die Maßnahmen gemäß §§ 6 und 7 nicht getroffen werden,1.soweit die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren ergeben hat, daß diese Maßnahmen im einzelnen nicht erforderlich sind oder2.wenn die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren ergeben hat, daß mit höchster Wahrscheinlichkeit nur solche biologischen Arbeitsstoffe verwendet werden, die keiner höheren als der Risikogruppe 1 zuzuordnen sind.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen bei beabsichtigter Verwendung§ 9. (1) Bei beabsichtigter Verwendung sind1.Bereiche, in denen biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 2, 3 oder 4 verwendet werden, an den Zugängen mit dem Warnzeichen „Biogefährdung“ zu kennzeichnen und2.über §§ 5 bis 7 hinausgehend die Schutzmaßnahmen nach Anhang 1 zu treffen, und zwar bei Verwendung von biologischen Arbeitsstoffena)der Risikogruppe 2: die Schutzmaßnahmen nach Anhang 1.RG2;b)der Risikogruppe 3: die Schutzmaßnahmen nach Anhang 1.RG3;c)der Risikogruppe 4: die Schutzmaßnahmen nach Anhang 1.RG4.(2) Werden innerhalb eines Arbeitsbereiches biologische Arbeitsstoffe mit unterschiedlichen Risikogruppen verwendet, sind die Schutzmaßnahmen entsprechend der höchsten in Betracht kommenden Risikogruppe zu treffen.(3) Wenn der Stamm eines biologischen Arbeitsstoffes abgeschwächt ist oder bekannte Virulenzgene verloren hat, müssen abweichend von Abs. 1 die auf Grund der Einstufung seines Elternstammes erforderlichen Schutzmaßnahmen – vorbehaltlich einer angemessenen Ermittlung und Beurteilung der Gefahren – nicht getroffen werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein solcher Stamm als Produkt oder Bestandteil eines Produkts zu prophylaktischen oder therapeutischen Zwecken verwendet werden soll.(4) Ob und welche weiteren als die in Abs. 1 genannten zusätzlichen Schutzmaßnahmen, insbesondere wegen möglicher Infektionswege oder wegen möglicher allergieauslösender oder toxigener Wirkungen, erforderlich sind, ist von den Arbeitgeber/innen auf Grund der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren festzulegen.(5) Wenn bei der beabsichtigten Verwendung biologischer Arbeitsstoffe in industriellen Verfahren die Gefahren auf Grund der Ermittlung und Beurteilung für bestimmte Tätigkeiten zwar nicht abschließend beurteilt werden können, jedoch Hinweise dafür vorliegen, daß ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Arbeitnehmer/innen gegeben sein könnte, dürfen die entsprechenden Tätigkeiten nur in Arbeitsräumen ausgeführt werden, die dem Anhang 1.RG3 entsprechen.(6) Abweichend von Abs. 1 gilt für diagnostische mikrobiologische Labors § 10 Abs. 3.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen in bestimmten Fällen unbeabsichtigterVerwendung§ 10. (1) Im Fall des § 4 Abs. 2 ist von den Arbeitgeber/innen auf Grund der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren festzulegen, ob und welche über §§ 5 bis 7 hinausgehende Schutzmaßnahmen (zB solche nach Anhang 1) insbesondere wegen möglicher Infektionswege oder wegen möglicher allergieauslösender oder toxigener Wirkungen erforderlich sind.(2) Für Isolierstationen (einschließlich post-mortem-Stationen), die der Absonderung von Patienten oder Tieren dienen, weil diese mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 oder 4 infiziert sind oder infiziert sein könnten, ist von den Arbeitgeber/innen entsprechend der Risikogruppe der in Betracht kommenden biologischen Arbeitsstoffe festzulegen, welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen nach Anhang 1.RG3 oder 1.RG4 erforderlich sind, um ein Infektionsrisiko für die Arbeitnehmer/innen möglichst zu vermeiden.(3) In Labors, die Stoffe verwenden, bei denen nicht feststeht, ob biologische Arbeitsstoffe vorhanden sind, die für den Menschen krankheitserregend sein können, die jedoch nicht beabsichtigen, mit biologischen Arbeitsstoffen als solchen zu arbeiten, insbesondere sie zu züchten oder sie zu konzentrieren, sind die zusätzlichen Schutzmaßnahmen nach Anhang 1.RG2 zu treffen. Ob und welche weiteren zusätzlichen Schutzmaßnahmen (insbesondere solche nach Anhang 1.RG3 oder 1.RG4) erforderlich sind, ist von den Arbeitgeber/innen auf Grund der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren festzulegen.
