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Timestamp: 2018-03-18 01:38:05
Document Index: 68824111

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 21', '§ 80', '§ 60', '§ 61', '§ 62', '§ 62', '§ 62', '§ 63', '§ 240']

ᐅ Insolvenzverwaltung: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Insolvenzverwaltung
Aufgaben der Insolvenzverwaltung
Haftung der Insolvenzverwaltung
Beendigung und Vergütung der Insolvenzverwaltung
Eine Berufsausbildung zum Insolvenzverwalter gibt es nicht und die Möglichkeiten der Ernennung zum Insolvenzverwalter sind gesetzlich nicht klar geregelt. Gemäß § 56 InsO muss der Insolvenzverwalter eine neutrale natürliche Person sein, die geschäftskundig ist, d. h. Kenntnisse aus dem juristischen und wirtschaftlichen Bereich besitzt, und unabhängig von Schuldnern und Gläubigern ist. In vielen Fällen handelt es sich bei dem Insolvenzverwalter um einen Rechtsanwalt, der sich auf die Tätigkeit des Insolvenzverwalters spezialisiert hat oder Fachanwalt für Insolvenzrecht ist. Aber auch Betriebswirte, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater können vom Insolvenzgericht zum Insolvenzverwalter ernannt werden.
Gemäß § 21 Abs. 2 InsO kann das Insolvenzgericht bereits vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Dieser darf die Insolvenzmasse nicht verwerten, jedoch das Unternehmen fortführen. Nur mit Zustimmung des Insolvenzgerichts ist er berechtigt, das Unternehmen stillzulegen. Ferner hat der vorläufige Insolvenzverwalter festzustellen, ob zur Deckung der Verfahrenskosten ausreichend Vermögen vorhanden ist. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird der vorläufige Insolvenzverwalter oftmals vom Insolvenzgericht zum (endgültigen) Insolvenzverwalter ernannt.
Nach seiner Ernennung zum Insolvenzverwalter muss dieser das Vermögen, welches zur Insolvenzmasse gehört, in Besitz nehmen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist er verpflichtet, ein Verzeichnis über die Gegenstände der Insolvenzmasse sowie eine Übersicht der beteiligten Gläubiger zu erstellen. Sofern das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet ist, wird auf dieser Grundlage ein sogenanntes Massegutachten erstellt, um zu überprüfen, ob die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wirtschaftlich ist. Zu seinen Hauptaufgaben gehört es:
Als Partei handelt der Insolvenzverwalter kraft seines Amtes in der Prozessstandschaft für den Schuldner und führt somit im Insolvenzverfahren Prozesse in eigenem Namen. Allein der Insolvenzverwalter hat über das Insolvenzvermögen die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis und ist im Rubrum zu nennen. Der Schuldner darf gemäß § 80 Abs. 1 InsO nicht mehr über die Insolvenzmasse verfügen und diese ebenfalls nicht verwalten. Das Insolvenzgericht kann in Ausnahmefällen eine Eigenverwaltung zulassen, sodass der Schuldner weiterhin die Verfügungs- und Verwaltungsmacht behält.
