Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=186333&rechtcheck=2
Timestamp: 2019-09-21 16:16:26
Document Index: 249197337

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 12', '§ 823', '§ 22', '§ 823', '§ 22']

Videodreh in der 'Öffentlichkeit' - frag-einen-anwalt.de
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Videodreh in der 'Öffentlichkeit'
26.05.2012 13:49 |
ich bin angehender Partykünstler, und bin kurz davor, ein Musikvideo zu drehen. Dieser Dreh soll in einer lokalen Discothek stattfinden und ist von dem Betreiber der Discothek auch gestattet.
Der Dreh findet allerdings während der normalen Öffnungzeit statt, sodass es vorkommen kann, dass feiernde Passanten durch das Bild laufen.
Ich habe mit dem Betreiber abgeklärt, dass an den Eingang der Discothek und an den Eingang des betreffenden Raumes ein Schreiben mit einer Belehrung bzw. einer Abtretungserklärung der Bildrechte bei Betreten des Raumes aufgehängt wird. Der informatielle Teil ist kein Problem, aber können Sie mir helfen, und mir sagen, was von der rechtlichen Seite alles auf dem Schreiben auftauchen muss, können Sie das formulieren, damit ich auf der sicheren Seite bin. Es ist schließlich nicht möglich von jedem Gast in der Discothek eine Unterschrift zu erhalten.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch die großen Fernsehproduzenten solche Schreiben nutzen, wenn eine Show oder Party aufgezeichnet wird.
Person Einwilligung
Eine Verbreitung von Bildnissen ist gemäß § 23 Abs. 1 KUG auch ohne Einwilligung der Betroffenen zulässig, falls auf dem Bild die jeweilige Person nur als sogen. "Beiwerk" neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit abgebildet ist.
Auch wenn das/die Bild(er) im Zusammenhang mit Aufnahmen von Versammlungen, Aufzügen oder ähnlichen Vorgängen angefertigt wird/werden:
Wird das Recht am eigenen Bild durch eine unbefugte Veröffentlichung verletzt, oder droht die unberechtigte Veröffentlichung eines Bildes, kann der Betroffene einen Unterlassungsanspruch gem. §§ 12, 862, 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog i. V. m. § 823 Abs. 2 i. V. m. §§ 22,23 KUG geltend machen (Verbreiterhaftung) um die Erstveröffentlichung des Bildes oder eine wiederholte Veröffentlichung zu verhindern.
Daneben kann auch ein Anspruch auf Schadensersatz nach § 823 Abs. 2 i. V. m. §§ 22,23 KUG in Betracht kommen.
Häufig wird deshalb versucht, die Erkennbarkeit von Personen durch eine Veränderung des Bildes (z. B. Verpixelung) aufzuheben.
Voraussetzung für eine wirksame Einwilligung ist dabei, dass der Betroffene Personenkreis konkrete Kenntnis von der Art und Weise der geplanten Veröffentlichung erhält.
Die Disko Gäste müssen also erfahren, in welchem Medium sie abgebildet werden sollen und in welchem Zusammenhang dies geschehen wird.
Es empfiehlt sich wohl, dass der Veranstalter neben einem gut sichtbaren Aushang mit einer kurzen Ansage auf die Aufnahme aufmerksam macht!