Source: https://www.baden.ch/de/leben-wohnen/mobilitaet/energie/bau-und-energie.html/721
Timestamp: 2017-12-11 21:03:57
Document Index: 139789534

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 32', '§ 49', '§ 49', '§ 83', 'Art. 18', '§ 7', '§9', '§ 10', '§ 11', '§ 15', '§ 16', '§ 176']

Bau und Energie Stadt Baden
Energiesparendes Bauen reduziert über einen langen Zeitraum die Energiekosten und entlastet die Umwelt.
Planen Sie einen Neubau oder steht bei Ihnen die Sanierung oder der Umbau einer Liegenschaft an? Stellen Sie die Weichen für gute Bauqualität und einen umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Betrieb frühzeitig. Kostenoptimierte Lösungen insbesondere bei Sanierungen bedingen eine rechtzeitige Planung und aufeinander abgestimmte Massnahmen. Lassen Sie sich von Energieexperten beraten und nutzen Sie die Erkenntnisse um Ihr Projekt für die Zukunft fit zu machen.
Energetische Abklärungen vor dem Bauprojekt
Vor der Konkretisierung eines Projektes, sollten einige Abklärungen gemacht werden.
Wärmeversorgung: Für die Wärmeversorgung sollten lokale Energieträger wie Erdwärme, Sonne oder auch Holz eingesetzt werden. Die Energierichtplankarte zeigt Ihnen die lokalen Potenziale auf. Achten Sie auf die energetischen Vorschriften in der BNO (Bau und Nutzungsordnung) der Stadt Baden und die Vorgaben das Kantons Aargau Energiegesetz des Kantons Aargau (EnergieG) und Energiesparverordnung des Kantons Aargau (ESpaV).
Gebäudehülle: Türen, Fenster und die Wärmedämmung haben eine sehr lange Lebensdauer. Es lohnt sich über das gesetzlich verlangte Minimum hinauszugehen, um danach für Jahrzehnte von tieferen Energiekosten und höherem Wohnkomfort zu profitieren. Ein wichtiges Thema ist auch der sommerliche Hitzeschutz. Mit der Wahl geeigneter Dämmmaterialen bleibt das Raumklima auch an heissen Sommertagen im angenehmen Bereich.
Gebäudelabel: Gebäudelabel wie Minergie, Minergie-A oder Minergie-P weisen qualitativ hochwertige Gebäude aus und erhöhen den Wert Ihrer Liegenschaft.
Eigenstromproduktion: Ob sich Ihr Gebäudestandort für die Eigenstromproduktion eignet, können Sie im Solarkataster nachschauen. Ungefähre Kennzahlen können für jede Dachfläche per Mausklick abgefragt werden. Auch wenn Sie noch nicht den Bau einer Anlage planen, sollten Sie die Vorbereitungen dazu treffen (z.B. Steigzone vorsehen).
Überprüfen Sie das Energieerzeugungspotenzials Ihres Daches. Wählen Sie auf der Karte Ihre Liegenschaft aus und klicken Sie diese an.
Gemäss Art. 18a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung RPG, SR 700 bedürfen in Bau- und in Landwirtschaftszonen auf Dächern genügend angepasste Solaranlagen keiner Baubewilligung. Solche Vorhaben sind aber der Abteilung Planung und Bau mittels kantonalem Formular Solaranlage zu melden.
Als genügend angepasst im Sinne des Raumplanungsgesetzes gelten Solaranlagen, wenn sie (kumulativ; Art. 32a der Raumplanungsverordnung RPV, Raumplanungsverordnung):
nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt werden; und
Gemäss § 49a BauV gilt zusätzlich: Solaranlagen auf Gebäuden in Industrie-, Arbeits- und Gewerbezonen sind baubewilligungsfrei, auch wenn sie die Dachfläche im rechten Winkel um mehr als 20 cm überragen (Abs. 1). Weiter dürfen baubewilligungsfreie Solaranlagen ausgeführt werden, wenn die Behörde innert 30 Tagen nach Eingang der Meldung keine Einwände erhebt.
