Source: https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A7824785.html
Timestamp: 2018-06-21 12:05:27
Document Index: 301700452

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 12', 'Art. 29', 'Art. 29', '§ 3', '§ 4', 'Art. 12', '§ 6', 'Art. 33', '§ 8', 'Art. 27', 'Art. 37', '§ 13', '§ 7', '§ 10', '§ 10', '§ 11', '§ 11', '§ 15']

Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachwe...
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim
1.1. Bauvorhaben
1.2. Art des Vorhabens
1.3. Bauherr
1.4. BS-Nachweisersteller/-Nachweisberechtigung
1.5. Gebäudeart/Gebäudeklasse Art. 2 Abs. 3 BayBO
GK 3 oder GK 5
GK 1, 2 oder 4 nur, wenn Gesamtfläche des Gebäudes bzw. der NE Altenheim unter 400 m2
1.6. Einstufung der Baumaßnahme Art. 2 Abs. 4 BayBO
Sonderbau wegen Unterbringung pflegebedürftiger Personen
Pflegeheim mit z.B. 400 Pflegebedürftigen
Lagerräume für Medikamente und brennbare Flüssigkeiten
Pflegebedürftige von 70 bis 100 Jahren
Besucher ortsunkundig
Bewohner meist behindert, Demenz, nicht mobil
in bestimmten Räumen ggf. höher
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 246 – 01.04.2011 >>
Gefahr der Brandentstehung:
in Pflegezimmern teilweise höher (heimliche Raucher)
Gefahr der Brandausbreitung abhängig von:
abgetrennten Pflegezimmern, Zellenbauweise
Brandwänden oder Abständen zu Nachbargebäuden
Gefahr für die Flucht und Rettung abhängig von:
Rettungsweglänge eingehalten
Pflegebedürftigkeit, Behinderungen erschweren die Rettung
in Intensivbereichen kaum Rettung möglich
Gefahr für die Einsatzkräfte abhängig von:
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 247 – 01.04.2011 << >>
BayBO in Verbindung mit der Krankenhaus- und Pflegeheimbauverordnung von Brandenburg
BbgKPBauV (nach Abstimmung mit der Behörde, da diese Verordnung in Bayern nicht eingeführt ist)
In anderen Ländern sind entsprechende Richtlinien oder Verordnungen eingeführt, sodass dort nicht auf ausländische Sonderbauvorschriften oder Richtlinien zurückgegriffen werden muss (z.B. in Rheinland-Pfalz die eingeführte Heimrichtlinie, Gleiches gilt sinngemäß auch für Hessen, Hamburg und NRW).
Versammlungsstättenverordnung für Speisesäle, Hallen oder Foyers und deren Rettungswege, wenn dort Veranstaltungen bzw. die Nutzung mit mehr als 200 Gästen stattfindet.
Für folgende Nutzungen, Nutzungseinheiten ergeben sich zusätzliche Anforderungen, welche für den Einzelfall festzulegen sind, da für diese Bereiche die vorgesehenen Rettungsmöglichkeiten ausscheiden. Zu nennen sind beispielsweise
Außerdem ist in Pflegeheimen mit weiteren und vor allem besonderen Gefahren zu rechnen, für die besondere Maßnahmen erforderlich werden.
Alle diese Gefahren sind meist schon im Planungszeitraum bekannt und deshalb zwingend in den Brandschutzkonzepten zu berücksichtigen. Diese Aussage trifft nicht nur für die Neuerrichtung von Pflegeheimen, sondern erst recht für die meist schon in Auftrag gegebenen Bestandsänderungen zu. Beispiele für solche besonderen Gefahren sind:
Labore und Läger mit ABCDE-Gefahren.
Zur Sicherung dieser Nutzungen sind meist Maßnahmen aus arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften bzw. den zutreffenden Technischen Regeln umzusetzen (Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung, Strahlenschutzverordnung usw.).
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 248 – 01.04.2011 << >>
In allen diesen arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften sind keine klaren Anforderungen mehr enthalten, sondern nur Schutzziele, welche im Wesentlichen die gleiche Richtung verfolgen wie die baurechtlichen Schutzziele. Vom Gesetzgeber wurde das Instrument Gefährdungsbeurteilung zur Verpflichtung erhoben, mit dem die Umsetzung der Schutzziele sichergestellt werden müssen.
