Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/hartz-iv-fuer-ehemalige-grenzgaenger-1639
Timestamp: 2019-12-16 00:00:15
Document Index: 361949617

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 30', '§ 7', '§ 7', '§ 30', '§ 30', '§ 7', '§ 30', 'Art 3', '§ 30', 'Art 14', 'Art 2', 'Art 3', '§ 30', '§ 20', '§ 28', '§ 30', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 5', '§ 24', 'Art 4', '§ 24', 'Art 4', 'Art 6', 'EuG', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', 'Art 4', '§ 24', '§ 7', 'Art 4', 'Art 10', 'Art 10', 'Art 10', 'Art 4', 'Art 10', '§ 30', 'Art 6', 'Art 2', 'Art 7', 'Art 39', '§ 7', 'Art 39', 'Art 39', 'Art 7', 'Art 4', 'Art 10', 'Art 7', '§ 7', 'Art 39', 'Art 7', 'Art 7', 'Art 39', 'Art 7', 'Art 7', '§ 7', 'Art 39', 'Art 7', 'Art 4', 'Art 10', 'Art 39', 'Art 7', '§ 14', '§ 428', 'Art 7', 'Art 7', 'Art 7', 'Art. 15', '§ 30', '§ 30', 'Art 71', '§ 119', '§ 30', '§ 62', '§ 30', 'Art 91', 'Art 97', 'EuG', 'Art 71', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 11', 'Art 71', 'EuG', 'EuG', 'Art 70', 'EuG', 'Art 7', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art 39', 'Art 70', '§ 428', 'EuG', 'Art 4', 'Art 7']

Hartz IV für ehemalige Grenzgänger | Außenwirtschaftslupe
Hartz IV für ehemalige Grenzgänger
Ein Anspruch auf Leis­tun­gen zur Grund­si­che­rung besteht nicht bei einer soge­nann­ten im grenz­na­hen Aus­land woh­nen­den Grenz­gän­ge­rin. So sah das Bun­des­so­zi­al­ge­richt die Vor­aus­set­zun­gen des § 7 SGB II als nicht erfüllt an bei einer in Öster­reich leben­den deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen, die in Deutsch­land erwerbs­tä­tig gewe­sen ist und auch Arbeits­lo­sen­geld I bezo­gen hat.
Die Klä­ge­rin hat, so das Bun­des­so­zi­al­ge­richt, kei­nen Wohn­sitz oder gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, wie dies § 7 Abs 1 Nr 4 SGB II i.V.m. § 30 SGB I vor­aus­setzt. Nach § 7 Abs 1 Satz 1 SGB II erhal­ten Leis­tun­gen nach dem SGB II Per­so­nen, die das 15. Lebens­jahr voll­endet und das 65. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben, erwerbs­fä­hig sind, hil­fe­be­dürf­tig sind und ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land haben. Die Klä­ge­rin erfüllt die­se Vor­aus­set­zun­gen schon des­halb nicht, weil sie kei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in Deutsch­land hat. Mit § 7 Abs 1 Satz 1 Nr 4 SGB II hat der Gesetz­ge­ber — ent­spre­chend dem all­ge­mei­nen Grund­satz, wonach jeden­falls bei steu­er­fi­nan­zier­ten Leis­tun­gen an den Wohn­sitz ange­knüpft wird1 — aus­drück­lich auf den Begriff des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts in § 30 Abs 1 SGB I Bezug genom­men2. Nach § 30 Abs 3 Satz 2 SGB I hat jemand sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt dort, wo er sich unter Umstän­den auf­hält, die erken­nen las­sen, dass er an die­sem Ort oder in die­sem Gebiet nicht nur vor­über­ge­hend ver­weilt. Die Klä­ge­rin lebt seit vie­len Jah­ren in Öster­reich, sodass nicht zwei­fel­haft ist, dass sie dort auch ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt hat.
Ein Anspruch der Klä­ge­rin auf Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts ergibt sich auch nicht aus einer Ein­schrän­kung des Ter­ri­to­ria­li­täts­prin­zips des § 7 Abs 1 Satz 1 Nr 4 SGB II i.V.m. § 30 SGB I. Die von ihr zitier­te Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt3 betrifft das bei­trags­ab­hän­gi­ge Arbeits­lo­sen­geld. Hier­zu hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­ge­führt, Art 3 Abs 1 GG gebie­te eine ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung des § 30 Abs 1 SGB I dahin­ge­hend, dass dem Anspruch des zuvor in Deutsch­land bei­trags­pflich­ti­gen Grenz­gän­gers auf Arbeits­lo­sen­geld oder Arbeits­lo­sen­hil­fe der Aus­lands­wohn­sitz jeden­falls dann nicht ent­ge­gen­ste­he, wenn die übri­gen Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen erfüllt sei­en. Dabei ist unter Beru­fung auf Art 14 GG iVm Art 2 GG, Art 3 Abs 1 GG sowie das Sozi­al­staats­prin­zip dar­auf abge­stellt wor­den, dass der Gesetz­ge­ber bei den auf Bei­trä­gen beru­hen­den Sozi­al­leis­tungs­an­sprü­chen nicht ohne gewich­ti­ge sach­li­che Grün­de den Anknüp­fungs­punkt zwi­schen Bei­trags­er­he­bung und Leis­tungs­be­rech­ti­gung wech­seln kön­ne. Die beson­de­re Situa­ti­on der Grenz­gän­ger sei gera­de durch ihre Nähe zum Staats­ge­biet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, ihre zwangs­wei­se Ein­be­zie­hung in das natio­na­le Siche­rungs­sys­tem des Beschäf­ti­gungs­orts und nicht des Wohn­sit­zes mit ent­spre­chen­der Bei­trags­pflicht und durch den fort­be­stehen­den Bezug zum Inlands­ar­beits­markt gekenn­zeich­net. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat also wegen der engen Ver­knüp­fung von Bei­trags­er­he­bung und Leis­tungs­er­brin­gung bei auf Bei­trä­gen beru­hen­den Sozi­al­leis­tun­gen aner­kannt, dass die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen für das Arbeits­lo­sen­geld bzw. die Arbeits­lo­sen­hil­fe eine spe­zi­fi­sche — mit der bei­trags­recht­li­chen Anknüp­fung in Ein­klang ste­hen­de — Aus­prä­gung des Ter­ri­to­ria­li­täts­prin­zips ent­hal­ten, die die Reich­wei­te des all­ge­mei­nen Wohn­sitz­prin­zips nach § 30 Abs 1 SGB I ein­schränkt4.
