Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2070/81
Timestamp: 2019-07-20 16:55:38
Document Index: 227450863

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 839', '§ 839', 'Art. 34', '§ 839', '§ 839', '§ 839', '§ 839', 'Art. 34', '§ 823', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 31', 'Art. 14', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.01.1983 - III ZR 70/81 - dejure.org
https://dejure.org/1983,640
BGH, 27.01.1983 - III ZR 70/81 (https://dejure.org/1983,640)
BGH, Entscheidung vom 27.01.1983 - III ZR 70/81 (https://dejure.org/1983,640)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 (https://dejure.org/1983,640)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1983,640) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
DVBl 1983, 1055
Nach der Rechtsprechung des Senats kommt zwar außerdem, wenn ein Bachlauf - wie hier - verrohrt und in das gemeindliche Kanalsystem einbezogen ist, ein Schadensersatzanspruch nach § 823 Abs. 1 BGB wegen Verletzung der Gewässerunterhaltungspflicht in Betracht (Urteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 - LM Nr. 74 zu § 839 [Fe] BGB = DVBl. 1983, 1055, 1056 f.).
Nach dem derzeitigen Sach- und Streitstand lassen sich daher weder Amtshaftungsansprüche (§ 839 BGB, Art. 34 GG) noch Ansprüche aus enteignungsgleichem Eingriff (dazu etwa Senatsurteile vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 - LM BGB § 839 [Fe] Nr. 74 = DVBl. 1983, 1055, 1057 und vom 2. Februar 1984 - III ZR 13/83 - NJW 1985, 496 f.) bejahen.
An der notwendigen Unmittelbarkeit des Eingriffs läßt sich unter diesen Umständen ebensowenig zweifeln, ungeachtet dessen, daß es dazu erst aufgrund der starken Regenfälle vom 4. Juli 2000 kommen konnte (vgl. hierzu Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 - LM BGB § 839 [Fe] Nr. 74 = DVBl. 1983, 1055, 1057).
Auch wenn insoweit Fragen der Tatsachenaufklärung mit solchen der rechtlichen Beurteilung verknüpft sind, so mußte das Berufungsgericht dem unter weiterer Beweiserhebung nachgehen (vgl. dazu Senatsurteile vom 28. Januar 1982 - III ZR 111/80 = LM BGB § 839 [Fe] Nr. 66 = VersR 1982, 437 und vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 -).
Für Fehler bei dem Betrieb einer solchen Anlage haftet die Gemeinde nach Amtshaftungsgrundsätzen (Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 - m.w.Nachw.).
Die Parteien streiten darüber, ob und gegebenenfalls inwieweit eine Rückstausicherung im Hause des Klägers wirksam geworden ist (vgl. dazu Senatsurteil vom 30. September 1982 - III ZR 110/81 = VersR 1982, 1196 - NJW 1983, 622; auch Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 S. 19 m.w. Nachw.).
Dass danach bei Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen aus demselben Sachverhalt zugleich Ansprüche aus § 839 BGB, Art. 34 und aus § 823 Abs. 1 BGB (wegen Verletzung einer bestehenden Verkehrssicherungspflicht) hergeleitet werden können, ist nach der Rechtsprechung des BGH ( DVBl 1983, 1055 ff unter Hinweis auf Kreft in BGB-RGRK, 12. Aufl. § 839 Rn. 15 ) jedenfalls in Fallkonstellationen wie der hier zu beurteilenden unbedenklich.
Ansprüche aus (rechtmäßigem) enteignendem oder (rechtswidrigem) enteignungsgleichem Eingriff sind nach der Rechtsprechung des BGH (vgl. BGH NVwZ 2006, 1086; BGH DVBl 1983, 1055 ff, jeweils m.w.N. ) in Betracht zu ziehen, wenn von hoher Hand in eine als Eigentum geschützte Position eingegriffen wird, mithin eine (rechtmäßige oder rechtswidrige) hoheitliche Maßnahme bei einem Betroffenen unmittelbar eine Beeinträchtigung seines Eigentums herbeiführt, die er aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen hinnehmen muss, die aber die Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren übersteigt, weil ihm dadurch ein besonderes, anderen nicht zugemutetes (Sonder-) Opfer für die Allgemeinheit abverlangt wird.
