Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/erbschaftsteuer-bei-privatvermoegen/
Timestamp: 2020-01-20 23:45:17
Document Index: 302764073

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 12', '§ 9', '§ 11', '§ 176', '§ 14']

Erbschaftsteuer bei Privatvermögen? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
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Der Erbschaftsteuer sowie der Schenkungsteuer unterliegen gemäß § 1 Nr.1-4 ErbStG der Erwerb von Todeswegen, die Zweckzuwendung, das Vermögen einer Stiftung, sofern sie wesentlich im Interesse einer Familie oder bestimmter Familien errichtet ist, und eines Vereins, dessen Zweck wesentlich im Interesse einer Familie oder bestimmter Familien auf die Bindung von Vermögen gerichtet ist, in Zeitabständen von je 30 Jahren seit dem in § 9 I Nr.4 ErbStG bestimmten Zeitpunkt und natürlich auch die Schenkung unter Lebenden. Gerade letztere macht Sinn, wenn man größere Vermögen schon zu Lebzeiten steuerfrei übertragen will.
Erbschaftsteuer nach Bewertung des Privatvermögens?
Die Bewertung des steuerpflichtigen Erwerbs richtet sich nach § 12 ErbStG in Verbindung mit dem Bewertungsgesetz. Danach ist gemäß § 9 BewG bei Bewertungen, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, der gemeine Wert zugrunde zu legen. Dieser wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Wertpapiere und Schuldbuchforderungen, die am Stichtag an einer deutschen Börse zum Handel im regulierten Markt zugelassen sind, werden gemäß § 11 BewG mit dem niedrigsten am Stichtag für sie im regulierten Markt notierten Kurs angesetzt. Liegt am Stichtag eine Notierung nicht vor, so ist der letzte innerhalb von 30 Tagen vor dem Stichtag im regulierten Markt notierte Kurs maßgebend. Entsprechend sind die Wertpapiere zu bewerten, die in den Freiverkehr einbezogen sind. Grundvermögen, also z.B. Grund und Boden, die Gebäude, die sonstigen Bestandteile und das Zubehör sowie Wohnungseigentum wird nach den Vorschriften der §§ 176 ff. BewG bewertet. Hier muss also anders als bei Bargeld der Wert der Bereicherung erst durch Berechnung ermittelt werden. Ist dieser besondere Wert durch das FA fehlerhaft ermittelt, so kann dies bei Ausschöpfung der Freibeträge teuer für den Beschenkten, den Beschwerten oder Erben werden. Lassen Sie sich hier helfen.
Erbschaftsteuer bei Privatvermögen vermeiden?
Die Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer lässt sich durch geschickte Gestaltung in den meisten Fällen vermeiden. Will man z.B. seiner Tochter und dem Schwiegersohn schon zu Lebzeiten etwas zukommen lassen, so kann man dies grundsätzlich gemäß § 14 ErbStG alle 10 Jahre erreichen, denn steuerfrei bleibt in den Fällen der unbeschränkten Steuerpflicht der Erwerb der Kinder in Höhe von je Elternteil von 400.000 Euro und der Personen der Steuerklasse II, also dem Schwiegersohn, von je Elternteil von 20.000 Euro. Neben diesen Freibeträgen wird allerdings nur Kindern im Sinne der Steuerklasse I und nur für Erwerbe von Todes wegen ein besonderer Versorgungsfreibetrag bis 52.000 Euro gewährt. Das FA muss allerdings von jedem Erwerb unterrichtet werden, egal ob nach eigener Berechnung Erbschaft- oder Schenkungsteuer anfällt oder nicht.