Source: https://www.kempten.de/epaper/Jugendhilfeplan_2018/
Timestamp: 2019-07-20 23:56:26
Document Index: 176116447

Matched Legal Cases: ['§ 79', '§ 80', '§ 80', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 27', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 9', '§ 45', 'Art. 19', '§ 53', '§ 35', '§ 53', '§ 35', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 26', 'Art. 18', 'Art. 5', 'Art. 19', '§ 17', 'Art. 5', 'Art. 37', 'Art. 37', 'Art. 5', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 37', '§ 43', 'Art. 2', '§ 24', 'Art. 20', 'Art. 9', '§ 16', '§ 43', '§ 23', 'Art. 20', '§ 23', 'Art. 21', '§ 18', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art 20', 'Art. 20', '§ 43', '§ 8', '§ 8', '§ 22', '§ 23', 'Art. 20', '§ 23', '§ 53', '§ 35', '§ 23', 'Art. 2', '§ 24', '§ 22', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 21', '§ 53', 'Art. 2', 'Art. 21', 'Art. 37', '§ 8', '§ 8', 'Art. 9', 'Art. 19', 'Art. 9', '§ 3', 'Art. 9', 'Art. 9', '§ 72', '§ 22', '§ 23', '§ 72', '§ 79', '§ 72', '§ 22', '§ 22', '§ 3']

Abschnitt Kindertagesbetreuung – Fortschreibung 2018
Die Einwohnerzahl der Stadt Kempten (Allgäu) ist auf einem historischen Höchststand ange langt und hat die 70.000erMarke überschritten. Noch nie lebten so viele Menschen in Kempten (Allgäu). Dies ist ein Beleg für die große Attraktivität und die hohe Lebensqualität der Metropole des Allgäus. Eine wichtige Aufgabe der Stadt Kempten (Allgäu) ist es, die familienfreundliche Atmosphä re aufrecht zu erhalten. Es gilt die Bedürfnisse der Familien im Blick zu behalten und bevor stehende Herausforderungen mit großer Ernsthaftigkeit anzugehen sowie die Voraussetzun gen zu schaffen, dass sich auch kommende Generationen in unserer Stadt wohlfühlen. Deswegen legt die Stadt Kempten (Allgäu) Wert auf Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf, Kinderbetreuung für alle Altersstufen sowie den Erhalt und die Pflege einer guten Schullandschaft, die zahlreichen Angebote der Jugendhilfe und der Jugendarbeit und Quer schnittsprojekte wie „Zukunft bringt’s“ zum Übergang ins Berufsleben. Grundlagen hierfür werden bereits in den frühen Kinderjahren gelegt, so dass die Betreuung für Kinder im Ta gesstätten und Vorschulalter hier einen Schwerpunkt bildet. Die Fortschreibung des Jugendhilfeplans ist nicht nur ein gesetzlicher Auftrag, sondern ein großes Anliegen der Stadt Kempten (Allgäu). Er dient den verschiedenen Trägern als Hand lungsgrundlage für die Weiterentwicklung der Bereiche Kindertagesbetreuung, Erziehungs hilfe und Jugendarbeit. Der hier vorliegende neue Abschnitt „Kindertagesbetreuung“ wird gemäß den Vorgaben alle drei Jahre fortgeschrieben, um die Betreuungsangebote im Stadt gebiet den jeweils veränderten demographischen Verhältnissen anzupassen. Das Bayerische Kinderbildungs und Kinderbetreuungsgesetz bildet hier die Basis für einen dynamischen, effizienten und bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung für alle Altersstufen. Wegen den steigenden Geburtenzahlen und den zukünftigen Neubaugebieten geht die Stadt Kempten (Allgäu) davon aus, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen weiter steigt und in diesem Zusammenhang zusätzliche Plätze geschaffen werden. Dies geschieht zum einen durch Umstrukturierungen, zum anderen durch bauliche Maßnahmen. Mit der Erweiterung des Angebots wird es möglich sein, den tatsächlich vorhandenen Bedarf auch mittel und langfristig decken zu können. Das vorliegende Planwerk hat der Unterausschuss Jugendhilfeplanung – Bereich Kinderta gesbetreuung – mit Vertreterinnen und Vertretern der Freien Träger, Eltern, Fachpersonal aus den Kindertagesstätten sowie weiteren Beteiligten unter Leitung der Kinder und Fami lienbeauftragten des Stadtrates, Frau ErnaKathrein Groll, in zahlreichen Beratungsgesprä chen erarbeitet. Allen daran Beteiligten gilt mein großer Dank. Kempten (Allgäu), im Januar 2018 Thomas Kiechle Oberbürgermeister der Stadt Kempten (Allgäu)
Kempten ist reich – kinderreich Wir freuen uns, dass in Kempten so viele Kinder auf die Welt kommen und so viele Familien gerne hier wohnen oder in Zukunft wohnen wollen. Das ist ein schönes Zeichen dafür, dass Kempten eine familienfreundliche und lebenswerte Stadt ist. Wir haben in Kempten ein vielfältiges und gutes Angebot der Kinderbetreuung, das großen Zuspruch findet. Mit fast 100 Prozent nutzen Familien das Angebot der Kindertagesstätten zur Betreuung der Kinder gartenkinder und auch das Angebot der Kinderkrippen wird derzeit zu rund 60 Prozent ge nutzt. Die Förderung, Betreuung und das Bildungsangebot in den Einrichtungen ist auf ei nem hohen Niveau und wird durch die Stadt gefördert und unterstützt. Die nächsten Jahre werden uns jedoch noch einmal besonders herausfordern, denn der ho he Zuwachs an Kindern und Familien, die auf der Suche nach einem Betreuungsplatz sind, erfordern große Anstrengungen dieses Angebot auch in Zukunft in gewohnt guter Weise decken zu können. Neben den baulichen und räumlichen Themen muss auch ein großes Au genmerk auf die Personalentwicklung und Ausbildung der Fachkräfte gelegt werden. Das Zusammenspiel der Angebote von Tagesmüttern, offene Kinderbetreuung, Kinderkrippe und Kindergarten sowie der Übergang zu den Grundschulen muss stetig weiter verbessert und ausgebaut werden. Darüber hinaus arbeiten in Kempten die Einrichtungsträger, die Fach kräfte, die Verwaltung und alle Verantwortlichen gemeinsam an kindgerechten, passenden und innovativen Konzepten für den Erhalt und Ausbau an Kinderbetreuungsangeboten. Für das hohe Engagement und die Einsatzbereitschaft auch in schwierigeren Zeiten gilt allen Beteiligten besonders auch den Mitgliedern des Kreises der Jugendhilfeplanung ein großer Dank und Anerkennung. Kempten (Allgäu), im Januar 2018 ErnaKathrein Groll Kinder und Familienbeauftragte Vorsitzende Kinderkommission Kempten
Vorworte……………………………………………………………………………………………………………………………… !"####################$ %################################$$ & Bayerisches Kinderbildungs und –betreuungsgesetz (BayKiBiG)………………………………. 5 Kindertageseinrichtungen Begriffsdefinition……………………………………………………………….. 5 Kindertagespflege, Großtagespflege….………………………………………………………………………….. 6 Förderrecht…………………………………………………………………………………………………………………….. 6 KiBiG.Web…………………………………………………………………………………………………………………….... 7 OnlinePlaner für Kitas…………………………………………………………………………………………………... 7 Basiswert…………………………………………………………………………………………………………………………. 7 Gewichtungsfaktoren……………………………………………………………………………………………………... 8 Buchungszeitfaktoren……………………………………………………………………………………………….…... 9 Mindestanstellungsschlüssel und –qualifikationsschlüssel………………………………………….. 10 Bundesmittel…………………………………………………………………………………………………………………. 10 Elternbeitrag…………………………………………………………………………………………………………………. 11 Entlastung der Familien: bezuschusstes letztes Kindergartenjahr………………………………. 12 Betriebskostenvereinbarungen……………………………………………………………………………………… 13 Gastkinderregelungen…………………………………………………………………………………………………… 13 Schuleintrittsalter…………………………………………………………………………………………………………… 14 Strukturdaten aus Kempten (Allgäu)……………………………………………………………………………. 15 ’() %############$* +, ############################# Platzangebot in den statistischen Bezirken…………………………………………………………………. 19 ,###############$ !Leistungsbeschreibung……………………………………………………………………………….. 33 Situationsbeschreibung…………………………………………………………………………………………………. 34 Erkenntnisse zur Betreuung von Kinder unter drei Jahren in Kitas……………………………. 37 Gegenüberstellung der beiden Eingewöhnungsmodelle Münchener Modell – Berliner Modell………………………………………………………………………………………………………………. 38 !Leistungsbeschreibung……………………………………………………………. 39
Formen der Kindertagespflege……………………………………………………………………………………... 39 Eignungsvoraussetzungen für Tagespflegepersonen………………………………………………….. 39 Förderung der Kindertagespflege…………………………………………………………………………………. 40 Situationsbeschreibung…………………………………………………………………………………………………. 41 Entwicklung der Kindertagespflege………………………………………………………………………………..42 Öffentlich zugängliche Großtagespflegeplätze……………………………………………………..………. 42 Eingeschränkt öffentlich zugängliche Großtagespflegeplätze……………………………………… 43 Aufgabenbereich des örtlichen Jugendhilfeträgers………………………………………………………. 43 , – Leistungsbeschreibung……………………………………………………………………… 45 Situationsbeschreibung…………………………………………………………………………………………………. 46 Verteilung der Geburtsjahrgänge 2012 – 2017 auf die statistischen Bezirke……………. 49 Erweiterte Altersmischung……………………………………………………………………………………………. 50 Ergänzende Kinderbetreuungsangebote………………………………………………………………………. 50 -.(%!Leistungsbeschreibung………………….……………………… 51 Situationsbeschreibung…………………………………………………………………………………………………. 52 Ausbaustand in der Ganztagesbetreuung an Schulen…………………………………………………..52 /, ###############&0 Integrative Kindertageseinrichtungen………………………………………………………………………….. 54 Freihalteplätze……………………………………………………………………………………………………………….. 55 Besonderheiten bei der kindbezogenen Förderung…………………………………………………….. 55 XFaktor…………………………………………………………………………………………………………………………. 56 Entwicklung der integrativen Plätze im Stadtgebiet……………………………………………………. 56 1.2%#######$$############$$&* )1)#########################& (3(4,56##########$$& (78####################&9 „SprachKitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“……………………………………………… 59 Vorkurs Deutsch 240…………………………………………………………………………………………………….. 60 Bund/Länderinitiative Bildung durch Sprache und Schrift (BISS)……………………………... 60 „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“……………………………………………………………….. 60 :-%;#########################$< #################################$< #################################<
Eine moderne, zielgerichtete Sozialpolitik zeichnet sich dadurch aus, dass sie den mittel und langfristigen Bedarf an sozialen Einrichtungen und Diensten ermittelt, um dadurch rechtzeitig die Weichen zur Deckung des örtlichen Bedarfs stellen zu können. Jugendhilfeplanung gilt dabei als eines der zentralen Steuerungselemente, um fachliche und politische Entwicklungsprozesse aufzugreifen und sie mit den Interessen und örtlichen Be dingungen der Kommune und ihrer Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen. Das Instrument der Jugendhilfeplanung ist in den §§ 79 – 81 SGB VIII (Sozialgesetzbuch Achtes Buch) geregelt. Dabei obliegt den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe die Gesamt verantwortung für die Erfüllung der Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe. Örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind in Bayern die Landkreise und kreisfreien Städte. Die Jugendhilfeplanung nach § 80 SGB VIII ist ein Teil der örtlichen bzw. überörtlichen So zialplanung. § 80 SGB VIII enthält genaue Regelungen zur Planungsverantwortung des Trä gers der öffentlichen Jugendhilfe: ■ ■ ■ Feststellung des Bedarfs an Einrichtungen und Diensten Feststellung des obigen Bedarfs unter Berücksichtigung der Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen und Personensorgeberechtigten im Hinblick auf ei nen mittelfristigen Zeitraum, nicht etwa nur nach der akuten faktischen Nachfrage Rechtzeitige und ausreichende Planung des Bedarfs der notwendigen Vorhaben mit Vorsorge auf Befriedigung von unvorhersehbarem Bedarf. Einrichtungen und Dienste sollen dabei umfassend so geplant werden, dass Kontakte in der Familie und im sozialen Umfeld erhalten und gepflegt werden können. Ziel soll sein, ein auf einander abgestimmtes System von verschiedensten Jugendhilfeleistungen zu entwickeln. Ein Augenmerk bei der Gesamtplanung liegt immer auch auf der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit. Nach dem Willen des bayerischen Gesetzgebers soll die örtliche Bedarfsplanung der Ge meinden nach Art. 7 Bayerisches Kinderbildungs und betreuungsgesetz (BayKiBiG) neben die Jugendhilfeplanung der örtlichen Träger der Jugendhilfe treten. Die Kommunen über nehmen also im Bereich der Kinderbetreuung nicht die Aufgaben des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe, sondern ihre Aufgaben treten eigenständig neben dessen Aufga ben. Als kreisfreie Stadt ist Kempten (Allgäu) nach wie vor für die Erfüllung beider Aufgaben zuständig. Die Gesamtverantwortung für die Versorgung mit Plätzen in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege trägt der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe also die Stadt Kempten (Allgäu). Das BayKiBiG hat von Anfang an inklusive Prozesse unterstützt. Seit 01.01.2013 wurde in Art. 7 Satz 2 BayKiBiG die gesetzliche Klarstellung aufgeführt, dass im Rahmen der örtlichen Bedarfsplanung auch für Kinder mit bestehender oder drohender Be hinderung das Bedürfnis nach einer wohnortnahen Betreuung in einer Kindertageseinrich tung zu berücksichtigt ist. Mit der Änderung des Art. 7 BayKiBiG im Jahr 2013 entfiel auch die bislang erforderliche Überprüfung und Verbescheidung der Bedarfsnotwendigkeit jedes einzelnen Betreuungsplat zes innerhalb des Gemeindegebietes. Der Verwaltungsaufwand wurde hiermit erheblich re duziert. Für den Anspruch auf Betriebskostenförderung (kindbezogene Förderung) ist seitdem aus schließlich die Belegung eines Platzes in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kinderta gespflege notwendig. 1
Die Feststellung der Bedarfsnotwendigkeit ist jetzt nur mehr im Einzelfall vorzunehmen, wenn Anträge von Gemeinden gegenüber dem Freistaat auf Investitionskostenförderung nach Art. 27 BayKiBiG notwendig werden. Der Unterausschuss zur Jugendhilfeplanung spricht sich dafür aus, dass sich die Bedarfsan erkennung bei investiven Maßnahmen von Kindertageseinrichtungen, die überörtlich wirken (z. B. Freie Spielstube, Montessori), aus dem Durchschnitt der vergangenen drei Betreu ungsjahre errechnet. Hierzu wird bei Bedarf der Jugendhilfeausschuss einen entsprechenden Einzelbeschluss fassen. Bedarfsplanung versteht sich als ein andauernder Prozess. Anzahl und Ausgestaltung von Angeboten können nicht über gesetzliche Vorgaben bestimmt oder rechnerisch objektiv festgelegt werden. Vielmehr wird der Planungsakt als ein Vorgang verstanden, der sich ge rade durch die Kommunikation mit den Beteiligten und deren Partizipation auszeichnet. Die Jugendhilfeplanung erarbeitet einen Überblick über das vor Ort bestehende Angebot, stellt fest, wo weiterer Bedarf gesehen wird und trägt Sorge dafür, dass die notwendigen Handlungsschritte hierfür auf den Weg gebracht werden. Der Jugendhilfeausschuss hat am 23.01.2017 die Weichen für die Fortschreibung des Be darfsplans für den Bereich Kindertagesstätten (neu: Kindertagesbetreuung) aus dem Jahr 2013 gestellt. Zur Erarbeitung der Planungskonzeption wurde ein eigener Unterausschuss berufen, der in insgesamt neun Arbeitssitzungen ein neues Planwerk entwickelt hat. Zusammensetzung: Frau Stadträtin ErnaKathrein Groll Frau Sigrun Stöffel Herr Maximilian Wiedemann und Frau Melinda Oswald Frau Mandy Brychcy Frau Juliane Schwarz Frau Indra BaierMüller Frau Pfarrerin Gisela Schludermann Herr Anselm DohleBeltinger Frau Dr. Ulrike Müller Frau Claudia Schlosser Herr Benedikt Mayer Frau Marion Haugg Frau Ramona Höld Frau Ursula Martin Frau Cornelia Rödder Kinder und Familienbeauftragte, Vorsitz im UA Vertreter/innen der Kemptener Kitas Gesamtelternbeiratsvorsitzende Vertreterin mit Migrationshintergrund Diakonie Kempten Allgäu e.V. als Trägervertreter Evang.Luth. Kirchengemeinde Matthäus Kath. Kirchenstiftung St. Franziskus als Trägervertreter Kinderschutzbund Kemptener Schulen Jugend, Schul und Sozialreferat Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport Nach Vorbehandlung und Begutachtung in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 22.01.2018 hat der Stadtrat den Jugendhilfeplan – Abschnitt Kindertagesbetreuung Fort schreibung 2018 am 25.01.2018 beschlossen. 2
Auf diesem Bild fehlen: Frau Mandy Brychcy und Herr Maximilian Wiedemann. =" > 3
# ! "#$% $#& ’ ( ((( ) # * # Zudem wurden im Jahr 2016 im Vorgriff auf diese Jugendhilfeplanung mehrere Fachtage abgehalten, deren Ergebnisse in das Planwerk eingearbeitet wurden. !"# $%& $%& 4
% Zum 01.08.2013 trat der sogenannte „Rechtsanspruch U3“ in Kraft. Hierbei handelt es sich um die letzte Stufe zum Ausbau der Tagesbetreuung für die jeweilige Altersgruppe nach dem Stufenplan im Kinderförderungsgesetz (KiföG 2008). Gemeint ist die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege, auf die Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Alter von drei Jahren einen Anspruch haben. Die Stadt Kempten (Allgäu) stellt sich ihrer Verantwortung, der spürbar steigenden Nach frage nach U3Betreuungsplätzen nachzukommen. Sie hat in den vergangenen Jahren insbesondere beim Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren weiter nachgerüstet. Zum 01.01.2018 können 487 institutionelle Betreuungsplätze angeboten werden. Auch der Bereich der Kindertagespflege wurde in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Im Januar 2018 können 41 Betreuungsplätze in häuslicher Tagespflege, 25 Betreuungsplätze bei Kinderfrauen und 58 Betreuungsplätze in Großtagespflegestellen angeboten werden. Der weitere Ausbau des Angebotes an institutioneller Kinderbetreuung und Kindertagespfle ge bedient damit gleich mehrere Handlungsfelder aus den fünf strategischen Zielen der Stadt Kempten (Allgäu) auf dem Weg ins Jahr 2030: … Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken … Kinder fördern, Jugend bilden und ausbilden, Bildung und Arbeit für alle … Kinder und Familienfreundlichkeit … Inklusion fördern, Menschen mit Behinderung begleiten … Integration fördern … Asylbewerber begleiten Gleichzeitig stellen die Bemühungen um den Aufbau eines flächendeckenden Betreuungsan gebotes im Kindergarten und Vorschulbereich auch ein weiteres Mosaiksteinchen im Ge samtbild dar, Kempten (Allgäu) zu einer Bildungsregion wachsen zu lassen. )1.! 4)1)’5 Das Bayerische Kinderbildungs und betreuungsgesetz trat am 01.08.2005 in Kraft. Das Gesetz löste das zuvor bestehende Bayerische Kindergartengesetz (BayKiG) aus dem Jahre 1972 ab. Das Gesetz wurde zum 01.01.2017 novelliert. Das BayKiBiG gilt für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern sowohl in Kinderta geseinrichtungen als auch in der Kindertagespflege (Art. 1 Satz 1 BayKiBiG). Art. 2 des Ge setzes liefert hierzu die notwendigen Begriffserklärungen. Kindertageseinrichtungen im Sinne des BayKiBiG sind außerschulische Einrichtungen zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Dies sind: → → Kinderkrippen, d. h. Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder unter drei Jahren richtet, Kindergärten, d. h. Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung richtet, 5
