Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/lohnsteuer-einkommensteuer-bei-arbeitnehmern/
Timestamp: 2020-04-02 00:06:34
Document Index: 176627523

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 8', '§ 41', '§ 46', '§ 19', '§ 38']

Lohnsteuer/Einkommensteuer bei Arbeitnehmern? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Lohnsteuer/Einkommensteuer bei Arbeitnehmern?
Sie sind hier: Startseite » Steuerrecht » Lohnsteuer/Einkommensteuer bei Arbeitnehmern?
Anwalt für Steuerrecht in Berlin Charlottenburg / Wilmersdorf beantwortet Rechtsfragen
Bei Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit wird gemäß § 38 EStG die ESt durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer), soweit der Arbeitslohn von einem Arbeitgeber gezahlt wird, der z.B. im Inland einen Wohnsitz, seinen gewöhnlichen Aufenthalt, seine Geschäftsleitung, seinen Sitz, eine Betriebsstätte oder einen ständigen Vertreter im Sinne der §§ 8-13 AO hat. Daher kommt auch die Bezeichnung der Lohnsteuer als Quellensteuer. Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer für Rechnung des Arbeitnehmers bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten. Gemäß § 41a EStG hat der Arbeitgeber spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums die Lohnsteuer an das Betriebsstätten-Finanzamt abzuführen.
Unterschied beider Steuern?
Ein Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer wird regelmäßig nur sprachlich gemacht. Arbeiter erzielen danach Lohn und zahlen somit Lohnsteuer, während Angestellte ein Gehalt bekommen und daher Einkommensteuer zahlen. Diese Unterscheidung ist jedoch unrichtig. Lohnsteuer ist eine vorweggenommene Einkommensteuer und betrifft sowohl Arbeiter wie auch Angestellte, wenn diese ausschließlich eine unselbständige Tätigkeit ausüben. Das Einkommensteuergesetz kennt jedoch noch 6 andere Einkunftsarten. Kommt also zur Einkunft aus nicht selbständiger Arbeit eine Einkunft z.B. aus Gewerbebetrieb hinzu, so wird regelmäßig von Einkommen und somit von zu zahlender Einkommensteuer gesprochen. Will der Arbeitnehmer eine Lohnsteuerrückzahlung erreichen, so kommt diese nur gegenüber dem Finanzamt in Betracht und nicht gegenüber seinem Arbeitgeber. Er reicht dazu aber keine Lohnsteuererklärung ein, sondern gemäß § 46 II Nr. 8 EStG eine Einkommensteuererklärung. Zu unterscheiden ist hier das Steuerabzugsverfahren vom Veranlagungsverfahren. Kommt eine Veranlagung jedoch nicht in Betracht, so gilt die ESt, die auf die Einkünfte aus § 19 EStG entfällt, für den Steuerpflichtigen durch den Lohnsteuerabzug grundsätzlich als abgegolten.
Wer ausschließlich Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit erzielt, muss davon ausgehen, dass er während des abgelaufenen Jahres zu viel Lohnsteuer über seinen Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt hat. Dies hängt damit zusammen, dass die Lohnsteuer anhand von Lohnsteuertabellen ermittelt wird, die ungenaue Werte enthalten. Diese können pro Monat um 20 Euro von der letztlich zu zahlenden ESt abweichen. Daher schreibt z.B. auch das Bundesfinanzministerium bzgl. der Berechnung der Lohnsteuer auf seiner Internetseite: „Die Ergebnisse stellen keine Auskunft über ihre persönliche Steuerschuld dar. Diese wird vom Finanzamt im Veranlagungsverfahren festgesetzt. ….“ Die Jahreslohnsteuer soll gemäß § 38a II EStG der ESt entsprechen, was jedoch selbst beim BMF nicht der Fall ist. Die Abgabe einer Einkommensteuererklärung ist daher Pflicht!