Source: https://www.hulacoins.de/investment/kryptowaehrungen-bitcoin-steuer-deutschland-oesterreich-schweiz-excel-cointrackingtool-fifo-lifo-freigrenze-steuerhinterziehung-mining/a-18
Timestamp: 2018-10-21 10:13:06
Document Index: 344941450

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 23', 'EuG', '§ 23', '§ 23', '§ 10', '§ 15', 'Art. 7']

Bitcoin/Altcoins und die Steuererklärung: Nach 1 Jahr immer steuerfrei? - Investment 2018 | hulacoins.de 2018
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(c): Hulacoins.de
Was Privatanleger in Deutschland beachten müssen
Huhn oder Ei: Gilt FIFO, LIFO, HIFO oder LOFO? Klare gesetzliche Vorgabe!
Was, wenn ich Bitcoin gegen Altcoins tausche?
Dokumentation von Krypto-Beständen per Excel (mit Download unserer Vorlage!)
Vollautomatische Dokumentation von Krypto-Beständen mittels CoinTracking
Weshalb muss beim Kauf von Kryptowährungen keine Umsatzsteuer gezahlt werden?
Handel mit Bitcoin als ein privates Veräußerungsgeschäft – Was ist das?
Nach welcher Haltefrist werden Erlöse aus Bitcoin und Altcoins versteuert?
Welcher Steuersatz gilt? Persönlicher Steuersatz oder Kapitalertragsteuer? Steigt dieser?
Verkauf innerhalb eines Jahres nach Besitznahme: Muss ich versteuern?
Jährliche Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte: 599 Euro
Wie müssen Daytrader ihre Gewinne versteuern?
Versteuern von Altcoins aus Hard Forks
Verkauf von Altcoins nach Umtausch in Bitcoin: Wie wird versteuert?
Verkauf nach mehr als einem Jahr: Muss ich versteuern?
Einkünfte aus Lending/Funding: Wann und wie werden Einlagen und Zinsen besteuert?
Versteuern von Zinseinnahmen, z.B. Coinlend
Versteuern ‚sonstiger Erträge‘ aus Kryptowährungen, z.B. NEOGas aus NEO, Voting bei Lisk, Airdrops
Besteuerung bei Veräußerung von Zinsen, geclaimten Altcoins und Airdops?
Verrechnen von Verlusten aus dem Kryptowährungshandel
Eintragung der Angaben in die Steuererklärung
Was Gewerbetreibende in Deutschland beachten müssen
Welche steuerlichen Vorschriften gelten beim Mining? Rechtlich ein Gewerbe?
Wie müssen Gewerbetreibende versteuern?
Konsequenzen für Steuerhinterziehung: Was kann mir passieren?
Unsere Einschätzung zum Steuerrecht und Kryptowährungen in Deutschland
Übersicht zur Situation in Österreich für Privatanleger
Übersicht zur Situation in der Schweiz für Privatanleger
Auch der deutsche Fiskus hat erkannt, dass bei der Spekulation auf Kryptowährungen enorme Gewinnmargen – und damit natürlich hohe Steuereinnahmen – möglich sind. Zwar nennt das Einkommensteuergesetz Kryptowährungen nicht explizit beim Namen, trotzdem ist der steuerrechtliche Umgang mit Gewinnen und Verlusten aus Kryptowährungen eindeutig, da es sich laut Europäischem Gerichtshof (EuGH) um Zahlungsmittel handelt, deren Kauf oder Verkauf so genannte private Veräußerungsgeschäfte darstellen.
Damit ist klar geregelt, welche steuerlichen Auswirkungen die Zeitdauer zwischen Kauf und Verkauf von Kryptogeld, die Verzinsung und sonstige Erträgen haben. Auch Miner müssen Verschiedenes beachten, so etwa, dass sie steuerlich als Gewerbetreibende behandelt werden (s.u.)!
Beachtet man ein paar Aspekte, können Gewinne sogar komplett steuerfrei mitgenommen werden!
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Zusammengefasst müssen einige grundsätzliche Aspekte für die Besteuerung von Bitcoin und Altcoins (Ethereum, NEO, Lisk, IOTA usw.) beachtet werden, die jedoch überschaubar bleiben:
Es gilt FIFO: Zuerst gekaufte Anteile von Kryptowährungen gelten automatisch auch als zuerst verkauft. Damit befindet man sich immer auf der rechtlich sicheren Seite! Ggf. kann das Finanzamt aber auch LIFO, HIFO oder LOFO akzeptieren, wenn dieses Verfahren durchgehend verwendet wird
Hält man den Bitcoin oder Altcoin weniger als 1 Jahr, muss der Gewinn aus der Veräußerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (+ Soli und ggf. Kirchensteuer) versteuert werden
Verkauft man aus Privatbesitz nach 1 Jahr, ist der Gewinn beim Verkauf steuerfrei, solange man den Coin zwischendurch nicht verliehen hat
Sobald man Kryptogeld auch nur ein einziges Mal verleiht, sind die Gewinne aus dem Verkauf erst nach einer Haltefrist von 10 Jahren steuerfrei; bis dahin wird nach dem persönlichen Einkommensteuersatz (+ Soli und ggf. Kirchensteuer) versteuert
Zinsen und sonstige Erträge wie Airdrops oder Voting, die durch den Verleih von Kryptogeld erwirtschaftet wurden, werden mit 25 % besteuert, sofern die Einnahmen (einschließlich anderer Zinseinnahmen) für Singles über 801 Euro pro Jahr (Verheiratete: 1.602 Euro) liegen
Verluste können nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden; nicht ausgleichbare Verluste können ohne Begrenzung auf künftige Jahre vorgetragen werden
Miner sind immer gewerblich tätig, sie müssen ein Gewerbe anmelden, können Betriebsausgaben angeben und haben bei der Gewerbesteuer einen Freibeitrag i.H.v. 24.500 Euro pro Jahr; Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres gelten als Erlöse aus gewerblichen Einkünften, worauf Einkommensteuer zu zahlen ist. Kapitalgesellschaten (GmbH, AG) zahlen Körperschaftsteuer.
