Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=31.08.2007&Aktenzeichen=2%20BvR%201681/07
Timestamp: 2019-05-23 00:07:12
Document Index: 52086528

Matched Legal Cases: ['§ 98', '§ 98', '§ 102', 'Art. 2', '§ 98', '§ 105']

BVerfG, 31.08.2007 - 2 BvR 1681/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,10076
BVerfG, 31.08.2007 - 2 BvR 1681/07 (https://dejure.org/2007,10076)
BVerfG, Entscheidung vom 31.08.2007 - 2 BvR 1681/07 (https://dejure.org/2007,10076)
BVerfG, Entscheidung vom 31. August 2007 - 2 BvR 1681/07 (https://dejure.org/2007,10076)
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Rechtsstaatsprinzip (faires Verfahren); Unverletzlichkeit der Wohnung (Durchsuchung; richterliche Entscheidung); Hinzuziehung von Hilfspersonen zur Auswertung von ärztlichen Abrechnungsunterlagen (Unparteilichkeit; keine eigenen rechtlichen Wertungen; Höhe der Vergütung; allgemeine Ermittlungsbefugnis als gesetzliche Grundlage); Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde (vorheriger Antrag gemäß § 98 Abs. 2 S. 2 StPO); Geltendmachung von Verwertungsverboten im Verfassungsbeschwerdeverfahren; Nichtannahmebeschluss
Einsetzen von Sachverständigen bei der Auswertung ärztlicher Abrechnungsunterlagen im Rahmen eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens; Rechtswegerschöpfung bei einer Rüge gegen die Teilnahme bestimmter Beteiligter an einer Durchsuchung; Anforderungen an die Geltendmachung der Verdachtsgründe zur Rechtfertigung eines Eingriffs in die Unverletzlichkeit der Wohnung; Durchschlagen eines formellen Fehlers einer Durchsuchung auf die Beschlagnahme eines elektronischen Datenbestandes
StPO § 98 Abs. 2 S. 2 § 102; GG Art. 2 Abs. 1
AG Büdingen, 18.09.2006 - 61 Gs 4 Js 13145/06
LG Gießen, 27.06.2007 - Qs 137/07
Dieser Grundsatz gilt in jedem Stadium eines Ermittlungsverfahrens oder gerichtlichen Verfahrens (zum Recht auf ein faires Verfahren im Ermittlungsverfahren vgl. auch BVerfG [3. Kammer des Zweiten Senats], Beschluss vom 18. Februar 2003 - 2 BvR 369/01 u.a. -, NStZ-RR 2003, 176 [177]; BVerfG [3. Kammer des Zweiten Senats], Beschluss vom 31. August 2007 - 2 BvR 1681/07 -, juris).
Der Beschluss lässt in seiner Gesamtheit in ausreichendem Maße erkennen, dass der Ermittlungsrichter die Voraussetzungen für seinen Erlass eigenständig geprüft hat (vgl. BVerfG, Beschl. vom 31. August 2007 - 2 BvR 1681/07).
Nach ständiger Rechtsprechung und herrschender Auffassung in der Literatur muss der Betroffene, der sich gegen die Art und Weise der Durchsuchung wehren will, dies durch die Stellung eines Antrags entsprechend § 98 Abs. 2 Satz 2 StPO beim Amtsgericht tun (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 31. August 2007 - 2 BvR 1681/07 -, juris, Rn. 2; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 8. April 2004 - 2 BvR 2224/03 -, juris, Rn. 5).
Eine derartige Teilnahme von Steuerfahndungsbeamten an Durchsuchungen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens ohne steuerstrafrechtlichen Bezug ist zwar grundsätzlich zulässig (vgl. dazu z.B. Landgericht - LG - Stuttgart, Beschluss vom 10. Juni 1997 10 Qs 36/97, NStZ-RR 1998, 54; BVerfG-Beschluss vom 31. August 2007 2 BvR 1681/07, BeckRS 2007, 26565;… Schmitt in Meyer-Goßner/Schmitt StPO 59. Auflage 2016, § 105 Rdnr. 8b m.w.N.).