Kinderhorte, d. h. Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Schulkinder richtet und Häuser für Kinder, d. h. Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich an Kinder verschiedener Altersgruppen richtet. → → Kindertageseinrichtungen müssen nicht zwingend gebäudebezogen sein. Somit gelten auch Waldkindergärten von der Legaldefinition her als Kindertageseinrichtungen. Integrative Kindertageseinrichtungen nach BayKiBiG sind Kinderkrippen, Kindergärten, Hor te und Häuser für Kinder, die von bis zu einem Drittel, mindestens aber von drei behinder ten oder auch von Behinderung bedrohten Kindern besucht werden. Der Begriff „Kindertageseinrichtung“ im Sinne des BayKiBiG umfasst nicht: ▪ heilpädagogische Tagesstätten ▪ sonderpädagogische Einrichtungen ▪ schulvorbereitende Einrichtungen ▪ die Mittagsbetreuung ▪ Schülerheime Kindertagespflege ist die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern durch eine Tages pflegeperson im Umfang von durchschnittlich mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind in geeigneten Räumlichkeiten. ’? In Art. 9 Abs. 2 Satz 2 BayKiBiG wird eindeutig definiert, was eine Großtagespflege in Bay ern ausmacht. Hiernach handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer Tagespflege personen. Die Zahl der gleichzeitig anwesenden Kinder ist auf 10 Kinder begrenzt, wobei ab dem neunten gleichzeitig anwesenden Kind eine der Tagespflegepersonen eine pädagogi sche Fachkraft im Sinne des Gesetzes sein muss. Die möglichen Betreuungsverhältnisse sind auf 16 Kinder beschränkt, die Zahl der regelmäßig betreuenden Tagespflegepersonen auf maximal drei. Sollte eine dieser Vorgaben überschritten werden, wird eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII erforderlich. In Abgrenzung zu den institutionellen Angeboten zeichnet sich die Großtagespflege durch ihre familienähnliche Grundstruktur aus. Hierzu zählt auch die feste Zuordnung eines Kindes zu einer Bezugsperson (Tagespflegeperson). 7 Die staatliche Förderung von Kinderbetreuungsplätzen erfolgt seit der Einführung des BayKiBiG und seiner Ausführungsverordnung (2005) nach kindbezogenen Förderkriterien. Die Förderung berechnet sich nach der Zahl der betreuten Kinder und dem Bildungs, Erzie hungs und Betreuungsaufwand einer Einrichtung. Der Betrag je Kind errechnet sich als Produkt aus Basiswert, Buchungszeit und Gewichtungsfaktor. 6
)’$@ Um die staatlichen und die kommunalen Mittel rechtzeitig und verlässlich zur Verfügung stellen zu können, bedarf es eines leistungsstarken Abrechnungsverfahrens. Seit der Ab rechnung des Kindergartenjahres 2010/2011 wurde das bisher auf Basis von ExcelTabellen gestützte Abrechnungsverfahren durch ein neues onlinegestütztes Abrechnungs und Aus wertungsverfahren (KiBiG.Web) abgelöst. Hierbei handelt es sich um eine EGovernment Umsetzung des BayKiBiG. Antrags und Bescheiderstellung, die Festsetzung der Abschläge sowie die Endabrechnung können seitdem in einem Programm durchgeführt werden. KiBiG.Web beinhaltet auch einen Berichtsgenerator, mit dem in Abhängigkeit verschiedener Auswahlkriterien statistische Auswertungen quasi auf Knopfdruck durchgeführt werden können. Seit der Novellierung des BayKiBiG zum 01.01.2013 sind die Träger nun in der Pflicht, die kindbezogene Förderung vierteljährlich zu bestimmten Stichtagen in das KiBiG.Web einzu pflegen (Art. 19 Nr. 8 BayKiBiG). Dies gilt u. a. als eine der Fördervoraussetzungen. Aktuel le Daten sind für die weiteren Planungen zum Ausbau der Kinderbetreuung unabdingbar. A./2 In Zeiten eines stetig wachsenden Angebotes an interaktiven Dienstleistungen wird auch von Seiten der Eltern der Ruf immer lauter, sich online bequem von zu Hause aus einen Überblick über das zur Verfügung stehende Betreuungsangebot in den Kitas vor Ort ver schaffen zu können und im bestmöglichen Fall auch gleich per Mausklick den gewünschten Platz zu reservieren. Durch die sinnvolle Vernetzung aller Benutzergruppen in diesem System könnten sowohl die Einrichtungen selbst als auch die Stadt als zentrale Bedarfsplanungsstelle grundsätzlich von einem solchen OnlinePlaner profitieren. Durch das Erkennen von Mehrfachmeldungen unter den Kindern könnte der Vergabeprozess optimiert und für die Eltern gleichzeitig transparen ter werden. Die Implementierung eines solchen Systems scheint ohne Zweifel zukunftsgerichtet. Aller dings sieht die Verwaltung derzeit keinen akuten Bedarf, da die Platzvergabe mit der her kömmlichen Vorgehensweise funktioniert. Die Einführung eines solchen Programmes wäre zudem mit einen hohen Verwaltungs und Kostenaufwand verbunden. Außerdem gibt es derzeit kein System, das auf die bayerischen Besonderheiten abgestimmt ist. Der Unteraus schuss zur Jugendhilfeplanung – Abschnitt Kindertagesbetreuung – hat sich in seiner Sit zung vom 20.06.2017 somit gegen die Anschaffung eines OnlinePlaners ausgesprochen. ) Der Basiswert ist der Förderbetrag für die tägliche über drei bis vierstündige Bildung, Er ziehung und Betreuung eines Kindes. Er wird jährlich durch das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Integration unter Berücksichtigung der Entwicklung der Per sonalkosten angepasst und bekannt gegeben. Seit der Einführung des BayKiBiG wurde der für die kindbezogene Förderung maßgebliche Basiswert schrittweise erhöht. Der Basiswert für die Abschläge 2018 beträgt aktuell 1.130,38 EUR im Jahr. Seit dem Jahr 2015 wird der aktuelle Basiswert immer für das Kalenderjahr festgelegt und nicht wie in den Vorjahren für das Betreuungsjahr. Seit dem Jahr 2015 gilt für die Kindertagespflege erstmalig ein anderer Basiswert als für die Kindertagesstätten. Aktuell beträgt dieser 1.073,07 EUR im Jahr. Durch Multiplikation mit Buchungszeit und Gewichtungsfaktor verändert sich der Förderbe trag. 7
’% Über die Gewichtungsfaktoren wird für einen erhöhten Bildungs, Erziehungs oder auch Betreuungsaufwand eine erhöhte kindbezogene Förderung gewährt. Es gelten dabei folgen de Faktoren: • • • • • 2,0 für Kinder unter drei Jahren 1,0 für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt 1,2 für Kinder ab dem Schuleintritt 4,5 für behinderte oder von wesentlicher Behinderung bedrohte Kinder, wenn ein An spruch auf Eingliederungshilfe nach § 53 Abs. 1 SGB XII zur Betreuung in einer Kin dertageseinrichtung durch Bescheid festgestellt ist, eine Vereinbarung nach dem Zehnten Kapitel SGB XII zwischen dem Einrichtungsträger und dem zuständigen Be zirk geschlossen wurde und Leistungen hieraus erbracht werden Entsprechendes gilt bei einem Anspruch auf Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII unter Berücksichtigung einer Vereinbarung nach Maßgabe des Fünften Kapitels Drit ter Abschnitt SGB VIII 4,5 für einen Zeitraum von sechs Monaten für behinderte oder von wesentlicher Be hinderung bedrohte Kinder, für die ein Antrag auf Eingliederungshilfe nach § 53 Abs. 1 SGB XII oder § 35a SGB VIII zur Betreuung in einer Kindertageseinrichtung gestellt ist, eine Vereinbarung nach dem Zehnten Kapitel SGB XII zwischen dem Ein richtungsträger und dem zuständigen Bezirk geschlossen wurde und Leistungen hie raus erbracht werden • 1,3 für Kinder, deren Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind Von dem Gewichtungsfaktor 4,5 kann bei Kindertageseinrichtungen mit mindestens drei behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern, zur Finanzierung eines höheren Per sonalbedarfs im Einvernehmen mit der betroffenen Gemeinde nach oben abgewichen wer den (sogenannte XFaktorRegelung). Liegen bei einem Kind die Voraussetzungen für mehrere Gewichtungsfaktoren vor, gilt stets der höchste Gewichtungsfaktor. Vollendet ein Kind in der Kinderkrippe das dritte Lebensjahr, gilt der Gewichtungsfaktor 2,0 bis zum Ende des Kindergartenjahres. Vollendet ein Kind in einer anderen Kindertageseinrichtung das dritte Lebensjahr und leistet die nach Art. 18 Abs. 2 BayKiBiG berechtigte Gemeinde bis zum Ende des Kindergartenjah res weiterhin die kindbezogene Förderung mit dem Gewichtungsfaktor von 2,0 so fördert der Freistaat die gleiche Höhe. Ab dem Kindergartenjahr 2008/2009 wurde den Trägern von Kindertageseinrichtungen in unserer Stadt erstmals die Möglichkeit eingeräumt, über eine Änderung in der Betriebser laubnis Kinder schon ab zweieinhalb Jahren mit in Kindergartengruppen aufzunehmen, so fern keine älteren Kinder vorrangig zu versorgen sind. Pro 25 Kindergartenkinder (sog. Gruppe) dürfen dabei maximal drei Plätze an Kinder ab zweieinhalb Jahren vergeben wer den. Diese Kinder werden dann – analog der Regelung in reinen Kinderkrippen – das ganze Kindergartenjahr über mit dem höheren Gewichtungsfaktor 2,0 gefördert. Rechnerisch bele gen die zweieinhalbjährigen Kinder bei der Platzvergabe dann nur einen Platz. Für Kinder in der Kindertagespflege gilt einheitlich der Gewichtungsfaktor 1,3. Anmerkung: Seitens der Trägerschaft von Kindertageseinrichtungen wird seit Jahren bemängelt, dass der Gewichtungsfaktor für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren mit dem Faktor 2,0 zu 8
gering erachtet wird. Die Träger hegen seit Jahren die Hoffnung und fordern, dass sich hier in Zukunft noch maßgebliche Verbesserungen zum Wohle der Kinder ergeben. ) % Für Kinder unter drei Jahren und Schulkinder gelten: • 0,50 für eine Buchungszeit von mehr als einer bis einschl. zwei Stunden • 0,75 für eine Buchungszeit von mehr als zwei bis einschl. drei Stunden Für alle Kinder gelten: • 1,00 für eine Buchungszeit von mehr als drei bis einschl. vier Stunden • 1,25 für eine Buchungszeit von mehr als vier bis einschl. fünf Stunden • 1,50 für eine Buchungszeit von mehr als fünf bis einschl. sechs Stunden • 1,75 für eine Buchungszeit von mehr als sechs bis einschl. sieben Stunden • 2,00 für eine Buchungszeit von mehr als sieben bis einschl. acht Stunden • 2,25 für eine Buchungszeit von mehr als acht bis einschl. neun Stunden • 2,50 für eine Buchungszeit von mehr als neun Stunden Durch die Buchung von Zeiträumen ergibt sich für die Eltern ein flexibler Zeitrahmen von fünf Stunden in der Woche für Hol und Bringzeiten. Der Buchungszeitfaktor für die staatliche kindbezogene Förderung in Kindertages einrichtungen erhöht sich um 0,15 für jedes Kind unter drei Jahren bis zum Ende des Be treuungsjahres, auch wenn zwischenzeitlich das dritte Lebensjahr vollendet wurde. Im Rahmen einer zusätzlichen staatlichen Leistung erhöht sich der Buchungszeitfaktor für jedes Migrantenkind um 0,1 und für jedes deutsche Kind um 0,4, wenn im letzten Jahr vor der Einschulung ein Vorkurs besucht wird. Diese Erhöhungen finden keine Berücksichtigung bei der Ermittlung des Anstellungs schlüssels und der Fachkraftquote. Bei Schulkindern können außerhalb der Schulferien Zeiten zwischen 08.00 und 11.00 Uhr nicht in die förderfähige Buchungszeit mit einbezogen werden. Bei höheren Buchungen in den Ferienzeiten wird zur Bestimmung des Buchungszeitfaktors ein gesonderter Durch schnitt aller Ferienbuchungen ermittelt. Der Förderanspruch in Bezug auf Kindertageseinrichtungen (Art. 18 Abs. 1 bis 3 Satz 1 Al ternative 2 BayKiBiG) setzt voraus, dass der B, eine Betriebserlaubnis nachweisen kann, geeignete Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Einrichtung durchführt, d.h. die päda gogische Konzeption der Kindertageseinrichtung in geeigneter Weise veröffentlicht so wie eine Elternbefragung oder sonstige, gleichermaßen geeignete Maßnahme jährlich durchführt, die Grundsätze der Bildungs und Erziehungsarbeit und die Bildungs und Erziehungs ziele für die eigene träger und einrichtungsbezogene pädagogische Konzeption zu Grunde legt, die Einrichtung an mindestens vier Tagen und mindestens 20 Stunden die Woche öffnet, die Elternbeiträge entsprechend den Buchungszeiten nach Art. 21 Abs. 4 Satz 6 BayKiBiG staffelt, diese für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Ein schulung nicht nach Alter und Dauer der Einrichtungszugehörigkeit differenziert fest 9
setzt und sie für Kinder im Kindergartenjahr im Sinne des Art. 23 Abs. 3 Satz 1 BayKiBiG in der Höhe des staatlichen Zuschusses ermäßigt, den vollständigen Förderantrag bis spätestens 30. April des auf den Bewilligungszeit raum (Art. 26 Abs. 1 Satz 3 BayKiBiG) folgenden Jahres stellt, die Aufnahme eines Kindes mit gewöhnlichem Aufenthalt außerhalb der Sitzgemeinde der Einrichtung binnen drei Kalendermonaten der Aufenthaltsgemeinde oder in den Fäl len des Art. 18 Abs. 1 Satz 2 BayKiBiG dem örtlich zuständigen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Textform anzeigt, die aktuellen Daten für die kindbezogene Förderung unter Verwendung des vom Frei staat kostenlos zur Verfügung gestellten Computerprogramms jeweils zum 15. Januar, 15. April, 15. Juli und 15. Oktober jeden Jahres an das zuständige Rechenzentrum mel det, auf die BayKiBiGFörderung durch Aushang an geeigneter Stelle hinweist und die Vorschriften des BayKiBiG und die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsvor schriften sowie die Art. 5 und 6 Bayerisches Integrationsgesetz (BayIntG) beachtet. C2 Das BayKiBiG und die dazu gehörende Ausführungsverordnung wurden seit ihrer Einführung im Jahr 2005 in Teilbereichen immer wieder modifiziert. Insbesondere der förderrelevante Mindestanstellungsschlüssel, der die Grenze zur Kindeswohlgefährdung markiert, ist vom erstmals im Jahr 2005 festgelegten Wert von 1 : 12,5 ab dem 01.09.2008 auf 1 : 11,5 und nun auf 1: 11,0 ab dem 01.09.2012 abgesenkt, d. h. verbessert worden. Mit der Absenkung des Mindestanstellungsschlüssels soll bayernweit die Bildungsqualität in den Einrichtungen verbessert werden. Alle Träger, deren Einrichtungen die Fördervoraussetzungen nach Art. 19 BayKiBiG erfüllen und einen Mindestanstellungsschlüssel von 1 : 11,0 und besser aufweisen, erhalten vom Freistaat Bayern seit 01.09.2012 einen Qualitätsbonus ausbezahlt. Dieser Aufschlag zum Basiswert, der ab 01.01.2018 bei 59,39 EUR liegt, wird zusammen mit der kindbezogenen Förderung ausgereicht. Der Staat möchte mit dieser Leistung die Einrichtungsträger bei der Verbesserung ihrer Qualität unterstützen. Der Qualitätsbonus wird jährlich entsprechend der Entwicklung des Basiswertes durch das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen angepasst und bekannt gegeben. Für die Förderung relevant ist der Jahresanstellungsschlüssel. § 17 Abs. 4 Satz 4 AV BayKiBiG regelt, dass zwar Anstellungsschlüssel und Fachkraftquote monatlich berechnet werden, für die Förderung aber letztlich der durchschnittliche Jahresdurchschnitt entschei dend ist. Wird entweder der durchschnittliche Jahreswert von 1 : 11,0 überschritten oder eine durchschnittliche Fachkraftquote von 50 % in einzelnen Monaten unterschritten, be deutet dies nicht, dass die Förderung komplett entfiele, sondern, dass nur die Monate be rücksichtigt werden, in denen im Schnitt der förderrelevante Anstellungsschlüssel und die Fachkraftquote erfüllt sind. CD%2 Bezogen auf den Mindestanstellungsschlüssel ist mindestens die Hälfte der in einer Einrich tung erforderlichen Arbeitszeit von pädagogischen Fachkräften (Erzieher/innen oder gleich gestellt) zu leisten (sog. Fachkräftegebot). Die restlichen Stunden können von Kinderpfle ger/innen oder gleichgestellten Kräften (Ergänzungskräften) geleistet werden. ) Der Freistaat Bayern gewährt Zuwendungen zu den Betriebskosten für Plätze in Kinderta geseinrichtungen und in der Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren. 10
Der hierfür erforderliche Ausbaufaktor zur Ausreichung der vom Bund zur Verfügung gestell ten Mittel wurde gem. Ziffer 5.3.2 Satz 1 der Richtlinie zur Förderung der Betriebskosten für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege vom 11. August 2014 berechnet und beträgt derzeit 0,608. Dieser Ausbaufaktor wird immer rückwirkend für den jeweiligen Bewilligungszeitraum durch das zuständige Staatsministerium mit Beteiligung des Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat festgelegt und bekanntgemacht. Zuwendungsempfänger sind die für die Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kinder nach Art. 5 BayKiBiG zuständigen Gemeinden und örtlichen Träger der öffentlichen Jugend hilfe. 8 Die Träger entscheiden selbst über die Festsetzung der Elternbeiträge. Dabei ist eine gewis se Staffelung innerhalb der entsprechenden Nutzungszeit zu berücksichtigen. Soziale Ermä ßigungen (z. B. für Geschwister) sind grundsätzlich möglich und werden von einigen Trä gern auch gewährt. Träger, die eine Betriebsträgervereinbarung mit der Stadt Kempten (Allgäu) getroffen ha ben, binden sich freiwillig in folgender Weise: Elternbeiträge für Kindergarten und Hortplätze betragen ab dem 01.01.2018 bei einer Bu chungszeit von durchschnittlich bis zu acht Stunden am Tag max. 130,00 EUR im Monat. Elternbeiträge für Krippenplätze betragen ab dem 01.01.2018 bei einer Buchungszeit von durchschnittlich bis zu acht Stunden am Tag max. 195,00 EUR im Monat. Kinder unter drei Jahren in Kindergärten sollen wie Krippenkinder gerechnet werden. Die Regelung beinhaltet nicht die Kosten für ein Mittagessen oder eine Sachaufwandsumlage (z. B. Teegeld, Spielgeld). Die oben genannten Höchstbeträge verändern sich automatisch um die prozentuale Ände rung im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Aktuell werden für Kinder unter drei Jahren in 16 Prozent aller Fälle die Elternbeiträge ganz oder teilweise über die wirtschaftliche Erziehungshilfe im Amt für Kindertagesstätten, Schu len und Sport übernommen. Im Kindergartenbereich liegt der Anteil bei 12 Prozent aller betreuten Kinder, im Hortbereich bei 19 Prozent. 8,% ),> = 6.0($ 90 – 145 EUR 116,44 EUR 0.&($ 96 150 EUR 124,22 EUR &.<($ 100 – 166 EUR 131,94 EUR <.*($ 106 195 EUR 140,16 EUR *.($ 112 230 EUR 148,24 EUR .9($ 127 265 EUR 158,31 EUR 9.($ 128 300 EUR 164,74 EUR 11