Wie bereits erläutert sind alle bekannten Brand- und vergleichbaren Gefahren im BS-Konzept zu berücksichtigen, auch wenn aus dem Baurecht keine entsprechenden Forderungen entnommen werden können. Diese Verpflichtung ergibt sich auch aus der Tatsache, dass zur Eingrenzung vorgenannter Gefahren nicht nur organisatorische Brandschutzmaßnahmen, sondern auch bauliche, gebäudetechnische, anlagentechnische und Maßnahmen für die Einsatzkräfte erforderlich werden, welche nicht erst zum Zeitpunkt des Nutzungsbeginns berücksichtigt werden können.
ABCDE-Lager: TRGS 514, TRGS 515, TRG 280, TRG 300, TRbF 20 und zutreffende TRBA, TRGS und TRBS, welche die vorgenannten Technischen Regeln mittelfristig ablösen, bzw. schon abgelöst haben (z.B. TRGS 515)
2.1. Feuerwehrplan
2.2. Feuerwehrzufahrt, Flächen für die Feuerwehr (Art. 5 BayBO)
Festlegung der Beschilderung der Zufahrten und Umfahrten ggf. mit Lageplänen
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 249 – 01.04.2011 << >>
2.3. Löschwasserversorgung (Art. 12 BayBO)
Erforderlich sind zwischen 1.600 und 3.200 l/min.
Folgende Löschwasserquellen sind möglich:
Zur Beurteilung, ob die Löschwasserversorgung ausreicht, benötigt der Prüfer Entfernungen von Löschwasserquellen zu den Treppenräumen und die Leistung/Kapazität der Löschwasserversorgung.
2.4. Löschwasserrückhaltung
In Pflegeheimen meist nicht erforderlich ggf.
Maßnahmen zur Rückhaltung von Gefahrstoffen.
Abstandsflächen in Abhängigkeit von der Höhe des Gebäudes und der Einstufung des Baugebietes (Kerngebiet, Gewerbe- und Industriegebiet bzw. Sondergebiet)
Anforderungen an Brandwände in Abhängigkeit von der GK:
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 250 – 01.04.2011 << >>
GK 5 = BW
GK 4 = F 60 A + M
GK 3 = F 60 A
GK 3 = F 30/F 90 (nur �äußere BW�)
Darlegung, wo sich die Brandwände befinden
Äußere Brandwände sind ..........
Innere Brandwände sind ..........
Türen in inneren BW ggf. T 30 RS
Pflegebereiche müssen in zwei getrennte Brandabschnitte aufgeteilt werden und jeweils jeder Brandabschnitt mit eigenem Treppenraum! Jeder Brandabschnitt muss Patienten des Nachbarbrandabschnittes aufnehmen können!
nichtbrennbare Baustoffe bei mehrgeschossigen Gebäuden
zwischen Bettenzimmern selbst und anderen Räumen F 60 A
Räume mit erhöhter Brand- und Explosionsgefahr F 90 A
besondere Nutzungen F 90 A, ggf. Schleusen
Trennwände von mehrgeschossigen Hallen (Abweichung von Art. 29 BayBO)
wie Geschossdecken, Türen T 30 RS
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 251 – 01.04.2011 << >>
Decken als Raumabschluss wie tragende Decken (Art. 29 BayBO, § 3 BbgKPBauV)
Dämmstoffe, Unterdecken Verkleidungen (§ 4 BbgKPBauV)
3.3. Rettungswege (Art. 12, 31 bis 36 BayBO)
beide RW über einen notwendigen Flur möglich
Evakuierung in den Nachbar-Brandabschnitt durch eigenes Personal sicherstellen
Empfehlung 1,2 je 200 Personen (Staffelung in 60 cm Schritten)
wenn Bettentransport erforderlich sein sollte, mindestens 1,25 m
Freihalten der Rettungswege zu einer Ausgangstür (mindestens 90 cm)
Raume mit erhöhter Brandgefahr zwei entgegengesetzte Türen in Fluchtrichtung
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 252 – 01.04.2011 << >>
Flure (§ 6, 7 BbgKPBauV)
Stichflure maximal 10 m
Flurbreite mindestens 1,6 m (in Intensivbereichen 2,25 m, Personalflur 1,2 m)
Flurwände hochfeuerhemmend aus nichtbrennbaren Baustoffen F 60 A
Unterteilungen der Flure in Rauchabschnitte (RS- Türen nach DIN 18095)
Treppenräume (Art. 33 BayBO, § 8 BbgKPBauV)
GK 1, 2 und 3 feuerhemmende Treppenraumwände, Bekleidung A
in BW Türen T 90 RS (ggf. T30 RS in Fluren)
in feuerbeständigen Trennwänden T30 RS (Räume mit erhöhter Brandgefahr)
In hochfeuerhemmenden Trennwänden RS-Türen (Flurwände-Pflegebereich)
in Intensivbereichen mindestens 1,25 m (Bettentransport)
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 253 – 01.04.2011 << >>
3.5. Aufenthaltsräume im Kellergeschoss (Art. 27, 31 und 34 BayBO)
Feuerwiderstandsfähigkeit der Wände und Türen (F 90, T 30) zwischen Aufenthaltsräumen und anderen Kellerräumen
Bei zwei übereinanderliegenden Kellergeschossen getrennte Ausgänge nachweisen
Besondere Anforderungen an Sondernutzungen (Labore, Dialyseräume usw.)
