Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_marienfliess
Timestamp: 2018-04-27 02:54:04
Document Index: 205345245

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 20', '§ 4', '§ 1']

(GVBl.II/99, [Nr. 24], S.494)
geändert durch Verordnung vom 23. Mai 2017
(GVBl.II/17, [Nr. 31])
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen im Landkreis Prignitz werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Marienfließ".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 1.228 Hektar. Es liegt in den Gemarkungen Meyenburg, Krempendorf, Stepenitz und Jännersdorf.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführte Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 zeigt die Lage von Lebensraumtypen und ihren Entwicklungsflächen gemäß § 3 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe a und von Entwicklungsflächen für Lebensraumtypen und Biotopen gemäß § 3 Absatz 1. Die in Anlage 2 Nummer 2 aufgeführten sechs topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 3 aufgeführten zwölf Flurkarten mit den Blattnummern 1 bis 12.
(3) Die Verordnung mit den Karten kann beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Prignitz, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das großflächig zusammenhängende, nährstoffarme Offenlandbiotope im Bereich der Parchim-Meyenburger Sanderflächen, die durch ausgedehnte Heiden in unterschiedlichen Ausbildungen sowie großflächige Magerrasen geprägt sind, umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Rückzugsraum und als potenzielles Wiederausbreitungszentrum bestandsbedrohter Tier- und Pflanzenarten, die auf große, unzerschnittene und nährstoffarme Offenstandorte angewiesen sind;
die Erhaltung von in Mitteleuropa stark gefährdeten Pflanzengesellschaften der nährstoffarmen offenen Landschaftsbereiche, insbesondere Grasnelkenfluren und Silbergrasrasen sowie Heiden;
die Erhaltung und Entwicklung von reich strukturierten Übergangsbiotopen zwischen dem Offenland und den angrenzenden Wäldern;
die Entwicklung von natürlichen Waldgesellschaften;
der schrittweise Umbau weitgehend homogener Altersklassenwälder der Kiefer in naturnahe Kiefernmischbestände mit standortgerechten und heimischen Laubbaumarten;
die Sicherung des großräumigen Biotopverbundes zum Quaßliner Moor im Norden und zur Stepenitzniederung im Süden;
die nachhaltige Sicherung des Landschaftsbildes in seiner Eigenart, Vielfalt und Schönheit;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter im Sinne von § 10 Absatz 2 Nummer 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Kornweihe (Circus cyaneus), Raufußkautz (Aegolius funereus), Raubwürger (Lanius excubitor), Schwarzkehlchen (Saxicola rubetra), Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), Turteltaube (Streptopelia turtur), Wendehals (Jynx torquilla), Wachtel (Coturnix coturnix) sowie von Zauneidechse (Lacerta agilis), Kreuzkröte (Bufo calamita) und Moorfrosch (Rana arvalis).
(2) Die Unterschutzstellung dient insbesondere
der Erhaltung und Entwicklung eines Teils des Europäischen Vogelschutzgebietes „Agrarlandschaft Prignitz-Stepenitz“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 7 des Bundesnaturschutzgesetzes) in seiner Funktion als
Lebensraum von Arten nach Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG, insbesondere von Brachpieper (Anthus campestris), Heidelerche (Lullula arborea), Kranich (Grus grus), Neuntöter (Lanius collurio), Ortolan (Emberiza hortulana), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) und Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) sowie von Seeadler (Haliaeetus albicilla), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzmilan (Milvus migrans) und Wespenbussard (Pernis apivorus) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope,
Vermehrungs-, Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet für im Gebiet regelmäßig auftretende Zug- und Rastvogelarten wie Baumfalke (Falco subbuteo), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Raubwürger (Lanius excubitor), Waldschnepfe (Scolopax rusticola) und Wiedehopf (Upupa epops);
der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Marienfließ“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Oligo- bis mesotrophen stehenden Gewässern mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea, Trockenen europäischen Heiden und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Großem Mausohr (Myotis myotis), Rotbauchunke (Bombina bombina) und Kammmolch (Triturus cristatus) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
mit Fahrzeugen außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege zu fahren oder diese dort abzustellen;
Fahrzeuge zu warten oder zu pflegen;
außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege und der nach öffentlichem Straßenrecht oder auf Grund von § 20 Abs. 3 des Landeswaldgesetzes gekennzeichneten Reitwege zu reiten;
die Bewirtschaftung einvernehmlich mit der unteren Naturschutzbehörde abzustimmen ist,
die Verbote des § 4 Abs. 2 Nr. 18, 19, 20, 21 gelten;
sich bei der Bewaldung die Artenzusammensetzung an der potenziell natürlichen Vegetation orientiert,
bei Pflanzungen ausschließlich Baumarten entsprechend der potenziell natürlichen Vegetation unter Ausschluß florenfremder Sippen verwendet werden;
die Anlage von Kirrungen und Wildäckern, soweit sie am Rand des Schutzgebietes und außerhalb von Magerrasen- und Callunaheideflächen angelegt werden;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und rechtmäßig bestehenden Anlagen, einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
Hegemaßnahmen gemäß § 1 der Fischereiordnung des Landes Brandenburg im Sinne einer Fischbestandskontrolle, -regulierung und -förderung mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastverdachtsflächen und Maßnahmen der Altlastensanierung und der Munitionsräumung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, die von der zuständigen Naturschutzbehörde angeordnet sind, wobei das Flämmen nur im Einvernehmen mit der unteren Forstbehörde durchzuführen ist;
(1) Folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden als Zielvorgabe festgelegt:
Trockenrasen und Heiden sollen durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel Beweidung, Plaggen, Mahd, Entbuschung oder kontrolliertes, kleinflächiges Gegenwindflämmen außerhalb der Vegetationsperiode erhalten werden;
Sölle und Kleingewässer sollen durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel parzielles Auskoffern und Offenhalten der angrenzenden Feuchtbereiche in ihren ursprünglichen Konturen wiederhergestellt und erhalten werden;
Kiefernforsten sollen in naturnahe Mischwaldbestände umgebaut werden.
(2) Die sich aus Absatz 1 ergebenden Maßnahmen sind in Abstimmung mit den Eigentümern und den Nutzungsberechtigten durchzuführen.
Titel: Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Marienfließ“
Unterzeichnung unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 14 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL), am 24. April 2017
2638-NW unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2638-SO unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2639-NW unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2639-SW unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2638-SW unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2638-NO unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
Titel: Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Marienfließ“
1: Unterzeichnung
1 Jännersdorf 1 2 500 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
2 Jännersdorf 2 2 500 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
3 Jännersdorf 3 2 500 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
4 Jännersdorf 4 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
5 Jännersdorf 5 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
6 Stepenitz 1 5 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
7 Stepenitz 2 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
8 Stepenitz 3 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
9 Stepenitz 5 5 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
10 Krempendorf 4 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
11 Krempendorf 5 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR
12 Meyenburg 1 3 000 unterzeichnet am 15. September 1999 von dem Bearbeiter Herrn von Daacke, Siegelnummer 9 des MUNR