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Timestamp: 2018-10-15 15:19:09
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Portal Sozialpolitik - Rentenanpassung 2018
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03. April 2018 | Zum 1. Juli 2018 werden die Renten der rund 21 Milli-onen Rentnerinnen und Rentner turnusgemäß angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt um 3,22 Prozent von 31,03 Euro auf 32,03 Euro und der aktuelle Ren-tenwert (Ost) wird um 3,37 Prozent von 29,69 Euro auf 30,69 Euro erhöht. Die Faktoren der Anpassungsformel tragen in unterschiedlicher Weise zum Ausmaß der diesjährigen Dynamisierung in West und Ost bei. Zudem ist für Renten (-teile), die auf Entgeltpunkten (Ost) basieren, erstmals die Vorgabe des § 255a SGB VI zu beachten (gesetzlich vorgegebene Angleichungsschritte der Ostrenten).
Die jährlich Rentenanpassung wird von insgesamt drei Faktoren bestimmt:
Maßgebend ist die Veränderung der diese Faktoren bestimmenden Werte im Vorjahr zum vorvergangenen Jahr – für die Anpassung 2018 wird also Bezug genommen auf die Veränderungen in 2017 gegenüber 2016. Angepasst werden der aktueller Rentenwert (AR) bzw. der aktuelle Rentenwert (Ost) (AR(O)); die aktuellen Rentenwerte entsprechen dem Monatsbetrag der Rente für ein Jahr Beitragszahlung auf Basis des jeweiligen Durchschnittsentgelts und einem Zugangsfaktor von 1,000 – also ohne Rentenabschläge oder Rentenzuschläge.
Die Anpassung erfolgt getrennt für die alten und die neuen Länder; maßgebend für die Entgeltentwicklung des Vorjahres ist der jeweils vorläufige Stand im März des Anpassungsjahres. Die regionale Entgeltwicklung in den neuen Ländern ist seit der diesjährigen Anpassung nur noch für die sogenannte Vergleichsrechnung maßgebend; führt das bis 2017 praktizierte Anpassungsverfahren zu einem höheren AR(O) als durch die gesetzliche Angleichungstreppe des § 255a Abs. 1 SGB VI vorgegeben, so gilt der Vergleichswert als neuer AR(O). – Bei den Veränderungsraten des durchschnittlichen Beitragssatzes sowie den Belastungsveränderungen bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven und des Rentnerquotienten im Rahmen des Nachhaltigkeitsfaktors handelt es sich demgegenüber um bundeseinheitliche Werte.
In die Bestimmung des Entgeltfaktors fließen seit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz zwei Entwicklungen ein. Seither wird der Entgeltfaktor nicht mehr (nur) auf Basis der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer entsprechend den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bestimmt; die Anpassung der Renten richtet sich vielmehr nach der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten.
Da die Löhne und Lohnbestandteile, die in der Rentenversicherung tatsächlich verbeitragt werden, nicht zeitnah vorliegen und erst mit einem »time-lag« von gut zwei Jahren bei der Rentenanpassung berücksichtigt werden können, greift die Anpassungsformel hinsichtlich der Lohn- und Gehaltsentwicklung des Vorjahres auch weiterhin alleine auf die VGR-Entgelte zurück. Schließlich sollen die Renten zeitnah an der Lohnentwicklung teilhaben können.
Sofern die Entwicklung der VGR-Löhne von der Entwicklung der beitragspflichtigen Löhne abweicht, wird dies bei der jeweils nächsten Anpassung über die Formel zur Berechnung des Entgeltfaktors automatisch korrigiert. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (nach VGR) sind im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2016 um 2,73 Prozent (alte Länder) bzw. um 3,28 Prozent (neue Länder) gestiegen.
Zur Bestimmung des Entgeltfaktors der Anpassungsformel wird das Durchschnittsentgelt nach VGR des jeweils vorvergangenen Jahres (in diesem Fall also 2016) mit folgendem Faktor gewichtet:
Auf diese Weise findet die relative Abweichung zwischen der Lohnentwicklung gemäß VGR und der beitragspflichtigen Lohnentwicklung für das vorvergangene Jahr Eingang in die Bestimmung des Entgeltfaktors. Wenn der Wichtefaktor größer (kleiner) als Eins ist, die beitragspflichtigen Entgelte also schwächer (stärker) gestiegen sind als die VGR-Entgelte, dann werden die VGR-Bruttoentgelte rechnerisch erhöht (gesenkt) und der Entgeltfaktor der Anpassungsformel damit gesenkt (erhöht).
