Source: https://www.kvbawue.de/praxis/abrechnung-honorar/ebm-regionale-gebuehrenziffern/ebm-aenderungen/
Timestamp: 2019-03-19 16:42:35
Document Index: 49753054

Matched Legal Cases: ['§ 132', '§ 24', '§ 24', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 118', '§ 15', '§ 135']

Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg: EBM-Änderungen
Weiterentwicklung des Hausarzt- und Facharzt-EBM
Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) wird stetig weiterentwickelt.
Die Leistungsbeschreibungen sind zusammengefasst bzw. verkürzt angegeben.
Es gelten die vom Bewertungsausschuss (BA) beschlossenen und im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Wortlaute.
KBV: Beschlüsse des Bewertungsausschusses
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2019
Patienten haben vor bestimmten planbaren Operationen einen Anspruch auf eine zweite ärztliche Meinung: vorerst bei einer Mandelteilresektion (Tonsillotomie), bei einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie).
Indikationsteller
Nach der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren (Zm-RL) sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen solchen operativen Eingriff (Mandeloperation bzw. Gebärmutterentfernung) stellen. Dafür ist zum 1. Januar 2019 die Gebührenordnungsposition GOP 01645 für den indikationsstellenden Arzt in den EBM‐Abschnitt 1.6 aufgenommen worden.
Diese Leistung beinhaltet die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren sowie die Zusammenstellung, Mehrfertigung und Aushändigung von Befundmitteilungen, Berichten, Arztbriefen und anderen patientenbezogenen Unterlagen an den Patienten. Die GOP 01645 ist mit 75 Punkten (8,12 Euro) bewertet und einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
Grundsätzlich kommen alle Ärzte und Einrichtungen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, als „Zweitmeiner“ infrage. Um als Zweitmeiner tätig werden zu können, bedarf es einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch Privat- oder Krankenhausärzte können im Rahmen einer Ermächtigung als Zweitmeiner teilnehmen.
Die Abrechnung der Zweitmeinung ist im neuen Abschnitt 4.3.9 „Ärztliche Zweitmeinung“ im Allgemeinen Teil des EBM geregelt. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale seiner Arztgruppe ab (beim ersten persönlichen Arzt‐Patienten‐Kontakt, einmal im Behandlungsfall). Sind für eine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.
Die Vergütung der genannten Leistungen erfolgt extrabudgetär – befristet bis Ende 2021.
Ärzte müssen alle Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens bei der Abrechnung nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch kennzeichnen.
Gebührenordnungspositionen (GOP) für den indikationsstellenden Arzt
01645A Einleitung des Zweitmeinungsverfahrens bei bevorstehender Mandeloperation
01645B Einleitung des Zweitmeinungsverfahrens bei bevorstehender Gebärmutterentfernung
Als Zweitmeiner rechnen Sie die jeweilige fachgebietsbezogene Grundpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt (einmal im Behandlungsfall) sowie die GOP für gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungsleistungen ab. Der Abrechnungsschein ist mit einer der Indikation entsprechenden Pseudo-GOP zu kennzeichnen. Werden zusätzlich Leistungen erbracht, die nicht im Zusammenhang mit dem Zweitmeinungsverfahren stehen, müssen Sie zur Abrechnung dieser Leistungen einen weiteren Abrechnungsschein angelegen.
Pseudo-GOP für den Zweitmeiner
88200A Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Mandeloperation
88200B Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Gebärmutterentfernung
Merkblatt Zweitmeinungsverfahren (Abrechnung)
Patienten mit Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris können ab 1. Januar 2019 mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie ambulant behandelt werden.
Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wurde mit der GOP 30440 neu in den EBM aufgenommen. Die Leistung ist mit 247 Punkten (26,73 Euro) bewertet und wird für mindestens zwei Jahre extrabudgetär vergütet.
Bis zu drei Sitzungen pro Fuß
Die Leistung darf je Fuß bis zu dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden und setzt die ICD-Kodierung M72.2 mit entsprechender Diagnosesicherheit voraus. Dabei muss die Therapie in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen erfolgen.
Patient leidet seit mindestens sechs Monate unter Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris
Patient ist in gewohnter körperlicher Aktivität eingeschränkt
Unterschiedliche konservative Therapieansätze sowie Maßnahmen wie Dehnübungen und Schuheinlagen blieben ohne Behandlungserfolg.
Abrechnung nur möglich für:
Letzte Lebensphase: Mitbetreuung der gesundheitlichen Versorgungsplanung
Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Diese Aufgaben übernehmen besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.
Vor diesem Hintergrund hat der Bewertungsausschuss einen neuen Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Ärzte, die in eine solche Beratung für Heimbewohner einbezogen werden, können ab 1. Januar 2019 für die Mitbetreuung die GOP 37400 abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.
Sie beinhaltet die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch des betreuenden Vertragsarztes mit dem besonders qualifizierten Berater nach der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung und die verwendeten Notfalldokumente. Thema ist auch die schriftliche Patientenverfügung für Notfallsituationen, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Vertragsarzt (Hausarzt/Facharzt) unterschrieben werden soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt an einem Beratungsgespräch und/oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnimmt.
Die Vergütung der GOP 37400 erfolgt für zwei Jahre extrabudgetär.
Für osteodensitometrische Untersuchungen erhalten Ärzte seit Januar 2019 mehr Geld. Die Bewertung im EBM wurde entsprechend angepasst: Die Punktzahl der Gebührenordnungspositionen GOP 34600 und 34601 beträgt jetzt 268 Punkte (29 Euro) statt bisher 161 Punkte (rund 17 Euro).
Uro-Genital-Sonographie neben Bauchaortenaneurysmenscreening
Vertragsärzte dürfen seit Jahresbeginn die kurative Uro‐Genital‐Sonographie nach der GOP 33043 und die sonographische Untersuchung der Bauchaorta nach der GOP 01748 am gleichen Behandlungstag abrechnen.
Der bisherige Abrechnungsausschluss wird zum 1. Januar 2019 aufgehoben. Somit können Vertragsärzte die Uro‐Genital‐Sonographie und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen durchführen, ohne den Patienten zweimal in die Praxis einbestellen zu müssen.
In einem solchen Fall wird die Uro‐Genital‐Sonographie etwas niedriger honoriert: Die GOP 33043 ist dann mit 79 Punkten bewertet (regulär 87). Hintergrund ist, dass sich die Untersuchung direkt an das Screening anschließt und Wechselzeiten entfallen.
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2018
Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve
Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ist seit 1. Oktober 2018 neue EBM-Leistung.
Die GOP 34298 wird als Zuschlag zur GOP 34291 (Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie) in den Abschnitt 34.2.9 EBM aufgenommen (980 Punkte, einmalig im Behandlungsfall).
