Source: https://www.flugrechte.eu/index.php?qa=5083&qa_1=condor-de5467-teneriffa-leipzig-%C3%BCber-stunden-flugversp%C3%A4tung&show=5146
Timestamp: 2020-05-27 14:52:28
Document Index: 189582382

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 7', 'EuG', 'Art 7', 'EuG', 'EuG', 'Art.9']

Condor Flug DE5467 von Teneriffa Süd nach Leipzig über 23 Stunden Flugverspätung - FLUGGASTRECHTE
Condor verlegt Hinflug um einen Tag nach vorn - Habe ich Anspruch auf Entschädigung?
Dürfen von einer Airline ausgegebene Gutscheine zeitlich auf 6 Monate beschränkt sein, ohne dass es extra auf den Tickets noch einmal steht?
Unser Rückflug wurde von 19.45 auf 8:05 vorverlegt
DE 7747 mit Condor von Antalya nach München mit über 7 Stunden Verspätung - Condor verweigert Flugentschädigung
Condor Flug DE5467 von Teneriffa Süd nach Leipzig über 23 Stunden Flugverspätung
Unser Condor Flug DE5467 sollte eigentlich nach der Reisebuchung am 17. Oktober gehen:
DE 5467 Teneriffa Süd - Leipzig (TFS LEJ) Abflugzeit 17:30 Uhr Ankunftszeit 23:15 Uhr
Am Flughafen sagte man uns, dass das Flugzeug nicht starten kann, weil ein Versorgungsfahrzeug (wohl Sprit oder Wasser) in das Flugzeug gefahren war und das Flugzeug beschädigt hatte. Wir sind am nächsten Tag geflogen und hatten ungefähr eine Verspätung von einem Tag (ca. 23 Stunden).
Condor will nicht zahlen und teilt mir mit: Nach Auskunft unserer Verkehrszentrale wurde die Verspätung durch einen unerwartet aufgetretenen Flugsicherheitsmangel verursacht. Wir hatten keine zumutbaren Möglichkeiten, die eingetretene Verspätung zu verhindern. Ihre Forderung auf eine Ausgleichszahlung nach EU-Verordnung 261/2004 müssen wir daher leider ablehnen.
Ich denke aber, dass uns nach der EG-Verordnung Nr. 261/2004 pro Person 600,- EUR zustehen. Die Flugstrecke von Teneriffa nach Leipzig beträgt 3541 Kilometer.
Wie können wir an unsere Entschädigung kommen? Hat jemand von euch Erfahrung mit Condor?
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Gefragt 22, Dez 2015 in Flugverspätung von Anonym
Ich empfehle euch die Rechtsanwälte Bartholl & Partner aus Berlin, die hatten wir und die sind sehr gut. Müsste www.rechtsanwalt-bartholl.de oder so sein, einfach googlen "Bartholl Berlin", da hab ich sie gefunden.
Beantwortet 23, Dez 2015 von Hertel (2,620 Punkte)
wir hatten einen komplizierten fall weil unser erster Flug nur etwas verspätet war, wir dadurch aber den Weiterflug verpasst haben. Ich habe lange im internet nach den besten Anwälten für solche flugrechte gesucht. Wir haben dann die kanzlei Bartholl Legal Services in Berlin eingeschaltet.
Hat alles super geklappt. wir können die empfehlen.
Kommentiert 25, Dez 2015 von lappsmet (2,310 Punkte)
Hier die Kanzlei, die uns und unsere Freunde vertreten hat und die ich euch empfehlen kann:
Rechtsanwälte Bartholl Berlin
Hatten wir eingeschaltet, weil es bei uns einfach nicht voranging und Condor sich weigerte, uns die Entschädigung zu überweisen. Irgendwann haben wir dann gesagt, wir wagen den Schritt zum Anwalt. Und ich kann euch sagen, dass wir das schon viel früher hätten tun sollen, denn nach einiger Zeit kam dann ein Schreiben von den Condor-Anwälten, dass man uns die Entschädigung doch überweist.
