Source: https://polludoc.ch/de/Nationale_Pruefung_Diagnostiker
Timestamp: 2020-01-24 14:41:20
Document Index: 110945866

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 16', 'Art 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16']

Nationale Prüfung für Bauschadstoffdiagnostiker/-innen | PolluDoc.ch
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Nationale Prüfung für Bauschadstoffdiagnostiker/-innen
Wozu eine Prüfung
Ziele und Inhalte der Prüfung
Form und Organisation der Prüfung
Trägerschaft der Prüfung
Testprüfung für Ausbildner/-innen
Daten der nächsten Prüfungen
1. WOZU EINE PRÜFUNG?
Die Umsetzung von Art. 16 VVEA «Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» erfordert eine Ausweitung der Tätigkeit der Asbestdiagnostiker auf alle anderen Bauschadstoffe. Zudem müssen die Diagnostiker in ihren Berichten die Entsorgung klarer regeln. Um die Qualität der Bauschadstoff-Diagnostik auch im neuen rechtlichen Umfeld sicherzustellen, haben die Verbände FAGES und ASCA-VABS zusammen mit dem FACH (Forum Asbest Schweiz) ein Ausbildungskonzept erarbeitet, das aus den Elementen Grundausbildung, Fachausbildung, Erfahrung und Weiterbildung besteht. Im Rahmen des Elements «Fachausbildung» ist ein Aufnahmekriterium für die FACH-Liste die erfolgreiche Absolvierung einer mindestens 4-tägigen Einzelausbildung, die von verschiedenen Firmen und Institutionen angeboten wird. Inhalte, Dauer und Umfang der behandelten Themen sind allerdings nicht geregelt und münden deshalb in sehr heterogene Wissensstände bei den Fachpersonen.
Um die Qualität des Elements «Fachausbildung» sicherzustellen, wurde von den Verbänden VABS und FAGES in Zusammenarbeit mit dem FACH eine Prüfung für Bauschadstoff-Diagnostiker ins Leben gerufen.
Das Bestehen der Prüfung wird zukünftig eine der Voraussetzungen für die Aufnahme auf der Diagnostikerliste des «Forum Asbest Schweiz (FACH)» sein. Die Kantone haben die Möglichkeit, Bauherren und Planer auf diese Liste mit geprüften Diagnostikern hinzuweisen.
Die ersten Prüfungen wurden bereits im Laufe des 2019 durchgeführt.
2. ZIELE UND INHALTE DER PRÜFUNG:
Ziele und prinzipielle Inhalte der nationalen Prüfung wurden von der Prüfungskommission festgelegt, welche aus Vertreten von Suva, BAFU, BAG, FAGES und VABS zusammengesetzt ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Lernziele und Inhalte der Prüfung kurz zusammengefasst:
Die Nationale Prüfung umfasst folgende Lernziele:
Durchführung einer Schadstoffermittlung gemäss VVEA Art. 16 für Bauschadstoffe
Vorgaben zum Arbeitnehmerschutz gemäss Suva machen
Vorgaben zum Schutz Nutzer / Nachbarschaft machen
Erstellung eines Entsorgungskonzepts gemäss VVEA Art 16
Die Prüfung behandelt alle Bauschadstoffe gemäss BAFU-Vollzugshilfe Ermittlungspflicht Art. 16 VVEA, inkl. nutzungs­bedingte Belastungen (diese allerdings nur konzeptionell, es werden keine Details zu den einzelnen Schadstoffen verlangt). Die Prüfung erfasst auch die Vorgaben für die Entfernung und Entsorgung der Schadstoffe, wie sie im Konzept beschrieben werden müssen. Die eigentliche Fachbauleitung ist hingegen nicht Teil der Nationalen Prüfung.
Es werden nur Inhalte geprüft, welche auf schweizweit gültigen Grundlagen basieren und dem allgemein anerkannten «Stand der Technik» entsprechen. Dazu gehören folgende Inhalte (nicht abschliessende Aufzählung):
BAFU-Vollzugshilfe zum Art. 16 VVEA, Modul Bauabfälle (Entwurf)
Alle freigegebenen Inhalte auf der Wissensplattform Polludoc
EKAS-Richtlinie 6503
Merkblätter Suva
FACH-Richtlinien
Bevölkerungsschutz / Schutz der Nutzer
FACH-Richtlinie Dringlichkeit Innenräume
Als prinzipielle Inhalte der Nationalen Prüfung wurden 11 Oberthemen festgelegt. Diese können diesem Dokument entnommen werden.