Für die Sachkosten wird die Kostenpauschale 40301 in den EBM-Abschnitt 40.6 integriert (bewertet mit 660 Euro, enthält alle Sachkosten, einschließlich der Kosten für Kontrastmittel und Sprechstundenbedarf).
nur von invasiven Kardiologen berechnungsfähig,
Mit der Aufnahme der neuen GOP in den EBM soll die Qualitätssicherungs­vereinbarung bis spätestens zum 1. Januar 2019 angepasst werden. Bis dahin gilt die alte Vereinbarung. Die neue Gebührennummer ist für alle Ärzten mit bestehender Genehmigung Invasive Kardiologie berechnungsfähig.
Hyperbare Sauerstofftherapie bei schwerem diabetischem Fußsyndrom
Die ambulante Behandlung von Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom mit der hyperbaren Sauerstofftherapie wird zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen.
GOP 30210 (64 Punkte): Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum
GOP 30212 (343 Punkte): Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum
GOP 30214 (140 Punkte): Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen
GOP 30216 (323 Punkte): Untersuchung auf Eignung und Feststellung der Druckkammertauglichkeit vor der ersten Druckkammersitzung für die hyperbare Sauerstofftherapie
GOP 30218 (1173 Punkte): Hyperbare Sauerstofftherapie
Die Vergütung der Leistungen erfolgt mit Ausnahme der GOP 30214 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.
Die Durchführung und Abrechnung der GOP 30216 und 30218 setzt eine Genehmigung der KV voraus.
Die Formulare für die Verordnung von medizinischen Vorsorgeleistungen für Mütter und Väter wurden vereinheitlicht. Ab dem 1. Oktober 2018 gelten nur noch die neuen Formulare:
Muster 64 „Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter gemäß § 24 SGB V“ und
Muster 65 „Ärztliches Attest Kind zur Verordnung einer medizinischen Vorsorge/Rehabilitation für Mütter oder Väter gemäß §§ 24, 41 SGB V“.
Die Formulare können über die Firma Kohlhammer (Kohlhammer: Bestellschein) bezogen oder per Blankoformularbedruckung ausgestellt werden.
Für das Ausstellen des Formulars 64 wird die GOP 01624 (210 Punkte) neu in den EBM aufgenommen. Für das Ausstellen des Formulars 65 ist die GOP 01622 (83 Punkte) berechnungsfähig.
Psychotherapie: Änderung beim Formblatt PTV 11
Auf dem Formblatt PTV 11 „Individuelle Patienteninformation zur ambulanten Psychotherapeutischen Sprechstunde“ wird ein neues Ankreuzfeld hinzugefügt. Dort
kann dann vermerkt werden, ob eine ambulante Richtlinienpsychotherapie zeitnah erforderlich ist oder nicht.
Wird „zeitnah erforderlich“ angekreuzt, hat der Patient einen Anspruch auf Vermittlung von probatorischen Sitzungen über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen.
Ab 1. Oktober 2018 dürfen die alten Formulare nicht mehr verwendet werden. Die neuen Formulare sind wie bisher beim Kohlhammer Verlag erhältlich (Kohlhammer Bestellschein), eine automatische Erstausstattung an alle Psychotherapeuten erfolgt nicht.
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2018
Früherkennung der Tyrosinämie Typ I
Der G-BA hat die seltene erbliche Stoffwechselerkrankung Tyrosinämie Typ I als dreizehnte Erkrankung in das Neugeborenen-Screening aufgenommen.
Für die Erweiterung der Früherkennungsuntersuchung auf eine Tyrosinämie mittels Tandem-Massenspektroskopie hat der Bewertungsausschuss die Vergütung der GOP 01724 neu festgelegt. Die Gebührenordnungsposition ist seit 1. Juli mit 147 Punkten bewertet (alt: 117 Punkte).
Telemedizinische Kontrolle kardiologischer Implantate
Änderungen bei Kontrolle von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen: Die Übergangsregelung in der jeweils zweiten Anmerkung der GOP 04417 und 13554 (Telemedizinische Kontrolle) wird bis Ende September 2018 verlängert. Zum 1. Oktober soll die neue Qualitätssicherungsvereinbarung kommen.
Zuzahlung Heilmittelabgabe
Änderungen bei der Zuzahlung Heilmittelabgabe
Die Zuzahlungsbeträge bei Heilmittelabgabe in der Arztpraxis für Ersatz- und Primärkassen erhöhen sich zum 1. Juli 2018.
Eine aktualisierte Übersicht zu den Zuzahlungsbeträge finden Sie unten zum Download.
Heilmittel-Abgabe in der Arztpraxis – Zuzahlungsbeträge für Ersatz- und Primärkassen
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2018
KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf neue Vergütungsregelungen im Laborbereich geeinigt. Sie treten zum 1. April 2018 in Kraft.
Kernstück der Laborreform ist ein neuer Modus beim Wirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001 EBM). Dabei werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall (individueller Fallwert) mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen. Außerdem wird die Regelung der Kennnummern angepasst, die künftig nur noch bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf den individuellen Fallwert befreien. Eine weitere Änderung betrifft die Mindestquote für die Vergütung über Muster 10 veranlasster Laboruntersuchungen. Sie wird von 91,58 auf 89 Prozent abgesenkt.
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2018
Für Gynäkologen und Urologen wurde zum 1. ­Januar 2018 die Botoxbehandlung bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen als neue Leistung im EBM aufgenommen. Für den ärztlichen Aufwand gibt es in den beiden Fachkapiteln jeweils zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Behandlung (Zuschläge zur Zystoskopie) und die Nachbeobachtung, die extrabudgetär vergütet werden. Zudem wird eine Sachkostenpauschale in den EBM-Abschnitt 40.5 aufgenommen.
Voraussetzung für die Abrechnung der neuen Leistungen ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese wird erteilt, wenn jährlich die Teilnahme an von der jeweiligen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von insgesamt mindestens acht CME-Punkten nachgewiesen wird. Die entsprechenden Antragsunterlagen stehen in Kürze zur Verfügung unter Genehmigungspflichtige Leistungen »
Werden in derselben Sitzung zur transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin auch Zystoskopien nach den GOP 08311, 26310 und 26311 durchgeführt, werden diese ebenfalls extrabudgetär vergütet.
08312 (Gynäkologen)
26316 (Urologen)
transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08311 bzw. 26310 und 26311 (Zystoskopie)
je vollendete zehn Minuten
der Zuschlag ist parallel zur Zystoskopie und je Sitzung höchstens fünfmal berechnungsfähig
insgesamt kann die GOP 15-mal im Krankheitsfall berechnet werden
08313 (Gynäkologen)
26317 (Urologen)
Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08312 bzw. 26316
die Nachbeobachtung nach erfolgter Therapie mit Botulinumtoxin muss für mindestens 30 Minuten erfolgen und ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig
höchstens dreimal im Krankheitsfall
Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen
Seit 10. Juni 2017 ist die neue Richtlinie Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (US-BAA-RL) in Kraft. Sie sieht ein einmaliges Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen mittels sonographischer Unter­suchung für Männer ab 65 Jahren vor.