Meldung bei beabsichtigter Verwendung§ 11. (1) Die Meldung der erstmaligen beabsichtigten Verwendung biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 2, 3 oder 4 gemäß § 42 Abs. 6 ASchG hat zu enthalten:1.Name des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin und Anschrift der Arbeitsstätte;2.Angaben zur Identität der biologischen Arbeitsstoffe, sofern möglich, nach Gattung und Art;3.die vorgenommene Zuordnung zu den Risikogruppen gemäß § 2;4.die Ergebnisse der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren gemäß § 3;5.gegebenenfalls Angaben über Schutzmaßnahmen nach § 9 Abs. 4, 5 oder 6.(2) Weiters sind gegebenenfalls jene biologischen Arbeitsstoffe zu melden, die bei der Verwendung voraussichtlich entstehen werden, sofern diese einer höheren als der ursprünglich gemeldeten Risikogruppe zuzuordnen sind.(3) Liegt zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung bereits eine beabsichtigte Verwendung biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 oder 4 vor, hat eine dem Abs. 1 entsprechende Meldung innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten dieser Verordnung zu erfolgen.(4) Arbeitgeber/innen haben dem Arbeitsinspektorat weiters Betriebsstörungen oder Zwischenfälle, die zu einer beträchtlichen Erhöhung der Exposition der Arbeitnehmer/innen gegenüber einem biologischen Arbeitsstoff der Risikogruppe 3 oder 4 geführt haben, zu melden.
Information und Unterweisung der Arbeitnehmer/innen§ 12. (1) Die Information der Arbeitnehmer/innen nach § 12 ASchG hat sich jedenfalls zu beziehen auf:1.mögliche Gefahren für die Gesundheit,2.von den Arbeitnehmer/innen zu treffende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen,3.von den Arbeitnehmer/innen zu treffende Maßnahmen zur Verhütung einer Exposition und4.das Tragen und Benutzen von persönlicher Schutzausrüstung.(2) Schriftliche Anweisungen nach § 14 Abs. 5 ASchG müssen am Arbeitsplatz ausgehängt werden über:1.die gemäß § 7 Abs. 3 Z 4 festgelegten Maßnahmen und2.die zu beachtenden Schutzmaßnahmen, sofern biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 oder 4 verwendet werden.(3) Arbeitgeber/innen haben sicherzustellen, daß Arbeitnehmer/innen, denen gemäß § 43 Abs. 4 ASchG in Verbindung mit § 5 Abs. 4 dieser Verordnung Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden, über Vor- und Nachteile der Impfung und der Nicht-Impfung informiert werden.
Handhabung der Organismenlisten (Anhang 2)§ 13. (1) Den Risikogruppen zugeordnet sind nur biologische Arbeitsstoffe, die bekanntermaßen Infektionskrankheiten beim Menschen hervorrufen. Nicht berücksichtigt sind:1.Tier- und Pflanzenpathogene, von denen bekannt ist, daß sie nicht auf den Menschen wirken und2.genetisch veränderte Mikroorganismen.(2) Wenn ein biologischer Arbeitsstoff in den Organismenlisten nicht enthalten ist, ist er nicht automatisch der Risikogruppe 1 zuzuordnen.(3) Der Zuordnung der biologischen Arbeitsstoffe zu Risikogruppen wurde deren Wirkung bei gesunden Arbeitnehmer/innen zugrundegelegt. Nicht berücksichtigt wurden hingegen spezifische Wirkungen bei Arbeitnehmer/innen, die besonders empfindlich sind, sowie bei schwangeren oder stillenden Arbeitnehmerinnen.(4) Im Fall von biologischen Arbeitsstoffen, von denen mehrere Arten als humanpathogen bekannt sind, enthalten die Listen die am häufigsten mit einem Krankheitsgeschehen assoziierten Arten und einen allgemeineren Hinweis darauf, daß andere Arten derselben Gattung möglicherweise den Gesundheitszustand beinträchtigen (Anm.: richtig: beeinträchtigen).