Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Hessen&Datum=10.12.2015&Aktenzeichen=L%201%20KR%20413/14
Timestamp: 2019-10-16 13:25:01
Document Index: 110988799

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 33', '§ 13', '§ 13', '§13', '§ 13', '§ 33', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13']

LSG Hessen, 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,41437
LSG Hessen, 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 (https://dejure.org/2015,41437)
LSG Hessen, Entscheidung vom 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 (https://dejure.org/2015,41437)
LSG Hessen, Entscheidung vom 10. Dezember 2015 - L 1 KR 413/14 (https://dejure.org/2015,41437)
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SGB V § 13 Abs. 3a, SGB V § 33
Die Genehmigungsfiktion des § 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V ist auf den Kostenerstattungsanspruch des § 13 Abs. 3a Satz 7 SGB V beschränkt. §13 Abs. 3a Satz 6 SGB V begründet keinen Sachleistungsanspruch.
SGB V § 13 Abs. 3a; SGB V § 33
Genehmigungsfiktion; Sachleistungsanspruch; Kostenerstattungsanspruch; Therapiedreirad
Eintritt der Genehmigungsfiktion beim Anspruch auf Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung; Keine Begründung eines neuen Sachleistungsanspruchs; Keine Versorgung mit einem Therapiedreirad als Hilfsmittel zur Sicherung des Erfolgs der Krankenbehandlung
NZS 2016, 227
Bestätigt wird dieses Verständnis durch die systematische Stellung des § 13 Abs. 3a SGB V innerhalb des § 13, der bisher ausschließlich sachleistungsersetzende Kostenerstattungsansprüche geregelt hatte (ebenso HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.04.2016, Az.: L 4 KR 4368/15;… Helbig, in: jurisPK-SGB V, § 13 Rn. 70).
Hätte der Gesetzgeber von dieser Systematik im Rahmen von § 13 Abs. 3a S. 7 SGB V abweichen wollen, hätte es zumindest entsprechender Hinweise in der Gesetzesbegründung bedurft (so auch HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.04.2016, Az.: L 4 KR 4368/15).
Sinn der Regelung des S. 6 war es, den Versicherten ohne eine zusätzliche Fristsetzung die Beschaffung der ihnen zustehenden Leistungen zu ermöglichen (zutreffend HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.04.2016, Az.: L 4 KR 4368/15).
An keinerlei Stelle lässt sich entnehmen, dass gleichzeitig eine Leistungsausweitung intendiert war (vgl. HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14).
Mit weiterem Schriftsatz vom 30.03.2016 hat die Beklagte auf ein Urteil des Landessozialgerichts Hessen vom 10.12.2015 (Az. L 1 KR 413/14) hingewiesen.
Selbst wenn dieser "schlicht missglückt" sein sollte (so Hessisches LSG, Urteil vom 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 -, Rn. 34;… Helbig a.a.O.), ist der wirksam in Kraft gesetzte Gesetzestext verbindlich und von den Gerichten bei ihrer Entscheidung zu beachten (anderer Ansicht offenbar SG Dortmund…, Urteil vom 08.06.2016 - S 40 KR 1454/14 -, Rn. 33: Gerichte seien im Rahmen der "teleologischen Reduktion" befugt, den Wortlaut von Vorschriften "zu korrigieren").
Dies räumt auch das Hessische LSG im Urteil vom 10.12.2015 (L 1 KR 413/14, Rn. 34) ein.
Bestätigt wird dieses enge Verständnis durch die systematische Stellung des § 13 Abs. 3a SGB V innerhalb des § 13, der bisher ausschließlich sachleistungsersetzende Kostenerstattungsansprüche geregelt hatte (ebenso HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.04.2016, Az.: L 4 KR 4368/15;… Helbig, in: jurisPK-SGB V, § 13 Rn. 70).
Hätte der Gesetzgeber von dieser Systematik im Rahmen von § 13 Abs. 3a S. 6 und 7 SGB V abweichen wollen, hätte es zumindest entsprechender Hinweise in der Gesetzesbegründung bedurft (so auch HessLSG, Urteil vom 10.12.2015, Az.: L 1 KR 413/14; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.04.2016, Az.: L 4 KR 4368/15).
Ob dieser "schlicht missglückt" ist (so Hessisches LSG, Urteil vom 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 -, Rn. 34;… Helbig a.a.O.) kann ebenso dahinstehen, wie die Frage, ob die Fiktion einer Ablehnungsentscheidung (etwa "gilt als abgelehnt") zur Eröffnung des Beschaffungsweges oder sonst eine andere Regelung naheliegender gewesen wäre.
Dies räumt auch das Hessische LSG im Urteil vom 10.12.2015 (- L 1 KR 413/14 -, Rn. 34) ein.
Dabei sprechen zur Überzeugung des Senats durchaus gewichtige Gründe für eine nur begrenzte Reichweite der Rechtsfolgenanordnung des § 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V (so etwa LSG Hessen, Urteil vom 10.12.2015 - L 1 KR 413/14, juris;… Helbig, a.a.O., § 13 Rn. 71.1-3) insoweit, als keine Ansprüche auf Sachleistung begründet werden und die vom BSG für seine Auffassung insbesondere herangezogene Sanktionsabsicht des Gesetzgebers allein in einer beschleunigten und damit erleichterten Befugnis zur Selbstbeschaffung mündet (…vgl. auch Helbig, a.a.O, § 13 Rn. 71.1).
Ob die Genehmigungsfiktion in § 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V insoweit in jedem Fall nur greift, wenn die streitigen Leistungen grundsätzlich zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören, von den Krankenkassen also allgemein als Sach- oder Dienstleistung zu erbringen sind (so LSG Nordrhein-Westfalen 26.05.2014, L 16 KR 154/14 B ER ua, juris, RdNr 26 ff.; Hessisches LSG 10.12.2015, L 1 KR 413/14, juris; LSG Baden-Württemberg 29.04.2016, L 4 KR 4368/15, juris; SG Dortmund 23.05.2016, S 40 KR 672/15, juris; Knispel, SGb 2014, 374 ff; Rieker, NZS 2015, 294, 297; von Koppenfels-Spies, NZS 2016, 601), braucht der Senat im vorliegenden Fall nicht zu entscheiden.
Die gegenteilige Auffassung (Hessisches LSG 10.12.2015 - L 1 KR 413/14 -, juris) entspreche nicht dem Wortlaut des § 13 Abs. 3a Satz 6 SGB V.
Die Gesetzessystematik, die Entstehungsgeschichte und die systematische Stellung des § 13 Abs. 3a SGB V sprächen gegen einen eigenen Sachleistungsanspruch (Hinweis auf Hessisches LSG 10.12.2015 - L 1 KR 413/14, LSG Baden-Württemberg 29.04.2016 - L 4 KR 4368/15).