Der Bewertungsausschuss hat dafür folgende EBM-Anpassung beschlossen:
Zum 1. Januar 2018 werden zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01747 und 01748 in den EBM-Abschnitt 1.7.2 „Früherkennung von Krankheiten bei Erwach­se­nen” aufgenommen. Die beiden neuen GOP werden als Präventionsleistungen außer­halb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.
Aufklärung zum Screening auf Bauchaortenaneurysmen und Ausgabe der Versicherteninformation
für Hausärzte, Urologen, Internisten (mit und ohne Schwerpunkt), Chirurgen und Radiologen
auch im Zusammenhang mit der Gesundheitsuntersuchung (GOP 01732) möglich
Voraussetzung ist eine Genehmigung der KVBW nach der Ultraschallvereinbarung (Ärzte der genannten Fachgruppen mit einer Genehmigung der KVBW gemäß der Ultraschall­verein­barung Anwendungsbereich 7.1 (Abdomen, Retroperitoneum einschließlich Niere, transkutan), benötigen keine weitere Genehmigung).
Bei Untersuchung weiterer Organe auch neben GOP 33042 (Sonographie Abdomen) möglich. In diesen Fällen ist jedoch ein Abschlag von 77 Punkten auf die GOP 33042 vorzunehmen.
Die Versicherteninformation ist beim Kohlhammer-Verlag erhältlich (Nr. 437 auf dem Bestellschein).
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2017
Spezialisierte geriatrische Diagnostik in BAG/MVZ
Spezialisierte geriatrische Diagnostik in Berufsausübungsgemeinschaften/MVZ
In Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren, in denen ein geriatrisch spezialisierter Arzt zusammen mit einem Vertragsarzt tätig ist, kann ab dem 1. Oktober 2017 die GOP 30984 (weiterführendes geriatrisches Assessment) ohne Überweisung durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Notwendigkeit dafür aufgrund eines hausärztlich geriatrischen Basisassessments gemäß der GOP 03360 ergibt. In diesen Fällen ist ein Abschlag in Höhe von 50 Prozent auf die GOP der Vorabklärung (GOP 30980 und 30981) vorzunehmen.
Für die Konstellationen, in denen der Hausarzt gleichzeitig Geriater ist, sieht eine Ergänzung der bisherigen Regelung vor, dass zukünftig in diesen Fällen keine Überweisung mehr erforderlich ist. Die Notwendigkeit muss jedoch durch einen anderen mitbeurteilenden Geriater bescheinigt werden. Der mitbeurteilende Arzt kann dafür die GOP 30981 abrechnen. Die Mitbeurteilung kann sowohl im Rahmen einer persönlichen Vorstellung des Patienten, als auch gemäß Aktenlage vorgenommen werden.
Substitution: Take-Home-Vergabe und Konsiliarius-Regelung, neue GOP
Zur Abbildung des Aufwandes bei der Behandlung von Opiatabhängigen im Rahmen der Take-Home-Vergabe gemäß § 5 Abs. 9 BtMVV (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung), wird die GOP 01949 in den EBM aufgenommen.
Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Rahmen des Konsiliariusverfahrens gemäß § 5 Abs. 4 BtMVV wird die GOP 01960 aufgenommen.
(Auch ein nicht suchtmedizinisch qualifizierter Arzt kann Patienten mit Substitutionsmitteln behandeln, wenn er sich zu Beginn der Behandlung mit einem suchtmedizinisch qualifizierten Arzt abstimmt sowie sicherstellt, dass sich sein Patient zu Beginn der Behandlung und mindestens einmal in jedem Quartal dem suchtmedizinisch qualifizierten Arzt vorstellt. Auf diese Weise können höchstens zehn Patienten gleichzeitig mit Substitutionsmitteln behandelt werden.)
Die neuen GOP 01949 und 01960 werden extrabudgetär vergütet.
01949 Behandlung Opiatabhängiger im Rahmen der Take-Home-Vergabe
je Behandlungstag
höchstens zweimal in der Behandlungswoche
kommt der Take-Home-Patient öfter in die Praxis, kann bei Vorliegen einer medizinischen Begründung die GOP 01950 zusätzlich abgerechnet werden
im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen
01960 Konsiliarische Untersuchung und Beratung im Rahmen des Konsiliariusverfahren
Neue palliativmedizinische Leistungen
Hausärzte und die meisten Fachärzten können die acht neuen, extrabudgetären palliativ­medizinischen Leistungen im EBM-Kapitel 37.3 abrechnen. Für die Leistungen gibt es unterschiedliche Abrechnungs­voraussetzungen. Sie sind außerdem nicht berechnungsfähig, wenn der behandelte Patient zeitgleich Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativ­versorgung – mit Ausnahme der Beratungsleistung – erhält.
GOP, die von allen an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzten berechnungsfähig sind:
Palliativmedizinische Betreuung von Patienten in der Häuslichkeit bis zu 1,5 Stunden am Tag
Zuschlag zu den GOP 01410 (Besuch) und 01413 (Mitbesuch)
je vollendete 15 Minuten
Höchstwert 744 Punkte (entspricht sechs Ansätzen und mindestens 1,5 Stunden Betreuung) am Behandlungstag
Dringender Besuch eines Palliativpatienten in der Häuslichkeit
Zuschlag zu den GOP 01411, 01412 und 01415 (dringende Besuche)
je Besuch
Fallkonferenz gemäß Vereinbarung zur Palliativversorgung (Anlage 30 zum BMV-Ä)
für patientenorientierte Fallbesprechungen, unter Beteiligung notwendiger ärztlicher Fachdisziplinen und/oder komplementärer Berufe sowie Pflegekräften oder Angehörigen
von jedem teilnehmenden Arzt, bis zu fünfmal im Krankheitsfall
GOP, die nur von Vertragsärzten berechnet werden dürfen, die die Voraussetzungen gemäß Vereinbarung zur Palliativversorgung erfüllen:
(mehr zu den Voraussetzungen für die Abrechnungsgenehmigung unter Genehmigungspflichtige Leistungen »)
einmal im Krankheitsfall
kann nur von einem an der Behandlung beteiligten Vertragsarzt berechnet werden
Koordinationspauschale
Zuschlag zur Versicherten- / Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gem. Anlage 30 zum BMV-Ä
Telefonische Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft in kritischen Phasen
Zuschlag zur GOP 37302
150,05 Euro
Telefonische Beratung von mindestens 5 Minuten Dauer
je Telefonat
GOP, die nur von einem konsiliarisch tätigen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin berechnet werden kann:
37314 Konsiliarische Erörterung durch Arzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
ohne persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt
Laserepilation bei ICD F64.0G
Im Rahmen eines Mann-zu-Frau-Transsexualismus mit geschlechtsangleichenden Maßnahmen ist die Laserepilation als vertragsärztliche Leistung extrabudgetär über den EBM abrechenbar. Die vier neuen GOP können von Hautärzten, Chirurgen und Gynäkologen für die Epilation im Gesicht und/oder am Hals sowie an einer Hand und/oder den Händen berechnet werden.