Anders als das Are­bits­lo­sen­geld knüp­fen die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts jedoch nicht an eine vor­an­ge­hen­de Bei­trags­leis­tung an. Sie berück­sich­ti­gen das bis­he­ri­ge Arbeits­ent­gelt grund­sätz­lich nicht. Ihre Höhe beruht auf den tat­säch­lich sta­tis­tisch ermit­tel­ten Ver­brauchs­aus­ga­ben von Haus­hal­ten in unte­ren Ein­kom­mens­grup­pen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land (§ 20 Abs 4 SGB II iVm § 28 Abs 3 Satz 5 SGB XII) und hängt von den all­ge­mei­nen Wirt­schafts­ver­hält­nis­sen und dem in der Rechts­ge­mein­schaft aner­kann­ten Min­dest­be­darf ab5. Inso­fern hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bezo­gen auf den Maß­stab des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes in sei­ner Ent­schei­dung vom 30.12.19996 sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung bestä­tigt, wonach eine durch § 30 Abs 1 SGB I bewirk­te Ungleich­be­hand­lung der Per­so­nen mit Aus­lands­wohn­sitz im Ver­gleich zu den­je­ni­gen mit Inlands­wohn­sitz gerecht­fer­tigt sein kann. Ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich nicht zu bean­stan­den­des Ziel natio­na­ler Sozi­al­po­li­tik ist es, sozi­al rele­van­te Tat­be­stän­de im eige­nen Staats­ge­biet zu for­men und zu regeln7.
Aus den Rege­lun­gen der EWGV Nr 1408⁄71 kann die Klä­ge­rin kei­nen Anspruch auf Erbrin­gung der Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit in ihrem Wohn­sitz­land Öster­reich ablei­ten. Die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II sind — anders als Sozi­al­hil­fe­leis­tun­gen nach Art 4 Abs 4 EWGV Nr 1408⁄71 — als beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen, nicht jedoch als Leis­tun­gen bei Arbeits­lo­sig­keit gemäß Art 4 Abs 1 Buchst g EWGV Nr 1408⁄71, von dem sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich der für den hier streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum (15.2.2007 bis 27.11.2008) anwend­ba­ren „alten Wan­der­ar­beit­neh­mer­ver­ord­nung” EWGV Nr 1408⁄71 umfasst8.
Zum sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich der EWGV Nr 1408⁄71 bestimmt deren Art 4, dass die Ver­ord­nung für alle Rechts­vor­schrif­ten über Zwei­ge der sozia­len Sicher­heit gilt, die ua. die Leis­tungs­art der Leis­tun­gen bei Arbeits­lo­sig­keit betref­fen und für wel­che die all­ge­mei­nen und die beson­de­ren, die auf Bei­trä­gen beru­hen­den und die bei­trags­frei­en Sys­te­me der sozia­len Sicher­heit sowie für die Sys­te­me gilt, nach denen die Arbeit­ge­ber zu Leis­tun­gen gemäß Abs 1 ver­pflich­tet sind (Abs 2). Nach Art 4 Abs 2a EWGV Nr 1408⁄71 i.d.F. der VO (EG) Nr 647⁄2005 vom 13.04.2005 (ABl EG Nr L 117⁄1) vom 04.05.2005 gilt Art 4 auch für beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen, die nach Rechts­vor­schrif­ten gewährt wer­den, die auf­grund ihres per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reichs, ihrer Zie­le und/​oder ihrer Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen sowohl Merk­ma­le der in Abs 1 genann­ten Rechts­vor­schrif­ten der sozia­len Sicher­heit als auch sol­che der Sozi­al­hil­fe auf­wei­sen. Der Aus­druck „beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen” bezeich­net Leis­tun­gen,
die dazu bestimmt sind, einen zusätz­li­chen, ersatz­wei­sen oder ergän­zen­den Schutz gegen die Risi­ken zu gewäh­ren, die von den in Abs 1 genann­ten Zwei­gen der sozia­len Sicher­heit gedeckt sind, und den betref­fen­den Per­so­nen ein Min­dest­ein­kom­men zur Bestrei­tung des Lebens­un­ter­halts garan­tie­ren, das in Bezie­hung zu dem wirt­schaft­li­chen und sozia­len Umfeld in dem betref­fen­den Mit­glied­staat steht
deren Finan­zie­rung aus­schließ­lich durch obli­ga­to­ri­sche Steu­ern zur Deckung der all­ge­mei­nen öffent­li­chen Aus­ga­ben erfolgt und deren Gewäh­rung und Berech­nung nicht von Bei­trä­gen hin­sicht­lich der Leis­tungs­emp­fän­ger abhän­gen; jedoch sind Leis­tun­gen, die zusätz­lich zu einer bei­trags­ab­hän­gi­gen Leis­tung gewährt wer­den, nicht allein aus die­sem Grund als bei­trags­ab­hän­gi­ge Leis­tung zu betrach­ten; und
