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Timestamp: 2020-07-13 19:11:56
Document Index: 269748672

Matched Legal Cases: ['§ 24', 'Art. 21', 'Art. 3', 'Art. 93', '§ 13', '§ 63', '§ 64', 'Art. 21', 'Art. 3', 'Art. 21', '§ 2', 'Art. 93', 'Art. 21', 'Art. 3', 'Art. 38', 'Art. 21', '§ 64', 'Art. 21', 'Art. 21', '§ 50', '§ 47', '§ 50', '§ 47', '§ 51', '§ 50', '§ 47', '§ 64', '§ 50', '§ 47', '§ 50', '§ 47', '§ 64', 'Art. 21', '§ 47', '§ 64', 'Art.20', '§ 50', '§ 47', 'Art. 21', '§ 47', '§ 50', '§ 50', '§ 52', '§ 52', '§ 53', '§ 25', '§ 31', '§ 53', 'Art. 38', '§ 53', '§ 50', '§ 96', '§ 64', '§ 12', '§ 64', '§ 12', 'Art. 38', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 34', '§ 5', '§ 6', '§ 12', '§ 31', 'Art. 114', 'Art. 38', 'Art. 21', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 12', '§ 47', '§ 50', '§ 12', '§ 64', '§ 53', '§ 356', '§ 24']

Staatliche Parteienfinanzierung - und die Organklage einer zu kurz gekommenen Partei | Rechtslupe
Staatliche Parteienfinanzierung - und die Organklage einer zu kurz gekommenen Partei
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Organ­kla­ge der Öko­lo­gisch-Demo­kra­ti­schen Par­tei (ÖDP) gegen den Deut­schen Bun­des­tag als unzu­läs­sig ver­wor­fen (§ 24 BVerfGG).
Die ÖDP hält die Mit­tel­zu­wei­sung an Frak­tio­nen und poli­ti­sche Stif­tun­gen sowie für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter im Haus­halt 2012 für eine ver­schlei­er­te Finan­zie­rung der im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en und sieht sich in ihrem Recht auf Chan­cen­gleich­heit im poli­ti­schen Wett­be­werb ver­letzt. Der Antrag ist bereits ver­fris­tet, soweit er sich gegen eine seit den 1990er Jah­ren unver­än­der­te Rechts­la­ge rich­tet. Im Übri­gen reicht der Vor­trag der ÖDP, die sich bereits gegen die Bewil­li­gung der Mit­tel im Bun­des­haus­halt wen­det, nicht aus: Zwar kann das Recht auf Chan­cen­gleich­heit durch die Zuwei­sung staat­li­cher Finanz­mit­tel betrof­fen sein. Wer­den sie jedoch – wie hier – nicht an die Par­tei­en, son­dern an Drit­te gezahlt, hät­te dar­ge­legt wer­den müs­sen, dass der Bun­des­tag als Haus­halts­ge­setz­ge­ber bereits durch die Bewil­li­gung einer miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung der Mit­tel Vor­schub geleis­tet hat.
Der Organ­streit­an­trag der ÖDP
Organ­streit­ver­fah­ren als kon­tra­dik­to­ri­sches Ver­fah­ren
Kei­ne Rechts­ver­let­zung der ÖDP
Chan­cen­gleich­heit der Par­tei­en
Miß­bräuch­li­che Ver­wen­dung von Frak­ti­ons­zu­schüs­sen
Finan­zie­rung von Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­tern
Bewil­li­gungs- und Kon­troll­ver­fah­ren
Der Organ­streit­an­trag der ÖDP[↑]
Die 1981 gegrün­de­te Öko­lo­gisch-Demo­kra­ti­sche Par­tei (ÖDP) wen­det sich gegen die Zuwei­sung von Finanz­mit­teln im Bun­des­haus­halt des Jah­res 2012 an die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges in Höhe von 80, 835 Mio. €, an die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern in Höhe von 151, 823 Mio. € sowie an die par­tei­na­hen Stif­tun­gen in Höhe von 97, 958 Mio. €. Dane­ben rügt sie das Feh­len eines Bewil­li­gungs- und Kon­troll­ver­fah­rens, das einen mög­li­chen Miss­brauch der staat­li­chen Zuschüs­se durch die Mit­tel­emp­fän­ger ver­hin­dern soll. Hier­durch sieht sie den Grund­satz der Chan­cen­gleich­heit zum Nach­teil der nicht im Deut­schen Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en (Art. 21 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG) ver­letzt.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­warf die Anträ­ge im Organ­streit­ver­fah­ren als unzu­läs­sig:
Organ­streit­ver­fah­ren als kon­tra­dik­to­ri­sches Ver­fah­ren[↑]
Gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 13 Nr. 5, §§ 63 ff. BVerfGG ent­schei­det das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über die Aus­le­gung des Grund­ge­set­zes aus Anlass von Strei­tig­kei­ten über den Umfang der Rech­te und Pflich­ten eines obers­ten Bun­des­or­gans oder ande­rer Betei­lig­ter, die durch die­ses Grund­ge­setz oder in der Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet sind.
Dar­über hin­aus muss der Antrag gemäß § 64 Abs. 3 BVerfGG bin­nen sechs Mona­ten gestellt wer­den, nach­dem die bean­stan­de­te Maß­nah­me oder Unter­las­sung dem Antrag­stel­ler bekannt gewor­den ist. Mit die­ser Aus­schluss­frist sol­len im Organ­streit­ver­fah­ren angreif­ba­re Rechts­ver­let­zun­gen nach einer bestimm­ten Zeit im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit außer Streit gestellt wer­den [5]. Rich­tet sich der Antrag gegen den Erlass eines Geset­zes, beginnt die Sechs-Monats-Frist mit der Ver­kün­dung des Geset­zes zu lau­fen [6]. Rich­tet sich das Organ­streit­ver­fah­ren gegen ein (auch fort­dau­ern­des) Unter­las­sen des Antrags­geg­ners, wird die Frist spä­tes­tens dadurch in Lauf gesetzt, dass sich der Antrags­geg­ner erkenn­bar ein­deu­tig wei­gert, in der Wei­se tätig zu wer­den, die der Antrag­stel­ler zur Wah­rung der Rech­te aus sei­nem ver­fas­sungs­recht­li­chen Sta­tus für erfor­der­lich hält [7].
Kei­ne Rechts­ver­let­zung der ÖDP[↑]
Die­sen Maß­stä­ben genü­gen die vor­lie­gend gestell­ten Anträ­ge nicht. Die ÖDP ver­mag die von ihr behaup­te­te Ver­let­zung ihres Rechts auf Chan­cen­gleich­heit im poli­ti­schen Wett­be­werb aus Art. 21 Abs. 1 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG weder im Hin­blick auf den Antrag zu 1. – Bewil­li­gung von öffent­li­chen Mit­teln für die Frak­tio­nen des Deut­schen Bun­des­ta­ges), die per­sön­li­chen Mit­ar­bei­ter von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten sowie die par­tei­na­hen Stif­tun­gen – noch im Hin­blick auf den Antrag zu 2. – Ent­schei­dungs­ver­fah­ren und Kon­trol­le der Mit­tel­ver­wen­dung – in einer den Zuläs­sig­keits­vor­aus­set­zun­gen des Organ­streits Rech­nung tra­gen­den Wei­se dar­zu­le­gen.
Die ÖDP ist als poli­ti­sche Par­tei gemäß Art. 21 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 2 Abs. 1 PartG ande­re Betei­lig­te im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG. Als sol­che ist sie berech­tigt, im Wege des Organ­streits die­je­ni­gen Rech­te gel­tend zu machen, die sich aus dem beson­de­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Sta­tus einer poli­ti­schen Par­tei erge­ben [8]. Dazu zählt auch das hier gel­tend gemach­te Recht auf Chan­cen­gleich­heit im poli­ti­schen Wett­be­werb gemäß Art. 21 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG [9].
Die Gewähr­leis­tung glei­cher Chan­cen im Wett­be­werb um Wäh­ler­stim­men ist ein unab­ding­ba­res Ele­ment des vom Grund­ge­setz gewoll­ten frei­en und offe­nen Pro­zes­ses der Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung des Vol­kes. Damit die Wahl­ent­schei­dung in vol­ler Frei­heit gefällt wer­den kann, ist es uner­läss­lich, dass die Par­tei­en, soweit irgend mög­lich, gleich­be­rech­tigt am poli­ti­schen Wett­be­werb teil­neh­men [10].
