Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201997,%20188
Timestamp: 2020-08-15 03:02:49
Document Index: 27726350

Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 73', '§ 73', 'Art. 37', '§ 11', '§ 16', '§ 52', '§ 52', '§ 11', '§ 17', '§ 17', 'BGH', '§ 11', '§ 17', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 1997, 188 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BayObLG, 23.08.1996
OLG Karlsruhe, 21.05.1996 - 1 AK 8/96
https://dejure.org/1996,3895
OLG Karlsruhe, 21.05.1996 - 1 AK 8/96 (https://dejure.org/1996,3895)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 21.05.1996 - 1 AK 8/96 (https://dejure.org/1996,3895)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 21. Mai 1996 - 1 AK 8/96 (https://dejure.org/1996,3895)
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MDR 1997, 188
NStZ-RR 1997, 114
StV 1997, 368
Danach kann eine Auslieferung insbesondere dann als unzulässig anzusehen sein, wenn die im Ausland zu erwartende Strafe außer Verhältnis zur begangenen bzw. vorgeworfenen Straftat steht (Senat StV 1997, 368 f.).
Anders kann es bei wenn auch erheblichen Mengen "weicher" Betäubungsmittel liegen (OLG Karlsruhe MDR 1997, 188: 10 Jahre Freiheitsstrafe wegen Abgabe von 2, 5 kg Haschisch;… OLG Köln, in: Eser/Lagodny/Wilkitzki, Internationale Rechtshilfe in Strafsachen, 2. Aufl. 1993, U 187: 30 Jahre Freiheitsstrafe wegen Ausfuhr von 20 kg Haschisch).
Die Auslieferung darf indessen nicht gewährt werden, wenn den Verfolgten in dem ersuchenden Staat, auch wenn nach dessen Rechtsordnung - was vom ersuchten Staat grundsätzlich hinzunehmen und nicht zu hinterfragen ist - Betäubungsmittelstraftaten besonders hart verfolgt werden, eine Strafe erwartet, die nach den Grundsätzen der deutschen Rechtsordnung unter jedem denkbaren Gesichtspunkt als unangemessen hart oder unerträglich schwer erscheint (BVerfG JZ 2004, 141; OLG Karlsruhe, StV 1997, 368; OLG Zweibrücken, StV 1996, 105;… Schomburg/Lagodny/Gleß/Hackner, Internationale Rechtshilfe in Strafsachen, 4. Aufl., § 73 Rn. 60 m.w.N.).
Ein Verfolgter darf zur Strafvollstreckung daher nicht ausgeliefert werden, wenn die Strafe, die gegen ihn im ersuchenden Staat verhängt worden ist, als unerträglich hart und als unter jedem denkbaren Gesichtspunkt unangemessen erscheint (BVerfGE 75, 1; im Anschluss hieran OLG Stuttgart, Die Justiz 2003, 454; NStZ-RR 2002, 180; OLG Zweibrücken, StV 1996, 105; OLG Hamm, NStZ-RR 2001, 315; siehe auch Senat, MDR 1997, 188;… Vogel, in: Grützner/Pötz, Internationale Rechtshilfe in Strafsachen, 2. Aufl., § 73 Rn. 99).
Ein Verfolgter darf zur Strafvollstreckung daher nicht ausgeliefert werden, wenn die Strafe, die gegen ihn im ersuchenden Staat verhängt worden ist, als unerträglich hart und als unter jedem denkbaren Gesichtspunkt unangemessen erscheint (BVerfGE 75, 1; OLG Stuttgart Die Justiz 2003, 454; NStZ-RR 2002, 180; OLG Zweibrücken StV 1996, 105; OLG Hamm NStZ-RR 2001, 315; siehe auch Senat, MDR 1997, 188;… Vogel, in: Grützner/Pötz, Internationale Rechtshilfe in Strafsachen, 2. Aufl., § 73 Rdn. 99 f.).
Diese drohende Mindeststrafe erscheint nicht nur "als in hohem Maße hart" (was noch hingenommen werden müsste), sondern unter jedem denkbaren Gesichtspunkt auch als unangemessen und unerträglich (zu vgl. OLG Karlsruhe, MDR 1997/188, das die Auslieferung zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren wegen der Abgabe von 2, 5 gr. Haschisch für unzulässig erklärt hat. Im vorliegenden Fall aber ist von einem durchaus vergleichbaren Missverhältnis zwischen dem in Frage stehenden Tatunrecht und der angedrohten Strafsanktion auszugehen).