5 Minuten Dauer
Zuschlag zur GOP 02325
je weitere vollendete 5 Minuten Dauer
Zuschlag zur GOP 02326
GOP 02325 bis 02328 sind in Summe am Behandlungstag höchstens viermal und im Krankheitsfall höchstens 32-mal berechnungsfähig.
Schrittmachersysteme: Neue Abrechnungssystematik
Zum 1. Oktober 2017 wird die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Defibrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert. Hierfür werden im Kapitel 4 (Pädiatrie) und Kapitel 13 (Innere Medizin, Kardiologie) jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei GOP für die telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die bisherigen GOP 04417, 04418, 13552 und 13554 sind daher ab Oktober nicht mehr berechnungsfähig.
Art der Funktionskontrolle
Alte GOP (bis 30.09.2017)
Neue GOP (ab 1.10.2017)
13552 (Schrittmacher, Kardioverter/
Defibrillator, CRT)
29,38 Euro 13571 (Schrittmacher) 189 Punkte
13573 (Kardioverter/
Defibrillator, CRT) 350 Punkte
13575 (CRT) 431 Punkte
telemedizinisch
13554 (Kardioverter/
13574 (Kardioverter/
Defibrillator) 350 Punkte
13576 (CRT) 431 Punkte
04418 (Schrittmacher, Kardioverter/
53,81 Euro 04411 (Schrittmacher) 347 Punkte
04413 (Kardioverter/
Defibrillator) 641 Punkte
04415 (CRT) 789 Punkte
83,08 Euro
telemedizinisch 04417 (Kardioverter/
Defibrillator, CRT) 04414 (Kardioverter/
04416 (CRT) 789 Punkte
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Juli 2017
Zum 1. Juli 2017 wird infolge der neuen Psychotherapie-Richtlinie auch die entsprechende Struktur im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst. Die EBM-Kapitel 35.2 und 35.3 werden neu gegliedert und alle Leistungen erhalten neue Gebührenordnungspositionen (GOP). Weitere Änderungen betreffen die Vergütung von Gruppentherapien.
Über die neuen rechtlichen Rahmen­bedingungen haben informieren wir zusammenfassend im Juni-Rundschreiben Neuerungen ab 1. April und 1. Juli 2017 und hier ».
NäPa in Facharztpraxen: Hausbesuche
Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) in Facharztpraxen können künftig auch Hausbesuche durchführen. Dazu werden zum 1. Juli 2017 im Kapitel 38 „Delegationsfähige Leistungen“ die GOP 38202 (90 Punkte / 9,48 Euro) und für die Betreuung eines weiteren Patienten die GOP 38207 (83 Punkte / 8,74 Euro) als Zuschläge zu den GOP 38100 und 38105 aufgenommen. Die Vergütung erfolgt außerhalb der MGV.
Präventionsempfehlung (Muster 36)
Die Bewertung der Früherkennungs­untersuchungen U3 bis U9 und J1 (GOP 01713 bis 01720 und 01723) sowie der Gesundheitsuntersuchung bei Erwachsenen (GOP 01732) wird für das ggf. anschließende Ausstellen einer Präventions­empfehlung um jeweils einen Punkt erhöht.
Mehr zur Präventions­empfehlung lesen Sie auf der KBV-Homepage.
Kinder-Richtlinie: Pulsoxymetrie-Screening
Für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, werden zum 1. Juli 2017 zwei neue GOP in den EBM-Abschnitt 1.7.1 aufgenommen.
Die GOP 01702 (28 Punkte / 2,95 Euro) ist für die eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie berechnungsfähig, wenn auf die eingehende Aufklärung keine funktionelle Pulsoxymetrie folgt.
GOP 01703 (157 Punkte / 16,53 Euro) für die Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie
Die Aufklärung der Eltern und die Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung zählen zu den fakultativen Leistungsinhalten.
Beide GOP können nur bis zur U2, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist, berechnet werden.
Vergütung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV).
Änderungen bei Kontrolle von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen: Die Übergangsregelung in der jeweils zweiten Anmerkung der GOP 04417 und 13554 (Telemedizinische Kontrolle) wird bis 31. Dezember 2017 verlängert.
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. April 2017
Das immunologische Stuhltest-Verfahren iFOBT zur Darmkrebs-Früherkennung löst zum 1. April 2017 den bisherigen Guajak-basierten Test auf okkultes Blut im Stuhl ab.
Ärzte, die den iFOBT als Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom veranlassen, rechnen ab April die GOP 01737 ab. Die Leistung umfasst die Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung des Stuhlproben-Entnahmesystems sowie die Beratung des Patienten bei einer präventiven Untersuchung.
Bewertung: 57 Punkte (ca. 6,00 Euro)
Hausärzte, Chirurgen, Gynäkologen, Hautärzte, Facharztinternisten und Urologen können die neue GOP nur bei präventiver Untersuchungsindikation abrechnen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
Streichung der GOP 01734: Die Untersuchung auf okkultes Blut mit einem Guajak-basierten Test ist ab 1. April in der er Krebsfrüherkennung keine Kassenleistung mehr.
Für die Untersuchung der Stuhlprobe im Labor gibt es zwei neue GOP: die GOP 01738 (Bewertung 75 Punkte, Vergütung 7,90 Euro) bei einer präventiven Untersuchung und die GOP 32457 (Bewertung 6,21 Euro) bei einer kurativen Untersuchungsindikation. In den Laborleistungen enthalten sind die Kosten für das Stuhlproben-Entnahmesystem. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
Mehr dazu lesen Sie hier ».
Mit der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie wurde das Leistungsangebot zum 1. April 2017 erweitert und neu strukturiert. Der Bewertungsausschuss hat mittlerweile beschlossen, die neu eingeführten Leistungen so zu vergüten wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie (mehr erfahren »).
GOP 35151 / 421 Punkte / 44,33 Euro je vollendete 25 Minuten
Psychotherapeutische Akutbehandlung:
GOP 35152 / 421 Punkte / 44,33 Euro je vollendete 25 Minuten
Strukturzuschläge zur Sprechstunde und Akutbehandlung:
GOP 35254 / 72 Punkte / 7,58 Euro (alt: 69 Punkte / 7,27 Euro) bei voller Auszahlungsquote / wird von der KV zugesetzt, sobald die Oberpunktzahlgrenze erreicht ist / Punkte der Sprechstunde und Akutbehandlung werden zur Ermittlung der Quote mitgezählt.
