Source: https://kanzleimitte.de/anwaltshaftung-die-haftung-des-rechtsanwaltes/
Timestamp: 2019-06-25 23:50:52
Document Index: 301460381

Matched Legal Cases: ['§ 675', '§ 280', '§ 823', 'BGH', '§ 51', '§ 195', '§ 199', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Anwaltshaftung, die Haftung des Rechtsanwaltes - JUSTUS Rechtsanwälte
Veröffentlicht am 24. Juni 2015 6. Mai 2019 von Justus
Die Anwaltshaftung oder Anwaltsregress:
Auch wenn gerade Rechtsanwälte streng geprüft werden und ihren Beruf meist sehr gewissenhaft und sorgfältig ausüben, so passieren in jeder Kanzlei Fehler, die auf Mensch oder Tecknik zurückzuführen sind. Da diese Anwaltsfehler dem Mandanten zugerechnet werden und oft teuer sind, gibt es für Rechtsanwälte die Berufshaftpflichtversicherung.
Sie sind oder waren anwaltlich vertreten und haben eine Frist versäumt, Verjährung ist eingetreten, in den Urteilsgründen steht etwas von unschlüssiger Klage oder verspätetem Vortrag? Dann muss wahrscheinlich ihr Rechtsanwalt für diese Pflichtverletzung haften und Ihnen den Schaden ersetzen.
Haftung des Rechtsanwaltes:
Die Anwaltshaftung bezeichnet die Haftung des Anwalts gegenüber der eigenen Mandantschaft oder auch gegenüber Dritten.
Zwischen Mandant und Rechtsanwalt wird ein Anwaltsvertrag geschlossen, welcher rechtlich gesehen in der Regel einen Geschäftsbesorgungsvertrag (§ 675 BGB) in Form eines Dienstvertrages darstellt (611 ff. BGB). Aus diesem Anwaltsvertrag ergeben sich neben der Pflicht zur ordnungsgemäßen Leistungserbringung auch die Fürsorgepflicht des Rechtsanwalts gegenüber seinen Mandanten, die zur Anwaltshaftung führen kann. Das Rechtsgebiet, das sich mit der Anwaltshaftung befasst, nennt man Anwalthaftungsrecht.
Umfassende Rechtsberatung und Belehrung
Hinweis auf Verjährung
Häufige “Anfängerfehler” und Haftungsfallen in der anwaltlichen Praxis:
Schlichtungsantrag zu unbestimmt mit Folge der Verjährung
Verjährung nach Ruhen des Verfahrens
Verjährenlassen von Ansprüchen
Verjährungsfristen sind nicht immer klar. Versäumt es der Anwalt, rechtzeitig geeignete Schritte zur Hemmung der Verjährung einzuleiten, kann dies zur Haftung des Anwalts führen.
Notfrist verpasst, Berufung, Berufungsbegründung, Verteidigungsanzeige
Wer ist der richtige Gegner für eine Schadenersatzklage des Mandanten?
Unzureichender, unsubstantiierter Sachvortrag
Fehler bei der Ermittlung von Sachverhalt und Beweismitteln führen zu unzureichendem Sachvortrag in Klagen. Juristen sprechen hier davon, dass die Klage „unsubstantiiert“ ist.
Unzureichende Aufklärung über Kosten und Kostenrisiken
Anspruchsgrundlage und Schadensersatz:
Rechtlich ergibt sich der Anwaltsregress aus §§ 280 ff. BGB oder auch §§ 823 ff. BGB. Der durch den anwaltlichen Fehler entstandene Schaden muss ersetzt werden. Dies ist z.B. der eingeklagte Betrag oder die verjährte Forderung zuzüglich Zinsen und Kosten der Rechtsverfolgung.
Der eingetrete Schaden muss kausal durch den Anwaltsfehler verursacht worden sein, also hierdurch entstanden sein. Geht also ein Rechtsstreit wegen eines Anwaltsfehlers verloren, ist ein Schadensersatzanspruch/ Regress gegen den Rechtsanwalt nicht gegeben, wenn das Ergebnis des Vorprozesses dem materiellen Recht entspricht. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2012 – IX ZR 207/11
Dann ist auch keine Kürzung der Anwaltsvergütung wegen Pflichtverletzung möglich.
Berufshaftpflichtversicherung zahlt den Schaden:
Da diese Anwaltsfehler dem Mandanten zugerechnet werden und oft teuer sind, gibt es für Rechtsanwälte die Berufshaftpflichtversicherung.
Rechtsanwälte sind von Gesetz wegen verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen und zu unterhalten (§ 51 BRAO). Die Mindestversicherungssumme beträgt 250.000,- EUR für jeden Versicherungsfall.
Es gibt allerdings nur in Ausnahmefällen einen Direktanspruch gegen den Versicherer, so dass der Schadensersatz gegen den Rechtsanwalt geltend gemacht werden muss. Die jeweilige Haftpflichtversicherung stellt dann in der Regel einen eigenen Rechtsanwalt zur Rechtsverteidigung.
Fristen und Verjährung beim Anwaltsregress:
Früher gab es eine spezielle Verjährung bei der Anwaltshaftung. Heute verjähren die Ansprüche auf Schadensersatz aus anwaltlicher Pflichtverletzung in drei Jahren ab Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis des Anspruches, § 195 BGB. Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt mit dem Ende des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist, § 199 BGB.
Beispiel: Ein Mandant hat im Jahr 2017 einen Rechtsstreit wegen unzureichender Prozessführung verloren. Der Schadensersatzanspruch des Mandanten gegen seinen Anwalt verjährt am 31.12.2020.
Wichtige Urteile zur Anwaltshaftung:
Grundsätzlich ist der Rechtsanwalt verpflichtet, den sichersten und gefahrlosesten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche Risiken aufzuklären.
Unterlässt es der Anwalt, auf ein die Rechtsauffassung seines Mandanten stützendes Urteil des BGH hinzuweisen, und verliert der Mandant deshalb den Prozess, haftet er in der Regel.
Zur Prüfpflicht der Angaben des Mandanten zum Sachverhalt
BGH, Urt. v. 14.02.2019, Az. IX ZR 181/17
Eine aufgrund der Angaben zu spät eingereichte Klage, stellt eine Pflichtverletzung des Anwalts dar.
Zur Verjährung durch unzureichende Güte- oder Schlichtungsanträge
BGH, Urt. v. 18.06.2015, Az. III ZR 189/14, 191/14, 198/14 und 227/14
Wir sind auf das Anwaltshaftungsrecht spezialisiert und vertreten Sie bei Problemen und Haftungsfragen mit ihrem Rechtsanwalt. Meist werden diese Fälle von der normalen Rechtsschutzversicherung übernommen.
Für eine kostenfreie Erstberatung und Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung schreiben Sie uns über das Kontaktformular, Email oder rufen uns einfach an.
KategorienAnwaltshaftung, die Haftung des Rechtsanwaltes Schlagwörteranwaltliche Falschberatung, Anwaltsfehler, Anwaltshaftung, Anwaltshaftungsrecht, Anwaltsregress, Berufshaftpflichtversicherung, Berufung, Falschberatung, Fehler, Frist, Fristen, Haftungsrecht, Klage, Rechtsanwaltsfehler, Rechtsanwaltshaftung, Regress, Schadensersatz, Urteile, Verjährung
Vorheriger Beitrag Verjährungseitritt bei Ruhen des Verfahrens
Nächster Beitrag Anwaltshaftung: Verjährung durch unzureichende Güteanträge
Anwaltshaftung, die Haftung des Rechtsanwaltes5