Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201987,%202923
Timestamp: 2018-12-14 18:18:37
Document Index: 43416039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 611', '§ 282', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 64']

BGH, 07.07.1987 - VI ZR 193/86 - dejure.org
BGH, 07.07.1987 - VI ZR 193/86
Anlass zur Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung zur Feststellung einer etwaigen Schädigung der Leibesfrucht - Ersatz des Unterhaltsschadens für ein behindertes Kind wegen Verletzung des ärztlichen Behandlungsvertrages - Aufklärungspflicht einer Ärztin über die Gefahren von Missbildungen eines Kindes bei einer 36jährigen Schwangeren - Besondere Gefahren der Geburt eines Kindes mit Trisomie 21 für werdende Mütter ab 35 Jahren
BGB § 276, § 611; ZPO § 282
NJW 1987, 2923
MDR 1988, 40
FamRZ 1987, 1123
VersR 1988, 155
Die Rechtsprechung der Zivilgerichte zur Haftung für ärztliche Beratungsfehler oder für fehlgeschlagene Schwangerschaftsabbrüche (zum Schwangerschaftsabbruch vgl. BGHZ 86, 240 ff.; 89, 95 ff.; 95, 199 ff.;… BGH, NJW 1985, S. 671 ff.;… VersR 1985, S. 1068 ff.;… VersR 1986, S. 869 f.; VersR 1988, S. 155 f.;… NJW 1992, S. 1556 ff.; zur Sterilisation vgl. BGHZ 76, 249 ff.; 76, 259 ff.;… BGH, NJW 1984, S. 2625 f.) ist im Blick darauf der Uberprüfung bedürftig.
Diesen Bedenken wird das Berufungsgericht nachzugehen haben, wenn es nach Ergänzung seiner tatsächlichen Feststellungen erneut zur Annahme eines Behandlungsfehlers gelangen sollte (zur Beweislast für die Möglichkeit eines noch rechtzeitigen Schwangerschaftsabbruchs vgl. Senatsurteil vom 7. Juli 1987 - VI ZR 193/86 VersR 1988, 155, 156).
OLG Köln, 21.09.2011 - 5 U 11/11
Dass - wie vom Kläger aufgezeigt - in der fachmedizinischen Literatur entsprechende (Vorsorge-)Untersuchungen gefordert oder als erwünscht bezeichnet worden sind, ist darüber hinaus unerheblich, weil dies allein noch nichts darüber besagt, ob nach dem erreichten Diskussionsstand das Unterlassen einer entsprechenden Beratung als ärztlicher Fehler anzusehen ist (vgl. BGH NJW 1987, 2923 f.).
Nichts anderes gilt, wenn man die ihr geschuldete Unterrichtung als Fall der therapeutischen Aufklärung ansieht, weil auch insoweit der Patient für deren Unterlassen die Beweislast trägt (vgl. BGH, Urteil vom 07.07.1987, VI ZR 193/86, juris Rz. 13; OLG Hamm…, Urteil vom 08.10.2012, Az. 3 U 46/12, juris Ls. 1 und Rz. 40;… Martis/Winkhart, Arzthaftungsrecht, 3. Aufl., Rz. F 62 m.w.N. und F 48, m.w. zahlr. N.).
OLG Stuttgart, 01.09.1994 - 14 U 10/93
Arzthaftung wegen mangelnder Aufklärung bei einem Diagnoseeingriff
Im Bereich der erforderlichen Risikoaufklärung waren die Ärzte der Beklagten gehalten, der Klägerin jene möglichen Risiken und Gefahren darzulegen, die der Klägerin oder dem werdenden Kind drohten unter Abwägung, ob unter diesen Umständen eine zweite Fruchtwasseruntersuchung aus medizinischer Sicht unter Berücksichtigung der durch den klinische Situs erhöhten Gefährdung für das Kind in Relation zu den zu erwartenden diagnostischen Erkenntnissen in Betracht stand (vgl. hierzu OLG Stuttgart v. 08.02.1990 - 14 U 19/89 - = VersR 1991, 929 unter Hinweis auf BGH v. 22.11.1983 - VI ZR 85/82 - = BGHZ 89/95 = VersR 1984, 186 f; BGH v.07.07.1987 - VI ZR 193/86 - = VersR 1988, 155; OLG Düsseldorf v. 28.07.1988 - VersR 1989, 290 - Ls = NJW 1989, 1548; OLG Köln v. 20.06.1989 - VersR 1989, 631 ; OLG München v. 25.09.1986 - VersR 1988, 523 ; alle zur Frage der Beratungspflicht des Arztes bei altersbedingter Risikoschwangerschaft im Hinblick auf die Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung; siehe zur ärztlichen Beratungs- und Aufklärungspflicht hinsichtlich einer Amniocentese auch Gaisbauer VersR 1991, 979 als Anmerkung zum Urteil des OLG Stuttgart vom 08.02.1990 - VersR 1991, 929).
Die Aufklärungspflicht des nachbehandelnden Arztes entfällt, wenn der Patient bereits voraufgeklärt oder sonst ausreichend informiert ist, auch wenn dies dem Nachbehandler unbekannt ist (BGH VersR 1963, 659; BGH VersR 1983, 957; BGH NJW 1987, 2923; BGH VersR 1994, 1302;… Laufs/Uhlenbruck, Handbuch des Arztrechts, 2. Aufl. 1999, § 64 Rn. 15).