Source: https://www.flugrechte.eu/5726/stunden-versp%C3%A4tung-eurowings-flug-bonn-nach-varadero-kuba
Timestamp: 2020-08-12 23:41:50
Document Index: 328538142

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'BGH', 'Art. 7', 'EuG', 'BGH', 'EuG', 'Art. 7', 'Art.5', 'Art. 5']

22 Stunden Verspätung mit Eurowings EW 130 Flug von Köln Bonn nach Varadero Kuba - FLUGGASTRECHTE
Der Flug mit Eurowings hatte über 22 Stunden Verspätung. Ich habe eben im Internet nachgesehen: Der Flug wird mit 22 Stunden und 24 Minuten aufgeführt. Es hiess es wäre technischer Defekt, aber dass waren definitif keine Lufthansa oder Eurowings Mitarbeiter die das verbreiteten. Was genau vorlage weiss ich immer noch nicht. Es gab Gerüchte dass die Maschine schon viel zu spät in Köln eingetroffen ist, aber genau weiss ich es nicht.
Wo kann man sowas rausfinden? Gibt es Webseiten wo man rausfinden kann, wie so eine Maschine herumfliegt und wo die vorher war?
Jedenfalls ist ganz klar dass Eurowings mit diesem Flug (EW130 CGN VRA) über 22 Stunden Verspätung hatte und die Entschädigung zahlen muss. Uns ist die Entschädigung aber bisher nicht überwiesen worden. Habt ihr andere Infos oder vielleicht schon gegen Eurowings Erfolg gehabt?
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Ihr Flug mit Eurowings hatte 22 Stunden und 24 Minuten Verspätung. Ob in einem solchen Fall noch von einer Verspätung die Rede sein kann, ist fraglich. Bei einer solch großen Nachhinten Verlegung des Fluges, wird wohl bereits eine Annullierung des ursprünglichen Fluges vorliegen.
In einem solchen Fall kann Ihnen tatsächlich ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung zustehen. Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich wie folgt:
Zwischen Köln Bonn und Varadero Kuba liegt eine Entfernung von ca. 7.902, 13 km vor. Damit könnten Ihnen 600 Euro je Fluggast zustehen.
Es hieß, dass der Grund für die Verspätung ein technischer Defekt war. In der Tat muss eine Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlungen leisten,w enn ein außergewöhnlciher Umstand vorlag. Ein technischer Defekt gilt in der regel jedoch nicht als außergewöhnlicher Umstand.
Weiterhin kursierten die Gerüchte, dass die Maschine bereits mit einer Verspätung in Köln gelandet war. Eine Verspätung auf dem Vorflug dürfte Eurowings jedoch kaum von Ausgleichsazhlungen exkulpieren können, denn die Fluggesellschaft hat stets dafür Sorge zu tragen, dass ein Flug pünktlich startet.
Sie müssen sich nicht darum kümmern, den Grund für die Verspätung herauszufinden, denn Eurowings trägt die alleinige Beweislast. Sie müssen beweisen, dass ein außergewöhnlicher Umstand Grund für die Verspätung war und warum dieser nicht verhindert werden konnte. Kann Eurowings dies nicht, so sind Sie verpflichtet Ausgleichszahlungen zu leisten.
Beantwortet 11, Jan 2016 von AGeo (4,780 Punkte)
Zuerst zu Ihrer ersten Frage:
„Wo kann man sowas rausfinden? Gibt es Webseiten wo man rausfinden kann, wie so eine Maschine herumfliegt und wo die vorher war?“
Sie können vermutlich höchstens anhand der Flugnummer rausfinden, wie lange ein begonnener Flug bereits dauert, mit Informationen wie Abflug- und Ankunftszeiten, Abflug- und Ankunftsort und dergleichen. Es gibt etliche Seiten im Internet, wo man den Status eines Fluges ansehen kann, Sie brauchen nur in der Suche die Flugnummer (Airline-Kürzel und die Nummer) einzugeben. Das ist hilfreich, soweit die Maschine, die den Hinflug durchführt, auch für den Rückflug eingesetzt wird. Die Flugnummern für Hin- und Rückflüge eines Linienfluges einer Fluggesellschaft unterscheiden sich meist um wenige Ziffern.