(5) Wird bei der Zuordnung biologischer Arbeitsstoffe eine gesamte Gattung genannt, so ist davon auszugehen, daß die als nichtpathogen geltenden Arten und Stämme hievon ausgeschlossen sind.(6) Die Zuordnung von Parasiten gilt nur für diejenigen Stadien des Lebenszyklus des betreffenden Parasiten, die für den Menschen am Arbeitsplatz möglicherweise infektionsfähig sind.(7) Die in den Listen verwendeten Bezeichnungen der biologischen Arbeitsstoffe entsprechen dem Stand 1995 der internationalen Vereinbarungen über die Taxonomie und Nomenklatur von biologischen Arbeitsstoffen. Die Möglichkeit allfälliger späterer Änderungen in der Taxonomie und Nomenklatur ist zu beachten.(8) In den Organismenlisten sind biologische Arbeitsstoffe mit folgenden Hinweisen versehen:1.mit „A“: wenn sie mögliche allergene Wirkung haben,2.mit „T“: wenn sie Toxine produzieren,3.mit „V“: wenn ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht,4.mit „(**)“ wenn bei einem biologischen Arbeitsstoff der Risikogruppe 3 eine Infizierung über den Luftweg normalerweise nicht erfolgen kann und daher das diesbezügliche Infektionsrisiko für Arbeitnehmer/innen begrenzt ist,5.mit „spp“: wenn andere Arten als humanpathogen bekannt sind.
Schlußbestimmungen§ 14. (1) Gemäß § 95 Abs. 1 ASchG wird festgestellt, daß die Behörde von den Bestimmungen dieser Verordnung, mit Ausnahme jener des § 9 Abs. 1, keine Ausnahme zulassen darf.(2) Gemäß § 110 Abs. 2 ASchG wird festgestellt, daß gleichzeitig mit Inkrafttreten dieser Verordnung § 42 Abs. 6 ASchG in Kraft tritt.(3) Gemäß § 125 Abs. 8 ASchG wird festgestellt, daß mit Inkrafttreten dieser Verordnung die nachstehenden Bestimmungen der Allgemeinen Arbeitnehmerschutzverordnung, die gemäß den im folgenden genannten Bestimmungen des ASchG als Bundesgesetz gelten, außer Kraft treten:1.§ 53 AAV (§ 110 Abs. 8 ASchG),2.jeweils nur hinsichtlich infektiöser Arbeitsstoffe: § 49 Abs. 7, zweiter Halbsatz AAV (§ 114 Abs. 4 Z 2 ASchG), § 65 Abs. 9 AAV (§ 110 Abs. 8 ASchG), § 71 Abs. 1 AAV (§ 114 Abs. 4 Z 7 ASchG) und § 81 Abs. 8 AAV (§ 107 Abs. 4 ASchG).(4) Liegt zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung bereits eine beabsichtigte Verwendung biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 2 oder 3 vor, müssen die folgenden Schutzmaßnahmen erst spätestens am 1. August 1999 getroffen sein:1.Anhang 1.RG2: die Schutzmaßnahmen RG2.3, RG2.5, RG2.6 und RG2.8 bis RG2.10;2.Anhang 1.RG3: die Schutzmaßnahmen RG3.2 und RG3.5 bis RG3.7.(5) Spätestens zu den in § 110 Abs. 1a ASchG genannten Zeitpunkten müssen erfüllt sein:1.bei beabsichtigter Verwendung: die in § 3, § 5 Abs. 4, § 7 Abs. 3, § 9 Abs. 4 und 5, § 11 Abs. 1 Z 4 und 5 und § 12 Abs. 2 Z 1 dieser Verordnung vorgesehenen Verpflichtungen;2.bei unbeabsichtigter Verwendung: die in § 4, § 5 Abs. 4, § 7 Abs. 3, § 10 und § 12 Abs. 2 Z 1 dieser Verordnung vorgesehenen Verpflichtungen.(6) Diese Verordnung tritt am 1. November 1998 in Kraft.(7) § 1 Abs. 1 und Abs. 2, § 2 Abs. 1 und Abs. 3 sowie § 3 Z 5 in der Fassung BGBl. II Nr. 186/2015 treten mit dem ihrer Kundmachung folgenden Tag in Kraft.
Anhang 1ZUSÄTZLICHE SCHUTZMASSNAHMENRG2:Zusätzliche Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 2RG2.1In der Arbeitsstätte muß ein Autoklav oder eine gleichwertige Dekontaminationseinrichtung (zB Durchreichautoklav) vorhanden sein.RG2.2Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen müssen an gesonderten Arbeitsplätzen durchgeführt werden.RG2.3Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen dürfen nur in einer Sicherheitswerkbank oder in geschlossenen Apparaturen durchgeführt werden.RG2.4An den Arbeitsplätzen dürfen biologische Arbeitsstoffe nur in der für den Fortgang der Arbeiten erforderlichen Menge vorhanden sein.RG2.5Durch geeignete Maßnahmen muß ein unkontrollierter Austritt von biologischen Arbeitsstoffen im Fall von Betriebsstörungen oder Zwischenfällen verhindert werden. Bei industriellen Verfahren (inklusive Technikumsmaßstab) müssen Auffangvorrichtungen vorhanden sein, deren