In diesem Falle ließe sich die zu fordernde Unmittelbarkeit des Eingriffs nicht allein deshalb verneinen, weil der Schaden der Kläger auch nach deren Vortrag erst im Gefolge starker Regenfälle am Schadenstag eingetreten ist ( BGH DVBl 1983, 1055 ff ), der Schaden läge allein deshalb insbesondere nicht außerhalb der von hoher Hand geschaffenen und in der vorgenommenen, mit einem Rechen versehenen Verrohrung des T-Bachs selbst angelegten Gefahrenlage ( BGH NVwZ 2006, 1086 ).
Die im Interesse eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses bereits getroffenen Maßnahmen und -vorausschauenddie möglichen Auswirkungen weiterer Vorkehrungen sind ebenso zu bedenken wie die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß eines zu befürchtenden Schadens im Verhältnis zur Durchführbarkeit und den Kosten von (ggfs.: weiteren) Abwehrmaßnahmen ( BGH DVBl 1983, 1055 ff ).
Insbesondere ist eine Dimensionierung im Hinblick auch auf katastrophenartige Unwetter, wie sie erfahrungsgemäß nur in sehr großen Zeitabständen vorkommen, nicht erforderlich (Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 = DVBl 1983, 1055, 1058 [BGH 27.01.1983 - III ZR 70/81] m. w. Nachw.).
Dementsprechend hat der Senat im Urteil vom 27. Januar 1983 (aaO) die Auslegung einer Leitung auf einen nur einjährigen Berechnungsregen als unzureichend angesehen, sondern Kehrzeiten von drei, fünf, zehn oder gar fünfzehn Jahren in Erwägung gezogen.
Außerdem sind die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen, insbesondere das Höhenniveau des betroffenen Gebiets und die Wasserführung (Senatsurteil vom 27. Januar 1983 aaO).
Für Fehler bei der Planung, der Errichtung und dem Betrieb einer der Abwasserbeseitigung dienenden Kanalisationsanlage haftet die beklagte Stadt ebenso nach Amtshaftungsgrundsätzen wie für die Verletzung von Gewässerausbaupflichten, wie sie das Berufungsgericht hier als möglich in Betracht gezogen hat (vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 = LM BGB § 839 Fe Nr. 74 = DVBl. 1983, 1055, 1056;… zur Abgrenzung zwischen Gewässerunterhaltung und Gewässerausbau vgl. Gieseke/Wiedemann/Czychowski WHG 6. Aufl. § 31 Rn. 2, 9 ff).
Daß im übrigen die schadensanfällige Lage oder Beschaffenheit eines Grundstücks für einen Anspruch auf Ersatz von Überschwemmungsschäden von Bedeutung ist, hat der erkennende Senat wiederholt ausgesprochen (vgl. Senatsurteile vom 26. Februar 1976 - III ZR 183/73 = LM GG Art. 14 Cc Nr. 26 = WM 1976, 568, 569 und vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 = DVBl 1983, 1055, 1058) [BGH 27.01.1983 - III ZR 70/81].
Das Berufungsgericht hat einen Schadensersatzanspruch des Klägers wegen einer Verletzung des auf dem Anschluß seines Hausgrundstücks an die Kanalisation beruhenden öffentlich-rechtlichen Schuldverhältnisses (analog §§ 276, 278 BGB; vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 1983 - III ZR 70/81 = DVBl 1983, 1055, 1056 [BGH 27.01.1983 - III ZR 70/81] m. zahlr. w. Nachw.; ferner Senatsurteil vom 7. Juli 1983 - III ZR 119/82 = NJW 1984, 615, 617, insoweit in BGHZ 88, 85 nicht abgedruckt) zu Recht verneint.
Der Schaden hätte den Kläger vielmehr auch dann und nicht anders getroffen, wenn sein Haus nicht an das Kanalisationsnetz angeschlossen gewesen wäre (vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 1983 aaO).
Für Fehler bei der Planung, der Herstellung und dem Betrieb einer solchen Anlage hat die Gemeinde daher nach Amtshaftungsgrundsätzen einzustehen (Senatsurteil vom 27. Januar 1983 aaO).
BGH, 22.09.1988 - III ZR 158/87
OLG München, 18.09.2003 - 1 U 2138/03
Amtshaftungsanspruch wegen Hochwasserschäden aufgrund unzureichender …
BGH, 29.10.1987 - III ZR 234/86
LG Krefeld, 27.05.2002 - 2 O 4/01
Schadensersatzanspruch aus Amtshaftung und unerlaubter Handlung wegen der …
VG Frankfurt/Main, 10.05.2002 - 3 E 4616/99
Gebühr für Talsperrenüberwachung; Hochwasserschutz als kommunale Pflichtaufgabe