die in Anhang IIa auf­ge­führt sind. Bezo­gen auf die letz­te Vor­aus­set­zung sind durch die VO (EG) 629⁄2006 vom 05.04.2006 (ABl EG Nr L 114⁄1) auf der Grund­la­ge von Art 5 EWGV Nr 1408⁄71 mit Wir­kung zum 28.04.2006 in den Anhang IIa — als beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen — der Ver­ord­nung Nr 1408⁄71 für Deutsch­land „Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts im Rah­men der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de, soweit für die­se Leis­tun­gen nicht dem Grun­de nach die Vor­aus­set­zun­gen für den befris­te­ten Zuschlag nach Bezug von Alg (§ 24 Abs 1 SGB II) erfüllt sind” auf­ge­nom­men wor­den.
Ein Anspruch der Klä­ge­rin auf einen begrenz­ten Export der SGB II-Leis­tun­gen als Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit bei Arbeits­lo­sig­keit iS des Art 4 Abs 1 Buchst g EWGV Nr 1408⁄71 kann sich — unab­hän­gig vom Vor­lie­gen der wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen für einen Leis­tungs­ex­port bei ech­ten Grenz­gän­gern9 — nicht schon dar­aus erge­ben, dass sie — zumin­dest dem Grun­de nach — die Vor­aus­set­zun­gen für einen befris­te­ten Zuschlag nach § 24 Abs 1 SGB II erfüllt. Sie hat kei­nen der­ar­ti­gen Anspruch, weil sie zuletzt im Juli 2002 in Deutsch­land erwerbs­tä­tig war und in dem Zeit­raum vom 16.02.2005 bis 15.02.2007 kei­nen Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld als Ver­si­che­rungs­leis­tung hat­te.
Die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II sind ent­spre­chend ihrer Auf­nah­me in den Anhang IIa EWGV 1408⁄71 als beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen, nicht jedoch als Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit bei Arbeits­lo­sig­keit i.S. von Art 4 Abs 1 Buchst g EWGV Nr 1408⁄71 anzu­se­hen. Inso­fern hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil vom 19.10.201010 im Zusam­men­hang mit der Anwend­bar­keit der Kol­li­si­ons­re­gel des Art 6 EWGV 1408⁄71 ent­schie­den, dass die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II dem sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich der EWGV Nr 1408⁄71 als beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen unter­fal­len. Auch wenn man davon aus­geht, dass die Auf­nah­me einer Sozi­al­leis­tung in den Anhang IIa EWGV 1408⁄71 nach neue­rer Recht­spre­chung des EuGH eine (wei­ter­ge­hen­de) Über­prü­fung nicht aus­schließt, ob nicht eine Leis­tung der sozia­len Sicher­heit i.S. des Art 4 Abs 1 EWGV vor­liegt und damit die Koor­di­nie­rungs­vor­schrif­ten unein­ge­schränkt zur Anwen­dung kom­men11, ergibt sich kein ande­res Ergeb­nis.
Ent­spre­chend den in Art 4 Abs 2a EWGV Nr 1408⁄71 in Anleh­nung an sei­ne Recht­spre­chung auf­ge­nom­me­nen Maß­stä­ben for­dert der Euro­päi­sche Gerichts­hof aus­ge­hend von dem Zweck der Leis­tung, dass die beson­de­ren bei­trags­un­ab­hän­gi­gen Geld­leis­tun­gen eine Leis­tung der sozia­len Sicher­heit erset­zen oder ergän­zen und den Cha­rak­ter einer Sozi­al­hil­fe­leis­tung auf­wei­sen müs­sen, die aus wirt­schaft­li­chen und sozia­len Grün­den gerecht­fer­tigt ist. Bei der Bei­trags­un­ab­hän­gig­keit der Leis­tung prüft der Euro­päi­sche Gerichts­hof, ob die Finan­zie­rung unmit­tel­bar oder mit­tel­bar durch Sozi­al­bei­trä­ge oder durch öffent­li­che Mit­tel sicher­ge­stellt wird12. In Abgren­zung hier­zu kann eine Leis­tung nur dann als eine sol­che der sozia­len Sicher­heit iS des Art 4 Abs 1 EWGV Nr 1408⁄71 ange­se­hen wer­den, wenn sie dem Emp­fän­ger unab­hän­gig von jeder auf einer Ermes­sens­aus­übung beru­hen­den Ein­zel­fall­be­ur­tei­lung der per­sön­li­chen Bedürf­tig­keit auf­grund einer gesetz­lich umschrie­be­nen Stel­lung gewährt wird und sich auf eines der in Art 4 Abs 1 EWGV Nr 1408⁄71 aus­drück­lich auf­ge­zähl­ten Risi­ken bezieht. Die Leis­tung darf nicht von einer für die Sozi­al­hil­fe cha­rak­te­ris­ti­schen Ein­zel­fall­be­ur­tei­lung der per­sön­li­chen Bedürf­tig­keit des Antrag­stel­lers abhän­gig sein13.