3. FORM UND ORGANISATION DER PRÜFUNG
Die grundlegenden Prinzipien bzgl. Form und Organisation der Prüfung sind von der Prüfungskommission im Prüfungs­reglement festgelegt worden. Hier die wichtigsten Punkte:
Es handelt sich um eine schriftliche Prüfung, die ohne Hilfsmittel absolviert wird.
Jede Prüfungsserie besteht aus 30 Multiple-Choice-Fragen, 10 offenen Fragen und zwei Fallbeispielen.
Die aktuell gültige Gewichtung der Fragen (für die Korrektur relevant) lautet folgendermassen: 30 % der totalen Punktzahl bei MC-Fragen, 30 % der totalen Punktzahl bei offenen Fragen und 40 % der totalen Punktzahl bei den Fallbeispielen.
Die Gewichtung der verschiedenen Fragetypen kann zukünftig variieren.
Die Prüfungsfragen werden so formuliert, dass nicht nur die theoretischen Kenntnisse, sondern auch die Fähigkeit zur Anwendung auf ein Fallbeispiel und zur Lösung konkreter Probleme in der Praxis überprüft werden.
Die Prüfungen werden in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt.
B) Korrektur und Bestehen
Die Prüfungen werden von jeweils 2 Fachexperten korrigiert.
Bei der Prüfungsbewertung werden keine Noten abgegeben, sondern nur die Prädikate «bestanden» oder «nicht bestanden»
Falls die Prüfung nicht bestanden wird, kann sie zwei Mal wiederholt werden.
Für die Zulassung zur Prüfung ist als Grundausbildung eine Berufsausbildung im Bau- oder technischen Bereich (z.B. Bauleitung, Architekt, Bauingenieur, Bauführer, Baumeister, Nat.-wissenschaftliche Ausbildung) vorzuweisen und/oder die Teilnehmer verfügen über eine Weiterbildung im Bereich Bau.
Bei fehlender Grundausbildung gemäss obigen Anforderungen müssen mindestens fünf Jahre Berufspraxis in der Diagnostik von Bauschadstoffen nachgewiesen werden.
Alle Bauschadstoffdiagnostiker/-innen, die bereits auf der FACH-Liste aufgeführt sind und die Prüfung bis Ende der Übergangsfrist noch absolvieren müssen.
D) Organisation und Kosten
sanu future learning ag wird die Prüfung durchführen.
Die Prüfungsgebühren belaufen sich auf CHF 900.-. pro Teilnehmer/-in.
Diese Prüfungsgebühr wurde von der Prüfungskommission und von der Arbeitsgruppe so festgelegt, dass die Prüfung selbsttragend durchgeführt werden kann. Folgende Kosten müssen damit abgedeckt werden: Organisation, Ausschreibung, Koordination und Prüfungsdurchführung durch sanu, Korrektur durch zwei Prüfungsexperten pro Sprache, laufendes Überarbeiten der Prüfungsfragen, laufende Übersetzung nach einer Überarbeitung, Administration der Prüfungsdatenbank, Prüfungseinsicht der Kandidat/-innen und allfällige Rekursverfahren etc.
Bei Nichtbestehen der Prüfung müssen die Prüfungsgebühren erneut entrichtet werden, falls die Prüfung wiederholt wird.
4. TRÄGERSCHAFT DER PRÜFUNG
Das Prüfungsreglement und die prinzipiellen Inhalte der Prüfung wurden von der Prüfungskommission erarbeitet, welche sich aus je einer Vertreterin bzw. Vertreter vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Suva sowie je einem Vertreter der Verbände FAGES und ASCA-VABS zusammensetzt. Das FACH wird die bestandene Prüfung zukünftig als ein Element für die Aufnahme auf die FACH-Diagnostiker-Liste verlangen (weitere Angaben siehe Kapitel 5).