Beispiel: Wenn ich vor zwei Monaten 1 Bitcoin gekauft habe und im letzten Monat ebenfalls 1 Bitcoin und ich nun 1 der beiden Bitcoins verkaufen möchte: Welchen der beiden verkaufe ich steuerlich gesehen zuerst?
Hier ist das Vorgehen rechtlich klar vorgegeben:
Es gilt: Zuerst gekauft wird zuerst verkauft (First-In-First-Out = FIFO)
So steht im Einkommensteuergesetz, § 23 Absatz 1, Nummer 2, Satz 3 EStG: „Bei Anschaffung und Veräußerung mehrerer gleichartiger Fremdwährungsbeträge ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Beträge zuerst veräußert wurden.“
© "BMF Einkommensteuergesetz"
First-In-First-Out ist klar vorgegeben und es empfiehlt sich im Sinne der Rechtssicherheit diese eindeutige Vorschrift auch anzuwenden. Alle Vorgänge nach FIFO sollten daher auch von Anfang an sauber und transparent dokumentiert werden.
Trotz der gesetzlichen Angaben haben wir auch schon von Fällen gehört, in denen auch LIFO (Last-In-First-Out) von Finanzämtern akzeptiert wird, sofern man sich ausnahmslos und über alle Jahre/Steuererklärungen an dieses Verfahren hält. Möchte man absolut sicher gehen, kann man beim zuständigen Finanzamt eine kostenpflichtige, aber verbindliche Auskunft beantragen.
Wir empfehlen aber die FIFO-Methode!
Beispiel: Tausch von Bitcoins zu Monero nach FIFO
Annahme: Bereits 1 Bitcoin aus früherem Einkauf im Besitz und Kauf eines weiteren Bitcoins, um diesen gegen Monero zu tauschen.
Tausch aus steuerlicher Sicht: Da FIFO gilt, darf nicht der neu gekaufte Bitcoin gegen Monero getauscht werden, sondern der zuvor besessene! Der Euro-Wert der neuen Monero ist steuerlich als Veräußerungspreis für den "alten" Bitcoin anzusehen. Wurde der erste Bitcoin also für 10.000 Euro gekauft, die frisch eingetauschten Monero (= unser 1. Bitcoin) sind aktuell aber 12.000 Euro wert, so gilt dieser erste Bitcoin als für 12.000 Euro veräußert.
Achtung: Ist der Veräußerungspreis höher als der Anschaffungspreis, entsteht ein Veräußerungsgewinn (hier: 2.000 Euro). Hat man den Bitcoin weniger als 1 Jahr besessen (oder weniger als 10 Jahre, wenn verzinst wurde), so müssen diese 2.000 Euro als Gewinn versteuert werden! Für weitere Infos siehe BMF-Erlass hier.
Wurde der alte Bitcoin nur zum Teil gegen Monero getauscht - z.B. nur 0,4 Bitcoin für Monero statt 1 Bitcoin - so gilt für die übrigen 0,6 Bitcoin nur der anteilige Anschaffungspreis (hier also noch 6.000 Euro).
Gleichzeitig wird die Rentabilität der Bitcoin-Anlage gemindert, denn Teile des zuerst gekauften Bitcoins gehen in Monero über und der neu gekaufte (teurere) Bitcoin wird auf die Bitcoin-Anlage hinzugerechnet. Um den Überblick zu bewahren, sollte jeder Kauf dringend dokumentiert werden.
Unser Tipp: Erfolgt der Tausch von Bitcoin in Altcoin oder umgekehrt erst nach über einem Jahr, ist der eingefahrene Gewinn steuerfrei (sofern keine zwischenzeitliche Verzinsung erfolgt, dann: 10 Jahre). Wenn möglich, sollte diese Frist beachtet werden, um den Darstellungsaufwand in Excel und die Steuerpflicht zu ersparen (siehe nächstes Kapitel).
Und wenn ich mit Bitcoin für Waren oder Dienstleistungen bezahle?
Werden Waren bzw. Dienstleistungen mit Kryptowährungen bezahlt, stellt dies steuerlich kein Problem dar. Wie unten erklärt, haben Kryptowährungen den Charakter von Zahlungsmitteln und können auch als solche verwendet werden.
Akzeptiert der Pizza-Bote also auch Bitcoin als Zahlungsmittel, so hat dein Mittagessen mit etwas Glück umgerechnet nur ein paar Cent statt 9,50 Euro gekostet.
Prinzipiell hast du nach FIFO nämlich mit dem zuerst gekauften Bitcoin bezahlt.
Achtung: Auch hier gilt die Differenz als Veräußerungsgewinn. Das heißt: Weil du den BTC-Wert deiner Pizza für z.B. 1,50 Euro gekauft hast und die Pizza nun 9,50 Euro kostet, musst du die Differenz in Höhe von 8 Euro versteuern, sofern du den Bitcoin weniger als 1 Jahr besessen hast. Hier entfallen also (25 % von 8 Euro =) 2 Euro Steuern, die auch in der Steuererklärung anzugeben sind.
Wie gerade beschrieben, sollte jedem Eigentümer von Kryptowährungen sehr daran gelegen sein, jeden Vorgang (Kauf, Verkauf, Verleih, sonstige Erträge) ordentlich zu dokumentieren.
Sind die eigenen Unterlagen transparent und schlüssig, können diese als glaubhafte Belege für das zuständige Finanzamt gelten.
Gesetzlich besteht sogar eine Vorhaltepflicht: Fordert das Finanzamt die Vorlage von Unterlagen, muss der Steuerpflichtige dem nachkommen.
Als gute Dokumentationsmöglichkeit bietet sich z.B. eine Excel-Tabelle an.
