Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=04.07.1980&Aktenzeichen=I%20ZR%20133/78
Timestamp: 2019-11-20 07:31:43
Document Index: 316244021

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.07.1980 - I ZR 133/78 - dejure.org
https://dejure.org/1980,3329
BGH, 04.07.1980 - I ZR 133/78 (https://dejure.org/1980,3329)
BGH, Entscheidung vom 04.07.1980 - I ZR 133/78 (https://dejure.org/1980,3329)
BGH, Entscheidung vom 04. Juli 1980 - I ZR 133/78 (https://dejure.org/1980,3329)
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Anwendung der haftungsausschliessenden Vorschriften der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) zwischen Spediteuren - Bestimmung der groben Fahrlässigkeit hinsichtlich der Bewachung von auf Lastkraftwagen verladenen hochwertigen Gütern zur Nachtzeit
MDR 1981, 377
VersR 1981, 30
a) Das Berufungsgericht ist zutreffend von dem in Rechtsprechung und Schrifttum anerkannten Grundsatz ausgegangen, daß auch im kaufmännischen Verkehr formularmäßige Haftungsausschlüsse regelmäßig unwirksam sind, sofern sie auch vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten des Unternehmers selbst oder seiner leitenden Angestellten umfassen (vgl. BGHZ 89, 363, 366; 95, 170, 182 f.; 103, 316, 321 ff.; BGH, Urt. v. 4.7.1980 - I ZR 133/78, DB 1981, 687;… Urt. v. 20.6.1984 - VIII ZR 137/83, NJW 1985, 914, 915 f.;… Hensen in Ulmer/Hensen/Brandner, AGB-Gesetz, 7. Aufl., § 11 Nr. 7 Rdn. 29 ff.;… Wolf in Wolf/Horn/Lindacher, AGB-Gesetz, 2. Aufl., § 11 Nr. 7 Rdn. 44 ff.).
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats sind Haftungsbeschränkungen in ADSp und AGNB bei grobem Verschulden des Unternehmers oder seiner leitenden Angestellten unwirksam (BGHZ 20, 164; 38, 183; BGH v. 4.7.80 - I ZR 133/78, MDR 1981, 377).
Unter Berücksichtigung sämtlicher Gesichtspunkte trifft die Klägerin objektiv und subjektiv der Vorwurf grober Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles (vgl. auch BGH VersR 1981, 30; 1984, 551).
Insofern ist die Lage anders als in der Entscheidung des Reichsgerichts (RGZ 102, 38), wo es sich um einen offenen Pferdewagen handelte, oder der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (VersR 1981, 30), wo das Fahrzeug eine ganze Nacht abgestellt war und die Ladefläche durch Öffnen der Bordwand erreichbar war.
Außerdem drohte ein hoher Schaden, weil der Wagen teilweise mit wertvollen Gütern, u. a. Registrierkassen im Werte von fast 100 000, DM, beladen war (vgl. BGH VersR 1981, 30).