Nach die­sen Grund­sät­zen han­delt es sich bei den Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II ohne Zuschlag nach § 24 SGB II um beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen, weil durch das Erfor­der­nis der Erwerbs­fä­hig­keit (§ 7 Abs 1 Satz 1 Nr 2 SGB II) zwar ein Bezug zu den Leis­tun­gen bei Arbeits­lo­sig­keit iS des Art 4 Abs 1 Buchst g EWGV Nr 1408⁄71 besteht, deren Gewäh­rung jedoch — anders als die bei­trags­be­zo­ge­ne Leis­tung Are­bits­lo­sen­geld als Ver­si­che­rungs­leis­tung — unab­hän­gig von Beschäftigungs‑, Mit­glieds- oder Bei­trags­zei­ten ist, vom Vor­lie­gen von Bedürf­tig­keit abhängt (zB Gel­tend­ma­chung von Sozi­al­leis­tungs- und Unter­halts­an­sprü­chen) und eine bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Finan­zie­rung durch Steu­er­mit­tel erfolgt. Auch im Unter­schied zur bis­he­ri­gen Arbeits­lo­sen­hil­fe hat das Arbeits­lo­sen­geld II man­gels Bezug zu einer frü­he­ren Erwerbs­tä­tig­keit kei­ne an den bis­he­ri­gen Ver­dienst anknüp­fen­de Ent­gel­ter­satz­funk­ti­on14.
Als „beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen” unter­fal­len die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II der Wohn­ort­klau­sel des Art 10a EWGV Nr 1408⁄71 idF der Änd­VO Nr 1247⁄92 vom 30.4.1992 (ABl Nr L 136). Nach Art 10a Abs 1 EWGV Nr 1408⁄71 gel­ten die Bestim­mun­gen des Art 10 EWGV Nr 1408⁄71 zur Auf­he­bung der Wohn­ort­klau­seln nicht für die in Art 4 Abs 2a EWGV Nr 1408⁄71 genann­ten „beson­de­ren bei­trags­un­ab­hän­gi­gen Geld­leis­tun­gen”. Die Per­so­nen, für die die­se Ver­ord­nung Anwen­dung fin­det, erhal­ten die­se Leis­tun­gen aus­schließ­lich im Wohn­mit­glied­staat und nach des­sen Rechts­vor­schrif­ten, sofern die­se Leis­tun­gen im Anhang IIa auf­ge­führt sind. Die Leis­tun­gen wer­den vom Trä­ger des Wohn­or­tes zu sei­nen Las­ten gewährt.
Zu die­sen Vor­schrif­ten hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof in stän­di­ger Recht­spre­chung ent­schie­den, dass der Grund­satz der Expor­tier­bar­keit von Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit nur solan­ge gel­te, wie der Gemein­schafts­ge­setz­ge­ber kei­ne Aus­nah­me­vor­schrif­ten — wie hier Art 10a EWGV Nr 1408⁄71 — erlas­sen habe. Die Gewäh­rung von eng an das sozia­le Umfeld gebun­de­nen Leis­tun­gen kön­ne davon abhän­gig gemacht wer­den, dass der Emp­fän­ger im Staat des zustän­di­gen Trä­gers woh­ne, wodurch eine beson­de­re Ver­bun­den­heit mit der Gesell­schaft des Mit­glied­staa­tes zum Aus­druck kom­me15. Dies trifft auf die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts zu.
Ein Anspruch der Klä­ge­rin auf die von ihr begehr­te Erbrin­gung der SGB-II-Leis­tun­gen im Wege des Leis­tungs­ex­ports ergibt sich nicht aus dem Abkom­men zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der Repu­blik Öster­reich über Für­sor­ge und Jugend­wohl­fahrts­pfle­ge vom 17.1.196616, das als zwi­schen­staat­li­ches Abkom­men von dem Ter­ri­to­ria­li­täts­prin­zip des § 30 Abs 2 SGB I unbe­rührt bleibt und dem — bezo­gen auf beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen — auch die Kol­li­si­ons­re­gel des Art 6 EWGV 1408⁄71 nicht ent­ge­gen­steht17. Art 2 Abs 1 des Abkom­mens bestimmt, dass Staats­an­ge­hö­ri­gen der einen Ver­trags­par­tei, die sich im Hoheits­ge­biet der ande­ren Ver­trags­par­tei auf­hal­ten, Für­sor­ge und Jugend­wohl­fahrts­pfle­ge in glei­cher Wei­se, in glei­chem Umfang und unter den glei­chen Bedin­gun­gen wie den Staats­an­ge­hö­ri­gen des Auf­ent­halts­staa­tes gewährt wird. Die Klä­ge­rin hat also einen Anspruch auf exis­tenz­not­wen­di­ge Leis­tun­gen nach öster­rei­chi­schem Recht.
Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 bzw Art 39 EG18 ste­hen jeden­falls unter den Umstän­den des vor­lie­gen­den Falls der Anknüp­fung der Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts an den gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in der Bun­des­re­pu­blik (§ 7 Abs 1 Satz 1 Nr 4 SGB II) nicht ent­ge­gen. Art 39 Abs 1 EG bestimmt, dass inner­halb der Uni­on die Frei­zü­gig­keit der Arbeit­neh­mer gewähr­leis­tet ist. Sie umfasst die Abschaf­fung jeder auf der Staats­an­ge­hö­rig­keit beru­hen­den unter­schied­li­chen Behand­lung der Arbeit­neh­mer der Mit­glied­staa­ten in Bezug auf Beschäf­ti­gung, Ent­loh­nung und sons­ti­ge Arbeits­be­din­gun­gen (Art 39 Abs 2 EG). Nach Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 genießt ein Arbeit­neh­mer im Hoheits­ge­biet eines ande­ren Mit­glied­staa­tes die glei­chen sozia­len und steu­er­li­chen Ver­güns­ti­gun­gen wie inlän­di­sche Arbeit­neh­mer. Auch Wohn­sit­zer­for­der­nis­se bei bei­trags­un­ab­hän­gi­gen Geld­leis­tun­gen nach Art 4a iVm Art 10a EWGV 1408⁄71 sind ergän­zend am Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot des Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 zu mes­sen19. § 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 beinhal­tet eine beson­de­re Aus­prä­gung des in Art 39 Abs 2 EG ent­hal­te­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes auf dem spe­zi­el­len Gebiet der Gewäh­rung sozia­ler Ver­güns­ti­gun­gen und ist daher in glei­cher Wei­se aus­zu­le­gen20.
Zwar sind die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II als „sozia­le Ver­güns­ti­gun­gen“ iS des Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 anzu­se­hen. Der Begriff der „sozia­len Ver­güns­ti­gung” umfasst alle Sozi­al­leis­tun­gen, die — ob sie an einen Arbeits­ver­trag anknüp­fen oder nicht — den inlän­di­schen Arbeit­neh­mern wegen ihrer objek­ti­ven Arbeit­neh­mer­ei­gen­schaft oder ein­fach wegen ihres Wohn­or­tes im Inland gewährt wer­den und deren Aus­deh­nung auf Arbeit­neh­mer, die Staats­an­ge­hö­ri­ge eines ande­ren Mit­glied­staats sind, des­halb als geeig­net erscheint, deren Mobi­li­tät inner­halb der Gemein­schaft zu erleich­tern21. Hier­zu zäh­len Leis­tun­gen mit Arbeits­markt­be­zug, aber auch all­ge­mein exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen22 wie das Arbeits­lo­sen­geld II.
Es kann offen­blei­ben, ob die Klä­ge­rin auf­grund ihrer Beschäf­ti­gung in der Bun­des­re­pu­blik sowie des anschlie­ßen­den Bezugs von Leis­tun­gen der deut­schen Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung (wei­ter­hin) als Arbeit­neh­me­rin iS der EWGV 1612⁄68 anzu­se­hen ist. Auch nach Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses kann die Arbeit­neh­mer­ei­gen­schaft bestimm­te Fol­ge­wir­kun­gen haben23. Der Anwend­bar­keit des Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 steht jeden­falls nicht ent­ge­gen, dass die Klä­ge­rin wohl nur in dem Mit­glied­staat ihrer Staats­an­ge­hö­rig­keit gear­bei­tet und ihren Wohn­sitz in einen ande­ren Mit­glied­staat ver­legt hat. Jeder Gemein­schafts­an­ge­hö­ri­ge, der von sei­nem Recht auf Frei­zü­gig­keit der Arbeit­neh­mer Gebrauch gemacht und in einem ande­ren Mit­glied­staat als dem Wohn­staat eine Berufs­tä­tig­keit aus­ge­übt hat, fällt unab­hän­gig von sei­nem Wohn­ort und sei­ner Staats­an­ge­hö­rig­keit in den Anwen­dungs­be­reich des Art 39 EG bzw Art 7 EWGV 1612⁄6824. Der Begriff des Arbeit­neh­mers nach Art 7 EWGV 1612⁄68 erfasst auch (ehe­ma­li­ge) Grenz­gän­ger, die sich eben­so auf die Gleich­be­hand­lung bei sozia­len Ver­güns­ti­gun­gen beru­fen kön­nen wie die ande­ren von der Bestim­mung erfass­ten Arbeit­neh­mer25.
