Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-642-94277-8_15
Timestamp: 2020-07-12 13:58:36
Document Index: 232124739

Matched Legal Cases: ['§ 80', '§ 367', '§ 367', '§ 1', '§ 1', '§ 29', '§ 1', '§1', '§3', '§ 4', '§ 11', '§3', '§ 4', '§ 4', '§4', '§ 11', '§ 10', '§ 4', '§1']

Arzneitaxe | Springer for Research & Development
Apothekengesetze pp 193-198 | Cite as
Im § 80 der Reichsgewerbeordnug (s. S. 21) ist bestimmt, baß die Taxen für die Apotheker burch die Zentralbehörden festgesetzt werden können. Danach ruht das Recht zum Erlasse von Arzneitaxen nicht bei den Reichsbehörden, sondern bei den Winisterien ber Länder. Um jedoch bie Arzneipreise im Deutschen Reiche einheitlich zu gestalten, hat man feit 1. April 1905 den Ausweg beschritten, eine im Reichsgesundheitsamt ausgearbeitete und von einem Ausschuß bes Reichsgesundheitsrates beratene Deutsche Arzneitaxe durch Reichsratsbeschluss zu Vereinbaren und biefe dann durch Einführungsverordnungen ber einzelnen Länder in Kraft zu fetzen.
Selbständige Änderung der Arzneitaxe durch Apotheker, d. h. Neuberechnnng der greife der Arzneimittel nach den derzeitigen Einkanfspreisen auf Grund der allgemeinen Bestimmungen der Arzneitaxe, ist nach Verfügungen des Reichsministeriums d. J. vom 20. April 1920 und 3. Mai 1920 und einem Urteil des L.G. M.-Gladbach vom 20. Oktober 1923 (Ph.Ztg. 1923 Nr. 86) als strafbare Tajriiberschreitnng anzufehen. Die gegenteilige Ansicht vertritt ein Rechtsgutachten von Geh. Justizrat Dr. J. Heimberger, o. Prof. an der Universität Bonn (Ph.Ztg. 1920 Nr.44). Die Überschreitung der Arzneitaxe als solche zu bestrafen dürfte jedoch wegen ungenügender Publizierung der Taxe z. Z. nicht angängig sein (f. S. 193).Google Scholar
Vollständig ist die Anpassung an das D. A. B. 6 allerdings nicht durchgeführt. Denn bei folgenden Mitteln stimmen die in den Vorschriften angeführten Repetition3dosen mit den Höchstgaben des Arzneibuches nicht überein: überwiefen. Der Vorschriftenentwurf, der danach ein im wesentlichen ein-heitliches Recht im Reichsgebiet schafft, ist nachstehend in einer gegenüber der amtlichen insofern etwas veränderten Fassung wiedergegeben, als das eine Verzeichnis dieser des besseren Verständnisses halber in drei Verzeichnisse zerlegt ist.Google Scholar
Jn Preußen sind die Vorschriften als Min.Erl. vom 18. Dezember 1926 eriassen. Der Anfang des Eri. lautet: Unter Hinweis auf § 367 Ziff. 5 des Strafgesetzbuches ordne ich an, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab an Stelle der Bekanntmachung vom 22. Juni 1896 und der dazu ergangenen Nachträge folgende Vorschriften über die Abgabe stark wirkender Arzneimittel sowie die Beschaffenheit und Bezeichnung der Arzneigläser und Standgefäße in den Apotheken gelten: Über § 367 Ziffer 5 Str.G.B. s. S. 52.Google Scholar
