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Timestamp: 2018-02-18 21:10:45
Document Index: 137530781

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 34', '§ 34', '§ 45', '§ 35', '§ 43', '§42', '§2']

Wandlungen in der betrieblichen Personalverfassung sowie in den einzelnen sozialen Prozessen und Beziehungen des Betriebs seit dem Hereinbrechen der industriellen Revolution | Springer for Research & Development
Die sozialen Arbeitsverhältnisse im Wandel der Zeit pp 31-152 | Cite as
Wandlungen in der betrieblichen Personalverfassung sowie in den einzelnen sozialen Prozessen und Beziehungen des Betriebs seit dem Hereinbrechen der industriellen Revolution
L. H. Adolph Geck
Die Entwicklung von der urwüchsigen Eigenwirtschaft zur Manufakturindustrie zeigt in ihrem Verlauf eine so gewaltige Umwälzung bezüglich der Arbeitsbetriebsformen, und in ihrem sachlichen wie sozialen Ergebnis der Loslösung des Arbeitsraumes vom Familienraum einen so ausgesprochenen Bruch mit dem Bisherigen, daß dagegen auf den ersten Blick die Entwicklungen innerhalb der (Manufaktur- und Fabrik-) Industrie nach ihrer grundsätzlichen Seite hin nichts entsprechend Bedeutendes zu bieten scheinen. An sich ist das nicht unrichtig. Indessen, die Wandlungen, die sich in dem gewerblichen Betriebssystem der Industrie und in der sozialen Struktur des Industriebetriebs vollziehen, sind mehr als die allmähliche Verwirklichung des Wesenhaften der Industrie und als die Ausgestaltung des schon in den Anfängen der Industrie keimhaft Vorhandenen. Außerindustrielle Momente bestimmen die Entfaltung der Industrie, die wiederum ungeheueren Einfluß übt auf das gesamte nicht-industrielle Leben. Das ineinander verschlungene Hin-und -Herder Wirkungen veranlaßt e derartige Wandlungen im menschlichen und industriebetrieblichen Leben, die nicht minder umwälzend waren als die Wandlungen in der Entwicklung von der urwüchsigen Eigenwirtschaft zur Manufakturindustrie.
Brunner, J. C.: Die Licht- und Schattenseiten der Industrie. 2. A. Aarau 1870, S. 24. Dort S. 25 ist von „kleinen traurigen Spelunken“ die Rede.Google Scholar
So begannen die Vorgänger der späteren Firma König & Bauer bei Würzburg in den Räumen des säkularisierten Klosters Oberzell. Vgl. [v. Koenig, F.]: Ein Jahrhundert Fabrikleben auf dem Lande. Als Manuskript gedruckt in Münster i. W. (o. J., etwa 1900).Google Scholar
„Les tristes murs de briques ont été recouverts de plaques émaillées, les fenêtres ont été agrandies et laissent apercevoir des massifs de fleurs et d’arbustes qui enquadrent les batiments“. Aus: La Réforme Sociale, 20. Jg. (4e sér., tome X, 1900), S. 605.Google Scholar
Matschoß, C.: Die Bedeutung der Persönlichkeit für die industrielle Entwicklung. Berlin 1917, S. 8–9 sagt: „Was es bedeutet, eiserne Maschinen, die rastlos ohne Ermüdung zu arbeiten vermögen und mit Kohle als Speise zufrieden sind, an Stelle der allzu leicht abnutzbaren Menschen zu setzen, kann man erst ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie der Mensch, bevor die Dampfmaschine voll zur Wirkung kam, als bloße Muskelkraftmaschine noch im 18. Jahrhundert ausgenutzt wurde. Man sprach damals von 2-, 4- und 8-männigen Maschinen. Bei den großen Treträdern werden zuweilen mehr als 50 Menschen gezwungen, durch das Gewicht ihres Körpers zu arbeiten.“ — Im Jahre 1929 lieferte die Düsseldorfer Maschinenfabrik Schieß-Defries an die württembergische Wasserturbinenfabrik Voith eine Karusselldrehbank, die als die größte Werkzeugmaschine der Zeit anzusprechen ist. „Wiegt doch dieser Herkules unter den Werkzeugmaschinen rund 700 000 kg. Die Maschine hat eine Höhe von 12 Meter und eine größte Breite von 22 Meter. Die Planscheibe, auf der die zu bearbeitenden Werkstücke, wie beispielsweise große Wasserturbinenteile aufgespannt werden, hat bei einem Durchmesser von 12 Meter einen Flächeninhalt von 113 Quadratmeter. Das bedeutet, daß sich auf der Planscheibenfläche dieses Maschinenkolosses etwa 700 Personen versammeln können. Zwischen den zwei seitlichen Maschinenständern ist bequem Platz zur gleichzeitigen Durchfahrt von vier großen Automobilen. Man kann von einer überwältigenden Wirkung dieser mammutartigen Maschine sprechen, deren Größenabmessungen vor einem Menschenalter noch für unmöglich gehalten wurden.“ (Schmitt, Hans: Großtaten Deutscher Technik 1929. In: Kölnische Volkszeitung Nr. 1 v. 1. 1. 1930).Google Scholar
Marx, Karl: Das Kapital. I. Bd. Hamburg 1867, S. 424 sagt deshalb sehr anschaulich: „Das Arbeitsmittel erschlägt den Arbeiter“.Google Scholar
Justi, J. H. G. von: Vollständige Abhandlung von denen Manufakturen und Fabriken. I. Teil. Kopenhagen 1758, S. 146–148.Google Scholar
Life and Labor Bulletin (Chicago) Januar 1930, S. 4. Dort heißt es weiter: „For example, a weaver now may be required to look after double the number of looms operated under the old method, and a spinner to tend as many as 20 sides of a spinning frame instead of only 10 as formerly. This has been the cause of much dispute in the industry.“ — Übrigens ist etwas Entsprechendes auch in deutschen Betrieben durchaus bekannt.Google Scholar
Roesky, E.: Die Verwaltung und Leitung von Fabriken usw. Leipzig 1878, S. 29.Google Scholar
Vgl. z. B. Emminghaus, A.: Allgemeine Gewerkslehre. Berlin 1868;Google Scholar
Bourcart, J. J.: Die Grundsätze der Industrie-Verwaltung. Zürich 1874;Google Scholar
Roesky, E.: Die Verwaltung und Leitung von Fabriken usw. Leipzig 1878.Google Scholar
Vgl. Fayol, H.: Administration industrielle et générale. Paris 1925 (deutsch: Allgemeine und industrielle Verwaltung. München u. Berlin 1929).Google Scholar
Vgl. Wilbois, J., und Vanuxem, P.: Essai sur la conduite des affaires et la direction des hommes. Paris 1919;Google Scholar
Wilbois, J.: Le chef d’entreprise, sa fonction et sa personne. Paris 1926;Google Scholar
Crespin, G., u. Wilbois, J.: La direction des ateliers et des bureaux. Paris 1927.Google Scholar
Sombart: Gewerbewesen I. Berlin u. Leipzig 1929 (Sammlung Göschen). S. 24–25.Google Scholar
Roesky a. a. O. S. 29.Google Scholar
Mit Recht wendet sich Sombart gegen die vor allem durch die Darstellung bei Marx aufgekommene Behauptung, „die Manufaktur sei in allen Fällen ein Durchgangsstadium zur Fabrik, sei immer eine Noch-nicht-Fabrik“ (Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus. III. Bd. von: Der moderne Kapitalismus. München u. Leipzig 1927, S. 769). Auch Mantoux bezeichnet jene Behauptung als irrtümlich und fügt hinzu, daß die Manufakturindustrie zu keiner Zeit ein vorherrschendes gewerbliches Betriebssystem war, und daß an ihrer Seite bis ganz zuletzt die Lebensfähigkeit früherer Systeme trotz ihres Niedergangs nicht aufhörte, sich zu manifestieren (Mantoux, Paul: The industrial revolution in the eighteenth century. London 1928, S. 91).Google Scholar
Zeitschr. d. Centralvereins in Preußen f. d. Wohl d. arbeitenden Klassen. 1. Jg. (1858), S. 83.Google Scholar
Wiedenfeld, K.: Gewerbepolitik. Berlin 1927, S. 9 u. S. 83.Google Scholar
Vgl. auch Bredt, J. V.: Die Lohnindustrie, dargestellt an der Garn- und Textilindustrie von Barmen Berlin 1905.Google Scholar
Vgl. Mantoux, P.: The industrial revolution in the eighteenth century. London 1928;Google Scholar
Cunningham, W.: The growth of english industry and commerce in modern times. Cambridge, wiederholt aufgelegt, 1925 in 2 Bänden;Google Scholar
Ballot, Ch.: L’introduction du machinisme dans l’industrie française. Lille u. Paris 1923;Google Scholar
Clark, V. S.: History of manufactures in the United States. Washington (Carnegie Institution), 1. Bd. 1916, Bd. IL 1928;Google Scholar
Sombart, W.: Der moderne Kapitalismus. 3 Bände. München u. Leipzig, I. Bd., 2. A., 1916; II. Bd., 2. A., 1917; III. Bd., 1927;Google Scholar
Kulischer, J.: Die Ursachen des Übergangs von der Handarbeit zur maschinellen Betriebsweise um die Wende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Jahrb. f. Gesetzg., Verw. u. Volksw., 30. Jg. (1906), S. 31–79;Google Scholar
Diehl, K.: Die sozialpolitische Bedeutung des technischen Fortschritts. In: Jahrb. f. Nationalök. u. Stat. III. F., 36. Bd. (1908), S. 167–224;Google Scholar
v. Schulze-Gävernitz, G.: Die Maschine in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. In: Archiv f. Sozialwiss., 63. Bd. (1930), S. 225–273.Google Scholar
Als Spezialarbeit vgl. z. B. Brauns, H.: Der Übergang von der Handweberei zum Fabrikbetrieb in der Niederrheinischen Samt-und Seiden-Industrie und die Lage der Arbeiter in dieser Periode. In: Staats- u. sozialwiss. Forsch. (hrsg. von Schmoller), 25. Bd. (1906).Google Scholar
Piette, L.: Die Nützlichkeit der Maschinen für die Abnehmer und Arbeiter nebst einigen Bemerkungen über die gegenseitigen Pflichten der Fabrikherren und Arbeiter. Köln 1840, S. 76.Google Scholar
Thun, A.: Die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter. In: Staats- u. sozialwiss. Forsch. (hrsg. von Schmoller), 2. Bd. (1879), S. 37.Google Scholar
Vgl. darüber die eingehende Darstellung bei Tugan-Baranowsky, M.: Geschichte der russischen Fabrik. Berlin 1900 (Zeitschr. f. Sozial- u. Wirtschaftsgeschichte, 5. Ergänzungsheft).Google Scholar
Die Erklärung für diese Autonomisierung des Betriebs ist leicht bei Verwendung der psychologischen Darlegungen von Georg Simmel in seiner Arbeit „Über soziale Differenzierung“ (in: Staats- u. sozialwiss. Forsch., hrsg. von Schmol-1er, 10. Bd., 1890, S. 58–59). Man könnte etwa sagen: Die Betriebe arbeiten unmittelbar und mittelbar für eine anonyme Vielheit von Menschen, dienen ihrer Funktion nach also nicht Einzelnen. Wie aber Ideal und Interessen in demselben Maße objektiv erscheinen, als sie für einen unübersehbaren großen Kreis von Menschen gelten, so erlangt der Betrieb infolge seiner Bedeutung für viele Menschen einen Wertcharakter, von dessen Anerkennung bis zur Prinzip-Objektivierung und Autonomisierung nur ein Schritt ist. (Simmel sagt u. a.: „Ich halte es nicht für zu kühn, wenn ich das sogenannte sachliche, unpersönliche, ideale Interesse ausdeute als entstanden aus einem Maximum in ihm zusammen strömender Interessen; dadurch erhält es seinen verklärten, scheinbar über allem Persönlichen stehenden Charakter.“)Google Scholar
Schäffle, A.: Das heutige Aktienwesen im Zusammenhang mit der neueren Entwicklung der Volkswirtschaft. In: Deutsche Vierteljahrs-Schrift, Jg. 1856, Heft 3, S. 261–262.Google Scholar
Schaffle a. a. O. S. 263 sagt sehr schön: „Welche Not in individuellen Betrieben, wenn durch einen Erbfall das Geschäft an einen unfähigen Sohn gelangt, dem nach menschlicher Schwäche im Durchschnitt die sokratische Weisheit des Gnothiseauthon abgeht.“Google Scholar
Vgl. Berdrow, W.: Alfred Krupp. 2. A., I. Bd. Berlin 1928, S. 182ff.Google Scholar
Schäffle a. a. O. S. 265.Google Scholar
Schäffle a. a. O. S. 267.Google Scholar
Einsichtige amerikanische Bauarbeiter sagten deshalb 1834: „Wir wollen nicht zu hart gegen unsere Arbeitgeber sein, sie sind die Sklaven der Kapitalisten, wie wir es ihnen gegenüber sind.“ (Geck: Geschichtliche Entwicklung der Arbeiterbildungsbestrebungen in den Vereinigten Staaten von Amerika. In: Archiv f. d. Gesch. d. Sozialismus u. d. Arbeiterbewegung. Bd. 14, 1929, S. 396–397.)Google Scholar
Vgl. Sorel, G.: Matériaux d’une théorie du prolétariat. Paris 1921, S. 163: „La fabrique exploitée par la société anonyme ne connaît point de volontés libres, mais des fonctions réglées; les employés supérieurs sont des salariés dont l’œuvre doit être coordonnée à l’œuvre des ouvriers“; über die französischen Eisenbahnen berichtet Jannet, C.: L’organisation chrétienne de l’usine et la question sociale. In: La Réforme Sociale 12. Jg. (3e sér. t. IV, 1892) S. 898–899.Google Scholar
Über soziale Probleme der Aktiengesellschaft siehe z. B. Planitz, H.: Die Stimmrechtsaktie. Leipzig 1922. Insbes. § 1. Demokratie des Kapitals, Verwaltungsabsolutismus.Google Scholar
Vgl. hierzu Wiedenfeld, K.: Ein Jahrhundert rheinischer Montan-Industrie 1815–1915. Bonn 1916.Google Scholar
Jannasch, R.: Die Strikes, die Cooperation, die industrial partnerships und ihre Stellung zur sozialen Frage. Berlin 1868, S. 27.Google Scholar
Vgl. auch die sehr bemerkenswerten Ausführungen von v. Wieser, F.: Großbetrieb und Produktivgenossenschaften. In: Zeitschr. f. Volksw., Sozialpol. u. Verw. 1. Jg. (1892). Dort heißt es z. B. S. 119: „Eine neue Rechtsform des Großbetriebes muß gefunden, muß wenigstens gesucht werden, um der Masse der Arbeiter wieder individuellere Wirksamkeit, wieder individuellen Anteil am Erfolge zu geben. Diese Aufgabe ist es, die in Wahrheit die Produktivgenossenschaft zu lösen hat.“Google Scholar
Vgl. z.B. Jannasch a.a.O.; Thornton, W. Th.: Die Arbeit. Leipzig 1870, S. 391–428 (wo von „aktionären Genossenschaften zwischen Kapitalisten und Arbeitern“ die Rede ist);Google Scholar
Huber, J.: Kapital- und Verwaltungsbeteiligung der Arbeiter in den britischen Produktivgenossenschaften (Labour Co-partnership). Stuttgart 1912. — Vgl. aus dem Für und Wider der Diskussion das von Dr. Engel mit unterzeichnete Schreiben des Berliner Fabrikanten Wilh. Borchert jun. „An meine Beamten und Arbeiter“: Eine Partnerschaft als Aktienunternehmen. In: Der Arbeiterfreund 10. Jg. (1872) S. 333–343.Google Scholar
Und Prince-Smith, J.: Über Arbeiter-Aktionäre. In: Vierteljahrsschr. f. Volkswirtschaft u. Kulturgesch. Bd. 20 (1868) S. 139–162. — Thornton a. a. O. S. 391 spricht davon, „wie die Einrichtung der Gewerksgenossenschaften für die Arbeitgeber einen mäßigen Antrieb enthält, nach besseren Beziehungen zu den Arbeitern zu trachten”.Google Scholar
Und Howell, G.: The conflicts of capital and labour. London 1878 S. 475 spricht von der „industrial co-partnership“ „as a means of lessening the friction between the two parties engaged in production“.Google Scholar
Mit dem in Rede stehenden „actionnariat du travail“ darf nicht jenes System der „actions du travail“ verwechselt werden, das eine Art der Gewinnbeteiligung darstellt, und rechtlich in dem französischen Gesetz vom 26. April 1917 über die Société Anonyme à Participation Ouvrière verankert ist. Vgl. hierüber z. B. Zurbrügg, W. P.: Die Société Anonyme à Participation Ouvrière in Frankreich. Weinfelden (Volkswirtschaftstheoretische Abhandlungen, 6. Heft) 1929.Google Scholar