Der Klä­ge­rin ist jedoch unter den Umstän­den des vor­lie­gen­den Falls jeden­falls das Wohn­sit­zer­for­der­nis des § 7 Abs 1 Satz 1 Nr 4 SGB II ent­ge­gen­zu­hal­ten. Die­ses ist grund­sätz­lich ver­ein­bar mit Art 39 EG und Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68. Es ist objek­tiv gerecht­fer­tigt und steht in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zum vom natio­na­len Gesetz­ge­ber mit der Rege­lung ver­folg­ten Zweck. Inso­fern hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof die in natio­na­len Vor­schrif­ten ent­hal­te­nen Wohn­ort­vor­aus­set­zun­gen, mit denen Art 4 Abs 2a EWGV 1408⁄71 und Art 10a EWGV 1408⁄71 ange­wandt wer­den, als sol­che grund­sätz­lich als mit Art 39 EG und Art 7 Abs 2 VO 1612⁄68 ver­ein­bar ange­se­hen, wenn die Leis­tung eng mit dem sozia­len und wirt­schaft­li­chen Kon­text des betref­fen­den Mit­glied­staa­tes ver­bun­den ist26. Die­se Vor­aus­set­zung trifft auf die hier strei­ti­gen Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts zu, deren enge Ver­bin­dung mit dem sozia­len und wirt­schaft­li­chen Kon­text der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sich u.a. dar­aus ergibt, dass sich die Höhe die­ser Leis­tun­gen an den Ver­brauchs­aus­ga­ben von Haus­hal­ten in unte­ren Ein­kom­mens­grup­pen an dem Lebens­stan­dard in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ori­en­tiert.
Die Berück­sich­ti­gung des Wohn­or­tes für die Gewäh­rung der Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts beein­träch­tigt die Klä­ge­rin unter den Umstän­den des vor­lie­gen­den Falls auch nicht in einem Maße, das über das hin­aus­geht, was zur Errei­chung des mit dem SGB II ver­folg­ten legi­ti­men Ziels erfor­der­lich ist. Inso­fern obliegt es zunächst der zustän­di­gen natio­na­len Behör­de und gege­be­nen­falls den inner­staat­li­chen Gerich­ten den natio­na­len Rechts­vor­schrif­ten soweit wie mög­lich eine gemein­schafts­kon­for­me Aus­le­gung zu geben27. Eine Export­ver­pflich­tung für beson­de­re bei­trags­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tun­gen hat der Gerichts­hof nur in Aus­nah­me­fäl­len ange­nom­men, die in Fäl­len „erheb­li­cher Unbil­lig­keit” einen Leis­tungs­ex­port vor­sieht28.
Jeden­falls im Fal­le der Klä­ge­rin bestehen kei­ne Anhalts­punk­te für ein Abse­hen von dem Wohn­ort­erfor­der­nis unter Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­ge­sichts­punk­ten. Zwar kön­nen gera­de (ehe­ma­li­ge) Grenz­gän­ger (noch) enge Bezü­ge zum Arbeits­ort und ‑umfeld haben und sind Fall­ge­stal­tun­gen denk­bar, in denen — etwa in Form einer Teil­zeit­be­schäf­ti­gung ggf mit ergän­zen­den SGB II-Leis­tun­gen — (wei­ter­hin) ein Bezug zum deut­schen Arbeits­markt besteht oder ergän­zend SGB II-Leis­tun­gen zur Ein­glie­de­rung in Arbeit nach Maß­ga­be der §§ 14 bis 18 SGB II vor­ran­gig im bis­he­ri­gen Beschäf­ti­gungs­staat Deutsch­land erbracht wer­den, also wei­ter­hin eine enge Bezie­hung zum Arbeits­markt des bis­he­ri­gen Beschäf­ti­gungs­staats besteht. Eine der­ar­ti­ge Fall­ge­stal­tung liegt hier jedoch nicht vor, weil eine enge tat­säch­li­che Ver­bin­dung der Klä­ge­rin zum deut­schen Arbeits­markt nicht (mehr) gege­ben ist. Die Klä­ge­rin sucht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land defi­ni­tiv kei­ne Arbeit, und hat dies mit Been­di­gung der beruf­li­chen Tätig­keit bereits im Juli 2002, ihrem Bemü­hen um eine Ren­te aus der deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung und der Abga­be ihrer Erklä­rung zu der (aus­lau­fen­den) Son­der­re­ge­lung des § 428 SGB III gegen­über der Arbeits­ver­wal­tung vom 19.06.2003 begrün­det, die einen Ver­zicht auf die Arbeits­be­reit­schaft, nicht aber die Arbeits­fä­hig­keit29 beinhal­tet.