Bezeichnung der Kryptowährung (Bitcoin , NEO , Monero , IOTA , Bitcoin Gold und alle anderen)
Kaufort (Bezeichnung der Kryptobörse wie Bitcoin.de Test , Coinbase Test , LiteBit.eu Test usw.)
Damaliger Kurs
Höhe der Investition in Euro (= Anschaffungspreis)
Gegenwert in der Kryptowährung
Als nette Ergänzung sollte hier natürlich eine Zeile mit der Höhe der Gesamtinvestition, dem aktuellen Wert sowie dem Gewinn und der prozentualen Rentabilität nicht fehlen.
So könnte die Excel-Tabelle aussehen: Download der Vorlage hier kostenlos möglich.
Solange man Bitcoin hauptsächlich als langfristige Anlage ansieht, man in nur wenige Altcoins streut und darüber hinaus wenig bis gar kein Daytrading betreibt, reicht eine solide Dokumentation mit Excel vollkommen aus! Wichtig bei der Arbeit mit Excel: Auch Nachweise über die damaligen Kurse müssen bei näherer Prüfung belegt werden können.
Ein schöner Nebeneffekt ist neben der Übersichtlichkeit auch, nach Ergänzung der aktuellen Kurse direkt auch den aktuellen Gewinn zu sehen.
Wir wünschen viel Erfolg beim Dokumentieren mit unserer kostenfreien und editierbaren Vorlage!
Je aktiver man mit Kryptowährungen handelt, desto schwieriger wird die genaue Dokumentation mittels Excel. Gerade Daytrader, also Anleger, die vom täglichen Auf und Ab der Kurse profitieren wollen, werden es zeitlich kaum schaffen, ihre Excel-Tabelle uptodate zu halten.
Unser Tipp: Das Team von Cointracking.info stellt für diesen Fall sein professionelles Webtool Cointracking* (einen ausführlichen Test gibt es hier ) zur Verfügung.
Auf dieser Webseite können Daten für alle Kryptowährungen und von einer sehr großen Anzahl an Börsen und Wallets manuell sowie per Excel oder (nach Aufpreis) API importiert werden.
Übersichten für die ersten 200 Trades sind dabei kostenfrei:
Hier habt ihr alle Werte stets aktuell und automatisiert auf einen Blick verfügbar!
Was hat CoinTracking mit meiner Steuererklärung zu tun?
Neben einer App beinhaltet CoinTracking auch einen Steuer-Report für Bitcoins und andere digitale Währungen, der bei der jährlichen Steuererklärung hilft. CoinTracking berechnet alle Trades auf den Cent genau und bereitet diese automatisch so auf, dass diese nur noch bei der Steuererklärung als Anlage beigefügt werden müssen.
© "cointracking.info Screenshot"
Cointracking* ist ein sehr praktisches Hilfsmittel bei der Verfolgung des eigenen Kryptohandels und kann beim Anfertigen der Steuererklärung viel Arbeit ersparen.
Für das Bundesministerium für Finanzen (BMF) gelten Bitcoin & Co. als eine Art privaten Geldes. Das bedeutet, dass Kryptowährungen als Fremdwährungen (so genannte Devisen) verstanden werden, auf die keine Umsatzsteuer zu entrichten ist.
Ähnlich urteilt auch der Europäische Gerichtshof (EuGH), demzufolge Kryptowährungen den Charakter eines Zahlungsmittels haben und daher ebenfalls als Devisen einzustufen sind. Nach der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) unter Artikel 135 (Absatz 1e) unterliegen Kryptowährungen als Devisen damit einer Ausnahmeregelung und sind nicht umsatzsteuerpflichtig:
© "umsatzsteuerrundschau.de MwStSystRL Screenshot"
Die Rechtsprechung sieht im Bitcoin und den Altcoins tatsächlich eine Währung, da die grundlegende Funktion darin besteht, mit diesen zu bezahlen. Weil sie keine offiziellen Zahlungsmittel neben dem Euro sind, gelten Kryptowährungen demnach als Fremdwährungen (= Devisen) und müssen steuerlich auch so behandelt werden. Ergo: Für den Kauf oder Tausch von Kryptowährungen gegen Euro, US-Dollar oder andere FIAT-Währungen darf keine Mehrwertsteuer anfallen.
Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) liegt dann ein privates Veräußerungsgeschäft vor, wenn ein Gegenstand aus dem privaten Besitz verkauft wird, siehe EStG Paragraph 23 (Absatz 1 (2)).
Dies gilt grundsätzlich für Privatanleger von Kryptowährungen.
Gewinne sind steuerpflichtig, wenn der Verkauf innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung stattfindet.
Wichtig: Wie weiter unten genauer ausgeführt, sind Gewinne 1 Jahr nach Besitznahme steuerfrei.
Ausnahme: Es gab Zinseinnahmen oder sonstige Erträge. In dem Fall werden Veräußerungsgewinne erst nach 10 Jahren Haltefrist steuerfrei.
Verkauft man innerhalb eines Jahres, so muss der persönliche Steuersatz plus Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) auf den Gewinn gezahlt werden, da sie zum Einkommen gehören.
Wichtig: Es gilt also nicht die Kapitalertragsteuer (= Abgeltungsteuer; i.H.v. 25 %)!
Ebenfalls wichtig: Werden binnen Jahresfrist Gewinne aus z.B. Bitcoinerlösen erzielt, steigt der persönliche Steuersatz an (= Steuerprogression), da neben dem Einkommen aus Arbeit u.a. noch der Gewinn aus dem Kryptoverkauf als Bemessungsgrundlage herangezogen werden.
Wie oben beschrieben, gelten private Veräußerungsgeschäfte innerhalb eines Jahres als steuerpflichtig: Gewinne müssen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz plus Soli (und ggf. Kirchensteuer) versteuert werden.
Beachtet die Ausnahme im folgenden Absatz: Bis zu 599 Euro Gewinn dürfen pro Jahr steuerfrei mitgenommen werden:
Eine gute Nachricht: Nach EStG Paragraph 23 (Absatz 3 (5)) sind Gewinne von weniger als 600 Euro im Jahr steuerfrei.