Weitere Änderungen gelten ab dem 1. Juli 2017. Sie betreffen die Vergütung von Gruppentherapien sowie die Umstrukturierung des psychotherapeutischen EBM-Kapitels.
Über die neuen rechtlichen Rahmen­bedingungen informieren wir Sie zusammenfassend im Juni-Rundschreiben Neuerungen ab 1. April und 1. Juli 2017 und hier ».
Die Psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV werden rückwirkend ab 1. April 2017 der fachärztlichen Grundversorgung zugeordnet. Damit ist die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) auch in diesen Fällen berechnungsfähig.
Höherbewertung der PFG in den Kapiteln 22 und 23: Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung (GOP 22216, 23216 von 164 Punkte / 17,27 Euro, auf 170 Punkte / 17,90 Euro und 22218, 23218 von 44 Punkte / 4,63 Euro, auf 46 Punkte / 4,84 Euro) wird ebenfalls rückwirkend ab 1. April 2017 angehoben.
Kein Abrechnungsausschluss zwischen Hypnose und Verhaltenstherapie: Die GOP 35120 (Hypnose) bleibt in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) weiterhin berechenbar.
Für die nephrologische Betreuung von Kindern erhalten Pädiater ab April einen Zuschlag zur Versichertenpauschale von rund 100 Euro im Quartal. Dazu wird eine neue Gebührenordnungsposition 04563 in den EBM aufgenommen.
Die neue Gebührenordnungsposition GOP 04563 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale (04000) einmal im Behandlungsfall gewährt und ist mit 950 Punkten (100,04 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung zum festen Preis.
Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten
Die Anleitung eines Diabetikers zur Handhabung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM) wird ab 1. April über den EBM vergütet.
Für die Anleitung der Patienten zur Handhabung der Geräte werden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Abrechnen können sie Hausärzte und Internisten (GOP 03355 bzw. 13360) sowie Kinder- und Jugendmediziner (GOP 04590) jeweils mit besonderer Qualifikation. Die Vergütung für vollendete zehn Minuten beträgt 7,58 Euro (72 Punkte).
Insgesamt kann die Leistung bis zu zehnmal im Jahr angesetzt werden, zum Beispiel für die Schulung des Patienten, sodass im Jahr bis zu 75,80 Euro vergütet werden. Ärzte können die Anleitung des Patienten auch teilweise an das Praxispersonal delegieren.
Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten jeweils mit
der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ 03355
Internisten mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder
der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ 13360
Kinder- und Jugendmediziner mit der Zusatzweiterbildung
„Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie“ oder „Diabetologie“
oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft 04590
Notfalldienst: Schweregradzuschläge GOP 01223, 01224, 01226
Bei der Abrechnung der Versorgung im Notfall und im Notdienst wird ab 1. April 2017 nach dem Schweregrad der Fälle differenziert. Für Patienten mit erhöhtem Behandlungsaufwand werden Schweregradzuschläge als Zuschlag zu den Notfallpauschalen in den EBM aufgenommen. Für Fälle ohne Not­wendig­keit einer Notfallbehandlung, wird eine Abklärungspauschale eingeführt.
Die Bewertung der GOP 01210 wird infolgedessen von bisher 127 Punkten auf 120 Punkte abgesenkt.
Schweregradzuschläge
Es werden Pauschalen für besonders schwerwiegende Erkrankungen (GOP 01223 und 01224) und für schwierige Kommunikationssituationen (GOP 01226) eingeführt. Sowohl die Diagnosen als auch die Situationen mit schwieriger Kommunikation sind im EBM festgelegt (vgl. ICD-Listen).
Die Schweregradzuschläge nach GOP 01223 und 01224 sind an folgende schwer­wiegende, gesicherte Behandlungsdiagnosen geknüpft:
Angina pectoris (ausgenommen: ICD I20.9)
ICD-Kataloge für die Schweregradzuschläge
ICD-Liste zu GOP 01223 – 01224
ICD-Liste zu GOP 01226
Für Patienten, die nicht notfallmäßig in der Notaufnahme im Krankenhaus oder im organisierten Bereitschaftsdienst behandelt werden müssen und deshalb in eine Arztpraxis weitergeleitet werden können.
01205 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
01207 Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit
Für die Abrechnung der Telekonsile gibt zum 1. April 2017 vier neue Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) im Kapitel 34 EBM.
Abrechnungsvoraussetzungen:
Die technischen Anforderungen müssen erfüllt sein (siehe Anlage 31a Bundesmantelvertrag-Ärzte).
Nachweis gegenüber der KV durch eine Erklärung des Kommunikationsdienstes
Vorliegen einer Genehmigung zur Abrechnung der im jeweiligen Konsil zu klärenden Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen
Medizinische Fragestellung fällt nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, oder
die Zweitbefundung ist wegen besonders komplexer medizinischer Fragestellung erforderlich.
Nicht möglich sind diese Leistungen innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemeinschaften und ähnlichen Ein­richtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms.
Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär.
Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2017
34800 Einholung einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen 91 Punkte einmal im Behandlungsfall
Punktzahlvolumen je Praxis
Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen
elektronische Übermittlung des Konsils, max. drei Werktage nach Auftragseingang
110 Punkte je Konsiliarauftrag
Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351
276 Punkte je Konsiliarauftrag
Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34330, 34340 bis 34344
389 Punkte je Konsiliarauftrag
Die Zuzahlungsbeträge bei Heilmittelabgabe in der Arztpraxis für Ersatz- und Primärkassen erhöhen sich zum 1. April 2017.
Wichtige EBM-Änderungen zum 1. Januar 2017
Sozialpädiatriezuschlag künftig dreimal im Krankheitsfall abrechnungsfähig
Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird ab Januar 2017 besser vergütet. Statt wie bisher zweimal kann der 2015 eingeführte Zuschlag für die Beratung zu weiterführenden Maßnahmen dann dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Hintergrund der Anpassung ist, dass das Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro pro Jahr bislang nicht ausgeschöpft wird.
Die Gebührenordnungsposition 04356 war vor zwei Jahren als Zuschlag im Zusammenhang mit der sozialpädiatrischen Gebührenordnungsposition 04355 in den EBM aufgenommen worden. Da im Jahr 2015 das für diese Leistung vorgesehene Vergütungsvolumen von etwa 14 Millionen Euro nicht ausgeschöpft werden konnte, weitet der Bewertungsausschuss nun die Berechnungsmöglichkeit der Gebührenordnungsposition 04356 aus.
