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Timestamp: 2016-10-27 13:10:38
Document Index: 199325782

Matched Legal Cases: ['Art. 129', 'Art. 41', 'Art. 277', 'Art. 269', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 277', 'Art. 273', 'Art. 273', 'Art. 277', 'Art. 277', 'BGE', 'Art. 129', 'Art. 122', 'BGE', 'Art. 129', 'BGE', 'Art. 129', 'BGE', 'Art. 273', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 33', 'Art. 129', 'Art. 33', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 33', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'Art. 33', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 58', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 156', 'Art. 278']

6S.734/1999 (10.04.2001)
6S.734/1999/hev
Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Pr�sident des Kassationshofes, Bundesrichter Schneider, Wipr�chtiger, Kolly, Bundesrichterin Escher und Gerichtsschreiber Luchsinger.
A.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Walter Spillmann-Thulin, Seestrasse 222, Z�rich,
B.________, Beschwerdegegner und Gesch�digter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Rohrer, Bellerivestrasse 5, Z�rich,
Gef�hrdung des Lebens, Notwehr (Art. 129, 33 StGB),
Weisung, Einziehung (Art. 41 Ziff. 2, 58 StGB), (eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Strafkammer, vom 8. Juli 1999), hat sich ergeben:
A.- In der Nacht vom 26. zum 27. Mai 1996 wartete B.________ (Jahrgang 1958) in seinem Auto auf dem Parkplatz vor den Gesch�ftsr�umen seiner Frau in Z�rich, um nach verschiedenen Besch�digungen am Auto dem vermuteten "Pneustecher" auf die Spur zu kommen. Gegen 0.50 Uhr nahm er wahr, wie A.________ (Jahrgang 1939) am Auto vorbeiging, in die Hocke ging und eine Stechbewegung machte. Eine Besch�digung des Autos ist allerdings nicht erstellt, und A.________ wird im vorliegenden Verfahren nicht vorgeworfen, das Fahrzeug in diesem oder in fr�heren F�llen besch�digt zu haben.
B.________ kam nach den von ihm beobachteten Bewegungen von A.________ aber zum Schluss, den "Pneustecher" erwischt zu haben. Er sprang aus dem Wagen und packte A.________ von hinten mit einem W�rgegriff. A.________ schlug mit einer kurzen Eisenstange, die er in einen Plastiksack gewickelt bei sich trug, nach B.________ und traf ihn am Kopf, worauf dieser einen Moment benebelt war und losliess. A.________ rannte davon, wurde von B.________ aber wieder eingeholt. A.________ drehte sich um und gab aus ca. zwei Metern Distanz in Richtung von B.________ zwei Sch�sse aus einem Revolver ab, den er in der Hosentasche mitgef�hrt hatte. B.________ gelang es trotzdem, A.________ erneut in den W�rgegriff zu nehmen, worauf es zu weiterem Gerangel mit Schl�gen und zu zwei weiteren Schussabgaben durch A.________ kam; der letzte Schuss wurde in n�chster N�he des Ohrs von B.________ abgegeben. Die t�tliche Auseinandersetzung wurde durch das Eintreffen anderer Personenbeendet.
B.________ erlitt einen Einschuss im Bauch, einen Steckschuss in der Kopfschwarte (beide ohne langfristige Folgen) und eine bleibende Sch�digung des Geh�rs. A.________ erlitt leichte Verletzungen sowie eine Gehirnersch�tterung durch Schl�ge auf Kopf und Hand, wobei hinsichtlich der Kopfverletzungen davon auszugehen ist, dass er sich diese selber zugef�gt hat im Bem�hen, B.________ zu treffen.
A.________ leugnete zun�chst, geschossen zu haben oder einen Revolver zu besitzen. Nachdem die Tatwaffe beim Tatort gefunden worden war und eine Hausdurchsuchung nebst einem Sturmgewehr eine Pump-Action Flinte sowie einen Schalld�mpfer und anderes Zubeh�r zutage gebracht hatte, gab er schliesslich zu, die vier Sch�sse abgefeuert zu haben. Als Begr�ndung f�r sein Waffenarsenal gab er allgemeine Bedrohungsgef�hle an, sei es durch kriminelle Banden bei seinen n�chtlichen Spazierg�ngen, sei es vor politischen Umst�rzen wie in Ex-Jugoslawien; f�r solche F�lle sei es gut, im Voraus gewappnet zu sein.