© "BMF Einkommensteuergesetz Screenshot"
Achtung: Es handelt sich um eine Freigrenze – nicht um einen Freibetrag: Ab 600,00 Euro Gewinn im Jahr (bis 599,99 Euro darf der Steuerpflichtige zu seinem Vorteil auf 599 Euro abrunden), muss der komplette Gewinn (einschließlich der ersten 599,99 Euro) mit dem individuellen Steuersatz plus Soli versteuert werden.
Wichtig: Die 599 Euro gelten nicht alleine für Kryptowährungen, sondern zusammengerechnet mit allen weiteren privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Aktienverkäufe oder Veräußerung sonstiger Wirtschaftsgüter) innerhalb des gleichen Jahres.
Daytrader, also Anleger mit häufigen Ver- und Einkäufen, zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie ihre Coins deutlich kürzer als 1 Jahr in ihrem Besitz haben, bis sie diese wieder verkaufen.
Damit klärt sich eigentlich auch die Frage: Wer innerhalb eines Jahres nach Besitznahme alle oder Anteile seiner Kryptowährungen verkauft, muss Steuern in Höhe des persönlichen Steuersatzes plus Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) bezahlen.
Dabei erhöht sich der Steuersatz entsprechend, weil die Gewinne dem Einkommen hinzugerechnet werden.
Lediglich die im vorherigen Kapitel erklärte Freigrenze auf Gewinne bis 599 Euro (wörtlich laut EStG § 23 Abs. 3 (5): „weniger als 600 Euro“) sind pro Jahr steuerfrei.
Zur Erinnerung: Ab 600,00 Euro Gewinn im Jahr, muss der komplette Gewinn (einschließlich der ersten 599,99 Euro) mit dem individuellen Steuersatz plus Soli versteuert werden. Begründung: Es handelt sich bei den 600 Euro um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag.
Vorsicht: Ein intensiver privater Handel kann vom Finanzamt als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden.
„Als Gewerbe gilt jede erlaubte auf Gewinnerzielung gerichtete, private selbstständige Tätigkeit, die fortgesetzt (und nicht nur gelegentlich) ausgeübt wird.“
Siehe dazu unsere kurzen Hinweise im Kapitel: „Wie müssen Gewerbetreibende versteuern?“
Einkommen aus Hard Forks müssen sich ebenfalls mindestens ein Jahr im Besitz befinden, um anschließend steuerfrei verkauft werden zu können.
Da aus Hard Forks erhaltene Altcoins (z.B. Bitcoin Cash, Bitcoin Gold u.a.) normalerweise komplett kostenfrei in den eigenen Besitz gelangt sind, ist die einzige Besonderheit, dass der Verkaufserlös zu 100 % einen Gewinn darstellt, weil kein Anschaffungspreis entrichtet wurde.
Wie verhält es sich steuertechnisch, wenn man einen Altcoin in FIAT-Währung (Euro, US-Dollar usw.) verkaufen möchte, dies aber nur über den vorherigen Umtausch in Bitcoin oder Ethereum möglich ist?
Hier haben wir zunächst keine gute Nachricht: Unserer Einschätzung nach wird durch den Umtausch von Altcoin zu Bitcoin oder Ethereum wieder die Jahresfrist (oder 10-Jahresfrist z.B. bei zwischenzeitlicher Verzinsung) für private Veräußerungsgeschäfte ausgelöst. Bitcoin/Ethereum müsste also wiederum 1 Jahre gehalten werden, bis diese steuerfrei in Euro oder US-Dollar verkauft werden können.
Besitzt man andererseits schon weitere Bitcoin/Ethereum seit über einem Jahr, d.h. die Haltefrist ist abgelaufen und ein steuerfreier Verkauf somit möglich, ist es sogar rechtlich verpflichtend, nach FIFO vorzugehen. Ergebnis: Der zuvor besessene (= über ein Jahr alte Bitcoin) wird verkauft, der in Bitcoin eingetauschte Altcoin wird hingegen zum Bitcoin-Bestand neu (aber separat) hinzugerechnet und kann nach einem weiteren Jahr ebenfalls steuerfrei verkauft werden (sofern keine Verzinsung erfolgte).
Es kommt darauf an! Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden:
1. Keine Versteuerung, komplett steuerfrei: Es gab in dieser Zeit keine Zinseinnahmen
Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften, die nach über einem Jahr Haltezeit realisiert werden, sind komplett steuerfrei, wenn aus dem Kryptogeld heraus keine weiteren Einkünfte erzielt worden sind.
Du hast 1 Bitcoin vor 365 Tagen gekauft und verkaufst diesen nach 366 Tagen, so musst du von deinem Gewinn keinen Cent versteuern. Die kompletten Einnahmen gehören dir.
Achtung: Auch im Falle der Steuerfreiheit ist man verpflichtet, Angaben über den Kauf und den Verkauf (Ort, Datum, Beträge) von Bitcoins und Altcoins auf Anfrage des Finanzamts erklären zu können. Man muss daher in der Lage sein, Nachweise vorlegen zu können. Dies können z.B. Bestätigungsmails sein. Auch eine plausibel und schlüssig geführte eigene Dokumentation kann ausreichend sein.
2. Die Einlagen wurden verzinst oder haben sonstige Erträge abgeworfen
In den nächsten beiden Kapiteln haben wir diese Fälle genau geschildert und begründet.
So viel vorab: Hat sich die Menge der Einlage innerhalb des Jahres auch nur ein bisschen erhöht, sei es durch Zinsen, Voting oder Airdrops, so sind Gewinne aus Verkäufen für insgesamt 10 Jahre zu versteuern. Erst nach den 10 Jahren endet hier die Spekulationsfrist und die Gewinne sind endgültig steuerfrei.
Werden mit Kryptowährungen Zinseneinnahmen erzielt, so erhöht sich die Haltefrist bis zur Steuerfreiheit auf 10 Jahre. Erst dann können Gewinne steuerfrei mitgenommen werden.
