Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=07.12.2005&Aktenzeichen=5%20AZR%20535/04
Timestamp: 2019-05-26 06:31:40
Document Index: 245585594

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 264', '§ 305', '§ 12', '§ 12', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 12', '§ 12', '§ 157', '§ 12', '§ 12', '§ 6', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

BAG, 07.12.2005 - 5 AZR 535/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,33
BAG, 07.12.2005 - 5 AZR 535/04 (https://dejure.org/2005,33)
BAG, Entscheidung vom 07.12.2005 - 5 AZR 535/04 (https://dejure.org/2005,33)
BAG, Entscheidung vom 07. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 (https://dejure.org/2005,33)
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Arbeit auf Abruf, Inhaltskontrolle von AGB
Auslegung des § 12 Abs. 1 Satz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG); Abgrenzung von Überstunden von der Arbeit auf Abruf im Sinne des § 12 TzBfG; Inhaltskontrolle vom Arbeitgeber vorformulierter arbeitsvertraglicher Regelungen; Ausgleich des Interesses des Arbeitgebers an einer Flexibilisierung der Arbeitszeitdauer und des Interesses des Arbeitnehmers an einer festen Regelung der Dauer der Arbeitszeit und der sich daraus ergebenden Arbeitsvergütung; Anforderungen an das Feststellungsinteresse im arbeitsgerichtlichen Verfahren
Arbeitsvertragsinhalt - Welche Folgen hat die teilweise einseitige Arbeitszeitbestimmung durch den ArbG?
Im vorformulierten Arbeitsvertrag darf bei Arbeit auf Abruf die vom Arbeitgeber zusätzlich abrufbare Arbeit nicht mehr als 25 % der vereinbarten wöchentlichen Mindestarbeitszeit betragen
Kurznachricht zu "Arbeitszeitpolitik durch die Judikatur? - Eine kritische Betrachtung der Entscheidung des BAG v. 7.12.2005" von RA Hans Decruppe, FA ArbR und Mario Utess, original erschienen in: AuR 2006, 347 - 351.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 07.12.2005, Az.: 5 AZR 535/04 (Arbeit auf Abruf)" von RA Dr. André Pleßner, FAArbR, original erschienen in: RdA 2007, 249 - 251.
Kurznachricht zu "Studierende als Tagelöhner? - Flexibler Einsatz studentischer Arbeitskräfte im sog. Poolsystem" von RA Karsten Strasser und Andreas Melf, original erschienen in: AuR 2006, 342 - 347.
Zusammenfassung von "Heute lang, morgen kurz - Arbeitszeit nach Maß!" von RA Dr. Jobst-Hubertus Bauer, Rechtsreferendar Jens Günther, original erschienen in: DB 2006, 950 - 952.
Kurznachricht zu "Bedarfsarbeit wieder erlaubt" von RA Dr. Günter Schmitt-Rolfes, FAArbR, original erschienen in: AuA 2006, 319.
BAGE 116, 267
NJW 2006, 1373 (Ls.)
MDR 2006, 1050
NZA 2006, 423
BB 2006, 829
DB 2006, 897
Jeder Vertrag und die sich aus ihm ergebenden Verpflichtungen sind für jede Seite bindend (BAG 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 34, BAGE 116, 267; 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 - zu B I 4 a der Gründe, BAGE 113, 140) .
Insoweit liegt nur eine Beschränkung des Klageantrags vor, die nach § 264 Nr. 2 ZPO nicht als Klageänderung gilt (vgl. BAG 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 11, BAGE 116, 267) und deshalb weder einer Einwilligung der beklagten Partei noch einer Feststellung der Sachdienlichkeit bedarf.
b) Einseitige Leistungsbestimmungsrechte, die dem Verwender das Recht einräumen, die Hauptleistungspflichten einzuschränken, zu verändern, auszugestalten oder zu modifizieren, unterliegen einer gerichtlichen Inhaltskontrolle anhand der §§ 305 ff. BGB (Senat 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 - BAGE 113, 140 ff.; 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 33, AP TzBfG § 12 Nr. 4 = EzA TzBfG § 12 Nr. 2; 11. Oktober 2006 - 5 AZR 721/05 - AP BGB § 308 Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 6; Preis/Lindemann NZA 2006, 632 ff.; vgl. auch BAG 27. Juli 2005 - 7 AZR 486/04 -BAGE 115, 274).
