Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LG%20Bonn&Datum=10.07.2009&Aktenzeichen=5%20S%20266/08
Timestamp: 2019-05-22 05:53:45
Document Index: 36655002

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', '§ 249', 'BGH']

LG Bonn, 10.07.2009 - 5 S 266/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,10720
LG Bonn, 10.07.2009 - 5 S 266/08 (https://dejure.org/2009,10720)
LG Bonn, Entscheidung vom 10.07.2009 - 5 S 266/08 (https://dejure.org/2009,10720)
LG Bonn, Entscheidung vom 10. Juli 2009 - 5 S 266/08 (https://dejure.org/2009,10720)
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Mietdauer bei unfallbedingtem Ersatz der Mietwagenkosten bei Totalschaden - keine zusätzliche Überlegungsfrist
Beteiligte Versicherung zur Zahlung weiterer Mietwagenkosten verurteilt
Rechtmäßigkeit der Heranziehung des "Schwacke-Mietpreisspiegels" zur Berechnung der Höhe des Schadensersatzes für Mietwagenkosten aus einem Haftpflichtfall
Auch bei 300 Euro WBW Anspruch auf Mietwagen
Gericht bestätigt Schwacke-Mietpreisspiegel - Unfallersatzfahrzeug rechtfertigt Aufschlag von 25 Prozent
LG Bonn, 26.07.2016 - 8 S 43/16
Kosten für die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges als Kosten der Schadensbehebung …
Zwischen den Parteien ist erstinstanzlich unstreitig gewesen, dass ein "eindeutiger Totalschaden" vorlag mit der Folge, dass der Geschädigte sich sofort um ein Ersatzfahrzeug hätte bemühen müssen und nicht erst die Fertigstellung des schriftlichen Schadensgutachtens hätte abwarten dürfen (vgl. (LG Bonn, Urteil vom 10. Juli 2009 - 5 S 266/08 -, Rn. 29, juris).
Entgegen der mit Schriftsatz vom 18.05.2016 geäußerten Auffassung der Klägerin musste der Geschädigte angesichts des Baujahrs, der Laufleistung und der Beschädigung des Fahrzeugs weder den genauen Wiederbeschaffungswert noch den konkreten Restwert kennen, um zu erkennen, dass eine Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll war und ein Totalschaden vorlag (vgl. LG Bonn, Urteil vom 10. Juli 2009 - 5 S 266/08 -, Rn. 29, juris).
a) Entgegen der Auffassung der Berufung bestehen aus Sicht der Kammer gegen den "Schwacke-Mietpreisspiegel" als Schätzgrundlage keine durchgreifenden Bedenken (…vgl. dazu etwa BGH, Urt. v. 27.03.2012, VI ZR 40/10, NJW 2012, 2026 (2027);… Urt. v. 22.02.2011, VI ZR 353/09 [juris Rn. 7 ff.];… BGH, Urt. v. 19.01.2010, VI ZR 112/09 [juris]; BGH, Beschl. v. 13.01.2009, VI ZR 134/08, VersR 2009, 801 f.;… BGH, Urt. v. 15.02.2005, VI ZR 74/04, NJW 2005, 1041 f.;… OLG Köln, Urt. v. 20.03.2012, 15 U 170/11 [juris Rn. 27];… OLG Köln, Urt. v. 03.03.2009, 24 U 6/08, NZV 2009, 447;… OLG Köln, Urt. v. 11.02.2009, 2 U 102/08;… OLG Köln, Urt. v. 02.03.2007, 19 U 181/06, NZV 2007, 199;… LG Bonn, Urt. v. 16.12.2008, 18 O 242/08, NZV 2009, 147 ff.; so auch die Kammer, vgl. etwa Beschl. v. 12.07.2010, 5 S 96/10; Beschl. v. 12.03.2010, 5 S 281/09 (jeweils nicht veröffentlicht);… Urt. v. 28.02.2007, 5 S 159/06 [juris];… Urt. v. 25.04.2007, 5 S 197/06;… Urt. v. 24.06.2009, 5 S 249/08; Urt. v. 24.06.2009, 5 S 266/08 (jeweils nicht veröffentlicht)).
Dabei bedarf es keiner (erneuten) Auseinandersetzung mit den gegen die Erhebung des G Instituts bestehenden Bedenken (vgl. dazu die Urteile der Kammer vom 24.06.2009, 5 S 249/08 und 5 S 266/08;… siehe auch LG Bonn, Beschl. v. 21.01.2010, 8 S 274/09 [juris Rn. 6 f.; OLG Köln, Beschl. v. 20.04.2009, 13 U 6/09 [juris]).
Die Ermittlung des Normaltarifs auf der Grundlage des gewichteten Mittels des "Schwacke-Mietpreisspiegels" bestehen keine durchgreifenden Bedenken (…vgl. etwa BGH Urt. v. 19.01.2010 - VI ZR 112/09 - zitiert in Juris; BGH Beschl. v. 13.01.09 - VI ZR 134/08 - VersR 2009, 801f.;… BGH Urt. v. 15.02.2005 - VI ZR 74/04 - NJW 2005, 1041, 1042;… OLG Köln Urt. v. 03.03.2009 - 24 U 6/08 - NZV 2009, 447;… OLG Köln Urt. v. 11.02.2009 - 2 U 102/08 - OLG Köln Urt. v. 02.03.2007, 19 U 181/06 - NZV 2007, 199;… LG Bonn Urt. v. 16.12.2008 - 18 O 242/08 - NZV 2009, 147ff.;… so auch die Kammer, vgl. etwa Urt. v. 28.02.2007 - 5 S 159/06 - veröffentlicht in Juris;… Urt. v. 25.04.2007 - 5 S 197/06 - Urt. 24.06.2009 - 5 S 249/08 - sowie Urt. v. 24.06.2009 - 5 S 266/08 - (jeweils nicht veröffentlicht)).
Auch beruht ihre Untersuchung überwiegend auf Angaben der sechs großen Internetanbieter für Mietwagen, nämlich den Firmen Sixt, Avis, Europcar, Hertz, Budget und Enterprise, so dass damit regionale Unterschiede nicht ausreichend abgebildet werden (vgl. dazu auch die Urteile der Kammer vom 24.06.2009 - 5 S 249/08 - und - 5 S 266/08 -).
Das erkennende Gericht ist in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Landgerichts Bonn (5 S 266/08, Urteil vom 10.07.2009 sowie dem Bundesgerichtshof, Beschluss vom 13.01.2009, VI ZR 134/08) der Auffassung, dass die Berechnung auf der Grundlage der Schwackeliste erfolgen kann und diese nicht grundsätzlich ungeeignet zur Berechnung eines Schadens gemäß § 287 ZPO ist.
Dies ist im Hinblick auf das Betrugs- und Forderungsausfallrisiko, das Auslastungsrisiko, die notwendige Vorfinanzierung und die Notdienstkosten grundsätzlich und somit auch bei der im Unfallersatzwagengeschäft tätigen Klägerin der Fall (LG Bonn, Urteil vom 10.07.2009, 5 S 266/08).
Nach § 249 Abs. 2 BGB kann der Geschädigte vom Schädiger bzw. der Haftpflichtversicherung als erforderlichen Herstellungsaufwand den Ersatz derjenigen Mietwagenkosten verlangen, den ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten darf (vgl. BGH, NJW 2010, 2569 m.w.N.; LG Bonn, Urteil vom 05.07.2009, 5 S 266/08, Beschluss vom 30.07.2012, 5 S 94/12, Urteile vom 02.04.2013, 5 S 200/12, und 07.05.2013, 8 S 288/12).