Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/60692,0.html
Timestamp: 2019-08-25 01:19:17
Document Index: 109847482

Matched Legal Cases: ['§ 167', '§ 177', '§ 179', '§ 166', '§ 181', '§ 177', '§ 179']

Vertretung und Vollmacht, wer kann mir helfen?
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Katja1210
Verfasst am: 19 März 2006 - 15:06:29 Titel: Vertretung und Vollmacht, wer kann mir helfen?
habe hier einige Rechtsfragen bei denen ich Tipps gebrauchen könnte.
1. A hat B Vollmacht erteilt, für ihn ein Auto zu kaufen. B kauf ein Motorrad. Wie ist die Rechtslage?
2. A lässt sich von B bei einem Rechtsgeschäft vertreten. Beim Vertragsabschluss unterlaufen B infolge Unwissenheit Fehler, die A nicht passiert wären. Kann A den Vertrag anfechten?
3. A hat B die Vollmacht erteilt, für ihn irgendwo ein preisgünstiges Auto zu kaufen. B denkt an sein eigenes Auto und kauft es für A. Ist der Vertrag gültig?
4. A hat B die Vollmacht erteilt, für ihn einen Gebrauchtwagen für 5000.- Euro zu kaufen. B findet und kauft einen für 7500.- Euro. Wie ist die Rechtslage?
Verfasst am: 19 März 2006 - 21:42:17 Titel:
gerne bin ich dir bei den Fragen behilflich und wahrscheinlich auch viele andere. Du solltest aber erst mal zeigen, dass du dich selbst mit den Fragen schon inhaltich beschäftigt hast. Fragen reinstellen und auf die Komplettlösung anderer zu warten wird nicht gerne gesehen.
Poste mal deine eigenen Lösungsansätze und dann sehen wir mal ob du richtig liegst oder nicht
Verfasst am: 19 März 2006 - 22:17:18 Titel: Hallo
Zu 1: Zum Kauf eines Motorrads war B nicht gem. §§ 167 ff. BGB bevollmächtigt. Gem. § 177 I BGB ist der Vertrag gegenüber A schwebend unwirksam, es sei denn, A genehmigt den Vertrag. Genehmigt A nicht, haftet B dem vertragspartner gem § 179 BGB.
Zu 2:Gem. § 166 I BGB kann der Vertretene bei Willensmängeln des Vertreters anfechten. Kennt der Vertretene, wie hier, die irrtumsrelevanten Umstände, kann er sich gem. 166 II BGB aber nicht auf die Willensmängel des Vertreters berufen. A kann nicht anfechten.
Zu 3: Hier liegt ein verbotens Insichgeschäft gem. § 181 BGB vor. Rechtsloge: Schwebende Unwirksamkeit, A muß nicht zahlen.
Zu 4: § 177 BGB gilt auch bei Überschreitung der Vollmacht. A kann genehmigen oder sich auf die schwebende Unwirksamkeit berufen. Drer vertreter haftet dem vertragspartner gem § 179 BGB. (Lösung wie 1.)
Hier gibt es aber unterschiedliche Lösungsansätze, von denen mir jetzt nur dieser einfällt....
Verfasst am: 20 März 2006 - 16:05:18 Titel:
Und an Pandur: ja, Du hast ja Recht. Dachte nur, dass ihr hier allle Jura-Cracks seid und ich nur eine angehende Europasekretärin mit Pflichtfach Recht
und ihr ja auch viel besser wisst wie man an solche Fälle rangeht.
Also nochmal 1000 Dank an Thali1.
Beim nächsten Mal werd ich mal selber Lösungen vorschlagen und auf Kritik oder Änderung hoffen.