Die konkreten Prüfungsfragen werden von einer Arbeitsgruppe erarbeitet, welche aus Mitgliedern der beiden Verbände FAGES und ASCA-VABS zusammengesetzt ist. Aus Gründen der Unabhängigkeit sind keine Ausbildner in der Arbeitsgruppe vertreten.
5. GANZHEITLICHES AUSBILDUNGSKONZEPT
Wie bereits einleitend erwähnt, ist die Prüfung Teil eines ganzheitlichen Ausbildungskonzepts. Um die Qualität der Bauschadstoff-Diagnostik sicherzustellen, haben die Verbände FAGES und ASCA-VABS in Absprache mit dem FACH ein Ausbildungskonzept erarbeitet, das aus den Elementen Grundausbildung, Fachausbildung, Erfahrung und Weiterbildung besteht (vgl. Abbildung 1 unten). Die Prüfung ist nur ein Teil dieses Gesamtkonzepts und dient der Qualitätssicherung im Bereich Fachausbildung der Stufe I.
Die Stufe I der Ausbildung umfasst die Minimalausbildung für Bauschadstoffdiagnostiker/-innen, welche Abklärungen gemäss Art. 16 VVEA durchführen. Mit der Stufe I wird eine Mindestausbildung und eine Mindesterfahrung vermittelt, welche benötigt wird, um Standardprojekte zu bearbeiten.
Als Voraussetzung für die Aufnahme auf die FACH-Liste (Stufe I) wurde eine schweizweit einheitliche Prüfung ins Leben gerufen, welche die notwendigen Kenntnisse überprüft.
Für die Zulassung zur Prüfung wird eine technische oder naturwissenschaftliche Grundausbildung vorausgesetzt. Die vorgängige Teilnahme an einer spezifischen Fachausbildung zum Thema Bauschadstoffe wird empfohlen, ist jedoch nicht zwingende Voraussetzung für eine Zulassung zur Prüfung. Die entsprechenden Kenntnisse könnten auch über Erfahrung und Selbststudium erworben werden. Bei bestandener Prüfung, verbunden mit einer Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren, werden die Fachpersonen auf die FACH-Liste aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt nach wie vor via Fachverbände (VABS oder FAGES) oder direkt via FACH (von der Suva überprüft). Um die Zulassung beizubehalten werden regelmässige Weiterbildungen im Umfang von einem halben Tag pro Jahr verlangt. Die Umsetzung der Stufe I ist im Gang.
Für die Aufnahme auf die FACH-Liste wird das Bestehen der Prüfung zukünftig ab 01.01.2020 zwingende Voraussetzung sein. Bauschadstoffdiagnostiker/-innen, die bereits heute auf der FACH-Liste eingetragen sind, müssen bis zum 01.01.2023 die Prüfung ebenfalls erfolgreich absolviert haben, um auf der FACH-Liste zu bleiben.
Ausblick Aus- und Weiterbildung Stufe II
Für die optimale Planung und Begleitung von grösseren, komplexeren Projekten sind die Anforderungen gemäss Ausbildungs-Stufe I nicht ausreichend. Schadstoffsanierungen verursachen in der Regel hohe Gefährdungsrisiken und hohe Sanierungskosten. Deshalb ist insbesondere die Bearbeitung komplexer bzw. grosser Projekte durch zusätzlich ausgebildete und erfahrene Projektleiter von hoher Bedeutung. Eine ein- bis zweiwöchige Ausbildung, wie sie heute angeboten wird, und zwei Jahre Erfahrung reichen für solch komplexe Projekte nicht mehr aus. In den angebotenen Kurzausbildungen fehlt zudem die Zeit, in der ein Thema vertieft oder ein Praxisbezug hergestellt werden kann. Auch sind die Kurse im Normalfall auf die Diagnostik beschränkt und umfassen die Fachplanung und die Fachbauleitung nicht.
Daher soll, wiederum in Absprache mit den nationalen Behörden, der Bedarf, die Form, Inhalte und Trägerschaft einer entsprechenden Ausbildung Stufe II geklärt werden. Die entsprechenden Abklärungen sind zurzeit im Gang.