Im Jahr 2016 sind die beitragspflichtigen Entgelte im Westen mit einem Zuwachs von 2,39 Prozent leicht stärker gestiegen als die VGR-Entgelte (2,18 Prozent); das umgekehrte Bild im Osten, wo die beitragspflichtigen Entgelte mit 3,06 Prozent schwächer stiegen als die VGR-Entgelte (3,28 Prozent). Damit beträgt der Wichtefaktor für das VGR-Entgelt des vorvergangenen Jahres im Westen 0,9980 und im Osten 1,0021. Im Westen wirkt der Wichte-faktor anpassungssteigernd – im Osten hingegen anpassungsdämpfend.
Werte der Rentenanpassung 2018
ARt-1 bzw. AR(O)t-1 (2017) 31,03 € 29,69 €
Bruttolöhne und -gehälter 2015 (BEt-3) 33.474 € 26.983 €
Bruttolöhne und -gehälter 2016 (BEt-2) 34.205 € 27.868 €
Bruttolöhne und -gehälter 2017 (BEt-1) 35.139 € 28.762 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2015 (bBEt-3) 30.934 € 25.928 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2016 (bBEt-2) 31.672 € 26.721 €
durchschnittlicher RV-beitrag 2016 (RVBt-2) 18,7%
durchschnittlicher RV-beitrag 2017 (RVBt-1) 18,7%
Rentnerquotient 2016 (RQt-2) 0,5250
Rentnerquotient 2017 (RQt-1) 0,5189
ARt bzw. AR(O)t gem. § 255a Abs. 1 SGB VI (Angleichung 95,8 v.H.) (2018) 32,03 € 30,68 €
AR(O)t gem. § 255a Abs. 2 SGB VI (Vergleichswert) (2018) - 30,69 €
Infolge der Gewichtung wird das VGR-Entgelt des Jahres 2016 einmal rechnerisch vermindert (West) und einmal rechnerisch erhöht (Ost). Im Westen betrug das durchschnittliche VGR-Entgelt 2016 34.205 Euro – der gewichtete Betrag fällt mit 34.138 Euro um knapp 0,2 Prozent geringer aus. Im Osten belief sich der VGR-Wert auf 27.868 Euro – der gewichtete Betrag liegt mit 27.928 Euro um gut 0,2 Prozent höher. Damit fällt der Anstieg der anpassungsrelevanten Entgelte im Westen höher und im Osten geringer aus als der Anstieg der VGR-Entgelte. – Im Ergebnis trägt der Entgeltfaktor mit 2,93 Prozentpunkten (West) bzw. 3,06 Prozentpunkten (Ost) zur diesjährigen Rentenanpassung bei.
Der in der Anpassungsformel zu berücksichtigende Altersvorsorgeanteil (AVA) beträgt 4,0 Prozent. Für die Anpassungsjahre vor 2013 war er mit den in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Werten vorgegeben (»Riester-Treppe«). Erstmals zu Buche schlug die Veränderung des AVA bei der Rentenanpassung zum 1. Juli 2003.
Wegen der im Jahre 2004 gesetzlich verordneten Nullrunde wurde auch der AVA für 2003 nicht erhöht; nur so ließ sich erreichen, dass die anpassungsmindernde Wirkung der »Riester-Treppe« im Ergebnis voll ausgeschöpft werden konnte. Eine nochmalige Streckung der »Riester-Treppe« auf Grund der gesetzlichen Nullrunde 2006 erübrigte sich, da im Zuge der Gesetzgebung zur Rente mit 67 das Nachholen von als Folge der allgemeinen Schutzklausel (Ausschluss einer Senkung der Rentenwerte) nicht realisierter Anpassungsdämpfungen ab dem Jahr 2011 beschlossen wurde (sogenannter »Ausgleichsbedarf«). Mit dem Gesetz zur Rentenanpassung 2008 wurde die »Riester-Treppe« ein weiteres Mal gestreckt – 2007 und 2008 änderte sich der AVA demnach nicht. Damit sollte in den Jahren 2008 und 2009 ein höherer Anpassungssatz ermöglicht werden.
