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Timestamp: 2019-12-09 21:24:56
Document Index: 212901310

Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 611', '§ 1', '§ 8', '§ 8', 'Art. 9', '§ 8', '§ 611']

Aktenzeichen: 5 AZR 250/18
ECLI: ECLI:DE:BAG:2019:170419.U.5AZR250.18.0
Normen: § 611a Abs 1 BGB, § 611 Abs 1 BGB, § 1 TVG
Zitiervorschlag: BAG, Urteil vom 17. April 2019 – 5 AZR 250/18 –, juris
Mit § 8 Abs. 2 S. 2 Tarifvertrag Rettungsdienst Landkreis Oder-Spree aus dem Jahr 2012 (TV RD LOS), wonach der regelmäßige durchschnittliche Anteil der "aktiven Arbeitszeitauslastung" - also der Vollarbeit - 40 % nicht überschreiten darf, legen die Tarifvertragsparteien nicht nur das höchstzulässige Verhältnis von Vollarbeit und Bereitschaft fest. Zugleich wird der Bereitschaftsdienst faktorisiert: Wenn innerhalb der Höchstgrenze von 48 Wochenstunden nur 40 %, das sind 19,2 Stunden, Vollarbeit sein dürfen, müssen (48 abzüglich 19,2 =) 28,8 Wochenstunden Bereitschaft sein. Damit werden letztere wie (40 abzüglich 19,2 =) 20,8 Wochenstunden Vollarbeit vergütet und - bezogen auf die Vergütung - eine Stunde Bereitschaftsdienst wie 0,72 Stunde Vollarbeit bewertet. § 8 Abs. 2 Satz 2 TV RD LOS enthält somit eine gesonderte Vergütungsregelung für Bereitschaftszeiten. Diese ist angesichts der von Art. 9 Abs. 3 GG geschützten Tarifautonomie und des damit verbundenen weiten Gestaltungsspielraums der Tarifvertragsparteien nicht zu beanstanden. Ein solches Verständnis von § 8 Abs. 2 S. 2 TV RD LOS entspricht auch dem übereinstimmenden Willen der Tarifvertragsparteien.(Rn.23)
ZTR 2019, 502-505 (red. Leitsatz und Gründe)
AP Nr 58 zu § 611 BGB Arbeitszeit (red. Leitsatz und Gründe)
BB 2019, 1843 (red. Leitsatz)
EzA-SD 2019, Nr 17, 16 (red. Leitsatz)
ArbR 2019, 417 (red. Leitsatz, Kurzwiedergabe)
FA 2019, 306 (red. Leitsatz)
vorgehend ArbG Frankfurt (Oder), 16. Juni 2017, Az: 6 Ca 654/16, Urteil
vorgehend LArbG Berlin-Brandenburg, 1. März 2018, Az: 21 Sa 1034/17, Urteil
Jobst-Hubertus Bauer, ArbR 2019, 417 (Anmerkung)