B.- Am 20. Mai 1998 sprach das Bezirksgericht Z�rich A.________ schuldig der Gef�hrdung des Lebens, der K�rperverletzung sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen die kantonale Waffenverordnung und verurteilte ihn zu einer bedingten Gef�ngnisstrafe von 6 Monaten (abz�glich 36 Tage Untersuchungshaft) bei einer Probezeit von drei Jahren, zu einer Busse von Fr. 1'000. -- und zur Leistung einer Genugtuung von Fr. 1'000. -- an B.________. Ebenso erteilte es A.________ die Weisung, insk�nftig keine Schusswaffen mehr zu erwerben oder zu besitzen und verf�gte die Einziehung der bei A.________ beschlagnahmten Schusswaffen und Munition. Die Schadenersatzforderungen von B.________ wies es ab.
C.- Auf Berufung sowohl von A.________ wie von B.________ hob das Obergericht des Kantons Z�rich mit Urteil vom 8. Juli 1999 die Verurteilung wegen Widerhandlung gegen die Waffenverordnung auf und best�tigte im �brigen das erstinstanzliche Urteil einschliesslich der Weisung und Einziehungsverf�gung, mit Ausnahme der an B.________ zu bezahlenden Genugtuung, die es auf Fr. 5'000. -- erh�hte.
Die von A.________ dagegen erhobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht des Kantons Z�rich am 23. September 2000 ab, soweit es darauf eintrat.
D.- A.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts mit dem Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zum Freispruch von Schuld und Strafe, Aufhebung der Genugtuungspflicht sowie der Kostenfolgen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ebenso sei die Weisung bez�glich des Erwerbs und Besitzes von Schusswaffen und die Einziehung der Schusswaffen aufzuheben.
Das Obergericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Staatsanwaltschaft verweist zur Begr�ndung der Weisung und der Einziehung der Schusswaffen auf die Urteile von Ober- und Bezirksgericht; angesichts des Verhaltens von A.________ und der von ihm ausgehenden Gefahr seien Weisung wie Einziehung gerechtfertigt.
1.-a) H�lt der Kassationshof die Beschwerde im Strafpunkt f�r begr�ndet, so hebt er den angefochtenen Entscheid auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die kantonale Beh�rde zur�ck (Art. 277ter BStP). Auf die Rechtsbegehren kann nur in diesem Umfang eingetreten werden.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begr�ndet werden, dass der angefochtene Entscheid eidgen�ssisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen �ber die Verletzung kantonalen Rechts sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Die Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen im angefochtenen Urteil beruht auf kantonalem Recht; soweit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
b) Die Verurteilung wegen K�rperverletzung wird vom Beschwerdef�hrer nicht bestritten, auf diesen Punkt ist deshalb nicht weiter einzugehen (Art. 273 Abs. 1 lit. a, Art. 277bis BStP). Des weiteren ficht der Beschwerdef�hrer die Zusprechung einer Genugtuung an den Gesch�digten an, ohne aber sein Rechtsbegehren zu begr�nden, weshalb darauf nicht einzutreten ist (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP).
c) Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz richten, oder das
Vorbringen neuer Tatsachen sind unzul�ssig. Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Beh�rde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 273 Abs. 1 lit. b, Art. 277bis BStP). Soweit sich der Beschwerdef�hrer gegen die tats�chlichen Vorbringen der Vorinstanz wendet, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Insbesondere hat sich die Vorinstanz ausdr�cklich f�r die Darstellung der Tatsachen nach den Angaben des Gesch�digten entschieden. Die anders lautenden Darstellungen des Beschwerdef�hrers sind damit nicht zu h�ren.
d) Der Beschwerdef�hrer verlangt eine Berichtigung von offensichtlichen Irrt�mern gem�ss Art. 277bis Abs. 1 Satz 3 BStP. Damit ist er nicht zu h�ren. Die offensichtlichen Versehen, auf welche ein Beschwerdef�hrer den Kassationshof im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde aufmerksam machen kann, sind eng definiert und kommen insbesondere nicht in Betracht, wenn die kantonale Beh�rde eine Tatsache gest�tzt auf Beweisw�rdigung festgestellt hat (BGE 118 IV 88 E. 2b). Der Beschwerdef�hrer r�gt Widerspr�che in der Feststellung des Sachverhalts, wof�r die staatsrechtliche Beschwerde f�r willk�rliche Beweisw�rdigung offen gestanden h�tte; eine solche wurde aber nicht eingereicht.
