Source: https://www.jurion.de/urteile/arbg-berlin/2015-05-08/28-ca-18485_14/?from=1%3A7492374%2C0
Timestamp: 2018-08-16 11:47:36
Document Index: 10893692

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 15']

ArbG Berlin, 08.05.2015 - 28 Ca 18485/14 - Benachteiligng einer werdenden Mutter wegen ihres Geschlechts durch Kündigung unter Missachtung der Schutzvorschriften
v. 08.05.2015, Az.: 28 Ca 18485/14
Benachteiligng einer werdenden Mutter wegen ihres Geschlechts durch Kündigung unter Missachtung der Schutzvorschriften
Referenz: JurionRS 2015, 17667
ECLI: ECLI:DE:ARBGBE:2015:0508.28CA18485.14.0A
LAG Berlin-Brandenburg - 16.09.2015 - AZ: 23 Sa 1045/15
AA 2015, 145
AUR 2015, 339
AuUR 2015, 339
NZA 2015, 7 (Pressemitteilung)
schnellbrief 2015, 119
SPA 2015, 119
Streit 2015, 118-120
ZAP EN-Nr. 668/2015
ZAP 2015, 917
Kündigt der Arbeitgeber (hier: Rechtsanwalt) das Arbeitsverhältnis einer schwangeren Frau zum wiederholten Male ohne Beteiligung der Schutzbehörde (§ 9 Abs. 1 Satz 1 MuSchG), so kann die darin liegende Missachtung der besonderen Schutzvorschriften des Mutterschutzgesetzes zugunsten der werdenden Mutter deren Benachteiligung wegen Schwangerschaft und damit wegen ihres Geschlechts (§ 3 Abs. 1 Satz 2 AGG i.V.m. § 1 AGG) indizieren (wie BAG 12.12.2013 - 8 AZR 838/12 - NZA 2014, 722 - Rn. 31).
Diese indizielle Wirkung seines Handelns kann der Arbeitgeber nicht ohne Weiteres mit dem Einwand ausräumen, er habe nach Ablauf eines individuellen Beschäftigungsverbots (§ 3 Abs. 1 MuSchG) für den anschließenden Lauf der Mutterschutzfrist (§ 3 Abs. 1 MuSchG) in Ermangelung irgendwelcher Nachrichten der Frau irrtümlich angenommen, die Schwangerschaft (und damit der Sonderkündigungsschutz) sei unterdessen "anders schon beendet" gewesen.
Hier: Verurteilung zur Geldentschädigung (§ 15 Abs. 2 AGG) von 1.500,-- Euro.