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Timestamp: 2020-08-10 22:29:14
Document Index: 361969071

Matched Legal Cases: ['Art. 15', 'Art 23', '§ 175', '§ 175', 'Art. 23', '§ 1', '§ 2', 'Art 11', 'Art. 23', 'Art. 15', 'Art. 23', '§ 32', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', '§ 3', '§ 50', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 25', '§ 34', '§ 175', '§ 68', 'Art. 23', 'Art. 23', '§ 34', 'Art. 23', '§ 34', '§ 68', 'Art. 23', 'Art. 1', 'Art. 23', '§ 175', '§ 175', '§ 36', '§ 38', '§ 175']

BFH, 11.06.1996 - I R 8/96 - dejure.org
BFH, 11.06.1996 - I R 8/96
https://dejure.org/1996,1101
BFH, 11.06.1996 - I R 8/96 (https://dejure.org/1996,1101)
BFH, Entscheidung vom 11.06.1996 - I R 8/96 (https://dejure.org/1996,1101)
BFH, Entscheidung vom 11. Juni 1996 - I R 8/96 (https://dejure.org/1996,1101)
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DBA-USA 1989 Art. 15, Art 23 Abs. 2, AO 1977 § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
DBA-USA: »subjecttotaxclause«
Versteuerung in den USA - Änderung des inländischen Steuerbescheids
§ 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO
Doppelbesteuerung; Auslegung von Art. 23 Abs. 2 Satz 2 DBA-USA 1989 als ,,subject - to-tax-clause''
EStG § 1 Abs 1, EStG § 2 Abs 2, DBA-USA Art 11 Abs 2 Buchst a
Arbeitnehmer; Doppelbesteuerung; Urlaub; USA
FG Schleswig-Holstein, 05.12.1995 - IV 251/93
BFHE 181, 125
BB 1996, 1062
BB 1996, 2395
DB 1996, 2370
BStBl II 1997, 117
Dieses Verständnis steht in Übereinstimmung mit der - auch aus Sicht des Senats zutreffenden - Auslegung des Art. 23 Abs. 3 DBA Kanada 1981 durch den Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 17. Oktober 2007 - I R 96/06, BFHE 219, 534; vgl. auch BFH, Urteil vom 11. Juni 1996 - I R 8/96, BFHE 181, 125).
Die steuerfreien Einkünfte aus unselbständiger Arbeit i.S. des Art. 15 DBA-USA 1989, die nach Art. 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. a Satz 1 DBA-USA 1989 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen werden, sind im Rahmen des Progressionsvorbehalts nach § 32b EStG 2002 bei der Ermittlung des Steuersatzes zu berücksichtigen (Senatsurteile vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BFHE 181, 125, BStBl II 1997, 117; in BFHE 215, 130, BStBl II 2007, 756).
Während die Finanzverwaltung (Oberfinanzdirektion --OFD-- München vom 10. Mai 1995, Recht der Internationalen Wirtschaft/ Außendienst des Wirtschaftsberaters --RIW-- 1995, 614; OFD Düsseldorf vom 11. Dezember 1996, 1nternationales Steuerrecht --IStR-- 1997, 53) in Übereinstimmung mit Teilen der Literatur (…Grotherr in Becker/Höppner/Grotherr/Kroppen, DBA-Kommentar, Art. 23 DBA-Kanada Rz. 41, 43; ders., Internationale Wirtschaftsbriefe --IWB--, Fach 3 Gr. 2 S. 689 ff.;… Wacker/Seibold in Festschrift für L. Fischer, 1999, 285, S. 291; Valová/ Bodenloher/Koch, IStR 2002, 405; Menck, Intertax 1982, 417, 421) Art. 23 Abs. 3 DBA-Kanada 1981 als Rückfallklausel auffasst, hält die Gegenauffassung (…Wassermeyer, Steuerberater-Jahrbuch --StbJb-- 1997/1998, S. 531 f.; FW, IStR 1998, 84;… Wassermeyer in Debatin/Wassermeyer, a.a.O., Art. 23 DBA-Kanada Rz. 143; Hey, RIW 1997, 82, 84; Da, IStR 1994, 166, 167 f.;… Vogel, Beihefter zu IStR 1997, Heft 24, S. 8 ff.) einen Umkehrschluss hinsichtlich des Regelungsgehaltes der Vorschrift für unzulässig.
Für diese Auslegung spricht auch der Umstand, dass sie die Anwendungsbereiche des Art. 23 Abs. 3 DBA-Kanada 1981 und des Abschn. 13 Buchst. b des Protokolls sinnvoll voneinander abgrenzt, während ansonsten die letztgenannte Vorschrift leer laufen würde (Wassermeyer, StbJb 1997/1998, S. 531, 532, und Hey, RIW 1997, 82, 84, jeweils zum DBA-USA 1989; FW, IStR 1998, 84 f.).
Insoweit werde auf das BFH-Urteil vom 27. August 1997 I R 127/95 zu der entsprechenden Klausel in Art. 23 Abs. 3 DBA-Kanada 1981 sowie auf die in der Literatur vertretenen Ansichten verwiesen (F. Hey, RIW 1997, 82, 83, Beispiel 3, Urteil des Finanzgerichts München vom 11. Oktober 1995, 7 K 3474/93, EFG 1996, 244, Da, IStR 1994, 166; Weitbrecht, IStR 2010, 825, 827 ff, Lüdicke, IStR 2013, 721, 724 f, Gebhardt/Reppel, IStR 2013, 760, 765;… Lüdicke zustimmend auch Heinicke in Schmidt, EStG, 34. Auflage 2015, § 3, S. 95, Stichwort Doppelbesteuerungsabkommen; zur entsprechenden Problematik bei § 50d Abs. 9 Satz 1Nr.
Absatz 21 des Protokolls vom 29. August 1989 anläßlich der Unterzeichnung des Abkommens ergänzt Art. 23 Abs. 2 Satz 2 DBA-USA 1989 dahingehend, dass die Bundesrepublik die Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung nach Art. 23 Abs. 2 Buchst. b und nicht durch Steuerbefreiung nach Art. 23 Abs. 2 Buchst.a DBA-USA 1989 vermeidet, wenn (aa) die Vertragsstaaten Einkünfte unterschiedlichen Abkommensbestimmungen zuordnen und dieser Konflikt sich nicht durch ein Verfahren nach Art. 25 DBA-USA 1989 regeln läßt und (bb) wenn aufgrund dieser unterschiedlichen Zuordnung oder Zurechnung die betreffenden Einkünfte in den Vereinigten Staaten unbesteuert blieben und in der Bundesrepublik von der Steuer befreit bleiben (vgl. BFH-Urteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BStBl II 1997, 117).
Soweit der BFH in seinem Urteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96 (BFHE 181, 125, BStBl II 1997, 117) für den Fall des § 34 c des Einkommensteuergesetzes (EStG) die Anwendbarkeit des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO bejahe, beruhe dies allein auf der Sonderregelung des § 68 c Abs. 2 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) in der bis 20. Oktober 1995 geltenden Fassung.
Durch sein Urteil in BFHE 181, 125, BStBl II 1997, 117, hat der BFH entschieden, dass auf Einkünfte, die nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und einiger anderer Steuern vom 29. August 1989 - DBA-USA 1989 - (BGBl. II 1991, 354, BStBl I 1991, 94) in den USA steuerpflichtig sind, aber nur deshalb dort nicht versteuert werden, weil der Steuerpflichtige in den USA keine Steuererklärung abgibt, im Inland nicht die Freistellungsmethode (Art. 23 Abs. 2 Buchst. a DBA-USA 1989), sondern die Anrechnungsmethode (Art. 23 Abs. 2 Buchst. b DBA-USA 1989) anzuwenden ist.
Das BFH-Urteil in BFHE 181, 125, BStBl II 1997, 117, bezieht sich nicht (ausschließlich) auf § 34 c EStG, sondern nimmt über Art. 23 Abs. 2 Satz 2 DBA-USA auch zur Freistellung von Einkünften aus Quellen in den USA Stellung, die sich nicht nach § 34 c EStG regelt und für die deshalb auch § 68 c EStDV a.F. nicht einschlägig sein kann (so auch Jülicher, ZEV 1999, 80).
