Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.05.1971&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2015/70
Timestamp: 2019-05-21 22:12:35
Document Index: 193962927

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 931', '§ 929', '§ 868', 'BGH', 'BGH', '§ 929', '§ 929', '§ 931', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 929', '§ 929', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 929', 'BGH']

BGH, 17.05.1971 - VIII ZR 15/70 - dejure.org
https://dejure.org/1971,1116
BGH, 17.05.1971 - VIII ZR 15/70 (https://dejure.org/1971,1116)
BGH, Entscheidung vom 17.05.1971 - VIII ZR 15/70 (https://dejure.org/1971,1116)
BGH, Entscheidung vom 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70 (https://dejure.org/1971,1116)
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Kaufvertrag über Rohkakao unter Eigentumsvorbehalt - Voraussetzungen für das Verschaffen von Eigentum - Unmöglichkeit der Eigentumsverschaffung durch Sperrung des Lieferscheins - Besitzverhältnisse beim "Durchhandeln" einer Ware - Besondere Rechts- und Sachlage beim Durchhandeln von Waren mittels Lieferscheinen
NJW 1971, 1608
MDR 1971, 750
WM 1971, 742
Eine Abtretung des Herausgabeanspruchs ist vielmehr nur dann anzunehmen, wenn zusätzliche, nach außen hin deutlich in Erscheinung tretende Umstände auf einen Abtretungswillen der Parteien schließen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70, NJW 1971, 1608, 1609).
Da nach den Feststellungen des Berufungsgerichts ein Übergabesurrogat in Form der Abtretung des Herausgabeanspruchs (§ 931 BGB) ausscheidet, die Beklagte zu 2 aber weiterhin unmittelbare Besitzerin der Zylinder blieb, konnte es zu einer Übergabe des Besitzes an die NEAG nach § 929 Satz 1, § 868 BGB nur kommen, wenn die Beklagte zu 1 jeden mittelbaren Besitz verlor (BGHZ 92, 280, 288;… BGH, Urt. v. 8. Juni 1989 - IX ZR 234/87, WM 1989, 1393, 1395; v. 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70, WM 1971, 742, 743; v. 14. Juli 1960 - VIII ZR 174/59, WM 1960, 1035, 1038; v. 21. April 1959 - VIII ZR 148/58, WM 1959, 813, 815; RGZ 137, 23, 25;… Soergel/Henssler, BGB 13. Aufl. § 929 Rdn. 55 und 59;Tiedtke, WM 1978, 446, 447 ff.).
Der Erwerb des mittelbaren Besitzes reicht für den Eigentumserwerb nach § 929 Abs. 1 BGB aus (Senatsurteilevom 21. April 1959 - VIII ZR 148/58 = NJW 1959, 1536 = WM 1959, 813 undvom 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70 = LM BGB § 931 Nr. 8 = NJW 1971, 1608 = WM 1971, 742; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 56, 123, 128) [BGH 05.05.1971 - VIII ZR 217/69].
Die Übergabe erfolgt dann mit der Begründung des neuen Besitzmittlungsverhältnisses (BGH NJW 1959, 1536, 1539. BGH NJW 1971, 1608, 1609. BGHZ 56, 123, 128.92, 280, 288. Palandt/Bassenge, a. a. O., § 929, Rdnr. 13f. Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch/Quack, 4. Auflage, § 929, Rdnr. 133).
BGH, 21.04.1978 - I ZR 135/76
Haftung eines Transportunternehmers - Schadensersatz für entstandene Kosten aus …
Wenn schon in den Fällen des Durchhandelns bei Verwendung von Lieferscheinen in der Übergabe des Papiers nur eine Doppelermächtigung gesehen werde (vgl. BGH v. 17.5.71 - VIII ZR 15/70 - NJW 71, 1608) und die Übergabe eines solchen Lieferscheins dem "Anweisungsempfänger" keinen Anspruch auf Auslieferung des Lagergutes gebe, könne dies mangels besonderer Umstände auch nicht in einem Fall wie dem vorliegenden gelten.
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts ist dem Urteil des BGH v. 17.5.71 - VIII ZR 15/70 - NJW 71, 1608 nichts anderes zu entnehmen.
OLG Bremen, 27.02.1997 - 2 U 140/96
Wird eine Ware bei einem Lagerhalter eingelagert und während der Lagerung mehrfach nacheinander dergestalt verkauft, daß der jeweilige Käufer als Verkäufer auftritt, ohne daß die Ware bewegt wird (sog. "Durchhandeln"), so erwirbt, wenn nicht ausdrücklich der Herausgabeanspruch des Einlagerers gegen den Lagerhalter abgetreten worden ist, erst derjenige Eigentum an der Ware, dem sie vom Lagerhalter ausgehändigt wird (wie BGH NJW 1971, 1608).
Demgemäß zahlen die Käufer der nacheinandergeschalteten Kaufverträge den Kaufpreis bzw. den auf sie entfallenden Aufschlag an ihren Vormann im Vertrauen darauf, daß dieser zur Eigentumsübertragung in der Lage wäre und damit die Auslieferung und Eigentumsverschaffung an den letzten Käufer sichergestellt ist" (Bundesgerichtshof, Urteil vom 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70 - NJW 1971, 1608 rechte Spalte ([unter II 1]).
Selbst wenn I. als Erstkäufer die Verkäuferin A. angewiesen hätte, die Ware an die Spedition Sch. International zur Beförderung an die Klägerin als Zweitkäuferin zu übergeben, so hätte die Klägerin, die selbst in keinerlei Vertragsbeziehungen zu dem amerikanischen Spediteur stand und von dessen Einschaltung zunächst nichts wußte, Eigentum erst mit der Erlangung des unmittelbaren Besitzes an der Ware (§ 929 BGB) erworben (…Senatsurteil vom 8. November 1972 a.a.O.); denn Sch. International war weder Besitzdiener der Klägerin, noch wollte sie für die Klägerin Besitz vermitteln, wie die von ihr veranlaßte Ausstellung der Seekonnossemente auf die Niederlassung der Beklagten in Bremen zeigt (vgl. BGH Urteil vom 18. Juni 1968 - VI ZR 120/67 = NJW 1968, 1929, 1932 = WM 1968, 1302, 1304; RGZ 102, 38, 41; 84, 320, 322; Senatsurteile vom 17. Mai 1971 - VIII ZR 15/70 - NJW 1971, 1608, 1609 = WM 1971, 742, 743 und vom 21. April 1959 - VIII ZR 148/58 = NJW 1959, 1536, 1539 = WM 1959, 813, 815).