Das Recht der poli­ti­schen Par­tei­en auf Chan­cen­gleich­heit steht in engem Zusam­men­hang mit den Grund­sät­zen der All­ge­mein­heit und Gleich­heit der Wahl (Art. 38 Abs. 1 Satz 1 GG), die ihre Prä­gung durch das Demo­kra­tie­prin­zip erfah­ren. Aus die­sem Grund ist es – eben­so wie die durch die Grund­sät­ze der All­ge­mein­heit und Gleich­heit der Wahl ver­bürg­te glei­che Behand­lung der Wäh­ler – streng for­mal zu ver­ste­hen [11]. Das Recht der Par­tei­en auf Chan­cen­gleich­heit zieht so dem Ermes­sen des Gesetz­ge­bers beson­ders enge Gren­zen [12]. Es ent­hält ein grund­sätz­li­ches Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­bot, des­sen Durch­bre­chung nur durch einen zwin­gen­den Grund zu recht­fer­ti­gen ist. Der Staat darf vor allem die vor­ge­fun­de­ne Wett­be­werbs­la­ge nicht ver­fäl­schen [13]. Denn der im Mehr­par­tei­en­sys­tem ange­leg­te poli­ti­sche Wett­be­werb soll Unter­schie­de her­vor­brin­gen – je nach Zuspruch der Bür­ger. Die­sen darf die öffent­li­che Gewalt nicht igno­rie­ren oder gar kon­ter­ka­rie­ren [14].
Das Recht der poli­ti­schen Par­tei­en auf Chan­cen­gleich­heit kann durch die Zuwei­sung staat­li­cher Finanz­mit­tel betrof­fen sein:
Erfolgt die Zuwei­sung öffent­li­cher Mit­tel unmit­tel­bar an poli­ti­sche Par­tei­en, wirkt sich dies in jedem Fall auf ihre Mög­lich­keit zur Teil­nah­me am poli­ti­schen Wett­be­werb aus. Unge­ach­tet der sich aus der Struk­tur der Par­tei­en als kon­kur­rie­ren­der, aus eige­ner Kraft wir­ken­der; und vom Staat unab­hän­gi­ger Grup­pie­run­gen erge­ben­den Gren­zen staat­li­cher Par­tei­en­fi­nan­zie­rung [15] sind in die­sen Fäl­len die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen des for­ma­li­sier­ten Gleich­heits­sat­zes strikt zu beach­ten [16].
Erfolgt die Ver­ga­be öffent­li­cher Finanz­mit­tel an Drit­te, kann – auch wenn der vor­ge­se­he­ne Ver­wen­dungs­zweck die­ser Mit­tel poli­ti­sche Bezü­ge auf­weist – nicht ohne wei­te­res davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass durch die Zuwei­sung der Mit­tel in das Recht der poli­ti­schen Par­tei­en auf Chan­cen­gleich­heit ein­ge­grif­fen wird. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn die Mit­tel Insti­tu­tio­nen zuge­wen­det wer­den, die von den Par­tei­en recht­lich und tat­säch­lich unab­hän­gig sind, ihre Auf­ga­ben selbst­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­lich wahr­neh­men und auch in der Pra­xis die gebo­te­ne Distanz zu den jewei­li­gen Par­tei­en wah­ren [17]. In die­sen Fäl­len hat der Antrag­stel­ler im Organ­streit dar­zu­le­gen, dass die Zuwei­sung der staat­li­chen Mit­tel zu einem Ein­griff in sein Recht auf Chan­cen­gleich­heit aus Art. 21 Abs. 1 GG führt.
Beruht die Zuwei­sung der Mit­tel auf einer gesetz­li­chen Grund­la­ge, hat der Antrag­stel­ler sich inner­halb der Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG hier­mit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ansons­ten kann eine auf die­ser gesetz­li­chen Grund­la­ge beru­hen­de Zuwei­sung staat­li­cher Mit­tel im Organ­streit nicht mehr in Fra­ge gestellt wer­den.
Wer­den durch den Haus­halts­ge­setz­ge­ber zuge­wie­se­ne Mit­tel nicht bestim­mungs­ge­mäß ver­wen­det, ist zwi­schen der Bewil­li­gung der Mit­tel und der Ver­wen­dung durch den Zuwen­dungs­emp­fän­ger zu unter­schei­den. Nicht jede zweck­wid­ri­ge, Art. 21 Abs. 1 GG miss­ach­ten­de Ver­wen­dung staat­li­cher Zuschüs­se führt dazu, dass der Haus­halts­ge­setz­ge­ber bereits durch die Bewil­li­gung die­ser Mit­tel das Recht der poli­ti­schen Par­tei­en auf Chan­cen­gleich­heit ver­letzt hat [18]. Viel­mehr muss in die­sen Fäl­len die zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung der staat­li­chen Mit­tel dem Haus­halts­ge­setz­ge­ber zuge­rech­net wer­den kön­nen. Dies ist der Fall, wenn bereits durch die Bewil­li­gung der staat­li­chen Zuschüs­se der zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung der Mit­tel das Tor geöff­net und so der Weg für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Par­tei­en­fi­nan­zie­rung geeb­net wird [19]. Davon ist aus­zu­ge­hen, wenn Mit­tel in einem über­höh­ten, durch die Zweck­bin­dung nicht gerecht­fer­tig­ten Umfang zur Ver­fü­gung gestellt oder unzu­rei­chen­de Vor­keh­run­gen zur Ver­hin­de­rung einer zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung die­ser Mit­tel getrof­fen wer­den [19]. Ver­fas­sungs­wid­rig ist ein gesetz­li­ches Rege­lungs­kon­zept, wenn die vor­ge­se­he­nen Schutz­me­cha­nis­men in einer Wei­se lücken­haft oder sonst unzu­rei­chend sind, die eine gegen das Grund­ge­setz ver­sto­ßen­de Beein­träch­ti­gung der Chan­cen­gleich­heit poli­ti­scher Par­tei­en för­dert, das Voll­zugs­de­fi­zit also durch die Struk­tur der Norm deter­mi­niert ist [20].
Chan­cen­gleich­heit der Par­tei­en[↑]
Den dar­aus sich erge­ben­den Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gung eines Ein­griffs in ihr Recht auf Chan­cen­gleich­heit aus Art. 21 Abs. 1 GG wird der Vor­trag der ÖDP nicht gerecht.
Soweit die ÖDP gel­tend macht, durch die Bewil­li­gung von 80, 835 Mio. Euro für die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges im Haus­halts­ge­setz vom 22.12 2011 [21] in ihrem Recht auf Chan­cen­gleich­heit ver­letzt zu sein, kann sie mit Ein­wen­dun­gen, die sich gegen den Anspruch der Frak­tio­nen auf Geld­leis­tun­gen gemäß § 50 Abs. 1, § 47 AbgG rich­ten, im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nicht mehr gehört wer­den (aa). Im Übri­gen kann ihrem Vor­trag weder ent­nom­men wer­den, dass die Bewil­li­gung der Frak­ti­ons­zu­schüs­se in einer über­mä­ßi­gen Höhe erfolg­te (bb), noch, dass die­se Zuschüs­se in rele­van­tem Umfang für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ver­wen­det wur­den und der Antrags­geg­ner dem durch unge­nü­gen­de Vor­aus­sicht und Kon­trol­le den Weg geeb­net hat (cc).
Die Frak­tio­nen, die als stän­di­ge Glie­de­run­gen des Bun­des­ta­ges der "orga­ni­sier­ten Staat­lich­keit" ein­ge­fügt sind [22], steu­ern und erleich­tern die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit, indem sie unter­schied­li­che poli­ti­sche Posi­tio­nen zu hand­lungs- und ver­stän­di­gungs­fä­hi­gen Ein­hei­ten zusam­men­fas­sen, eine Arbeits­tei­lung unter ihren Mit­glie­dern orga­ni­sie­ren, gemein­sa­me Initia­ti­ven vor­be­rei­ten und auf­ein­an­der abstim­men sowie die Infor­ma­ti­on der Frak­ti­ons­mit­glie­der unter­stüt­zen [23]. Die Finan­zie­rung der Frak­tio­nen mit staat­li­chen Zuschüs­sen dient der Ermög­li­chung und Gewähr­leis­tung die­ser Arbeit und ist inso­weit zweck­ge­bun­den [23].
