Source: https://www.deubner-recht.de/produkte/familienrecht-100-mandate/p/der-barunterhaltsbedarf-eines-kindes-geschiedener-oder-getrenntlebender-eltern-bestimmt-sich-jedenfalls-363670
Timestamp: 2020-04-05 00:38:37
Document Index: 285984389

Matched Legal Cases: ['§ 1610', '§ 1610', '§ 1610', '§ 1610', '§ 1610', 'BGH']

Der Barunterhaltsbedarf eines Kindes geschiedener oder getrenntlebender Eltern bestimmt sich jedenfalls dann nach den Einkommensverhältnissen - allein - des barunterhaltspflichtigen Elternteils, wenn die Einkünfte der Eltern sich im mittleren Bereich halten und das Einkommen des betreuenden Elternteils (§ 1610 Abs. 3 BGB) nicht höher ist als das Einkommen des anderen. Die Orientierung an einem fiktiven, erzielbaren höheren Einkommen - zwecks Erlangung eines den Mindestunterhalt (§ 1610 Abs. 3 BGB) übersteigenden Anspruchs - kommt grundsätzlich nicht und ausnahmsweise nur dann in Betracht, wenn dies Treu und Glauben gebieten, so insbesondere in Fällen eines verantwortungslosen, zumindest leichtfertigen Verhaltens des Unterhaltspflichtigen.
OLG Karlsruhe - Urteil vom 24.09.1992
16 UF 25/92
BGB § 1610 Abs. 1 , Abs. 3 ;
FamRZ 1993, 1481
OLG Karlsruhe, Urteil vom 24.09.1992 - Aktenzeichen 16 UF 25/92
DRsp Nr. 1994/11277
Der Barunterhaltsbedarf eines Kindes geschiedener oder getrenntlebender Eltern bestimmt sich jedenfalls dann nach den Einkommensverhältnissen - allein - des barunterhaltspflichtigen Elternteils, wenn die Einkünfte der Eltern sich im mittleren Bereich halten und das Einkommen des betreuenden Elternteils (§ 1610 Abs. 3 BGB ) nicht höher ist als das Einkommen des anderen. Die Orientierung an einem fiktiven, erzielbaren höheren Einkommen - zwecks Erlangung eines den Mindestunterhalt (§ 1610 Abs. 3 BGB ) übersteigenden Anspruchs - kommt grundsätzlich nicht und ausnahmsweise nur dann in Betracht, wenn dies Treu und Glauben gebieten, so insbesondere in Fällen eines verantwortungslosen, zumindest leichtfertigen Verhaltens des Unterhaltspflichtigen.
Vgl. auch BGH - XII ZR 23/91 - vom 18.03.1992, FamRZ 1992, 1045