Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=846
Timestamp: 2019-03-19 19:51:11
Document Index: 296336336

Matched Legal Cases: ['§ 2066', '§ 2067', '§ 2066', '§ 2067', '§ 2068', '§ 2069']

nen. Wo lülchgras wächset, oder klee, schar-
lachfarbe lychnis, spergel, schnecken klee, allda
hat man sich eines wolschmeckenden fleisches zuge-
Die policei lässet sträucher und häcken, auch
weiden pflanzen, damit das gras auf der weide
nebst dem vihe den gar nüzlichen schatten er-
ob die adeli-
chen, auch
andre einen
eigenen hir-
ten halten
Den adelichen wird einen eigenen vih-hirten zu
halten nachgelassen. Wer dreie hufen länderei
besizet, mag dergleichen tun. Erhebet bei einer
gemeine iemand den vihzehnten; so hält diser das
fassel-vih zur belegung des mutter-vihes. Sonst
fället die last von jenem auf die gemeine, und
wird entweder aus den gemeinde-einkünften, oder
reihe- um, oder durch einen gemeinschaftlichen bei-
trag angeschaffet und unterhalten.
wie der trift
und hute
eintrag be-
Es kan der trift und hute allerhand eintrag be-
schehen und zwar durch zäune, gräben, sand-lei-
men-kalk-gruben, steinbrüche, teiche, ungezi-
mendes sömmern, und allzulanges stehen lassen
der früchte, oder der frucht haufen, bauen, uner-
laubtes vortreiben etc. Derohalben disem übel
durch die landes-gesäze, statuten, dorf-ordnun-
gen, recesse, erb- und trift-register, hutbrife etc.
vorgebeuget werden kan.
ten aufhö-
ren und ver-
loren gehen
Gleichwie die dinstbarkeiten überhaubt auf un-
terschidliche arten aufgehoben werden, auch erlö-
schen können, z. e. durch verjärung, erlassung,
beständige vereinbarung der güter und verstrei-
chung der zeit, auf welche selbige bestimmet, so
wohl zugestanden worden etc. also kan es sich auch
nen. Wo luͤlchgras waͤchſet, oder klee, ſchar-
lachfarbe lychnis, ſpergel, ſchnecken klee, allda
hat man ſich eines wolſchmeckenden fleiſches zuge-
ſchatten.
Die policei laͤſſet ſtraͤucher und haͤcken, auch
nebſt dem vihe den gar nuͤzlichen ſchatten er-
halten nachgelaſſen. Wer dreie hufen laͤnderei
beſizet, mag dergleichen tun. Erhebet bei einer
gemeine iemand den vihzehnten; ſo haͤlt diſer das
faſſel-vih zur belegung des mutter-vihes. Sonſt
faͤllet die laſt von jenem auf die gemeine, und
wird entweder aus den gemeinde-einkuͤnften, oder
reihe- um, oder durch einen gemeinſchaftlichen bei-
trag angeſchaffet und unterhalten.
ſchehen und zwar durch zaͤune, graͤben, ſand-lei-
men-kalk-gruben, ſteinbruͤche, teiche, ungezi-
mendes ſoͤmmern, und allzulanges ſtehen laſſen
der fruͤchte, oder der frucht haufen, bauen, uner-
laubtes vortreiben ꝛc. Derohalben diſem uͤbel
durch die landes-geſaͤze, ſtatuten, dorf-ordnun-
gen, receſſe, erb- und trift-regiſter, hutbrife ꝛc.
ten aufhoͤ-
Gleichwie die dinſtbarkeiten uͤberhaubt auf un-
terſchidliche arten aufgehoben werden, auch erloͤ-
ſchen koͤnnen, z. e. durch verjaͤrung, erlaſſung,
beſtaͤndige vereinbarung der guͤter und verſtrei-
chung der zeit, auf welche ſelbige beſtimmet, ſo
wohl zugeſtanden worden ꝛc. alſo kan es ſich auch
<p><pb facs="#f0846" n="834"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">L</hi> haubt&#x017F;tu&#x0364;ck von den</hi></fw><lb/>
nen. Wo lu&#x0364;lchgras wa&#x0364;ch&#x017F;et, oder klee, &#x017F;char-<lb/>
lachfarbe lychnis, &#x017F;pergel, &#x017F;chnecken klee, allda<lb/>
hat man &#x017F;ich eines wol&#x017F;chmeckenden flei&#x017F;ches zuge-<lb/>
wa&#x0364;rtigen.</p>
<head>§ 2066</head><lb/>
<note place="left">die trift<lb/>
und weide<lb/>
&#x017F;chatten.</note>
<p>Die policei la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et &#x017F;tra&#x0364;ucher und ha&#x0364;cken, auch<lb/>
weiden pflanzen, damit das gras auf der weide<lb/>