Vgl. Foerster, R. F., and Dietel, E. H.: Employee stock ownership in the United States. Princeton University 1926; National Industrial Conference Board: Employee stock purchase plans and the stock market crisis of 1929. New York 1930.Google Scholar
Richard, A., nannte den Titel einer in Marseille 1904 erschienenen Dissertation der Universität Aix-Marseille: Le contrat collectif de travail et la sousentreprise ouvrière. Essai sur la coopération de main-d’oeuvre.Google Scholar
Schloss, D. F., u. Bernhard, L.: Handbuch der Löhnungsmethoden. Leipzig 1906. 12. Kapitel: Die genossenschaftliche Arbeit, S. 141–149.Google Scholar
Vgl. auch zum Folgenden Maraux, Ch.: Les „commandites“, associations de travail dans l’atelier patronal. In: Revue Intern. du Travail, Bd. 12(1925), S. 693 bis 711; Le travail en commandite dans les diverses industries. In: Bulletin du Ministère du Travail (Paris) 34. Jg. (1927), S. 129–162 u. 415–429.Google Scholar
Genossenschaftliche Mitteilungen. (Genf) 6. Jg. Nr. 7 (1929) S. 7–9.Google Scholar
Über Bat’a vgl. Devinat, P.: Das System Bat’a und seine sozialen Auswirkungen. In: Intern. Rundschau d. Arbeit 8. Jg. (Febr.-März 1930), auch als Sonderdruck.Google Scholar
Im letzten Grunde laufen diese betriebspolitischen Bestrebungen auf die Frage hinaus: „To what extent can large groups be organized and managed to realize the abilities, capacities and energetic efforts of an individual as though he were in a small business of his own ?“, wie Rorty, M.C.: Men—not things, sagt in: Bulletin of the Taylor Society, vol. 15, Nr. 2 (April 1930), S. 99.Google Scholar
Verhandlungen der deutschen verfassunggebenden Reichsversammlung zu Frankfurt a. M. 2. Bd. Frankfurt a. M. 1848/49, S. 942. (Motiv zu § 34 des hier S. 84–85 behandelten Entwurfs einer Gewerbeordnung. „§ 34. Die gegenseitigen Verhältnisse des Fabrikinhabers und der Arbeiter, sowie letzterer unter sich, werden für jede Fabrik durch eine besondere Fabrikordnung festgesetzt, welche der Genehmigung des Fabrikrates (§ 45) unterliegt. Derselben müssen folgende allgemeine Grundsätze zur Richtschnur dienen“ [folgen in den §§ 35–42]). — Rorty, M. C., sagt a. a. O. S. 101: „Every organization is, and must be, a compromise between the principle of functionalization and the principle of unified and responsible one-man authority. Both principles have their values and each has its defects when carried to extremes.“Google Scholar
Schon Stahl, F. W., stellte den mangelnden Einblick des Arbeiters in den Betrieb — gegenüber dem Gesellen — als eine Ursache hin, daß der Arbeiter sich bezüglich seines Lohnes benachteiligt glaube. Vgl.: Kritik der sozialen Reformen Frankreichs und ihrer Folgen. Erlangen 1848, S. 14.Google Scholar
Vgl. über den personalen Werksaufbau z. B. Zitzlaff, J.: Arbeitsgliederung in Maschinenbau-Unternehmungen. Jena 1913.Google Scholar
Etwas ganz anderes als der Hierarchismus ist der „Herr-im-Hause-Standpunkt“.Google Scholar
Leiserson, W. M.: Contributions of personnel management to improved labor relations. (In: Wertheim Lecture Series on Industrial Relations. Harvard Univ. Press 1929) S. 130 sagt: „The Dutch word ‘Bos’ came into use in this country about 1835, as a name for a manager or employer of labor, in place of the title ‘Master’ which had theretofor been most commonly used. Bossing rather aptly characterizes the kind of labor management that prevailed from that time down through the first decade of the present century, Roughly, this was the period during which the contractor, the individual proprietor, and the foreman, wielding the power to hire, discipline and discharge workers, were the typical managers of labor“. Ebenda S. 131: „The germs of modern Personnel Management, which was to supplant ‘bossing’ and give rise to the present conception of labor relations, are to be found in this period [toward the end of the nineteenth century].“Google Scholar
So enthält beispielsw. das Hüttenreglement der Kgl. Preuß. Liegnitzschen Regierung vom 18. Okt. 1812 einen aus drei Paragraphen bestehenden Abschnitt mit der Überschrift: „Besondere Pflichten des Werkmeisters oder Altgesellen“ (vgl. Lange, G.: Die Glasindustrie im Hirschberger Tale. In: Staats- u. sozialwiss. Forsch., hrsg. v. Schmoller, 9. Bd., 1890, S. 121). — Die Entwickelung ist in den einzelnen Industrien verschieden gewesen.Google Scholar
Vgl. z. B. bezüglich des Hüttenwesens die Arbeit von Ehrenberg, H.: Die Eisenhüttentechnik und der deutsche Hüttenarbeiter. Stuttgart u. Berlin 1906 (Münchener Volksw. Studien, 80. Stück) S. 46 bis 49.Google Scholar
Bourcart, J. J.: Die Grundsätze der Industrie-Verwaltung. Zürich 1874. S. 97 sagt: „Der Meister, oft erster Arbeiter genannt, ist ein Angestellter, welcher eine Abteilung der Erzeugung beaufsichtigt, damit darin Alles in der gegebenen Ordnung ausgeführt werde. Diese Meister verteilen dann die administrativen Befehle und beaufsichtigen die Ausführung.“Google Scholar
Nach einem schon 1878 von Roesky a. a. O. S. 112 ausgesprochenen Prinzip („...darauf Bedacht genommen ist, sämtliche Schreiberei so viel als möglich zu vermeiden, wenigstens in denjenigen Händen, deren Beruf ein anderer ist“) wurde der Werkmeister u. a. durch Werkstattschreiber von der nicht unmittelbar dem Produktionsprozeß dienenden Tätigkeit befreit.Google Scholar
In: The Industrial Executive. Vol. IV (1930) S. 67–68 wird „ein neuer Gedanke zur Entlohnung der ‘foremen’“ unterbreitet, demzufolge das Arbeitsentgelt des foreman monatlich durch einen Ausschuß von fünf im Rang über ihm Stehenden festgesetzt werden soll und zwar je nach „1. der Sauberkeit und Ordentlichkeit seiner Abteilung, 2. der Zusammenarbeit mit Anderen, 3. der Unfallziffer, 4. der Arbeiterwechselziffer, 5. der Qualität seiner Arbeit, 6. der Fähigkeit, Vergeudung auszuschalten und Unkosten zu mindern“.Google Scholar
Die Maschinenfabrik A. Borsig hatte — privaten Angaben zufolge — bereits 1841/42 einen vermutlich vom Kgl. Gewerbeinstitut kommenden Ingenieur namens Brandt als Montage-Ingenieur.Google Scholar
Schulte, F.: Die Entlöhnungsmethoden in der Berliner Maschinenindustrie. Berlin 1906 S. 15.Google Scholar
Sombart, W.: Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus. 2. Halbbd. München u. Leipzig 1927. S. 891–892.Google Scholar
Die Wandlungen in der Betriebsführung durch die Ingenieurwirtschaft sind anschaulich geschildert von Riedler, A.: Emil Rathenau und das Werden der Großwirtschaft. Berlin 1916. S. 144–151.CrossRefGoogle Scholar
So waren Bourcart und Roesky, die Verfasser der beiden bereits zitierten, 1874 bzw. 1878 erschienen Schriften über Fabrik-Verwaltung, Ingenieure. — Wie-denfeld a. a. O. S. 72 bemerkt für die Zeit bis 1870: „Der Techniker in seiner Einseitigkeit bestimmt noch völlig den Aufbau der einzelnen Unternehmungen, und wo man sich bereits zu Betriebskombinationen entschließt, da steht man ebenfalls unter technisch bestimmten Gesichtspunkten.“Google Scholar
Das Überangebot von Diplomingenieuren vor allem in der Nachkriegszeit wirkte sich dahin aus, daß die nicht-akademischen Ingenieure oft in der ihnen zukommenden Position gedrückt wurden. Vgl. z. B. Pantel, H.: Die drohende Umschichtung im Ingenieurberuf. In: Der Ingenieurstand. 23. Jg. (1930), S. 109–112.Google Scholar
Vgl. Commons, John R.: Stabilization of business. 1923 (zitiert von Sombart: Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus, S. 893–894).Google Scholar
Vgl. Prion, W.: Ingenieur und Wirtschaft. Der Wirtschafts-Ingenieur. Berlin 1930.Google Scholar
Vgl. Cheysson, E.: Le rôle social de l’ingénieur. In: La Réforme Sociale 17. Jg. (4e série t. IV, 1897); derselbe: Die sozialpolitische Rolle des Ingenieurs. In: Katscher, L.: Mit, nicht gegen einander! Dresden 1905. S. 30–36.Google Scholar
Vgl. z. B. Beck, H.: Soziale Aufgaben und Pflichten der Techniker. Dresden 1902. — Eine kurze zusammenfassende Darstellung der Geschichte des Sozialingenieur-Gedankens und der Versuche seiner Verwirklichung bietet Greck: Der Sozialingenieur. In: Technik u. Wirtschaft. 23. Jg. (1930), S. 193–194.Google Scholar
Vgl. hierzu Berger, A. V.: Der leitende Wirtschaftsbeamte. Wien u. Leipzig 1926. S. 38.Google Scholar
Über eine mögliche Wandlung vgl. beispielsw. den Vorschlag von Kuhn, Ph., u. Sachsenberg, E.: Führer-Auswahl und Verwendung in der deutschen Industrie. Dresden u. Leipzig 1924. Hier wird für die Betriebsleitung ein dem deutschen militärischen Generalstab entsprechender „Werkstab“ empfohlen. — Bezüglich der drei Hauptformen betrieblicher Hierarchie bezw. personaler betrieblicher Organisation — mit den amerikanischen Bezeichnungen: line or military organization (engl. departmental type), functional organization, line and staff organization — vgl.: Management’s handbook for manufacturing industries, edited by L. P. Alford. 8th printing New York (o. J.) S. 1250 ff.Google Scholar
So heißt es bei Hartley, L. A.: Human engineering and industrial economy (Chicago 1928), S. 288: „The earnest conviction of the need for a permanent structure insuring communications between management and workers must be shared by managers and workers if much is to be accomplished.“Google Scholar
Vgl. Katscher, L.: Sozialsekretäre und Fabrikpfleger. Leipzig 1907. — Vgl. auch später S. 126–128.Google Scholar
Vgl. Wunderlich, F.: Fabrikpflege. Ein Beitrag zur Betriebspolitik. Berlin 1926; Schmidt-Google Scholar
Kehl, L.: Die deutsche Fabrikpflegerin. Berlin 1926.CrossRefGoogle Scholar
Über die Fabrikpflegerin in Frankreich vgl. Maurel, E.: L’ingénieur social dans l’industrie. Paris (Recueil Sirey) 1929. S. 248–272.Google Scholar
Concordia, 2. Jg. (1872) S. 358.Google Scholar
Cheysson, E.: Le rôle social de l’ingénieur. In: La Réforme Sociale 27. Jg. (4e série t. IV, 1897) S. 522–523.Google Scholar
Follett, M. P.: The basis of control in business management. In: The Journal of the National Institute of Industrial Psychology, vol. III (1926/27). S. 238.Google Scholar
Messner, J.: Artikel „Libera1ismus“ im Staatslexikon 5. A., 3. Bd. (1929), Sp. 973.Google Scholar
Perthaler, G. H.: Ein Standpunkt zur Vermittlung sozialer Mißstände im Fabrikbetrieb (In: Zeitschr. f. österr. Rechtsgelehrsamkeit. Jg. 1843, 3. Bd., S. 127–128), der bereits die Bedeutung des Individualismus für das Arbeitsverhältnis klar erkannte, wandte sich schon 1843 deutlich gegen den Individualismus der Zeit: „Nach jener Ansicht wird der Begriff der ihr Gesetz sich selbst gebenden Persönlichkeit zum Zentralpunkt gemacht, um welches sich alles übrige Dasein als Objekt der von ihm ausgehenden Bestimmung dreht; die konkrete Persönlichkeit ist demnach ohne alle Rücksicht in diesem Gebiete über jede organische Verbindung hinausgehoben, steht als Atom ausschließend allen andern ebenso ausschließenden Atomen gegenüber. Und die Person wird somit in der bestimmteren Form der Einzelheit angeschaut, in welcher jeder wirkliche Einzelne seinem begriffsmäßigen Dasein nach, nur dem Gesetze des Einzel-Interesse zu folgen hat, welches derselbe gegen alle anderen Sonderinteressen mit gleicher Berechtigung geltend macht… Eine gesellschaftliche, eine zivilisierte Vermittlung der gegensätzlichen Interessen soll hervorgehen aus der Verwirklichung des atomisierenden Begriffs der persönlichen Einzelheit, aus der Setzung von eben so viel ausschließlichen Zentralpunkten, als wie verbindende, zu vergesellschaftende Elemente da sind. Der Begriff der Einzelheit soll der Keim sein, aus dessen egoistischer Betätigung sich eine geordnete Gliederung entfalten soll.“ So soll entstehen „die bürgerliche Gesellschaft, mit anderem, der Gegenwart eigentümlicherem Worte: die soziale Gliederung“. — Vgl. auch die Kritik des Liberalismus bei Karl Mario: Untersuchungen über die Organisation der Arbeit. 1. Bd. (1. A. 1848), 2. A. Tübingen 1885 S. 252 ff.Google Scholar
Die Verhandlungen der Bonner Konferenz für die Arbeiterfrage im Juni 1870. Berlin 1870 S. 7. (Aus der Begrüßungsansprache von Prof. Nasse.)Google Scholar
Naumann, F.: Neudeutsche Wirtschaftspolitik. Berlin 1907, S. 224.Google Scholar
Naumann a. a. O.S. 224–225: „Es ist völlig unmöglich, den einzelnen nach seiner Wichtigkeit für den Gesamtprozeß der Arbeit zu belohnen, da diese Wichtigkeit durch kein Mikrometer gemessen werden kann. Deshalb mußte der Liberalismus von vornherein an Stelle des inneren Sachwertes der Arbeit den Tagesmarktwert setzen. Jeder soll nach Angebot und Nachfrage bezahlt werden. Er gehe hin an den Markt und biete sich an: Ich arbeite für diesen Preis! Arbeit wird Submissionsartikel. Wenn morgen jemand kommt, der dasselbe billiger herstellt als du, so darfst du gehen, denn deine Arbeit verliert an Wert, sobald ein anderer sie für weniger Geld besorgt! Ob der andere sie genau so gut machen wird wie du, wer kann das im Augenblick untersuchen? Er ist billiger, du kannst gehen! Daß die Praxis des Lebens oft anders verfährt, wissen wir alle, hier aber gilt es, den Gedanken des wirtschaftlichen Liberalismus in seiner ganzen Nacktheit zu sehen.“Google Scholar
Villermé, M.: Rapport à l’Académie des Sciences Morales et Politiques sur l’état physique et moral des ouvriers employés dans les fabriques de soie, de coton et de laine. Paris 1839 S. 37–38: „Il résulte de ce qui précède, que beaucoup de maîtres de manufactures, je pourrais dire la plupart, ne s’occupent ni des sentiments, ni des moeurs, ni du sort de leurs ouvriers, et ne regardent ceux-ci que comme de simples machines à produire“.Google Scholar
Schmoller: Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre II. München u. Leipzig 1923 S. 308–309: „Der sogenannte freie Arbeitsvertrag war ein Eingeständnis, daß man zurzeit nicht fähig sei, an Stelle der alten Ordnung gleich eine neue zu setzen, weil man die neue Technik, die neuen viel komplizierteren Betriebsformen, die neuen Arbeitsbeziehungen noch nicht übersehe. Es war in gewissem Sinne natürlich, daß die neue Ordnung, das neue Recht, die neuen gemeinsamen Verabredungen erst im Laufe einiger Generationen entstehen konnten“.Google Scholar
Schmoller: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen. In: Zur Sozial- und Gewerbepolitik der Gegenwart. Leipzig 1890 S. 383.Google Scholar
Schmoller: Über die Entwickelung des Großbetriebes und die soziale Klassenbildung. In: Preuß. Jahrbücher 69. Bd. (1892) S. 462.Google Scholar
Schmoller: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen S. 383.Google Scholar