Gemäß §§ 60 ff. InsO ist der Insolvenzverwalter bei einer schuldhaften Pflichtverletzung mit seinem Privatvermögen persönlich haftbar, wobei als Maßstab die Sorgfalt einer gewissenhaften und ordentlichen Insolvenzverwaltung gilt. Sofern der Insolvenzverwalter zur Erfüllung seiner Pflichten im Rahmen des Insolvenzverfahrens Mitarbeiter beschäftigt, ist er für die von Mitarbeitern begangene Pflichtverletzungen nach den Vorgaben einer Erfüllungsgehilfenhaftung nur dann haftbar, wenn diese erkennbar ungeeignet sind. Die Pflicht des Insolvenzverwalters wird auf die Mitarbeiterüberwachung und auf Entscheidungen mit besonderer Bedeutung reduziert. In § 61 InsO ist die „Haftung für die Nichterfüllung von Masseverbindlichkeiten“ gesondert geregelt. Begründet wird diese durch die Rechtshandlung des Insolvenzverwalters, der gegenüber allen Beteiligten des Insolvenzverfahrens zu Schadenersatz verpflichtet ist. Einen Schadensersatzanspruch gegen den Insolvenzverwalter können neben Insolvenzgläubigern und Gemeinschuldnern auch Massegläubiger sowie Aus- und Absonderungsberechtigte geltend machen. Gemäß § 62 InsO richtet sich die Verjährung der Haftung nach den Verjährungsvorschriften des BGB. Die Haftung des Insolvenzverwalters endet gemäß § 62 Satz 1 InsO drei Jahre ab Kenntnis, spätestens drei Jahre nachdem das Insolvenzverfahren aufgehoben bzw. eingestellt wurde. (§ 62 Satz 2 InsO).
Die Tätigkeit des Insolvenzverwalters endet mit der Aufhebung bzw. Einstellung des Insolvenzverfahrens. Der Insolvenzverwalter kann dann auch gemäß § 63 Abs. 1 InsO als Verfahrenskosten seine Vergütung geltend machen, wobei die insolvenzrechtliche Vergütungsordnung (InsVV) maßgeblich ist. Danach wird die Vergütung des Insolvenzverwalters nach sogenannten Regelsätzen gewährt. Berechnungsgrundlage ist dabei der Wert der Insolvenzmasse, der bei Beendigung des Insolvenzverfahrens vorlag. Mit der Vergütung werden die üblichen Geschäftskosten des Insolvenzverwalters abgedeckt, wobei allerdings Reisekosten etc. gesondert geltend gemacht werden können. Der Insolvenzverwalter kann mit Zustimmung des Insolvenzgerichts während des Insolvenzverfahrens aus der Masse einen Vorschuss für seine Tätigkeit entnehmen. Da in der Regel die Vergütung des Insolvenzverwalters zum Ende des Insolvenzverfahrens festgesetzt wird, liegt es in seinem Interesse, das Insolvenzverfahren zügig zum Abschluss zu bringen. Allerdings gibt es keine bestimmte Frist für die Dauer eines Insolvenzverfahrens, was auch von der Verwertungslage des Insolvenzvermögens abhängen kann.
Verein in Insolvenz brisko7777 schrieb am 27.06.2017, 17:06 Uhr:
Gehen wir davon aus, dass der fiktive Verein XY einen Insolvenzantraggestellt hat.Dieser wurde mangels Masse abgelehnt und der Verein vonAmtswegen her aufgelöst.Eine Versammlung der Mitglieder beschließt die Löschung des Vereins,da keinerlei Vermögenswerte (Geld oder Wertgegenstände) vorhanden sind beschließt die Mitgliederversammlung... » weiter lesen
Inkassobüro hat noch Ansprüche? benderos schrieb am 09.08.2013, 13:47 Uhr:
Hallo Zusammen, angenommen Herr A hat Frau B gegenüber Forderungen aus gewerblichler Dienstleistung. Herr A hat bereits einen Vollstreckungsbescheid 2004 erwirkt. Im Jahr 2005 har Herr A ein Inkassounternehmen beauftragt. Da Frau B Insolvenz angemeldet hat hat das Inkassobüro per E-Mail dann eine Mail geschrieben mit Sehr geehrter... » weiter lesen
persönlichen Besitz nachweisen? Alix schrieb am 24.07.2008, 15:06 Uhr:
Ein Sohn ist verstorben. Er lebte in einer nichtverheirateten Partnerschaft. Dar Vater und die Geschwister des Verstorbenen wissen, dass sich in seinem Privatbesitz einige Dinge befunden haben, die jetzt verschwunden sind. Der Vater der Lebenspartnerin hat die gemeinsame Wohnung ausgeräumt. Dinge die er nicht wollte har er in den... » weiter lesen