Gesetz­li­che Grund­la­ge für die Gewäh­rung von Geld­leis­tun­gen an die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges ist § 50 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 47 AbgG. Bei­de Vor­schrif­ten wur­den – zusam­men mit allen übri­gen Rege­lun­gen über die Frak­tio­nen ein­schließ­lich der Rege­lun­gen der Ver­wen­dungs­prü­fung in §§ 51 bis 53 AbgG – durch das Sech­zehn­te Gesetz zur Ände­rung des Abge­ord­ne­ten­ge­set­zes (Frak­ti­ons­ge­setz) vom 11.03.1994 [24] in das Abge­ord­ne­ten­ge­setz ein­ge­fügt und tra­ten am 1.01.1995 in Kraft. Soweit die ÖDP sich bereits durch die Gewäh­rung staat­li­cher Zuschüs­se an die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges zur Erfül­lung von deren Auf­ga­ben gemäß § 50 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 47 AbgG in ihrem Ver­fas­sungs­recht auf Chan­cen­gleich­heit ver­letzt sieht, hät­te sie sich unter Beach­tung der Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG gegen die­se Rege­lun­gen wen­den müs­sen. Das hat sie nicht getan. Damit ist sie im vor­lie­gen­den Organ­streit mit allen Ein­wen­dun­gen aus­ge­schlos­sen, die sich dage­gen rich­ten, dass den Frak­tio­nen Geld­leis­tun­gen zur Erfül­lung ihrer Auf­ga­ben gemäß § 50 Abs. 1, § 47 AbgG zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.
Etwas ande­res ergibt sich auch nicht dar­aus, dass die ÖDP aus­drück­lich nicht die Rege­lun­gen des Abge­ord­ne­ten­ge­set­zes, son­dern die Bewil­li­gung der Frak­ti­ons­zu­schüs­se durch den Haus­halts­ge­setz­ge­ber im Jahr 2012 angreift. Ver­säumt die ÖDP die frist­ge­rech­te Gel­tend­ma­chung der von ihr behaup­te­ten Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Rege­lun­gen in § 50 Abs. 1, § 47 AbgG, kann dies auch in einem Ver­fah­ren, das die kon­kre­te Fest­set­zung von Frak­ti­ons­zu­schüs­sen zum Gegen­stand hat, nicht mehr nach­ge­holt wer­den. Ansons­ten lie­fe der Rege­lungs­zweck des § 64 Abs. 3 BVerfGG leer, der dar­auf abzielt, im Organ­streit­ver­fah­ren angreif­ba­re Rechts­ver­let­zun­gen nach einer bestimm­ten Zeit im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit außer Streit zu stel­len [5].
Dem­ge­mäß kann die ÖDP im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren mit der Behaup­tung, ihr Recht auf Chan­cen­gleich­heit aus Art. 21 Abs. 1 GG sei bereits des­halb ver­letzt, weil die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges mit den ihnen zuge­wen­de­ten Mit­teln in ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­si­ger Wei­se Öffent­lich­keits­ar­beit betrie­ben, da Frak­ti­ons­zu­schüs­se allein für par­la­ments­in­ter­ne Koor­di­na­ti­ons­auf­ga­ben ver­wen­det wer­den dürf­ten und nur dem Bun­des­tag als Gan­zem das Recht zur Öffent­lich­keits­ar­beit zuste­he, nicht gehört wer­den. Gemäß § 47 Abs. 3 AbgG sind die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges berech­tigt, die Öffent­lich­keit über ihre Tätig­keit zu unter­rich­ten. Da die ÖDP die­se Vor­schrift nicht inner­halb der Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG ange­grif­fen hat, ist sie mit der Behaup­tung, die Wahr­neh­mung die­ser Auf­ga­be sei ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­sig, im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen.
Glei­ches gilt, soweit die ÖDP gel­tend macht, mit dem rasan­ten Wachs­tum der "Par­tei­en im Par­la­ment" hät­ten sich zuneh­mend Funk­tio­nen der Par­tei­en auf die Frak­tio­nen ver­la­gert und deren Tätig­keit kom­me, da die Bür­ger prak­tisch nicht zwi­schen Par­tei und Frak­ti­on unter­schie­den, zwangs­läu­fig immer auch den Par­tei­en zugu­te. Selbst wenn die­se Behaup­tung zuträ­fe, änder­te dies nichts an der Tat­sa­che, dass der Antrags­geg­ner auf­grund sei­ner Bin­dung an Gesetz und Recht gemäß Art.20 Abs. 3 GG ver­pflich­tet ist, den Frak­tio­nen die ihnen nach § 50 Abs. 1, § 47 AbgG zuste­hen­den Geld­leis­tun­gen zu gewäh­ren und die­se Ver­pflich­tung im vor­lie­gen­den Organ­streit dem Grun­de nach nicht mehr in Fra­ge gestellt wer­den kann.
Außer­dem ver­kennt die ÖDP, dass die vor­ge­fun­de­ne Wett­be­werbs­la­ge zwi­schen den poli­ti­schen Par­tei­en nicht unter Beru­fung auf den Grund­satz der Chan­cen­gleich­heit gemäß Art. 21 Abs. 1 GG ver­fälscht wer­den darf [25]. Der ÖDP ist zwar zuzu­ge­ste­hen, dass das Han­deln der ein­zel­nen Bun­des­tags­frak­tio­nen mit den jewei­li­gen Par­tei­en ver­bun­den wird, in deren Bewer­tung ein­fließt und sich damit auf die Wahl­chan­cen der im Wett­be­werb ste­hen­den Par­tei­en aus­wir­ken kann. Dies ist jedoch Teil des Pro­zes­ses einer frei­heit­li­chen Demo­kra­tie, wie das Grund­ge­setz sie ver­steht. Sich dar­aus erge­ben­de Ungleich­hei­ten für die Teil­neh­mer des poli­ti­schen Wett­be­werbs sind hin­zu­neh­men [26].
Miß­bräuch­li­che Ver­wen­dung von Frak­ti­ons­zu­schüs­sen[↑]
Dass der Antrags­geg­ner einer miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­zu­schüs­se im Sin­ne einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Par­tei­en­fi­nan­zie­rung dadurch Vor­schub geleis­tet hat, dass er die­se in einer die Wahr­neh­mung der Frak­ti­ons­auf­ga­ben über­schrei­ten­den Höhe fest­ge­setzt hat, kann dem Vor­trag der ÖDP nicht ent­nom­men wer­den und ist auch nicht in sons­ti­ger Wei­se ersicht­lich.
Soweit die ÖDP aus­führt, die Zuschüs­se an die Bun­des­tags­frak­tio­nen hät­ten sich seit den Urtei­len des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Begren­zung der Staats­fi­nan­zie­rung der Par­tei­en aus den Jah­ren 1966 [27] und 1968 [28] nomi­nal ver­fünf­zig­facht und real ver­acht­facht, kann hier­aus für sich genom­men eine über­höh­te, nicht auf­ga­ben­ge­rech­te Fest­set­zung der Frak­ti­ons­zu­schüs­se im Bun­des­haus­halt 2012 nicht abge­lei­tet wer­den. Erfor­der­lich wäre inso­weit eine Gegen­über­stel­lung des für die Erfül­lung der Frak­ti­ons­auf­ga­ben benö­tig­ten Finanz­be­darfs mit der Höhe der tat­säch­lich fest­ge­setz­ten Frak­ti­ons­zu­schüs­se. Hier­zu hat die ÖDP aber nichts vor­ge­tra­gen.
Nichts ande­res ergibt sich, soweit die ÖDP statt­des­sen auf die Aus­ga­ben der Bun­des­tags­frak­tio­nen im Bereich der Öffent­lich­keits­ar­beit, deren Anstieg um 62 % im Jahr 2007 und den inso­weit rela­tiv wie abso­lut höhe­ren Auf­wand der klei­ne­ren Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges im Ver­gleich zu den bei­den gro­ßen Frak­tio­nen ver­weist. Ihrer Dar­stel­lung kann nicht ent­nom­men wer­den, dass die in Bezug genom­me­nen Aus­ga­ben nicht auf der Grund­la­ge von § 47 Abs. 3 AbgG erfolg­ten. Die ÖDP ver­weist ledig­lich auf einen kon­kre­ten Fall einer Öffent­lich­keits­kam­pa­gne einer Bun­des­tags­frak­ti­on aus dem Früh­jahr 2012, bei der nach ihrer Auf­fas­sung "selbst die äußers­ten Gren­zen der ver­meint­lich zuläs­si­gen Öffent­lich­keits­ar­beit von Frak­tio­nen" über­schrit­ten wor­den sind. Die­ser Vor­trag genügt nicht, um die Annah­me zu begrün­den, die Frak­ti­ons­zu­schüs­se sei­en im Bun­des­haus­halt 2012 in einer über­mä­ßi­gen, dem Miss­brauch Vor­schub leis­ten­den Höhe fest­ge­setzt wor­den.
