Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.01.1999&Aktenzeichen=VI%20ZR%20376/97
Timestamp: 2019-10-17 02:00:27
Document Index: 203658355

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 222', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.01.1999 - VI ZR 376/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,711
BGH, 26.01.1999 - VI ZR 376/97 (https://dejure.org/1999,711)
BGH, Entscheidung vom 26.01.1999 - VI ZR 376/97 (https://dejure.org/1999,711)
BGH, Entscheidung vom 26. Januar 1999 - VI ZR 376/97 (https://dejure.org/1999,711)
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Horizontale Arbeitsteilung - Schieloperation - Patientenschutz - Koordination der Fachrichtungen - Zusammenwirken der Ärzte
Zum Risikoausschluss bei horizontaler Arbeitsteilung; Arzthaftungsrecht, Medizinrecht
Schadensersatzforderung: Horizontale Arbeitsteilung bei einer Operation
LG Düsseldorf, 05.12.1996 - 3 O 90/89
OLG Düsseldorf, 20.11.1997 - 8 U 13/97
BGHZ 140, 309
VersR 1999, 579
Da das Wohl des Patienten oberstes Gebot und Richtschnur jeden ärztlichen Handelns ist (vgl. Senatsurteil vom 26. Januar 1999 - VI ZR 376/97, BGHZ 140, 309, 316), verpflichten den Arzt auch die Ergebnisse solcher Untersuchungen zur Einhaltung der berufsspezifischen Sorgfalt, die medizinisch nicht verlangt waren, aber trotzdem - beispielsweise aus besonderer Vorsicht - veranlasst wurden.
Auch mussten sie nicht von einer besonderen Unzuverlässigkeit oder Risikobereitschaft des T. ausgehen (zur Beschränkung der Sorgfaltspflichten durch den Vertrauensgrundsatz bei horizontaler Aufteilung einzelner Verantwortungsbereiche im Rahmen eines einheitlichen Arbeitsvorgangs vgl. BGH (Z) NJW 1999, 1779, 1780 (zum Zusammenwirken mehrerer Ärzte bei einer Operation);… Fischer aaO § 222 Rdn. 10, 14 m.w.N.).
Damit wird schon nach allgemeinen Grundsätzen eine Pflicht der beteiligten Ärzte bejaht, durch hinreichende gegenseitige Information und Abstimmung vermeidbare Risiken für den Patienten auszuschließen (BGHZ 140, 309-319).
Sie betreffen zum einen das Risiko, das sich aus dem Zusammenwirken mehrerer Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen bei einer Schieloperation ergeben kann (NJW 1999, 1779), sowie das Risiko von Schäden durch unsachgemäße Lagerung auf dem Operationstisch (NJW 1995, 1618; VersR 1984, 386).
Sie muß sich daher nicht bereits im Hinblick auf ihr Verhalten im Rechtsstreit als passivlegitimiert behandeln lassen (vgl. hierzu z.B. BGHZ 96, 360, 370; Senatsurteil vom 26. Januar 1999 - VI ZR 376/97 - VersR 1999, 579, 581 m.w.N.).
Es hat jedoch übersehen, dass beim Sorgfaltsmaßstab des Arztes nicht nur die im jeweiligen Fachgebiet geltenden Maßstäbe zu berücksichtigen sind, sondern auch allgemeine medizinische Grundkenntnisse (vgl. Senatsurteil BGHZ 140, 309, 317 betreffend physikalische Grundkenntnisse;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 6. Aufl., Rn. 32).
Ausnahmsweise könnten eigene Koordinierungspflichten des Chirurgen schließlich daraus entstehen, dass sich Behandlungsrisiken gerade aus der relativen Unvereinbarkeit der von ihm und dem Anästhesisten angewandten Methoden oder Instrumenten ergeben (vgl. BGH VersR 1999, 579) - dies ist hier nach den übereinstimmenden Ausführungen aller einbezogenen Sachverständigen jedoch gerade nicht der Fall.
Auf diesen fachärztlichen Befund durfte sich der Beklagte zu 3) im Rahmen des Vertrauensgrundsatzes in der arbeitsteiligen Medizin (vgl. hierzu BGH NJW 1999, 1779) verlassen.
Diese oblag jedoch der Streithelferin als hierauf spezialisiertem Facharzt, auf deren Befund sich der Beklagte zu 3) im Rahmen des Vertrauensgrundsatzes in der arbeitsteiligen Medizin (vgl. hierzu BGH NJW 1999, 1779) verlassen durfte.
LG Arnsberg, 17.07.2013 - 5 O 25/10
OLG Köln, 15.05.2002 - 5 U 174/99