8, ),> => 6.0($ 68 – 107 EUR 88,65 EUR 0.&($ 72 – 120 EUR 93,48 EUR &.<($ 75 – 135 EUR 98,42 EUR <.*($ 80 – 150 EUR 103,35 EUR *.($ 85 – 170 EUR 108,58 EUR .9($ 95 – 190 EUR 114,93 EUR 9.($ 105 – 210 EUR 119,58 EUR 8,- ),> = 6.0($ 75 97 EUR 85,90 EUR 0.&($ 85 99 EUR 90,10 EUR &.<($ 88 102 EUR 94,33 EUR <.*($ 91 105 EUR 98,25 EUR *.($ 99 110 EUR 102,86 EUR .9($ 101 115 EUR 106,43 EUR 9.($ 103 120 EUR 109,86 EUR (>(* 8> E Die Bezuschussung im letzten Kindergartenjahr, also dem Jahr, welches der Schulpflicht nach Art. 37 Abs. 2 BayEUG vorausgeht, wurde schrittweise eingeführt. Im Betreuungsjahr 2012/2013 betrug der Beitragszuschuss 50 EUR im Monat, seit dem Betreuungsjahr 2013/2014 liegt die Ermäßigung bei 100 EUR im Monat. Damit sollen Eltern bei der Bei tragszahlung bis zu einer täglichen durchschnittlichen Buchungszeit von 6–7 Stunden ganz oder teilweise von den Elternbeiträgen befreit werden. Die Beitragsermäßigung erfolgt längstens für zwölf Monate und gilt auch für sog. „KannKinder“, d. h. für Kinder, bei denen auf Antrag der Erziehungsberechtigten die Schulpflicht nach Art. 37 Abs. 1 Satz 2 oder 3 BayEUG eintreten %$ Die Ausweitung der Bezuschussung auf das vorletzte Kindergartenjahr wurde bislang nicht umgesetzt. 12
)% Das alte System deskommunalen Defizitausgleichs ist mit der Einführung des BayKiBiG au ßer Kraft getreten. Die meisten Träger haben inzwischen jedoch gesonderte Betriebskostenvereinbarungen mit der Stadt getroffen. Diese gewährt den Betreibern von Kindertagesstätten somit neben der regulären kindbezogenen Förderung zusätzlich einen freiwilligen Aufschlag auf den für die Einrichtung errechneten Förderwert: 12 Prozent Zuschlag für Kindertagesstätten in städt. Liegenschaften (ab 01.01.2018) 17 Prozent Zuschlag für Kindertagesstätten in eigenen Gebäuden (ab 01.01.2018) Dieses Bonussystem knüpft an die Fachlichkeit in der Kindertageseinrichtung an. Die ver tragliche Regelung greift somit nur dann, wenn in der jeweiligen Einrichtung Maßnahmen zur Qualitätssicherung umgesetzt wurden. So muss unter anderem ein Mindestanstellungs schlüssel von 1 : 10,5 pro Monat oder besser nachgewiesen werden. Die Elternbeiträge für Betreuungszeiten von durchschnittlich bis zu acht Stunden am Tag sind der bereits be schriebenen Deckelung unterworfen. Bei längeren Betreuungszeiten als acht Stunden am Tag kann der Elternbeitrag über die Deckelung hinausgehen. Die Betriebsträgervereinbarungen wurden ab dem Kalenderjahr 2018 erneuert. ’% Eltern haben grundsätzlich ein Recht darauf, zwischen Einrichtungen der Kinderbetreuung und Angeboten der Kindertagespflege frei zu wählen. Sie können somit gezielt Angebote in Anspruch nehmen, die ihren persönlichen pädagogischen Wertvorstellungen und ihrem Er ziehungsplan entsprechen. Dieses sogenannte Wunsch und Wahlrecht (Art. 5 SGB VIII) kennt keine Gemeinde oder Landkreisgrenzen. Art. 23 BayKiBiG in der Ursprungsfassung enthielt Regelungen für einen angemessenen Kostenausgleich bei der Aufnahme gemeindefremder Kinder. Grundüberlegung dazu war damals, dass die Gemeinden für alle institutionellen Kinderbetreuungsformen im Rahmen der Bedarfsplanung die Bedarfsnotwendigkeit bestimmter Einrichtungen innerhalb und au ßerhalb des Gemeindegebietes bestimmen können. In der Praxis hat sich diese Verfahrens weise jedoch nie wirklich durchsetzen können, sie führte allenfalls zu gerichtlichen Ausei nandersetzungen zwischen Kommunen, Einrichtungsträgern und Eltern. Auch das Grundsatzurteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH) vom 05.05.2008 zur sogenannten Gastkinderproblematik (AZ: 12 BV 07.2908), das die Kommu nen in die Pflicht nehmen sollte, Gastkinderverhältnisse über die örtliche Bedarfsplanung zu regeln, konnte das Konfliktpotential zunächst nicht eindämmen. Nachdem viele Verfahrensfragen letztendlich über die Bayerischen Verwaltungsgerichte ge klärt wurden, hat man sich dazu entschlossen, Art. 23 BayKiBiG ganz wegfallen zu lassen. In konsequenter Fortführung der BayVGHRechtsprechung ist eine Unterscheidung von be darfsnotwendigen und nicht bedarfsnotwendigen Plätzen für die Frage der kindbezogenen Förderung obsolet. Somit ist seitdem auch vom Gesetzgeber klargestellt, dass für Kinder, die Betreuungsplätze in BayKiBiGEinrichtungen belegen, immer die kindbezogene Förde rung durch die Aufenthaltsgemeinde zu leisten ist. Die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr könnte insbesondere für zentrale Orte, zu denen sich die Stadt Kempten (Allgäu) als Ober zentrum in der Region ebenfalls zählen kann, zu einem echten Problem werden, wenn Krip penträger und Tagespflegepersonen Kinder von auswärts aufnehmen. Um überhaupt noch eine Steuerungsfunktion vor Ort ausüben zu können, erscheinen entsprechende Vereinba rungen mit den Einrichtungsträgern, z. B. im Rahmen von Defizitregelungen, unabdingbar. Die Stadt Kempten (Allgäu) bietet daher seit dem Betreuungsjahr 2013/2014 nur mehr dann eine zusätzliche freiwillige Leistung an, wenn die betreuten Kinder auch tatsächlich 13
ihren Lebensmittelpunkt in Kempten (Allgäu) innehaben. Die Träger verpflichten sich seit dem vertraglich, vorrangig Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr mit Hauptwohnsitz im Stadtgebiet und ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, Konfession, soziale Herkunft und sonstige persönliche Eigenschaften aufzunehmen. Die Aufnahme von Kindern ohne gewöhn lichen Aufenthalt im Stadtgebiet bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Stadt. Ausnahmen von diesem Zustimmungsvorbehalt gelten für: eigene Kinder des KitaPersonals aus Umlandgemeinden Gastkinder in Kinderkrippen, die eine Kooperationsvereinbarung mit einer Institution bzw. einem Gewerbebetrieb abgeschlossen haben (Bsp. Klinikum KemptenOberallgäu, Fa. Dachser) bis zu 30 Plätze für Gastkinder in Einrichtungen, die aufgrund ihrer besonderen pädago gischen Konzeption überörtlich wirken oder eher gewerblich orientiert sind (Montessori Kindergarten, Freie Spielstuben, BambiniPark). Mit der Gemeinde Durach wurde zu Jahresbeginn 2013 eine besondere Vereinbarung getrof fen, wonach im gegenseitigen Austausch mit der Stadt Kempten (Allgäu) alle Gastkinder ohne jeglichen bürokratischen Aufwand akzeptiert werden. Das Landratsamt Oberallgäu hat im Jahr 2013 parallel dazu eine Kooperationsvereinbarung für die landkreisangehörigen Gemeinden erarbeitet. Für alle Kinder, die nicht vor Ort in der eigenen Gemeinde betreut werden, wird seitdem ein pauschaler finanzieller Ausgleich an die Sitzkommune der Kindertageseinrichtung gewährt. Die Partner haben hierzu ab dem Kin dergartenjahr 2013/2014 vereinbart, dass der abgebende Kooperationspartner an den Trä ger der aufnehmenden Einrichtung einen Aufschlag auf die kindbezogene Förderung in Höhe von 14 % bezahlt. Dieser Prozentsatz gilt unabhängig von der Art der Einrichtung. Er ist direkt an den Träger der Kindertageseinrichtung nach entsprechender Abrechnung zu leis ten. Mit dieser Regelung findet damit ein finanzieller Ausgleich der Betriebskosten für die Träger der Kindertagesstätten statt. Auf einen Ausgleich der investiven Aufwendungen durch die Kommunen wird gegenseitig verzichtet. Anmerkend sei an dieser Stelle erwähnt, dass zum Jahreswechsel 2017/2018 insgesamt 92 Kinder aus 21 verschiedenen Umlandgemeinden in Kemptener Kindertagesstätten betreut waren. Im Vergleich zur Jugendhilfeplanung 2013 ging die Zahl der Gastkinder um fast 40 % zurück. Im Gegenzug werden zum 01.01.2018 71 Kemptener Kinder im Umland betreut. ( Nach Art. 37 Bayerisches Gesetz über das Erziehungs und Unterrichtswesen (BayEUG) werden Kinder regulär schulpflichtig, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden oder bereits einmal von der Aufnahme in die Grundschule zurückgestellt wurden. Ferner wird auf Antrag der Erziehungsberechtigten ein Kind schulpflichtig, wenn zu erwarten ist, dass das Kind voraussichtlich mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann. Bei Kindern, die nach dem 31. Dezember sechs Jahre alt werden, ist zusätzliche Vorausset zung für die Aufnahme in die Grundschule, dass in einem schulpsychologischen Gutachten die Schulfähigkeit bestätigt wird. 14
(%4,5 F,(%’7% davon darunter Anteil in Prozent unter 15 männlich weiblich Migra. hintergr. Anteil in Prozent 65jährige und älter Anteil in Prozent Stand: 31.12.2017 Bezirk Stadtteil Einwohner insgesamt 10 11 12 13 20 21 22 23 24 25 26 27 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 6 40 41 42 43 44 45 46 0 50 51 52 53 54 55 56 & 100 581 117 1827 <& 1430 180 21 3664 1279 2257 1097 1081 9 1319 1135 1573 1809 1886 2152 577 249 1215 1889 60 1909 1495 248 1571 647 2273 1299 900 349 1548 615 1491 1404 2059 1575 90 51 296 64 873 0 637 91 11 1776 579 1130 519 577 &6 669 550 722 902 932 1061 300 120 597 980 <66 868 717 116 725 312 1096 671 0&& 187 765 426 772 654 1015 762 0& 49 285 53 954 60 793 89 10 1888 700 1127 578 504 &<9 650 585 851 907 954 1091 277 129 618 909 <9* 1041 778 132 846 335 1177 628 096* 162 783 189 719 750 1044 813 00< 14 124 13 396 &0* 414 17 6 1157 240 636 378 414 6< 332 432 415 544 663 828 195 61 445 853 0*< 1406 634 81 524 93 949 668 06&& 135 796 337 700 884 794 680 06< 15 jährige 14,0 21,3 11,1 21,7 G 29,0 9,4 28,6 31,6 18,8 28,2 34,5 38,3 9G< 25,2 38,1 26,4 30,1 35,2 38,5 33,8 24,5 36,6 45,2 60G& 73,7 42,4 32,7 33,4 14,4 41,8 51,4 0<G 38,7 51,4 54,8 46,9 63,0 38,6 43,2 0*G 9 106 13 198 6< 186 34 3 393 117 243 93 69 6 199 138 176 179 201 224 69 14 97 198 09& 362 213 32 210 68 295 181 6< 57 184 47 201 215 285 159 0 9,0 18,2 11,1 10,8 G0 13,0 18,9 14,3 10,7 9,1 10,8 8,5 6,4 G6 15,1 12,2 11,2 9,9 10,7 10,4 12,0 5,6 8,0 10,5 G 19,0 14,2 12,9 13,4 10,5 13,0 13,9 0G0 16,3 11,9 7,6 13,5 15,3 13,8 10,1 G* 22 80 21 651 **0 436 33 3 850 559 567 222 176 0< 240 283 450 429 315 368 86 25 321 332 09 354 401 53 448 188 491 267 45 386 82 288 316 407 497 22,0 13,8 17,9 35,6 9G& 30,5 18,3 14,3 23,2 43,7 25,1 20,2 16,3 &G9 18,2 24,9 28,6 23,7 16,7 17,1 14,9 10,0 26,4 17,6 G< 18,5 26,8 21,4 28,5 29,1 21,6 20,6 6G6 12,9 24,9 13,3 19,3 22,5 19,8 31,6 G0
davon darunter unter 15 Anteil in Prozent 65jährige und älter Anteil in Prozent Bezirk Stadtteil Einwohner insgesamt männlich weiblich Migra. hintergr. Anteil in Prozent 60 61 < 70 71 72 73 * 80 81 82 83 84 1700 1075 **& 1409 2820 6626 4579 &060 436 2160 1359 355 1717 <* 870 546 0< 680 1358 3212 2373 *<6 216 1132 690 195 846 6*9 830 529 6&9 729 1462 3414 2206 * 220 1028 669 160 871 90 347 171 & 209 785 2489 2235 &* 144 1119 574 158 575 &* 20,4 15,9 G* 14,8 27,8 37,6 48,8 6*G 33,0 51,8 42,2 44,5 33,5 0G< jährige 301 164 0<& 213 426 1069 602 6 29 209 144 49 216 <0* 17,7 15,3 <G 15,1 15,1 16,1 13,1 &G 6,7 9,7 10,6 13,8 12,6 G* 326 191 &* 249 547 1403 753 9& 114 421 218 43 247 06 19,2 17,8 G< 17,7 19,4 21,2 16,4 9G 26,1 19,5 16,0 12,1 14,4 *G6 * *&* 60<0 6&&< <<0 6*G 9 G* &0 G* 8%’7% davon darunter Jahr Einwohner insgesamt männlich weiblich Migra. hintergr.1 Anteil in Prozent1 70 157 69 373 68 593 67 190 66 482 34 641 34 287 33 826 32 967 32 504 35 516 35 086 34 767 34 223 33 978 +,-,. +2,0, +/-3+ +32+3 3455/ /01+ /01- /.1+ /+1/ /-1- 65 944 65 538 65 343 65 230 65 288 32 090 31 876 31 634 31 510 31 479 33 854 33 662 33 709 33 720 33 809 . . . . . . . . . . 2017 2016 2015 (r) 2014 (r) 2013 (r) 2012 (r) 2011 (r) 2010 (r) 2009 (r) 2008 (r) Anmerkung: unter 15 jährige 8 890 8 785 8 619 8 371 8 334 8 346 8 394 8 490 8 583 8 653 Anteil in Prozent 65jährige und älter Anteil in Prozent 15 204 15 159 15 015 14 898 14 675 14 543 14 410 14 323 14 348 14 216 G* G* G< G& G& G* G 6G 6G 6G6 G* G9 G9 G G G G G9 G G Die Bevölkerungszahlen der Stadt Kempten (Allgäu) wurden im Jahr 2016 revidiert. Früher veröffentlichte Zahlen sind daher nicht untereinander vergleichbar. 16
+, Um dem Fluktuationsverhalten innerhalb der Bevölkerung bzw. den nicht planbaren Zuzü gen von Familien strategisch entgegen wirken zu können, wurde mit Bekanntgabe des Ju gendhilfeplanes – Abschnitt Kindertagesstätten – im Jahr 2009 die Möglichkeit geschaffen, Überbelegungsplätze als sog. „Puffer“ mit einzukalkulieren. In der Regel sieht eine Betriebs erlaubnis die Überbelegungsmöglichkeit von maximal bis zu vier Prozent aller Plätze vor, dies entspricht in etwa einem Platz mehr pro Gruppe. Die Überbelegungsplätze ermöglichen den Einrichtungen ein gewisses Maß an Flexibilität, um auf stadtteilbezogene Engpässe ei genverantwortlich und zeitnah reagieren zu können. Die Überbelegungsplätze werden rech nerisch als tatsächlich belegbare Plätze laut Betriebserlaubnis gewertet, aber faktisch nur bedingt in Anspruch genommen. Hierfür gibt es die verschiedensten Gründe (Betreuungs aufwand der Kinder zu hoch, Anstellungsschlüssel ist am Limit etc.). Im Oktober 2017 waren etwa die Hälfte aller zur Verfügung stehenden Überbelegungsplätze unbelegt. Die Anzahl der Überbelegungsplätze ist in nachstehender Tabelle ersichtlich. 18
Einrichtungen, belegbare Plätze + Überbelegungsplätze Krippe Überbel. Kindergarten Überbel. Hort Überbel. Stadtteil 1 - KE-West, Stiftallmey, Rothkreuz Ki nderga rte n Arche Noa h Stadtteil 2 - KE-Süd mit Haubenschloss Ki nderta ge s s tä tte St. Fra nzi s kus Integr. Ki nderta ge s s tä tte Mi tei na nder Ki nderta ge s s tä tte St. Anton Joha nne s Ki nder Ga rte n Stadtteil 3 - Innenstadt Ka th. Ki nderta ge s s tä tte Ba va ri a Ha us für Ki nde r und El te rn Ha us für Ki nde r - St. Lorenz Ki nderta ge s s tä tte St. Ni kol a us Ge rha rdi nge r Ha us Frei e Spi e l s tube Ke mpten Montes s ori -Ki nde rga rten Stadtteil 4 - Thingers, Lotterberg, Breite, Halde Ha us für Ki nde r St. Hedwi g Integr. Ki nderta ge s s tä tte Schwa l bennes t Ki nderta ge s s tä tte Abenteue rl a nd Ki nderta ge s s tä tte St. Mi cha el Ki nderga rte n St. Ma rti n Ki nderha us Sterns chnuppe Stadtteil 5 - Engelhalde, Lindenberg, Bühl, Bleicherstraße Ki nderta ge s s tä tte Ma tthä us Ki nderta ge s s tä tte St. Ul ri ch Integr. Ki nderta ge s s tä tte Mi ka do Stadtteil 6 - Heiligkreuz Ki nderga rte n St. Hi l de ga rd Stadtteil 7 - St. Mang, Ludwigshöhe, Leubas, Ursulasried Stä dt. Ki nderta ge s s tä tte Kotte rner Fl ohki s te Ki nderta ge s s tä tte Re ge nbogenha us Ki nderta ge s s tä tte Ba mbi ni -Pa rk Ki nderta ge s s tä tte Im Wi es engrund Ki nderta ge s s tä tte St. Anna Hort Ei ns tei n Di e Ba rke Ki nderga rte n Le uba s 30 15 12 24 27 24 36 15 12 12 15 17 12 12 20 24 12 45 27 12 7 1 2 1 2 1 1 1 1 2 1 1 Stadtteil 8 - Eich, Alter Bahnhof, Boleite, Burghalde Ha us für Ki nde r Kunterbunt Integr. Ki nderta ge s s tä tte Oberl i nha us Ka th. Ki nderta ge s s tä tte Chri s ti Hi mmel fa hrt Summen: 5 36 12 463 3 1 18 75 50 55 50 50 75 75 100 50 30 50 50 30 50 45 50 45 50 75 65 50 90 50 75 88 75 50 50 75 50 3 2 3 2 2 3 3 4 2 2 2 2 2 2 2 3 2 2 4 2 3 4 3 2 2 3 2 25 50 40 57 1 2 2 15 1 75 3 15 1773 68 277 9 481 1841 286 Sonstige Einrichtungen ohne Stadtbezug (bedarfsanerkannte Plätze) Frei e Spi e l - und Kri ppens tube Al bri s , Buchenberg 6 Wa l dki nderga rten Al l gä ue r Wa l dwi chtel , Buchenberg 17 10 2 Stand: 01.01.2018 19
(J!8.@G(1GF% 8.(2- Evang.Luth. Johanneskirche Kempten H Leutkircher Straße 45 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/87854 ’/, > 75+3 Kindergarten I > Mo 07.00 16.00 Uhr Mi, Fr 07.00 15.30 Uhr Di, Do 07.00 16.30 Uhr B,> ,($ % 45 Feichtmayrstr. 5 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/565801413 ’/, >30 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 16.30 Uhr Fr 07.00 15.00 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Franziskus ,C 45 Schraudolphstraße 22 87435 Kempten (Allgäu) Kindergarten Tel.: 0831/12770 Krippe Tel.: 0831/5128066 ’/, >15 Krippe 55+3 Kindergarten I >Mo 07.00 16.30 Uhr Di bis Do 07.00 16.00 Uhr Fr 07.00 15.30 Uhr B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e.V. 20
,($ 45 Lessingstraße 37 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/22861 ’/, >12+1 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Fr 07.00 15.00 Uhr I >Mo bis Do 07.00 16.30 Uhr Fr 07.00 15.00 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Anton ’ Braut und Bahrweg 9 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/24797 ’/, >50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 16.00 Uhr B,> Evang. Luth. Johanneskirche Kempten (6. $,) 45 Adenauerring 99 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/59091460 ’/, >24+2 Krippe 75+3 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 16.00 Uhr B,> Kath. Stadtpfarrkirchenstiftung St. Lorenz 21
-28 4G-5 Lindauer Straße 20 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/10332 ’/, >12+1 Krippe 15 Krippe (Belegungsvorrecht Klinikum KemptenOberallgäu) 100+4 in 4 altersgemischten Kindergarten und Hortgruppen I >Mo bis Do07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 15.30 Uhr I %%: ab 05.30 Uhr geöffnet B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e. V. -2.($K 4G-5 Herrenstraße 15 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/ 523840711 ’/, >24+2 Krippe 100+4 Kindergarten 50+2 Hort I > Mo bis Do 07.00 17.30 Uhr Fr 07.00 17.00 Uhr B,> Kath. Stadtpfarrkirchenstiftung St. Lorenz 22
12 Kinder ab 2 Jahren in altersgeöffneten Kinder gartengruppen 90 Kinder in altersgemischten Kindergarten und Hortgruppen ,($H% 4G-5 Memminger Straße 57 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/27270 ’/, >24 Krippe I (> Mo bis Do 06.45 17.30 Uhr Fr 07.00 17.00 Uhr I > Mo bis Fr 06.45 17.00 Uhr B,>Kath. Waisenhausstiftung Kempten -’- Memminger Straße 59 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/540200 ’/, > 57 Hort I (>Mo bis Do 11.00 19.00 Uhr Fr 11.00 17.00 Uhr I >Mo bis Do 07.30 19.00 Uhr Fr 07.30 17.00 Uhr B,> Kath. Waisenhausstiftung Kempten 23