Schließ­lich ergibt sich aus dem Vor­brin­gen der ÖDP auch nicht, dass die fest­ge­setz­ten Frak­ti­ons­zu­schüs­se miss­bräuch­lich ver­wen­det wur­den und der Antrags­geg­ner dem durch unzu­rei­chen­de Vor­aus­sicht und Kon­trol­le den Weg geeb­net hat.
Es erscheint bereits zwei­fel­haft, ob nach dem Vor­trag der ÖDP davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass die im Bun­des­haus­halt 2012 für die Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel in rele­van­tem Umfang miss­bräuch­lich zum Zweck einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ver­wen­det wur­den. Sie belegt dies – wie soeben dar­ge­stellt – ledig­lich mit einem kon­kre­ten Fall einer Öffent­lich­keits­kam­pa­gne im Früh­jahr 2012, der nach ihrer Auf­fas­sung den Vor­wurf einer nicht bestim­mungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung von Frak­ti­ons­mit­teln recht­fer­tigt.
Die ÖDP beruft sich auf eine Umkehr der Dar­le­gungs­last, weil die Betrof­fe­nen in dem gesam­ten Kom­plex der Bewil­li­gung und Ver­wen­dung der öffent­li­chen Mit­tel und deren Kon­trol­le "in eige­ner Sache" ent­schie­den; dies begrün­de die Ver­mu­tung der Unrich­tig­keit der Ent­schei­dun­gen und indi­zie­re die Gefahr des Miss­brauchs. Damit nimmt sie Bezug auf die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, nach der die Wahl­ge­setz­ge­bung einer strik­ten ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Kon­trol­le unter­liegt, weil mit Rege­lun­gen, die die Bedin­gun­gen der poli­ti­schen Kon­kur­renz berüh­ren, die par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit gewis­ser­ma­ßen in eige­ner Sache tätig wird und gera­de bei der Wahl­ge­setz­ge­bung die Gefahr besteht, dass die jewei­li­ge Par­la­ments­mehr­heit sich statt von gemein­wohl­be­zo­ge­nen Erwä­gun­gen vom Ziel des eige­nen Macht­er­halts lei­ten lässt [29]. Aus die­ser Recht­spre­chung las­sen sich jedoch kei­ne Fol­ge­run­gen für die Dar­le­gungs­last zie­hen. Soweit sie dar­über hin­aus anführt, alle ein­schlä­gi­gen miss­brauchs­an­fäl­li­gen Akti­vi­tä­ten lägen in der Sphä­re des Bun­des­ta­ges, er kön­ne sich – anders als sie selbst – einen Über­blick über alle rele­van­ten Tätig­kei­ten ver­schaf­fen, ver­nach­läs­sigt sie, dass nicht der Antrags­geg­ner, son­dern die Frak­tio­nen in eige­ner Ver­ant­wor­tung über die Ver­wen­dung der Mit­tel ent­schei­den.
Von der ihr oblie­gen­den Vor­trags­last wird die Beschwer­de­füh­re­rin auch nicht durch die Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­ho­fes zu den öffent­lich­keits­wirk­sa­men Maß­nah­men der Frak­tio­nen des Deut­schen Bun­des­ta­ges in den Jah­ren 1999 bis 2006 ent­bun­den. Soweit der Bun­des­rech­nungs­hof dort ein­zel­ne Maß­nah­men der Bun­des­tags­frak­tio­nen im genann­ten Zeit­raum bean­stan­det hat, ergibt sich dar­aus nicht, dass auch im Jahr 2012 Haus­halts­mit­tel für ent­spre­chen­de Maß­nah­men ein­ge­setzt wur­den und dies als miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung die­ser Mit­tel anzu­se­hen ist.
Jeden­falls hat die ÖDP nicht dar­ge­legt, dass der Antrags­geg­ner einer miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­mit­tel durch unge­nü­gen­de Vor­aus­sicht und Kon­trol­le den Weg geeb­net hat.
Die ÖDP hät­te sich inso­weit sub­stan­ti­iert damit aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, dass die Frak­ti­ons­zu­schüs­se gemäß § 50 Abs. 4 AbgG einer strik­ten Zweck­bin­dung unter­lie­gen und nur für Auf­ga­ben der Frak­tio­nen nach dem Grund­ge­setz, dem Abge­ord­ne­ten­ge­setz und der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges ein­ge­setzt wer­den dür­fen. § 50 Abs. 4 Satz 2 AbgG schließt eine Ver­wen­dung für Par­tei­auf­ga­ben aus­drück­lich aus. Gemäß § 52 AbgG haben die Frak­tio­nen über die Her­kunft und Ver­wen­dung ihrer Mit­tel öffent­lich Rechen­schaft zu geben. Die Rech­nung muss von einem im Beneh­men mit dem Bun­des­rech­nungs­hof bestell­ten Abschluss­prü­fer geprüft und tes­tiert wer­den (§ 52 Abs. 4 Satz 1 AbgG). Gemäß § 53 AbgG prüft der Rech­nungs­hof die Rech­nung und die den Frak­tio­nen aus dem Haus­halt zur Ver­fü­gung gestell­ten Zuschüs­se auf ihre wirt­schaft­li­che und ord­nungs­ge­mä­ße Ver­wen­dung. Schließ­lich ist es Par­tei­en ver­bo­ten, Spen­den von Par­la­ments­frak­tio­nen ent­ge­gen­zu­neh­men (§ 25 Abs. 2 Nr. 1 PartG). Tun sie es den­noch, haben sie das Drei­fa­che des rechts­wid­rig erlang­ten Betra­ges abzu­füh­ren (§ 31c Abs. 1 PartG).
Auf die­ser Grund­la­ge liegt ein erheb­li­ches Kon­troll- oder struk­tu­rel­les Voll­zugs­de­fi­zit hin­sicht­lich der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­mit­tel nicht auf der Hand. Die ÖDP macht ledig­lich gel­tend, es bestehe ein "prü­fungs­frei­er Arkan­be­reich", da gemäß § 53 Abs. 2 Satz 2 AbgG die poli­ti­sche Erfor­der­lich­keit einer Maß­nah­me nicht Gegen­stand der Prü­fung durch den Rech­nungs­hof sei. Dabei setzt sie sich nicht damit aus­ein­an­der, dass der Ver­zicht auf die Prü­fung der poli­ti­schen Erfor­der­lich­keit der ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten Auto­no­mie der Frak­tio­nen Rech­nung trägt und letzt­lich in der in Art. 38 GG garan­tier­ten Frei­heit des Man­dats wur­zelt. Im Übri­gen hin­dert er die Über­prü­fung einer Beach­tung der strik­ten Zweck­bin­dung und ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­mit­tel gemäß § 53 Abs. 1 AbgG – auch nach Auf­fas­sung des Bun­des­rech­nungs­ho­fes [30] – nicht. Ins­be­son­de­re ist der Rech­nungs­hof nicht gehin­dert, die Ein­hal­tung des Ver­bots einer Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­mit­tel für Par­tei­auf­ga­ben gemäß § 50 Abs. 4 Satz 2 AbgG voll­um­fäng­lich zu über­prü­fen.
Dies bestä­ti­gen die Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­ho­fes über die öffent­lich­keits­wirk­sa­men Maß­nah­men der Bun­des­tags­frak­tio­nen in den Jah­ren 1999 bis 2006. Im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren kommt es indes nicht auf etwai­ge zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dun­gen staat­li­cher Zuschüs­se für ein­zel­ne Maß­nah­men an, son­dern dar­auf, ob sol­che Ver­stö­ße dem Haus­halts­ge­setz­ge­ber bereits bei der Bewil­li­gung der Mit­tel zuge­rech­net wer­den kön­nen. Dazu ver­hal­ten sich die Prüf­be­rich­te nicht.
