Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/196884,20.html
Timestamp: 2019-10-24 02:57:27
Document Index: 13038633

Matched Legal Cases: ['§222', '§ 34', '§ 340', '§ 223', '§ 223', '§ 240', '§ 239', '§ 239', '§ 211', '§340', '§240', '§223', '§224', '§212']

Verfasst am: 14 Aug 2008 - 20:17:53 Titel:
ich schreibe zur Zeit auch diese Hausarbeit. Soweit bin ich zu den gleichen Ergebnissen gekomme wie ihr. Was mir nur unklar ist, ob ich nun §222 prüfen muss oder nicht. Bisher habe ich nur 223 bzw 212er geprüft bei dieser Sache.
Ich habe auch vor bei Prüfung des P bzw. 240er den Meinungsstreit a la Daschner reinzubringen. Allerdings frage ich mich noch wo genau, also nach welchem Prüfungspunkt der Nötigung ich den Streit reinbringen muss. Das ist mir leider noch unklar. Kann mir jemand einen Tipp geben ?
Prismatic84
Verfasst am: 15 Aug 2008 - 16:09:37 Titel:
Rechtswidrigkeit wäre eine Möglichkeit,
mal angenommen "zwinker", du würdest auf § 34 prüfen, und dort einen Meinungsstreit einbringen
Verfasst am: 16 Aug 2008 - 21:30:29 Titel:
vielen Dank für die Info. Werde es mal so versuchen.
Was mir noch etwas unklar ist, ist ob es einen Einfluss der Strafbarkeit des M hat, da er ja dachte, dass F tot ist, nachdem er sie mit voller Wucht stößt, sodass diese bewusstlos zu Boden fällt. Spielt es hier wenn man Körperverletzung prüft eine Rolle, dass er dachte, dass sie Tod sei ?
Verfasst am: 18 Aug 2008 - 23:20:02 Titel:
Prüft ihr alle § 340 bzw dessen Versuch bei P?
Weil wenn ja, fliegt man doch schon bei der Prüfung beim Tatentschluss raus, da er ja von vornherein nicht die Absicht hatte den M zu verletzen oder ?
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 14:58:17 Titel:
Also ich verstehe nicht, wieso ihr neben Totschlag noch § 223, 224 bei M bzgl. S prüft... bei mir geht Totschlag durch... oder seit ihr bei Kausalität bzw wg dem Irrtum rausgeflogen? Fänd ich beides unsinnig, da es bei der Kausalität nur ne unwesentliche Abweichung des Kausalverlaufs ist und der Irrtum ist auch irrelevant, da er sich nicht auf den gesetzlichen Tatbestand bezieht, sondern eher ein unbeachtlicher Motivirrtum ist!?
Und wenn man Totschlag bejaht, dann muss man doch net noch §§ 223, 224 prüfen, nur weil S vor dem Todeseintritt bewusstlos war? Oder etwa nicht?? *confused*
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 15:05:14 Titel:
Und noch was: habt ihr M bzgl F auch wg § 240 geprüft? (durch Festhalten, damit sie nicht geht) oder § 239? Ich dachte § 239 kommt in unsrem Fall nicht in Frage?