Achtung: Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung sowie auf Objekten in den Altstadtzonen, im Kernbereich Bäderzone, der Dorf- und Villenzone sowie in den Ensembleschutzzonen und an Baudenkmälern bedürfen stets einer Baubewilligung (§ 49a Abs. 2 BauV; § 83 Abs. 2 Bau- und Nutzungsordnung [pdf, 238.26 KB]. Die Anlagen dürfen solche Zonen oder Denkmäler nicht wesentlich beeinträchtigen (Art. 18a Abs. 3 RPG). Mit dem Baugesuch ist auch die Meldepflicht erfüllt.
Für detailliertere Abklärungen zur Solarenergie (Solarthermie oder Photovoltaik) wenden Sie sich an die Energiefachstelle Baden, Tel. +41 56 200 22 89 oder efs@regionalwerke.ch.
Energetische Nachweise für Baugesuche
Seit dem 1. März 2009 ist im Kanton Aargau die «Verordnung zu den Energiesparvorschriften des Energiegesetzes (Energiesparverordnung, ESpaV)» in Kraft. Einige Punkte sind für das Erstellen von energetischen Nachweisen (kurz EN) und bei der Bauausführung besonders zu beachten:
§ 7 ESpaV: Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Bauten richten sich nach der Norm SIA 380/1, Ausgabe 2009.
Die Klimastation für Baden ist Buchs-Aarau.
Der Nachweis energetischer Massnahmen bei Neu- und Umbauten kann mit den entsprechenden Grenzwerten als Systemnachweis oder Einzelbauteilnachweis nachgewiesen werden.
Der Dämmperimeter ist auf den Planunterlagen genau einzuzeichnen.
Bauteile müssen auf den Planunterlagen genau bezeichnet und abgegrenzt werden.
Legen Sie die Bauteilliste mit U-Wert Angaben und Berechnungsgrundlagen bei.
Wärmebrücken sind je nach Bauteilqualität zu berücksichtigen.
Füllen Sie die EN Formulare komplett aus und unterschreiben Sie sie.
Erleichterungen von den Anforderungen sind gemäss §9 ESpaV zu begründen.
ESpaV § 10: Neue Bauten oder Erweiterungen mit einer EBF > 50m² müssen so erstellt werden, dass höchstens 80% des zulässigen Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese Anforderung kann durch die fachgerechte Ausführung einer Standardlösung nach ESpaV Anhang 9 erfüllt werden.
ESpaV § 11: Elektrizität zu Heizzwecken wird doppelt gewichtet.
ESpaV § 15: Wärmepumpen sind so auszulegen, dass elektrische Widerstandsheizungen zur Deckung der Norm-Heizlast nur bei Unterschreitung der Norm-Aussentemperatur zum Einsatz kommen.
ESpaV § 16: In Neubauten und bei Heizungskomplettsanierungen sind reine Elektroboiler nicht zugelassen.
ESpaV § 176: In beheizten Räumen sind Einrichtungen zu installieren, die es ermöglichen, die Raumlufttemperatur einzeln einzustellen und selbsttätig zu regeln. Ausgenommen sind Räume, die überwiegend mittels träger Flächenheizungen mit einer Vorlauftemperatur von höchstens 30 °C beheizt werden.
Allgemein: Der Nachweis muss für die Kontrollstelle nachvollziehbar sein!
Links zu den Vollzugshilfen und Formularen des Kantons Aargau
Beiträge an Ihr Bauvorhaben
Modernisierungsprozess: Sie haben die Möglichkeit Ihren energetischen Modernisierungsprozess von einer Energiefachperson begleiten zu lassen. Die Stadt Baden übernimmt Beratungskosten bis zu einer Höhe von CHF 3 000, abzüglich eines Selbstkostenbeitrags von CHF 100.
Wechsel in Wärmeverbund: Der Wechsel von einer Individualheizung in einen im Energierichtplan gekennzeichneten erneuerbaren Wärmeverbund wird mit CHF 3 000 unterstützt.
Erneuerbare Energieträger Gemeinschaftsheizung: Die Stadt Baden unterstützt die Umstellung von Gemeinschaftsheizungen von fossilen auf erneuerbare Energieträger mit CHF 5 000.
Beachten Sie die Bestimmungen der Energieverordnung. Nutzen Sie für die Beantragung der Beiträge das Gesuchsformular [pdf, 79.06 KB]. Weitere einzureichende Unterlagen sind auf dem Gesuchsformular vermerkt.