Source: https://www.rechtsanwalt-kujus.de/strafrecht/jugendstrafrecht/
Timestamp: 2017-08-18 01:14:06
Document Index: 298202136

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 105', '§ 39', '§ 40', '§ 41', '§ 9', '§ 12', '§ 15']

Jugendstrafrecht | Strafverteidigung | Rechtsanwalt Kujus
Bundesweite Strafverteidigung im Jugendstrafrecht
Besonders häufig verteidigen wird Mandanten im Jugendstrafrecht, also in Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende. Insbesondere im Jugendstrafverfahren ist eine frühzeitige Verteidigung notwendig, um Nachteile für den weiteren Lebensweg und eine Stigmatisierung als „Straftäter“ zu vermeiden
Wir beraten und verteidigen Sie engagiert im gesamten Verfahren – Ob im Ermittlungsverfahren, im Hauptverfahren vor Gericht oder im Rechtsmittelverfahren: Die Strafverteidigung erfolgt zuverlässig, diskret und vertraulich, und stets mit dem Fokus, das beste Ergebnis für unsere Mandanten zu erreichen.
Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Gern stehen wir Ihnen als Strafverteidiger im Jugendstrafverfahren zur Seite. Rufen Sie uns an, hinterlassen Sie eine Nachricht oder buchen Sie direkt online einen Besprechungstermin.
Kompetente Verteidigung im Jugendstrafrecht und im Jugendstrafverfahren
Sie haben eine Vorladung von der Polizei oder eine „Schriftliche Äußerung im Strafverfahren“ erhalten? Ihnen oder Ihren Kindern wird eine Straftat vorgeworfen?
Das Amtsgericht oder Landgericht hat eine Anklage der Staatsanwaltschaft zugestellt? Es soll eine öffentliche Hauptverhandlung vor dem Jugendrichter, dem Jugendschöffengericht oder der Jugendkammer stattfinden?
Auch gegen Heranwachsende droht mit einem Strafbefehl ein schnelles Urteil im schriftlichen Verfahren. Verpassen Sie nicht die Einspruchsfrist!
Bei Ihnen hat eine Hausdurchsuchung stattgefunden? Auch das junge Alter schützt nicht davor, dass die Staatsanwaltschaft eine Wohnungsdurchsuchung beantragt.
Auch gegen Jugendliche und Heranwachsende kann Untersuchungshaft angeordnet werden. Die U-Haft in der JVA hat für die Jugendlichen weitreichende nachteilige Konsequenzen.
Sie wurden in der verurteilt. Natürlich steht es Ihnen auch im Jugendstrafrecht zu, Rechtsmittel gegen ein Urteil einzulegen – mit einigen Besonderheiten.
Jugendstrafrecht: Alter
Das Jugendstrafrecht kann nur bei Personen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren zur Anwendung kommen. Grundsätzlich gelten im Strafverfahren folgende Altersgrenzen.
Eine Person unter 14 Jahren ist strafrechtlich nicht verantwortlich (§ 19 StGB). Eine Bestrafung ist demgemäß ausgeschlossen. Bei Personen unter 14 Jahren droht daher überhaupt kein Strafverfahren.
Ist der Beschuldigte zwischen 14 und 18 Jahren alt, findet das Jugendstrafrecht immer Anwendung. Für Personen in diesem Alter gelten daher immer die „günstigen“ Regelungen des JGG (Jugendgerichtsgesetz).
Im Alter zwischen 18 und 21 Jahren bezeichnet man den Beschuldigten als Heranwachsenden. Diese geltend grundsätzlich als strafrechtlich voll verantwortlich. Damit wird bei Personen in diesem Altersbereich davon ausgegangen, dass grundsätzlich das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommen soll. Es ist allerdings möglich, dass das Gericht auch Jugendstrafrecht anwendet. Dies ist im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden.
Eine Ahndung nach Jugendstrafrecht kommt insbesondere dann in Betracht, wenn „die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, dass er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung einem Jugendlichen gleichstand, oder es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen der Tat um eine Jugendverfehlung handelt.“ (§ 105 JGG).
Auf Beschuldigte, die zum Zeitpunkt der Tat bereits älter als 21 Jahre alt waren, findet stets Erwachsenenstrafrecht bzw. das „Allgemeine Strafrecht“ Anwendung – Das Jugendstrafrecht nach dem JGG ist grundsätzlich ausgeschlossen.