Volumen sich nach dem größten Einzelvolumen orientiert.RG2.6Geräte und Arbeitsverfahren müssen so beschaffen sein, daß biologische Arbeitsstoffe auch bei Ausfall der Netzenergie nicht austreten können.RG2.7Sofern dies notwendig und technisch möglich ist, müssen zur Überprüfung einer möglichen unkontrollierten Verbreitung von biologischen Arbeitsstoffen stichprobenweise Tests auf das Vorhandensein verwendeter biologischer Arbeitsstoffe am Arbeitsplatz und in dessen Umgebung durchgeführt werden.RG2.8Wenn Prozeßabluft (zB aus Werkbänken, geschlossenen Apparaturen, Fermentern, Autoklaven) in Räume rückgeführt wird, muß sie über geeignete Filter gereinigt werden.RG2.9Bei industriellen Verfahren (inklusive Technikumsmaßstab) müssen Vorgänge wie Beimpfen, Probenehmen, Abernten aus einem Fermenter oder ähnliches, in oder mit Hilfe Hilfe von geschlossenen Apparaturen erfolgen, sofern nicht eine Inaktivierung der biologischen Arbeitsstoffe erfolgt.RG2.10Bei industriellen Verfahren (inklusive Technikumsmaßstab) muß die Reinigung von Arbeitsgeräten und Anlagenteilen in geschlossenen Apparaturen erfolgen. Ist dies nicht möglich, müssen die mit biologischen Arbeitsstoffen verunreinigten Teile vor dem Öffnen dekontaminiert werden.RG3: Zusätzliche Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 3RG3.1Aus dem Anhang 1.RG2 gelten die Punkte RG2.3 bis RG2.10 auch für Risikogruppe 3.RG3.2Arbeitsbereiche, in denen biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 verwendet werden, dürfen nur über eine mit zwei selbstschließenden Türen ausgestattete Schleuse zu betreten und zu verlassen sein. Die Türen der Schleuse müssen gegeneinander verriegelt sein und dürfen nur im Notfall entriegelt werden. In der Schleuse muß vorhanden sein a)Waschbecken mit Armhebel-, Fuß- oder Sensorbetätigung, b)getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Schutzausrüstung einerseits und für Arbeits- und Privatkleidung andererseits.RG3.3Arbeitgeber/innen haben dafür zu sorgen, daß a)in der Schleuse geeignete Schutzkleidung angezogen wird, b)im Arbeitsbereich geeignete Schutzkleidung getragen wird, c)beim Arbeiten geeignete Schutzhandschuhe getragen werden, d)die verwendete Schutzkleidung vor oder gleichzeitig mit der Reinigung dekontaminiert wird.RG3.4Im Arbeitsbereich muß ein Autoklav oder eine gleichwertige Dekontaminationseinrichtung (zB Durchreichautoklav) vorhanden sein.RG3.5Biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 dürfen nur in Arbeitsräumen verwendet werden, die folgende Anforderungen erfüllen: a)Es muß ein geeignetes Kommunikationssystem für Notfälle vorhanden sein. b)Im Raum oder in unmittelbarer Nähe des Raumes muß ein Waschbecken mit Armhebel-, Fuß- oder Sensorbetätigung vorhanden sein. c)Der Raum muß so abgedichtet werden können, daß eine Raumdesinfektion möglich ist. d)Im Raum dürfen, wenn möglich, keine anderen Arbeiten durchgeführt werden.RG3.6Das Lüftungssystem des Arbeitsraumes muß an eine Notstromversorgung angeschlossen sein. Die Abluftleitungen müssen durch geeignete Filter (zB HEPA-Filter) gesichert sein. Filterwechsel müssen so erfolgen, daß eine Exposition von Arbeitnehmer/innen vermieden wird. Ist das nicht möglich, ist geeignete Schutzausrüstung zu tragen.RG3.7Bei Verwendung von biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3, für die eine Übertragung durch die Luft (Partikel, Aerosole) nicht ausgeschlossen werden kann, ist der Arbeitsraum ständig unter Unterdruck zu halten, sodaß eine gerichtete Luftströmung von außen nach innen gewährleistet ist. Zur Messung des Unterdrucks muß ein von innen und außen ablesbares Meßgerät vorhanden sein. Bei Druckanstieg muß ein optischer und akustischer Alarm erfolgen.RG3.8Das Ausschleusen von Proben mit lebenden biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 darf nur in bruchsicheren, dicht verschlossenen, entsprechend gekennzeichneten und außen dekontaminierten Behältern erfolgen.RG3.9Gegenstände