2.-a) Der Beschwerdef�hrer macht eine Bundesrechtsverletzung geltend, in dem die Vorinstanz annehme, er habe bei der Schussabgabe skrupellos gehandelt.
Die Vorinstanz verweist auf den Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Z�rich, nach welchem die vom Beschwerdef�hrer verwendete Waffe und Munition geeignet gewesen sind, das Leben des Gesch�digten in Gefahr zu bringen. Dies sei dem Beschwerdef�hrer bewusst gewesen, und mit der mehrfachen Schussabgabe aus n�chster N�he (selbst in der von ihm selber behaupteten Version des Sachverhaltes) habe er auch skrupellos gehandelt. Damit seien die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale der Gef�hrdung des Lebens erf�llt.
b) Art. 129 StGB bedroht mit Zuchthaus bis zu f�nf Jahren oder mit Gef�ngnis, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. Die Bestimmung ist insbesondere auf F�lle ausgerichtet, in denen die Verletzungen, die das Opfer erlitten hat, nicht schwer genug sind, um auf eine lebensgef�hrliche K�rperverletzung nach Art. 122 StGB schliessen zu k�nnen, aber das Verhalten des T�ters dennoch andere in Lebensgefahr gebracht hat (BGE 124 IV 53 E. 2 S. 57 f.).
Der Beschwerdef�hrer hat aus n�chster N�he mehrmals auf den Gesch�digten geschossen, wobei sich die M�ndung des Revolvers einmal unmittelbar neben dessen Kopf befand. Unter diesen Umst�nden h�tte bei einer nur geringf�gig ge�nderten Schussbahn der Gesch�digte lebensgef�hrlich verletzt werden k�nnen. Eine unmittelbare Gef�hrdung des Lebens war damit gegeben. Nach der Rechtsprechung kann es gen�gen, eine schussbereite Waffe auf den Gegner zu richten, um dessen Leben im Sinne von Art. 129 StGB zu gef�hrden (BGE 121 IV 67 E. 2b/aa, E. 2d S. 75).
Als subjektive Tatbestandsmerkmale verlangt Art. 129 StGB, dass der T�ter bez�glich der Gef�hrdung des Lebens vors�tzlich und skrupellos gehandelt hat. Der Gef�hrdungsvorsatz ist gegeben, wenn der T�ter die Gefahr kennt und trotzdem handelt (BGE 94 IV 60 E. 3a). Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tatsachen, ist damit Tatfrage und f�r das Bundesgericht im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde verbindlich festgestellt (Art. 273 Abs. 1 lit. b, 277bis BStP, BGE 125 IV 242 E. 3c S. 252 mit Hinweisen). Nach den Feststellungen der Vorinstanz und des Bezirksgerichts, auf das die Vorinstanz sich abst�tzt, wusste der Beschwerdef�hrer um die Gef�hrlichkeit seiner Waffe und vertraute auf deren Wirkung, um sich zu befreien. Es musste ihm bewusst sein, dass er den Gesch�digten in Lebensgefahr brachte. Damit hat er vors�tzlich gehandelt.
Zweites subjektives Tatbestandsmerkmal ist die Skrupellosigkeit. Skrupellos ist eine Handlung, wenn sie allgemein vom Standpunkt der Ethik aus missbilligt werden muss, mit dem �ffentlichen Gewissen nicht zu vereinbaren ist, den anerkannten Grunds�tzen von Sitte und Moral zuwiderl�uft (BGE 114 IV 103 E. 2a mit Hinweisen). Je gr�sser die Gefahr ist, die der T�ter verursacht, je weniger seine Beweggr�nde Beachtung verdienen, umso eher wird man auf Skrupellosigkeit schliessen (BGE 107 IV 163 E. 3). Damit f�llt die Beurteilung der Skrupellosigkeit im vorliegenden Fall zusammen mit der vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Notwehr. Die vom Beschwerdef�hrer verursachte Gefahr war gross. Nur Notwehr, oder allenfalls deren Exzess im entschuldbaren Affekt (Art. 33 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 StGB), k�nnen die Gef�hrdung rechtfertigen. Sind die Bedingungen daf�r nicht erf�llt, entbehren die vom Beschwerdef�hrer abgegebenen Sch�sse eines legitimen Zwecks und sind skrupellos im Sinne von Art. 129 StGB.