Abb. 1: Ausbildungskonzept
6. FAQ – Frequently asked questions
Wann soll ich mich für die Prüfung anmelden und wie kann ich mich darauf vorbereiten? Für die Vorbereitung auf die Prüfung werden von beiden Verbänden folgende Empfehlungen gemacht:
Vorgängiger Besuch einer 6- bis 8-tägigen Ausbildung als Bauschadstoff­diagnostiker/-in (nicht obligatorisch, aber dringend empfohlen)
falls Sie bereits einen 4-tägigen Kurs über Asbestdiagnostik besucht haben: ergänzender Besuch eines 2- bis 4-tägigen Auffrischungs- bzw. Ergänzungskurses zu aktuellen Regelungen und anderen Gebäudeschadstoffen wie PCB, PAK etc. (nicht obligatorisch, aber dringend empfohlen)
Mindestens 2 Jahre praktische Berufserfahrung im Bereich Diagnostik von Bauschadstoffen (nicht obligatorisch für Prüfungsteilnahme, aber dringend empfohlen. Zudem zwingende Voraussetzung für die Aufnahme auf die FACH-Liste)
Individuelles Lernen auf die Prüfung anhand des Dokuments Prinzipielle Inhalte der nationalen Prüfung. In diesem Dokument sind die Lernziele und die prinzipiellen Inhalte der Prüfung zusammengefasst.
Welche Aufnahmekriterien gelten heute für die Aufnahme auf die FACH-Liste? Die aktuell gültigen Aufnahmekriterien für die FACH-Liste sind im Kapitel 5 aufgelistet.
Ist die erfolgreiche Absolvierung der Prüfung zukünftig zwingend für die Aufnahme auf die FACH-Liste? Ja, die erfolgreiche Absolvierung der Nationalen Prüfung ist zukünftig obligatorisch, um auf die FACH-Liste und um als ordentliches Mitglied des FAGES oder der VABS aufgenommen zu werden.
Ab wann ist die erfolgreiche Absolvierung der Prüfung zwingend für die Aufnahme auf die FACH-Liste? Ab 01.01.2020.
Müssen Diagnostiker/-innen, die bereits auf der FACH-Liste aufgeführt sind, die Prüfung ebenfalls bestehen? Ja, bereits eingetragene Diagnostiker/-innen müssen die Prüfung nach einer Übergangsfrist (vgl. nächste Frage) ebenfalls erfolgreich absolvieren, um auf der FACH-Liste bleiben zu dürfen.
Bis wann müssen bereits eingetragene Diagnostiker/-innen die Prüfung absolviert haben? Bereits eingetragene Diagnostiker/-innen haben bis am 31.12.2022 Zeit, die Prüfung erfolgreich zu absolvieren.
Muss die Prüfung nach einer gewissen Zeit wiederholt werden? Nein, die Gültigkeit der Prüfung kann mittels speziellen Auffrischungs- und Weiterbildungskursen erneuert werden. Die Prüfung muss aber nicht wiederholt werden.
7. Testprüfung für Ausbildner/-innen
Am 23. November 2018 wurde in Biel die erste Testprüfung mit insgesamt 22 Teilnehmenden (14 französischsprachige und 8 deutschsprachige) durchgeführt. Die Testprüfung wurde ausschliesslich mit Ausbildner/-innen, mit Mitgliedern der Prüfungskommission und mit Behördenvertretern durchgeführt. Die von den Prüfungskandidat/-innen erhaltenen Feedbacks und die Rückmeldungen aus den Korrekturen sind für die Verbesserung und Erweiterung der Prüfungsdatenbank äusserst wertvoll.
8. Daten der nächsten Prüfungen
Die Vereinigungen FAGES und VABS werden in Zusammenarbeit mit sanu future learning ag die ersten offiziellen nationalen Prüfungen an folgende Daten durchführen:
Mittwoch, 04. Dezember 2019 in Lausanne (deutsch, französisch und italienisch) Ausgebucht!
Freitag, 24. April 2020 in Biel (deutsch, französisch und italienisch)
Freitag, 04. September 2020 in Luzern (deutsch, französisch und italienisch)
Freitag, 04. Dezember 2020 in Lausanne (deutsch, französisch und italienisch)
Die Anzahl Plätze pro Datum ist limitiert. Falls ein Datum bereits ausgebucht sein sollte, werden wir mit Ihnen Kontakt aufnehmen, um ein Alternativdatum zu finden.
Hier können Sie sich für die Prüfung anmelden.