oder Materialien, die kontaminiert sein könnten, müssen im Arbeitsbereich dekontaminiert werden. Ist das nicht möglich, dürfen sie nur in bruchsicheren, dicht verschlossenen, entsprechend gekennzeichneten und außen dekontaminierten Behältern aus dem Arbeitsraum gebracht werden. Dies gilt auch für Abfälle (einschließlich Tierkörpern).RG3.10Eine wirksame Kontrolle von Überträgern wie Nagetiere oder Insekten muß gewährleistet werden.RG4: Zusätzliche Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 4RG4.1Aus dem Anhang 1.RG2 gelten die Punkte RG2.4 bis RG2.7, RG2.9 und RG2.10 auch für Risikogruppe 4.RG4.2Aus dem Anhang 1.RG.3 gelten die Punkte RG3.3, RG3.6 und RG3.10 auch für Risikogruppe 4.RG4.3Biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 4 dürfen nur in Arbeitsräumen verwendet werden, die nur über eine dreikammerige Schleuse betreten und verlassen werden können. Die Türen der Schleuse müssen jeweils gegeneinander verriegelt sein und dürfen nur im Notfall entriegelt werden. Es ist dafür zu sorgen, daß in der Schleuse alle Kleidungsstücke und Schmuck abgelegt werden. In der Schleuse muß vorhanden sein: a)in der ersten Kammer: getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Schutzausrüstung einerseits und für Arbeits- und Privatkleidung andererseits; b)in der zweiten Kammer: Waschraum: Dusche, Waschbecken mit Armhebel-, Fuß- oder Sensorbetätigung; c)in der dritten Kammer: sterilisierbare Behälter für benutzte Schutzausrüstung.RG4.4Biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 4 dürfen nur in Arbeitsräumen verwendet werden, die weiters folgende Anforderungen erfüllen: a)Es muß eine Materialschleuse mit einer Dekontaminationseinrichtung (zB Durchreichautoklav) vorhanden sein. b)Es muß eine kontinuierliche Sichtverbindung oder Kameraüberwachung und ein geeignetes Kommunikationssystem für Notfälle vorhanden sein. c)Es muß ein Waschbecken mit Armhebel-, Fuß- oder Sensorbetätigung, vorhanden sein. d)Ver- und Entsorgungsleitungen müssen gegen Rückfluß gesichert sein. e)Gasleitungen müssen durch geeignete Filter (zB HEPA-Filter) gesichert sein. f)Der Raum ist ständig unter Unterdruck zu halten, sodaß eine gerichtete Luftströmung von außen nach innen gewährleistet ist. Zur Messung des Unterdrucks muß ein von innen und außen ablesbares Meßgerät vorhanden sein. Bei Druckanstieg muß ein optischer und akustischer Alarm erfolgen. g)Der Raum muß so abgedichtet werden können, daß eine Raumdesinfektion möglich ist. h)Im Raum dürfen keine anderen Arbeiten durchgeführt werden.RG4.5Bei Verwendung biologischer Arbeitsstoffe der Risikogruppe 4 ist die Rückführung von Abluft, auch wenn diese gereinigt ist, in Räume verboten.RG4.6Die Arbeiten dürfen nur in einer Sicherheitswerkbank der Klasse 3 oder in geschlossenen Apparaturen durchgeführt werden. Sicherheitswerkbänke müssen zum Zweck der Desinfektion eine von außen zu bedienende Begasunganlage haben.RG4.7Arbeiten, die aus technischen Gründen nicht in einer Sicherheitswerkbank durchgeführt werden können, wie insbesondere Reinigung, Wartung, Instandhaltung und Aufräumarbeiten nach Austritt von biologischen Arbeitsstoffen, dürfen nur durchgeführt werden, wenn a)der Raum zuvor zwecks Desinfektion begast wurde oder b)die Arbeitnehmer/innen fremdbelüftete Vollschutzanzüge tragen.RG4.8Arbeitnehmer/innen dürfen nicht verpflichtet werden, allein im Arbeitsraum tätig zu sein.RG4.9Das Ausschleusen von Proben mit lebenden biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 4 darf nur in bruchsicheren, dicht verschlossenen, entsprechend gekennzeichneten und außen dekontaminierten Behältern erfolgen. Jeder Weitertransport hat in einem zusätzlichen, dicht verschlossenen, entsprechend gekennzeichneten Behälter zu erfolgen.RG4.10Das Ausschleusen von Gegenständen oder Materialien darf nur durch eine Materialschleuse mit Dekontaminationseinrichtung erfolgen.RG4.11Abfälle (einschließlich Tierkörper) müssen innerhalb des Arbeitsraumes dekontaminiert werden. Erforderlichenfalls muß in der Arbeitsstätte ein Verbrennungsofen für Tierkörper vorhanden sein. Anl. 2