Der ÖDP ist es unbe­nom­men, kon­kre­te Maß­nah­men der Frak­tio­nen des Bun­des­ta­ges, die aus ihrer Sicht die Gren­ze der zweck­ge­mä­ßen Ver­wen­dung der Frak­ti­ons­mit­tel über­schrei­ten, dem Bun­des­rech­nungs­hof oder dem Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges anzu­zei­gen oder dage­gen im Wege des Organ­streits vor­zu­ge­hen. Der ÖDP ist es eben­falls unbe­nom­men gewe­sen, sich durch Vor­ge­hen gegen die Ein­fü­gung des § 96 Abs. 4 BHO mit Gesetz vom 15.07.2013 [31] im Rah­men der Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG gegen das Auf­stel­len von Infor­ma­ti­ons­zu­gangs­hür­den zu wen­den und damit ihre fak­ti­schen Kon­troll­mög­lich­kei­ten zu ver­tei­di­gen. Dies hat sie jedoch ver­säumt. Dass bereits die Bewil­li­gung der Frak­ti­ons­mit­tel im Bun­des­haus­halt 2012 ihr Recht auf Chan­cen­gleich­heit ver­letzt hat, kann ihrem Vor­brin­gen hin­ge­gen nicht ent­nom­men wer­den und ist auch nicht in sons­ti­ger Wei­se ersicht­lich.
Finan­zie­rung von Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­tern[↑]
Auch soweit die ÖDP sich gegen die Aus­wei­sung eines Betra­ges von 151, 823 Mio. Euro für per­sön­li­che Mit­ar­bei­ter von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten im Haus­halts­ge­setz 2012 wen­det, hat sie eine Ver­let­zung ihres Rechts auf Chan­cen­gleich­heit nicht hin­rei­chend dar­ge­legt.
Grund­la­ge für den Ersatz der Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ist § 12 Abs. 3 Satz 1 AbgG. Dem­ge­mäß erhält ein Mit­glied des Bun­des­ta­ges "Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern zur Unter­stüt­zung bei der Erle­di­gung sei­ner par­la­men­ta­ri­schen Arbeit gegen Nach­weis ersetzt". Die­se Vor­schrift wur­de – nach­dem bereits vor­her eine ver­gleich­ba­re Ersatz­mög­lich­keit bestand – durch das Gesetz zur Neu­re­ge­lung der Rechts­stel­lung der Abge­ord­ne­ten vom 15.12 1995 [32] in das Abge­ord­ne­ten­ge­setz ein­ge­fügt und trat am 22.12 1995 in Kraft. Eine gegen die­se Norm gerich­te­te Organ­kla­ge der ÖDP wäre daher gemäß § 64 Abs. 3 BVerfGG unzu­läs­sig und kann auch nicht durch den Angriff auf die Bewil­li­gung der ent­spre­chen­den Mit­tel durch den Haus­halts­ge­setz­ge­ber im Jahr 2012 ersetzt wer­den.
Dem­ge­mäß ist die ÖDP im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren mit allen Ein­wen­dun­gen aus­ge­schlos­sen, die an dem Bestehen des Anspruchs eines Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten auf Ersatz sei­ner Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern gemäß § 12 Abs. 3 Satz 1 GG dem Grun­de nach anknüp­fen. Dies gilt ins­be­son­de­re, soweit die ÖDP die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern in den Wahl­krei­sen pro­ble­ma­ti­siert und dar­auf ver­weist, dass Wahl­kreis­ar­beit und par­tei­po­li­ti­sche Betä­ti­gung außer­or­dent­lich dicht bei­ein­an­der lägen, so dass der Ein­satz von per­sön­li­chen Mit­ar­bei­tern im Wahl­kreis auto­ma­tisch der jewei­li­gen poli­ti­schen Par­tei zugu­te­kom­me.
Inso­weit lässt die ÖDP außer Betracht, dass der Abge­ord­ne­te Ver­bin­dungs­glied zwi­schen Par­la­ment und Bür­ger ist und es daher zu den Haupt­auf­ga­ben sei­nes Man­dats gehört, ins­be­son­de­re im eige­nen Wahl­kreis engen Kon­takt mit der Par­tei, den Ver­bän­den und nicht orga­ni­sier­ten Bür­gern zu hal­ten. Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG liegt das Bild eines Abge­ord­ne­ten zugrun­de, der im Par­la­ment durch Ple­nar- und Aus­schuss­sit­zun­gen, in der Frak­ti­on und Par­tei durch inhalt­li­che Arbeit sowie im Wahl­kreis und der sons­ti­gen Öffent­lich­keit durch Ver­an­stal­tun­gen der ver­schie­dens­ten Art, nicht zuletzt durch Wahl­vor­be­rei­tun­gen und Wahl­ver­samm­lun­gen in Anspruch genom­men wird [33].
Zur Wahr­neh­mung die­ser Auf­ga­ben umfasst der Anspruch des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten auf Ersatz sei­ner Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern gemäß § 12 Abs. 3 Satz 1 AbgG auch den Ein­satz von Mit­ar­bei­tern im Wahl­kreis. Dass sich die Tätig­keit des Abge­ord­ne­ten dabei auch auf die Wahl­chan­cen der Par­tei aus­wirkt, der er ange­hört, ist Teil des Pro­zes­ses einer frei­heit­li­chen Demo­kra­tie, wie das Grund­ge­setz sie ver­steht.
§ 12 Abs. 3 Satz 1 AbgG begrün­det aber ledig­lich einen Anspruch auf Ersatz des man­dats­be­ding­ten Auf­wan­des. Die hier­von los­ge­lös­te Wahr­neh­mung von Par­tei- oder Wahl­kampf­auf­ga­ben durch einen Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter ist nicht ersatz­fä­hig. Die Ver­wen­dung der für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter im Bun­des­haus­halt bewil­lig­ten Mit­tel zu die­sem Zweck wäre miss­bräuch­lich und wür­de die ÖDP in ihrem Recht auf Chan­cen­gleich­heit ver­let­zen. Dies ver­mag vor­lie­gend die Zuläs­sig­keit der Organ­kla­ge aber nicht zu begrün­den, da die ÖDP nicht dar­ge­legt hat, dass eine etwai­ge miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter dem Antrags­geg­ner in einer Wei­se zuge­rech­net wer­den kann, die es recht­fer­tigt, bereits die Bewil­li­gung die­ser Mit­tel im Bun­des­haus­halt 2012 als Ein­griff in ihr Recht auf gleich­be­rech­tig­te Teil­nah­me am poli­ti­schen Wett­be­werb anzu­se­hen.
Dass die Mit­tel in einem über­mä­ßi­gen Umfang bereit­ge­stellt wur­den, der einer zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung Vor­schub leis­tet, erschließt sich aus dem Vor­trag der ÖDP nicht. Sie ver­weist inso­weit auf die Stei­ge­rung der Anzahl der Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter ins­ge­samt und ins­be­son­de­re in den Wahl­krei­sen sowie auf die Stei­ge­rungs­ra­ten und die Höhe der im Bun­des­haus­halt 2012 zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel und stellt die­se in Rela­ti­on zu den Frak­ti­ons­zu­schüs­sen, der staat­li­chen Par­tei­en­fi­nan­zie­rung und den Wahl­kampf­bud­gets der Par­tei­en. Dar­aus lässt sich jedoch nicht ent­neh­men, dass die Zahl der Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter und die Höhe der dafür zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel einen Umfang erreicht haben, der das zur Unter­stüt­zung bei der Erle­di­gung der par­la­men­ta­ri­schen Auf­ga­ben erfor­der­li­che Maß – auch unter Berück­sich­ti­gung der Ver­än­de­rung die­ser Auf­ga­ben im Zuge der natio­na­len und euro­päi­schen Ent­wick­lung – über­steigt.
Die ÖDP hat auch nicht dar­ge­legt, dass der Antrags­geg­ner einer zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung der im Bun­des­haus­halt zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel durch unzu­rei­chen­de Vor­aus­sicht und Kon­trol­le den Weg geeb­net hat.
Es erscheint bereits frag­lich, ob die ÖDP eine miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der im Bun­des­haus­halt 2012 für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter bereit­ge­stell­ten Mit­tel hin­rei­chend dar­ge­legt hat.