Die Verordnung nnterscheidet deutlich die drei Begriffe Drogen, Präparate und Zubereitungen. Unter „Präparaten“ sind hier offenbar die chemifchen Präpa-rate verstanden, unter „Subereitungen“ die galenischen. Da jedoch in dem beigege* benen Verzeichnis, welches laut § 1 der Verordnung nur „Drogen und Präparate“ enthält, auch eine große Anzahl galenischer Mittel des Arzneibuches (z. B. Extrakte, Tinkturen usw.) angeführt ist, so ist anzunehmen, daß die im Verzeichnis nicht genannten offizinellen (!) galenischen Präparate, auch wenn sie ans stark wirkenden Mitteln bereitet sind, wie z. B. Oleum Hyoscyami, Sirupus Ipecacuanhae, Tinctura Opii benzoica, dem Apo-thekenhandverkauf überiassen sind.Google Scholar
Nach einem preuß. Min.Erl. vom 20. Oktober 1906 ist unter „Arzt“ im Sinne des § 1 der V. lediglich derjenige zu verstehen, welcher gemäß § 29 der Gew.O. das Recht erworben hat, sich als Arzt zu bezeichnen. Die der Abgabe auf ärztliche Anweifung vor-behaltenen Arzneien dürfen danach nur auf Rezept eines deutschen, nicht auch eines fremdlandifchen Arztes abgegeben werden. Auch auf Anordnung eines nicht approbierten Vertreters eines Arztes dürfen solche Arzneien nicht verabfolgt werden. (Min.Erl. vom 21. April 1893.) Ferner ergingen hierzn folgende Entscheidungen: Der Apotheker, der ein stark wirkende Mittel enthaltendes Medikament anfertigt und abgibt, ohne sich zu vergewissern, ob die ordinierende Perfon ein approbierter Arzt ist, handelt fahrlässig (K.G. 25. April 1904, Ph.Ztg. 1904 Nr. 35). Für den Apotheker liegt eine ärztliche Verordnung vor, wenn dieselbe die Unterschrift einer ihm als Arzt bekannten Perfon bzw. in der bekannten Schrift des austeillenden Arztes trägt (Reg.-Präsid. in Posen, A.G. Schwerin a. W. 16. Oktober 1901, Ph.Ztg. 1901 Nr. 89). Nach einem preuß. Min.Erl. vom 26. Mai 1906 hat der Apotheker beim Vorliegen einer Verordnung eines stark wirkenden Arzneimittels „fich Sicherheit darüber zu verschaffen, daß der Aussteller Arzt ist“. Man wird freilich die Gewährleistungs-pflicht des Apothekers für die Echtheit einer ärztlichen Verord-nung nur so weit annehmen konnen, als ihre Außerachtlassung eine Fahrlässigkeit in sich schließen würde. Das würde z. B. dann der Fall sein, wenn das Rezept dnrch seinen Jnhalt (auffallende Dosierung, ungewöhnliche Zusammensetzung usw.) oder feine Form (ungeübte Handschrift ufw.) zu Bedenken Anlaß gibt, oder wenn der Unter-zeichnet dem Apotheker nicht als approbierter Arzt bekannt und im Adreßbuch oder dem Medizinalkalender nicht als folcher verzeichnet ist, oder wenn schließlich in der Fach-presse oder in Vereinen auf Rezeptfälschungen in der Form des vorgelegten Rezeptes bereits hingewiesen worden ist. Jn allen diesen Fällen könnte und müßte der Apo-theker bei Anwendung der ihm obliegenden Sorgfalt das Vorliegen einer gälschung erkennen.Google Scholar
Die Vorschriften sagen, daß die Abgabe der Mittel des Verzeichnisses nur dann der angeordneten Beschränkung unterliegt, wenn ihre Verwendung als Heilmittel in Frage kommt. Es ist das Verbot der Abgabe der genannten Mittel im Handverkauf also kein absolutes. Fordert jemand eins oder mehrere der genannten mittel zu anderen als Heilzwecken, so ist der Apotheker unter Beobachtung der etwa in Frage kommenden Vorschriften über den Verkehr mit Giften berechtigt, die geforderten Mittel abzugeben.Google Scholar