Anhang 2ORGANISMENLISTENA: BakterienBakterien und ähnliche OrganismenRisikogruppeHinweisActinobacillus actinomycetemcomitans2 Actinomadura madurae2 Actinomadura pelletieri2 Actinomyces gerencseriae2 Actinomyces israelii2 Actinomyces pyogenes2 Actinomyces spp2 Arcanobacterium haemolyticum (Corynebacterium haemolyticum)2 Bacillus anthracis3 Bacteroides fragilis2 Bartonella acilliformis2 Bartonella (Rochalimea) spp2 Bartonella quintana (Rochalimaea quintana)2 Bordetella bronchiseptica2 Bordetella parapertussis2 Bordetella pertussis2VBorrelia burgdorferi2 Borrelia duttonii2 Borrelia recurrentis2 Borrelia spp2 Brucella abortus3 Brucella canis3 Brucella melitensis3 Brucella suis3 Burkholderia mallei (Pseudomonas mallei)3 Burkholderia pseudomallei (Pseudomonas pseudomallei)3 Campylobacter fetus2 Campylobacter jejuni2 Campylobacter spp2 Cardiobacterium hominis2 Chlamydia pneumoniae2 Chlamydia trachomatis2 Chlamydia psittaci (aviaere Stämme)3 Chlamydia psittaci (sonstige Stämme)2 Clostridium botulinum2TClostridium perfringens2 Clostridium tetani2T, VClostridium spp2 Corynebacterium diphtheriae2T, VCorynebacterium minutissimum2 Corynebacterium pseudotuberculosis2 Corynebacterium spp2 Coxiella burnetii3 Edwardsiella tarda2 Ehrlichia sennetsu (Rickettsia Sennetsu)2 Ehrlichia spp2 Eikenella corrodens2 Enterobacter aerogenes/cloacae2 Enterobacter spp2 Enterococcus spp2 Erysipelothrix rhusiopathiae2 Escherichia coli (außer nichtpathogene Staemme)2 Escherichia coli, verotoxinbildende Stämme (zB 0157: H7 oder 0103), (EHEC)3 (**)TFlavobacterium meningosepticum2 Fluoribacter bozemanae (Legionella)2 Francisella tularensis (Typ A)3 Francisella tularensis (Typ B)2 Fusobacterium necrophorum2 Gardnerella vaginalis2 Haemophilus ducreyi2 Haemophilus influenzae2 Haemophilus spp2 Helicobacter pylori2 Klebsiella oxytoca2 Klebsiella pneumoniae2 Klebsiella spp2 Legionella pneumophila2 Legionella spp2 Leptospira interrogans (alle Serotypen)2 Listeria monocytogenes2 Listeria ivanovii2 Micoplasma hominis2 Micoplasma caviae2 Morganella morganii2 Mycobacterium africanum3VMycobacterium avium/intracellulare2 Mycobacterium bovis (außer BCG-Stamm)3VMycobacterium chelonae2 Mycobacterium fortuitum2 Mycobacterium kansasii2 Mycobacterium leprae3 Mycobacterium malmoense2 Mycobacterium marinum2 Mycobacterium microti3 (**) Mycobacterium paratuberculosis2 Mycobacterium scrofulaceum2 Mycobacterium simiae2 Mycobacterium szulgai2 Mycobacterium tuberculosis3VMycobacterium ulcerans3 (**) Mycobacterium xenopi2 Mycoplasma pneumoniae2 Neisseria gonorrhoeae2 Neisseria meningitidis2VNocardia asteroides2 Nocardia brasiliensis2 Nocardia farcinica2 Nocardia nova2 Nocardia otitidiscaviarum2 Pasteurella multocida2 Pasteurella spp2 Peptostreptococcus anaerobius2 Plesiomonas shigelloides2 Porphyromonas spp2 Prevotella spp2 Proteus mirabilis2 Proteus penneri2 Proteus vulgaris2 Providencia alcalifaciens2 Providencia rettgeri2 Providencia spp2 Pseudomonas aeruginosa2 Rhodococcus equi2 Rickettsia akari3 (**) Rickettsia canada3 (**) Rickettsia conorii3 Rickettsia montana3 (**) Rickettsia typhi (Rickettsia mooseri)3 Rickettsia prowazekii3 Rickettsia rickettsii3 Rickettsia tsutsugamushi3 Rickettsia spp2 Salmonella Arizonae2 Salmonella Enteritidis2 Salmonella Typhimurium2 Salmonella Paratyphi A, B, C2VSalmonella Typhi3 (**)VSalmonella (sonstige Serovarietaeten)2 Serpulina spp2 Shigella boydii2 Shigella dysenteriae (Typ 1)3 (**)TShigella dysenteriae außer Typ 12 Shigella flexneri2 Shigella sonnei2 Staphylococcus aureus2 Streptobacillus moniliformis2 Streptococcus pneumoniae2 Streptococcus pyogenes2 Streptococcus spp2 Streptococcus suis2 Treponema carateum2 Treponema pallidum2 Treponema pertenue2 Treponema spp2 Vibrio cholerae (einschließlich El Tor)2 Vibrio parahaemolyticus2 Vibrio spp2 Yersinia enterocolitica2 