Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20285/86
Timestamp: 2020-02-27 08:53:45
Document Index: 145052549

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', '§ 852', 'BGH', '§ 852', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 319', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.12.1987 - VI ZR 285/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1151
BGH, 15.12.1987 - VI ZR 285/86 (https://dejure.org/1987,1151)
BGH, Entscheidung vom 15.12.1987 - VI ZR 285/86 (https://dejure.org/1987,1151)
BGH, Entscheidung vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 (https://dejure.org/1987,1151)
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Gleichsetzung von positiver Kenntnis und bloßer Kenntnisnahmemöglichkeit bei missbräuchlichem Verhalten des Geschädigten hinsichtlich des deliktischen Verjährungsbeginns - Vorliegen von Tatsachenkenntnis, welche bei bei richtiger Verknüpfung und rechtlicher Sumsumtion ...
NJW-RR 1988, 411
VersR 1988, 465
BB 1988, 437
Auch insoweit genügt, dass der Geschädigte die objektiven Umstände kennt, die ihm die Schlüsse auf die subjektive Tatseite erlauben (BGH, Urteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86, NJW-RR 1988, 411, 412 unter II. 2. b.).
Eine Wissenslücke, die nur durch lange und zeitraubende Telefonate geschlossen werden kann, steht einer positiven Kenntnis i. S. von § 852 Abs. 1 BGB nicht gleich (vgl. Senatsurteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 - VersR 1988, 465, 466).
Sogar grob fahrlässige Unkenntnis der tatsächlichen Voraussetzungen löst grundsätzlich nicht die Verjährungsfrist nach § 852 BGB aus (BGH, Urt. v. 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86, VersR 1988, 465, 466; v. 10. April 1990 - VI ZR 174/89, VersR 1991, 1032 f).
31 Das Berufungsgericht stützt sich dabei auf die ständige Rechtsprechung des erkennenden Senates, daß nach § 852 BGB die Verjährungsfrist erst in Lauf gesetzt wird, wenn der Geschädigte positive Kenntnis vom Schaden und der Person des Ersatzpflichtigen besitzt (Senatsurteile vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 - VersR 1988, 465, 466 und vom 10. April 1990 - VI ZR 288/89 - VersR 1990, 795, 796 m.w.N.).
Nach diesen Grundsätzen kann eine Kenntnis i. S. von § 852 Abs. 1 BGB erst dann angenommen werden, wenn der Geschädigte (bzw. sein Vertreter) über die Verantwortlichkeit für den Schaden und ihre personale Zuordnung bereits so viele Informationen besitzt, daß ihm eine einfache Nachfrage die Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen verschafft (vgl. Senatsurteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 - VersR 1988, 465, 466).
Entscheidend ist eine Kenntnis der Tatsachen, die bei richtiger Verknüpfung und rechtlicher Einordnung die Feststellung der Ersatzpflicht einer bestimmten Person erlauben; ob der Geschädigte die ihm bekannten Tatsachen zutreffend rechtlich würdigt, ist dagegen unerheblich (BGH, Urt. v. 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86, VersR 1988, 465, 466; v. 19. März 1991 - VI ZR 248/90I ZR 248/90, NJW 1991, 2351).
Dieser Betrag ist jedoch um 13, 50 DM zu kürzen, da dem Berufungsgericht bei der Berücksichtigung der unbestrittenen Schulden ein Übertragungsfehler unterlaufen ist, den zu berichtigen auch das Revisionsgericht berechtigt ist (vgl. BGH, Urteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 - BGHR ZPO § 319 Zuständigkeit 1).
Um dies annehmen zu können, muß es dem Geschädigten ohne besonderen Aufwand durch einfaches Sicherkundigen möglich sein, sich die Kenntnis vom Ersatzpflichtigen zu verschaffen (vgl. Senatsurteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 285/86 = VersR 1988, 465, 466 = BGHR BGB § 852 Abs. 1 Fristbeginn 3).
Eine Wissenslücke, die letztlich nur durch Aktensichtung und -auswertung zu schließen wäre, steht der Kenntnis nicht gleich (vgl. hierzu BGH NJW 1996, 2933, 2935; BGH VersR 1988, 465 f).