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 15:11:31 Titel:
erste Aufforderung: Bitte den Titel des Themas detaillierter machen (uni frankfurt, SS08 und so)
zweite Aufforderung: den kompletten Sachverhalt bitte in den ersten Post reinverschieben
Der hochverschuldete Apotheker Marcus S. (M) lebt mit seiner Frau Franziska (F) und der vier Jahre alten gemeinsamen Tochter Sarah am Stadtrand von Iserlohn. Aufgrund zuneh-mender wirtschaftlicher Schwierigkeiten gestaltet sich das Eheleben der beiden immer prob-lematischer. Eines Abends verkündet F, dass sie einen neuen Lebenspartner habe und mit Sa-rah ausziehen werde. M, den diese Nachricht unvorbereitet trifft, verwickelt F daraufhin in ein intensives Streitgespräch und hält sie dabei an beiden Armen fest, um sie am Gehen zu hin-dern. Da F sich nicht aus seinem Griff herauswinden kann, kneift sie fest mit ihren Fingernä-geln in die Unterarme des M, welcher unmittelbar von ihr ablässt. Aus Wut über den Schmerz stößt M die F mit voller Wucht gegen die Wand. F prallt dabei heftig mit dem Hinterkopf auf und sinkt bewusstlos zu Boden. Aufgrund seines aufgewühlten Gefühlszustandes verkennt M die Lage und geht irrtümlicherweise von einer tödlichen Verletzung der F aus. Sarah, welche bereits zu Bett gebracht wurde, ist durch den Lärm erwacht und kommt die Treppe herunter. M kann sie noch rechtzeitig vom Betreten des Wohnzimmers abhalten, indem er sagt, er wer-de ihr einen Gute-Nacht-Kakao machen und sie in die Küche bringt. Während des Zubereitens beschließt M aus Verzweiflung über den vermeintlichen Tod von F, Sarah und sich umzu-bringen. Er holt aus seinem Notfallschrank ein Medikament, das in entsprechend hoher Dosie-rung bei einem gesunden Menschen zunächst zu Bewusstlosigkeit, innerhalb der nächsten zehn Stunden zu einem Ausfall aller wichtigen Organe und damit zum Tode führt. Zurück in der Küche gibt er eine tödlich wirkende Dosis in den Kakao, den er Sarah zu trinken gibt, und eine weitere in eine kleine Wasserflasche, die er für sich vorsieht. Sein Plan ist es, nach Ein-tritt der Bewusstlosigkeit seine Tochter mit dem Auto in eine Waldhütte zu bringen, um dort das präparierte Mineralwasser zu trinken. Nachdem Sarah ohnmächtig geworden ist, bringt er sie ins Auto und fährt los. In der Hütte angekommen zögert M jedoch das Wasser zu trinken, da er aufgrund seines aufgebrachten Zustandes nicht mehr sicher ist, ob er eine ausreichende Menge des Medikamentes in die Flasche gegeben hat. Er beschließt daher noch einmal nach Hause zu fahren, um sich eine weitere Dosis zu besorgen.
Vor dem Wohnhaus wird M jedoch direkt von der Polizei aufgegriffen. F hatte kurz nach M’s
Verlassen der Wohnung wieder das Bewusstsein erlangt und nach dem Fund des Medikamen-tes in der Küche die Polizei verständigt. M wird zur Polizeiwache gefahren und dort von dem Polizeibeamten Paul D. (P) vernommen. Aufgrund der erdrückenden Beweislage gesteht M die „Vergiftung“ seiner Tochter, verrät aber ihren Aufenthaltsort nicht, da er den Gedanken nicht ertragen kann, Sarah würde im Falle ihrer Rettung von den Geschehnissen erfahren. Angesichts M’s Angaben und der Funde in der Wohnung, gehen die Polizeibeamten nach Rücksprache mit einem Arzt davon aus, dass Sarah noch lebt, sie aber innerhalb der nächsten fünf Stunden in ärztliche Behandlung gebracht werden muss, um den sicheren Tod noch ver-hindern zu können. P versucht daher zunächst mit eindringlichen Appellen an M’s Gewissen als Vater, dann mit dem Verdeutlichen der strafrechtlichen Konsequenzen, ihn zum Reden zu bewegen. Nichts fruchtet. Nach zwei Stunden erfolgloser Befragung verlässt P entnervt den Raum, um sich eine neue Strategie zu überlegen. Nach ca. zehn Minuten betritt P mit einer finsteren Miene erneut das Zimmer und fixiert M längere Zeit ohne zu sprechen. Nach einer Weile sagt er laut: „Ich habe keine andere Wahl und werde alles tun, um dieses Kind zu retten. Gut, dass es in solchen speziellen Fällen Ausnahmeregelungen gibt, die einem volle Freiheit geben. Recht muss dem Unrecht nicht weichen!“ Sodann zieht er eine Zange aus seiner Ho-sentasche und legt diese vor sich auf den Tisch. Als zweites präsentiert er M sein Handy und startet einen Kurzfilm, auf dem zu sehen ist, wie einer festgebundenen Person mittels eines Werkzeugs nach und nach unter großen Schmerzen die Fingernägel ausgerissen werden. Un-ter diesem Eindruck und aus Angst vor einem Übergriff des P teilt M aufgelöst den Aufent-haltsort seiner Tochter mit. Auf diese Wirkung hatte P gehofft, da er nicht vorhatte, dem M tatsächlich Schmerzen zuzufügen. Sarah wird innerhalb der nächsten Stunde lebend gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Obwohl ihr bereits am Fundort ein Gegenmittel verabreicht wurde, stirbt Sarah jedoch aufgrund von multiplen Organversagens innerhalb eines Tages. Bei F, welche zur Beobachtung ebenfalls ins Krankenhaus gebracht wurde, konnte ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades diagnostiziert werden.