Yersinia pestis3VYersinia pseudotuberculosis2 Yersinia spp2 B: VirenVirenRisikogruppeHinweisAdenoviridae2 Arenaviridae Gruppe LCM-LASV-Komplex (Altwelt-Arenaviren): Lassa Virus4 Virus der Lymphozytaeren Choriomeningitis (neurotrope3 Stämme) Virus der Lymphozytaeren Choriomeningitis (sonstige Stämme)2 Mopeia-Virus2 sonstige LCM-LASV-Komplex-Viren2 Tacaribe-Virus-Komplex (Neuwelt-Arenaviren): Guanarito-Virus4 Junin-Virus4 Sabia-Virus4 Machupo-Virus4 Flexal-Virus3 sonstige Tacaribe-Komplex-Viren2 Astroviridae2 Bunyaviridae Bhanja2 Belgrade (auch bekannt als Dobrava)3 Bunyamwera-Virus2 Germiston2 Oropouche-Virus3 Virus der Kalifornischen Enzephalitis2 Sin Nombre (vormals Muerto Canyon)3 Hantaviren Hantaan (Virus des Koreanischen Haemorrhagischen Fiebers)3 Seoul-Virus3 Puumala-Virus2 Prospect-Hill-Virus2 Sonstige Hantaviren2 Nairoviren Virus des Haemorrhagischen Kongo-Krim-Fiebers4 Hazara-Virus2 Phleboviren Rift-Valley-Fieber-Virus3V Papatacifieber-Virus2 Toscana-Virus2 Sonstige als pathogen bekannte Bunyaviren2 Caliciviridae Hepatitis-E-Virus3 (**) Norwalk-Virus2 Sonstige Caliciviridae2 Coronaviridae2 Filoviridae Ebola-Virus4 Marburg-Virus4 Flaviviridae Australische X-Enzephalitis (Murray-Valley-Enzephalitis)3 Zentraleuropaeisches Zeckenenzephalitis-Virus3 (**)V Absettarov3 Hanzalova3 Hepatitis G3 (**) Hypr3 Kumlinge3 Denguevirus Typ 1–43 Hepatitis-C-Virus3 (**) Japan-B-Enzephalitis3V Kyasanur-Forest-Virus3V Louping-ill-Virus3 (**) Virus des Omsker Haemorrhagischen Fiebers (a)3V Powassan-Virus3 Rocio3 Virus der Russischen Frühsommer-Enzephalitis (a)3V St.-Louis-Enzephalitis3 Wesselbron-Virus3 (**) West-Nil-Fieber-Virus3 Gelbfieber3V Sonstige als pathogen bekannte Flaviviren2 Hepadnaviridae Hepatitis-B-Virus3 (**)V Hepatitis-D-Virus (Deltavirus) (b)3 (**)VHerpesviridae Zytomegalievirus2 Epstein-Barr-Virus2 Herpes-Virus hominis 72 Herpes-Virus hominis 82 Herpesvirus simiae (Herpes-B-Virus)3 Herpes-simplex-Virus 1 und 22 Varicella-Zoster-Virus2 Human B-lymphotropic virus (HBLV – HHV6)2 Orthomyxoviridae Influenzaviren Typ A, B, C2V (c) durch Zecken übertragbare Orthomyxoviridae: Dhori- und Thogotovirus2Papovaviridae BK- und JC-Virus2(d) Humanes Papillomavirus2(d)Paramyxoviridae Masernvirus2V Mumpsvirus2V Newcastle-Disease-Virus2 Parainfluenzaviren Typ 1 bis 42 Respiratory-Syncytial-Virus2 Parvoviridae Parvovirus des Menschen (B 19)2 Picornaviridae Acute haemorrhagicconjunctivitis virus (AHC)2 Coxsackie-Viren2 ECHO-Viren2 Hepatitis-A-Virus (Typ 72 der humanen Enteroviren)2V Poliomyelitis-Virus2V Rhinoviren2 Poxviridae Büffelpockenvirus (e)2 Kuhpockenvirus2 Elefantenpockenvirus (f)2 Melkerknoten-Virus2 Molluscum-contagiosum-Virus2 Affenpockenvirus3V Orf-Virus2 Kaninchenpockenvirus (g)2 Vacciniavirus2 Variola-major- und Variola-minor-Virus4V Weisse-Pocken-Virus (variola virus)4V Yatapox virus (Tana & Yaba)2 Reoviridae Coltiviren2 Humane Rotaviren2 Orbiviren2 Reoviren2 Retroviridae Immundefizienz-Viren des Menschen3 (**) Viren der humanen T-Zell-Leukaemien (HTLV-1 und HTLV-2)3 (**) SIV (h)3 (**) Rhabdoviridae Tollwutvirus3 (**)V Virus der vesikulaeren Stomatitis2 Togaviridae Alphavirus: Eastern-Equine-Encephalitis-Virus3V Bebaruvirus2 Chikungunya-Virus3 (**) Everglades-Virus3 (**) Mayarovirus3 Mucambovirus3 (**) Ndumuvirus3 O’nyong-nyong-Virus2 Ross-River-Virus2 Semliki-Forest-Virus2 Sindbisvirus2 Tonatevirus3 (**) Venezuelan-Equine-Encephalitis-Virus3V Western-Equine-Encephalitis-Virus3V Sonstige bekannte Alphaviren2 Rubivirus(Rubellavirus)2VToroviridae2 Unklassifizierte Viren Equine morbillivirus4 Noch nicht identifizierte Hepatitis-Viren3 (**) Unkonventionelle Agenzien, die assoziiert sind mit Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) Creutzfeldt-Jakob-Krankheit3 (**)(d) Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit3 (**)(d) Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) und andere verwandte tierische TSE (i)3 (**)(d) Gerstmann-Straeussler-Scheinker-Syndrom3 (**)(d) Kuru3 (**)(d)(a)Zeckenenzephalitis.