neb&#x017F;t dem vihe den gar nu&#x0364;zlichen &#x017F;chatten er-<lb/>
lange.</p>
<head>§ 2067</head><lb/>
<note place="left">ob die adeli-<lb/>
chen, auch<lb/>
andre einen<lb/>
eigenen hir-<lb/>
ten halten<lb/>
<p>Den adelichen wird einen eigenen vih-hirten zu<lb/>
halten nachgela&#x017F;&#x017F;en. Wer dreie hufen la&#x0364;nderei<lb/>
be&#x017F;izet, mag dergleichen tun. Erhebet bei einer<lb/>
gemeine iemand den vihzehnten; &#x017F;o ha&#x0364;lt di&#x017F;er das<lb/>
fa&#x017F;&#x017F;el-vih zur belegung des mutter-vihes. Son&#x017F;t<lb/>
fa&#x0364;llet die la&#x017F;t von jenem auf die gemeine, und<lb/>
wird entweder aus den gemeinde-einku&#x0364;nften, oder<lb/>
reihe- um, oder durch einen gemein&#x017F;chaftlichen bei-<lb/>
trag ange&#x017F;chaffet und unterhalten.</p>
<note place="left">wie der trift<lb/>
und hute<lb/>
eintrag be-<lb/>
&#x017F;chehen kan?</note>
<p>Es kan der trift und hute allerhand eintrag be-<lb/>
&#x017F;chehen und zwar durch za&#x0364;une, gra&#x0364;ben, &#x017F;and-lei-<lb/>
men-kalk-gruben, &#x017F;teinbru&#x0364;che, teiche, ungezi-<lb/>
mendes &#x017F;o&#x0364;mmern, und allzulanges &#x017F;tehen la&#x017F;&#x017F;en<lb/>
der fru&#x0364;chte, oder der frucht haufen, bauen, uner-<lb/>
laubtes vortreiben &#xA75B;c. Derohalben di&#x017F;em u&#x0364;bel<lb/>
durch die landes-ge&#x017F;a&#x0364;ze, &#x017F;tatuten, dorf-ordnun-<lb/>
gen, rece&#x017F;&#x017F;e, erb- und trift-regi&#x017F;ter, hutbrife &#xA75B;c.<lb/>
vorgebeuget werden kan.</p>
ten aufho&#x0364;-<lb/>
ren und ver-<lb/>
loren gehen<lb/>
<p>Gleichwie die din&#x017F;tbarkeiten u&#x0364;berhaubt auf un-<lb/>
ter&#x017F;chidliche arten aufgehoben werden, auch erlo&#x0364;-<lb/>
&#x017F;chen ko&#x0364;nnen, z. e. durch verja&#x0364;rung, erla&#x017F;&#x017F;ung,<lb/>
be&#x017F;ta&#x0364;ndige vereinbarung der gu&#x0364;ter und ver&#x017F;trei-<lb/>
chung der zeit, auf welche &#x017F;elbige be&#x017F;timmet, &#x017F;o<lb/>
wohl zuge&#x017F;tanden worden &#xA75B;c. al&#x017F;o kan es &#x017F;ich auch<lb/>
[834/0846] L haubtſtuͤck von den nen. Wo luͤlchgras waͤchſet, oder klee, ſchar- lachfarbe lychnis, ſpergel, ſchnecken klee, allda hat man ſich eines wolſchmeckenden fleiſches zuge- waͤrtigen. § 2066 Die policei laͤſſet ſtraͤucher und haͤcken, auch weiden pflanzen, damit das gras auf der weide nebſt dem vihe den gar nuͤzlichen ſchatten er- lange. § 2067 Den adelichen wird einen eigenen vih-hirten zu halten nachgelaſſen. Wer dreie hufen laͤnderei beſizet, mag dergleichen tun. Erhebet bei einer gemeine iemand den vihzehnten; ſo haͤlt diſer das faſſel-vih zur belegung des mutter-vihes. Sonſt faͤllet die laſt von jenem auf die gemeine, und wird entweder aus den gemeinde-einkuͤnften, oder reihe- um, oder durch einen gemeinſchaftlichen bei- trag angeſchaffet und unterhalten. § 2068 Es kan der trift und hute allerhand eintrag be- ſchehen und zwar durch zaͤune, graͤben, ſand-lei- men-kalk-gruben, ſteinbruͤche, teiche, ungezi- mendes ſoͤmmern, und allzulanges ſtehen laſſen der fruͤchte, oder der frucht haufen, bauen, uner- laubtes vortreiben ꝛc. Derohalben diſem uͤbel durch die landes-geſaͤze, ſtatuten, dorf-ordnun- gen, receſſe, erb- und trift-regiſter, hutbrife ꝛc. vorgebeuget werden kan. § 2069 Gleichwie die dinſtbarkeiten uͤberhaubt auf un- terſchidliche arten aufgehoben werden, auch erloͤ- ſchen koͤnnen, z. e. durch verjaͤrung, erlaſſung, beſtaͤndige vereinbarung der guͤter und verſtrei- chung der zeit, auf welche ſelbige beſtimmet, ſo wohl zugeſtanden worden ꝛc. alſo kan es ſich auch ins-
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/846
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 834. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/846>, abgerufen am 19.03.2019.