3.- a) Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Gesch�digte den Beschwerdef�hrer rechtswidrig gepackt und dieser sich in einer Notwehrsituation befunden habe. Indem er aber ohne Warnschuss direkt auf den unbewaffneten Gesch�digten geschossen habe, habe der Beschwerdef�hrer die Grenzen der Notwehr �berschritten.
Der Beschwerdef�hrer macht demgegen�ber geltend, er sei vom k�rperlich �berlegenen Gesch�digten grundlos angegriffen worden und habe gar keine Gelegenheit gehabt, diesen zu warnen, respektive Warnsch�sse abzugeben. Er habe sich zun�chst mit der Eisenstange gewehrt, doch sei es ihm, durch fr�here R�ckenverletzungen leicht gehbehindert, nicht gegl�ckt, dem Gegner zu entkommen. Er habe nicht ahnen k�nnen, was der Gesch�digte von ihm wolle und annehmen m�ssen, dieser sei durch die Schl�ge noch zus�tzlich gereizt worden. Er habe angesichts der zunehmenden Kriminalit�t in Z�rich um sein Leben gef�rchtet. Der Gesch�digte habe sich ihm im vollen Lauf gen�hert und sei bei der Schussabgabe weniger als zwei Meter entfernt gewesen. Warnsch�sse seien nicht mehr m�glich gewesen, zudem habe sich der Gesch�digte von den abgegebenen Sch�ssen nicht abhalten lassen. Im Handgemenge habe er f�rchten m�ssen, dass der Gesch�digte ihm die Waffe entwinde, wenn er lediglich in die Luft sch�sse.
b) Art. 33 Abs. 1 StGB gibt dem Angegriffenen das Recht, den widerrechtlichen Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren. Das heisst, dass er nur zu verh�ltnism�ssiger Abwehr berechtigt ist. Ob im gegebenen Fall die Reaktion des Angegriffenen diesem Erfordernis entspricht, ist vorwiegend eine Frage des Ermessens. Zu ihrer Beantwortung hat der Richter insbesondere der Schwere des tats�chlichen oder drohenden Angriffs sowie der Wichtigkeit des gef�hrdeten Rechtsgutes einerseits und der Bedeutung des Gutes, das durch die Abwehr verletzt wurde, anderseits Rechnung zu tragen. Dabei sind auch die Art des Abwehrmittels und diejenige seiner tats�chlichen Verwendung von Belang (BGE 102 IV 65 E. 2a mit Hinweisen, insb. BGE 79 IV 148 E. 1). Die Angemessenheit der Abwehr ist dabei auf Grund jener Situation zu beurteilen, in welcher sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand; es d�rfen nicht nachtr�glich von den Beh�rden allzu subtile �berlegungen dar�ber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen h�tte begn�gen k�nnen und sollen (BGE 107 IV 12 E. 3a, mit Hinweisen).
Beim Einsatz von Schusswaffen ist besondere Vorsicht geboten. Die Abwehr, die zu dauernder Verst�mmelung oder zum Tode f�hren kann, ist in der Regel unangemessen, wenn sich der rechtswidrige Angriff allein gegen Eigentum und Verm�gen richtet, doch kann eine Schussabgabe unter besonderen Umst�nden auch dann gerechtfertigt sein (BGE 107 IV 12 E. 3b; E. 4 zur Frage, unter welchen Umst�nden eine Schussabgabe auch bei Bedrohung wirtschaftlicher G�ter zul�ssig ist). Der Angegriffene ist nicht verpflichtet, eine ernst zu nehmende Attacke einfach zu dulden, doch rechtfertigt auch im Falle einer drohenden K�rperverletzung nicht jede Bagatelle den Einsatz einer lebensgef�hrlichen Waffe (BGE 109 IV 5 E. 3). Wesentlich ist, ob dem Angegriffenen noch andere Mittel oder ein weniger gef�hrlicher Einsatz der Schusswaffe m�glich waren.
