Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/die-verwirklichung-btm-3116923
Timestamp: 2019-07-16 10:17:52
Document Index: 393826152

Matched Legal Cases: ['§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die mittäterschaftliche Verwirklichung der BTM-Einfuhr | Rechtslupe
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es für eine mittäterschaftliche Verwirklichung der Einfuhr gemäß § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG nicht erforderlich, dass der Täter der Einfuhr das Rauschgift eigenhändig ins Inland verbringt.
Wesentliche Anhaltspunkte für die Täterschaft sind dabei der Grad seines Tatinteresses, der Umfang der Tatbeteiligung, die Tatherrschaft und der Wille dazu, die in eine wertende Gesamtbetrachtung einzubeziehen sind2.
Entscheidender Bezugspunkt bei allen vorgenannten Merkmalen ist aber wegen der rechtlich gebotenen tatbestandsspezifischen Bewertung der verwirklichten Beteiligungsform der Einfuhrvorgang selbst3.
Diesen Grundsätzen entsprechend kann zwar auch der lediglich im Inland aufhältige Empfänger von Betäubungsmitteln wegen (mit)täterschaftlicher Einfuhr strafbar sein, wenn er sie durch Dritte über die Grenze bringen lässt und dabei mit Täterwillen die Tatbestandsverwirklichung fördernde Beiträge leistet4. Wegen des notwendigen Bezugs der den Täterwillen ausfüllenden Kriterien (Tatinteresse; Umfang der Tatbeteiligung; Tatherrschaft und Wille dazu) zur tatbestandlichen Handlung, der Einfuhr, kommt eine (mit)täterschaftliche Beteiligung daran für den Empfänger der eingeführten Drogen regelmäßig aber nur dann in Betracht, wenn er Einfluss auf den Einfuhrvorgang als solchen hat5.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 13. Oktober 2016 – 1 StR 366/16
Grasimport – und die Täterschaft des Empfängers Als Täter der Betäubungsmitteleinfuhr kommt nicht nur derjenige in Betracht, der das Rauschgift eigenhändig ins Inland verbringt. Vielmehr können Täter auch Tatbeteiligte sein, die die Betäubungsmittel nicht selbst nach Deutschland…
Materielle Rechtskraft – und die Zulässigkeit einer neuen Klage Die materielle Rechtskraft eines Urteils führt in einem späteren Rechtsstreit nur dann zur Unzulässigkeit der neuen Klage, wenn die Streitgegenstände beider Prozesse identisch sind oder im zweiten Prozess das kontradiktorische…
st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 22.07.1992 – 3 StR 35/92, BGHSt 38, 315, 319 mwN; Beschlüsse vom 31.03.2015 – 3 StR 630/14, StV 2015, 632 f.; vom 05.04.2016 – 3 StR 554/15, NStZ-RR 2016, 209, 210; und vom 02.06.2016 – 1 StR 161/16 Rn. 3; siehe auch BGH, Beschluss vom 08.09.2016 – 1 StR 232/16 Rn. 14 [↩]
st. Rspr.; BGH, Beschlüsse vom 11.07.1991 – 1 StR 357/91, BGHSt 38, 32, 33 mwN; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/14, StV 2015, 632 f.; und vom 05.04.2016 – 3 StR 554/15, NStZ-RR 2016, 209, 210 [↩]
siehe bereits BGH, Beschluss vom 11.07.1991 – 1 StR 357/91, BGHSt 38, 32, 33 mwN sowie BGH, Beschlüsse vom 25.02.2015 – 4 StR 16/15, NStZ 2015, 346; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/14, StraFo 2015, 259, 260; vom 02.06.2015 – 4 StR 144/15, NStZ-RR 2016, 316; vom 02.06.2016 – 1 StR 161/16 Rn. 4; und vom 08.09.2016 – 1 StR 232/16 Rn. 14 [↩]
BGH, Beschluss vom 05.04.2016 – 3 StR 554/15, NStZ-RR 2016, 209, 210 [↩]
vgl. BGH aaO; siehe auch BGH, Beschluss vom 02.06.2016 – 1 StR 161/16 Rn. 4 [↩]