Soweit die ÖDP behaup­tet, nicht sie müs­se den Miss­brauch der Mit­tel, son­dern der Antrags­geg­ner viel­mehr deren ord­nungs­ge­mä­ße Ver­wen­dung nach­wei­sen, da es sich bei der Bewil­li­gung von Haus­halts­mit­teln für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter um eine "Ent­schei­dung in eige­ner Sache" han­de­le, gilt das vor­ste­hend Gesag­te. Eben­so erscheint zwei­fel­haft, ob die Behaup­tung der ÖDP, bei einer zwi­schen Abge­ord­ne­ten und Par­tei geteil­ten Finan­zie­rung sei­en Mani­pu­la­tio­nen leich­ter mög­lich, die Dar­le­gung einer miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung der vom Antrags­geg­ner bereit­ge­stell­ten Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter erset­zen kann.
Eine miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung die­ser Mit­tel ergibt sich auch nicht aus dem Vor­brin­gen der ÖDP, die Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter bil­de­ten viel­fach gera­de­zu das orga­ni­sa­to­ri­sche Rück­grat der loka­len und regio­na­len Glie­de­run­gen der jewei­li­gen poli­ti­schen Par­tei­en. Allein aus dem Umstand, dass Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter zugleich Vor­sit­zen­den- und Geschäfts­füh­rer­funk­tio­nen in Par­tei­ver­bän­den und Kom­mu­nal­frak­tio­nen wahr­neh­men, lässt sich nicht fol­gern, dass sie dafür in unzu­läs­si­ger Wei­se aus öffent­li­chen Mit­teln ent­lohnt wer­den. Für die Auf­recht­erhal­tung einer leben­di­gen Demo­kra­tie auf loka­ler Ebe­ne ist das Enga­ge­ment von Pri­vat­per­so­nen unver­zicht­bar. Es ist nicht ersicht­lich, war­um die Mit­ar­bei­ter von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten hier­von aus­ge­schlos­sen sein soll­ten. Eben­so wenig ist es ver­fas­sungs­recht­lich rele­vant, wenn Mit­ar­bei­ter von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten selbst eine poli­ti­sche Kar­rie­re anstre­ben.
Ein sol­ches par­tei­po­li­ti­sches Enga­ge­ment ist aller­dings von der Unter­stüt­zung des Abge­ord­ne­ten bei der Erle­di­gung sei­ner par­la­men­ta­ri­schen Arbeit zu tren­nen. Ein Ein­satz der für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter im Bun­des­haus­halt zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel zur Finan­zie­rung eines sol­chen Enga­ge­ments wäre unzu­läs­sig. Aus dem Vor­trag der ÖDP erschließt sich aber nicht, ob und in wel­chem Umfang eine der­ar­ti­ge Ali­men­ta­ti­on statt­fin­det.
Hin­sicht­lich der Behaup­tung, eine miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter fin­de dadurch statt, dass die­se mas­sen­haft im Wahl­kampf ein­ge­setzt wür­den, beschränkt die ÖDP sich auf die Schil­de­rung weni­ger Bei­spie­le, über die am 17.09.2013 in einem ARD-Fern­seh­ma­ga­zin berich­tet wur­de, sowie auf einen wei­te­ren Bericht eines Fern­seh­ma­ga­zins, der den Ein­satz der Mit­ar­bei­ter von Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten in Bay­ern betraf. Inwie­weit dies Rück­schlüs­se auf die miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der bereit­ge­stell­ten Haus­halts­mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter im Jahr 2012, in dem kei­ne Bun­des­tags­wahl statt­fand, erlaubt, kann letzt­lich dahin­ste­hen.
Jeden­falls hat die ÖDP nicht dar­ge­legt, dass der Antrags­geg­ner einer der­ar­ti­gen miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung die­ser Haus­halts­mit­tel durch unzu­rei­chen­de Vor­aus­sicht und Kon­trol­le Vor­schub geleis­tet hat.
Sie hät­te sich inso­weit damit aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, dass gemäß § 12 Abs. 3 Satz 1 AbgG nur Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung der Mit­ar­bei­ter eines Abge­ord­ne­ten "zur Unter­stüt­zung bei der Erle­di­gung sei­ner par­la­men­ta­ri­schen Arbeit" ersatz­fä­hig sind und ein Ersatz nur "gegen Nach­weis" erfolgt. Dabei wird in den Erläu­te­run­gen zum Haus­halts­plan 2012 (Ein­zel­plan 02 Kapi­tel 01, Titel 411 03 – 011) aus­drück­lich auf die vom Ältes­ten­rat des Deut­schen Bun­des­ta­ges gemäß § 34 AbgG erlas­se­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen Bezug genom­men. Dem­ge­mäß ist ein Ersatz von Auf­wen­dun­gen für die Beschäf­ti­gung von Mit­ar­bei­tern frü­hes­tens ab Beginn des Monats zuläs­sig, in wel­chem dem Refe­rat PM 2 der Bun­des­tags­ver­wal­tung ein Arbeits­ver­trag, der min­des­tens die vom Ältes­ten­rat in einem Mus­ter­ar­beits­ver­trag getrof­fe­nen Regeln ent­hal­ten muss, vor­ge­legt wird (Nr. 3 und Nr. 7 der Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten). § 5 der Anla­ge zu § 6 des Mus­ter­ar­beits­ver­tra­ges sieht vor, dass jede wei­te­re Beschäf­ti­gung der Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter gegen Ent­gelt dem Refe­rat PM 2 ange­zeigt wer­den muss. Gemäß § 12 Abs. 3 Satz 6 AbgG obliegt der Bun­des­tags­ver­wal­tung die Abrech­nung der Mit­ar­bei­ter­ge­häl­ter. Über Zwei­fels­fäl­le ent­schei­det eine Kom­mis­si­on des Ältes­ten­ra­tes, gegen deren Ent­schei­dung die Anru­fung des Ältes­ten­ra­tes zuläs­sig ist (Nr. 10 der Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten). Eine zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung der Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter hat der Bun­des­tags­prä­si­dent zu unter­bin­den [23] und zu viel gezahl­te Beträ­ge zurück­zu­for­dern. Wer­den die Mit­tel für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ein­ge­setzt, kommt dar­über hin­aus die Fest­set­zung einer Straf­zah­lung für die begüns­tig­te Par­tei gemäß § 31c Abs. 1 PartG in Betracht.
Die ÖDP hät­te vor die­sem Hin­ter­grund dar­le­gen müs­sen, inwie­weit gleich­wohl ein die miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung der Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter begüns­ti­gen­des Kon­troll­de­fi­zit auf Sei­ten des Antrags­geg­ners besteht. Die­ser Anfor­de­rung hat sie nicht genügt. Der Hin­weis auf die feh­len­de Ver­pflich­tung der Abge­ord­ne­ten zur öffent­li­chen Rech­nungs­le­gung und den Ver­zicht des Rech­nungs­ho­fes auf eine Kon­trol­le der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung der Mit­tel für Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter reicht hier­für nicht aus. Der Ver­zicht des Rech­nungs­ho­fes auf die Prü­fung der Mit­tel für die Mit­ar­bei­ter der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten grün­det sich auf unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen über die Reich­wei­te sei­nes Prü­fungs­rechts gemäß Art. 114 Abs. 2 GG. Es mag dahin­ste­hen, ob auf die­ser Grund­la­ge auch eine Ver­pflich­tung zur Vor­la­ge der mit den Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­tern geschlos­se­nen Arbeits­ver­trä­ge besteht oder ob dem die durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­te freie und unab­hän­gi­ge Wahr­neh­mung des Abge­ord­ne­ten­man­dats ent­ge­gen­steht. Über die­se Fra­ge muss im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nicht ent­schie­den wer­den, da die ÖDP eine Ver­let­zung ihres Rechts auf Chan­cen­gleich­heit ange­sichts des unab­hän­gig hier­von bestehen­den Kon­troll- und Sank­tio­nen­sys­tems nicht hin­rei­chend dar­ge­legt hat.