Nun zu Ihrem Fall.
Bei einer erheblichen Verspätung könnte Ihnen eine Ausgleichszahlung zustehen. Bei der vorliegenden Entfernung könnten Sie einen Anspruch auf 600 Euro pro Person haben (Art. 7, Abs. 1, li. c) Verordnung 261/2004). Bei einer erheblichen Flugverspätung können Fluggästen dieselben Ansprüche auf eine Ausgleichszahlung haben, wie Fluggäste annullierter Flüge. Voraussetzung dafür ist, dass die Verspätung nicht auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht.
Ein außergewöhnlicher Umstand ist ein Begriff im Flugrecht, mit dem unübliche Vorfälle beschrieben werden, die die Durchführung eines Fluges behindern. Dazu gehören alle Umstände, welche nicht vorhersehbar, beherrschbar oder beeinflussbar sind. Typische außergewöhnliche Umstände sind schlechtes Wetter, Vogel- oder Blitzschlag oder Streiks.
D.h., dass zusätzlich zu den Umständen die Fluggesellschaft auch beschreiben muss, welche Maßnahmen zur Vermeidung der Verspätung in Erwägung gezogen wurden und warum die Verspätung letztlich nicht umgangen werden konnte. Erst wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, braucht die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlung zu leisten.
Es obliegt auch der Fluggesellschaft, die Gründe und die Details der Verspätung darzulegen und ggf. zu beweisen.
Sie schreiben auch, dass es erzählt wurde, dass die Maschine bereits auf dem vorherigen Flug von Varadero nach Köln eine Verspätung hatte. Sollte dies auf einen außergewöhnlichen Umstand zurückzuführen sein, so ist es zwar für die Fluggesellschaft nicht ausgeschlossen, sich aufgrund dessen zu exkulpieren, jedoch sehr schwierig. Verspätungsumstände auf dem unmittelbaren Vorflug, seien sie auch außergewöhnlich, dürfen nur in äußersten Ausnahmefällen entschädigungslos auf den unmittelbar nachfolgenden Flug übertragen werden. Typische haftungsbefreiende Gründe wie Wetter gelten hier meist nicht mehr (vgl. BGH, Urteil vom 14.10.2010, Az Xa ZR 15/10, AG Geldern, Urteil vom 20.02.2008, Az 4 C 241/07, AG Erding, Urteil vom 23.7.2012, Az 3 C 719/12). Weitere nachfolgende Flüge dürfen erst recht nicht von der Verspätung eines vorhergehenden Fluges derselben Maschine betroffen werden. Dass dies trotzdem passiert, hat rein wirtschaftliche Überlegungen im Hintergrund, welche nicht den Fluggästen zulasten fallen sollen.
Allerdings dürfte das bei den Flügen EW 130-131 (der zugehörige Rückflug) auch gar nicht der Fall sein, da diese Flüge laut diversen Flugstatus-Seiten jeweils 2 Mal in der Woche angeboten werden.
Ihr Flug von Köln Bonn nach Varadero Kuba hatte über 22 Stunden Verspätung. Bei einer so großen Verspätung spricht man bereits um eine Annullierung des ursprünglichen Fluges.
Gemäß Artikel 8 der FluggastVO (EG) Nr. 261/2004 stehen den Fluggästen bei verspäteten Abflug zunächst Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zu. Die Betreuungsleistungen beinhalten kostenfreie Mahlzeiten und Erfrischungen, sowie der Möglichkeit zu kostenfreien Telefonaten, Internetzugang oder anderen Kommunikationsmöglichkeiten. Den Passagieren muss außerdem die kostenlose Übernachtung in einem Hotel inklusive der Fahrten zwischen Flughafen und Hotel. Ob diese Leistungen in Ihrem Fall erbracht wurden, lässt sich Ihren Angaben leider nicht entnehmen.
Des weiteren könnten Sie einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen gem. Art. 7 aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung haben. Die Höhe der Ausgleichszahlungen wird folgendermaßen bestimmt:
Die Entfernung zwischen Köln Bonn und Varadero Kuba beträgt ca. 7.909 km. Damit würden Ihnen 600 Euro pro Passagier zustehen.