„An das Publiknm“ heißt an die Konsumenten, hier Patienten. „Unter Pnblikum versteht die Verordnung nur diejenigen Personen, welche die Heilmittel an sich selbst verwenden wollen, nicht aber Personen, die sie bei Ausübung des Heilgemerbes an anderen anwenden.“ (Preuß. O.V.G. 8. März 1915, Ph.Ztg. 1915 Nr. 42.) Ebenso entschieden sächsisches O.V.G. 10. Februar 1914 (Ph.Ztg. 1914 Nr. 24) und bad. V.G. 6. Juli 1915 (Ph.Ztg. 1915 Nr. 66). Daher gehören zum „Publikum“ weder Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Dentisten, die solche Mittel für ihre Praxis benötigen, noch andere Apotheken, Für die Abgabe ftark wirkender Mittel an Dentisten oder andere Apotheken sind, da es sich hierbei nur um gewerbliche Zwecke handelt, nur die Bestimmungen der Giftverordnung maßgebend (s. S. 243), für die Abgabe an Ärzte, Zahn-und Tierärzte, für deren Praxis gibt es über-haupt keine besonderen Vorschriften, da hier ein „gewerblicher“ Zmeck nicht vorliegt (Ärzte sind nicht Gewerbetreibende). Jn diesen Fällen ist die Abgabe anch auf mündliches Änfordern znlässig. Die unter das Opinmgesetz (s. S. 126) fallenden Mittel dürfen indessen in jedem Falle nur entweder gegen schriftliches Rezept oder gegen Erlanbnisschein abgegeben werden.Google Scholar
Jm Zusammenhang mit diesen Vorschriften fteht der folgende prenßifche Min.-Erl., betr. die Arzneivepordnung durch Fernsprecher. Vom 7. Februar 1902. In Übereinstimmung mit den Ausführungen des Berichtes vom 2. September v. J. halte auch ich es für unerwünscht, daß die Arzneiverordnung durch Fernsprecher weitere Ausbreitung sindet, weil dabei Mißverständnisse nicht ausgeschlossen sind. Stark wirkende Arzneimittel dürfen nach § 1 der Vorschriften über die Abgabe solcher Arzneimittel vom 22. Juni 1896 ohne Vorlegung einer schriftlichen, mit Datum und Unterschrift versehenen Anweisung eines Arztes nicht abgegeben werden. Nur wenn Lebensgefahr durch Verordnung mittels Fernsprechers abgewandt werden kann, ist der Gebrauch des Fernsprechers als zulässig zu erachten. In solchen Fällen hat aber zur Vermeidung von Irrtümern die Ablieferung der stark wirkende Mittel enthaltenden Arznei nur gegen Aushändigung der schriftlichen ärztlichen Anweisung zu erfolgen. Es steht im übrigen dem Apotheker frei, durch Fernsprecher übermittelte Verordnungen von Arzneien, welche dem freien Verkehr überlassen sind, auf eigene Verantwortung abzugebcn. Jn anderen Sändern ist die Arzneiabgabe auf telephonische Verordnung des Arztes moderner geregelt.Google Scholar
Siehe S. 114. Grundsätziich dürfen ane dem freien verkehr außerhalb der Apotheken überlassenen Arzneimittel anch innerhalb der Apotheken ohne Beschränkung abgegeben werden.Google Scholar
Bei der Abgabe im Handverkauf, also ohne ärztliches Rezept (§1), erstrecken sich die Beschränkungen in gleicher Meife auf Arzneien zum innerlichen wie zum ängerlichen Gebrauch; bei der wiederholten Abgabe auf Rezept ohne jedesmal erneute Unterschrist (§§3 und 4) jedoch nur auf Arzneien zum inneren Gebrauch. Rezepte, die auf äußerlich anzuwendende Zwecke lauten, dürfen also, abgesehen von den für Kokain, Diazettylmorphin und Heroin in § 4 Abs. 3 getroffenen Ausnahmen, ohne erneute Unterschrift wieder angefertigt worden. Die Begriffe „äußerlich“ und „innerlich“ erläntert § 11.Google Scholar
Tierärztliche Rezepte zum Gebranch bei Tieren dürfen also stets ohne enteute Unterschrift repetiert werden. hierzu erging folgendes Urteil: Die wiederholte Anfertigung eines tierärztlichen Rezeptes ohne erneute Unterschrift des Tierarztes ist auch dann zulässig, wenn das ursprüngliche Driginalrezept nicht beigebracht wird. Es genügt, daß der Apotheker sich in einwandfreier Weife (z. B. aus der xopie im Rezeptjournal) davon überzeugt, daß das ursprüngliche Rezept von einem Tierarzt ausgestellt worden ist (L.G. Aachen, 25. September 1913, Bh.Ztg. 1913 Nr. 87).Google Scholar
Bei Berechnung der Einzelgabe ist die Bestimmung in Tabelle A (Anlage VIII) des Arzneibuches zu berücksichtigen, lautend: Wenn der Apotheker bei Berechnung der größten Gaben auf ärztliche Angaben stößt, wie Tee-oder Kaffeelöffel, Kinder-oder Dessertlöffel, oder Eßlöffel, so hat er für 1 Teeoder Kaffeelöffel 5 ccm, für 1 Kinder-oder Dessertlöffel 10 ccm und für 1 Eßlöffel 15 ccm in Rechnung zu stellen.Google Scholar
Das Wort „deren“ bezieht sich nicht auf „Anweisung“, fondern auf „Einzelgabe“. Der Gehalt der Einzelgabe der Arznei darf also die in dem beigegebenen Verzeichnis angeführten Gewichtemengen nicht übersteigen, wenn die Repetition znlässig sein soll. Die übermäßig oft wiederholte Anfertigung einer Arznei aus stark wirkenden (Stoffen kann jedoch, anch wenn sie nach obenstehenden Vorschriften zulässig ist, das Delikt einer fahrlässigen Körperverletzung in sich schließen (R.G. 12. Juli 1902, Ph. Ztg. 1902 Nr. 87 f. S. 48). Ferner erging folgende Entscheidung: Selbst wo spezielle Jnstruktions-vorschristen fehlen, darf der Apotheker stark wirkende Gifte, welche in außergewöhnlichen, übermäßigen Dosen verschrieben sind, nicht ohne besondere Erklärung des Arztes verabfolgen (R.G. 27. September 1888, Rechtspr. X, S. 518). Für die unter das Opium-gefetz fallenden Mittel gelten weitergehende Beschränkungen (s. S. 126).Google Scholar
Über die Repetition ärztlicher Rezepte auf Grnnd des §3 der Verordnung hat das K. G. durch Urteil vom 7. November 1912 (Ph.Ztg. 1912 Nr. 91) folgenden Grnndsatz aufgestellt: „Der Apotheker darf Arzneien, welche stark wirkende Stoffe enthalten, deren wiederholte Abgabe jedoch auf das einmal verfchriebene ärztliche Rezept hin ohne ernente Unterschrift desfelben zulässig ist, nicht in mehrfachen Onanten zugleich an den betreffenden Arzneiempfänger abgeben, sondern nur die einmal verschriebene Dosis wiederholen. Es ist ein Unterfchied zwischen „wiederholter Abgabe“ der einfachen (verschriebenen) Menge und Abgabe einer mehrfachen Menge auf einmal. Nur die erstere ist in der Berordnung zugelassen.“Google Scholar
Die Begriffe „einfache Lösungen“ und „einfache Verreibungen“ erläutert nachstebende Bk. des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes vom 28. Juli 1896: Die im § 4 der Bundesratsvriorschften, betr. die Abgabe stark wirkender Arzneimittel usw. (Beschluß vom 13. Mai 1896), vorgesehene Erleichterung hinsichtlich der Abgabe von Morphin oder dessen Salzen zum inneren Gebrauche beruht auf der Erwägung, daß Morphin und Salze desselben nicht selten (z. B. bei Bronchialkatarrhen) anderen Arzneimitteln lediglich in der Absicht zugesetzt werden, um neben der sonstigen Wirkung der Arznei auch noch die beruhigenden und schmerzlindernden Wirkungen des Morphins dem Patienten zu verschaffen. Es handelt sich dabei stets nur um geringfügige Mengen, welche in dieser Zusammensetzung die Gefahr des Morphiummißbrauchs durch zu häufige Wiederholung der Arznei ohne Vorwissen des Arztes nicht bieten. Anders steht es mit den einfachen Lösungen und den einfachen Verreibungen des Morphins. Hier sind die hinzugesetzten Stoffe nur die Träger des Morphins bzw. seiner Salze und sollen namentlich die zuverlässige Dosierung des bereits in wenigen Zentigrammen stark wirkenden Medikaments erleichtern. Eine wesentliche arzneiliche Wirkung kommt dem Zusätze im Verhältnis zu dem Morphin nicht zu. Meist werden Stoffe wie Wasser, Weingeist, Zucker, Milchzucker, Gummi arabicum, Stärkemehl verwendet, es kommt aber auch vor, daß der Zusatz an sich bereits aus verschiedenen Stoffen zusammengesetzt ist, z. B. Brausepulver, ohne daß dadurch die ausschlaggebende Bedeutung des Morphins als wesentlicher Bestandteil der Arznei vermindert wird. Hieraus ergibt sich, daß im Sinne des § 4 a. a. O. als einfache Losungen oder Verreibungen nicht ausschließlich derartige Zubereitungen des Morphins mit anderen einfachen Stoffen, vielmehr solche Zubereitungen aufzufassen sind, bei denen die Zusätze im wesentlichen nur die Losungs-und Verreibungsmittel für das Morphin bilden. In zweifelhaften Fällen wird dem Apotheker zu empfehlen sein, eine erneute ärztliche Anordnung zu verlangen.Google Scholar
Der letzte noch ans früherer Zeit ftamntende Satz im §4 Abf. 3 ift dnrch die jetzige Raffung in § 11 überholt. Da nach letzterem Arzneien zur Aufbringung anf die Schleim hänte hinsichtlich der wiederholten Abgabe ftets den Arzneien zu innerlichem Gebranche gleichgestellt sind, ergibt sich, daß Kokain, Diazettylmorphin und Heroin sowie solche mittel enthaltende Arzneien zur Einführung in die Sftafe ohne entente arztliche Unterschrift in keinem Falle wiederholt abgegeben werden dürfen. Dies gilt also auch für Arzneien, deren Gesamtgehalt an den genannten Mitteln kleiner ift ats oben angegeben. Die Rechtslage bezüglich der wiederholten Abgabe von Main, Diazettylmorphin nnd Heroin bzw. deren Salzen in Substanz oder als Arzneibeftandteil ift demnach folgende: 1. Bn „innerem“ Gebranch (znm Einnehmen, Einfpritzen nnd znr Aufbringung anf die (Schleimhäute) ift die Wiederholung a., für Kokain in jedem galle nnzuläffig, b. für Heroin und Diazettylmorphin zu Einfpritznngen nnter die Hant, fowie in einfachen Lofungen und Verreibungen unzuläffig, als Bufatz in Mtengen von nicht mehr als 0,015 zu anderen arzneilich wirkfamen Arzneien erlaubt. 