Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211901
Timestamp: 2018-03-19 06:31:53
Document Index: 360889167

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 21', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 11', '§ 4', '§ 73', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 31', '§ 20', '§ 37']

(GVBl.II/97, [Nr. 16], S.423)
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Schönerlinde (Landkreis Barnim) und Mühlenbeck (Landkreis Oberhavel) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Schönerlinder Teiche".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 42 Hektar.
Es umfaßt die folgenden Flächen in den Gemarkungen
Schönerlinde Flur 1 Flurstücke 14 anteilig, 15, 16 anteilig (außer Hoffläche), 17-23, 33/4 anteilig (nur Flächen der Nutzungsart Wasser), 53/3 anteilig (nur Flächen der Nutzungsarten Wiese und Wasser; außer Flächen östlich des Grabens entlang der Autobahntrasse), 102 anteilig (außer Flächen östlich des Grabens entlang der Autobahntrasse), 103/2 anteilig (außer Flächen östlich des Grabens entlang der Autobahntrasse);
Mühlenbeck Flur 6 Flurstücke 60/2 anteilig (Weg), 62.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topographischen Karte im Maßstab 1:10.000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Für die außerhalb des Naturschutzgebietes liegenden, auf der topographischen Karte und auf den Flurkarten mit einer ununterbrochenen T-Linie abgegrenzten Flächen (entspricht einer maximal 200 Meter breiten Zone um das Naturschutzgebiet auf landwirtschaftlich genutzten Flächen) enthält diese Verordnung gemäß § 21 Abs. 2 Satz 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Verbote für Handlungen, die in das Naturschutzgebiet hineinwirken können.
Die Karten können beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei den Landkreisen Barnim und Oberhavel, untere Naturschutzbehörden, von jedermann während der Dienstzeit kostenlos eingesehen werden.
Schutzzweck ist der Erhalt und die Entwicklung des Gebietes
als ein aus einer extensiven Teichwirtschaft durch teilweise Nutzungsauflassung entstandener Sekundärbiotop mit einer vielfältigen Artenzusammensetzung, die in ihrer Gesamtheit der eines reichstrukturierten Flachwassersees entspricht;
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Röhrichte, Wasserpflanzengesellschaften, Feucht- und Frischwiesen;
als überregional bedeutsames Brut-, Rast- und Nahrungsbiotop für zahlreiche gefährdete Vogelarten;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Amphibien- und Insektenarten sowie von einheimischen Orchideen;
als wesentlicher Bestandteil des überregionalen Biotopverbundes im Bereich des Tegeler Fließtals;
wegen seiner Vielfalt, besonderen Eigenart und landschaftlichen Schönheit am Rande der Großstadt Berlin;
für die wissenschaftliche Forschung;
wegen der Wasserspeicherfähigkeit des Feuchtgebietes und der offenen Wasserflächen;
als Klimaausgleichsfläche innerhalb der Frischluftschneise für die Großstadt Berlin.
mit Fahrzeugen außerhalb der dafür zugelassenen Wege zu fahren, Kraftfahrzeuge dort abzustellen, zu warten oder zu pflegen;
Auf den gemäß § 2 Abs. 2 dieser Verordnung auf der topographischen Karte und den Flurkarten mit einer ununterbrochenen T-Linie abgegrenzten Flächen außerhalb des Naturschutzgebietes (entspricht einer maximal 200 Meter breiten Zone um das Naturschutzgebiet auf landwirtschaftlich genutzten Flächen) gelten, mit Ausnahme der Phosphat-Kali-Erhaltungsdüngung, die Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 17, 18 und 20 dieser Verordnung.
Durch geeignete Schutz-, Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen soll die Entwicklung natürlicher und naturnaher Lebensgemeinschaften gesichert werden, gestörte Lebensgemeinschaften regeneriert und die Biotopvielfalt für die einheimische Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden.
Es wird angestrebt, den gegenwärtigen Wasserhaushalt zu sichern und nach Möglichkeit zu verbessern, um das Feuchtgebiet als Lebensraum gefährdeter Arten zu erhalten und zu entwickeln. Dazu sollen die vorhandenen Staueinrichtungen instand gesetzt, beziehungsweise erneuert werden. Die einzuhaltenden Stauziele sind im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde zu bestimmen.
die Mahd der Orchideenstandorte vor dem 15. Juni eines jeden Jahres verboten ist,
die Verbote des § 4 Abs. 2 Nr. 17, 18, 20 und 21 gelten;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung mit der Maßgabe, daß
die Teichbewirtschaftung extensiv, ohne Zufütterung erfolgt, das heißt das Verbot des § 4 Abs. 2 Nr. 19 weiter gilt,
nur die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bespannten Teichflächen genutzt werden,
alle Erweiterungen sowie Rekonstruktionsmaßnahmen einvernehmlich mit der unteren Naturschutzbehörde abzustimmen sind,
das Angeln nur an den in der Karte gekennzeichneten Stellen (Nordwest- und Südwestufer des Teiches Nr. 10) ausgeübt werden darf und weitere Stellen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde festgelegt werden können;
die Anlage von Kirrungen verboten ist,
die Wasservogeljagd verboten ist,
vorzugsweise Fuchs und Schwarzwild bejagt werden,
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 22 und § 5 oder den Maßgaben des § 7 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 20 bis 26 des Bundesnaturschutzgesetzes, §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.