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Timestamp: 2016-10-27 19:05:22
Document Index: 338131360

Matched Legal Cases: ['Art. 31', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17']

K 71/02 (29.01.2003)
K 71/02
B.________, 1954, Beschwerdef�hrer,
Krankenkasse Intras, M�nchensteinerstrasse 127, 4023 Basel, Beschwerdegegnerin
Der 1954 geborene B.________ ist bei der Intras Krankenkasse krankenversichert. Am 17. Dezember 1999 ging er wegen Zahnschmerzen zu Frau Dr. med. dent. M.________, welche am Zahn 16 ein idiopathisches internes Zahngranulom diagnostizierte und behandelte. B.________ ersuchte die Krankenkasse um �bernahme der Kosten dieser Behandlung in der H�he von Fr. 2'938.80.
Mit Verf�gung vom 19. September 2000 lehnte die Intras Krankenkasse nach Beizug ihres Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. O.________ die Kosten�bernahme ab. An ihrem Standpunkt hielt sie nach nochmaliger Konsultation ihres Vertrauenszahnarztes mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2000 fest.
Mit Beschwerde beantragte B.________ die �bernahme der aus der zahn�rztlichen Behandlung resultierenden Kosten durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung. Nach Einholung eines Gutachtens des Dr. Dr. med. dent. et med. G.________, Chef der Klinik f�r Parodontologie, Endodontologie und Kariologie des Zentrums X.________, vom 27. August 2001 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft die Beschwerde mit Entscheid vom 24. Mai 2002 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneuert B.________ den im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Antrag.
Die Intras Krankenkasse schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der sozialen Krankenversicherung f�r zahn�rztliche Behandlungen bei Krankheit (Art. 31 Abs. 1 des Bundesgesetzes �ber die Krankenversicherung [KVG], Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. d der Verordnung �ber die Krankenversicherung [KVV] sowie Art. 17 ff. der Verordnung �ber Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung [KLV])) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2, 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b, je mit Hinweisen), zu den Folgen der Beweislosigkeit (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen) und zum Beweiswert sowie zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.
Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 24. Oktober 2000) eingetretenen Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten der von Frau Dr. med. dent. M.________ im Zeitraum vom 17. Dezember 1999 bis 22. Juni 2000 am Zahn 16 durchgef�hrten zahn�rztlichen Behandlung im Betrag von Fr. 2'938.80 zu �bernehmen hat.
2.1 Der Beschwerdef�hrer beantragt die Kosten�bernahme gest�tzt auf die medizinische Beurteilung der Frau Dr. med. dent. M.________ vom 22. Juni 2000, 14. August 2000 und 16. M�rz 2001, wonach sie bei ihm ein idiopathisches internes Zahngranulom diagnostiziert und behandelt habe.
2.2 Die Krankenkasse demgegen�ber verneint nach Beizug ihres Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. O.________ eine Leistungspflicht. Der Vertrauenszahnarzt stellte sich n�mlich in seinen Beurteilungen vom 27. Juli und 25. September 2000 auf den Standpunkt, das R�ntgenbild zeige keine Beeintr�chtigung vom Typ eines idiopathischen internen Zahngranuloms. Es handle sich sicherlich um ein Kariesrezidiv unter der MOD-F�llung des Zahnes Nr. 16 oder eine Karies seines Halses auf der Gaumen- oder Backenseite. Auch die rasche Entwicklung dieses Zahnschadens lasse eher auf eine sekund�re Karies als auf ein idiopathisches internes Granulom schliessen, entwickle sich doch ein solches langsam. Zudem pr�sentiere diese L�sion (idiopathisches internes Granulom) eine klarere Abgrenzung als die einer Karies, wobei diese Abgrenzung vorliegend fehle.
2.3 Aufgrund der widerspr�chlichen fach�rztlichen Stellungnahmen holte die Vorinstanz ein Gutachten des Dr. Dr. med. dent. et med. G.________ vom 27. August 2001 ein. In W�rdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere des neu eingeholten Gutachtens, kam das kantonale Gericht zum Schluss, es sei m�glich, dass es sich beim strittigen Zahnschaden um ein idiopathisches internes Zahngranulom gehandelt habe, die blosse M�glichkeit eines bestimmten Sachverhaltes gen�ge indessen den Beweisanforderungen nicht.