Solche Klauseln weichen von dem allgemeinen Grundsatz ab, dass Verträge und die sich aus ihnen ergebenden Verpflichtungen für jede Seite bindend sind (…pacta sunt servanda - Senat 11. Oktober 2006 - 5 AZR 721/05 - Rn. 18, aaO; 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 34, aaO; 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 -BAGE 113, 140, 144; BAG 27. Juli 2005 - 7 AZR 486/04 - BAGE 115, 274, 288 ff.; 27. Juli 2005 - 7 AZR 488/04 - AP BGB § 308 Nr. 2 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 2, zu II 2 c der Gründe).
Es ist ein genereller, typisierender Maßstab anzulegen (BAG 4. März 2004 - 8 AZR 196/03 - BAGE 110, 8, 22; Senat 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 41, AP TzBfG § 12 Nr. 4 = EzA TzBfG § 12 Nr. 2).
auch alle ungeschriebenen Rechtsgrundsätze, die Regeln des Richterrechts oder die auf Grund ergänzender Auslegung nach §§ 157, 242 BGB und aus der Natur des jeweiligen Schuldverhältnisses zu entnehmenden Rechte und Pflichten (Senat 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - AP TzBfG § 12 Nr. 4 = EzA TzBfG § 12 Nr. 2, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen, zu B III 4 b der Gründe; 31. August 2005 - 5 AZR 545/04 - AP ArbZG § 6 Nr. 8 = EzA ArbZG § 6 Nr. 6, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen, zu II 3 a der Gründe; BGH 14. Oktober 1997 - XI ZR 167/96 -BGHZ 137, 27, 29 f., zu I 2 a der Gründe; 10. Dezember 1992 - I ZR 186/90 - BGHZ 121, 13, 18, zu II 6 b der Gründe).
(3) Danach ist die Vereinbarung eines Widerrufsvorbehalts zulässig, soweit der im Gegenseitigkeitsverhältnis stehende widerrufliche Teil des Gesamtverdienstes unter 25 % liegt und der Tariflohn nicht unterschritten wird (Senat 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - AP TzBfG § 12 Nr. 4 = EzA TzBfG § 12 Nr. 2., auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen, zu B III 7 d der Gründe).
Maßgeblich ist nicht die subjektive Vorstellung einer Vertragspartei, sondern was die Parteien bei einer angemessenen Abwägung ihrer Interessen nach Treu und Glauben als redliche Vertragsparteien vereinbart hätten (Senat 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - AP TzBfG § 12 Nr. 4 = EzA TzBfG § 12 Nr. 2, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen; BAG 11. April 2006 - 9 AZR 610/05 -NZA 2006, 1042, zu A II 7 der Gründe).
Das bedeutet aber nicht, Arbeit auf Abruf sei nur unter dieser Voraussetzung zulässig (vgl. BAG 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 31, BAGE 116, 267) .
(BAG 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - BAGE 116, 267 = AP Nr. 4 zu § 12 TzBfG = DB 2006, 897).
Es ist daher prinzipiell möglich in einem Arbeitsvertrag eine davon abweichende Regelung zu treffen (BAG 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - BAGE 116, 267 = AP Nr. 4 zu § 12 TzBfG = DB 2006, 897).
Diese Bestimmung weist zwar die den Vertragsschluss begleitenden Umstände der Wirksamkeitsprüfung zu und steht damit ihrer Berücksichtigung bei der Auslegung entgegen (BAG, Urt. v. 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - Rn. 22).
a) das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 -,.
Die Regelung erstreckt sich auf immerhin drei Monate und beinhaltet weder ein Mindestarbeitsdeputat noch ein Höchstdeputat noch ein angemessenes Verhältnis von festen und variablen Arbeitsbedingungen (vgl. Senat 7. Dezember 2005 - 5 AZR 535/04 - BAGE 116, 267, 278 ff.).
LAG München, 02.04.2008 - 11 Sa 917/07
LAG Niedersachsen, 12.04.2011 - 13 Sa 1393/10
Konkludente Vereinbarung einer Mindestarbeitszeit im Abrufarbeitsverhältnis
LAG Rheinland-Pfalz, 18.04.2006 - 2 Sa 887/05
Schadensersatzanspruch des Arbeitnehmers: Ergänzung des Sachvortrags und …
LAG Rheinland-Pfalz, 24.06.2015 - 4 SaGa 2/15
Einstweilige Verfügung - Beschäftigungsanspruch
ArbG Dortmund, 05.09.2013 - 6 Ca 2906/13
Vergütung von Pausen unter dem Gesichtspunkt der betrieblichen Übung; Auslegung …