Das Vor­brin­gen der ÖDP lässt auch im Hin­blick auf die den poli­ti­schen Stif­tun­gen gewähr­ten Glo­bal­zu­schüs­se die Mög­lich­keit einer Ver­let­zung ihres Rechts auf Chan­cen­gleich­heit nicht erken­nen.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Fra­ge, ob die Bewil­li­gung von Glo­bal­zu­schüs­sen für die par­tei­na­hen Stif­tun­gen das Recht auf Chan­cen­gleich­heit aus Art. 21 Abs. 1 GG ver­letzt, bereits im Jahr 1986 ver­neint [17]. Dabei hat es sich auch in der Sache mit der von der ÖDP behaup­te­ten "Koope­ra­ti­ons­ein­heit" zwi­schen den poli­ti­schen Stif­tun­gen und der jewei­li­gen Mut­ter­par­tei aus­ein­an­der­ge­setzt und fest­ge­stellt, dass es "den Stif­tun­gen ver­wehrt [ist], in den Wett­be­werb der poli­ti­schen Par­tei­en ein­zu­grei­fen, indem sie etwa im Auf­trag für die ihnen nahe­ste­hen­den Par­tei­en geld­wer­te Leis­tun­gen oder Wahl­kampf­hil­fe erbrin­gen" [34]. Wei­ter­hin führt das Gericht aus: Bei den Stif­tun­gen han­delt es sich um von den Par­tei­en recht­lich und tat­säch­lich unab­hän­gi­ge Insti­tu­tio­nen, die sich selbst­stän­dig und in geis­ti­ger Offen­heit der Auf­ga­be poli­ti­scher Bil­dungs­ar­beit anneh­men und auch in der Pra­xis die gebo­te­ne Distanz zu den jewei­li­gen Par­tei­en wah­ren. Die Tätig­kei­ten der poli­ti­schen Par­tei­en und der Stif­tun­gen ver­fol­gen ver­schie­de­ne, von­ein­an­der abgrenz­ba­re Zie­le. Die poli­ti­sche Bil­dungs­ar­beit der Stif­tun­gen hat sich weit­ge­hend ver­selb­stän­digt und einen hohen Grad an Offen­heit erreicht. Ein­zel­ne miss­bräuch­li­che Maß­nah­men der Stif­tun­gen recht­fer­ti­gen nicht die Annah­me, es han­de­le sich bei den Glo­bal­zu­schüs­sen um eine ver­deck­te Par­tei­en­fi­nan­zie­rung [18]. Die Ergeb­nis­se der in den Stif­tun­gen geleis­te­ten Arbeit sind der Öffent­lich­keit und damit auch allen Par­tei­en zugäng­lich. Auch wenn aus der spe­zi­fi­schen, jeweils der Inter­es­sen­la­ge einer bestimm­ten Par­tei zuge­wand­ten Auf­ga­ben­stel­lung folgt, dass die­se dar­aus regel­mä­ßig einen grö­ße­ren Vor­teil zie­hen wird als ande­re, bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken gegen die Gewäh­rung von Glo­bal­zu­schüs­sen an die poli­ti­schen Stif­tun­gen. Dies gilt jeden­falls, solan­ge eine sol­che För­de­rung alle dau­er­haf­ten, ins Gewicht fal­len­den poli­ti­schen Grund­strö­mun­gen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ange­mes­sen berück­sich­tigt [35].
Aus dem Vor­brin­gen der ÖDP erschließt sich nicht, war­um nun­mehr eine hier­von abwei­chen­de Beur­tei­lung gebo­ten sein soll. Sie trägt nicht vor, dass die inhalt­li­che Aus­rich­tung der Arbeit der poli­ti­schen Stif­tun­gen sich ver­än­dert habe. Auch macht sie nicht gel­tend, dass die Glo­bal­zu­schüs­se eine nicht mehr zu recht­fer­ti­gen­de Höhe erreicht hät­ten; viel­mehr weist sie selbst dar­auf hin, dass die Glo­bal­zu­schüs­se seit 1992 sta­gnier­ten, obwohl sogar noch eine wei­te­re poli­ti­sche Stif­tung hin­zu­ge­kom­men sei.
Statt­des­sen hebt die ÖDP dar­auf ab, dass die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 14.07.1986 [36] durch die Ten­den­zen der Par­la­ments­par­tei­en zur Kar­tell­bil­dung und die neue­re Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur "Ent­schei­dung in eige­ner Sache", zu den Gren­zen der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung und zum Schutz klei­ner Par­tei­en über­holt sei. Die­se Argu­men­ta­ti­on ist nicht nach­voll­zieh­bar. Sie igno­riert, dass es sich bei den poli­ti­schen Stif­tun­gen um recht­lich und tat­säch­lich unab­hän­gi­ge Insti­tu­tio­nen han­delt, die auch in der Pra­xis die gebo­te­ne Distanz zu den jewei­li­gen Par­tei­en wah­ren. Dass inso­weit eine abwei­chen­de Beur­tei­lung gebo­ten sein könn­te, ergibt sich weder aus der ange­spro­che­nen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, noch ist es in sons­ti­ger Wei­se ersicht­lich.
Bewil­li­gungs- und Kon­troll­ver­fah­ren[↑]
Unzu­läs­sig ist auch der Antrag zu 2., der bei sach­ge­rech­ter Aus­le­gung dar­auf abzielt, dem Antrags­geg­ner die Ein­rich­tung eines bestimm­ten Bewil­li­gungs- und Kon­troll­ver­fah­rens vor­zu­schrei­ben, das einen mög­li­chen Miss­brauch der staat­li­chen Zuschüs­se durch die Mit­tel­emp­fän­ger – Frak­tio­nen, Abge­ord­ne­te, par­tei­na­he Stif­tun­gen – ver­hin­dern soll. Die Unzu­läs­sig­keit die­ses Antrags folgt bereits dar­aus, dass die ÖDP die der­zei­ti­ge Bewil­li­gungs- und Kon­troll­pra­xis, die sich in ihrer heu­ti­gen Form spä­tes­tens in den 1990er Jah­ren her­aus­ge­bil­det hat, jah­re­lang hin­ge­nom­men und damit die sechs­mo­na­ti­ge Antrags­frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG ver­strei­chen las­sen hat.
Mit dem Antrag zu 2., ers­ter Spie­gel­strich rügt die ÖDP, dass es der Antrags­geg­ner als Gesetz­ge­bungs­or­gan unter­las­sen habe, das bis­he­ri­ge unkon­trol­lier­te sowie unbe­grenz­te Ent­schei­dungs­ver­fah­ren funk­ti­ons­ge­recht aus­zu­ge­stal­ten und die Höhe der staat­li­chen Mit­tel für die Frak­tio­nen, die Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter und die par­tei­na­hen Stif­tun­gen durch ein mate­ri­el­les (Leis­tungs-) Gesetz zu regeln sowie die ver­wen­de­ten Mit­tel im Haus­halts­plan spe­zi­fi­ziert aus­zu­wei­sen. Da sie sich damit gegen ein gesetz­ge­be­ri­sches Unter­las­sen wen­det, wird die Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG spä­tes­tens in Lauf gesetzt, wenn der Antrags­geg­ner sich erkenn­bar ein­deu­tig wei­gert, in einer Wei­se tätig zu wer­den, die die ÖDP zur Wah­rung ihres ver­fas­sungs­recht­li­chen Sta­tus für erfor­der­lich hält [37]. Dem­ge­mäß ist die Antrags­frist vor­lie­gend ver­stri­chen.
Im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zur recht­li­chen Nor­mie­rung der Stel­lung, Auf­ga­ben und Finan­zie­rung der Frak­tio­nen im Deut­schen Bun­des­tag ent­schied sich der Gesetz­ge­ber trotz der ent­ge­gen­ge­setz­ten Emp­feh­lun­gen der Kom­mis­si­on unab­hän­gi­ger Sach­ver­stän­di­ger zur Par­tei­en­fi­nan­zie­rung ("Weiz­sä­cker-Kom­mis­si­on") [38] und eines Gesetz­ent­wurfs für ein eigen­stän­di­ges Frak­ti­ons­fi­nan­zie­rungs­ge­setz einer Oppo­si­ti­ons­par­tei [39] dage­gen, die Vor­schrif­ten über die Frak­ti­ons­fi­nan­zie­rung in das Abge­ord­ne­ten­ge­setz zu über­neh­men. Dies ist mit dem Sech­zehn­ten Gesetz zur Ände­rung des Abge­ord­ne­ten­ge­set­zes vom 11.03.1994 [24] gesche­hen, wel­ches Anfang 1995 in Kraft getre­ten ist. Den Erlass des Geset­zes muss­te die ÖDP als bewuss­te und gewoll­te Ent­schei­dung des Antrags­geg­ners gegen eine spe­zi­al­ge­setz­li­che Fest­le­gung der Höhe der staat­li­chen Mit­tel für die Frak­tio­nen, gegen die Bestim­mung einer Ober­gren­ze für die Frak­ti­ons­fi­nan­zie­rung oder einer Anrech­nung auf die staat­li­che Par­tei­en­fi­nan­zie­rung sowie gegen die spe­zi­fi­zier­te Aus­wei­sung der Mit­tel im Haus­halts­plan ver­ste­hen. Die erkenn­ba­re Wei­ge­rung setz­te damit die Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG in Lauf. Es ist weder vor­ge­tra­gen noch sonst ersicht­lich, wes­halb die ÖDP gegen das seit 1995 gesetz­lich gere­gel­te Ver­fah­ren der Bewil­li­gung der Frak­ti­ons­zu­schüs­se erst­mals im Jahr 2012 ver­fas­sungs­ge­richt­lich vor­geht.