Hierzu zählt insbesondere der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, der unerträglich harte, mithin unter jedem denkbaren Gesichtspunkt unangemessene - nicht aber nur lediglich "in hohem Maße" harte - Strafen sowie allgemein eine grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verbietet (…BVerfG, aaO Rz. 30, 31;… BVerfG, B. v. 31.03.1987 - 2 BvM 2/86 [BVerfGE 75, 1 ff.], Rz. 38; OLG Hamm, B. v. 16.06.1998 - (23) 4 Ausl 563/96 (75/97) - NStZ-RR 1998, 351; OLG Karlsruhe, B. v. 21.05.1996 - 1 AK 8/96).
BayObLG, 23.08.1996 - 3 ObOWi 106/96
https://dejure.org/1996,6095
BayObLG, 23.08.1996 - 3 ObOWi 106/96 (https://dejure.org/1996,6095)
BayObLG, Entscheidung vom 23.08.1996 - 3 ObOWi 106/96 (https://dejure.org/1996,6095)
BayObLG, Entscheidung vom 23. August 1996 - 3 ObOWi 106/96 (https://dejure.org/1996,6095)
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LStVG Art. 37 Abs. 5 Nr. 1; OWiG § 11 Abs. 1
NJW 1997, 1319
NVwZ 1997, 830 (Ls.)
b) Das Landgericht ist bei seiner Bewertung der Fehlvorstellung des Angeklagten davon ausgegangen, dass Irrtümer über die Erlaubnispflicht bei einem präventiven Verbot mit Erlaubnisvorbehalt als Tatbestandsirrtum i.S.d. § 16 Abs. 1 StGB erfasst werden (OLG Celle, Beschluss vom 25. Mai 2004 - 222 Ss 71/04 (OWi), NJW 2004, 3790, 3791; OLG Frankfurt, Beschluss vom 18. Oktober 2005 - 1 Ss 220/05, StraFo 2006, 78; BayObLG, Beschluss vom 23. August 1996 - 3 ObOWi 106/96, NJW 1997, 1319; Beschluss vom 27. Februar 1992 - 3 ObOWi 11/92, wistra 1992, 273) und der Irrtum über die Erlaubnispflichtigkeit des Betreibens von Bankgeschäften darunter falle.
OLG Frankfurt, 18.10.2005 - 1 Ss 220/05
Abgrenzung von Tatbestandsirrtum und Verbotsirrtum: Unkenntnis eines Angeklagten …
Vorsätzliches Handeln kommt also nicht in Betracht (…Steindorf in Erbs/Kohlhaas a.a.O. vor § 52 a Rdnr. 49 a;… Steindorf WaffG, vor § 52 a Rdnr. 44 f.;… KK-Rengier, OWiG, § 11 Rdnr. 41 a;… Schönke/Schröder-Cramer, StGB, , § 17 Rdnr. 12 a;… Münchener Kommentar - Joecks § 17 Rdnr. 80; BGH NStZ-RR 03, 55, 56; 01, 26 -31; BayObLG wistra 92, 273; BayObLG NJW 97, 1319, 1320).
OLG Celle, 25.05.2004 - 222 Ss 71/04
Unerlaubte Rechtsbesorgung: Irrtum über die Erlaubnisbedürftigkeit der …
Während im ersten Fall ein Tatbestandsirrtum gegeben ist, liegt im zweiten Fall ein Verbotsirrtum vor (…vgl. BayObLGSt. 1992, S. 11, 14; BayObLG NJW 1997, S. 1319 f.).
OLG Düsseldorf, 20.01.1998 - 5 Ss OWi 341/97
Im erstgenannten Fall ist ein Tatbestandsirrtum, im zweiten Fall ein Verbotsirrtum anzunehmen (BayOblG wistra 1992, 273; BayOblGSt 1993, 144 = BauR 1993, 720; BayOblG NJW 1997, 1319;… Rengier, in: KK-OWiG (1989), § 11 Rdnr. 42;… Schönke/Schröder-Cramer, StGB, 25. Aufl. (1997), § 17 Rdnr. 12a; vgl. auch BGH NStZ 1993, 594).
OLG Düsseldorf, 06.08.1999 - 2b Ss OWi 69/99
Bauen ohne Baugenehmigung: Strafbar auch bei Irrtum über Genehmigungspflicht?
Bei einem Irrtum ist im erstgenannten Fall ein Tatbestandsirrtum, im zweiten Fall ein Verbotsirrtum anzunehmen (vgl. dazu Senatsbeschluß vom 20. Januar 1998 - 5 Ss (OWi) 341/97 - (OWi) 176/97 I m. w. N. veröffentlicht in JMBl. NW 1998, 107; GewArch 1998, 199, NSt-RR 1998, 211; ferner BayObLG MDR 1997, 188 f.).