( 45 Weiherstraße 20 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5123187 ’/, >30 Kindergarten I > Mo bis Do 07.15 17.00 Uhr Fr und Sa 07.15 13.00 Uhr B,>Freie Spielstuben Allgäu e.V. C Reichlinstraße 2325 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/52626770 ’/, >50 Kindergarten I > Mo bis Do 07.30 15.30 Uhr Fr 07.30 13.00 Uhr B,> Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit e. V. (0!BGKG)G- -2($- 45 Drosselweg 1a 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5126820 ’/, >15 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 16.00 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Hedwig 24
,( 45 Schwalbenweg 65 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5911380 ’/, >12 Krippe 30+2 Kindergarten I > Mo bis Fr 07.00 16.30 Uhr B,> Körperbehinderte Allgäu gGmbH , 45 Bussardweg 1 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/97554 ’/, >12+1 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 17.30 Uhr Fr 07.00 16.30 Uhr B,> Evang.Luth. Markuskirche Kempten ,($C 45 Memminger Straße 121 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/95513 ’/, >15 Krippe (Belegungsvorrecht Fa. Dachser) 45+2 Kindergarten I >Mo bis Fr 07.00 16.30 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Michael 25
,($C 45 Auf der Halde 29 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5707969 ’/, > 50+2 Kindergarten I > Mo bis Fr 07.00 16.30 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Michael ( 45 Haldenweg 13 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5902580 ’/, >12+1 Krippe 50+2 in altersgeöffneten Kinder gartengruppen, davon 5 Kinder ab 2 Jahren I > Mo bis Fr 06.45 17.30 Uhr B,> Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e.V. (&!8GKG)2G )? ,C, 45 Hochbrunnenweg 2 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/77500 (Kindergarten) Tel.: 0831/52375770 (Kinderkrippe) ’/, >12+1 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 16.30 Uhr Fr 07.00 14.00 Uhr B,> Evang.Luth. Matthäusgemeinde Kempten 26
,($" 4G-5 Ullrichstraße 16 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/73212 ’/, >12+1 Krippe 75+3 Kindergarten 15+1 Hort I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 14.00 Uhr I -( >Mo bis Fr 11.15 – 17.00 Uhr gartengruppen, davon 5 Kinder ab 2 Jahren I - > Mo bis Fr 07.00 – 17.00 Uhr B,> Kath. Stadtpfarrkirchenstiftung St. Ulrich ,C% 45 AntonFehrStr. 6 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/770660 ’/, >15 Krippe 70+2 in altersgeöffneten Kinder I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 15.30 Uhr B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e. V. (<!HGH.@G-% ($- Heiligkreuzer Straße 100a 87439 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/95215 ’/, > 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 16.00 Uhr Fr 07.00 13.30 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung Heiligkreuz 27
(*!(%CGK7GKG " (,$,% 45 Ludwigstraße 50 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/67270 ’/, >24+2 Krippe 90+4 Kindergarten I > Mo bis Do 06.45 16.45 Uhr Fr 06.45 16.00 Uhr B,> Stadt Kempten (Allgäu) – Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport ,F 45 Ludwigstraße 12 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/63217 ’/, > 12+1 Krippe 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 16.30 Uhr Fr 07.00 14.30 Uhr B,> Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e. V. ,)./% 45 Magnusstraße 15 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/52393030 ’/, > 45 Krippe 75+3 Kindergarten I >Mo bis Fr06.00 19.00 Uhr (bei Bedarf bis 21.00 Uhr) Sa 09.00 15.00 Uhr (bei Nachfrage) keine Ferienschließtage B,> Miteinander – Füreinander GbR Ohnesorg 28
,@ 45 Hanebergstraße 38 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/65826 (Kindergarten) Tel.: 0831/9651900 (Kinderkrippe) ’/, >15 Krippe 100+4 in altersgeöffneten Kinder gartengruppen, davon 12 Kinder ab 2 Jahren I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 15.30 Uhr B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e. V. ,($ 45 Lenzfrieder Straße 45 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/72734 ’/, >12+1 Krippe 75+3 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 16.30 Uhr Fr 07.00 16.00 Uhr B,> Kath. Kirchenstiftung St. Magnus 8 Hanebergstraße 36 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/60326 ’/, > 75+3 Hort I ( > Mo bis Do 11.00 17.30 Uhr Fr 11.00 17.00 Uhr (bei Bedarf auch vor 11.00 Uhr) I > Mo bis Do 08.00 17.30 Uhr Fr 08.00 17.00 Uhr (bei Bedarf auch vor 08.00 Uhr) B,> Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e. V. 29
=)%!C..- % Leupolzer Straße 2 87437 Kempten (Allgäu) Tel: 0831/5701746 ’/, >7 Krippe I > Mo – Do 07.00 – 16.30 Uhr Fr 07.00 14.30 Uhr B,> Frau Sylvia Kruse K Feldweg 3 87437 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/5706860 ’/, > 50+2 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 – 16.30 Uhr Fr 07.00 15.00 Uhr B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e. V. (!8G)G)G) -2 4G(%5 In der Eich 18 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/14378 ’/, >55+2 Kindergarten, darunter eine altersgeöffnete Kindergartengruppe mit 5 Kindern ab 2 Jahren 15 Schulkinder I > Mo bis Fr 07.00 – 16.30 Uhr B,> Kath. Filialkirchenstiftung Maria Hilf 30
,A 45 Freudental 3 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/12114 ’/, >36+3 Krippe 75+3 Kindergarten I > Mo bis Do 07.00 – 17.00 Uhr Fr 07.00 15.30 Uhr B,> Diakonisches Werk Johannisverein Kempten Allgäu e. V. $,L- 45 Freudental 12 87435 Kempten (Allgäu) Tel.: 0831/52372300 ’/, > 12+1 Krippe 50+2 Kindergarten I >Mo bis Fr 07.30 – 16.00 Uhr I > Mo bis Do 07.00 17.00 Uhr Fr 07.00 16.00 Uhr B,> Kath. Stadtpfarrkirchenstiftung St. Lorenz (8( @%,@ Sommerau 9 87474 Buchenberg Tel.: 0151/50982949 (Waldhandy) ’/, KFA,> 8 Krippe 30 Kindergarten davon 10+2 Kindergartenplätze von der Stadt Kempten (All gäu) im Bedarf anerkannt I : Mo bis Fr 07.45 – 13.15 Uhr B,: h & b learning gemeinnützige GmbH 31
(. Albris 231 87474 Buchenberg bei Kempten (Allgäu) Tel. 08378/923440 ’/, KFA,> 10Krippe 32 Kindergarten davon 6 Krippen und 17 Kindergartenplätze von der Stadt Kempten (Allgäu) im Bedarf anerkannt I >Mo bis Fr 07.30 – 16.30 Uhr B,>Freie Spielstuben Allgäu e.V. 32
K Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teilte in seinem Familien report mit, dass sich im Jahr 2014 im Bundesdurchschnitt 41,5 % der Eltern eine Betreuung für ihr Kind unter drei Jahren wünschten. Von 2015 bis 2016 stieg diese Zahl weiter auf rund 44 % an. Der von den Eltern geäußerte Betreuungswunsch für ihre Kinder im Alter von unter drei Jahren unterscheidet sich deutlich je nach Altersgruppe und steigt mit dem Alter der Kinder an: Während mehr als die Hälfte der Eltern mit Kindern im zweiten Lebensjahr einen Betreuungsbedarf äußern, beträgt dieser Anteil bei Eltern mit Kindern im dritten Le bensjahr über 70 %. Die tatsächliche Betreuungsquote der U3Kinder beträgt bundesweit im März 2016 32,7 %. Der Betreuungsbedarf variiert nach Bildung, Familien und Erwerbseinkommen der Eltern. In Bezug auf den Schulabschluss haben Mütter mit Hauptschulabschluss den geringsten Betreuungsbedarf (35,2 %), während Mütter mit Abitur oder Mütter ohne Schulabschluss den größten Bedarf vorweisen (jeweils 47,2 %). Der am häufigsten gewünschte Betreuungsumfang für Kinder im Alter von einem bis unter drei Jahren ist mit 42,4 % der Ganztagsplatz mit mehr als 35 Wochenstunden. Einen Halb tagsplatz mit weniger als 25 Wochenstunden wöchentlich wünschen sich dagegen lediglich 26 % der Eltern. Der Betreuungsbedarf der Eltern mit Migrationshintergrund allgemein (43,8 %) unterscheidet sich nur gering vom Betreuungsbedarf der Familien ohne Migrati onshintergrund (42,6 %). Auch die Wünsche bezüglich des Betreuungsumfangs sind bei beiden Gruppen ähnlich ausgeprägt. In Bayern befanden sich am 01.03.2017 insgesamt 559 275 Kinder in Kindertagesbetreu ung (Kindertagesstätten und Kindertagespflege). Gegenüber 2016 mit 542 596 Kindern be deutet dies ein Plus von rund 3,1 %. Bei den unter Dreijährigen war ein Plus von mehr als 5 % auf 100 121 Kinder zu verzeichnen. Dies entspricht einer Betreuungsquote von bay ernweit 28,5 %. Bei den o. g. Prozentsätzen werden jeweils drei Jahrgänge berücksichtigt. Die Mitglieder des Unterausschuss haben sich bereits bei der Jugendhilfeplanung 2013 dazu entschlossen nur noch auf Basis von zwei Jahrgängen zu rechnen, so wie es die Mehrheit aller Kommunen handhabt. Bei dieser Berechnungsmethode erscheint eine Betreuungsquote von <M als geboten. 33
( . 3 8% "6.) 4,5 H8 Städt. Kindertagesstätte St. Nikolaus Haus für Kinder u. Eltern Oberlinhaus Haus f. KinderSt. Lo renz St. Franziskus Schwalbennest St. Michael Waldorfkrippe Hirschdorf St. Anton BambiniPark St. Franziskus Haus für Kinder u. Eltern Sternschnuppe St. Anna Matthäuskirche Abenteuerland Die Barke Im Wiesengrund Haus für Kinder u. Eltern Haus für Kinder u. Eltern Kunterbunt Oberlinhaus St. Ulrich Im Wiesengrund Mikado Miteinander St. Hedwig Bavaria St. Nikolaus Regenbogenhaus St. Michael St. Franziskus Städt. Kindertagesstätte BambiniPark Waldorfkrippe Hirschdorf St. Nikolaus Städt. Kindertagesstätte Sternschnuppe Christi Himmelfahrt ). . , +$ % 1972 1986 1995 2003 2006 2007 2007 2007 2008 2008 2008 2009 2009 2010 2010 2011 2011 2011 2011 2011 2011 2012 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2015 2016 2016 2017 2017 12 24 8 12 24 12 12 12 12 12 36 12 12 12 12 12 12 7 12 15 8 5 24 12 15 20 15 15 24 10 12 3 6 3 9 12 2 9 5 12 463 0 2 1 1 2 1 0 1 1 1 3 1 1 1 1 1 1 0 0 0 1 0 2 1 0 0 0 0 2 2 1 1 2 0 3 1 4 2 0 1 18 Modellprojekt, Kinder ab 2 J. 1. Krippengruppe 1. Krippengruppe Belegungsvorrecht Fa. Dachser 2. Krippengruppe 1. Krippengruppe MutterKindEinrichtung/Krippe Altersöffnung Kiga 2. Krippengruppe Klinik Änderung Konzeption Altersöffnung Kiga 2. + 3. Krippengruppe Krippe u. Altersöffnung Kiga Altersöffnung Kiga/Notfälle Aufstockung Gruppengröße Aufstockung Gruppengröße Aufstockung Gruppengröße Aufstockung Gruppengröße Umzug nach BuchenbergAlbris neue Betriebserlaubnis 2. Krippengruppe Altersgeöffnete Gruppe Neue Gruppe nach Umbau Ende 2017 können bereits 463 + 18 = 481 institutionelle Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Kempten (Allgäu) angeboten werden. Zudem stehen weitere sechs im Bedarf anerkannte Plätze in den Freien Spielstuben Abris in Buchenberg zur Verfügung. 34
Bis zu 200 Plätze können theoretisch von Kindern ab einem Alter von 2 ½ Jahren in Kinder gartengruppen belegt werden, wenn hier keine älteren Kinder vorrangig zu versorgen sind. Aktuell werden ca. 30 Kinder auf solchen Plätzen betreut. In der Kindertagespflege (häusliche Tagespflege, Kinderfrauen und Großtagespflege) wer den zum Jahreswechsel 2017/2018 ca. 120 Plätze angeboten, hiervon stehen ca. 110 Plätze für U3Kinder zur Verfügung. Zusammengerechnet kommen wir nun zum 01.01.2018 auf ein Gesamtangebot von 627 Plätzen: U3Betreuungsplätze in Kempteners Kitas: Anerkannte U3Plätze im Umland Kinder ab 2,5 Jahren in Kindergartengruppen: Verfügbare Tagespflegeplätze U3 Gesamtplatzzahl 481 6 30 110 627 ========================================= Die institutionellen Betreuungsangebote sowie die Plätze in den Großtagespflegestellen ste hen jedoch nicht allen Kemptener Kindern in vollem Umfang zur Verfügung. Es gibt Einrich tungen und Großtagespflegestellen, die konzeptionell überörtlich ausgerichtet sind und ein größeres Einzugsgebiet haben (z. B. Einrichtungen mit spezieller Waldorfpädagogik bzw. MontessoriAusrichtung) oder eine Kooperation mit einer Firma/Institution eingegangen sind (z. B. DachserKrippe, GTP Bahnhofsapotheke). Auch decken manche Tagespflegestellen nur eine Randzeitenbetreuung ab und sind mit ei nem institutionellen Betreuungsangebot nicht direkt vergleichbar. Wie unter der Rubrik „Gastkinderregelungen“ bereits ausführlich dargelegt, werden auch Kinder aus umliegenden Kommunen in einem gewissen Rahmen immer Plätze in unseren Einrichtungen belegen. Am 22.06.2016 trat das Gesetz zum Bayerischen Betreuungsgeld in Kraft. Anspruch auf Bayerisches Betreuungsgeld hat grundsätzlich, wer seine Hauptwohnung oder seinen ge wöhnlichen Aufenthalt in Bayern hat, mit seinem Kind in einem Haushalt lebt, für dieses Kind zum Zeitpunkt der Antragstellung die altersentsprechende Früherkennungsuntersu chung gemäß den KinderRichtlinien durchgeführt hat und für das Kind keinen Platz in einer öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung (Kindertageseinrichtung oder Kindertagespfle ge) in Anspruch nimmt. Das Betreuungsgeld beträgt für jedes Kind 150 EUR pro Monat. Es kann grundsätzlich vom 15. Lebensmonat des Kindes bis zum Ende des 36. Lebensmonats bezogen werden, längs tens somit für 22 Lebensmonate. Das Betreuungsgeld soll für die notwendige Balance zu dem seit 01.08.2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ein und zweijährige Kinder sorgen. Ohne diese Leistung würde der Rechtsanspruch fast wie eine staatliche Empfehlung für den Krippen platz ab dem ersten Geburtstag wirken. Die Auswirkungen des Betreuungsgeldes auf die Bedarfslage werden von den Mitgliedern der Bedarfsplanungsrunde eher gering angesehen. 35
Die Geburtenzahlen in Kempten (Allgäu) sind seit 2012 stetig angestiegen. Um den Bedarf an Betreuungsplätzen für die nächsten Betreuungsjahre zu ermitteln, wurde in Zusammen arbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung eine Geburtenprognose statistisch ermittelt. Maßgebliche Faktoren waren hierfür die Fertilitätsrate und die Bevölkerungsmeh rung durch Zuwanderungen. Bei der Berechnung geht man im Jahr 2018 von einer Fertilitätsrate von 1,51 aus. Diese sinkt in den Jahren 2019/2020 auf 1,45 und pendelt sich ab 2021 bei 1,4 ein. Bei den Zuwanderungen geht man zu Beginn der Prognose von einem übersteigenden Zu zug von ca. 700 Personen pro Jahr aus, der sich in den folgenden Jahren abfallend entwi ckelt. Aufgrund dieser Annahmen und einer Betreuungsquote von 60 % ab dem vollendeten ers ten Lebensjahr errechnen sich folgende Krippenbedarfe: 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 2031 2032 ’J ’ ) 610 741 680 712 689 695 674 676 677 676 675 674 673 669 666 663 661 659 811 853 835 841 830 821 810 812 812 811 809 808 805 801 797 794 Da Ende des Jahres 2017 insgesamt 627 Plätze im U3Bereich zur Verfügung stehen, be deutet dies, dass wir rechnerisch eine Versorgungsquote von 0<G0 Prozent nachweisen können. Um dem Bedarf von 60 % gerecht zu werden, müssen langfristig ca. 800 Betreuungsplätze für U3Kinder zur Verfügung stehen. Somit ist die Schaffung von weiteren 173 Plätzen not wendig. Kurzfristig steigt der Bedarf voraussichtlich sogar auf 850 Plätze an. Auch für diese Zeiten müssen Übergangslösungen berücksichtigt werden. 36
Folgende Plätze wurden durch den Jugendhilfeausschuss bereits im Bedarf anerkannt: In der Kindertagesstätte in Hirschdorf wird im Frühjahr 2018 eine Kinderkrippengruppe mit Plätzen eröffnet. Zudem entsteht eine Kindergartengruppe, bei der die Möglich keit gegeben ist 6 Plätze mit Kindern ab 2,5 Jahren zu belegen. In den kommenden Jahren werden im Rahmen des neuen Dorfzentrums Heiligkreuz in der Einrichtung St. Hildegard Krippenplätze geschaffen. Bei der Kindertagesstätte St. Nikolaus steht eine Generalsanierung mit Erweiterung an. In diesem Zusammenhang entstehen 9 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Weitere Maßnahmen befinden sich bereits im Investitionsprogramm der Stadt Kempten (Allgäu) und sollen im Rahmen eines Neubaugebiets entstehen: /, 30 12 2020 2023 8 Kindertagesstätte HaldeNord (1) Kindertagesstätte HaldeNord (2) Somit liegen für 69 Plätze bereits genauere Planungen vor. Weitere Möglichkeiten zur Schaf fung von U3Plätzen durch Anbau an bestehende Einrichtungen und Neubaumaßnahmen wurden im Unterausschuss diskutiert. Der Verwaltung wurde hierfür der Auftrag erteilt, die se Gedanken zu prüfen, um dadurch langfristig weitere 100 Plätze zu schaffen. Durch die Schaffung von Kindergartenplätzen kann sich auch kurzfristig eine Entspannung im Krippenbereich ergeben, da durch ein größeres Angebot in diesem Bereich mehr Plätze für Kinder ab 2,5 Jahren zur Verfügung stehen und sich dadurch eine Verschiebung abzeich nen kann. 8% ) . Die Betreuung der eigenen Kinder wurde in der geschichtlichen Entwicklung der Bundesre publik Deutschland schon immer als überwiegend private Familienangelegenheit betrachtet. Außerfamiliäre Betreuung wurde allenfalls als ein mehr oder minder hilfreiches Ersatzange bot in Anspruch genommen. Das gesellschaftliche Bild, vor allem das der erwerbstätigen und selbstbestimmten Frau, hat sich jedoch in Zeiten des demographischen Wandels nachhaltig verändert. In Fragen der Kinderbetreuung besteht öffentlicher Handlungsdruck. Institutioneller Kinder betreuung kommt nun die überragende Aufgabe zu, Kinder in enger Partnerschaft mit den Eltern in Entwicklungsprozessen zu begleiten und hier das Fundament für eine erfolgreiche Bildungsbiographie und Sozialisierung zu legen. Hierbei darf nicht nur in quantitativer Hinsicht eine Entwicklung verzeichnet werden, son dern es müssen für Kinder und Eltern Betreuungskonzepte entwickelt und umgesetzt wer den, die aktuelle Forschungsergebnisse und Theorien zum Thema „frühkindliche Bindung“ angemessen berücksichtigen. Nur so kann institutionelle Kinderbetreuung insbesondere auch für Kinder unter drei Jahren gelingen. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen, um ein Kind in seinen sozialen und emotiona len Kompetenzen zu stärken, ist die Qualität der Interaktion mit seinen Eltern und mit wei teren, wichtigen Bezugspersonen. Kinder brauchen konstante Betreuungspersonen und sichere Bindungen. Die Qualität der Beziehung zwischen Kind und Betreuungsperson spielt für hochwertige Betreuungsarbeit eine entscheidende Rolle. Dies gilt es zu sichern. 37
