Source: http://www.dvjj.de/veranstaltungen/dokumentationen/br%C3%BCcken-bauen-zuh%C3%B6ren-verstehen-konfrontieren
Timestamp: 2019-05-21 00:42:04
Document Index: 96209477

Matched Legal Cases: ['§ 36', '§ 2', '§ 2', '§ 36', '§ 2', '§ 2', '§ 36']

Brücken bauen: zuhören - verstehen - konfrontieren. 7. Bundeskongress der Jugendgerichtshilfe / 26. Praktikertagung Ambulante Maßnahmen nach dem Jugendrecht | DVJJ e.V.
Brücken bauen: zuhören - verstehen - konfrontieren. 7. Bundeskongress der Jugendgerichtshilfe / 26. Praktikertagung Ambulante Maßnahmen nach dem Jugendrecht
06. bis 08.05.2009, Kassel
Beatrice Paschke Jugendamt Magdeburg, Sprecherin der BAG JGH in der DVJJ
Frido Ebeling, Albert-Schweitzer-Familienwerk Lüneburg, Sprecher der BAG NAM in der DVJJ
Ursula von der Leyen (angefragt), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Shaming revisited – Gedanken zur Debatte um Reue und Scham
Prof. Dr. Joachim Kersten, Deutsche Hochschule der Polizei
Zum Zwecke der Erziehung beim Strafen helfen oder beim Helfen strafen? Implikationen gesetzgeberischer Unentschiedenheiten
Thomas Mörsberger, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht
Berufsgruppentreffen
AK 1: Kooperation, Kommunikation und Professionalität im Jugendstrafverfahren
Thomas Eggs, Regionalverband Saarbrücken
Christian Scholz, Richter am Amtsgericht Lüneburg
Moderation: Klaus Richter, Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit
Der Arbeitskreis stellt sich die Frage nach professionellen Standards in der Zusammenarbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren und der Ambulanten Maßnahmen sowie einer soliden Positionierung des Pädagogischen in einem juristisch dominierten Kontext. Wie und wo gelingt der Brückenschlag zwischen zwei genuin unterschiedlichen, mitunter konkurrierenden Sinnwelten – der des Pädagogischen und der des Juristischen? Wie sollte das Zusammenwirken der pädagogischen Fachkräfte beschaffen sein, um diesen Brückenschlag vor, während und nach der Hauptverhandlung zu erreichen?
Ergebnisse AK 1
AK 2: Jugendkultur
Timo Rabe, Präventive Jugendhilfe im Jugendamt der Stadt Nürnberg
Moderation: Werner Possinger, Institut für Kriminalpädagogik, Würzburg
Ausgangspunkt der Themengestaltung in diesem Arbeitskreis ist die Problematik des jugendkulturellen Updates für SozialpägagogInnen, die mit straffällig gewordenen Jugendlichen arbeiten. Musik, Attitüden, Selbstbehauptungs- und Verteilungskämpfe von sozial benachteiligten Jugendlichen entwickeln sich scheinbar im schnellen Wechsel und genießen identitätsstiftende Medienpräsenz ebenso wie flächendeckende Erreichbarkeit über Handy, Internet, Spielkonsole und Computer. Birgt diese Erreichbarkeit auch eine Chance für die Helfersysteme oder zerstreuen sich diese Einflussmöglichkeiten im undurchdringlichen Meer der kulturellen Habits unterschiedlicher Nationalitäten? Welche jugendkulturellen Informationen brauchen SozialpädagogInnen?
Ergebnisse AK 2
AK 3: Das Potential der Ambulanten Maßnahmen
Dr. Regine Drewniak, Wissenwasgutist Göttingen
Klaus Breymann, Oberstaatsanwalt a.D., Magdeburg
Moderation: Susanne Zinke, Stadt Kassel
Zwar erfolgten mit dem 1. JGGÄnderungsG, dem § 36a SGB VIII und dem modifizierten § 2 JGG gesetzgeberische Klärungen, die wissenschaftlich fundierten Reaktionsweisen auf Jugendkriminalität entsprechen. Gerade in jüngster Zeit wurde das JGG jedoch einmal mehr für Verschärfungsforderungen politisch instrumentalisiert. Vor diesem Hintergrund erstellte eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Vorstands der DVJJ grundsätzliche Positionen zum Potential der NAM. Das erarbeitete Positionspapier soll Anstöße geben, um die Diskussion in Praxis, Öffentlichkeit und Politik um wesentliche, auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Aspekte zu bereichern. Im Rahmen dieses AK soll das Papier zum Anlass genommen werden, um insbesondere die Frage zu diskutieren, welche Erfordernisse von den jeweiligen Akteuren benötigt werden, um den Handlungsanforderungen an eine Praxis entsprechen zu können, die das Potential der NAM auszuschöpfen vermag.
Ergebnisse AK 3
AK 4: Anti-Gewalt-Trainingskurse: Sinnvolle Ergänzungen oder weitere „Blüten“ im „Wildwuchs“ der Ambulanten Maßnahmen?
Astrid Hinse, Die Gruppe Jugendhilfe e.V. Stadthagen, Kwabsos Hildesheim
Prof. Dr. Hans-Joachim Plewig, Universität Lüneburg
Moderation: Beate Ulrich, Jugendhilfe Wolfenbüttel e.V.