Die anpassungsmindernde Berücksichtigung des AVA wurde damit begründet, dass seit 2002 allen Arbeitnehmern die staatlich geförderte private Altersvorsorge offensteht; die hierfür erforderlichen Prämien reduzieren – vergleichbar einem steigenden Beitragssatz zur Rentenversicherung – deren verfügbare Einkommen. Diese steigende Belastung der Aktiven müsse, so die seinerzeitige Begründung des Gesetzgebers, an die Rentner in Form geringerer Rentensteigerungen weitergegeben werden. Dabei spielt es für die Berücksichtigung des AVA keine Rolle, ob tatsächlich alle Berechtigten private Vorsorge im unterstellten Umfang betreiben. Selbst wenn sich kein einziger Arbeitnehmer auf die staatlich geförderte Privatvorsorge eingelassen hätte, wäre bei der Rentenanpassung unterstellt worden, dass alle Arbeitnehmer eine zusätzliche und bis 2012 prozentual steigende Abgabenlast tragen. Anpassungsmindernd berücksichtigt wurde zudem der Bruttoanteil ohne Abzug der staatlichen Fördermittel, obwohl die auch von den Rentnern über deren direkte und indirekte Steuern mit finanziert werden.
Der jahresdurchschnittliche Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung (RVB), die zweite Größe des »Riester-Faktors«, blieb 2017 gegenüber 2016 mit 18,7 Prozent unverändert. Für die Anpassung 2018 ergibt sich somit ein »Riester-Faktor« von
Für die Anpassung 2018 ist der Faktor demnach anpassungsneutral.
Auch wenn der Altersvorsorgeanteil seit 2012 unverändert bei 4,0 Prozent liegt und anpassungsmindernde Veränderungen nach derzeit geltendem Recht nicht mehr Platz greifen, hat seine weitere Berücksichtigung im »Riester-Faktor« dennoch anpassungsrelevante Wirkungen: Jede Veränderung des Beitragssatzes zur allgemeinen Rentenversicherung schlägt dadurch rechnerisch etwas stärker zu Buche – positiv wie negativ.
Der Rentnerquotient (vgl. Übersicht) drückt das rechnerische Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern aus. Gegenüber dem Jahr 2016 ist der Rentnerquotient 2017 gesunken – von 0,5250 auf 0,5189; der Wert 1 - (RQt-1 / RQt-2) fällt damit positiv aus (0,0116). Denn während die Zahl der Äquivalenzrentner 2017 nur um 0,35 Prozent stieg (West 0,42 Prozent, Ost 0,09 Prozent), legte die Zahl der Äquivalenzbeitragszahler um 1,53 Prozent zu (West 1,82 Prozent, Ost - 0,04 Prozent).
Renten-Volumen 20171 200.647.784 54.277.140
Standard-Rente 20172 16.599,60 15.754,50
ÄR 20173 12.088 3.445 15.533
Beitrags-Volumen 20174 176.667.165 27.736.148
Beiträge auf BE 20175 6.938,26 6.198,75
ÄB 20176 25.463 4.474 29.937
2017 0,5189
5 in Euro; der ausgewiesene Betrag ergibt sich durch Anwendung des durchschnittlichen kalenderjährlichen Beitragssatzes auf das vorläufige Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI. Dieses beträgt für die alten Länder 2016 36.267 Euro und 2017 37.103 Euro; das Durchschnittsentgelt Ost ergibt sich nach Division dieser Werte durch den vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI (2016 1,1479 und 2017 1,1193)
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Die Veränderung des so ermittelten Rentnerquotienten ist im Rahmen des Nachhaltigkeitsfaktors über den Parameter Alpha (0,25) zu einem Viertel anpassungsrelevant. Der Parameter Alpha ist die politische Stellschraube für die Höhe des Nachhaltigkeitsfaktors. Seine Festlegung auf den Wert 0,25 war schon bei seiner Einführung willkürlich und alleine dem politisch vorgegebenen Ziel geschuldet, den Beitragssatzanstieg zur allgemeinen Rentenversicherung bis 2020 auf 20 Prozent und bis 2030 auf 22 Prozent zu begrenzen. Sobald dieses Ziel gefährdet ist, kann der Gesetzgeber den Parameter jederzeit erhöhen und damit die Anpassungssätze für die Zukunft noch »nachhaltiger« beeinflussen.