Dies ist auch dann der Fall, wenn man seine Bitcoins oder Altcoins auch nur ein einziges Mal verliehen hat.
Begründung: Nach dem Einkommensteuergesetz § 23 Absatz 1, Nummer 2, Satz 4 gelten Zinsen auf Kryptowährungen als Einkunftsquellen: „Bei Wirtschaftsgütern […], aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre.“
Man muss sich also entscheiden, ob man langfristig investiert und zugunsten der Zinseinnahmen mindestens 10 Jahre halten möchte oder trotz zeitweiliger Zinsen innerhalb der 10 Jahre verkauft. Hier empfiehlt sich dringend, dies auch ehrlich in der Steuererklärung anzugeben.
Hinweis: Auch das vermeintlich sichere schweizerische Bankgeheimnis war durch die bekannten Steuer-CDs brüchig. Diesem Risiko sollte man sich nicht aussetzen.
Entscheidet man sich für die langfristige Variante bleibt einem immerhin das Ausschöpfen der jährlichen Freigrenze i.H.v. 599 Euro, wie oben beschrieben.
Unser Tipp: 50 % der Einlagen verleihen
Wenn du noch nie etwas von Zinsen auf Kryptowährungen gehört hast, wird dich das vielleicht interessieren: Ähnlich wie für FIAT-Geld (Euro, US-Dollar), kannst du auch deine Kryptowährungen verzinsen. Dies geht jedoch nur auf ein paar wenigen Plattformen, wie Bitfinex, Poloniex und Quoinex. Dort kann per Hand verzinst werden. Schneller und einfacher geht es aber mit dem vollautomatisierten Bot von Coinlend.org. Dieser verleiht rund um die Uhr die Einlagen auf den oben genannten Kryptobörsen zu Zinssätzen, die in aller Regel weit über den aktuellen Zinsen einer Hausbank liegen. Nach einer vollständigen Verifizierung können auch FIAT-Gelder per Coinlend.org verzinst werden.
Zur Versteuerung: Wir empfehlen, nur einen Teil eurer Bitcoin oder Altcoins zu verzinsen, z.B. 50 %. So könnt ihr die Hälfte eurer Einlagen nach einem Jahr steuerfrei verkaufen und der Rest vermehrt euer Kryptogeld langfristig.
© "Coinlend.org Screenshot"
Wie jedoch werden Zinseinnahmen, z.B. über den Bot von Coinlend.org, versteuert?
Etwaige Zinseinnahmen müssen in dem Jahr versteuert werden, indem die Zinseinkünfte zugegangen sind (Zuflussprinzip), also wann man die Zinsen tatsächlich erhalten hat. Bei der Verzinsung von Kryptowährungen erfolgt der Zinseingang unmittelbar, d.h. sie müssen im gleichen Jahr versteuert werden.
Erhält man die Zinsen nicht in Euro sondern in Kryptogeld, so ist gilt jener Kurs für die Umrechnung in Euro, der zum Zeitpunkt der Zinsgutschrift aktuell war. Da diese Erfassung unter Umständen gar nicht exakt möglich ist, besteht auch die Möglichkeit, Durchschnittskurse oder Schlusskurse des jeweiligen Tages als Berechnungsgrundlage zu nehmen.
Die oben genannten Kryptobörsen Bitfinex, Poloniex und Quoinex speichern alle Zinseinnahmen mit Datum für bis zu 3 Monate ab. In dieser Zeit können die Daten als csv-Datei exportiert werden. Das erleichtert die Erfassung der Zinserträge ungemein!
Immerhin: Die ersten 801 Euro an Zinseinnahmen jährlich sind grundsätzlich steuerfrei (bei Ehepaaren liegt der Freibetrag entsprechend bei 1.602 Euro). Die Zinseinnahmen aus Kryptowährungen müssen jedoch mit Einnahmen aus anderen Quellen (Tagesgeldkonto, Dividenden, …) zusammengerechnet und verrechnet werden!
Alles, was über den Betrag der 801 Euro hinausgeht, wird pauschal mit 25 Prozent besteuert, der so genannten Kapitalertragsteuer (= Abgeltungsteuer). Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag (und ggf. die Kirchensteuer).
Weiter kann es sein, dass man durch den Besitz bestimmter Kryptowährungen, z.B. Lisk, zu Abstimmungen (Voting) berechtigt ist und dadurch weitere Lisk-Coins eingenommen werden können.
1. Wie ist im Fall von Voting und Airdrops steuerlich vorzugehen?
Einnahmen aus ‚sonstigen Erträgen‘ durch Voting und Airdrops sind Zinseinnahmen ähnlich, sofern die Höhe der Erträge abhängig von der Anzahl der eigenen Coins ist. Steigt also das eigene Stimmgewicht mit der Höhe der Einlage und damit auch die ausgeschütteten neuen Coins, so werden Kapitalerträge erwirtschaftet. Auf diese Erträge ist die Kapitalertragsteuer (= Abgeltungsteuer) in Höhe von 25 Prozent der Einnahmen zu entrichten.
2. Wie ist im Fall vom Claimen neuer Altcoins steuerlich vorzugehen?
Einen anderen Weg geht etwa NEO (hier unser Test ): Hier kann mit den eigenen NEO-Coins der weitere Altcoin NEOGas generiert werden. Wie bei Voting und Airdrops handelt es sich trotz des technischen Ansatzes nicht um klassisches Mining (= Betreiben einer Fullnode), sondern um Claimen. Dabei wird NEOGas als erwirtschafteter Kapitalertrag angesehen, der wiederum mit 25 % Kapitalertragsteuer belegt ist. Berechnungsgrundlage ist immer der Kurswert von NEOGas zum Zeitpunkt des Erhalts.
