Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=2016-03-15&Aktenzeichen=XI%20ZR%20122%2F14
Timestamp: 2018-04-26 12:56:11
Document Index: 335206614

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 195', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Wenn der Anleger - wie vorliegend - auf den Rat und die Angaben "seines" Beraters vertraut, ist er auch nicht zu einer "Kontrolle" des Beraters durch Lektüre des Prospekts verpflichtet (vgl. die Grundsätze des Bundesgerichtshofes zur Frage der grob fahrlässigen Unkenntnis bei Verjährung, BGH, Urteil vom 15.03.2016, Az. XI ZR 122/14, Tz. 35, juris).
Den Eintritt der Verjährung nach den allgemeinen Vorschriften gemäß §§ 195, 199 BGB hat die insofern darlegungs- und beweisbelastete Beklagte (vgl. BGH, Urteil vom 15.03.2016, Az. XI ZR 122/14, Tz. 32, juris) nicht nachgewiesen.
Es kann dahinstehen, ob die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens zu einer Beweislastumkehr führt, wie es der für Kapitalanlageberatung durch Banken zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes in ständiger Rechtsprechung vertritt (st. Rspr. seit BGH Urteil vom 08.05.2012, XI ZR 262/10; zuletzt BGH, Urteil vom 15.03.2016, XI ZR 122/14, Rz. 17 - zitiert nach juris).
Nicht erforderlich ist indes, dass dem Anleger die Rechtspflicht der beratenden Stelle zur Aufklärung bekannt ist (BGH, Urteil vom 15.03.2016, Az. XI ZR 122/14 - zitiert nach juris).