Der Ausdruck, bzw. der Begriff des Betriebsstoffes ist von Briefs, G.: Das gewerbliche Proletariat (In: Grundriß der Sozialökonomik IX. Abtlg. I. Teil. Tübingen 1926) S. 157, wo es weiter von der „unternehmerischen Arbeitsbetrachtung“ heißt: „Was vom Betriebsstoff verlangt wird: daß er möglichst billig und dabei wirksam, möglichst anpassungsfähig, möglichst sparsam im Gebrauch, möglichst,unsperrig’ in der Verwendung, durchaus berechenbar, ohne unerwünschte Begleiterscheinungen und jeden Moment auswechselbar sei, das sind auch die Merkmale einer vom Betriebs- und Unternehmungsvorgang aus gesehen,idealen’ Arbeit“.Google Scholar
Buret, E.: De la misère des classes laborieuses en Angleterre et en France. T. II. Paris 1840, S. 48: „Le chef de manufacture est libre envers la société comme envers ceux qu’il emploie. Il ne tient à ses ouvriers par aucun lien moral; aucune réciprocité de service et de devoirs ne l’unit à eux. Il ne les considère jamais qu’en masse, confondus avec une foule d’autres objets, sous le titre de frais de production, et il s’habitue nécessairement à les traiter dans son esprit comme la matière résistante qu’il faut dompter incessamment pour en obtenir davantage.“ — Ebenda S. 269: „Dans la pensée du chef de fabrique les ouvriers ne sont pas des hommes, mais des forces dont l’emploi coûte cher, des instruments rebelles et moins économiques que ses outils de fer et du feu; il faut sortir de son point de vue habituel, s’élever au dessus de ses propres intérêts pour voir dans ses ouvriers des semblables“. — Ebenda Bd. 1 S. 68: Der Unternehmer betrachtet die Arbeiter nur „comme des instruments de production qui doivent rapporter beaucoup en dépensant le moins possible.“Google Scholar
Justi, J. H. G. v.: Vollständige Abhandlung von denen Manufakturen uns Fabriken I. Kopenhagen 1758 S. 207–208 bezeichnet „die große Gewinnsucht der Fabrikanten“ — die „zumal bei neu errichteten Manufakturen und Fabriken, suchen öfters allzu großen Vorteil und wollen auf einmal reich werden“ — als eines der Hindernisse, welche dem wahren Gedeihen der Manufaktur- und Fabrikindustrie im Wege stehen. — Vgl. ferner für die spätere Zeit: Über die Eigentümlichkeit des Geistes unserer Zeit in Beziehung auf die soziale Macht der Geldaristokratie. Oder: Die Schattenseiten des heutigen Ultra-Industrialismus. Köln 1835; Über die Haupterscheinungsformen der Sucht, schnell und mühelos reich zu werden, im Gegensatze des Mittelalters und der neueren Zeit. In: Deutsche Vierteljahrsschrift Jg. 1840, 3. Heft, S. 206–243; Hofmann, J. G.: Die Macht des Geldes. Leipzig 1845;Google Scholar
De Gérando: Des progrès de l’industrie. Paris 1841. S. 100–103.Google Scholar
Considérant, V.: Destinée sociale 1. Bd. Paris 1837 S. 191 bemerkt: „L’argent est devenu le nouvel élément réel de la puissance sociale.“Google Scholar
Z. B. sagt Brunner a. a. O. S. 24: „Der Arbeitslohn war für jene gedrückte Zeit glänzend und lockend. Darum wurde diese Industrie von armen Eltern, Gemeinden und Regierungen sogar mit Freuden begrüßt und als der rettende Engel in der Not angesehen“. — Villermé a. a. O. S. 226 erklärt: „Parmi les motifs qui déterminent les gens de la campagne à quitter les travaux agricoles, le plus général est le taux élevé des gains qui leur offre immédiatement l’industrie manufacturière.“Google Scholar
Vgl. Schmoller: Grundriß I, S. 309.Google Scholar
Ure, A.: Das Fabrikwesen in wissenschaftlicher, moralischer und kommerzieller Hinsicht. Leipzig 1835. S. 14.Google Scholar
Mantoux, P.: The industrial revolution in the eighteenth century. London 1928. S. 384.Google Scholar
Chevalier, Michel: Lettres sur l’Amérique du Nord. Tome I. Paris 1836 spricht S. 337 von einer durch das Wort „féodalité industrielle“ charakterisierten Tendenz des 19. Jahrhunderts und bemerkt S. 338 bezüglich der Industrieverhältnisse in Lowell (V. St. von Amerika): „dans ce merveilleux Lowell, la féodalité indutrielle semble en effet là presque constituée, ici se glissant sous les institutions démocratiques comme le serpent sous l’herbe“. — In der Zeitschrift The Harbinger hieß es am 14. November 1846: „our factory system, which is the first germ of the Industrial or Commercial Feudalism, that is spread over our land“ (zitiert in A documentary history of American industrial society. Edited by J. R. Commons & Ass. Cleveland, Ohio, 1910, S. 132.) — Buret sagte 1840 a. a. O. I. Bd. S. 90: „Les salariés ressemblent aux paysans du moyen âge; ce sont des serfs attachés à la glèbe.“ — Vogelsang, C. v.: Arbeiter u. Maschine. In: Monatsschr. f. christl. Sozial-Reform. 8. Jg. (1886) S. 193 spricht im gleichen Sinne von den Arbeitern als „machinae adscripti“, mit diesem Wort an die „glebae adscripti“ erinnernd.Google Scholar
Concordia. Zeitschrift für die Arbeiterfrage. 3. Jg. (1873), S. 12.Google Scholar
Z. B. nennt E. Cheysson: L’évolution du patronage (In: La Réforme Sociale. 12. Jg., 3e série t. 4, 1892) S. 170 die absolutistische betriebliche Personalverfassung „patronage militaire“.Google Scholar
So z. B. Roesky a. a. O. S. 23 (hier S. 113) und Böhmert, V.: Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen der Schweiz. 2. Bd. Zürich 1873 S. 387. Vgl. hiergegen Schmoller: Die Natur des Arbeitsvertrags und der Kontraktbruch. In: Zeitschr. f. d. ges. Staatswiss. 30. Jg. (1874) S 455.Google Scholar
Schmoller: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen. In: Zur Sozial- und Gewerbepolitik. S. 382.Google Scholar
Vgl. Schmoller: Die Natur des Arbeitsvertrages und der Kontraktbruch. In: Zeitschr. f. d. ges. Staatswiss. 30. Jg. (1874) S. 471, sowie S. 454 u. 470–472.Google Scholar
Im übrigen war der freie Arbeitsvertrag „in seinem Grundgedanken doch ein ungeheurer Fortschritt, den der Arbeiterstand zu feiern hat als einen der großen Marksteine in der Geschichte der Hebung des vierten Standes. Es mußte einmal kühn der Gedanke erfaßt werden, die unteren Klassen vom Gängelbande der Bevormundung zu befreien, sie selbst verantwortlich für ihr Schicksal zu machen, sie auf die eigene Einsicht, die eigene Kraft zu verweisen. Kam das für einen Teil derselben verfrüht, der ganze Stand wurde doch gehoben, tausendfache Kräfte wurden entbunden; ein Streben, ein aktives Vorwärtsdrängen, eine sittliche Hebung kam in den vierten Stand, wie die alten Abhängigkeitsverhältnisse sie nie gezeitigt hätten“. (Schmoller: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen, S. 385).Google Scholar
Cheysson: Les institutions patronales en France, leur nécessité et leur évolution. In: La Réforme Sociale, 27. Jg. (6e serie t. IV, 1907) S. 152.Google Scholar
Über Nasmyth vgl. E. Jonveaux, Histoire de quatre ouvriers anglais. Paris 1868 S. 197 bis 227.Google Scholar
Soziale Tagesfragen. 2. A. Berlin 1889 S. 80.Google Scholar
Vgl. z. B.: Die sozialen Aufgaben der Arbeitgeber. Berlin 1887 S. 14. — Starken Beifall erntete Oechelhaeuser von dem Unternehmer Richard Roesicke, der in seiner Schrift „Arbeiterschutz“ (Dessau 1887 S. 67) ergänzend bemerkte: „Es gehört ferner dazu, daß der Arbeitgeber seine Arbeiter außerhalb des Geschäfts nicht als seine Untergebenen, sondern als gleichberechtigte Mitmenschen betrachtet, die zwar auf der Fabrik seinen Anordnungen Folge zu leisten haben, die aber in allen anderen Verhältnissen ihm gleichberechtigt gegenüberstehen.“Google Scholar
Die Arbeiterfrage. Berlin 1886 S. 87–88. Dort S. 28 heißt es: „Nach wie vor soll der Mensch als Regel auf eigenen Füßen stehen, nicht von der Sorge für sein Alter überhaupt, sondern nur von der Sorge für die Not im Alter entlastet werden.“Google Scholar
Die Arbeiterfrage. S. 84–85 u. 88. — Seit dem 1. Oktober 1888 erschien in Berlin die „Deutsche Arbeiterzeitung“, ein „der Versöhnung zwischen den Interessen und Anschauungen der Arbeitgeber und Arbeiter“ gewidmetes Organ, welches von dem späteren Generaldirektor Oechelhaeuser und einer größeren Zahl gleichgesinnter Freunde, meist dem Stand der Großindustrieellen angehörig, ins Leben gerufen wurde (vgl. Soziale Tagesfragen S. III).Google Scholar
Berdrow, W.: Alfred Krupp. 2. A. I. Bd. S. 286–294.Google Scholar
Vgl. auch Ehrenberg, R. u. Racine, H.: Kruppsche Arbeiter-Familien (6. Ergänzungsheft zum Archiv f. Exakte Wirtschaftsforschung). Jena 1912.Google Scholar
Emminghaus, A.: Allgemeine Gewerkslehre. Berlin 1868 S. 75. — Professor Nasse sagte 1870 auf den Verhandlungen der Bonner Konferenz ähnlich: „An die Stelle der alten rechtlichen Unterordnung und Abhängigkeit müssen freie sittliche Beziehungen des gegenseitigen Vertrauens und der gegenseitigen Pflichten treten. Es ist das notwendig schon des unmittelbaren wirtschaftlichen Erfolges halber; denn wir alle wissen, daß ein großes wirtschaftliches Unternehmen ohne ein gewisses Maß von gegenseitigem Vertrauen der gemeinschaftlich Arbeitenden, ohne einen gewissen Gemeingeist nicht blühen und gedeihen kann“ (a. a. O. S. 8).Google Scholar
Schäffle, A.: Artikel „Fabrikwesen und Fabrikarbeiter“. In: Deutsches Staatswörterbuch 3. Bd. (1858) S. 493.Google Scholar
Eine Geschichte der Industrie-Wohlfahrtseinrichtungen — die zwar bislang nicht geschrieben ist, zu der aber reichhaltiges Material vorliegt — würde das mit aller Deutlichkeit zeigen (vgl. z. B. als Belege Le Roux, A.: Die Pflege der Eintracht in Fabriken und Ortschaften usw. Stuttgart 1868;Google Scholar
Post, J., u. Albrecht, H.: Musterstätten persönlicher Fürsorge von Arbeitgebern für ihre Geschäftsangehörigen. 2 Bde. Berlin 1889 u. 1893).Google Scholar
Vgl. die Ausführungen oben S. 23–24, sowie die Darlegungen bei Weber, M.: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Grundriß der Sozialökonomik. III. Abteilung. Tübingen 1925. S. 133–134 u. 679.Google Scholar
Der Ausdruck „Paternalismus“ ist nicht nur im Deutschen geläufig — wenngleich wenig gebraucht —, sondern auch in der französischen und englischen Sprache bekannt. Der Ausdruck „Protektoralismus“ ist neu, der ihm zugrunde liegende Tatbestand jedoch im Kern bereits herausgestellt von Cheysson, der unterscheidet zwischen 1) patronage militaire, 2) patronage patriarcal und 3) patronage libéral, je nachdem der Industrielle die Arbeiter behandelt 1) wie ein Hauptmann seine Soldaten, der seinen Leuten im Geiste der Autorität ein freiwilliges Interesse zuwendet, 2) wie ein Vater der alten Art, der im Geiste einer durch Wohlwollen gemilderten Autorität seine minderjährigen und unerfahrenen Kinder leiten und erziehen will, 3) wie ein Vater der neuen Art, der glaubt, daß die Zeit des autoritären Bestimmens endgültig vorüber ist und seine Angehörigen als emanzipierte Menschen behandelt, deren Unabhängigkeit er sogar bei der Zuwendung von Wohltaten respektiert. (Vgl. Cheysson, E.: L’évolution du patronage. In: La Réforme Sociale. 12. Jg., 3e sér. t. IV., 1892, S. 170ff.).Google Scholar
Auch die Sozialreformer hielten den Familiengedanken wach. Perthaler sagte 1843: „Der ganze Personenstand einer Fabrik bildet eine Art sozialer Familie, oder sozialen Hauswesens, welches die Leitung und Anwendung gewisser Naturkräfte zu seiner Beschäftigung macht, von deren Resultat sie nach Maßgabe der Beteiligung ihr Einkommen ziehen“ (a. a. O. S. 124). — Cheysson erklärte 1896: „L’ouvrier appartient désormais à deux familles, la famille naturelle, dont il est le chef; la famille industrielle, dont il n’est qu’un membre et dont le chef est le patron“. (La monographie d’atelier. In: La Réforme Sociale, 16. Jg. (Bd. 32, 1896), S. 779. — In Deutschland ist nach 1870 insbesondere das Organ des Verbandes katholischer Industrieller und Arbeiterfreunde mit dem Motto „Wiederanknüpfung persönlicher Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter“ für den Fabrikfamiliengedanken eingetreten und hat auf diesem Wege das Gewissen der Unternehmer zu schärfen versucht. Vgl.: Arbeiterwohl 1. Jg. 3. Heft (1881) S. 41–43; ebenda 3. Jg. 2. Heft (1883) S. 189–190.Google Scholar
Koenig, R.: Karl Mez, der Vater der Arbeiter. Heidelberg 1881. S. 27.Google Scholar
Der Unternehmer Max Roesler z. B. sagte (Arbeiterbeteiligung an Führung, Ertrag und Besitz von Gewerbebetrieben. Dresden 1914, S. 8): „In dem Maße, wie das Familiengefühl für die gemeinsame Werk- und Nährstätte und das Verständnis der Arbeiter wächst, hoffe ich auf eine weitere Ausgestaltung der [Arbeiter-] Ausschüsse zu einer für die innere Regierung der Fabrik maßgebenden Körperschaft.“Google Scholar
Vgl. bezüglich Lombart: La Réforme Sociale. 4. Jg. (8. Bd., 1884) S. 86; bezüglich Staub: Concordia 2. Jg. (1872) S. 329–330; bezüglich Weberei in Kaufbeuren: Arbeiter-Familienkalender 1930 (München, Leohaus) S. 90.Google Scholar
Ein Anschlag lautete: „Sprechstunde. Da den Arbeitern, welche in persönlichen Angelegenheiten ihrer Familie oder der Fabrik mit mir zu sprechen wünschen, dieses während der Geschäftsstunden oft schwierig, unangenehm und umständlich ist, habe ich eine besondere Sprechstunde, und zwar jeden Donnerstag nachmittag von 1/2 6 bis 7 Uhr im Privatkomptoir für diesen Zweck bestimmt. Der besondere Eingang zum Privatkomptoir — nicht durch das Hauptkomptoir — ist um diese Zeit zu benutzen. Wenn ich nun diese Zeit verhindert bin, so werde ich eine andere Stunde bekanntgeben. Selbstverständlich ist in dringenden Fällen jeder Arbeiter nach wie vor berechtigt, zu jeder Tageszeit zu mir zu kommen. Franz Brandts.“Google Scholar
So berichtet die Zeitschr. d. Zentralst. f. Arbeiter-Wohlfahrtseinr. 1. Jg., 1894, S. 5–6 unter der Überschrift: „Persönliche Beziehungen von Arbeitgebern zu ihren Betriebsangehörigen“ von einer Fabrik mit nahezu 3000 Arbeitern und Angestellten und gibt 12 Beispiele an, aus denen der Inhalt von Arbeiter-Gesuchen sowie die Art deren Erledigung hervorgeht.Google Scholar
Vgl. La Réforme Sociale. 3. Jg. (5. Bd., 1883) S. 447.Google Scholar
Preußische Provinzial-Blätter Jg. 1844 S. 362.Google Scholar
Über den Arbeiterkrieg. Berlin 1895 S. 48–49.Google Scholar
Arbeiterbeteiligung an Führung, Ertrag und Besitz von Gewerbebetrieben. S. 16–17.Google Scholar
Der Fabrikfamiliengedanke ist übrigens im letzten Jahrzehnt zu neuem Leben erwacht. In den V. St. von Amerika spricht man nicht nur gern vom „family spirit“ im Betrieb. Große Werke bezeichnen sich in persönlichen Angelegenheiten ihren Angehörigen gegenüber gern als „family“, wie z. B. die General Electric Company in Schenectady als „G—E family“; die General Motors Corporation gab unter anderem eine Flugschrift heraus „How members of the General Motors family are made partners in General Motors“. Es ist offensichtlich, daß hier eine betriebssozialpoli tische Maßnahme vorliegt, die sich auf den Wert der Arbeitsgemeinschaftsgesinnung, wie er im Familiengedanken Ausdruck findet, stützt.Google Scholar