Der Beschwerdef�hrer wurde zwar �berraschend gepackt und damit angegriffen, doch blieben ihm noch andere Handlungsm�glichkeiten, als direkt und aus n�chster N�he auf den Gesch�digten zu schiessen. Entgegen seiner Ansicht w�re es ihm zumutbar gewesen, sich zun�chst passiv zu verhalten und zu versuchen, herauszufinden, was der Gesch�digte eigentlich von ihm wollte. Der Beschwerdef�hrer war gepackt und festgehalten worden, aber das stellt noch keine derart gef�hrliche Bedrohung dar, dass eine lebensgef�hrdende Schussabgabe gerechtfertigt ist.
Sp�testens nachdem ihm die Flucht gelungen war, w�re es dem Beschwerdef�hrer bei besonnenem Verhalten m�glich gewesen, den Gesch�digten zu warnen, mit der Waffe zu bedrohen oder allenfalls Warnsch�sse abzugeben, anstatt soweit zu rennen, bis der Gegner praktisch wieder zu ihm aufgeholt hatte. Durch die Schussabgabe auf den Gesch�digten aus n�chster N�he zwang er diesen geradezu, seinerseits mit dem Angriff fortzufahren und zu versuchen, dem Beschwerdef�hrer die Waffe zu entwinden oder sie zumindest von sich abzuwenden. Dazu war er auch berechtigt (vgl. BGE 109 IV 5 E. 3). Die vom Beschwerdef�hrer gew�hlte Abwehr war unverh�ltnism�ssig und ein Beispiel daf�r, dass das Mitf�hren einer Schusswaffe nicht zwangsl�ufig die Sicherheit des Tr�gers erh�ht, sondern zu einer Gefahr auch f�r ihn selber werden kann. Die Vorinstanz konnte ohne Verletzung von Bundesrecht auf eine �berschreitung der Notwehr schliessen.
4.- Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe in entschuldbarer Aufregung �ber den Angriff des Gesch�digten gehandelt. Ob er bereits bewaffnet gewesen sei und mit einem Angriff gerechnet habe, spiele dabei keine Rolle, sondern nur die konkreten Umst�nde der Tat. Es m�sse jedem klar sein, dass er angesichts des nicht provozierten und ohne jede Vorwarnung erfolgten �berfalls Angst gehabt habe. Er habe mit Schlimmem rechnen und davon ausgehen m�ssen, dass sein Angreifer durch den Schlag mit der Eisenstange noch zus�tzlich gereizt worden sei. Durch den Schlag auf den Kopf habe er zudem eine Gehirnersch�tterung erlitten; die Vorinstanz habe Art. 13 Abs. 1 StGB verletzt, indem sie zus�tzlich zum Gutachten �ber den psychischen Allgemeinzustand des Beschwerdef�hrers kein Gutachten zur Abkl�rung seiner Zurechnungsf�higkeit im Moment der Schussabgabe veranlasst habe.
Die Vorinstanz h�lt dem (unter Verweis auf die Ausf�hrungen des Bezirksgerichts) entgegen, dass das Verhalten des Beschwerdef�hrers am Tatort keine Zweifel an dessen Zurechnungsf�higkeit begr�nde, weshalb weiterf�hrende Gutachten unn�tig seien. Er sei zu koordinierten Handlungen wie seiner Gegenwehr und Flucht, dem von ihm selber als umst�ndlich geschilderten Entsichern der Waffe und dem Bet�tigen des schweren Abzugs f�hig gewesen und habe alle diese Vorg�nge auch im Detail schildern k�nnen, ebenso wie sein Erstaunen �ber die fehlende Wirkung der Sch�sse. Ein Zeuge habe den Beschwerdef�hrer ebenfalls als ruhig und nicht nerv�s geschildert. Der Beschwerdef�hrer sei somit zurechnungsf�hig gewesen und habe �berlegt gehandelt, nicht unter einer entschuldbaren Gem�tsbewegung im Sinne von Art. 33 Abs. 2 Satz 2 StGB.
a) Art. 13 Abs. 1 StGB verpflichtet den Richter, bei Zweifeln an der Zurechnungsf�higkeit des Beschuldigten Untersuchungen anzuordnen. Die Zweifel m�ssen ernsthaft sein, was z.B. bei Drogensucht bejaht wurde (BGE 116 IV 273 E. 4a mit Hinweisen). Anzeichen einer verminderten Schuldf�higkeit stellen etwa ein Widerspruch zwischen Tat und T�terpers�nlichkeit oder v�llig un�bliches Verhalten dar, oder wenn der T�ter in fr�heren Verfahren f�r vermindert schuldf�hig erkl�rt wurde, wenn er in �rztlicher Behandlung stand oder steht, oder wenn die Schuldf�higkeit eines Epileptikers, eines geistig Zur�ckgebliebenen oder eines Hirngesch�digten zu beurteilen ist (a.a.O. mit weiteren Beispielen, vgl. auch BGE 118 IV 6 E. 4).
