Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/streitgegenstand-und-der-lebenssachverhalt-3117362
Timestamp: 2019-12-14 08:22:01
Document Index: 141324401

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 812', '§ 138', '§ 138', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Streit­ge­gen­stand – und der Lebens­sach­ver­halt | Rechtslupe
Streit­ge­gen­stand – und der Lebens­sach­ver­halt
Der Streit­ge­gen­stand wird bestimmt durch das Rechts­schutz­be­geh­ren (Antrag), in dem sich die vom Klä­ger in Anspruch genom­me­ne Rechts­fol­ge kon­kre­ti­siert, und den Lebens­sach­ver­halt (Anspruchs­grund), aus dem der Klä­ger die begehr­te Rechts­fol­ge her­lei­tet (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO).
Zum Anspruchs­grund sind alle Tat­sa­chen zu rech­nen, die bei einer natür­li­chen; vom Stand­punkt der Par­tei­en aus­ge­hen­den und den Sach­ver­halt sei­nem Wesen nach erfas­sen­den Betrach­tung zu dem zur Ent­schei­dung gestell­ten Tat­sa­chen­kom­plex gehö­ren, den eine Par­tei zur Stüt­zung ihres Rechts­schutz­be­geh­rens vor­trägt.
Vom Streit­ge­gen­stand wer­den damit alle mate­ri­ell­recht­li­chen Ansprü­che erfasst, die sich im Rah­men des gestell­ten Antrags aus dem zur Ent­schei­dung unter­brei­te­ten Lebens­sach­ver­halt her­lei­ten las­sen.
Das gilt unab­hän­gig davon, ob die ein­zel­nen Tat­sa­chen des Lebens­sach­ver­halts von den Par­tei­en vor­ge­tra­gen wor­den sind oder nicht 1.
So liegt auch der hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­ne Streit­fall: Grund­la­ge des Begeh­rens der Klä­ger ist die Rück­for­de­rung bereits gezahl­ten Hono­rars nach § 812 Abs. 1 BGB. Sie lei­ten den Man­gel des recht­li­chen Grun­des aus § 138 Abs. 2 BGB, aus einem im Sin­ne des § 138 Abs. 1 BGB sit­ten­wid­rig über­höh­ten Hono­rar und einem im Sin­ne des § 3a Abs. 2 RVG unan­ge­mes­sen hohen Hono­rar her. Der von den Klä­gern zur Ent­schei­dung gestell­te Tat­sa­chen­kom­plex beruht in sei­nen wesent­li­chen Eigen­hei­ten damit dar­auf, dass das dem Beklag­ten gezahl­te Hono­rar im Ver­hält­nis zu den Gegen­leis­tun­gen des Beklag­ten über­höht sei. Der Kern die­ses zur Ent­schei­dung ste­hen­den Lebens­sach­ver­halts weist allen­falls gerin­ge Abwei­chun­gen auf, die bei natür­li­cher Betrach­tung nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung kei­ne Bedeu­tung haben 2.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Novem­ber 2016 – IX ZR 119/​14
stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. BGH, Beschluss vom 03.03.2016 – IX ZB 33/​14, WM 2016, 792 Rn. 27 mwN, für BGHZ bestimmt; Urteil vom 05.07.2016 – XI ZR 254/​15, WM 2016, 1831 Rn. 24[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 03.03.2016, aaO Rn. 28[↩]
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