[König, F. v.]: Ein Jahrhundert Fabrikleben auf dem Lande. Als Manuskript gedruckt. Münster i. W. (etwa 1900) S. 59.Google Scholar
Z. B. erließ der Bischof August Bartholomäus Hille von Leitmeritz am 21. Dezember 1857 ein „bischöfliches Hirtenschreiben an die sämtlichen Herren Fabrikinhaber in der Leitmeritzer Diözese“(vgl. Schwer, W.: Der soziale Gedanke in der katholischen Seelsorge. Köln 1921 S. 57).Google Scholar
Mantoux a. a. O. S. 34.Google Scholar
Frief: Die wirtschaftliche Lage der Fabrikarbeiter in Schlesien und die zum Besten derselben bestehenden Einrichtungen. Breslau 1876 S. 136.Google Scholar
Concordia 2. Jg. (1872) Nr. 12, 13, 14.Google Scholar
Concordia 3. Jg. (1873) S. 74.Google Scholar
Vgl. z. B. die Äußerung von Franz Duncker aus dem Jahre 1873 (Franz Duncker. Lebensbild eines Volksfreundes. Leipzig 1888 S. 57–58): „Das alte, patriarchalische Verhältnis ist nun einmal zerstört und kann auf keine Weise wieder hergestellt werden. Wir müssen Aufgaben finden, an denen von beiden Seiten gemeinsam gearbeitet wird“; Böhmert, V., a. a. O. 2. Bd. S. 417–418: „Man mag diesen sogenannten patriarchalischen Zustand für nicht mehr zeitgemäß erachten.“ — Ein Beispiel der auf der Erkenntnis des zeitlichen Überholtseins des Paternalismus beruhenden Umwandlung einer paternalistischen betrieblichen Personalverfassung gibt bezüglich der Bergbau-Gesellschaft von Blanzy Cheysson: L’évolution du patronage. S. 187–188. Hier sagt Cheysson: S. 171: „La tutelle des ouvriers, si bienveillante qu’elle puisse être, a fait presque partout son temps, elle les révolte et les offense comme un attentat contre leur liberté.“Google Scholar
Concordia 2. Jg. (1872) S. 178. Kalle sagt u. a. auch richtig: „Die moralische Hebung des Arbeiters ist zwar auch in erster Linie Pflicht des Arbeitgebers, sie ist aber auch Pflicht für alle anderen Klassen der Gesellschaft, und nur durch deren Mitwirkung wird sich die Aufgabe zur Zufriedenheit lösen lassen.“Google Scholar
Les institutions patronales en France, S. 154–155.Google Scholar
Vgl. Harmel, L.: Die christliche Arbeiter-Corporation zu Val-des-Bois. Mainz 1879.Google Scholar
Guitton, G.: Lèon Harmel, 1829–1915. 2 Bde. Paris 1927; derselbe: Léon Harmel et l’initiative ouvrière. Paris 1929.Google Scholar
Die Idee der christlichen Fabrik findet sich u. a. vertreten in der Zeitschrift Arbeiterwohl 1. Jg. (1881) sowie von Jannet, Claudio: L’organisation chrétienne de l’usine et la question sociale (In: La Réforme Sociale, 12. Jg., 4. sér. t. IV., 1892). Ein Idealbild des christlichen Fabrikherrn zeichnete 1857 der Bischof von Leitmeritz in dem zitierten Hirtenbrief.Google Scholar
Dem ungeachtet betrachtete aber auch Léon Harmel sich menschlich als eine sekundäre Autorität im gleichen Sinne wie F. W. Otto in einem Artikel „Arbeitsverhältnis als Vertragsverhältnis“ (In: Concordia 2. Jg., 1872, S. 77), wo es heißt: „Solche Autorität aber kann natürlich nur d e m Arbeitgeber innewohnen, der seiner moralischen Verantwortlichkeit in seiner Stellung sich fortwährend bewußt ist; und während sie vom Arbeiter Gehorsam fordert, weil es dessen Pflicht ist, Gehorsam zu üben, weist sie ebenso über sich hinaus auf die Autorität eines höheren Herrn, vor welcher Herr und Arbeiter in gleicher Weise sich beugen müssen. Von dort allein kann die rechte Autorität kommen.“Google Scholar
Vgl. z. B. Villermé a. a. O. S. 41–42.Google Scholar
Chevalier, M.: Lettres sur l’Amérique du Nord. Bd. I. Paris 1836, S. 339. — Nicht so deutlich, aber schließlich doch in gleicher Gedankenrichtung drücken sich Bülau und E. Buret aus. Bülau: Der Pauperismus (In: Deutsche Vierteljahrsschrift, Jg. 1838, 1. Heft, S. 116) erinnert daran, er habe bereits früher „als eine mögliche neue Phase des Gewerbslebens die des genossenschaftlichen Betriebs bezeichnet, welcher die richtige Mitte halten würde zwischen dem schroff trennenden Egoismus der Individuen und dem allen Sporn des Minderinteresses aufhebenden und durch unnatürliche, unweise und unmögliche Vorschläge ersetzenden System der Erwerbsgemeinschaft“. Er dachte dabei allerdings in erster Linie an genossenschaftliche Produktionsunternehmen.Google Scholar
Buret, E.: De la misère des classes laborieuses en Angleterre et en France. Bd. II, Paris 1840, S. 427–428 spricht davon, daß die Regierungsform der Industrie die repräsentative sein müßte, der gemäß die „Industrie, wie die alten Zünfte, ihre von Meistern und Arbeitern gewählten Magistrate“ hätte mit einer Gewerbekammer oder einem „Familienrat“ (conseil de famille) für jedes Handwerk. Dem Familienrat sollte als „einer gewissermaßen häuslichen Einrichtung“ die Aufgabe zufallen, Unternehmer und Arbeiter durch ein moralisches Band anzunähern. „Diese Annäherung würde sich immer leichter gestalten, in dem Maße wie sich die Arbeiter durch Erwerb von Kapitalteilen zum Bange von Gesellschaftern und Mitteilhabern erheben würden.“Google Scholar
Mohl, R.: Über die Nachteile des fabrikmäßigen Betriebs der Industrie. In: Archiv d. pol. Ök. (hrsg. von Hau), 2. Bd. (1835), S. 180.Google Scholar
Bülau a. a. O. S. 106.Google Scholar
Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der politischen Ökonomie. In: Deutsche Vierteljahrsschrift 1840, Heft 3, S. 65–66.Google Scholar
Verhandlungen der deutschen verfassunggebenden Reichsversammlung zu Frankfurt a. M. II. Bd. Frankfurt a. M. 1848/49, S. 945 (aus den Motiven zu § 43). Vgl. die §§42–46 dort S. 926–927, die Motive dazu dort S. 928–946. Die Paragraphen lauten:Google Scholar
Piette, L.: Die Nützlichkeit der Maschinen für die Abnehmer und Arbeiter nebst einigen Bemerkungen über die gegenseitigen Pflichten der Fabrikherren und Arbeiter. Köln 1840, S. Vff.Google Scholar
Concordia 3. Jg. (1873) S. 13.Google Scholar
Böhmert a. a. O. II. Bd., S. 390–391.Google Scholar
Vgl. liber Arbeiterausschüsse Sering, M.: Arbeiter-Ausschüsse in der deutschen Industrie. (Schriften des Vereins für Sozialpolitik 46.) Leipzig 1890;Google Scholar
Koch, H.: Arbeiterausschüsse. M.-Gladbach 1907; Schmoller, G.: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen. S. 418–440; Post u. Albrecht a. a. O. II. Bd., 1. Teil, S. 39–52 u. 2. Teil, S. 3–56. — Als Arbeiterausschüsse gelten hier nur solche Arbeitervertretungen, welche bedeuten „eine Veränderung und Fortbildung der Verfassung des industriellen Großbetriebes derart, daß die Arbeiterschaft des einzelnen Unternehmens als solche in weiterem oder engerem Umfange an der Verwaltung desselben teilnimmt“ (Sering a. a. O. S. 1).Google Scholar
Mitteilungen des Centralvereins f. d. Wohl d. arbeitenden Klassen v. 25. Sept. 1850. S.58–60.Google Scholar
Durch das Fabrikstatut von 1873 wurde die Arbeitervertretung in den Fabrikrat aufgenommen. Aber es ist in diesem Statut bereits davon die Rede, daß die Angelegenheiten der Krankenkasse, der Sparkasse und des Vorschußwesens „schon seit längeren Jahren... den Arbeiterausschüssen zu selbständiger Entscheidung zugewiesen waren“. Vgl. Concordia, 3. Jg. (1873), S. 161.Google Scholar
Einige Beispiele aus der Werkszeitung der Wächtersbacher Steingutfabrik in Schlierbach mögen die Art der Entscheidungen zeigen: „Der Ältestenrat der Rauhmaler verurteilte einen auf Abwege geratenen Arbeitsgenossen zu gänzlicher Enthaltung von jedwedem geistigem Getränk, während der ganzen Arbeitszeit, und zur Meidung jeden Wirtshausbesuchs für die Dauer eines halben Jahres. Das gleiche Urteil sprach der Ältestenrat der Former und Dreher über einen Arbeitsgenossen aus, unter weiterer Entziehung des Selbstverfügungsrechtes über seinen verdienten Lohn. Außerdem bestimmte dieser Ältestenrat eine Summe, welche der Verurteilte künftighin alle 4 Wochen im Stücklohn mindestens verdienen müsse. Im Falle einer Zuwiderhandlung wurde beiden Verurteilten sofortige Entlassung angedroht. Beide Verurteilte erklärten sich mit den über sie verhängten Strafen einverstanden, gelobten mit Handschlag Einhaltung der getroffenen Bestimmungen und Besserung“ (Schlierbacher Fabrikbote Nr. 18 v. 2. Nov. 1889). — „Ein verheirateter Arbeiter hatte einem der Fabrikmädchen in unlauterer Absicht Darlehen gewährt und forderte dieselben zurück, als das Mädchen sich ihm nicht zu Willen zeigte. Nach sorgfältiger Prüfung der Sachlage wurde der Arbeiter mit dem Verluste der verschiedenen Darlehen und einer weiteren Zahlung an die Aushilfskasse bestraft, dem Mädchen dagegen auferlegt, die ganze schuldige Summe ebenfalls an die Aushilfskasse zu zahlen“ (Schlierbacher Fabrikbote Nr. 20 v. 4. Jan. 1890).Google Scholar
Blum, E.: Zwanzigjährige Erfahrung mit der Einrichtung eines Arbeiterrates. In: Technik und Wirtschaft, 2. Jg. (1909), S. 496–509. In dem Bericht heißt es u. a.: „Die ständigen Berührungspunkte, wie sie durch eine zeitweilige Besprechung aller passenden geschäftlichen und persönlichen Verhältnisse gegeben sind, beseitigen manchen schroffen Gegensatz“ (S. 502). — „Wir haben auch tatsächlich in der ganzen verflossenen Zeit keinen ernstlichen Streitfall mit unseren Arbeitern gehabt. vielmehr sind alle Punkte, welche zu ernsten Meinungsverschiedenheiten hätten führen können, durch rechtzeitige Besprechung und offene Darlegung der Verhältnisse ausgeglichen. Hierzu war aber von Anfang an notwendig, daß die Direktoren sich persönlich um die vorliegenden Fragen in den Sitzungen bekümmern. Es hat sich stets gezeigt, daß dieser unmittelbare Verkehr zwischen den leitenden ersten Beamten und den Vertretern der Arbeiterschaft die Verhandlungen günstig beeinflußt hat. Ich selbst habe in einer ganzen Reihe von Sitzungen den Vertretern der Arbeiterschaft klar machen können, aus welchen Gründen einzelne Zugeständnisse, die verlangt wurden, nicht gemacht werden konnten“ (S. 503). — „Durch schroffen Befehl und durch einseitige Ansetzung von Überstunden erreicht man meist das Gegenteil. Durch verständige Auseinandersetzungen und durch Belehrung erzieht man die Arbeiter zu mitdenkenden Helfern, welche ihr eigenes Interesse sehr wohl mit dem Interesse der Fabrikleitung zu vereinigen verstehen“ (S. 503/04). — „Die Befürchtungen, welche vielfach geäußert werden, daß durch den Arbeiterrat eine Art Mitregierung geschaffen wird, teile ich nicht. Ich habe in der ganzen Zeit noch keinen Versuch des Arbeiterrates festgestellt, wonach er Ansprüche gestellt hat, auf Dinge eine Einwirkung zu haben, welche seiner Einwirkung von vornherein nicht unterstellt sind“ (S. 507). — „... nur der persönliche Verkehr der leitenden Vorstandsmitglieder mit dem Arbeiterrat in allen solchen Fällen Schwierigkeiten beseitigen hilft. Der Verkehr durch Mittelsorgane stellt die Vorzüge der Einrichtung des Arbeiterrates wesentlich in Frage“ (S. 507).Google Scholar
Jedoch liegen hinreichende Angaben für eine befriedigende Übersicht allgemein nicht vor, so z. B. nicht bezüglich Frankreich und England, wohl aber bezüglich der Vereinigten Staaten von Amerika.Google Scholar
Vermutlich liegt hier die Nachbildung einer französischen Einrichtung vor. Um 1843 organisierte der als Begründer der Gewinnbeteiligung bekannte Franzose Jean Leclaire einen „noyau“ (Kern), einen Kreis von Arbeitern, die am Gewinn der Unternehmung beteiligt wurden, mit denen aber bald hernach auch eine gemeinsame Verwaltung der Wohlfahrtseinrichtungen erfolgte.Google Scholar
Ölfabriken Calvé-Delft: Wohlfahrtseinrichtungen für das Personal, Fabrikanlage in Delft. Juli 1925, S. 25–32.Google Scholar
Vgl. Koch a. a. O. S. 54–66. — Seit Vorlage des Whitley Report im Jahre 1917 sind in England über 1000 „works councils“ oder „works committees“ entstanden. Vgl. z. B. Annual Report of the Chief Inspector of Factories and Workshops for the year 1928, S. 64–67, sowie den sehr interessanten Bericht über den Direktionsrat bei der Firma R. A. Lister & Co. in Durslay. In: Mitteilungen d. Intern. Rationalisierungs-Institutes, 2. Jg. (1928), S. 240–241.Google Scholar
Vgl. Burton, E. R.: Employee representation. Baltimore 1926;Google Scholar
Miller, E. J.: Workmen’s representation in industrial government. University of Illinois 1922;Google Scholar
Myers, J.: Representative government in industry. New York 1924;Google Scholar
Leitch, J.: Man to man. The story of industrial democracy. New York 1919. — Bereits um 1893 erschien eine amerikanische Broschüre über Betriebsräte von James Bayle, die ins Französische übersetzt wurde. 1 König, R., a. a. O. S. 14–15. — Der Gedanke, durch eine genossenschaftliche Form des Mitbesitzes den Arbeitern eine neue Stellung im und zum Betrieb zu verschaffen, ist seit langem in der christlichsozialen Bewegung erörtert worden. C. v. Vogelsang wollte „das Rechtsverhältnis des Arbeiters zur Maschine und zum Unternehmer“ regeln durch ein Verhältnis des Mitbesitzes der Arbeiter an den Maschinen, wie es sich ergibt aus dem Vorschlag: „das gemeinsame Arbeitssubstrat, die Maschine, zugleich zur Sicherung des Arbeiters zu benützen, geradeso wie es mit der Feudalität des Grund und Bodens der Fall war“ (Maschine und Arbeit. In: Monatsschrift für christliche Sozial-Reform, 8. Jg., 1886. Arbeiter und Industriechef in genossenschaftlicher Organisation. Ebenda). Auf einer christlichsozialen Konferenz 1887 in Mainz wurde erklärt: „Jeder Großbetrieb sollte selbständige, unteilbare Vermögen von Arbeitergenossenschaften gründen und verwalten. Dabei müßte der Betriebsherr mittun. Dadurch würden die Arbeiterverhältnisse stetiger, das Herumziehen nähme ab, die Arbeiterfamilie wäre gesicherter, Wohlfahrtseinrichtungen ließen sich gründen, bei Arbeitsstockungen ließe sich aushelfen“ (Lugmayer, K.: Grundrisse zur neuen Gesellschaft. Wien 1927, S. 92). An diesen Vorschlag erinnern die Richtlinien für die praktische Durchführung des christlichen Solidarismus im Wirtschaftsleben von M. Erzberger, denen zufolge die Arbeiterschaft bei den gewerblichen Unternehmungen durch Werksgenossenschaften beteiligt werden soll. Die Werksgenossenschaft „faßt sämtliche Arbeiter in einem Unternehmen zusammen und stellt sie als ein einheitliches, geschlossenes Ganzes in den Produktionsprozeß, aber auch als Miteigentümer der ganzen Unternehmung“. Das Vermögen dieser Genossenschaft wird gebildet aus den Zinserträgnissen der Unternehmung, bis es 50% von deren gesamtem Anlagekapital erreicht und bleibt unteilbares, unveräußerliches Ganzes. Die Verwaltung der Werksgenossenschaften soll selbständig nach Maßgabe des Genossenschaftsgesetzes erfolgen (Christlicher Solidarismus — als Weltprinzip. M.-Gladbach o. J., um 1920). Die ausführend Arbeitenden wieder zu Eigentümern der betrieblichen Sachmittel zu machen ist auch das Hauptziel des sogenannten Regensburger Programms von L. Wimmer aus dem Jahre 1923, dessen Ziffer 11 lautet: „Wo die Art der Naturschätze und -kräfte ein Zusammenarbeiten mehrerer Werte Schaffender bedingt, sind Gemeinschaftsarbeitsunternehmen (G.U.) zu bilden auf der Grundlage des sittlichnaturrechtlichen Eigentumsrechtes zur Bewältigung der Arbeit.“ „Mitglied eines G.-U. ist, wird und bleibt, wer beim zurückgelegten 25. Lebensjahre bereit und in der Lage ist, die Pflichten und Rechte des Eigentums innerhalb eines G.-U., entsprechend seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten, uneingeschränkt auszuüben“ (Z. 13). „Die Bestellung der Führer und Leiter eines G.-U.s erfolgt durch den Betriebsrat des G.-U.s Der Gründer eines G.-U.s gilt als Führer und Leiter“ (Z. 28). — Vgl. auch die früher zitierte Arbeit von Wieser, Fr. v.: Großbetrieb und Produktivgenossenschaften. In: Zeitschr. f. Volksw., Sozialpol. u. Verw., 1. Bd. (1892), S. 102–145.Google Scholar