3.6 Haustechnische Anlagen (Art. 37 bis 43 BayBO)
ausreichende Anzahl von Aufzügen zum Transport von Tragen
in Intensivbereichen zum Transport von Betten geeignet
in jedem Brandabschnitt ein Aufzug
Weitere haustechnische Anlagen, welche in dem Gebäude vorhanden sind oder sein werden, sind aufzuzählen, wie:
Leitungsanlagen; LAR
elektrische Anlagen; EltBauV
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 254 – 01.04.2011 << >>
Lüftungsanlagen; LARL
Feuerungsanlagen; FeuV
Abfallanlagen und Räume für die Lagerung von Abfall; sicher aufbewahren, Tür nicht zum Treppenraum
TM gegen Falschalarme (TM = technische Maßnahmen)
zentrale Bedienung in der BMZ der Sicherheitstechnik wie Feuerlöschanlagen, RWA, BMA, Alarmierungsanlagen
Zwingend erforderlich sind folgende Löschanlagen/Einrichtungen (§ 13, 15 BbgKPBauV):
Löschanlagen auf Feuerwehr aufschalten
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 255 – 01.04.2011 << >>
Anlagen zur Löschwasserrückhaltung müssen in der Regel nur für große Gefahrstofflager vorgesehen werden. Diese Maßnahmen werden in der Löschwasserrückhalterichtlinie geregelt. Zusätzlich können Maßnahmen für die Rückhaltung von gefährlichen Produkten in Frage kommen.
4.3 Rauch und Wärmeabzug/Abführung der Gefahrstoffe
Entrauchung Kellergeschoss über mindestens eine Öffnung durch FW
Entrauchung der Flure über Fenster oder maschinell (§ 7 BbgKPBauV)
Entrauchung der Treppenräume 1 m2 an oberster Stelle
Rauchableitungsmöglichkeit für Halle an höchster Stelle 1 %, im oberen Drittel 2 %
Einrichtung zur Absaugung von Gefahrstoffen wie Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube für Gefahrstofflagerräume oder Labore
4.4. Blitzschutzanlagen (§ 10 BbgKPBauV)
4.5. Sicherheitsstromversorgung (§ 10 BbgKPBauV)
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 256 – 01.04.2011 << >>
4.6. Sicherheitsbeleuchtung (§ 11 BbgKPBauV)
4.7. Rufanlagen (§ 11 BbgKPBauV)
zur Benachrichtigung des Personals in jedem Bett-, Wasch-, Bade- und Toilettenraum
4.8. Funkversorgung
5. Betrieblich-organisatorischer Brandschutz (§ 15, 16, 17 BbgKPBauV)
Beurteilung der Brandgefahr und Festlegung der dadurch erforderlichen Maßnahmen (Gefährdungsbeurteilung/Risikoanalyse)
Flucht- und Rettungswegpläne mit Darstellung der Gefahrbereiche in allen Geschossfluren und im Eingangsgeschoss
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 257 – 01.04.2011 << >>
Aussage, dass keine Abweichungen von baurechtlichen Vorschriften geplant sind, oder �bis auf nachfolgende Abweichungen wird das Baurecht eingehalten�.
Warum kann das Baurecht nicht eingehalten werden?
eigene Aussage zur Vertretbarkeit der Abweichung bzw., dass die Schutzziele erreicht werden
Diese Maßnahmen sind in Abhängigkeit vom Einzelfall und einer Gefährdungsbeurteilung gemeinsam mit dem Nutzer festzulegen.
7.1. Intensivstationen
7.2. Labore
7.3. Läger
7.4. Röntgenstationen
7.5. Dialysestationen
Anlage 4 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für ein Altenheim – Seite 258 – 01.04.2011 <<