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Timestamp: 2019-02-18 01:08:43
Document Index: 305610133

Matched Legal Cases: ['§ 161', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 6', '§ 7', '§ 8']

Kommanditgesellschaft mit gewerblicher Prägung? Anwalt für Steuerrecht in Berlin
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Kommanditgesellschaft mit gewerblicher Prägung?
Eine Gesellschaft, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist, ist gemäß § 161 HGB eine Kommanditgesellschaft, wenn bei einem oder bei einigen von den Gesellschaftern die Haftung gegenüber den Gesellschaftsgläubigern auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage beschränkt ist, sog. Kommanditisten, während bei dem anderen Teile der Gesellschafter eine Beschränkung der Haftung nicht stattfindet, sog. persönlich haftende Gesellschafter bzw. Komplementäre. Wenn es nur einen Komplementär gibt, und dieser ist eine GmbH, dann wird aus der einfachen Kommanditgesellschaft (KG) eine GmbH & Co. KG. Diese ist dann immer noch eine Personenhandelsgesellschaft, jedoch mit einer juristischen Person, welche die Geschäftsführung übernimmt und nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Voraussetzungen dieser Personengesellschaft?
Die GmbH & Co. KG kann grundsätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen. Gemäß § 15 Absatz 1 Satz 1 Nr.1 EStG sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb Einkünfte aus gewerblichen Unternehmen. Unter einem Gewerbebetrieb versteht man gemäß § 15 Absatz 2 Satz 1 EStG grds. jede selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist. Nach der Fiktion des § 15 Absatz 3 Nr.2 EStG gilt schließlich als Gewerbebetrieb in vollem Umfang die mit Einkünfteerzielungsabsicht unternommene Tätigkeit einer Personengesellschaft, die keine Tätigkeit im Sinne des § 15 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 EStG ausübt und bei der ausschließlich eine oder mehrere Kapitalgesellschaften persönlich haftende Gesellschafter sind und nur diese oder Personen, die nicht Gesellschafter sind, zur Geschäftsführung befugt sind, sog. Fremdgeschäftsführer. Diese Personengesellschaft wird auch gewerblich geprägte Personengesellschaft genannt. Die GmbH & Co. KG erfüllt in ihrer einfachen Version diese gesetzlichen Voraussetzungen.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Vermeidung von Gewerbesteuer?
Die GmbH & Co. KG kann jedoch auch ausnahmsweise keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen, sondern z.B. auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung als rein vermögensverwaltende Kommanditgesellschaft, wenn die Voraussetzungen des § 15 Absatz 3 Nr.2 EStG nicht vorliegen. Besteuerungsgrundlage für die Gewerbesteuer ist gemäß § 6 GewStG der Gewerbeertrag. Dieser ist gemäß § 7 GewStG z.B. der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, vermehrt und vermindert um die in den §§ 8 und 9 GewStG bezeichneten Beträge. Zu einem Gewerbeertrag kommt es aber nicht, wenn eine modifizierte GmbH & Co. KG vorliegt. Dies muss im Einzelfall erst geprüft werden.