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Timestamp: 2018-08-20 02:35:43
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§ 827 BGB: Ausschluss und Minderung der Verantwortlichkeit
§ 827 BGB
Ausschluss und Minderung der Verantwortlichkeit
Wer im Zustand der Bewusstlosigkeit oder in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit einem anderen Schaden zufügt, ist für den Schaden nicht verantwortlich. Hat er sich durch geistige Getränke oder ähnliche Mittel in einen vorübergehenden Zustand dieser Art versetzt, so ist er für einen Schaden, den er in diesem Zustand widerrechtlich verursacht, in gleicher Weise verantwortlich, wie wenn ihm Fahrlässigkeit zur Last fiele; die Verantwortlichkeit tritt nicht ein, wenn er ohne Verschulden in den Zustand geraten ist.
LG Nürnberg, vom 4.3.2015, Az. 8 O 3675/13 Dies bedeutet, dass für einen Verschuldensvorwurf gegenüber dem Versicherten mangels Schuldfähigkeit i.S. d. § 827 S. 1 BGB von vornherein kein Raum ist (zur Anwendbarkeit des § 827 BGB im Rahmen der Leistungsfreiheit bei Obliegenheitsverletzung bereits BGH VersR 1967, 944).
BGH, URTEIL vom 3.5.2011, Az. IV ZR 225/10 -11 - MünchKomm-VVG/Looschelders aaO Rn. 90-92; Staudinger/Oechsler, BGB [2009], § 827 Rn. 27) noch des Rechtsgedankens des § 827 Satz 2 BGB (BGH, Urteil vom 6. Juli 1967 - II ZR 16/65, VersR 1967, 944 unter III; OLG Köln VersR 1995, 205; Bruck/Möller/Baumann aaO Rn. 53; Loo-schelders/Pohlmann/Schmidt-Kessel aaO Rn. 39; Veith, VersR 2008, 1580, 1581 f.; vgl. ferner Halm/Kreuter/Schwab/Stomper aaO Rn. 1309).
LG Wuppertal, Urteil vom 4.9.2010, Az. 9 S 259/09 9Dass der Beklagte bei Fahrtantritt wegen des Alkoholgenusses nicht zurechnungsfähig gewesen und daher wegen § 827 S. 1 BGB nicht schuldhaft gegen die versicherungsvertragliche Obliegenheit, nicht alkoholisiert fahruntüchtig ein Fahrzeug zu fahren, verstoßen hätte, ist vorliegend selbst bei Berücksichtigung des vom Amtsgericht als verspätet zurückgewiesenen Vortrags im Schriftsatz vom 18.06.2009 bezüglich der einzelnen Feststellungen des die Blutprobe entnehmenden Arztes, den der Beklagte im Berufungsverfahren wiederholt, nicht hinreichend dargetan (OLG Köln a.a.O.).
BGH, URTEIL vom 3.11.2006, Az. IV ZR 252/05 Da der Kläger als Ursache für den nachträglichen Erinnerungsverlust eine tief greifende Bewusstseinsstörung im Sinne von § 827 BGB geltend macht, trifft ihn die volle Beweislast insoweit nicht nur nach § 6 Abs.3 VVG, sondern auch nach dem Rechtsgedanken des § 827 Satz 1 BGB, wonach derjenige die Voraussetzungen dieser Vorschrift darzulegen und zu beweisen hat, der sich auf sie beruft (BGHZ 39, 103, 108).
LG Dortmund, Urteil vom 4.11.2005, Az. 2 O 1/05 Jedoch ist für die Voraussetzungen des auch im Rahmen des § 61 VVG entsprechend anwendbaren § 827 Satz 1 BGB die Klägerin beweisbelastet (vgl. BGH, VersR 1990, 888; OLG Hamm, a. a. O.).
BGH, URTEIL vom 3.10.2005, Az. IV ZR 146/04 Solange ein Täter nicht den Zustand einer Zurechnungsunfähigkeit im Sinne von § 827 BGB erreicht, ein Ausschluß der Wahrnehmungsfähigkeit oder der freien Willensbestimmung also noch nicht eingetreten ist, bleibt vorsätzliches Handeln möglich (vgl. dazu BGH, Urteile vom 22. November 1962 - II ZR 79/60 - VersR 1963, 79 unter I 2 und 4; vom 17. November 1966 - II ZR 156/64 - VersR 1967, 125 unter IV 2 m.w.N.;Sprau in Palandt, BGB, 64. Aufl. § 827 Rdn. 2).
LG Köln, Urteil vom 3.10.2004, Az. 20 O 331/04 Dass die Bestimmung des § 827 BGB im Rahmen des § 61 VVG entsprechend anzuwenden ist, entspricht einhelliger Rechtsprechung (BGH, VersR 1985, 440; VersR 1989, 469 (470)).
BGH, URTEIL vom 3.9.2003, Az. IV ZR 16/03 a)	Der Bundesgerichtshof hat schon mehrfach ausgesprochen, daß die Beweislastregelung aus § 827 Satz 1 BGB, wonach die Beweislast für behauptete Unzurechnungsfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135, 136 ff.; 102, 227, 230), auch im Rahmen von §61 VVG zu Lasten des Versicherungsnehmers Anwendung findet (BGHZ 111, 372, 374; BGH, Urteil vom 23. Januar 1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 = VersR
BGH, URTEIL vom 2.0.1977, Az. VI ZR 166/74 Richtig ist zwar, daß die Voraussetzungen des §827 BGB auch durch einen Unfallschock (s. BGH Urt. v. 27. Januar 1966 - II ZR 5/64 = VersR 1966, 458; v. 25. April 1966 - II ZR 148/64 * VersR 1966, 579 mit An. Gaisbauer in VersR 1966, 915 und v. 10. November 1966 - II ZR 47/64 * VersR 1967, 29) oder durch äußerste Erregung (vgl. Strafurt. v. 10. Oktober 1957 -4 StR 21/57 * NJW 1958, 266) erfüllt sein können.
BGH, URTEIL vom 2.4.1974, Az. VI ZR 138/72 Nach § 827 BGB trägt zwar der Schädiger die Beweislast dafür, daß seine Verantwortlichkeit durch Störung der Geistestätigkeit überhaupt ausgeschlossen ist (der Begriff der verminderten Zurechnungsfähigkeit ist dem Zivilrecht fremd - BGH Urt. v. 15. November 1966 - II ZR 156/64 = VersR 1967, 125, 126).
BGH, URTEIL vom 3.1.1972, Az. IV ZR 122/71 Nach seinem in VersR 1971, 1113 veröffentlichten Urteil vom 3. Februar 1971 (ebenso schon vorher OLG Hamm, MDR 1971» 307) könne die Beweislastregelung, die dem Versicherungsnehmer den Nachweis seiner Schuld u n fähigkeit auferlege, nicht auf § 827 BGB gestützt werden, weil es sich insoweit um eine nur für den Bereich des Schadensersatzes geltende Bestimmung handele.