2. Qu rein „usserem“ Gebrauch ift die Wiederholung zuläffig: a. für alle kokain-, Heroin-nnd diazetthlmorphinhaltigen Arzneien, unabhängig oon ihrem Gewalt an den genannten Stoffen, einfchließch der Verabfolgung der reinen Subftanzen, „wenn die beftimmungsgemäße Anwendung aus der Anweifung erfichtlich ift“, b. für alle kokain-, heroin-und diazetjhlmorphinhaltigen Arzneien mit einem Gefamtgehalt bis zu 0,03 g Kokain oder deffen Salzen bzw. bis zu 0,015 g Heroin, Diazethlmorphin oder deren Salzen auch beim Fehlen einer Angabe der bestimmungsgemäßen Anwendung in der Anweifung. Jn diefem Falle muß die Verwendung zn rein äußerem Gebranch auf anderem Wege festgestellt fein. Das Ausdispenfieren von Rokain, das dem Auftraggeber gehört, in Heinere Mengen, verftößt gegen die Vorfchriften über die Abgabe ftark wirkender Arzneimittel (R.G. 5. Sep-tember 1924, Bh.Btg. 1924 Nr 74).Google Scholar
Nach dem Vorfchriftenentwurf soll es den Landesregierungen überlaffen bleiben, eine Bestimmung obigen Jnhalts zn treffen. Das ift jedoch überall gefchehen. Die Vor-fchriften nennen nur die homöopathifchen Bubereitungsformen der Verdünnungen und Verreibungen, laffen daher die grage offen, ob auch homöopathifche Strenkügelchen der Vergünftignng des 7 unterliegen. Strenkügelchen werden in der Weife hergestellt, daß Bukerkügelchen mit einer geringen Menge der entsprechenden flüffigen Verdünnung getränkt nnd dann getroknet werden. Sie ftellen alfo lediglich eine andere Darreichungs-form der Verdünnungen dar nnd künnen alfo auch in gefetzlicher Beziehung nicht gnt anders beurteilt werden als die Verdünnungen, mit denen fie bereitet find. Deshalb mnß man annehmen, daß fie in höheren Potenzen als D 3 dem Handverkauf ebenfalls überlaffen find.Google Scholar
S. Abfchnitt XIX.Google Scholar
Die Bestimmung über die sechsekigen Gläser gilt nnr für die Rezeptnr nnd nnr für Arzneien, die von einem Arzte, Bahnarzte oder Wnndarzte verordnet, also znm Ge-branche bei Menschen bestimmt find. Jm Handverkauf, d. h. bei nnr mündlicher An-fordernng eines Mittes, liegt eine Verpflichtung znr Verwendung sechekiger Gäser nicht vor (L.G. Schneidemühl, 2. Jannar 1904, Bh.Ztg. 1904 Nr. 16), ebenfowenig bei Tierarzneien.Google Scholar
Ein prenßischer Min.Erl. vom 8.Mai 1899 bestimmt in Ergänzung hierzu, „daß auch Schachteln, welche äußerlich anzuwendende Mittel erhalten, mit einer Signatur von roter Grundfarbe zn versehen find.“Google Scholar
Gleiches gilt laut §§ 10 und 11 der preuBifchen Apothelenbetriebsordnnng (s. S.311 nnd 312) für alle in den Tabellen B nnd C des Arzneibnches nicht verzeichneten mittel von gleicher Wirkung.Google Scholar
Eine gleiche Vestimmnng findet fich in § 4 der Vorschriften über den Handel mit Giften (f. S. 243).Google Scholar
Diese Gleichftellnng bestimmter Arzneien mit denjenigen für den äußeren Ge-branch gilt jedoch nur hinfichtlich der Bnläffigkeit der wiederholten Abgabe. Wenn in den beigegebenen Verzeichnissen bestimmte Mittel zu äußeren Zweken ausgenommen sind, so ist afs änßerer Zwek im Sinne des Verzeichnisses jede nicht zum Einnehmen bestimmte Anwendnngssorm anzusehen. Für Mittel, die lant Verzeichnis zu äußeren Zweken ans-genommen sind, gibt es demzufolge auch hinfichtlich der wiederholten Abgabe keine Be-fchranknng, eben weil fie zn änßeren Bweken (im weiteren Sinne) überhaupt nicht mehr nnter die Vorfchriften fallen.Google Scholar