Vgl. die Dokumente mit begleitendem Text in: Concordia, 3. Jg. (1873), Nr. 21 u. 22. Vgl. dazu auch den Artikel von Emminghaus, A.: Gruppenakkorde in Fabriken. In: Der Arbeiterfreund, 9. Jg. (1871), S. 6–7. Hier S. 8 wird berichtet, daß der 12. Satz des von dem Fabrikinhaber am 1. Okt. 1869 erlassenen Regulativs lautete: „Den Arbeitern ist von heute an das Recht eingeräumt, über das Maximum der täglichen Arbeitszeit zu bestimmen. Dasselbe wird jährlich durch allgemeine Abstimmung sämtlicher Arbeiter der Fabrik festgesetzt.“ — Schmoller: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen, S. 428 teilt mit, daß das Statut im Verlauf der Jahre gegenstandslos geworden sei, „aber nicht etwa wegen Differenzen, sondern weil die Arbeiter so an persönliches Zusammengehen und Zusammengehören mit dem Unternehmer gewöhnt seien, daß es des schwerfälligen Apparates nicht bedürfe“.Google Scholar
Arbeiterwohl, 1. Jg. (1881), S. 87.Google Scholar
Vgl. Roesler, Max: Über den Arbeiterkrieg. Berlin 1895, S. 32 ff. Derselbe: Arbeiterbeteiligung an Führung, Ertrag und Besitz von Gewerbebetrieben. Dresden 1914.Google Scholar
Freese, H.: Die konstitutionelle Fabrik. 4. A. Jena 1922.Google Scholar
Epstein, J. H.: Die autonome Fabrik. Dresden 1907.Google Scholar
Nach der Absicht seines Mitbegründers gehört das nunmehr auf einer Stiftung beruhende Zeißwerk nicht eigentlich hierher. Es bedeutet zwar bezüglich der Regelung der wirtschaftlichen Interessen eine Produktivgenossenschaft, ist aber in seiner Leitung und Verwaltung nicht stärker auf den Kooperativgedanken eingestellt als zahlreiche andere Unternehmungen mit Arbeitergewinnbeteiligung (vgl. Auerbach, F.: Ernst Abbe. Sein Leben, sein Wirken, seine Persönlichkeit. 2. A. Leipzig 1922, S. 277–334).Google Scholar
Vgl. Butler, H. B.: Die Beziehungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Vereinigten Staaten. Genf 1927;Google Scholar
Lauck, W. J.: Political and industrial democracy 1776–1926. New York 1926.Google Scholar
So z. B. äußerte sich um 1840 Villermé (a. a. O. S. 250–251), er könne sich der Meinung jener nicht anschließen, welche in der staatlichen Überwachung der Manufakturen die Unterwerfung des Verhaltens der Arbeitgeber unter „eine Art Inquisition“ sähen und sie auch deshalb ablehnten, weil man in ihre Betriebe hineindringen müsse. Villeneuve-Bargemont (Economie politique chrétienne, 3. Bd., S. 171, zit. bei Villermé a.a.O. S. 251) erklärte um dieselbe Zeit: „Die Unangebrachtheit, in das Innere der Fabriken einzudringen, Strafen festzusetzen, einige Eigenlieben zu erschüttern, gewissen Gewohnheiten entgegen zu handeln, verschwindet vor einer großen notwendigen Aufgabe der Gerechtigkeit, der Humanität und der Ordnung.“ Man überwacht öffentliche Gelegenheiten, welche eine große Zahl von Individuen vereinen, und der Staat hat das Recht, sie zu schließen, wenn sie der Gesellschaft Schaden bringen, sowie ihnen Bedingungen aufzuerlegen. Wenn die Gesellschaft dem zustimmt, „warum sollte sie nicht auch dem Bemühen der Regierung beipflichten, dort, wo große Zahlen von Arbeitern vereinigt sind, die gute Ordnung, die Gesundheit, das Wohlsein, die Vorsorge, die Unterweisung und die Sittlichkeit zur Herrschaft zu bringen“.Google Scholar
Lohmann, Th. (Die Fabrik-Gesetzgebungen der Staaten des europäischen Kontinents, Berlin 1878) läßt das schon im äußeren Aufbau seiner Darlegungen klar werden, wenn er spricht von I. Bestimmungen, durch welche gewisse Personen von der Beschäftigung in Fabriken überhaupt ausgeschlossen werden, II. Bestimmungen, durch welche für gewisse Personen die Beschäftigung in Fabriken Beschränkungen und Bedingungen unterworfen ist, III. Bestimmungen über Einrichtung und Betrieb der gewerblichen Anlagen zum Schutz der Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Gesundheit.Google Scholar
Die anfänglichen staatlichen Regelungen haben nur insofern Wandlungen in der betrieblichen Personalverfassung bewirkt, als sie die unternehmerische Willkür ausschalteten und die unternehmerische Freiheit einschränkten, wodurch also etwa die liberalistisch-rechtliche betriebliche Personalverfassung in Richtung auf eine liberal-humanitär orientierte Verfassung beeinflußt wurde.Google Scholar
Koch a. a. O. S. 41–42. Koch stützt sich auf die Jahresberichte der Kg]. Bayerischen Fabrik- und Gewerbeinspektoren und der Kgl. Bayerischen Bergbehörden 1901–1905.Google Scholar
Vgl. hierzu Berthelot, M.: Die Betriebsräte in Deutschland. Mannheim, Berlin u. Leipzig 1926, S. 12–25.Google Scholar
Vgl. hierüber außer Berthelot z. B. Brigl-Matthiass, K.: Das Betriebsräteproblem. Berlin u. Leipzig 1926.Google Scholar
Über das größere Gebiet des Rätewesens überhaupt vgl. Gutmann, F.: Das Rätesystem, seine Verfechter und seine Probleme. München 1922.Google Scholar
Bergemann in einem Vortrag „Die Bestrebungen der christlichen Gewerkschaften auf dem Gebiete der sozialen Betriebspolitik“ am 13. Januar 1930 vor Studenten der Technischen Hochschule zu Berlin (Protokolle der Übungen des Instituts für Betriebssoziologie W. S. 1929/30). — Das bedeutet natürlich nicht, daß die Gewerkschaften für das Betriebsleben kein besonderes Interesse besitzen. So fordert beispielsweise die Festschrift: 25 Jahre christliche Gewerkschaftsbewegung 1899–1924 (Berlin 1924) in einem Abschnitt: „Wir und der Betrieb“ (S. 111–112) „eine Art Betriebskonstitutionalismus, der keineswegs die wirtschaftlichen Funktionen des anordnenden und zwecksetzenden Unternehmers auszuschließen braucht“. Vgl. auch den Aufruf zur Betriebsrätewahl 1931, wo es heißt: „Die Betriebsräte sind ein Riegel gegen die Willkür unsozialer Arbeitgeber und ein unentbehrliches Mittel zur Beseitigung von Gegensätzlichkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, somit ein Weg zu wirtschaftlicher und sozialer Befriedung unseres Volkes und zur Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiterschaft“ (Zentralblatt der christl. Gewerkschaften Deutschlands von 1. Febr. 1931 S. 41),Google Scholar
13. Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands. Die Referate im Wortlaut. (Als Manuskript gedruckt.) S. 18. — In gleicher Richtung liegen die Bestrebungen der Sozialisten. So sagt z. B. Neurath, O.: Betriebsräte, Fachräte, Kontrollrat und die Vorbereitung der Vollsozialisierung (1920) S.20: „Auf die,Mitkitung’ innerhalb der Fabrik kommt es weniger an als auf die,Mitleitung’ innerhalb der Wirtschaft.“Google Scholar
Vgl. darüber Koch a. a. O. S. 110–112.Google Scholar
Vgl. Winschuh, J.: Betriebsrat oder Gewerkschaft? Essen 1922.Google Scholar
Dubreuil, H.: La coopérative de main-d’œuvre. Paris 1925, S. 16–17. — Eine besondere Gesellschaft, die Association pour le développement des contrats coopératifs de travail, hat es unternommen, für den Gedanken der genossenschaft-lichen Verträge in den Betrieben zu werben und allen Arbeitern, welche einen Versuch der Anwendung machen wollen, hierbei behilflich zu sein.Google Scholar
So sagte z. B. das „Statut des Verbandes katholischer Industrieller und Arbeiterfreunde“: §2. „Der Verband sucht dieses Ziel zu erreichen durch Förderung der religiösen, sittlichen und materiellen Interessen des Arbeiterstandes, insbesondere: a) durch Unterstützung der auf Hebung christlicher Zucht und christlichen Lebens gerichteten Bestrebungen (Sorge für sittliche Führung der Arbeiter in den Fabriken, Sonntagsheiligung, kirchlich organisierte Arbeiter- und Arbeiterinnen-Vereine, Mäßigkeitsvereine, gute Lektüre usw.); b) durch Förderung einer größeren Annäherung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im christlichen Sinne (persönlicher Verkehr mit den Arbeitern, Teilnahme an ihren Familienverhältnissen usw.); c) durch Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Arbeiter (gesunde und billige Wohnungen, Sorge für billige Mietpreise usw.); d) durch Sorge für die Erziehung, Ausbildung und Erholung der Arbeiter (Kinderbewahranstalten, Einrichtungen zur Erlernung der Haushaltung und weiblicher Handarbeit, Unterricht in den Elementar- und technischen Fächern, gesellige Vereine usw.); e) durch Wohlfahrtseinrichtungen unter Mitwirkung der Arbeiter (Krankenkassen, Sparkassen, Unterstützungs- und Vorschußkassen, Altersversorgungskassen, Witwenkassen, Schiedsgerichte, Beschaffung von billigen Lebensmitteln, Bekämpfung des Borgsystems usw.); f) durch Einrichtungen zur Pflege der Gesundheit der Arbeiter (gute Ventilation der Fabrikräume, Waschanstalten, Fürsorge für Wöchnerinnen, Beseitigung zu langer Arbeitszeit, tunlichste Beschränkung der Kinder- und Frauenarbeit usw.); g) durch Einrichtungen zum Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter (Sicherheitsvorrichtungen, wirksame Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle usw.)“ (Arbeiterwohl, 1. Jg., 1. Heft, 1881, S. 19–20). — Vgl. auch die Ansprache von Franz Brandts auf der 5. Generalversammlung des Verbandes 1885 „über die Notwendigkeit guter Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter und über die Mittel, solche herbeizuführen“ (Arbeiterwohl, 5. Jg., 8. Heft, 1885, S. 181–185).Google Scholar
Einige Gedanken zur sozialen Praxis für Arbeitgeber. In: Arbeiterwohl, 4. Jg., 12. Heft (1884) S. 219.Google Scholar
Sering a. a. O. S. 158–175.Google Scholar
Oechelhaeuser: Über die Durchführung der sozialen Aufgaben im Verein der Anhaltischen Arbeitgeber. Berlin 1888 S. 59 u. 16.Google Scholar
Koch a. a. O. S. 21.Google Scholar
Bueck, H. A.: Der Zentralverband deutscher Industrieller. Bd. 3. Berlin 1905 S. 685–686.Google Scholar
Brunner, J. C.: Die Licht- und Schattenseiten der Industrie. 2. A. Aarau 1870 S. 24.Google Scholar
[König, F. v.]: Ein Jahrhundert Fabrikleben auf dem Lande. Als Manuskript gedruckt. Münster i. W. (etwa 1900) S. 10–11.Google Scholar
Z. B. zogen englische Unternehmer Arbeiter aus Frankreich, französische Unternehmer Arbeiter aus der Levante und England, deutsche Fürsten und Unternehmer Arbeiter aus Frankreich und England oft unter Schwierigkeiten in ihr Land. — Über Entführung durch Agenten berichtet u. a. Thun, A.: Die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter. In: Staats- und sozialwiss. Forsch. (hrsg. von Schmoller), IL Bd. (1879), S. 47: „Beispielsweise gingen am 13. Februar 1872 acht, am ersten April sieben Spinnerinnen ohne Kündigung aus Insterburg in Ostpreußen nach Viersen. Die Stadtverwaltung, empört über diese ‚Entführung‘durch Düsseldorfer Agenten, stellte den Antrag, jene Mädchen per Transport zurückzusenden, die Bezirksregierung verweigerte das aber, weil nach rheinischem Recht eine eventuelle Exekution nur auf Schadenersatz gerichtet werden könnte“.Google Scholar
Vgl. über den Mangel an Arbeitern, „das gegenseitige Abjagen der Arbeitskräfte durch höhere Lohngebote“ und Anderes: Hinze, Kurt: Die Arbeiterfrage zu Beginn des modernen Kapitalismus in Brandenburg-Preußen. Berlin 1927, S. 48–63Google Scholar
Sombarttt̆, W.: Der moderne Kapitalismus. I. Bd., 2. A. München u. Leipzig 1916 S. 801.Google Scholar
Matschoß, C.: Friedrich Harkort. In: Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie, 10. Bd. (1920) S. 15. — In der „Concordia“, 2. Jg. (1872) S. 201 heißt es: „Die Industriellen der meisten größeren Orte, Fabrikanten wie Handwerker, sind einstimmig in den bittersten Klagen über die gegenwärtige Führung der Arbeiter. Die Leute seien gesucht wie nie, und in Folge davon denn auch die Löhne, mit und ohne Strikes, in fast allen Branchen beträchtlich in die Höhe gegangen; dabei müsse man aber froh sein, wenn es den Verehrten überhaupt noch gefalle zu arbeiten; im Übrigen spielten sie jetzt die Herren. Sie nähmen z. B. häufig bei Leibe nicht diejenige Arbeit vor, die das Geschäft gerade braucht, sondern die ihnen bequem ist und wobei sie am meisten verdienen.... Nichts kann man da z. B. häufiger hören als die Versicherung, daß die guten und geschickten Arbeiter immer seltener würden; und habe man einmal einen, so müsse man ihm, wolle man seiner nicht alsbald wieder verlustig gehen, auf alle Weise durch die Finger sehen, insbesondere sich nicht stören lassen, wenn er eine Arbeit später fertig mache als verabredet.“Google Scholar
Concordia, 3. Jg. (1873) S. 399.Google Scholar
Thun a. a. O. S. 139.Google Scholar
Oechelhaeuser, W.: Die sozialen Aufgaben der Arbeitgeber. Berlin 1887 S. 21–22. Vgl. auch das oben S. 70 Gesagte.Google Scholar
Thun bemerkt a. a. O. S. 139: „Nicht zum geringsten Teile sind es die Arbeiter selbst, welche einen freundlicheren Umgang erschweren. Ihr erwachendes Selbstgefühl weiß nicht den richtigen Ausdruck zu finden, es äußert sich in Trotz und Unverschämtheit, in tiefem Mißtrauen gegen alle Maßnahmen der Fabrikanten und in darauf folgender Undankbarkeit.“ Und W. Oechelhaeuser sagt (Soziale Tagesfragen, Berlin 1889 S. 48): „Die frühere, häufig bis zur Stumpfheit gehende Fügung des Arbeiters in eine absolute, weit über das Arbeitsverhältnis hinausgehende Abhängigkeit vom Arbeitgeber, die patriarchalische Periode, hat zur Zeit einer vielleicht übergroßen Empfindlichkeit in entgegengesetzter Richtung Platz gemacht, wie es denn überhaupt eine interessante psychologische Erscheinung der Zeit ist, daß die oberen Gesellschaftsklassen, z. B. Beamte und Offiziere, sich weit leichter als die unteren in Abhängigkeitsverhältnisse zu fügen wissen, die noch weit über die des Arbeiters zum Arbeitgeber hinausgehen.“Google Scholar