Besonders wichtig ist vor diesem Hintergrund die Auswahl der Fach und Ergänzungskräfte. Insbesondere ist auf die persönlichen Fähigkeiten und deren Menschenbild und innere Ein stellung zu achten. Seit dem 1. August 2013 haben Kinder mit Vollendung des ersten Lebensjahres bis zum Alter von drei Jahren einen Rechtsanspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. In diesem Alter verfügen Kinder in der Regel über gute Kompetenzen, um sich auch in institutionellen Betreuungsformen gut zu entwickeln. Auch Kinder unter einem Jahr können in Kinderbetreuungseinrichtungen aufgenommen werden. Dabei müssen die besonderen Anforderungen an Einrichtungen berücksichtigt wer den. Es wird empfohlen, nicht mehr als ein Kind unter einem Jahr in einer Gruppe aufzu nehmen. Kinder unter einem Jahr sollen bis zu max. vier Stunden täglich (Wachzeit) fremd betreut werden. Übergangsphasen (Eingewöhnung, Gruppenwechsel, Erzieherwechsel etc.) sind aktiv zu ge stalten. Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und Elternbildung sind von entscheidender Bedeu tung. Eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Betreuung spielt die individuelle Eingewöh nungsphase. Für die Eingewöhnung haben sich in der Praxis zwei Modelle bzw. Mischformen aus beiden bewährt. Hierbei handelt es sich um das ökophysiologisch begründete „Münchner Modell“ und das bindungstheoretisch begründete „Berliner Modell“. =7%12C. .4C2C5 =2C. .4)C5 ’% Beide Modelle betonen die Bedeutung eines behutsamen Übergangs von der Familie in die Kinderkrippe, bei dem das Kind von Mutter/Vater begleitet wird. In beiden Modellen wird den "Pflegesituationen" (Wickeln, Essen, Schlafen) große Aufmerksamkeit geschenkt. Nur eine vertraute Person kann das Kind in dieser Situation unterstützen. " Eingewöhnungsphasen: Kennenlernen Sicherheit Vertrauen Eingewöhnungsphasen: Sicherheit Kennenlernen Vertrauen Keine Trennung in den ersten 6 Tagen Einbeziehung aller Beteiligen (insb. der Kin dergruppe) in den Eingewöhnungsprozess Eine erste Trennung am 4. Tag Fokussierung auf die Erzieher/inKind Bindung Dauer der Eingewöhnung in Abstimmung mit allen Beteiligten mindestens 6 Tage Dauer der Eingewöhnung orientiert sich am Bindungstyp des Kindes mind. 6 Tage. Eingewöhnung im Gruppenalltag In den ersten Tagen treffen sich Erzieher/in, Kind u. Mutter in einem eigenen Raum. Die Eltern begleiten ihr Kind für etwa eine Stunde täglich über mehrere Tage. Die Eltern begleiten für ca. 2 Wochen ihr Kind täglich mehrere Stunden in die Einrich tung. Vertraute Situation Die Eltern trennen sich erst von dem Kind, wenn das Kind Vertrauen in die neue Um gebung gefasst hat. Das Kind bleibt dann in etwa die vorgesehene Buchungszeit ohne Eltern in der Kinderkrippe Quelle: Dr. Anna Winner, Zwei Eingewöhnungsmodelle im Vergleich, KiTaBy 6/2010, Seite 129ff Vertraute Person Erste kurze Trennungen erfolgen bereits nach vier Tagen. Die Dauer der Trennung wird in den folgenden Tagen stufenweise verlängert, je nach Bereitschaft des Kindes. 38
K Die Kindertagespflege findet ihre Legaldefinition in § 43 SGB VIII; hierin wird das allgemei ne Erlaubnisverfahren geregelt. Nach Art. 2 Abs. 4 BayKiBiG ist Kindertagespflege die Bil dung, Erziehung und Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson im Umfang von durchschnittlich min. zehn Stunden wöchentlich pro Kind in geeigneten Räumlichkeiten. Die o. g. Rechtsvorschrift setzt die Tätigkeit einer Tagespflegeperson voraus. Tagespflege person ist, wer Kinder gegen Entgelt außerhalb des Haushalts der Erziehungsberechtigten während eines Teils des Tages, mehr als 15 Stunden wöchentlich und länger als drei Monate betreuen will. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können auch Kinder, die weniger als 15 Stun den, mindestens aber durchschnittlich zehn Stunden wöchentlich betreut werden, nach dem BayKiBiG finanziell gefördert werden. Bei Kindern, die überwiegend in einer Einrichtung be treut werden, besteht auch die Möglichkeit, dass eine (Randzeiten) Betreuung von min. fünf Stunden pro Woche zusätzlich in der Kindertagespflege stattfinden kann. Kindertagespflege ist eine Betreuungsform für Kinder von 0 bis 14 Jahren. Nach § 24 SGB VIII besteht für Kinder zwischen dem vollendeten ersten und dritten Lebensjahr die Wahl freiheit zur Betreuung in der Kindertagespflege oder in einer Kindertagesstätte. Bei Kindern, die das erste Lebensjahr noch nicht oder bereits das dritte Lebensjahr vollendet haben, muss eine Bedarfsprüfung durch den Fachdienst des Amtes für Kindertagesstätten, Schulen und Sport durchgeführt werden. Das zu betreuende Kind darf mit der Tagespflegeperson jeweils bis zum dritten Grad nicht verwandt und nicht verschwägert sein (Art. 20 Satz 2 BayKiBiG). Die Kindertagespflege wird in drei wesentlichen Formen angeboten: • • im Haushalt der Tagespflegeperson (TPP) (= häusliche Kindertagespflege) können bis zu fünf fremde anwesende Kinder gleichzeitig betreut werden. Hierzu dürfen max. acht Be treuungsverhältnisse geschlossen werden. im Haushalt der Eltern (= Kinderfrau/Kindermann) gelten grundsätzlich die gleichen Vo raussetzungen wie bei der häuslichen Kindertagespflege. • als Großtagespflege (GTP) nach Art. 9 BayKiBiG: Bei dieser Form schließen sich zwei bis drei Kindertagespflegepersonen zusammen und betreuen in geeigneten Räumlichkeiten bis zu zehn gleichzeitig anwesende Kinder. Hier für dürfen max. 16 Betreuungsverhältnisse geschlossen werden. Außerdem muss ab dem neunten Kind eine der Tagespflegepersonen eine pädagogische Fachkraft im Sinne des § 16 Abs. 2 AVBayKiBiG sein. Da Kindertagespflege eine höchstpersönlich zu erbringende Leistung ist und sich hierin von der Betreuung in einer Kindertageseinrichtung unterscheidet, muss jedes Tagespfle gekind erkennbar einer Tagespflegeperson zugeordnet sein. Die Tagespflegepersonen in einer Großtagespflegestelle können sowohl selbstständig als auch angestellt tätig sein. 8 2B Die Tagespflegeperson muss sich insbesondere durch Persönlichkeit, Sachkompetenz und Kooperationsbereitschaft mit den Erziehungsberechtigten und dem Amt auszeichnen. Neben persönlichen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Belastbarkeit muss die Tagespflegeper son auch Interesse, Einfühlungsvermögen, pädagogische Grundkenntnisse und Achtung ge genüber dem Kind und seiner Familie aufweisen. Sie muss fähig zur Eigenreflexion und zur 39
fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung sein. Zudem müssen kindgerechte Räum lichkeiten nachgewiesen werden. Die Tagespflegepersonen benötigen zur Ausübung ihrer Tätigkeit eine Pflegeerlaubnis nach § 43 SGB VIII. Tagespflegepersonen müssen die in § 23 Abs. 3 SGB VIII genannten Eig nungskriterien erfüllen. Dazu müssen sie erfolgreich an einer Qualifizierungsmaßnahme im Umfang von 160 Stunden (Art. 20 Satz 1 Nr. 1 BayKiBiG) teilgenommen haben. Als für die Tagespflege qualifiziert sind von vorne herein Personen anzusehen, die über eine berufliche Ausbildung mit (sozial)pädagogischem, erzieherischem oder kinderpflegerischem Schwerpunkt verfügen. Tagespflegepersonen, die eine dieser pädagogischen Ausbildungen durch Vorlage der staat lich anerkannten Berufsurkunde vorweisen, müssen in Kempten (Allgäu) verbindlich am Kursmodul I (Grundlagen der Kindertagespflege) des Qualifizierungskurses teilnehmen. Nach Abschluss des Kursmoduls I ist es den Tagespflegepersonen mit einer pädagogischen Ausbildung freigestellt, zusätzlich am Kursmodul II (pädagogischer Inhalt) teilzunehmen. Für alle Tagespflegepersonen, die keine pädagogische Ausbildung vorweisen, ist der Qualifi zierungskurs mit den Kursmodulen I und II von insgesamt 160 Unterrichtseinheiten ver pflichtend. Tagespflegepersonen mit einer gültigen Pflegeerlaubnis sind weiter verpflichtet, mindestens 15 Stunden jährlich an Fortbildungsmaßnahmen, die vom Amt für Kindertagesstätten, Schu len und Sport angeboten werden, teilzunehmen. Bei einer Verweigerung der Teilnahme kann die erteilte Pflegeerlaubnis vom zuständigen Amt zurückgenommen werden. 7 Die laufenden Geldleistungen für qualifizierte Tagespflegepersonen werden für den von den Erziehungsberechtigten beantragten Zeitraum gewährt und umfassen: • monatliches Tagespflegeentgelt (Sachaufwand und Förderleistung nach § 23 Abs. 2 Nr. 1 und 2 SGB VIII) Das monatliche Tagespflegeentgelt orientiert sich an der Entwicklung des vom Bayeri schen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gem. Art. 21 Abs. 3 Satz 1 BayKiBiG bekannt gegebenen Basiswerts sowie den Empfehlungen des Bayerischen Landkreistags und des Bayerischen Städtetags für die Kindertagespflege nach dem SGB VIII und dem BayKiBiG. • Differenzierter Qualifizierungszuschlag Gemäß § 18 AVBayKiBiG erhält die Tagespflegeperson einen differenzierten Qualifizie rungszuschlag. Abhängig von der Qualifizierung der Tagespflegeperson beträgt dieser: o 20 % der Förderleistung für Tagespflegepersonen, die eine Qualifizierungsmaßnahme im Sinne von Art. 20 Satz 1 Nr. 1 BayKiBiG im Umfang von mindestens 160 Stunden absolviert haben, o 30 % der Förderleistung für Tagespflegepersonen mit Qualifizierung und Erfahrung als Tagespflegeperson von min. zwei Jahren innerhalb der Stadt Kempten (Allgäu) oder abgeschlossener Ausbildung als Kinderpflegerin/Kinderpfleger, o 40 % der Förderleistung für Tagespflegepersonen mit abgeschlossener Ausbildung als Erzieherin/Erzieher, Sozialpädagogin/Sozialpädagoge oder einer vergleichbaren Ausbildung. Betreut eine Tagespflegeperson innerhalb der Stadt Kempten (Allgäu) länger als sie ben Jahre durchgehend Kinder, erhält sie als Anerkennung dieser Leistung unabhän gig von einer abgeschlossenen pädagogischen Ausbildung 40 % Qualifizierungspau schale. 40
Der Qualifizierungszuschlag entfällt, soweit die Förderung der Kindertagespflege im Rah men einer Großtagespflege gem. Art. 20a BayKiBiG erfolgt. • Einrichtungsähnlich geförderte Großtagespflegestellen Großtagespflegestellen können neben dem Tagespflegeentgelt unter Erfüllung der För dervoraussetzungen gem. Art 20a BayKiBiG eine s. g. einrichtungsähnliche Förderung beantragen. Hierbei muss sichergestellt sein, dass mindestens eine pädagogische Fach kraft regelmäßig an mindestens vier Tagen und mindestens 20 Stunden die Woche anwe send ist. Bezieht eine GTP die einrichtungsähnliche Förderung nach Art. 20a BayKiBiG sind jegliche Erhebungen von privaten Zuzahlungen der Eltern untersagt. • Versicherungen Des Weiteren können Beiträge zur Unfall, Kranken und Pflege sowie Alterssicherung anteilig vom Amt übernommen werden. Da die Tagespflegepersonen selbständig tätig sind, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung im Krankheitsfall bzw. bei sonstiger Abwesenheit. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung wird von einer Rückforderung des Tagespflege entgelts im Umfang von bis zu vier Wochen pro Kindergartenjahr (20 Arbeitstage) abgese hen. Bei vorübergehender Krankheit bzw. Abwesenheit des Kindes wird die Geldleistung weiter gewährt. In der Kindertagespflege ist ebenfalls ein Elternbeitrag zu leisten. Dieser wird den Erzie hungsberechtigten direkt durch das Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport in Rech nung gestellt. Die Höhe der Beiträge orientiert sich an den Elternbeiträgen der Städtischen Kindertagesstätte in Kempten (Allgäu) ( Die Kindertagespflege ist ein Betreuungssystem, das gegenwärtig noch in zweierlei Gestal tungsformen existiert: • als öffentliches Kinderbetreuungsangebot, das nach Vorgaben des SGB VIII ausge staltet, und von einem Träger der öffentlichen oder freien Jugendhilfe fachlich beglei tet wird • und als informell genutzte Form der Kinderbetreuung, die auf einem „Freien Markt“ oder im Rahmen anderer privater Netzwerke zustande kommt. In den Aufbaujahren bis 2013 spielte die Kindertagespflege im Bereich Erziehung, Bildung und Betreuung in der frühen Kindheit noch eine eher untergeordnete Rolle. Bis zum Jahr 2005 war sie auch nicht der Betreuung in Kindertageseinrichtungen gleichgestellt. Eine Fi nanzierung aus öffentlichen Mitteln bzw. eine Bezuschussung war nur dann möglich, wenn Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Eintritt in den Kindergarten betroffen waren, de ren Eltern alleinstehend, berufstätig oder in Ausbildung waren. In den letzten Jahren hat die Kindertagespflege u. a. durch das Tagesbetreuungsausbauge setz (TAG), das Kinder und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK), das Kinderförde rungsgesetz (KiföG) sowie durch das Bayerische Kinderbildungs und betreuungsgesetz (BayKiBiG) eine grundlegende Neukonzeption erfahren. Sie hat sich dadurch zu einem ver lässlichen und qualifizierten Angebot der Kindertagesbetreuung entwickelt. Durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) ist die Anzahl der Kinder, die Kindertages pflege in Anspruch nehmen können, deutlich ausgeweitet worden. Zusätzlich sind durch das BayKiBiG vom 08.07.2005 und die darin enthaltene Einführung einer kindbezogenen pau 41
schalierten Förderung nun auch die Finanzierungsregelungen für die Kindertagespflege ge klärt. Die Kindertagespflege wurde zur „Qualifizierten Kindertagespflege“ aufgewertet. Beim Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren besteht weiter Nachhol bedarf, insofern kommt der Kindertagespflege weiterhin ein wichtiger Stellenwert zu. Die Kindertagespflege als familienähnliche, flexible und individuelle Form der Betreuung ist ein gleichrangiges Betreuungsangebot wie die institutionellen Angebote Krippe oder altersgeöff neter Kindergarten und schließt vorhandene Lücken im System der Kinderbetreuung. 8% In der öffentlich geförderten zählte das Bayerische Landesamt für Sta tistik zum 01.03.2017 insgesamt 11 595 Kinder, die von 3 298 Tagespflegepersonen betreut wurden. Die Zahl der Kinder stieg somit gegenüber dem Vorjahr um 8 % an. (https://www.statistik.bayern.de/presse/archiv/201_2017.php) In Kempten (Allgäu) stehen zum 01.01.2018 folgende Plätze zur Verfügung: 41 Plätze bei 13 aktiven Tagespflegepersonen, die Kinder im eigenen Haushalt betreuen 25 Plätze bei 5 Kinderfrauen 58 Plätze in der Großtagespflege bei 20 Tagespflegepersonen Im Jahr 2017 wurden durchschnittlich 92 Kemptener Kinder in der Kindertagespflege be treut. I ,’?, > Die Wichtelburg 1 Fürstenstraße 42 (1. OG) 87439 Kempten (Allgäu) Die Wichtelburg 2 Fürstenstraße 42 (EG) 87439 Kempten (Allgäu) 10 Plätze 8 Plätze 42
Die Wichtelburg 4 Memminger Str.32 87439 Kempten (Allgäu) GTP „Kinderleicht“ Poststr. 24, 87439 Kempten (Allgäu) 10 Plätze 10 Plätze 8,%7 ,’?, > GTP „Campuszwerge“ – Initiative der Hochschule für angewandte Wissenschaft Bahnhofstr. 61 87435 Kempten (Allgäu) GTP „KITA“ – Firmeninterne Kinderbetreuung der BahnhofApotheke Kempten Alpenrosenstr. 8 87435 Kempten (Allgäu) 10 Plätze 10 Plätze 7, Der örtliche Jugendhilfeträger ist Dreh und Angelpunkt in der Kindertagespflege. Im Jahr 2015 wurde dieser Fach und Aufgabenbereich mit dem pädagogischen Fachdienst Kinder tagespflege und der Kostenstelle aus dem Stadtjugendamt in das Amt für Kindertagesstät ten, Schulen und Sport der Stadt Kempten (Allgäu) integriert. Dieses Amt erteilt die Pflegeerlaubnis nach § 43 Abs. 1 SGB VIII, zahlt das Tagespflegeent gelt an die Tagespflegepersonen und refinanziert sich bei den Eltern, soweit diese dazu wirt schaftlich in der Lage sind. Es baut die Kindertagespflegestruktur insgesamt weiter auf und ist dazu verpflichtet eine Ersatzbetreuung für den Fall, dass die Tagespflegeperson ausfällt, sicherzustellen. Darüber hinaus hat der pädagogische Fachdienstes für Kindertagespflege beim Amt für Kin dertagesstätten, Schulen und Sport folgende Aufgaben: die Eltern bei Auswahl und Vermittlung der Tagespflegeperson zu unterstützen • Aquise, Qualifizierung und laufende Fortbildung der Tagespflegepersonen • Fachberatung und Fachanleitung aller in Kempten (Allgäu) tätigen Tagespflegepersonen • • Umsetzung des Kinderschutzes in der Kindertagespflege gem. § 8a SGB VIII (u. a. Ent wicklung von Schutzkonzepten, Fachanleitung bei § 8a Meldungen, Erste Gefährdungs einschätzung durch die “Insoweit erfahrene Fachkraft”, ggf. Einschaltung des Jugend amtes u. ä.) Vermittlung und Begleitung aller TagespflegeVerhältnisse • • Moderation von Krisen und Konfliktgesprächen • Laufende Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung (z. B. Fortund Weiterbildung, Evaluation, Coaching, Begleitung von Entwicklungsprozessen) Koordinierung, Vernetzung und Zusammenarbeit/Synergienutzung mit dem Fachdienst Kindertagespflege im Oberallgäu und Ostallgäu Konzeption, Aufbau und pädagogische Begleitung der Ersatzbetreuung Transferleistungen, Zusammenarbeit mit der Kostenstelle im Amt Erstellen von Arbeitshilfen für die Tagespflegepersonen Elterninformationsveranstaltungen 43 • • • • •