Auch durch ‚sonstige Erträge‘ jenseits von Zinsen erhöht sich die Dauer bis zur Steuerfreiheit auf Gewinne auf 10 Jahre. In unserem Beispiel die Gewinne aus dem Verkauf von NEO also erst nach 10 Jahren Haltefrist steuerfrei. Gewinne aus geclaimten NEOGas sind schon nach einjähriger Haltefrist steuerfrei.
Im Zweifelsfall empfiehlt es sich stets, einen professionellen Steuerberater zu konsultieren!
Möchte man seine Zinsen auf Bitcoin oder seine geclaimten NEOGas verkaufen, stellt sich erneut die Frage nach der korrekten Besteuerung.
1. Verkauf von Bitcoin-Zinsen
Möchte man die Zinsen, die man für und in Bitcoin erhalten hat, veräußern, so gilt zunächst die FIFO-Regel, wie oben beschrieben: Vor der Entnahme von Bitcoin-Zinsen in Euro müssen – steuerlich betrachtet – zuerst zuvor gekaufte Bitcoins verkauft werden. Chronologisch gesehen werden die Bitcoin-Zinsen also erst veräußert, wenn alle zuvor gekauften Bitcoin wieder abverkauft worden sind.
Nun sind die Bitcoin-Zinsen an der Reihe, auf die zum mit der Gutschrift aktuellen Kurs bereits 25 % Kapitalertragsteuer entrichtet wurden (sofern über 801 bzw. 1.602 Euro hinausgehend). Steuerlich gesehen gelten die Bitcoin-Zinsen als in Bitcoin reinvestiertes FIAT-Kapital zum Kurs der Zinsgutschrift.
Der Erlös stellt sich steuerlich dann wie gehabt dar: Die Bitcoin-Zinsen wurden mit dem damals gültigen Kurs ‚gekauft‘. Die Gewinne durch den Verkauf der Bitcoin-Zinsen müssen dann "wieder" mit dem persönlichen Einkommensteuersatz plus Soli versteuert werden. Liegen die Bitcoin-Zinsen seit mindestens einem Jahr im Portfolio, so sind die Gewinne bei der Veräußerung steuerfrei (soweit keine Zinseinnahmen u.a. gutgeschrieben wurden).
2. Verkauf von geclaimten Altcoins, Voting-Erträgen, Airdrops
Können geclaimte Altcoins oder sonstige Erträge direkt in Euro verkauft werden, verhält es sich steuerlich wie unter „Verkauf von Bitcoin-Zinsen“ beschrieben.
Häufig ist ein direkter Verkauf von Altcoins in Euro nicht möglich, es muss zuerst in Bitcoin oder Ethereum getaucht werden, um anschließend gegen Euro zu verkaufen. In diesem Fall gilt ebenfalls wieder die FIFO-Regelung: Um die in Bitcoin getauschten Altcoins veräußern zu können, müssen zunächst alle zuvor beschafften Bitcoin aus dem Portfolio verkauft werden. Anschließende Gewinne durch Veräußerungen sind nach einem Jahr Haltefrist ebenfalls wieder steuerfrei. (Es sei denn, es wurden zwischenzeitlich Zinseinnahmen erzielt: Haltefrist dann 10 Jahre bis Steuerfreiheit.)
Verluste aus dem Kryptowährungshandel sind in der Steuererklärung anzuzeigen. Das Finanzamt muss diese dann berücksichtigen. Allerdings können entstandene Verluste auch nur mit ebenfalls entstandenen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften im jeweiligen Kalenderjahr gegengerechnet werden. Insoweit führen Verluste in diesem Jahr direkt zu einer Steuerminderung.
Nicht ausgleichbare Verluste eines Kalenderjahres mindern die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum (siehe § 10d EStG - so genannter Verlustrücktrag) oder können ohne Begrenzung auf künftige Jahre vorgetragen werden und in diesen Jahren mit Gewinnen ausgeglichen werden.
Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung von Kryptowährungen sind in der Anlage SO (= Sonstige Einkünfte) anzugeben.
Wir empfehlen das kostenfreie Programm Elster. Damit kann die Steuererklärung elektronisch ausgefüllt und an das Finanzamt versenden werden.
Die Anlage SO sieht dort folgendermaßen aus:
© "Elster Software Screenshot"
Verkaufspreis – Anschaffungskosten – Verkaufswerbungskosten = Überschuss/Verlust
Werbungskosten können etwa die Provision i.H.v. 0,4 % bei Bitcoin.de* (hier der Test ) oder auch die Transaktionskosten von der Hard-Wallet oder der Kryptobörse sein.
Als Steuersatz wird der persönliche Einkommensteuersatz plus Soli zugrunde gelegt, maximal also 45 %.
Muss die Anlage SO auch im Falle von Steuerfreiheit ausgefüllt werden?
Falls das Finanzamt jedoch Kontrollmaterial vorliegen hat, können durch die Angaben der Anlage SO Rückfragen vermieden werden.
Da es nicht schaden kann, die Anlage SO auszufüllen, auch wenn Steuerfreiheit vorliegt, sollte man dies tun. Das Ausfüllen geht sehr schnell.
Als gute Hilfe sehen wir das Webtool Cointracking* an. Die ersten 200 Trades sind hier gratis.
Dies ist zwar nicht unser Schwerpunkt – und wir möchten ausdrücklich die Auskünfte eines fachkundigen Juristen empfehlen! – doch hier einige Hinweise:
Miner gelten in Deutschland als gewerblich tätige Personen, nicht als Privatpersonen, da sie dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht handeln.
Als Gewerbe gilt jede erlaubte auf Gewinnerzielung gerichtete, private selbstständige Tätigkeit, die fortgesetzt (und nicht nur gelegentlich) ausgeübt wird.
All diese Punkte treffen zu, wenn man einen oder mehrere Rechner zu Hause beispielsweise für das Minen von Bitcoin betreibt: In Erwartung steigender Einnahmen wird das Mining dauerhaft, also rund um die Uhr, betrieben. Dies erfüllt den Aspekt der Gewinnerzielung.