§ 211 StGB und Normen aus dem Nebenstrafrecht sind nicht zu prüfen.
Ferner ist davon auszugehen, dass P’s Verhalten von keiner polizeirechtlichen
Ermächtigungsnorm gedeckt ist.
@prismatic84: Die Seitenbegrenzung, die wir haben ist bei 20 Seiten, nicht bei 15; schau mal in die Bearbeitungshinweise
Bedenkt bitte, dass die Hausarbeit "nur" eine Anfängerhausarbeit ist, und in der Vorlesung und Klausur bestimmte Themen das ATs noch nicht angesprochen wurden, zB Versuch/Rücktritt, Fahrlässigkeit...
weswegen der Sachverhalt auch darauf angelegt ist, dass hier eine Prüfung des Versuchs von §340 abwegig ist, genauso wie der M hier nichts fahrlässig getan hat und so. Ich vermute auch mal, dass am Ende der Geschichte die Tochter nur deswegen stirbt, damit wir keinen Versuch prüfen müssen ^^
Freiheitsberabung am Anfang halte ich für sehr abwegig, da passt die Nötigung schon eher
Für mich schon, aber nicht so viel, nur beim Vorsatz. Ich benutze diese Information als Indiz dafür, dass der M die allgemeine Gefährlichkeit der Behandlung auf jeden Fall erkannt hat
mein Aufbau, den ich persönlich ganz ordentlich finde , abgesehen davon, dass ich bewusst auf Dinge wie Körperverletzung der Tochter, Aussetzung verzichtet habe:
M -> §240 -> nicht rechtswidrig, weil nicht verwerflich
F -> §223 --> in Notwehr
M -> §224 I Nr. 2, 5 -> Meinungsstreit wegen der Wand und der lebensgefährlichen Behandlung
M -> §212 -> kein Versuch, Rücktritt oder sowas
genuine hat folgendes geschrieben:
Wenn man sich an das Fällebuch vom Beulke hält, dann spricht man auch die Körperverletzung an und handelt sie nur kurz ab und lässt sie dann bei den Konkurrenzen rausfliegen.
er erklärt da dann aber auch in Kursivschrift, dass ihm oft vorgehalten wurde, dass das überflüssig sei, was es imo auch ist ^^
genauso verhält es sich auch mit der Aussetzung
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 15:44:44 Titel:
Da könnte zu thematisieren sein, ob die Weigerung des M, den Aufenthaltsort der Tochter preiszugeben, ein erneutes Ansetzen zur einem Totschlag (oder Mord) - jetzt durch Unterlassen - ist. Der Sachverhalt legt nahe, dass der M weiß, dass das Gift eine Stunde braucht bis es zum Tode führt. Insofern ist dann fraglich, welche Rechtswirkungen ein Aussageverweigerungsrecht des Beschuldigten zeitigt.
Aber erübrigt sich das erneute Ansetzen zu einem Totschlag durch Unterlassen nicht, da das erste Ansetzen (Beibringung des Medikaments) für den Tod der S schon ausreichte? (auch wenn der Tod zeitlich erst nach dem zweiten Ansetzen eintritt, so reicht er doch für den Todeseintritt der S als alleiniger Auslöser aus) ???
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 16:06:22 Titel:
Aussetzung ist interessant. Aber mit der Körperverletzung kann ich mich immernoch nicht so richtig anfreunden. Die 212-Tathandlung (Beibringung von Medikament) kann doch nicht gleichzeitig Totschlag und Körperverletzung sein!? Dann wär der tödliche Gewehrschuss ins Herz ja auch 212 + 226 (oder so ähnlich, war nur zu Veranschaulichung gedacht) Ich dachte es reicht, bei vorhandenem Tod des Opfers, der TotschlagsTB...^^
Und wieso würde Aussetzung bei den Konkurrenzen rausfliegen?
Verfasst am: 19 Aug 2008 - 16:11:19 Titel: