Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2040,%2013
Timestamp: 2020-08-09 11:54:02
Document Index: 171656911

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 628', 'BGH', '§ 628', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 39', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.06.1963 - VII ZR 272/61 - dejure.org
https://dejure.org/1963,79
BGH, 12.06.1963 - VII ZR 272/61 (https://dejure.org/1963,79)
BGH, Entscheidung vom 12.06.1963 - VII ZR 272/61 (https://dejure.org/1963,79)
BGH, Entscheidung vom 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61 (https://dejure.org/1963,79)
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Kündigung des Handelsvertreters - Verhalten des Unternehmers - Begründeter Anlaß
Nachschieben von Kündigungsgründen, begründeter Anlass, Begründungszwang
HGB § 89b Abs. 2 Nr. 1
Kündigung des Handelsvertretervertrages aufgrund eines zum Zeitpunkt der Kündigung nicht bekannten Verhaltens des Unternehmers
BGHZ 40, 13
NJW 1963, 2068
MDR 1963, 755
VersR 1963, 777
VersR 1964, 61
BB 1963, 917
DB 1963, 1149
An der gegenteiligen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der - entsprechend dem Wortlaut des § 89b Abs. 3 Nr. 2 HGB - ein solcher Kausalzusammenhang für die Anwendung der Vorschrift nicht erforderlich sein soll (BGH, Urteile vom 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61, BGHZ 40, 13, 15 f.;… vom 6. Juli 1967 - VII ZR 35/65, aaO S. 224 ff.), kann daher nicht festgehalten werden.
(3) Die abweichende Ansicht des Berufungsgerichts kann nicht mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Juni 1963 (VII ZR 272/61, BGHZ 40, 13) begründet werden.
Der Bundesgerichtshof hat daraus, dass durch § 89b HGB der Handelsvertreter begünstigt und geschützt werden soll, abgeleitet, der Ausgleichsanspruch des kündigenden Handelsvertreters sei nicht ausgeschlossen, wenn er einen Kündigungsgrund nachschiebe, der im Zeitpunkt der Kündigung schon bestanden habe, dem kündigenden Handelsvertreter aber damals noch nicht bekannt gewesen sei (BGH, Urteil vom 12. Juni 1963, aaO S. 15).
Dann aber sei nicht einzusehen, warum für die Kündigung des Handelsvertreters insoweit eine diesem ungünstigere Regelung gelten solle (BGH, Urteil vom 12. Juni 1963, aaO S. 15 f; anders für die Kündigung durch den Unternehmer jetzt BGH…, Urteil vom 16. Februar 2011 - VIII ZR 226/07, WM 2011, 620 Rn. 18).
Eine Vertragsverletzung allein reicht nicht aus, es muß vielmehr ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem vertragswidrigen Verhalten und der Kündigung gegeben sein (BGH 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61 - BGHZ 40, 13, 14;… Staudinger/Preis aaO § 628 Rn. 43).
(2) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH, Urteil vom 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61 -, juris) zu einer vergleichbaren Regelung zum Handelsvertreterausgleichsanspruch liegt jedoch eine andere Auslegung der Vorschrift näher.
47 (3) Der Senat schließt sich der auch bei der Auslegung der Vorschrift des § 628 Abs. 1 S. 2 BGB zu einem überzeugenderen Ergebnis führenden Argumentation des Bundesgerichtshofes (BGH, Urteil vom 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61 -, juris;… Urteil vom 23. Mai 1984 - I ZR 42/82 -, Rn. 17, juris) an.
Versagt man dem Dienstberechtigten sich auf Kündigungsgründe zu berufen, die diesem im Zeitpunkt der Kündigung noch nicht bekannt waren, würde dies denjenigen Dienstverpflichteten bevorzugen, der es verstanden hat, sein vertragswidriges Verhalten geheim zu halten (BGH, Urteil vom 12. Juni 1963 - VII ZR 272/61 -, Rn. 78, juris; s.a. BGH…, Urteil vom 05. Dezember 1979 - VIII ZR 155/78 -, Rn. 111, juris).
Für die Kündigung des Unternehmers genüge es, dass der Kündigungsgrund im Zeitpunkt der Kündigung objektiv vorgelegen habe; es sei nicht erforderlich, dass der Unternehmer sich schon bei der Kündigung auf ihn berufen habe oder dass er ihm überhaupt bekannt gewesen sei (BGHZ 40, 13, 15 f.) .
Ein solches Nachschieben von Kündigungsgründen ist zulässig (BGHZ 40, 13).
Ausgleichsanspruch (§ 39b Abs. 4 Satz 2 HGB)
BGH, 03.10.1966 - VII ZR 327/64
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