Vorläufige Insolvernzverwaltung, Gutscheine nicht mehr Einlösbar ? ChristinaDL schrieb am 15.05.2008, 13:21 Uhr:
Hallo, würde mich über Meinungen zu folgendem fiktiven Fall freuen. Hotel versteigert Gutscheine über das Internet. Durch Beschluss wird die vorläufige Insolverzverwaltung angeordnet. Das Insolvenzverfahren wurde noch nicht eröffnet. Hotelbetrieb läuft ganz normal weiter. Buchungen für "Normalzahler" werden angenommen. Buchungen für... » weiter lesen
KG unter Insolvenzverwaltung: Steuerfestellung Hagemann schrieb am 13.04.2008, 19:56 Uhr:
Wer ist zur jährlichen Feststellung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung verpflichtet und hat die Kosten dafür zutragen: der Insolvenverwalter, der die Unterlagen dazu hat, die nicht mehr handlungsfähige und nicht mehr existierende KG oder der einzelne Kommanditist ? Welche § regeln dieses Problem ? » weiter lesen
Kindesunterhalt bei Insolveznz berlinallein schrieb am 17.03.2008, 15:35 Uhr:
Liebe Listianer, ich habe jetzt eine Verständnisfrage. Folgender Sachverhalt liegt vor: Person A - Arzt hat Insolvenzantrag gestellt, Verfahren wurde eröffnet, Verwalter bestellt.... die geschiedene Ehefrau und die 3 Kinder reichen ihre Forderungen bei Gericht/Verwalterin ein..., die Forderungen werden anerkannt.... Person A hat... » weiter lesen
Insolvenzverwalter - gewerbesteuerpflichtig?
18.03.2011 | Wirtschaft & Steuern
Insolvenzverwalter werden nicht automatisch gewerbesteuerpflichtig, wenn sie mehrere qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 15. Dezember 2010 VIII R 50/09 entschieden und damit seine bisher anders lautende Rechtsprechung geändert. Zwei zu einer Gesellschaft zusammengeschlossene Rechtsanwälte waren als Insolvenzverwalter tätig. Sie hatten dafür verschiedene qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt.... » weiter lesen
Fachberaterbezeichnungen (DStV e.V.) dürfen von Steuerberatern geführt werden
24.06.2010 | Recht & Gesetz
Die Fachberaterbezeichnungen des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) dürfen von Steuerberatern werbend verwendet werden, sofern dies nicht im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit der Berufsbezeichnung „Steuerberater“ geschieht. Dies hat das Bundesverfassungsgericht in einem aktuellen Beschluss vom 9. Juni 2010 (Az. 1 BvR 1198/10) für die Bezeichnung „Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV e.V.)“ entschieden. Es... » weiter lesen
15.04.2010 | Recht & Gesetz
Die Fachberaterbezeichnungen des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) dürfen von Steuerberatern werbend verwendet werden, sofern dies nicht im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit der Berufsbezeichnung Steuerberater geschieht. Dies hat der Bundesfinanzhof in einer aktuellen Entscheidung vom 23.2.2010 (Az. VII R 24/09) für die Bezeichnung Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV e.V.) bestätigt und ist damit der... » weiter lesen
Insolvenzverwaltung Urteile und Entscheidungen
» BVERWG, 27.10.2004, BVerwG 6 C 30.03
Die Bezeichnung Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV) ist als Zusatz zur Berufsbezeichnung unzulässig .
» BFH, 23.02.2010, VII R 24/09
Die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung ohne allgemeines Verwaltungs- und Verfügungsverbot gegen den Schuldner unterbricht einen Rechtsstreit nicht nach § 240 Satz 2 ZPO. Eine bloße Verfügungsbeschränkung liegt auch dann vor, wenn das Insolvenzgericht die Pflichten des vorläufigen Insolvenzverwalters näher beschreibt.
» OLG-CELLE, 13.06.2002, 5 W 25/02
Sicherheitsfrage 89 + V.i.er =
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