Die Klä­ge­rin kann auch nicht aus dem Umstand, dass ihr Ehe­mann sei­ne Ren­te aus der deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung nach Öster­reich expor­tie­ren kann, ein eige­nes Recht auf Mit­nah­me der Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II nach Öster­reich ablei­ten. Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen eines Arbeit­neh­mers ste­hen abge­lei­te­te Rech­te nur inso­fern zu, als sie die­se als Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge eines Arbeit­neh­mers erwor­ben haben, dh einer Per­son, die Ansprü­che auf Leis­tun­gen im Sin­ne der Ver­ord­nung aus eige­nem Recht gel­tend machen kann30. Wegen die­ser Unter­schei­dung zwi­schen eige­nen und abge­lei­te­ten Rech­ten31 kann die Klä­ge­rin den eigen­stän­di­gen Anspruch auf Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II nicht aus der sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Ver­bin­dung ihres Ehe­manns zur deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung her­lei­ten. Auch aus Art 7 EWGV 1612⁄68 kann der Ehe­mann der Klä­ge­rin für die­se kei­ne Rech­te ablei­ten. Mit der Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses geht die Arbeit­neh­mer­ei­gen­schaft i.S. des Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄68 grund­sätz­lich ver­lo­ren und endet die Anspruchs­be­rech­ti­gung aus Art 7 Abs 2 EWGV 1612⁄6832.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 18. Janu­ar 2011 — B 4 AS 14⁄10 R
Nicht­rück­kehr­ta­ge in der deutsch-schwei­zer Grenz­gän­ger­re­ge­lung Bei der Anwen­dung der Grenz­gän­ger­re­ge­lung in Art. 15a DBA-Schweiz 1971⁄1992 zäh­len Dienst­rei­se­ta­ge mit Über­nach­tun­gen im Ansäs­sig­keits­staat zu den „Nicht­rück­kehr­ta­gen” ((Bestä­ti­gung zu BFH, Urteil vom 11.11.2009 — I R 15⁄09, BFHE 227, 419, BSt­Bl II 2010,…
Mro­zyn­ski, SGB I, All­ge­mei­ner Teil, 4. Aufl 2010, § 30 RdNr 9, 12 [↩]
vgl BT-Drucks 15⁄1516 S 52 [↩]
BVerfG vom 30.12.1999 -1 BvR 809⁄95, SozR 3 – 1200 § 30 Nr 20 [↩]
vg. auch BSG, Urteil vom 03.07.2003 — B 7 AL 42⁄02 R, SozR 4 – 6050 Art 71 Nr 2, RdNr 21 f; BSG, Urteil vom 27.08.2008 — B 11 AL 7⁄07 R, SozR 4 – 4300 § 119 Nr 7, RdNr 10; BSG, Urteil vom 07.10.2009 — B 11 AL 25⁄08 R, BSGE 104, 280 ff = SozR 4 – 1200 § 30 Nr 5, RdNr 12 [↩]
BSG, Urteil vom 22.04.2008 — B 1 KR 10⁄07 R, BSGE 100, 221 ff = SozR 4 – 2500 § 62 Nr 6 RdNr 31 mwN [↩]
BVerfG — 1 BvR 809⁄95, SozR 3 – 1200 § 30 Nr 20 [↩]
vgl auch BVerfG, Beschluss vom 02.07.1998 — 1 BvR 810⁄90, NJW 1998, 2963 f [↩]
vgl. Nach­fol­ge­ver­ord­nung Nr 883⁄2004 vom 29.04.2004, ABl 2004 [EU] Nr L 166, 1 ff, die nach deren Art 91 Satz 2 erst ab dem Inkraft­tre­ten der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung am 01.05.2010 in Kraft getre­ten ist, Art 97 der VO 987⁄2009 [↩]
vgl. hier­zu EuGH, Urteil vom 12.06.1986 in der Rechts­sa­che C-1⁄85, Mie­the, Slg 1986, 1837 ff; Kret­sch­mer in Nie­sel, SGB III, 5. Aufl 2010, Anh A Art 71, RdNr 14 [↩]
B 14 AS 23⁄10 R [↩]
EuGH, Urteil vom 08.03.2001 in der Rechts­sa­che C‑215/​99, Jauch, Slg 2001, I‑1901, RdNr 21 f; Urteil vom 29.04.2004 in der Rechts­sa­che C‑160/​02, Ska­la, Slg 2004 I‑5613, RdNr 19; vgl zur Nich­tig­erklä­rung durch den EuGH des­sen Urteil vom 18.10.2007 in der Rechts­sa­che C‑299/​05, Kommission/​Parlament, Slg 2007, I‑8695; Beschor­ner ZESAR 2009, 320 ff, 322; Win­disch-Graetz in ZESAR 2004, 386, 387; Grie­ser in Juris­PK-SGB XII, 1. Aufl 2010, Vor­be­mer­kung SGB XII, RdNr 67; Mangold/​Pattar in VSSR 2008, 243, 253; zur alten Recht­spre­chung: EuGH, Urteil vom 4.11.1997 in der Rechts­sa­che C‑20/​96, Sna­res, Slg 1997, I‑6057, RdNr 30 ff [↩]
Urteil vom 08.03.2001 in der Rechts­sa­che C‑215/​99, Jauch, Slg 2001 I‑1901 RdNr 29 f; Urteil vom 29.04.2004 in der Rechts­sa­che C‑160/​02, Ska­la, Slg 2004 I‑5613 RdNr 25 ff; Urteil vom 06.07.2006 in der Rechts­sa­che C‑154/​05, Kers­ber­gen-Lap­p/­Dams-Schip­per, Slg 2006 I‑6249 RdNr 36 [↩]