Unbeantwortet bleiben kann auch, ob es sich bei der kanadischen Besteuerung um eine solche tatsächlicher Art handeln muß, oder ob es genügt, wenn die betreffenden Gewinne oder Einkünfte ihrer Art nach der kanadischen Besteuerung unterlegen haben (…vgl. zu den Problemen allgemein Grotherr in Becker/Höppner/Grotherr/Kroppen, DBA-Kommentar, Art. 23 DBA-Kanada, Rz. 43, und in Internationale Wirtschafts-Briefe --IWB--, Fach 3 Deutschland Gruppe 2, 689; Da, Internationales Steuerrecht --IStR-- 1994, 166; Hey, Recht der Internationalen Wirtschaft --RIW-- 1997, 82;… Wolff in Debatin/Wassermeyer, DBA-USA, Art. 1 Rz. 13; s. auch Senatsurteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BFHE 181, 125, BStBl II 1997, 117).
Von daher ist es nicht möglich, den betreffenden Gewinn "zu sezieren und in seine Einzelteile zu zerlegen" (so --mit gleichem Ergebnis-- Hey, RIW 1997, 82, 83; Grotherr, IWB, Fach 3 Deutschland Gruppe 2, 689, 699 ff., 705 f.; vgl. auch Da, IStR 1994, 166); die tatsächliche Besteuerung jeglicher Teile der im Rahmen einer Einkunftsart zu erfassenden Gewinne oder Einkünfte für die Anwendung von Art. 23 Abs. 3 DBA-Kanada ist nicht erforderlich.
Gewinne oder Einkünfte einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Person gelten nach Satz 2 dieser Regelung als aus Quellen in den Vereinigten Staaten stammend, wenn sie in Übereinstimmung mit diesem Abkommen in den Vereinigten Staaten besteuert werden (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BFHE 181, 128, BStBl II 1997, 117).
In der Durchführung einer Erstattung läge ggf. ein Ereignis, das gemäß § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zurückwirken und eine Änderung des im vorliegenden Verfahren angefochtenen Bescheids rechtfertigen würde (BFH-Urteil vom 16. Juni 1996 I R 8/96, BStBl II 1997, 117 zu II. 2. a.E.; vgl. in diesem Zusammenhang: § 175 Abs. 2 Satz 2 AO in der Fassung von Artikel 8 Nr. 6 des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Recht und zur Änderung weiterer Vorschriften [Richtlinien-Umsetzungsgesetz -EURLUmsG-] vom 9. Dezember 2004, BGBl. I 2004, 3310).
Demzufolge verändert die (erstmalige) Festsetzung und/oder die Zahlung einer ausländischen Steuer wie auch jede Änderung und ebenso die Feststellung, dass eine Erstattung nicht erfolgt (weil die ausländische Steuer keinem Ermäßigungsanspruch mehr unterliegt), den im ursprünglichen Zeitpunkt der Entstehung der Steuer (§ 36 Abs. 1 EStG in Verbindung mit § 38 AO) verwirklichten Sachverhalt zur Anrechenbarkeit/Abzug der ausländischen Steuer (Jülicher in: Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge -ZEV- 1999, 80; anderer Auffassung: Urteil des FG Nürnberg vom 12. September 2007 V 248/05, [...]; offen gelassen: Urteil des FG München vom 22. April 2008 1 K 5245/04, rechtskräftig, zu II. 2. c, [...], EFG 2008, 1629; einen anderen Sachverhalt betreffend: BFH-Urteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BStBl II 1997, 117 zu II. 2.).
FG München, 22.06.2001 - 8 K 3899/99
Falschbezeichnung der Gesellschaft im Gewinnfeststellungsbescheid; kein Abzug der …
Denn wenn Einkünfte - wie die aus dem P. -Auftrag - zunächst im Inland besteuert und anschließend im Ausland der Steuer unterworfen werden, kann letzteres ein rückwirkendes Ereignis darstellen, das eine Bescheidänderung nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO rechtfertigen würde (BFH-Urteil vom 11. Juni 1996 I R 8/96, BStBl II 1997, 117).
1. Zur Umqualifizierung der Einkünfte aus Vermögensverwaltung einer gewerblich …
Zulässigkeit einer Klage bei Änderung des angefochtenen Steuerbescheids während …