Glei­ches gilt in Bezug auf das Bewil­li­gungs­ver­fah­ren der öffent­li­chen Mit­tel für die Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter. Spä­tes­tens mit der Neu­fas­sung von § 12 Abs. 3 Satz 1 AbgG im Dezem­ber 1995 war klar, dass der Antrags­geg­ner an dem schon zuvor prak­ti­zier­ten Bewil­li­gungs­ver­fah­ren fest­hal­ten und die Auf­wen­dun­gen für die Mit­ar­bei­ter der Abge­ord­ne­ten der Höhe nach nicht im Abge­ord­ne­ten­ge­setz selbst fest­le­gen woll­te.
Die Finan­zie­rung par­tei­na­her Stif­tun­gen ist bis­lang zwar nicht gesetz­lich gere­gelt, aber die Mit­tel wer­den seit Ein­füh­rung der Glo­bal­zu­schüs­se im Jahr 1967 in den jähr­li­chen Haus­halts­plan ein­ge­stellt. Es ist auch hier weder dar­ge­legt noch sonst ersicht­lich, wes­halb die im Jahr 1981 gegrün­de­te ÖDP erst im Jahr 2012 gegen das fort­dau­ern­de Unter­las­sen des Antrags­geg­ners vor­geht, die Höhe der staat­li­chen Mit­tel für die poli­ti­schen Stif­tun­gen durch ein mate­ri­el­les Gesetz zu regeln und die ver­wen­de­ten Mit­tel im Haus­halts­plan spe­zi­fi­ziert aus­zu­wei­sen.
Im Übri­gen erschließt sich nicht, inwie­weit die Ver­ga­be der staat­li­chen Zuschüs­se im Bun­des­haus­halt im Ver­gleich zu einer Ver­ga­be durch ein Leis­tungs­ge­setz einen Ein­griff in das Recht der ÖDP auf Chan­cen­gleich­heit ent­hal­ten soll.
Die mit dem Antrag zu 2., zwei­ter Spie­gel­strich ange­grif­fe­ne "Gestat­tung, die öffent­li­chen Mit­tel für die Öffent­lich­keits­ar­beit der Frak­tio­nen zu ver­wen­den und die Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter im Wahl­kreis ein­zu­set­zen", erfolg­te durch gesetz­li­che Rege­lun­gen (§ 47 Abs. 3, § 50 Abs. 1 AbgG respek­ti­ve § 12 Abs. 3 AbgG), die bereits 1995 in Kraft getre­ten sind und gemäß § 64 Abs. 3 BVerfGG nicht mehr im Organ­streit­ver­fah­ren ange­grif­fen wer­den kön­nen.
Auch der Antrag zu 2., drit­ter Spie­gel­strich, mit dem die ÖDP die Unter­bin­dung bezie­hungs­wei­se Beschnei­dung der Kon­trol­le der Mit­tel­ver­wen­dung durch den Antrags­geg­ner gel­tend macht, ist ver­fris­tet.
Soweit die ÖDP bemän­gelt, der Bun­des­rech­nungs­hof sehe von Prü­fun­gen der zweck­mä­ßi­gen Ver­wen­dung der öffent­li­chen Mit­tel für die Abge­ord­ne­ten­mit­ar­bei­ter ab, seit der Antrags­geg­ner die Kon­trol­le der Arbeits­ver­trä­ge für die Mit­ar­bei­ter 1992 ver­wei­gert habe, wird ein Ver­hal­ten des Antrags­geg­ners gerügt, das mehr als 20 Jah­re zurück­liegt. Dass die poli­ti­sche Erfor­der­lich­keit der Maß­nah­me einer Frak­ti­on nicht der Kon­trol­le des Bun­des­rech­nungs­ho­fes unter­liegt, beruht auf § 53 Abs. 2 Satz 2 AbgG; die­se Norm ist bereits 1995 in Kraft getre­ten und damit im Jahr 2012 nicht mehr im Organ­streit­ver­fah­ren angreif­bar.
Im Hin­blick auf die von der ÖDP ver­miss­te gesetz­li­che Ver­pflich­tung der Abge­ord­ne­ten zur öffent­li­chen Rech­nungs­le­gung über die Ver­wen­dung der Mit­tel für Mit­ar­bei­ter und deren Ein­satz ver­tei­digt die ÖDP kei­ne eige­nen, ihren ver­fas­sungs­recht­li­chen Sta­tus als poli­ti­sche Par­tei berüh­ren­den Rech­te, son­dern zielt auf eine abs­trak­te Kon­trol­le der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des ange­grif­fe­nen Unter­las­sens des Antrags­geg­ners. Dies ist im Organ­streit­ver­fah­ren nicht statt­haft [40].
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 15. Juli 2015 – 2 BvE 4/​12
vgl. BVerfGE 24, 252, 258 f.; 80, 188, 209; 94, 351, 362 f.; 99, 19, 28; 102, 224, 231 f.; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 80, 188, 210; 92, 80, 89[↩][↩]
vgl. nur BVerfGE 24, 252, 258; 92, 80, 87; 118, 277, 320 f.[↩]
vgl. BVerfGE 4, 250, 269; 71, 299, 303 f.; 92, 80, 89; 118, 244, 256 f.; 129, 356, 371; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 4, 27, 30 f.; 24, 260, 263; 85, 264, 284; 92, 80, 88; 121, 30, 57; BVerfG, Urteil vom 16.12 2014 – 2 BvE 2/​14 22; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 107, 286, 294; 111, 382, 398; BVerfG, Urteil vom 16.12 2014 – 2 BvE 2/​14 22; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 44, 125, 146; BVerfG, Urteil vom 16.12 2014 – 2 BvE 2/​14 30[↩]
vgl. BVerfGE 104, 14, 20 m.w.N.; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 73, 40, 88 f. m.w.N.; 82, 322, 337 f.; 85, 264, 297; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 69, 92, 109; 73, 40, 89; 85, 264, 297; 104, 287, 300; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 111, 382, 398[↩]
vgl. dazu BVerfGE 20, 56, 97 ff.; 73, 40, 88 ff.; 85, 264, 269 ff.; 111, 382, 398 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 85, 264, 297; 111, 382, 398[↩]
vgl. BVerfGE 73, 1, 31 ff.[↩][↩]
vgl. BVerfGE 73, 1, 31[↩][↩]
vgl. BVerfGE 80, 188, 214[↩][↩]
vgl. in ande­rem Zusam­men­hang BVerfGE 133, 168, 233 f., Rn. 118[↩]
BGBl I S. 2580[↩]
vgl. BVerfGE 20, 56, 104; 62, 194, 202[↩]
vgl. BVerfGE 80, 188, 231[↩][↩][↩]
BGBl I S. 526[↩][↩]
vgl. BVerfGE 69, 92, 109; 73, 40, 89; 85, 264, 297; 104, 287, 300; 111, 382, 398; stRspr[↩]
vgl. für das Han­deln der Bun­des­re­gie­rung: BVerfG, Beschluss vom 16.12 2014 – 2 BvE 2/​14 44[↩]
BVerfGE 20, 56[↩]
BVerfGE 24, 300[↩]
vgl. BVerfGE 120, 82, 105; 129, 300, 322 f.; 130, 212, 229; 135, 259, 289, Rn. 57[↩]
vgl. BT-Drs. 12/​5650 S. 11[↩]
BGBl I S. 2395[↩]
BGBl I S. 1718[↩]
vgl. BVerfGE 40, 296, 312; 134, 141, 173 f., Rn. 96[↩]
vgl. BVerfGE 73, 1, 32[↩]
vgl. BVerfGE 73, 1, 38[↩]
BVerfGE 73, 1[↩]
vgl. BVerfGE 4, 250, 269; 71, 299, 303 f.; 92, 80, 89; 118, 244, 256 f.; 129, 356, 371[↩]
BT-Drs. 12/​4425, S. 36[↩]
BT-Drs. 12/​5788[↩]
vgl. BVerfGE 73, 1, 29 f.[↩]
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