Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20S%207/03
Timestamp: 2019-10-17 17:04:35
Document Index: 46031182

Matched Legal Cases: ['§ 70', '§ 39', '§ 155', '§ 17', '§ 261', 'Art. 101', '§ 48', 'Art. 101', '§ 48', '§ 17', 'Art. 101', '§ 33', '§ 63']

BFH, 20.12.2004 - VI S 7/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2169
BFH, 20.12.2004 - VI S 7/03 (https://dejure.org/2004,2169)
BFH, Entscheidung vom 20.12.2004 - VI S 7/03 (https://dejure.org/2004,2169)
BFH, Entscheidung vom 20. Dezember 2004 - VI S 7/03 (https://dejure.org/2004,2169)
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FGO § 70; § 39 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2; § 155; GVG §§ 17 bis 17b; ZPO § 261 Abs. 3 Nr. 2
Berühren der Zuständigkeit eines Finanzgerichts durch eine nach Rechtshängigkeit eintretende Veränderung der sie begründenden Umstände; Zweck des Grundsatzes der sog. perpetuatio fori bzw. des Kontinuitätsgrundsatzes; Pflicht eines Gerichts zur Prüfung seiner ...
BFHE 209, 1
NVwZ-RR 2006, 296 (Ls.)
BB 2005, 1432
AnwBl 2005, 93
BStBl II 2005, 573
b) Ob die Bejahung der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit des FG durch das finanzgerichtliche Urteil ausnahmsweise dann einen auf entsprechende Rüge eines Verfahrensbeteiligten im Beschwerdeverfahren wegen Nichtzulassung der Revision oder im Revisionsverfahren zu berücksichtigenden Verfahrensmangel darstellt, wenn sie offensichtlich unhaltbar und unter Berücksichtigung rechtsstaatlicher Grundsätze nicht mehr verständlich ist und sich deshalb in einer nicht mehr hinnehmbaren, willkürlichen Weise von dem verfassungsrechtlichen Grundsatz des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes --GG--) entfernt (zu einem Verweisungsbeschluss vgl. BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573), kann im Streitfall offen bleiben.
Hat ein Kläger bei einem nach der prozessrechtlichen Ordnung zuständigen Gericht Klage erhoben, ist demnach in aller Regel jeder weitere Zuständigkeitsstreit ausgeschlossen (BFH-Beschluss in BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
In einem solchen Fall bleibt die durch die Klageerhebung begründete örtliche Zuständigkeit des FG unberührt (BFH-Urteil vom 25. Januar 2005 I R 87/04, BFHE 209, 9, BStBl II 2005, 575; BFH-Beschluss in BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
Dies gilt auch, soweit die Änderung der verwaltungsverfahrensrechtlichen Zuständigkeit prozessual zu einem Parteiwechsel kraft Gesetzes führt, da es sich bei einer derartigen Änderung des Beklagten nicht um eine Klageänderung handelt, die zur Änderung der gerichtlichen Zuständigkeit führen kann (vgl Beschlüsse des Senats vom 16. November 2006, B 12 SF 4/06 S und B 12 SF 8/06 S, mit Hinweis auf BSG…, Urteil vom 9. Dezember 1987, 10 RKg 5/85, BSGE 62, 269 = SozR 1200 § 48 Nr. 14, und BFH, Beschluss vom 20. Dezember 2004, VI S 7/03, BFHE 209, 1, 2).
Auch sachlich fehlerhafte Verweisungsbeschlüsse binden das angewiesene Gericht und erlauben grundsätzlich keine weitere Überprüfung (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573; Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 13. November 2001 X ARZ 266/01, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2002, 713).
Einem Verweisungsbeschluss kommt ausnahmsweise nur dann keine Bindungswirkung zu, wenn er offensichtlich unhaltbar und sich in willkürlicher Weise von dem verfassungsrechtlichen Grundsatz des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes --GG--) entfernt (…BFH-Beschlüsse vom 27. September 2009 X S 42/08, BFH/NV 2009, 780; vom 19. Mai 2008 V B 29/07, BFH/NV 2008, 1501, und in BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
Dies hat regelmäßig zur Folge, dass das Gericht, an das die Sache verwiesen wird (hier das FG N) an den Verweisungsbeschluss gebunden ist und auch dem BFH in einem solchen Fall eine eigenständige Prüfung verwehrt ist, welches FG tatsächlich zuständig ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
Dem Verweisungsbeschluss kommt jedoch keine Bindungswirkung zu, wenn er auf der Versagung rechtlichen Gehörs gegenüber den Verfahrensbeteiligten beruht oder wenn die Verweisung offensichtlich unhaltbar ist und insbesondere eine offensichtlich einschlägige Norm nicht berücksichtigt (BFH-Beschlüsse vom 20. März 1995 IX S 5/94, BFH/NV 1995, 907, und in BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
BFH, 27.01.2009 - X S 43/08
Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit in einem Klageverfahren - Erneute Prüfung …
Dies hat regelmäßig zur Folge, dass das Gericht, an das die Sache verwiesen wird (hier das FG N), an den Verweisungsbeschluss gebunden ist und auch dem BFH in einem solchen Fall eine eigenständige Prüfung verwehrt ist, welches FG tatsächlich zuständig ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
BSG, 16.11.2006 - B 12 SF 4/06 S
Wegfall der Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses, Prüfungskompetenz des …
Indes handelt es sich bei einer Änderung des Beklagten durch Parteiwechsel kraft Gesetzes bereits nicht um eine solche Klageänderung, die zur Änderung der Zuständigkeit führen kann (vgl BSG…, Urteil vom 9. Dezember 1987, 10 RKg 5/85, BSGE 62, S 269 >270 f< = SozR 1200 § 48 Nr. 14, BFH, Beschluss vom 20. Dezember 2004, VI S 7/03, BFHE 209, 1, 2).
BFH, 26.08.2008 - VI B 68/08
Bestimmung des örtlich zuständigen Finanzgerichts durch den BFH, wenn der …
Denn auch ein rechtskräftiger Verweisungsbeschluss nach § 17a Abs. 2 Satz 3 GVG, der sachlich nicht hätte ergehen dürfen, entfaltet Bindungswirkung hinsichtlich des Rechtswegs, wenn er nicht offensichtlich unhaltbar ist (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 26. Februar 2004 VII B 341/03, BFHE 204, 413, BStBl II 2004, 458; vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFHE 209, 1, BStBl II 2005, 573).
Dem FG ist auch nicht darin zu folgen, der Verweisungsbeschluss des ArbG sei offensichtlich unhaltbar, weshalb die Bindungswirkung hinter dem Rechtsgedanken des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) zurücktreten müsse (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 20. Dezember 2004 VI S 7/03, BFH/NV 2005, 1196).
Dieser neue Beklagte rückt in das Verfahren ein, ohne dass entsprechende Erklärungen der Beteiligten erforderlich sind und ohne dass eine Klageänderung vorliegt (BFH-Beschluss vom 20.12.2004 VI S 7/03, BStBl II 2005, 573;… Gräber/Koch, FGO, 7. Auflage, Anh § 33 Rz. 10 und § 63 Rz. 6;… Brandis bei Tipke/Kruse, AO/FGO, 63 FGO Rz. 9).
FG Nürnberg, 13.01.2014 - 3 K 184/13
Keine Erstattung der Kosten für die Durchführung des Vorverfahrens: Aufhebung des …
FG Bremen, 19.06.2014 - 2 K 82/13
Verweisungsantrag eines Beteiligten erfordert Vorabentscheidung des FG über die …