Ich glaube inzwischen auch, dass Condor es drauf ankommen lässt und wartet, ob wirklich ein Anwalt kommt. Es gibt so viele andere, die auf vielen Foren immer die gleiche Geschichte erzählen: Condor zahlt immer erst auf den letzten Drücker und nur wenn ein Anwalt mit im Spiel ist. Warum, ist das Geheimnis von Condor, aber die sind wohl nicht so blöd, als dass sie nicht wüssten, warum man es so macht.
Bleibt dran und ich drücke euch die Daumen, dass ihr auch euer Geld bekommt!
Kommentiert 28, Dez 2015 von SandraLeim (2,730 Punkte)
Bearbeitet 28, Dez 2015 von SandraLeim
Ich habe lange nach einem guten Fachanwalt für Reiserecht gesucht (wir hatten zusätzlich zur ärgerlichen Verspätung mit KLM auch noch eine Gepäckverspätung, also etwas kompliziert das ganze). Die beste Kanzlei für sowas ist
Rechtsanwaltskanzlei BARTHOLL & Partner aus Berlin (10789 Berlin)
Es gibt viele Kanzleien Bartholl (einige schreiben Bartholi Bartoli etc) zB in Kiel, Hamburg, Münster, Köln, aber die Kanzlei für Reiserecht sitzt in Berlin, habe bei denen schon angerufen. Ich werde denen den Fall schicken und werde mal sehen, dass es endlich vorangeht.
Kommentiert 29, Dez 2015 von Heike.Keller (1,900 Punkte)
Auch bei uns wollte Condor uns erst hinhalten und beirren - und leider muss ich zugeben, wir sind um ein Haar drauf reingefallen. Als Condor nach unserem 3. Schreiben antowortete, dass sie "in Anbetracht der eindeutigen Sachlage können wir auch nach einer nochmaligen Prüfung der Angelegenheit Ihrem Wunsch nach einer Entschädigung nicht entsprechen" kamen wir echt ins Grübeln. Wir waren uns einfach unsicher, wer kennt schon alle Gesetze?
GENAU DAS IST DER FEHLER! Das wollen die Fluggesellschaften, Unsicherheit ist deren Konzept. Unsichere Verbraucher geben auf, stecken ein und ducken sich.
Ich kann aus eigener Erfahrung nur Mut machen: Ihr habt einen GESETZLICHEN ANSPRUCH auf Entschädigung. Lasst euch nicht von den Fluggesellschaften beirren. Mit einem guten Anwalt kommt ihr ans Ziel. Wir sind jedenfalls froh, dass wir nicht aufgegeben haben und haben uns über die 1000 EUR sehr gefreut.
Kommentiert 31, Dez 2015 von Simone.B (2,130 Punkte)
DANKE DANKE DANKE an alle aus der community hier!
Nur durch euch haben wir unsere Entschädigung von Condor endlich ausgezahlt bekommen und nur durch eure netten Infos haben wir jetzt 1586 € Urlaubsgeld mehr! Ihr seid Super! Wir hatten mit Condor den Urlaub über Neckermann gebucht. Leider eine Flugverspätung auf dem Rückflug nach Frankfurt am Main gehabt. Zuerst hat Condor auf unseren Beschwerdebrief wegen der Entschädigung nur 75 € angeboten:
wir bedauern sehr, dass Sie von einer Flugverspätung betroffen waren und bitten für die Ihnen dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung. Da Sie im Rahmen Ihrer gebuchten Pauschalreise verspätet am Zielort angekommen sind, haben Sie Anspruch auf Reisepreisminderung. Das Reiserecht sieht für die ersten vier Verspätungsstunden keine finanzielle Entschädigung vor. Ab der fünften und jede weitere Verspätungsstunde erfolgt eine Minderung von 5% des Tagessatzes (Tagessatz = Reisepreis : Reisedauer). Ihre Reisepreisminderung liegt somit bei 75,00 € für 2 Personen. Einen Scheck über diesen Betrag erhalten Sie in Kürze mit separater Post.
Wir würden uns freuen, Sie bald wieder an Bord der Condor begrüßen zu dürfen.
Karl-Hermann-Flach Str. 36
Wir dachten schon, dass es dann eben bei den 75 € bleibt und wollten schon alles beiseitelegen. Nur durch die community hier haben wir durch eure posts rausgefunden, dass uns ja noch viel mehr zusteht und nicht nur die Reisepreiminderung von 75 €. Das nennt man wohl "Trick 3 Verwirrung schaffen"
Trick 3: Verwirrung schaffen (bei web.de Fluggastrechte: Wie Airlines tricksen, um sich vor Zahlungen zu drücken)
Fluggesellschaften versuchen Kunden manchmal auch gezielt hinters Licht zu führen. "Wir kennen Antwortschreiben, die sind völlig inhaltslos. Da wird sieben Seiten lang über europäisches Recht geschrieben und mit abstrakten Rechtsbegriffen verwirrt. Und am Ende des Schreibens teilt man mit, dass die Airline nicht verpflichtet sei, die Ausgleichszahlung zu leisten. Es sind eben Nebelkerzen der Airlines", erzählt Bartholl. Es werde zudem tunlichst vermieden, sich auf einen Grund für die Verspätung festzulegen. Nur ganz selten werde die Ursache für die Verspätung oder Annullierung genannt.
Zum Glück hatten wir durch euch rausgefunden, dass dies die typische Masche der Condor ist. Eure Tips haben uns geholfen und bestärkt, zu einem Fachanwalt zu gehen. Unser Anwalt sagte uns, dass die Reisepreisminderung natürlich Quatsch und eine Nebelkerze ist, um uns von unserer gesetzlichen Entschädigung abzulenken.
Der Anwalt riet uns, einfach nochmal an Condor zu schreiben und eine ganz kurze Frist zu setzen (10 Tage). Wenn die Frist dann verstreicht und Condor immer noch nicht gezahlt hat, können wir dann den Anwalt einschalten und die Condor ist in Verzug. Dann haben wir nochmal an Condor geschrieben und schon kam ein Fluggutschein von Condor (wie viele andere hier auch schon berichtet haben), was ja wohl ein Schuldanerkenntnis erster Güte ist. Aber Condor weiß, eben, wie mans macht:
wir bedauern sehr, dass Ihr Flug nicht planmäßig durchgeführt werden konnte. Für die Unannehmlichkeiten, die Sie dadurch hatten, möchten wir uns in aller Form bei Ihnen entschuldigen. Unerwartete Flugänderungen sind für alle Beteiligten eine organisatorische Herausforderung. Wir versuchen daher grundsätzlich alles, den Reiseablauf für Sie so gut und sicher wie möglich zu gestalten. Obwohl nach Informationen unserer Fachabteilungen alle vertretbaren Maßnahmen ergriffen wurden, konnte Ihr Flug nicht planmäßig stattfinden. Als Entschädigung senden wir Ihnen, aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, einen Reisegutschein über 1200,00 € für zwei Personen. Der für Sie hinterlegte Gutschein-Code 43TOZ88RW3L0PRYZ ist drei Jahre gültig und übertragbar. Er gilt für die Buchung eines Condor-Fluges mit DE-Flugnummer. Sie können den Gutschein bei Ihrer nächsten Buchung auf unserer Internetseite www.condor.com online eingeben oder in Ihrem Reisebüro vorlegen. Wir bitten nochmals um Entschuldigung für die Verzögerung Ihres Fluges und würden uns freuen, Sie bald wieder an Bord der Condor begrüßen zu dürfen.
Ich habe denen dann geschrieben, dass wir Geld wollen und keinen Gutschein. Diese Gutscheine sind nur sehr beschränkt einsetzbar (DE-Flugnummer usw.). Da bleiben so gut wie keine Flüge übrig und wenn man nur ganz bestimmte Flüge buchen kann, bringt mir ein Gustchein gar nichts. Außerdem wurde mir klar, dass das Ganze ja auch ein Ablenkungsmanöver ist: Viele denken sich wohl, ich nehme lieber den Gutschein, bevor ich mich weiter streiten muss. Warum? Das Gesetz spricht eine klare Sprache: Condor muss Geld zahlen und nicht einen Flug-Gutschein! Trick 4: Gutschein als Lockmittel (web.de Fluggastrechte: Wie Airlines tricksen, um sich vor Zahlungen zu drücken)
wir kommen zurück auf Ihre Zuschrift. Mit Bedauern haben wir dieser entnommen, dass Sie mit unserer Antwort nicht einverstanden sind. Wir sind Ihrem Anliegen sorgfältig nachgegangen und haben aufgrund der uns daraufhin vorliegenden Informationen unsere Entscheidung getroffen. Auch unter Einbeziehung Ihres erneuten Schreibens ergeben sich keine neuen Gesichtspunkte, die es ermöglichen weiteren Forderungen zu entsprechen.
NEIN, Verständnis habe ich für Gesetzesbrüc
@alle: Schuldigung, meine Antwort war eben irgendwie abgerissen worden:
NEIN, Verständnis habe ich für Gesetzesbrüche nicht das geringste! Daher sofort zum Anwalt – und wie so viele andere hier auch schreiben, war es bei uns genauso, die Condor wartet einfach ab, ob Verbraucher es wirklich ernst meinen oder nur mit dem Anwalt bluffen. Wer es ernst meint, wie wir, kommt auch an seine Entschädigung. Condor scheint bei renommierten Rechtsanwaltskanzleien sofort zu zahlen. Wir haben nach nur 3 Wochen von unserem Anwalt die Nachricht gekriegt, dass Condor jetzt plötzlich doch unsere Entschädigung und sogar einen Bonus zahlen will.
Ihr Flug hatte 23 Stunden Verspätung. Bei einer so erheblichen Verspätung kann wohl bereits von einer Annullierung des ursprünglichen Fluges gesprochen werden. Dazu die folgenden Urteile:
In der Tat steht Ihnen im Falle einer Annullierung ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen zu. Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich nach der Entfernung, Da Sie die Höhe bereits selbst richtig ermittelt haben, werde ich nicht weiter darauf eingehen.
Die Fluggesellschaft muss keine Ausgleichszahlung leisten, wenn außergewöhnliche Umstände im Sinne des Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung Nr. 261/2004/EG Ursache der Verspätung waren. Ein außergewöhnlicher Umstand kann zum Beispiel bei Streik des Bodenpersonals oder bei schlechten Wetterbedingugnen vorliegen.
Am Flughafen wurde Ihnen mitgeteilt, dass das Flugzeug nicht starten konnte, weil ein Versorgungsfahrzeug 8wohl Sprit oder Wasser) in das Flugzeug gefahren war un das Flugzeug beschädigt hatte.
Beschluss des EuGH vom 14.11.2014, Az.: C-394/14 (einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
Wenn das Flugzeug durch eine Fremdfirma beim Beladen, Betanken oder durch ein Treppenfahrzeug beschädigt wird, liegt ebenfalls kein außergewöhnlicher Umstand vor.
Folglich kann dies nicht zum Ausschluss der Ausgleichszahlungen führen. Weiterhin beruft sich Condor als Grund auf die Verspätung auf einen Flugsicherheitsmangel, der nicht verhindert werden konnte. Jedoch kann Condor sich nicht einfach durch die pauschale Behauptung exkulpieren. Die Fluggesellschaft muss beweisen, dass ein außergewöhnlicher Umstand tatsächlich vorlag. Weiterhin muss Condor beweisen, dass der Flugsicherheitsmangel tatsächlich nicht vermeidbar war und warum er das nicht war. Erst dann könnte Condor sich von den Ausgleichsazhlungen freistellen. Soetwas ist in dem vorliegenden Fall jedoch nicht ersichtlich. Meist versuchen die Fluggesellschaften mit dem pauschalen Hinweis auf außergewöhnliche Umstände oder einen "unerwartet aufgetretenen Flugsicherheitsmangel" die berechtigten Ansprüche der Fluggäste abzuwehren. Diese Aussagen sind jedoch meist als inhaltsleere Floskeln zu werten.
Floglich steht Ihnen ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen nach der europäischen Fluggastrechte Verordnung zu. Am besten wenden Sie sich schriftlich an Condor und machen Ihren Anspruch geltend.
Beantwortet 25, Dez 2015 von Pharao (3,020 Punkte)
Bearbeitet 25, Dez 2015 von Pharao
Wir haben von Condor 1600 € erhalten, obwohl die uns auch erst gar nichts, dann einen Gutschein und erst ganz zum schluss mit deren Anwälten das Geld geboten haben. Im Schreiben der Anwälte wir auch erstmal seitenlang geschrieben, weshalb Condor nicht zahlen muss, um dann aber in der letzten Zeile die Entschädigung anzubieten. was das soll?
ich denke, wer unbeirrt seine Entschädigung mit einem Anwalt einfordert, kommt irgendwann zu seinem Geld. man muss den Fluggesellschaften nur zeigen, dass man als Verbraucher nicht dummer Hansel ist, sondern deren Maschen kennt, heutzutage gibt es die Schwarmintelligenz und durch foren und Communitys werden tricks leicht aufgedeckt.
Kopf hoch an alle, ihr schafft das wie wir und dann habt ihr das Geld, was euch nach Gesetz zusteht endlich
Beantwortet 25, Dez 2015 von lappsmet (2,310 Punkte)
Damit hatten die Condor Anmwälte uns die 1600 € dann doch zugestanden:
die Airline wird sich bei diesem Vorfall auf einen technischen Defekt als außergewöhnlichen Umstand berufen um sich der Ausgleichszahlungspflicht zu entziehen.
Wird ein Flugzeug bei einem Rollmanöver zur Vorbereitung am Gate beschädigt, so beruft sich die Airline leicht auf das Vorliegen eines außergewöhnlichen Umstandes. Nach Auffassung des EuGH kann sich das Flugunternehmen bezüglich der Annullierung eines Fluges aufgrund eines technischen Defektes jedoch nur dann auf außergewöhnliche Umstände i. S. d. Art. 5 Abs. 3 der EG (VO) Nr. 261/2004 berufen, wenn der technische Defekt nicht im Rahmen der normalen Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens aufgetreten ist und von diesem auch nicht beherrschbar war (vgl. EuGH, Urt. v. 22.12.2008, C-549/07). Bei Beschädigung der Tragfläche eines Flugzeugs liegt ein technischer Defekt vor. Das Fahrmanöver zur Positionierung des Flugzeugs vor dem Abflug und Anbringen des Gates gehört jedoch zur Ausübung der normalen betrieblichen Tätigkeit der Fluggesellschaft. Das Kriterium der Beherrschbarkeit bemisst sich insbesondere danach, ob der betreffende Vorgang unmittelbar in den betrieblichen Ablauf der Fluggesellschaft fällt. Es gehört zum betrieblichen Vorgang dazu, dass ein Flugzeug auf dem Flughafen zu seinem Gate bewegt wird. Von daher fällt diese Bewegung in den betrieblichen Vorgang. Auch wenn sich das Luftfahrtunternehmen darauf beruft, dass diejenigen, die das Flugzeug bewegt haben, zum betriebsexternen Bodenpersonal gehören, kann es sich so nicht von seiner Ausgleichszahlungspflicht befreien (vgl. AG Frankfurt am Main, Urteil v. 03.02.2010, 29 C 2088/09).
Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach Art. 7 der europäischen Fluggastrechteverordnung
Zunächst sollten Sie sich persönlich an Condor wenden. Für solche Vorfälle gibt es in der Regel Formulare auf den jeweiligen Websites oder Sie schreiben eine E-Mail und machen ihre Ansprüche geltend.
Falls diese Korrespondenz nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, rate ich Ihnen, einen Fachanwalt für Reiserecht aufzusuchen.