Fachanleitung/Fachberatung Gesetzlich ist der Auftrag für die Fachberatung im System der Kindertagesbetreuung im SGB VIII verankert und lässt sich aus § 22 a SGB VIII (Kindertageseinrichtungen) ableiten. Im Unterschied zu den Einrichtungen ist für die Kindertagespflege in § 23 SBG VIII ein dezi dierter Anspruch für Tagespflegepersonen und Erziehungsberechtigte festgeschrieben. Ersatzbetreuung Gem. Art. 20 Satz 2 BayKiBiG i. V. m. § 23 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII ist für Ausfallzeiten einer Tagespflegeperson rechtzeitig eine andere Betreuungsmöglichkeit für das Kind sicherzustel len. Fördervoraussetzung nach dem BayKiBiG ist, dass die Ersatzbetreuung ab dem 1. Aus falltag sichergestellt werden muss. Bei Krankheit der Tagespflegeperson bzw. bei anste ckenden Erkrankungen in deren Familie besteht seitens der Eltern gegenüber dem Amt für Kindertagestätten, Schulen und Sport ein Anspruch auf Ersatzbetreuung. Die Verpflichtung, die Kosten der Ersatzbetreuung zu tragen, liegt beim Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. Um dieser gesetzlichen Vorgabe nachzukommen und den Eltern mit der Kinder tagespflege eine verlässliche Betreuungsform neben der Kindertagesstätte anbieten zu kön nen, wurden in der Kotterner Flohkiste ab dem Jahr 2017 für den Bereich St. Mang Ersatz betreuungsplätze für Tagespflegekinder geschaffen. Dafür gehen Tagespflegepersonen eine Kooperation mit der Kindertagesstätte ein. Diese hält das nötige Personal vor, das die Er satzbetreuung im Bedarfsfall leistet und in den anderen Zeiten im Gruppendienst als päda gogische Fachkraft in der Einrichtung tätig ist. Durch regelmäßige Kontaktpflege von Tages pflegekindern, Tagespflegepersonen und der Kindertagesstätte wird sichergestellt, dass die Kinder und ihre Eltern mit den Ersatzbetreuungspersonen und den Räumlichkeiten der Kin dertagesstätte vertraut sind. Weitere Ersatzbetreuungsmodelle für die Kindertagespflege sind im Aufbau. Inklusion Das 2006 von der UNOGeneralversammlung verabschiedete und 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist ein von 160 Staaten und der EU abgeschlossener völkerrechtlicher Vertrag, der die bislang bestehenden acht Menschenrechtsabkommen für die Lebenssituation behinderter Menschen konkretisierte: Sie werden weniger als Kranke betrachtet, sondern vielmehr als gleichberechtigte Menschen. Die bayerische Staatsregierung hat am 05.03.2013 beschlossen, auch in der Kindertages pflege Kinder mit Behinderung mit dem Gewichtungsfaktor 4,5 zu fördern. Feststellung des Eingliederungshilfeanspruchs Eingliederungshilfeanspruch gem. § 53 SGB XII oder § 35a SGB VIII muss bestehen und vom Bezirk Schwaben ein entsprechender Bescheid erlassen werden. Der Bescheid ist dem Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport mit den entsprechenden Attes ten/Gutachten bei Antragstellung vorzulegen. Erhöhte laufende Geldleistung nach § 23 SGB VIII für die Tagespflegeperson Für die Festsetzung des Tagespflegeentgelts ist die Stadt Kempten (Allgäu) zuständig. Für Inklusionskinder wird bei der Anerkennung der Förderleistung der Gewichtungsfak tor 4,5 zugrunde gelegt. Der Erhöhungsbetrag wird bei der Berechnung des Tagespfle geentgelts gesondert ausgewiesen. Diese Mehrförderung wird in der Regel ca. einen nicht belegten Platz finanziell ausgleichen. Anzahl der maximal gleichzeitig anwesenden Kinder Für die staatliche Förderung ist die Zahl der betreuten Kinder bei Aufnahme eines Inklu sionskindes entsprechend zu reduzieren. Tagespflegeperson Tagespflege in einer GTP maximal 3 gleichzeitig anwesende Kinder maximal 7 gleichzeitig anwesende Kinder 44 • • •
Zusätzliche Fachdienststunden gem. Bescheid des Bezirks Schwaben Über den Bezirk wird die Tagespflegeperson im häuslichen Bereich oder in den Großta gespflegestellen durch zusätzliche Fachdienststunden unterstützt. Die Dauer und den Umfang der dafür zusätzlichen Fachdienststunden werden vom Bezirk erteilt und ge nehmigt. Die Feststellung der individuellen Eignung einer Tagespflegeperson zur Aufnahme eines Inklusionskindes obliegt dem Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. • , K Art. 2 Abs. 2 Nr. 2 des BayKiBiG beschreibt Kindergärten als Einrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung richtet. Ein Gebäu debezug ist nicht dringend erforderlich. Es besteht eine Platzgarantie in einer Kindertagestätte für Kinder ab dem vollendeten drit ten Lebensjahr bis zur Einschulung (§ 24 Abs. 3 SGB VIII). Kindergärten werden angeboten von freigemeinnützigen, kommunalen und sonstigen Trä gern. Kindergärten sollen die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemein schaftsfähigen Person fördern und nebenbei auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Kinder haben ein Recht auf Bildung und dies bereits ab dem Tag der Geburt. Kindergärten gehören zum Elementarbereich des Bildungswesens. Aufgabe des Kindergartens ist die ganzheitliche Bildung, Erziehung und Betreuung des Kin des (§ 22 Abs. 3 Satz 1 SGB VIII). Als familienergänzende und unterstützende Einrichtungen sollen Kindergärten bestmögliche Entwicklungs und Bildungschancen für alle Kinder bieten. Alle Kinder, d. h. deutsche Kin der, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit Behinderung, Kinder mit erhöhtem Ent wicklungsrisiko und Kinder mit besonderen Begabungen sollen im Kindergarten gemeinsa mes Leben und Lernen erfahren. Das Spiel ist dabei das wichtigste Bildungsmittel und die elementare Form des Lernens. Das Leistungsangebot des Kindergartens ist eingebettet in die regionalen Bedingungen und orientiert sich pädagogisch und organisatorisch an den konkreten Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien. Kindergärten sichern Kindern anregungsreiche Lebensräume und unter stützen die Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Personen. Sie beteiligen die Kinder an der Gestaltung der Bildungsprozesse. Kinder erwerben über die entwicklungsangemessene Übernahme von Verantwortung vor allem soziale Kompetenzen und die Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Familien bedarfsangemessen in ihren Erzie hungsaufgaben. Anzustreben ist eine Erziehungspartnerschaft, bei der Kindergarten und Familie zum Wohle der Kinder kooperieren. Auf Grund sich wandelnder Familien und Ar beitsmarktstrukturen gewinnt der Kindergarten als multifunktionale Einrichtung an Bedeu tung: der Kindergarten ist Sozial und Lernraum für Kinder, Treffpunkt für Eltern, Koopera tionspartner für die regionalen Fach und Sozialdienste, er unterstützt Eltern und Familien durch ein angemessenes Beratungs und Bildungsangebot und initiiert Familienselbsthilfe. Das Konzept der Bildungs und Erziehungspartnerschaft mit Eltern basiert auf einem gewei teten kompetenzorientierten Bildungsverständnis, das Erziehung mit umfasst, stellt die Be deutung der Familie als wichtigsten und einflussreichsten Bildungsort für das Kind heraus und umfasst viele verschiedene Aspekte. 45
Die Bayerischen Leitlinien für Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grund schulzeit betonen die Bedeutung der Bildungs und Erziehungspartnerschaft mit Eltern. Bil dung und Erziehung von Kindern ist Aufgabe aller Beteiligten, der Familien, der pädagogi schen Fachkräfte und der Lehrkräfte an Grundschulen. ( Die Zahl der Kindergartenplätze hat sich in den vergangenen Jahren erhöht. Der Jugendhil feplan aus dem Jahr 2013 umfasst noch 1 790 Betreuungsplätze in Kindergärten. In einigen Häusern haben sich in der Zwischenzeit konzeptionelle Veränderungen ergeben. Beispielhaft möchten wir hierfür folgende Einrichtungen nennen: • Wegfall von 25 + 1 Kindergartenplätzen der Freien Spielstube Hirschdorf mit gleich zeitiger Bedarfsanerkennung von 17 Kindergartenplätzen in der Freien Spiel und Krippenstube Albris in Buchenberg • Schaffung von 25 + 1 Kindergartenplätzen im BambiniPark • Schaffung von 15 + 1 Kindergartenplätzen in der Städt. Kindertagesstätte „Kotterner Flohkiste“ • Wegfall von 2 Pufferplätzen in der Kindertageseinrichtung St. Nikolaus durch Schaf fung von weiteren U3Plätzen • Schaffung von 25 Kindergartenplätzen im MontessoriKindergarten • Schaffung von 7 Kindergartenplätzen in der Freien Spielstube Kempten • Schaffung von 11 Kindergartenplätzen im Kinderhaus Sternschnuppe (durch Wegfall von Hortplätzen) Die Gesamtzahl aller angebotenen Kindergartenplätze (inkl. der im Bedarf anerkannten Plätze in der Freien Spiel und Krippenstube Albris und dem Waldkindergarten Buchenberg) liegt zum Jahresende 2017 bei 1 870 (inkl. Überbelegungsplätzen). Zusätzlich stehen in den Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) der AgnesWyssach Schule 44 Plätze, der AstridLindgrenSchule 8 Plätze und der TomMuttersSchule 13 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf im Vorschulalter zur Verfügung. Insgesamt liegt das Betreuungsangebot zum Jahreswechsel 2017/2018 für diese Alters gruppe somit bei 1 935 Plätzen. Wie im Krippenbereich stehen auch im Kindergarten nicht alle Plätze Kemptener Kinder in vollem Umfang zur Verfügung, da es Einrichtungen gibt, die konzeptionell überörtlich ausge richtet sind (z. B. Montessori). Auch werden Kinder aus umliegenden Kommunen in einem gewissen Rahmen immer Plätze in unseren Einrichtungen belegen (siehe Rubrik „Gastkin derregelung“). Im Rahmen der Jugendhilfeplanung hat sich der Unterausschuss dafür ausgesprochen, mit 6G&, zu rechnen. Durch diese Berechnungsmethode wird auch den Schulrück stellungen, den Freihalteplätzen für IKinder, den Gastkindern und den o. g. Plätzen, die nicht nur Kemptener Kinder zur Verfügung stehen, Rechnung getragen. 46
Aufgrund der Geburtenprognose des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung errechnet sich in den kommenden Jahren folgender Kindergartenbedarf: ’ ) 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 2031 2032 537 565 575 610 741 680 712 689 695 674 676 677 676 675 674 673 669 666 663 661 659 1957 2042 2247 2370 2489 2428 2445 2401 2386 2365 2367 2366 2363 2359 2352 2343 Da Ende des Jahres 2017 insgesamt 1 935 Plätze im Kindergartenbereich zur Verfügung stehen, bedeutet dies, dass wir rechnerisch eine Versorgungsquote von 9G9 Prozent nachweisen können. Um dem Bedarf auch langfristig gerecht zu werden, müssen zwischen 2 300 und 2 400 Be treuungsplätze für Kindergartenkinder zur Verfügung stehen. Somit ist die Schaffung von weiteren 400 Plätzen notwendig. Kurzfristig steigt der Bedarf voraussichtlich sogar um 500 Plätze an. Auch für diese Zeiten müssen Übergangslösungen berücksichtigt werden. Folgende Plätze wurden durch den Jugendhilfeausschuss bereits im Bedarf anerkannt: In der Kindertagesstätte in Hirschdorf wird im Frühjahr 2018 eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen eröffnet. Bei der Kindertagesstätte St. Nikolaus steht eine Generalsanierung mit Erweiterung an. In diesem Zusammenhang sollen 40 neue Kindergartenplätze entstehen. 47
Weitere Maßnahmen befinden sich bereits im Investitionsprogramm der Stadt Kempten (All gäu) und sollen im Rahmen eines Neubaugebiets entstehen: 8 Kindertagesstätte HaldeNord (1) Kindertagesstätte HaldeNord (2) /, 78 50 2020 2023 Um kurzfristig ein Platzangebot vorzuhalten, befürwortet es der Unterausschuss die Räume in der Keselstraße 65 (ehemaliges BKH) anzumieten. In diesem Gebäude war im vergange nen Jahr der Kindergarten Christi Himmelfahrt übergangsweise untergebracht. Die Räume sind daher geeignet für mindestens 50 Kindergartenkinder. Somit liegen für ca. 243 Plätze bereits genauere Planungen vor. Allerdings wird mittelfristig für den Kindergarten St. Martin eine neue Bleibe gesucht werden müssen, diese 50 + 2 Plätze müssen in der Gesamtdarstellung gegengerechnet werden. Weitere Möglichkeiten zur Schaffung durch Umstrukturierungen, Anbau an bestehende Ein richtungen und Neubaumaßnahmen wurden im Unterausschuss diskutiert. Die Verwaltung wurde beauftragt, diese Gedanken zu prüfen, um dadurch langfristig weitere 200 300 Plät ze zu schaffen. =",GC9 G’% 1 $C? ’ %7$ 48
’E,) % Vergleich Geburtenjahrgänge 2012-2017 (Stand 08.12.2017) Bezirk 1/2 KE-West, Stiftallmey, Rothkreuz, Bezirk 3 Innenstadt Bezirk 4 Thingers, Lotterberg, Breite, Halde KE-Süd mit Haubenschloß Jahrgang Zahl d. Kinder Jahrgang Zahl d. Kinder Jahrgang Zahl d. Kinder 2017 2016 2015 2014 2013 2012 111 110 104 108 89 70 2017 2016 2015 2014 2013 2012 107 151 109 103 92 78 2017 2016 2015 2014 2013 2012 86 114 92 87 87 76 Arche Noah, St. Franziskus, Bavaria, Haus für Kinder u. Eltern, St. Hedwig, Schwalbennest, Miteinander, St. Anton, Johannes St. Nikolaus, Freie Spielstube, Abenteuerland, St. Michael, Montessori-Kiga, HfK St. Lorenz St. Martin, Sternschnuppe Bezirk 5 Engelhalde,Lindenberg, Bühl, Bleicherstraße Bezirk 6 Bezirk 7 a Nord, Nord-West, Heiligkreuz St. Mang, Ludwigshöhe Jahrgang Zahl d. Kinder Jahrgang Zahl d. Kinder Jahrgang Zahl d. Kinder 2017 2016 2015 2014 2013 2012 92 124 80 68 70 81 2017 2016 2015 2014 2013 2012 24 25 36 23 32 33 2017 2016 2015 2014 2013 2012 131 145 124 114 153 140 Matthäus, St. Ulrich, Mikado St. Hildegard, neue Kita in Planung Regenbogenhaus, Wiesengrund, Bambini-Park, St. Anna, Kotterner Flohkiste, Die Barke Bezirk 7 b Bezirk 8 Leubas, Ursulasried Eich, Alter Bahnh., Boleite, Burghalde Jahrgang Zahl d. Kinder Jahrgang Zahl d. Kinder 2017 2016 2015 2014 2013 2012 16 17 16 15 9 11 2017 2016 2015 2014 2013 2012 57 55 49 57 33 48 Kiga Leubas HfK Kunterbunt, Oberlinhaus Christi Himmelfahrt 2012: 2013: 2014: 2015: 2016: 2017: 537 Kinder 565 Kinder 575 Kinder 610 Kinder 741 Kinder 624 Kinder Gesamt: 3652 Kinder 49
8 Der Grundgedanke der erweiterten Altersmischung reicht in die Anfänge der Reform Pädagogik zurück. Vor allem in den 1970er und 1990er Jahren gab es zu diesem Thema zahlreiche Studien (Niesel, Griebel..). Gründe, die für eine erweiterte Altersmischung sprechen, können auch organisatorisch, ge sellschaftlich und finanziell bedingt sein. Dies dürfte z. B. immer dann vorliegen, wenn Plät ze in einer Einrichtung nicht mehr dauerhaft nachbelegt werden können und der Träger Maßnahmen treffen muss, um dies zu kompensieren. Andererseits verlangt aber auch die stetige Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren und die berufliche Arbeitswelt ein Umdenken bei der Organisation von Kindertagesstätten. Daneben gibt es aber auch Träger und Fachkräfte, die aus pädagogischer Sicht von der er weiterten Altersmischung überzeugt sind, da gerade diese eine ganz natürliche, familien ähnliche Situation wiederspiegelt. Jüngere Kinder lernen am Modell der Älteren. Aber auch ältere Kinder können von der Möglichkeit profitieren, soziale Kompetenzen zu entwickeln und Verantwortung zu tragen. Die breite Altersmischung erfordert Änderungen hinsichtlich der pädagogischen Konzeption und des organisatorischen Aufbaus einer Einrichtung, da schließlich allen Kindern eine ent wicklungsförderliche Umgebung zuteilwerden soll. Dies bedeutet, dass der Blick auf das Kind sich nicht alleine auf den Betreuungsaspekt richten darf sondern auch auf den Bildungsbe reich. Dabei sind insbesondere die jeweiligen Entwicklungsstufen, die ein Kind durchläuft, zu würdigen. Schließlich gelten alle Themen des Bayerischen Bildungs und Erziehungsplanes auch für Kinder unter drei Jahren. D. h., es gilt spezielle Methoden und Strategien zu entwi ckeln, um auch auf die jüngste Altersgruppe Bezug zu nehmen. Der pädagogische Blick auf diese Kinder ist besonders zu schärfen. Auf die Qualifikation des Betreuungspersonals muss großer Wert gelegt werden. Die Fach kräfte müssen ihre tägliche Arbeit ständig reflektieren, um einen planvollen Ausgleich zwi schen Chancen und Risiken der verschiedenen Altersgruppen herstellen zu können. Dies ist notwendig, um eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft mit den Eltern der ihnen an vertrauten Kinder aufbauen und aufrechterhalten zu können. Altersgeöffnete Kindergartengruppen gibt es beispielsweise in den Kindertagesstätten Im Wiesengrund, Kunterbunt und St. Nikolaus. Hier können bereits Zweijährige mit in Kinder gartengruppen betreut werden. 8, Es gibt zahlreiche Betreuungsangebote, die die anerkannten institutionellen Formen der Kindertagesbetreuung nach BayKiBiG im Stadtgebiet ergänzen und die überwiegend von ehrenamtlichen Kräften organisiert werden. Beispielhaft hierfür möchten wir drei dieser Betreuungsformen benennen: Offene Kinderbetreuung des Kinderschutzbundes Der Kinderschutzbund ist seit 40 Jahren in Kempten (Allgäu) tätig und bietet ein Betreu ungsangebot für Kinder im Alter von 1 ½ bis ca. 3 ½ Jahren an. Diese offene Kinderbetreu ung findet von Montag bis Donnerstag in den Räumen des Kinderschutzbundes von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr statt und kostet für Mitglieder vier EUR, für Nichtmitglieder fünf EUR pro Vor mittag. Das Angebot richtet sich zum Bsp. an Familien, die auf einen Krippenplatz warten, die Betreuung der Kinder testen wollen, weil sie beispielsweise eine RehaMaßnahme planen, deren Kinder erstmalig außer Haus betreut werden sollen, 50
die in keinem familiären Netzwerk eingebunden sind, die sich in Krisensituationen befinden. Schulkindbetreuung „MIKI – Dein Sprungbrett“ des Kinderschutzbundes MIKI ist ein Projekt, das Grundschulkindern aus sozial schwachen Haushalten in einer fami lienähnlichen Gruppe eine Bildungschance bietet. Durch intensive und individuell abge stimmte Betreuung sowohl im schulischen als auch sozialen Bereich steigt die Chance für diese Kinder auf ein Leben ohne staatliche Hilfe. Offene Kinderbetreuung „Kinder in Aktion“ im WIRFamilienzentrum Die CitySeelsorge der Pfarrei St. Lorenz bietet in Kooperation mit dem Caritasverband KemptenOberallgäu e. V. eine Kinderbetreuung im WIRFamilienzentrum an. Die Betreuungszeiten sind Dienstag und Donnerstag von 15.30 Uhr – 17.30 Uhr und Freitag von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr. In den Osterferien wird halbtags Ferienbetreuung angeboten. Die Betreuung ist offen für Kinder von drei bis zwölf Jahren. Es werden keine Teilnehmerbei träge verlangt, Ausnahme: Ferienbetreuung. Kinderbetreuung im „Haus International“ Im „Haus International“ werden an fünf Nachmittagen in der Woche 25 Kinder mit Migrati onshintergrund aus Kemptener Grund und Hauptschulen betreut. -!(% K Nach der Begriffsbestimmung des Art. 2 Abs. 1 Nr. 3 BayKiBiG sind Horte Kindertagesein richtungen, die ihr Angebot überwiegend an Schulkinder richten. Der Hort als Tageseinrichtung sieht sich als familienergänzende und familienunterstützende Einrichtung. Seinen Auftrag sieht er in der Betreuung, Bildung und Erziehung von Schulkin dern ab der Einschulung bis zum Jugendlichenalter. Diese drei Bereiche werden von den Fach und Ergänzungskräften im Hort als Gesamtaufgabe wahrgenommen. Horte bieten den Kindern vielfältige und deren Entwicklung angemessene Bildungs und Erfahrungsmöglich keiten und sind ein vorbeugendes Angebot aus dem Bereich der Jugendhilfe. Im Sinne einer ganzheitlichen und vielfach notwendigerweise kompensatorischen Erziehung soll der Hort vielseitige Anregungen und Erlebnisse in der Gruppe vermitteln, die geistigen, emotionalen, kreativen, sozialen und motorischen Kräfte fördern und auch Hilfestellung bei der Erledigung der Hausaufgaben geben. Eine enge und kontinuierliche Verbindung mit El tern und Schule ist anzustreben. Darüber hinaus soll der Hort eine warme, kindgemäße Mit tagsmahlzeit sowie ausreichend Raum für Freizeit und Bewegung bieten. In der pädagogischen Arbeit der Horte wird die eigenständige sozialpädagogische Aufgaben stellung in Ergänzung zur Familienerziehung und im Verhältnis zu Schule und Jugendarbeit deutlich. Kinderhorte berücksichtigen die Veränderungen der Lebenswelten von Kindern. Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Hortarbeit stehen deshalb offenere, flexiblere Ange bote für "ältere" Schulkinder, integrative Arbeitsansätze, Stadtteil und Gemeinwesensorien tierung, Umgang mit neuen Medien, Berücksichtigung mädchen bzw. jungenspezifischer Bedürfnisse, Suchtprävention u. a. 51