Tatsächlich kann eine Fluggesellschaft in bestimmten Fällen davon befreit werden, Ausgleichszahlungen leisten zu müssen. Das ist immer dann der Fall, wenn ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Ein außergewöhnlicher Umstand kann schlechtes Wetter sein oder ein Streik des Bodenpersonals. Ein technischer Defekt ist in der Regel jedoch kein außergewöhnlicher Umstand im Sinne der europäischen Fluggastrechte Verordnung.
Beachten Sie außerdem, dass das Flugunternehmen die Beweislast trägt. In Erfahrung zu bringen, ob es sich tatsächlich um einen technischen Defekt gehandelt hat oder es einen anderen Grund für die Verspätung gab, ist nicht Ihre Verantwortung. Solange Eurowings nicht beweisen kann, dass außergewöhnlich Umstände Ursache für die Verspätung war, muss die Fluggesellschaft Ihnen Ausgleichszahlungen leisten.
Hallo lieber Fluggast,
Solch hohe Flugverspätungen sind immer eine sehr unangenehme Angelegenheit.
In der Regel müssen Fluggäste bei einer so großen Verspätung auch aus der EU-Fluggastrechteverordnung Abfindungen erhalten, da diese erhebliche Verspätung gleich einer Annullierung zu behandeln ist.
Bei einer Annullierung stehen Fluggästen verschiedene Ausgleichs- und Betreuungsleistungen zu.
Somit ergeben sich folgende Ansprüche:
Allerdings müssen Fluggesellschaften keine Ausgleichszahlungen leisten, wenn so genannte außergewöhnliche Umstände vorliegen.
Unter technischen Defekten versteht man eine Fehlfunktion von gewissen Automaten oder Systemen, hier in einem Flugzeug. Solche Fehler führen regelmäßig zu einer nicht erwünschten Veränderung im Flugalltag.
Technische Defekte können unter Umständen zu Verspätungen oder Annullierungen führen. In der Regel stellen solche keine außergewöhnliche im Sinne der Fluggastrechteverordnung dar, außer der aufgekommene Defekt ist von seiner Ursache her nicht direkt in den ausgeübten betrieblichen Machtbereich des Luftfahrtunternehmens einzuordnen und kann somit nicht von diesem kontrolliert werden. Es müssen also Umstände gegeben sein, die von außen einwirken und nicht unmittelbar vorhersehbar sind (Vgl. EuGH, Urt. v. 22.12.2008, C 549/07).
Wenn also ein technischer Defekt als ein außerordentlicher Umstand im Sinne der Verordnung angesehen wird, muss auch trotzdem explizit bewiesen werden, dass dieser Fehler von dem ausführenden Luftfahrtunternehmen nicht zu erwarten und einzukalkulieren war und woraus dieser Defekt entstanden ist. Dabei reicht die Beweisdarlegung, dass das entsprechende Flugzeug regelmäßig gewartet wurde und der Defekt deswegen nicht zu erwarten war, nicht aus, um von der Pflicht zur Zahlung von Ausgleichsleistungen entlastet zu werden (Vgl. AG Köln Urt. v. 05.04.2006, Az: 118 C 595/05).
Die Frage nach der Beherrschbarkeit des jeweiligen Defekts bemisst sich also nicht nach der subjektiven Vorwerfbarkeit oder Vermeidbarkeit dieses Fehlers, sondern wird vielmehr anhand des Verantwortungs- und Risikobereiches beurteilt (Vgl. LG Düsseldorf, Urt. v. 07.05.2009, Az: 22 S215/08).
Wenn aufgrund von technischen Problemen Flüge abgebrochen werden und zum Startort zurückgekehrt werden muss, steht dem Fluggast zwar ein Ersatzflug aber kein Schadensersatzanspruch zu (Vgl. BGH 12.06.2014, Az: X ZR 104/13).
Beantwortet 26, Jan 2016 von Cockpit1 (21,990 Punkte)
Bearbeitet 25, Jan 2016 von Cockpit1
es handelt sich bei Ihnen um eine Flugverspätung von 22 Stunden und 24 Minuten von Köln nach Kuba. Die EU-Fluggastrechteverordnung könnte anwendbar sein und sich daraus Ansprüche für Sie ergeben. Darüber hinaus fragen Sie nach Möglichkeiten, wie Flugverspätungen beziehungsweise Flugrouten nachzuvollziehen sind.