Kinderichtlinie: Mukoviszidosescreening & Höherbewertungen
Um das neu in die Kinder-Richtlinie aufgenommene Screening auf Mukoviszidose abzubilden, wurde die bestehende Gebührenordnungsposition 01707 „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ erweitert. Darüber hinaus wurde eine neue Leistung nach der Gebührenordnungsposition 01709 (50 Punkte) für den Arzt eingeführt, welcher das Screeninglabor auf Mukoviszidose veranlasst.
Die bestehende Gebührenordnungsposition 01708 „Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings“ entfällt. Deren Inhalte sind nun über die neuen Gebührenordnungspositionen 01724 bis 01727 anderweitig geregelt. Während die Gebührenordnungs­position 01724 die bisherige Neugeborenen-Screening­untersuchung der Zielkrankheiten enthält, wird in den Gebührenordnungspositionen 01725 bis 01727 des Katalogs die dreistufige Diagnostik des neu in die Richtlinie aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Zusätzlich werden aufgrund geänderter Untersuchungs- und Beratungsinhalte die Bewertungen der Gebührenordnungs­positionen 01712 bis 01719 um 30 Prozent und 01723 um 13 Prozent auf 401 Punkte erhöht.
NäPa – Änderungen bei der Abrechnung
Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa)
Änderungen ab 01.01.2017:
Nicht-ärztliche Praxisassistenten (NäPa) im EBM
Strukturelle Förderung als Zuschlag zu GOP 03040 (von KV zugesetzt) 22 Punkte
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03060 (von KV zugesetzt) 12 Punkte
(03060 und 03061: maximal 23.800 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 34 Punkte weniger je HZV-Fall)
Besuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld 166 Punkte
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03062 (von KV zugesetzt) 20 Punkte
Mitbesuch der NäPa (Besuch eines weiteren Patienten innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld 122 Punkte
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03063 (von KV zugesetzt) 14 Punkte
Besuch und Mitbesuch einer NäPa
ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet
Genehmigungspflicht der GOP 03060, 03062 und 03063
Um Leistungen für eine NäPa abzurechnen, brauchen Sie eine Genehmigung.
Neue Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:
NäPa (gemäß Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte) mit mindestens 20 Wochenstunden
mindestens 700 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
(Durchschnitt der vier Quartale vor Antragstellung)
Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 521 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.221 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.482 Fälle, bei drei Sitzen 1.742 Fälle usw.
mindestens 120 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 80 Fälle je weiterem vollen Sitz.
Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88194). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.
Wichtige EBM-Änderungen 2016
Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten ab Oktober eine Einzelleistungsvergütung für Patienten, die nicht chronisch krank sind (neue GOP 01630). Bei Chronikern gibt es pauschal einen Zuschlag auf die Chroniker­pauschale, unabhängig davon, ob für den Patienten ein Medikationsplan zu erstellen beziehungs­weise zu aktualisieren ist.
Fachärzte, die einen Medikationsplan erstellen, können bei bestimmten Patienten ebenfalls die Einzelleistung (GOP 01630) abrechnen. Für alle anderen Patienten erhalten die meisten Fachgruppen einen Zuschlag auf die Grundpauschale, ebenfalls unabhängig davon, ob tatsächlich ein Medikationsplan zu erstellen beziehungsweise zu aktualisieren ist. Die Vergütung erfolgt stets extrabudgetär und somit zu festen Preisen.
Die wichigsten Informationen zum Medikamentenplan haben wir für Sie in einem Merkblatt zusammengestellt.
Pflegeheimversorgung – Besuche von Praxisassistentinnen
Die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern soll sich verbessern. Zum 1. Juli wurde das neue Kapitel 37 im EBM eingeführt, das die Leistungen für die Berechnung zusätzlicher ärztlicher Kooperations- und Koordinationsaufgaben regelt. Auf diese Weise sollen Ärzte, die Kooperationsverträge mit Heimen abschließen, hierfür besser vergütet werden. Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet.
Mehr dazu: Kooperationsverträge zwischen Ärzten und Pflegeheimen »
Außerdem sollen neue Möglichkeiten der Delegation ärztlicher Leistungen geschaffen werden. Hierzu dient das neue Kapitel 38 der EBM. Konnten bereits Hausärzte Leistungen an sogenannte qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) delegieren, können dies künftig auch Fachärzte.
Mehr dazu: NäPa-Zuschlag ab 1. Juli 2016 auch für Fachärzte »
Patientenadaptiertes Narkosemanagement in der Kataraktchirurgie
Die unterschiedlichen Anästhesieverfahren, die in der Kataraktchirurgie abgerechnet werden können, werden ab 1. Juli 2016 in einer Pauschale zusammengefasst. Anästhesisten können dann patientenindividuell auswählen, welches Verfahren sie anwenden oder die Verfahren kombinieren.
Für bei Kataraktoperationen in Anspruch genommene Anästhesisten sind künftig unabhängig von der Art des Narkosemanagements spezifische Pauschalen ansatzfähig.
z. B. außerbudgetäre Einzelleistung GOP 31841 (706 Punkte) für das Narkosemanagement bei Katarakt-OP nach GOP 31351
obligater Zuschlag GOP 05315 (15 Punkte) im Budget
Der Bereich Humangenetik im EBM wurde grundlegend überarbeitet, um die genetischen Leistungen im EBM an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik anzupassen. Einige der Leistungen werden ab 1. Juli 2016 extrabudgetär vergütet. Darauf haben sich KBV und Krankenkassen im Bewertungsausschuss geeinigt.
Die bisherigen humangenetischen Laboruntersuchungen nach den Gebühren­ordnungs­positionen (GOP) 11310 bis 11312 (Zytogenetik) und 11320 bis 11322 (Molekular­genetik) werden zum dritten Quartal 2016 in differenzierte GOP für Leistungen der konstitutionellen genetischen Diagnostik und Leistungen der tumorgenetischen Diagnostik überführt.
Folgende Leistungssegmente der humangenetischen und der tumorgenetischen Laborleistungen werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung finanziert:
umfangreiche humangenetische Analysen (GOP 11449 und 11514),
allgemeine Tumorgenetik (Unterabschnitt 19.4.2),
Companion Diagnostic (Unterabschnitt 19.4.4).
11.4.1 Fallbezogene Pauschalen der in-vitro-Diagnostik konstitutioneller genetischer Veränderungen
GOP 11301 Sie umfasst ärztliche und weitere Inhalte, die zusätzlich bei Probeneinsendungen erforderlich sind. Folglich ist die Berechnung dieser Leistung neben Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen im Behandlungsfall ausgeschlossen.
GOP 11302 Sie umfasst die ärztliche Beurteilung und die Gemeinkosten konstitutioneller genetischer Analysen und ist als Zuschlag zu entsprechend aufwendig zu beurteilenden Untersuchungen ausgestaltet.