Beantwortet 27, Dez 2015 von Holjer (2,100 Punkte)
Bei einem verspätetet Abflug von fast einem ganzen Tag kann nicht mehr von einer bloßen „Flugverspätung“ die Rede sein,
Vielmehr entscheid der EuGH in seinem Urteil vom 13.10.2011 (Az C-83/10):
„Eine Annullierung liegt immer dann vor, wenn ein Flug nicht so durchgeführt werden kann wie geplant und der Start daher aufgegeben wird. Wird ein Flug auf einen anderen Tag verlegt, ist darin ebenfalls eine Annullierung zu sehen. Es ergeben sich somit auch Ansprüche aus der EU-Fluggastrechteverordnung.“
Somit hätten Sie theoretisch einen Anspruch auf Ausgleichsleistungen gem. Art 7 der VO:
in Höhe von 250 Euro bei einer Flugstrecke von weniger als 1.500 Kilometern
in Höhe von 400 Euro bei einer Flugstrecke zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern
in Höhe von 600 Euro bei einer Flugstrecke von mehr als 3.500 Kilometern
Allerdings gibt es in diesem Fall das Problem, dass sich die Airline auf „Außergewöhnliche Umstände beruft“. Hier soll ein technischer Defekt vorliegen. Das LG Darmstadt entschied in seinem Urteil vom 20.7.2011 (Az.: 7 S 46/11), dass für das Vorliegen „außergewöhnlicher Umstände” entscheidend ist – unabhängig von der Kategorisierung als „technischer Defekt” oder „unerwarteter Sicherheitsmangel” – , ob das zugrundeliegende Geschehen ein typisches und in Ausübung der betrieblichen Tätigkeit vorkommendes Ereignis darstellt oder ob es der Beherrschbarkeit der Fluggesellschaft völlig entzogen ist.
Ein Beschluss des EuGH vom 14.11.2014 (Az.: C-394/14) besagt insbesondere, dass wenn das Flugzeug durch eine Fremdfirma beim Beladen, Betanken oder durch ein Treppenfahrzeug beschädigt wird, liege ebenfalls kein außergewöhnlicher Umstand vor. Auch wenn dieser unerwartete bzw. technische Defekt nicht vom Flugunternehmen beeinflussbar war, kann das Unternehmen sich nicht rausreden (vgl. EuGH, Urt. v. 22.12.2008, C-549/07).
Somit müssten Sie einen Anspruch auf Zahlungen der Ausgleichsleistungen haben. Beachten Sie auch, dass Sie bei einer so großen Verschiebung der Flugzeit auch einen Anspruch aus Unterstützungsleistungen beispielsweise gemäß Art.9 der VO haben. Demnach müssten Ihnen die Unterkunft in einem Hotel und die Versorgung mit Lebensmitteln in der Wartezeit gestellt werden. Wurde dies nicht könnten Sie die Kosten für eine notwendige Unterkunft durchaus zurückverlangen.
Sie sollten sich mit Ihrem Begehren direkt an Das Flugunternehmen wenden, wenn diese nicht reagieren wollen, sollten Sie sich an einen Anwalt wenden, der auf Fluggastrechte spezialisiert ist.
Beantwortet 28, Dez 2015 von NatalieS (15,270 Punkte)
Ich habe Condor 4 Briefe geschrieben und höflich gebeten, uns unsere Entschädigung zu überweisen. Aber immer wieder kamen die üblichen Ausreden (die Schreiben sind hier und auf anderen Foren ja schon zu tausenden gepostet). Als die Condor dann auf mein letztes Schreiben richtig unverschämt wurde, riss mir mein Geduldsfaden (und ich habe sonst eine Menge Geduld ). Wir haben dann beschlossen zum Anwalt zu gehen. Und das war die beste Entscheidung, die wir machen konnten. Wir hätten am besten schon am ersten Tag zum Anwalt gehen sollen, aber nachher ist man immer schlauer
Wir können euch unsere Anwälte empfehlen:
Rechtsanwalt Bartholi aus Berlin, findet man sofort wenn man nach "Fachanwalt für Reiserecht Bartholi" oder so was ähnliches sucht. Achtung: Es gibt mehrere Kanzleien, die Bartholi heissen, die Fachanwälte sind aus Berlin.
Beantwortet 28, Dez 2015 von SandraLeim (2,730 Punkte)