Der Hort hat einen eigenständigen Erziehungsauftrag. Er soll Kindern entsprechend ihrer jeweiligen Lebenssituation Möglichkeiten und Anreize zur Entwicklung der gesamten Persön lichkeit bieten. Für Hortkinder ist er somit neben Elternhaus und Schule die dritte zentrale Sozialisationsinstanz. ( Es stehen derzeit bis zu 277 Betreuungsplätze in sieben verschiedenen Kinderhorten und in altersgemischten Kindertagesstätten, darunter 15 Plätze für Schulkinder in Kindergärten zur Verfügung. Durch Überbelegungsmöglichkeiten ist die Anzahl der Hortplätze im Bedarfsfall um zusätzliche 9 Plätze erweiterbar. Die Situation der Horte ist grundsätzlich ortsgebunden zu betrachten. Insgesamt gesehen ist die Anzahl der Hortplätze aufgrund der zunehmenden Ausweitung der Ganztagsangebo te an Schulen rückläufig. Teilweise wurden Hortgruppen zugunsten von zusätzlichen Betreu ungsplätzen für Kinder unter drei Jahren aufgelöst. Die Schulkindbetreuung in der Kindertagesstätte „Kotterner Flohkiste“ wurde mit Ablauf des 31.07.2016 beendet. Seit 01.10.2016 werden in diesen Räumen 15 + 1 Kindergartenplätze und acht Ersatzbetreuungsplätze für die Kindertagespflege angeboten. Ebenso wurde auch das rückläufige Bedarf im Kinderhaus Sternschnuppe dazu genutzt, den Hortbetrieb mit Ende des Schuljahres 2016/2017 auslaufen zu lassen und in diesem Zu sammenhang elf Kindergartenplätze und fünf Plätze für Kinder ab zwei Jahren zu schaffen. Die Hortsituation ist immer in enger Abhängigkeit zur Entwicklung der schulischen Betreu ungsformen, schulische Ferienbetreuung inbegriffen, zu sehen. In unserer Schullandschaft hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert. Insgesamt gesehen ist das Betreu ungsangebot für Schulkinder trotz der rückläufigen Zahlen im Hortbereich und der demo graphischen Veränderungen höher als je zuvor. Der Unterausschuss zur Jugendhilfeplanung ist sich einig, dass das Hortangebot qualitativ sehr hochwertig ist und deshalb auch weiterhin neben den schulischen Angeboten bestehen bleiben soll. ’ ((E*J Seit der letzten Jugendhilfeplanung aus dem Schuljahr 2012/2013 haben die Ganztagesbe treuungsformen an den Kemptener Schulen einen noch höheren Ausbaustatus erreicht. Dabei ist zwischen folgenden Angeboten zu unterscheiden: • kurze Mittagsbetreuung (bis 14.00 Uhr) • lange Mittagsbetreuung (bis 15.30 Uhr) • verlängerte Mittagsbetreuung (bis 16.00 Uhr) • offene Ganztagesbetreuung an Grundschulen (seit 2015/2016) • offene Ganztagsbetreuung an weiterführenden Schulen • gebundene Ganztagsklassen (schulartübergreifend) Seit dem Schuljahr 2012/2013, als auch die Grundschule an der Fürstenstraße erstmalig eine Mittagsbetreuung angeboten hat und somit das Angebot der Mittagsbetreuungsform an Grundschulen vervollständigte, gibt es an jeder der insgesamt neun Grundschulen ein ent sprechendes Betreuungsangebot bis in den Nachmittag hinein. 52
Waren es damals noch vier Grundschulen, die zusätzlich zur Mittagsbetreuung eine gebun dene Ganztagesklasse anboten, sind es nunmehr sechs Grundschulen. Zusätzlich dazu nahm die Grundschule Heiligkreuz erfolgreich am Pilotprojekt „Offene Ganztagesschulen (OGTS) an Grundschulen“ im Schuljahr 2015/2016 teil und führt dieses Angebot erfolgreich weiter fort. Somit hat die kostenfreie OGTS an dieser Grundschule die kostenpflichtige Mit tagsbetreuung bereits ersetzt. Die Grundschule KemptenNord war nun mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 die nächste Grundschule, welche auf das „neue“ Angebot aufsprang und zusammen mit dem Kooperationspartner, dem Stadtjugendring, nun dieses Angebot erfolgreich implizierte. Im Vergleich zum Schuljahr 2015/2016 stiegen die Gruppenzahlen in der Mittagsbetreuung zum Schuljahr 2016/2017 insgesamt trotz in etwa gleichbleibender Schülerzahlen (1.772 Schüler 2016/2017 bzw. 1.781 Schüler 2015/2016) von 35 auf 38 Gruppen an; Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 sind es nunmehr nur noch 29 Gruppen. Dieser Rückgang ist u.a. zurückzuführen auf die Einführung von Offener Ganztagesbetreuung an Grundschulen. Aber auch in der verlängerten Mittagsbetreuung bis 16 Uhr sind Rückgänge zu verzeichnen. Bei den beiden langen Betreuungsformen der Mittagsbetreuung ist jeweils ein pädagogi sches Konzept und mindestens vier Zeitstunden pro Woche ein Lern und Förderangebot (musikalisch, kreativ oder Sport und Bewegung) erforderlich. Seit dem Schuljahr 2014/2015 gibt es für den Bereich der gebundenen Ganztagesformen die sog. „Kooperation Schule und Sport“. Hierbei sollen die Kemptener Sportvereine die ge bundene Form durch Sport und Bewegungsangebote etwas auflockern. Derzeit sind insge samt fünf Sportvereine an acht Schulen aktiv. Die an den Mittel und weiterführenden Schulen eingerichteten Betreuungsangebote konn ten sukzessive um weitere Ganztagesklassen erweitert werden. So weisen die Mittelschule auf dem Lindenberg, die RobertSchumannMittelschule und die Wittelsbacher Schule alle samt nunmehr einen kompletten Zug (Jahrgangsstufe 5 – 9) auf. Das HildegardisGymnasium bot als erstes Kemptener Gymnasium ab dem Schuljahr 2016/2017 zum Offenen Ganztagsklassenangebot zusätzlich auch das Angebot einer gebun denen Ganztagesklasse an (5. Jahrgangsstufe). Seit dem Schuljahresbeginn 2017/2018 wird dies nun in der 5. und 6. Jahrgangsstufe angeboten. Die offene Ganztagesbetreuung an weiterführenden Schulen werden in insgesamt elf Grup pen an fünf Schulen durchgeführt. An den verschiedenen Ganztagesangeboten nehmen aktuell folgende Anzahlen von Schülern teil: *J <J* Mittagsbetreuung 544 Schüler 625 Schüler (Sj. 2011/12: 566) Offene Ganztagesschule 1.4. Klasse 144 Schüler 48 Schüler (Sj. 2011/12: 0) Offene Ganztagesschule 5.10. Klasse 219 Schüler 205 Schüler (Sj. 2011/12: 185) Gebundene Ganztagesklasse 805 Schüler 896 Schüler (Sj. 2011/12: 454) Insgesamt $* Schüler $** Schüler (Sj. 2011/12: $&) Auch für die kommenden Jahre werden Maßnahmen anvisiert, z. B. im Bereich der Grund schule Heiligkreuz. Dies soll im Zuge des geplanten neuen Dorfzentrums mitentstehen. Die Einführung der Offenen Ganztagesschule an Grundschulen wird sicherlich weitere Inte ressensbekundungen hervorrufen, die es gilt entsprechend mit in die Jugendhilfeplanung zu integrieren, ohne dass gebundene Ganztagesstrukturen oder Horte dadurch in ihrer Existenz gefährdet sind. In der Grundschule Kempten (Allgäu) am Haubenschloß hat sich bereits in einer Abfrage die überwiegende Mehrheit der Eltern für die Einführung einer offenen Ganz 53
tagesschule ausgesprochen. Zudem könnte sich auch die KonradAdenauerGrundschule die Einführung eines OGTSAngebots vorstellen. Der Unterausschuss weist darauf hin, dass die OGTSAngebote nicht zu Lasten der qualitativ hochwertigeren gebundenen Ganztagesschule (gerade in Schulen mit einem hohen Migrati onsanteil) gehen sollen. Darüber hinaus sind neue OGTSAngebote immer im Kontext mit sozialräumlichen Hortangeboten zu sehen und gegeneinander abzuwägen. Da die OGTS lediglich von Montag bis Donnerstag ein Betreuungsangebot am Nachmittag zur Verfügung stellt, entsteht bei den Eltern teilweise ein Betreuungsengpass am Freitag. Die Verwaltung soll daher ermächtigt werden, für die Nachmittagsbetreuung im Bedarfsfalle am Freitag ein kostenpflichtiges Betreuungsangebot zu schaffen. Sollten die Elternbeiträge durch die Erziehungsberechtigten nicht getragen werden können, besteht die Möglichkeit Kostenübernahmeanträge bei der Stadt Kempten (Allgäu) zu stellen. /, Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung war als Leitmotiv schon in der bis zum 31.12.2012 gültigen Fassung des BayKiBiG enthalten. Die zum 01.01.2013 novellierte Fassung betont noch einmal die Teilhabe von Kindern mit Behinderung am all gemeinen Bildungssystem der Kindertageseinrichtungen. Der bereits bestehende Inklusi onsauftrag wird erneut klargestellt und der Zusammenhang mit der UN Behindertenkonven tion verdeutlicht. Die Bayerischen Bildungsleitlinien schaffen einen gemeinsamen und ver bindlichen Orientierungs und Bezugsrahmen u. a. für Kinder in Kindertagesstätten. Bei allen Entscheidungen und in jeder Phase des Bildungsprozesses steht das Wohl der Kin der in ihrer Verschiedenartigkeit im Vordergrund. Auch die Bildungsleitlinien stellen eine an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Bildungsbegleitung, die sich durch multiprofes sionelles Zusammenwirken realisiert, in den Vordergrund (Inklusion). Was bedeutet Inklusion, was ist der Unterschied zur Integration? (lat. Dazugehörigkeit/Einschluss) betrachtet die individuellen Unterschiede der Menschen als Normalität und nimmt daher keine Unterteilung in Gruppen vor. Inklusion tritt für das Recht jedes Kindes ein, unabhängig von individuellen Stärken und Schwächen ge meinsam zu leben und voneinander zu lernen. Das Verständnis von Inklusion reicht über die Integration von Kindern mit und ohne Behinderung hinaus und umfasst alle Dimensionen von Heterogenität. Der Begriff der Inklusion unterscheidet sich vom Begriff der insofern, dass es bei der Integration immer noch darum geht, Unterschiede wahrzunehmen und Getrenntes wie dereinzugliedern. Inklusion will hingegen den individuellen Bedürfnissen aller Menschen Rechnung tragen. Vom Wortlaut des Gesetzes her gelten Kindertageseinrichtungen, die von bis zu einem Drit tel, mindestens aber von drei behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern besucht werden, als integrative Einrichtung (Art. 2 Abs. 3 BayKiBiG). Dies gilt unabhängig von der Größe der Einrichtung. Kindertagesstätten in Kempten (Allgäu), die bewusst als integrative Einrichtung geführt werden und dies in ihrem Namen ausweisen, sind: Integrative Kindertagesstätte Schwalbennest Integrative Kindergarten Miteinander Integrative Kindertagesstätte Mikado Integrative Kindertagesstätte Oberlinhaus 54
Das Haus für Kinder und Eltern entwickelt sich längerfristig zu einer integrativen Einrich tung. Um die Übergänge gut zu gestalten, werden ab sofort fünf integrative Plätze angebo ten. Die Kindertagesstätte Bavaria strebt an, ab dem Kindergartenjahr 2018/2019 eine integrati ve Einrichtung zu führen. Die Zahl der integrativen Plätze ist im Zuge des Krippenanbaus in den Kindertagesstätten Mikado und Miteinander weiter angestiegen. Die Zahl der in Einzelintegration betreuten Kin der im Stadtgebiet lag in den letzten drei Jahren durchschnittlich bei 76 Kindern (Tendenz steigend). , Der Unterausschuss hat sich im Nachgang zu den vorangegangenen Fachtagen am 25.04.2017 mit dem Thema Inklusion in Kindertagesstätten eingehend befasst und folgende Handlungsempfehlungen erarbeitet: Die Gruppengröße und Kinderzahl in der Einrichtung soll sich am therapeutischen/pädago gischen Bedarf des Integrationskindes ausrichten. Deshalb soll folgende Regel zur Reduzie rung der Gruppengröße angewandt werden: • 1 Kind mit Behinderung belegt 2 – 3 Plätze • 2 Kinder mit Behinderung belegen 4 – 6 Plätze • 3 5 Kinder mit Behinderung belegen 7 – 10 Plätze. Diese flexible Lösung räumt dem Träger die Möglichkeit ein, Platzreduzierungen in einem gewissen Maß steuern zu können und auf die spezifische Belange des behinderten Kindes einzugehen. Diese Regelung soll für alle Altersgruppen gelten, d. h. für die Kindergärten, Kinderkrippen und Horte. Eine Ausnahme stellen die integrativen Einrichtungen „Schwal bennest“ und „Miteinander“ dar. Sie sollen die Betreuung auch in Zukunft in platzreduzier ten Gruppen mit 15 Plätzen, davon 5 für iKinder, in gleicher Weise wie bisher weiterführen, da sich das Modell gut bewährt hat. Gleichsam soll die Regelung der Platzreduzierung als Erprobungsphase bis zum nächsten Jugendhilfeplan gelten. Einzelfallregelungen sollen für integrative Gruppen und die Einzelintegration möglich sein. )% 7 Die Gewährung des Gewichtungsfaktors 4,5 (Art. 21 Abs. 5, 4. Spiegelstrich BayKiBiG) setzt voraus, dass zwischen Einrichtungsträger und dem zuständigem Bezirk eine Vereinbarung nach dem Zehnten Kapitel SGB XII geschlossen wurde und Leistungen hieraus erbracht werden. Durch diese Regelung wird verdeutlicht, dass es sich bei der kindbezogenen Förde rung und der Eingliederungshilfe um zwei unterschiedliche Leistungen handelt. Sie stehen insbesondere in keinem Verhältnis der Subsidiarität. Der Gewichtungsfaktor 4,5 wird für die Dauer von bis zu sechs Monaten auch ohne beste henden Eingliederungshilfeanspruch bzw. festgestelltem, teilstationärem Hilfebedarf geleis tet. Dies setzt voraus: • einen Antrag der Eltern auf Eingliederungshilfe nach § 53 Abs. 1 SGB XII zur Betreu ung in einer Kindertageseinrichtung • eine Vereinbarung nach dem Zehnten Kapitel SGB XII zwischen dem Einrichtungsträ ger und dem zuständigen Bezirk und • Leistungen, die aufgrund dieser Vereinbarung erbracht werden. 55
Der Träger der Einrichtung muss grundsätzlich in der Lage sein, die notwendigen Leistungen nach Maßgabe der Rahmenleistungsvereinbarung TKKita zu erbringen. Der Nachweis ist geführt, wenn der Bezirk bereits in mindestens einem anderen Fall in der Einrichtung Leis tungen aufgrund einer bestehenden Leistungsvereinbarung an den Träger erbracht hat. N.% In Einrichtungen, in denen mindestens drei behinderte oder von Behinderung bedrohte Kin der (Art. 2 Abs. 3 BayKiBiG) betreut werden, kann gem. Art. 21 Abs. 5 Satz 3 BayKiBiG vom Gewichtungsfaktor 4,5 zur Finanzierung des höheren Personalbedarfs im Einvernehmen mit der betroffenen Gemeinde nach oben abgewichen werden. Diese Erhöhung des Gewich tungsfaktors um den sog. XFaktor kann von Einrichtungsträgern beantragt werden und wird nach Prüfung der Voraussetzungen gewährt. Die durch den XFaktor finanzierten Personalstunden dürfen nicht im Anstellungsschlüssel berücksichtigt werden. 8%/, ( , Kindergarten Arche Noah Montessori Kindergarten Kath. Kindertagesstätte Christi Himmel fahrt Freie Spielstube Kempten Johanneskindergarten Kindertagesstätte St. Martin (ehem. Lehrkindergarten) Kindergarten Leubas Haus für Kinder und Eltern Integrative Kindertagesstätte Mikado Integrative Kindertagesstätte Miteinander Integrative Kindertagesstätte Oberlinhaus Integrative Kindertagesstätte Schwalben nest Kindertagesstätte St. Anna Kindertagesstätte St. Franziskus Haus für Kinder St. Hedwig Kindertagesstätte St. Ulrich Kotterner Flohkiste Kindertagesstätte Im Wiesengrund Kindertagesstätte BambiniPark Kinderhort Einstein Gerhardinger Haus Freie Spielstube Hirschdorf ( 0 E & < * 0 2 2 2 1 2 0 7 8 11 8 14 1 0 0 6 0 2 0 0 10 1 ** 1 2 3 1 1 2 1 7 9 10 7 14 2 1 2 5 1 2 2 1 6 0 0 1 2 3 1 2 2 7 10 11 8 14 2 1 2 6 1 2 2 1 3 0 1 1 1 2 1 2 1 4 8 11 5 13 0 0 0 3 0 1 0 0 13 0 <* 56
Wie der Übersicht zu entnehmen ist, ist die Gesamtzahl der behinderten oder von Behinde rung bedrohten Kinder in Kemptener Einrichtungen in den letzten Jahren kontinuierlich ge stiegen. Aufgeführt sind offiziell geführte Integrative Kindertagesstätten und Kindertagesstätten mit Einzelintegration. Im Vergleich hierzu betrug die Zahl der Integrativkinder in allen Einrichtungen im Stadtge biet im Betreuungsjahr 2012/2013, also am Ende des letzten Planungszeitraums, noch 61. 1.2% Nach Angaben der UNHCR befinden sich derzeit über 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Kinder und Jugendliche machen aktuell etwa ein Drittel der Schutzsuchenden in Deutschland aus. Entsprechend bundesdeutscher Zahlen kann man davon ausgehen, dass ungefähr die Hälfte dieser Kinder jünger als sechs Jahre ist. Dem entsprechend sah sich die Stadt Kempten (Allgäu) in den letzten Jahren mit einer sprunghaft angestiegenen Zahl von Asylbewerber bzw. Flüchtlingskindern konfrontiert, für die es galt, einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung bzw. in der Kindertages pflege zu finden, da auch diese Kinder ab der Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft und dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Kin dertagesstätte bzw. in der Kindertagespflege haben. Im September 2017 wurde die aktuelle Liste der Asylbewerber und Flüchtlingskinder vom Amt für Integration mit den Kemptener Kindertagesstätten und der Kindertagespflege abge glichen. Als Ergebnis wird Folgendes festgehalten: ’E 2012 2013 2014 2015 2016 2017 20 29 34 31 63 25 19 22 20 10 5 0 Die Auswertung zeigt, dass fast 100 % der Vorschulkinder und ein Großteil der Kindergar tenkinder in Einrichtungen oder in der Kindertagespflege betreut werden. Vereinzelt wurden bereits Krippenplätze an Asyl und Flüchtlingskinder unter drei Jahren vergeben. Die Betreuung der Flüchtlingskinder stellt eine große Verantwortung dar. Allerdings unter scheidet sich die Arbeit mit diesen Kindern bis auf einzelne Ausnahmefälle nicht wesentlich von der mit anderen Kindern mit Migrationshintergrund. Im Vordergrund stehen bei all die sen Kindern das Erlernen der deutschen Sprache und die Überwindung von kulturellen Un terschieden. In 21 Kindertagesstätten im Stadtgebiet werden bereits Flüchtlingskinder be treut. 57