GOP 11302 Sie ist für eine erneute Beurteilung der bereits vorliegenden Befunde nach frühestens vier Jahren berechnungsfähig. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass molekularzytogenetische Untersuchungen nach der GOP 11508 und humangenetische Mutationssuchen nach den GOP 11513 und 11514 zu Ergebnissen führen können, die auf dem Stand des derzeitigen Wissens nicht mit ausreichender Sicherheit interpretierbar sind. Diese Varianten unklarer klinischer Signifikanz können auf dem Stand des dann – nach frühestens vier Jahren – aktuellen Wissens erneut beurteilt und vermutlich auch einer Klärung zugeführt werden.
11.4.2 Indikationsbezogene genetische in-vitro-Diagnostik monogener Erkrankungen
Die Präambel zum Abschnitt 11.4 Nr. 11 stellt klar, dass der Untersuchungsumfang der indikationsbezogenen Stufendiagnostik nach Abschnitt 11.4.2 abschließend ist.
Eine Leistung nach den GOP 11508, 11513 und 11514 EBM ist nur bei Vorliegen der Indikationsvoraussetzungen nach § 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung-Molekulargenetik zulässig.
Der Unterabschnitt wurde um folgende Indikationen erweitert:
das Noonan-Syndrom als „nicht seltene“ Erkrankung mit kardialer Beteiligung und Entwicklungsverzögerung (GOP 11355 und 11356)
das Marfan-Syndrom als hereditäre Erkrankung des Bindegewebes unter anderem mit Beteiligung des Herz-Kreislauf- und des Skelettsystems sowie der Augen (GOP 11444 bis 11448)
Sofern der Leistungsumfang der indikationsbezogenen Mutationssuchen nach den GOP 11352, 11371, 11401, 11411, 11431, 11432 und 11440 dem Umfang nach erweitert werden muss, kann nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Krankenkasse der Zuschlag nach der GOP 11449 (außerbudgetär) berechnet werden.
Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung
Für die spezialisierte Diagnostik geriatrischer Patienten gibt es ab 1. Juli 2016 neue Gebühren­ordnungs­positionen im EBM. Künftig können Hausärzte Patienten für das weiterführende geriatrische Assessment an einen spezialisierten geriatrischen Vertrags­arzt oder eine ermächtigte Geriatrische Instituts­ambulanz (GIA) überweisen.
Die Leistungen des neuen EBM-Abschnitts 30.13 „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ sind für Patienten mit einem besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungs­bedarf bestimmt (gemäß § 118a SGB V, Geriatrische Instituts­ambulanzen – GIA).
Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für Hausärzte
30980 Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments nach GOP 30984 194 Punkte
30988 Zuschlag für die weiterbetreuenden Ärzte für die Koordination der Therapiemaßnahmen nach einem weiterführenden geriatrischen Assessment 65 Punkte
In Kooperation mit Hausärzten können im Ausnahmefall auch folgende Vertragsärzte überweisen: Fachärzte für Neurologie, für Nervenheilkunde, für Neurologie und Psychiatrie, für Psychiatrie und Nervenheilkunde oder Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie.
Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für GIAs und Geriater
30981 Abklärung vor der Durchführung eines spezialisierten Assessments durch die GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt 131 Punkte
30984 Weiterführendes geriatrisches Assessment durch GIA bzw. den spezialisierten geriatrischen Vertragsarzt 882 Punkte
30985 Sofern das weiterführende geriatrische Assessment länger als 60 Minuten dauert, können je weitere vollendete 30 Minuten diese Zuschläge jeweils bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnet werden. 325 Punkte
30986 234 Punkte
Überweisung eines Arztes nach 30.13 Nr. 1 (üblicherweise Hausarzt) zwingend erforderlich!
Die Abrechnung der Leistungen ist nur bei Vorliegen einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik zulässig. Über diese Voraussetzungen informieren wir gesondert.
Die GOP dürfen nur bei Patienten berechnet werden, die einen besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungsbedarf aufweisen:
höheres Lebensalter (ab Beginn des 71. Lebensjahres) und
Vorliegen einer Pflegestufe gemäß § 15 SGB XI sowie einem der nachfolgenden geriatrischen Syndrome oder statt der Pflegestufe mindestens eines zusätzlichen dieser Syndrome
Frailty-Syndrom (Kombinationen von unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, körperlicher und/oder geistiger Erschöpfung, muskulärer Schwäche, verringerter Ganggeschwindigkeit und verminderter körperlicher Aktivität)
Therapierefraktäres chronisches Schmerzsyndrom.
PET als Diagnoseverfahren für die Tumordiagnostik
Ab 1. Januar 2016 lässt lässt sich die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) über den EBM abrechnen. Die Kosten für die Untersuchung werden bei Patienten mit Lungenkarzinom oder Hodgkin-Lymphom übernommen, sofern sie den zugelassenen Indikationen entsprechen.
Indikationsspektrum der Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
GBA-Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung
Anlage I: Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden
6. Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie.
EBM-Abschnitt 34.7
PET inkl. CT-Fusion des gesamten Körperstammes
von der Schädelbasis bis zum proximalen Oberschenkel
GOP 34700 bei Fusion mit bereits vorhandenem CT 4456 Punkte
GOP 34701 bei Fusion mit inkludiertem CT 5653 Punkte
PET inkl. CT-Fusion von Teilen des Körperstammes
bei auf das Tumorgeschehen begrenztem Untersuchungsfeld in einer Bettposition
GOP 34702 bei Fusion mit bereits vorhandenem CT 3565 Punkte
GOP 34703 bei Fusion mit inkludiertem CT 4523 Punkte
Weiterhin wird die Kostenpauschale nach GOP 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Diese Kosten­pauschale 40584 ist für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Erbringung der neuen Leistungen (Gebühren­ordnungs­positionen 34700 bis 34703) bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.
Die Vergütung erfolgt als Einzelleistung und damit extrabudgetär zu festen Preisen. Eine Genehmigung der KVBW zur Erbringung von PET-Leistungen ist erforderlich. Die QS-Vereinbarung für die PET wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Juni 2016 abstimmen.
Ab dem zweiten Quartal 2016 lässt sich die Funktionsfähigkeit bestimmter kardiologischer Implantate auch telemedizinisch überprüfen und als EBM-Leistung abrechnen.
Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ab 1. April 2016
13554 Kardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 279 Punkte
04417 Kinderkardiologen – telemedizinische Kontrolle/Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 511 Punkte
01438 vom Arzt ausgehende telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der GOP 13554 oder 04417 88 Punkte
Die identisch bewerteten bisherigen GOPs 04418 und 13552 können weiterhin abgerechnet werden, wenn der Patient zur Kontrolle die Praxis aufsucht und ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfindet.