Dnrch befondere Verordnungen find dem Apothekenhandverkauf ferner entzogen: Diphtherieferum, Meningokokkenfernm, Tetanusferum,Jmpfftoff (Lymphe (f Teil XVII), Dulcin in Mengen über 1g (f S.138),fowie die Geheim-mittel der Anlage B (f S. 237). Dabei dürfen die Geheimmittel anf Anweifnng eines Arztes, Bahnarzrtes oder — beim Gebranch für Tiere —Tierarztes Tetannsfernm anf Ver-ordnnng eines Arztes oder Tierarztes die übrigen Mittel nnr anf Anweifnng eines Arztes abgegeben werden. Ferner ist dnrch befondere Verordnungen (Verf des Reichskanzlers vom 19. Angnft 1918, prenß. Min. Erl vom 7. Oktober 1918 nnd 4. Oktober 1921) feftgeftellt, daß E umecon nnd Trival in (wegen des Gehalts an Morphin und Rokain) dem Apothekenhandverkanf entzogen find. Eine tabellarifche Überficht aller Befchränknngen des Apothekenhandverkanfs anf Grnnd der Vorfchriften über den Verkehr mit ftark wirkenden Arzneimitteln, mit Be-tänbungsmitteln, mit Geheimmitteln und ähhnlichen Arzneimitteln, mit Ceilfera, Tnber-knlinen, Jmpfftoff, Süßftoff nnd Onellftiften ift nnter der Bezeichnung „Die Befchranknngen der Arzneiabgabe in Apotheken ab 1. Jannar 1927“ im Verlage von Jnlins Springer in Berlin erfchienen.Google Scholar
Entfprechend den Vorfchriften des §1 unterliegt es keinem Bweifel, daß eine Arznei, welche Aqua Arnygdalarurn arnararurn diluta enthält, nnr anf ärztliches Rezept als Heilmittel in den Apotheken abgegeben werden darf (O.L.G Breslau, 30. Dezember 1902, Ph.Btg. 1903 Nr. 18).Google Scholar
Digalen ift ein wäßriges Digitalisextrakt. Es muß fomit als eine Zubereitnng der Digitalisblätter angefehen werden nnd fällt deshalb ebenfo unter die Verordnung bzw. den Rezeptnrzwang wie Dialysalum Digitalis Golaz, Digipnratnm und die meisten anderen modernen Digitalispräparate.Google Scholar
Abgabe auf zahnärztliches Rezept nicht geftattet.Google Scholar
Abgabe anf zahnärztliches Rezept nicht gestattet.Google Scholar
Beramon fällt nach einem Gutachten der staatlichen Nahrnngsmittelnnter-fuchungsanftalt in Berlin vom 2. Jnni 1926 nicht nnter die Borschriften betr. die Abgabe stark wirkender Arzneimittel, da es nicht als eine freies Beronal enthaltende Bnbereitnng anzusehen ist, sondern ans einer Additionsverbindnng von je 1 SÄolekel veronal und Phramidon sowie anßerdem ans 1 Molekel freiem Phramidon besteht.Google Scholar
Die B. führt nnr Yohimbin an, nicht aber Nohimberinde. Mithin steht der Abgabe dieser Droge oder irgendwelcher ans ihr hergestellten Bubereitnngen als Heil-mittel bei Menfchen nichts im Mege. Hierbei ist der Umstand, dag die Nohimberinde ihrerseits Yohimbin als wirsamen Jnhaltstoss enthält, ohne Bedentnng, da es darans ankommt, welcher Stoff bei Herstellung der Bubereitnng benutzt worden ist. Andererseits Beschrankt sich der Rezeptzwang für Yohimbin nnd Nohimbinhaltige Bubereitnngen anf die Abgabe als Heilmittel, alfo z. B. znr Befeitignng krankhafter Jnfuffizienz. Yohimbin-haltige Brnnstmittel für Tiere können im Apothekenhandverkanf verabfolgt werden, da sie nnr wirtschaftliche Bwede verfolgen.Google Scholar
Abgabe ans zahnärztliche Anweisung nicht gestattet.Google Scholar
Urban E. (1927) Arzneitaxe. In: Apothekengesetze. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-94277-8_15