Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201996,%201268
Timestamp: 2018-11-19 04:03:45
Document Index: 68298877

Matched Legal Cases: ['§ 72', '§ 553', 'BGH', '§ 516', '§ 128', '§ 269', '§ 516', '§ 40', '§ 124', '§ 125', 'BGH', '§ 128', '§ 128', '§ 518', '§ 133', '§ 340', '§ 340']

Rechtsprechung: MDR 1996, 1268 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BAG, 13.12.1995
Nichtzulassungsbeschwerde - Streit über die tarifgerechte Eingruppierung einer Arbeitnehmerin - Voraussetzungen der Zulässigkeit einer Nichtzulassungsbeschwerde - Bedingungsfeindlichkeit von Rechtsbehelfen - Verstoß gegen gesetzliche Begründetheitsvorschriften
ArbGG § 72a; ZPO §§ 553, 551
ArbG Detmold, 01.10.1992 - 3 Ca 714/91
NJW 1996, 2533
NZA 1996, 554
DB 1996, 944
Die Rücknahme eines Rechtsbehelfs ist jedoch - nicht anders als seine Einlegung - nach allgemeinen Grundsätzen bedingungsfeindlich, weil sie als gestaltende Prozesshandlung aus Gründen der Rechtssicherheit keinen Schwebezustand verträgt (vgl. BVerfGE 40, 272 ;… für die Zivilprozessordnung: BGH, NJW-RR 1990, S. 67 ;… Zöller/Gummer/Heßler, ZPO, 26. Aufl. 2007, § 516 Rn. 9;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 66. Aufl. 2008, Grdz. § 128 Rn. 54;… § 269 Rn. 24;… § 516 Rn. 7;… für die Verwaltungsgerichtsordnung: BVerwG, NVwZ 2002, S. 990 ;… Kopp/Schenke, VwGO, 15. Aufl. 2007, Vorb § 40 Rn. 15;… Vorb § 124 Rn. 25 f.;… für die Strafprozessordnung: Löwe-Rosenberg/ Rieß, StPO, 25. Aufl. 1999, Einl. Abschn. J Rn. 27;… Meyer-Goßner, StPO, 50. Aufl. 2007, Einl. Rn. 118; für die Arbeitsgerichtsbarkeit: BAG, NJW 1996, S. 2533 ;… für die Finanzgerichtsordnung: Gräber/Ruban, FGO, 6. Aufl. 2006, § 125 Rn. 6).
OLG Dresden, 11.04.2001 - 15 W 1812/00
Unzulässigkeit hilfsweiser weiterer sofortiger Beschwerde bei Erfolglosigkeit …
Eine innerprozessuale Bedingung liegt aber bereits begrifflich nur vor, wenn ein (auf den jeweiligen Rechtszug bezogenes) unbedingtes Prozessrechtsverhältnis bereits besteht (…Zöller-Greger a.a.O.;… MünchKomm-Rimmelspacher a.a.O.); eine Prozesshandlung, die einen Prozess oder eine Instanz erst einleiten soll, ist daher schlechthin bedingungsfeindlich (vgl. BAG NJW 1996, 2533, 2534; BGH NJW-RR 1999, 67, 68; OLG Karlsruhe OLGZ 1986, 197, 200;… Baumbach/Hartmann, 59. Aufl. 2001, Grundzüge vor § 128 ZPO Rdnr. 54 m.w.N.;… Stein-Jonas-Leipold, 21. Aufl. Stand 1993, vor § 128 ZPO Rdnr. 208 f).
Soweit hiervon vereinzelt abgewichen wird, betrifft dies ausschließlich Fallkonstellationen, in denen die ein Porzessrechtsverhältnis initiierende Prozesshandlung entweder an einen in der Vergangenheit liegenden Vorgang anknüpft (so etwa Kammergericht, OLGZ 1975, 85, 87 für den Fall einer Beschwerde unter der "Bedingung", dass eine beschwerdefähige Erstentscheidung bereits ergangen sei;… in einem solchen Fall liegt eine Bedingung im eigentlichen Sinne aber gar nicht vor, vgl. Stein-Jonas-Leipold a.a.O.) oder aber der Eintritt oder Ausfall der Bedingung allein von einer Entscheidung des Rechtsmittelgerichts abhängt (…vgl. etwa die Beispiele bei Stein-Jonas-Grunsky, 21. Aufl. Stand 1993, § 518 ZPO Rdnr. 17; siehe auch Kornblum, NJW 1997, 922 in einer ablehnenden Anmerkung zu BAG NJW 1996, 2533 zum Verhältnis zwischen Revision und Nichtzulassungsbeschwerde).
vgl. BVerwG, Beschluss vom 12. September 1988 - 6 CB 35.88 -, Buchholz 310 § 133 VwGO Nr. 83, S. 21 (25); Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13. Dezember 1995 - 4 AZN 576/95 -, NJW 1996, 2533 (2534); zu letzterem kritisch Kornblum, NJW 1997, 922.
ArbG Weiden/Oberpfalz, 01.08.2018 - 3 Ca 416/18
Versäumnisurteil - Einspruch - Auslegung - gerichtlicher Hinweis - …
Außerdem bestünde bei einer so weitgehenden Aufweichung der Formvorschrift des § 340 ZPO dann auch die Gefahr, dass mit der Zeit auch der Rechtsgrundsatz (vgl. BAG vom 13.12.1995, 4 AZN 576/95) in Frage gestellt wird, dass ein Rechtsbehelf oder Rechtsmittel nicht unter einer Bedingung bzw. eventualiter eingelegt werden darf (so OLG Koblenz Beschluss vom 20.4.2000 - 1 W 283/00).
Als Rechtsmittel kann die Beschwerde nämlich nicht unter einer Bedingung eingelegt werden, weil dies dem Gebot der Rechtsmittelklarheit widerspricht (LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 13.12.2011 - L 11 R 3679/11, RdNr. 32; Bundesfinanzhof, Beschluss vom 22.06.1982 - VII B 115/81, RdNr. 4; Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Beschluss vom 17.02.1961 - IV C 98.60, IV B 85.60, Leitsatz 1; Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13.12.1995 - 4 AZN 576/95, RdNr. 7, alle juris).
ArbG Weiden -, 01.08.2018 - 3 Ca 416/18
Außerdem bestünde bei einer so weitgehenden Aufweichung der Formvorschrift des § 340 ZPO dann auch die Gefahr, dass mit der Zeit auch der Rechtsgrundsatz (vgl. BAG vom 13.12.1995, 4 AZN 576/95) in Frage gestellt wird, dass ein Rechtsbehelf oder Rechtsmittel nicht unter einer Bedingung bzw. eventualiter eingelegt werden darf (so OLG Koblenz Beschl. v. 20.4.2000 - 1 W 283/00).