Auch im Jugendstrafrecht gelten – wie auch im Erwachsenenstrafrecht – verschiedene Zuständigkeiten der unterschiedlichen Gerichte. Die Zuständigkeit bestimmt sich nach den vorgeworfenen Taten und der zu erwartenden Ahndung.
Nach § 39 JGG ist der Jugendrichter beim Amtsgericht zuständig für Verfahren von Jugendlichen verantwortlich, bei denen lediglich Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmittel zu erwarten sind. Allerdings ist der Jugendrichter auch berechtigt, Jugendstrafen bis zu 1 Jahr zu verhängen.
Dem Jugendschöffengericht beim Amtsgericht kommt dem gegenüber für alle anderen Verfahren eine „All-Zuständigkeit“ zu (§ 40 JGG). Das Jugendschöffengericht kann daher sämtliche höheren Strafen, insbesondere auch mehrjährige Jugendstrafen verhängen.
Die Jugendkammer beim Landgericht ist für besonders umfangreiche Verfahren oder besonders schwere Delikte, insbesondere Tötungsdelikte, zuständig, § 41 JGG.
Strafen im Jugendstrafrecht
Im Vergleich zum allgemeinen Strafrecht weist das Jugendstrafrecht einige gewichtige Besonderheiten auf.
Insbesondere seine Ausprägung als Erziehungsstrafrecht, in dem nicht das Strafen sondern die Erziehung des Jugendlichen im Vordergrund stehen, unterscheidet es deutlich vom Erwachsenenstrafrecht.
Die Rechtsfolgen im Jugendstrafrecht unterscheiden sich daher deutlich von den Strafen des allgemeinen Strafrechts.
Die „leichteste“ Form der Verurteilung im Jugendstrafrecht bilden die Erziehungsmaßregeln, die in §§ 9 – 12 JGG geregelt sind.
Als Erziehungsmaßregel kommen dabei die Erteilung von Weisungen sowie die Anordnung, Hilfe zur Erziehung im Sinne des § 12 JGG in Anspruch zu nehmen.
– Weisungen zu befolgen, die sich auf den Aufenthaltsort beziehen,
– bei einer Familie oder in einem Heim zu wohnen,
– eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle anzunehmen,
– Arbeitsleistungen zu erbringen,
– sich der Betreuung und Aufsicht einer bestimmten Person (Betreuungshelfer) zu unterstellen,
– an einem sozialen Trainigngskurs teilzunehmen,
– sich zu bemühen, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen (Täter-Opfer-Ausgleich),
– den Verkehr mit bestimmten Personen oder den Besuch von Gast- oder Vergnügungsstätten zu unterlassen oder
– an einem Verkehrsunterricht teilzunehmen
Nach § 15 JGG kann der Richter dem Jugendlichen auferlegen,
– nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wiedergutzumachen,
– sich persönlich bei dem Verletzten zu entschuldigen,
– einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen.
Das Mindestmaß der Jugendstrafe beträgt sechs Monate – das Höchstmaß fünf Jahre.
Höchststrafe im Jugendstrafrecht
Das Höchstmaß der Jugendstrafe beträgt 10 Jahre.
Wird ein Heranwachsender wegen Mordes verurteilt, beträgt das Höchstmaß der Jugendstrafe 15 Jahre. Dies ist gleichzeitig die Höchststrafe im Jugendstrafrecht
Wozu einen Anwalt für Jugendstrafrecht beauftragen?
Auch im Jugendstrafrecht drohen mitunter lange Freiheitsstrafen. Eine frühe Verurteilung kann eine Stigmatisierung für lange Zeit und eine spürbare Beeinträchtigung im weiteren Leben bedeuten. Daneben bietet aber nur das Jugendstrafrecht viele Einstellungsmöglichkeiten. Damit können öffentliche Hauptverhandlungen und schwerwiegende Verurteilungen vermieden werden. Ob und in welchem Umfang eine Einstellung möglich ist, kann aber nur durch einen Strafverteidiger beurteilt werden.
Die Kanzlei von Rechtsanwalt Kujus ist nahezu ausschließlich im Strafrecht tätig. Dabei werden eine Vielzahl von Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende bearbeitet. Damit ist die effektive und kompetente Verteidigung im Strafverfahren gewährleistet. Es ist das Anliegen, jedes Mandat und jeden Prozess unter Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Möglichkeiten zu führen. Dies schließt insbesondere das wissenschaftlich korrekte Arbeiten sowie die Ergreifung der zur Verfügung stehenden prozessualen Mittel ein.
Jugendstrafrecht: Anwalt in Leipzig