Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/revierjmeistprv
Timestamp: 2020-01-19 04:31:23
Document Index: 155637405

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 80', '§ 19', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', 'Art. 10']

Auf Grund des § 81 Abs. 4 und des § 80 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), die durch Artikel 53 Nr. 2 des Gesetzes vom 18. März 1975 (BGBl. I S. 705) geändert worden sind, wird nach Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung gemäß § 19 Nr. 1 des Berufsbildungsförderungsgesetzes vom 23. Dezember 1981 (BGBl. I S. 1692) im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft verordnet:
(1) Durch die Meisterprüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse hat, einen Jagdbetrieb selbständig zu führen, die dort vorkommenden Arbeiten meisterhaft auszuführen und Auszubildende ordnungsgemäß auszubilden.
(2) Die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung führt zum anerkannten Abschluss Revierjagdmeister/Revierjagdmeisterin.
eine Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf Revierjäger/Revierjägerin und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder
(1) Die Meisterprüfung umfasst einen praktischen Teil, einen fachtheoretischen Teil, einen wirtschaftlichen und rechtlichen Teil, sowie den Teil "Berufsausbildung und Mitarbeiterführung".
(2) Der Arbeitseinsatz umfaßt Planung und Durchführung von Arbeiten im Betrieb. Die Planung soll, soweit dies von der Art der jeweiligen Arbeit her möglich ist, vor der Durchführung schriftlich niedergelegt werden. Die Durchführung soll nicht länger als vier Stunden dauern.
(3) Im Arbeitseinsatz soll der Prüfungsteilnehmer Fertigkeiten in folgenden Prüfungsfächern nachweisen:
Schätzen eines Wildschadens, Maßnahmen zur Wildschadensverhütung,
Maßnahmen der Reviergestaltung und der Äsungsverbesserung,
Bauen und Instandhalten von jagdlichen Einrichtungen, Unfallverhütung,
Vorbereiten und Leiten von Jagden, jagdliches Schießen, Unfallverhütung,
Arbeiten mit einem Jagdhund.
Wildtierkunde und Wildernährung,
Jagdbewirtschaftung, Reviergestaltung, Umwelt,
Wildkrankheiten und ihre Bekämpfung sowie Wildbrethygiene,
Jagdwaffen, Jagdgeräte,
(2) Die Meisterprüfungsarbeit soll als schriftliche Hausarbeit erteilt werden. Für ihre Anfertigung wird ein Zeitraum von zwölf Wochen zur Verfügung gestellt. Bei der Aufgabenstellung sollen Vorschläge des Prüfungsteilnehmers berücksichtigt werden.
Prüfungsfach Wildtierkunde und Wildernährung:
Körperbau und -funktionen, Lebensweise und Biotopansprüche der heimischen Wildarten,
Altersbestimmung und Erkennungsmerkmale wichtiger Wildarten,
Nährstoffansprüche und Ernährung des Wildes,
Wildfutterbereitung, -beschaffung und -lagerung, Ergänzung der natürlichen Äsung,
wildlebende Tierarten, die dem Jagdrecht nicht unterliegen.
Prüfungsfach Jagdbewirtschaftung, Reviergestaltung, Umwelt:
Wildstandsbewirtschaftung, Abschußplanung,
Wildlebensräume und deren Gestaltung,
Einrichtungen in einem Jagdrevier, Unfallverhütung,
Wildschadensverhütung und -schätzung,
Aufzucht und Haltung von Wildarten in Gehegen, Tierschutz,
Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz,
Prüfungsfach Wildkrankheiten und ihre Bekämpfung sowie Wildbrethygiene:
Wildkrankheiten und ihre Verbreitung,
Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen bei Wildkrankheiten,
Beurteilen der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbrets,
Versorgen des verendeten Wildes unter Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen,
Gefährdung des Menschen durch Wildkrankheiten.
Prüfungsfach Jagdwaffen, Jagdgeräte:
Jagdwaffen, Munition, Unfallverhütung,
Ballistik und Schußwirkung,
Fallen und ihre Einsatzmöglichkeiten, Unfallverhütung.
Prüfungsfach Jagdhunde:
Arten und Rassen sowie deren jagdliche Eignung, Zucht,
Ernährung, Haltung und Pflege,
Krankheiten, ihre Erkennung und Behandlung,
Erziehen, Abrichten und Führen der Jagdhunde,
Hundeprüfungswesen.
Prüfungsfach Wirtschaftslehre:
Grundlagen und Bedingungen der Jagdbewirtschaftung,
Betriebsorganisation, Betriebskosten, Finanzierung,
Grundlagen und Kostenfaktoren der land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Produktion,
Grundkenntnisse der Agrar- und Jagdpolitik.
Buchführung im Jagdbetrieb,
Kostenrechnung, Betriebserfolg,
Prüfungsfach Rechts- und Sozialwesen:
für die Jagd bedeutsame Vorschriften des bürgerlichen und öffentlichen Rechts, insbesondere des Bürgerlichen Gesetzbuches, des Straf-, Strafprozeß-, Ordnungswidrigkeiten-, Waffen-, Sicherheits-, Forst-, Naturschutz-, Landschaftspflege-, Umweltschutz-, Fleischbeschau-, Tierschutz-, Viehseuchen- und Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsrechts,
Arbeitsrecht, soweit es nicht nach § 6 Absatz 12 geprüft wird, insbesondere Arbeitsvertrags- und Tarifvertragsrecht, Betriebsverfassungsrecht, Arbeitszeit- und Urlaubsrecht, Kündigungsschutz- und Arbeitsschutzrecht, Unfallverhütungsvorschriften,
Privatversicherung: Lebens-, Sach-, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung,
Grundsteuer, Umsatzsteuer, Einkommensteuer einschließlich Lohnsteuer.
§ 6 im Teil "Berufsausbildung und Mitarbeiterführung"
(1) Die vier Prüfungsteile sind gesondert zu bewerten. Für den praktischen, den fachtheoretischen sowie den wirtschaftlichen und rechtlichen Teil ist das arithmetische Mittel aus der Bewertung für die einzelnen Prüfungsfächer zu bilden; dabei ist im fachtheoretischen Teil die Bewertung der Meisterprüfungsarbeit einzubeziehen. Sind in einem Prüfungsfach schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen erbracht worden, so ist aus den Bewertungen für diese Leistungen das arithmetische Mittel zu bilden; schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen haben das gleiche Gewicht. Für den Teil „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ ist eine Note als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen der Leistungen in den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 und 11 im Abschnitt Berufsausbildung sowie der Leistung in der Prüfung nach § 6 Absatz 12 im Abschnitt Mitarbeiterführung zu bilden, dabei ist die Note für den Abschnitt Berufsausbildung mit 60 Prozent und die Note für den Abschnitt Mitarbeiterführung mit 40 Prozent zu gewichten. Die Note für den Abschnitt Berufsausbildung ist als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen der Leistungen in der Prüfung nach § 6 Absatz 10 und in der Prüfung nach § 6 Absatz 11 zu bilden; dabei hat die Note in der Prüfung nach § 6 Absatz 10 das doppelte Gewicht. Das Ergebnis der Bewertungen ist in den Prüfungsteilen, den Prüfungsfächern, der Meisterprüfungsarbeit sowie in den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 bis 12 in Noten auszuweisen.
(3) Die Prüfung nach § 6 Absatz 11 ist durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Die Ergänzungsprüfung soll nicht länger als 30 Minuten dauern. Bei der Ermittlung des Ergebnisses ist die bisherige Note der Prüfung und die Note der Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 10 V v. 21.5.2014 I 548
1983, 3: BGBl I