Das Verhalten des Beschwerdef�hrers bietet keinen Anlass zu solchen Zweifeln. Das in Auftrag gegebene Gutachten verneint psychische St�rungen oder Erkrankungen und bescheinigt dem Beschwerdef�hrer einen unbeeintr�chtigten Geisteszustand auch im Moment der Straftat. Seine Tat steht auch nicht im Widerspruch zu seiner Pers�nlichkeit, f�hrte er die geladene Pistole doch regelm�ssig mit sich, um sich dieser im Falle einer Bedrohung bedienen zu k�nnen. Sein Verhalten entspricht jenem Szenario, auf das er sich vorbereitet hatte. Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, indem sie auf ein zus�tzliches Gutachten verzichtet hat.
b) Nach Art. 33 Abs. 2 Satz 2 StGB bleibt der Abwehrende straflos, wenn er die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff �berschreitet. Art und Umst�nde des Angriffs m�ssen derart sein, dass sie die Aufregung oder die Best�rzung entschuldbar erscheinen lassen. Entschuldbar m�ssen also, analog wie bei Totschlag, Aufregung oder Best�rzung sein, nicht aber die deliktische Reaktion des Angegriffenen (BGE 102 IV 1 E. 3b). Ein gewaltt�tiger Angriff in der Nacht wird den Angegriffenen immer in eine besondere Spannungslage versetzen. Nicht jede noch so exzessive, gef�hrliche Abwehrreaktion kann wegen der durch den Angriff verursachten Aufregung straflos bleiben; an eine die Straflosigkeit von schweren Notwehr�berschreitungen rechtfertigende Emotion sind besondere Anforderungen zu stellen. Dabei m�ssen Art und Ausmass der unangemessenen Abwehr sowie die gesamten Umst�nde des Einzelfalles ber�cksichtigt werden (BGE 109 IV 5 E. 3).
Wer Schusswaffen mit sich f�hrt, unterliegt einer besonderen Verantwortung; die vom Beschwerdef�hrer missachtete Bewilligungspflicht ist Ausdruck davon. Er muss sich im Klaren dar�ber sein, welche Gefahr von der Waffe ausgeht und wie sie im Ernstfall einzusetzen ist. Der Beschwerdef�hrer hatte die Waffe aus einem Bedrohungsgef�hl heraus regelm�ssig mit sich gef�hrt, gerade weil er f�rchtete, �berfallen zu werden. Er kann sich damit nicht auf eine entschuldbare Aufregung f�r den Fall berufen, auf den er sich vorbereitet hat, auch wenn ihn der Angriff �berrascht und erschreckt hat. Es war im Gegenteil seine Pflicht, auch in diesem Fall besonnen und verantwortlich zu handeln. Die Vorinstanz konnte eine entschuldbare Gem�tsbewegung ohne Verletzung von Bundesrecht verneinen.
Der Beschwerdef�hrer kann sich somit auf keine Rechtfertigungsgr�nde f�r die Schussabgabe berufen, weshalb auch der Schuldspruch der Gef�hrdung des Lebens kein Bundesrecht verletzt.
5.- Der Beschwerdef�hrer verlangt, die Einziehung seiner Schusswaffen mit Zubeh�r sei aufzuheben. Er habe in einer aussergew�hnlichen Situation einmalig von einer Schusswaffe Gebrauch gemacht, eine allgemeine Gef�hrdung gehe von ihm nicht aus. Die beschlagnahmten Gewehre und Zubeh�re unterst�nden keiner Bewilligungspflicht und h�tten keinen Zusammenhang mit der begangenen Straftat, weshalb die Einziehung Bundesrecht verletze. Mit derselben Begr�ndung verlangt der Beschwerdef�hrer auch die Aufhebung der ihm erteilten Weisung, insk�nftig keine Schusswaffen mehr zu erwerben.
