Source: https://www.psychotherapie-tresky.at/beratung-95-107/
Timestamp: 2020-05-31 01:34:31
Document Index: 56859058

Matched Legal Cases: ['§ 95', '§ 107', '§ 95', '§ 107', '§ 95', '§ 95', '§ 107', '§ 107']

- Beratung § 95 / § 107
Beratung § 95 / § 107
Es ist nie einfach, sich das Scheitern einer Beziehung eingestehen zu müssen und eine Trennung zu vollziehen. Ganz besonders nicht, wenn auch Kinder davon betroffen sind. Kinder, die sich immer ein Zusammenleben mit Mama und Papa in einem gemeinsamen Haushalt wünschen. Kinder, die durch die Trennung der Eltern - ebenso wie die Erwachsenen selbst - emotional belastet sind und in einen Loyalitätskonflikt geraten, weil sie annehmen, sich zwischen den Elternteilen entscheiden zu müssen, obwohl doch Kinder nach Artikel 9 der UN-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 auch im Trennungsfall ein Recht auf persönlichen Umgang mit beiden Elternteilen haben.
Da dies nicht immer konfliktfrei möglich ist, hat der Gesetzgeber zwei Unterstützungsangebote im Falle einer Scheidung oder Trennung für Familien installiert, die Eltern dabei helfen sollen, die Bedürfnisse Ihrer minderjährigen Kinder im Auge zu behalten und gemeinsam eine für Ihre Kinder passende und im Alltag lebbare, verbindliche Kontakt-Regelung zu finden.
Durch die am 01. Februar 2013 in Kraft getretene Reform des österreichischen Familienrechts ist für eine einvernehmliche Scheidung nach § 95 Abs. 1a verbindlich ein Beratungsgespräch hinsichtlich der spezifisch aus der Scheidung resultierenden Bedürfnisse der Kinder in Anspruch zu nehmen und eine entsprechende Bestätigung über dieses Gespräch vorzulegen:
§ 95 AußStrG Regelung der Scheidungsfolgen:
(www.jusline.at)
Ziel dieses Beratungsgespräches ist es, mit den Eltern einerseits die Bedürfnisse, Erfahrungen, Gefühle und Konflikte ihrer Kinder sowie deren Reaktionen und eventuelle Symptome zu besprechen. Andererseits werden die Aufgaben von Eltern, die eigene Haltung, der Umgang mit Konflikten mit dem anderen Elternteil oder einem unterschiedlichen Erziehungsstil sowie entlastende Handungsstrategien zur Gestaltung des familiären Alltags diskutiert.
Dieses Gespräch umfasst mindestens eine Einheit (50 Minuten), kann auf Wunsch der Eltern auch ausgedehnt werden. Die Beratungstermine können einzeln oder als Paar von den Eltern wahrgenommen werden. Auch eine Kombination von Einzel- und danach Paartermin ist möglich. Im Anschluss an den letzten Termin wird eine Bestätigung zur Vorlage bei Gericht ausgestellt.
Die Kosten inkl. Bestätigung betragen für einen Einzeltermin EUR 70,- sowie für den Paartermin EUR 45,- pro Person.
Familien-, Eltern- und Erziehungsberatung nach § 107 Abs. 3 Z 1 AußStrG
In einer hochemotionalen, belastenden Zeit wie der einer Scheidung oder Trennung sind Eltern manchmal nicht dazu in der Lage, in einem erforderlichen Maß ihren Fokus auf die Bedürfnisse der gemeinsamen Kinder zu richten. Zu tief gehen Kränkungen und Verletzungen auf der Partnerebene. Für diesen Fall hat nun der Gesetzgeber mit dem neuen Kindschaftsrecht von 2013 vorgesorgt, indem die Möglichkeit einer gerichtlichen Auflage geschaffen worden ist:
§ 107 AußStrG Besondere Verfahrenbestimmungen:
(3) Das Gericht hat die zur Sicherung des Kindeswohls erforderlichen Maßnahmen anzuordnen, soweit dadurch nicht Interessen einer Partei, deren Schutz das Vefahren dient, gefährdet oder Belange der übrigen Parteien unzumutbar beeinträchtig werden.
Als derartige Maßnahmen kommen insbesondere in Betracht:
Ziel dieser vom Familiengericht angeordneten Termine ist es, den Eltern die Bedürfnisse, Gefühle und Konflikte ihrer Kinder, deren Leidensdruck und gegebenenfalls die daraus resultierenden Symptome vor Augen zu führen und den Fokus der Eltern wieder weg von der eigenen Befindlichkeit, dem Paar-Konflikt, zurück zu den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Kinder und deren Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen zu lenken. Gemeinsam soll in dieser Zeit den Kindern zuliebe ein respektvoller, konfliktfreier Umgang mit dem anderen Elternteil sowie eine alltagstaugliche Lösung zur Gestaltung der Obsorge- bzw. Kontakt-Regelung erarbeitet werden.
Der Umfang der Maßnahme wird vom Gericht festgelegt, die Dauer der einzelnen Termine beträgt 50 Minuten, kann nach Absprache mit den Eltern im Bedarfsfall auch mit 90 Minuten festgesetzt werden. Die Termine sollen von beiden Elternteilen gemeinsam wahrgenommen werden. Zum Erstgespräch ist der Beschluss des Gerichts über die Maßnahme mitzubringen. Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Termine wird eine Bestätigung zur Vorlage bei Gericht ausgestellt.
Die Kosten betragen inkl. Bestätigung für einen Paartermin EUR 90,-. Einzeltermine sind nicht möglich, da es sich um vom Gericht angeordnete Termine für beide Elternteile gemeinsam handelt.
© Petra Tresky