Justi, J. H. G. v.: Vollständige Abhandlung von denen Manufakturen und Fabriken. Erster Teil. Kopenhagen 1758 S. 227.Google Scholar
So steht beispielsweise in der Metallarbeiter-Zeitung (Stuttgart, jetzt Berlin) vom 23. Febr. 1929 unter der Überschrift „Mehr Liebe zu den Lehrjungen“: „Wir kamen auf die Lehrlingsausbildung. Einer der alteingesessenen Kollegen hob an:,... Lausejungen... Ganz verschieden. Gebe ich einem ein paar Flauken, feixt er hinterm Rücken... Dafür kriegt er nächstens noch eine! Der dort, der zittert wie Espenlaub, wird duselig, wenn ich bloß aushole!‘... Ein anderer Kollege beschwerte sich darüber, daß sein Junge (im dritten Jahre lernend) sein Essen nicht rechtzeitig warm setze.,... nächstes Mal kriegt er ein paar in die...., das hilft‘… Es war in einem Werke, das im Umkreis als mustergültig angesehen wird. Das war es, was mich erschrecken ließ. Sollte es vielleicht anderswo... vielerorts... heute noch... ? O, ihr Urewig Gestrigen!“Google Scholar
Vgl. darüber Sombart, W.: Der moderne Kapitalismus. I. Bd. S. 802–808. Dort findet sieh S. 807–808 die Bemerkung: „Aber der Geist des Lazzaronitums ist doch der Geist jedes vorkapitalistischen Menschen, und nichts anderes als Lazza-ronitum ist es, was uns in allen Arbeitern der frühkapitalistischen Epoche begegnet und was alle Freunde des,industriellen Fortschritts2018 zur Verzweiflung brachte.“ — Hinze: Die Arbeiterfrage bringt S. 62 eine Reihe von Beispielen und sagt: „Die Arbeiter jener Zeit waren zum großen Teil unrationalistisch und unstrebig eingestellt. Es fehlte an geeigneten, unter der Idee des Erwerbstriebes stehenden Arbeitskräften.“Google Scholar
Vgl. auch das oben S. 21–22, 52, 66–67 Gesagte.Google Scholar
Schmoller, G.: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen. In: Zur Sozial- und Gewerbepolitik der Gegenwart. Leipzig 1890 S. 379.Google Scholar
Zehn Jahre Betriebsvertretung 1920–1930. Aus der Praxis des Betriebsrats der Allgemeinen Verlags- und Druckereiges. m. b. H., Abt. W. Büxenstein. Berlin (1930) S. 13.Google Scholar
Z.B. bei Lamouzèle: Précis d’histoire du travail en France. Paris 1923, S. 52 heißt es: „La discipline dans les manufactures était assez sévère.Google Scholar
Vgl. Roesky, E.: Die Verwaltung und Leitung von Fabriken. Leipzig 1878, S. 21–23 u. 114. An ersterer Stelle heißt es: „Wir haben also ein gutes Vorbild für unsere Fabriken, richte man sie nach dem Muster unserer Militärverwaltungen ein und sie werden ebenso Großes leisten, als diese. Der Arbeiter wird sich nicht beschränkt fühlen, wenn er von Oben eine durchdachte Disziplin fühlt, wenn er sieht, daß die getroffenen Anordnungen nicht dazu da sind, ihn zu drücken, sondern ihm seine Arbeit zu erleichtern, seinen Erwerb zu erhöhen.“ Vgl. über Disziplin ebenda S. 38 u. 117–118.Google Scholar
Wie bedeutungsvoll die Angelegenheiten der Disziplin empfunden wurden, ist auch ersichtlich aus den eingehenden Darlegungen über Disziplin von Bourcart, J. J.: Die Grundsätze der Industrie-Verwaltung, Zürich 1874, S. 52, 57–61 u. 93–96. Dort S. 95 schon die Bemerkung: „Die Arbeiter haben auch keine Achtung vor dem Verwalter, der die Disziplin vernachlässigt, d. h., der keine Ordnung hält.“Google Scholar
Honegger, H.: Godin und das Familistère von Guise. Zürich 1919 S. 44.Google Scholar
Park, R. E., und Burgess, E. W.: Introduction to the science of sociology (Chicago 1926) S. 287 sprechen bei der Behandlung der sozialen Kontakte vom „change from concrete and personal to abstract and impersonal relations in economic and social life“, der mit der industriellen Revolution begann.Google Scholar
So heißt es 1845 in dem Vorschlag zu einer Arbeitsordnung: „Der Verlesung muß jeder Arbeiter jeden Morgen beiwohnen“ (Piette, L.: Die Fabrik-Arbeiter. Saarlouis 1845, S. 13).Google Scholar
A documentary history of American industrial society. Edited by John R. Commons and ass. Vol. VII. Cleveland 1910, S. 132–133 zitiert The Harbinger v. 14. Nov. 1846: „A clerk, placed as a watch, observes those who are a few minutes behind the time, and effectual means are taken to stimulate to punctuality. This is the morning commencement of the industrial discipline.“Google Scholar
Akte A 536 K: Fabriks-Angelegenheit 1848/1884 in der Zentralverwaltung. — Punkt 4 der Kontrollordnung lautet: „Von den im Laufe einer Woche Zuspätgekommenen soll des Sonnabends eine Zusammenstellung gemacht und die Namen von 10 Mann derjenigen, welche am meisten zu spät gekommen sind, den Deputierten in der Konferenz angezeigt werden, damit dieselben darauf einwirken können, daß das Verspäten in der Folge möglichst vermieden werde.“Google Scholar
Vgl. hierüber z.B. Hohmann, J.: Die Arbeitertorkontrolle. In: Zeitschr. f. handelswiss. Forschung, 8. Jg. (1913/14) S. 49–81.Google Scholar
Vgl. hierüber z. B. Ramjoué, F.: Die Diebstahlskontrolle in Fabriken. In: Zeitschr. f. handelswiss. Forschung, 19. Jg. (1925) S. 361 ff.Google Scholar
Vgl. z. B. Timmermann, W.: Die Entlöhnungsmethoden in der hannoverschen Eisenindustrie. Berlin 1906 S. 27–37;Google Scholar
Reichelt, H.: Die Arbeitsverhältnisse in einem Berliner Großbetrieb der Maschinenindustrie. Berlin 1906, S. 15–21. — In: Recent economic changes in the United States. New York (McGraw-Hill) 1929, Bd. II S. 522 heißt es: „Die Entlassung (discharge) ist in den meisten Gesellschaften noch das ausschließliche Recht des Meisters, obwohl in einigen die Billigung des Personalleiters erforderlich ist.“Google Scholar
Daß aber auch heute noch oft persönliche Rücksichtnahmen bei Entlassungen erfolgen—zum Teil allerdings auf Veranlassung bzw. mit Hilfe des Betriebsrats —, steht außer Zweifel. Einige Unternehmensleitungen sorgen für ihre Arbeitnehmer auch noch nach der Entlassung. Vgl. z. B. Beushausen, G.: Ein englischer Versuch der Arbeitsbeschaffung für Rationalisierungsentlassene. In: Soziale Praxis, 39. Jg. (1930) Sp. 792–794 (betrifft Bemühungen von Rowntree & Co. Ltd., York).Google Scholar
„... der Streichknabe des Kattundruckers oder der Schuß-Junge des Webers oder das Puppen-Mädchen des Zigarren-Drehers“ (Zeitschrift d. Central-Vereins in Preußen f. d. Wohl d. arb. Klassen, 1. Jg., 1858, S. 31).Google Scholar
Vgl. aus den Veröffentlichungen der jüngeren Zeit u. a.: Die Frauenarbeit in der Metallindustrie. Hrsg. vom Vorstand des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes in Stuttgart (Stuttgart 1930); Handbuch der Frauenarbeit in Österreich. Hrsg. von der Kammer für Arbeiter u. Angestellte in Wien. Wien 1930.Google Scholar
In: Mitteilungen des Intern. Rationalisierungs-Institutes, 4. Jg. (1930), S. 151 heißt es:,,The plant without men steht bekanntlich bereits in Milwaukee und erzeugt Automobil-Chassis.“ — Als einzigen tatsächlich arbeiterlosen Betrieb darf man heute wohl nur den Elektrizitätswerks-Betrieb der Umspannung des elektrischen Stromes bezeichnen.Google Scholar
Heymann, E.: Strukturwandlungen der sozialen Schichtung in Deutschland. In: Der Arbeitgeber, 18. Jg. (1928), S. 543.Google Scholar
In der Abteilung Spiralbohrer-Bau der Fa. R. Stock & Co. in Berlin-Marienfelde werden bei der Weichbearbeitung des Stahls Maschinenautomaten verwandt; auf 75 solcher Automaten kommen ein Einrichter und drei Arbeiterinnen zur Überwachung.Google Scholar
Vgl. Niepel, E.: Die Beschäftigung Blinder in der Industrie. Berlin o. J.; Blinden-Beschäftigung. Kleinbauwerk Siemens-Schuckertwerke A.-G., 6. A., 1929.Google Scholar
In: [König, F. v.:] Ein Jahrhundert Eabrikleben auf dem Lande, ist ein Zettel abgedruckt, welcher eine Bespitzelung beweist. Der Zettel hat folgende Angaben: „1844. 26. Mai. Abends 7 Uhr 40 Min. Peter kommt zum Tore herein. Hanne geht Peter entgegen. Hanne tut freundlich mit Peter. Warum tut Hanne freundlich mit Peter? Ist zu untersuchen.“ — Am gleichen Ort S. 36–39 werden als Gründe für Bestrafungen angeführt: „weil Weg in Kirche über Gras genommen“, „zu zweit auf Abtritt gewesen“, „Lichter mit Fingern ausgelöscht“, „wegen angeblichen Bohrersuchen herumgelaufen“, „Leichenbegängnis, Rausch“, „wegen Schmuserei“, „wegen Heiraten; 12 Stunden gefehlt, auch noch verschlafen“, „bei Kindtaufe zu lang aufgeblieben“, „wegen kleiner Lüge“, „nach Wallfahrt im Wirtshaus hängen geblieben“, „wegen Offenlassens der Türe“, „früh zu lange gedroschen ohne Erlaubnis“, „Rausch bei Kutscher im Stall ausgeschlafen“, „wegen Sonntagsschlägerei“, „wegen Buberei; hat Wechselräder an Drehbank eingehängt, um den Dreher zu erschrecken“, „wegen großer Dummheit“, „Vormittag gewallt, Nachmittag gesoffen“, „wegen schnellen Fahrens mit Karren in Hof“, „dem Kehrer Karl den Besen versteckt“.Google Scholar
So heißt es beispielsweise in einem Artikel „Stadt-Neuigkeiten“ der Zeitung „Berliner Reform“ Nr. 200 v. 12. 8. 1868 (nach einem Auszug bei den Akten der Borsigwerke): „Über die Arbeiterverhältnisse in der Borsigschen Maschinenbauanstalt gehen uns Mitteilungen zu, welche klar darlegen, daß der Druck, der auf die Arbeiter geübt wird, zum allergeringsten Teile von dem eigentlichen Arbeitgeber ausgeübt wird, daß es vielmehr die Mittelspersonen sind, die zwischen Prinzipal und Arbeiter stehen, welchen die vorkommenden Pressionen zur Last fallen. In der Borsigschen Fabrik sind es die sogenannten,Meister’, die aus der Zahl der Arbeiter hervorgegangen, nunmehr über diesen stehen und in ihrer wirklich glänzenden Stellung oft vergessen, daß auch sie einst nur gewöhnliche Arbeiter waren. “Google Scholar
Leiserson, W. M.: Contributions of personnel management to improved labor relations. In: Wertheim lecture series on industrial relations 1928. Harvard University Press 1929, S. 148–149.Google Scholar
Vgl. das oben S. 59 zitierte Wort von Follett über „depersonalizing orders“, das jeden persönlichen Befehl verneint und die Situation befehlen läßt.Google Scholar
Contzen, H.: Über die soziale Bewegung der Gegenwart, Zürich 1876, S. 95 bis 96 sagt, daß durch die „nur zu vielfach vorhandene Unverhältnismäßigkeit von Leistung und Gegenleistung“ „ein verdrossenes Nebeneinander an die Stelle eines frischen Miteinanders getreten, und der feindliche Gegensatz zwischen den Faktoren der Produktion, statt zur Ausnahme, zur Regel geworden ist“.Google Scholar
Leitartikel der ersten Nummer der Werkszeitung der Niederländischen Hefe-und Spiritusfabrik in Delft aus dem Jahre 1882, in dem die Wandlungen in dem Unternehmen zwischen 1870 und 1882 dargelegt werden. Vgl.: Ölfabriken Calvé-Delft: Wohlfahrtseinrichtungen für das Personal (Juli 1925), S. 10. — Bezüglich der Zeit gegen 1870 heißt es in der Schrift „Ein Jahrhundert Fabrikleben auf dem Lande“ S. 60: „Der wechselseitige persönliche Verkehr ist nach wie vor der Kitt, welcher die Intimität der Beziehungen zwischen Brotherrn und Arbeitern forterhält, und es ändert an derselben nichts die Tatsache, wenn Arbeiter anders zum Reichstag wählen als die konservativen Besitzer der Fabrik.“Google Scholar
Vgl. oben S. 59.Google Scholar
Buret, E.: De la misère des classes laborieuses. 2. Bd. Paris 1840, S. 49 sagt treffend: „Les salariés des fabriques... sont entassés dans les mêmes ateliers, les corps se touchent et le tapage des métiers, l’attention physique qu’exige la surveillance des machines, isolent les esprits.Google Scholar
Vgl. auch Brémond, A.: Une explication du monde ouvrier. St. Etienne 1927, S. 24: „La dictature orageuse du fer impose à l’homme, par violence, un silence qui l’isole de son voisin le plus immédiat.“Google Scholar
Während in Frankreich das Problem der „stabilité dans les ateliers“, der „permanence des engagements“ schon seit etwa 1850 durch Le Play und seine Schule fortgesetzt Behandlung fand, ist der Arbeiterwechsel erst in jüngerer Zeit allgemeiner Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen geworden. Vgl. Schmoller, G.: Über Wesen und Verfassung der großen Unternehmungen, S. 395 ff; Ehrenberg, R.: Schwäche und Stärkung neuzeitlicher Arbeitsgemeinschaften. In: Archiv f. exakte Wirtschaftsforschung, 3. Bd. (1911), S. 401–558;Google Scholar
Syrup, F.: Studien über den industriellen Arbeiterwechsel (mit anschließenden Bemerkungen von R. Ehrenberg). In: wie vor 4. Bd. (1912), S. 261–303;Google Scholar
Slichter, S. H.: The turnover of factory labor. New York 1921;Google Scholar
Brissenden, P. F., u. Frankel, E.: Labor turnover in industry. A statistical analysis. New York 1922.Google Scholar
Vgl. auch die seit 1929 in der Monthly Labor Review (Washington) veröffentlichten laufenden statistischen Angaben über labor turnover sowie die Behandlung des Gegenstandes in den zahlreichen Büchern über industrial und labor relations, personnel und labor management, z. B. Hoopingarner, D. L.: Labor relations in industry. Chicago u. New York 1925;Google Scholar
Scott, W. D., u. Clothier, R. C.: Personnel management. Chicago u. New York 1926;Google Scholar
Hackett, J. D.: Labor management. New York 1929, S. 267–352.Google Scholar
Margery, P.: Les institutions de patronage dans une usine de Lyon. In: La Réforme Sociale, Jg. 3, Bd. V (1883), S. 445.Google Scholar
Brunner, J. C.: Die Licht- und Schattenseiten der Industrie. Aarau 1870, S. 76.Google Scholar
Hickmann, H.: Der soziale Krieg. Dresden 1872, S. 25.Google Scholar
Oechelhaeuser, W.: Soziale Tagesfragen. 2. A. Berlin 1889, S. 62.Google Scholar
Die Verhandlungen der Bonner Konferenz für die Arbeiterfrage im Juni 1870. Berlin 1870, S. 66.Google Scholar
Starke Anregungen gingen von der Pariser Weltausstellung des Jahres 1867 aus, die auf Vorschlag Le Plays erstmals Preise verteilte „zugunsten von Personen, Etablissements oder Ortschaften, die durch allgemeine oder besondere Einrichtungen die gute Harmonie unter all denen, welche bei denselben Arbeiten beschäftigt sind, befördert und das materielle, sittliche und intellektuelle Wohl ihrer Arbeiter sichergestellt haben“. Die zu belohnenden Verdienste waren: I. Anstalten zur Fürsorge gegen Not und Verarmung. II. Anstalten zur Beseitigung des Lasters. III. Anstalten zur Hebung des intellektuellen und moralischen Zustands des Arbeiters. IV. Auf die Verbesserung der Lage des Arbeiters abzielende Organisation der Arbeit und der Löhnung. V. Unterstützungen, um den Arbeiter seßhaft zu machen. VI. Angewöhnung an Sparsamkeit. VII. Eintracht zwischen den bei denselben Arbeiten beschäftigten Personen. VIII. Permanenz guter Beziehungen zwischen den bei denselben Arbeiten beschäftigten Personen. IX. Verbindung landwirtschaftlicher und industrieller Arbeiten. X. Eigentum der Wohnungen oder dauernde Mietung. XI. Sorgfalt für die Unverdorbenheit der Mädchen. XII. Rücksicht auf die Pflichten der Hausfrau. XIII: Besondere Verdienste. Vgl. Le Roux, A.: Die Pflege der Eintracht in Fabriken usw. Offizieller Bericht. Stuttgart 1868.Google Scholar
Ehrenberg, R.: Kruppstudien III. In: Archiv f. exakte Wirtschaftsforsch., 3. Bd. (1911), S. 107–109.Google Scholar
La Réforme Sociale, 8. Jg. (2e série t. 5, 1888), S. 108. — In diesem Zusammenhang ist ein Satz von Interesse bei Michelet, J.: Le peuple. Paris 1846, S. 74: „Dans les grandes manufactures, l’ouvrier hait le contremaître dont il subit la tyrannie immédiate; celle du maître, plus éloignée, lui est moins odieuse; à moins qu’on ne lui ait appris à la haïr, il l’envisage comme celle de la fatalité et il ne s’en irrite pas.“Google Scholar
Guérin, U.: Fileur en peigné et régleur de métier de la manufacture du Valdes-Bois. Sammlung: Les ouvriers des deux mondes. 2. sér. fasc. 38 (Paris 1896) S. 81.Google Scholar
Vgl. hierzu Dietrich, R.: Betrieb-Wissenschaft. München u. Leipzig 1914, S. 760–767; Aufgaben und Organisation der Fabrikwohlfahrtspflege in der Gegenwart (Heft 5 der neuen Folge der: Schriften der Zentralstelle für Volkswohlfahrt), Berlin 1910, S. 117–131. Vgl. auch oben S. 58. — Einer der ersten Sozialbeamten war der „Sozialingenieur“ der Niederländischen Preßhefe- und Spiritusfabrik des Herrn J. C. van Marken in Delft, der seit etwa 1880 zunächst allein, sodann wenige Jahre später als Leiter einer Abteilung „Interessen des Personals“ tätig war.Google Scholar
Vgl. Marken, J. C. van: Die soziale Organisation in der Industrie (Delft 1900) S. 59–61;Google Scholar
Ölfabriken Calvé-Delft. Wohlfahrtseinrichtungen für das Personal (1925) S. 41–42.Google Scholar
Aufgaben und Organisation der Fabrikwohlfahrtspflege in der Gegenwart, S. 121.Google Scholar
Meakin, B., u. Katscher, L.: Wohlfahrtsbeamte in Großbetrieben. In: Soziale Kultur, 25. Jg. (1905) S. 695–696.Google Scholar
Vgl. über die Aufgaben des Sozialbeamten auch Wheeler, E. C.: Opportunities of the industrial social secretary. In: Employers and employes. Chicago (1902) S. 163–189.Google Scholar
Eine Geschichte der Werkszeitung ist noch nicht geschrieben. Wegen: „The Lowell Offering“ vgl. Boettiger, L. A.: Employee welfare work. New York 1923, S. 119–120, wegen: „Friedensblatt für unser Haus“ Koenig, R.: Karl Mez. Heidelberg 1881, S. 11–12, wegen: „Der Bergmannsfreund“: Concordia 4. Jg. (1874), S. 41, wegen: „De Fabrieksbode“ die in Fußnote 1 auf Seite 126 zum Schluß genannten beiden Schriften. Vgl. ferner Katscher: Sozialsekretäre S. 8; Dietrich a. a.O. S. 725–733; Employee magazines in the United States. Herausgegeben vom National Industrial Conference Board. New York 1925;Google Scholar
Cestre, Ch.: L’usine et l’habitation onvrière aux Etats-Unis. Paris 1921, S. 253–296: Les revues d’usines aux États-Unis.Google Scholar
Nach Meininghaus, A.: Die sozialen Aufgaben der industriellen Arbeitgeber. Tübinger Diss. 1889 S. 147 hat im Frühjahr 1887 die Fa. Friedr.Krupp in Essen eine „speziell auf Arbeiter berechnete“ Fabrikzeitung ins Leben gerufen, die als erste deutsche Werkszeitung anzusprechen wäre, wenn die heutige Verwaltung dies nicht in Abrede stellen würde. Die heutige Werkszeitung „Kruppsche Mitteilungen“ erscheint allerdings erst seit Januar 1910, die jetzige Beilage „Nach der Schicht“ jedoch schon seit 1901 als „Zeitschrift des Kruppschen Bildungsvereins“.Google Scholar
Winans, W. R. R.: Cooperation through plant publications. In: The Iron Age. Vol. 113 (1924) S. 647.Google Scholar
Industrial Welfare and Personnel Management (London). Vol. 11 (1929) S. 258–259.Google Scholar
The Service Letter on Industrial Relations. (New York) 15. 4. 1930 S. 3.Google Scholar
Employee magazines in the United States. S. 6. Vgl. ebenda S. 5–19 das Kapitel „The function of the employee magazine“.Google Scholar
Arnhold, C.: Die Forderungen der Wirtschaft an den Ingenieur. In: Wege der österreichischen Industrie. Wien 1928, S. 132.Google Scholar
So werden im Kleinbauwerk der Siemens & Schuckert A. G. zu Berlin durch eine Reihe von Lautsprechern musikalische Rundfunkdarbietungen wiedergegeben. (Es heißt jedoch auch, daß auf diese Weise die Möglichkeiten der Unterhaltung eingeschränkt werden sollen.) — Vgl. im übrigen z. B. Clark, K. S.: Music in industry. New York (National Bureau for the Advancement of Music) 1929. — Vgl. auch Efficiency and the beautiful. In: Industrial Welfare and Personnel Management. Vol. XI (1929) S. 378–379; Industrie’s attack on ugliness. In: wie vor S. 401–403.Google Scholar
Vgl. z. B. die in der seit Ende 1929 erscheinenden Zeitschrift „Werk und Beruf“ sich sammelnden Bestrebungen, sowie Albrecht, G.: Artikel „Werksgemeinschaft“ im Handwb. d. Staatswiss. 4. A. Ergbd. S. 945–960.Google Scholar
Vgl. darüber z.B. Vorwerck, K.: Die wirtschaftsfriedliche Arbeitnehmerbewegung Deutschlands. Jena 1926;Google Scholar
Apolant, H. A.: Die wirtschaftsfriedliche Arbeitnehmerbewegung Deutschlands. Berlin 1928.CrossRefGoogle Scholar
Vgl. die literarischen Hinweise in den Fußnoten 2 auf S. 48 u. 2 auf S. 49.Google Scholar
Vgl. Feilchenfeld, W.: Die Gewinnbeteiligung der Arbeiter und Angestellten in Deutschland. Berlin 1922;CrossRefGoogle Scholar
Wendlandt, H.: Die Umsatz-, Gewinn- und Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer in Handel und Industrie. Berlin 1922;Google Scholar
Balderston, C. C.: Managerial profit sharing. New York 1928.Google Scholar
Matschoss: Friedrich Harkort. S. 17.Google Scholar
La Réforme Sociale 19. Jg. (4e série t. 8, 1899) S. 83–84. — Noch aus 1930 ist ein eigenartiger Fall von Prämienversprechen für Werksangehörigkeit zu verzeichnen. Bei Inkrafttreten des französischen Sozialversicherungsgesetzes am 1. Juli 1930 beschloß das Consortium de l’Industrie Textile de Roubaix-Tourcoing jede Lohnerhöhung abzulehnen, dafür jedoch eine Treuprämie (prime- à la fidélité) ab 1. Juli 1930 auszustellen. Diese Prämie sollte dem Jahresbeitrag der Arbeiter und Angestellten auf Grund des Versicherungsgesetzes entsprechen und allen denjenigen zukommen, die ein Jahr ununterbrochener Arbeit in derselben Fabrik nachweisen können. Unter der Betonung, daß der wahre Zweck dieser Prämie nicht ist, die Treue des Arbeiters zu belohnen, sondern seine Unabhängigkeit einzuschränken, hat sich ein Sturm gegen diese Prämie von seiten der Arbeiter und auch von sozialreformatorischer Seite erhoben mit dem Ergebnis, daß eine die Arbeiterschaft befriedigende andere Regelung erfolgte.Google Scholar
Vgl. die gelegentlichen Nachrichten in: Mitteilungen des Internationalen Rationalisierungs-Institutes (Genf, 1930 im 4. Jg.).Google Scholar
Siemens, W. v.: Lebenserinnerungen. 12. A. Berlin 1922, S. 202.CrossRefGoogle Scholar
Günther, A.: Die Wohlfahrtseinrichtungen der Arbeitgeber in Deutschland (Bd. 114 der Schriften des Vereins für Sozialpolitik). Leipzig 1905.Google Scholar
Vgl. z.B. als sozialistische Stimme Düwell, W.: Wohlfahrtseinrichtungen. In: Sozialistische Monatshefte 6. Jg. Bd. 1 (1902). Dort heißt es S. 51: „Solche Einrichtungen sind eine sehr profitable Kapitalanlage, indem durch sie der Arbeiter in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht wird, das die ungehinderte Ausnutzung seiner Arbeitskraft garantiert... diese Einrichtungen bedürfen vielmehr wegen ihrer schädigenden Wirkungen, weil sie zum Teil gegen die guten Sitten verstoßen, dringend der gesetzgeberischen Regelung... Die Freiheit, seine Arbeitskraft zu verwenden, wie er will, wird dem Arbeiter genommen, weil der Unternehmer in den Wohlfahrtseinrichtungen ein Mittel zur Verfügung hat, ihn durch Beraubung von Rechten, die er durch materielle Aufwendungen erlangt hat, zu schädigen“, weil der Arbeiter durch Eingehung eines Arbeitsverhältnisses oft zu Beitragszahlungen an bestimmte Kassen verpflichtet wird.Google Scholar
Schmoller, G.: Die Natur des Arbeitsvertrags und der Kontraktbruch. In: Zeitschrift f. d. ges. Staatswiss. 30. Jg. (1874) S. 492 sagt treffend: „Dem Arbeiter kreditieren, in der Absicht, ihn dadurch von sich abhängig zu machen, dürfte wohl unbedingt als verwerflich zu bezeichnen sein, wie denn das gesetzliche Verbot der Beschlagnahme unverdienten Arbeitslohnes gerade von dem Gesichtspunkt der Verderblichkeit eines solchen Kreditierens ausgeht und dem Kreditgeber die Macht über den Arbeiter nehmen soll. Dagegen kann die Tendenz, Arbeiterwohnungen zu bauen und sie an die Arbeiter des Geschäfts mit der Absicht zu vermieten, durch drohende sofortige Kündigung und Exmittierung aus der Wohnung im Falle der Lösung des Arbeitsverhältnisses den Arbeiterstand zu binden, nicht unter allen Umständen verurteilt werden, so sehr die Sozialdemokratie dagegen deklamiert.“Google Scholar
Matschoss, C.: Geschichte der Firma Gebrüder Sulzer. Berlin 1910, S. 88.Google Scholar
Vgl. auch van den Boom, E.: Fünfundzwanzig Jahre Fabrikinspektion. In: Soziale Kultur 25. Jg. (1905) wo es S. 347 heißt: „Bei der vielfach herrschenden Abneigung der Arbeiter gegen Wohlfahrtseinrichtungen sehen manche Arbeitgeber in den letzten Jahren von der Schaffung derselben ab. Frischweg schrieb ein Arbeitgeber unter den von ihm mit Nullen verzierten Fragebogen der Fabrikinspektion:,Die besten Wohlfahrtseinrichtungen sind hohe Löhne; ich zahle sie.’ Die badische Fabrikinspektion führt eine Reihe weiterer ähnlicher Äußerungen an und schreibt dann:,Diese von des Gedankens Blässe nicht angekränkelte Empirie sagt viel Weises und Wahres: angemessene Entlohnung, gute Behandlung, hygienisch auf der Höhe stehende Betriebsstätten, mäßige Arbeitszeit und uneingeschränkte, Selbständigkeit der Arbeiter außerhalb des Betriebes — nur wo diese Vorbedingungen gegeben sind, werden sich echte Wohlfahrtseinrichtungen entwickeln, bei denen man weder nach den inneren Motiven der Darbietung zu fragen nötig hat, noch daran denken kann, von drückenden Fesseln zu sprechen’“.Google Scholar
Die Geschichte der Industriewohlfahrtseinrichtungen ist noch nicht geschrieben, obwohl ein sehr reichhaltiges Material vorliegt in Büchern und Zeitschriften. Vgl. z. B. Villermé, M.: Tableau de l’état physique et moral des ouvriers employés dans les manufactures de coton, de laine et de soie. 2 Bde. Paris 1840 (V. spricht z.B. Bd. I S. 60 von Betriebsärzten, S. 317 von Betriebskrankenkassen);Google Scholar
De Gerando: Des progrès de l’industrie. Paris 1841.;Google Scholar
Le Roux, A.: Die Pflege der Eintracht in Fabriken usw. Stuttgart 1868; Die Beteiligung des Großherzogtums Baden an der Universalausstellung zu Paris im Jahre 1867. Karlsruhe 1867. (Vgl. dort z. B. S. 39–41 die Darstellung betr. die Firma Mannheimer Spiegel-Manufaktur, die u. a. eine katholische und eine protestantische Kirche errichten ließ);Google Scholar
Böhmert, V.: Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen in der Schweiz. 2 Bde. Zürich 1873;Google Scholar
Post und Albrecht: Musterstätten persönlicher Fürsorge von Arbeitgebern für ihre Geschäftsangehörigen. 2 Bde. Berlin 1889 bzw. 1893;Google Scholar
Depuhl: Industrielle Wohlfahrtspflege in Geschichte und Gegenwart: In: Freie Wohlfahrtspflege Januar 1929; Von Zeitschriften vgl. insbesondere: Mitteilungen des Central-Vereins für Preußen für das Wohl der arbeitenden Klassen. 1849–1855; Zeitschrift des Central-Vereins in Preußen für das Wohl der arbeitenden Klassen. 1858–1861; Der Arbeiterfreund. Zeitschrift des Central-Vereins, wie vor. 1863 bis 1914; Concordia. Zeitschrift für die Arbeiterfrage. 1871–1876; Zeitschrift der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen. 1894–1920; La Réforme Sociale. Seit 1881. — Von Sammlungen vgl. u. a. Les Ouvriers des deux Mondes (Paris).Google Scholar
Zitiert von Boettiger, L. A.: Employee welfare work. New York 1923, S. 77–78.Google Scholar
Zitiert von Katscher, L.: Englische Gartenstädte. In: Der Arbeiterfreund 42. Jg. (1904), S. 417.Google Scholar
Proud, E. D.: Welfare work. London 1916. Anhang.Google Scholar
Frief: Die wirtschaftliche Lage der Fabrikarbeiter in Schlesien und die zum Besten derselben bestehenden Einrichtungen. Breslau 1876, S. 191.Google Scholar
Mieck, P.: Die Arbeiter-Wohlfahrts-Einrichtungen der industriellen Unternehmer in Rheinland und Westfalen. Berlin 1904.Google Scholar
Vgl. über betriebliche Sozialpolitik und soziale Betriebspolitik, Geck: Staatliche Sozialpolitik — Gesellschaftspolitik — Betriebliche Sozialpolitik. In: Soziale Praxis 40. Jg. (1931).Google Scholar
Boettiger a. a. O. S. 268.Google Scholar
Im Schlierbacher Fabrikboten Nr. 9 vom 16. Februar 1889 heißt es: „... eifrig Zimmerturnen getrieben. Täglich balgen sich drei Abteilungen von zehn bis vierzehn Mann je eine halbe Stunde mit eisernen Hanteln und hölzernen Stäben herum, strecken und biegen die Beine auf Kommando nach allen Richtungen.“Google Scholar
Post und Albrecht a. a. O., Bd. II, 1. Teil S. 161–162.Google Scholar
So z. B. die Schulen von Joh. Quistorp um 1860 (vgl. Concordia 3. Jg., 1873, S. 73–74) und J. C. van Marken um 1885 (vgl. van Marken, J. C.: Die soziale Organisation in der Industrie. Delft 1900. S. 37–39).Google Scholar
Mitteilungen des Central-Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen. 7. u. 8. Lieferung, 1850, S. 141–144.Google Scholar
Vgl. Geck: Der Sozialingenieur. In: Technik und Wirtschaft 23. Jg. (1930), S. 193–194.Google Scholar
Frankel, L. K. und Fleisher, A.: The human factor in industry. New York 1924, S. 1–2.Google Scholar
Scott, W. D. und Clothier, R. C.: Personnel management. Chicago und New York 1926, S. 6–8.Google Scholar
Der bisher einzige Versuch einer Darstellung der Entwicklungsgeschichte sozialer Betriebspolitik ist die Skizze von Leiserson, W. M.: Contributions of personnel management to improved labor relations. In: Wertheim Lecture Series on Industrial Relations. Harvard University Press 1929, S. 129–135.Google Scholar