Den sorgf�ltigen und �berzeugenden Erw�gungen der Vorinstanz ist beizupflichten. Damit die Krankenkasse f�r die in Rechnung gestellten Behandlungskosten leistungspflichtig erkl�rt werden k�nnte, m�sste zun�chst das Vorliegen eines idiopathischen internen Zahngranuloms im Sinne von Art. 17 lit. a Ziff. 1 KLV mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die blosse M�glichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen�gt diesen Beweisanforderungen - wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat - nicht. In Anbetracht der widerspr�chlichen Beurteilungen der behandelnden Zahn�rztin einerseits und des Vertrauenszahnarztes der Krankenkasse andererseits hat die Vorinstanz zu Recht ein gerichtliches Gutachten eingeholt. Der beigezogene Experte analysierte die drei vorhandenen Einzelr�ntgenaufnahmen der betroffenen Region vom 28. August 1998, 17. Dezember 1999 und 8. M�rz 2000. Im Gutachten vom 27. August 2001 f�hrte er aus, eine Radioluzenz unter der MOD-F�llung eines Molaren oder Pr�molaren, eine Sekund�rkaries auf der Gaumen- oder Backenseite und ein idiopathisches internes Granulom k�nnten radiologisch unterschieden werden. Es sei jedoch nicht m�glich, wissenschaftliche Beweise oder Diagnosen lediglich aufgrund von Radiographien zu machen. Im vorliegenden Fall sei auf Grund des R�ntgenbildes vom 17. Dezember 1999 nicht ersichtlich, ob es sich beim festgestellten Zahnschaden um ein Kariesrezidiv unter den MOD-F�llungen des Zahnes 16 bzw. um eine Zahnhalskaries auf der Gaumen- oder Backenseite oder aber um ein idiopathisches internes Zahngranulom gehandelt habe. Ein Vergleich zwischen dem R�ntgenbild vom 28. August 1998 und demjenigen vom 17. Dezember 1999 lasse nicht den Schluss zu, dass es sich beim festgestellten Zahnschaden um ein Kariesrezidiv unter den MOD-F�llungen des Zahnes 16 bzw. um eine Zahnhalskaries auf der Gaumen- oder Backenseite oder aber um ein idiopathisches internes Zahngranulom gehandelt habe. Auf keinem der R�ntgenbilder seien Anzeichen einer Sekund�rkaries erkennbar. Er k�nne best�tigen, dass sich ein idiopathisches internes Zahngranulom innert 16 Monaten entwickeln k�nne. Best�tigen k�nne er ebenfalls, dass der erhobene Befund (starke Klopfdolenz des Zahnes 16, Vitalit�t negativ, rosafarbenes Schimmern durch die bukkale Schmelzwand) die Diagnose eines idiopathischen internen Zahngranuloms zulasse. Auch die durchgef�hrte Therapie lasse darauf schliessen, dass es sich beim festgestellten Zahnschaden um dieses Beschwerdebild gehandelt habe. In Form einer Schlussbemerkung hielt der Gutachter fest, er gehe davon aus, dass die Zahn�rztin die Therapie nach bestem Wissen und Gewissen ausgef�hrt habe. Aufgrund der Krankengeschichte w�re eine pathohistologische Untersuchung des granulomat�sen Materials angezeigt gewesen. Diese kosteng�nstige Zusatzuntersuchung h�tte die eindeutige Zuordnung der L�sion - Sekund�rkaries oder idiopathisches internes Zahngranulom - erm�glicht. Wie die Vorinstanz dargelegt hat, ist auf Grund dieser Ausf�hrungen des Gerichtsgutachters durchaus m�glich, dass es sich beim streitigen Zahnschaden um ein idiopathisches internes Zahngranulom gehandelt hat, doch gen�gt die blosse M�glichkeit den Beweisanforderungen nicht. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers reicht nicht die blosse Wahrscheinlichkeit, sondern ist vielmehr der Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Sachverhalts erforderlich. Wenn der Beschwerdef�hrer die Formulierung der Gutachterfragen kritisiert, ist ihm entgegenzuhalten, dass er dazu vorg�ngig Stellung nehmen konnte. Mit dem kantonalen Gericht ist sodann davon auszugehen, dass auch durch die Einholung zus�tzlicher Gutachten keine weitere Kl�rung des medizinischen Sachverhalts erwartet werden kann, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass der Beschwerdef�hrer als Leistungsansprecher die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat. Daran vermag die Argumentation bez�glich Vorliegen eines idiopathischen internen Zahngranuloms an Zahn 17 nichts zu �ndern. Aus Diagnosestellung und Behandlung eines andern Zahnes kann f�r das vorliegende Verfahren nichts abgeleitet werden, weshalb auch nicht zu beanstanden ist, dass das kantonale Gericht darauf nicht weiter eingegangen ist.