(b)Eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus wirkt nur dann bei Arbeitnehmer/innen pathogen, wenn sie gleichzeitig mit oder nach einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus erfolgt. Die Impfung gegen den Hepatitis-B-Virus schützt daher die Arbeitnehmer/innen, die nicht mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, gegen den Hepatitis-D-Virus (Deltavirus).(c)Nur für die Typen A und B.(d)Für Arbeiten, bei denen ein direkter Kontakt mit diesen Arbeitsstoffen gegeben ist.(e)Unter dieser Bezeichnung können zwei Viren identifiziert werden; eine Art „Büffelpocken“-Virus und eine Variante des „Vaccinia“-Virus.(f)Variante des „Kuhpocken“-Virus.(g)Variante von „Vaccinia“.(h)Derzeit gibt es keinerlei Beweis für eine Erkrankung des Menschen durch die übrigen Retroviren von Affen. Als Vorsichtsmaßnahme werden für Arbeiten, die gegenüber diesen Viren exponieren, die Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 3 empfohlen.(i)Es gibt keinen Beweis für eine Infektion des Menschen mit Erregern anderer tierischer TSE. Gleichwohl werden für Arbeiten im Labor die Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 3 (**) empfohlen. Eine Ausnahme bilden Laborarbeiten mit einem identifizierten Erreger der Traberkrankheit (Scrapie), für die Schutzmaßnahmen für Risikogruppe 2 ausreichend sind.C: ParasitenParasitenRisikogruppeHinweisAcanthamoeba castellani2 Ancylostoma duodenale2 Angiostrongylus cantonensis2 Angiostrongylus costaricensis2 Ascaris lumbricoides2AAscaris suum2ABabesia divergens2 Babesia microti2 Balantidium coli2 Brugia malayi2 Brugia pahangi2 Capillariaphilippinensis2 Capillaria spp2 Clonorchis sinensis2 Clonorchis viverrini2 Cryptosporidium parvum2 Cryptosporidium spp2 Cyclospora cayetanensis2 Dipetalonema streptocerca2 Diphyllobothrium latum2 Dracunculus medinensis2 Echinococcus granulosus3 (**) Echinococcus multilocularis3 (**) Echinococcus vogeli3 (**) Entamoeba histolytica2 Fasciola gigantica2 Fasciola hepatica2 Fasciolopsis buski2 Giardialamblia (Giardia intestinalis)2 Hymenolepis diminuta2 Hymenolepis nana2 Leishmania brasiliensis3 (**) Leishmania donovani3 (**) Leishmania ethiopica2 Leishmania mexicana2 Leishmania peruviana2 Leishmania tropica2 Leishmania major2 Leishmania spp2 Loa loa2 Mansonella ozzardi2 Mansonella perstans2 Naegleria fowleri3 Necator americanus2 Onchocerca volvulus2 Opisthorchis felineus2 Opisthorchis spp2 Paragonimus westermani2 Plasmodium falciparum3 (**) Plasmodium spp (des Menschen und von Affen)2 Sarcocystis suihominis2 Schistosomea haematobium2 Schistosomea intercalatum2 Schistosoma japonicum2 Schistosoma mansoni2 Schistosoma mekongi2 Strongyloides stercoralis2 Strongyloides spp2 Taenia saginata2 Taenia solium3 (**) Toxocara canis2 Toxoplasma gondii2 Trichinella spiralis2 Trichuris trichiura2 Trypanosoma brucei brucei2 Trypanosoma brucei gambiense2 Trypanosoma brucei rhodesiense3 (**) Trypanosoma cruzi3 Wuchereria bancrofti2 D: PilzePilzeRisikogruppeHinweisAspergillus fumigatus2ABlastomyces dermatitidis (Ajellomyces dermatitidis)3 Candida albicans2ACandida tropicalis2 Cladophialophora bantiana (vormals Xylohypha bantiana, Cladosporium bantianum o trichoides)3Coccidioides immitis3ACryptococcus neoformans var. neoformans (Filobasidiella2Aneoformans var. neoformans)Cryptococcus neoformans var. gattii (Filobasidiella bacillispora)2AEmmonsia parva var. parva2 Emmonsia parva var. crescens2 Epidermophyton floccosum2AFonsecaea compacta2 Fonsecaea pedrosoi2 Histoplasma capsulatum var capsulatum (Ajellomyces capsulatus)3 Histoplasma capsulatum duboisii3 Madurella grisea2 Madurella mycetomatis2 Microsporum spp2ANeotestudina rosatii2 Paracoccidioides brasiliensis3 Penicillium marneffei2AScedosporium apiospermum (Pseudallescheria boydii)2 Scedosporium prolificans (inflatum)2 Sporothrix schenckii2 Trichophyton rubrum2 Trichophyton spp2 Zum Seitenanfang.