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Timestamp: 2019-06-19 22:09:47
Document Index: 200085348

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

DAWR > Der wachsame Beifahrer: Dashcam kaufen und richtig nutzen < Deutsches Anwaltsregister
Schadensersatzrecht, Verkehrsrecht und Verkehrsunfallrecht | 24.07.2018
Worauf beim Kauf und Nutzung einer Dashcam zu achten ist
Bei einem Unfall können sie wertvolle Beweise liefern: sogenannte Dashcams, die an der Wind­schutz­scheibe im Auto befestigt werden und das Verkehrs­geschehen mitfilmen. Auch das Smartphone lässt sich zur Dashcam umrüsten.
Wer trägt die Schuld am Unfall? Hat der andere Autofahrer die Vorfahrt missachtet oder unvermittelt die Spur gewechselt? All das könnten Dashcam-Videos klären. Doch bislang war der Einsatz der Spezial­kameras umstritten, ihre Aufzeichnungen ließen einige Gerichte nicht als Beweis­mittel zu. Das hat sich nun gründlich geändert.
BGH gestattet Aufnahmen als Beweismittel
Der Bundesgerichtshof, Urteil vom 15.05.2018, Az. VI ZR 233/17 hat den Weg für die Nutzung von Dashcams geebnet und ihre Aufnahmen als Beweis­mittel gestattet. Doch das bedeute nicht, dass jeder Verkehrs­teilnehmer eine Kamera pausenlos laufen lassen darf, erklärt Markus Schäpe vom ADAC: „Wer ohne Anlass und ohne automatisches Überschreiben im Straßen­verkehr filmt, verstößt gegen Bestimmungen des Daten­schutzes und riskiert ein Bußgeld“, so der Leiter der juristischen Zentrale des Autoclubs. Aber immerhin, so Markus Schäpe vom ADAC, müsse nach dem BGH-Urteil Unfall-Film­material als Beweis­mittel anerkannt werden.
Dauerhaftes filmen und speichern nicht erlaubt
Und es gibt Dashcams, die der BGH-Maßgabe genügen, das Speichern auf ein Minimum zu reduzieren, weiß Sven Wolf vom Fachportal „Chip.de“. Die Schwierigkeit sei, dass der BGH nur wenig Konkretes mitgeteilt hat, was nun erlaubt ist. Einig sind sich die Experten aber in folgendem Punkt: Beim Dauer­betrieb sei die erste Voraussetzung für einen halbwegs legalen Einsatz, dass die Kamera die Aufnahmen direkt wieder löscht, falls es keine Vorkommnisse wie einen Unfall gab.
Nicht erlaubt dürfte hingegen sein, dass die Aufnahmen erst gelöscht werden, wenn die Speicher­karte voll ist, sagt Sven Wolf vom Fachportal „Chip.de“. Werden mehrere Stunden Video­material gespeichert, sei das nicht vom BGH-Urteil gedeckt. Das sei aber bei vielen Dashcams zu beobachten, hat Sven Wolf vom Fachportal „Chip.de“ fest­gestellt. Erst langsam passten sich Hersteller der Rechtslage an. Die Dashcam müsse - etwa per Sensor - erkennen, wenn sich ein Unfall ereignet, um die Aufnahmen automatisch zu sichern und gleich­zeitig alle anderen Aufnahmen in kurzen Abständen zu löschen.
Beim Kauf auf Ausstattung achten
Auf diese Voraus­setzungen hin hat „Chip.de“ Dashcams getestet. Das Fazit: „Es gibt derzeit nur wenige Kameras, die erst speichern, wenn die eingebauten Sensoren einen Unfall registrieren“, sagt Sven Wolf vom Fachportal „Chip.de“. Das seien eher Oberklasse-Geräte ab 100 Euro. Ebenfalls auf der Ausstattungs­liste sollte stehen: ein möglichst breiter Blickwinkel und eine sehr gute Bild­qualität, um wichtige Details wie Unfall­gegner und Verkehrs­schilder eindeutig zu identifizieren. Für Fahrten im Dunkeln sollte die Dashcam auch sehr licht­empfindlich sein.
Aber auch manche Kamera um 70 Euro konnte die Tester überzeugen. „Von allzu billigen Kameras für 20 oder 30 Euro sollte man aber die Finger lassen, da wichtige Bilddetails schlecht zu erkennen sind“, warnt Sven Wolf vom Fachportal „Chip.de“. Manche Spitzen­modelle hätten dagegen sogar Extras wie Abstands­warner, Spur- oder Park­assistent an Bord.
IT-Branchenverband Bitkom rechnet mit deutlich steigenden Verkaufszahlen
Die Technik dürfte sich weiter verbessern, und das Angebot an Kameras wächst schnell. Nach dem BGH-Urteil rechnet der IT-Branchen­verband Bitkom nach eigenen Angaben mit deutlich steigenden Verkaufs­zahlen bei den Autokameras: In den vergangenen drei Jahren seien geschätzte 150.000 Dashcams in Deutschland verkauft worden. Bei einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research gaben 13 Prozent der Befragten an, bereits eine Dashcam zu nutzen. Zudem kann sich weit mehr als jeder Zweite (58 Prozent) vorstellen, künftig eine Dashcam zu nutzen oder ist bereits ent­schlossen, künftig auf jeden Fall eine Autokamera einzusetzen.
Nutzung des Smartphones als Behelfs-Dashcam
Ob kostenlos oder kosten­pflichtig: Passendes Zubehör ist unabdingbar für den Betrieb des Smartphones als Behelfs-Dashcam - aber auch für die Funktionalität echter Dashcams. Dazu gehören eine stabile Halterung und ein 12-Volt-Ladekabel, wenn das Auto etwa keine USB-Buchsen zur Strom­versorgung von Geräten bietet.
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