Da die Mining-Rechner in der Regel 24 Stunden am Tag laufen, gibt es kein sog. Gelegenheitsmining und damit auch keine Ausnahmen.
Solche Einkünfte aus Gewerbebetrieb fallen unter § 15 Absatz 2 Einkommensteuergesetz:
© "gesetze-im-internet.de EStG Screenshot"
Steuerliche Konsequenzen aus Mining
Wer Bitcoin, Ethereum oder andere Altcoins selbst erzeugt und – egal ob innerhalb eines Jahres oder danach – verkauft, muss die Erlöse als Einkünfte aus Gewerbebetrieb versteuern. Da die Erträge zunächst in Kryptowährung gutgeschrieben werden, müssen parallel jene Wechselkurse erfasst werden, die zum Zeitpunkt der Gutschrift gegolten haben! Da diese Erfassung unter Umstände gar nicht exakt möglich ist, besteht auch hier die Möglichkeit, Durchschnittskurse oder Schlusskurse des jeweiligen Tages als Berechnungsgrundlage zu nehmen.
Immerhin genießen Einzelunternehmer und Personengesellschaften bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag für Gewinne bis 24.500 Euro im Jahr; erst darüber hinaus werden sie gewerbesteuerpflichtig.
Trotzdem müssen Miner ihr Gewerbe anmelden.
Verkauf von geminten Kryptowährungen
Werden die geminten Kryptowährungen mit Gewinn verkauft, gelten die Erlöse als gewerbliche Einkünfte und sind bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften (alle außer GmbH und AG) mit der Einkommensteuer versehen.
Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) müssen stattdessen Körperschaftsteuer entrichten.
Da Miner eben gewerblich tätig sind, gelten für sie die Bestimmungen für ‚private Veräußerungsgeschäfte‘ nicht.
Dies ist zwar nicht unser Schwerpunkt – und wir möchten ausdrücklich die Auskünfte eines fachkundigen Steuerberaters empfehlen! – doch hier einige Hinweise:
Ist man im gewerblichen Bereich tätig (als Einzelpersonen oder Unternehmen), gelten Veräußerungen von Kryptowährungen als Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die ausnahmslos versteuert werden müssen.
Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften (GbR, OHG, KG sowie Mischformen) zahlen dann Einkommensteuer. Immerhin genießen Einzelunternehmer und Personengesellschaften bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag für Gewinne bis 24.500 Euro im Jahr; erst darüber hinaus werden sie gewerbesteuerpflichtig.
Bei Kapitalgesellschaften (AG, GmbH) sind die Gewinne immer gewerblich, hier ist Körperschaftsteuer zu entrichten.
Gewerbetreibende müssen ihr Gewerbe anmelden.
Gewerbe (Daytrader, Miner) dürfen alle Kosten in Verbindung mit den gewerblichen Tätigkeiten (z.B. Anschaffung der Hardware, Internetzugang, Stromkosten, Bürokosten usw.) als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.
Handelt man sowohl im eigenen Betrieb, z.B. als Gesellschafter, als auch privat mit Kryptowährungen, kommt es darauf an, ob der Anleger beim Kauf entscheidet, die Transaktion im gewerblichen Bereich oder im Privatbereich tätigen zu wollen.
Entscheidet man sich hier für den Privatbereich, ist eine Veräußerung von Kryptowährungen als ‚privates Veräußerungsgeschäft‘ mit allen oben geltenden Regel jederzeit möglich.
© "Roman Bodnarchuk - Fotolia.com"
Wer versucht, Steuern zu vermeiden, indem gegenüber dem Finanzamt keine, unvollständige oder falsche Aussagen gemacht werden, muss sich bei Bekanntwerden dem Vorwurf der Steuerhinterziehung oder der leichtfertigen Steuerverkürzung stellen.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass in der Blockchain alle Transaktionen unveränderlich und für jeden einsehbar sind. Sobald Transaktionsadressen einzelnen Personen oder Unternehmen zuordenbar sind, sind diese identifiziert und können auch strafrechtlich verfolgt werden!
Früher oder später droht also die Entdeckung. Diesem Risiko sollte man sich nicht aussetzen!
Die Konsequenzen für Steuerhinterziehung sind nach finanziellem Schaden gestaffelt:
Wer Gewinne realisieren möchte, ohne Steuerschulden zu umgehen, kann Gewinne bis zur Freigrenze von 599 Euro im Jahr steuerfrei mitnehmen.
Darüber hinaus genügt es, die Kryptogelder 1 Jahr lang im eigenen Besitz zu halten, um die Gewinne steuerfrei behalten zu dürfen. Wer zwischendurch Erträge, z.B. Zinseinnahmen, hat, der kann nach 10 Jahren Haltefrist seine Gewinne steuerfrei behalten. (siehe jeweils die oberen Kapitel für Details)
Die Regeln der privaten Veräußerungsgeschäfte sind sehr wohlwollend gegenüber dem Steuerpflichtigen. Hier sollte also die Gier nicht überwiegen. Gerade bei den rasanten Kurszuwächsen der vergangenen Jahre, sollte man sich nicht scheuen, dem Staat seinen Anteil zu lassen.
Die Konsequenzen sind bei Weitem schlimmer als ein paar Euro Verzicht.
Wir raten dringend allen Steuerpflichtigen, private sowie gewerbliche Einkünfte aus Kryptowährungen ehrlich und transparent, entsprechend den geltenden Gesetzen darzustellen.
Wer versucht, Steuern zu vermeiden, indem gegenüber dem Finanzamt falsche oder unvollständige Angaben gemacht werden, muss sich bei Bekanntwerden dem Vorwurf der Steuerhinterziehung oder der leichtfertigen Steuerverkürzung stellen.
Grundsätzlich empfehlen wir auch, alle Vorgänge zeitnah und sauber zu dokumentieren. Diese Nachweise könnten vom Finanzamt eingefordert werden (Vorhaltepflicht).