Die Vorinstanz rechtfertigt (unter Verweis auf Bezirksgericht und den Rekursentscheid der Staatsanwaltschaft vom 7. Oktober 1997 zur Beschlagnahme) die Einziehung mit dem Vollzug der im Rahmen des bedingten Strafvollzuges erteilten Weisung, insk�nftig keine Schusswaffen mehr zu erwerben oder zu besitzen. Der Beschwerdef�hrer habe seinen Revolver, den er aus Angst vor Kriminellen mit sich gef�hrt habe, direkt und nicht zur Warnung in unverh�ltnism�ssiger Weise eingesetzt. Nach diesem Vorfall m�ssten auch seine Hinweise auf die allgemeine politische Lage und Krisenherde wie Ex-Jugoslawien ernst genommen werden, mit denen er seine Schusswaffensammlung begr�ndet habe. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdef�hrer gegebenenfalls auch diese Waffen gegen andere einsetzen werde, weshalb sie einzuziehen seien, wie dies auch das psychiatrische Gutachten als vordringlich empfohlen habe.
a) Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB erlaubt es dem Richter, einem Verurteilten f�r sein Verhalten w�hrend der Probezeit bestimmte Weisungen zu erteilen, insbesondere �ber Berufsaus�bung, Aufenthalt, �rztliche Betreuung, Verzicht auf alkoholische Getr�nke und Schadensdeckung innerhalb einer bestimmten Frist. Wahl und Inhalt der Weisung haben sich nach dem Zweck des bedingten Strafvollzuges zu richten, durch den der Verurteilte dauernd und innerlich gebessert werden soll. Eine Weisung darf nicht vorwiegend oder gar ausschliesslich darauf abzielen, dem Verurteilten Nachteile zuzuf�gen oder Dritte vor ihm sch�tzen zu wollen. Damit eine Weisung zul�ssig ist, muss sie in erster Linie vielmehr im Interesse des Verurteilten liegen und voraussichtlich befolgt werden k�nnen. Das ist der Fall, wenn sie dazu bestimmt und geeignet ist, erzieherisch auf den Verurteilten einzuwirken und damit der Gefahr neuer Verfehlungen vorzubeugen. Innerhalb der sich daraus ergebenden Schranken sind Wahl und Inhalt der Weisung ins richterliche Ermessen gestellt (BGE 94 IV 11 E. 1 mit Hinweisen, 108 IV 152 E. 3a, Rechtsprechung best�tigt im unver�ffentlichten Urteil des Kassationshofes vom 26. Februar 2001 i. S. D.).
Vorinstanz und Bezirksgericht kommen auf Grund der Aussagen und Handlungen des Beschwerdef�hrers sowie des psychiatrischen Gutachtens zum Schluss, dass es besser sei, wenn der Beschwerdef�hrer in Zukunft nicht mehr �ber Waffen verf�gen kann. In der Sache erscheint dies nachvollziehbar. Der Beschwerdef�hrer begr�ndete den Besitz seiner Langwaffen und Zubeh�rteile mit Bedrohungsgef�hlen, die denen �hneln, aus denen heraus er einen Revolver mit sich gef�hrt und in gef�hrlicher Weise benutzt hat. Das muss Bedenken wecken. Eine Weisung nach Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB ist allerdings nicht geeignet, den Beschwerdef�hrer von Waffen fernzuhalten. Das Gesetz beschr�nkt die m�gliche H�chstdauer von Weisungen ausdr�cklich auf diejenige der Probezeit ("f�r sein Verhalten w�hrend der Probezeit bestimmte Weisungen erteilen", "Il pourra lui imposer, pendant le d�lai d'�preuve, des r�gles de conduite", "Pu� anche imporgli, per il periodo di prova, norme di condotta"). Eine Weisung, "insk�nftig", ohne zeitliche Begrenzung und Bindung an die Probezeit, keine Schusswaffen zu erwerben oder zu besitzen, verletzt Bundesrecht. Die Beschwerde ist insoweit begr�ndet und die Weisung an den Beschwerdef�hrer bez�glich ihrer unbegrenzten Dauer aufzuheben. Ob der Beschwerdef�hrer das Recht hat, �ber die Dauer der Probezeit hinaus Schusswaffen zu erwerben oder zu besitzen, hat die zust�ndige Beh�rde auf Grund der Bestimmungen des Bundesgesetzes �ber Waffen, Waffenzubeh�r und Munition vom 20. Juni 1997 (Waffengesetz, WG, SR 514. 54, in Kraft seit dem 1. Januar 1999) zu entscheiden.
b) Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verf�gt der Richter ohne R�cksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenst�nden, die zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, wenn diese Gegenst�nde die Sicherheit von Menschen oder die �ffentliche Ordnung gef�hrden. Es handelt sich um eine pr�ventive Massnahme. Bei Gegenst�nden wie Schusswaffen, die nicht a priori zur Begehung von strafbaren Handlungen bestimmt sind, sondern bloss dazu geeignet sind, kommt die Einziehung nur in Betracht, wenn sie entweder zur Ver�bung eines Delikts tats�chlich gedient haben oder aber im Hinblick auf eine zu begehende Straftat ernstlich als Tatmittel in Aussicht genommen worden sind (BGE 112 IV 71 E. 1a, best�tigt im unver�ffentlichten Urteil vom 27. August 1997 i. S. D.).
Die Vorinstanz verf�gt nicht nur die (nicht angefochtene) Einziehung der Tatwaffe und der verbotenen Zubeh�rteile, sondern auch des anl�sslich der Hausdurchsuchung beschlagnahmten Sturmgewehrs und der Vorderschaft-Repetierflinte des Beschwerdef�hrers. Mit der Staatsanwaltschaft sieht die Vorinstanz darin einen Teil des Vollzugs der Weisung, insk�nftig keine Schusswaffen mehr zu erwerben oder zu besitzen und begr�ndet die Einziehung mit der vom Beschwerdef�hrer ausgehenden Gefahr und mit der schlechten Prognose, die sie ihm angesichts seiner Bedrohungsgef�hle und seines Einsatzes des Revolvers stellt.
Damit �berschreitet die Vorinstanz den Anwendungsbereich von Art. 58 StGB. Die beiden Gewehre haben nicht zur Ver�bung eines Delikts gedient, der Beschwerdef�hrer hat sie im Unterschied zum Revolver auch nicht mit sich getragen. Sie wurden nicht im Sinne der Rechtsprechung bereits als Tatmittel in Aussicht genommen (BGE 112 IV 71 E. 1a). Da sie keine "instrumenta sceleris" darstellen, kann auch ihre Gef�hrlichkeit keine Einziehung begr�nden. Der Kassationshof hat bereits vor Inkrafttreten des Waffengesetzes festgehalten, dass Art. 58 StGB nicht dazu dienen kann, das Problem der sich aus dem Besitz von Schusswaffen ergebenden Gef�hrdung der Allgemeinheit zu l�sen (unver�ffentlichtes Urteil vom 22. August 1990 i. S. G. E. 3). Umso mehr muss dies nach Inkrafttreten des Waffengesetzes gelten. Der Anwendungsbereich von Art. 58 StGB unterscheidet sich von dem des Waffengesetzes. Es obliegt der zust�ndigen Beh�rde, nach den Bestimmungen des Waffengesetzes und gegebenenfalls unter Ber�cksichtigung des �bergangsrechts zu �berpr�fen, ob der Beschwerdef�hrer berechtigt ist, Waffen zu besitzen, und �ber eine Beschlagnahme oder Einziehung seiner Waffen nach Waffengesetz zu befinden. Die Beschwerde ist insoweit begr�ndet und die Verf�gung zur Einziehung der beiden Gewehre des Beschwerdef�hrers nach Art. 58 StGB aufzuheben.
6.- Die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit teilweise gutzuheissen, die Weisung ist bez�glich ihrer unbegrenzten Dauer und die Einziehung der nicht als Tatwaffen verwendeten Gewehre mit Zubeh�r im Sinne der Erw�gungen (E. 5b) aufzuheben. Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Da der Beschwerdef�hrer teilweise obsiegt, in der Hauptsache aber unterliegt, sind die von ihm zu tragenden Kosten zu erm�ssigen. Ebenso ist ihm eine herabgesetzte Parteientsch�digung zuzusprechen, die mit den Kosten zu verrechnen ist (Art. 156 Abs. 3 OG, Art. 278 Abs. 3 BStP).
1.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen, Ziff. 4 des angefochtenen Urteils wird bez�glich der unbeschr�nkten Dauer der Weisung und Ziff. 2 des Einziehungsbeschlusses im Sinne der Erw�gungen aufgehoben. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.- Es werden weder Kosten erhoben noch wird dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung ausbezahlt.
3.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht (II. Strafkammer) des
Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.