Anti-Gewalt-Kurse unterschiedlichster Couleur haben sich in den letzten zehn Jahren im Angebotsbereich der Ambulanten Maßnahmen angesiedelt. Sie erheben den Anspruch, das Gewalt- und Konfliktverhalten der Kursteilnehmer positiv zu verändern und damit eine zielgruppenorientierte, pädagogische Alternative als Reaktion auf jugendliche Gewaltdelikte zu bieten. Doch was zeigt der Blick auf die Praxis? Können die Angebote den Ansprüchen und Erwartungen gerecht werden? Welche fachlichen Standards gibt es? Werden Anti-Gewalt-Kurse zieladäquat in Anspruch genommen? Diesen Fragen stellt sich der Arbeitskreis unter Berücksichtigung der praktischen Erfahrungen und theoretischen Hintergründe.
Ergebnisse AK 4
AK 5: Wie geht’s am Besten? Organisation der Jugendhilfe im Strafverfahren
Prof. Dr. Thomas Trenczek, Universität Jena
Moderation: Gitta Schleinecke, Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Die spezialisierte Arbeitsweise der Jugendhilfe im Strafverfahren wird immer wieder in Frage gestellt. Ist die erforderliche Fachlichkeit auch in entspezialisierter Organisationsstruktur der Jugendämter gewährleistet? Sind spezifische Zusatzqualifikationen erforderlich, um im Spannungsfeld Jugendhilfe / Justiz souverän auftreten zu können? Wie muss sich Jugendhilfe im Strafverfahren organisieren, damit sie ihre Klientel erreicht, ohne ihre spezifische Fachlichkeit zu verlieren?
Ergebnisse AK 5
AK 6: Alles anders oder was? § 2 JGG und § 36a SGB VIII
Uwe Jung-Pätzold, Soziale Dienste des Stadtjugendamts Pforzheim
Michael Sommerfeld, Bundesministerium der Justiz
Moderation: Olaf Emig, Amt für Soziale Dienste Bremen
Welche Verknüpfungspunkte und Schnittmengen verbinden das Thema des Leitgedankens der Erziehung im Jugendstrafverfahren (§ 2 Abs. 1 JGG) einerseits und die Bereitstellung von notwendigen und geeigneten Hilfen zur Erziehung andererseits? Sowohl die Umsetzung des § 2 Abs. 1 JGG als auch die Berücksichtigung der Steuerungsverantwortung beim Gebrauch und Einsatz von Jugendhilfeleistungen nach dem SGB VIII (§ 36a) setzt eine funktionierende Zusammenarbeit der beteiligten Professionen voraus. Sind wir auf dem Weg zu einem umfassenden Erziehungsstrafrecht oder gilt das Primat der Jugendhilfe, in dem „Erziehung“ vor dem Hintergrund eines professionellen Selbstverständnisses der Jugendhilfe entwickelt und umgesetzt werden sollte?
Ergebnisse AK 6
AK 7: Vaterlose Gesellen
Andrea Heberling, JVA Wuppertal
Peter Wild, Landesmodellprojekt Jungenarbeit in Sachsen
Moderation: Pamela Busse, Kommunaler Sozialer Dienst Mühlheim an der Ruhr & Matthias Holler, JiS Lahn-Dill-Kreis
Jugenddelinquenz ist – insbesondere im Bereich der Gewaltdelikte – überwiegend männlich. Im Rahmen dieses AK sollen die Sozialisationsbedingungen männlicher Jugendlicher betrachtet werden, die durch fehlende oder ungünstig männliche Rollenbilder geprägt wurden. Warum reagieren Jugendliche mit nach außen gerichteter Aggressivität, obwohl sie von „sanften“ Müttern erzogen und innerhalb der Institutionen Kindergarten / Schule überwiegend weiblich sozialisiert wurden? Was bedeutet eine fehlende männliche Identifikationsfigur für einen jungen Menschen?
Ergebnisse AK 7
AK 8: Das machen wir selbst! Sozialpädagogische Diagnosen im Jugendstrafverfahren
Michael Kluttig, Alida-Schmidt-Stiftung, Hamburg
Moderation: Jürgen Kußerow, Jugendhilfe im Strafverfahren, Stadt Waltrop
In diesem AK wird die von Uwe Uhlendorff entwickelte Methode der Sozialpädagogischen Diagnosen für Kinder und Jugendliche vorgestellt. Die praktischen Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Sozialpädagogischen Diagnosen zur Ermittlung des Hilfebedarfs vor allem bei Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen eignen. Grundlage der Diagnosen sind Gespräche mit Jugendlichen, die im Team ausgewertet und aus denen im Rahmen einer strukturierten Fallbesprechung sozialpädagogisch-therapeutische Aufgabenstellungen und Handlungsvorschläge abgeleitet werden. Im Anschluss an die Auswertung werden mit dem Jugendlichen die aktuell relevanten Lebensthemen besprochen und diese fließen in die konkrete Ausgestaltung des Hilfeplans ein. Für die Jugendhilfe im Strafverfahren, aber auch für die Mitarbeiter der NAM bietet diese Methode die Möglichkeit, gerade in schwierigen Fällen die Lebensthemen der Jugendlichen zu erkennen und damit Fehler bei der Hilfeplanung / Initiierung zu vermeiden.
Thementische: Ergebnisse der Arbeitskreise
Integration von jungen Migranten – zur Rolle der Jugendhilfe und Jugendzentren
Zusammenfassung, Ausblick und Verabschiedung
Prof. Dr. Bernd-Rüdeger Sonnen, Universität Hamburg, Vorsitzender der DVJJ