Wir empfehlen zumindest eine schlüssige Excel-Liste, hier unsere Vorlage. Ganz einfach geht das auch mit Cointracking* (ausführlicher Test folgt), wobei die ersten 200 Trades kostenfrei dokumentiert werden. Der integrierte Steuer-Report erleichtert die Angaben für die eigene Steuererklärung sehr.
Bei individuellen Fragen und Problemen empfehlen wir außerdem dringend, sich fachkundig beraten zu lassen, um Fehler zu vermeiden.
In Österreich haben die Überlegungen des dortigen Bundesministeriums für Finanzen schon zu handfesten Ergebnissen geführt. Die rechtlichen Vorgaben zu Versteuerung damit übersichtlich auf der Webseite des BMF zusammengefasst:
Bezahlen einer Ware mit Kryptogel (anstatt mit Euro) unterliegt der Umsatzsteuerpflicht
FIFO-Methode (First-in-First-out) ist Standard und Pflicht, sofern Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungskosten nicht lückenlos dokumentiert sind. Liegt eine lückenlose Aufstellung vor, so kann man eine beliebige Zuordnung vornehmen; LIFO, HIFO oder LOFO sind damit ebenfalls zugelassen
Alle Regeln sind kompakt, übersichtlich und verständlich. Es bleibt zu hoffen, dass diese Regeln zum Vorbild für die gesamte Euro-Zone werden.
Wir jedenfalls halten den österreichischen Umgang mit Kryptowährungen für sehr fair und damit auch zukunftsträchtig.
Auch die Schweizer Regierung hat ein Interesse an Steuereinnahmen durch Kryptowährungen. Wie im Dezember 2017 bekannt wurde, soll das Jahr 2018 zur intensiven Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter des Steueramtes werden.
Der aktuelle Stand zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen in der Schweiz zusammengefasst:
Bei natürlichen Personen werden Kryptowährungen von den Steuerämtern nach Beschluss der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 22. März 2016 wie Fremdwährungen behandelt.
Prinzipiell kann z.B. der Bitcoin also wie Euro oder US-Dollar als Zahlungsmittel eingesetzt werden, Waren und Dienstleistungen unterliegen der Umsatzsteuerpflicht; der Kauf von Kryptowährungen gegen CHF hingegen nicht.
In der Steuererklärung gelten Kryptowährungen als Teil des Vermögens. In St. Gallen, Luzern, Bern und Zug muss es im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt werden, Basel-Stadt möchte die Aufführung unter „Bargeld, Edelmetalle und übrige Vermögenswerte“. Dabei sind zumindest die Einstandspreise anzugeben sowie der Jahresendkurs der genutzten Handelsplattform. Die Höhe des Bitcoin-Bestands kann mithilfe einer Kopie der Wallets erbracht werden.
Kapitalgewinne im Privatvermögen gelten nach Art. 7 Abs. 4 Bst. b StHG als steuerfreie Kapitalgewinne.
Kursgewinne durch Erwerbstätigkeit werden mit der Einkommenssteuer erfasst.
Für die Bemessung des steuerbaren Einkommens in Kryptowährungen (z.B. Algo Trading oder Mining) hat die EStV bisher keine Vorgaben bzw. Preise publiziert, weshalb dem Steuerpflichtigen noch ein gewisses eigenes Ermessen offensteht. Auch dürfen hier entstandene Kosten und Verluste geltend gemacht werden.
Noch gibt es keine Regelungen für die Haltefristen (FIFO, LIFO, HIFO, LIFO), daher kann die Entscheidung selbstständig getroffen werden; sie muss jedoch langfristig beibehalten werden.
Zinseinnahmen aus Kryptowährungen sind gemeinsam mit dritten Zinseinnahmen zu versteuern.
Werden Einkünfte aus Kryptowährungen nicht deklariert, gilt das als Steuerhinterziehung.
Wir geben in diesem (und allen anderen Artikeln) lediglich unsere Einschätzung der Rechtslage wieder. Wir sind keine Steuerberater. Daher sind unsere Aussagen, wenn auch sorgsam recherchiert, nicht rechtsverbindlich!
Bitcoin/Altcoins und die Steuererklärung: Nach 1 Jahr immer steuerfrei? Comments
NEO und NEO GAS
hallo, ich habe 2 fragen zu neo und neo-gas. 1. ist eurer meinung nach neo wegen neo-gas erst nach 10 jahren haltefrist steuerfrei? 2. bezüglich der besteuerung von neo-gas habe ich im web auch die f... Weiterlesen
Kauf IOTA
Ich habe im September 2017 2,5 Bitcoins gekauft und diese 3 Tage später in IOTA getauscht. Der Kurs des BTC war 100€ höher. Da der Tausch in andere Altcoins ja auch als Veräußerung gilt frage ic... Weiterlesen
Gas oder Thor versteuern
Verstehe ich das richtig, dass ich Gas (erhalten durch das Halten von Neo) und bald auch Thor (erhalten durch das Halten von Vechain) quasi doppelt versteuern muss. Sobald ich es erhalte, muss ich 25%... Weiterlesen
Hallo ich möchte gerne cloud-minig machen.
bei dem anbieter den ich mir ausgesucht habe kaufe ich eine dienstleistung ein. Die nennen das rechenpower und ist ein wert (1500BP). diese erzeugen... Weiterlesen
Nicht immer greift die Jahresfrist und der individuelle Steuersatz. Die Besteuerungsregeln für Kryptowährungen sind vielschichtiger. Ggf (etwa bei Bitcoin-CFDs) kann auch der Abgeltungsteuersatz von... Weiterlesen
Also heißt das jetzt wenn ich Bitcoins, Cardano und co im wert von 20€ Kaufe und nach einem Jahr sie wieder Verkaufe sagen wir mal für 2000 euro.
Muss ich sie also nicht Versteuern und kein... Weiterlesen
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7 GDAX im Test: Unsere Erfahrungen mit der Krypto-Börse für Bitcoin, Ether und Litecoin
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