Eine QS-Vereinbarung für die Funktionsanalyse von Kardiovertern/Defibrillatoren und CRT-Systemen wollen KBV und Krankenkassen bis Ende Oktober 2016 abstimmen. Bis zu deren Einführung, längstens bis 30. Juni 2017, reicht zur Abrechnung die bisherige Genehmigung aus.
Prostataoperation mit Holmium-Laser
Belegärztlich tätige Urologen können Prostataoperationen mittels Holmium-Laser ab dem zweiten Quartal 2016 über den EBM abrechnen. Bereits seit fünf Jahren gehören Lasereingriffe zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit Wirkung zum 1. April 2016 sind die beschriebenen Operationsverfahren zur Holmium-Laserresektion und Holmium-Laserenukleation der Prostata in den Anhang 2 zum EBM aufgenommen. Damit stehen die Details zur Abrechnung und Vergütung fest.
Zur Durchführung und Abrechnung von Holmium-Laser-Operationen über den EBM benötigen Vertragsärzte eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Welche Anforderungen zu erfüllen sind, regelt eine Qualitätssicherungsvereinbarung. Sie sieht eine Übergangsregelung für Ärzte vor, die bereits mit dieser Lasertechnik gearbeitet haben.
Die Leistungsbeschreibungen der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) orientieren sich an den Vorgaben der Vereinbarung von Qualitätssicherungs­­maßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) mittels Holmium-Laser (Qualitäts­sicherungs­­vereinbarung Holmium-Laser bei BPS).
Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditäts­­­bedingten Gesamt­­vergütung und damit extra­budgetär zu festen Preisen.
36289 Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer 2108 Punkte
36290 Zuschlag zur GOP 36289
je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit
36829 Zuschlag zur GOP 36823
bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung des Eingriffs mittels Holmium-Laser 191 Punkte
Fürs erste Halbjahr 2016 beträgt die bundeseinheitliche Laborabstaffelungsquote „Q” 91,58 Prozent.
Welche Ärzte Laboruntersuchungen des EBM-Abschnitts 32.3 (Speziallabor) erbringen und abrechnen dürfen, soll künftig vom Kern des Fachgebietes abhängen. Vorerst wurde diese Regelung jedoch im Rahmen der „Laborreform“ um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 2016 verschoben.
Wichtige EBM-Änderungen 2015
NäPa – Abrechnung und Genehmigung
Seit Januar 2015 sieht der EBM eine extrabudgetäre Förderung für Hausärzte vor, die eine speziell qualifizierte nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa) beschäftigen, die vom Arzt angeordnete delegierbare Hilfeleistungen bei Hausbesuchen übernimmt.
(maximal 12.851 Punkte pro Praxis und Quartal, bei HZV-Teilnahme 22 Punkte weniger je HZV-Fall)
Hausbesuch der NäPa (erster Besuch innerhalb eines Besuchsganges) einschließlich Wegegeld 166 Punkte
Haus- und Mitbesuch einer NäPa
neben GOP 03062 und 03063 nur Leistungen des Abschnitts 32.2 (O I-Labor) sowie GOP 31600 (Postoperative Behandlung nach 31.4 EBM) abrechenbar
GOP 03060 für maximal 584 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal
Die Anzahl verringert sich um die Zahl der in HzV-Verträgen im aktuellen Quartal behandelten Patienten. Beispiel: Eine Praxis mit 184 Selektivvertragsfällen erhält statt für 584 Fälle nur für 400 Fälle einen Zuschlag von je 22 Punkten (ca. 2,26 Euro).
Kriterien für die Abrechnungsgenehmigung:
mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal bei vollem Versorgungsauftrag
Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 640 Fälle je weiterem vollen Sitz. Das heißt bei zwei Sitzen 1.500 Fälle, bei zweieinhalb Sitzen 1.820 Fälle, bei drei Sitzen 2.140 Fälle usw.
mindestens 160 Fälle je Quartal mit Patienten, die im jeweiligen Quartal 75 Jahre oder älter waren bei vollem Versorgungsauftrag
Mehrere Hausärzte pro Praxis: + 120 Fälle je weiterem vollen Sitz.
Sofern kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Fälle aus HzV-Verträgen werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem Hausarztvertrag teilnehmen und die NäPa-Genehmigung besitzen, sind verpflichtet, der KV alle im aktuellen Quartal behandelten HZV-Patienten in der Abrechnung anzugeben (Pseudofall mit Angabe der Kennziffer 88192). Neu niedergelassene Hausärzte müssen Mindestfallzahlen zur Anstellung einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin in den ersten sechs Quartalen nicht erfüllen.
Übergangsregelung für VERAHs
Versorgungsassistentinen in der Hausarztpraxis (VERAH), die ihre Fortbildung bis Ende 2014 absolviert haben, erkennt die Landesärztekammer Baden-Württemberg ohne weitere Prüfung als NäPas an. Diese VERAHs werden – ohne weitere Voraussetzungen nachzuweisen und ohne eine Lernerfolgskontrolle zu absolvieren – in nichtärztliche Praxisassistentinnen umgeschrieben. Die Umschreibung erfolgt auf Antrag (und gegen Gebühr) für VERAHs aus allen Landesteilen durch die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg. VERAHs, die ihre Qualifikation ab 2015 erwerben, müssen, um die NäPa-Qualifikation zu erlangen, ein Zusatzmodul erfüllen sowie eine Lernerfolgskontrolle der Landesärztekammer absolvieren.
Genehmigung mit Beginn der Ausbildung
Liegen die übrigen Voraussetzungen vor, dürfen Sie die Leistungen bereits mit Beginn der Fortbildung einer Praxismitarbeiterin zur NäPa abrechnen. Die Ausbildung muss bis 30. Juni 2016 abgeschlossen sein.
Informationen NäPa Hausarzt
Chronikerzuschlag: Positivliste und Ausschlussziffern
Voraussetzung für die Abrechnung des Chronikerzuschlags ist das Vorliegen einer lebensverändernden, chronischen Erkrankung und die entsprechende korrekte ICD-Kodierung. Wir haben für Sie eine Positivliste von ICD-Kodes chronischer Erkrankungen, für die der Chronikerzuschlag ohne weitere Nachfragen bei der Abrechung der GOP 03220/03221 oder 04220/04221 EBM akzeptiert wird, zusammengestellt sowie eine Liste mit Ausschlussziffern, die Hausärzte nicht gleichzeitig mit dem Chronikerzuschlag abrechnen können.
ICD-Kodes Chronikerpauschale
Hausarzt-EBM Ausschlussziffern Vorhalte- & Chronikerpauschale
Antrag VERAH/NäPa-Umschreibung
KBV: Einheitl. Bewertungsmaßstab (EBM)
Bei neuen EBM-Leistungen verhandelt die KVBW mit den Krankenkassen zunächst darüber, ob diese auch belegärztlich erbracht werden können. Sobald das Ergebnis dieser Verhandlungen feststeht, informieren wir Sie.