Für die Anpassung 2018 ergibt sich aufgrund der außerordentlich positiven Beschäftigungsentwicklung und des als Folge davon gesunkenen Rentnerquotienten ein Nachhaltigkeitsfaktor von:
Damit wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor im Rahmen der Rentenanpassung 2018 in einem Umfang von 0,29 Prozentpunkten anpassungssteigernd.
Aktueller Rentenwert und aktueller Rentenwert (Ost) 2018
Der neue AR ergibt sich aus der Multiplikation des Entgeltfaktors, des »Riester-Faktors« und des Nachhaltigkeitsfaktors (= Anpassungsfaktor) mit dem bisherigen AR:
AR2018 = 31,03 Euro x 1,0293 x 1,0000 x 1,0029
= 31,03 Euro x 1,0323
= 32,03 Euro und
Der Anpassungsfaktor beträgt somit 1,0323, woraus im Ergebnis eine Erhöhung des AR um 3,22 Prozent auf 32,03 Euro resultiert.
Da ein Ausgleichsbedarf aufgrund von in der Vergangenheit wegen der allgemeinen Schutzklausel unterbliebener Anpassungsdämpfungen (nicht realisierte nominale Rentenkürzungen) zum 30. Juni 2018 nicht besteht (der Wert beträgt 1,0000), entspricht der Anpassungsfaktor auch dem tatsächlichen Anpassungssatz. Dies gilt auch für die Rentenanpassung des kommenden Jahres, da die Rentenwertbestimmungsverordnung 2018 den Ausgleichsbedarf ab 1. Juli 2018 mit 1,0000 bestimmt.
Der nach § 255a Abs. 1 SGB VI berechnete AR (Ost) beträgt zum 1. Juli 2018 95,8 Prozent des AR.
AR(O)2018 = 32,03 Euro x 0,958 = 30,68 Euro.
Auf Basis der Vergleichsberechnung (§ 255a Abs. 2 SGB VI) ergibt sich ein (nach bisherigem Verfahren ermittelter) Vergleichswert (VGW) von
VGWt = VGWt-1 x 1,0306 x 1,0000 x 1,0029
VGW2018 = 29,69 Euro x 1,0306 x 1,0000 x 1,0029
= 29,69 Euro x 1,0336
= 30,69 Euro.
Übersteigt der Vergleichswert nach § 255a Abs. 2 SGB VI (30,69 Euro) den nach § 255a Abs. 1 SGB VI berechneten AR (Ost) (30,68 Euro), ist der Vergleichswert als AR (Ost) zum 1. Juli festzusetzen. – Der Anpassungsfaktor beträgt somit 1,0336, woraus im Ergebnis eine Erhöhung des AR(O) um 3,37 Prozent auf 30,69 Euro resultiert.
Mit Beginn der gesetzlich festgelegten Angleichungsschritte des AR (Ost) an den AR zum 1. Juli 2018 ist ein Ausgleichsbedarf (Ost) nicht mehr festzusetzen.
Ab Juli 2018 erreicht der aktuelle Rentenwert (Ost) 95,8 Prozent des aktuellen Rentenwerts. Während der aktuelle Rentenwert damit nur noch 4,37 Prozent oberhalb des aktuellen Rentenwerts (Ost) liegt, beträgt der Abstand zwischen vorläufigem Durchschnittsentgelt und vorläufigem Durchschnittsentgelt (Ost) im laufenden Jahr immerhin noch 12,48 Prozent. Beim anpassungsrelevanten VGR-Entgelt betrug der Abstand 2017 sogar noch 22,1 Prozent.
Für die Rentenanpassungen maßgebliche Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (nach VGR) 2005 bis 2017
2017 35.139 2,73 28.782 3,28
Quelle: Rentenwertbestimmungsverordnungen 2007 bis 2018 sowie eigene Berechnungen
Entwicklung der durchschnittlichen beitragspflichtigen Versichertenentgelte in den alten und neuen Bundesländern 2005 bis 2016
2016 31.672 2,39 26.721 3,06
Quelle: DRV Bund (Hrsg.), Versichertenbericht 2017, Berlin, November 2017, S. 71 ff. sowie RWBestV 2018
2018 18,6%
2017 15.533 12.088 3.445
2017 29.937 25.463 4.474