Source: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei-co/vom-steuerberatungsauftrag-zur-korrekten-gebuehrenrechnung_170_317784.html
Timestamp: 2016-10-22 17:54:35
Document Index: 44136824

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 57', '§ 4', '§ 45', '§ 3', '§ 4', '§ 14', '§ 9', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 14', '§ 4', '§ 3', '§ 4']

Vom Steuerberatungsauftrag zur korrekten Gebührenrechnung | Steuern | Haufe
03.09.2015 | Steuerberaterhonorar
Hand drauf! Geringster gemeinsamer Nenner für alle Vergütungsvereinbarungen
Eine korrekte Gebührenrechnung ist die Grundlage der Gebührenerhebung des Steuerberaters. Nur eine formal richtige Rechnung ist einklagbar und löst Verzug oder eine Aufrechnungsklage aus. Bedeutend sind daneben die materiell-rechtlichen Anforderungen an die Gebührenrechnung. Die einzelnen Beratungsleistungen sind den richtigen Vorschriften zuzuordnen. Bei Fehlern kann das Honorar nicht eingeklagt oder sogar vom Mandanten zurückgefordert werden.
Das ist ärgerlich, denn die Leistung wurde erbracht und angemessen abgerechnet. Das Online-Seminar am 16.9.2015 streift sowohl Grundlagen als auch weiterführende Problematiken rund um die Steuerberatervergütung und gibt hierzu wertvolle Tipps.Nachfolgend sind die Voraussetzungen einer wirksamen Vereinbarung, getrennt nach Art der Vergütungsvereinbarung, als Übersicht zusammengestellt (gilt für die in der StBVV geregelten Vorbehaltsaufgaben nach § 33 StBerG, nicht für mit der Steuerberatung vereinbare Tätigkeiten nach § 57 Abs. 3 StBerG):
Art der Vergütungsvereinbarung Gesetzliche Regelungen Voraussetzungen für wirksame Vereinbarung im ÜberblickVereinbarung von höheren Vergütungen als die gesetzlich vorgesehenen§ 4 Abs. 1 StBVVSchriftliche VereinbarungBezeichnung der Art und des Umfangs des AuftragsEigenhändige Unterschrift des Mandanten/der Mandanten (keine Zusätze unterhalb der Unterschrift)Deutliches Absetzen von anderen Vereinbarungen, getrennt von BevollmächtigungBenennung als VergütungsvereinbarungHinweis darauf, dass Gebühren über den gesetzlichen Gebühren liegenVereinbarung von über den gesetzlich Gebühren liegenden Gebühren für Gerichtsverfahren und anderen Verfahren§ 45 StBVV, verweist auf RVG, einschlägig ist insbesondere § 3a RVG.In diesen Fällen ist § 4 Abs. 1 StBVV nicht anzuwendenVereinbarung in TextformEigenhändige Unterschrift nicht erforderlich Deutliches Absetzen von anderen Vereinbarungen, getrennt von BevollmächtigungBenennung als Vergütungsvereinbarung oder mit ähnlicher BezeichnungHinweis auf Kostenerstattung Hinweis darauf, dass Gebühren über den gesetzlichen Gebühren liegen Pauschalhonorar§ 14 StBVVLaufzeit von mehr als einem JahrSchriftform Unterschrift aller Vertragspartner (Mandant und die des Steuerberaters)Vereinbarung darf zusammen mit anderen Vereinbarungen getroffen werdenErfolgshonorar§ 9a StBerGTextform, wegen § 4 StBVV besser in SchriftformBezeichnung als Vergütungsvereinbarung, auf ähnliche Bezeichnung sollte wegen § 4 StBVV verzichtet werdenDeutliches Absetzen von anderen Vereinbarungen, getrennt von BevollmächtigungHinweis darauf, dass Gebühren über den gesetzlichen Gebühren liegenHinweis auf Kostenerstattung Höhe des Erfolgshonorars Beschreibung des ErfolgsfallBerechnung der gesetzlichen bzw. vertraglichen erfolgsunabhängigen GebührenBenennung der Gründe für Bemessung des Erfolgshonorars Keine Übernahme von Nebenkosten Erfolgshonorar muss alternativlos seinRegelung im Einzelfall Geringster gemeinsamer Nenner für alle VergütungsvereinbarungenWenn die folgenden Vorschriften berücksichtigt werden, muss nicht mehr danach differenziert werden, ob es sich um eine allgemeine Vergütungsvereinbarung, ein Pauschalhonorar oder um einen Auftrag für ein Gerichtsverfahren handelt (aufgrund der Komplexität der Voraussetzungen für ein Erfolgshonorar wurden die Anforderungen daran nicht berücksichtigt):Bezeichnung der Vereinbarung als Vergütungsvereinbarung (Allgemeine Vergütungsvereinbarung nach § 4 Abs. 1 StBVV)Vergütungsvereinbarung ist deutlich von anderen Vereinbarungen abzusetzen (empfehlenswert ist, sie auf einem eigenständigen Dokument zu vereinbaren) (Allgemeine Vergütungsvereinbarung nach § 4 Abs. 1 StBVV)Unterschrift aller Vertragspartner, bei Vertretung muss Vertretungsverhältnis durch offengelegt werden, etwa durch Zusatz „i. V.“ (Pauschalvergütungsvereinbarung nach § 14 StBVV)Hinweis, dass (ggf.) die Gebühren über den gesetzlichen Gebühren liegen (Allgemeine Vergütungsvereinbarung nach § 4 Abs. 1 StBVV)Hinweis darauf, dass im Fall einer Kostenerstattung durch Dritte, etwa nach erfolgreichen Klageverfahren, vom Dritten nur die gesetzliche Gebühren erstattet werden und nicht die darüber hinausgehenden Gebühren (Hinweispflicht zur Kostenerstattung) (Vergütungsvereinbarung nach § 3a RVG, für Gerichtsverfahren)Weitere hilfreiche Tipps zu diesen Vorschriften gibt auch das Online-Seminar „Vom Steuerberatungsauftrag zur korrekten Gebührenrechnung“, in dem insbesondere auf folgende Aspekte eingegangen wird:Vergütungsanspruch und AuftragVorbehaltsaufgaben und vereinbare TätigkeitenFormelle Anforderungen an die Berechnung der VergütungVergütungsvereinbarungen nach § 4 StBVVBestimmung der angemessenen Gebühr und DokumentationDurchsetzbarkeit von HonorarforderungenAbrechnung von Tätigkeiten rund um E-Bilanz und elektronische ÜbermittlungHaufe Online Redaktion
Honorar, Vergütung, Online-Seminar, Webinar, Gebühren