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Timestamp: 2016-07-26 12:09:56
Document Index: 23411331

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'Art. 5', 'Art. 75', 'Art. 75', '§ 41', '§ 75', '§ 41', '§ 5', '§ 41', '§ 41', '§ 41', 'Art. 5']

BGH: Spickmich.de, Urteil v. 23.06.2009 Az. VI ZR 196/08 - Telemedicus
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BGH, Urteil v. 23.06.2009, Az. VI ZR 196/08, Link: http://tlmd.in/u/816
2. Die Veröffentlichung der personenbezogenen Daten der Lehrer ist dann zulässig, wenn diese bereits an anderer Stelle öffentlich verfügbar waren. In diesem Fall stammen die Daten aus „allgemein zugänglicher Quelle“ im Sinne von § 29 Abs. 1 Nr. 2 BDSG. 3. Der Veröffentlichung steht regelmäßig auch kein schutzwürdiges Interesse der Lehrer entgegen, da die Meinungsfreiheit und das berechtigte Informationsinteresse an der Tätigkeit von Lehrern das Recht auf informationelle Selbstbestimmung überwiegen.
aa) Das Medienprivileg stellt die Presse bei der Erfüllung ihrer in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG zuerkannten und garantierten Aufgaben (vgl. Maunz/Dürig/Herzog/Scholz GG, Stand Januar 2009, Art. 75 Rn. 85; v. Münch/v. Münch GG, 5. Aufl., Bd, 3 Art. 75 Rn. 24; Bergmann/Möhrle/Herb, aa0, § 41 Rn. 6) von der Einhaltung der Datenschutzvorschriften weitgehend frei, denn ohne die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten auch ohne Einwilligung der jeweils Betroffenen wäre journalistische Arbeit nicht möglich. Deshalb hat der Bund als Rahmengesetzgeber (§ 75 Abs. 1 Nr. 2 GG; aufgehoben durch das Grundgesetzänderungsgesetz vom 28. August 2006, BGBl. I 2006 S. 2034, 2035) in dem im Zuge der Datenschutzreform 2001 geänderten § 41 Abs. 1 BDSG (BGBl. I 2001 S. 904, 918) den Ländern aufgegeben, in ihrer Gesetzgebung den Vorschriften der §§ 5, 9 und 38a BDSG entsprechende Regelungen einschließlich einer hierauf bezogenen Haftungsregelung vorzusehen. Im Rückschluss folgt aus der Regelung des § 41 Abs. 1 BDSG, dass das Bundesdatenschutzgesetz für die allgemeinen Rechtsverhältnisse der Presse keine Anwendung finden kann, weil insoweit dem Bund die über die Rahmenkompetenz hinausgehende Regelungskompetenz fehlte. Auch für den Datenschutz besteht keine eigene Bundeskompetenz, vielmehr ist die Kompetenz für denjenigen Bereich einschlägig, in dem die Daten geschützt werden sollen (vgl. Schiedermair in Dörr/Kreile/Cole Handbuch Medienrecht S. 297 f.). § 41 BDSG gilt für die Presse im verfassungsrechtlichen Sinne, folglich auch für die "elektronische Presse" (vgl. Walz .in Simitis, aa0, § 41 Rn. 9; Spindler/SchusterANaldenberger, Recht der elektronischen Medien, Presse- recht, 7. Teii Rn. 118 ff.). Telemedien sind mithin grundsätzlich vom Medienprivileg dann umfasst, wenn sie unter den Pressebegriff des Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG fallen.
Vielen Dank an RA Thorsten Feldmann, LL.M. für die Einsendung des Urteils.
Tags: Allgemeines Persönlichkeitsrecht, Domainrecht, Lehrerbewertung, Medienprivileg, Spickmich Weitere Fundstellen: K&R 2009, 565; NJW 2009, 2888; MMR 2009, 608. Link zu dieser Entscheidung: http://tlmd.in/u/816 Zurück zur letzten Seite
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