Vgl. Putnam, M. L.: Improving employee relations. A plan which uses data obtained from employees. In: The Personnel Journal. Vol. 8 (1929/30), S. 314 bis 325. Vgl. hier auch vol. 9 (1930/31) S. 281–289: Richards, John R.: Interviewing industrial employees.Google Scholar
Vgl. Landmann, H.: Betriebspolitik. In: Der Arbeitgeber 20. Jg. (1930), S. 61–67 und S. 90–95.Google Scholar
Derselbe: Die betriebspolitischen Bestrebungen der Borsig-Werke. In: Probleme der sozialen Betriebspolitik. Hrsg. von G. Briefs. Berlin 1930, S. 37–57.Google Scholar
Michelet, J.: Le peuple. Paris 1846, S. 72–73 sagt: „Ce qui est curieux à observer, c’est que les seuls (bien peu nombreux) qui se préoccupent du sort de l’ouvrier, ce sont parfois de très petits fabricants qui vivent avec lui d’une manière patriarcale, ou bien au contraire les très-grandes et puissantes maisons, qui s’appuy-ant sur des fortunes solides, sont à l’abri des inquiétudes ordinaires du commerce. Tout l’intervalle moyen est un champ de combat sans pitié.“ Das ist nicht ganz richtig. Es lassen sich Unternehmer der verschiedenen Industrien mit verschiedener Betriebsgröße und Kapitalfähigkeit nachweisen, die am Schicksal ihrer Arbeiter Anteil nahmen.Google Scholar
Bei Hutt, W. H.: The factory system of the early 19th century. In: Economica. März 1926 S. 92 heißt es übrigens: „The chief obstacle to amelioration appears to have been apathy — the apathy of ignorance — rather than the cupidity of manufacturers. Masters and men, particularly the men, simply could not be brought to believe that certain practices were dangerous or injurious to health. The operatives were very slow to learn.Google Scholar
Nicht ganz mit Unrecht ist bei Engels, Friedrich: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. 2. A. Stuttgart 1892, S. 152 die Rede vom „Anfange der Fabrikindustrie, wo die meisten Fabrikanten Emporkömmlinge ohne Bildung“ waren.Google Scholar
v. Plener, E.: Die englische Fabrikgesetzgebung. Wien 1871, S. 1–2.Google Scholar
Soziale Praxis 19. Jg. (1910), S. 1114 berichtet, daß ein Arbeitgeber, der einer Arbeiterin das Sprechen mit den Kameradinnen bei der Arbeit verboten und sie wegen Übertretung dieses Verbots ohne Kündigungsfrist entlassen hatte, vom Gewerbegericht zum Ersatz des Lohnentganges während der Kündigungsfrist verurteilt wurde, weil gelegentliches Reden während der Arbeit trotz eines allgemeinen Unterhaltungsverbots keinen Grund zu sofortiger Entlassung sei.— Unterhaltungsverbote sollen heute noch in den Vereinigten Staaten von Amerika bestehen. Vgl. hierzu die grundsätzlichen Bemerkungen bei Watts, E.: Die psychologischen Probleme der Industrie. Berlin 1922, S. 148.Google Scholar
Art’l, H. St.: Richard Roesicke, Berlin 1904, S. 16–17.Google Scholar
Herkner, H.: Die Arbeiterfrage. 8. A. 1. Bd. Berlin und Leipzig 1922, S. 428 bzw. Günther, A., a. a. O. S. 156 und weiter S. 151–163. — Vgl. aber auch die Erklärung Robert Boschs aus dem Erühjahr 1913: „Ich sehe mich zu der Erklärung veranlaßt, daß es mir gleichgültig ist, ob die bei mir beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen organisiert sind oder nicht und welcher Organisation sie angehören. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß in dieser Hinsicht ein jeder tun oder lassen kann, was er für gut hält.“ Zitiert von Debatin, O.: Wie man im Hause Bosch denkt. In: Werk und Beruf 2. Jg. (1930), S. 108.Google Scholar
Vgl. oben S. 96–97. — Gelegentlich haben auch Kommunen in die Betriebsfreiheit eingegriffen. So befahl — da es auffiel, daß Spinnerinnen oft Knaben, Spinner oft Mädchen als Rattacheure wählten —, der Bürgermeister von Amiens 1821 durch Verordnung den Spinnern und Spinnerinnen der Manufakturen, als Hilfskräfte nur solche des gleichen Geschlechts zu nehmen, um der Verführung und dem Mißbrauch der Abhängigkeit vorzubeugen (Villermé a.a.O. S. 292–293).Google Scholar
Vgl. z. B. Bauer, St.: Artikel „Arbeiterschutzgesetzgebung“. In: Handwb. d. Staatswiss. 4. A. I. Bd. (1923); Sinzheimer, H.: Artikel „Arbeitsrecht“. Ebenda;Google Scholar
Köttgen, A.: Artikel „Gewerbegesetzgebung“. Ebenda IV. Bd. (1927);Google Scholar
Hutchins, B. L. and Harrison, A.: A history of factory legislation. Westminster 1903; Handbuch des Arbeiterschutzes und der Betriebssicherheit. Hrsg. von Fr. Syrup. 3 Bde. Berlin (1927).Google Scholar
Vgl. Die Arbeitsaufsicht. Ihre Entwicklung und derzeitige Lage in verschiedenen Ländern. Genf 1923; Weyer, O. W.: Die englische Fabrikinspektion. Tübingen 1888;Google Scholar
Poerschke, St.: Die Entwicklung der Gewerbeaufsicht in Deutschland. 2. A. Jena 1913;Google Scholar
Raab, F. und Meyer, W.: Die Organisation der staatlichen Gewerbeaufsicht. Sonderheft der Zeitschrift „Reich und Länder“. Stuttgart und Berlin 1928;Google Scholar
Durand, E.: L’inspection du travail en France de 1841 à 1902. Paris 1902.Google Scholar
Esche, A.: Die Gewerbeaufsicht. In: Der Arbeiterfreund. 43. Jg. (1905), S. 273.Google Scholar
Preller, L.: Arbeitnehmer in der Gewerbeaufsicht. In: Gewerkschafts-Zeitung. 39. Jg. (1929), S. 338–342;Google Scholar
Derselbe: Mittlere Gewerbeaufsichtsbeamten im Freistaat Sachsen. In: Die Soziale Praxis. 39. Jg. (1930), Sp. 618–622.Google Scholar
Die durch Lohnangelegenheiten gegebenen sozialen Verhältnisse im Betrieb, bedürfen in einer geschichtlichen Darstellung zur Betriebssoziologie besonderer Betrachtung, die jedoch hier wegen des Fehlens von Vorarbeiten nicht geboten werden kann. Einiges Material bieten die „Untersuchungen über die Entlöhnungsmethoden in der deutschen Eisen- und Maschinenindustrie“, herausgegeben im Namen des Zentralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen. Berlin 1906 ff., z.B. Jeidels, O.: Die Methoden der Arbeiterentlöhnung in der rheinischwestfälischen Eisenindustrie. Berlin 1907.Google Scholar
Vgl. z. B. die Unternehmerauffassungen von F. Harkort, daß alls Arbeiten soweit wie möglich in Akkord zu vergeben sind, „wodurch die Aufsicht weniger mühsam wird“ (Matschoss: Friedrich Harkort, S. 17) und der Inhaber der Firma König & Bauer bezüglich ihrer Abneigung gegen den Einzelakkord: „Derselbe, meinen sie, führe zu rücksichtslosem Egoismus und zerstöre jeden Gemeingeist; er bilde eine unversiegbare Quelle von Zwistigkeiten zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmern, noch mehr aber eine ewige Quelle des gegenseitigen Haders und Neides unter den letzteren selbst; er demoralisiere, weil er jeden lediglich zur Mehrung des eigenen persönlichen Gewinnes antreibe und dabei zur äußersten Rücksichtslosigkeit gegen den Arbeitgeber, noch mehr aber gegen seine Mitarbeiter veranlasse, zu einer Rücksichtslosigkeit, wozu ja überhaupt der Mensch nur allzu viel Anlage besitze“ (Emminghaus, A.: Gruppenakkorde in Fabriken. In: Der Arbeiterfreund 9. Jg., 1871, S. 4–5). Eine manche Reibungen ausschaltende Akkordordnung hatte z. B. um 1870 die Firma K. & Th. Möller zu Brackwede. Es gab dort neben Akkorden auf Grund von Akkordtabellen mündlich zwischen Meistern und Arbeitern vereinbarte Akkorde; diese wurden sofort in ein Akkordbuch eingeschrieben, wobei sich die Arbeiter von der Richtigkeit der Eintragung auf der Stelle überzeugen durften. Vor Abgabe von Offerten zu größeren Arbeiten verabredete die Firma nicht selten die Akkordsätze mit ihren Arbeitern und reichte auf Grund dieser Vereinbarung die Offerte ein, wie sie auch bei größeren Aufträgen schriftliche Verträge mit den Arbeitern abschloß. Mit Hilfe eines Akkordregulierungsbuches fand eine Nachprüfung der Akkordverdienste statt, um einen Maßstab für die Richtigkeit der Akkordsätze zu haben, wobei man von der Erwägung ausging, daß der Akkordverdienst pro Stunde 25 bis 50 Prozent höher sein müsse als der Stundenlohn betragen haben würde.Google Scholar
Vgl. Möller, K.: Über die Arbeiterverhältnisse der Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Gießerei von K. & Th. Möller zu Brackwede bei Bielefeld. In: Der Arbeiterfreund 10. Jg. (1872), S. 157–158.Google Scholar
Vgl. z.B. Michels, R.: Psychologie der antikapitalistischen Massenbewegungen. In: Grundriß der Sozialökonomik IX. Abtig., I.Teil. Tübingen 1926, S. 311–312; Engels, F., a.a.O. S. 223–225.Google Scholar
So äußerte sich zurzeit eines großen Ausstandes westfälischer Bergarbeiter um 1890 ein Unternehmervertreter, ein Bergassessor (Art’l a. a. O. S. 25).Google Scholar
Vgl. hierzu z. B. Legien, C.: Tarifgemeinschaften und gemeinsame Verbände von Arbeitern und Unternehmern. In: Sozialist. Monatshefte 6. Jg., Bd. 1 (1902), S. 27 ff.Google Scholar
Vgl. außer den laufenden Berichten seit 1925 im American Federationist über B. & O. Railroad die von der American Federation of Labor, Washington, 1925 herausgegebene Broschüre: Union Management Cooperation; über Mitten Mahon Agreement zwischen T. E. Mitten sowie A. A. Mitten von der Philadelphia Rapid Transit Company und W. D. Mahon sowie O. L. Mahon von der Amalgamated Association of Street and Electric Railway Employes of America vgl. Service Talks (herausgegeben vom Mitten Management, Inc.) 27. März 1928. Vgl. auch die kritische Darstellung zum M. M. Vertrag in Locomotive Engineers Journal. Vol. 63 (Cleveland 1929), S. 186.Google Scholar
Mitteilungen des Intern. Rationalisierungs-Institutes 4. Jg. (1930), S. 87. Vgl. ebenda S. 192–193. — Vgl. auch die ausführlichen Darlegungen in drei Aufsätzen des American Federationist. Vol. 37 (1930), S. 281–301.Google Scholar
Mitteilungen des Intern. Rationalisierungs-Institutes 4. Jg. (1930), S. 87. Vgl. ebenda S. 192–193. — Vgl. auch die ausführlichen Darlegungen in drei Aufsätzen des American Federationist, vol. 37 (1930), S. 281–301.Google Scholar
Über closed shop vgl. z. B. Stockton, Frank T.: The closed shop in American trade unions. Baltimore 1911 (Johns Hopkins University Studies, series 29 no. 3).Google Scholar
Das brachte noch im Juni 1930 zum Ausdruck ein Artikel von Gewerkschaftspräsident W. Green im American Federationist S. 662–665.Google Scholar
Vgl. Weber, Adolf: Artikel „Arbeitskämpfe“ im Handwb. d. Staatswiss. 4. A. 1. Bd. S. 765–788.Google Scholar
Vgl. z. B. Turmann, Max: L’actionnariat syndical en Belgique, en France en Allemagne, et en Espagne. In: Revue Internationale du Travail. Vol. XII (1925), S. 399–413.Google Scholar
Dieses und jenes ist bereits früher berührt worden, wie z. B. die französischen Kommanditgruppen und Arbeitskommanditen.Google Scholar
Vgl. Lederer, M.: Das österreichische Gesetz zum Schutz der Arbeits- und Versammlungsfreiheit. In: Soziale Praxis. 39. Jg. (1930), Sp. 475–480.Google Scholar
Vgl.: Aus dem Tagebuch eines Betriebsrats (herausgegeben vom Deutschen Textilarbeiter-Verband). Berlin 1925; Zehn Jahre Betriebsvertretung, 1920–1930 (Aus der Praxis des Betriebsrates der Firma W. Büxenstein). Berlin 1930.Google Scholar
Vgl. Der Kommunismus in den Betrieben. In: Der Arbeitgeber. 20. Jg. (1930) S. 573–576 u. 626–631; v. Pustau: Die kommunistische Werkfragen-und Gewerkschaftspolitik. Berlin 1929.Google Scholar
Vgl. einiges z. B. bei Bernays, M.: Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft der geschlossenen Großindustrie (Schriften des Vereins für Sozialpolitik. 133. Bd.). Leipzig 1910 S. 182–186.Google Scholar
Vgl. z.B.: Das Akkordmeister-System. In: Concordia. 1. Jg. (1871), S. 69 bis 70; Reichelt, H.: Die Arbeitsverhältnisse in einem Berliner Großbetrieb der Maschinenindustrie. Berlin 1906, S. 43–48.Google Scholar
Vgl. Emminghaus, A.: Gruppenakkorde in Fabriken. In: Der Arbeiterfreund, 9. Jg. (1871), S. 1–13;Google Scholar
Bernhard, L.: Die Akkordarbeit in Deutschland. Leipzig 1903;Google Scholar
Schloss, D. F. u. Bernhard, L.: Handbuch der Löhnungsmethoden. Leipzig 1906;Google Scholar
Lytle, Ch. W.: Wage incentive methods. New York 1929;Google Scholar
Balderston, C. C.: Group incentives; some variations in the use of group bonus and gang piece work. Philadelphia 1930;Google Scholar
Scheffler, P.: Gruppenarbeit. Berlin 1927 (juristisch). — Als Beispiel der Stellung eines Unternehmers zur Frage der akkordierten Gruppenarbeit sei die Äußerung des Herrn P. König von der Firma König & Bauer aus dem Jahre 1869 angemerkt: „Mag sein, daß der Arbeiter im Einzelakkord bisweilen mehr verdient, wenn er speziell in seiner Arbeit alle Vorteile erlangt hat; aber er sorgt nur für sich, gleichgültig, ob sein Nachbar, ob das Ganze dabei aufgehalten und geschädigt wird. Anders beim Gruppenakkord. Jeder ist getrieben, nicht nur die eigene Arbeit zu fördern, sondern auch Alles, was in seinen Kräften steht, zu tun, damit die Arbeit der Anderen gleichfalls möglichst gefördert werde. Dies bewirkt, daß jeder Einzelne nicht nur intensiver, sondern auch umsichtiger arbeitet; das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen Interesses spornt jeden Einzelnen zu erweiterter geistiger Tätigkeit an; mit einem Worte, das richtige und rechtzeitige Ineinandergreifen aller Faktoren des ganzen Betriebes wird in weit höherem Maße gefördert, als beim Einzelakkord. Hierin liegt der Schwerpunkt des Generalakkordes“ (Emminghaus a. a. O. S. 9).Google Scholar
Vgl. hierüber die allerdings mehr auf ein Seinsollen abzielenden Ausführungen von Alfred Striemer: Die Gewerkschaften in der Werkpolitik. Werkgemeinschaften der Gewerkschaften und Betriebsräte. In: Borsig-Zeitung Jg. 1930, Nr. 5/6, S. 44–45.Google Scholar
In einer geschichtlichen Einführung in die spezielle Betriebssoziologie — die sich mit den betriebssozialen Verhältnissen einzelner Industrien und verschiedener Länder befaßt — hätten noch manche Dinge Platz zu finden, wie z. B. die Umwandlung der mittelalterlichen gewerklichen Arbeitsgenossenschaften in die neuzeitlichen kapitalistischen Berggewerkschaften, die Wandlungen im bergbaulichen Gedingewesen, die besondere Entwicklung der betriebssozialen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten von Amerika usw. Vgl. zum ersten Thema insbesondere Schmoller: Die geschichtliche Entwicklung der Unternehmung IX u. X. In: Jahrb. f. Gesetzg., Verw. u. Volksw. 15. Jg. (1891).Google Scholar
Geck L.H.A. (1931) Wandlungen in der betrieblichen Personalverfassung sowie in den einzelnen sozialen Prozessen und Beziehungen des Betriebs seit dem Hereinbrechen der industriellen Revolution. In: Die sozialen Arbeitsverhältnisse im Wandel der Zeit. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-94247-1_3
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