Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2089,%20178
Timestamp: 2020-08-06 22:55:10
Document Index: 327001998

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 57', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.12.1983 - I ZR 183/81 - dejure.org
https://dejure.org/1983,236
BGH, 08.12.1983 - I ZR 183/81 (https://dejure.org/1983,236)
BGH, Entscheidung vom 08.12.1983 - I ZR 183/81 (https://dejure.org/1983,236)
BGH, Entscheidung vom 08. Dezember 1983 - I ZR 183/81 (https://dejure.org/1983,236)
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Beratungspflicht eines Rechtsanwalts, der erkannt hat, dass der Rechtsstreit mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren geht - Wettbewerbsrechtliche Unbedenklichkeit eines Getränkesortiments, welches dem eines anderen Herstellers sehr ähnelt - Verwechslungen mit den Produkten ...
Verpflichtung eines Rechtsanwalts zu umfassender und erschöpfender Aufklärung über den hohen Grad des Prozeßrisikos seines Mandanten
BGHZ 89, 178
NJW 1984, 791
ZIP 1984, 459
MDR 1984, 374
GRUR 1984, 382
VersR 1984, 283
BB 1984, 1195
Ist eine Klage praktisch aussichtslos, muss der Rechtsanwalt dies klar herausstellen und darf sich nicht mit dem Hinweis begnügen, die Erfolgsaussichten seien offen (BGH, Urteil vom 8. Dezember 1983, aaO; vom 17. April 1986 - IX ZR 200/85, BGHZ 97, 372, 376; vom 13. März 1997 - IX ZR 81/96, WM 1997, 1392, 1393; vom 29. April 2003 - IX ZR 54/02, WM 2003, 1628, 1629; vgl. auch zur steuerlichen Beratung BGH…, Urteil vom 23. Februar 2012 - IX ZR 92/08, WM 2012, 758 Rn. 11).
Aufgrund der daraus folgenden Pflichten des Beklagten zu umfassender Interessenwahrnehmung (vgl. BGHZ 89, 178, 181;… BGH, Urt. v. 31. Oktober 1985 - IX ZR 175/84, WM 1986, 199, 202 f) war er gehalten, den Kläger, der bei ihm um Rat wegen des Zwangsversteigerungsverfahrens nachgesucht hatte, auch auf mögliche Gefahren - namentlich das Kündigungsrecht des Erstehers nach § 57 a ZVG - hinzuweisen, die für ihn als Pächter mit einer Versteigerung des Grundstücks verbunden sein konnten.
Nach der Rechtsprechung ist der um eine Beratung ersuchte Rechtsanwalt zu einer umfassenden und erschöpfenden Belehrung seines Auftraggebers verpflichtet und hat die Aufgabe, den Mandanten vor möglichen Schäden zu bewahren (BGHZ 89, 178, 181).
Daß er den Kläger auf das noch höhere Risiko des Einreichens einer neuen Klage während der Rechtshängigkeit einer früheren Klage mit demselben Streitgegenstand hingewiesen hat (zur Erforderlichkeit vgl. BGHZ 89, 178, 182), behauptet der Beklagte ebenfalls nicht in substantiierter Form.
Er hätte umfassend und möglichst erschöpfend beraten, insbesondere die Auftraggeber vor möglichen Schädigungen bewahren müssen (BGHZ 89, 178, 181 m.w.N.).
OLG Hamm, 02.10.1986 - 28 U 45/86
Sorgfaltspflichten des Rechtsanwaltes; Hinweis auf Prozeßrisiko