EuGH, Urteil vom 18.07.2006 in der Rechts­sa­che C‑406/​04, De Cuy­per, Slg 2006 I‑6947, RdNr 22 [↩]
für eine Ein­ord­nung des Alg II als beson­de­re bei­trags­un­ab­hän­gi­ge Geld­leis­tung: Eichen­ho­fer, Sozi­al­recht der Euro­päi­schen Uni­on, 4. Aufl 2010, § 11 RdNr 259; Fuchs in NZS 2007, 1 ff, 3 f; Waltermann/​Kämpfer, DB 2006, 893 ff; Hei­nig ZESAR 2008, 465, 471 f; a.A. für die Zeit vor Auf­nah­me der Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts in Anhang IIa: Kret­sch­mer in Nie­sel, SGB III, 5. Aufl 2010, Anh A Art 71 RdNr 14; vgl. EuGH, Urteil vom 27.03.1985 in der Rechts­sa­che C-249⁄83, Hoeckx, Slg 1985, I‑973 [↩]
EuGH, Urteil vom 04.11.1997 in der Rechts­sa­che C‑20/​96, Sna­res, Slg 1997, I‑6057 RdNr 41 f; Urteil vom 8.3.2001 in der Rechts­sa­che C‑215/​99, Jauch, Slg 2001, I‑1901 RdNr 21; Cor­ne­lis­sen in Fuchs, Euro­päi­sches Sozi­al­recht, 5. Aufl 2010, Art 70 RdNr 18 [↩]
BGBl II 1969, 2 ff [↩]
BSG, Urteil vom 19.10.2010 — B 14 AS 23⁄10 R, RdNr 30 [↩]
hier anwend­bar in der Fas­sung des Ver­tra­ges von Niz­za: BGBl II 2001, 1666 — der Ver­trag von Lis­sa­bon ist erst zum 1.12.2009 in Kraft getre­ten, BGBl II 1223 [↩]
EuGH, Urteil vom 11.09.2007 in der Rechts­sa­che C‑287/​05, Hen­drix, Slg 2007, I‑6909 RdNr 51 ff; Urteil vom 12.05.1998 in der Rechts­sa­che C‑85/​96, Sala, Slg 1998, I‑2691 RdNr 27; Urteil vom 10.03.1993 in der Rechts­sa­che C‑111/​91, Kommission/​Luxemburg, Slg 1993, I‑817 RdNr 21; Dau­ber VSSR 2009, 299 ff, 309; a.A. Stein­mey­er in Fuchs, Euro­päi­sches Sozi­al­recht, 5. Aufl 2010, Art 7 EWGV 1612⁄68 RdNr 4, 8 [↩]
EuGH, Urteil vom 11.09.2007 in der Rechts­sa­che C‑287/​05, Hen­drix, Slg 2007, I‑6909 RdNr 31 [↩]
EuGH, Urteil vom 18.07.2007 in der Rechts­sa­che C‑213/​05, Geven, Slg 2007, I‑6347 RdNr 12; Urteil vom 12.05.1998 in der Rechts­sa­che C‑85/​96, Sala, Slg 1998, I‑2691 RdNr 25; Fuchs in Euro­päi­sches Sozi­al­recht, 5. Aufl 2010, Ein­füh­rung RdNr 22 [↩]
vgl EuGH, Urteil vom 18.06.1987 in der Rechts­sa­che C-316⁄85, Lebon, Slg 1987, I‑2811 RdNr 13 f; Urteil vom 27.03.1985 in der Rechts­sa­che C-249⁄83, Hoeckx, Slg 1985, I‑973 [↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 24.09.1998 in der Rechts­sa­che C‑35/​97, Kommission/​Frankreich, Slg 1998, I‑5325 RdNr 41; Urteil vom 06.11.2003 in der Rechts­sa­che C‑413/​01, Nin­ni-Ora­sche, Slg 2003, I‑13187 RdNr 34 mwN [↩]
EuGH, Urteil vom 21.02.2006 in der Rechts­sa­che C‑152/​03, Rit­ter-Cou­lais, Slg 2006, I‑1711 RdNr 31; Urteil vom 11.09.2007 in der Rechts­sa­che C‑287/​05, Hen­drix, Slg 2007, I‑6909 RdNr 74; Urteil vom 18.07.2007 in der Rechts­sa­che C‑212/​05, Hart­mann, Slg 2007, I‑6303 [↩]
EuGH, Urteil vom 18.07.2007 in der Rechts­sa­che C‑213/​05, Geven, Slg 2007, I‑6347 ff RdNr 15 [↩]
EuGH, Urteil vom 11.09.2007 in der Rechts­sa­che C‑287/​05, Hen­drix, Slg 2007, I‑6909, RdNr 55 [↩]
EuGH, Urteil vom 06.07.2006 in der Rechts­sa­che C‑154/​05, Kas­ber­gen-Lap und Dams-Schip­per, Slg 2006, I‑6249 RdNr 33 mwN; Urteil vom 12.03.2009 in der Rechts­sa­che C‑22/​08, Vat­sou­ras, SozR 4 – 6035 Art 39 Nr 5, RdNr 64 [↩]
Otting in Hauck/​Noftz, EU-Sozi­al­recht, Kom­men­tar, Stand Mai 2010, K Art 70 RdNr 25 [↩]
BSG, Urteil vom 30.06.2005 — B 7a/​7 AL 98⁄04 R, BSGE 95, 43 = SozR 4 – 4300 § 428 Nr 2 [↩]
EuGH, Urteil vom 10.10.1996 in der Rechts­sa­che C‑245/​94, Hoever und Zachow, Slg 1996, I‑4895, SozR 3 – 6050 Art 4 Nr 8 RdNr 31 [↩]
vgl. hier­zu auch Eichen­ho­fer, Sozi­al­recht der Euro­päi­schen Uni­on, 4. Aufl 2010, S 91 [↩]
Stein­mey­er in Fuchs, Euro­päi­sches Sozi­al­recht, 5. Aufl 2010, EWGV 1612⁄68 Art 7 RdNr 19 [↩]
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