In den Jahren 2016 und 2017 wurden Fördermittel vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zur Förderung der Erziehung, Bildung und Be treuung von Asylbewerber und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen zur Verfü gung gestellt. Die Stadt Kempten (Allgäu) hat mit diesen Fördermitteln eine Fortbildung zum Thema „Traumapädagogik“ für das pädagogische Personal der Kindertagesstätten durchgeführt sowie pädagogisch wertvolles Spielmaterial für die interkulturelle Arbeit be schafft. Auch im Jahr 2018 stehen für solche Maßnahmen wieder Fördergelder zur Verfü gung. Um Eltern mit Kindern im Vorschulalter den Besuch eines Deutschkurses auch dann zu er möglichen, wenn noch kein Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte zur Verfügung steht, werden von verschiedenen Bildungsträgern Sprachkurse mit Kinderbetreuung angeboten, die vom Bundesamt für Migration gefördert werden. )1) Gemeinsam Verantwortung tragen – Bayerische Leitlinien für die Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit Mit Beschluss des Ministerrats vom 26. Mai 2009 wurde die Staatsregierung beauftragt, ge meinsame Leitlinien für die Bildungs und Erziehungsarbeit in Kindertagesstätten und Schu len zu erarbeiten, um die Inhalte des Bildungs und Erziehungsplans und des Grundschul lehrplans noch besser auf einander abzustimmen. Seit Oktober 2012 sind diese eingeführt. Für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen wurde die verbindliche Beachtung und Um setzung der Bildungsleitlinien hergestellt durch die Verankerung ihrer Kurzfassung jeweils an erster Stelle in der 5. Auflage im Bayerischen Bildungs und Erziehungsplan im Bayerischen LehrplanPLUS Grundschule. • • Mit den Bayerischen Bildungsleitlinien liegt ein gemeinsamer und verbindlicher Orientie rungs und Bezugsrahmen für Kindertagesstätten nach dem BayKiBiG (Kinderkrippen, Kin dergärten, Horte, Häuser für Kinder, Integrative Kindertagesstätten) sowie Grund und För derschulen vor. Darüber hinaus richten sich die Bildungsleitlinien an die Kindertagespflege, an Heilpädagogische Tagesstätten, Schulvorbereitende Einrichtungen und sonstige Bil dungseinrichtungen, wie zum Beispiel Einrichtungen der Kinder und Jugendarbeit, Musik schulen, professionelle Kultureinrichtungen und Fachdienste. Die Bayerischen Bildungsleitlinien verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz von der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit, indem die Zusammenarbeit mit den Familien, die der wich tigste Bildungsort sind, verbessert werden soll. In den Familien legen die Eltern den wich tigsten Grundstein für lebenslanges Lernen, aber auch für die emotionale, soziale und phy sische Kompetenz. Bildung in Kita und Schule kann daher nur aufbauend auf die Prägung in der Familie erreicht werden. Daraus ergibt sich die Aufgabe aller außerfamiliären Bildungs einrichtungen, Eltern in ihrer Aufgabe zu unterstützen. (3(4,56 Im November 2015 hat sich der Stadtrat mit dem Beschluss des strategischen Ziels „Zu sammenleben aktiv gestalten“ für die Förderung von Kindern und Jugendlichen ebenso wie Inklusion und Integration ausgesprochen. Die Familienfreundlichkeit, die Vereinbarkeit von 58
Familie und Beruf stehen dabei ebenso im Fokus wie die Sicherung von Bildungsangeboten ab der frühen Kindheit. Kempten ist eine kinder und familienfreundliche Stadt, in der sich alle Menschen wohl füh len können. Eine gute schulische Ausbildung ist für die Perspektiven unserer jungen Men schen von zentraler Bedeutung und der beste Schutz vor Ausgrenzung. Schon in der beson deren Phase der frühen Kindheit müssen reichhaltige Lernangebote vorgehalten werden und flexible Betreuungsangebote für Kinder in jedem Alter bedarfsentsprechend vorhanden sein. Außerdem gilt es Chancengleichheit herzustellen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (78 Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und wesentliche Voraussetzung für schuli schen und beruflichen Erfolg, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlichkulturellen Leben. Der Erwerb von Sprache ist ein komplexer, konstruktiver Prozess, der sich über die gesamte Kindheit erstreckt. Sprachförderung ist ein durchgängiges Prinzip im pädagogischen Alltag und erfordert eine systematische Begleitung der Entwicklung von Sprache und Literacy. = = +% 2 8 (7> ):(.>@((2 @; Alle Kinder sollen von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren. Mit dem Bundes programm stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die all tagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Im Januar 2016 ist das Bundesprogramm „SprachKitas“ gestartet. Der Bund stellt im Zeitraum bis 2020 Mittel im Umfang von bis zu einer Milliarde zur Verfü gung. Das Programm richtet sich an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichem Förderbedarf besucht werden. Dabei baut es auf 59
den erfolgreichen Ansätzen des Programms „SchwerpunktKitas Sprache & Integration“ (2011 – 2015) auf und erweitert diese. In Kempten (Allgäu) nehmen derzeit fünf Kindertagesstätten an dem Bundesprogramm teil: Kindertagesstätte Bavaria, Haus für Kinder St. Lorenz, Katholische Kindertagesstätte Christi Himmelfahrt, Kindertagesstätte St. Hedwig und das Kinderhaus Sternschnuppe. Die SprachKitas erhalten zusätzliche Fachkräfte mit Expertise im Bereich sprachliche Bil dung sowie eine zusätzliche Fachberatung als kontinuierliche Prozessbegleitung. %=0 Der Freistaat Bayern hat sogenannte Vorkurse eingerichtet. Wenn zu befürchten ist, dass die Vorschulkinder bei der Einschulung nicht über ausreichend Deutschkenntnisse verfügen werden, erhalten diese in den Vorkursen Gelegenheit zu einer zusätzlichen Sprachförde rung. Vorkurse werden dabei für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen angeboten. Zur Identifizierung des Bedarfs ermittelt die Kindertageseinrichtung bzw. die Grundschule den Sprachstand der Kinder (Art. 37a Abs. 1 EUG). Soweit der Sprachstand nicht ausreichend ist, sollen die Personensorgeberechtigten für ihr Kind die Möglichkeit des Vorkurses in Anspruch nehmen. Der Vorkurs beginnt regelmäßig im Frühjahr des vorletzten Kindergartenjahres und dauert bis zur Einschulung. In dieser Zeit erfolgt eine gezielte Sprachförderung seitens des Personals in Kindertageseinrichtungen sowie von Grundschul lehrkräften im Umfang von je 120 Stunden. ).JK,)((4)((5 „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS) ist ein Forschungs und Entwicklungsprogramm, das die vielfältigen Maßnahmen der Bundesländer zur sprachlichen Bildung, Sprachdiagnos tik und Leseförderung in den Bildungsetappen des Elementarbereichs, der Primar und Se kundarstufe bündelt, evaluiert und weiterentwickelt. Von der Kita bis zur Schule soll allen Kindern und Jugendlichen eine noch bessere sprachliche Bildung und Förderung ermöglicht werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Fa milie, Senioren, Frauen und Jugend, die ständige Konferenz der Kultusminister der Bundes länder sowie die Jugend– und Familienministerkonferenz haben die gemeinsame Durchfüh rung in den Jahren 2013 bis 2018 vereinbart. Inhaltlicher Schwerpunkt im Elementarbereich ist die gezielte alltagsintegrierte sprachliche Bildung. Aktuell nimmt keine der Kemptener Kindertagesstätten an diesem Programm teil. :(,!%(; Die Initiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ von Microsoft zielt auf nachhaltige Impulse im Bereich der Sprachentwicklung bei Kindern im Alter von fünf bis neun Jahren ab. Mit der SchlaumäuseApp können Fünf bis Neunjährige selbständig die Welt der Sprache entdecken. Alle Kitas können an der Initiative teilnehmen und die Software kostenlos nut zen, wenn sie bei der Initiative registriert sind. Allerdings nimmt aktuell keine der Kempte ner Kindertagesstätten teil. 60
:-%; Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit Sitz in Berlin unterstützt mit Fortbildungsangeboten und Materialien pädagogische Fachkräfte dabei, den großen For schergeist von Mädchen und Jungen im Kita und Grundschulalter zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ ist mittlerweile die größte Frühbildungsinitiative Deutschlands im Be reich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Gegründet wurde die Stiftung bereits im Jahre 2006 und ist eine gemeinsame Initiative der Helmholtz Gemeinschaft, der Siemens Stiftung, der Dietmar Hopp Stiftung und der Deutschen Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Stiftung arbeitet bundesweit mit über 200 lokalen Netzwerken zusammen. Die Stadt Kempten (Allgäu), Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport, hat im Dezember 2010 eine Kooperationsvereinbarung mit der Stiftung abgeschlossen. Das 5jährige Bestehen im Netzwerk wurde am 21.06.2016 gebührend gefeiert. Als Netzwerkpartner unterstützen wir vor Ort das pädagogische Personal in den Kitas, in dem wir Workshops zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen organisieren, z. B. für die Bereiche Wasser, Luft, Licht und Farben, Akustik, Sprudelgase und vieles mehr. Gleichzeitig wird die Weitergabe von Arbeitsunterlagen an die teilnehmenden Einrichtungen sichergestellt. Seit 2016 erhält das Netzwerk in Kempten (Allgäu) von der TTLStiftung eine großzügige Spende, welche für die Materialien und besondere Anschaffungen für die Work shops genutzt wird. Das Netzwerk der Stadt Kempten (Allgäu) wird seit Jahren von einer erfahrenden Trainerin unterstützt. Die u. a. gelernte Natur und Umweltpädagogin steht uns für die Durchführung der Workshops zur Verfügung. Gleichzeitig ist sie Multiplikatorin für die Schulungen des Erziehungspersonals. In den bisher durchgeführten Workshops wurden die Teilnehmer/innen an das Forschen mit Kindern im KitaAlltag herangeführt und auf die Umsetzung in ihren Einrichtungen vorbereitet. Seit der Kooperationsvereinbarung haben in der Stadt Kempten (Allgäu) insgesamt 35 Kindertagesstätten an den Workshops teilgenommen. Seit dem Jahr 2013 ist das Projekt auf den Grundschulbereich ausgeweitet und die Workshops sowie das Material an die Altersstufe angepasst. Alle Grundschulen der Stadt Kempten (Allgäu) haben an einzelnen Veranstaltungen mitgewirkt. Kitas, die regelmäßig an den Workshops teilnehmen und über einen längeren Zeitraum mit den Kindern geforscht haben, werden mit einer Plakette „Haus der kleinen Forscher“ ausge zeichnet, die ebenfalls vom lokalen Netzwerkpartner verliehen wird. Die Zertifizierung muss nach einem Zeitraum von zwei Jahren neu erworben werden. Bereits elf Einrichtungen der Stadt Kempten (Allgäu) haben sich zertifizieren lassen. Erstrebt wird ebenfalls die Kooperation und die Partnerschaft mit dem Kulturamt der Stadt Kempten (Allgäu). Hier sollen Synergien mit der Museumspädagogik entwickelt werden. Trotz schwankender Teilnehmerzahlen sind die Angebote des „Hauses der kleinen Forscher“ für die MINTBildung im Netzwerk der Stadt Kempten (Allgäu) nicht mehr wegzudenken. Die Stiftung hat sich einen Schwerpunkt für die Zukunft gesetzt. Neben der MINTBildung wird es ein Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) geben. Neue Themen werden entwickelt. 61
Nach § 8 a Abs. 2 SGB VIII haben die Träger der öffentlichen Jugendhilfe Vereinbarungen mit den Trägern und Einrichtungen zu schließen, um den Schutzauftrag bei Kindeswohlge fährdungen sicherzustellen. § 8 a SGB VIII regelt damit den Inhalt einer Vereinbarung zwi schen Trägern von Einrichtungen und Diensten und dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Durch Art. 9 a BayKiBiG wird nun für Kindertageseinrichtungen, welche eine Förderung nach dem BayKiBiG erhalten wollen, die Sicherstellung des Schutzauftrages unmittelbare Förder voraussetzung und somit auch ohne entsprechende Vereinbarung mit dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe zwingend. Die entsprechenden Maßnahmen sind als Fördervo raussetzung künftig auf Aufforderung seitens des Trägers im Rahmen der kindbezogenen Förderung nachzuweisen (Art. 19 BayKiBiG). In Art. 9 a Abs. 2 BayKiBiG ist die Pflicht zur Vorlage einer Teilnahmebestätigung an der letzten altersentsprechenden UUntersuchung verankert. Früher war in § 3 Abs. 3 AV BayKiBiG lediglich eine Obliegenheit der Eltern enthalten, eine gesetzliche Verpflichtung be stand jedoch nicht. Vielmehr musste das Personal auf die Freiwilligkeit der Vorlage hinwei sen, was die Wirksamkeit der Maßnahme einschränkte. Mit der jetzigen Regelung des Art. 9 a BayKiBiG soll nun als weiterer Beitrag zum Kinderschutz, um Vernachlässigungen von Kin dern frühzeitig entgegenzutreten, die Pflicht festgeschrieben werden, die Teilnahme an der letzten UUntersuchung nachzuweisen. Die Weigerung der Personensorgeberechtigten soll jedoch weiterhin nicht zur Ablehnung des Abschlusses eines Betreuungsvertrags führen, sondern der Besuch der Kindestageseinrichtung soll dem Kind weiterhin ermöglicht werden. Mit der Pflicht zur Vorlage sollen die Eltern jedoch angehalten werden, die Untersuchung auch tatsächlich durchführen zu lassen. Der Träger bzw. das von ihm beauftragte Personal wird verpflichtet, schriftlich festzuhalten, ob ein derartiger Nachweis von Seiten der Eltern erbracht wurde. Die Regelung umfasst nicht das Festhalten eines möglichen Untersuchungsergebnisses oder eine Kopie der Unter suchungsunterlagen bzw. des Untersuchungsheftes. Vermerkt werden soll vielmehr nur die Tatsache der Nachweiserbringung oder ggf. Nichterbringung. Wird die Teilnahmebestätigung – trotz expliziter Einforderung durch die Einrichtung – nicht vorgelegt, so steht das dem Förderanspruch der Einrichtung nicht entgegen. Förderrelevant ist lediglich die Erfüllung der Pflicht des Art. 9 a Satz 2 BayKiBiG durch den Träger bzw. das von ihm beauftragte päda gogische Personal. Die sozial und bildungspolitischen Anforderungen, die sich an das System der Kindertages betreuung richten, sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Chancengleichheit für alle Kinder, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, lebenslagenspezifische Förderkonzepte und der sozialräumliche Stellenwert der Kindertageseinrichtungen haben enorme Veränderungen im Elementarbereich ausgelöst. Die qualitativen Anforderungen an die Fachkräfte in der Kinder tagesbetreuung wurden ausgeweitet. Zahlreiche Gesetzesänderungen und die wachsende politische Einflussnahme auf das Ar beitsfeld der Kindertagesbetreuung erfordern eine fachlich qualifizierte und strukturell ver ankerte Steuerungsebene zur Qualitätssicherung und –entwicklung. Die öffentlichen Träger der Jugendhilfe sind verpflichtet, eine Fachberatung sicherzustellen (§ 72 Abs. 3 SGB VIII). 62
Fachberatung ist kein geschützter Begriff und er ist auch nicht eindeutig definiert. Somit benötigt sie für ihre Arbeit einen klaren Auftrag durch den Träger der Kindertageseinrich tung oder den Anstellungsträger. Fachberatung durch die öffentliche Jugendhilfe: Erfolgt die Fachberatung direkt durch den Träger der öffentlichen Jugendhilfe, sind Fachbe rater/innen in aller Regel beim Jugendamt als der zuständigen Fachbehörde angestellt und können dort auf die vorhandenen Infra und Kommunikationsstrukturen zurückgreifen. Je nach Zuschnitt der Kommune sind sie vor allem für kommunale Einrichtungen verantwort lich, können aber auch Einrichtung in freier Trägerschaft betreuen. Zuweilen ergeben sich hier auch gewisse Konkurrenzsituationen zwischen den Fachberater/innen der örtlichen Trä ger der öffentlichen Jugendhilfe und denen der Träger der freien Jugendhilfe. Fachberatung durch Träger von Kindertageseinrichtungen: Auch Träger von Kindertageseinrichtungen können selbst Fachberatung durchführen. Die Fachberatung ist dann beim Träger angestellt und arbeitet z. B. auch ein richtungsübergreifend. Fachberatung durch externe Anbieter: Die Fachberatung kann auch durch externe Anbieter auf der Grundlage eines durch den Träger oder die Einrichtung formulierten Auftrags erbracht werden. Sie gilt als unabhängig und fachlich autonom, da sie die Einrichtung quasi mit dem Blick von außen betrachtet. Gesetzlich ist der Auftrag für die Fachberatung im System der Kindertagesbetreuung im SGB VIII verankert und lässt sich aus § 22 a SGB VIII (Kindertageseinrichtungen) ableiten. Im Unterschied zu den Einrichtungen ist für die Kindertagespflege in § 23 SBG VIII ein dezi dierter Anspruch für Tagespflegepersonen und Erziehungsberechtigte festgeschrieben. Ein weiterer Anknüpfungspunkt für Fachberatung im System der Kindertagesbetreuung fin det sich auf bundesgesetzlicher Ebene in § 72 SGB VIII in Verbindung mit § 79 SGB VIII. § 72 Abs. 3 SGB VIII verpflichtet die Träger der öffentlichen Jugendhilfe, Fortbildung und Praxisberatung der Mitarbeiter/innen der Jugendämter sicherzustellen. Die Träger der freien Jugendhilfe haben im Hinblick auf die Verantwortung für qualitative Sicherstellung ihrer Kindertagesbetreuungsangebote im Sinne der §§ 22, 22 a und 23 Abs. 4 SGB VIII Fachberatung als Unterstützungssystem aufzubauen. Für die Träger der öffentlichen Jugendhilfe leitet sich aus § 22 a Abs. 5 SGB VIII unter Be achtung der §§ 3 und 4 SGB VIII auch der Auftrag ab, Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Einrichtungen sicherzustellen. Zum vielfältigen Aufgabenspektrum der Fachberatung zählen unter anderem: o Gezielte telefonische als auch VorOrtBeratung von Kitaleitung und dem pädagogi schen Team, vor allem im Hinblick auf Konzeptions und Organisationsentwicklung und eine Profilschärfung der Einrichtung o Moderation von Krisen und Konfliktgesprächen, Vermittlung zwischen den verschie denen Parteien 63
o Qualifizierung der Fachkräfte (z. B. durch Planung, Organisation und Durchführung von Fort und Weiterbildungen, Leitungskonferenzen) o Trägerorientierte Aufgaben (z. B. Beratung und/oder Organisationsaufgaben für den Träger und Gremienarbeit) o Koordinierung und Vernetzung (z. B. Organisation des Erfahrungsaustauschs zwi schen den Kindertageseinrichtungen, zwischen Kitas und anderen Institutionen sowie zwischen Fachberater/innen) o Transferleistungen in unterschiedliche Richtungen (z. B. zwischen den Einrichtungen, den Trägern, der Forschung und Wissenschaft, der Politik, den Medien) o Qualitätssicherung und –entwicklung (z. B. durch interne und externe Evaluation, Supervision und Coaching in den Einrichtungen, Begleitung von Teamentwicklungs prozessen) o Administrative Aufgaben sowie Dienst, Fach und Betriebsaufsicht o Erstellen von Arbeitshilfen o Information für Elternbeiräte o Referententätigkeit o Projektarbeit Von den 33 Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet befindet sich derzeit nur eine einzige in kommunaler Trägerschaft. Die anderen 32 Einrichtungen werden von freien und sonsti gen Trägern betrieben. Diese nehmen überwiegend die Fachberatungsangebote ihrer Dachverbände in Anspruch. Bei der Stadt Kempten (Allgäu) nimmt eine Beschäftigte im Referat Jugend, Schule und So ziales diese Aufgaben mit wahr. Fachaufsichtliche Beratungs und Kontaktgespräche, Leitungsbesprechungen sowie Bege hungen finden im regelmäßigen Turnus durch die Mitarbeiter/innen des Amtes für Kinderta gesstätten, Schulen und Sport statt. 64