Daher find in Ihrem Fall einer Verspätung von 22 Stunden und 24 Minuten dieselben Folgen wie die bei einer Annulierung Anwendung. Ihre möglichen Ausgleichsleistungen, welche sich nach Artikel 7 der EU-Fluggastrechteverordnung richten, stellen sich deshalb wie folgt dar:
Von diesem Anspruch auf Ausgleichsleistung kann sich die Fluggesellschaft allerdings befreien. Und zwar wenn sich die Fluggesellschaft beispielsweise auf außergewöhnliche Umstände beruft.
Hier geben sie als Grund für die Verspätung Ihrer Maschine eine andere, ebenfalls verspätete Maschine an. Dies ist kein außergewöhnlicher Umstand, wie es etwa schlechte Wetterbedingungen wären, sondern ein Umstand, welcher sich im Machtbereich der Fluggesellschaft befindet. Auch ein technischer Defekt, welcher von Ihnen außerdem als mögliche Ursache genannt wird, ist in der Regel kein außergewöhnlicher Umstand. Dabei liegt die Beweislast auf Seiten der Fluggesellschaft, nicht auf Ihrer.
Deshalb könnten Sie womöglich tatsächlich und wie Sie bereits sagten, einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen in Höhe von 600 Euro haben.
c) Nachvollziehbarkeit von Flugverspätungen
Es gibt Seiten im Internet, einfach zu finden über Google, und beispielsweise der Eingabe ”Flugrouten verfolgen”, die Ihnen unter Angabe Ihrer Flugnummer, und möglicherweise auch Ihrer Abflug- oder Ankunftszeit Informationen zum Status eines Fluges, wie auch Verspätungen angeben.
Beantwortet 26, Jan 2016 von Zeta (7,340 Punkte)
Bearbeitet 26, Jan 2016 von Zeta
zu der von Ihnen gestellten Frage ist folgendes zu sagen:
Grundsätzlich ergibt sich für Sie als Passagier, der eine erhebliche Verspätung auf seinem Flug erlitten hat, aus der VO 261/2004 in Verbindung mit dem Urteil des EuGHs in der Rechtssache Sturgoen ./. Condor Flugdienste GmbH u.a. (in der Googlesuche zu finden unter "C-402/07 und 432/07 reise-recht-wiki") ein Anspruch auf Ausgleichszahlung gem. Art. 7 VO. Dieser Anspruch ist nur dann ausgeschlossen, wenn die Airline gem. Art.5 Abs. 3 VO beweisen kann, dass die Verspätung auf außergewöhnlich Umstände zurück geht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Aus dieser Formulierung ergibt sich für ihre Frage eine entscheidende Tatsache: Es obliegt nicht Ihnen als Fluggast der Airline nachzuweisen, welches technische Problem aufgetreten ist und wieso eine Verspätung nicht verhindert werden konnte. Vielmehr ist es die Pflicht der Airline Ihnen genau darzulegen, welches Problem auf Ihrem Flug aufgetreten ist, wieso es sich hierbei um ein außergewöhnliches Ereignis handelt und wieso es nicht möglich war Maßnahmen zu ergreifen, um die Verspätung zu verhindern. Daher müssen Sie gar nicht herausfinden, ob es zu einer Verzögerung auf dem Vorflug gekommen ist oder ähnliches. All dies muss Ihnen Eurowings nämlich darlegen. Können Sie dies nicht, entfällt eine Entlastung nach Art. 5 Abs. 3 VO und die Verpflichtung eine Ausgleichszahlung zu leisten, bleibt weiterhin bestehen.
Daher würde ich Ihnen empfehlen, sich erneut an Eurowings zu wenden und die Airline darauf hinzuweisen, dass Sie eine Entlastung beweisen müssen und wenn Sie dies nicht können, Ihr Anspruch auf Ausgleichszahlung bestehen bleibt und Sie daher weiterhin die Zahlung fordern.
Beantwortet 6, Feb 2016 von LindaH (6,840 Punkte)